Decision ID: 4e45f1fe-447b-4ede-8579-bdb4f70c708c
Year: 2012
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
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A.
A.a A._ meldete sich 2005 erstmals zum Bezug von IV-Leistungen an. Im Auftrag
der IV-Stelle wurde durch den IV-internen regionalen ärztlichen Dienst (RAD)
Ostschweiz am 18. Mai 2007 ein Gutachten erstellt, welches die Arbeitsfähigkeit des
Versicherten auf 50 % in einer adaptierten Tätigkeit festlegte. Eine Steigerung der
Arbeitsfähigkeit im weiteren Verlauf auf bis zu 100 % bei Rückgang der allgemeinen
Dekonditionierung wurde innerhalb von drei Monaten für möglich gehalten (IV-act. 55-1
ff.). In der Stellungnahme vom 21. November 2007 setzte der RAD die adaptierte
Arbeitsfähigkeit angesichts der bleibenden leichten obstruktiven Ventilationsstörung
"auf etwa 75 % steigerbar" fest (IV-act. 100-2). Mit Verfügungen vom 25. März 2008
und 21. Mai 2008 wurde dem Versicherten eine Viertelsrente der Invalidenversicherung
ab 1. August 2005 zugesprochen (IV-act. 121-1 ff., 118-1 f., 115-1 f.). Dagegen erhob
der Versicherten am 28. April 2008 Beschwerde an das Versicherungsgericht des
Kantons St. Gallen (IV-act. 119-2 ff.), welche er mit Eingabe vom 2. Juli 2008 ergänzte
(IV-act. 135-1 ff.). In der Folge hiess das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen
die Beschwerde mit Entscheid vom 17. Dezember 2009 (IV 2008/197) teilweise gut,
hob die angefochtenen Verfügungen vom 25. März 2008 und 21. Mai 2008 auf und

wies die Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen im Sinn der Erwägungen und zu
entsprechender neuer Verfügung an die IV-Stelle zurück (IV-act. 147-1 ff.). Der
Entscheid erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
A.b Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die den Versicherten seit 18. Februar 2008
behandelnde Ärztin Dr. med. B._, Fachärztin FMH Pneumologie und Innere Medizin,
am 19. März 2010 einen Bericht (IV-act. 151-2 ff.). Sie diagnostizierte mit Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit eine Sarkoidose Stadium II-III bei Erstdiagnose am 17. Oktober
2002 bronchoskopisch, bei ausgeprägter Hustensymptomatik sowie bei chronischem
progredientem Verlauf trotz hochdosierter Steroidtherapie und einen Status nach
traumatischer Amputation des Kleinfingers rechts im Mai 2004 mit verminderter
Sensibilität Dig. IV bei Status nach Quetschverletzung des rechten Daumens 1991/92,
leicht eingeschränkter Flexion und verminderter Sensibilität der Endphalanx (IV-act.
151-6). Dr. B._ attestierte eine verminderte Leistungsfähigkeit von schätzungsweise
50-60 % in einer leichten körperlichen adaptierten Tätigkeit (IV-act. 151-11). Bei ihrer
Eingabe fand sich unter anderem ein Bericht des Departementes Innere Medizin,
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Pneumologie, des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) vom 9. März 2009, welches den
Versicherten am 27. Februar 2009 ambulant untersucht hatte. Darin wurden die
Diagnosen Sarkoidose, radiologisches Stadium II-III, bei wechselnder
Hustensymptomatik sowie Besserung unter Pantozol 40 mg 1-0-1 genannt (IV-act.
151-21 f.).
A.c In einer internen Stellungnahme vom 30. März 2010 wurde vom RAD ausgeführt,
dass von der behandelnden Pneumologin ein fortschreitender Krankheitsverlauf der
Sarkoidose beschrieben werde. Da das Versicherungsgericht ein Obergutachten
zwecks Arbeitsfähigkeitsfestlegung in leidensadaptierter Tätigkeit verlange, werde hier
zu eine MEDAS-Begutachtung vorgeschlagen (IV-act. 152-2).
A.d Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die medizinische Abklärungsstelle (MEDAS)
Ostschweiz am 13. August 2010 ein polydisziplinäres medizinisches Gutachten unter
Einschluss eines psychiatrischen und pneumologischen Consiliargutachtens mit
ambulanten Untersuchungsdaten vom 25., 26., und 28. Mai sowie 9. Juni 2010 (IV-
act. 165-1 ff.). Die Gutachter nannten als Hauptdiagnosen mit Einschränkung der
zumutbaren Arbeitsfähigkeit eine Sarkoidose, radiologisch Stadium II-III (ICD-10
D86.0), körperbezogene Ängste (ICD-10 F41.8), eine psychovegetative Überreaktion
mit mindestens teilweise psychogen bedingtem Husten (ICD-10 F45.33), eine
Versteifung Endphalanx des rechten Daumens nach Quetschtrauma ca. 1990 (ICD-10
M24.6) sowie einen Status nach Arbeitsunfall der rechte Hand vom 15. April 2004 mit
traumatischer Amputation des Kleinfingers und Extensionsdefizit der Endphalanx Dig.
IV mit persistierender Hyperalgesie in diesen Fingern (ICD-10 S 68.1) und attestierten
eine ca. 30 %ige Arbeitsunfähigkeit (ganztags, reduzierte Leistung) für eine adaptierte
Erwerbstätigkeit (IV-act. 165-19 f., 165-27).
A.e In einer internen Stellungnahme vom 18. August 2010 wurde vom RAD
ausgeführt, dass ein umfassendes polydisziplinäres widerspruchsfreies Gutachten
vorliege, auf das gemäss Auffassung des RAD abgestellt werden könne. Eine
signifikante Änderung des Gesundheitszustandes seit der RAD-Untersuchung vom
April 2007 bestehe nicht (IV-act. 166-2).
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A.f Mit Vorbescheid vom 25. August 2010 stellte die IV-Stelle bei einem
Invaliditätsgrad von 44 % einen ab 1. August 2005 bestehenden Anspruch auf eine
Viertelsrente in Aussicht (IV-act. 171-1 ff.).
A.g Dagegen liess der Versicherte am 29. September 2010 Einwand erheben (IV-
act. 177-1 ff.). Er beantragte eine ganze Invalidenrente seit August 2005 und legte den
Bericht von Dr. B._ vom 6. September 2010 ins Recht (IV-act. 177-5 f.). Darin führte
die Ärztin zusammenfassend aus, sie schätze die Leistungs- und Arbeitsfähigkeit des
Versicherten als leichtgradig eingeschränkt ein. Zusätzlich müsse der psychiatrischen
Problematik und der Handverletzung Rechnung getragen werden. Im Rahmen von
Husten-Exazerbationen (welche in letzter Zeit eher weniger aufgetreten seien) sei der
Versicherte 100 % arbeitsunfähig (IV-act. 177-6).
A.h Mit Verfügung vom 18. November 2010 (IV-act. 186-1 ff.) sprach die IV-Stelle dem
Versicherten ab 1. August 2005 eine Viertelsrente zu. Gemäss RAD-Stellungnahme
bestätigten die Angaben der behandelnden Lungenärztin eher die gutachterliche
Leistungseinschätzung, indem auch von ihr eine leichtgradige Reduktion der Arbeits
fähigkeit attestiert werde. Neue Fakten oder veränderte Befunde würden nicht
vorgelegt. Weitere medizinische Abklärungen drängten sich nicht auf (IV-act. 180-2).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die am 29. November 2010 erhobene Be
schwerde, in der beantragt wird, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, soweit
sie eine weitergehende Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin verneine, und es sei
dem Beschwerdeführer eine ganze Invalidenrente seit August 2005 zuzusprechen und
auszurichten. Zudem sei die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen und die Akten
des versicherungsgerichtlichen Verfahrens IV 2008/197 von Amtes wegen beizuziehen.
Zur Begründung wird im Wesentlichen ausgeführt, wenngleich es sich bei Dr. B._ um
die behandelnde Fachärztin handle, könnten deren Ausführungen nicht leichthin bei
seitegeschoben und als unbeachtlich betrachtet werden. Sie seien nachvollziehbar,
schlüssig und zumindest überwiegend wahrscheinlich. Die pneumologisch erklärbaren
Hustenanfälle seien entgegen Dr. C._, Pneumologe, nicht von einer gewichtigen
funktionellen Komponente überlagert. Dr. B._ bringe neue Gesichtspunkte vor, an die
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der Untergutachter Dr. C._ nicht gedacht, zu welchen er jedoch zumindest bis zum
Verfassen des Gutachtens nicht Stellung genommen habe. Der Gesundheitszustand
sei sehr variabel und der Husten teilweise derart stark, dass der Beschwerdeführers
kaum sprechen könne. Auch wenn die dadurch bedingte Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit schwer zu messen sei, könne festgehalten werden, dass die
Hustenanfälle den Beschwerdeführer derart einschränkten, dass er aus
pneumologischer Sicht auch eine leidensadaptierte Tätigkeit nicht zu 100 % ausüben
könne. Zudem würde ihn auch bei Annahme eines ausgeglichenen Arbeitsmarktes kein
Arbeitgeber beschäftigen, da letzterer stets damit rechnen müsse, dass der
Beschwerdeführer aus gesundheitlichen Gründen dem Arbeitsplatz fern bleibe. Da
folglich von einem Invalideneinkommen von Fr. 0.-- auszugehen sei, habe der
Beschwerdeführer Anspruch auf eine ganze Invalidenrente. Selbst wenn bezüglich des
Invalideneinkommens der Beschwerdegegnerin gefolgt würde, wäre zumindest ein
leidensbedingter Abzug von 25 % vorzunehmen. Das von der Beschwerdegegnerin
angenommene Valideneinkommen von Fr. 67'033.-- erscheine mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit als zu tief. Der Beschwerdeführer errechne mit dem
individuellen Lohnrechner des Bundesamts für Statistik einen Lohn von Fr. 71'643.-- in
der bisherigen Tätigkeit (act. G 1.2). Bei einer Annahme eines Valideneinkommens von
Fr. 71'643.-- und eines Invalideneinkommens von Fr. 28'338.75 würde sich ein
Invaliditätsgrad von 60 % ergeben, womit der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente hätte (act. G 1).
B.b Am 14. Dezember 2010 wurde dem Beschwerdeführer mitgeteilt, dass die
Voraussetzungen für die unentgeltliche Prozessführung nicht gegeben seien und das
entsprechende Gesuch abgelehnt (act. G 5).
B.c In der Beschwerdeantwort vom 14. Januar 2011 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führt sie im
Wesentlichen aus, das Gutachten entspreche den Anforderungen der Rechtsprechung,
und die Beschwerdegegnerin stelle zu Recht darauf ab. Beim Valideneinkommen sei
die Beschwerdegegnerin vom Einkommen ausgegangen, welches der
Beschwerdeführer im Jahr 2003 gemäss IK-Auszug erzielt habe. Die Fr. 63'876.-- seien
auf das Jahr 2009 aufgewertet worden. Für die Invaliditätsbemessung sei nicht
massgeblich, ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen
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vermittelt werden könne, sondern einzig, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch
wirtschaftlich nutzen könne, wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an
Arbeitskräften entsprechen würden. Zu berücksichtigen seien zudem auch so genannte
Nischenarbeitsplätze. Vorliegend sei demgemäss davon auszugehen, dass
Arbeitsplätze, welche der beschriebenen adaptierten Tätigkeit entsprächen, vorhanden
seien. Unter anderem könne der Beschwerdeführer Kontroll- und
Überwachungsarbeiten in der Industrie annehmen. Die Einschränkungen des
Beschwerdeführers (Amputation des kleinen Fingers und die Hustenanfälle) seien mit
einem angemessenen Leidensabzug abgegolten worden (act. G 7).
B.d Der Beschwerdegegner verzichtet auf eine Replik (act. G 10).
Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2012 sind die im Zug des ersten Teils der 6. Revision revidierten Be
stimmungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20)
und der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) in Kraft getreten.
In materiell-rechtlicher Hinsicht gilt der übergangsrechtliche Grundsatz, dass der
Beurteilung jene Rechtsnormen zugrunde zu legen sind, die bei Erlass des ange
fochtenen Entscheids beziehungsweise im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu
den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklichte (vgl. BGE 127 V 467
E. 1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die Beschwerdegegnerin hat die angefochtene
Verfügung am 18. November 2010 (IV-act. 186-1 ff.) und somit vor Inkrafttreten der
6. IV-Revision erlassen. Gemäss übergangsrechtlichem Grundsatz werden nachfolgend
die zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses anwendbaren Bestimmungen wiederge
geben. Bezüglich des allfälligen Rentenbeginns sind angesichts der Anmeldung zum
Leistungsbezug im August 2005 und des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit im August
2004 die vor Inkrafttreten der 5. IV-Revision bis zum 31. Dezember 2007 gültig
gewesenen Bestimmungen anzuwenden.
2.
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2.1 Als Invalidität gilt gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder
länger dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat
die versicherte Person Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 %,
auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn
sie mindestens zu 50 % oder auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40 %
invalid ist.
2.2 Grundlage der Bemessung des zumutbaren Invalideneinkommens ist die
Arbeitsfähigkeitsschätzung. Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und
somit den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von
Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel
eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Die
Rechtsprechung hat es mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar
erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten
Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b). Das im
Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholte Gutachten von externen Spezialärzten,
die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in
die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen
Ergebnissen gelangen, besitzt bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft, solange
nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V
351 E. 3b/bb).
3.
3.1 Die Beschwerdegegnerin stützt sich auf die Begutachtung durch die MEDAS Ost
schweiz. Diese hat nach der Untersuchung des Beschwerdeführers im Mai und Juni
2010 am 13. August 2010 als Hauptdiagnosen mit Einschränkung der zumutbaren
Arbeitsfähigkeit eine Sarkoidose, radiologisch Stadium II-III bei ED (Erstdiagnose)
bronchoskopisch im Oktober 2002, mit aktuell fraglicher Aktivität, bei Lungenfunktions
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prüfung am 28. Mai 2010 (mittelschwere obstruktive Ventilationssörung ohne Rever
sibilität unter B2-Stimulation und Bodyplethysmographisch Obstruktion mit relativer
Überblähung) und Ergospirometrie am 28. Mai 2010 (erhebliches Leistungsdefizit
bei rein subjektiver Limitierung [Dyspnoe, Husten, allgemeine Müdigkeit] sowie chroni
fiziertem unklarer Reizhusten mit psychogener Komponente), körperbezogene Ängste,
eine psychovegetative Überreaktion mit mindestens teilweise psychogen bedingtem
Husten, eine Versteifung Endphalanx rechter Daumen nach Quetschtrauma ca. 1990
und einen Status nach Arbeitsunfall der rechten Hand vom 15. April 2004 mit trau
matischer Amputation des Kleinfingers mit persistierender Hyperalgesie sowie mit
Extensionsdefizit Endphalanx Dig. IV mit persistierender Hyperalgesie genannt. Als
Nebendiagnosen ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nannten die
Gutachter einen Status nach Cataractoperationen rechts vom Februar 2007 und links
vom Juni 2007 (IV-act. 165-19 f.). Aus pneumologischer Sicht lasse sich aufgrund der
aktuellen consiliarischen Untersuchung keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für
leichte körperliche Tätigkeiten unter Mitberücksichtigung der Arbeitsplatzsituation
(ohne regelmässige Exposition gegenüber höheren Konzentrationen von
atemwegreizenden Stäuben, Dämpfen und Rauch wie gegenüber den angegebenen
Duftstoffen und Reinigungsmitteln und gegenüber Kälte) begründen. Aus
psychiatrischer Sicht sei aufgrund der körperbezogenen Ängste eine Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit unter Berücksichtigung erwähnter qualitativer Einschränkungen
von 30 % zu begründen wegen mangelnder Ausdauer und der Notwendigkeit
vermehrter Pausen bei Entwicklung einer leichten Stressintoleranz. Gesamthaft
bestehe eine ca. 30 %ige Arbeitsunfähigkeit (ganztags, reduzierte Leistung) für eine
adaptierte Erwerbstätigkeit. Für eine adaptierte Tätigkeit seien aus
rheumaorthopädischer Sicht qualitative Einschränkungen betreffend die rechte Hand
anzugeben: keine feinmotorischen Arbeiten mit dem rechten Ringfinger sowie wegen
der praktisch fehlenden Beweglichkeit im Daumenendgelenk keine repetitiven präzisen
Arbeiten mit Pinzettengriff (IV-act. 165-27).
3.1.1 Dieser zusammenfassenden Einschätzung lagen im Einzelnen
insbesondere das pneumologische Consiliargutachten vom 21. Juni 2010 (IV-act.
165-31 ff.) zugrunde, welches Dr. med. C._, Facharzt für Pneumologie, im Anschluss
an eine zwischen dem 28. Mai und 9. Juni durchgeführten Untersuchung und
Befragung des Beschwerdeführers erstellt hatte. Darin wird zur Arbeitsfähigkeit
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ausgeführt, dass man funktionell eine moderate Einschränkung fände.
Ergospirometrisch bestehe zwar ein erhebliches Leistungsdefizit, die Limitierung sei
aber rein subjektiv durch Dyspnoe, Husten und allgemeine Müdigkeit gegeben.
Objektiv seien weder die Puls- noch die Ventilationsreserve erreicht, man registriere
auch keine nennenswerte metabolischen Azidose und insbesondere keine
Gasaustauschstörung. Damit könne aus rein isoliert pneumologischer Optik gesagt
werden, dass der Beschwerdeführer für leichte körperliche Arbeiten grundsätzlich
arbeitsfähig sei. Dies unter der Voraussetzung, dass sich der Verlauf der Sarkoidose in
Zukunft nicht akzeleriere. Einschränkend für eine Arbeitsvermittlung sei der massive
Reizhusten, welcher aber pneumologisch nicht hinreichend zu erklären und sehr
wahrscheinlich von einer gewichtigen funktionellen Komponente überlagert sei (IV-act.
165-33).
3.1.2 In psychischer Hinsicht lag der Einschätzung die Untersuchung durch Dr.
med. D._, Eidg. Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie zugrunde. Dieser
diagnostizierte im psychiatrischen Consiliargutachten vom 3. Juni 2010 (IV-act.
165-36 ff.) körperbezogene Ängste (ICD-10; F41.8), einhergehend mit Verstimmungen
auf dem Boden somatischer Leiden, überwiegender Sarkoidose II und der Neben
wirkungen der deswegen notwendigen Dauerbehandlung. Er führte aus, bei Überan
strengung, sowohl in somatischer als auch in psychischer Hinsicht (Stress), komme es
zu einer psychovegetativen Überreaktion, darunter zu einem psychogenen Husten
(ICD-10: F45.33), der auch Ausdruck seiner Ängste sei, falls er nicht vollständig durch
die Kompromittierung der oberen Luftwege durch die Sarkoidose erklärt werden könne.
Aufgrund der körperbezogenen Ängste bestehe aus psychiatrischer Sicht eine Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit bei körperlich adaptierten Tätigkeiten von 30 %:
Mangel an Ausdauer, die Notwendigkeit vermehrter Pausen, die Entwicklung einer
leichten Stressintoleranz. Ob durch eine psychiatrisch-psychotherapeutische
Begleitung die Arbeitsfähigkeit verbessert werden könne, bleibe offen (IV-act. 163-39).
3.2 Das Hauptgutachten setzte sich auch mit den abweichenden Diagnosen und
Einschätzungen der behandelnden Ärztin Dr. B._ sowie den Einschätzungen der
behandelnden Ärzte, u.a. der Pneumologie des KSSG, in Bezug auf die Auswirkungen
der gesundheitlichen Einschränkungen auf die Arbeitsfähigkeit auseinander. Die
Gutachter wiesen darauf hin, dass aus rheumaorthopädischer Sicht lediglich die
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aufgeführten qualitativen Einschränkungen betreffend die rechte Hand anzugeben
seien. Die weiteren von Dr. B._ in deren Bericht vom 17. März 2010 (IV-act. 151-7 f.)
aufgeführten, den Bewegungsapparat betreffenden Einschränkungen seien aus
rheumaorthopädischer Sicht nicht zu begründen (IV-act. 165-26). Hinsichtlich der
qualitativen Einschränkungen der rechten Hand wird im Gutachten ausgeführt, dass
nach einem Quetschtrauma ca. 1990 eine praktische Versteifung der
Daumenendphalax rechts bestehe. Nach dem weiteren Arbeitsunfall von 2004 mit
traumatischer Amputation des rechten Kleinfingers und Mitverletzung des Ringfingers
zeigte dessen Endgelenk ein Extensionsdefizit von etwa 40-50 Grad mit Hyperalgesie
im Bereich der Fingerkuppe und eine weitere Hyperalgesie auf Höhe des Grundgelenks
des amputierten rechten Kleinfingers, persistierend nach zweimaligen Revisionen
(vermutlich wegen eines Neuroms). Eine weitere funktionell weniger bedeutsame
Schädigung zeige sich in einer leichten Thenarhypotrophie nach einer Verletzung im
Kindesalter. Diesbezüglich seien rein qualitative Einschränkungen für feinmotorische
Tätigkeiten betreffend den Daumen und Ringfinger mit entsprechend verminderter
Kraftentwicklung anzugeben (IV-act. 165-23 f.). Die Gutachter verwiesen ebenfalls auf
die letzten Kontrollen in der Pneumologie des KSSG von Ende 2008, bei welchen
festgehalten worden sei, dass wegen des klinischen Verlaufs sowie der Resultate der
bronchiolo-alveolären Lavage zu diesem Zeitpunkt keine aktive Sarkoidose mehr hätte
nachgewiesen werden können und somit ein diskutierter Behandlungsversuch mit
Remicade nicht indiziert sei (IV-act. 165-24, 165-32). Zur Hustenproblematik führten die
Gutachter folgendes aus: Sehr auffallend sei der im Vordergrund stehende Reizhusten.
Angaben dazu würden sich wie ein roter Faden durch die gesamte Aktenlage ziehen
und auch anlässlich der Untersuchungen würde er bei allen drei Gutachtern erwähnt.
Mehrmals werde aktenmässig angegeben und anlässlich der Untersuchung bestätigt,
dass der Reizhusten nachts deutlich weniger ausgeprägt sei und auch vollständig
fehlen könne. Ebenfalls dokumentiert und vom Beschwerdeführer wiederum bestätigt
sei seine Erfahrung, dass er während eines dreiwöchigen Ferienaufenthaltes in E._
2008 in der zweiten und dritten Woche diesbezüglich praktisch beschwerdefrei
gewesen sei, und dass der Reizhusten umgekehrt aber zum Teil auch eine Intensität
gezeigt habe, welche eine Kommunikation nahezu verunmöglichte. Im Rahmen der
Untersuchung durch den Hauptgutachter habe der Beschwerdeführer während der
über einstündigen Anamnese einige Male kurzdauernde Hustenreize gezeigt, sich
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dadurch in seinem Erzählfluss aber nicht stören lassen und es sei auch keine sichtbare
Dyspnoe aufgetreten. Der Charakter des Hustenreizes habe unzweifelhaft aufgrund der
Beobachtung einen demonstrativen Charakter. Diesbezüglich sei auf das
psychiatrische Consiliargutachten zu verweisen (IV-act. 165-24 f.). Laut Akten bestehe
ebenfalls ein Status nach schädlichem Gebrauch von Tranquilizern (ICD-10: F13.1),
welcher sich als nicht mehr aktuell erweise. Auch die rezidivierende depressive
Störung, die in den Akten erwähnt werde, könne durch die aktuelle Untersuchung nicht
erhärtet werden (IV-act.165-26). Diese Ausführungen der Gutachter zum
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers erscheinen gut begründet und
nachvollziehbar.
3.3 Das MEDAS-Gutachten beruht auf eigenständigen interdisziplinären Abklärungen,
mithin auf allseitigen Untersuchungen und ist damit für die streitigen Belange um
fassend. Die Beurteilung erfolgte in Kenntnis der Vorakten, und die vom Beschwerde
führer geklagten Beschwerden wurden berücksichtigt. Das Gutachten leuchtet in der
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation ein. Vor diesem Hintergrund vermögen auch die darin ent
haltenen Schlussfolgerungen zu überzeugen. Für die Bemessung des Invaliditätsgrads
ist in erster Linie ausschlaggebend, wie es sich mit der Arbeitsfähigkeit in einer
adaptierten Tätigkeit verhält; dazu sind dem MEDAS-Gutachten plausible Angaben zu
entnehmen. Das Gutachten erfüllt mithin alle nach der Praxis erforderlichen Kriterien für
beweiskräftige Gutachten (vgl. BGE 125 V 352 E. 3a), so dass grundsätzlich darauf
abzustellen ist bzw. es für die Bemessung des Invaliditätsgrades beigezogen werden
kann. Diese Auffassung vertrat auch der RAD in seiner Stellungnahme vom 18. August
2010 (IV-act. 166-2)
3.4 Es ist deshalb zusammenfassend davon auszugehen, dass eine 30 %ige Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit ausgewiesen ist. Auch die Frage nach den zumutbaren
Tätigkeiten wurde im Gutachten vom 13. August 2010 hinreichend beantwortet, wird
doch ausgeführt, dass leichte körperliche Tätigkeiten, unter Mitberücksichtigung der
Arbeitsplatzsituation ohne regelmässige Exposition gegenüber höheren
Konzentrationen von atemwegsreizenden Stäuben, Dämpfen und Rauch wie
gegenüber den angegebenen Duftstoffen und Reinigungsmitteln und gegenüber Kälte,
ohne feinmotorische Arbeiten mit dem rechten Ringfinger sowie - wegen der praktisch
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fehlenden Beweglichkeit im Daumenendgelenk - ohne repetitive präzise Arbeiten mit
Pinzettengriff, im Umfang von 70 % zumutbar seien (IV-act. 165-27). Auszugehen ist
gemäss dem MEDAS-Gutachten und dem RAD somit insgesamt von einer
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers von 30 % in einer adaptierten, körperlich
leichten Tätigkeit.
4.
4.1 Der Eintritt des Versicherungsfalles setzt (in der Regel) kumulativ eine Wartezeit
und danach einen rentenbegründenden Invaliditätsgrad voraus. Der Rentenanspruch
entsteht - gemäss aArt. 29 Abs. 1 lit. b IVG (in der bis zum 31. Dezember 2007 gültig
gewesenen Fassung) - frühestens in dem Zeitpunkt (abgesehen von der hier nicht
relevanten lit. a), in dem die versicherte Person während eines Jahres ohne wesent
lichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40 % arbeitsunfähig gewesen war.
Ein wesentlicher Unterbruch der Arbeitsfähigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person
an mindestens 30 aufeinanderfolgenden Tagen voll arbeitsfähig war (Art. 29 IVV; Ent
scheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S K. vom 26. März 2004, I 19/04).
Nach dem Ablauf dieses Wartejahres muss ein Invaliditätsgrad in der für die
betreffende Rentenabstufung erforderlichen Mindesthöhe erreicht werden. Aktenkundig
ist, dass der Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit als Maschinenführer/
Produktionsmitarbeiter seit 1. August 2004 zu 100 % arbeitsunfähig war (IV-act. 12-1,
165-26). Ein Rentenanspruch des Beschwerdeführers entstand damit nach Ablauf des
Wartejahres gemäss dem oben Ausgeführten am 1. August 2005.
4.2 Für die Ermittlung des Einkommens, welches der Versicherte ohne Invalidität er
zielen könnte (Valideneinkommen), ist entscheidend, was er im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns, im vorliegenden Fall am 1. August 2005, nach dem Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunder tatsächlich verdient hätte
(RKUV 1993 Nr. U 168 S. 100 Erw. 3b). Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten,
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Ver
dienstangeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit
ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (RKUV 1993 Nr. U 168 S. 101 Erw. 3b). Es
rechtfertigt sich daher, für den Einkommensvergleich die Zahlen für das Jahr 2005
ter
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heranzuziehen. Das Valideneinkommen im Jahr 2005 inklusiv Teuerung und Reallohn
erhöhung beläuft sich nach dem Gesagten auf Fr. 64'985.20 (Valideneinkommen 2003:
Fr. 63'876.-- [IV-act. 5-1], Nominallohnindex Männer 2003: 1958 / 2005: 1992).
4.3 Nach Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigung stehen dem
Beschwerdeführer gemäss Begutachtungsergebnis noch verschiedene Hilfstätigkeiten
offen. Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht.
Hat sie nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich
zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung
statistische Werte (Tabellenlöhne) beigezogen werden (BGE 129 V 472 E. 4.2.1,
Bundesgerichtsentscheid i/S C. vom 19. Juni 2008, 9C_81/2008). Im Jahr 2005 machte
der statistische Durchschnittslohn für einfache und repetitive Tätigkeiten von Männern
Fr. 58'389.-- aus (Anhang 2 der Textausgabe 2010 IVG und ATSG, gestützt auf die
Tabelle TA1 der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebung).
4.4 Bestehen im Einzelfall Anhaltspunkte dafür, dass die versicherte Person ihre
gesundheitlich bedingte (Rest-) Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur
mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann, ist ein Abzug von den
Tabellenlöhnen vorzunehmen. Mit dem behinderungsbedingten Abzug wird in der
Praxis dem Umstand Rechnung getragen, dass versicherte Personen, die in ihrer
letzten Tätigkeit körperliche Schwerarbeit verrichteten, nach Eintritt des
Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten nur beschränkt einsatzfähig sind,
dass sie - unabhängig von der früher ausgeübten Tätigkeit - als gesundheitlich
Beeinträchtigte im Rahmen leichter Hilfsarbeitertätigkeiten nicht mehr voll
leistungsfähig sind oder dass weitere persönliche und berufliche Merkmale wie Alter,
Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie
Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Bei der
Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden
Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall
gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25 % des Tabellenlohnes zu
begrenzen. (vgl. zum Ganzen: BGE 134 V 322 E. 5.2 und BGE 126 V 75). - Die
medizinisch bedingten Einschränkungen des Beschwerdeführers sind bei der Fest
setzung der Arbeitsfähigkeit bereits berücksichtigt worden. Migrationshintergrund und
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Ausbildungsstand bieten ebenfalls nicht Grund für einen Abzug, weil sie sich auf das
Validen- wie auf das Invalideneinkommen gleichermassen auswirken. Vorliegend ist
allerdings zu beachten, dass der Beschwerdeführer nur noch körperlich leichte ange
passte Tätigkeiten ausüben kann. Aufgrund der vorliegenden psychischen Störungen,
welche einen Mangel an Ausdauer und die Entwicklung einer leichten Stressintoleranz
mit sich bringen (IV-act. 165-27), ist der Beschwerdeführer zudem auf besondere
Rücksichtnahme und auf Verständnis seitens des Arbeitgebers und der Arbeitskollegen
angewiesen. Er kann auch nur an für ihn geeigneten räumlich-klimatischen
Arbeitsplätzen eingesetzt werden und ist z.B. für Vertretungen etc. unflexibel. Es ist
deshalb damit zu rechnen, dass der Beschwerdeführer im Vergleich zu gesunden
Mitbewerbern um eine entsprechende Stelle auf dem Arbeitsmarkt ein geringeres
Einkommen erzielen wird. Tabellenlöhne werden bei gesunden Arbeitnehmern erhoben.
Insgesamt erscheint ein Tabellenlohnabzug von 15 % angemessen.
4.5 Das Durchschnittseinkommen ist mithin auf Fr. 49'630.65 herabzusetzen. Bei
einer Arbeitsfähigkeit von 70 % ergibt sich ein zumutbares Invalideneinkommen von
Fr. 34'741.45. Der Invaliditätsgrad, wie er sich bei den bis zur Begutachtung vor
liegenden Verhältnissen ergibt, beträgt somit 46.55 %, gerundet 47 %. Da der Inva
liditätsgrad über 40 %, aber unter 50 % liegt, ist der Anspruch auf eine Viertelsrente
der Invalidenversicherung gegeben. Die angefochtene Verfügung ist daher nicht zu be
anstanden.
5.
5.1 Demnach ist die Beschwerde abzuweisen.
5.2 Nach Art. 69 Abs. 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um
die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen
Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festgelegt.
Eine Entscheidgebühr von Fr. 600.-- erscheint vorliegend angemessen. Nach Art. 95
Abs. 1 VRP hat in Streitigkeiten jener Beteiligte die Kosten zu tragen, dessen Begehren
ganz oder teilweise abgewiesen werden. Angesichts des vollen Unterliegens des Be
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schwerdeführers rechtfertigt es sich, ihm die Gerichtskosten unter Anrechnung des von
ihm in selbiger Höhe geleisteten Kostenvorschusses gesamthaft aufzuerlegen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP