Decision ID: 670f59db-e152-4a64-b62c-7461720fa981
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1967 geborene
X._
meldete sich am 12. April 2005 zum
Bezug von Leistungen (Rente) der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV)
an (Urk. 8/1). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
traf daraufhin medizinische sowie erwerbliche Abklärungen, zog (wiederholt) die
Akten der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) bei (Urk. 8/10,
Urk. 8/15, Urk. 8/16-20, Urk. 8/29, Urk. 8/30, Urk. 8/32, Urk. 8/35) und holte einen
Haushaltsabklärungsbericht (Urk. 8/24) ein.
Die SUVA hatte der Versicherten zwischenzeitlich mit Verfügung vom 10. Juni
2008
(Urk. 8/32) für die Folgen eines Autou
nfalls vom 30. Juni 2004 mit Wir
kung ab 1. Juni 2008 eine auf einem Invaliditätsgrad vo
n
100 % beruhende Rente
zuge
sprochen und den Anspruch auf eine Integritäts
entschädigung ver
neint.
Mit Vorbescheid vom 5. Januar 2009 (Urk. 8/38) teilte die IV-Stelle der Versicher
ten
mit, dass angesichts des Wiedererlangens der vollen Arbeitsfähigkeit spä
tes
tens am 13. April 2005 kein Leistungsanspruch bestehe. Daran hielt sie auf Ein
wand (Urk. 8/42) hin am 3. April 2009 fest (Urk. 8/45).
Gegen die Verfügung vom
3. April 2009 erhob
X._
am 6. Mai 2009 im Prozess
Nr. IV
.
2009.00442 Beschwerde mit dem Antrag, in Aufhebung der Verfügung vom 3. April 2009 sei die Beschwerdegegnerin - unter Kosten- und Entschädigungs
folgen - zu verpflichten, ihr eine ganze Rente auszurichten (Urk.
8/48 S. 4
).
Das
hiesige Gericht hiess die Beschwerde mit Urteil vom 23. Dezember 2010 (Urk. 8/60) in dem Sinne gut, dass es die Verfügung vom 3. April 2009 (Urk. 8/4
5
)
aufhob und die Sache an die IV-Stelle zurückwies, damit diese wei
tere Abklärungen betreffend die Auswirkungen der Gesundheitsstörungen auf
die Arbeitsfähigkeit treffe und hernach über den Rentenanspruch der Versi
cher
ten
neu befinde.
1.2
In der Folge
liess die IV-Stelle die Versicherte im Sommer 2011 von den Ärzten
des
Y._
polydisziplinär untersuchen (vgl. Gut
achten
vom 13. September 2011 [Urk. 8/68] und ergänzende Beurtei
lung vom 9. Januar 2012 [Urk. 8/73]).
Daraufhin wies sie das Rentengesuch in Bestä
ti
gung ihres Vorbescheids vom 25. April 2012 (Urk. 8/77) – unter Hinweis auf einen Invaliditätsgrad von 7 %
-
mit Verfügung vom 5. Dezember 2012 (Urk. 2) erneut ab.
2.
Gegen die
se
Verfügung (Urk. 2) liess
X._
am 21. Januar 201
3
mit folgenden Anträgen Beschwerde erheben (Urk. 1 S. 2):
„1.
Es sei die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 5. Dezember 2012 vollumfänglich aufzuheben, und es sei der Beschwerdeführerin eine ganze Rente auszurichten;
2.
Eventualiter sei der Invaliditätsgrad durch ein neues Gutachten zu be
stimmen.“
Die IV-Stelle schloss am
22. Februar 2013 auf Abweisung der Beschwerde (
vgl.
Be
schwerdeantwort, Urk. 7),
was der
Versicherten am 25. Februar 2013 (Urk. 9)
zur Kenntnis gebracht wurde.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die Entscheidfindung erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen ein
zu
gehen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
B
etreffend die gesetzlichen Bestimmungen
über den Invaliditätsbegriff
und die Voraussetzungen, unter denen psychische Gesundheitsschäden darunter fallen
(
BGE 130 V 352)
,
sowie über
die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Ren
ten
abstufungen, den Zeitpunkt der
Entstehung des Rentenanspruchs sowie
die Be
me
ssung des Invaliditätsgrades bei Erwerbstätigen (allgemeine Methode des Ein
kommensvergleichs) und bei Teilerwerbstätigen (gemischte Methode der In
vali
d
i
tätsbemessung)
wird
auf das Urteil des hiesigen Ge
richts vom
23. Dezember 2010
im
Prozess Nr.
IV.2009.00442
in Sachen der Parteien
(Urk. 8/60)
verwiesen.
1.2
Zu ergänzen ist,
dass die im Bereich der somatoformen Schmerzstörungen ent
wickelten Grundsätze rechtsprechungsgemäss bei der Würdigung des invalidi
sie
renden Charakters von Fibromyalgien (BGE 132 V 65 E. 4 S. 70), dissoziati
ven
Sensibilitäts- und Empfindungsstörungen (SVR 2007 IV Nr. 45 S. 150, I 9/07 E. 4
am Ende), Chronic Fatigue Syndrome (CFS; chronisches Müdigkeits
syndrom) und
Neurasthenie (Urteile 9C_662/2009 vom 17. August 2010 E. 2.3; 9C_98/2010 vom 28. April 2010 E. 2.2.2 und I 70/07 vom 14. April 2008 E. 5), bei disso
zia
tiven Bewegungsstörungen (Urteil 9C_903/2007 vom 30. April 2008 E. 3.4), bei einer HWS-Verletzung (Schleudertrauma) ohne organisch nachweis
bare Funk
tions
fälle (BGE 136 V 279) sowie bei nicht organischer Hypersomnie (BGE 137 V 64 E. 4.1 und 4.2 mit Hinw
eisen) analog angewendet werden.
2.
2.1
Die IV-Stelle begründete das Festhalten an der Rentenverweigerung – unter Hin
weis auf das Gutachten des
Y._
vom 13. September 2011 (Urk. 8/68) und
die ergänzende Beurteilung
vom 9. Januar 2012 (Urk. 8/73)
- damit, dass die Be
schwerdeführerin in einer behinderungsangepassten Tätigkeit zu 100 % arbeits
fähig und damit in der Lage sei, ein 7 % unter dem Validenein
kommen lie
gen
des
Salär zu generieren (Urk. 2 S. 3, Urk. 7)
.
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt,
auf das Gutachten des
Y._
(Urk. 8/68, Urk. 8/73) könne auf
grund diverser Mängel nicht abgestellt werden. Gestützt auf die Beurteilung des behandelnden Psychia
ters Dr. med.
Z._
sei davon auszugehen, dass sie an einer posttraumatischen Belastungsstörung leide und zu 100 % arbeitsunfähig sei (Urk. 1 S. 2 ff.).
3
.
3.1
Die medizinische Aktenlage, wie sie sich bis zum Erlass des Urteils vom 23. De
zember 2010 präsentierte, wurde dort umfassend dargestellt (
U
rk. 8/60 E. 3.1-12).
Darauf wird verwiesen.
3
.
2
Die Ärzte des
Y._
stellten, nachdem sie die Beschwerdeführerin
am 28. Juni
sowie am 6. und 11. Juli 2011 polydisziplinär
untersucht hatten, in ihrer Exper
tise vom 13. September 2011 folgende Diagnosen
mit Auswirkung auf die Ar
beits
fähigkeit
(Urk. 8/68 S.
37):
Generalisierte Angststörung, ICD-10 F41.1
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte depressive Epi
sode, ICD-10 F33.0
Anhaltende somatoforme Schmerzstörung, ICD-10 F45.4
Keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten n
achstehende Diagnosen
:
Verdacht auf Schmerzverarbeitungsstörung, vgl. diagnostizierte somato
forme Schmerzstörung
bei Status nach Autounfall am 30. Juni 2004 mit Distorsion der Hals
wirbelsäule (HWS) und multiplen Prellungen der rechten Körperseite
17 von 18 Fibromyalgie Tender points und zwei von drei Kontroll
punkten positiv
funktionelle Bewegungseinschränkung im Bereich der HWS
somatisch nicht begründbare
Schwäche im Bereich des rechten Arms
mögliche Mild Traumatic Brain Injury (MTBI) und wahrscheinliche HWS-Distorsion
kein Nachweis einer radikulären und/oder spinalen Funktionsstörung
klinisch kein relevantes Zervikalsyndrom
Muskuläre
Dysbalance am Schultergürtel rechts mehr als links (Trape
zius)
Ansatztendinotische Beschwerden am rechten Beckenkamm mit pseu
do
radikulärer Ausstrahlung ins rechte Bein
Status nach posttraumatischer Belastungsstörung, gegenwärtig remit
tiert, ICD-10 F43.1
Eine
posttraumatische Belastungsstörung
lasse sich nicht mehr feststellen
. Wäh
rend a
us rheumatologischer und neurologischer Sicht keine Einsc
hränkung der Leistungsfähigkeit bestehe, sei die Arbeitsfähigkeit a
ufgrund der generalisierten Angststörung und der leichten depressiven Episode
in jeder
Tätigkeit zu 30 % eingeschränkt
(Urk. 8/68 S. 41)
.
3
.
3
Auf entsprechende Nachfrage der IV-Stelle (Urk. 8/71) hielten die Gutachter des
Y._
am 9. Januar 2012 fest, der um 30 % erhöhte Erholungsbedarf sei durch die Angststörung mit multiplen funktionellen Symptomen bedingt. Die Be
schwerdeführerin sei dadurch in ihrer Konzentrations- und Daueraufmerksam
keit sowie im Durchhaltevermögen leicht beeinträchtigt. Wegen der Schlafstö
rungen sei sie wohl tagsüber vermehrt müde
(Urk. 8/73 S. 1
)
. Die Hektikresis
tenz
,
die Belastbarkeit und die Stressbelastungsfähigkeit seien unter anderem wegen der chronischen Schmerzen, welche indes teilweise überwindbar wären, leicht re
du
ziert. Schliesslich seien die Flexibilität und die Umstellungsfähigkeit auf rasch
wechselnde Arbeitsanforderungen erschwert. Aus den genannten Gründen könne die Explorandin kein Vollzeitpensum mehr bewältigen (Urk. 8/73 S.
1
f.)
. Als Kiosk
verkäuferin bestehe eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit (entweder im Rahmen eines Vollzeitpensums bei erhöhtem Pausenbedarf oder im Rahmen eines 70%-
Pen
sums; Urk. 8/73 S. 2).
Es sei davon auszugehen, dass der Unfall vom 30. Juni
2004 aus somatischer Sicht während zirka zwei Mona
ten eine Arbeitsun
fähig
keit gezeitigt habe. Krankheitsbedingt bestehe seit dem fraglichen Unfall eine – aus der psychischen Gesundheitsstörung resultierende - 30%ige Arbeitsunfähig
keit
(Urk. 8/73 S. 3). Es sei von einer deutlichen psychi
schen Überlagerung im Gesamtverlauf sowie von einer zunehmenden Ver
schlechterung im subjektiven Erleben mit Selbstlimitierung
auszugehen. Auf
grund der objektiven Befunde sei
der Explorandin deutlich mehr Anstrengung zumutbar, sich beruflich wieder ein
zulassen (Urk. 8/73 S. 4).
3.
4
Gestützt auf die Akten gelangte Dr. med.
A._
, Facharzt für Arbeitsmedizin,
Arzt des Regionalärztlichen Dienstes (RAD) der IV, am 28. Januar 2012 zum Schluss,
dass
die Beschwerdeführerin
nach dem Unfall vom 30. Juni 2004 wäh
rend maximal zwei Monaten
-
behandlungs- und rekonvaleszenzbedingt
–
zu
100
%
a
rbeitsunfähig
gewesen sei
. Seither bestehe in der angestammten
Tä
tig
keit kra
nkheitsbedingt eine 70%ige und in einer leidensangepassten Tätigkeit (hektik- und stressarm, Pausenmöglichkeit) eine uneingeschränkte Arbeitsfähig
keit (Urk. 8/75 S. 4).
3.
5
Dr. med.
Z._
, Facharzt FMH für
Psychiatrie und Psychotherapie, stellte am 16. Januar 2013 folgende – bei Status nach einem Autounfall im Jahr 2004 be
stehende - Diagnosen (Urk. 3/5 S. 1):
Mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom
Andauernde Persönlichkeitsänderung (ICD-10 F62.8) mit
Schmerzsyndrom mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) und
chronifiziertem therapierefraktärem Schmerzsyndrom ohne entspre
chendes organisches Korrelat
Posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F32.2; 43.1)
Die Beschwerdeführerin sei derzeit nicht arbeitsfähig. Sie sei durch die anhal
ten
de Depressivität und das Schmerzsyndrom absorbiert, in der Aufmerksamkeit und Konzentration beeinträchtigt, vermindert belastbar, kaum leistungsfähig
, blockiert
und auf der Beziehungsebene kaum erreichbar (Urk. 3/5 S. 2).
4.
4.1
Im Urteil vom 23. Dezember 2010 im Prozess Nr. IV.2009.00442 ist das hiesige
Ge
richt zum Schluss gelangt, dass den von der Beschwerdeführerin geklagten so
matischen Beschwerden
(abgesehen von einer Raum
forderung auf Höhe Th12/L1
am Konus/Caudaübergang
)
keine objektivierbaren organischen Befunde zugrun
de
liegen
(vgl. Urk. 8/60 S. 11 E. 4.
2
)
.
Die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung erfolgte, weil sich aufgrund der damals vorliegenden Akten nicht beurtei
len
liess, ob und in welchem Ausmass die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer psy
chischen Gesundheitsstörung und der im Zusammenhang mit der HWS-Dis
torsion beziehungsweise einer allfällig erlittenen Commotio cerebri stehenden Symp
tomatik - in einer aus objektiver Sicht unüberwindbaren Weise - in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt sei.
4.2
4.2.1
In dem von der
Beschwerdegegnerin
in der Folge eingeholten – auf fundierten all
gemeinmedi
zinischen
(Urk. 8/68 S. 9 ff.)
, rheumatologischen
(Urk. 8/68 S. 13 ff. und S.
70
ff.)
, neurologischen
(Urk. 8/68 S. 22 ff. und S. 54 ff.)
und psy
chiatrischen
(Urk. 8/68 S. 31 ff. und S. 43 ff.)
Untersuchungen beruhenden - Gutachten
vom 13. September 2011 beziehungsweise vom 9. Januar 2012
(Urk. 8/68, Urk. 8/73) gelangten die Ärzte des
Y._
mit
einleuchtender
Be
gründung zum
Schluss, dass die
Explorandin
infolge der differentialdiagnos
tisch
festgestellten Schmerzverarbeitungsstörung, der möglichen MTBI und der wahr
scheinlich erlittenen HWS-Distorsion
, der muskulären Dysbalance am Schulter
gürtel sowie der ansatztendinotischen Beschwerden am rechten Becken
kamm
nicht
in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt sei
(Urk. 8/68 S.37)
.
Etwas Ge
gen
teiliges wurde denn auch von der Beschwerdeführerin
nicht geltend gemacht (Urk. 1).
4.2.2
Sodann legten die Experten des
Y._
– unter Hinweis
insbesondere
darauf, dass
die Beschwerdeführerin, die wieder Auto fahre, die gemäss ICD-10 F43.1 für die fragliche Diagnose charakteristischen Symptome des wiederholten Erle
bens des Traumas in sich aufdrängenden Erinnerungen sowie des Vermeidungs
verhaltens
nicht aufweise (Urk. 8/6
8 S. 35
und S. 51
)
- überzeugend dar, dass keine posttraumatische Belastungsstörung mehr vorliege.
Dass sich die fragliche Störung nicht ausschliessen lasse, ohne dass spezifische psychometrische Tests durchgeführt worden seien (Urk. 1 S. 5)
, ist unzutreffend, liegt es doch im Er
messen des Gutachters, ob er psychologische Tests durchführen will (Urteil des Bundesgerichts 8C_798/2010 vom 17. November 2010 E. 3.1).
Die
(
ebenfalls auf
kei
nen einschlägigen Tests beruhende
)
Beurteilung von Dr.
Z._
vom 16. Ja
nuar
2013 (Urk. 3/5) vermag die
Einschätzung
der Ärzte des
Y._
insofern nicht in Frage zu stellen
(Urk. 1 S. 4)
, als der genannte Psychiater nicht schlüssig dar
legte, aufgrund welcher Untersuchungsbefunde er vom
(weiteren)
Be
stehen ei
ner posttraumatischen Belastungsstörung ausging. Die attestierte
100%ige Ar
beitsunfähigkeit begründete er denn auch nicht mit im Rahmen einer
posttrau
matischen Belastungsstörung zu interpretierenden Beschwerden, sondern
mit Beeinträchtigungen aufgrund der überdies diagnostizierten depressiven Stö
rung
und des Schmerzsyndroms (Urk. 3/5 S. 2).
Entgegen den entsprechenden Aus
führungen der Beschwerdeführerin (Urk. 1 S. 4) lassen die von den Ärzten
des
Y._
gestellten und – angesichts der erhobenen Befunde und der anam
nes
ti
schen Angaben - ohne Weiteres nachvollziehbaren Diagnosen einer Angststö
rung und einer leichten depressiven Episode nicht auf das Bestehen einer post
traumatischen Belastungsstörung schliessen.
Die Tatsache, dass die Gutachter des
Y._
sich nicht zur genauen Genese der Angststörung äusserten (Urk. 1 S. 4), tut der Beweiskraft der Expertise insofern keinen Abbruch, als die
Ursache
einer Gesundheitsstörung im Bereich der In
validenversicherung als finale Versi
cherung (anders als im Unfallversicherungs
recht) grundsätzlich nicht von Be
lang ist. In diesem Zusammenhang ist auch – er
neut (vgl. Urteil des hiesigen Gerichts vom 23. Dezember 2010 im Prozess Nr. IV.2009.00442, Urk. 8/60 S. 11 E. 4.1) – darauf hinzuweisen, dass recht
spre
chungsgemäss keine Bindungswir
kung der Invaliditätsschätzung der Unfallver
sicherung für die Invalidenversi
cherung besteht (Urk. 1 S. 6).
In Bezug auf die
von Dr.
Z._
– als einzigem Arzt
-
gestellte und nicht begründete
Diagnose
einer
andauernde
n
Persönlich
keitsänderung (Urk. 3/5 S. 1) erübrigen sich weitere
Ausführungen insofern, als Dr.
Z._
offenbar nicht davon ausging, dass
sich
diese Störung auf die Ar
beitsfähigkeit auswirk
t
.
Hinsichtlich der
– von den Gutachtern des
Y._
als leicht (vgl. Expertise vom
13. September 2011 [Urk. 8/68 S. 37])
und von Dr.
Z._
als
mittelschwer (vgl.
Beurteilung vom 16. Januar 2013 [Urk. 3/5 S. 1]
)
qualifizier
t
en –
depressiven Epi
sode ist
sodann
festzuhalten, dass selbst mittelgradige depressive Episoden pra
xisgemäss regelmässig als keine von de
pressiven Verstimmungszuständen klar
unterscheidbare
andauernde Depression im Sinne eines verselbständigten Ge
sund
heitsschadens betrachtet werden, die es der betroffenen Person verun
mög
lichten, die Folgen der bestehenden Schmerz
problematik zu überwinden (vgl. etwa
Urteil des Bundesgerichts 8C_213/2012 vom 13. April 2012 E. 3.2 mit Hin
weis).
Es
erübrigen sich
daher
weitere Ausführungen betreffend den tatsäch
liche
n Schweregrad der fraglichen Stö
rung.
Der
Hinweis auf eine zu kurze Dauer der psychiatrischen Abklärung (Urk. 1 S. 4 ff.)
vermag ebenso wenig hinreichend
konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit des versicherungsexternen Gutach
tens zu begründen (vgl. hiezu etwa
Urteil des Bundesgerichts 8C_365/2012 vom
30. Juli 2012 E. 6.3 mit Hin
weisen)
wie das
Vorbringen, die
Y._
sei auf
grund
der rund vierzig
ihr jährlich von der IV-Stelle zugeteilten Gutachtensaufträge nicht
unabhängig (Urk. 1 S. 6)
. Diesbezüglich
ist festzuhalten, dass die wirt
schaf
tliche Abhängig
keit der MEDAS von der Invalidenversicherung allein keine
Befangenheit des betreffenden Instituts begründet (vgl. für viele etwa Urteil des Bundesgerichts 9C_342/2012 vom 28. Juni 2012 E. 3.3).
4.2.3
Hinsichtlich der Auswirkungen der Gesundheitsstörungen auf das funktionelle Leis
tungsvermögen gingen die Gutachter des
Y._
davon aus, dass die Be
schwerdeführerin nach dem Unfall vom 30. Juni 200
4
aus somatischen Gründen während maximal zwei Monaten in ihrer Leistungsfähigkeit beeinträchtigt ge
wesen sei
(Urk. 8/73 S. 3), was angesichts des Fehlens wesentlicher objektivier
barer organischer Schäden ohne Weiteres einleuchtet.
Aufgrund der
psychi
schen
Symptomatik
beziehungsweise der daraus resultierenden leichten Beein
träch
ti
gung der Konzentrations- und Daueraufmerksamkeit, des Durchhaltever
mögens
,
der Hektikresistenz, der Belastbarkeit und der Stressbelastungsfähigkeit sowie der wegen Schlafstörungen vermehrten Tagesmüdigkeit (Urk. 8/73 S. 1 f.)
atte
stier
ten die Experten des
Y._
der Beschwerdeführerin
seit dem fraglichen Ereignis
eine
30%
ige
A
rbeitsunfähig
keit
(U
rk. 8/73 S. 3)
, stellten dabei indes
explizit in Frage, dass sich diese bei zumutbarer
Willensanstrengung
nicht über
winden lasse (Urk. 8/73 S. 4).
In Anbetracht der wenig erheblichen Befunde be
ziehungsweise der nur leichten Einbussen des funktionellen Leistungsvermögens ist jedenfalls nicht von einer höhergradigen als der gutachterlich bescheinigten Leistungs
einschränkung auszugehen.
4.3
Angesichts der Tatsache, dass –
selbst
unter Annahme einer 100%igen Arbeits
tätigkeit im Gesundheitsfall (vgl. hiezu Urk. 8/4
5
)
und einer 30%igen Arbeits
unfähigkeit in jeglicher Tätigkeit –
jedenfalls ein rentenausschliessender Invali
ditätsgrad resultiert, kann vorliegend offen bleiben, ob die Beschwerdeführerin
überhaupt einen invalidenversicherungsrechtlich relevanten Gesundheitsscha
den aufweist.
4.
4
Die erneute
Abweisung des Rentenbegehrens
(Urk. 2) er
weist sich demnach als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
5.
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen abweichend von Art. 61 lit. a ATSG vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig.
Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit
wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind die Gerichtskosten in Höhe von Fr. 700.-- der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.