Decision ID: b335bf49-6ff3-4109-821a-0f50afa05367
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1968, war als Maschinenführer/Anlageführer bei der
Y._
vom
1.
Februar 1989 bis
3
1.
Dezember 2012 angestellt; sein letzter effektiver Arbeitstag war der 1
0.
Juli 2011 (vgl.
Urk. 8/93). Am 11. November 2011 meldete er sich unter Hinweis auf gesundheitliche Probleme (Rü
cken, linkes Bein, linker Arm, Migräne) bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug (Berufliche Integration/Rente) an (Urk. 8/5).
Mit Verfügung
vom
1
9.
Juni 2012
verneinte die IV-Stelle den Anspruch auf eine Invalidenrente (Urk. 8/45). Die dagegen gerichtete Beschwerde vom 1
3.
August 2012 (Urk. 8/55/3-11) wies das hiesige Gericht mit Entscheid IV.2012.00784 vom
6.
November 2012 (Urk. 8/72) ab mit der Begründung, dass im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Ver
fügung die Wartezeit
gemäss
Art. 28 Abs. 1
lit
. b des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) noch am Laufen gewesen sei, womit noch kein Ren
tenanspruch habe entstehen können – und dies un
geachtet dessen, ob die umstrittene, aber zufolge Nichtablaufs der Wartefrist nicht zu untersuchende Arbeitsfähigkeit in einer lei
densangepassten Tätigkeit zutreffend beurteilt wor
den sei. Im Weiteren wies das Gericht darauf hin, dass es dem Versicherten unbe
nommen bleibe, wieder an die IV-Stelle zu gelangen, um nach Ablauf der War
tefrist die Frage eines allfälligen Rentenanspruchs neu prüfen zu lassen.
1.2
Der Versicherte meldete sich am 2
3.
November 2012 (Urk. 8/76) unter Hinweis auf gesundheitliche Probleme (Rü
cken, linkes Bein, linker Arm, Migräne sowie Depression) erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug (Berufliche Integra
tion/Rente) an. Diese zog medizinische Berichte (Urk. 8/78), Akten des Kran
ken
taggeldversicherers (Urk. 8/83),
erwerbliche
Unterlagen (Urk. 8/93) sowie einen Auszug aus dem individuel
len Konto (IK) bei (Urk. 8/110)
.
Nachdem die Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) mangels Kapazität der
Z._
nicht hatte durchgeführt werden können (vgl.
Urk. 8/105 ff.), gab die IV-Stelle eine polydisziplinäre (Allgemeine/Innere Medi
zin, Orthopädie, Neurologie/Psychiatrie) medizinische Untersuchung beim
A._
in Auftrag. Das Gutachten wurde am 1
9.
August 2014 erstattet (Urk. 8/140/2-2
6
).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 8/144 ff.) verfügte die IV
Stelle am 29. Dezember 2014 die Abweisun
g des Leistungsbegehrens (Urk. 8/166
).
1.3
Die gegen die Verfügung vom 2
9.
Dezember 2014 erhobene Beschwerde (Urk. 8/169) wurde mit Urteil des hiesigen Gerichts im Verfahren IV.2015.00121 vom 1
0.
Juli 2017 abgewiesen (
Urk.
8/238).
1.4
Noch während des laufenden Beschwerdeverfahrens hatte sich der
V
ersich
erte
am 1
7.
März 2016 (
Urk.
8/203) unter Hinweis auf eine Verschlechterung des Gesund
heitszustands erneut zum Leistungsbezug angemeldet.
Mit Vorbescheid vom 1
7.
Mai 2016 (
Urk.
8/205) entschied die IV-Stelle
,
auf das neue Leistungsbegeh
ren nicht einzutreten. Nach erfolgten Einwänden des
Versicherten
vom
9.
und 1
7.
Juni 2016 (
Urk.
8/209 und
Urk.
8/211) veranlasste die IV-Stelle ein poly
disziplinäres Gutachten bei der MEDAS
B._
(vgl.
Expertise vom
3.
März 2017; Urk.
8/232). Im Rahmen des neuen
Vorbescheidverfahrens
(
Urk.
8/241) machte der
Versicherte
eine weitere Verschlechterung seines Gesundheitszustan
ds geltend (
Urk.
8/247 und Urk.
8/254).
Daraufhin verneinte die IV-Stelle
nach
Beizug
weiterer medizinischer Unterlagen
mit Verfügung vom 2
2.
November 2018 einen Leistungsanspruch des
Versicher
ten
(
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der
Versicherte mit Eingabe vom 2
0.
Dezember 2018 (
Urk.
1) Beschwerde und beantragte,
es sei die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 2
2.
November 2018 aufzuheben und es seien dem Beschwerdeführer
gemäss
den nachfolgenden
Erwägungen sämtliche Leistungen nach IVG zu erbringen und insbesondere auch eine Rente der Invalidenversicherung auszurichten (1.), eventualiter sei die Verfügung vom 2
2.
November aufzuheben und die Sache zur weiteren Abklärung und Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin zurückzu
weisen (2.); unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich
MWSt
) zu Lasten der Beschwerdegegnerin. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte er die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung sowie die Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands (S. 2).
Mit Gerichtsverfügung vom
7.
Januar 2019 (
Urk.
5) wurde der Beschwerde
gegnerin die Beschwerde sowie dem Beschwerdeführer das Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit zugestellt, welches
dieser
am 25.
Fe
bruar 2019 unter Einreichung zusätzlicher
Unterlagen retournierte (
Urk.
9 bis 1
1).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
8.
Februar 2019 (
Urk.
7) die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 2
7.
Februar 2019 (
Urk.
13) zur Kenntnis gebracht wurde. Die mit Schreiben v
om 1
6.
Juli 2019 (
Urk.
14
)
und
20. Februar 2020 (
Urk.
17
)
eingereichten Arztberichte
des Beschwerdeführers
(
Urk.
15 und 18)
wurden der Beschwer
degegnerin zur Kenntnisnahme zugestellt (
Urk.
16 und 19).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den
Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts;
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3
der Verordnung
über die
Invalidenversicherung;
IVV), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hin
weis).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28
E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentli
chen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisions
rechtlichen Kontext unbeacht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.4
Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung ist von Amtes wegen zu prüfen, ob seit der ersten Rentenverfügung zwischenzeitlich eine erneute materielle Prüfung des Rentenanspruchs stattgefunden hat. War dies nicht der Fall, so ist auf die Entwicklung der Verhältnisse seit der ersten Ablehnungsverfügung abzustellen; wie im Revisionsverfahren bleiben allfällige, vorangehende
Nichteintretens
ver
fügungen
aufgrund des fehlenden Abklärungs- und bloss summarischen Begrün
dungsaufwandes der Verwaltung unbeachtlich. Erfolgte dagegen nach einer ersten Leistungsverweigerung eine erneute materielle Prüfung des geltend gemachten Rentenanspruchs und wurde dieser nach rechtskonformer Sachver
haltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
ver
gleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Aus
wir
kungen des Gesundheitszustands) abermals rechtskräftig verneint, muss sich die leistungsansprechende Person dieses Ergebnis – vorbehältlich der Recht
spre
chung zur Wiedererwägung oder prozessualen Revision (vgl. BGE 127 V 466 E.
2c mit Hinweisen) – bei einer weiteren Neuanmeldung entgegenhalten lassen (BGE
130 V 71 E. 3.2.3; vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.3 f.).
1.5
Ein Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG betrifft Änderungen in den persönlichen Verhältnissen der versicherten Person (BGE 133 V 454 E. 7.1). Dazu gehört namentlich der Gesundheitszustand. Dabei ist nicht die Diagnose massgebend, sondern in erster Linie der psychopathologische Befund und der Schweregrad der Symptomatik. Aus einer anderen Diagnose oder einer unter
schiedlichen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aus medizinischer Sicht allein kann somit nicht auf eine für den Invaliditätsgrad erhebliche Tatsachenänderung geschlossen werden (Urteil des Bundesgerichts 9C_602/2016 vom 1
4.
Dezember 2016 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen).
Das Hinzutreten einer neuen Diagnose stellt nicht per se einen Revisionsgrund dar, weil damit das quantitative Element der (erheblichen) Gesundheits
ver
schlechterung nicht zwingend ausgewiesen ist (BGE 141 V 9 E. 5.2 mit Hinwei
sen). Massgebend ist einzig, ob bzw. in welchem Ausmass – unabhängig von der Diagnose und
grundsätzlich unbesehen der Ätiologie – den medizinischen Akten eine Verschlechterung der Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit im relevanten Zeitraum entnommen werden kann (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_664/2017 vom 25. Januar 2018 E. 9 und 9C_799/2016 vom 2
1.
März 2017 E.
5.2.1 mit weiteren Hinweisen).
1.6
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.7
UV170510
Beweiswert eines Arztberichts
08.2018
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog in der
angefochtenen Verfügung vom 22.
November 2018 (
Urk.
2) zusammengefasst, dass sich gemäss ärztlichem Gut
achten der
MEDAS
B._
vom
3.
März 2017 der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit 2011 nur leicht verschlechtert habe. Diese Verschlechte
rung habe keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit. Dementsprechend erhöhe sich der Invaliditätsgrad dadurch nicht. Nach dem Ein
wand des Beschwerdeführers habe man weitere medizinische Unterlagen einge
holt und auch diese würden keine Veränderung in der medizinischen Beurteilung ergeben. Einzig könne das Belastbarkeitsprofil
folgendermassen
ergänzt werden:
Z
eitlich flexible Tätigkeiten ohne permanenten Zeit- und Termindruck, bei nur geringem Publikumsverkehr, ohne besondere Anforderungen an das
Umstel
lungs
- und Anpassungsvermögen in einer wohlwollenden und konfliktarmen Arbeitsatmosphäre (S. 2).
2.2
Dagegen wendet der Beschwerdeführer
mit Beschwerde vom 2
0.
Dezember 2018
(
Urk.
1) im Wesentlichen ein,
die Beschwerdegegnerin habe
mit Vorbescheid vom 2
9.
August 2017 mitgeteilt, sie beabsichtige
das Leistungsbegehren gestützt auf das Gutachten vom
3.
März 2017
erneut abzuweisen
. Zwischenzeitlich habe sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers jedoch weiter verschlechtert und er h
abe sich vom 12.
September bis
zum 25.
Oktober 2017 in stationäre psychia
trische Behandlung begeben
.
Die entsprechenden Untersuchungen
in der MEDAS
B._
hätten
zudem
bereits im November/Dezember 2016 stattgefunden, womit die bis März 2017 eingetretenen Veränderungen bzw. Verschlechterungen des Gesundheitszustandes nicht
hätten
berücksichtigt werden können.
Zum Zeitpunkt des Erlasses
der angefochtenen Verfügung
hätten die Untersuchungen sogar teil
weise mehr als zwei Jahre zurückgelegen, weshalb nur schon aus diesem Grund nicht darauf abgestellt werden könne
. Und selbst der RAD
-
Arzt sei offensichtlich zum Schluss gekommen, dass sich das Gutachten der MEDAS
B._
nur auf den Zeitraum bis November/Dezember 2016 beziehe und daher lediglich höchstens bis zu dieser Zeit aussagekräftig sei
(S. 7).
Seit der Begutachtung vom Novem
ber/Dezember 2016 habe sich eine Verschlechterung des physischen und psychi
schen Gesundheitszustands eingestellt. So sei unter anderem die Diagnose einer chronisch zunehmenden Verschlechterung im Rahmen eines Postpoliosyndrom
s
mit zunehmend auch den typischerweise bekannten non-motorischen Symp
tomen
(gemäss Diagnoseliste)
, eine rezidivierende depressive Störung, gegenwär
tig schwere Episode (F33.2) sowie eine mittelgradig kognitive Störung gestellt worden (S. 10).
Es sei unbestritten, dass der Beschwerdeführer in seiner bisherigen Tätigkeit als Maschinenführer und Mitarbeiter in der Schokoladenfabrik ab 2011 zu 100
%
arbeitsunfähig sei. Hingegen bestehe auch eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
in einer behinderungsangepassten Tätigkeit.
Dem Beschwerdeführer sei somit eine ganze Rente der Invalidenversicherung auszurichten
. Eventualiter sei die Sache zur weiteren Abklärung, insbesondere auch der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit an die Beschwerdegegnerin zurück zu weisen
(S. 13).
2.3
Strittig ist vorliegend der Rentenanspruch des Beschwerdeführers. Dabei ist zunächst zu prüfen, ob sich die aktuellen gesundheitlichen Verhältnisse ver
schlechtert haben.
Vergleichszeitpunkt für eine relevante Veränderung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers bildet die mit Urteil des hiesigen Gerichts vom 1
0.
Juli 2017 (
Urk.
8/238) geschützte rentenaufhebende Verfügung vom
29. Dezember 2014 (
Urk.
8/166).
Die IV-Stelle ging in der Verfügung vom 2
9.
Dezember 2014 gestützt auf das
A._
-Gutachten vom 1
9.
August 2014 (Urk. 8/140/2-27)
davon aus, dass der Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig
sei
, im Rahmen des Einkommensvergleichs ein Invaliditätsgrad von un
ter 40
%
resultiere
und d
aher kein Rentenanspruch bestehe
(
Urk.
8/166 S. 2).
Das hiesige Gericht stützte mit Urteil vom 1
0.
Juli 2017 diese Ansicht und hielt dazu fest, dem Beschwerdeführer sei in Anlehnung an das
A._
-Gutachten eine leidensangepasste Tätigkeit zu 100
%
zumutbar (
Urk.
8/238 S. 19).
3.
3.1
Die leistungsabweisende
angefochtene neue
Verfügung vom 2
2.
November 2018 (
Urk.
2) basiert
e
auf den folgenden medizinischen Unterlagen:
3.2
Im eing
eholten interdisziplinären
Gutachten der MEDAS
B._
vom 3.
März 2017 (Urk. (8/232/1-
8
3
, mit den
AF’s
, welche den Gutachtern vorliegen
) stellte
n
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH,
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Neurologie FMH,
beide zertifizierte medizinische Gutachter SIM -,
Dr.
med.
E._
, Fach
arzt für Allgemeine Innere Medizin FMH
und
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Neurologie
,
folgende Diagnosen mit
Rele
vanz für
die Arbeitsfähigkeit
(S. 25)
:
-
Folgen einer Poliomyelitis im Kindesalter auch im Sinne eines Postpol
i
o
syndroms mit vorrangiger Beteiligung des linken Beines mit Parese und Muskelatrophie des linken Beines distal betont auch mit Beinlängen
differenz und Hohlfusskomponente
-
Beginnende OSG-Arthrose rechts und
Tendinopathie
der
Peroneus
brevis
Sehne
-
Chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom ohne
radikuläre
Reiz
symptomatik
Zudem führ
t
en sie folgende Diagnosen ohne
Relevanz für
die Arbeitsfähigkeit auf (S. 25)
:
-
Zervikalgien
ohne radiologisches Korrelat
-
Knieschmerzen links ohne radiologisches Korrelat
-
Hüftschmerzen beidseits ohne radiologisches Korrelat
-
Leichtes
Restless
-
Legs
-Syndrom
-
Beginnende distal betonte Polyneuropathie bei bekanntem Diab
e
tes mel
litus Typ II
-
Episodische Migräne mit Aura
-
Diabetes mellitus Typ 2b, medikamentös therapiert
-
Arterielle Hypertonie, vor allem diastolisch ausgeprägt, medikamentös therapiert
-
Allergische Rhinitis, aktuell unter Desensibilisierungstherapie (anam
nestisch)
-
Benigne Prostatahypertrophie (anamnestisch)
-
Leichte depressive Episode F32.0
-
Sonstige Reaktion auf schwere Belastung F43.8
Zur Arbeitsfähigkeit
hielten die Gutachter fest,
a
ufgrund des Status nach Polio
myelitis mit entsprechender Atrophie und Kraftminderung des linken Beines seien Tätigkeiten mit langem Stehen und Gehen nicht geeignet. Idealerweise seien eher überwiegend sitzende, wechselbelastende Tätigkeiten sinnvoll. Körperlich über
anstrengende Tätigkeiten seien zu vermeiden. Das Heben und Tragen von schwe
ren Lasten über 15 kg sei beidseits nicht mehr zumutbar, wie auch Arbeiten mit monotoner Kopfhaltung und monotoner Rumpfhaltung sowie
rein gehende
und rein stehende Arbeiten. Das Begehen von Leitern und Gerüsten sowie Gehen auf unebenem Boden, wie auch Arbeiten in kauernder und kniender Haltung seien nicht mehr zumutbar. Eine reizdichte Umgebung (hohe Lichtintensität, Lärm und Geruchsbelastung) seien bei der Migräne ebenfalls eher ungeeignet (S. 25 f.).
Die Arbeitsfähigkeit betrage in der angestammten Tätigkeit als Linienführer in einer Schokoladenfabrik 0
%
, in einer Verweistätigkeit 100
%
vollschichtig im Rahmen des Zumutbarkeitsprofils (S. 26).
Retrospektiv betrachtet bestehe die Arbeitsunfähigkeit beim Beschwerdeführer seit 2011 und sei überwiegend organisch bedingt.
Hier eine Entscheidung zu treffen, ob und in welchem Grad psychische Faktoren
eine Rolle spiel
t
en, sei retrospektiv nicht möglich. Lediglich für die stationäre Behandlung vom 13. Januar bis zum 1
2.
Februar 2015 sei von einer vollen Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht auszugehen. Für die Zeit danach bestehe aus psychiatrischer Sicht möglicherweise noch für einen Monat eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit, danach wieder volle Arbeitsfähigkeit.
Entgegen der
G._
könne eine eigenständige, zur Arbeitsunfähigkeit führende
psychische Erkrankung heute nur schwer ausgemacht werden. Die möglicherweise
auch in der Vergangenheit statt
gefundenen schwere
re
n depressiven Episoden seien immer auch in Verbindung mit den organischen Einschränkungen des Beschwerdeführers gestanden.
Es müsse aber auch auf die mindestens aktuell feststellbaren Befundinkonsistenzen hin
gewiesen werden, welche
sie
als
aggravatorisches
Verhalten bewertet
en
, was die Angaben der scheinbaren kognitiven Störung betreffe,
wäre [diese]
schon als nicht authentische Symptompräsentation zu werten (S. 26).
Die Gutachter berücksichtigten
überdies gemäss BGE 141 V 281 bei der Gutach
tenerstellung die Standardindikatoren
(siehe S. 26-29).
3.3
Dr.
med.
H._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psyc
hotherapie F
MH, von der G._
hielt in ihrem Arztbericht vom
5.
Dezember 2017 (Urk. 8/253/3-8) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest
(S. 2)
:
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode (F33.2)
-
Postpoliosyndrom bei Status nach Poliomyelitis im
5.
Lebensjahr mit:
-
Schleichender zunehmender
Krafteinbusse linksseitig seit 2005
-
Schmerzen und rascher Ermüdung links bet
ont mit Generalisierungs
tendenz
-
Chronisches
lu
mbospondylogenes
Schmerzsyndrom
-
Diabetes mellitus Typ 2
-
Obstruktives Schlafapnoe-Syndrom
-
Migräne
Betreffend Behandlung erwähnte
Dr.
H._
den Erstkontakt in ihrer Institution im Oktober 2012 und die seit November 2012 regelmässige psychiatrische Behandlung durch sie (S. 2).
Zudem gab
sie
an, dass vom 1
3.
Januar bis 12.
Februar 2015 sowie vom 1
2.
September bis 2
5.
Oktober 2017
Hospitalisa
tionen
in der
G._
stattgefunden hätten
(S. 3).
Aktuell habe der Beschwerdeführer täglich starke Schmerzen im Bereich des linken Armes, des linken Beines, im Rücken und in beiden Hüften sowie ein Lähmungsgefühl der Beine mit Kribbelparästhesien. Der Beschwerdeführer zeige
ein
depressives Zustandsbild mit massiven Konzentrationsschwierigkeiten, redu
ziertem Antrieb, negativen Gedanken, Grübeln
,
eingeschränktem Affekt
und
ein
em
Gefühl von
«
Schwere im Kopf
»
.
Intermittierend habe er Suizidgedanken, zum Teil auch mit konkreten Handlungsabsichten (Kauf von Mäusegift), Isolation
,
zudem
Schlafstörungen.
Körperlicherseits
bestünden im Rahmen des Postpolio
syndroms massive Einschränkungen beim Gehen mit Einknicken der Kniegelenke trotz Orthese
und Gehstöcken, mit Gangunsicherheit und starkem Schwanken im Stehen und auch weiterhin noch wiederholten Stürzen in der letzten Zeit
(S. 3).
Seit Oktober 2012 bis auf weiteres bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Maschinenführer.
Aus psychiatrischer Sicht bestehe eine deutlich verminderte psychische und physische Belastbarkeit, welche sich nicht nur in Anforderungssituationen, sondern auch bei allen üblichen Alltagsaktivitäten zeige.
Deshalb
zeige sich auch in behinderungsangepasster Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (S.
4
f.).
3.4
Lic
. phil.
I._
, Fachleiterin der Neuropsychologie der
G._
, hielt in ihrem neuropsychologischen Untersuchungsbericht vom
6.
Februar 2018 (Urk. 8/269) als Diagnose eine mittelgradige kognitive Störung,
ätiologisch-pa
thogenetisch
wahrscheinlich multifaktoriell bedingt im Rahmen der rezidivieren
den depressiven Störung (F33.2), des Postpoliosyndroms, der Schmerzproblema
tik sowie des Schlafapnoe-Syndroms
fest
(S. 4).
Weiter beschrieb
lic
. phil.
I._
,
im Rahmen der Untersuchung hätten sich beim Beschwerdeführer deutliche Defizite in den Bereichen Aufmerksamkeit (Aufmerksamkeitsaktivierung, geteilte Aufmerksamkeit) und Exekutivfunktionen (verbale Ideenproduktion, Interferenzkontrolle) objektivieren lassen. Die selektive Aufmerksamkeit sowie die visuell-räumlichen Funktionen seien leicht einge
schränkt gewesen. Bei den Lern-
und Gedächtnisfunktionen habe sich die verbale Lern- und Abrufleistung als leicht beeinträchtigt erwiesen, das verbale Wiederer
kennen sei deutlich reduziert gewesen. Die figurale Abrufleistung habe sich als unauffällig erwiesen. Im klinischen Eindruck sei der Beschwerdeführer deutlich verlangsamt mit reduzierter Belastbarkeit gewesen. Er habe jedoch einen sorgfäl
tigen und genauen Arbeitsstil gezeigt und sich sichtbar Mühe gegeben. Auch die Symptomvalidierungsverfahren hätten auf eine intakte Anstrengungsbereitschaft hingewiesen. Im Gesamtbild sei beim Beschwerdeführer eine mittelgradige kognitive Störung zu objektivieren. Ätiologisch-
pathogenetisch
sei diese am ehesten multifaktoriell zu interpretieren. Aufgrund der anamnestischen Angaben über einen zeitlichen Zusammenhang der kognitiven Defizite mit dem Beginn der Depression (ICD-10: F33.2) sei eine affektive Ursache als am wahrscheinlichsten anzunehmen. Zusätzlichen Erklär
ungswert besässen das Postpoliosyndrom sowie das chronische Schmerzsyndrom. Des Weiteren liege beim Beschwerdeführer ein obstruktives Sch
lafapnoe-Syndrom vor, was ebenfalls einen relevanten Einfluss auf die kognitiven
Fähigkeiten haben könne. Trotz Behandlung mit der Sauer
stoffmaske werde die Schlafqualität nach wie vor als eingeschränkt erlebt (S. 4).
Bei einer mittelgradigen kognitiven Störung sei die Funktionsfähigkeit im Alltag und unter den meisten beruflichen Anforderungen in der Regel deutlich einge
schränkt. Es könnten nur noch einfachere Arbeiten ausgeführt werden. Die Person falle in ihrem sozialen Umfeld auch deutlich auf (S. 5).
3.5
3.5.1
In seiner
Stellungnahme
vom 1
5.
Dezember 2017 (
Urk.
8/284 S. 4
)
hielt
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Chirurgie
,
vom Regionalen Ärztlichen Dienst fest, dass
das Gutachten der MEDAS
B._
sich auf den Zeitraum bis November/Dezember 2016 beziehe und damit die Zeit bis dann objektiv abdecke. Daher werde empfohlen, bis zu diesem Zeitpunkt auf das Gutachten abzustellen.
N
ach Erhalt der Abwei
sung des Rentengesuchs
habe sich der Gesundheitszustand des Beschwerde
führers augenscheinlich
nicht nur psychiatrisch, sondern auch im Hinblick auf die chronische Polio-Erkrankung bei gleichblei
benden Diagnosen verschlechtert
. Die psychiatrische Diagnose der rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige bis schwere Episode (F33.2)
,
sei schon bei gleicher Ausgangs
situation
durch Erhalt eines Negativbescheides der IV im Jahre 2015 aufgetreten und habe damals bei adäquater stationärer Behandlung überwunden werden können. Nun werde eine massive Verschlechterung geltend gemacht, welche auf folgenden versicherungsmedizinisch-theoretischen Gründen nicht übernommen werden könne:
-
Wenn tatsächlich eine derart bedrohliche, andauernde Verschlechterung eingetreten wäre mit drohender Suizidalität, wäre es bei adäquater Ein
schätzung des Gesundheitszustandes zu einem längeren stationären Auf
enthalt und einer Umstellung der Pharmakotherapie gekommen.
-
Hätte auch nach der Entlassung am 2
5.
Oktober 2017 weiterhin ein psychiatrisch massiv verschlechterter Gesundheitszustand bestanden, würde die aktuelle Behandlung am 1
7.
November 2017 nicht nur aus einer niederfrequenten und den Beschwerden angepassten regelmässigen sozial
psychiatrischen Behandlung bes
t
ehen. Da die ambulante Behand
lung jedoch nur mit einer niederfrequenten Behandlung angesetzt worden sei, bestehe mit an Sicherheit grenzende
r
Wahrscheinlichkeit nicht eine massive Verschlechterung des psychiatrischen Gesundheits
zustandes und es könne davon ausgegangen werden, dass es sich nicht um eine schwere depressive Episode gehandelt habe, sondern allenfalls um eine leichte bis mittelschwere,
die als überwindbar und überwiegend wahrscheinlich überwunden anzusehen sei.
-
Es sei für die verantwortlichen und behandelnden Psychiater der
G._
vertretbar, die stationäre Behandlung für eine ambulante Augen-OP zu unterbrechen. Im Übrigen solle bedacht werden, dass der Beschwer
deführer mit dem seit Kindheit bestehenden Gesundheitsschaden 1986 in die Schweiz eingereist sei.
Dr.
J._
empfahl
daher
,
an der im MEDAS-Gutachten festgestellten Ein
schätzung der Arbeitsfähigkeit in bisheriger und angepasster Tätigkeit festzu
halten.
3.5.2
In einer weiteren Stellungnahme vom 2
6.
April 2018 (
S. 6
) hielt Dr.
J._
fest, dass
– neben den nachträglich eingeholten medizinischen Unterlagen (MRI
Be
richt,
Myelographie; S. 5) -
auch der neuste Arztbericht einer neuro
psycho
lo
gischen Untersuchung vom
6.
August 2018 im grossen und ganzen keine Veränderung in der medizinischen Beurteilung ergebe. Einzig das Belastungspro
fil in der weiterhin als gültig empfohlenen Stellungnahme
des RAD vom 1
0.
März 2017
könne
folgendermassen
ergänzt werden
:
Z
eitlich flexible Tätigkeit
en
ohne permanenten Zeit- und Termindruck, bei nur geringem Publikumsverkehr, ohne besondere Anforderungen an das Umstellungs- und Anpassungsvermögen in einer wohlwollenden und
konfliktarmen Arbeitsatmosphäre
.
3.6
Die im
K._
tätigen
Dr.
med.
L._
, Facharzt für Chirurgie FMH,
Dr.
med.
M._
, Facharzt für orthopädische Chirurgie FMH,
Dr.
med.
N._
_
, Facharzt für Anästhesiologie FMH,
Dr.
med.
O._
, Fach
arzt für Neurologie, med.
pract
.
P._
, Fachärztin für
Psychiatrie und
Psycho
therapie
,
sowie
Dr.
phil.
Q._
, klinischer Psychologe, hielten in ihrem Bericht vom 2
3.
Oktober 2018 (
Urk.
8/282) folgende Diagnosen fest
(S. 1 f.)
:
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode mit psychotischen Symptomen (ICD-10: F33.2)
-
Status nach fünf Suizidversuchen (X68, X61)
-
Postpoliosyndrom
-
Status nach Poliomyelitis 1973
-
Leichte Kaliberreduktion des
zervikothorakalen
Myelons
rechts als mögliches Korrelat einer Kaliberreduktion der Vorderhörner im Rahmen des Status nach Poliomyelitis, ansonsten unauffällige Struk
turen des
Myelons
.
Chondrose
des
Bandscheibensegementes
L1/
2.
Nur geringe degenerative Veränderungen zervikal, thorakal und lumbal mit
Osteochondrosen
und lumbal auch
Spondylarthrosen
, aber ohne
Kompromittierung
neuraler Strukturen bei geringer Engerstellung
der
Recessus
laterales auf Höhe LWK4/5 beidseits eher etwas links betont
-
Beinlängenverkürzung linksseitig, Muskelhypotrophie
-
Polytope
s
Schmerzsyndrom
-
Schmerzen Körperhälfte links
-
Kopfschmerzen
-
Brennsensationen Oberarme beidseits
-
Teilparesen Fuss links
-
Schulterschmerzen links
-
Geringe Reizung bzw. diskrete Bursitis
subacromialis
/
subdeltoidea
. Geringe
Auffaserung
der
bursaseitigen
Supraspinatussehne
. Ansonsten unauffällig
-
Beckenschmerzen beidseits
-
Grenzwertige bis leichte
Coxa
profunda
beidseits, Adipositas
-
Chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom bei Fehlbelastung
-
Keine Befundänderung im Vergleich zum
6.
November 2017 mit gerin
gen degenerativen Veränderungen der Lendenwirbelsäule mit v.a.
Spon
dylose LWK1/2 und diskreten flachen medialen
Diskusprotru
sionen
L
W
K1/2, LWK2/3
-
Knieschmerzen links
-
Unauffällig
-
Fussschmerzen beidseits
-
Links: Hohlfuss Fehlstellung. Fettige Infiltration und Atrophie der plantaren Fussmuskulatur. Narbig verändertes Ligamentum
fibulo
talare
anterius
. Rechts: Tiefe
r
Muskelbauch des
Mus
c
ulus
peroneus
brevis
mit leichter
Tendinopathie
der
Peroneus
brevis
-Sehne
-
Rechts: Talus zentriert. Os
trigonum
,
[k]
leine
Tibianase
. Keine fortge
schrittene Degeneration. Links: Bekannte Deformität bei Postpoliosyn
drom
-
Schafapnoe-Syndrom
-
CPAP-Therapie
-
Adipositas per magna (E66.0)
-
Restless-legs
Syndrom und PLMS
-
Tinnitus
aurium
(H93.0)
-
Diabetes mellitus Typ II
-
Migräne, intermittierend als
ophtalmische
Migräne
auftretend
-
Status nach Augenoperation recht
s
2017
-
Benigne Prostatahypertrophie
-
BPH Grad I mit
irritativer
und obstruktiver Komponente
-
All
ergische Rhinitis
Zudem gaben sie an, die Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers im Beruf als Maschinenbediener (Linienführer in Schokoladenfabrik) betrage 100
%
. Auf
grund der schweren depressiven Störung sei der Beschwerdeführer auch in einer leichten, angepassten Tätigkeit als 100
%
arbe
itsunfähig einzustufen (S. 11).
4.
4.1
Das eingeholte interdisziplinäre
MEDAS
-
Gutachten vom
3.
März 2017 (vgl.
E. 3.2) beruht auf den erforderlichen Untersuchungen, ist für die streitigen Belange grundsätzlich umfassend und wurde in Kenntnis der und in Auseinan
dersetzung mit den fallrelevanten
Vorakten
erstellt. Die Gutachter legten die medizinischen Zusammenhänge einleuchtend dar, beurteilten die medizinische Situation überzeugend und setzten sich mit den geklagten Beschwerden und dem Verhalten des Beschwerdeführers auseinander. Sie
gelangten zum begründeten und nachvollziehbaren Schluss, dass der Beschwerdeführer mit den angegebenen Beschwerden und gestellten Diagnosen
in einer
Verweistätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig ist. Nachvollziehbar erscheint auch das beschrieben
e
Fähigkeitspro
fil, wonach für den Beschwerdeführer aufgrund des Statu
s
nach Poliomyelitis mit entsprechende
r
Atrophie und Kraftminderung des linken Beines Tätigkeiten mit langem Stehen und Gehen sowie körperlich anstrengende Tätigkeiten nicht geeignet sind.
So wird auch das Heben und Tragen von schweren Lasten über 15
kg nicht empfohlen, wie auch Arbeiten mit monotoner Kopfhaltung und mono
toner Rumpfhaltung sowie
rein gehende
und rein stehende Arbeiten. Das Begehen von Leitern und Gerüsten sowie Gehen auf unebenem Boden, wie auch Arbeiten in kauernder und kniender Haltung werden
ebenfalls
als nicht mehr zumutbar erachtet. Aufgrund der Migräne sind
reizdichte Umgebungen ebenfalls ungeeig
net.
Hinsichtlich der Entwicklung des Gesundheitszustands gaben die Gutachter zudem schlüssig an,
weshalb
dieser internistisch und neurologisch sei 2011 kon
stant geblieben sei.
So ist
es
aus
psychiatrischer Sicht zwar
a
nfang
s
2015
zu einer
Hospitalisation
gekommen, anlässlich der Untersuchung
haben
jedoch keine psychiatrischen Diagnosen mit Beeinträchtigung der Arbeits
fähigkeit objektiviert werden können. Ausserdem wiesen sie auf die erheblichen Befundinkonsistenzen hin, welche gewichtige Zweifel am Vorliegen einer ver
sicherungspsychiatrisch relevanten Diagnose in der Vergangenheit begründen.
Das Gutachten entspricht
folglich
bis zum
Untersuchungszeitpunkt
im Novem
ber/De
zember
2016 den rechtsprechungsgemässen Anforderungen an eine beweis
kräftige medizinische Ent
scheidungsgrundlage (vgl. E. 1.7
hiervor).
4.2
4.2.1
Der Beschwerdeführer brachte
in seiner Beschwerde
unter anderem
vor, dass sich seit der Begutachtung im November/Dezember 2016 eine Verschlechterung des Gesundheitszustands eingestellt ha
b
e und
der veränderte Gesundheitszustand im Rahmen des Gutachtens nicht
habe
berücksichtigt werden k
ö
nne
n
. Auf das Gut
achten könne aus diesem Grund nur bis November/Dezember 2016 abgestellt werden.
Hierzu ist anzumerken, dass
sich
der Beschwerdeführer gemäss Arztbericht der
G._
(vgl. E. 3.3 hiervor) vo
m 1
2.
September bis
zum
2
5.
Oktober 2017 in eine stationäre Therapie in der Klinik begeben hatte. Im Rahmen des stationären Aufenthaltes wurde unter anderem festgehalten, der Beschwerde
führer zeige
ein
depressives Zustandsbild mit massiven Konzentrationsschwierig
keiten, reduziertem Antrieb, negativen Gedanken, Grübeln und eingeschränktem Affekt. Er habe zudem ein Gefühl von Schwere im Kopf. Intermittierend habe er Suizidgedanken, zum Teil auch mit konkreten Handlungsabsichten (Kauf von Mäusegift), Isolation und Schlafstörungen. Als psychiatrische Diagnose wurde eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode (F33.2)
,
festgestellt. Zum Gutachtenszeitpunkt wurde aus psychiatrischer Sicht
hingegen
lediglich die Diagnose einer leichten depressiven Episode (F32.0) gestellt
und dieser
keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zugesprochen (
Urk.
8/232/53/83).
Der Beschwerdeführer verweist sodann auf den neuropsychologischen Untersu
chungsbericht vom
6.
Februar 2018 (vgl. E. 3.4) der
G._
sowie den Arztbericht des
K._
(vgl. E. 3.6),
aus welcher seiner Ansicht nach ebenfalls eine Verschlechterung des Gesundheitszustands hervorgeht
.
Anlässlich der neuropsychologischen Untersuchung wurde
als Diagnose eine mittelgradige kognitive Störung, ätiologisch-
pathogenetisch
wahr
scheinlich multifaktoriell bedingt (F33.2)
,
festgehalten. Das
K._
hielt in psychiatrischer Hinsicht eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode mit psychotischen Symptomen (F33.2)
,
fest.
4.2.2
D
ie Rechtsprechung
hat
keinen absolut geltenden Grenzwert festgelegt für die Frage, ab wann ein Gutachten zu lange zurückliegt, um eine zuverlässige Beur
teilungsgrundlage darzustellen. Dies ist vielmehr jeweils unter Einbezug der konkreten Umstände zu beurteilen (vgl. Urteil
des Bundesgerichts
vom 2
1.
August 2019
8C_143/2019 und
4.
November 2016
8C_125/2016
,
E. 4.3.4).
Vorliegend kamen zum
Gesundheitszustand, wie er in dem als Entscheidungs
grundlage dienenden interdisziplinären
MEDAS
-
Gutachten festgehalten wurde,
wesentliche gesundheitliche Aspekte hinzu, welche die Beschwerdegegnerin ungenügend
berücksichtigte
.
In Würdigung der
zusätzlichen
Arztberichte zu den verschiedenen Leiden kam
s
ie in ihrer
rentenabweisenden Verfügung vom
2
2.
November 2018 (Urk. 2)
zum Ergebnis, dass daraus keine wichtigen neuen Aspekte oder Hinweise für eine wesentliche Veränderung des Gesundheitszu
stands im Nachgang zu
m
interdisziplinären
G
utachten vom 3.
März 2017 zu ent
nehmen seien.
Diese Würdigung vermag jedoch nicht zu überzeugen. Wie der Beschwerdeführer zutreffend geltend macht, ist selbst RAD-Arzt
Dr.
J._
davon ausgegangen, dass das MEDAS-Gutachten nur den Zeitraum bis Novem
ber/Dezember 2016 abdeckt und deshalb nur bis zu diesem Zeitpunkt darauf abzustellen ist (E. 3.5.1 hiervor). Seine weiteren in der Stellungnahme vom 1
5.
Dezember 2017 gemachten Vorbringen sind demgegenüber nicht zu hören, da es sich lediglich um von ihm gezogene versicherungsmedizinisch-theoretische Schlussfolgerungen aus dem stattgehabten Vorgehen der
den Beschwerdeführer behandelnden psychiatrischen Fachärzte geht. Sie sind nicht rechtsgenügend nachvollziehbar, umso mehr als es sich dabei um eine für
Dr.
J._
als Facharzt für Chirurgie offensichtlich fachfremde medizinische Disziplin handelt. Aus diesem (letzteren) Grund kann auch nicht auf seine Stellungnahme zu den weite
ren eingereichten medizinischen Berichte abgestellt werden (siehe E. 3.5.2). Es
besteht
nach dem Gesagten somit
Klärungsbedarf
für
die behauptete Verschlech
terung des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers
(vgl. E. 3.2 hiervor)
,
da auf das interdisziplinäre MEDAS
Gutachten vom
3.
März 2017
zur Beantwortung der massgeblichen Frage einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes
nur bis November/Dezember 2016
abgestellt werden
kann
.
Bei dieser Ausgangslage kann auch nicht auf die Verfügung abgestellt werden, da diese offensichtlich
auf
über
holt
en medizinischen Grundlagen beruht und somit der Rentenanspruch des Beschwerdeführers ab
1.
Januar 2017 ungeklärt geblieben ist
.
4.3
Zu klären bleibt
weiter
, ob
diesbezüglich bzw.
zur Frage der Verschlechterung des Gesundheitszustandes auf die vom Beschwerdeführer eingereichten Arztberichte abgestellt werden kann.
4.3.1
In Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften ist auf die Erfahrungs
tatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auf
tragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behandlung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Person einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten ander
seits (BGE 124 I 170 E. 4) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen bzw. Therapiekräfte zu anderslautenden Ein
schätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abwei
chende Beurteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Einschätzungen wichtige – und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bun
desgerichts 8C_677/2014 vom 29.
Oktober 2014 E. 7.2 mit Hinweisen, u.a.
auf SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43 E. 2.2.1 [I 514/06]).
4.3.2
Da es sich bei der
zur Diskussion stehenden
Verschlechterung des Gesundheits
zustands des Beschwerdeführer
s
insbesondere um eine
solche
aus dem psychiatri
schen
Kreis
handelt, müsste ein Beweisverfahren anhand des für psychische Leiden eingeführten
Indikatorenkatalogs
durchgeführt werden. Das Bundesge
richt hat mit BGE 143 V 418 vom 30. November 2017 erkannt, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind, wozu insbesondere auch depressive Erkran
kungen zählen. Gestützt auf diese bundesgerichtliche Rechtspr
echung ist das strukturierte Be
weisverfahren daher auch auf den vorliegenden Fall anwendbar.
Die
Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung leistungshin
dern
der
äusserer
Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotenzialen (Res
sour
cen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzu
schät
zen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_260/2017 vom 1. Dezember 2017 E. 4.2.3).
Die Anerkennung eines renten
be
gründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Aus
wir
kungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im
Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit
(zu
mindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es dar
an, hat die Folgen der Beweislosigkeit (nach wie vor) die materiell beweisbe
lastete versicherte Person zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; BGE 141 V 547 E. 2).
Weder
in den
Arztberichte
n
der
G._
(vgl. E. 3
.3
und E. 3.4 hier
vor) noch
im
Bericht zur interdisziplinären Schmerzbehandlung des
K._
(E. 3.6 hiervor)
lassen sich
ausreichende
Anmerkungen zu den bestimmten Indikatoren finden, womit ein schlüssiger und widerspruchsfreier Nachweis fehlt.
4.4
Nach dem Gesagten bestehen Hinweise darauf, dass der Beschwerdeführer in seiner Leistungsfähigkeit
seit der Begutachtung im November/Dezember 2016 noch weiter
eingeschränkt
ist
. Im welchem Umfang allfällig funktionelle Auswir
kungen
ab
1.
Januar 2017
zu berücksichtigen sind, ist aber insbesondere mangels
rechtsgenügender
Auseinandersetzung mit den nach dem interdisziplinären
MEDAS
-
Gutacht
en vom
3.
März 2017 (vgl. E. 3.2
hiervor) eingegangenen Arzt
berichten nicht abschliessend festzustellen. Es ist daher unabdingbar, eine aktu
elle
medizinische
Abklärung
für den hier interessierenden Zeitraum
vorzu
nehmen, welche sich
auch
zu den psychischen Einschränkungen äussert und die Beurteilung der medizinisch-theoretischen Arbeitsunfähigkeit de
s
Beschwerde
führer
s im Einklang mit der geltenden Rechtslage nach Massgabe der im Regelfall heranzuziehenden Standardindikatoren ermöglicht.
4.5
Die Sache ist
demzufolge
zur Vornahme
ergänzender medizinischer Abklärungen
gemäss vorstehender Erwägungen
und anschliessende
m
Neuentscheid
über den Rentenanspruch des Beschwerdeführers ab
1.
Januar 2017
unter
teilweiser
Auf
hebung der angefochtenen Verfügung vom 2
2.
November 2018 (
Urk.
2) an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
Die Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen.
5.
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraus
setzungen für die Bewilli
gung der unentgeltlichen Prozessführung und
Verbeiständung
erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos, die Partei bedürftig und die anwaltliche
Verbeistän
dung
notwendig oder doch geboten ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
Die Voraussetzungen zur Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und zur Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertretung gemäss
§
16
Abs.
1 und
Abs.
2 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) sind erfüllt. Gestützt auf
das eingereichte Formular zur Abklärung prozessualen Bedürftigkeit (
Urk.
10)
und der weiteren Unterlagen (
Urk.
11/1-23)
ist insbesondere die Bedürf
tigkeit ausgewiesen.
6.
6
.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig und die Gerichtskosten sind gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ermessensweise auf Fr.
1’0
00.-- festzusetzen.
Die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung gilt rechtsprechungsgemäss für die Frage der Auferlegung der Gerichtskosten wie auch der Parteientschädigung als vollständiges Obsiegen (BGE 141 V 281 E. 11.1, 137 V 210 E. 7.1, 137 V 57 E. 2.2).
Die Kosten des Verfahrens (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) sind entsprechend dessen Ausgang der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
Damit wird das Gesuch um unentgeltliche
Prozessführung gegenstandslos.
6
.
2
Ausgangsgemäss steht dem anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer gestützt auf
Art.
61
lit
. g ATSG und
§
34
Abs.
1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversiche
rungsgericht (
GSVGe
r
) eine Prozessentschädigung zu.
Nachdem der Rechtsver
treter keine Honorarnote eingereicht hat, wird die Entschädigung vom Gericht nach Ermessen (vgl. dazu Urk. 13 S. 2) und
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen festgesetzt (§ 34 Abs. 1 und 3
GSVGer
). Ent
sprechend ist ihm eine Prozessentschädigung von Fr.
3
’
000
.--
(inkl. Barauslagen und
MWS
t
) auszurichten.