Decision ID: 824b5790-ebd4-5cb9-b786-367a25e8cfbb
Year: 2014
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Eliano Mussato, Bellevuestrasse 1b, Postfach,
9401 Rorschach,
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St.Galler Gerichte
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rentenrevision (Einstellung)
Sachverhalt:
A.
A._ meldete sich am 19. Februar/2. März 1998 wegen seit Juli 1997 bestehender
Rückenprobleme (Bandscheibe operiert) zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an und beantragte namentlich Umschulung und eventuell eine
Rente. Die Arbeitgeberin bescheinigte am 12. März 1998, der Versicherte sei seit dem
14. August 1989 als Bauarbeiter angestellt. Dr. med. B._, Allgemeinmedizin FMH,
gab in seinem Arztbericht vom 11. März 1998 an, der Versicherte leide an einem
lumbovertebralen Syndrom nach Discushernienoperation L5/S1 am 21. August 1997.
Er sei vom 11. August 1997 bis 11. Januar 1998 zu 100 % und anschliessend bis
16. Januar 1998 zu 50 % arbeitsunfähig gewesen. Seither sei er zu 100 %
arbeitsunfähig. Es scheine sinnvoll, den Versicherten in eine den Rücken weniger
belastende Arbeit umzuschulen. Am 23. November 1998 sprach die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle ihm eine Umschulung in Form einer Einarbeitung
an CNC-Fräsmaschinen für die Zeit vom 1. November 1998 bis 31. Oktober 1999 zu,
die sie am 29. November 1999 noch bis Ende Mai 2000 verlängerte. Mit Verfügung vom
24. Juli 2000 stellte sie fest, der Versicherte sei rentenausschliessend eingegliedert. Am
21. August 2000 (act. 35) meldete die Sozialhilfestelle bezugnehmend auf diese
Verfügung, der Versicherte habe einen Rückfall erlitten und sei seit dem 10. Juli 2000
wieder voll arbeitsunfähig. Nach Angaben von Dr. B._ werde er sich voraussichtlich
nochmals einer Rückenoperation unterziehen müssen. Es sei der weitere Anspruch auf
Massnahmen und Leistungen zu prüfen. Dr. B._ (am 17. August 2000) und Dr. med.
C._, Spezialarzt FMH für orthopädische Chirurgie (am 14. November 2000),
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attestierten dem Versicherten eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %, Prof. Dr. med. D._,
Facharzt für Neurochirurgie FMH, berichtete am 12. März 2001 von einer Operation
vom 8. September 2000, Dr. med. E._, Sozialpsychiatrische Beratungsstelle,
attestierte dem Versicherten am 11. April 2001 ebenfalls eine Arbeitsunfähigkeit von
100 % (ab 14. August 2000; act. 42-2/2) und Dr. med. F._, Klinik für Neurochirurgie
am Kantonsspital St. Gallen, erklärte am 23. April 2001, die Arbeitsfähigkeit für leichte,
rückengerechte Tätigkeit liege bei 50 %. Im Arztbericht vom 8. Juni 2001 (act. 44) gab
Dr. B._ in der Folge an, es lägen eine Depression und eine Lumboischialgie links bei
St. n. lumbaler Hemilaminektomie L5/S1 links am 21.08.97 und Refenestration L5/S1
links mit Renukleotomie in mikrochirurgischer Technik am 08.09.2000 bei
Discushernienrezidiv L5/S1 vor. Aktuell sei kein Discushernienrezidiv nachweisbar. Seit
dem 14. August 2000 sei der Versicherte voll arbeitsunfähig. Von der Klinik für
Neurochirurgie sei er ab 9. Januar 2001 zwar unter dem Aspekt des Rückenleidens
wieder für zu 50 % arbeitsfähig erklärt worden, doch bestehe aufgrund der
Gesamtsituation eine reaktive Depression. Vom behandelnden Psychiater sei eine
Arbeitsunfähigkeit von 100 % bestätigt worden. Eine Prognose sei gegenwärtig
schwierig abzuschätzen. Sollte sich die Situation wieder verbessern, sei die
Arbeitsfähigkeit als CNC-Fräser wieder gegeben. Dem beigelegten Bericht der Klinik
G._ vom 4. Mai 2001 war zu entnehmen, dass von einer Operation im Bereich der
Lendenwirbelsäule abzuraten sei. Dr. E._ attestierte dem Versicherten in einem
Arztbericht vom 6. Juli 2001 (act. 45) für die Zeit ab 1. September 2000 - bei der
Diagnose einer undifferenzierten Somatisierungsstörung seit ca. Juni 2000 - eine
Arbeitsunfähigkeit von 100 % als CNC-Fräser und in allen anderen Tätigkeiten. Auch
berufliche Massnahmen seien zurzeit nicht möglich. Bis zum 31. Mai 2000 habe der
Versicherte in einer Werkstatt für Behinderte gearbeitet. Nachdem er arbeitslos
geworden sei, hätten sich die Beschwerden verstärkt. Sein Gesundheitszustand habe
sich seit Juni 2000 leicht, seit September 2000 stark verschlechtert (Re-Operation
wegen Discushernie). Eine Überprüfung in einem Jahr sei empfehlenswert (act. 45-5/5).
In einem Verlaufsbericht vom 28. September 2001 (act. 55) gab Dr. B._ unter
anderem bekannt, zurzeit sei aufgrund der Rückenbeschwerden und der
psychiatrischen Diagnosen nicht mit einer Wiederaufnahme der Arbeit zu rechnen.
Aufgrund der Rückensituation könnten leichtere Tätigkeiten allenfalls wieder versucht
werden, nach Auskunft des Psychiaters und aufgrund des Verlaufes handle es sich
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jedoch am ehesten um eine Somatisierungsstörung, deren Prognose schlecht sei. Trotz
intensiver psychiatrischer Behandlung einschliesslich Psychopharmaka-Therapie und
trotz Schmerztherapie hätten sich die Beschwerden nicht wesentlich geändert. Am
14. Dezember 2001 sprach die IV-Stelle dem Versicherten ab 1. August 2001 eine
ganze Rente bei einem Invaliditätsgrad von 100 % zu. Vom 13. August 1997 bis August
2000 seien leichte angepasste Tätigkeiten voll zumutbar gewesen. Im August 2000
habe sich eine Verschlechterung ergeben, sodass der Rentenanspruch im August 2001
beginne.
B.
B.a Im Fragebogen für die Revision der Invalidenrente gab der Versicherte am
23. September 2006 (act. 66) an, sein Zustand sei gleich geblieben. – Dr. B._ erklärte
in seinem Verlaufsbericht vom 10. November 2006 (act. 69) unter Beilage
verschiedener spezialärztlicher Berichte, der Gesundheitszustand des Versicherten sei
stationär bis sich verschlechternd. Es lägen (geändert) folgende Diagnosen vor:
(erstens) ein chronisches lumbospondylogenes Syndrom bei St. n.
Discushernienoperation L5/S1 links im August 1992 (gemeint wohl: 1997) und
Reoperation im September 2000, bei Rest-/ Rezidivdiscushernie L5/S1 und depressiver
Reaktion, (zweitens) chronische Spannungstypkopfschmerzen und (drittens) eine
Dyspepsie. Es persistierten lumbale Rückenschmerzen mit Ausstrahlung ins linke Bein
und teilweise Schwäche im linken Bein. Es seien immer wieder Exazerbationen
aufgetreten, die jeweils längere Pausen bei einer Arbeit erfordern würden. Der
Versicherte sei stark auf das Krankheitsbild fixiert und unfähig, sich davon zu
distanzieren und etwas zu unternehmen. Es bestünden eine zunehmende Regression
und Passivität. Eine psychotherapeutische Behandlung sei vom Versicherten
abgebrochen worden. Die Arbeit als CNC-Fräser an rückenadaptiertem Arbeitsplatz
wäre theoretisch aus somatischen Gründen wahrscheinlich zu ca. 50 % noch
zumutbar, doch sei der Versicherte vom damals behandelnden Psychiater voll
arbeitsunfähig geschrieben worden. Eine leichtere Hilfstätigkeit an einem
rückenadaptierten Arbeitsplatz wäre möglicherweise während maximal drei bis vier
Stunden pro Tag zumutbar. Das müsste in einem "Arbeitsversuch (geschützte
Werkstätte?)" probiert werden. Der Versicherte sei dabei wahrscheinlich durch
Konzentrationsstörungen und Kopfschmerzen beeinträchtigt. Auf Vorschlag des
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Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) der Invalidenversicherung wurde am 29. Mai
2007 eine interdisziplinäre Begutachtung veranlasst. Im Gutachten vom 17. Dezember
2007 (act. 82; basierend auf einer Abklärung vom September 2007) gab das H._ als
Hauptdiagnosen an:
1. Chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom linksbetont
- DD: chronisches residuelles sensomotorisches Ausfallsyndrom L5/S1 links
- radiomorphologisch Rest- respektive Rezidivdiscushernie L5/S1 mit beglei-
tendem postoperativem Narben- und Granulationsgewebe entlang der discalen
Resektionsstelle medio-linkslateral mit möglicher Wurzelirritation S1 links,
anlagebedingt eher engem ossärem Spinalkanal im mittleren LWS-Bereich mit
spondylogener mässiger Foraminaleinengung L5 bds. und möglicher Wurzelirritation L5
bds., Multietagen-Spondylarthrose
- muskuläre Dysbalance mit Abschwächung der abdominellen und
rückenstabilisierenden Muskulatur
- St. n. DH Operation L5/S1 links 8/1997 und 8.9.2000
- Verdacht auf deutliche psychosoziale Überlagerung
2. Chronisches rezidivierendes cervico-cephales Schmerzsyndrom
- leicht ausgeprägte Myogelose der Suboccipital- und Trapeziusmuskulatur
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien (erstens) eine anhaltende somatoforme
Schmerzstörung, (zweitens) ein inkomplettes metabolisches Syndrom und (drittens)
chronisch-rezidivierende Kopfschmerzen. Für eine körperlich leichte bis mittelschwere,
in Wechselbelastung auszuübende Tätigkeit ohne längeres fixiertes Stehen oder Sitzen
an Ort und ohne stereotype Rotationsbewegungen von HWS und LWS und für die
Tätigkeit als CNC-Fräser bestehe eine medizinisch-theoretische Leistungsfähigkeit von
50 %. Körperlich leichte, gemäss den genannten Kriterien adaptierte Tätigkeiten seien
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mit einer Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 80 % (ganztägige Arbeitsfähigkeit mit
einer Leistungseinbusse von 20 %) zumutbar. Diese liege sicherlich ab September
2007 vor. Seit 2001 habe sich offensichtlich aus psychiatrischer Sicht eine erhebliche
Verbesserung eingestellt, während die somatische Situation relativ unverändert
geblieben sei. Der Versicherte halte sich für nicht mehr arbeitsfähig. Diese Diskrepanz
zur medizinischen Einschätzung rühre von der somatoformen Schmerzstörung, die mit
einer deutlichen Selbstlimitierung einhergehe. Da relevante psychiatrische Diagnosen
fehlten, sei dem Versicherten die Willensanstrengung zumutbar, sich beruflich zu
reintegrieren. Ausserdem seien bei der Untersuchung Inkonsistenzen aufgefallen. Es
bestehe eine deutliche Diskrepanz zwischen den subjektiv geschilderten Beschwerden
und den objektivierbaren Befunden. Mit der Einschätzung durch Dr. B._ bestehe eine
gute Übereinstimmung, hingegen nicht mit derjenigen der Sozialpsychiatrischen
Beratungsstelle. Es liege nämlich keine Somatisierungsstörung, sondern eine
anhaltende somatoforme Schmerzstörung vor. Da sich diese definitionsgemäss beim
Fehlen relevanter psychopathologischer Symptome nicht auf die Arbeitsfähigkeit
auswirke, könne jene Einschätzung nicht nachvollzogen werden. Da die damaligen
Berichte ungenügend erscheinen würden und die Arbeitsfähigkeit schlecht
eingeschätzt worden sei, habe sich seither - mindestens auf medizinisch-theoretischer
Ebene - eine erhebliche Verbesserung eingestellt. Berufliche Massnahmen seien nicht
zu empfehlen.
