Decision ID: f4aa31b6-87f0-50f9-b7bc-b2d3520c9016
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
I._,
Beschwerdeführer,
gegen
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St.Galler Gerichte
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Ausgleichskasse des Kantons St.
Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Ergänzungsleistung zur IV
Sachverhalt:
A.
A.a I._, geb. 18.09.1951, bezieht seit dem 1. Juli 2003 Ergänzungsleistungen (EL) zu
seiner IV-Viertelsrente (EL-act. 95-1/3). Die EL-Berechnung erfolgte zunächst unter
Anrechnung der Taggelder der Arbeitslosenversicherung (ALV) des Versicherten und
seiner Ehefrau, geb. 1951. Mit Beendigung der Rahmenfristen wurden die EL jeweils
angepasst. Sowohl der Versicherte als auch seine Ehefrau wurden darauf hingewiesen,
dass sie sich weiterhin um eine Arbeitsstelle zu bemühen hätten (EL-act. 90). In der
Folge reichten der Versicherte und seine Ehefrau der EL-Durchführungsstelle jeweils
ihre Arbeitsbemühungen ein, welche von der EL-Durchführungsstelle periodisch
überprüft wurden. Sofern die EL-Durchführungsstelle die Arbeitsbemühungen als
ungenügend erachtete, mahnte sie den Versicherten bzw. seine Ehefrau ab. Von der
Anrechnung eines hypothetischen Einkommens für den Versicherten und seine Ehefrau
wurde indessen abgesehen. Gegen Ende 2007 machte der Versicherte sinngemäss
eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes geltend. In der Folge stellte er auf
Hinweis der EL-Durchführungsstelle ein IV-Revisionsgesuch (EL-act. 27). Anlässlich
einer Überprüfung der Arbeitsbemühungen kam die EL-Durchführungsstelle im April
2009 zum Schluss, dass bei den bisherigen Arbeitsbemühungen der Ehefrau nicht von
einer ernsthaften Stellensuche ausgegangen werden könne, und rechnete für sie mit
Verfügung vom 16. April 2009 ab 1. Mai 2009 ein hypothetisches Einkommen an (EL-
act. 10, 15-2/2). Beim Versicherten selbst wurde weiterhin auf die Anrechnung eines
hypothetischen Einkommens verzichtet (EL-act. 12). Mit Schreiben vom 9. April 2009
teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass bei der Überprüfung des
Invaliditätsgrades keine Änderung festgestellt worden sei und nach wie vor Anspruch
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auf eine Viertelsrente bestehe (EL-act. 13). Mit Verfügung vom 20. August 2009
rechnete die EL-Durchführungsstelle auch dem Versicherten ein hypothetisches
Einkommen an und wies den EL-Anspruch aufgrund eines Einnahmenüberschusses
per 1. September 2009 ab (EL-act. 103).
A.b Gegen die Verfügungen vom 16. April 2009 und 20. August 2009 erhob der
Versicherte am 14. Mai 2009 bzw. 14. September 2009 Einsprache. Mit ergänzender
Begründung zur Einsprache vom 16. April 2009 machte er am 14. Mai 2009 im
Wesentlichen geltend, es sei auf die Anrechnung eines hypothetischen Einkommens für
seine Ehefrau zu verzichten. Sie habe sich seit 2006 mindestens zehnmal pro Monat
beworben. Zudem sei sie zweimal als Stellensuchende beim RAV gemeldet gewesen.
Ebenfalls habe sie ihre Bewerbungen jeweils angepasst, als diese von der EL-
Durchführungsstelle bemängelt worden seien. Trotzdem habe seine Ehefrau in diesen
drei Jahren keine Stelle finden können. Anscheinend gebe es für sie keine Tätigkeit auf
dem Arbeitsmarkt. Es sei ihm schleierhaft, wie seine Ehefrau im Alter von 59 Jahren
nun plötzlich Arbeit finden solle. Selbstverständlich werde sie sich jedoch weiterhin um
Arbeit bemühen (EL-act. 7). In der Einsprache gegen die Verfügung vom 20. August
2009 beantragte der Versicherte, auch in seinem Fall sei auf die Anrechnung des
hypothetischen Einkommens zu verzichten. Auch er habe sich während nunmehr vier
Jahren mit zehn Bewerbungen pro Monat um Arbeit bemüht. Anscheinend gebe es für
ihn, als 58-Jährigen und nur 50% Arbeitsfähigen, keine Stelle auf dem Arbeitsmarkt.
Auch er werde sich jedoch weiterhin um Arbeit bemühen (G act. 102).
A.c Da sich beide Einsprachen gegen die Anrechnung eines hypothetischen
Einkommens richteten und somit derselbe Streitgegenstand zu beurteilen war,
vereinigte die EL-Durchführungsstelle, vertreten durch den Rechtsdienst der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen (SVA), die beiden Einsprachen und
wies diese mit Einspracheentscheid vom 20. November 2009 ab. Betreffend die
Anrechnung eines hypothetischen Einkommens für die Ehefrau des Versicherten
machte die EL-Durchführungsstelle im Wesentlichen geltend, die Ehefrau sei mehrfach
auf die mangelnde Qualität ihrer Bewerbungen hingewiesen worden. Es müsse davon
ausgegangen werden, dass eine arbeitswillige und gesunde Person nach über drei
Jahren eine Stelle hätte finden müssen. Gemäss Schreiben der A._ vom 19. Juni
2008 hätte die Ehefrau die Möglichkeit gehabt, eine Stelle als Aushilfe anzutreten. Trotz
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Hinweis der EL-Durchführungsstelle habe sie diese Gelegenheit nicht wahrgenommen.
Es sei daher grundsätzlich davon auszugehen, dass auf dem Arbeitsmarkt geeignete
Stellen für die Ehefrau vorhanden seien. Dementsprechend sei ihr zu Recht ein
hypothetisches Einkommen angerechnet worden. Auch die Arbeitsbemühungen des
Versicherten seien nicht ausreichend, um die gesetzliche Vermutung der Verwertbarkeit
der Restarbeitsfähigkeit zu widerlegen. Der Versicherte sei diverse Male darauf
hingewiesen worden, dass sich die Qualität der Bewerbungsschreiben verbessern
müsste. Die EL-Durchführungsstelle habe ihm zudem mitgeteilt, dass er sich nicht nur
auf Blindbewerbungen melden solle, sondern sich auf konkret ausgeschriebene
Stellen, welche seinem Anforderungsprofil entsprechen würden, zu bewerben habe.
Ebenfalls sei ihm mitgeteilt worden, dass er sich bei verschiedenen
Stellenvermittlungsbüros melden solle. Auch im Falle des Versicherten sei die
Anrechnung des ziffernmässig unbestritten gebliebenen hypothetischen Einkommens
zu Recht erfolgt (G act. 1.1).
B.
B.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die Beschwerde des Versicherten
vom 11. Dezember 2009. Er beantragt die Aufhebung des Einspracheentscheids und
die Zusprache von EL. Da er aktuell vom Sozialamt lebe, sei ihm zudem die
unentgeltliche Prozessführung zu gewähren. Zur Begründung der Beschwerde hält der
Beschwerdeführer im Wesentlichen an den Ausführungen der Einsprachen fest.
Ergänzend führt er aus, dass er und seine Frau sich wirklich viel Mühe gegeben hätten,
eine Stelle auf dem aktuellen Arbeitsmarkt zu finden. In einer zweiten Zusendung werde
er dem Gericht sämtliche Bewerbungen und Absagen zukommen lassen (G act. 2.1 –
2.5). Was die von der Beschwerdegegnerin bemängelte Qualität der Bewerbungen
betreffe, so könne er nur sagen, dass sie sich nach bestem Wissen und Möglichkeiten
beworben hätten. Ebenfalls wolle er festhalten, dass die Aussage der
Beschwerdegegnerin im Zusammenhang mit der Stelle bei der A._ nicht stimme. Es
sei richtig, dass die A._ seiner Ehefrau mit Schreiben vom 19. Juni 2008 eine Stelle
angeboten habe. Daraufhin habe sich seine Ehefrau sofort bei der A._ persönlich
vorgestellt. Als die zuständige Mitarbeiterin seine Ehefrau gesehen habe, hätte sie ihr
mitgeteilt, dass nun doch keine Stelle frei sei. Der EL-Durchführungsstelle sei dies auch
mündlich mitgeteilt worden. Die verlangte schriftliche Bestätigung habe man der EL-
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Durchführungsstelle im November 2008 eingereicht. Sodann möchte er darauf
aufmerksam machen, dass beim RAV lediglich vier bis acht Bewerbungen hätten
erfolgen müssen. Demgegenüber fordere die EL-Durchführungsstelle jeweils zehn
Stück pro Monat (G act. 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt am 21. Januar 2010 die Abweisung der
Beschwerde, verweist zur Begründung auf die Erwägungen im Einspracheentscheid
und verzichtet im Übrigen auf eine Stellungnahme (G act. 4).

Erwägungen:
1.
1.1 Die jährliche EL entspricht dem Betrag, um den die anerkannten Ausgaben die
anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 9 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung [ELG;
SR 831.30]). Die anerkannten Ausgaben und die anrechenbaren Einnahmen, worin in
bestimmtem Umfang auch das Vermögen einbezogen ist, werden nach den in Art. 10
und 11 ELG sowie Art. 11 bis 18 der Verordnung über Ergänzungsleistungen zur
Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELV; SR 831.301) festgelegten
Bestimmungen ermittelt. Als Einnahmen anzurechnen sind nach Art. 11 Abs. 1 ELG
unter anderem Einkünfte, auf die verzichtet worden ist (lit. g). Eine Verzichtshandlung
liegt vor, wenn die versicherte Person ohne rechtliche Verpflichtung auf Vermögen
verzichtet hat, wenn sie einen Rechtsanspruch auf bestimmte Einkünfte und
Vermögenswerte hat, davon aber faktisch nicht Gebrauch macht bzw. ihre Rechte nicht
durchsetzt oder wenn sie aus von ihr zu verantwortenden Gründen von der Ausübung
einer möglichen und zumutbaren Erwerbstätigkeit absieht (EVGE P 18/02 vom 9. Juli
2002; BGE 121 V 205 Erw. 4a; AHI 2001 S. 133 Erw. 1b).
1.2 Art. 14a Abs. 2 lit. a ELV bestimmt, dass bei Teilinvaliden das Einkommen aus
einer zumutbaren Erwerbstätigkeit als Erwerbseinkommen anzurechnen ist, wobei als
anrechenbares Mindesteinkommen für noch nicht sechzigjährige Versicherte bei einem
Invaliditätsgrad von 40 bis unter 50% der um einen Drittel erhöhte Höchstbetrag für
den Lebensbedarf von Alleinstehenden nach Art. 10 Abs. 1 lit. a Ziff. 1 ELG gilt. Nach
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der Rechtsprechung kann grundsätzlich davon ausgegangen werden, dass es dem
teilinvaliden Versicherten vermutungsweise möglich und zumutbar ist, im Rahmen
seines von den Organen der Invalidenversicherung festgestellten verbliebenen
Leistungsvermögens die in Art. 14a ELV festgelegten Grenzbeträge zu erreichen. Dies
hat eine Umkehr der Beweislast zur Folge, indem bei unbewiesen gebliebener
Unmöglichkeit, dieses Arbeitsvermögen zu verwerten, das dem Invaliditätsgrad des
Versicherten entsprechende Erwerbseinkommen angerechnet wird (ZAK 1989 S. 568 E.
3c). Die gesetzliche Vermutung kann durch den Beweis des Gegenteils umgestossen
werden, indem der Ansprecher auch Umstände geltend machen kann, die bei der
Bemessung der Invalidität ohne Bedeutung waren, ihm jedoch verunmöglichen, seine
theoretische Restarbeitsfähigkeit wirtschaftlich zu nutzen (BGE 117 V 153 E. 2c mit
Hinweisen).
1.3 Auch Personen, die in die Anspruchsberechnung der versicherten Person
einbezogen sind, partizipieren an der EL, da diese den Existenzbedarf der ganzen
Familie sicherstellt. So ist auch der Ehegatte der EL-anspruchsberechtigten Person
Leistungsempfänger. Verzichtet er auf die mögliche und zumutbare Erzielung eines
Erwerbseinkommens, so ist die Geltendmachung eines EL-Anspruchs zur Deckung
jenes Teils der anerkannten Ausgaben, der durch das Erwerbseinkommen des
Ehegatten gedeckt werden könnte, missbräuchlich (Ralph Jöhl, Ergänzungsleistungen
zur AHV/IV, in: SBVR XIV, Soziale Sicherheit, Basel 2007, S. 1759, Rz. 179). Deswegen
ist bei der EL-Berechnung der versicherten Person ein hypothetisches
Erwerbseinkommen für deren Ehegatten anzurechnen, sofern dieser auf die mögliche
und zumutbare Erzielung eines Einkommens verzichtet. Um bei der Ermittlung des
anrechenbaren Einkommens ein hypothetisches Erwerbseinkommen im Sinn von
Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG berücksichtigen zu können, muss in jedem Einzelfall geprüft
werden, ob vom Ehepartner des EL-Ansprechers unter den gegebenen Umständen
verlangt werden kann, von nun an einem Arbeitserwerb nachzugehen, und wie hoch
der Lohn wäre, den dieser bei gutem Willen erzielen könnte. Anhaltspunkte dafür sind
familiäre Verpflichtungen, Alter, Gesundheitszustand, Ausbildung und gegebenenfalls
die Zeitdauer, während der er nicht (mehr) im Berufsleben gestanden ist (BGE
117 V 290 Erw. 3a mit Hinweisen; Urteil I 920/06 vom 16. Januar 2007, Erw. 3.3).
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1.4 Gemäss Art. 43 Abs. 1 Satz 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) nimmt die EL-Durchführungsstelle im
Rahmen der Prüfung eines EL-Gesuches die notwendigen Sachverhaltsabklärungen
vor. Diese Untersuchungspflicht bezieht sich auch auf die Frage, ob eine bestimmte
Person auf die Erzielung von Erwerbseinkünften verzichtet. Die EL-Durchführungsstelle
hat also zu untersuchen, ob es einer Person, die keiner Erwerbstätigkeit nachgeht,
möglich und zumutbar ist, eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen, und welches
Einkommen sie dabei erzielen könnte. Dieser Pflicht könnte die EL-Durchführungsstelle
nur dadurch nachkommen, dass sie der betreffenden Person die Ablehnung einer
konkreten Arbeitsplatzofferte nachweisen würde. Dies würde letztlich darauf
hinauslaufen, dass die EL-Durchführungsstelle der betreffenden Person eine konkrete
Arbeitsstelle vermitteln müsste, um – bei einer Nichtannahme dieser Stelle – den
Nachweis des Verzichts auf die Verwertung der Erwerbsfähigkeit mit dem Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit führen zu können. Die dabei entstehenden
Durchführungsprobleme würden dazu führen, dass Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG in Bezug
auf die Verwertung der Erwerbsfähigkeit praktisch toter Buchstabe bliebe. Die EL-
Durchführungsstelle darf sich daher auf die aus der Lebenserfahrung resultierende,
natürliche Vermutung stützen, dass eine arbeitswillige und einsatzfreudige, nötigenfalls
auch einen unterdurchschnittlichen Lohn akzeptierende Person im Allgemeinen eine
Arbeitsstelle finden kann. Dies ändert zwar nichts an der grundsätzlichen
Abklärungspflicht. Die EL-Durchführungsstelle darf sich aber bei der Erfüllung dieser
Pflicht darauf beschränken, den EL-Ansprecher oder die in die EL-
Anspruchsberechnung einbezogene Person unter Hinweis auf die zu vermutende
Möglichkeit der Verwertung der Erwerbsfähigkeit aufzufordern, sich intensiv um in
Frage kommende Arbeitsstellen zu bewerben (Jöhl, a.a.O, S. 1763 f., Rz. 185).
Ernsthafte, aber erfolglose Bewerbungen sind nicht nur Indizien, die die natürliche
Vermutung für die Verwertbarkeit der Erwerbsfähigkeit widerlegen, sondern sie sind
auch Ausdruck der (insbesondere in Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG zum Ausdruck
kommenden) Pflicht, soweit als möglich aus eigener Kraft den Existenzbedarf zu
bestreiten. Die nicht widerlegte Vermutung für die Verwertbarkeit der Erwerbsfähigkeit
bewirkt also eine Vermutung für die Verletzung der Pflicht zur selbstverantwortlichen
Finanzierung des Existenzbedarfs und damit für den gemäss Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG
relevanten Verzicht auf die Erzielung eines Erwerbseinkommens (vgl. die Entscheide
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des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen EL 2008/35 vom 31. März 2009,
Erw. 2.3, EL 2007/14 vom 14. Juni 2007, Erw. 3 f., EL 2007/21 vom 8. November 2007,
Erw. 2, EL 2008/35 vom 31. März 2009, Erw. 2.3).
2.
2.1 Streitig ist die Frage, ob die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer und
seiner Ehefrau zu Recht ein hypothetisches Einkommen angerechnet hat. In
vorliegendem Verfahren bleibt insbesondere zu prüfen, ob der Beschwerdeführer und
seine Ehefrau sich rechtsgenüglich um Arbeit bemüht haben.
2.2 Der Beschwerdeführer macht sinngemäss geltend, dass sowohl er als auch seine
Ehefrau aufgrund ihres Alters keine Stellen finden können. Bei der Beurteilung der
Zumutbarkeit und für die Bestimmung des hypothetischen Einkommens der Ehefrau ist
auf Kriterien wie das Alter, den Gesundheitszustand, die Sprachkenntnisse, die
Ausbildung, die bisherige Tätigkeit, die konkrete Arbeitsmarktlage sowie
gegebenenfalls auf die Dauer der Abwesenheit vom Berufsleben abzustellen (Pra 2001
921; AHI 2001 133, E. 1b). Betreffend Alter der Ehegatten hat das Bundesgericht seine
unter Geltung des alten Scheidungsrechts entwickelte Rechtsprechung, wonach ab
dem 45. Altersjahr ein vollständiger und dauerhafter Wiedereinstieg ins Erwerbsleben in
der Regel nicht mehr zumutbar sei (wobei dies selbst unter altem Recht nicht als
"starre Regel" angesehen wurde; BGE 115 II 6 E. 5a S. 11 mit Hinweisen), in mehreren
zum neuen Scheidungsrecht ergangenen Urteilen (weiter) relativiert und die Aufnahme
bzw. den Ausbau einer Erwerbstätigkeit auch in fortgeschrittenerem Alter als zumutbar
erachtet (z.B. BGE 127 III 136, 140; Urteil 5P.418/2001 vom 7. März 2002 E. 5c). Die
Ehefrau des Beschwerdeführers verfügt über keine Ausbildung und war, abgesehen
einer Hilfstätigkeit in den Jahren 1996 bis 1999, nie berufstätig (EL-act. 2-10/11, 67,
86). Die Wiedereingliederung der heute 59-jährigen Ehefrau dürfte
unbestrittenermassen erschwert, nicht jedoch per se unmöglich sein. Es gibt viele
Hilfsarbeiten, die nicht körperliche Leistungsfähigkeit, sondern Zuverlässigkeit, Sorgfalt
und ausdauernde Konzentration auch bei der Ausübung immer gleicher Arbeitsgänge
erfordern. An einem solchen Arbeitsplatz kommt es nicht auf das Alter der
Arbeitsnehmerin an (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen EL
2008/33 vom 7. Mai 2009, Erw. 3.4). Da für die Ehefrau des Beschwerdeführers wohl
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nur Hilfsarbeiten als möglicher Einsatzbereich in Frage kommen, spielt auch die
mangelhafte Schulbildung bzw. das Fehlen einer beruflichen Ausbildung zum
vornherein keine Rolle. Das gilt weitgehend auch für die beschränkte Erfahrung im
Erwerbsleben, da sich dies bei einfachen und repetitiven Tätigkeiten höchstens
während einer Einarbeitungsphase auswirken würde und zudem durch besonderen
Einsatzwillen kompensiert werden könnte (Entscheid des Versicherungsgerichts des
Kantons St. Gallen EL 2008/33 vom 7. Mai 2009, E. 3.6). Wenngleich gute
Deutschkenntnisse für die Stellensuche sicherlich von Vorteil sind, machen
mangelhafte Kenntnisse das Finden einer Arbeitsstelle doch nicht unmöglich
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen EL 2006/5 vom 20.
Oktober 2006, E. 4e/bb). Aus dem Gesagten ergibt sich, dass bei der Ehefrau des
Beschwerdeführers keine persönlichen Gründe vorliegen, welche es ihr
verunmöglichen, ein Erwerbseinkommen zu erzielen.
2.3 Beim Beschwerdeführer erfolgte die Anrechnung des hypothetischen Einkommens
in Anwendung von Art. 14a Abs. 2 lit. a ELV. Abgesehen vom Alter hat der
Beschwerdegegner keine persönlichen Gründe geltend gemacht, die bei der
Bemessung der Invalidität ohne Bedeutung gewesen wären, ihm jedoch die Aufnahme
einer Erwerbstätigkeit erschweren würden. Was das Alter betrifft – der
Beschwerdeführer hat Jahrgang 1951 – kann im Wesentlichen auf das in vorstehender
Ziffer 2.2 Gesagte verwiesen werden. Demnach stellt das fortgeschrittene Alter alleine
noch keinen Grund dar, von vornherein auf die Anrechnung eines hypothetischen
Einkommens zu verzichten. Somit ist dem Beschwerdeführer bis zum Erreichen des 60.
Lebensjahrs grundsätzlich ein hypothetisches Einkommen nach Art. 14a Abs. 2 lit. a
ELV anzurechnen.
2.4 Unabhängig der vorgenannten Kriterien, kann die Anrechnung eines
hypothetischen Einkommens unterbleiben, wenn der Beschwerdeführer und seine
Ehefrau den Nachweis erbringen können, dass sie trotz quantitativ und qualitativ
ausreichender Bewerbungen auf dem konkreten Arbeitsmarkt keine Stelle finden
können.
2.5 Zu prüfen ist somit einerseits, ob die Ehefrau sich rechtsgenüglich um Arbeit
bemüht hat und damit die natürlich Vermutung der Verwertbarkeit ihrer Arbeitsfähigkeit
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wiederlegen konnte. Bis zum 1. Juli 2003 war die Ehefrau des Beschwerdeführers beim
Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum B._ (RAV) als arbeitslos gemeldet und bezog
Taggelder der Arbeitslosenkasse (EL-act. 86, 99). Im März 2004 forderte die EL-
Durchführungsstelle die getätigten Arbeitsbemühungen ein und liess beim RAV B._
eine Bestätigung über die Eintragung als Stellensuchende einholen. Das RAV B._
verneinte die Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit auf dem Arbeitsmarkt der Wohnregion
mit der Begründung "Aussichtslose Stellensuche seit September 2001,
Deutschkenntnisse mangelhaft, Überangebot an Hilfskräften" (EL-act. 86, 90). Die EL-
Durchführungsstelle erachtete die Arbeitsbemühungen der Ehefrau als ausreichend
und verzichtete auf die Anrechnung eines hypothetischen Einkommens (EL-act. 84, 94).
Anlässlich der periodischen Überprüfung der wirtschaftlichen Verhältnisse im Jahr 2006
bestätigte das RAV B._ erneut, dass für die Ehefrau keine geeigneten Arbeitsstellen
im Raum Rebstein und Umgebung verfügbar seien. Als Begründung vermerkte das
RAV "Das Alter ist ein Kriterium, keine Ausbildung und keine Deutschkenntnisse" (EL-
act. 65). Mit Schreiben vom 22. November 2006 teilte die EL-Durchführungsstelle der
Ehefrau des Beschwerdeführers mit, dass sie die Arbeitsbemühungen als ungenügend
erachte. Sie habe sich hauptsächlich mündlich/persönlich und überdies auch auf nicht
ausgeschriebene Stellen beworben. Pro Monat hätten mindestens zehn bis zwölf
Bewerbungen auf konkret ausgeschriebene Stellen zu erfolgen. Zur Verbesserung der
Chancen auf dem Arbeitsmarkt, hätte sie sich ebenfalls um einen Deutschkurs zu
bemühen. Zur Anpassung der Bewerbungen wurde der Ehefrau eine Frist angesetzt (EL
act. 59). Gemäss interner Notiz vom 24. April 2007 stellte die EL-Durchführungsstelle
eine Verbesserung der Arbeitsbemühungen fest, sodass weiterhin auf die Anrechnung
eines hypothetischen Einkommens verzichtet wurde. Die Ehefrau wurde darauf
hingewiesen, dass sie sich weiterhin intensiv um Arbeit bemühen müsse. Sie solle sich
mehrheitlich auf effektiv ausgeschriebene Stellen bewerben. Zudem solle sie sich bei
einem Stellenvermittlungsbüro anmelden (EL-act. 42 f.). Mit Schreiben vom 27. Februar
2008 erfolgte eine weitere Aufforderung der EL-Stelle, dass die Ehefrau sich gezielt auf
ausgeschriebene Stellen und nicht hauptsächlich blind bewerben solle (EL-act. 27). Mit
Schreiben vom 22. April 2008 teilte die EL-Durchführungsstelle der Ehefrau mit, dass
sie die Bewerbungen nach wie vor als unzureichend erachte. Daraufhin setzte sich eine
Mitarbeiterin der Procap mit der EL-Durchführungsstelle in Verbindung und erkundigte
sich über die Anforderungen an die Bewerbungen. Aufgrund dessen verlängerte die
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EL-Durchführungsstelle die Frist zur Prüfung der Arbeitsbemühungen bis Ende
September (EL-act. 24). Am 27. Oktober 2008 teilte die EL-Durchführungsstelle der
Ehefrau mit, dass der Umfang der Arbeitsbemühungen in Ordnung sei (mindestens
zehn Bewerbungen pro Monat in schriftlicher Form). Ebenfalls bewerbe sie sich jetzt
auf ausgeschriebene Stellen. Allerdings seien die Bewerbungsschreiben zu verbessern.
Es sei mehr auf die gewünschten Anforderungen in den Inseraten einzugehen. Zudem
würde sie dem Anforderungsprofil mehrerer Bewerbungen in puncto Wohnort, Alter
usw. nicht entsprechen (EL-act. 19). Sodann hielt die EL-Durchführungsstelle mit
interner Notiz vom 8. April 2009 fest, es könne bei den bisherigen Arbeitsbemühungen
nicht von einer ernsthaften Stellensuche ausgegangen werden (EL-act. 15).
2.6 Bezüglich der Arbeitsbemühungen ist von der Ehefrau des Beschwerdeführers
grundsätzlich dasselbe zu verlangen, wie im Rahmen der Arbeitslosenversicherung von
einer Stellensuchenden verlangt wird. Gemäss der Verwaltungspraxis in der
Arbeitslosenversicherung werden regelmässig zehn bis zwölf Bewerbungen pro Monat
verlangt, wobei es jedoch auf die Umstände des Einzelfalles ankommt (vgl. etwa Urteil
des Bundesgerichts vom 22. Februar 2007 i/S. G, C 16/07 E., 2 mit Hinweis). Dabei
sind neben Bewerbungen auf Stelleninserate auch Blindbewerbungen in Betracht zu
ziehen (Entscheid des Versicherungsgerichts St. Gallen EL 2008/45 vom 2. April 2009,
E. 3.1). Die Beschwerdegegnerin hat mehrfach bemängelt, dass die Ehefrau sich zu oft
blind bewerbe. Welche Bewerbungsart die grössten Erfolgschancen auf eine
Arbeitsstelle verspricht, ist letztlich im konkreten Einzelfall und unter Berücksichtigung
der gesamten Umstände zu prüfen, sodass Qualität und Ernsthaftigkeit von
Bewerbungen nicht alleine an ihrer Form beurteilt werden können. Blindbewerbungen
können durchaus sinnvoll sein. Sie dienen der Abklärung, ob eine Stelle frei ist, und
können gegebenenfalls zu Vorstellungsgesprächen führen. Zudem ist die Konkurrenz
bei einer ausgeschriebenen Stelle viel grösser als bei einer potentiellen Stelle, die noch
nicht ausgeschrieben ist, aber demnächst vakant wird. Gerade im Bereich der
Hilfsarbeiten werden Arbeitseinsätze oftmals nicht ausgeschrieben, sodass
Blindbewerbungen üblich sind. Selbst beim Einstieg ins Berufsleben im Bereich von
qualifizierten Arbeitsstellen liegt die Erfolgsquote von Blindbewerbungen um 6.62%
höher als bei Bewerbungen auf ausgeschriebene Stelleninserate ("Von der Hochschule
ins Berufsleben. Erste Ergebnisse der Absolventenbefragung 2006", hrsg. vom
Bundesamt für Statistik, Bern 2005, S. 13). Somit ist festzuhalten, dass
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Blindbewerbungen zur Erfüllung der EL-spezifischen Schadenminderungspflicht
geeignet und somit grundsätzlich nicht zu beanstanden sind. Im Weiteren gilt es zu
beachten, dass die Ehefrau über keine Ausbildung verfügt und – abgesehen von einer
Hilfstätigkeit in einer Gemüsehandlung von 1996 bis 1999 – nie berufstätig war.
Dementsprechend können die Bewerbungsschreiben nur äusserst beschränkt mit
beruflichen Erfahrungen und Fähigkeiten an das jeweilige Anforderungsprofil angepasst
werden. Solange sich die Bewerbungen im Bereich von Hilfstätigkeiten bzw.
Tätigkeiten ohne qualifizierte Anforderungen bewegen, ist zudem nicht zu bemängeln,
wenn das Anforderungsprofil (wie z.B. das Alter) nicht vollumfänglich erfüllt werden
kann. Arbeitgeber umschreiben in Stelleninseraten jeweils die Anforderungen der
Idealbesetzung. Dies muss jedoch nicht zwingend heissen, dass eine Bewerberin,
welche diese Voraussetzungen in gewissen Punkten nicht erfüllt, von vornherein aus
dem Auswahlprozess ausscheiden muss. Schliesslich besteht immer noch die
Möglichkeit, dass sich die Bewerberin aufgrund anderer Fähigkeiten oder Umstände
vom Rest der Bewerber abheben kann. Ebenfalls ist nicht auszuschliessen, dass der
potentielle Arbeitgeber eine Einsatzmöglichkeit in einem anderen Bereich oder zu
veränderten Bedingungen zur Verfügung stellen kann. Gerade im Bereich der
Hilfskräfte ist letztlich entscheidend, dass eine Stellensuchende ihre Bereitschaft zu
Leistung und besonderem Einsatzwillen klar kommuniziert bzw. sich bereit erklärt, zu
besonders günstigen Konditionen zu arbeiten, d.h. auch eine Stelle anzunehmen, an
der nur ein unterdurchschnittlicher Lohn offeriert wird (vgl. auch die Entscheide des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen EL 2008/3 vom 4. Februar 2008, E. 3.4;
und EL 2008/38 vom 16. Februar 2009, E. 3.5). Ebenfalls kann der Ehefrau nicht
angelastet werden, dass sie die Stellensuche gebietsmässig erweitert hat. Wenn es
einer arbeitslosen Person zumutbar ist, eine Arbeitsstelle anzunehmen, die bis zu zwei
Fahrstunden (pro Weg) vom Wohnort entfernt liegt (Art. 16 Abs. 2 lit. f AVIG), dann
muss dies auch im Rahmen der EL-spezifischen Schadenminderungspflicht gelten.
Betrachtet man das gesamte Bewerbungsmaterial, so wird ersichtlich, dass die Ehefrau
jeweils versucht hat, die Vorgaben der EL-Stelle umzusetzen. Von mündlichen/
persönlichen Bewerbungen stellte sie auf schriftliche Bewerbungen um und meldete
sich vermehrt auf Stelleninserate (EL act. 3, EL-act. 11, EL-act. 19; G-act. 2.5). Sie
absolvierte einen Deutschkurs und meldete sich bei Stellenvermittlungsbüros an (EL-
act. 29-2/8, 29-3/8, EL-act. 21-1/39, EL-act. 21-2/39). Die Bewerbungsschreiben
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bewegen sich angesichts der schulischen Bildung und Deutschkenntnisse der Ehefrau
im Rahmen ihrer Fähigkeiten. Gleichwohl besteht diesbezüglich noch
Verbesserungspotential. Die Ehefrau tut gut daran, sich für zukünftige Bewerbungen
entsprechend beraten zu lassen. Wenn sich auch ab und an eine "Fehlbewerbung"
finden lässt, so kann der Ehefrau unter Würdigung des gesamten
Bewerbungsverhaltens die Ernsthaftigkeit der Arbeitsbemühungen nicht abgesprochen
werden.
2.7 Im Weiteren macht die Beschwerdegegnerin geltend, die Ehefrau habe die
Möglichkeit, bei der A._ eine Aushilfsarbeit anzunehmen, nicht wahrgenommen
(G act. 1.1). Im Schreiben vom 19. Juni 2008 teilte die A._ mit, dass sie sich einen
Einsatz der Ehefrau als Aushilfe vorstellen könnte. Die Auftragslage lasse zwar
momentan keinen zusätzlichen Einsatz von Aushilfen zu, bei Interesse würde man die
Unterlagen jedoch bis Ende 2008 zurückstellen (EL-act. 21-32/39). Im November 2008
bestätigte die A._, dass wegen der Auftragslage immer noch keinen Arbeitseinsatz
angeboten werden könne. Man werde sich wieder melden, sobald sich etwas ergebe
(EL-act. 16-40/68). Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin ist somit nicht
davon auszugehen, dass die Ehefrau des Beschwerdeführers die Möglichkeit, eine
Arbeitsstelle anzutreten, nicht wahrgenommen hat. Es ist nicht ersichtlich, weshalb die
A._ bezüglich der Stellensituation unwahre Angaben gemacht haben sollte.
2.8 Der Beschwerdeführer war bis 1. Juni 2005 beim RAV B._ als arbeitslos
gemeldet und bezog Taggelder der ALV (EL-act. 78). Das RAV B._ bestätigte am 11.
September 2006, dass keine für den Beschwerdeführer in Frage kommenden Stellen
gemeldet seien (EL-act. 66). Auch die Bewerbungen des Beschwerdeführers wurden
periodisch überprüft, wobei die Beurteilungen der Arbeitsbemühungen jeweils
übereinstimmend mit denjenigen der Ehefrau ausfielen (vgl. oben Ziff. 2.3). Gemäss
interner Notiz vom 8. April 2009 erachtete die EL-Durchführungsstelle die
Arbeitsbemühungen offenbar als genügend, der Verzicht auf die Anrechnung von
hypothetischem Einkommen beim Beschwerdeführer sei in Ordnung. Gleichwohl sei
bei Abweisung des IV-Revisionsgesuchs ein hypothetisches Einkommen anzurechnen
(EL-act. 15-2/2, 14).
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2.9 Die Beschwerdegegnerin macht geltend, die Arbeitsbemühungen des
Beschwerdeführers seien ungenügend. Der Beschwerdeführer habe sich nicht blind,
sondern auf konkret ausgeschriebene Stellen, welche seinem Anforderungsprofil
entsprechen würden, zu bewerben. Zudem habe er sich bei verschiedenen
Stellenvermittlungsbüros zu melden (G act. 1.1). Was die Auffassung der
Beschwerdegegnerin in Sachen Blindbewerbungen und Anforderungsprofil betrifft, so
kann grundsätzlich auf die Ausführungen in vorstehender E. 2.2 verwiesen werden.
Obwohl der heute 58-jährige, teilinvalide Maurer Berufserfahrung vorweisen kann, wird
auch er seine Arbeitskraft mit grösster Wahrscheinlichkeit lediglich noch als
Hilfsarbeiter anbieten können, sodass die Ausgangslage durchaus vergleichbar ist mit
derjenigen seiner Ehefrau. Ein Stellensuchender in der Situation des
Beschwerdeführers – das RAV B._ teilte im Jahr 2006 mit, dass für ihn keine
geeigneten Stellen gemeldet seien – wird gezwungenermassen auf Blindbewerbungen
zurück greifen müssen. Sodann hat der Beschwerdeführer sich entgegen der
Auffassung der Beschwerdegegnerin "nicht nur" blind, sondern auch auf konkret
ausgeschriebene Stellen beworben (EL act. 16; G act. 2.2). Im Übrigen kann anhand
der Akten nicht festgestellt werden, dass der Beschwerdeführer sich überwiegend auf
Stellen beworben hätte, welche beispielsweise aufgrund fehlender qualifizierter
Fähigkeiten offensichtlich nicht in Frage kämen. Ebenfalls hat der Beschwerdeführer
sich entgegen der Behauptung der Beschwerdegegnerin auch bei
Stellenvermittlungsbüros gemeldet (EL-act. 3-20/26, EL-act. 23-15/28, G act. 2.2).
Auch der Beschwerdeführer scheint im Rahmen seiner Möglichkeiten versucht zu
haben, sich an die Vorgaben der EL-Durchführungsstelle zu halten. Wie seine Ehefrau
wird jedoch auch er seine Bewerbungsschreiben zu verbessern und anzupassen
haben. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Bewerbungen unter
Berücksichtigung der in Frage kommenden Stellen genügend sind. Auch dem
Beschwerdeführer kann somit nicht vorgeworfen werden, er hätte sich nicht ernsthaft
um Arbeit bemüht.
2.10 Aus dem Gesagten ergibt sich, dass sowohl der Beschwerdeführer als auch seine
Ehefrau sich rechtsgenüglich um Arbeit bemüht haben. Somit kann die gesetzliche
bzw. natürliche Vermutung der Verwertbarkeit der Erwerbsfähigkeit als widerlegt
betrachtet und einstweilen von der Anrechnung eines hypothetischen Einkommens
abgesehen werden. Selbstverständlich werden sich sowohl der Beschwerdeführer als
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auch seine Ehefrau weiterhin intensiv um Arbeit bemühen müssen. Beide tun gut daran,
ihre Bewerbungsschreiben mit Hilfe einer geeigneten Stelle zu überarbeiten. Die EL-
Durchführungsstelle wird die Arbeitsbemühungen weiterhin periodisch überprüfen und
dabei anhand der erfolgten Arbeitsbemühungen über die Anrechnung eines
hypothetischen Einkommens zu befinden haben.
3.
3.1 Die Beschwerde ist unter Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids
vom 20. November 2009 in dem Sinn gutzuheissen, dass der EL-Anspruch ab 1. Mai
2009 ohne Anrechnung eines hypothetischen Einkommens für die Ehefrau bzw. ab
1. September 2009 ohne Anrechnung eines hypothetischen Einkommens für den
Beschwerdeführer zu erfolgen hat. Die Sache ist zur entsprechenden Neuberechnung
und Neuverfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
3.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53
GerG entschieden:
1. Die Beschwerde wird unter Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids
vom 20. November 2009 gutgeheissen und die Sache im Sinn der Erwägungen an die
Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit diese den EL-Anspruch des
Beschwerdeführers berechne und darüber neu verfüge.
2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.
Publikationsplattform St.Galler Gerichte Entscheid Versicherungsgericht, 10.08.2010 Art. 11 Abs. 1 lit g ELG; Art. 14a Abs. 2 ELV; Art. 10 Abs. 1 lit. b ELG i.V.m. Art. 16c ELV Umstritten war, ob die EL-Durchführungsstelle dem Beschwerdeführer und seiner Ehefrau zu Recht ein hypothetisches Einkommen angerechnet hat. Bemängelt wurden insbesondere die Arbeitsbemühungen in Form von Blindbewerbungen sowie Bewerbungen, bei welchen der Beschwerdeführer und seine Ehefrau das Anforderungsprofil nicht vollumfänglich erfüllen konnten. Das Gericht kam zum Schluss, dass Blindbewerbungen grundsätzlich geeignet sind, um die EL-spezifische Schadenminderungspflicht zu erfüllen. Ebenfalls müssen Bewerbungen, bei welchen das Anforderungsprofil nicht vollumfänglich erfüllt werden kann, nicht von vornherein aussichtslos sein. Im konkreten Fall erachtete das Gericht die Arbeitsbemühungen als ausreichend, um die gesetzliche Vermutung der Verwertbarkeit der Erwerbsfähigkeit nach Art. 14a Abs. 2 ELV bzw. die natürliche Vermutung i.S.v. Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG zu widerlegen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 10. August 2010, EL 2009/46).
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2021-09-19T17:36:51+0200 "9001 St.Gallen" Publikationsplattform Kanton St.Gallen