Decision ID: e2dba971-7f0d-48a6-a550-a75a07752e99
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 26. Juni 2014 beim RAV zur Arbeitsvermittlung an und
beantragte Arbeitslosenentschädigung ab dem 1. Juli 2014 (act. G 3.1/129 und 134).
Das letzte Arbeitsverhältnis bei der B._ GmbH, bei welcher seine (damalige) Ehefrau
Gesellschafterin und Geschäftsführerin war, dauerte vom 1. März 2007 bis zum 30.
März 2014 und wurde infolge Konkurses der Firma aufgelöst. Aus dem Arbeitsvertrag
vom 1. März 2007, wonach der Versicherte (ebenfalls) als Geschäftsführer angestellt
worden war, aus den Lohnabrechnungen sowie aus der Arbeitgeberbescheinigung vom
29. März 2014 ergab sich ein Monatslohn von brutto Fr. 9'500.-- (act. G 3.1/133 - 138).
In der Folge anerkannte die Arbeitslosenkasse des Kantons St. Gallen einen
versicherten Verdienst von Fr. 9'500.-- und richtete im Zeitraum vom 1. Juli 2014 bis
zum 31. Mai 2016 entsprechende Taggelder aus.
A.b Am 14. Juni 2016 teilte die kantonale Arbeitslosenkasse dem Versicherten mit, auf
Grund einer internen Kontrolle sei festgestellt worden, dass bei der Anmeldung der
Lohnfluss nicht geprüft worden sei, weshalb er Kopien der Bank- oder
Postcheckkontoauszüge, die Steuerunterlagen sowie einen IK-Auszug einzureichen
habe (act. G 3.1/62). Am 29. Juni 2016 teilte der Versicherte der Arbeitslosenkasse mit,
er habe bis zum Datum ihrer Intervention weder über ein Bank- noch über ein
Postkonto verfügt. Sämtliche Gelder, die er von der Arbeitgeberin erhalten habe, seien
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cash ausbezahlt worden, was er der Firma quittiert habe. Diese sei jedoch vor zwei
Jahren in Konkurs gefallen, weshalb die Daten wohl nicht mehr erhältlich seien (act. G
3.1/57). Weiter legte er die Veranlagungsverfügung des Steueramtes C._ für 2013
bei, woraus sich ein steuerbares Einkommen von Fr. 86'700.-- ergab (act. G 3.1/56).
Am 18. Juli 2016 reichte er zudem einen IK-Auszug der Ausgleichskasse Gewerbe ein
(act. G 3.1/52). Mit Verfügungen vom 31. August 2016 setzte die Arbeitslosenkasse den
versicherten Verdienst neu auf Fr. 5'328.-- fest und forderte dementsprechend zu viel
ausgerichtete Taggeldleistungen im Umfang von Fr. 58'641.25 (netto) zurück. Sie
begründete die Neuberechnung des versicherten Verdienstes damit, auf Grund einer
Anfrage der Steuerbehörde erfahren zu haben, dass der Versicherte im Jahr 2013
lediglich Fr. 29'500.-- und vom 1. Januar bis zum 30. Juni 2014 Fr. 28'000.-- von der
B._ GmbH erhalten habe. Gestützt darauf sei der Lohnfluss überprüft und der
versicherte Verdienst neu berechnet worden. Ausgehend von einem durchschnittlichen
Nettolohn von Fr. 4'666.67 (Fr. 28'000.-- : 6) seien die Sozialversicherungsbeiträge von
Fr. 441.-- sowie die BVG-Beiträge von Fr. 220.15 aufzurechnen, was ein Total von Fr.
5'328.-- ergebe (act. G 3.1/16 f.).
A.c Mit dagegen erhobener Einsprache vom 29. September 2016 beantragte der
Einsprecher, die angefochtenen Verfügungen seien aufzuheben und der versicherte
Verdienst sei auf Fr. 9'500.-- zu belassen. Es sei nicht nachvollziehbar, wie die Kasse
auf das Monatseinkommen von Fr. 4'666.67 gekommen sei. Das Steueramt C._ sei
für das Jahr 2013 von einem steuerbaren Einkommen von Fr. 90'300.-- aus Zahlungen
der B._ GmbH ausgegangen, was einem Monatslohn von Fr. 7'525.-- entspreche.
Die Revisionsstelle der Ausgleichskasse habe für 2013 ein Einkommen des
Einsprechers bei der B._ GmbH von Fr. 90'351.-- und für 2014 von Fr. 11'247.15
ermittelt. Unter diesen Umständen sei der versicherte Verdienst bei Fr. 9'500.-- zu
belassen und auf die Rückforderung zu verzichten (act. G 3.1/13).
A.d Mit Entscheid vom 2. Dezember 2016 wies die Arbeitslosenkasse die Einsprache
ab. Im Steuerverfahren habe der Einsprecher für 2013 ein Einkommen von Fr. 29'500.--
geltend gemacht. Da kein höherer Lohnfluss belegt sei, gehe die Kantonale
Arbeitslosenkasse bei der Berechnung des versicherten Verdienstes von den
Steuererklärungen der Jahre 2013 und 2014 aus. Für den massgebenden
Bemessungszeitraum während der letzten sechs Monate vor der Anmeldung mache
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der Einsprecher ein Einkommen in Höhe von Fr. 28'000.-- geltend, was einem
Nettomonatslohn von Fr. 4'666.67 entspreche. Aufgerechnet auf das Bruttoeinkommen
ergebe sich damit ein versicherter Verdienst von Fr. 5'328.-- (act. G 3.1/2).
B.
B.a Gegen diesen Entscheid richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 28.
Dezember 2016 mit dem Antrag, der angefochtene Einspracheentscheid sei
aufzuheben und der versicherte Verdienst sei auf Fr. 9'500.-- festzusetzen. Demzufolge
sei auch die Rückforderung von Fr. 58'641.25 aufzuheben. Der Beschwerdeführer sei
bei der B._ GmbH als Geschäftsführer mit einem Bruttolohn von Fr. 9'500.-- bzw.
einem Nettolohn von Fr. 8'066.10 angestellt und auf dieser Basis bei der
Arbeitslosenkasse gegen die Folgen von Arbeitslosigkeit versichert gewesen. 2013
hätten sich die finanziellen Verhältnisse der B._ GmbH verschlechtert, was unter
anderem zur Folge gehabt habe, dass die Gesellschaft den Lohn des
Beschwerdeführers 2013/2014 nicht in der vertraglich vereinbarten Höhe habe
erbringen können und dieser teilweise offen geblieben sei. Der Beschwerdeführer habe
im Jahr 2013 nur Fr. 29'500.-- und im ersten Quartal 2014 Fr. 28'000.-- von der B._
GmbH erhalten. Am 26. März 2014 sei diese in Konkurs gefallen. Das Steueramt C._
sei für 2013 von einem (Netto-)Einkommen des Beschwerdeführers bei der B._
GmbH von Fr. 88'388.-- (richtig: Fr. 98'388.--; vgl. act. G 3.1, S. 114 f.) ausgegangen.
Massgebend für die Bemessung der Arbeitslosenentschädigung sei in der Regel der
arbeitsvertraglich festgelegte Lohn, soweit dieser innerhalb des Bemessungszeitraums
auch tatsächlich realisiert worden sei. Liege der fehlende Lohnfluss dagegen in einem
Insolvenzentschädigungsereignis - z.B. Konkurs des Arbeitgebers - gelte die Zeit der
offenen Lohnforderungen als Beitragszeit, was auch gelte, wenn der Lohnfluss nur
teilweise erfolgt sei. Da der arbeitsvertragliche Lohn des Beschwerdeführers Fr.
9'500.-- betragen habe und der fehlende Lohnfluss auf den Konkurs der Arbeitgeberin
zurückzuführen sei, betrage der versicherte Verdienst Fr. 9'500.-- (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 27. Januar 2017 beantragt die Verwaltung
Abweisung der Beschwerde. Der Beschwerdeführer habe gegenüber der
Steuerbehörde Einkünfte aus unselbstständigem Haupterwerb in Höhe von Fr.
29'500.-- deklariert. In der vorliegenden Beschwerde räume er auch selber ein, dass er
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im Jahr 2013 Lohnzahlungen in Höhe von Fr. 29'500.-- erhalten habe. Aus dem
prozessorientierten Beratungsprotokoll des RAV sei ersichtlich, dass der
Beschwerdeführer noch bis Ende Juni 2014 den Lohn erhalten habe und daher per 1.
Juli 2014 Antrag auf Arbeitslosenentschädigung gestellt habe. Da der
Durchschnittslohn der letzten sechs Beitragsmonate höher gewesen sei als derjenige
der letzten zwölf Beitragsmonate, stelle die Arbeitslosenkasse auf den Zeitraum von
Januar bis Juni 2014 ab (Fr. 28'000.-- : 6 = Fr. 4'666.67). Dieses Betreffnis sei noch auf
einen Bruttolohn von Fr. 5'328.-- hochzurechnen (act. G 3).
B.c Nach Abschluss des Schriftenwechsels reicht der nun nicht mehr vertretene
Beschwerdeführer am 21. April 2017 eine weitere Eingabe ein. Die
Beschwerdegegnerin sei auf Grund der Angaben des Steueramtes C._ von völlig
falschen Zahlen ausgegangen. Die Abrechnungen seien nun zu korrigieren und ihm die
restlichen zwei Monate auszuzahlen. Es könne nicht sein, dass ihm die Steuerbehörde
ein Einkommen von rund Fr. 110'000.-- anrechne, während die Arbeitslosenkasse
lediglich von einem solchen von rund Fr. 30'000.-- ausgehe (act. G 8).

Erwägungen
1.
1.1 Als versicherter Verdienst nach Art. 23 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG; SR
837.0) gilt der im Sinn der AHV-Gesetzgebung massgebende Lohn, der während eines
Bemessungszeitraums aus einem oder mehreren Arbeitsverhältnissen normalerweise
erzielt wurde; eingeschlossen sind die vertraglich vereinbarten regelmässigen Zulagen,
soweit sie nicht Entschädigung für arbeitsbedingte Inkonvenienzen darstellen. Aus
dieser gesetzlichen Umschreibung ergibt sich, dass der versicherte Verdienst an den
massgebenden Lohn im Sinn von Art. 5 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Alters-
und Hinterlassenenversicherung (AHVG; SR 831.10) anknüpft. Bei der Ermittlung des
versicherten Verdiensts gemäss Art. 23 Abs. 1 AVIG ist der tatsächlich bezogene Lohn
massgebend; eine davon abweichende Lohnabrede zwischen Arbeitgebenden und
Arbeitnehmenden hat grundsätzlich unbeachtlich zu bleiben (BGE 131 V 450 f. E. 3.2.1
mit Hinweisen). Für den Nachweis der Lohnbezüge trägt die versicherte Person die
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Beweislast. Sie hat darzutun, welchen Lohn sie erhalten hat. Als Beweis für den
tatsächlichen Lohnfluss genügen Belege über entsprechende Zahlungen auf ein Post-
oder Bankkonto der versicherten Person. Bei behaupteter Barzahlung fallen
Lohnquittungen und Auskünfte von ehemaligen Mitarbeitenden in Betracht.
Arbeitgeberbescheinigungen, unterzeichnete Lohnabrechnungen und
Steuererklärungen sowie Eintragungen im individuellen Konto bilden blosse Indizien für
tatsächliche Lohnzahlungen (BGE 131 V 447 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.2 Der versicherte Verdienst bemisst sich nach dem Durchschnittslohn der letzten
sechs Beitragsmonate (Art. 11 AVIV) vor Beginn der Rahmenfrist für den
Leistungsbezug. Er bemisst sich nach dem Durchschnittslohn der letzten zwölf
Beitragsmonate vor Beginn der Rahmenfrist für den Leistungsbezug, wenn dieser
Durchschnittslohn höher ist als derjenige nach Absatz 1. Der Bemessungszeitraum
beginnt, unabhängig vom Zeitpunkt der Anmeldung zum Taggeldbezug, am Tag vor
dem Eintritt eines anrechenbaren Verdienstausfalls. Voraussetzung ist, dass vor diesem
Tag mindestens zwölf Beitragsmonate innerhalb der Rahmenfrist für die Beitragszeit
liegen (Art. 37 Abs. 1 bis 3 der Verordnung über die obligatorische
Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung [AVIV; SR 837.02]).
1.3 Unrechtmässig bezogene Leistungen sind zurückzuerstatten. Der
Rückforderungsanspruch erlischt mit dem Ablauf eines Jahres, nachdem die
Versicherungseinrichtung davon Kenntnis erhalten hat, spätestens aber mit dem Ablauf
von fünf Jahren nach der Entrichtung der einzelnen Leistung (Art. 25 Abs. 1 und 2
ATSG). Mit Bezug auf den Beginn der einjährigen relativen Verwirkungsfrist ist nicht die
tatsächliche, sondern die zumutbare Kenntnis des zur Rückforderung Anlass gebenden
Sachverhalts massgebend, wobei das Eidgenössische Versicherungsgericht im
Zusammenhang mit aArt. 47 Abs. 2 AHVG nicht das erstmalige unrichtige Handeln der
Verwaltung als fristauslösend hat genügen lassen. Vielmehr stellte es auf jenen Tag ab,
an dem sich die Amtsstelle später - beispielsweise anlässlich einer Rechnungskontrolle
- unter Anwendung der ihr zumutbaren Aufmerksamkeit über ihren Fehler hätte
Rechenschaft geben müssen (BGE 110 V 304 E. 2b in fine S. 306; 124 V 380 E. 1 S.
383; SVR 2002 IV Nr. 2 S. 5, I 678/00 E. 3b). Dieser Grundsatz, wonach nicht der
ursprüngliche Irrtum, sondern erst ein "zweiter Anlass" die relative einjährige
Verwirkungsfrist auslöst, wurde in der Folge verschiedentlich bestätigt (Urteil
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8C_824/2007 vom 15. Mai 2008), und ist auch in Anwendung von Art. 25 Abs. 2 ATSG
zu beachten (Urteil des Bundesgerichts 9C_482/2009 vom 19. Februar 2010 E. 3.3.2).
2.
Die in Revision gezogenen Verfügungen ergingen im Zeitraum zwischen dem 28. Juli
2014 und dem 1. Juni 2016 (act. G 3.1/64 - 126). Die Rückforderungsverfügung datiert
vom 31. August 2016 (act. G 3.1/16). Mithin waren zu diesem Zeitpunkt sämtliche
Taggeldabrechnungen (für die Beschwerdegegnerin) bereits formell rechtskräftig
geworden, tritt doch die Rechtsbeständigkeit für die Verwaltung auch bei formlosen
Abrechnungen nach Ablauf einer Zeitspanne ein, welche der Rechtsmittelfrist bei
formellen Verfügungen entspricht (30 Tage [BGE 129 V 110; vgl. auch Kreisschreiben
über Rückforderung, Verrechnung, Erlass und Inkasso [AVIG-Praxis RVEI], Rz A3 ff.]).
Die Beschwerdegegnerin bedurfte somit für das Zurückkommen auf die
Taggeldabrechnungen eines Rückkommenstitels. Gemäss Art. 53 Abs. 1 ATSG müssen
formell rechtskräftige Verfügungen und Einspracheentscheide in Revision gezogen
werden, wenn die versicherte Person oder der Versicherungsträger nach deren Erlass
erhebliche neue Tatsachen entdeckt oder Beweismittel auffindet, deren Beibringung
zuvor nicht möglich war. Dies ist vorliegend der Fall, nachdem es nicht nur um die
Frage der Berechnungsweise des versicherten Verdienstes geht (was allenfalls nur eine
Frage der rechtlichen Beurteilung darstellen würde) sondern v.a. um den effektiv vom
Beschwerdeführer bei der B._ GmbH erzielten Verdienst, was eine Tatsachenfrage
darstellt. Für die Einleitung der Revision ist eine 90-tägige Frist zu beachten (Art. 67
Abs. 1 VwVG), die auch für die Rückforderung von unrechtmässig bezogenen
Leistungen gilt (UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl., Rz 38 zu Art. 53). Nachdem
die Beschwerdegegnerin den Revisionsgrund anlässlich der Anfrage des Steueramtes
C._ vom 8. Juni 2016 bzw. auf Grund einer (wohl damit zusammenhängenden)
internen Kontrolle entdeckt und am 14. Juni 2016 neue Abklärungen beim
Beschwerdeführer eingeleitet hat (vgl. act. G 3.1/62 und 63), ist die Einleitung der
Revision rechtzeitig erfolgt. Im Weiteren war die Rückforderung zum Zeitpunkt der
Rückforderungsverfügung vom 31. August 2016 noch nicht verwirkt. So hat es die
Beschwerdegegnerin bei der ursprünglichen Leistungszusprache zwar
fälschlicherweise unterlassen, den Lohnfluss abzuklären, was auf Grund der
arbeitgeberähnlichen Stellung des Beschwerdeführers geboten gewesen wäre (vgl.
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nachfolgende Erwägung 3.3 [1. Anlass [Fehler]]). Die Anfrage des Steueramtes vom 8.
Juni 2016 (bzw. die interne Kontrolle vom 14. Juni 2016) stellte sodann den Anlass dar,
bei welchem die Beschwerdegegnerin den Fehler bemerken musste und auch
tatsächlich bemerkt hat (2. Anlass). Indem sie bereits am 31. August 2016 die
Rückforderung der zu viel ausgerichteten Taggeldleistungen verfügte, hat sie die
einjährige Verwirkungsfrist gemäss Art. 25 Abs. 2 ATSG eingehalten. Im Weiteren war
noch keine Taggeldauszahlung älter als fünf Jahre, nachdem die erste Auszahlung mit
Abrechnung vom 28. Juli 2014 erfolgt war. Damit sind auch die absoluten fünfjährigen
Verwirkungsfristen der einzelnen Leistungen gemäss dieser Bestimmung eingehalten.
3.
3.1 Vorliegend ist zunächst der Bemessungszeitraum für die Berechnung des
versicherten Verdienstes festzulegen. Diesbezüglich kann nicht auf die
widersprüchlichen Angaben des Beschwerdeführers abgestellt werden. So gab er im
Erstgespräch beim RAV an, er habe den Lohn bis Ende der Kündigungsfrist (Ende Juni
2014) erhalten, weshalb er erst per 1. Juli 2014 Antrag stelle (act. G 3.1/128). In seiner
Anmeldung vom 29. Juni 2014 gab er jedoch an, das Arbeitsverhältnis habe bis 30.
März 2014 gedauert, welches Datum auch der letzte Arbeitstag gewesen sei (act. G
3.1/134). Auch die Arbeitgeberin geht von einer Dauer des Arbeitsverhältnisses vom 1.
März 2007 bis zum 30. März 2014 aus, bis zu welchem Datum auch der Lohn bezahlt
worden sei (act. G 3.1/137). Für die Frage des Bemessungszeitraums für den
versicherten Verdienst ist entscheidend, dass dieser, unabhängig vom Zeitpunkt der
Anmeldung, am Tag vor dem Eintritt eines anrechenbaren Verdienstausfalls beginnt
(bzw. eigentlich endet [Art. 37 Abs. 3 AVIV]). Zu Gunsten des Beschwerdeführers ist
davon auszugehen, dass er ab dem 1. März 2014 kein Einkommen bei der B._ GmbH
mehr erzielt hat. So wurde am 26. März 2014 der Konkurs über die Gesellschaft
eröffnet und bereits am 7. April 2014 mangels Aktiven wieder eingestellt (online-
Handelsregisterauszug). Es ist somit nicht anzunehmen, dass es viel zu liquidieren gab
oder dass der Beschwerdeführer nach der Konkurseröffnung sonst noch für die
Gesellschaft gearbeitet haben könnte. Ausserdem war der im Jahr 2014 bei der B._
GmbH erzielte Lohn erheblich geringer als der vom Beschwerdeführer in der
Steuererklärung deklarierte und von der Beschwerdegegnerin verwendete Betrag von
Fr. 28'000.-- (vgl. nachfolgende Erwägung 2.2), sodass auch unter diesem Blickwinkel
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nicht davon auszugehen ist, der Beschwerdeführer habe über die Konkurseröffnung
hinaus Lohn bezogen. Gestützt auf die Unterlagen der Revisionsstelle der
Ausgleichskassen vom 26. Mai 2014 ging das hiesige Gericht im
Schadenersatzverfahren betreffend entgangene Sozialversicherungsbeiträge im
Konkurs der B._ GmbH (AHV 2015/15) davon aus, dass der Beschwerdeführer noch
für die Monate Januar und Februar 2014 Lohn erzielt hat (vgl. act. G 3.1/13 S. 120 und
133). Es rechtfertigt sich somit auch im vorliegenden Zusammenhang, von einem
anrechenbaren Verdienstausfall im Sinn von Art. 37 Abs. 3 AVIV ab dem 1. März 2014
auszugehen. Nachdem vor diesem Datum zudem mindestens zwölf Beitragsmonate
innerhalb der Rahmenfrist für die Beitragszeit liegen, dauert der Bemessungszeitraum
für den versicherten Verdienst demnach vom 1. September 2013 bis zum 28. Februar
2014 (6 Monate) bzw. vom 1. März 2013 bis zum 28. Februar 2014 (12 Monate).
3.2 Umstritten ist weiter, welchen Verdienst der Beschwerdeführer in dieser
Zeitspanne erzielt hat. So geht die Beschwerdegegnerin revisionsweise von einem
versicherten Verdienst von Fr. 5'328.-- aus, welcher auf dem vom Beschwerdeführer in
seiner Steuererklärung für das Jahr 2014 (Januar bis Juni) deklarierten Einkommen von
Fr. 28'000.-- basiert. Dabei deklarierte der Beschwerdeführer dieses Einkommen
allerdings als solches aus selbstständiger Erwerbstätigkeit, während er für 2014 kein
Einkommen aus unselbstständiger Erwerbstätigkeit angab [act. G 1.2]). Gemäss den
Abklärungen des hiesigen Versicherungsgerichts im bereits genannten
Schadenersatzverfahren erzielte der Beschwerdeführer im Jahr 2014 während den
Monaten Januar und Februar 2014 bei der B._ GmbH noch ein Einkommen in der
Höhe von insgesamt netto Fr. 10'544.20, das aufgerechnet ein Bruttoeinkommen von
Fr. 11'247.15 ergab (Angaben der Revisionsstelle der Ausgleichskassen vom 26. Mai
2014 [vgl. act. G 3.1/13 S. 120 und 133]). Dieser Betrag wurde auch vom
Bundesgericht mit Entscheid vom 8. August 2017 letztinstanzlich bestätigt (Entscheid
9C_165/2017 E. 4.2.1) und im IK eingetragen (act. G 3.1/52).
3.3 Für 2013 ergaben die Abklärungen des hiesigen Gerichts im
Schadenersatzverfahren AHV 2015/15 ein Einkommen von Fr. 84'704.45 (netto; Januar
- Dezember), von welchem zunächst auch das Steueramt C._ ausging (die spätere
Korrektur erfolgte lediglich, weil es nunmehr auf die höheren Angaben des
Beschwerdeführers gegenüber der Arbeitslosenversicherung abstellte [act. G 3.1/13 S.
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114 und G 3.1/47]), bzw. von Fr. 90'351.40 (brutto [vgl. act. G 3.1/13 S. 120 und 131 f.;
IK-Auszug act. G 3.1/52]). Nachdem diese Einkommen für die Jahre 2013 und 2014 im
Schadenersatzverfahren AHV 2015/15 bereits rechtskräftig als massgebendes
beitragspflichtiges Einkommen des Beschwerdeführers festgestellt worden sind, kann
auch im vorliegenden Verfahren darauf abgestellt werden. Zudem erscheinen diese
Einkommen im Vergleich zu den in den Jahren ab 2007 erzielten nicht als
unterdurchschnittlich (vgl. nachfolgend). Dass der Beschwerdeführer in den fraglichen
Jahren 2013 und 2014 bei der B._ GmbH höhere Einkünfte erzielt hätte, ist
demgegenüber nicht belegt, geht er doch selber davon aus, dass keine Belege für die
(angeblich) erhaltenen Barzahlungen mehr vorhanden seien (act. G 3.1/57). Mithin trägt
der Beschwerdeführer nach einem allgemeinen Rechtsgrundsatz die Folgen der
Beweislosigkeit. Liegt bei einer versicherten Person - wie auch beim Beschwerdeführer
als Ehegatte eines Mitglieds des obersten betrieblichen Entscheidungsgremiums bzw.
nach Arbeitsvertrag sogar selber Geschäftsführer - eine arbeitgeberähnliche Stellung
vor (vgl. Art. 31 Abs. 3 AVIG, welcher Ausschluss rechtsprechungsgemäss auch für die
Arbeitslosenentschädigung gilt), kann sodann nicht ohne Weiteres auf die Angaben in
der Arbeitgeberbescheinigung oder in den Lohnabrechnungen abgestellt werden.
Schliesslich ist auch nicht davon auszugehen, dass der vom Beschwerdeführer
gegenüber dem Arbeitsvertrag und den Lohnabrechnungen erzielte Minderverdienst in
einem Insolvenzentschädigungsereignis nach Art. 51 Abs. 1 AVIG begründet bzw. auf
den bevorstehenden Konkurs zurückzuführen ist. Vielmehr ergibt sich aus den von der
Ausgleichskasse Gewerbe im Schadenersatzverfahren AHV 2015/15 vorgelegten
Unterlagen, dass der Verdienst des Beschwerdeführers während der gesamten
Anstellung bei der B._ GmbH nie den vertraglichen vereinbarten Betrag von brutto Fr.
9'500.-- (Jahreslohn Fr. 114'000.--) erreicht hatte und jeweils von Jahr zu Jahr stark
schwankte. So deklarierte die Gesellschaft für 2007 für den Beschwerdeführer einen
Jahreslohn von Fr. 78'000.-- (Januar bis Dezember, obwohl der Beginn des
Arbeitsverhältnisses gemäss Arbeitsvertrag auf den 1. März 2007 festgelegt worden
war [act. G 3.1/135]). Weiter deklarierte sie für den Beschwerdeführer (oder wurden von
der Ausgleichskasse verbeitragt) Einkommen in Höhe von Fr. 84'500.-- (2008), Fr.
56'000.-- (2009), Fr. 33'512.-- (2010), Fr. 66'699.60 (2011) und Fr. 41'053.35 (2012 [act.
AHV 2015/15 G 3.1/1.7, 1.22, 1.36, 1.51, 1.69 und 1.80; vgl. auch IK-Auszug act. G
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3.1/52]). Diese Löhne bildeten ebenfalls Bestandteil der inzwischen rechtskräftig
gewordenen Schadenersatzberechnung im Konkurs der B._ GmbH.
3.4 Die 6-Monats-Berechnung ergibt somit einen Betrag von Fr. 6'894.-- ([[Fr.
90'351.40 : 12 x 4] + Fr. 11'247.15] : 6), die 12-Monats-Berechnung einen solchen von
Fr. 7'212.-- ([[Fr. 90'351.40 : 12 x 10] + Fr. 11'247.15] : 12), was somit den versicherten
Verdienst darstellt. Bei dieser Berechnung werden die in den Jahren 2013 und 2014
erhaltenen Zahlungen pro Jahr linear bzw. pro rata (also nicht anhand der effektiven
Auszahlungsdaten [vgl. act. G 3.1/13 S. 131 - 133]) auf den Bemessungszeitraum
angerechnet. Dieses Vorgehen erscheint auf Grund des Lohncharakters der Zahlungen
- und da nicht erkennbar ist, welchen Zeitraum die Zahlungen jeweils genau umfassen -
angezeigt, obwohl diese jeweils nicht als regelmässige Lohnzahlungen sondern als
unregelmässige Abschlagszahlungen ("à Konto Lohn") ausbezahlt wurden (act. G
3.1/13 S. 131 - 133).
4.
4.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen und der
angefochtene Einspracheentscheid aufzuheben. Der versicherte Verdienst ist sodann
auf Fr. 7'212.-- festzusetzen. Dementsprechend ist die Sache zur Neuberechnung des
Taggeldanspruchs und der daraus resultierenden Rückforderung an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Hingegen hat die
teilweise obsiegende beschwerdeführende Partei Anspruch auf teilweisen Ersatz der
Parteikosten (Anwaltskosten). Die Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht
festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache
und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der
Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22
Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten (HonO; sGS
963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Bei vollständigem Obsiegen wäre dem
Beschwerdeführer mit Blick auf die Bedeutung der Streitsache und den Aufwand, der
von Seiten des Rechtsvertreters nur einen einfachen Schriftenwechsel umfasste, eine
Parteientschädigung von Fr. 2'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer)
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zugesprochen worden. Wegen des nur teilweisen Obsiegens, das betragsmässig etwa
einem hälftigen Obsiegen entspricht, erscheint eine Parteientschädigung von Fr.
1'250.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.