Decision ID: 7bcf2b91-7894-4ae0-bf2b-57bbc94d0306
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich im November 2009 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Er gab an, er habe keine Berufsausbildung
absolviert. Zuletzt habe er als Maschinenbediener gearbeitet. Am 14. Dezember 2009
teilte der Hausarzt Dr. med. B._ dem IV-internen regionalen ärztlichen Dienst (RAD)
telefonisch mit (IV-act. 15), der Versicherte leide an einem Discusprolaps im Segment
C5/6. Es seien keine neurologischen Ausfälle aufgetreten. Eine Operation sei nicht
indiziert. Der Versicherte werde physiotherapeutisch behandelt. Die bisherige Tätigkeit
sei aufgrund der Schmerzen seit dem 23. Mai 2009 nicht mehr zumutbar. Eine
schonende Tätigkeit dürfte dagegen zu 50 Prozent mit vermehrten Pausen zumutbar
sein. Die Klinik Valens berichtete am 15. Dezember 2009 (IV-act. 23), der Versicherte
leide an einem cervico-cephalen und an einem cervico-brachialen Syndrom bei einer
muskulären Dysbalance, einer Fehlhaltung der Wirbelsäule, einer Haltungsinsuffizienz
und einem ausgedehnten medio-lateralen Bandscheibenvorfall rechts und links auf der
Höhe C5/6 mit einer deutlichen Einengung der Recessi und mit einer möglichen
radiculären Reizung der Wurzel C7. Der Versicherte sei vom 26. Oktober 2009 bis zum
14. November 2009 stationär behandelt worden. Zwar habe er sich sehr motiviert
gezeigt und an allen Therapiemassnahmen regelmässig teilgenommen, doch sei er
nicht bereit gewesen, sich bis an die Schmerzgrenze zu belasten. Zudem habe er ein
schmerzlimitierendes Schonverhalten gezeigt. Ab dem Austrittstag sei ihm mindestens
eine halbtägige Erwerbstätigkeit mit vermehrten Pausen zumutbar. Die Arbeitgeberin
berichtete am 9. Februar 2010 (IV-act. 24), sie habe den Versicherten seit dem 1. Mai
2006 als Mitarbeiter in der Färberei (Vorbehandlung; Strangöffner) beschäftigt. Der
Monatslohn habe sich seit dem 1. April 2008 auf 4'280 Franken belaufen. Der
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Versicherte habe die Arbeit gehend und stehend verrichten müssen; die
Gewichtsbelastung habe sich mehrheitlich im Bereich von 10–25 Kilogramm bewegt.
Das Arbeitsverhältnis sei per 31. Januar 2010 gekündigt worden, weil der Versicherte
die Arbeitgeberin nur spärlich über den Krankheitsverlauf informiert und bei einem
Arbeitsversuch nicht den erforderlichen Willen und die erwartete positive Einstellung
gezeigt habe. Am 7. April 2010 führte Dr. B._ aus (IV-act. 27), dem Versicherten
könne nun lediglich noch ein Pensum von 30 Prozent zugemutet werden, da die
Schmerzen zugenommen hätten. Neu leide der Versicherte auch an einer Depression.
Am 28. Juli 2010 attestierte Dr. B._ dann allerdings wieder eine Arbeitsfähigkeit von
50 Prozent (IV-act. 37). Am 9. Februar 2011 teilte Dr. med. C._ der IV-Stelle mit (IV-
act. 57), nach einem Wohnsitzwechsel des Versicherten behandle er diesen nun als
neuer Hausarzt. Gegenwärtig absolviere der Versicherte einen Arbeitsversuch, schaffe
es aber nur selten, die vorgesehene Arbeitszeit von vier Stunden pro Tag einzuhalten.
Er demonstriere ein „schmerz-zentriertes Gehabe mit seiner HWS“. Da
physiotherapeutische Behandlungen bislang nichts gefruchtet hätten, habe er, Dr.
C._, vorläufig davon abgesehen, noch zusätzliche Kosten zu generieren. Er halte den
Versicherten nach Möglichkeit an, seine relativ leichte Tätigkeit auch wirklich im
vorgesehenen Pensum zu verrichten, habe jedoch den Eindruck, dass die Motivation
des Versicherten nicht allzu gross sei. Am 11. März 2011 teilte Dr. C._ mit (IV-act.
59), der Arbeitsversuch sei zwischenzeitlich gescheitert, da der Betriebsleiter nicht
bereit gewesen sei, die häufigen Absenzen des Versicherten weiter zu tolerieren. Bei
den ärztlichen Konsultationen verhalte sich der Versicherte jeweils sehr auffällig; er
halte den Kopf sehr oft in Inklinationsstellung, was wahrscheinlich die Reizung der
Nervenwurzel verstärke und die Beschwerden „am Leben erhalte“. Er ziele
offensichtlich auf eine Berentung ab. Am 15. Mai 2011 berichtete Dr. C._ (IV-act. 67),
beim Versicherten sei neu ein Lupus erythematodes diagnostiziert worden, der sich
aber nicht auf die Arbeitsfähigkeit auswirke. Er empfehle eine medizinische Abklärung
zur Frage, ob eine Aggravation vorliege. Am 12. September 2011 berichtete Dr. med.
