Decision ID: ee3351de-a141-52ab-831e-277f4bcf4798
Year: 2008
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A. Eigenen Angaben zufolge verliess der Beschwerdeführer auf dem  seine Heimat am 2. November 2001 und gelangte am gleichen Tag illegal in die Schweiz, wo er am 5. November 2001 ein Asylgesuch stellte. Nach einer Kurzbefragung in der Empfangsstelle (...) (neu: Verfahrens- und Empfangszentrum; EVZ) vom 9. November 2001 wurde der Beschwerdeführer für die weitere Dauer des Verfahrens dem Kanton (...) zugewiesen. Die zuständige kantonale Behörde befragte den Beschwerdeführer am 30. Januar 2002. Anlässlich der Befragungen machte er im Wesentlichen geltend, er gehöre der  Jamaat e Ahmadiyya an und habe im Punjab . Wegen seiner Religion habe er Probleme. Nach wiederholten  über die Religion mit einem Freund N. A., habe dieser beim Gericht eine Bittschrift gegen ihn eingereicht, worauf er Ende  2001 festgenommen worden sei. Gegen Schmiergeldzahlungen sei er wieder freigelassen worden. Von seinem Vater sei er gewarnt , dass die Polizei in seiner Abwesenheit nach Hause gekommen sei. Er habe sich daher zur Ausreise entschlossen. Sonst habe er mit den heimatlichen Behörden keine Probleme gehabt.
B. Mit Eingabe vom 19. Februar 2002 (Poststempel) reicht der  kommentarlos die Bittschrift in Kopie zu den Akten.
C. Die Beschwerdeführerin verliess auf dem Luftweg ihr Heimat am 14. Oktober 2003 und gelangte am gleichen Tag illegal in die Schweiz, wo sie am 20. Oktober 2003 ein Asylgesuch stellte. Nach einer  in der Empfangsstelle (...) vom 23. Oktober 2001 wurde die Beschwerdeführerin für die weitere Dauer des Verfahrens dem Kanton (...) zugewiesen. Das BFF hörte sie am 21. November 2003 direkt zu den Asylgründen an. Anlässlich der Befragungen machte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen geltend, sie habe ihre Heimat aufgrund der Probleme ihres Ehemannes verlassen. Die Polizei sei mehrmals gekommen und habe verlangt, dass sie diesen ausliefern müsse; erstmals im März 2001 und zum letzen Mal im Mai 2003. Zudem habe sie unter den allgemeinen Benachteiligungen gelitten, denen die Angehörigen der Ahmadiyya in Pakistan ausgesetzt seien. Da die Situation für Frauen schwieriger sei, hätten die Schwieger-
Seite 2
D-6551/2006
eltern, bei denen sie gelebt habe, ihre Ausreise beschlossen. Weder sei sie jemals inhaftiert worden noch habe sie jemals vor Gericht gestanden. Für die übrigen Aussagen wird auf die Akten verwiesen. Das BFF verzichtete auf weitere Abklärungen.
D. Ebenfalls am 21. November 2003 wurde der Beschwerdeführer  durch das BFF zu seinen Asylgründen angehört. Für die  Aussagen wird auf die Akten verwiesen.
E. Mit Verfügung vom 4. Dezember 2003 - eröffnet am 5. Dezember 2003 - stellte das BFF fest, die Beschwerdeführer erfüllten die  nicht, und lehnte die Asylgesuche ab. Gleichzeitig ordnete es die Wegweisung aus der Schweiz und den Vollzug an. Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, die Vorbringen der Beschwerdeführer hielten aufgrund verschiedener grundlegender  den Anforderungen von Art. 7 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) an die Glaubhaftigkeit nicht stand. So habe der Beschwerdeführer anlässlich der kantonalen Anhörung zu Protokoll gegeben, er habe seinen Glauben nie öffentlich gepredigt, um dann bei der Bundesanhörung genau das Gegenteil zu behaupten. Die Auseinandersetzung mit seinem Freund über Glaubensfragen solle gemäss kantonaler Befragung zu einer Schlägerei geführt haben,  es bei der Bundesanhörung bei einem Disput geblieben sei. Auch bezüglich des Datums seiner Festnahme habe der  unterschiedliche Angaben gemacht, um dann bei der  auszuführen, zweimal festgenommen worden zu sein. Aus  Widersprüchen zu Vorbringen von zentraler Bedeutung müsse der Schluss gezogen werden, dass der Beschwerdeführer die  aus religiösen Gründen nicht in der behaupteten Art und Weise erlebt habe. Die als Beweismittel eingereichte Kopie der Bittschrift sei kein amtliches oder fälschungssicheres Dokument, sein Beweiswert sei als gering einzustufen. Von einer systematischen Verfolgung der Ahmadis könne in Pakistan nicht gesprochen werden, sodass die blosse Zugehörigkeit zu dieser Glaubensgemeinschaft nicht eine  Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG zu begründen .
F. Mit Beschwerde an die Schweizerische Asylrekurskommission (ARK)
Seite 3
D-6551/2006
vom 29. Dezember 2003 liessen die Beschwerdeführer unter Kosten- und Entschädigungsfolge die Aufhebung der vorinstanzlichen  und die Gewährung von Asyl beantragen. Im Hinblick auf die  der Ahmadis sei in jedem Falle seine vorläufige Aufnahme anzuordnen. Aufgrund der Mittellosigkeit der Beschwerdeführer sei auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten und ihnen die unentgeltliche Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des  vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) zu gewähren. Auf die Begründung der  sowie die eingereichten Beweismittel wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.
G. Mit Zwischenverfügung vom 6. Januar 2004 wurde auf die Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtet, da das Sicherheitskonto einen die mutmasslichen Verfahrenskosten übersteigenden Saldo aufwies. Über das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wurde im damaligen Zeitpunkt nicht befunden, dieses mithin stillschweigend in den Endentscheid verwiesen.
H. Am (...) wurde in Zürich C._ geboren.
I. Am (...) wurde in Zürich D._ geboren.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das  Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das  für Migration (BFM) gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des  vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).
Seite 4
D-6551/2006
1.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat am 1. Januar 2007 die  der bei der ARK hängigen Rechtsmittel übernommen. Das neue Verfahrensrecht ist anwendbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VGG).
1.3 Die Beschwerde ist form- und fristgerecht eingereicht. Die  sind durch die angefochtene Verfügung berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung  Änderung. Die Beschwerdeführer sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 und 50 ff. VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
1.4 Die beiden Kinder der Beschwerdeführer (vgl. Bst. H und I) sind in das vorliegende Verfahren miteinzubeziehen.
2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).
3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person , wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu  bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen  ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG).
3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft  oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender  für gegeben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich  sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
Seite 5
D-6551/2006
4. 4.1 In Würdigung der bestehenden Aktenlage ist von der  der Beschwerdeführer zur religiösen Minderheit der Ahmadyya in Pakistan auszugehen. Im Weiteren ist im Sinne der diesbezüglich  (Beschwerde-) Vorbringen und eingereichten Beweismittel (diverse Presseartikel, Berichte über die Lage der Ahmadis in ) unbestritten, dass Ahmadis als religiöse Minderheit in Pakistan Nachteilen ausgesetzt sein können. In zwei publizierten  (vgl. EMARK 1996 Nr. 21 und Nr. 22) hat die ARK eine  Beurteilung der Lage der Ahmadis in Pakistan vorgenommen. Wie aus den Erwägungen zu diesen Entscheiden einlässlich folgt,  sich die Mitglieder der Glaubensgemeinschaft der Ahmadis mit zum Teil schwerwiegenden, von Seiten der Glaubensmehrheit der Sunniten ausgeübten Anfeindungen und Übergriffen konfrontiert. Die Mitglieder der vor rund einhundertzehn Jahren aus dem sunnitischen Islam hervorgegangenen Glaubensgemeinschaft der Ahmadis ( Anzahl der Gläubigen in Pakistan werden verschiedene Zahlen ) werden von den orthodoxen Muslimen als Abtrünnige . Die Glaubensmehrheit wirft ihnen vor, sie leugneten  Glaubenssätze. In der freien und öffentlichen Ausübung ihres  sind die Ahmadis beschränkt und sie unterliegen immer wieder schikanöser Behandlung durch Teile der übrigen Bevölkerung. In der Vergangenheit ist es vereinzelt zu massiven Übergriffen gekommen. Die Gemeinschaft der Ahmadis wird wegen ihres  auch von staatlicher Seite sanktioniert, die einzelnen Mitglieder werden jedoch von den Behörden nicht systematisch verfolgt. Zu  anderen Beurteilung der Lage der Ahmadis in Pakistan gelangte die ARK sodann im Jahre 2002 (vgl. EMARK 2002 Nr. 3, S. 23 f.). Auf das Vorliegen einer Kollektivverfolgung kann somit auch weiterhin nicht geschlossen werden. Diese Einschätzung gilt auch in Berücksichtigung der in EMARK 2006 Nr. 18 begründeten Praxisänderung hinsichtlich der Frage der flüchtlingsrechtlichen Relevanz nichtstaatlicher  (Wechsel von der Zurechenbarkeits- zur Schutztheorie; vgl. dazu auch Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-7054/2006 vom 1.  2008 E. 4).
4.2 In ihrem Grundsatzurteil EMARK 2006 Nr. 18 ist die ARK zum Schluss gekommen, dass eine völkerrechtskonforme Anwendung von Art. 3 AsylG im Lichte der Genfer Flüchtlingskonvention (Abkommen vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK. SR 0.142.30]) ergibt, dass neben der unmittelbar oder mittelbar staatli-
Seite 6
D-6551/2006
chen auch die nichtstaatliche Verfolgung flüchtlingsrechtlich  relevant ist. Mit dieser Praxisänderung erfolgte damit ein Wechsel von der Zurechenbarkeits- zur so genannten Schutztheorie. Nach der Schutztheorie hängt aber die flüchtlingsrechtliche Relevanz einer  nicht von der Frage ihres Urhebers, sondern vom  eines adäquaten Schutzes durch den Heimatstaat ab (vgl. EMARK 2006 Nr. 18 E. 6.3.1. und 10.2.1.). In diesem Sinne kommt aber auch der Unterscheidung zwischen Schutzunwilligkeit und - des Heimatstaates (bzw. allenfalls eines Quasi-Staates)  keine entscheidende Bedeutung mehr zu: Nichtstaatliche  ist nach der Schutztheorie flüchtlingsrechtlich relevant, sofern der Heimatstaat (bzw. allenfalls ein Quasi-Staat) nicht in der Lage oder nicht willens ist, adäquaten Schutz vor Verfolgung zu bieten (vgl.  Art. 6 Bst. c der Richtlinie 2004/83/EG vom 29. April 2004 über Mindestnormen für die Anerkennung und den Status von  oder Staatenlosen als Flüchtlinge oder als , die anderweitig internationalen Schutz benötigen und über den Inhalt des zu gewährenden Schutzes [„Qualifikationsrichtlinie“]).
Mit Bezug auf die Frage, welche Art und welcher Grad von Schutz vor nichtstaatlicher Verfolgung im Heimatstaat (bzw. allenfalls in einem Quasi-Staat) als adäquat zu erachten ist und damit - aufgrund der Subsidiarität des flüchtlingsrechtlichen Schutzes - eine Anerkennung als Flüchtling ausschliesst, ist nach dem Grundsatzurteil EMARK 2006 Nr. 18 der ARK nicht eine faktische Garantie für langfristigen  Schutz der von nichtstaatlicher Verfolgung bedrohten Person zu verlangen, weil es keinem Staat gelingen kann, die absolute Sicherheit aller seiner Bürger und Bürgerinnen jederzeit und überall zu . Erforderlich ist aber, dass eine funktionierende und effiziente Schutzinfrastruktur zur Verfügung steht, wobei in erster Linie an  Aufgaben wahrnehmende Organe sowie an ein Rechts- und Justizsystem zu denken ist, das eine effektive Strafverfolgung . Im Weiteren muss die Inanspruchnahme eines solchen  der betroffenen Person objektiv zugänglich und individuell  sein.
Diese Voraussetzungen sind - unter Berücksichtigung der allgemeinen Situation der Ahmadis in Pakistan und den konkreten Umstände für den Beschwerdeführer - im vorliegenden Fall als gegeben zu erachten. Somit hat die Vorinstanz die Vorbringen des Beschwerdeführers, in seinem Heimatstaat als Ahmadi Behelligungen durch Glaubensgegner
Seite 7
D-6551/2006
ausgesetzt zu sein, im Ergebnis zu Recht als nicht asylrelevant erachtet.
4.3 Abschliessend ist im Zusammenhang mit den vom  geltend gemachten Schwierigkeiten mit Andersgläubigen,  N. A., noch festzuhalten, dass die diesbezüglichen  (Anzeige, Festnahmen durch die Polizei) aus den von der  richtig festgestellten Gründen nicht glaubhaft sind. Zur  von Wiederholungen kann daher auf die unter Angabe der  Fundstellen in den Protokollen gemachten Ausführungen der  in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden. Die Rechtsmitteleingabe vermag die vorhandenen Widersprüche nicht zu entkräften. Entgegen ihrer Auffassung sind die Schilderungen der  nicht „farbig und detailreich“, sondern lassen vielmehr jegliche Anhaltspunkte für von ihnen tatsächlich Erlebtes vermissen. Dem mit Beschwerdeeingabe vom 29. Dezember 2003 gestellten Fristersuchen um Ansetzung einer 14-tägigen Nachfrist für das  von Beweismittel für das in Pakistan angeblich laufende  ist abzuweisen. Dem Beschwerdeführer stand hierzu genügend Zeit zur Verfügung, um allfällige diesbezügliche im Rahmen von Art. 32 Abs. 2 VwVG zu berücksichtigende Unterlagen einzureichen, weshalb die Folgen dieser Unterlassung die Beschwerdeführer zu tragen .
4.4 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Beschwerdeführer nicht darzutun vermochten, dass sie einer Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt waren oder begründete Furcht haben, einer solchen ausgesetzt werden zu können. Sie können daher nicht als Flüchtlinge anerkannt werden. Die Vorinstanz hat die Asylgesuche der Beschwerdeführer im Ergebnis zu Recht abgelehnt.
5. 5.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der  der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).
5.2 Die Beschwerdeführer verfügen weder über eine  Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung  solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; Entscheidungen und Mitteilungen der  Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21).
Seite 8
D-6551/2006
6. 6.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das  nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige  von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des  vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]).
6.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche  der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des  in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat  (Art. 83 Abs. 3 AuG).
So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land  werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus  Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie  läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).
Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des  vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere , unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4.  1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.
6.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen (vgl. MARIO GATTIKER, Das Asyl- und Wegweisungsverfahren, 3. Aufl., Bern 1999, S. 89). Da es den Beschwerdeführern nicht gelungen ist, eine asylrechtlich  Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen  im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr der Beschwerdeführer in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.
Seite 9
D-6551/2006
Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdeführer noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher  einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wären. Gemäss Praxis des Europäischen  für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti- müssten die Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihnen im Fall  Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EMARK 2001 Nr. 16 S. 122, mit weiteren Hinweisen; EGMR, Bensaid gegen Grossbritannien, Urteil vom 6. Februar 2001, Recueil des arrêts et décisions 2001-I, S. 327 ff.). Allein mit der Zugehörigkeit des Beschwerdeführers zur Ahmadi-Glaubensgemein-
schaft und den damit verbundenen Benachteiligungen durch die an-
dersgläubigen Moslems oder gewisse Behördenmitglieder sind noch
keine Nachteile im Sinne besonders schwerer Eingriffe in fundamen-
tale Menschenrechte dargetan. Von einer generellen relevanten Ge-
fährdung oder unmenschlichen Behandlung in Pakistan ansässiger
Ahmadis kann nach Einschätzung des Bundesverwaltungsgerichts
nicht gesprochen werden (vgl. EMARK 2002 Nr. 3 E. 7c S. 24 f.). Der Vollzug der Wegweisung stellt unter diesen Umständen keine  der völkerrechtlichen Verpflichtungen der Schweiz dar und ist  zulässig (vgl. Art. 83 Abs. 3 AuG).
6.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder  auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3818).
6.5 Eine Situation, welche die Beschwerdeführer als "Gewalt- oder -Flüchtling“ qualifizieren würde, lässt sich aufgrund der heutigen Situation in Pakistan nicht in genereller Form bejahen. Hinsichtlich der aktuellen politischen Situation in Pakistan sowie der allgemeinen für einen allfälligen Vollzug der Wegweisung relevanten Situation der  aufgrund ihrer Zugehörigkeit zur  der Ahmadiyya kann vorab zur Vermeidung von Wiederholungen auf die Erwägungen 5.5.1 und 5.5.2 im bereits erwähnten Urteil des
Seite 10
D-6551/2006
Bundesverwaltungsgerichts D-7054/2006 vom 1. Februar 2008  werden. Im Zusammenhang mit der Glaubenszugehörigkeit zur Ahmadiyya ist zudem festzuhalten, dass der Beschwerdeführer keine exponierte Stellung innerhalb seiner Gemeinde geltend macht. Er war weder leitender religiöser Funktionär, noch hatte er eine  Stellung innerhalb der pakistanischen Gesamtgemeinschaft inne (kant. Protokoll S. 11). Sein Vater ist seinen Angaben zu Folge  der Religionsgemeinschaft in seinem Dorf, ohne deshalb aber besonderen Nachteilen ausgesetzt zu sein (Protokoll BFF S. 10). Weshalb gerade der Beschwerdeführer für die pakistanischen  von besonderem Interesse sein oder er der übrigen Bevölkerung im Speziellen auffallen sollte, ist nicht ersichtlich.
Weitere in der Person der Beschwerdeführer liegende Gründe, welche gegen einen Vollzug der Wegweisung unter dem Zumutbarkeitsaspekt sprechen, sind auch nicht vorhanden. Der Beschwerdeführer verfügt - wie seine Ehefrau - über eine zehnjährige Schulbildung sowie eine zweijährige Anlehre als Automechaniker und hat bereits auf diesem Beruf gearbeitet, sodass es für ihn kein Problem darstellen dürfte, ein wirtschaftliches Fortkommen zu erzielen respektive den  für seine Familie zu verdienen. Sodann können die - soweit  - gesunden Beschwerdeführer im Falle eines  nach Pakistan dort auf ein relativ umfangreiches familiäres  zurückgreifen, was für deren Reintegration ohne Zweifel von Nutzen sein dürfte. Auch ist davon auszugehen, dass die  den Beschwerdeführern in einer Anfangsphase von  Schwierigkeiten unterstützend zur Seite stehen werden. Ferner sind die beiden (Alter) respektive (Alter) Kinder der Beschwerdeführer (noch) in einem Alter, in welchem sie sich (noch) nicht in einem  Ausmass an die hiesige Lebensweise assimiliert haben, dass ihre Integration in der Heimat in Frage zu stellen wäre (vgl. dazu EMARK 2005 Nr. 6, S. 57 f., Erw. 6). Es ist den Beschwerdeführern deshalb zuzumuten, sich wieder in Pakistan niederzulassen und eine neue Existenz aufzubauen. Aufgrund dieser Erwägungen gelangt das Bundesverwaltungsgericht zur Überzeugung, dass die  bei einer Rückkehr in ihre Heimat keiner konkreten Gefährdung im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG ausgesetzt sind. Nach dem Gesagten erweist sich Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar.
6.6 Schliesslich obliegt es den Beschwerdeführern, sich bei der  Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwen-
Seite 11
D-6551/2006
digen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG).
7. Insgesamt ist die durch die Vorinstanz verfügte Wegweisung zu . Die Vorinstanz hat deren Vollzug zu Recht als zulässig,  und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG).
8. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.
9. Der Beschwerdeführer geht seit dem 1. März 2003 einer geregelten Erwerbstätigkeit nach und gilt demnach nicht als bedürftig. Mangels Erfüllen der kumulativen Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG (bedürftig/nicht aussichtslos) ist das noch offene Gesuch um  der unentgeltlichen Rechtspflege abzuweisen. Die  sind demnach den Beschwerdeführern aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG) und auf insgesamt Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).
(Dispositiv nächste Seite)
Seite 12
D-6551/2006