Decision ID: 5ea85cd3-1cd8-5d64-b3f3-9c2dca8244fd
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ war seit dem Jahr 2001 als Reinigungsfachmann bei der B._ tätig. Am 4.
August 2015 zog er sich bei der Arbeit eine Schnittverletzung an den Fingern der
rechten Hand zu (Fremd-act. 2-63). Der Versicherte wurde gleichentags im
Kantonsspital St. Gallen (KSSG) vorstellig, wo er am 5. August 2015 bei Diagnose
tangenitale Schnittverletzung D4 und D5 der rechten Hand mit Beugesehnenläsion
FDP-Sehne Zone 1 D4 und 100%iger Durchtrennung N8 und A8 operiert wurde
(Austrittsbericht vom 7. August 2015, Fremd-act. 2-47; vgl. auch Fremd-act. 2-51,
2-61). Bei postoperativ unkompliziertem Verlauf wurde dem Versicherten eine
ergotherapeutische Behandlung verordnet (Fremd-act. 2-41 ff., vgl. auch IV-act. 10). Er
war bis am 22. November 2015 zu 100% und ab dem 23. November 2015 zu 50%
arbeitsunfähig (vgl. Fremd-act. 2-6).
A.a.
Am 21. Dezember 2015 meldete sich der Versicherte bei der IV-Stelle des Kantons
St. Gallen zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (IV-act. 1).
A.b.
Im Verlaufsbericht vom 31. Dezember 2015 attestierten die Ärzte des KSSG dem
Versicherten ab Januar 2016 eine 80%ige Arbeitsfähigkeit (Fremd-act. 3). Am 18.
Januar 2016 teilte der Versicherte dem Unfallversicherer telefonisch mit, dass er seine
Arbeitstätigkeit aufgrund von starken Schmerzen wieder habe auf 50% reduzieren
müssen (Fremd-act. 5, 7). Am 4. Februar 2016 berichteten die Ärzte der Klinik für
Hand-, Plastische- und Wiederherstellungschirurgie des KSSG, dass der Versicherte
aus handchirurgischer Sicht zu 100% arbeitsfähig wäre, dies ihm aber aufgrund der
von ihm berichteten diffusen Schmerzen nicht möglich sei. Die Ergotherapie habe der
Versicherte abgebrochen (Fremd-act. 13-2 f.).
A.c.
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Am 22. Februar 2016 wurde der Versicherte im Zusammenhang mit dem
Unfallereignis kreisärztlich untersucht. Der Kreisarzt des Unfallversicherers hielt fest,
dass klinisch Hinweise auf ein beginnendes CRPS mit persistierender Einschränkung
der Fingerbeweglichkeit bei nicht nachvollziehbaren Beschwerden an der rechten Hand
vorlägen. Er empfahl die Vereinbarung eines Behandlungstermins in der Klinik C._.
Bis zur Vorlage des entsprechenden Behandlungsberichts bezeichnete er die
"bisherige 50%ige Arbeitsfähigkeit" als ausgewiesen (Fremd-act. 20).
A.d.
Am 29. März 2016 fand in der Rheumatologie der Klinik C._ eine konsiliarische
Untersuchung des Versicherten statt. Diese ergab die Diagnose eines neuropathischen
Schmerzbilds D4 rechts, differentialdiagnostisch CRPS, in partieller Remission. Dem
Versicherten wurde eine Arbeitsunfähigkeit von weiterhin 50% attestiert (Fremd-act.
29). Im April und Mai 2016 fanden erneut Nachkontrollen im KSSG statt (Fremd-act. 37,
41).
A.e.
Anlässlich einer vom Unfallversicherer veranlassten handchirurgischen
Untersuchung vom 22. August 2016 wurde dem Versicherten eine posttraumatische
Bewegungseinschränkung der rechten Hand mit neuropathischem Schmerzbild
diagnostiziert und eine neurologische Abklärung empfohlen (Bericht von Dr. med. D._
vom 24. August 2016, Fremd-act. 63). Diese ergab keine klinischen Anhaltspunkte für
ein Neurom und keine konkreten Hinweise für ein CRPS, die Sensibilitätsstörungen und
die Berührungsüberempfindlichkeit/Allodynie am rechten Ringfinger wurde jedoch
durch die Verletzung des Interdigitalnervs N8 als gut erklärt bezeichnet (Bericht von
Dr. med. E._ vom 31. Oktober 2016, Fremd-act. 70). Im Rahmen der Abklärungen im
Schmerzzentrum des KSSG (vgl. auch IV-act. 30) fand in der Klinik für Psychosomatik
ein psychologisches Assessment statt, anlässlich welchem die Ärzte eine mittelgradige
depressive Episode (ICD-10 F32.1) diagnostizierten (Berichte vom 18. November und
14. Dezember 2016, Fremd-act. 77, 84-4 f.).
A.f.
Am 4. Januar 2017 notierte der IV-interne Regionale Ärztliche Dienst (RAD)
gestützt auf die Akten, dass das vorgetragene Beschwerdebild nicht umfassend
plausibilisiert werden könne. Medizinisch theoretisch sei der Versicherte in einer die
rechte Hand weitgehend schonenden Tätigkeit voll arbeitsfähig (IV-act. 26).
A.g.
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Am 3. Mai 2017 fand die kreisärztliche Abschlussuntersuchung statt. Der Kreisarzt
diagnostizierte ein unfallabhängiges, residuelles, aber weitgehend regredientes CRPS
mit verbleibender residueller Funktionsbeeinträchtigung der rechten Hand mit
Bewegungseinschränkung der Fingergrund-, Fingermittel- und Fingerendgelenke und
des Kleinfingers rechts, Sensibilitätsstörungen und neuropathischem Schmerzsyndrom
Ringfinger rechts und mittelgradigem Kraftverlust der Hand bei Faustschluss nach
kombinierter Sehnen-, Gefäss- und Nervenverletzung des Ring- und Kleinfingers der
rechten Hand am 4. August 2015. Der Kreisarzt hielt fest, dass dem Versicherten
aufgrund der Unfallfolgen ein grösserer oder wiederholter Krafteinsatz der rechten
Hand mit wiederholten Bewegungen des Ring- und Kleinfingers, Arbeiten mit
feinmotorischen Anforderungen oder mit Vibrationen oder Schlägen in Bezug auf die
Hand, Tätigkeiten unter Hitze oder Kälteexposition, Arbeiten mit Maschinen mit
Gefahrenpotentialen und repetitive Tätigkeiten auf Leitern, Gerüsten oder sonstigen
absturzgefährdeten Stellen wegen der eingeschränkten Haltefunktion nicht mehr
zuzumuten seien. Für leichte bis gelegentlich mittelschwere körperliche Arbeiten könne
er unter Beachtung dieses Zumutbarkeitsprofils vollschichtig eingesetzt werden (IV-act.
38 = Fremd-act. 86-3 ff.).
A.h.
Vom 3. bis 28. Juli 2017 war der Versicherte in integrativer tagesklinischer
Behandlung in der Klinik F._. Die behandelnden Ärzte berichteten, dass beim
Versicherten eine Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion (ICD-10 F 43.21) sowie
ein chronisches Schmerzsyndrom (ICD-10 R52.1) bestünden. Bei Austritt habe
insgesamt von einer leichten Rückbildung der depressiven Symptomatik sowie von
einer leichten Verbesserung des psychophysischen Gesamtzustandes ausgegangen
werden können (IV-act. 52; vgl. auch den Bericht vom 5. Juli 2017, IV-act. 48).
A.i.
Im Dezember 2017 und Januar 2018 wurde der Versicherte im Auftrag der IV-Stelle
durch das Medizinische Zentrum Römerhof (MZR) polydisziplinär (chirurgisch-
internistisch, orthopädisch, neurologisch, neuropsychologisch und psychiatrisch)
begutachtet (Gutachten vom 28. März 2018, IV-act. 72). Die Gutachter berichteten,
beim Versicherten bestünde mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein
neuropathisches Schmerzsyndrom D4 bei Status nach Schnittverletzung D4 und D5
am 4. August 2015 mit Beugedefizit der Finger der rechten Hand. Ohne Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit bestünden u.a. eine distal symmetrische axonale sensible
A.j.
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B.
Polyneuropathie, eine längere depressive Reaktion im Rahmen einer
Anpassungsstörung (ICD-10 F 43.21) sowie eine chronische Schmerzstörung mit
somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41). Der Versicherte sei in der
zuletzt ausgeübten Erwerbstätigkeit als Reinigungskraft seit November 2015 zu 50%
arbeitsfähig. In einer dem Leiden optimal angepassten, leichten bis mittelschweren
Tätigkeit ohne belastende feinmotorische Arbeiten für die rechte Hand bestehe aus
interdisziplinärer Sicht eine uneingeschränkte 100%ige Arbeitsfähigkeit (IV-act. 72-82
ff.). Der RAD erachtete das Gutachten als plausibel und nachvollziehbar
(Stellungnahme vom 5. April 2018, IV-act. 73).
Am 5. April 2018 teilte der Versicherte der IV-Stelle mit, dass das Arbeitsverhältnis
zwei Monate zuvor gekündigt worden sei. Er fühle sich aktuell nicht in der Lage, sich
um eine neue Arbeitsstelle zu bemühen (IV-act. 74-3 f.). Daraufhin wies die IV-Stelle
das Leistungsbegehren um berufliche Massnahmen ab mit der Begründung, der
Versicherte fühle sich nicht in der Lage, an Eingliederungsbemühungen mitzuwirken
(Mitteilung vom 11. April 2018, IV-act. 78).
A.k.
Mit Vorbescheid vom 23. Mai 2018 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
Abweisung des Leistungsbegehrens bei einem Invaliditätsgrad von 0% in Aussicht (IV-
act. 83). Fristerstreckungen zur Einreichung eines begründeten Einwands liess der
Versicherte unbenützt verstreichen (vgl. IV-act. 88 ff.). Am 18. September 2018 verfügte
die IV-Stelle entsprechend ihrem Vorbescheid (IV-act. 93).
A.l.
Gegen diese Verfügung vom 18. September 2018 liess der Versicherte am 15.
Oktober 2018 durch seinen Rechtsvertreter Beschwerde erheben und die Aufhebung
der Verfügung und die Zusprache einer ganzen Invalidenrente spätestens ab Juni 2016
beantragen. Eventualiter seien weitere Abklärungen zu veranlassen und dem
Beschwerdeführer sodann eine ganze Invalidenrente spätestens ab Juni 2016
zuzusprechen. Zudem ersuchte der Rechtsvertreter um Gewährung der unentgeltlichen
Rechtspflege samt Rechtsverbeiständung (act. G 1).
B.a.
Mit Beschwerdeantwort vom 28. November 2018 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (act. G 3).
B.b.
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Erwägungen
1.
2.
Am 30. November 2018 bewilligte das Gericht die unentgeltliche Rechtspflege für
das Verfahren vor dem Versicherungsgericht (act. G 4).
B.c.
Am 11. Februar 2019 liess der Beschwerdeführer an seinen Ausführungen
festhalten (act. G 8). Daraufhin wurde der Schriftenwechsel am 15. Februar 2019
abgeschlossen (vgl. act. G 9).
B.d.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der
Rentenanspruch des Beschwerdeführers gegenüber der Invalidenversicherung.
1.1.
Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht
durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder
verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses
Jahres zu mindestens 40% invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung, IVG, SR 831.20). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende
oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG,
SR 830.1). Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen,
geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung
und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten
auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
1.2.
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4).
1.3.
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In medizinischer Hinsicht liegt insbesondere das MZR-Gutachten vom 28. März
2018 (IV-act. 72) im Recht. Dieses beruht auf fachärztlichen chirurgisch-internistischen,
orthopädischen, neurologischen, neuropsychologischen und psychiatrischen
Untersuchungen und wurde in Kenntnis und Würdigung der Vorakten (S. 2 bis 19 des
Gutachtens) abgegeben. Die chirurgische Gutachterin und der internistische Gutachter
konnten bei Vorliegen eines unauffälligen Allgemeinzustands weder in der
angestammten noch in einer angepassten Verweistätigkeit eine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit feststellen (IV-act. 72-87). Die orthopädische Gutachterin hielt fest,
dass die Beschwerden des Beschwerdeführers nur zu einem minimalen Anteil
nachvollziehbar seien und insgesamt von einer massiven Schmerz- und
Symptomausweitung auszugehen sei. Die vom Beschwerdeführer gezeigte
Gebrauchseinschränkung der rechten Hand sei bei fehlender Schwellung, reizlosen
Sehnenscheiden, normalem Hautkolorit, unauffälligem Nagelwachstum und
radiologisch fehlenden degenerativen Veränderungen nicht nachvollziehbar. Ein CRPS
sei auszuschliessen. Die angegebenen Beschwerden der linken Hand seien bei
vollkommen regelrechten klinischen und radiologischen Untersuchungsbefunden
überhaupt nicht nachvollziehbar. Es sei von einer vollständigen Ausheilung der
beschriebenen moderaten Ansatztendinopathie und Peritendinopathie des linken
Ellbogens auszugehen. Auch bei der Untersuchung der LWS hätten sich massive
Diskrepanzen zwischen der demonstrierten passiv eingeschränkten Beweglichkeit und
der freien spontanen Beweglichkeit gezeigt. Die Gutachterin erachtete den
Beschwerdeführer sowohl in der bisherigen Tätigkeit als auch in einer adaptierten
Tätigkeit ohne feinmotorische Arbeiten mit der rechten Hand als zu 100% arbeitsfähig
(IV-act. 72-87 f.). Der neurologische Gutachter wies ebenfalls auf gewisse
Diskrepanzen hin. Sichere Hinweise für die Diagnose eines CRPS fänden sich nicht.
Aus neurologischer Sicht liege ein neuropathisches Schmerzsyndrom am Ringfinger
bei nachgewiesener Schnittverletzung der Fingernerven vor. Die vordiagnostizierte,
distal symmetrische axonale sensible Polyneuropathie beeinträchtige die
Arbeitsfähigkeit nicht. In Anbetracht der Diskrepanzen sei die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers durch die Schmerzen am Ringfinger lediglich für körperlich
schwere Tätigkeiten mit vermehrter Benutzung der rechten Hand entsprechend der
angestammten Tätigkeit zu 50% eingeschränkt. Leichte bis mittelschwere,
wechselbelastende Tätigkeiten könne der Versicherte aus neurologischer Sicht
vollschichtig ausführen (IV-act. 72- 88 f.). Der psychiatrische Gutachter ging von einer
100%igen Arbeitsfähigkeit aus (vgl. diesbezüglich auch IV-act. 76). Die Ausprägung der
depressiven Symptomatik sei leichtgradig und genüge nicht für die Erfüllung der
Kriterien entsprechend einer leichten depressiven Episode nach ICD-10. Der Einfluss
der psychiatrischen Diagnosen auf die Arbeitsfähigkeit sei aufgrund der teils fehlenden
2.1.
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Behandlung bzw. der nicht nachvollziehbaren Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch
die Behandler retrospektiv nicht nachvollziehbar. Die den Beschwerdeführer
untersuchende Neuropsychologin schloss unter Hinweis auf die Befunde auf ein
Aggravationsverhalten. Daher könnten die Ergebnisse der Leistungstests nicht
inhaltlich ausgewertet werden und lieferten wegen mangelnder Mitarbeit des
Beschwerdeführers keine verwertbaren neuropsychologischen Befunde (IV-act. 72-66,
vgl. auch 72-89 f.). Im Rahmen der interdisziplinären Gesamtwürdigung erachteten die
MZR-Gutachter den Beschwerdeführer in der angestammten Tätigkeit als
Reinigungskraft seit November 2015 als zu 50% arbeitsfähig. In einer
leidensangepassten, leichten bis mittelschweren Tätigkeit ohne belastende
feinmotorische Arbeiten für die rechte Hand bestehe eine uneingeschränkte 100%ige
Arbeitsfähigkeit (IV-act. 72-92).
Der Beschwerdeführer macht unter Hinweis auf die Einschätzung des
Unfallversicherers geltend, dass ihm die bisherige Tätigkeit nicht zu 50%, sondern gar
nicht mehr zumutbar sei (act. G 1). Er bringt allerdings keine (substantiierte) Kritik an
den gutachterlichen Ausführungen vor und auch aus den Akten ergeben sich keine
objektiven Gesichtspunkte, welche die Gutachter ausser Acht gelassen haben könnten.
Ihre Einschätzungen beruhen auf persönlichen Untersuchungen des
Beschwerdeführers unter Einbezug der geschilderten Beschwerden. Die medizinischen
Zusammenhänge wurden von den Gutachtern einleuchtend dargelegt und die
Schlussfolgerungen sind nachvollziehbar begründet. Unter diesen Umständen besteht
kein Anlass, von der gutachterlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung abzuweichen. Dies
umso weniger, als grundsätzlich auch vom Beschwerdeführer unbestritten geblieben
ist, dass in einer seinem Leiden angepassten Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit
besteht. Dem Gutachten ist voller Beweiswert beizumessen. Da von weiteren
Sachverhaltsabklärungen keine wesentlichen neuen Erkenntnisse zu erwarten sind, ist
entgegen dem Eventualantrag des Beschwerdeführers (act. G 1) in antizipierter
Beweiswürdigung darauf zu verzichten.
2.2.
Zusammenfassend ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der
Beschwerdeführer in einer angepassten leichten bis mittelschweren Tätigkeit ohne
belastende feinmotorische Arbeiten der rechten Hand zu 100% arbeitsfähig ist.
2.3.
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3.
3.1.
Ausgehend von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten ist
der Invaliditätsgrad zu ermitteln. Der Beschwerdeführer macht geltend, dass er seine
noch vorhandene Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht mehr
verwerten könne (act. G 1).
3.1.1.
Für die Invaliditätsbemessung ist nicht massgeblich, ob eine invalide Person
unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig,
ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn ein
Gleichgewicht von Angebot an und Nachfrage nach Arbeitskräften bestünde
(ausgeglichener Arbeitsmarkt, Art. 16 ATSG). An der Massgeblichkeit des theoretisch
ausgeglichenen Arbeitsmarktes vermag auch der Umstand nichts zu ändern, dass es
für die versicherte Person im Einzelfall schwierig oder gar unmöglich ist, im
tatsächlichen Arbeitsmarkt eine entsprechende Stelle zu finden. Der ausgeglichene
Arbeitsmarkt umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und
Arbeitsangebote, bei welchen gesundheitlich beeinträchtigte Personen mit einem
sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können. Eine
Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ist lediglich in denjenigen Fällen
anzunehmen, in denen die zumutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form möglich
ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter
nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich
wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als
ausgeschlossen erscheint (Urteil des Bundesgerichts vom 28. November 2014,
9C_485/2014, E. 2 und E. 3.3.1 mit Hinweisen).
3.1.2.
Dass eine versicherte Person lediglich zufolge ihres Alters keine ihrer
gesundheitlichen Beeinträchtigung angepasste Arbeit mehr findet, ist grundsätzlich ein
Problem der Arbeitslosigkeit und nicht der Invalidität. In der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung wird das fortgeschrittene Alter, obgleich an sich ein invaliditätsfremder
Faktor, dann als Kriterium anerkannt, wenn es zusammen mit weiteren persönlichen
und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person
verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
realistischerweise nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch
gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zumutbar ist. Gemäss der
Rechtsprechung lässt sich der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das
verbliebene Leistungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten,
3.1.3.
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4.
nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt von den Umständen des
Einzelfalls ab (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 22. März 2012, 9C_153/2011, E. 3.1
mit Hinweisen).
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers schliesst sein Alter (Jahrgang
1962) die Verwertbarkeit seiner Restarbeitsfähigkeit nicht ohne Weiteres aus. Der
Beschwerdeführer war im massgebenden Zeitpunkt des Verfügungserlasses 56 Jahre
alt und hatte damit eine noch relativ lange Aktivitätsdauer vor sich. Zusätzlich ist zu
berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer in medizinischer Hinsicht in einer
adaptierten Tätigkeit voll arbeitsfähig ist und der ausgeglichene Arbeitsmarkt auch
unter Berücksichtigung der aufgestellten Adaptionskriterien (leichte bis mittelschwere
Tätigkeiten ohne belastende feinmotorische Tätigkeiten der rechten Hand, vgl.
vorstehende E. 2) ein hinreichend grosses Angebot an Betätigungsmöglichkeiten
bietet. Dies umso mehr, als an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und
Verdienstaussichten praxisgemäss keine übermässigen Anforderungen zu stellen sind.
Darüber hinaus ist gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung davon
auszugehen, dass der ausgeglichene Arbeitsmarkt gar für funktionell Einarmige ein
hinreichend grosses Angebot an realistischen Betätigungsmöglichkeiten bietet (vgl.
statt vieler: Urteil des Bundesgerichtes vom 18. Februar 2009, 9C_941/2008 E. 3.5; vgl.
zur funktionellen Einarmigkeit das Urteil des Bundesgerichts vom 9. März 2015,
9C_842/2014 E. 3.2 mit Hinweisen). Damit ist die Verwertbarkeit der
Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers vorliegend gegeben.
3.1.4.
Basierend auf einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten erübrigt
sich die genaue Bemessung des Invaliditätsgrads. Der Beschwerdeführer hat vor
Eintritt der gesundheitlichen Probleme keinen das statistische durchschnittliche
Einkommen eines Hilfsarbeiters erreichenden, geschweige denn übersteigenden Lohn
erzielt (vgl. etwa den IK-Auszug, IV-act. 9, sowie den Fragebogen für Arbeitgebende,
IV-act. 13). Bei einer vollen Arbeitsfähigkeit adaptiert bleibt der Invaliditätsgrad
offenkundig unter der rentenbegründenden Schwelle von 40%, sodass auch die
Bemessung des Tabellenlohnabzugs (maximal 25%; BGE 126 V 75) offenbleiben kann.
Die Beschwerdegegnerin hat den Rentenanspruch des Beschwerdeführers somit zu
Recht verneint.
3.2.
Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.4.1.
Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
4.2.
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