Decision ID: bd55a3da-794b-4210-ace6-1bb8f108f3a5
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law

betreffend gewerbs- und bandenmässiger Diebstahl etc.
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Dielsdorf, II. Abteilung, vom 7. September 2012 (DG120006)
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Anklagen:
Die Anklageschriften der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland vom 19. April
2012 sind diesem Urteil beigeheftet (Urk. 43 und Urk. 46).
Urteil der Vorinstanz:
1. Schuldsprüche
1.1. Der Beschuldigte A._ ist schuldig - des gewerbsmässigen und bandenmässigen Diebstahls (59 Einzel-
fälle) im Sinne von Art. 139 Ziff. 1, Ziff. 2 und Ziff. 3 Abs. 2 StGB;
- der mehrfachen Sachbeschädigung (59 Einzelfälle) im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB;
- des mehrfachen Hausfriedensbruchs (59 Einzelfälle) im Sinne von Art. 186 StGB;
- der mehrfachen rechtswidrigen Einreise im Sinne von Art. 115 Abs. 1 lit. a AuG;
- des mehrfachen rechtswidrigen Aufenthaltes im Sinne von Art. 115 Abs. 1 lit. b AuG.
Vom Vorwurf des mehrfachen bandenmässigen Diebstahls wird der Be-
schuldigte A._ freigesprochen.
1.2. Der Beschuldigte B._ ist schuldig - des gewerbsmässigen und bandenmässigen Diebstahls (32 Einzel-
fälle) im Sinne von Art. 139 Ziff. 1, Ziff. 2 und Ziff. 3 Abs. 2 StGB;
- der mehrfachen Sachbeschädigung (32 Einzelfälle) im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB;
- des mehrfachen Hausfriedensbruchs (32 Einzelfälle) im Sinne von Art. 186 StGB.
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Vom Vorwurf des mehrfachen bandenmässigen Diebstahls wird der Be-
schuldigte B._ freigesprochen.
1.3. Der Beschuldigte C._ ist schuldig - des gewerbsmässigen und bandenmässigen Diebstahls (36 Einzel-
fälle) im Sinne von Art. 139 Ziff. 1, Ziff. 2 und Ziff. 3 Abs. 2 StGB;
- der mehrfachen Sachbeschädigung (36 Einzelfälle) im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB;
- des mehrfachen Hausfriedensbruchs (36 Einzelfälle) im Sinne von Art. 186 StGB.
Vom Vorwurf des mehrfachen bandenmässigen Diebstahls wird der Be-
schuldigte C._ freigesprochen.
2. Strafen und Vollzug
2.1. Der Beschuldigte A._ wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren und acht Monaten, wovon bis und mit heute 592 Tage durch  sowie durch vorzeitigen Strafantritt erstanden sind.
Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird nicht aufgeschoben.
2.2. Der Beschuldigte B._ wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 22 Monaten, wovon bis und mit heute 592 Tage durch Untersuchungshaft  durch vorzeitigen Strafantritt erstanden sind.
Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf
zwei Jahre festgesetzt.
2.3. Der Beschuldigte C._ wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten, wovon bis und mit heute 160 Tage durch Untersuchungshaft  sind.
Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf
zwei Jahre festgesetzt.
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3. Einziehungen, Herausgaben, Verwertungen und Vernichtungen
3.1. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland vom 7. Juli
2011 beschlagnahmten Barschaften der Beschuldigten (HD 22/5 und daraus
spezifisch HD 22/6 bis 8) werden in den nachfolgenden Beträgen eingezo-
gen und zur anteilsmässigen Deckung der Verfahrenskosten verwendet:
A._: Fr. 3'740.05
B._: Fr. 717.65
C._ Fr. 100.55
3.2. Folgende von der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland mittels jeweili-
ger Verfügung beschlagnahmte und unter nachfolgend aufgeführten Lauf-
nummern aufbewahrten Gegenstände werden den nachfolgend aufgeführten
Geschädigten nach Rechtskraft des Urteils zurückgegeben:
Verfügung Nummer Herausgabe an
12.08.2011 VG004 G1._, ... [Adresse]
12.08.2011 VG007 G2._, ... [Adresse]
12.08.2011 VG010 G3._, ... [Adresse]
07.07.2011 VG011 G4._, ... [Adresse]
07.07.2011 VG012 G5._, ... [Adresse]
12.08.2011 VG023 G6._, ... [Adresse]
12.08.2011 VG024 G7._, ... [Adresse]
07.07.2011 VG031 G8._, ... [Adresse]
12.08.2011 VG032 G9._, ... [Adresse]
07.07.2011 VG039 G10._, ... [Adresse]
07.07.2011 VG040 G11._ AG, ... [Adresse], zuhanden Schaden-Nr. ...
07.07.2011 VG043 G12._, ... [Adresse]
07.07.2011 VG044 G13._, ... [Adresse]
07.07.2011 VG047 G14._, ... [Adresse]
07.07.2011 VG048 G15._, ... [Adresse]
07.07.2011 VG049 G16._, ... [Adresse]
12.08.2011 VG051 G17._, ... [Adresse]
07.07.2011 VG053 G18._ und G19._, ... [Adresse]
12.08.2011 VG054 G20._, ... [Adresse]
07.07.2011 VG056 G21._ AG, ... [Adresse], zuhanden Schaden-Nr. ...
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12.08.2011 VG057 G22._ AG, ... [Adresse], zuhanden Schaden-Nr. ...
07.07.2011 VG064 G23._ und G24._, ... [Adresse]
07.07.2011 VG065 G25._, ... [Adresse]
12.08.2011 VG073 G26._, ... [Adresse]
12.08.2011 VG074 G27._ und G28._, ... [Adresse]
12.08.2011 VG076 G29._, ... [Adresse]
07.07.2011 VG086 G30._, ... [Adresse]
12.08.2011 VG092 G31._, ... [Adresse]
12.08.2011 VG095 G32._, ... [Adresse]
12.08.2011 VG103 G33._, ... [Adresse]
12.08.2011 VG105 G34._ und G35._, ... [Adresse]
07.07.2011 VG106 G36._, ... [Adresse]
12.08.2011 VG108 G37._und G38._, ... [Adresse]
07.07.2011 VG109 G39._, ... [Adresse]
12.08.2011 VG110 G40._, ... [Adresse]
Die vorstehend aufgeführten Geschädigten und Privatkläger werden aufge-
fordert, die ihnen herauszugebenden Gegenstände bis spätestens 31. De-
zember 2012 bei der Gerichtskasse abzuholen. Die Abholung ist bei der Ge-
richtskasse telefonisch oder schriftlich anzumelden und abzusprechen. Es
findet kein Versand statt. Was bis zu diesem Zeitpunkt nicht abgeholt wird,
wird von der Gerichtskasse verwertet und der Erlös anteilsmässig zur De-
ckung der Verfahrenskosten verwendet. Dieser Endtermin gilt nicht, falls ein
Rechtsmittel ergriffen wird.
3.3. Das übrige von der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland beschlag-
nahmte und als Beweismittel verwendete Deliktsgut gemäss folgender Ver-
fügungen:
- Verfügung vom 12.08.2011, HD 21/1 (Anhang 1)
- Verfügung vom 18.08.2011, HD 21/2 (Anhang 2)
- Verfügung vom 22.08.2011, HD 21/3 (Anhang 3)
- Verfügung vom 22.08.2011, HD 21/4 (Anhang 4)
- Verfügung vom 10.04.2012, HD 21/5 (Anhang 5)
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welches keinem Geschädigten oder Privatkläger zugeordnet werden konnte,
wird eingezogen, verwertet und zur anteilsmässigen Deckung der Verfah-
renskosten verwendet. Mit der Verwertung wird die Gerichtskasse betraut.
3.4. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland vom 7. Juli
2011 (HD 22/15; Anhang 6) beschlagnahmten Mobiltelefone werden einge-
zogen und von der Gerichtskasse verwertet. Der Verwertungserlös wird zur
anteilsmässigen Deckung der Verfahrenskosten verwendet.
3.5. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 7. Juli
2011 beschlagnahmten Tatmittel (HD 22/9, Anhang 7) werden eingezogen
und durch die Gerichtskasse vernichtet.
3.6. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland vom 7. Juli
2011 beschlagnahmten Bargelder diverser Währungen (HD 22/5, Anhang 8)
werden eingezogen und durch die Gerichtskasse verwertet. Der Verwer-
tungserlös wird zur anteilsmässigen Deckung der Verfahrenskosten verwen-
det.
4. Zivilforderungen
4.1. Privatkläger und Strafkläger D._ (ND 1)
Es wird vorgemerkt, dass die Beschuldigten die Schadenersatzforderung
des Privatklägers D._ wie folgt anerkannt haben:
A._ Fr. 400.– B._ - C._ - Die Beschuldigten werden unter solidarischer Haftung verpflichtet, dem Pri-
vatkläger D._ Fr. 400.– als Schadenersatz zu bezahlen.
Der Privatkläger D._ wird mit seinem Genugtuungsbegehren auf den
Weg des Zivilprozesses verwiesen.
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4.2. Privatkläger und Strafklägerin E._ (ND 1)
Die Privatklägerin E._ wird mit ihrem Schadenersatzbegehren auf den
Weg des Zivilprozesses verwiesen.
4.3. Privatkläger und Strafkläger F._ (ND 3)
Es wird vorgemerkt, dass die Beschuldigten die Schadenersatzforderung
des Privatklägers F._ wie folgt anerkannt haben:
A._ Fr. 225.95 B._ - C._ - Die Beschuldigten werden unter solidarischer Haftung verpflichtet, dem Pri-
vatkläger F._ Fr. 225.95 als Schadenersatz zu bezahlen.
4.4. Zivilkläger G1._ (ND 4)
Der Zivilkläger G1._ wird mit seinem Schadenersatzbegehren auf den
Weg des Zivilprozesses verwiesen.
4.5. Privatkläger G._ (ND 6)
Es wird vorgemerkt, dass die Beschuldigten die Schadenersatzforderung
des Privatklägers G._ wie folgt anerkannt haben:
A._ Fr. 200.– B._ - C._ - Die Beschuldigten werden unter solidarischer Haftung verpflichtet, dem Pri-
vatkläger G._ Fr. 200.– als Schadenersatz zu bezahlen.
4.6. Privatklägerin H._ (Ref. Nr. ...; ND 6)
Es wird vorgemerkt, dass die Beschuldigten die Schadenersatzforderung der
Privatklägerin H._ wie folgt anerkannt haben:
A._ Fr. 5'940.90 B._ - C._ - Die Beschuldigten werden unter solidarischer Haftung verpflichtet, der Pri-
vatklägerin H._ Fr. 5'940.90 als Schadenersatz zu bezahlen.
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4.7. Privatkläger I._ (ND 22)
Der Privatkläger I._ wird mit seinem Genugtuungsbegehren auf den
Weg des Zivilprozesses verwiesen.
4.8. Zivilklägerin G11._ AG (Schadenfall vom 19.01.2011 an der ... [], zum Nachteil von I._; ND 22)
Die Zivilklägerin G11._ AG wird mit ihrem Schadenersatzbegehren auf
den Weg des Zivilprozesses verwiesen.
4.9. Zivilklägerin G22._ (Schaden-Nr. ...; ND 23)
Die Beschuldigten werden unter solidarischer Haftung verpflichtet, der Zivil-
klägerin G22._ Fr. 11'955.75 als Schadenersatz zu bezahlen.
4.10. Privatkläger und Strafkläger J._ (ND 25)
Der Privatkläger J._ wird mit seinem Schadenersatzbegehren auf den
Weg des Zivilprozesses verwiesen.
4.11. Zivilklägerin G11._ AG (Schaden-Nr. ...; ND 31)
Die Zivilklägerin G11._ AG wird mit ihrem Schadenersatzbegehren auf
den Weg des Zivilprozesses verwiesen.
4.12. Privatkläger und Strafkläger K._ (ND 35)
Der Privatkläger K._ wird mit seinem Schadenersatzbegehren auf den
Weg des Zivilprozesses verwiesen.
4.13. Privatklägerinnen L._ und M._ (ND 35)
Die Beschuldigten werden unter solidarischer Haftung verpflichtet, den Pri-
vatklägerinnen L._ und M._ Fr. 4'370.10 als Schadenersatz zu be-
zahlen.
4.14. Privatklägerin und Strafklägerin N._ (ND 37)
Es wird vorgemerkt, dass die Beschuldigten die Schadenersatzforderung der
Privatklägerin N._ wie folgt anerkannt haben:
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A._ Fr. 200.– B._ - C._ -
Die Beschuldigten werden unter solidarischer Haftung verpflichtet, der Pri-
vatklägerin N._ Fr. 200.– als Schadenersatz zu bezahlen.
Die Privatklägerin N._ wird mit ihrem Genugtuungsbegehren auf den
Weg des Zivilprozesses verwiesen.
4.15. Zivilklägerin G22._ AG (Schaden-Nr. ...; ND 37)
Es wird vorgemerkt, dass die Beschuldigten die Schadenersatzforderung der
Zivilklägerin G22._ wie folgt anerkannt haben:
A._ Fr. 231.85 B._ - C._ - Die Beschuldigten werden unter solidarischer Haftung verpflichtet, der Zivil-
klägerin G22._ Fr. 231.85 als Schadenersatz zu bezahlen.
4.16. Zivilklägerin O._ (Schaden-Nr. ...; ND 38)
Die Beschuldigten werden unter solidarischer Haftung verpflichtet, der Zivil-
klägerin O._ Fr. 7'000.– als Schadenersatz zu bezahlen.
4.17. Privatkläger P._ (ND 41)
Der Privatkläger P._ wird mit seinem Schadenersatzbegehren auf den
Weg des Zivilprozesses verwiesen.
Der Privatkläger P._ wird mit seinem Genugtuungsbegehren auf den
Weg des Zivilprozesses verwiesen.
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4.18 Zivilkläger G12._ (ND 43)
Der Zivilkläger G12._ wird mit seinem Genugtuungsbegehren auf den
Weg des Zivilprozesses verwiesen.
4.19. Zivilklägerin G22._ AG (Schaden-Nr. ...; ND 57)
Die Beschuldigten werden unter solidarischer Haftung verpflichtet, der Zivil-
kägerin G22._ Fr. 9'258.– als Schadenersatz zu bezahlen.
4.20. Privatkläger und Strafkläger Q._ (ND 58)
Der Privatkläger Q._ wird mit seinem Schadenersatzbegehren auf den
Weg des Zivilprozesses verwiesen.
Der Privatkläger Q._ wird mit seinem Genugtuungsbegehren auf den
Weg des Zivilprozesses verwiesen.
4.21. Zivilklägerin R._ (Schaden-Nr. ...; ND 58)
Die Zivilklägerin R._ wird mit ihrem Schadenersatzbegehren auf den
Weg des Zivilprozesses verwiesen.
4.22. Zivilklägerin G22._ AG (Schaden-Nr. ...; ND 59)
Es wird vorgemerkt, dass die Beschuldigten die Schadenersatzforderung der
Zivilklägerin G22._ wie folgt anerkannt haben:
A._ Fr. 7'191.– B._ - C._ -
Die Beschuldigten werden unter solidarischer Haftung verpflichtet, der Zivil-
klägerin G22._ Fr. 7'191.– als Schadenersatz zu bezahlen.
4.23. Privatkläger und Strafkläger S._ (ND 107)
Der Privatkläger S._ wird mit seinem Schadenersatzbegehren auf den
Weg des Zivilprozesses verwiesen.
Der Privatkläger S._ wird mit seinem Genugtuungsbegehren auf den
Weg des Zivilprozesses verwiesen.
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5. Gerichtskosten
Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 6'000.00 ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. 8'289.60 Auslagen Vorverfahren (A._); Fr. 7'913.70 Auslagen Vorverfahren (B._) Fr. 7'913.70 Auslagen Vorverfahren (C._)
Fr. 186.00 Ausserkantonale Verfahrenskosten (gemäss Belegen);
Fr. 18'000.00 Gebühr Strafuntersuchung mit Anklageschrift;
Fr. amtliche Verteidigung A._ (ausstehend)
Fr. amtliche Verteidigung B._ (ausstehend)
Fr. amtliche Verteidigung C._ (ausstehend)
Fr. 48'303.00
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
6. Kostenauferlegung
6.1. Die Entscheidgebühr, die ausserkantonalen Verfahrenskosten und die Ge-
bühr der Strafuntersuchung werden den Beschuldigten unter solidarischer
Haftbarkeit je zu einem Drittel auferlegt. Die sie betreffenden Auslagen des
Vorverfahrens werden den Beschuldigten je separat auferlegt.
6.2. Die Kosten der amtlichen Verteidigungen werden auf die Gerichtskasse ge-
nommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4
StPO. Über die Höhe der Kosten der amtlichen Verteidigungen wird mit se-
paratem Beschluss entschieden.
Berufungsanträge:
a) Der Verteidigung des Beschuldigten A._:
(Urk. 135)
"1. Es sei Dispositiv Ziff. 1.1 des vorinstanzlichen Urteils aufzuheben und
es sei der Beschuldigte A._ wie folgt schuldig zu sprechen:
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− des gewerbsmässigen und bandenmässigen Diebstahls im Sinne
von Art. 139 Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2 und Ziff. 3 Abs. 2 StGB (teilweise
als Versuch);
− der mehrfachen Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1
StGB;
− des mehrfachen Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB;
− der mehrfachen rechtswidrigen Einreise im Sinne von Art. 115
Abs. 1 lit. a AuG;
− des mehrfachen rechtswidrigen Aufenthalts im Sinne von Art. 115
Abs. 1 lit. b AuG.
Von den Vorwürfen des mehrfachen bandenmässigen Diebstahls so-
wie des gewerbsmässigen Diebstahls gemäss ND 1-5, 12, 33-36, 47,
49, 51, 53-54, 73-74, 92, 95, 106-107, 109-110 sei der Beschuldigte
A._ freizusprechen und des mehrfachen einfachen Diebstahls
schuldig zu sprechen.
2. Es sei Dispositiv Ziff. 2.1 des vorinstanzlichen Urteils aufzuheben und
es sei der Beschuldigte A._ mit einer Freiheitsstrafe von maximal
36 Monaten zu bestrafen. Die erstandene Haft sowie die Dauer des
vorzeitigen Strafvollzugs seien an die auszufällende Freiheitsstrafe an-
zurechnen. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei nicht auszuschieben.
3. Es seien Dispositiv-Ziff. 4.9, 4.13, 4.16 und 4.19 des vorinstanzlichen
Urteils aufzuheben und es seien allfällige Zivilansprüche der entspre-
chenden Geschädigten auf den Zivilweg zu verweisen.
Die Kostenauflage sei nach gesetzlicher Regelung vorzunehmen. Nament-
lich seien die Kosten für die amtliche Verteidigung auf die Gerichtskasse zu
nehmen."
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b) Der Verteidigung des Beschuldigten B._:
(Urk. 138)
"1. Der Beschuldigte sei in Abänderung von Ziff. 2.2 des Urteils des Be-
zirksgerichts Dielsdorf vom 7. September 2012 ("Urteil") mit einer Frei-
heitsstrafe von maximal neunzehn Monaten zu bestrafen, unter An-
rechnung der erstandenen Haft.
2. Es sei der bedingte Strafvollzug zu gewähren, unter Ansetzung einer
Probezeit von 2 Jahren.
3.1. In Aufhebung von Ziff. 4.1, 4.3, 4.5, 4.6 und 4.13 des Urteils seien die
Forderungen gegen den Beschuldigten abzuweisen.
3.2. In Aufhebung von Ziff. 4.9, 4.14, 4.15, 4.16, 4.19, 4.22 seien die gel-
tend gemachten Forderungen abzuweisen bzw. auf den Weg des or-
dentlichen Zivilprozesses zu verweisen.
4. Die Gerichtskosten seien auf die Staatskasse zu nehmen und wegen
Uneinbringlichkeit abzuschreiben.
5. Die Kosten der amtlichen Verteidigung seien auf die Staatskasse zu
nehmen und wegen Uneinbringlichkeit abzuschreiben."
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c) Der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland:
(Urk. 134)
Anträge in Sachen gegen A._:
1. Der Beschuldigte A._ sei schuldig zu sprechen des gewerbs- und
bandenmässigen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1, 2 und 3 Abs.
2 StGB, der mehrfachen Sachbeschädigung, des mehrfachen Haus-
friedensbruchs, der mehrfachen rechtswidrigen Einreise sowie des
mehrfachen rechtswidrigen Aufenthalts.
2. Er sei mit einer Freiheitsstrafe von 7 1⁄2 Jahren zu bestrafen.
Anträge in Sachen gegen B._:
1. Es sei festzustellen, dass Ziffer 1.2 des Urteils des Bezirksgerichts
Dielsdorf vom 7. September 2012 in Rechtskraft erwachsen ist.
2. Er sei mit einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten zu bestrafen.
3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei im Umfang von 15 Monaten als voll-
ziehbar zu erklären. Im Rahmen von 15 Monaten Freiheitsstrafe sei der
Vollzug bedingt aufzuschieben unter Ansetzung einer Probezeit von 2
Jahren.
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Erwägungen:
I. Prozessuales
1. Gegen das im Dispositiv wiedergegebene Urteil des Bezirksgerichts
Dielsdorf, II. Abteilung, vom 7. September 2012 meldeten sowohl die Staatsan-
waltschaft Winterthur/Unterland mit Eingabe vom 14. September 2012 betreffend
aller drei Beschuldigten als auch der Beschuldigte 1 mit Eingabe vom 19. Sep-
tember 2012 und der Beschuldigte 2 mit Eingabe vom 24. September 2012 Beru-
fung an (Urk. 100, 97 und 99). Der Beschuldigte 3 verzichtete auf Berufung. Frist-
gerecht gingen nach Erhalt des begründeten Urteils auch die Berufungserklärun-
gen betreffend die Beschuldigten 1 und 2 ein (Urk. 110, 111, 113/1 und 114). Be-
treffend den Beschuldigten 3 zog die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland ihre
Berufung mit Schreiben vom 4. Juni 2013 wieder zurück (Urk. 112). Nachdem den
noch betroffenen Parteien mit Präsidialverfügung vom 26. Juni 2013 (Urk. 120)
die Berufungserklärungen der jeweils anderen Parteien zugestellt wurden, reichte
der Beschuldigte 2 am 9. Juli 2013 Anschlussberufung ein (Urk. 122).
2.1. Die Staatsanwaltschaft beantragte in ihren Berufungserklärungen, der
Beschuldigte 1 sei mit einer Freiheitsstrafe von 7 1⁄2 Jahren zu bestrafen (Urk. 110
S. 2), während der Beschuldigte 2 mit einer teilbedingten Freiheitsstrafe von
30 Monaten zu bestrafen sei, wobei diese Strafe im Umfang von 15 Monaten als
vollziehbar zu erklären sei (Urk. 111 S. 2).
2.2. Im Rahmen seiner Berufungserklärung beantragte der Beschuldigte 1
die Aufhebung der Dispositivziffern 1.1, 2.1, 4.9, 4.13, 4.16 und 4.19 des vor-
instanzlichen Urteils, wobei allfällige Zivilansprüche der Geschädigten auf den Zi-
vilweg zu verweisen seien. Statt des gewerbsmässigen und bandenmässigen
Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1, Ziff. 2 und Ziff. 3 Abs. 2 StGB sei er des
mehrfachen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB (teilweise als Versuch)
schuldig zu sprechen und mit einer Freiheitsstrafe von maximal 36 Monaten zu
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bestrafen, unter Anrechnung der erstandenen Haft und der Dauer des vorzeitigen
Strafvollzugs. Als Beweismittel beantragte er ergänzend den Beizug eines Todes-
scheins seines im April 2011 verstorbenen Vaters (Urk. 114 S. 3 f.), welchen er
mit Schreiben vom 9. Dezember 2013 einreichte (Urk. 132 und 133).
2.3. Der Beschuldigte 2 beantragte im Rahmen seiner Berufungserklärung,
es seien die Dispositivziffern 4.1, 4.3, 4.5 und 4.13 sowie sinngemäss auch 4.6
des vorinstanzlichen Urteils aufzuheben und er sei in diesen Fällen der Verpflich-
tung zur Bezahlung von Schadenersatz zu entheben. Des weiteren seien die Ver-
fahrenskosten der Anklägerin aufzuerlegen bzw. auf die Staatskasse zu nehmen
und der Beschuldigte 2 sei für seine Umtriebe zu entschädigen (Urk. 113/1). Mit
seiner Anschlussberufung beantragte der Beschuldigte 2 zudem die Aufhebung
der Dispositivziffern 2.2 und 4 (i.e. 4.1 - 4.23) des vorinstanzlichen Urteils: Die
Dispositivziffer 2.2 sei abzuändern und er sei mit einer Freiheitsstrafe von maxi-
mal 19 Monaten zu bestrafen, unter Anrechnung der erstandenen Haft von 592
Tagen; der Vollzug der Freiheitsstrafe sei aufzuschieben und die Probezeit auf
zwei Jahre festzusetzen. In Abänderung von Dispositivziffer 4 des Urteils seien
sämtliche Forderungen der Geschädigten abzuweisen oder auf den Weg des or-
dentlichen Zivilprozesses zu verweisen (Urk. 122 S. 2).
3.1. Vom Rückzug der Berufung der Staatsanwaltschaft gegen den Be-
schuldigten 3 ist vorweg Vormerk zu nehmen. Das Urteil des Bezirksgerichts
Dielsdorf, II. Abteilung, vom 7. September 2012 ist demnach betreffend diesen
Beschuldigten rechtskräftig.
3.2. Die Berufung hat im Umfang der Anfechtung aufschiebende Wirkung
(Art. 402 StPO). Die nicht von der Berufung erfassten Punkte erwachsen in
Rechtskraft (Schmid, StPO Praxiskommentar, Art. 402 N 1; Art. 437 StPO).
3.3. Mit Anschlussberufung hat der Beschuldigte 2 gleich alle Zivilpunkte
abzuweisen oder auf den Weg des ordentlichen Zivilprozesses zu verweisen be-
antragt (Urk. 122 S. 2). Soweit ein Teil der Zivilforderungen bereits von der Vor-
instanz auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen worden ist, fehlt es - wie dar-
zulegen sein wird (vgl. Ziff. IV, erste 3 Absätze) - an einer Beschwer des Beschul-
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digten 2. Seine Anfechtung der Zivilentscheide im Rahmen der Anschlussberu-
fung betrifft somit nur die Fälle, in welchen die Vorinstanz Forderungen gutge-
heissen hat.
3.4. Es ist folglich festzustellen, dass das Urteil des Bezirksgerichts Diels-
dorf, II. Abteilung, vom 7. September 2012 betreffend den Beschuldigten 1 hin-
sichtlich Dispositivziffern 1.1 teilweise (Verurteilung wegen mehrfacher Sachbe-
schädigung, mehrfachen Hausfriedensbruchs, mehrfacher rechtswidriger Einreise
und mehrfachen rechtswidrigen Aufenthalts) sowie 4.1, 4.3, 4.5, 4.6, 4.14 [betref-
fend Schadenersatz], 4.15 und 4.22 (Zivilentscheide), sodann betreffend den Be-
schuldigten 2 hinsichtlich Dispositivziffer 1.2 (Schuldpunkt) sowie betreffend bei-
der Beschuldigten hinsichtlich Dispositivziffern 3.1 bis 3.6 (Einziehungen, Heraus-
gabe, Verwertungen, Vernichtungen), 4.2, 4.4, 4.7, 4.8, 4.10, 4.11, 4.12, 4.14 [be-
treffend Genugtuung], 4.17, 4.18, 4.20, 4.21, 4.23 (alles Verweisungen von Zivil-
klagen auf den Zivilweg), ferner 5 und 6 (Kostendispositiv) in Rechtskraft erwach-
sen ist.
4. Anlässlich der Berufungsverhandlung, von welcher der Beschuldigte
B._ dispensiert worden ist (Urk. 131), liessen die Parteien die eingangs er-
wähnten Anträge stellen.
II. Schuldpunkt betreffend den Beschuldigten 1
1. Der eingeklagte Sachverhalt ist in Übereinstimmung mit der Schluss-
folgerung der Vorinstanz als rechtsgenügend erstellt zu betrachten und im Übri-
gen vom Beschuldigten 1 unbestritten geblieben.
2.1. Der Beschuldigte 1 macht hinsichtlich der mit unbekannter Täterschaft
ausgeführten Delikte geltend, er sei von der banden- und gewerbsmässigen Be-
gehung freizusprechen und lediglich wegen mehrfachen (einfachen) Diebstahls im
Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB schuldig zu sprechen (Urk. 135 S. 6 f.). Nachfol-
gend ist somit die rechtliche Würdigung der Vorinstanz diesbezüglich zu überprü-
fen.
- 18 -
2.2. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist Bandenmässigkeit
gegeben, wenn zwei oder mehrere Täter sich mit dem ausdrücklich oder konklu-
dent geäusserten Willen zusammenfinden, inskünftig zur Verübung mehrerer
selbständiger, im Einzelnen möglicherweise noch unbestimmter Straftaten zu-
sammenzuwirken. Es macht hierbei keinen Unterschied, ob zwei oder mehr Täter
vorhanden sind; entscheidend ist einzig der ausdrücklich oder konkludent mani-
festierte Wille, im oben erwähnten Sinn zusammenzuwirken (BGE 135 IV 158
E. 3). Für den Begriff der "Bande" ist gemäss Bundesgericht weniger auf die Zahl
der Beteiligten als auf den Organisationsgrad und die Intensität der Zusammenar-
beit der Täter abzustellen. Unter diesem Gesichtspunkt ist eine bandenmässige
Tatbegehung bereits von "nur" zwei Tätern zumindest dann nicht auszuschlies-
sen, wenn gewisse Mindestansätze einer Organisation (etwa Rollen- oder Arbeits-
teilung) und die Intensität des Zusammenwirkens ein derartiges Ausmass erreicht
haben, dass von einem bis zu einem gewissen Grade fest verbundenen und
stabilen Team gesprochen werden kann, auch wenn dieses allenfalls nur kurzle-
big ist (BGE 124 IV 86 E. 2b bestätigt in: BGE 124 IV 286 E. 2a und BGE 135 IV
158). Zudem ist nicht vorausgesetzt, dass stets sämtliche Bandenmitglieder an al-
len Delikten teilgenommen haben (BSK Strafrecht II, Niggli/Riedo, N 131 zu
Art. 139 StGB). Wo sie allerdings nicht mit von der Partie waren, sind sie in aller
Regel nicht als Mittäter anzusehen.
2.3. Der Beschuldigte 1 beging bereits im November 2010 gemeinsam mit
dem Beschuldigten 3 mehrere Einbruchdiebstähle. Im Januar 2011 beteiligte sich
dann auch der Beschuldigte 2 mit einer Ausnahme an allen Einbrüchen. Der Be-
schuldigte 3 war im 2011 ebenfalls stets dabei. Die Beschuldigten gingen geplant
und professionell vor, indem sie sich gezielt Einfamilienhäuser und Wohnungen
aussuchten, in welchen kein Licht brannte. Zudem teilten sie sich die Aufgaben
und agierten nach einer fixen Rollenverteilung. Alle drei Beschuldigten führten
aus, sich jeweils ins Auto gesetzt zu haben, um nach Einbruchsgelegenheiten
Ausschau zu halten. Abgesprochen hätten sie sich dabei nicht, aber es sei allen
klar gewesen, dass sie gemeinsam Einbrüche begehen würden (Urk. 4/82 S. 8 f.).
Der Beschuldigte 3 sei jeweils gefahren und die Beschuldigten 1 und 2 seien in
die Wohnungen eingebrochen, wobei zwischen einbrechen und Schmiere stehen
- 19 -
abgewechselt worden sei (Urk. 4/82 S. 5). Der Beschuldigte 1 sagte anlässlich
der polizeilichen Einvernahme vom 15. August 2011 aus, alle drei seien aus eige-
nem Willen und Wunsche stehlen gegangen. Weder habe er den Beschuldigten 2
dazu gezwungen, noch sei er von diesem gezwungen worden. Hätte er alles al-
leine bestimmen müssen, dann hätte er auch alleine stehlen gehen müssen; nie-
mand wäre mitgekommen (Urk. 4/25 S. 1). Alle drei Beschuldigten fanden sich
somit mit dem Willen zusammen, inskünftig mehrere selbständige, wenn auch im
Einzelnen noch unbestimmte Diebstähle gemeinsam zu begehen. Selbst wenn
die Beschuldigten diesen Willen nicht ausdrücklich geäussert hatten, so manifes-
tierte sich die Willensbildung zumindest konkludent. Die Beute hätte versilbert und
danach zu gleichen Anteilen aufgeteilt werden sollen (Urk. 4/81 S. 8). Innert rela-
tiv kurzer Zeit verübten die Beschuldigten so eine ungeheure Anzahl von Dieb-
stählen. Sowohl für die Delikte, welche der Beschuldigte 1 mit dem Beschuldigten
3 alleine begangen hat, als auch für die von allen drei Beschuldigten gemeinsam
begangenen Diebstähle, kann bandenmässiges Vorgehen im Sinne von Art. 139
Ziff. 3 Abs. 2 StGB bejaht werden.
Hinsichtlich der Delikte im Jahr 2010, welche der Beschuldigte mit unbe-
kannter Täterschaft ausführte, kann mangels Beweisen nicht beurteilt werden, ob
ein (konkludenter) Wille zur mittäterschaftlichen Tatbegehung vorgelegen hat. Zu-
gunsten des Beschuldigten 1 ist somit bei dieser Deliktsserie nicht von banden-
mässiger Begehung, sondern von einfachen Diebstählen gemäss Art. 139 Ziff. 1
StGB auszugehen.
3. Die Vorinstanz sprach die Beschuldigten vom Vorwurf der mehrfachen
bandenmässigen Begehung frei, weil sie den in der Anklage umschriebenen
Sachverhalt rechtlich anders würdigte als die Staatsanwaltschaft. Festzuhalten ist,
dass das Gericht an den in der Anklage umschriebenen Sachverhalt, nicht aber
an die in der Anklage vorgenommene rechtliche Würdigung gebunden ist
(Art. 350 Abs. 1 StPO). Das Gericht hat das Recht von Amtes wegen anzuwen-
den (iura novit curia). Ein Freispruch hat deshalb bei anderer rechtlicher Würdi-
gung nicht zu ergehen.
- 20 -
4.1. Der Beschuldigte 1 bestreitet des Weiteren, die Diebstähle mit den un-
bekannten Mittätern gewerbsmässig begangen zu haben, da die genauen Um-
stände der Taten zu wenig klar seien (Urk. 135 S. 7).
4.2. Einer verschärften Strafdrohung unterliegt, wer gewerbsmässig stiehlt
(Art. 139 Ziff. 2 StGB). Das Qualifikationsmerkmal der Gewerbsmässigkeit im
Sinne von Art. 139 Ziff. 2 StGB ist gemäss der Rechtsprechung gegeben, wenn
sich aus der Zeit und den Mitteln, die der Täter für die deliktische Tätigkeit auf-
wendet, aus der Häufigkeit der Einzelakte innerhalb eines bestimmten Zeitraums
sowie aus den angestrebten und erzielten Einkünften ergibt, dass er die delikti-
sche Tätigkeit nach der Art eines Berufs ausübt (BGE 123 IV 113 E. 2c; 119 IV
129 E. 3a). Liegt dieser Qualifikationsgrund und damit ein Kollektivdelikt vor,
schliesst der Schuldspruch auch bloss versuchte Diebstähle mit ein (BGE 105 IV
157 E. 2; BGE 107 IV 172 E. 4).
4.3. Der Beschuldigte 1 beging in der Zeit vom 4. Oktober 2010 bis zu sei-
ner Verhaftung am 26. Januar 2011 gesamthaft 59 Einbruchdiebstähle, wobei ein
Deliktsgut in der Höhe von rund einer halben Million Franken erbeutet wurde. Die
Voraussetzung des mehrfachen Delinquierens ist vorliegend sowohl für die Taten
mit den Mitbeschuldigten als auch für diejenigen mit unbekannter Täterschaft
(23 Einbrüche) klar erfüllt. Innert des relativen kurzen Zeitraums übte der Be-
schuldigte 1 die deliktische Tätigkeit nach der Art eines Berufes aus. Gemäss ei-
genen Aussagen ging er im Kosovo seit 2006 keiner Arbeit mehr nach (Prot. II S.
10). Anlässlich der Berufungsverhandlung führte er erneut aus, die Delikte be-
gangen zu haben, um seine Spielschulden in der Höhe von ca. EUR 70'000.– zu-
rückzubezahlen (Prot. II S. 12 f. und 16). Statt diese jedoch mit Erwerbseinkom-
men aus legaler Tätigkeit zu tilgen, entschied er, sich mittels Straftaten Vermö-
gensvorteile zu verschaffen. Dabei ist der erbeutete Betrag bereits in der ersten
Deliktsphase erheblich höher als die Schulden, weshalb davon ausgegangen
werden kann, dass er damit auch seinen Lebensunterhalt finanzieren wollte. Sei-
ne geltend gemachte finanzielle Notlage ändert daran nichts (Urk. 82 S. 7). Dem
Einwand des Verteidigers, Gewerbsmässigkeit liege nur bezüglich der mit den
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- 21 -
beiden Mitbeschuldigten begangenen Delikte, nicht jedoch bezüglich derjenigen
Delikte mit unbekannter Täterschaft vor, ist somit nicht zu folgen.
4.4. Sowohl in objektiver als auch in subjektiver Hinsicht sind die Voraus-
setzungen für gewerbsmässiges Handeln gemäss Art. 139 Ziff. 2 StGB erfüllt.
5. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschuldigte 1 die Dieb-
stähle gewerbs- und teilweise bandenmässig im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 in Ver-
bindung mit Ziff. 2 sowie teilweise mit Ziff. 3 Abs. 2 StGB begangen hat.
III. Strafzumessung
1. Vorbringen der Anklägerin
1.1. Die Anklägerin kritisiert die für den Beschuldigten 1 ausgefällte Frei-
heitsstrafe von 5 Jahren und 8 Monaten aus folgenden Gründen als zu milde: Die
von der Vorinstanz vorgenommene Beurteilung der objektiven und subjektiven
Tatschwere sowie der Täterkomponente und des Nachtatverhaltens entspreche
hinsichtlich der jeweiligen Wertung nicht den tatsächlichen Begebenheiten und
der Aktenlage respektive es seien relevante Umstände fälschlicherweise zu
Gunsten des Beschuldigten 1 berücksichtigt und andere Faktoren zu wenig
schwer gewichtet worden. Die von der Vorinstanz ausgesprochene Strafe sei da-
her zu tief ausgefallen (Urk. 110 S. 2).
1.2. Beim Beschuldigten 2 kritisiert die Anklägerin die ausgefällte Freiheits-
strafe von 22 Monaten aus folgenden Gründen als zu milde: Die von der Vo-
rinstanz letztlich vorgenommene Wertung führe zu einer unkorrekten Ansetzung
der Einsatzstrafe und entsprechend zu einer zu tiefen Strafe. Als angemessen
werde mit dem Antrag auf 30 Monaten eine Strafe von über 24 Monaten ange-
strebt, weshalb die Strafe teilbedingt auszufallen habe (Urk. 111 S. 2).
- 22 -
2. Vorbringen der Verteidigung des Beschuldigten 1
Die Verteidigung des Beschuldigten 1 beantragt eine Reduktion der Strafe
auf 36 Monate (Urk. 114 S. 2 und Urk. 135 S. 2). Zur Begründung führte sie an-
lässlich der Berufungsverhandlung folgendes aus: Die von der Vorinstanz ausge-
sprochenen Strafen erscheinen in einem nicht nachvollziehbaren Verhältnis an-
gesichts der Anzahl der von jedem Beschuldigten begangenen Delikte und Tat-
beiträge. Die Einsatzstrafe sei nicht korrekt berechnet und straferhöhende und
strafmindernde Komponenten nicht richtig berücksichtigt worden. Die Vorinstanz
habe zudem keine Gesamtbetrachtung vorgenommen und die gegenüber den
einzelnen Mittätern ausgesprochenen Strafen nicht miteinander in Relation ge-
setzt (Urk. 135 S. 12).
3. Vorbringen der Verteidigung des Beschuldigten 2
Die Verteidigung des Beschuldigten 2 beantragt eine Reduktion der Strafe
auf maximal 19 Monate, wobei der Vollzug aufzuschieben sei (Urk. 122 S. 2 und
Urk. 138 S. 2). Zur Begründung führte sie anlässlich der Berufungsverhandlung
folgendes aus: Die Vorinstanz habe bei der Strafzumessung einige wichtige Punk-
te gar nicht, nicht genügend oder falsch bewertet. Insbesondere gehe sie von ei-
nem nicht erstellten Deliktsbetrag aus, lasse die untergeordnete Stellung des Be-
schuldigten 2 innerhalb der Gruppe völlig ausser Acht, berücksichtige das gute
Nachtatverhalten zu wenig und gehe auf die geltend gemachte Verletzung des
Beschleunigungsverbotes bzw. die überlange Verfahrensdauer gar nicht erst ein
(Urk. 138 S. 5 f.).
4. Strafrahmen / Strafzumessungskriterien
4.1. Die Vorinstanz hat sich in ihrem Urteil grundsätzlich zutreffend und
ausführlich zum Strafrahmen und zu den allgemeinen theoretischen Komponen-
ten der Strafzumessung geäussert, worauf, um Wiederholungen zu vermeiden,
vorab verwiesen werden kann (Urk. 109 S. 22 ff.)
- 23 -
4.2. Bandenmässiger Diebstahl im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 in Verbindung
mit Ziff. 3 Abs. 2 StGB ist mit Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren oder mit Geldstra-
fe nicht unter 180 Tagessätzen bedroht, womit die bandenmässigen Diebstähle,
welche ausserdem als gewerbsmässig zu qualifizieren sind, die schwersten von
den Beschuldigten begangenen Delikte darstellen. Aussergewöhnliche Umstände,
welche zum Verlassen des ordentlichen Strafrahmens führen würden, liegen kei-
ne vor. Aufgrund der Deliktsmehrheit ist die Strafe innerhalb des Rahmens zu er-
höhen. Dabei erscheint es angezeigt, für die gewerbs- und bandenmässig began-
genen Diebstähle eine einheitliche Einsatzstrafe zu bestimmen.
5. Strafzumessung und Strafvollzug für den Beschuldigten 1
5.1. Der Beschuldigte 1 hat innerhalb von nur 88 Tagen 59 Einbruchdieb-
stähle begangen. Der dabei erzielte Deliktsbetrag von über einer halben Million
Franken ist sehr hoch. Selbst nach anteilsmässiger Teilung mit den Mitbeschul-
digten und Tilgung seiner Schulden verbliebe dem Beschuldigten ein Betrag, mit
welchem er sich und seine Familie über Jahre finanzieren könnte, ohne einer Er-
werbstätigkeit nachgehen zu müssen. Durch die enorme Vielzahl von Einbrüchen
innert kürzester Zeit ist diese Deliktshöhe denn auch nicht zufällig entstanden.
Der Verteidiger des Beschuldigten 1 macht geltend, es sei darauf geachtet wor-
den, dass es nicht zu Konfrontationen mit den Hausbewohnern komme (Urk. 89
S. 8; Prot. S. 17). Jedoch ist gerichtsnotorisch, dass dieses Vorgehen nicht in ers-
ter Linie eine Gefährdung von Personen minimieren, sondern eine Konfrontation
mit Tatzeugen verhindern soll. Die hohe Kadenz an Einbrüchen und das professi-
onelle Vorgehen sprechen für eine enorme kriminelle Energie. Der Beschuldigte 1
delinquierte im Gegensatz zu den Mitbeschuldigten bereits ab Oktober 2010 mit
unbekannter Täterschaft. Ab November 2010 übte er die Einbrüche gemeinsam
mit dem Beschuldigten 3 aus und im Januar 2011, nach der Rückkehr des Be-
schuldigten 1 aus dem Kosovo, beteiligte sich auch der Beschuldigte 2 an den
Delikten. Das Verhalten des Beschuldigten 1 lässt auf einen ausgeprägten delikti-
schen Willen schliessen, wobei vorweggenommen werden kann, dass dies eine
deutlich höhere Strafe als bei den Mitbeschuldigten rechtfertigt. Das objektive
Tatverschulden des Beschuldigten 1 wiegt sehr schwer.
- 24 -
Was die subjektive Tatschwere betrifft, so handelte der Beschuldigte 1 di-
rektvorsätzlich. Seine Motive waren rein finanzieller und somit egoistischer Natur.
Er führte zwar aus, sich in einer finanziellen Notlage aufgrund von Schulden be-
funden zu haben, welche seit dem Verfahren im Jahr 2009 von EUR 3'200.– auf
heute EUR 70'000.– angestiegen sein sollen (Prot. II S. 12 f.). Zu berücksichtigten
ist jedoch, dass es sich dabei um Spielschulden handelt, welche der Beschuldigte
1 selbstverschuldet verursacht hat. Die geltend gemachte Bedrohung durch seine
Gläubiger im Kosovo erscheint wenig glaubhaft, reiste er doch zwischen den bei-
den Deliktsserien im Dezember 2010 in sein Heimatland zurück. Auch sind keine
Bemühungen ersichtlich, dass er versucht hätte, seinen Verpflichtungen auf ehrli-
che Art und Weise nachzukommen. Vielmehr reiste er wiederholt in die Schweiz
ein, mit dem einzigen Ziel, Eigentumsdelikte zu begehen. In subjektiver Hinsicht
wiegt das Verschulden ebenfalls schwer.
Insgesamt ist das Tatverschulden als mittelschwer bis sehr schwer zu quali-
fizieren, weshalb die Strafe im mittleren Drittel des gesetzlichen Strafrahmens an-
zusetzen ist. Für die gewerbs- und (teilweise) bandenmässigen Diebstähle er-
weist sich eine Einsatzstrafe von 5 Jahren Freiheitsstrafe als angemessen.
5.2. Straferhöhend wirken sich die weiteren Delikte d.h. die mehrfache
Sachbeschädigung, der mehrfache Hausfriedensbruch, die mehrfache rechtswid-
rige Einreise und der mehrfache rechtswidrige Aufenthalt aus.
Der mehrfache Hausfriedensbruch tritt zwar neben dem mehrfachen Dieb-
stahl und der mehrfachen Sachbeschädigung, welche zu einem erheblichen
Sachschaden in der Höhe von rund Fr. 85'000.– führte, in den Hintergrund. Die
dadurch erfolgte erhebliche Verletzung der Privatsphäre der Geschädigten, die
deren Sicherheitsgefühl massiv zu beeinträchtigen vermag, fällt dennoch gravie-
rend ins Gewicht. Der Beschuldigte 1 handelte zudem direktvorsätzlich, indem er
Hausfriedensbrüche beging und Sachschäden verursachte, um an Diebesbeute
zu gelangen. Sein Verschulden wiegt sowohl in objektiver als auch in subjektiver
Hinsicht erheblich.
- 25 -
Was die mehrfache rechtswidrige Einreise und den mehrfachen rechtswidri-
gen Aufenthalt betrifft, so zeigte der Beschuldigte 1 mit seinem Verhalten zum
wiederholten Mal, dass er die Gesetze nicht respektiert und sich um die ihm ge-
genüber verhängte Einreisesperre foutiert. Er reiste nicht in die Schweiz ein um
einer legalen Arbeitstätigkeit nachzugehen, sondern einzig mit dem Ziel, Delikte
zu verüben. Sein Tatverschulden wiegt sowohl in objektiver als auch in subjektiver
Hinsicht nicht leicht.
Folglich rechtfertigt es sich, die Einsatzstrafe von 5 Jahren zufolge der zu-
sätzlichen Tatbestände um weitere 9 Monate zu erhöhen.
5.3. Zum Vorleben und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldig-
ten 1 kann auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 109
S. 26 ff.). Aus seiner familiären Situation lässt sich keine besondere Strafempfind-
lichkeit ableiten. Der mittels Todesschein vom tt. Juni 2011 nachgewiesene Tod
des Vaters während der Untersuchungshaft ist marginal leicht strafmindernd zu
berücksichtigen (Urk. 133). Nicht von wesentlicher Bedeutung für die Strafzumes-
sung ist sein Vorleben.
Im Oktober 2009 wurde der Beschuldigte 1 durch das Bezirksgericht Zürich
wegen Diebstahls, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruchs zu zwölf Monaten
Freiheitsstrafe verurteilt (Urk. 106 und 30/1). Des weiteren wurde er bereits in Ita-
lien wegen Diebstahls am 24. Mai 1995 zu vier Monaten, am 4. Oktober 1995 zu
drei Monaten und 28 Tagen und am 5. November 1997 zu acht Monaten Frei-
heitsstrafe verurteilt (Urk. 30/3). Ausländische Strafen dürfen zwar mitberücksich-
tigt werden (BSK Strafrecht I, Wiprächtiger, N 102 zu Art. 47 StGB), dies jedoch
nur, wenn sie den Grundsätzen des Schweizerischen Rechts nicht widersprechen
(vgl. BGE 105 IV 225 E. 2). Wären die Strafen in der Schweiz ausgesprochen
worden, wären die Freiheitsstrafen in den Jahren 2005 bzw. 2007 aus dem Straf-
register wieder entfernt worden (Art. 369 Abs. 7 StGB). Aus dem Strafregister ent-
fernte Vorstrafen dürfen nicht mehr berücksichtigt werden (BGE 135 IV 87, E. 2),
worauf auch der Verteidiger zu Recht hinweist (Urk. 89 S. 10, Urk. 135 S. 21).
- 26 -
Unter Berücksichtigung des Vorlebens, der persönlichen Verhältnisse und
der einzig noch zu beachtenden einschlägigen Vorstrafe des Beschuldigten 1 aus
dem Jahre 2009, ist die Einsatzstrafe trotz der vorerwähnten leichten Strafmilde-
rung auf 6 Jahre und 10 Monate anzuheben.
Strafmindernd ist sodann das Geständnis des Beschuldigten 1 zu berück-
sichtigen. Allerdings legte er dieses nicht bereits anlässlich der ersten Einver-
nahme ab, sondern gestand bei vielen Einbrüchen die Tat erst, nachdem ihm
DNA-Spuren nachgewiesen werden konnten, Diebesgut gefunden wurde oder die
Beschuldigten 2 und 3 die Tat zugegeben hatten (vgl. u.a. Urk. 4/16 S. 2, 4/42
S. 1, 4/81 S. 8). Insofern war ein Abstreiten ohnehin wenig erfolgsversprechend.
Der Beschuldigte 1 lehnte es zudem ab, die Mitbeteiligten der Einbrüche im Jahr
2010 bekannt zu geben. Dieser Umstand wirkt sich zwar nicht straferhöhend aus,
umgekehrt ergibt sich daraus auch keine Strafminderung. Dennoch ist die Ge-
ständnisbereitschaft des Beschuldigten 1 mit einer Reduktion der Strafe von
6 Monaten zu honorieren. Echte Reue ist hingegen nicht ersichtlich. Der Füh-
rungsbericht des Gefängnis Zürich attestiert dem Beschuldigten 1 des weiteren
ein tadelloses Verhalten, hält jedoch auch fest, dass ein solches von allen Insas-
sen erwartet werde (Urk. 91/3). Es erübrigt sich somit, einen aktuellen Führungs-
bericht einzuholen, wie dies von der Verteidigung beantragt worden ist (Urk. 135
S. 26).
Hinsichtlich der von der Verteidigung monierten Verletzung des Beschleuni-
gungsgebots (vier Monate zwischen Eingang der Anklage bei der Vorinstanz und
Durchführung der Verhandlung, acht Monate für die Zustellung des begründeten
Urteils; Urk. 135 S. 26 f.) ist zu berücksichtigen, dass es sich um einen umfang-
reichen und komplexen Fall handelte für dessen Beurteilung nicht einfach auf das
Ergebnis abgestellt werden kann. Der Beschuldigte 1 kam für viele Delikte in Fra-
ge und dies musste genau abgeklärt werden. Auch die Abklärung der Schadener-
satzforderungen verursachte einen erheblichen Aufwand. Lediglich eine ganz
leichte Strafminderung von einem Monat kann für die minimale Verletzung des
Beschleunigungsgebots wegen der Dauer für die Begründung des erstinstanzli-
chen Urteils berücksichtigt werden, wobei festzuhalten ist, dass die in Art. 84 Abs.
- 27 -
4 StPO enthaltene Frist von 60 Tagen, ausnahmsweise 90 Tage, eine Ordnungs-
vorschrift darstellt, deren Überschreitung nicht per se eine Verletzung des Be-
schleunigungsgebots nach sich zieht (Niklaus Schmid, Handbuch StPO,
2. Auflage, Zürich/St. Gallen 2009, N 597).
5.4. In Würdigung aller massgeblichen Strafzumessungsgründe erweist
sich somit eine Freiheitsstrafe von 6 Jahren und 3 Monaten als angemessen. An-
zurechnen an die Freiheitsstrafe ist die bis zum Urteilsdatum erstandene Haft
(Untersuchungshaft sowie vorzeitiger Strafantritt) von 1'052 Tagen (Art. 51 StGB;
Urk. 63 und 23/1).
5.5. Die Höhe der Freiheitsstrafe erlaubt weder den bedingten noch den
teilbedingten Strafvollzug (vgl. Art. 42 und 43 StGB), weshalb die Freiheitsstrafe
zu vollziehen ist.
6. Strafzumessung und Strafvollzug für den Beschuldigten 2
6.1. Betreffend die objektive Tatschwere ist zu berücksichtigen, dass der
Beschuldigte 2 innert 11 Tagen 32 Einbruchdiebstähle verübte und dabei Delikts-
gut im beträchtlichen Umfang von ca. Fr. 200'000 bis 250'000.– erbeutete. Sein
Verteidiger macht geltend, die Deliktsbegehungen seien von Vornherein darauf
ausgerichtet gewesen, jegliche Konfrontation mit Geschädigten zu vermeiden, in-
dem die Beschuldigten nur in solche Wohnungen eingebrochen seien, wo sie sich
sicher waren, dass niemand zu Hause war (Urk. 87 S. 25). Auch hier ist , dass dadurch eine Konfrontation mit Tatzeugen verhindert werden sollte
und nicht etwa die Gefährdung von Bewohnern. Der Beschuldigte 2 beteiligte sich
im Januar 2011 an einer Einbruchsserie mit höchster Kadenz, wobei er sich einer
bereits bestehenden Bande anschloss. Sein objektives Verschulden wiegt recht
schwer.
Was die subjektive Tatschwere betrifft, so handelte der Beschuldigte 2 di-
rektvorsätzlich und strebte eine möglichst grosse Beute an. Seine Motive waren
rein finanzieller und damit egoistischer Natur. Er wollte mit der Diebesbeute an-
geblich seine Schulden, welche aufgrund des Spitalaufenthalts seiner Mutter ent-
- 28 -
standen sein sollen, zurückzahlen (Urk. 83 S. 8). Lediglich zu diesem illegalen
Zweck reiste er in die Schweiz ein (Urk. 83 S. 2). Dies vermag ihn nicht wesent-
lich zu entlasten, hat er mit der intensiven Delinquenz doch eine aussergewöhn-
lich hohe kriminelle Energie an den Tag gelegt. Auch in subjektiver Hinsicht wiegt
das Verschulden des Beschuldigten 2 deshalb erheblich.
Bei mittlerem Verschulden ist die Einsatzstrafe im mittleren Drittel des Straf-
rahmens, wenn dort auch am unteren Rand, anzusetzen. Insgesamt erweist sich
für den gewerbs- und bandenmässigen Diebstahl eine Einsatzstrafe von 2 1⁄2 Jah-
ren Freiheitsstrafe als angemessen.
6.2. Straferhöhend wirken sich die weiteren Delikte d.h. die mehrfache
Sachbeschädigung und der mehrfache Hausfriedensbruch aus. Diesbezüglich
kann auf die Ausführungen beim Beschuldigten 1 verwiesen werden.
Die Zusatzdelikte beging er direktvorsätzlich. Auch diesbezüglich wiegt das
Verschulden des Beschuldigten 2 sowohl in objektiver als auch in subjektiver Hin-
sicht erheblich.
6.3. Für die hinzutretenden Delikte rechtfertigt es sich, die Einsatzstrafe um
6 Monate zu erhöhen, womit 3 Jahre Freiheitsstrafe resultieren.
6.4. Zum Vorleben und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten
2 kann auf die Ausführungen im angefochtenen Entscheid verwiesen werden
(Urk. 109 S. 33 f.). Leicht strafmindernd sind die gesundheitlichen Probleme des
Beschuldigten 2 zu berücksichtigen. Ansonsten ergeben sich aus der Biographie
und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten 2 keine Anhaltspunkte, die
für die Strafzumessung von wesentlicher Bedeutung wären.
Strafmindernd ist das Geständnis des Beschuldigten 2 zu berücksichtigen,
wobei auch hier anzumerken ist, dass dieses nicht von Beginn an umfassend er-
folgte. Oftmals war der Beschuldigte 2 erst dann geständig, wenn auch die Mitbe-
schuldigten die Taten zugegeben hatten. Die von ihm vorgebrachte Reue ist be-
schränkt zu berücksichtigen (Urk. 83 S. 8). Bezüglich der Verletzung des Be-
schleunigungsgebots kann auf die Ausführungen beim Beschuldigten 1 verwiesen
- 29 -
werden und ist ebenfalls leicht strafmindernd zu berücksichtigen. Insgesamt ergibt
sich hier eine Strafreduktion von 9 Monaten.
6.5. In Würdigung aller massgeblichen Strafzumessungsgründe erweist
sich somit eine Freiheitsstrafe von 27 Monaten als angemessen. Die erstandene
Haft von 597 Tagen (26. Januar 2011 bis 14. September 2012) ist an die Frei-
heitsstrafe anzurechnen (Art. 51 StGB; Urk. 24/1, 95 und 96 S. 4).
Unter Berücksichtigung des Gleichbehandlungsgebots ist anzumerken, dass
der Beschuldigte 3 aufgrund der Beziehung seiner Mutter mit dem Beschuldigten
1 in einem gewissen Abhängigkeitsverhältnis stand. Zudem ist er um einiges jün-
ger als die beiden Mitbeschuldigten. Die ausgefällte Strafe von 24 Monaten ist
damit noch knapp zu begründen und es scheint sachlich gerechtfertigt, für den
Beschuldigten 2 eine leicht höhere Strafe auszufällen.
6.6. Da eine Strafe von 27 Monaten auszufällen ist, kommt der bedingte
Strafvollzug nicht in Frage. Das Gericht kann aber gemäss Art. 43 Abs. 1 StGB
den Vollzug einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr und höchstens drei
Jahren teilweise aufschieben, wenn dies notwendig ist, um dem Verschulden des
Beschuldigten genügend Rechnung zu tragen. Die subjektiven Anforderungen an
die Prognose des künftigen Legalverhaltens gemäss Art. 42 StGB gelten eben-
falls für den teilbedingten Vollzug. Somit ist für die Gewährung des teilbedingten
Vollzugs vorausgesetzt, dass begründete Aussicht auf Bewährung besteht. Fällt
die Legalprognose des Täters nicht schlecht aus, ist zumindest ein Teil der Strafe
auf Bewährung auszusetzen. Umgekehrt gilt, dass bei einer Schlechtprognose
auch ein bloss teilweiser Aufschub der Strafe nicht gerechtfertigt ist (BGE 134 IV
1 E. 5).
Bezüglich der subjektiven Anforderungen an die Prognose des künftigen Le-
galverhaltens gemäss Art. 42 StGB kann auf die zutreffenden Ausführungen der
Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 109 S. 35 f.). Die auszufällende Strafe von
27 Monaten Freiheitsstrafe ist daher in Anwendung von Art. 43 Abs. 1 StGB teil-
bedingt auszusprechen. Dabei ist sie im Umfang von 12 Monaten für vollziehbar
zu erklären, wobei dieser Strafanteil durch die erlittene Haft bereits abgegolten ist.
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Der Vollzug der restlichen 15 Monaten ist, unter Ansetzung einer Probezeit von
zwei Jahren, aufzuschieben.
IV. Zivilforderungen
Die Vorinstanz hat, soweit sie Zivilforderungen der Geschädigten guthiess,
stets "die Beschuldigten" solidarisch zur Haftung verpflichtet (vgl. Urk. 109, Ur-
teilsdispositiv Ziffern 4.1 ff. betreffend ND 1 [D._], 3, 6 [G._ und
H._], 23, 35 [L._/M._], 37 [N._ und G22._], 38, 57 und
59). Dies kann nur heissen, dass alle drei Beschuldigten verpflichtet worden sind,
was in den Fällen, in denen nicht alle drei an der konkreten Tat beteiligt waren, so
in ND 1, 3, 6 und 35, nicht gerechtfertigt war. Die übrigen Zivilforderungen hat die
Vorinstanz alle ohne Nennung der Beklagten auf den Weg des Zivilprozesses
verwiesen (a.a.O.).
Der Beschuldigte 2 hat berufungshalber (Urk. 113/1 S. 2 unten) zu Recht
beantragt, die Verpflichtung zur Bezahlung von Schadenersatz in den Fällen, in
denen er nicht tatbeteiligt gewesen ist (ND 1 [D._], 3, 6 [G._ und
H._ Versicherung] und 35 [L._/M._]) aufzuheben und die entspre-
chenden Forderungen gegen ihn abzuweisen (oder auf den Zivilweg zu verwei-
sen). Die Abweisung der Forderungen erweist sich hier als richtig.
Mit der Anschlussberufung hat der Beschuldigte 2 sodann gleich alle Zivil-
punkte abzuweisen oder auf den Weg des ordentlichen Zivilprozesses zu verwei-
sen beantragt (Urk. 122 S. 2). Soweit ein beträchtlicher Teil der Zivilforderungen
bereits von der Vorinstanz auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen worden ist,
fehlt es an einer Beschwer des Beschuldigten 2. Seine Anfechtung der Zivilent-
scheide im Rahmen der Anschlussberufung kann somit nur die Fälle betreffen, in
welchen die Vorinstanz Forderungen gutgeheissen hat, wobei diejenigen, die, wie
oben dargelegt, mangels Mittäterschaft des Beschuldigten 2 bereits abzuweisen
sind, hier zu entfallen haben. Es bleibt folglich aufgrund der Anschlussberufung
über die von der Vorinstanz gutgeheissenen Zivilklagen in den Nebendossiers 23,
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37 (N._ und G22._), 38, 57 und 59 neu zu entscheiden. Da die gutheis-
senden Zivilentscheide der Vorinstanz in den Nebendossiers 23, 35, 38 und 57
auch vom Beschuldigten 1 angefochten worden sind (Urk. 114 S. 2), der sie alle
auf den Zivilweg verwiesen haben will, haben die Neuentscheide, soweit von bei-
den Beschuldigten bewirkt, beide Beschuldigten zu betreffen; weiter ist auch über
die allein vom Beschuldigten 1 (ND 35) bzw. Beschuldigten 2 (ND 37 und 59) an-
gefochtenen Zivilentscheide neu zu befinden:
ND 23 (G22._) Fr. 11'955.75
Aufgrund der Verurteilung der Beschuldigten 1 und 2 in diesem Anklage-
punkt wegen Diebstahls im Deliktsbetrag von ca. Fr. 9'525.00 und Sachbeschädi-
gung in der Höhe von ca. Fr. 1'500.00 ist die Forderung der Versicherung im
Quantitativ grundsätzlich ausgewiesen. Die Belege der Versicherung zeigen im
Übrigen klar, dass von ihr insgesamt der eingeklagte Betrag aufgewendet worden
ist (vgl. Urk. ND 23/15/2); dabei fiel insbesondere der Sachschaden weit höher
aus, als in der Anklage geschätzt. Der Forderung kann die nachträgliche Restitu-
tion von Gegenständen an den Geschädigten nicht entgegen gehalten werden.
Die Forderung ist folglich gegenüber dem Beschuldigten 1 und 2, die solidarisch
haften, vollumfänglich gutzuheissen.
ND 35 (L._ und M._) Fr. 4'370.10
Die Forderung der von der Sachbeschädigung betroffenen Hauseigentümer
L._/M._ beschlägt die Reparaturkosten am havarierten, ebenerdigen
Fenster des Essplatzes (Fr. 3'343.00 minus 2% Skonto, aber plus 8% MWST,
ergibt Fr. 3'543.60) sowie die Kosten für ein neues Sicherheitsfenster im Wohn-
zimmer (Fr. 786.00 minus Skonto plus MWST) (vgl. Urk. ND 35/14/4, Rechnun-
gen der ... AG). Allerdings ist nur das beim Einbruch beschädigte Fenster Gegen-
stand der Anklage und der Verurteilung (vgl. Urk. ND 35/1 S. 2 und Anklagevor-
wurf betr. ND 35). Die Anhebung des Sicherheitsstandards beim zweiten Fenster
kann nicht auf die Einbrecher abgewälzt werden. Die Forderung ist deshalb ledig-
lich im Umfang von Fr. 3'543.60 gutzuheissen und zwar mit dem Beschuldigten 1
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als alleinigen Schuldner, da einzig er als Täter bekannt ist. Im Mehrbetrag ist die
Zivilforderung auf den Weg des Zivilprozesses zu verweisen.
ND 37 (N._ und G22._) Fr. 200.00 bzw. Fr. 231.85
Die Schadenersatzforderung von N._ betrifft ihren Selbstbehalt gegen-
über der Versicherung. Dies und die Ersatzforderung der G22._ sind mit der
Reparaturrechnung über Fr. 431.85 samt Zahlungsnotiz der Versicherung über
die Vergütung von Fr. 231.85 (nach Abzug des Selbstbehalts) ausreichend belegt
(vgl. Urk. ND 37/10/2-4). Der Einwand des Beschuldigten B._ betreffend den
Selbstbehalt (Urk. 87 S. 21) ist somit haltlos. Beide Forderungen sind denn auch
vom Beschuldigten A._ vor Vorinstanz anerkannt worden. Da die Beschuldig-
ten 2 und 3 ebenfalls an diesem Einbruch beteiligt waren und deswegen eine
Verurteilung erwirkten, hat es dabei zu bleiben, dass alle drei Beschuldigten soli-
darisch haftbar zur Bezahlung beider Forderungen sind. Vom Berufungsgericht ist
hier nur noch die entsprechende Verpflichtung des Beschuldigten 2 zu bestätigen.
ND 38 (O._ Versicherungen) Fr. 7'000.00
Die Beschuldigten 1 und 2 sind (wie bereits der Beschuldigte 3) wegen die-
ses Einbruchdiebstahls zu verurteilen. Die Deliktsbeträge betrugen ca.
Fr. 21'002.90 beim Diebesgut und Fr. 360.70 beim Sachschaden. Die Versiche-
rung O._ hat sich mit dem Bestohlenen auf eine Pauschalentschädigung von
Fr. 7'000.00 geeinigt und ihm diesen Betrag vergütet. Dieses Vorgehen ist nicht
unüblich. Angesichts des weit höheren Deliktsbetrags war und ist eine nähere
Substantiierung des Pauschalbetrags nicht erforderlich. Die Forderung ist in der
geltend gemachten Höhe jedenfalls ausgewiesen. Die Beschuldigten 1 und 2 sind
folglich entsprechend solidarisch untereinander (und mit dem Beschuldigten 3) zu
verpflichten.
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ND 57 (G22._) Fr. 9'258.00
Alle drei Beschuldigten sind wegen dieses Einbruchs verurteilt worden. Der
Deliktsbetrag beim Diebesgut beträgt ca. Fr. 7'770.00 und beim Sachschaden ca.
Fr. 500.00. Die Versicherung hat dem Bestohlenen die Gegenstände im Wert, wie
sie in der Anklageschrift jeweils aufgeführt sind, abzüglich des Selbstbehalts von
Fr. 200.00 entschädigt (insgesamt Fr. 7'570.00; vgl. Urk. ND 57/5/1 Beiblatt, das
als Vergütungsbeleg gelten kann). Zudem hat ihm die Versicherung für die Fens-
terreparatur pauschal Fr. 1'000.00 und für das Parkett Fr. 688.00 bezahlt (a.a.O.).
Das beschädigte Küchenfenster ist mit einem Sachschaden von ca. Fr. 500.00
Gegenstand der Anklage. Solange keine Reparaturrechnung vorliegt, ist von die-
sem geschätzten Betrag auszugehen. Das Parkett als solches ist allerdings nicht
in der Anklage erwähnt. Die entsprechende Vergütung kann deshalb nicht adhä-
sionsweise geltend gemacht werden. Somit ist die Forderung der Mobiliar ledig-
lich im Umfang von Fr. 8'070.00 ausgewiesen und gutzuheissen. Der Einwand
des Beschuldigten 2, dass das Diebesgut sichergestellt und dem Geschädigten
zurückerstattet worden sei, könnte einer Geldforderung des Beschädigten entge-
gengehalten werden, jedoch nicht einer solchen der Versicherung. Die Beschul-
digten 1 und 2 sind folglich solidarisch untereinander (und mit dem Beschuldigten
3) zu verpflichten, der G22._ Fr. 8'070.00 zu bezahlen. Im Mehrbetrag ist die
Klage auf den Zivilweg zu verweisen.
ND 59 (G22._) Fr. 7'191.00
Diese Forderung wurde vom Beschuldigten 1 vor Vorinstanz anerkannt; der
Beschuldigte 2 macht jedoch geltend, die Forderung sei weder belegt noch aus-
gewiesen. Fest steht jedoch, dass alle drei Beschuldigten wegen dieses Ein-
bruchdiebstahls zu verurteilen waren. Gemäss Anklageschrift betrug der Delikts-
betrag beim Diebesgut ca. Fr. 2'982.00 und beim Sachschaden ca. Fr. 2'500.00.
Belegt ist, dass die Versicherung für die gestohlenen 12 Goldvreneli den Markt-
wert am Tattag errechnet und deshalb (nach Abzug des Selbstbehalts von
Fr. 200.00) Fr. 3'004.00 vergütet hat. Zudem hat sie für den Ersatz des beschä-
digten Fensters und die damit verbundene Demontage und Wiedermontage der
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Storen sowie für Ausbesserungsarbeiten am Fenster und an der Fensterwand
weitere Fr. 3'344.65 und Fr. 177.90 sowie Fr. 664.45 bezahlt (Belege in Urk. ND
59/12/3). Dass der Sachschaden bei diesem Einbruch beträchtlich war, geht
schon aus der Schätzung in der Anklage hervor. Die Vergütungen der Versiche-
rung stehen in direktem Zusammenhang mit dem Einbruchsdiebstahl; ihre Ersatz-
forderung ist folglich im eingeklagten Umfang ausgewiesen und (mit solidarischer
Haftung mit den andern Beschuldigten) auch gegen den Beschuldigten 2 gutzu-
heissen.
V. Kosten
Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe
ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Beim nun vorliegen-
den Ausgang des Berufungsverfahrens unterliegt der Beschuldigte 1 vollständig,
die Staatsanwaltschaft und der Beschuldigte 2 zu einem Teil. Die Staatsanwalt-
schaft dringt mit der beantragten Erhöhung der Strafe nicht vollständig durch; der
Beschuldigte 2 obsiegt hinsichtlich der beantragten Aufhebung von Ziff. 4.1, 4.3,
4.5, 4.6 und 4.13 des vorinstanzlichen Urteils und der Abweisung dieser Forde-
rungen gegen ihn. Vor diesem Hintergrund und in Gewichtung der von den Par-
teien zum Gegenstand der Berufung gemachten Themen rechtfertigt es sich, die
zweitinstanzlichen Kosten zur Hälfte dem Beschuldigten 1 sowie zu einem Fünftel
dem Beschuldigten 2 aufzuerlegen und im Übrigen auf die Gerichtskasse zu
nehmen. Die Kosten der amtlichen Verteidigungen dieser Beschuldigten im Beru-
fungsverfahren sind auf die Gerichtskasse zu nehmen, wobei die Rückzahlungs-
pflicht gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten bleibt.
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