Decision ID: 37ba39d0-4158-47d7-b0cc-f391089e497b
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1968
, war
zuletzt
vom
1.
September 2017 bis 31. Oktober 2018
als Autopfleger/Allrounder
bei der
Y._
erwerbstä
tig
gewesen
(
Urk.
5/9/4,
Urk.
5/17/24
,
Urk.
5/7
Ziff.
5.4
)
, als er sich a
m 2
1.
August 2018
unter Hinweis
auf eine Verletzung der Bandscheibe
anlässlich
eines Verkehrsunfalls vom 1
2.
Januar 2018 (
Urk.
5/7
Ziff.
6.1 f.) bei der I
nvali
den
versicherung zum Leistungsbezug an
meldete
.
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zog beim Unfallversicherer die Akten betreffend den Unfall des Versicherten vom 1
2.
Januar 2018 (
Urk.
5/9/1-243) bei und ver
neinte m
it Mitteilung vom
1
1.
März 2019
(Urk.
5/2
1)
einen Anspruch des Versi
cherten auf berufliche Eingliederungsmassnahmen.
In der Folge
liess die
IV-Stelle den
Ver
sicherte
n
polydisziplinär begutachten (Gutachten vom
1
9.
September 2019
; Urk.
5/34/1-46,
Urk.
5/34/1-51
). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfah
ren
(Urk. 5/
37, Urk
.
5/39
) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
1
8.
Novem
ber 2019
(Urk.
5/44
= Urk. 2) einen
Rentenanspruch des Versicherten.
2.
Gegen die Verfügung vom
1
8.
November 2019 (Urk. 2) erhob der
Versi
cherte
am
1
5.
Dezember 2019
Be
schwerde
(Urk. 1)
und beantragte
sinngemäss
,
diese sei auf
zuhe
ben
und es sei
ihm
eine
Invalidenrente
zuzusprechen.
Mit Beschwerdeantwort vom
31
.
Januar
20
20
(Urk. 4) beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde, wovon de
m
Beschwerdeführer am 1
8
.
Mai
20
20
eine Kopie zugestellt wurde (Urk. 6).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den All
ge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
men
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Fol
gen der ge
sund
heitlichen
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über
windbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu
betä
tigen
, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stel
len, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens
40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
tels
rente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Nach der allgemeinen Beweisregel (Art. 8 des Zivilgesetzbuches, ZGB) obliegt es bei erstmaliger Renten
prüfung der versicherten Person die invalidisieren
den Fol
gen der gesundheitlichen Beeinträchtigung mit dem Beweisgrad der über
wie
gen
den Wahrscheinlichkeit nachzuweisen. Gelingt dieser Nachweis nicht, verfügt sie über keinen Leistungsanspruch. Mit anderen Worten wird bei Beweislosigkeit ver
mutet, dass sich der geklagte Gesundheitsschaden nicht invalidisierend aus
wirkt (BGE 140 V 290 E. 4.1; 139 V 547 E. 8.1). Bleiben die Auswirkungen eines ob
jektivierbaren wie auch eines nicht (bildgebend) fassbaren Leidens auf die Ar
beits
fähigkeit trotz in Nachachtung des Untersuchungs
grundsatzes sorg
fältig durchgeführter Abklärungen vage und unbestimmt, ist der Beweis für die An
spruchs
grundlage nicht geleistet und nicht zu erbringen (BGE 140 V 290 E. 4.1 mit Hinweisen auf die Literatur).
1.4
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psy
chi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E. 5.4).
Die Annahme
eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weit
gehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zu
mutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V
281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.5
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlau
ben, das tatsächlich erreichbare Leistungsve
rmögen einzuschätzen (BGE 141 V
281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15
.
Februar 2018 E.
5.1). Die Anerkennung eines rentenbe
gründenden Inva
liditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswir
kungen der medizi
nisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_
580/2017 vom 16. Januar 2018 E.
3.1 mit Hinweisen).
1.6
Aus Gründen der Verhältnismässigkeit kann dort von einem strukturierten Be
weisverfahren nach BGE 141 V 281 abgesehen werden, wo es nicht nötig oder auch
gar nicht geeignet ist. Ein Beweisverfahren bleibt daher entbehrlich, wenn im Rahmen beweiswertiger fachärztlicher Berichte (vgl. BGE 125 V 351) eine Ar
beitsunfähigkeit in nachvollziehbar begründeter Weise verneint wird und allfäl
ligen gegenteiligen Einschätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen Gründen kein Beweiswert beigemessen werden kann (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. BGE 143 V 418 E. 7.1). Insbesondere in Fällen, in welchen nach der Aktenlage überwiegend wahrscheinlich von einer bloss leichtgradigen depressi
ven Störung auszugehen ist, die nicht schon als
chronifiziert
gelten kann und auch nicht mit Komorbiditäten einhergeht, bedarf es in aller Regel keines struk
turierten Beweisverfahrens (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. Urteil des Bundesge
richts 9C_580/2017 vom 1
6.
Januar 2018 E. 3.1).
1.7
Zur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG ist – auch bei psychischen Erkrankungen – in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (
fach
)ärztlicherseits
schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosoziale und so
ziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunfts
ängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vorder
grund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vorhanden sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträch
tigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, be
stehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfas
sen hat, zum Beispiel eine von depressiven Verstimmungs
zuständen klar unter
scheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokulturellen Be
lastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbständigte psy
chische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentlichen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Ge
sundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
Wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren zu einer eigentli
chen Beeinträchtigung der psychischen Integrität führen, indem sie einen ver
selbständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad sei
ner – unabhängig
von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden – Folgen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend auswirken (Urteil des Bundesgerichts 9C_537/2011 vom 2
8.
Juni 2012 E. 3.2 mit Hinweisen).
Die Durchführung eines strukturierten Beweisverfahrens nach BGE 141 V 281 ist bei einer offensichtlich psychosozialen Genese
der
nicht überwiegend wahr
scheinlich verselbständigten psychischen Beschwerden entbehrlich (Urteile des Bundesgerichts 9C_171/2020 vom 1
2.
Mai
2020 E. 5.2, 9C_32/2018 vom 2
6.
März 2018 E. 2.3 und 9C_755/2018 vom
9.
Mai 2019 E. 4.2.6).
1
.8
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
ak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammen
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom
1
8.
Novem
ber 2019 (
Urk.
2) unter Hinweis auf den Vorbescheid vom
9.
Oktober
2019 (
Urk.
5/37) davon aus, dass der Beschwerdeführer auf Grund des Unfalls vom 1
2.
Januar 2018
lediglich vorübergehend
in der Ausübung seiner bisherigen Tä
tigkeit eingeschränkt gewesen sei, und dass ihm spätestens ab Oktober 2018 die Ausübung seiner bisherigen Tätigkeit als Allrounder und
anderer
seinem Ausbil
dungsstand entsprechender Tätigkeiten ohne Einschränkungen im vollzeitlichen Umfang zuzumuten
gewesen sei
(
Urk.
2 S.
2,
Urk.
5/37 S. 2)
2.2
Der Beschwerdeführer
brachte
hiegegen
vor
(
Urk.
1)
, dass
er auf Grund der Schmerzen, unter welchen er (seit dem Unfall vom 1
2.
Januar 2018) täglich leide, psychisch belastet werde. Dadurch werde er in seiner Lebensqualität stark einge
schränkt und sei auf die Hilfe und Unterstützung Dritter angewiesen. Obwohl er glaube, dass sich seine
psychi
sche Situation bei der Wiederaufnahme einer Arbeit verbessern
könnte
, könne er auf Grund
der Schmerzen keine
Tätigkeit mehr
aus
üben
.
3.
3.1
Im Folgenden gilt es vorerst die für die Beurteilung der
Frage nach einer für den
Rentenanspruch
vorausgesetzten Arbeitsunfähigkeit von durchschnittlich min
destens 40
%
während eines Wartejahres
(vorstehend E.
1.2
)
massgeblichen me
dizinischen Akten zu prüfen.
3.2
Die Ärzte des
Z._
, Klinik für Traumatologie, erwähnten im Austrittsbericht vom 1
5.
Januar 2018 (
Urk.
5/9/9-11), dass der Beschwerdeführer nach einem Selbstunfall als Fahrer eines Personenwagens vom 1
2.
bis 1
3.
Januar 2018 hospitalisiert gewesen sei
,
und stellten die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
leichtes Schädelhirntrauma am 1
2.
Januar 2018
-
HWS-Distorsion vom
1
2.
Januar 2018
mit Kribbelparästhesien an beiden Armen
-
Kontusion der linken Niere vom
1
2.
Januar 2018
-
Kontusion des linken Thorax vom
1
2.
Januar 2018
-
Kontusion des rechten Oberschenkels vom
1
2.
Januar 2018
Die Ärzte erwähnten, dass eine am 1
2.
Januar 2018 durchgeführte Magnetreso
nanztomographie (MRI) der Halswirbelsäule (HWS) keine frischen
Traumafolgen
, und dass eine gleichentags durchgeführte Computertomographie (CT) des Schä
dels keine intrakranielle Blutung und keine Fraktur ergeben
hätten
(S. 2).
3.3
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Neurologie, stellte in seinem Bericht vom 1
9.
Februar 2018 (
Urk.
5/23/15-1
7
) die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
Status nach leichtem Schädelhirntrauma mit HWS-Distorsion vom 1
2.
Januar 2018 mit/bei:
-
seither deutlich akzentuierten Schmerzen am
zervikothorakalen
Über
gang sowie neu rezidivierende, stark linksbetonte, ganz überwiegend nächtliche, flüchtige Fühlstörung im
Ulnaris
-/C8-Versorgungsgebiet beidseits
, entsprechend am Ehesten
einer armpositionsabh
ängigen dynamischen sensiblen
Nervus
ulnaris
-
Reizsymptomatik am Ell
en
bogen
-
MRI der
HWS
vom 1
2.
Januar
2018: degenerative
Neuroforamensteno
sen
im Bereich
HWK5/6
und HWK6/7 beidseits, ohne
C8-Wurzelpatho
logie
Der Arzt führte aus, dass der Beschwerdeführer unter
stark akzentuierte
n
Schmer
zen im Bereiche der Wirbelsäule am
zervikothorakalen
Übergang
,
besonders aus
geprägt bei
Kopfreklination
,
leide.
Daneben
leide er
überwiegend nachts und stark linksbetont
unter einer
rezidivierende
n, s
chmerzlose
n
Fühlstörung im
Bereich von
C8
und dem
Nervus
ulnaris
-Versorgungsgebiet
beidseits. Dabei handle es sich um eine dynamische, armpositionsabhängige sensible
Nervus
ulnaris
Reiz
symptomatik am
Ell
enbogen. Bezüglich
der Nackenschmerzen
werde dem Be
schwerdeführer eine
ambulante Physiotherapie und
eine
baldige Wiederaufnahme der Arbeit
empfohlen (S.
1).
3.4
Dr.
med.
B._
, Facharzt für
Allgemeine Innere Medizin
, führte in seinem Bericht vom
8.
Oktober 2018 (
Urk.
5/17/27) aus, dass sich der Beschwerdeführer
anlässlich des Unfalls
vom
1
2.
Januar
2018 ein leichtes Schädelhirntrauma sowie eine HWS-Distorsion mit Kribbelparästhesien in beide
n
Arme
n
zu
gezogen habe
. Im
weiteren Verlauf
sei er auf Grund von
Nacken- und Kopfschmerzen
über eine längere Zeit
auf
Analgetica
und physiotherapeutische
Massnahmen
angewiesen gewesen
.
In der Zeit v
om
2
6.
September
bis
1.
Oktober
2018
habe er
einen Ar
beitsversuch
im Umfang einer Arbeitsbelastung von 50
%
unternommen
.
Dieser
Arbeitsversuch
habe jedoch
wegen Kopfschmerzen
,
Nackenschmerzen
und
Schwindel
abgebrochen werden müssen
.
Mit Bericht vom
2.
April 2019 (
Urk.
5/23/7
-9) diagnostizierte
Dr.
B._
einen Zu
stand nach rezidivierenden HWS-Distorsionen, letztmals am 1
2.
Januar
2018, und erwähnte, dass der Beschwerdeführer täglich unter Nacken- und Kopf
schmerzen leide, und dass er deswegen täglich Analgetika einnehme (S. 2). Dem Beschwerdeführer sei die Ausübung einer angepassten Tätigkeit
in kleinem Um
fang
beziehungsweise
im Umfang eines
tiefen Beschäftigungsgrad
es
, aufgeteilt in zwei Etappen,
je eine
am Morgen und am Nachmittag, zuzumuten (S. 3).
3.5
Die Ärz
te der MEDAS C._
erwähnten in ih
rem Gutachten vom 1
9.
September 2019 (
Urk.
5/34/1-45), dass der Beschwerde
führer am
3.
und
4.
September 2019 orthopädisch, internistisch, neurologisch und psychiatrisch sowie am 1
2.
September 2019 zusätzlich neuropsychologisch begutachtet worden sei (S. 2)
,
und stellten die folgenden Diagnose
n (S. 7):
Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
:
-
k
eine
Diagnosen ohne Ei
nfluss auf die Arbeitsfähigkeit:
-
zerviko
-
und
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom
-
Status nach HWS-Distorsion vom 1
2.
Januar
2018
-
Status nach
LWS-Prellung
ungefähr im Jahre
2009
-
Status nach
arthroskopischer
medialer
Teilmeniskektomie
am
1
1.
Mai
2015 links
s
eitig
-
Hbs
Antigen Positivität mit
Steatosis
hepatis
II (
Erstdiagnose v
or 4 Jahren)
-
n
ächtliche sensible Phänomene im Bereich der Arme
,
ohne Hinweise
auf
eine neurologische Ursa
che
-
Anpassungsstörung mit/bei
längere
r
depressive
r
Reaktion
Die orthopädische Untersuchung habe ein zervikales und lumbales Schmerzsyn
drom ohne
radikuläre
Ausstrahlung bei einem Status nach HWS-Distorsion am 1
2.
Januar
2018 ergeben. Zudem bestehe beim Beschwerdeführer anamnestisch ein Status nach
arthroskopischer
medialer
Teilmeniskektomie
vom 1
0.
April 2015 am linken Kniegelenk
. Diesbezüglich sei er gegenwärtig
beschwerdefrei (S. 17). Die
internistische Untersuchung habe
eine
seit 4 Jahren
bestehende
Steatosis
hepatis
ergeben. Dieser Befund sei indes ohne Pathologie und für den Beschwer
de
führer
folgenlos
, denn er
leide
diesbezüglich
unter keinen Symptomen
. Ins
beson
dere sei
seine Leberfunktion
gänzlich
erhalten
(S. 25)
.
Die
neurologische Untersuchung habe
Nacken- und
Hinterkopfschmerzen
,
Schmerzen am
zerviko
-thorakalen Übergang links sowie nächtliche sensible Phä
nomene
im Bereich der Arme ohne Hinweise für eine neurologische Ursache
auf Grund des
Unfall
s
vom 1
2.
Januar 2018 mit HWS Distorsion
ergeben. Es liege
ein Status nach zwei Unfällen vor, wobei bereits nach einem
Skisturz
vom 1
5.
März 2009 Nacken
b
eschwerden und ein mögliches C8-
Syndrom links
festgestellt
wor
den seien.
Zwischenzeitlich habe sich der Beschwerdeführer aber
soweit erholt, dass er problemlos in einem Vollpensum
habe
beruflich aktiv sein
können. Erst
nach
dem
zweiten Unfall
vom 1
2.
Januar 2018 sei es zu einer
längerfri
stigen Krank
schreibung und im Verlauf zum Verlust des Arbeitsplatzes
gekommen. Die
anhaltenden Schmerzen, die vor allem durch
eine
gestörte Nachtruhe und
eine
starke Müdigkeit zu einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
ge
führ
t
hätt
en,
seien
aus neurologischer Sicht nicht
zu erklären
.
Es lägen
keine typischen
radi
kulären
Beschwerden vor und radiologisch
habe
sich auch keine etablierte
Ner
venwurzelkompromittierung
gezeigt. Sodann hätten sich
weder klinisch noch elektrophysiologisch Hinweise für eine anders geartete Nervenläsion im Bereich der Arme (speziell links), die eine Störung
der Nachtruhe begründen könnte, er
geben. Aus neurologischer Sicht bestehe
keine Einschränkung der Arbeitsfähig
keit
in
der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Allrounder in einer Autogarage oder in der früher ausgeüb
ten Tätigkeit als Buschauffeur (S. 31 f.)
Die psychiatrische Untersuchung habe beim Beschwerdeführer eine Anpassungs
störung mit längerer depressiver Reaktion ergeben (S. 39). Der Beschwerdeführer leide unter
Symptome
n
im Sinne
einer
gedrückte
n
Stimmung,
einer Verminde
rung von
Antrieb und Aktivität,
eines gestörten
Schlaf
es
, Selbstvorwürfe
n und
negative
r
Gedanken
.
Bei einer Anpassungsstörung handl
e
es sich um Zustände von subjektiver Bedrängnis und emotionaler Beeinträchtigung, die im
A
llgemei
nen soziale Funktionen und Leistungen behindern und während des Anpassungs
prozesses nach einer entscheidenden Lebensveränderung oder nach belastenden Lebensereignissen auftr
ä
ten
.
Es
sei
davon auszugehen, dass das Krankheitsbild ohne die Belastung nicht entstanden wäre. Die Anzeichen
seien unterschiedlich und um
fass
t
en depressive Stimmung, Angst oder Sorge oder eine Mischung von diesen
.
In der neuropsychologischen Untersuchung habe der Beschwerdeführer ganz überwiegend unauffällige Leistungen gezeigt. Lediglich in drei Testergeb
nissen (schriftliches Rechnen, Zahlen verbinden, Zahlen kodieren) habe er unter
durchschnittliche Ergebnisse erzielt. Diese seien am ehesten als Ausdruck man
gelnder Übung zu verstehen
(S. 38)
.
Der Beschwerdeführer, welcher bis
her
nicht
psychiatrisch
behandelt worden sei, leide zunehmend unter negativen Gedanken,
Zukunftss
orgen
und
Existenz
ängsten
. Dies führe zu Antriebsminderung, negati
ver Stimmung und Rückzugsverhalten. Diese Entwicklung sei gegenwärtig jedoch noch moderat und
habe
daher keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit.
Es sei davon auszugehen, dass
diese Reaktion auf psychischer Ebene voraussichtlich schnell rückläufig
wäre, wenn
der Beschwerdeführer
tatsächlich
eine
Erwerbstä
tigkeit ausüb
e
n würde
. In Zukunft
sei
allerdings bei unveränderter Perspektive eine
Chronifizierung
und ein Abrutschen in eine depressive Episode
nicht
auszu
schliessen
(S. 39).
Insgesamt
bestünden
aus polydisziplinärer Sicht
keine die Arbeitsfähigkeit be
einflussenden Beeinträchti
gungen. Es bestehe
vielmehr
eine
uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit
in der bisherigen und in jeder anderen
,
dem Ausbildungsstand des
Beschwerdeführers
entsprechenden
,
Tätigkeit
(S. 7)
. Nach dem Unfall vom 1
2.
Ja
nuar
2018 habe während wenigen Monaten eine
Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestanden. Es sei jedoch von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit ab Okto
ber 2018 beziehungsweise ab dem Zeitpunkt des Verfassens des Arztberichts von
Dr.
B._
vom
8.
Oktober 2018 auszugehen (S. 19).
3.6
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Chirurgie und für
Orthop
ä
dische Chirurgie und Traumatologie
des Bewegungsapparates, Regionaler Ärztlicher Dienst der Be
schwerdegegnerin (RAD), führte in seiner Stellungnahme vom 2
0.
September
2019
(
Urk.
5/35/5-6) aus,
dass das Gutachten der
Ärzte der
C._
vom 1
9.
September 2019
den Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers
nachvoll
ziehbar dar
stelle, weshalb davon auszugehen sei, dass
kein
i
nvali
disierender Ge
sundheitsschaden
bestehe
.
Für
die Zeit nach dem
Unfall vom
1
2.
Januar 2018 bis
7.
Oktober 2018
sei indes
von einer Arbeitsunfähigkeit von 100
%
auszugehen. Ab dem
8.
Oktober 2018 habe eine uneingeschränkte
Arbeitsfähigke
it in Bezug auf die angestammte und jede andere,
dem Ausbildungsstand
des Beschwerde
führers
entsprechende
,
Tätigkeit
bestanden (S.
2).
3.7
Dr.
B._
stellte
in seiner Stellungnahme vom 2
8.
Oktober 2019 (
Urk.
5/41/1-2)
die folgenden Diagnosen (S. 2):
-
multisegmentale degenerative Veränderungen der HWS
-
Verkehrsunfall vom 1
2.
Januar 2018 mit leichtem Schädelhirntrauma und HWS-Distorsion
-
Hepatitis B mit/bei Steatose
Hepatis
Grad II
-
depressive Entwicklung
Dr.
B._
führte aus
, dass der
Beschwerdeführer im September 2018 im Umfang eines Arbeitspensums von 50
%
einen Arbeitsversuch
angetreten
habe,
welchen
er
indes
bereits nach vier Tagen wegen zunehmender Nacken- und Kopfschmer
zen sowie Übelkeit
abgebrochen h
ab
e
(S. 1). Anschliessend sei ihm
das Arbeits
verhältnis (mit der
Y._
)
gekündigt worden. Dies habe sich psychisch
zusätzlich
negativ ausgewirkt
. Gegenwärtig sei dem
Beschwerdeführer
daher keine
Arbeitstätigkeit
zuzumuten
(S. 2).
4.
4.1
Den erwähnten medizinischen Akten ist zu entnehmen, dass sich der Beschwer
deführer anlässlich des Unfalls vom 1
2.
Januar 2018 ein leichtes Schädelhirn
trauma sowie eine HWS-Distorsion (vorstehend E.
3.
2
) zugezogen hat, und dass er seither unter Nacken- und Kopfschmerzen litt. Während
Dr.
B._
dem Be
schwerdeführer in seinen Beurteilungen vom
8.
Oktober 2018
(vorstehend E.
3.4
) und vom
2
8.
Oktober 2019
(vorstehend E.
3.7
) keine Erwerbstätigkeit mehr zu
muten wollte, vertrat er in seinem Bericht vom
2.
April 2019 (vorstehend E.
3.4
) die Ansicht, dass dem Beschwerdeführer die Ausübung einer angepassten Tätig
keit
im Umfang eines
tiefen Beschäftigungsgrad
es
, aufgeteilt in zwei Etappen,
je eine
am Morgen und am Nachmittag, zuzumuten sei. Demgegenüber gingen die Ärzte der
C._
in ihrem Gutachten vom 1
9.
September 2019 (vorstehend E.
3.5
) davon aus, dass der Beschwerdeführer weder in somatischer noch in psy
chischer Hinsicht in seiner Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt sei, und dass die an
haltenden Nacken- und Kopfschmerzen
in somatischer Hinsicht
nicht zu erklären seien. In psychischer
Hinsicht gingen die Ärzte der
C._
davon aus, dass der Beschwerdeführer unter einer Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion leide, dass dieses Leiden durch ein belastendes Lebensereignis (im Sinne des Unfalls vom 1
2.
Januar 2018 und der nachfolgenden Arbeitsunfähigkeit mit Verlust der Arbeitsstelle) verursacht worden sei, und dass das Krankheitsbild ohne dieses belastende Ereignis nicht entstanden wäre. Da die depressiven Symptome, insbesondere die Zukunfts- und Existenzsorgen, gegenwärtig lediglich moderat ausgeprägt seien, sei davon auszugehen, dass diese Symptome die Arbeitsfähig
keit nicht beeinträchtig
t
en, und dass sie rückläufig wären, wenn der Beschwer
deführer wieder eine Erwerbstätigkeit ausüben würde. Damit übereinstimmend ging auch
Dr.
D._
in seiner Stellungnahme vom 2
0.
September 2019 (vorste
hend E.
3.6
) davon aus, dass ab
8.
Oktober 2018 eine uneingeschränkte Arbeits
fähigkeit bestanden habe.
4.2
4.2.1
Das Gutachten der Ärzte der
C._
vom 1
9.
September 2019 (vorstehend E.
3.5
) erfüllt die praxisgemässen Anforderungen für eine beweiskräftige medizi
nische Entscheidungsgrundlage (vgl. vorstehend E.
1.8
). Denn die Gutachter, wel
che als Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie, für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, für Allgemeine Innere Medizin und für Neurologie über für die Beurteilung der psychischen und somatischen Ge
sundheitsbeeinträchtigungen des Beschwerdeführers angezeigte fachärztliche Aus- und Weiterbildungen verfügten, hatten Kenntnis sämtlicher medizinischer
Vorakten
, setzten sich in angemessener Weise mit den geäusserten Beschwerden auseinander und begründeten ihre Schlussfolgerungen in nachvollziehbarer Wei
se. In somatischer Hinsicht vermag insbesondere zu überzeugen, dass die Gut
achter davon ausgingen, dass die anhaltenden Nacken- und Kopfschmerzen, unter welchen der Beschwerdeführer leide, nicht zu erklären seien.
4.2.2
In psychischer Hinsicht vermag zu überzeugen, dass die Gutachter die festgestell
ten psychosozialen Faktoren im Sinne von Arbeitslosigkeit, Zukunfts- und Exis
tenzsorgen (vorstehend E.
3.5
) bei der Arbeitsfähigkeitsbeurteilung ausklammer
ten. Denn diesbezüglich gilt es zu beachten, dass nach der Rechtsprechung ein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden nicht vorliegt, wenn die erho
benen psychischen Befunde in den psychosozialen und soziokulturellen Umstän
den ihre hinreichende Erklärung finden und gleichsam in ihnen aufgehen (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 2
3.
März
2009 E.
2), und dass demzufolge soziale Belastungen, die direkt negative funktionelle Fol
gen zeitigen, bei der Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit auszuklammern sind (BGE 143 V 409 E. 4.5.2). Sodann vermag zu überzeugen, dass die Gutachter lediglich leichte psychische Beeinträchtigungen im Sinne einer Anpassungs
störung mit längerer depressiver Reaktion feststellten und dass sie davon aus
gingen, dass die lediglich moderat ausgeprägten psychischen Symptome nicht geeignet seien, die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers zu beeinträchtigen, und dass spätestens ab
8.
Oktober
2018 von einer uneingeschränkten Arbeits
fähigkeit auszugehen sei.
4.3
4.
3
.1
Nicht
zu überzeugen vermögen
demgegenüber die Arbeitsfähigkeitsbeurteilungen durch
Dr.
B._
vom
8.
Oktober 2018 (vorstehend E.
3.4
), vom
2.
April 2019 (vor
stehend E.
3.4
) und vom 2
8.
Oktober 2019 (vorstehend. E.
3.7
). Denn einerseits steht seine Beurteilung vom
2.
April 2019 (vorstehend E.
3.4
), wonach dem Beschwerdeführer die Ausübung einer angepassten Tätigkeit bei einem tiefen Be
schäftigungsgrad zuzumuten sei
,
in Widerspruch zu seiner Beurteilung
vom 2
8.
Oktober 2019 (vorstehend E.
3.7
), wonach ihm keine Arbeitstätigkeit mehr zuzumuten sei. Sodann lässt sich seinen Beurteilungen in somatischer Hinsicht keine nachvollziehbaren Begründungen der von ihm attestieren Arbeitsunfähig
keiten entnehmen. Andererseits gilt es
in Bezug
auf dessen Beurteilung vom
2
8.
Oktober 2019
(vorstehend E
.
3.7
),
insoweit darin dem Beschwerdeführer e
ine Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen
attestiert wurde,
zu beachten, dass
Dr.
B._
über einen Facharzttitel für Allgemeine Innere Medizin, nicht jedoch über einen solchen für Psychiatrie und Psychotherapie verfügt. Insoweit
Dr.
B._
daher die Ansicht vertrat, dass
der Beschwerdeführer
durch ein psychisches Lei
den in
seiner
Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt werde, kann auf
dessen
Beurtei
lung
schon deshalb
nicht abgestellt werden, weil es ih
m
an einer dafür angezeig
ten fachärztlichen Ausbildung im Gebiet der Psychiatrie und Psychotherapie fehlt.
4.
3
.2
Ergänzend gilt es in Bezug auf die Beurteilungen durch
Dr.
B._
zu berücksich
tigen, dass es nach der Rechtsprechung wegen der unterschiedlichen Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen Fachärzte und Fachärztinnen und des Begutachtungsauftrags der amtlich bestellten medizinischen Experten (BGE 124 I 170 E. 4) nicht geboten ist, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderen Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine klärende Ergänzung des medizinischen Dossiers oder direkt eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige, nicht rein subjektiver
ärztlicher Interpretation entspringende Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblie
ben sind (Urteile des Bundesgerichts 9C_252/2012 vom
7.
September 2012 E. 8.4 und 8C_784/2011 vom 1
5.
Dezember 2011 E. 3.2). Solche Aspekte sind vorlie
gend nicht gegeben.
Demzufolge kann auf die Arbeitsfähigkeitsbeurteilungen durch
Dr.
B._
vorliegend nicht abgestellt werden.
5.
5.1
Gestützt auf die nachvollziehbare Beurteilung durch die Ärzte
der
C._
vom 1
9.
September 2019 (vorstehend E
.
3.5
)
sowie auf die grundsätzlich damit übereinstimmende Beurteilung durch
Dr.
D._
vom
2
0.
September 2019
(vorste
hend E.
3.6
) ist demzu
folge davon auszugehen, dass
vorerst in
der Zeit vom 1
2.
Januar bis
7.
Oktober 2018 eine Arbeitsunfähigkeit aus somatischen Gründen im Umfang von 100
%
bestand, dass dem
Beschwerdeführer
jedoch
ab
dem
8.
Oktober 2018
und damit auch im Zeitpunk
t
des
Erlass
es
d
er angefochtenen Verfü
gung vom 1
8.
November 2019 (
Urk.
2)
in somatischer Hinsicht
die Aus
übung
so
wohl der bisher ausgeübten
Tätigkeit als Allrounder und Fahrzeug
pfleger als auch
die Ausübung
weiterer, seiner beruflichen Ausbildung und Erfah
rung entspre
chender,
Tätigkeiten im Umfang eines vollz
eitlichen Arbeits
pensums ohne Le
is
tungseinbusse zuzumuten war, und dass
der Beschwerde
führer
insbe
son
dere
un
ter keinem die Arbeitsfähigkeit beeinträchti
genden psychisc
hen Ge
sund
heits
schaden litt. Dem Beschwerdeführer
war in gesundheitlicher Hinsicht daher
in der Zeit
ab dem
8.
Oktober 2018
die Ausübung einer
seiner
Ausbildung und
seinen
berufli
chen Erfahrungen entsprechende
n
Erwerbstätigkeit uneinge
schränkt und in vollzeitlichem Umfang zuzumuten.
5.2 Da ergänzende Beweismassnahmen an diesem Ergebnis nichts mehr änderten, besteht für weitere Abklärungen keine Notwendigkeit und es ist von einer Rück
weisung der Sache an die Beschwerdegegnerin zur Durchführung solcher abzu
sehen (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 90 E. 4b, 122 V 157 E. 1d mit Hinweisen).
5.3 Da in psychischer Hinsicht lediglich von einem geringfügig ausgeprägten, die Arbeitsfähigkeit nicht beeinträchtigenden, psychopathologischen Befund auszu
gehen ist, kann gemäss der erwähnten Rechtsprechung (vorstehend E.
1.7
) aus Gründen der Verhältnismässigkeit von einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 abgesehen werden.
6.
6.
1
Gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruc
hs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG. Der Beschwerdeführer
hat
seinen
Leistungsanspruch am
2
1.
August 2018
(Urk. 5/
7
Ziff. 11) im Sinne von Art. 29 Abs. 1 ATSG geltend gemacht. Ein Rentenanspruch konnte gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG daher frühestens im
Februar 2019
entstehen.
6
.2
Laut Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG besteht ein Rentenanspruch frühestens ab dem Zeit
punkt, in dem die versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40 % arbeitsunfähig gewesen war. Bei der Berechnung der durchschnittlichen Arbeitsunfähigkeit gilt die Wartezeit von einem Jahr in dem Zeitpunkt als eröffnet, in welchem eine erhebliche Beeinträch
tigung der Arbeitsfähigkeit vorliegt. Die Praxis sieht eine Arbeitsunfähigkeit von 20 % als erheblich an (Urteil des Bundesgerichts I 725/05 vom 30. Mai 2006 E. 2). Für die Bestimmung des Rentenbeginns sind somit auch Perioden zu berück
sich
tigen, während welcher eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20 % bestan
den hat.
6
.3
Die Rentenhöhe ist sowohl vom Ausmass der nach Ablauf der Wartezeit weiterhin bestehenden Erwerbsunfähigkeit als auch von einem entsprechend hohen Grad der durchschnittlichen Arbeitsunfähigkeit während des vorangegangenen Jahres abhängig. Die durchschnittliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit während eines Jahres und die nach Ablauf der Wartezeit bestehende Erwerbsunfähigkeit müssen somit kumulativ und in der für die einzelnen Rentenabstufungen erfor
derlichen Mindesthöhe gegeben sein, damit eine Rente im entsprechenden Um
fang zugesprochen werden kann (BGE 121 V 264 E. 6b/cc). Entsprechend der in Art. 28 Abs. 2 IVG festgelegten Rentenabstufung kommt daher zum Beispiel eine
Viertelsrente
erst in Betracht, wenn die versicherte Person während eines Jahres durchschnittlich mindestens zu 40 % arbeitsunfähig gewesen und weiter
hin we
nigstens zu 40 % invalid im Sinne von Art. 28 Abs. 1
lit
. c IVG ist (Art. 8 ATSG; Urteil des Bundesgerichts 8C_174/2013, 8C_178/2013 vom 21. Oktober 2013 E.
3.2).
6
.4
Bei Prüfung der für den Beginn des Rentenanspruchs vorausgesetzten durch
schnittlichen Arbeitsunfähigkeit während des Wartejahrs nach Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG gilt es die Rechtsprechung zu der in Art. 6 ATSG enthaltenen Definition der Arbeitsunfähigkeit zu beachten (Urteile des Bundesgerichts 9C_49/2010 vom 23. Februar
2010 E.
1 und 8C_380/2009 vom 17. September
2009 E.
2.1; SVR 2008 BVG Nr. 31 S. 126), wonach unter Arbeitsunfähigkeit eine Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zu verstehen ist. Das
heisst, es muss arbeitsrechtlich in Erscheinung treten, dass die versicherte Person an Leistungsvermögen eingebüsst hat, so etwa durch einen Abfall der Leistungen mit entsprechender Feststellung oder gar Ermahnung des Arbeitgebers oder durch gehäufte, aus dem Rahmen fallende gesundheitlich be
dingte Arbeitsausfälle. Die Leistungseinbusse muss daher in aller Regel dem sei
nerzeitigen Arbeitgeber aufgefallen sein. Eine erst nach Jahren rückwirkend fest
gelegte medizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit genügt nicht (Urteil des Bun
desgerichts 9C_368/2008 vom 11. September 2008 E. 2 mit Hinweisen).
6
.5
Gestützt auf die nachvollziehbare Beurteilung
der Gutachter
der
C._
vom 1
9.
September 2019 (vorstehend E
.
3.5
) sowie auf die grundsätzlich damit über
einstimmende Beurteilung durch
Dr.
D._
vom
2
0.
September 2019
(vorstehend E.
3.6
) steht fest, dass der Beschwerdeführer vom 1
2.
Januar bis
7.
Oktober 2018 im Umfange von 100
%
aus gesundheitlichen Gründen in seiner Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt war, dass
ihm
indes a
b
8.
Oktober 2018
die Ausübung der
bisheri
ge
n
Tätigkeit als Allrounder und Fahrzeugpfleger
im vollzeitlichen Umfang und ohne Leistungseinbusse zuzumuten war.
6
.6
Während des Wartejahres im Sinne von
Art.
2
8 Abs.
1
lit
. b IVG, welches
im
Januar 2018
zu laufen begann, bestand
daher
lediglich während der Zeit vom
1
2.
Januar bis
7.
Oktober
2018
und damit während
einer Zeit von
knapp 9
Mona
ten
Dauer
eine Arbeitsunfähigkeit
.
Damit hat
der Beschwerdeführer
bereits die gemäss Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG
für einen Rentenanspruch vorausgesetzte Arbeitsunfähigkeit
während eines Jahres
von durchschnittlich
mindestens 40
%, ohne wesentliche Unterbrü
ch
e, nicht erfüllt, weshalb nicht zu beanstanden ist, dass die Beschwerdegegnerin mit der angefochtenen Verfügung vom
1
8.
Novem
ber 2019
(Urk. 2) auf eine Invaliditätsbemessung gemäss der für Erwerbstätige massgebenden Methode des Einkommensvergleichs ve
rzichtete und einen An
spruch des Beschwerdeführers
auf eine Invalidenrente verneinte.
Demzufolge ist di
e Beschwerde abzuweisen.
7
.
Gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Ver
wei
gerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichtigung des gesetzlichen Rahmens
(
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.--) auf
Fr.
6
00
.-- festzusetzen und ausga
ngsgemäss dem Beschwerdeführer
aufzuerlegen.