Decision ID: 3aae7127-3d69-4885-9bc2-6e94b881c402
Year: 2015
Language: de
Court: BS_APG
Chamber: BS_APG_001
Canton: BS
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
1.
1.1
D_
ist mit Urteil des Strafgerichts Basel-Stadt vom 25. November 2013 der mehrfachen versuchten schweren Körperverletzung, der mehrfachen einfachen Körperverletzung, des Angriffs sowie der Sachbeschädigung schuldig erklärt und zu 2 3⁄4 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden, unter Einrechnung von 2 Tagen Polizeigewahrsam und der Untersuchungs- und Sicherheitshaft vom 31. März 2013 bis 25. November 2013, davon 21 Monate mit bedingtem Strafvollzug, unter Auferlegung einer Probezeit von 3 Jahren. Von der Anklage der Gefährdung des Lebens und der Drohung wurde er freigesprochen; in einem Anklagepunkt betreffend Sachbeschädigung wurde das Verfahren zufolge Rückzugs des Strafantrags eingestellt. Schliesslich wurden Verfahren wegen mehrfacher einfacher Körperverletzung und mehrfacher, teilweise versuchter Nötigung zum Nachteil der H_ gemäss Art. 55
a
Abs. 1 des Strafgesetzbuches sistiert. D_ wurde gemäss Art. 44 Abs. 2 des Strafgesetzbuches die Weisung erteilt, ein Lernprogramm gegen häusliche Gewalt zu besuchen. Er wurde zur Zahlung von CHF 7'000.– Genugtuung, zuzüglich 5 % Zins seit dem 2. Februar 2013, an G_ verurteilt; eine Mehrforderung im Betrage von CHF 3'000.– wurde abgewiesen.
Mit demselben Urteil des Strafgerichts wurde
E_
der einfachen Körperverletzung, des Angriffs, der Sachbeschädigung sowie der Übertretung nach Art. 19
a
des Betäubungsmittelgesetzes schuldig erklärt und zu 18 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt, unter Einrechnung der Untersuchungs- und Sicherheitshaft vom 31. März bis 25. November 2013, mit bedingtem Strafvollzug, unter Auferlegung einer Probezeit von 2 Jahren, sowie zu einer Busse von CHF 200.– (respektive 2 Tage Ersatzfreiheitsstrafe). Von der Anklage der mehrfachen Drohung wurde er freigesprochen; in einem Anklagepunkt betreffend Sachbeschädigung wurde das Verfahren zufolge Rückzugs des Strafantrags eingestellt.
Weiter wurden
F_, A_, B_
und
C_
in demselben Urteil der einfachen Körperverletzung, des Angriffs sowie der Sachbeschädigung schuldig erklärt und zu je 14 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt, unter Einrechnung von einem Tag Polizeigewahrsam, mit bedingtem Strafvollzug, unter Auferlegung einer Probezeit von 2 Jahren. Von der Anklage der Drohung wurden sie freigesprochen; in einem Anklagepunkt betreffend Sachbeschädigung wurde das Verfahren zufolge Rückzugs des Strafantrags eingestellt. Eine gegen F_ am 23. Mai 2012 von der Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Stadt bedingt ausgesprochene Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu CHF 30.– wurde nicht vollziehbar erklärt; ebenso eine gegen A_ am 9. Februar 2012 von der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt bedingt ausgesprochene Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu CHF 30.–.
1.2
Sämtliche Beschuldigten wurden solidarisch zur Zahlung von CHF 1'679.– Schadenersatz sowie von weiteren CHF 7'000.– Genugtuung, jeweils zuzüglich 5 % Zins seit dem 31. März 2013, an den Privatkläger G_ verurteilt; eine Genugtuungsmehrforderung im Betrage von CHF 3'000.– wurde abgewiesen. Das im Verfahren gegen E_ beschlagnahmte Marihuana wurde eingezogen; sein Kostendepot im Betrage von CHF 700.– wurde mit der Busse, den Verfahrenskosten und der Urteilsgebühr verrechnet. Schliesslich hat das Strafgericht über die Verteilung der Verfahrenskosten unter den Beschuldigten entschieden und den amtlichen Verteidigern von D_, F_ und A_ sowie dem unentgeltlichen Vertreter des Privatklägers G_ Honorare aus der Strafgerichtskasse ausgerichtet; für die Details wird auf das erstinstanzliche Urteilsdispositiv verwiesen.
2.
2.1
Gegen dieses Urteil des Strafgerichts hat die
Staatsanwaltschaft
in Bezug auf
sämtliche Beschuldigten
rechtzeitig
Berufung
angemeldet und erklärt. In der Berufungserklärung vom 20. März 2014 stellt und begründet sie folgende Anträge:
D_
sei der mehrfachen versuchten schweren Körperverletzung, des Angriffs sowie der Sachbeschädigung schuldig zu sprechen und zu einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren zu verurteilen, unter Einrechnung der ausgestandenen Untersuchungs- und Sicherheitshaft.
E_
sei der versuchten schweren Körperverletzung, des Angriffs, der Sachbeschädigung und der Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes schuldig zu sprechen und zu einer Freiheitsstrafe von 2 3⁄4 Jahren, davon 17 Monate bedingt, bei einer Probezeit von 2 Jahren, zu verurteilen, unter Einrechnung der ausgestandenen Untersuchungs- und Sicherheitshaft.
F_
und
A_
seien der versuchten schweren Körperverletzung, des Angriffs sowie der Sachbeschädigung schuldig zu sprechen und zu einer Freiheitsstrafe von 2 1⁄4 Jahren, davon 14 Monate bedingt, zu verurteilen, bei einer Probezeit von 2 Jahren, unter Einrechnung des ausgestandenen Polizeigewahrsams.
B_ und C_
seien der versuchten schweren Körperverletzung, des Angriffs sowie der Sachbeschädigung schuldig zu sprechen und zu einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren zu verurteilen, mit bedingtem Vollzug, Probezeit 2 Jahre, unter Einrechnung des ausgestandenen Polizeigewahrsams.
Im Übrigen sei das erstinstanzliche Urteil zu bestätigen.
2.2
Weiter haben auch
B_, C_ und A_
rechtzeitig
Berufung
gegen das Urteil angemeldet.
Mit Berufungserklärung vom 18. März 2014 hat der Verteidiger von
B_
und
C_
die Aufhebung des angefochtenen Urteils und einen vollumfänglichen Freispruch seiner Mandanten von der sie betreffenden Anklage verlangt; unter o/e-Kostenfolge. Mit Eingabe vom 28. Juli 2014 hat er seine Anträge begründet.
Der Verteidiger von
A_
hat mit Berufungserklärung vom 24. März 2014 die Anträge gestellt, das Urteil des Strafgerichts sei in Bezug auf seinen Mandanten vollumfänglich aufzuheben und dieser sei von sämtlichen ihn betreffenden Anklagepunkten vollumfänglich kostenlos freizusprechen. Die  Genugtuungsforderung des Privatklägers G_ gegen A_ sei abzuweisen. Es seien ihm keine Verfahrenskosten aufzuerlegen und dem amtlichen Verteidiger ein angemessenes Honorar zuzusprechen. Er beantragt, dass die in [...] wohnhaften Cousinen von A_, I_ und J_, im Berufungsverfahren als Zeuginnen befragt, allenfalls rogatorisch einvernommen werden. In seiner Eingabe vom 4. August 2014 begründet er diese Anträge.
2.3
Der Verteidiger von
D_
hat in seiner Stellungnahme vom 2. Juni 2014 die vollumfängliche Abweisung der Berufung der Staatsanwaltschaft und die Bestätigung des Urteils des Strafgerichts respektive die Ausfällung eines günstigeren Urteils gemäss Art. 404 Abs. 2 StPO beantragt; unter o/e-Kostenfolge und Bewilligung der amtlichen Verteidigung. Auch der Verteidiger von
E_, B_ und C_
und der Verteidiger von
A_
haben in Eingaben vom 28. Juli 2014 respektive vom 4. August 2014 die Abweisung der Berufung der Staatsanwaltschaft beantragt. Die Staatsanwaltschaft beantragt mit Eingabe vom 2. September 2014 die kostenfällige Abweisung der Berufungen von
A_, B_ und C_
und hält an ihren Anträgen in der Berufungsbegründung vom 20. März 2014 fest. Der Vertreter des Privatklägers G_ schliesslich beantragt mit Eingabe vom 26. Februar 2015, es sei D_ wegen versuchter schwerer Körperverletzung (betreffend Delikt vom 2. Februar 2013) schuldig zu sprechen und zur Zahlung einer Genugtuung von CHF 7‘000.–, zuzüglich 5 % Zins seit dem 2. Februar 2013, an den Privatkläger zu verurteilen, beziehungsweise es sei das vorinstanzliche Urteil zu bestätigen. Weiter seien alle Beschuldigten wegen versuchter schwerer Körperverletzung, wegen Angriffs und wegen Sachbeschädigung (betreffend Delikt vom 31. März 2013) schuldig zu sprechen und solidarisch zur Zahlung von weiteren CHF 7‘000.– Genugtuung sowie von CHF 1‘679.– Schadenersatz, jeweils nebst 5 % Zins seit dem 31. März 2013, an den Privatkläger zu verurteilen, beziehungsweise sei das vorinstanzliche Urteil zu bestätigen. Die Geltendmachung von weiteren Schadenersatzansprüchen auf dem Zivilweg wurde vorbehalten. Alles unter o/e-Kostenfolge, wobei infolge Nichteinbringlichkeit der Parteientschädigung und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege dem Rechtsvertreter des Privatklägers ein Honorar nach Aufwand auszurichten sei.
3.
Die mündliche Berufungsverhandlung vor dem Appellationsgericht hat am 10. März 2015 stattgefunden. Daran haben die Staatsanwältin und sämtliche Beschuldigten mit ihren Verteidigern teilgenommen. Die Beschuldigten sind befragt worden. Anschliessend sind die Staatsanwältin und die Verteidiger zum Vortrag gelangt. Die Staatsanwältin verweist auf die in der Berufungsbegründung gestellten Anträge, beantragt auch die Bestätigung der Busse in Bezug auf E_, und ersucht um Abweisung der Berufungen der Beschuldigten. Der Verteidiger von D_ beantragt die vollumfängliche, kostenfällige Abweisung der Berufung der Staatsanwaltschaft und der Anträge der Privatklägerschaft und die Ausfällung eines angemessen günstigeren Urteils zu Gunsten seines Mandanten, eventualiter die Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils; ausserdem sei das sistierte Verfahren in Zusammenhang mit den Verfahren betreffend H_ definitiv einzustellen. Der Verteidiger von E_, B_ und C_ bekräftigt seine bereits schriftlich gestellten Rechtsbegehren und beantragt ergänzend die Abweisung der Zivilforderungen gegen seine Mandanten. Der Verteidiger von F_ beantragt die Bestätigung des Urteils des Strafgerichts betreffend seinen Mandanten in Bezug auf die Schuldsprüche, das Strafmass und die Zivilforderung. Der Verteidiger von A_ schliesslich hält an seinen bereits schriftlich gestellten Anträgen fest.
Für die Einzelheiten der Ausführungen wird auf das Verhandlungsprotokoll verwiesen. Die für den Entscheid relevanten Tatsachen ergeben sich aus dem erstinstanzlichen Urteil und den nachfolgenden Erwägungen.

Erwägungen
1.
Nach Art. 398 Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessordnung (StPO; SR 311.0) ist die Berufung gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte zulässig, mit denen das Verfahren ganz oder teilweise abgeschlossen wird. Das ist vorliegend der Fall. Die Staatsanwaltschaft ist gemäss Art. 381 StPO zur Berufung legitimiert. Die Beschuldigten A_, B_ und C_ haben als verurteilte Personen ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheides und sind daher auch zur Erhebung der Berufung respektive der Anschlussberufung legitimiert (Art. 382 Abs. 1 StPO). Auf die form- und fristgerecht eingereichten Rechtsmittel ist somit einzutreten. Berufungsgericht ist der Ausschuss des Appellationsgerichts (§ 18 Abs. 1 des kantonalen Gesetzes über die Einführung der Schweizerischen Strafprozessordnung [EG StPO; SG 257.100]; § 73 Abs. 1 Ziff. 1 des Gerichtsorganisationsgesetzes [GOG; SG 154.100], vgl. auch § 35 Abs. 1 Ziff. 2 GOG).
2.
2.1
Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO). Vorweg ist der Klarheit und Übersichtlichkeit halber festzuhalten, welche Punkte des erstinstanzlichen Urteils überhaupt angefochten und welche ohne weitere Bemerkungen zu bestätigen sind. Dem angefochtenen Urteil des Strafgerichts liegen insgesamt fünf Tatkomplexe zu Grunde, von welchen drei (Anklage Ziff. 1 bis 3) einzig den Beschuldigten D_ und der fünfte (Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes) lediglich E_ betreffen:
2.2
2.2.1
Das Strafgericht hat das Verfahren gegen D_ wegen diverser Delikte zum Nachteil der H_ (Anklage Ziff. 1) gemäss Art. 55
a
Abs. 1 StGB sistiert. Inzwischen ist die sechsmonatige Widerrufsfrist gemäss Art. 55
a
Abs. 2 StGB abgelaufen, ohne dass das Opfer seine Zustimmung zur Sistierung widerrufen hätte. Gemäss Art. 55
a
Abs. 3 StGB ist daher nun die (definitive) Einstellung des Verfahrens zu verfügen. Aus dem Gesetzeswortlaut ergibt sich nicht, wer diese Einstellung vorzunehmen hat. Üblicherweise wird das die Behörde sein, welche die Sistierung verfügt hat, doch ist dies nicht zwingend (
Riedo/Allemann
, in: Basler Kommentar Strafrecht I, 3. Auflage 2013,
Art. 55
a
StGB N 215). Das Strafgericht hat bisher keine (definitive) Einstellung vorgenommen, so dass die Einstellung der Einfachheit halber mit diesem Urteil erfolgt; dies entsprechend dem Antrag der Verteidigung von D_, dem sich die Staatsanwältin nicht widersetzt. Nicht angefochten und somit nicht Gegenstand des Berufungsverfahrens sind die Freisprüche von der Anklage der Gefährdung des Lebens und der Drohung sowie die Weisung gemäss Art. 44 Abs. 2 StGB, ein Lernprogramm „Halt-Gewalt“ zu besuchen.
2.2.2
Unter Ziff. 2 hat die Anklage D_ eine versuchte schwere Körperverletzung zum Nachteil von M_ und eine versuchte schwere Körperverletzung zum Nachteil von N_, beide begangen am 2. Februar 2013, vorgeworfen. Das Strafgericht hat entsprechende Schuldsprüche gefällt, welche nicht angefochten und somit ohne weiteres zu bestätigen sind.
2.2.3
In Ziff. 3 der Anklage wurde D_ wegen versuchter schwerer Körperverletzung zum Nachteil von G_, begangen am 2. Februar 2013, angeklagt. Das Strafgericht hat indes einen Schuldspruch wegen einfacher Körperverletzung gefällt, welcher von der Staatsanwaltschaft angefochten wird. Diese vertritt die Auffassung, dass insoweit ebenfalls eine Verurteilung wegen versuchter schwerer Körperverletzung zu erfolgen habe.
2.3
Die Anklage Ziff. 4 schliesslich hat alle Beschuldigten betroffen: E_ wurden mehrfache versuchte schwere Körperverletzung, mehrfache Sachbeschädigung und mehrfache Drohung und allen Beschuldigten wurden mehrfache versuchte schwere Körperverletzung, mehrfache Sachbeschädigung und Drohung vorgeworfen. Das Strafgericht hat demgegenüber sämtliche Beschuldigten wegen einfacher Körperverletzung zum Nachteil des G_, wegen Angriffs – die entsprechende Prüfung des Sachverhalts war den Beschuldigten rechtzeitig angekündigt worden (Protokoll Verhandlung Strafgericht S. 28) – und Sachbeschädigung verurteilt. D_, E_ und F_ akzeptieren diese Schuldsprüche. A_, B_ und C_ verlangen mit ihrer Berufung einen Freispruch von sämtlichen Schuldsprüchen. Demgegenüber verlangt die Staatsanwaltschaft mit ihrer Berufung, dass sämtliche Beschuldigten – neben des Angriffs und der Sachbeschädigung – der versuchten schweren Körperverletzung schuldig zu sprechen sind.
2.4
Nicht angefochten und nicht Gegenstand des Berufungsverfahrens sind die Einstellungen der Verfahren gegen sämtliche Beschuldigten wegen Sachbeschädigung zum Nachteil der [...] GmbH, die Freisprüche von der Anklage der Drohung sowie die Verurteilung von E_ wegen Übertretung nach Art. 19
a
des Betäubungsmittelgesetzes (Anklage Ziff. 5).
2.5
Somit ist nachfolgend (E. 3) zunächst zu prüfen, ob die Vorinstanz D_ in Bezug auf die Anklage Ziff. 3 zu Recht wegen einfacher Körperverletzung verurteilt hat, oder ob, entsprechend der Auffassung der Staatsanwaltschaft, der Tatbestand der versuchten schweren Körperverletzung erfüllt ist. Anschliessend (E. 4) ist in Bezug auf Anklage Ziff. 4 (Vorfall in der „K_ Bar“ vom 31. März 2013) einerseits zu untersuchen, ob das Strafgericht zu Recht eine mittäterschaftliche Beteiligung von A_, B_ und C_ an der Körperverletzung, am Angriff und an der Sachbeschädigung als erstellt angesehen hat, und anderseits (E. 5), ob – in Bezug auf sämtliche Beschuldigte – anstelle des Schuldspruchs wegen einfacher Körperverletzung ein solcher wegen versuchter schwerer Körperverletzung hätten ergehen müssen. Danach werden die Strafzumessung (E. 6) und die Zivilforderungen des Privatklägers G_ (E. 7) zu thematisieren sein.
2.6
Im Sinne einer Vorbemerkung ist bereits an dieser Stelle festzuhalten, dass das vorinstanzliche, 93 Seiten umfassende Urteil in jeder Hinsicht zutreffend, sorgfältig und schlüssig begründet ist, so dass grundsätzlich darauf verwiesen werden kann (Art. 82 Abs. 4 StPO). Eine vertiefte Auseinandersetzung findet noch mit den zweitinstanzlichen Vorbringen der Berufungskläger und der Staatsanwaltschaft statt.
3.
3.1
In Bezug auf den noch strittigen Vorfall vom 2. Februar 2013 hat die Vor-instanz ihrem Urteil (S. 41 ff.) grundsätzlich den in der Anklage Ziff. 3 umschriebenen Sachverhalt zu Grunde gelegt, dabei aber in tatsächlicher Hinsicht einige Präzisierungen vorgenommen. Zusammengefasst traf der leicht alkoholisierte (Atemalkoholkonzentration kurz nach der Tat: 0,84 Promille) D_ am 2. Februar 2013, circa 7.40 Uhr morgens, nachdem er rund drei Stunden zuvor aus nichtigem Anlass eine rabiate Attacke gegen M_ und N_ geführt hatte – er ist deswegen wegen mehrfacher versuchter schwerer Körperverletzung verurteilt worden –, beim [...]parkplatz auf den ihm unbekannten G_
. D
ieser lehnte sich gegen das Fahrzeug des Vaters von D_. D_ begann deshalb, G_ zu beschimpfen und näherte sich diesem immer wieder bedrohlich. Ein Begleiter von G_, O_, griff deeskalierend ein und stellte sich zwischen G_ und D_ und hielt G_ von vorne mit beiden Händen fest. Derweil versuchte L_, ein weiterer Begleiter von G_, D_ zu beruhigen. Dieser probierte indes weiter, an G_ heranzukommen, und konnte schliesslich an L_ und O_, welche zwischen ihm und G_ standen, vorbei setzen und G_ zwei wuchtige Faustschläge gegen das linke Auge verpassen. G_ hat links einen verschobenen Bruch des Jochbeins und des Jochbogens, einen leicht verschobenen Bruch des Augenhöhlenbodens und einen Bruch des Knochenvorsprungs am aufsteigenden Ast des Unterkiefers erlitten. Die Frakturversorgung erfolgte am 5. Februar 2013 operativ; er konnte das Spital am 7. Februar 2013 verlassen und war bis am 15. Februar 2013 arbeitsunfähig (vgl. Austrittsbericht Universitätsspital, act. 735 ff.; Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin [IRM], act. 812).
3.2
3.2.1
Nicht gefolgt ist die Vorinstanz mit überzeugender Begründung (vgl. Urteil S. 47 ff.) der in der Anklageschrift vorgenommenen rechtlichen Qualifikation der Tat als versuchte schwere Körperverletzung. Sie hat zwar bejaht, dass D_ wusste, dass heftige Faustschläge gegen den Kopf lebensgefährliche Verletzungen oder eine schwere Körperschädigung zur Folge haben können. Sie hat aber festgehalten, dass die konkreten Tatumstände hier keinen Schluss von der Wissens- auf die Willensseite erlauben. Zwar habe D_ zweimal in G_s Gesicht geschlagen, dies aus nichtigem Anlass. Indes würden die in Zusammenhang mit Faustschlägen gegen den Kopf geforderten besonderen Umstände, welche das Gefährdungspotential der Handlung im Vergleich zu einer einfachen Körperverletzung deutlich erhöhen, hier nicht vorliegen, so dass die Handlung von D_ nicht als Inkaufnahme einer schweren Verletzung des G_ ausgelegt werden könne. Zugunsten von D_ sei anzunehmen, dass sich sein Vorsatz lediglich auf eine einfache Körperverletzung gerichtet hat.
3.2.2
Demgegenüber vertritt die Staatsanwaltschaft die Auffassung, dass die geforderten besonderen Umstände, welche das Gefährdungspotential der Handlung im Vergleich zu einer einfachen Körperverletzung deutlich erhöhen, auch bei diesem Angriff zu bejahen seien (vgl. dazu unten E. 3.4.3 ff.).
3.2.3
Der Verteidiger von D_ legt Wert insbesondere auf die Feststellung, dass keine Rückschlüsse vom Anklagepunkt Ziff. 2 (mehrfache versuchte Körperverletzung von M_ und N_) gezogen werden dürften. Aus der Analyse der Beweggründe von D_ beim Angriff auf G_ könnten zudem keine Rückschlüsse auf den Vorsatz und die rechtliche Qualifikation der Tat gezogen werden. Schliesslich verkenne die Staatsanwaltschaft, dass der objektive Ablauf des Angriffs im Anklagepunkt Ziff. 2 – dort ging es um einen Angriff von hinten respektive Fusstritte gegen den Kopf – anders gelagert sei als im Anklagepunkt Ziff. 3.
3.3
3.3.1
Vor der Prüfung der rechtlichen Qualifikation der Tat gilt es zunächst die Beweislage zum oben (E. 3.1) bereits in den Grundzügen geschilderten Vorfall vom 2. Februar 2013 näher zu betrachten. D_ hat vor Strafgericht den Sachverhalt gemäss Anklage bestritten und sein Verhalten offensichtlich verharmlost. Er behauptete in der Hauptverhandlung (Protokoll S. 63 ff.), dass er gesehen habe, wie G_ gegen sein Auto „gekickt“ habe; darauf habe er mit: „geht’s noch“ reagiert. G_ sei sehr aggressiv gewesen und habe ihn gleich weggeschubst. Dann sei L_ gekommen und habe ihn (D_) gepackt, worauf er gestolpert und hingefallen sei. G_ habe sogleich seine Jacke ausgezogen und sei nochmals auf ihn losgegangen. Er habe dann G_ mit der linken Hand weggestossen; er habe gegen den Oberkörper gestossen.
3.3.2
Dieser Version von D_ stehen die detaillierten Aussagen des Privatklägers G_ und der beiden Augenzeugen O_ und L_ entgegen. G_ schilderte als Auskunftsperson vor Strafgericht, dass er sich nach Feierabend – er arbeitete im nahegelegenen „Club [...]“ an der Bar – an das Auto von D_ gelehnt habe, da er müde gewesen sei. Plötzlich sei eine schreiende Person – D_ – aggressiv auf ihn zu gekommen und habe ihn in deutscher und türkischer Sprache beleidigt. Er (G_) habe sich entschuldigt. D_ sei dennoch weiter auf ihn zugekommen. In dem Moment sei O_ dazwischen gegangen und habe ihn (G_) mit beiden Armen umschlossen und weggenommen. In diesem Moment sei D_ auf ihn zugesprungen und habe ihm zwei- oder dreimal mit der Faust heftig ins Gesicht geschlagen. Er habe sich nicht wehren können, da ihn O_ umarmt habe (Protokoll Verhandlung Strafgericht S. 78 f.). Diese Darstellung wird zunächst vom Zeugen O_ bestätigt. Dieser gab vor Strafgericht an, dass er den „Club [...]“ verlassen und Schreie gehört habe. Er habe mitbekommen, wie der Junge (D_) G_ beschimpft habe. L_ sei bei D_ gewesen und habe versucht, diesen zu beruhigen. Er (O_) habe G_ mit beiden Armen gehalten und sei dabei frontal – Gesicht zu Gesicht – zu G_ gestanden und habe diesen festgehalten; den Rücken habe er D_ zugewandt, welcher sich hinter ihm befunden habe. Plötzlich habe D_ G_ einen oder zwei Schläge ins Gesicht versetzt; der Schlag sei so von der Seite gekommen (Protokoll Strafgericht S. 65 f.). Der Zeuge L_ schilderte, wie er zunächst realisiert habe, dass D_ schimpfend auf G_ zugegangen sei. Da sich die beiden nahe gekommen seien, sei er (L_) dazwischen gegangen und habe versucht, D_ zu beruhigen. Er (L_) sei mit dem Rücken zu G_ gestanden und habe sich an D_ gewendet, welcher sich die ganze Zeit bewegt und gegen sie geschimpft und etwas zu machen versucht habe. Dann habe D_ zweimal mit der Faust blitzschnell gegen G_ geschlagen (Protokoll Strafgericht S. 70 f.).
3.3.3
Die Vorinstanz hat die jeweiligen Aussagen der Beteiligten eingehend und kritisch geprüft und ist zum Schluss gekommen, dass auf die detaillierten, konstanten und differenzierten Angaben des Privatklägers G_ abgestellt werden kann, zumal diese von den Zeugen O_ und L_ überzeugend bestätigt würden. Schliesslich hat auch H_, die damalige Freundin von D_, vor Strafgericht berichtet, dass sie annehme dass dieser eine Person geschlagen habe (Protokoll Verhandlung Strafgericht S. 21). Deutlicher war sie noch in der Voruntersuchung gewesen, als sie angab, dass D_ einer Person die Faust heftig ins Gesicht geschlagen habe (act. 750). Demgegenüber vermögen die Depositionen von D_ nicht zu überzeugen, da sie in sich widersprüchlich sind und insbesondere mit dem Verletzungsbild des Opfers G_ nicht in Einklang gebracht werden können. Somit ist – unter Hinweis auf die trefflichen Erwägungen (Urteil Strafgericht S. 41 ff.) – in tatsächlicher Hinsicht den Ausführungen und der Schlussfolgerung der Vorinstanz zum Sachverhalt zu folgen, wobei die vorgenommenen Präzisierungen übernommen werden können: D_ musste zu einer Art Sprung ansetzen, um überhaupt mit einem Faustschlag an G_ heran zu kommen, da sich zwischen ihm und G_ noch L_ (mit Blick gegen D_) und O_ (G_ von vorne umklammernd) befanden. Auch ist von einem dynamischen Geschehen auszugehen, bei welchem D_ bereits vor dem Schlag an G_ zu gelangen versuchte, und der Faustschlag somit nicht überraschend erfolgte. Nicht nachgewiesen ist weiter, dass G_ nach den Faustschlägen zu Boden gegangen ist.
3.4
3.4.1
Unbestrittenerweise liegt angesichts des Verletzungsbildes (vgl. oben E. 3.1 am Ende) in objektiver Hinsicht eine einfache Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Abs. 1 StGB vor (vgl. Urteil Strafgericht S. 48). Die Staatsanwaltschaft sieht allerdings im Vorgehen von D_ eine eventualvorsätzlich versuchte schwere Körperverletzung. In erster Linie begründet sie dies damit, dass die Gesichtsverletzungen von G_ eine erhebliche Gewalteinwirkung dokumentierten. Zudem könne stumpfe Gewalteinwirkung gegen den Kopf zu Verletzungen der inneren Organe und in der Folge zu vital bedrohlichen Blutungen oder Beeinträchtigungen der Organfunktion führen, was gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung der Erfahrung entspreche, dass derartige Gewalteinwirkungen insbesondere gegen den Kopfbereich eines Menschen zu schwerwiegenden Beeinträchtigungen der körperlichen Integrität führen könnten (BGE 136 IV 49 E. 4.2).
3.4.2
Es stellt sich somit die Frage, ob D_ mit dem Vorsatz einer schweren Körperverletzung zum Nachteil von G_ gehandelt hat. Eventualvorsätzlich handelt gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung, wer den Eintritt des Erfolgs respektive die Tatbestandsverwirklichung für möglich hält, aber dennoch handelt, weil er den Erfolg für den Fall seines Eintritts in Kauf nimmt, sich mit ihm abfindet, mag er ihm auch unerwünscht sein (BGE 137 IV 1 E. 4.2.3 mit Hinweisen). Ob der Täter die Tatbestandsverwirklichung in Kauf genommen hat, muss das Gericht – bei Fehlen eines Geständnisses der beschuldigten Person – aufgrund der äusseren Umstände entscheiden. Dazu gehören die Grösse des dem Täter bekannten Risikos der Tatbestandsverwirklichung, die Schwere der Sorgfaltspflichtverletzung, die Beweggründe des Täters und die Art der Tathandlung. Je grösser das Risiko der Tatbestandsverwirklichung ist und je schwerer die Sorgfaltspflichtverletzung wiegt, desto näher liegt die Schlussfolgerung, der Täter habe die Tatbestandsverwirklichung in Kauf genommen (BGE 134 IV 26 E. 3.2.2 mit Hinweisen). Das Gericht darf vom Wissen des Täters auf den Willen schliessen, wenn sich diesem der Eintritt des Erfolgs als so wahrscheinlich aufdrängte, dass die Bereitschaft, ihn als Folge hinzunehmen, vernünftigerweise nur als Inkaufnahme dieses Erfolgs ausgelegt werden kann (BGE 137 IV 1 E. 4.2.3 S. 4; 133 IV 222 E. 5.3 mit Hinweisen). Eventualvorsatz kann auch vorliegen, wenn sich der Eintritt des tatbestandsmässigen Erfolgs statistisch gesehen nur relativ selten verwirklicht. Doch darf in diesem Fall nicht allein aus dem Wissen des Beschuldigten um die Möglichkeit des Erfolgseintritts auf dessen Inkaufnahme und damit auf Eventualvorsatz geschlossen werden. Vielmehr müssen weitere Umstände hinzukommen (BGE 131 IV 1 E. 2.2 S. 5 mit Hinweisen).
3.4.3
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung hängt die rechtliche Qualifikation von Körperverletzungsdelikten in Zusammenhang mit Faustschlägen, insbesondere gegen den sensiblen Kopfbereich, von den konkreten Tatumständen ab (vgl. Entscheide BGer 6B_222/2014 vom 15. Juli 2014 E. 1.3; 6B_388/2012 vom 12. November 2012 E. 2.4.2). Die Heftigkeit des Faustschlages kann einen Anhaltspunkt für die Inkaufnahme einer schweren Körperverletzung bilden, aber auch die Verfassung des Opfers, zum Beispiel bei Wehrlosigkeit zufolge Alkoholisierung. Relevant sein können auch die räumlichen Verhältnisse, die Wahrnehmungsmöglichkeit der Gefahr durch das Opfer, aber auch seine  Ausweichmöglichkeiten. In den unter Ziff. 2 der Anklage geschilderten, ebenfalls D_ betreffenden Verfahren M_ und N_ haben solche äusseren Umstände eine entscheidende Rolle für die Qualifizierung der Taten als versuchte schwere Körperverletzungen gespielt (vgl. Urteil Strafgericht S. 37 ff.).
3.4.4
Die unter Ziff. 2 der Anklage aufgeführten Verfahren betreffend M_ und N_ unterscheiden sich allerdings in wesentlichen Punkten von der hier strittigen Körperverletzung zum Nachteil des Opfers G_. Im ersten Fall hatte das Opfer M_ gar keine Abwehrmöglichkeit, da es den unvermittelten Schlag von hinten gar nicht kommen sehen konnte. Eine Abwehrreaktion, sei es auch nur ein reflexartiges Zurückweichen, welches den Aufprall und die Schwere einer Verletzung gemindert hätte, war unmöglich. Der Faustschlag traf den unbewegten Kopf mit voller Wucht; das Opfer wurde dadurch flach zu Boden geschlagen, wo es mit dem Kopf aufgeschlagen ist und das Bewusstsein verloren hat. Dieses Vorgehen ist zu Recht als versuchte schwere Körperverletzung qualifiziert worden. Gleiches gilt für die Fusstritte gegen den Kopf des wehrlos am Boden liegenden N_s im zweiten Fall; auch hier hat die Vorinstanz in Anlehnung an die bundesgerichtliche Praxis zu Recht eine versuchte schwere Körperverletzung angenommen.
In Bezug auf die rechtliche Qualifikation der hier zu beurteilenden Körperverletzung zum Nachteil des Opfers G_ liegen die Umstände der Faustschläge gegen den Kopf indes anders: G_ wurde durch die Schläge nicht überrascht, sondern hat sie, im Rahmen eines dynamischen Geschehens, kommen sehen, da sie – von ihm aus gesehen – von vorne, allenfalls leicht seitlich, ausgeteilt wurden. Auch wenn G_ in diesem Moment von O_ mit den Armen zurückgehalten wurde, so dass er seinerseits nicht auf D_ losgehen konnte, so ist es eine natürliche Reaktion, dass er in einem derartigen Gefahrenmoment mit dem Kopf reflexartig zurückweicht, soweit es ihm möglich ist. Dadurch wird die Wucht des Aufpralls etwas gemindert (vgl. dazu auch Aussage O_, Protokoll Verhandlung Strafgericht, S. 65: „Während dem Schlag ist G_ vielleicht ausgewichen, ...“.). Insoweit unterscheiden sich die Umstände wesentlich von der Situation, in welcher zum Beispiel der Kopf des Opfers bereits am Boden liegt oder an einer Wand angelehnt ist, wo ein derartiges Zurückweichen gar nicht mehr möglich ist. Auch ist D_ nicht etwa gesprungen, um mit Anlauf möglichst kräftig zuschlagen zu können, sondern um überhaupt an L_ und O_ vorbei an G_ heranzukommen. In casu waren die Schläge von D_ zwar so kräftig, dass sie zu knöchernen Läsionen im Gesicht des Opfers geführt haben; diese Verletzungen sind jedoch unbestrittenerweise lediglich als einfache Körperverletzungen im Sinne des Art. 123 Ziff.1 StGB zu werten (ausführlich Urteil des Strafgerichts S. 48). Besondere Umstände, welche die Gefahr von schweren oder lebensgefährlichen Verletzungen im Sinne des Art. 122 StGB, zum Beispiel Gehirnblutungen, hervorgebracht hätten, sind beim Vorgehen von D_ hier nicht ersichtlich.
3.4.5
Ganz allgemein kann festgehalten werden, dass „gewöhnliche“ Faustschläge gegen den Kopf eines Menschen, mögen sie auch kräftig ausgeteilt werden und eine einfache Körperverletzung zur Folge haben, nicht bereits
per se
eine versuchte schwere Körperverletzung darstellen. Es ist zu differenzieren: Erst bei Vorliegen besonderer Umstände erhöhen sich die Risiken von schweren Verletzungen, welche dem Täter dann bekannt sein müssen. In solchen Fällen kann von der Wissens- auf die Willensseite des Täters geschlossen werden. Insbesondere wenn es dem Opfer, wie hier, grundsätzlich noch möglich ist, eine Reaktion im Sinne eines Auspendelns oder Zurückweichens beim Erkennen der Gefahr zu zeigen, liegt – sofern der entsprechende objektive Tatbestand erfüllt ist – grundsätzlich eine einfache Körperverletzung vor. Sobald aber eine derartige Reaktion des Opfers nicht mehr möglich ist, wird die Gefahr einer schweren Verletzung insbesondere des Gehirns massiv erhöht und dieses Risiko muss sich auch dem Täter als so wahrscheinlich aufdrängen, dass sein Verhalten nur als Inkaufnahme dieses Risikos ausgelegt werden kann. Eine solche Situation kann insbesondere gegeben sein, wenn das Opfer überraschend von hinten angegriffen wird, wenn das Opfer zufolge starker Alkoholisierung keine adäquate Reaktion mehr zeigen kann, wenn der Kopf des Opfers fixiert und somit keine Pendelbewegung mehr möglich ist, wenn die Stärkeverhältnisse zwischen Täter und Opfer (beispielsweise bei Gebrechlichkeit oder hohem Alter des Opfers) sehr ungleich sind, wenn das Opfer überhaupt nicht mit einem Angriff rechnen muss oder unter Umständen wenn das Opfer von mehreren Personen gleichzeitig von mehreren Seiten angegriffen wird oder wenn es wehrlos am Boden liegt. Solche erschwerenden Umstände waren im vorliegend zu beurteilenden Fall nicht gegeben. Es handelte sich um ein dynamisches Geschehen, wobei das Opfer G_ mit Schlägen von D_ rechnen musste. Das Opfer G_, ein kräftiger junger Mann (vgl. Fotografien, act. 831), wurde zwar durch seinen Kollegen O_ an den Armen gehalten – damit er seinerseits nicht auf D_ losgehen konnte – und war entsprechend etwas in seiner Bewegungsfreiheit an den Armen eingeschränkt; ausweichende Bewegungen mit dem Kopf waren indes noch möglich. D_ musste unter den gegebenen Umständen nicht mit schweren oder lebensgefährlichen Verletzungen des Opfers im Sinne des Art. 122 StGB rechnen. Die rechtliche Qualifikation der Tat durch die Vorinstanz als einfache Körperverletzung ist unter diesen Umständen nicht zu beanstanden.
3.4.6
Die Vorbringen der Staatsanwaltschaft gegen diese rechtliche Qualifikation sind nicht stichhaltig: Aus den objektivierten Verletzungen des Opfers, welche unbestritten als einfache Körperverletzung zu qualifizieren sind, lässt sich nicht auf einen Eventualvorsatz zu einer schweren Körperverletzung schliessen. Gegenüber den Opfern M_ und N_ ist D_, wie bereits dargelegt, anders als in dem hier zu beurteilenden Fall vorgegangen, so dass aus jenen Verfahren nichts für das vorliegend zu beurteilende abgeleitet werden kann. Aus dem Umstand, dass D_ sich hier durch einen nichtigen Anlass – das Opfer hatte sich gegen sein respektive seines Vaters Auto gelehnt – zu Schlägen gegen das Opfer hat hinreissen lassen, lässt sich nichts für die rechtliche Qualifikation der Tat ableiten; dies wird im Rahmen der Strafzumessung zu berücksichtigen sein. Das Nachtatverhalten von D_ schliesslich lässt auch nicht auf einen Eventualdolus in Bezug auf eine schwere Körperverletzung schliessen. Er verliess den Ort des Geschehens vorübergehend und kehrte mit einem gefährlichen Gegenstand (abgebrochene Flasche) zurück, liess sich aber ohne weiteres von L_ dazu bewegen, diese wegzuwerfen.
3.5
Insoweit ist das Urteil des Strafgerichts zu bestätigen.
4.
4.1
Der Verurteilung sämtlicher Beschuldigter wegen einfacher Körperverletzung, Angriffs sowie Sachbeschädigung liegt folgende Vorgeschichte zu Grunde: Nach einer Hochzeitsfeier hatten sich die Cousins D_, B_, A_, C_ und F_ mit ihrem Onkel E_ sowie einigen weiblichen Begleiterinnen in den frühen Morgenstunden des 31. März 2013 in die „K_ Bar“ begeben. Ebenfalls in dieser Bar hielt sich sodann G_ auf, welcher dort, wie gelegentlich nach Feierabend, mit seinem Chef L_ und seinem Mitarbeiter O_ noch etwas trinken wollte. In der Folge kam es in der „K_ Bar“ zu einer tätlichen Auseinandersetzung mit tumultartigen Szenen, welche schliesslich zu einer Anklage gegen sämtliche Beschuldigten wegen mehrfacher versuchter schwerer Körperverletzung, mehrfacher Sachbeschädigung und Drohung geführt hat.
In Bezug auf diesen Anklagepunkt (Ziff. 4) hat das Strafgericht zwei Phasen unterschieden (Urteil S. 68 ff.): Zum einen die Gewalttätigkeiten zum Nachteil von G_ und zum andern die Ausweitung der Gewalt gegen den Securitymitarbeiter P_ und weitere Personen. Dabei sei klar erstellt, dass sich alle sechs Beschuldigten während beider Phasen im Erdgeschoss der Bar (oberer Bereich) aufgehalten hätten. In einer ersten Phase soll zunächst E_ zu G_, der auf einem Sitzwürfel an einem Tischchen in der Sitzecke im oberen Bereich der „K_ Bar“ sass, getreten sein. Er soll ihn angesprochen und ihm sogleich einen Faustschlag auf den Mund versetzt haben. Beinahe zeitgleich sei eine Gruppe von mehreren Personen auf das Opfer G_ losgegangen, wobei Zeugen von fünf bis sechs Personen (G_, P_) respektive von sechs bis sieben Personen (Q_) sprechen. Die Vorinstanz geht davon aus, dass E_ und D_ eigenhändig auf G_ eingeschlagen haben und dass A_, B_, C_ und F_ anwesend gewesen und gemeinsam mit E_ und D_ auf das Opfer G_ losgegangen sind. Wer von ihnen auf das Opfer eingeschlagen habe, lasse sich nicht verbindlich feststellen. Auslöser der Auseinandersetzung sei der Vorfall vom 2. Februar 2013 gewesen; E_ habe das Opfer G_ wegen dessen Anzeige gegen D_ einschüchtern wollen. Es sei indes nicht von einer geplanten Abreibung auszugehen;
in dubio
hätten lediglich D_ und E_ vom früheren Vorfall gewusst. Bei den übrigen Beschuldigten sei davon auszugehen, dass sie sich dem Angriff ohne Kenntnis vom früheren Gewaltdelikt zum Nachteil von G_ angeschlossen haben.
Für die anschliessende zweite Phase sei nachgewiesen, dass die Türsteher P_ und Q_ den wehrlosen G_ aus der Meute der Angreifer befreien konnten, und dass sich die Attacke dann gegen P_ richtete, wobei auch hier davon auszugehen sei, dass alle sechs Beschuldigten daran beteiligt waren. Zwar sei nicht hinreichend bewiesen, dass auf P_ eingeschlagen worden sei, und es lasse sich aufgrund des grossen Durcheinanders und Chaos nicht mehr rekonstruieren, wer genau was gemacht habe, und es könnten den einzelnen Beschuldigten im Rahmen dieses Angriffs nicht mit genügender Sicherheit einzelne Tatbeiträge zugewiesen werden. Klar sei indes, dass alle Beschuldigten aktiv beteiligt waren, indem die einen versuchten, an P_ heranzukommen, und andere gezielt Flaschen und weitere Gegenstände gegen die sich bei der Eingangstüre aufhaltenden Securitymitarbeiter P_, den Betreiber der Bar R_ und weitere Gäste geworfen haben. Im Verlaufe des Tumults wurde schliesslich der das Lokal betretende Kpl S_ durch einen Gegenstand am Kopf getroffen und verletzt, wobei die Staatsanwaltschaft bei diesem Wurf zu Recht keine individuelle Zuordnung vorgenommen habe.
4.2
4.2.1
In Bezug auf diesen Anklagepunkt beantragen die Beschuldigten A_, B_ und C_ einen vollumfänglichen Freispruch. Sie argumentieren, dass sie in der fraglichen Nacht zwar in der „K_ Bar“ anwesend, indes in keiner Weise am körperlichen Übergriff auf G_ beteiligt gewesen seien und somit keine Straftaten begangen hätten. Die Staatsanwaltschaft und die Vorinstanz hätten alle Mitglieder der Familie [...] „in einen Topf geworfen“, ohne den Nachweis zu erbringen, was der Einzelne effektiv getan habe. Das Strafgericht habe sich bei der Verurteilung ausschliesslich auf die belastenden Teile der Zeugenaussagen gestützt und die entlastenden Aussagen ausser Acht gelassen. Dabei sei der Grundsatz „
in dubio pro reo“
mehrfach verletzt worden. Es gehe nicht an, sei willkürlich und verletze das Akkusationsprinzip, dass die Anklageschrift die in der Bar befindlichen Verwandten von E_ einfach zu einer Gruppe mit einem gemeinsamen Tatentschluss zusammengefasst habe, welcher alles zugerechnet werde. B_ und C_ insbesondere machen geltend, sie hätten auch nach Ansicht des Strafgerichts eine Nebenrolle gespielt und einen Anspruch darauf, individuell geprüft zu werden. Es gebe keine Beweise für ihr Mitwirken an einer einfachen Körperverletzung, am Angriff und an der Sachbeschädigung. Es sei sorgfältig abzuwägen, welche Beweise gegen sie konkret vorliegen.
4.2.2
Die Staatsanwaltschaft ihrerseits beantragt, alle sechs Beschuldigten seien – neben des Angriffs und der Sachbeschädigung – nicht der einfachen Körperverletzung, sondern der versuchten schweren Körperverletzung schuldig zu sprechen. Sie macht insbesondere geltend, dass die Vorinstanz die Schwere der Sorgfaltspflichtverletzung und die Beweggründe der Beschuldigten, die Art der Tathandlung und das der Täterschaft bekannte Risiko der Tatbestandsverwirklichung zwar zum grossen Teil erkannt, aber nicht angemessen gewürdigt habe.
4.3
Zunächst gilt es zu prüfen, ob die Beschuldigten und Berufungskläger A_, B_ und C_ in strafrechtlich relevanter Hinsicht an der Körperverletzung, am Angriff und an der Sachbeschädigung beteiligt gewesen sind.
Dabei ist zu prüfen, ob Beweismittel und Indizien vorliegen, welche die Schuldsprüche gegen sie wegen Körperverletzung, Angriffs und Sachbeschädigung stützen oder im Gegenteil gegen deren Richtigkeit sprechen. Gemäss der in Art. 10 StPO, Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK verankerten Unschuldsvermutung ist bis zum gesetzlichen Nachweis der Schuld zu vermuten, dass der wegen einer strafbaren Handlung Angeklagte unschuldig ist. Daraus wird der Grundsatz „
in dubio pro reo
“ abgeleitet (BGE 127 I 38 E. 2 S. 140 mit Hinweisen), der als Beweiswürdigungsregel besagt, dass sich das Strafgericht nicht von einem für den Angeklagten ungünstigen Sachverhalt überzeugt erklären darf, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat. In Art. 10 Abs. 3 StPO ist die Rede von „unüberwindlichen“ Zweifeln. Dabei sind bloss abstrakte und theoretische Zweifel nicht massgebend, weil solche immer möglich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann (BGE 124 IV 86 E. 2a S. 87 f.; BGer 6B_388/2010 E. 3.2.1; AGE AS.2010.57 vom 8. April 2011 mit Hinweisen). Für eine Verurteilung muss genügen, wenn das Beweisergebnis über jeden vernünftigen Zweifel erhaben ist (vgl. ausführlich:
Tophinke
, in Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Auflage, 2014, Art. 10 StPO N 82 ff.); insbesondere genügt es, wenn die verschiedenen Indizien in ihrer Gesamtheit beweisbildend sind. Weiter besagt der in Art. 10 Abs. 2 StPO statuierte Grundsatz der freien Beweiswürdigung, dass die Strafverfolgungsbehörden und die Strafgerichte nicht nach festen Beweisregeln, sondern aufgrund ihrer persönlichen Überzeugung darüber entscheiden, ob sie eine Tatsache als bewiesen erachten oder nicht (
Wohlers
, in Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Auflage 2014, Art. 10 StPO N 25). Nachfolgend wird in Berücksichtigung dieser Grundsätze zu prüfen sein, ob sich die Schuldsprüche im erstinstanzlichen Urteil, soweit sie angefochten werden, nachweisen lassen.
4.4
Das Strafgericht hat seine Schuldsprüche insbesondere auf die Aussagen des Privatklägers G_ als Auskunftsperson und der Zeugen Q_, R_, P_ und O_ gestützt und die Aussagen des Zeugen L_ berücksichtigt. Dabei hat es sich auch mit dem Umstand, dass die Aussagen insbesondere von Q_, P_ und R_ im Verlaufe des Verfahrens auffallend abgeschwächt und vage geworden sind, auseinandergesetzt (Urteil S. 52 ff., insbesondere S. 56 ff.) und ist aus guten Gründen zum Schluss gekommen, dass auch die ersten, tatnahen Aussagen der Zeugen verwertbar sind. Dem ist grundsätzlich beizupflichten.
Vorweg ist festzuhalten, dass in der eher kleinen und überschaubaren Bar- und Clublandschaft in Basel sich die Betreiber und Mitarbeiter von Clubs und Bars sowie die (Stamm)gäste mehr oder weniger gut zu kennen scheinen. Hier etwa arbeiten der Privatkläger G_ sowie der Zeuge O_ in dem der „K_ Bar“ nahegelegenen, vom Zeugen L_ betriebenen „Club [...]“ und pflegten samstags und sonntags nach Feierabend noch in der „K_ Bar“ einzukehren. Laut Angabe von F_ kenne die Familie [...] die Betreiber der „K_ Bar“ gut; diese kämen aus der gleichen Stadt in der Türkei; der Onkel E_ sei schon seit 25 bis 30 Jahren ein guter Freund des Besitzers (act. 1014). Auch A_ bestätigt, dass er den Besitzer der „K_ Bar“ gut kenne (act. 1030). E_ hatte überdies einige Jahre zuvor in der „K_ Bar“ als Türsteher gearbeitet (act. 1040). Q_ ist mit den sechs Beschuldigten befreundet (Protokoll Strafgericht S. 51).
Es ist ein häufig vor Gericht zu beobachtendes Phänomen, dass Zeugen allgemein, insbesondere aber auch Mitarbeiter aus der Bar- und Clubszene teilweise auffallend grosse Mühe bekunden, ihre während des Untersuchungsverfahrens gemachten belastenden Aussagen betreffend Berufskollegen oder Clubbekanntschaften vor Gericht zu bestätigen. So fallen die zeitnahen Schilderungen unmittelbar nach einem Vorfall häufig durchaus präzise und differenziert aus und werden – namentlich wenn es um gewalttätige Auseinandersetzungen mit Verletzten geht – noch ohne besondere Rücksicht auf persönliche Bekanntschaften gemacht. Je mehr Zeit indes verstreicht, desto mehr schwindet häufig auch die anfängliche Kooperationsbereitschaft mit den Behörden. Insbesondere gilt dies, wenn der Vorfall keine gravierenden bleibenden Folgen hatte, und wenn die aussagenden Personen selber nicht direkt geschädigt wurden. Es geht dabei nicht um eigentliche falsche Zeugenaussagen, sondern um Abschwächungen, Erinnerungslücken oder plötzlich auftretende Verständigungsschwierigkeiten, durch welche – so lässt sich vermuten – die Zeugen ihr Gesicht sowohl gegenüber den Strafverfolgungsbehörden als auch gegenüber den ursprünglich belasteten Beschuldigten wahren möchten.
Vor diesem Hintergrund ist es deshalb grundsätzlich angebracht, durchaus auch Gewicht auf die ersten und tatnahen Depositionen der Zeugen und Auskunftspersonen zu legen. Wenn Augenzeugen in der Konfrontation vor Gericht ihre Aussagen widerrufen oder abschwächen oder Nichterinnern geltend machen, so bedeutet dies nicht
per se
, dass auf die früheren Aussagen nicht mehr abgestellt werden kann. Wie bereits die Vorinstanz zutreffend feststellt, führen die Abschwächung oder gar der Widerruf einer belastenden Aussage im Rahmen einer Konfrontation mit dem Angeschuldigten, oder das Geltendmachen von Erinnerungslücken nicht ohne weiteres zur Unverwertbarkeit der früheren Aussage (BGer 1P.102/2006 vom 26. Juni 2006 E. 3.5). Welche Bedeutung den ursprünglichen Aussagen angesichts eines Widerrufs zukommt, ist eine Frage der freien richterlichen Beweiswürdigung. Sind die früheren Angaben glaubhaft, so kann eine Verurteilung auch auf diese gestützt werden, wenn die Person ihr Aussageverhalten im Verlaufe des Prozesses geändert, zum Beispiel eine belastende Aussage widerrufen, hat (
Wohlers
, a.a.O., Art. 10 StPO N 27). Voraussetzung für die Verwertbarkeit der früheren Aussagen ist, dass diese dem Belastungszeugen anlässlich einer Konfrontationseinvernahme vorgehalten werden, er zu den Widersprüchen – auch zur neuen Aussage – befragt wird und der Beschuldigte beziehungsweise sein Verteidiger Gelegenheit erhält, Ergänzungsfragen zu stellen, wobei es ihm freisteht, ob er von diesem Recht Gebrauch machen will (BGer 1P.591/1999 vom 2. Februar 2000 E. 2c, in: Pra 2000 Nr. 163 mit Hinweisen;
Hauser/Schweri/Hartmann
, Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. Auflage 2005, § 54 N 4). Die Befragungen und Konfrontationen sind vorliegend
lege artis
durchgeführt worden, so dass von daher grundsätzlich auf alle entsprechenden Protokolle zurückgegriffen werden kann (vgl. auch unten E. 4.5.5 betreffend Q_ [Aussage ohne Dolmetscher]).
4.5
Im Einzelnen ist in Bezug auf die Aussagen der Auskunftspersonen und Zeugen folgendes festzuhalten, wobei auch auf die trefflichen Ausführungen im Urteil des Strafgerichts (S. 52 ff.) verwiesen werden kann.
4.5.1
G_
,
Privatkläger und Opfer, hat als Auskunftsperson lediglich rund 5 Stunden nach dem Vorfall erstmals zur Auseinandersetzung in der „K_ Bar“ ausgesagt (act. 978 ff) und angegeben, dass er an jenem Morgen nach Feierabend in die „K_ Bar“ gegangen sei und sich mit O_ an einen Tisch gesetzt habe. Plötzlich sei ein ihm unbekannter Mann zu ihm an den Tisch gekommen und habe ihm vorgehalten, dass er seinen Cousin angezeigt habe. Bevor er überhaupt verstanden habe, um was es gehe, habe ihm der Mann schon einen Faustschlag auf den Mund versetzt. Er sei nicht voll getroffen worden und habe noch aufstehen können. Dann sei D_ gekommen und habe ihn mit einem harten Gegenstand auf den Kopf geschlagen, bevor fünf bis sechs weitere Personen gekommen und auf ihn losgegangen seien. Sicherheitsleute hätten ihn aus der Bar gebracht; es sei dann die Polizei und anschliessend die Sanität gekommen. Auf Vorlage von Fotografien der Familienmitglieder [...] hat G_ zunächst E_ klar als die Person bezeichnet, die ihm den ersten Faustschlag gegeben habe. D_, den G_ bereits vom Vorfall vom Februar 2013 her kannte, habe ihm etwas Hartes auf den Kopf geschlagen.
A_ und C_
seien auch
bei der Schlägerei dabei gewesen
und hätten ebenfalls
auf ihn eingeschlagen
; die andern beiden –
B_
und F_ – seien
auch dabei gewesen
, er könne sich aber nicht erinnern, dass diese ebenfalls auf ihn eingeschlagen hätten (act. 980). Eine Verwechslung der Fotografien von A_ und D_, wie sie der Verteidiger von A_ geltend macht, ist ausgeschlossen, da G_ D_ ja vom früheren Vorfall her noch bestens kannte und problemlos identifizieren konnte. Vor Strafgericht (Protokoll S. 82 ff.) hat er diese Aussagen grundsätzlich bestätigt, allerdings leicht relativiert und angegeben, dass E_ und D_ ihn sicher geschlagen hätten, bei den restlichen vier Beschuldigten sei er
unsicher
. Diese seien zwar
bestimmt auf ihn losgegangen, er wisse aber nicht, ob sie geschlagen hätten
. Mit
C_
wurde G_ vor Strafgericht direkt konfrontiert und hat klar ausgesagt, dass
dieser dabei war und auch auf ihn losgegangen
sei. Auf die Frage der Verteidigung, was er unter „losgehen“ verstehe, hat G_ anschaulich erklärt, dies sei wie ein Rudel Wölfe gewesen, die eine Antilope jagen (Protokoll S. 86). Die übrigen Beschuldigten haben auf eine direkte Konfrontation mit G_ verzichtet; es bestand aber die Möglichkeit, G_ Fragen zu stellen. G_s Aussagen sind glaubhaft. Er hat detaillierte, anschauliche und im Kernbereich konstante Aussagen gemacht, welche, wie die Vorinstanz detailliert aufzeigt (Urteil S. 53), eine Fülle von Realitätskriterien enthalten. Dabei hat er den Geschehensablauf einleuchtend, stimmig, plausibel und differenziert dargelegt. Namentlich hat er auf eine übermässige Belastung der Beschuldigten verzichtet und an der Verhandlung Unsicherheit über die einzelnen Tatbeiträge der Beschuldigten F_, A_, B_ und C_ eingeräumt. Es gibt, auch wenn G_ Geschädigter ist und eine Entschädigungs- und Genugtuungsforderung im Verfahren stellt, keinerlei Hinweise für eine falsche Bezichtigung der Beschuldigten. Dagegen sprechen namentlich sein sachliches und zurückhaltendes Aussageverhalten sowie das Fehlen übermässiger Belastungen.
4.5.2
Die Begleiter von G_ am fraglichen Abend,
O_
und
L_
, können zum eigentlichen Tatgeschehen nur in Bezug auf einzelne Ausschnitte des Geschehens Aussagen machen, da sie sich in wesentlichen Phasen nicht (mehr) vor Ort befunden haben. Sie
belasten jedenfalls die Beschuldigten A_, B_ und C_ nicht direkt
. Die Aussagen von O_ (act. 1058 ff., Protokoll Verhandlung Strafgericht S. 67 ff.) stützen die Angaben von G_ immerhin insoweit, als er den Beginn der Auseinandersetzung gleich schildert wie dieser: G_ sei im oberen Bereich der Bar gesessen und von einem Mann mit Glatze – er identifiziert diesen dann als E_ – angesprochen und plötzlich mit der Faust auf den Mund geschlagen worden. Nur kurze Zeit später seien mehrere Personen (5 bis 6 laut Angaben in der Voruntersuchung, 4 bis 6 laut Aussage an der Hauptverhandlung), darunter D_, auf G_ losgegangen. Demgegenüber konnte er die Beschuldigten B_, A_ und C_ weder auf den ihm vorgelegten Fotografien noch vor Strafgericht als Täter identifizieren. Dass er den Beginn des Angriffs noch genau beschreiben konnte, zu den Angreifern des nachfolgenden Tumultes indes kaum konkrete Angaben machen konnte, erklärt sich daraus, dass er sich gleich nach Beginn der Attacke auf G_ zur Türe begeben hatte. L_ kann keine Aussagen über den auf G_ und später auf P_ geführten Angriff respektive die entsprechende Täterschaft machen, da er sich währenddessen im Untergeschoss des Clubs aufgehalten und von der oben stattfindenden Auseinandersetzung nicht direkt etwas mitbekommen habe (vgl. act. 768 ff., Protokoll Verhandlung Strafgericht S. 76).
4.5.3
Die Aussagen von G_, insbesondere bezüglich der Beschuldigten und Berufungskläger A_, B_ und C_, werden gestützt durch die Angaben anderer Zeugen, insbesondere durch die Aussagen von Q_ und von R_. Wie bereits erwähnt, haben diese Augenzeugen vor Gericht eher zurückhaltende Angaben gemacht. Werden ihre Aussagen, die in direkter Konfrontation mit den Beschuldigten vor Gericht deponiert wurden, allerdings mit ihren Angaben aus dem Vorverfahren kombiniert, so ergibt sich ein stimmiges Bild des Ablaufs und die Überzeugung, dass alle sechs Beschuldigten direkt und aktiv an dem gewalttätigen Angriff zunächst auf G_ und anschliessend insbesondere auf den Türsteher P_ beteiligt gewesen sind.
4.5.4
P_,
ein damals in einem andern nahegelegenen Club angestellter Türsteher, hatte sich an jenem Morgen privat in der „K_ Bar“ aufgehalten und befand sich beim eigentlichen Türsteher Q_, mit Blickrichtung zum Tischchen, wo G_ sass. In der Einvernahme vom 31. März 2013 (act. 937 ff.) gibt er unmittelbar nach den Vorfällen an, dass er gesehen habe, wie ein Mann mit Glatze (E_) auf eine andere Person losgegangen sei; dabei sei dieser gleichzeitig von 5 bis 6 weiteren Personen unterstützt worden, welche mit den Fäusten und Flaschen auf das Opfer losgegangen seien. Er habe das Opfer losreissen und nach draussen begleiten können und sei dann wieder hinein gegangen. Er selber sei dann von diesen Personen angegriffen und auch mit Faustschlägen traktiert worden. Es seien Fäuste und Flaschen im ganzen Lokal geflogen (act. 938). Ein Polizist sei sogar von einer geworfenen Flasche an der Stirn getroffen worden. Er kenne die Täterschaft nicht. Diese Aussagen hat er – nach mehrmaligen Nachfragen – auch vor Strafgericht bestätigt (Protokoll Verhandlung Strafgericht S. 39 ff.). Bei der Gegenüberstellung mit den Beschuldigten vor Gericht hat
P_
insbesondere bestätigt, dass er die Beschuldigten – auch
A_, B_ und C_
– erkenne, dass diese
dabei gewesen
seien „aber er wisse nicht was wie“ (Protokoll S. 43). Er könne nun nicht mehr alles exakt sagen, aber bei der ersten Einvernahme habe er es gewusst und ausgesagt (Protokoll S. 44).
4.5.5
Q_,
ist an jenem Abend als Türsteher in der „K_ Bar“ im Einsatz gestanden. Er kennt die Beschuldigten persönlich, fünf von ihnen namentlich, und ist ihnen sogar freundschaftlich verbunden (act. 950; Protokoll Strafgericht S. 47, 51). Er hat ebenfalls bereits wenige Stunden nach dem Vorfall seine ersten Aussagen deponiert (act. 947 ff.). Gegen 5.30 bis 6.00 Uhr seien viele Mitglieder einer türkischen Familie von einer Hochzeitsfeier gekommen, circa 6 bis 7 Männer und 3 bis 4 Frauen. Gegen 6.20 Uhr seien der Besitzer und zwei Mitarbeiter – alles Albaner – vom „Club [...]“ gekommen. Einer dieser Albaner – G_– sei anständig auf dem Sofa gesessen und habe sein Getränk konsumiert. Plötzlich sei eine Schlägerei losgegangen; circa 6 bis 7 Türken seien auf den Albaner losgegangen. Er und P_ seien dazwischen gegangen. Er habe den Albaner, der im Gesicht stark geblutet habe, befreit und gesagt, er solle in den unteren Stock gehen. Dann seien diese 6 – 7 Türken plötzlich auf seinen Türsteherkollegen P_ losgegangen (act. 948). Er – Q_ – habe E_ und
A_
packen können. F_, D_ und ein Bruder des F_ hätten Gegenstände gegen P_ geworfen. Er habe den Polizisten vor Ort gezeigt, wer was gemacht habe. Bei der Fotokonfrontation (act. 950 f.) hat er
alle 6 Beschuldigten
erkannt und erklärt,
alle hätten auf den Albaner eingeschlagen.
Insbesondere hat er auf Vorlage des Fotos Nr. 4
B_
erkannt und erklärt, dieser habe den
Albaner geschlagen und Flaschen und sonstige Sachen gegen die Türsteher und die Polizei geworfen
. Auf dem Bild Nr. 5 hat er
A_
erkannt und erklärt, auch dieser habe
auf den Albaner eingeschlagen
, er habe diesen aber nicht Flaschen oder ähnliches gegen die Türsteher oder die Polizei werfen sehen. Die Person auf der Fotografie Nr. 6 –
C_
– erkannte er ebenfalls, wusste aber seinen Namen nicht, sei auch dabei gewesen und habe auch
auf den Albaner eingeschlagen
, was er sonst gemacht habe, wisse er nicht. An der Verhandlung vor Strafgericht hat der Zeuge Q_ – wenn auch einsilbig und nun offenkundig bemüht, die Beschuldigten möglichst nicht mehr konkret zu belasten – in direkter Konfrontation seine früheren Angaben aber grundsätzlich bestätigt und die Beschuldigten klar als die Personen bezeichnet, von welchen er bei seiner ersten Befragung gesprochen habe (Protokoll Strafgericht S. 50). So behauptete er vor Strafgericht beispielsweise zunächst, A_ sei ruhig und passiv gewesen (Protokoll S. 48), bestätigte aber kurz darauf seine frühere Angabe, wonach A_ auch auf den Albaner eingeschlagen habe (Protokoll S. 49). Er hat vor Gericht in direkter Konfrontation zwar den einzelnen Beschuldigten keine konkreten Beiträge mehr zuordnen können oder wollen, hat aber ausgesagt, dass alle aggressiv gewesen seien und dass in der Einvernahme vom 31. März 2013 noch alles frisch gewesen sei und er es entsprechend ausgesagt habe (Protokoll S. 52). Die Verteidiger rügen, dass Q_, welcher in der Verhandlung auf einen Dolmetscher angewiesen gewesen sei, im Vorverfahren ohne Dolmetscher habe aussagen müssen; deshalb seien seine früheren Aussagen nicht zu verwenden. Der Zeuge Q_ hat allerdings selber nicht geltend gemacht, es habe bei der ersten Einvernahme sprachliche Verständigungsprobleme gegeben. Vielmehr sagte er auf entsprechende Frage eines Verteidigers, man habe hochdeutsch gesprochen und er habe das einigermassen verstanden; wenn er etwas nicht verstanden habe, habe er nochmals nachgefragt (Protokoll S. 52). Zudem ist davon auszugehen, dass Q_, welcher seit 4 bis 5 Jahren als Türsteher in der „K_ Bar“ arbeitete und sich dabei auch mit Gästen auf Deutsch unterhalten musste, ausreichende Deutschkenntnisse besessen hat, um eine Einvernahme zu bestreiten. Dies umso mehr, als es bei der fraglichen Einvernahme um die Identifikation der mutmasslichen Täter im Rahmen einer Fotokonfrontation gegangen ist, und es dafür und für die Angabe, wer allenfalls wen geschlagen oder mit Gegenständen beworfen habe, keiner vertieften Sprachkenntnisse respektive eines Dolmetschers bedarf. Und genau dies hat Q_ in überzeugender Weise getan und vor Gericht bestätigt (Protokoll S. 48 f.). Vor Strafgericht wurden zudem seine protokollierten Aussagen aus der Voruntersuchung detailliert ins Türkische übersetzt. Er hat diese Angaben bestätigt und insbesondere klar gemacht, dass er ein sprachliches Missverständnis ausschliesse und dass die Übersetzung dem entspreche, was er damals bei der Staatsanwaltschaft zu Protokoll gegeben habe (Protokoll S. 53). Der Umstand, dass ihm der Befrager die protokollierten Aussagen vorgelesen hat, statt dass Q_ diese, wie irrtümlich protokolliert, selber gelesen hat, macht die früheren Aussagen nicht etwa wertlos, zumal er die protokollierten Aussagen bei der direkten Konfrontation vor Gericht als richtig und korrekt bezeichnet hat. Wenn überhaupt von einem Missgeschick bezüglich fehlendem Dolmetscher im Vorverfahren gesprochen werden könnte, so wurde dieser Mangel spätestens im Rahmen der direkten Konfrontation vor Strafgericht geheilt. Aus den Aussagen des Zeugen Q_ vor Strafgericht in Kombination mit seinen früheren Aussagen wird klar, dass alle 6 Beschuldigten zunächst auf G_ und anschliessend auf P_ losgegangen sind.
4.5.6
R_
ist Geschäftsführer der „K_ Bar“ und war in jener Nacht auch vor Ort. Auch er hat bereits wenige Stunden nach dem Vorfall detaillierte Aussagen gemacht (act. 959 ff.). Dabei kam er zunächst von sich aus auf die Vorgeschichte betreffend D_ und G_ und die entsprechende Anzeige zu sprechen. Es seien 5 bis 6 Mitglieder der Familie [...] in der „K_ Bar“ gewesen. G_habe sich ruhig im oberen Teil der Bar aufgehalten. Er selber (R_) habe sich zunächst noch im unteren Stockwerk aufgehalten und deshalb den Beginn der Auseinandersetzung nicht direkt gesehen, sondern zunächst nur ein Gerangel von weitem mitbekommen. Laut Angaben seines Sicherheitspersonals habe sich E_ zu G_ begeben, mit diesem gesprochen und dann einfach „dreingeschlagen“. Als es losgegangen sei, seien alle Neffen von E_ ebenfalls auf G_ los. Während dieser Teil der Aussagen auf Hörensagen beruht, berichtet der Zeuge über die folgende zweite Phase dann offenkundig aus eigener Wahrnehmung, ist er doch, sobald er den Tumult bemerkte, nach oben gegangen (vgl. auch Aussage L_, act. 1054). Es habe Fäuste gehagelt. Es sei der Security gelungen, G_, der im Gesicht blutete, aus dem Lokal zu befördern. Die Schlägerei habe sich dann gegen den Türsteher P_ gerichtet. Weil mehrere Personen zwischen der Familie [...] und dem Türsteher standen, hätten diese mit Gegenständen, vor allem Flaschen und Aschenbechern geworfen. Dabei sei auch die Türe kaputt gegangen. Mit Hilfe der Türsteher habe die Polizei die Mitglieder der Familie [...] identifiziert und einzeln herausgeholt. Auf die Frage, welche Personen in die Angelegenheit involviert waren, erklärte er, namentlich kenne er E_, F_ und D_ (recte D_); wie die andern mit Vornamen heissen, wisse er nicht; es handle sich aber um zwei bis drei weitere Mitglieder der Familie [...] Bei der Fotokonfrontation hat er
alle 6 Beschuldigten erkannt
und erklärt, dass sie
alle aktiv an der Auseinandersetzung mitgewirkt
hätten (act. 964 ff.). Namentlich hat er in Bezug auf
A_, B_ und C_
– welche er nicht namentlich kannte – erklärt, dass diese
mitgewirkt
hätten und auch
aktiv an der Auseinandersetzung beteiligt
gewesen waren. Aus seinen Aussagen wird klar, dass er dies selber wahrgenommen hat (vgl. etwa act. 968 bezüglich C_: „Ich habe nicht gesehen, dass er etwas geworfen hat, aber ich habe gesehen, dass er wie alle anderen auch versucht hat, aktiv auf den Security loszugehen“). Der Zeuge R_ hat allerdings bereits mit Schreiben vom 23. September 2013 (act. 1578) mitgeteilt, dass er sich „klar von meinen damaligen Aussagen distanzieren“ möchte, da er die vorgeworfenen Taten nicht mit eigenen Augen wahrgenommen habe. Es war also wenig überraschend, dass er vor Strafgericht (Protokoll S. 56 ff.) den Schleier des Vergessens gezogen und behauptet hat, er wisse nicht mehr viel von dem, was an jenem Tag passierte. Seine Aussagen habe er in einem Zustand gemacht, in dem er „nicht bei mir“ gewesen sei; er sei „emotional und schockiert“ gewesen. Er hat vor Strafgericht behauptet, dass er die meisten Vorgänge, die er in der Voruntersuchung beschrieben habe, lediglich vom Hörensagen mitbekommen habe; nun könne er nicht mehr sagen, wer was gemacht habe. Dies sind indes offenkundig Ausflüchte. R_ hat in der Voruntersuchung differenzierte und klare Aussagen getätigt und dabei Details zu Protokoll gegeben, die er direkt erlebt haben musste. Insbesondere hatte er bei seiner ersten Aussage klar differenziert zwischen den Angaben, welche er aus eigener Wahrnehmung, – diese betreffen die zweite Phase des Angriffs – und jenen, welche er lediglich vom Hörensagen her machen konnte. Zudem hat R_ seine Aussagen bei der direkten Konfrontation mit den Beschuldigten vor Gericht nicht etwa widerrufen, sondern auch vor Gericht bekräftigt, dass alle Beschuldigten dabei gewesen seien (Protokoll S. 57), laviert aber dann etwas darum herum, dass er selber nicht gesehen habe, dass jemand Bestimmtes von den Beschuldigten auf irgendjemanden eingeschlagen habe. Es macht den Eindruck, dass der Zeuge R_ bei der Konfrontation unter grossem Druck gestanden ist und sich – durchaus nachvollziehbar – vor Gericht im Beisein der Beschuldigten möglichst bedeckt halten wollte. L_ hat ausgesagt, dass aus dem Umfeld der Beschuldigten versucht worden ist, mit den Zeugen über den Vorfall zu sprechen (Protokoll Verhandlung S. 76). Auf die Frage, ob er von der Familie [...] kontaktiert worden sei, antwortet der Zeuge R_ ausweichend: „Also indirekt, ich habe in einem Lokal einige von denen angetroffen...“ (Protokoll S. 58). E_, der bei der Konfrontation von seinem Fragerecht Gebrauch gemacht (Protokoll S. 61 f.) hat, hat den Zeugen R_ dabei nicht nur unverfroren der Kollusion mit G_ und der Lüge bezichtigt, sondern auch eindringlich mit den Worten: “Herr R_ überlegen sie sich das gut“ aufgefordert, seine Aussage nochmals zu überdenken. Es kann unter diesen Umständen auch auf die tatnahen, inhaltlich differenzierten und glaubhaften Aussagen des Zeugen R_ vom 31. März 2013 abgestellt werden. Diese wirken weitaus überzeugender als die Relativierungen in der Verhandlung, zumal R_ keine schlüssige Begründung für die Relativierung der ursprünglich klaren und differenzierenden Belastungen geben konnte.
4.6
In Bezug auf die Berufungskläger und Beschuldigten A_, B_ und C_, welche auch im Berufungsverfahren jegliche Beteiligung am Angriff und an den weiteren Delikten bestreiten, liegen somit differenzierte und sich stimmig ergänzende Aussagen mehrerer Personen, insbesondere des Geschädigten G_, des Türstehers Q_ und des Barbetreibers R_ vor, denen sich entnehmen lässt, dass alle drei direkt und aktiv am Angriff zunächst auf G_und dann auf den Türsteher P_ beteiligt gewesen sind. Dabei liegen in Bezug auf alle drei auch konkrete, tatnahe Angaben vor, dass auch sie gegen das Opfer G_ geschlagen haben (G_, act. 980 [A_ und C_]; Q_, act. 950 f. [A_, B_ und C_]) respektive anschliessend auf den Türsteher P_ losgegangen sind und Gegenstände geworfen haben (Q_, act. 950 [B_ habe Gegenstände geworfen]; R_, act. 964 ff. [A_, B_ und C_ versuchten alle aktiv auf den Türsteher loszugehen]).
4.7
Objektiviert werden die Angaben der Zeugen und der Auskunftsperson durch die beiden Polizeirapporte (act. 909 ff., 1274 ff.) und die Protokolle der Requisition (act. 922 ff.). O_, R_ und G_ haben innert kurzer Zeit unabhängig voneinander die Polizei wegen einer Schlägerei in der „K_ Bar“ requiriert; dem Requisitionsprotokoll lassen sich die Personalien aller sechs Beschuldigten sowie die Ergebnisse der Atemalkoholkontrollen entnehmen (act. 922 ff., 930 ff.). Fotografien der Beschuldigten, gerade auch der Beschuldigten A_, B_ und C_, geben eindrücklich Zeugnis von deren derangiertem Zustand nach der Anhaltung, welcher klar auf eine Verwicklung in eine körperliche Auseinandersetzung hindeutet (act. 915 ff.). Die Fotografie der zerborstenen Glasscheibe der Eingangstüre (act. 936) korrespondiert mit den Angaben von R_ (act. 961), wonach die Türe durch die wuchtig geworfenen Flaschen und Aschenbecher beschädigt worden sei.
Dem rechtsmedizinischen Gutachten (act. 1153 ff.) sowie weiteren ärztlichen Unterlagen (vgl. insbesondere Arztzeugnisse, act. 1167 und 826; Fotos, act. 995; Austrittsbericht, act. 822; Bericht Radiologie, act. 833) zu den von G_ erlittenen diversen Verletzungen an Kopf und Oberkörper – Gehirnerschütterung, Riss-Quetsch-Wunde am Scheitel links, Brustkorbprellung am linken vorderen Brustbereich, Druckschmerzen Zahnfleisch – lässt sich entnehmen, dass die klinisch festgestellten Verletzungen als Folge stumpfer Gewalteinwirkung gegen Kopf respektive Brustkorb zu interpretieren sind und infolge der Einwirkung von Faustschlägen, harten Gegenständen und Anstossen gegen harte Flächen entstanden sein können. Sie stützen insoweit die Aussagen des Opfers und der Tatzeugen, wonach G_ von mehreren Personen mit Schlägen eingedeckt worden ist.
Auch die Aussagen des Polizisten Kpl S_ als Auskunftsperson (act. 1142 ff.) untermauern die Angaben der Zeugen: Bei seinem Eintreffen vor der Bar hat er dort das Opfer mit blutigem Gesicht mit einem Begleiter sowie zwei Sicherheitsangestellte direkt vor der „K_ Bar“ angetroffen und durch die verschlossenen Türen in der Bar eine „Wild-West-Stimmung" mit Geschrei, Klirren und Poltern vernommen. Als einer der Türsteher die Türe geöffnet habe, ist Kpl S_ von einem aus dem Innern der Bar heranfliegenden harten Gegenstand am Kopf getroffen worden. Die Sicherheitsleute haben dann gegenüber der Polizei diejenigen Personen bezeichnet, die an der gewalttätigen Auseinandersetzung beteiligt waren: sämtliche Beschuldigten, darunter auch A_, B_ und C_ (ebenso R_, act. 961).
4.8
4.8.1
Alle sechs Beschuldigten haben vor Strafgericht die Vorwürfe gemäss Anklage bestritten; die drei Beschuldigten A_, B_ und C_ tun dies explizit auch noch im Berufungsverfahren. Die Angaben der Beschuldigten sind, wie bereits die Vorinstanz richtig erkannt hat (Urteil Strafgericht S. 50 ff., 67 ff.), angesichts ihrer offensichtlichen Ungereimtheiten und Widersprüche in sich und untereinander wenig glaubhaft.
4.8.2
Alle Beschuldigten räumen nun ein, an jenem frühen Morgen des 31. März 2013 nach einer Hochzeitsfeier noch die „K_ Bar“ aufgesucht zu haben. Alle bestreiten den von der Vorinstanz als erstellt erachteten Sachverhalt indes vehement. F_, A_, B_ und C_ wollen von der ganzen Auseinandersetzung teils gar nichts (F_), teils nur am Rande etwas mitbekommen haben, und jedenfalls nicht daran beteiligt gewesen sein. D_ und E_ räumen zwar ein, dass sie in die Auseinandersetzung involviert waren – dies aber als angegriffene Opfer.
4.8.3
In Bezug auf die Aussagen von
D_
(act. 997 ff.; 1094 ff.; Protokoll Strafgericht S. 29 f.), von
E_
(act. 1039 ff.; 1081 ff.; Protokoll Strafgericht S. 31 f.) und
F_
(act. 1013; Protokoll Strafgericht S. 33), welche die sie betreffenden Schuldsprüche des Strafgerichts akzeptieren, kann auf die trefflichen Ausführungen im vorinstanzlichen Urteil (S. 51 f., 67 f.) verwiesen werden.
4.8.4
A_
will laut Aussage vom 31. März 2013 (act. 1029 ff.) mit zwei Cousinen in der „K_ Bar“ am Trinken gewesen sein, als er plötzlich gehört habe, dass eine Auseinandersetzung stattfand. Ein „Riesenbaby“ – offenbar der Türsteher P_ – sei zu ihm gekommen und er (A_) habe diesen aufgefordert, weg zu gehen. Der Besitzer des Clubs sei dazu gekommen und habe ihn aufgefordert, seine Familie zur Ruhe zu bringen; er habe diesem aber gesagt, dass er die Cousinen in Sicherheit bringen müsse. Er habe gar nicht mitbekommen, was abgegangen sei, und habe weder auf jemanden eingeschlagen noch gesehen, dass einer seiner Verwandten etwas gemacht hätte. An der Verhandlung vor Strafgericht (Protokoll S. 34 f.) sagte er demgegenüber aus, er habe G_ gesehen, wie dieser Faxen machte. Aus heiterem Himmel habe es eine Schlägerei gegeben, der grosse Türsteher (P_) habe geschrien und er (A_) habe die Cousinen gepackt und sich mit diesen hinter der Bar versteckt; dort habe er den Kopf am Boden gehalten und nichts mehr gesehen. Er sei rund 10 bis 15 Minuten dort unten geblieben. Die Polizei habe ihn mitgenommen, weil, einer der Sicherheitsleute, gesagt habe, er habe auch geschlagen. Bei dieser Version ist er auch an der Berufungsverhandlung geblieben (Protokoll S. 5). Sein Verteidiger hat in der Berufungserklärung und -begründung die Befragung respektive rogatorische Einvernahme der beiden Cousinen namens I_ und J_, welche in München wohnhaft sein sollen, als Zeuginnen beantragt. Da er indes ihre Adressen, trotz mehrfacher Ankündigung, nie eingereicht hat, ist es nicht möglich, die beiden Frauen ausfindig zu machen, geschweige denn sie zu befragen – ganz abgesehen davon, dass rund zwei Jahre nach dem Vorfall ohnehin kaum mehr verlässliche Angaben erhältlich gemacht werden könnten.
4.8.5
B_
will laut Einvernahme vom 31. März 2013 (act. 1006 ff.) im Untergeschoss der „K_ Bar“ getanzt haben und dann nach oben gegangen sein, um ein Getränk an der Bar zu kaufen. Plötzlich habe ihn ein grosser, sehr aggressiver Sicherheitsmann geschubst; durch den Stoss sei er zu Boden gefallen und habe den Kopf aufgeschlagen. Er sei wieder aufgestanden; ein zweiter Sicherheitsmann habe die Situation beruhigt; die Sache sei erledigt gewesen und er sei wieder nach unten tanzen gegangen. Später sei der grosse Sicherheitsmann nach unten gekommen und habe gesagt, die Polizei sei da. Von einer Schlägerei im Obergeschoss habe er nichts mitbekommen. Vor Strafgericht (Protokoll S. 35 f.) ist er in etwa bei dieser Version geblieben und hat noch ergänzt, sie seien alle zusammen am Tanzen gewesen, einer sei mal hoch, einer wieder runter gegangen nach dem Vorfall. An der Berufungsverhandlung (Protokoll S. 6) hat er ergänzt, dass er mit der Freundin tanzte und für beide Getränke holte. Seine Freundin hatte vor Strafgericht allerdings andere Angaben gemacht (Aussage [...], Protokoll Strafgericht S. 89 [sie habe oben den Beginn der Auseinandersetzung mitbekommen und sei dann ins WC gegangen und dort 15 Minuten geblieben]).
4.8.6
C_
hat am 31. März 2013 ausgesagt, dass er zur Tatzeit im ersten Untergeschoss auf der Tanzfläche gewesen, dann aber hoch gegangen sei, um frische Luft zu schnappen. In der Mitte der Treppe sei ein Mann mit blutigem Gesicht auf ihn gefallen, so dass er mit diesem ein paar Schritte die Treppe retour gehen musste, um nicht umzufallen. Wegen des Bluts sei ihm schlecht geworden; er sei deshalb ins zweite Untergeschoss zu den Toiletten geeilt. Da er nichts im Magen hatte, habe er nicht erbrechen müssen. Er sei circa 20 Minuten auf der Toilette geblieben. Als er zum Ausgang wollte, habe er nicht auf den auf der Treppe stehenden Leuten vorbei gehen können und von oben Geschrei und heftigen Lärm gehört. Deshalb sei er zu den Tanzflächen zurückgekehrt und habe sich auf ein Sofa gesetzt. Dann seien ein Sicherheitsmann und ein Polizist gekommen, und er sei mitgenommen worden. Vor Strafgericht (Protokoll S. 36 ff.) hat er ergänzt, der verletzte Mann auf der Treppe habe ihm, als er gegen ihn fiel, gar Hemd und Hose zerrissen; und er habe bei dem Zusammenstoss Mobiltelefon, Ausweise und Schlüssel verloren. Als er unten am Tanzen war, habe er keinen der Verwandten gesehen, da er auf Frauen fixiert gewesen sei. Bei diesen Angaben ist er im Wesentlichen auch an der Berufungsverhandlung geblieben (Protokoll S. 6 f.).
4.8.7
Die Beschuldigten wollen also entweder gar nichts vom Aufruhr mitbekommen haben, da sie sich nicht im Parterre des Lokals aufgehalten respektive sich hinter der Bar verschanzt hätten. Oder sie wollen sich, wie E_ und D_, höchstens gewehrt haben, da sie selber Opfer eines Angriffs geworden seien. Von „Wild West Szenen“, wie sie andere Anwesende beschrieben haben, wollen sie nichts mitbekommen haben. Die Aussagen der Beschuldigten widersprechen jeglicher Lebenserfahrung. So ist bereits wenig plausibel, dass man nach der Hochzeitsfeier zwar noch gemeinsam eine Bar aufsucht, dann aber dort nicht gemeinsam weiterfeiert, sondern sich angeblich ein jeder für sich in einer andern Ecke der Bar amüsiert. Auch ist nicht vorstellbar, dass B_ von einem Security-Mitarbeiter zu Boden geschubst wird, sich dabei gar den Kopf aufschlägt und das bezahlte Getränk verschüttet (Protokoll Verhandlung Strafgericht S. 35), dann aber aufsteht und sich wieder auf die Tanzfläche ins Untergeschoss begibt, um dort weiter alleine “cool“ zu tanzen und seinen „Spass zu haben“, als sei nichts geschehen (act. 1007, 1762). F_ will auf der gleichen Tanzfläche überhaupt nichts mitbekommen haben, C_ sich 20 Minuten auf dem WC aufgehalten haben, weil er sich fast übergeben musste, und A_ schliesslich sich mit zwei Cousinen während rund einer Viertelstunde hinter der Bar verschanzt haben, den Kopf auf dem Boden. Dies notabene obwohl E_, ansonsten bemüht, seine Neffen tunlichst aus der ganzen Angelegenheit herauszuhalten, ausgesagt hatte, seine Neffen – die sich gemäss ihren Aussagen weit abseits vom Geschehen befunden haben wollen – hätten ihn zurückgehalten, damit er G_ nicht nachgehen könne (act. 1090). Es ist augenfällig, dass sich die Beschuldigten unter keinen Umständen belasten wollen. Wenn die Vorinstanz mit ausführlicher und schlüssiger Begründung zum Schluss kommt, dass auf ihre widersprüchlichen und nicht plausiblen Angaben nicht abgestellt werden kann, so ist dem beizupflichten. Auch wenn den Beschuldigten selbstverständlich nicht der Beweis für ihre Behauptungen obliegt, so spricht die fehlende Plausibilität ihrer Aussagen jedenfalls nicht für deren Richtigkeit.
4.9
Die Vorinstanz hat sich ausführlich, kritisch und differenziert mit der komplexen Beweislage im vorliegenden Fall auseinandergesetzt; auf die entsprechenden trefflichen Erwägungen kann verwiesen werden (Urteil Strafgericht S. 52 ff.). Sie kommt zum Schluss, dass in der ersten Phase alle Beschuldigten – auch die Berufungskläger A_, B_ und C_ – auf G_ losgegangen sind. Dabei schliesst das Losgehen ein passives Danebenstehen aus und beschreibt ein gemeinschaftliches, aktives und bedrohliches oder handgreifliches Einwirken auf das Opfer. Dieses Losgehen betrifft insbesondere A_, B_, C_ und F_, denn E_ und D_ haben erstelltermassen direkt auf G_ eingeschlagen. Diese Schlussfolgerungen der Vorinstanz sind richtig. Bei Betrachtung der gesamten und oben nochmals ausführlich dargelegten Aussage- und Beweissituation kann festgehalten werden, dass sich A_, B_ und C_ während der Attacke auf G_ mitnichten nichtsahnend auf der Tanzfläche im Untergeschoss respektive ängstlich verschanzt hinter der Bar oder in der Toilette aufgehalten haben. Die Beweislage legt klar dar, dass auch diese drei Beschuldigten sich ebenfalls im Erdgeschoss aktiv an der Schlägerei gegen G_ beteiligt haben und auf diesen losgegangen sind, auch wenn sich im Nachhinein nicht mehr zweifelsfrei feststellen lässt, wer von ihnen alles G_ direkt geschlagen respektive ihn getroffen hat. Dies gilt auch für den anschliessenden Tumult, als P_ angegriffen wurde und Gegenstände geworfen wurden. Auch hier kann den Ausführungen der Vorinstanz gefolgt werden, wonach alle Beschuldigten, auch die Berufungskläger A_, B_ und C_, beteiligt waren. Auch hier lässt sich zwar im Nachhinein nicht mit Sicherheit feststellen, wer von den Beschuldigten exakt was gemacht hat. Erstellt ist indes, dass alle aktiv am Angriff gegen P_ beteiligt gewesen sind, indem die einen versuchten, an P_ heranzukommen, und die anderen Flaschen und andere Gegenstände in Richtung der sich bei der Eingangstüre befindlichen Personen, darunter P_, warfen.
Die Gesamtheit der Aussagen der Auskunftspersonen und Zeugen G_, Q_, P_ sowie R_, aber auch O_ und L_, objektiviert insbesondere durch die Polizeirapporte, Requisitionsprotokolle, Fotografien und das rechtmedizinische Gutachten, liefert den rechtsgenüglichen Beweis, dass sich der Sachverhalt so abgespielt hat, wie er in der Anklage geschildert wird und ihn die Vorinstanz für nachgewiesen gehalten hat. Es ist ohne Zweifel erstellt, dass auch die Beschuldigten A_, B_ und C_ aktiv und direkt an beiden Phasen der Auseinandersetzung beteiligt gewesen und, wie in der Anklageschrift detailliert geschildert wird, zuerst gewaltsam und bedrohlich gegen G_, der zahlreiche Schläge einsteckte und verletzt wurde, und dann gegen P_ losgegangen sind.
4.10
Eine Verletzung des Akkusationsprinzips ist nicht ersichtlich. Entgegen der Ausführungen des Verteidigers von B_ und C_ (Berufungsbegründung S. 2) schildert die Anklageschrift (S. 13 ff.) das den einzelnen Beschuldigten vorgeworfene, strafrechtlich relevante Verhalten nicht etwa nur rudimentär, sondern präzise und ausführlich. Die Anforderungen von Art. 325 Abs. 1, insbesondere lit. f, StGB sind erfüllt. Insbesondere werden auch die Umstände, welche die Annahme von Mittäterschaft in Bezug auf die Körperverletzung und die Sachbeschädigung begründen, sowie die Elemente des Tatbestands des Angriffs in der Anklage präzise und hinreichend dargelegt.
5.
5.1
5.1.1
In rechtlicher Hinsicht hat die Vorinstanz alle sechs Beschuldigten der einfachen Körperverletzung, des Angriffs sowie der Sachbeschädigung schuldig gesprochen. Zu vertiefter Erörterung Anlass gibt zunächst die Qualifikation der mittäterschaftlich begangenen Körperverletzung. Aufgrund des Beweisergebnisses steht fest, dass mit Sicherheit E_ (auf den Mund) und D_ (auf den Kopf) direkt auf G_ eingeschlagen haben. Weiter steht fest, dass G_ bei diesem Vorfall eine einfache Körperverletzung erlitten hat. Es ist indes nicht zweifelsfrei erstellt, welche weiteren Familienmitglieder direkt auf G_ eingeschlagen, und wessen Schläge welche Verletzungen beim Opfer verursacht haben. Diese Konstellation führt jedoch nicht dazu, dass A_, B_ und C_ keine strafrechtliche Verantwortung für die Verletzungen von G_ tragen. Denn, wie die Vorinstanz (Urteil S. 71 ff.) zu Recht festhält, sind die Voraussetzungen der Mittäterschaft gegeben.
Mittäter ist, wer sogenannte "Tatherrschaft" ausübt, d.h. wer bei der Entschliessung, Planung oder Ausführung eines Deliktes vorsätzlich und in massgebender Weise mit anderen Tätern zusammenwirkt, so dass er als Hauptbeteiligter dasteht. Der Tatbeitrag begründet Tatherrschaft, wenn er nach den Umständen des konkreten Falles und dem Tatplan für die Ausführung des Deliktes so wesentlich ist, dass sie mit ihm steht oder fällt (BGE 133 IV 76 E. 2.7 S. 82 mit Hinweisen). Unabdingbare Voraussetzung für die Annahme von Mittäterschaft ist der koordinierte Vorsatz, ein gemeinsamer Tatentschluss; dieser muss allerdings nicht ausdrücklich bekundet werden, er kann auch bloss konkludent zum Ausdruck kommen, Eventualvorsatz genügt (BGE 126 IV 84 E. 2.c.aa). Es ist nicht erforderlich, dass der Mittäter bei der ursprünglichen Entscheidfassung mitgewirkt hat; es genügt, wenn er sich später den Vorsatz seines Mittäters zu eigen macht, was bis zur Vollendung des Delikts möglich ist (BGE 135 IV 152 E. 2.3.1; 130 IV 58 E. 9.2.1).
5.1.2
G_ hat im Rahmen der gewalttätigen Auseinandersetzung eine Gehirnerschütterung, eine Rissquetschwunde am Kopf, eine Brustkorbprellung sowie Druckschmerzen am Zahnfleisch erlitten, was insgesamt als einfache Körperverletzung im Sinne des Art. 123 Abs. 1 StGB zu qualifizieren ist. Nicht exakt bestimmbar ist wie erwähnt, welcher Täter welche Verletzung verursacht hat. Nach dem ersten Faustschlag von E_ gegen G_, welcher diesen offenbar am Mund getroffen hat, haben sich alle anderen Beschuldigten – auch A_, B_ und C_ – umgehend diesem Gewaltausbruch angeschlossen. Entscheidend ist die Tatsache, dass sich alle Beschuldigten rasch zu G_ begeben und sich unmittelbar den Gewalttätigkeiten gegen ihn angeschlossen haben, dass G_ dann noch mehrere weitere Schläge einstecken musste (vgl. Verletzungsbild und Aussagen insbesondere von G_, Protokoll Verhandlung Strafgericht S. 84) und dass sich dabei alle Beschuldigten im unmittelbaren Bereich von ihm befanden. Durch ihre Präsenz und ihr koordiniertes Zusammenwirken brachten sie ihre jederzeitige Einsatzbereitschaft zum Ausdruck und erschwerten dem Opfer überdies eine Flucht oder rasche Hilfe. Dabei konnte jeder zuschlagen und das Opfer treffen. Ihre Rollen waren austauschbar, denn es haben diejenigen direkt zugeschlagen – und getroffen – welche am nächsten beim Opfer waren, war doch ein gleichzeitiges Einschlagen aufgrund der Überzahl der Angreifer und der beengten räumlichen Verhältnisse schwierig. Es ist nicht von Belang, wer welche Verletzung des Opfers verursacht hat, da der eingetretene Erfolg die Folge der gemeinsam begangenen Handlung war. Unter diesen Umständen war der Tatbeitrag der sechs Beschuldigten so wesentlich für die Ausführung des Delikts, dass sie alle als Mittäter zu betrachten sind. Indem sie zu sechst als Gruppe gegen das Opfer losgingen, nachdem dieses bereits einen ersten Schlag von E_ kassiert hatte, haben sie ihre jederzeitige Eingriffsbereitschaft signalisiert und klar erkennen lassen, dass sie alle bereit waren, zuzuschlagen. Der Schuldspruch wegen einfacher Körperverletzung ist somit auch in Bezug auf die Berufungskläger A_, B_ und C_ zu bestätigen.
5.1.3
Die Staatsanwaltschaft beantragt allerdings auch hier einen Schuldspruch wegen versuchter schwerer Körperverletzung. Angesichts der oben (E. 3.4) aufgelisteten Kriterien für die Annahme einer versuchten schweren Körperverletzung könnte argumentiert werden, dass jedenfalls zwei Voraussetzungen für eine solche Qualifikation gegeben sein könnten, nämlich der überraschende erste Faustschlag von E_ einerseits sowie der gleichzeitige Angriff von mehreren Personen anderseits. Der initiale Faustschlag von E_ kam tatsächlich überraschend für das Opfer. In diesem Zeitpunkt stand E_ allerdings noch alleine vor dem auf einem Sitzwürfel sitzenden Opfer und der erste Schlag war laut Angaben von G_ selber nicht besonders heftig (act. 979), was auch durch die Verletzungsfolgen dieses ersten Schlags auf den Mund (Druckschmerzen am Zahnfleisch links, act. 994) belegt wird. Die Gefährlichkeit des Überraschungsmoments bei einem Schlag gegen den Kopfbereich kommt selbstverständlich nur dann zum Tragen, wenn der Schlag von einer gewissen Heftigkeit ist. Dies war hier nicht der Fall. G_ konnte sich nach dem ersten Schlag von seinem Sitzplatz erheben – war also laut eigenen Angaben und entgegen der Auffassung der Staatsanwaltschaft – auch nicht eingeklemmt. Auch der von D_ versetzte Schlag auf den Kopf, welcher gemäss Ausführungen der Vorinstanz (Urteil S. 69) zu einer x-förmigen Rissquetschwunde am Scheitel links führte, aber keine Knochenverletzung zur Folge hatte (Gutachten S. 1160), hat offensichtlich nicht die Heftigkeit aufgewiesen, welche den Schluss einer Inkaufnahme einer schweren Körperverletzung zulässt. Weiter ist auch das Kriterium des Angriffs durch mehrere Personen zu prüfen. Wie das Opfer G_ zu Protokoll gab, sah er sich einem „Rudel von Wölfen, die zusammen jagen“ ausgesetzt (Protokoll Verhandlung Strafgericht S. 86). Dem Beweisergebnis folgend ist davon auszugehen, dass mehrere Personen auf G_ eingeschlagen haben. Allerdings haben es die engen Platzverhältnisse in der Bar nicht erlaubt, dass die Beschuldigten G_ von allen Seiten heftig angreifen konnten. Entsprechend zeigt sich auch das Verletzungsbild, aus welchem geschlossen werden kann, dass die Angreifer ziemlich wahllos und nicht mit voller Wucht gegen G_ geschlagen und jedenfalls nicht nur direkt auf seinen Kopf gezielt haben. Dass sie, wie die Staatsanwaltschaft in der Berufungsbegründung (S. 4) festhält, dem Opfer neben Schlägen auch Tritte versetzt hätten, ist weder in der Anklageschrift festgehalten noch erstellt. Immerhin befanden sich die Sicherheitsleute in unmittelbarer Nähe, griffen rasch ein und konnten das Opfer befreien. Schliesslich ist noch anzufügen, dass D_ und E_ wohl wussten, dass G_ beim Vorfall vom 2. Februar 2013 verletzt worden war. Hingegen kann nicht als erstellt gelten, dass sie das Ausmass seiner damaligen Verletzungen (Operation mit Einsatz von Metallplatten) kannten. Ihnen kann somit nicht unterstellt werden, dass ihr Vorsatz – insbesondere die Wissensseite – bei den erneuten Schlägen gegen G_ über eine einfache Körperverletzung hinausgegangen ist. Dass E_ und D_ wohl aus Rache wegen der Anzeige auf G_ losgegangen sind und die weiteren Beschuldigten sich dieser Attacke ohne Weiteres angeschlossen haben, hat keinen Einfluss auf die rechtliche Qualifikation, wird indes bei der Strafzumessung zu berücksichtigen sein.
Auch wenn G_ damals Schmerzen und grosse Angst ausstehen musste, kann das Vorgehen der Beschuldigten nicht als Inkaufnahme einer schweren Körperverletzung bezeichnet werden, denn die bei Faustschlägen für die Annahme einer versuchten schweren Körperverletzung geforderten besonderen Umstände in der Tatausführung liegen nicht vor. Die Qualifikation als einfache Körperverletzung, begangen in Mittäterschaft, ist korrekt. Somit ist die Berufung der Staatsanwaltschaft auch in diesem Punkt abzuweisen und der Schuldspruch gegen sämtliche Beschuldigte wegen einfacher Körperverletzung zu bestätigen.
5.2
Der Schuldspruch wegen Angriffs ist ebenfalls korrekt und wird
in rechtlicher
Hinsicht von keiner Partei in Frage gestellt. Es kann somit mit einem Hinweis auf die zutreffenden Erwägungen im erstinstanzlichen Urteil (S. 74 f.) und folgenden zusammenfassenden Bemerkungen sein Bewenden haben.
Des Angriffs (Art. 134 StGB) macht sich schuldig, wer sich an einem Angriff auf einen oder mehrere Menschen beteiligt, der den Tod oder die Körperverletzung eines Angegriffenen oder eines Dritten zu Folge hat. Als Angriff gilt die einseitige von feindseligen Absichten getragene, gewaltsame Einwirkung durch mindestens zwei Personen auf den Körper eines oder mehrerer Menschen. Der Tod oder die Körperverletzung eines Angegriffenen ist objektive Strafbarkeitsbedingung. Die Beteiligung an einem Angriff kann, wenn mindestens zwei Personen körperlich angreifen, auch psychischer Natur sein, zum Beispiel durch Anfeuern (
Trechsel/Fingerhuth
, in: Trechsel/Pieth [Hrsg.], Schweizerisches Strafgesetzbuch Praxiskommentar, 2. Auflage 2013, Art. 134 N 2 mit Hinweisen).
Indem die sechs Beschuldigten, auch die Berufungskläger A_, B_ und C_, vorsätzlich gewaltsam auf den Körper zunächst von G_ eingewirkt haben, wobei dieser eine einfache Körperverletzung erlitten hat, und anschliessend noch auf den helfenden Türsteher P_ losgegangen sind, wobei auch andere Personen durch Wurfgeschosse gefährdet und Kpl S_ durch ein Wurfgeschoss am Kopf verletzt wurden (Prellmarke Stirne rechts, Arztzeugnis Universitätsspital vom 31. März 2013, act. 1279), haben sie den Tatbestand des Angriffs objektiv und subjektiv erfüllt. Zu Recht hat das Strafgericht hier auf
einen
Angriff gegen mehrere Personen erkannt. Da das Opfer G_ durch das Vorgehen der Beschuldigten einer weitergehenden Gefährdung als der erlittenen einfachen Körperverletzung ausgesetzt war – auch wenn kein entsprechender (Eventual)vorsatz nachgewiesen werden kann – und da zudem durch den Angriff der Beschuldigten, namentlich in der zweiten Phase, auch andere Personen in Gefahr gebracht wurden, hat das Strafgericht zu Recht Konkurrenz zwischen Angriff und dem Verletzungstatbestand angenommen (BGE 135 IV 152 E. 2.1 S. 153;
Maeder
, in: Basler Kommentar, Strafrecht II, 3. Auflage 2013, Art. 134 N 12 ff.; vgl. auch
Trechsel/Fingerhuth
, a.a.O., Art. 134 N 4, 7). Die Schuldsprüche wegen Angriffs sind gegen die Berufungskläger A_, B_ und C_ zu bestätigen.
5.3
Was schliesslich die Schuldsprüche wegen Sachbeschädigung betrifft, kann ohne Weiteres auf die Ausführungen im vorinstanzlichen Urteil (S. 75 f.) verwiesen werden.
5.4
Die erforderlichen Strafanträge liegen unbestrittenerweise vor (Urteil Strafgericht S. 27 mit Hinweisen).
5.5
Die Schuldsprüche werden, soweit sie angefochten waren, somit bestätigt.
6.
6.1
Die Vorinstanz hat – soviel vorweg – bei allen Beschuldigten sämtliche relevanten Kriterien der Strafzumessung grundsätzlich sorgfältig, umfassend und korrekt gewürdigt und schlüssig dargelegt, so dass auf die entsprechenden Erwägungen grundsätzlich verwiesen werden kann (Urteil S. 76 ff.). Es wird von keiner Seite substantiierte Kritik an der vorinstanzlichen Strafzumessung vorgebracht. Die Staatsanwaltschaft (Berufungsbegründung S. 4) hält sogar explizit – und zutreffend – fest, dass der vorinstanzlichen Strafzumessung in der Begründung weitgehend gefolgt werden könne und dass die wesentlichen Strafzumessungsfaktoren berücksichtigt und in angemessener und zutreffender Weise gewürdigt worden seien. Die Kritik der Staatsanwaltschaft richte sich primär gegen die Höhe der ausgefällten Strafen, welche unter Berücksichtigung der gerügten Strafpunkte, angesichts der Gesamtumstände und auch mit Blick auf ähnlich gelagerte Verfahren als schuldunangemessen und zu milde erschienen. Konkret begründet die Staatsanwältin ihre Anträge auf Ausfällung von höheren Strafen insbesondere damit, dass bei allen Beschuldigten von der erhöhten Strafdrohung der schweren Körperverletzung auszugehen sei. Dies ist nach dem Gesagten allerdings nicht der Fall – die erstinstanzlichen Schuldsprüche werden bestätigt –, so dass von daher kein Grund zu einer Erhöhung der Strafen besteht. Der Verteidiger von B_ und C_ moniert (Berufungsbegründung S. 4), dass alle jungen Verwandten die gleiche Strafe erhalten hätten, da man offensichtlich keine individuelle Zuteilung der Tat noch der Strafzumessung habe machen können.
Nachfolgend wird, nach einleitenden Bemerkungen zur Strafzumessung, welche für alle Beschuldigten relevant sind, näher auf die Strafzumessungskriterien bei den einzelnen Beschuldigten eingegangen.
6.2
Gemäss Art. 47 StGB misst der Richter die Strafe innerhalb des anzuwendenden Strafrahmens nach dem Verschulden des Täters zu und berücksichtigt dabei sein Vorleben, seine persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf sein Leben (Abs. 1). Das Verschulden wird nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsgutes, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründen und Zielen des Täters sowie nach seinen Möglichkeiten, die Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden, bemessen (Abs. 2). An eine "richtige" Strafzumessung werden drei allgemeine Anforderungen gestellt: Sie muss zu einer verhältnismässigen Strafe führen (Billigkeit), ein Höchstmass an Gleichheit gewährleisten (Rechtssicherheit) und transparent, überzeugend begründet und dadurch überprüfbar sein (Legitimation durch Verfahren) (vgl. dazu
Wiprächtiger/Keller
in: Basler Kommentar, Strafrecht I, 3. Auflage 2013, Art. 47 N 10).
Gemäss Art. 50 StGB hat das Gericht im Urteil die für die Zumessung der Strafe erheblichen Umstände und deren Gewichtung festzuhalten und muss in der Urteilsbegründung auf alle wesentlichen Strafzumessungskriterien eingehen.
Im Interesse der Rechtssicherheit und Rechtsgleichheit sind bei der Bemessung der Strafe zum Vergleich andere Urteile in ähnlich gelagerten Fällen heranzuziehen, wobei stets den Umständen des Einzelfalles Rechnung zu tragen ist (ausführlich zum Grundsatz der Gleichbehandlung und Gleichmässigkeit der Strafzumessung: BGE 135 IV 191 E. 3.2 f. S. 193 f.; vgl. auch
Trechsel/Affolter-Eijsten
, in Trechsel/Pieth (Hrsg.), Schweizerisches Strafgesetzbuch Praxiskommentar, 2. Auflage 2013, Art. 47 StGB N 40 f.).
6.3
Vorliegend sind bei sämtlichen Beschuldigten mehrere Schuldsprüche gefällt worden. Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Voraussetzungen für mehrere gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das Gericht zu der Strafe der schwersten Straftat und erhöht sie angemessen (Asperationsprinzip) (Art. 49 Abs. 1 StGB). Für die Bildung einer Gesamtstrafe hat der Richter in einem ersten Schritt, unter Einbezug aller straferhöhenden und strafmindernden Umstände, gedanklich die Einsatzstrafe für das schwerste Delikt festzulegen. Bei der Bestimmung des Strafrahmens für die schwerste Straftat ist von der abstrakten Strafandrohung auszugehen (BGE 136 IV 55 E. 5.8 S. 63 mit Hinweisen). In einem zweiten Schritt hat er diese Einsatzstrafe unter Einbezug der anderen Straftaten zu einer Gesamtstrafe zu erhöhen, wobei er ebenfalls den jeweiligen Umständen Rechnung zu tragen hat
(BGE 127 IV 101 E. 2b S. 104; BGer 6B_460/2010 vom 4. Februar 2011 E. 3.3.4, nicht publ. in: BGE 137 IV 57; 6B_157/2014 vom 26. Januar 2015 E. 2.2; je mit Hinweisen).
Die Bildung einer Gesamtstrafe ist nur bei gleichartigen Strafen möglich. Ungleichartige Strafen sind kumulativ zu verhängen, da das Asperationsprinzip nur greift, wenn mehrere gleichartige Strafen ausgesprochen werden (BGE 138 IV 120 E. 5.2 S. 122 mit Hinweis). Geld- und Freiheitsstrafe sind keine gleichartigen Strafen im Sinne von Art. 49 Abs. 1 StGB (BGE 137 IV 57 E. 4.3.1 S. 58). Das Gericht kann laut bundesgerichtlicher Rechtsprechung auf eine Gesamtfreiheitsstrafe nur erkennen, wenn es im konkreten Fall für jeden einzelnen Normverstoss eine Freiheitsstrafe ausfällen würde; dass die anzuwendenden Strafbestimmungen abstrakt gleichartige Strafen vorsehen, genüge demnach nicht (BGE 138 IV 120 E. 5.2 S. 122 f. mit Hinweisen; offenbar anderer Meinung:
Trechsel/Affolter-Eijsten
, a.a.O., Art. 49 N 7).
Vorliegend ist bei D_ vom Strafrahmen der schweren Körperverletzung (Art. 122 StGB) auszugehen, welcher von Geldstrafe nicht unter 180 Tagessätzen bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe reicht. Bei den übrigen Beschuldigten ist Ausgangspunkt der Strafzumessung der Strafrahmen des Angriffs (Art. 134 StGB), welcher von einer Geldstrafe bis zu 5 Jahren Freiheitsstrafe geht. Die weiter bei allen Beschuldigten vorliegenden Normverstösse der einfachen Körperverletzung (Art. 123 StGB) und der Sachbeschädigung (Art. 144 StGB) sehen Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren oder Geldstrafe vor. Angesichts des engen zeitlichen, personellen und sachlichen Zusammenhangs zwischen den einzelnen Delikten kann das Verschulden der Beschuldigten und damit auch die Angemessenheit der Sanktionsart nicht unabhängig vom gesamten Deliktskomplex beurteilt werden. Unter Berücksichtigung des Gesamtzusammenhanges rechtfertigt sich die Verhängung von Freiheitsstrafen in Bezug auf sämtliche Delikte, zumal die Beschuldigten unter diesen Umständen vom Asperationsprinzip profitieren. Zu Recht wird die Anwendung von Art. 49 Abs. 1 StGB von keiner Seite gerügt.
Bei allen Beschuldigten sind der ausgestandene Polizeigewahrsam respektive die ausgestandene Untersuchungshaft anzurechnen (Art. 51 StGB).
Unter dieser Prämisse ist in Bezug auf die Strafzumessung bei den einzelnen Beschuldigten folgendes festzuhalten:
6.4
6.4.1
Die Vorinstanz hat D_ wegen mehrfacher versuchter schwerer Körperverletzung, mehrfacher einfacher Körperverletzung, Angriffs sowie Sachbeschädigung zu einer Freiheitsstrafe von 2 3⁄4 Jahren verurteilt und ihm für 21 Monate davon den bedingten Strafvollzug gewährt. Die Staatsanwältin verlangt – allerdings bei geänderten Schuldsprüchen – eine Freiheitsstrafe von 3 Jahren, als Zusatzstrafe zu einem Strafbefehl vom 30. Oktober 2014. Sollte die Gewährung des teilbedingten Strafvollzugs bestätigt werden, sei die Probezeit massiv zu verlängern.
Die Bildung einer Zusatzstrafe im Sinne von Art. 49 Abs. 2 StGB ist nur bei gleichartigen Strafen möglich (BGE 137 IV 58). Geldstrafe und Freiheitsstrafe sind nicht gleichartig. Die vorliegend auszufällende Freiheitsstrafe kann, entgegen der Auffassung der Staatsanwältin, nicht als Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt vom 30. Oktober 2014 ausgefällt werden, mit welchem D_ wegen Gewalt und Drohung gegen Beamte, Fahren in fahrunfähigem Zustand (Motorfahrzeug, alkoholisiert), Missachtung des Verbotes, unter Alkoholeinfluss zu fahren, Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit und Übertretung von Art. 19
a
des Betäubungsmittelgesetzes zu einer
Geldstrafe
von 60 Tagessätzen zu CHF 70.–, davon 40 Tagessätze bedingt vollziehbar, Probezeit 2 Jahre, verurteilt worden ist. Der Anwendung von Art. 49 Abs. 2 StGB steht überdies entgegen, dass D_ das dem Strafbefehl vom 30. Oktober 2014 zugrunde liegende Delikt im September 2014, also
nach
dem hier angefochtenen Urteil des Strafgerichts vom 25. November 2013 begangen hat (BGE 138 IV 113 E. 3.4 S. 117).
Auszugehen ist bei der Bemessung der Strafe für D_, entsprechend den oben dargelegten Grundsätzen, von der Strafdrohung für schwere Körperverletzung. Da die D_ vorgeworfenen Taten zum Nachteil von M_ und N_ in etwa gleich schwer wiegen und zeitlich unmittelbar aufeinander gefolgt sind, ist insoweit eine Gesamtbetrachtung beider Fälle angezeigt (vgl. Urteile des Bundesgerichts 6B_499/2013 vom 22. Oktober 2013 E. 1.8 [mehrere grobe Verkehrsregelverletzungen], und 6B_446/2011 vom 27. Juli 2012 E. 9.4 [betrügerische Anlagegeschäfte]; vgl. auch etwa Urteil 6B_521/2012 vom 7. Mai 2013 E. 6 [über 100 betrügerischer Geldaufnahmen als Einheit]).
In objektiver Hinsicht wiegt das Verschulden von D_ erheblich. Sein rücksichtsloses und als brutal zu bezeichnendes Vorgehen gegen die beiden Opfer M_ und N_ belastet ihn besonders stark: Nachdem er zunächst N_ von hinten unvermittelt einen derart heftigen Faustschlag an den Hinterkopf versetzt hatte, dass dieser zu Boden ging und bewusstlos liegen blieb, wandte er sich dessen Kollegen N_ zu, schlug diesem ebenfalls heftig ins Gesicht, so dass dieser zu Boden ging, und traktierte sein Opfer noch mit Fusstritten im Kopfbereich, als dieses am Boden lag. Anschliessend hat er sich vom Tatort entfernt, ohne sich um die Opfer zu kümmern. Auch das subjektive Tatverschulden von D_ wiegt nicht leicht. Es belastet ihn stark, dass die Beweggründe für seine unkontrollierten Gewaltausbrüche gegenüber den Zufallsopfern nicht im Ansatz nachvollziehbar sind. Die beiden Opfer M_ und N_ hatten lediglich einen flapsigen Spruch betreffend „Sex im Auto“ gemacht, welcher – wenn überhaupt – mit einer entsprechenden Bemerkung hätte pariert werden können. Dass D_ daraufhin auf beide blindwütig losgegangen ist und sie mit Faustschlägen niedergestreckt hat, deutet auf eine ausgesprochen geringe Frustrationstoleranz hin. Immerhin hat D_ mit Eventualvorsatz gehandelt, was ihn leicht entlastet. Zu seinen Gunsten ist weiter leicht entlastend zu berücksichtigen, dass er durch die Wirkung des genossenen Alkohols leicht enthemmt gewesen ist. Dass er sich immerhin vor Strafgericht zu einer Entschuldigung bei seinen Opfern hat durchringen können und Reue äussern konnte, wirkt sich ebenfalls leicht zu seinen Gunsten aus. Insgesamt ist von einem mittleren Verschulden auszugehen. Die Strafe ist zu mildern, weil sich der Erfolg nicht verwirklicht hat (Art. 22 Abs. 1 StGB). Beim vollendeten Versuch ist die Nähe des Erfolgs von Bedeutung für die Strafzumessung (
Trechsel/Affolter-Eijsten
, a.a.O., Art. 47 N 189 mit Hinweis). Beide Opfer sind sehr glimpflich davon gekommen. Auch wenn dieser glückliche Ausgang auch dem Zufall zu verdanken zu sein scheint, kann der Versuch in mittlerem Ausmass strafmildernd berücksichtigt werden.
D_ ist 1990 in Basel geboren und mit einem Bruder bei den Eltern aufgewachsen. Er hat die hiesigen Schulen durchlaufen und anschliessend erfolgreich eine Lehre zum [...] absolviert; auch der Einstieg ins Berufsleben ist ihm zunächst geglückt. Er weist eine Vorstrafe aus dem Jahre 2010 wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln auf. Im November 2012 wurde ihm seine Arbeitsstelle gekündigt und kurz darauf wurde er als Fussgänger Opfer eines Verkehrsunfalles. Die Vorinstanz berücksichtigt zu Recht entlastend, dass das Vorleben von D_ in Zusammenhang mit den zu beurteilenden Delikten deutlich macht, dass er durch den Verlust seiner Arbeitsstelle und den kurz darauf erlittenen Verkehrsunfall offensichtlich aus der Bahn geworfen wurde und auch Trost im Alkohol gesucht hat.
Das Strafgericht hat in Bezug auf diese beiden Delikte eine Einsatzstrafe von 16 Monaten für angemessen gehalten, was als vertretbar erscheint. Diese Einsatzstrafe ist wegen der weiteren Delikte – mehrfache einfache Körperverletzung zum Nachteil von G_, Angriff und Sachbeschädigung – erheblich zu schärfen (Art. 49 Abs. 1 StGB). Auch bei diesen Delikten wiegen objektives und subjektives Tatverschulden von D_ erheblich. Nur wenige Stunden, nachdem er M_ und N_ niedergeschlagen hatte, hat er sich – wiederum aus nichtigem Anlass – dazu hinreissen lassen, G_ zu schlagen, und hat ihn dabei nicht unerheblich verletzt. Bereits zwei Monate später und trotz hängigen Strafverfahrens, verbunden sogar mit Polizeigewahrsam vom 20. bis 22. Februar 2013, hat er G_, nun zusammen mit fünf Verwandten, in der „K_ Bar“ erneut attackiert, wobei ihn das Motiv – offenbar Rache für die von G_ erstattete Strafanzeige – stark belastet. Anschliessend ist er mit seinen Verwandten auch noch gegen den Türsteher losgegangen. Auch wenn diese Attacke durch seinen Onkel E_ initiiert worden war, wiegt das Verschulden von D_ hier erheblich und jedenfalls schwerer als das seiner Cousins F_, A_, B_ und C_ (dazu unten). Dass er auch hier unter Alkoholeinfluss gestanden ist, vermag ihn nur wenig zu entlasten, musste er doch mittlerweile aus den Vorfällen vom 2. Februar 2013 erkannt haben, dass er unter Alkoholeinfluss zu Gewaltausbrüchen neigt. Reue ist in Zusammenhang mit diesen Delikten zwar kaum ersichtlich geworden; allerdings deutet sein Schlusswort vor Appellationsgericht auf Ansätze von Einsicht hin.
Alles in Allem trägt die von der Vorinstanz ausgesprochene Freiheitsstrafe von 2 3⁄4 Jahren dem Verschulden von D_ und den weiteren Strafzumessungskriterien gemäss Art. 47 sowie Art. 49 Abs. 1 StGB angemessen Rechnung. Eine Strafe in dieser Höhe hält auch Vergleichsurteilen stand (vgl. AS.2011.43 vom 5. Juni 2012: Verurteilung wegen mehrfacher versuchter schwerer Körperverletzung, mehrfacher einfacher Körperverletzung, Raufhandels, Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte und Diensterschwerung [
sehr schweres
Verschulden, gemeinsame Tatbegehung, ein Opfer grundlos aufs brutalste verprügelt, unzählige Verletzungen, heute noch Narben] Freiheitsstrafe 3 Jahre). Dass die von der Vorinstanz ausgesprochene Strafe angemessen ist, ergibt sich auch daraus, dass die Staatsanwaltschaft angesichts der von ihr beantragten weitergehenden Schuldsprüche eine Erhöhung der Freiheitsstrafe lediglich um 3 Monate verlangt.
6.4.2
Die Vorinstanz hat D_ zu Recht den teilbedingten Strafvollzug gewährt. Für Freiheitsstrafen, die zwischen zwei und drei Jahren liegen, sieht Art. 43 StGB einen eigenständigen Anwendungsbereich des teilbedingten Strafvollzuges vor. An die Stelle des vollbedingten Strafvollzuges, der hier ausgeschlossen ist (Art. 42 Abs. 1 StGB), tritt der teilbedingte Vollzug, wenn die subjektiven Voraussetzungen dafür gegeben sind. Grundvoraussetzung für die teilbedingte Strafe im Sinne von Art. 43 StGB ist, dass eine begründete Aussicht auf Bewährung besteht (BGE 134 IV 1 E. 5.3 S. 10 mit Hinweisen;
Trechsel/Pieth
, in: Trechsel/Pieth [Hrsg.], Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 2. Auflage 2013, Art. 43 N 2). D_ hat zwar während laufender Strafuntersuchung delinquiert und sich im Verfahren nur teilweise geständig gezeigt. Allerdings hat er die im Rahmen des vorliegenden Strafverfahrens zu beurteilenden Gewaltdelikte innerhalb eines kurzen Zeitraums begangen, in welchem er offenbar infolge des Unfalls und des Verlusts der Arbeitsstelle aus dem Tritt geraten war. Er fragt sich heute selber, wie er sein Leben in so kurzer Zeit habe ändern können (Schlusswort Berufungsverhandlung), was doch auf eine gewisse Einsicht hindeutet. Zudem ist er nicht einschlägig vorbestraft und dürfte durch das Strafverfahren und die ausgestandene mehrmonatige Untersuchungshaft ausreichend beeindruckt sein, so dass das Strafgericht zu Recht von einer insoweit günstigen Legalprognose ausgegangen ist. Die Gewährung des teilbedingten Strafvollzugs ist somit gerechtfertigt. Dies umso mehr, als D_ als flankierende und spezialpräventive Unterstützung die Weisung auferlegt worden ist, während der Probezeit am Lernprogramm „Halt-Gewalt“ teilzunehmen (Art. 44 Abs. 2 StGB). An dieser Einschätzung ändern auch die Verurteilung gemäss Strafbefehl vom 14. Oktober 2014 und ein offenbar hängiges Verfahren wegen Irreführung der Rechtspflege, Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrfähigkeit und pflichtwidrigen Verhaltens nach Unfall nichts. Zum Einen betreffen beide Verfahren nicht einschlägige Delikte. Zudem stimmt der Umstand, dass D_ nun per 1. März 2015 eine Festanstellung im Bereich [...] gefunden hat, optimistisch und verbessert die Legalprognose. Es bleibt somit bei der Gewährung des teilbedingten Strafvollzugs. Eine Verlängerung der Probezeit von 3 Jahren scheint nicht angebracht, zumal seit den zu beurteilenden Delikten mittlerweile auch rund zwei Jahre vergangen sind.
6.5
6.5.1
E_ ist des Angriffs, der einfachen Körperverletzung sowie der Sachbeschädigung sowie der Übertretung gemäss Art. 19
a
Betäubungsmittelgesetz schuldig erklärt und – nebst einer unbestrittenen Busse von CHF 200.– – zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten, mit bedingtem Strafvollzug, verurteilt worden. Die Staatsanwältin beantragt für ihn die Ausfällung einer Freiheitsstrafe von 2 3⁄4 Jahren, davon 17 Monate bedingt.
Ausgangspunkt bei der Strafzumessung ist der Strafrahmen des Angriffs, welcher von einer Geldstrafe bis zu 5 Jahren Freiheitsstrafe reicht. Das Tatverschulden von E_ wiegt objektiv und subjektiv erheblich. Er hat den Angriff gegen G_ und damit die anschliessenden gewaltsamen Ausschreitungen in der „K_ Bar“ initiiert. Dabei wurde nicht nur G_ – notabene erneut – verletzt, sondern es wurden auch andere Personen, wie namentlich die Türsteher, durch die geworfenen Gegenstände gefährdet. Es belastet E_ besonders stark, dass er als Onkel der anderen Beschuldigten und deutlich ältester, seine entsprechende Verantwortung nicht wahrgenommen hat, sondern gar als Initiant und Anführer aufgetreten ist, dass er, obwohl er um die bereits vorher von G_ erlittene körperliche Gewalt wusste, diesem unvermittelt einen Schlag ins Gesicht versetzt hat und dass er, wohl aus falsch verstandener Familiensolidarität, aus Rache für die von G_ erstattete Strafanzeige gegen den Neffen D_ gehandelt hat. Auch als seine Neffen sich der Attacke angeschlossen haben, ist er mit diesen gemeinsam – und nun in zahlenmässiger Übermacht – weiter zunächst auf G_ und anschliessend, was eine gewisse Hartnäckigkeit zeigt, gegen den Türsteher P_ losgegangen. Einsicht und Reue können nicht zu seinen Gunsten berücksichtigt werden. Der Umstand, dass er im Tatzeitpunkt alkoholisiert und entsprechend enthemmt gewesen ist, ist leicht zu seinen Gunsten zu berücksichtigen. Strafmilderungsgründe liegen nicht vor. E_ ist [...[ geboren und bis zu seinem zehnten Lebensjahr in der Türkei aufgewachsen, bevor er 1978 in die Schweiz gekommen ist und hier die Schulen besucht hat. Eine Berufsausbildung hat er nicht abgeschlossen, war indes in diversen [...]betrieben tätig. Nach einer längeren Phase der Arbeitslosigkeit hat er laut eigenen Angaben vor Appellationsgericht wieder eine Arbeitsstelle als [...]. Gemäss Strafregisterauszug weist er eine aus dem Jahre 2010 datierende Vorstrafe wegen Fahrens in fahrunfähigem Zustand auf, welche hier nicht ins Gewicht fällt.
Unter Berücksichtigung des erheblichen Verschuldens und der weiteren genannten Faktoren für die Strafzumessung erscheint eine Einsatzstrafe im Bereich von rund 15 Monaten angemessen. Diese Strafe ist wegen der Deliktsmehrheit zu schärfen, da E_ auch wegen einfacher Körperverletzung und Sachbeschädigung zu verurteilen ist (Art. 49 Abs. 1 StGB). Sein Verschulden wiegt auch hier nicht leicht. Auch hier ist namentlich zu seinen Ungunsten zu berücksichtigen, dass er als Initiator aufgetreten ist und aus Rache gehandelt hat. Anderseits ist leicht entlastend die enthemmende Wirkung des genossenen Alkohols zu berücksichtigen. Strafmilderungsgründe liegen nicht vor. Die vom Strafgericht ausgefällte Freiheitsstrafe von insgesamt 18 Monaten erscheint dem Verschulden von E_ und den übrigen Strafzumessungskriterien angemessen.
6.5.2
Die Gewährung des bedingten Strafvollzugs, bei einer Probezeit von 2 Jahren, ist ebenfalls gerechtfertigt (vgl. Urteil Strafgericht S. 82). Die Voraussetzungen gemäss Art. 42 Abs. 1 StGB sind erfüllt (vgl. dazu
Trechsel/Pieth
, a.a.O., Art. 42 N 2 ff.): Die ausgesprochene Freiheitsstrafe beträgt weniger als zwei Jahre und es liegt keine ungünstige Prognose vor. Die Verurteilung aus dem Jahre 2010 – zu einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen – liegt bereits rund fünf Jahre zurück und ist nicht einschlägig (Strafregisterauszug vom 10. Februar 2015). Es handelt sich beim Vorfall in der K_ Bar offenbar um einen Ausrutscher und es ist davon auszugehen, dass E_ durch das Strafverfahren und die ausgestandene Untersuchungshaft ausreichend beeindruckt ist.
6.6
6.6.1
Die Strafgericht hat die Strafzumessung für F_, A_, B_ und C_ unter einem gemeinsamen Titel vorgenommen und dabei zunächst das Tatverschulden gemeinsam geprüft und anschliessend noch differenziert die persönlichen Umstände bei jedem Beschuldigten gewürdigt und für alle eine identische Freiheitsstrafe von 14 Monaten ausgefällt. Die Staatsanwaltschaft beantragt für F_ und A_ eine Freiheitsstrafe von 2 1⁄4 Jahren, davon 14 Monate bedingt; und für B_ und C_ eine bedingte Freiheitsstrafe von 2 Jahren. Der Antrag auf unterschiedliche Strafmasse wird nicht begründet.
Die Vorgehensweise des Strafgerichts ist nicht zu beanstanden. Das Tatvorgehen der Beschuldigten F_, A_, B_ und C_ ist identisch: Alle vier sind gleichermassen auf G_ und anschliessend auf die Türsteher losgegangen. Es ist gerechtfertigt, zunächst für alle gemeinsam das objektive und subjektive Tatverschulden und anschliessend die persönlichen Verhältnisse zu würdigen.
6.6.2
Auch bei F_, A_, B_ und C_ ist vom Strafrahmen des Angriffs gemäss Art. 134 StGB auszugehen (Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren). Eine Strafschärfung hat wegen der Tat- und Deliktsmehrheit zu erfolgen (Art. 49 Abs. 1 StGB). Strafmilderungsgründe liegen nicht vor.
Das objektive und subjektive Tatverschulden dieser vier Beschuldigten ist, wie bereits das Strafgericht festgehalten hat, identisch und wiegt zwar weniger schwer als dasjenige ihres Onkels E_, aber auch nicht ganz leicht, sondern mittelschwer. Sie haben sich dem von E_ initiierten Angriff auf das ihnen unbekannte Opfer rasch und ohne zu zögern angeschlossen. Jeder von ihnen hätte sich indes ohne weiteres aus dem Angriff heraushalten, allenfalls die andern auch zurückhalten können. Stattdessen beteiligten sie sich in zahlenmässiger Übermacht, welche ihnen bewusst sein musste, an dem Angriff auf G_. Damit nicht genug, wandten sie ihre Aggressionen anschliessend gegen den Sicherheitsangestellten, welcher dem Opfer erfolgreich zu Hilfe geeilt war und dieses nach draussen in Sicherheit gebracht hatte. Dies deutet auf eine gewisse Hartnäckigkeit hin. Durch ihr rücksichtsloses Vorgehen, insbesondere auch das unkontrollierte Werfen von Gegenständen wie Flaschen, wurden andere Personen gefährdet und ein Polizeibeamter gar am Kopf verletzt. Dass sie,
in dubio
, keine Kenntnis vom Grund der Attacke gehabt haben und bei ihnen somit als Beweggrund nicht von Rache auszugehen ist, entlastet sie nicht. Bei diesen vier Beschuldigten davon auszugehen, dass an jenem Abend eine besondere Konstellation bestanden hat: Ihr Vorgehen lässt sich durch die Familiensolidarität sowie allenfalls eine gewisse Leitfunktion des Onkels E_ erklären. Bei F_, A_ und B_ kann die enthemmende Wirkung des genossenen Alkohols in leichtem Umfange entlastend berücksichtigt werden. Dem nicht alkoholisierten C_ kommt, wie bereits die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat, gleichermassen entlastend zu Gute, dass er mit seinen damals gerade 19 Jahren der Jüngste und damit wohl auch am leichtesten beeinflussbare im Bunde war. Ein Geständnis ist auch bei ihnen nicht zu berücksichtigen. Strafmilderungsgründe sind nicht ersichtlich.
6.6.3
Es ist nun angesichts des Vorlebens und der persönlichen Verhältnisse der Beschuldigten und der Wirkung der Strafe auf ihr Leben weiter zu prüfen, welche Strafe jeweils konkret angemessen ist. Die Staatsanwältin beantragt jeweils unterschiedliche Strafen für F_ und A_ einerseits und für B_ und C_ anderseits, ohne dass sie dies begründet. Das Strafgesetzbuch geht allerdings von einer Einzeltatschuld aus. Eine Erhellung des Vorlebens und der persönlichen Verhältnisse können wertungsfrei zum Verständnis von Tat und Täter beitragen und Entscheidungsgrundlage, etwa im Hinblick auf Massnahmen, sein. Wegen der Ambivalenz ist allerdings eine gewisse Zurückhaltung geboten. Wer bereits in kriminelles Fahrwasser geraten ist und Strafen verbüsst hat, braucht unter Umständen grössere Willensanstrengung, um rechtstreu zu bleiben. Wer anderseits in geordneten Verhältnissen gelebt hat, muss unter Umständen beim Fassen des Tatentschlusses grössere Hemmungen überwinden, was höhere Schuld anzeigen könnte (vgl. dazu
Trechsel/Affolter-Eijsten
, a.a.O., Art. 47 N 31). Nach dieser Prämisse ist Folgendes festzuhalten:
F_
ist [...] in Basel geboren und gemeinsam mit seinen jüngeren Brüdern B_ und C_ bei den Eltern aufgewachsen, wo er nach wie vor lebt. Im Anschluss an die obligatorischen Schulen hat er das Brückenangebot besucht. Eine Lehre hat er nicht abgeschlossen, indes diverse Stellen bei Reinigungsfirmen, im Hauswartungsbereich und in der Gastronomie innegehabt. Mit 20 Jahren musste er sich wegen [...] einer Operation unterziehen. Seither ist er nicht mehr erwerbstätig, da ihn offenbar die Konfrontation mit der Erkrankung nach wie vor stark belastet. Er lebt noch im Haushalt seiner Eltern und wird von der Sozialhilfe unterstützt. Er weist eine Vorstrafe aus dem Jahre 2012, offenbar in Zusammenhang mit einem Einbruchdiebstahl, auf (Freiheitsstrafe von 90 Tagessätzen). Da nicht einschlägig hat diese Strafe keine relevanten Auswirkungen auf die Strafzumessung.
A_
ist [...] in Basel geboren. Er ist seit einiger Zeit nicht erwerbstätig, erhofft sich allerdings eine baldige Anstellung bei [...], und wird finanziell von seiner Familie unterstützt. Er weist fünf Vorstrafen aus den Jahren 2005, 2008, 2009 und 2012 auf. Diese betreffen allerdings, neben einer Verurteilung wegen Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz im Jahre 2008 und einer Verurteilung wegen Diebstahls, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruchs, ausschliesslich Strassenverkehrsdelikte und sind nicht einschlägig. Sie fallen somit für die Strafzumessung im vorliegenden Verfahren auch nicht wesentlich in Betracht.
B_
ist [...] in Basel geboren und mit seinen Brüdern F_ und C_ bei den Eltern aufgewachsen. Nach der Schule hat er erfolgreich eine Lehre zum [...] abgeschlossen und sich auf dem Beruf weitergebildet. Er ist seit längerem als [...] im [...] tätig. Er weist keine Vorstrafen auf (act. 65). Er muss sich entgegenhalten lassen, dass es angesichts seiner geordneten, persönlichen Verhältnisse umso unverständlicher ist, dass er sich ohne Weiteres dem Angriff auf den ihm unbekannten G_ angeschlossen hat.
C_
ist [...] in Basel geboren und mit seinen älteren Brüdern bei den Eltern aufgewachsen. Er hat im Anschluss an die ordentlichen Schulen eine Lehre als [...] abgeschlossen, ist seither auf dem Beruf tätig und möchte sich zum Heizungsplaner weiterbilden. Auch er weist keine Vorstrafen auf (act. 75). Auch bei ihm ist angesichts der geregelten Verhältnisse nur schwer nachvollziehbar, dass er sich ohne Weiteres dem Angriff angeschlossen hat. Es handelt sich, wie bei seinem Bruder B_, offensichtlich um einen einmaligen Ausrutscher von ansonsten in jeder Hinsicht unbescholtenen jungen Männern.
6.6.4
Das Tatverschulden von F_, A_, B_ und C_ ist identisch. Ihre persönlichen Verhältnisse unterscheiden sich zwar, etwa in Bezug auf Erwerbstätigkeit und Vorstrafen. Diese Unterschiede vermögen indes keine unterschiedlichen Strafhöhen zu rechtfertigen, zumal die vorliegend zu beurteilenden Delikte keinen Konnex zu ihrem Vorleben und zu ihren persönlichen Verhältnissen haben. Angesichts des mittelschwer wiegenden Tatverschuldens und der übrigen relevanten Faktoren für die Strafzumessung erscheint für diese vier Beschuldigten eine Einsatzstrafe von rund einem Jahr Freiheitsstrafe angemessen. Die Strafe ist bei allen Beschuldigten wegen der Deliktsmehrheit zu schärfen, da auch sie wegen einfacher Körperverletzung und Sachbeschädigung verurteilt werden (Art. 49 Abs. 1 StGB). Das Verschulden wiegt auch hier nicht leicht, wobei auf das oben zum Verschulden beim Angriff Ausgeführte verwiesen werden kann. Auch hier ist namentlich zu berücksichtigen, dass sie sich ohne zu zögern ihrem Onkel angeschlossen haben. Auch hier ist anderseits leicht entlastend die enthemmende Wirkung des genossenen Alkohols respektive bei C_ sein junges Alter zu berücksichtigen.
Angesichts des identischen Tatverschuldens und unter individueller Berücksichtigung der weiteren relevanten Faktoren erweist sich die erstinstanzlich ausgesprochene Freiheitsstrafe von insgesamt 14 Monaten für F_, A_, B_ und C_ als angemessen. Ein Vergleich mit den Strafen der Mitbeschuldigten D_ und E_ sowie mit einem Vergleichsurteil (SB.2014.44 vom 14. Dezember 2012: Verurteilung wegen Angriffs, mehrfacher einfacher Körperverletzung und sexueller Belästigung [Täter hatte innerhalb von zwei Wochen bei zwei Vorfällen mehrere Gäste einer Bar, für deren Sicherheit er als Sicherheitsangestellter verantwortlich gewesen wäre, verletzt respektive einen Angriff auf sie mitgetragen; schweres Verschulden, [ausser Art. 49 Abs. 1 StGB] keine Strafschärfungsgründe, keine Strafmilderungsgründe, kein Geständnis]: 18 Monate Freiheitsstrafe sowie Busse von CHF 200.– wegen der sexuellen Belästigung) ergibt, dass die vorliegend ausgesprochenen Strafen untereinander, aber auch gegenüber Vergleichsurteilen in andern Verfahren angemessen sind.
6.6.5
Es kann auch diesen vier Beschuldigten allen der bedingte Strafvollzug, dessen formelle Voraussetzungen erfüllt sind, gewährt werden (Art. 42 Abs. 1 StGB). Angesichts der Vorstrafenlosigkeit von B_ und C_ liegt bei ihnen eine gute Prognose offensichtlich auf der Hand. F_ und insbesondere A_ weisen zwar Vorstrafen auf. Diese sind indes nicht einschlägig, so dass auch bei ihnen nicht von einer schlechten Legalprognose auszugehen ist. Die Probezeit wird auf jeweils zwei Jahre festgesetzt.
6.6.6
Ausführungen zum Verzicht auf den Vollzug der Vorstrafen von F_ und A_ erübrigen sich, da dies nicht angefochten ist.
7.
Die Vorinstanz hat alle Beschuldigten in Zusammenhang mit dem Vorfall vom 31. März 2013 zur Zahlung von CHF 1‘679.– und von CHF 7‘000.– Genugtuung, jeweils zuzüglich 5 % Zins seit dem Deliktstag, verurteilt. Die von den Beschuldigten A_, B_ und C_ beantragte Abweisung dieser Zivilforderungen steht in Zusammenhang mit ihrem Antrag auf Freispruch. Ansonsten werden die Zivilforderungen von ihnen zu Recht nicht bestritten. Es kann somit, mit folgenden zusammenfassenden Erwägungen, auf das Urteil der Vorinstanz (S. 85 ff.) verwiesen werden.
Die Schadenersatzforderung ist nachgewiesen. Da die entsprechenden Schuldsprüche wegen Angriffs, Körperverletzung und Sachbeschädigung gegen die Beschuldigten A_, B_ und C_ bestätigt werden, sind auch sie dem Privatkläger zum Ersatze dieses Schadens verpflichtet (Art. 41 OR), dies in solidarischer Verbindung mit den übrigen Beschuldigten (Art. 50 OR). Anspruch auf Leistung einer Genugtuung besteht bei Körperverletzung (Art. 47 OR) und bei widerrechtlicher Verletzung in der Persönlichkeit, sofern die Schwere der Verletzung es rechtfertigt und diese nicht anders wieder gut gemacht worden ist (Art. 47, 49 OR). Die Voraussetzungen für die Zusprechung einer Genugtuung an den Privatkläger G_ sind beim Vorfall vom 31. März 2013 in der „K_ Bar“ erfüllt, wurde doch erheblich in seine physische und psychische Integrität eingegriffen. Neben körperlichen Blessuren und Schmerzen hat er bei diesem Vorfall beträchtliche seelische Unbill erlitten: Er wurde in einer Bar ohne jeden Anlass von sechs Angreifern verprügelt, hat dabei grosse Ängste ausgestanden und sein Sicherheitsgefühl im öffentlichen Raum wurde, wie er nachvollziehbar angegeben hat, beeinträchtigt. Die erstinstanzlich zugesprochene Genugtuungssumme von CHF 7‘000.– ist als Ausgleich für die erlittene körperliche und insbesondere seelische Unbill angemessen (vgl. AGE.AS.2011.43 vom 5. Juni 2012: CHF 7‘500.–: Opfer wurde grundlos verprügelt). Die Beschuldigten haften dem Privatkläger für die Genugtuung solidarisch (Art. 50 OR).
8.
Die Berufungen werden abgewiesen und das erstinstanzliche Urteil vollumfänglich bestätigt.
Die Beschuldigten D_, E_ und F_, welche im Berufungsverfahren lediglich als Berufungsbeklagte aufgetreten und mit ihren Anträgen auf Abweisung der Berufung der Staatsanwaltschaft durchgedrungen sind, tragen keine zweitinstanzlichen Verfahrenskosten. Die Beschuldigten A_, B_ und C_ sind mit ihren eigenen Berufungsanträgen zwar nicht durchgedrungen, indes mit ihren Anträgen auf Abweisung der Berufung der Staatsanwaltschaft. Sie tragen entsprechend ihrem teilweisen Obsiegen lediglich reduzierte (hälftige) zweitinstanzliche Verfahrenskosten. Den amtlichen Verteidigern von D_, F_ und A_ werden aus der Gerichtskasse Honorare gemäss ihrer Aufstellung ausgerichtet. A_ obsiegt lediglich teilweise. Auf die Bemessung des der amtlichen Verteidigung vom Staat auszurichtenden Stundenansatzes hat der Umstand des (teilweisen) Obsiegens der Beschuldigten nach der neueren Gerichtspraxis keinen Einfluss (vgl. BGE 139 IV 261, AGE SB.2012.75 vom 11. April 2014, SB.2013.121 vom 31. März 2014). Dieser beträgt unabhängig vom Ausgang des Verfahrens für ab dem 1. Januar 2014 erfolgte Aufwendungen CHF 200.– (vgl. BJM 2013 S. 331). Gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO hat die beschuldigte Person, die zu den Verfahrenskosten verurteilt wird, dem Gericht die der Verteidigung bezahlte Entschädigung zurückzuzahlen, sobald es ihre wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. Diese Rückzahlungspflicht bezieht sich jedoch, wie sich aus Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO ergibt, nicht auf die Entschädigung für Aufwendungen der Verteidigung in den Punkten, in welchen der Beschuldigte obsiegt hat. Da D_ und F_ vollständig und A_ teilweise obsiegen, betrifft die Rückerstattungspflicht im Falle der wirtschaftlichen Besserstellung daher bloss A_ und umfasst die Hälfte des seinem Verteidigers zugesprochenen Honorars. Für die Details wird auf das Dispositiv verwiesen.
Entsprechend dem Ausgang des Berufungsverfahrens werden E_ dafür eine angemessene Parteientschädigung und B_ und C_ reduzierte angemessene Parteientschädigungen aus der Gerichtskasse ausgerichtet. Für die Details wird auf das Dispositiv verwiesen.
Die Privatklägerschaft hat gegenüber den Beschuldigten grundsätzlich Anspruch auf angemessene Entschädigung für notwendige Aufwendungen im Verfahren, wenn sie obsiegt (Art. 433 StPO). Entsprechend hat der Vertreter des im Kostenerlass prozessierenden Privatklägers G_ den Antrag unter o/e-Kostenfolge gestellt, aber gleichzeitig beantragt, dass ihm infolge Nichteinbringlichkeit der Parteientschädigung und der Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege ein Honorar nach Aufwand auszurichten sei. Dem Vertreter des Privatklägers G_(im Kostenerlass) wird unter diesen Umständen für das zweitinstanzliche Verfahren, in Anwendung von Art. 136 der Strafprozessordnung, ein Honorar von CHF 1‘300.– und Auslagenersatz von CHF 81.– aus der Gerichtskasse ausgerichtet. Die vollumfänglich obsiegenden D_, E_ und F_, haben sich daran nicht zu beteiligen, wohl aber die teilweise unterliegenden A_, B_ und C_. B_ und C_, welche ein Erwerbseinkommen erzielen und privat vertreten sind, haben dem Appellationsgericht daran je CHF 250.– zurückzuerstatten (Art. 433 Abs. 1 lit a StPO, Art. 138 Abs. 2 StPO); A_, welcher derzeit kein Erwerbseinkommen erzielt, hat dem Appellationsgericht den nämlichen Betrag zurückzuerstatten, sobald es seine finanziellen Verhältnisse erlauben.