Decision ID: dc781722-bf40-54e5-b993-52e72f56722d
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ (nachfolgend Kläger) war vom 1. April 2000 bis zum 30. April 2011 bei den
C._ angestellt und dadurch bei der Pensionskasse B._ (nachfolgend
Vorsorgeeinrichtung), vorsorgeversichert (act. G 7.1). Mit Schreiben vom 27. Dezember
2010 kündigte der Kläger das Arbeitsverhältnis mit den C._ per 31. März 2011 (IV-
act. 20 – 8/15). Mit Schreiben vom 16. März 2011 bestätigte er gegenüber dem
Arbeitgeber, dass er vom Angebot der Verlängerung der Kündigungsfrist Gebrauch
mache und das Arbeitsverhältnis per 30. April 2011 beenden werde (IV-act. 20 – 10/15).
A.b Am 1. bzw. 2. Mai 2011 trat der Kläger eine neue Stelle als Gemeindeschreiber bei
der Gemeinde D._ an (ALV-act. 111). Mit Schreiben vom 14. Juni 2011 wurde das
Arbeitsverhältnis noch in der Probezeit durch die Gemeinde D._ per 15. Juli 2011
gekündigt (act. G 1.4).
A.c Am 14. Juli 2011 meldete sich der Kläger beim regionalen
Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) zur Arbeitsvermittlung an und stellte mit Formular
vom 15. Juli 2011 den Antrag auf Arbeitslosenentschädigung (ALV-act. 95/163). Das
RAV verfügte am 9. September 2011 zehn Einzelcoachings im Zeitraum vom 20.
September 2011 bis 19. Dezember 2011 (act. G 1.7). Nachdem der Kläger am 21.
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Oktober 2011 wieder zurück nach E._ gezogen war, wies ihn das RAV im Rahmen
einer arbeitsmarktlichen Massnahme am 23. Dezember 2011 wiederum zu einem
Kursbesuch im Zeitraum vom 9. bis 19. Januar 2012 an (act. G 1.8). Nach zwei
Kurstagen meldete der Kläger gegenüber dem Amt für Arbeit St. Gallen eine
krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit vom 11. bis 25. Januar 2012 (ALV-act. 81). Dr.
med. F._, FMH Allg. Medizin, bescheinigte mit ärztlichem Zeugnis vom 10. Januar
2012 (ALV-act. 80) eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit. Mit Mitteilung vom 12. Januar
2012 hob das RAV die angewiesene arbeitsmarktliche Massnahme aufgrund der
bescheinigten Arbeitsunfähigkeit auf (act. G 1.9).
A.d Am 1. Februar 2012 trat der Kläger eine Stelle als Verwaltungsangestellter der
politischen Gemeinde G._ an. Aufgrund dessen wurde er durch das RAV wieder von
der Arbeitsvermittlung abgemeldet (ALV-act. 71). Die politische Gemeinde G._
kündigte das Arbeitsverhältnis mit dem Kläger jedoch innerhalb der Probezeit per 2.
März 2012 (ALV-act. 51). Am 24. Februar 2012 meldete sich der Kläger wieder beim
RAV zur Arbeitsvermittlung an (act. G 1.11). Vom 16. bis zum 18. April sowie vom 27.
April bis zum 28. April 2012 befand sich der Kläger in stationärer Behandlung in der
psychiatrischen Klinik H._ (IV-act. 13 – 24 ff.).
A.e Per 1. Mai 2012 trat der Kläger eine Festanstellung beim Amtsnotariat I._ an (act.
G 1.13), worauf er von der Arbeitsvermittlung per 30. April 2012 abgemeldet wurde
(ALV-act. 12). Mit Schreiben vom 12. Juli 2012 wurde das Arbeitsverhältnis durch das
Departement des Innern, St. Gallen, innerhalb der Probezeit per 31. Juli 2012
gekündigt (IV-act. 29 – 8 und 9/9). In der Folge zog der Kläger wieder zu seinem Onkel
nach J._ und meldete sich erneut im Kanton Luzern zum Bezug von
Versicherungsleistungen an (ALV-act. 5).
A.f Im Januar 2013 meldete sich der Kläger wegen „Depressionen, Angstzuständen,
Zwangsverhalten, Gedankenkreisen (Burn-out)“ bei der eidgenössischen
Invalidenversicherung (IV) an (IV-act. 1). Ab dem 11. November 2013 befand er sich in
regelmässiger ambulanter Behandlung in der Luzerner Psychiatrie, Tagesklinik K._. In
ihrem Austrittsbericht vom 30. April 2014 hielten Dr. L._ und lic. phil. M._ in ihrer
Beurteilung fest, dass es sich beim Kläger um einen Patienten mit einer
dekompensierten kombinierten Persönlichkeitsstörung mit zwanghaften und ängstlich-
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unsicheren Anteilen sowie vornehmlich Kontroll- aber auch Gedankenzwängen vor dem
Hintergrund multipler psychosozialer Probleme handle (IV-act. 77).
A.g Mit Verfügung vom 23. Juni 2014 sprach die IV-Stelle dem Kläger eine ganze
Rente ab dem 1. Juli 2013 zu. Dabei ging die IV-Stelle von einer verspäteten
Anmeldung bzw. davon aus, dass seit dem 16. April 2012 eine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit gegeben sei (IV-act. 88 – 4).
B.
Mit Schreiben vom 22. September 2014 lehnte die Vorsorgeeinrichtung das
Leistungsbegehren des Klägers um Ausrichtung einer Invalidenrente mit der
Begründung ab, dass während des Versicherungsverhältnisses bei der
Vorsorgeeinrichtung der invalidisierende Gesundheitsschaden noch nicht bestanden
habe. Bis zum Jahr 2012 sei keine eigentliche
Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen (act. G 1.15).
C.
C.a Mit Eingabe vom 11. Januar 2016 erhob der Kläger, vertreten durch
Rechtsanwältin Susanne Friedauer, Zürich, Klage gegen die Vorsorgeeinrichtung und
beantragte, die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger mit Wirkung ab dem 1. Juli
2013 eine Invalidenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 95% von jährlich
mindestens Fr. 24‘500.-- zu bezahlen und die Beklagte sei zu verpflichten, die
nachzuzahlenden Rentenbetreffnisse mit Wirkung ab Klagedatum mit 5% zu verzinsen.
Zur Begründung führte die Rechtsvertreterin im Wesentlichen aus, dass der Kläger vom
14. bis 24. Dezember 2010 aufgrund seiner psychischen Verfassung habe
krankgeschrieben werden müssen und er seine Arbeitsstelle bei den C._ auf Anraten
seines Hausarztes per 31. März bzw. 30. April 2011 gekündigt habe. Seit der ersten
Krankschreibung im Dezember 2010 habe sich der Kläger psychisch nicht mehr
erholen können. Aus medizinischer Sicht bestünden beim Kläger eine
Anpassungsstörung sowie eine Depression.
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C.b Mit Klageantwort vom 26. April 2016 beantragte Rechtsanwalt Andreas Gnädinger,
Zürich, für die Beklagte die vollumfängliche Abweisung der Klage. Zur Begründung
führte er unter anderem aus, dass gemäss der Austrittsmeldung des Klägers und des
Arbeitgebers, die von beiden am 30. März 2011 unterzeichnet worden sei, der Kläger
voll erwerbsfähig bei der Beklagten ausgetreten sei. In der Anmeldung zum Bezug von
IV-Leistungen habe der Kläger am 28. Januar 2013 angegeben, die
Gesundheitsschädigung bestehe seit März/April 2012. Eine Arbeitsunfähigkeit gebe er
ab Dezember 2012 an. Der gemäss den Medizinern festgestellte Gesundheitsschaden,
welcher zur Invalidität führte, sei erst nach der Versicherungszeit bei der Beklagten
eingetreten. Es sei davon auszugehen, dass der Kläger in der angestammten Tätigkeit
wohl durchgehend seit dem Austritt aus dem Vorsorgeverhältnis mit der Beklagten
zumindest zu 80% arbeitsfähig gewesen sei.
C.c Mit E-Mail vom 27. sowie Schreiben vom 28. April 2016 holte das Gericht die Akten
der Invalidenversicherung (IV) sowie der kantonalen Arbeitslosenkasse (ALV) ein (act. G
8 und 9) und stellte diese den Parteien vor der Erstattung der Replik bzw. Duplik mit
Schreiben vom 10. Juni bzw. 13. September 2016 zur Einsichtnahme zu (act. G 14 und
18).
C.d Mit Replik vom 8. Juli 2016 (act. G15) sowie Duplik vom 24. Oktober 2016 (act. G
22) hielten die Parteien an ihren Standpunkten fest. Auf die weiteren Ausführungen der
Parteien wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Erwägungen
1.
Streitig und zu prüfen ist, ob die beklagte Vorsorgeeinrichtung eine Invalidenrente aus
beruflicher Vorsorge auszurichten hat bzw. in welchem Zeitpunkt eine relevante
Arbeitsunfähigkeit des Klägers, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, eingetreten
ist.
2.
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Die örtliche und sachliche Zuständigkeit des angerufenen Gerichts ist gegeben (vgl.
Art. 73 des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und
Invalidenvorsorge [BVG; SR 831.40] in Verbindung mit Art. 65 Abs. 1 lit. ebis des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).
3.
3.1 Anspruch auf Invalidenleistungen haben gemäss Art. 23 lit. a BVG Personen, die im
Sinne der Invalidenversicherung zu mindestens 40% invalid sind und bei Eintritt der
Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert waren.
Versichertes Ereignis nach Art. 23 BVG ist einzig der Eintritt der relevanten
Arbeitsunfähigkeit, unabhängig davon, in welchem Zeitpunkt und in welchem Masse
daraus ein Anspruch auf Invalidenleistungen entsteht. Die Versicherteneigenschaft
muss nur bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit gegeben sein, dagegen nicht
notwendigerweise auch im Zeitpunkt des Eintritts oder der Verschlimmerung der
Invalidität. Der Zeitpunkt des Eintritts der berufsvorsorgerechtlich relevanten
Arbeitsunfähigkeit muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit grundsätzlich echtzeitlich nachgewiesen sein.
Dieser Nachweis darf nicht durch nachträgliche Annahmen und spekulative
Überlegungen ersetzt werden (Urteil des Bundesgerichts vom 17. Juni 2013,
9C_91/2013, 9C_110/2013, E. 4.1.2).
3.2 Damit eine Vorsorgeeinrichtung, der eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeitnehmer
beim Eintritt der Arbeitsunfähigkeit angeschlossen war, für das erst nach Beendigung
des Vorsorgeverhältnisses eingetretene Invaliditätsrisiko aufzukommen hat, ist
erforderlich, dass zwischen der Arbeitsunfähigkeit und der Invalidität ein enger
sachlicher und zeit¬icher Zusammenhang besteht (BGE 130 V 270 E. 4.1). In sachlicher
Hinsicht liegt ein solcher Zusammenhang vor, wenn der der Invalidität zu Grunde
liegende Gesundheitsschaden im Wesentlichen derselbe ist, der zur Arbeitsunfähigkeit
geführt hat. Der zeitliche Zusammenhang setzt voraus, dass die versicherte Person
nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit nicht während längerer Zeit wieder arbeitsfähig
geworden ist.
4.
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4.1 Aus der engen Verbindung zwischen dem Recht auf eine Rente der
Invalidenversicherung und demjenigen auf eine Invalidenleistung nach BVG ergibt sich,
dass der Invaliditätsbegriff im obligatorischen Bereich der beruflichen Vorsorge und in
der Invalidenversicherung grundsätzlich der gleiche ist (BGE 123 V 269 E. 2a, 120 V
106 E. 3c). Praxisgemäss sind daher die Vorsorgeeinrichtungen im Bereich der
gesetzlichen Mindestvorsorge (Art. 6 BVG) an die Feststellungen der IV-Organe (Eintritt
der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit, Eröffnung der Wartezeit, Festsetzung des
Invaliditätsgrads) gebunden, soweit die invalidenversicherungsrechtliche Betrachtung
aufgrund einer gesamthaften Prüfung der Akten nicht als offensichtlich unhaltbar
erscheint (BGE 126 V 309 E. 1). Diese Konzeption fusst auf der Überlegung, die Organe
der (obligatorischen) beruflichen Vorsorge von eigenen aufwändigen Abklärungen
freizustellen und gilt nur bezüglich Feststellungen und Beurteilungen der IV-Organe,
welche im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren für die Festlegung des
Anspruchs auf eine Invalidenrente entscheidend waren (BGE 132 V 1 E. 3.2).
4.2 Eine Bindungswirkung an die Feststellungen der IV-Stelle betreffend den
Zeitpunkt, in dem die Arbeitsunfähigkeit eingetreten ist, entfällt jedoch unter anderem
dann, wenn die IV-Rente, wie im vorliegenden Fall, aufgrund einer verspäteten
Anmeldung ausgerichtet wird. Denn in einem solchen Fall bestand für die IV-Stelle kein
Anlass dafür, den Beginn der Arbeitsunfähigkeit genau zu ermitteln (Urteil des
Bundesgerichts vom 10. September 2010, 9C_693/2009, E. 5.1). Aus diesem Grund
kann vorliegend nicht unbesehen auf den durch die IV-Stelle festgestellten Beginn der
Arbeitsunfähigkeit am 16. April 2012 abgestellt werden.
4.3 Als Voraussetzung für eine Leistungspflicht der Beklagten ist nachstehend somit
zu prüfen, ob mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt ist,
dass während der Zeit des Vorsorgeverhältnisses zwischen dem Kläger und der
Beklagten eine Arbeitsunfähigkeit des Klägers vorgelegen hat und falls das zutrifft, ob
zwischen dieser Arbeitsunfähigkeit und der nachfolgend eingetretenen Invalidität der
geforderte zeitliche und sachliche Zusammenhang besteht.
5.
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5.1 Der rechtsprechungsgemäss geforderte zeitliche Zusammenhang zwischen der
eingetretenen Arbeitsunfähigkeit und der später aufgetretenen Invalidität setzt voraus,
dass die versicherte Person nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit nicht während längerer
Zeit wieder arbeitsfähig geworden ist. Bei der Prüfung dieser Frage sind die gesamten
Umstände des konkreten Einzelfalles zu berücksichtigen, namentlich die Art des
Gesundheitsschadens, dessen prognostische Beurteilung durch den Arzt sowie die
Beweggründe, welche die versicherte Person zur Wiederaufnahme oder
Nichtwiederaufnahme der Arbeit veranlasst haben. Mit Bezug auf die Dauer der den
zeitlichen Konnex unterbrechenden Arbeitsfähigkeit kann die Regel von Art. 88a Abs. 1
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) als Richtschnur
gelten. Nach dieser Bestimmung ist eine anspruchsbeeinflussende Verbesserung der
Erwerbsfähigkeit in jedem Fall zu berücksichtigen, wenn sie ohne wesentliche
Unterbrechung drei Monate gedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird.
Eine mindestens drei Monate andauernde volle Arbeitsfähigkeit, gestützt auf welche
eine dauerhafte Wiedererlangung der Erwerbsfähigkeit als objektiv wahrscheinlich
erscheint, stellt daher ein gewichtiges Indiz für eine Unterbrechung des zeitlichen
Zusammenhangs dar. Hierbei genügt eine volle Arbeitsfähigkeit in einer angepassten
Tätigkeit, sofern diese bezogen auf die angestammte Tätigkeit die Erzielung eines
rentenausschliessenden Einkommens erlaubt (vgl. BGE 134 V 20 E. 3.2, E. 3.2.1 und E.
5.3).
5.2 Bei der Prüfung des zeitlichen Zusammenhanges ist zunächst der
Gesundheitszustand des Klägers im Zeitpunkt der Beendigung des
Arbeitsverhältnisses bei den C._ näher zu betrachten. Die echtzeitliche medizinische
Aktenlage hierzu ist sehr dünn. Es liegen lediglich die Zeugnisse des Hausarztes des
Klägers, Dr. F._, vor, in welchen dieser dem Kläger eine krankheitsbedingte
Arbeitsunfähigkeit von 100% für die Zeit von einer bis zwei Wochen ab dem 14.
Dezember 2010 (ALV-act. 143), für die Zeit von einer bis zwei Wochen ab dem 28.
Februar 2011 (ALV-act. 142) sowie für die Zeit vom 14. bis 31. März 2011 ausweist (IV-
act. 20 – 11/15). Für die Zeit danach ist keine Arbeitsunfähigkeit mehr bescheinigt.
Weitergehende Informationen zum Gesundheitszustand des Klägers sind aus dem
ärztlichen Zeugnis von Dr. F._ ebenfalls nicht ersichtlich. In der
Kündigungsbestätigung vom 3. Januar 2011 führen die Vertreter der C._ aus, dass
gesundheitliche Probleme eine Arbeitsunfähigkeit vom 14. bis zum 24. Dezember 2011
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zur Folge gehabt hätten (IV-act. 10 -9/15). Hinweise auf eine darüber hinausgehende
Arbeitsunfähigkeit sind diesem Schreiben nicht zu entnehmen. In der Austrittsmeldung
an die Beklagte vom 30. März 2011 gibt der Kläger zudem selbst eine volle
Erwerbsfähigkeit an (act. G 7.2). In einem Schreiben an das RAV vom 3. März 2011
bestätigte Dr. F._ zudem lediglich, dass er dem Kläger angeraten habe, seine
Arbeitsstelle zu kündigen, da andernfalls die ernsthafte Gefahr bestünde, dass er an
seiner Gesundheit Schaden nehmen würde (act. G 1.3). Dieses Schreiben bringt somit
lediglich die Gefahr einer Gesundheitsschädigung zum Ausdruck und nicht, dass eine
Arbeitsunfähigkeit bestand. Hätte im Zeitpunkt der Beendigung des
Arbeitsverhältnisses eine Arbeitsunfähigkeit vorgelegen, hätte Dr. F._ in seinem
Schreiben an das RAV Sargans vom 3. März 2011 wohl darauf hingewiesen, dass das
Arbeitsverhältnis aufgrund einer Arbeitsunfähigkeit am Arbeitsplatz beendet worden
sei.
5.3 Eine psychiatrische Untersuchung des Klägers fand gemäss Aktenlage erstmals
am 22. Juni 2011 durch Dr. med. N._, Spezialärztin FMH für Psychiatrie und
Psychotherapie, statt. Als Diagnose stellte Dr. N._ eine Anpassungsstörung mit
vorwiegender Beeinträchtigung von anderen Gefühlen (ICD 10 F 43.23) fest. In ihrer
Beurteilung führte Dr. N._ aus, dass möglicherweise im Dezember/Frühjahr 2010/11
eine depressive Episode vorgelegen habe. Aktuell wirke der Patient aber nicht
depressiv und sein Gedankengang sei geordnet. Phänomenologisch könne man im
jetzigen Zeitpunkt von einer Anpassungsstörung mit Symptomen verschiedener
affektiver Qualitäten sprechen. Eine Arbeitsunfähigkeit wurde jedoch nicht festgestellt
(IV-act. 13 – 19 bis 21/27). Am 19. Januar 2012 fand zudem eine Untersuchung des
Klägers bei Dr. med. O._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, statt. In
seinem Bericht vom 30. Januar 2012 führte er als Diagnose eine Anpassungsstörung
