Decision ID: b827a019-3b12-4268-b3dd-3f0f30c71cd9
Year: 2012
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law

betreffend
Vergewaltigung etc.
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 3. Abteilung, vom 23. April 2012 (DG120053)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 22. Februar
2012 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 25).
"Urteil der Vorinstanz: (Urk. 97 S. 61 ff.)
1. Der Beschuldigte A._ ist schuldig
− der Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB,
− der versuchten Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB in Verbin-
dung mit Art. 22 Abs.1 StGB,
− der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB,
− der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB,
− des Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB,
− des geringfügigen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbindung
mit Art. 172ter Abs. 1 StGB sowie
− der Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von Art. 19a Ziff. 1
BetmG.
2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 45 Monaten Freiheitsstrafe (wovon bis und mit
heute 91 Tage durch Haft erstanden sind) sowie mit einer Busse von Fr. 100.–.
3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird nicht aufgeschoben. Die Busse ist zu bezahlen.
4. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine
Ersatzfreiheitsstrafe von 1 Tag.
5. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 14. Februar
2012 beschlagnahmten und bei der Bezirksgerichtskasse Zürich lagernden Gegen-
stände werden nach Eintritt der Rechtskraft auf erstes Verlangen an die Person
herausgegeben, bei der sie sichergestellt wurden.
Bei der Privatklägerin B._ sichergestellte Gegenstände:
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− Damenjacke schwarz, Marke "Zebra", Asservaten-Nummer ...,
− Leggins schwarz, Marke "Yendi", Asservaten-Nummer ...,
− Schal schwarz / weiss / bronzen, Leopardenmuster, Asservaten-Nummer ...,
− Pullover violett, Marke "oxxy", Asservaten-Nummer ....
Beim Beschuldigten sichergestellter Gegenstand:
− Jeanshose blau, Marke "Justing", Asservaten-Nummer ....
Gegenstände, die nicht innert 3 Monaten nach Rechtskraft des Urteils herausver-
langt werden, werden eingezogen und vernichtet.
6. Der Privatkläger C._ wird mit seinem Schadenersatzbegehren auf den Weg
des Zivilprozesses verwiesen.
7. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger C._ Fr. 500.– als
Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren
abgewiesen.
8. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:
Fr. 6'000.– ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. 1'779.05 Auslagen Untersuchung
Fr. 560.– Kosten Kantonspolizei
Fr. 2'000.– Gebühr Anklagebehörde
Fr. 12'919.05 amtliche Verteidigung Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
9. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen
derjenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt.
10. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen;
vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. Über die
Höhe der Kosten der amtlichen Verteidigung wird separat entschieden.
11. ... (Mitteilung)
12. ... (Rechtsmittel)."
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Berufungsanträge:
a) Der Verteidigung des Beschuldigten:
(Urk. 127 S. 1 f.)
1. Es sei vorzumerken, dass das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich vom
23. April 2012 soweit in Rechtskraft erwachsen ist, als dass es in der
Berufungserklärung nicht angefochten worden ist.
2. Das Verfahren sei bezüglich des Vorwurfes der Nötigung im Sinne von
Art. 55a StGB provisorisch einzustellen.
Eventualiter sei der Beschuldigte vom Vorwurf der Nötigung freizuspre-
chen.
3. Der Beschuldigte sei von den Vorwürfen der Vergewaltigung und der
versuchten Vergewaltigung freizusprechen.
4. Der Beschuldigte sei mit 6 Monaten Freiheitsstrafe zu bestrafen.
5. Die Überhaft sei mit der widerrufenen bedingten Freiheitsstrafe gemäss
Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 21. August 2006 zu kompensieren.
6. Die Untersuchungs- und Gerichtskosten seien auf die Staatskasse zu
nehmen.
7. Die Kosten der amtlichen Verteidigung seinen auf die Staatskasse zu
nehmen.
b) Der Staatsanwaltschaft:
(mündlich; Prot. II S. 10)
Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils
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Erwägungen:
1. Prozessgeschichte
1.1. Mit dem eingangs im Dispositiv zitierten Urteil vom 23. April 2012 wurde der Beschuldigte A._ vom Bezirksgericht Zürich, 3. Abt., der Vergewaltigung, der
versuchten Vergewaltigung, der einfachen Körperverletzung, der Nötigung, des
Hausfriedensbruchs, des geringfügigen Diebstahls sowie der Übertretung des Be-
täubungsmittelgesetzes schuldig gesprochen und mit 45 Monaten unbedingter
Freiheitsstrafe sowie mit einer Busse von Fr. 100.-- bestraft. Zudem wurde über
die bei der Privatklägerin und beim Beschuldigten sichergestellten Gegenstände
entschieden. Schliesslich wurde der Beschuldigte verpflichtet, dem Privatkläger
C._ Fr. 500.-- als Genugtuung zu bezahlen, wobei das Schaden-
ersatzbegehren auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen wurde (Urk. 97
S. 61 f.). Ebenfalls am 23. April 2012 wurde dem Beschuldigten der vorzeitige
Strafantritt bewilligt (Urk. 81).
1.2. Gegen das mündlich eröffnete und im Dispositiv übergebene Urteil (Prot. I S. 16) meldete der Verteidiger des Beschuldigten zwei Tage später Berufung an
(Urk. 86). Nach Zustellung des begründeten Urteils am 27. Juni 2012 (Urk. 96/2)
liess er am 16. Juli 2012 fristgerecht die Berufungserklärung einreichen, mit
welcher zur Hauptsache ein Freispruch betreffend den Vorwürfen der Vergewalti-
gung, der versuchten Vergewaltigung und der Nötigung beantragt wurde
(Urk. 98). Am 3. August 2012 wurde der Staatsanwaltschaft sowie den Privatklä-
gern B._ und C._ die Berufungserklärung des Beschuldigten
zugestellt unter Hinweis auf die Möglichkeit einer Anschlussberufung oder eines
Nichteintretensantrags. Zudem wurde der Privatklägerin B._ Frist angesetzt,
um zu erklären, ob sie beantrage, dass dem urteilenden Gericht eine Person glei-
chen Geschlechts angehöre oder ob sie für den Fall einer Befragung verlange,
von einer Person gleichen Geschlechts einvernommen zu werden (Urk. 102). Die
Staatsanwaltschaft teilte mit, dass sie auf Anschlussberufung
verzichte und ersuchte um Dispensation von der Teilnahme an der Berufungsver-
handlung (Urk. 104). Von Seiten der Privatklägerschaft wurde innert Frist keine
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Anschlussberufung erhoben. Die Privatklägerin B._ meldete sich
telefonisch und erklärte, dass sie für den Fall einer Befragung von einer Person
gleichen Geschlechts einvernommen werden wolle (Urk. 105). Mit Schreiben vom
11. Oktober 2012 stellte der Beschuldigte ein Gesuch um Wechsel der amtlichen
Verteidigung, welches mit Präsidialverfügung vom 19. Oktober 2012 abgewiesen
wurde (Urk. 118). Beweisanträge wurden von den Parteien nicht gestellt.
1.3. Mit der Berufungserklärung liess der Beschuldigte die Berufung auf die Schuldsprüche wegen Vergewaltigung, versuchter Vergewaltigung und Nötigung,
die Sanktion sowie die Kostenauferlegung beschränken (Urk. 98 S. 2 f.).
Nachdem keine weitere Berufung bzw. Anschlussberufung vorliegt, sind folgende
Urteilspunkte nicht mehr angefochten:
− der vorinstanzliche Schuldspruch wegen einfacher Körperverletzung,
Hausfriedensbruchs, geringfügigen Diebstahls und Übertretung des Betäubungs-
mittelgesetzes (Ziff. 1),
− die vorinstanzliche Bestrafung mit einer Busse von Fr. 100.– sowie die
Festsetzung einer Ersatzfreiheitsstrafe von 1 Tag (Ziff. 2 und 4)
− der Entscheid der Vorinstanz betreffend Gegenstände des Beschuldigten
und der Privatklägerin (Ziff. 5),
− der Entscheid der Vorinstanz betreffend die Zivilforderungen (Ziff. 6 und 7),
− die erstinstanzliche Kostenaufstellung (Ziff. 8).
Es ist daher vorab festzustellen, dass das vorinstanzliche Urteil in diesem Umfang
in Rechtskraft erwachsen ist (Art. 404 Abs. 1 StPO).
1.4. Anlässlich der Berufungsverhandlung stellte der Verteidiger, wie schon vor Vorinstanz, bezüglich Nötigung den Antrag auf provisorische Einstellung des
Verfahrens im Sinne von Art. 55a StGB. Die Verteidigung machte insbesondere
geltend, die Vorinstanz habe den Begriff "Lebenspartner" von Art. 55 Abs. 1 lit. a
Ziff. 3 StGB zu eng interpretiert. Es entspreche nicht dem Sinn und Geist dieser
Bestimmung, dass die "Lebenspartner" zusammen wohnen müssen, um in den
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Genuss einer provisorischen Verfahrenseinstellung kommen zu können (Urk. 127
S. 3). Ohne sämtliche Überlegungen der Vorinstanz wiederholen zu wollen oder
zu müssen (Urk. 97 S. 4 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO), ist festzuhalten, dass vorliegend
keine der in Art. 55a Abs. 1 lit. a Ziff. 1-3 StGB genannten Beziehungen vorgele-
gen hat. Der Begriff der Lebenspartnerschaft in Art. 55a Abs. 1 lit. a Ziff. 3 StGB
setzt voraus, dass es sich um eine auf lange Frist angelegte umfassende
Lebensgemeinschaft handelt, wobei verlangt wird, dass die Partner einen
gemeinsamen Haushalt führen bzw. führten (Christof Riedo/Nicole Saurer in BSK
StGB I, 2. Aufl., Basel 2007, N 71 ff. zu Art. 55a StGB). Vorliegend führten der
Beschuldigte und die Privatklägerin unbestrittenermassen zu keinem Zeitpunkt
einen gemeinsamen Haushalt. Der Umstand, dass die Privatklägerin vom
Beschuldigten ein Kind erwartete und unterdessen auch geboren hat, spricht zwar
dafür, dass der Beschuldigte mit der Privatklägerin ein intimes Verhältnis pflegte,
nicht aber für die in einer Lebensgemeinschaft ebenfalls wichtige Komponente der
geistig-seelischen Zusammengehörigkeit. Demnach kann vorliegend mit der
Vorinstanz (Urk. 97 S. 4 f.) und der Staatsanwaltschaft (Prot. II S. 10 f.) nicht von
einer umfassenden Lebensgemeinschaft ausgegangen werden.
Zudem hat die Privatklägerin vorliegend nie im Sinne von Art. 55a Abs. 1 lit. b
StGB um Sistierung des Verfahrens ersucht oder einem entsprechenden Antrag
der zuständigen Behörde zugestimmt. Die Privatklägerin sagte nie aus, dass sie
die Bestrafung des Beschuldigten nicht will, sie erklärte lediglich, sie wolle nicht,
dass der Beschuldigte ins Gefängnis müsse, da er sie finanziell unterstützen
müsse und ihr Kind einen Vater brauche. Bezeichnend erklärte sie, dass es auch
andere Strafen als Gefängnis gebe, wie beispielsweise Arbeitsleistung (Urk. 44).
Demnach kann nicht von einer Desinteresse-Erklärung der Privatklägerin aus-
gegangen werden. Entgegen der Ansicht der Verteidigung sind die Voraus-
setzungen für die provisorische Einstellung der Verfahrens nicht erfüllt (Urk. 127
S. 45). Nachdem bezüglich Antrag der Verteidigung auf provisorische Einstellung
des Verfahrens ein materieller Entscheid ergeht, erübrigt sich entgegen der
Ansicht der Verteidigung (Urk. 127 S. 3) ein diesbezüglicher Beschluss.
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2. Vergewaltigung und Nötigung vom 28. November 2011
2.1. Die Vorinstanz hat die im vorliegenden Verfahren relevanten Aussagen und Beweismittel vollständig aufgeführt und zusammengefasst. Darauf kann vorab
zwecks Vermeidung von Wiederholungen verwiesen werden (Urk. 97 S. 5-15;
Art. 82 Abs. 4 StPO). Die Vorinstanz gelangte nach Würdigung sämtlicher
Umstände zum Schluss, dass die Aussagen der Privatklägerin überzeugender
seien als jene des Beschuldigten. Dem kann unter Verweis auf die detaillierten
und absolut korrekten Erwägungen der Vorinstanz zugestimmt werden (a.a.O.
S. 15 ff.). Die folgenden Ausführungen sind daher nur ergänzender resp.
wiederholender Natur.
2.2. Zunächst ist festzuhalten, dass keinerlei Motiv ersichtlich ist, weshalb die Privatklägerin den Beschuldigten zu Unrecht belasten sollte. Sie hatte sich zwar
kurze Zeit vorher von ihm getrennt, erwartete aber ein Kind von ihm. Obwohl sie
in einem späteren Stadium des Verfahrens sinngemäss eine Art Desinteresse-
erklärung abgab, weil sie die finanzielle Verantwortung für das ungeborene Kind
nicht alleine tragen wolle, wiederholte sie ihre bisherigen Aussagen und bestätigte
diese nach wie vor als richtig (Urk. 75 S. 4 ff.). Die Vorinstanz hat zu Recht darauf
hingewiesen, dass die Aussagen der Privatklägerin stets vorsichtig blieben, sie
den Beschuldigten nie übermässig belastete, vielmehr sogar ihn entlastende
Bemerkungen anfügte. So wäre es ein Leichtes für sie gewesen, ihm weitaus
schwerere Vorwürfe zu machen und etwa von Schlägen oder Todesdrohungen zu
berichten. So hätte sie auch ohne weiteres verschweigen können, dass sie ihre
Leggings schliesslich selbst heruntergezogen hatte. Sie hätte auch ausführen
können, der Beschuldigte habe jederzeit genau gewusst, was er tue. Das tat sie
nicht. Sie hielt vielmehr vorsichtig fest, für sie sei es "kein normaler Sex"
gewesen, für ihn schon (Urk. 7/1 S. 6). Sie wisse auch nicht genau, was als Ver-
gewaltigung bezeichnet werde (Urk. 7/2 S. 18 f.). Dies zeigt, wie bemüht sie war,
wahrheitsgemäss auszusagen. Detailreich, lebensnah und in allen Einvernahmen
übereinstimmend schilderte sie, wie sie hinter der Kirche dem Beschuldigten
gesagt habe, er solle sie in Ruhe lassen, sie wolle keinen Sex mit ihm, wie sie
versucht habe, ihn wegzustossen, er sie aber mit seinem Oberkörper in die Ecke
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gedrängt habe. Ebenso überstimmend und überzeugend führte sie aus, der
Beschuldigte habe ihr nach dem Vorfall gesagt, dass er ihr etwas antun werde,
sollte sie bei der Polizei eine Anzeige machen, was sie deshalb aus Angst
unterlassen habe. Auch hier übertrieb sich nicht, indem sie etwa explizit eine
Todesdrohung nannte, sondern unbestimmt blieb. Die Tatsache, dass sie bei ihrer
ersten (polizeilichen) Befragung vom 13. Dezember 2011 die Frage, ob sie ausser
heute jemals vom Beschuldigten zu sexuellen Handlungen gezwungen worden
sei, mit "nein" beantwortete (Urk. 7/1 S. 6 oben), erachtete sie später als Missver-
ständnis (Urk. 7/2 S. 18). Dies erscheint sofort plausibel, wenn man beachtet,
dass die Privatklägerin unmittelbar auf die nächste, allgemein gehaltene Frage
("Wurden Sie von ihm vergewaltigt?") von sich aus vom Vorfall bei der Kirche
berichtete, bei dem sie sich offenkundig nicht sicher war, ob er als Vergewaltigung
qualifiziert werden könnte (Urk. 7/1 S. 6). Insgesamt besteht kein Anlass, an den
Aussagen der Privatklägerin zu zweifeln.
2.3. Dies ganz im Gegenteil zu den Aussagen des Beschuldigten. Diese ergeben insgesamt schlicht keinen Sinn und strotzen vor Widersprüchen, Ausweichmanö-
vern und Unplausiblem. Sodann schildert er die Begegnung mit der Privatklägerin
ganz anders als sie: So will er ihr das Handy nicht bei der D._ [Zugstation],
sondern vor ihrem Haus weggenommen und sie auf dem Festnetz angerufen ha-
ben, sie solle hinunterkommen, um es zu holen. Sie sei dann runter gekommen
und "wir gingen danach an den E._ bei der Kirche", um dort Sex zu machen,
womit sie allerdings zunächst nicht einverstanden gewesen sei (Urk. 8/1 S. 7).
Weshalb die Privatklägerin mit ihm von ihrem Wohnort zur Kirche hätte gehen sol-
len, bleibt schlicht im Dunkeln. Später behauptete er, man sei dort hingegangen,
um zu reden (Urk. 8/2 S. 4), was indes angesichts der Situation ebenso wenig
Sinn ergibt. Sehr verdächtig ist auch die Aussage des Beschuldigten, dass er die
Privatklägerin nach dem Sex gebeten habe, keine Anzeige bei der Polizei zu ma-
chen (Urk. 8/1 S. 8; Urk. 8/2 S. 4), weil er sonst 3-5 Jahre ins Gefängnis müsste
(Urk. 79 S. 10; Urk. 126 S. 9). Dies weist klar darauf hin, dass er wusste oder
annahm, etwas getan zu haben, was eine Anzeige bei der Polizei und eine lange
Strafe nach sich ziehen könnte. Zumal auch die Privatklägerin nicht gesagt haben
soll, sie zeige ihn wegen Vergewaltigung an. Angesichts der vom Beschuldigten
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genannten Strafhöhe konnte er auch nicht davon ausgehen, dass die Privatkläge-
rin ihn, wie er anlässlich der Berufungsverhandlung geltend machte (Urk. 126
S. 11), lediglich wegen der Wegnahme des Handys und da er aggressiv sei,
anzeigen wollte. Insgesamt ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass die Aussagen
des Beschuldigten dort, wo sie nicht mit denjenigen der Privatklägerin überein-
stimmen, in keiner Weise zu überzeugen vermögen.
2.4. Die Vorinstanz hat sich auch detailliert und überzeugend mit der Frage auseinandergesetzt, inwiefern sich die Privatklägerin gegen das Ansinnen des
Beschuldigten zur Wehr setzte und dieser erkennen konnte, dass sie mit dem
Geschlechtsverkehr nicht einverstanden war. Auch hierauf kann vollumfänglich
verwiesen werden (Urk. 97 S. 21 ff., Art. 82 Abs. 4 StPO). Die Tatsache, dass die
Privatklägerin letztlich, wie der Beschuldigte und sein Verteidiger auch anlässlich
der Berufungsverhandlung betonten (Urk. 126 S. 7 f. und S. 10 f.; Urk. 127 S. 5),
ihre eigenen Leggins herunterzog, weil ihr die grobe Art, wie der Beschuldigte
dies versucht habe, weh getan habe, ist nicht entscheidend. Es kommt nicht
selten vor, dass ein Vergewaltigungsopfer bei gewissen Handlungen des Täters
mitwirkt, sei es aus Angst oder Schmerz oder Aussichtslosigkeit. Dies kann für die
Frage, ob der Täter den entgegenstehenden Willen des Opfers (bis zum Schluss)
erkennen konnte, an sich zwar zu schwierigen Abgrenzungsfragen führen. Im
vorliegenden Fall ist dies jedoch zweifellos nicht der Fall: Die Privatklägerin hielt
sich nicht freiwillig mit dem Beschuldigten an einem Novemberabend in einer
dunklen, versteckten Ecke hinter der fraglichen Kirche auf, sondern war von ihm
dorthin gelockt resp. gezerrt worden. Sie hatte ihm vorher klar mitgeteilt, er solle
sie in Ruhe lassen, sie wolle keinen Sex mit ihm; sie habe auch versucht, ihn
wegzustossen. Als er gemerkt habe, dass sie nicht wolle resp. dass sie versuche
wegzurennen, habe er sie mit seinem Oberkörper in der Ecke an die Wand
gedrückt (Urk. 7/2 S. 10). Auch in dem Moment, als er in sie eingedrungen sei
– mithin nach dem Hinunterziehen der Leggins – habe sie gesagt, sie wolle nicht
und habe versucht, ihn wegzustossen (a.a.O. S. 9). Der Beschuldigte wusste
somit, dass die Privatklägerin nicht mit ihm verkehren wollte. Daran ändert auch
nichts, dass er mit der Privatklägerin, wie er anlässlich der Berufungsverhandlung
mehrmals betonte, bereits drei bis vier Mal bzw. vier bis fünf Mal im Freien Sex
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gehabt haben will (Urk. 126 S. 8, S. 9 und S. 10). Dass ihn der Wille der
Privatklägerin nicht weiter interessierte und er dies als "normalen Sex" empfunden
haben mag, wie die Privatklägerin meinte, ändert nichts an seinem Wissen um
den entgegenstehenden Willen der Privatklägerin. Dafür bezeichnend ist u.a.
seine Aussage in der ersten, tatzeitnächsten Befragung (Urk. 8/1 S. 8). Auf
die Frage, was denn unmittelbar vor dem Geschlechtsverkehr geschehen sei,
antwortete der Beschuldigte wörtlich: "Vorher haben wir gestritten. Ich nahm sie in
eine Ecke und sagte ihr, dass wir es jetzt machen würden." Auf die Frage, ob die
Privatklägerin damit einverstanden war, äusserte er lediglich: "Als er schon drin
war, war sie ganz ruhig." Dem ist nichts hinzuzufügen.
2.5. Auch in rechtlicher Hinsicht hat die Vorinstanz sorgfältig alles Notwendige ausgeführt (Urk. 87 S. 23 ff.). Auf das ist ebenfalls zu verweisen (Art. 82 Abs. 4
StPO). Zunächst gelangte die Vorinstanz – entgegen der Ansicht der Verteidigung
(Urk. 78 S. 3 f.) – zutreffend zum Schluss, dass die vom Beschuldigten ange-
wandte Gewalt im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB unter den hier vorliegenden
konkreten Umständen ausreicht, um als tatbestandsmässig qualifiziert zu werden.
Die Situation erschien der damals ca. in der zwölften Woche schwangeren, noch
jungen und unerfahrenen Privatklägerin angesichts des abgelegenen Ortes
und der physischen Überlegenheit des Beschuldigten als aussichtslos. Den
Widerstand, der ihr möglich war, leistete sie. Wie oben ausgeführt musste der
Beschuldigte den entgegenstehenden Willen der Privatklägerin fraglos erkannt
haben. Dass dieser in der Untersuchung ausführte, eine Vergewaltigung liege für
ihn nur vor, wenn man eine Frau schlage und zu Boden bringe, das hier sei doch
"Kindergarten" (Urk. 8/2 S. 9), ist irrelevant. Für das Erfüllen eines Tatbestands ist
nicht erforderlich, dass der Täter sein Verhalten rechtlich richtig einordnet, er
muss lediglich die einzelnen Tatbestandselemente erfüllt haben, was vorliegend
der Fall ist. Wie wenig es den Beschuldigten interessierte, ob er eine Vergewalti-
gung beging, zeigt sich beispielhaft auch daran, dass er auf Vorwurf der Privat-
klägerin, das, was er mit ihr mache, sei eine Vergewaltigung, gesagt habe, sie
solle keinen Mist erzählen; für ihn sei es [so] selbstverständlich und normal
(Urk. 7/2 S. 17).
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2.6. Der Beschuldigte ist somit auch zweitinstanzlich der zumindest  Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB schuldig zu
sprechen.
2.7. Bezüglich des Vorwurfs der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB hat die Vorinstanz die Argumentation der Verteidigung, wonach die Formulierung, man
werde jemandem "etwas antun" nicht ausreiche, um einen ernstlichen Nachteil
anzudrohen (Urk. 78 S. 5 f. und Urk. 127 S. 8), zutreffend widerlegt. Zum einen
räumte der Beschuldigte anlässlich der Hauptverhandlung ein, er habe der Privat-
klägerin nach dem Vorfall gedroht, ihr etwas anzutun, weil er "hässig" gewesen
sei (Urk. 79 S. 13). Zum andern war sie schon früher das Opfer des groben
Verhaltens des Beschuldigten geworden, welcher sich selbst als aggressiv
bezeichnet (Urk. 126 S. 8) und ausführte, er habe sie schon ab und zu geschüttelt
und an den Haaren gezogen (Urk. 8/2 S. 9; vgl. auch Urk. 7/2 S. 12). Sie musste
somit damit rechnen, dass er sich aus Wut dazu hinreissen lassen könnte, ihr ein
grösseres physisches Leid anzutun. Die Privatklägerin konnte auch nicht davon
ausgehen, dass der Beschuldigte es, wie er anlässlich der Berufungsverhandlung
gelten machte, nicht ernst gemeint habe (Urk. 126 S. 9 und S. 10). Insbesondere
erfolgte diese Drohung unmittelbar nach einer Vergewaltigung der Privatklägerin,
der mithin soeben erhebliche psychische und physische Gewalt angetan worden
war. Daran ändert auch der Einwand der Verteidigung nichts, wonach die
Geschädigte sich vom Vorfall vom 28. November 2011 nicht habe einschüchtern
lassen und "einige Tage" später Strafanzeige erstattet habe (Urk. 127 S. 8),
insbesondere nachdem die Privatklägerin nicht "einige Tage" später, sondern erst
anlässlich der ersten polizeilichen Einvernahme vom 13. Dezember 2011 und
somit gut zwei Wochen später vom Vorfall bei der Kirche berichtete (Urk. 7/1
S. 6). Insgesamt ist der Beschuldigte mit der Vorinstanz auch der Nötigung im
Sinne von Art. 181 StGB schuldig zu sprechen.
3. Versuchte Vergewaltigung vom 13. Dezember 2011
3.1. Vorab ist festzuhalten, dass im vorinstanzlichen Urteil an einigen Stellen irrtümlich vom 13. Dezember 2012 die Rede ist (Urk. 97 S. 28, S. 29), was indes
als offenkundiger Irrtum keine Rolle spielt. Im Übrigen kann auch in diesem
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Anklagepunkt vorab auf die zutreffende Zusammenfassung der Aussagen der
Beteiligten und die vollständige Nennung der Beweismittel durch die Vorinstanz
verwiesen werden (Urk. 97 S. 29 ff.).
3.2. Bezüglich der Glaubhaftigkeit der Aussagen der Privatklägerin gilt das oben Gesagte: Sie sagte überzeugend, übereinstimmend, vorsichtig und plausibel aus.
So etwa, wenn sie schilderte, dass sie dem Beschuldigten nicht etwa die Türe
aufmachte, sondern dass er im Haus auf sie wartete, als sie die Wäsche in ihre
Wohnung hinauftrug. Auch die Schilderung, wie er sie packte und an den
Wohnzimmerschrank drückte, wirkt selbst erlebt und zeugt im Übrigen von einem
fast gleichartigen Vorgehen des Beschuldigten wie am 28. November 2011. Nur
dieses Mal gelang es der Privatklägerin, sich zu befreien und mit dem in der Nähe
befindlichen Festnetztelefon die Polizei zu alarmieren, wo der Anruf denn auch
um 11.40 Uhr einging (Urk. 1 S. 3 unten). Den Anruf bei der Polizei durch die
Privatklägerin bestritt auch der Beschuldigte nicht und räumte ein, deshalb die
Wohnung verlassen zu haben.
Es besteht kein Anlass, an den Aussagen der Privatklägerin zu zweifeln. Demge-
genüber erweisen sich auch in diesem Punkt die Schilderungen des Beschuldig-
ten als völlig widersprüchlich und unlogisch. Er konnte nur schon die Frage, wann
er nun in der Wohnung der Privatklägerin drin war, was er dort genau machte und
weshalb die Privatklägerin die Polizei gerufen hatte, nicht übereinstimmend und
schlüssig beantworten. Auch seine Behauptung, die Privatklägerin habe ihm
gesagt, er solle bis 11.45 Uhr draussen (vor dem Haus) warten, damit sie noch
duschen könne, obwohl sie ihn dann weggeschickt habe, ergibt keinerlei Sinn. Es
kann dazu vollumfänglich auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden
(Urk. 97 S. 36 f.).
3.3. Mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass der eingeklagte Sachverhalt  der glaubhaften Darstellung der Privatklägerin erstellt ist. Insbesondere ist
damit auch nachgewiesen, dass der Beschuldigte trotz für ihn erkennbarer verba-
ler und physischer Gegenwehr der Privatklägerin wie bereits am 28. November
2011 versuchte, an ihr stehend den Geschlechtsverkehr zu vollziehen. Auch an
jenem Tag hatte er ihr mitgeteilt, er habe Lust, sie müsse ihm die Lust wegneh-
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men (Urk. 7/2 S. 14). Sie hatte ihm aber erstellermassen bereits am Morgen per
SMS mitgeteilt, sie wolle nichts von ihm (Urk. 9/4 S. 33 oben). Die Vorinstanz hat
auch in diesem Punkt zutreffende rechtliche Erwägungen angestellt und die Tat-
bestandselemente einer versuchten Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1
StGB bejaht (Urk. 97 S. 39 ff.). Beim Versuch blieb es einzig, weil der Beschuldig-
te mit dem Eintreffen der Polizei rechnete und deshalb die Wohnung verliess.
Dass bei diesem Übergriff des Beschuldigten auf die Privatklägerin (Wegnahme
des Telefons; mehrfaches Packen und gegen die Wand Drücken; Versuch, die
Leggings herunterzuziehen) noch von einer straflosen Vorbereitungshandlung
gesprochen werden könnte (Urk. 78 S. 6), kann nicht ernsthaft in Betracht
gezogen werden. Dass die Abwehr der Privatklägerin bei diesem Vorfall zum
Erfolg führte, liegt nicht, wie von der Verteidigung geltend gemacht, daran, dass
der Beschuldigte nicht bereit war, jeden Widerstand zu brechen (Urk. 127 S. 9),
sondern an der nicht aussichtlosen Situation der Privatklägerin. Diese befand sich
in ihrer eigenen Wohnung und hatte neben den Nachbarn auch einen Telefon-
apparat in unmittelbarer Nähe.
Damit ist der Beschuldigte auch in diesem Anklagepunkt anklagegemäss schuldig
zu sprechen.
4. Sanktion
4.1. Die Vorinstanz hat die theoretischen Strafzumessungsregeln und den massgeblichen Strafrahmen zutreffend aufgezeigt, worauf zu verweisen ist
(Urk. 97 S. 49 ff.). Zu Recht hat sie betreffend Zusatzstrafe auf BGE 137 IV 57
hingewiesen und festgehalten, die Ausfällung einer Zusatzstrafe bedinge, dass
mehrere gleichartige Strafen ausgesprochen würden. Nachdem der Beschuldigte
mit Urteil vom 23. Januar 2012 des Obergerichts des Kantons Zürich zur Leistung
von gemeinnütziger Arbeit verurteilt wurde (Urk. 22/8 S. 22) und vorliegend
wegen der vollendeten Vergewaltigung nur eine Freiheitsstrafe in Frage kommt,
ist die Ausfällung einer Zusatzstrafe nicht zulässig.
4.2. Bezüglich der objektiven Tatschwere der vollendeten Vergewaltigung vom 28. November 2011 als schwerstem Delikt führte die Vorinstanz zu Recht aus, der
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Beschuldigte habe zwar keine brutale Gewalt angewandt, um zu seinem Ziel zu
kommen, und keinen erheblichen Widerstand der Privatklägerin überwinden
müssen (Urk. 97 S. 51 f.). Anderseits habe er sie in einen Hinterhalt gelockt und
dort seine körperliche Überlegenheit ausgenützt. Er benutzte die Privatklägerin
wie einen Gegenstand und nahm auch keine Rücksicht darauf, dass diese im
knapp vierten Monat von ihm schwanger war. Er war offenbar der Meinung, es sei
die Pflicht der von ihm getrennten Privatklägerin, ihm nach wie vor "seine Lust
wegzunehmen". In subjektiver Hinsicht handelte der Beschuldigte demgemäss
einerseits aus Lustgewinn, mithin aus rein egoistischen Motiven. Anderseits wollte
er damit der Privatklägerin aber auch zeigen, dass er "ihr Mann" sei (Urk. 79
S. 13), obwohl sie ihn verlassen hatte, was auf eine bedenkliche Gesinnung
schliessen lässt und zum eingestandenen Kontrollieren ihres Handys passt
(Urk. 8/1 S. 6, Urk. 79 S. 11). Von einer verminderten Schuldfähigkeit des
Beschuldigten ist nicht auszugehen. Zwar war ihm mit psychiatrischem Gutachten
vom 30. November 2010 im Verfahren, welches zum Urteil vom 23. Januar 2012
führte, bezüglich eines Einbruchdiebstahls eine in mittlerem Grad verminderte
Schuldfähigkeit zugebilligt worden. Dies indes nur, weil für den Tatzeitpunkt von
einer gravierenden Alkoholintoxikation ausgegangen wurde (Urk. 22/9 S. 35).
Alkohol spielte im vorliegenden Verfahren bei der Tatbegehung indes offenbar
keine Rolle (vgl. Urk. 10/2, Urk. 7/2 S. 11, Urk. 78 S. 10). Die Vorinstanz gelangte
für die Haupttat zu einer Einsatzstrafe von 24 Monaten Freiheitsstrafe bei
Annahme eines eher leichten Verschuldens (Urk. 97 S. 52). Angesichts der
Mindeststrafe von einem Jahr, dem konkreten Tatvorgehen des Beschuldigten
und insbesondere des Umstandes, dass er – mit einiger Wucht (Urk. 7/2 S. 11) –
eine von ihm schwangere junge Frau vergewaltigte, liesse sich durchaus auch
eine Einsatzstrafe von bis zu 2 1⁄2 Jahren Freiheitsstrafe diskutieren.
4.3. Hinzu kommen die weiteren vom Beschuldigten begangenen Delikte, wobei die versuchte Vergewaltigung vom 13. Dezember 2011 sowie die Nötigung vom
28. November 2011 am schwersten wiegen. Insbesondere die Nötigung nach
vollendeter Vergewaltigung löste eine enorme Verunsicherung der Privatklägerin
aus. Entgegen der Verteidigung kann nicht von einer straflosen Nachtat ausge-
gangen werden (Urk. 127 S. 10), vielmehr ist die Nötigung deutlich straferhöhend
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zu berücksichtigen. Aber auch die Körperverletzung vom 1. August 2011 ist kein
leichtes Vergehen und zeigt den mangelnden Respekt des Beschuldigten vor der
körperlichen Integrität anderer Menschen. Die Vorinstanz hat auch hierzu das
Notwendige ausgeführt (Urk. 97 S. 52 f.); Weiterungen erübrigen sich.
4.4. Auch zum Vorleben und den Vorstrafen des Beschuldigten kann auf die  Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 97 S. 53 ff.). Nicht
restlos klar ist indes, worauf sich die Einschätzung der Vorinstanz stützt, es sei
positiv zu vermerken, dass sich der Beschuldigte bemühe, seinen unkontrollierten
Alkoholkonsum in den Griff zu bekommen (Urk. 97 S. 54 mit Hinweis auf Urk. 79
S. 7 f.). Dass der Beschuldigte im Gefängnis eine Therapie in Anspruch genom-
men hat (Urk. 126 S. 5 und Urk. 127 S. 10), um seinen Alkoholkonsum in den
Griff zu bekommen, ist positiv zu vermerken. Nachdem diese Alkoholtherapie
aber nicht im Zusammenhang mit den vorliegenden Taten steht, sondern vielmehr
mit der mit Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich vom 23. Januar 2012 an-
geordneten ambulanten Behandlung (vgl. Urk. 100 S. 3 und Urk. 126 S. 5), wirkt
sich das vorliegend nicht strafmindernd aus. Der Beschuldigte befindet sich seit
dem 14. Dezember 2011 in Haft, seit 23. April 2012 im vorzeitigen Strafvollzug.
Anlässlich der Berufungsverhandlung führte der Beschuldigte aus, im Gefängnis
sei er mit Sachen verpacken beschäftigt und verdiene damit ca. Fr. 16.– bis
Fr. 17.– pro Tag. Das bis anhin verdiente Geld habe er der Privatklägerin gege-
ben (Urk. 126 S. 3 f.). Die Privatklägerin habe am tt.mm.2012 ein Mädchen zur
Welt gebracht. Er habe das Mädchen als seine Tochter anerkannt und sie schon
drei Mal gesehen. Die Privatklägerin sei ihn mit dem Mädchen im Gefängnis be-
suchen gekommen. Grundsätzlich müsse er Unterhaltsbeiträge für seine Tochter
bezahlen, da er aber im Gefängnis sei, könne er das im Moment nicht tun. Ein
fester Geldbetrag sei noch nicht festgesetzt worden. Zur Privatklägerin habe er
wieder Kontakt. Sie seien Kollegen. Die Privatklägerin werde für das gemeinsame
Kind sorgen. Er habe ein weiteres Kind, welches aber in F._ [Staat in Süd-
amerika] sei und ca. 3 1⁄2 oder 4 Jahre alt sei. Zu diesem Kind habe er aber keinen
Kontakt (Urk. 126 S. 2 ff.). Er habe ca. Fr. 60'000.– bis Fr. 70'000.– Schulden
beim Obergericht des Kantons Zürich und rund Fr. 500.– bis Fr. 600.– private
Schulden. In Zukunft möchte er mit dem gesparten Geld eine eigene Wohnung
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mieten und Arbeit suchen. Sollte er keine Stelle finden, werde er sich beim Sozi-
alamt melden. Er habe sich geändert. Er sei jetzt Vater und 27 Jahre alt. Er könne
so nicht mehr weiter machen. Er möchte wieder arbeiten und eine Familie grün-
den. Es sei zutreffend, dass er acht Vorstrafen aufweise. Die 320 Stunden ge-
meinnütziger Arbeit, zu denen er am 10. Juni 2009 verurteilt worden sei und die
240 Stunden gemeinnütziger Arbeit vom 30. November 2009 habe er bereits ge-
leistet. Lediglich die 600 Stunden gemeinnütziger Arbeit vom 23. Januar 2012 ha-
be er noch nicht geleistet, da er sich im Gefängnis aufhalte (Urk. 126 S. 4 ff.).
Ganz erheblich straferhöhend wirken sich diese zahlreichen Vorstrafen des Be-
schuldigten aus. Diese sind zwar nicht einschlägig, zeigen aber dennoch auf, wie
unbekümmert der Beschuldigte seit vielen Jahren diverse Delikte – darunter auch
Gewaltdelikte – begeht (Urk. 100). Zutreffend hat die Vorinstanz auch erkannt,
dass der Beschuldigte die vorliegenden Haupttaten begangen hat, obwohl er
wusste, dass er sich wegen dem angefochtenen Urteil des Bezirksgerichts Zürich
vom 1. September 2011 in Kürze vor dem Obergericht würde verantworten
müssen (Urk. 97 S. 55, vgl. Urk. 22/8). Dass er während eines laufenden Strafver-
fahrens delinquierte, scheint den Beschuldigten nicht gekümmert zu haben. Auch
dies wirkt sich deutlich straferhöhend aus.
Nicht gefolgt werden kann der Vorinstanz, wenn sie dem Beschuldigten unter dem
Titel eines weitgehenden Geständnisses eine Strafminderung von immerhin
7 Monaten zubilligt. Zu Recht hat sie ausgeführt, der Beschuldigte lasse jegliche
Einsicht in das Unrecht seiner Taten fehlen und habe sich auch bei den
Geschädigten nicht entschuldigt (Urk. 97 S. 55 f.). Daran ändert auch nichts, dass
der Beschuldigte anlässlich der Berufungsverhandlung ausführte, er habe sich bei
der Privatklägerin schon tausend Mal entschuldigt und bei C._ habe er sich
zwar nicht persönlich, aber innerlich entschuldigt (Urk. 126 S. 16). Dass er die
äusseren Umstände weitgehend nicht bestritten hat und auch bezüglich der Vor-
satzseite immer wieder einmal durchblicken liess, er sei geständig, ändert
daran nichts. Denn der Beschuldigte brachte immer wieder neue Versionen und
Ausflüchte vor, durch welche die Untersuchung in keiner Weise erleichtert wurde
– ganz im Gegenteil. Schliesslich lässt er die Hauptpunkte der Anklage heute
denn auch anfechten und anerkennt diese Schuldsprüche nicht. Eine leichte
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Strafminderung wegen Teilgeständnisses kann ihm somit lediglich bezüglich der
nicht mehr angefochtenen Nebenpunkte zugebilligt werden.
Eine besondere Strafempfindlichkeit hat die Vorinstanz sodann zu Recht verneint
(Urk. 97 S. 56). Dass der Beschuldigte möglicherweise fremdenpolizeiliche Fern-
haltemassnahmen gewärtigt, hat er sich durch seine jahrelange Delinquenz selbst
zuzuschreiben. Und dass er möglicherweise sein (damals noch ungeborenes)
Kind nie würde aufwachsen sehen, musste ihm bereits bewusst sein, als er
dessen schwangere Mutter vergewaltigte.
4.5. Insgesamt erweist sich die von der Vorinstanz ausgefällte Strafe von 45 Monaten Freiheitsstrafe als eher milde, jedenfalls keineswegs zu hoch.
Angesichts des Verbots der reformatio in peius (Art. 391 Abs. 2 StPO) fällt eine
höhere Strafe indes von vornherein ausser Betracht. Der Beschuldigte ist somit
auch heute mit einer Freiheitsstrafe von 45 Monaten zu bestrafen. Die Vorinstanz
hat zu Recht darauf hingewiesen, dass die Haft, welcher der Beschuldigte vom
14. Dezember 2011 bis zum obergerichtlichen Urteil vom 23. Januar 2012 erlitten
hatte, bereits im damaligen Verfahren angerechnet wurde (vgl. Urk. 22/8 S. 15,
Urk. 97 S. 56 f.). Somit sind heute nur noch die seit dem 23. Januar 2012 erstan-
denen 325 Hafttage (inkl. vorzeitiger Strafvollzug) zu berücksichtigen.
5. Massnahme / Strafvollzug
5.1. Die Vorinstanz hat von der Anordnung einer Massnahme abgesehen, da das Obergericht des Kantons Zürich am 23. Januar 2012 eine solche angeordnet
habe, die aber bis heute nicht begonnen worden sei (Urk. 97 S. 58). Die Staats-
anwaltschaft hatte ihren diesbezüglichen Antrag denn auch bereits vor Vorinstanz
zurückgezogen (Prot. I S. 11). Demgemäss – sowie angesichts des erwähnten
Verschlechterungsverbots – ist auf die Frage der Anordnung einer Massnahme
nicht mehr weiter einzugehen.
5.2. Die Gewährung des (teil-)bedingten Strafvollzugs steht bei dieser Strafhöhe schon aus objektiven Kriterien nicht zur Diskussion (Art. 42 Abs. 1 und 43 Abs. 1
StGB). Die heute ausgefällte Strafe ist somit zu vollziehen.
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5.3. Die Vorinstanz hat mit Beschluss vom 23. April 2012 dem Beschuldigten den vorzeitigen Strafantritt bewilligt, allerding mit der Einschränkung, dass ihm
jedenfalls bis zur Rechtskraft des Urteils keine Urlaube bewilligt werden (Urk. 81).
Es stellt sich vorliegend die Frage, ob diese Auflage aufgehoben werden kann.
Nachdem die Vorinstanz dem Beschuldigten den vorzeitigen Strafantritt gewährt
hat, kann nicht von einer erheblichen Fluchtgefahr des Beschuldigten ausge-
gangen werden, ansonsten eine solche offene Vollzugsform gar nicht hätte
bewilligt werden können. Zudem entstand anlässlich der Berufungsverhandlung
auch nicht der Eindruck, der Beschuldigte werde sich durch Flucht ins Ausland
der Sanktion entziehen. Auch sonst besteht kein Anlass, diese Auflage weiterhin
aufrecht zu erhalten, insbesondere nachdem der Beschuldigte mit der Privat-
klägerin und dem gemeinsamen Kind wieder Kontakt aufgenommen hat und die
Privatklägerin den Beschuldigten auch im Gefängnis besucht. Die mit Beschluss
des Bezirksgerichts Zürich vom 23. April 2012 erlassene Auflage, wonach dem
Beschuldigten trotz Bewilligung des vorzeitigen Strafantritts bis zum Eintritt
der Rechtskraft des Urteils keinerlei Urlaube zu bewilligen seien, ist deshalb
aufzuheben.
6. Kosten
6.1. Ausgangsgemäss ist die Kostenregelung der Vorinstanz (in deren  9 und 10) ohne weiteres zu bestätigen (Art. 426 Abs. 1 StPO).
6.2. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 3'000.-- . Im Berufungsverfahren unterliegt der Beschuldigte mit seinen Anträgen
vollumfänglich, weshalb ihm auch die Kosten dieses Verfahrens aufzuerlegen
sind. Davon ausgenommen sind auch zweitinstanzlich die Kosten der amtlichen
Verteidigung, welche angesichts der derzeitigen wirtschaftlichen Verhältnisse des
Beschuldigten einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen sind. Eine Rückzah-
lungspflicht dieser Kosten bleibt gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten.
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