Decision ID: af34664c-407d-5766-9f15-133b35aba097
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Martin Suenderhauf, Gäuggelistrasse 16/
Brunnenhof, Postfach 545, 7002 Chur,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Taggeld (09.04.2006 - 31.03.2007) / Verzugszins / Rechtsverzögerung
(Verzugszinsen): IV 2011/263
Taggeld (01.04.2007 - 28.03.2011): IV 2011/265
berufliche Massnahmen: IV 2011/266
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich nach einem am 11. September 2002 erlittenen Autounfall im
September 2003 zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an. Sie hatte
den Beruf der C._ erlernt und hernach eine Abendhandelsschule besucht (ohne
Diplomabschluss). Zuletzt war sie als Sachbearbeiterin tätig gewesen. Ab April 2004
(IV-act. 23, 35 f., 46, 50) wurden ihr bei einer Arbeitsunfähigkeit von 50 % berufliche
Massnahmen im Sinn einer Umschulung zur Technischen Kauffrau, dann zur Planerin
Marketingkommunikation mit eidgenössischem Fachausweis zugesprochen. Nachdem
sie im April 2006 die Ausbildung durchlaufen hatte (während sie aber zur Prüfung
wegen mangelnder Berufspraxis nicht zugelassen worden war) und im gleichen Monat
eine Festanstellung mit einem Pensum von 50 % aufgenommen hatte und ihr
ausserdem in einem Gutachten vom 29. Dezember 2006 (vgl. Fremdakten) der
Academy of Swiss Insurance Medicine des Universitätsspitals Basel (asim) in
sämtlichen körperlich leicht bis mittelschwer belastenden Tätigkeiten eine
Arbeitsfähigkeit von 70 % attestiert worden war, erachtete die Sozialversicherungs
anstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen mit Verfügung vom 27. Februar 2007 (IV-
act. 134) die Umschulung als abgeschlossen und lehnte eine Weiterführung bis zum Er
reichen des eidgenössischen Fachausweises (wie früher zugesprochen) ab. Auf Be
schwerde hin wurde diese Anordnung ebenso wie eine Rentenablehnung aufgehoben
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 29. Januar 2008, IV-
act. 205). Die Eingliederung sei fortzuführen (im Sinn des Erwerbs der Berufserfahrung,
bis zu dem vorgesehenen Abschluss).
A.b Die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle hatte der Versicherten mit diversen Ver
fügungen Taggelder zugesprochen. Die Verfügungen vom 24. März 2006 (bzw. der
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Einspracheentscheid vom 18. August 2006) und vom 11. Juli 2006, insgesamt
betreffend den Zeitraum vom 1. Oktober 2005 bis 8. April 2006, wo von einem
Jahreseinkommen von zunächst Fr. 51'350.-- und ab 1. Januar 2006 (nach einer
Teuerungsanpassung um 2.6 %) von Fr. 52'685.-- ausgegangen worden war, waren
angefochten und die Beschwerden abgewiesen worden (Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 11. Dezember 2007, IV-act. 204;
Bundesgerichtsentscheid 8C_77/08 vom 5. Juni 2008, IV-act. 220).
A.c Die Unfallversicherung der Versicherten hatte am 17. Juli 2007 - bestätigt durch
Einspracheentscheid vom 30. Januar 2008 - unter anderem die Einstellung der
Taggeldleistungen auf den 31. August 2007 verfügt. In teilweiser Gutheissung einer
Beschwerde wurde diese Verfügung mit UV-Entscheid des Versicherungsgerichts des
Kantons St. Gallen vom 16. Dezember 2009 (IV-act. 318) aufgehoben und die Sache zu
ergänzenden Abklärungen der Unfallkausalität zurückgewiesen. Es sei durch aktuelle
Bildgebung zu klären, ob der Einriss des Anulus fibrosus C6/7 weiterhin dokumentiert
werde. Gegebenenfalls sei durch ein biomechanisches Gutachten beurteilen zu lassen,
ob die einwirkenden Kräfte geeignet gewesen seien, diesen Einriss zu verursachen.
Werde die Unfallkausalität biomechanisch bestätigt, sei abschliessend medizinisch zu
klären, ob die Gesundheitsbeeinträchtigungen der Versicherten im aktuellen Zeitpunkt
noch auf den Unfall zurückzuführen und durch den Einriss des Anulus fibrosus
erklärbar seien.
A.d Im April 2008 (IV-act. 214) beantragte die Versicherte neu, anstelle der (in Form
von Berufspraxis in der ab April 2006 innegehabten Anstellung) gerichtlich zuge
sprochenen Weiterführung der Umschulung zur Planerin Marketingkommunikation
Kurse im grafischen Bereich absolvieren zu können. Die IV-Stelle wies dieses Gesuch
am 11. Dezember 2008 (IV-act. 245) ab. Das Versicherungsgericht des Kantons
St. Gallen sprach der Versicherten in Gutheissung einer Beschwerde hiergegen die
Umschulung mittels 17 Computerkursen im Bereich Grafikprogramme (bezeichnet in
IV-act. 224) mit Entscheid vom 26. August 2009 (IV-act. 284) zu. Denn für die
Zulassung zur eidgenössischen Prüfung wäre inzwischen zusätzlich noch eine
sogenannte Markom-Ausbildung verlangt worden, was nochmals eine etwa zweijährige
Ausbildungszeit bis zur einst geplanten Prüfung bedeutet hätte.
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A.e Mit Verfügung vom 11. März 2009 (IV-act. 265) hatte die Sozialversicherungs
anstalt/IV-Stelle einen Anspruch der Versicherten auf Wartezeittaggelder ab 9. April
2006 abgelehnt. Die Versicherte liess am 22./24. April 2009 (IV-act. 274-3)
beschwerdeweise die Zusprechung der gesetzlichen Taggelder ab 9. April 2006 bis
zum erfolgreichen Abschluss der Umschulung samt Verzugszins, eventualiter einer
halben Invalidenrente, beantragen.
A.f Mit Verfügung vom 18. Januar 2010 (IV-act. 297) leistete die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle der Versicherten Kostengutsprache für einen Teil
der Grafikkurse (Daten vgl. IV-act. 292). - Am 29. Januar 2010 (IV-act. 303) sprach sie
ihr ein Taggeld von Fr. 60.80 (Tageseinkommen Fr. 151.--; Taggeld Fr. 120.80; Kürzung
Fr. 60.--) für die Tage vom 29. März 2010 bis 8. April 2010 zu. Die Versicherte liess
beschwerdeweise die Ausrichtung der gesetzlichen Leistungen (Taggelder, allenfalls
Rente usw.) mit Wirkung ab 11. April 2008 bis zum Abschluss der beruflichen
Massnahmen beantragen. Pendente lite beantragte die Sozialversicherungsanstalt/IV-
Stelle am 30. April 2010 ("Verfügung", IV-act. 336) die Zusprechung lediglich eines
Taggelds für die drei Tage vom 6. bis 8. April 2010. Am 18. Juni 2010 (IV-act. 351)
erging ein Vorbescheid zum Taggeld für Januar bis Juli 2010, wonach kein
durchgehender Taggeldanspruch bestehe. Das Versicherungsgericht des Kantons
St. Gallen hob die Verfügungen vom 11. März 2009 und vom 29. Januar 2010 mit
Entscheid vom 6. Dezember 2010 (IV-act. 392) auf und wies die Sache zur weiteren
Abklärung an die Verwaltung zurück. Infolge Schutzes ihres (durch die bisherige
Taggeldausrichtung und die ihr attestierte Arbeitsunfähigkeit von 50 % begründeten)
Vertrauens habe die Versicherte bis mindestens März 2007 (Wegfall der
Vertrauensbasis mit Kenntnis von der Verfügung vom Februar 2007; allenfalls
Übergangsfrist erforderlich) jedenfalls einen Anspruch auf ordentliche (nicht Wartezeit-)
Taggelder (während ihrer oben erwähnten Berufspraxis). Für die Zeit ab April 2007
bestehe ein Taggeldanspruch für den Fall weiter, dass die Arbeitsfähigkeit 50 % oder
weniger ausmache, was abzuklären sei.
A.g Am 2. März 2010 (IV-act. 310) hatte die Versicherte mitteilen lassen, verschiedene
der bewilligten Kurse würden nicht mehr oder unter anderem Namen angeboten. Es
stehe ihr ein Taggeld für die ganze Umschulungszeit zu. Ihr sei auf Ende April 2010 die
Anstellung gekündigt worden. - Am 5. Mai 2010 (IV-act. 339) hatte die Versicherte
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melden lassen, sie wolle den Kurs "Desktop Publisher" besuchen, der mit den übrigen
Kursen grundsätzlich nichts zu tun habe, und sei zur Diskussion bereit, dafür auf ge
wisse bewilligte Kurse zu verzichten. Am 18. Juni 2010 (IV-act. 352) hatte die Sozialver
sicherungsanstalt/IV-Stelle der Versicherten mitgeteilt, die Kurse InDesign, Illustrator,
Schriftdesign mit Type Tool und Photoshop wären mit dem neu beantragten Kurs
Desktop Publisher allesamt abgedeckt. Für die Kurse Fotografie gebe es gleichwertige
Kurse. Offen blieben noch die 3D-Visualisierung, die Kalligraphie und das Handskizzen
digital bearbeiten, welche nicht angeboten würden. Diese Kurse seien aber auf das
damals bestehende Arbeitsverhältnis bezogen gewesen und seien nun nicht mehr
zweckmässig. Die Massnahmen Desktop Publisher und Fotografieren würden
befürwortet, wenn sie sich damit einverstanden erkläre, dass die übrigen Kurse nur bei
Bedarf in einem konkreten Arbeitsverhältnis abgegolten würden. Der Rechtsvertreter
der Versicherten hatte am 12. Juli 2010 (IV-act. 357) unter anderem noch den
"Masterkurs für Desktop Publisher" zu bewilligen beantragt. Der bisher betrachtete
Kurs werde anfangs August 2010 neu aufgelegt. Falls eine Lösung für den Lehrgang
Desktop Publisher möglich wäre, wäre die Versicherte allenfalls bereit, auf die 3D-
Visualisierungskurse zu verzichten. Die Kurse Kalligraphie, Handskizzen digital
bearbeiten und Schriftdesign mit Typ Tool wolle sie aber jedenfalls absolvieren. Es sei
anzunehmen, dass die Fotokurse bewilligt würden. In der Folge war auf die neuen
Kursbeschreibungen gewartet worden, worauf die Kurse Desktop Publishing und
Digitale Fotografie (samt Aufbaukurs) zur Bewilligung vorgesehen worden waren (vgl.
IV-act. 375, 384). Am 7. Oktober 2010 (Mitteilung; IV-act. 386) hatte die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle Kostengutsprache für die Fortsetzung der
Umschulung im grafischen Bereich in Form des Lehrgangs Desktop Publisher und der
Kurse digitale Fotografie (Grundkurs und Aufbau) im Zeitraum vom 27. September 2010
bis 28. März 2011 geleistet. Der Rechtsvertreter der Versicherten legte am
4. November 2010 (IV-act. 390) dar, zurzeit sei ihm noch nicht klar, welche Kurse durch
diese zugesprochenen Lehrgänge abgedeckt würden. Zur Fristwahrung ersuche er um
Erlass einer anfechtbaren Verfügung.
A.h Zuvor hatte der Rechtsvertreter der Versicherten am 12. August 2010 (IV-act. 364)
vorgebracht, das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen habe im UV-Verfahren
festgehalten, dass die Schlussfolgerungen des asim-Gutachtens nicht nachvollziehbar
seien. Die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung von 70 % sei unzutreffend.
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A.i Auf das Urteil vom 6. Dezember 2010 hin erkundigte sich die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle am 29. März 2011 bei der Unfallversicherung nach
dem Gutachten und erhielt den Bescheid, dieses sei noch nicht in Auftrag gegeben
worden (IV-act. 403). Einem Bericht des Instituts für Radiologie am Kantonsspital
St. Gallen vom 4. Januar 2011 zuhanden der Unfallversicherung (IV-act. 413) war zu
entnehmen, dass der periphere Riss im Anulus fibrosus weiterhin nachweisbar sei,
jedoch weniger augenfällig als bei der Voraufnahme vom Dezember 2002.
A.j Mit Verfügung vom 30. Juni 2011 (IV-act. 419) sprach die Sozialversicherungs
anstalt/IV-Stelle der Versicherten ein Wartezeittaggeld für die Zeit vom 9. April 2006 bis
31. Dezember 2006 (Fr. 54.80) zu. Über den Anspruch ab 1. Januar 2007 werde später
verfügt.
A.k Gemäss Mitteilung vom 27. Juni 2011 (IV-act. 418) waren die beruflichen Mass
nahmen abgeschlossen worden. Mit dem erfolgreich erworbenen Abschluss in Desktop
Publishing könne die Versicherte qualifiziert im Multimediabereich erwerbstätig werden.
Eine weitere Unterstützung sei nicht angezeigt. Betreffend den Anspruch ab März 2007
würden weitere medizinische Abklärungen vorgenommen. Auf Ersuchen wurde am
8. Juli 2011 (IV-act. 422) eine entsprechende Verfügung erlassen.
A.l Mit Schreiben vom 13. Juli 2011 (IV-act. 424) liess die Versicherte eine Liste der
Kurse einreichen, welche mit dem Lehrgang Desktop Publisher nicht abgedeckt seien.
Die Kosten einschliesslich Spesen würden sich auf rund Fr. 5'000.-- belaufen. Die Um
schulung könnte eventuell abgeschlossen werden, wenn dieser Betrag ausbezahlt
werde.
A.m Am 16. August 2011 (IV-act. 426 f.) sprach die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle
der Versicherten ein Taggeld für die Zeit vom 27. September 2010 bis 31. Dezember
2010 (Fr. 120.80; an 17 Tagen) und vom 1. Januar 2011 bis 28. März 2011 (Fr. 121.60;
an sieben Tagen) zu.
A.n Mit Schreiben vom 5. September 2011 (IV-act. 429) ersuchte der Rechtsvertreter
der Versicherten, den medizinischen Sachverhalt so weit abzuklären, dass über die
Taggeldberechtigung ab März 2007 entschieden werden könne. Er erwarte hierüber bis
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15. September 2011 Bescheid und behalte sich eine Rechtsverweigerungs- bzw.
Rechtsverzögerungsbeschwerde vor.
B.
Am 5. September 2011 liess die Versicherte durch Rechtsanwalt lic. iur. Martin
Suenderhauf drei zu vereinigende Beschwerden erheben:
B.a Gegen die Taggeld-Verfügung vom 30. Juni 2011 betreffend die Zeit vom 9. April
bis 31. Dezember 2006 richtet sich die Beschwerde IV 2011/263. Der Rechtsvertreter
der Beschwerdeführerin beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und
der Beschwerdeführerin seien die gesetzlichen Taggelder zuzusprechen, mindestens
Fr. 73.30 pro Tag, zuzüglich die gesetzlichen Verzugszinsen. Die Beschwerdegegnerin
sei anzuweisen, den Anspruch auf Verzugszinsen für die Periode bis 28. Februar 2007
innert 30 Tagen nach dem Entscheid des Versicherungsgerichts materiell zu prüfen und
darüber zu verfügen, eventualiter seien für den Nachzahlungsbetrag in der letztge
nannten Phase mit Wirkung ab 1. September 2006 5 % Verzugszinsen zuzusprechen.
Mit der beigelegten Verfügung vom 22. Juni 2011 habe die Beschwerdegegnerin der
Beschwerdeführerin ein Wartezeittaggeld für die Zeit vom 9. April 2006 bis 28. Februar
2007 zugesprochen (über die Höhe folge eine separate Verfügung). Trotz Anweisung im
Entscheid vom 6. Dezember 2010 und seinem (des Rechtsvertreters) Hinweis vom
1. Juli 2011 habe die Beschwerdegegnerin bis anhin nicht über den Verzugszins
verfügt. Das bedeute eine Rechtsverweigerung, allenfalls eine Rechtsverzögerung.
Eventualiter sei ein Verzugszins ab dem mittleren Verfall zuzusprechen. Die Höhe der
Nachzahlung stehe allerdings noch nicht fest, da die Höhe umstritten sei und über das
Taggeld für Januar/Februar 2007 noch keine Verfügung ergangen sei. Die Taggeld-
Berechnungsgrundlagen seien nicht nachvollziehbar. Aufgrund einer telefonischen
Auskunft solle die Beschwerdeführerin 2006 einen Jahreslohn von Fr. 32'500.-- erzielt
haben, was ein Taggeld von Fr. 56.-- ergäbe, sofern das Valideneinkommen mit
Fr. 52'925.-- zutreffend festgesetzt worden sei. Gemäss Lohnausweis 2006 habe der
Jahreslohn aber Fr. 26'170.-- ausgemacht, sodass das Taggeld auf Fr. 73.30
festzusetzen sei. Bis anhin habe er weder Einsicht in die Akten zur Berechnung noch
eine entsprechende verfassungskonforme Verfügungsbegründung erhalten, was den
Anspruch auf rechtliches Gehör verletze.
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B.b Gegen die Taggeld-Verfügungen vom 16. August 2011 betreffend die Zeit vom
27. September 2010 bis 28. März 2011 richtet sich die Beschwerde IV 2011/265. Der
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin beantragt, die angefochtenen Verfügungen
seien aufzuheben und die Sache sei zur weiteren Abklärung gemäss dem Entscheid
des Versicherungsgerichts vom 6. Dezember 2011 (richtig: 2010) zurückzuweisen,
eventualiter seien der Beschwerdeführerin ab 1. März 2006 bis zum Abschluss der
beruflichen Massnahmen (bzw. der Absolvierung sämtlicher Kurse im graphischen
Bereich gemäss Entscheid des Versicherungsgerichts vom 26. August 2009) durch
gehend die gesetzlichen Versicherungsleistungen (Taggelder, allenfalls weitergehende
Leistungen wie Rente usw.) auszurichten, subeventualiter seien zusätzlich für den
22. und den 29. Februar 2011 (richtig wohl: 21. und 28. Februar 2011) die gesetzlichen
Taggelder zu gewähren. Der Kurs Desktop Publisher habe auch am 21. und
28. Februar 2011 stattgefunden. Insofern sei die Verfügung jedenfalls unrichtig. Die
Beschwerdeführerin habe sich immer auf den Standpunkt gestellt, dass sie medizinisch
bedingt nicht mehr als zu 50 % arbeitsfähig sei und deshalb einen durchgehenden
Anspruch auf Taggelder habe. Entsprechende Arztberichte befänden sich in den Akten.
Im Übrigen werde auf die Akten in dem am 6. Dezember 2010 gerichtlich beurteilten
Verfahren verwiesen und Dr. B._ als Zeuge aufgerufen, allenfalls könne ein
polydisziplinäres Gutachten in Auftrag gegeben werden. Die Beschwerdegegnerin habe
die im Entscheid vom 6. Dezember 2011 (richtig: 2010) als erforderlich bezeichneten
Abklärungen nicht durchgeführt. Daher gehe es nicht an, nur für die Kurstage
Taggelder ausrichten zu wollen. Die Sache ziehe sich für die Beschwerdeführerin in
unzumutbarer Weise in die Länge.
B.c Gegen die Verfügung vom 8. Juli 2011 betreffend den Abschluss der beruflichen
Massnahmen richtet sich die Beschwerde IV 2011/266. Der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin beantragt, die angefochtene Verfügung aufzuheben, soweit sie
nicht nichtig sei, und die Beschwerdegegnerin anzuweisen, in sinngemässer
Umsetzung des Entscheids des Versicherungsgerichts vom 26. August 2009 unter
Zusprechung der gesetzlichen Taggelder für zehn namentlich bezeichnete grafische
Kurse Kostengutsprache zu erteilen, eventualiter die Sache zur weiteren Abklärung
zurückzuweisen. Die Umsetzung der bewilligten Kurse sei äusserst schwierig gewesen.
Mehrheitlich seien die Kurse zufolge fehlender Teilnehmer nicht durchgeführt worden,
teilweise hätten die IV-Sachbearbeiter nicht oder zu spät Kostengutsprache geleistet.
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Im April 2010 habe die Beschwerdeführerin den Kurs Photoshop II besucht, im Mai
2010 anstelle des Kurses Websites in Handarbeit den Kurs Dreamweaver. Mit dem
Kurs Desktop Publisher (bis März 2011) sei erst eine Basisausbildung (1. Modul)
erreicht worden. Die bewilligten Vertiefungen seien darin nicht enthalten gewesen. Im
Oktober 2010 habe die Beschwerdeführerin den Grundkurs Digitale Fotografie besucht.
Der Aufbaukurs sei bis anhin nicht durchgeführt worden. Die Beschwerdeführerin sei
nie damit einverstanden gewesen, mit diesen Kursen auf die übrigen bewilligten Kurse
zu verzichten. Dass sie mit dem Abschluss qualifiziert im Multimedia-Bereich
erwerbstätig sein könne, treffe nicht zu. Es fehlten das Know how in Filmbearbeitung, -
produktion und -schnitt und in Erstellung/Bearbeitung bewegter Bilder, Broadcasts
oder Spots. Insofern die Beschwerdegegnerin damit in gerichtlich beurteilte Ansprüche
eingreife, sei ihre Verfügung nichtig, zumindest aber anfechtbar. Die
Beschwerdeführerin habe Anspruch auf die beantragten Kurse, da darüber bereits
rechtskräftig befunden worden sei. Die Mehrzahl der bewilligten Kurse werde nun in
veränderter Form angeboten; Modifikationen seien unumgänglich. Nicht abgedeckt sei
noch der Anspruch auf die Aufbaukurse InDesign und Illustrator, Photoshop Aufbau III
und IV, Digitale Fotografie Mod. 2 und Portfolio Basis und Vertiefung. Dazu kämen die
Kurse in 3D-Visualisierung (Cinema 4D Mod. 1 und 2 und 3D-Blender Mod. 3). Bei
Zweifeln über die faktische Identität der beantragten und der bewilligten Kurse sei eine
Expertisierung unumgänglich. Auf das Vergleichsangebot einer Abgeltung von
Fr. 5'000.--, mit dem finanziell in etwa der bewilligte Rahmen gewahrt worden wäre,
habe die Beschwerdegegnerin nicht einmal reagiert. Die Rentenfrage sei erst nach
erfolgter Umschulung zu prüfen.
C.
Am 7. September 2011 reicht der Rechtsvertreter dem Gericht nebst einem Lohnaus
weis 2007 eine Verfügung vom 6. September 2011 ein, womit der Beschwerdeführerin
für die Zeit vom 1. Januar bis 28. Februar 2007 ein Taggeld von Fr. 55.80
zugesprochen worden ist. Er rügt, unter Vorbehalt der korrekten Ermittlung des
Valideneinkommens müsste der Ansatz Fr. 57.-- betragen. Ausserdem fehlten die
Verzugszinsen. - Am 15. November 2011 reicht er eine Mitteilung vom 9. November
2011 ein, wonach vom 1. bis 31. März 2007 Anspruch auf Wartezeittaggeld samt
Verzugszins bestehe. Über die Höhe werde separat verfügt. - Am 1. Dezember 2011
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bemängelt der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin, er sei weiterhin ohne Bericht,
wann endlich die medizinischen Abklärungen stattfinden sollten. - Am 21. Dezember
2011 legt er unter anderem die Taggeld-Verfügung vom 6. Dezember 2011 betreffend
den Monat März 2007 (Fr. 55.80) sowie ein Mail der Beschwerdegegnerin vom
20. Dezember 2011 mit Angaben zur Berechnung der Höhe (Valideneinkommen,
Jahreslohn) und des Verzugszinses ein. Für eine Nachzahlung von Fr. 1'730.-- vom
Dezember 2011 für die Zeit ab März 2007 war ein "Vergütungszins" von Fr. 245.--
berechnet worden. - Mit Eingabe vom 22. Dezember 2011 moniert der Rechtsvertreter
auf eine wiederholte Fristerstreckung zur Erstattung der Beschwerdeantwort hin, die
auf ein Unfallereignis von 2002 zurückgehende Sache habe sich aufgrund einer
problematischen Verfahrensführung der Beschwerdegegnerin bis zum Äussersten
verzögert. Dazu komme, dass auch im UV-Verfahren noch keine Regulierung erfolgt
sei. Die Angelegenheit sei prioritär zu behandeln.
D.
In ihren Beschwerdeantworten vom 13. Februar 2012 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung aller drei Beschwerden.
D.a Die Beschwerde IV 2011/263 sei abzuweisen, weil die Berechnung des Taggeldes
im Einspracheentscheid vom 25. Oktober 2005 ausführlich dargestellt worden sei und
das Bundesgericht die Ansätze von Fr. 51'350.-- für das Jahr 2005 und Fr. 52'685.-- für
2006 bestätigt habe. Die Ausgleichskasse habe im Dezember 2011 einen
Vergütungszins von Fr. 245.-- ausbezahlt. Bezüglich Rechtsverzögerung sollte die
Angelegenheit erledigt sein.
D.b Die Beschwerde IV 2011/265 sei ebenfalls abzuweisen, zumal die Voraus
setzungen für durchgehende Taggelder nie erfüllt gewesen seien. Im Wissen um den
Umstand, dass keine HWS-Distorsion stattgefunden habe, hätten die asim-Gutachter
der Beschwerdeführerin wohl eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert. Gemäss einer bio
mechanischen Beurteilung der AGU (Arbeitsgruppe für Unfallmechanik) vom 19. Juli
2011 seien nämlich eine Hirnverletzung beim Unfall auszuschliessen, die Diagnose
einer leichten neuropsychologischen Funktionsstörung nicht nachvollziehbar und die
von der HWS ausgehenden Beschwerden und Befunde durch die Kollisionseinwirkung
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nicht erklärbar. Die geltend gemachten kognitiven Einschränkungen seien weder
objektivierbar noch nachvollziehbar. Auf jeden Fall habe die Beschwerdeführerin
spätestens ab Februar 2007 gewusst, dass sie als zu 70 %, also mehr als zu 50 %
arbeitsfähig gelte. Für den in der Sache strittigen Zeitraum von 2010 und 2011 habe
die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf ein durchgehendes Taggeld. - Am
29. November 2011 hatte die Unfallversicherung der Beschwerdegegnerin die jüngeren
Akten eingereicht, darunter die biomechanische Beurteilung vom 19. Juli 2011. Darin
wurde festgehalten, dass es zu einem Kopfanprall am Lenkrad nicht gekommen sein
könne und ein Beschleunigungsmechanismus bei der ermittelten kollisionsbedingten
Geschwindigkeitsänderung bezüglich des Gehirns in einem nur unerheblichen
Ausmass habe stattfinden können. Aufgrund der technischen Unfallanalyse und der
medizinischen Unterlagen ergebe sich aus biomechanischer Sicht, dass ein echter
hirnorganisch bedingter Bewusstseinsverlust auszuschliessen sei. Der Riss sei nicht
auf die Krafteinwirkung durch den Aufprall zurückzuführen.
D.c Die Beschwerde IV 2011/266 sei abzuweisen, da die asim-Experten der
Beschwerdeführerin selbst bei Abstellen auf falsche Tatsachen eine Arbeitsfähigkeit
von 70 % attestiert hätten. Hätten sie gewusst, dass bei dem Bagatellunfall mit sehr
tiefen Geschwindigkeiten ohne Kopfaufprall vor zehn Jahren keine HWS-Distorsion
stattgefunden habe, so hätten sie wohl eine vollständige Arbeitsfähigkeit attestiert. Es
sei fraglich, ob die Voraussetzungen für eine Umschulung je erfüllt gewesen seien.
Nach den zahlreichen beruflichen Massnahmen zwischen 2004 und 2011 sei die
ursprünglich als C._ ausgebildete Beschwerdeführerin genügend eingegliedert.
E.
E.a Mit - nach ebenfalls wiederholten Fristerstreckungen erstatteter - Replik vom
25. Mai 2012 im Verfahren IV 2011/263 beantragt der Rechtsvertreter der Beschwerde
führerin, auch die Taggeld-Verfügungen vom 6. September 2011 und vom 6. Dezember
2011 seien aufzuheben. Es seien der Beschwerdeführerin für die Verfügungsperiode
vom 9. April bis 31. Dezember 2006 die gesetzlichen Taggelder zuzusprechen,
mindestens Fr. 73.30 pro Tag, und für die Verfügungsperiode vom 1. Januar bis
31. März 2007 von mindestens Fr. 57.--, jeweils zuzüglich gesetzlicher Verzugszinsen,
unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer.
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Für die Periode im Jahr 2006 seien Taggelder von Fr. 73.30 auszurichten, da das
erzielte Einkommen brutto lediglich Fr. 26'170.-- betragen habe, für jene im Jahr 2007
solche von gerundet Fr. 57.--, und zwar bei einem Basiseinkommen von mindestens
Fr. 53'290.-- und einem erwirtschafteten Einkommen von Fr. 32'500.-- (gemäss Lohn
ausweis und IK-Auszug). Die Beschwerdegegnerin habe zwar für das Taggeld für März
2007, aber nicht für dasjenige für die Zeit vom 9. April 2006 bis 28. Februar 2007 einen
Vergütungszins berechnet.
E.b Mit Replik vom 25. Mai 2012 im Verfahren IV 2011/265 wird vorgebracht, die Dar
stellung in der Beschwerdeantwort widerspreche den Verfügungen vom 22. Juni 2011
und vom 9. November 2011, wonach die Anspruchsvoraussetzungen für Taggelder ab
März bzw. April 2007 mittels weiterer medizinischer Abklärungen geprüft würden,
diametral. Die Schlussfolgerungen, welche die Beschwerdegegnerin aus dem bio
mechanischen Gutachten gezogen habe, seien unzutreffend. Das Gutachten leide
ausserdem an qualifizierten Mängeln, welche in einer Eingabe an die
Unfallversicherung vom 31. Oktober 2011 vorgetragen worden seien, sei zum Teil
unklar und widersprüchlich. Die entsprechende Ergänzung des Gutachtens zuhanden
der Unfallversicherung liege bis anhin noch nicht vor. Ob jene Versicherung weitere
Abklärungen tätige, sei nicht von Bedeutung. Die Kausalität spiele hier keine Rolle. Die
Beschwerdegegnerin habe die erforderlichen Abklärungen in Verletzung der
Abklärungspflicht bisher unterlassen. Sie habe das nachzuholen; in den Verfügungen
vom 22. Juni 2011 und vom 9. November 2011 habe sie auch eine diesbezügliche
explizite Zusicherung gemacht. Es sei unangebracht, wenn die Beschwerdegegnerin
aktenwidrig von einem Bagatellunfall spreche und einen Kopfaufprall und die eindeutig
diagnostizierte HWS-Distorsion verneinen wolle.
E.c Mit Replik vom 25. Mai 2012 im Verfahren IV 2011/266 legt der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin dar, in der Stellungnahme der Berufsberaterin werde bestätigt,
dass die Beschwerdeführerin sieben der gerichtlich bewilligten Kurse bis anhin nicht
habe absolvieren können. Darunter seien die (drei) 3D-Kurse, bezüglich welcher die Be
schwerde demnach ohne weiteres gutzuheissen sei. Spekulationen über deren Nutzen
erübrigten sich. Alle beantragten Kurse seien praxisrelevant und verbesserten die
Chancen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt. Als Grafikerin habe die Beschwerde
führerin nur teilweise Fuss fassen können, im kaufmännischen Bereich sei es ebenfalls
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schwierig. Notwendig sei eine Flexibilisierung, d.h. eine qualitativ breite Ausbildung.
Bester Beleg hierfür sei die aktuelle Anstellung. Nicht stattfinden können hätten ferner
die bewilligten Kurse Digitale Fotografie Mod. 2 und Mod. 3. Den Kurs Mod. 1 habe die
Beschwerdeführerin in Wirklichkeit besuchen können. Das Mod. 2 sei nicht im Desktop
Publisher enthalten gewesen. Die Angabe, die Kurse InDesign Aufbau und Illustrator
Aufbau seien vom Versicherungsgerichtsentscheid nicht gedeckt, treffe nicht zu. Viel
mehr trügen sie nur eine andere Bezeichnung. Die Ausbildung Desktop Publisher habe
nur die Kurse InDesign Mod. 1 und Illustrator Mod. 1 abgedeckt, ferner noch Fotoshop
Basis mit Ansprechen gewisser Bereiche aus den Modulen II bis IV. Fotoshop Aufbau
III und IV seien (anstelle des Photoshop Mod. 2 - 6) zu bewilligen. Die Kurse Portfolio
Basis und Vertiefung ersetzten die bewilligten Kurse Schriftdesign, Fine-Art-Printing,
Kalligraphie und Handskizzen digital bearbeiten, welche nicht mehr im Angebot seien.
Sie besässen einen andern Inhalt; sie dienten der sachgerechten Präsentation von
grafischen Aufträgen. Zu Unrecht werde behauptet, der Kurs Schriftdesign mit Typ Tool
sei Inhalt des Lehrgangs Desktop Publisher gewesen. Bisher habe die Invalidenversi
cherung Fr. 6'350.-- (für den Kurs Desktop Publisher und den Grundkurs Digitale Foto
grafie) bezahlt.

Erwägungen:
1.
1.1 Die angefochtenen Verfügungen regeln Ansprüche, welche bis ins Jahr 2006
zurückreichen. Die Änderungen der anwendbaren Bestimmungen auf den 1. Januar
2008 sind für die Ansprüche ab 2008 massgeblich. Ansprüche für das Jahr 2012 sind
nicht zu beurteilen, sodass die weiteren Rechtsänderungen ab 1. Januar 2012 ausser
Acht bleiben.
1.2 Angefochten wurde in den Verfahren, die angesichts des Sachzusammenhangs
vereinigt behandelt werden können, zum einen die Taggeld-Verfügung vom 30. Juni
2011 betreffend die Zeit vom 9. April bis 31. Dezember 2006 (Beschwerde IV
2011/263). In diesem Verfahren (IV 2011/263) sind die Taggeld-Verfügungen vom
6. September 2011 über die Zeit vom 1. Januar bis 28. Februar 2007 und die Taggeld-
Verfügung vom 6. Dezember 2011 betreffend den Monat März 2007 als mitangefochten
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zu betrachten. Sie waren schon in der Verfügung vom 30. Juni 2011 gewissermassen
als weitere Teile angekündigt worden. Strittig sind zum andern die Taggeld-
Verfügungen vom 16. August 2011 betreffend die Zeit vom 27. September 2010 bis
28. März 2011 (Beschwerde IV 2011/265) und die Verfügung vom 8. Juli 2011
betreffend den Abschluss der beruflichen Massnahmen (Beschwerde IV 2011/266).
1.3 Die Beschwerdeführerin lässt eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches
Gehör rügen aus dem Grund, dass die Taggeld-Verfügung ungenügend begründet
worden sei und ihm keine Akteneinsicht dazu gewährt worden sei. Die Berechnung und
Auszahlung der Taggelder ist nach Art. 60 Abs. 1 lit. b und c IVG Aufgabe der
Ausgleichskassen der AHV. Ein Vorbescheid nach Art. 57a IVG (anders als BGE 134 V
97 Franz Schlauri, Über das Verhältnis von Vorbescheid und rechtlichem Gehör im
Sozialversicherungsverfahren, in: Soziale Sicherheit - Soziale Unsicherheit, Festschrift
für Erwin Murer zum 65. Geburtstag, Bern 2010, 725 ff.) oder die anderweitige
Gewährung des rechtlichen Gehörs (BGE 134 V 97) ist auch für IV-Taggeld-
Berechnungen erforderlich. Zur Frage der Taggeldhöhe im Jahr 2006 (ohne Kürzung)
hat zwar bereits ein durch alle Instanzen gezogenes Verfahren stattgefunden. Ab April
2006 war indessen ein tatsächlicher Lohn anzurechnen. Die prinzipielle Art und Weise
seiner Berücksichtigung war dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin (anhand des
bis März 2006 erzielten tatsächlichen, zur Kürzung führenden Praktikums-Monatslohns
von Fr. 900.-- bzw. pro Jahr Fr. 11'700.--) in einem Mail vom 10. Mai 2006 (IV-act. 85)
einmal erläutert worden. Welche Einkommen später berücksichtigt wurden, ist lediglich
zum Teil ersichtlich; Kassenakten sind nicht zugestellt worden. Auch wenn
diesbezüglich eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör festgestellt werden
muss, ist vorliegend auf die rein formelle Erledigung des Verfahrens zu verzichten (vgl.
Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen IV 2010/61 vom 7. August
2012), da anzunehmen ist, dass die Beschwerdeführerin einer materiellen Behandlung
der Sache den Vorzug gibt.
2.
2.1 Nach Art. 22 Abs. 1 IVG (in der bis 31. Dezember 2007 gültig gewesenen, hier
zunächst anwendbaren Fassung, die aber später im hier interessierenden Wesentlichen
unverändert geblieben ist) hat die versicherte Person während der Eingliederung An
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spruch auf ein Taggeld, wenn sie an wenigstens drei aufeinander folgenden Tagen
wegen der Eingliederung verhindert ist, einer Arbeit nachzugehen, oder in ihrer ge
wohnten Tätigkeit zu mindestens 50 % arbeitsunfähig ist. Das Taggeld ist nach
ständiger Rechtsprechung eine akzessorische Leistung zu bestimmten Eingliederungs
massnahmen. Der Taggeldanspruch fällt unterschiedlich aus, je nachdem, ob die Ein
gliederung an zusammenhängenden oder an nicht zusammenhängenden Tagen durch
geführt wird (Art. 22 Abs. 1 IVG im Gegensatz zu Art. 22 Abs. 6 IVG in Verbindung mit
Art. 17 IVV). Art. 17 IVV legt fest, dass Versicherte, die innerhalb eines Monats an
mindestens drei nicht zusammenhängenden Tagen in Eingliederung stehen, Anspruch
auf ein Taggeld haben für Eingliederungstage, wenn sie wegen der Massnahme ganz
tags verhindert sind, der Arbeit nachzugehen (lit. a), oder für die Eingliederungstage
und die dazwischen liegenden Tage, wenn sie in der gewohnten Tätigkeit zu
mindestens 50 % arbeitsunfähig sind (lit. b). Das Taggeld ist diesfalls für jeden Tag der
Eingliederungszeit geschuldet, namentlich auch für Sonn- und Feiertage sowie schul-
oder arbeitsfreie Samstage (vgl. Rz 1007 und 1019 des Kreisschreibens des
Bundesamtes für Sozialversicherungen über die Taggelder der Invalidenversicherung =
KSTI in der ab 1. Januar 2004 wie ab 1. Januar 2010 gültigen Fassung).
2.2 Der Beschwerdeführerin waren berufliche Massnahmen in Form der Berufspraxis
(zur Erreichung der Voraussetzungen des ursprünglich vorgesehenen eidgenössischen
Fachausweises) rechtskräftig zugesprochen worden. Wie im Entscheid vom 6. Dezem
ber 2010 festgehalten, besteht bis (mindestens) März 2007 aus
Vertrauensschutzgründen (in die Arbeitsunfähigkeit von 50 %) Anspruch auf
(ordentliche) Taggelder. Die Beschwerdegegnerin hat durchgehende Taggelder denn
auch für die Zeit vom 9. April 2006 bis 31. März 2007 zugesprochen.
2.3 Die Beschwerdeführerin macht im Verfahren IV 2011/263 geltend, aufgrund einer
telefonischen Auskunft solle sie 2006 einen Jahreslohn von Fr. 32'500.-- erzielt haben,
was ein Taggeld von Fr. 56.-- ergäbe, sofern das Valideneinkommen mit Fr. 52'925.--
zutreffend festgesetzt worden sei. Gemäss Lohnausweis 2006 habe der Jahreslohn
aber Fr. 26'170.-- ausgemacht, sodass das Taggeld auf Fr. 73.30 festzusetzen sei. -
Bei Erwerbstätigen beträgt die Grundentschädigung 80 % des Erwerbseinkommens,
das zuletzt ohne gesundheitliche Einschränkung erzielt wurde (Art. 23 Abs. 1 IVG). Für
das massgebende Erwerbseinkommen bildet das durchschnittliche Einkommen, von
bis bis
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dem Beiträge nach dem AHVG erhoben werden, die Grundlage (Art. 23 Abs. 3 IVG). Zur
Berechnung des Taggelds von Versicherten mit regelmässigem Einkommen in Form
des Monatslohns legt Art. 21 Abs. 3 lit. a IVV fest, dass eine Aufrechnung auf den
Jahreslohn zu erfolgen hat und dieser durch 365 geteilt und so in ein Tageseinkommen
umgerechnet wird. Während der Eingliederung ist alle zwei Jahre von Amtes wegen zu
prüfen, ob sich das für die Taggeldbemessung massgebende Einkommen geändert hat
(Art. 21 IVV). Gemäss Art. 21 IVV wird bei versicherten Personen, die
während der Eingliederung eine Erwerbstätigkeit ausüben, das Taggeld soweit gekürzt,
als es zusammen mit dem aus dieser Tätigkeit erzielten Einkommen das massgebende
Erwerbseinkommen übersteigt.
2.4 Das Einkommen nach Art. 23 Abs. 1 IVG ist vorliegend für das Jahr 2006 rechts
kräftig auf Fr. 52'685.-- festgesetzt worden. Daraus ergibt sich ein durchschnittliches
Tageseinkommen (Fr. 52'685.--/365 gemäss Rz 3019 KSTI) von aufgerundet Fr. 145.--,
wie in der Verfügung (IV-act. 419) angegeben. Die Beschwerdegegnerin errechnete
einen Taggeldanspruch von Fr. 54.80 (ungekürztes Taggeld Fr. 116.--; erzieltes Ein
kommen im Jahr 2006 Fr. 32'500.--, pro Tag Fr. 90.20; Kürzung Fr. 61.20). Die Be
schwerdeführerin erzielte in jenem Jahr nach der Festanstellung einen Monatslohn
(monatliches Bruttoeinkommen) von Fr. 2'500.-- (IV-act. 259-69 f.). Gemäss IV-
act. 259-69 f. wurde kein 13. Monatslohn ausgerichtet, es ergab sich danach im
ganzen Jahr (mit dem Lohn für die hier ausser Acht zu lassende Praktikumszeit) ein
Betrag von Fr. 24'400.--. Dem Lohnausweis für 2006 (IV-act. 438-24) ist indessen zu
entnehmen, dass offenbar insgesamt Fr. 26'170.-- bezahlt wurden, somit schliesslich
dennoch auch ein 13. Monatslohn. Es lässt sich demnach nicht beanstanden, dass die
Beschwerdegegnerin, welche das Taggeld nur für die Zeit ab der Festanstellung zu
berechnen hatte, von einem Monatseinkommen von Fr. 2'500.-- zuzüglich
13. Monatslohn ausging, was umgerechnet einen Betrag von Fr. 2'708.33 pro Monat
ausmacht. Das Tageseinkommen beträgt folglich Fr. 90.28 (Monatslohn dividiert durch
30; wie Fr. 32'500.--/360) und abgerundet (auf die nächsten 10 Rappen, alles gemäss
Rz 3073 KSTI) von Fr. 90.20. Zusammen mit dem (ungekürzten) Taggeld von Fr. 116.--
(80 % von Fr. 145.--) ergibt sich eine Summe von Fr. 206.20. Das sind Fr. 61.20 mehr
als das zuletzt ohne gesundheitliche Einschränkung erreichte Tageseinkommen von
Fr. 145.--. Das Taggeld von Fr. 116.-- ist daher um Fr. 61.20 zu kürzen, womit sich ein
Anspruch von Fr. 54.80 ergibt. Die Verfügung vom 30. Juni 2011 ist demnach korrekt.
bis
sexies septies
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Die Beschwerdeführerin hat für die 267 Tage vom 9. April 2006 bis 31. Dezember 2006
Anspruch auf ein Taggeld von Fr. 54.80.
2.5 Für das Jahr 2007 (Verfügung vom 6. September 2011, IV-act. 438-27, und Ver
fügung vom 6. Dezember 2011, IV-act. 468-1) ist die Beschwerdegegnerin von einem
Valideneinkommen von Fr. 53'214.80 ausgegangen (vgl. Mail vom 20. Dezember 2011
an den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin, bei IV 2011/263 act. G 14; sie hat
offenbar ein Prozent Nominallohnerhöhung im Vergleich zu 2006 berücksichtigt).
Während der Eingliederung wäre lediglich alle zwei Jahre von Amtes wegen zu prüfen,
ob sich das für die Taggeldbemessung massgebende Einkommen geändert hat
(Art. 21 IVV). Wird aber die Nominallohnentwicklung berücksichtigt, so hat gemäss
dem "Schweizerischen Lohnindex insgesamt" des Bundesamtes für Statistik (http://
www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/03/04/blank/data/02.html) von 2006 auf
2007 eine solche für Frauenlöhne (total) von durchschnittlich 1.5 % stattgefunden.
Damit ergibt sich ein Jahreseinkommen für 2007 von Fr. 53'475.-- (Fr. 52'685.-- x
101.5 %) und ein Tagessatz von aufgerundet Fr. 147.--. Das volle Taggeld beträgt
somit Fr. 117.60. Das Einkommen der Beschwerdeführerin hat im Jahr 2007
Fr. 32'500.-- betragen (IV-act. 259-71), pro Tag somit weiterhin Fr. 90.20 (Fr. 32'500.--/
360). Das gekürzte Taggeld beläuft sich demnach auf Fr. 56.80 (Fr. 147.-- abzüglich
Fr. 90.20; Kürzung Fr. 60.80; Fr. 117.60 und Fr. 90.20 abzüglich Fr. 147.--).
2.6 Die Beschwerde IV 2011/263 ist unter Aufhebung der mitangefochtenen Ver
fügungen vom 6. September 2011 und vom 6. Dezember 2011 insofern teilweise zu
schützen, als der Taggeldanspruch für die Zeit vom 1. Januar bis 31. März 2007
Fr. 56.80 statt Fr. 55.80 ausmacht.
3.
3.1 Die Beschwerdeführerin lässt unter IV 2011/263 auch eine
Rechtsverweigerungsbeschwerde erheben. Ihr Rechtsvertreter beantragt, die
Beschwerdegegnerin sei anzuweisen, den Anspruch auf Verzugszinsen für die Periode
bis 28. Februar 2007 innert 30 Tagen nach dem Entscheid des Versicherungsgerichts
materiell zu prüfen und darüber zu verfügen, eventualiter seien für den
Nachzahlungsbetrag in der letztgenannten Phase mit Wirkung ab dem mittleren Verfall
sexies
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vom 1. September 2006 5 % Verzugszinsen zuzusprechen. Dass die
Beschwerdegegnerin über den Verzugszins noch nicht verfügt habe, bedeute eine
Rechtsverweigerung, allenfalls eine Rechtsverzögerung. Nach Art. 56 Abs. 2 ATSG
kann Beschwerde erhoben werden, wenn der Versicherungsträger entgegen dem
Begehren der betroffenen Person keine Verfügung oder keinen Einspracheentscheid
erlässt. - Eine Verletzung von Art. 29 Abs. 1 BV, wonach jede Person in Verfahren vor
Gerichts- und Verwaltungsinstanzen Anspruch auf gleiche und gerechte Behandlung
sowie auf Beurteilung innert angemessener Frist hat, - sowie gegebenenfalls der
Verfahrensgarantien nach Art. 6 Ziff. 1 EMRK - liegt nach der Rechtsprechung unter
anderem vor, wenn eine Gerichts- oder Verwaltungsbehörde einen Entscheid nicht
binnen der Frist fasst, welche nach der Natur der Sache und nach der Gesamtheit der
übrigen Umstände als angemessen erscheint. Eine unzulässige Rechtsverzögerung ist
gegeben, wenn die Behörde ihren Entscheid in objektiv nicht gerechtfertigter Weise
hinauszögert. Innerhalb welcher Zeitspanne eine Verwaltungs- oder Gerichtsbehörde
einen Entscheid zu fällen hat, ohne sich dem Vorwurf einer Rechtsverzögerung
auszusetzen, lässt sich nicht in abstrakter und verbindlicher Form ein für allemal
festlegen. Massgebend sind vielmehr die konkreten Umstände des Einzelfalls,
namentlich die besondere Bedeutung und die Art des Verfahrens, die Komplexität und
Schwierigkeit der Sache sowie das prozessuale Verhalten der Beteiligten (vgl.
Bundesgerichtsentscheide i/S E. vom 1. Juni 2007, U 361/06, und i/S B. vom
12. Februar 2008, 9C_889/2007; BGE 131 V 407 E. 1.1 S. 409: BGE 125 V 188 E. 2a S.
191 f.). Die Beschwerdeführerin hat eine Verfügung über Verzugszins im April 2009 in
der Beschwerde gegen die Taggeld ablehnende Verfügung vom 11. März 2009
beantragen lassen. Mit der Rechtskraft des Entscheids vom 6. Dezember 2010 stand
fest, dass ein Taggeld geschuldet war. Im März 2011 traf die Beschwerdegegnerin ge
mäss dem Entscheid des Versicherungsgerichts Abklärungen. Am 30. Juni 2011
sprach sie für eine erste Periode Taggeld - ohne Verzugszins - zu. Im Dezember 2011
dann, pendente lite, hat sie einen Verzugszins für März 2007 berechnet (und wohl
ausgerichtet), was als faktische Verfügung betrachtet werden kann. In der
Gerichtspraxis wurde bei einer Untätigkeit des Versicherungsträgers während über
neun bzw. zwölf Monaten bis zur Vornahme des nächsten angezeigten
Verfahrensschrittes eine Rechtsverzögerung bejaht (Ueli Kieser, Das
Verwaltungsverfahren in der AHV und IV, in: René Schaffhauser/Franz Schlauri [Hrsg.],
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Verfahrensfragen in der Sozialversicherung, St. Gallen 1996, S. 92 f., Fn 59, und
derselbe, Das Verwaltungsverfahren in der Sozialversicherung, Rz 509, sowie ATSG-
Kommentar, N 13 zu Art. 56 ATSG, mit Hinweis auf plädoyer 6/1998 S. 67). Von einer
Rechtsverzögerung oder -verweigerung muss bei dieser Praxis vorliegend nicht
ausgegangen werden. Zu berücksichtigen ist ausserdem, dass die
Beschwerdegegnerin ein Verwaltungsverfahren zu führen hatte, das auf immer wieder
ändernde Umstände Rücksicht zu nehmen hatte und komplex war. Mehrfach waren
Wartephasen unausweichlich. Durch den Erlass der pendente lite ergangenen
Verfügung über Verzugszins vom 20. Dezember 2011 ist die Rechtsverweigerungs
beschwerde schliesslich hinfällig geworden. Diese Beschwerde ist daher abzuweisen,
soweit sie nicht gegenstandslos geworden ist.
3.2 Angesichts der pendente lite getroffenen "Anordnung" über den Verzugszins für
März 2007 ist auch über die materielle Sache zu entscheiden (vgl. Bundesgerichts
entscheid i/S S. vom 18. Januar 2008, 9C_854/07, e contrario). - Gemäss Art. 26 Abs.
2 ATSG werden die Sozialversicherungen für ihre Leistungen, sofern die versicherte
Person ihrer Mitwirkungspflicht vollumfänglich nachgekommen ist, nach Ablauf von
24 Monaten nach der Entstehung des Anspruchs, frühestens aber 12 Monate nach
dessen Geltendmachung verzugszinspflichtig. Die Verzugszinspflicht beginnt nach der
Rechtsprechung zwei Jahre nach dem Beginn der Anspruchsberechtigung als solcher,
nicht erst jeweils zwei Jahre nach Fälligkeit jeder einzelnen Monatsrate (für eine Rente:
BGE 133 V 9). Gemäss der Mail der Beschwerdegegnerin vom 20. Dezember 2011
wurde für die Taggeld-Nachzahlung für den Monat März 2007 von Fr. 1'730.-- vom
Dezember 2011 ein "Vergütungszins" von Fr. 245.-- berechnet. Die
Beschwerdeführerin hat sich im September 2003 zum Leistungsbezug angemeldet.
Das Verfahren hat sich längere Zeit hingezogen. Von einer Verletzung von
Mitwirkungspflichten durch die Beschwerdeführerin ist nicht auszugehen. Das Taggeld
für die Zeit vom 9. April bis 31. Dezember 2006 wurde ihr im Juni 2011 (63 Monate
nach Anspruchsbeginn) zugesprochen; es dürften Fr. 14'631.60 ausgerichtet worden
sein (267x Fr. 54.80). Die Verzugszinspflicht beginnt 24 Monate nach dem
Anspruchsbeginn, also im April 2008, und betrifft die noch nicht ausgerichteten
Leistungen (vgl. Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. A., N. 25 und 30 zu Art. 26). Der Satz
für den Verzugszins beträgt gemäss Art. 7 Abs. 1 ATSV 5 % im Jahr. Das Taggeld für
die Monate Januar und Februar 2007 wurde im September 2011 verfügt (und wohl
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ausgerichtet), dasjenige für März 2007 im Dezember 2011. Betragsmässig handelte es
sich um Fr. 3'292.20 (59x Fr. 55.80) und um Fr. 1'729.80 (31x Fr. 55.80). Geschuldet
sind allerdings wie oben erwähnt je Fr. 56.80. Bis anhin hat die Beschwerdegegnerin
lediglich für die Taggelder betreffend März 2007 einen Verzugszins von Fr. 245.--
festgesetzt. Auch für die Taggeldleistungen ab April 2006 ist für die Zeit ab April 2008
ein Verzugszins geschuldet. Insofern ist die Anordnung vom 20. Dezember 2011 (bzw.
faktische Verfügung) unzutreffend und aufzuheben. Die Beschwerdegegnerin wird den
korrekten Betrag zu errechnen und entsprechend zu verfügen haben. In dieser Hinsicht
ist die Beschwerde IV 2011/263 teilweise zu schützen.
4.
4.1 Für die Zeit ab 1. April 2007 (strittig im Beschwerdeverfahren IV 2011/265) besteht
gemäss dem Entscheid vom 6. Dezember 2010 ein Taggeldanspruch für den Fall
weiter, dass die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin 50 % oder weniger
ausmache, was abzuklären sei. Die Unfallversicherung hat die im UV-Entscheid vom
16. Dezember 2009 als erforderlich bezeichneten Vorkehren getroffen. Der periphere
Riss im Anulus fibrosus hat sich dabei - wenn auch nun weniger augenfällig - als
weiterhin nachweisbar erwiesen. Das biomechanische Gutachten vom 19. Juli 2011
ergab, dass es beim Unfall nicht zu einem Kopfanprall am Lenkrad gekommen sein
könne und dass ein Beschleunigungsmechanismus in einem nur unerheblichen
Ausmass habe stattgefunden haben können. Ein echter hirnorganisch bedingter
Bewusstseinsverlust sei auszuschliessen. Der Riss sei nicht auf die Krafteinwirkung
durch den Aufprall zurückzuführen. Zu berücksichtigen ist, dass für die Arbeitsfähigkeit
in diesem Verfahren (im Unterschied zu einem solchen der Unfallversicherung) die
Ursache des genannten Risses nicht von Bedeutung ist, da allfällige
krankheitsbedingte Einschränkungen nicht aus Kausalitätsgründen unbeachtet bleiben
dürfen. Die Abklärungen der Unfallversicherung haben indessen die im UV-Entscheid
bemängelte Lücke der unterlassenen Anfertigung neuer Bilder bei der asim-
Begutachtung geschlossen. Ausserdem zeigt das biomechanische Gutachten, dass ein
Beschleunigungsmechanismus nur unerheblichen Ausmasses gewirkt hat. Eigene
Abklärungen zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin hat die Beschwerdegegnerin
zwar nicht veranlasst. Nach dem Dargelegten rechtfertigt es sich aber, auf der
Grundlage des Ergebnisses des asim-Gutachtens vom 29. Dezember 2006 mit
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überwiegender Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin jedenfalls nicht bloss 50 % oder weniger betrug. Das Gutachten
basiert auf einer breiten Abklärung und hat die diversen Diagnosen erhoben;
insbesondere hat sich das Gutachten, auch wenn dem rheumatologischen Gutachter
die MRI-Aufnahmen nicht vorgelegen hatten (vgl. IV-act. 322-13), sowohl mit dem
Einriss des Anulus fibrosus wie auch mit einer (möglichen) MTBI (mild traumatic brain
injury) auseinandergesetzt. Der interdisziplinären Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ist -
obwohl für die Unfallversicherung erstellt - nicht zu entnehmen, dass sie auf
Arbeitsunfähigkeit aus Gründen gewisser Leiden beschränkt wäre und andere Anteile
aus Kausalitätsgründen ausgeschieden hätte. Das Ergebnis erscheint plausibel und die
vorliegende Frage einer Arbeitsunfähigkeit von 50 % oder mehr lässt sich insgesamt
mit ausreichender (d.h. überwiegender) Wahrscheinlichkeit beantworten. Weitere
Abklärungen sind, obwohl noch in Aussicht gestellt, nicht erforderlich. Eine
Rechtsverweigerung oder Rechtsverzögerung liegt diesbezüglich nicht vor. Da keine
Arbeitsunfähigkeit von 50 % oder mehr vorlag und es sich um eine
zusammenhängende Eingliederung handelte, besteht ab April 2007 kein Anspruch
mehr auf ein durchgehendes Taggeld.
4.2 Durch Entscheid vom 26. August 2009 ist der Beschwerdeführerin ein Gesuch um
17 beantragte Grafikkurse bewilligt worden. Die Beschwerdegegnerin sprach eine
Reihe Kurse mit Verfügung vom 18. Januar 2010 (IV-act. 297) zu. Vom 6. bis 8. April
2010 hat die Beschwerdeführerin in der Folge den Kurs Adobe Photoshop Modul 3+
(IV-act. 324) besucht. Es handelte sich um einen ganztägigen (vgl. IV-act. 292) Kurs an
drei aufeinanderfolgenden Tagen, sodass ein Taggeldanspruch besteht. Die
Beschwerdegegnerin hatte ein solches Taggeld am 30. April 2010 pendente lite
"verfügt" (IV-act. 336), doch ist die damals angefochtene Verfügung vom 21. Januar
2010 (IV-act. 303) im Beschwerdeverfahren (Urteil vom 6. Dezember 2010) aufgehoben
worden. Die angefochtenen Taggeld-Verfügungen vom 16. August 2011 sind demnach
insofern unzutreffend, als die Beschwerdegegnerin es unterlassen hat, der
Beschwerdeführerin auch diese drei Taggelder zuzusprechen. Die
Beschwerdegegnerin hat das Valideneinkommen für 2010 offenbar auf (bereits
gerundet) Fr. 55'115.-- (mit offenbar 3.4 % Nominallohnerhöhung im Vergleich zu 2007)
festgelegt, das Tageseinkommen auf Fr. 151.--. Es ergab sich ein Taggeld von
Fr. 120.80. Dieses hat die Beschwerdegegnerin um Fr. 60.-- gekürzt (vgl. IV-act. 336).
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Mit der durchschnittlichen Nominallohnentwicklung für die Löhne von Frauen zwischen
2007 und 2010 von 2579/2454 ergibt sich allerdings (aus Fr. 53'475.--) ein
Jahreseinkommen 2010 von Fr. 56'198.--. Das Tageseinkommen macht demnach
Fr. 154.-- aus, das Taggeld Fr. 123.20. Gemäss dem Lohnausweis 2010 (IV-act. 463-2)
hat die Beschwerdeführerin in den vier Monaten bis Ende April 2010 insgesamt
Fr. 12'263.-- verdient, pro Tag somit Fr. 102.10 (Fr. 12'263.--/120). Damit ist eine
Kürzung um Fr. 71.30 am Platz, sodass ein Taggeld von Fr. 51.90 auszurichten ist. Für
die drei Tage vom 6. bis 8. April 2010 sind daher insgesamt Fr. 155.70 (3x Fr. 51.90)
auszuzahlen.
4.3 Der Kurs Website gestalten mit Dreamweaver, welcher der Beschwerdeführerin
(als Ersatz für Websites in Handarbeit) ebenfalls zugesprochen worden ist und den sie
im Mai 2010 besucht hat, löst hingegen keinen Taggeldanspruch aus, da es sich
lediglich um einen Abendkurs (vgl. IV-act. 337) gehandelt hat (und keine
Arbeitsunfähigkeit von mindestens 50 % besteht).
4.4 Ferner ist der Beschwerdeführerin am 7. Oktober 2010 (IV-act. 386) der
beantragte Lehrgang Desktop Publisher zugesprochen worden, daneben bekam sie
Kostengutsprache auch für die Kurse digitale Fotografie (Grundkurs und Aufbau),
beides im Zeitraum vom 27. September 2010 bis 28. März 2011. Mit den
angefochtenen Verfügungen vom 16. August 2011 (IV-act. 426 f.) hat die
Beschwerdegegnerin die Taggelder für die Zeit vom 27. September 2010 bis
31. Dezember 2010 auf Fr. 120.80 (Anspruch an 17 Tagen) und für die Zeit vom
1. Januar 2011 bis 28. März 2011 auf Fr. 121.60 (Anspruch an sieben Tagen)
festgesetzt.
4.5 Die Verfügung betreffend das Jahr 2010 sprach unter anderem Taggelder für die
Zeit vom 5. Oktober bis 7. Oktober 2010 während des Grundkurses digitale Fotografie
und für die Zeit vom 9. November bis 11. November 2010 während des
entsprechenden Aufbaukurses zu. Der Aufbaukurs hat indessen nicht stattfinden
können (IV-act. 401, 476-3). Die angefochtene Verfügung vom 16. August 2011
betreffend 2010 (IV-act. 427) ist demnach insofern unzutreffend, als drei Taggelder in
der Höhe von Fr. 120.80 zu viel verfügt wurden. - Im Übrigen ist die Verfügung auch
betragsmässig zu korrigieren, weil das Jahreseinkommen 2010 nach Berücksichtigung
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der durchschnittlichen Nominallohnentwicklung bis 2010 (gemäss oben erwähnter
Tabelle) wie erwähnt Fr. 56'198.-- ausmacht, das Tageseinkommen Fr. 154.-- und das
Taggeld Fr. 123.20.
4.6 Der Kurs Desktop Publisher fand jeweils montags ganztags mit benannten Aus
nahmen (IV-act. 386 ff.) statt. Bei der Taggeldfestsetzung für 2011 (IV-act. 426-1) nicht
berücksichtigt wurden die Daten vom 21. und vom 28. Februar 2011, obwohl es sich
(gemäss IV-act. 367-2 und 386-1) um Kursdaten handelte. Die Verfügung betreffend
das Jahr 2011 (1. Januar 2011 bis 28. März 2011) ist demnach insofern zu korrigieren,
als zusätzliche zwei Taggelder geschuldet sind. Die Taggeldhöhe hat die Beschwerde
gegnerin für das Jahr 2011 auf Fr. 121.60 festgesetzt (Valideneinkommen gerundet
Fr. 55'480.--; Tageseinkommen Fr. 152.--). Bei Berücksichtigung der Nominallohn
entwicklung von 2010 auf 2011 nach oben erwähnter Tabelle von einem Prozent stellt
sich das Valideneinkommen 2011 auf Fr. 56'759.-- (Fr. 56'198.-- x 101 %), das Tages
einkommen auf Fr. 156.-- und das Taggeld auf Fr. 124.80.
4.7 Die Beschwerde IV 2011/265 ist unter Aufhebung der angefochtenen Verfügungen
vom 16. August 2011 im Sinn der Erwägungen teilweise zu schützen und der Be
schwerdeführerin ist für die drei Tage vom 6. bis 8. April 2010 ein Taggeld von
Fr. 51.90, im Zeitraum vom 27. September 2010 bis 31. Dezember 2010 für 14 Tage ein
Taggeld von Fr. 123.20 und im Zeitraum vom 1. Januar 2011 bis 28. März 2011 für
9 Tage ein Taggeld von Fr. 124.80 zuzusprechen.
5.
5.1 Im Verfahren IV 2011/266 ist strittig, ob die Eingliederung als abgeschlossen be
trachtet werden könne, wie die Beschwerdegegnerin annimmt. Wie erwähnt waren der
Beschwerdeführerin 17 Computerkurse im Bereich Grafikprogramme rechtskräftig
zugesprochen worden. Es handelte sich um die Kurse Kalligraphie, Adobe InDesign
Mod. 1 und 2, Adobe Illustrator Mod. 2, Schriftdesign mit Type Tool, Adobe Photoshop
Mod. 2, 3, 4, 5 und 6, 3D-Visualisierung Cinema 4D Mod. 1, 2 und 3, Handskizzen
digital bearbeiten, Digitale Fotografie Mod. 1 und 2 sowie Websites in Handarbeit. Sie
besteht auf der Zusprechung der noch ausstehenden Kurse bzw. deren Surrogate.
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5.2 Ein Vergleich zeigt das Folgende: Der Kurs Websites in Handarbeit ist (durch Er
satz mit Website gestalten mit Dreamweaver) als durchgeführt und damit als erledigt zu
betrachten. Ebenso der Grundkurs Digitale Fotografie. Der entsprechende Aufbaukurs
ist bewilligt worden, hat aber bis anhin nicht stattgefunden. Die Kostengutsprache vom
7. Oktober 2010 gilt weiterhin. Der Lehrgang Desktop Publisher, den die Beschwerde
führerin absolviert hat, deckt nach Auffassung der Beschwerdegegnerin die
ursprünglich vorgesehenen Kurse Adobe InDesign Mod. 1 und 2, Adobe Illustrator
Mod. 2 sowie Adobe Photoshop Mod. 2, 3, 4, 5 und 6 ab. Die Beschwerdeführerin stellt
sich demgegenüber auf den Standpunkt, die Aufbaukurse InDesign und Illustrator,
Photoshop Aufbau 3 und 4 seien noch nicht abgedeckt. Der Kursbeschreibung (IV-
act. 367-1) ist zu entnehmen, dass der Desktop Publisher die Basis-Kenntnisse des
InDesign vermittelte, sodass das Mod. 1 als erledigt betrachtet werden kann. Der
Desktop Publisher umfasste ferner Basis und Aufbau des Photoshops, womit wohl
mindestens das Mod. 2 abdeckt ist (dieses hatte die Beschwerdeführerin im Übrigen
im April 2010 bereits regelrecht absolviert). Die Kurse InDesign Mod. 2 und Illustrator
Mod. 2 sind nicht erfasst, doch ist zu beachten, dass sowohl in Photoshop wie
InDesign und Illustrator zusätzlich Workshops stattfanden, weshalb sich fragt, ob nicht
Gleichwertigkeit erreicht sei, wie es die Beschwerdegegnerin annimmt. Die Kurse
Kalligraphie, Schriftdesign mit Type Tool und Handskizzen digital bearbeiten sind nicht
mehr im Angebot. Eine Erfüllung ist diesbezüglich unmöglich geworden. Nach Angaben
der Beschwerdeführerin werden diese Gesichtspunkte allerdings neu in Form der Kurse
Portfolio Basis und Vertiefung angeboten. Eine Kursbeschreibung liegt nicht vor. Nach
Angaben des Rechtsvertreters sind die Kurse für "Präsentation und Dokumentation von
Layouts" von Vorteil (IV-act. 424-1). Es handelt sich eher um zusätzliche Kurse. Was
die Kurse in 3D-Visualisierung (Cinema 4D Mod. 1 und 2 und 3D-Blender Mod. 3)
betrifft, kann, auch wenn es nicht zu einem verbindlichen Vergleich gekommen ist,
darauf hingewiesen werden, dass die Beschwerdeführerin im Lauf des Verfahrens
selber einmal angeboten hatte, darauf zugunsten des Lehrgangs Desktop Publishing
allenfalls verzichten zu wollen.
5.3 Zunächst ist grundsätzlich festzuhalten, dass auch eine rechtskräftige
Zusprechung von Leistungen, deren Erfüllung längere Zeit in Anspruch nimmt, einer
Sachverhaltsentwicklung zugänglich ist. Die Beschwerdeführerin räumt denn auch zu
Recht ein, dass Modifikationen erforderlich sind. Sie selbst hat in diesem Sinn -
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angesichts der laufenden Veränderungen in der kurzlebigen Branche - neu ersatzweise
den Lehrgang Desktop Publisher beantragt. Bei einer Würdigung der zu vergleichenden
Situation fällt ins Gewicht, dass die Beschwerdeführerin mit dem Lehrgang Desktop
Publisher ein Diplom erwerben konnte, was bei den früher gerichtlich zugesprochenen
losen Kursen nicht der Fall gewesen wäre. Darin ist im Vergleich zur ursprünglich
vorgesehenen Lösung im Hinblick auf die berufliche Eingliederung ein wesentlicher
Vorteil des absolvierten Lehrgangs zu sehen (vgl. hierzu auch die Stellungnahme der
IV-Berufsberaterin in IV-act. 476-1). Zu berücksichtigen ist ferner, dass der Lehrgang
nebst den oben erwähnten Kursen auch weitere Inhalte aufwies, namentlich die
grafische Gestaltung (Basis und Aufbau). Insgesamt kann ermessensweise davon
ausgegangen werden, dass die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin
berufliche Massnahmen zugesprochen hat, welche den ursprünglich bewilligten 17
Computerkursen ausreichend gleichwertig sind. Es rechtfertigt sich angesichts der
laufenden Sachverhaltsentwicklungen, von der Veranlassung einer Expertise, wie sie
beantragt ist, abzusehen. Die Beschwerde IV 2011/266 ist abzuweisen. Anzumerken
bleibt, dass die Beschwerdeführerin nach Angaben ihres Rechtsvertreters vom 25. Mai
2012 wieder eine Anstellung gefunden hat, womit ihre Eingliederung konkret wohl als
gelungen zu betrachten ist.
6.
6.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde IV 2011/263, was das
Taggeld für die Zeit vom 9. April 2006 bis 31. März 2007 betrifft, unter Aufhebung der
mitangefochtenen Verfügungen vom 6. September 2011 und vom 6. Dezember 2011
teilweise zu schützen und der Beschwerdeführerin ist für die Zeit vom 9. April 2006 bis
31. Dezember 2006 ein Taggeld von Fr. 54.80 und für die Zeit vom 1. Januar bis
31. März 2007 ein solches von Fr. 56.80 zuzusprechen. Die Rechtsverweigerungs
beschwerde IV 2011/263 ist abzuweisen, soweit sie nicht gegenstandslos geworden
ist. Die Beschwerde IV 2011/263 ist, was den Verzugszins betrifft, unter Aufhebung der
Verfügung vom 20. Dezember 2011 teilweise zu schützen und die Sache ist zur
Berechnung des Verzugszinses im Sinn der Erwägungen und zu entsprechender neuer
Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Die Beschwerde IV 2011/265
ist unter Aufhebung der angefochtenen Verfügungen vom 16. August 2011 im Sinn der
Erwägungen teilweise zu schützen und der Beschwerdeführerin ist für die drei Tage
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vom 6. bis 8. April 2010 ein Taggeld von Fr. 51.90, im Zeitraum vom 27. September
2010 bis 31. Dezember 2010 für vierzehn Tage ein Taggeld von Fr. 123.20 und im Zeit
raum vom 1. Januar 2011 bis 28. März 2011 für neun Tage ein Taggeld von Fr. 124.80
zuzusprechen. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen. Die Beschwerde
IV 2011/266 ist abzuweisen.
6.2 Nach Art. 69 Abs. 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen
Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200 bis 1000 Franken festgelegt. Nach
Art. 95 Abs. 1 VRP hat in Streitigkeiten jener Beteiligte die Kosten zu tragen, dessen
Begehren ganz oder teilweise abgewiesen werden. Die Beschwerdeführerin hat in der
Beschwerde IV 2011/263 weder mit dem Antrag auf Aufhebung der angefochtenen
Verfügung vom 30. Juni 2011 noch mit der Rechtsverweigerungsbeschwerde obsiegt,
hingegen mit der Aufhebung der erst pendente lite erlassenen Taggeld- und Verzugs
zins-Verfügungen. Es rechtfertigt sich daher, von einem teilweisen Obsiegen - er
messensweise zur Hälfte - auszugehen. Die Gerichtskosten, welche auf Fr. 600.-- fest
zulegen sind, sind den Parteien demnach je zur Hälfte aufzuerlegen. Der Anteil der Be
schwerdeführerin an den Gerichtskosten ist durch ihren geleisteten Kostenvorschuss
von Fr. 600.-- getilgt und der Restbetrag von Fr. 300.-- ist ihr zurückzuerstatten. Mit
der Beschwerde IV 2011/265 hat sie mit der Aufhebung der angefochtenen
Verfügungen und ausserdem betragsmässig - aber lediglich in sehr geringem Ausmass
- obsiegt. In der Hauptfrage des durchgehenden Taggelds ist sie unterlegen.
Diesbezüglich ist ermessensweise ein Obsiegen von einem Drittel anzunehmen. Von
den Gerichtskosten von wiederum Fr. 600.-- hat die Beschwerdeführerin Fr. 400.--, die
Beschwerdegegnerin Fr. 200.-- zu tragen. Fr. 200.-- sind der Beschwerdeführerin an
überschüssigem Kostenvorschuss zurückzuzahlen. Mit der Beschwerde IV 2011/266 ist
die Beschwerdeführerin unterlegen. Sie hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu tragen.
6.3 Die Beschwerdeführerin hat bei teilweisem Obsiegen Anspruch auf Ersatz der
Parteikosten, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung
der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen werden (Art. 61
lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP). Die Parteientschädigung ist vorliegend für die Be
schwerde IV 2011/263 ermessensweise auf pauschal Fr. 1'750.--, für die Beschwerde
bis
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IV 2011/265 auf Fr. 1'165.-- (je einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer)
festzulegen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP