Decision ID: ade24f76-5ff7-5bdb-bf8a-1532625e75db
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._, geboren am _ Dezember 1992_ in B._, mit ca. _ Jahren [...] mit ihren
Eltern nach C._ umgezogen, wurde im Juli/August 2001 (IV-act. 26) zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung angemeldet. Die IV-Stelle für Versicherte im
Ausland sprach ihr mit Verfügung vom 21. Januar 2002 (IV-act. 2) ab 5. Juli 2001
medizinische Massnahmen zur Behandlung des Geburtsgebrechens Ziff. 404 GgV
Anhang zu. Sonderschulbeiträge wurden bei anerkannter Sonderschulbedürftigkeit
angesichts des Besuchs einer Volksschule am _ 2005 abgelehnt (vgl. IV-act. 18, 20).
Medizinische Massnahmen erfolgten nach der Aktenlage mindestens noch im _ 2006
(vgl. IV-act. 23-2). Des Weiteren zeigt die Aktenlage Folgendes: Gemäss einer
Bestätigung vom _. März 2010 (IV-act. 42-4) besuchte die Versicherte damals [...]) die
D._ in C._. [...] Eine Lehrerin an der D._ bescheinigte ihr ferner am _. Mai 2014
(IV-act. 42-5) einen Schulbesuch von 20_ bis Ende 2010. Von Januar bis _ 2011
hatte die Versicherte in der Schweiz eine Schule besucht (E._, IV-act. 43-36, vgl.
auch IV-act. 43-1). Im _ 2011 war über eine Berufs- und Ausbildungsberatung
berichtet worden (IV-act. 43). Während zwei Jahren (vgl. IV-act. 67-1 und 3, IV-
act. 69-2) hatte die Versicherte eine _-schule in C._ mit Abschluss im November
2013 (vgl. IV-act. 42-1) besucht, ab Januar bis (zum Abbruch im) Mai 2014 eine _-
schule in der Schweiz (vgl. IV-act. 67-1). In einem IV-Bearbeitungsdokument (IV-
act. 67-3) wurde unter anderem festgehalten, die Versicherte (bzw. die Familie) sei
Ende Juni 2014 in die Schweiz zurückgekehrt.
A.a.
Am 7./14. Juli 2014 wurde eine neue Anmeldung für Leistungen für Erwachsene
(berufliche Integration/Rente) der Invalidenversicherung eingereicht (IV-act. 29). Die
A.b.
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Versicherte habe von 19_ bis 2013 Wohnsitz im Ausland (in C._) gehabt und sei in
dieser Zeit Studentin gewesen.
Die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen veranlasste eine
medizinische Untersuchung (vgl. IV-act. 50; Gutachten von Dr. med. F._, Fachärztin
FMH für Kinder- und Jugendpsychiatrie/-psychotherapie, vom 17. November 2014, IV-
act. 66) und sprach der Versicherten Berufsberatung und Abklärung der beruflichen
Eingliederungsmöglichkeiten (IV-act. 54), eine berufliche Abklärung (IV-act. 77), die
Vorbereitung auf die erstmalige berufliche Ausbildung (IV-act. 91) und diese Ausbildung
selbst (IV-act. 98) mit Taggeld (IV-act. 79 [ab 13. April 2015], 86, 107, 111) und
betreutem Wohnen (IV-act. 105) zu. Nachdem die erstmalige berufliche Ausbildung zur
_-assistentin aus gesundheitlichen Gründen (nicht ausbildungsfähig, IV-act. 117)
abgebrochen werden musste, stellte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle die
beruflichen Massnahmen auf 31. Januar 2016 und das Taggeld nach dem letzten
Eingliederungstag ein (IV-act. 120).
A.c.
Die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen ging von einem
Invaliditätsgrad von 82 %, einem Beginn der langdauernden Krankheit am _. Juni
2014 und einem Eintritt der Invalidität am 1. Februar 2016 (nach Abschluss der
Taggeldzahlungen) aus. Es werde umgehend eine Anmeldung für
Ergänzungsleistungen (EL) in Auftrag gegeben (IV-act. 124).
A.d.
Mit Vorbescheid vom 12. April 2016 (IV-act. 127) stellte die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle der Beiständin (seit Januar 2016, vgl. IV-act. 113)
der Versicherten eine Abweisung deren Rentenanspruchs in Aussicht.
A.e.
Der Vater der Versicherten erhob am 13./17. Mai 2016 (IV-act. 133) Einwand und
brachte für sie vor, da eine Geburtsbehinderung bestehe, habe sie unabhängig von
Art. 42 Abs. 1 AHVG Anspruch auf eine ausserordentliche Rente. Sie habe ausserdem
bis Januar 2011 in C._ gelebt und sich auf 21. Januar 2011 in der Schweiz
(Gemeinde G._) angemeldet. Nach dem Abbruch des Schulbesuchs im September
2011 sei sie behinderungsbedingt dazu gezwungen gewesen, vorübergehend wieder
zu ihrer Familie nach C._ zurückzukehren. Am 21. Dezember 2013 sei sie aber wieder
in die Schweiz gekommen und habe ab _. Januar 2014 wieder eine Schule besucht.
A.f.
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B.
Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwältin lic. iur. Denise Dornier-
Zingg für die Betroffene am 30. Juni 2016 erhobene Beschwerde. Die Rechtsvertreterin
der Beschwerdeführerin beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und
der Beschwerdeführerin sei eine 100-prozentige Invalidenrente zuzusprechen,
eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen. Ab dem 18. Geburtstag bestehe angesichts des Geburtsgebrechens
und der Unfähigkeit, den Lebensunterhalt auf dem ersten Arbeitsmarkt zu erzielen,
unabhängig vom Wohnsitz ein Rentenanspruch der Beschwerdeführerin. Sie beziehe
Ergänzungsleistungen; entgegen dem Bescheid der Beschwerdegegnerin sei ihre
Rentenberechtigung entsprechend anerkannt. Die Leistungsberechtigung abzuweisen,
sei daher unbillig und unrechtmässig. Infolge des Geburtsgebrechens sei die Erfüllung
von Beitragsjahren faktisch unmöglich gewesen und die Beschwerdeführerin sei dazu
auch nicht verpflichtet gewesen. Die aus einer solchen konstruierten Verpflichtung
resultierende Ungleichbehandlung mit anderen aufgrund eines Geburtsgebrechens
rentenberechtigten Personen sei rechtsverletzend. Die Beschwerdeführerin bzw. ihre
Eltern hätten über Jahre hinweg in stetigem Kontakt mit der Beschwerdegegnerin
gestanden und seien von dieser nie über eine allfällige Beitragszeit bzw. die damit
verbundenen Konsequenzen instruiert worden, obwohl sie dazu verpflichtet gewesen
wäre. Aus dieser Unterlassung dürfe der Beschwerdeführerin daher kein Nachteil
entstehen. - In einer ergänzenden Beschwerdebegründung vom 30. August 2016 bringt
Fürsprecher Marco Büchel, LL.M., für die Beschwerdeführerin vor, nach Abschluss der
privaten, in der Schweiz nicht anerkannten _-schule in C._ im November 2013 sei
die Beschwerdeführerin am 21. Dezember 2013 mit ihrer Mutter in die Schweiz
eingereist, um am _. Januar 2014 mit der _-schule zu beginnen. Die Behinderung
der Beschwerdeführerin, die zur Invalidität geführt habe, bestehe seit Geburt. Der
Versicherungsfall (für den Rentenanspruch) könne frühestens am ersten Tag des der
Dass sie erst mit dem Zuzug der Mutter im Juni 2014 wieder offiziell Wohnsitz in der
Schweiz genommen habe, schade angesichts von Art. 24 Abs. 2 ZGB (Massgeblichkeit
des Aufenthaltsorts bei Aufgeben eines ausländischen Wohnsitzes) nicht.
Mit Verfügung vom 30. Mai 2016 (IV-act. 135) verfügte die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen im Sinn des Vorbescheids.
Eine ausserordentliche Rente könne nicht unabhängig von Art. 42 Abs. 1 AHVG
zugesprochen werden. Die Einreise in die Schweiz sei erst nach dem 1. Januar 2013
erfolgt.
A.g.
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Vollendung des 18. Altersjahres folgenden Monats eintreten; so sei es in der Regel bei
Geburts- und Frühinvaliden der Fall. Bei der Beschwerdeführerin habe spätestens nach
Abschluss der obligatorischen Schulzeit, jedenfalls aber mit Vollendung des
18. Altersjahres festgestanden, dass sie Anspruch auf eine Rente haben werde. Ab
jenem Geburtstag bestehe der Anspruch unabhängig vom Wohnsitz. Dass die
Anmeldung erst am 7. Juli 2014 erfolgt sei, sei unerheblich. Ausserdem stehe fest, dass
die Beschwerdeführerin den anspruchsbegründenden Sachverhalt nicht habe kennen
können. Sie sei auch aus wichtigen Gründen objektiv verhindert gewesen, sich
rechtzeitig anzumelden. Daher erhalte die versicherte Person Leistungen ab dem
Zeitpunkt, in welchem objektiv betrachtet sämtliche Voraussetzungen für den
Rentenanspruch erfüllt gewesen seien, also ab dem 18. Altersjahr, und zwar ohne
formelle Anmeldung. Sollte das Gericht annehmen, ein Anspruch auf eine ordentliche
Rente bestehe nicht, sei zumindest eine ausserordentliche Rente zuzusprechen. Die
Beschwerdeführerin sei zwar erst im November (davor genannt allerdings Dezember)
2013 - bzw. amtlich am _. Juni 2014 - in die Schweiz eingereist, doch habe sie sich
bereits am 12. Januar 2011 hier angemeldet und auch Krankenkassenbeiträge bezahlt.
Nach Schulabbruch sei sie behinderungsbedingt nicht in der Lage gewesen, sich allein
in der Schweiz aufzuhalten. Deshalb sei sie zu ihren Eltern nach C._ zurückgekehrt.
Das könne ihr nicht zum Nachteil gereichen, würde sie doch sonst gegenüber anderen
Personen, bei denen die Eltern in der Schweiz wohnhaft seien, diskriminiert. Letzteres
sei sicherlich nicht der Wille des Gesetzgebers gewesen.
C.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 21./24. Oktober 2016 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde, sofern auf sie einzutreten sei.
Der Beschwerdeführerin seien ab Februar 2016 Ergänzungsleistungen zugesprochen
worden. Da es faktisch - mit Ausnahme des Exportverbots für EL - keinen Unterschied
mache, ob sie eine Invalidenrente mit Ergänzungsleistungen oder einzig
Ergänzungsleistungen im gleichen Umfang beziehen könne, läge eine Beschwer nur
dann vor, wenn die Beschwerdeführerin plante, ihren Wohnsitz ins Ausland zu
verlegen. Das sei nicht geltend gemacht worden. Weil EL im Unterschied zur Rente
nicht steuerbar sei, habe sie sogar Vorteile. Auf die Beschwerde sei daher nicht
einzutreten. Andernfalls sei die Beschwerde abzuweisen. Seit der Einreise im
November 2013 bzw. Juni 2014 sei die Beschwerdeführerin obligatorisch versichert,
davor habe sie sich ohne Beitritt zur freiwilligen Versicherung im Ausland aufgehalten.
Da die Versicherteneigenschaft gefehlt habe, habe bei Vollendung des 20. Altersjahres
am _. Dezember 2012 auch keine Beitragspflicht begonnen. Der Rentenanspruch
habe am 1. Februar 2016 begonnen, weil die Beschwerdeführerin noch bis zum Tag
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davor Taggelder erhalten habe. Ab dem 1. Dezember 2013 sei die Beschwerdeführerin
als Nichterwerbstätige erfasst worden. Erst am 1. Dezember 2016 hätte sie somit die
erforderlichen drei Beitragsjahre geleistet. Anspruch auf eine ordentliche Rente bestehe
demnach nicht. Bis zur Entstehung des Rentenanspruchs am 1. Februar 2016 sei die
Beschwerdeführerin bereits während mehr als einem Jahr der Beitragspflicht unterstellt
gewesen, doch sei sie vom 1. Januar 2013 bis dahin nicht lückenlos obligatorisch oder
freiwillig versichert gewesen. Es fehlten ihr im Vergleich zu den Jahrgängern
mindestens elf Monate Beitragszeit. Auch die Voraussetzungen für die Zusprache einer
ausserordentlichen Rente seien nicht erfüllt.
D.
Mit Replik vom 13. Dezember 2016 hält der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin
dafür, auf die Beschwerde sei einzutreten. Die Beschwerdeführerin sei durch die
angefochtene Verfügung beschwert, weil ihr damit eine - nicht auszuschliessende -
Verlegung des Wohnsitzes verwehrt würde. Ausserdem sei ihrem Begehren damit nicht
voll entsprochen worden.
E.
Die Beschwerdegegnerin hat am 12. Januar 2017 auf die Erstattung einer Duplik
verzichtet.

Erwägungen
1.
Im Streit liegt die Verfügung vom 30. Mai 2016, mit welcher die
Beschwerdegegnerin einen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin abgelehnt hat.
1.1.
Zur Beschwerde ist nach Art. 59 ATSG berechtigt, wer durch die angefochtene
Verfügung berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder
Änderung hat (vgl. auch den Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts
[nunmehr Bundesgericht] vom 7. September 2004, I 215/2003). - Die
Beschwerdeführerin ist durch die genannte Verfügung formell beschwert, weil ihrem
Rentengesuch nicht entsprochen worden ist. Auch die materielle Beschwer ist
angesichts der Leistungsablehnung durch die beanspruchte Invalidenversicherung
ausgewiesen. Dass ein anderer Zweig des Sozialversicherungssystems, die
Ergänzungsleistungen zur AHV und IV, den entsprechenden finanziellen Ausfall
1.2.
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2.
kompensiert, vermag am Vorliegen der Eintretensvoraussetzungen, namentlich des
ausreichenden aktuellen und schutzwürdigen Interesses, nichts zu ändern. Selbst wenn
dies anders zu betrachten wäre mit der Begründung, dass eine besonders enge
Verknüpfung von IV- und EL-Anspruch anzunehmen sei (weil die Ergänzungsleistungen
die Rolle der früheren ausserordentlichen IV-Renten mit Einkommensgrenzen
übernahmen), so wäre ein schutzwürdiges Interesse wegen der Bedarfsabhängigkeit
der Ergänzungsleistungen (Art. 9 Abs. 1 ELG) im Unterschied zum gestellten Anspruch
auf eine ordentliche Invalidenrente (Art. 36 Abs. 2 IVG) anzunehmen. Im Übrigen gibt es
ausserdem unterschiedliche Regelungen zum Export (auch bei den ausserordentlichen
Renten). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
Nach Art. 6 Abs. 1 IVG haben schweizerische Staatsangehörige - unter Vorbehalt
von Art. 39 IVG - Anspruch auf Leistungen gemäss den nachstehenden Bestimmungen.
Seit 2001 müssen schweizerische (und ausländische) Staatsangehörige (und
Staatenlose) im Zeitpunkt des Versicherungsfalls nicht mehr versichert sein, um
Leistungen der Invalidenversicherung beanspruchen zu können, hingegen müssen sie
es während des Leistungsbezugs sein (vgl. Meyer/Reichmuth, Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum IVG, 3. A. 2014, N 5 f. zu Art. 6 IVG; allerdings mindestens mit
Ausnahme von Art. 9 Abs. 2 IVG zu Art. 8 IVG, dazu unten E. 3.6).
2.1.
Nach Art. 28 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 %
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.
2.2.
Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre
Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen,
erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen
Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen
sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG)
sind (lit. c).
2.3.
Die Beschwerdeführerin leidet am Geburtsgebrechen Ziff. 404 GgV Anhang. Nach
medizinischer Beurteilung vom 13. November 2014 (Gutachten vom 17. November
2014) liegen ein ADHS und eine dissoziierte Intelligenz vor. Eine Ausbildungsfähigkeit
bestand danach lediglich für Verhältnisse in geschütztem Rahmen. Die
Beschwerdegegnerin ging, nachdem die Beschwerdeführerin keine erstmalige
2.4.
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3.
berufliche Ausbildung zu absolvieren vermocht hatte, von einer Arbeitsfähigkeit einzig
für den zweiten Arbeitsmarkt aus, errechnete bei einem Einkommensvergleich einen
Invaliditätsgrad von 82 %, und setzte den Beginn der langdauernden Krankheit auf den
_. Juni 2014 fest, den Tag der amtlichen Einreise in die Schweiz (IV-act. 123 f.). Die
Beschwerdegegnerin nahm - was nicht bestritten und nach der Aktenlage nicht zu
beanstanden ist - an, dass die invaliditätsmässigen (im Unterschied zu den strittigen
versicherungsmässigen) Voraussetzungen für einen Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente erfüllt sind.
Anspruch auf eine ordentliche Rente haben gemäss Art. 36 Abs. 1 IVG Versicherte,
die bei Eintritt der Invalidität während mindestens drei Jahren (Fassung ab 1. Januar
2008) Beiträge geleistet haben.
3.1.
Ein volles Beitragsjahr liegt nach Art. 50 AHVV vor, wenn eine Person insgesamt
länger als elf Monate im Sinn von Art. 1a oder 2 AHVG versichert war und während
dieser Zeit den Mindestbeitrag bezahlt hat oder Beitragszeiten im Sinn von Art. 29
Abs. 2 lit. b und c AHVG aufweist. Drei volle Beitragsjahre liegen demnach vor, wenn
eine Person während insgesamt länger als zwei Jahren und elf Monaten - mit
Beitragsbezahlung (auch Dritter) oder Anspruch auf Anrechnung von Erziehungs- oder
Betreuungsgutschriften (vgl. zu Letzteren Art. 29 Abs. 2 AHVG) - obligatorisch oder
freiwillig versichert war (vgl. Rz 3004.3 und Rz 3004 der vom Bundesamt für
Sozialversicherungen herausgegebenen, ab 1. Januar 2003 geltenden Wegleitung über
die Renten in der AHV und IV, RWL, beide in der Fassung ab 2008). Für
Nichterwerbstätige (d.h. nichterwerbstätige Versicherte) beginnt die Beitragspflicht am
1. Januar nach Vollendung des 20. Altersjahres (vgl. Art. 3 Abs. 1 AHVG).
3.2.
ter
ter
Gemäss Art. 1b IVG sind nach Massgabe dieses Gesetzes Personen versichert, die
gemäss den Art. 1a und 2 AHVG obligatorisch oder freiwillig versichert sind.
Obligatorisch versichert sind hauptsächlich die in der Schweiz wohnhaften natürlichen
Personen (vgl. Art. 1a Abs. 1 lit. a AHVG) und die natürlichen Personen, die in der
Schweiz eine Erwerbstätigkeit ausüben (vgl. Art. 1a Abs. 1 lit. b AHVG). Die Kinder von
nach Art. 1a Abs. 3 lit. a AHVG Versicherten können der obligatorischen Versicherung -
im Unterschied zu Ehegatten (vgl. Art. 1a Abs. 4 lit. c AHVG) - nicht beitreten. Sie sind
nicht automatisch in der AHV/IV/EO versichert, nur weil ein Elternteil in der
obligatorischen oder freiwilligen AHV/IV versichert ist. Auch sie müssen die
Versicherungsvoraussetzungen persönlich erfüllen (vgl. Rz 1012 f. der vom Bundesamt
für Sozialversicherungen herausgegebenen Wegleitung über die Versicherungspflicht in
3.3.
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der AHV/IV, WVP, gültig ab 1. Januar 2009, Rz 1013 in der Fassung seit 2012). Sie
können sich einzig der freiwilligen Versicherung anschliessen, sofern sie die
Voraussetzungen erfüllen (vgl. Rz 3040.2 WVP): Schweizer Bürger und
Staatsangehörige der Mitgliedstaaten der EG oder der EFTA, die nicht in einem
entsprechenden Mitgliedstaat leben, können der freiwilligen Versicherung beitreten,
falls sie unmittelbar vorher (d.h. unmittelbar vor dem Ausscheiden aus der
obligatorischen Versicherung, vgl. Rz 4071 WVP) während mindestens fünf aufeinander
folgenden Jahren obligatorisch versichert waren (Art. 2 Abs. 1 AHVG).
Vorweg ist festzuhalten, dass nach der Aktenlage jedenfalls bis 2014 kein
Tatbestand nach Art. 1a Abs. 1 lit. b oder c AHVG, namentlich keine Erwerbstätigkeit in
der Schweiz, anzunehmen ist, dank derer die Beschwerdeführerin der schweizerischen
Versicherung unterstanden wäre. - Freiwillig versichert war sie danach ebenfalls nicht
(vgl. Beschwerdeantwort, III Ziff. 4: kein Beitritt; eine freiwillige Versicherung kam auch
nicht in Frage, da sie nicht während mindestens fünf aufeinander folgenden Jahren
obligatorisch versichert gewesen war, vgl. Art. 2 Abs. 1 AHVG).
3.4.
Des Weiteren war die Beschwerdeführerin auch zunächst nicht infolge Wohnsitzes
in der Schweiz obligatorisch versichert.
3.5.
Der Wohnsitz einer Person bestimmt sich nach den Art. 23 bis 26 ZGB (Art. 13
Abs. 1 ATSG; ohne Art. 25 Abs. 2 ZGB, vgl. BGE 135 V 249, BGE 130 V 404). Er
befindet sich nach Art. 23 Abs. 1 ZGB an dem Ort, wo sie sich mit der Absicht
dauernden Verbleibens aufhält (Fassungen vor und nach der Änderung vom 1. Januar
2013). Der Aufenthalt an einem Ort zum Zweck des Besuches einer Lehranstalt (und die
Unterbringung einer Person in einer Erziehungs-, Versorgungs-, Heil- oder Strafanstalt)
begründen keinen Wohnsitz (vgl. Art. 26 ZGB in der bis 2012 in Kraft gewesenen
Fassung) bzw. der Aufenthalt zum Zweck der Ausbildung (oder die Unterbringung einer
Person in einer Erziehungs- oder Pflegeeinrichtung, einem Spital oder einer
Strafanstalt) begründet für sich allein keinen Wohnsitz (vgl. Fassung von Art. 23 Abs. 1
ZGB, Teil 2, seit 1. Januar 2013). Massgebend ist der Ort, wo sich der Mittelpunkt der
Lebensbeziehungen befindet. Abzustellen ist auf ein objektives, äusseres Merkmal (den
Aufenthalt) und auf ein subjektives, inneres Moment (die Absicht dauernden
Verbleibens). Der Mittelpunkt ist regelmässig dort zu suchen, wo die familiären
Interessen und Bindungen am stärksten lokalisiert sind. Entscheidend ist nicht der
innere Wille der betreffenden Person, sondern worauf die erkennbaren Umstände
schliessen lassen, ist doch nicht nur für die Person selbst, sondern vor allem auch für
Drittpersonen und Behörden von Bedeutung, wo sich deren Wohnsitz befindet
3.5.1.
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(Bundesgerichtsurteil vom 4. Mai 2015, 8C_713/2014 E. 3.2, BGE 138 V 23). - Nach
Art. 24 Abs. 1 ZGB bleibt der einmal begründete Wohnsitz einer Person bestehen bis
zum Erwerb eines neuen Wohnsitzes. - Ist ein im Ausland begründeter Wohnsitz
aufgegeben und in der Schweiz kein neuer begründet worden, so gilt der Aufenthaltsort
als Wohnsitz (Abs. 2). Das Bundesgericht hat sich mit dem Urteil vom 2. August 2005
(K 34/04) der Auffassung von Hausheer/Aebi-Müller (in: Das Personenrecht des
Schweizerischen Zivilgesetzbuches, neuerdings 3. A. 2012, Rz 09.51) angeschlossen,
wonach ein Aufgeben auch dann anzunehmen ist, wenn die Person zwar weiterhin
einen ausländischen Wohnsitz hat, die Beziehungen dazu jedoch stark gelockert
erscheinen. Die Autoren hatten sich auf BGE 87 II 7 und BGE 96 I 387 gestützt. Ein
blosses tatsächliches Verlassen des ausländischen Wohnsitzes wird allerdings von
einer weiteren Lehrmeinung als nicht genügend (in welche Richtung aber BGE 96 I 387
weise) betrachtet (vgl. Eugen Bucher, Berner Kommentar, 1976, N 36 f. zu Art. 24
ZGB). Nach Daniel Staehelin (in BSK ZGB I, N 8 zu Art. 24 ZGB) hat eine Person ihren
Wohnsitz im Ausland aufgegeben, wenn der Ort des bisherigen Lebensmittelpunkts
definitiv verlassen wird.
Es ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin viele Jahre lang (nach
der Aktenlage seit sie etwa _jährig war oder seit 19_) unbestrittenermassen
Wohnsitz in C._ hatte (gemäss Art. 25 Abs. 1 ZGB gilt als Wohnsitz des Kindes unter
elterlicher Sorge der Wohnsitz der Eltern). Ein Sozialversicherungsabkommen der
Schweiz mit diesem Staat besteht nicht.
3.5.2.
Am _. Dezember 2010 wurde die Beschwerdeführerin volljährig. Damals lebte
sie unbestrittenermassen noch in C._ (vgl. IV-act. 133-1) und hatte dort Wohnsitz. In
ihrer Anmeldung vom 7./14. Juli 2014 wurde angegeben, sie habe von 19_ bis 2013
Wohnsitz in C._ gehabt (IV-act. 29-3). Sie lässt nun geltend machen, sie habe sich
bereits auf den 21. Januar 2011 (IV-act. 133-1; bzw. 12. Januar 2011,
Beschwerdebegründung S. 5) in der Schweiz angemeldet und hier die Schule besucht.
Sie habe auch hier Krankenkassenbeiträge bezahlt. Nach dem Abbruch des
Schulbesuchs im September 2011 sei sie behinderungsbedingt dazu gezwungen
gewesen, vorübergehend wieder zu ihrer Familie nach C._ zurückzukehren.
3.5.3.
Dass im Lauf des Januars 2011 in der Schweiz Wohnsitz (und
Versicherteneigenschaft) begründet worden wäre, ist nach der gegenwärtigen
Aktenlage nicht anzunehmen, denn Zweck des Aufenthalts der Beschwerdeführerin in
der Schweiz (im Jahr 2011) war der Schulbesuch; zunächst war denn auch wie erwähnt
eine Wohnsitznahme in der Schweiz im Jahr 2013 angegeben worden. Aus den
3.5.4.
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blossen Indizien (vgl. auch Rz 4102 RWL) einer Anmeldung bei der Gemeinde oder
eines Bezahlens von Krankenkassenprämien kann vorliegend ebenfalls nicht auf eine
damalige Verlegung des Lebensmittelpunktes der Beschwerdeführerin und damit auf
eine Wohnsitznahme in der Schweiz geschlossen werden; die familiären Beziehungen
blieben nach der Aktenlage im Ausland. - Auch von einem Aufgeben des ausländischen
Wohnsitzes und definitivem Verlassen des dortigen Ortes, womit der Aufenthaltsort als
fingierter Wohnsitz anzunehmen wäre, ist nach der Aktenlage nicht auszugehen.
Im September 2011 ist die Beschwerdeführerin wieder nach C._
zurückgekehrt, womit davon ausgegangen werden kann, dass sie ihren zivilrechtlichen
Wohnsitz weiterhin (wieder samt Aufenthalt) dort besass. Gemäss dem Kantonalen
Einwohnerregister (KEWR) hat sie sich in der Folge am _. Juni 2014 im Kanton
angemeldet (vgl. IV-act. 126). Sie lässt aber berichten, sie sei bereits am 21. Dezember
2013 (IV-act. 133, Beschwerdebegründung) mit ihrer Mutter eingereist und wieder in
die Schweiz gezogen (und habe ab 13. Januar 2014 hier wieder eine Schule besucht).
Nach den mit der Beschwerdeantwort eingereichten Beitragsverfügungen wurde sie ab
1. Dezember 2013 als Nichterwerbstätige erfasst. Es ist bei Würdigung der Umstände
daher insgesamt anzunehmen, dass die Beschwerdeführerin am 21. Dezember 2013
Wohnsitz (und gewöhnlichen Aufenthalt) in der Schweiz begründete und, wie von der
Beschwerdegegnerin verfügt, ab diesem Zeitpunkt (obligatorisch) versichert und
beitragspflichtig war.
3.5.5.
Schon vor der Wohnsitznahme in der Schweiz hatte ihr allerdings trotz des
ausländischen Wohnsitzes Anspruch auf (medizinische) Eingliederungsmassnahmen
zugesprochen werden können, und zwar weil Anspruch höchstens bis zum
20. Altersjahr auch Personen haben, die der Versicherung nicht oder nicht mehr
unterstellt sind, sofern mindestens ein Elternteil freiwillig versichert oder während einer
Erwerbstätigkeit im Ausland obligatorisch versichert ist (vgl. Art. 9 Abs. 2 IVG), was bei
der Beschwerdeführerin zutraf. Ihre Mutter war (zumindest bis Ende _) freiwillig
versichert (vgl. IV-act. 53-2).
3.6.
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4.
Der Zeitpunkt des Eintritts der Invalidität kann hinsichtlich eines allfälligen
Anspruchs auf eine ordentliche Rente offengelassen werden (nicht aber für einen
Anspruch auf eine ausserordentliche Rente, vgl. unten E. 5.2). Denn die
Beschwerdeführerin war weder bis zum einen noch bis zum andern in Frage
kommenden Zeitpunkt während insgesamt länger als zwei Jahren und elf Monaten
versichert und hat die entsprechenden Beitragszeiten erfüllt oder Beiträge bezahlt:
3.7.
Im Dezember 2010 ist die Beschwerdeführerin 18-jährig geworden. Vor Januar
2011 kann der Versicherungsfall Rente nach Art. 29 Abs. 1 IVG (dazu unten E. 5.2.2)
keinesfalls eingetreten sein. Ist der Versicherungsfall Rente, wie von der
Beschwerdeführerin geltend gemacht, in diesem frühestmöglichen Zeitpunkt im Januar
2011 eingetreten, so entfällt ein Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine ordentliche
Rente, weil sie bis dahin keine Beiträge geleistet hat.
3.7.1.
Wäre der Versicherungsfall dagegen - spätestens - im Anschluss an die
Taggeldzahlung (bis 31. Januar 2016; dazu unten E. 5.2.4 i.V.m. E. 5.2.2) im Januar
2016 anzunehmen, so wären für einen Anspruch auf eine ordentliche Rente
Versicherung und Beiträge ab 1. Januar 2013 erforderlich. Gemäss den
Beitragsverfügungen wurde die Beschwerdeführerin jedoch wie erwähnt erst ab
1. Dezember 2013 als Nichterwerbstätige erfasst (für das Jahr 2015 wurde sie
beitragsfrei gesetzt und für das Jahr 2016 wurden AHV-/IV-/EO-Beiträge als
Erwerbstätige von Fr. 324.-- angerechnet). Auch bis Januar 2016 hat sie somit nach
der Aktenlage nicht im Sinn von Art. 36 Abs. 1 IVG während mindestens drei Jahren
Beiträge geleistet. Sie hat eine dreijährige Beitragsdauer nicht erfüllt (und konnte sie
nach dem Dargelegten vor der Wohnsitznahme vom 1. Dezember 2013 nicht erfüllen,
vgl. auch IV-act. 126).
3.7.2.
Einen Anspruch auf eine ordentliche Rente hat die Beschwerdeführerin bei diesen
Gegebenheiten nicht begründet.
3.8.
Der Anspruch von Schweizer Bürgern auf ausserordentliche Renten richtet sich
gemäss Art. 39 Abs. 1 IVG nach den Bestimmungen des AHVG, nämlich nach Art. 42
AHVG.
4.1.
Anspruch auf eine ausserordentliche Rente haben nach Art. 42 AHVG Schweizer
Bürger mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz, die
während der gleichen Zahl von Jahren versichert waren wie ihr Jahrgang, denen aber
keine ordentliche Rente zusteht, weil sie bis zur Entstehung des Rentenanspruchs nicht
4.2.
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5.
während eines vollen Jahres [für die Invalidenversicherung, hier: dreier Jahre, Art. 36
Abs. 1 IVG] der Beitragspflicht unterstellt gewesen sind (Abs. 1).
Da ihr (jedenfalls) keine ordentliche Rente zusteht, erfüllt die Beschwerdeführerin
(dauerhaft) die erste Voraussetzung von Art. 42 Abs. 1 AHVG, ausserdem auch die
zweite, jene des Schweizer Bürgerrechts.
4.3.
Was des Weiteren im Einzelnen die Voraussetzung (für den Anspruch der
Beschwerdeführerin auf eine ausserordentliche Rente) einer gleich langen
Versicherungsdauer, wie ihr Jahrgang sie hat, betrifft (Schweizer, die "während der
gleichen Zahl von Jahren versichert waren wie ihr Jahrgang", vgl. Art. 42 Abs. 1 AHVG),
ist Folgendes zu erwägen:
5.1.
Massgeblicher Zeitpunkt für die Erfüllung der Leistungsvoraussetzungen ist
grundsätzlich der Zeitpunkt des Eintritts der für die jeweilige Leistungsart erforderlichen
Invalidität, d.h. des Eintritts des Versicherungsfalls.
5.2.
Der Eintritt der Invalidität bzw. des Versicherungsfalls erfolgt in jenem Zeitpunkt,
in welchem eine Leistung der IV objektiv erstmals angezeigt ist (vgl. ZAK 1984 S. 445).
- Nach Art. 4 Abs. 2 IVG gilt die Invalidität als eingetreten, sobald sie die für die
Begründung des Anspruchs auf die jeweilige Leistung erforderliche Art und Schwere
erreicht hat. Der Eintritt der Invalidität ist demnach leistungsspezifisch unterschiedlich
(vgl. Bundesgerichtsentscheid vom 3. August 2017, 8C_818/2016 E. 3.3). Er hängt vom
Gesundheitszustand ab, und nicht etwa von zufälligen externen Faktoren wie dem
Gesuchszeitpunkt [vgl. dazu Art. 29 Abs. 1 IVG] oder dem Datum, ab welchem eine
Leistung gefordert wird (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 21. März 2014, 9C_446/2013
E. 6.3).
5.2.1.
Im Fall der Rente - wie vorliegend in Frage stehend - gilt die Invalidität in dem
Zeitpunkt als eingetreten, in dem der Anspruch nach Art. 8 Abs. 1 ATSG und Art. 4
Abs. 2 in Verbindung mit Art. 28 ff. IVG entsteht. Anspruch auf eine Rente haben nach
Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a),
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens
40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres
zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). Der Versicherungsfall Rente
entsteht demnach frühestens, wenn die versicherte Person während eines Jahres ohne
5.2.2.
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wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40 % arbeitsunfähig (Art. 6
ATSG) gewesen und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % bleibend oder für
längere Zeit erwerbsunfähig (Art. 7 und 8 ATSG) ist (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 2.
Mai 2016, 9C_592/2015; BGE 137 V 417 E. 2.2.1; Bundesgerichtsurteil 8C_610/2014
vom 5. November 2014 E. 3). Nach Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht der Rentenanspruch
(anders als noch in der Rechtslage vor der 5. IV-Revision gemäss dem bis
31. Dezember 2007 in Kraft gewesenen aArt. 29 Abs. 1 IVG) frühestens nach Ablauf
von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Art. 29
Abs. 1 ATSG (wobei die 5. IV-Revision die Regelung zum Zeitpunkt des Eintritts des
Versicherungsfalls Rente nicht tangiert hat, vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts
des Kantons St. Gallen vom 9. Januar 2017, IV 2014/433; vgl. auch Rz 1034 des vom
Bundesamt für Sozialversicherungen erlassenen Kreisschreibens über Invalidität und
Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung = KSIH; vgl. oben E. 5.2.1), jedoch frühestens
im Monat, der auf die Vollendung des 18. Altersjahres folgt. Der Anspruch entsteht
nicht, solange die versicherte Person ein Taggeld nach Art. 22 beanspruchen kann
(Art. 29 Abs. 2 IVG). Bei Geburts- und Frühinvaliden tritt der Versicherungsfall für die
Rente in der Regel im Zeitpunkt der Vollendung des 18. Altersjahres ein, sofern diese
Versicherten im besagten Zeitpunkt nicht in Eingliederung stehen. In einem solchen Fall
tritt die für den Rentenanspruch spezifische Invalidität erst nach Abschluss oder
Abbruch der Eingliederungsmassnahmen ein (vgl. AHI 2001 S. 152 [I 201/2000 vom 20.
November 2000], Rz 9002 KSHI; vgl. BGE 137 V 417).
Die Beschwerdeführerin lässt vorbringen, der Versicherungsfall Rente sei bei ihr
gleich bei Vollendung des 18. Altersjahres eingetreten, denn spätestens nach
Abschluss der obligatorischen Schulzeit, jedenfalls aber zur genannten Zeit (bei
Vollendung des 18. Altersjahres), habe festgestanden, dass sie Anspruch auf eine
Rente haben werde.
5.2.3.
Der Ausgang der (ab 7. August 2014 zugesprochenen) beruflichen Massnahmen
mit dem Ergebnis des Abbruchs der Ausbildung in geschütztem Rahmen aus
gesundheitlichen Gründen und trotz im Verlauf eingerichteten begleiteten Wohnens
(vgl. IV-act. 117 ff.) lässt rückblickend darauf schliessen, dass von Anfang an damit zu
rechnen war, dass die Beschwerdeführerin rentenbegründend invalid sein werde, so
dass von einem Eintritt der Invalidität für einen Rentenanspruch (Versicherungsfall
Rente) sogleich bei Erreichen des 18. Altersjahrs der Beschwerdeführerin auszugehen
ist (der Zeitpunkt der Einreise ist bei der Bestimmung des Zeitpunkts des
Versicherungsfalls irrelevant).
5.2.4.
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Trat der Versicherungsfall Rente bereits beim Erreichen des 18. Altersjahrs ein,
so also, wie es bei einem Anspruch von Geburtsinvaliden möglich ist, schon vor dem
Beginn der allgemeinen (d.h. für Nichterwerbstätige vorgesehenen) Beitragspflicht ab
dem 1. Januar nach Vollendung des 20. Altersjahres (vgl. Art. 3 Abs. 1 AHVG; vgl. dazu
die im Bundesgerichtsurteil vom 21. März 2014, 9C_446/2013 E. 6.1). Das Erfordernis
der gleichen Zahl an Versicherungsjahren in Art. 42 Abs. 1 AHVG i.V.m. Art. 39 Abs. 1
IVG bezieht sich nach der Rechtsprechung denn auch nicht auf alle Jahre seit der
Geburt, sondern nur auf diejenigen, für die das Gesetz eine allgemeine Beitragspflicht
vorsieht, wie sie grundsätzlich für die Berechnung einer ordentlichen Rente
bestimmend sind, also auf die Versicherungsjahre nach dem 1. Januar nach der
Vollendung des 20. Altersjahres. Indem Art. 42 Abs. 1 AHVG verlangt, dass die
betreffenden Personen dieselbe Anzahl Versicherungsjahre wie der Jahrgang
ausweisen, ist er nicht auf Antragsteller ausgerichtet, welche aufgrund ihrer
Nichtunterstellung unter die Versicherung während eines gewissen Zeitraumes ihres
Lebens ab dem 1. Januar nach ihrem vollendeten 20. Altersjahr eine Beitragslücke
aufweisen. Er richtet sich aber unter anderem an Personen, die - weil sie das
massgebende Alter, nämlich das 20. Altersjahr (vgl. BGE 131 V 390 = Pr 2006 Nr. 151
E. 2.4; vgl. Art. 3 Abs. 1 AHVG), noch nicht erreicht hatten - vor dem Eintritt des Risikos
in Ermangelung einer Verpflichtung dazu überhaupt keine Beiträge oder keine solchen
während eines Jahres [für die Invalidenversicherung während drei Jahren] einbezahlt
haben (vgl. Bundesgerichtsentscheid vom 1. Mai 2003, I 780/02 E. 5.1.2 = SVR 2003 IV
Nr. 34 S. 106). - Spätere, d.h. nach dem Versicherungsfall eintretende,
Sachverhaltsentwicklungen können am ursprünglich so entstandenen Anspruchs nichts
mehr ändern, der Anspruch kann lediglich noch angepasst oder eingestellt werden
(etwa beim Verlassen der Schweiz, vgl. Rz 7112 ff. RWL).
5.2.5.
Bei diesem massgeblichen Eintritt der Invalidität für eine Rente im Monat, der auf
die Vollendung des 18. Altersjahrs folgt, war die Beschwerdeführerin mangels Erfüllung
einer der Voraussetzungen von Art. 1b IVG (namentlich des Wohnsitzes in der Schweiz)
noch nicht versichert.
5.3.
Da jedoch wie oben (E. 2.1) erwähnt die Versicherungsklausel auf das Jahr 2001
hin aufgehoben worden ist, kann der Beschwerdeführerin nicht schaden, dass der
Versicherungsfall eingetreten ist, als sie im Ausland wohnte und nicht versichert war.
Vielmehr ist über diesen Umstand hinwegzusehen. - Die Abschaffung der
Versicherungsklausel ist Ausdruck des gesetzgeberischen Willens, den
versicherungsmässigen Voraussetzungen nicht mehr dieselbe Bedeutung beizumessen
wie zuvor (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 19. September 2006, I 142/04 E. 6.3). -
5.4.
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Ausserordentliche Invalidenrenten erhalten denn auch gemäss Rz 7006 RWL (in der bis
2011 geltenden Fassung) in der Schweiz wohnende Geburts- und Kindheitsinvalide,
d.h. Personen, die von Geburt an invalid sind oder vor der Vollendung des
21. Altersjahres (vor dem 1. Dezember des der Vollendung des 22. Altersjahres
folgenden Jahres, Fassung ab 2012) in rentenbegründendem Ausmass invalid
geworden sind, aber keinen Anspruch auf ordentliche Rente erworben haben. Ein
Anspruch auf eine ausserordentliche Rente setzt selbst für ausländische geburts- oder
kindheitsinvalide Personen nicht voraus, dass sich die invalide Person seit Geburt in
der Schweiz aufgehalten hat. Es genügt dort nach Rz 7007 RWL, wenn sie vor
Vollendung des 20. Altersjahres (Fassung bis 2011; bzw. vor dem 1. Januar nach
Vollendung des 20. Altersjahrs, Fassung ab 2012) in die Schweiz eingereist sind. Bei
ihnen wird infolge des Wegfalls der Versicherungsklausel über das Fehlen des
Wohnsitzes beim Versicherungsfall hinweggesehen und nur ein Erfordernis von Art. 6
Abs. 2 IVG (versicherungsmässige Voraussetzung für ausländische Staatsangehörige)
verlangt.
Wenn die Rechtsprechung festhält, die Versicherungsbedingungen, darunter
namentlich das Erfordernis des Bestehens eines Wohnsitzes in der Schweiz, die
Staatsangehörigkeit und die verlangte Mindestzahl an Versicherungsjahren, von
welcher die Entstehung des Leistungsanspruchs abhängt, müssten im Prinzip immer
im Zeitpunkt des Eintritts der Invalidität erfüllt sein, doch sei dieses Prinzip nicht
absolut (vgl. Bundesgerichtsurteil 9C_446/2013 E. 6.2), so sollen damit die
Anspruchsvoraussetzungen erleichtert werden, indem später eine weitere
Anspruchsentstehung für eine Rente ermöglicht wird. Das Fehlen einer Bedingung im
Zeitpunkt des Eintritts des Versicherungsfalls kann nach dieser Rechtsprechung nicht
generell und für unbefristete Zeit jede neue Prüfung verhindern, sondern das
Leistungsgesuch kann später auf die Erfüllung der früher fehlenden Voraussetzung hin
geprüft werden. So wird etwa der Anspruch eines Ausländers, der in einem bestimmten
Zeitpunkt die schweizerische Staatsbürgerschaft erwirbt, in jenem Zeitpunkt nach den
für Schweizer anwendbaren Bestimmungen geprüft (vgl. Bundesgerichtsurteil
9C_446/2013 E. 6.2). Eine Restriktion insofern, als Schweizer Bürger, die beim
Versicherungsfall im Ausland lebten, schlechter gestellt würden als ausländische
Staatsangehörige, deren Anspruch bei Hinzutreten des fehlenden Anspruchselements
neu geprüft werden kann, kann mit dem Wegfall der Versicherungsklausel nicht
verbunden sein.
5.5.
Da der fehlende Wohnsitz beim Eintritt der Invalidität (des Versicherungsfalls
Rente) wegen des Wegfalls der Versicherungsklausel kein Hindernis für die Entstehung
5.6.
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7.