Decision ID: a35885e2-1fd8-5af0-82ae-bc8c87b80d1c
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- Y, geboren am 11. Oktober 1990, hat am 10. August 2009 einen Lehrvertrag mit der
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X AG für eine 4-jährige Mediamatikerlehre abgeschlossen. Der Lehrvertrag wurde vom
Amt für
Berufsbildung, Bildungsdepartement des Kantons St. Gallen, am 14. August 2009
genehmigt.
Y hatte vorher zwei Lehrjahre als Mediamatiker im Kanton Thurgau absolviert. Diese
Lehre
brach er ab. Aufgrund seiner dadurch bereits vorhandenen Kenntnisse, wurde er ins
zweite
Ausbildungsjahr im Berufs- und Weiterbildungszentrum Uzwil-Flawil (nachfolgend: BZ)
eingeschult.
B.- Y besuchte den Unterricht oft nicht und verpasste Prüfungstermine. Er wurde
deshalb
Ende des Jahres 2009 vom Klassenlehrer verwarnt und ihm wurde aufgelegt, alle
Prüfungen
nachzuholen und ab sofort den Unterricht lückenlos zu besuchen. Wegen der weiterhin
bestehenden diversen, zum Teil unentschuldigten Absenzen sowie dem Antrag von Y,
ein
Lehrjahr zu überspringen, fand am 5. Februar 2010 eine Besprechung zwischen dem
Lernenden, dem Inhaber des Lehrbetriebs, dem Abteilungsleiter des BZ und der
Ausbildungsberaterin des Amts für Berufsbildung statt. Eine Versetzung in ein höheres
Lehrjahr
wurde wegen ungenügender Noten in vier Fächern abgelehnt. Y wurde aber darauf
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hingewiesen, dass er eine Dispensation von den Fächern beantragen könne, in
welchen er sich
unterfordert fühle. Die Prüfungen müsse er allerdings alle ablegen. Bezüglich der
unentschuldigten Absenzen wurde am 24. Februar 2010 ein Verweis erteilt und im
Zeugnis die
Betragensnote 4 - "wiederholt fehlende Abmeldung und Entschuldigung bei
Abwesenheiten"
eingetragen. Y führte als Begründung für die vielen Fehlstunden seine chronischen
Augenprobleme und Kopfschmerzen an.
Im zweiten Semester des Schuljahres 2009/2010 hatte Y wieder viele, zum Teil
unentschuldigte Absenzen. Im Juni 2010 besuchte er einen überbetrieblichen Kurs
nicht.
Gegen das Zeugnis vom 22. Juni 2010 erhob Y Rekurs, da er sowohl mit der Anzahl
der
aufgeführten unentschuldigten Absenzen als auch mit der Note im Fach "Multimedia"
nicht
einverstanden war. Der Inhaber des Lehrbetriebs teilte dem BZ am 23. Juni 2010 auf
telefonische Anfrage mit, er überlege sich, einen Antrag auf Auflösung des Lehrvertrags
zu
stellen, wenn sich das Verhalten von Y nicht bessere. Nach den Sommerferien fehlte
dieser
wieder an drei Tagen in der Schule.
Am 7. September 2010 stellte der Rektor des BZ den Antrag auf Aufhebung des
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Lehrvertrages beim Amt für Berufsbildung, das sowohl dem Lernenden als auch dem
Lehrbetrieb mit Schreiben vom 14. September 2010 das rechtliche Gehör gewährte.
Mit
Beschluss vom 21. September 2010 wies das BZ den Rekurs gegen das Zeugnis ab.
Am 28.
September 2010 nahmen Y und der Inhaber des Lehrbetriebs gemeinsam Stellung zum
Antrag
auf Aufhebung des Lehrvertrags und reichten ein Arztzeugnis des Hausarztes des
Lehrlings
vom 27. September 2010 (act. 15/15) ein.
C.- Mit Verfügung vom 5. Oktober 2010 löste das Amt für Berufsbildung den
Lehrvertrag
zwischen der X AG und Y auf. Dagegen erhoben Y mit Eingabe vom 18. Oktober 2010
und die
X AG mit Eingabe vom 19. Oktober 2010 Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission
mit
dem sinngemässen Antrag, die Verfügung sei aufzuheben. Am 15. November 2010 zog
Y
seinen Rekurs zurück, woraufhin dieses Verfahren am 17. November 2010
abgeschrieben
wurde (VRKE III-2010/3). Hängig blieb der Rekurs X AG. Aufgrund der aufschiebenden
Wirkung des Rekursverfahrens besuchte Y weiterhin das BZ.
Die Vorinstanz liess sich am 15. Dezember 2010 vernehmen und beantragte die
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kostenfällige Abweisung des Rekurses. Dazu reichte sie diverse Akten sowie eine
Vernehmlassung des Rektors des BZ vom 6. Dezember 2010 ein.
Mit Schreiben vom 22. Februar 2011 nahm die Vorinstanz nochmals Stellung und
reichte
weitere Akten, darunter eine weitere Stellungnahme des Rektors des BZ sowie Belege
über
den Mailverkehr mit und über Y ein. Am 25. Februar 2011 reichte die Rekurrentin das
Zeugnis
des Lehrlings vom 25. Januar 2011 sowie ärztliche Berichte der Rheinburg-Klinik vom
2. und
11. Februar 2011 ein. Y fragte am 11. März 2011 telefonisch bei der
Verwaltungsrekurskommission an, ob er noch weitere Beweismittel einreichen dürfe.
Obwohl
dies bejaht wurde, gingen keine Akten mehr ein. Am 30. März 2011 leitete die
Vorinstanz ein
Mail an den zuständigen Abteilungspräsidenten der Verwaltungsrekurskommission
weiter, in
welchem der Rektor des BZ darüber informierte, dass Y bereits die vierte Woche fehle
und kein
Arztzeugnis eingereicht habe. Mit Mail vom 7. Juni 2010 reichte die Vorinstanz eine
Zusammenstellung von Feedbacks der Lehrpersonen des BZ ein.
Am 8. Juni 2011 zeigte Rechtsanwalt Christoph Bürgi an, dass er die Vertretung der
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Rekurrentin übernommen habe. Auf telefonische Aufforderung reichte die Vorinstanz
am 10.
Juni 2011 den Antrag des Rektors des BZ auf Widerruf der Genehmigung des
Lehrvertrags
vom 7. September 2010 ein. Die Akten wurden den Parteien zur Kenntnis gebracht.
D.- Am 10. Juni 2011 fand die mündliche Verhandlung statt, an welcher der Inhaber
des
Lehrbetriebs sowie der Vertreter der Rekurrentin und die Mitarbeiterin der Abteilung für
Lehraufsicht beim Amt für Berufsbildung, als Vertreterin der Vorinstanz teilnahmen. Y,
der
Rektor des BZ sowie der Klassenlehrer von Y waren ebenfalls anwesend und wurden
als
betroffene Person bzw. als Auskunftspersonen befragt (vgl. Verhandlungsprotokoll).
Am 17. Juni 2011 forderte die Gerichtsschreiberin bei der Vorinstanz weitere Akten an.
Am
20. Juni 2011 holte sie telefonische Auskünfte beim Rektor des BZ ein und verlangte
ebenfalls
weitere Unterlagen. Mit Mails vom 20. Juni 2011 sandten die Vertreterin der Vorinstanz
sowie
der Rektor des BZ die verlangten Akten. Diese wurden den Parteien zusammen mit
dem
Verhandlungsprotokoll am 22. Juni 2011 zugestellt und sie erhielten Gelegenheit, dazu
bis am
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8. Juli 2011 Stellung zu nehmen. Am 27. Juni 2011 reichte der Rektor des BZ das
aktuelle
Semesterzeugnis nach, welches den Parteien am 29. Juni 2011 zur Kenntnisnahme
zuging.
Die Vorinstanz nahm am 6. Juli 2011 ergänzend Stellung. Der Vertreter der Rekurrentin
reichte
am 9. sowie am 17. August 2011 zusätzliche Stellungnahmen ein und beantragte, die
Noten
der teilweise bereits absolvierten LAP-Prüfungen zu den Akten zu nehmen.
E.- Auf weitere Ausführungen der Beteiligten sowie die Akten wird, soweit erforderlich,
in
den Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Der Kanton hat
eine
kantonale Behörde als Rechtsmittelinstanz für Verfügungen der kantonalen
Berufsbildungsbehörde zu bezeichnen (Art. 61 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über
die
Berufsbildung; SR 412.10, abgekürzt: BBG). Zuständige Berufsbildungsbehörde ist im
Kanton
St. Gallen das Amt für Berufsbildung (Art. 2 Abs. 1 der Berufsbildungsverordnung des
Kantons
St. Gallen; sGS 231.11, abgekürzt: BBV-SG). Nach dem Einführungsgesetz zum BBG
(Art. 40;
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sGS 231.1, abgekürzt: EG-BBG) richten sich Verwaltungsverfahren und Rechtsschutz
nach
dem Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege (sGS 951.1, abgekürzt: VRP).
Verfügungen des
Amtes für Berufsbildung gegenüber Lehrbetrieben und Lehrlingen können mit Rekurs
bei der
Verwaltungsrekurskommission angefochten werden (Art. 41 lit. c VRP). Die
Verwaltungsrekurskommission ist damit zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis
zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 19. Oktober 2010 ist rechtzeitig
eingereicht
worden und erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen
Voraussetzungen (Art.
45 Abs. 1, 47 Abs. 1 und 48 Abs. 1 VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.- Die Rekurrentin rügt zunächst eine Verletzung des Rechts auf Anhörung. Der
Anspruch
auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung, SR 101, abgekürzt BV) ist
das
Recht der Privaten, in einem vor einer Verwaltungs- oder Justizbehörde geführten
Verfahren
mit ihrem Begehren angehört zu werden, Einblick in die Akten zu erhalten und zu den
für die
Entscheidung wesentlichen Punkten Stellung nehmen zu können (vgl. Häfelin/Müller/
Uhlmann,
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Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Auflage, Zürich/St. Gallen 2010, Rz 1672).
Die Vorinstanz informierte sowohl den Lernenden Y als auch den Lehrbetrieb mit
Schreiben vom 14. September 2010 darüber, dass der Rektor des BZ einen Antrag auf
Aufhebung des Lehrvertrags gestellt hatte und setzte Frist bis am 28. September 2010,
um
dazu Stellung zu nehmen (vgl. act. 15/16). Diese Gelegenheit nahmen beide in einem
gemeinsamen Schreiben vom 28. September 2010 wahr (vgl. act. 15/14). Eine
Verletzung des
rechtlichen Gehörs ist daher nicht ersichtlich. Der Rektor des BZ war in diesem
Zusammenhang nicht verpflichtet, den Lernenden oder den Lehrbetrieb nebst den
verschiedenen vorausgegangenen Gesprächen noch einmal anzuhören, da das BZ
nicht die
verfügende Behörde ist, sondern lediglich den Antrag an die Vorinstanz stellte.
Immerhin hat
der Rektor des BZ den Lernenden am 29. August 2010 vor Antragstellung an die
Vorinstanz
mündlich informiert (act. 48/5).
3.- Gegenstand des Rekurses ist die Verfügung der Vorinstanz vom 5. Oktober 2010
betreffend die Aufhebung des Lehrvertrags zwischen der Rekurrentin und dem
Lernenden Y.
a) Gemäss Art. 1 Abs. 1 BBG ist die Berufsbildung eine gemeinsame Aufgabe von
Bund,
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Kantonen und Organisationen der Arbeitswelt. Den kantonalen Behörden fällt dabei
unter
anderem die Genehmigung von Lehrverträgen (Art. 14 BBG) und die Aufsicht über die
berufliche Grundbildung (Art. 24 Abs. 1 BBG) zu. Zur Aufsicht gehören die Beratung
und
Begleitung der Lehrvertragsparteien und die Koordination zwischen den an der
beruflichen
Grundbildung Beteiligten (Art. 24 Abs. 2 BBG). Insbesondere können die Kantone im
Rahmen
ihrer Aufsicht einen Lehrvertrag aufheben (Art. 24 Abs. 5 BBG).
Die berufliche Grundbildung dient der Vermittlung und dem Erwerb der Fähigkeiten,
Kenntnisse und Fertigkeiten, die zur Ausübung einer Tätigkeit in einem Beruf oder in
Berufsoder
Tätigkeitsfeld erforderlich sind (Art. 15 BBG) und besteht aus der Bildung in beruflicher
Praxis im Lehrbetrieb, allgemeiner und berufskundlicher schulischer Bildung (vgl. Art.
16 Abs. 1
lit. a und b BBG) sowie überbetrieblichen Kursen (vgl. Art. 21 BBV). Die Vermittlung der
allgemeinen und berufskundlichen Bildung findet in der Regel in Berufsfachschulen
statt, die
der Kanton St. Gallen führt (Art. 16 Abs. 2 lit. b BBG und Art. 9 EG zum BBG). Der
Besuch der
Berufsfachschule ist obligatorisch (Art. 21 Abs. 3 BBG).
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Bei schulischen Leistungen, die den Erfolg der betrieblich organisierten Grundbildung
in
Frage stellen oder bei ungenügendem Verhalten der lernenden Person nimmt die
Berufsfachschule mit dem Lehrbetrieb Kontakt auf. Zuvor hört sie die lernende Person
an (Art.
17 Abs. 3 BBV). Die Leistungsbeurteilung wird im Semesterzeugnis festgehalten. Dort
werden
unter anderem auch die Bewertung der Arbeitshaltung, wenn diese von der Norm
abweicht,
eine herabgesetzte Betragensnote oder eine Beanstandung im Betragen sowie die
Absenzen
eingetragen (Art. 16 Abs. 1 lit. b, c und d BBV-SG). Lernende haben die Vorschriften
der
Schulordnung zu beachten und sich in Schule und Öffentlichkeit anständig und
rücksichtsvoll
zu verhalten (Art. 15 Abs. 1 EG zum BBG). Vernachlässigen sie Pflichten oder verletzen
sie die
Schulordnung, so begehen sie einen Disziplinarfehler (Art. 16 Abs. 1 lit. a und b EG
zum BBG).
Bei Disziplinarfehlern kann die Berufsfachschule Disziplinarmassnahmen nach dem
Schulreglement verfügen (Art. 16 Abs. 2 EG zum BBG). Als schwerste
Disziplinarmassnahme
kann die zuständige Stelle des Kantons die Aufhebung des Lehrvertrags verfügen (Art.
16 Abs.
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3 Ziff. 1 EG zum BBG). Im Kanton St. Gallen ist das Amt für Berufsbildung für die
Genehmigung und Aufhebung von Lehrverträgen zuständig (Art. 8 Abs. 1 lit. d BBV-
SG).
Im Schulreglement des BZ vom 1. August 2003 (http://www.bzuzwil.ch/fileadmin/
user_upload/Daten/schulreglement.pdf) wird festgehalten, dass der Unterricht von den
Schülerinnen und Schülern regelmässig besucht werden muss und jede nicht besuchte
Lektion
als Absenz gilt, welche als entschuldigte oder unentschuldigte Absenz ins Zeugnis
eingetragen
wird. Nach einer Absenz müssen die Lehrbetriebe Einsicht in die Absenzenkontrolle
(Absenzenheft) nehmen und diese visieren. Im Anschluss lässt der Schüler/die
Schülerin die
Kontrolle von allen Lehrkräften visieren, bei denen er/sie gefehlt hat (Art. 17 des
Schulreglements). Unentschuldigte Absenzen werden als Verstoss gegen die
Disziplinarordnung geahndet (Art. 20 und 21 des Schulreglements). Die Lehrpersonen
können
als Disziplinarmassnahmen zusätzliche Arbeit, Wegweisen aus dem Unterricht für
einzelne
Lektionen unter Orientierung des Klassenlehrers, Antrag auf den Eintrag einer
Betragensnote
ins Zeugnis oder einen Eintrag einer mangelhaften Mitarbeit bei den betreffenden
Fächern
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anordnen oder bei der Abteilungsleitung weitere Disziplinarmassnahmen beantragen.
Die
einzelnen Massnahmen sind nicht aufeinander aufbauend (vgl. Art. 21 Abs. 4 des
Schulreglements). Der Abteilungsleiter kann einen mündlichen oder schriftlichen
Verweis mit
Kopie an den Lehrmeister oder den Ausschluss aus dem Stütz-, Zusatz- oder
Freifachunterricht
verfügen sowie seinerseits einen Antrag auf weiteres Disziplinarmassnahmen an den
Rektor
stellen (Art. 21 Abs. 5 des Schulreglements). Der Rektor kann die Androhung des
Antrags auf
Auflösung des Lehrverhältnisses verfügen sowie einen Antrag auf Auflösung des
Lehrverhältnisses an das Amt für Berufsbildung stellen (Art. 21 Abs. 6 des
Schulreglements).
b) In der Stellungnahme an die Vorinstanz vom 28. September 2010 erklärten Y und die
Rekurrentin, dass ihnen die vielen Absenzen und das nicht sauber nachgeführte
Absenzenheft
bekannt seien. Da der Lernende sehr oft abwesend gewesen sei, habe er nicht alle
Aufträge
der Lehrpersonen mitbekommen und somit einige Hausaufgaben nicht erledigt. Er
habe sich
bemüht, den Lernstoff trotzdem zu beherrschen, was ihm bei einem
Gesamtnotenschnitt von
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4.6 und nur einer ungenügenden Note im Semester 1/2010 gelungen sei. Im Fach
Französisch
habe er seine Note von 2.5 auf 5 steigern können. Er habe nie mitbekommen, dass die
Lehrer
mit seinen Leistungen (Hausaufgaben, Abgabetermine) unzufrieden seien. Thematisiert
worden sei nur, dass die Absenzen bzw. die Führung des Absenzenhefts nicht toleriert
würden.
Dass die Leistungen dermassen ungenügend gewesen seien, habe Y erstmals im
Gespräch
mit dem Rektor und dem Abteilungsleiter des BZ erfahren, als diese ihn über den
Antrag auf
Auflösung des Lehrvertrages informiert hätten. Erst in diesem Moment habe er den
Ernst der
Situation begriffen. Ihm sei die Lehre als Mediamatiker sehr wichtig und er sei sich
sicher, dass
dies der richtige Beruf für ihn sei. Der Lehrmeister sei mit der Leistung seines Lehrlings
zufrieden und finde, dass es eine andere Möglichkeit geben müsse, welche für alle
Beteiligten
zu einem positiven Ergebnis führen könne. Y sei bewusst, dass er viele Fehler
begangen habe.
Es sei für ihn unerklärlich, wie er sich in so eine Situation habe herein manövrieren
können,
obwohl ihn so viele Leute (Klassenlehrer, Abteilungsleiter) auf seine Fehler hingewiesen
hätten. Der Schulpsychologe habe ihm geraten, eine Abklärung bezüglich
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Wahrnehmungsstörungen zu machen, um herauszufinden, weshalb er seine Lehre in
seinem
Traumberuf so leichtfertig aufs Spiel gesetzt habe.
In der Verfügung vom 5. Oktober 2010 hält die Vorinstanz fest, aufgrund der Akten sei
erstellt, dass Y immer wieder unentschuldigt dem Berufsfachschulunterricht
ferngeblieben sei,
einen unsachgemässen Umgang mit Absenzen gepflegt sowie wiederholt nicht oder
nur
verspätet entsprechende Arztzeugnisse eingereicht habe. Das BZ halte in seinem
Antrag
sodann fest, dass auch das Nacharbeiten des Unterrichtsstoffes und das Erledigen von
Aufträgen mangelhaft gewesen seien. Y sei auf diese Missstände wiederholt
aufmerksam
gemacht worden. Im Februar 2010 sei deswegen ein Verweis ausgesprochen worden.
Bei
Versäumnissen seien ihm die Fristen zur Einreichung von Unterlagen immer wieder
verlängert
worden. Trotz dieser Bemühungen habe sich der Lernende uneinsichtig gezeigt und
sein
Verhalten nicht gebessert. Letzteres habe in massgeblichem Umfang auch den
Unterricht am
BZ gestört, weshalb eine weitere Beschulung von Y nicht möglich sei. Ihm seien
wiederholt
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Chancen eingeräumt worden, sein Verhalten zu verbessern. Mildere Massnahmen als
die
Auflösung des Lehrvertrags kämen vor diesem Hintergrund nicht mehr in Frage. Y habe
in der
Vergangenheit wiederholt Besserung gelobt und in der Folge dennoch sein Absenz-
und
Arbeitsverhalten nicht verbessert. Es sei nicht davon auszugehen, dass Y sich die zwei
Jahre
bis zum Ende der Ausbildung so diszipliniert verhalten könne, dass es zu keinen
Schwierigkeiten mehr komme. Zudem habe sich der Berufsbildner vor den
Sommerferien
gegenüber der Schule noch dahingehend geäussert, dass er den bestehenden
Lehrvertrag
auflösen werde, weil er mit den Leistungen des Lernenden ebenfalls nicht zufrieden sei.
Das
Schreiben des Hausarztes vom 27. September 2010 bestätige einen Teil der Absenzen,
andere seien jedoch immer noch offen. Das Arztzeugnis sei somit ungeeignet, den