Decision ID: 9f32a26f-4f12-474f-a1f3-0210c06a77ac
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1961 und Mutter dreier 1981, 1989 und 1995 geborene
r
Kinder, meldete sich unter Hinweis auf Depressionen und eine Nerven
entzündung im Rücken am 26. April 2004 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 9/2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte den erwerblichen und medizinischen Sachverhalt ab, worunter auch eine polydisziplinäre Begutachtung bei
m Zentrum Y._ (
Urk. 9/28) und eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt (Urk. 9/31) gehörte. Mit Verfügung vom 11. Dezember 2008 sprach die IV-Stelle der Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 44 % eine von 1. Januar bis 31. Mai 2005 befristete
Viertelsrente
zu (Urk. 9/51; Urk. 9/57).
1.2
Am 30. März 2016 meldete sich die Versicherte wegen Bandscheibenbeschwerden erneut bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 9/63). Die IV-Stelle tätigte Abklärungen und stellte mit Vorbescheid vom 28. November 2017 die Verneinung eines Rentenanspruches in Aussicht (Urk. 9/89). Dagegen erhob die Versicherte am 12. Dezember 2017 Einwände (Urk. 9/
9
2).
Mit Mitteilung vom 7. Mai 2018 (Urk. 6/104) beschied die IV-Stelle, dass keine
Eingliederungsmassnahmen möglich seien und ein Rentenanspruch geprüft werde
.
Nach Aufforderung der IV-Stelle (vgl. Urk. 9/106) ergänzte die Versicherte am
4.
Juni 2018 ihre Einwände gegen den Vorbescheid (
Urk.
9/107). Die IV-Stelle
veranlasste beim
Y._
ein polydisziplinäres Gutachten, welches am 2
9.
April 20
19 erstattet wurde (Urk. 9/126/1-106). Die von der IV-Stelle gestellten Rückfragen (vgl. Urk. 9/127) beantworteten die Gutachter des
Y._
am 14. Juni
2019 (Urk. 9/128).
Die IV-Stelle forderte mit Schreiben vom 2
7.
Juni 2019 (Urk. 9/129) die Ver
si
cherte zur Stellungnahme
zum eingeholten Gutachten
auf. Die inzwischen durch Rechtsanwalt Michael
Ausfeld
vertretene Versicherte ersuchte mit Eingabe vom
7.
August 2019 um Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters (Urk
. 9/130). Mit Verfügung vom 12. September 2019 wies die IV-Stelle das Gesuch um Be
stel
lung einer unentgeltlichen Rechtsvertretung mangels Notwendigkeit ab (Urk. 9/142
). Eine dagegen gerichtete Beschwerde wurde vom hiesigen Gericht mit rechtskräftigem Urteil vom 14. November
2019 abgewiesen (Prozess-Nr. IV.2019.00684; Urk. 9/148).
Am 11. März 2020 fand bei der Versicherten eine
(
erneute
)
Haushaltabklärung statt (Urk. 9/151) und der Bericht wurde der Versicherten vorgelegt. Mit Stel
lungnahme vom 24. März 2020 (Urk. 9/153) rügte diese die im Abklärungsbericht vorgenommene
Qualifikation
von 45
% Erwerbs- und 55 % Haushalttätigkeit. Nach nochmalig durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 9/156; Urk. 9/158) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 6. Juli 2020 einen Rentenanspruch (Urk. 9/160 = Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am 10. Juli 2020 Beschwerde (Urk. 1) gegen die Verfügung vom 6. Juli 2020 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr eine halbe Rente zuzusprechen (S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 10. September 2020 (Urk. 8) die Abweisung der Beschwerde. Mit Gerichtsverfügung vom 17. September 2020 (Urk. 10) wurden antragsgemäss (vgl. Urk. 1 S. 2) die unentgeltliche Prozess
füh
rung gewährt und Rechtsanwalt Michael
Ausfeld
als unentgeltliche Rechtsver
tretung bestellt sowie ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet.
Mit Replik vom 6. Oktober 2020 (Urk. 11) hielt die Beschwerdeführerin an ihrem Antrag fest. Die Beschwerdegegnerin verzichtete mit Schreiben vom 11. Novem
ber 2020 (Urk. 14) auf die Erstattung einer Duplik, was der Beschwerdeführerin am 18. November 2020 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 15).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3
der Verordnung über die Invalidenversicherung
,
IVV
), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hin
weis).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
ga
benbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hin
weisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesent
lichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbe
acht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen). Weder eine im Vergleich zu frühe
ren ärztlichen Einschätzungen ungleich attestierte Arbeitsunfähigkeit noch eine
unter
schiedliche diagnostische Einordnung des geltend gemachten Leidens genügt
somit per se, um auf einen verbesserten oder verschlechterten Gesundheits
zu
stand zu schliessen; notwendig ist in diesem Zusammenhang vielmehr eine ver
än
derte Befundlage (Urteil des Bundesgerichts 9C_135/2021 vom 27. April 2021 E. 2.1 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.4
Sowohl bei der erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs als auch bei der Ren
tenrevision und im Neuanmeldungsverfahren ist die Methode der Invaliditäts
be
messung (Art. 28a
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
, IVG
) zu bestimmen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 117 V 198 E. 3b).
Die für die Methodenwahl (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betäti
gungs
vergleich) entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen
ist, beurteilt sich danach, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umstän
den täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypo
thetisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl. Art. 27 IVV) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Ver
hältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegen
über Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie
die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Massgebend sind
die Verhältnisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung ent
wickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausge
übten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 144 I 28 E. 2.3, 141 V 15 E. 3.1, 137 V 334 E. 3.2, 125 V 146 E. 2c, 117 V 194 E. 3b).
Die Beantwortung der Statusfrage erfordert zwangsläufig eine hypothetische Beur
teilung, die auch die hypothetischen Willensentscheidungen der versicherten Person zu berücksichtigen hat. Diese Entscheidungen sind als innere Tatsachen wesensmässig einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in der Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden (vgl. BGE 144 I 28 E. 2.4; Urteil des Bundesgerichts 8C_178/2021 vom 11.
Mai
2021 E. 3.2 mit Hinweisen).
1.5
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
ben
bereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unent
geltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entspre
chend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG); dies ist die gemischte Methode der Invaliditätsbemessung (vgl. BGE 141 V 15 E. 3.2 mit Hinweisen).
Nach der bis 3
1.
Dezember 2017 gültigen Gerichts- und Verwaltungspraxis zur Invaliditätsbemessung nach der gemischten Methode (grundlegend BGE 125 V 146; vgl.
Art.
27 und 27
bis
IVV in der seit dem
1.
Januar 2018 geltenden Fassung und Übergangsbestimmung zur Änderung der IVV, in Kraft seit
1.
Januar 2018) wird zunächst der Anteil der Erwerbstätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Auf
gabenbereich (vgl. Art. 27 IVV) ermittelt. Die Invalidität bestimmt sich in der Folg
e dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgaben
be
reich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei im Erwerbsbereich praxisgemäss
berücksichtigt wird, was die versicherte Person im Gesundheitsfall aus ihrer Teil
erwerbstätigkeit erzielen würde. Die Gesamtinvalidität ergibt sich aus der Addie
rung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten
Teilinvaliditäten
(BGE 131 V 51 E. 5.5.1, 130 V 393 E. 3.3, 125 V 146 E. 2b und 5c).
1.6
Gemäss dem in Art. 27
bis
Abs. 2–4 IVV per 1. Januar 2018 eingeführten neuen Berechnungsmodell für die Festlegung des Invaliditätsgrads von teilerwerbs
täti
gen Versicherten nach der gemischten Methode (Art. 28a Abs. 3 IVG) werden der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich – weiterhin – summiert (
Art.
27
bis
Abs. 2 IVV). Die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Erwerbstätig
keit richtet sich nach
Art.
16 ATSG, wobei das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person durch die Teilerwerbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre, auf eine Vollerwerbstätigkeit hochgerechnet wird (Art. 27
bis
Abs. 3
lit
. a IVV) und die prozentuale Erwerbseinbusse anhand des Beschäfti
gungsgrads,
den
die versicherte Person hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
, gewichtet wird (Art. 27
bis
Abs. 3
lit
. b IVV). Für die Berechnung des Inva
liditätsgrads in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich wird der prozen
tuale Anteil der Einschränkungen bei der Betätigung im Aufgabenbereich im
Vergleich zur Situation, wenn die versicherte Person nicht invalid geworden wä
re, ermittelt. Der Anteil wird anhand der Differenz zwischen dem Beschäftigungsgrad nach Absatz 3
lit
. b und einer Vollerwerbstätigkeit gewichtet (
Art.
27
bis
Abs. 4 IVV).
1.7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
1.8
Die von einer qualifizierten Person durchgeführte Abklärung vor Ort (nach Mass
gabe des Art. 69 Abs. 2 IVV; vgl. auch
Rz
. 3081 ff. des Kreisschreibens über Inva
lidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung, KSIH, gültig ab 1. Januar 2015) stellt für gewöhnlich die geeignete und genügende Vorkehr zur Bestim
mung der gesundheitlichen Einschränkung im Haushalt dar.
Hinsichtlich des Beweiswerts der entsprechenden Berichterstattung ist wesentlich, dass sie durch eine qualifizierte Person erfolgt, die Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge
ben
den Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Be
teiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein sowie in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen.
Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im Abklärungsbericht enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Behinderung im Haushalt mass
gebend, sondern gelten analog für jenen Teil eines Abklärungsberichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tätigkeit von teilerwerbstätigen Versi
cherten mit häuslichem Aufgabenbereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil des Bundesgerichts
I 236/06 vom 19. Juni 2006 E. 3.2
).
Einer ärztlichen Fachperson, die sich zu den einzelnen Positionen der Haus
haltführung unter dem Gesichtswinkel der Zumutbarkeit zu äussern hat, bedarf es nur in Ausnahmefällen, namentlich bei unglaubwürdigen Angaben der ver
sicherten Person, die im Widerspruch zu den ärztlichen Befunden stehen. Zwar ist der Abklärungsbericht seiner Natur nach in erster Linie auf die Ermittlung des Ausmasses physisch bedingter Beeinträchtigungen zugeschnitten, weshalb seine
grundsätzliche Massgeblichkeit unter Umständen Einschränkungen erfahren kann
, wenn die versicherte Person an psychischen Beschwerden leidet. Prinzipiell je
doch stellt er auch dann eine beweistaugliche Grundlage dar, wenn es um die Bemessung einer psychisch bedingten Invalidität geht, das heisst
,
wenn die Beur
teilung psychischer Erkrankungen im Vordergrund steht. Widersprechen sich die Ergebnisse der Abklärung vor Ort und die fachmedizinischen Feststellungen zur Fähigkeit der versicherten Person, ihre gewohnten Aufgaben zu erfüllen, ist aber in der Regel den ärztlichen Stellungnahmen mehr Gewicht einzuräumen als dem Bericht über die Haushaltsabklärung, weil es der Abklärungsperson regelmässig nur beschränkt möglich ist, das Ausmass des psychischen Leidens und der damit verbundenen Einschränkungen zu erkennen (zum Ganzen: Urteil des Bundesge
rich
ts 8C_
8
1
7/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog in der angefochtenen Verfügung vom
6. Juli 2020 (Urk. 2), gestützt auf das eingeholte Gutachten bestehe aus medizinischer Sicht
in einer angepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 50 %. Der Abklärungs
dienst habe die Beschwerdeführerin zuhause besucht und aufgrund
ihrer
Angaben die Qualifikation 45 % Erwerbsbereich und 55 % Haushalt festgelegt (S. 2). Nach durchgeführtem Einkommensvergleich gemäss der
ab
1.
Januar 2018 anwendba
ren
gemischten Methode bestehe ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 31 % (S. 3).
In der Vernehmlassung vom 10. September 2020 (Urk. 8) präzisierte die Be
schwer
degegnerin, der Abklärungsbericht sei sorgfältig abgefasst worden und es komme ihm volle
r
Beweiswert zu. Im Jahre 2013, als es zur Scheidung gekommen sei, habe die Beschwerdeführerin eine Teilzeitstelle mit niedrigem Pensum (nicht mehr als 40-50 %) angenommen, obwohl es ihr möglich gewesen wäre, eine höher
prozentige Anstellung zu suchen, da das jüngste Kind zu diesem Zeitpunkt 18 Jahre alt und nicht mehr regelmässig auf Dritthilfe angewiesen gewesen sei (S. 1). Auf Grund dieser Tatsachen sei nicht davon auszugehen, dass die Be
schwerdeführerin bei guter Gesundheit tatsächlich vollzeitlich erwerbstätig wäre (S. 2).
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin beschwerdeweise geltend (Urk. 1), ohne gesundheitliche Einschränkungen wäre sie zu 100% erwerbstätig und wäre demzufolge auch nicht in die Lage gekommen, ein erneutes Rentengesuch zu stellen (S. 3 Ziff. 4). Widersprüchlich sei die Argumentation der Beschwerde
geg
nerin, wonach sie seit dem Dezember 2014 nur noch über eine theoretische Rest
arbeitsfähigkeit von 50 % verfüge, gleichzeitig aber ihr vorgeworfen werde, sie hätte ja 100 % arbeiten können, wenn sie nur gewollt hätte (S. 3 Ziff. 5). Selbst
wenn auf die gemischte Methode zurückgegriffen werde, sei gemäss medizini
s
cher Situation von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit im Erwerbsbereich auszu
gehen, sodass ein Invaliditätsgrad von mindestens 51 % resultiere (S. 3 Ziff. 6).
Replicando
(Urk. 11) kritisierte die Beschwerdeführerin die Haushaltabklärung, da sich die Abklärungsperson nicht mit den Ausführungen im
Y._
-Gutachten aus
einandergesetzt habe, wonach persistierende Beschwerden wie auch eine psychi
sche Verschlechterung eingetreten seien und aus neurologischer Sicht für eine angepasste Tätigkeit kein Eingliederungspotential gesehen werde
. Massgebend sei, dass die Beschwerdeführerin bis zur Geburt ihrer jüngsten Tochter stets zu 100
%
gearbeitet und sich danach um dieses behinderte
Kind
gekümmert habe und später infolge physischer und psychischer Geb
rechen
weitgehend arbeitsun
fähig geworden sei
(S. 1 f.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, w
ie es sich mit der
invaliden
versicherungsrechtlichen Qualifikation der Beschwerdeführerin verhält und ob sie Anspruch auf eine Rente
der Invalidenversicherung hat.
Unbestritten blieb grundsätzlich der medizinische Sachverhalt (vgl. Urk. 1 S. 2 f. Ziff.
3).
3.
3.1
3.1.1
Im Zuge der befristeten
Rentenzusprache
im Jahr 2005 (Verfügung vom 11. Dezem
ber 2008, Urk. 9/51; Urk. 9/57) stützte sich die Beschwerdegegnerin insbesond
e
re auf das
Y._
-Gutachten vom 28. August 2006 (Urk. 9/28/1-2
6
). Darin diagnostizierten die Gutachter hauptsächlich ein
Zervikobrachialsyndrom
sowie ein beginnendes
lumbospondylogenes
Syndrom mit
pseudoradikulären
Aus
strahlungen rechts (S. 21 Ziff. 4) und erachteten die Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit als Küchenhilfe, Putzfrau, Zimmermädchen und Serviceangestellte
sowie in schweren und mittelschweren Tätigkeiten
als voll
ständig arbeitsunfähig, hingegen in einer angepassten
leichten, wechselbe
las
tenden, rückenergonomischen
bimanuellen
Tätigkeit (keine schweren Arbeiten, längeres Staubsaugen oder Fenster
reinigen
; keine Überkopfarbeiten, keine grob- und/oder feinmotorische Fähigkeiten der rechten Hand
) seit 2004 im Umfang von 70 % arbeitsfähig (S. 24 f. Ziff.
7.
2 ff.).
3.1.2
Im in den Disziplinen Allgemeine Innere Medizin, Neurologie, Neuropsychologie
und Psychiatrie am 29. April 2019 erstatteten
Y._
-Gutachten (Urk. 9/126) wurde
n
in der interdisziplinären Gesamtbeurteilung die folgenden Diagnosen ge
nannt
(S. 8 Ziff. 4.2):
-
chronisches therapierefraktäres
zerviko
-,
zervikozephales
- und
zerviko
brachiales
Syndrom
-
chronische Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
-
depressive Episode, gegenwärtig mittelgradig (ICD-10 F33.1) seit 2014/
2015, teilremittiert
-
Störung durch Sedativa oder Hypnotika, Abhängigkeitssyndrom, gegen
wärtiger Substanzgebrauch (anamnestisch, ICD-10 F13.24), aktuell
sis
tiert
leichte
Einschränkungen bei der Aufmerksamkeit, beim logischen Denken und Schlussfolgern, bei der kognitiven Flexibilität und dem Planungs- und Umsetzungsvermögen
-
belastungsabhängige gering ausgeprägte
lumbovertebrale
Missemp
fin
dungen
-
Status nach beidseitiger Carpaltunnel (CTS)-Operation 2002 und Re-Ope
ration rechts 2004
-
Verdacht auf beginnende
Coxarthrose
rechts
-
essentielle Hypertonie
-
anamnestisch Hypercholesterinämie
-
Thrombozytenfunktionsstörung
vom Typ verminderte Aktivierbarkeit
-
kombinierte Stress- und
Urgeinkontinenz
-
Verdacht auf Hautmykose und Fussnagelmykose beidseits
-
Besenreiservarikosis
beidseits
-
Schädel MRI vom 1
8.
April 2018 mit N
achweis von punktfö
rmigen Mark
lagerläsionen und arteriosklerotisch veränderten Gefässen bei kardiovas
kulären Risikofaktoren
Aus interdisziplinärer Sicht bestehe gemäss Gutachter
ab Zeitpunkt der Begut
achtung
für die früheren Tätigkeiten der Beschwerdeführerin als Hilfsarbeiterin in der Produktion,
dem
Reinigungsdienst und in der Altersbetreuung aktuell eine medizinisch
-
theoretische Arbeitsfähigkeit von 30 %, wobei nicht davon auszu
gehen sei, dass mit fortgesetzten Behandlungen eine relevante Verbesse
rung ein
trete (S. 14 Ziff. 4.7). In einer angepassten Tätigkeit
(wechselbelastende
,
kör
per
lich sehr leichte bis leichte Tätigkeit ohne Heben und Tragen von mehr als leichten Lasten, ohne repetitive Anstrengung der Arme, ohne Zwangshaltungen
, insbesondere
Reklinationen
, mit Möglichkeit zu wechselnden Körperpositionen sowie ohne lange Gehwege wegen der beginnenden
Coxarthrose
; ausserdem intel
lektuell nicht anspruchsvolle Tätigkeiten ohne
hohe Ansprüche an die Flexi
bilität und ohne
Zeitdruck und Stress)
bestehe eine medizinisch theoretische Rest
arbeitsfähigk
eit von 50 % seit Dezember 2014,
wobei hinsichtlich Einschrän
kungen im Haushalt eine erneute Haushaltabklärung stattfinden müsse (S. 15
f. Ziff. 4.8 f.
).
Die Gutachter führten aus, im Gegensatz zum Gutachten von 2006 habe die Schmerz- und Weichteilproblematik, insbesondere im Nacken-
und
Schulter
gür
tel
bereich
, zugenommen. Zwar habe sich der neurologische Befund (
radikuläre
Symptomatik) gegenüber 2006 verbessert, aber aufgrund der seit 2006 sich deut
li
ch entwickelten Schmerzausweitung habe sich der Gesundheitszustand insge
samt verschlechtert (Urk. 9/128 S. 2), was sich in der interdisziplinären Einschä
t
zung der Arbeitsfähigkeit zeig
e.
3.1.3
Das Gutachten beruht auf den erforderlichen Untersuchungen,
berücksichtigt die
geklagten Beschwerden und nachvollziehbar begründeten Schlussfolgerungen de
r Experten. Damit
erfüllt das
Y._
-Gutachten vom April 2019 die
rechtspre
chungs
gemässen Anforderungen (vgl. vorstehend E. 1.7) vollumfänglich,
es
wurde vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin als beweistauglich erachtet (Urk. 9/155/6-7; Urk. 9/155/8-9) und blieb von der Beschwerdeführerin
grundsätzlich
auch unbestritten (Urk. 1 S. 2 f. Ziff. 3)
.
Soweit
die Beschwerde
füh
rerin
alleine auf die Prognose aus dem Fachgebiet Neurologie
abstellte, oh
ne Berücksichtigung der Gesamtschau
aller begutachteten Disziplinen ein
Einglie
derungspotential in einer angepassten Tätigkeit
verneinte
und daraus sinngemäss eine vollständige Erwerbsunfähigkeit im
Erwerbsbereich ableitete (Urk. 11 S.
2)
, kann ihr angesichts der Darlegungen
insbesondere
in der ergänzenden gutachter
lichen Stellungnahme (E. 3.1.2) nicht gefolgt werden
.
Zusammenfassend ist auf das Gutachten abzustellen.
Durch die ausgewiesene gesundheitliche Verschlechterung ist ein Revisionsgrund eingetreten
, was zur umfassenden Prüfung des Rentenanspruchs führt (E. 1.3)
.
3.2
Im Bericht vom 13. März 2020
über die am
11. März 2020
erfolgte Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit
in Beruf und Haushalt (Urk. 9/151
) wurde ins
besondere festgehalten, die
Beschwerdeführerin
habe in diversen
Teilzeitstellen ge
arbeitet (S. 2 Ziff. 2.1
). Sie sei Mutter von
drei
erwachsenen
Kindern, sei seit 2013 geschieden und lebe aktuell mit
dem Sohn zusammen, welcher als Hauswart arbeite. Die älteste Tochter wohne und arbeite in
Z._
, die jüngste Tochter, welche für weitere Gehstrecken einen Rollstuhl benötige und mit einem Hilfs
mittel gebadet werde, lebe seit
einigen Jahren im Kanton A._
(S. 3 Ziff. 2.3.1
).
Die Beschwerdeführerin sei seit
2013 Sozialhilfeempfängerin (S. 4 Ziff. 2.4).
Bei guter Gesundheit würde
die Beschwerdeführerin eigenen Angaben zufolge
voll
zeitig
arbeiten.
Dies sei seit dem Auszug ihrer Tochter vor vier Jahren möglich. Zuvor habe sie allerdings nur 40-50 % Erwerb gewählt, um für ihre Tochter da zu sein (S. 4 Ziff. 2.5
). Im Ergebnis wurde sie vo
n der Abklärungsperson als zu 45 % erwerbstätig und zu 55
% im Ha
ushalt tätig qualifiziert (S. 4 Ziff.
2.6).
Ins
gesamt erkannte die Abklärungsperso
n in den Bereichen
«Einkauf sowie weitere
Besorgungen», «Wäsche und Kleiderpflege» sowie «Betreuung von Kindern und/
oder Angehörigen» (S. 6 Ziff. 6.1, Ziff. 6.3-6.5) keine Einschränkungen, hingegen bezifferte sie eine invaliditätsbedingte Einschränkung von
je
15 % (S. 6 Ziff. 6)
in den
Bereich
en «Ernährung» und
«Wohnungs- und Hauspflege, Haustierhal
tung»
(S. 7 Ziff. 6.2). Insgesamt ermittelte sie eine Einschränkung von 10.5 %, was einen
(Teil-)I
nvaliditätsgrad von 5.78 % ergab (S. 9 Ziff. 7).
4.
4.1
Gestützt auf die Haushaltabklärung vor Ort (
vgl. vorstehend E. 3.2
) qualifizierte die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin als zu
45
%
erwerbstätig und zu 55
% im Haushalt tätig. Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin geltend, sie wäre
aus finanzieller Sicht verpflichtet gewesen, ein volles Pensum auszuüben (vgl. vorstehend E. 2.2).
Damit stellt sich die Frage nach dem Status der Beschwerdeführerin.
Als un
be
stritten erweist sich, dass die Beschwerdeführerin im Haushaltsbereich
zu 10.5 %
eingeschränkt ist
(vgl. vorstehend E. 3.2)
. Es ist somit zu klären, ob die Beschwer
degegnerin die Beschwerdeführerin zu Recht als zu
45 % im Erwerbsbereich und zu 55
% im Haushaltsbereich tätig qualifiziert hat.
4.2
Die Beschwerdeführerin verfügt lediglich über neun Jahre Schulbildung in Spanien
und hat keinen Beruf erlernt. Sie hat in Spanien im Verkauf, als Serviceangestellte und als Pflegerin gearbeitet
(
Urk.
9/100/1)
.
In der Schweiz
war sie
zwischen 1994 bis 1995
als
Serviceangestellte und Zimmermädchen in einem H
otel und ab 1995
, nach der Geburt ihres dritten Kindes,
als
Hausfrau
tätig
(
Urk.
9/53/3,
Urk.
9/91
,
Urk.
9/100/7
). Es folgten Arbeit
stätigkeiten von März 1999 bis 31. Mai 2001
als Hilfsarbeite
rin in der Käse-Abpackung (
Urk.
9/19,
Urk.
9/100/5), als
Verpackerin
vom 13
.
August
2001 bis 30.
November 2002 (38h-Wo
che,
Urk.
9/100/
3
) und als Mit
arbeiterin
im Stundenlohn im Take-
Away
(1. Februar 2003 bis 31. Mai 2003; Urk.
9/100/4). Danach hat
die Beschwerdeführerin
beschwerdebedi
ngt nicht mehr gearbeitet (Urk.
9/111/18)
, wobei dem IK-Auszug bis im Juli 2004 noch Einkünfte in geringem Umfang aus Personalverleih zu entnehmen sind (
Urk.
9/53/2)
.
Von
Janua
r 2012 bis Juni 2014 war sie
als Privatpflegerin im Umfang von rund 2
Stunden (gemäss
Y._
-Gutachten 4-6h; Urk.
9/126/31)
pro Werktag erwerbs
tätig (Urk.
9/91/2
; Urk. 9/151/3)
.
Gemäss Auszug aus dem individuellen Konto wurden in den Jahren 2012 und 2013 je Fr. 12'000.-- abgerechnet, im Jahr 2014 noch Fr. 6'333.-- (Urk. 9/95/2), was der vereinbarten
Entlöhnung
gemäss Pflege
vertrag vom 3. Januar 2012 von monatlich brutto Fr. 1'000.-- bei 2 Stunden Tages
leistung entsprach (Urk. 9/91/2) und
ein Pensum von zirka
24 % ergab (10 Stunden pro Woche bei durchschnittlichem Vollzeitpensum von 41.5 Stunden gemäss Tabelle T03.02 «
Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen
»
, herausgegeben vom
Bundesamt für Statistik für die entsprechende Zeitperiode im Gesundheits- und Sozialwesen).
Anlässlich der Haushaltabklärung teilte die Beschwerdeführerin sodann mit, sie würde bei guter Gesundheit vollzeitlich arbeiten. Ferner gab sie bezüglich
Betreu
ung der
Tochter an, dass diese ihr sehr wichtig sei (vgl. vorstehend E. 3.2).
4.3
Ob und gegebenenfalls in welchem zeitlichen Umfang eine in einem Aufga
ben
bereich tätige versicherte Person (Art. 5 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 Abs. 3 ATSG) ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesund
heitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre (Urteil des Bundesgerichts 9C_565/2015 vom 29. Januar 2016 E. 3.2). Zur Beurteilung der Statusfrage sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungs
aufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Aus
bildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksich
tigen (vgl. vorstehend E. 1.4).
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung kommt der wirtschaftlichen Notwen
dig
keit einer Erwerbstätigkeit alleine bezüglich der Beurteilung der Statusfrage keine entscheidende Bedeutung zu (vgl. Urteile 8C_29/2020 vom 19. Februar 2020 E. 5.3.3 und 8C_406/2017 vom 6. September 2017 E. 4.3). Entsprechend führt der Umstand, dass die Beschwerdeführerin aufgrund bescheidener finan
zieller Verhältnisse auf Sozialhilfe angewiesen ist und auch aufgrund der Schei
dung ein Vollzeitpensum ausüben müsste, nicht automatisch auch zur Qualifi
ka
tion als Vollerwerbstätige.
4.4
Die für die Statusfrage zentrale Frage nach der beruflichen Situation ohne Ge
sundheitsschaden beantwortete die Beschwerdeführerin äusserst knapp. Sie räumt
e ebenfalls ein, dass seit vier Jahren, mithin nach dem Auszug ihrer Tochter, die Erwerbsaufnahme möglich gewesen wäre (vgl. vorstehend E. 3.2).
Entgegen ihrer Ansicht ist nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausge
wiesen, dass im Gesundheitsfalle
eine vollzeitige Erwerbstätigkeit aufgenommen worden wäre. Unbestrittenermassen wäre die Beschwerdeführerin aus finanzieller Sicht angehalten gewesen, vollzeitig zu arbeiten. Indes hat sie nach der
2013 erfolgten
Scheidung
(
Urk.
9/151 S. 4
Ziff.
2.6.1)
lediglich eine Teilzeitstelle im Be
treuungsdienst mit sehr kleinem Pensum angenommen
(vgl. vorstehend E. 4.2)
, obwohl ihr aus medizinischer Sicht
und
damit
entgegen
ihrer Ansicht
(vgl. vor
stehend E. 2.2)
mehr zumutbar gewesen wäre
. So
erachteten die
Y._
-Gutachten
ab 2004 eine Arbeitsfähigkeit von 70
%
in einer angepassten Tätigkeit
und die im Sinne einer Verschlechterung attestierte
50%ige Arbeitsunfähigkeit ab Dezem
ber 2014 als ausgewiesen
(vorstehend E. 3.1)
. Ebenfalls wurde
von Seiten der Beschwerdeführerin
keine Anstrengung unternommen, eine andere, ihrem Leiden entsprechende, Erwerbstätigkeit aufzunehmen.
Im Rahmen der letzten Prüfung im Dezember 2006 wurde der Status 40
% Erwerbs
tätigkeit und 60 % Haushalt festgelegt (Urk.
9/31). Damals wurde festge
halten, dass während
der
Fremdbetreuung der Tochter durch eine Tagesmutter die Beschwerdeführerin immer 100% gearbeitet habe, weshalb bis Mai 2005 eine 100%
Erwerbstätigkeit
angenommen
worden sei
und ab Juni 2005 bloss noch eine 40%ige wegen der Betreuung der Tochter
(S. 3 f.
Ziff.
2.5)
. Allgemein schei
nen das Wohlergehen und die Betreuung der Tochter ein grosses Anliegen und Bedürfnis
der Beschwerdeführerin zu sein, was sich auch darin zeigt, dass im Jahre 2013/2014 die damals noch zu Hause lebende jüngste Tochter nicht mehr auf regelmässige Dritthilfe angewiesen war
(
Urk.
9/151 S. 4
Ziff.
2.6.1)
und trotz
dem von der Beschwerdeführerin versorgt wurde. Damit gewichtete sie die Fami
lien
betreuung höher als eine Arbeit im
in dem ihr aus medizinischer Sicht zu
mutbaren Pensum
. Diese Haltung wird auch dadurch gestützt, dass
sie darüber hinaus
viel Zeit für ihren Hund benötigt, für den sie sich verantwortlich fühlt (S. 3 Ziff. 2.3
f.
), womit auch unter diese
m Aspekt
die Ausübung einer voll
zeit
lichen Erwerbstätigkeit als nicht überwiegend wahrscheinlich erscheint.
Schliesslich
darf das Sozialversicherungsgericht sein Ermessen nicht ohne trif
tigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss sich somit auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweich
ende Ermessensaus
übung als nahe
liegender erscheinen las
sen (BGE 123 V 150 E. 2 mit Hinweisen). Solche Gründe sind hier indes nicht ersichtlich.
Dementsprechend ist in Würdigung aller Umstände die
von der Beschwer
de
geg
nerin festgelegte
Qualifikation der Beschwerdeführerin als zu
45 % im Erwerbs
bereich und zu 55
% im Haushalt tätig nicht zu beanstanden.
5.
5.1
Die von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Invaliditätsbemessung (vgl. vo
r
stehend E. 1.5 f.)
i
m Erwerbsbereich (vgl. Urk. 9/154
) wurde von der Beschwer
deführerin nicht bestritten und gibt nach Lage der Akten zu keinen Bean
stan
dungen Anlass.
Basierend auf de
m
herangezogenen Tabellenlohn gemäss Erhe
bung des Bundesamtes für Statistik (Hilfstätigkeiten)
, welchen die Beschwerde
geg
nerin aufgrund der in der Vergangenheit erzielten niedrigen Einkommen auch zur Berechnung des
Valideneinkommens
beizog,
und unter Gewährung eines leidens
bedingten Abzuges von 10 % des Tabellenlohnes beim Invalidenein
kom
men ist
– unter Anwendung des seit
1.
Januar 2018 geltenden und für die Be
schwerdeführerin günstigeren Berechnungsmodells (E. 1.6) -
von einer Ein
schrän
kung im Erwerbsbereich von
55
% auszugehen
(Urk. 8/154).
Bei einem Anteil des
erwerblichen Bereichs von
45
%
ergibt dies anteilig einen
Invaliditätsgrad von 24.75 % (45
x 0.5
5
).
Im Abklärungsbericht vom
13. März 2020
wurde für den H
aushalt eine Ein
schränkung von 10.50
%
ermittelt (vgl. vorstehend E. 3.2
). Es lassen sich keine Anhaltspunkte dafür erkennen, dass der Haushaltabklärungsbericht nicht den praxisgemässen Anforderungen
(vgl. vorstehend E.
1.
8
) genügen würde. Dies macht im Wesentlichen auch die Beschwerdeführerin nicht
substantiiert
geltend.
I
hr
Vorwurf, wonach
die Abklärungsperson sich mit den gesundheitlichen Be
schwer
den nicht
auseinandergesetzt haben soll
(vgl. vorstehend E. 2.2)
,
findet keine Stütze. So hat die Abklärungsperson
die medizinischen Diagnosen in ihrem Bericht festgehalten (Urk. 9/151 S. 1) und die Beschwerdeführerin hatte Gelegen
heit, ihre gesundheitliche Situation zu schildern, insbesondere auch in psychi
scher Hinsicht (Urk. 9/151 S. 1 f.)
.
Ohnehin erachtete der psychiatrische Gutach
t
e
r
die Einschränkung der Alltagsfunktion
als
eher gering ausgeprägt (Urk. 9/126 S. 17 Ziff. 6.2).
Auf die ermittelte Einschränkung kann daher abgestellt werden. Gewichtet resultiert für den Aufgabenbereich ei
n Teilinvaliditätsgrad von 5.78
%.
5.2
Gesamthaft besteht daher ein
Invaliditätsgrad von 30.53 % (24.75 % + 5.78
%). Da der Invaliditätsgrad unter 40
%
liegt, besteht kein Rentenanspruch.
5.3
Zusammenfassend ist ein Rentenanspruch bei ei
nem Invaliditätsgrad von rund 31
% zu verneinen. Die angefochtene Verfügung vom
6. Juli 2020
erweist sich demzufolge als rechtens. Die Beschwerde ist somit abzuweisen
.
6.
6.1
D
ie Verfahrenskosten gemäss Art. 69 Abs.
1
bis
IVG sind ermessensweise auf
Fr. 800.-- festzusetzen, ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzuerlegen und
infolge bewilligter unentgeltlicher Prozessführung einstweilen auf die Ge
richts
kasse zu n
ehmen
.
6.2
Nach § 34 Abs.
3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert. Nachdem Rechtsanwalt
Michael
Ausfeld
keine Honorarnote eingereicht hat, ist die Entschädigung nach E
rmessen festzusetzen (vgl. Urk. 15 Dispositiv-Ziffer 2
). In Berücksichtigung der vorstehend genannten Kriterien ist die Entschädigung von Rechtsanwalt
Michael
Ausfeld
bei Anwendung des gerichtsü
blichen Stundenansatzes von Fr.
220.--
(zuzüglich Mehrwer
tsteuer) ermessensweise auf Fr. 2‘3
00.-- (inklusive Baraus
lagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.
6.3
D
ie Beschwerdeführerin ist auf § 16 Abs.
4
GSVGer
hinzuweisen, wonach sie zur Nachzahlung der Gerichtskosten und der Auslagen für die Vertretung verpflichtet werden kann, sofern sie dazu in der Lage ist.