B.b Mit Verfügung vom 25. März 2008 (act. 101) stellte die IV-Stelle den Renten
anspruch des Versicherten auf das Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden
Monats hin ein und entzog einer allfälligen Beschwerde dagegen sinngemäss die
aufschiebende Wirkung. - Der Versicherte liess am 28. April 2008 Beschwerde erheben
und beantragen, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, eventuell sei die Sache
zur Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, subeventuell sei ein
ergänzendes Gutachten anzuordnen. Die IV-Stelle beantragte die Abweisung der
Beschwerde. Da vieles dafür spreche, dass sich der psychische Gesundheitszustand
nicht verbessert habe, sondern der Versicherte schon bei Erlass der ursprünglichen
Verfügung psychiatrisch gesehen voll arbeitsfähig gewesen sei, sei zweifelhaft, ob ein
Revisionsgrund vorliege. Eine Anpassungsverfügung könne aber auch mit der
substituierten Begründung der Wiedererwägung geschützt werden. Eine somatoforme
Schmerzstörung oder ein ähnliches Leiden schränke die Arbeitsfähigkeit nur unter
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bestimmten Voraussetzungen ein. Die ursprüngliche Verfügung sei zweifellos unrichtig.
Ein Rentenanspruch hätte damals angesichts der Rechtsprechung abgewiesen werden
müssen. Mit Eingabe vom 18. September 2008 liess der Versicherte mitteilen, er sei
seit Februar 2008 bei Dr. E._ in Behandlung. Der Arzt beurteile die Arbeitsunfähigkeit
wie ein anderer Psychiater mit 100 % aus psychischen Gründen. Am 24. Februar 2009
liess der Versicherte dem Gericht im Sinn einer Replik einen Bericht von Dr. E._ vom
5. Februar 2009 (act. 124) zustellen. Dr. E._ hatte in dem Bericht erklärt, es lägen eine
anhaltende somatoforme Schmerzstörung und eine depressive Episode vor. Es handle
sich um ein gereizt-depressives Zustandsbild. Die Depression scheine dadurch
begründet, dass der Versicherte die körperlich-medizinischen Probleme psychisch
nicht verarbeiten könne. Die Symptome seien Ausdruck eines Selbstwertverlusts
aufgrund der Erkrankung (denn davor hätten noch keine Eheprobleme bestanden). Die
psychischen Beschwerden seien zwar z.B. in der Freizeit weniger stark ausgeprägt als
unter dem Leistungsdruck an einem Arbeitsplatz. Und es möge sein, dass sich die
Beschwerdesituation aufgrund der finanziellen Entlastung durch die Rente mit der Zeit
stabilisiert habe. Das erlaube aber nicht den Umkehrschluss, dass die Belastbarkeit
zugenommen habe. Es bestehe vielmehr der Eindruck, dass diese noch genau so
gering sei wie zurzeit des ersten IV-Berichts im Juli 2001. - Mit Entscheid vom 22.
Februar 2010 (act. 126) hob das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen die
Verfügung vom 25. März 2008 auf und wies die Sache zu weiteren Abklärungen an die
IV-Stelle zurück. Die Arbeitsfähigkeit unter rheumatologischem Aspekt sei nicht
ausreichend klar. Eine Arbeit als CNC-Fräser sei diesbezüglich als zu 50 % zumutbar
betrachtet worden, wenn dabei gewisse Faktoren (einzuhaltende Positionen,
ungünstige Bewegungen) vermieden werden könnten. In der Gesamtbeurteilung sei
indessen für körperlich leichte, den gleichen Kriterien entsprechende Tätigkeiten eine
Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 80 % angegeben worden, obwohl der
Rheumatologe eine höhere Arbeitsfähigkeit für leichte Tätigkeiten nicht ausgemacht
habe. Ausserdem sei nicht auszuschliessen, dass die Arbeitsfähigkeitsschätzung
tangiert würde, wenn das Ergebnis einer vom Rheumatologen erwähnten fachärztlichen
neurologischen Abklärung (Elektromyo- und Elektroneurographie) erhoben werde.
Zudem liege der Schluss nahe, dass die Gutachter aus juristischen Gründen (wegen
Fehlens relevanter psychiatrischer Diagnosen, unbewusster Konflikte und eines
primären Krankheitsgewinns) eine "anrechenbare" Arbeitsfähigkeit definiert haben
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könnten, was nicht anginge. Die Rechtsprechung gemäss BGE 130 V 352 bilde im
Übrigen - wie das Bundesgericht in BGE 135 V 201 festgehalten habe - keinen
hinreichenden Anlass, um unter dem Titel der Anpassung an eine geänderte
Gerichtspraxis auf Renten zurückzukommen, welche zu einem früheren Zeitpunkt
mittels formell rechtskräftiger Verfügung zugesprochen worden seien.
B.c Am 11. Januar 2011 erstattete das H._ das daraufhin bei ihm in Auftrag
gegebene zweite Gutachten (act. 135, basierend auf einer Abklärung vom 29.
November 2010). Als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit benannte es
(erstens) ein chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom ohne akute radikuläre
Symptomatik bei leichtgradigem residuellem Ausfallssyndrom S1 links mit etwas
abgeschwächtem Achillessehnenreflex, klinisch und bildgebend ohne Hinweise auf
eine persistierende Neurokompression, bei Status nach dekomprimierenden
Operationen bei Discushernie L5/S1 links 08/1997 und 09/2000, bei Status nach
Implantation einer DCS-Stimulationssonde am 24.10.2001 und Entfernung derselben
am 02.11.2001 bei Therapieresistenz der Beschwerden sowie bei Symptomausweitung
und inadäquat wirkendem Schmerzverhalten und (zweitens) chronische
Schulterschmerzen rechts bei Verdacht auf subakromiales Impingement und bei stark
erschwerter Beurteilbarkeit bei eindeutiger Symptomausweitung und inadäquat
wirkendem Schmerzverhalten. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien eine
anhaltende somatoforme Schmerzstörung und ein inkomplettes metabolisches
Syndrom. Für die Tätigkeiten im Baugewerbe (seit 1997) und als CNC-Fräser (wohl seit
September 2000) bestehe keine Arbeitsfähigkeit mehr. Eine körperlich angepasste
Tätigkeit wäre aus rein somatischer Sicht wahrscheinlich spätestens ab Anfang 2002
wieder im geschilderten Ausmass zumutbar gewesen. Bei der Begutachtung vom
September 2007 habe die ursprünglich gestellte psychiatrische Diagnose nicht mehr
vorgefunden werden können, vielmehr lediglich noch eine anhaltende somatoforme
Schmerzstörung ohne psychiatrische Begleiterkrankung. Mindestens seit damals sei
die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht nicht mehr während längerer Zeit in
wesentlichem Umfang beeinträchtigt gewesen. Seit dem Vergleichszeitpunkt von Mitte
2001 sei es (jedenfalls vor September 2007) zu einer Veränderung der Diagnose
gekommen. Körperlich leichte Tätigkeiten in wechselnder Position, die keine
Bewegungen der Arme oberhalb der Horizontalen oder hinter der Körperebene
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erforderten und bei denen eine Hebe- und Traglimite von 10 kg eingehalten werden
könne, seien dem Versicherten (gegenwärtig) zu 100 % zumutbar.
B.d Der RAD erklärte am 8. Februar 2011 (act. 136), gegenüber der gutachterlichen
Beurteilung von 2007 würden keine neuen medizinischen Fakten vorgelegt, aufgrund
derer sich neue versicherungsmedizinische Gesichtspunkte ergäben. Es stelle sich die
Frage einer Wiedererwägung.
B.e Am 28. Februar 2011 (act. 137) wurde vorgesehen, im Hinblick auf eine künftige
Wiedererwägung zunächst berufliche Massnahmen zu prüfen. Am 6. April 2011
(act. 140) wurde unter anderem ein Valideneinkommen erhoben.
B.f Später, am 1. Februar 2012 (act. 142 f.), wurde ein Einkommensvergleich zwischen
einem
Valideneinkommen von Fr. 70'161.-- (als Fräser) und einem Invalideneinkommen von
Fr. 53'981.-- angestellt. - Mit Vorbescheid vom 17. Februar 2012 (act. 145 f.) wurde
dem Rechtsvertreter des Versicherten in Aussicht gestellt, dessen Rente weiterhin
eingestellt zu behalten. Da der Invaliditätsgrad unter 40 % liege, bestehe kein
Rentenanspruch mehr. Bezüglich beruflicher Eingliederungsmassnahmen werde auf ein
beiliegendes Schreiben verwiesen. Darin (Schreiben vom 16. Februar 2012, act. 147)
war darauf hingewiesen worden, dass somatoforme Schmerzstörungen und ähnliche
Sachverhalte nach aktuellem Recht keinen Anspruch auf die Ausrichtung einer
Invalidenrente mehr begründeten. Mit der auf den 1. Januar 2012 eingeführten IV-
Revision 6a seien die IV-Stellen damit beauftragt worden, die laufenden Renten zu
überprüfen. Es werde Unterstützung beim Wiedereinstieg ins Berufsleben angeboten.
Wenn der Versicherte an Eingliederungsmassnahmen teilnehme, profitiere er bis zu
deren Abschluss bzw. längstens für zwei Jahre vom Anspruch auf Weiterzahlung der
bisherigen Rentenleistungen. Er sei ersucht, den beigelegten Anmeldetalon auszufüllen
und einzureichen.
B.g Der Versicherte liess am 18. April 2012 (act. 150) einwenden, es treffe nicht zu,
dass er zu 100 % arbeitsfähig sei. Dr. med. I._, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie, habe sich mit dem Gutachten auseinandergesetzt und im beigelegten
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Bericht (an den Rechtsvertreter) vom 31. März 2012 begründet, weshalb von einer
Arbeitsunfähigkeit von 80 % auszugehen sei. Auch Dr. B._ erachte die
Voraussetzungen für eine ganze Rente für klar gegeben, wie sich seinem ebenfalls
beigelegten Bericht (an den Rechtsvertreter des Versicherten) vom 11. April 2012
entnehmen lasse. - Dr. I._ hatte eine andauernde Persönlichkeitsänderung nach
chronischem Schmerzsyndrom, eine mittelgradige chronische Depression und eine
anhaltende somatoforme Schmerzstörung diagnostiziert, zum ABI-Gutachten Stellung
genommen und die Diagnose der Persönlichkeitsänderung anhand der einzelnen
Kriterien erläutert. Dr B._ hatte erklärt, der Versicherte leide objektiv unter der
chronischen Schmerzsymptomatik und den schweren Depressionen, die ihn an einem
geregelten Tagesablauf hinderten. An eine berufliche Tätigkeit sei so nicht zu denken.
Unter therapeutischem Aspekt sei die Situation im letzten Herbst (somit 2011)
interdisziplinär nochmals angeschaut worden (am Kantonsspital St. Gallen,
Neurochirurgie und Schmerzzentrum). In der Konklusion (des seinem – Dr. B._s -
Schreiben beigelegten Berichts, welchen der Rechtsvertreter nach der Aktenlage nicht
eingereicht hat) sei eine Rückkehr ins Berufsleben als nicht realistisch bezeichnet
worden. Es sei eine deutliche depressive Verstimmung diagnostiziert worden, was
dem H._-Befund diametral entgegenlaufe. Er (Dr. B._) sei mit den Folgerungen von
Dr. I._ vollumfänglich einverstanden.
B.h Der RAD hielt am 8. Mai 2012 (act. 151) unter anderem dafür, Dr. I._ lasse
ausser Acht, wie die Persönlichkeitsänderung gegenüber der prämorbiden
Persönlichkeit zu beurteilen sei. Es frage sich, wie ihm bei den schlechten
Verständigungsmöglichkeiten die für die schwierig zu stellende Diagnose erforderliche
differenzierte Exploration gelungen sei. Eine somatoforme Schmerzstörung habe er
nicht einmal differentialdiagnostisch erwogen. Eine Auseinandersetzung mit dem stark
selbstlimitierenden Verhalten des Versicherten habe nicht stattgefunden. Der von
Dr. E._ mitgeteilte psychische Befund lese sich, als ob schon 2001 eine
Persönlichkeitsänderung bestanden hätte. Der Bericht von Dr. I._ sei nicht geeignet,
Zweifel an den beiden Gutachten zu begründen.
B.i Mit Verfügung vom 9. Mai 2012 stellte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle die
Rente des Versicherten ein ("bleibt weiterhin eingestellt") und entzog einer allfälligen
Beschwerde die aufschiebende Wirkung. Im Gutachten vom Januar 2011 werde
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festgestellt, dass weiterhin eine volle Arbeitsfähigkeit in angestammter und adaptierter
Tätigkeit bestehe. Es sei festgehalten worden, dass lediglich syndromale Leiden als
Gesundheitsschaden vorlägen. Solche seien nach den neuen gesetzlichen
Bestimmungen nicht als invalidisierend zu betrachten. Es sei dem Versicherten
zumutbar, sie unter Willensanstrengung zur Verwertung der Arbeitsfähigkeit zu
überwinden. Der Invaliditätsgrad betrage 23 %.
C.
Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur. Eliano Mussato für
den Betroffenen am 13. Juni 2012 erhobene Beschwerde. Der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers beantragt, die angefochtene Verfügung sei ersatzlos aufzuheben,
eventuell sei die Sache zur Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen. In der Beschwerdeergänzung vom 10. September 2012 stellt er den
Subeventualantrag, ein ergänzendes Gutachten anzuordnen. Die Begründung des
(zweiten) Gutachtens sei fehlerhaft, die Diagnose wenig einleuchtend, die Beurteilung
widersprüchlich. Die Beschwerdegegnerin halte an den H._- und RAD-Berichten fest,
auch wenn sie in Zweifel gezogen werden müssten. Die betroffene Gutachterstelle
fertige fabrikmässig ab - eine psychiatrische Untersuchung dauere meist gerade
zwanzig Minuten - und schreibe gesund. Dr. I._ habe sich in den beigelegten
Berichten vom 31. März 2012, 1. Juni 2012 und 24. August 2012 mit dem Gutachten
auseinandergesetzt. Dieses tauge als Beurteilungsbasis nicht. Eine Neubeurteilung sei
unerlässlich, vorzugsweise auf Veranlassung des Gerichts. - Dr. I._ hatte unter
anderem dargelegt, der Vergleich mit der früheren Persönlichkeit sei durch
Fremdanamnesen oder indirekt (durch Vergleich mit der Lebensgeschichte) möglich.
Der Beschwerdeführer sei früher gesund gewesen, habe eine Ausbildung zum Maurer
absolviert, eine Familie gehabt und viele Jahre auf dem Bau gearbeitet. Daher sei der
Vergleich ein Leichtes. Eine somatoforme Schmerzstörung stelle höchstens eine
irrelevante Nebendiagnose dar. Ob schon 2001 eine andauernde
Persönlichkeitsänderung bestanden habe, sei hypothetisch.
D.
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In ihrer Beschwerdeantwort vom 4./8. Oktober 2012 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Im Gegensatz zu behandelnden
Ärzten folge das H._ strikt versicherungsmedizinischen Prämissen, klammere also
geltend gemachte Leiden ohne Krankheitswert bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung
konsequent aus. Die Einwände gegen die Institution als solche seien von vornherein
nicht stichhaltig. Rechtlich erhebliche Einwände seien nur gegen einzelne Gutachter
möglich. Die Vorwürfe gegen die Gutachterstelle hätten nicht erhärtet werden können.
Sie gelte genauso wie die anderen Stellen als unabhängig. Das zweite Gutachten sei
ausführlich abgefasst und die Schlussfolgerungen erschienen begründet. Es gebe
keine Hinweise, dass die psychiatrische Exploration zu wenig lange gedauert habe. Der
Bericht von Dr. I._ dagegen sei nicht schlüssig. Die Persönlichkeitsänderung sei nicht
ausgewiesen. Beim Beschwerdeführer habe weder eine Hirnschädigung noch eine
schwere psychische Erkrankung vorgelegen und in der Anamnese fänden sich auch
keine Hinweise auf eine extreme oder übermässige anhaltende Belastung. Der
Beschwerdeführer präsentiere seine Leiden vielmehr dramatisch, ohne dass ein
entsprechendes somatisches Korrelat auszumachen sei. Es sei auf die RAD-
Stellungnahme vom 8. Mai 2012 zu verweisen. Die depressive Störung sei eine reaktive
Begleiterscheinung der Schmerzstörung. Die kritischen Formulierungen Dr. I._s
widerspiegelten seine Befangenheit zugunsten des Beschwerdeführers. Sein Bericht
enthalte keine objektiv feststellbaren Gesichtspunkte, die im Rahmen der
Begutachtung unerkannt geblieben wären. Auf das zweite Gutachten könne abgestellt
werden. Die Sozialpsychiatrische Beratungsstelle habe ihre Arbeitsfähigkeitsschätzung
2001 auf die pessimistische Selbsteinschätzung des Beschwerdeführers abgestützt. Es
spreche vieles dafür, dass sich der Gesundheitszustand nicht verbessert habe,
sondern der Beschwerdeführer psychiatrisch gesehen damals bereits voll arbeitsfähig
gewesen sei. Bei ihm beruhe die präsentierte Symptomatik ausgeprägt auf einer
Aggravation oder einer ähnlichen Konstellation, was den invalidisierenden Charakter
der somatoformen Schmerzstörung oder eines ähnlichen syndromalen psychischen
Leidens von vornherein ausschliesse. Die Sozialpsychiatrische Beratungsstelle habe
dem Beschwerdeführer zu Unrecht eine psychiatrische Diagnose invalidisierender Art
gestellt. Aufgrund der harmlosen Befunde wäre ohne Abklärungen klar gewesen, dass
keine solche Erkrankung vorgelegen habe. Ein Rentenanspruch hätte abgewiesen
werden müssen. Die ursprüngliche, rentenzusprechende Verfügung sei zweifellos
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unrichtig. Bereits eine unrichtige Sachverhaltsfeststellung könnte zweifellose
Unrichtigkeit bedeuten. Das Valideneinkommen 1996 betrage Fr. 55'100.--, der
Tabellenlohn Fr. 53'976.--. Nach einem Leidensabzug von 10 % ergebe sich ein
Invalideneinkommen von Fr. 48'578.--, womit der Invaliditätsgrad des
Beschwerdeführers 12 % ausmache. Das auf dem gebesserten Gesundheitszustand
beruhende Invalideneinkommen sei unmittelbar anrechenbar, wenn keine oder lediglich
eine Hilfestellung in Form einer Arbeitsvermittlung erforderlich scheine, also in der
Regel, wenn die Rente noch nicht 15 Jahre lang bezogen worden und die versicherte
Person noch nicht 55 Jahre alt sei. Dem Beschwerdeführer sei es aufgrund der
Selbsteingliederungspflicht ohne vorgängige Eingliederungsmassnahmen (ausser
Arbeitsvermittlung) zumutbar, eine Tätigkeit als Hilfsarbeiter auszuüben. - In einer
Stellungnahme vom 17. September 2012 hatte der RAD darauf hingewiesen, dass im
(zweiten) orthopädischen Gutachten sehr eingehend ein aggravatorisch-demonstratives
Verhalten beschrieben worden sei. Aus versicherungsmedizinischer Sicht liesse sich
auch die Arbeitsunfähigkeit von 100 % als CNC-Fräser anzweifeln, da diese Tätigkeit
nicht überall mit dem Tragen und Heben von schweren Lasten verbunden sei. Auch
das (zweite) psychiatrische Gutachten weise auf erhebliche Inkonsistenzen hin, werde
darin doch ein gepflegtes äusseres Erscheinungsbild des Beschwerdeführers
beschrieben, während er sich bei Dr. I._ in leicht verwahrlostem Zustand gezeigt
habe. Die dem Gutachter gegenüber beschriebenen Aktivitäten würden keinen sozialen
Rückzug in allen wesentlichen Belangen abbilden. Der Gutachter habe explizit gute
Deutschkenntnisse erwähnt, was Dr. I._ in Abrede stelle. Aus dem Umstand, dass sie
zur Situation passe, könne nicht geschlossen werden, dass eine geschilderte Handlung
- konkret die beiden vom Beschwerdeführer erwähnten Suizidversuche - als glaubhaft
erfolgt zu beurteilen sei. Es bleibe die Frage offen, weshalb der Beschwerdeführer nicht
einmal dem behandelnden Psychiater davon etwas berichtet habe. Dr. I._ habe
offenbar vom orthopädischen Gutachten keine Kenntnis genommen, denn ansonsten
wäre eine Erklärung erforderlich gewesen. Die Diagnose einer Persönlichkeitsänderung
sei weder 2007 noch 2011 vom H._ und auch nicht von Dr. E._ gestellt worden. Für
die Persönlichkeitsänderung bei chronischen Schmerzen fordere die DSM IV einen
direkten Zusammenhang mit einem pathophysiologischen Mechanismus. Die Diagnose
einer Persönlichkeitsänderung bei chronischen medizinischen Krankheitsfaktoren
werde nicht gestellt, wenn die Veränderung auf einen psychischen oder
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verhaltensmässigen Anpassungsprozess zurückgehe (etwa eine im Raum stehende
Rentenänderung). Eine vorher bestehende Persönlichkeits- oder andere psychische
Störung müsse ausgeschlossen sein. Für ICD-10 F 62.80 müsste die
Schmerzproblematik einer chronischen Extrembelastung gleichzusetzen sein. Von einer
feindlichen oder misstrauischen Haltung, einem chronischen Gefühl der Nervosität,
einem sozialen Rückzug und Entfremdung berichte einzig Dr. I._, wobei von den
letzten beiden Faktoren nicht die Rede sein könne (Flugreise ins Heimatland 2009).
Eine enttäuscht misstrauisch animose Haltung sei bei der im Raum stehenden
Rentenänderung normalpsychologisch einfühlbar und eine aggravatorisch-
demonstrative Verhaltensweise in der Untersuchungssituation sei nachvollziehbar. In
der Befundbeschreibung von Dr. I._ figurierten zu Unrecht psychosoziale Umstände
und Interpretationen, im Übrigen handle es sich um Unterstellungen ohne
Objektivierung auf plausible Konsistenz hin.
E.
Nachdem der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers am 9. November 2012 zunächst
wegen einer zu erwartenden ärztlichen Stellungnahme um eine Fristerstreckung zur
Erstattung der Replik ersucht hatte, hat er am 26. Februar 2013 auf eine Eingabe
verzichtet.
F.
F.a Am 9. Juli 2013 hat das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen einen
Beweisbeschluss gefasst. Von der am 12. Juli 2013 gebotenen Möglichkeit, sich zur
geplanten Begutachtung (samt entsprechendem Institut) vernehmen zu lassen und
allfällige Ergänzungsfragen zu den vorgesehenen Fragen anzubringen, haben die
Parteien innert Frist keinen Gebrauch gemacht. - Am 5. September 2013 ist der Auftrag
erteilt worden.
F.b Die MEDAS Zentralschweiz hat in ihrem Gutachten vom 27. März 2014 als
Hauptdiagnosen bekanntgegeben:
- Chronifiziertes, therapierefraktäres lumbospondylogenes Schmerzsyndrom links
bei Fehlstatik mit Haltungsinsuffizienz, muskulärer Dysbalance und Dekonditionierung
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- Status nach Hemilaminektomie L5/S1 am 21.08.1997 wegen neurokompressiver,
mediolinkslateraler, nach kaudal luxierter Diskushernie L5/S1
- Status nach Refenestration L5/S1 links mit Renukleotomie am 08.09.2000
wegen Diskushernienrezidiv L5/S1
- Status nach Implantation einer DCS-Stimulationssonde am 24.10.2001 mit
Entfernung am 02.11.2001 wegen Ineffizienz
- Segmentdegeneration L2/3
- Osteochondrose, Spondylarthrose und Ligamenta flava-Hypertrophie sowie
Diskushernie L2/3
- osteo-disko-ligamentäre deutliche Spinalkanaleinengung L2/3 mit Cauda-
Zentralisierung und Aufhebung des perikaudalen Liquorraums (MRI 04.07.2013)
- Segmentdegeneration L3/4 mit Osteochondrose, beidseits aktivierte Spondyl-
arthrose, Ligamenta flava-Hypertrophie, minimale Diskushernie L3/4 und osteo-disko-
ligamentäre leichte Spinalkanaleinengung L3/4
- Segmentdegeneration L5/S1 mit Chondrose und nicht-neurokompressiver, kleiner
Diskusprotrusion L5/S1
- Schmerzhaft massiv eingeschränkte Schulterbeweglichkeit rechts bei
Periarthropathia humeroscapularis tendopathica
- Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
- andauernde Persönlichkeitsänderung.
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In einer Tätigkeit als CNC-Fräser an ziemlich vollautomatisierten Maschinen ohne
körperliche Schwerarbeit und unter den umschriebenen Kautelen wäre der
Beschwerdeführer zu 60 % arbeitsfähig (eingeschränkt infolge der psychiatrischen
Diagnosen). In einer den Beeinträchtigungen optimal angepassten Tätigkeit, leicht bis
mittelschwer, wechselbelastend, mit Berücksichtigung der erwähnten
Einschränkungen, sei der Beschwerdeführer zu 60 % arbeitsfähig (ausschliesslich
psychiatrisch bedingt eingeschränkt). Eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit aus der
Retrospektive sei äusserst schwierig. Der MEDAS-Psychiater sei der Meinung, die
Arbeitsunfähigkeit von 40 % gehe weit zurück und habe bereits 2007 und 2008 (wohl:
2011) bestanden. Inzwischen habe sich aber die somatoforme Schmerzstörung
verstärkt und neu bestehe auch eine andauernde Persönlichkeitsänderung. Der
"behandelnde Psychiater und der Hausarzt sowie der beigezogene Dr. B._" hätten
ausserdem immer wieder intermittierende depressive Episoden festgestellt. Es sei
daher gut möglich, dass interkurrent damals ein schlechterer Zustand vorgelegen habe.
Aus rein somatischer Sicht weiche die Beurteilung nicht wesentlich von jener der
beiden H._-Gutachten ab: Für Schwerarbeit sei der Beschwerdeführer seit 1997
arbeitsunfähig, in einer Verweistätigkeit hingegen bestehe eine hohe
Restarbeitsfähigkeit. Angemerkt wurde im MEDAS-Gutachten schliesslich noch, dass
bei einer Beobachtung des Beschwerdeführers auf der Strasse auch simulatorische
Tendenzen hätten festgestellt werden müssen, die gewisse Schwankungen ebenfalls
erklären könnten. Es bestünden aber somatische und psychiatrische Leiden, welche
die Arbeitsfähigkeit einschränkten und nicht simuliert seien.
F.c Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat am 2. Juni 2014 um
Fristerstreckung für die Vernehmlassung zum MEDAS-Gutachten ersucht, da eine
veranlasste Stellungnahme eines der bisherigen Psychiater des Beschwerdeführers
dazu noch ausstehe, hat in der Folge aber - wie die Beschwerdegegnerin - darauf
verzichtet, sich zu äussern.

Erwägungen:
1.
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Mit der angefochtenen Verfügung vom 9. Mai 2012 hat die Beschwerdegegnerin
gemäss dem Dispositiv die früher zugesprochene ganze Rente eingestellt behalten. Sie
hatte die Rente zunächst mit der später gerichtlich aufgehobenen
Anpassungsverfügung vom 25. März 2008 aufgehoben. Den damit verbundenen
Entzug der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde betrachtete sie offenbar gemäss
BGE 129 V 370 nach der Rückweisung der Sache an sie auch für den Zeitraum des
weiteren Abklärungsverfahrens bis zum Erlass der hier angefochtenen Verfügung als
andauernd. Diese angefochtene Verfügung wurde als Ergebnis einer Überprüfung
infolge der IV-Revision 6a, Schlussbestimmung, begründet. Syndromale Leiden seien
nicht invalidisierend. Gemäss der Beschwerdeantwort wird die ursprüngliche,
rentenzusprechende Verfügung vom 14. Dezember 2001 allerdings als zweifellos
unrichtig betrachtet und in Wiedererwägung gezogen. Es habe richtigerweise
ursprünglich kein Rentenanspruch bestanden und es bestehe weiterhin keiner. Schon
die oben erwähnte Anpassungsverfügung vom 25. März 2008 hatte die
Beschwerdegegnerin im Beschwerdeverfahren mit der substituierten Begründung der
Wiedererwägung zu schützen beantragt. - Verwaltungsverfügungen sind nach der
Rechtsprechung nicht nach ihrem Wortlaut zu verstehen, sondern es ist - vorbehältlich
der Problematik des Vertrauensschutzes - nach ihrem tatsächlichen rechtlichen Gehalt
zu fragen (BGE 132 V 76). Mit Blick auf das vorgängige Verwaltungsverfahren und auf
den Standpunkt der Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort ist davon
auszugehen, dass (entgegen der Verfügungsbegründung) eine wiedererwägungsweise
Aufhebung der ursprünglichen, rentenzusprechenden Verfügung mit einer Aufhebung
der Rentenleistung auf den ehemals nach Anpassungsnorm (Art. 17 Abs. 1 ATSG; vgl.
Art. 88 Abs. 2 lit. a IVV) festgesetzten Zeitpunkt vom 30. April 2008 hin verfügt wurde.
2.
2.1 Nach Art. 53 Abs. 2 ATSG kann der Versicherungsträger auf formell rechtskräftige
Verfügungen oder Einspracheentscheide zurückkommen, wenn diese zweifellos
unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist. Die
Wiedererwägung fällt nur in Betracht, wenn es um die Korrektur grober Fehler der
Verwaltung geht. Zweifellos ist die Unrichtigkeit, wenn kein vernünftiger Zweifel daran
möglich ist, dass die Verfügung unrichtig war. Es ist nur ein einziger Schluss - derjenige
auf die Unrichtigkeit der Verfügung - denkbar. Zurückhaltung ist bei der Annahme
bis
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zweifelloser Unrichtigkeit stets dann geboten, wenn der Wiedererwägungsgrund eine
materielle Anspruchsvoraussetzung betrifft, deren Beurteilung massgeblich auf
Schätzungen oder Beweiswürdigung und damit auf Elementen beruht, die
notwendigerweise Ermessenszüge aufweisen. Eine vor dem Hintergrund der
seinerzeitigen Rechtspraxis vertretbare Beurteilung der (invaliditätsmässigen)
Anspruchsvoraussetzungen kann nicht zweifellos unrichtig sein
(Bundesgerichtsentscheid i/S S. vom 30. Oktober 2012, 9C_396/12; vgl.
Bundesgerichtsentscheid i/S Q. vom 17. August 2009, 8C_1012/08).
2.2 Die Beschwerdegegnerin bringt vor, die Sozialpsychiatrische Beratungsstelle habe
ihre Arbeitsfähigkeitsschätzung 2001 auf die pessimistische Selbsteinschätzung des
Beschwerdeführers abgestützt. Eine somatoforme Schmerzstörung (oder ein ähnliches
Leiden) ohne zusätzliche schwere psychiatrische Komorbidität verursache (wie schon
nach damaliger Rechtsprechung) keine Invalidität. Angesichts der im Bericht
festgehaltenen harmlosen Befunde sei klar, dass (schon) damals keine invalidisierende
psychische Erkrankung vorgelegen habe.
2.3 Bei der Zusprechung der ganzen Rente am 14. Dezember 2001 (nach der
Umschulung bis Sommer 2000 und der Refenestration L5/S1 links mit Renukleotomie
im September 2000 bei Discushernienrezidiv L5/S1) war die Beschwerdegegnerin von
einer vollen Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers ausgegangen. Ihr hatte etwa ein
Arztbericht der Klinik für Neurochirurgie am Kantonsspital St. Gallen vom 23. April 2001
vorgelegen, wonach er aus neurochirurgischer Sicht für angepasste Tätigkeiten als zu
50 % arbeitsfähig zu betrachten sei. Die Klinik G._ hatte im Übrigen am 4. Mai 2001
berichtet, das Kernspintomogramm vom November 2000 habe eine massive
Vernarbung im lumbosacralen Bewegungssegment auf der linken Seite gezeigt, welche
die Wurzel, laterale Aspekte des Duralsackes, Reste des Lig. flavum und
Bandscheibenfläche miteinbeziehe. Eine Revision L5/S1 sei aber nicht zu empfehlen.
Einem Bericht der Klinik für Neurochirurgie am Kantonsspital St. Gallen vom 28. August
2001 (act. 55-4 f.) war zu entnehmen gewesen, dass es unter der durchgeführten
Schmerztherapie zu keiner Linderung gekommen sei und Nebenwirkungen aufgetreten
seien. Vorgesehen sei nun eine Wurzelinfiltration S1. Im Februar 2001 war eine
psychiatrische Behandlung aufgenommen worden. Der behandelnde Psychiater
(Sozialpsychiatrische Beratungsstelle, Dr. E._) hatte den Beschwerdeführer gemäss
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dem Bericht vom 6. Juli 2001 aufgrund einer undifferenzierten Somatisierungsstörung
für voll arbeitsunfähig gehalten. Dr. B._ hatte am 8. Juni 2001 von der Einschätzung
der 50-prozentigen Arbeitsunfähigkeit durch die Klinik für Neurochirurgie berichtet und
dem Beschwerdeführer eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert. Es bestehe nämlich
aufgrund der Gesamtsituation ferner eine reaktive Depression. Der Beschwerdeführer
sei deswegen in Behandlung bei Dr. E._, der eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %
bestätigt habe. Am 28. September 2001 hatte Dr. B._ bekannt gegeben, trotz
intensiver psychiatrischer Behandlung einschliesslich Psychopharmaka- und
Schmerztherapie habe sich keine wesentliche Änderung der Beschwerden eingestellt.
Zurzeit sei aufgrund der Rückenbeschwerden und der psychischen Diagnosen nicht
mit einem Wiederaufleben der Arbeitsfähigkeit zu rechnen. Aufgrund der
Rückensituation könnten allenfalls leichtere Tätigkeiten wieder auszuüben versucht
werden. - Was den psychischen Aspekt im Besonderen betrifft, hatte Dr. B._ beim
Beschwerdeführer wie erwähnt eine reaktive Depression festgestellt. Dr. E._ hatte
berichtet, der Beschwerdeführer sei depressiv, klagsam und in einem Zustand der
Hoffnungs- und Perspektivelosigkeit gewesen und habe Insuffizienzgefühle gehabt.
Eine antidepressive Medikation habe eine leichte Stabilisierung, aber keine namhafte
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bewirkt. Die Klinik für Neurochirurgie hatte sich am
28. August 2001 veranlasst gesehen, beim Befund eine subdepressive Stimmungslage
des Beschwerdeführers zu erwähnen. In Anbetracht dieser Sachlage, namentlich der
Aufnahme einer psychiatrischen Behandlung und der hausärztlich und fachärztlich
bescheinigten Arbeitsunfähigkeit, kann von einer zweifellosen Unrichtigkeit einer
Verfügung, welche damals auf eine volle Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers
abstellte, nicht gesprochen werden. Die Annahme, die depressive Störung sei zur
damaligen Zeit lediglich eine reaktive Begleiterscheinung einer Schmerzstörung (ohne
relevantes somatisches Substrat) gewesen und hätte daher bei der Festsetzung der
Arbeitsunfähigkeit ausser Betracht fallen müssen, lässt sich nicht rechtfertigen. Selbst
wenn im Übrigen die Diagnose einer Somatisierungsstörung ursprünglich unzutreffend
gewesen sein sollte - Dr. E._ schloss sich am 5. Februar 2009 nur, aber immerhin für
den Sachverhalt 2009 der Diagnose des ersten H._-Gutachtens an (vgl. act. 124-2) -,
war der Beschwerdeführer doch damals aufgrund der erwähnten fachärztlich
erhobenen Befunde arbeitsunfähig geschrieben worden. Wenn im zweiten H._-
Gutachten 2011 dafürgehalten wird, (auch) retrospektiv könne keine Einschränkung der
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Arbeitsfähigkeit attestiert werden, da neben der anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung keine weitere psychiatrische Diagnose gestellt werden könne, genügt
das deshalb - unabhängig vom Mangel an Beweiswert des Gutachtens von 2011 für
seinen Begutachtungszeitpunkt (vgl. unten E. 5.3) - nicht, die ursprüngliche Verfügung
als offensichtlich unrichtig erscheinen zu lassen. Der Einschätzung, die sich auf einen
Sachverhalt aus einer bereits immerhin neun Jahre zurückliegenden Zeit bezieht,
stehen die damaligen ärztlichen Berichte entgegen.
2.4 Die Rechtsprechung zur somatoformen Schmerzstörung gemäss (dem nach
Erlass der ursprünglichen Verfügung vom 14. Dezember 2001 ergangenen Entscheid)
BGE 130 V 352 (dazu unten E. 3) bildet für sich allein (ausserhalb der
Schlussbestimmungen der IV-Revision 6a; nicht nur keinen Anpassungsgrund, sondern
auch) keinen Anlass für eine wiedererwägungsweise Abänderung einer
Rentenverfügung (so BGE 135 V 201 E. 5.2, Bundesgerichtsentscheide 9C_736/08 und
I 138/07).
2.5 Eine Wiedererwägung (Art. 53 Abs. 2 ATSG) der ursprünglichen,
rentenzusprechenden Verfügung ist demnach nicht gerechtfertigt.
3.
Invalidität kann unter anderem Folge von Krankheit sein (vgl. Art. 4 Abs. 1 IVG).
Krankheit ist jede Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheit, die nicht Folge eines Unfalls ist und die eine medizinische Untersuchung
oder Behandlung oder eine Arbeitsunfähigkeit zur Folge hat (Art. 2 Abs. 1 ATSG). Es ist
festzustellen, ob eine versicherte Person infolge ihres Gesundheitsschadens
erwerbstätig sein kann und gegebenenfalls welche Tätigkeit ihr in welchem Masse
zugemutet werden darf (vgl. BGE 102 V 165). In Anbetracht der sich mit Bezug auf
Schmerzen naturgemäss ergebenden Beweisschwierigkeiten genügen
dementsprechend die subjektiven Schmerzangaben der versicherten Person für die
Begründung einer (teilweisen) Invalidität allein nicht; vielmehr muss verlangt werden,
dass die Schmerzangaben durch damit korrelierende, fachärztlich schlüssig
feststellbare Befunde hinreichend erklärbar sind (BGE 130 V 352 E. 2.2.2). Das
Vorliegen eines fachärztlich ausgewiesenen psychischen Leidens mit Krankheitswert ist
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jedoch aus rechtlicher Sicht zwar Voraussetzung, aber nicht auch schon hinreichende
Basis für die Annahme einer invalidisierenden Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (vgl.
BGE 130 V 352 E. 2.2.3). Bei weitgehendem Fehlen eines somatischen Befundes
genügt (selbst) die (rein) psychiatrische Erklärbarkeit der Schmerzsymptomatik allein für
eine sozialversicherungsrechtliche Leistungsbegründung nicht (BGE 130 V 352 E.
2.2.4). Der begutachtenden Fachperson der Psychiatrie obliegt im Rahmen der -
naturgemäss mit Ermessenszügen behafteten - ärztlichen Stellungnahme zur
Arbeits(un)fähigkeit die Aufgabe aufzuzeigen, ob und inwiefern eine versicherte Person
über psychische Ressourcen verfügt, die es ihr erlauben, mit ihren Schmerzen
umzugehen (BGE 130 V 352 E. 2.2.4). - Eine diagnostizierte anhaltende somatoforme
Schmerzstörung vermag nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts schliesslich in
der Regel keine lang dauernde, zu einer Invalidität führende Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit im Sinn von Art. 4 Abs. 1 IVG zu bewirken (BGE 130 V 352 E. 2.2.3).
Die - nur in Ausnahmefällen anzunehmende - Unzumutbarkeit einer willentlichen
Schmerzüberwindung und eines Wiedereinstiegs in den Arbeitsprozess setzt danach
das Vorliegen einer mitwirkenden, ausgewiesenen psychischen Komorbidität von
erheblicher Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer oder aber das Vorhandensein
anderer qualifizierter, mit gewisser Intensität und Konstanz erfüllter Kriterien voraus. So
sprechen unter Umständen chronische körperliche Begleiterkrankungen und
mehrjähriger Krankheitsverlauf bei unveränderter oder progredienter Symptomatik
ohne längerfristige Remission, ein ausgewiesener sozialer Rückzug in allen Belangen
des Lebens, ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr angehbarer innerseelischer
Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung
(primärer Krankheitsgewinn ["Flucht in die Krankheit"]) oder schliesslich
unbefriedigende Behandlungsergebnisse trotz konsequent durchgeführter ambulanter
und/oder stationärer Behandlungsbemühungen und gescheiterte
Rehabilitationsmassnahmen bei vorhandener Motivation und Eigenanstrengung der
versicherten Person für die ausnahmsweise Unüberwindlichkeit der somatoformen
Schmerzstörung (BGE 130 V 352 E. 2.2.3; vgl. BGE 137 V 64 E. 4.1,
Bundesgerichtsentscheid vom 8. April 2013, 8C_651/12). Diese Rechtsprechung wurde
gemäss BGE 136 V 279 E. 3.2.3 auf sämtliche pathogenetisch-ätiologisch unklaren
syndromalen Beschwerdebilder ohne nachweisbare organische Grundlage
ausgedehnt. - Soweit allerdings ein verselbständigter Gesundheitsschaden im
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Rechtssinn gegeben ist, ist für dessen Anspruchserheblichkeit nicht bedeutsam, ob
soziale Umstände bei seiner Entstehung eine massgebende Rolle spielten (BGE 139 V
547 E. 3.2.2).
4.
Die Beschwerdegegnerin hatte sich wie erwähnt in der Begründung der angefochtenen
Verfügung noch auf ein Verfahren nach lit. a der Schlussbestimmungen der Änderung
des IVG vom 18. März 2011 (IV-Revision 6a, in Kraft seit dem 1. Januar 2012) bezogen,
wonach Renten, die bei pathogenetisch-ätiologisch unklaren syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage gesprochen wurden,
innerhalb von drei Jahren nach Inkrafttreten dieser Änderung überprüft und, wenn die
Voraussetzungen nach Art. 7 ATSG nicht erfüllt sind, herabgesetzt oder aufgehoben
werden, auch wenn die Voraussetzungen von Art. 17 Abs. 1 ATSG (erhebliche
Änderung des Invaliditätsgrads) nicht erfüllt sind (Abs. 1). Gemäss BGE 140 V 15 E.
5.3.4.1 f. hat der Gesetzgeber damit für Invalidenrenten, die aufgrund medizinisch
diffuser Beschwerdebilder gesprochen wurden, eine voraussetzungslose Neuprüfung
bei gleich gebliebenem Sachverhalt eingeführt, allerdings einzig in Bezug auf diese
gegebenenfalls von erklärbaren Beschwerden diagnostisch unterscheidbaren und
bezüglich der Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit von ihnen exakt abgrenzbaren (vgl.
Bundesgerichtsentscheide vom 16. Mai 2014, 8C_74/14, und vom 8. Juli 2014,
8C_34/14) unklaren Beschwerden. Von einer ursprünglichen Rentenzusprechung
aufgrund einer solchen Situation kann vorliegend nicht ausgegangen werden. Selbst
wenn die Schlussbestimmung aber zur Anwendung gelangte, wäre eine Herabsetzung
oder Aufhebung der Rente für die Zukunft nur dann zulässig, wenn der Invaliditätsgrad
im betreffenden Zeitpunkt eine solche Anpassung verlangte. Denn der Gesetzgeber hat
in dieser Bestimmung keine Korrektur ex tunc, sondern eine Anpassung ex nunc
vorgesehen.
5.
5.1 Die Aufhebung der Rente soll gemäss der angefochtenen Verfügung wie erwähnt
auf den Wirkungszeitpunkt der ehemaligen Anpassungsverfügung vom 25. März 2008
(d.h. auf das Ende des deren Zustellung folgenden Monats, also den 30. April 2008) hin
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erfolgen. Es fragt sich daher des Weiteren, ob ein Anpassungstatbestand vorliegt, der
ein solches Dispositiv rechtfertigt.
5.2 Im Anpassungsverfahren von 2006 hatten sich Anhaltspunkte dafür gezeigt, dass
sich der medizinische (psychiatrische) Sachverhalt im Zeitablauf verändert haben
könnte. Im Gutachten vom Dezember 2007 war festgehalten worden, es habe sich seit
2001 eine erhebliche Verbesserung aus psychiatrischer Sicht eingestellt. Die
beschriebenen Befunde deuteten denn auch auf eine gewisse Verbesserung des
psychischen Zustandes des Beschwerdeführers in diesem Vergleichszeitraum hin.
Denn es waren danach keine Hinweise auf eine depressive Erkrankung oder auf
unbewusste Konflikte gefunden worden. Vegetative Symptome seien nicht erkennbar
gewesen. Der Beschwerdeführer reagiere auf seine Krankheit und den Verlust seiner
Leistungsfähigkeit durchaus dynamisch, aber falsch kanalisiert. - Dass allerdings unter
psychiatrischem Gesichtspunkt keine Arbeitsunfähigkeit vorliege, wie das Gutachten
vom Dezember 2007 schloss, konnte und kann nicht ohne weiteres als überwiegend
wahrscheinlich betrachtet werden. In somatischer Hinsicht war zudem interdisziplinär
von einer Arbeitsunfähigkeit von 20 % für leichte adaptierte Tätigkeiten ausgegangen
worden, obwohl rheumatologisch keine Arbeitsfähigkeit von 80 % angegeben, sondern
lediglich für leichte bis mittelschwere adaptierte Tätigkeiten eine solche von 50 %
bescheinigt worden war und dabei bezüglich der Einschränkungen von Seiten des
Bewegungsapparates eine gute Übereinstimmung mit der Einschätzung von Dr. B._
(50 % Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers als Fräser) beschrieben worden war.
Aus diesen Gründen hat das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen die Sache
denn auch mit Entscheid vom 22. Februar 2010 zur weiteren Abklärung an die
Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.
5.3
5.3.1 Mit dem zweiten H._-Gutachten von 2011 wurden die damals bezeichneten
Unklarheiten nicht beseitigt.
5.3.2 Es gelangte zum Schluss, der Beschwerdeführer sei in adaptierter Tätigkeit voll
arbeitsfähig. Im Vergleich zur ersten Begutachtung habe die klinische Untersuchung
eine noch grössere Selbstlimitation gezeigt, während die objektivierbaren Befunde (der
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Wirbelsäule) ähnlich seien. Die Schulterproblematik rechts sei erst nach der ersten
Begutachtung [von 2007] aufgetreten. Offenbar habe bereits bei der Berichterstattung
durch Dr. med. J._ vom 21. September 2009 (erwähnt im Gutachten, S. 25 f.) eine
deutliche Diskrepanz zwischen den Beschwerdeangaben und den objektivierbaren
Befunden bestanden, was sich mittlerweile noch verstärkt habe. Trotz gewisser
struktureller Alterationen bestehe insgesamt eine erhebliche Diskrepanz zwischen den
anamnestischen Schilderungen und den Befunden sowie den Schmerzäusserungen.
Schon vor Jahren sei auf ein inadäquates Schmerzverhalten des Beschwerdeführers
hingewiesen worden. - Obwohl die Wirbelsäulensituation als ähnlich eingeschätzt
wurde und ein Schulterleiden dazugekommen ist, gelangte der orthopädische H._-
Gutachter unter Hinweis auf die vergleichsweise grössere Selbstlimitierung zur
Einschätzung einer höheren Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers als das
Vorgutachten. Bezüglich der Schulterproblematik wurde zwar plausibel dargelegt, sie
bringe einzig qualitative Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit mit sich, doch liegen
damit dennoch unterschiedliche Beurteilungen vor, deren Differenz sich nicht (bzw.
nicht anders als durch zwei abweichende medizinische Einschätzungen) erklären lässt.
Bei insgesamt im Wesentlichen (namentlich bezüglich der Wirbelsäule, bei später
zusätzlichem Schulterleiden) unveränderten somatischen Befunden schätzte das erste
H._-Gutachten die Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers in leichten bis
mittelschweren adaptierten Tätigkeiten und als CNC-Fräser mit 50 % (wie Dr. B._)
ein, jene in leichten adaptierten Tätigkeiten gemäss Gesamtbeurteilung mit 20 %, das
zweite H._-Gutachten aber jene als CNC-Fräser mit neu sogar 100 %, diejenige in
leichter adaptierter Arbeit dagegen mit null. Auch bei Berücksichtigen einer als
Begründung angegebenen Selbstlimitierung des Beschwerdeführers erscheint auch
diese H._-Beurteilung von 2011 für sich (in somatischer Hinsicht) wiederum nicht
ohne weiteres nachvollziehbar.
5.3.3 Bei der zweiten psychiatrischen gutachterlichen Befunderhebung durch das
H._ wurde angegeben, es hätten sich keine Hinweise auf Aggressivität, Suizidalität,
mangelnde Affektsteuerung oder fehlende Impulskontrolle gezeigt (act. 135-17). Bei der
Beurteilung (act. 135-18) wurde indessen - in gewissem Gegensatz dazu - dargelegt,
der Beschwerdeführer leide seit Jahren unter wirtschaftlichen Schwierigkeiten, er sei
gereizt und habe keine Tagesstruktur. Zunehmend sei es zu Spannungen und Streit in
der Familie gekommen und der Beschwerdeführer habe (wegen deren durch die
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Situation bewirkter psychischer Belastung) Schuldgefühle. Seit längerer Zeit bestünden
also erhebliche psychosoziale und emotionale Belastungen, so dass die Diagnose einer
anhaltenden somatoformen Schmerzstörung gestellt werden könne. In deren Rahmen
leide der Beschwerdeführer auch unter depressiven Verstimmungen. Er fühle sich
minderwertig, beklage einen Lebensverleider und erwähne zwei Suizidversuche (deren
Stattfinden der H._-Gutachter allerdings bezweifelte). Sein Verhalten sei "etwas
demonstrativ". Wie der Begründung zum Ausschluss der Diagnose einer
Somatisierungsstörung zu entnehmen ist (act. 135-18), bestanden kein diffuses
Beschwerdebild und kein andauernder Wechsel der geklagten Beschwerden.
Vorherrschend seien Klagen über Schmerzen am Bewegungsapparat. - Diesbezüglich
erscheint das Gutachten ungenügend nachvollziehbar. Auch wenn es sich bei einem
das körperliche Leiden übersteigenden Beschwerdebild um eine somatoforme
Schmerzstörung handelt, lässt sich zudem eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
nicht von vornherein ausschliessen. Im Entscheid des Versicherungsgerichts des
Kantons St. Gallen vom 22. Februar 2010 war im Übrigen (für den Sachverhalt zurzeit
der damals beurteilten Begutachtung 2007 noch) angenommen worden, es liege keine
reine Schmerzsymptomatik bei weitgehendem Fehlen eines somatischen Befundes vor,
auf welche die genannte Rechtsprechung zur Anwendung gelangen würde.
5.3.4 Bei der Auseinandersetzung mit den von der Rechtsprechung herangezogenen
Foerster'schen Kriterien wurde im zweiten H._-Gutachten des Weiteren unter
anderem nochmals dargelegt, ausser der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung
sei keine weitere psychiatrische Diagnose zu stellen. Hinweise auf mittelgradige oder
schwere depressive Störungen seien beim Beschwerdeführer nicht vorhanden. Dieser
Auffassung widersprachen Dr. I._ und Dr. B._ in ihren Berichten vom März 2012
und vom April 2012. Dr. I._ hat eine Persönlichkeitsänderung und eine mittelgradige
chronische Depression diagnostiziert, Dr. B._ von schweren Depressionen berichtet.
Letzterer legte dar, auch am Kantonsspital sei eine deutliche depressive Verstimmung
diagnostiziert worden. Der entsprechende Bericht ist nicht aktenkundig. Schon zurzeit
der Rentenzusprechung war von hausärztlicher Seite von einer Depression berichtet
worden, im November 2006 von einer depressiven Reaktion. Gemäss der
Befundschilderung des Spezialarztes Dr. E._ war im Februar 2009 von einer
depressiven Episode (Diagnose) bzw. einer Depression (Begründung; vgl. act. 124-2)
auszugehen gewesen. - Diese Anhaltspunkte für über Jahre hinweg andauernde
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depressive Verstimmungen, depressive Störungen oder eine Depression begründen
gewisse Zweifel daran, dass es sich nicht um eine eigenständige depressive
Erkrankung, sondern lediglich um Verstimmungen im Rahmen der Schmerzstörung
handle. Anzumerken ist in diesem Zusammenhang auch, dass der Serumspiegel für
Amitriptylin und Nortriptylin im Therapiebereich, derjenige für Fluoxetin und
Norfluoxetin bei der H._-Begutachtung rund einen Drittel darunter lag, was immerhin
einen Anhaltspunkt für eine entsprechende therapeutische Einflussnahme darstellt.
5.3.5 Dass dem Beschwerdeführer zumutbar sei, die nötige Willensanstrengung zu
einer ganztägigen beruflichen Tätigkeit aufzubringen, wurde ferner im zweiten H._-
Gutachten daraus geschlossen, dass schwere lebensgeschichtliche Belastungen nicht
bestünden. Dass alle therapeutischen Bemühungen gescheitert seien, hänge zudem
wesentlich mit der mangelnden Motivation des Beschwerdeführers aufgrund der
ausgeprägten subjektiven Krankheitsüberzeugung zusammen (act. 135-19). Jedenfalls
aber sind sie als gescheitert zu betrachten. Es wurde ausserdem argumentiert, beim
Beschwerdeführer beruhe die präsentierte Symptomatik ausgeprägt auf einer
Aggravation oder einer ähnlichen Konstellation, was den invalidisierenden Charakter
der somatoformen Schmerzstörung oder eines ähnlichen syndromalen psychischen
Leidens von vornherein ausschliesse. Diesbezüglich ist immerhin darauf hinzuweisen,
dass der Beschwerdeführer noch im Oktober 1998 (gemäss act. 17-2) nach einer
dreimonatigen beruflichen Abklärung als zuverlässiger, ordnungsbewusster
"Chrampfer" mit realistischer Selbsteinschätzung beschrieben worden war, der einen
guten Einsatz und Willen zeige. Gemäss act. 18-1 war er bei der Arbeit sorgfältig,
pünktlich, vorbildlich bezüglich Einhaltung von Vorschriften und Weisungen und
ausdauernd. Er lasse sich kaum ablenken und sei psychisch recht belastbar. Es fragt
sich, ob sich in dieser Hinsicht über die Jahre hinweg eine Veränderung eingestellt
habe und gegebenenfalls, ob es sich um eine Veränderung handle, wie sie Dr. I._ mit
der anhaltenden Persönlichkeitsänderung beschrieben hat, so dass wiederum die
Arbeitsfähigkeit tangiert wurde. Dr. B._ hatte immerhin bereits im November 2006
nicht nur von einer zunehmenden Regression und Passivität und einer starken
Fixierung des Beschwerdeführers auf das Krankheitsbild berichtet, sondern auch
festgehalten, dieser sei unfähig, sich davon zu distanzieren. Damit hat er - auch wenn
nicht Facharzt der Psychiatrie - sich ausdrücklich mit der Frage der Überwindbarkeit
auseinandergesetzt. Wenn der RAD sich auf den Standpunkt stellte, die enttäuscht-
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misstrauische Haltung sei normalpsychologisch einfühlbar, so war das im Übrigen kein
Grund, diesen - somit anerkanntermassen vorliegenden - Faktor bei der Würdigung
ausser Betracht zu lassen.
6.
6.1 Anhand der MEDAS-Gerichtsbegutachtung lässt sich der Sachverhalt nun mit
ausreichender (d.h. überwiegender) Wahrscheinlichkeit feststellen:
6.1.1 Das rheumatologische MEDAS-Konsilium basiert auf einer Kenntnisnahme von
den Akten und den aktuellen bildgebenden Untersuchungsergebnissen, einer
Anamneseerhebung sowie der rheumatologischen Untersuchung (so weit möglich, vgl.
S. 11. f.). Es ist insgesamt nachvollziehbar begründet. Auch die Schulterbeschwerden
sind berücksichtigt. Grundsätzlich kann darauf abgestellt werden.
6.1.2 Gemäss seinem Bericht über das rheumatologische Konsilium vom 6. November
2013 teilt der begutachtende Rheumatologe aufgrund der objektivierbaren Befunde am
Bewegungsapparat die Auffassung des im Jahr 2011 gutachterlich tätig gewesenen
Rheumatologen des H._, nämlich dass der Beschwerdeführer in der Arbeitsfähigkeit
für eine zumeist leichte bis mittelschwere Arbeit ohne rückenbelastende
Arbeitspositionen (wie - falls zutreffend - als CNC-Fräser) nicht eingeschränkt sei. Die
(auf 50 % lautende) Arbeitsfähigkeitsschätzung des im Jahr 2007 begutachtenden
Rheumatologen hingegen hält er für nicht hinreichend begründet, da sie sich
möglicherweise vor allem auf die Beschwerdeebene bezogen habe (S. 15). Er geht
offenbar davon aus, dass schon im Jahr 2007 derselbe Sachverhalt vorlag wie 2011
und bei seiner eigenen Begutachtung 2013 und dass der damalige Gutachter zur
Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit gar keine Stellung genommen habe (vgl.
S. 13).
6.1.3 Wie im MEDAS-Gutachten selber (dort in Bezug auf den psychiatrischen Aspekt)
zu Recht festgehalten, sind retrospektive Beurteilungen der Arbeitsfähigkeit schwierig.
Der ältere Sachverhalt kann vom Gutachter nicht mehr anders als über die
Beschreibung der Vorgutachter (und weiterer sich mit dem damaligen Sachverhalt
befassender Akten) zur Kenntnis genommen werden, was zu berücksichtigen ist und
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eine gewisse Zurückhaltung bei der Würdigung bedingt. Ausgeschlossen ist eine
retrospektive Beurteilung aber nicht; ihr Ergebnis ist lediglich im Rahmen der
Beweiswürdigung entsprechend zu bewerten (so schon oben E. 2.3). Vorliegend ist das
Gerichtsgutachten gerade zur Klärung der in den beiden früheren Gutachten von 2007
und 2011 offen gebliebenen Aspekte in Auftrag gegeben worden.
6.1.4 Aus dem rheumatologischen Konsilium allein ist zu schliessen, dass bereits 2007
somatisch betrachtet für eine adaptierte Tätigkeit keine Arbeitsunfähigkeit mehr
vorgelegen habe, im Gesamtgutachten wurde aber festgehalten, die Beurteilung
weiche diesbezüglich nicht wesentlich von den früheren beiden Gutachten ab (es
bestehe eine "hohe Restarbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit"). Bei diesen
Gegebenheiten erscheint die (in Auslegung des damaligen H._- und des MEDAS-
Gesamtgutachtens getroffene) Annahme gerechtfertigt, dass der Beschwerdeführer im
Jahr 2007 für eine adaptierte Tätigkeit aus allein rheumatologischen Gründen zu 20 %
arbeitsunfähig gewesen ist. Die Arbeitsunfähigkeit von 50 % für leichte bis
mittelschwere Tätigkeiten ist nach rückblickender gutachterlicher Auffassung der
MEDAS, welcher gefolgt werden kann, dagegen als zu hoch zu betrachten. Es ist im
Übrigen auch nicht ausgeschlossen, dass der 2007 rheumatologisch Begutachtende im
Rahmen der polydisziplinären Gesamtbeurteilung von seinem Einzelstandpunkt einer
Arbeitsunfähigkeit von 50 % in Bezug auf ausschliesslich leichte Tätigkeiten etwas (bis
auf 20 %) abgerückt ist. Selbst wenn aber davon auszugehen wäre, dass damals
(2007) somatisch gar keine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit für eine adaptierte
Tätigkeit bestanden hatte, ergäbe sich infolge der Berücksichtigung auch des
psychiatrischen Gesundheitszustands (siehe unten) kein relevanter Unterschied.
Dasselbe gilt für den Sachverhalt von 2011. Die gutachterliche Einschätzung von 2011,
wonach der Beschwerdeführer als CNC-Fräser gar voll arbeitsunfähig gewesen sei,
mag sich im Übrigen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit daraus erklären, dass die
Gutachter von einem anderen (anspruchsvolleren) Arbeitsprofil ausgegangen sein
dürften (der MEDAS-Gutachter hat allerdings irrtümlich angenommen, es sei im Jahr
2011 eine volle Arbeitsfähigkeit als CNC-Fräser bescheinigt worden).
6.2
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6.2.1 Die psychiatrische MEDAS-Begutachtung erfolgte ebenfalls in Kenntnis der Vor
akten (einschliesslich der bereits erstellten Akten der früheren Begutachtungen). Es
wurden die geklagten Beschwerden und unter anderem Angaben zum Tagesablauf
erfragt und die Befunde erhoben. Die Abklärung erscheint umfassend und es zeigt sich
kein Grund für einen grundsätzlichen Vorbehalt.
6.2.2 Im Bericht über die psychiatrische MEDAS-Teilbegutachtung vom 21. November
2013 wurden als Diagnosen eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und
psychischen Faktoren (Präzisierung zur Diagnose einer anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung) und eine andauernde Persönlichkeitsänderung benannt (S. 19). Der
psychiatrisch Begutachtende gelangte zum Ergebnis, im Jahr 2001, nach Abschluss
der Umschulung, habe die medizinisch-theoretische Restarbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers noch ca. 70 % betragen. Später habe sich der psychische Zustand
verschlechtert und das psychophysische Leiden habe sich chronifiziert, weshalb seit
2007 nur noch die zur Begutachtungszeit festgestellte Arbeitsfähigkeit vorgelegen
habe. Diese Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer der körperlichen
Belastbarkeit angepassten Tätigkeit werde medizinisch-theoretisch auf 60 %
geschätzt.
6.2.3 Den erhobenen klinischen Befund schildert der Psychiater der MEDAS im
Einzelnen so, dass das Denken des Beschwerdeführers formal verlangsamt sei und die
affektive Schwingungsfähigkeit und affektive Resonanz vermindert seien. Der
Beschwerdeführer mache einen "abgelöschten" Eindruck und nehme die Umwelt kaum
wahr. Die Grundstimmung sei depressiv. Es seien Persönlichkeitsanteile wie eine gute
Leistungsbereitschaft, Aggressionshemmung, Konfliktvermeidung, ein hohes
Unabhängigkeitsbedürfnis und eine Dyslexiethymie explorierbar gewesen (S. 8 f.).
Hauptbefund im klinischen Untersuch seien die Depressivität und die Diskrepanz
zwischen dem Schmerzerleben und dem beobachtbaren Verhalten gewesen. Die
Schmerzphysiologie sei nicht spürbar. Die Affektivität sei sehr auffällig, die affektive
Schwingungsfähigkeit und die affektive Resonanz seien vermindert gewesen. Mimik
und Gestik seien (anders als bei der Vorbegutachtung) nicht unauffällig gewesen (die
Mimik starr). Im Unterschied zum Vorgutachten (2011, damaliger Standpunkt nach
seiner Meinung nicht plausibilisiert) seien auch ein Rückzugsverhalten und
Suizidgedanken explorierbar gewesen (S. 10 f.).
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6.2.4 Die Schlussfolgerungen werden nachvollziehbar begründet: Weil er (wie der
Vorgutachter 2011) das Schmerzverhalten als auffällig erlebte und eine Diskrepanz
zwischen subjektivem Schmerzerleben und beobachtbarem Verhalten feststellte (der
Beschwerdeführer habe trotz angegebener hoher Schmerzintensität phasenweise mehr
als 40 Minuten lang ohne averbale Schmerzäusserung auf dem Stuhl gesessen und
habe nie einen schmerzerfüllt leidenden Eindruck gemacht), prüfte der MEDAS-
Gutachter (anhand von bezeichneten "Foerster'schen Kriterien"), ob eine Aggravation
oder Simulation vorliege und bejahte Aggravation (S. 14). Nach Auseinandersetzung
mit den vom Gutachter (auf S. 15) aufgelisteten Foerster'schen Kriterien zur Abklärung
der Zumutbarkeit einer Willensanspannung zur Überwindung der Schmerzen, von
denen er die Hälfte als teilweise erfüllt, zwei als erfüllt und zwei als nicht erfüllt
betrachtete, gelangte der MEDAS-Gutachter zum Schluss, eine solche
Willensanspannung sei dem Beschwerdeführer 2007 nur noch teilweise zumutbar
gewesen; es habe nach den Kriterien bereits damals eine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit bestanden. Die Voraussetzungen für die Anerkennung einer
chronischen Schmerzkrankheit erfülle der Beschwerdeführer nicht in allen Belangen.
Nach den Kriterien sei weder eine volle Arbeitsunfähigkeit noch eine volle
Arbeitsfähigkeit begründbar. Beim Beschwerdeführer bestehe eine akzentuierte
Persönlichkeitsstruktur, die bis 1998 nie krankheitswertig und von Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit gewesen sei. Danach sei sie teilweise krankheitswirksam gewesen (S.
15 f.). Aufgrund der verminderten mentalen Belastbarkeit und bedingt durch die
mangelnden intellektuellen Ressourcen sei der Beschwerdeführer in der
Leistungsfähigkeit (als Fräser) beeinträchtigt gewesen (S. 17). Die
Somatisierungsstörung, wie sie 2001 diagnostiziert worden sei, habe sich bis
spätestens 2007 chronifiziert. Der erstbehandelnde Psychiater habe die depressive
Symptomatik wohl als reaktiv, als Folge der Schmerzen, beurteilt. Es sei davon
auszugehen, dass der Beschwerdeführer schon 2001 aufgrund der Schmerzen und der
verminderten psychischen Belastbarkeit in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt gewesen
sei; die (damalige) Restarbeitsfähigkeit sei auf 70 % zu schätzen. Durch die
gescheiterte Wiederintegration in den ersten Arbeitsmarkt sei die Schmerzstörung
krankheitswirksam geworden. Die Willensanspannung zur Überwindung der Schmerzen
sei dem Beschwerdeführer damals gemäss den Foerster'schen Kriterien nur noch
teilweise zumutbar gewesen. Inzwischen habe sich das Leiden in Form einer
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andauernden Persönlichkeitsänderung chronifiziert (S. 18). Durch die
psychosomatische Persönlichkeitsstruktur allein sei die eingetretene
Persönlichkeitsänderung jedoch nicht zu erklären. Bei der Genese hätten
krankheitsfremde Faktoren eine Rolle gespielt (kognitive Beeinträchtigungen,
gescheiterte Wiederintegrationsmassnahmen der IV, schlechte Integration und
Sprachfertigkeit, psychogene und iatrogene Faktoren, psychosoziale Stressoren,
soziokulturelle Faktoren). Zurzeit strahle der Beschwerdeführer keine
Motivationsbereitschaft zu einer Änderung am Zustand aus (S. 16 f.). Der Einfluss der
krankheitswertigen Faktoren bei der Chronifizierung werde auf 10 % geschätzt. Der
Beschwerdeführer sei in der Physiologie der Hilflosigkeit hoch assoziiert und deshalb in
der aktuellen psychophysischen Verfassung, die durch eine integrierte psychiatrisch-
psychotherapeutische Behandlung nicht beeinflussbar sei, keinem Arbeitgeber
zumutbar (S. 17). Zur Zeit der Begutachtung 2007 und bis anhin habe die
krankheitswertige Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung der andauernden
Persönlichkeitsänderung schätzungsweise 60 % (recte: 40 %; vgl. S. 19) betragen (S.
18).
6.2.5 Diese Ausführungen zeigen, dass der Gutachter der Psychiatrie sich mit dem
medizinischen Sachverhalt eingehend - auch unter dem Blickwinkel der von der
Rechtsprechung postulierten Kriterien - auseinandergesetzt hat. Er hat begründet,
weshalb dem Beschwerdeführer bereits ab 2007 eine Arbeitsfähigkeit medizinisch nur
noch teilweise zugemutet werden konnte und kann. Wenn er in diesem
Zusammenhang schreibt, die Willensanspannung sei nur noch teilweise zumutbar
gewesen, so bedeutet das trotz entsprechender Formulierung wohl nicht, dass die
Willensanstrengung aufgeteilt worden wäre, denn das ist nicht möglich (vgl. dazu die
Bundesgerichtsentscheide i/S S. vom 24. April 2014, 9C_468/13 E. 4.2, i/S D. vom 11.
März 2014, 8C_842/13 E. 5.1, und i/S U. vom 20. März 2012, 9C_710/2011 E. 4.4).
Vielmehr ist davon auszugehen, dass sie (ganz) für zumutbar gehalten wird, dass aber
nach gutachterlicher Beurteilung dennoch eine (unüberwindbare) Arbeitsunfähigkeit
(von 40 %) verbleibt (so das im Gutachten beschriebene Ergebnis, S. 35 f.).
6.2.6 Es lässt sich festhalten, dass gemäss dem MEDAS-Gutachten mit der
andauernden Persönlichkeitsänderung, die sich seit 2001 entwickelte, eine
psychiatrische Komorbidität (zur anhaltenden somatoformen Schmerzstörung bzw. der
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chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren) vorliegt. Mit
der gutachterlichen Feststellung kann die unterschiedliche Beurteilung in
diagnostischer Hinsicht zwischen Dr. I._ und dem RAD als ausgeräumt betrachtet
werden. Gemäss dem MEDAS-Psychiater besteht des Weiteren eine akzentuierte
Persönlichkeitsstruktur. Der Beschwerdeführer leidet ausserdem an einem
lumbospondylogenen Schmerzsyndrom links mit diversen Beeinträchtigungen der
lumbalen bzw. lumbosakralen Wirbelsäule (wie namentlich auch das MRI von 2013
zeigte) und hatte 1997 und 2000 operiert werden müssen. Eine Arbeitsunfähigkeit für
schwere Arbeit hält unbestrittenermassen an. Nach dem oben Dargelegten ist davon
auszugehen, dass körperliche Leiden den Beschwerdeführer noch bis 2007, das heisst
während ca. zehn Jahren, - wenn auch schliesslich nur noch geringfügig - in seiner
Arbeitsfähigkeit selbst in adaptierter Tätigkeit einschränkten. Nach Angaben des
Gutachters ist es im Verlauf der Erkrankung auch zu einem Rückzug und Verlust von
persönlichen Interessen gekommen. Der Gutachter der Psychiatrie hat wie erwähnt
dargelegt, die Kriterien rechtfertigten weder die Annahme einer vollen Arbeitsfähigkeit
noch einer vollen Arbeitsunfähigkeit. Er und die Gutachter im Gremium sind insgesamt
zum Ergebnis gelangt, dass der Beschwerdeführer mit seinen Ressourcen lediglich
(aber immerhin) eine Teilarbeitsfähigkeit von 60 % erreicht. Sie haben dabei dem
Umstand Rechnung getragen, dass sie bei der Begutachtung viele Inkonsistenzen und
Aggravationen bis hin zu wohl einzelnen Simulationen festgestellt haben
(Gesamtgutachten S. 30). Aus dem Umstand, dass eine versicherte Person ihr Leiden
aggraviert und demonstriert, lässt sich denn auch nicht ableiten, dass überhaupt keine
rechtlich massgebliche Gesundheitsschädigung sollte vorliegen können. Abschliessend
wurde im MEDAS-Gutachten ausdrücklich festgehalten, dass somatische und
psychiatrische Diagnosen vorlägen, welche die Arbeitsfähigkeit einschränkten (S. 36).
Aufgrund einer retrospektiven Einschätzung sei demnach anzunehmen, dass die
Arbeitsunfähigkeit von 40 % bereits bei den ersten beiden Begutachtungen [2007 und
2011] bestanden hat (S. 35).
6.3 Es rechtfertigt sich zusammenfassend, auf das polydisziplinäre Ergebnis der
MEDAS-Begutachtung abzustellen und davon auszugehen, dass der
Beschwerdeführer in einer den umschriebenen Voraussetzungen (S. 34 Ziff. 2)
entsprechenden Tätigkeit bei der Begutachtung 2013 zu 40 % arbeitsunfähig war.
Auch für die retrospektive Beurteilung des Sachverhalts im Jahr 2007 und im Jahr 2011
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kann dem MEDAS-Gutachten ausreichender Beweiswert zugemessen werden. Die
MEDAS-Gutachter nahmen zu Recht an, es habe zwischenzeitlich (seit der
Begutachtung von 2007) keine Veränderung im Zeitablauf mehr stattgefunden.
7.
Damit ergibt sich, dass nach Erlass der ursprünglichen Verfügung eine im Sinn von
Art. 17 Abs. 1 ATSG relevante Verbesserung der gesundheitlichen Situation (zu
datieren auf den Zeitpunkt der Begutachtung von 2007, also auf September 2007)
eingetreten ist, welche durch eine Anpassung zu berücksichtigen ist.
8.
8.1 Für die Bemessung des Invaliditätsgrads wird nach Art. 16 ATSG das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Valideneinkommen). Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist
rechtsprechungsgemäss entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des
frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde. Die
Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen. Da nach empirischer
Feststellung in der Regel die bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall weitergeführt
worden wäre, ist Anknüpfungspunkt für die Bestimmung des Valideneinkommens
grundsätzlich der letzte vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielte, nötigenfalls der
Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepasste Verdienst (vgl.
Bundesgerichtsentscheid i/S. K. vom 23. März 2009, 8C_515/2008). - Wie der
Arbeitgeberbescheinigung (IV-act. 6) zu entnehmen ist, hat der Beschwerdeführer in
den Jahren 1995 bis 1997 Fr. 50'218.--, Fr. 55'100.-- und Fr. 45'597.-- verdient, im
Jahr vor Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigung (1996) also Fr. 55'100.--. Dieses
Einkommen kann als Valideneinkommen (jenen Jahres) betrachtet werden, denn ohne
Eintritt der Gesundheitsschädigung wäre er einerseits mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit an der betreffenden Stelle geblieben und als (invaliditätsbedingt
umgeschulter) Fräser hätte er anderseits gemäss act. 27-1 im Jahr 1999 einen tieferen
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Verdienst von im Durchschnitt Fr. 3'850.-- pro Monat (oder Fr. 50'050.-- pro Jahr) zu
erwarten gehabt.
8.2 Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht.
Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der - kumulativ -
besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die
ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint
das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt
grundsätzlich der von ihr tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein
solches effektives Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person
nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich
zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der
Rechtsprechung statistische Werte (Tabellenlöhne) beigezogen werden (BGE 129 V
472 E. 4.2.1, Bundesgerichtsentscheid i/S M. vom 17. Juni 2010, 8C_72/2010). - Da
der Beschwerdeführer keine Erwerbstätigkeit mehr aufgenommen hat, ist auf die
Tabellenlöhne abzustellen. Im statistischen Mittel (Zentralwert; vgl. AHI 1999 S. 50)
konnten Männer im Jahr 1996 mit einfachen und repetitiven Tätigkeiten im privaten
Sektor Fr. 51'528.-- (12mal Fr. 4'294.--) erzielen (vgl. Tabelle TA 1 der Schweizerischen
Lohnstrukturerhebung LSE 1996). Wird berücksichtigt, dass der Tabellengruppe A
generell eine Arbeitszeit von 40 Stunden pro Woche zugrunde liegt, während die
betriebsübliche durchschnittliche Arbeitszeit damals im Total bei 42 Stunden lag (vgl.
Liste Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen 1990 bis 2012 des
Bundesamtes für Statistik), so hat eine Umrechnung zu erfolgen, die für 1996 ein
Einkommen von rund Fr. 54'104.-- pro Jahr ergibt. - Ein Einkommensvergleich für einen
späteren Zeitpunkt braucht nicht gemacht zu werden, da die Nominallohnentwicklung
im Baugewerbe (Valideneinkommen) und im Total aller Wirtschaftszweige
(Invalideneinkommen) nicht stark divergierend verlaufen ist (von 1996 bis 2007 im
Baugewerbe für Männer von 104.5 auf 117.2, rund 12.2 %; im Total für Männer von
103.9 auf 117.4, rund 13 %; vgl. T1.1.93 des Bundesamtes für Statistik).
8.3 Bestehen im Einzelfall Anhaltspunkte dafür, dass die versicherte Person ihre
gesundheitlich bedingte (Rest-) Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur
mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann, ist ein Abzug von den
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Tabellenlöhnen zu machen. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss
aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der
Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25 %
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. BGE 134 V 322 E. 5.2 und BGE 126 V 75). Wie
aus dem MEDAS-Gutachten hervorgeht, ist der Beschwerdeführer aus
rheumatologischen Gründen auf eine Arbeit angewiesen, die vorzugsweise
wechselbelastend (in wechselnden Körperpositionen) ausgeübt wird und bei welcher
eine Gewichtslimite von 10 kg körpernah berücksichtigt werden kann und
rückenbelastende Arbeitspositionen mit vorgeneigtem oder abgedrehtem Oberkörper,
Arbeiten auf vibrierenden Maschinen, auf Dächern oder Gerüsten und mit Kälte- oder
Feuchtigkeitsexposition und Tätigkeiten in dauernd stehender oder sitzender
Zwangshaltung vermieden werden können. Dass er auf Teilzeitarbeit angewiesen wäre,
ist nicht postuliert worden. Angemessen erscheint daher ein Abzug vom Tabellenlohn
von 10 %. Das Invalideneinkommen beträgt damit bei einer Arbeitsfähigkeit von 60 %
Fr. 29'216.--.
8.4 Nach der Verbesserung des Gesundheitszustands (vom September 2007) ergibt
sich daher ein Invaliditätsgrad von 47 %.
8.5 Nach Art. 88a Abs. 1 IVV ist die anspruchsbeeinflussende Änderung bei einer
Verbesserung der Erwerbsfähigkeit für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung
von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie
voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen,
nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und
voraussichtlich weiterhin andauern wird, vorliegend somit ab 1. Januar 2008. - Die
Herabsetzung oder Aufhebung der Renten erfolgt nach Art. 88 Abs. 2 lit. a IVV
frühestens vom ersten Tag des zweiten der Zustellung der Verfügung folgenden
Monats an (rückwirkend hingegen unter den Voraussetzungen von lit. b; vgl. zur ratio
legis von lit. a BGE 136 V 45; zur Frist auch BGE 135 V 306). - Im Fall einer neuen
Anpassungsverfügung nach einer gerichtlichen Rückweisung - wie hier - bezieht sich
Art. 88 Abs. 2 lit. a IVV nach der Rechtsprechung allerdings auf die ursprüngliche
(und nicht auf die neue) Verwaltungsverfügung (BGE 129 V 370 und BGE 106 V 18).
Denn auch im Rahmen der Rückweisung bleibt streitig, ob die IV-Stelle anlässlich der
ersten Verwaltungsverfügung zu Recht den Leistungsanspruch reduziert bzw.
bis
bis
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aufgehoben hat. Eine Rückweisung bedeutet nicht zwingend, dass die Feststellungen
in der ersten Verwaltungsverfügung [im Ergebnis] falsch waren, sondern bloss, dass
diese beim damaligen Abklärungsstand nicht bestätigt werden konnten. Eine
Rentenaufhebung oder -herabsetzung kann also zwar nicht rückwirkend verfügt, wohl
aber rückwirkend bestätigt werden (vgl. Bundesgerichtsentscheid i/S S. vom 3. Januar
2012, 8C_567/11). Sinn und Zweck von Art. 88 Abs. 2 lit. a IVV ist es, dass die
bisherige Rentenbezügerin/der bisherige Rentenbezüger rechtzeitig um die Aufhebung
bzw. Herabsetzung des Leistungsanspruchs weiss. Diesem Anliegen ist gemäss der
Rechtsprechung des Bundesgerichts mit dieser Praxis Genüge getan, indem die
versicherte Person seit Zustellung der ersten - im Rahmen des Beschwerdeverfahrens
aufgehobenen - Revisionsverfügung um die Strittigkeit ihres Anspruchs weiss. Wird die
angefochtene und aufgehobene Revisionsverfügung nach Durchführung der von der
Beschwerdeinstanz angeordneten Abklärungen bestätigt, bleibt es bei jener
Leistungssituation, mit der seit der ersten Revisionsverfügung ohnehin zu rechnen war;
ergeben hingegen die erneuten Abklärungen, dass die tatbeständlichen
Voraussetzungen der Leistungsaufhebung oder -reduktion im Zeitpunkt der ersten
Verwaltungsverfügung (noch) nicht gegeben waren, erhält die versicherte Person die
bis zur neuen Revisionsverfügung geschuldeten Leistungen nachgezahlt (vgl.
Bundesgerichtsentscheide i/S B. vom 21. Januar 2011, 9C_301/10, und i/S S. vom 11.
November 2010, 8C_451/10). Anzumerken ist aber immerhin, dass eine versicherte
Person in dieser Lage nicht nur mit der Leistungssituation rechnen muss, wie sie
verfügt wurde, sondern dass sie umgekehrt auch immer noch mit der Möglichkeit der
Leistungssituation rechnen darf, wie sie ihrem eigenen Rechtsstandpunkt entspricht,
weshalb die Sachlage im Hinblick auf eine zwischenzeitliche Verwertung einer
allfälligen Erwerbsfähigkeit bzw. berufliche Massnahmen in der Schwebe bleibt. Das
Bundesgericht hat allerdings eine Praxisänderung unter Auseinandersetzung mit der
Lehre abgelehnt (vgl. Bundesgerichtsentscheid i/S S. vom 11. November 2010,
8C_451/10). - Die neue Revisionsverfügung (allenfalls der neue Gerichtsentscheid)
muss nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts für den Zeitpunkt der
Rentenherabsetzung oder -aufhebung gemäss Art. 88 Abs. 2 lit. a IVV indessen dann
massgebend sein, wenn die angeordneten weiteren Abklärungen eine
anspruchserhebliche Änderung erst für den Zeitraum nach der ursprünglichen
Revisionsverfügung ausweisen (vgl. Bundesgerichtsentscheid i/S B. vom 21. Januar
bis
bis
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2011, 9C_301/10). Dazu kommt (in Bezug auf die aufschiebende Wirkung) ein weiterer
Eingriff zum Schutz der versicherten Person, wenn die ursprüngliche
Revisionsverfügung ohne hinreichende Abklärung der Revisionsvoraussetzungen bloss
erlassen wurde, um einen möglichst frühen Zeitpunkt der Wirkungen der Revision zu
provozieren, also rechtsmissbräuchlich (vgl. Bundesgerichtsentscheid i/S S. vom 26.
Februar 2014, 9C_519/13; BGE 129 V 370).
8.6 Bevor eine Rentenanpassung erfolgen kann, ist allerdings, wie bereits im
Entscheid des Versicherungsgerichts vom 22. Februar 2010 erwähnt, zu klären, ob und
unter welchen Voraussetzungen der Beschwerdeführer in der Lage war, die wieder
eingetretene Arbeitsfähigkeit von sich aus (durch Selbsteingliederung) erwerblich zu
verwerten oder inwiefern er bei den konkreten Verhältnissen (nach dem Rentenbezug
von damals etwas mehr als sechs Jahren Dauer) hierzu beruflicher Massnahmen
bedurft hätte ("Eingliederung vor Rentenrevision"; vgl. Bundesgerichtsentscheid i/S S.
vom 28. April 2008, 9C_720/07). Die ständige Rechtsprechung geht abgesehen von
ganz besonderen Ausnahmefällen davon aus, dass eine medizinisch attestierte
Verbesserung der Arbeitsfähigkeit grundsätzlich auf dem Weg der Selbsteingliederung
verwertbar ist; praktisch bedeutet dies, dass aus einer medizinisch attestierten
Verbesserung der Arbeitsfähigkeit unmittelbar auf eine Verbesserung der
Erwerbsfähigkeit geschlossen und damit ein entsprechender Einkommensvergleich (mit
dem Ergebnis eines tieferen Invaliditätsgrades) vorgenommen werden kann, und zwar
auch bei langjährigem Rentenbezug (vgl. Bundesgerichtsentscheid i/S P. vom 10.
September 2010, 9C_163/09). Dass hier von einer Ausnahmekonstellation im Sinn der
Rechtsprechung auszugehen wäre, ist nicht anzunehmen. Bei der Begutachtung 2007
wurde das Gelingen einer Reintegration in den Arbeitsprozess zwar bezweifelt. Ein
Hindernis scheint allerdings die - im Vergleich zum Zumutbaren zu weit reichende -
subjektive Krankheitsüberzeugung des Beschwerdeführers gewesen zu sein. Berufliche
Massnahmen durch die Beschwerdegegnerin waren daher nicht erforderlich. Der
Beschwerdeführer könnte allerdings allenfalls Arbeitsvermittlung beantragen.
8.7 Vorliegend ist die Rentenänderung demnach auf den 1. Mai 2008 vorzusehen,
allerdings ergibt sich im Unterschied zur Verfügung vom 9. Mai 2012 (wie schon zu
jener vom 25. März 2008) keine Aufhebung, sondern lediglich eine Herabsetzung des
Anspruchs auf eine Viertelsrente.
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9.
9.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der
angefochtenen Verfügung vom 9. Mai 2012 teilweise zu schützen. Der Rentenanspruch
des Beschwerdeführers ist ab 1. Mai 2008 auf eine Viertelsrente herabzusetzen.
9.2 Nach Art. 69 Abs. 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen
Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200 bis 1000 Franken festgelegt. Eine
Entscheidgebühr von Fr. 800.-- erscheint (bei im Vergleich zum Durchschnitt etwas
erhöhten Aufwand) angemessen. Nach Art. 95 Abs. 1 VRP hat in Streitigkeiten jener
Beteiligte die Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz oder teilweise abgewiesen
werden. Der Beschwerdeführer war dazu veranlasst, die Verfügung als rechtswidrig
beanstanden zu lassen. Dass sein Antrag quantitativ zu weit reichte, hat den
(Verfahrens- und Vertretungs-)Aufwand nicht beeinflusst, so dass es sich rechtfertigt,
von einem vollen Obsiegen auszugehen und die Gerichtskosten der
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Dem Beschwerdeführer ist der geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- zurückzuerstatten.
9.3 Da die Sachlage auch nach Einholen des zweiten Gutachtens durch die
Beschwerdegegnerin nicht ausreichend geklärt war, war es erforderlich, ein
Gerichtsgutachten in Auftrag zu geben. Die Kosten dieser Expertise von Fr. 10'761.40
sind der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (vgl. dazu Art. 45 Abs. 1 ATSG, wonach der
Versicherungsträger auch Kosten der Abklärung übernimmt, die er nicht angeordnet
hat, wenn die Massnahmen für die Beurteilung des Anspruchs unerlässlich waren; BGE
139 V 496, für die UV BGE 140 V 70).
9.4 Der Beschwerdeführer hat angesichts dieses Verfahrensausgangs Anspruch auf
Ersatz der Parteikosten, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen
werden (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP). Der Bedeutung der Streitsache
und dem Aufwand angemessen erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 3'000.--
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).
bis
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Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP