Decision ID: 64b26dc7-eeb0-4533-9988-8325c92b8a5a
Year: 2010
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
E._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Rufener, Marktplatz 4, 9004 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
berufliche Massnahmen; Rente
Sachverhalt:
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A.
E._ (Jahrgang 1966) meldete sich erstmals am 8. Januar 1997 zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung an (IV-act. 13). Dr. med. A._, Fachärztin für
Dermatologie und Venerologie FMH, berichtete der IV-Stelle des Kantons St. Gallen am
24. April 1997, der Versicherte leide seit 1994 an einer Psoriasis vulgaris et inversa
sowie an einer Onychodystrophia psoriatica. Die Tätigkeit als Taxichauffeur sei
dadurch nicht eingeschränkt (IV-act. 10). Mit Verfügung vom 27. Juni 1997 wies die IV-
Stelle das Gesuch um berufliche Massnahmen ab, weil keine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit bestehe (IV-act. 5). Die dagegen erhobene Beschwerde wies das
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit Entscheid vom 22. März 1999 (IV
1997/125) ab (IV-act. 2).
B.
B.a Der Versicherte meldete sich am 20. August 2006 erneut zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung an. Er leide an Psoriasis mit Knochenarthritis,
Rückenschmerzen und schweren Lungenfunktionsstörungen (IV-act. 14). Die
Arbeitgeberin berichtete der IV-Stelle am 15. Oktober 2006, der Versicherte sei seit
April 2003 bei ihr als Taxichauffeur (Aushilfe) angestellt. Pro Monat verdiene er im
Durchschnitt Fr. 750.-- (IV-act. 26). Der Hausarzt des Versicherten, Dr. med. B._,
Facharzt für Allgemeine Medizin FMH, gab der IV-Stelle am 8. Dezember 2006 an, der
Versicherte leide an subjektiven Lungenbeschwerden auf Grund der inhalierten
Autoabgase, Rückenbeschwerden, zunehmend psychischen Problemen, sich im
Strassenverkehr ohne Ärger zu bewegen, psychischer Belastung wegen bekannter
Psoriasis mit subjektiver depressiver Entwicklung und Angstzuständen sowie einem St.
n. militärischer Dispensation wegen nosologia militaris IV (psychiatrische Diagnose). In
einer abwechslungsweise sitzenden und stehenden Tätigkeit bestehe eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit (IV-act. 29).
B.b Die IV-Stelle beauftragte am 15. Juni 2007 Dr. med. C._, Facharzt für Psychiatrie
und Psychotherapie FMH, mit der Begutachtung des Versicherten (IV-act. 35). Am
18. August 2007 erstattete Dr. C._ das Gutachten. Der Psychiater gab an, er habe
keine psychiatrische Diagnose stellen können. Es bestehe höchstens ein Verdacht auf
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eine hypochondrische Störung beziehungsweise eine Persönlichkeit mit akzentuierten
Zügen. Es bestehe eine Fixierung auf die psoriatische Krankheit und ihre
Überbewertung vor allem hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit. Als Taxichauffeur oder in
einer adaptierten Tätigkeit sei der Versicherte als voll arbeitsfähig zu betrachten (IV-act.
37).
B.c Mit Vorbescheid vom 11. Oktober 2007 stellte die IV-Stelle die Abweisung des
Leistungsgesuchs in Aussicht. Nach ihren Abklärungen bestehe weder somatisch noch
psychiatrisch eine gesundheitliche Beeinträchtigung. Da keine Invalidität ausgewiesen
sei, sei weder ein Anspruch auf berufliche Massnahmen noch auf Rentenleistungen
gegeben (IV-act. 42). Dagegen wendete der Versicherte (Eingang 17. Oktober 2007)
ein, er bitte um eine IV-ärztliche Untersuchung, da er nicht an psychiatrischen, sondern
an körperlichen Beschwerden leide (IV-act. 44). Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD)
Ostschweiz erachtete in seiner Stellungnahme vom 7. Dezember 2007 eine
interdisziplinäre RAD-Untersuchung als angezeigt (IV-act. 45).
B.d Das Kantonsspital St. Gallen stellte dem RAD am 11. März 2008 unter anderem
den Bericht der Dermatologie / Allergologie des Kantonsspitals St. Gallen vom
23. März 2007 zu. Demgemäss leide der Versicherte seit etwa fünf Jahren an einer
Psoriasis vulgaris mit Arthropathie. Er sei mit verschiedenen Medikamenten behandelt
worden, wobei zum Teil Nebenwirkungen aufgetreten seien, weshalb eine gewisse
Medikation wieder habe abgebrochen werden müssen. Mit der aktuellen Anwendung
von Lokaltherapie könne die Gelenkssymptomatik nicht beeinflusst werden. Es werde
empfohlen, eine Klimatherapie (Sonnenlicht und Meerwasser) durchzuführen (IV-act.
49-1/10).
B.e Am 25. April 2008 erstattete der RAD den Bericht über die interdisziplinäre
Untersuchung. Die internistische Untersuchung inklusive Lungenfunktionsprüfung am
Kantonsspital St. Gallen vom 10. März 2008 ergab als Hauptdiagnose eine Psoriasis
vulgaris (ICD-10: L40.9) mit Arthropathie gemäss Aktenlage. Ohne Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit bestehe eine arterielle Hypertonie sowie eine unspezifische bronchiale
Hyperreagibilität. Die körperliche Untersuchung der geklagten Atembeschwerden habe
keine Auffälligkeiten gezeigt. Bei der Lungenfunktionsprüfung habe kein Nachweis
einer restriktiven oder obstruktiven Ventilationsstörung festgestellt werden können. Im
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bronchialen Hyperreagibilitätstest mit Methacholin habe ein signifikanter FEV1-Abfall
bei einer kumulativen Dosis von 0.55 mg und damit ein formeller Hinweis auf eine etwa
mittelschwere bronchiale Überempfindlichkeit festgestellt werden können. In der
Spiroergometrie habe der Versicherte nahezu altersentsprechende Soll-Watt-
Leistungen erreicht. Hinsichtlich der Psoriasis beständen multiple Hautherde an Kopf,
Stamm und Extremitäten. Nach Angaben des Versicherten hätten Juckreiz und
Effloreszenzen in letzter Zeit zugenommen, er empfinde dadurch allerdings keine
grosse Einschränkung. Aus lungenärztlicher Sicht ergäben sich keine Einschränkungen
für die angestammte Tätigkeit als Taxichauffeur. Aus internistischer Sicht werde die
Leistungsbeeinträchtigung von Seiten der Psoriasis vulgaris mit möglicher
Gelenksbeteiligung (Angabe von Arthralgien im Bereich des rechten Sprunggelenks) auf
etwa 10 bis 20% geschätzt. Dies wegen eines leicht erhöhten Pausen- und Zeitbedarfs
für medizinische Massnahmen. Aus orthopädischer Sicht gab der RAD die Diagnose
eines lumbo-vertebragenen Schmerzsyndroms sowie einer Arthropathie des OSG
rechts (DD: degenerativ, Psoriasis Arthropathie) an. Die geklagten Beschwerden im
Bereich der Lendenwirbelsäule und des rechten Sprunggelenks seien vermutlich auf
degenerative Veränderungen zurückzuführen. Zur Diskussion stehe auch eine
Psoriasis-Arthropathie. In der Tätigkeit als Taxichauffeur bedingten sie eine
Arbeitsunfähigkeit von höchstens 20%, da der Versicherte vermehrte und
betriebsunübliche Pausen benötige. In einer leichten bis gelegentlich mittelschweren,
wechselbelastenden Tätigkeit ohne Zwangspositionen der Wirbelsäule, ohne die
Notwendigkeit von Abknien oder Abhocken und ohne Absolvierung von längeren
Gehstrecken sei aus orthopädischer Sicht eine volle Arbeitsfähigkeit gegeben.
Zusammenfassend gaben die RAD-Ärzte in ihrer bidisziplinären Beurteilung an, betrage
die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit noch etwa 70% und in einer
adaptierten Tätigkeit 85% (IV-act. 51).
B.f Auf Nachfrage der IV-Stelle verneinte der Versicherte am 13. Mai 2008 unter
anderem seine Bereitschaft für berufliche Massnahmen in einem zumutbaren
Arbeitspensum von 85%. Er sei höchstens zu 50% arbeitsfähig (IV-act. 54). Die IV-
Stelle hielt am 30. Mai 2008 an der festgelegten Arbeitsfähigkeit fest und wies den
Versicherten betreffend die Eingliederung auf seine Mitwirkungspflicht hin (IV-act. 56).
Mit Eingang vom 13. Juni 2008 bestätigte der Versicherte seine Bereitschaft, an
beruflichen Massnahmen teilzunehmen (IV-act. 58). Am 20. August 2008 fand eine
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Besprechung der beruflichen Situation statt. Der Versicherte habe dabei angegeben,
dass er hauptsächlich an seiner Lungenproblematik leide. Er sei überzeugt, eine
Staublunge auf Grund der Belastung als Taxichauffeur zu haben. Dadurch leide er bei
abgasgeschwängerter Luft sofort an starken Brustschmerzen. Er übe den Beruf als
Taxichauffeur gerne aus. Es sei jedoch schwierig, dabei noch etwas zu verdienen. Er
arbeite aktuell etwa 70% während sieben Stunden nachts und verdiene 45% des
Umsatzes. Die Berufsberaterin stellte dem Versicherten Alternativen zum Taxiberuf vor
wie Mitarbeiter eines Tankstellenkiosks, Kurierdienst, Postbote, Zeitungen austragen,
Portierdienst oder Fabrikation. Gemäss Angaben der Berufsberaterin habe sich der
Versicherte auf keine Diskussion über alternative Arbeitsmöglichkeiten eingelassen. Er
erwarte von der IV eine Umschulung im KV-Bereich. Man habe sich geeinigt, dass der
Versicherte weiterhin seinen Beruf als Taxichauffeur ausübe (IV-act. 62).
B.g Auf Verlangen der IV-Stelle reichte der Versicherte mit Posteingang vom
13. Oktober 2008 die Lohnabrechnungen für Mai bis August 2008 ein, wonach er
zwischen Fr. 50.-- und 90.-- monatlich verdient hatte (IV-act. 66).
B.h Mit Verfügung vom 12. Januar 2008 (richtig 2009) lehnte die IV-Stelle den Anspruch
auf IV-Leistungen ab. Man habe den Einwand auf den Vorbescheid vom 11. Oktober
2007 erhalten und ergänzende medizinische und berufsberaterische Abklärungen
getätigt. Diese hätten ergeben, dass ihm die angestammte Tätigkeit als Taxichauffeur
weiterhin zu 70% zumutbar sei. In einer leidensadaptierten Tätigkeit werde von einer
85%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen. Da der Invaliditätsgrad unter 40% liege,
bestehe kein Rentenanspruch. Berufliche Massnahmen seien keine angezeigt (IV-act.
68).
C.
C.a Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte am 14. Januar 2009 Beschwerde.
Die Beschwerde wurde von der Beschwerdegegnerin zuständigkeitshalber mit Eingabe
vom 19. Januar 2009 an das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen überwiesen.
Der Beschwerdeführer beantragte sinngemäss die Aufhebung der Verfügung vom
12. Januar 2009. Er leide unter Angstzuständen. Er sei in einer Selbsthilfegruppe
gewesen. Dr. C._ habe diese Krankheit damals nicht erkannt. Deshalb sei eine
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erneute psychiatrische Abklärung notwendig. Sodann sei der Entscheid des RAD nicht
korrekt. Dr. D._ habe damals gesagt: "Wir müssen dann noch schauen, wie viel sie
überhaupt noch arbeiten können" - und nun dieser Entscheid. Er leide an Erschöpfung
durch Lungenschmerzen und habe Kurzatmigkeit. Eine erneute Abklärung seiner
Lungen sei deshalb erforderlich (G act. 1.1).
C.b Das Versicherungsgericht bewilligte am 10. März 2009 das Gesuch um
unentgeltliche Rechtspflege (G act. 12).
C.c Am 22. Januar 2009 reichte der Beschwerdeführer den Bericht der Dermatologie /
Allergologie des Kantonsspitals St. Gallen vom 23. Mai 2005 ein. Demgemäss leide der
Beschwerdeführer seit etwa drei Jahren an einer Psoriasis vulgaris mit Arthropathie mit
Therapieresistenz (G act. 8.1).
C.d Mit Beschwerdeantwort vom 6. März 2009 beantragte die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde. Die Angstbeschwerden seien bereits vor der
Begutachtung durch Dr. C._ geltend gemacht worden. Hinweise für eine mangelhafte
Untersuchung durch Dr. C._ fehlten. Daher könne ohne weiteres auf die Beurteilung
von Dr. C._ abgestellt werden, wonach der Beschwerdeführer an keiner psychischen
Störung leide. Auch das Lungenleiden sei vom RAD gründlich abgeklärt worden, ohne
dass eine invalidisierende Diagnose habe festgestellt werden können. Die RAD-
Untersuchung sei nicht zu beanstanden, weshalb sich keine weiteren Abklärungen
aufdrängten. Weil beim Beschwerdeführer keine repräsentative Einkommensbasis zur
Verfügung stehe, sei das Valideneinkommen auf Grund der Tabellenlöhne im Anhang
der schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) zu bestimmen. Im Jahr 2006 hätten
Männer im Niveau 4 durchschnittlich ein Einkommen von Fr. 59'197.-- erzielen können.
Der Beschwerdeführer übe keine Erwerbstätigkeit im zumutbaren Ausmass aus,
weshalb nicht auf das tatsächliche Einkommen, sondern ebenfalls auf die
Tabellenlöhne abzustellen sei. Das Einkommen als Hilfsarbeiter im Jahr 2006 von Fr.
59'197.-- sei an das zumutbare Pensum von 85% anzupassen und es sei ein Abzug
von 10% vorzunehmen. Das Invalideneinkommen betrage somit Fr. 45'286.--, woraus
ein Invaliditätsgrad von 24% resultiere. Dieser begründe keinen Anspruch auf eine IV-
Rente (G act.10).
C.e Innert der gesetzten Frist reichte der Beschwerdeführer keine Replik ein (G act. 13).
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C.f Mit Postaufgabe vom 5. März 2010 erkundigte sich der Beschwerdeführer nach
dem Stand des Gerichtsverfahrens. Sodann machte er geltend, der RAD habe die
Untersuchung ohne entsprechende Bilder der Lunge vorgenommen, was nicht seriös
sei. Sodann beantrage er, durch einen einheimischen Psychiater begutachtet zu
werden. Sein Gesundheitszustand habe sich inzwischen in allen Belangen
verschlechtert (G act. 14).
C.g Mit Schreiben vom 12. März 2010 zeigte Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Rufener,
St. Gallen, dem Gericht an, dass der Beschwerdeführer ihn mit der Interessenwahrung
beauftragt hatte. Der Rechtsvertreter ersuchte um Zustellung der Verfahrensakten und
Fristansetzung für eine Replik (G act. 16).
C.h In der Replik vom 26. März 2010 liess der Beschwerdeführer beantragen, die
Verfügung vom 12. Januar 2009 sei aufzuheben und es seien die gesetzlichen
Leistungen auszurichten. Wie aus den medizinischen Akten hervorgehe, sei er in seiner
aktuellen Tätigkeit zu 30% erwerbsunfähig. Demgegenüber solle die
Erwerbsunfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit lediglich 15% betragen. Eine
Begründung für diese Differenz sei nicht ersichtlich, weshalb von einer 30%igen
Erwerbsunfähigkeit auszugehen sei. Sodann seien im Rahmen der
Arbeitsvermittlungsmassnahmen keine leichten Hilfsarbeiten angesprochen worden.
Vielmehr seien mit der jetzigen Tätigkeit vergleichbare Tätigkeiten diskutiert worden. Er
sei jedoch aus verschiedenen Gründen nicht in der Lage, eine Verweistätigkeit
auszuüben beziehungsweise anzunehmen. Sodann würde er den schulischen
Anforderungen im Rahmen der von ihm gewünschten Umschulung in den KV-Bereich
kaum genügen. Daher sei es sachgerecht, von einer effektiven Erwerbsunfähigkeit in
allen Tätigkeiten von mindestens 30% auszugehen und zudem einen leidensbedingten
Abzug anzurechnen (G act. 19).
C.i Das Versicherungsgericht bewilligte am 9. April 2010 die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung (G act. 23).
C.j Am 13. April 2010 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf eine Duplik (G act. 24).

Erwägungen:
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1.
Der Beschwerdeführer hat sich bereits 1997 für Leistungen der Invalidenversicherung
angemeldet. Mit Entscheid vom 22. März 1999 hat das Versicherungsgericht das
Leistungsbegehren des Beschwerdeführers abgewiesen. Die Beschwerdegegnerin ist
auf die Neuanmeldung eingetreten. Dies ist bei der geltend gemachten
Verschlechterung des Gesundheitszustandes nicht zu beanstanden.
2.
Angefochten ist eine Verfügung, die nach Inkrafttreten der 5. IV-Revision am 1. Januar
2008 ergangen ist. Mangels einer übergangsrechtlichen Norm rechtfertigt es sich
allerdings, für die vor diesem Zeitpunkt massgebenden Verhältnisse (Einleitung des
Rentenprüfungsverfahrens unter altem Recht) die im Folgenden zitierten, bis zum
31. Dezember 2007 gültig gewesenen Bestimmungen anzuwenden. Streitig und zu
prüfen ist, ob dem Beschwerdeführer aufgrund des Sachverhalts, wie er sich bis zum
Erlass der Verfügung vom 12. Januar 2009 entwickelt hat (BGE 129 V 167 neues
Fenster E. 1 S. 169), eine Invalidenrente zusteht.
3.
3.1 Nach aArt. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte
Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens
zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch
auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% Anspruch auf
eine Viertelsrente. Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität
grundsätzlich durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und
nach der Durchführung der notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre. Das anrechenbare Einkommen wiederum ist abhängig vom Grad der
Erwerbsunfähigkeit. Diese konkret verwertbare Arbeitsfähigkeit wird dabei von den
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Ärzten gemäss den Beeinträchtigungen der körperlichen, geistigen und psychischen
Gesundheit beurteilt (BGE 125 V 261 E. 4). Dabei spielt nicht nur die Arbeitsunfähigkeit
im bisherigen Beruf eine Rolle. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in
einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 Satz 2 ATSG).
3.2 Die Beschwerdegegnerin stellt auf die Beurteilung durch Dr. C._ vom 18. August
2007 sowie die Ergebnisse der interdisziplinären Untersuchung des RAD vom 25. April
2008 ab. Demnach sei dem Beschwerdeführer die bisherige Tätigkeit als Taxichauffeur
zu 70% zumutbar. Eine leidensangepasste Tätigkeit (leicht bis mittelschwer,
wechselbelastend, ohne Zwangspositionen der Wirbelsäule und ohne Abknien,
Abhocken oder längere Gehstrecken) könne zu 85% ausgeübt werden. Der
Beschwerdeführer ist mit dieser Beurteilung nicht einverstanden. Im
Verwaltungsverfahren hat er geltend gemacht, er sei mindestens zu 50%
arbeitsunfähig, leide an einer Angststörung, Lungenbeschwerden, Rückenschmerzen
und Psoriasis mit Gelenksbeteiligung. Dies sei anlässlich einer neuen Begutachtung zu
untersuchen. Im Beschwerdeverfahren bringt er schliesslich vor, er sei zu mindestens
30% erwerbsunfähig.
3.3 Der Beschwerdeführer rügt, der begutachtende Psychiater habe die Angststörung
zu Unrecht nicht festgestellt. Wie sich aus den Akten ergibt, hat bereits der Hausarzt
des Versicherten in seinem Bericht vom 8. Dezember 2006 auf eine subjektiv
depressive Entwicklung und Angstzustände hingewiesen (IV-act. 29). Der Psychiater
hat in seinem Gutachten angegeben, objektiv habe er keine affektive Störung
feststellen können. Auch habe der Beschwerdeführer emotional ausgeglichen gewirkt.
Die vom Hausarzt erwähnte Depressivität sei nicht zum Vorschein gekommen. Die
nervösen Reaktionen und die Erregbarkeit beim Autofahren habe der
Beschwerdeführer nicht erwähnt, obwohl er direkt danach gefragt worden sei. Auch
habe er keine kognitive, mnestische oder Konzentrationsstörungen feststellen können.
Er könne deshalb keine psychiatrische Diagnose mit Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit nennen (IV-act. 37). Das Gutachten von Dr. C._ ist umfassend und
nachvollziehbar. Auch der Hausarzt hat keine psychischen Beschwerden aus objektiver
Sicht bestätigt. Der Beschwerdeführer selbst hat nicht dargelegt, inwiefern er an einer
Angststörung leiden soll. Allein die Tatsache, dass er in einer Selbsthilfegruppe
mitgemacht hat, beweist nicht, dass er objektiv an einer solchen Störung leidet. Auf die
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Beurteilung von Dr. C._, wonach keine psychische Störung mit Krankheitswert
vorliegt, kann daher abgestellt werden.
3.4 Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, er leide an Erschöpfung durch
Lungenschmerzen und habe Kurzatmigkeit. Seine Lunge sei ohne entsprechende
bildgebende Verfahren untersucht worden. Die RAD-Untersuchung sei daher
mangelhaft. Sodann sei nicht ersichtlich, weshalb die Tätigkeit als Taxichauffeur zu
30% eingeschränkt sei und eine Verweistätigkeit lediglich zu 15%. Der RAD hat in
seiner interdisziplinären Untersuchung vom 10. und 11. März 2008 den
Beschwerdeführer sorgfältig untersucht. Die geklagten Lungenbeschwerden sind
mittels einer Lungenfunktionsprüfung untersucht worden. Diese hat sich
zusammengesetzt aus einer Spirometrie, einer Bodyplethysmographie sowie einer
Messung der pulmonalen Diffusionskapazität. Sodann wurden ein bronchialer
Hyperreagibilitätstest sowie eine Spiroergometrie durchgeführt. Weil in der Anamnese
keine Tuberkulose, keine Pneumonie sowie keine pleuralen Erkrankungen genannt
worden waren, ergab sich aus fachärztlicher Sicht keine Notwendigkeit für eine
bildgebende Untersuchung der Lunge (IV-act. 51-6/23). Die geklagten Beschwerden
sind umfassend untersucht worden. Die vom Beschwerdeführer genannte
Kurzatmigkeit und die angegebenen Lungenschmerzen haben aus fachärztlicher Sicht
nicht mit einer Diagnose mit Krankheitswert objektiviert werden können. Sie schränken
den Beschwerdeführer deshalb in seiner Arbeitsfähigkeit nicht ein. Die RAD-Ärzte
haben hingegen eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit auf Grund der langjährigen
Psoriasis vulgaris mit möglicher Gelenksbeteiligung bejaht. Die erforderlichen
medizinischen Massnahmen würden einen erhöhten Pausenbedarf von 10 bis 20%
bedingen (IV-act. 51-8/23). Solche Massnahmen sind in den durchzuführenden
ärztlichen Kontrollen oder zum Beispiel in einem Bedarf nach einer regelmässigen
Lichttherapie zu sehen (vgl. IV-act. 49). Die Ärzte haben somit die Einschränkungen auf
Grund der Hauterkrankung berücksichtigt. Sodann ist aus orthopädischer Sicht
anerkannt worden, dass die geklagten Beschwerden im Bereich der Lendenwirbelsäule
und des rechten Sprunggelenks wahrscheinlich durch degenerative Veränderungen
beziehungsweise durch eine Psoriasis-Arthropathie verursacht seien. Dadurch werde
die Tätigkeit als Taxichauffeur um 20% eingeschränkt, weil der Beschwerdeführer
vermehrte und betriebsunübliche Pausen benötige. In einer adaptierten Tätigkeit
bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit (IV-act. 51-11/23). Insgesamt haben die RAD-Ärzte
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geschätzt, dass unter Berücksichtigung der Einschränkungen durch die Psoriasis
sowie die degenerativen Veränderungen an Rücken und Fussgelenk die
Arbeitsfähigkeit als Taxichauffeur zu 30% eingeschränkt sei und jene für eine
leidensangepasste Tätigkeit zu 15% (IV-act. 51-12/23). Dieser Unterschied ist
nachvollziehbar, weil in der angestammten Tätigkeit als Taxichauffeur das Gas geben
und Bremsen das rechte Sprunggelenk sowie das ständige Sitzen den Rücken
belasten. In einer leidensangepassten Tätigkeit, die einen Wechsel der Positionen
sowie eine Entlastung des Sprunggelenks ermöglicht, besteht eine solch einseitige
Belastung nicht. Hingegen bleibt sowohl bei der bisherigen Tätigkeit als auch bei einer
Verweistätigkeit ein erhöhter Pausenbedarf für die medizinische Versorgung der
Hautkrankheit. Die Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit von 85% ist
daher nachvollziehbar. Das psychiatrische Gutachten von Dr. C._ sowie die
interdisziplinäre RAD-Untersuchung erfüllen die nach der Rechtsprechung für den
Beweiswert medizinischer Berichte geltenden Anforderungen (BGE 125 V 352 E. 3a mit
Hinweisen), weil sie sich namentlich auf umfassende, insbesondere psychiatrische,
internistische, pulmologische sowie orthopädische Untersuchungen stützen, die
geklagten Beschwerden berücksichtigen, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden sind und in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und
den Schlussfolgerungen zu überzeugen vermögen, auch wenn diese vielleicht etwas
knapp ausgefallen sind. Insgesamt erscheint eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit
des Beschwerdeführers von 30% in der bisherigen Tätigkeit und 15% in einer
leidensangepassten Tätigkeit als schlüssig.
4.
4.1 Strittig ist, ob die Invaliditätsbemessung hinsichtlich der Einschränkung in der
bisherigen Tätigkeit oder hinsichtlich einer leidensangepassten Tätigkeit vorzunehmen
ist. Dem Beschwerdeführer ist seit der interdisziplinären Untersuchung des RAD im
März 2008 bekannt, dass er in einer leidensadaptierten Tätigkeit seine
Leistungsfähigkeit mit 85% verwerten könnte. Der Beschwerdeführer kann keine
Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit für den vorangegangenen Zeitraum
nachweisen. Selbst wenn er entsprechende Arztzeugnisse vorlegen könnte, ist nach
Art. 6 ATSG Satz 2 bei langer Dauer der Arbeitsunfähigkeit auch die Leistungsfähigkeit
in einer zumutbaren Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich zu
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berücksichtigen. Indem der Beschwerdeführer auch nach Kenntnisnahme der höheren
Leistungsfähigkeit weiterhin in der nicht idealen Tätigkeit verblieben ist, hat er seine
Resterwerbsfähigkeit nicht vollumfänglich ausgeschöpft. Im Rahmen der
Schadenminderungspflicht wäre der Beschwerdeführer gehalten gewesen, eine neue
adaptierte Arbeit zu suchen und anzunehmen. Die Unterstützung durch die
Beschwerdegegnerin bei der Suche einer geeigneten Tätigkeit hat er abgelehnt. Aus
den Akten sind keine Gründe ersichtlich, die gegen einen Stellenwechsel sprechen
würden. Der Invaliditätsgrad ist deshalb auf der Basis der 85%igen Leistungsfähigkeit
in einer adaptierten Tätigkeit zu ermitteln.
4.2 Der Beschwerdeführer hat jahrelang in einem nicht bestimmbaren Pensum als
Taxichauffeur gearbeitet und marginale Einkommen erzielt. Daher rechtfertigt es sich,
das Valideneinkommen anhand von statistischen Zahlen zu bestimmen. Das
Invalideneinkommen entspricht dem Verdienst, den die versicherte Person nach Eintritt
der Invalidität und Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte. Weil der
Beschwerdeführer weiterhin in einer nicht idealen Tätigkeit arbeitet und seine
Restarbeitsfähigkeit nicht ausschöpft, ist auch für die Ermittlung des
Invalideneinkommens auf die Tabellenlöhne abzustellen. Damit ist - im Ergebnis - ein
Prozentvergleich zu tätigen. Bei der reinen Einkommensvergleichsmethode entspricht
der Invaliditätsgrad unter solchen Verhältnissen dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter
allfälliger Berücksichtigung eines zusätzlichen "Leidensabzuges" vom Tabellenlohn
(Urteile des Bundesgerichts i/S. M. vom 8. Juni 2005 [I 552/04] E. 3.4 und i/S. Z. vom
19. November 2003 [I 479/03] E. 3.1).
4.3 Die Beschwerdegegnerin hat beim Einkommensvergleich einen zusätzlichen Abzug
von 10% zugelassen. Der oftmals als "Leidensabzug" bezeichnete Abzug hat nichts mit
dem Leiden zu tun. Vielmehr sollen damit jene Nachteile ausgeglichen werden, welche
die versicherte Person bei der Anwendung statistischer Daten für das
Invalideneinkommen erleidet. Die Invalidität bewirkt - neben der Arbeitsunfähigkeit - auf
den realen Arbeitsmarkt bezogen eine zusätzliche Lohneinbusse. Denn die
statistischen Tabellenlöhne werden auf der Grundlage von Daten gesunder
Arbeitnehmer erhoben. Solche Werte erreicht der invalide Arbeitnehmer im Allgemeinen
nicht. Vielmehr muss er in der Entwicklung des Invaliditätseinkommens
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beziehungsweise der Invalidenkarriere mannigfaltige Nachteile gewärtigen (vgl.
BGE 126 V 75 neues Fenster zum Leidensabzug). Insgesamt erscheint vorliegend ein
Abzug von 10% als angemessen. Der Invaliditätsgrad beträgt bei 85%iger
Arbeitsfähigkeit und der Berücksichtigung eines zusätzlichen Abzugs von 10% somit
rund 24%. Da dieser Invaliditätsgrad unter 40% liegt, hat der Beschwerdeführer keinen
Anspruch auf eine Invalidenrente.
5.
Es bleibt, den Anspruch auf berufliche Massnahmen zu prüfen. Die
Beschwerdegegnerin hat den Anspruch auf berufliche Massnahmen mit Verfügung vom
12. Januar 2009 sinngemäss abgewiesen. Die Berufsberaterin hat mit dem
Beschwerdeführer am 20. August 2008 ein Gespräch geführt und Alternativen zur
Tätigkeit als Taxichauffeur aufgezeigt. Der Beschwerdeführer hat sich dabei nicht auf
eine Diskussion einlassen können, sondern daran festgehalten, dass er weiterhin als
Taxichauffeur tätig sein wolle (IV-act. 62). Bereits die Tätigkeit als Taxichauffeur ist als
Hilfsarbeit zu bewerten. Dem Beschwerdeführer ist eine wechselbelastende, körperlich
leichte bis mittelschwere Tätigkeit ohne Zwangspositionen der Wirbelsäule und ohne
Abknien, Abhocken oder längere Gehstrecken zu 85% zumutbar. Damit stehen ihm
verschiedene Tätigkeiten als Hilfsarbeiter zur Verfügung, wie sie ihm von der
Berufsberaterin vorgeschlagen worden sind: Kioskmitarbeiter, Kurierdienst,
Portierdienst (Überwachung), Fabrikation (Kontrolle), Zeitungsvertrieb. Damit könnte er
seine Resterwerbsfähigkeit angemessen verwerten. Mit dem in einer solchen Tätigkeit
erzielbaren Lohn ist grundsätzlich eine adäquate Schadensdeckung zu erreichen. Der
Beschwerdeführer ist in seiner Tätigkeit als Taxichauffeur zu 30% eingeschränkt. Damit
wird die erforderliche Invalidität für eine berufliche Massnahme erreicht (vgl. ZAK 1984,
91). Hingegen hat er sich nicht für eine berufliche Massnahme motivieren lassen. Die
Ablehnung von beruflichen Massnahmen durch die Beschwerdegegnerin ist daher nicht
zu beanstanden. Es steht dem Beschwerdeführer frei, ein erneutes Gesuch zu stellen,
falls er Hilfe bei der Suche nach einer adaptierten Tätigkeit benötigt.
6.
https://swisslex.westlaw.com/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx126xVx75_82&AnchorTarget=BGEx126xVx75
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/14
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Im Sinne der vorstehenden Ausführungen ist die Beschwerde abzuweisen. Das
Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
als angemessen. Dem unterliegenden Beschwerdeführer sind die Gerichtskosten in der
Höhe von Fr. 600.-- aufzuerlegen. Zufolge der am 10. März 2009 bewilligten
unentgeltlichen Rechtspflege ist er von der Bezahlung zu befreien. Der Staat ist zufolge
der am 9. April 2010 bewilligten unentgeltlichen Rechtsverbeiständung zu verpflichten,
für die Kosten der Rechtsvertretung des Beschwerdeführers aufzukommen. Dabei ist
zu berücksichtigen, dass dem unentgeltlichen Rechtsbeistand lediglich ein um 20%
reduziertes Honorar zusteht (vgl. Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70). Die
Parteientschädigung bemisst sich gemäss Art. 61 lit. g ATSG nach der Bedeutung der
Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses. Unter Berücksichtigung dieser
Kriterien und des Umstands, dass der Beschwerdeführer erst in der Replik anwaltlich
vertreten war, erweist sich eine Parteientschädigung von Fr. 1'500.-- (inklusive
Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen. Gekürzt um 20% beträgt sie Fr.
1'200.--. Wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse es gestatten, kann der
Beschwerdeführer jedoch zur Nachzahlung der vom Staat entschädigten Gerichts- und
Parteikosten verpflichtet werden (Art. 288 Abs. 1 ZPO/SG i.V.m. Art. 99 Abs. 2 VRP/
SG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG