Decision ID: febc2bbd-5f79-43c4-a6d6-40d705a595c3
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1961, wa
r als Taxichauffeur
bei
Y._
angestellt und über den Arbeitgeber bei der Suva obligatorisch
unfall
versichert
, als er am 1
2.
August 2016 als Fussgänger von einem Auto angefahren wurde und sich dabei eine Deckplattenimpressionsfraktur LWK 3 sowie eine in
komplette kraniale Berstungsfraktur LWK 4 zuzog (Urk. 12/1, 12/9
), welche am
Folgetag im
Universitäts
spital
Z._
operativ versorgt wurden (
Urk
.
12/11).
Die Suva erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Urk.
12/18
, 12/80
). Bei Schmerz
persistenz unterzog sich der Versicherte am 4. April 2017 im
Z._
einer
Osteosyn
these
m
aterialentfernung
(OSME), einer
Nervenwurzelinfiltration L5 und
einer
Facetteninfiltration L4/5 links (Urk.
12/61). Auf
Veranlassung der Unfallver
sicherung
trat er
am 11. Oktober 2017 eine mehrwöchige stationäre Rehabili
tation in der Rehaklinik
A._
an (Urk.
12/94,
12/105
-106
).
Nach Vorlag
e an die Versicherungsmedizin (
Urk.
12/127) und Beurteilung des Integritätsschadens durch den Kreisarzt
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Chirurgie, am 2
6.
April 2018 (
Urk.
12/129) teilte die Suva dem Versicherten mit Schreiben vom
3.
Mai 2018 die Einstellung der Heilungskosten- und Taggeldleistungen per 3
0.
Juni 2018 mit
(
Urk.
12/135)
. Mit Verfügung vom 2
3.
Oktober 2018 verneinte sie
einen Anspruch auf eine Invalidenrente bei
einem Invaliditätsgrad von 6.24
% und sprach dem Versicherten eine Integritätsentschädigung basierend auf eine
r
Integritätsein
-
busse von 20
%
zu (
Urk.
12/184). Mit der Einsprache vom 1
2.
November 2018 lie
ss der Versicherte namentlich
die
Zusprache
einer Invalidenrente beantragen
(
Urk.
12/192
/2
; Ergänzung vom
4.
Februar 2019,
Urk.
12/196). Nachdem die S
uva Kenntnis von einer von der Sozialversicherungsanstalt des Kanton
s
Zürich, IV-Stelle, veranlassten polydisziplinären Begutachtung des Versicherten erhalten hatte (
Urk.
12/199), teilte sie dem Versicherten am 1
2.
November 2018 die
vor
läufige
Sistieru
ng des
Einspracheverfahrens
mit (
Urk.
12/200). Nach Eingang des Gutachtens der
C._
vom
3.
Janua
r
2020 (
Urk.
12/202)
und der Stellungnahme des Versicherten dazu (
Urk.
12/208, unter Beilage eines Aktengutachtens des Instituts
D._
vom 1
7.
August 2017,
Urk.
12/209) verneinte die Suva mit
Einsprache
entscheid
vom 1
0.
April 2020 in Bestätigung ihrer Verfügung vom 2
3.
Oktober 2018 einen Anspruch auf eine Invalidenrente (
Urk.
2).
Die IV-Stelle, welche
erstmals
mit Verfügung vom 1
5.
Juli 2004
respektive
Ein
spacheentscheid
vom 1
0.
Dezember 2004
einen Rent
en
anspruch des Versicherten bei einem dannzumal berechneten Invaliditätsgrad von 15
%
verneint hatte (
Urk.
12/170),
lehnte
mit Verfügung vom 2
8.
Mai 2020
auch
das neuerliche Ge
such des Versicherten um Ausrichtung einer Invalidenrente ab
(
Urk.
2 im Ver
fahren IV.2020.00430).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 1
0.
April 2020
liess
X._
am 1
2.
Mai 2020 Beschwerde erheben und die
Zusprache
einer angemessenen Inva
lidenrente beantragen; eventualiter seien weitere medizinische Abklärungen vor
zunehmen. Prozessual liess er um Bestellung von Rechtsanwalt
lic
.
iur
.
C.
Erdös
zum
unentgeltlichen Rechtsbeistand ersuchen (
Urk.
1 S. 2). Die Suva schloss mit Vernehmlassung vom
6.
August 2020 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
11), wovon dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 2
2.
September 2020 Kenntnis gegeben und
in
Bewilligung
seines prozessualen Gesuchs
Rechtanwalt
Erdös
zum unentgeltlichen Rechtsvertreter für das
vorliegende Verfahren bestellt
wurde (
Urk.
16).
3.
Mit Urteil IV.2020.00430 von heute wurde die Beschwerde des Beschwerdeführers gegen die Verfügung der IV-Stelle vom 2
8.
Mai 2020
abgewiesen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausge
brochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich
am 1
2.
August 2016
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
1.2.1
Gemäss
Art.
6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die
Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
kran
k
heiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbehandlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.2.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
den
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.2.3
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.3
Ist die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid (
Art.
8
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG
), so hat sie gemäss
Art.
18
Abs.
1 UVG Anspruch auf eine Invalidenrente. Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditäts
grades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgegliche
ner Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein
kom
men, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (
Art.
16 ATSG;
vgl. BGE 130 V 121).
Nach
Art.
18
Abs.
2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung des Invaliditäts
grades in Sonderfällen. Er kann dabei auch von
Art.
16 ATSG abweichen.
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte einen Anspruch auf eine Invalidenrente im angefochtenen Entscheid im Wesentlichen gestützt auf die Zumutbarkeits
beur
teilung der Ärzte
der
Rehaklinik
A._
vom 3
0.
November 2017
, wonach der Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit aus somatischer Sicht zeitlich
uneingeschränkt arbeitsfähig sei. Inwieweit eine psychische Symptomatik vorliege
, könne offenbleiben, nachdem etwaige psychische Beschwerden in keinem adä
quat-kausalen Zusammenhang zum erlittenen Unfall stünden.
Was den Ein
kom
mensvergl
eich anbelange, sei zur Ermittlung
des
Valideneinkommens
darauf ab
zustellen, was der Beschwerdeführer unter Berücksichtigung des unfallfremden Vorzustandes in Form krankheitsbedingter Rückenbeschwerden ohne das Unfall
ereignis zu erzielen imstande wäre, wobei es sich
in Anwendung von
Art.
28
Abs.
3
der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV)
rechtfertige, diesem Umstand mit einem Abzug vom statistisch erhobenen Lohn gemäss der LSE 2014 von 20
%
Rechnung zu tragen. Der auch von Seiten des Invalideneinkommens
gestützt auf die LSE 2014 durchgeführte Einkommensvergleich führe zum Aus
schluss eine
r
relevanten unfallbedingten Einschränkung und damit zur Abwei
sung des Rentenbegehrens (
Urk.
2 S. 11 ff.).
2.2
Der Beschwerdeführer lässt dagegen den Standpunkt vertreten, bei der Zumut
barkeitsbeurteilung der Rehaklinik
A._
handle es sich um eine blosse Hypo
these mit prospektivem Charakter. Selbst wenn aber darauf abgestellt würde, halte der Bericht massive Einschränkungen infolge der unfallbedingten Verletzungen der Lendenwirbelsäule (LWS) fest, namentlich durch die starke Morphinmedi
ka
tion wie auch aufgrund der psychiatrischen Diagnosen, welche
zumindest
bis am 2
9.
Juni 2018 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit nach sich gezogen hätten.
Was die Kausalität der psychischen Beschwerden anbelange, sei die Adäquanz zu bejahen, sei er doch Opfer eines speziell dramatischen Vorfalles geworden und damit eines schweren Unfalls, welcher zudem schwere Verletzungen und einen schwierigen Heilverlauf nach sich gezogen habe. Zur Feststellung des
Validen
einkommen
s
sei auf das effektive erzielbare
Einkommen in der bis zum Unfall
ausgeübten Tätigkeit als Taxi
chauffeur
von
Fr.
60'000.
--
abzustellen; die Aus
übung
dieser Tätigkeit sei
ihm
bis zum Unfall
entgegen dem Dafürhalten der Beschwer
degegnerin une
ingeschränkt möglich gewesen
. Auf Seiten des Invali
den
einkom
mens sei nebst dem korrekten Tabellenlohn zu berücksichtigen, dass er aus medizinischer und psychiatrischer Sicht nicht in der Lage sei, mehr als 40
%
zu arbeiten (
Urk.
1 S. 2 ff.).
2.3
Gegenstand des angefochtenen Entscheids und in diesem Verfahren streitig und zu prüfen ist einzig der Rentenanspruch des Beschwerdeführers, wobei der Be
schwerdeführer den am
3.
Mai 2018 formlos mitgeteilten Fallabschluss per 3
0.
Juni
2018 (
Urk.
12/135) zu Recht
nicht
in Frage stellen liess.
3.
3.1
Ein von der IV-Stelle im Rahmen der erstmaligen Rente
nprüfung eingeholtes Gut
achten d
es
Zentrums
E._
vom 2
4.
Juni 2004 führte zur Hauptdiagnose eines chronischen
lumbospondy
lo
genen
Syndroms links bei
Fehlform
mit abgeflachter LWS-Lordose, Haltungs
in
suffizienz und kleiner Disk
ushernie L3/L4,
Ostochondrose
L5
/S1 und leichten
Inte
r
vertebralarthrosen
vor
allem
L5/S
1.
Die angestammte Tätigkeit als Taxi
chauf
feur
wurde als weiterhin ganztags zumutbar erachtet mit einer Belastungs
reduktion (längeres Sitzen über 30 Minuten, Heben über 10 kg,
Urk.
12/171/5 f.
).
3.2
Beim Unfall vom 1
2.
August 2016 erlitt der Beschwerdeführer gemäss Bericht des Instituts für Notfallmedizin des
Z._
vom selben Tag eine Deckplattenim
pres
sionsfraktur LWK 3 sowie eine inkomplette kraniale Berstungsfraktur LWK
4.
Das MRI vom Unfalltag liess multisegmentale degenerative Veränderungen der LWS erkennen mit Punktum Maximum auf Höhe L4/5 mit unter anderem einer hoch
gradigen Spinalkanalstenose
und
osteodiskoligamentären
Einengungen der
Neuro
foramina
L4/5 und L5/S1 ohne Zeichen einer Nervenwurzelkompression (
Urk.
12/9
, 12/15). Die operative Versorgung erfolgte mittels perkutaner dorsaler Instrumentierung LWK
3-5 und
Ballonkyphoplastie
LWK
4
(
Urk.
12/11). Anläss
lich einer Verlaufskontroll
e in
der Klinik für Unfallchirurgie
des
Z._
am 2
8.
September 2016 schilderte der Beschwerdeführer eine im Vergleich zum Zustand vor dem Unfall deutlich stärkere Schmerzsymptomatik, welche von den involvierten Ärzten als wahrscheinlich multifaktoriell beurteilt wurde. Eine Wie
dereingliederung in den angestammten Beruf wurde befürwortet, eine Arbeits
unfähigkeit
von 50
%
attestiert (
Urk.
