Decision ID: 733c4f76-8c12-5ab5-9fb5-30c7333bb0ff
Year: 2015
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Simon Näscher, Alte Landstrasse 106,
Postfach 101, 9445 Rebstein,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
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Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 15. Dezember 2009 zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-
act. 7). Aufgrund einer progredienten, thorakolumbalen Torsionsskoliose mit
Scheitelpunkt L2/L3 sowie Th8/9 unterzog sich die Versicherte am 18. Dezember 2009
einer von Dr. med. B._, Facharzt FMH für Neurochirurgie, durchgeführten dorsalen
Aufrichte-Spondylodese Th3-L4 (IV-act. 23-4; vgl. auch den Austrittsbericht des Spitals
C._ vom 4. Januar 2010, wo die Versicherte vom 17. bis 30. Dezember 2009
hospitalisiert war, IV-act. 23-1 ff.). Zur postoperativen Rehabilitation befand sich die
Versicherte während der Dauer vom 30. Dezember 2009 bis 23. Januar 2010 in der
Klinik D._ (IV-act. 21). Am 7./8. Juni 2010 berichtete Dr. B._, die Versicherte leide
an einem chronischen, thorakolumbalen Schmerzsyndrom bei progredienter
Torsionsskoliose. Für die angestammte Tätigkeit in der Herstellung von Heizkörpern
bestehe seit dem 17. Dezember 2009 bis auf weiteres eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit.
Eine leidensangepasste Tätigkeit sei der Versicherten während 1 bis 2 Stunden täglich
zumutbar; die Versicherte sei auch längerfristig in einer körperlich leichten Tätigkeit
höchstens 2 Stunden arbeitsfähig (IV-act. 30).
A.b Im Schreiben vom 21. Juni 2011 führte Dr. B._ aus, mittlerweile seien eineinhalb
Jahre vergangen und die Versicherte habe insgesamt doch eine Teillinderung ihrer
Beschwerden erfahren, vor allem im Brust- und Nackenbereich. Hingegen habe sie im
lumbalen Bereich nach wie vor häufig und schnell belastungsabhängige lumbale
Beschwerden. Hinweise für eine Radikulopathie gebe es aber keine. Aufgrund des
Verlaufs sowie des Befunds sei die Versicherte in Zukunft kaum länger als 2 bis
3 Stunden für eine ganzkörperlich leichte Tätigkeit arbeitsfähig. Er empfehle deshalb
eine 100%ige IV-Rente mit einer Neubeurteilung in 2 Jahren (IV-act. 60).
A.c Da sich die Versicherte gesundheitlich nicht in der Lage gesehen hatte, einer
Erwerbstätigkeit nachzugehen, teilte ihr die IV-Stelle am 18. August 2011 den
Abschluss der beruflichen Massnahmen mit (IV-act. 67). Im Bericht vom
5./6. September 2011 vertrat Dr. B._ den Standpunkt, eine 100% IV-Rente sei klar
indiziert (IV-act. 68). Unter Hinweis auf die Einschätzung von Dr. B._ bescheinigte der
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behandelnde med. pract. E._, Allgemeinmedizin FMH, eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten (Bericht vom 18. Oktober 2011, IV-act. 71).
A.d Im Auftrag der IV-Stelle wurde die Versicherte am 19. Dezember 2011
internistisch-rheumatologisch von Dr. med. F._, Innere Medizin FMH spez.
Rheumaerkrankungen, und am 4. Januar 2012 psychiatrisch von Dr. med. G._,
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, untersucht. Im bidisziplinären Gutachten vom
25. Januar 2012 (zum internistisch-rheumatologischen Teilgutachten vom 18. Januar
2012 siehe IV-act. 80) diagnostizierten die Experten mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
panvertebrale Schmerzen (bei Status nach dorsaler Aufrichtespondylodese Th3 bis L4
am 18. Dezember 2009, klinisch ohne radikuläre Zeichen). Ohne Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit bestehe u.a. eine Anpassungsstörung mit Sorgen, Anspannungen,
Stimmungseinbrüchen und Resignation (ICD-10: F43.23). Die angestammte bzw. eine
leidensangepasste Tätigkeit könne die Versicherte aus rheumatologisch-
psychiatrischer Sicht mit zweimal einer Viertelstunde zusätzlicher Pause pro halben
Tag zu 100% ausüben; dies gelte seit 1. Juli 2011. Die Versicherte benötige dabei pro
Halbtag zweimal eine Viertelstunde zusätzliche Pause um Lockerungsübungen
auszuführen. Zuvor habe nach der Wirbelsäulenoperation vom 18. Dezember 2009 und
der Schraubenentfernung am 7. Mai 2010 bis zum 31. Dezember 2010 eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit bestanden. Ab 1. Januar 2011 sei die
Versicherte während 6 Monaten zu 50% arbeitsfähig gewesen (IV-act. 81). Der RAD
hielt das bidisziplinäre Gutachten für umfassend, konsistent, nachvollziehbar und in
sich widerspruchsfrei (Stellungnahme vom "10.2.2011" [richtig: 10. Februar 2012], IV-
act. 82).
A.e Mit Vorbescheid vom 12. April 2012 stellte die IV-Stelle der Versicherten die
Zusprache einer ganzen Rente für die Dauer vom 1. Juni 2010 bis 31. März 2011 und
einer halben Rente für die Zeit vom 1. April bis 30. September 2011 in Aussicht (IV-
act. 91). Dr. B._ teilte der IV-Stelle am 1. Mai 2012 mit, er sei weder mit der
vorgesehenen Leistungszusprache noch mit der Beurteilung von Dr. F._
einverstanden. Es bestehe mindestens eine längerfristige 60%ige Arbeitsunfähigkeit
(IV-act. 96). Die Versicherte erhob am 15. Mai 2012 Einwand (IV-act. 98), den sie am
6. Juli 2012 ergänzend begründete (IV-act. 102). Der Eingabe vom 6. Juli 2012 legte sie
u.a. ein vom Krankentaggeldversicherer bei Dr. med. H._, Orthopädische Chirurgie
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FMH, eingeholtes orthopädisches Gutachten vom 28. November 2011 ein, worin dieser
eine adaptierte Tätigkeit von 2 x 2 Stunden mit einer ausreichend langen Pause bzw.
von 40% seit Juni 2010 für zumutbar erachtete (IV-act. 102-15 ff.). Auf Nachfrage der
IV-Stelle hin (Schreiben vom 10. Juli 2012, IV-act. 104) äusserte sich Dr. F._ am
24. Juli 2012 zum Einwand, zum orthopädischen Gutachten sowie zu den übrigen von
der Versicherten eingereichten medizinischen Stellungnahmen und hielt an ihrer
bisherigen Arbeitsfähigkeitsbeurteilung fest (IV-act. 107-5 f.). Der RAD gelangte zum
Schluss, die von der Versicherten beigebrachten medizinischen Akten seien nicht
geeignet, die Beurteilung von Dr. F._ in Frage zu stellen (Stellungnahme vom 27. Juli
2012, IV-act. 108). Mit Verfügungen vom 18. September 2012 sprach die IV-Stelle der
Versicherten für den Zeitraum vom 1. Juni 2010 bis 31. März 2011 eine ganze Rente
(IV-act. 114) und für die Dauer vom 1. April bis 30. September 2011 eine halbe Rente
(IV-act. 113) zu.
B.
B.a Gegen die Verfügungen vom 18. September 2012 richtet sich die Beschwerde
vom 17. Oktober 2012. Die Beschwerdeführerin beantragt darin unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen sinngemäss insoweit deren Aufhebung, als ihr ab April 2011 eine
Invalidenrente auf der Grundlage eines Invaliditätsgrads von mindestens 60%
auszurichten sei. Im Wesentlichen bemängelt sie die gutachterliche Beurteilung von
Dr. F._ und verweist bezüglich der Höhe der Restarbeitsfähigkeit auf die
Einschätzungen der behandelnden Ärzte sowie von Dr. H._. Ferner sei bei der
Bestimmung des Invalideneinkommens ein Leidensabzug von mindestens 15% zu
berücksichtigen (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 18. Januar
2013 eine teilweise Gutheissung der Beschwerde. Es sei festzustellen, dass für die Zeit
von April bis September 2011 ein Anspruch auf eine Dreiviertelsrente bestehe. Das
bidisziplinäre Gutachten der Dres. F._ und G._ sei beweiskräftig. Bei der
Bestimmung des Invalideneinkommens rechtfertige sich kein Abzug vom Tabellenlohn.
Hingegen sei - entgegen der Verfügung - als Grundlage für die Festsetzung des
Invalideneinkommens nicht der bisherige Verdienst, sondern der (tiefere)
Hilfsarbeiterinnenlohn heranzuziehen (act. G 4).
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B.c In der Replik vom 11. April 2013 hält die Beschwerdeführerin unverändert an der
Beschwerde fest (act. G 8).
B.d Die Beschwerderegnerin hat auf eine Duplik verzichtet (act. G 10).
B.e Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs (Schreiben vom 5. Juni 2014, act. G 12;
die Parteien erhoben keine Einwände gegen das in Aussicht gestellte
Gerichtsgutachten, act. G 13) beauftragte das Gericht am 23. Juni 2014 Prof. Dr. med.
I._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates, mit der Erstellung eines monodisziplinären Obergutachtens (act.
G 14).
B.f Die Beschwerdeführerin wurde am 20. November 2014 vom orthopädischen
Gerichtsgutachter untersucht. Dieser gelangte im Gerichtsgutachten vom
31. Dezember 2014 zum Schluss, die Beschwerdeführerin leide mit Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit an einer schmerzhaften hochgradigen Funktionsstörung der
Wirbelsäule und einer mässigen Coxarthrose rechts. Die vorgebrachten Beschwerden
und Beeinträchtigungen der Beschwerdeführerin seien vollumfänglich organisch
begründet unabhängig von psychischen Faktoren. Die angestammte Tätigkeit an
Maschinen sei der Beschwerdeführerin nicht mehr möglich, und zwar unabhängig vom
Einzelgewicht der Metallteile, wegen der beim Ordnen der bearbeiteten Stücke in den
Paletten und beim Befüllen der Maschinen beständig notwendigen Neige-, Aufrichte-
und Drehbewegungen des Rumpfs, die somatisch schmerzauslösend und zum Teil
mechanisch nicht erbringbar seien. Optimal leidensangepasste Tätigkeiten
(überwiegend sitzende, sehr leichte Tätigkeiten ohne Vibrationen und ohne
erforderliche seitliche oder rotatorische Rumpfauslenkungen etwa beim Beschaffen
und Versorgen von Kleinteilen zu manuellen Montagearbeiten) seien der
Beschwerdeführerin zwei Mal eine Stunde täglich mit Pause unter Liegemöglichkeit
zumutbar (act. G 17).
B.g Die Beschwerdeführerin hält das Gerichtsgutachten für überzeugend. Auf dieser
medizinischen Grundlage resultiere ein Anspruch auf eine ganze Rente (act. G 19). Die
Beschwerdegegnerin hat die ihr gewährte Frist für eine Stellungnahme unbenützt
verstreichen lassen (vgl. act. G 18).
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Erwägungen:
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Rentenanspruch
der Beschwerdeführerin. Der Umstand allein, dass Umfang und allenfalls Dauer des
Rentenanspruchs über den verfügungsweise geregelten Zeitraum hinweg variieren, ist
unter anfechtungs- und streitgegenständlichem Gesichtspunkt belanglos. Wird nur die
Abstufung oder die Befristung der Leistungen angefochten, wird damit die gerichtliche
Überprüfungsbefugnis nicht in dem Sinn eingeschränkt, dass unbestritten gebliebene
Rentenbezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert bleiben (BGE 131 V 165 E. 2.2
und 125 V 417 E. 2d mit Hinweisen). Deshalb unterliegt vorliegend der gesamte
verfügte befristete Rentenanspruch der gerichtlichen Überprüfung.
1.1 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder
die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a),
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40%
arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40%
invalid sind (lit. c). Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und
Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf
dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
1.2 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Art. 16 ATSG).
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1.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht
ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40%
ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
1.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen
Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V
261 E. 4 mit Hinweisen). Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach haben die Versicherungsträger und das
Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).
2.
Zunächst ist die Frage zu prüfen, welche medizinische Grundlage der Beurteilung des
Rentenanspruchs zugrunde zu legen ist.
2.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei ihrem Entscheid auf das bidisziplinäre
Gutachten der Dres. F._ und G._ (IV-act. 113). Die Beschwerdeführerin hält die
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gutachterliche Beurteilung aus verschiedenen Gründen für nicht beweiskräftig (act.
G 1).
2.2 Bei der Würdigung des somatischen Teils des bidisziplinären Gutachtens ist
zunächst zu bemerken, dass Dr. F._ nicht über den vorliegend erforderlichen
orthopädischen Sachverstand verfügt (was der orthopädische Gerichtsgutachter
ausdrücklich beanstandet, act. G 17, S. 11 oben). Des Weiteren geht sie von einer
eigentlich "unwesentlichen" Befundlage und - ohne nähere Ausführungen - von einer
guten Verheilung der im Dezember 2009 durchgeführten Spondylodese aus (IV-
act. 80-34). Diese Ausführungen und die von ihr bescheinigte 100%ige Arbeitsfähigkeit
für leidensangepasste Tätigkeiten (IV-act. 80-36) kontrastieren erheblich mit der
orthopädischen Einschätzung von Dr. H._, der die vorgenommene Rückenoperation
als einen sehr einschneidenden Eingriff bezeichnete: die langstreckige Versteifung der
Wirbelsäule führe zu einer markanten Änderung der Statik und Abbau der Muskulatur.
Eine Überlastung der beweglich verbleibenden Segmente müsse zwar nicht stattfinden,
die Wirbelsäule sei aber deutlich weniger belastbar, was zu einer verkürzten Sitz-,
Steh- und Gehdauer und häufigen Positionswechseln führe, wobei das wiederholte
Heben auf 5 kg beschränkt sei. Die vorliegende Situation könne die Schmerzen
erklären. Eine adaptierte Tätigkeit von 2 x 2 Stunden mit einer ausreichend langen
Pause bzw. von 40% sei der Beschwerdeführerin seit Juni 2010 zumutbar (IV-
act. 102/19). Im Licht dieser Umstände bestehen erhebliche Zweifel an der
Einschätzung von Dr. F._. Diese Betrachtungsweise wird durch die vom
Gerichtsgutachter eingehend und schlüssig dargestellten Mängel am Teilgutachten von
Dr. F._ bestätigt (etwa betreffend ungenügende Beurteilung der bildgebenden
Untersuchungsergebnisse, act. G 17, S. 11 f.), worauf verwiesen werden kann.
2.3 Bei der Beweiswürdigung des Gerichtsgutachtens vom 31. Dezember 2014 ist zu
beachten, dass das Gericht "nicht ohne zwingende Gründe" von den Einschätzungen
des medizinischen Experten abweicht. Auch der Europäische Gerichtshof für
Menschenrechte hat diesbezüglich erwogen, der Meinung eines von einem Gericht
ernannten Experten komme bei der Beweiswürdigung vermutungsweise hohes
Gewicht zu (BGE 135 V 469 f. E. 4.4 mit Hinweisen). Das vorliegende
Gerichtsgutachten erfüllt sämtliche Anforderungen an eine beweiskräftige Expertise
(siehe hierzu vorstehende E. 1.4) und setzt sich insbesondere ausführlich sowie
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überzeugend mit der Voraktenlage auseinander (act. G 17, S. 10-13). Der
Gerichtsgutachter legt auch nachvollziehbar und detailliert dar, dass der
"einschneidende Eingriff (gemäss Dr. H._) mit ungünstigen Folgen verbunden ist (act.
G 17, S. 8 f.). So führt die versteifte Wirbelsäule an ihren beiden Enden zu ungünstiger
Mehrbelastung und Folgekrankheiten. Zusammenfassend hält der Gutachter fest, dass
die vorgebrachten Beschwerden und Beeinträchtigungen der Beschwerdeführerin
vollumfänglich organisch begründet seien, unabhängig von psychischen Faktoren.
Mängel am Gerichtsgutachten sind nicht ersichtlich und werden von den Parteien auch
nicht geltend gemacht. Es ist daher mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon
auszugehen, dass der Beschwerdeführerin aus orthopädischer Sicht eine
leidensangepasste Tätigkeit zwei Mal eine Stunde täglich zumutbar ist (act. G 17,
S. 10), was einer knapp 25%igen Arbeitsfähigkeit entspricht, wovon auch die
Beschwerdeführerin ausgeht (act. G 19, Rz 4).
3.
Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlichen
Einschränkungen.
3.1 Das von der Beschwerdegegnerin ermittelte - von der Beschwerdeführerin
unbestritten gebliebene - Valideneinkommen auf der zeitlichen Basis des Jahres 2009
stützt sich auf den im Jahr 2008 erzielten Lohn gemäss IK-Auszug von Fr. 66'407.--,
ohne dass dabei die Nominallohnentwicklung beachtet wurde (IV-act. 89; zum IK-
Auszug siehe IV-act. 12). Wie die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort
zutreffend ausführt und worauf verwiesen werden kann, sind für die Ermittlung der
Vergleichseinkommen die Verhältnisse im Zeitpunkt des frühest möglichen
Rentenbeginns massgebend, weshalb das im Jahr 2008 erzielte Einkommen an die bis
zum Jahr 2010 eingetretene Nominallohnentwicklung anzupassen ist und ein
Valideneinkommen im Betrag von Fr. 68'533.-- resultiert (act. G 4, Rz 14).
3.2 Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in der die versicherte Person konkret steht. Ist kein
solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die
versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine
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an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so ist auf
Erwerbstätigkeiten abzustellen, die der versicherten Person angesichts ihrer
Ausbildung und ihrer physischen sowie intellektuellen Eignung zugänglich wären.
Rechtsprechungsgemäss werden hierzu die Tabellenlöhne gemäss den vom
Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE)
herangezogen (BGE 129 V 475 f. E. 4.2.1).
3.2.1 In den angefochtenen Verfügungen berücksichtigte die Beschwerdegegnerin
noch als Grundlage für die Bestimmung des Invalideneinkommens den im Jahr 2008
erzielten Lohn (IV-act. 113 f.). In der Beschwerdeantwort hält sie ein Abstellen auf den
Hilfsarbeiterlohn gemäss LSE für zutreffend (im Jahr 2010: Fr. 52'790.--; act. G 4,
Rz 15).
3.2.2 Die Beschwerdegegnerin führt in der Beschwerdeantwort aus, da die
Beschwerdeführerin keine Erwerbstätigkeit mehr ausübe, sei auf den Hilfsarbeiterlohn
und nicht auf den zuletzt ausgeübten Verdienst abzustellen (act. G 4, Rz 15). Dieser
Betrachtungsweise ist im Ergebnis zu folgen, da der Gerichtsgutachter die
angestammte Tätigkeit als gänzlich ungeeignet beurteilt (act. G 17, S. 10).
3.2.3 Die Frage, in welchem Umfang allein mit Blick auf die erheblich einschränkenden
Anforderungen an eine leidensangepasste Tätigkeit (act. G 17, S. 15) ein
Tabellenlohnabzug vorzunehmen ist, kann offen bleiben. Denn unabhängig von der
Vornahme resultiert ein Invaliditätsgrad, der zu einem Anspruch auf eine ganze Rente
führt (vgl. nachstehende E. 3.2.4). Aus diesem Grund kann im Übrigen auch offen
bleiben, ob bis zum Zeitpunkt der angefochtenen Verfügungen eine sich additiv
auswirkende psychische Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit bestanden hat und
ob die Restleistungsfähigkeit überhaupt realistischerweise auf dem ausgeglichenen
Arbeitsmarkt noch verwertbar ist.
3.2.4 Ausgehend von einem Valideneinkommen von Fr. 68'533.-- und einem
Invalideneinkommen (von höchstens) Fr. 13'198.-- (Fr. 52'790.-- x 0.25) resultieren eine
Erwerbseinbusse von Fr. 55'335.-- (Fr. 68'533.-- - Fr. 13'198.--) und ein Invaliditätsgrad
von aufgerundet 81% ([Fr. 55'335.-- / Fr. 68'533.--] x 100). Damit hat die
Beschwerdeführerin Anspruch auf eine ganze Rente.
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3.2.5 Die Beschwerdeführerin hat unter Berücksichtigung der Anmeldung vom
15. Dezember 2009 (Art. 29 Abs. 1 IVG; IV-act. 7) und der seit 18. Dezember 2008 bis
17. Dezember 2009 zwischen 50% und 100% schwankenden Arbeitsunfähigkeit für die
angestammte Tätigkeit (ab 18. Dezember 2009 ist von einer durchgehenden 100%igen
Arbeitsunfähigkeit auszugehen; siehe zum Ganzen act. G 17, S. 15) ab 1. Juni 2010
Anspruch auf eine ganze Rente.
4.
4.1 Nach dem Gesagten sind in Gutheissung der Beschwerde die Verfügungen vom
18. September 2012 insoweit aufzuheben, als der Beschwerdeführerin mit Wirkung ab
1. Juni 2010 über den 31. März 2011 hinaus eine ganze Rente zuzusprechen ist. Die
Sache ist zur Festsetzung und Ausrichtung der geschuldeten Leistungen an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 1'000.--
erscheint aufgrund des mit dem Gerichtsgutachten verbundenen Mehraufwands als
angemessen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind sie vollumfänglich der
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Der von der Beschwerdeführerin geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihr zurückzuerstatten.
4.3 In Nachachtung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung hat die
Beschwerdegegnerin die für das Gerichtsgutachten angefallenen Kosten von
Fr. 6'054.-- (act. G 17.1) zu tragen (BGE 137 V 265 f. E. 4.4.2).
4.4 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach
Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Im hier
zu beurteilenden Fall erscheint wegen des im Zusammenhang mit dem
bis
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Gerichtsgutachten verbundenen Mehraufwands eine Parteientschädigung Fr. 4'500.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP