Decision ID: 5a6f21b4-fc90-459c-b959-2c47c27117ca
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1958, arbeitete zuletzt vom 18. Februar 1993 bis 30. September 1999 als Hausangestellte beim
Y._
(vgl.
Urk.
6/3). Am 8. April 1999 meldete sie sich ohne Angabe der gesundheitlichen Beeinträchtigung bei der Invalidenversiche
rung zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/4/3-9). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, veranlasste
daraufhin
insbesondere eine rheumatolo
gisch-psychiatrische Begutachtung der
Versicherten
, über welche am 7. Sep
tember 2000 berichtet wurde (
Urk.
6/14 =
Urk.
6/15), und sprach
ihr
mit Verfü
gung vom 2
2.
Mai 2001 (
Urk.
6/39) mit Wirkung ab dem 1. Oktober 1999 bei einem Invaliditätsgrad von 5
0
%
eine halbe Invalidenrente z
u.
Nachdem die Versicherte eine gesundheitliche Verschlechterung geltend
gemacht hatte
(vgl.
Urk.
6/34-35,
Urk.
6/41)
,
sprach
ihr
die IV-Stelle mit Verfügung vom 10. Au
gust 2001 (
Urk.
6/48) mit Wirkung ab dem 1. März 2001 eine ganze Invaliden
rente bei einem Invaliditätsgrad von 100
%
zu.
Mit Mitteilungen vom 8. April 2004 (
Urk.
6/61) sowie 19. Mai 2008 (
Urk.
6/69) bestätigte die IV-Stelle den unveränderten Anspruch der Versicherten auf die
bisherige ganze Invalidenrente.
1.2
Nach Eingang des Revisionsfragebogens vom 11. Juni 2013 (
Urk.
6/76/1-4) klärte die IV-Stelle die erwerbliche und medizinische Situation (
Urk.
6/77,
Urk.
6/79)
erneut
ab und veranlasste eine polydisziplinäre Begutachtung, über welche am 8. April 2014 berichtet wurde (
Urk.
6/88/3-40). Am 28. Oktober 2014 teilte sie der Versicherten mit, dass die Arbeitsvermittlung abgeschlossen werde (
Urk.
6/90).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/96,
Urk.
6/105) hob die IV-Stelle
die bisherige ganze Invalidenrente
mit Verfügung vom 4. März 2015 (
Urk.
6/106 =
Urk.
2)
auf.
2.
Die Versicherte erhob am 20. April 2015 Beschwerde gegen die Verfügung vom 4. März 2015 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
ihr
die bisherige Invalidenrente weiterhin auszurichten. Eventuell seien berufliche Massnahmen durchzuführen (
Urk.
1 S. 2). Die IV-Stelle beantragte mit
Be
schwerdeantwort
vom 21. Mai 2015 (
Urk.
5) die Abweisung der Beschwerde. Mi
t Verfügung vom 30. Juli 2015 (
Urk.
8) wurden die Swiss Life AG, die Schweize
rische Mobiliar Lebensversicherungs-Gesellschaft sowie die PROSPERITA Stif
tung für die berufliche Vorsorge zum Prozess beigeladen. Mit Schreiben vom
5. August 2015 (
Urk.
10) verzichtete die Swiss Life AG
als Geschäftsführerin der Swiss Life Sammelstiftung BASIS
auf eine Stellungnahme. Die Schweizerische Mobiliar Lebensversicherungs-Gesellschaft bat mit Schreiben vom 27. August 2015 (
Urk.
11) um Entlassung aus dem Verfahren. Am 1
2.
Oktober 2015 reichte die PROSPERITA Stiftung für die berufliche Vorsorge ihre Stellungnahme ein und beantragte die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
16). Mit Verfügung vom
2.
November 2015 (
Urk.
18) wurde
der Beschwerdeführerin
antragsgemäss (
Urk.
7/1 S. 2) die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung bewil
ligt, die Schweizerische Mobiliar Lebensversicherungs-Gesellschaft aus dem Prozess entlassen sowie je eine Kopie der Eingaben
der Beigeladenen an die Beschwerdeführerin und die Beschwerdegegnerin
zur Kenntnisnahme
zugestellt.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von
Ge
burtsgebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. Au
-
gust
2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von Art. 17
Abs.
1 ATSG dar.
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkom
mensvergleichs
(bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Recht
sprechung zur Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 134 V 131 E. 3 und 133 V 108 E. 5.4 mit Hinweis). Nach der bundesgerichtlichen Rechtspre
chung ist eine Verfügung verzichtbar, wenn bei einer von Amtes wegen durch
geführten Revision keine leistungsbeeinflussende Änderung der Verhältnisse festgestellt wurde (Art. 74
ter
lit
. f
der Verordnung über die Invalidenversiche
rung, IVV
) und die bisherige Invalidenrente daher weiter ausgerichtet wird. Wird auf entsprechende Mitteilung hin keine Verfügung verlangt (Art. 74
quater
IVV), ist jene in Bezug auf den Vergleichszeitpunkt einer (ordentlichen) rechts
kräftigen Verfügung gleichzustellen (Urteile des Bundesgerichts 9C_771/2009 vom 10. September 2010 E. 2.2 und 9C_586/2010 vom 15. Oktober 2010 E. 2.2 mit Hin
weisen).
1.3
Mit
BGE 141 V 281
hat das Bundesgericht seine bisherige Rechtsprechung zur Invaliditätsbemessung bei Schmerzstörungen ohne erkennbare organische Ursa
che und vergleichbaren psychosomatischen Leiden (BGE 130 V 352 u
nd an
schliessende Urteile) ange
passt und festgehalten, dass die Invaliditätsbemessung stärker als bisher den Aspekt der funktionellen Auswirkungen zu berücksichti
gen hat, was sich schon in den diagnostischen Anforderungen niederschlagen muss. Auf der Ebene der Arbeitsunfähigkeit bezweckte die durch BGE
130 V 352 begründete Rechtspre
chung die Sicherstellung eines gesetzmässigen
Versi
cherungsvollzuges
mittels der Regel/Ausnahme-Vorgabe beziehungsweise (seit
E. 7.3 von BGE 130 V 396 und BGE 131 V 49) der Überwindbarkeitsvermutung. Deren Rechtsnatur kann offen bleiben. Denn an dieser Rechtsprechung ist nicht festzuh
alten. Das bishe
rige Regel/Ausnahme-Modell wird durch ein st
rukturier
tes Beweisverfahren er
setzt. An der Rechtsprechung zu Art. 7 Abs. 2 ATSG – ausschliessliche Berücksichtigung der Folgen der gesundheitlichen Beeinträchti
gung und objektivierte Zumutbarkeitsprüfung bei materieller Beweisl
ast der rentenansprechenden Per
son (Art. 7 Abs. 2 ATSG) – ändert sich dadurch
nichts. An die Stelle des bishe
rigen Kriterienkatalogs (bei anhaltender somatoformer Schmerzstörung und vergleichbaren psychosomatischen Leiden) trete
n im Re
gelfall beachtliche Stan
dardindikatoren. Diese lassen sich in die Ka
tegorien Schweregrad und Konsis
tenz der funktionellen Auswirkungen einteilen. Auf den Begriff des primären Krankheitsgewinnes und die
Präponderanz
der psychiatri
schen Komorbidität ist zu verzichten. Der Prüfungsraster ist rechtlich
er Natur. Recht und Medizin wir
ken sowohl bei der Formulierung der
Standardindikato
ren
wie auch bei deren – rechtlich gebotener – Anwendung im Einzel
fall zu
sammen.
Die
Anerkennung eines rentenbegrün
denden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, w
enn die funktionellen Auswirkun
gen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der
Standardindi
katoren
schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahr
scheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt e
s da
ran, hat die Folgen der
Beweislo
sigkeit
nach wi
e vor die materiell beweisbelas
tete versicherte Person zu tragen (E. 6).
Die im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren, welche nach gemeinsamen Eigenschaften systematisiert werden können, umschreibt das Bundesgericht i
n
BGE 141 V 281
wie folgt:
Kategorie „funktioneller Schweregrad" (E. 4.3)
Komplex „Gesundheitsschädigung" (E. 4.3.1)
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
(E. 4.3.1.2)
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen; E. 4.3.2)
Komplex „Sozialer Kontext" (E. 4.3.3)
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens; E. 4.4)
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen
ver
-
gleich
baren
Lebensbereichen (E. 4.4.1)
behandlungs- und eingliederungsanam
nestisch ausgewiesener
Lei
-
dens
druck
(E. 4.4.2)
Die Antworten, welche die medizinischen Sachverständigen anhand der (im Einzelfall relevanten) Indikatoren geben, ver
schaffen den Rechtsanwendern In
dizien, wie sie erforderlich sind, um den Beweisnotstand im Zusammenhang mit der Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit bei psychosomatischen Störungen zu überbrücken (E. 4.1.3).
Die gemäss altem Verfahrensstandard eingeholten Gutachten verlieren ihren Beweiswert nicht per se.
Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vorhandenen
Beweis
grundlagen
vor Bundesrecht standhält. In sinngemässer Anwendung auf die nunmehr materiell-beweisrechtlich geänderten Anforderungen ist in jedem ein
zelnen Fall zu prüfen, ob die beigezogenen administrativen und/oder gerichtli
chen Sachverständigengutachten - gegebenenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen Berichten - eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgebli
chen Indikatoren erlauben oder nicht. Je nach Abklärungstiefe und -dichte kann zudem unter Umständen eine punktuelle Ergänzung genügen
(E. 8)
.
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) fest, dass sich die gesundheitliche Situation der Beschwerdeführerin wesentlich ver
bessert habe. Zwar könne sie die bisherige Tätigkeit weiterhin nicht ausüben, eine behinderungsangepasste Tätigkeit sei ihr allerdings wieder zu 100
%
zu
mutbar. Somit ergebe sich ein nicht mehr rentenbegründe
nder Invaliditätsgrad von 15
%
(S. 2 f.).
2.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt (
Urk.
1), eine Verbesserung des Gesundheitszustandes sei nicht erstellt. Im Gutachten werde
-
bei praktisch identischen Diagnosen wie bereits bei der ursprünglichen
Rentenzusprache
-
sowohl in der bisherigen als auch in einer angepassten Tä
tigkeit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Die Rentenaufhebung sei mangels eines Revisionsgrundes unzulässig. Zudem ergebe sich die Unüber
windbarkeit der somatischen Schmerzen. Falls ein verbesserter Gesundheitszu
stand bejaht werde, h
abe
sie Anspruch auf berufliche Massnahmen (S. 4 f.).
2.3
Die Beigeladene PROSPERITA Stiftung für berufliche Vorsorge hielt fest, dass der psychiatrische Begutachter ohne vollständige Prüfung
der
Foerster-Kriterien die Unüberwindbarkeit der psychischen Leiden der Beschwerdeführerin postu
liert habe. Die Kriterien, die ausnahmsweise die Unüberwindbarkeit der psychi
schen Leiden rechtfertigen würden, seien nicht erfüllt. Die Rente sei daher zu Recht eingestellt worden (
Urk.
16 S. 1 f.).
2.4
Strittig und zu prüfen ist, ob sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführe
rin seit der
im August 2001 verfügten
Rentenerhöhung (vgl.
Urk.
6/48) verbes
sert hat
,
und
ob
die Rentenaufhebung daher gerechtfertigt ist.
Als Vergleichszeitpunkt nicht massgebend sind die mit Mitteilungen vom
8. April 2004 (
Urk.
6/61) und 19. Mai 2008 (
Urk.
6/69) abgeschlossenen
Revisi
onsverfahren
, da in deren Rahmen keine materielle Prüfung des Rentenan
spruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
In
validitätsbemessung
vorg
enommen wurde (vorstehend E. 1.2
). Das Einholen von
jeweils nur eines Verlaufsberichtes
des behandelnden Arztes (
vgl.
Urk.
6/56;
Urk.
6/67) reicht für die Annahme einer materiellen Prüfung des Rentenan
spruchs nicht (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_433/2011 vom 7. Februar 2012 E. 4.5).
3.
3.1
D
ie erstmalige rentenzusprechende
Verfügung vom 2
2.
Mai 2001 (
Urk.
6/39)
stützte sich
nebst einem Bericht von
Dr.
med.
Z._
, Fachärztin für Physikalische Medizin und Rehabilitation,
auf
ein
rheumatologisch-psychiatri
sche
s
Gutachten der Ärzte des
A._
.
3.2
Dr.
Z._
diagnostizierte
mit Bericht vom 3. Mai 1999 (
Urk.
6/2)
ein chroni
sches
lumboradikuläres
Reizsyndrom L5 links bei Diskushernie L4/5, ein
Fibro
myalgiesyndrom
sowie eine depressive Entwicklung (S. 2
Ziff.
3)
,
und erachtete
die Beschwerdeführerin in der bisherigen Tätigkeit seit dem 14. April 1998 bis auf weiteres
als
zu 100
%
arbeitsunfähig (S. 1
Ziff.
1.5). In Zukunft betrage die Arbeitsfähigkeit für körperlich nicht belastende Arbeiten
wahrscheinlich
50
%
. Da Wiedereingliederungsmassnahmen kaum realisierbar seien, sei eine halbe Invalidenrente nicht zu umgehen (S. 2
Ziff.
4.1).
3.3
Die Ärzte des
A._
führten im rheumatologisch-psychiatrischen Gutachten
vom 7. September 2000
(
Urk.
6/14 =
Urk.
6/15) folgende Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf (S. 11
Ziff.
4):
c
hronifiziertes
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom bei leichter
Fehl
form
der Wirbelsäule
s
omatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
Anpassungsstörung; längere depressive Reaktion (ICD-10 F43.21)
Bei der rheumatologischen Untersuchung seien ausgesprochene
Waddellzeichen
aufgefallen. Nach Überwindung derselben
zeige
sich eine Hyperlordose der
Len
denwirbelsäule
(LWS) sowie eine
Druckdolenz
der ganzen LWS, maximal am
lumbosakralen
Übergang sowie am linken Beckenkamm. Die peripheren Gelenke seien unauffällig. Radiologisch zeige sich eine mässige Torsionsskoliose der LWS bei leichter Hyperlordose. Es fänden sich keine wesentlichen degenerativen Veränderungen.
Eine
Computertomographie (CT) der LWS aus dem Jahr 1998
habe
keine Kompression neuraler Strukturen
gezeigt
. Auch klinisch finde sich keine
radikuläre
Symptomatik. Insgesamt handle es sich um ein
chronifiziertes
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom bei leichter
Fehlform
der Wirbelsäule. Das Schmerzsyndrom sei vorwiegend weichteilrheumatisch bedingt. Die Be
schwerdeführerin sei aufgrund der objektiv feststellbaren Veränderungen für nicht extrem belastende Tätigkeiten mit der Möglichkeit zum Positionswechsel zu 70
%
arbeitsfähig. In einer leichteren Tätigkeit ohne Heben von Lasten sei sie hingegen zu 100
%
arbeitsfähig (S. 11
Ziff.
5).
In der psychiatrischen Untersuchung sei eine leichte verminderte
Gedächt
-
nisleis
tung
ohne formale Denkstörungen aufgefallen. Die Beschwerde
führerin sei inhaltlich auf die jetzigen Schmerzen, die schweren Zeiten in ihrem Leben und auf das Getrenntsein von ihren Kindern eingeengt. Sie leide unter kreisenden Gedanken. Die Beschwerdeführerin habe keine Wahrnehmungsstö
rungen, Phobien oder Zwänge. Es bestünden
allerdings
Zukunftsängste und eine allgemeine Hoffnungslosigkeit. Die Stimmung sei bedrückt. Die Affekte seien adäquat. Die Beschwerdeführerin fühle sich immer müde
und
schwach
. Sie
habe keinen Antrieb. In der Lebensgeschichte würden sich viele traumatisierende und nicht verarbeitete Ereignisse zeigen, welche zu einer reaktiv-depressiven
Symp
-
tomatik
im Sinne einer Anpassungsstörung geführt hätten. Bei der Be
schwerdeführerin
versag
t
e
die Verarbeitungs- und Bewältigungsmöglichkeiten
aufgrund einer fragilen emotionalen Stabilität und einem bescheidenen intel
lektuellen Niveau. Vor diesem Hintergrund könne eine somatoforme
Schmerz
störung
diagnostiziert werden. Die Beschwerdeführerin sei derzeit aufgrund der psychischen Beschwerden zu 50
%
arbeitsfähig. Es handle sich dabei nicht um den Endzustand (S. 12
Ziff.
5
).
Zusammenfassend kamen die Ärzte zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin in einer leichten bis mittelschweren Tätigkeit zu 50
%
arbeitsfähig sei, wobei die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vorwiegend auf den psychiatrischen Befun
den beruhe. Zur Verbesserung der Arbeitsfähigkeit solle eine antidepressive Therapie eingeleitet werden (S. 12
Ziff.
5-6
).
4.
4.1
D
er
am 10. August 2001 verfügte
n
Rentenerhöhung (
Urk.
6/48)
lagen
insbeson
dere zwei Berichte des behandelnden Psychiaters
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
, sowie ein Schreiben von
Dr.
Z._
zu
grunde
.
4.2
Dr.
Z._
gab mit Schreiben vom 27. Februar 2001 (
Urk.
6/34/3) an, dass
sie
die Beschwerdeführerin wegen ihrem Rückenleiden weiterhin
behandle. Die Beschwerdeführerin sei
seit dem 1. Oktob
er 2000 zu 50
%
arbeitsfähig
. Eine körperlich nicht belastende Arbeit sei ihr abgesehen von ihrem psychischen Zustand zu 50
%
zumutbar.
Der psychische Zustand d
er Beschwerdeführerin
sei allerdings
sehr schlecht, we
swe
gen die
verbliebene
Arbeitsfähigkeit in der Pra
xis the
oretisch kaum realisierbar sei.
4.
3
I
n einer kurzen Stellungnahme vom 27. Februar 2001 (
Urk.
6/34/2)
gab
Dr.
B._
an, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin in letzter Zeit deutlich verschlechtert habe und sie ab sofort zu 100
%
arbeitsunfähig sei. Mit Bericht vom 4. Mai 2001 (
Urk.
6/35) diagnostizierte er eine
Anpassungs
störung
bei längerer depressiver Reaktion sowie eine
anhaltende
somatoforme Schmerzstörung und erachtete die Beschwerdeführerin seit dem 10. April 1998 als zu 100
%
arbeitsunfähig
(S. 1
Ziff.
1.5; S. 2
Ziff.
3).
4.4
In der Folge erachtete
Dr.
m
ed.
C._
, praktische Ärztin
,
medizinischer Dienst (heute: Regionaler Ärztlicher Dienst, RAD),
eine gesundheitliche V
er
schlechterung als ausgewiesen. Da
eine psychiatrische Begutachtung zu keinem anderen Schluss komme
n werde, könne
darauf verzichtet werden (
Urk.
6/41).
5
.
5
.1
Beim Erlass der vorliegend angefochtenen, rentenaufhebenden Verfügung vom 4. März 2015 (
Urk.
2) stützte sich die Beschwerdegegnerin auf die nachfolgen
den Berichte.
5
.2
Die Ärzte der Uniklinik
D._
diagnostizierten mit Bericht vom 11. April 2013 (
Urk.
6/76/7-8) eine mediale Meniskusläsion bei medialer Gonarthrose rechts, ein chronisches
lumboradikuläres
Reizsyndrom L5 rechts bei Diskushernie L5/S1 sowie eine Adipositas per magna. Eine erfolgte Magnetresonanztomographie des rechtens Knies
(vgl. hierzu Art. 6/76/9) habe einen komplexen Riss des medialen Meniskus im Bereich des
Hinterhorns
und der Pars
intermedia
gezeigt. Es liege eine mediale Gonarthrose mit
tibialem
Knochenmarksödem und
subchondralen
Geröllzysten im Bereich der Hauptmeniskusschädigung vor.
E
ine Gewichtsab
nahme
werde dringend
empfohlen (S. 1 f.).
5
.3
Dr.
Z._
führte mit Bericht vom 25. Juli 2013 (
Urk.
6/79) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf (S. 1
Ziff.
1.1):
c
hronisches
lumbospondylogenes
und rezidivierendes
lumboradikuläres
Reizsyndrom L5 rechts bei Diskushernie L5/S1
c
hronisches
Reizknie
rechts bei medialer Gonarthrose und
Meniskus
läsion
medial
Adipositas per magna
p
athologische
Glucosetoleranz
Vitamin D3-Mangel
Die Beschwerdeführerin sei in der bisherigen Tätigkeit zu 100
%
arbeitsunfähig.
A
ufgrund des Rückenleidens und den ausgeprägten Beschwerden am rechten Knie
könne ihr
derzeit keine Arbeit zugemutet werden (S. 2
Ziff.
1.6-1.7). Die Prognose sei ungünstig (S. 2
Ziff.
1.4).
5
.4
Am 8. April 2014 erstatte
te
n die Ärzte des
E._
ihr polydisziplinäres Gutachten in den
Fachdis
ziplinen
Allgemeine Innere Medizin, Orthopädische Chirurgie und Traumatolo
gie des Bewegungsapparates, Neurologie sowie Psychiatrie und Psychotherapie (
Urk.
6/88/3-40). Als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit führ
ten sie Folgendes auf (S. 32
Ziff.
7):
chronisches
vertebrogenes
Lumbalsyndrom mit
iliosakraler
Reizsymp
-
toma
tik
rechts bei
hochgradiger hohlrunder Fehlstatik der Wirbelsäule
kleiner
subligamentärer
medianer Diskushernie L4/5
muskulärer
Dysbalance
Adipositas per magna
pseudoradikulärer
Schmerzausstrahlung ins rechte Bein
medialbetonte
Gonarthrose rechts
Adipositas per magna
anhaltende somat
oforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4
)
bei einer einfach strukturierten Persönlichkeit mit
kindlich-dependen
ten
Zügen
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie die
Fol
-
gen
den
(S. 32
Ziff.
8):
a
rterielle Hypertonie
p
athologische Glukosetoleranz, laut Akten
m
ultiple
Insertionstendinosen
und
Tendomyosen
in der Schulter-Na
cken-Thorax-Region bei muskulärer Insuffizienz, allgemeiner
Dekonditi
onierung
und Adipositas per magna
Spannungs
typ
kopfschmerzen
Aus internistischer Sicht
liege eine
ausgeprägte A
dipositas mit einem BMI von 46.4
vor
.
Als durch die Adipositas
assoziierte Symptome seien die
Rückenbe
schwerden
, di
e Knieschmerzen bei Gonarthrose,
die pathologische
Glukosetole
ranz
sowie
die allgemeine körperliche Belastungs
intoleranz und
die arterielle Hypertonie
zu erwähnen
(S. 32 f.
Ziff.
9).
In der orthopädischen Untersuchung sei ein chronisches
vertebrogenes
Lumbal
syndrom
mit
iliosakraler
Reizsymptomatik bei seit Jahren bestehender Fehlstatik und muskulärer
Dysbalance
bei morbider Adipositas ersichtlich gewesen. Die Situation des Rückens sei gegenüber der Befunderhebung im Gutachten des
A._
aus dem Jahr 2000 unverändert.
Das Schmerzsyndrom sei vorwiegend weichteilbedingt.
Eine
radikuläre
Symptomatik liege nicht vor. Es fänden sich klinisch
multilokuläre
Insertionstendinosen
und
Tendomyosen
in der gesamten Schulter-Nacken-Thorax-Region bei ausgeprägter Fehlstatik,
Überlastungsphä
nomenen
durch die Adipositas und insuffizienter Muskelausprägung. Dieser Komplex entspreche dem in den Akten erwähnten
Fibromyalgiesyndrom
. Ferner finde sich bildgebend eine
medialbetonte
Gonarthrose rechts. Der Beschwerde
führerin seien körperlich schwere und mittelschwere Tätigkeiten mit Einnahme von körperlichen Zwangshaltungen, häufigem Treppensteigen oder Besteigen von Leitern und Gerüsten nicht
mehr
zumutbar (S. 33
Ziff.
9).
Die neurologische Untersuchung habe keine sensomotorischen Ausfälle gezeigt.
In Bezug auf die
Rückenproblematik
sei
nicht von einem
radikulären
Ausfall
syndrom auszugehen. Die von der Beschwerdeführerin beklagten Schmerzaus
strahlungen ins rechte Bein seien unter Berücksichtigung der klinischen und ra
diologischen Befunde als
pseudoradikulär
zu beurteilen. Aus rein neurologischer Sicht lasse sich
k
eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründen (S. 33
Ziff.
9).
Aus psychiatrischer Sicht sei
en
d
ie
chronische
n
Schmerzklagen gegenüber den im Jahr 2000 berichteten Klagen im Wesentlichen unverändert. Es bestehe aktu
ell keine affektive Beeinträchtigung. Die Beschwerdeführerin sei auf ihre Rü
ckenschmerzen fixiert, wobei sicherlich auch eine Symptomverdeutlichung vor
liege. Aufgrund des heute festgehaltenen psychopathologischen Befundes und der heutigen Einschätzung der psychogenen Überlagerung des beklagten Schmerzerlebens lasse sich eine vollschichte Arbeitsunfähigkeit aus psychiatri
scher Sicht nicht begründen. Es handle sich allerdings um eine eher einfach strukturierte Beschwerdeführerin mit
dependenten
Zügen. Es habe sich eine er
hebliche
Chronifizierung
eingestellt. Die Beschwerdeführerin sei auf ihre Schmerzen fixiert. Eine psychische Kom
o
rbidität liege nicht vor. Ein primärer Krankheitsgewinn müsse angenommen werden. Es
sei
von einer Unüberwind
barkeit der so
matoformen Schmerzen auszugehen
. Die Beschwerdeführerin weise ungenügende psychische Ressourcen auf. Es
sei
überwiegend
wahrschein
lich davon auszugehen
, dass die Beschwerdeführerin bei der Aufnahme einer Erwerbstät
igkeit psychogen
dekompensiere
und sich der Gesundheitszustand verschlechtere. Insofern müsse die Arbeitsunfähigkeit weiterhin aufrechterhalten werden (S. 34
Ziff.
9). Aus psychiatrischer Sicht könnten keine Massnahmen vorgeschlagen werden, welche sich rentenvermindernd auswirken würden (S. 35
Ziff.
12).
Zusammenfassend hielten die Gutachter fest, dass gestützt auf die Beurteilung weiterhin von einer vollen Arbeitsunfähigkeit sowohl in der bisherigen als auch in einer angepassten Tätigkeit auszugehen sei (S. 35
Ziff.
10-11). Die Prognose sei schlecht. Es bestehe eine
Chronifizierung
und Fixierung. Eine berufliche Wiedereingliederung sei aufgrund der Persönlichkeitszüge der Beschwerdefüh
rerin mit mangelhaften psychischen Ressourcen nicht
realisierbar (S. 35
Ziff.
13).
5
.5
Mit Stellungnahme vom 1. September 2014 erachteten med.
pract
.
F._
, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Be
wegungsapparates, sowie med.
pract
.
G._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
RAD
, das Gutachten als um
fassend. Es sei eine deutliche Ver
b
esserung des Gesundheitszustandes festzustellen, da keine schwere psychische Komorbidität mehr vorliege. Bei den Überlegungen zur Zumutbarkeit der
Über
windbarkeit
werde allerdings der psychiatrische Rahmen überschritten. Die Be
schwerdeführerin sei in der bisherigen Tätigkeit aus somatischer Sicht weiterhin zu 100
%
arbeitsunfähig. Aus psychiatrischer Sicht bestehe keine Arbeitsunfä
higkeit. In einer angepassten Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin sowohl aus somatischer als auch aus psychiatrischer Sicht zu 100
%
arbeitsfähig. Eine
zu
künftige
Verbesserung
des Gesundheitszustandes
sei aufgrund des degenerati
ven Charakters des Gesundhei
tsschadens nicht wahrscheinlich
(
Urk.
6/95 S. 5 ff.).
6
.
6
.1
Zur Beurteilung der Frage, ob sich der Gesundheitszustand der
Beschwer
-
deführe
rin
wesentlich
ver
ändert
hat und somit ein Revisionsgrund
vorliegt
,
findet sich in den Akten
insbesondere das polydisziplinäre Gutachten
des
E._
(vorstehend E. 5.4), welches die praxisgemässen Kriterien an beweis
k
räftige
Entscheidgrundlagen
erfüllt
(vgl. vorstehend E. 1.5)
.
In somatischer Hinsicht wird
dabei
ein im Wesentlichen unveränderter
Z
ustand
der
Rücken
problematik
beschrieben. Die Beschwerdeführerin leidet
demnach
an einem chronischen
vertebrogenen
Lumbalsyndrom mit
iliosakraler
Reizsymptomatik
bei Fehlstatik der Wirbelsäule
, wobei
insbesondere
weiterhin
keine
r
adikuläre
Symptomatik vorliegt
. In den bildgebenden Untersuchungen konnte
allerdings
zusätzlich
– erstmals im 2012 -
eine Gonarthrose rechts fest
gestellt werden
, welche
noch nicht in die
letztmalige materielle Beurteilung
miteinbezogen wurde
. Durch die Gonarthrose seien
Tätigkeiten im Stehen und Gehen sowie in kniender und hockender Position beeinträchtigt
(
vgl.
Urk.
6/88/3-40
S. 20
Ziff.
4.2.5,
S. 33
Ziff.
9
).
A
ls psychiatrische
Diagnose
wird
unverändert
eine an
haltende somat
oforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4
)
aufgeführt
. Im Vergleich zur letztmaligen materiellen Beurteilung
konnte
indessen
keine
Anpassungs
störung
bei längerer depressiver Reakt
ion mehr diagnostiziert werden, wobei sich zur Beurteilung von
Dr.
B._
im Mai 2001 auch der psychopathologische Befund verbessert zu haben scheint
(vgl.
Urk.
6/35 S. 2
Ziff.
4.3;
Urk.
6/88/3-40 S. 26
f.
)
.
Die Gutachter des
E._
hielten dementsprechend fest, dass aktuell keine affektive Beeinträchtigung mehr bestehe (
Urk.
6/88/3-40 S. 34 oben).
Nach dem Gesagten ist
somit
mit dem im Sozialversicherungsrecht massgeben
den Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass sich der für die
Rentenzusprache
respektive Rentenerhöhung entscheidende Gesundheitszu
stand der Beschwerdeführerin wesentlich verändert hat. Damit besteht Anlass zur Rentenrevision im Sinne von Art. 17
Abs.
1 ATSG.
6.2
Aufgrund der somatischen Leiden
ist die
Beschwerdeführerin
gestützt auf die nachvollziehbare gutachterliche Beurteilung in körperlich schweren und mit
telschweren Tätigkeiten mit Einnahme von körperlichen Zwangshaltungen, häufigem Treppensteigen oder Besteigen von Leitern und Gerüsten nicht mehr arbeitsfähig (vgl.
Urk.
6/88/3-40 S. 33
Ziff.
9). Die von den Gutachtern des
E._
auch für adaptierte Tätigkeiten attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit wird vorwiegend durch die
psychischen
Beschwerden begründet (
Urk.
6/88/3-40
S. 35
Ziff.
11). Es stellt sich daher die Frage, ob der ausgewiesene psychische
Ge
sundheitsschaden
– das heisst die anhaltende somatoforme Schmerzstörung – eine Invalidität begründet
(vorstehend E. 1.3)
.
6.3
Die Gutachter des
E._
gingen diesbezüglich von einer Unüberwindbarkeit der Schmerzen aus
(vgl.
Urk.
6/8
8/3-40 S. 34 f.
Ziff.
9-11
).
Dabei handelt es sich zwar um eine Rechtsfrage (
vgl.
BGE 140 V 193 E. 3.1 f., 130 V 352 E. 3; Urteil des Bundesgerichts 9C_636/2
007 vom 2
8.
Juli 2008 E. 3.3.1)
und erfolgte diese Beurteilung ohne Kenntnis der neuen Rechtsprechung zu den
Schmerzstörungen ohne erkennbare organische Ursache und vergleichbaren psychosomatischen Leiden
(vgl. vorstehend E. 1.3). Allerdings lassen sich die Indikatoren anhand der gutachterlichen Beurteilung genügend beurteilen, weshalb sich auch keine Zusatzfragen au
f
drängen. Der Beschwerdegegnerin ist zwar darin zuzustimmen (vgl.
Urk.
6/95 S. 5), dass ein vollständiger sozialer Rückzug zu verneinen ist, hat die Beschwerdeführerin doch regen Kontakt zu ihrer Familie (vgl.
Urk.
6/88/3-40 S. 25).
Allerdings
hielten
die Gutachter des
E._
klar und nach
vollziehbar
fest
, dass sich eine erhebliche
Chronifizierung
eingestellt habe und bei der einfach strukturierten Beschwerdeführerin mit
dependenten
Zügen von einer
Unüberwindbarkeit der
somatoformen Schmerzen ausgegangen werden müsse. Die Gutachter kamen zu diesem Schluss, obwohl keine psychische Komorbidität
mehr
vorliege,
aufgrund des aktuellen psychopathologischen Be
fundes keine vollschicht
ig
e Arbeitsunfähigkeit attestiert werden könne
und sich die Beschwerdeführerin nicht mehr in psychiatrischer Behandlung befinde
. Die Beschwerdeführerin weise ungenügende psychische Ressourcen auf
,
um ihr psy
chisches Leiden und die somatoformen Schmerzen zu überwinden
. Es müsse mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass die Be
schwerdeführerin bei einer Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit psychogen
dekompensiere
und sich der Gesundheitszustand wieder verschlechtere
(vgl.
Urk.
6/88/3-40
S. 28 f.,
S. 34).
Zudem wiesen die Gutachter darauf hin, die
Chronifizierung
sei auch durch adäquate psychiatrische Behandlung nicht be
hebbar (vgl. S. 29 f. des Gutachtens). Damit
erscheint die ärztliche Einschät
zung, dass keine Ressourcen vorhanden seien, um eine Arbeitsfähigkeit zu be
gründen, insbesondere in Anbetracht der einfach strukturierten Beschwerde
führerin mit
dependenten
Zügen als überzeugend
und können die Indikatoren Komplex Gesundheitsschädigung hinsichtlich Ausprägung der
diagnoserele
vanten
Befunde, Behandlungsresistenz und Eingliederungsresistenz sowie be
treffend Komplex Persönlichkeit (persönliche Ressourcen) und Konsistenz
(vgl. S. 25 des Gutachtens)
als zumindest teilw
eise erfüllt betrachtet werden
.
Dem Gutachten des
E._
folgend ist daher
unverändert
von einer 100%igen Arbeits
unfähigkeit in jeglicher Tätigkeit auszugehen,
so dass
weiterhin
ein
Invali
di
täts
grad
von 100
%
resultiert.
6.4
Zusammenfassend
erweist sich die
verfügte Rentenaufhebung
somit
als nicht rechtens.
Damit erübrigen sich Ausführungen zu den eventuell beantragten be
ruflichen Massnahmen.
Die angefochtene Verfügung ist mithin, in Gutheissung der dagegen erhobenen Beschwerde, aufzuheben, wobei die Beschwerdeführerin weiterhin Anspruc
h auf eine ganze Invalidenr
ente hat.
7
.
7
.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
800.--
anzusetzen.
Soweit die Beigeladene 2 aktiv am Verfahren teilgenommen hat, besteht kein Dispens von der Kostenpflicht (Kommentar zum Gesetz über das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zü
rich,
2.
Auflage, Zürich/Basel/Genf 2009
§
14
Rz
33).
Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind
die Kosten somit der Beschwerdegegnerin und der Beigeladenen 2 je
zur Hälfte
aufzuerlegen.
7
.2
Ausgangsgemäss steht der obsiegenden vertretenen Beschwerdeführerin eine Prozessentschädigung zu, die gemäss Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit
§
34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) – ohne Rück
sicht auf den Streitwert – nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens zu bemessen ist.
Un
terliegende Beigeladene können nur bei Bejahung einer mutwilligen oder leichtsinnigen Prozessführung zur Bezahlung einer Prozessentschädigung an die obsiegende Partei verpflichtet werden, was im hier zu beurteilenden Fall nicht zutrifft (vgl. Kommentar zum Gesetz über das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich, a.a.O.,
§
14
Rz
34).
Unter Berücksichtigung der vorgenannten Bemessungskriterien und beim ab dem
1.
Januar 2015 für Rechtsanwälte gerichtsüblichen Stundenansatz von
Fr.
220.-- ist die Prozessentschädigung vorliegend auf
Fr.
2‘000.--
(inkl.
Bar
ausl
agen
und
MWSt
) festzusetzen.