Decision ID: f1cbcf02-b351-5ba1-be7b-047b5a0a4541
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Dieter Studer, Hauptstrasse 11a,
8280 Kreuzlingen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 14. Januar 2009 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an und beantragte eine Rente (act. 32). Aufgrund einer früheren
Anmeldung waren ihm wegen Schwerhörigkeit Hilfsmittel zugesprochen worden. Der
Versicherte gab an, eine Anlehre gemacht zu haben und seit Mai 1998 als Facility
Manager angestellt zu sein. Seit dem 4. August 2008 bestehe eine gesundheitliche
Beeinträchtigung. Angaben zu deren Art könnten dem beigelegten Arztzeugnis
entnommen werden, das in den Akten allerdings fehlt.
A.b Gemäss einem FI-Gesprächsprotokoll des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD)
der Invalidenversicherung vom 19. Januar 2009 (act. 39) hatte Dr. med. B._,
Allgemeine Medizin FMH, angegeben, es lägen beim Versicherten eine depressive
Verstimmung, eine Überlastungsreaktion, Magen-/Darmprobleme und im Hintergrund
eine Alkoholproblematik vor. Der Versicherte werde mit Sertragen, Pantozol und Isoket
behandelt, letzteres wegen einer früheren AP (wohl: Angina pectoris), die derzeit nicht
im Vordergrund stehe. Er sei überlastet, es sei zu aggressiven Ausbrüchen am
Arbeitsplatz gekommen. Mittlerweile sei ihm gekündigt worden.
A.c Nachdem im FI-Vortriage-Protokoll vom 20. Januar 2009 (act. 40) festgehalten
worden war, ein Eingliederungspotential bestehe nicht, teilte die Sozialversicherungs
anstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen dem Versicherten am 20. Januar 2009 (act. 41)
mit, berufliche Massnahmen seien nicht möglich.
A.d Seiner Gesprächsbestätigung vom 20. Januar 2009 (act. 48) legte Dr. B._ einen
Bericht an die Krankentaggeldversicherung vom 14. November 2008 und einen Bericht
von Dr. med. C._, Fachärztin für Innere Medizin/Gastroenterologie/Hepatologie, vom
3. September 2008, bei. - Dr. B._ hatte berichtet, es sei innert eines Monats ein
Gewichtsverlust von 15 kg aufgetreten, dazu dunkler Durchfall, Appetitlosigkeit, totale
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Erschöpfung. Auch psychisch sei der Versicherte am Rand, er leide an
Schlafstörungen, Schweissausbrüchen, Weinkrämpfen usw. Die Magen-/Darmproble
matik sei nicht klassifizierbar. Dem Bericht von Dr. C._ war zu entnehmen, dass
allgemein eine Infektanfälligkeit und eine ausgedehnte Parodontose bestünden. Die
Koloskopie sei abgesehen von zwei Polypenknospen unauffällig gewesen. Es sollte auf
eine allfällige exokrine Pankreasinsuffizienz abgeklärt werden.
A.e Die Arbeitgeberin bescheinigte am 25. Februar 2009 (act. 50), der Versicherte
stehe seit 1. Januar 1999 in ungekündigtem Arbeitsverhältnis als Hauswart. Sein Lohn
betrage pro Jahr Fr. 72'644.--. Ohne Gesundheitsschaden würde er Fr. 90'805.-- ver
dienen.