ICD 10 F 43.2 auf dem Boden einer selbstunsicheren und abhängigen
Persönlichkeitsstruktur an. In Bezug auf die aktuelle Situation hielt Dr. O._ in seinem
Bericht fest, der Kläger habe berichtet, dass er nachdem er die Stelle bei den
Elektrizitätswerken gekündigt habe, eine neue Stelle als Gemeindeschreiber angetreten
habe. An dieser neuen Stelle sei es zu Umstrukturierungen gekommen und er habe
sich zum einen überfordert gefühlt und zum anderen versucht, diverse Verbesserungen
anzubringen. Schliesslich sei ihm in der Probezeit wieder gekündigt worden. Nun
könne er möglicherweise eine neue Stelle in einer Gemeindeverwaltung im Thurgau
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antreten. Im Hintergrund bestehe eine schwierige und verworrene Familiensituation, die
den Kläger verunsichere und in seinen Entscheidungen hemme. Auf den ersten Blick
sehe er keinen aktuellen Grund für eine weitere Krankschreibung, vor allem nachdem
der belastende Weiterbildungskurs beendet sei (IV-act. 13 – 22 f.). Auch die
Ausführungen des Klägers gegenüber Dr. O._ decken sich mit dem gegenüber Dr.
N._ Berichteten und lassen darauf schliessen, dass die Kündigung der Arbeitsstelle
bei der Gemeinde D._ nicht auf eine bestehende Arbeitsunfähigkeit sondern auf eine
berufliche Überforderungssituation zurückzuführen war.
5.4 Ebenfalls gegen das Vorliegen einer Arbeitsunfähigkeit im Zeitpunkt der
Beendigung des Arbeitsverhältnisses bei den C._ spricht, dass der Kläger bereits am
1. Mai 2011 und somit nahtlos an die bisherige Arbeitsstelle eine neue Arbeitsstelle als
Gemeindeschreiber der Gemeinde D._ antrat. Die Arbeitsstelle als
Gemeindeschreiber der Gemeinde D._ musste dann allerdings in der Probezeit
wieder gekündigt werden. Mit Schreiben vom 8. August 2011 begründete die
Gemeinde D._ die ausgesprochene Kündigung gegenüber dem Arbeitslosenkasse
Luzern und führte aus, dass bei der Stellenausschreibung nur wenige und zum Teil
auch unbrauchbare Bewerbungen eingegangen seien. Die Wahl des Klägers sei
mangels besserer Bewerbungen und nicht ohne Bedenken erfolgt, da der Kläger dem
Anforderungsprofil von Anfang an nicht in der gewünschten Art und Weise entsprochen
hätte. Nach der formellen Amtsübernahme am 1. Juni 2011 habe sich dann sehr rasch
gezeigt, dass die beruflichen Fähigkeiten für die Erfüllung der Aufgaben des
Gemeindeschreibers einer kleinen Landgemeinde mit einem breiten Aufgabenspektrum
nicht ausreichten. Neben den mangelhaften Fachkenntnissen seien Defizite hinsichtlich
Arbeitstechnik, organisatorische Fähigkeiten, Speditivität, Auffassungsvermögen,
Entwicklungsfähigkeiten usw. hervorgetreten. Obwohl die Gemeinde dem Kläger eine
Einführung und Begleitung durch einen Coach hätte ermöglichen können, sei der
Gemeinderat innerhalb der Probezeit zur Auffassung gelangt, dass der Kläger mit aller
Unterstützung nicht in der Lage sein würde, das Amt eines Gemeindeschreibers in der
gewünschten und den Anforderungen entsprechenden Art und Weise auszuüben (act.
G 1.5). Aus dieser Begründung der Kündigung durch die Gemeinde D._ gegenüber
der Arbeitslosenkasse Luzern geht eindeutig hervor, dass es dem Kläger an den
beruflichen Fähigkeiten und Eigenschaften für die Stelle als Gemeindeschreiber einer
kleinen Landgemeinde gemangelt hatte und die Kündigung aus diesem Grund
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ausgesprochen wurde. Hinweise auf eine zu diesem Zeitpunkt bestehende
Arbeitsunfähigkeit finden sich in den Akten keine. Vielmehr spricht die Tatsache, dass
sich der Kläger nach dem Stellenverlust bei der Gemeinde D._ sogleich bei der
Arbeitslosenversicherung zur Arbeitsvermittlung anmeldete und mit Formular vom 15.
Juli 2011 im Kanton Luzern den Antrag auf Arbeitslosenentschädigung stellte (ALV-act.
95), wiederum dafür, dass keine Arbeitsunfähigkeit bestand. Das RAV Wolhusen
verfügte in der Folge am 9. September 2011 maximal zehn Einzelcoachings im
Zeitraum vom 20. September bis 19. Dezember 2011 (act. G 1.7). Nachdem der
Versicherte wieder zurück nach E._ gezogen war, wurde er als arbeitsmarktliche
Massnahme am 23. Dezember 2011 zu einem Kursbesuch im Zeitraum vom 9. bis 19.
Januar 2012 angewiesen (act. G 1.8). In diesen Zeiten wurde der Kläger als voll
vermittlungsfähig erachtet und es ist aus den Akten keine Arbeitsunfähigkeit ersichtlich.
Erstmals am 11. Januar 2012 meldete der Versicherte gegenüber dem RAV St. Gallen
eine krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit bis zum 25. Januar 2012 (ALV-act. 81), die
durch Dr. F._ mit ärztlichem Zeugnis vom 10. Januar 2012 bescheinigt wurde (ALV-
act. 80).
5.5 Gestützt auf die vorstehend geschilderte Aktenlage ist somit im Nachgang der
Kündigung per 31. März 2011 erst ab dem 11. Januar 2012 eine Arbeitsunfähigkeit
ausgewiesen. Im Zeitraum vom 31. März 2011 bis zum 11. Januar 2012 ist demnach
eine volle Arbeitsfähigkeit des Klägers anzunehmen. Zumindest ist eine
Arbeitsunfähigkeit in diesem Zeitraum nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit erstellt. Diese Phase der Arbeitsfähigkeit dauerte beinahe
neuneinhalb Monate. Es ist somit festzustellen, dass der zeitliche Zusammenhang
zwischen der während der Versicherungsdeckung bei der Beklagten eingetretenen
Arbeitsunfähigkeit und der später eingetretenen Invalidität durch die Phase der
Arbeitsfähigkeit vom 31. März 2011 bis zum 11. Januar 2012 unterbrochen worden ist.
5.6 Da für eine Leistungspflicht der Beklagten der zeitliche und sachliche
Zusammenhang kumulativ erfüllt sein müssen, ist die Leistungspflicht der Beklagten
aufgrund des unterbrochenen zeitlichen Zusammenhanges abzulehnen. Damit kann die
Frage, ob ein sachlicher Zusammenhang zwischen der eingetretenen
Arbeitsunfähigkeit und der Invalidität vorgelegen hat, im vorliegenden Fall offen
gelassen werden und muss nicht weiter geprüft werden.
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6.
6.1 Zusammenfassend ist gestützt auf die voranstehenden Ausführungen festzuhalten,
dass der gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung erforderliche zeitliche
Zusammenhang zwischen der während des Vorsorgeverhältnisses eingetretenen
Arbeitsunfähigkeit und der für die Invalidität massgebenden Erwerbsunfähigkeit nicht
besteht. Eine Leistungspflicht der Beklagten gestützt auf Art. 23 BVG ist daher
abzulehnen. In diesem Sinne ist die Klage abzuweisen.
6.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 73 Abs. 2 BVG). Gestützt auf die
bundesgerichtliche Rechtsprechung ist der Beklagten als mit der Durchführung
öffentlicher Aufgaben betraute Institution auch im Obsiegensfall keine
Parteientschädigung zuzusprechen (BGE 128 V 133 E. 5b).