Decision ID: 538849a6-de62-4ee5-90af-bde67687544a
Year: 2019
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X. erwarb den Führerausweis der Kategorie A 1980 und denjenigen der Kategorien
B und BE sowie der Unterkategorien D1 und D1E 1981. Im Informationssystem über
die Verkehrszulassung (IVZ; früher: Administrativmassnahmen-Register) war X. bis ins
Jahr 2017 nicht verzeichnet.
B.- Am 24. Februar 2017 konsumierte X. zwischen Mittag und Abend eine unbestimmte
Menge Bier und lenkte anschliessend seinen Personenwagen. Zu Hause angekommen
parkierte er sein Fahrzeug vor seiner Liegenschaft und vergass, dieses vor dem
Aussteigen zu sichern. Das Auto rollte ein paar Meter rückwärts und blieb an der
bepflanzten Böschung stecken; es entstand kein Sachschaden. Der Nachbar von X.
beobachtete das Geschehen und informierte die Polizei, weil er Alkoholgeruch
festgestellt hatte. Die eingetroffenen Polizisten konnten keine Auffälligkeiten und
Ausfallerscheinungen bei X. feststellen. Die durchgeführte beweissichere Atem-
Alkoholprobe ergab einen Wert von 0,89 mg/l bzw. 1,78 Gewichtspromille
Blutalkoholkonzentration (abgekürzt: BAK). X. anerkannte die gemessenen Werte. Die
Polizei nahm ihm den Führerausweis an Ort und Stelle ab. Mit Strafbefehl vom 16. März
2017 wurde X. wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand (qualifizierte
Alkoholkonzentration) und Verletzung der Verkehrsregeln (Nichtsichern des
Personenwagens gegen das Wegrollen) zu einer bedingten Geldstrafe von
60 Tagessätzen à Fr. 120.– und einer Busse von Fr. 1'800.– verurteilt. Der Strafbefehl
erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
C.- Das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt erhielt Kenntnis von diesem Vorfall. Es
stellte X. am 9. März 2017 eine verkehrsmedizinische Untersuchung in Aussicht und
verbot ihm das Führen von Motorfahrzeugen vorsorglich ab sofort. Mit Verfügung vom
27. März 2017 ordnete es die verkehrsmedizinische Untersuchung beim Institut für
Rechtsmedizin des Kantonsspitals St. Gallen (abgekürzt: IRM) an. Dieser unterzog sich
X. am 9. August 2017. Das verkehrsmedizinische Gutachten vom 5. September 2017
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hielt fest, bei X. bestehe eine Alkoholabhängigkeit, eine verkehrsmedizinisch relevante
psychische Problematik in der Form einer rezidivierenden depressiven Störung und
einer kombinierten Persönlichkeitsstörung sowie ein Schlafapnoe-Syndrom; die
Fahreignung könne mangels längerfristigen Alkoholabstinenznachweises nicht
befürwortet werden. Am 22. September 2017 ordnete das Strassenverkehrsamt in der
Folge einen Führerausweisentzug auf unbestimmte Zeit an; es erliess gleichzeitig eine
Sperrfrist von drei Monaten wegen schwerer Widerhandlung gegen die
Strassenverkehrsvorschriften. Die Aufhebung des Führerausweisentzuges machte es
von einer kontrollierten und fachlich betreuten Alkoholabstinenz, vom Einreichen eines
psychiatrischen, psychotherapeutischen Verlaufsberichtes, von der Weiterführung der
Schlafapnoe-Behandlung und einer positiv verlaufenden verkehrsmedizinischen
Kontrolluntersuchung abhängig.
Am 14. März 2018 unterzog sich X. einer ersten Verlaufskontrolle am IRM. Gemäss
dem verkehrsmedizinischen Gutachten vom 23. April 2018 habe X. die Einhaltung der
Alkoholabstinenz haaranalytisch nachweisen können. Es bestände eine Medikation mit
Antabus. X. befände sich in regelmässiger ambulanter psychiatrisch-
psychotherapeutischer Behandlung, wobei ein psychisch stabiler Verlauf beschrieben
werde und die Psychopharmaka-Medikation mit der Fahreignung vereinbar sei. Die
Schlafapnoe-Erkrankung sei therapeutisch gut kontrolliert. Im Gutachten wurde die
Fahreignung von X. daher aus verkehrsmedizinischer Sicht mit Auflagen (Tragen einer
Sehhilfe, Einhaltung einer fachlich betreuten Alkoholabstinenz, regelmässige Kontrolle
und Behandlung der psychischen Problematik und des Schlafapnoe-Syndroms)
befürwortet. Mit Verfügung vom 28. Mai 2018 hob das Strassenverkehrsamt daraufhin
den Führerausweisentzug auf und erteilte X. den Führerausweis unter den
nachfolgenden Auflagen wieder (Ziffer 2):
"a) Sie haben unter fachlicher Betreuung (psychiatrisch-psychotherapeutisch) die
vollständige, kontrollierte Alkoholabstinenz einzuhalten.
b) Regelmässige Kontrolle und Behandlung der psychischen Erkrankung nach
Verordnung des behandelnden Arztes und striktes Befolgen der ärztlichen
Weisungen,
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inkl. Medikation.
c) Bei Verschlechterung des Zustandes ist sofort der Arzt oder die Ärztin
aufzusuchen
und auf das Führen eines Fahrzeuges zu verzichten.
d) Regelmässige ärztliche Kontrolle und Behandlung des Schlaf-Apnoe-Syndroms
und Medikamenten-Einnahme gemäss Verordnung des behandelnden Arztes
sowie
striktes Befolgen der ärztlichen Weisungen, inkl. Medikation.
e) Die Auflagenkontrolle inklusive Haaranalyse erfolgt alle 6 Monate am Institut für
Rechtsmedizin (IRM) in St. Gallen. [...]
f) Diese Auflagen haben auf unbestimmte Zeit Gültigkeit und werden mit Code 101
in
Ihren Führerausweis eingetragen. Eine Aufhebung der Abstinenzkontrolle kann
frühestens in 3 Jahren geprüft werden.
g) Bei Missachtung der Auflagen haben Sie [...] mit dem Entzug des
Führerausweises –
allenfalls auf unbestimmte Zeit – zu rechnen."
D.- Gegen die Verfügung des Strassenverkehrsamtes vom 28. Mai 2018 liess X. am
12. Juni 2018 durch seinen Rechtsvertreter Rekurs bei der
Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen (abgekürzt: VRK) erheben und
stellte folgende Anträge:
"1. Die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Angelegenheit sei zwecks
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Erlass einer neuen Verfügung an die Vorinstanz zurückzuweisen.
2. Eventualiter seien Ziffer 2 lit. a), lit. b), lit. c), lit. d), lit. e) lit. f) und lit. g) der
angefochtenen Verfügung aufzuheben und es sei von folgenden Auflagen
abzusehen:
[es folgt die Aufzählung der aufzuhebenden Auflagen]
3. Eventualiter seien Ziffer 2 lit. a), lit. e), und lit. f) aufzuheben und es sei von einer
vollständigen, kontrollierten Abstinenz unter fachlicher Betreuung (psychiatrisch-
psychotherapeutisch) sowie von einer diesbezüglichen Auflagekontrolle inklusive
Haaranalyse alle 6 Monate abzusehen.
4. Subeventualiter sei Ziffer 2 lit. f) aufzuheben und es sei eine Prüfung der
Aufhebung
der Abstinenzkontrolle in einem halben Jahr zuzulassen.
5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staates."
Am 18. Juli 2018 reichte der Rechtsvertreter innert erstreckter Frist eine umfangreiche
Rekursergänzung samt Beilagen ein. Mit Schreiben vom 23. Juli 2018 verzichtete das
Strassenverkehrsamt auf eine Vernehmlassung zum Rekurs. Der Rechtsvertreter
reichte am 8. August 2018 seine Honorarnote und am 16. Oktober 2018 eine
Stellungnahme samt Beilagen ein. Mit Schreiben vom 30. Oktober 2018 übermittelte
das Strassenverkehrsamt den Verlaufsbericht des IRM vom 29. Oktober 2018, worin
die Einhaltung der verfügten Auflagen unverändert empfohlen wird. Zum
Verlaufsbericht nahm der Rechtsvertreter am 8. November 2018 Stellung. Am 19. März
2019 reichte der Rekurrent eine weitere Stellungnahme samt Beilagen ein.

Auf die Ausführungen des Rekurrenten wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen
eingegangen.
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Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die VRK ist zum
Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs
vom 12. Juni 2018 ist rechtzeitig eingereicht worden. Er erfüllt in formeller und
inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 41 lit. g , 45, 47 und 48 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den
Rekurs ist einzutreten.
2.- Strittig sind die von der Vorinstanz verfügten Auflagen, wobei der Rekurrent die
Zulässigkeit der Auflagen insgesamt und auch je einzeln bestreitet.
a) Nach Art. 17 Abs. 3 SVG kann der auf unbestimmte Zeit entzogene Lernfahr- oder
Führerausweis bedingt und unter Auflagen wiedererteilt werden, wenn eine allfällige
gesetzliche oder verfügte Sperrfrist abgelaufen ist und die betroffene Person die
Behebung des Mangels nachweist, der die Fahreignung ausgeschlossen hat. Die
Wiedererteilung des Führerausweises liegt im pflichtgemässen Ermessen der
Entzugsbehörde.
Die an die Wiedererteilung geknüpften Auflagen sind Nebenbestimmungen, die dazu
dienen, Unsicherheiten beim Nachweis Rechnung zu tragen, dass der jeweilige
Fahreignungsmangel tatsächlich behoben und die Fahreignung der betroffenen Person
stabil ist (Ph. Weissenberger, Kommentar SVG und OBG, 2. Aufl. 2015, Art. 17 SVG
N 14). Auflagen müssen dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit genügen, das heisst
geeignet und erforderlich sein, um das der Verfügung zugrundeliegende öffentliche
Interesse zu erfüllen, sowie für den Betroffenen zumutbar sein. Sie sind im Vergleich
zur Verweigerung oder zum Entzug des Führerausweises als milderes Mittel zulässig,
wenn sich die Fahreignung nur mit dieser Massnahme aufrechterhalten lässt. Solche
Auflagen werden in der Praxis häufig mit der Wiedererteilung nach einem
Sicherungsentzug verbunden, können aber auch mit der erstmaligen Ausweiserteilung
angeordnet werden (BSK SVG-Rütsche, Basel 2014, Art. 17 N 29, 36; vgl. auch Urteil
des Bundesgerichts [BGer] 6A.61/2005 vom 12. Januar 2006 E. 2.1; BGE 125 II 289
E. 2b).
bis
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In Frage kommen Auflagen etwa, um einer Suchtgefährdung zu begegnen, namentlich
die Pflicht zur Einhaltung einer kontrollierten und fachlich betreuten Alkohol- oder
Drogenabstinenz. Damit lässt sich die erfolgreiche Überwindung der Alkoholsucht
nachweisen, welche in der Regel einer vier- bis fünfjährigen Behandlung und
regelmässigen Kontrolle bedarf. Es ist zulässig, das periodische Einreichen von
Laborkontrollen, Verlaufsberichten und Zeugnissen der zuständigen
Betreuungspersonen (Hausarzt, Suchtberatungsstelle etc.) zu verlangen
(BGer 1C_342/2009 vom 23. März 2010 E. 2.4; Weissenberger, a.a.O., Art. 17 N 15).
Auflagen können auch bei medizinischen Erkrankungen verfügt werden, z.B. bei
psychischen oder Schlaferkrankungen (B. Liniger, Verkehrsmedizin:
Fahreignungsbegutachtung und Auflagen, in: Jahrbuch zum Strassenverkehrsrecht
2004, S. 83 ff.).
b) aa) Die Vorinstanz stellte in der angefochtenen Verfügung vom 28. Mai 2018 auf die
verkehrsmedizinischen Gutachten des IRM vom 5. September 2017 (erstes Gutachten)
und vom 23. April 2018 (zweites Gutachten) ab. Im ersten Gutachten wurde dem
Rekurrenten die Fahreignung aufgrund einer langjährigen Alkoholproblematik, einer
psychischen Erkrankung (rezidivierende depressive Störung und kombinierte
Persönlichkeitsstörung) und eines Schlafapnoe-Syndroms abgesprochen; der durch
eine Brille korrigierte Fernvisus wurde als ausreichend erachtet. Rund ein halbes Jahr
später wurde im zweiten verkehrsmedizinischen Gutachten die Fahreignung des
Rekurrenten unter Auflagen befürwortet, nachdem dieser die Alkoholabstinenz und die
regelmässige Behandlung der festgestellten psychischen und somatischen
Erkrankungen nachgewiesen hatte.
bb) Der Rekurrent rügt, die verkehrsmedizinischen Gutachten und Verlaufsberichte
seien mangelhaft und unvollständig; dadurch würden sein Anspruch auf rechtliches
Gehör und die Untersuchungsmaxime verletzt.
Wie jedes Beweismittel unterliegen auch Gutachten der freien Beweiswürdigung; in
Sachfragen weichen die Behörde und das Gericht aber nur aus triftigen Gründen von
einer durch eine anerkannte Fachinstitution erstellten Expertise ab. Es ist daher zu
prüfen, ob sich auf Grund der übrigen Beweismittel und der Vorbringen des
Rekurrenten ernsthafte Einwände gegen die Schlüssigkeit der gutachterlichen
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Darlegungen aufdrängen. Das Abstellen auf eine nicht schlüssige Expertise oder der
Verzicht auf die gebotenen zusätzlichen Beweiserhebungen können gegen das aus
Art. 9 der Bundesverfassung (SR 101) abgeleitete Verbot willkürlicher Beweiswürdigung
verstossen (BGer 1C_101/2015 vom 8. Juli 2015 E. 4.3). Hinsichtlich des Beweiswertes
eines verkehrsmedizinischen Gutachtens ist entscheidend, ob es auf umfassenden
verkehrsmedizinischen Abklärungen beruht, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben wurde, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten auf
einer schlüssigen, nachvollziehbaren und in sich geschlossenen Begründung beruhen
(vgl. BGer 1C_7/2017 vom 10. Mai 2017 E. 3.5).
Sowohl das erste als auch das zweite Gutachten stützen sich auf medizinische
Vorakten, eine aktuelle verkehrsmedizinische Untersuchung, Fremdauskünfte und
Resultate der Laboruntersuchungen der Blutwerte des Rekurrenten. Sie thematisieren
die persönliche und medizinische Situation des Rekurrenten in der gebotenen Länge
und in konsistenter Weise; das gilt ebenso für die Alkoholproblematik. Die wesentlichen
Gesichtspunkte aus Vorakten, Drittauskünften und Laboruntersuchungen werden in
den Gutachten wiedergegeben und die Untersuchungsergebnisse besprochen. Die
verkehrsmedizinische Beurteilung orientiert sich an diesen Feststellungen und gelangt
zu beleg- und nachvollziehbaren Schlüssen hinsichtlich der Fahreignung des
Rekurrenten. Es sind – entgegen den umfangreichen Ausführungen des Rekurrenten –
keine konkreten Mängel an den beiden Gutachten ersichtlich; die allesamt lediglich
abstrakten Vorbringen des Rekurrenten vermögen keine ernsthaften Bedenken an der
Qualität und dem Beweiswert der Gutachten zu wecken. Diese erscheinen vielmehr als
vollständig, nachvollziehbar und schlüssig. Es sind daher keinerlei ergänzenden
Beweise zu erheben und es ist auch keine Verletzung des rechtlichen Gehörs oder der
Untersuchungsmaxime zu erkennen. Soweit der Rekurrent geltend macht, er habe die
Gutachten mangels Beilage der darin erwähnten (Fremd-)Berichte nicht überprüfen
können, ist er darauf hinzuweisen, dass er sich selbständig an die entsprechenden
Personen und Stellen hätte wenden können – was er gemäss seinen Ausführungen im
Rekurs offensichtlich auch tat. Für das Gericht besteht diesbezüglich kein
Handlungsbedarf, denn es sind vorliegend keine Anhaltspunkte erkennbar, wonach die
erfahrenen Gutachter die bei den behandelnden Ärzten eingeholten Erkundigungen
falsch zu Papier gebracht hätten.
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cc) Der Rekurrent bringt weiter vor, die Vorinstanz habe nicht auf die Feststellungen im
Strafbefehl vom 16. März 2017 abstellen dürfen und es seien die Strafakten
beizuziehen. Der Strafbefehl erwuchs indes unangefochten in Rechtskraft. Es ist nicht
ersichtlich, dass er nichtig sein könnte. Insbesondere ist in Art. 13 des
Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Straf- und Jugendstrafprozessordnung
(sGS 962.1) u.a. ausdrücklich vorgesehen, dass der Sachbearbeiter mit
staatsanwaltschaftlichen Befugnissen einen Strafbefehl erlässt, wenn als Sanktion
voraussichtlich eine Busse, eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von höchstens
sechs Monaten in Betracht kommt. Der Rekurrent wurde zu einer bedingten Geldstrafe
und einer Busse verurteilt, weshalb der Einwand der fehlenden Zuständigkeit trölerisch
ist.
Die Vorinstanz durfte und musste auf den Strafbefehl im Hinblick auf die Sperrfrist
abstellen, weil die Verwaltungsbehörde grundsätzlich an die tatsächlichen
Feststellungen im Strafurteil gebunden ist (BGE 123 II 97 E. 3c/aa). Es ist im Übrigen
nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung mit Treu und Glauben nicht vereinbar,
die strafrechtliche Verurteilung zu akzeptieren und gegen deren tatsächlichen
Grundlagen im anschliessenden Administrativverfahren Einwände zu erheben (BGer
1C_539/2016 vom 20. Februar 2017 E. 2.4). Die Vorbringen des Rekurrenten
hinsichtlich der Trunkenheitsfahrt vom 24. Februar 2017 (insbesondere in Bezug auf
den geltend gemachten Nachtrunk) zielen an der Sache vorbei; es geht hier um
Auflagen. Die in diesem Zusammenhang gestellten Beweisanträge und der anbegehrte
Beizug der Strafakten sind abzuweisen; hier ist nicht der Ort, das rechtskräftig
abgeschlossene Strafverfahren neu aufzurollen.
dd) Sodann rügt der Rekurrent, die Vorinstanz habe nicht unbesehen auf ihre erste
Verfügung vom 22. September 2017 verweisen dürfen; das Verfahren des
Führerausweisentzugs sei nicht rechtskräftig abgeschlossen. Im Bereich der
strassenverkehrsrechtlichen Administrativmassnahmeverfahren gibt es aber kein – dem
Strafrecht analoges – Hauptverfahren. Die Verfügungen des Strassenverkehrsamts sind
vielmehr jeweils einzeln anzufechten. Es ist daher nicht erkennbar, was der Rekurrent
aus seinem Vorbringen ableiten will.
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ee) Schliesslich macht der Rekurrent geltend, die Vorinstanz habe seine Beweisanträge
nicht berücksichtigt und ihre Verfügung vom 28. Mai 2018 sei ungenügend begründet.
Die Vorinstanz stützte sich beim Erlass der angefochtenen Verfügung im Wesentlichen
auf das verkehrsmedizinische Gutachten vom 23. April 2018, welches – wie ausgeführt
– beweisrechtlich nicht zu beanstanden ist. Im Übrigen muss auch die Vorinstanz nur
diejenigen Beweise erheben, die für den Ausgang des Verfahrens erheblich sein
können. Kommt sie zum nachvollziehbaren Schluss, dass die angebotenen Beweise
am Ergebnis nichts mehr ändern würden, braucht sie diese auch nicht abzunehmen
(sog. antizipierte Beweiswürdigung). Der Anspruch auf rechtliches Gehör wird dadurch
nicht verletzt (BGer 2C_191/2018 vom 10. September 2018 E. 2.1). Ihrer
Begründungspflicht ist sie sodann ausreichend nachgekommen, zumal die Sachlage
klar ist und die anwendbaren Normen bestimmt waren, weshalb ein Hinweis auf die
anwendbaren Rechtsnormen und eine kurze Begründung genügen (vgl. BGE 112 Ia
107 E. 2b).
c) aa) Zu prüfen bleibt die Angemessenheit der von der Vorinstanz verfügten Auflagen.
Diesbezüglich ist festzuhalten, dass materiell lediglich drei Auflagen angeordnet
wurden, nämlich die vollständige kontrollierte und fachlich betreute Alkoholabstinenz
(lit. a, lit. e und lit. f), die regelmässige Kontrolle und Behandlung der psychischen
Erkrankung und die Einhaltung der ärztlichen Weisungen und verordneten Medikation
(lit. b) sowie die regelmässige Kontrolle und Behandlung des Schlafapnoe-Syndroms
und die Einhaltung der ärztlichen Weisungen und verordneten Medikation (lit. d). Bei
den übrigen in Ziffer 2 der Verfügung vom 28. Mai 2018 aufgeführten Punkten handelt
es sich demgegenüber um Hinweise mit eher deklaratorischem Charakter. Das gilt
zunächst für die Anordnung, dass bei einer Verschlechterung des Zustandes ein Arzt
aufzusuchen und auf das Führen eines Motorfahrzeuges zu verzichten ist (lit. c). Diese
Formulierung greift Selbstverständliches auf und zwar, dass Motorfahrzeugführer bei
einer Fahrt immer über Fahreignung und Fahrkompetenz verfügen (vgl. Art. 14 SVG)
und aktuell fahrfähig sein (vgl. Art. 31 Abs. 2 SVG) müssen. Da die betroffene Person in
der Regel als erste merkt, wenn sich ihr Gesundheitszustand verschlechtert, ist es
durchaus zweckmässig, sie nicht nur in den Erwägungen, sondern auch im
Rechtsspruch auf die Pflicht hinzuweisen, nicht zu fahren, wenn sich der
Gesundheitszustand verschlechtert. Als verfahrensrechtliche Hinweise sind sodann lit. f
und lit. g zu verstehen, soweit sie besagen, dass die Auflagen auf unbestimmte Zeit
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Gültigkeit haben – nämlich bis der Nachweis der unbedingten Fahreignung erbracht ist
(vgl. Art. 24e der Verordnung über die Zulassung von Personen und Fahrzeugen zum
Strassenverkehr [Verkehrszulassungsverordnung, SR 741.51, abgekürzt: VZV]) –, mit
Code 101 im Führerausweis eingetragen werden (vgl. Art. 24d VZV in Verbindung mit
Ziff. 42 der Weisungen des ASTRA vom 15. März 2016 über die Ausstellung des
Führerausweises im Kreditkartenformat) und ein Missachten der Auflagen einen Entzug
des Führerausweises zur Folge haben kann (vgl. Art. 16 Abs. 1 und Art. 17 Abs. 5 SVG).
bb) Die Vorinstanz ordnete die Auflagen aufgrund der Empfehlungen im
verkehrsmedizinischen Gutachten vom 23. April 2018 an. An dieses
Sachverständigengutachten ist das Gericht nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung
gebunden, soweit Fachfragen betroffen sind und keine triftigen Gründe für eine
abweichende Würdigung sprechen (BGer 1C_147/2018 vom 5. Oktober 2018 E. 5.1).
cc) Der Rekurrent bemängelt die Notwendigkeit und Verhältnismässigkeit der
Alkoholabstinenzkontrolle. Deren Anordnung an sich, die Kontrollintervalle und -
modalitäten sowie die Prüfung der Aufhebung in frühestens drei Jahren seien nicht
angezeigt, weil er seine Alkoholproblematik zwischenzeitlich im Griff und seine
vollständige Alkoholabstinenz nachgewiesen habe. Im Widerspruch dazu wird
allerdings als Grund für die Anfechtung der Auflagen angegeben, dass dem Rekurrent
ein Führerausweisentzug auf unbestimmte Zeit drohe, wenn er sich nicht an die
Auflagen halte (act. 11 S. 3 f.).
Grundvoraussetzung für die Erteilung des Führerausweises ist u.a. die Fahreignung und
Fahrkompetenz (Art. 14 Abs. 1 SVG). Über Fahreignung verfügt, wer u.a. frei von einer
Sucht ist, die das sichere Führen von Motorfahrzeugen beeinträchtigt (Art. 14 Abs. 2 lit.
c SVG), wie beispielsweise Alkohol-, Betäubungs- und Arzneimittelabhängigkeit. Die
Rechtsprechung bejaht eine Trunksucht, wenn die betroffene Person regelmässig so
viel Alkohol konsumiert, dass ihre Fahrfähigkeit vermindert wird und sie diese Neigung
zum übermässigen Alkoholgenuss durch den eigenen Willen nicht zu überwinden oder
zu kontrollieren vermag. Auf eine fehlende Fahreignung darf geschlossen werden, wenn
die Person nicht mehr in der Lage ist, Alkoholkonsum und Strassenverkehr
ausreichend zu trennen, oder wenn die naheliegende Gefahr besteht, dass sie im
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akuten Rauschzustand am motorisierten Strassenverkehr teilnimmt (BGer 1C_701/2017
vom 14. Mai 2018 E. 2.2).
Im verkehrsmedizinischen Gutachten vom 5. September 2017 wurde festgestellt, dass
beim Rekurrenten eine verkehrsrelevante Alkoholabhängigkeit vorliege und diese
Problematik seit vielen Jahren bestehe. Darauf stützte sich die Vorinstanz in der
Verfügung vom 22. September 2017, welche vom Rekurrenten nicht angefochten
wurde und worauf die Vorinstanz daher später abstellen durfte. Es erscheint
widersprüchlich und aufgrund der ärztlichen Stellungnahme trölerisch, wenn der
Rekurrent bei den hier zu beurteilenden Auflagen die festgestellte Alkoholabhängigkeit
anzweifelt, den u.a. deretwegen verfügten Führerausweisentzug auf unbestimmte Zeit
aber akzeptierte. Dass eine Alkoholsuchtproblematik vorliegt, gilt somit als erwiesen.
Am Vorliegen einer solchen Problematik ändert auch nichts, dass der Rekurrent
wiederholt und auch während längerer Zeit abstinent war. Der Vorfall vom 24. Februar
2017 zeigt gerade, dass er nicht dauerhaft abstinent war und den Alkoholkonsum
dannzumal nicht vom Strassenverkehr trennen konnte. Angesichts dessen, dass der
Rekurrent bei der Trunkenheitsfahrt eine – von ihm anerkannte und im rechtskräftigen
Strafbefehl vom 16. März 2017 festgestellte – BAK von 1,78 aufwies und die Polizisten
bei ihm keine Ausfallerscheinungen feststellen konnten, ist auch seine Behauptung, er
lebe konsequent abstinent und es habe sich damals um einen einmaligen Ausrutscher
gehandelt, wenig glaubwürdig. Im Übrigen sprach er bei der verkehrsmedizinischen
Untersuchung selbst von Alkoholproblemen und deren Behandlung (mittels Antabus
und Klinikaufenthalten). Dass er seit Jahren Alkoholentwöhnungsmittel einnimmt, zeigt
ebenfalls, dass die Situation keineswegs so stabil ist, wie sie vom Rechtsvertreter
dargestellt wird (z.B. act. 11 Ziff. II.3.2.7).
Praxisgemäss wird bei Vorliegen einer Alkoholsucht für die Erteilung des
Führerausweises eine kontrollierte und fachlich betreute Abstinenz gefordert; nach
einer Phase der kontrollierten Abstinenz (von in der Regel einem Jahr) soll dabei der
Ausweis regelmässig nur unter der Auflage der weiteren Abstinenz erteilt werden.
Dieses Vorgehen entspricht auch den verkehrsmedizinischen Empfehlungen im zweiten
Gutachten vom 23. April 2018, wonach die Auflagendauer bezüglich Alkohol sechs
Kontrollzyklen in halbjährlichem Abstand betragen soll. Auch die Rechtsprechung
erachtet Nachweisperioden von drei Jahren und Nachweisintervalle von sechs
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Monaten sowie den Nachweis mittels Haaranalysen und Verlaufsberichten als zulässig
(vgl. BGer 6A.77/2004 vom 1. März 2005 E. 2.1, 1C_342/2009 vom 23. März 2010 E. 3;
Entscheid der VRK [VRKE] IV-2016/33 vom 29. September 2016 E. 4, im Internet
abrufbar unter: www.gerichte.sg.ch). Die verfügte Alkoholabstinenzauflage hält diese
Vorgaben ein. Es ist daher nicht ersichtlich, inwiefern die Vorinstanz das ihr zustehende
Ermessen diesbezüglich falsch ausgeübt haben soll.
dd) Der Rekurrent führt an, bei ihm beständen auch keine psychischen oder
somatischen Krankheiten, welche die verfügten Auflagen rechtfertigten.
Die Fahreignung setzt die erforderliche körperliche und psychische Leistungsfähigkeit
zum sicheren Führen von Motorfahrzeugen voraus (Art. 14 Abs. 2 lit. b SVG). Art. 7
Abs. 1 VZV verweist für die medizinischen Mindestanforderungen zum Erwerb eines
Führerausweises auf deren Anhang 1. Danach darf der Fahrzeugführer z.B. keine
Krankheiten oder organisch bedingte psychische Störungen mit bedeutsamer
Beeinträchtigung von Bewusstsein, Orientierung, Gedächtnis, Denkvermögen,
Reaktionsvermögen oder andere Hirnleistungsstörungen aufweisen (Abschnitt 4). Er
darf zudem keine manische oder erhebliche depressive Symptomatik und keine
Beeinträchtigung von verkehrsrelevanten Leistungsreserven aufzeigen (Abschnitte 4
und 5). Weiter dürfen keine Erkrankungen mit erhöhter Tagesschläfrigkeit und keine
anderen Erkrankungen oder Einschränkungen, die sich auf die Fähigkeit zum sicheren
Führen eines Motorfahrzeugs auswirken, vorliegen (Abschnitt 9).
Gemäss dem verkehrsmedizinischen Gutachten vom 5. September 2017 besteht beim
Rekurrenten eine verkehrsmedizinisch relevante psychische Problematik in der Form
einer rezidivierenden depressiven Störung und kombinierten Persönlichkeitsstörung,
wobei eine gegenseitige Beeinflussung mit der Alkoholproblematik vorliegt. Diese
Diagnose stützt sich einerseits auf die Aussagen des Rekurrenten bei der
verkehrsmedizinischen Untersuchung vom 9. August 2017, wonach er schon seit seiner
Jugend unter Depressionen leide und schon lange Antidepressiva einnehme, und
andererseits auf medizinische Fremdauskünfte. Aus letzteren kann insbesondere
entnommen werden, dass sich der Rekurrent wegen einer schweren Episode einer
rezidivierenden depressiven Störung in stationäre Behandlung begab. Depressive
Störungen mit Wahn oder Agitiertheit, Depressionen mit suizidalen oder stupurösen
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Symptomen und auch schwere rezidivierende (wiederkehrende) Depressionen gehen
mit einer Einschränkung der Fahreignung einher (Afflerbach/Ebner/Dittmann,
Fahreignung und psychische Störungen, in: Schweiz Med Forum 2004, S. 704). Allein
schon aus diesem Grund rechtfertigt sich die Auflage einer kontrollierten Behandlung
der psychischen Erkrankungen. Eine solche Auflage drängt sich umso mehr auf, als
beim Rekurrenten auch eine Persönlichkeitsstörung vorliegt und ein Zusammenhang
mit seiner Alkoholerkrankung besteht.
Auch schlafmedizinische Erkrankungen können die Fahreignung beeinträchtigen, weil
sie zu einer erhöhten Tagesschläfrigkeit führen können. Zur Gewährleistung der
Fahreignung kann eine wirksame Therapie der Schläfrigkeit (z.B. mit einer CPAP
["Continuous Positive Airway Pressure"]Behandlung) notwendig sein (Mathis/Kohler/
Hemmeter/Seeger, Fahreignung bei Tagesschläfrigkeit, in: Swiss Medical Forum 2017,
S. 442 ff.). Eine schlechte Compliance bei der CPAPTherapie gilt dabei als Risikofaktor
für Verkehrsunfälle (Mathis/Kohler/Hemmeter/Seeger, a.a.O., S. 444). Patienten mit
schlafmedizinischen Erkrankungen wird eine mindestens jährliche Kontrolle empfohlen
(Mathis/Kohler/Hemmeter/Seeger, a.a.O., S. 445). Der Rekurrent gab bei der
verkehrsmedizinischen Untersuchung vom 9. August 2017 an, er leide seit dem Jahr
2011 an einem Schlafapnoe-Syndrom; er sei deswegen in Behandlung, lasse sich mit
CPAP therapieren und gehe regelmässig in die Kontrolle. Dies bestätigen auch die
Berichte der involvierten Ärzte und Fachstellen. Es besteht demnach eine Veranlassung
für die Auflage einer weiteren Behandlung seiner Schlafapnoe. Nachdem sich das
Gericht an die Fachmeinung der Verkehrsmediziner zu halten hat, solange – wie
vorliegend – keine triftigen Gründe dagegensprechen, und im verkehrsmedizinischen
Gutachten vom 23. April 2018 die regelmässige ärztliche Kontrolle und Behandlung des
Schlafapnoe-Syndroms in der Form einer Auflage empfohlen wird, erweist sich auch
diese von der Vorinstanz verfügte Auflage als zulässig. Daran ändert auch der Hinweis
des Rekurrenten auf eine aktuell fehlende medikamentöse Behandlung seiner Krankheit
nichts. Solange ärztlicherseits keine entsprechenden Medikamente verordnet sind,
muss er keine solchen einnehmen.
ee) Insgesamt übte die Vorinstanz mit der Anordnung der erwähnten Auflagen das ihr
zustehende Ermessen pflichtgemäss aus. Die verfügten Auflagen erweisen sich als
zulässig, erforderlich, zweckmässig und angemessen; insgesamt tragen sie der langen
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 15/16
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St.Galler Gerichte
Vorgeschichte und den sich daraus ergebenden kritischen Faktoren im Hinblick auf die
Fahreignung Rechnung. Angesichts dessen, dass mit den Auflagen ein längerfristiger
Nachweis der Fahreignung und damit gewissermassen eine Bewährung angestrebt
wird, ändert daran auch der automobilistische Leumund des Rekurrenten, seine Reue
und Einsicht sowie sein zwischenzeitliches Wohlverhalten nichts. Zu berücksichtigen ist
auch, das der Rekurrent fahrberechtigt ist, wenn er die Auflagen einhält; der Eingriff in
seine persönlichen Rechte ist damit ungleich geringer als bei einem Fahrverbot. Der
Rekurs ist daher sowohl im Hauptantrag als auch in sämtlichen Eventualanträgen
abzuweisen.
4.- Mit den verfügten Auflagen soll die Sicherheit der übrigen Verkehrsteilnehmer
sichergestellt werden. Dieser Zweck wäre gefährdet, wenn dem Rekurrenten während
eines Beschwerdeverfahrens der Führerausweis ohne Auflagen überlassen würde.
Einer allfälligen Beschwerde ist deshalb die vom Gesetz vorgesehene aufschiebende
Wirkung zu entziehen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 51 VRP).
5.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten dem Rekurrenten
aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'200.– erscheint
angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der
Kostenvorschuss ist damit zu verrechnen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist
keine ausseramtliche Entschädigung zuzusprechen (Art. 98 VRP), und zwar weder für
das Verfahren vor der Vorinstanz, wobei die entsprechenden Voraussetzungen ohnehin
nicht erfüllt wären (vgl. Art. 98 Abs. 3 lit. b VRP; VRKE IV-2015/29 vom 27. August 2015
E. 3; VRKE IV-2013/82 vom 25. September 2013 E. 3), noch für das Rekursverfahren.