C._ (IV-act. 75), sie behandle den Versicherten seit Mitte August 2011 als Hausärztin.
Da sie ihn erst seit vier Wochen kenne, könne sie keine spezifischen Angaben zur
Arbeitsfähigkeit machen.
A.b Im Auftrag der IV-Stelle erstattete das Zentrum für medizinische Begutachtung
(ZMB) am 12. Juni 2012 ein polydisziplinäres Gutachten (IV-act. 81). Die
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Sachverständigen führten aus, der Versicherte habe während den Untersuchungen ein
auffälliges Verhalten gezeigt. Er habe sich ständig geräuspert, etwa alle zehn bis 20
Sekunden den Schleim vom Rachen her hochgezogen, ständig gehustet, sich wie
jemand benommen, der einen akuten Schnupfen habe. Auf eine entsprechende
Nachfrage hin habe er angegeben, diese Beschwerden habe er schon seit drei Jahren.
Er habe sich rückenschonend bewegt, teilweise sehr verlangsamt und alles in allem
sehr demonstrativ gewirkt. Vier von fünf Waddellzeichen seien positiv gewesen. Aus
allgemeinmedizinischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit trotz der chronischen
Rhinopharyngitis sicca, die auf einen Nikotinstop hin bessern könnte, und trotz des
cutanen Lupus erythematodes nicht beeinträchtigt. Aus orthopädischer Sicht sei ihm
trotz des cervico-cephalen und cervico-brachialen Schmerzsyndroms und trotz des
chronisch rezidivierenden lumbalen Schmerzsyndroms eine leichte bis mittelschwere
Tätigkeit ohne repetitive Überkopfarbeiten und ohne Tätigkeiten in absturzgefährdeten
Positionen vollumfänglich zumutbar. Aus neurologischer Sicht handle es sich um ein
chronisches Schmerzsyndrom mit einer funktionellen Überlagerung respektive
Aggravation. Schmerzbedingt seien ein leicht erhöhter Pausenbedarf und damit eine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit um 20 Prozent zu attestieren. Aus psychiatrischer
Sicht bestehe der Verdacht auf eine Tickstörung. Zudem leide der Versicherte an einer
anhaltenden somatoformen Schmerzstörung mit einer demonstrativen Verdeutlichung,
Ausweitung und Selbstlimitierung. Dies schränke die Arbeitsfähigkeit aber nicht ein.
Aus interdisziplinärer Sicht sei ab dem Datum der Begutachtung eine Arbeitsfähigkeit
von 80 Prozent zu attestieren. Für die Zeit vor der Begutachtung sei gestützt auf die
Berichte der behandelnden Ärzte von einer Arbeitsunfähigkeit von 50 Prozent
auszugehen. Der RAD-Arzt Dr. med. D._ erachtete das Gutachten am 26. Juni 2012
als überzeugend (IV-act. 82).
A.c Mit einem Vorbescheid vom 7. September 2012 stellte die IV-Stelle dem
Versicherten die Zusprache einer befristeten halben Rente für die Zeit vom 1.
November 2010 bis zum 30. September 2012 in Aussicht (IV-act. 88). Mit einer
„Einsprache“ vom 10. Oktober 2012 liess der anwaltlich vertretene Versicherte die
„durchgehende“ Ausrichtung einer ganzen Rente beantragen (IV-act. 92). Zur
Begründung liess er am 15. November 2012 ausführen (IV-act. 101), die
Sachverständigen des ZMB hätten sich auf veraltete Unterlagen gestützt, namentlich
auf ein MRI der HWS aus dem Jahr 2009. Am 16. Oktober 2012 habe Dr. C._
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bestätigt, dass der Versicherte wegen seiner HWS-Schmerzen auf dem freien
Arbeitsmarkt nicht mehr vermittelbar sei. Laut einem Bericht vom 8. Oktober 2012 habe
Dr. med. E._ anhand eines aktuellen Röntgenbildes eine Verhärtung zwischen den
betroffenen Wirbeln als Schmerzursache nachweisen können. Der psychiatrische
Sachverständige habe eine somatoforme Schmerzstörung diagnostiziert, aber nicht
begründet, weshalb sich diese nicht auf die Arbeitsfähigkeit auswirken sollte. Die
Sache sei insgesamt noch nicht entscheidungsreif; es seien weitere Abklärungen
notwendig. Die Sachverständigen des ZMB nahmen am 7. Februar 2013 Stellung zu
den Einwänden gegen ihr Gutachten (IV-act. 108). Sie führten aus, die behandelnde
Ärztin Dr. C._ habe ihre Stellungnahme, auf die der Rechtsvertreter des Versicherten
verwiesen habe, gestützt auf ein MRI aus dem Jahr 2006 verfasst. Vor diesem
Hintergrund erscheine es als unlogisch und widersprüchlich, wenn der Rechtsvertreter
ein MRI aus dem Jahr 2009 als völlig veraltet bezeichne. Dr. C._ habe ihre Angabe,
der Versicherte sei auf dem freien Arbeitsmarkt nicht mehr vermittelbar, nicht
überzeugend begründet. Zudem habe sie in einem früheren Bericht auf eine
Demonstrationshaltung und auf eine Rentenbegehrlichkeit hingewiesen, was dem
Rechtsvertreter des Versicherten wohl entgangen sei. Die Befundschilderung von Dr.
E._ sei ungenau. Massgebend für die Arbeitsfähigkeitsschätzung seien zudem nicht
die bildgebenden, sondern die klinischen Untersuchungsbefunde. Insgesamt lägen
keine Gründe vor, die gegen die Zuverlässigkeit des Gutachtens sprechen würden. Der
RAD-Arzt Dr. D._ erachtete diese Ausführungen als überzeugend (IV-act. 110). Am
22. Februar 2013 räumte die IV-Stelle dem Versicherten die Möglichkeit ein, Stellung
zur nachträglichen Ergänzung der Sachverständigen des ZMB zu nehmen (IV-act. 111).
Dieser liess am 22. März 2013 geltend machen (IV-act. 112), die Sachverständigen
seien nicht auf den Mangel des psychiatrischen Teilgutachtens eingegangen. Ihre
Stellungnahme zeige, dass sie voreingenommen seien. Nachdem der RAD-Arzt Dr.
D._ am 19. April 2013 festgehalten hatte, dass die Eingabe vom 22. März 2013 keine
neuen medizinischen Erkenntnisse enthalte (IV-act. 113), sprach die IV-Stelle dem
Versicherten mit einer Verfügung vom 10. Dezember 2013 für die Zeit vom 1.
November 2010 bis zum 30. September 2012 eine halbe Rente der
Invalidenversicherung zu; für die Zeit ab dem 1. Oktober 2012 verneinte sie einen
Rentenanspruch (IV-act. 116).
B.
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B.a Am 28. Januar 2014 liess der Versicherte (nachfolgend: der Beschwerdeführer)
eine Beschwerde gegen die Verfügung vom 10. Dezember 2013 erheben (act. G 1).
Sein Rechtsvertreter beantragte die Ausrichtung einer dem Invaliditätsgrad des
Beschwerdeführers entsprechenden Rente der Invalidenversicherung über den 30.
September 2012 hinaus und eventualiter die Aufhebung des „bekämpften
Einspracheentscheides“ und die Rückweisung der Sache zur weiteren Abklärung und
zur neuen Verfügung an die IV-Stelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin). Zur
Begründung führte er aus, die Beschwerdegegnerin habe sich nicht mit allen seinen
Vorbringen auseinandergesetzt und darüber hinaus eine Stellungnahme ihres RAD-
Arztes zur Eingabe vom 22. März 2013 eingeholt, ohne diese dem Beschwerdeführer
anschliessend zur Kenntnis zu bringen. Damit habe sie seinen Anspruch auf rechtliches
Gehör verletzt. In materieller Hinsicht fehle es an einer überzeugenden Begründung für
das Attest einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht, denn der
psychiatrische Sachverständige des ZMB habe sich nicht mit den sogenannten
Foerster’schen Kriterien auseinandergesetzt. Auch die Berechnung des
Invaliditätsgrades sei falsch, denn das von der Beschwerdegegnerin angeführte
Valideneinkommen von 56'285 Franken sei nicht nachvollziehbar. Teuerungsbereinigt
hätte sich der Lohn des Beschwerdeführers auf rund 70'000 Franken belaufen, wenn er
gesund geblieben wäre. Zudem hätte ein Abzug vom Tabellenlohn von 15 Prozent –
mindestens von zehn Prozent – vorgenommen werden müssen.
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 19. März 2014 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 5). Zur Begründung führte sie aus, der RAD-Arzt Dr. D._ habe
am 19. April 2013 nur die bekannten Tatsachen nochmals gewürdigt. Diese
Aktenwürdigung habe dem Beschwerdeführer nicht eröffnet werden müssen. Das
Gutachten des ZMB sei überzeugend und beweiskräftig. Der psychiatrische
Sachverständige habe auf eine Aggravation hingewiesen, was rechtsprechungsgemäss
eine relevante Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht ausschliesse. Das
Valideneinkommen belaufe sich auf 64'505 Franken. Ein Tabellenlohnabzug sei nicht
vorzunehmen. Der Invaliditätsgrad belaufe sich für die Zeit ab der Begutachtung auf
lediglich noch 26 Prozent, weshalb ab dem 1. Oktober 2012 kein Rentenanspruch mehr
bestanden habe.
B.c Am 26. März 2014 wurde dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege
bewilligt (act. G 6).
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B.d In einer Replik vom 9. Mai 2014 liess der Beschwerdeführer ausführen (act. G 8),
die Verletzung des Gehörsanspruchs sei evident, denn die Ausführungen des RAD
seien dem Tatsachenbereich zuzuordnen. Noch immer fehle es an einer
Auseinandersetzung mit den Foerster’schen Kriterien. Das Valideneinkommen sei
deutlich höher anzusetzen. Der Lohn des Beschwerdeführers habe sich im Jahr 2009
auf 71'600 Franken belaufen. Der Tabellenlohnabzug müsse 20 Prozent – mindestens
15 Prozent – betragen. Selbst wenn auf das Gutachten des ZMB abgestellt werde,
bestehe über den 30. September 2012 hinaus ein Anspruch auf eine Rente der
Invalidenversicherung.
B.e Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (vgl. act. G 10).
B.f Am 28. Juni 2016 wies das Versicherungsgericht den Beschwerdeführer darauf hin
(act. G 11), dass die Angaben der Sachverständigen des ZMB zur Arbeitsfähigkeit im
Zeitraum vor der Begutachtung allenfalls als nicht überzeugend qualifiziert werden
müssten. Die Sachverständigen hätten sich nämlich nur auf die Angaben der
behandelnden Ärzte abgestützt, die erfahrungsgemäss nicht geeignet seien, den
Arbeitsfähigkeitsgrad einer versicherten Person mit dem erforderlichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu belegen. Allenfalls werde das
Versicherungsgericht die Sache zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin
zurückweisen. Diese Abklärung könnte einen tieferen oder gar keinen Rentenanspruch
ergeben, was letztlich auf eine reformatio in peius hinaus laufen würde. Dem
Beschwerdeführer werde deshalb die Möglichkeit geboten, seine Beschwerde
zurückzuziehen. Mit einem Schreiben vom 8. September 2016 liess der
Beschwerdeführer an seiner Beschwerde festhalten (act. G 14).
B.g Am 23. Januar 2017 forderte das Versicherungsgericht das ZMB auf darzulegen,
weshalb für die Zeit vor der Begutachtung von einer Arbeitsfähigkeit von 50 Prozent
und für die Zeit ab der Begutachtung von einer solchen von 80 Prozent ausgegangen
worden sei (act. G 16). Die Sachverständigen antworteten am 21. Februar 2017 (act. G
17), sie hätten für die Zeit vor der Untersuchung „einfach die Beurteilung der Aktenlage
übernommen“. Bei einer nochmaligen kritischen Prüfung der Aktenlage hätten sie nun
aber festgestellt, dass schon im Jahr 2009 eine nicht-somatische Komponente
vorhanden gewesen sei. Die Rheumatologen der Klinik Valens hätten ein
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schmerzlimitierendes Schonverhalten erwähnt. Der RAD-Arzt habe im Januar 2011
festgehalten, dass IV-fremde Faktoren massgeblich am Krankheitsgeschehen
mitwirkten. Der Hausarzt Dr. C._ habe im Bericht vom 11. März 2011 bemerkt, dass
der Beschwerdeführer in Richtung einer Rente demonstriere. Auch Dr. C._ habe im
Bericht vom 12. September 2011 festgehalten, dass der Beschwerdeführer in Richtung
einer Rente demonstriere und nicht motiviert sei, eine leichte Tätigkeit aufzunehmen.
Vor dem Hintergrund dieser Angaben sei davon auszugehen, dass der damalige
Zustand „in etwa so ähnlich“ gewesen sein müsse wie anlässlich der Begutachtung
durch das ZMB. Folglich müsste auch rückwirkend ab dem Jahr 2009 eine
Arbeitsfähigkeit von 80 Prozent attestiert werden. Eine solche retrospektive
Arbeitsfähigkeitsschätzung sei aber mit einer gewissen Unsicherheit behaftet.
B.h Am 20. März 2017 liess der Beschwerdeführer Stellung zu den ergänzenden
Angaben der Sachverständigen des ZMB nehmen (act. G 20). Sein Rechtsvertreter
führte aus, nun könne kein Zweifel mehr an der Arbeitsfähigkeitsschätzung im
Gutachten für die Zeit bis April 2012 bestehen, weshalb für einen allfälligen Eingriff in
die bereits zuerkannte Rente kein Raum bleibe. Für die Zeit ab April 2012 könne nicht
auf das Gutachten abgestellt werden, da es erstellt worden sei, bevor das
Bundesgericht seine „Überwindbarkeitsvermutung“ aufgegeben habe (vgl. BGE 141 V
281), und da sich die Sachverständigen an jener Vermutung orientiert hätten.

Erwägungen
1.
Vorab ist zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin ihre Pflicht, dem Beschwerdeführer
das rechtliche Gehör zu gewähren (Art. 42 ATSG), oder ihre Begründungspflicht (Art. 49
Abs. 3 ATSG) verletzt hat, denn eine solche Verletzung einer verfahrensrechtlichen
Pflicht müsste naturgemäss grundsätzlich ohne weiteres zur Aufhebung der
angefochtenen Verfügung führen, weil die Pflichtverletzung nur dadurch behoben
werden könnte, dass das Verfahren nochmals – dieses Mal korrekt – durchgeführt
würde. Vorliegend stehen zwei verschiedene Rügen im Raum: Die unterbliebene
Möglichkeit zur Stellungnahme zur Aktenwürdigung des RAD-Arztes Dr. D._ vom 19.
April 2013 und die fehlende Aus¬einandersetzung mit den Einwänden gegen das
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psychiatrische Teilgutachten des ZMB. Auch wenn die Aktenwürdigung des RAD-
Arztes Dr. D._ dem „Tatsachenbereich“ zuzuordnen ist, enthält sie keine neuen
Tatsachen, sondern nur eine Würdigung der bereits davor bekannten Tatsachen. Der
RAD-Arzt ist also nicht als ein Sachverständiger beigezogen worden, der ein (weiteres)
Beweismittel produziert hätte, sondern er hat vielmehr in seiner Funktion als
angestellter Mediziner der Beschwerdegegnerin eine Würdigung der bereits
vorhandenen Beweismittel abgegeben, die sich auf die Aussage beschränkt hat, die
Eingabe des Beschwerdeführers vom 22. März 2013 enthalte keine neuen
medizinischen Erkenntnisse. Diese Würdigung hat als ein blosses Begründungselement
Eingang in die Begründung der angefochtenen Verfügung gefunden. Sie hat dem
Beschwerdeführer nicht vorab zur Kenntnis- und Stellungnahme eröffnet werden
müssen (vgl. dazu auch das Urteil des Bundesgerichtes 8C_793/2008 vom 13. März
2009, E. 3, mit Hinweisen). Eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör liegt
also nicht vor. Was die Begründungspflicht betrifft, so verfolgt diese keinen
Selbstzweck, sondern sie soll nur sicherstellen, dass dem Adressaten einer Verfügung
jene Überlegungen eröffnet werden, die ihm die Beantwortung der Frage nach der
Ergreifung eines Rechtsmittels und die substantiierte Begründung eines allfällig zu
erhebenden Rechtsmittels erlauben. Die Beschwerdegegnerin hat zwar tatsächlich
keine Stellung zu den Einwänden gegen das psychiatrische Teilgutachten genommen,
doch hat sich ihrer Verfügung eindeutig entnehmen lassen, dass sie keinen Grund
gesehen hat, am Beweiswert des Gutachtens des ZMB – und damit auch des
psychiatrischen Teilgutachtens – zu zweifeln. Damit ist die Begründungspflicht erfüllt
gewesen. Folglich liegt kein Grund für eine Aufhebung der angefochtenen Verfügung
wegen einer verfahrensrechtlichen Rechtswidrigkeit vor.
2.
2.1 Eine versicherte Person hat einen Anspruch auf eine Rente der
Invalidenversicherung, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern kann, wenn sie
während eines Jahres ohne einen wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen ist und wenn sie nach dem Ablauf
dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid ist (Art. 28 Abs. 1 IVG). Für die
Bemessung der Invalidität wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person
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nach dem Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung und nach der Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei einer ausgeglichenen Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in
Beziehung zu jenem Erwerbseinkommen gesetzt, das sie erzielen könnte, wenn sie
gesund geblieben wäre (Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG).
2.2 Bei der Bemessung des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens
kommt der medizinischen Arbeitsfähigkeitsschätzung in aller Regel eine entscheidende
Bedeutung zu. Die Beschwerdegegnerin hat zur Beantwortung der Frage nach der
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ein polydisziplinäres Gutachten durch das
ZMB erstellen lassen. Dessen Sachverständige haben den Beschwerdeführer
persönlich untersucht, seine Klagen und die von ihnen erhobenen klinischen Befunde
ausführlich geschildert, die Vorakten der behandelnden Ärzte eingehend gewürdigt und
gestützt darauf eine überzeugend begründete Diagnose gestellt und eine ebenso
überzeugend begründete Arbeitsfähigkeitsschätzung abgegeben. Entgegen der
Ansicht des Beschwerdeführers besteht kein Grund, die Zuverlässigkeit der
Arbeitsfähigkeitsschätzung (für die Zeit ab der Begutachtung) anzuzweifeln. Der
orthopädische und der neurologische Sachverständige haben die vorhandenen
bildgebenden Befunde eingehend gewürdigt und den Beschwerdeführer persönlich
ausführlich klinisch untersucht. Für die Arbeitsfähigkeitsschätzung sind in erster Linie
die Ergebnisse der klinischen Untersuchung massgebend, denn die klinische
Untersuchung zeigt, welche Belastungen der Körper der versicherten Person zu
tolerieren imstande ist. Die Untersuchungen haben gezeigt, dass der Beschwerdeführer
objektiv betrachtet nicht wesentlich beeinträchtigt ist. Dies deckt sich mit den Angaben
der behandelnden Ärzte, die zwar jeweils eine relevante Arbeitsunfähigkeit bescheinigt,
aber schon von Beginn weg auf Verdeutlichungs- und Aggravationstendenzen
hingewiesen haben. Hinsichtlich der Befundschilderungen sind keine wesentlichen
Unterschiede zwischen den Ausführungen der Sachverständigen und jener der
behandelnden Ärzte ersichtlich. Dem Umstand, dass die Sachverständigen des ZMB
angeblich auf veraltete bildgebende Aufnahmen abgestellt haben sollen, kommt vor
diesem Hintergrund keine wesentliche Bedeutung zu. Hätten Anhaltspunkte für eine
wesentliche Veränderung seit dem letzten MRI vorgelegen, hätten die
Sachverständigen in Erfüllung ihres Gutachtensauftrages neue Bilder anfertigen lassen,
die sie dann gewürdigt hätten. Das ist aber nicht notwendig gewesen, weil sich aus
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dem Vergleich des damals aktuellsten MRI-Berichtes und dem von den
Sachverständigen erhobenen klinischen Befund kein Anhaltspunkt ergeben hat, der zur
Erstellung eines weiteren MRI gezwungen hätte. Diesbezüglich ist auch darauf
hinzuweisen, dass für die Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht in erster Linie die
bildgebenden, sondern vielmehr die klinischen Befunde ausschlaggebend sind.
Folglich bestehen keine Zweifel an der Zuverlässigkeit des orthopädischen und des
neurologischen Teilgutachtens. In psychiatrischer Hinsicht fällt zunächst auf, dass sich
der Beschwerdeführer bislang nie in eine psychiatrische Behandlung begeben hat. Der
frühere Hausarzt Dr. B._ hat zwar in einem seiner Berichte eine Depression erwähnt,
dieser aber offenbar keine wesentliche Bedeutung zugemessen, denn ansonsten hätte
er dem Beschwerdeführer empfohlen, eine psychiatrische Behandlung zu beginnen.
Nachdem das Bundesgericht seine Rechtsprechung geändert hat, muss keine
Auseinandersetzung mit den Foerster’schen Kriterien mehr erfolgen (vgl. BGE 141 V
281). Dem psychiatrischen Teilgutachten lässt sich ohne weiteres entnehmen, dass
keine psychische Erkrankung vorliegt, die sich in einem wesentlichen Ausmass auf die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auswirken würde. Der psychiatrische
Sachverständige hat überzeugend begründet, dass der Beschwerdeführer trotz seiner
Tickstörung und trotz der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (mit erheblichen
Aggravationsanteilen) in einer leidensadaptierten Tätigkeit uneingeschränkt arbeitsfähig
ist. Die übrigen medizinischen Akten enthalten keine Hinweise, die Zweifel an dieser
Schlussfolgerung wecken würden.
2.3 Nun haben die Sachverständigen aber für die Zeit vor der Begutachtung des
Beschwerdeführers eine (deutlich) höhere Arbeitsunfähigkeit von 50 Prozent attestiert,
wobei sie diesbezüglich auf die Angaben der behandelnden Ärzte abgestellt haben. Die
Annahme einer Arbeitsfähigkeit von 50 Prozent bis zum Zeitpunkt der Begutachtung
und von einer solchen von 80 Prozent ab dem Zeitpunkt der Begutachtung könnte aber
nur überzeugend sein, wenn sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers
unmittelbar vor der Begutachtung erheblich verbessert hätte, denn ohne eine relevante
Verbesserung des Gesundheitszustandes lässt sich die (erhebliche) Steigerung der
Arbeitsfähigkeit nicht erklären. Im Gutachten des ZMB finden sich allerdings keinerlei
Hinweise auf eine entsprechende Verbesserung des Gesundheitszustandes des
Beschwerdeführers. Auch in den Berichten der behandelnden Ärzte fehlen Hinweise
auf eine solche Verbesserung. Sowohl die Ausführungen der Sachverständigen des
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ZMB als auch jene der behandelnden Ärzte sind vielmehr dahingehend zu verstehen,
dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers während der Dauer des mit
der angefochtenen Verfügung abgeschlossenen Verwaltungsverfahrens respektive –
den Angaben von Dr. B._ vom 14. Dezember 2009 folgend – ab Mai 2009 nicht
wesentlich verändert hat. Entsprechend hätten die behandelnden Ärzte wohl auch für
die Zeit nach der Begutachtung eine Arbeitsfähigkeit von 50 Prozent attestiert. Die
Rückfrage an die Sachverständigen des ZMB hat ergeben, dass diese tatsächlich
keinen Anhaltspunkt für eine relevante Veränderung des Gesundheitszustandes – und
damit auch der Arbeitsfähigkeit – des Beschwerdeführers entdeckt haben. In ihren
ergänzenden Ausführungen vom 21. Februar 2017 haben die Sachverständigen
überzeugend aufgezeigt, dass die Arbeitsfähigkeitsschätzungen der behandelnden
Ärzte einer kritischen Würdigung nicht standhalten. Sowohl die Ärzte der Klinik Valens
als auch die drei Hausärzte haben nämlich von Beginn weg auf Verdeutlichungs- und
Aggravationstendenzen sowie auf eine Rentenbegehrlichkeit hingewiesen.
Entsprechend haben sie zwar die subjektive Arbeitsfähigkeitsschätzung des
Beschwerdeführers (vollständige Arbeitsunfähigkeit) nicht übernommen. Trotzdem
haben sie aber bei als äusserst diskret zu bezeichnenden bildgebend und klinisch
objektivierbaren Befunden eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit von 50 Prozent selbst für
ideal leidensadaptierte Tätigkeiten attestiert, was laut den überzeugenden
Ausführungen der Sachverständigen des ZMB nicht nachvollziehbar ist. Daraus haben
die Sachverständigen des ZMB den Schluss gezogen, dass der Beschwerdeführer ab
Mai 2009 durchgehend zu 80 Prozent arbeitsfähig gewesen sei. Allerdings haben sie
darauf hingewiesen, dass diese retrospektive Arbeitsfähigkeitsschätzung aus
medizinischer Sicht nicht dieselbe Beweiskraft wie jene für die Zeit ab der
Begutachtung aufweise. Bei einer Würdigung der gesamten Akten erscheint die
Annahme einer Arbeitsfähigkeit von 80 Prozent ab Mai 2009 trotz der von den
Sachverständigen des ZMB geäusserten Zweifel als überwiegend wahrscheinlich
richtig. Wenn man davon ausgehen müsste, dass die retrospektive Schätzung der
Sachverständigen des ZMB die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nicht mit dem
erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit belegen könnte,
müsste diesbezüglich von einer Beweislosigkeit ausgegangen werden, denn es
existieren keine weiteren Beweismassnahmen, mit denen doch noch eine
überzeugende Arbeitsfähigkeitsschätzung für diesen lange zurückreichenden Zeitraum
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ermittelt werden könnte, wenn dies selbst den Sachverständigen des ZMB nicht
möglich gewesen wäre. Diese Beweislosigkeit würde sich zulasten des
Beschwerdeführers auswirken, da dieser aus der Behauptung einer höheren
Arbeitsunfähigkeit in jenem Zeitraum einen Vorteil für sich ableiten will (vgl. Art. 8 ZGB).
Da aber keine solche Beweislosigkeit vorliegt, ist für den gesamten massgebenden
Zeitraum zwischen der Anmeldung zum Leistungsbezug im November 2009 und der
Eröffnung der angefochtenen Verfügung im Dezember 2013 für leidensadaptierte
Tätigkeiten von einer durchgehenden Arbeitsfähigkeit von 80 Prozent auszugehen.
2.4 Der Beschwerdeführer hat keine Berufsausbildung absolviert und ist
dementsprechend bis zum Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung als Hilfsarbeiter
tätig gewesen. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat behauptet, dieser habe
in den Jahren 2007 und 2008 einen durchschnittlichen Jahreslohn von rund 68'000
Franken erzielt. Diese Behauptung erweist sich als aktenwidrig, denn laut dem IK-
Auszug hat sich der Lohn im Jahr 2007 auf 57'725 Franken und im Jahr 2008 auf
64'505 Franken belaufen (IV-act. 9–1). Zuletzt hat der Beschwerdeführer einen
Monatslohn von 4'280 Franken (ab 1. April 2008) erzielt, was sogar nur einem
Jahreslohn von 55'640 Franken entsprechen würde. Er muss also Zulagen zum
Monatslohn erhalten haben. Im Vergleich zum Zentralwert der Hilfsarbeiterlöhne von
59'979 Franken im Jahr 2008 gemäss den Ergebnissen der Lohnstrukturerhebung
(4'806 Franken pro Monat bei einer standardisierten Arbeitszeit von 40 Stunden pro
Woche; betriebsübliche Arbeitszeit von 41,6 Stunden pro Woche im Jahr 2008) müsste
der Grundlohn für sich allein als leicht unterdurchschnittlich qualifiziert werden. Der im
IK verbuchte Lohn hat allerdings einem durchschnittlichen Hilfsarbeiterlohn
entsprochen. Zudem finden sich in den Akten keine Hinweise, die die Annahme
rechtfertigen würden, der Beschwerdeführer sei als Hilfsarbeiter nur
unterdurchschnittlich leistungsfähig gewesen und hätte deshalb nur einen
unterdurchschnittlichen Lohn erzielen können. Auf dem massgebenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt hätte der Beschwerdeführer überwiegend wahrscheinlich einen
durchschnittlichen Hilfsarbeiterlohn erzielen können. Dies rechtfertigt es, den
Zentralwert der Hilfsarbeiterlöhne als Valideneinkommen heranzuziehen. Da dem
Beschwerdeführer trotz seiner Gesundheitsbeeinträchtigung die Verrichtung einer
durchschnittlich entlöhnten, leidensadaptierten Hilfsarbeit zugemutet werden kann,
entspricht auch der Ausgangswert des zumutbarerweise erzielbaren
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Invalideneinkommens dem Zentralwert der Hilfsarbeiterlöhne und damit auch dem
Valideneinkommen. Mathematisch kann der Betrag der beiden Vergleichsgrössen bei
der Berechnung des Invaliditätsgrades keine Rolle spielen; der Invaliditätsgrad
entspricht notwendigerweise dem Arbeitsunfähigkeitsgrad, korrigiert um einen
allfälligen Abzug vom Tabellenlohn von maximal 25 Prozent (vgl. BGE 126 V 75). In der
Praxis hat sich für solche Fälle der Begriff des Prozentvergleichs eingebürgert, der
allerdings keine eigene Bemessungsmethode, sondern nur ein mathematisch
vereinfachter Einkommensvergleich ist. Die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ist
aus neurologischer Sicht wegen eines schmerzbedingt leicht höheren Pausenbedarfs
um 20 Prozent eingeschränkt. Aus den überzeugenden Ausführungen des
neurologischen Sachverständigen des ZMB lässt sich ableiten, dass der
Beschwerdeführer nicht mehr gleich flexibel wie ein gesunder Arbeitnehmer eingesetzt
werden kann. Er wird die Arbeit regelmässig unterbrechen müssen und nicht in der
Lage sein, Überstunden zu leisten. Zudem muss ein potentieller, betriebswirtschaftlich-
ökonomisch denkender Arbeitgeber ein Risiko vermehrter krankheitsbedingter
Absenzen einkalkulieren. Rein betriebswirtschaftlich betrachtet kann die Arbeitsleistung
des Beschwerdeführers nicht denselben ökonomischen Wert wie die Arbeitsleistung
eines gesunden, zu 80 Prozent arbeitenden Hilfsarbeiters haben. Das rechtfertigt einen
praxisgemässen Abzug vom Tabellenlohn von zehn Prozent. Dieser ergibt zusammen
mit der Arbeitsunfähigkeit von 20 Prozent einen nicht rentenbegründenden
Invaliditätsgrad von 28 Prozent für den gesamten massgebenden Zeitraum vom
November 2009 bis zum Dezember 2013.
3.
Vor diesem Hintergrund erweist sich die Zusprache einer befristeten Rente als
rechtswidrig. Die angefochtene Verfügung vom 10. Dezember 2013 ist deshalb
aufzuheben und – im Sinne einer reformatio in peius – durch eine Abweisung des
Rentenbegehrens des Beschwerdeführers zu ersetzen. Bei diesem Verfahrensausgang
müsste an sich der Beschwerdeführer die Gerichtskosten von 600 Franken bezahlen.
Da ihm die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt worden ist, ist er von der Bezahlung
dieser Kosten zu befreien und ist der Staat zu verpflichten, seinem Rechtsvertreter eine
Entschädigung für den notwendigen Vertretungsaufwand auszurichten. Da nur
unterdurchschnittlich wenige Akten zu studieren gewesen sind, die Stellungnahme zur
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angedrohten reformatio in peius aber einen notwendigen Mehraufwand verursacht hat,
ist insgesamt von einem durchschnittlichen Vertretungsaufwand auszugehen. Die
Entschädigung wird deshalb praxisgemäss auf 80 Prozent (Art. 31 Abs. 3 AnwG) von
3'500 Franken festgesetzt. Sollten es seine wirtschaftlichen Verhältnisse dereinst
gestatten, wird der Beschwerdeführer zur Nachzahlung der Gerichtskosten und zur
Rückerstattung der Entschädigung für seinen Rechtsvertreter verpflichtet werden
können (Art. 99 Abs. 2 VRP i.V.m. Art. 123 ZPO). Die Kosten für die ergänzende
Stellungnahme des ZMB müssten dem Grundsatz des Art. 95 Abs. 1 VRP folgend
eigentlich dem unterliegenden Beschwerdeführer auferlegt werden. Das würde aber
bedeuten, dass er die Kosten einer Abklärungsmassnahme bezahlen müsste, die an
sich die Beschwerdegegnerin im Verwaltungsverfahren hätte durchführen müssen, um
ihre Untersuchungspflicht (Art. 43 Abs. 1 ATSG) vollumfänglich zu erfüllen. Das wäre
stossend, weil dies finanziell einer Abwälzung der Untersuchungspflicht im
Verwaltungsverfahren auf die versicherte Person gleichkäme. In dieser Situation muss
deshalb von der Regel des Art. 95 Abs. 1 VRP abgewichen und das sogenannte
Verursacherprinzip (vgl. Art. 95 Abs. 2 VRP) angewandt werden. Die Kosten für die
ergänzende Stellungnahme des ZMB sind folglich der Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen.