Decision ID: 22363fbf-cb38-460b-b6d5-f2be6950281b
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1976 geborene
X._
wurde bereits seit 1984
von der Invaliden
versicherung begleitet (
Sonderschulung
, medizinische Massnahmen im Zusam
men
hang mit dem
Geburtsgebrechen
gemäss
Ziffer 404
des Anhangs zur Verord
nung über
Geburtsgebrechen
[
GgV
-Anhang
]
sowie
Versuche
berufliche
r Mass
nah
men
im Sinne
erstmaliger beruflicher Ausbildung).
Nachdem seit 1995 keine angepasste und eingliederungswirksame Massnahme gefunden werden konnte (vgl. Schlussbericht
betreffend
berufliche Eingliederungsmassnahmen vom 3. Mai 2000, Urk. 7/66), wurden die beruflichen Massnahmen ausgesetzt. Mit Verfügung vom 25. August 2000 (Urk. 7/70) wurde dem Versicherten aufgrund massiver Rest
symptome eines infantilen psychoorganischen Syndroms (POS) mit überla
gernder psychischer Problematik (depressive Verstimmung, aggressive Durch
brüche, Realitätsverkennung) bei einem Invaliditätsgrad von 82 % eine ganze
In
validenrente zugesprochen (vgl.
Feststellungsblatt vom 3
0.
Mai 2000, Urk. 7
/69).
1.2
Im Dezember 2001 leitete die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, ein Revisionsverfahren ein (Urk. 7/78
S. 1-2
). Der
beistandschaftlich
vertretene
(Urk. 7/77)
X._
meldete dabei, dass er
seit circa Anfang 2001 als Temporär-Hilfskraft auf dem Bau arbeite und ersuchte um Wieder
auf
nahme eines Versuchs zur beruflichen Eingliederung (Unterstützung bei einer Bau-
Anlehre
, Urk. 7/78 S. 3-4). Die IV-Stelle klärte die medizinischen und er
werb
lichen Verhältnisse ab. Da der Versicherte seit dem 21. Februar 2001 wieder einer beruflichen Tätigkeit nachging, verfügte die IV-Stelle am 20. März 2003 die rückwirkende Herabsetzung der ganzen Rente per 1. Juni 2001 auf eine
Vier
telsrente
und stellte diese per 1. Mai 2002 ein
; gleichzeitig wurden die zu Unrecht bezogenen Leistungen zurückgefordert (Urk. 7/97 und
Rückforderungsverfügung
vom 3. Oktober 2002,
Urk. 7/104)
.
Mit Verfügung vom 25. April 2003 (Urk. 7
/101) wurde keine Kostengutsprache für berufliche Massnahmen gewährt, da der Ver
sicherte sich entschieden ha
be, seinen eigenen Weg zu gehen.
D
a er nicht zur Eignungsabklärung gekommen sei und da er auch keine Kontaktaufnahme mit dem Arbeitgeber gewollt habe, sei anzunehmen, dass er zurzeit nicht an beruf
li
chen Massnahmen interessiert sei.
1.3
Am 12. Juni 2008 (Eingangsdatum) meldete sich
X._
erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug (berufliche Massnahmen/Rente) an und machte nebst dem seit Kindheit bestehenden POS und der Sehbehinderung zusätzlich Rückenprobleme im Sinne einer leichten Abnützung und Verkrümmung der Wirbelsäule geltend (Urk. 7/109).
Obwohl er das
4.
Lehrjahr
erreicht hatte
konnte er die im Jahre 2002 begonnene Maurerlehre nicht abschliessen und
bezog
in der
Folge
Arbeitslosen
tag
gelder.
Die IV-Stelle tätigte wiederum medizinische und erwerbliche Abklärungen und kündigte dem Versicherten mit Vorbescheid vom 28. Oktober 2008 die Abweisung
seines Rentenbegehrens
an
(Urk. 7/135), woge
gen er am 5.
respektive 26. November 2008 Einwand erhob (Urk. 7/136 und Urk. 7/141). Daraufhin liess die IV-Stelle
X._
durch das
Z._
polydisziplinär (allgemein-internistisch, psy
chia
trisch und neurologisch) begutachten (
Z._
-Gutachten vom 7. August 2009
[
Urk. 7/162
] sowie Stellungnahme des Versicherten vom 1.
September
2009 [Urk. 7/164
]
).
Gestützt auf dieses Gutachten wurde eine berufliche Abklärung durch die Abklärungs- und Ausbildungsstätte
A._
für notwendig erachtet (Mitteilung vom 19. November 2009, Urk. 7/171). Zum Schlussb
ericht
B._
vom 18. März 2010 (
Urk. 7/180) konnte
X._
am 13. April 2010 Stellung nehmen (Urk. 185-186).
In der Folge holte die IV-Stelle weitere Arztberichte ein und liess den Versicherten durch
Dr.
phil.
C._
, Fachpsychologin für Neu
ropsychologie FSP, zusätzlich neuropsychologisch abklären (neuropsycholo
gische Abklärung vom 27. September 2010, Urk. 7/197)
, wozu
sich
der Ver
si
cherte
am 5. November 2010
äusser
te
(Urk. 7/202). Mit Mitteilung vom 10.
April 2012 übernahm die IV-Stelle die Mehrkosten der (verspäteten) erstmaligen beruf
lichen Ausbildung im Rahmen einer Ausbildung zum Fachmann Betriebsun
ter
halt EFZ, Schwerpunkt Hausdienst bei der Stiftung
D._
ab dem 20.
August 2012 bis 19.
August 2015 (Urk. 7/242 sowie Verlaufsprotokoll Berufs
be
ratung vom 10.
April 2012, Urk. 7/247). Am 14.
Dezember 2012 sprach die IV-Stelle
X._
die Kostenübernahme für Nachhilfestunden im Zusam
men
hang mit der Lehr-Ausbildung zu (Urk. 7/255). Nachdem der Versicherte seine Ausbildung zum Fachmann Betriebsunterhalt EFZ erfolgreich absolviert hatte
und er mit Hilfe des Regionalen
Arbeitsvermittlungszentrum
s
(RAV) auf Stellensuche war
, schloss die IV-Stelle die berufliche
n
Massnahme
n
ab
und ging zur Rentenprüfung über
(Mitteilung vom 1.
September 2015, Urk. 7/292).
In der Folge liess die IV-Stelle
X._
durch das
E._
interdisziplinär (allgemein-internistisch, rheumatologisch, neuro
lo
gisch, psychiatrisch und neuropsychologisch) begutachten (
E._
-Gutachten vom 7. November 2016, 7/328). Die vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) ge
stellten Rückfragen beantworteten die
E._
-Gutachter am 8. Dezember 2016 (Urk. 7/337). Da
X._
seit dem 1. Februar 2017 als Mitarbeiter im Bereich Hauswartung/Gartenpflege bei der
F._
AG
in
einem 100%-Pensum tätig war,
wies die IV-Stelle das Rentenbegehren mit Verfügung vom 20. J
uni 2017 ab
(Urk. 7/355).
1.4
Am
25. Januar 2018
(Eingangsdatum)
wurde
X._
von seinem Arbeitgeber
zur Früherfassung
gemeldet
(Urk.
7/357
). Nach einem Gespräch (Urk.
7/362
)
meldete sich
der Versicherte am
14. Februar 2018
(Ein
gangsdatum)
erneut bei der
Invalidenversicherung an
(Urk. 7/363).
Mit Verfügung
vom 22.
März
2018
hob die IV-Stelle die Verfügung vom 20. Juni 2017
wegen zweifelloser Unrichtigkeit wieder
erwägungsweise auf
, da die
vollschichtig
ausgeübte Arbeit bei
F._
AG der gutachterlich formulierten 60%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit widerspr
o
ch
en habe
und deshalb zu Unrecht auf das
dort erzielte
rentenausschliessende Salär abgestellt w
o
rde
n sei
(
vgl. E. 1.3,
Urk. 7/375). N
ach
Durchführung des
Vorbescheidverfahrens
sprach sie dem Versicherten
mit Verfügung vom
20. Juli 2018
ab Februar 2018 bei einem Invaliditätsgrad von
50 % eine halbe Invalidenrente zu (U
rk. 7/382 in Verbindung mit Urk. 7/394-40
0
,
vgl
.
auch
Feststellungsblatt vom 22.
März 2018, Urk. 7/371 S. 2
).
Nachdem
X._
vom Arbeitgeber per 31. Juli 2018 gekündigt worden war, ersuchte er mit Schreiben vom 28. Juni 2018 um Unterstützung bei der Stellensuche (Urk. 7/388).
Nach durchgeführter Eingliederungsberatung
(Urk.
7/419)
teilte
die IV-Stelle dem Versicherten mit Mitteilung vom 7. September 2018 mit, dass
ihm Beratung und
Unterstützung bei der Stellensuche durch
die
G._
Arbeits
integration vom 14. August 2018 bis 13. April 2019 gewährt werde (Urk. 7/409).
Mit Vorbescheid vom 2. November 2018 kündigte die IV-Stelle dem Versicherten den Abschluss der beruflichen Massnahmen an, da er
eine
ihm angebotene Stelle nicht
habe
antreten wolle
n
(Urk. 7/418, Urk. 420, Urk. 7/425, Urk. 7/427 und Urk. 7/428). Dageg
en erhob
X._
am 8.
November 2018
vorsorglich
Einwand (Urk. 7/429). Mit Schreiben vom 7.
Dezember 2018
beantwortete die IV-Stelle Fragen
des Versicherten
im Zusammenhang mit Ergänzungsfragen an
die
Gutachter sowie über
Kostenstatistiken
(Urk. 7/434). Am 30.
Januar
2019 er
stat
te
te
der Versicherte seinen begründeten Einwand (Urk. 7/436). Die IV-Stelle ver
fügte am 1. März 2019 wie vorbeschieden den Abschluss der beruflichen Mass
nahmen (Arbeitsvermittlung, Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob
X._
am 1. April 2019 Beschwerde und beantragte, er sei unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 1. März 2019 wieder in das
Massnahmeprogramm
Arbeitsvermittlung aufzunehmen. In prozessualer
Hinsicht
ersuchte er um die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung sowie um Sistierung des Prozesses bis zum Abschluss eines vermittelnden Verfahrens beim Ombudsmann des Kantons Zürich (Urk. 1).
Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 17. Mai 2019 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6, unter Beilage ihrer Akten, Urk. 7/1-451). Mit Eingabe vom
29. Juni 2019 reichte der Beschwerdeführer das Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit ein (Urk. 10-12/2-7
.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird - soweit erforderlich - im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG) bedrohte Versicherte haben gemäss Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
wieder herzustellen
, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen
für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind.
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Aus
übung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbslebens zu berücksichtigen (Abs. 1
bis
). Nach Massgabe der Art. 13 und 21 IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig von der Möglichkeit einer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in den Aufgabenbereich (Abs. 2). Nach Massgabe von Art. 16 Abs. 2
lit
. c IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig davon, ob die Eingliederungsmassnahmen notwendig sind oder nicht, um die Erwerbs
fähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, zu erhalten oder zu verbessern (Abs. 2
bis
).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen gemäss Abs. 3 in medizinischen Mass
nahmen (
lit
. a), Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Ein
gliederung (
lit
.
a
bis
), Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige beruf
liche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe;
lit
. b) und in der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
. d).
1.2
Arbeitsunfähige (
Art.
6 ATSG) Versicherte, welche eingliederungsfähig sind,
haben gemäss
Art.
18
Abs.
1 IVG Anspruch auf aktive Unterstützung bei der Suche
eines geeigneten Arbeitsplatzes (
lit
. a) und auf begleitende Beratung im Hinblick auf die Aufrechterhaltung ihres Arbeitsplatzes (
lit
. b). Die IV-Stelle veranlasst diese Massnahmen unverzüglich, sobald eine summarische Prüfung ergibt, dass die Voraussetzungen dafür erfüllt sind (
Abs.
2).
1.3
Als erste dieser Anspruchsvoraussetzungen genügt der Eintritt einer (teilweisen) Arbeitsunfähigkeit, welche sich nicht bereits zu einer Erwerbsunfähigkeit oder gar einer Invalidität verdichtet haben muss. Die Arbeitsunfähigkeit muss so be
schaffen sein, dass sie die versicherte Person bei der Arbeitssuche erheblich be
hindert. Zwischen dem Gesundheitsschaden und der Notwendigkeit der Arbeits
ver
mittlung muss demnach ein Kausalzusammenhang bestehen (Urteil des Bun
des
gerichts 9C_966/2011 vom 4. Mai 2012 E. 3.2 mit Hinweisen, vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 9C_142/2015 vom 5. Juni 2015 E. 4.3). Ist die fehlende beruf
liche Eingliederung dagegen nicht auf gesundheitlich bedingte Schwierigkeiten bei der Stellensuche zurückzuführen, fällt die Zuständigkeit nicht in den Bereich der Invalidenversicherung, sondern gegebenenfalls in die Zuständigkeit der Arbeits
losenversicherung (vgl. zum Ganzen Meyer/
Reichmuth
, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Invali
den
versicherung, 3. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2014, N 3-6 zu Art. 18 IVG
).
1.4
Weiter muss eine Eingliederungsfähigkeit bestehen, es braucht demnach die objektive Möglichkeit und die subjektive Bereitschaft der versicherten Person
,
von einem durchschnittlichen Arbeitgeber angestellt zu werden. Vorausgesetzt ist immer der Eingliederungswille der versicherten Person, das
heisst
ihre Bereit
schaft und das entsprechende Verhalten, arbeiten zu wollen. Erschwert oder ver
unmöglicht die versicherte Person die Eingliederung, kann diese eingestellt werden
. Dies ist etwa der Fall, wenn die versicherte Person das Ergebnis der Vermittlung aus eigenem Verschulden vereitelt, seine Arbeitssuche zu passiv angeht oder überhaupt kein Interesse an der Vermittlung zeigt (Meyer/
Reichmuth
, Rechtspre
chung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2014, N 5 und 8 zu Art. 18 IVG). Nach der Rechtsprechung ist nur dann von fehlendem Eingliederungswillen
beziehungsweise
fehlender subjektiver Eingliederungsfähigkeit auszugehen, wenn
er mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststeht. Dabei sind insbesondere die gegenüber der Verwaltung und den medizinischen Experten
gemachten Aussagen betreffend Krankheitsüberzeugung
beziehungsweise
Arbeits
motivation zu berücksichtigen. Ebenfalls von Belang sein können die im
Vor
be
scheidverfahren
und vor kantonalem Versicherungsgericht gemachten Ausfüh
rungen
beziehungsweise
gestellten Anträge (Urteil des Bundesgerichts 9C_231/2015
vom 7. September 2015 E. 4.2).
Fehlt es am Eingliederungswillen respektive der subjektiven Eingliederungs
fähig
keit, so entfällt der Anspruch auf
Eingliederungsmassnahmen
ohne Weiteres (das
heisst
, ohne dass zunächst ein Mahn- und
Bedenkzeitverfahren
durchzuführen ist [vgl. Urteils des Bundesgerichts 8C_19/2016 vom 4. April 2016 E. 5.2.3]). Geht es jedoch um die Einstellung einmal zugesprochener beruflicher
Eingliederungs
massnahmen
aufgrund fehlender subjektiver Eingliederungsbereitschaft, ist diese zwingend erst nach Durchführung eines Mahn- und
Bedenkzeitverfahrens
nach Art. 21 Abs. 4
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversi
cherungsrechts (ATSG)
anzuordnen (Urteil des Bundesgerichts 9C_783/2015 vom
7.
April 2016 E. 4.8.2
m.w.H
.; Urteil des Bundesgerichts 9C_765/2013 vom 21. Januar 2014 E. 3.4
m.w.H
.). Im Rahmen des Mahn- und
Bedenkzeitverfahrens
ist der versicherten Person unter substantiierter Bezugnahme auf das von ihr geforderte Verhalten schriftlich mitzuteilen, welche Folgen ihre Widersetzlichkeit nach sich ziehen kann, und sie ist aufzufordern, ihrer Schadenminderungspflicht nachzukommen (
Kieser
, ATSG-Kommentar, 3. Auflage 2015, Art. 21 N 133 ff.
m.w.
H.).
Sinn und Zweck des Mahn- und
Bedenkzeitverfahrens
ist einerseits, den Ver
sicherten nicht Folgen eines Verhaltens tragen zu lassen, über dessen Auswir
kungen er sich möglicherweise keine Rechenschaft abgelegt hat. Anderseits soll er innerhalb der gesetzten Frist und im Wissen um die angedrohten Folgen seine bisherige Verweigerungshaltung aufgeben können
(Urteil des Bundesgerichts
9C_494/2007
vom
6.
Mai 2008
E. 2.2.2
m.w.H
.)
1.5
Solange die materiellen Voraussetzungen erfüllt sind, ist der Anspruch auf Arbeitsvermittlung grundsätzlich in zeitlicher Hinsicht nicht begrenzt, sondern be
steht bis zur erfolgreichen Eingliederung. Er wird indessen nach
Massgabe
des
Verhältnismässigkeitsprinzips
begrenzt. Der
Verhältnismässigkeitsgrundsatz
ist in Form des angemessenen Mitteleinsatzes wegleitend für die Frage, wie lange der Anspruch auf Arbeitsvermittlung dauert, und zwar grundsätzlich so lange, wie der Versicherte nicht platziert und eingegliedert ist (Urteil des Bundesgericht 8C_19/2011 vom 9. Juni 2011 E. 2.2 mit Hinweisen).
Die Arbeitsvermittlung ist aber nur solange zu erbringen, als der dafür not
wen
dige Aufwand nicht
unverhältnismässig
ist. Der Gesichtspunkt, dass die Ar
beits
vermittlung keine besonders kostspielige
Eingliederungsmassnahme
dar
stellt, wes
halb zur Anspruchsbegründung bereits ein relativ geringes
Mass
an gesund
heitlich bedingten Schwierigkeiten bei der Suche einer neuen Arbeitsstelle ge
nügt, ist auch im Hinblick auf die Dauer des Anspruches zu berücksichtigen. Die
Gewährung der Arbeitsvermittlung wird allerdings dann
unverhältnismässig
, we
nn von weiteren Bemühungen der Verwaltung keinerlei Erfolg mehr erwartet werden kann, obwohl sich die IV-Stelle vorher intensiv bemüht hat (Urteil des Bundes
gerichts 9C_16/2008 vom 2. September 2008 E. 3.1 mit Hinweisen), was nicht für alle Fälle generell festgelegt werden kann, sondern einer Einzelfallprüfung unter
liegt (vgl. Urteil des eidgenössischen Versicherungsgerichts I 412/04 vom 22. Dezem
ber
2004 E.
2.4). Die
Verhältnismässigkeit
einer Fortführung der Arbeits
vermittlung beurteilt sich nicht anhand der Erledigung von vorgängig fest
gelegten abstrakten Vorgaben, vielmehr besteht Anspruch auf das situativ Notwendige. Entscheidend ist dabei, ob im Zeitpunkt der fraglichen Leistungs
ein
stellung aufgrund einer prognostischen Beurteilung von weiterer aktiver Unterstützung bei der Suche nach einem geeigneten Arbeitsplatz noch ein Erfolg erwartet werden kann (Urteil des Bundesgerichts 9C_16/2008 vom 2. September 2008 E. 3.3.2 und 3.3.3).
2.
2.1
Gemäss
Art. 126 Abs. 1 der Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO) in Ver
bindung mit § 28
lit
. a des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
kann das Verfahren sistiert werden, wenn die
Zweckmässigkeit
dies verlangt, namentlich wenn der Entscheid vom Ausgang eines anderen Verfahrens abhängt. Bei der Beurteilung der Frage, ob ein Verfahren sistiert werden soll, ist allerdings zu beachten, dass das Bundesrecht im Sozialversicherungsrecht ein einfaches und rasches Verfahren vorschreibt (Art. 61
lit
. a
ATSG
). Entsprechend müssen die Gründe, welche eine einstweilige Einstellung des Verfahrens rechtfertigen, von beträchtlichem Gewicht sein.
2.2
Der Beschwerdeführer führte zur Begründung seines Sistierungsgesuchs lediglich aus (Urk. 1 S. 2 und S. 7), dass nach einer Besprechung mit dem zuständigen Ombudsmann des Kantons Zürich eine Vermittlung zwischen den Parteien in Aussicht gestellt worden sei (vgl. § 87 ff. Verwaltung
srechtspflegegesetz, VRG). Ein
Nachweis für ein solches hängiges Verfahren liegt hingegen nicht in den Akten.
Vorliegend besteht kein Anlass für die beantragte Verfahren
ssistierung
, zumal ei
n solches Vermittlungsverfahren keinerlei Bindungswirkung gegenüber der Inva
lidenversicherung entfaltet. Vielmehr ist eine Einmischung der
Ombudsperson
in hängige Rechtsmittelverfahren explizit ausgeschlossen (§ 90 VRG).
3
.
3
.1
Die Beschwerdegegnerin führte in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) aus, dass dem Beschwerdeführer mittels Kostengutsprache Unterstützung
bei
der Stellen
suche
(Arbeitsvermittlung)
angeboten worden sei. Eine gesundheitlich angepasste Tätigkeit sei auch gefunden worden, doch habe er die Stelle abgelehnt, da diese nicht seinen Wunschvorstellungen entspräche. Mit der Ablehnung einer solchen Tätigkeit
sei
die Mitwirkungs- und Schadenminderungspflicht wesentlich verletzt
worden
, weshalb die Arbeitsvermittlung beendet worden sei.
3
.2
Der Beschwerdeführer
hielt in
seiner
Beschwerde (Urk. 1) dagegen,
er
sei
durchaus gewillt, eine ihm zumutbare Arbeitsstelle anzutreten. Die ihm von der Beschwer
de
gegnerin vermittelte Tätigkeit sei für ihn unzumutbar gewesen, da diese mit
grösster
Wahrscheinlichkeit den Komplex der neurologischen, somatischen und
psychologischen Symptome verschärft und damit eine Integration sogar behin
dert
hätte
. Er sei auch nicht umfassend und seinen persönlichen Fähigkeiten ent
sprechend über seine Rechte und Pflichten aufgeklärt worden.
Die Beendigung der Arbeitsvermittlung sei
unverhältnismässig
.
4
.
4
.1
Im polydisziplinären (allgemein-internistischen, psychiatrischen und neurolo
gi
schen)
Z._
-Gutachten vom 7.
August 2009 (Urk. 7/162) wurden folgende zu
sammenfassende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt:
-
Leichte bis mittelschwere Hirnleistungsstörung auf hirnorganischer
Grund
lage: kongenitales POS
-
Lumbovertebrales
Schmerzsyndrom
-
Hüftdysplasie beidseits
-
Nicht näher bezeichnete organische Persönlichkeits- und Verhaltens
störun
g
(
ICD-10: F07.9)
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit verblieben folgende Diagnosen:
-
Knick-/Senkfüsse
-
Status nach kurzdauerndem probatorischen Polysubstanzgebrauch ohne
Abhängigkeit
Die neurologische Beurteilung durch
Dr.
med.
H._
, FMH für Neu
rologie, zeige aufgrund der klinischen Untersuchung sowie der neuropsycho
logischen Abklärung, dass der Beschw
erdeführer unter einer leichten
bis mittel
schweren Hirnleistungsstörung auf hirnorganischer Grundlage leide. Aus diesem Grunde seien
dem Beschwerdeführer keine Tätigkeiten auf dem freien Arbeits
markt mehr zumutbar. Er sei überdies nicht in der Lage, im freien Markt eine regu
läre berufliche Ausbildung zu absolvieren (S. 21). Aus neurologischer Sicht sei eine Zustandsverbesserung durch medizini
sche Massnahmen nicht möglich. H
ingegen seien berufliche Massnah
men angezeigt. Zu
empfehlen seien eine prak
tische Arbeits-/Berufs-Abklärung und gegebenenfalls weiterführende Integra
tions
massnahmen in einer entsprechend spezialisierten Institution wie beispiels
weise die Abklärungsstelle
A._
(S. 19).
Nebst den neurologischen Problemen beständen noch Probleme von Seiten des Bewegungsapparates; der Beschwerdeführer dürfe keine wiederkehrenden mittel
schwe
ren bis schweren Trage- und Hebebelastungen ausführen (S. 21).
Im engeren Sinn zeige sich kein Hinweis auf eine gravi
erende psychiatrische Störung. E
s bestehe eine hirnorganische kognitive Beeinträchtigung, wodurch der Beschwerdeführer verlangsamt sei und auch Lernschwierigkeiten aufweise, was sich bei jeder Tätigkeit auswirke. Aus psychiatrischer Sicht könne keine Quanti
fizierung der Arbeitsunfähigkeit vorgenommen werden (S. 15).
Gesamtmedizinisch sei deshalb festzuhalten, dass der Beschwerdeführer aufgrund der diagnostizierten Hirnleistungsstörung im freien Arbeitsmarkt nicht mehr ver
mittelbar sei und auch eine berufliche Ausbildung im freien Markt nicht möglich sei (S. 21).
4.2
Dr.
C._
hielt in ihrem neuropsychologi
schen Abklärungsbericht vom 27. September 2010 (
Urk. 7/197) folgende Diagnose fest: Kognitives Niveau leicht
unter der Norm (nicht im Bereich der Intelligenzminderung) mit ausgeprägten Teil
leis
tungsschwächen, die das Kurzzeitgedächtnis (vor allem das Arbeitsge
dächt
nis), die Lernfähigkeit, die Reaktionsgeschwindigkeit und die kognitive Flexi
bilität beträfen.
Das kognitive Potenzial des Beschwerdeführers zu beurteilen
,
falle nicht leicht. Er zeige aber mehrheitlich durchschnittliche Leistungen bei allen Aufgaben, die das Erfassen von Zusammenhänge
n und von Kategorien sowie das P
rüfen der Abstraktionsfähigkeit beträfen, das heisse die höheren kognitiven Funktionen. Schwächen seien deutlich im Bereich der Aufnahme- und Erfassungsspanne (sprachlich deutlicher ausgeprägt als im visuell-räumlichen), der Lernfähigkeit
(
sow
o
hl sprachlich wie auch visuell-räumlich), der
Umstellfähigkeit. Er
zeige eine verzögerte Verarbeitung, allgemein eine eher verlangsamte Reaktionsbereitschaft
und ein deutlich reduziertes Arbeitsgedächtnis. Diese ausgeprägten Teilleis
tungs
schwächen führten dazu, dass er sein wohl noch im Bereich einer leichten Lern
behinderung respektive noch knapp im Durchschnittsbereich liegen
des
kognitives Potenzial nicht entsprechend nutzen könne.
So werde er stark verunsichert und sei blockiert. Dies führe
immer zu
Versagen
, zu Fehlern,
z
u Unsicherheiten in der Einschätzung seiner Möglichkeiten.
Insofern sei es aktuell wichtig, dass er am jetzigen Arbeitsplatz allmählich wieder zu mehr Selbstvertrauen geführt werden könne. Entsprechend sei es sicherlich auch möglich
,
die Arbeitsleistung sukzes
sive zu steigern. Wie weit diese Steigerung möglich sein werde, könne zurzeit nicht festgelegt werden. Erst danach werde es möglich sein, seine Interessen für eine Ausbildung zu beurteilen. Aufgrund der verschiedenen ausgeprägten Teil
leistungsschwächen müsse dies sicherlich in einem geschützten Rahmen statt
finden. Dies sei wichtig, damit seine Interessen und seine kognitiven Funktionen nicht unterschätzt würden und damit er nicht überfordert werde. Die Prognose sei zurzeit schwer einzuschätzen. Da der Beschwerdeführer sehr viele Ressourcen habe, sei es - wenn die Stabilisierung in der jetzigen Arbeitssituation gelinge - sehr wohl möglich, dass er eine Ausbildung im geschützten Rahmen erfolgreich abschliessen könne.
4.3
Im interdisziplinären
(allgemein-internistisch
en
, rheumatologisch
en
, neurologi
sch
en
, psychiatrisch
en
und neuropsychologisch
en
)
E._
-Gutachten vom 7. Novem
ber 2016
(Urk.
7/328
) wurden folgende Diag
n
osen mit
Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit gestellt:
-
Kongenitales POS im Sinne einer organischen Persönlichkeits- und
Ver
haltensstörung mit Intelligenzminderung
-
Chronisches
thorako-lumbovertebrales
Syndrom
-
Fehlform
der Wirbelsäule und Rundrücken
-
degenerative Veränderungen der Wirbelsäule
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit verblieben folgenden Diagnosen:
-
Rezidivierendes
tendomyotisch
betontes
zerviko
-vertebrales Syndrom
-
Knick-/Senk-/Spreizfüsse beidseits
-
Hüftdysplasie beidseits
Der Beschwerdeführer weise ein ausgeprägtes kongenitales psychoorganisches Syndrom mit organischer Persönlichkeits- und Verhaltensstörung bei deutlich ver
minderten intellektuellen Fähigkeiten auf. Er erweise sich als
verstimmbar
, wenig frustrationstolerant und
scheine seine eigenen Möglichkeiten und Fähig
keiten bei Weitem zu überschätzen
. Hier finde sich ein gewisser Rea
litätsverlust. Trotz bestandenem
Lehrabschluss
als EFZ-Fachmann Betriebsunterhalt habe sich der Beschwerdeführer äusserst
schwer getan
, im ersten Arbeitsmarkt eine Stelle
zu finden. Seit Juli
2016 arbeite er als Gartenbau-A
rbeiter, wobei abzuwarten bleibe, ob
e
r die Probezeit tatsächlich bestehe. An früheren Arbeitsstellen sei er durch eine stark verlangsamte Arb
eitsweise aufgefallen. Im B
ereich des Bewe
gungsapparates beständen Hinweise für ein chronisches
thorako-lumboverte
bra
les
Syndrom. Die klinische Untersuchung erbringe einen mobilen Beschwerde
führer mit Rundrücken, wobei die Beweglichkeitsparamater
d
er Wirbelsäule weitgehend erhalten seien. Hinweise für
radikuläre
Reiz- oder Ausfallphänomene fehlten. Die neu erstellten Röntgenbilder der Brust- und Lendenwirbelsäule
inklusive Becken-Hüft-Aufnahmen
beidseits
zeigten mässige degenerative Verän
de
rungen. Di
e
Hüftgelenke beidseits zeigten
dysplastische
Elemente. Aufgrund des psychischen Leidens beständen mittelgradige Beeinträchtigungen
bei der Anpassun
g an Regeln und Routinen, der P
lanung und Str
u
kturierung von Auf
gaben, der Flexibilität und Umstellfähigkeit, der Anwendung fachlicher
Kompe
tenzen
und bei der Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit. Die Durchhaltefähigkeit und Selbstbehauptungsfähigkeit seien schwer beeinträchtigt, die Kontaktfähigkeit zu Dritten und die Gruppenfähigkeit seien leicht beeinträchtigt. Gleichermassen seien die familiären beziehungsweise intimen Beziehungen sowie die Spontan
aktivitäten beeinträchtigt. Aus somatischer Sicht bestehe eine verminderte Belastbarkeit des Achsenorgans, sodass Tätigkeiten, die mit repetitivem Heben schwerer Lasten und mit körperlichen Zwangshaltungen einhergingen, als eher ungeeignet zu beurteilen
seien
.
In allen untersuchten Fachgebieten hätten sich nicht die geringsten Hinweise für Dramatisierungs
- oder Ausgestaltungs
ten
den
zen, Aggravation oder gar Simulation
ergeben
. Es erscheine vielmehr so, dass der Beschwerdeführer eher dissimuliere, als dass er seine Beschwerden ausgestalte oder übertreibe. Die erlernte Tätigkeit als Betriebsfachmann Unterhalt
dürfte
für den
Beschwerdeführer
eine Überforderung darstellen, da es bei dieser Tätigkeit eine selbständige Planung und ein selbständiges Handeln
erfordere
. Mit derar
tigen Aufgaben wäre der Beschwerdeführer zweifellos überfordert, sodass hier eine Arbeitsfähigkeit von 0% seit dem Eintritt ins Erwerbsalter vorliege. In ein
fachen, überschaubaren Tätigkeiten, bei welchen der Beschwerdeführer geführt und kontinuierlich angeleitet werde, bestehe rein medizinisch-theoretisch eine Arbeitsfähigkeit von 60 %. Die Reduktion der Arbeitsfähigkeit ergebe sich
auf
grund des verlangsamten Arbeitstempos im Rahmen des psychischen Leidens. Ideal wäre e
ine Präsenzzeit von 100 %. Die
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sei äusserst schwierig, zumal der Beschwerdeführer
erst
seit zwei Monaten als Garten
bau-Arbeiter tätig sei und noch in der Probezeit stehe. Es
würden
Kräf
tigungsgymnastik und Haltungsinstruktion
empfo
hlen
. Aus psychiatrischer Sicht
könnten
keine medizinischen Massnahmen vorgeschlagen werden,
welche
die
Arbeitsfähigkeit
des
Beschwerdeführers
verbessern könnten. Berufliche Massnah
men seien erst angezeigt, wenn der
Beschwerdeführer
die
Probezeit
am aktuellen
Arbeitsplatz
nicht
bestehen
sollte. Dann müsste eine Beschäftigung im geschütz
ten Rahmen erwogen werden.
Nach Durchführung allfälliger beruflicher Mass
nahmen dürfte der Beschwerdeführer in seinem Selbstwertgefühl gefestigt werden.
Der Beschwerdeführer habe offenbar sehr darunter gelitten, während eines Jahres keine geeignete Arbeitsstelle gefunden zu haben. Dieser Umstand habe auch zu einer schweren psychischen Dekompensation geführt, welche eine teilstationäre psychiatrische Behandlung erfordert habe.
5
.
5
.1
Im Schlussbericht
B._
vom 18. März 2010 (Urk. 7/180), wo sich der Be
schwer
deführer vom 11. Januar bis 5. Februar 2010 in der beruflichen Abklärung be
fand
, nachdem bereits diverse berufliche Eingliederungsmassnahmen erfolglos
geblieben waren
, wurde zusammenfassend festgehalten, dass sich beim Beschwe
r
de
führer eine vorbekannte leichte bis mittelschwere Hirnleistungsstörung bei einem vorbekannten kongenitalen POS und einer organischen Persönlichkeits- und Verhaltensstörung bei selbstunsicher-narzisstischen und
dependenten
Antei
len und einem auffälligen Sozialverhalten (ICD-10: F07.9) finde. Unter der Tatsache
«anders zu sein als die anderen»
, die dem Beschwerdeführer durchaus bewusst sei, leide er schon seit seiner Jugend. Ebenfalls seit der Jugend sei er stark gefördert worden,
um die vorhandenen (
stark eingeschränkten) geistigen Ressourcen optimal zu nutzen. Durch die in einem solchen Milieu vorherrschende wohlwollende Grundhaltung scheine sich beim Beschwerdeführer eine Ableh
nung der Realität (Ausbildung und Anstellung auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht möglich) verfestigt zu haben
, die es ihm heute verunmögliche
, seine kognitiven Einschränkungen realistisch einzuschätzen beziehungsweise die Einschätzung anderer bezüglich seiner Fähigkeiten
anzunehmen
, was dazu führe, dass er soziale Hilfeleistungen (beispielsweise
IV-B
erentung
, welche er vor dem Ausbildungs
beginn bereits einmal gehabt habe
)
ablehne. Kritikfähigkeit sei kaum bis gar nicht vorhanden: einerseits möchte er «wi
e
a
lle anderen behandelt werden», anderer
seits nehme er sich selbst vor an
deren sehr stark in Schutz, wenn
er auf Fehler aufmerksam
gemacht
werde.
Zusammengefasst lasse sich dies als organische Persönlichkeits- und Verhaltensstörung fassen mit selbstunsicher-narzisstischen und
dependente
n
Anteile
n
und einem auffälligen Sozialverhalten,
das
ihm den Umgang mit anderen erhebliche erschwere. Der schädliche Gebrauch von Sucht
mitteln in der Vergangenheit habe am ehesten dem Bedürfnis «dazu zu gehören» und «wie andere sein zu wollen» und ausserdem der Stimmungsregulation nach
dem
Suizid der Schwester gedient. Es
sei zudem davon auszugehen, dass die belastenden Ereignisse in der Adoleszenz mit Trennung der Eltern und Suizid der Schwester die vorbestehende beeinträchtigte Persönlichkeitsentwicklung zus
ätz
lich nachhaltig behindert hä
tt
e
n
. Die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers sei sowohl durch seine organisch bedingt stark ak
zentuierten Persönlichkeitszüge
als auch durch die stark eingeschränkten kognitiven Fähigkeiten erheblich gemin
dert. Die aufgrund der kognitiven Einschränkungen erschwerte bis unmögliche Umsetzung von auch einfachsten Aufgabenstellungen bei fehlender Kritikfähig
keit erschwerten auch Vorgesetz
t
en den Umgang mit ihm erheblich, sodass eine Beschäftigung in der freien Wirtschaft nur bei einfachen seriellen Hilfstätigkeiten stattfinden könne (dabei eine 50-60%ige Leistungsfähigkeit bei ganztägiger Präsenz
)
.
5
.2
Im Abschlussbericht Eingliederungsmassnahmen der Stiftung
D._
vom 4. Juni 2015 (Urk. 7/287) wurden die Integrationsmöglichkeiten des Beschwerde
führers eingeschätzt, nachdem er dort seine (verspätete) erstmalige Ausbildung zum Fachmann Betriebsunterhalt EFZ absolviert hatte. Als Tätigkeit im ersten Arbeitsmarkt würden Gebäudereinigungen oder allgemeine Reinigungsarbeiten empfohlen. Dabei liege die Leistungsfähigkeit bei 50-100 % bei einer 100%igen Präsenz. Der Beschwerdeführer weise hohe Kompetenzen in Gebäudereinigungen auf. Seine Leistungsfähigkeit im technischen Dienst sei dagegen eingeschränkt. Er sei offen, freundlich und bemühe sich, mit Teamkollegen gut auszukommen, wobei es dennoch immer wie
der zu kleineren Disputen komme
.
Der Beschwerde
führer schaffe es nicht, vernetzt oder über den Rand hinaus zu denken. Hand
werkliche Arbeiten fielen ihm sehr schwer, weshalb seine Stärke im Reinigungs
bereich liege. Bei technischen Aufgaben falle es ihm schwer, sich die Abläufe zu merken und sich an die Zeitvorgaben zu halten. Stresssituationen blockierten ihn stark. Er be
nötig
e
gute
Führung
,
Begleitung
,
Kontrolle, Verständnis und Zeit.
Er
müsse in alle Arbeiten ohne Zeitdruck eingearbeitet werden. Der Beschwerde
führer sollte weiterhin an seinem Umgang mit Druck und Stress arbeiten, damit die starken Blockaden nicht mehr aufträten. So könne er ruhiger an die Arbeiten gehen und seine Nervosität unter Kontrolle halten. Empfohlen sei ein Arbeits
training im ersten Arbeitsmarkt in der Reinigungsbranche.
5
.3
5
.3.1
Für den Zeitraum vom 14. August 2018 bis 13. April 2019 wurde dem Beschwer
deführer sodann Unterstützung bei der Stellensuche durch die
G._
Arbeits
integration gewährt (Urk. 7/409). Dem fortges
e
tzten Verlaufsprotokoll der Ein
gliederungsberatung vom 4. Oktober 2018
(Urk. 7/419)
ist zu entnehmen, dass
die
G._
bereits am 5. September 2019 einen Arbeitsplatz für den Beschwer
deführer
bei folgender
Anstellungsoption vorschlug: Firma
I._
, 80%ige Anwesenheit (33 Stunden pro Woche) bei 50 %-Lohn, umsichtiges Umfeld mit viel Verständnis und fairem Lohnangebot (S. 15). Der Beschwerde
führer reagierte bereits am 6. September
2018
mit Vorbehalt gegen die im vor
geschlagene
Produktions-Tätigkeit und hoffte auf eine Festanstellung im Voll
pen
sum als Hauswart in einem Schulhaus (S. 16), nahm aber dennoch am V
or
stellungsgespräch bei der
I._
GmbH
am 11. September
2018
teil und arbeitete an zwei Probetagen (18./19. September
2018
) dort. Sein Ein
gliederungsberater
J._
äusserte gegenüber dem Beschwerdeführer anlässlich ein
es Telefonats (6. September 2018
, S. 17 f.) Bedenken über seine erhoffte Anstellung als
Betriebsunterhalts-Mitarbeiter
in einem Schulhaus, da er sich gemäss ärztlicher Einschätzung in seinem Können teilweise überschätze und das Risiko eingehe, dass er sich wieder Drucksituationen auss
etze und damit direkt auf eine
Überforderung h
i
nziele
, wie er sie bereits bei seinem früheren Arbeitgeber erfahren habe. So sei die Teilrente ja unter anderem aus diesen vor
genannten Gründen zugesprochen worden.
Nach den beiden Probetagen bei der
I._
GmbH am 18. und 19.
September 2018 informierte der Beschwerdeführer seinen Eingliederungsberater telefonisch darüber, dass er sich gegen die dortige Anstellungsmöglichkeit in der Produktion entschieden habe, da er sich damit nicht identifizieren könne und er lieber im Freien arbeite. Daraufhin wurde für den 3. Oktober 2018 ein Standortgespräch vereinbart mit dem Ziel, Rechte und Pflichten aller Parteien aufzuzeigen,
insbesondere, um zu k
l
ären,
wer welche Unterstützung unter welchen Umständen anbieten könne und wo die Unterstützung ende beziehungsweise welche Konsequenzen der
Beschwerde
füh
rer
zu erwarten habe
, wenn er ein zumutbares und den medizinischen Rahmen
bedingungen entsprechendes Arbeitsangebot ablehne (S. 30).
Anlässlich des Abschlussgesprächs vom 3. Oktober 2018 mit dem Beschwer
de
führer und seinem Vertreter
K._
, dem
G._
-Job Coach und dem Ein
gliederungsberater (S. 41)
wurde besprochen, dass die Stelle bei der
I._
GmbH
adaptiert sei, der Beschwerdeführer diese
aber
ablehne, da er sich nicht in dieser Firma sehe und er sich mit den dortigen Tätigkeiten nicht identifizieren könne. Er könne nicht immer nur monotone Tätigkeiten ausführen. Er benötige Bewegung.
Trotz
Überzeugungsversuchen durch den Ein
glie
de
rungs
berater und den
G._
-Job Coach
entschied sich der Beschwerde
führe
r
klar gegen diese Stelle. Der Eingliederungsberater informierte daraufhin, dass das Dossier in der Eingliederung nun geschlossen werde und ihm der Ab
schluss ent
sprechend mitgeteilt werde. Die weitere Stellensuche erfolge nun mit dem RAV.
5
.3.2
Im Schlussbericht
«
Arbeitsvermittlung
»
direkt der
G._
vom 18. Oktober 2018 (Urk. 7/424) wurde nach einem durchgeführten
Assessment (1
4.
August bis 11.
September 2018) zur Vermittelbarkeit des Beschwerdeführers ausgeführt, dass eine solche Vermittelbarkeit gegeben sei, sofern er sich dafür öffne
,
einen trans
parenten Weg (Erwähnung seiner Leistungseinschränkung
gegenüber möglichem Arbeitgeber
) zu gehen und nebst seinen guten Ressourcen auch seine Grenzen zu akzeptieren und entsprechend einen passenden Arbeitsplatz zu suchen. Ansons
ten könnte es passieren, dass er zwar vermittelbar sei, jedoch wiederum am Leis
tungsanspruch des allgemeinen Arbeitsmarktes
scheitere. E
ine erneute Enttäu
schung wäre nicht hilfreich. Die
Stellenoption
bei der
I._
GmbH
betreffe
die Funktion als Betriebsmit
arbeiter Produktion, Verpackung,
Reinigung
, wobei er einen 50%igen Leistungslohn bei einer 80%igen Präsenz erzielen könnte. Der Betrieb bevorzuge Personen mit IV-Renten und ermögliche explizit Arbeitsplätze (im allgemeinen Arbeitsmarkt) mit mehr Zeit für die Um
setzung der Aufgaben, mit der Möglichkeit
,
die (wechselbelastenden) Arbeiten selbständig zu wechseln etc. Nach den Probetagen in der Firma habe sich der Beschwerdeführer
aber
gegen die Stelle entschieden, da er lieber draussen oder
auf verschiedenen St
ockwerk
en arbeiten möchte und nicht immer im selben
Raum
. Die Rückmeldung des
Arbeitgebers
sei sehr positiv gewesen, so
würde
sich der Beschwerdeführer eignen und ins Team passen. Er
könnte gut alle einfacheren Tätigkeiten (Verpacken, Aufräumen, Entsorgen, Schleifen, Fräsen) umsetzen und später (je nach Eignung) in weitere Arbeiten eingearbeitet werden (falls er das möchte). Man würde ihm viel Raum lassen, um sich in die Aufgaben einzuleben. Beim runden Tisch am 3. Oktober 2018 sei dem Beschwerdeführer insbesondere nochmals die einmalige Chance bei der
I._
GmbH sowie die Schwierigkeit, im vom Beschwerdeführer gewünschten Arbeitsbereich eine mög
liche Festanstellung zu finden («Nischenarbeitsplätze seien rar»), aufgezeigt wor
den. Leider sei der Beschwerdeführer bei seinem Entscheid geblieben, was alle Beteiligten bedauerten
. Es
habe sich deutlich gezeigt, dass der Beschwerdeführer seine Idee respektive Wunschvorstellung ins Zentrum stelle und ihm dies klar prioritär sei. Die Arbeitsvermittlung werde entsprechend abgeschlossen.
6
.
6
.1
Streitig und zu prüfen ist, ob die Voraussetzungen für einen Anspruch des Be
schwerdeführers auf weitere Arbeitsvermittlung erfüllt sind oder ob die Beschwer
degegnerin berechtigt war dieselbe einzustellen.
6
.2
Von den Parteien
wird
nicht bestritten, dass der Beschwerdeführer unter einem
Gesundheitsschaden leidet, welcher ihn bei der Arbeitssuche behinder
t
(vgl.
E. 1.3).
Im interdis
ziplinären
E._
-Gutachten vom 7.
November 2016 wurde denn auch festgestellt, dass aufgrund des kongenitalen POS im Sinne einer organischen
Per
sönlichkeits
- und Verhaltensstörung mit Intelligenzminderung von einer rele
vanten psychischen Problematik auszugehen sei (vgl. E. 4.3). Seit August 2015 sei in einer angepassten Tätigkeit von einer 60%igen Arbeitsfähigkeit auszu
gehen.
6.3
6.3.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte in ihrer Verfügung
(sinngemäss
)
j
edoch die subjektive Eingliederungsfähigkeit, indem sie dem Beschwerdeführer den Ein
glie
derungswillen aberkannte, da er die von der
G._
gefundene behinderungs
angepasste Stelle bei der
I._
GmbH abgelehnt habe
(vgl.
Urk. 2). Demgegenüber bekun
d
et der Beschwerdeführer seine Bereitschaft und den Willen einer - ihm zumutbaren - Erwerbstätigkeit nachzugehen und eine Anstellung zu finden (vgl. Urk. 1).
Die Ablehnung der dem Beschwerdeführer angebotenen Stelle ist an sich ge
eignet, die notwendige Mitwirkung im Hinblick auf eine Integration im Arbeits
markt in Frage zu stellen, erschwert oder verunmöglicht der Beschwerdeführer dadurch doch seine Eingliederung in den Arbeitsmarkt (vgl. E. 1.4). Zu beachten ist jedoch, dass sich der Beschwerdeführer im Rahmen der Arbeitsvermittlung ab August 2018 sehr motiviert und kooperativ zeigte
, die Kommunikation funk
tio
nierte
und Termine
seinerseits
wahr
genommen
wurden
.
Den aufliegenden Akten kann
sodann
entnommen werden, dass der Beschwerdeführer bereits seit den ersten Eingliederungsmassnahmen im Jahr
1995
wiederholt Mühe damit bekun
dete, seine eigenen Möglichkeiten und Fähigkeiten richtig einzusc
hätzen und sich eher überschätzt
, sodass er dem Leistungsanspruch des allgemeinen Arbeits
marktes nicht zu genügen vermochte.
Diese Schwierigkeiten sind durch die fest
gestellten (kognitiven) Einschränkungen bei einem diagnostizierten ausgeprägten kongenitalen POS mit organischer Persönlichkeits- und Verhaltensstörung bei deutlich verminderten intellektuellen Fähigkeiten erklärbar.
Folglich ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer vor allem krankheitsbedingt nicht in der Lage war, die von der
G._
gefundene und auf seine Bedürfnisse angepasste Stelle als solche zu erkennen und anzunehmen (vgl. E. 4.2-3 und E. 5.1-3). Deshalb kann in Würdigung der gesamten Umstände und insbesondere unter Be
rücksichtigung des ansonsten aktiven und kooperativen Verhaltens des Beschwer
deführers im Zeitpunkt der Einstellung der Eingliederungsmassnahmen nicht mit dem massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit auf einen fehlenden Eingliederungswillen geschlossen werden.
6.3.2
Darüber hinaus wäre für die Einstellung der Eingliederungsmassnahme zufolge
mangelnder subjektiver Eingliederungsfähigkeit zwingend ein vorgängiges
schrift
liches
Mahn- und
Bedenkzeitverfahren
durchzuführen (vgl. E. 1.4).
Das persön
liche Standortgespräch vom 3. Oktober 2018 (vgl. E. 5.3.1), bei welchem der Beschwerdeführer nochmals
- offenbar nur in groben Zügen -
auf seine Mitwir
kungspflicht aufmerksam gemacht worden war, vermag für die Leistungsein
stellung im November 2018 nicht zu genügen.
Auch der telefonische Hinweis des Eingliederungsberaters vom 6. September 2018 (Urk. 7/419 S. 17 f.) erfüllt die gesetzlichen Anforderungen an Art. 21 Abs. 4
ATSG
nicht. Dass
sonstwie
ein Mahn- und
Bedenkzeitverfahren
stattgefunden hätte, ist den aufliegenden Akten nicht zu entnehmen.
Zwischen der Verhaltensweise der versicherten Person und dem Schaden, den der Versicherungsträger dadurch erleidet, muss ein Kausalzusammenhang bestehen.
Ändert die versicherte Person ihr Verhalten und kommt den Anforderungen for
tan nach, entfällt der Kausalzusammenhang und die Sanktion kann nicht mehr greifen (vgl.
Kieser
, ATSG-Kommentar, 3. Auflage 2015, Art. 21 N 147).
Beim Beschwerdeführer, der krankheitsbedingt seine eigenen Möglichkeiten und Fähig
keiten nicht einzuschätzen vermag
, wäre es umso entscheidender gewesen, dass er mit einem förmlichen Mahn- und
Bedenkzeitverfahren
auf die Konsequenzen seiner Ablehnung der ihm angebotenen angepassten Stelle hingewiesen worden wäre, da
es
gerade
der Sinn und Zwe
ck von Art. 21 Abs. 4 ATSG ist, über die Folgen eines Verhaltens umfassend informiert zu sein.
6.4
Zu prüfen bleibt, ob die Einstellung der
Eingliederungsmassnahmen
unter dem Aspekt der (fehlenden)
Verhältnismässigkeit
hätte erfolgen dürfen; denn erweist
sich eine
Massnahme
als nicht (mehr)
verhältnismässig
, ist sie einzustellen (E. 1
.5).
Insgesamt wurde der Beschwerdeführer
seit dem Jahr
1995
immer wieder
durch die Beschwerdegegnerin unterstützt
(vgl. Sachverhalt E. 1.1-4). Beispielsweise wurde er i
m Jahr
2012 bei der (verspäteten) erstmaligen beruflichen Ausbildung zum Fachmann Betriebsunterhalt EFZ unterstützt
,
welche er erfolgreich absol
vierte. Im Jahr
2018 wurde er
schliesslich
mittels Arbeitsvermittlung unterstützt
, nachdem er seine 100%-Stelle als Mitarbeiter im Bereich Hauswartung/Gartenbau bei der
F._
AG verloren hatte, da eben eine solche angestammte Tätigkeit dem gutachterlich formulierten Anforderungsprofil (60%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit) widersprach und er deshalb daran scheiterte (vgl.
wiedererwägungsweise Aufhebung der Verfügung vom 20.
Juni 2017, Urk. 7/375
).
Dass von der Weiterführung der Arbeitsvermittlung keinerlei Erfolg mehr zu erwarten wäre und mithin ein weiterer Aufwand
unverhältnismässig
erschiene,
ist
mit der einmaligen Ablehnung einer angebotenen Stelle
durch de
n Be
schwer
deführer
nicht erstellt. Bei prognostischer Beurteilung ist von weiterer aktiver Unterstützung bei der Suche nach einem geeigneten Arbeitsplatz
und unter Be
rücksichtigung der behinderungsbedingten Schwierigkeiten bei der realistischen Einschätzung der eigenen Möglichkeiten
noch ein Erfolg zu erwarten. Dies ver
deutlich sich insbesondere durch das
geäusserte
Interesse
des
potentiellen Arbeit
gebers
I._
GmbH
.
Zudem dauerte die
Massnahme
relativ kurz und die Stellensuche inklusive Vorstellungsgespräch und Probetagen bei der potentiell anstellenden Firma erfolgte
während eines rela
tiv kurzen Zeitraum
s
(ab 5. September bis 3. Oktober 2018). Damit
lässt die Abwägung zwischen den poten
tiellen Erfolgsaussichten und dem Aufwand der Beschwerdegegnerin diese daher (noch) nicht als
unverhältnismässig
erscheinen.
6.5
Zusammenfassend ist ein mangelnder Eingliederungswi
lle respektive
eine fehlen
de subjektive Eingliederungsfähigkeit nicht mit überwiegender Wahrschein
lich
keit erstellt und es wurde kein ordentliches Mahn- und
Bedenkzeitverfahren
durch
geführt. Des Weiteren erweist sich die
Eingliederungsmassnahme
(noch) nicht
als
unverhältnismässig
, womit die Einstellung der Arbeitsvermittlung zu Unrecht erfolgte. Die Beschwerde ist nach dem Gesagten
gutzuheissen
, die angefochtene Verfügung ist aufzuheben und es ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer weiterhin Anspruch auf Arbeitsvermittlung (Art. 18 IVG) hat.
7.
7.1
Die Gerichtskosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- und Fr. 1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Vorliegend s
ind die Gerichtskosten auf Fr. 6
00.-- anzusetzen und der Be
sch
werdegegnerin als unterliegende
Partei aufzuerlegen.
7.2
Entsprechend erweist sich das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Prozessführung als
gegenstandslos
.
Das G
ericht beschliesst:
Das Gesuch de
s Beschwerdeführers
vom
1. April 2019
um Sistierung des Beschwerdeverfahrens
bis zum Abschluss eines vermittelnden Verfahrens beim Ombudsmann des Kantons Zürich
wird abgewiesen.
und
erkennt:
1.
Die Beschwerde wird
gutgeheissen
. Die Verfügung vom
1. März 2019
wird aufgehoben und es wird festgestellt, dass der Beschwerdeführer weiterhin Anspruch auf Arbeitsver
mittlung hat.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
600
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zu
gestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Y._
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.