12/33
).
Gemäss Bericht des Hausarztes des Beschwerdeführers
Dr.
med. F._
, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, vom 1
6.
Januar 2017 sei der Arbeitsversuch mit 50
%
gescheitert und der Beschwer
deführer nach wie vor zu 100
%
arbeitsunfähig (
Urk.
12/44
/1).
3.3
Ein am 1
0.
März 2017 im
Z._
durchgeführtes MRI der LWS liess eine mögliche
Kompression der L5-Wurzel erkennen (
Urk.
12/54). Bei persistierenden Schmer
zen
lumbal mit Ausstrahlungen in das linke Bein unterzog sich der Beschwerdeführer am
4.
April 2017 einer OSME und einer Ne
rvenwurzelinfiltration L5
sowie einer Facetteninfiltration L4/5 links. Postoperativ zeigte sich gemäss Bericht des
Z._
vom
6.
April 2017 ein unauffälliger neurologischer Verlauf mit guter Schmerz
kompensation (
Urk.
12/60-61). Anlässlich der Verlauf
s
kontrolle
vom 1
9.
Mai 2017
habe der Beschwerdeführer über einen schlechten postoperativen Verlauf mit Schmerzprogredienz berichtet (
Urk.
12/72/2-3). Eine elektrodiagnostische Unter
suchung vom 1
8.
Juli 2017 liess zwar einen mässig bis schweren neurogenen Umbau L2 erkennen sowie Zeichen einer leichten neurogenen Veränderun
g in beiden S1/2 innervierten
Musculi
gastrocnemii
caput
lat
erale und mediale
links (
Urk.
12/84), doch passte die Symptomatik gemäss Bericht der Klinik für Plas
tische Chirurgie und Handchirurgie des
Z._
vom 2
1.
Juli 2017 eher zu
einer
chronischen
Radikulopathie
S1 links, denn zu einer solchen L3 links, obwohl sich im Bereich S2 lediglich ein diskreter neurogener Umbau gezeigt habe; eine akut neurogene Schädigung habe in keinem der untersuchten Kennmuskeln objek
ti
viert werden können (
Urk.
12/8
4)
.
3.4
Im Rahmen des
Rehaaufenthaltes
in
A._
vom 1
1.
Oktober bis 2
9.
November
2017 wurde der Beschwerdeführer neurologisch, psychosomatisch und bildge
ben
d (MRI vom 2
7.
Oktober 2017) abgeklärt (
Urk.
12/105/11). Die zu
ständige Fach
ärztin für Neurologi
e schloss in ihrer Gesamtbeurteilung angesicht
s
der elektro
myographischen sowie klinischen Befunde auf einen älteren, insgesamt wohl eher rückläufigen Schaden der Nervenwurzel S1
(
Urk.
12/105/17). Die psychosoma
tische Abklärung führte zum Schluss auf eine mittelgradige depressive Episode.
Der Beschwerdeführer reagiere auf die Unfallfolgen psychisch instabil, es werde eine Kostenübernahme für mindestens sechs Sitzungen empfohlen. Die derzeitige
Opioidabgabe
(unter anderem Tramadol) könne zur
Schmerzchronifizierung
bei
tragen, weshalb eine schrittweise Reduktion beziehungsweise ein vollständiges Ausschleichen empfohlen werde.
Die Ressourcen des Beschwerdeführers seien im Kontext der sehr schwierigen Belastungssituation mit Schulden, Stellenlosigkeit, dem Alter und dem Status als Witwer zu würdigen (
Urk.
12/106/1-2).
Gestützt darauf
,
die klinischen Befunde
sowie die
Erkenntnisse aus den
durch
ge
führten Assessments (
Urk.
12/105/12 f.)
und Therapien
erachteten die beteilig
ten Ärzte der arbeitsorientierten Rehabilitation die
bisherige Tätigkeit als T
axi
chauf
feur
als nicht mehr zumutbar; zumutbar seien
dem Beschwerdeführer
dagegen leichte Arb
eiten ohne
läng
erandauernde
vorgeneigte Haltung des Oberkörpers, ohne lang anhaltende monotone Körperhaltungen, Drehbew
eg
ungen des Rumpfes unter Belastung und ohne Bewegen von schweren Lasten mit Hubwagen ohne Eigenantrieb.
Die psychische Störung begründe aktuell eine mindestens leichte bis mittelgradige arbeitsrelevante Leistungsminderung. Empfohlen werde eine Wiedereingliederung in einem vorübergehend geschützten Arbeitsrahmen unter psychiatrischer Mitbetreuung. Die Einschränkungen des Beschwerdeführers seien sowohl durch den Unfall
als
auch durch unfallunabhängige degenerative Verän
derungen der Wirbelsäule bedingt; eine klare Trennung sei kaum möglich (
Urk.
12/105/4).
3.
5
Eine Konsultation in der Klinik für Traumatologie des
Z._
vom 2
1.
Februar 2018 führte zum Schluss, dass die vom Beschwerdeführer angegebenen Beschwerden teilweise mit den Befunden, welche im Vorjahr klinisch und im ENMG erhoben worden seien,
korrelierten,
jedoch hätten im letztjährig durchgeführten MRT keine klaren Korrelate mehr gefunden werden können. Bis 3
0.
September 2017 sei eine Arbeitsunfähigkeit attestiert, seither aber keine Arbeitsunfähigkeit mehr dokumentiert oder besprochen worden (
Urk.
12/119).
Gemäss Bericht derselben Klinik vom 2
5.
Mai 2018 wünsche der Beschwerdeführer bei weiterhin persistie
renden Beschwerden ohne klare
Korrelate im bereits durchgeführten MRT keine weiteren invasiven Eingriffe (
Urk.
12/140/2-2).
3.6
Dr.
B._
schloss sich in seiner Beurteilung vom 2
6.
April 2018 dem Zumut
barkeitsprofil der Rehaklinik
A._
an und sprac
h sich für den Fallabschluss aus
(
Urk.
12/127).
3.7
Auf Nachfrage der Beschwerdegegnerin ergänzte
Dr.
med.
G._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Oberarzt der Rehaklinik
A._
, die Zumutbarkeitsbeurteilung mit Schreiben vom
8.
August 2018 dahingehend, dass er bei der Beurteilung vom 3
0.
November 2017 selbstverständlich vorausgesetzt habe, es handle sich um eine ganztägige Berufstätigkeit. Ausgehend vom damaligen Zustand sei anzunehmen gewesen, dass
die
Beschwerden im Rahmen einer leichten
wechselbelastenden
Tätigkeit
mit der
Möglichkeit zu
Haltungswechseln
ohne zusätzliche Pausen -
gegebenenfalls mit angepasster Einnahme von Analgetika
-
beherrschbar und erträglich sein sollten (
Urk.
12/167).
3.8
Eine rheumatologische Abklärung in der Klinik für Rheumatologie des
Z._
vom 1
0.
September 2018 brachte keine Hinweise für das Vorliegen einer entzündli
ch-rheumatologischen Erkrankung zutage.
Die klinische Untersuchung habe sodann keine neurologische
n
Ausfälle gezeigt (
Urk.
12/173). Bei abgesehen von einem nicht auslösbaren PSR und einer
Hüftbeugerschwäche
M4 links unauffälligen neurologischen Befunden schloss die zuständige Oberärztin der Klinik für Rheu
matologie im Bericht vom
3.
November 2018 auf ein
lumboradikuläres
Syndrom S1 links (
Urk.
12/193).
3.9
Die polydis
ziplinäre Abklärung der
C._
(internistisch, neurologisch, rheuma
tologisch, psychologisch, neuropsychologisch) wurde im September und Oktober 2019 durchgeführt. Im Rahmen der Konsensbeurteilung schlossen die beteiligten Fachärzte auf folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit (
Urk.
12/202/11
):
-
Schwere lumbale Degeneration nach D
eckplattenimpressionsfraktur LWK
3
und inkomplett kranialer Berstungsfraktur LWK 4 vom 1
2.
August 2016
mit nachfolgender
Spondylodese
LWK 3 bis 5,
Ball
onkyphopla
stie
LWK 4,
OSME 4.4.2017
-
Medial und retropatellar betonte Gonarthrose mit
Bakerzysten
, Menis
kus
degeneration
Keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit wurde unter anderem der partiellen sensiblen Wurzelaffektion L5/S1 links bei Status nach Verkehrsunfall am
1
2.
August 2016 und einer
Dysthymia
sowie einem Fehlge
brauch von Opioiden beigemessen (
Urk.
12/202/12 f.).
Die im Rahmen
der
psychiatrischen Begutachtung vorgetragenen eher geringen Beschwerden aus dem depressiven Spektrum
würde
n keine funktionellen Ein
schränkungen dauerhafter Art
bewirken
und könnten durch eine parallel zu einer A
rbeitstätigkeit durchzuführende
Therapie zusätzlich gebessert werden. Eine an
haltende somatoforme Schmerzstörung könne mangels Vorliegens der relevan
ten Achsenkriterien nicht diagnostiziert werden (
Urk.
12/202/194 f.). Die neuro
psy
chologische Abklärung habe sodann keine Hinweise auf eine konsistente kogni
tive Störung ergeben (
Urk.
12/202/10).
Der spinale Defektzustand und die Kniegelenksarthrosen zögen eine reduzierte Belast
barkeit vor allem in körperlich
schweren und wirbelsäulenbelastenden Arbeiten nach sich. Der aktuelle
Opioidkonsum
und die manifeste Hypothyreose bedinge eine derzeit nicht gegebene Fähigkeit zum beruflichen Führen von Fahr
zeugen, sei aber innert vier Wochen korrigierbar.
Für die reklamierte h
ohe Schmerzintensität habe
im klinischen Eindruck kein ausreichendes Korrelat und im Labor kein dem angegebenen Schmerzmittelbedarf entsprechender Wirkspie
gel
gefunden werden können
(vgl.
dazu:
Urk.
12/204/98
)
. Das spinale Defekt
syn
drom und die Kniegelenksbefunde seien jedoch ausreichend, um eine dauer
hafte qualitative Minderung der Arbeitsfähigkeit zu begründen. In einer angepassten Tätigkeit wurde
der Beschwerdeführer als zu 100
% arbeitsfähig erachtet (
Urk.
12/202/14)
.
4.
4.1
4.1.1
Unbestritten und aufgrund der Akten erstellt ist, dass sich der Beschwerdeführer beim Unfall vom 1
2.
August 2016 strukturelle Läsionen in Form der D
eck
platten
impressionsfraktur LWK
3 und der inkompletten
Berstungsfraktur LWK
4 zuzog und dass er
nach dem Fallabschluss per 3
0.
Juni 2018 weiterhin unter einer lum
balen Schmerzproblematik
mit Ausstrahlungen ins linke Bein
litt/leidet, welche
zumindest
teil
s
auf die beim Unfall erlittenen V
erletzungen und teils auf die vor
bestehenden degenerativen Veränderungen zurückzuführen ist, wobei eine klare Trennung respektive Zuordnung der Schadensfaktoren nicht möglich ist (vgl. dazu:
Urk.
12/105/4).
Zu Recht nicht diskutiert wird zwischen
den Parteien eine allfällige Unfallkausalität der im Gutachten der
C._
diagnostizierten Gon
arthrose (E. 3.9), bieten die Akten doch hierfür keinen
hinreichenden
Anlass.
4.1.2
Die Beschwerdegegnerin erachtete d
ie Zumutbarkeitsbeurteilung
der Rehaklinik
A._
zur Feststellung der somatisch bedingten Einschränkungen als beweis
kräftig. Dieselbe erging in umfassender Kenntnis der Aktenlage, basierte auf einer
eingehenden
neurologischen Untersuchung und berücksichtigte in besonderem Masse die während des mehrwöchigen
Rehaaufenthaltes
geklagten Beschwerden und deren Auswirkungen auf die funktionelle Leistungsfähigkeit. Die im Aus
tritts
bericht vom 3
0.
November 2017 gezogenen Schlussfolgerungen (E. 3.4) erweisen sich
gerade auch
unter
Berücksichtigung der ergänzenden Ausfüh
run
gen von
Dr.
G._
vom
9.
August 2018, wonach davon auszugehen sei, dass die Schmerzen bei einer leichten, wechselbelastenden Tätigkeit, gegebenen
falls unter Anpassung der Medikation
, wobei nicht die Notwendigkeit der Morphin
medikation festgestellt, sondern deren Reduktion empfohlen wurde,
b
eherrschbar sein müssten (E. 3.7
), als nachvollziehbar begründet und überzeugend.
4.1.3
Entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers (
Urk.
1 S. 3)
kann in der Zu
mutbarkeitsbeurteilung der Rehaklinik
A._
keine blosse Hypothese gese
hen werden, zumal
jede
medizinisch-theoretische Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
immer auch Ermessenszüge aufweist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_ 937/2
012 vom 2
2.
April 2013 E. 4.1
). Im Übrigen
wird weder die Diagnostik der Rehaklinik
A._
noch deren Beurteilung der funktionellen Einschränkungen durch
die
übrige medizinische Aktenlage, jedenfalls nicht zu Gunsten des Beschwerde
füh
rers
,
in Frage gestellt. Vielmehr
lag der Einschätzung der Rehaklinik
A._
gar die Annahme eines, wenn auch rückläufigen
,
Nervenwurzelschadens S1 zugrunde (E. 3.4). Im Bericht der Klinik für Traumatologie des
Z._
vom 2
2.
Februar 2018 wurde zwar ebenfalls eine
Radikulopathie
L2 und S2
diagnostiziert,
aber darin kein
klares
und genügendes
Korrelat für die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden
gesehen
(
Urk.
12/119/3-4, E.
3.5)
und im Gutachten der
C._
wurde der lediglich als partiell beurteilten sensiblen Wurzelaf
fektion L5/S1 keine Auswirkung
auf die Arbeitsfähi
gkeit (mehr) beigemessen (E. 3/9
). Soweit der Be
schwerdeführer die Beurteilung der Rehaklinik
A._
unter Verweis auf einen Bericht der Klinik für Rheum
atologie des
Z._
vom 1
6.
August
2018, wonach die Beschwerden am ehesten mechanisch bedingt seien (
Urk.
12/188), in Frage zu stellen versucht (
Urk.
1 S. 3), vermag er nichts zu gewinnen, führte doch die neurologische Abklärung der Rehaklinik
A._
eben
gerade zur Anerkennung eine
r mechanischen Störung aufgrund der
dannzumal noch
zumindest teilweise
als
neuropathisch beurteilten Beschwerden.
Sodann schlossen nicht nur die somatischen Fachgutachter der
C._
auf eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit (E. 3/9); auch die zuständigen Ärzte der Klinik für Traumatologie des
Z._
sahen in ihrem Bericht
vom 2
2.
Februar 2018 vom Attest einer Arbeitsunfähigkeit
explizit
ab (E
. 3.8
).
Nichts zu gewinnen vermag der Beschwerdeführer sodann aus dem im
Einspra
che
verfahren
eingereichten Aktengutachten des Instituts
D._
vom 1
7.
August 2017,
Urk.
12/209)
, enthielt
sich
das
D._
doch
ausdrücklich
einer Stellungnahme zur Arbeitsfähigkeit (
Urk.
1
2/209/11).
4.1.4
Zusammenfassend drängen sich nach
dem
Gesagten keine ernsthaften Zweifel daran auf, dass
dem
Beschwerdeführer, welchem aufgrund der eingenommenen Medikamente die Fahrerlaubnis entzogen wurde (vgl.
Urk.
12/103) und
d
er
bei anhaltender Einnahme
opioidhaltiger
Medikamente
nicht mehr in der angestamm
ten Tätigkeit
als Taxifahrer
arbeiten sollte, aufgrund der somatischen Ein
schrän
kungen im Bereich der unfallversehrten
und bereits degenerativ vorge
schädigten
LWS eine angepasste Tätigkeit entsprechend dem von der Rehaklinik
A._
formulierten Zumutbarkeitsprofil (E. 3.4)
jedenfalls seit dem Fallab
schluss
per 3
0.
Juni 2018
uneingeschränkt
zumutbar ist.
4.2
4.2.1
Soweit der Beschwerdef
ührer eine durch den Unfall verursachte psychisch be
dingte 100%ige Arbeitsunfähigkeit geltend macht, welche zumindest bis 2
9.
Juni 2018 angedauert habe (
Urk.
1 S.
4),
nahm er gemäss A
ktenlage in
der
p
sychiatrischen
Klinik
H._
offensichtlich exakt die im psychosomatischen Konsilium der Rehaklinik
A._
zur Kostenübernahme empfohlenen sechs
pychiatrisch
-psychotherapeutischen Sitzungen wahr (E. 3.4) und zwar in der Zeit vom 2
2.
Februar bis 2
9.
Juni 2018 (vgl.
Unfallschein UVG,
Urk.
12/158)
.
Seit Mitte 2018 nahm der Beschwerdeführer auch gemäss Anam
nese im psychia
trischen Gutachten der
C._
vom
3.
Januar
2020 (
Urk.
12/202/188) keine psychiatrisch-psychotherapeutis
che B
etreuung mehr in Anspruch, was bereits
nicht auf einen erheblichen psych
isch
bedingten Leidens
druck schliessen lässt.
Zwischenzeitliche Arbeitsunfähigkeitsatteste behandelnder psychiatrischer/psychologischer Fachpersonen liegen entsprechend nicht
vor
.
4.2.2
Was die Beurteilung des psychischen Gesundheitszustandes des Beschwerde
füh
rers und dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
im hier interessierenden Zeitraum
se
it dem Fallabschluss per 3
0.
Juni
2018 bis zum Erlass des hier ange
fochtenen Entscheids anbelangt
, lag gemäss dem
psychiatrische
n
Gutachten
der
C._
v
om
1.
Januar 2020 eine
Dysthymie
ohne Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit vor.
Die von
Dr.
I._
in Kenntnis der
Vorakten
und der Labor
dia
gnostik sowie
gestützt auf eine eingehende Anamnese und einen AMDP-konform
erhobenen psychopathologischen Befund ergangene Beurteilung
(
Urk.
12/202
/195
ff.
) trägt den höchstrichterlichen Anforderungen an einen
beweis
wertigen ärzt
lichen Bericht
denn auch
Rechnung (E. 1.4) und erweist sich als schlüssig
. Insbesondere üb
erzeugt, dass die vorgetragenen
eher geringen Beschwerden aus dem depressiven Spektrum
keine funktionellen Einschränkungen
dauerhafter Art
be
wirken und durch eine im Rahmen der zumutbaren Selbsteingliederung parallel zu einer Arbeitstätigkeit durchzuführenden Therapie zusätzlich gebessert werden könnten. Auch
erweist sich der Ausschluss
einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung mangels Vorliegens der relevanten Achsenkrite
rien als begrün
det (
Urk.
12/202
/194 f.).
4.2.3
Sodann wird die Beurteilung von
Dr.
I._
durch diejenige der psychia
tri
schen und psychologischen Fachpersonen der Rehaklinik
A._
, welche in ihrem Bericht zum psychosomatischen Konsilium vom 3
0.
November 2017 auf das Vorliegen einer mittelgradigen depressiven Episode mit arbeitsrelevanter Leistungsminderung schlossen (E. 3.4), nicht in Frage gestellt, wurden darin doch die für die Ressourcen des Beschwerdeführer
s
als massgeblich beurteilten psycho
sozialen Belastungsfaktoren offensichtlich nicht ausgeklammert (Schulden/
Stel
len
losigkeit/Alter/Status als Witwer) und damit der Krankheitswert der depressi
ven Störung nicht abschliessend beurteilt (BGE 141 V 281 E. 4.3.3; 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 9C_543/2018
vom 21. November 2018 E. 2.2).
4.2.4
Was den Einwand des Beschwerdeführer
s
in seiner Stellungnahme zum Gutach
ten der
C._
vom 1
3.
Februar 2020, wonach
der
Leiter der
C._
,
Dr.
med.
J._
, vom Bundesamt für Gesundheit nicht mehr als Gutachter in der Schweiz zugelassen sei und gegen das
C._
ein Strafverfahren laufe, weshalb das Gut
achten zum vornherein unbeachtlich sei (
Urk.
12/208/1)
,
anbelangt,
gilt Folgen
des:
Abgesehen davon, dass der blosse Umstand, dass gegen
C._
-Ärzte Straf
anzeige erstattet wurde, gemäss bundesgerichtlicher Rechts
prechung für die Beweiskraft des konkret zu beurteilenden
Gutachtens unerheblich ist und eine grundsätzliche Befangenheit der Gutachter der
C._
bundesgerichtlich nicht bestätigt wurde (Urteile des Bundesgerichts 9C_255/2020 vom 1
3.
August 2020 E. 3.2, 8C_335/2020 vom 1
5.
Juli 2020 E. 4.2)
, verfügt das
C._
weiterhin über einen Vertrag mit dem BSV nach Artikel 72
bis
der Verordnung über die Inva
liden
versicherung (vgl. unter: https://www.bsv.admin.ch/bsv/de/home/-sozial
versi
che
rungen/iv/grundlagen-gesetze/organisation-iv/medizinische-gutachten-iv.html
, ab
ge
rufen am 1
1.
Mai 2021).
Die
Vorbringen
des Beschwerdeführer
s
laufen daher ins Leere, zumal
Dr.
J._
bei der Begutachtung des Beschwerdeführers nicht
einmal
beteiligt
war (vgl.
Urk.
12/202/5, 12/202
/15).
4.2.5
Aus dem Gesagten folgt, dass im hier massgeblichen Zeitraum
für die Beurteilung des Rentenanspruchs
vom
1.
Juli 2018 bis zum Erlass des angefochtenen Ent
scheids, welcher rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen
Überprüfungsbefugnis bildet
(
BGE 143 V 409
E. 2), eine die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers einschränkende psychische Gesundheitseinschränkung in me
di
zinisch-theoretischer Hinsicht nicht ausgewiesen ist. Auch wenn im Grundsatz bei sämtlichen psychischen Leiden ein strukturiertes Beweisverfahren durch
zu
führen und damit zu prüfen ist, ob eine rechtlich relevante Arbeits- und Erwerbs
unfähigkeit
nachzuweisen
ist (BGE 143 V 409 E. 4.5.2), ist ein solche entbehrlich, wenn – wie hier – im Rahmen eines beweistauglichen fachärztlichen Gutachtens eine Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen in nachvollziehbar begründeter Weise verneint wurde und gegenteiligen Einschätzungen kein Beweiswert beige
messen werden kann (Urteil des Bundesgerichts 8C_719/2020 vom
7.
April 2021 E. 7.2.2).
Entsprechend kann auf Weiterungen sowohl zum natürlichen als auch zum adä
quaten Kausalzusammenhang der psychischen Beschwerden verzichtet werden. Auch besteht kein Anlass zu weiteren medizinischen Abklärungen, sind doch von solchen keine anderen,
entscheidrelevanten
Erkenntnisse zu erwarten (
BGE 144 V 361 E. 6.5., 136 I 229 E. 5.3
).
5
.
5
.1
Der Prüfung der erwerblichen Auswirkungen der unfallbedingt eingeschränkten Lei
stungsfähigkeit ist folglich das
Zumutbarkeitsprofil der Rehaklinik
A._
vom 3
0.
November 2017 zugrunde zu legen (vgl. obige E. 3.1).
5
.2
5
.2.1
Was die Ermittlung des
Valideneinkommens
anbelangt, ist entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich ver
dient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teue
rung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesund
heitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
erstellt sein
(BGE 134 V 322 E. 4.1). Arbeitete die versicherte Person
in Teilzeit
, so wird – anders als in der Invalidenversicherung oder bei der Ermittlung der Arbeitsunfähigkeit für die Taggelder – der Lohn auf ein 100%-Pensum umgerechnet (BE 135 V 287 E. 4.1).
Dies gilt jedoch aufgrund von
Art.
28
Abs.
3
UVV
nicht, wenn die Teilzeitarbeit vor dem Unfall invaliditätsbedingt war.
War die Leistungsfähigkeit der versi
cher
ten Person aufgrund einer nicht versicherten Gesundheitsschädigung vor dem
Unfal
l dauernd herabgesetzt, so ist gemäss
Art.
28
Abs.
3 UVV für die Bestim
mung des Invaliditätsgrades der Lohn, den sie aufgrund der vorbestehenden ver
minderten Leistungsfähigkeit zu erzielen im Stande gewesen wäre, dem Ein
kom
men gegenüber zu stellen,
das
sie trotz der Unfallfolgen und der vorbestehenden Beeinträchtigung erzielen könnte. Dieser Sonderfall der Bestimmung des Inva
liditätsgrades kommt dort zur Anwendung, wo eine vorbestehende unfallfremde verminderte Leistungsfähigkeit vorliegt, die in keinem Zusammenhang mit dem versicherten Ereignis steht (RKUV 2006 Nr. U 570 E. 2.4 mit Hinweisen,
Urteil des Bundesgerichts U 357/04 vom 2
2.
September 2005 E. 2.4
).
5
.2.2
Der
ungelernte
Beschwerdeführer arbeitet
e
spätestens
ab April 2001
und jeden
falls ab 2012
bis zum
versicherten Unfall vom
1
2.
August 2016 als Taxichauffeur
(vgl. Anamnesen in
Urk.
12/171/2, 12/202/90
, 12/202/186
), wobei er diese Tätig
keit gemäss IK-Auszug vom 2
2.
Mai 2018 zeitweise im Angestelltenverhält
nis,
zeitweise als
Selbständige
rwerbender
ausübte
respektive abrechnete
(
Urk.
12/138).
Ab
dem
2.
Oktober 2012 arbeitete er für
das Unternehmen
Y._
und erzielte gemäss IK-Auszug im Jahr 2015 ein Einkommen von
Fr.
25'623.--
, im Jahr 2016 bis zum Unfall vom 1
2.
August 2016 ein solches von
Fr.
17'437.--
(
Urk.
12/1, 12/138/4).
Auch die E
inkommen der Jahre 2014 und 2013
fielen mit
Fr.
28'414.
--
und
Fr.
22'915.-- ähnlich tief aus (
Urk.
12/138/4).
Gemäss Angaben des Taxiunternehmens
vom 3
0.
April 2018 hätte
d
er
Beschwerdeführer
im Jahr 2018 im Rahmen einer 100%-Anstellung bei betriebsüblichen 1840 Jahresarbeits
stunden ein Einkommen von
Fr.
26'400.-- erzielt (
Urk.
12/144/1), wobei der Lohn des Beschwerdeführers
gemäss Aktenlage einzig
auf einer Umsatzbeteiligung v
on 50
%
beruhte, mithin kein Grundlohn vereinbart war
(
Urk.
12/168-169).
Entgegen dem Dafürhalten der Beschwerdegegnerin lassen die Akten nicht darauf schliessen, dass der Beschwerdeführer aufgrund der
in der
Verfügung der IV-Stelle vom 1
5.
Juli 2004 fe
stgestellten Einschränkung in der Leistungs- respektive Erwerbsfähigkeit
von 15
%
in der angestammten Tätigkeit als Taxichauffeur
(
Urk.
12/170)
in den Jahren
vor
dem
Unfall
vom 1
2.
August 2016
weiterhin ein gesundheitsbedingt reduziertes Einkommen erzielte
respektive gesundheitlich be
dingt teilzeitlich arbeitete, was
zur Anwendung von
Art.
28
Abs.
3 UVV
führen könnte
(
E. 5
.2
.1
;
Urteil
des Bundesgerichts
8C_847/2015 vom
2.
September 2016 E. 4.1.2 mit Hinweisen).
Vielmehr ist entsprechend den Angaben des Beschwerde
führers in diesem V
erfahren (
Urk.
1 S. 7 unten) sowie
anlässlich der
C._
-Begutachtung (
Urk.
12/202/90 und 188) davon auszugehen, dass er seiner
ange
stammten
Tätigkeit als Taxichauffeur
jedenfalls
in den Jahren vor dem Unfall ohne gesundheitsbedingte Einschränkung nachgehen konnte und er diese Tätig
keit ohne das
Unfallgeschehen auch weiterhin
ausgeübt hätte.
5
.2.3
Entsprechend ist das
Valideneinkommen
regelhaft
, mithin ausgehend vom zuletzt erzielten Einkomme
n
(
2015
)
von
Fr.
25'623.-- zu bestimmen. Worauf der Be
schwerdeführer das behauptete
Valideneinkommen
von Fr. 60'000.-- stützt (
Urk.
1
S. 7), ist angesichts der dem IK-Auszug zu entnehmenden Einkommen
der Jahre vor dem Unfall
nicht nachvollziehbar und gibt zu keinen Weiterungen des Ver
fahrens Anlass.
Geht man zu Gunsten des Beschwerdeführers davon aus, dass er das 2015 abgerechnete Einkommen im Rahmen eines 80%-Pensums erzielte (vgl. dazu:
Urk.
12/149), was denn auch mit den Jahresarbeitsstunden von lediglich 1840 (
Urk.
12/144/1) in etwa korrespondieren würde, führt dies zu einem
Vali
den
einkommen
von
Fr.
32'028.75 im Jahr 201
5.
Nachdem der anwaltlich vertretene Beschwerdeführer nicht geltend machte, er
habe
aus invaliditätsfremden Gründen (z.B. geringe Schulbildung, fehlende be
rufliche Ausbildung, mangelnde Deutschkenntnisse) ein deutlich un
terdurch
schnitt
liches Einkommen als Taxichauffeur erzielt und sich hierfür auch in den Akten keine Hinweise finden, besteht sodann kein Anlass zu einer Parallelisierung der Vergleichseinkommen
(BGE 141 V 1 E. 5.4)
.
Vielmehr scheint das geringe Einkommen
darin zu fussen, dass es sich – was notorisch ist – beim Taxigewerbe um eine Tieflohnbranche mit sich stetig verschlechternden Einkommens
mög
lich
keiten handelt
oder allenfalls gewisse Einkommensbestandteile nicht abgerechnet wurden
.
5.3
Angesichts
des äusserst tiefen
Valideneinkommens
von lediglich
Fr.
32'028.75 im Jahr 2015, was angepasst an den Nominallohnindex bis ins Jahr 2018 zu einem
massgeblichen Einkommen im Gesundheitsfall von
Fr.
32'154.-- führt (
Fr.
32’
0
28.
75
:
102.2 [2015] x 102.6 [2018]:
BfS
-Tabelle T1.1.10, Nominal
lohn
index Männer, 2011-2018, im Wirtschaftszweig 49-53 «Verkehr und
Lagerei
»), erübrigt sich
eine exakte Bestimmung des Invalideneinkommens. Ausgehend vom vorliegend
massgeblichen standar
disierten monatlichen Einkommen
für männ
liche Hilfskräfte gemäss
der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen
LSE 2016 von
Fr.
5'340
.-- (LSE 2016, Total, Tabelle TA1-tirage-skill-level, Kompe
tenz
niveau 1, Männer)
macht bereits
die Hochrechnung auf den Jahreslohn von Fr.
64'080.-- (12 x
Fr.
5'340
.--)
-
ohne
Aufrechnung
der Nominallohnent
wick
lung und der betriebsüblichen Arbeitszeit
-
deutlich, dass selbst unter Berück
sichtigung eines maximal zulässigen leidensbedingten Abzugs von 25
%
vom Tabellenlohn (
BGE 134 V 322 E. 5.2) jedenfalls kein rentenbegründender Inva
liditätsgrad resultiert.
Der angefochtene Entscheid erweist sich nach dem Gesagten als rechtens. Die Beschwerde ist abzuweisen.
6
.
De
r
unentgeltliche Rechtsvertreter des Besc
hwerdeführers verzichtete auf die Ein
reichung
eine
r Kostennote
.
Im Lichte von
§
34 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht (
GSVGer
)
sowie unter Berücksichtigung des gerichtsüblichen Stundenansatzes von
Fr.
220.--
ist der unentgeltliche Rechtsvertreter des Be
schwerdeführers ermessensweise mit Fr. 2‘000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse zu entschädigen
(Urteil des Bundesgerichts 5A_754/2013 vom
4.
Februar 2014 E. 5).
Der Beschwerdeführer ist auf die Nachzahlungspflicht gemäss
§
16
Abs.
4
GSVGer
hinzuweisen.