A.f Dr. B._ gab in seinem Arztbericht vom 20. Mai 2009 (act. 52) an, es bestünden
(erstens) ein Burnout mit psychischer Instabilität, aggressiven Impulsen und Rückzug,
(zweitens) eine somatische Reaktion mit Durchfall, Gewichtsverlust von 10 kg und
Zahnproblemen, (drittens) ein Tinnitus und Schwerhörigkeit bds., (viertens) eine Knie
arthrose bds. (Operation 2004), (fünftens) ein Ulcus ventriculi und (sechstens) ein
Herpes zoster. Der Versicherte sei vom 4. bis 30. August 2008 zu 50 % arbeitsunfähig
gewesen und sei nun seit dem 1. September 2008 zu 100 % arbeitsunfähig. Er sei
nicht belastbar und brauche Ruhe und Ordnung. Er (der Arzt) sehe keine Aussicht, dass
der Versicherte sich in den Arbeitsprozess werde reintegrieren können. Mit der
beigelegten Beurteilung von Dr. med. D._, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie, vom 11. April 2009 sei er absolut nicht einverstanden. - In dem
psychiatrischen Konsilium hatte Dr. D._ als Diagnose eine Anpassungsstörung im
Sinne einer narzisstischen Krise und länger dauernden depressiven Reaktion
bezeichnet, welche gegenwärtig bereits wieder abgeklungen sei. Die Arbeitsunfähigkeit
von 100 % sei der - nunmehr leichten - Ausprägung des Krankheitsbildes noch bedingt
angemessen. Dieser Grad sei noch für längstens drei Monate fortzuschreiben,
anschliessend bestehe wieder volle Arbeitsfähigkeit. Daneben war ein Schreiben der
Krankentaggeldversicherung an den Versicherten vom 23. April 2009 beigelegt,
wonach gestützt auf die Einschätzung von Dr. D._ ab 1. Juli 2009 eine volle
Arbeitsfähigkeit vorliege. Mit einem weiteren beigelegten Schreiben vom 8. Mai 2009
hatte Dr. B._ der Taggeldversicherung berichtet, die mit viel Geduld und
Rücksichtnahme erreichte Stabilisierung sei mit der Mitteilung vom 23. April 2009 zum
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Einsturz gebracht worden. Die Annahme von Dr. D._ sei unwahrscheinlich. Er
schlage eine zweite psychiatrische Beurteilung vor. Neben den psychiatrischen
Problemen bestünden auch somatische Störungen. Gleichentags hatte Dr. B._ den
Versicherten an eine Sozialpsychiatrische Beratungsstelle (Psychiatrie-Zentrum)
zugewiesen.
A.g Am 27. Mai 2009 (act. 54) ging ein Bericht des Psychiatrie-Zentrums vom 19. Mai
2009 an Dr. B._ ein. Es habe sich beim Versicherten recht eindrücklich ein
derangierter psychischer Zustand gezeigt, der eigentlich eine stationäre psycho
therapeutische Behandlung indiziere. Das lehne er aber ab. Arztzeugnisse, die jeweils
auf einem Beurteilungszeitraum von nur wenigen Stunden beruhten, brächten aber
keinen Fortschritt im Hinblick auf eine Klärung des Krankheitsstatus. Durch eine tages
klinische Behandlung ergäben sich hingegen nicht nur intensivere therapeutische,
sondern auch wesentlich umfangreichere Möglichkeiten zur Beobachtung und Be
urteilung von Reaktionsmustern und dergleichen.
A.h In einem Arztbericht vom 31. Juli 2009 (Eingangsstempel; act. 56) gab das
Psychiatrie-Zentrum bekannt, beim Erstgespräch vom 19. Mai 2009 sei der Versicherte
als vollständig arbeitsunfähig erlebt worden. Die Prognose bezüglich des
Wiedererreichens einer Arbeitsfähigkeit von über 50 % trotz umfangreicher Behandlung
sei negativ.
A.i Der RAD hielt am 10. August 2009 (act. 57) fest, Dr. B._ habe auf telefonische
Anfrage bekannt gegeben, auf seine ärztliche Intervention hin habe die
Taggeldversicherung eine Begutachtung durch Dr. med. E._, Facharzt für Psychiatrie
und Psychotherapie, veranlasst. Dr. E._ habe ab 1. Oktober 2009 eine
Arbeitsfähigkeit von 100 % attestiert.
A.j Den Akten der Krankentaggeldversicherung konnte in der Folge unter anderem
das Gutachten von Dr. E._ vom 24. Juni 2009 entnommen werden. Dr. E._ hatte
danach beim Versicherten eine leichtgradige depressive Episode mit somatischem
Syndrom bei einer in ihrer Entwicklung neurotisierten Persönlichkeit, narzisstisch
gekränkt, diagnostiziert. Es sei mittlerweile zu einer Beruhigung und leichten
Stabilisierung des psychischen Zustands gekommen. Bei der gegenwärtigen Aus
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prägung der Beschwerden sei es dem Versicherten zumutbar, ab 1. Juli 2009 im
Umfang von 100 % einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Eine Anmeldung beim
Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) sei dringend erforderlich. Der Versicherte
sei nicht total genesen; gewisse Störungen seien immer noch vorhanden und sollten
psychiatrisch angegangen werden.
A.k Der RAD folgte daraufhin am 15. September 2009 (act. 59) dem Ergebnis der
beiden psychiatrischen Gutachter. Da der Versicherte gemäss den Angaben von
Dr. E._ noch nicht als ganz genesen betrachtet werden könne, sollten Tätigkeiten mit
besonderen Anforderungen an das Konzentrationsvermögen, an die Anpassungs
fähigkeit und an die Belastbarkeit sowie Akkordarbeit vermieden werden. Körperlich
seien wegen der Kniearthrosen nur leichte bis mittelschwere wechselbelastende Tätig
keiten ohne häufiges Gehen auf unebenem Gelände, ohne häufiges Kauern oder Knien
und ohne häufiges Steigen auf Leitern, Treppen oder Gerüste zumutbar.
A.l Mit Vorbescheid vom 18. September 2009 (act. 61 f.) stellte die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen dem Versicherten die
Abweisung des Rentengesuchs (bei einem Invaliditätsgrad von 32 %) in Aussicht. Mit
der vollen Arbeitsfähigkeit ab 1. Juli 2009 könnte er ein Invalideneinkommen von
Fr. 61'468.-- erzielen, während sein Valideneinkommen Fr. 90'805.-- ausmache.
A.m Mit Einwand vom 16. Oktober 2009 (act. 63) brachte der Versicherte vor, seine
Leistungsfähigkeit liege bei etwa 30 %. Das bestätigten sein Hausarzt und sein
Homöopath. Wenn er sich, wie in der Verfügung festgehalten, ans RAV wenden müsse,
so wisse er nicht, was er zur Arbeitsfähigkeit angeben sollte. 100 % Arbeitsfähigkeit
treffe nicht zu; er sei froh, wenn er eine Leistung von einem Drittel erreichen könne. So
falle er durch alle Netze, sei er doch gemäss dem Vorbescheid bei der IV nicht am
richtigen Ort, beim RAV aber ebenfalls nicht, weil er die Leistung nicht erbringen könne.
Im psychiatrischen Bericht werde nicht erwähnt, dass er bei der leichtesten Aufregung
ein extremes Zittern der Hände bekomme, das ihm jede manuelle Tätigkeit verun
mögliche. Schwierigkeiten bereiteten ihm auch die Folgen des Verlusts der Zähne ohne
Einsetzbarkeit von Prothesen, seines ständigen Durchfalls, seiner Magenschmerzen
(mit morgendlichem Brechwürgen), seines nicht mehr korrigierbaren Hörverlusts und
seiner geschwollenen, schmerzenden Knie. Ausserdem gerate er bei der kleinsten
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Anstrengung ausser Atem. Er könne die Probleme in Schach halten, wenn er mittags
etwa zwei Stunden schlafe.
A.n Mit Verfügung vom 28. Oktober 2009 (act. 64) wies die Sozialversicherungs
anstalt/IV-Stelle einen Rentenanspruch des Versicherten ab. Es würden keine neuen
objektivierbaren Änderungen der Befunde oder Symptome mitgeteilt.
B.
Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur. Dieter Studer für den
Betroffenen am 27. November 2009 erhobene Beschwerde. Der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und dem
Beschwerdeführer sei ab 1. August 2009 eine Rente auszurichten, eventualiter sei die
Sache zur weiteren Abklärung und anschliessenden Neuverfügung an die Verwaltung
zurückzuweisen. Die Tätigkeit des Beschwerdeführers als Facility Manager habe ihm
viel abverlangt; er sei bis zum Äussersten belastet gewesen und habe sich verausgabt.
Das zunehmende Alter habe den ohnehin schon hohen Druck zusätzlich erhöht. Bereits
seit ca. 2003 habe der Beschwerdeführer an verschiedenen psychosomatischen
Symptomen gelitten, die seine Leistungsfähigkeit eingeschränkt hätten. Aufgrund der
abnehmenden Leistungsfähigkeit hätten Vorgespräche für eine mögliche
Umplatzierung stattgefunden. Ende Juli 2008 sei aber völlig überraschend die
Kündigung für ihn und seine im selben Betrieb tätige Ehefrau erfolgt, was zur
Dekompensation des Gesundheitszustands geführt habe. Wie seine Ehefrau
geschildert habe, sei es zu einem totalen Burnout gekommen, so dass er bei jeder
Anstrengung gezittert und sogar zum Stottern geneigt habe. Infolge einer Depression
mit Erschöpfungssymptomen sei er ab 4. August 2008 zu 50 % und später zu 100 %
krankgeschrieben worden. Dr. E._ habe die von der Ehefrau des Beschwerdeführers
beschriebenen Symptome bestätigt. Durch den Dispens von der Arbeit seien sie
gemäss seinem Bericht abgeklungen, so dass der Arzt wie schon Dr. D._ von einer
Besserung spreche. Die Besserung sei daher eingetreten, weil der Beschwerdeführer
seine Tätigkeit seit August 2008 nicht mehr ausgeübt habe. Eine Rückkehr an die
Arbeit würde aber unweigerlich wieder zum alten Zustand und zur höheren bzw. vollen
Arbeitsunfähigkeit führen, wie es Dr. B._ in seinen Berichten nachvollziehbar
dargelegt habe. Dr. B._ habe berichtet, durch die Leistungseinstellung der
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Krankentaggeldversicherung sei die erreichte Stabilisierung wieder dekompensiert. Es
seien erneut Gewichtsverlust, Schlafstörungen und Erschöpfung eingetreten. Aufgrund
der regelmässigen Untersuchungen und Behandlungen beurteile er die Arbeitsleistung
des Beschwerdeführers echtzeitlich mit 30 bis 35 % bei 70-prozentiger Anwesenheit,
und zwar in einem geschützten Rahmen mit einem ruhigen, konflikt- und stressfreien
Milieu. Die von Dr. E._ postulierte Verbesserung sei für ihn nicht nachvollziehbar. Eine
längerdauernde Verbesserung der Arbeitsfähigkeit könne nicht angenommen werden;
die Invaliditätsbemessung sei nicht hinreichend begründet. Es sei keine Erwerbs
fähigkeit dauerhaft wieder hergestellt, die ein rentenausschliessendes Einkommen zu
erzielen ermöglichte. Die Verbesserung des Zustands sei nur ohne Erwerbstätigkeit
vorhanden und könne daher für die Invaliditätsbemessung nicht ausschlaggebend sein.
Das in der angefochtenen Verfügung genannte Invalideneinkommen zu erreichen, sei
nicht zumutbar. Der Beschwerdeführer habe eine anspruchs- und verantwortungsvolle,
nervlich und körperlich belastende Tätigkeit innegehabt. Es wäre jedenfalls ein
Leidensabzug von 25 % gerechtfertigt. Der Beschwerdeführer habe bei Eintritt des
Gesundheitsschadens im zehnten Dienstjahr gestanden. An einem andern Arbeitsplatz
sei er nach so langer Zeit punkto Flexibilität, Einarbeitung und Belastbarkeit
überdurchschnittlich eingeschränkt. Ausserdem sei er 62-jährig und habe deshalb mit
massiven Lohnnachteilen zu rechnen. Hinzu kämen die leidensbedingten
Einschränkungen im psychischen und somatischen Bereich. - Beigelegt waren unter
anderem zwei Arztberichte von Dr. B._ vom 1. und vom 2. September 2009.
C.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 19./21. Januar 2010 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Der Beschwerdeführer sei
gemäss den beiden psychiatrischen Gutachten und dem RAD für körperlich leichte bis
mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeiten zu 100 % arbeitsfähig. Dass Dr. E._
eine ambulante psychiatrische Behandlung als sinnvoll erachtet habe, stehe damit
nicht in Widerspruch, dürfe doch von einer Behandlungsbedürftigkeit nicht auf
Arbeitsunfähigkeit geschlossen werden. Mit einer leichtgradigen depressiven Störung
habe der Arzt eine Beeinträchtigung festgestellt, aus der er zu Recht keine
Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit (für psychisch wenig belastende
Tätigkeiten) abgeleitet habe, sei doch eine leichte depressive Episode nach der
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Rechtsprechung grundsätzlich nicht geeignet, eine leistungsspezifische Invalidität zu
begründen. Die divergierende Beurteilung des Hausarztes vermöge keine Zweifel am
gutachterlichen Abklärungsergebnis zu erwecken. Er verfüge nicht über das
fachärztliche Spezialwissen zur zuverlässigen Feststellung einer psychiatrischen
Erkrankung und ihrer Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Der psychiatrische
Facharzt des Psychiatrie-Zentrums habe verlauten lassen, dass er aufgrund der
Erstkonsultation keine zuverlässige Beurteilung habe abgeben können. Sein Bericht sei
deshalb von geringem Beweiswert und vermöge jedenfalls das gutachterliche Ergebnis
nicht zu erschüttern. Dem Beschwerdeführer, der über keinen Berufsabschluss
verfüge, stehe auf dem hypothetischen Arbeitsmarkt eine hinreichende Anzahl
angepasster Hilfsarbeiterstellen offen. Das Valideneinkommen für das Jahr 2008 liege
bei Fr. 89'050.--. Da er seine Restarbeitsfähigkeit nicht verwerte, sei für die Ermittlung
des Invalideneinkommens auf die Tabellenlöhne gemäss dem Bundesamt für Statistik
zu greifen. Im Jahr 2008 ergebe sich so ein Jahreslohn von Fr. 60'267.--. Seien wie hier
leichte bis mittelschwere Arbeiten zeitlich und leistungsmässig uneingeschränkt
zumutbar, sei kein Abzug gerechtfertigt, denn der Tabellenlohn stamme aus einer
Vielzahl solcher Tätigkeiten. Die Beschäftigungsmöglichkeiten des Beschwerdeführers
seien verglichen mit einem Gesunden in ansonsten vergleichbarer Lage eingeschränkt,
doch stehe ihm immer noch ein genügend grosses Arbeitssegment offen. Insofern sei
ein Abzug somit nicht gerechtfertigt. Es sei ferner nicht davon auszugehen, dass der
psychisch nur leicht beeinträchtigte Beschwerdeführer in einer diesbezüglich wenig
belastenden Tätigkeit im Vergleich zu einem gesunden Arbeitnehmer mit einer Lohnein
busse zu rechnen habe. Auch sein Alter falle kaum ins Gewicht, da Hilfsarbeiten grund
sätzlich altersunabhängig nachgefragt würden. Ein Abzug falle nicht in Betracht. Der
Invaliditätsgrad betrage 32 %.
D.
Mit Replik vom 8. Februar 2010 weist der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
darauf hin, dass das Bundesgericht in einem vergleichbaren Fall (Urteil i/S N. vom
30. September 2008, 9C_677/08) einen Leidensabzug von 25 % in Bestätigung des
vorinstanzlichen Urteils namentlich unter dem Blickwinkel des fortgeschrittenen Alters
und der kurzen verbleibenden Aktivitätsdauer sowie des hohen absehbaren
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Umstellungs- und Einarbeitungsaufwandes bestätigt habe. Diese Faktoren wirkten sich
auch im vorliegenden Sachverhalt aus.
E.
Die Beschwerdegegnerin hat am 12./15. Februar 2010 an ihrem Antrag festgehalten
und im Übrigen auf die Erstattung einer Duplik verzichtet.

Erwägungen:
1.
Mit der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin einen Rentenanspruch
des Beschwerdeführers abgelehnt. Am 20. Januar 2009 hatte sie ihm mitgeteilt,
berufliche Massnahmen seien nicht möglich. Er lässt (wie schon im
Verwaltungsverfahren) einzig Rentenleistungen beantragen. Streitgegenstand bildet
daher zunächst der allfällige Rentenanspruch.
2.
Nach Art. 28 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die ver
sicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 %
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.
3.
3.1 Für die Invaliditätsbemessung sind zunächst die medizinischen Vorbedingungen
von Bedeutung. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu
beschreiben und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher
Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind im
Weiteren eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeits
leistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 f.
E. 4; ZAK 1982 S. 34). Ob die versicherte Person eine ihr zumutbare Tätigkeit auch
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tatsächlich ausübt, ist für die Invaliditätsbemessung hingegen unerheblich (Rz 3046
des vom Bundesamt für Sozialversicherungen erlassenen Kreisschreibens über die
Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung = KSIH).
3.2 Die Beschwerdegegnerin stützt sich für die Bestimmung der medizinisch zumut
baren Arbeitsfähigkeit auf die beiden psychiatrischen Berichte von Dr. D._ und
Dr. E._ ab. Dr. D._ hatte am 11. April 2009 festgehalten, der Befund sei mit einer
reaktiven Depression und deutlichem Kränkungserleben vereinbar. Die objektiv fest
stellbare Symptomatik sei bereits deutlich degressiv. Diagnostisch liege eine An
passungsstörung im Sinn einer narzisstischen Krise und länger dauernden depressiven
Reaktion vor. Die Arbeitsunfähigkeit von 100 % sei für längstens drei Monate, somit bis
Ende Juni 2009, weiterzuschreiben. Danach sollten aus psychiatrischer Sicht die mit
der bisherigen Berufstätigkeit verbundenen Arbeiten und Körperbelastungen wieder in
vollem Umfang möglich sein. Dr. E._ hatte am 24. Juni 2009 berichtet, beim
Beschwerdeführer liege eine reaktive depressive Episode leichteren Grades vor.
Darüber hinaus sei eine neurotische Entwicklung in Betracht zu ziehen. Bei der
vorgefundenen Ausprägung der Beschwerden (nach einer zwischenzeitlichen weiteren
Verschlechterung Ende April 2009) sei es dem Beschwerdeführer ab 1. Juli 2009
zumutbar, zu 100 % einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Die noch vorhandenen
Störungen sollten psychiatrisch angegangen werden.
3.3 Des Weiteren stellt die Beschwerdegegnerin auf die Beurteilung des RAD vom
15. September 2009 ab, wonach eine Tätigkeit einerseits (infolge der verbleibenden
psychischen Störungen) dann adaptiert sei, wenn besondere Anforderungen an das
Konzentrationsvermögen, an die Anpassungsfähigkeit und an die Belastbarkeit sowie
Akkordarbeit vermieden werden. Anderseits sei in körperlicher Hinsicht erforderlich,
dass nur leichte bis mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeiten ohne häufiges
Gehen auf unebenem Gelände, ohne häufiges Kauern oder Knien und ohne häufiges
Steigen auf Leitern, Treppen oder Gerüste ausgeübt würden. Mit dieser Umschreibung
adaptierter Arbeit berücksichtigte der RAD den Umstand, dass Dr. B._ von einer
Kniearthrose bds., mit Operation 2004, berichtet hatte.
4.
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4.1 Was die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht betrifft, kann angenommen
werden, dass die Ausführungen des Psychiatrie-Zentrums gegen das Ergebnis der
beiden übereinstimmenden psychiatrischen Beurteilungen nicht ohne weiteres anzu
kommen vermögen. Das Zentrum hatte am 31. Juli 2009 erklärt, keine eigene
Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausgestellt zu haben. Bei der Exploration vom
19. Mai 2009 habe beim Beschwerdeführer aber gemäss der Einschätzung des
Berichtenden ein Status der vollen Arbeitsunfähigkeit vorgelegen.
4.2 Eine Arbeitsfähigkeitsschätzung, die von der als Verfügungsgrundlage gewählten
abweicht, hat Dr. B._ abgegeben. Zunächst hat er dem Beschwerdeführer am
20. Mai 2009 eine volle Arbeitsunfähigkeit ab 1. September 2008 attestiert. Im jüngsten
bei den Akten liegenden Arbeitsfähigkeitsattest vom 2. September 2009 hielt er dafür,
dem Beschwerdeführer sei zeitlich eine Präsenz von höchstens 70 % zumutbar.
Leistungsmässig sei er zu schätzungsweise 30 bis 35 % arbeitsfähig, und zwar in
einem geschützten Rahmen mit einem ruhigen, konflikt- und stressfreien Milieu. Er
benötige immer wieder Pausen/Schlaf zwischen den Arbeitsphasen.
4.3 Aufgrund der Angaben von Dr. B._ ist zu schliessen, dass der Arzt die Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit hauptsächlich auf psychische Faktoren zurückführt. Er
hält denn auch in einem Schreiben an die Krankentaggeldversicherung vom
1. September 2009 die Schlussfolgerungen von Dr. E._ für nicht nachvollziehbar,
während über die erhobene Symptomatik Einigkeit besteht.
4.4 Indessen ist nicht zu übersehen, dass auch andere, somatische Leiden
diagnostiziert worden sind. Im Arztbericht vom 20. Mai 2009 waren von Dr. B._ als
Diagnosen (nebst der psychiatrischen) unter anderem eine somatische Reaktion mit
Durchfall, Gewichtsverlust von 10 kg und Zahnproblemen, ein Tinnitus und Schwer
hörigkeit bds., eine Kniearthrose bds., operiert 2004, und ein Ulcus ventriculi genannt
worden. Am 14. November 2008 hatte der Arzt berichtet, es sei innert eines Monats ein
Gewichtsverlust von 15 kg aufgetreten, dazu dunkler Durchfall, Appetitlosigkeit, totale
Erschöpfung. Der Beschwerdeführer leide etwa an Schlafstörungen, Schweissaus
brüchen und Weinkrämpfen. Die Magen-/Darmproblematik sei nicht klassifizierbar.
Gemäss dem FI-Gesprächsprotokoll vom 19. Januar 2009 schliesslich hatte Dr. B._
erklärt, es lägen neben der depressiven Verstimmung und Überlastungsreaktion
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Beschwerdeführer werde mit Sertragen, Pantozol und Isoket behandelt, letzteres
wegen einer früheren AP, die derzeit nicht im Vordergrund stehe. Am 8. Mai 2009 hatte
Dr. B._ auch zunehmende Schulter- (und Knie-) Schmerzen beschrieben.
4.5 Wegen der Magen-/Darmproblematik war eine Panendoskopie veranlasst
worden. Dem Bericht von Dr. C._ vom 3. September 2008 war zu entnehmen, dass
allgemein eine Infektanfälligkeit und eine ausgedehnte Parodontose bestünden. Die
Koloskopie sei abgesehen von zwei Polypenknospen unauffällig gewesen. Die
Fachärztin schlug indessen vor, Abklärungen im Hinblick auf eine allfällige exokrine
Pankreasinsuffizienz zu tätigen. Ob solche erfolgt sind, ist nicht bekannt.
