Decision ID: fae219c5-9c35-4b0b-a303-8230cf925bc1
Year: 2019
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a Nach einem Arbeitsunfall am 22. April 1996, bei dem sich A._ eine schwere
Quetschverletzung der linken Hand mit Teilamputation Daumen, Amputation Dig. II/III
metacarpal, Trümmerfraktur der Grundphalanx und Instabilität im Mittel- und
Endgelenk Dig. IV zugezogen hatte, wurde ihr ab 1. April 1997 auf Grund eines
Invaliditätsgrads von 67% eine ganze Rente zugesprochen (IV-act. 60); auch die SUVA
hatte als Unfallversicherung eine Rente von 67% zugesprochen, die letztinstanzlich
vom Bundesgericht mit Urteil vom 20. Mai 2003 bestätigt wurde (IV-act. 78). Im
Rahmen der 4. IVG-Revision wurde die Rente mit Verfügung vom 7. April 2004 per 1.
Juni 2004 auf eine Dreiviertelsrente herabgesetzt (IV-act. 90).
A.b Am 10. August 2005 stellte die Versicherte ein Gesuch um Erhöhung der Rente
(IV-act. 94), worauf die IV-Stelle mangels Glaubhaftmachung eines veränderten
Gesundheitszustandes nicht eintrat (IV-act. 104). Am 11. Februar 2007 stellte die
Versicherte erneut ein Erhöhungsgesuch (IV-act. 107). Die IV-Stelle legte die
eingereichten Berichte dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) vor. Dieser kam zum
Schluss, es habe sich um eine vorübergehende Verschlechterung des
Gesundheitszustandes in Form einer Diskushernie gehandelt, welche sich durch eine
adäquate Behandlung wieder gebessert habe (IV-act. 115-2). Daraufhin trat die IV-
Stelle am 11. Juli 2007 auf das Erhöhungsgesuch nicht ein (IV-act. 120).
A.c Am 12. August 2008 stellte die Versicherte ein weiteres Erhöhungsgesuch (IV-act.
121). Nach Einholung diverser Arztberichte (IV-act. 131 ff.) erachtete der RAD eine
MEDAS-Begutachtung für notwendig (IV-act. 138). Am 29. Juni 2009 wurde die
Versicherte dazu im ABI (Ärztliches Begutachtungsinstitut GmbH Basel) untersucht und
begutachtet. Im Gutachten vom 14. August 2009 (IV-act. 150) diagnostizierte die
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psychiatrische Gutachterin Dr. med. B._, Fachärztin für Psychiatrie und
Psychotherapie, mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine chronifizierte depressive
Reaktion auf körperliche Traumatisierung (ICD-10 F43.8), aktuell eine leichtgradige
depressive Episode (ICD-10 F32.0). Sie schätzte die Versicherte aus psychiatrischer
Sicht zu 20% in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt (IV-act. 158-12 f.). Der
rheumatologische Sachverständige Dr. med. C._, Facharzt für Rheumatologie,
befand aus rheumatologischer Sicht eine 50%ige Arbeitsfähigkeit für eine körperlich
leichte, wechselbelastende Tätigkeit ohne Gebrauch des linken Arms und ohne
repetitive Überkopfarbeiten als gegeben (IV-act. 150).
A.d Mit Vorbescheid vom 13. April 2010 (IV-act. 162) bzw. Verfügung vom 17. August
2011 (IV-act. 180) wies die IV-Stelle das Erhöhungsgesuch ab. Zur Begründung führte
sie aus, im Rahmen der ABI-Begutachtung sei ab Begutachtungszeitpunkt sogar eine
50%ige Arbeitsfähigkeit festgestellt worden. Da medizinisch ein unveränderter
Gesundheitszustand bestätigt werde, liege kein Revisionsgrund vor (IV-act. 180).
A.e Am 8. August 2013 gelangten die Sozialen Dienste D._, welche die Versicherte
seit längerer Zeit unterstützten, an die IV-Stelle. Sie hätten versucht, die Versicherte in
den Arbeitsmarkt zu integrieren, aber die gesundheitlichen Probleme hätten sich
zunehmend verstärkt. Daher werde um eine Neubeurteilung des IV-Grades gebeten (IV-
act. 182). Die Sozialen Dienste legten ein von der Versicherten am 7. Juli 2013
unterzeichnetes Revisionsgesuch bei (IV-act. 181). In der Folge liess die Versicherte der
IV-Stelle diverse Arztberichte zukommen (IV-act. 185). Der RAD stellte sich am 9.
Oktober 2013 jedoch auf den Standpunkt, es stehe ein chronisches lumbovertebrales
Syndrom mit Ausstrahlung in das linke Bein im Vordergrund. Dieses Leiden sei bereits
bei der Begutachtung im ABI Gegenstand der Abklärung gewesen. Aus dem Gutachten
gehe hervor, dass diese Beschwerden damals bereits seit sieben Jahren bestanden
hätten. Bildgebend sei 2006/2008 eine Diskushernie L5/S1 nachgewiesen worden. Bei
der Begutachtung sei keine radikuläre Symptomatik objektivierbar gewesen. Bei den
Abklärungen 2013 hätten im MRI der LWS stationäre Verhältnisse im Vergleich zur
Voruntersuchung (3/2008) festgestellt werden können (unveränderte Diskushernie L5/
S1). Die neurologische Untersuchung in der Klinik E._ sei klinisch-neurologisch und
elektrophysiologisch unauffällig gewesen. Dem Bericht von Dr. F._ seien keine neuen
Aspekte zu entnehmen. Die Fettleber habe keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit.
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Insgesamt habe sich der Gesundheitszustand im Vergleich zum Referenzzeitpunkt im
Jahr 2009 nicht verschlechtert und das Ausmass der adaptierten Arbeitsfähigkeit sei
unverändert (IV-act. 186).
A.f Nach Vorbescheid vom 17. Oktober 2013 (IV-act. 190) wies die IV-Stelle das
Erhöhungsgesuch mit Verfügung vom 3. Februar 2014 ab (IV-act. 195).
A.g Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 26. Februar 2014 Beschwerde
ans Versicherungsgericht (IV-act. 196). Dieses hiess die Beschwerde mit Urteil vom 10.
Mai 2016 (IV 2014/123) gut und wies die Sache zur Vornahme einer polydisziplinären
Verlaufsbegutachtung an die IV-Stelle zurück (IV-act. 208).
A.h Vom 3. bis 7. April 2017 wurde die Versicherte im Zentrum für Medizinische
Begutachtung (ZMB), Basel, internistisch, psychiatrisch, neurologisch und
orthopädisch begutachtet. Im Gutachten vom 11. Juli 2017 kamen die Experten der
verschiedenen Fachgebiete insgesamt zum Schluss, dass die Versicherte in
angepassten Tätigkeiten aus somatischer Sicht zu 50% arbeitsfähig sei und sich in
psychiatrischer Sicht auf Grund einer Verschlechterung ihres psychischen
Gesundheitszustands im Verlauf ebenfalls eine 50%ige Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit ergebe (IV-act. 244-63). RAD-Arzt Dr. med. G._ hielt mit
Stellungnahme vom 14. Juli 2017 fest, da die Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer
Sicht nicht mit derjenigen aus den anderen Fachgebieten kumuliere, resultiere aus
polydisziplinärer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten von weiterhin
50% (IV-act. 245).
A.i Mit Vorbescheid vom 15. August 2017 kündigte die IV-Stelle der Versicherten an,
sie sehe vor, auf das Leistungsbegehren nicht einzutreten und das Erhöhungsgesuch
abzuweisen (IV-act. 247).
A.j Gegen den Vorbescheid reichte die Versicherte am 20. August 2017 Einwand ein.
Zur Begründung stützte sie sich auf ein Schreiben ihrer Hausärztin Dr. med. H._,
Fachärztin FMH für Chirurgie, vom 23. August 2017. Darin machte diese geltend, die
Versicherte habe zwischenzeitlich eine Bandscheibenoperation hinter sich gebracht mit
einer verzögerten Rekonvaleszenz. Es habe sich überlastungsbedingt eine Arthrose des
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Handgelenks rechts entwickelt, so dass zwischenzeitlich sogar eine Arthrodese
durchgeführt habe werden müssen. Die rechte Hand sei die führende Hand. Hier seien
aber keine Belastungen des Handgelenks mehr möglich und bestimmte
Funktionseinschränkungen des Handgelenks seien durch die Versteifung nachfolgend.
Des Weiteren sei die Versicherte im Bereich des Rückens nicht mehr voll belastbar, so
dass Tätigkeiten mit ständigem Bücken, Heben und Tragen von Lasten sowie auf
unebenem Gelände auch nicht ausgeführt werden könnten. Insofern habe sich im
Vergleich zu den Vorbefunden im Jahr 2013 jetzt eine deutliche Verschlechterung des
Gesundheitszustands ergeben, so dass eine Leistungskürzung wie im Jahr 2013
vorgenommen, nicht gerechtfertigt sei (IV-act. 248).
A.k RAD-Arzt Dr. G._ hielt dazu am 24. Oktober 2017 fest, dass für die Beurteilung
des Verlaufs nicht eine blosse Verschlechterung des Gesundheitszustands
entscheidend sei, sondern eine daraus resultierende Reduktion der Arbeitsfähigkeit. Da
das Gutachten des ZMB sorgfältig erstellt sei, könne darauf abgestellt werden. Neue
Tatsachen würden im Einwand nicht vorgebracht (IV-act. 249).
A.l Mit Verfügung vom 26. Oktober 2017 hielt die IV-Stelle fest, dass auf das neue
Leistungsbegehren nicht eingetreten und das Erhöhungsgesuch abgewiesen werde.
Zur Begründung verwies sie auf die Stellungnahme des RAD, wonach mit dem
Einwand keine neuen Tatsachen vorgebracht worden seien, welche im medizinischen
Gutachten nicht bereits
bekannt gewesen seien (IV-act. 250).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde der Versicherten
vom 22. November 2017 mit dem sinngemässen Antrag auf deren Aufhebung und auf
Erhöhung der Invalidenrente. Die Versicherte begründet die Beschwerde damit, dass
seit dem Gesuch vom 9. August 2013 eine Einschränkung in ihrer bisher
gebrauchsfähigen rechten Hand eingetreten sei. Infolge der zunehmenden Arthrose
habe eine Versteifung stattfinden müssen, sodass jetzt auch auf dieser Seite die
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Gebrauchsfähigkeit der Hand deutlich eingeschränkt sei. Damit ergebe sich eine
weitere Einschränkung der bestehenden Arbeitsfähigkeit (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 30. Januar 2018 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Sie stützt sich dabei auf die
Arbeitsfähigkeitsschätzung des ZMB von 50% und eruiert im Rahmen des
Einkommensvergleichs und unter Berücksichtigung eines Leidensabzugs von 20%
einen Invaliditätsgrad von 60%. Infolge dessen sei weiterhin eine Dreiviertelsrente
geschuldet (act. G 4).
B.c Mit Replik vom 24. Februar 2018 hält die Beschwerdeführerin an ihrem Antrag fest.
Die von der Beschwerdegegnerin vorgeschlagenen zumutbaren Tätigkeiten seien
bezogen auf sie zum heutigen Zeitpunkt nicht mehr realistisch. Zudem könne sie den
heutigen wirtschaftlichen Ansprüchen nicht mehr gerecht werden und dem Druck in der
Arbeitswelt nicht standhalten. Ein Invaliditätsgrad von 60% sei daher nicht
gerechtfertigt und zu tief kalkuliert (act. G 6).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf die Einreichung einer Duplik (vgl. act. G 8).

Erwägungen
1.
1.1 In der angefochtenen Verfügung vom 26. Oktober 2017 hat die
Beschwerdegegnerin festgehalten, auf das Leistungsbegehren werde nicht eingetreten
und das Erhöhungsgesuch abgewiesen. Nachdem sie jedoch mit Verfügung vom 3.
Februar 2014 bereits eingetreten und das Erhöhungsgesuch der Beschwerdeführerin
ablehnt hatte und sie in der Folge vom Versicherungsgericht mit Urteil vom 10. Mai
2016 (IV 2014/123) zur Einholung eines polydisziplinären Verlaufsgutachtens
verpflichtet worden war, war nicht mehr strittig, ob auf das Gesuch der
Beschwerdeführerin überhaupt einzutreten sei. Einzige Streitfrage war vielmehr, ob
dem Gesuch um eine Erhöhung des Rentenanspruchs auf eine ganze Rente
stattgegeben werde. Vorliegend ist daher zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin das
Erhöhungsgesuch zu Recht abgewiesen hat.
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1.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die Invalidität kann Folge von
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf
eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige
auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
1.3 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer rentenbeziehenden Person erheblich, so wird
die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht,
herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt
jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den
Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist
somit nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustands, sondern
auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich
gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 349 f. E.
3.5). Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung
bildet die letzte rechtskräftige Verfügung, die auf einer materiellen Prüfung des
Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht; vorbehalten bleibt die
Rechtsprechung zur Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 133 V 108 E.
5.4). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im
Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustands auf die Arbeitsfähigkeit
für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar
(Urteil des Bundesgerichts vom 3. November 2008, 9C_562/08, E. 2.1).
1.4 Um beurteilen zu können, ob eine Rentenrevision begründet ist, sind Verwaltung
und Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere
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Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe der ärztlichen Sachverständigen ist
es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem
Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist
(BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis
der Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).
1.5 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht.
Danach haben Gericht und Verwaltung von Amtes wegen für die richtige und
vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (Urteil des
Bundesgerichts vom 1. April 2011, 8C_73/2011, E. 4.1).
2.
2.1 Die ZMB-Gutachter diagnostizierten nach Konsensbesprechung im Gutachten vom
11. Juli 2017 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bei der Beschwerdeführerin eine
anhaltende somatoforme Schmerzstörung, eine depressive Episode, gegenwärtig
leichtgradig ausgeprägt, einen Status nach mutilierendem Trauma der linken
adominanten Hand am 22.04.1996 mit Teilamputation Dig. I, Amputation Dig. II/III
metacarpal, Trümmerfraktur Grundphalanx und Instabilität im PIP- und DIP Dig. IV, ein
chronisches Schultersyndrom rechts mit Impingementsymptomatik, ein chronisches
Schmerzsyndrom des rechten Handgelenks und Daumengrundgelenkes, ein
intermittierendes belastungs-abhängiges, chronisches lumbospondylogenes Syndrom
mit aktivierten Facettenarthrosen ohne radikuläre Ausfälle sowie eine mediale
Gonarthrose beidseits, zurzeit rechts symptomatisch (IV-act. 244-57f.). Im Rahmen der
Untersuchung seien in erster Linie Beschwerden am rechten Handgelenk und an der
rechten Schulter geäussert worden. Es werde eine Kraftlosigkeit der rechten Hand
betont, die Schmerzhaftigkeit werde einerseits auf das Daumengrundgelenk,
andererseits auf das rechte Handgelenk lokalisiert bei hoher angegebener
Schmerzintensität. Bei der klinischen Untersuchung ergebe sich eine freie
Beweglichkeit des rechten Handgelenks und des rechten Daumengrundgelenkes.
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Radiologisch stellten sich eine Arthrose im MCP I und ein Status nach Trapezektomie
mit resultierenden, leichten, arthrotischen Veränderungen im Carpalbereich dar.
Insgesamt sei durch diese Befunde von einer deutlich eingeschränkten
Funktionsfähigkeit des rechten Carpus beziehungsweise der rechten Hand und des
rechten Daumens auszugehen. Genannt würden (auch) Beschwerden an der rechten
Schulter nach einer Bandscheibenoperation im Jahre 2013. Im MRT habe sich im
07/2016 entsprechend des Berichtes von Dr. I._ eine leichte Bursitis subacromial mit
intrinsischen Veränderungen im Supraspinatusansatz sowie auch degenerativen
Veränderungen im Bereich der langen Bizepssehne, insbesondere aber auch eine
aktivierte AC-Arthrose dargestellt. Bei der aktuellen Untersuchung ergebe sich eine
stark schmerzhafte Abduktionseinschränkung. Die Abduktionskraft sei auf etwa die
Hälfte vermindert. Die Schmerzhaftigkeit werde subacromial lokalisiert (nicht jedoch am
ACG). Die neu angefertigten Röntgenaufnahmen der rechten Schulter würden minimale
Arthrosezeichen im Glenohumeralgelenk und am ACG ergeben. Es liege somit aktuell
eine leichte bis mittelgradige Funktionsstörung der rechten Schulter bei deutlichem
Reizzustand und geringen degenerativen objektivierbaren Veränderungen vor. Berichtet
werde zudem über Schmerzen im rechten Kniegelenk. Röntgenologisch stelle sich eine
leichte medialseitige Gelenkspaltverschmälerung mit leichten ossären Reaktionen dar.
Es liege somit eine leichte medialseitige Gonarthrose rechts vor. Betreffend das linke
Kniegelenk seien - im Gegensatz zu Berichten aus dem Jahr 2009 - keine
Beschwerden mehr geschildert worden. Damals seien Zeichen einer medialseitigen
Gonarthrose festgestellt worden (IV-act. 244-59f.). Die Beweglichkeit der unteren
lumbalen Segmente stelle sich als leicht reduziert dar. Schmerzen würden bei
Belastung der lumbosacralen Bogenstrukturen geäussert. Hinweise auf radiculäre
Irritationen oder Defizite würden sich nicht ergeben. Die Röntgenaufnahmen der LWS
in zwei Ebenen vom 5. April 2017 stellten eine lumbosacrale Hyperlordosierung mit
einem Lordosewinkel von circa 90° und eine rechtskonvexe Skoliose mit einem Winkel
nach Cobb von etwa 10° dar. Es bestehe eine leichte Erniedrigung des lumbosacralen
Bandscheibenfaches. Die unteren beiden Wirbelgelenkspaare seien verstärkt
sklerosiert. Es handle sich somit aktuell um ein fehlstatisches Wirbelsäulensyndrom mit
aktivierter Facettenarthrose. Die Funktionsbeeinträchtigung sei als leicht einzustufen.
Hinweise auf radiculäre Komponenten fehlten. Bei der Untersuchung falle eine leichte
Einschränkung der Innenrotationsfähigkeit beider Hüftgelenke auf. Es werde eine
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peritrochantäre Schmerzhaftigkeit geäussert. Die Röntgenaufnahme des Beckens vom
5. April 2017 zeige erhebliche osteophytäre Anbauten an den Pfannenerkern bei jedoch
regelrecht erhaltener Gelenkspalthöhe. Es handle sich hierbei somit um eine
geringgradige initiale Coxarthrose beidseits mit ausgeprägter Trochanterdynie. Letztere
sei auch als Folge der lumbosacralen Hyperlordosierung zu werten. Möglicherweise
liege ursprünglich eine Pfannendachdysplasie vor, welche osteophytär kompensiert
worden sei. Es liege zudem eine komplexe Fussinsuffizienz mit Rückfussvalgus-, Pes
planus- und Halluxvalgus-Komponente beidseits vor. Am 15. April 2013 sei eine
Ganglionexzision am TMT I durchgeführt worden. Die Beschwerdeführerin nenne
diesbezüglich aktuell keine relevanten Beschwerden (IV-act. 244-60).
2.2 Infolge des Unfalls im 04/1996 habe sich bei der Beschwerdeführerin eine
posttraumatische Belastungsstörung mit ängstlich-depressiver Färbung gezeigt. Diese
habe sich verändert und es sei zu einer chronifizierten depressiven Reaktion auf
körperlicher Traumatisierung beruhend, zusammen mit einer leichtgradigen
depressiven Episode, gekommen. Seit 2009 habe sich die Situation der
Beschwerdeführerin verändert. Es sei zu einer Zunahme von verschiedenen
Symptomen auf der Schmerzebene gekommen. Bei der Begutachtung habe sich so ein
buntes Bild von Schmerzen im Oberbauch, der rechten Hand, der Schulter, des Kopfes
sowie des Rückens gezeigt. Die Beschwerdeführerin habe sich zunehmend klagend
und leidend gezeigt. Die Beschwerden würden von der linken Hand weggehen und hin
zu einer diffusen Körperproblematik. Im Verlauf habe sich eine zunehmende
Chronifizierung gezeigt. Vor dem Hintergrund von psychosozialen Belastungen,
worunter auch die Kürzung der IV-Rente falle, sowie verschiedenen innerpsychischen
Konflikten, die bereits im psychiatrischen Teilgutachten ausgeführt worden seien, sei
es zu einer Entwicklung der somatoformen Schmerzstörung gekommen, welche aktuell
im Vordergrund stehe. Parallel dazu zeigten sich Symptome, die einer leichtgradig
depressiven Episode zuzuordnen seien. Diese bestehe parallel zur Schmerzstörung (IV-
act. 244-60f.).
2.3 Aus neurologischer Sicht hätten sich die Residuen einer peripheren Facialisparese
links, welche die Beschwerdeführerin 2010 erlitten habe, sowie Zeichen einer Rest-
Abduzensparese rechts mit Diplopien bei Blick nach rechts-lateral gezeigt. Abgesehen
von den lokalen Folgen der Verletzungen an der linken Hand sei der neurologische
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Befund im Bereich der oberen und unteren Extremitäten unauffällig. Insbesondere
eröffneten sich keine radiculären Ausfälle, alle Reflexe seien symmetrisch vorhanden,
die Motorik intakt und die Sensibilität, abgesehen von den leicht verminderten
Vibrationsempfindungen an Fingern und Zehen, am ehesten im Rahmen einer
beginnenden diabetischen Polyneuropathie, unauffällig (IV-act. 244-61).
2.4 Die Gutachter kamen zum Schluss, es bestehe aus somatischer Sicht eine
erheblich verminderte Funktionsfähigkeit der linken, adominanten Hand. Es könnten
nur sehr leichte Greiffunktionen ohne koordinative Ansprüche wahrgenommen werden.
Die linke Hand sei als Stützhand und nur in geringem Masse als Hilfshand einsetzbar.
Mit der rechten oberen Extremität könnten keine Tätigkeiten über Schulterhöhe
durchgeführt werden. Die Kraft der rechten Hand sei - überwiegend reflektorisch bei
Carpalarthrose - vermindert. Weiter bestehe eine leicht verminderte Belastbarkeit der
unteren Extremitäten bei initialer Coxarthrose beidseits, initialer, medialseitiger
Gonarthrose beidseits und Fussinsuffizienz beidseits. Längeres Stehen und Gehen,
Treppensteigen und Gehen auf unebenem Boden seien nicht möglich, ebenso wenig
Tätigkeiten im Knien und Kauern (IV-act. 244-61f.).
2.5 Hinsichtlich der Indikatorenprüfung (Funktioneller Schweregrad/Gesundheits-
schädigung, Behandlungserfolg/-resistenzen, Komplex der Persönlichkeit, Konzept der
"komplexen" Ich-Funktionen, Sozialer Kontakt, Konsistenz der Fähigkeitsstörungen
und Inanspruchnahme therapeutischer Optionen, vgl. BGE 141 V 281) ist auf die
Ausführungen der Gutachter hinzuweisen, wonach die Beschwerdeführerin durch das
Schmerzerleben auf sich und ihre Symptomatik fixiert und eingeengt sei. Für Themen
wie berufliche Reintegration sei sie nicht offen. Dennoch nehme sie am
gesellschaftlichen Leben teil. Sie unterhalte Kontakte zum Sohn und zu Kolleginnen.
Die Besuche in Serbien seien ihr wegen der fehlenden Finanzen nicht mehr möglich.
Bei vermehrtem Stress reagiere sie mit mehr Schmerzen und mit einer verstärkt
depressiv-ängstlichen Symptomatik. Die eigene Unfähigkeit, Dinge anzugehen, werde
dann verstärkt und ihr Aktionsradius werde dadurch geringer. Die Verstümmelung der
Hand sei ein Belastungsfaktor, da sie den Unfall unmittelbar immer wieder sichtbar
mache. Die Beschwerdeführerin sei ungelernt und könne somit nur einfache Tätigkeiten
ausführen, die dann auch noch der Hand angepasst sein müssten. Die
innerpsychischen Konflikte würden durch die Beschwerdeführerin nun nicht mehr über
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das Unfallgeschehen, sondern über die psychosomatische Störung deutlich. Eine
grosse Kränkung stelle zudem die Kürzung der IV-Rente dar. Bei der
Beschwerdeführerin zeige sich eine Chronifizierung. Obwohl sie angebe, dass sich die
Unfallfolgen verbessert hätten (Reduktion des Phantomschmerzes, verbesserte
Beweglichkeit), habe sich die übrige körperliche Symptomatik ausgeprägt und
verstärkt. Diese Entwicklung führe zu einer deutlichen Selbstlimitierung. Hinweise auf
eine relevante Persönlichkeitsstörung würden sich keine ergeben. Auch bestünden
weder im somatischen noch im psychiatrischen Bereich Inkonsistenzen (IV-act.
244-62f.). Daraus leiteten die Gutachter eine Arbeitsunfähigkeit auf dem
psychiatrischen Gebiet von 50% ab. Die Reduktion begründeten sie nachvollziehbar
mit der somatoformen Schmerzstörung in Kombination mit der leichtgradigen
Depression und der bestehenden Chronifizierung (IV-act. 244-63).
2.6 Gegen den Einwand der Beschwerdeführerin, worin diese sich auf den Bericht
ihrer Hausärztin vom 23. August 2017 beruft (vgl. IV-act. 248), hielt Dr. G._ am 24.
Oktober 2017 (IV-act. 249) nach ausführlicher Stellungnahme zu den geltend
gemachten Punkten zusammenfassend fest, es würden darin keine neuen Tatsachen
vorgebracht, welche nicht bereits bekannt gewesen seien. Für die Beurteilung des
Verlaufes sei nicht eine blosse Verschlechterung des Gesundheitszustands
entscheidend, sondern eine daraus resultierende Reduktion der Arbeitsfähigkeit. Im
Bereich des rechten Carpus sei eine Trapezektomie wegen Rhizarthrose 2014
durchgeführt worden sowie eine Dekompression L5/S1 links 2013. Der orthopädische
Gutachter komme (dennoch) zum Schluss, dass die Gesamtarbeitsfähigkeit (adaptiert)
aus orthopädischer Sicht nicht tiefer ausfalle als zum Zeitpunkt der Begutachtung am
ABI Basel 2009. Ergänzt werden könne, dass Dr. H._ die Beschwerdeführerin im
Bereich des Rückens nicht mehr als voll belastbar betrachte und weiter erwähne, dass
Tätigkeiten mit ständigem Bücken usw. nicht ausgeführt werden könnten. Sie
beschreibe hier eine nicht adaptierte Tätigkeit, weshalb kein Widerspruch zum
Gutachten bestehe (keine Arbeitsfähigkeit mehr in der angestammten Tätigkeit). Dem
kann gefolgt werden. Das Gutachten des ZMB erscheint sorgfältig und in sich
schlüssig. Es stützt sich auf die vorhandenen medizinischen Akten und ist
nachvollziehbar, weshalb darauf abgestellt werden kann. Damit ist von einer
adaptierten Arbeitsfähigkeit von 50% auszugehen.
3.
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3.1 Die Beschwerdeführerin bringt vor, eine Verwertbarkeit ihrer Restarbeitsfähigkeit
sei nicht realistisch.
3.2 Der als ausgeglichen unterstellte Arbeitsmarkt umfasst auch sogenannte
Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit
einem sozialen Entgegenkommen vonseiten des Arbeitgebers rechnen können. Von
einer Arbeitsgelegenheit kann gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung nur dann
nicht mehr gesprochen werden, wenn die zumutbare Tätigkeit nurmehr in so
eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch
nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines
durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden
Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint (Urteile des Bundesgerichts
vom 28. April 2010, 8C_1050/2009, E. 3.3, mit Hinweisen, und vom 29. August 2007,
9C_95/2007, E. 4.3). Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein
invaliditätsfremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches
zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen
kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischer Weise nicht mehr nachgefragt wird, und
dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungslast nicht mehr
zumutbar ist. Fehlt es an einer wirtschaftlich verwertbaren Resterwerbsfähigkeit, liegt
eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vor, die einen Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente begründet. Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das
verbliebene Leistungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten,
lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt von den
Umständen des Einzelfalls ab. Massgebend können die Art und Beschaffenheit des
Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und
Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur,
vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder
Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein (BGE 138 V
460 E. 3.1 mit weiteren Hinweisen; Urteile des Bundesgerichts vom 22. März 2012,
9C_153/2011, E. 3.1; und vom 28. Mai 2009, 9C_918/2008, E. 4.2.2 mit Hinweisen).
Massgebend für die Beurteilung der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ist der
Zeitpunkt des Feststehens der medizinischen Zumutbarkeit einer
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(Teil-)erwerbstätigkeit. Dies ist gegeben, sobald die medizinischen Unterlagen eine
zuverlässige Sachverhaltsfeststellung erlauben (BGE 138 V 456 f. E. 3.3 f.).
3.3 Vorliegend war der Beschwerdeführerin bereits in der Verfügung vom 21.
Dezember 2000 ab 1. April 1997 ein Invaliditätsgrad von 67% anerkannt (IV-act. 60)
und mit Verfügung vom 7. April 2004 die bisher ganze Rente zufolge einer
Gesetzesänderung auf eine Dreiviertelsrente reduziert worden. Damals war die am _
September 1958 geborene Beschwerdeführerin _-jährig und sie verfügte noch über
eine langjährige Aktivitätsdauer. Da alle früheren Erhöhungsgesuche der
Beschwerdeführerin erfolglos blieben und sie demnach längst ihre Restarbeitsfähigkeit
hätte verwerten sollen, kann sie im Hinblick auf die Schadenminderungspflicht allein
aus ihrem vorgerückten Alter nichts zu ihren Gunsten ableiten (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 31. Januar 2019; 8C_704/2018, E. 6). Zwar hat sich die Höhe
ihres Arbeitsfähigkeitsgrads gestützt auf die obigen Ausführungen seither nicht
verschlechtert, jedoch sind weitere Kriterien hinzugekommen, welche die ihr noch
zumutbaren angepassten Tätigkeiten zusätzlich einschränken. Trotzdem können diese
allein mit dem Faktor Alter keine Unverwertbarkeit der Resterwerbsfähigkeit
begründen. Zumal die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt des ZMB-Gutachtens noch
keine 59 Jahre alt war. Angesichts der relativ hohen Hürden, welche das Bundesgericht
für die Annahme einer Unverwertbarkeit der (Rest-) Arbeitsfähigkeit älterer Menschen
entwickelt hat (vgl. die Zusammenstellung im Urteil 9C_918/2008 vom 28. Mai 2008 E.
4.2.2 mit Hinweis auf das Urteil I 831/05 vom 21. August 2006 E. 4.1.1), ist
insbesondere gestützt auf ihr Alter nicht von einer Unverwertbarkeit auszugehen. Die
Beschwerdeführerin verfügt über eine Restarbeitsfähigkeit von 50%. Das Profil der ihr
zumutbaren Arbeiten umfasst Tätigkeiten mit leichter körperlicher Arbeit in
Wechselhaltung mit der linken adominanten Hand als Stütz- und Hilfshand, ohne
stärkere Belastung der rechten Hand, ohne repetitive Überkopfarbeiten sowie ohne
repetitives Treppengehen, Knien, Kauern und Gehen auf unebenem Boden (IV-act.
244-63). Auf Grund der vorliegenden Aktenlage kann die Beschwerdeführerin nicht als
funktionelle Einhänderin gelten. Auf Grund der Arztberichte kann sie die linke Hand
weiterhin jedenfalls als Hilfshand verwenden. Gemäss bundesgerichtlicher
Rechtsprechung wird davon ausgegangen, dass der ausgeglichene Arbeitsmarkt für
Personen, welche funktionell als Einarmige zu betrachten sind und überdies nur noch
leichte Arbeiten verrichten können, genügend realistische Betätigungsmöglichkeiten
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bietet (Urteil des Bundesgerichts vom 8. September 2009, 8C_207/2009, E. 3.2). Zu
denken ist etwa an einfache Überwachungs-, Prüf- und Kontrolltätigkeiten, die keinen
Einsatz der linken Hand voraussetzen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 27. August
2008, 8C_635/2007, E. 4.2 mit Hinweisen). Von einer geradezu aufgehobenen
Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit kann damit auch mit Blick auf die etwas
erweiterten Adaptionskriterien nicht ausgegangen werden.
4.
Gestützt auf die obigen Ausführungen ist weder eine wesentliche Veränderung des
Gesundheitszustands noch eine erhebliche Veränderung der erwerblichen
Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes gegeben,
weshalb kein Revisionsgrund vorliegt. Die Beschwerdeführerin hat somit weiterhin
Anspruch auf eine Dreiviertelsrente. Selbst wenn von einer Verschlechterung
hinsichtlich der Adaptionskriterien ausgegangen und im Rahmen eines
Prozentvergleichs ein maximaler Leidensabzug von 25% gewährt würde (vgl. dazu
beispielsweise: Urteil des Bundesgerichts vom 14. Mai 2018, 8C_744/2017, E. 5.2 mit
weiteren Hinweisen), ergäbe sich ein IV-Grad von aufgerundet 63% (100% - [50% x
0.75]), womit es beim Anspruch auf eine Dreiviertelsrente bliebe.
5.
5.1 Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 26. Oktober 2017 nicht
zu beanstanden und die Beschwerde abzuweisen.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des
Verfahrens entsprechend ist sie der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Der von ihr
geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist daran anzurechnen.