Decision ID: 120f02a6-ebca-46ca-8343-bb6e1c26f0a4
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1965 geborene
X._
war seit
1.
September 2001 in Teilzeit als
Reinigungsmitarbeiterin bei der
Y._
(
Urk.
7/11/1)
sowie seit dem Jahr 2000 in diversen Privathaushalten als
Reinigungshilfe tätig (
Urk.
7/4
/4). Am 2
3.
Novem
ber 2016 (Eingangsdatum) meldete sie sich unter Hinweis auf starke Schmerzen
in den Armen, dem Rücken, den
Bein
en
und den Hände
n
bei der
Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle
,
zum Bezug von Leistungen der Inva
lidenversicherung an (
Urk.
7/4).
Mit Mitteilung vom 2
7.
Dezember 2016
teilte
die IV-Stelle
der Versicherten mit
, dass keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen angezeigt seien
, da
sie
ihre bisherige Tätigkeit s
eit April 2016 wieder zu 50
%
auf
genommen habe (
Urk.
7/12/1). Am
2.
Juni 2017 wurde der IV-Stelle gemeldet, dass die Versicherte am
7.
Januar 2017 auf ihre rechte Schulter
gestürzt
und im März 2017
eine Schulteroperation
erfolgt sei (
Urk.
7/13)
.
Die IV-Stelle tätigte medizinische und berufliche Abklärungen
(
Urk.
7/11, 7/14, 7/18),
zog die Akten der Unfallversicherung bei
(
Urk.
7/17)
und
veranlasste eine Abklärung im Haus
halt der Versicherten (Abklärungsbericht vom 2
8.
September 2017;
Urk.
7/20). Mit Vorbescheid vom 3
0.
April 2018 stellte die IV-Stelle die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht
(
Urk.
7/23)
, wogegen die Versicherte
Einwand
erhob
(
Urk.
7/27, 7/30). Die IV-Stelle liess die Versicherte daraufhin am 2
7.
Sep
tember 2018 durch den regionalen ärz
tlichen Dienst orthopädisch-
rheumatolo
gisch untersuchen
(
Urk.
7/34). Zu diesem Untersuchungsbericht nahm die Versi
cherte mit Schreiben vom
1.
Februar 2019 Stellung (
Urk.
7/37) und reichte weitere ärztliche Berichte ein (
Urk.
7/38).
Mit
neuerlichem
Vorbescheid vom
8.
Mai 2019 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass man vorsehe
,
ihr eine vom
1.
Mai bis 3
1.
Oktober 2017 befristete
Dreiviertelsrente
zuzusprechen (
Urk.
7/42). Gegen diesen Vorbescheid erhob die Versicherte mit Schreiben vom 3
1.
Mai 2019 erneut Einwand (
Urk.
7/47). Mit Verfügung vom 1
6.
September 2019
sprach die IV-Stelle der Versicherten eine befristete
Dreiviertelsrente
vom
1.
Mai bis 3
1.
Oktober 2017 zu (
Urk.
2 =
7/56).
2.
Gegen die Verfügung vom 1
6.
September 2019 liess die Versicherte am 1
6.
Oktober 2019 B
eschwerde erheben und beantragen
,
diese sei aufzuheben und die IV-Stelle anzuweisen, ihr über den 3
1.
Oktober 2017 hinaus eine Invalidenrente auszurichten. Eventualiter sei der medizinische Sachverhalt
rechtsgenüglich
abzuklären (
Urk.
1 S. 2).
3.
Mit Beschwerdeantwort vom 2
3.
Dezember 2019 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6).
D
ies
wurde
der Beschwerdeführerin
mit Ver
fügung vom
6.
Januar 2020
zur Kenntnis gebracht (
Urk.
8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes ü
ber die Invalidenversicherung [
I
VG]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zum
utbare Eingliederungsmassnahmen
wieder
herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgaben
bereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG
festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgelt
lichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG); dies ist die gemischte Methode der Invaliditätsbemessung (vgl. BGE 141 V 15 E. 3.2 mit Hinweisen).
Nach der bis 3
1.
Dezember 2017 gültigen Gerichts- und Verwaltungspraxis zur Invaliditätsbemessung nach der gemischten
Methode (grundlegend BGE 125 V
146; vgl.
Art.
27 und 27
bis
der Verordnung über
die Invalidenversicherung [IVV]
in der seit dem
1.
Januar 2018 geltenden Fassung und Übergangs
bestimmung zur Änderung der IVV, in Kraft seit
1.
Januar 2018) wird zunächst der Anteil der Erwerbstätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (vgl. Art. 27 IVV) ermittelt. Die Invalidität bestimmt sich in der Folge dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betäti
gungsvergleich vorgenommen wird, wobei im Erwerbsbereich praxisgemäss berücksichtigt wird, was die versicherte Person im Gesundheitsfall aus ihrer Teilerwerbstätigkeit erzielen würde. Die Gesamtinvalidität ergibt sich aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten
Teilinvaliditäten
(BGE 131 V 51 E. 5.5.1, 130 V 393 E
. 3.3, 125 V 146 E. 2b und 5
).
Am 1. Januar 2018 sind die geänderten Bestimmungen der Verordnung über die Invalidenver
sicherung (IVV) vom 1. Dezember 2017 in Kraft getreten. Mit dieser Änderung wurde für die Festlegung des Invaliditätsgrades von teilerwerbstätigen Versicher
ten nach der gemischten Methode (Art
. 28a Abs. 3 IVG
) in Art. 27
bis
Absatz 2–4 IVV ein neues Berechnungsmodell eingeführt.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die galten, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 130 V 445 E. 1.2.1, 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen).
Die angefochtene Verfügung ist am
1
6.
September 2019
und somit nach Inkraft
treten der Verordnungsänderung ergangen, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der revidierten Verordnungsbestimmungen am 1. Januar 2018 begonnen hat. Daher und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung betrifft, über welche noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2017 auf die damals geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeit
punkt auf die revidierten Verordnungsbestimmungen abzustellen (vgl. BGE 130 V 445 E. 1.2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts I
428/04 vom 7. Juni 2006 E. 1).
1.
4
Bezog eine versicherte Person aus invaliditätsfremden Gründen (z.B. geringe Schulbildung, fehlende berufliche Ausbildung, mangelnde Deutschkenntnisse, beschränkte Anstellungsmöglichkeiten wegen
Saisonnierstatus
) ein deutlich unterdurchschnittliches Einkommen, ist diesem Umstand bei der Invaliditätsbe
messung nach
Art.
16 ATSG Rechnung zu tragen, sofern keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie sich aus freien Stücken mit einem bescheideneren Einkommensniveau begnügen wollte. Nur dadurch ist der Grundsatz gewahrt, dass die auf invaliditätsfremde Gesichtspunkte zurückzuführenden Lohnein
bussen entweder überhaupt nicht oder aber bei beiden Vergleichseinkommen gleichmäs
sig zu berücksichtigen sind. Diese Parallelisierung der Einkommen kann praxis
gemäss entweder auf Seiten des
Valideneinkommens
durch eine entspre
chende Heraufsetzung des effektiv erzielten Einkommens oder aber auf Seiten des Inva
lideneinkommens durch eine entsprechende Herabsetzung des statistischen Wer
tes erfolgen (BGE 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen). Eine Paral
lelisierung ist indessen nur vorzunehmen, wenn die Differenz zum massgebenden Durchschnitt deutlich ist. Deutlich unterdurchschnittlich im Sinne von
BGE 134 V 322
E. 4 ist der tatsächlich erzielte Verdienst, wenn er mindestens 5
%
vom branchenüblichen LSE-Tabellenlohn abweicht (vgl. BGE 135 V 2
97 E.
6.1.2).
Die Parallelisierung der Einkommen trägt somit dem Umstand Rechnung, dass die versicherte Person
als Invalide
realistischerweise
nicht den Tabellenlohn erzielen kann, weshalb ein entsprechend tieferes
Invalideneinkommen
anzuneh
men ist (BGE 135 V 58 E. 3.4.3, Urteil des Bundesgerichts 9C_488/2008 vom
5.
September 2008 E. 6.4, zusammengefasst in: SZS 2008 S. 570; Urteile des Bundesgerichts I 428/04 vom
7.
Juni 2006 E. 7.2.2; I 630/02 vom 5. Dezember 2003 E. 2.2.2). Kann tatsächlich oder
zumutbarerweise
ein durchschnittliches Invalideneinkommen erzielt werden, dann besteht kein Grund, ein aus wirtschaft
lichen Gründen unterdurchschnittliches
Valideneinkommen
auf ein durchschnitt
liches hochzurechnen. Denn mit einer solchen Vorgehensweise würden in gesetz
widriger Weise Einkommenseinbussen berücksichtigt, die nicht gesundheitlich bedingt sind. Entsprechend der gesetzlichen Regelung ist somit das (zumutbare) Invalideneinkommen nicht demjenigen Einkommen gegenüberzustellen, das ohne Gesundheitsbeeinträchtigung bei vollständiger Ausschöpfung des wirt
schaftlichen Potenzials
zumutbarerweise
hätte erzielt werden können, sondern demjenigen, das konkret erzielt worden wäre (BGE 135 V 58 E. 3.4.3 in
fine
).
Sind die Voraussetzungen der
Einkommensparallelisierung
erfüllt, weil die versi
cher
te Person aus invaliditätsfremden Gründen infolge fehlender Berufsausbil
dung und mangelhafter Sprachkenntnisse ein unterdurchschnittliches
Validenein
kommen
erzielt hatte, welches um mindestens 5
%
unter dem branchenübli
chen
LSE-Tabellenlohn liegt, so vermögen dieselben Faktoren praxisgemäss nicht zusätzlich auch noch einen Leidensabzug zu b
egründen (vgl. BGE 135 V 297 E.
6.2).
Bei der Durchführung der Parallelisierung ist mit Blick auf eine dem Grundsatz der Rechtsgleichheit genügende Invaliditätsgradermittlung zu vermeiden, dass diese – bei einer kontinuierlich ansteigenden Differenz zwischen tatsächlich erzieltem Lohn und branchenüblichem Durchschnittseinkommen – ab Erreichen des
Erheblichkeitsgrenzwertes
von mindestens 5
%
gegebenenfalls eine sprung
hafte Erhöhung des Invaliditätsgrades zur Folge hat. Es ist daher nur in dem Umfang zu parallelisieren, in welchem die prozentuale Abweichung den
Erheb
lichkeitsgrenzwert
von 5
%
übersteigt, bezweckt doch die Parallelisierung praxis
gemäss nur die Ausgleichung einer deutlichen – also nicht jeder kleinsten – Abweichung des tatsächlich erzielten Verdienstes vom tabellarisch bestimmten branchenüblichen Referenzeinkommen (vgl. BGE 135 V 297 E. 6.1.3).
1.5
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funkti
onelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49 IVV beurteilen die RAD die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fach
kompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersu
chen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem exter
ner medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den pra
xisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis versiche
rungsinterner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte gehören – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung
(
Urk.
2)
davon aus, dass
nach Ablauf des Wartejahres
per Februar 2017
bei der Beschwerdefüh
rerin
eine volle Arbeitsunfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt bestand.
Ausgehend von der gemischten Methode bei einem Erwerbsanteil von 65
%
und 35
%
Haus
halt errechnete sie einen Invaliditätsgrad von 66
%
.
Die
Dreiviertelsrente
werde
aufgrund verspäteter Anmeldung vom
2
3.
November 2016 ab dem
1.
Mai 2017 gewährt und
bis zum 3
1.
Oktober
2017
befristet
,
da sich
bis dahin eine drei Monate andauernde
Verbesserung der gesundheitlichen Situation ergeben
habe,
welche es der Beschwerdeführerin ermögliche,
einer
angepassten Tätigkeit zu 50
%
nachzugehen
(
Urk.
2 S. 4)
.
In einer angepassten Tätigkeit zu einem Pensum vom 50
%
und unter Berücksichtigung eines Leidensabzugs von 10
%
ergebe sich ein Invalideneinkommen von
Fr.
24'659.7
5.
Der Einkommensvergleich mit dem
Valideneinkommen
aus dem Jahr 2014 ergebe eine Einschränkung von 47
%
. Der Gesamtinvaliditätsgrad unter Berücksichtigung einer Einschränkung von 5
%
im Haushaltsbereich
betrage damit 33
%
(
Urk.
2 S. 4 f.)
.
2.2
In der Beschwerde vom 1
6.
Oktober 2019
(
Urk.
1)
lässt die Beschwerdeführerin im Wesentlichen vorbringen, dass
zur Ermittlung ihres
Valideneinkommens
auf ihr Einkomme
n
gemäss IK-Auszug aus dem Jahr 2010 abzustellen sei, da sie danach ihr Erwerbstätigkeit schmerzbedingt reduziert habe
(
Urk.
1 S. 6)
.
Weiter erscheine eine vollständige Arbeitsfähigkeit mit einem Rendement von 50
%
in einer adaptierten Tätigkeit nicht plausibel (
Urk.
1 S. 7).
Vielmehr sei v
on einer verbleibenden Arbeitsfähigkeit von 15
%
in einer einfachen Tätigkeit aus
zugehen
(
Urk.
1 S. 8). Bezüglich den Einschränkungen im Aufgabenbereich führte die Beschwerdeführerin aus, dass der Bericht der Abklärung an Ort und Stelle nicht in Kenntnis sämtlicher funktionellen Einschränkungen erstellt und
ihre
gesund
heitliche Situation damit
nicht gänzlich berücksichtigt wo
rde
n sei
(
Urk.
1 S. 9).
Die durch den RAD durchgeführten Untersuchungen seien ebenfalls nicht ausrei
chend, weshalb weitere Abklärungen vorzunehmen seien (
Urk.
1 S. 11).
2.3
Strittig ist, ob
die Beschwerdegegnerin zu Recht
ab dem
1.
November 2017 den Anspruch auf eine Rente verneint hat
.
Jedoch ist zu berücksichtigen, dass eine r
ückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung
umfasst
(BGE 125 V 413 E. 2d; Urteil des Bundesgerichts 8C_780/2007 vom 27. August 2008 E. 2.3; vgl. Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflag
e 2014,
Rn
11 zu Art. 30–31
). Rechtsprechungsgemäss bildet eine solche Verfügung insgesamt den Anfechtungs- und Streitgegenstand und unterliegt integral der
gerichtlichen Prüfung, selbst wenn nur einzelne Punkte davon bestritten sind (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_440/2017 vom 25. Juni 2018 E. 5.1 [in BGE 144 V 153 nicht publiziert] und 9C_50
/2011 vom 25. Mai 2011 E. 2.1).
Entsprechend
ist im Folgenden nicht nur die Befristung der Rente, sondern auch die nicht in Frage gestellte
Zusprache
der
Dreiviertelsrente
vom
1.
Mai bis 3
1.
Oktober 2017 einer gerichtlichen Prüfung zu unterziehen.
3.
3.1
Nach einer Gelenksinfiltration im rechten Knie wurde die Beschwerdeführerin gemäss Aktenlage zunächst von ihrem Hausarzt
Dr.
med.
Z._
, Praktischer Arzt FMH, ab 2
6.
Februar 2016 zu 100
%
arbeitsunfähig geschrieben (
Urk.
7/17/3
2.
Ab 2
5.
April 2016 attestierte der seit 2
6.
April 2016 behandelnde Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsappara
tes,
Dr.
med.
A._
noch eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit, wobei gemäss seinem Bericht vom 2
6.
September 2016 nunmehr bewegungs- und belastungsabhängige Beschwerden im Bereich der rechten Schulter im Vordergrund standen (
Urk.
7/17/7).
3.
2
In seinem Bericht vom 1
7.
J
anuar 2017 stellte
Dr.
A._
sodann
folgende Diag
nosen
(
Urk.
7/14/1)
:
-
Verdacht auf
Rotatorenmanschetten
-Läsion Schulter rechts, dominant
-
Nach Sturz auf rutschigem Untergrund vom
7.
Januar 2017
-
Unspezifische Arthralgien und Myalgien mit/bei
-
Aktuell akuten unklaren rechtsseitigen Schulterbeschwerden
-
Lumbovertebrales
und
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom
-
Medialbetonte
Gonarthrose beidseitig (recht
s
> links)
-
Kompletter radiärer Riss des medialen Meniskus rechts
-
Scheibenmeniskus lateral rechts (MRI Knie rechts vom
9.
März 2016, Spital
B._
)
-
Status nach intraartikuläre
r
Infiltration Knie rechts vom 1
9.
März 2016 (Spital
B._
), ohne Effekt
-
Hochgradiger Verdacht auf
posteriore
Uveitis
mit
Papillitis
,
zystoides
Makulaödem
(OD > OS) und
Va
skulitis
mit Verdacht auf milde
Skleritis
-
Labor vom 2
9.
September 2016 (
Medica
)
•
CRP 11 mg/l
•
Rheumafaktoren negativ, Anti-CCP negativ, Antinukleare Anti
körper negativ, ANCA negativ
-
Genu
vara
-
Adipositas per magna
Dr.
A._
führte aus, die Beschwerdeführerin
berichte, sie
sei am
6.
Januar 2017 bei eisigem Untergrund ausgerutscht und auf die dominante rechte Schulter gestürzt
(
Urk.
7/14/2)
.
Zur Verifizierung der Verdachtsdiagnose meldete er die Beschwerdeführerin für ein
Arthro
MRI der rechten Schulter an.
Aufgrund der Schulterbeschwerden attestierte er eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 1
6.
bis zum 2
9.
Januar 2017
(
Urk.
7/14/3)
.
Mit Bericht vom 2
9.
Januar 2017
präzisierte
Dr.
A._
die Verdachtsdiagnose der
Rotatorenmanschetten
-Läsion
und diagnostizierte
nunmehr
eine
Supraspinatus
sehnen-Läsion
mit Partialruptur der
Subscapularissehne
der rechten Schulter
(
Urk.
7/14/4 f.)
.
Am
2
0.
Februar
2017 attestierte
er
eine
weitergehende
50%ige Arbeitsunfähigkeit
aufgrund der Gonarthrose und eine 100%ige Arbeitsunfähig
keit aufgrund der
Rotatorenmanschettenläsion
(
Urk.
7/14/6 f.).
Eine Abklärung in der Sprechstunde für
Kollegnosen
und
Vaskulitiden
der Klinik für Rheumatologie des Universitätsspitals
C._
führte zum Ausschluss einer entzündlichen rheumatologischen Erkrankung und zum Schluss auf das Vorliegen einer idiopa
thischen
Uveitis
(
Urk.
7/18/28-30).
3.
3
Im Austrittsbericht des Spital
s
B._
vom 2
7.
März 2017 hielt
Dr.
med.
D._
, Leitender Arzt der Orthopädischen Klinik, fest, dass die Beschwerdefüh
rerin vom 2
4.
b
is 2
7.
März 2017 in stationärer Behandlung
gewesen sei
. Dabei
sei
en
eine
Rotatorenmanschettenrekonstruktion
, eine
Bicepstenotomie
, eine
Bursektomie
und eine
Akromioplastik
rechts durchgeführt worden. Der Verlauf sei intra- und postoperativ komplikationslos gewesen und die Beschwerdeführe
rin habe bei subjektiven Wohlbefinden entlassen werden können (
Urk.
7/18/10). Es wurde eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
vom 2
4.
März bis zum
9.
Mai 2017 attestiert (
Urk.
7/18/11).
Im Verlaufsbericht vom 1
2.
Mai 2017 stellte
Dr.
D._
fest, dass die Beschwer
deführerin den Arm im Alltag normal einsetzen könne. Gewichte
und Belastun
gen zu tragen, sei
jedoch für weitere sechs Wochen nicht möglich. Die Beschwer
deführerin sei für ihre Tätigkeit bei der
Y._
weiterhin 100
%
arbeitsunfähig (
Urk.
7/18/14).
3.
4
In seinem Bericht vom 2
0.
Juli 2017 stellte der Hausarzt der
Beschwerdeführerin,
Dr.
Z._
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
7/18/1)
:
-
Unspezifische Arthralgien und Myalgien mit/bei
-
Lumbovertebralem
und
lumbospondylogenem
Schmerzsyndrom
-
Gonarthrose beidseitig
-
Meniskusriss Knie rechts medial
-
Status nach
arthroskopischer
Rotatorenmaschettenrekonstruktion
am 2
4.
März 2017 bei
-
Rotatorenmanschettenruptur
rechts nach Sturz am
7.
Januar 2017
Die Beschwerdeführerin sei seit dem 2
6.
Februar 2016 zu 100
%
in ihrer ange
stammten Tätigkeit arbeitsunfähig, da sie aufgrund der Schmerzen in ihrer Gehfähigkeit eingeschränkt sei
(
Urk.
7/18/2)
.
R
ein sitzende, wechselbelastende T
ätig
keiten, Bücken und Treppens
teigen
seien
ihr jedoch seit Februar 2016 möglich (
Urk.
7/18/5).
3.5
3.5.1
Am 2
8.
September 2017 berichtete die Abklärungsperson über die am 2
7.
Sep
tember 2017 durchgeführte Haushaltsabklärung (
Urk.
7/20). Als Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit wu
rden im Bericht
folgende genannt:
-
Rotatorenmanschettenruptur
rechts (Sturz am
6.
Januar 2017), Operation vom 2
4.
März 2017:
Rotatorenmanschettenrekonstruktion
(
Supraspi
natussehne
),
Bicepstenotomie
,
Bursektomie
,
Acromioplastik
-
Gonarthrose
rechts > links, medial betont
-
l
umbales Schmerzsyndrom
-
Haltungsinsuffizienz, minime lumbale linkskonvexe Skoliose,
Osteo
chondrose
L5/S1 und
Spondylarthrose
L4/5 und L5/S1 (Röntgen LWS vom 1
3.
September 2016)
3.5.2
Betreffend die Qualifikation
führte die Abklärungsperson aus, dass die Beschwer
deführerin bis zur Geburt ihrer Tochter im Jahr 1990 vollzeitlich im Verkauf gearbeitet habe
, d
anach
teilzeitlich
. Bei der
Y._
habe sie vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit jeweils montags und dienstags je
circa
sechs bis sieben Stun
den
;
an den anderen Wochent
agen habe sie für Privathaushalte
und Hauswar
tungen gearbeitet. Circa im Jahr 2010 habe sie zwei Aufträge aufgegeben, die sie bei guter Gesundheit durch Neukunden ersetzt hätte. Angesichts der Beschwerden sei ihr diese Reduktion jedoch gerade recht gewesen (
Urk.
7/20/2 f.). Aktuell arbeite die Beschwerdeführerin vier bis sechs Stunden pro Woche bei der
Y._
, verteilt auf Montag und Dienstag.
Im Frühja
h
r 2016 habe sie die Hälfte ihrer Privataufträge aufgegeben und
nach dem Unfall auch die übrigen (Ur. 7/20/2 f.). Im Abklärungsbericht wurde weiter festgehalten, dass die Beschwerdeführerin gerne im früheren Ausmass von circa 60 bis 70
%
weiterarbeiten würde (
Urk.
7/20/3). Im Bericht wurde die Beschwerdeführerin demzufolge als 65
%
erwerbstätig und 35
%
im Aufgabenbereich tätig qualifiziert (
Urk.
7/20/3). Die Beschwerdeführerin lebe mit ihrem Sohn (Jahrgang 1992)
, welcher eine Neuaus
bildung mit Unterstützung der Invalidenversicherung absolviere,
und ihrem voll
erwerbstätigen Ehemann (Jahrgang 1964) zusammen.
3.5.3
In der Haushaltsführung wurde keine Einschränkung festgehalten, da die Beschwerdeführerin angegeben habe, in diesem Aufgabenbereich nicht beein
trächtigt zu sein (
Urk.
7/20/6).
Betreffend die Ernährung habe die Beschwerdeführerin berichtet, die Mahlzeiten
zubereitung selber vornehmen zu können. Nach dem Kochen sei sie jedoch auf Hilfe angewiesen, so dass ihr Sohn und ihr Ehemann den Abwasch und das Auf
räumen der Küche übernehmen würden. Das Ein- und Ausräumen des Geschirr
spülers erledige sie mehrheitlich selbst. Es gebe zwischendurch Tage, an denen sie sich nicht bücken könne und dies dann auch von ihrem Ehemann oder Sohn übernommen werde. Gründliche Küchenreinigungsarbeiten habe sie schon lange nicht mehr vornehmen können und sie hoffe, dass ihr Ehemann dies in seinen nächsten Ferien erledige (
Urk.
7/20/6). Die Abklärung
sperson hielt aufgrund der vernachlässigten gründlichen Küchenreinigungsarbeiten eine
Einschränkung von
8
%
fest. Das Erledigen des Abwasches und der oberflächlichen Reinigung der Küche sei dem Ehemann und dem Sohn im Rahmen der Schadenminderungs
pflicht zumutbar und daraus resultiere damit keine anrechenbare Einschränkung (
Urk.
7/20/6 f.).
Weiter wurde im Abklärungsbericht festgehalten, dass die
Beschwerdeführerin in Hinblick auf die Wohnungspflege berichtet habe, dass sie
sich
montags und dienstags im eigenen Haushalt kaum betätige, da sie nach der Erwerbsausübung Schmerzmittel einnehmen und sich ausruhen würde. An den übrigen Tagen erle
dige sie mit vielen schmerzbedingten Pausen das Nötigste im Haushalt. Oft müsse sie bereits nach zehn Minuten eine Pause einlegen und sich hinsetzen. Je nach Beschwerdesituation bitte sie auch ihren Ehemann und Sohn um Mithilfe und sie würden gelegentlich das Staubsaugen übernehmen. Die Fenster- und Vorhangrei
nigung habe sie seit Beginn der Arbeitsunfähigkeit nicht mehr vornehmen kön
nen. Die Abklärungsperson ging vorliegend von einer Einschränkung von 8
%
aufgrund der Unterlassung der Fenster- und Vorhangreinigung. Die sporadische Mithilfe sei dem Ehemann und Sohn zumutbar (
Urk.
7/20/7).
Betreffend den Einkauf und weitere Besorgungen hielt die Abklärungsperson fest, dass die Beschwerdeführerin berichtete habe, dass sie jeweils samstags mit ihrem Ehemann einkaufen gehe und während der Woche Kleinigkeite
n zu Fuss besorge oder ihren
Ehemann bitte, sie auf dem Arbeitsweg zu besorgen. Es resultiere damit keine anrechenbare Einschränkung, da die Hilfeleistungen des Ehemannes im Rahmen der Schadenminderungspflicht zumutbar seien (
Urk.
7/20/7).
Auch für den Bereich «Wäsche und Kleiderpflege» hielt die Abklärungsperson fest, dass keine anrechenbare Einschränkung vorliege. Demnach habe die Beschwer
deführerin berichtet, dass ihr mit Pausen und in Etappen weiterhin das Sortieren,
Einfüllen, Ausladen, Aufhängen, Falten und Bügeln der Kleidung möglich sei. Hilfe benötige sie lediglich beim Transport der Wäsche in den Waschraum. Ihr Ehemann trage deshalb die Wäsche am Vorabend hinunter und am Abend wieder hoch. Diese Hilfeleistungen des Ehemannes seien, gemäss Abklärungsperson, zumutbar
; eine Wechselwirkung entfalle, nachdem die Beschwerdeführerin ihre Restarbeitsfähigkeit nicht voll ausschöpfe
(
Urk.
7/20/8).
Zusammenfassend resultiere eine Einschränkung von 4.96
%
im Haushaltsbereich
(
Urk.
7/20/9)
3.6
Im Austrittsbericht
des Universitätsspital
C._
vom 2
7.
November 2018
wurde festgehalten, dass die Beschwerdeführerin vom 1
3.
b
is 2
7.
November 2018 in der Klinik für Rheumatologie
zur
multimodelen
rheumatol
o
gischen Komplextherapie
hospitalisiert
gewesen sei
und es
wu
rden folgende Diagnosen genannt
(
Urk.
7/38/5)
:
-
Chronisches
multilokuläres
myofasziales
Schmerzsyndrom mit/bei
-
Gonarthrose mit vor allem
Periarthropathie
beidseitig rechtsbetont
-
Pes
planovalgus
beidseitig
-
Cervico
- und
lumbospondylogenem
Schmerzsyndrom
-
Peritrochantärem
Schmerzsyndrom beidseitig
-
Beginnende
Rhizarthrose
beidseitig, Erstdiagnose November 2018
-
Adipositas per magna
-
BMI 43.3kg/m
2
-
Status nach
Uveitis
intermedia
beidseitig rechtsbetont, EM September 2016
-
Mit
retinaler
Vaskulitis
, leichter
Papillenschwellung
und
Maculaödem
-
Behandlung mit Prednison oral bis Mai 2018
-
Status nach Rekonstruktion
Supraspinatussehne
rechts bei Teilruptur nach Sturz März 2017
K
linisch vordergründig und beeinträchtigend
seien
für die Beschwerdeführerin vor allem belastungsabhängige Knieschmerzen und belastu
ngsabhängige Fuss
schmerzen
. Es bestünden auch chronische
cervico
- und
lumbospondylogene
Schmerzen sowie
peritrochantäre
Schmerzen beidseitig, welche aber weniger im Vordergrund stünden (
Urk.
7/38/6).
Die Beschwerdeführerin habe im Rahmen der stationären Komplextherapie eine intensive Physio- und Ergotherapie absolviert. Der stationäre Verlauf sei erfreulich gewesen. Es habe ein
e
Schmerzreduktion
von VAS 6-7/10 auf 3-4
/10 erreicht werden können. Die Gehstrecke im 6-Minuten-Gehtest habe sich stabil gezeigt, sei jedoch beim Austritt ohne Gehstöcke durch
führbar gewesen. Das Gangbild mit initialem ausgeprägt
en
Duch
enne
-Hinken
habe deutlich verbessert und kontrolliert werden können. Die Beschwerdeführerin habe im guten Allgemeinzustand entlassen werden können (
Urk.
7/38/6).
3.
7
Im Bericht des RAD
vom
7.
Dezember 2018
stellten
Dr.
med. E._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, und
Dr.
med. F._
, Fach
arzt für Innere Medizin und Rheumatologie,
nach Durchführung von Untersu
chungen am 2
7.
September 2018
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
7/34/7)
:
-
Schmerzhafte Bewegungs- und Belastungseinschränkung beider Schulter
gelenke
-
Rotatorenmanschettenruptur
rechts bei Sturz am
6.
Januar 2017
Rot
atorenmanschettenrekonstruktion
(
Supraspinatussehne
),
Bizepste
notomie
,
Bursektomie
,
Acromioplastik
am 2
4.
März 2017
-
Periarthritis
humeroscapularis
links
-
Schmerzhafte Bewegungs- und Belastungseinschränkung beider Kniege
lenke (rechts > links) bei Gonarthrose
-
Schmerzhafte Bewegungs- und Belastungseinschränkung der Lendenwir
belsäule bei degenerativen Veränderungen
-
Fingerpolyarthrose beidseits
-
Unspezifische Myalgie
In der bisherigen Tätigkeit der Beschwerdeführerin als
Y._
-Mitarbeiterin bestehe eine 0%ige Arbeitsfähigkeit vom 2
6.
Februar bis 2
4.
April 2016, eine 50%ige Arbeitsfähigkeit vom 2
5.
April 2016 bis
6.
Januar 2017 und eine 0%ige Arbeitsfähigkeit ab dem
7.
Januar 2017 auf Dauer (
Urk.
7/34/8).
In einer angepassten Tätigkeit mit körperlich leichter wechselbelastender Tätig
keit, mit nur sehr kurzen stehenden Anteilen, mit Gehen kürzer als zehn Minuten, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne die rechte und linke Schulter belastende Zwangshaltung und Tätigkeiten (längeres Arbeiten in weiter Armvor
halte, Überkopfarbeiten, repetitive Rotationsbewegungen
), ohne kniebelastende Zwangshaltungen und Tätigkeiten (Bücken, Hocken, Knien), ohne häufiges Gehen auf unebenem Gelände, ohne längerdauernde oder häufige wirbelsäulenbelas
tende Tätigkeiten, wie längeres Arbeiten in weiter Armv
orhalte oder gebückter Stellung
,
ohne kraftvolle grobmotorische Tätigkeiten mit den Händen oder kraft
volles Stossen oder Ziehen sowie
in Vermeidung von andauernden Vibrationsbe
lastungen und Nässe-/Kälteexposition attestierten
Dr.
E._
und
Dr.
F._
folgende Arbeits
un
fähigkeit:
100%ige Arbeits
un
fähigkeit vom 2
6.
Februar bis 2
4.
April 2016, 50%ige Arbeits
un
fähigkeit vom 2
5.
April
2016 bis
6.
Januar 2017, 100%ige Arbeits
un
fähigkeit vom
7.
Januar bis 2
0.
Juli 2017 und 0%ige Arbeitsunfähigkeit ab dem 2
0.
Juli 2017 mit um 50
%
vermindertem Rendement wegen vermehrtem Pausenbedarf (
Urk.
7/34/8).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützt sich in der angefochtenen Verfügung mehrheitlich auf den Untersuchungsbericht des RAD vom
7.
Dezember 2018 (
Urk.
7/34).
Der Bericht erging in Kenntnis der
Vorakten
(
Urk.
7/34/1
) und
setzt sich mit diesen auseinander
(
Urk.
7/34/8
), er beruht auf eingehenden klinischen Untersuchungen (
Urk.
7/34/4-8
) und berücksichti
gt die geklagten Beschwerden (
Urk.
7/34/1 f.
). Die Beurteilung der medizinischen Situation
und dabei insbesondere der Arbeits
fähigkeit der Beschwerdeführerin ist nachvollziehbar, und korrespondiert mit der übrigen medizinischen Aktenlage.
Aufgrund des
RAD-
Untersuchungsbe
richts sowie den weiteren Akten
ist
ein Gesundheitsschaden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
in Form schmerz
hafter Bewegungs- und Belastungseinschränkung der Schultern, der Kniegelenke und der Lendenwirbelsäule ausgewiesen. Zudem fanden Fingerpolyarthrosen und eine unspezifische Myalgie Eingang in die Beurteilung der Leistungsfähigkeit.
Der RAD-
Untersuchungsbericht führte
die für die Beschwerdeführerin
ab dem 2
0.
Juli 2017
noch
ausübbare
angepasste Tätigkeit
,
welche aufgrund der beklagten Beschwerden nachvollziehbar eingeschränkt ist
,
detailliert auf,
und
berücksich
tigte
auch die Einschätzung des Ha
usarztes der Beschwerdeführerin
(
Urk.
7/34/8, vgl.
Urk.
7/18/5). Die Beschwerdeführerin reichte nach Eingang des RAD-Untersuchungsberichts weitere Berichte
des Universitätsspitals
C._
ein und machte geltend, dass darin andere Diagnosen aufgeführt seien (
Urk.
7/37,
Urk.
2 S. 7). So sei
en
ein von den RAD-Ärzten nicht genanntes chronisches
multilokuläres
myofasziales
Schmerzsyndrom diagnostiziert und eine beginnende
Rhizarthrose
festgestellt worden (
Urk.
2 S. 7).
Unter diesen Voraussetzungen erscheine
eine
vollständige Arbeitsfähigkeit (bei 50
%
Rendement) nicht als plausibel.
Der
RAD-Arzt
Dr.
E._
nahm zu den Berichten
des Universitätsspital
C._
am
6.
Mai 2019
Stellung und hielt fest, dass darin keine wesentlich anderen Diagnosen festgestellt, sondern Synonyma verwendet worden seien. Wesentlich neue medizini
sche Sachverhalte seien damit nicht vorgebracht worden
(
Urk.
7/40/6)
. Dieser Schlussfolgerung kann vorliegend gefolgt werden. So
wurden in
beide
n
Berichte
n
gesundheitliche Beeinträchtigungen der Knie, der Schultern, der Lum
bal
wirbel
säule sowie der Finger fest
gestellt
. Weshalb die Diagnosestellung des Universi
tätsspitals
C._
auf eine weitergehende Arbeitsunfähigkeit als im RAD-Untersuchungsbericht
attestiert
, hindeuten soll, ist nicht nachvollziehbar und wurde von der Beschwerdeführerin auch nicht
nachvollziehbar begründet
.
Der Abschlussbericht der Physiotherapie
des
Universitätsspital
s
C._
weist mit der
Empfehlung zur Weiterführung der Physiotherapie
inklusive Gewichts
abnahme
viel
mehr
(
Urk.
7/38/3)
darauf hin
,
dass
gar
eine weitere Verbesserung des Gesund
heitszustandes der Beschwerdeführerin durchaus möglich scheint.
Auch der Einwand
der Beschwerdeführerin wonach ihr nur noch eine 15%ige Arbeitsfähigkeit in einer einfachen Tätigkeit verbleibe, da sie nach Eintritt des Gesundheitsschadens nur noch die Hälfte ihres Pensums – diese 15
%
- bei der
Y._
absolvieren
habe können
(
Urk.
1 S. 8)
zielt ins Leere
.
Bei
der Tätigkeit bei der
Y._
handelte es sich
nicht um eine
leidens
angepasste, sondern um ihre angestammte Tätigkeit, i
n der die Beschwerdegegnerin gar
von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit ausgeht.
Damit kann nicht von dem von der Beschwerdefüh
rerin selbstständig auf 15
%
reduziertes Pensum auf ihre Arbeitsfähigkeit in einer
angepassten
Tätigkeit geschlossen werden.
4.2
Vielmehr
kann den Ausführungen im RAD-Untersuchungsbericht und dem dort festgehaltenen Belastungsprofil für eine angep
asste Tätigkeit
unter Berücksichti
gung der übrigen medizinischen Aktenlage
gefolgt werden
. Ebenfalls aufgrund der Akten erstellt und nachvollziehbar sind die vom RAD festgehaltenen Zeitab
schnitte unterschiedlicher Arbeitsunfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit.
Somit
steht fest, dass die Beschwerdeführerin nach einer vollen Arbeitsunfähig
keit
vom
2
6.
Februar bis 2
4.
April 2016, einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit vom 2
5.
April 2016 bis
6.
Januar 2017 nach Wiederaufnahme einer 50%igen Arbeits
tätigkeit, einer erneut vollen Arbeitsunfähigkeit ab
7.
Januar
2017 aufgrund des Unfalls, ab dem 2
0.
Juli 2017
eine
0%ige
Arbeitsunfähigkeit bei einem Rende
ment von 50
%
hat.
Damit legte die Beschwerdegegnerin
dem
angefochtenen Entscheid im Ergebnis zu Recht ein
e
50%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit ab 2
0.
Juli 2017 zugrunde.
5
.
5
.1
Die von einer qualifizierten Person durchgeführte Abklärung vor Ort (nach Massgabe des Art. 69 Abs. 2 IVV; vgl. auch
Rz
. 3081 ff. des Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung, KSIH, gültig ab 1. Januar 2015) stellt für gewöhnlich die geeignete und genügende Vorkehr zur Bestimmung der gesundheitlichen Einschränkung im Haushalt dar.
Hinsichtlich des Beweiswerts der entsprechenden Berichterstattung ist wesentlich, dass sie durch eine qualifizierte Person erfolgt, die Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge
benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der
Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plau
sibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschrän
kungen sein sowie in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen.
Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im Abklärungsbericht enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Behinderung im Haushalt massge
bend, sondern gelten analog für jenen Teil eines Abklärungsberichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tätigkeit von teilerwerbstätigen Versi
cherten mit häuslichem Aufgabenbereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil des Bundesgerichts
I 236/06 vom 19. Juni 2006 E. 3.2
).
5
.2
Das Gespräch zur Beurteilung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt fand am 2
7.
September 2017 bei der Beschwerdeführerin zuhause statt.
Die örtlichen und räumlichen Verhältnisse waren der beurteilenden Person somit ebenso bekannt wie die
zu diesem Zeitpunkt
den Akten zu entnehmenden
medi
zinischen Diagnosen und die sich daraus ergebenden Einschränkungen (
Urk.
7/20/1 f.
). Die Angaben der Beschwerdeführerin wurden
ausgiebig
berück
sichtigt.
Der Berichtstext erscheint objektiv und ausgewogen, ist sorgfältig verfasst, plausibel, begründet und bezüglich der einzelnen Einschränkungen ange
mes
sen detailliert.
Er erfüllt somit die rechtssprechungsgemässen Anforderungen an den Beweiswert eines Abklärungsberichts
(vgl. vorstehend E.
5.1
) und es kann grundsätzlich auf ihn abgestellt werden.
5
.3
Die Beschwerdeführerin
wendet dagegen ein
, dass die Abklärungsperson von einem anderen Gesundheitszustand beziehungsweise von einer anderen Diagno
sestellung ausgegangen sei, als im September 2018 vom RAD festgehalten
wor
den sei
und die nachträglich eingeholte Stellungnahme der Abklärungsperson sei dann wiederum nicht in Kenntnis der neuen Berichte aus dem Universitätsspital
C._
erfolgt. Damit hält auch die Beschwerdeführerin bereits fest, dass der Abklärungsdienst mit Stellungnahme vom
9.
Januar
2019 sich nach Kenntnis des RAD-Untersuchungsberichts nochmals äusserte und an der Beurteilung der inva
liditätsbedingten Einschränkungen im Aufgabenbereich gemäss Abklärungsbe
richt festhielt
(
Urk.
7/35)
. Dieser Einschätzung kann vorliegend gefolgt werden. So mag zwar ursprünglich die Diagnose der Fingerpolyarthrose in den Händen nicht bekannt gewesen sein, doch handelt es sich dabei gemäss Bericht des Universitätsspita
ls Zürich vom 2
7.
November 2018 erst
um eine beginnende Arthrose,
und die Abklärungsperson berücksichtigte
immerhin bereits dannzumal von der Beschwerdeführerin geklagte Schmerzen im Handgelenk (
Urk.
7/20/2). D
ie Beschwerdeführerin vermag
denn auch
nicht auszuführen, inwiefern sich eine weitergehende
, bisher nicht berücksichtigte
Einschränkung im Haushalt durch die
beidseitig
en Schulterbeschwerden oder die
Arthrose in den Fingern ergibt.
Aus
schlaggebend für die Bemessung der Invalidität im Aufgabenbereich ist
ohnehin
nicht die medizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit, sondern wie sich der Gesundheitsschaden in der nichterwerblichen Betätigung konkret auswirkt
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_446/2008 vom 1
8.
September 2008, E. 4.2). Die Abklärungsperson hat die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Ein
schränkungen im Haushalt vollumfänglich als solche gewertet. Richtig ist jedoch auch, dass der
dem
Ehemann und
dem
Sohn der Beschwerdeführerin im
Rahmen
der Sch
adenminderungspflicht zumutbare
Aufwand
an
Mithilfe
weiter geht
, als dies ohne Gesundheitsschädigung üblicherweise zu erwarten wäre. Die von der Abklärungsperson festgestellte Hilfestellung der Familienangehörige
n in Form
häufiger Übernahme des Abwasches und der oberflächlichen
Küchenreinigung, gelegentlichen
Staubsaugen
s
, wöchentliche
r
Begleitung zum Einkauf und Tragen der Wäsche in die Waschküche sowie
dem
jährliche
n
Einhängen von Blumenkis
ten liegt weit unter dem zumutbaren Zeitaufwand von 1 bis 1 1⁄2 Stunden täglich (
vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_446/2008 vom 1
8.
September 2008, E. 4.2)
. Voll anzurechnen sind damit nur diejenigen Aufgaben im Haushalt, die gemäss
Berichten der Beschwerdeführer
in seit Eintritt ihres Gesundheitsschadens nicht mehr ausgeführt wurden
,
mithin
die gründliche Küchenreinigung und die Fens
ter- und Vorhangreinigung.
Dass die Abklärungsperson relevante Wechselwirkungen zwischen dem Aufga
benbereich und der beruflichen Tätigkeit ausschloss (
Urk.
7/20/99
)
, ist ebenfalls nicht zu
beanstanden, ist doch nicht davon auszugehen, dass diese bei Ausübung einer optimal angepassten 50
%
-Tätigkeit ein relevantes Ausmass annehmen würden (BGE 134 V 9 E. 7.3.5 f.).
5
.4
Damit vermögen die Einwände der Beschwerdeführerin
den Beweiswert des Abklärungsberichts nicht
um
zu
stossen und es ist auf die darin festgestellte Einschränkung
von 4.96
%
abzustellen. Gewichtet
mit dem Pensum von 35
%
im Haushaltsbereich ergibt dies einen Invaliditätsgrad
im Aufgabenbereich von 1.74
%.
6
.
6
.1
Zu Recht
unbestritten ist, dass
die Beschwerdeführerin
als zu
65
%
Erwerbstätige und zu
35
%
im Haushalt Tätige zu qualifizieren
ist.
Der Invaliditätsgrad ist vor
liegend
damit
nicht mittels eines reinen Einkommensvergleichs, sondern in Anwendung der gemischten Methode im Sinne von
Art.
28a
Abs.
3 IVG zu bemessen.
6.2
Was die ab
1.
Mai 2017 zugesprochene
Dreiviertelsrente
gestützt auf einen Inva
liditätsgrad von 66
%
anbelangt, unterliegt dieselbe dem
bis Ende 2017 gültig gewesenen Berechnungsmodell der gemischten Methode (vgl. obige E. 1.3). In Anwendung desselben resultiert im Erwerbsbereich aufgrund der 100%igen Arbeitsunfähigkeit bei einem Erwerbsanteil von 65
%
eine 65%ige Teilinvalidität. Zuzüglich der festgestellten Einschränkung im Haushalt von 4.96
%
und dem hieraus resultierenden Teilinvaliditätsgrad von 1.736
%
(35% x 4.96) ergibt sich ein Invaliditätsgrad von gerundet 67
%
, was zur Bestätigung des Anspruchs auf eine
Dreiviertelsrente
ab
1.
Mai 2017 führt.
Zu prüfen bleibt, ob die Befristung der Rente bis zum 3
1.
Oktober 2017 rechtens war. Dabei ist der Rentenanspruch übergangsrechtlich grundsätzlich bis Ende 2017 im Lichte des altrechtlichen und ab
1.
Januar 2018 gemäss dem in
Art.
27
bis
Abs.
2-4 IVV neu statuierten Berechnungsmodell zu berechnen. Wie sich aus dem Folgenden ergibt, führt aber selbst die für die Beschwerdeführerin vorteilhaftere neue Berechnungsmethode ab
1.
November 2017 zu keinem Rentenanspruch mehr, weshalb nachfolgend auf eine Berechnung nach dem alten Modell verzich
tet wird.
6.3
6.3
.1
Bei der Ermittlung des
Valideneinkommens
ist entscheidend, was eine versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns - hier
Mai 2017
, - auf Grund ihrer beruflichen Fähigkeiten und ihrer persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ohne Gesundheitsschaden tat
sächlich verdient hätte. Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen.
Da nach
empirischer Erfahrung in der Regel ohne gesundheitliche Beeinträchtigung die bisherige Tätigkeit weitergeführt worden wäre, ist Anknüp
fungspunkt für die Bestimmung des
Valideneinkommens
grundsätzlich der letzte vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielte, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepasste Verdienst (BGE 134 V 322 E. 4.1 S. 325; 129 V 222 E. 4.3.1 S. 224 mit Hinweisen).
6.3
.2
Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass für die Ermittlung ihres
Validenein
kommens
auf das Einkommen gemäss IK-Auszug aus dem Jahr 2010 abzustellen sei, da sie in den darauffolgenden Jahren schmerzbedingt beg
onnen habe
ihre Erwerbstätigkeit zu reduzieren (
Urk.
1 S. 6).
Sie
führt in der Beschwerdeschrift
weiter
aus, das
Einkommen 2010
habe
e
inem Pensum von 65% entsprochen
(
Urk.
1 S. 7)
,
während sie anlässlich der Anmeldung vom 2
3.
November 2016 betreffend ihre aktuelle Arbeitstätigkeit
angegeben hatte,
30-40
%
bei der
Y._
und 30-40
%
als Reinigungskraft für verschiedene Kunden zu arbeiten
(
Urk.
7/4/4). Ihr IK-Auszug
(
Urk.
7/10)
zeigt für die Jahre 2010 und 2011
Ein
kommen von
Fr.
38'464.-
-
und
Fr.
39
'
429
.-
-
während sowohl in den Jahren zuvor (2008:
Fr.
28
'
969
.-
-
, 2009:
Fr.
34
'
644
.-
-
) wie auch danach (2012:
Fr.
32
'
912
.--
, 2013:
Fr.
28
'
045
.-
-
, 2014:
Fr.
28
'
161
.-
-
, 2015:
Fr.
29
'
791
.-
-
)
das Einkommen
relativ
stabil auf einem tieferen Niveau blieb.
Ersichtlich ist auch, dass das Einkommen der Beschwerdeführerin im Jahr 2011 eine kleine Steigerung auswies und die Privataufträge um einen zusä
tzlichen Auftrag ergänzt wurden.
Ihr Einwand
, dass sie bereits ab 2010 ihr Arbeitspensum schmerzbedingt reduziert habe,
überzeugt nicht
.
Vielmehr scheint die Beschwerdeführerin
lediglich
in den Jahren 2010 und 2011 ihr Pensum
wesentlich
erhöht zu haben und in den darauffolgenden Jahren wieder auf den vorigen Stand zurückgekehrt zu sein.
Dabei liegen für die Behauptung einer
gesundheit
s
bedingte
n
Reduktion der Arbeitst
ät
igkeit ab 2010
kein
e medizini
schen Belege vor
.
Der Beginn der durchgehenden und von der
IV-Stelle aner
kannten relevant
eingeschränkten Arbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführerin und damit die Eröffnung der Wartezeit
ist
der 2
6.
Februar 2016 (
Urk.
7/40/8). Ab die
sem Zeitpun
kt attestierte
Dr.
Z._
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
7/18/2). In einem von
Dr.
Z._
eingereichten Bericht von
Dr.
med.
G._
, FMH Rheumatologie und Innere Medizin, vom 2
4.
Juli 2015 wurde festgehalten, dass die Beschwerdeführerin berichtet habe, seit letztem Sommer –
somit
seit
Sommer 2014 – an Knieschmerzen und lumbalen Schmerzen zu leiden
(
Urk.
7/18/31).
Eine
Arbeitsunfähigkeit
hielt
Dr.
G._
jedoch nicht fest
.
Im Austrittsbericht des Universitätsspitals
C._
wurde wiederum fest
gehalten, dass die Beschwerdeführerin sich zuletzt 2007 gesund und leistungsfähig gefühlt habe und bei zunehmenden Schmerzen ihr Pensum kontinuierlich reduziert habe (
Urk.
7/38/8). Diese Angaben widersprechen jedoch eindeutig ihrem Einkom
mensverlauf
gemäss IK-Auszug
, der
- wie bereits dargelegt - in den Jahren 2010 und 2011 gar eine deutliche Steigerung zeigte (
Urk.
7/10/2 f.).
Eine
vor dem 2
6.
Februar 2016
eingetretene
Arbeitsunfähigkeit
ist aufgrund der Akten
nicht erstellt
.
Es kann also – entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin – nicht davon ausgegangen werden, dass sie bereits ab 2010 ihr Pensum schmerzbedingt reduzieren musste und
ein
Abstellen
auf ihr Einkommen aus dem Jahr 2010 ist nicht angezeigt.
6.3
.3
Vielmehr ist entsprechend den Angaben der Beschwerdeführerin in der Anmel
dung zum Leistungsbezug vom
8.
November 2016 davon auszugehen, dass sie
in den Jahren vor
2016
abhängig von der jeweiligen Auftragslage und nicht der Gesundheit
in jährlich unterschiedlichen
Pensen
zwischen
zirka
60 und 80
%
arbeitete. Wie die Beschwerdegegnerin noch am 3
0.
April 2018 vorsah (
Urk.
7/211/1), ist für die Bemessung des hypothetischen
Valideneinkommens
sodann
nicht auf das IK-Einkommen aus dem Jahr 2014
(wie in:
Urk.
2), sondern an das zuletzt erzielte
Einkommen im Jahr 2015 von Fr.
29‘
791.-- anzuknüpfen. Dass die Beschwerdegegnerin davon ausging, dass dieses in dem auch weiterhin angestrebten Pensum von 65
%
erzielt worden war (
Urk.
7/21/1), ist zu Gunsten der Beschwerdeführerin nicht zu beanstanden. Alleine gestützt auf ihre Angaben in de
r Anmeldung zum Leistungsbezug (
Urk.
7/4/4) hätte sich auch die Annahme eines 70%-Pensums, mithin der rechnerische Durchschnitt begründen lassen.
Gestützt
auf das Einkommen von 2015 gemäss IK-Auszug von
Fr.
29'791.
--
ergibt sich
aufgerechnet auf 100
%
ein Jahreseinkommen von
Fr.
45'832.30
und nach Anpassung
an
die Nominallohnentwicklung bis in Jahr 2017
für weibliche Arbeitskräfte im Dienstleistungssektor (
vgl. www.bfs.admin.ch; T1.2.10, Nomi
nallohnindex, Frauen 2011-2018
)
ein
Valideneinkommen
von
Fr.
4
6’429
.-- (
Fr.
45'832.30
x
1.009 x 1.004)
.
6.3
.4
Ein Vergleich zum branchenüblichen Tabellenlohn zeigt auf, dass es sich hierbei um ein unterdurchschnittliches Lohnniveau handelt. Der statistische Durch
schnittslohn für weibliches Reinigungspersonal
über 50 Jahre
betrug im Jahr 2
016
Fr.
4'
396
.
--
(LSE 2016, T17
, Ziffer 9
)
. Der branchenüblichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden im Jahr 2017 (
vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeits
zeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro Woche,
T 03.02.03.01.04.01
,
Ziffern
45-96, Sektor III
)
und der Nominallohnentwicklung
(
vgl. www.bfs.admin.ch; T1.2.10, Nominallohnindex, Frauen 2011-2018
)
angepasst, führt dies zu einem statistischen Einkommen von
Fr.
52'115.--
(
Fr.
4'396.--
x
12 .
/. 40 x 41.7
x
1.004).
Damit liegt der tatsächlich erzielbare Verdienst 15,91
%
unter dem statistischen Einkommen.
Von den zwei praxisgemäss zur Verfügung stehenden Wegen ist im Umfang des 5
%
übersteigenden Prozentsatzes der Unterdurchschnittlichkeit entweder das
Invalideneinkommen herabzusetz
en oder das
Valideneinkommen
anzuheben (SVR 2018 Nr. 9 S. 30, Urteil des Bun
desgerichts 8C_2/2017 vom 1
6.
August 2017 E. 2.2.2 und 2.2.3). Im zweiten Fall ist dieses von
89,09
%
auf 100
%
, mithin auf
Fr.
52'115.--
zu erhöhen (
Fr.
46’429
.--
/
89,
09
%
x 100
%
, vgl. zur korrekten Berechnungsweise statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_2/2017 vom 1
6.
August 2017 E. 2.2.3).
Somit beträgt das
Valideneinkommen
der Beschwerdeführerin
gerundet
Fr.
52'115.--
.
6.4
Da die Beschwerdeführerin ihre Restarbeitsfähigkeit mit der weiterhin ausgeübten Tätigkeit bei der
Y._
von 4
-
6 Stunden wöchentlich (vgl.
Urk.
7/20/
3) umfangmässig nicht voll aus
schöpft, ist das Invalideneinkommen
anhand v
on Tabellenlöhnen zu ermitteln
und
gestützt auf den durchschnittlichen Totalwert im Kompetenzniveau 1 zu berechnen (vgl. d
azu auch: SVR 2018 UV Nr. 32 S.
112). Unter Zugrundelegung eines Tabellenlohnes von
Fr.
4’363
.-
-
(LSE 201
6
,
Tabelle A1_tirage_skill_level, Total
Frauen
, Kompetenzniveau 1) und nach Anpassung an die durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden im Jahr 201
7
sowie an die durchschnittliche Nominallohnentwicklung aller Wirtschafts
zweige bei (www.bfs.admin.ch; T
1.10
,
Nominallohnindex, 2011-2018
) resultiert ein trotz Gesundheitsschaden erzielbares Einkommen im Jahr 201
7
von
Fr.
54'799.--
(
Fr.
4’363.--
x
12 .
/. 40 x 41,7 x 1.004
)
respektive
Fr.
27'399.70
in dem der Beschwerdeführ
erin zumutbaren Pensum von 50
%
.
Der von der Beschwerdegegnerin gewährte Leid
en
sabzug
von 10
%
schein
t unter den gegebenen Umständen, namentlich
der nur
eing
eschränkt möglichen Tätig
keit, als gerechtfertigt. Die fehlende Berufsausbildung, mit welcher die Beschwer
deführerin eine Erhöhung des Leidensabzugs auf 20
%
zu begründen versucht (
Urk.
1 S. 8), ist vorliegend bereits in der
Einkommensparallelsierung
des
Vali
deneinkommens
berücksichtigt
und vermag praxisgemäss
keinen
weiteren Abzug
zu begründen (
vgl. BGE 135 V 297 E. 6.2
).
Zudem werden Hilfsarbeiten altersun
abhängig
nachgefragt (Urteil des Bundesgerichts 8C_328/2011 vom
7.
Dezember 2011 E. 102) und Teilzeitbeschäftigungen bei Frauen können sich bei einem Pen
sum von 50
%
gar lohnerhöhend auswir
ken (Urteil des Bundesgerichts I
575/00 vom
9.
Mai 2001).
Entsprechend resultiert ein Invalideneinkommen von
Fr.
24'659.75
(
Fr.
27'399.70
x 0,9).
6.5
Wird das
Valideneinkommen
von
Fr.
52'115.--
dem Invalideneinkommen von
Fr.
24'659.75
gegenübergestellt, resultiert eine Erwerbseinbusse von
Fr.
27'455.2
5.
Dies kommt einer Einschränkung von rund
53
%
gleich. Bei der vor
liegend massgebenden Gewichtung des Erwerbsbereichs mit
65
%
ergibt dies
somit
in Anwendung des ab
1.
Januar 2018 anwendbaren Berechnungsmodells gemäss
Art.
27
bis
Abs.
3 IVV
einen Teilinvaliditätsgrad
im Erwerb
von
34,5
%
(
53
%
x 0.
65
).
7.
Der Gesamtinvaliditätsgrad beläuft sich damit in Anwendung der gemischten Methode
unter
Beizug
des für die Beschwerdeführerin vorteilhafteren, grundsätz
lich erst ab
1.
Januar 2018 anwendbaren Berechnungsmodells ab dem 2
0.
Juli 2017 auf 36
%
(34,5
%
+ 1.74
%
, vgl.
zum Runden: BGE 130 V 121
). Die Beschwerdegegnerin hat demnach zu Recht, nachdem die Verbesserung des Gesundheitszustandes drei Monate angedauert hat (
Art.
88a
Abs.
1 IVV), ab dem
1.
November 2017 einen Anspruch auf eine Invalidenrente verneint. Die Beschwerde ist somit abzuweisen.
8.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und ermessensweise auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Ver
fahrens sind sie der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.