Decision ID: 0b776441-83df-40c4-bcad-e29d7bae8b15
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich im Dezember 2018/Januar 2019 zum Bezug von
Ergänzungsleistungen zu seiner Altersrente der AHV an (Aktenbund I, EL-act. 110). Das
Anmeldeformular unterzeichnete er am 30. Dezember 2018. Dieses ging am 18. Januar
2019 bei der EL-Durchführungsstelle ein. Er reichte einen Bankkontoauszug der Bank
B._ mit einem Saldo per 31. Dezember 2018 von Fr. 1'193.79, einen Mietvertrag mit
der Vermieterin C._ mit einem Mietzins brutto von Fr. 1'300.-- (Fr. 1'050.-- für die
Wohnung, Fr. 125.-- für einen Lagerraum und Fr. 125.-- pauschal für die Nebenkosten
exklusive Radio/TV), eine Vereinbarung mit C._ vom 31. März 2014, worin
festgehalten worden war, dass der Lagerraum nicht mehr zu den Mieträumen zähle und
die Nebenkosten auf Fr. 150.-- erhöht würden, womit der Bruttomietzins ab 1. April
2014 Fr. 1'200.-- betrage, und eine handgeschriebene Quittung vom 29. Dezember
2018 über eine Mietzinszahlung von Fr. 1'200.-- für den Monat Januar 2019 ein.
A.a.
Mit einer Verfügung vom 18. Februar 2019 sprach die EL-Durchführungsstelle dem
Versicherten rückwirkend ab 1. Januar 2019 Ergänzungsleistungen von Fr. 1'996.--
monatlich zu (Aktenbund I, EL-act. 103). In der EL-Anspruchsberechnung
berücksichtigte sie als anerkannte Ausgaben einen Betrag für die obligatorische
A.b.
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Krankenpflegeversicherung von Fr. 4'920.--, den Maximalbetrag für den Mietzins von
Fr. 13'200.-- und einen Betrag für den allgemeinen Lebensbedarf von Fr. 19'450.--
sowie als anrechenbare Einnahme eine AHV-Altersrente von Fr. 13'620.--. Das
Vermögen befand sich mit Fr. 1'193.-- unter der Freibetragsgrenze von Fr. 37'500.--.
Der Versicherte erhob eine Einsprache gegen diese Verfügung (undatiert, Posteingang:
20. März 2019; Aktenbund I, EL-act. 95). Er beantragte die Zusprache von
Ergänzungsleistungen ab 1. Dezember 2018. Zur Begründung gab er an, dass er die
Anmeldung Ende Dezember 2018 bei der AHV-Zweigstelle seiner Wohngemeinde
eingereicht habe. Gemäss einer Aktennotiz einer Sachbearbeiterin der EL-
Durchführungsstelle betreffend ein Telefonat mit einer Mitarbeiterin der AHV-
Zweigstelle D._ vom 26. März 2019 zur Abklärung des Zeitpunkts des Eingangs der
Anmeldung zum Leistungsbezug hatte diese Mitarbeiterin mitgeteilt, dass der
Versicherte in einer Bar arbeite (Aktenbund I, EL-act. 93). Am 9. April 2019 stellte die
EL-Durchführungsstelle der AHV-Zweigstelle Fragen zum Eingang der Anmeldung und
zur Arbeitstätigkeit des Versicherten (Aktenbund I, EL-act. 89). Die Mitarbeiterin der
AHV-Zweigstelle gab am 25. April 2019 zur Auskunft (Aktenbund I, EL-act. 87), die
Gemeindeverwaltung sei vom 24. Dezember 2018 bis 2. Januar 2019 geschlossen
gewesen. Der erste Arbeitstag sei der 3. Januar 2019 gewesen (Eingangsstempel EL-
Anmeldung). Das Couvert zur Anmeldung sei nicht mehr vorhanden. Ob der Versicherte
arbeite, wisse sie nicht. Er wohne im Haus der E._. Das Patent der Bar laute auf
C._, der auch die Liegenschaft gehöre. Ein Telefonat mit dem Gemeindesteueramt
am 29. April 2019 ergab, dass der Versicherte in der E._ arbeite, dazu aber keine
Unterlagen einreiche (vgl. auch die Steuerauskunft vom 22. Januar 2019, wonach der
Versicherte im Jahr 2017 nach Ermessen veranlagt worden war; Aktenbund I, EL-
act. 106). C._ sei seine Lebenspartnerin; sie habe ihren Wohnsitz anfangs 2017 nach
F._ verlegt (Aktenbund I, EL-act. 46; vgl. auch den Ausdruck aus dem Kantonalen
Einwohnerregister; Aktenbund I, EL-act. 83). Am 29. April 2019 und am 14. Mai 2019
stellte die EL-Durchführungsstelle bei der Eidgenössischen Steuerverwaltung zwei
Amtshilfegesuche (Aktenbund I, EL-act. 77 und 81). Sie hielt fest, es bestehe der
Verdacht, dass der Versicherte bei der Anmeldung zum Bezug von
Ergänzungsleistungen die Frage nach einer Erwerbstätigkeit wahrheitswidrig verneint
habe. Sie ersuchte um die Zustellung der Mehrwertsteuerabrechnungen für die Jahre
2017 und 2018 der G._ GmbH mit Sitz in D._ und der H._ AG mit Sitz in I._.
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Die Eidgenössische Steuerverwaltung teilte am 7./23. Mai 2019 mit (Aktenbund I, EL-
act. 75 und 79), dass diese Unternehmen zu keinem Zeitpunkt im Register der
mehrwertsteuerpflichtigen Personen eingetragen gewesen seien. Am 20. Mai 2019
ersuchte die EL-Durchführungsstelle die Kantonspolizei St. Gallen um die Zustellung
von Unterlagen, woraus der Verdacht bestätigt oder entkräftet werde, dass der
Versicherte der Pächter oder der Wirt der E._ sei (Aktenbund I, EL-act. 76).
Mit einer Verfügung vom 19. Juni 2019 passte die EL-Durchführungsstelle die
Ergänzungsleistungen rückwirkend ab 1. Januar 2019 der korrekten Altersrente an
(Aktenbund I, EL-act. 74). Sie berücksichtigte eine AHV-Altersrente von Fr. 13'512.--,
woraus ein Anspruch auf Ergänzungsleistungen von Fr. 2'005.-- monatlich resultierte.
Sie gab an, Anpassungen aufgrund des pendenten Rechtsmittelverfahrens seien
vorbehalten.
A.c.
Am 19. Juli 2019 gab die Kantonspolizei St. Gallen zur Auskunft, älteren Einträgen
im Journal der Kantonspolizei könne entnommen werden, dass der Versicherte
mindestens bis 2017 Pächter bzw. Wirt der E._ gewesen sei (Aktenbund I, EL-
act. 67). Die EL-Durchführungsstelle bat den Versicherten am 28. August 2019 um die
Beantwortung von Fragen. Dieser gab am 13. September 2019 an (Aktenbund I, EL-
act. 61), dass er weder eine entgeltliche Erwerbstätigkeit noch eine ehrenamtliche oder
eine unentgeltliche Beschäftigung ausübe. Er sei nicht Mitglied oder Vorstandsmitglied
eines Vereins, in dem er ein Einkommen erziele. Er beherberge in seiner Wohnung nicht
regelmässig Personen. Er reichte Bankbelege betreffend Zahlungen von Fr. 1'200.-- am
2. Mai 2019 und 3. Juni 2019 an C._ ein. Am 7. November 2019 nahmen zwei
Mitarbeitende der EL-Durchführungsstelle einen Augenschein in der E._. Im
"Wahrnehmungsbericht" vom 8. November 2019 hielten sie fest (Aktenbund I, EL-
act. 59), auf die Frage, ob der Versicherte der Wirt sei, habe dieser geantwortet "nein,
meine Frau". An der Bar habe sich C._ aufgehalten. Am 17. Dezember 2019 fand ein
Gespräch mit dem Versicherten statt (Wortprotokoll; Aktenbund I, EL-act. 44). Der
Versicherte gab an, dass er keiner Erwerbstätigkeit nachgehe und weder einen Lohn
noch Naturalleistungen beziehe. Früher sei er der Patentgeber und Wirt der E._
gewesen. Heute sei er Präsident des Vereins J._, der in der E._ Veranstaltungen
organisiere. Er erziele dabei keinen Verdienst. C._ sei Patentinhaberin der E._ und
Hauseigentümerin. Sie wohne im K._, komme aber regelmässig, sicher zweimal im
A.d.
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Monat, in den Betrieb. Sie übernachte jeweils in L._, gelegentlich auch bei ihm. Die
E._ sei nicht mehrwertsteuerpflichtig, da die Umsätze zu niedrig seien. Er stehe in
keiner Beziehung zur G._ GmbH. Gesellschafter sei die H._ AG. Dort sei er
Geschäftsführer und Verwaltungsrat. Die Aktien gehörten alle C._. C._ sei seine
Geschäftspartnerin. In einem "Wahrnehmungsbericht" zur Befragung hielt ein
Mitarbeitender der EL-Durchführungsstelle gleichentags fest (Aktenbund I, EL-act. 47),
sie hätten den Eindruck gehabt, dass der Versicherte stets wohlüberlegte und präzise
Angaben gemacht und nicht versucht habe, sie "hinters Licht" zu führen. Die Aussagen
des Versicherten seien schlüssig und widerspruchsfrei. Weitere Abklärungen seien
nicht angezeigt. Am gleichen Tag teilte die EL-Durchführungsstelle dem Versicherten
mit (Aktenbund I, EL-act. 48), sie habe sich davon überzeugen können, dass er durch
seine Tätigkeit in der E._ keine EL-relevanten Einnahmen erziele. Auch bezüglich der
Wohnsituation (anrechenbarer Mietzins) werde der von ihm deklarierte Sachverhalt
nicht mehr in Frage gestellt. Nachdem sämtliche Zweifel zum Sachverhalt ausgeräumt
seien, seien keine weiteren Abklärungen vorgesehen.
Mit einer Verfügung vom 19. Dezember 2019 passte die EL-Durchführungsstelle
die Ergänzungsleistungen ab 1. Januar 2020 einer Erhöhung des Betrags für die
obligatorische Krankenpflegeversicherung auf Fr. 4'992.-- an (Aktenbund I, EL-act. 50).
Die Ergänzungsleistungen betrugen damit Fr. 2'011.-- monatlich. Am 20. Dezember
2019 teilte die EL-Durchführungsstelle dem Versicherten mit (Aktenbund I, EL-act. 43),
sie beabsichtige, die Einsprache (gemeint wohl: gegen die Verfügung vom 18. Februar
2019) gutzuheissen. Zur Begründung verwies sie auf eine Stellungnahme des
Fachbereichs vom 20. Dezember 2019. Der Fachbereich hatte darin festgehalten
(Aktenbund I, EL-act. 17-3), gemäss den Rentenakten habe sich der Versicherte am
12. September 2018 zum Bezug einer Altersrente der AHV angemeldet und die AHV-
Rentenverfügung sei am 5. Dezember 2018 erlassen worden. Gemäss Art. 22 Abs. 1
der Verordnung über die Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und
Invalidenversicherung (ELV, SR 831.301) beginne der Anspruch auf
Ergänzungsleistungen mit dem Monat der Anmeldung für eine Altersrente der AHV,
sofern die Anmeldung für die Ergänzungsleistungen innert sechs Monaten seit der
Zustellung der Verfügung über eine AHV-Rente eingereicht werde. Diese Frist sei
eingehalten worden, weshalb ab dem 1. September 2018 ein Anspruch auf
A.e.
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Ergänzungsleistungen bestehe. Im Weiteren gab sie an, praxisgemäss werde die
angefochtene Verfügung durch eine korrigierte Verfügung ersetzt. Die korrigierte
Verfügung werde ihre Wirkung auch ab dem 1. Januar 2020 entfalten. Um das aktuelle
Vermögen zu berücksichtigen, bitte sie den Versicherten um die Zustellung eines
Kontoauszugs per 31. Dezember 2019 und bei einer erheblichen Abnahme des
Vermögens seit der AHV-Rentennachzahlung vom Dezember 2018 von Fr. 71'370.--
um die Einreichung von Nachweisen zum Vermögensrückgang. Der Versicherte reichte
am 3. Januar 2020 einen Saldoausweis der Bank B._ per 31. Dezember 2019 sowie
einen Bankkontoauszug mit drei Kontobewegungen im Dezember 2018 ein
(Aktenbund I, EL-act. 39-42). Demnach hatte der Saldo am 31. Dezember 2019
Fr. 3'377.18 betragen. Am 13. Dezember 2018 war eine Gutschrift der Ausgleichskasse
M._ von Fr. 71'370.--, am 17. Dezember 2018 war eine Zahlung an die G._ GmbH
von Fr. 50'000.-- und am 24. Dezember 2018 war eine Zahlung an C._ von
Fr. 20'000.-- erfolgt. Der Versicherte gab an, dass er Schulden zurückbezahlt habe. Die
EL-Durchführungsstelle bat den Versicherten am 22. Januar 2020 um die Zustellung
von Unterlagen zum Grund der beiden Zahlungen (Aktenbund I, EL-act. 38). Am
20. Februar 2020 erinnerte sie ihn unter Hinweis auf Art. 43 Abs. 3 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) an die
Zustellung der benötigten Belege. Sie hielt fest, dass sie bei Nichteinreichen der
Unterlagen davon ausgehe, dass er noch Eigentümer der Gesellschafter-Anteile der
G._ GmbH und der investierte Betrag als vorhandenes Vermögen anzurechnen sei,
und dass die Zahlung an C._ ohne hinreichend bewiesene Rechtspflicht erfolgt und
somit als Verzicht im Sinne des Art. 11 Abs. 1 lit. g des Bundesgesetzes über die
Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (in der bis
31. Dezember 2020 gültig gewesenen Fassung, ELG, SR 831.30) zu werten sei. Der
Versicherte reichte keine Unterlagen ein.
Mit einer Verfügung vom 13. März 2020 ersetzte die EL-Durchführungsstelle die
angefochtene Verfügung vom 18. Februar 2019 (Aktenbund I, EL-act. 34). Sie sprach
dem Versicherten rückwirkend ab 1. September 2018 folgende Ergänzungsleistungen
zu: Ab 1. September 2018 bis 31. Dezember 2018 Fr. 1'984.-- monatlich, ab 1. Januar
2019 bis 31. Dezember 2019 Fr. 1'724.-- monatlich und ab 1. Januar 2020 Fr. 1'795.--
monatlich. Daraus resultierten eine Nachzahlung von Fr. 6'328.-- und eine
A.f.
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Rückforderung von Fr. 4'020.--, also eine Nettonachzahlung von Fr. 2'308.--. In der EL-
Anspruchsberechnung berücksichtigte sie für die Zeit ab 1. September 2018 bis
31. Dezember 2018 als anerkannte Ausgaben einen Betrag für die obligatorische
Krankenpflegeversicherung von Fr. 4'824.--, den Maximalbetrag für den Mietzins von
Fr. 13'200.-- und einen Betrag für den allgemeinen Lebensbedarf von Fr. 19'290.--
sowie als anrechenbare Einnahme die AHV-Altersrente von Fr. 13'512.--. Das
Vermögen befand sich mit Fr. 1'193.-- unter der Freibetragsgrenze von Fr. 37'500.--.
Für die Zeit ab 1. Januar 2019 bis 31. Dezember 2019 berücksichtigte sie als
anerkannte Ausgaben einen Betrag für die obligatorische Krankenpflegeversicherung
von Fr. 4'920.--, den Maximalbetrag für den Mietzins von Fr. 13'200.-- und einen
Betrag für den allgemeinen Lebensbedarf von Fr. 19'290.-- sowie als anrechenbare
Einnahmen die AHV-Altersrente von Fr. 13'512.--, ein verzehrbares Vermögen von
Fr. 33'693.--, das sich aus einem Sparguthaben von Fr. 1'193.--, der Position "übriges
Vermögen, G._ GmbH" von Fr. 50'000.--, einem Vermögensverzicht von Fr. 20'000.--
und dem Freibetrag von Fr. 37'500.-- zusammensetzte, wovon ein Zehntel, also
Fr. 3'369.--, angerechnet wurde, und einen Ertrag aus Vermögensverzicht von Fr. 8.--.
Für die Zeit ab 1. Januar 2020 berücksichtigte sie als anerkannte Ausgaben einen
Betrag für die obligatorische Krankenpflegeversicherung von Fr. 4'992.--, den
Maximalbetrag für den Mietzins von Fr. 13'200.-- und einen Betrag für den allgemeinen
Lebensbedarf von Fr. 19'450.-- sowie als anrechenbare Einnahmen die AHV-
Altersrente von Fr. 13'512.--, ein verzehrbares Vermögen von Fr. 25'877.--, das sich
aus einem Sparguthaben von Fr. 3'377.--, der Position "übriges Vermögen, G._
GmbH" von Fr. 50'000.--, einem Vermögensverzicht von Fr. 10'000.-- und dem
Freibetrag von Fr. 37'500.-- zusammensetzte, wovon ein Zehntel, also Fr. 2'587.--,
angerechnet wurde, und einen Ertrag aus Vermögensverzicht von Fr. 4.--. Zur
Begründung gab die EL-Durchführungsstelle an, der Grund für die Korrektur des
Anspruchsbeginns sei ihm am 20. Dezember 2019 bereits mitgeteilt worden. Trotz
Aufforderung habe er keine Belege zum Grund der Zahlungen von Fr. 50'000.-- und
Fr. 20'000.-- eingereicht. Sie gehe davon aus, dass die erste Zahlung als
Vermögensanlage zu betrachten sei und die zweite Zahlung einen Verzicht darstelle.
Verzichtsvermögen werde im Folgejahr unverändert und anschliessend jährlich um
Fr. 10'000.-- reduziert angerechnet (Art. 17a ELV in der bis 31. Dezember 2020 gültig
gewesenen Fassung, aELV).
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Der Versicherte erhob am 25. April 2020 eine Einsprache gegen die Verfügung
vom 13. März 2020 (Aktenbund I, EL-act. 25). Er beantragte, die Verfügung sei
bezüglich der Feststellung von Vermögen zu korrigieren. Es sei unzutreffend, dass er
an der G._ GmbH beteiligt sei. Es sei ebenfalls unzutreffend, dass er mit der Zahlung
an C._ auf Vermögen verzichtet habe. Die Zahlungen seien zur Tilgung von Schulden
erfolgt. Er reichte eine Bescheinigung der G._ GmbH vom 23. März 2020 ein. Darin
wurde bescheinigt, dass die Zahlung am 17. Dezember 2018 von Fr. 50'000.-- der
Rückzahlung von Schulden gedient habe. Der Versicherte machte geltend, bei diesem
Sachverhalt erübrige sich eine Abklärung bezüglich der Zahlung an C._, da die
Freigrenze für das Vermögen nicht erreicht sei. Sollte dies nicht zutreffen, bitte er um
Mitteilung, dann liefere er den Beweis nach. Im Weiteren beantragte er die direkte
Vergütung der Prämienpauschale für die obligatorische Krankenpflegeversicherung ab
1. September 2018 bis 31. Dezember 2018.
A.g.
Am 29. Mai 2020 bat die EL-Durchführungsstelle den Versicherten um die Angabe,
wer die Bescheinigung vom 23. März 2020 unterzeichnet habe, sowie um die
Einreichung von Unterlagen zur Schuld gegenüber der G._ GmbH (z.B.
Überweisungen, nachweislich übernommene Rechnungen) und gegenüber C._. Sie
hielt fest, weder im EL-Gesuch noch in den Steuerveranlagungen 2016 und 2017 seien
Privatschulden aufgeführt. In Bezug auf den Antrag der direkten Auszahlung der
Pauschale für die obligatorische Krankenpflegeversicherung an den Versicherten gab
sie an, gestützt auf Art. 21a ELG sei sie verpflichtet, diese direkt dem
Krankenversicherer auszuzahlen (Aktenbund I, EL-act. 21). Der Versicherte teilte am
18. Juni 2020 mit (Aktenbund I, EL-act. 19), das am 13. März 2020 (recte: 25. April
2020) zugestellte, von der im Handelsregister eingetragenen Geschäftsführerin der
G._ GmbH unterzeichnete Dokument bestätige unzweideutig, dass die Zahlung von
Fr. 50'000.-- zur Rückzahlung von Schulden erfolgt sei. Zu beachten sei, dass er erst
nach den erwähnten Zahlungen ein EL-Gesuch gestellt habe. Es wäre folglich falsch
gewesen, diese Schulden im Gesuch zu erwähnen. Die Steuerveranlagungen 2016 und
2017 seien von den Behörden nach Ermessen vorgenommen worden. Dem Steueramt
und auch dem Betreibungsamt D._ sei bekannt, dass er seit Jahren Schulden im
sechsstelligen Bereich habe. Diese Tatsachen seien bedeutungslos gewesen, da er
kein Vermögen gehabt habe, von welchem die Schulden abzuziehen gewesen wären.
A.h.
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Bei diesem Sachverhalt erübrigten sich weitere Abklärungen bezüglich der Zahlung an
C._. Schon in der Einsprache habe er um Mitteilung gebeten, falls er sich in diesem
Punkt irre. Eine solche Mitteilung sei nicht erfolgt. Er gehe deshalb davon aus, dass
dies korrekt sei. Die EL-Durchführungsstelle bat den Versicherten am 24. Juni 2020 um
die Angabe des Namens der Person, die die Bescheinigung unterzeichnet habe, und
um die Einreichung von Belegen der erhaltenen Zahlungen durch die G._ GmbH
(Aktenbund I, EL-act. 18). Der Versicherte wiederholte am 10. Juli 2020 (Aktenbund I,
EL-act. 17), dass die Bescheinigung durch die im Handelsregister eingetragene
Geschäftsführerin der G._ GmbH unterzeichnet worden sei. Diese Bescheinigung sei
ein rechtsgültiges Dokument, welches rechtsgenüglich bestätige, dass seine Zahlung
von Fr. 50'000.-- zur Rückzahlung von Schulden erfolgt sei. Diese Schulden seien
durch ein gewährtes Darlehen entstanden, welches mit dem Empfang der AHV-
Nachzahlung zur Rückzahlung fällig geworden sei. Die Zahlungen seien stets indirekt in
bar erfolgt. Er habe damit seinerzeit seinen Lebensunterhalt bestritten. Abklärungen der
EL-Durchführungsstelle am 19. August 2020/3. September 2020 beim zuständigen
Krankenversicherer ergaben, dass der Betrag von Fr. 1'608.-- für die
Prämienverbilligung der Monate September 2018 bis Dezember 2018 an den
Verlustschein für die Prämien dieser Periode gebucht worden waren (Aktenbund I, EL-
act. 10, 12).
Mit einem Entscheid vom 9. September 2020 wies die EL-Durchführungsstelle die
Einsprache ab (Aktenbund I, EL-act. 7). Zur Begründung gab sie im Wesentlichen an,
gemäss dem Handelsregisterauszug sei die H._ AG die einzige Gesellschafterin der
G._ GmbH. Alleiniges Verwaltungsratsmitglied der H._ AG sei der Versicherte.
C._ sei Alleinaktionärin der H._ AG und alleinige Geschäftsführerin der G._
GmbH. Der Versicherte sei weder am Vermögen der H._ AG noch der G._ GmbH
berechtigt. Dem Versicherten seien deshalb die Fr. 50'000.-- zu Unrecht als noch
vorhandenes Vermögen angerechnet worden. Zu prüfen sei, ob diese Zahlung auf einer
rechtlichen Verpflichtung beruht habe und gegen eine adäquate Gegenleistung erfolgt
sei. Die Bescheinigung vom 23. März 2020 sei erst nach dem Erlass der angefochtenen
Verfügung vom 13. März 2020 ausgestellt worden. Zudem sei sie von C._
unterzeichnet worden, die den Versicherten schon lange kenne, mit ihm
zusammenarbeite und von ihm als seine Geschäftspartnerin bezeichnet worden sei.
A.i.
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B.
Angesichts dieses Vertrauensverhältnisses könne dieser Bescheinigung keine
ausschlaggebende Beweiskraft zukommen. Weitere Unterlagen, welche den Abschluss
eines Darlehensvertrags zwischen dem Versicherten und der G._ GmbH belegen
würden, lägen nicht vor. Damit sei es dem Versicherten nicht gelungen, eine der an die
G._ GmbH geleisteten Zahlung zugrundeliegende Rechtspflicht nachzuweisen. Der
Versicherte trage die Folgen der Beweislosigkeit, weshalb ihm die Fr. 50'000.-- als
Vermögensverzicht anzurechnen seien. Hinsichtlich der Zahlung von Fr. 20'000.-- an
C._ sei festzuhalten, soweit der Versicherte die Ansicht zu vertreten scheine, er
könne das Einreichen von Belegen von einer Bedingung abhängig mache, sei er darauf
hinzuweisen, dass ihn bei der Sachverhaltsabklärung eine Mitwirkungspflicht treffe
(Art. 28 Abs. 2 ATSG). Es liege nicht an ihm zu entscheiden, welche Beweise die EL-
Durchführungsstelle zu erheben habe. Die EL-Durchführungsstelle habe ihn mehrfach
aufgefordert, entsprechende Belege einzureichen. Auch habe sie ein Mahn- und
Bedenkzeitverfahren gemäss Art. 43 Abs. 3 ATSG durchgeführt. Dennoch habe er
keine Belege eingereicht. Der Versicherte trage die Beweislast dafür, dass er die
Zahlung an C._ in Erfüllung einer rechtlichen Pflicht und gegen eine adäquate
Gegenleistung geleistet habe. Weder das eine noch das andere vermöge der
Versicherte zu belegen. Es sei deshalb davon auszugehen, dass die Zahlung ohne
Rechtspflicht erfolgt sei. Dem Versicherten seien die Fr. 20'000.-- sowie einen darauf
entfallenden hypothetischen Ertrag zu Recht als Verzichtsvermögen angerechnet
worden. Die Beschwerdegegnerin berücksichtigte in der EL-Anspruchsberechnung ab
1. Januar 2019 bis 31. Dezember 2019 einen Vermögensverzicht von Fr. 70'000.-- und
ab 1. Januar 2020 von Fr. 60'000.-- (vgl. die Berechnungsblätter, Aktenbund I, EL-
act. 3-5). Im Weiteren führte sie aus, hinsichtlich des Antrags, die auf den Zeitraum
vom 1. September 2018 bis 31. Dezember 2018 entfallenden Prämienpauschalen für
die obligatorische Krankenpflegeversicherung seien direkt dem Versicherten
auszuzahlen, sei festzuhalten, dass der Krankenversicherer diesen Betrag an die
offenen Prämienschulden des Versicherten angerechnet habe. Für eine allfällige
Rückerstattung an den Versicherten bleibe kein Raum.
Der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) liess am 9. Oktober 2020 eine
Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom 9. September 2020 erheben (act.
B.a.
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G 1). Sein Rechtsvertreter beantragte die Aufhebung des angefochtenen
Einspracheentscheids und die Zusprache der folgenden Ergänzungsleistungen: Für
den Zeitraum ab 1. Januar 2019 bis 31. Dezember 2019 Fr. 1'595.-- monatlich (exkl.
Prämienpauschale Krankenversicherung) und für den Zeitraum ab 1. Januar 2020
Fr. 1'660.-- monatlich (exkl. Prämienpauschale Krankenversicherung). Im Weiteren
beantragte er die Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung. Zur
Begründung machte er im Wesentlichen geltend, der Beschwerdeführer habe nach
dem Schreiben vom 17. Dezember 2019, laut dem sämtliche Zweifel zum Sachverhalt
ausgeräumt gewesen seien, der weiteren Korrespondenz keine Beachtung mehr
geschenkt. Die Fragen zum Sachverhalt seien ja geklärt gewesen. "Dies abgesehen
davon", dass sich die Frage nach einem fairen und nach Treu und Glauben
durchgeführten Verfahren stelle. Es gehe nicht an, im Nachgang das Verfahren wieder
aufzunehmen und neue Unterlagen einzufordern. Der Verein N._ betreibe die E._
und habe das Lokal gemäss einem Mietvertrag vom 6. Juli 2014 (act. G 1.2.3) gemietet.
Im Jahr 2018 habe der Beschwerdeführer über kein Einkommen verfügt. Er habe
deshalb vom Verein mindestens teilweise dessen Einnahmen bezogen, weshalb der
Verein gegenüber der Vermieterin G._ GmbH Schuldner geworden sein. Diese
Minderzahlungen des Vereins müssten in der Buchhaltung der G._ GmbH
ausgewiesen sein. In der Folge habe der Beschwerdeführer unmittelbar nach dem
Erhalt der Nachzahlung der AHV-Altersrente die wohl mit der Buchhaltung
übereinstimmende Darlehensrückzahlung von Fr. 50'000.-- geleistet. Die
Bescheinigung der G._ GmbH vom 23. März 2020 habe also ihre Richtigkeit. Im
Zusammenhang mit der Auszahlung der Fr. 20'000.-- an C._ habe es seine
Bewandtnis, dass der Beschwerdeführer auch im Jahr 2017 ohne Einkommen gewesen
sei. Seitens des Betreibungsamts D._ seien im Verlauf des Jahres 2017 denn auch
eine grosse Anzahl an Verlustscheinen ausgestellt worden und es sei nicht einmal zu
einer Pfändung gekommen (vgl. zwei Pfändungsurkunden als Verlustscheine vom
9. Januar 2017 und 21. November 2017, act. G 1.2.4). Zur Bestreitung seines
Lebensunterhalts sei der Beschwerdeführer von seiner Geschäftspartnerin C._
unterstützt worden. Die Zahlung sei somit die teilweise Rückzahlung der seitens von
C._ für den Beschwerdeführer geleisteten Beiträge gewesen. Der Beschwerdeführer
sei seiner Mitwirkungspflicht nachgekommen, denn er habe den Beweis dafür offeriert,
dass es sich bei der Zahlung der Fr. 20'000.-- um eine Schuldentilgung gehandelt
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habe. Wären die Beweise angefordert worden, hätte er diese vorgelegt. Von der
Verweigerung der Beweisabnahme könne nicht darauf geschlossen werden, der
Beschwerdeführer verfüge nicht über die entsprechenden Belege. Dem
Beschwerdeführer sei das Recht auf Beweis verweigert worden, weshalb die
angefochtene Verfügung (recte: der angefochtene Einspracheentscheid) schon aus
diesem Grund aufzuheben sei. Die Beschwerde sei aber auch deshalb gutzuheissen,
da mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt sei, dass es
sich bei den beiden Zahlungen um Schuldentilgungen gehandelt habe. Kein Thema
seien die noch Gegenstand des Einspracheverfahrens gewesenen
Auseinandersetzungen darüber, ob noch Krankenkassenprämienanteile zur Auszahlung
zu bringen seien. Ebenso kein Thema seien die seitens der EL-Durchführungsstelle
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) zur Auszahlung gebrachten Ergänzungsleistungen
für das Jahr 2018, da bezüglich dieser kein Vermögensverzehr berücksichtigt worden
sei.
Die Beschwerdegegnerin beantragte am 18. November 2020 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 5). Zur Begründung machte sie im Wesentlichen geltend, das
Schreiben vom 17. Dezember 2019 habe die Abklärungen zum allfälligen Einkommen
und zur Wohnsituation und nicht zum Vermögen betroffen. Der Beschwerdeführer habe
nicht davon ausgehen dürfen, dass keine weiteren Abklärungen zu anderen
Sachverhalten vorgenommen würden. Der Beschwerdeführer sei seiner
Mitwirkungspflicht nur teilweise und verzögert nachgekommen. Er habe sich damit
begnügt, erst auf entsprechende Abklärungen und Nachfragen hin seine Darstellungen
zu belegen, nachträglich die Bescheinigung vom 23. März 2020 ausstellen zu lassen
oder das Einreichen von angeforderten Belegen von einer Bedingung abhängig zu
machen. Die im Beschwerdeverfahren eingereichten Unterlagen brächten keinen
Beweis für die Rechtspflicht der Zahlungen von Fr. 50'000.-- an die G._ GmbH und
von Fr. 20'000.-- an C._. Hätten seine Einnahmen und sein Vermögen für die
Bestreitung des Lebensunterhalts nicht ausgereicht, hätte er seinen Anspruch auf die
AHV-Altersrente früher geltend gemacht.
B.b.
Die Verfahrensleitung des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen bewilligte
am 24. November 2020 das Gesuch um die unentgeltliche Rechtsverbeiständung für
das Beschwerdeverfahren (act. G 6).
B.c.
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Mit einer Replik vom 11. Januar 2021 liess der Beschwerdeführer an seinen
Anträgen festhalten (act. G 8). Sein Rechtsvertreter machte im Wesentlichen geltend,
der Beschwerdeführer habe nicht über ein Einkommen und Vermögen verfügt,
andernfalls wäre pfändbares Einkommen oder Vermögen vorhanden gewesen. Die
Bescheinigung vom 23. März 2020 sei richtig. Der Beschwerdegegnerin entgehe
offenbar, dass Darlehensgewährungen auch mündlich erfolgen könnten.
B.d.
Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 26. Januar 2021 auf eine Duplik (act.
G 10).
B.e.
Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen bat die Beschwerdegegnerin am
8. September 2021 um die Einreichung der AHV-Rentenakten des Beschwerdeführers
(act. G 12). Diese gingen am 16. September 2021 ein (act. G 13). Der Rechtsvertreter
des Beschwerdeführers ersuchte am 21. September 2021 um Akteneinsicht, die ihm
am Folgetag gewährt wurde (act. G 15, 16). Am 11. Oktober 2021 machte er geltend
(act. G 17), die AHV-Rentenakten bestätigten, dass der Beschwerdeführer ab
1. September 2013 bis zur Auszahlung der Rentennachzahlung über kein Einkommen
verfügt habe (AHV-Rentenakten-act. 12). Andernfalls müssten Einträge im individuellen
Konto des Beschwerdeführers bestehen. Er habe seinen Lebensunterhalt also
anderweitig finanzieren müssen, was mit den geltend gemachten
Darlehensgewährungen erfolgt sei.
B.f.
Am 3. Dezember 2021 reichte der Rechtsvertreter eine Honorarnote im Betrag von
Fr. 2'821.65 (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) ein (act. G 20). Die
Beschwerdegegnerin bat das Versicherungsgericht am 13. Dezember 2021, bei der
Prüfung der eingereichten Honorarnote die Praxisänderung des Versicherungsgerichts
vom Mai 2021 betreffend den Ansatz der pauschalen Parteientschädigung in einem
durchschnittlich aufwendigen Fall zu berücksichtigen (act. G 22). Der Rechtsvertreter
brachte am 22. Dezember 2021 vor, die eingereichte Honorarnote erreiche den
durchschnittlichen Ansatz von Fr. 3'500.-- nicht und entspreche dem effektiv
angefallenen Aufwand. Die beantragten Entschädigungen seien daher ohne weiteres
zuzusprechen (act. G 24).
B.g.
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Erwägungen
1.
Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer mit einer Verfügung vom
18. Februar 2019 Ergänzungsleistungen ab 1. Januar 2019 zugesprochen. Gegen diese
Verfügung hat der Beschwerdeführer eine Einsprache erhoben. Mit einer Verfügung
vom 19. Juni 2019 hat die Beschwerdegegnerin den Anspruch auf
Ergänzungsleistungen ab 1. Januar 2019 neu festgesetzt. Letztere Verfügung kann nur
als vorsorgliche Massnahmenverfügung interpretiert werden, denn die
Beschwerdegegnerin hat angegeben, Anpassungen aufgrund des pendenten
Rechtsmittelverfahrens blieben vorbehalten. Sie hat den Anspruch auf
Ergänzungsleistungen somit vorsorglich, das heisst bis zum Abschluss des
Einspracheverfahrens angepasst. Mit dem Abschluss des Einspracheverfahrens (Erlass
der Verfügung vom 13. März 2020) ist die vorsorgliche Massnahmenverfügung vom
19. Juni 2019 dahingefallen. Damit hat keine formell rechtskräftige, "definitive"
Verfügung bestanden, die dem Erlass der Verfügung vom 13. März 2020, mit der dem
Beschwerdeführer Ergänzungsleistungen ab 1. September 2018 zugesprochen worden
sind, entgegengestanden hätte. Die Beschwerdegegnerin hat die Verfügung vom
13. März 2020 im angefochtenen Einspracheentscheid vom 9. September 2020
deshalb zu Recht ausschliesslich auf deren materielle Rechtmässigkeit hin geprüft.
2.
Die Beschwerde richtet sich gegen die Anrechnung eines hypothetischen Vermögens
("Vermögensverzicht") im Einspracheentscheid vom 9. September 2020 von
Fr. 70'000.-- ab 1. Januar 2019 bis 31. Dezember 2019 und von Fr. 60'000.-- ab
1. Januar 2020 sowie (implizit) gegen die damit zusammenhängende Anrechnung eines
hypothetischen Vermögensertrags ("Ertrag aus Vermögensverzicht") von Fr. 8.-- ab
1. Januar 2019 bis 31. Dezember 2019 und von Fr. 4.-- ab 1. Januar 2020. Der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat festgehalten, die seitens der
Beschwerdegegnerin zur Auszahlung gebrachten Ergänzungsleistungen für das Jahr
2018 seien "kein Thema", da bezüglich dieser kein Vermögensverzehr berücksichtigt
worden sei. Dem angefochtenen Einspracheentscheid liegt eine erstmalige Anmeldung
zum Bezug von Ergänzungsleistungen zugrunde, weshalb alle Berechnungspositionen
auf ihre Rechtmässigkeit hin zu überprüfen sind, um dem Untersuchungsgrundsatz und
dem Prinzip der Rechtsanwendung von Amtes Rechnung zu tragen. Zu
berücksichtigen ist ausserdem, dass dieses Beschwerdeverfahren die Überprüfung der
Rechtmässigkeit des Einspracheentscheids vom 9. September 2020 bezweckt,
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weshalb sein Gegenstand jenem des Einspracheverfahrens entsprechen muss. Im
angefochtenen Einspracheentscheid hat die Beschwerdegegnerin die Rechtmässigkeit
der Verfügung vom 13. März 2020 überprüft. Da die Verfügung vom 13. März 2020 und
damit auch der Einspracheentscheid vom 9. September 2020 ein Rechtsverhältnis
regeln, nämlich den Anspruch des Beschwerdeführers auf Ergänzungsleistungen ab
dem 1. September 2018, ist die gerichtliche Überprüfungsbefugnis nicht in dem Sinne
eingeschränkt, dass unbestritten gebliebene Bezugszeiten von der Beurteilung
ausgeklammert blieben (vgl. BGE 131 V 164, 125 V 413). Im Folgenden ist deshalb zu
prüfen, ob der Beschwerdeführer ab dem 1. September 2018 Anspruch auf
Ergänzungsleistungen hat. Festzuhalten bleibt, dass die Beschwerdegegnerin den
Zeitpunkt des Anspruchsbeginns zu Recht auf den 1. September 2018 gelegt hat. Der
Beschwerdeführer hat sich nämlich am 11. September 2018 für den Bezug einer
Altersrente der AHV angemeldet und mit einer Verfügung vom 5. Dezember 2018 hat
ihm die Ausgleichskasse M._ eine Altersrente zugesprochen (AHV-Rentenaktenact.
12, 18). Im Dezember 2018/Januar 2019 hat er sich zum Bezug von
Ergänzungsleistungen angemeldet (Aktenbund I, EL-act. 110). Diese Anmeldung ist
also innert sechs Monaten seit der Zustellung der Verfügung vom 5. Dezember 2018
erfolgt, weshalb gemäss Art. 22 Abs. 1 ELV der Anspruch auf Ergänzungsleistungen
mit dem Monat der Anmeldung für die Altersrente beginnt, vorliegend also am
1. September 2018.
3.
Die Beschwerdegegnerin hat sich im Einspracheentscheid vom 9. September 2020 mit
dem Antrag des Beschwerdeführers betreffend die direkte Vergütung der
Prämienpauschale für die obligatorische Krankenpflegeversicherung ab 1. September
2018 bis 31. Dezember 2018 befasst. Dieser Antrag hat sich auf den Vollzug der mit
der Verfügung vom 13. März 2020 zugesprochenen Ergänzungsleistungen bezogen.
Gemäss Art. 21a ELG ist der Betrag für die obligatorische Krankenpflegeversicherung
direkt dem Krankenversicherer auszuzahlen. Für eine Auszahlung an den
Beschwerdeführer hat damit unabhängig davon, dass der zuständige
Krankenversicherer den entsprechenden Betrag an den Verlustschein für die Prämien
dieser Periode angerechnet hat, kein Raum bestanden. Die Beschwerdegegnerin hat
diesen Antrag im Ergebnis damit zu Recht abgewiesen.
4.
Die jährliche Ergänzungsleistung entspricht dem Betrag, um den die anerkannten
Ausgaben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 9 Abs. 1 ELG in der bis
4.1.
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31. Dezember 2020 gültig gewesenen Fassung, aELG). Die anerkannten Ausgaben und
die anrechenbaren Einnahmen, worin in bestimmtem Umfang auch das Vermögen
einbezogen ist, werden nach den in Art. 10 und 11 aELG sowie den in Art. 11 bis 18
aELV festgelegten Bestimmungen ermittelt.
Bei Altersrentnern wird ein Zehntel des Reinvermögens, soweit es bei
alleinstehenden Personen Fr. 37'500.-- übersteigt, als Einnahme angerechnet (Art. 11
Abs. 1 lit. c aELG). Angerechnet werden auch Vermögenswerte, auf die verzichtet
worden ist (Art. 11 Abs. 1 lit. g aELG). Ein Verzicht auf Vermögenswerte liegt vor, wenn
ein EL-Ansprecher ohne rechtliche Verpflichtung oder ohne adäquate Gegenleistung
auf Vermögen verzichtet (BGE 146 V 308, E. 2.3.1).
4.2.
Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat geltend gemacht, die Zahlungen
von Fr. 50'000.-- an die G._ GmbH und von Fr. 20'000.-- an C._ seien zur Tilgung
von Schulden erfolgt. Der Beschwerdeführer habe vom Verein N._ mindestens
teilweise dessen Einnahmen bezogen, weshalb der Verein gegenüber der Vermieterin
der E._, die G._ GmbH, Schuldner geworden sei. Diese Minderzahlungen müssten
in der Buchhaltung der G._ GmbH ausgewiesen sein. Mit der Zahlung von
Fr. 50'000.-- habe der Beschwerdeführer ein (mündlich gewährtes) Darlehen
zurückbezahlt. Die Zahlung von Fr. 20'000.-- an C._ sei erfolgt, weil C._ den
Beschwerdeführer zur Bestreitung seines Lebensunterhalts unterstützt habe. Als Beleg
zum Beweis einer Schuldentilgung hat der Beschwerdeführer die von C._ in ihrer
Funktion als Geschäftsführerin der G._ GmbH unterzeichnete Bescheinigung vom
23. März 2020, dass die Zahlung am 17. Dezember 2018 von Fr. 50'000.-- der
Rückzahlung von Schulden gedient habe, einen Mietvertrag vom 6. Juli 2014 zwischen
der G._ GmbH und dem N._ (bei letzterem dürfte es sich um einen anderen Verein
als beim Verein J._ gehandelt haben, dessen Vereinspräsident der Beschwerdeführer
im relevanten Zeitraum gewesen ist) und zwei Pfändungsurkunden als Verlustscheine
vom 9. Januar 2017 und 21. November 2017 eingereicht. Der Mietvertrag und die
Pfändungsurkunden vermögen keinen Beweis betreffend eine Darlehensgewährung
und/oder eine Schuldentilgung zu erbringen. Die Bescheinigung vom 23. März 2020
stellt lediglich ein Indiz dafür dar, dass die Zahlung von Fr. 50'000.-- an die G._
GmbH der Rückzahlung von Schulden gedient hat; sie vermag den Sachverhalt aber
nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu
belegen. Diese Bescheinigung ist nämlich erst nachträglich im Rahmen der Einsprache
gegen die Verfügung vom 13. März 2020 ausgestellt worden. Sie sagt auch nichts
darüber aus, wann und in welcher Höhe dem Beschwerdeführer ein Darlehen gewährt
worden sein soll. Wie der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers vorgebracht hat,
4.3.
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müsste eine früher bestandene Schuld des Vereins J._ bei der G._ GmbH aus der
Buchführung der G._ GmbH ersichtlich sein. Auch C._ könnte über relevante
Informationen zum abzuklärenden Sachverhalt verfügen. Die Beschwerdegegnerin hat
jedoch gar nicht versucht, den Sachverhalt mit allen ihr zur Verfügung stehenden
Beweismitteln umfassend abzuklären. Sie hat sich vielmehr darauf beschränkt, den
Beschwerdeführer zur Einreichung von Unterlagen, die das Bestehen einer Schuld
belegen könnten, aufzufordern (Schreiben vom 22. Januar 2020, 20. Februar 2020,
29. Mai 2020 und 24. Juni 2020, Aktenbund I, EL-act. 18, 21, 37, 38). Der
Untersuchungsgrundsatz (Art. 43 Abs. 1 ATSG) verpflichtet die Beschwerdegegnerin
jedoch, die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen selber vorzunehmen und zwar
so lange, bis dieser mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
feststeht respektive bis eine materielle Beweislosigkeit besteht (vgl. Ueli Kieser,
Kommentar ATSG, 4. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2020, Art. 43 N 17). Der
Untersuchungsgrundsatz geht der Mitwirkungspflicht der versicherten Person bei der
Sachverhaltsabklärung vor (Kieser, a.a.O., Art. 28 N 13 und 19). Die
Beschwerdegegnerin hätte also versuchen müssen, den rechtserheblichen Sachverhalt
auf andere Weise abzuklären, wenn der Beschwerdeführer keine Unterlagen einreicht,
die den von ihm dargelegten Sachverhalt mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit belegen. Insbesondere hat sie kein Mahn- und Bedenkzeitverfahren
(Art. 43 Abs. 3 ATSG) durchführen dürfen, solange sie nicht versucht hat, den
relevanten Sachverhalt anderweitig abzuklären. Die vom Bundesgericht in einem jüngst
ergangenen Urteil vertretene Auffassung, laut der das Versicherungsgericht des
Kantons St. Gallen in einem Entscheid vom 1. Juni 2021 "überzogene Anforderungen
an die Untersuchungspflicht" gestellt habe, weil das Versicherungsgericht die Sache zu
weiteren Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen hatte, obwohl die
Beschwerdeführerin auf mehrmaliges Nachfragen der Beschwerdegegnerin keine
Belege betreffend einen behaupteten Kauf von Möbeln eingereicht hatte (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 22. Oktober 2021, 9C_377/2021, E. 5.3, und den aufgehobenen
Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 1. Juni 2021, EL
2019/61, E. 5.4), reduziert im Ergebnis die Untersuchungspflicht des
Versicherungsträgers zumindest in den Fällen, in denen es naheliegt, dass die
versicherte Person Beweise betreffend einen von ihr behaupteten Sachverhalt vorlegen
kann, auf die Pflicht, die versicherte Person aufzufordern, ihre Mitwirkungspflicht zu
erfüllen. Diese Auffassung widerspricht aber dem klaren Wortlaut von Art. 43 Abs. 1
ATSG, der den Versicherungsträger eindeutig verpflichtet, die notwendigen
Abklärungen von Amtes wegen vorzunehmen. Indem sich die Beschwerdegegnerin in
der vorliegend zu beurteilenden Streitsache darauf beschränkt hat, vom
Beschwerdeführer Nachweise betreffend die von ihm geltend gemachte
© Kanton St.Gallen 2022 Seite 18/20
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5.
Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat gerügt, es gehe nicht an, dass die
Beschwerdegegnerin nach ihrer Mitteilung vom 17. Dezember 2019, wonach die
Fragen zum Sachverhalt geklärt seien, weitere Sachverhaltsabklärungen vorgenommen
habe. Es stelle sich die Frage nach einem fairen und nach Treu und Glauben
durchgeführten Verfahren. Soweit er damit eine Verletzung von Art. 6 der Konvention
zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) und Art. 5
Abs. 3 der Bundesverfassung (BV, SR 101) hat geltend machen wollen, ist festzuhalten,
dass die Beschwerdegegnerin verpflichtet ist, den rechtserheblichen Sachverhalt
umfassend abzuklären (Art. 43 Abs. 1 ATSG). Sind zur Beurteilung des Anspruchs auf
Ergänzungsleistungen weitere Abklärungen notwendig gewesen, ist die
Beschwerdegegnerin verpflichtet gewesenen, diese vorzunehmen. Ein Verstoss gegen
das Recht auf ein faires Verfahren oder gegen die Pflicht, nach Treu und Glauben zu
handeln, ist darin nicht zu erblicken. Soweit der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers damit eine Verletzung von Art. 9 BV in dem Sinne, dass sich die
Beschwerdegegnerin nicht an eine unrichtige behördliche Auskunft gehalten habe, hat
geltend machen wollen, ist festzuhalten, dass eine Berufung auf den Vertrauensschutz
Schuldentilgung zu verlangen, obwohl es naheliegend gewesen wäre, den Sachverhalt
bei Nichteinreichen von überzeugenden Beweismitteln auf andere Weise, insbesondere
bei den vom Beschwerdeführer als Gläubiger bezeichneten Dritten, abzuklären, hat die
Beschwerdegegnerin den Untersuchungsgrundsatz (Art. 43 Abs. 1 ATSG) verletzt. Die
Sache ist deshalb zu weiteren Abklärungen an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen. Die weiteren Beweiserhebungen könnten etwa darin bestehen, bei der
G._ GmbH Auskünfte darüber einzuholen, ob und gegebenenfalls wann und in
welcher Höhe sie dem Beschwerdeführer ein Darlehen gewährt hat, und sie um die
Einreichung von entsprechenden Belegen aufzufordern. Im Weiteren könnte C._ als
Zeugin einvernommen werden. Erst anschliessend kann beurteilt werden, ob dem
Beschwerdeführer ein hypothetisches Vermögen anzurechnen ist.
Als Einnahmen werden auch hypothetische Einkünfte aus Vermögen, auf welches
verzichtet worden ist, angerechnet (vgl. Art. 11 Abs. 1 lit. g aELG). Ob und
gegebenenfalls wie hoch die hypothetischen Erträge aus dem hypothetischen
Vermögen sind, kann erst ermittelt werden, wenn feststeht, ob ein hypothetisches
Vermögen anzurechnen ist.
4.4.
In Bezug auf die weiteren Berechnungspositionen ergeben sich keine Hinweise
darauf, dass die angerechneten Beträge falsch sein könnten.
4.5.
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bereits deshalb entfällt, weil der Beschwerdeführer gestützt auf sein Vertrauen keine
Dispositionen getätigt hat (vgl. dazu und zu den weiteren Voraussetzungen der
unrichtigen behördlichen Auskunft als Anwendungsfall des Vertrauensschutzes BGE
143 V 103, E. 3.6.2; 137 II 193, E. 3.6.2; Ulrich Häfelin/Georg Müller/Felix Uhlmann,
Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. Auflage, Zürich/St. Gallen 2020, N 668 ff.).
6.
Die Beschwerde ist demnach teilweise gutzuheissen und die Sache ist zur
Weiterführung des Verwaltungsverfahrens im Sinne der Erwägungen an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
7.