Decision ID: 1e948e6f-38db-466c-9541-0a48b4cd9ddb
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1964, war seit März 1998 beim
Spital Y._
in der Cafeteria tätig, als sie sich am
8.
Mai 2017 unter Hinweis auf eine Fibromyalgie bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug anmeldete (
Urk.
7/3). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab
und stellte der Versicherten mit Vorbescheid vom
4.
Juni 2018 (
Urk.
7/37) die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht. Nachdem die Versicherte Einwände erhoben hatte (
Urk.
7/38,
Urk.
7/45),
veran
lasste die IV-Stelle eine Untersuchung durch ihren Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD), welche am 1
7.
Januar 2019 erfolgte (
Urk.
7/57).
Mit Mitteilung vom 2
7.
März 2019 gewährte die IV-Stelle der Versicherten eine Kostengutsprache für Arbeitsvermittlung Plus (
Urk.
7/62).
Mit Mitteilung vom 2
1.
Juni 2019
sprach
die IV-Stelle der V
ersicherten
einen Arbeitsversuch mit Job Coaching
zu
(
Urk.
7/69).
Mit Mitteilung vom
7.
Januar 2020 gewährte die IV-Stelle der Versicherten erneut
eine Kostengutsprache für
Arbeitsvermittlung (
Urk.
7/84).
Nach
durchgefüh
rtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/95,
Urk.
7/96,
Urk.
7/98) verneinte
di
e IV-Stelle mit Verfügung vom 3
0.
Oktober 2020
ei
nen Renten
anspruch (
Urk.
7/100
=
Urk.
2)
.
2.
Die Versicherte erhob am
3.
Dezember 2020
Beschwerde (
Urk.
1) gegen die Verfügung vom 3
0.
Oktober 2020
(
Urk.
2) und beantragte, diese
sei aufzuheben (S. 2
Ziff.
1) und es sei
ihr
spätestens ab dem
1.
Dezember 2017 eine ganze Rente auszurichten (S. 2
Ziff.
2), eventuell sei ein neutrales, umfassendes, polydiszipli
näres Gutachten zuzüglich einer EFL-Testung unter Berücksichtigung der Recht
sprechung gemäss BGE 141 V 281 anzuordnen (S. 2
Ziff.
3).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
2
5.
Januar 2021 (
Urk.
6
) die Abwei
sung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am 2
7.
Januar 2021 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
8
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1
des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung (IVG
) Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.4
UV170510
Beweiswert eines Arztberichts
01.2021
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
1.5
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funkti
onelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
beurteilen die RAD die medi
zinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüf
me
thoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.3.2).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht
gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwal
tung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entschei
den haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzu
nehmen sei. Sie würdigen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit
jenem externer medizinischer Sachverständigengutachten
vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifi
ka
tionen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1).
Soll ein Versicherungsfall ohne Einho
lung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweis
würdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 145 V 97 E. 8.5, 142 V 58 E. 5.1 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene leistungsabweisende Verfügung vom 3
0.
Oktober 2020 (Urk. 2) damit, dass die Beschwerdeführerin im Januar 2019 durch den RAD untersucht worden sei und gemäss dieser Beurtei
lung
die angestammte Tätigkeit nicht mehr zumutbar sei, jedoch
eine 90%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster T
ätigkeit vorliege. Es ergebe sich ein IV-Grad von 24
%
, womit die Beschwerdeführerin in der Lage sei, ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen. Die gesundheitliche Situation der Beschwerdeführerin sei ausreichend abgeklärt und medizinisch begründet worden.
Die Minderung um 10
%
begründe sich durch einen erhöhten Pausenbedarf zur Regeneration von 6 Minuten je Arbeitsstunde. Diese Einschätzung könne die Beschwerdeführerin durch keine neuen Arztberichte umstossen. Massgeblich sei die ärztliche und nicht die
berufsberaterische
Einschätzung (
Urk.
7).
2.2
Demgegenüber vertrat die Beschwerdeführerin beschwerdeweise (
Urk.
1) den Standpunkt,
anhand der vorliegenden medizinischen Akten sei erstellt, dass sie spätestens seit dem 1
4.
Dezember 2016 zu 100
%
arbeitsunfähig sei. Aufgrund ihrer diversen Leiden sei sie auch heute noch und weiterhin zu mindestens 70
%
erwerbsunfähig, was die beruflichen Massnahmen klar bestätigt hätten. Der Rentenanspruch beginne nach Ablauf des Wartejahres, somit ab dem
1.
Dezember 201
7.
Nur der guten Ordnung halber sei erwähnt, dass selbst bei einer Erwerbs
fähigkeit von 90
%
- was bestritten werde – der IV-Grad weit höher als bloss 24
%
ausfallen müsse.
Das
Valideneinkommen
betrage heute mindestens
Fr.
66'707.40 und es sei ein leidensbedingter Abzug von 25
%
zu gewähren (S. 12 f.).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Inva
li
den
rente hat und ob der Sachverhalt diesbezüglich
rechtsgenüglich
abgeklärt wurde.
3.
3.1
Die Ärzte des
Spitals Y._
, Klinik für Rheumatologie,
berichteten am 2
7.
Januar 2017 (
Urk.
7/20/4-5)
über die
Hospitalisation
der Beschwerdeführerin vom
3.
bis 2
3.
Januar 2017 und nannten folgende Diagnosen (S. 1):
-
fibromyalgiformes
Schmerzsyndrom mit/bei
-
gemäss ACR-Kriterien
-
Labor: kein Hinweis für eine entzündliche Gelenkerkrankung
-
chronisches panvertebrales Schmerzsyndrom
-
MRI Halswirbelsäule (HWS) vom 1
9.
Januar 2016: altersentsprechende leichte degenerative Veränderungen ohne Anhalt für
Radikulopathie
-
anhaltend somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
-
bei psychosozialer Belastungssituation (Invalidität des Ehemannes)
-
bei exzessiver Leistungsorientierung und bei zwanghaft-perfektionis
tischen Persönlichkeitszügen
, mit korrespondierender Selbstveraus
gabung
Sie führten aus,
die Beschwerdeführerin leide seit vielen Jahren an panvertebralen Schmerzen mit Verschlechterung seit Anfang Dezember 201
6.
Es bestünden bewegungsabhängige Ganzkörperschmerzen mit Betonung zervikal – ausstrah
lend in den Schultergürteln – und lumbal. Hinzu komme eine Allgemeinsympto
matik mit erheblich vegetativen Beschwerden und einer Niedergeschlagenheit, unterhalten durch eine belastete berufliche Situation. Die Beschwerdeführerin nehme an einem multimodalen Schmerztherapieprogramm teil mit Physio
therapie einzeln und in Gruppe, physikalischer Therapie und stützenden Gesprä
chen (S. 1).
Kurz vor Ende der stationären Behandlung habe die Beschwerde
führerin Fortschritte sowohl in der Schmerzwahrnehmung und Verarbeitung wie auch im Umgang mit ihrer privaten und beruflichen Situation gezeigt. Gemäss interdis
ziplinärer Einschätzung sei im Anschluss an das Schmerzprogramm der Übertritt in eine psychosomatische Rehabilitationsklinik indiziert, was vom Kostenträger abgelehnt worden sei. Die Beschwerdeführerin sei daher am 2
3.
Januar 2017 nach Hause ausgetreten. Vom
3.
Januar bis
5.
Februar 2017 bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit.
Ab dem
6.
Februar 2017 sei je nach weiterem Verlauf eine schrittweise Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit möglich (S. 2).
3.2
Dr.
med.
Z._
,
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, berichtete am
9.
März 2017
zuhanden der Pensionskasse
A._
(
Urk.
7/2/1-12) und
nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 2):
-
Fibromyalgie-Syndrom gemäss ACR-Kriterien
-
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
-
bei psychosozialer Belastungssituation (Invalidität des Ehemannes seit zirka 15 Jahren)
-
bei Persönlichkeit mit zwanghaft-perfektionistischen Zügen
Er führte aus, die ersten Symptome seien schon vor J
ahren aufgetreten, seit Anfang 2015 sei es zu einer Exazerbation gekommen.
Eine medizinisch begrün
dete Arbeitsunfähigkeit bestehe seit mindestens dem 1
4.
Dezember 2016
(S. 2)
.
Die Beschwerdeführerin sei arbeits- und therapiewillig mit guter Compliance. Die Ablehnung der dringend indizierten stationären Behandlung zur Vermeidung einer weiteren
Chronifizierung
durch die Krankenkasse
sei unverständlich (S. 6).
Eine allfällige Anpassung der Arbeit sei erst nach einer adäquaten (vorzugsweise stationären) Behandlung zu überlegen
(S. 8)
.
Es liege eine 100%ige Arbeitsun
fähigkeit bezogen auf die bisherige
sowie jede andere
Tätigkeit vor, voraus
sichtlich mindestens drei Monate (Mitte Juni 2017). Es könne mit einer Wieder
aufnahme der bisherigen Tätigkeit beziehungsweise Erhöhung der Einsatzfähig
keit gerechnet werden
. Derzeit sei keine den beruflichen Anforderungen entspre
chende körperliche Belastungsfähigkeit gegeben
(S. 9
f.
).
3.3
Dr.
med.
B._
, Facharzt für
Allgemeine Innere Medizin, berichtete am 1
2.
Juni 2017 (
Urk.
7/11) und nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1
Ziff.
1.1):
-
fibromyalgiformes
Schmerzsyndrom gemäss ACR-Kriterien
-
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
-
Segmentdegeneration C5/6 mit Diskushernie
Er führte aus,
er behandle die Beschwerdeführerin seit 1991 (S. 1
Ziff.
1.2)
und Mitte letzten Jahres (Juli 2016) habe die Symptomatik begonnen (S. 2
Ziff.
1.4).
Im Dezember 2016 bestehe eine massiv schmerzhafte Lendenwirbelsäule und Brustwirbelsäule
(S. 2
Ziff.
1.4)
.
Es habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 1
3.
Dezember 2016 bis 3
1.
Juli 2016
(gemeint wohl 2017, siehe S. 3
Ziff.
1.9)
bestanden, danach sollte ein Arbeitsversuch gestartet werden. Das H
eben sowie
leicht vornüber gebeugt
es Arbeiten
seien der
Beschwerdeführerin
nicht zumutbar (S. 2
Ziff.
1.6).
Die bisherige Tätigkeit sei der Beschwerdeführerin aus medizi
ni
scher Sicht nicht mehr zumutbar. Momentan sei keine Arbeitsfähigkeit gegeben (S. 3
Ziff.
1.7).
3.4
Die Ärzte des
Spitals Y._
, Klinik für Rheumatologie, berichteten am 2
2.
Juni 2017 (
Urk.
7/15/6-9)
und führten
bei unveränderter Diagnose (vgl. vorstehend E. 3.1)
aus, es bestehe eine uneingeschränkte Wirbelsäulenbeweglich
keit ohne sensomotorische Defizite und ohne
provozierbaren
N
ervendehnungs
schmerz
sowie ein depressives Erscheinungsbild. Die Prognose sei günstig für eine schrittweise, sukzessive Arbeitswiederintegration für ein Teilzeitpensum (S. 2
Ziff.
1.4).
Vom
3.
Januar bis Ende April 2017 habe eine 100%ige Arbeitsunfähig
keit bestanden. Danach sei dies durch den Hausarzt beurteilt worden. Es bestehe eine schmerzbedingte Belastbarkeitseinschränkung.
Eine sukzessive Wiederein
gliederung in die bisherige Tätigkeit sei gewünscht. Ein Teilzeitpensum gegebe
nenfalls zu 50
%
sei gut denkbar. Die Beschwerdeführerin sei auch motiviert, die Arbeitstätigkeit
wieder aufzunehmen
. Es sei davon auszugehen, dass sich eine teilzeitige Arbeitstätigkeit prognostisch günstig auswirke. Bei einer 100%igen Arbeitstätigkeit sei davon auszugehen, dass eine verminderte Leistungsfähigkeit bestehe, bei einem reduzierten Arbeitspensum bleibe diese Beurteilu
ng abzu
warten (S. 2
Ziff.
1.6).
3.5
Dr.
B._
berichtete am 2
4.
Oktober 2017 (
Urk.
7/20/1-3) und führte aus,
seit Juni 2017 bestehe eine gleichbleibende Schmerzstörung. Der Arbeitsversuch ab dem
1.
September 2017 sei misslungen. Die Beschwerdeführerin könne
in einer sehr leichten, wechselbelastenden Tätigkeit
1.5 Stunden arbeiten, danach müsse sie 15-20 Minuten ruhen/liegen, danach könne sie maximal eine weitere Stunde arbeiten
(S. 1
Ziff.
1.3 und
Ziff.
2.1)
.
Es bestehe eine Verminderung der Leistungs
fähigkeit von 80
%
(S. 2
Ziff.
2.2).
3.6
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, berichtete am 2
1.
November 2017 (
Urk.
7/21) zuhanden der Pensionskasse
A._
und führte aus,
es bestünden seit Jahren
polytope
Schmerzen am Körper, vor 2016 sei es jedoch zu keinen länger dauernden, zusammenhängenden Arbeitsausfällen gekommen.
Es bestehe seit dem 1
4.
Dezember 2016 eine 100%ige Arbeitsun
fähigkeit (S. 2).
Die Limitierungen in der körperlichen Untersuchung seien nur bedingt nachvollziehbar und die Schmerzmedikation mit 2g
Dafalgan
pro Tag ungenügend. Nur schwer nachvollziehbar sei auch, dass die Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit (leichtere bis höchstens mittelschwere Arbeit mit Wechselbelastung in der Cafeteria) anhaltend zu 100
%
arbeitsunfähig sei (S. 3).
Es sei unklar, ob nicht-medizinische Gründe wie psychosoziale Belastungen durch die langjährige Invalidität des Ehemannes einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten (S. 4).
Die Prognose für die bisherige Tätigkeit sei ungünstig bedingt durch den ungünstigen Verlauf. Der Erfolg einer nochmaligen stationären Rehabili
tation sei in der gegenwärtigen Konstellation als wenig erfolgversprechend zu erachten. In einer Verweistätigkeit sei zurzeit kaum von einer höheren Arbeits
fähigkeit auszugehen
(S. 5)
.
3.7
Dr.
med.
D._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, berich
tete am 2
1.
Februar 2018 (
Urk.
7/24) zuhanden der Pensionskasse
A._
und
führte aus, die von
Dr.
Z._
gestellte Diagnose einer anhal
tenden somatoformen Schmerzstörung könne aus psychiatrischer Sicht nicht bestätigt werden. Die Beschwerdeführerin mache zwar dauernde invalidisierende Schmerzen geltend, diese könne sie aber in auffallender Weise weder qualitativ noch quantitativ näher beschreiben, bei sonst sehr guter und differenzierter Ausdrucksfähigkeit. Weiter sei die Präsentation der schmerzhaften
Bewegungs
einschränkung diskrepant mit dem Funktionsniveau im Alltag. Das Funktions
niveau könnte die Beschwerdeführerin in dieser Form nicht umsetzen, wären die Einschränkungen so ausgeprägt wie sie geltend mache.
Besonders auffallend sei die völlig insuffiziente Schmerzmedikation
, die anhand des Blutspiegels belegt sei. Damit sei insgesamt mindestens von einer Selbstlimitation und/oder einem Übertreiben der angegebenen Schmerzen und Einschränkungen auszugehen.
Bei gleichzeitig fehlender Psychopathologie und dem Fehlen eines bewusstseins
fernen intrapsychischen und/oder eines erheblichen psychosozialen Konflikts sei die Diagnosestellung einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung nach ICD-10 nicht gerechtfertigt, auch wenn aus somatischer Sicht die Beschwerden nicht befriedigend erklärt werden könnten (S. 2 und S. 8).
Die kognitiven Fähigkeiten, insbesondere die Aufmerksamkeit, die Konzentration und die Gedächtnis
leistung seien subjektiv und objektiv unauffällig und zeigten im Laufe der Unter
suchung keinen Leistungsabfall.
Die Beschwerdeführerin sei affektiv uneinge
schränkt schwingungsfähig (S. 5).
Es handle sich insgesamt um einen psycho
pathologischen Normalbefund. Die angegebenen Sorgen seien nicht krankheitswertig
(S. 6)
.
Nachdem kein psychisches Leiden von Krankheitswert habe festgestellt werden können, könne aus psychiatrischer Sicht auch keine Arbeitsunfähigkeit attestiert werden (S. 8).
3.8
Dr.
C._
berichtete am 1
4.
April 2018 (
Urk.
7/28) zuhanden der Pensionskasse
A._
und
führte aus, die Beschwerdeführerin habe permanent Schmerzen am ganzen Körper, in letzter Zeit vermehrt in beiden Beinen. Wegen der Schmerzen könne sie nicht längere Zeit auf den Beinen stehen und müsse immer wieder Pause machen. Im Haushalt mache sie alles, was man so machen müsse wie kochen, saugen, abstauben, jedoch alles mit Pausen (S. 3).
Die Prog
nose für die bisherige Tätigkeit sei ungünstig. Die Ursache der anhaltenden Schmerzen sei unklar. Aufgrund des bisherigen Verlaufs und gescheiterter Arbeitsversuche in angestammter Tätigkeit sei eine Wiederaufnahme in ihrer angestammten Tätigkeit kaum realistisch. Die Prognose für andere Tätigkeiten sei ebenfalls ungünstig. Es bestünden nicht oder nur schwierig nachvollziehbare Limitierungen. Aufgrund des Umstandes, dass die Beschwerdeführerin ihren Haushalt selber besorgen könne, bestehe für leichtere bis höchstens mittelschwere Arbeiten in einer Verweistätigkeit eine Restarbeitsfähigkeit, die aufgrund der Selbstlimitierung schwierig zu quantifizieren sei (S. 5).
Die Ursache der
g
eklagten Schmerzen sei nicht klar. Anlässlich der heutigen Untersuchung bestehe wiede
rum der Verdacht auf Selbstlimitierung. Daneben bestünden Diskrepanzen in der Untersuchung.
So zeige die Beschwerdeführerin einen flüssigen Zehen-/Fersen
gang bei verlangsamtem Normalgang und es bestehe eine symmetrische
Trophik
der Beinmuskulatur bei vorwiegend rechtsseitig geschilderten Beinschmerzen
(S. 8)
.
3.9
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Chirurgie, Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin, nahm am
7.
Mai 2018 Stellung (
Urk.
7/36/6-7) und führte aus,
die Beschwerdeführerin leide unter Rückenschmerzen, die ihre Leistungsfähigkeit nach Ansicht der Behandler deutlich einschränken würden. Diese Beschwerden seien durch Bildgebung, Laboruntersuchungen und klinische Befunde nicht objektivierbar und die Therapie sei nicht adäquat. Es werde empfohlen, bei der Pensionskasse anzu
fragen, ob die vertrauensärztlich empfohlene Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) durchgeführt werde oder geplant sei.
3.10
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Rheumatologie, Facharzt für All
gemeine Innere Medizin, Chefarzt
Rehabilitationszentrum G._
, berichtete am 2
9.
Juni 2018 (
Urk.
7/46) und nannte als Diagnose ein chronisches Schmerzsyn
drom bei anhaltenden Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule und Schmerze
n
im Bereich der Oberarme und Oberschenkel. Er führte aus,
die Beschwerdeführerin habe trotz ihrer Schmerzen ihre Aktivität beibehalten, gehe täglich einmal gut eine Stunde schwimmen. Während dieser Zeit leide sie unter deutlich weniger Schmerzen
(S. 1)
.
Die chronischen Beschwerden führten zu einer Arbeitsunfähig
keit seit Dezember 2016, inzwischen habe die Beschwerdeführerin ihren Arbeits
platz in der Cafeteria des
Spitals Y._
verloren. In den früher durchge
führten bildgebenden Abklärungen habe man degenerative Veränderungen im Bereich der Wirbelsäule gefunden. Hinweise für eine Nervenwurzelkompression im Bereich der Wirbelsäule mit Ausstrahlung in die Extremitäten fehlten anhand der körperlichen Untersuchung. Ebenso bestünden keine Anhaltspunkte für eine entzündlich rheumatische Erkrankung.
Eine Reintegration mit Aufnahme einer Arbeitstätigkeit – am ehesten wieder in einer Cafeteria – sei dringend anzustreben (S. 3).
3.11
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
hielt mit Attest vom
1
4.
Januar 2019 (
Urk.
7/53)
fest
, die Beschwerdeführerin sei seit dem 1
6.
November 2018 wieder arbeitsfähig. Bis zum 2
6.
August 2018 habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit, ab dem 2
7.
August 2018 eine 50%ige Arbeitsun
fähigkeit und ab dem
1.
Oktober 2018 eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden.
3.12
Dr.
E._
, RAD, berichtete am 1
8.
Januar 2019 (
Urk.
7/57) über die Untersuchung der Beschwerdeführerin vom 1
7.
Januar 2019 und
nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 8
Ziff.
8):
-
chronisches
zervikobrachiales
Schmerzsyndrom
-
chro
nisches lumbales Schmerzsyndrom
Er
führte aus, über die Wegstrecke sei das Gangbild
hinkfrei
, flott, ausreichend dynamisch, mit normaler Schrittlänge und gegensinniger Mitbewegung der Arme gewesen.
Bei der längeren Anamneseerhebung sei durchweg guter Augenkontakt möglich. Kopf und Arme würden adäquat mitbewegt. Während der Untersuchung reiche die Konzentrationsspanne problemlos. Selbst lange zurückliegende Ereig
nisse könnten präzise geschildert werden. Die sitzende Position könne über 70 Minuten eingehalten werden. Eine Schonhaltung oder Schonsitzen würden nicht beobachtet. Einmalig erfolge ein leichter Positionswechsel. Es bestehe eine teil
weise besorgte, aber angemessen schwingungsfähige Stimmungslage. Die Achsenkriterien einer Depression seien nicht erfüllt. Es finde sich im klinischen Eindruck keine andauernde, schwere und quälende Schmerzbeeinträchtigung und kein Hinweis auf einen fehlverarbeiteten seelischen oder psychosozialen Konflikt (S. 4 f.). Bei der segmentalen Untersuchung der groben Kraft falle keine Reduktion der Kraft in den Kennmuskeln der oberen und unteren Extremitäten beidseits auf und Sensibilitätsstörungen würden nicht festgestellt
(S. 8)
.
Die Aktenlage beschreibe ein Schmerzsyndrom mit den Schwerpunkten N
acken, Schultergürtel, Lendenwirbelsäule und Becken. Es bestehe weitgehend Einigkeit, dass das Ausmass der Beschwerden nicht mit den klinischen und bildgebenden Befunden korreliere. Diese Aussage lasse sich durch die eigene Untersuchung bestätigen. Im klinischen Eindruck bestehe keine andauernde, schwere und quälende Schmerz
beeinträchtigung und kein Hinweis auf einen fehlverarbeiteten seelischen oder psychosozialen Konflikt, weshalb die ICD-Kriterien für eine somatoforme Schmerzstörung nicht erfüllt seien. Es bestehe weitgehend Konsens, dass die angestammte Tätigkeit nicht mehr zumutbar sei. Aussagen zu leidensadaptierten Tätigkeiten blieben vage. Hausarzt
Dr.
H._
gebe in einem aktuellen Bericht an, aus seiner Sicht sei seit November 2018 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit zumutbar.
Für welche Tätigkeiten diese Einschätzung gelte, bleibe offen. Die eigene Untersuchung bestätige die Einschätzung, dass die angestammte Tätigkeit nicht mehr möglich sei. Sie erfordere häufiges Stehen, Zwangshaltungen und schweres Heben aus ungünstigen Positionen. Auch die wiederholte Angabe eines erhöhten Pausenbedarfs sei nachvollziehbar. Deshalb sei die Einschätzung einer 100%igen Arbeitsfähigkeit durch den Hausarzt
Dr.
H._
nicht plausibel (S. 10).
Bei der Beschwerdeführerin sei anhand der vorliegenden medizinischen Bericht
erstattung sowie der Befragung und körperlichen Untersuchung ein somatischer Gesundheitsschaden ausgewiesen, der die Arbeitsfähigkeit beeinträchtige.
Es bestehe eine Belastungsminderung des Achsenskeletts. Die Geh- und Stehbelast
barkeit sei deutlich reduziert. Der Pausenbedarf sei erhöht. Es bestehe eine verminderte Durchhaltefähigkeit.
Tätigkeiten mit Heben oder Tragen von Lasten über 5 kg, Heben aus der Hocke, Verharren in Zwangshaltungen, repetitive Rumpfdrehungen und –
beugungen
oder HWS-Rotationen, kniende, gebückte, vornüber geneigte oder rein stehende Tätigkeiten sowie überwiegende Überkopf
arbeiten oder Armvorhalte seien nicht geeignet (S. 10 unten).
Leichte Tätigkeiten in Wechselbelastung mit der Möglichkeit zum Wechsel zwischen Sitzen, Stehen und Gehen seien medizinisch-theoretisch zumutbar.
In der angestammten Tätig
keit bestehe seit dem 1
4.
Dezember 2016 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Anamnestisch erhobene Alltagsaktivität, Selbsteinschätzung und Untersuchungs
befunde würden auf ausreichende Ressourcen für eine leidensangepasste Tätig
keit hinweisen. Hausarzt
Dr.
H._
beurteile die Arbeitsfähigkeit mit 100
%
. Aus orthopädischer Sicht könne die Beschwerdeführerin in einer gut angepassten, wechselbelastenden, überwiegend sitzenden Tätigkeit eine vollschichtige Präsenz zugemutet werden
.
Der flexible Positionswechsel mit der Möglichkeit zum Stehen und Gehen sollte möglich sein. Pro Arbeitsstunde sollte eine zusätzliche Pause von 6 Minuten zur Regeneration zugestanden werden. Vom 1
4.
Dezember 2016 bis 2
3.
Januar 2017 habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden, seit dem 2
4.
Januar 2017 bestehe eine 90%ige Arbeitsfähigkeit (S. 11).
4.
4.1
RAD-Arzt
Dr.
E._
diagnostizierte im Januar 2019 ein chronisches
zervikobra
chiales
und lumbales Schmerzsyndrom und begründete die gestellten Diagnosen in schlüssiger
und nachvollziehbarer Weise damit, dass
die Aktenlage ein Schmerzsyndrom mit den Schwerpunkten Nacken, Schultergürtel, Lendenwirbel
säule und Becken beschreibe und weitgehend Einigkeit bestehe, dass das Ausmass der Beschwerden nicht mit den klinischen und b
ildgebenden Befunden korreliere, was sich durch die eigene Untersuchung bestätigt habe. In Übereinstimmung mit dem psychiatrischen Bericht von
Dr.
D._
konnte
Dr.
E._
i
m klinischen Eindruck keine andauernde, schwere und quälende Schmerzbeeinträchtigung und kein
en
Hinweis auf einen fehlverarbeiteten seelischen oder psychosozialen Konflikt
feststellen
, weshalb
auch er
die ICD-Kriterien für eine somatoforme Schmerzstörung
als
nicht erfüllt
beurteilte (vgl. vorstehend E. 3.12).
Gestützt auf den Bericht von Dr.
E._
kann davon ausgegangen werden, dass der Gesundheits
zustand der Beschwerdeführerin
ausreichend abgeklärt wurde,
zumal auch
Dr.
F._
weder Hinweise für eine Nervenwurzel
kompression im Bereich der Wirbelsäule mit Ausstrahlung in die Extremitäten noch Anhaltspunkte für eine entzündlich rheumatische Erkrankung feststellen konnte und eine Spondylarthritis sowie ISG-Arthritis mittels MRI ausgeschlossen wurden (vgl. vorstehend E. 3.10 und
Urk.
7/46/5-6).
Auch di
e weitere fachärzt
liche
A
bklärung durch
Dr.
C._
ergab keine weiteren
somatischen Diagnosen
. Auch er machte auf nicht nachvollziehbare Limitierungen sowie den Verdacht auf Selbstlimitierung aufmerksam und erwähnte Diskrepanzen in der Untersu
chung
(vgl. vorstehend E.
3.8).
Bezüglich der Arbeitsfähigkeit
gab
Dr.
E._
in ausführlicher Weise
an, es bestehe
weitgehend Konsens, dass die angestammte Tätigkeit
der Beschwerdeführerin
seit Dezember 2016
nicht mehr zumutbar sei
, zumal sie häufiges Stehen, Zwangs
haltungen und schweres Heben aus ungünstigen Positionen
erfordere. Anhand der vorliegenden medizinischen Berichterstattung, der Befragung und körper
lichen Untersuchung sei bei der Beschwerdeführerin ein somatischer Gesund
heitsschaden ausgewiesen, der mit einer Belastungsminderung des Achsenskeletts einhergehe.
So sei die
Geh- und Stehbelastbarkeit deutlich reduziert
, d
er Pausen
bedarf erhöht
, e
s bestehe eine verminderte Durchhaltefähigkeit
und
Tätigkeiten mit Heben oder Tragen von Lasten über 5 kg, Heben aus der Hocke, Verharren in Zwangshaltungen, repetitive Rumpfdrehungen und –
beugungen
oder HWS-Rotationen, kniende, gebückte, vornüber geneigte oder rein stehende Tätigkeiten sowie überwiegende Überkopfarbeiten oder Armvorhalte seien nicht geeignet
.
Dr.
E._
beurteilte l
eichte Tätigkeiten in Wechselbelastung mit der Möglichkeit zum Wechsel zwischen Sitzen, Stehen und Gehen
als
medizinisch-theoretisch
mit vollschichtiger Präsenz und einer zusätzlichen Pause von 6 Minuten pro Arbeits
stunde, somit zu 90
%
,
zumutbar
seit dem 2
4.
Januar 201
7.
Angesichts der gestellten Diagnosen, der erhobenen objektiven Befunde und der Ausführungen der involvierten Ärzte rechtfertigt es sich vorliegend
,
auf diese Einschätzung abzustellen. Zu einem ähnlichen Schluss kam denn auch der die Beschwerde
führerin betreuende Hausarzt
Dr.
H._
(vgl. vorstehend E. 3.11),
welcher die Beschwerdeführerin seit dem 1
6.
November 2018 wieder als zu 100
%
arbeits
fähig beurteilte.
4.2
I
n Bezug auf die in der Beschwerde geltend gemachten ärztlichen Beurteilungen
(
Urk.
1 S. 4 ff.)
bleibt anzumerken,
dass entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin auch die Ärzte des
Spitals Y._
von der Möglichkeit einer schrittweisen Wi
e
deraufnahme der beruflichen Tätigkeit ab dem
6.
Februar 2017 ausgingen (vgl. vorstehend E. 3.1).
Zudem beurteilte
Dr.
Z._
die Beschwerdeführerin in seinem Bericht vom März 2017 lediglich als vorüber
gehend
, voraussichtlich drei Monate,
zu 100
%
arbeitsunfähig
und führte aus, es könne mit einer Wiederaufnahme der bisherigen Tätigkeit beziehungsweise Erhö
hung der Einsatzfähigkeit gerechnet werden
(vgl. vorstehend E. 3.2).
Der ehema
lige Hausarzt
Dr.
B._
schrieb die Beschwerdeführerin zwar vom 1
3.
Dezember 2016 bis 3
1.
Juli 2017 zu 100
%
arbeitsunfähig,
erwähnte jedoch auch, dass er ab dem
1.
August 2017 einen Arbeitsversuch starten möchte (vgl. vorstehend E. 3.3).
Im Juni 2017
attestierten die Ärzte des
Spitals Y._
die Beschwerde
führerin bis Ende April 2017 zu 100
%
arbeitsunfähig und führten aus, dass eine sukzessive Wiedereingliederung gewünscht und ein Teilzeitpensum gegebenen
falls zu 50
%
gut denkbar sei.
Indem sie davon ausgingen, dass
b
ei einer 100%igen Arbei
tstätigkeit
eine verminderte Leistungsfähigkeit bestehe
, wobei diese Beurteilung abzuwarten sei
(vgl. vorstehend E. 3.4)
, widerspricht dies der Einschätzung der RAD-Untersuchung jedenfalls nicht.
Der Bericht von
Dr.
C._
vom November 2017 ist insoweit widersprüchlich, als er einerseits zwar angibt, es bestehe seit Dezember 2016 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit und auch in einer Verweistätigkeit sei zurzeit kaum von einer höheren Arbeitsfähigkeit auszugehen, andererseits hingegen ausdrücklich darauf aufmerksam macht, dass die Limitie
rungen in der körperlichen Untersuchung nur bedingt nachvollziehbar und die Schmerzmedikation ungenügend seien und zudem nur schwer nachvollziehbar sei, dass die Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit anhaltend zu 100
%
arbeitsunfähig sei (vgl. vorstehend E. 3.6).
Im Bericht vom April 2018 erwähnte
Dr.
C._
wiederum nicht oder nur schwierig nachvollziehbare Limitie
rungen sowie einen Verdacht auf Selbstlimitierung und machte auf Diskrepanzen in der Untersuchung aufmerksam.
Er ging nunmehr davon aus, dass in einer Verweistätigkeit eine Restarbeitsfähigkeit bestehe, wobei diese aufgrund
der
erwähnten
Selbstlimitierung s
chwierig zu quantifizieren sei (vgl. vorstehend E. 3.8).
Nach dem Gesagten können aus
den
erwähnten
Be
urt
eilungen, welche allesamt
vage Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit, insbesondere in einer Verweistätigkeit, enthalten, keine
Rückschlüsse betreffend somatisch bedingten Einschränkungen gezogen werden
, die der RAD-Untersuchung entgegenstehen wü
r
den
.
Des Weiteren ist
auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass
Hausärztinnen und Hausärzte wie überhaupt behandelnde Arztpersonen beziehungsweise Therapie
kräfte mitunter im Hinblick auf ihre auf
tragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Schliesslich kann auch mit Blick auf das Verlaufsprotokoll der Eingliederungsberatung (
Urk.
7/90) auf die RAD-Untersuchung abgestellt werden.
So ist
dem Eintrag vom Januar 2020
zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin nicht an einer Rente interessiert sei und weiterhin Arbeitsvermittlung wünsche, sie sei motiviert (S.12 unten).
Am
7.
Juli 2020 wurde festgehalten, dass die Massnahme der Arbeitsvermittlung infolge Zeitablauf beendet werde und die Beschwerdeführerin aufgrund der bisherigen Unterstützung in der Eingliederung selbständig auf Stellensuche gehen könne. Sie sei weiterhin bei der Regionalen Arbeitsvermittlung (RAV) gemeldet und erhalte Arbeitslosentaggelder (S.15).
Zwar ist den begutachtenden Medizinern und den Fachleuten der Berufsberatung eine enge, sich gegenseitig ergänzende Zusammenarbeit erforderlich (BGE 107 V 17 E. 2b; vgl. BGE 140 V 193 E. 3.2 mit weiterem Hinweis). Nach der Rechtsprechung ist die Frage nach den noch zumut
baren Tätigkeiten und Arbeitsleistungen nach Massgabe der objektiv feststell
baren Gesundheitsschädigung aber in erster Linie durch die Ärzte und nicht durch die Eingliederungsfachleute auf der Grundlage der von ihnen erhobenen, subjek
tiven Arbeitsleistung zu beantworten (Urteile des Bundesgerichts 9C_396/2014 vom 15. April 2015 E. 5.4 und 9C_401/2014 vom 26. November 2014 E. 4.2.2; je mit Hinweis). Dies hat umso mehr zu gelten, wenn - wie vorliegend - die Experten selbstlimitierendes Verhalten feststellen (Urteil des Bundesgerichts 9C_646/2015 vom 19.Mai 2016 E. 4.4).
4.3
Nach dem Gesagten kann
insbesondere
ausgehend vom RAD-Untersuchungsbericht von
Dr.
E._
sowie unter Berücksichtigung des Berichts von
Dr.
D._
davon ausgegangen werden, dass der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin
sowohl
in somatischer
als auch in psychiatrischer
Hinsicht ausreichend abgeklärt wurde. In B
ezug auf den
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin
sind in anti
zipierter Beweiswürdigung keine weiteren Abklä
rungen nötig (BGE 124 V 94 E. 4b, 122 V 157 E. 1d), da nicht davon auszugehen ist, dass weitere medizinische Abklärungen mit überwiegender Wahrscheinlich
keit zu einem ande
ren Ergebnis führen würden. Gestützt auf den Bericht von
Dr.
D._
vom Februar 2018 ist davon auszugehen, dass
kein psychisches Leiden von Krankheitswert und entsprechend auch
keine relevante langandauernde psychiatrische Arbeitsun
fähig
keit vorliegt, weshalb aus Gründen der Verhältnis
mässigkeit von einem struktu
rierten Beweisverfahren abgesehen werden kann
.
Demnach i
st der medizinische Sachverhalt
als dahingehend erstellt zu betrachten, dass der Beschwerdefüh
rerin die angestammte Tätigkeit in der Cafeteria
nicht mehr möglich ist. Eine angepasste, wechsel
be
lastende Tätigkeit ist ihr jedoch zu
9
0 % zumutbar.
5.
5.1
Es bleibt damit die Prüfung der erwerblichen Auswirkungen dieser Ein
schrän
kungen aufgrund eines Einkommensvergleiches vorzunehmen.
5.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 144 I 103 E. 5.3, 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invaliden
versicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 f. zu Art.
28a
).
5.3
Die Beschwerdeführerin war seit dem Jahr 1998 im
Spital Y._
als Mitar
beiterin Restaurationsbetrieb angestellt
(
Urk.
7/12). Ende 2018 wurde das Arbeits
verhältnis aufgelöst
(
Urk.
7/49,
Urk.
7/60
/3-4
)
. Sie
erzielte
im Jahre 2017
in einem Pensum von 100
%
ein Einkommen von
Fr.
65'493.45 (vgl.
Urk.
7/12 S. 5
Ziff.
5.1)
, welches die Beschwerdegegnerin als
Valideneinkommen
festsetzte.
Dies ist grundsätzlich nicht zu beanstanden, jedoch ist es in Abweichung der Berech
nung der Beschwerdegegnerin
der frauenspezifi
schen Nominallohnentwicklung von 0.5 % im Jahr 2018 sowie 1.0 % im Jahr 2019 (Entwicklung der Nominal
löhne, der Konsumenten
preise und der Reallöhne; vgl. www.bfs.admin.ch, Statis
tiken, Arbeit und Erwerb) anzupassen, womit sich für das Jahr 2019 ein
Validen
einkommen
von
Fr.
66'479.15 ergibt (
Fr.
65'493.45 x 1.005 x 1.01).
5.4
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss LSE herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1). Dabei sind grundsätzlich die im Verfü
gungs
zeit
punkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Renten
revisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Mass
gabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reich
muth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
5.5
Die Beschwerdeführerin kann die angestammte Tätigkeit als
Mitarbeiterin Restaurationsbetrieb
nicht mehr ausüben. Eine angepasste, wechselbelastende Tätigkeit ist ihr jedoch zu
9
0 % zumutbar (vorstehend E. 4.
3
).
Aus medizinisch-theoretischer Sicht ist der Beschwerdeführerin eine körperlich leichte Tätigkeit in Wechselbelastung mit der Möglichkeit zum Wechsel zwischen Sitzen, Stehen und Gehen (vgl. vorstehend E.
4
.1) zumutbar.
Ent
sprechend stellte die Beschwerdegegnerin zu Recht auf das von Frauen für ein
fache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art durchschnittlich erz
ielte Einkommen ab (Urk. 7/92).
Dies ist nicht zu bean
standen und wurde von der Beschwerdeführerin auch nicht substantiiert be
stritten (vgl. Urk. 1).
Ausgehend von der Lohnstrukturerhebung (LSE) 2018 des Bundesamtes für Statistik beträgt der Lohn für Frauen in einfachen Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art für das Jahr 2018 Fr. 4'371.-- (LSE 2018, TA1_triage_skill_level, Total Frauen, Kompetenzniveau 1). Auf
gerechnet auf ein Jahr und unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden sowie der Nominallohnentwicklung von 1
%
beläuft sich das Inva
lideneinkommen für das Jahr 2019 auf Fr. 5
5
'
228
.
--
, respektive
Fr.
49'705.20 in dem der Beschwerde
führerin zumutbaren 90%-Pensum.
Auf einen leidensbedingten Abzug verzichtete die
Beschwerdegegnerin
(vgl. Urk. 7
/
92 S. 1 unten).
Dies wurde von der Beschwerdeführerin bemängelt (
Urk.
1 S. 12 f.).
5.6
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
sch
nitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienst
jahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswir
kungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurch
schnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht auto
ma
tisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzel
fall nach pflicht
gemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalidenein
kommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der
medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht
zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (BGE 146 V 16 E. 4.1 mit Hinweisen).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Ver
waltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137
V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwer
de
instanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
5.7
Mit Bezug auf den behinderungs- beziehungsweise leidensbedingten Abzug ist zu beachten, dass das medizinische Anforderungs- und Belastungsprofil eine zum zeitlich zumutbaren Arbeitspensum tretende qualitative oder quantitative Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit darstellt, wodurch in erster Linie das Spektrum der erwerblichen Tätigkeiten (weiter) eingegrenzt wird, welche unter Berück
sich
tigung der Fähigkeiten, Ausbildung und Berufserfahrung der versicherten Person
realistischerweise
noch in Frage kommen. Davon zu unterscheiden ist die Gegen
stand des Abzugs vom Tabellenlohn bildende Frage, ob mit Bezug auf eine kon
kret in Betracht fallende Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage verglichen mit einem gesunden Mitbewerber nur bei Inkaufnahme einer Lohneinbusse reale Chancen für eine Anstellung bestehen (Urteil des Bundesgerichts
8C_297/2018 vom 6. Juli 2018 E. 3.5).
Ist von einem genügend breiten Spektrum an zumut
ba
ren Verweisungstätigkeiten auszugehen, können unter dem Titel leidensbe
dingter Abzug grundsätzlich nur Umstände berücksichtigt werden, die auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG) als ausserordentlich zu bezeichnen sind (
Urteil des Bundesgerichts 8C_725/2020 vom 22. Dezember 2020 E. 4.4.1 mit Hinweis).
Bezüglich
des verlangten leidensbedingten Abzugs kann vorab auf das Urteil des Bundesgerichts 8C_219/2019 vom 30. September 2019 E. 5.2, welches seiner ständigen Rechtsprechung entspricht, verwiesen werden.
Gemäss
dieser bundes
ge
richtlichen Rechtsprechung wurde i
m Zumutbarkeitsprofil dem Bedarf nac
h Pausen bereits durch die auf 9
0
%
reduzierte Leistungsfähigkeit bei einer ganz
tägigen Präsenzzeit Rechnung getragen. Würde dies zusätzlich beim leidens
bedingten Abzug berücksichtigt, käme dies einer doppel
ten Anrechnung dessel
ben Gesichtspunkts gleich (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_535/2017 vom 1
4.
Dezember 2017 E. 4.6, nicht veröffentlicht in
BGE 143 V 431
, dafür aber in SVR 2018 IV Nr. 20 S. 63; Urteil 8C_570/2018 vom 1
0.
April 2019 E. 4.3.1 mit Hinweis).
Weiter bietet der ausgeglichene Arbeitsmarkt
gemäss
dem erwähnten Urteil des
Bundesgerichts 8C_219/2019 vom 30. September 2019 E. 5.2
im Kompetenzniveau 1 ein hin
reichendes Spektrum an körperlich leichten Tätig
keiten, die vorwiegend im Sitzen auszuführen sind, kein Heben und Tragen von Lasten über 5 kg, keine Zwangs
positionen der Hüftgelenke wie Abhocken oder Kauern, kein Absolvieren längerer Gehstrecken und kein Überwinden von
Höhendifferenzen wie Treppen, Leitern oder Gerüste erfordern. Das vorliegend vom
RAD
definierte Belastungsprofil der Beschwerdeführerin
ist ähnlich und rechtfer
tigt somit gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung keinen leidens
be
dingten Abzug. Rechtsprechungsgemäss ist der Umstand allein, dass nur noch leichte bis mittelschwere Arbeiten zumutbar sind, auch bei einge
schränkter Leistungsfähigkeit kein Grund für einen zusätzlichen leidensbedingten Abzug, weil der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundesgerichts 9C_507/2020 vom 29. Oktober 2020 E. 3.3.3.2 mit Hinweisen).
5
.
8
Ob das Merkmal «Alter» einen Abzug vom Tabellenlohn rechtfertigt, ist jeweils unter Berücksichtigung aller konkreter Umstände des Einzelfalls zu prüfen. Dies gilt insbesondere im Bereich der Hilfsarbeiten auf dem hypothetischen ausge
gli
chenen Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG), wo sich ein fortgeschrittenes Alter gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht zwingend lohnsenkend auswirken muss. Hilfsarbeiten werden auf dem massgebenden ausgeglichenen Stellenmarkt altersunabhängig nachgefragt (BGE 146 V 16 E. 7.2.1 mit Hinweisen). Vorliegend ist kein Grund ersichtlich, wonach im konkret zu
beurteilenden Fall das Alter der Beschwerdeführerin
Auswir
kungen auf die
Lohnhöhe hat beziehungsweise die
Be
schwerdeführer
in
die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausge
glichenen Arbeitsmarkt nur mit unterdurch
schnittlichem erwerblichem
Erfolg verwerten kann, zumal sie
lediglich in allgemeiner Weise ausführte,
sie sei bereits 56 Jahre alt (
Urk.
1 S. 13 oben). Es ist richtig, dass die
Beschwerdeführer
in
im Zeitpunkt der Verfügung im Jahr 20
20 56
Jahre alt
war
und
b
is zur Anmeldung bei der Invalidenversicherung langjährig als
Mitarbeiterin Restaurationsbetrieb
tätig
war.
Von
ihrer langjährigen Erfahrung
kann
sie
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt profi
tieren. Ausserdem verfügt
sie
über ein
sehr gutes Arbeits
zeugnis (
Urk.
7/
60/3-4
),
welches
sie
als sehr ge
schätzte
Arbeitnehmer
in ausweist und ihr
auf dem aus
geglichenen Arbeitsmark
t zu Gute kommt.
Zu berücksichtigen ist auch, dass rechtsprechungsgemäss nicht von einer nur noch kurzen Aktivitätsdauer auszugehen ist, was positiv zu werten ist. Ein Abzug vom Tabellenlohn wegen des Alters lässt sich folglich nicht begründen. Ein Ab
weichen von der bundesgerichtlichen Rechtsprechung fällt demnach ausser Be
tracht.
5
.
9
A
uch ein Arbeitsplatz mit zu
sätzlichen Pausen
darf
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt als vorhanden ange
nommen werden (vgl. etwa Urteil des Bundes
gerichts 8C_740/2014 vom 11. Febru
ar 2015 E. 3.4.3). Der ausgeglichene Arbeits
markt umschliesst einerseits ein be
stimmtes Gleich
gewicht zwischen dem Ange
bot von und der Nachfrage nach Stellen sowie be
zeichnet andererseits einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fä
cher verschiedenartiger Stellen offen hält, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsicht
lich des körperlichen Einsatzes (BGE 110 V 273 E. 4b; ZAK 1991 S. 321 E. 3b und 1985 S. 462 E. 4b; vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.2). An die Konkre
tisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind praxisgemäss nicht übermässige Anforderungen zu stellen. Für die Invaliditäts
bemessung ist nicht darauf abzustellen, ob eine inva
lide Person unter den konkreten Arbeits
markt
verhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob sie die ihr ver
bliebene Arbeitskraft noch wirt
schaftlich nützen könnte, wenn die verfügba
ren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (AHI 1998 S. 290 f. E. 3b; Urteile des Bundesgerichts I 273/04 vom 29. März 2005, I 591/02
vom 5. Mai 2004, I 285/99 vom 13. März 2000 und U 176/98 vom 17. April 2000
). Der ausgeglichene Arbeitsmarkt umfasst schliesslich auch sogenannte Nischen
arbeitsplätze, also Stellen- und Arbeits
angebote, bei welchen Behinderte mit ein
em sozialen Entge
genkommen von
seiten des Arbeitgebers rechnen kön
nen (Urteile des Bundes
gerichts 9C_95/2007 vom 29. August 2007 E. 4.3 und 9C_98/2014 vom 22. April 2014 E. 3.1, je mit Hinweisen).
Nach der bundesgerichtlichen Recht
sprechung fällt sodann der Umstand, dass die Stellensuche altersbedingt erschwert sein mag, als invaliditätsfremder Faktor ausser Betracht (Urteil des Bundesgerichts 8C_296/2020 vom 25. November 2020 E. 6.3.2 mit Hinweisen).
Weil ein neuer Arbeitsplatz stets mit einer Eingewöhnungsphase einhergeht, ver
mag auch ein allfälliger Anpassungsaufwand keinen Tabellenlohnabzug zu recht
fertigen (Urteil des Bundesgerichts 9C_226/2020 vom 13. August 2020 E. 5.2 mit Hinweisen), zumal keine Anhaltspunkte vorliegen, welche ein Abweichen von der genannten bundesgerichtlichen Rechtsprechung ermöglichen würden.
5.10
Im Lichte di
eser Grundsätze vermögen die von
der
Beschwerdeführer
in
ange
führten Umstände jedenfalls keinen Abzug vom Tabellenlohn zu rechtfertigen.
Der Vergleich des
Valideneinkommen
von Fr. 66'479.15 (vgl. E. 5.3) mit dem Invaliden
ein
kommen von Fr. 49'705.20 (vgl. E. 5.5) ergibt eine Einkommens
einbusse von Fr. 16'773.95 und damit einen nicht rentenbegründen Invaliditäts
grad von 25 %.
Dementsprechend hat die
Beschwerdeführerin
keinen Anspruch auf eine Rente, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die
Gerichtskosten
sind nach dem Verfah
rens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
8
00.
--
anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie de
r
unterliegenden Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen
.