Decision ID: 3b1da013-8119-4d7c-ba57-4654db3f09af
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1975 geborene
X._
war
seit dem
1.
Januar 2019
als Verwal
tungssekretärin beim
Y._
angestellt
(Urk.
10/A39)
und
dadurch bei der AXA Versicherungen AG
(AXA)
obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am
1
9.
April 2019
stürzte die Versicherte
zu Hause
auf dem
Weg
zur Terrasse und zog sich
dabei eine
Thoraxkontusion
rechts,
eine
Rip
penfraktur rechts,
eine Schädelkontusion
(Urk.
12/A1
,
Urk.
12/M2, Urk.
12/M4
) sowie eine
Distorsion
/Kontusion
des Handgelenks rechts mit Zerrung der radialen Sehnen
zu
(
Urk.
12/M11).
Am 1
6.
Oktober 2019 rutschte die Versich
e
rte
,
die
mittlerweile
mit dem
Y._
die Auflösung
i
hr
es
Arbeitsverhältnis
ses
per 31.
März
2020
vereinbart
hat
te (
Urk.
10/A39)
,
in alkoholisiertem Zustand
zu Hause im Bade
zimmer aus und z
og sich dabei eine Rissquetschw
unde
(RQW)
am Hinterkopf zu
(
Urk.
11/A1,
Urk.
11/M
1
). Im
vom Spital
Z._
gleichentags erstellten
MS-CT des
Schädels kam ein schmales
Subdu
ralhämatom
linkshemisp
h
ärisch zur Dar
stellung. Die bildgebende Untersuchung der HWS und der BWS blieb
en
ohn
e Auffälligkeiten (
Urk.
11/M3).
Am
1.
November 2019
erlitt
die Versicherte
, welche
in Marrakesch
in den Ferien weilte, zwei Krampfanfälle und stürzte auf den Hinterkopf rechts.
In der Notfall
station des Spitals
in Marrakesch
erlitt sie zwei weitere Anfälle. E
s
folg
t
e am
5.
November 2019 die Repatriierung durch
d
ie
R
ega
und die Einweisun
g ins Spital
A._
(
Urk.
10/M1).
Mit Verfügung vom 1
5.
April 2020 stellte die AXA ihre Leis
tungen per
1
5.
April 2020 ein (
Urk.
10/A46
; vgl.
Urk.
10/A75
). Die von der Ver
sicherten erhobene Einsprache (
Urk.
10/A56,
Urk.
10/A65) wies die AXA mit
Ein
spracheentscheid
vom 3
0.
Oktober 2020 ab (
Urk.
2)
.
2.
Mit Eingabe vom
2.
Dezember 2020 (
Urk.
1) liess
die Versicherte
Beschwerde erheben und beantragen, es seien die Verfügung vom 1
5.
April 2020 sowie der
Einspracheentscheid
vom 3
0.
Oktober 2020 aufz
uheben und es seien die per 16.
April 2020 eingestellten gesetzlichen Leistungen aus obligatorische
r
Unfall
ver
sicherung rückwirkend ab Einstellungsdatum weiterhin zu erbringen, eventua
liter sei die Sache unter Aufhebung de
s
Einspracheentscheides
vom 30.
Oktober 2020 an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, dies zur ergänzenden Abklä
rung des medizinischen Sachverhalts. Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
4.
April 2021 die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
9),
was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 1
9.
April 2021 angezeigt wurden
(
Urk.
13).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
G
emäss
Art.
6
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) sind Versicherungsleistungen - soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt - bei Be
rufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Die Leis
tungspflicht des Unfallversicherers setzt voraus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem eingetretenen Schaden ein natürlicher und ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht (BGE 129 V 181 E. 3.1-2 mit Hinweisen).
1.2
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorüber
ge
hen
den Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Inte
gritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztli
chen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versi
cher
ten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmass
nahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2 UVG;
BGE 144 V 354 E. 4.1 mit Hinweisen;
Urteil
des Bundes
gerichts
8C_
527/2020
vom 2.
November 2020 E. 4.1 mit Hinweisen
). In diesem Zeitpunkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 8C_377/2013 vom 2. Oktober
2013 E. 7.2 mit Hinweis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil 8C
_
674/2019 vom 3. Dezember 2019 E. 4.1
).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erklärte
zur Begründung ihres Entscheid
s im Wesent
lich
en (
Urk.
2 und
Urk.
9)
, bei der Beschwerdeführerin bestünden seit Jahren verschiedene
Beschwerden
, welche bereits vor den geltend gemachten Ereignissen zu schweren Beeinträchtigungen der Gesundheit geführt hätten.
Die Folgen des
Sturzes
vom 1
9.
April 2019, bei welchem die Beschwerdefü
h
rerin eine
Thorax
kontusion
, eine Rippenfraktur, eine Kopfkontusion sowie eine Handgelenks
dis
torsion erlitten
habe
, seien abgeheilt und hätten am
9.
Oktober 2019 zum Be
handlungsabschluss geführt.
Betreffend die Ereignisse vom 1
6.
Oktober und vom
1.
November 2019 habe die bildgebende Untersuchung vom 1
6.
Oktober 2019 ein
schmales
Subduralhä
ma
tom
links
hem
i
sphärisch (maximale Dicke 3 mm) zur Darstellung gebracht. Nach den epileptischen Anfällen m
it Sturz auf das Gesicht vom 1.
November 2019
habe sich in den
MRI
-Bildern
vom
2.
u
nd
5.
November 2019 im Vergleich zur Unter
suchung vom 1
6.
Novembe
r 2019 ein stationäres
Subdural
hämatom
frontoparie
totemporal
links ohne neu aufgetretene intrakranielle Blutung objektivieren lassen
. D
as Sturzereignis vom
1.
November 2019
sei
Folge der durch das
Sub
duralhämatom
provozierten epileptischen Anfällen und damit letztlich auf das Unfallereignis vom 1
6.
Oktober 2019 zurückzuführen. Das
Subduralhämatom
habe sich im Verlauf jedoch zurückgebil
det und sich anlässlich der CT-U
nter
su
chung vom
5.
Dezember 2019 nicht mehr nachweisen lassen. Somit sei bildge
bend erstellt, dass die somatis
chen Unfallfolgen bereits am 5.
Dezember 2019 abgeheilt gewesen seien. Dazu passe auch, dass anlä
ss
lich der hauärztlichen Betreu
ung
durch
Dr.
med. B._
, Facharzt FMH für Allgemein Innere Medizin,
bereits am 1
8.
Novembe
r 2019 von einem positiven Heil
verlauf ausgegangen worden sei und der Beschwerdeführer
in
ab dem 2.
