Decision ID: 93c04171-204e-419c-8776-be23f1d03f0c
Year: 2012
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Forderung
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Meilen vom 11. April 2011 (CG050044)
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Rechtsbegehren: (Urk. 2 in Verbindung mit Urk. 20 S. 2 und Urk. 36)
"1. Der Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin 1 zu bezahlen: CHF 328'800.– Schadenersatz bestehend aus
a) Einkommensverlust CHF 230'000.– b) bis Ende 2005 aufgelaufene
Krankenkassen- und Pflege- kosten CHF 25'800.–
c) Kosten der vorgerichtlichen Abklärungen (rechtlich / medi- zinisch)
d) In den kommenden Jahren zu erwartende Kosten (von der Krankenkasse nicht gedeckte Behandlungskosten und Krankenkassen-Selbstbehalte), unter dem Vorbehalt der Nach- klage, falls nicht gedeckte Kosten diesen Betrag übersteigen sollten CHF 60'000.–
CHF 328'800.–
2. Der Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin 1 zu bezahlen: Eine lebenslängliche Rente zur Abdeckung des Haushaltscha-
dens in Höhe von CHF 12'480.– p.a. indexiert nach  des BFS (Bundesamt für Statistik) rückwirkend ab 1.10.2000 und erstmals an den Index angepasst per 1.1.2006, unter dem Vorbehalt der Nachklage, falls sich der Haushalt- schaden durch weitere Behinderungen der Klägerin 1 vergrössern sollte.
3. Der Beklagte sei zu verpflichten, den Klägern 1 und 2 zu :
CHF 200'000.– Genugtuung a) für die Klägerin 1 CHF 150'000.– b) für den Kläger 2 CHF 50'000.– 4. alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Be-
klagten."
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Erwägungen:
1. Mit Klageschrift vom 30. Juni 2005 machten die Kläger, Berufungsbeklag-
ten und Anschlussberufungskläger (fortan Kläger) das Verfahren bei der Vo-
rinstanz anhängig (Urk. 1, Urk. 2). Mit Urteil vom 11. April 2011 hiess die Vo-
rinstanz ihre Klagen teilweise gut (Urk. 190).
2. Mit seiner Berufung vom 30. Mai 2011 beantragte der Beklagte, Beru-
fungskläger und Anschlussberufungsbeklagte (fortan Beklagter) die vollumfängli-
che Abweisung der Klage (Urk. 189). Die Kläger erstatteten die Berufungsantwort
am 26. August 2011 (Urk. 195). Gleichzeitig erhoben sie Anschlussberufung, wo-
mit sie die vollumfängliche Gutheissung der Klagen beantragten (Urk. 196). Die
Anschlussberufungsantwort ging am 22. November 2011 ein und wurde den Klä-
gern am 13. Dezember 2011 zugestellt (Urk. 203). Beide Parteien leisteten recht-
zeitig die von ihnen verlangten Kostenvorschüsse von Fr. 25'560.– bzw.
Fr. 3'500.– (Urk. 192, Urk. 198).
3. Am 4. Oktober 2012 wurden die Parteien auf den 6. November 2012 zur
Instruktionsverhandlung vorgeladen (Urk. 206). Anlässlich dieser Verhandlung
schlossen die Parteien folgenden
Vergleich (Prot. II S. 17, Urk. 208):
"1. Die Klägerin 1 reduziert ihre gesamte Klage (Rechtsbegehren Ziff. 1 bis
Ziff. 3, d.h. eingeklagte Kapitalforderung, Rente und Genugtuungsforderung)
auf Fr. 400'000.– netto, in welcher Höhe sie der Beklagte anerkennt.
2. Der Kläger 2 zieht seine Klage vollumfänglich zurück.
3. Die erst- und zweitinstanzlichen Gerichtskosten inklusive Gutachtenskosten
übernimmt der Beklagte.
4. Die Parteien verzichten gegenseitig für beide Instanzen auf Prozessent-
schädigung.
5. Mit Erfüllung dieser Vereinbarung erklären sich die Parteien per Saldo aller
gegenseitigen Ansprüche für auseinandergesetzt.
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6. Die D._ AG [Versicherung], vertreten durch Frau lic. iur. E._ mit
Vollmacht, erklärt sich mit diesem Vergleich einverstanden und für den Ver-
gleichsbetrag und die Gerichtskosten gemäss Ziffer 1 und 3 hiervor solida-
risch haftbar."
4. Ein Vergleich hat die Wirkung eines rechtskräftigen Entscheides (Art. 241
Abs. 2 ZPO). Der Prozess ist demzufolge abzuschreiben (Art. 241 Abs. 3 ZPO),
unter vereinbarungsgemässer Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen.
5. a) Der Streitwert von Rechtsbegehren Ziffer 1 und 3 beträgt Fr. 528'800.–.
Der Barwert der mit Rechtsbegehren Ziffer 2 geforderten Rente beläuft sich bei
einem Kapitalisierungszinsfuss von 3.5% auf Fr. 246'363.– (Art. 92 ZPO), der Ge-
samtstreitwert somit auf Fr. 775'163.–.
b) Die Gerichtsgebühr für das erstinstanzliche Verfahren (Dispositiv Zif-
fer 4) wurde von keiner Seite beanstandet und erscheint trotz leicht divergieren-
dem Streitwert (Urk. 190 S. 89) angemessen. Sie ist samt den Auslagen für Gut-
achten und Zeugen zu bestätigen (Art. 318 Abs. 3 ZPO).