Decision ID: 26a7cd6d-a7b8-5143-bfb9-24e2dc2c11fc
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1969 geborene
X._
war ab dem 1. Oktober 2010 beim Gasthof
Y._
als Chef de Service angestellt und bei der
Vaudoise
Allgemeine,
Versi
cherungs
-Gesellschaft AG (
Vaudois
e
)
,
obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert
.
Mit der Schadenmeldung vom 26. April 2011 meldete
die
Arbeitgeberin
(Stiftung Z._)
der
Vaudoise
, die Versicherte habe sich bei einem Fehltritt auf der Treppe am 11. März 2011 den Fuss gebrochen (Urk. 2/5/1).
Dr.
med. A._
, Oberarzt Orthopädie am
S
pital
B._
, stellte im Bericht vom 19. April 2011
(Urk. 2/5/3)
über die Erstbehandlung vom 12. März 2011 die Diagnose einer Weber-B-Frak
tur links.
Gemäss Anamnese der Versicherten habe sie die letzte Stufe der Treppe verpasst und sei in
Supinationsstellung
auf das linke OSG (oberes Sprunggelenk) gefallen. Sie habe sich das OSG links schon mehrfach verstaucht. Vor 18 Jahren habe sie sich auch einer Bänder-OP unterziehen müssen, seither trage sie eigentlich immer hochgeschlossene Schuhe. Am 13. März 2011
(vgl. Operationsbericht vom 14. März 2011, Urk. 2/5/2)
erfolgte im
Spital B._
die operative Versorgung der
leicht dislozierten lateralen
Malleolar
fraktur
Typ Weber-B links
mit einer
dorsolateralen
Antiglide-Platteno
steosyn
these
. Der Versicherten wurde
in der Folge
eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %
, kurzzeitig von 80 %
beziehungsweise
von 50 %,
attestiert (
vgl.
Urk. 2/5/4
,
Urk. 2/5/5,
Urk. 2/5/7, Urk. 2/5/9
, Urk. 2/5/12
; vgl. auch Urk. 2/5/13
).
Am 18. Juli 2011 erfolgte die Metallentfernung am lateralen
Malleolus
links. Im gleichentags verfassten Operationsbericht (Urk. 2/5/10) hielt
Dr.
A._
fest, im Verlauf habe eine anhaltende Schwellneigung des linken Unterschen
kels bestanden und es sei von stechenden Schmerzen
retromalleolar
lateral berichtet worden. Aufgrund der ausgeprägten Schmerzen und bei bisher fehl
geschlagener Wiederaufnahme der Arbeit im Gastronomiegewerbe habe sich die Versicherte in der Sprechstunde vorgestellt. Es bestehe klinisch eine reizlose Operationsnarbe mit
Druckdolenz
über dem dorsalen
Malleolus
, insbesondere distal. Radiologisch sei eine konsolidierte Fraktur nachgewiesen
(vgl. auch den Bericht vom 28. September 2011 über die Sprechstunde vom 27. April 2011; Urk. 2/5/5)
.
Der Versicherten wurde
weiterhin
eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % attestiert (Urk. 2/5/15-18).
Die
Vaudoise
kam für die Heilkosten auf und erbrachte Taggeldleistungen.
Nachdem die Versicherte in der Sprechstunde vom 31. August 2011 über noch immer persistierende belastungsabhängige Schmerzen über dem distalen, late
ralen
Malleolus
berichtet hatte, veranlasste Dr.
A._
die Durchführung eines weiteren
MRI des linken OSG
(Bericht vom 28. September 2011; Urk. 2/5/21).
Das MRI
vom
9. September 2011 zeigte eine leichte Verdickung über der vorderen
Syndesmose
sowie eine leichte
Flüssigkeits
ansa
mmlung
im Bereich
der
Peronealsehnen
ohne klare strukturelle Schädi
gung
. Eine erneute Operation wurde als indiziert erachtet (Bericht
von Dr.
A._
vom 28. September 2011 über die Verlaufsuntersuchun
g vom 1
4. September 2011; Urk. 2/5/22). Diese f
and am 28. September 2011
im
Spital B._
statt. Bei
diagnostizierter
Läsion der Sehne
Peroneus
brevis
mehr als
der Sehne
longus
links und
Peritendinitis
wurde
von
Dr.
med.
C._
, Oberarzt und Facharzt für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs
apparates,
ei
n
Débridement
der Sehnenscheide (mit Revision
,
Débridement
und Naht Sehne
Peroneus
longus
und
brevis
links) durchgeführt
(Operationsbericht vom 29. September 2011; Urk. 2/5/23).
Tags darauf
konnte die Versicherte
bei komplikationslosem postoperativem Verlauf und mit einem gespaltenen
Unter
schenkelgips
für 6 Wochen
aus dem Spital entlassen werden (vgl. den
Austritts
bericht
des
Spital
B._
; Urk. 2/5/25-26). In der Folge wurde der Versicherten weiter
hin
eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % attestiert (Urk. 2/5/27-28).
Mit Schreiben vom 19. September 2011 wurde der Versicherten die Arbeitsstelle per 31. Oktober 2011 gekündigt (Urk. 2/5/31).
Der Vertrauensarzt der
Vaudoise
,
Dr.
D_
,
Facharzt für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
, wandte sich mit Schrei
ben vom 25. November 2011 an den Chirurgen
Dr.
C._
und erkundigte sich, ob die am 28. September 2011 durchgeführte Operation in einem Kausalzu
sammenhang mit dem Unfall vom 11. März 2011 stehe. Im Jahre 1993 sei eine Bandplastik OSG links durchgeführt worden, möglicherweise mit einem Teil der
Peroneus
brevis
Sehne. Diese ehe
malige Operation könnte den Sta
t
u
s bei der letzten Operation vom 28. September 2011 gut erklären. Unabhängig von dieser Frage sei er der Meinung, dass die Versicherte ab dem 1. Dezember 2011 in einer adaptierten Tätigkeit voll arbeitsfähig sei (Urk. 2/5/32). Gestützt auf diese Einschätzung kündigte die
Vaudoise
der Versicherten mit Schreiben vom 29. November 2011 an, Taggeldleistungen nur noch bis am 12. Dezember 2011 zu zahlen (Urk. 2/5/35).
Dr.
C._
erteilte
Dr.
D_
am 6. Dezember 2011 Aus
kunft
(Urk. 2/5/40).
Mit E-Mail vom 23. Dezember 2011 gab die
Vaudoise
der Versicherten bekannt, Taggeldleistungen noch bis spätestens am 31. Dezember 2011
zu erbringen (Urk. 2/5/46).
Die Versicherte begab sich
bei
Dr.
med.
E._
, Facharzt für orthopädi
sche Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
,
in Behandlung
, welcher mit
Kenacort
und
Carbostesin
infiltrierte,
und
trat am 1. April 2012 eine neue Vollzeitstelle an
(vgl. die Berichte vom
13. März 2012
[Urk. 2/5/49],
27. März 2012
[
Urk. 2/5/50
] und 24. Oktober 2013 [Urk. 2/5/51]).
Dr.
E._
veranlasste
nach einer erneuten
Schmerzexazerbation
die Durchführung einer
weiteren
MRI-Untersuchung
(Urk. 2/5/51), welche am
4. November 2013
durch
geführt wurde
(Urk. 2/5/52)
.
Im
Bericht vom 7. November 2013
di
agnostizierte
Dr.
E._
eine sekundäre
Tibialis
posterior-Tendinopathie
und verordnete der Versicherten einen
Stabilschuh
mit Stahlkappe. Zur Physiotherapie könne er die Versicherte nicht motivieren (Urk. 2/5/55).
Auf eigenen Wunsc
h wurde die Ver
sicherte von Dr.
E._
am
25. November 2013 an Prof.
Dr.
med.
F._
, Facharzt FMH für Orthopädie und Unfallchirurgie,
Praxis G._
, überwiesen
(Urk. 2/5/54)
.
Dieser
ersuchte
bei der
Vaudoise
um Kostengutsprache für eine
Sehnenrevision
peroneal
links
(Urk. 2/5/55).
Die
Vaudoise
forderte sämtliche
medizinischen
Unterlagen an (Urk. 2/5/56-58) und legte diese ihrem Vertrauensarzt
Dr.
H._
, Facharzt FMH für ortho
pädische Chirurgie
,
vor. Dieser hielt in seiner Stellungnahme vom 18. März 2014 fest,
der Status quo sine sei
einen Monat nach der Materia
lentfernung, am 18. August 2011
erreicht gewesen (Urk. 2/5/61
und 61
a).
Gestützt auf diese Einschätzung erteilte die
Vaudoise
keine Kostengutsprache
für die
auf den 21. März 2014
terminierte
Operation
(vgl.
das
Schreiben
vom 18. März 2014 [Urk. 2/5/62] sowie
Urk. 2/3/3
).
Ebenso wurde für die
auf den
29. August 2014
terminierte
Operation keine Kostengutsprache erteilt (Urk. 2/5/64).
Dr.
H._
bezog am 17. Februar 2015 erneut Stellung und
hielt an seiner Ein
schätzung fest (Urk. 2/5/65a).
Mit Verfügung vom 16. März 2015
(Urk. 2/5/66)
stellte die
Vaudoise
ihre Leistungen per 18. August 2011 ein und verzichtete darauf, die nach diesem Datum zu Unrecht erbrachten Leistungen zurückzufor
dern (inkl. Taggelder bis 31. Dezember 2011 und Operation vom 28. September 2011).
Die dagegen erhobene Einsprache der Krankenversicherung, der
EGK Grundversicherungen
(EGK)
, vom 17. März 2015 (Urk. 2/5/67) beziehungsweise 9. Juli 2015 (Urk. 2/5/71) wies die
Vaudoise
mit Entscheid vom 26. August 2015
ab und präzisierte
dahingehend
,
dass
die medizinischen Behandlungen bis Ende März 2012
bezahlt
worden
seien
(Urk. 2/2 [= Urk. 2/5/72]).
2.
Dagegen
erhob die EGK am 7. September 2015 Beschwerde beim Verwal
tungsge
richt des Kantons Solothurn und bean
tragte, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und es sei die Sache zur weiteren Abklärung des medizinischen Sachverhaltes mittels Gutachtens sowie zur erneuten Prüfung der
Kausali
tätsfrage
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (Urk. 2/1 S. 2).
Die EGK legte ihrer Beschwerde die Versicherungspolice der Versicherten (Urk. 2/3/
2) sowie drei Stellungnahmen ihres
Vertrauensarztes (Urk. 2/3/3-5) bei.
Das
Versi
che
rungsgericht
des Kantons Solothurn
holte
am 8. September 2015
die Beschwerdeantwort ein und
lud
die Versicherte zum Verfahren bei (Urk. 2/4/11).
Mit Be
schwerdeantwort vom
6. Oktober 2015
schlos
s die Beschwerdegegnerin auf Ab
weisung
der Beschwerde (Urk. 2/4/15-17), und d
ie Beigeladene nahm nach erstreckter Frist (Urk. 2/4/21-24) am 16. November 2015 Stellung (Urk. 2/4/25). Diese Stellungnahme wurde den Parteien am 20. November 2015 zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 2/4/26-29). Mit Beschluss vom 29. Januar 2016 erkannte das Versicherungsgericht des Kantons Solothurn, es sei zur Behandlung der Beschwerde örtlich unzuständig, und überwies die Akten an das hiesige Gericht (Urk. 1/1).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss
dem Bundesgesetz über die
Unfallversicherung (UVG) setzt zunächst voraus, dass zwischen dem
Unfall
er
eig
nis
und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natür
li
cher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kau
sal
zu
sammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der einge
tre
tene
Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bezie
hungs
weise
nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entspre
chend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sam
men
hangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheit
licher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereig
nis zu
sam
men mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Per
son beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
ge
dacht wer
den kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BG
E
129 V 177 E. 3.1, 402 E.
4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hin
weisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung
ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
wal
tung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm oblie
genden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglich
keit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit
Hinweisen).
1.2
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt
erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald
der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr. U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht pub
li
ziertes Urteil des Bundesgerichts U 172/94 vom 2
6.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Ge
sundheits
scha
dens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Beweis
grad
der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45;
BGE 119 V 7 E. 3c/
aa
).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ur
säch
licher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht.
Da es sich hie
r
bei um eine an
spruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast
–
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausal
zu
sammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfal
l
versicherer (RKUV 1994 Nr. U 206 S.
328 f. E.
3b, 1992 Nr. U 142 S.
76).
Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rück
fällen und
Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten
massgebend
(
Urteil des Bun
des
gerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E.
2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des
status
quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der
status
quo sine
vel
ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf
Art.
36
Abs.
1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und
Kos
tenvergütungen
zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach
Art.
10 UVG fallen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_637/20
13 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.3
Die Beweislastregel, wonach der Unfallversicherer und nicht der Versicherte die Beweislast für das überwiegend wahrscheinliche Dahinfallen der natürlichen Unfallkausalität trägt, greift erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im
Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes (Art. 61
lit
. c des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]) und der
Beweis
wür
digung
einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die überwiegende Wahr
scheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 261 E. 3b in
fine
S. 264 mit Hinweisen).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichts ist entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch
die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anam
nese)
abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammen
hänge
und der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerun
gen des
Experten begründet und nachvollziehbar sind. Ausschlaggebend für den
Beweis
wert
ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a). Den Berichten
versiche
rungs
in
terner
Ärztinnen und Ärzten kommt rechtsprechungsgemäss zwar nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gut
ach
ten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten, sie sind aber soweit zu berücksichtigen, als auch nicht geringe Zweifel an der Richtig
keit ihrer Schlussfolgerungen bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_216/2009 vom 28. Oktober 2009 E. 4.7).
1.5
Die Rechtsprechung geht in Bezug auf die Würdigung von ärztlichen Berichten,
welche ein Unfallversicherer im Administrativverfahren einholt, seit je davon aus,
dass die Versicherung, solange sie in einem konkreten Fall noch nicht Pro
zess
par
tei ist, als Verwaltungsorgan dem Gesetzesvollzug dient. Wenn die von der Un
fallversicherung beauftragten Ärzte und Ärztinnen zu schlüssigen Ergeb
nissen
gelangen, darf das Gericht in seiner Beweiswürdigung auch solchen Gut
achten folgen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (vgl. BGE 104 V 209 E. c; RKUV 1991 Nr. U 133 S. 312).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
begründete ihren Einspracheentscheid vom
26. August 2015
(Urk. 2
/2
)
zusammengefasst
damit
,
dass der per Ende 2013 gemeldete Rückfall höchstens möglicherweise, aber nicht überwiegend wahrscheinlich auf das ursprüngliche Ereignis vom 11. März 2011 zurückgeführt werden könne. Es bestehe kein Grund, von der Beurteilung
von
Dr.
H._
vom 17. Februar 2015 abzuweichen. Da die Beschwerden
nach
dem 18. August 2011 (ein Monat nach der Metallentfernung) nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit auf das Ereignis vom 11. März 2011 zurückzuführen seien,
müsse
die Leistungsablehnung bestätigt werden.
2.2
Dem hielt die Beschwerdeführerin am 7. September 2015 (Urk. 2/1)
beschwerde
weise
im Wesentlichen entgegen,
ihr Vertrauensarzt vertrete in seinen Berichten vom 30. Dezember 2014, 22. April 2015 und 31. August 2015 die Meinung, dass die anhaltenden Beschwerden der Versicherten üb
er das Datum vom 18. August 2015 (richtig:
18. August 2011)
hinaus mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit in einem Kausalzusammenhang mit dem Unfallereignis vom 11. März 2011
stünden
. Auch der behandelnde Orthopäde
stütze die Meinung ihres Vertrauensarztes. Es drängten sich daher weiterge
hende medizinische Abklärungen auf (Urk. 2/1).
3.
3.1
Im Operationsbericht vom 18. Juli 2011 über die gleichentags durchgeführte Metallentfernung am lateralen
Malleolus
links hielt Dr.
A._
fest, radio
lo
gi
sch sei eine konsolidierte Fraktur nachgewiesen. Z
ur
operativen Technik
führte er unter anderem aus, distal sei das
Peronealsehnenfach
eröffnet, die
Peroneus
brevis
Sehne
sei
oberflächlich leicht aufgefasert. Da dies weniger als 10 % betreffe, werde hier auf eine Naht verzichtet (Urk. 2/5/10).
3.2
Im Bericht vom 28. September 2011 zur Sprechstunde vom 14. September 2011 hielt Dr.
A._
fest, im MRI des linken OSG vom 9. September 2011 zeige sich eine leichte Verdickung über der vorderen
Syndesmose
sowie eine leichte Flüssigkeitsansammlung im Bereich der
Peronealsehnen
ohne klare strukturelle Schädigung. Gemäss
Dr.
C._
sei bei entsprechend schlechtem und langwierigem Verlauf eine Revision des
Peronealsehnenfaches
erforderlich. Je nach intraoperativem Befund sei
en
ein
Débridement
und eine Naht der Sehne bis hin zu einer
Tenodese
bei grösserer Schädigung angezeigt (Urk. 2/5/22).
3.3
Im Operationsbericht vom
28. September 2011
wurde neu eine
Läsion der
Sehne
Peroneus
brevis
mehr als
Sehne
longus
links und
eine
Peritendinitis
diagnosti
ziert.
Dr.
C._
führte
ein
Débridement
der Sehnenscheide
mit Revision,
Débri
dement
und Naht
der
Sehne
P
eroneus
longus
und
brevis
links durch. Zur ope
rativen Technik hielt
Dr.
C._
fest, die Sehnenscheide sei deutlich entzündlich verändert und im
posterolateralen
Abschnitt narbig verdickt. Die
Longus
-Sehne sei reizlos, zeige jedoch oberflächlich einen kleinen Einriss von circa 2 cm Länge. Die
Brevis
-Sehne zeige sich gereizt, etwas abgeplattet und sei im vent
ralen Anteil in einem Areal von circa 3.5 x 0.7 mm aufgerieben und aufg
efa
sert. Zunächst sei ein sparsames Anfrischen des kleinen Risses der
Longus
-Sehne erfolgt und dann ein
Tubulieren
derselben mit
Monocryl
3
0
Faden. An der
Brevis
-Sehne sei eine Resektion des aufgeriebenen und teils auch bereits verhärteten Areals erfolgt. Es bleibe genügend Sehne stehen. Auch hier sei ein
Tubulieren
mit
Monocryl
3-0-Faden erfolgt
(
Urk. 2/5/23).
3.4
Im Bericht vom 14. November 2011 über die Sprechstunde vom 10. November 2011 hielt
Dr.
C._
fest, die Versicherte habe den
nach der Operation angeleg
ten
Unterschenkelgips bis heute getragen, in dem sie mit 15 kg
teilbelastet habe. Die Beschwerden seien im Vergleich zu vor der Operation deutlich
regredient
. Sie habe bereits zu Hause probeweise mehr belastet, was gut gegangen sei. Sie
gebe noch Restbeschwerden im Ansatzbereich der
Peronealsehnen
an
. Es folge ein vorsichtiger Belastungsaufbau an Gehstöcken während zwei Wochen. Für sechs Wochen seien
Orthorehab-Künzlischuhe
zu tragen. Es bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis am 25. November 2011
(Urk. 2/5/28).
3.5
Dr.
C._
hielt in seiner Stellungnahme an
Dr.
D_
vom
6. Dezember 2011
fest, d
er intraoperative Befund habe eher gegen eine 18 Jahre alte Läsion gespro
chen, hätten sich doch ein kleiner Einriss der
Peroneus
longus
Sehne sowie ein aufgeriebenes und aufgefasertes Areal im ventralen Aspekt der
Peroneus
brevis
Sehne gefunden. Gegen eine ältere Läsion spreche auch eine allfällige zwi
schenzeitliche Beschwerdefreiheit. Der weitere Heilungsverlauf bleibe in den nächsten Wochen abzuwarten. Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit von
Dr.
D_
ab dem 1. Dezember 2011 für eine adaptierte Tätigkeit könne sicher
lich bei gutem Verlauf unterstützt werden
(Urk. 2/5/40).
3.6
Fast zwei Jahre später, im
Bericht vom 5. November 2013 zum MRT des linke
n OSG vom 4. November 2013
,
beurteilte
Dr.
med.
J._
, Facharzt FMH für Ra
diologie, die Befunde wie folgt (Urk. 2/5/52):
Tendovaginitis der
Peroneus
longus
- und
brevis
-Sehne mit
intratendi
nö
sem
Längsriss der
Peroneus
longus
-Sehne im prä- und
inframalle
olä
ren
Verlauf
Leichte
Synovitis
der
Tibialis
posterior
- und Flexor
digitorum
longus
-Sehne
Leichte
Talonavikulararthrose
. Darüber hinaus keine Hinweise für eine
Chondropathie
im oberen Sprunggelenk
Plantarer Fersensporn
3.7
Dr.
E._
führte im Bericht vom 7. November 2013 aus
, im Bereich der
Pe
ronealsehnen
habe gemäss MRI-Untersuchung
die Tendinitis etwas zuge
nom
men. Es bestehe nun auch ein besser nachweisbarer Längsriss der
Pero
naeus
longus
Sehne
inframalleolär
. Die Schmerzen seien allerdings eher proxim
al des
Malleolus
lateralis
. Dr.
E._
kam zum Schluss, es bestehe nach wie vor eine gewisse Diskrepanz zwischen dem subjektiven Leidensdruck und den nachweis
baren Veränderungen im MRI. Glaubhaft sei, dass die Versicherte bei ihrer Arbeit, die ausschliesslich stehend verrichtet werden müsse, manchmal ans Limit komme. Allerdings sei auch die unfallfremde Adipositas für die Beschwer
den mitverantwortlich. Die Versicherte wolle am liebsten einen Monat lang einen Gips haben und in dieser Zeit nicht arbeiten müssen. Diese
Therapi
eop
tion
könne er „nicht unterschreiben“
. Hingegen verordne er einen
Stabilschuh
mit Stahlkappe, den die Versicherte bei der Arbeit tragen müsse. Zur Physio
therapie könne er die Versicherte nicht motivieren; sie sage, sie habe wegen ihrer Schichtarb
eit kaum Zeit dafür (Urk. 2/5/54
).
3.8
Prof.
F._
führte im Bericht vom 8. Januar 2014 aus, die Versicherte arbeite wechselnd gehend / stehend als Maschinenführerin. Im Laufe des Tages beobachte sie zunehmende Schwellungen am linken
Rückfuss
.
Dr.
F._
kam zum Schluss, es bestünden persistierende Schmerzen im
Aussenknöchel
bereich
über den
Peronealsehnen
, entsprechend dem im neuen MRI festgehalte
nen, neuen intra-
tendinösen
Längsriss der
Peroneus
longus
Sehne. Aufgrund der persistierenden und klar lokalisierten Schmerzhaftigkeit und der Kongruenz zum neuen MR-Befund schätze er die Chance, durch einen nochmaligen Eingriff mit Revision der Sehne das Schmerzproblem verbessern oder beheben zu können, als gross ein
(Urk. 2/5/55).
3.9
Dr.
H._
hielt in seiner Stellungnahme vom 18. März 2014 fest, es sei schwierig, die heutigen Befunde mit der Weber B-Fraktur vom 11. März 2011 in einen Zusammenhang zu bringen.
Nach der Bildgebung in den Röntgenauf
nahmen vom 11. Juni 2010 gebe es Hinweise auf Folgeverletzungen in Höhe der Spitze des Aussenknöchels und des
Chopart
-Gelenks mit einem Folgescha
den von einer früheren
Chopart
-Distorsion. Der Status quo sine sei also einen Monat nach der Materialentfernung, am 18. August 2011, erreicht gewesen (Urk. 2/5/61 und 61a).
3.10
In der Stellungnahme vom
17. Februar 2015 führte
Dr.
H._
aus, auf den Rönt
gen-Bildern vom 11. Juni 2010 seien deutliche Zeichen einer früheren Distor
sion und somit einer vorbestehenden Instabilität ersichtlich. Die angebliche 18
jährige Beschwerdefreiheit werde somit nicht nachgewiesen. Bei der Ope
ration vom 18. Juli 2011 sei keine frische traumatische Läsion an der Sehne gefunden worden. Im Jahr 1993 sei nicht nur die Sehne operiert, sondern es sei auch eine Bänderoperation durchgeführt worden, was auf eine grössere
vorbe
ste
hende
Distorsion hinweise und somit die auf dem RX-Bild vom 11. Juni 2010 ersicht
liche Instabilität erkläre. Diese Instabilität werde durch die mehrfachen Verstau
chungen vor dem Unfall bestätigt. Es sei nicht möglich, dass die Sehne bei der Weber-Fraktur vom 11. März 2011 mitverletzt worden sei, sonst wäre dies bei der ersten Intervention diagnostiziert worden. Dass die Sehne durch das Metall verletzt worden sei, sei eher unwahrscheinlich. Das Übergewicht spiele hingegen sicher eine grosse Rolle bei der Sehnenproblematik. Er halte daran fest, dass der Status quo sine 1 Monat nach der Metallentfernung erreicht gewesen sei (Urk. 2/5/65a).
4.
4.1
4.1.1
Obwohl die Beschwerdegegnerin die Heilungskosten in Zusammenhang mit der Operation vom 2
8.
September 2011 (E. 3.3) faktisch übernommen hat, weshalb die Unfallkausalität hier nicht zu prüfen ist, muss dennoch im Hinblick auf die persistierende Arbeitsunfähigkeit darauf eingegangen werden. Dabei ist auch darauf hinzuweisen, dass für den Wegfall jeglicher Unfallkausalität die Beschwerdegegnerin die Beweislast trägt (E. 1.2).
Dr.
C._
, welcher die Opera
tion vom 28. September 2011 selber vorgenommen hatte,
kam in seiner
Stellungnahme vom 6. Dezember 2011
zum Schluss,
der intraopera
tive Befund habe
gegen eine 18 Jahre alte Läsion der Sehne gesprochen. Er begründete die
s
in nachvollziehbarer Weise
(E. 3.5),
weshalb auf seine Beurteilung
als über
wiegend wahrscheinlicher Sachverhalt
abzustellen ist.
Dr.
D_
dagegen nahm in seinem Schreiben vom 25. November 2011 keine abschliessende Ein
schätzung vor (vgl. Ziff. 1 des Sachverhalts bzw. Urk. 2/5/32).
4.1.2
M
it der Operation vom 28. September 2011
revidierte Dr.
C._
die zu diesem Zeitpunkt bestehenden
Verletzungen im Sehnenbereich
(E. 3.3), worauf
es
zu einer deutlichen
Regredienz
der Beschwerden kam
. Ein vorsichtiger
Belastungs
aufbau
war möglich, und der Versicherten wurde eine 100%ige Arbeits
un
fähig
keit bis am 25. November 2011 attestiert
(
E.
3.4).
Dr.
D_
ging in der Folge
davon aus, der Versicherten
sei ab dem 1. Dezember 2011 wieder
eine adap
tierte
Tätigkeit (
das heisst
keine Tätigkeit
als Serviceangestellte
)
zu 100 % zumutbar
(
Schreiben vom 25. November 2011;
Urk. 2/5/32)
. Diese Beurteilung konnte
auch
Dr.
C._
bei gutem Verlauf unterstützen
(E. 3.5). Sodann stand sie
nicht im Widerspruch zur
Einschätzung des Hausarztes Dr.
I._
, welcher in seiner Stellungnahme vom 2. Dezember 2011 festhielt, er sowie die behan
delnden Ärzte der Orthopädie im
Spital B._
seien der Ansicht, dass die Versicherte als Serviceangestellt
e
weiterhin zu 100 % arbeitsunfähig sei (Urk. 2/5/36).
Zur Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit äusserte sich
Dr.
I._
jedenfalls
nicht. Nach dem
Gesagten war der Versicherten
ab dem 1. Dezember 2011
somit
eine angepasste Tätigkeit zumutbar
, wobei
Dr.
C._
noch mit einer weiteren Verbesserung im folgenden Heilungsverlauf rechnete (vgl. E. 3.4).
Dr.
E._
hielt
in seinem Bericht vom 13. März 2012 fest, die Versicherte werde ab dem 1. April 2012 eine neue Stelle antreten; aus seiner Sicht sei
dieser
Stellenantritt problemlos
. Aufgrund der
residuellen
Beschwerden infiltrierte er der Versicherten
eine Ampulle
Kenacort
mit
Ca
r
bostesin
(Urk. 2/5/49), was zu einer deutlichen Schmerzlinderung führte (Urk. 2/5/50).
Dementsprechend beur
teilte
Dr.
E._
die Arbeitsfähigkeit
in seinem Bericht vom 27. März 2012 als nicht
„
kompromittiert
“
(Urk. 2/5/50).
Aufgrund des Umstands, dass der Versicherten in keinem
der
zeitnahen
ärztli
chen Bericht
e
bereits ab dem 1. Januar 2012 wieder eine 100%ige Arbeitsfähig
keit in der angestammten Tätigkeit
attestiert
worden war
, erweist sich ein
Fall
abschluss
per Ende Dezember 2011
(
und
damit auch die
faktische
Einstellung der Taggeldleistungen per diesem Zeitpunkt) als verfrüht
.
Auch wenn die Versi
cherte ihre Stelle als Chef de Service Ende Oktober 2011 verlor, bemisst sich der Grad der Arbeitsunfähigkeit zunächst aufgrund der Auswirkungen im ange
stammten Beruf (
Art.
6 ATSG) und erst nach einer angemessenen Übergangsfrist unter Berücksichtigung aller zumutbarer Tätigkeitsbereiche (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_173/2008 vom 20. August 2008 E. 2.3; RKUV 2004 Nr. U 179, U 301/02 E. 2.2). Dass sich die Arbeitsfähigkeit nach einer gewissen Dauer auf alle, der Qualifikation der Beigeladenen zumutbaren Tätigkeiten bezieht, wurde ihr erstmals mit Schreiben vom 2
9.
November 2011 (
Urk.
2/5/35) ange
kündigt.
Spätestens ab dem 1. April 2012
erlangte die Versicherte aber
auch
wieder eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit; diesen Nachweis erbrachte sie selbst, indem sie eine Stelle als Maschinenführerin
(fast ausschliesslich gehende und/oder stehende Tätigkeit)
antrat, welche in etwa dem bisheri
gen Anforderungsprofil
als Serviceangestellte
entspricht
. Die Stelle als Maschinenführerin übte sie
gemäss Aktenlage
zumindest
bis ungefähr
Mitte oder Ende November 2013 aus. Dann wurde sie gemäss eigenen Angaben von ihrem Hausarzt wegen einer Psychose zu Folge länger dauernder
Schlafabsti
nenz
, bedingt durch den lange dauernden Schichtbetrieb, wieder
zu 100 %
krankgeschrieben (vgl. Urk. 2/5/55).
Der weitere Verlauf ist unbekannt.
4.1.3
Nach dem Gesagten erscheint ein Fallabschluss per 31. März 2012
, das heisst zeitgleich nach einer angemessenen Übergangsfrist von vier Monaten nach Erlangen der vollen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit,
als
gerechtfertigt
. Beschwerden, die danach persistierten, standen mit überwiegender Wahrschein
lichkeit
nicht mehr
im Zusammenhang mit
dem Unfall vom 11. März 2011, worauf im Nachfolgenden einzugehen ist.
4.2
4.2.1
Dass ein Vorzustand des linken OSG der Versicherten besteht, ist unbestritten. Die Versicherte selbst schilderte anlässlich der Erstbehandlung vom 12. März 2011, sie habe sich das OSG links schon mehrfach verstaucht und sich vor 18
Jahren auch einer Bänder-OP unterziehen müssen (Urk. 2/5/3). Hinzu kommt, dass die Versicherte mit 108 kg bei 176 cm Grösse deutlich überge
wichtig ist (Urk. 2/5/55), was angesichts des vorbestehenden Zustandes
des
Sprunggelenkes
sowie der
neu
ausgeübten Tätigkeit
als Maschinenführerin
im Stehen/Gehen eine erhebliche Belastung
für
die
Sehnen und Bänder
des Fusses
bedeutet.
4.2.2
Die Versicherte wurde
nach der Operation vom 28. September 2011
zwar nicht schmerzfrei (Urk. 2/5/51), doch berichtete sie Dr.
E._
gegenüber
erst i
n der Sprechstunde vom 24. Oktober 2013 über eine in der letzten Zeit a
ufgetretene erneute
Schmerz
exazerbation
mit Schmerzen auch entlang der gesamten
Peronealsehnengruppe
, sich
ausbreitend
nach proximal und distal
(Urk. 2/5/51)
.
Aufgrund des
auf Veranlassung von
Dr.
E._
am 5. November 2013 ange
fertigten MRI wurde
n
schliesslich
neue Diagnose
n
gestellt
(E. 3.6
).
Dr.
E._
machte nicht zuletzt die unfallfremde Adipositas für die Beschwerden mitver
antwortlich
(E. 3.7
), was nachvollziehbar erscheint
(vgl.
E. 4.2.1)
. Prof.
F._
äusserte sich nicht zu einem allenfalls bestehenden Kausalzusammenhang zwi
schen den
seit Oktober 2013
verstärkt auftretenden
Beschwerden
im Fussgelenk
und dem Unfallereignis vom 11. März 201
1.
Er hielt jedoch fest,
im neu ange
fertigten MRI sei ein neuer intra-
tendinöser
Längsriss der
Peroneus
longus
Sehne dargestellt worden
(E. 3.8)
. Inwiefern dieser neue Riss durch das
Unfaller
eignis
vom 11. März 2011 hätte ausgelöst werden sollen, ist nicht nachvoll
ziehbar. Wenn der Vertrauensarzt der Beschwerdeführerin in seiner Stellung
nahme vom 30. Dezember 2014 ausführt, der behandelnde Orthopäde bejahe ganz klar die Unfallkausalität (Urk. 2/3/3), ist nicht klar, welchen Orthopäden er meint. Dr.
C._
jedenfalls
äusserte sich in seiner Stellungnahme vom 6. Dezember 2011 bloss zur am 28. September 2011 durchgeführten Operation
(E. 3.5)
, deren Unfallkausalität zu bejahen ist (E. 4.1). Wie bereits erwähnt revi
dierte
Dr.
C._
mit der Operation vom 28. September 2011 die zu diesem Zeit
punkt bestehenden Verletzungen im Sehnenbereich (E. 4.1.2). Neue Verletzun
gen können ohne Anhaltspunkte nicht auf das Unfallereignis vom 11. März 2011 zurückgeführt werden.
Im Hinblick auf die neuen Diagnosen beziehungs
weise die nach dem 31. März 2012 erfolgten
medizinischen
Behandlungen ist
Dr.
H._
somit zuzustimmen
.
Er wies auf eine bereits vor dem Unfall beste
hende Instabilität der Sehnen hin und erachtete das Übergewicht ebenfalls als einen massgebenden Faktor bei der Sehnenproblematik
(E. 3.10)
.
Dies erscheint schlüssig.
Daran ändern auch die weiteren Stellungnahmen des Vertrauensarztes der Beschwerdeführerin vom 22. April 2015 (Urk. 2/3/4) und vom 31. August 2015 (Urk. 2/3/5) nichts. Er äusserte sich darin vornehmlich zum Bestehen eines Kausalzusammenhanges zwischen der Operation vom 28. September 2011 und dem Unfall vom 11. März 2011, a
ber nicht zu den neuen Beschwerden oder Diagnosen
.
Der Einwand, es sei – entgegen der Ansicht von
Dr.
H._
– sehr wohl möglich, dass das Osteosynthese-Material, welches direkt unter den Seh
nen liege, eine Reizung und allfällige spätere Läsion verursache (
Urk.
2/3/4), vermag hinsichtlich der im November 2013 nachweisbaren, neuen Veränderun
gen (E. 3.7) nicht zu überzeugen, nachdem das Metall bereits am 1
8.
Juli 2011 entfernt worden war und jedenfalls am 2
8.
September 2011 allenfalls dadurch verursachte oder anlässlich der Erstoperation mit Osteosynthese nicht erkannte Sehnenläsionen revidiert worden waren.
4.3
Nach dem Gesagten
ist davon auszugehen, dass
die
Versicherte
ab dem
1. April 2012
in der angestammten Tätigkeit wieder vollständig arbeitsfähig und mithin von einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung über diesen Zeitpunkt hinaus keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr zu erwarten war (
Art.
19
Abs.
1 UVG e
contrario
). Somit sind
ab diesem Zeitpunkt keine Leistun
gen mehr geschuldet.
Bis zum 31. März 2012 erbrachte die Beschwerdegegnerin faktisch die Heilkosten, was nicht zu beanstanden ist. Die Taggeldleistungen stellte sie jedoch bereits per 31. Dezember 2011 ein.
Die Beschwerde ist
deshalb
insofern
teilweise
gutzuheissen, als die
Versicherte
auch
für
die Monate Januar bis März 2012
Anspruch auf Taggelder der Unfallversicherung hat. Soweit die Beschwerdeführerin Leistungen über den
1. April 2012
hinaus beantragt, ist die Beschwerde abzuweisen.