Dezember
2019 eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert worden sei
.
Damit sei davon auszugehen, dass der medizinische Endzustand bereits zu jenem Zeitpunkt, jedoch spätestens zum Zeitpunkt der Leistungseinstellung per 1
5.
April 2020, erreicht gewesen sei.
Die
bestehenden,
lediglich
leichten kognitiven Einschränkungen könnten nicht mit dem
im
Sozialversicherungsrecht geforderten Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit auf das Ereignis vom 1
6.
Oktober 2019 zurückgeführt wer
de
n. Vielmehr belege der bei der
C._
eingeholte Aus
tritts
ber
icht vom 3
0.
Juni
2020
, dass bei der Beschwerdeführerin ein multifak
torielles psychiatrisches Beschwerdebild vorlie
g
e, welches geprägt sei von schick
salsträch
tigen Lebensereignissen, Suchterkrankungen und psychiatrischen Beein
trächti
gungen.
Eine natürliche Kausalität zu den Ereignissen vom 1
6.
Oktober 2019 und
1.
November 2019 sei bei dieser Sachlage bestenfalls möglich. Der Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit werde dabei entgegen dem Vorbringen der Beschwerdeführerin nicht erreicht. Die Frage der natürlichen Kausalität könne jedoch offenbleiben, da es
ohnehin
an einem adäquaten Kausalzusammenhang mangle. Es sei kein Adäquanzkriterium erfüllt.
2.2
Die Beschwerdeführerin liess dagegen im Wesentlichen vorbringen
(
Urk.
1)
,
die Beschwerdegegnerin schliesse a
us dem U
mstand, dass das
Subduralhämato
m
radiologisch nicht mehr nachweisbar sei, dass somit auch keine Folgen aus dieser Verletzung mehr andauerten. Es sei bekannt, dass es beim Erleiden eines Schädel-
Hirn-Traumas häufig zu kognitiven Veränderungen und Einschränkungen komme
.
Sie habe nicht bloss ein einfaches Schädel-Hirn-Traum
a
erlitten, sondern wieder
holte Traumata im Schädelbereich. Die stattgehabten Verletzungen hätten zu epi
leptischen Anfällen geführt, was deutlich zeige, dass es sich keineswegs um Bagatellverletzungen handle.
Aufgrund der vorliegend
en
neuropsychologischen Berichten sei erstellt, dass die über den 1
6.
April 2020 hinaus b
estehenden kog
nitiven Einschränk
ungen mindestens teilursächlich auf die stattgehabten Schä
d
el
traumata zurückzuführen seien
. Sollte das Gericht der Ansicht sein, dass sich die natürliche Kausalität aufgrund der vorliegenden medizi
n
ischen
Einschät
zun
gen
nicht beurteilen lasse,
wäre
die Angelegenheit an die Beschw
er
degegnerin zurückzuweisen, damit diese die zusätzlich erforderlichen Abklärungen – wohl im Rahmen einer polydisziplinären Begutachtung
-
durchführe
.
Die Prüfung der Adäquanz se
tz
e voraus, dass der medizinische Endzustand erreicht sei oder zumindest von weiteren medizinischen Massnahmen
k
eine nam
hafte Verbesserung des Gesundheitszustandes mehr zu erwarten sei. Ob dies vorliegend der Fall sei, sei unklar. So werde in
s
besondere im Bericht der
C._
vom 1
1.
Juni 2020 festgehalten, dass nach Erleiden einer Hirnblutung Fortschritte insbesondere im ersten
J
ahr, in geringerem Ausmass aber auch noch im zweiten Jahr nach Eintritt der Schädigung zu erwarten seien. Bei ihr, welche die ent
sprechende Verletzung im Oktober/November 2019 erlitten habe, sei noch mit weiteren Besserungen der Defizite und Einschränkungen zu rechnen. Angesichts dessen sei der Fallabschluss respektive die Prüfung der Adäquanz zu früh erfolgt. Für den Fall, dass die Prüfung der Adäquanz im Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung vom 1
5.
April 2020 und des
Einspracheentscheids
vom 3
0.
Oktober 2020 zu Recht erfolgt sei, gelte es zu beachten, dass die Beschwerdegegnerin die Adäquanz anhand der Kriterien der sogenannten «Psycho-Praxis» geprüft habe. Gemäss bundesgerichtlicher
Rechtsprechung seien organisch
hinreichend nach
weisbare psychische Unfallfolgen – wie beispielsweise eine Depression nach statt
gehabter
Lyme
-Borreliose – nach der allgemeinen A
d
äquanzformel zu beurteilen. Sie habe unstrittig mehrere Schädel-Tr
aumata
erlitten, wobei es unter anderen zu radiologisch nachweisbaren – und somit objektivierba
ren – Unfallfolgen gekom
men sei
. Die Adäquanz sei daher nach der allgemeinen Adäquanzform zu beur
teilen, wobei eine traumatische Verletzung mit
Subduralblutung
, wie sie sie erlitten habe, nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
e
rfahrung zu kognitiven Einschränkungen führen könne, wie sie bei ihr vorlägen.
Damit sei die Adäquanz zu bejahen.
3.
3.1
3.1.1
Nach dem Sturz vom 1
9.
April 2019 suchte die Beschwerdeführerin am 2
0.
April 2019 das Spital
Z._
auf. Die Ärzte des Spitals
Z._
hielten mit Bericht vom 2
1.
April 2019 als Diagnose eine Fraktur Rippe IX rechts nach
Thoraxkon
tusion
und eine Schädelkontusion fest (
Urk.
12/M2). Die Ärzte
empfahlen
bei konventionell radiologische
m
Nachweis mindestens einer frakturierten Rippe und deutlichen Schmerzen eine stationäre Aufnahme
zur Analgesie und Atemthe
rapie
. Die Beschwerdeführerin lehn
t
e eine stationäre Aufnahme jedoch ab.
Am
nächsten Tag,
2
1.
April 2019
,
suchte die Beschwerdeführerin aufgrund einer unklaren Blutung
Meatus
acusti
c
us
externus
links erneut das Spital
Z._
auf. Die Ärzte des Spitals
Z._
veranlassten eine CT-Untersuchung des Schädels.
Die Untersuchung
brachte weder Hinweise auf eine
ossäre
Läsion noch auf eine
intracranielle
Blutung
(
Urk.
12/M1)
.
3.1.
2
Dr.
med. D._
,
Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie des Bewegungsapparates und für Handchirurgie, nannte mit Bericht
an
Dr.
B._
vom 9.
Oktober 2019 (
Urk.
12/M12) als Diagnose einen Status nach Handgelenksdistor
sion
/Kontusion rechts
vom 19.
April 2019 mit Zerrung der radialen Sehnen.
Die Behandlung werde per heute abgeschlossen
. Die Be
schwer
de
führerin werde die Arbeit
am nächsten Tag
wieder zu 100
%
aufnehmen.
3.2
Nach dem Sturz vom 1
6.
Oktober 2019
war die Beschwerdeführerin bis am
17.
Oktober 2019 im Spital
Z._
hospitalisiert. Die Ärzte des Spitals
Z._
führten mit Bericht
an
Dr.
B._
vom 1
6.
Oktober 2019
(Urk.
11/M1) als Diagnose an:
-
t
raumatische, maximal 3 mm breite
Subduralblutung
links mit /bei
-
etwa 8 mm
RQW
okzipital links
Bei Eintritt war die Beschwerdeführerin in stark alkoholisiertem Allgemein- und übergewichtigen Ernährungszustand, sie war allseits orientiert und kardiopul
monal kompensiert. Die Ärzte des Spitals
Z._
hielten ein Glasgo
w
Coma
Score (GCS) von 15 fest.
Es liege eine komplikationslose neurologische Überwachung sowie eine gute analgetische Einstellung vor. In Rücksprache mit den Kollegen der Neurochirurgie
am Kantonsspital E._
sei
bei fehlender klinischer Symptomatik
keine Verlaufs-Bildgebung indiziert
. Die Beschwerdeführerin erhol
e sich gut und habe in gutem Allgemeinzustand nach Hause entlassen werden können.
Die Ärzte des Spitals
Z._
attestierten der Beschwerdeführerin vom 1
7.
b
is 2
4.
Oktober 2019 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit.
3.3
3.3.1
Nachdem die Beschwerdeführerin am
1.
November
2019 in ihren Ferien in Marokko
epileptische Anfälle erlitten hatte
,
wur
de sie hospitalisiert und am 4.
November 2019 durch die
Rega
repatriier
t
(
Urk.
10/M1-2). Nach ihrer Repatri
ierung war die Beschwerdeführerin vom
5.
b
is
8.
November 2019
im
Spital
A._
hospi
talisi
ert. Mit Bericht vom
2.
Dezember 2019
(
Urk.
10/M4)
hielt Dr.
med. F._
, Oberärztin, als Diagnosen fest:
-
a
kute symptomatische Epil
epsie mit rezidivierenden Grand m
al-Anfällen, Erstdiagnose November 2019
-
Differentialdiagnose: i
m Rahmen
Subduralhämatom
, Alkoholkonsum, C2-Entzug
-
Subduralhämatom
links
frontoparietal
nach Sturz, Erstdiagnose Oktober 2019
-
a
ktuell 4 mm, initial 3 mm Spital
Z._
Oktober 2019, i
m
Verlauf 6 mm (CT-
Neurocranium
,
6.
November 2019
Marokko
)
-
Adipositas Grad III (BMI 42,5 kg/m
2
), Erstdiagnose 2009
-
2009
lapar
o
skopische
M
a
genbypass
O
peration
-
a
rterielle Hypertonie, Erstdiagnose unbekannt
-
Jod-Allergie (
Angio
-Ödem)
-
a
namnestisch Herz-
Septumdefekt
mit
interventionellem
Verschluss 2011
-
Depression, Erstdiagnose Februar 2013
-
Diffe
rentialdiagnose:
Borderline
-
P
e
rsönlichkeitsstörung
-
p
ersistierender
Tabakabusus
-
40 pack
year
-
c
hronischer Alkoholabusus, Erstdiagnose Februar 2013
-
r
ektale Besiedlung mit
Carbapenemase
produzierender
Enterobacter
cloacae
vom Typ OXA-48, Erstdiagnose
6.
November 2019
Die Beschwerdeführerin sei aus Mar
okko, wo sie aufgrund von Grand m
al-A
n
fällen hospitalisi
ert gewesen sei, repatriiert worden. Angefangen habe die K
ran
kengeschichte Anfang Oktober mit einem Kopfanprall auf dem Toilettendeckel nach Sturz in alkoholisiertem Zustand. Während der
Hospitalisation
i
m
Spital
Z._
sei eine 3 mm breite
Subdura
lblutung
links sowie ein RQW ok
zipital links festgestellt worden, welche konservativ behandelt worden sei. Darauf
fol
gend sei die Beschwerdeführerin mit einer Kollegin nach Marokko in die Ferien g
egangen. Die Beschwerdeführerin sei von
ihre
r
Kollegin am
1.
November 2019 bewusstlos mit Zuckungen am Boden liegend gefunden worden. Der Krampfanfall sei selbständig
regredient
gewesen, darauffolgend sei
die Beschwerdeführerin
ins Spital in Marrakesch
gegangen. Dort sei
ein
Bild des
Neurokraniums
erstellt
worden
, welches eine
H
ämatomprogression
gezeigt habe
. Während der
Hospi
ta
lisation
habe man mit einer antikonvulsiven Thera
p
ie mit
K
e
ppra
und
Urbanyl
zur A
bsch
irmung
bego
nne
n
. Darunter sei es erneut zu zweimaligen Grand
m
al-Anfällen gekommen, beim zweiten Anfall im EEG ohne Nachweis von epilepsie
typischen Potentialen (die Untersuchung sei unter der
Urbanyl
-Therapie durch
geführt worden).
In der Folge
sei die antikonvulsive Therapie mit
Phenobarbital
ausgebaut worden. Darunter
sei es zu keinen erneuten Grand m
al-Anfällen mehr gekommen. Bei einer Prellmarke
fronto
-orbi
tal mit Ek
chymose der Nase sei ein R
öntgenbild erstellt
worden, welches keine Fraktur gezeigt habe.
3.
3.
2
Vom 3
0.
November bis
2.
Dezember 2019 befand sich die Beschwerdeführerin erneut in stationärer Behandlung im Spital
A._
. Mit Austritts
bericht vom 6.
Dezember 2019
hielte
n
Dr.
F._
und
Dr.
sc. hum. G._
, Assistenz
ärztin, fest
(
Urk.
10/M19)
, der Eintritt sei per notfallmässiger Selbstvorstellung nach Sturzereignis am 2
8.
November 2019 erfolgt. Die Beschwerdeführerin be
richte, zwei Tage vor der Vorstellung abend
s
zu Hause unbeobachtet das Be
wusstsein verloren zu haben und gestürzt zu sein. Dabei habe sie sich Prellungen an der linken Körperseite, am Gesicht rechts sowie der rechten Hand zugezogen. Bei Eintreffen mit dem Taxi sei die Beschwerdeführerin nicht mehr ansprechbar gewesen, sodass die initiale Betreuung und Diagnostik via Schockraum erfolgt sei. Im Schockraum
ha
be sich eine erneute kurzzeitige Episode von
Vigilanz
min
derung
ereignet, welche sich nach der Gabe von 1 mg
Dormicum
rasch gebessert habe. Die Beschwerdeführerin
ber
ichte
über rezidivierende Stürz
e mit Bewusst
seinsverlusten seit etwa 2017, jedoch deutlich häufiger seit August 2019 aufgrund
von zunehmender psychosozialer und beruflicher Belastung. Zu
n
genbiss oder Ein
nässen/
Einstuhlen
w
ü
rden verneint, ebenso
orthostatische
Prodromi
wie Übel
keit, Schwindel und Schwarzwerden vor
den
Augen. Ein
A
uslös
er
wie Schlafmangel, Alkoholkonsum
oder –
entzug
werde verneint. Die antiepileptische Medikation mit
Keppra
2 x 1000mg sei anamnestisch
nach Rücksprache mit dem Hausarzt
am 2
6.
November 2019 wegen Halluzinationen gestoppt worden. Am Vorstellungstag habe die Beschwerdeführerin jedoch über den Konsum von zwei kleinen
F
laschen
Vodka
(1 dl) sowie einer Flasche Rotwein berichtet.
Bei Eintritt hätt
en sie eine akute Alkoholintoxik
ation feststell
en können (Blutal
koholspiegel 3
0
/
00
), welche sie als wahrscheinlichste Ursache für die passagere
Vigilanzminderung
interpr
etierten. Computertomographisch
habe sich keine intra
kranielle Pathologie und eine vollständige Resorption des
Subduralhämatoms
gezeigt. Konventionell radiologisch hätten Frakturen als
Traumafolg
en
ausge
schlossen werden können. K
linisch imponier
ten
insbesondere ein
Monokelhä
ma
tom
rechts sowie Hämatome am rechten
Thenar
, am linken Oberschenke
l
und am
linken Knie. Die genaue Ursache der rezidivierenden und nun auch aktuellen Sturzereignisse bleibe nicht abschliessend geklärt. Möglich wäre auch hier ein Auftreten im Rahmen von Alkoholintoxi
k
ation
en
, einer
epileptogenen
Genese oder psychosomatisch bei Belastungssituation. H
inweise
auf eine
r
hythmogene
Genese
hätten sich während des Aufenthaltes auf der Intensivstation sowie unter telemetrischer Überwachung
auf
der Normalstation nicht gefunden. Die weitere Abklärung des Sturzereignisses sowie eine stationäre neurologische Beurteilung hätten sie nicht durchführen könne
n
, da die Beschwerdeführerin gegen ärztlichen Rat aus dem Spital ausgetreten sei.
3.3.
3
Dr.
med. H._
, Facharzt für Neurologie,
nannte mit Ber
icht an Dr.
B._
vom 25.
März 2020 (
Urk.
10/M21) als Diagnosen mit Auswir
kungen auf die Arbeitsfähigkeit:
-
mögliche funktionelle Konve
r
sionss
ymptomatik bei:
-
Schädelhirntrauma mit schmalem subduralem Hämatom links und sekundären mehrfachen generalisierten epileptischen Anfällen
-
psychotische Episode mit akustischen und visuellen Halluzinationen unter Therapie mit
Topiramat
-
seit dem Unfall mnestische Störungen
-
vor dem Unfall «Burn-out» mit Kreislaufstörungen
-
2011 Verschluss eines PFO
-
nach einem Unfall vor mehreren Jahren
Luftembolien, nachfolgend
3-monatige halbseitige Lähmung links
-
Status nach Magenb
ypass
Operation
-
chronische Schlafstörung, seit 25 Jahren
Stilnox
und
Imovane
-
arterielle Hypertonie
Die Beschwerdeführerin habe sich wegen eines im Urlaub erlittenen Anfalls, der auf ein subdurales Hämatom zurückgeführt worden sei
, vorgestellt
. Die gesamte Krankengeschichte sei aus neurologischer Sicht ungewöhnlich und lasse sich nicht vollständig durch eine organische Schädigung erklären:
•
Die vor Jahren aufgetretene Halbseitensymptomatik mit beschriebener Läh
mung links nach Luftembolie zeige im MRI keinerlei Residuen. Das sei extrem ungewöhnlich, sodass auch eine funktionelle Störung bedacht werden sollte.
•
De
r aktuelle neurologische Befund
mit einer halbseitigen Wahrnehmungs
störung, die exakt in der Mittellinie beginne, lasse sich nicht erklären.
•
Auch finde sich für die in der neuropsychologischen Testuntersuchung festge
stellt
e
Leistungseinbusse mit möglicher visueller Wahrnehmungsstörung, Stö
rung und
Neglect
im linken oberen Quadranten keine wirkliche Erklärung.
•
Das EEG sei normal, ohne Her
dbefund oder anfallsverdächtige
Muster
.
In der Zusammenschau aller Befunde komme für ihn durchau
s eine Konversions
s
ymptomatik in Betracht. Die Beschwerdeführerin sei in psychiatrischer Behand
lung, wünsche aber nicht, dass sein Befund an den Psychiater weitergereicht
werde. Entsprechend der Empfehlung des neuropsychologischen Befundes schicke
er se
inen Bericht an die Klinik I._
mit der Bitte um Aufgebot für eine neu
ropsychologische Therapie/Rehabilitation.
3.
3.
4
Die Beschwerdeführerin wurde am
6.
Februar und 1
0.
März 2020 im Neuro
zen
trum Enge untersucht. Mit Bericht vom 2
5.
März 2020 hielten Prof.
Dr.
med. J._
, Facharzt FMH fü
r Neurologie, und
lic
. phi
l. K._
, Neuropsychologe FSP, fest (
Urk.
10/M22), die Untersuchung habe Auffälligkeiten in den folgenden kognitiven Teilleistungen ergeben:
•
Aufmerksamkeit/Konzentration/Exekutivfunktionen: erschwerte parallele Reiz
ver
arbeitung, verminderte visuelle Explorationsgeschwindigkeit bei erhöhter Reizdichte, verminderte sprachliche Merkspanne, reduzierte Impulskontrolle und Wortflüssigkeit
•
Gesichtsfeld: Hinweise auf eine Einschränkung linksseitig mit Schwerpunkt im linken oberen Quadranten, Hinweise auf möglichen zusätzlichen visuellen
Neglect
nach links
Die übrigen kognitiven Teilleistungen seien wie im Testprofilblatt ersichtlich weitgehend unauffällig. Im klinischen Eindruck wirke die Beschwerdeführerin deutlich stimmungslabil, innerlich erregt und leicht impulsgesteuert. Zudem habe sich wohl durch den
kürzlichen
Tod des Ehemannes die depressive Symptomatik mit einem tiefen Selbstwerterleben verstärkt. Die Schwankungen de
r Stimmung, die innere Erregung und das
impulsgesteuerte Verhalten liessen sich mit den Hirnereignissen vereinbaren. Die Defizite hinsichtlich Gesichtsfeld und bezüglich der visuellen Aufmerksamkeitsausrichtung könnten mit dem Sturzereignis mit rechtsseitigen Kopfanprall vereinbart werden.
Die Befunde liessen die von der Beschwerdeführerin berichteten Fehlleistungen und Einschränkungen nachvoll
zieh
bar erscheinen (Verlangsamung, rasche Erschöpfung, Mühe zu fokussieren, impulsgesteuerte Reaktionen). Die berichtete Vergesslichkeit hänge wohl mit der
verminderten Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit zusammen, insbe
son
dere bei Aufgaben mit erhöhten visuellen Anforderungen ermüde die Beschwer
deführerin rasch. Aktuell seien die kognitive und psychische Belastbarkeit deut
lich herabgesetzt. Die Einschränkungen könnten einerseits als durch die Folgen der Schädel-Hirn-Traumata bedingt interpretiert werden, anderseits seien sie nicht mit den unauffälligen Befunden der neurologischen Untersuchung bei
Dr.
H._
und mit der hinsichtlich rechtshemisphärischen Hirnstrukturen unauffälligen Bildg
ebung zu vereinen. Differential
diagnostisch könnten die kog
ni
tive und die psychische Leistungsfähigkeit durch psychische Faktoren (Verar
beitungsstörung, depressive Verarbeitung) mitbeeinflusst sein. Inwieweit hirnor
ganische und psychische Ursachenfaktoren die Minderleistungen erklärten, lasse sich aktuell nicht sicher sagen.
3.
3.
5
Dr.
med. L._
,
Facharzt FMH für Neurologie,
beratender Arzt der Be
schwerdegegnerin, hielt mit Stellungnahme vom
8.
April 2020 (
Urk.
10/M23) fest, die epileptischen Anfälle seien aus seiner Sicht überwiegend wahrscheinlich durch das
Subduralhämatom
provoziert worden, begünstigt durch die Alkohol
abusus-Krankheit. Die Alkoholabusus-Krankheit bestehe schon seit langem, allein davon seien epileptische Anfälle in der Vorgeschichte jedoch nicht berichtet wor
den, sodass die Hypothese, dass die epileptischen Anfälle auf die Alkoholent
zugssymptomatik oder auf die chronische Alkoholkrankheit zurückgeführt wer
den dürften, auf tönernen Füs
sen stehe. Epileptische Anfälle
seien nach der
Hos
pi
talisation
in Marrakesch nie mehr aufgetreten, auch nach dem frühen A
bse
t
z
en der
Ant
i
ept
i
leptika
durch den H
a
usa
r
zt
nicht
. Es könne nicht von einer genuinen Epilepsie gesproch
en
werden, lediglich von provozierten Anfällen. Das
Subdural
hämatom
sei zwischenzeitlich vollständig resorbiert, der Endzustand sei erreicht. Gerechtfertigt werden könne eine (vermutlich einmalige) Kontro
lle im Herbst 2020 bei einem
Ep
i
lept
ologen
. Die körperliche Integrität wäre nur bei einer genuinen Epilepsie geschädigt. Nach vier provozierten Anfällen vom
1.
bis
4.
November 2020
(durch das
Subduralhämatom
provoziert, welches heute nicht mehr nachweisbar sei) und nun Anfallsfreiheit ohne
Antieptileptika
könne nicht von einer bleibenden Schädigung gesprochen werden, eine Integritätsent
schädi
gung müsse er verneinen. Nachdem das
Subduralhämatom
vollständig resorbiert worden sei, könne er die heutige Arbeitsunfähigkeit sowie die geltend gemachten Beschwerden nicht mehr mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit auf das Unfallereignis vom 1
6.
Oktober 2019 zurückführen, erst recht nicht auf die Er
eig
nisse vom 19.
April 2019 oder
1.
November 201
9.
Heute stün
den seines Erachtens für die Symptomatik psychische Gründe im Vordergrund. Es zeig
t
en sich keine strukturellen Folgen vom Unfall mehr. Aus somatischer Sicht könne er die aktuell geltend gemachte Arbeitsunfähigkeit nicht mehr nachvollziehen.
3.
3.
6
Mit Bericht an
Dr.
B._
vom 2
4.
April 2020 erklärte
Dr.
H._
(Urk.
10/M24)
, die Beschwerdeführerin
habe
sich heute
nochmals vor
gestellt, und zwar
zur Ableitung des EEGs, um nach dem Anfallsereignis die Fahrtauglichkeit wiederzuerlangen. Im MRI vom Februar sei eine vollständige Rückbildung des
schmalen subduralen Hämatoms dokumentiert. Ein EEG vom 2
5.
März 2020 habe einen normalen Befund, ohne anfallsverdächtige Veränderungen ergeben
.
Auf
grund dieser Datenlage sei die F
ahrtauglichkeit
wieder gegeben
.
3.3.
7
Dr.
B._
ersuchte die Beschwerdegegnerin
mit Schreiben
vom 2
8.
April 202
0
(
Urk.
10/M25), die Verfügung vom 1
5.
April 2020 aufzuheben. Er erklärte, die von der Beschwerdeführerin geäusserten Gedächtnisstörungen seien vor dem Schädel-Hirn-Trauma mit subduralem Hämatom links nicht bekannt gewesen. In der neuropsychologischen Testung des Neurozentrums Bellevue hätten die mnes
ti
schen Störungen bestätigt werden können und müsste
n
auf das Schädel-Hirn-
Trauma vom 1
6.
Oktober 2019 zurückgeführt werden. Zweifelsfrei kompliziere sich
die Si
tuation durch den psychischen Ausnahmez
u
s
tand nach dem Tod des Ehe
mannes. Nach seiner Einschätzung sei eine unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit sehr wahrscheinlich. Als Diagnose
nannte
Dr.
B._
;
-
1.
Unfall 1
9.
April 2019: Kopfanprall
,
Handdistorsionstrauma rechts mit Zerrung der radialen Sehnen und Fraktur
8.
Rippe lateral rechts
-
2.
Unfall 1
6.
Oktober 2019: Hirnprellung mit
Subduralhämatom
-
3.
Unfall
1.
November 2019
:
Epianfall
bei ausgeweitetem
Subduralhäma
tom
-
a
nhaltend:
postcommotionelles
Syndrom mit Gedächtnisstörungen
3.
3.
8
Die Beschwerdeführerin war vom
5.
Mai bis 1
2.
Juni 2020 in der
C._
hospi
talisiert. Mit Austrittsbericht vom 3
0.
Juni
2020 nannten
Dr.
phil. M._
, Oberpsychologin,
e
idgenössisch anerkannte Psychotherapeutin,
Dr.
med. N._
,
Oberärztin,
Fachärztin
FMH
für Neurologie, und
Dr.
phil. O._
, Psychologe, (
Urk.
10/M27) als psychiatrisc
h
e Diagnosen:
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1)
-
psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol: schädlicher Ge
brauch
(ICD-10 F10.1)
-
psychische und Verhaltensstörungen durch Tabak: schädlicher Gebrauch
(ICD-10 F17.1)
-
psychische und Verhaltensstörungen durch Benzodiazepine: schädlicher Gebrauch (ICD-10 F13.1)
Als somatische Diagnosen führten sie an:
-
Status nach Magenbypa
ss Operation 2019 (ICD-10 Z98.0
)
-
arterielle Hypertonie (ICD-10 I10.00)
-
Status nach Sturz mit
Subduralhämatom
links Oktober 2019; erneuter Sturz mit
Monokelhämatom
November 2019
-
Status nach mehrfachen sekundär generalisierten epileptischen Anfällen
Im Rahmen des stationären Aufenthaltes
in der
C._
wur
de die Beschwer
de
führerin am 3.
und
9.
Juni 2020 neuropsychologisch abgeklärt. Dazu hielten
Dr.
phil. P._
, O
b
erpsycholo
g
e,
Fachpsycholog
e für Neu
ropsychologie FSP, und Q._
, Neuropsychologe, mit Bericht vom 1
1.
Juni
2020 fest (
Urk.
10/M26)
,
in der Gesamtschau der Resultate der neuropsychologischen Ab
klärungen vom
3.
u
nd
9.
Juni 2020 hätten sich leicht unterdurchschnittliche Er
geb
nisse
bei
Aufgaben zur Prüfung der visuellen Aufmerksamkeitsausrichtung, der intellektuellen Flexibilität sowie der visuellen Merkspanne gezeig
t. In der Mehrheit der weiteren
durchgeführten Tests zur Prüfung der Aufmerksamkeits-
und Exekutivfun
k
tionen, der
Mn
estik
sowie der visuell-räumlichen Fähigkeiten habe die Beschwerdeführer
in
aber normgerechte Resultate erzielt. Im Rahmen von computerisierten Tests hätten sich keine Hinweise (mehr) auf eine Gesichts
feld
einschränkung oder auf einen visuellen
Neglect
, wie dies im Rahmen einer frü
heren neuropsychologischen Abklärung der Fall gewesen sei, ergeben. Die Be
funde der neuropsychologischen Testung entsprächen dem Schweregrad
nach
einer leichten kognitiven Störung multifaktorieller Ätiologie (ICD-10 F99). Dabei liessen sich
die
kognitiven Defizite als Residualsymptomatik des im November 2019 erlitten
Subduralhämatoms
gut erklären (ICD-10 F07.8). Auch die klinisch zu beobachtenden, diskreten Störungen des S
prechfl
usses sowie die von der B
e
schwerdeführerin geschilderten
leichten Schreibstörungen seien gut vereinbar mit den Folgen einer linkshemisphärischen Schädigung. Differentialdiagnostisch müssten jedoch noch weitere Faktoren berücksichtig
t werden, wie zum Beispiel die
mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1), der langjährige schädliche Gebr
au
ch von Alkohol und Hypnotika (ICD-10 F10.1, F13.1) sowie mögliche, uner
wünschte Nebenwirkungen der ärztlich verordneten Medikation
(ICD-10 Y57.9)
, welche ebenfalls einen negativen Einfluss auf
die Kognitionen ausüben könnte
. Der positive Verlauf seit dem im November 2019 erlittenen Unfall
weise aber darauf hin, dass jenes Ereignis ein wesentlicher Auslöser der neuropsy
cho
logischen Defizite darstelle und keine chronisch
e Störung im Vordergrund stehe.
Im neurologischen Bericht von
Dr.
H._
vom 2
5.
März 2020 werde die Möglichkeit einer funktionellen Konversatio
nssymptomatik festgehalten. Dr.
H._
habe seine Verdachtsdiagnose damit begründet, es gäbe für die – infolge eine
s
Autounfalls im Jahr 2011 entstandene –
Halbseitensymptomatik links kein hirnorganisches
Korrelat. Auch für die Zeich
en ein
e
s möglichen links
seitigen visuellen
Neglec
ts
gäbe es kein
lokalisatorisch
schlüssiges, hirnorgani
sches Substrat. Sie erachteten diese, durch
Dr.
H._
vollzogene
nosolo
gische
Einordnung der Symptomatik als fraglich, zumal die Beschwerdeführerin eine detaillierte, sehr spezifische und aus ihrer Sicht retrospektiv durchaus plau
sible Beschreibung der Entstehung und des Verlaufs einer Halbseitensymptomatik im Jahr 2011 geliefert habe (armbetonte, sensomotorische Ausfälle in Bein und Arm links, hängender Mundwinkel links)
.
Die Beschwerdeführerin habe damit ein Beschwerdebild beschrieben, welches sehr gut vereinbar sei mit der Symptomatik eines
brachiofazialbetonten
Hemisyndrom
s
links. Auch der Verlauf mit R
ück
bi
l
d
ung der
Beschwerden sowie die aktuell
persistierende Residualsymptomatik (Sensibilisierungsstörungen im Ring- und Kleinfinger links) sei grundsätzlich gut damit vereinbar. Als neuropsychologische Diagnose führten
Dr.
phil. P._ und Q._
eine leichte kognitive Störung multifaktorieller Ätiologie (in Anteilen auch als Folge einer traumatisch bedingten hirnorganischen Schädi
gung, ICD-10 F07.8)
an.
Die Fachpersonen der
C._
attestieren der Beschwerdeführerin während des gesamten sta
tionären Aufenthaltes und bis a
m 2
1.
Juni
2020 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
12/M27).
4.
4.1
Während das nach dem Unfall vom 1
9.
April 2019
vom Spital
Z._
ver
an
lasste CT des Schädels weder Hinweise auf eine
ossäre
Läsion noch auf eine
intracranielle
Blutung zeigte (E. 3.1
.1
),
ergaben die Untersuchungen der Ärzte des Spitals
Z._
nach dem Sturz vom 1
6.
Oktober 2019 eine maximal 3 mm breite
Subduralblutung
links (E. 3.2). Die CT-Untersuchung
im Spital in Marra
kesch Anfang
November 2019 zeigte weiterhin ein
Subduralhämatom
und zwar von einer Grösse von 4 mm (E. 3.
3.1; vgl.
Urk.
10/M7
). I
m
Rahmen der erneute
n
Hospitalisation
im Spital
A._
vom 3
0.
November bis
2.
Dezember 2019 zeigte sich
hingegen
eine vollständige Reso
rption des
Subduralhämatoms
(E.
3.
3.2
)
.
Die vollständige Resorption des
Subduralhämatoms
wurde in der Folge
v
on den
be
ric
htenden Ärzten nicht infrage gestellt. Es steht somit fest, dass im Zeitpunkt der
Leistungseinstellung, das heisst am 1
5.
April 2020
,
das
Subduralhämatom
voll
ständig resorbiert war, was auch von der Beschwerdeführerin nicht infrage ge
stellt wird (
Urk.
1 S. 7).
Auch die weiteren somatischen Unfallfolgen waren im Zeitpunkt der Leistungs
einstellung abgeheilt.
So schloss der Handchirurg
Dr.
D._
die Behandlung der beim Sturz vom 1
9.
April 2019 erlittenen Handgelenksdistorsion/Kontusion mit Zerrung der radialen Sehnen am
9.
Oktober 2019 ab und attestierte der Beschwer
deführerin ab dem 1
0.
Oktober
2019 wieder eine 100%i
ge Arbeitsfähigkeit (E.
3.
1
.2
).
4.2
4.2.1
Bei der Beurteilung der Adäquanz von organisch nicht (hinreichend) nachweis
baren Unfallfolgeschäden ist wie folgt zu differenzieren: Es ist zunächst abzu
klären, ob die versicherte Person beim Unfall ein Schleudertrauma der Hals
wir
bel
säule, eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung (SVR 1995 UV Nr.
23 S.
67
E. 2) oder ein Schädel-Hirntrauma erlitten hat. Ist dies nicht der Fall, gelangt die Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 140 E. 6c/
aa
zur Anwendung. Ergeben die Abklärungen indessen, dass die versicherte Person eine der soeben erwähnten Verletzungen erlitten hat, muss beurteilt werden, ob die zum typischen Beschwer
debild einer solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen (vgl. dazu: BGE 119 V 337 E. 1, BGE 117 V 360 E. 4b) zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE 115 V 140 E. 6c/
aa
für Unfälle mit psychischen Folgeschäden aufgestellten Grundsätze massgebend; andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz gemäss den in B
GE 117 V 366 E. 6a und 382 E
. 4b festgelegten Kriterien (
BGE 127 V 102 E. 5b/
bb
).
Gemäss Rechtsprechung genügt ein Schädel-Hirntrauma, welches höchstens den Schweregrad einer Commotio cerebri – nicht im Grenzbereich zu einer
Contusio
cerebri – erreicht, grundsätzlich nicht für die Anwendung der Schleudertrauma-Praxis. Eine Commotio cerebri ist ein Zustand vorübergehender, schnell reversi
bler neurologischer Dysfunktion, der mit kurzzeitiger Bewusstlosigkeit kurz nach der Verletzung einhergeht. Der Verletzte hat oft eine Amnesie für die Zeit der Verletzung und/oder für die Zeit vor der Verletzung. Es bestehen aber keine neurologischen Auffälligkeiten. Die
Contusio
cerebri ist eine fokale Gewaltan
wendung auf das zerebrale Gewebe, die mit kleinen
parenchymatösen
Blutungen oder einem lokalen Ödem einhergeht (Urteil des Bundesgerichts 8C_
75/2016 vom 1
8.
April 2016 E. 4
mit weiteren Hinweisen).
4.2.2
Die Beschwerdeführerin
schlug sich
bei den Unfällen
vom 1
9.
April
2019, 16.
Oktob
er 2019 und
1.
November 2019
jeweils
den Kopf an
.
Dabei erlitt sie
beim
Sturz vom 1
6.
Oktober 2019
ein
Subduralhämatom
. Nichtsdestotrotz wurde von den erstbehandelnden Ärzten keine
Contu
sio
cerebri diagnostiziert. Dr.
B._
führte in seinem Bericht vom 2
8.
April 2020 zwar betreffend den Unfall
vom 1
6.
Oktober 2019 eine Hirnprellung an (E. 3.3.
6
), er begründet
e diese Dia
gnose
jedoch nicht.
Diese Diagnose steht denn auch im Widerspruch zur Einschätzung der am 1
6.
Oktober 2019 erstbehandelnden Ärzte des Spitals
Z._
,
welche bei Eintritt nicht nur keine
Contusio
cerebri, sondern ein
GCS
von
15
festhielten (E.
3.2
). Nach dem Sturz vom
1.
November 2019
erhoben
die Ärzte des Spitals Marrakesch ebenfalls ein
GCS von 15/15 (vgl. Urk.
10/M7).
Die neurologische Überwachung nach den Unfällen erwies sich jeweils als komplikationslos. Neuro
klinisch lagen keine Befunde vor (Urk. 10/M7, Urk. 11/M4). Der GCS-Wert
von 15 Punkten entspricht praxisgemäss höchstens einer leichten Commotio Cerebri mit leichter Bewusstseinsstörung, was grundsätzlich nicht für die Anwendung der
Adäquanzbeurteilung gemäss Schleudertrauma-Praxis genügt
(
Urteil
e
des Bundes
gerichts 8C_236/2016 vom 1
1.
August 2016 E. 5.2.2
,
8C_386/2020 vom 24. August
2020 E. 4.3.2
)
.
Die
adäquate Unfallkausalität der gesundheitlichen Beschwerden der Beschwerdeführerin ist daher nach der in BGE 115 V 133 für psychische Fehl
entwicklungen nach Unfall begründeten Rechtsprechung, mithin einzig unter Be
rücksichtigung der physischen Komponenten des Gesundheitsschadens, zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 8C_44/2017 vom 19. April 2017 E. 6.1 mit weiteren Hinweisen). Dies gilt umso mehr, als die
Beschwerdeführerin ohnehin über psy
chi
sche beziehungsweise neuropsychologische Beschwerden, nicht aber über das typische Beschwerdebild nach einem Schleudertrauma
oder eine äquivalente
Verletzung
klagt
(vgl. E. 3
; vgl. dazu: BGE 119 V 335 E. 1)
.
Anzufügen bleibt, dass die Beschwerdeführerin
aus dem Urteil des damaligen Eid
genössischen Versicherungsgericht U 245/99 vom 1
7.
Mai 2001
, unter Beru
fung auf welches sie
die
Prüfung der Adäquanz nach der allgemeinen Adäquanzformel geltend macht
(vgl.
Urk.
1 S. 9-10)
,
nicht
s
zu ihren Gunsten ableiten
kann
, sind die von ihr erlittenen Verletzungen doch nicht mit einer
Lyme
-Borreliose-Erkran
kung vergleichbar.
4.
3
Die Prüfung der Adäquanz
ist
bei Anwendung der Rechtsprechung
gemäss
BGE 115 V 133
in jenem Zeitpunkt vorzunehmen, in dem von der Fortsetzung der auf die somatischen Leiden gerichteten ärztlichen Behandlung keine namhafte Besse
rung des Gesundheitszustands mehr erwartet werden kann (BGE 134 V
109 E. 6.1
).
Nach
dem
, wie dargelegt
(E. 4.1)
,
im Zeitpunkt des Fallabschlusses keine somati
schen Unfallfolgen mehr nachweisbar
waren, ist
der Fallabschluss
nicht verfrüht erfolgt
.
4.4
4.4.1
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S. 288 E. 3b; BGE 115 V 133 E. 7 mit Hinweisen). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei – aus
gehend vom augenfälligen Geschehensablauf – folgende Einteilung vorgenom
men
wurde: banale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle ander
seits und schliesslich der
dazwischen liegende
mittlere Bereich (BGE 115 V 133 E. 6; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1, 120 V 352 E. 5b/
aa
; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
4.4.2
Bei banalen Unfällen wie zum Beispiel bei geringfügigem Anschlagen des Kopfes oder Übertreten des Fusses und bei leichten Unfällen wie beispielsweise einem gewöhnlichen Sturz oder Ausrutschen kann der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und psychischen Gesundheitsstörungen in der Regel ohne
W
ei
teres verneint werden, weil aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung aber auch unter Einbezug unfallmedizinischer Erkenntnisse ohne aufwendige Abklärungen im psychischen Bereich davon ausgegangen werden darf, dass ein solcher Unfall nicht geeignet ist, einen erheblichen Gesundheitsschaden zu verursachen (vgl. BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
, 115 V 133 E. 6a).
4.
4.3
Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Un
falles allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamt
wür
di
gung einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen:
-
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalles;
-
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
-
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
-
körperliche Dauerschmerzen;
-
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
-
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
-
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 134 V 109 E. 6.1, 115 V 133 E. 6c/
aa
).
Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beur
tei
lung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, welcher zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist (vgl. RKUV 1999 Nr. U 346 S. 428, 1999 Nr. U 335 S. 207 ff.; 1999 Nr. U 330 S. 122 ff.; SVR 1996 UV Nr. 58). Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, wie zum Beispiel eine auf
fallend lange Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit infolge schwie
rigen Heilungsverlaufes. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes beziehungs
weise ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Krite
rien herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem Grenz
bereich zu den leichten Unfällen zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu berück
sichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann. Diese Würdigung des Unfalles zusammen mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung der Adäquanz. Damit entfällt die Notwendigkeit, nach andern Ursachen zu forschen, die möglicher
weise die psychisch bedingte Erwerbsunfähigkeit mitbegünstigt haben könnten
(BGE 115 V 133 E. 6c/
bb
, vgl. auch BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
; RKUV 2001 Nr. U
442
S. 544 ff., Nr. U 449 S. 53 ff., 1998 Nr. U 307 S. 448 ff., 1996 Nr. U 256 S. 215 ff.; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
4.4
.4
Die Beschwerdegegnerin qualifizierte die von der Beschwerdeführerin erlittenen Unfälle als leicht
beziehungsweise
höchstens als mittel im Grenzbereich zu den leichten Unfällen und verneinte sämtliche Adäquanzkriterien (
Urk.
2
S. 11-12). Die Qualifikation der erlittenen Unfälle als höchstens mittel im Grenzbereich zu den leichten Unfällen wird von der Beschwerdeführerin zu Recht nicht infrage gestellt.
Was die einzelnen Kriterien anbelangt, ist mit der Beschwerdegegnerin (Urk. 2 S.
11
f.) festzuhalten, dass besonders dramatische Begleitumstände zu verneinen sind und die Unfälle auch nicht als besonders eindrücklich bezeichnet werden können. Die erlittenen Verletzungen (vorstehend E. 3) sind nicht als schwer oder v
on besonderer Art zu
qualifizieren
. Auch kann nicht gesagt werden, dass diese
Gesundheitsschädigungen
erfahrungsgemäss
geeignet wären, psychische Fehl
ent
wicklungen auszulösen. Es finden sich auch keine Anhaltspunkte fü
r eine ärzt
liche Fehlbehandlung
.
Das
Kriterium der ungewöhnlich lang dauernden ärztli
chen Behandlung ist
ebenfalls
nicht erfüllt.
Auch das
Kriterium der körperlichen Dauerschmerzen
ist
zu verneinen. Gleiches gilt für die
von den Fachpersonen der
C._
attestierte Arbeitsunfähigkeit
, stützt sich diese doch nicht auf ein objek
tivierbares organisches Substrat
(vgl. E. 3.3.
8
)
.
Somit ist keines der
massgebenden
Kriterien erfüllt und die Adäquanz des Kausalzusammenhangs zwischen den
von der Beschwerdeführerin erlittene
Unfällen und allfälligen
im Zeitpunkt der Leistungseinstellung
noch geklagten Beschwerden zu verneinen.
4.
4
.5
Nach dem Gesagten
ist die
Adäquanz
zu verneinen, weshalb auf
Weiterungen zur Frage der natürlichen Kausalität verzichtet werden
kann
(BGE 135 V 465 E. 5.1). Damit erübrigen sich allfällige weitere medizinische Abklärungen,
wie sie von der Beschwerdeführerin gefordert werden,
da diese der Beurteilung des natürlichen
Kausalzusammenhangs dienen würden, nicht jedoch der Beantwortung der Rechts
frage der Adäquanz (Urteil des Bundesgerichts 8C_318/2013 vom 18. September 2013 E. 5.1 mit weiterem Hinweis).
5.
Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als unbegründet und ist abzu
weisen.