Decision ID: 2b0740f7-0553-4797-ba46-ae83ee8a51bd
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1983, leidet an einer Muskeldystrophie
(Erst
mani
festation im zwölften Lebensjahr, progredienter Verlauf, Urk. 2/12/146/3,
Urk.
2/
12/171/3).
Aufgrund dieses Leidens wurden ihr verschiedene Hilfsmittel zugesprochen und sie bezieht eine Hilflosenentschädigung leichten Grades (seit
Januar 2010) respektive eine Hilflosenentschädigung mittleren Grades (seit April
2010; Urk. 2/12/82, Urk. 2/12/84).
Mit Verfügung vom 27. Juli 2016 wurde ihr ausserdem ein Assistenzbeitrag zugesprochen (
siehe
Urk. 2/
27
).
Die Versicherte war bis Ende April 2014 als Treuhänderin bei der
Y._
angestellt (Urk.
2/
12/107/12)
, wobei sie ab dem 7. November 2013 zu 40 % arbeitsunfähig geschrieben war (Urk. 2/12/107/13, Urk. 2/12/136/11)
.
Seit
Mai 2014 ist sie
als Treuhänderin
in einem 60%-Pensum
bei der
Z._ angestellt (Urk. 2/12/156, Urk. 2/12/149/1)
, bei welcher sie Gesellschaf
te
rin und Vorsitzende der Geschäftsführung ist (I
nternet-Handelsregister-Aus
zug).
1.2
Am 14. März 2014 meldete
sich die Versicherte
bei der Sozialversicherungsan
stalt des
Kantons Zürich, IV-Stelle,
unter Hinweis auf die bestehende Muskel
dys
trophie zum Leistungsbezug (Berufliche Massnahmen/Rente) an (Urk. 2/12/110). Die IV-Stelle tätigte erwerbliche und medizinische Abklärung
en
, wobei sie insbesondere Berichte bei den behandelnden Ärzte
n
einholte (Urk.
2/
12/146, Urk.
2/
12/171
).
Mit Vorbescheid vom 11. Februar
201
5
(Urk.
2/
12/179) stellte die IV-Stelle der Versicherten
gestützt auf einen
Invalidi
tätsgrad von 40 % die Ausrichtung einer Viertelsrente mit Wirkung ab dem 1. November 2014 in Aussicht. Dagegen erhob die Versicherte am 11. März 2015 Einwände (Urk.
2/12
/188
), worauf die IV-Stelle
m
it neuem Vorbe
scheid vom 11. Mai 2015
gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 50 % die Ausrichtung einer halben Rente
mit Wirkung ab 1. November 2014
in Aussicht
stellte
(Urk.
2/12
/195).
Die Versicherte erhob dagegen am 10. Juni 2015 erneut Ein
wände (Urk. 2/12/204). Mit Verfügungen vom 1. Oktober 2015 (für die Zeit ab 1. Oktober 2015) und 29. Oktober 2015 (für den Zeitraum vom 1. November 2014 bis 30. September 2015) sprach die IV-Stelle der Versicherten wie ange
kündigt eine halbe Rente zu (Urk. 2/2, Urk. 2/7/2).
2.
2.1
Mit Eingaben vom 30. Oktober 2015 respektive
26. November
2015 erhob
X._
gegen beide Verfügungen
Beschwerde und beantragte, es sei ihr
sowohl für den Zeitraum vom 1. November 2014 bis 30. September 2015 als auch für die Zeit ab 1. Oktober 2015
eine höhere als die halbe Rente zuzu
sprechen (Urk.
2/
1 S. 2, Urk.
2/
7/1 S. 2). Mit Verfügung vom 3. Dezember 2015 wurden die zwei Beschwerdeverfahren vereinigt (Urk.
2/
8
).
2.2
Mit Beschwerdeantwort vom
30. Dezember 201
5
(Urk.
2/
11 unter Beilage ihrer
Akten, Urk. 2/12/1-232)
erklärte die Beschwerdegegnerin, es bestehe lediglich An
spruch auf eine Viertelsrente, und beantragte eine Abänderung der ange
foc
h
tenen Verfügungen zuungunsten der Beschwerdeführerin (reformatio in peius).
2.3
Am 24. Februar
2016 fand eine Instruktionsverhandlung statt, wobei der Be
schwer
deführerin
im Anschluss an diese Verhandlung
bis 7. März
2016 Frist angesetzt wurde, um schriftlich mitzuteilen, ob an der Beschwerde festgehalten werde (Urk.
2/
15). Innert
zweimalig
erstreckter Frist (Urk.
2/
17, Urk.
2/
18) teilte die Beschwerdeführerin am 13. April 2016 mit, an der Beschwerde fes
tzuhalten
(Urk.
2/
19)
, wobei sie einen zusätzlichen Arztbericht zu den Akten reichte (Urk. 2/20/1). Die Beschwerdeführerin ersuchte darum, die Kosten für diesen Be
richt der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Ausserdem seien allfällige wei
tere Fragen direkt an ihren behandelnden Spezialarzt zu stellen. Eventualiter sei bei einer Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin die bisherige Rente weiterhin auszurichten (Urk. 2/19 S. 3 f.).
2.4
Mit Besch
luss vom 25.
April 2016
(Urk. 2/22)
zeigte das Gericht der Beschwer
de
führerin an, gestützt auf eine vorläufige Prüfung der Akten bestehe die Mög
lichkeit, dass die angefochtene Verfügung
in dem Sinne
zu ihren Ungunsten
abgeändert werde, als lediglich Anspruch auf eine Viertelsrente bestehe, wes
halb
ihr Frist zur Stellungnahme oder zum Rückzug der Beschwerde angesetzt werde.
Mit Eingabe vom 17. Mai 2016 (Urk. 2/24) teilte die Beschwerdeführerin mit, an der Beschwerde festzuhalten und stellte zusätzlich den Eventualantrag, die ange
fochtenen Verfügungen seien zu ändern und die Sache sei, soweit ein An
spruch auf einen eine Viertelsrente übersteigenden Rentenanspruch abge
wiesen werde, aufzuheben und die Sache zur ergänzenden Abklärung der medi
zini
schen Entwicklung der chronischen Erkrankung und der Arbeitsfähigkeit an die Beschwerdegegnerin zur gutachterlichen und beruflich-erwerblichen Abklärung zurückzuweisen. Subeventualiter seien die angefochtenen Verfügun
gen aufzu
he
ben und die Sache sei zur ergänzenden Abklärung der medizini
schen Ent
wick
lung der chronischen Erkrankung und der Arbeitsfähigkeit an die Beschwer
degegnerin zur gutachterlichen und beruflich-erwerblichen Abklärung zurück
zu
weisen (Urk. 2/24 S. 1 f.).
2.5
Mit Urteil vom 6. Juni 2016 (Urk. 2/25) wurde die Beschwerde abgewiesen und di
e angefochtenen Verfügungen vom 1. und 29. Oktober 2015 mit der Feststell
ung abgeändert, dass die Beschwerdeführerin ab 1. November 2014 Anspruch auf
eine Viertelsrente habe (Verfahrensnummer IV.2015.01129).
Die von der Beschwerdeführerin dagegen am 22. August 2016 erhobene Be
schwer
de (Urk. 2/27) hiess das Bundesgericht mit Urteil vom 25. November 2016
teilweise gut, hob den Entscheid vom 6. Juni 2016 auf, soweit ein Anspruch über eine Viertelsrente hinaus verneint wurde und wies die Sache zu neuer Ent
scheidung an das hiesige Gericht zurück (Urk. 1, Verfahrensnummer 9C_532/2016
).
2.6
Mit Verfügung vom 9. Februar 2017 (Urk. 4) wurde die ehemalige Arbeitgeberin der Beschwerdeführerin, die Y._, aufgefordert, den Frage
bo
gen der Eidgenössischen Invalidenversicherung für Arbeitgebende auszu
füllen und die Gründe, die zur Kündigung vom 20. Februar 2014 geführt hatten, um
fassend darzulegen. Mit Eingabe vom 14. März 2017 reichte die Y._ den ausgefüllten Fragebogen ein (Urk. 6 unter Beilage der Urk. 7/1-2). Mit Eingabe vom 12. Mai 2017 nahm die Beschwerdeführerin hierzu Stellung (Urk. 11); die Beschwerdegegnerin teilte am 11. Mai 2017 mit, auf die Einrei
chung einer Stellungnahme zu verzichten. Mit Verfügung vom 16. Mai 2017 (Urk. 12) wurden die Eingaben der jeweiligen Gegenpartei zugestellt.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Im Urteil vom 6. Juni 2016 (Urk. 2/25) war das hiesige Gericht zum Schluss ge
kommen, dass – zumindest noch im Oktober 2015 und somit im Verfügungs
zeit
punkt – eine 60%ige Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Treu
händerin bestanden habe. Im Rahmen der Ermittlung des Invaliditätsgrades wurde offen gelassen, ob das Arbeitsverhältnis bei der
Y._
au
s wirtschaftlichen oder gesundheitlichen Gründen aufgelöst worden war, da mittels Prozentvergleich eine Erwerbseinbusse von 40 % resultiere. Das Vorlie
gen von zusätzlich lohnmindernden Faktoren wurde verneint. Bei einem so er
mittelten Invaliditätsgrad von 40 % nach Ablauf des Wartejahres im Novem
ber 2014 wurde die Beschwerde abgewiesen und die angefochtenen Verfügungen
vom 1. und 29. Oktober 2015 mit der Feststellung abgeändert, dass die Beschwe
r
deführerin ab 1. November 2014 Anspruch auf eine Viertelsrente habe.
1.2
1.2.1
Die Feststellungen des
hiesigen Gerichts zur noch zumutbaren Arbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführerin im Verfügungszeitpunkt im Umfang von 60 %
wurden vom Bundesgericht
mit Urteil vom 25. November 2016 nicht beanstandet (vgl. Urk. 1
S. 3 f.), weshalb auf die diesbezüglich
Erwägungen
im Urteil vom 6. Juni 2016 verwiesen werden kann und sich erneute Ausführungen
dazu
erübrigen.
1.2.2
Das Bundesgericht erwog jedoch, es könne nicht offen bleiben, ob das Arbeits
verhältnis bei der Y._ aus wirtschaftlichen oder gesundheit
lichen Gründen aufgelöst worden sei, da im ersten Fall der früher erzielte Ver
dienst, im zweiten Fall ein statistischer Durchschnittslohn Ausgangspunkt für die Bestimmung des Valideneinkommens sei. Die Y._ habe im Kündigungsschreiben vom 20. Februar 2014 auf „wirtschaftliche Gründe“ verwiesen. Die Beschwerdeführerin habe aber geltend gemacht, dass nicht wirt
schaftliche Gründe, sondern ihre gesundheitlichen Einschränkungen zur Kündi
gung geführt hätten. Wie es sich damit verhalte, lasse sich aufgrund der Unter
lagen nicht feststellen: Immerhin stehe fest, dass das ursprüngliche Teilzeitpen
sum auf den 1. April 2013 auf ein Vollzeitpensum erhöht worden sei. Konkrete Anhaltspunkte für eine wirtschaftliche Notwendigkeit der Kündigung wie Um
strukturierung o.ä. seien nicht aktenkundig. Das Arbeitsverhältnis habe rund
vier Jahre gedauert und die Kündigung sei zeitnah zum Eintritt der Arbeitsun
fähigkeit erfolgt. Diese Umstände würden ernsthafte Zweifel an der Angabe im Kündigungsschreiben begründen. Diesbezüglich
seien
weitere Abklärungen zu treffen und anschliessend
sei
das Valideneinkommen festzusetzen (E. 3.4 f.
des Urteils des Bundesgerichtes
).
Bezüglich der Ermittlung des Invalideneinkommens wurde im bundesgericht
li
chen Urteil erwogen, dass die Beschwerdeführerin für den Arbeitsweg offen
sicht
lich darauf angewiesen sei, ein (angepasstes) Pr
ivatfahrzeug benutzen zu können. S
odann sei notorisch, dass die Überwindung des Arbeitsweges mit einem Privatfahrzeug anstatt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu höheren Kosten führe. In concreto stünden die Ausgaben für Treibstoff,
einen
Parkplatz am Arbeitsort und einen Anteil an den streckenunabhängigen Betriebskosten – die
anrechenbare
Amortisation sei bereits über entsprechende Beiträge der Inva
lidenversicherung gedeckt – jenen für eine Streckenabonnement gegenüber. In diesem Rahmen entstehe eine invaliditätsbedingte Erwerbseinbusse. Ob deswe
gen – unter dem Titel Art und Ausmass der Behinderung – ein Tabellenlohn
abzug angezeigt sei, hänge indessen davon ab, ob die Mehrkosten zu einer Einkommensminderung von erheblichem Ausmass führe
n würden
. Dies werde im Rahmen der neuerlichen Invaliditätsbemessung zu berücksichtigen
sein
(E.
4.4.2 des Urteils des Bundesgerichtes
)
. Das Vorliegen weiterer lohnmin
dern
der Faktoren verneinte das Bundesgericht ausdrücklich (E. 4.4.1 des Urteils).
Im Folgenden sind somit sowohl das Validen- als auch das Invalidenein
kom
m
en unter Berücksichtigung der bundesgerichtlichen Erwägungen zu ermitteln.
2.
2.1
2.1.1
Im Nachgang zum Urteil des Bundesgerichts wurde die Y._ mit Verfügung vom 9. Februar 2017 (Urk. 4) aufgefordert, sich zu den Kündi
gungsgründen zu äussern. Mit am 14. März 2017 ausgefülltem Fragebogen teilte die ehemalige Arbeitgeberin daraufhin mit, die Kündigung sei aus wirt
schaftlichen Gründen erfolgt wegen fehlender Leistung. Die Stelle sei anschlies
s
end neu besetzt worden (Urk. 7/2 S. 1). Zur Frage, was die Beschwerdeführerin noch arbeiten könnte, wurde ausgeführt, es sei die gleiche Tätigkeit möglich, jedoch eingeschränkt wegen der Krankheit beim Umgang mit Kunden und ohne Führungsaufgaben (Urk. 7/2 S. 3).
2.1.2
Vorliegend trat ab November 2013
eine andauernde 40%ige Arbeitsunfähigkeit ein (vgl. Sachverhalt E. 1.1), woraufhin die Y._ das Arbeits
verhältnis am 20. Februar 2014 per Ende April 2014 kündigte (Urk. 7/1). Wenn die ehemalige Arbeitgeberin vor diesem Hintergrund angibt, die Kündigung sei wegen „fehlender Leistung“ erfolgt, muss dies so verstanden werden, dass die
fort
schreitende Krankheit resp. die
im November 2013 eingetretene einge
schränkte Arbeitsfähigkeit Anlass für die Kündigung war. So nannte die ehe
ma
lige Arbeitgeberin denn auch keine krankheitsfremden Gründe, die Anlass für die Kündigung gegeben hätten, sondern wies gegenteils darauf hin, dass die Beschwerdeführerin wegen der Krankheit im Umgang mit Kunden eingeschränkt sei. Es ist somit mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die am 20. Februar 2014 erfolgte Kündigung aus gesundheitlichen Gründen erfolgte.
2.1.3
Massgebend ist somit,
was die
Beschwerdeführerin
im November 2014 (
Zeit
punkt des frühestmöglichen Rentenbeginns
nach Ablauf des Wartejahres, vgl. Art. 28 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG)
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
ohne gesundheit
l
iche Einschränkungen bei der
Y._
tatsächlich verdient hätte
. Diesbezüglich teilte die ehemalige Arbeitgeberin mit am 14. März 2017 ausge
füllten Fragebogen mit, dass die Beschwerdeführerin im Jahr 2014 ohne Ge
sund
heitsschaden ein Einkommen von ca. Fr. 120‘000.-- erzielt hätte (Urk. 7/2). Darauf ist vorliegend abzustellen.
2.2
2.2.1
Zur Ermittlung des Invalideneinkommens stellte die IV-Stelle in den ange
fochtenen Verfügungen auf den Zentralwert der Löhne für weibliche Angestellte
an Arbeitsplätzen des Kompetenzniveaus 4 in freiberuflichen, wissenschaft
li
chen
und technischen Dienstleistungen (Ziffern 69-75) gemäss den vom
Bun
des
amt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen
(LSE 2012) in Höhe von Fr. 7‘137.-- ab (Urk. 2/2, 2/12/193
).
Dies ist nicht zu beanstanden, da die Beschwerdeführerin gemäss ihren Angaben ihre Restarbeitsfähigkeit in ihrer GmbH verwertet (Urk. 2/12/188/4), die Z._ jedoch noch im Auf
bau ist (vgl. ihre Ausführungen in der Bundesgerichtsbeschwerde, Urk. 2/27 S. 11) und sie im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügungen in dieser An
stellung ihren Angaben zufolge lediglich ein monatliches Einkommen von
Fr. 2‘500.-- erzielte (Urk. 2/12/230/8). Die Festsetzung des Invalidenein
kommens
mittels den vorgenannten Tabellenwerten wurde denn auch von der Beschwer
de
führerin nicht bemängelt (Urk. 1, Urk. 27).
Unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Arbeitszeit im Jahr 2014 von 41,4 Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeits
zeit nach Wirtschaftsabteilungen, Tabelle T03.02.03.01.04.01) sowie der Nominal
l
ohnentwicklung bis ins Jahr 2014 (Indexstand 2
630
[2012] auf 2
673 [2014
], vgl. Bundesamt für Statistik, Schweizerischer Lohnindex, T 39: Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, 1976-2014, Frauen)
ergibt sich ein jährliches Einkommen von Fr.
90
‘
090
.
80
(Fr. 7‘137.-- x 12 : 40 x 41,4
:
2
630 x
2
673
) resp. bei einem zumutbaren 60%-Pensum ein Einkommen von
Fr.
5
4
‘
054
.
50
.
2.2.2
Weshalb sich aufgrund von Teilzeitarbeit, der Einschränkungen in der Mobilität und des Unterstützungsbedarfs im Büro kein (zusätzlicher) Abzug vom Inva
lideneinkommen rechtfertigt, wurde im Urteil des hiesigen Gerichts vom 6. Juni 2016 (in E. 4.3) ausführlich dargelegt und vom Bundesgericht bestätigt (E. 4.4.1 des Urteils des Bundesgerichtes). Erneute Ausführungen hierzu erübrigen sich somit.
2.2.3
Zu klären sind jedoch gemäss Bundesgericht anfallende Mehrkosten infolge des Umstandes, dass die Beschwerdeführerin für die Fortbewegung ein Motorfahr
zeug benötigt. Hierzu stehen gemäss Bundesgericht in concreto die Ausgaben für
Treibstoff, einen Parkplatz am Arbeitsort sowie einen Anteil an den strecken
unabhängigen Betriebskosten jenen für ein Streckenabonnement gegen
über, wo
bei erwogen wurde, die anrechenbare Amortisation sei bereits über ent
sprechende Beiträge der Invalidenversicherung gedeckt (E. 4.4.2).
Gemäss Aufstellung der Beschwerdeführerin (Urk. 2/3/6) belaufen sich die jähr
lichen Treibstoffkosten auf Fr. 1‘800.--, die Miete für den Parkplatz zu Hause auf Fr. 1‘620.--, die Miete für den Parkplatz am Arbeitsort auf Fr. 1‘200.--, die Kosten für die Versicherung und TCS auf Fr. 1‘619.30, für den Service/Diverses (inkl. Pneu wechseln und alle drei Jahre erneuern) auf Fr. 1‘693.33 sowie die Amortisationskosten auf Fr. 6‘944.01.
Die Amortisationskosten sind gemäss Urteil des Bundesgerichtes nicht zu be
rück
sichtigen, ebenso wenig die Kosten für den Parkplatz zu Hause.
Die geltend gemachten Kosten für den TCS in Höhe von insgesamt Fr. 148.50 sind ebenfalls nicht zu berücksichtigen, da die Pannenhilfe bereits in der Deckung der Motor
fahrzeugversicherungspolice enthalten ist (Urk. 2/3/6/3 S. 3) und eine Rechts
schutzversicherung nicht zu den Betriebskosten eines Motorfahrzeugs gehört. Anzurechnen ist dagegen der Aufwand für die Miete eines Parkplatzes am Arbeitsort (Fr. 1'200.-- pro Jahr). Unter dem Titel "Anteil an den strecken
un
ab
hängigen Betriebskosten" sind die geltend gemachten Kosten der Fahrzeug
ver
sicherung (Fr. 1'470.80) und des Unterhalts (Service inkl. Bereifung; geschätzt aufgrund des durchschnittlichen Aufwands in Vorjahren, Fr. 1'693.33) sodann anteilsmässig zu berücksichtigen. Vor dem Hintergrund, dass die Beschwerde
führerin das Fahrzeug nicht nur für den Arbeitsweg benützt, ist ein Aufwand von maximal Fr. 1'582.05 anzurechnen. Schliesslich sind die Treibstoffkosten zu berücksichtigen. Bei einem grosszügig bemessenen Arbeitsweg von 2.5 km und
einem ebenso grosszügig bemessenen Dieselverbrauch von 15 Litern pro 100 km
entstehen unter Zugrundelegung von 240 Arbeitstagen pro Jahr und einem Dieselpreis von Fr. 1.60 Treibstoffauslagen von ungefähr Fr. 288.-- (1'200 km [Gesamtstrecke Arbeitsweg pro Jahr] x 15 x 1.60 / 100). Insgesamt entsteht der Beschwerdeführerin für den Arbeitsweg ein Aufwand von Fr. 3'070.05 pro Jahr. Ein Strecken- respektive Zonenabonnement des öffentlichen Verkehrs würde
Fr. 756.-- kosten (Urk. 2/27, Bundesgerichtsbeschwerde S. 19). Entsprechend ent
steht der Beschwerdeführerin ein invaliditätsbedingter Mehraufwand für den Ar
beitsweg von Fr. 2'314.05, welcher bei der Bemessung des Invalidenein
kom
mens zu berücksichtigen ist. Bei einem Invalideneinkommen von Fr. 51'740.45 (54'054.50 - 2'314.05) resultiert im Vergleich zum Valideneinkommen von Fr. 120'000.-- eine Erwerbseinbusse von Fr. 68'259.55, was einem Invaliditäts
grad von rund 57 % und einem Anspruch auf eine halbe Rente entspricht.
3.
Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin somit mit Verfügungen vom 1. und 29. Oktober 2015 nach Ablauf des Wartejahres im November 2014 zu Recht eine halbe Rente zugesprochen. Die Beschwerde gegen diese beiden Verfügungen ist dementsprechend abzuweisen.
4.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 800.-- festzulegen und ausgangsgemäss von der Beschwerdeführerin zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).