Decision ID: f4e26a7d-8172-5ecc-be34-7ce385d3e5ab
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1957,
leidet
seit
Geburt
unter einer Amaurose (
Voll
blindheit
) beider
Augen infolge eines Glauk
oms (vgl.
Bericht von
Dr.
med.
Y._
, FMH Innere Med
izin, vom
5.
Januar 2010,
Urk.
9
/200
).
Im Oktober
1978 schloss der Versicherte
eine Ausbildung
al
s Klavierstimmer
bei der Firma
Z._
, und s
eit November 1978 arbeitet er
in dieser Funktion
beim
Musikhaus
A._
(vgl. Urk.
9
/50
und
Urk.
9
/201
)
.
Seit
Januar 1979
bezieht der Versicherte
eine Hilflosen
entschädigung leichten Grades
(
Verfügung der
Ausgleichskasse des Kantons Solothurn vom 2
2.
Januar 1980
,
Urk.
9
/54
)
.
Im Laufe der Jahre kürzte das
Musikhaus
A._
den Lohn des Versicherten. Mit Wirkung
ab
September 1997
wurde ihm
zunächst
eine
halbe
Rente der Invalidenversicherung
zugesprochen
(
Verfügung der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom 2
4.
August 1999,
Urk.
9
/
100
)
. Seit
Februar 2003
bezieht er
eine ganze
Invalidenrente
(Verfügung der IV-Stel
le vom 17.
November 2003,
Urk.
9
/143).
1.2
Am
8.
April 2014
beantragte
der Versicherte
bei d
er IV-Stell
e einen
Assistenzbei
trag
(
vgl.
Urk. 9
/213
).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom 2
8.
Mai 2
014,
Urk.
9
/214, und Einwand
vom
2.
Juni 2014,
Urk.
9
/218
) wies die IV-Stelle das
Begehren um einen Assistenzbeitrag mit Verfügung vo
m
3.
November 2014 ab
. Sie begründete dies damit, dass
die Wohngemeinschaft des Versicherten als Heim zu qualifizieren sei und die Voraussetzungen für einen Assistenzbeitrag demnach nicht erfüllt seien
(Urk.
2
/1
).
Im Weiteren kürzte die IV-Stelle m
it Verfügung vom 2
7.
No
vember 2014
per 1.
November 2014
die dem Versicherten bisher
ausgerichtete
Hilflosenentschä
digung le
ichten Grades
im Sonderfall ohne Heimstatus
von Fr.
468.-- monatlich
auf eine
Hilflosenentschädigung leichten
Grades
im Sonderfall im Heim
von
Fr.
117.--
monatlich
(
vgl.
Urk.
9
/226
=
Urk.
2/2
).
Ebenfalls mit Verfügung vom 2
7.
November 2014 forderte
sie
vom Versicherten
sodann
Fr.
351.-- zurück, da ihm im November 2014 noch eine Hilflosenentschädigung von
Fr.
468.--
statt
von
Fr.
117.-- ausbezahlt worden sei
(
Urk.
9
/234
=
Urk.
2/3
).
2.
Gegen die Verfügung vom
3.
November 2014 betreffend Assistenzbeitrag und die Verfügung
en
vom 2
7.
November 2014 betreffend Hilflosenentschädi
gung
/Rückforderung
erhob
der Versicherte am
1.
bzw. 10.
Dezember 2014 Besc
hwerde. Er b
eantragte sinngemäss,
in Aufhebung der
angefochtene
n
Ver
fügung
en
sei
ein Anspruch auf eine
n
Assistenz
beitrag
zu bejahen
und
von einer Kürzung
der
Hilflosenentschädigung
und demensprechend
auch von einer Rückforderung für den
Monat November 2014
abzusehen
(
Urk.
1
/1-3
). Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 1
4.
April 2015 auf
Abweisung der Beschwerde (Urk.
8), was dem Beschwerdeführer am
1
5.
A
pril 2015 angezeigt wurde (Urk.
10).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
42
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
haben Versicherte mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt (
Art.
13
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG) in der Schweiz, die hilflos (
Art.
9 ATSG) sind, Anspruch auf eine Hilflo
senentschädi
gung. Vorbehalten bleibt
Art.
42
bis
IVG. Als hilflos gilt eine Person, die wegen einer Beeinträchtigung der Gesundheit für alltägliche
Lebensver
richtungen
dauernd der Hilfe Dritter oder der persönlichen Üb
erwachung bedarf (
Art.
9 ATSG).
Nach
Art.
42
Abs.
2 IVG
is
t zu
unterscheiden zwischen schwerer, mittelschwerer und leichter Hilflosigkeit
.
Gemäss
Art.
42
ter
Abs.
1 IVG
ist für die Höhe der Hilflosenentschädigung
das
Ausmass
der persönlichen Hilflosigkeit
massgebend
. Die Hilflosenentschädi
gung wird personenbezogen ausgerichtet und soll die Wahlfreiheit in den zentralen Lebensbereichen erleichtern. Die monatliche Entschädigung beträgt bei schwerer Hilflosigkeit 80 Prozent, bei mittelschwerer Hilflosigkeit 50 Pro
zent und bei leichter Hilflosigkeit 20 Prozent des Höchstbetra
ges der Altersrente nach
Art.
34
Abs.
3 und 5
des Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinterlas
senenversicherung
(
AHVG
)
.
Die Entschädigung für minderjährige Ver
sicherte berechnet sich pro Tag.
Nach
Art.
42
ter
Abs.
2 IVG
entspricht die
Höhe der Hilf
losenentschädigung für Versicherte, die sich in einem Heim aufhalten, einem Viertel der Ansät
ze nach
Abs. 1.
Vorbehalten bleiben die
Art.
42
Abs.
5 und 42
bis
Abs.
4
IVG.
1.2
Nach
Art.
42
quater
Abs.
1 IVG haben Versicherte
Anspruch auf einen
Assistenzbei
trag
, denen eine Hilflosene
ntschädigung der IV nach
Art.
42 Abs.
1-4 ausgerichtet wird
(
lit
. a)
, die zu Hause leb
en
(
lit
. b)
und volljährig sind (
lit
.
c).
Gemäss
Art.
42
quinquies
IVG wird e
in
Assistenzbeitrag
gewährt für Hilfeleistun
gen, die von der versicherten Person benötigt und
regelmässig
von einer natür
lichen Person (Assistenzperson)
erbracht werden,
die
von der versicherten Per
son oder ihrer gesetzlichen Vertretung im Rahmen eines Arbeitsvertrages ange
stellt wird
(
lit
. a)
und
weder mit der versicherten Person verheiratet ist, mit ihr in eingetragener Partnerschaft lebt oder eine faktische Lebensgemeinschaft führt noch in gerader Linie mit ihr verwandt ist
(
lit
. b
)
.
Nach
Art.
43
septies
Abs.
1
IVG
entsteht der Anspruch auf einen Assistenzbeitrag in Abweichung von
Art.
24 ATSG
frühestens im Zeitpunkt der
Geltendm
achung dieses Anspruchs
.
Der Anspruch besteht für Hilfeleistungen, die innert zwölf Monaten nach
deren Erbringen gemeldet werden (
Art.
43
septies
Abs.
2
IVG
).
1.3
1.3.1
Für die Feststellung, ob eine versicherte Person
im Sinne von
Art.
42
quater
Abs. 1
IVG
im Heim oder zu Haus
e wohnt, wird für volljährige ver
sicherte Personen auf den entsprechenden Ent
scheid über die Höhe der
Hilflo
senentschädigung nach
Art.
42
ter
Abs.
2 IVG abgestü
tzt (Kreisschreiben des Bundesamtes für Sozialversicherungen BSV über den Assistenzb
eitrag, gültig ab
1.
Januar 2013
,
Rz
. 2005 f.
).
1.3.2
Gemäss Kreisschreiben des BSV über Invalidität und Hilflosigkeit in der
Invaliden
versicherung
(KSIH), gültig ab
1.
Januar 2014
,
Rz
. 8005 und
Rz
.
8005.1
,
gilt als Heim je
de kollektive Wohnform, die zur Betreuung und/oder Pflege,
nicht jedoch zur Heilbehandlung
dient.
In jedem Einzelfall muss abge
klärt werden, ob von einer Wohngemeinschaft mit Heimstatus oder von einer Wohngemeinschaft, die einem Aufenthalt zu Hause
gleichgestellt ist
, auszuge
hen ist
.
Der Heimbegriff lehnt sich
nicht primär an die Finanzierung an. Es ist auch nicht entscheidend,
ob die Institution auf einer Bedarfsliste des
Bundes oder eines Kantons aufgeführt ist.
Eine
Wohngemeinschaft mit Heimstatus
liegt dann vor, wenn die Wohngemein
schaft unter der Verantwortung eines Trägers mit einer Leitung sowie allfällig angestelltem Pe
rsonal handelt und den Bewohnern
nicht nur Wohnraum zur Miete zur Verfügung gestellt wird, sondern gegen Entgelt darüber hinaus ein weitergehendes Leistungsangebot wie Verpflegung, Beratung, Betreuung, Pflege, Beschäftigung oder Integration – also solche Dienstleistungen, die in
ihrer Art und ihrem Ausmass bei einem Aufenthalt in der eigenen Wohnung eben nicht zur Verfügung stehen bzw. für deren Organisation die Betroffenen in der eigenen Wohnung selber verantwortlich wären. Auch eine besondere Atmosphäre im Sinne des familiären Wohnens, Respektieren der Individualität der betroffenen
Bewohner/
-
innen und grösstmögliche Autonomie innerhalb
und ausserhalb der Wohngemeinschaft ändern nichts daran, dass eine solche Wohngemeinschaft als Heim zu betrachten ist. Massgebend ist, dass ein für Heime typisches Spektrum an Leistungen erbracht wird, das in der eigenen Wohnung oder in einer Wohngemeinschaft nicht (dauernd)
gewährleistet ist
.
Aufg
rund der obigen Ausfü
hrungen liegt unter anderem ein Heim vor, wenn
ein
e Struktur vorgegeben ist (zum Beispiel:
Heimleitung, angestelltes
Personal etc.)
, wenn
die versicherte Person nicht
f
ür den Tagesablauf
verantwortlich ist und wenn
eine Abhängigkeit und/oder ein Unterordnungsverhältnis
besteht
(KSIH
Rz
. 8005.2).
Wohngemeinschaften ohne Heimstatus
zeichnen sich durch ihre
Selbstorganisa
tion
und Eigenverantwortung aus.
Die Entscheidungsbefugnis liegt für alle Aspekte der Organisation, Verwaltung und der Wohngemeinschaft in der Eigenverantwo
rtung der betroffenen Bewohner/
-
innen. Diese regeln, wann und von wem Pflege sowie Betreuung bereitgestellt wird und wie Pflege und Betreuung strukturiert sein sollen. Sie regeln die Nachfolge ausscheidender Personen und damit, mit wem die Wohnung geteilt wird, wer die Wohnung sauber hält usw.
Wird die Wohnung durch eine Trägerschaft zur Verfügung gestellt, welche die Verantwortung für den Betrieb der Wohngemeinschaft übernimmt, liegt keine Selbstorganisation vor.
Diesfalls
kann nicht mehr von einer selbstständigen und unabhängigen Gruppe ausgegangen werden, die in allen das Zusammenleben betreffenden Fragen eigenverantwortlich entscheidet und autonom über ihre Betreuung und die damit zu
sammenhängenden Fragen bestimmt (KSIH
Rz
.
8005.3).
2.
2.1
Streiti
g und zu prüfen sind die Ansprüche
des Beschwerdeführer
s
auf einen Assistenzbeitrag
und
auf eine
Hilflosenentschädigung
bzw. deren Höhe
.
Für beide Ansprüche entscheidend ist dabei
,
ob
d
essen
Wohnge
meinschaft
an d
er Seefeldstrasse 65 in
D._
als Heim zu qualifizieren ist.
2.2
Die Beschwerdegegnerin
bejahte den Heimstatus der
Wohnform
des
Beschwerde
führers und begründete dies
im Wesentlichen wie folgt
(
Urk.
2 S. 3
f.
)
:
Beim
Haus B._
handle es sich um einen Verein, der die Betreuung von jungen Erwachsenen anbiete. Das Ziel dabei sei, ein eigenverantwortliches Handeln zu entwickeln und wo möglich den Schritt in di
e Eigenständigkeit zu schaffen.
Zur Unterstützung der Bewohner sei
en
eine Haushälterin sowie ein technischer Dienst angestellt. Diese würden die von den Bewohnern gemeinsam benutzten Räumlichkeiten reinigen, die Bett- und Küchenwäsche waschen und die Bewohner bei Krankheit, Arztterminen oder anderen persönlichen Anliegen unterstützen. Die Bewohner seien grundsätzlich für
die Reinigung ihrer Zimmer, das
Zubereiten der Mahlzeiten sowie die Kleiderwäsche selbst verantwortlich.
Auf Anfrage würden sie
entsprechend unterstützt. Die Haushälterin achte ebenfalls darauf, dass die Bewohner das Haus in korrektem Zustand verlassen würden. Im
Mietvertrag werde festgehalten, dass dem Mieter ein möbliertes Zimmer sowie die Mitbenützung von WC, Bad/Dusche, Stube, Küche, Waschkü
che und Gar
t
ensitzp
latz zur Verfügung stehen würde
n
. In den Nebenkosten inbegriffen seien unter and
e
rem die Hauswartung, die Bettwäsche un
d deren regelmäs
sige Reinigung,
Ersatzmaterial
, Reinigung
und Unterhalt der gemein
samen Toilettenanlagen und die Pflege von Garten und Umgebung.
Gemäss Auskunft von
Frau C._
habe der Beschwerdeführer ein eige
nes Zimmer und teile die anderen Räumlichkeiten mit seinen Mitbewohnern. Einmal pro Woche komme eine Putzfrau und reinige
sein
Zimmer
und
die Gemeinschaftsräume. Ansonsten sei der Beschwerdeführer auf sich selbst gestellt. Er wasche seine Wäsche selbst und sei auch für die Zubereitung seiner Mahlzeiten verantwortlich.
Aufgrund der vorliegenden Informationen
sei
somit
festzuhalten
, dass ein hoher Anteil an Selbstverwaltung und Selbstorganisation gewährleistet sei.
Das
Aus
mass an Unterstützung
könne
von den Bewohnern
auch
selbst bestimmt wer
den. Gleichzeitig gäbe es jedoch ein Leistungsangebot, das in der eigenen Woh
nung nicht zur Verfügung stehen würde bzw. für deren Organisation die Betroffenen in der eigenen Wohnung selbst verantwortlich wären. Dies betreffe insbesondere die bereits in den Nebenkosten mit inbegriffenen Leistungen wie die Reinigung der Bettwäsche, die Hauswartung und auch die Pflege von Gar
ten und Umgebung. Gegen eine Wohnform ohne Heimstatus spreche auch die Tatsache, dass die Wohnung durch eine Trägerschaft zur Verfügung gestellt werde. Diese übernehme denn auch die Verantwortung für den Betrieb der Wohngem
einschaft. Die
s
bedeute, da
ss die Entscheidungsbefugnis nicht für alle Aspekte bei den Bewohnern liege.
Von Bedeutung sei zudem
auch
, dass die Bewohner die Möglichkeit hätten,
die erforderlichen Hilfes
tellungen aus einer Hand zu beziehen.
Insgesamt fehle es daher an
einer
vollumfänglichen
Selbst
organisation
und Eigenverantwortung
der Bewohner
, weshalb im vorliegenden Fall von einer Wohngemeinschaft mit Heimstatus auszugehen sei.
3.
3.1
Di
ese Begründung
der Beschwerdegegnerin
vermag nicht zu überzeugen. Der Beschwerdeführer hat mit dem Verein
Haus B._
, d
er
nicht als
Insti
tution gemäss
Art.
4
des Bundesgesetzes
über die Institutionen zur Förderung der Eingli
ederung von invaliden Personen
(
IFEG
)
anerkannt
ist (vgl.
http://www.insos.ch/dienstleistungen/institutionen-suchen
)
und ausweislich der Akten auch keine
entsprechenden
Subventionen bezieht
,
a
m 1
5.
April 2014 einen Mietvertrag und nicht einen Heim- oder Betreuungsvertrag abgeschlos
sen.
Die Leistungen
des Vereins
sind
dabei
minim
, und
der Inhalt des
betreffen
den
Mietvertrags
unterscheidet sich
nur
unwesentlich vom Inhalt
g
ewöhnlicher
Mietvertr
äge
.
So wird dem Beschwerdeführer in erster Linie ein möbliertes Zimmer zur Verfügung gestellt
(vgl.
Ziff.
3 des Mietvertrags,
Urk.
9/217). Z
udem werden
etwa die gemeinsamen Toilettenanlagen gereinigt, Bettwäsche, Handtücher in der Toilette und Geschirrtücher in der Küche zur Verfügung gestellt und gewaschen
(vgl.
Ziff.
6 des Mietvertrag
s
)
.
Hierbei handelt es sich jedoch
lediglich um
einzelne
Reinigungs
- und
Wasch
dienst
leistungen
,
nicht
aber
um
Verpflegungs-
,
Beratungs-,
Betreuungs
-
,
Pflege-,
Beschäftigungs- oder Integrationsleistungen,
die für e
in H
eim typisch wären (vgl. E. 1.3.2
).
Im Wei
teren
hat der Beschwerdeführer
zu Recht da
rauf hingewiesen (
Urk.
1/1
), dass die
vertraglich
vereinbarte Hauswartung und
Pflege von Garten und Umgebung auch in gewöhnlichen Mietverträgen Sache des Vermieters ist.
Zur Erfüllung der genannten
Aufgaben
bezüglich der
vorhandenen
13 Einzelzimmer
, der
Toi
letten/Duschen
,
des Gemeinschaftsraumes
,
der
Kellerräume,
der Waschküche und des Gartens
sind denn auch
nur
zwei Personen
in einem Pensum von ins
gesamt
75
%
angestellt (eine
Haushälterin in einem 50%-Pensum und jemand i
m technischen Dienst in einem 25
%-Pensum
,
vgl. Urk.
9/216). Es erstaunt daher
auch nicht, dass der Mietzins
des Beschwerdeführers
pro Monat
lediglich
Fr.
1‘
1
00.
--
(
Fr.
1‘400.-- abzüglich Anteil Mietzinsverbilligung durch den Ver
mieter von
Fr.
300.--
)
beträgt
(
gemäss
Ziff.
4 des Mietvertrags wird die Miete dabei auf der Basis d
er Kostenmiete, gestützt auf das aktuelle
Reglement über das Rechnungswesen der von der Stadt
D._
unterstützten Baugenossen
schaften
,
ermittelt
)
, währenddessen ein Aufenthalt in einem Heim oder einer Wohngemeinschaft mit Heimstatus in aller Rege
l deutlich
kostspieliger ist.
Wie aus de
m an
F._
gerichteten Schreiben des
Vereinsp
räsidenten
E._
vom 2.
Juli 2014
(
Urk.
3/3
)
hervorgeht, ist es auch das
primäre
Ziel des
1956
gegründeten Vereins
Haus B._
, sehbehinderten und blinden Menschen preisgünstigen Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Daneben wird
gemäss diesem Schreiben von
E._
zwar auch die soziale Integration der Bewohner
bezweckt. K
onkrete Leistungen we
rden in diesem Zusammenhang aber offenbar
nicht
angeboten, und
es sind
insbesondere auch k
eine Tages
struktur
und kein
Tagesablauf
–
wie
zum Beispiel Essenszeiten, Möglichkeite
n für Freizeitaktivitäten etc. -
vorgegeben
(vgl.
telefonische Auskunft von
E._
vom 2
0.
Mai 2014,
Urk.
9/216)
, die
für einen Heimcharakter der Wohnge
meinschaft des Beschwerdeführers sprechen würde
n
.
Im Übrigen ist dem Miet
vertrag vom 1
5.
April 2014
auch
nicht zu entnehmen, dass
die Bewohner der Lieg
enschaft an der Seefeldstrasse 65
vom Verein
Haus B._
nebst den
Reinigungs
- und Wasch
dienst
leistungen
bei Bedarf noch
andersartige
Hilfe
leistungen
– wie
etwa eine
Unterstützung bei Krankheite
n oder Arztterminen
-
beziehen könnten
.
Auch wenn das Zimmer
des Beschwerdeführers vom Verein
Haus B._
und damit
von
einer Trägerschaft
vermietet wird,
ist
diese
aufgrund
des Gesagten
daher
viel eher mit einer Wohn
genossenschaft, deren Zweck ebenfalls das zur Verfügung stellen von preisgünstigem Wohnraum ist, zu vergleichen
als mit einem
Heim.
3.2
Es ist
demnach festz
uhalten
, dass die
Wohngemeinschaft des Beschwerd
efüh
rers
nicht als Heim zu qualifizieren ist.
4.
4.1
Die für die Gewährung eines Assistenzbeitrags erforderliche Anspruchsvoraus
-
set
zung
des
Zu-Hause-
Lebens ist somit erfüllt.
Die angefoch
tene
V
erfügung
vom
3.
November 2014 (
Urk.
2/1)
ist deshalb
aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese
prüfe, ob der Beschwerde
-
führer auch
die übrigen A
nspruchsvoraussetzungen erfüllt,
und danach
über einen Anspruch
auf einen Assistenzbeitrag neu verfüge.
4.2
Im Weiteren sind auch die angefochtenen Verfügungen vom 2
7.
November 2014, mit denen die Beschwerdegegnerin die Hilflosenentschädigung leichten Grades im Sonderfall ohne Heimstatus per
1.
November 2014 a
uf
eine Hilflo
senentschädigung leichten Grades im Sonderfall im Heim
gekürzt
(Urk.
2/2) und vom Beschwerdeführer
Fr.
351.-- zurückgefordert hat (
Urk.
2/3), aufzuheben, und es ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer
ab dem 1.
November 2014 weiterhin Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung leichten Grades im Son
derfall ohne Heimstatus hat
.
4.3
Die Beschwerde
n
sind
deshalb
gutzuheissen
.
5
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 5
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der
unterliegenden
Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen
.