Decision ID: 77aaabf5-dfdc-4561-b62f-353868ef750a
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1953, war im Jahr 2011 bei der Philos Krankenver
sicherung AG (nachfolgend: Philos) obligatorisch krankenpflegeversichert (
Urk.
11/
2
).
Von November 2010 bis Anfang Juni 2011 weilte die Versicherte in den Ferien bei ihrer Familie in
Y._
und suchte in dieser Zeit mehrmals wegen ihre
s
Diabetes, einer Malariaerkrankung, Rückenschmerzen, einer Verletzung am Unterschenkel und einer Operation eines Granuloms
am rechten Unterarm
das
Z._
auf
(vgl.
Urk.
11/7)
.
Die Versicherte reichte der Philos am 1
5.
Juni 2011
sodann eine
n „Medical Report“
des
Z._
über fünf Behandlungen mit einer Gesamtrech
nungssumme
in der Höhe von
1‘038
‘000.
-— O._
ischen
P._
(
P._
;
Urk.
11/
24 =
Urk.
3/5
)
sowie eine Rechnung des
Z._
in der Höhe von 568‘000.
—P._
ein.
1.2
A
m 1
7.
Juni 2011
reichte
die Versicherte
der Philos
das ausgefüllte Formular betreffend Unfallmeldung (
Urk.
11/6) und am 1
3.
Juli 2011 den Fragebogen betreffend die Behandlung im Ausland
(
Urk.
11/7)
ein
, woraufhin die Philos die
Übernahme der
Rechnung über 568‘000.
— P._
m
it Leistungsabrechnung vom
7.
Juli 2011 (
Urk.
11/4)
ab
lehnte
.
M
it Schreiben vom 2
9.
Juli 2011 (
Urk.
11/9 =
Urk.
3/6)
informierte die Philos die Versicherte
, sie lasse
ihr Dossier und insbesondere
die angewandten Tarife durch ihre Partnerfir
ma für Auslandfragen überprüfen, woraufhin die Versi
cherte der Philos
wiederum einen
„Medical Report“ des
Z._
über fünf Behandlungen einreichte, jedoch
mit einer
reduzierten
Gesamtrechnungs
summe in der Höhe von 628‘000.
—- P._
(
Urk.
11/10,
Urk.
3/7)
.
1.3
Mit Verfügung vom 2
1.
Oktober 2011 (
Urk.
11/13) lehnte die Philos eine Kosten
übernahme mit der Begründung ab,
es bestünden gerechtfertigte Zweifel an der Richtigkeit der Forderung, da ihr
keine Zahlungsbestätigung für die Rechnungen zugestellt worden
sei
und
es sich
gemäss Abklärungen durch ihren Partner für Auslandfragen
bei den eingereichten Rechnungen um abgeänderte Dokumente
handle
.
Dagegen erhob die Versicherte am 2
1.
November 2011 Einsprache (
Urk.
11/15). Am
4.
Juni 2012 erging der Einspracheentscheid der Philos
,
mit welchem die Kostenübernahme
infolge nicht nachvollziehbarer und nicht glaubhaft gemachter Korrektheit der angewandten Tarife abgelehnt wurde (Urk. 11/22 = Urk. 2).
2.
Gegen den Einspracheentscheid vom
4.
Juni 2012 (
Urk.
2) erhob die Versicherte am
6.
Juli 2012 Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte, dieser sei aufzuheben und es sei die Philos zu verpflichten, ihr CHF 3‘579.--, eventuell CHF 3‘237.-- und
P._
60‘000.-- an das
Z._
in
Y._
,
nebst 5
%
Verzugszins seit dem 2
9.
Juli 2011 zu zahlen (S. 1).
Mit Beschwerdeantwort vom 1
4.
November 2012
(
Urk.
10) beantragte die Philos die Abweisung der Beschwerde sowie die Übernahme der Abklärungskosten durch die
A._
durch die Beschwerdeführerin.
Mit Replik vom 1
5.
Dezember 2012 (
Urk.
14) hielt die Beschwerdeführerin
dar
an
fest
, dass der Einspracheentscheid aufzuheben sei und die Philos zu ver
pflichten sei, ihr CHF 3‘579.-- nebst 5
%
Verzugszins se
it dem 2
9.
Juli 2011 zu zahlen
.
Mit Duplik vom
3
0.
Januar 2013 (
Urk.
19)
hielt die Beschwerdegegnerin an der beantragten Abweisung der Beschwerde fest, was der Beschwerdeführerin am
1.
Februar 2013 zur Kenntnis gebracht wurde.
Mit Eingabe vom 1
4.
März 2013 (
Urk.
22) äusserte sich die Beschwerdeführer
in zur Duplik der Beschwerdegeg
n
e
rin.
Der Einzelrichter

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Da der Streitwert
Fr.
20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der
Beschwerde
in die einzelrichterliche Zuständigkeit (
§
11
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).
1.2
Art. 24 des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (KVG) verpflichtet die Krankenkassen, aus der obligatorischen Krankenpflegeversicherung die Kosten für die in Art. 25-31 KVG aufgelisteten Leistungen nach Massgabe der in Art. 32-34 KVG festgelegten Voraussetzungen zu übernehmen.
Zum Leistungsbereich gemäss Art. 25-31 KVG gehören die Kosten für die Leistun
gen, die der Diagnose oder Behandlung einer Krankheit oder ihrer Folgen dienen (Art. 25 Abs. 1 KVG). Diese Leistungen umfassen namentlich die Untersuchungen und Behandlungen, die ambulant, stationär oder in einem Pflegeheim sowie die Pflegeleistungen, die in einem Spital durchgeführt werden, (lit. a) wie auch den Aufenthalt im Spital entsprechend dem Standard der all
gemeinen Abteilung (lit. e).
Art. 32 Abs. 1 KVG verlangt dabei als generelle Voraussetzung für die Leistungs
pflicht aus der obligatorischen Krankenpflegeversicherung, dass die Leistungen nach Art. 25-31 KVG wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich sind.
1.3
Die Leistungspflicht für eine stationäre Behandlung setzt zunächst voraus, dass sich die versicherte Person in einem Spital, das heisst einer Anstalt oder deren Abteilungen aufhält, das der stationären Behandlung akuter Krankheiten oder der stationären Durchführung von Massnahmen der medizinischen Rehabilita
tion dient (Art. 39 Abs. 1 KVG). Des Weiteren muss eine Krankheit vorliegen, welche eine Akutbehandlung oder medizinische Rehabilitation unter Spitalbe
dingungen erforderlich macht. Spitalbedürftigkeit in diesem Sinne ist einerseits dann gegeben, wenn die notwendigen diagnostischen und therapeutischen Massnahmen nur in einem Spital (das heisst unter Inanspruchnahme eines Spi
talbettes) zweckmässig durchgeführt werden können, andererseits auch dann, wenn die Möglichkeiten ambulanter Behandlung erschöpft sind und nur noch im Rahmen eines Spitalaufenthaltes Aussicht auf einen Behandlungserfolgt besteht (BGE 126 V 323 E. 2b mit Hinweisen).
Akutspitalbedürftig sind in der Regel plötzlich auftretende, meist kurzfristig und heftig verlaufende Gesundheitsstörungen, welche eine kurzfristige, intensive ärztliche oder pflegerische Betreuung erfordern. Das KVG nennt keine zeitliche Grenze, ab welcher bei länger dauernder Krankheit die Akutphase abgeschlossen ist; eine allgemeingültige Grenze lässt sich nicht ziehen. Die Akutphase dauert aber in jedem Fall so lange, wie von einer laufenden Behandlung noch eine wesentliche Verbesserung der Gesundheit zu erwarten ist (Urteil des Bundesge
richts 9C_107/2011 vom 28. Februar 2011, E. 2.2 mit Hinweisen).
1
.
4
Gemäss Art. 34 Abs. 1 KVG dürfen die Versicherer im Rahmen der obligatori
schen Krankenpflegeversicherung keine anderen Kosten als diejenigen für die Leistungen nach Art. 25-33 KVG übernehmen.
Dabei gilt für das KVG das Territorialitätsprinzip und Leistungen sind grund
sätz
lich nur dann kassenpflichtig, wenn sie in der Schweiz erbracht oder veranlasst werden (Gebhard Eugster, Krankenversicherung, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Soziale Sicherheit, 2. Auflage, Basel 2007, S. 559 Rz 474). Der Bundesrat kann jedoch Ausnahmen vom Territorialitätsprinzip vorse
hen und gemäss Art. 34 Abs. 2 KVG bestimmen, dass die obligatorische Kran
ken
pflegeversicherung die Kosten von Leistungen übernimmt, die aus medizi
nischen Gründen im Ausland erbracht werden (Satz 1), wobei er die Übernahme der Kosten von Leistungen, die im Ausland erbracht werden, begren
zen kann (Satz 3).
Von dieser Delegationsnorm hat der Bundesrat in Art. 36 der Verordnung über die Krankenversicherung (KVV) Gebrauch gemacht. Nach Art. 36 Abs. 1 KVV bezeichnet das Departement nach Anhören der zuständigen Kommission die Leistungen nach Art. 25 Abs. 2 und Art. 29 des Gesetzes, deren Kosten von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung im Ausland übernommen werden, wenn sie in der Schweiz nicht erbracht werden können. Bis anhin hat das zuständige eidgenössische Departement des Innern von der Kompetenzdelega
tion in Art. 36 Abs. 1 KVV keinen Gebraucht gemacht. Es existiert demnach keine Liste von Auslandsleistungen im Sinne von Art. 36 Abs. 1 KVV.
Nach der Rechtsprechung schliesst das Fehlen dieser Liste die Anspruchs
be
rech
ti
gung nicht aus. Voraussetzung für die Übernahme einer Ausland
be
handlung ist jedoch stets, dass die mögliche Behandlung in der Schweiz mit einem wesentlichen und deutlich höheren Risiko verbunden ist als diejenige im Ausland. Dies ist rechtsprechungsgemäss nur bei einer schwer
wiegenden Lücke im Behandlungsangebot der Fall (vgl. Urteile des Bundesge
richts 9C_110/2011 vom 27. Juni 2011, E. 2.2-2.3, und 9C_479/2008 vom 30. Dezember 2008, E. 2, mit Hinweisen auf BGE 134 V 330 E. 2.2, 131 V 271 E. 3.2).
Nach Art. 36 Abs. 2 KVV übernimmt die obligatorische Krankenpflegeversiche
rung ferner die Kosten von Behandlungen, die in Notfällen im Ausland erbracht werden (Satz 1). Ein Notfall liegt vor, wenn Versicherte bei einem vorüberge
henden Auslandsaufenthalt einer medizinischen Behandlung bedürfen und eine Rückreise in die Schweiz nicht angemessen ist (Satz 2). Kein Notfall besteht, wenn sich Versicherte zum Zwecke dieser Behandlung ins Ausland begeben (Satz 3).
2.
2.1
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
baren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten.
2.2
Die Verwaltung als verfügende Instanz und
im Be
schwe
r
defall
das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen über
zeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abwei
chendes vorsieht, nach dem
Beweisgrad der über
wiegenden Wahr
scheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglich
keit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanfor
derungen nicht. Das Gericht folgt vielmehr jener Sachver
halts
darstel
lung, die es von allen möglichen Ge
schehensabläu
fen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b S. 360 mit Hinweisen; vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2 und 3.3 S. 324 f.).
2.3
Der erstinstanzliche Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungs
grund
satz beherrscht (
Art.
61 lit. c ATSG). Danach hat das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheb
lichen Sachverhaltes zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt indes
sen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korre
lat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 193 E. 2 S. 195; 122 V 157 E. 1a S. 158; vgl.
BGE 130 I 180 E. 3.2 S. 183).
2.4
Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinne der Beweisfüh
rungslast begriffsnotwendig aus, da es Sache des Sozialversicherungsgerichts (oder der verfügen
den Verwaltungsstelle) ist, für die Zusammentragung des Beweismaterials besorgt zu sein (BGE 115 V 111 E. 3d/bb; Maurer, Sozialver
sicherungsrecht, Bd. I, 2. unveränderte Aufl., Bern 1983, S. 438
Ziff.
7a). Im Sozial
versicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte (BGE 115 V 133 E. 8a). Diese Beweisregel greift aller
dings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersu
chungs
grundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu er
mitteln, der zumindest die Wahrschein
lichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 261 E. 3b).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen Entsch
eid dar, die im Juni 2011 von der Beschwerdeführerin eingereichten Rechnungen seien gemäss Ab
klärungen ihrer Partnerfirma für Auslandfragen,
A._
,
über
höh
t, eventuell auch gefälscht
,
und die Behandlungsdaten auf den zuerst eingereich
ten Rechnungen würden nicht mit den Ori
ginalrechnungen übereinstimmen. Hätten die behaupteten Behandlungen stattgefunden, würde es sich ausserdem
nur bei der Malariabehandlung um einen Notfall
handeln
(
Urk.
2 S. 3).
Auf
grund der fehlenden medizinischen Unterlagen sei nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bewiesen, dass überhaupt ein Notfall vorgelegen habe
(
Urk.
10 S. 9
Ziff.
9).
Die Beschwerdeführerin habe
offensichtlich versucht, Leistungen nach dem KVG zu erwirken, welche ihr nicht zustünden, indem sie ihr fiktive Rechnungen mit über
höh
ten Rechnungsbeträgen eingereicht habe,
weshalb sie kein
en
Anspruch auf Versicherungsleistungen habe (
Urk.
10 S. 10
Ziff.
12).
3.2
Die Beschwerdeführ
erin machte hingegen geltend, durch das Vorsprechen der
A._
habe eine wesentliche Herabsetzung des Preises, von 1‘038‘000.
—P._
auf 628‘000.
—- P._
, erreicht werden können
(
Urk.
1 S. 3
Ziff.
10)
.
Beim Betrag von 560‘000.
—- P._
handle es sich lediglich um eine Anzahlung, welche sie mit Hilfe ihrer Familie in
Y._
und Umgebung und mit Unterstützung ihres Ehemannes dem
Z._
habe zahlen können (S.
3
Ziff.
7 und
Ziff.
11). Ausserdem qualifiziere neben der Malariabehandlung auch der Unfall, bei dem ihr rechter Unterschenkel schwer verletzt worden sei, klar als Notfall
(S. 5
Ziff.
15
)
.
3.3
Strittig und zu prüfen ist die Höhe beziehungswiese die Korrektheit der Rech
nung
en
des
Z._
in
Y._
und
ob
allenfalls die Kosten der Behandlungen
von der Beschwerdegegnerin im Rahmen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung zu übernehmen sind. Dabei ist insbesondere
auch
zu prüfen, ob ein Notfall im Sinne von
Art.
36
Abs.
2 KVV vorlag.
4.
4.1
Unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin der Beschwerdegegnerin Mitte Juni 2011 einen „Medical Report“ des
Z._
über fünf Behandlun
gen und einer Gesamtrechnungssumme von 1‘038‘000.
—P._
zur Rückerstat
tung einreichte (
Urk.
3/5
,
Urk.
11/24
). Zur Überprüfung
der fakturierten Tarife
und ob die Behandlungen tatsächlich stattgefunden haben,
übermittelte die Beschwerdegegnerin das Dossier
sodann
ihre
r
Partnerfirma für Auslandfragen,
der
A._
(
Urk.
11/9).
4.2
Die
A._
hielt mit Bericht vom 3
0.
September 2011 fest (
Urk.
11/11),
dass das
Z._
in
Y._
existiere und der fakturie
rende Arzt
Dr.
B._
regelmässig in diesem Spital arbeite (
Ziff.
1 und 2).
Die Beschwerdeführerin sei gemäss Aussage von
Dr.
B._
in diesem Spital behandelt worden, jedoch zum Teil nicht an den auf der Rechnung deklarierten Daten (
Ziff.
5). Ausser bei der Behandlung der Malaria handle es sich nicht um Notfälle (
Ziff.
6). Die fakturierte und von der Beschwerdeführerin eingereichte Rechnung entspreche nicht den Aussagen von
Dr.
B._
,
sondern sei
überhöht
. Die korrekte Rechnung sei ihnen nun in
Y._
ausgehändigt worden und liege dem Bericht bei (
Ziff.
7).
D
iese
weise
für die Behandlungen
einen
Gesamtbetrag
von
628‘000.
-— P._
aus
(
Urk.
3/7,
Urk.
11/24)
.
4.3
Nachdem die
Beschwerdeführerin beim hiesigen Gericht
Beschwerde
eingereicht
hatte,
beauftragte die Beschwerdegegnerin die
A._
erneut, den genauen Sachverhalt noch
einmal
abzuklären (vgl.
Urk.
11/25).
Im Bericht vom 2
8.
September 2012 (
Urk.
11/26) führte
C._
für die
A._
aus,
sie hätten den medizinischen Leiter
des
Z._
,
Dr.
B._
,
welcher gleichzeitig auch der behandelnde Arzt gewesen sei,
getroffen,
und hätten mit ihm
die Patientenakte der Beschwerdeführerin
durchgehen können.
Hierbei hätten sie überprüfen können, dass sich die Beschwerdeführerin tatsächlich mehrmals zahlreichen Labo
runtersuchungen und auch einigen
Röntgenunter
suchungen unterzogen habe (S. 1 oben).
Die Laboruntersuchungen und der Routine-Zuckertest seien durchgeführt worden, weil die Beschwerdeführerin bekanntermassen unter Diabetes leide und offensichtlich in der Nähe des Kran
kenhauses wohne. Sie sei mit ihren routinemässigen Anti-Diabetes-Medika
menten eingereist, diese hätten jedoch nicht lange ausgereicht, weshalb sie lau
fend zur Prüfung und Neuverschreibung ins Krankenhaus gefahren sei. Weiter sei die Beschwerdeführerin beim Hinabsteigen einer Treppe gestützt und habe anschliessend unter heftigen Rückenschmerzen gelitten, weshalb Röntgenun
tersuchungen durchgeführt worden seien (S. 1 Mitte).
Die Beschwerdeführerin sei sodann in den Bundesstaat
D._
gereist, wo sie in einen Unfall verwickelt worden sei, bei dem es zu einer Risswunde am rechten Bein gekommen sei. Diese sei im Krankenhaus von
E._
schlecht behandelt worden, worauf sie mit einer Infektion nach
Y._
zurückgekommen
und
dann im
Z._
antibiotisch behandelt worden
sei
.
Bei der Beschwerdeführerin habe ausserdem der dringende Verdacht auf Malaria bestanden, weshalb sie im Krankenhaus aufge
nommen worden sei und dort einige Tage verbracht habe (S. 1 unten).
Sie hät
ten ausserdem die Beratungsgebühren, die Medikamentenpreise, die Betten
gebühr sowie die Versorgung mit Speisen und Getränken, die ihnen sehr hoch vorgekommen seien, überprüft. Aus irgendeinem Grund seien überhöhte Rech
nungen ausgestellt worden (S. 2 Mitte).
Von
Dr.
B._
seien sie sodann infor
miert worden, dass ursprünglich eine erste Rechnung über 628‘000.
—
-
P._
ausgestellt worden sei, und diese nach einigen Verhandlungen und Bitten der Beschwerdeführerin von ihm auf 568‘000.
-— P._
reduziert worden sei.
Hin
sichtlich der Forderungen von
Dr.
B._
belaufe sich die tatsächliche Rech
nung auf 568‘000.
-— P._
und nicht auf 628‘000.
—- P._
.
Die Nachfrage nach den abweichenden Zahlen sei damit beantwortet worden, dass die Rechnungs
kopie lautend auf 568‘000.
—- P._
an die Beschwerdeführerin aus Mitgefühl und aufgrund freundscha
ftlicher Beziehungen ausgegeben
, die Rechnung lau
tend auf 628‘000.
-— P._
jedoch an Marina Medical Services als zahlende Versi
cherungsgesellschaft ausgestellt worden sei
(S. 2 unten)
.
4.4
Im
Abschlussbericht der
A._
vom
7.
November 2012 (
Urk.
11/27) wird nochmals bestätigt, dass die Rechnungen auf Bitte der Be
schwerdeführerin reduziert worden seien und die Dauer der Behandlungen ver
längert worden seien, um die Rechnungen zu erhöhen. Das
Z._
habe somit die Rechnungen über 628‘000.
—- P._
und über 568‘000.
-— P._
ausgestellt, nicht jedoch diejenige über 1‘038‘000.
-— P._
.
Den Mitarbeitern der
A._
sei es nicht gelungen, Arzt- oder sonstige medizinische Berichte zu erhalten
.
5.
5.1
Di
e Würdigung
sämtlicher Akten ergibt, dass die
zu verschiedenen Zeitpunkten von der
A._
getätigten
Abklärungen
in
Y._
ein übereinstim
mendes und in sich schlüssiges Bild abgeben. So stimmen die Aussagen des medizinischen Leiters und behandelnden Arztes des
Z._
,
Dr.
B._
,
insoweit überein, als dieser die in der
von der Beschwerdeführerin eingereichten
Rechnung
(mit dem Gesamtbetrag von 1‘038‘000.
—- P._
)
aufge
führten Behandlungen bestätigte,
diese
jedoch
zum Teil
nicht
an
den
deklarie
r
ten Daten stattgefunden hätten und in dieser Rechnung überfakturiert seien.
Anlässlich dieser
ersten Abklärung vor Ort im September 2011 händigte
Dr.
B._
den Mitarb
eitern der
A._
sodann
die Rechnung über 62
8‘000.
—- P._
aus, bei welcher es
sich um die ursprüngliche und korrekte Rechnung handle.
Dies
e Angaben
bestätigte
Dr.
B._
auch anlässlich der zwei
ten Abklärung im September 2012
, wobei er hierbei weiter ausführte, dass diese Rechnung
in der Höhe von
628‘000.
-— P._
nach einigen Verhandlungen und auf Bitten der Beschwerdeführerin
schliesslich
auf
den Betrag von
568‘000.-- reduziert
worden sei. Seine Forderung belaufe sich demnach auf 568‘000.
-— P._
.
Zumal es sich bei der
A._
um eine anerkannte Spezialistin für die Behandlung und Beurteilung von Versicherungsfällen im Ausland handelt, sind keine
Gründe
ersichtlich
, welche
Zweifel an den Abklärungen i
n
Y._
anzubringen vermöchten. Ebenso wenig ist ein Interesse
Dr.
B._
an Falsch
aussagen
zur Schädigung der Beschwerdeführerin
ersichtlich,
begründet
e
er seine Reduktion der Rechnung zugunsten der Beschwerdeführerin doch
auch
mit
freundschaftliche
n
Beziehungen.
5.2
Nac
h dem Gesagten begründet die dargelegte Beweislage erhebliche Zweifel an der Echtheit und inhaltlichen Richtigkeit der von der Beschwerdeführerin ein
gereichten Rechnung über 1‘038‘000.
-— P._
.
Selbst wenn
sich
Dr.
B._
man
gels entsprechender Frage nicht ausdrücklich dazu
geäussert hat, kann aufgrund der Abklärungen durch die
A._
sowie des formalen Erschei
nungsbildes des Dokumentes
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon aus
gegangen
werden, dass die genannte
Rechnung
nicht
durch
einen
Mitarbeiter des
Z._
ausgestellt worden ist
.
Ebenso kann davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin über sämtliche der drei Rechnungsbeträge Bescheid wusste und dennoch nichts zur Klarstellung des Sachverhaltes unter
nommen hatte.
Das
Vorbringen
der Beschwerdeführerin
, wonach es sich beim bezahlten Betrag von 568‘000.
-— P._
lediglich um eine Anzahlung gehandelt habe,
wird von ihr in keiner Weise belegt und kann
nach dem Gesagten
nur
als Schutzbehauptung gewertet werden.
Daran vermögen a
uch die von ihr eingereichten Transfer-Quittungen der Wes
tern Union
(
Urk.
11/16) nichts zu ändern.
D
ie erste Überweisung
erfolgte
bereits am
6.
Dezember 2010, mithin rund einen Monat vor der ersten Behandlung
,
und die letzte Überweisung am
9.
Juni 2012,
somit vier Tage nach der Rückkehr der Beschwerdeführerin in die Schweiz
,
dies
ausserdem an drei verschiedene Empfänger
in
F._
.
Bei dieser Sachlage
kann zwischen diesen
Überweisungen
und
de
r
am 2
5.
Mai 2011 quittierten
Bez
ahlung der
Behandlungen im
Z._
(vgl.
Urk.
11/15/4)
keine
nachvollziehbare
Verbindung
hergestellt wer
den
.
Zusammenfassend kann als erste
llt betrachtet werden, dass der Beschwerdefüh
rerin für die Behandlungen im
Z._
lediglich 568‘000.
—- P._
in Rechnung gestellt wurden.
6.
6.1
Die Würdigung der Akten sowie
die
Abklärun
gen der
A._
haben
ergeben
, dass es im Hinblick auf die Behandlungen im
Z._
in
Y._
von Januar bis Juni 2011
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
an einem Notfall
im Sinne von
Art.
36
Abs.
2 KVV
fehlt.
6.2
Da
den Mitarbeitern der
A._
keine
Akten von den Behandlun
gen in
Y._
ausgehändigt wurden
, vermag auch die pauschale Aussage, wonach Malaria immer als Notfall gelte, nicht zu überzeugen.
Ausserdem trifft
die
Beweislast
grundsätzlich die Beschwerdeführerin, welche aus dem Vor
han
densein von Tatsachen Rechte für sich ableiten will
, womit diese
zumindest ansatzweise kon
krete Anhaltspunkte geltend machen und diese
hätte
dokumen
tieren müssen.
Die Beschwer
deführerin
liess es
jedoch
mit dem
eingereichten Bericht des
G._
vom
7.
Juni 2011, welchem keinerlei Hinweise auf eine
behandelte
Malaria zu entnehmen sind, bewenden.
In Bezug auf die übrigen in
Y._
erfolgten Behandlungen ist nicht nachvollziehbar, weshalb die Beschwerdeführerin nach dem ersten Aufsuchen des
Z._
weitere Zeit verstreichen liess und sich nicht viel eher wieder in die Schweiz zur weiteren
Behandlung begab.
Die Heimreise in die Schweiz wäre ihr zu diesem Zeitpunkt durchaus zumutbar gewesen.
Von einer Reiseunfähigkeit kann jedenfalls nicht gesprochen werden, wenn die Beschwerdeführerin in den Nachbarbundesstaat
D._
reiste.
6.3
Eine Leistungspflicht für die Spitalbehandlungen im Ausland
lässt sich daher
schon aus diesem Grund
nicht auf die Regelung in Art. 36 Abs. 2 KVV stützen. Nachdem Leistungen grundsätzlich nur kassenpflichtig sind, wenn sie in der Schweiz erbra
cht oder veranlasst worden sind
, hat die Beschwerdegegne
rin für die nicht übernommenen
in
F._
entstandenen Behandlungskosten nicht auf
zukommen.
Der a
ngefochtene Einspracheentscheid
erweist sich nach dem Gesagten als rech
tens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.