Decision ID: ca1a8746-05ec-47c5-8608-7051ac0bca17
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
A._ und B._ sind Eigentümer des Grundstücks Nr. 0001, Grundbuch E._. Dieses
grenzt im Süden an das Grundstück Nr. 0002 von C._ und D._, E._. Beide
Grundstücke liegen in der Wohnzone W2b im landschaftlich empfindlichen
Siedlungsgebiet und sind mit je einem Einfamilienhaus (EFH) überbaut. Die
Baubewilligung für das EFH auf Grundstück Nr. 0001 war mit Beschluss des
Gemeinderats E._ vom 21. Oktober 1999 erteilt worden. Mit Beschluss vom 20.
Dezember 1999 bewilligte der Gemeinderat E._ eine Projektänderung
(Terrainaufschüttung und hinterfüllte Blocksteinmauer entlang der Südgrenze des
Grundstücks Nr. 0001). C._ und D._ stimmten der Projektänderung unterschriftlich zu
(act. G 8.7/0). Mit Gesuch vom 16. Juni 2016 beantragten A._ und B._ eine
Baubewilligung für die Änderung der Blocksteinmauer mit aufgesetztem Sichtschutz
und Entfernung der obersten zwei Reihen Blocksteine bzw. Ersetzung derselben durch
Betonwinkel mit Sichtschutz aus Holz über den Winkelelementen (act. G 8.7/4).
A.a.
Die von C._ und D._, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Marcel Landolt, gegen das
Bauvorhaben erhobene Einsprache wies die Bau- und Umweltkommission E._ mit
Beschluss vom 28. August 2017 ab und erteilte die Baubewilligung. Zur Begründung
hielt sie fest, dass 1999 im Rahmen einer Ausnahmebewilligung die Aufschüttung und
eine hinterfüllte Blocksteinmauer mit einer Höhe von 1.5 m bewilligt worden sei. In
diesem Umfang geniesse die Mauer Bestandesgarantie. Die darüberhinausgehende
und schon bestehende, jedoch nicht bewilligte Höhe der Aufschüttung sei nachträglich
bewilligungsfähig, weil vom gestalteten Terrain aus gemessen die maximal zulässige
Aufschüttung noch nicht ausgeschöpft sei. Es gebe, abgesehen vom Strassengesetz
(StrG, sGS 732.1), keine öffentlichrechtlichen Normen, welche die Höhe des
Sichtschutzes einschränken würden. Sodann sei der Sichtschutz in üblicher Art
gestaltet und vom öffentlichen Raum kaum einsehbar. Ausserdem sei der Charakter
des Quartiers uneinheitlich. Es liege keine Verunstaltung vor. Die privatrechtliche
Einsprache sei auf den Zivilrechtsweg zu verweisen (act. G 8.7/23). Den gegen diesen
Beschluss von Rechtsanwalt Landolt für C._ und D._ erhobenen Rekurs (act. G 8/1,
G 8/3) hiess das Baudepartement des Kantons St. Gallen, nachdem es am 13. März
2018 einen Augenschein an Ort durchgeführt hatte (act. G 8/14 f.), mit Entscheid vom
A.b.
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B.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Die Beschwerdeführer
sind als Baugesuchsteller und Adressaten des angefochtenen Entscheids sowie
29. April 2019 im Sinn der Erwägungen gut und hob den Beschluss vom 28. August
2017 auf (act. G 2/2).
Gegen diesen Entscheid erhob Rechtsanwalt Dr. Karl Gehler, LL.M, für A._ und B._
mit Eingabe vom 14. Mai 2019 Beschwerde. Er stellte die Rechtsbegehren, der
Rekursentscheid vom 29. April 2019 sei aufzuheben (Ziff. 1). Der Beschluss vom 28.
August 2017 sei zu bestätigen. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich
Mehrwertsteuer zulasten der Beschwerdegegner (act. G 1).
B.a.
In der Vernehmlassung vom 17. Juni 2019 beantragte die Vorinstanz Abweisung der
Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf den angefochtenen Entscheid (act. G 7).
Die Beschwerdebeteiligte verzichtete auf die Einreichung einer Vernehmlassung (act. G
10). In der Vernehmlassung vom 30. August 2019 beantragte Rechtsanwalt Landolt für
die Beschwerdegegner, die Beschwerde sei abzuweisen. Unter Kosten- und
Entschädigungsfolge (zuzüglich Mehrwertsteuer) zulasten der Beschwerdeführer (act.
G 13).
B.b.
Mit Stellungnahme vom 4. Oktober 2019 bestätigte der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführer seinen Standpunkt (act. G18). Hierzu äusserte sich der
Rechtsvertreter der Beschwerdegegner mit Eingabe vom 15. November 2019 (act. G
24). Vorinstanz und Beschwerdebeteiligte verzichteten auf eine weitere Äusserung (act.
G 25).
B.c.
Auf die Vorbringen in den Eingaben des vorliegenden Verfahrens wird, soweit für den
Entscheid relevant, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
B.d.
bis
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Eigentümer der Liegenschaft auf Grundstück Nr. 0001 zur Ergreifung des Rechtsmittels
befugt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingabe vom 14.
Mai 2019 (act. G 1) entspricht zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen
Voraussetzungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf
die Beschwerde ist einzutreten.
Der erstinstanzliche Entscheid der Beschwerdebeteiligten erging am 28. August 2017
(act. G 8.7/23) und damit vor Inkrafttreten des Planungs- und Baugesetzes (sGS 731.1,
PBG) am 1. Oktober 2017 (nGS 2017-049). Auf das strittige Bauvorhaben ist somit -
neben dem Baureglement der Stadt E._ (BauR) vom 2. März 2009 mit Nachtrag vom
19. März 2012 - das bis 30. September 2017 gültig gewesene Baugesetz (nGS 8, 134;
BauG) anwendbar, soweit die Anwendung des PBG für die Baugesuchsteller nicht
günstiger ist (Art. 173 PBG).
2.
Streitig ist, ob die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid den Beschluss der
Beschwerdebeteiligten vom 28. August 2017 (Bewilligung des Baugesuchs vom 16.
Juni 2016 betreffend Änderung der hinterfüllten Blocksteinmauer auf dem Grundstück
der Beschwerdeführer) zu Recht aufhob. Streitig ist dabei vorab, ob bei der Festlegung
der Höhe der hinterfüllten Blocksteinmauer bzw. der Aufschüttung vom gestalteten
(tatsächlichen) oder vom gewachsenen Terrain auszugehen ist. Nach Art. 18 Abs. 3
BauR sind Terrainveränderungen, insbesondere Aufschüttungen, Stützmauern und
Ausgrabungen, ansprechend zu gestalten und haben sich dem natürlichen
Terrainverlauf anzupassen. Natürlich gestaltete Böschungen dürfen eine Neigung von
maximal 2:3 aufweisen. Die maximal zulässige Schütthöhe darf 2.5 m nicht
übersteigen. Zu dieser Bestimmung findet sich im BauR eine graphische Darstellung,
welche für die Festlegung der Auffüllung (Schütthöhe) von maximal 2.5 m vom
gewachsenen Terrain ausgeht. In VerwGE B 2011/77 vom 20. März 2012 (GVP 2012
Nr. 22) bestätigte das Verwaltungsgericht die Praxis, wonach der gewachsene Boden
für die Feststellung des Niveaupunktes bzw. der zulässigen Gebäudehöhe
grundsätzlich an Hand des noch feststellbaren natürlich gewachsenen Geländes
bestimmt wird und nicht an Hand des künstlich geschaffenen im Zeitpunkt der
Baueingabe. Für die Festlegung des natürlich gewachsenen Terrains ist in erster Linie
auf das letzte bekannte Terrain abzustellen. Ausnahmen sind denkbar, wenn die
Veränderungen in Gründen liegen, die nicht in der Verantwortung des
Grundeigentümers bzw. seines Rechtsvorgängers liegen und wenn diese nicht
2.1.
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wiederhergestellt werden können, ohne dass dies zu stossenden Ergebnissen führen
würde. Dies trifft regelmässig bei grossflächigen Geländeveränderungen zu, die
beispielsweise im Zusammenhang mit einem Strassenprojekt realisiert wurden
(VerwGE B 2011/77 a.a.O., E. 4.4.2-4.4.4; zum Begriff des "gewachsenen Bodens" vgl.
auch VerwGE B 2008/143 und 149 vom 14. Mai 2009, E. 3.1).
Die Vorinstanz legte im angefochtenen Entscheid unter anderem dar, die
Rechtsprechung zur Festlegung des gewachsenen Terrains bei der Bestimmung der
Gebäudehöhe sei auch auf die Messung der Höhe von Aufschüttungen anwendbar. Bei
der Bemessung der Höhe von nicht hinterfüllten Mauern stelle sie (die Vorinstanz) auf
das gestaltete Terrain ab; letzteres gelte nicht bei hinterfüllten Mauern und anderen
Aufschüttungen. Werde davon ausgegangen, dass die 1999/2000 erfolgte kleinräumige
Geländeanpassung (weiter zurückliegende Geländeanpassungen seien nicht bekannt)
nicht mehr rückgängig gemacht werden könne, sei dies darin begründet, dass das EFH
der Beschwerdeführer und dessen Umgebungsgestaltung auf die heute bestehende
Terrainhöhe ausgerichtet sei. Dies liege aber im Verantwortungsbereich der
Beschwerdeführer. Nicht ersichtlich sei, weshalb eine Wiederherstellung zu stossenden
Ergebnissen führen sollte. Daran ändere nichts, dass die Beschwerdegegner im Jahr
1999 ihre Einwilligung zur Terrainumgestaltung und zur Erstellung der hinterfüllten
Stützmauer erteilt hätten. Keiner der Ausnahmetatbestände komme zur Anwendung
und die Höhe der Aufschüttung sei vom natürlichen Terrain aus zu messen. Die
aktuellen Baugesuchunterlagen würden keine Angaben zum natürlichen Terrain
enthalten, wohingegen sich in den Plänen zur Terrainaufschüttung und Erstellung der
Blocksteinmauer von 1999 Angaben zum natürlichen Terrain fänden. Hierauf seien die
Beschwerdeführer zu behaften. Gemäss Plan "Grundriss, Erdgeschoss" vom 23.
November 1999 (act. G 8.7/0) habe das gewachsene Terrain im Südwesten des
Grundstücks bei 421.40 m.ü.M. und im Südosten der geplanten Mauer bei
421.93 m.ü.M. gelegen. Für den Mittelteil des Grundstücks fehlten zahlenmässige
Angaben. Aufgrund der gestrichelten Linienführung des gewachsenen Terrains auf dem
Plan "Südfassade, Schnitt auf der Grenze" vom 23. November 1999 lasse sich jedoch
feststellen, dass in diesem Bereich eine tiefere Lage wie im Osten und Westen
vorgelegen haben müsse. Somit sei für die Bestimmung der Höhe der zu bewilligenden
Terrainveränderung auf das ursprünglich natürliche Terrain, wie es in den
Baugesuchsplänen von 1999 festgelegt worden sei, abzustellen (act. G 2/2 S. 7 f.).
Im Plan vom 26. Mai 2016 (act. G 8.7/4 Beilage) messe die Mauer und die
Aufschüttung ab dem gestalteten Terrain ca. 3.6 cm und sei damit bei einem Massstab
2.2.
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von 1:50 in der Realität 1.8 m hoch. Der Verlauf des natürlichen Terrains sei im Plan
vom 26. Mai 2016 nicht eingezeichnet, weshalb auf die Angaben von 1999 abzustellen
sei. Aus den Baugesuchsplänen von 1999 (act. G 8.7/0) ergebe sich, dass das
gewachsene Terrain bis zum Mauerfuss im Südosten um 0.87 m (422.8 m.ü.M. -
421.93 m.ü.M.) aufgeschüttet worden sei. Die Aufschüttung bis zum Mauerfuss weiter
westlich müsse somit höher gewesen sein. Demnach betrage die Höhe der gesamten
Aufschüttung gemäss Baugesuch ab dem natürlichen Terrain im Südosten 2.67 m
(hinterfüllte Stützmauer in der Höhe von 1.8 m + Aufschüttung von 1999/2000 bis zum
Mauerfuss in der Höhe von 0.87 m). Gegen Westen nehme die geplante Aufschüttung
höhenmässig zu. Mit einer Höhe von mind. 2.67 m überschreite die Aufschüttung
gemäss Plan vom 26. Mai 2016 die maximale Schütthöhe von 2.5 m gemäss Art. 18
Abs. 3 BauR. Die Änderung der Blocksteinmauer mit aufgesetztem Sichtschutz bzw.
die Aufschüttung entlang der Südgrenze verstosse somit gegen die
baureglementarischen Vorschriften und sei nachträglich nicht bewilligungsfähig. Die
Baubewilligung sei zu Unrecht erteilt worden (act. G 2/2 S. 8-10).
Die Beschwerdeführer wenden unter anderem ein, die Vorinstanz habe den Sachverhalt
nicht korrekt gewürdigt und sei rechtswidrig davon ausgegangen, dass vorliegend vom
gewachsenen und nicht vom gestalteten Terrain zu messen sei. Die mit Beschluss vom
21. Oktober 1999 von der Beschwerdebeteiligten genehmigten Baupläne (act. G 2/3)
würden zeigen, dass damals weder eine Aufschüttung noch eine Mauer entlang der
gemeinsamen Grenze (Grundstücke Nrn. 0001 und 0002) vorgesehen gewesen sei; es
sei eine normale Böschung geplant worden. Die damalige Vorgeschichte werde durch
die Vorinstanz komplett ausgeblendet; dies habe zur Rekursgutheissung geführt. Die
Terrainaufschüttung gehe auf den Wunsch der Beschwerdegegner zurück, die das
Terrain der eigenen Liegenschaft hätten anheben wollen. Die Beschwerdegegner
hätten in einer Vereinbarung (act. G 2/12) die bestehende Mauer der Beschwerdeführer
bewilligt und sich mit deren Höhe einverstanden erklärt. Die Beschwerdegegner hätten
sodann ohne Baubewilligungsverfahren entlang der gleichen Grenze ebenfalls eine
Mauer gebaut und diese ab dem gestalteten Terrain gemessen. Durch die geplante
Änderung an der Natursteinmauer erfolge bezüglich der Lage der bestehenden Mauer
keinerlei Anpassung. Es sei sogar davon auszugehen, dass die geplanten
Winkelelemente als Ersatz der oberen Steinreihen leicht hinter die heutige
Mauervorderkante zu liegen kämen. Die Betonelemente seien leicht zurückversetzt. Die
Mauer bleibe höchstens gleich hoch wie bisher. Aufgrund der Ausgleichung der
Oberkante könne gar eine tiefere Maueroberkante erwartet werden. Die effektive Höhe
der Mauer von 180 cm ab gestaltetem Terrain sei bewilligungsfähig. Die
2.3.
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3.
Voraussetzungen für eine Ausnahme gemäss Praxis (Abstellen auf das künstlich
geschaffene/gestaltete Terrain anstelle des gewachsenen Bodens) seien vorliegend
gegeben. Die Beschwerdegegner hätten auch bei der Erstellung der eigenen Mauer auf
das gestaltete Terrain abgestellt. Eine Wiederherstellung wäre schon deshalb stossend,
weil die Aufschüttung von den Beschwerdegegnern gewünscht worden sei und weil
nicht nur die Natursteinmauer komplett abgebaut werden müsste, sondern auch
sämtliche Installationen auf Seiten der Beschwerdegegner (Fotos 5, 7, 8, 9, 12 in act. G
2/7). Nachdem die Aufschüttung auf Wunsch der Beschwerdegegner erfolgt sei,
erweise sich auch ihr Rekurs gegen die Baubewilligung als rechtsmissbräuchlich. Stelle
man auf das gestaltete Terrain ab, so entstünden weder den Nachbarn noch der
Allgemeinheit Nachteile. Es gehe nicht um einen Neubau einer Mauer, sondern um eine
Abänderung einer bereits bestehenden Mauer, um darauf eine Absturzsicherung bzw.
einen Sichtschutz zu erstellen. Für Änderungen an der Mauer könne nicht mit dem
gewachsenen Terrain argumentiert werden. Alle Aufbauten auf der Liegenschaft der
Beschwerdegegner seien vom gestalteten Terrain aus gemessen worden. Noch
während des laufenden Rekursverfahrens hätten die Beschwerdegegner ihre Pergola
komplett erneuert und diese wiederum vom gestalteten Terrain aus gemessen. Der
Rechtsmissbrauch sei augenscheinlich. Beim Bauprojekt der Beschwerdeführer handle
es sich um ein Paradebeispiel der Anwendung der Ausnahmeregelung (Abstellen auf
den gestalteten Boden) gemäss Praxis. Alle Voraussetzungen für eine
Ausnahmebewilligung seien erfüllt. Die Betonwinkelelemente würden so gewählt, dass
die Höhe der Mauer 1.8 m ab gestaltetem Terrain nicht übersteige. Da die Hinterfüllung
der Mauer ohnehin nicht 1.8 m Höhe aufweise, würden die Winkelelemente etwas tiefer
sein, und die gesamte Mauer werde wohl höchstens 1.7 m erreichen. Damit werde die
geänderte Mauer tiefer als die bestehende Natursteinmauer. Auch die gewählte
Materialänderung sei nicht derart, dass sie nicht in das Quartier passen würde. Ein
bunter Materialmix im ganzen Quartier führe dazu, dass sich auch die geringfügige
Anpassung der Beschwerdeführer in die Umgebung einfügen werde (act. G 1).
Vorweg ist festzuhalten, dass die von den Beschwerdeführern geschilderten Umstände
(Vorgeschichte) betreffend die Erstellung der Einfamilienhäuser auf den Grundstücken
Nrn. 0001 und 0002 im Jahr 1999 (act. G 1 Rz. 9-11) für das vorliegende Verfahren, in
welchem es einzig um das Bauprojekt der Beschwerdeführer betreffend Änderung der
bestehenden Blocksteinmauer und Erstellung eines Sichtschutzes geht, zum grössten
Teil keine unmittelbare Bedeutung haben. Auch wenn die Aufschüttung des Terrains
3.1.
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zwischen den Liegenschaften auf einen Vorschlag der Beschwerdegegner
zurückgegangen sein mag (act. G 1 Rz. 12; act. G 2/5), steht doch fest, dass die
Aufschüttung den Beschwerdeführern wie den Beschwerdegegnern in gleicher Weise
diente, da sich die nutzbare Fläche durch die Ausebnung auf den beiden Grundstücken
vergrösserte. Hinsichtlich der Aufschüttung einigten sich die Parteien (vgl. act. G 2/4
und 2/5). Nicht entscheidend erscheint sodann, dass die Mauer in drei oder vier Lagen
unterschiedlich grosser Natursteine (und nicht mit regelmässig gehauenen Blöcken)
gebaut wurde (act. G 1 Rz. 13). Zu klären ist vielmehr die Frage, ob bzw. inwiefern die
Mauer mit der nachgesuchten Änderung die bewilligte Höhe einzuhalten vermag. Im
Weiteren vermögen auch die Ausführungen betreffend Erstellung einer Pergola und
betreffend Bau einer Mauer im östlichen Teil der gemeinsamen Grenze durch die
Beschwerdegegner (act. G 1 Rz. 14 f. und Rz. 17, G 18 Rz. 9 f.) keinen Beitrag zur
Erledigung des vorliegenden Verfahrens zu liefern, zumal jene Mauer offenbar ihrerseits
Gegenstand eines bei der Beschwerdebeteiligten noch hängigen Verfahrens ist (vgl.
act. G 13 Rz. 11). Die von den Beschwerdeführern in diesem Zusammenhang (act. G 1
Rz. 15 zweiter Absatz) als rechtswidrig gerügte Ungleichbehandlung hinsichtlich
Höhenmessung (bei der von den Beschwerdegegnern erstellten Mauer) vom
gestalteten Terrain aus sowie der in diesem Zusammenhang erhobene
Rechtsmissbrauchsvorwurf (act. G 18 Rz. 11) sind daher vorliegend nicht zu
untersuchen. Immerhin ist festzuhalten, dass die von den Beschwerdeführern
beantragte Änderung der Mauer mit Entfernung der obersten zwei Reihen Blocksteine
und Ersetzung derselben durch Betonwinkel und mit einem Sichtschutz aus Holz (act.
G 8.7/4) Anlass/Auslöser für die Überprüfung der Rechtmässigkeit der Mauer
einschliesslich der Messweise der Mauerhöhe im Rechtsmittelverfahren war.
Was die zwischenzeitlich erneuerte Pergola der Beschwerdegegner betrifft (act. G 1 Rz.
21, G 18 Rz. 9 f.), so gehört diese ebenfalls nicht zum Gegenstand des vorliegenden
Verfahrens. Der in diesem Zusammenhang erhobene Rechtsmissbrauchsvorwurf ist
daher nicht zu untersuchen, zumal die Beschwerdeführer diesbezüglich offenbar
bereits bei der Baubewilligungsbehörde vorstellig geworden sind (vgl. act. G 1 Rz. 21
am Schluss und G 19/22). Immerhin ist zu vermerken, dass die
Baubewilligungsbehörde für die ursprüngliche Pergola vom gewachsenen (nicht
aufgeschütteten) Terrain ausgegangen war und eine Ausnahmebewilligung erteilt
hatten (vgl. act. G 14/1).
Auszugehen ist vorliegend von der in E. 2.1 geschilderten langjährigen, vom
Verwaltungsgericht bestätigten Praxis der Vorinstanz, wonach die Bestimmung der
3.2.
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Mauerhöhe grundsätzlich an Hand des noch feststellbaren natürlich gewachsenen
Geländes erfolgt und dabei in erster Linie auf das letzte bekannte Terrain abzustellen
ist. Das Abstellen auf das künstlich geschaffene Gelände kommt im Sinn einer
Ausnahme in Betracht, wenn das gewachsene Terrain nicht mehr feststellbar oder
wenn die Geländeveränderungen durch Umstände begründet sind, die nicht in der
Verantwortung des Grundeigentümers bzw. seines Rechtsvorgängers liegen und diese
nicht wiederhergestellt werden können, ohne dass dies zu stossenden Ergebnissen
führen würde. Nachdem konkret das gewachsene Gelände wie dargelegt noch
feststellbar ist und die Beschwerdeführer die Geländeanpassungen (Aufschüttungen)
1999/2000 zusammen bzw. einvernehmlich mit den Beschwerdegegnern
vorgenommen hatten (vgl. vorstehende E. 3.1 und Sachverhalt A.a), liegt die
Terrainveränderung in ihrer eigenen (Mit-)Verantwortung. Ein Abstellen auf das
künstlich geschaffene Gelände entfällt bereits aus diesem Grund. Die weitere Frage, ob
die Wiederherstellung zu stossenden Ergebnissen führen würde, kann somit
grundsätzlich offenbleiben. Immerhin ist hierzu festzuhalten, dass die
Beschwerdeführer ein stossendes Ergebnis einer Wiederherstellung nicht damit
begründen könnten, dass nicht nur ihre Natursteinmauer, sondern auch sämtliche
Installationen auf Seiten der Beschwerdegegner abgebaut werden müssten (act. G 1
Rz. 20d), nur um ihr eigenes (von den Beschwerdegegnern nicht gewünschtes) Projekt
bewilligt zu erhalten. Auch wenn die Aufschüttung des Terrains zwischen den
Liegenschaften von den Beschwerdegegnern angeregt worden war (act. G 2/5),
stimmten die Beschwerdeführer diesem Vorschlag zu. Hieraus liesse sich somit
ebenfalls kein stossendes Ergebnis ableiten. Im Übrigen bilden
Wiederherstellungsmassnahmen als solche und deren Voraussetzungen nicht
Gegenstand des vorliegenden Verfahrens. Solche wären von der
Beschwerdebeteiligten gegebenenfalls erst noch zu verfügen.
In der nachbarschaftlichen Vereinbarung vom 20. Januar 2001 (act. G 2/12) willigten
die Beschwerdegegner in eine Weiterführung der Mauer im Süden des Grundstücks
der Beschwerdeführer um eine weitere Steinreihe nach Westen ein. Die Mauer war
1999/2000 nach Lage der Pläne mit einer sichtbaren Höhe von 1.5 m (aufgeschüttetes
Terrain 422.8 m.ü.M., Oberkante Mauer 424.3 m.ü.M.; vgl. act. G 8.7/0 [Plan
"Projektänderung Umgebung/Pergola"] sowie act. G 2/12 Beilagen ["Anpassung
Terraingestaltung/Planzung Baum"]) bewilligt worden. Ab dem gewachsenen Terrain (in
den vorerwähnten Planunterlagen mit 421.4 m.ü.M. angegeben) ergibt sich daraus eine
Höhe von 2.9 m. Das damalige Einverständnis der Beschwerdegegner bezieht sich
somit auf die bewilligte Mauer-Oberkante von 424.3 m.ü.M.
3.3.
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Die Vorinstanz ging im angefochtenen Entscheid wie dargelegt von einer Höhe der
bestehenden Mauer und der Aufschüttung ab dem gestalteten Terrain von 1.8 m -
letzteres wird von den Beschwerdeführern als zutreffend bestätigt (act. G 18 Rz. 8) -
aus und leitete aus den Baugesuchsplänen von 1999 (act. G 8.7/0) eine Aufschüttung
des gewachsenen Terrains bis zum Mauerfuss im Südosten um 0.87 m (422.8 m.ü.M. -
421.93 m.ü.M.) ab. Bezüglich der von den Beschwerdeführern unter Hinweis auf eine
Planskizze der H._ AG vom 7. Mai 2018 und ein Schreiben der Beschwerdebeteiligten
vom 27. August 2019 (act. G 19/22) angeführten Geländehöhe von 1.56 m sowie
Setzungen des aufgeschütteten Bodens (act. G 18 Rz. 8 und act. G 19/21) ist
festzuhalten, dass sich diese Feststellungen nicht auf die Blocksteinmauer der
Beschwerdeführer beziehen. Auf der erwähnten Planskizze ist nach den unbestritten
gebliebenen Darlegungen der Beschwerdegegner (act. G 24 Rz. 10) nicht die
Blocksteinmauer, sondern eine damals geplante neue Mauer abgebildet. Zudem
könnte von der Annahme, dass sich die Blocksteinmauer im Zeitverlauf in gleicher
Weise wie das aufgeschüttete Gelände setzte, schon insofern nicht ohne Weiteres
ausgegangen werden, als bei einer Steinmauer durch das erhebliche Gewicht die
Bodensetzung der Aufschüttung zum grossen Teil unmittelbar mit der Mauererstellung
eintreten dürfte. Von der Setzung des aufgeschütteten umliegenden Geländes im
Zeitverlauf könnte daher nicht auf eine in gleichem Umfang erfolgte Setzung der
Steinmauer geschlossen werden. Im Ergebnis resultieren somit aus der erwähnten
Geländesetzung für die vorliegende Frage keine beweiskräftigen Tatsachen. Die
Schlussfolgerung der Vorinstanz, wonach die Höhe der gesamten Aufschüttung
gemäss Baugesuch ab dem natürlichen Terrain im Südosten mindestens 2.67 m
(hinterfüllte Stützmauer mit einer Höhe von 1.8 m [statt der ursprünglich bewilligten 1.5
m, vgl. E. 3.1 zweiter Absatz] zuzüglich Aufschüttung von 1999/2000 bis zum
Mauerfuss in der Höhe von 0.87 m) betrage und damit gemäss Plan vom 26. Mai 2016
die maximale Schütthöhe von 2.5 m gemäss Art. 18 Abs. 3 BauR überschreite (vgl. act.
G 2/2 S. 8-10), erweist sich als nachvollziehbar und begründet. Dies selbst dann, wenn
- wie die Beschwerdeführer vorerst noch geltend machten - von einer Mauerhöhe von
höchstens 1.7 m auszugehen wäre (vgl. act. G 1 S. 11 oben). Offen bleiben kann unter
diesen Umständen die von den Parteien kontrovers diskutierte (act. G 1 Rz. 23, G 13
Rz. 17 und 32 f., act. G 18 Rz. 13) Einordnung der Mauer in die Umwelt (im Sinn von
Art. 15 lit. a BauR) und die Gesamtwirkung (Art. 10 BauR).
Die Vorinstanz ist als Rekursinstanz - den Bereich der Gemeindeautonomie vorbehalten
(Art. 46 Abs. 2 VRP) - mit voller Kognition ausgestattet (Art. 46 Abs. 1 VRP), sodass sie
im Rahmen der Rechts-, Sachverhalts- und Ermessenskontrolle (BGE 127 II 242) einer
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4.