Decision ID: 6e0d9fc9-e4ef-4945-af14-331f76d04766
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1960, arbeitete ab Juni 2001 als Maurer bei der Bauunternehmung
Y._
AG
und war über diese bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch
unfallversi
chert
(
Urk.
12/1).
Am
1.
Dezember 2010 erlitt er einen Arbeitsunfall, als er mit einer Propangas-Flasche in der Hand auf vereistem Untergrund stürzte
. Dabei ver
letzte er sich an der rechten Schulter (
Rotatorenmanschetten
-Ruptur), an den Knien und am linken Handgelenk (
Urk.
12/1
, vgl. auch
Urk.
12/22
).
Die SUVA
erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung, Taggeld).
Bereits am 1
0.
August 2001 (Autounfall), am 1
1.
Februar 2002 (Sturz unter ein Schalungselemen
t) und am 1
7.
Dezember 2004 (Stu
rz von einem 2 1⁄2 m hohen Betonelement rückwärts auf die Füsse)
hatte
X._
Unfälle erlitten. Diese führten u.a. zu Verletzungen an den beiden Knien und am Rücken. Die Arbeitsfähigkeit wurde dadu
rch
bis zum Ereignis vom
1.
Dezember 2010
jedoch
nicht längerfristig beeinträchtigt
(
Urk.
12/241 S. 7 ff.)
.
1.2
Mit
Verfügung vom 1
4.
August 2012 sprach die SUVA
X._
für die verbliebene Beeinträchtigung aus dem Unfall vom
1.
Dezember 2010 mit Wirkung ab
1.
April 2012 eine Invalidenrente basierend auf einer Erwerbsunfä
higkeit von 23
%
zu. Einen Anspruch auf eine Integritätsentschädigung ver
neinte sie (
Urk.
12/208).
Auf die dagegen erhobene Einsprache hin
(
Urk.
12/2/5)
holte sie
das Gutachten vo
n
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für O
rthopädische Chirur
gie
und Traumatologie des Bewegungsapparates
,
vom 2
8.
April 2014 ein (
Urk.
12
/287)
. Mit
Einspracheentscheid
vom
8.
September 2014 änderte sie die angefochtene Verfügung dahingehe
nd ab, als sie
eine Invalidenrente auf der Basis einer Erwerbsunfähigkeit von 35
%
sowie eine Integritätsentschädigung auf der Basis einer Einbusse von 15
%
zusprach (
Urk.
2).
2.
Hierauf
liess
X._
am
6.
Oktober 2014 Beschwerde erheben und die Zusprechung einer Invalidenrente basierend auf einer Erwerbsunfähigkeit von 63
%
, eventualiter die Einholung ein
e
s
gerichtlichen Obergutachtens und
subeventualiter
die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur weiteren Abklärung beantragen (
Urk.
1 S. 2). Die SUVA schloss in der
Beschwerde
antwort
vom 1
0.
Dezember 2014 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
11)
, wovon dem Beschwerdeführer am 1
5.
Dezember 2014 Kenntnis gegeben wurde (
Urk.
13).
3.
Mit Verfügung vom 2
1.
Januar 2014 verneinte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, einen Rentenanspruch des Versicherten. Gegen jene Verfügung erhob der Beschwerdeführer am 2
4.
Februar 2014 ebenfalls Beschwerde beim hiesigen Gericht (Prozess IV.2014.00227), über welche mit Urteil vom heutigen Tag entschieden wurde.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Streitig und zu prüfen ist die Festlegung des Rentenanspruchs. De
n
Entscheid über die Integritätsentschädigung hat der Beschwerdeführer nicht angefochten. Dieser ist somit in Rechtskraft erwachsen.
2.
2.1
Ist die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindestens 10
%
invalid, so hat sie gemäss
Art.
18
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung
(
UVG
)
Anspruch auf eine Invalidenrente. Invalidität ist die voraussichtlich blei
bende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversi
cherungsrechts
[ATSG]). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss
Art.
16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und all
fälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnt
e (sog. Invalideneinkom
men
)
, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(sog.
Valideneinkommen
)
.
Der Rentenanspruch entsteht nach
Art.
19
Abs.
1 UVG, wenn von der Fort
setzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheits
zustandes der versicherten Person mehr erwartet
werden kann und allfällige Ein
gliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind, wobei mit dem Rentenbeginn die Heilbehandlung und
die Taggeldleistungen dahin
fallen.
2.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversic
herers gemäss UVG setzt
voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher
sowie
ein adäquater
Kausalzusamm
enhang besteht. Ursachen im Sin
ne des natürlichen K
ausalzusammenhangs sind alle Um
stände, ohne deren Vorhandensein der eing
etretene Erfolg nicht als einge
treten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit einge
treten gedacht werden kann. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als
adäquate Ursache eines Erfolges
zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge
und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeiz
uführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
2.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes bzw. Gutachtens ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Be
lange umfassend ist, auf allsei
tigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begrü
ndet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1,
125 V 351 E. 3a).
3
.
Die SUVA stützte sich im angefochtenen
Einspracheentscheid
auf das Gutachten von
Dr.
Z._
vom 2
8.
April 201
4.
Dementsprechend anerkannte sie als Folge des Unfallereignisses vom
1.
Dezember 2010 die Einschränkungen an der rech
ten Schulter. Als nicht unfallbedingt erachtete sie die Beschwerden an den Knien sowie im Rücken.
Eine Arbeitsfähigkeit für die bisherige Tätigkeit als Maur
er verneinte sie. Hingegen befand
sie den Beschwerdeführer für eine leidensangepasste Tätigkeit als voll arbeitsfähig. Der darauf gestützt
Einkom
mensvergleich
ergab eine Erwerbseinbusse von 3
5
%
(
Urk.
2
; vgl. auch
Urk.
11
).
Demgegenüber hält der Beschwerdeführer
die SUVA nicht nur für die Ein
schränkungen an der rechten Schulter
, sondern auch für die Knie- und
Rücken
beschwerden
für leistungspflichtig.
Er geht von einer verbliebenen Arbeitsfä
higkeit
in einer leid
ensangepassten Tätigkeit von 65
%
aus und errechnet gestützt darauf
einen In
validitätsgrad von
mindestens
42
%
(
Urk.
1).
4
.
Dr.
Z._
diagnostizierte im Gutachten vom 2
8.
April 2014
(
Urk.
12/287) neben den anamnestisch erhobenen psychiatrischen Leiden (leichte bis mittelgradig depressive Symptomatologie und eine chronische Schmerzstörung mit somati
schen Faktoren) in somatischer Hinsicht
eine
trikompartimental
e
, lateral und
femoropatellar
betonte Gonarthrose
am rechten und linken Knie
, ein
lumbo
spondylogenes
Syndrom bei Diskushernien L2/3 und L3/4, eine
traumatische
Ruptur der
Supraspinatus
- und
Subscapularissehne
sowie ein Sehnenscheiden- und volares Handgelenksganglion links (
S. 20).
Bei der Beurteilung der Kausalität der einzelnen Gesundheitsschäden nahm
Dr.
Z._
auf alle drei (bei der SUVA versicherten) Unfälle Bezug. Er
führte aus,
der Beschwerdeführer habe sich anlässlich des Verkehrsunfalls vom 1
0.
August 2001 eine Kontusion des rechten Knies zugezogen. Damals sei dieses Knie durch eine degenerativ bedingte Meniskusläsion vorgeschädigt gewesen. Aufgrund des Verlaufs sei lediglich möglich, aber nicht wahrscheinlich, dass das Ereignis vom 1
0.
August 2001 zu einer richtungsgebenden Verschlimmerung der
vorbeste
henden
krankhaften Veränderungen am rechten
Knie geführt habe. Vielmehr hätten
die A
nlagestörung der Beinachse und des
femoropatellaren
Gleitlagers die nun nachweisbare Arthrose schicks
alhaft entstehen lassen (
S.
21
23).
Das
vorgeschädigte
linke Knie sei durch die Unfälle vom 1
0.
August 2001 und vom
1.
Dezember 2010
jeweils
durch
Kontusion
en
traumatisiert worden. Beide Male werde jedoch kein Verdrehen oder forciertes Biegen beschrieben, welche eindeutige Hinweise dafür liefern würde, dass es zu einer Gewalteinwirkung gekommen sei, die zu einer Schädigung der
artikulären
Strukturen hätte
führen können. Auch das linke Knie sei aufgrund degenerativer Veränderungen im Zeitpunkt der Unfälle vorgeschädigt gewesen. Diese beiden Ereignisse hätten lediglich zu einer zeitweisen, höchstens sechs Monate dauernden
Ver
schlimmerung geführt (
Urk.
12
/287 S. 24 f.).
Dr.
Z._
äusserte die Ansicht, dass unabhängig von der Kausalität der
beidseitigen
Kniebeschwerden
aufgrund der bestehenden Schä
digungen keine Tätigkeiten
mehr zumutbar seien, welche rein stehend oder gehend, mit Zwangshaltungen, mit Treppen
-, Leitern- oder Gerüst
steigen oder mit mehr als
manchmaligem
Hebe
n und Tragen von Lasten von über
10 kg verbunden seien. Ansonsten würden die Kniebeschwerden zu keiner weiteren Einschränkung führen. Für leidensangepasste Tätigkeiten bestehe mithin ein
e volle Arbeitsfähigkeit (
S. 23 und 25).
Im Weiteren legte der Gutachter dar, als
der Beschwerdeführer
am 1
1.
Oktober
2002
gestürzt
sei, habe er sich eine Fraktur der Querfortsätze des
2.
u
nd
3.
Lendenwirbels zugezogen. Dabei sei es aber zu keiner Schädigung der
osteo
discoligamentären
Strukturen, des Rückenmarkes, der Nervenwurzel oder des Nierengewebes gekommen. Bildgebend seien die Querfortsatzfrakturen nach sechs Monaten nicht mehr nachweisbar gewesen. Die danach fortbesteh
enden Beschwerden könnten demnach
nicht mehr auf den Unfall vom 1
1.
Oktober
2002 zurückgeführt werden.
Das Ereignis vom 1
7.
Dezember 2004, als der Beschwerdeführer aus einer Höhe von 2,5 m auf die Füsse gestürzt sei, sei an und für sich geeignet, Verletzungen an der Wirbelsäule zu verursachen. In einem solchen Fall trete die Symptomatologie mit ausstrahlenden Schmerzen sofort auf. Der Verlauf im Falle des Beschwerdeführers lasse aber eine eindeu
tige Korrelation zum Ereignis vermissen, so dass die Schädi
gungen an den Bandscheiben BWK 4/5 und LWK 2/3/4 nur in einem möglichen Zusammen
hang mit diesem Unfallereignis stünden. Unabhängig von der Frage nach der
Kausalität seien dem Beschwerdeführer aufgrund der Schädigungen an der Wir
belsäule Tätigkeiten mit Zwangshaltungen, insbesondere mit vornüber gebeug
tem Körper, häufigem Bücken und regelmässigem Heben und Tragen von Lasten von mehr als 20 kg, nicht zumutbar. Leidensan
gepasste Tätigkeiten seien
voll
umfänglich möglich
(
S. 26).
Der Sturz
auf die rechte Schulter
vom
1.
Dezember 2010 habe zu einer Rup
tur der
Rotatorenmanschette
unter Einbezug der
Supraspinatus
-
und
Subscapula
rissehne
geführt. Als Vorschaden habe eine Arthrose des AC-Gelenks bestanden. Es sei davon auszugehen, dass dieser Unfall
zu
eine
r
richtungsgebende
n
Ver
schlim
merung des
Vorzustands geführt habe. Aufgrund der Schädigungen in der rechten, dominanten Schulter
seien dem Beschwerdeführer Tätigkeiten über der Brusthöhe bzw. Tätigkeiten unter der Brusthöhe, sofern sie
unabgestützt
, ausgreifend, ruckartig, hochrepetitiv oder mit Heben von Lasten ohne anliegen
dem Arm über 2 kg oder mit Heben von Lasten mit anliegendem Arm über 15
kg auszuführen seien, nicht mehr zumutbar. Arbe
iten, welche keine
derar
tige
n Verrichtungen erforderten
, könnten bei voller Leistungsf
ähigkeit aus
geübt wer
den (
S.
27-
28).
Beim Unfall vom
1.
Dezember 2010 habe sich der Beschwerdeführer die linke Hand verl
etzt. Zu einer relevanten Schädigung
sei e
s dabei nicht gekommen, wobei nicht
auszuschlie
ssen sei, dass die Ve
rletzung zu einer
vorübergehenden, höchstens sechs Monate dauernden Verschlechterung
geführt habe.
Das vor
handene
Ganglion sei krankhafter Natur. Eine Einschränkung der Arbeitsfähig
keit von Seiten der linken Hand bes
tehe nicht (
S. 29).
5
.
5.1
Das Gutachten von
Dr.
Z._
erfüllt die Kriterien
, die rechtsprechungsgemäss an ein beweiskräftiges Gutachte
n gestellt werden (vgl. E. 2.3
)
. Der Beschwerde
führer weist richtig darauf hin, dass die SUVA nach den Unfällen vom 1
0.
August 2001, 1
1.
Oktober
2002 und 1
7.
Dezember 2004 die Kausalität der
Knie- und Rückenbeschwerden gestützt auf die damaligen Beurteilungen ihrer Kreisärzte anerkannt hatte (
Urk.
1 S. 6
;
vgl.
Urk.
12/241
S. 7 f.
). In
sofern besteht ein Widerspruch, was jedoch ohne Relevanz ist. Denn nach diesen Unfällen trat jeweils keine längerfristige Arbeitsunfähigkeit ein. Der neuerliche Unfall vom
1.
Dezember 2010 hat sodann zu keiner richtungsgebenden Verschlimmerung der Knie- und Rückenbeschwerden geführt. In
diesem Punkt sind sich die
Ärzte, soweit sie sich dazu äussern
,
einig (
Bericht SUVA-Arzt
Dr.
med.
A._
, Fach
arzt für Chirurgie, vom 2
2.
Februar 2012,
Urk.
12/161 S.
21; Berichte SUVA-Arzt
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, vom 1
1.
November 2011,
Urk.
12/107 S. 11 ff., und vom
1
2.
August 2013,
Urk.
12/241 S.
20).
5.2
Letztlich erweist sich die Frage, ob die Knie- und Rückenbeschwerden (noch) als unfallkausal zu werten sind, nicht als
entscheidrelevant
.
Dr.
Z._
attestierte dem Beschwerdeführer auch unter Berücksichtigung dieser Beschwerden eine volle Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit (
Urk.
12/
2
8
7 S. 23, 25, 26, 28 und 2
9). Zu diesem Ergebnis kamen auch
die Ärzte der Rehaklinik
C._
, welche den Beschwerdeführer im Rahmen seines dortigen stationären Aufenthalts vom 3
0.
August bis 2
7.
September 2011 eingehenden Leistungstests unterzogen
hatten
(
Urk.
12/83).
Auch der SUVA-Ar
zt
Dr.
A._
und die RAD-Ärztin med.
pract
.
D._
, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie, schloss
en
gestützt auf eigene Untersuchungen auf eine volle Arbeits
fähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit (Bericht
e 2
2.
Februar 2012,
Urk.
12/161 S. 21, und
vom 1
8.
Dezember 2012,
Urk.
12/270). Lediglich
der behandelnde
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Rheumatologie, äusserte die Ansicht, dass die Arbeitsfähigkeit etwa 60 bis 70
%
betrage (
vgl.
Urk. 8/15/5-9, im Prozess
IV.2014.00227
). Indessen
berücksichtigte er
auch
die
chronische
Gichtarthritis und
die
Meralgia
parästhetica
. Dabei han
delt es
unbestritten
ermassen
um
unfallfremde Leiden
. Diese haben
im Rahmen der unfallversicherungsrechtlichen Beurteil
ung ausser Acht zu bleiben
,
weshalb
seine Einschätzung das Gutachten von
Dr.
Z._
von vornhe
rein nicht in Zweifel zu ziehen vermag.
Dies gilt umso mehr, als
Dr.
E._
am
6.
Juni 2013 selbst für leichte Tätigkeiten eine Vermittelbarkeit nicht mehr als gegeben erachtete (Urk. 12/249/7), ohne dass er seine vom Vorbericht abweichende Beurteilung begründet hätte.
6.
6.1
Nach dem Gesagten ist aus somatischer Sicht von einer vollen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit auszugehen.
Im Rahmen des invaliden
versicherungsrechtlichen Verfahr
ens wurde der Beschwerdeführer
am 1
8.
Dezember 2012
vom RAD-Arzt
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, exploriert. Dieser diagnostizierte eine Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion gemischt (ICD-10 F43.22) und eine chroni
sche Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41). Attestiert wurde eine Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit von 20
%
(Bericht vom
2
2.
Januar
201
3
,
Urk.
12/270). Dieser Bericht erging in Kenntnis des psych
osomatischen Konsiliums der Reha
klinik
C._
, in welchem eine leichte bis mittelschwere depressive Episode (ICD-10 F32.0
) und eine
Somati
sierungs
tendenz
aufgrund psychosozialer Belastungen
(ICD-10 F45.1
) festge
stellt w
o
rde
n war
. Eine arbeitsrelev
ante Leistungsverminderung wurde damals
verneint (
Urk.
12/81).
6.2
Zur Unfallkausalität der von ihm festgestellten psychischen Störung äusse
rte sich
Dr.
F._
nicht. Da
s war
im Rahmen
des
invalidenversicherungsrechtli
chen
Verfahrens
auch nicht nötig, da f
ür die Invalidenversicher
ung als finale Versicherung
nicht entscheidend
ist
, worauf eine invalidisierende
Gesundhei
ts
schädigung
zurückzuführen ist.
Wie es sich hinsichtlich der (natürlichen) Unfallkausalität verhält, kann offen bleiben. Denn selbst bei deren Bejahung wäre der adäquate Kausalzusammenhang - wie sich aus den nachfolgenden Erwägungen
(E. 7)
ergibt - zu verneinen, womit eine Leistungspflicht der SUVA für die psychischen Beschwerden entfällt.
Von diesem Ergebnis gehen offenbar auch die Parteien aus. Jedenfalls wurde nichts Gegenteiliges geltend gemacht.
7.
7.1
P
sychische Beeinträchtigungen gelten nach
der Rechtsprechung des Bundesge
richts nur bei schweren Unfällen in der Regel als deren adäquate Folge. Banale Unfälle (z.B. geringfügiges Anschlagen des Kopfes oder Übertreten des Fusses) oder leichte Unfälle (z
.B. gewöhnlicher Sturz oder Aus
rutschen) sind hingegen in der Regel nicht geeignet, einen invalidisierenden psychischen
Gesun
dheits
schaden
zu verursachen. Ist ein Unfall als mittelschwer einzustufen, lässt sich die Frage der Adäquanz nicht aufgrund des Un
falls allein schlüssig zu beant
worten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder
als direkte beziehungsweise in
direkte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwü
rdigung einzubeziehen. Als wich
tigste Kriterien nennt die Rechtsprechung b
esonders dramatische Begleitum
stände oder besondere Eindrücklichkeit des
Unfalls, die Schwere oder beson
dere Art der erlittenen Verletzunge
n, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eig
nung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen, ung
ewöhnlich lange Dauer der ärzt
lichen Behandlung, körperliche Dauerschmerzen, ärztliche
Fehlbehand
lung
, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert, schwieriger
Heilungs
verlauf
und erhebliche Komplikationen, Grad und
Dauer der physisch bedingten Ar
bei
tsunfähigkeit (BGE 115 V 140 E
.
6c/
aa
).
7.2
Der
Sturz
vom
1.
Dezember 2010
infolge Ausrutschen auf verreistem Unter
grund ist
mit Blick auf die einschlägige höchstgerichtliche Rechtsprechung
als leichter Unfall zu werten (
Bundesgerichtsurteile
8C_454/2014 vom
2.
September 2014 E. 6.3,
8C_275/2008
vom
2.
Dezember 2008 E. 3.2 und
U 487/
20
06
vom
1
1.
September 2007
E. 5.2.2
),
so dass die Adäquanz ohne Weiteres zu verneinen
ist.
Will
man ausnahmsweise trotz der
Qualifikation des Ereignisses als leicht eine Adäquanzbeurteilung nach den für mittelschwere U
nfälle geltenden Grundsätzen prüfen
(
vgl. dazu
RKUV 1998 Nr. U 297 S. 243 E. 3b, U 16/97)
, ändert
dies nichts am Ergebnis. Die Adäquanz wäre
demzufolge zu bejahen, wenn ein einzelnes der massgebenden Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist oder wenn die Kriterien insgesamt in gehäufter oder auffallen
der Weise vorliege
n (BGE 115 V 133 E. 6c/
bb
).
Bei der Prüfung der einzelnen Kriterien sind einzig die organischen Unfallfolgen zu berücksichtigen
.
Der Unfall vom
1.
Dezember 2010 weist weder eine besondere Eindrücklichkeit auf
,
noch war er mit besonders dramatischen Begleitumständen verbunden. Bei der erlittenen
Rotatorenmanschettenruptur
sowie den Kontusionen an den Knien und am Handgelenk handelt es sich nicht um Verletzungen, die aufgrund ihrer Art oder Schwere erfahrungsgemäss besonders geeignet sind, psychische Fehlentwicklungen auszulösen.
Das Kriterium des Grades und der Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit bezieht sich nicht allein auf das Leistungsvermögen im angestammten Beruf (RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 [U
56/00]; Bundesgerichtsurteil 8C_738/2011 vom
3.
Februar 2012 E. 7.3.6). Da der Beschwerdeführer
aufgrund der unfallbedingten Beschwerden - worunter die im Bericht der Reha Klinik
C._
genannte, eine weitere Arbeitsun
fähigkeit begründende Arthritis im oberen Sprunggelenk (vgl.
Urk.
12/83 S. 4 oben und S. 6
lit
. F) offensichtlich nicht zu begreifen ist -
spätestens im September 2011 in einer leidensangepassten Tätigkeit wieder voll arbeitsfähig war
(
Urk.
12/83)
, ist dieses Kriterium nicht erfüllt.
E
ine ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung
ist
zu verneinen
; d
ie operative Rekonstruktion der rechten Schulter
erfolgte
bereits
im Januar 2011
und war
erfolgreich (
Urk.
12
/23-24,
Urk.
12/287
S. 27). Die Akten enthalten keinerlei Hinweise auf eine ärztliche
Fehlbehand
lung
.
Ein schwieriger
H
eilungsverlauf oder erheblich
e
Komplikationen
bestan
den nicht. Hingegen kann das Kriterium der
Dauer
beschwerden
bejaht werden.
Nach Lage der Akten sind die
geklagten
Beschwerden jedoch zu einem weit überwiegenden Anteil nicht somatisch erk
lärbar
beziehungsweise einer gewis
sen Symptomausweitung zuzuschreiben
(
Urk.
12/83 S. 7,
Urk.
12/124/3,
Urk.
12/270
/9
,
Urk.
12/287 S. 20 f.
)
. Deshalb kann
nicht von einer besonderen Ausprägung dieses Merkmals gesprochen werden, welche für sich allein genommen die Adäquanz zu begründen ver
möchte.
8.
8.1
Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der gesundheitsbedingten Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit.
Dabei ist, wie ausgeführt, von einer Arbeits
fähigkeit von 100
%
in einer leidensangepassten Tätigkeit auszugehen.
8.2
Im Rahmen des
richtigerweise für das Jahr 2012 (
Rentenbeginn
)
vorgenomme
nen E
inkommensvergleichs (vgl. E. 2.1
hiervor) ermittelte d
ie
Beschwerdegeg
nerin
gestützt auf
die
Angaben der
Y._
AG
(
Urk.
12/183)
ein
Valideneinkommen
von
Fr.
86‘710.-- (
Urk.
2,
Urk.
12/208). Dieses ist zu Recht unbestritten geblieben (
Urk.
1 S. 8).
8.3
8.3.1
Zur Berechnung des Invalideneinkommens ist
unbestrittenermassen
auf die
Tabel
lenlöhne
der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung 2010 (LSE) abzustel
len, gemäss welchen sich der Lohn (40-Stunden-Woche) für einfache und repe
titive Tätigkeiten für Män
ner im Jahr 2010 auf
Fr.
4‘901.--
belief (LSE Tabelle TA1 Total aller Wirtschaftszweige
Ziff.
1-93, Anforderungsniveau 4,
Männer).
U
nter Berücksichtigung
der durchschnittlichen Arbeitszeit von 41
.
7
Stunden im massgebenden Jahr 2012 (vgl. Die Volkswirtschaft 3/4-2015 S.
88 Tabelle B9.2) und der Nominallohnentwicklung für Männer (vgl. Die Volkswirtschaft 3/4-2015 S. 89 Tabelle B10.3
:
Index 2150 auf Index 2188) resultiert ein mögli
ches Einkommen von
Fr.
62‘395
.--
(
Fr.
4‘901
.--
/ 40 x 41.7 x 12
/ 2150 x 2188).
Davon ist ein leidensbedingter Abzug vorzunehmen. Die SUVA gewährte einen solchen von 10
%
(
Urk.
2 S.
8
). Der Beschwerdeführer fordert einen Abzug von 20
%
(
Urk.
1 S. 8).
8.3.2
D
er Abzug hat nicht automatisch, sondern dann zu erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann. Rechtsprechungsgemäss ist zu berücksichtigen, dass gesund
heitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetz
baren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen, insbesondere wenn sie in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwerarbeit verrichtet habe
n (BGE 129 V 472 E. 4.2.3
). Bei der Bestimmung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ist nicht in der Weise vorzugehen, dass für jedes in Betracht fallende Merkmal separat eine Reduktion vorgenommen wird, weil damit Wechselwirkungen aus
geblendet würden. Vielmehr ist der Einfluss aller Merkmale auf das
Invaliden
einkommen
(leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationali
tät/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad) unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen. Dabei ist der Abzug auf insgesamt höchstens 25% zu begrenzen (
BGE 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc
).
Zu berücksichtigen ist, dass das kantonale
Versiche
rungsgericht
sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen darf und
diesfalls
Gegebenheiten darlegen muss, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 126 V 75 E. 6 mit Hinweisen). Ein Abweichen ist grundsätzlich nur bei Unangemessenheit möglich (BGE 137 V 71 =
Pra
2011 Nr. 91 E. 5.2).
8.3.3
Die SUVA anerkannte aufgrund der leidensbedingten Einschränkungen einen Abzug von 10
%
und stellte sich weiter auf den Standpunkt, die übrigen Krite
rien würden keinen höheren Abzug rechtfertigen (
Urk.
2 S. 8). Der dem Beschwerdeführer offenstehende Kreis von Verweistätigkeiten ist relativ klein. Dies gilt unabhängig davon, ob nur die Schulterbeschwerden
oder auch die weiteren
Beschwerden berücksichtigt werden.
Indessen vermag der Beschwer
deführer die Anforderungen, wie sie sich aus den gewöhnlichen betrieblichen Abläufen in einer leidensangepassten Tätigkeit
(etwa
Kontroll- und Überwa
chungstätigkeit)
ergeben, uneingeschränkt zu erfüllen. Vor diesem Hintergrund ist
ein Abzug
von 10
%
für die leidensbedingte Einschränkung nicht zu bean
standen. Sodan
n
ist der SUVA beizupflichten, dass die
weiteren zu be
rücksichti
genden Merkmale sich nicht we
se
ntlich auf den Lohn aus
wirken bzw.
sich gegensei
tig
kompensieren. Der Be
schwerdeführer war im Zeitpunkt des
Renten
beginns
am
1.
April 2012
52 Jahre alt und verfügt über die
Niederlassungs
be
willigung
C
(vgl.
Urk.
12/206)
. Beides fällt hin
sichtlich der Lohnhöhe positiv ins Gewicht (LSE
2010 S. 14;
Bundesgerichtsurteil U 11/
20
07 vom 2
7.
Februar 2008 E. 8.4).
D
ass das Alter die Stellensuche faktisch negativ beeinflussen kann, muss als invaliditätsfremder Faktor unberücksichtigt bleiben (
Bundesgerichtsurteil 8C_808/2013 vom 1
4.
Februar 2014 E. 7.3). Aus unfallversicherungsrechtlicher Hinsicht is
t dem Beschwerdeführer noch ein
Vollzeitpensum zumutbar, was sich vergleichsweise positiv auf die
Entlöhnung
auswirkt (
vgl. die nach dem Beschäftigungsgrad differenzierenden Tabellen T2* in der LSE
20
06 S. 16 und T6* in der LSE
20
04 S. 25)
. Umgekehrt verhält es sich hinsichtlich
der Dienst
jahre. Letzterem Aspekt kommt aber nur untergeordnete Bedeutung zu, da im privaten Sektor die Bedeutung der Dienstjahre abnimmt, je niedriger
das
Anfor
derungsprofil
ist (Bundesgerichtsurteil 9C_455/2013 vom
4.
Oktober 2013 E. 4.1 mit Hinweisen). In Anbetracht dieser Umstände
ist
i
m von der
Beschwerdegeg
nerin
gesamt
haft gewährten Abzug von 10
%
keine rechtsfehle
rhafte, insbeson
dere keine miss
bräuchliche Ermessensbestätigung zu erblicken
. Dementspre
chend ist von einem massgeblichen
Invalideneinkommen
von
Fr.
56‘156.-- (
Fr.
62‘395
.--
x 0.9) auszugehen.
8.4
Bei einem
Valideneinkommen
von
Fr.
86‘710.--
und einem
Invalideneinkom
men
von
Fr.
56‘156.-- resultiert ein Invaliditätsgrad von gerundet 35
%
(BGE 130 V 121). D
amit ist die mit
Einspracheentscheid
vom
8.
September 2014 zugesprochene Invalidenrente zu bestätigen, was zur Abweisung der Beschwerde führt.