Decision ID: bb0a4d93-1957-5577-9be3-39bcf2ee09c5
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1953 geborene
X._
, gelernte PTT-Telefonistin, arbeitete
ab 2005
in verschiedenen
Pensen
als Haushaltshilfe/Betreuerin (Urk. 11/7, 11/10-11, 11/69). Am 27. Oktober 2007 (Urk. 11/2) meldete sie sich unter Hinweis auf einen Bandscheibenschaden, auf ein künstliches Hüftgelenk und auf ein
Arthroseleiden
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV
Stelle (nachfolgend: IV-Stelle), zum Leistungsbezug an und bean
tragte eine Invalidenrente. Mit Verfügung vom 13. Oktober 2008 (
Urk.
11/27) verneinte die IV-Stelle aufgrund eines Invaliditätsgrades von 36 % den An
spruch auf eine Invalidenrente. Das angerufene Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich hob diese Verfügung im Urteil vom 26. März 2010 auf und wies die Sache zu medizinischen und einkommensbezogenen Neuabklärungen an die IV-Stelle zurück (Verfahren Nr. IV.2008.01110;
Urk.
11/30).
1.2
In Nachachtung des Urteils holte die IV-Stelle die Arztberichte des Orthopädi
schen Chirurgen
Dr.
med.
Y._
vom 14. Juli 2010 (
Urk.
11/49/7) und des Hausarztes
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Innere Medizin, vom 30. Januar 2011 (
Urk.
11/54/1) ein. Sie gab bei
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Rheumatologie und Innere Medizin, ein Gutachten in Auftrag, das am 21. März 2011 erstellt (
Urk.
11/56) und am 20. April 2011 ergänzt wurde (
Urk.
11/58). Weiter infor
mierte sie sich mittels Arbeitgeberberichte über vergangene Arbeits- und
Lohn
verhältnisse
der Versicherten (
Urk.
11/34, 11/35, 11/37). Die IV-Stelle verfügte am 1
2.
Juni 2012 (
Urk.
2), nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
, auf
grund eines Invaliditätsgrades von 29 % erneut die Abweisung des
Rentenge
suchs
(
Urk.
11/72,
Urk.
2).
2.
Dagegen liess
X._
am 10. Juli 2012 (
Urk.
1) Beschwerde einreichen und die Zusprechung einer Invalidenrente sowie die Durchführung weiterer medizinischer Abklärungen in Form eines gerichtlich veranlassten Gutachtens beantragen (
Urk.
1 S. 2). In der Beschwerdeantwort vom 6. September 2012 (
Urk.
10) schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde. Am 6. November 2012 (
Urk.
12) wurde der Beschwerdeführerin antragsgemäss (
Urk.
1 S. 2) die unentgeltliche
Prozessführung
bewilligt
und Rechtsanwältin Stephanie Schwarz zur unentgeltlichen Rechtsvertreterin bestellt
. Nachdem
die Versicherte
mit Replik vom 21. Februar 2013 (
Urk.
16) und unter diversen Beilagen (
Urk.
17/1-16) an ihren Anträgen
hatte festhalten la
ss
en
, verzichtete die IV-Stelle mit Eingabe vom 9. April 2013 (
Urk.
19) auf eine Duplik.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2008 und am 1. Januar 2012 sind die im Zuge der Revisionen 5 und 6a geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversi
cherung (IVG), der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) und des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) in Kraft getreten.
In
materiellrechtlicher
Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des angefochtenen Entscheids respektive im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung ist
am 1
2.
Juni
2012 ergangen, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der
mit der Anmeldung am 27. Oktober 2007
vor dem Inkraft
treten der revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 begonnen hat. Daher und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauer
leistung betrifft, über welche noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist ent
sprechend den allgemeinen
intertemporal
rechtlichen
Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die damals geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen Normen der 5. IV-Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision:
BGE 130 V 445
ff.; Urteil des Bundesgerichts I 428/04 vom 7. Juni 2006 E. 1).
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1 ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein
(Art. 4
Abs.
1
IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmög
lichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück
sichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
1.3
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent An
spruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Pro
zent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf
eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 1
IVG
, in der bis Ende 2007 gültig gewesenen Fassung; Art. 28
Abs.
2 IVG seit 1. Januar 2008
).
1.4
Gemäss Art. 29
Abs.
1 IVG (in der bis Ende 2007 gültig gewesenen Fassung) entsteht der Rentenanspruch nach Art. 28 IVG frühestens in dem Zeitpunkt, in dem die versicherte Person
a.
mindestens zu 40 Prozent bleibend erwerbsunfähig (Art. 7 ATSG) geworden ist oder
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens zu 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen war.
Obwohl das Gesetz dies nicht ausdrücklich bestimmt, kann ein Rentenanspruch nach Art. 29
Abs.
1
lit
. b IVG nur entstehen, wenn nach Ablauf der Wartezeit eine Erwerbsunfähigkeit gegeben ist. Nicht erforderlich ist dagegen, dass wäh
rend der einjährigen Wartezeit auch bereits die für den Rentenanspruch voraus
gesetzte Erwerbsunfähigkeit vorliegt. Damit eine Rente zugesprochen werden kann, müssen sowohl die durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit während eines Jahres als auch die nach Ablauf der Wartezeit bestehende Erwerbsunfähigkeit die für die betreffende Rentenabstufung erforderliche Mindesthöhe erreichen (BGE 129 V 411 E. 2.1, 121 V 264 E. 6b/cc; AHI 2001 S. 279 E. 2; Urteil des Bundesgerichts 8C_189/2008 vom 4. Juli 2008 E. 2.2). Die Wartezeit gilt in je
nem Zeitpunkt als eröffnet, in welchem eine deutliche Beeinträchtigung der Ar
beitsfähigkeit eingetreten ist, was nach der Rechtsprechung bei einer Beein
trächtigung im Umfang von 20 % der Fall ist (AHI 1998 S. 124 E. 3c; vgl. auch BGE 129 V 411 unten; Urteil des Bundesgerichts 8C_189/2008 vom 4. Juli 2008 E. 2.2).
1.5
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen (Art. 28
Abs.
2, in der bis Ende 2007 gültig gewesenen Fassung; ab 1. Januar 2008: Art. 28a
Abs.
2 IVG).
Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälli
ger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausge
glichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkommensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander ge
genübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invalidi
tätsgrad
bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs;
BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.
6
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These ab
stellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt
was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist
, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer
Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten, 3. Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Im Urteil vom 26. März 2010 (
Urk.
11/30) hatte das Sozialversicherungsgericht festgestellt, gestützt auf die durch die Beschwerdegegnerin vorgenommenen medizinischen Abklärungen könne das Ausmass der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin nicht rechtsgenügend festgelegt werden, es brauche eine medizinische Untersuchung (
Urk.
11/30 E. 5.5). Des Weiteren gehe aus dem Auszug des individuellen Kontos vom 5. November 2007 (
Urk.
11/8) hervor, dass die Beschwerdeführerin in den 90er Jahren ein beträchtlich höheres Ein
kommen erzielt habe als dies ab 2003 der Fall gewesen sei (vgl.
Urk.
11/8/1 und
3). Die IV-Stelle habe abzuklären, ob dieser Einkommensrückgang auf gesund
heitliche Gründe zurückzuführen sei (
Urk.
11/30 E. 6).
2.2
Dr.
Y._
, der die Versicherte am 15. Juli 2002 an der rechten Hüfte operiert und dabei eine Hüftprothese eingesetzt hatte (
Urk.
17/15, 17/16), führte im Bericht vom 13. Juli 2010 aus (
Urk.
11/49/7 ff.), die Beschwerdeführerin
berichte
über seit einige
n
Wochen - möglicherweise schon seit März 2010 - bestehende intensive Beschwerden im linken Hüft-Becken-Bereich sowohl in liegender, sitzender als auch gehender Position (vermehrt beim Treppen- und Bergaufgehen;
Urk.
11/49/7). Die am 15. Juli 2002 vorgenommene rechtsseitige Hüft-Totalprothese-Operation habe bis heute einen guten Verlauf genommen, so gebe die Beschwerdeführerin diesbezüglich keine Beschwerden an. Das rechts
seitige chronische
Lumbovertebralsyndrom
von wesentlichem Ausmass habe schon vor 12 Jahren vorgelegen. Im Weiteren leide sie an einem etwas
chronifi
zierten
Arm-Hand-Schmerzproblem mit einer teilweisen
Bewegungseinschrän
kung
des Ellbogens bei Hitzegefühl und einem linksbetonten
Vorfussbelas
tungsschmerzproblem
vor allem bei den
Metatarsalen
II und III (
Urk.
11/49/7). In der Beurteilung hielt
Dr.
Y._
fest, aus seiner Sicht bestehe keine Indikation für einen linksseitigen Hüftprothesenersatz. Er vermute vielmehr, dass das Hauptproblem tendenziell eher vom Lumbalbereich mit entsprechenden
Becken
kammtendinosen
usw. herrühre. Die Beschwerdeführerin habe eine relativ hohe medikamentöse Analgesie, so dass er ihr entweder eine TCM-Behandlung mit Akupunktur oder eine Schmerztherapie bei
Dr.
B._
am Spital
C._
empfohlen habe, wobei sie sich für Letztere entschieden habe (
Urk.
11/49/8).
Dr.
Y._
diagnostizierte ausgeprägte, linksseitige Lendenwirbelsäulen-Beckenschmerzen bei einem
lumbospondylogenen
Syndrom bei Status nach ei
ner 1981 erfolgten
Diskushernienoperation
an der Lendenwirbelsäule, eine Hüftdysplasie links, Status nach rechtsseitiger Hüftprothese im Juli 2002, ein linksseitiges Schulter-Arm-Syndrom und eine Adipositas (
Urk.
11/49/7).
Der Hausarzt
Dr.
Z._
stellte im Bericht vom 30. Januar 2011 die Diagnosen eines chronischen
lumbospondylogenen
Schmerzsyndroms bei
Osteochondrose
, bei Diskus-
Chondrose
und bei
Spondylarthrose
mit engem Spinalkanal L5 - S1, chronischer rezidivierender Polyarthralgien, einer linksseitigen chronischen
Schulterperiarthropathie
mit
Impingementsyndrom
und einer linksbetonten Hüftdysplasie mit einer linksseitigen
Coxarthrose
. Im Vergleich zu 2007 bestün
den keine Veränderungen, abgesehen von vermehrten linksseitigen Hüftschmer
zen bei
Coxarthrose
. Eine Besserung sei nicht zu erwarten. Der Hausarzt legte – wie bereits im Bericht vom 5. Januar 2008 – eine 50%ige Arbeitsfähigkeit für die Tätigkeit als
D._
-Angestellte fest, diese bestehend seit 1. August 2007 (
Urk.
11/54/2).
2.3
Im von der Verwaltung eingeholten rheumatologischen Gutachten vom
21. März 2011 (
Urk.
11/56) führte
Dr.
A._
an, die Versicherte
klage
über etwa gleichbleibende Schmerzen. Sie habe Hände, die sich wie geschwollen und schwer anfühlten, zeitweise kurz einschiessende Schmerzen im linken Arm. Sie habe auch Fussschmerzen trotz des Tragens von Einlagen. Weiter klagte sie über konstante Rückenschmerzen. Länger als acht Stunden könne sie nicht schlafen, sie habe dann auch Schmerzen beim Liegen. In der Freizeit mache sie keine Therapie, ke
inen Sport, sie gehe viel
mit dem Hund spazieren und sei bei ihrer Anstellung in der
D._
im Rahmen eines 50 – 60%igen Pensums viel in Bewegung. Mehr liege körperlich nicht drin, obwohl sie mehr möchte. Die schwereren Hausarbeiten mache zu Hause der Neffe, der bei ihr wohne.
Dr.
A._
nahm Röntgenuntersuchungen des Beckens und der
Lendenwirbel
säule
vor. Er beschrieb in seiner Beurteilung ausgeprägte degenerative
Wirbel
säulenveränderungen
mit
hyperostotischer
Spondylose und
Spondylarthrose
, die für sich eigentlich nicht schmerzhaft seien, bei der Untersuchung der Versi
cherten falle eine Tendenz zur Überreaktion im Sinne einer
Symptomauswei
tung
auf. Die Muskulatur sei generell
dekonditioniert
, exquisite
myofasciale
Schmerzpunkte seien nicht palpabel. Die rechte operierte Hüfte sei ohne auffäl
ligen Befund, die linke Hüfte weise eine Hüftdysplasie auf ohne Zeichen einer Arthrose. Die Befunde von Wirbelsäule und Hüftgelenken entsprächen denjeni
gen des Rheumatologen
Dr.
E._
im Jahr 2007, und des Orthopäden
Dr.
Y._
im Jahr 2010. Abgeheilt sei nach einer Injektion von
Dr.
E._
die
tendinopa
thische
Periarthropathie
der linken Schulter, ein Residuum sei
en
allenfalls von der Versicherten geäusserte gelegentlich kurzfristig auftretende
Oberarmschmer
zen
. Erheblich seien die Deformitäten an den Füssen, die davon ausgehenden Schmerzen stünden jedoch nicht im Vordergrund und würden nicht als ein
schränkend angegeben. Geklagte Polyarthralgien hätten kein objektives Korrelat gefunden, wie
Dr.
E._
beurteile er diese als unspezifisch. Es falle eine Diskre
panz auf zwischen den objektiven Befunden und der sehr stark und limitierend wahrgenommenen Schmerzempfindung.
Dr.
A._
diagnostizierte ein chronisches panvertebrales Schmerzsyndrom mit einer Wirbelsäulenfehlform mit Flachrücken, einer Spondylose sowie
Spon
dylarthrose
der Lendenwirbelsäule, einem Status nach einer
Diskushernienope
ration
von 1981 mit einer muskulären
Dekonditionierung
. Weiter einen Status nach einer rechtsseitigen Hüft-Totalprothese rechts im Juli 2002, eine
linksbe
tonte
Hüftdysplasie, eine Senkspreizfussdeformität mit
Hallux
valgus
und Hammerzehen (am linken Fuss ausgeprägter als am rechten) sowie eine Adipo
sitas (BMI 32;
Urk.
11/56/6).
Die Arbeitsfähigkeit beurteilte
Dr.
A._
aus rheumatologischer Sicht derart, dass in der angestammten Tätigkeit als
D._
-Mitarbeiterin Hauspflege und Betreuung eine medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit von 70 % bestehe. Die wechselbelastende Tätigkeit sei zwar für den Bewegungsapparat günstig, ein
zelne Arbeiten seien jedoch als mittelschwer einzustufen und würden bei län
gerer Belastung zu
Schmerzexazerbationen
der degenerativ veränderten Wir
belsäule und der stark deformierten Füsse führen. Die Einschränkung sei mit der Verhinderung der Überbelastung und der notwendigen Erholung begründet. In einer angepassten Tätigkeit wie etwa als Mitarbeiterin in einem Büro wäre die Beschwerdeführerin bei voller Produktionsleistung zurzeit zu 90 % einsetzbar. Eine gewisse Einschränkung sei durch zusätzliche notwendige Pausen für lockernde Bewegungen bei Überbelastung der degenerativ veränderten Wirbel
säule bei einer haltungsmonotonen Tätigkeit begründet (
Urk.
11/56/7).
Auf Aufforderung der IV-Stelle hin (
Urk.
11/57) ergänzte
Dr.
A._
sein Gutach
ten am 20. April 2011 (
Urk.
11/58) zusammenfassend insoweit, dass er bezüglich des Belastungsprofils für eine angepasste Tätigkeit festhielt, in der ursprünglich erlernten Tätigkeit als Büromitarbeiterin könne die Beschwerde
führerin abwechselnd vorwiegend sitzend und gehend leichte bis mittelschwere manuelle Tätigkeiten, auch über Schulterhöhe, ausrichten. Ausgeschlossen sei repetitives Heben von Lasten über 10-15 kg. Jede andere leichte Tätigkeit, die sie halbzeitig sitzend ausüben könne, wie das Arbeiten an einer Registrierkasse, sei bei voller Produktionsleistung zeitlich zu 90 % zumutbar.
Zur abweichenden Beurteilung der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit im Ver
gleich zu
Dr.
Z._
hielt er fest, dieser habe, als Facharzt für Innere Medizin und Hausarzt der Beschwerdeführerin, ohne spezifische Argumentation die Arbeitsfähigkeit als
D._
-Angestellte auf 50 % geschätzt, mit einer zeitlichen Einschränkung von nochmals 50 %.
Dr.
Z._
erwähne lediglich reduzierte körperliche Belastbarkeit und eingeschränkte Leistungsfähigkeit. In seinem rheumatologischen Gutachten h
ab
e er -
Dr.
A._
- seine zeitliche Einschät
zung der Zumutbarkeit der Arbeit als
D._
-Mitarbeiterin auf 70 % detailliert begründet. Die beschriebenen Zeichen der Symptomausweitung seien ein Hin
weis darauf, dass auch krankheitsfremde Rahmenbedingungen für die derzeit reduzierte Tätigkeit massgebend seien. Diese dürften jedoch von
Dr.
Z._
in dessen Beurteilung miteinbezogen worden sein (
Urk.
11/58).
2.4
Im Rahmen der Replik (
Urk.
16) reichte die Beschwerdeführerin verschiedene Berichte ins Recht, unter anderem den von
Dr.
Y._
vom 21. August 2012 (
Urk.
17/2) sowie jenen von
Dr.
Z._
vom 3. Januar 2013 (
Urk.
17/1).
Im Bericht vom 21. August 2012 (
Urk.
17/2) führte
Dr.
Y._
aus, die Versi
cherte sei ihm von
Dr.
Z._
wegen vermehrter Hüftbeschwerden links über
wiesen worden. Sie
klage
über eine
Beschwerdenzunahme
während der vergan
genen Monate (
Urk.
17/2/1). Nach neuen Röntgenbildern kam er zum Schluss, es bestehe aus seiner Sicht kein zentrales Hüft-Beschwerdebild. Im Vordergrund stehe mit Sicherheit ein ausgeprägtes lumbales Beschwerdebild. Er sei der glei
chen Meinung wie vor zwei Jahren. Somit sei keine Indikation für eine linkssei
tige Hüft-Prothesen-Operation gegeben. In Frage kämen konservativ-therapeu
tische Massnahmen in Form einer Akupunktur oder eine Beurteilung in der Schmerzsprechstunde, diese wolle die Versicherte jedoch nicht durchführen (
Urk.
17/2/2).
Im am 3. Januar 2013 (
Urk.
17/1) verfassten Bericht führte
Dr.
Z._
aus, es bestünden multiple Probleme des Bewegungsapparates, daher wäre eine
wech
selbelastende
Tätigkeit von Vorteil, allerdings sei eine solche bei einer Bürotä
tigkeit zu einem Pensum von 90 % nicht gegeben. Um einer Überbelastung des Bewegungsapparates vorzubeugen sowie genügende Pausen zu ermöglichen, bestehe in einer behinderungsangepassten Tätigkeit maximal eine Arbeitsfähig
keit von 50 % (
Urk.
17/1).
3
.
3
.1
Die Beschwerdeführerin rügt am Gutachten
von
Dr.
A._
, der Gutachter sei ihr gegenüber voreingenommen gewesen, was sich in diversen Formulierungen zeige, sodann habe er ihr schon vor der Untersuchung gesagt, sie sei zu 90 % arbeitsfähig (
Urk.
1 S. 5). Sodann zeigten die späteren Berichte auf, dass seine Untersuchung unvollständig gewesen sei, er habe in erster Linie die Beschwer
den betreffend die Lendenwirbelsäule untersucht und berücksichtigt, nicht aber die
Periarthropathie
oder die Polyarthralgien. Auch das Hüftleiden sei ungenü
gend in den Bericht eingeflossen, nach der Untersuchung habe sich dieses denn auch erheblich verschlechtert (
Urk.
1 S. 6). Das Gutachten sei auch deshalb un
genügend, weil
Dr.
A._
sich mit den übrigen Akten nur ungenügend ausei
nandergesetzt habe (
Urk.
1 S. 7).
3
.2
Entgegen der Kritik nahm
Dr.
A._
die verschiedenen, von der Versic
herten ihm gegenüber geklagten
Beschwerden zur Kenntnis und nahm die entspre
chenden klinischen und teilweise röntgenologischen Untersuchungen dazu vor, konsultierte zu seiner Beurteilung auch die geäusserten Ansichten der anderen Fachärzte
Dr.
E._
(Rheumatologie) und
Dr.
Y._
(Orthopädie), die ihre Beur
teilungen in den Berichten vom 26. Januar 2007 (
Urk.
11/13/7) bzw. vom
14. Juli 2010 (
Urk.
11/49/7) festgehalten hatten.
Seitens der im Jahr 2002 von
Dr.
Y._
operierten rechten Hüfte berichteten sämtliche Ärzte von einem guten Resultat, es gingen von dieser Seite her keine weiteren Beschwerden aus (
Urk.
11/49/7, 11/13/7, 11/56/5, 17/2). Seitens des linken Hüftgelenks waren die ebenfalls vorhandene Hüftdysplasie dem orthopä
dischen Arzt und dem rheumatologischen Gutachter bekannt, sie führten jedoch die erheblich geklagten Schmerzen der Versicherten im Rücken- und
Becken
bereich
nicht auf diese zurück. Eindeutig in diesem Sinn sprach sich in diesem Zusammenhang
Dr.
Y._
im neu eingereichten Bericht vom 21. August 2012 aus, in dem er andere Faktoren für das Beschwerdebild verantwortlich machte und keine neue Hüftoperation
,
sondern einzig
eine
schmerztherapeutische Be
handlung vorschlug (
Urk.
17/2). Zur Hüft-/Beckensituation hatte der Gutachter
Dr.
A._
neben klinischen Untersuchungen sodann selber auch Röntgenbilder angefertigt und sie in die Beurteilung einbezogen, so dass gesamthaft betrachtet nicht gesagt werden kann, er habe dem Hüftleiden zu wenig Beachtung ge
schenkt,
ebensowenig
muss – entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin (
Urk.
1 S. 8) – aufgrund der Beurteilung durch
Dr.
Y._
im Bericht vom
21. August 2012 (
Urk.
17/2) von einer relevanten Verschlechterung der
Hüftsitua
tion
bis ins Jahr 2012 ausgegangen werden.
Die seitens der Beschwerdeführerin geklagten Becken- und
Lendenwirbelsäulen
beschwerden
führten die Fachärzte teilweise auf die festgestellten degenerativen Veränderungen und Fehlhaltungen zurück, die unstrittig vorhanden sind (
Urk.
11/13/7, 11/56/5). Auch hierfür hatte der Gutachter die alten MRI-Berichte vom 2
2.
Oktober 2007 (
Urk.
11/56/2 17/6) und auch selber angefertigte neue Bilder in die Beurteilung einbezogen. In diesem Zusammenhang wies der Gut
achter auf die übermässige Schmerzreaktion der Versicherten bei der klinischen Untersuchungssituation der BWS, LWS und am Beckenkamm hin, wo es einzig beim Berühren der Haut schon zu Schmerzäusserungen gekommen sei (
Urk.
11/56 S. 5). Daraus auf eine Voreingenommenheit des Gutachters zu schliessen (
Urk.
1 S. 5), drängt sich jedoch nicht auf, auch
Dr.
Y._
hatte im Bericht vom 14. Juli 2010 von einer massiven Empfindlichkeit der LWS und des Beckenkamms-/
Trochanterbereichs
berichtet, ohne dass er dies selber hätte hinreichend erklären können oder dass er dies für weiter abklärungsbedürftig erachtet hätte (
Urk.
11/49/7). Zur Schulterproblematik nahm
Dr.
A._
ebenfalls hinreichend Stellung, indem die Untersuchung bei ihm unauffällige physiolo
gisch bewegliche Schultergelenke hervorgebracht habe, auch der
Jobe
-Test sei nicht mehr schmerzhaft (
Urk.
11/56/7). Explizit erwähnte er deshalb die erfolg
reiche Steroidbehandlung durch
Dr.
E._
nach der 2007 erhobenen leichten Bursitis
subdeltoidea
und erkannten leicht aufgeriebenen, jedoch nicht eigent
lich lädierten
Supraspinatussehne
an dieser Schulter (
Urk.
11/13/7, 11/13/9,
Urk.
17/9). Damit hat sich der Gutachter hinreichend mit den relevanten
Vorakten
und Ansichten der übrigen Fachärzte, aber auch den geltend gemachten Beschwerden der Versicherten auseinandergesetzt, die Beurteilung sodann aufgrund eigener fachärztlicher Untersuchungen gemacht und seine Beurteilung damit hinreichend begründet und belegt. Eine weitere orthopädi
sche Begutachtung darüber hinaus war und ist nicht notwendig (
Urk.
1 S. 5 f.), nachdem die Darlegungen des behandelnden Orthopäden
Dr.
Y._
einbezogen wurden und aus seinen Berichten keine wesentlich andere Einschätzung der gesundheitlichen Situation hervorgeht.
3
.3
Die Beschwerdeführerin rügt weiter die Arbeitsfähigkeitseinschätzung durch
Dr.
A._
. Diese sei mit 70 % im Bereich der Tätigkeit als
D._
-Angestellte nicht nachvollziehbar, er habe diese Einschätzung ohne ein Belastungsprofil dieser Tätigkeit vorgenommen (
Urk.
1 S. 8).
Ein konkretes Belastungsprofil der Tätigkeit als
D._
-Angestellte brauchte für die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht erstellt zu werden. Der Gutachter nahm zur Kenntnis, dass die Beschwerdeführerin bei der
D._
der
F._
als Hauspflegerin für Betreuung und Körperpflege angestellt war. Dass diese Arbeit generell gesehen wechselbelastend, jedoch teilweise sicher auch als mittelschwer einzustufen ist, weil je nach Auftrag – der auch ändern kann - Personen oder Gewichte zu heben oder auch Haus- oder
Pflegetätigkei
ten
in für den Rücken und die Füsse ungeeigneten Positionen auszuführen sind, kann bei dieser Art von Arbeit als bekannt vorausgesetzt werden. Es leuchtet daher ein, dass zur Verhinderung von Überlastungen und Verschlimmerungen der nachgewiesenen Pathologien der Versicherten am Rücken und an den Füs
sen eine Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit gegeben ist, die der Gutachter ermessensweise auf 30 % festlegte. Dass eine leichtere, wechselbelastende, vor
wiegend sitzend und gehend auszuübende Tätigkeit, ohne repetitives Heben von Lasten über 10 bis 15 kg eine grössere Leistungs- und Arbeitsfähigkeit zuliesse, leuchtet damit ebenfalls ein, die 90%ige Arbeitsfähigkeit in einer solchen Tätig
keit ist daher nachvollziehbar (
Urk.
11/58).
Davon abweichend hatte der Internist und Hausarzt der Versicherten,
Dr.
Z._
, auch in einer behinderungsangepassten Tätigkeit nur eine 50%ige Arbeitsfähigkeit für zumutbar erachtet (
Urk.
17/1).
Dr.
Z._
stufte
die Situa
tion generell als gravierender ein als der Rheumatologe
Dr.
A._
, dies sowohl hinsichtlich der Pflege-/Haushaltstätigkeit als auch hinsichtlich einer angepass
ten Tätigkeit.
Hinsichtlich der Diagnosestellung im Bericht vom 3. Januar 2013 erwähnte
Dr.
Z._
neben den bekannten Diagnosen des
lumbospondyloge
nen
Schmerzsyndroms auch eine Hüftdysplasie links, ein
ischiofemorales
Im
pingement-Syndrom
, eine mässige
Coxarthrose
links und eine Bursitis
trochan
terica
links (
Urk.
17/1). Nur ein halbes Jahr früher hatte der wegen der linken Hüfte konsult
ierte Orthopäde
Dr.
Y._
gerade nicht von einem wesentlichen Befund an der linken Hüfte berichtet, im Besonderen hatte er ausdrücklich eine relevante
Arthrosesituation
oder sonstige Pathologien verneint und einzig die auch von
Dr.
A._
erwähnte Hüftdysplasie an der linken Hüfte aufgeführt (
Urk.
17/2). Die etwas andere Einschätzung der Situation zu Gunsten der Versi
cherten durch den Hausarzt ist mithin nicht objektiv begründet, weshalb
seiner Ansicht nicht gefolgt werden kann.
Der Gutachter
Dr.
A._
legte diese Einschätzung der Arbeitsfähigkeit auf den Zeitpunkt Ende Januar 2007 fest, welches der Zeitpunkt der Behandlung durch
Dr.
E._
war (
Urk.
11/56/8). Zwar standen damals die Schulterschmerzen noch im Vordergrund, sie wurden jedoch durch
Dr.
E._
mittels einer
Steroidbe
handlung
weitgehend erfolgreich behandelt
, es verblieben offenbar einzig noch
gelegentliche
zeitweise einschiessende Oberarmschmerzen
(
Urk.
11/56/7)
. Es darf daher davon ausgegangen werden, dass die - hinsichtlich der Schultern - verbesserte Situation, wie sie von
Dr.
A._
festgestellt wurde, kurze Zeit da
nach eingetreten war, so dass der von
Dr.
A._
genannte Zeitpunkt der ge
schätzten Arbeitsfähigkeit so übernommen werden kann.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich die von der Beschwerdeführerin am rheumatologischen Gutachten von
Dr.
A._
geübte Kritik als unbegründet erweist. Unter Berücksichtigung der oben erwähnten Kriterien (
Erw
. 1.6
) kann auf d
ieses a
bgestellt werden
;
entgegen dem Antrag der Beschwerdeführerin (vgl.
Urk.
1 S. 2) besteht keine Notwendigkeit eine weitere Begutachtung zu veran
lassen.
4
.
4
.1
Im Urteil vom 26. März 2010 (
Urk.
11/30 E. 6) hielt das hiesige Gericht fest, aus dem Auszug des individuellen Kontos vom 5. November 2007 (
Urk.
11/8) gehe hervor, dass die Beschwerdeführerin in den 90er Jahren ein beträchtlich höheres Einkommen erzielt habe als dies ab 2003 der Fall gewesen sei (vgl.
Urk.
11/8
S. 1 und 3). Die IV-Stelle habe dem nachzugehen und abzuklären, ob dieser
Ein
kommensrückgang
auf gesundheitliche Gründe zurückzuführen sei.
4
.2
In der angefochtenen Verfügung vom 1
2.
Juni 2012 (
Urk.
2) hielt die
Beschwerde
gegnerin
fest, ihre Abklärungen hätten ergeben, dass die Beschwer
deführerin ursprünglich eine interne Ausbildung zur PTT-Telefonistin absolviert habe. Vor Eintritt des Gesundheitsschadens im Januar 2007 sei sie zuletzt - im Jahr 2006 - vollzeitlich als Haushälterin in einem Privathaushalt zu einem Lohn von Fr. 58'500.-- pro Jahr fest angestellt gewesen. Früher habe sie etliche Jahre
ein bedeutend höheres Einkommen erzielt. So habe sie als Mitarbeiterin des IT-Sekretariats bei
G._
ein jährliches Einkommen von Fr. 76'000.-- verdient. Aus wirtschaftlichen Gründen sei ihr auf den 31. Januar 2000 gekün
digt worden. Danach sei die Beschwerdeführerin für etwa 2 Jahre - bis Februar 2003 - als Büroanges
tellte für
H._
t
ätig gewesen und habe dabei ein Jahreseinkommen von Fr. 68'000.-- erzielt. Der Kündigungsgrund sei unbekannt. Der Berufswechsel zur Haushälterin sei jedoch vor Eintritt der Behinderung erfolgt. Da es sich zudem bei den erwähnten beiden Arbeitsstellen mit bedeutend höherem Verdienst um körperlich weniger belastende Tätigkeiten gehandelt habe, sei davon auszugehen, dass der Wechsel in die Hauswirtschaft nicht behinderungsbedingt erfolgt sei. Die Beschwerdeführerin sei im Zeitpunkt des Eintritts des Gesundheitsschadens in keiner Festanstellung mehr gewesen und hätte sich im Gesundheitsfall weiter auf dem freien Arbeitsmarkt um eine neue Stelle (Hauswirtschaft) bemühen müssen, so dass zur Festlegung des Ein
kommens ohne Gesundheitsschaden statistische Werte heranzuziehen seien (
Urk.
2 S. 2).
4
.3
Die Beschwerdeführerin stellt sich hingegen auf den Standpunkt, bereits in der Anmeldung zum Leistungsbezug habe sie seit 1980 und 2002 beeinträchtigende Beschwerden angegeben (Bandscheibenvorfall, künstliches Hüftgelenk, Arth
rose;
Urk.
11/2
Ziff.
7.2 und 7.3). Diese Beschwerden hätten sie bereits während ihrer langjährigen Tätigkeit für den
I._
beeinträchtigt und sie habe medizinische Behandlung beanspruchen müssen. 2002, während ihrer Tätigkeit für
H._
, sei rechts eine Hüftprothese eingesetzt worden. Hinzugekommen seien
arthrotische
Beschwer
den sowie intermittierend auftretende Arthralgien und Myalgien mit Schwer
punkt linke Schulter und linker Oberarm mit Ausstrahlung bis in die linke Hand, so dass sie sich in Anbetracht der gesundheitlichen Situation, da ihr eine vorwiegend sitzende Tätigkeit grosse Beschwerden im Rücken- und Hüftbereich verursacht hätten, zu einem Wechsel von der angestammten sitzenden in eine wechselbelastende Tätigkeit im Gesundheitswesen entschieden habe. Danach habe sie als
D._
-Mitarbeiterin sowohl in der Hauspflege als auch im Haushalt gearbeitet und habe 2007 die Schule "Berufe im Gesundheitswesen" absolviert. Die vielfältigen Beschwerden hätten sie beim Ausführen der
D._
-Tätigkeiten stark eingeschränkt und sie sei nicht mehr in der Lage gewesen, mehrstündige Arbeiten auszuüben. Gemäss Bericht des Arbeitgebers vom 13. November 2007 sei sie bereits im Jahr 2007 nicht mehr in der Lage gewesen, mehr als drei Stunden pro Tag zu arbeiten (
Urk.
1 S. 3).
4
.4
Aus den Akten geht hervor, dass die Versicherte bereits im Jahr 1981 eine
Dis
kushernienoperation
vornehmen und 2002 die
dekompensierte
rechtsseitige
Dysplasie-
Koxarthrose
mittels einer Hüftprothese operativ versorgen lassen musste. Im Bericht vom 11. Juli 2002 legte
Dr.
Y._
dar, die Versicherte habe schon 1998 an einem ausgeprägten
lumbospondylogenen
Schmerzsyndrom ge
litten. 2002 bestanden dermassen andere exquisite Schmerzen, dass am 15. Juli 2002 die Hüftprothesenoperation vorgenommen wurde. Der Erfolg dieser Ope
ration war gut,
Dr.
Y._
beschrieb rückblickend einen guten Verlauf, so dass davon ausgegangen werden darf, dass die Versicherte diesbezüglich schmerzfrei war (
Urk.
11/49/7, 11/56/6). Diese Operation war während ihrer Tätigkeit als Verkaufs-Sachbearbeiterin für Firma
H._
vorgenommen wor
den, bei welchem Arbeitgeber die Versicherte damals seit 4. Dezember 2000 arbeitete (
Urk.
11/23/5). Davor hatte die Versicherte nach ihrer einjährigen Lehre als PTT-Telefonistin in den Jahren 1972-1973, praktisch durchwegs im administrativen Bürobereich gearbeitet (
Urk.
11/37). Von einem medizinisch bedingten Berufswechsel nach der Hüftoperation ist in den Akten nie die Rede. Die Beschwerdeführerin wechselte die Stelle bei
H._
Ende Februar 2003 gemäss Arbeitszeugnis aus eigenem Wunsch. Dass dabei gesund
heitliche Probleme eine Rolle gespielt hätten, geht aus den Akten nicht hervor.
Die
Versicherte
hatte
im Januar 2002 zum zweiten Mal geheiratet (
Urk.
11/2/1) und war gemäss ihrem Lebenslauf ab März 2003 bis Mai 2005, unterbrochen durch eine kurze Zeit selbständiger Tätigkeit als Weinhändlerin, Hausfrau (
Urk.
11/37). Der ab Juni 2005 erfolgte Wiedereinstieg in eine ausserhäusliche Erwerbstätigkeit erfolgte dann als Haushälterin in einem Privathaushalt in einem Umfang von 100 %. Dort übernahm die Versicherte Haushaltsarbeiten, leichte Pflege und Bürotätigkeiten. Gekündigt wurde diese Tätigkeit Ende März 2006 durch den Arbeitgeber aufgrund einer Neuorientierung im
Arbeitgeber
haushalt
, ohne dass gesundheitliche Beeinträchtigungen der Versicherten erwähnt worden wären, die sie in der Ausübung der Arbeit behindert hätten (
Urk.
11/7/2), obwohl die Versicherte gemäss Angaben in den medizinischen Darstellungen zumindest an Rückenschmerzen gelitten hatte und - wie gezeigt wurde - bereits eine Hüftoperation hinter sich hatte, die allerdings gut verheilt war. Es zeigt der Lebenslauf der Versicherten, dass sie bereits sehr viel früher (1969-1970, 1971-1972) auch schon in einem betreuenden Umfeld in einem Kinderheim und in einem Spital kurze Zeit gearbeitet hatte (
Urk.
11/37), so dass diese Veränderung in einen Pflegeberuf nicht abwegig und die Tätigkeit ihr nicht ganz unbekannt war. Von erstmals die neue berufliche Tätigkeit als Haus
haltshilfe/Betreuerin einschränkenden Schmerzen berichtete die Versicherte im Haushaltsabklärungsbericht vom 16. Juli 2008 (
Urk.
11/17/2). Im Jahr 2006 bei einem beruflichen Einsatz für eine Familie habe sie eine Kraftlosigkeit im Rücken verspürt, so dass sie nicht mehr habe aufstehen können, weshalb
Dr.
Z._
eine vorübergehende Arbeitsunfähigkeit festgelegt habe. Eine an
haltende Einschränkung in der Tätigkeit als Haushaltshilfe/
D._
von über
20 % legte
Dr.
Z._
mit einer Arbeitsfähigkeit von 50 % ab 1. August 2007 fest (
Urk.
11/13).
Bei dieser, mittels der Akten aufgezeigten Sachlage, ist nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Versicherte den beruflichen Wechsel in den Pflegebereich aus gesundheitlichen Gründen vorgenommen hat. Es ist der Beschwerdegegnerin darin zuzustimmen, dass es wenig überzeugend ist, dass die Versicherte mit einem vorbestehenden, belastungsabhängigen Rückenleiden und mit einem operierten Hüftleiden von üblichen Bürotätigkeiten in den körperlich
belastenderen
D._
- und Haushaltsbereich gewechselt hat, um den angeblichen gesundheitlichen Schwierigkeiten Rechnung zu tragen. Vielmehr ist von einem selber gewählten Berufswechsel ab 2005 auszugehen, weshalb zur Ermittlung des
Valideneinkommens
auf den Tätigkeitsbereich Haushalt/Hauspflege abzustellen ist.
5
.
5
.1
Der
frühest
mögliche Rentenbeginn war im Jahr 2008 (
oben
Erw
. 1.4).
Damals stand die Beschwerdeführerin seit kurzem in einem Arbeitsverhältnis mit dem
J._
, bei dem sie kein festes Pensum innehatte, sondern nur zu stundenweisem Einsatz kam (
Urk.
11/9). Wenn bei dieser Sachlage die Beschwerdegegnerin zur Ermittlung des
Valideneinkommens
auf die Lohnstatistik des Bundes (Schweizerische Lohnstrukturerhebung 2008, Bundesamt für Statistik) abgestellt hat, ist das nicht zu beanstanden. Dabei wird im Allgemeinen auf die Tabelle TA1, monatlicher Bruttolohn nach Wirtschafts
zweigen, Privater Sektor, abgestellt. Davon abzuweichen, wie dies die Beschwerdegegnerin mit der Tabelle T7
Ziff.
33 (Bruttolohn nach Tätigkeit, pri
vater und öffentlicher Sektor) getan hat
(
Urk.
2)
, drängt sich nicht auf, hat die Versicherte doch bei privaten Organisationen bzw. bei einer Privatperson gear
beitet und nicht im öffentliche
n
Bereich. Gemäss der Tabelle TA1, Gesundheits- und Sozialwesen (
Ziff.
85), betrug der Lohn für Frauen im Sektor 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten)
Fr.
4'547.--. Die Beschwerdeführerin hat zwar im Jahr 2007 einen dreimonatigen Lehrgang für Haushelferinnen und
D._
-Mitarbeiterinnen ohne Fähigkeitsausweis besucht, dennoch ist sie ohne
Fach
ausweis
für die Pflege, weshalb der Sektor 3 (Berufs- und Fachkenntnisse vorausgesetzt) nicht zur Anwendung gelangt. Daraus ergibt sich für die Beschwerdeführerin im Jahr 2008, bei einer betriebsüblichen Arbeitszeit von 41,6 Stunden im Gesundheits- und Sozialwesen (Die Volkswirtschaft, 1/2 2013, B9.2
, S. 94
) und einem Arbeitspensum von 100 % ein
Valideneinkommen
von
Fr.
56'746.5
6.
5
.2
Auch das Invalideneinkommen ist mittels der Lohnstatistik zu ermitteln. In Bestä
tigung
des Vorgehens
der Beschwerdegegnerin ist dieses gestützt auf TA1, Total, Sektor 4, auf
Fr.
4'116.-- festzulegen, was gestützt auf die betriebsübliche Arbeitszeit von 41,6
Stunden
(Total, Die Volkswirtschaft 1/2 2013, B9.2
,
S. 94) ein Bruttoeinkommen von
Fr.
51'367.68 ergibt, so dass bei einem zumutbaren Pensum von 90 % ein anrechenbares Invalideneinkommen von
Fr.
46'230.91 resultiert.
5
.3
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen
Durch
-
schnitts
werten
ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (
Tabellen
lohn
) um maximal 25 % zu kürzen, wenn persönliche und berufliche Merkmale wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität resp. Aufenthaltskategorie oder Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben und die versicherte Person deswegen die verbliebene Arbeits
fähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit unterdurch
schnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 30
1; 126 V 75
E. 5b/
aa
-cc S. 79 f; Urteil des Bundesgerichts 9C_325/2013 vom 2
2.
Oktober 2013
).
5
.4
Die Beschwerdegegnerin hat in der angefochtenen Verfügung den Abzug vom Invalideneinkommen auf 10 % festgelegt
und ist damit von ihrer in der ersten angefochtenen Verfügung vom 1
3.
Oktober 2008 vertretenen Auffassung eines Abzugs von 25 % abgewichen
(
Urk.
2).
Auch wenn das
Sozialversicherungsge
richt
in seinem Urteil vom 2
6.
März 2010 dies nicht kritisiert hatte, war die Verwaltung – entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin (
Urk.
16 S. 4) - bei der Neufestsetzung der Rente nach den vorgenommenen Abklärungen nicht an ihren einmal vorgenommenen Abzug gebunden. Vielmehr hatte die Verwal
tung den Rentenanspruch neu und umfassend zu prüfen, was sie vorliegend getan hat.
Umstände, die einen höheren Abzug als 10 % rechtfertigen, sind keine ersicht
lich. Die Beschwerdeführerin vermag zwar in einer ihrem Leiden angepassten Tätigkeit nur noch teilzeitlich zu arbeiten, allerdings in einem hohen Umfang; nur noch teilzeitliche Tätigkeit bei Frauen ist gemäss Rechtsprechung des Bun
desgerichts nicht abzugsfähig (Urteil des Bundesgerichts 8C_712/2012 vom 3
0.
November 2012 E. 4.2.2).
Auch
die Berücksichtigung des
Alters
der Versi
cherten – zum Zeitpunkt des Rentenbeginns war sie 55jährig
–
ist
nicht ange
bracht; denn das fortgeschrittene Alter wirkt sich bei Hilfsarbeiten auf dem hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt grundsätzlich nicht zwingend lohnsenkend aus (vgl. Urteile 8C_498/2012 vom
6.
September 2012 E. 3.1 und 8C_328/11 vom
7.
Dezember 2011 E. 10.2).
Zudem weist die Versicherte eine
lange Erwerbsbiographie auf mit viel Erfahrung vor allem auch im grundsätz
lich zumutbaren Bereich von administrativen Tätigkeiten, so dass auch hier kein Anlass für einen höheren Abzug besteht.
Bei einem
Valideneinkommen
von
Fr.
56'746.56
und einem um maximal 10 % reduzierten
Invalideneinkommen von
Fr.
41‘607.82
resultiert
ein
Invaliditäts
grad
von rund 27
%
.
Damit ist die Beschwerde abzuweisen.
6
.
6
.1
Da es um die
Bewilligung
oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfah
rens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG in der seit dem 1. Juli 2006 in Kraft stehenden Fassu
ng) und ermessensweise auf Fr. 8
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Zufolge der Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung sind die Kosten einstweilen auf die Gerichts
kasse zu nehmen.
6
.2
Die unentgeltliche Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin, Rechtsanwältin Stephanie Schwarz, weist in der Kostennote vom 6. Februar 2014 (Urk.
23) ei
nen Zeitaufwand von 18
Stunden
und 40 Minuten sowie Barauslagen von Fr. 120.55 aus, was antragsgemäss
eine Entschädigung von Fr. 4'1
62.--
ergibt
.