Decision ID: fbc16722-ef22-4781-9687-c1e41419ec47
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1958 geborene
X._
, Mutter
von zwei
Kinder
n
(Jahrgang 1983 und 1985)
und
– bis auf einen
kurzen Unterbruch
zwischen
August 2010
und
März 2011 (Urk. 7/52/39, Urk. 7/81/1)
–
seit November 1989
in einem Teilzeitpensum
im Stundenlohn
als Verkäuferin bei der
Y._
AG angestellt (Urk.
7/5), meldete sich am 25.
September 2002
unter Angabe von Ein
schränkungen an
den
Armen und Händen
erstmals zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an
(
Urk.
7/1).
Ausgehend von
eine
m
Invaliditätsgrad von 50
%
sprach ihr die
Sozialversicherungsanstalt des Ka
ntons Zürich, IV-Stelle, mit Einspracheentscheid vom 21.
April 2004
(
Urk.
7/28)
eine halbe Rente
ab
dem 1.
Mai 2003
zu
.
Nachdem d
ieser Anspruch
im Zuge eines amtlichen Revisionsverfahrens
mit Verfügung vom
17.
November 2011 (Urk.
7/67)
bestätigt worden war, verfügte die IV-Stelle nach durchlaufenem Vorbescheidverfahren (Vorbescheid vom 29. Dezember 2015 [
Urk.
7/84], Ein
wand vom 27. Januar 2016 [Urk. 7/85]) am
4.
März 2016 (Urk.
2)
die revisions
weise Herabsetzung
der halben Rente auf eine Viertelsrente
per 30. April 2016.
2.
Hiergegen erhob
X._
am 13.
April 2016 Beschwerde mit folgenden Anträgen (Urk.
1 S.
2):
„1.
Die Verfügung vom 4.
März 2016 sei aufzuheben.
2.
Der Beschwerdeführerin sei auch ab dem 1.
Mai 2016 weiterhin eine halbe Invalidenrente auszurichten. Eventualiter sei ihr eine Drei
vier
telsrente zuzusprechen.
3.
Eventualiter sei das Verfahren an die Beschwerdegegnerin zurück
zuweisen, damit
diese ergänzende medizinische Abklärungen
sowie er
gänzende Abklärungen betreffend der Qualifikation vornimmt, gemäss
den nachfolgenden Ausführungen.
4.
Der Beschwerdeführerin sei für das vorliegende Verfahren die unent
geltliche Rechtspflege und die unentgeltliche Rechtsvertretung zu be
willigen. Der unterzeichnende Rechtsanwalt sei als ihr unentgeltliche
r Rechtsvertreter zu bestellen.
5.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Gunsten der Beschwerde
führerin.“
Die IV-Stelle ersuchte in ihrer Beschwerdeantwort vom 18.
Mai 2016 (Urk.
6)
unter Hinweis auf die angefochtene Verfügung und die von ihr aufgelegten Akten
um Abweisung der Beschwerde, was der Beschwer
deführerin
a
m 8. Juli 2016 (Urk.
14) angezeigt wurde. Gleichzeitig wurden der IV-Stelle die Eingabe der Beschwerdeführerin vom
5. Juli 2016 (Urk.
12) und die damit
eingereichten Unterlagen (Urk.
13/3-8) zur Kenntnis gebracht.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Be
tracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
des
Bundesgesetz
es
über
die Invalidenversicherung, IVG
).
1.3
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der An
teil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad ent
sprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
1.
4
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Renten
bezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1
ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Rechtsprechungsgemäss ist die Invalidenrente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben. Ein Revi
sionsgrund ist ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere
Art der Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des Aufgabenbereichs eingetreten ist
(BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen).
H
ingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich
.
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tat
sächlicher Hinsicht umfassend („
allseitig") zu prüfen, wobei keine Bindung an
frühere Beurteilungen besteht
(BGE 141 V 9 E. 2.3
mit Hinweisen).
1.5
Kann eine rentenberechtigte Person neu ein Erwerbseinkommen erzielen oder ein bestehendes Erwerbseinkommen erhöhen, so wird die Rente gemäss Art.
31
Abs. 1
IVG nur dann im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG revidiert, wenn die Einkommensverbesserung jährlich mehr als
Fr. 1‘500.-- beträgt. Diese Regelung findet nur
auf Rentenrevisionsfälle Anwendung, in denen die betroffene Person ihre Restarbeitsfähigkeit auf dem Arbeitsmarkt tatsächlich verwertet und dadurch – durch erneute Aufnahme einer Erwerbstätigkeit oder Erweiterung des bisherigen Arbeitspensums – ein entsprechendes Einkommen erwirtschaftet. Nicht heranzuziehen ist die Bestimmung demgegenüber in Fällen, in welchen der Rentenbezügerin oder dem Rentenbezüger im Rahmen des Einkommens
vergleichs lediglich ein hypothetisches, auf der Basis von Tabellenlöhnen ermit
teltes (erhöhtes) Invalideneinkommen angerechnet wird (BGE 136 V 216 E. 5.6.1).
1.6
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkom
mensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Recht
sprechung zur Wiedererwägung und prozessualen Revision (
BGE 133 V 108 E. 5.4, vgl. auch
BGE 130 V 7
1
E. 3.2.3).
2.
2.1
Prozessthema bildet die Frage, ob
die der Beschwerdeführerin seit 1. Mai 2003 auf der Basis eines Invaliditätsgrades von 50 % ausgerichtete halbe Rente zu Recht per Ende April 2016 revisionsweise auf eine Viertelsrente herabgesetzt wurde.
2.2
Die Beschwerdegegnerin
begründete die
strittige
Rentenherabsetzung mit einer
wesentlichen Verbesserung
der erwerblichen Verhältnisse der Beschwerde
führerin, mithin des Invalideneinkommens, und ermittelte in Anwendung der
gemischten Methode (
ausgehend von einer unveränderten
Qualifikation
als Teil
erwerbstätige mit 80 %
Erwerbs- und 20 % Haushaltsanteil sowie einer gleich gebliebenen Einschränkung von 33.5 % im Haushalt) einen
Invaliditätsgrad
von
41
%
(Urk. 2, Urk. 6).
2.3
Demgegenüber stellte sich d
ie Beschw
erdeführerin
auf den Standpunkt
,
ihre Einkommenssituation präsentiere sich, wie im Übrigen auch ihr Gesundheitszu
stand,
mit einem jährlichen E
inkommen von zirka Fr. 25‘000.--
seit vielen Jah
ren im Wesentlichen unverändert
,
weshalb
es diesbezüglich an einem Revi
sionsgrund für eine Rentenreduktion fehle.
Allerdings
dränge sich ein Status
wechsel auf, wobei die
vorzunehmende
Qualifikation als Vollerwerbstätige zum Bezug
der bisher ausgerichteten
halben
Invalidenr
ente, wenn nicht sogar zu einer Dreiviertelsrente berechtige (Urk. 1, Urk. 12).
3
.
Zeitliche Vergleichsbasis für die
Beurteilung einer Änderung des Invaliditäts
grades im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG
(vgl. E.
1
.
6
hiervor) bildet die
unan
gefochten in Rechtskraft erwachsene
Verfügung der Beschwerdegegnerin vom
17.
November 2011 (Urk.
7/67), mit welcher der Invaliditätsgrad von 50 % und damit der Anspruch auf eine halbe
Invalidenr
ente
im Rahmen
des im März 2009
angehobenen
amtlichen
Revisionsverfahrens
bestätigt wurde.
Vor dem Hinter
grund der von der Beschwerdeführerin geltend gemachten
gesundheitlichen
Verschlechterung
(Urk. 7/34 S. 2 Ziff. 1.1-1.2
)
und der vorübergehenden Aufga
be ihrer Erwerbstätigkeit
als Verkäuferin
bei der
Y._
AG (Urk. 7/49/3 Ziff. 3, Urk. 7/52/39, Urk. 7/61,
Urk. 7/81/1)
traf
die Beschwerde
gegnerin damals eingehende
Abklärungen
in
medizinische
r
und beruflich-erwerbliche
r
Hinsicht
.
Aktenkundig sind
namentlich mehrere
ausführliche
Be
richte der langjährig behandelnden (Fach-)Ärzte
Dr. med.
Z._
, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation FMH
(Berichte
vom
18. August 2009 [Urk. 7/35] und 15. November 2010 [Urk. 7/47]
)
,
und Dr.
med.
A._
, FMH Allgemeine Medizin (Berichte
vom 11. September 2009 [Urk. 7/36/1-
7
] und 4. Mai 2011 [Urk. 7/55])
,
sowie e
ine Stellungnahme des
r
egionalen
ä
rztli
chen
D
ienstes (RAD; datiert vom 28. Juli 2011,
Urk.
7/66/3).
Nebst Auskünften der
Y._
AG (Urk. 7/37-38) holte die Beschwerdegegnerin
sodann
mit Datum vom
18. Mai 2009 und 30. August 2011 je
einen Auszug
aus dem Individuellen Konto (IK) der Beschwerdeführerin
ein
(Urk. 7/32
, Urk.
7/58
)
. Schliesslich zog sie auch
die
Akten der Arbeitslosenversicher
ung bei (Urk. 7/54, Urk. 7/61) und
führte eine Abklärung der Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haus
halt (Urk. 7/40) durch.
Demzufolge
ist die Verfügung vom
17.
November 2011 (Urk.
7/67) als revisionsrechtlich
massgebliche
Vergleichs
grösse für die hier strittige Rentenrevision
(Verfügung vom
4.
März 2016
,
Urk.
2)
heranzuziehen.
4
.
Es
steht ausser Frage
und
ist
durch die Akten ausgewiesen, dass
der Gesund
heitszustand und dessen Auswirkungen auf
das
Leistungsvermögen
der Be
schwerdeführerin
seit der Verfügung vom
17.
November 2011
(Urk.
7/67)
keine anspruchs
relevante
Änderung
erfahren haben.
So
gingen die behandelnden
(Fach-)
Ärzte bei unveränderten Diagnosen (
komplexes Schmerzsyndrom rechter Arm mit/bei
zervikoradikulärem
Reizsyndrom C6/7 rechts, mediolateraler Dis
kushernie C5/6 und chronischer
Epicondylopathie
radial rechts mit schwanken
dem Verlauf;
zervikoradikuläres
Reizsyndrom C6/7 links bei/mit mediolateraler Diskushernie C5/6, Übergang der phasenweisen ausstrahlenden Schmerzen in den linken Arm mit
Epicondylopathie
radial links zu persistierenden und stark einschränkenden Dauerschmerzen; chronischer Verlauf einer reaktiven Poly
arthritis nach
Chikungunya-lnfekt
Dezember 2006 mit/bei persistierenden Arthritiden an den Händen und wieder aktiver auch in beiden oberen Sprung
gelenken
; r
eaktive depressive Entwicklung mit wechselndem Verlauf
; s
chwierig einzustellende Migräne, aktuell stabil mit
Topamax
; rezidivierendes
lumbo
spondylogenes
Syndrom mit/bei phasenweiser
radikulärer
Reizkomponente L5/S1)
weiterhin von einer Arbeitsfähigkeit
im Umfang
von
40 bis 50 % aus
(vgl.
im Einzelnen die
Berichte von Dr.
Z._
vom 1. Oktober 2015 [Urk. 7/76] und Dr.
A._
vom 21. Oktober 2015 [Urk. 7/78/4]).
Betreffend Gesundheitszustand und zumutbarem Leistungsvermögen liegt damit unbe
strittenermassen ke
in
Revisionsgrund i
m Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG vor,
welcher Anlass zu einer
Anpassung der Invalidenrente
gibt
.
5
.
5.1
Uneins sind sich die Parteien
hingegen
insbesondere
darüber
, ob
im mass
gebenden Vergleichszeitraum
zwischen dem
Revisionsentscheid vom 17. No
vember 2011 (Urk. 7/67) und der angefochtenen Verfügung vom 4. März 2016 (Urk. 2)
in erwerblicher Hinsicht, namentlich in Bezug auf das Invaliden
einkommen, eine anspruchserhebliche Änderung des Invaliditätsgrades einge
treten ist.
5.2
Gemäss dem im vorangegangenen Revisionsverfahren eingeholten IK-Auszug vom 30. August 2011 (Urk. 7/58) erzielte die Beschwerdeführerin in den Jahren
2008 und 2009
bei der
Y._
AG
ein Einkommen
von
Fr. 25‘595.--
(2008)
beziehungsweise
Fr. 25‘054.-- (2009).
V
on Januar bis Juli 2010
, dem Zeitpunkt
der
einstweilige
n
Aufgabe der Tätigkeit als Verkäuferin bei der
Y._
AG
(
vgl. Kündigungsschreiben vom 28. April 2010, Urk. 7/52/39
)
,
betrug das Salär
laut
selbigem
IK-Auszug Fr. 14'281.--, was auf
gerechnet auf
zwölf Monate
einem
Lohn
von Fr. 24'482.-- entspricht.
Später
wurde im IK
(vgl. Auszug vom
5. Oktober 2015
,
Urk. 7/77/2)
der Betrag von Fr. 1'150.-- hinzugebucht
,
womit
ein Jahreseinkommen von Fr. 26'453.-- resul
tiert (Fr. 14'281.-- + Fr. 1'150.
-- :
7 x 12).
Dem
im
aktuellen
Revisionsv
erfahren eingeholten IK-Auszug vom 5. Oktober 2015 (Urk. 7/77/2)
ist zu entnehmen
, dass die Beschwerdeführerin
–
nach dem
Wiedereintritt in die
Y._
AG
per 1. April 2011
(Urk. 7/81/1) und
einem zwischenzeitlichen Mehrverdienst
in den Jahren 2012 und 2013
–
i
n de
m
auch
von der Beschwerdegegnerin
(vgl.
Einkommensvergleich vom 8. Dezember 2015, Urk. 7/82/1) für die Bemessung des Invalideneinkommens
als massgebend erachteten
Jahr 2014 Fr. 25‘468.-- (Fr. 23‘408
.--
+
Fr.
2‘060
.--
)
verdiente
.
Eine
(relevante)
Einkommenssteigerung
ist damit
im massgebenden Vergleichszeit
raum
nicht ausgewiesen.
Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin sind die Revisionsvoraussetzungen gemäss Art. 17 Abs. 1 ATSG unter Berücksichti
gung von Art. 31 Abs. 1 IVG
(vgl. E. 1.
5
hiervor)
nicht erfüllt.
Die
Y._
AG
hielt
mit
Schreiben vom 18. Mai 2016 (Urk. 13/7
/1-2
)
denn auch
fest, dass die Beschwerdeführerin
das vertraglich vereinbarte Arbeitspensum von 40 % –
trotz gelegentlicher
Vertretungseinsätze, welche sie
auf
Initiative
ihrer Vorgesetzten
zufolge ferien- oder krankheitsbedingter Absenzen
einer
Ar
beitskolleg
i
n
über
nommen habe
–
über das Jahr hinweg betrachtet
eingehalten habe
.
Diese Aussage wird gestützt durch die aufgelegten Stunde
n
rapporte (Urk. 13/7/3-12) und
wurde von
der Beschwerdegegnerin
nicht
bestritten
.
Ge
wisse Schwankungen in den monatlichen Lohnzahlungen sind schliesslich
auch damit
zu erklären,
dass die
im Stundenlohn angestellte
Beschwerdeführerin
(vgl. Arbeitsvertrag, Urk. 7/81/1) je nach geleistetem Dienst
diverse Zulagen
und
eine Essensentschädigung
ausbezahlt
erhält
(vgl. nebst den vorerwähnten Stunden
rapporten
insbesondere
die
Lohnabrechnungen August bis Oktober 2015, Urk. 7/81/2-4)
.
6
.
6.1
Die Beschwerdeführerin
sprach sich
in der Beschwerdeschrift
(Urk. 1 S. 5 Ziff. 5 und S. 7 Ziff. 11)
für
das Vorliegen eines Revisionsgrundes im Sinne eines Sta
tuswechsels
aus
und
hielt
dazu
fest
, die Qualifikation als Teilerwerbstätige mit 80 % Erwerbs- und 20 % Haushaltsanteil sei festgelegt worden, a
ls ihre
beiden
Kinder 18
und 20 Jahre alt gewesen seien.
Gegenwärtig sei ihr jüngeres Kind
bereits 31 Jahre alt; sie sei weiterhin alleinstehend, habe keine Ausbildung und müsse in einer
Niedriglohnbranche bei der Produktion von
Pralinen
arbeiten.
Ohne gesundheitliche Beeinträchtigung könnte sie sich ein 80 %-Pensum
auf
grund
ihres
„
derart
schlechten
Lohns
“
nicht leisten
.
Die
Beschwerdegegnerin
liess sich in
i
hrer Beschwerdeantwort (Urk. 6) zu die
sem Punkt (ebenfalls)
nicht
vernehmen
.
6.2
Die
erstmalige
Einstufung
der Beschwerdeführerin
als Teilerwerbstätige (80 % Erwerbs- und 20 % Haushaltsanteil)
erfolgte
anlässlich der Erhebung vom 4. Juli 2003
(Abklärungsbericht vom 29. Juli 2003, Urk. 7/7)
. Damals gab die Beschwerdeführerin zu Protokoll, dass sie seit der Trennung
von ihrem Ehe
mann
im Januar 2003 alleine lebe
(
ihre damals 18- und 20jährigen Kinder wohnten bei
ihre
m Vater
)
und im Gesundheitsfall ihr Arbeitspensum aus finan
ziellen Gründen auf 80 % erhöht hätte.
Anlässlich d
er im vorangegangenen Revisionsverfahren durchgeführten
Abklä
rung der Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt
vom 9. Februar 2010 (Urk. 7/40)
führte
die Beschwerdeführerin
aus
, ohne Behinderung
ginge sie
im Ausmass von 80 % eine
r
Erwerbstätigkeit
nach
. Ihre Kinder
(damals 24 und 26 Jahre alt
)
seien erwachsen und selbständig. Sie lebe getrennt von ihrem Ehemann, welche
r die Krankenkassenprämie von zirka
Fr.
300.-- pro Monat be
zahle und sich auch an den anfallenden Arztkosten beteilige
(Urk. 7/40/2 Ziff. 2.5).
Die Beschwerdeführerin benannte im Rahmen der aktuellen Rentenrevision kei
ne Faktoren, welche eine Qualifikation als Vollerwerbstätige rechtfertigten.
Ent
gegen ihrer Behauptung (Urk. 1 S. 5 Ziff. 5) präsentiert sich ihre Lebenssituation im Wesentlichen unverändert.
So ist die Beschwerdeführerin eigenen Angaben zufolge
weiterhin alleinstehend, ihre Kinder sind l
ängst erwachsen und ausge
zogen.
Zudem erfährt sie nach wie vor finanzielle Unterstützung durch ihren getrenntlebenden Ehemann, welcher ihr die aktuelle Wohnung zu einem ver
günstigten Mietzins vermietet (vgl. Eingabe der Beschwerdeführerin vom 22. Juni 2016, Urk. 9 S. 2).
Auch anderweitig bestehen keine Anhaltspunkte da
für, dass die Beschwerdeführerin bei intakter Gesundheit aus finanzieller Not
wendigkeit einer Vollzeitbeschäftigung nachginge, zumal sie sich zuvor
bei ver
gleichbaren Verhältnissen
(
wiederholt
)
für ein
Erwerbsp
ensum
von 80 %
ausge
sprochen hatte.
Damit fehlt es
im massgebenden
Vergleichsz
eitraum
an einem Revisionsgrund im Sinne eines Statuswechsels, welcher zu einer umfassenden Überprüfung des Invaliditätsgrades ohne Bindung an frühere Invaliditäts
schätzungen berechtigte. Dem Eventualantrag der Beschwerdeführerin, ausge
hend von einer Qualifikation als Vollerwerbstätige sei ihr eine Dreiviertelsrente zuzusprechen, kann demnach nicht stattgegeben werden.
Andere Revisionsgründe, welche Raum für eine umfassende Prüfung des Ren
tenanspruchs
geben
, sind nicht ersichtlich und wur
den
von der Beschwerde
führerin
auch nicht geltend gemacht.
7
.
Schliesslich bleibt z
u prüfen, ob die angefochtene Rentenherabsetzung aus an
deren Gründen, mithin
unter
wiedererwägungsrechtlichen
Gesichtspunkten
(Art. 53 Abs. 2 ATSG)
, gerechtfertigt
ist
.
Bei der
Zusprache einer halben Rente
nach Massgabe eines Invaliditätsgrades von 50 % (Einspracheentscheid vom 21. April 2004, Urk. 7/28) ging die Be
schwerdegegnerin davon aus, dass eine „integrale Arbeitsunfähigkeit von 50 % für Haushalt und Erwerbstätigkeit“ bestehe. Sie stützte sich dabei nach Rück
sprache mit ihrem
RAD (
vgl. Stellungnahmen vom 30. Januar 2003 [Urk. 7/8/2] und 8. Januar 2014 [Urk. 7/27]) insbesondere auf die
fachärztlichen
Berichte von Dr.
Z._
vom 24. Oktober 2002 (Urk. 7/3) und 26. September 2003 (Urk. 7/21). Dies
er Rentenentscheid
mag allenfalls als d
iskutabel erscheinen, v
on einer zweifellosen Unrichtigkeit
im Sinne von
Art.
53
Abs.
2 ATSG
kann
indes
nicht gesprochen werden.
Ebenso wenig erweist sich die revisionsweise Bestätigung der halben Rente (Verfügung vom
17. November 2011
,
Urk. 7/67)
als zweifellos unrichtig.
Dementsprechend
fällt eine Herabsetzung der Rente
un
ter dem Titel der Wiedererwägung
ausser Betracht.
In diesem Zusammenhang
bleibt
darauf hinzuweisen
, dass das
im Zuge
de
r erstmaligen
Renten
prüfung
verwaltungsintern
(Urk. 7/22)
mit
Fr. 16‘150.--
be
zifferte
Invalideneinkommen
unbedeutend
ist, wurde es doch –
bei bereits da
mals besseren Einkommensverhältnissen der Beschwerdeführerin
– so gewählt, dass in Anwendung der gemischten Methode ein Invaliditätsgrad von 50 % re
sultierte.
Tatsächlich
hatte die Beschwerdeführerin im Jahr 2003, nach der ge
sundheitlich bedingten Reduktion ihres Erwerbspensums von 60 auf 40 % per Mai 2002 (
Urk. 7/5/2
,
Urk. 7/7/2 Ziff. 2.4
), Fr. 21‘601.-- verdient (vgl. IK-Auszug vom 30. August 2011, Urk. 7/58/2), woraus nominallohnindexiert
(Ta
belle T1.93 Nominallohnindex 1993-2010, Total Frauen, Index 2003: 115.3, In
dex 2014: 132.1)
für das Jahr 2014 ein Einkommen von Fr. 24‘748.40
resultiert
(Fr. 21‘601.
-- :
115.3 x 132.1
)
.
8
.
Nach dem Ausgeführten ist die angefochtene Verfügung (Urk. 2) in
Gutheissung der Beschwerde
aufzuheben mit der Feststellung, dass die Beschwerdeführerin
weiterhin Anspruch auf eine halbe
Invalidenrente hat
.
9
.
9
.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
8
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie von der Beschwerdegegnerin zu tragen.
9
.2
9.2.1
Aufgrund
ihres
Obsiegens steht de
r
anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer
in
gestützt auf
Art.
61
lit
. g ATSG und
§
34
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozial
versicherungsgericht (GSVGer) eine Parteientschädigung zu. Diese wird ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwie
rigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens
bemessen (
§
34
Abs.
3 GSVGer).
Gemäss
§
7
Abs.
1 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht (GebV SVGer) wird na
mentlich für unnötigen Aufwand kein Ersatz gewährt.
9.2.2
Rechtsanwalt Dr. Pierre Heusser machte mit Honorarnote vom 14. September 2016 (Urk. 15/1-2) einen Aufwand von 12 Stunden und 40 Minuten zu einem Stundenansatz von Fr. 220.--
und
Barauslagen in der Höhe von Fr. 144.80
(Fr. 43.80 für Spesen und Fr. 101.-- für Kopien)
entsprechend einem Gesamt
honorar von Fr. 3'166.30 einschliesslich Mehrwertsteuer geltend. Dies kann un
ter Berücksichtigung der vorerwähnten Kriterien nicht als angemessen erachtet werden. Namentlich
geht es nicht an, dass ein sich
in zwei Sätzen erschöpfen
des S
tandards
chreiben an die
Beschwerdegegnerin
betreffend Mandatsanzeige und Aktenedition (
Urk. 7/92
) mit einem Aufwand von
15 Minuten
zum An
waltstarif
verrechnet
wird (Position vom
15. März 2016
)
, zumal
dieses nicht persönlich von Rechtsanwalt
Dr.
Pierre Heusser unterzeichnet wurde und reine Sekretariatsarbeiten nicht zum entschädigungspflichtigen Aufwand gehören, da sie im Anwaltshonorar inbegriffen sind.
Überhöht ist sodann der fakturierte (prognostische) Aufwand von 120 Minuten für das Studium des Urteils und dessen Besprechung mit der Beschwerdeführerin (letzte Position).
Diesbezüglich
kann
höchstens
eine Stunde zugebilligt werden.
Ausgehend von einem zu ent
schädigenden zeitlichen Aufwand von 11 Stunden und 25 Minuten
resultiert in Anwendung des
gerichtsüblichen Stundenansatz
es
von Fr. 220.-- (zuzüglich
Mehrwertsteuer)
für freiberufliche Anwälte
und
unter Berücksichtigung der gel
tend gemachten Barauslagen in
der
H
öhe von
Fr. 144.80 eine Entschädigung von Fr. 2'869.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer).
9
.3
D
as Gesuch der Beschwerdeführerin um unentgeltliche Rechtspflege im Sinne der Befreiung von den Gerichtskosten und der Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertretung (
Urk.
1 S. 2) erweist
sich damit als gegenstandslos.