Decision ID: 082cdf53-9c37-4b72-8b45-c61ba6b4ca57
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1981 geborene
X._
war seit dem 1.
November
2008
bei der
Y._
in einem 100 %-Pensum
angestellt
und bei der Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG obligatorisch gegen die Folgen von Un
fällen ver
sichert, als er am 6.
Dezember 2010 in Thailand
(
Phuket
)
bei einem Sturz vom Surfbrett
ein Hyperflexionstrauma der Lendenwirbelsäule erlitt (Urk. 7/ZM1).
Die Zürich
V
ersicherungs-Gesellschaft AG kam für die Heilbehandlung auf und richtete Taggelder aus. Am 29. August
2016 meldete der Versicherte einen Rück
fall (Urk. 7/Z19). Mit Verfügung vom 5. Dezember
2016 verneinte die Zürich
Versiche
rungs
-Gesellschaft AG einen Leistungsanspruch des Versicherten (Urk. 7/Z
25). Die dagegen erhobene Einsprache (
Urk.
7/Z29) wies sie mit Ent
scheid vom
15. März 2017
ab (Urk. 7/Z
33
= Urk. 2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 26. April 2017 Beschwerde und beantragte, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und es seien die versi
cherten Leistungen zuzusprechen. Eventualiter seien weitere Abklärungen anzu
ordnen (Urk. 1)
. Mit Beschwerdeantwort vom 31.
Mai 2017 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde
(Urk. 6)
,
was dem Beschwer
de
führer mit Verfügung vom 9. Juni 2017 mitgeteilt wurde (Urk. 8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen einzuge
hen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar
2017 sind die am 25. September
2015 beziehungsweise am 9. November
2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgeset
zes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversi
cherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt verwirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor
diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
6. Dezember 2010
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zi
tiert werden.
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ent
sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Be
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Mög
lichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
an
spruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995).
1.4
Die Versicherungsleistungen werden auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt. Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder auch psy
chische Veränderungen bewirkt, die zu einem andersgearteten Krankheitsbild führen können (BGE 118 V 293 E. 2c mit Hinweisen).
Rückfälle und Spätfolgen schliessen sich begrifflich an ein bestehendes Unfallereignis an. Entsprechend können sie eine Leistungspflicht der Unfallversicherung nur auslösen, wenn zwi
schen den erneut geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim versi
cherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 118 V 293 E. 2c in
fine
).
Es obliegt dem Leistungsansprecher, das Vorliegen eines natürlichen Kausalzu
sammenhangs zwischen dem als Rückfall postulierten Beschwerdebild und dem Unfall nachzuweisen. Nur wenn die Unfallkausalität mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit erstellt ist, entsteht eine erneute Leistungspflicht des Unfallversi
cherers. Je grösser der zeitliche Abstand zwischen dem Unfall und dem Auftreten der gesundheitlichen Beeinträchtigung ist, desto strengere Anforderungen sind an den Beweis der überwiegenden Wahrscheinlichkeit eines natürlichen Kausal
zusammenhangs zu stellen. Im Falle der Beweislosigkeit fällt der Entscheid zu Lasten des Versicherten aus, der aus dem unbewiesen gebliebenen natürlichen Kausalzusammenhang als anspruchsbegründender Tatsache Rechte ableiten will (Urteil des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 163/04 vom 8. Oktober
2004 E. 3.2 mit weiteren Hinweisen).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutach
ten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE
125 V 351 E.
3b/
ee
).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die Beschwerdegegnerin,
die im MRI
vom 17. Dezember
2010
erk
ennbare
Diskopathie
Höhe L5/S1
mit einhergehender
mediolateraler
Hernie sei ein degenerativ bedingter Befund. Frische unfallbe
dingte Befundänderungen seien den Bildern und Berichten nicht zu entnehmen. Dem Beschwerdeführer gelinge es nicht, seine mit Rückfallmeldung vom 29. August
2016 geltend gemachten Beschwerden mit überwiegender Wahr
schein
lichkeit auf den Unfall vom 6. Dezember 2010 zurückzuführen
(Urk. 2 S. 3 ff.)
.
2.2
D
er Beschwerdeführer
machte dagegen im Wesentlichen geltend,
aufgrund der medizinischen Akten, insbesondere der Beurteilung der behandelnden Ärztin, könne mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
davon ausgegangen werden, dass die Diskushernie und die damit einhergehenden Beschwerden auf den Unfall vom 6. Dezember 2010 zurückzuführen seien (Urk. 1).
3.
3.1
Die Erstkonsultation erfolgte am 15. Dezember 2010 in der
Z._
bei
Dr.
med.
A._
, Praktische Ärztin. Sie stellte die Diagnose einer Diskushernie L5/S1 links traumatisch
(Urk. 7/ZM2) und attestierte eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis
zum
24. Dezember 2010
(Urk. 7/ZM3)
.
3.2
Das MRI vom 17. Dezember 2010 ergab
auf den wassersensiti
ven STIR Sequenzen keine Knochenödeme als Zeichen einer frischen Fraktur, eine
osteochondrotisch
veränderte Zwischenwirbelscheibe
L5/S1 mit Ausbildung einer grossen
mediola
teral
linksseitigen
Hernierung
und entsprechender Kompression der Nervenwurzel S1 links sowie eine leichte
Spondylarthrose
L5/S1 (Urk. 7/ZM5).
3.3
Am 9. Februar
2011 erfolgte eine CT-gesteuerte
transforaminale
periradikuläre
und
epidurale
Infiltration L5/S1 links (Urk. 7/ZM6).
3.4
Der beratende Arzt der Beschwerdegegnerin,
PD
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, führte in seiner versicherungsmedizinischen Beurteilung vom 31. Oktober
2016 aus, die Bildgebung der LWS vom 17. Dezember 2010 zeige als auffälligsten Befund eine
Diskopathie
Höhe L5/S1 (degenerativ bedingte Veränderung) mit ein
hergehender
mediolateraler
Hernie auf dieser Höhe. Frische mit dem gemeldeten Ereignis vereinbare Befundänderungen seien in der besagten Bildgebung nicht nachweisbar.
Unter diesen Umständen dürfe von einer unfallbedingten Wirbel
säulenprellung/-distorsion am 6. Dezember
2010 ausgegangen werden. Anläss
lich der Verlaufskontrolle vom 24. Februar
2011 hätten keine nennenswerten LWS-Schmerzen mehr bestanden, weshalb nach Ablauf der Beobachtungsphase,
also per Ende März 2011 der
status
quo ante angenommen werden dürfe. Alle darüber hinaus beklagten Beschwerden erklärten sich durch den Vorzustand und seine Folgen (Urk. 7/ZM11).
3.5
Die behandelnde Ärztin
Dr.
A._
führte in ihrer Stellungnahme vom 12. April
2017 aus,
die Schmerzen nach dem Unfallereig
nis vom 6.
Dezember 2010 seien nicht
die einer Wirbelsäulenkontusion
,
sondern einer
invalidisie
ren
den
trau
ma
ti
schen Diskushernie mit schweren
radikulären
Symptomen ins linke Bein gewesen. Der Beschwerdeführer
habe nach zwei Monaten rezidivierenden Schmer
zen mit
radikulärem
Charakter für eine CT gesteuert
e
Infiltration einge
willigt und diese sei am 9.
Februar 2011 durchgeführt worden. Der Erfolg sei sehr gross gewesen, so dass keine weitere Infiltration benötigt worden sei. Der Beurtei
lung von PD
Dr.
B._
müsse sie
vehement
widersprechen. Die leicht degenerativen Veränderun
gen auf Höhe L5/S1 seien sehr oft bei absolut beschwerdefreien Patien
ten zu fin
den und hätten keine grosse Bedeutung bei sportlichen und gut trainierten Pati
enten wie dies der Beschwerdeführer sei. Eine grosse
mediolaterale
Diskushernie bei einem vorher absolut beschwerdefreien
sp
o
r
tlichen jungen Mann werde nicht ohne vorheriges Trauma vorgefunden. Bei einer Wirbel
säulen
kontusion, wie sie PD
Dr.
B._
beurteile, wären bei so starken Schmer
zen zwin
gend Knochen
marksödeme als Zeichen des Traumas
und Stress auf die Knochen
strukturen
zu sehen gewesen
. Diese seien hier nicht vorhanden gewesen. Eine Wirbelsäulen
kontusion heile ab und der Patient sei beschwerdefrei, was beim Beschwerdefüh
rer nicht der Fall sei. Sie sei sehr erstaunt, dass bei einem jungen sportlichen und durchtrainierten und absolut beschwerdefreien Mann, der einen so traumatischen Unfall erlitten habe, die Diagnose einer Wirbelsäulenkontusio
n gestellt
werde, obwohl so viele Fakten eindeutig
dagegen sprächen
und die trau
ma
tische Dis
kushernie klar dokumentiert worden sei (Urk. 3/16).
4.
4.1
Streitig und zu prüfen ist, ob die mit Rückfallmeldung vom
29. August
2016
gel
tend gemachten Beschwerden in
einem rechtsgenügenden Kausal
zusammenhang zum Unfallereignis vom 6. Dezember 2010 stehen.
4.2
Im Bereich des Unfallversicherungsrechts entspri
cht es einer me
d
i
zinischen Er
fahrungstatsache, dass praktisch alle Diskushernien bei Vorliegen degenerativer Bandscheibenveränderungen entstehen und ein Unfallereignis nur ausnahms
weise, unter besonderen Voraussetzungen, als eigentliche Ursache in
Betracht fällt. Als weitgehend
unfallbedingt kann eine Diskushernie betrachtet werden, wenn das Unfallereignis von besonderer Schwere und geeignet war, eine Schädi
gung der Bandscheibe herbeizuführen, und die Symptome der Diskushernie (ver
tebrales oder
radikuläres
Syndrom) unverzüglich und mit sofortig
er Arbeitsunfä
higkeit auftreten. In solchen Fällen hat die Unfallversicherung praxisgemäss auch für Rezidive und allfällige Operationen aufzukommen (Urteil des Bundesgerichts 8C_677/2007 vom 4. Juli 2008 E. 2.3 mit Hinweisen).
Es sind massivste Gewalt
einwirkungen auf den Körper notwendig (
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_811
/2012 vom 4. März 2013 E. 6.2).
Ein Unfall ist nur in Ausnahmefällen geeignet, eine Bandscheibenverletzung her
vorzurufen, zumal eine gesunde Bandscheibe derart widerstandsfähig ist, dass unter Gewalteinwirkung eher die Wirbelknochen brechen, als dass die Band
scheibe verletzt würde. Im medizinischen Versuch konnte die isolierte Verletzung einer Bandscheibe durch einen Unfall lediglich bei rein axialer Belastung der Wirbelsäule, nicht aber bei Rotations-, Hyperextensions- oder Hyperflexionsb
e
wegungen herbeigeführt werden
.
Bezüglich der richtunggebenden, mithin dau
ernden, unfallbedingten Verschlimmerung eines vorbestehenden Gesundheits
schadens gelten dieselben Kriterien, was dazu führt, dass eine Unfallkausalität nur ausnahmsweise und insbesondere nur dann in Frage kommt, wenn der Unfall auch geeignet gewesen wäre, eine gesunde Bandscheibe zu verletzen (Urteil des
damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 3.
Oktober
2005, U
163/
05 E. 3.1 mit Hinweisen).
Gemäss
den Angaben des
Beschwerdeführer
s zum Unfallereignis
ist er bei
m Sur
fen bei
hohem Wellengang
mit einem anderen Surfer kollidiert und mit grosser Wucht ins Wasser gestürzt. Dabei sei der Rücken stark durchgedrückt worden (vgl. Urk. 7/Z8 und Urk. 1). Der Beschwerdeführer hat
sich
nach seiner Rückkehr in die Schweiz am
15. Dezember 2010 i
n medizinische Behandlung beg
eben
.
Die erstbehandelnde
Ärzt
in stellte die Diagnose eines LWS Hyperflexionstrauma mit
radikulärer
Komponente links (Urk. ZM1).
Das M
RI vom 17
. Dezember
2010 zeigte eine grosse
mediolaterale
Diskushernie L5/S1 links
mit
entsprechende
r
Kompre
ssion der Nervenwurzel S1 links sowie eine leichte
Spondylarthrose
L5/S1 (Urk. 7/ZM5).
Es bestand
eine
100%ige
Arbeitsunfähigkeit vom 17.
bis
24.
Dezember 2010 (Urk. 7/ZM3). Aufgrund des geschilderten Unfallereignisses sowie der
übrigen
Umstände, kann nicht auf ein Unfallereignis von besonderer Schwere
im Sinne der Rechtsprechung
geschlossen werden
, welches geeignet ge
wesen wäre, eine
Diskushernie zu verurs
a
chen
.
Aus dem MRI-Befund vom 17. Dezember 2010 geht hervor, dass keine Knochenödeme als Zeichen einer
fri
schen Fraktur
bestanden
und auch sonst keine Residuen von Begleitverletzungen
ersichtlich waren
.
Das MRI zeigte
hingegen lei
chte degenerative Veränderungen auf Höhe L5/S
1.
Es
bestand
somit ein -
wenn auch nicht manifest oder sympto
matisch werdender
-
pathologischer Vorzustand im betreffenden Segment.
Es
wurden
jedoch keine
rlei
Befunde
dokumentiert, die für ein schweres Trauma spre
chen würden
.
Die Entstehung eines Bandscheibenvorfalls als Folge einer Gewalt
einwirkung im Rahmen eines Unfallereignisses ist nicht
plausibel
ohne beglei
tende Verletzungen anderer, ebenfalls der eingeleiteten mechanischen Energie ausgesetzter anatomischer Strukturen in unmittelbarer Nähe zur betroffenen Bandscheibe
.
PD
Dr.
B._
hielt denn auch fest, dass frische mit dem gemeldeten Ereignis vereinbare Befundänderungen in der Bildgebung
nicht nachweisbar ge
wesen seien (Urk.
7/ZM11). Was die behandelnde Ärztin
Dr.
A._
dagegen ein
wendet ist widersprüchlich und vermag die Beurteilung von PD
Dr.
B._
nicht in Frage zu stellen.
So führt
Dr.
A._
aus, bei einer Wir
belsäulenkon
tusion mit so starken Schmerzen hätten als Zeichen des Traumas und Stress auf die Knochen
strukturen zwingend Knochenmark
s
ödeme zu sehen gewesen sein müssen. Diese seien jedoch nicht vorhanden gewesen
(Urk. 3/16)
. Damit
verneint sie in Über
einstimmung mit der
medizinischen
Aktenlage zwar das Vorliegen von Knochen
mark
s
ödemen
als Zeichen einer stattgehabten
traumatischen
Verletzung
, geht dann aber
im Widerspruch dazu dennoch
von einer traumatisch bedingten
Dis
kushernie aus, was
nicht schlüssig
ist.
Der Einwand
, der Beschwerdeführer
sei vor dem Unfallereignis vom 6. Dezember 2010 absolut beschwerdefrei gewesen, ent
spricht der Argumentation „
post
hoc, ergo
propter
hoc". Dabei wird eine Schädi
gung bereits deshalb als durch einen Unfall verursacht erachtet, weil sie nach diesem aufgetreten ist. Diese Argumentation ist beweisrechtlich nicht zulässig und
genügt
zum Beweis eines natürlichen Kausalzusammenhangs nicht (
BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
;
Urteil des Bundesgerichts 8
C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E.
5.1)
. Ebenso wenig
lässt
der allgemeine Hinweis, dass der Beschwerdeführer jung, sportlich und durchtrainiert sei,
darauf
schliessen
, die Diskushernie sei trau
ma
tisch bedingt, zumal ein degenerativer Vorzustand bildgebend ausge
wiesen ist
.
Es entspricht einer medizinischen Erfahrungstatsache, dass Diskus
hernien häufig bei jungen Personen und Personen mittleren Alters auftreten (vgl.
A.
J.
Schoenfeld
/ B. K. Weiner, Treatment
of
lumbar
disc
he
rniation
:
Evidence-based
practic
e
, International Journal
of
General
Medicine
2010: 3, S. 209).
Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass nach dem Unfallereignis lediglich eine
kurze
Arbeitsun
fähig
keit von etwas mehr als einer Woche bestand, was ebenfalls gegen das Vorliegen eines Unfallereignisses von besonderer Schwere
, das geeignet ist, eine Diskus
hernie zu verursachen,
spricht.
4.3
Ist die Diskushernie
– wie vorliegend –
bei degenerativem Vorzustand durch den Unfall nur aktiviert, nicht aber verursacht worden
,
so hat die Unfallversicherung nur Leistungen für das unmittelbar im Zusammenhang mit
dem
Unfall stehende Schmerzsyndrom zu erbringen
.
Praxisgemäss war davon auszugehen, dass die traumatische Verschlimmerung des bis zum Unfallereignis vom 6. Dezember 2010
klinisch stumm gewesenen degenerativen Vorzustandes an der Wirbelsäule nach spätestens einem Jahr abgeschlossen war (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_13/2018 vom 9. Mai 2018
E. 3.3 mit weiteren Hinweisen).
So waren w
eitere ärztliche Behandlungen denn auch
seit Juli
201
1 bis zur Rückfallmeldung im August 2016 offenbar nicht mehr nötig.
Dementsprechend
sind
die mit Rückfall
meldung vom
29. August
2016
geltend gemachten Beschwerden n
icht
mehr
als unfallkausal zu betrachten.
Weitere Abklärungen erübrigen sich.
4.4
Somit hat die Beschwerdegegnerin ihre Lei
stungspflicht zu Recht verneint, was
zur Abweisung der Beschwerde
führt
.