4.6 Dem somatischen Aspekt hat der RAD zwar wie erwähnt insofern Rechnung
getragen, als er die Kniearthrosen des Beschwerdeführers bei der Beschreibung der
adaptierten Tätigkeiten berücksichtigt hat. Das genügt indessen vorliegend nicht. Die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ist insgesamt, d.h. unter Beachtung der Ein
schränkungen der psychischen und der somatischen Leistungsfähigkeit, zu beurteilen.
Es kann nicht mit ausreichender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden, dass sich
aus den somatischen Leiden - auch quantitative - Beeinträchtigungen der Arbeitsfähig
keit ergeben könnten. Beim Beschwerdeführer kommen nach der vorhandenen Akten
lage (abgesehen vom zumindest einstweilen endoskopisch abgeklärten Magen-/Darm
problem) immerhin Knie- und Schulterbeschwerden, ein (wenn auch nach
hausärztlicher Einschätzung nicht im Vordergrund stehendes) Herz-/Kreislaufproblem
(vgl. entsprechende Medikation; nach Angaben des Beschwerdeführers mit
Ateminsuffizienz), Schwerhörigkeit und Parodontose (ohne Möglichkeit, eine Prothese
einzusetzen) zusammen. Ob Infektanfälligkeit, Appetitlosigkeit, Erschöpfung,
Schlafstörungen, Schweissausbrüche, Weinkrämpfe und depressive Verstimmung
(allein) psychisch bedingt seien, wird nicht ersichtlich. Es erscheint denkbar, dass
körperliche Ursachen (wie z.B. eine kardiologische, endokrine oder metabolische
Erkrankung oder medikamentöse Wirkungen) die psychischen Störungen auslösen
oder begünstigen.
4.7 Der Sachverhalt erweist sich somit namentlich bezüglich der Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers unter somatischem Aspekt als abklärungsbedürftig. Entscheidend
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wird in der Folge sein, welche Arbeitsfähigkeit ihm unter Berücksichtigung aller
relevanten Aspekte (der somatischen und der psychiatrischen) medizinisch zugemutet
werden kann.
4.8 Da sich aufgrund der gegebenen Aktenlage nicht genügend zuverlässig beurteilen
lässt, ob eine zumutbare Arbeitsfähigkeit allenfalls deshalb nicht vorliegt, weil eine
Arbeitsaufnahme zur erneuten Dekompensation führen müsste, und weil auch nicht von
vornherein absehbar ist, dass Arbeitsmöglichkeiten dem Beschwerdeführer selbst auf
einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt und selbst bei weitreichender oder voller Arbeits
fähigkeit in adaptierter Tätigkeit realistischerweise nicht offen stehen würden, kann von
solchen ergänzenden medizinischen Abklärungen nicht abgesehen werden.
5.
5.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der
angefochtenen Verfügung vom 28. Oktober 2009 teilweise zu schützen und die Sache
ist zu ergänzenden medizinischen Abklärungen im Sinne der Erwägungen und zu ent
sprechender neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
5.2 Eine Rückweisung zur weiteren Abklärung der Streitsache und anschliessender
neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin stellt praxisgemäss aus prozessualer
Sicht in Bezug auf die Kosten ein vollständiges Obsiegen dar (vgl. SVR 1995 IV Nr. 51
S. 143; ZAK 1987 S. 266 E. 5a). Angesichts des Unterliegens der Beschwerdegegnerin
sind ihr die Gerichtskosten, die nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom
Streitwert festgelegt werden (Art. 69 Abs. 1 IVG), gesamthaft aufzuerlegen (vgl.
Art. 95 Abs. 1 VRP/SG). Eine Entscheidgebühr von Fr. 600.-- erscheint angemessen.
Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist dem Beschwerdeführer
zurückzuerstatten.
5.3 Der Beschwerdeführer hat bei vollem Obsiegen Anspruch auf Ersatz der
Parteikosten, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung
der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen werden (Art. 61
lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP). Der Bedeutung der Streitsache und dem
bis
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Aufwand angemessen erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.--
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39
VRP