Decision ID: c07656b8-28d1-46ed-b51e-25fa4bf2deb0
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1969 geborene
X._
arbeitete bei
Y._
als
Produktionsmitar
beiterin
und war dadurch bei der SWICA
Versicherungen AG (SWICA)
obligato
risch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als sie am
9.
Januar 2007 mit ihrem Auto vor einem Rotlicht wartend durch ein anderes Fahrzeug von hinten
angefahren wurde (Unfallmeldung vom 2
5.
Januar 2007,
Urk.
7/6/115
). Die SWICA
erbrachtet in
der Folge
Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen
(vgl. Schreiben vom 1
5.
Februar 2007,
Urk.
7/6/102-103)
.
A
m
3.
März 2008
(Eingangsdatum gemäss Aktenverzeichnis)
meldete sich
X._
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/2). Die IV-Stelle nahm
daraufhin
erwerb
liche und medizinische Abklärungen vor, in deren Rahmen
sie zusammen mit der
SWICA
(vgl. Zusatzfragen der SWICA vom 15. Januar 2009,
Urk.
7/26)
beim
Z._
ein interdisziplinäres (internistisch,
rheumatologisch, psychiatrisch) Gutachten
einholte
(Gutachten vom 1
4.
Juni 2009
,
Urk.
7/28).
Mit Vorbescheid
vom 1
7.
Juli 2009
stellte sie
die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (
Urk.
7/30)
.
D
ie SWICA stellte mit Verfügung vom 3
0.
Oktober 2009
(
Urk.
7/47)
b
zw.
Ein
spracheentscheid
vom 22.
Januar 2010
(vgl. Urteil des hiesigen Gerichts vom 2
3.
März 2011,
Urk.
7/78)
ihre Leistungen rückwirkend per
3
1.
Mai 2008
ein.
Nachdem
X._
gegen den Vorbescheid der IV-Stelle
unter Beilage eines Berichts
von Ärzten
der
A._
Einwand erhoben hatte (Einwand
vom 1
1.
September
2009,
Urk.
7/36, und Be
richt vom 1
8.
August
2009, Urk.
7/35)
,
wurde sie am 7.
Januar 2010 von Pro
f.
Dr.
med. B._
vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der IV-Stelle
untersucht (vgl.
Fest
stellungsblatt
,
Urk.
7/69/2-3; Schreiben der IV-Stelle vom 1
8.
Janu
a
r 2010,
Urk.
7/51). Am 16.
März 2010
liess die IV-Stelle zudem
eine
Haushaltsab
klärung
v
ornehmen
(Abklärungsbericht vom
5.
Mai 2010,
Urk.
7/61). Mit Ver
fügung vom 1
8.
November 2010 sprach die IV-Stelle
X._
mit Wir
kung ab
1.
Januar 2008 eine
Dreiviertelsrente
zu (
Urk.
7/77, Verfügungsteil 2,
Urk.
7/70).
Die Leistungseinstellung der SWICA
per 3
1.
Mai 2008
wurde mit Urteil des hiesi
gen Gerichts vom 2
3.
März 2011 (
Urk.
7/78) und Urteil des Bundesgerichts vom 1
0.
Februar 2012 (
Urk.
7/81) bestätigt.
1.2
Am
4.
Oktober 2012
(Eingangsdatum gemäss Aktenverzeichnis)
stellte
X._
bei der IV-Stelle ein Gesuch um Erhöhung ihrer Rente (
Urk.
7/82). Die IV-Stelle holte dar
aufhin Berichte von
Dr.
med. C._
, Facharzt FMH für
Allgemeine
Innere Medizin und für Rheumatologie,
(
Bericht vom 13.
Febru
ar 2013
,
Urk.
7/87) und von
Dr.
med. D._
, Facharzt FMH für Psy
chia
trie und Psychotherapie, (Bericht vom
3.
April
2013,
Urk.
7/93) ein und gab beim
G._
ein Gutachten in Auftrag (
Gut
ach
ten vom 1
7.
März
2014,
Urk.
7/106;
Mitteilung vom
25.
Oktober
2013,
Urk.
7/101).
Mit Vor
bescheid vom 2
4.
März
2014
stellte die IV-Stelle
die Auf
hebung der
Dreiviertelsrente
von
X._
auf das Ende des der Ver
fügung folgenden Monats in Aussicht (
Urk.
7/109). Dagegen liess
X._
Einwand erheben (Ein
wand vom 3
1.
März 2014, Urk.
7/115, und Be
grün
dung vom 2
6.
Mai 2014,
Urk.
7/120
).
Nach
Durchfüh
rung
eine
r
Eingliede
rungsberatung
(
Bericht vom 1
6.
Juli 2014, Urk.
7/125)
und
eine
r
Pot
enzialab
klärung
bei der
E._
,
(Bericht vom 2
8.
August 2014,
Urk.
7/129) hielt die IV-Stelle mit Mitteilung vom 1
1.
September 2014 fe
s
t, dass keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich sei
en
(
Urk.
7/131).
Mit Verfügung vom 1
7.
Februar
2015 hob die IV-Stelle die
Dreiviertelsrente
von
X._
auf das Ende des der Verfü
gung folgenden Monats
auf (Urk.
2).
2.
Dagegen liess
X._
am 2
0.
März 2015 Beschwerde erheben und beantragen, es sei ihr
auch nach dem 3
1.
März 2015
weiterhin eine
Dreivier
telsrente
auszurichten (
Urk.
1). Die Beschwerdegegnerin beantragte mit
Be
schwerdeantwort
vom
6.
Mai 2015 die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6). Die Beschwerdeführer
in
liess mi
t
Replik vom 1
8.
August 2015 an ihrem Antrag
auf Weiterausrichtung der
Dreiviertelsrente
festhalten (
Urk.
11), worauf die
Be
schwerdegegnerin
unter Festhaltung an ihrem Abweisungsantrag auf das Ein
reichen einer begründete
n Duplik verzichtete (
Urk.
16). Die
s
wurde der Be
schwer
deführerin am
8.
September 2015
zur Kenntnis gebracht
(
Urk.
17).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin auch
über den
3
1.
März
2015
hinaus
Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
der Beschwerdegegnerin hat oder ob kein Rentenanspruch mehr besteht.
2.
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG
). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Renten
an
spruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesent
lichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn
sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesund
heits
zustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hinwei
sen).
Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich ge
bliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai
2009 E.
1.2 und I 212/03 vom 28. August
2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswir
kung
en eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechts
kräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit
rechts
konformer
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundes
ge
richts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
3
.
3.1
Die Beschwerdegegnerin ging bei der ursprünglichen
Rentenzusprache
davon
aus, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall zu 100
%
erwerbstätig wäre
und dass sie in einer behinderungsangepassten Tätigkeit noch zu 40
%
ar
beits
fähig
sei
(
Urk.
7/70). Sie stützte sich dabei hauptsächlich auf die Einschät
zung ihres RAD-Arztes Prof.
Dr.
B._
(vgl.
Urk.
7/69). Dieser
hatte
mit Stellung
nahme vom
7.
Januar 2010
erklärt
, ein sich nach dem Unfallereignis vom Janu
ar 2007 ausgebildeter physischer und psychischer Gesundheitsschaden mit
Krank
heitswert
(Status nach Beschleunigungstrauma mit
zerviko
-
thorako
-verte
bralem Schmerzsynd
rom und ICD-10 F45.41, F32.1; F
55.2
und Z
60.0) verhin
dere seit 2007 zunehmend und auf Verhaltensebene akzentuierend die volle Ausschöpfung der funktionellen Leistungsfähigkeit für beruflich zu ver
wertende Tätigkeiten. Im Mittelpunkt der heutigen Beschwerden stünden an
haltende
Schmerzen im Nacken und Kopf mit der Tendenz, in die Arme und den Rücken auszustrahlen, verbunden mit Mangel an Antrieb, einer ängstlichen und be
drückten Stimmungslage, verbunden mit hartnäckiger Schlaflosigkeit und ei
ner
durchgängig verzweifelten resignativen Lebenseinstellung mit einer unbe
wussten
krankheitsbedingten Flucht in die verhaltenseinschränkende
Schmerz
verarbei
tungsstörung
. Aus der Anamnese ergebe sich, dass sich die
Verhaltens
änderung
in der Folge des Unfallgeschehens gebildet und inzwischen trotz lege
artis
durch
geführter multifokaler Therapien zu einem
chronifizierten
und weit
gehend therapieresistenten Beschwerdebild ausgeweitet habe. Aus
versiche
rungs
medizi
nischer
Sicht sei seit 2007 bis heute vor dem Hintergrund des fest
gestellten Gesundheitsschadens medizintheoretisch eine Restarbeitsfähigkeit von 30
%
bis 50
%
eines Pensums von 100
%
für behinderungsangepasste beruflich zu ver
wer
tende Tätigkeiten zu postulieren, deren praktische Verwirklichung bislang nicht störungsspezifisch orientiert durch koordinierte therapeutische und beruf
liche
Integrationsmassnahmen
stattgefunden habe.
3.2
3.2.1
Für das
vorliegende
Revisionsverfahren sind folgende Arztberichte aktenkundig:
3.2.2
Dr.
C._
erklärte mit Bericht an die Beschwerdegegnerin vom 1
7.
Oktober 2012, die Beschwerdeführerin habe sich bei ihm wegen
seit März 2012 progre
dienten Gelenkschmerzen und Sehnenansatzschmerzen gemeldet. Die dabei
palpierbaren
Synovi
t
i
d
en
, die
Enthesitiden
, das asymmetrische
Befallsmuster
, be
stätigt auch durch die
skelettszintigraphische
Untersuchung, sprächen für eine
Psoriasisarthritis
. Ansonsten
hätten
laborchemisch bei negativen
Rheuma
fakto
ren
resp. Anti-CCP keine Argumente für eine rheumatoide Arthritis (wobei auch hier asymmetrischer Befall nicht typisch) gefunden
werden können
. Ferner seien serologisch eine Hepatitis-B- oder –C-Infektion ausgeschlossen worden. Es fän
den sich auch keine Hinweise für eine Kollagenose. Die eingesetzten
Glu
co
co
r
t
i
coide
zeig
t
en einen guten Effekt auf die
artikuläre
Entzündungsaktivität, wobei di
e Dosis wegen Sehstörungen habe
reduziert werden müssen. Es erfolge in An
betracht der hier vorliegenden Entzündungsaktivität mit potentieller
Destruk
tion von Gelenken eine
i
mmunmodulatorische
Behandlung mit
Metho
trexat
, wobei wegen Nebenwirkungen bei höheren Dosen ein Wechsel auf
Leflunomid
notwendig geworden sei. Hinsichtlich der zukünftigen Arbeits- re
spektive Er
werbsfähigkeit seite
n
s
der
Psoriasisarthritis
müsse der weitere Ver
lauf abge
wartet werden. Aktuell fänden sich weiterhin Zeichen einer
artikulären
Entzün
dungsaktivität
(
Urk.
7/84).
3.2.
3
Mit Bericht an die Beschwerdegegnerin vom 1
3.
Februar 2013 hielt
Dr.
C._
als Diagnosen fest:
Psoriasisarthritis
mit Arthri
ti
den und
Enthesitiden
chronisches
zervikovertebrales
Schmerzsyndrom
paramedian
-rechtsbetont Diskushernie C6/7
Status nach HWS-Distorsion 2007
Verdacht auf zusätzlich depressive Entwicklung
Bei der Beschwerdeführerin bestünden Einschränkungen bei Arbeiten über Kopf, bei Zwangshaltungen und bei repetitiven manuellen Arbeiten (
Urk.
7/87).
3.2.
4
Dr.
D._
diagnostizierte mit Bericht a
n die Beschwerdegegnerin vom 3.
April
2013 aus psychiatrischer Sicht:
rezidivierende depressive Störung (aktuell mittelgradig; ICD-10 F45.40)
Persönlichkeit mit
dependenten
und
anankastischen
Zügen (ICD-10 F60.5/7)
Die Beschwerdeführerin sei in der angestammten Tätigkeit seit
Beginn
der Be
handlung bei ihm im März 2010 bis aktuell zu 70
%
arbeitsunfähig.
Konzentra
tionsvermögen
, Auffassungsvermögen, Anpassungsfähigkeit und Belastbarkeit seien mittelgradig eingeschränkt. Das Leiden der Beschwerdeführerin sei mitt
lerweile derart
chronifiziert
und in ihrem Bewusstsein verankert, dass eine er
folgreiche T
herapie obsolet erscheine (Urk.
7/93).
3.2.5
Die
G._
-Gutachter hielten in ihrem Gutachten vom 1
7.
März 2014
(
Urk.
7/106)
als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit fest
(S. 21)
:
c
hronische
Psoriasisarthritis
(ICD-10 M07.0)
i
mmunsupprimierende Therapie mit 10mg
Leflunomid
täglich, Cox-2-Hemmer-Therapie mit
Arcoxia
60mg täglich
k
linisch persistierende
Synovitis
Metacarpophalangealgelenk
(
MCP
)
I rechts sowie MCP II links, fraglich
Synovitis
Proximales
Interpha
langealgelenk
(
PIP
)
II li
nks, angedeutete
Dactylitis
Digitus
II links,
Synovitis
und
D
actylitis
vierter
Zehe rechter Fuss; fragliche
Ostei
tis
/
Enthesitis
Manubrium
sterni
aktuell radiologisch hochgradiger Verdacht auf Usur
Köpfchenpha
lanx
I rechts radial
chronisches
zerviko
zephales
/
zervikobrachiales
Schmerzsyndorm
beid
seits (ICD-10 M53.0
/M53.1)
Status nach traumatischem HWS-Beschleunigungstrauma vom 9.
Januar 2007
r
adiomorphologisch MRT HWS 2
3.
Augus
t 2010 mit medianer
subli
gament
ärer
Disku
sh
ernie C6/7 ohne eindeutige Kompression von neuralen Strukturen, geringe
Osteochondrose
C6/7 sowie aktuell kon
ventionell-radiologisch leicht beginnende
Unkovertebralarthrose
n
C5 und C6 beidseits rechts betont
l
eichte
Wirbelsäulenfehlhaltung mit betonter
Kyphosierung
der obe
ren BWS
r
eaktive
Myogelosen
im Nacken-Schultergürtel im Rahmen einer mus
kulären
Dysbalance
k
linisch-neurologisch unauffällige Befunde a
n
den oberen Extremitä
ten
r
ezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichtgradige Episode (ICD-10 F33.10)
Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Gut
achter:
Schmerzverarbeitungsstörung (ICD-10 F54.0)
Verdacht auf akzentuierte Persönlichkeitszüge mit Unsicherheit (ICD-10 Z73.1)
Psoriasis
vulgaris
(ICD-10 L40.0)
Im Vordergrund stünden bei ihren Untersuchungen die von der Beschwerde
führerin angegebenen Beschwerden am Bewegungsapparat. Seit dem Unfall
im Jahr
2007 habe sie Nacken- und Armschmerzen. Etwa seit zwei Jahren seien die Gelenkprobleme der Psoriasis aufgetreten.
Bei ihrer rheumatologischen Untersuchung sei die
Psoriasisarthritis
bestätigt worden. Es habe eine
Synovitis
an verschiedenen Fingergelenken bestanden. Vom Rücken her sei ein vorwiegend muskulär bedingtes chronisches
zervikoze
phales
und
zervikobrachiales
Schmerzsyndrom diagnostiziert worden. Radiolo
gisch bestünden
subligamentäre
Diskushernien C6/7 und
eine
geringe
Osteo
chon
d
rose
. Aus rheumatologischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit vor allem durch
die Arthritis an den Händen eingeschränkt. Manuell belastende Tätigkeiten seien
nicht möglich. Für feinmotorische Arbeiten mit geringer Belastung der Hände bestehe eine 50%ige Arbeitsfähigkeit, welche vor allem halbtags am Nachmittag verwertet werden könnte. Tätigkeiten ohne
manuelle Arbeiten, zum Beispiel mit Überwachung, könnten uneingeschränkt verrichtet werden. Vom
Zervikobrachi
alsyndrom
her bestünden aus rheumatologischer Sicht keine Einschränkungen für eine körperlich leichte Tätigkeit.
Bei ihrer psychiatrischen Untersuchung sei eine rezidivierende depressive Stö
rung, gegenwärtig leichtgradige Episode diagnostiziert worden. Die Arbeitsfä
hig
keit sei aus psychiatrischer Sicht aufgrund der depressiven Sympt
omatik um 20
%
vermindert. Zusä
t
z
lich
bestünden
eine Schmerzverarbeitungsstörung und
ein
Verdacht auf akzentuierte Persönlichkeitszüge. Diese Diagnosen hätten keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit.
Bei ihrer allgemeininternistischen Untersuchung sei ausser der Psoriasis keine weitere Diagnose gestellt worden. Die Auswirkungen der Psoriasis au
f
die Haut seien nicht stark ausgeprägt. Die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin werde dadurch nicht eingeschränkt.
Zusammengefasst sei
d
ie Beschwerdeführerin aus polydisziplinärer Sicht für eine körperlich leichte, wenig manuelle Tätigkeit zu 50
%
arbeits- und leis
tungsfähig. Diese Arbeit könne idealerweise halbtags am Nachmittag verrichtet werden. Die Arbeitsunfähigkeit aus rheumatologischer und psychiatrischer Sicht könne hier nicht kumuliert werden, da dieselben Zeitabschnitte für vermehrt notwendige Pausen genutzt werden könnten. Eine körperlich leichte Tätigkeit ohne manuelle Arbeiten sei der Beschwerdeführerin mit einem ganztägigen Pensum und 20
%
verminderter Leistung zumutbar. Für körperlich schwere und mittelschwere Tätigkeiten und solche mit vermehrter manueller Belastung be
stehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit.
Aufgrund der anamnestischen Angaben, ihrer Untersuchungsbefunde, der vor
lie
genden Dokumente sowie der früher attestierten Arbeitsunfähigkeiten gingen
d
ie
Gutachter
davon aus, dass die Arbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführerin
seit dem Unfall vom Januar 2007 eingeschränkt sei. Anfangs habe wegen des psy
chi
schen Leidens eine Arbeitsunfähigkeit von unterschiedlichem Ausmass be
stan
den, welche gemäss der psychiatrischen Symptomatik attestiert worden
sei
. Seit März 2012 bestünden die zusätzlichen Einschränkungen aufgrund der
Psoria
sis
arthritis
mit verminderter Belastbarkeit der Hände. Die gesamthaft
poly
diszipli
när
festgestellt
e
Arbeitsfähigkeit bestehe sei
t
ihrer Untersuchung im November 2013 (
S. 22).
3.2.6
Dr.
C._
berichtete am 2
3.
September 2013
an
Dr.
med. F._
, Fach
arzt FMH für Allgemeine Medizin,
a
ktuell erfolge eine
immunmodula
to
rische
Behandlung mit
Arava
/-
Leflunomid
10mg. Die Dosis von 20mg täglich sei lei
der im Verlauf nicht ertragen worden, weshalb eine Dosisreduktion habe erfol
gen müssen. Ergänzend werde ein
Coxib
(
Arcoxia
60mg) ver
a
breicht. Unter die
ser Medikation sei die Beschwerdeführerin nicht vollständig beschwerdefrei, wobei die Gelenkschmerzen und die Morgensteifigkeit
doch
deutlich geringer seien, als noch vor Beginn der
immunmodulatorischen
Medikation. Zuletzt seien
thorakale Schmerzen manifest geworden, wobei die Lokalisation und bei vorläufigem Ausschluss einer
k
ardialen Ursache diese durchaus auch
Enth
e
siti
den
im Rahmen der
Psoriasisarthritis
entsprechen könnten. Hierfür spreche, dass diese Symptome
bei der
kurzzeitige
n
Prednisonbehandlung
rückläufig gewesen seien. Im Übrigen seien unter der
Prednisonbehandlung
auch die Gelenkschmer
zen an beiden Händen geringer gewesen, was für eine noch ungenügende Suppression der Entzündungsaktivität spreche, wobei aktuell
klinisch-palpato
risch
und mittels Doppler-Flow keine wesentliche
n
Synovit
iden
festzustellen seien (Urk.
7/106/26-27).
3.2.7
Nach Einsicht in den Vorbescheid vom 2
4.
März 2014 teilte
Dr.
C._
der Beschwerdegegnerin am 1
2.
April 2014 mit, ihm sei nicht bekannt, was
ur
sprünglich
zu
r
Zusprache
einer
Dreiviertelsrente
geführt habe. Er sei überrascht, dass die „aktive“
Psoriasisarthritis
anlässlich der Begutach
t
ung anscheinend als nicht sehr relevant in Bezug auf die Ausübung einer beruflichen Tätigkeit be
urteilt worden sei. Seit 2012 bestehe eine
Psoriasisarthritis
mit zuletzt vor allem entzündlicher Beteiligung der Daumengrund- und vereinzelter Fingergelenke (v.a. PIP-Gelenke), der Knie- und Zehengelenke (intermittierend Daktylitis) und des Sternums resp.
sternoclaviculär
. Die
immunmodulatorische
Behandlung mit
Methotrexat
habe wegen Nebenwirkungen sistiert werden müssen. Eine Be
hand
lung mit
Leflunomid
könne wegen Nebenwirkungen (Blutdruck, Nausea) „nur“ in einer Dosis von 10mg ausgeführt werden. Unter dieser Medikation sei die
artikuläre
Entzündungsaktivität zu
wenig supprimiert.
Mit der
Beschwerde
führerin
sei schon über eine Behandlung mit einem
Biologikum
gesprochen worden, wobei sie sich dazu wegen de
r
potentiellen Gefahren bisher nicht habe entschliessen können (
Urk.
7/119).
3.2.8
Am 1
2.
Juni 2014 berichtete
Dr.
C._
der Beschwerdegegnerin, wie er bereits früher erklärt habe, sei die
artikuläre
Entzündungsaktivität seitens der
Psoriasis
arthritis
zuletzt progredient gewesen. Zwischenzeitlich sei eine ausgeprägte
Tenosynovitis
der linksseitigen
Tibialis
-
posterior
-Sehne manif
e
st geworden, neben der Gonarthritis und Arthritiden an meh
r
eren MCP- und an den Hand
ge
lenken. Ein Ausbau der
immunmodulatorischen
Behandlung mit einem TNF-alpha-Hemmer sei indiziert. Die Beschwerdeführerin möchte diesbezüglich jedoch we
gen der potentiellen Gefahren (Infekt) noch zuwarten (
Urk.
7/123).
3.2.9
Mit Bericht an die Beschwerdeführerin vom
9.
April 2015 erklärte
Dr.
C._
, bei der Beschwerdeführerin bestehe klinisch eine deutlich erhöhte
Entzündungs
aktivität
seitens der
Psoriasisarthritis
. Als Befunde führte er an
:
Tendinitis der
Supraspinatussehne
und
Bicepssehne
linke Schulter, Bursitis
subacromialis
links
seitig,
Synovitis
rechtsseitiger Ellbogen mit Erguss,
Synovitis
MCP II links
seitig,
Synovitis
PIP-III rechtsseitig,
Synovitis
linksseitiges Knie,
Synovitis
links
seitiges
oberes und unteres Sprunggelenk
,
Tenosynovitis
Tibialis
-
posterior
-Sehne und
Digitorum
-
longus
-Sehne linksseitig (
Urk.
12/1).
3.2.10
Dr.
D._
hielt mit Bericht an den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin vom
1.
Juli 2015 als psychiatrische Diagnose fest:
a
nhaltende, therapieresistente mittel- bis
schwergradige
depressive Epi
sode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11)
Persönlichkeit mit
dependenten
und
anankastischen
Zügen (ICD-10 F62.5/7)
Zudem führte er als psychi
atri
sch ausgewiesene Komorbidität von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer eine undifferenzierte Somatisie
rungss
törung (ICD-10 F45.1) an
.
Aktuell und nach wie vor bestehe aus psychiatrischer Sicht eine anhaltende und mindestens 70%ige Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeit. Diese Arbeitsunfä
higkeit werde vermutlich aufgrund der bereits eingetretenen
Chronifizierung
bis auf
Weiteres
unverändert bleiben. Das depressive Syndrom beinhalte nach wie vor eine massive Beeinträchtigung des Antriebs, der Motivationsfähigkeit und der Fähigkeit Interesse für etwas aufzubringen. Diese limitierenden Faktoren seien sowohl in der angestammten Tätigkeit wie auch in einer Verweistätigkei
t wirksam (
Urk.
12/2).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom 1
7.
Februar 2015 davon aus, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin
im Vergleich zum Zeitpunkt der ursprünglichen
Rentenzusprache
wesentlich ver
bessert habe und die Beschwerdeführerin in
einer körperlich leichten Tätigkeit ohne manuelle Arbeiten wieder zu 80
%
arbeitsfähig sei (
Urk.
2). Aus medizini
scher Sicht berief sie sich dabei im Wesentliche
n auf das
G._
-Gutachten vom 17.
März 2014 (E. 3.2.5; vgl. Feststellungsblatt,
Urk.
7/108/4 und
Urk.
7/135).
Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens durch die Sozialversicherung einge
holten Gutachten ist Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete
Indizien
gegen deren Zuverlässigkeit sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/
bb
). Vorliegend bestehen keine
Indizien,
welche gegen die Beweistauglichkeit des
G._
-
Gutach
tens
vom 1
7.
März 2014
sprechen würden. Vielmehr erfüllt das Gutachten die rechtsprechungsgemässen Anforderungen, welche an beweistaugliche medizi
nische Gutachten gestellt werden:
Das Gutachten ist für die streitigen Belange umfassend, es beruht auf
allseitigen
Untersuchung
en
, es
berücksichtigt auch die geklagten Beschwerden, es ist in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden, es leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein und die darin enthaltenen Schlussfolgerungen sind nachvollziehbar begründet
(vgl. BGE 125 V 351 E. 3a; E. 2.3).
Aus dem Gutachten geht insbesondere hervor,
dass es aus psychiatrischer Sicht zu einer Verbesserung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin ge
kommen
ist
.
So konnte
n
die Gutachter im Gegensatz zu Prof.
Dr.
B._
, dessen Beurteilung der ursprünglichen
Rentenzusprache
zu
grunde lag
(E.
3.1)
,
keine mittelgradige depressive Episode
(ICD-10 F32.1)
, son
dern lediglich noch eine leichtgradige
Episode feststellen (E.
3.2.5).
Diese Ver
besserung steht in Übereinstimmung mit den angeführten Befunden. So erklärt
e
die Beschwerde
führerin
im Rahmen der Begutachtung
beispielsweise
, dass sich ihr Schlaf ver
bessert habe (
Urk.
7/106 S. 10).
Prof.
Dr.
B._
hielt demgegenüber
im Januar 2010
noch eine hartnäckige Schlaflosigkeit fest (E.
3.1). Eine durch
gängig ver
zweifelte resignative Lebenseinstellung wie Prof.
Dr.
B._
(E. 3.1) stellten die Gutac
hter ebenfalls nicht mehr fest. Im Weiteren hielten die
G._
-Gutachter fest, dass die Beschwerdeführerin
im Haushalt
die Reinigung und die Wäsche
mache
(
Urk.
7/106 S.
11
; vgl. auch S.
8
).
Anlässlich der
Z._
-Begut
achtung
im Jahr 2009
erklärte
die Beschwerdeführerin
demgegenüber noch, dass der Ehe
mann sich um die Wäsche kümmere, er wasche
das Geschirr ab (
Urk.
7/28/34).
4
.2
Der behandelnde Psychiater
Dr.
D._
attestierte der Beschwerdeführerin im Gegensatz zu den
G._
-Gutachtern, welche
eine Verbes
serung des Gesundheits
zustandes und
bloss noch
eine
Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit
aus rein psy
chiatri
scher Sicht
von
20%ige festhielten (E. 3.2.5)
,
einen seit der ursprüng
lichen
Rentenzusprache
stationären Gesundheitszustand und
eine 70%ige Ein
schrän
kung
(E. 3.2.
4.
und E. 3.2.10).
Bei der Berichterstattung von
Dr.
D._
fällt auf, dass er im Bericht vom
3.
April
2013 betreffend psychiatrischen Be
fund festhielt, dass die Beschwerdeführerin nicht richtig ein- und durchschlafen könne (
Urk.
7/93/2). Nachdem die Beschwerdeführerin
im Rahmen der Begut
achtung im November 2013 angegeben hatte, dass sich der Schlaf aufgrund ei
nes
Arthrosemedikamentes
verbessert habe (
Urk.
7/106 S.
10), lässt sich schliessen,
dass die
von
Dr.
D._
im April 2013 noch angeführte
Insomnie zumindest auch somatisch bedingt war bzw. dass es nach April 2013 zu einer Besserung des Schlafes gekommen ist.
Weiter gilt es zu beachten, dass die
von
Dr.
D._
im Bericht vom
1.
Juli 2015 gemachte Angabe, die Beschwerde
führerin
merke
keinen Unterschied in der Schmerzintensität in Abhängigkeit vom Tagesverlauf und anderen
be
- oder entlastenden Faktoren ausser körperli
cher Aktivität, die ihre Schmerzen verstärken würden (
Urk.
12/2)
,
im Wider
spruch zu den von der Beschwerdeführerin im Rahmen der Begutachtung ge
machten Angaben, morgens etwa zwei bis drei Stunden zu brauchen, bis sie beweglicher werde (
Urk.
7/106 S.
11)
und zu der von Dr.
C._
angeführten Morgensteifigkeit (E. 3.2.6)
steht
.
Unter Berücksichtigung, dass es b
ei der Wür
digung der Einschätzung von
Dr.
D._
auch
der
Erfahrungstatsache Rech
nung zu tragen
gilt
, dass Hausärzte und behandelnde Spezialärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b
/cc) und in Anbetracht
der Verschiedenheit
von Behandlungs- und Begutachtungsauftrag
(vgl. dazu BGE 124 I 170 E. 4) vermögen d
ie Berichte von
Dr.
D._
die Einschätzung der
G._
-Gutac
hter nicht in Frage zu stellen.
4
.3
Aus somatischer Sicht äusserte sich neben den
G._
-
Gutachter
n
der behandelnde Rheumatologe
Dr.
C._
zum Gesundheitszustand
der Beschwerdeführerin
. Er machte dabei jedoch
nur insoweit konkrete
Angaben zur Leistungsfähigkeit der Be
schwerdeführerin
, als er Einschränkungen bei Arbeiten über Kopf, bei
Zwangs
haltungen
und bei repetitiven manuellen Arbeiten festhielt (E.
3.2.3)
. Entgegen seinen Ausführungen in seiner Stellungnahme vom 1
2.
April 2014
(E.
3.2.7) erachtete
die Beschwerdegegnerin
die
Psoriasisarthritis
der Beschwer
deführerin
sehr wohl als relevant in Bezug auf die Ausübung einer
Arbeitstätig
keit
. Die
G._
-Gutachter, auf deren Einschätzung sich die Beschwerdegegnerin stützte,
erklärten ausdrücklich, dass aufgrund der aktiven
Psoriasisa
r
thritis
jeg
liche manuell belastenden Tätigkeiten nicht zumutbar seien. Arbeiten mit nur geringer physischer Belastung der Hände, vor allem leichte feinmotorische Tätigkeiten
,
könnten, vorzugswe
ise am Nachmittag, ohne Probleme
ausgeübt wer
den. Am Morgen seien aufgrund der Entzündungsaktivität Arbeiten mit fein- oder grobmanuellen Tätigkeiten nicht möglich (
Urk.
7/106 S.
19).
Aus diesen Ausführungen ergibt sich
, dass die Gutachter berücksichtigten, dass die
Be
schwerdeführerin am Morgen weniger leistungsfähig ist (vgl. den Einwand der
Beschwerdeführerin,
Urk.
1 S.
10).
Da
die von
Dr.
C._
attestierten Ein
schrän
kungen von den von den
G._
-Gutachtern festgehaltenen mitumfasst sind
, und aus den Berichten von Dr.
C._
(E. 3.2.2, E. 3.2.3, E. 3.2.6-E. 3.2.9) keine Befunde hervorgehen, welche auf eine weitergehende als die von den
G._
-Gutachtern attestierte
Arbeitsunfähigkeit
schliessen liesse
n
, stehen die Be
richte
von
Dr.
C._
der Einschätzung de
r
G._
-Gutachter nicht entgegen.
4
.4
Nach dem Gesagten
und unter dem Hinweis, dass
Schmerzverarbeitungsstörun
gen
im Sinne von ICD-10 F54.0 nicht unter die Schmerzrechtsprechung des Bundesgerichts fallen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_646/2015 vom 1
9.
Mai 2016 E. 4.6; Einwand der Beschwerdeführerin,
Urk.
11 S.
3),
ist nicht zu bean
standen, dass die Beschwerdegegnerin davon ausgegangen ist, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin
trotz der Verschlechterung aus so
matischer Sicht gesamtmedizinisch
erheblich
verbessert hat und sie in einer behinderungsangepassten Tätigkeit zu 80
%
arbeitsfähig ist.
5
.
5
.1
Zur Ermittlung der erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlich bedingten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ist ein Einkommensvergleich vorzunehmen.
Bei der Invaliditätsbemessung kommt der allgemeinen Methode des
Einkom
men
s
vergleichs
gemäss
Art.
28a
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invaliden
ver
si
cherung (
IVG
)
in Verbindung mit Art. 16 ATSG grundsätzlich Vorrang zu.
Der
Prozentvergleich, bei
dem das ohne Invalidität erzielbare hypothetische
Er
werbs
einkommen
mit 100
%
zu bewerten, während das Invalideneinkommen auf einen entsprechend kleineren Prozentsatz veranschlagt wird, so dass sich aus der Prozentdifferenz der Invaliditätsgrad ergibt, bietet sich namentlich an, wenn Validen- und Invalideneinkommen ausgehend vom gleichen Tabellenlohn (LSE) zu berechnen sind.
Diesfalls
erübrigt sich deren genaue Ermittlung: Der
Inva
liditätsgrad
entspricht dem Grad der Arbeitsunfähigkeit, dies unter Berück
sich
tigung des Abzugs vom Tabellenlohn (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_888/20
14 vom
4.
Februar 2015 E. 2 mit Hinweisen).
5
.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer
Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fort
gesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrschein
lich
keit erstellt sein (BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen).
Die Beschwerdeführerin
war
im Zeitpunkt des Unfalls vom
9.
Januar 2007 in einem befristeten Arbeitsverhältnis bei
Y._
angestellt. Dieses Arbeitsverhältnis war befristet und endete am 2
7.
Januar 2007 (
Arbeitgeberbescheinigung vom 9.
Mai 2008,
Urk.
7/11). Aufgrund der Befristung ist
davon auszugehen, dass die Beschwerdefüh
re
r
in auch im Gesundheitsfall nicht weiter bei
Y._
gearbei
tet hätte. Das
Valideneinkommen
der Beschwerdeführerin ist daher gestützt auf die Löhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes fü
r Sta
tistik (LSE) zu berechnen, wobei die Tabelle TA1 (S. 35-36)
heranzuziehen
ist. Da die Beschwerdeführerin über keine
Berufs
a
usbildung verfügt und zuletzt als Produktionsmitarbeiterin tätig war
(vgl.
Urk.
7/2)
, ist dabei der Totalwert von
Frauen, welche
einfache
Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art aus
üben
(Kompetenzniveau 1)
,
zugrundezulegen
.
Da
somit
– wie nachfolgend be
treffend
Invali
deneinkommen
zu zeigen - Validen- und Invalideneinkommen gestützt auf denselben statistischen Durchschnittswert zu berechnen sind, recht
fertigt es sich, den Einkommensvergleich anhand eines Prozentvergleichs vorzu
nehmen. Das
Valideneinkommen
ist dabei auf 100 % festzusetzen.
5.3
5.3.1
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-er
werblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht
. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, na
mentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) heran
ge
zogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E.
4.2.1).
Im Rahmen der Invaliditätsbemessung darf bei der Bestimmung des trotz der
ge
sundheitlichen Beeinträchtigung
zumutbarerweise
erzielbaren Einkommens nicht
von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten ausgegangen werden. Insbe
son
dere kann von einer Arbeitsgelegenheit im Sinne von
Art.
16 ATSG dort nicht gesprochen werden, wo die zumutbare Tätigkeit in nur so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der allgemeine Arbeitsmarkt nicht kennt und das Finden einer entsprechenden Stelle deshalb zum vornherein als ausgeschlossen erscheint. Ferner ist bei der Ermittlung des Invalidenlohns gegebenenfalls dem Umstand Rechnung zu tragen, dass eine versicherte Person, welche körperliche Schwerarbeit verrichtete, nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine physisch anstrengende Tätigkeit mehr auszuüben vermag. Eine solche Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit kann sich als Erwerbseinbusse niederschlagen, wenn für die versicherte Person keine anderen entsprechenden Erwerbsgelegenheiten in Frage kommen, wie sie der allgemeine ausgeglichene Arbeitsmarkt enthält. Der Begriff des ausgeglichenen Arbeitsmarktes beinhaltet jedoch nicht nur ein gewisses Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage nach Arbeitskräften, sondern auch einen Arbeitsmarkt, der einen Fächer verschiedenster Tätigkeiten aufweist, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes (BGE 110 V 273 E. 4b). Letztes gilt auch im Bereich der
un
- und angelernten
Arbeitnehmen
den
. Schliesslich ist zu berücksichtigen, dass in Industrie und Gewerbe Arbeiten, welche physische Kraft verlangen, seit vielen Jahren und in ständig zunehmen
dem Ausmass durch Maschinen verrichtet werden, während den
Überwa
chungs
funktionen
– wie auch im Dienstleistungsbereich – grosse und wach
sende Be
deutung zukommt (ZAK 1991 S.
320 f. E.
3b; RKUV 1993 Nr. U 168 S.
104 E. 5b).
An die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und
Verdienstaus
sichten
sind
rechtsprechungsgemäss keine übermässigen Anforderungen zu stellen (Urteil des
Bundesgerichts 8C_670/2015 vom 1
2.
Februar 2016 E. 4.2)
.
5.3.2
W
ie dargelegt
(E.
3.2.5 und E.
4)
kann die Beschwerdeführerin eine körperlich leichte Tätigkeit ohne manuelle Arbeiten mit einem ganztä
g
igen Pensum und 20
%
verminderter Leistungsfähigkeit noch ausüben. Entsprechend kann die Beschwerdeführerin
überwiegende
Überwachungsaufgaben (beispielsweise von Maschinen
, Parkhaus) ohne
Weiteres
verrich
t
en
. Auf dem ausgeglichenen Ar
beitsmarkt stehen derartige Tätigkeiten auch für Personen, welche nur über mang
elha
f
t
e Sprachkenntnisse, keine berufliche Ausbildung und unterdurch
schnittliche intellektuelle Fähigkeiten
verfügen, offen
.
Nachdem die Beschwer
deführerin keiner zumutbaren Tätigkeit nachgeht
,
ist für die
Berechnung
des trotz gesundheitlicher Einschränkung noch erzielbaren Einkommens
,
wie für das
Valideneinkommen
,
das Einkommen von Frauen, welche Tätigkeiten des
Kom
petenzniveaus
1
ausüben
,
massgebend
(
LSE,
Tabelle TA1). Dabei ist aufgrund der 80%igen Leistungsfähigkeit das Invalideneinkommen grundsätzlich auf 80
%
festzusetzen.
5.3.3
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ur
sprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
spre
chung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Aus
wirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte da
für bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allge
meinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Be
tracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der
Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75).
Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen. Es ist nicht von dem von der IV-Stelle vorgenommenen Abzug auszugehen und dieser ange
messen zu erhöhen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E.
3
.
2 mit Hinweis auf
SVR 2011 IV Nr. 31 S. 90, 9C_728/2009 E. 4.1.2).
Die Beschwerdegegnerin nahm keinen Abzug vom Tabellenlohn vor (
Urk.
2). Es kann offen bleiben, ob dies rechtens ist, hat die Beschwerdeführerin doch selbst bei einem 20%igen Abzug keinen Anspruch auf eine Invalidenrente ([100
%
- 80
%
x
0,8
] :
100
%
= 36
%
). Ein Abzug von 25
%
, welcher einen Anspruch auf eine
Viertelsrente
bedeuten würde ([100
%
- 80
%
x
0,75
] :
100
%
= 40
%
)
,
ist jedenfalls
nicht gerechtfertigt. So stellt
in
s
besondere
der Umstand
, dass die Beschwerdeführerin lediglich zu 80
%
leistungsfähig ist, kein Grund für einen Abzug dar (Urteil des Bundesgerichts 8C_176/2012 vom 3. September 2012 E. 8 mit Hinweis auf 8C_20/2012 vom
4.
April 2012 E. 3.2, E. 3.3),
5.4
Nach dem Gesagten ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin die Rente der Beschwerdeführerin auf das Ende des der Zustellung der Verfügungen folgenden Monats hin aufgehoben hat.
Die Beschwerde erweist sich entsprechend als unbegründet und ist abzuweisen.
6.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
8
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie de
r
Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen.