Decision ID: a9330850-95d8-464b-a90b-3ed9a400ba5e
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherter) war über die ._ Arbeitslosenkasse bei der
Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) unfallversichert, als er am 9. August
2018 in Z._ eine Treppe hinunterfiel. Mit Schadenmeldung UVG vom 14. September
2018 wurde die Suva über den Unfall informiert. Als Verletzungen wurden eine Prellung
des linken Hüftgelenks, eine Schürfung der linken Mittelhand sowie eine Kopf- bzw.
Nasenbeinverletzung angegeben. Ab dem 10. August 2018 bestehe eine
Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. 1). Mit Schreiben vom 18. September 2018 teilte die Suva
dem Versicherten mit, dass sie für die Folgen des Nichtberufsunfalls vom 9. August
2018 die Versicherungsleistungen ausrichten werde (Suva-act. 3).
A.a.
Im Arztzeugnis UVG vom 8. November 2018 berichtete Dr. med. B._, FMH
Allgemeine Innere Medizin und Geriatrie, der Versicherte habe angegeben, beim
Besuch des Bruders in Z._ am 9. August 2018 eine lange Treppe hinabgestürzt zu
sein und sich dabei multiple Prellungen und Schürfungen an den Extremitäten sowie
am Schädel zugezogen zu haben. Am Metacarpale V links habe er eine Fraktur erlitten,
die konservativ mittels Ruhigstellung behandelt worden sei. Seit dem Sturz habe der
Versicherte auch ein aufgetriebenes PIP III Gelenk an der rechten Hand sowie leichte
Schmerzen bei der Ulnar- und Radialabduktion. Als Diagnosen nannte Dr. B._ einen
Treppensturz vom 9. August 2018 mit multiplen Kontusionen an den Extremitäten und
am Schädel, einen Status nach einer Metacarpale V Fraktur links sowie einen Status
nach einer Distorsion PIP III Hand rechts (Suva-act. 11). Dr. B._ legte seinem Bericht
in Z._ angefertigte Röntgenbilder sowie eine ärztliche Notiz aus Z._ vom 11.
A.b.
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August 2018 bei (Suva-act. 10 f.). Weiter attestierte er dem Versicherten eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit ab dem 10. August 2018 und merkte an, dass dieser nach Unfällen
und Krankheiten generell nur mühsam wieder in den Arbeitsprozess zu integrieren sei.
Immer wieder sei auch die Frage nach einer IV-Berentung aufgekommen (Suva-act. 11;
zum kurzzeitig erfolgten Arbeitseinsatz trotz Krankschreibung, welcher zu einem Abzug
bei den Taggeldern führte, vgl. Suva-act, 11-2, 12, 14 ff., 21 ff., 25, 31 und 33 f.). Am
13. November 2018 fand auf Zuweisung von Dr. B._ eine Vorstellung bei Dr. med.
C._, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
FMH Handchirurgie, D._ AG, statt. Dieser liess gleichentags eine
Röntgenuntersuchung der linken Hand durchführen, die eine vollständig konsolidierte
Metacarpale V Fraktur, jedoch nicht konsolidierte ossäre Ausrissfrakturen der
Seitenbänder an Dig. III-V im MCP Gelenk zeigte. Im Untersuchungsbericht vom 14.
November 2018 hielt Dr. C._ in der Anamnese fest, dass die Verletzungen nach dem
Treppensturz bis auf diejenigen an der linken Hand relativ gut verheilt seien. An der
linken Hand persistierten diffuse Schmerzen, insbesondere intermetakarpal IV und V.
Als Befunde erhob er namentlich Schwellungen an der linken Hand, eine lokalisierte
Druckdolenz, einen inkompletten Faustschluss sowie eine inkomplette
Fingerstreckung. Dr. C._ erklärte, dass bezüglich der Metacarpale Fraktur keine
Einschränkungen mehr an der Hand bestehen sollten. Die verzögerte Heilung sei
jedoch aufgrund der Bandverletzungen mit ossärem Ausriss gut erklärbar. Er empfahl
die Durchführung eines Heimprogramms (Suva-act. 23). In einer kreisärztlichen
Beurteilung vom 5. Dezember 2018 hielt med. pract. E._, Facharzt für Chirurgie, die
attestierte Arbeitsunfähigkeit hinsichtlich der Fraktur für 12-14 Wochen und hinsichtlich
der Bandläsionen für 16 Wochen als ausgewiesen. Er empfahl, die nächste Kontrolle
bei Dr. C._ abzuwarten und bei Beschwerdepersistenz die Durchführung einer MRT-
Untersuchung (Suva-act. 32). Am 22. Januar 2019 wurde eine MRT-Untersuchung der
linken Hand durchgeführt (Suva-act. 47). In einem Untersuchungsbericht vom 12.
Februar 2019 hielt Dr. C._ fest, dass in der MRT-Untersuchung die Bandverletzungen
mit ossärem Ausriss bestätigt worden seien. Zudem sei der Verdacht auf eine
Pseudarthrose des Metacarpale V geäussert worden. Anlässlich einer konventionellen
Röntgenverlaufskontrolle habe sich eine vollständig konsolidierte Fraktur des
Metacarpale V ohne Hinweis auf eine Pseudarthrose gezeigt. Die ossären
Ausrissfrakturen der Seitenbänder seien weiterhin ohne Konsolidationszeichen
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abgrenzbar (Suva-act. 49; zur bereits im MRT-Untersuchungsbericht empfohlenen
Röntgenuntersuchung bzgl. des Verdachts auf eine Pseudarthrose vgl. Suva-act. 47).
Am 13. Februar 2019 bestätigte med. pract. E._ das Vorliegen von Unfallrestfolgen.
Konkrete Angaben zur Arbeitsfähigkeit konnte er nicht machen (Suva-act. 50).
Anlässlich einer Besprechung mit der Suva vom 28. März 2019 gab der
Versicherte an, an der rechten Hand würde jeweils der Mittelfinger schmerzen und es
sei ihm nicht möglich, den Faustschluss vollständig durchzuführen. Bezüglich des
rechten Mittelfingers sei seit dem Unfall bereits eine starke Besserung eingetreten.
Täglich Schmerzen habe er an der linken Hand und dies auch im Ruhezustand. Zum
Schutz in der Nacht trage er jeweils einen Handschuh. Er habe auch keine Kraft, könne
mit der linken Hand keine Gewichte anheben. Zudem sei ihm der Faustschluss nicht
möglich. Die Finger schmerzten ihn vom Mittelfinger bis zum kleinen Finger. Auch der
Handrücken und die Handinnenfläche der linken Hand schmerzten. In der linken Hand
habe sich seit dem Unfall noch keine grössere Besserung eingestellt. Er sei
Rechtshänder (Suva-act. 56).
A.c.
Im Auftrag der Suva wurde der Versicherte am 9. April 2019 von Dr. med. F._,
Allgemeine Innere Medizin FMH, untersucht. In seiner Beurteilung vom 15. April 2019
hielt Dr. F._ fest, dass an der rechten Hand des Versicherten nur noch wenige
Restbeschwerden bestünden. Die linke Hand könne demgegenüber praktisch nicht
belastet werden. Sie schwelle an und mache Schmerzen. Neben der Druckdolenz, dem
fehlenden Faustschluss und der fehlenden Beweglichkeit sei aufgefallen, dass die
Hand leicht geschwollen und verfärbt gewesen sei. Allenfalls habe sich hier ein CRPS
gebildet, auf das im Rahmen der Therapie ein Augenmerk gelegt werden sollte. Beim
Gebrauch der Hände komme es im Bereich der verletzten Bänder zu Schmerzen und
einer Schwellungsneigung. Zudem bestehe eine eingeschränkte Beweglichkeit. Eine
Belastung im schmerzfreien Bereich und ohne gewisse feinmotorische Aufgaben sei
wahrscheinlich bis zu Gewichten von maximal 5 kg möglich. Als ._ bestehe eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit. Für reine Überwachungsaufgaben mit möglichem Einsatz
der rechten Hand sei die Arbeitsfähigkeit gegeben. Wahrscheinlich müsse ein
Arbeitseinsatz in einem Pensum von 50 % angegangen und danach gesteigert werden
(Suva-act. 64).
A.d.
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Mit Schreiben vom 6. Mai 2019 teilte die Suva dem Versicherten gestützt auf die
Untersuchungsergebnisse von Dr. F._ mit, dass ab dem 1. Juni 2019 vom Bestehen
einer 50%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werde, weshalb ab diesem Datum nur
noch ein Taggeld von 50 % ausgerichtet werde (Suva-act. 69).
A.e.
Gegen diese Taggeldkürzung liess der anwaltlich vertretene Versicherte am 6. bzw.
21. Juni 2019 einwenden, er werde von den Ärzten in der angestammten Tätigkeit
einhellig als zu 100 % arbeitsunfähig eingestuft. Für die Taggelder entscheidend sei
primär die Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf, bei längerer Dauer auch diejenige
in einer angepassten Tätigkeit. Allerdings sei, wenn einem Versicherten die Vornahme
eines Berufswechsels zugemutet werde, eine angemessene Übergangsfrist zur
Stellensuche einzuräumen, in welcher das bisherige Taggeld geschuldet bleibe.
Vorliegend sei dabei auch zu berücksichtigen, dass er keinen Anspruch mehr auf
Arbeitslosentaggelder habe. Zusammenfassend sei die Gewährung einer
Übergangsfrist von fünf Monaten, in welcher weiterhin ein Tagegeld basierend auf einer
Arbeitsunfähigkeit von 100 % ausgerichtet werde, angezeigt (Suva-act. 81 und 87-1 f.).
Der Versicherte legte einen Bericht von Dr. C._ vom 11. Juni 2019 bei, in welchem
dieser festgehalten hatte, dass er einem Arbeitsversuch mit einem Pensum von 50 %
zustimmen würde, wenn eine Überwachungstätigkeit möglich wäre. Da diese
Möglichkeit jedoch nicht bestehe, habe er weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
bescheinigt. Inwieweit die Ausbildung für eine Überwachungstätigkeit vorhanden sei,
entziehe sich seines Wissensstandes. Die 50%ige Arbeitsfähigkeit wäre nur unter
einem kompletten Aussparen der linken Hand möglich (Suva-act. 87-3).
A.f.
Am 8. Juli 2019 kam die Suva auf ihr Schreiben vom 6. Mai 2019 zurück und hielt
fest, dass sie das Taggeld für die ausgewiesene Arbeitsunfähigkeit von momentan 100
% erbringe (Suva-act. 89).
A.g.
Am 11. September 2019 fand im Auftrag der Suva (vgl. Suva-act. 82 und 85) auf
Zuweisung von Dr. B._ (vgl. Suva-act. 99) zur Beurteilung eines allfälligen CRPS eine
Untersuchung bei Dr. med. G._, Rheumatologie, Universitätsklinik H._, statt. Im
Sprechstundenbericht hielt Dr. G._ fest, dass im Rahmen der Untersuchung keine
Anhaltspunkte für ein florides CRPS bestanden hätten. Imponiert hätten primär eine
ausgeprägte Druckempfindlichkeit im Bereich der linken Hand und eine
A.h.
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schmerzbedingte Bewegungseinschränkung. Daher gehe er aktuell von einem
protrahierten Heilungsverlauf im Rahmen eines gemischt neuropathisch-nozizeptiven
Schmerzsyndroms und sympathisch unterhaltender Schmerzkomponente aus. Ob ein
CRPS zu Beginn vorgelegen habe, sei aufgrund der Anamnese und der Aktenlage
schwierig zu beurteilen. Trotz der vorliegenden Bilddokumentation mit einer Darstellung
von lividen Verfärbungen im Bereich der linken Hand scheine dies wenig
wahrscheinlich. Er empfehle das Weiterführen der konservativen Massnahmen und bei
fehlender Besserung eine erneute strukturelle Standortbestimmung, möglicherweise
auch die Betreuung durch einen Schmerzspezialisten (Suva-act. 109).
Am _. Dezember 2019 fand im Auftrag der Suva (vgl. Suva-act. 114 ff.) auf
Zuweisung von Dr. B._ eine konsiliarische Untersuchung bei Prof. Dr. med. I._,
Klinik für Hand-, Plastische und Wiederherstellungschirurgie, Kantonsspital St. Gallen
(KSSG), statt. In seinem Untersuchungsbericht vom _. Dezember 2019 kam Prof.
I._ zum Schluss, dass sich seines Erachtens konsolidierte Läsionen zeigten. Es lägen
Restbeschwerden mit Bewegungsstörungen und Kraftminderungen vor, jedoch keine
Hinweise mehr für ein akutes oder subakutes CRPS. Er denke, dass es sich um einen
Endzustand nach geschlossener Handverletzung mit verschiedenen verheilten
Läsionen handle. Kraft und Ausdauer seien sicherlich noch reduziert. Eine fortgesetzte
Therapie könnte die Kraft und die Ausdauer sicherlich noch verbessern. Berufliche
Reintegrationsmassnahmen und eine Teilarbeitsfähigkeit in einem angepassten Beruf
sollten aber möglich sein. Chirurgische Massnahmen seien nicht erforderlich.
Erschwerend zur gesundheitlichen Situation komme das Alter und die aktuelle
Arbeitslosigkeit des Versicherten hinzu und der Umstand, dass er auf dem allgemeinen
Arbeitsmarkt mit seiner Beeinträchtigung wenig Chancen habe, eine adäquate Arbeit
zu finden (Suva-act. 120). In einer kreisärztlichen Beurteilung vom 12. Dezember 2019
hielt Dr. med. J._, Facharzt für orthopädische Chirurgie, fest, dass aktuell noch eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe. Ab Mitte Januar 2020 sei von einer 50%igen und
ab Mitte Februar 2020 von einer vollen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten leichten
Tätigkeit auszugehen (Suva-act. 121).
A.i.
Am 30. Januar 2020 fand eine kreisärztliche Abschlussuntersuchung durch Dr.
med. K._, Facharzt Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates, statt. Dieser kam zum Schluss, dass ein medizinischer
A.j.
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Endzustand erreicht sei und dem Versicherten unter ausschliesslicher
Berücksichtigung der Unfallrestfolgen leichte bis maximal mittelschwere körperliche
Tätigkeiten, die der Versicherte allerdings nur mit der rechten Hand durchführen könne,
zumutbar seien, wobei die Maximalbelastung - abgesehen von wenigen Ausnahmen -
bei 15 kg liege. Der Versicherte müsse als funktioneller Einhänder betrachtet werden.
Die linke Hand könne nur noch als Beihand oder als unterstützende Hilfshand
eingesetzt werden. Auch das Heben und Tragen von leichten Lasten seien dem
Versicherten mit der linken Hand nicht mehr zumutbar (Suva-act. 135). Den
Integritätsschaden schätzte Dr. K._ wegen der linken Hand auf 30 % (Suva-act. 136).
Mit Schreiben vom 6. Februar 2020 teilte die Suva dem Versicherten mit, dass
gemäss kreisärztlicher Beurteilung stabile medizinische Verhältnisse vorlägen, weshalb
der Fall abgeschlossen und die Rentenprüfung eingeleitet werde. Bis 31. März 2020
würden noch Taggeldleistungen für eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ausbezahlt, per 1.
April 2020 würden die Taggeldleistungen eingestellt (Suva-act. 137).
A.k.
Gegen die Taggeldeinstellung per 1. April 2020 liess der anwaltlich vertretene
Versicherte mit Schreiben vom 6. März 2020 einwenden, ihm sei eine angemessene
Übergangsfrist für den Berufswechsel zu gewähren. Aufgrund der offensichtlichen
Einschränkungen und der damit verbundenen sehr schlechten Vermittelbarkeit sei eine
Frist von vier bis fünf Monaten zu gewähren und das Taggeld daher zumindest bis
Ende Mai 2020 weiter auszurichten (Suva-act. 149).
A.l.
Mit Schreiben vom 11. März 2020 teilte die Suva dem Versicherten mit, die
Sachlage aufgrund des Schreibens vom 6. März 2020 nochmals überprüft zu haben
und das Taggeld für eine volle Arbeitsunfähigkeit noch bis zum 31. Mai 2020
auszurichten. Bezüglich der weitergehenden Leistungen ab 1. Juni 2020 werde der
Versicherte eine entsprechende Verfügung erhalten (Suva-act. 153).
A.m.
Mit Verfügung vom 25. März 2020 sprach die Suva dem Versicherten ab dem 1.
Juni 2020 eine Invalidenrente basierend auf einem Erwerbsunfähigkeitsgrad von 14 %
und einem versicherten Jahresverdienst von Fr. 71'100.-- zu. Mit gleicher Verfügung
sprach die Suva dem Versicherten eine Integritätsentschädigung basierend auf einer
Integritätseinbusse von 30 % zu (Suva-act. 156).
A.n.
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B.
C.
Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin lic.
iur. N. Gierer Zelezen, Jona, am 30. April 2020 Einsprache. Er beantragte im
Wesentlichen die Zusprache einer Rente gestützt auf einen Erwerbsunfähigkeitsgrad
von 53 % sowie die Ausrichtung einer Integritätsentschädigung basierend auf einer
Integritätseinbusse von 35 % (Suva-act. 168).
B.a.
Mit Einspracheentscheid vom 17. Juni 2020 wies die Suva die Einsprache ab
(Suva-act. 173).
B.b.
Gegen diesen Einspracheentscheid erhob der weiterhin durch Rechtsanwältin
Gierer Zelezen vertretene Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 18. August
2020 Beschwerde (act. G 1). Er beantragte, der Entscheid vom 17. Juni 2020 sei
vollumfänglich aufzuheben, ihm sei eine Rente gestützt auf eine Erwerbsunfähigkeit
von mindestens 47 % sowie eine Integritätsentschädigung in der Höhe von 35 %
auszurichten; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich Mehrwertsteuer)
zulasten der Vorinstanz (act. G 1 S. 2). In beweisrechtlicher Hinsicht machte er geltend,
seine Beweisaussage über den gesamten Sachverhalt gelte auch dort (gemeint wohl:
an jenen Stellen in der Beschwerdeschrift) als beantragt, wo dies nicht ausdrücklich
verlangt werde (vgl. act. G 1 S. 3).
C.a.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 7. September 2020 beantragte die Suva
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde und die
Bestätigung des Einspracheentscheids vom 17. Juni 2020 (act. G 3).
C.b.
In seiner Replik vom 10. November 2020 hielt der Beschwerdeführer an den in der
Beschwerde gestellten Anträgen fest. Zudem beantragte er die vollumfängliche
Abweisung der seitens der Beschwerdegegnerin gestellten Rechtsbegehren. Erneut
beantragte er seine Befragung zu allen gemachten Ausführungen (act. G 7).
C.c.
Mit Schreiben vom 30. November 2020 erneuerte die Beschwerdegegnerin ihren
Antrag auf Abweisung der Beschwerde und verzichtete auf die Einreichung einer
umfassenden Duplik (act. G 9).
C.d.
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Erwägungen
1.
Streitgegenstand im vorliegenden Verfahren bildet entsprechend den Anträgen des
Beschwerdeführers einzig der Invaliditätsgrad sowie die Höhe des Integritätsschadens
(vgl. act. G 1).
2.
Anspruch auf eine Invalidenrente hat eine versicherte Person, wenn sie infolge des
Unfalls zu mindestens 10 % invalid ist (Art. 18 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]). Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können,
ist die Verwaltung - und im Beschwerdefall das Gericht - auf Unterlagen angewiesen,
die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen
haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es dabei, den Gesundheitszustand zu
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher
Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 und 115 V 134
E. 2). Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben die urteilenden Instanzen die
Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln sowie umfassend und
pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig davon, von wem sie
stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren
Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten.
Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die
streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweis). Nach der
Rechtsprechung ist es dem Gericht nicht verwehrt, einzig oder im Wesentlichen
gestützt auf die versicherungsinterne Beurteilung zu entscheiden. In solchen Fällen
sind an die Beweiswürdigung jedoch strenge Anforderungen in dem Sinn zu stellen,
dass bei auch nur geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der
ärztlichen Feststellungen ergänzende Abklärungen vorzunehmen sind (BGE 135 V 469
f. E. 4.4).
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3.
Gestützt auf die kreisärztliche Abschlussbeurteilung vom 30. Januar 2020 (vgl.
Suva-act. 135) sowie die übrigen medizinischen Akten hat die Beschwerdegegnerin
ihrer Rentenberechnung eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in leidensangepassten
Tätigkeiten zu Grunde gelegt (vgl. Suva-act. 156 und 173). Demgegenüber ist der
Beschwerdeführer der Ansicht, dass höchstens noch eine Teilarbeitsfähigkeit von 80 %
vorliege. Er weise seit dem Unfall an beiden Händen Einschränkungen auf. Hinsichtlich
der linken Hand sei er einem funktionellen Einhänder gleichzusetzen. Die dominante
rechte Hand sei sowohl schmerzbedingt als auch in ihrer Funktionalität eingeschränkt.
Aufgrund der chronischen Handschmerzen sei auch sein Schlaf gestört. Sein
behandelnder Handspezialist habe ihm in der angestammten Tätigkeit als ._ eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Prof. I._ sei von einer Teilarbeitsfähigkeit in
einem angepassten Beruf ausgegangen, jedoch gehe aus der Aktenlage nicht hervor,
wie hoch der Teilarbeitsfähigkeitsgrad sei. Kreisarzt Dr. K._ habe sich mit der
Einschätzung von Prof. I._ nicht auseinandergesetzt (vgl. act. G 1 S. 6).
3.1.
Dr. K._ hat in seiner kreisärztlichen Beurteilung vom 30. Januar 2020
festgehalten, dass der Beschwerdeführer nach dem Treppensturz im August 2018 eine
Metacarpale V Fraktur links mit ossären Bandausrissen des Ligamentum collaterale
radiale MCP V links, Ligamentum collaterale ulnare MCP III und MCP IV links sowie
eine Distorsion des PIP Dig. III rechts erlitten habe. Ausserdem sei aufgrund der Klinik
anlässlich der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung von einem durchgemachten
CRPS auszugehen. Dies habe im Verlauf zu einem deutlichen Funktionsverlust der
gesamten linken Hand und teilweise auch des linken Unterarms einhergehend mit einer
Gebrauchsminderung der gesamten linken Hand geführt, sodass der
Beschwerdeführer diese nur noch als Beihand einsetzen könne. Dafür sprächen auch
die anlässlich der Untersuchung erhobenen muskulären Defizite, die Atrophie der
Muskulatur, die reduzierte Handkraft sowie die Handtrophik. Aus medizinischer Sicht
sei ein Endzustand erreicht. Aussichten für eine Verbesserung der Handfunktion seien
angesichts des bisherigen Verlaufs sowie des Alters des Beschwerdeführers nicht mehr
zu erwarten. Aus versicherungsmedizinischer Sicht ergebe sich auf dem allgemeinen
ausgeglichenen Arbeitsmarkt ohne Berücksichtigung von Alter, Ausbildung, Kultur,
Sprache oder internistischer Begleiterkrankungen folgendes Zumutbarkeitsprofil: In
Frage kämen leichte bis maximal mittelschwere körperliche Tätigkeiten, die der
Beschwerdeführer allerdings nur mit der rechten Hand durchführen könne. Die
Maximalbelastung betrage hierbei von wenigen Ausnahmen abgesehen 15 kg. Der
Beschwerdeführer müsse als funktioneller Einhänder betrachtet werden. Die linke Hand
3.2.
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könne er lediglich noch als Beihand oder als unterstützende Hilfshand einsetzen. Selbst
das Heben und Tragen von leichten Lasten sei dem Beschwerdeführer mit der linken
Hand nicht zumutbar (Suva-act. 135-6 f.). Dr. K._ hat zwar nicht explizit von einer
100%igen Arbeitsfähigkeit gesprochen. Allerdings hat er seine Beurteilung in Kenntnis
derjenigen von Dr. J._ abgegeben, der zuletzt von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit
ausgegangen ist. Da Dr. K._ dieser Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht widersprochen
hat und angesichts des von ihm den Einschränkungen des Beschwerdeführers
umfassend Rechnung tragenden Zumutbarkeitsitsprofils, ist anzunehmen, dass auch er
von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen ist.
Die Beurteilung von Dr. K._ beruht auf einer eingehenden persönlichen
Untersuchung. So ist dem kreisärztlichen Untersuchungsbericht beispielsweise zu
entnehmen, dass neben einer Inspektion der Hände auch Kraftmessungen und
Beweglichkeitstests durchgeführt worden sind (vgl. Suva-act. 135-4 f.). Die erhobenen
Befunde hat Dr. K._ detailliert notiert. Beispielsweise hat er festgehalten, dass an der
linken Hand eine fehlende palmare Beschwielung, eine deutliche Reduktion der
Hautfalten über dem Handrücken und über allen Langfingern sowie eine leichte
Atrophie der Thenar- und Hypothenarmuskulatur aufgefallen seien, während keine
Temperaturdifferenz vorgelegen habe (vgl. Suva-act. 135-5, oben). Weiter ist der
kreisärztliche Abschlussbericht in Kenntnis der Vorakten erstellt worden (vgl. Suva-act.
135-1 ff.). Auf den vom Beschwerdeführer angesprochenen Bericht von Prof. I._ vom
_. Dezember 2019 hat Dr. K._ explizit Bezug genommen (vgl. Suva-act. 135-6,
unten). Auch widerspricht er der Auffassung von Prof. I._, wonach ein Endzustand
nach einer geschlossenen Handverletzung mit verschiedenen verheilten Läsionen
vorliege, wobei Ausdauer und Kraft noch deutlich reduziert seien, nicht (vgl. Suva-act.
120 und 135-6 f.). Mit dem formulierten Zumutbarkeitsprofil hat Dr. K._ den von Prof.
I._ festgestellten und auch in der eigenen Untersuchung bemerkten Defiziten der
linken Hand explizit Rechnung getragen (vgl. Suva-act. 135-7). Zwar ist dem
Beschwerdeführer darin zuzustimmen (vgl. act. G 1 S. 6), dass Prof. I._ in seinem
Bericht vom _. Dezember 2019 von einer Teilarbeitsfähigkeit gesprochen hat.
Allerdings hat er diese nicht genauer quantifiziert (vgl. Suva-act. 120). Eine
eingehendere Auseinandersetzung mit der von Prof. I._ in den Raum gestellten, nicht
näher begründeten Aussage zur Teilarbeitsfähigkeit ist Dr. K._ demnach kaum
möglich gewesen. Auch ist aufgrund der gewählten Wortwahl anzunehmen, dass es
nicht die Absicht von Prof. I._ gewesen ist, eine abschliessende Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit vorzunehmen. Vielmehr erscheinen seine Ausführungen als
Empfehlungen für einen möglichen Eingliederungsprozess, hat er doch von möglichen
beruflichen Reintegrationsmassnahmen gesprochen und auch auf unfallfremde
3.3.
© Kanton St.Gallen 2022 Seite 12/19
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4.
Zusammenfassend ist gestützt auf die schlüssige kreisärztliche Beurteilung von Dr.
Faktoren hingewiesen, die eine Eingliederung in den realen Arbeitsmarkt erschweren
könnten (vgl. Suva-act. 120). Dass es im Rahmen eines Eingliederungsprozesses
sinnvoll oder mangels geeigneter Stellen auch notwendig sein mag, mit einem
Teilpensum in den Arbeitsprozess einzusteigen, ist durchaus nachvollziehbar. Diesem
Aspekt hat die Beschwerdegegnerin auf einen entsprechenden Einwand des
Beschwerdeführers hin (vgl. Suva-act. 149) allerdings bereits dadurch Rechnung
getragen, dass sie diesem bis zum 31. Mai 2020 eine Übergangsfrist gewährt hat, in
welcher sie ihm die Taggelder für eine volle Arbeitsunfähigkeit noch weiter ausgerichtet
hat (Suva-act. 153). Zudem ist zu beachten, dass Prof. I._, obgleich er grundsätzlich
von einem medizinischen Endzustand, der die Aufnahme von Arbeitsbemühungen
ermöglicht, ausgegangen ist, eine Verbesserung von Kraft und Ausdauer noch für
möglich gehalten hat (vgl. Suva-act, 120). Folglich ist nicht auszuschliessen, dass
zwischen der Untersuchung durch Prof. I._ vom ._ Dezember 2019 und der
kreisärztlichen Abschlussuntersuchung vom 30. Januar 2020 noch eine leichte
Verbesserung des medizinischen Zustandes eingetreten sein könnte (vgl. Suva-
act. 120-2). Im Übrigen scheint auch Dr. J._ den Untersuchungsbericht von Prof.
I._ dahingehend aufgefasst zu haben, dass eine schrittweise Eingliederung in den
Arbeitsprozess erfolgen sollte. Dr. J._ hat dem Beschwerdeführer nämlich gestützt
auf die Beurteilung von Prof. I._ am 12. Dezember 2019 noch eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit, ab Mitte Januar 2020 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit und ab Mitte
Februar 2020 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in leidensangepassten Tätigkeiten
attestiert (vgl. Suva-act. 121). Die Einschätzung von Dr. K._ vom 30. Januar 2020
passt somit in etwa zu derjenigen von Dr. J._ (vgl. Suva-act. 121 und 135). Für die
zwei Wochen bis Mitte Februar 2020, in denen Dr. J._ noch von einer
Teilarbeitsfähigkeit ausgegangen ist (vgl. Suva-act. 121), hat die Beschwerdegegnerin,
wie bereits erwähnt, ohnehin noch das volle Taggeld erbracht (vgl. Suva-act. 153).
Jedenfalls ist der Untersuchungsbericht von Prof. I._ vom _. Dezember 2019 nach
dem Gesagten nicht dazu geeignet, die kreisärztliche Beurteilung von Dr. K._ vom
30. Januar 2020 in Zweifel zu ziehen, zumal die beiden Berichte betreffend die
gebliebenen Einschränkungen im Wesentlichen übereinstimmen. Schliesslich ist auch
der Hinweis des Beschwerdeführers auf die Einschätzung seines behandelnden
Fachchirurgen, wonach eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit
bestehen würde (vgl. act. G 1 S. 6), unbehelflich. Dass in der angestammten Tätigkeit
keine Arbeitsfähigkeit mehr gegeben ist, ist nämlich unstrittig (vgl. Suva-act. 156-2 und
173-6).
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K._ vom 30. Januar 2020 sowie unter Berücksichtigung der gesamten Aktenlage mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass - bei ausschliesslicher
Beachtung der Unfallrestfolgen - spätestens im Zeitpunkt des Rentenbeginns vom 1.
Juni 2020 für optimal leidensangepasste Tätigkeiten eine 100%ige Arbeitsfähigkeit
bestanden hat. Auf weitere Abklärungen kann folglich in antizipierter Beweiswürdigung
verzichtet werden (vgl. BGE 122 V 162 E. 1d). Der vom Beschwerdeführer gestellte
Antrag auf eine Parteibefragung ist offenkundig mit dem Ziel weiterer Beweiserhebung
und nicht unter dem Gesichtspunkt der Gewährleistung des in Art. 6 Ziff. 1 der
Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK; SR 0.101)
verankerten Öffentlichkeitsprinzips erfolgt (vgl. act. G 1 S. 3 und 7 S. 2). Da von einer
solchen Parteibefragung ebenfalls keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind und kein
Anspruch auf die Durchführung einer Verhandlung primär im Hinblick auf eine
Beweisabnahme besteht (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 16. Oktober 2018,
9C_321/2018, E. 4.1 mit weiteren Hinweisen), ist auch darauf zu verzichten (vgl.
Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 13. Dezember 2019,
UV 2020/37, E. 3.9). Gleiches gilt hinsichtlich einer Befragung des Beschwerdeführers
zu den nachfolgend zu beurteilenden Punkten der Verwertbarkeit der
Restarbeitsfähigkeit, der Bemessung des Invaliditätsgrades sowie der Beurteilung des
Integritätsschadens (vgl. E. 5 ff.).
5.
In einem nächsten Schritt ist die Frage zu beantworten, inwiefern der
Beschwerdeführer seine medizinisch-theoretische Restarbeitsfähigkeit von 100 % auf
dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt sozialpraktisch noch verwerten kann.
5.1.
Die Zumutbarkeit der Ausschöpfung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit ist unter
Annahme eines ausgeglichenen Arbeitsmarktes zu bestimmen. Der Begriff des
ausgeglichenen Arbeitsmarktes gemäss Art. 16 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) ist ein theoretischer
und abstrakter Begriff, welcher die konkrete Arbeitsmarktlage nicht berücksichtigt
(BGE 134 V 70 f. E. 4.2.1). Er umschliesst einerseits ein gewisses Gleichgewicht
zwischen dem Angebot von Stellen und der Nachfrage nach solchen. Andererseits
bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fächer
verschiedenartiger Stellen offenhält, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten
beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen
Einsatzes (BGE 110 V 276 E. 4b; Urteil des Bundesgerichts vom 28. November 2014,
9C_485/2014, E. 2.2; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 3.
Dezember 2003, I 349/01, E. 6.1 mit Hinweisen). Der ausgeglichene Arbeitsmarkt
5.2.
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6.
Gemäss Art. 16 ATSG wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei
welchen mit einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers gerechnet
werden kann (Urteil des Bundesgerichts vom 28. November 2014, 9C_485/2014, E. 2.2
mit Hinweis auf Urteil des Bundesgerichts vom 29. August 2007, 9C_95/2007, E. 4.3).
Von einer Arbeitsgelegenheit kann allerdings nicht mehr gesprochen werden, wenn die
zumutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der
ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem
Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden
einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint (Urteil
des Bundesgerichts vom 28. April 2010, 8C_1050/2009, E. 3.3 mit weiteren Hinweisen).
Dem kreisärztlichen Bericht von Dr. K._ vom 30. Januar 2020 ist zu entnehmen,
dass der Beschwerdeführer als funktioneller Einhänder zu betrachten sei. Die linke
Hand könne nur noch als Beihand oder als unterstützende Hilfshand eingesetzt werden
(vgl. Suva-act. 135-7). Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung wird davon
ausgegangen, dass der ausgeglichene Arbeitsmarkt für Personen, welche funktionell
als Einarmige zu betrachten sind und überdies nur noch leichte Arbeiten verrichten
können, genügend realistische Betätigungsmöglichkeiten bietet (Urteile des
Bundesgerichts vom 10. April 2019, 8C_811/2018, E. 4.4.2, vom 28. April 2010,
8C_1050/2009, E. 3.4, und vom 8. September 2009, 8C_207/2009, E. 3.2, letzteres mit
Hinweisen auf mögliche Berufsfelder). Dass auch die rechte Hand derart eingeschränkt
sei, dass keine Medikamentenschachtel mehr getragen werden könne, ist eine
Behauptung des Beschwerdeführers (vgl. act. G 1 S. 6), die in der medizinischen
Aktenlage keine Stütze findet. Auch wenn Dr. K._ in seinem Untersuchungsbericht
vom 30. Januar 2020 im einen Satz, wonach dem Beschwerdeführer das Anheben und
Greifen einer mitgebrachten Medikamentenschachtel nicht möglich gewesen sei (vgl.
Suva-act. 135-5), nicht explizit Bezug zu einer Hand genommen hat, geht aus dem
gesamten Bericht gleichwohl deutlich hervor, dass es sich dabei um die linke Hand
gehandelt haben muss (vgl. Suva-act. 135). Die generelle Verwertbarkeit der
Restarbeitsfähigkeit wird vom Beschwerdeführer denn auch nicht explizit bestritten,
jedoch ist er der Ansicht, dass ihm seine Einschränkungen an den Händen die
Verwertbarkeit massiv erschwerten, was im Rahmen des Einkommensvergleichs
lohnmässig zu berücksichtigen sei (vgl. act. G 1 S. 6 ff.; zum Einkommensvergleich
siehe nachfolgende E. 6).
5.3.
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Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen).
6.1.
Für das Valideneinkommen ist massgebend, was die versicherte Person
aufgrund ihrer beruflichen Fähigkeiten und ihrer persönlichen Umstände nach dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit im massgebenden Zeitpunkt des
allfälligen Rentenbeginns verdient hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Dabei
ist in der Regel vom zuletzt - d.h. grundsätzlich vor dem Beginn der unfallbedingten
ganzen oder teilweisen Arbeitsunfähigkeit - erzielten Verdienst auszugehen (BGE 130 V
349 E. 3.4.2 und 139 V 30 E. 3.3.2, je mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 18.
März 2015, 8C_590/2014, E. 5.1).
6.1.1.
Die durch die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Einspracheentscheid
vorgenommene Festlegung des jährlichen Valideneinkommens auf Fr. 71'100.-- (vgl.
Suva-act. 173-8, unten), welches sich auf die Angaben der früheren Arbeitgeberin L._
AG bezüglich des hypothetischen Jahreslohns des Beschwerdeführers im Jahr 2020
stützt (Suva-act. 147-3), ist grundsätzlich nicht zu beanstanden. Soweit die
Beschwerdegegnerin im Beschwerdeverfahren vorbringt, für das Valideneinkommen
sei aufgrund der Arbeitslosigkeit des Beschwerdeführers auf statistische Tabellenlöhne
abzustellen (vgl. act. G 3 S. 4), ist ihr nicht zu folgen. Grundsätzlich sind die
Vergleichseinkommen nämlich, wie die Beschwerdegegnerin in ihrer
Beschwerdeantwort selber feststellt (vgl. act. G 3 S. 4), so konkret wie möglich zu
bemessen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 12. Juli 2017, 9C_648/2016, E. 6.4.1 mit
Hinweisen; BGE 139 V 594, E. 6.1). Die Angaben der L._ AG, für welche der
Beschwerdeführer im Jahr 2016 gearbeitet hat (vgl. Suva-act. 56-2, 127-3 und 147-3),
dürften aussagekräftiger als statistische Durchschnittslöhne sein. Daran ändert nichts,
dass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt des Unfalls bereits arbeitslos gewesen ist,
mithin nicht mehr bei der L._ AG angestellt gewesen ist (vgl. Suva-act. 1 und 56).
Denn die Arbeitslosigkeit bedeutet nicht, dass er im Gesundheitsfall bis zum Zeitpunkt
des Rentenbeginns nicht mehr an die früheren Lohnverhältnisse hätte anknüpfen
können. Vielmehr erscheint es angesichts der im Unfallzeitpunkt noch laufenden
Unterstützung durch die Arbeitslosenversicherung (vgl. Suva-act. 1 und 18) durchaus
realistisch, dass der Beschwerdeführer mit seinen Arbeitserfahrungen im
6.1.2.
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Gesundheitsfall eine Tätigkeit hätte finden können, die lohnmässig in etwa der
hypothetischen Annahme der L._ AG bezüglich des Verdienstes des
Beschwerdeführers im Jahr 2020 entsprochen hätte. Dafür spricht auch, dass der
Beschwerdeführer mit Verweis auf sein individuelles Konto bei der
Sozialversicherungsanstalt (SVA; vgl. Suva-act. 127-2 ff.) in seiner Beschwerde geltend
macht, früher teilweise sogar noch einen höheren Verdienst als bei der L._ AG erzielt
zu haben (vgl. act. G 1 S. 5 f.). Genügend konkrete Anhaltspunkte, welche ein die
Angaben der L._ AG übersteigendes Einkommen überwiegend wahrscheinlich
machen würden, fehlen jedoch. Folglich ist von dem von der Beschwerdegegnerin im
angefochtenen Einspracheentscheid festgestellten Valideneinkommen von Fr. 71'100.--
auszugehen.
6.2.
Für das Invalideneinkommen hat die Beschwerdegegnerin im angefochtenen
Einspracheentscheid auf die Werte der Tabelle TA 1 der schweizerischen
Lohnstrukturerhebung (LSE) 2018 des Bundesamtes für Statistik abgestellt. Dabei ist
sie vom Zentralwert der im Kompetenzniveau 1 beschäftigten Männer ausgegangen
und hat diesen auf die im Jahr 2020 mutmasslich geltende betriebsübliche
durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden hochgerechnet sowie an
die mutmassliche Nominallohnentwicklung bis zum Jahr 2020 angepasst, was
grundsätzlich nicht zu beanstanden ist (vgl. act. G 1.3 S. 8). Angepasst an den
inzwischen seitens des Bundesamtes für Statistik auch für das Jahr 2020
veröffentlichen Nominallohnindex (vgl. dazu Tabelle T 39, Entwicklung der
Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, 2010-2020) sowie die
inzwischen für das Jahr 2020 veröffentliche durchschnittliche Wochenarbeitszeit (vgl.
dazu Tabelle Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen [NOGA 2008], in
Stunden pro Woche, 1990-2020) ergibt sich ein Invalideneinkommen von gerundet Fr.
68'903.-- (Fr. 5'417.-- / 40 x 41.7 = gerundet Fr. 5'647.--; Fr. 5'647.-- x 12 = Fr.
67'764.--; Fr. 67'764.-- / 2260 x 2298 = gerundet Fr. 68'903.--). Soweit der
Beschwerdeführer die Hochrechnung des statistischen Tabellenlohns von 40 auf 41.7
Stunden kritisiert, da eine solche Hochrechnung beim Valideneinkommen unterblieben
sei (vgl. act. G 1 S. 6), ist festzuhalten, dass das Valideneinkommen auf einer
durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit von 42 Stunden beruht (vgl. Suva-act.
147). Folglich würde eine Angleichung zu einer Herabsetzung des Valideneinkommens
oder zu einer Erhöhung des Invalideneinkommens führen, was sich für den
Beschwerdeführer nachteilig auswirken würde.
6.2.1.
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Der Beschwerdegegnerin ist darin zuzustimmen, dass entgegen der Behauptung
des Beschwerdeführers vorliegend keine Gründe erkennbar sind, die das Abstellen auf
eine andere Lohntabelle oder auf einzelne Wirtschaftszweige erfordern würden (vgl.
act. G 3 S. 4). Namentlich rechtfertigen die Mutmassungen des Beschwerdeführers,
wonach für die ihm zumutbaren Tätigkeiten Arbeitnehmende in der Regel im
Stundenlohn angestellt würden, und es sich daher um Tätigkeiten im Tieflohnsektor
handle, kein Abweichen von der LSE-Tabelle (vgl. act. G 1 S. 6 f.). Auch ist nicht
erkennbar, was der Beschwerdeführer aus der von ihm eingereichten Beilage zu den
Tieflöhnen zu seinen Gunsten ableiten will, treffen doch gerade viele in der Beilage für
ein Tieflohnrisiko angeführten Merkmale (weibliches Geschlecht, Teilzeitbeschäftigung
und junges Alter) auf ihn nicht zu (vgl. act. G 1.2). Gerade die vom Beschwerdeführer
angesprochenen Einweisungsfunktionen oder Kontrolltätigkeiten (vgl. act. G 1 S. 6)
sind jedenfalls in verschiedenen Branchen denkbar, sodass das Abstellen auf das Total
der Tabelle TA 1 der LSE 2018 passend erscheint.
6.2.2.
Schliesslich hat die Beschwerdegegnerin auf Seiten des Invalideneinkommens
einen Abzug vom statistischen Tabellenlohn in der Höhe von 10 % vorgenommen, um
den individuellen Schwierigkeiten des Beschwerdeführers bei der Verwertung der Rest
arbeitsfähigkeit Rechnung zu tragen (vgl. act. G 1.3 S. 9 und 3 S. 5 f.). Diesen Abzug
erachtet der Beschwerdeführer als zu gering (vgl. act. G 1 S. 9). Zwar ist ihm darin
zuzustimmen, dass eine Vielzahl an Tätigkeiten aufgrund der faktischen Einhändigkeit
nicht mehr möglich sein werden. Gleichzeitig ist jedoch gestützt auf die
bundesgerichtliche Rechtsprechung anzunehmen, ihm stehe auf dem ausgeglichenen
Arbeitsmarkt noch immer eine Vielzahl an Tätigkeiten, namentlich Kontroll- und
Prüftätigkeiten, offen (vgl. E. 4.2 f.). Andere Gründe, welche die Verwertbarkeit der
Restarbeitsfähigkeit als qualifiziert erschwert erscheinen liessen, sind vorliegend nicht
erkennbar. Den vorgebrachten (vgl. act. G 1 S. 9) mangelnden Berufskenntnissen wird
bereits durch das Abstellen auf das Kompetenzniveau 1 Rechnung getragen (vgl. E.
6.2.1 f.) und eine Teilzeiterwerbstätigkeit ist gemäss dem medizinischen
Zumutbarkeitsprofil nicht gegeben (vgl. E. 3.3). Sodann werden Hilfsarbeiten gemäss
bundesgerichtlicher Rechtsprechung grundsätzlich altersunabhängig nachgefragt (vgl.
Urteil des Bundesgerichts vom 14. Juni 2018, 8C_227/2018, E. 4.2.3.4 mit Hinweisen).
Inwiefern die Beschwerdegegnerin ihr Ermessen falsch ausgeübt haben sollte, ist
demnach nicht ersichtlich (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts vom 14. Juni 2018,
8C_227/2018, E. 4.2.3.2 mit Hinweisen, wonach das kantonale Gericht sein Ermessen
nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Unfallversicherung setzen sollte).
Folglich ist ein 10%iger Abzug vom statistisch errechneten Invalidenlohn von Fr.
6.2.3.
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7.
68'903.-- (vgl. E. 6.2.1) vorzunehmen, wodurch ein jährliches Invalideneinkommen von
gerundet Fr. 62'013.-- resultiert (Fr. 68'903.-- / 100 x 90 = gerundet Fr. 62'013.--).
Stellt man dem Valideneinkommen von Fr. 71'100.-- (vgl. E. 6.1.2) das
Invalideneinkommen von Fr. 62'013.-- (vgl. E. 6.2.3) gegenüber, resultiert eine
Erwerbseinbusse von Fr. 9'087.-- und damit ein Invaliditätsgrad von gerundet 13 % (Fr.
9'087.-- x 100 / Fr. 71'100.--). Die Differenz zum von der Beschwerdegegnerin in der
Verfügung vom 25. März 2020 errechneten (vgl. Suva-act. 156) und im
Einspracheentscheid vom 17. Juni 2020 übernommenen Invaliditätsgrad von 14 % (vgl.
act. G 1.3 S. 10, oben) ergibt sich aus der inzwischen bekannt gewordenen
Nominallohnentwicklung für das Jahr 2019 und 2020 (vgl. dazu E. 6.2.1). Im
angefochtenen Einspracheentscheid vom 17. Juni 2020 hat die Beschwerdegegnerin
auf eine diesbezügliche Korrektur zu Ungunsten des Beschwerdeführers verzichtet (vgl.
act. G 1.3 S. 10), was nicht zu beanstanden ist. Es bleibt folglich beim Anspruch auf
eine Invalidenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 14 %.
6.3.
Weiter zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die Höhe der
Integritätsentschädigung im angefochtenen Einspracheentscheid zu Recht auf 30 %
festgesetzt hat (vgl. act. G 1.3 S. 11 f.).
7.1.
Gemäss Art. 24 Abs. 1 UVG besteht ein Anspruch auf eine
Integritätsentschädigung, wenn die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde
und erhebliche Schädigung ihrer körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität
erleidet. Als dauernd gilt ein Integritätsschaden, wenn er voraussichtlich während des
ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang bestehen bleibt, und als erheblich,
wenn die körperliche, geistige oder psychische Integrität unabhängig von der
Erwerbsfähigkeit augenfällig oder stark beeinträchtigt wird (Art. 36 Abs. 1 der
Verordnung über die Unfallversicherung [UVV; SR 832.202]). Gemäss Art. 25 UVG wird
die Integritätsentschädigung in Form einer Kapitalleistung ausgerichtet, wobei sie
entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abgestuft wird. Anhang 3 zur UVV
enthält eine Skala für Integritätsentschädigungen. Die Entschädigung für spezielle,
nicht in der Skala aufgeführte Integritätsschäden wird nach dem Grad der Schwere
vom Skalenwert abgeleitet (vgl. Anhang 3 Ziff. 1 zur UVV). Die Bemessung der
Integritätsentschädigung beruht auf einer medizinisch-theoretischen Einschätzung der
Beeinträchtigung der Integrität, wobei subjektive Faktoren unberücksichtigt zu lassen
sind (BGE 113 V 221 f. E. 4).
7.2.
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8.