Decision ID: 3dc431be-8091-43c1-afb7-67d6b0fbf62b
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1977 geborene
X._
meldete sich am 7. März 2006 (Eingangsda
tum) unter Hinweis auf Schmerzen und eine Depression bei der
Sozialversiche
rungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 6/2).
Diese tätigte erwerbliche
sowie
medizinische Abklärungen (Urk. 6/6-7, 6/9-11) und zog die Akten des Unfallversicherers bei (Urk. 6/8). Zudem veranlasste sie eine psychiatrische Begutachtung bei Dr. med.
Y._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, welcher sein Gutachten am 22. September 2006 erstattete (Urk. 9/16).
Mit Schreiben vom 24. Oktober 2006 auferlegte
die
IV-Stelle
der Versicherten eine Schadenminderungspflicht in Form einer
psy
-
cho
therapeutischen
sowie stationären Behandlung (Urk. 6/18). Mit Verfügung vom 7. Februar 2006 sprach sie
ihr
eine ganze Rente der Invalidenversicherung samt Kinderrenten ab dem 1. Oktober 20
0
5 zu (Urk. 6/28 und 6/30).
1.2
Im Oktober 2007 wurde ein ordentliches Revisionsverfahren eröffnet, in dessen Rahmen die Versicherte angab, ihr Gesundheitszustand habe sich verschlechtert (Urk. 6/32). Daraufhin zog die IV-Stelle Berichte der behandel
nden Ärzte bei (Urk. 6/37, 6/39,
6/41
). Mit Schreiben vom 2. September 2008 teilte sie der Ver
sicherten mit, sie erachte eine polydisziplinäre Begutachtung bei der
Begutach
tungsstelle
Z._
als notwendig (Urk. 6/43). Nachdem der IV-Stelle mitgeteilt worden war, dass gegen die Versicherte eine Strafuntersuchung wegen des Verdachts auf Betrugs sowie Widerhandlung gegen Art. 70 IVG i.V.m. Art. 87 AHVG eröffnet worden sei (Urk. 6/44)
, sistierte diese die Rente der Versicherten mit Verfügung vom 3. Dezember 2008 (Urk. 6/45).
Mit Urteil vom 26. August 2009 wurde die Versicherte
durch das
Bezirksgericht
A._
vom Verdacht des mehrfachen Betrugs sowie der mehrfa
chen Urkundenfälschung freigesprochen (Urk. 6/
64
). Mit Schreiben vom 8. Oktober 2009
informierte
die Begutachtungsstelle
Z._
darüber
,
dass
die Versicherte ihr mitgeteilt
habe
, sie würde die angekündigten
Begutachtungster
mine
nicht wahrnehmen (Urk. 6/62). Nachdem das Obergericht des Kantons Zürich mit Beschluss vom 20. Januar 2010 auf
die von der
Sozialversicherungs
anstalt
gegen das Urteil des Bezirksgerichts
A._
vom 26. August 2009 erho
bene
Berufung
nicht eingetreten war (Urk. 6/67), verfügte die IV-Stelle die
rückwirkende
Weiterausrichtung der Invalidenrente ab Beginn der Sistierung (Urk. 6/69
und 6/74
).
Der Versicherten wurde
in der Folge
erneut ein Revisions
fragebogen zugestellt, mit welchem
sie
mitteilte, ihr Gesundheitszustand habe sich nicht verändert (Urk. 6/84). Nach
dem Beizug
aktueller Berichte der behan
delnden Ärzte (Urk. 6/86,
6/88)
veranlasste die IV-Stelle eine polydisziplinäre
Begutachtung bei der Begutachtungsstelle
A._
GmbH
,
welche ihr Gutachten am 16. Mai 2012 erstattete (Urk. 6/98). Mit Vorbescheid vom 14. August 2012
stellte sie die Einstellung der Invalidenrente in Aussicht (Urk. 6/103). Daraufhin erhob die Versicherte Einwand und legte diverse Arztberichte auf (Urk. 6/111-112). Die IV-Stelle zog erneut Berichte der behandelnden Ärzte bei (Urk. 6/119-120, 6/122 S. 5-11
, 6/125, 6/130-131). Mit Schreiben vom 3. Januar 2014 legte die Versicherte ein
Parteigutachten
auf (Urk. 6/132
), woraufhin die IV-Stelle eine weitere polydisziplinäre Begutachtung veranlasste. Die Begutachtungsstelle
B._
AG erstattete ihr Gutachten am
7.
Juli 2015 (Urk. 6/160).
Nachdem die Beschwerdeführerin dazu Stellung genom
men hatte (Urk. 6/164), ergänzte die
B._
AG ihr Gutachten mit Schreiben vom 21. Oktober 2015 (Urk. 6/167). Mit Verfügung vom 28. Juni 2016 stellte die IV-Stelle die der Versicherten bis dahin ausgerichtete ganze Invalidenrente auf das Ende des der Zustellung
der Verfügung
folgenden Monats ein; einer allfälligen dagegen gerichteten Beschwerde wurde die aufschiebende Wirkung entzogen (Urk. 2 [= 6/173]).
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 28. Juli 2016 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung vom 28. Juni 2016 sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, die Kosten für das Privatgutachten von Fr. 6‘918.-- zu übernehmen (Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom
22. August 2016 schloss die IV-Stelle auf Abwei
sung der Beschwerde (Urk. 5), was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 26. August 2016 angezeigt wurde. Gleichzeitig wurde das Gesuch der Beschwerdeführerin um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Verfügung abgewiesen (Urk. 7).
Mit Eingabe vom 17. Februar 2017 (Urk. 8) liess die Beschwerdeführerin einen Bericht der
C._
Klinik vom 13. Januar 2017 (Urk. 9) auflegen. Die Ein
gabe der Beschwerdeführerin wurde der Beschwerdegegnerin am 21. Februar 2017 zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 10).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezü
gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts;
ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidier
bar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Ein
spracheentscheid, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71
E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung;
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psy
chischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Leiden
mit
Krank
heitswert
besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesgerichts 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invali
dität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeits
markt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversiche
rung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gut
achten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
Was Parteigutacht
en anbelangt, rechtfertigt der Umstand allein, dass eine ärztli
che Stellungnahme von einer Partei eingeholt und in das Verfahren eingebracht wird, keine Zweifel an ihrem Beweiswert. Auch Parteigutachten enthalten
Äusserungen
eines Sachverständigen, die zur Feststellung eines medizinischen Sachverhaltes
beweismässig
beitragen können. Daraus folgt indessen nicht, dass eine solche Expertise den gleichen Rang besitzt wie ein vom Gericht oder von der Verwaltung im Rahmen des Abklärungsverfahrens eingeholtes Gutachten. Trotz dieser beschränkten Bedeutung verpflichtet es, wie jede substantiiert vor
getragene Einwendung gegen eine solche Expertise, das Gericht, den von der Rechtsprechung aufgestellten Richtlinien für die Beweiswürdigung folgend zu prüfen, ob das Parteigutachten in rechtserheblichen Fragen die Auffassungen und Schlussfolgerungen des vom Gericht oder von der Verwaltung förmlich bestellten Gutachters derart zu erschüttern vermag, dass davon abzuweichen ist (BGE 125 V 351 E. 3b/dd und c sowie Urteil des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 750/05 vom 7. April 2006 E. 1.3).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid wurde erwogen, die medizinischen Abklärungen hätten gezeigt, dass die Beschwerdeführerin seit dem 1. Dezember 2009 in ihrer angestammten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig sei. Damit sei ein Rentenan
spruch zu verneinen.
Zu den im
Vorbescheidverfahren
vorgebrachten Einwänden wurde ausgeführt, das
B._
-Gutachten sei schlüssig, umfassend und berücksichtige die gesamte Aktenlage. Übereinstimmend mit dem
A._
-
G
utachten sei keine
Arbeitsfähig
keits
ein
schränkung
festgestellt worden. Die angestammte Tätigkeit entspreche dem empfohlenen Belastungsprofil, weshalb kein Anspruch auf eine Invaliden
rente
mehr
bestehe (Urk. 2).
2.2
Demgegenüber macht die Beschwerdeführerin
im Wesentlichen
geltend,
die
IV-Stelle habe zu Unrecht auf das
A._
-Gutachten sowie auf das
B._
-Gutachten abgestellt.
Die IV-Stelle sei selber zur Ansicht gelangt, dass das
A._
-Gutachten nicht beweiskräftig sei und habe aus diesem Grund ein Obergutachten bei der
B._
AG
in Auftrag gegeben. Dieses sei jedoch mangelhaft, insbesondere in psychiatrischer Hinsicht.
Eine Auseinandersetzung mit dem Gutachten von Dr. med.
D._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, finde nicht statt. Eine Angabe über die Dauer der Exploration fehle, wobei davon auszugehen sei, dass diese nur 30 Minuten betragen habe. Die Diagnose einer
somatoformen
Schmerzstörung werde zu Unrecht verneint. Daher könne auf dieses Gutachten nicht abgestellt werden. Demgegenüber sei das Gutachten von Dr.
D._
überzeugend, weshalb davon auszugehen sei, dass die Beschwerdeführerin vollständig arbeitsunfähig sei (Urk. 1).
3.
3.1
Im Gutachten von Dr.
Y._
vom 22. September 2006 wurde folgende Diag
nose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt (Urk. 6/16 S. 8):
-
m
ittelgradige agitierte depressive Episode mit somatischem
Syndrom und Angstattacken (ICD-
10: F 32.11)
Die Explorandin klage über seit dem Unfall bestehende
haubenförmige
Kopf
schmerzen, Schmerzen im Bereich des rechten Armes, des Rückens und des rechten Beins. Zeitweise schmerze der gesamte Körper. Nachts leide sie unter Durchschlafstörungen, stehe um 2.00 Uhr auf und gehe unruhig und nervös in der Wohnung umher.
T
agsüber sei sie nervös und müsse sich ständig bewegen. Sie leide auch unter Albträumen (Urk. 6/16 S. 5-6).
Bereits bei der Begrüssung im Wartezimmer würden ein
grobschlägiger
Tremor der Hände und Arme sowie ein rhythmisches Bewegen des rechten Beines auf
fallen.
Die ausgeprägte psychomotorische Unruhe bleibe während der gesamten Untersuchung von gut 1,5 Stunden bestehen. Nur phasenweise trete eine leichte Beruhigung auf. Die Beschwerdeerhebung gestalte sich schwierig, weil die Explorandin häufig antworte, sie wisse es nicht. Zwischendurch beginne sie immer wieder zu weinen. Die Grundstimmung sei niedergeschlagen. Sie wirke verzweifelt und hoffnungsarm. Die Aufmerksamkeit und Konzentration seien während der Untersuchung nicht beeinträchtigt (Urk. 6/16 S. 7-8).
Zur Arbeitsfähigkeit führte Dr.
Y._
aus, im aktuellen Zustand sei die Versi
cherte nicht arbeitsfähig. Das Gesamtverhalten sei durch die Diagnose einer mittelgradigen agitierten depressiven Episode jedoch nicht vollständig erklärt. Durch eine adäquate Behandlung sollte mittelfristig eine Arbeitsfähigkeit von 50 % erreicht werden können (Urk. 6/16 S. 8-9).
3.2
Gestützt auf dieses Gutachten ging der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit aus (Urk. 6/17 S. 4), weshalb der Versi
cherten mit Verfügung vom 7. Februar 2007 eine ganze Invalidenrente zuge
sprochen wurde (Urk. 6/28 und 6/30).
4.
4.1
4.1.1
Im
A._
-Gutachten vom 16. Mai 2012 wurden keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt. Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden folgende genannt (Urk. 6/98 S. 25):
-
anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-
10: F 45.4)
-
Status nach mittelgr
adiger depressiver Episode (ICD-
10: F 32.1)
-
chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom (ICD-10
:
F 54.5)
-
radiologisch unauffälliger Befund der LWS (MRI 8.2.2011 und Rönt
gen 7.2.2012)
-
Status nach Kontusion von Handgelenken, Thorax sowie Schulter und Oberschenkel der rechten Seite und OSG-Disto
rsion rechts am 22.10.2004 (ICD-
10: T 94.0)
-
Brachialgie
beidseits mit Angaben von Sensibilitätsstö
rungen (ICD-
10: M 53.1)
-
Karpaltunnelsyndrom neu
rographisch ausgeschlossen (ICD-
10: G 56.0)
-
Medikamentenmalcompliance
(ICD-
10: Z 91.1)
-
Anamnestisch
Herzpalpitationen
-
anamnestische Behandlung mit Betablocker
4.1.2
Im
orthopädischen Teilgutachten führte Dr. med.
E._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, aus, die Explorandin klage über Schmerzen. Der gesamte Körper einschliesslich des Kopfes sei betroffen. Die Beschwerden hätten im Verlauf bis zum jetzigen Zeit
punkt stetig zugenommen, weshalb sie bei sämtlichen Verrichtungen massiv eingeschränkt sei. Sie könne keine schweren Gegenstände mehr heben und bestenfalls eine Stunde lang gehen (Urk. 6/98 S. 16).
Dr.
E._
schilderte
, das
Entkleiden in stets stehender Position gelinge flüssig und ohne jegliche Einschränkung. Der Barfussgang sei sehr schwerfällig und asymmetrisch mit Schmerzgebaren, jedoch ohne eigentliches Hinken. Der Fer
sen- und Zehengang sei beidseits praktisch nicht durchführbar, weil die Explo
randin schreiend lumbale und
ischialgiforme
Schmerzen angebe. Im Stehen lasse sie sich nach links sinken und stütze sich mit der Hand an der Wand ab (Urk. 6/98 S. 17).
Bei der Untersuchung der Wirbelsäule sei die
Protraktion
von Kopf und Schul
tern
aspektmässig
im Lot. Die weitere Bewegungsprüfung sei unter
Gegenspan
nung
nicht durchführbar, weil Schmerzen angegeben würden. Auch die Palpa
tion sei unergiebig, die Explorandin gebe da und dort eine Druckdolenz an, verneine diese anschliessend aber wieder und berichte, an anderen Orten noch mehr Schmerzen zu haben. Die nonverbale Schmerzäusserung sei inkonstant und nicht verwertbar.
Über der Mittellinie der Halswirbelsäule bestehe eine fragliche Druckdolenz, die Rotation betrage links 70° und rechts 50°. Unter Ablenkung sei diese jedoch aktiv, zügig und frei bis in die beidseitige
Endposi
tion
möglich. Am rechten Knie sei eine
leichtgradige
Überwärmung feststellbar, jedoch keine Ergussbildung. Bei beiden Knien bestehe eine sehr diffuse Druck
dolenz medial und lateral, die Meniskusprovokationstests seien jedoch beidseits negativ. Das Relief der Schulter sei symmetrisch. Über dem Schulterblatt bestehe beidseits eine fragliche Druckdolenz. An der rechten Hand sei eine erheblich vermehrte palmare Beschwielung feststellbar. Auf die Bitte, sich ruhig zu halten, reagiere die Explorandin mit einem Wutausbruch, breche die Untersuchung ab und kleide sich ohne sichtbare Einschränkung an (Urk. 6/98 S. 18).
Auf radiologischer Ebene bestünden altersentsprechend regelrechte Verhältnisse an zervikaler und lumbaler Wirbelsäule sowie an den Füssen. Aufgrund der objektiven Befunde würden sich die von der Explorandin beklagten, völlig dif
fus den gesamten Körper umfassenden Beschwerden auf Ebene des Bewegungs
apparates in keiner Weise begründen lassen. Das höchst auffallende Verhalten, die deutlichen Inkonsistenzen und das fehlende Ansprechen auf
Therapiemass
nahmen
könnten als Hinweis für ein
e im Vordergrund stehende
nicht
organi
sche
Beschwerdekomponente gesehen werden (Urk. 6/98 S. 20).
Zur Arbeitsfähigkeit wurde festgehalten, für die angestammte Tätigkeit als Ver
käuferin und Kassiererin bestehe wie für jede andere körperlich leichte und mittelschwere Tätigkeit unter Wechselbelastung eine
zeitlich
und
leistungsmäs
sig
uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit (Urk. 6/98 S. 20).
4.1.
3
Im neurologischen Teilgutachten wurde festgehalten, die Explorandin klage über Rückenschmerzen, welche bis in die Füsse
ausstrahlen
würden.
Das Schmerzniveau sei insgesamt langsam fluktuierend. Die Einnahme von Schmerzmitteln würde sich positiv auswirken, wobei sie jedoch nie schmerzfrei sei. Es komme auch zum Auftreten von Sensibilitätsstörungen. Diese seien seit mehreren Jahren vorhanden (Urk. 6/98 S. 22).
Während der Anamneseerhebung könne die Explorandin nicht ruhig sitzen. Sie stehe auf und es komme zu wechselndem Hin- und Herschwanken des Oberkör
pers unter Grimassieren und Stöhnen
. Die Halswirbelsäule sei normal beweglich. Auch der Tonus an allen Extremitäten sei normal. Die Feinmotorik sei flüssig. Die Muskeleigenreflexe könnten symmetrisch mittellebhaft ausgelöst werden. Die bildgebenden Befunde vom 30. März 2011 würden keine degenerativen Veränderungen an der Halswirbelsäule zeigen. Der Spinalkanal sei normal weit und es bestünden keine Hinweise auf eine Neurokompression. Bei der
Lenden
wirbelsäule
würden sich leichte bis mässig degenerative Veränderungen im Segment LWK5/SWK1 mit einer kleinen medianen Diskushernie ohne relevante Spinalkanaleinengung und ohne Nachweis einer Neurokompression zeigen (Urk. 6/98 S. 23).
Zur Ar
beitsfähigkeit wurde festgehalten, aus somatisch-neurologischer Sicht könne keine Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden (Urk. 6/98 S. 25).
4.1.
4
Im psychiatrischen Teilgutachten wurde ausgeführt, die Explorandin klage über Schmerzen im unteren Teil des Rückens, die in beide Beine ausstrahlen würden. Sie habe auch Kopfschmerzen und Bauchbeschwerden. Sie sei in psychiatrischer Behandlung und nehme verschiedene Medikamente ein.
Wenn sie starke
Schmerzen habe, verspüre sie einen
Lebensverleider
. Suizidgedanken habe sie jedoch nicht. Manchmal komme es vor, dass die Kraft in den Beinen sie verlasse und sie stürze, wobei sie sich noch nie verletzt habe
(Urk. 6/98 S. 10-11).
Die Explorandin sei nervös, nestle und kratze sich immer wieder an den Händen und Armen. Kratzspuren seien jedoch nicht feststellbar. Zu Beginn nehme sie kaum Blickkontakt zum Untersucher auf.
Im Laufe der Untersuchung beruhige sie sich etwas. Die Stimmung sei
klagsam
, das Verhalten wirke dramatisch, zum Teil aufgesetzt und theatralisch. Die Stimmung sei leicht depressiv. Die Explo
randin berichte von Ängsten, erwähne aber auch, dass sie in der Lage sei, das Haus alleine zu verlassen, Einkäufe zu tätigen und Auto zu fahren. Die Psycho
motorik sei lebhaft. Sie sei bewusstseinsklar
, zeitlich, örtlich, situativ und zur eigenen Person gut orientiert. Die Merkfähigkeit und die Gedächtnisleistungen seien intakt. Anhaltspunkte für wahnhaftes Denken oder Wahnvorstellungen seien nicht vorhanden (Urk. 6/98 S. 12).
In der Untersuchung falle auf, dass sie zu Beginn unruhig und nervös sei und mit den Händen nestle. Dieses Verhalten beruhige sich aber nach kurzer Zeit. Die geklagten Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen könnten nicht durch eine psychiatrische Störung begründet werden, es handle sich um eine bewusstseinsnahe Verdeutlichungstendenz. Die gelegentlich auftretenden, leichten depressiven Verstimmungen und die leicht erhöhte Ängstlichkeit seien im Rahmen der anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung zu sehen. Eine eigenständige depressive Erkrankung könne nicht mehr diagnostiziert werden (Urk. 6/98 S. 14).
Zur Arbeitsfähigkeit wurde ausgeführt, aus psychiatrischer Sicht könne es der Versicherten zugemutet
werden
, ganztags einer beruflichen Tätigkeit nachzuge
hen (Urk. 6/98 S. 14).
4.1.
5
In der interdisziplinären Zusammenfassung wurde festgehalten,
die Versicherte sei für körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten uneingeschränkt arbeitsfähig. Aufgrund der anamnestischen Angaben sowie der Untersuchungs
befunde könne davon ausgegangen, dass spätestens
seit
März 2012 eine volle Arbeitsfähigkeit bestehe. Die früher als hochgradig eingestufte Depression könne nicht mehr bestätigt werden (Urk. 6/98 S. 27).
4.2
Im von der Beschwerdeführerin aufgelegten Gutachten von Dr.
D._
vom 14. Oktober 2013
wurden folgende Diagnosen aufgeführt (Urk. 6/132 S. 15):
-
mittelgradige bis schwere depressive Episode mit körperlichen Beschw
er
den, Angst und Agitation (ICD-
10: F 32.11) bei Status nach Unfall im Oktober 2004 und Symptomen aus dem Bereich einer posttraumatischen Belastungsstörung
-
DD: Verdacht auf andauernde Persönlichkeitsänderung mit akzentuierten
histrionischen
und emotional
instabilen Anteilen und bei Symptomen einer posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10: F. 62.8)
Die Explorandin schildere, sie sei traurig und leide unter Nervosität sowie negati
ven Gedankeninhalten. Zudem habe sie Kopfschmerzen. Sie sei dünnhäu
tig und ertrage in psychischer Hinsicht nicht viel. Sie leide unter Ängsten, dass wieder ein Unfall passieren könne.
Das Vertrauen in ihre Mitmenschen habe sie verloren.
Gelegentlich habe sie Albträume und wache in der Nacht schreiend auf. Ihre Konzentrationsfähigkeit sei vermindert und das Erinnerungsvermögen habe nachgelassen. Beim Lesen verspüre sie zudem Kopfschmerzen. Manchmal laufe sie weg und wisse nicht mehr, wo sie sei (Urk. 6/132 S. 10).
Während der Untersuchung sei die Explorandin ruhig und gebe zurückhaltend Antwort. Sichere Hinweise auf eine Persönlichkeitsstörung lägen nicht vor. Auffallend sei jedoch der Wechsel der Gemütslage je nach Thematik. Zu Beginn sei die Explorandin gedanklich aufgebracht. Die Konzentrationsfähigkeit bessere sich im Laufe der Untersuchung, flache gegen Ende jedoch wieder ab. Das Kurz- und Langzeitgedächtnis sei intakt. Die Grundstimmung sei traurig bedrückt. Während der gesamten Untersuchung sei sie weinerlich gestimmt, zuweilen
dysphorisch
. Die Erzählweise sei
klagsam
(Urk. 6/132 S. 14).
Es seien depressiv anmutende Symptome feststellbar, so die Traurigkeit, die Wei
nerlichkeit, die negativen Gedankeninhalte, die
Dünnhäutigkeit
und der anhaltende Vertrauensverlust. Der Arbeitsunfall im Jahr 2004 stelle ein nicht zu unterschätzendes und gravierendes psychisches Trauma dar. Die Kriterien für eine posttraumatische Belastungsstörung seien indes nicht erfüllt. Aufgrund der Krankheitsgeschichte sowie der aktuellen Untersuchung könne von einer mittel
gradigen bis schweren depressiven Episode mit Angst und Agitiertheit ausge
gangen werden (Urk. 6/132 S. 17-18).
Zur Arbeitsfähigkeit führte Dr.
D._
aus,
aufgrund der Symptomatik, der havarierten kognitiven Funktionsfähigkeit sowie auch der langjährigen Absenz von einer beruflichen Tätigkeit mit
Dekonditionierung
, Hoffnungs- und Per
spektivlosigkeit sei eine berufliche Tätigkeit derzeit nicht zumutbar und realis
tisch (Urk. 6/132 S. 18).
4.3
4.3.1
Im
B._
-Gutachten vom
7. Juli 2015 wurden keine Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt. Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden folgende genannt (Urk. 6/160 S. 23):
-
panvertebrales Schmerzsyndrom mit/bei
-
rumpfmuskulärem Globaldefizit
-
anamnestisch Status nach Dekompression und
Spondylodese
L5/S1 12.6.2013, problemloser postoperativer Befund
-
im aktuellen Verlaufs-MRI der BWS und LWS vom 7.4.2015 beschrie
bene mehrfache Hämangiom-Wirbel insbesondere Th9.
Im operierten Segment L5/S1 regelrechte Verhältnisse, keine Neurokompression
-
akzentuierte
histrionische
Wesenszüge ohne Hinweise für eine krank
hafte Persönlichkeitsstörung
-
Status nach fraglicher Commotio cerebri und fraglicher Distorsion der HWS (27.10.2004)
-
Kopfschmerzen unklarer Ätiologie, DD: vasomotorisch, psychogen, bei Medikamentenübergebrauch
-
Übergewicht (BMI ca. 28 kg/m
2
)
-
Status nach Hysterektomie 2012
4.3.2
Im orthopädisch-
traumatologischen
Teilgutachten wurde ausgeführt, die Explo
randin beklage vehement und wiederholt, sie
sei
seit dem Unfallereignis vom 22. Oktober 2004 ein zerstörter Mensch. Sie habe nur noch Schmerzen, vor allem im Rücken, aber auch an vielen Gelenken (Urk. 6/160 S. 31).
Die allgemeine Mobilität beim Gehen, Positionswechsel und An- und Ausklei
den ersch
ienen
ungestört. Die Halswirbelsäulenbeweglichkeit sei konzentrisch endphasig schmerzhaft. Es lägen weder Hinweise für eine
Schultergelenkinsta
bilität
noch
für
ein
-
impingement
vor. Alle Gelenke der oberen Extremitäten seien aktiv und passiv frei beweglich. Die Rumpfbewegungsprüfung
sei schmerzbedingt kaum möglich. Die Explorandin erkläre, keine Rumpfbeuge vorführen zu können. Die Rumpfmuskulatur habe ein globales Defizit. Die Hüft
gelenke seien aktiv und passiv frei beweglich, die Ober- und
Unterschenkelmus
kulatur
sei kräftig. Der Barfussgang sei ausreichend sicher und harmonisch (Urk. 6/160 S. 34-35).
Im Rahmen der Untersuchung könnten keine somatischen Befunde
erho
-
ben
wer
de
n
, welche der Wiederaufnahme einer Tätigkeit entgegenstünden
. Es seien keine Folge
n
des Unfallereignisses vom Jahr 2004 mehr auszumachen. Der MRI-Befund vom 7. April 2015 zeige ausschliesslich physiologische Verhält
-
nisse (Urk. 6/160 S. 36).
Zur Arbeitsfähigkeit wurde festgehalten, leichte, rückenadaptierte Tätigkeiten ohne Zwangshaltungen seien der Versicherten zu 100 % zumutbar. Die bishe
rige Tätigkeit als Betriebsmitarbeiterin im Verkauf entspreche diesem
Leistungs
profil
(Urk. 6/160 S. 36).
4.3.3
Im neurologischen Teilgutachten wurde ausgeführt, die Explorandin klage über Schmerzen in den Gelenken, am Rücken und Kopf. Es seien drückende Kopf
schmerzen, die in unterschiedlicher Ausprägung nicht ganz immer, aber häufig vorhanden seien. Manchmal leide sie unter unbestimmtem Schwindel (Urk. 6/160 S. 49).
Die Explorandin sei sehr
appellativ
, weinerlich gestimmt und sitze unruhig auf dem Stuhl. Die Anamnese sei äusserst schwierig zu erheben und undifferenziert, genaue zeitliche Angaben würden nicht gegeben. Alle Reflexe seien
mittelleb
haft
auslösbar und seitengleich. Die Motorik an den oberen und unteren Extre
mitäten sei gut (Urk. 6/160 S. 51).
Zur Arbeitsfähigkeit wurde festgehalten, von neurologischer Seite her bestehe keine Einschränkung des Belastungsprofils. Die Versicherte sei vollständig arbeitsfähig in ihrer bisherigen Tätigkeit (Urk. 6/160 S. 53).
4.3.4
Im psychiatrischen Teilgutachten wurde ausgeführt, die Explorandin klage über zahlreiche Rückenschmerzen. Sie habe auch häufig Kopfschmerzen. Auf Nach
frage berichte sie von einem inneren Gefühl der Angst. Sie sei unglücklich, dass sie nicht mehr so viel erledigen könne wie früher.
S
eit dem Unfall
sei sie
ein Wrack, könne kaum noch etwas tun. Sie sei auch nicht mehr fröhlich (Urk. 6/160 S. 40).
Die Anamneseschilderung der Explorandin sei unpräzise. Teilweise gebe sie an, sich an Vorgänge nicht erinnern zu können, zeige aber bezüglich ähnlicher Zeiträume ein detailliertes
mnestisches
Vermögen. Im Vordergrund stehe die starke Krankheitsfokussierung der Explorandin, die lautstark immer wieder vor
getragen werde. Während der Untersuchung wirke sie durchgehend aufmerksam und konzentriert, der Spannungsbogen könne gehalten werden. Formale oder inhaltliche Denkstörungen lägen nicht vor. Das Verhalten sei theatralisch und demonstrativ, unter Beobachtung fange ihr rechter Arm an zu zittern. Ein echter depressiver Affekt sei n
icht feststellbar (Urk. 6/160 S. 42-43).
Im Vordergrund stünden bei der Explorandin
histrionische
, dramatisierende Elemente, die keiner affektiven Erkrankung entsprechen würden. Die Diagnose einer
somatoformen
Schmerzstörung könne nicht gestellt werden, weil es dafür an den psychodynamisch relevanten tiefenpsychologischen Kriterien fehle. Die angegebenen
mnestischen
Störungen würden einer objektiven Überprüfung
nicht standhalten. Es bestünden Inkonsistenzen in der gesamten
Befunderhe
bung
(Urk. 6/160 S. 45).
Zur Arbeitsfähigkeit führte Dr. med.
F._
, Fachärztin für Psychi
atrie und Psychotherapie aus, die Versicherte sei in ihrer angestammten Tätigkeit als Kassiererin zu 100 % arbeitsfähig (Urk. 6/160 S. 45).
4.3.5
In der interdisziplinären Zusammenfassung wurde ausgeführt. Die Befunde und Schlussfolgerungen im
A._
-Gutachten vom Jahr 2012 könnten weitgehend bestätigt werden. Lediglich die Schmerzen würden im Rahmen der akzentuierten
histrionischen
Wesenszüge und nicht als
somatoforme
Schmerzstörung inter
pretiert.
Die bisherige Tätigkeit entspreche einer aus orthopädischer Sicht ange
passten Tätigkeit. Die Versicherte sei zu 100 % arbeitsfähig.
4.4
4.4.1
Das
B._
-Gutachten vom 7. Juli 2015 vermag die an eine beweiskräftige Exper
tise gestellten Anforderungen vollumfänglich zu erfüllen; die Gutachter tätigten sorgfältige, allseitige Untersuchungen (Urk. 6/160 S. 33-35, S. 42-44, S. 51-52, S. 58-59) und berücksichtigten die geklagten Beschwerden. Zudem setzten sie sich eingehend mit den früheren ärztlichen
Beurteilungen auseinan
der (Urk. 6/160 S. 36, S. 44-45, S. 53).
Die Beschwerdeführerin macht
im Wesentlichen
geltend, auf
das
B._
-
Gutach
ten könne nicht abgestellt werden. Die begutachtende Psychiaterin habe zu Unrecht keine vertiefende Fremdanamnese bei der behandelnden Psychiate
rin eingeholt, eine Dauer über die Exploration und eine Auseinandersetzung mit dem Gutachten von Dr.
D._
fehle. Stattdessen werde diesem unterstellt, die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung gestellt zu haben.
Das Gutachten sei nicht beweiskräftig, weshalb auf dasjenige von Dr.
D._
abzustellen sei
(Urk. 1).
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin fanden d
ie Berichte der behandeln
den Psychiaterin in der Beurteil
ung von Dr.
F._
Eingang
. Sie setzte sich mit
der
Diagnosestellung auseinander und begründete eingehend, warum sie
die Einschätzung nicht teil
e (Urk. 6/160 S. 44-45).
Zwar vermerkte sie, die Beschwerdeführerin könne keine näheren Angaben über die laufende Therapie machen (Urk. 6/160 S. 40). Daraus ergibt sich jedoch keine Notwen
digkeit,
zusätzliche f
remdanamnes
tische Angaben
bei der behandelnden Psychi
aterin einzuholen. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung steht der begut
achtenden Person bei der Wahl der Untersuchungsmethoden ein weiter
Ermes
sensspielraum
zu. Die Einholung von fremdanamnestischen Angaben bildet keine Voraussetzung für die Erstellung eines beweiskräftigen Gutachtens
(
Urteile des Bundesgerichts 8C_660/2013 vom 15. Mai 2014 E. 4.2.3, 8C_602/2013 vom 9. April 2014 E. 3.2 und 9C_275/2014 vom 21. August 2014 E. 3
), weshalb das Vorbringen der Beschwerdeführerin fehl geht.
Aktenwidrig ist sodann
die
Behauptung, es finde sich keine Angabe über die Dauer der Exploration. So hielt Dr.
F._
fest,
die Untersuchung habe 60 Minuten gedauert (Urk. 6/160 S. 42).
Der Vollständigkeit halber sei angemerkt, dass auch eine kürzere Untersuchungsdauer den Beweiswert des Gutachtens nicht schmälern würde.
Gemäss
ständiger Rechtsprechung kommt es grundsätz
lich nicht auf die Dauer der Untersuchung an.
Massgebend
ist vielmehr, ob die darauf basierenden ärztlichen Folgerungen inhaltlich vollständig und im Ergeb
nis schlüssig sind (Urteile 9C_252/2012 vom 7. September 2012 E. 8.2 und 9C_330/2011 vom 8. Juni 2011 E. 5)
, was vorliegend der Fall ist.
Aus dem Gutachten geht ferner hervor, dass sich Dr.
F._
eingehend mit den Ausführungen von Dr.
D._
auseinandersetzte. Sie legte dar, weshalb sie seiner Diagnosestellung einer mittelgradigen bis schweren
depressiven Epi
sode nicht folg
e
n könne
und begründete diese Einschätzung überzeugend
(Urk. 6/160 S. 45).
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin findet sich in ihren Ausführungen nirgends die Behauptung, Dr.
D._
habe die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung gestellt. Sie wies lediglich darauf hin
, dass
diese
Diagnose
von ihm erwähnt
worden sei
(Urk. 6/160 S. 44
), was
aktenkundig ist
(Urk. 6/132 S. 17-18)
. Das Gutachten ist
daher
auch in dieser Hinsicht
nicht zu beanstanden.
D
ie Ausführungen von Dr.
D._
vermögen demgegenüber
nicht zu überzeu
gen.
Er beschränkte sich weitgehend darauf, subjektive Befindlichkeiten der Beschwerdeführerin wiederzugeben. Objektive Befunde, die auf eine mittelgra
dig bis schwere Depression
schliessen
lassen würden, fehlen. Das hohe
Aktivi
tätenniveau
der Beschwerdeführerin wird nicht thematisiert. Aus den Akten geht hervor, dass sie
eine harmonische, glückliche Ehe führt (Urk. 6/44 S. 40), eine gute Beziehung zur Familie, zur
Schwiegermutter
und zu ihrer Schwester
unterhält (Urk. 6/132 S. 11
, 6/44 S. 39)
,
über längere Zeit mindestens jeden zweiten Tag Besuche im Altersheim
abstattete
, für die Altersheiminsassin kochte, sie wusch und ihr gesamtes Vermögen verwaltete (Urk. 6/54 S. 10 ff.
).
Inwiefern dies mit der Diagnose einer mittelgradig bis schweren depressiven Episode vereinbar
sein sollte
, wird von Dr.
D._
nicht
diskutiert
.
S
eine Ausführungen hinsichtlich der
posttraumatischen Belastungsstörung erscheinen widersprüchlich.
Zwar
verneinte er die
se
Diagnose
mit dem Hinweis darauf, dass die ICD-
10-
Kriterien nicht erfüllt seien
(Urk. 6/132 S.
18). Gleichzeitig
wies er jedoch darauf hin, der Arbeitsunfall sei aus psychiatrischer Sicht ein nicht zu
unterschätzendes und gravierendes psychis
ches Trauma (Urk. 6/132 S.
17) und führte als Diagnose Symptome aus dem Bereich einer posttraumatischen
Belas
tungsstörung
auf (Urk. 6/132 S. 15).
Bei seiner Einschätzung zur Arbeitsfähig
keit
legte
er sodann
dar
, diese sei unter anderem aufgrund der
„
havarierten kognitiven Funktionsfähigkeit
“
sowie der langjährigen Absenz von einer beruf
lichen Tätigkeit mit
Dekonditionieru
ng
eingeschränkt (Urk. 6/132 S.
18).
Dabei
unterliess
er es jedoch,
zu begründen, inwiefern
die
kognitive Funktionsfähig
keit
der Beschwerdeführerin
eingeschränkt sein sollte
. Bei der langjährigen Absenz vom Arbeitsmarkt handelt es sich um ein invaliditätsfremdes Merkmal, welches vorliegend nicht zu beachten ist. Aus diesen Gründen vermag das Gut
achten von Dr.
D._
nicht zu überzeugen.
4.4.2
Im Beschwerdeverfahren reichte die Beschwerdeführerin einen Bericht der
C._
Klinik vom 13. Januar 2017 ein und machte geltend, damit sei ein invalidisierender Gesundheitsschaden nachgewiesen (Urk. 8-9).
Vorab
ist darauf hinzuweisen,
dass der Erlass der angefochtenen Verfügung die Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis bildet (vgl. etwa BGE 129 V 356 E. 1, 129 V 169 E. 1, 129 V 4 E. 1.2, je mit Hinweisen), und
bloss
diejenigen tatsächlichen Umstände zu berücksichtigen sind, die sich bis zu
jenem Zeitpunkt ereignet haben. Da die angefochtene Verfügung
vom
28. Juni 2016
datiert
(Urk. 2) und die Konsultation in der
C._
Klinik am 13. Januar 2017 stattfand, ist
dieser Bericht im vorliegenden Verfahren unbeachtlich.
Abgesehen davon vermag er nicht zu überzeugen. Dr. med.
G._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie, spezialisiert auf Wirbelsäulenchirurgie, welcher den operativen Eingriff an der Wirbelsäule der Beschwerdeführerin vorgenommen hatte, berichtete am 8. Mai 2015, dass aus seiner Sicht stabile Verhältnisse vor
liegen würden. Er gehe davon aus, dass die Patientin bei ihrer Krankenge
schichte immer wieder Schmerzattacken, auch am Rücken, haben werde. Opera
tiv seien diese nicht anzugehen. Eine
Pseudarthrose
könne er mittels der neu angefertigten Magnetresonanzbilder mit wenig Umgebungsreaktion mit grosser Wahrscheinlichkeit ausschliessen (Urk. 6/154). Am 18. September 2015 führte er aus, dass sich die Beschwerdeführerin erneut in seiner Sprechstunde vorgestellt und über starke lumbale Schmerzen geklagt habe. Nach all den von ihm durch
geführten Abklärungen bestehe keine Indikation zu einem Revisionseingriff. Er überweise die Patientin an eine Schmerzspezialistin; vielleicht könne die Situa
tion für die Beschwerdeführerin durch einen alternativen Therapieapproach ver
bessert werden (Urk. 6/165). Dr. med.
H._
, leitender Oberarzt
Wir
belsäulenchirurgie
an der
C._
Klinik, setzt sich in seinem Bericht vom 13. Januar 2017 weder mit dieser Einschätzung des früheren Operateurs noch mit den gleichlautenden Beurteilungen der Gutachter auseinander. Seine
Ver
dachtsdiagnose
einer
Pseudarthrose
im Segment L5/S1 begründet er denn auch bloss mit dem Umstand, dass auf den aktuell angefertigten Bildern eine kom
plette
Durchbauung
nicht erkennbar sei und falsch negative SPECT-CT Befunde bekannt seien. Da mit einer derart unsicheren Verdachtsdiagnose weder eine Indikation zu einem operativen Vorgehen noch eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes nachgewiesen werden kann, erweist sich der Bericht der
C._
Klinik vom 13. Januar 2017 von vornherein als ungeeignet, eine anspruchsrelevante Verschlechterung des Gesundheitszustandes seit den gut
achterlichen Untersuchungen darzutun.
4.4.
3
Nach dem Gesagten erweist sich das
B._
-Gutachten vom 7. Juli 2015 als beweiskräftig. Es bleibt anzumerken, dass bereits das
A._
-Gutachten vom
16. Mai 2012 die Anforderungen, die an ein verwertbares Gutachten gestellt werden, erfüllte. Die
B._
-Gutachter hielten fest, mit dem
A._
-Gutachten liege eine weitgehende Übereinstimmung vor (Urk. 6/160 S. 28).
Lediglich die
soma
toforme
Schmerzstörung könne nicht bestätigt werden (Urk. 6/160 S. 20).
In beiden Gutachten wurde der Beschwerdeführerin sodann eine 100%ige Arbeits
fähigkeit in angestammter Tätigkeit bescheinigt (Urk. 6/98 S. 26, 6/160 S. 24).
Da es sich beim
B._
-Gutachten um das aktuellere handelt, rechtfertigt es sich, auf dieses abzus
tellen.
Selbst wenn man indessen mit dem
A._
-Gutachten vom Vorliegen einer
somatoformen
Schmerzstörung ausgehen würde, wie die Beschwerdeführerin dies fordert, wäre trotzdem von einer 100%igen Arbeitsfä
higkeit auszugehen, wie nachstehend
gezeigt werden kann
.
5.
5.1
Mit BGE 141 V 281 hat das Bundesgericht unlängst von der Rechtsprechung, wonach
somatoforme
oder vergleichbare psychosomatische Störungen und ihre Folgen vermutungsweise mit einer zumutbaren Willensanstrengung über
wind
bar sind (BGE 131 V 49 E. 1.2, BGE 139 V 547 E. 3), Abstand genommen und eine neue Basis für die Beurteilung solcher Störungen und ihrer Auswirkungen auf die juristisch zu beurteilende Arbeits
unfähigkeit begründet: An die Stelle des bisherigen Kriterienkatalogs (bei anhaltender
somatoformer
Schmerzstörung und vergleichbaren psychosoma
tischen Leiden) treten im Regelfall beachtliche Standardindikatoren. Bereits vor der Rechtsprechungsänderung eingeholte Gut
achten verlieren indessen nicht per se ihren Beweiswert. Vielmehr ist im Rah
men einer gesamthaften Prüfung zu entscheiden, ob auf die vorhandene Beweisgrundlage abgestellt werden kann (vgl. BGE 141 V 281 E. 8).
5.2
Unter der Kategorie „funktioneller Schweregrad“ ist beim Komplex „
Gesundheits
schädigung
“ in Betracht zu ziehen, dass die diagnoserelevanten
Befunde und Symptome nicht besonders ausgeprägt erscheinen. Die
orthopädi
schen
Gutachter wiesen darauf hin, die Beschwerden würden sich durch die kli
nischen und die bildgebenden Befunde in keiner Weise nachvollziehen lassen (Urk.
6/98 S. 20, 6/160 S. 36
). Die
allgemeine Mobilität beim Gehen,
Positions
wechsel
und An- und Auskleiden ersch
ienen
ungestört
(Urk.
6/160 S. 34
).
Fer
ner
schilderten
die Gutachter ein höchst auffallendes Verhalten, Inkonsistenzen und unpräzise Angaben (Urk. 6/98 S. 20, 6/
160 S. 42-43, S. 51) und wiesen auf die Diskrepanz zwischen dem Verhalten, der Symptomatik und dem tatsächli
chen Leiden hin (Urk. 6/167 S. 1).
Was den Indikator „
Komorbiditäten
“ betrifft,
führte der psychiatrische Gutachter aus, eine psychiatrische Komorbidität liege nicht vor
(Urk.
6/98 S. 14
).
5.3
Zum Komplex „Persönlichkeit“ ist festzuhalten, dass weder eine auffällige Persön
lichkeitsstruktur noch eine Persönlichkeitsstörung diagnostiziert werden konnte (Urk.
6/98 S. 14,
6/167 S. 1
). Hinsichtlich des Komplexes „Sozialer Kon
text“ kann auf
zahlreiche
Ressourcen der Beschwerdeführerin geschlossen wer
den. So lebt sie in einer
harmonischen Ehe
, pflegt ein gutes Verhältnis zu
ihren Söhnen, ihrer Schwiegermutter
und ihrer Schwester
(Urk. 6/132 S. 11, 6/44 S. 39
). Über längere Zeit besuchte sie
regelmässig
eine Freundin im Altersheim, kochte für sie, pflegte sie, unternahm mit ihr Spaziergänge und verwaltete ihr gesamtes Vermögen (Urk. 6/54 S. 10 ff.
)
. Zum - beweisrechtlich entscheidenden - Aspekt der Konsistenz ist zu erwähnen, dass die aktenkundigen
Behandlungs
bemühungen
nicht auf einen ausge
prägten Leidensdruck
schliessen
lassen. Die Beschwerdeführerin befindet sich zwar in
regelmässiger
psychotherapeutischer Behandlung,
s
ucht ihre Psychiaterin
jedoch
lediglich
alle 10 Tage auf (Urk. 6/160 S. 40)
.
Die Ergebnisse der Laboruntersuchung zeigen zudem, dass die Beschwerdeführerin
die ihr verordneten Medikamente nicht einnimmt (Urk. 6/98 S. 27, 6/160 S. 22).
5.4
Demnach sind auch unter Berücksichtigung der nunmehr im Regelfall beachtli
chen Standardindikatoren erhebliche funktionelle Aus
wirkungen der
Schmerz
störung
auf die Arbeitsfähigkeit nicht schlüssig und widerspruchsfrei mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen.
Auch wenn eine
somatoforme
Schmerzstörung bejaht würde, wäre diese daher nicht als invalidisierend zu betrachten.
Mit dem im Sozialversicherungsrecht
massgebenden
Grad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit ist von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in
ihrer angestammten Tätigkeit
auszugehen.
5.5
Im Vergleich zum Vorgutachten von Dr.
Y._
zeigt sich eine Verbesserung des Gesundheitszustandes. Die damals diagnostizierte mittelgradige agitierte depressive Episode mit somatischem Syndrom und Angstattacken ist zwischen
zeitlich remittiert (Urk. 6/160 S. 26-27) und es liegt nun eine 100%ige Arbeits
fähigkeit in angestammter Tätigkeit vor. Damit ist ein Revisionsgrund zu beja
hen.
6
.
Da die Beschwerdeführerin ihre angestammte Tätigkeit als Mitarbeiterin im Ver
kauf zu 100 % ausführen kann, ist ein invalidisierender Gesundheitsschaden zu verneinen. Die angefochtene Verfügung vom 28. Juni 2016 ist nicht zu bean
standen, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
7
.
7
.1
Die Beschwerdeführerin beantragte, es seien der Beschwerdegegnerin die Kosten für das Privatgutachten von Dr.
D._
aufzuerlegen (Urk. 1 S. 2).
7
.2
Vorliegend war der medizinische Sachverhalt in Bezug auf die psychischen Ein
schränkungen aufgrund des
A._
-Gutachtens
vom 16. Mai 2012
bereits genü
gend geklärt. Der Expertise von
Dr.
D._
kommt keine
massgebende
Bedeutung zu, denn sie war weder für die Entscheidfindung notwendig, noch
konnte
das hiesige Gericht darauf ab
stellen
. Dementsprechend besteht kein Anspruch auf die Vergütung der Kosten des Gutachtens (BGE 115 V 62 E. 5).
7
.3
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr.
1‘0
00.-- festzulegen und ausgangsge
mäss der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).