Decision ID: 3dae89a4-c131-4080-af04-bc0de37ee5c1
Year: 2009
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
S._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Evelyne Angehrn, Oberer Graben 44,
9000 St. Gallen,
gegen
Kantonale Arbeitslosenkasse, Davidstrasse 21, 9001 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Zwischenverdienst
Sachverhalt:
A.
A.a S._, geboren 1945, stellte am 16. Mai 2006 einen Antrag auf
Arbeitslosenentschädigung bzw. auf eine Folgerahmenfrist ab dem 1. Juni 2006. Er gab
an, bei der A._ einen Zwischenverdienst zu erzielen (act. G 3.1/C30; zum Antrag auf
eine Folgerahmenfrist vgl. auch act. G 3.1/C17). Unter Berücksichtigung des vom
Versicherten erzielten Zwischenverdienstes erbrachte die Arbeitslosenkasse des
Kantons St. Gallen in der Folge Taggeldleistungen (vgl. act. G 3.1/C129 ff.). Ausgehend
von einem versicherten monatlichen Verdienst von Fr. 8'187.-- und unter Anrechnung
eines monatlichen Zwischenverdienstes von Fr. 5'650.-- wurden dem Versicherten
zuletzt für den Monat Mai 2008 Taggeldleistungen von Fr. 1'697.25 netto ausbezahlt. In
der Abrechnung für Juni 2008 hielt die Arbeitslosenkasse fest, dass kein Anspruch auf
Taggelder für diesen Monat bestehe (act. G 1.2).
A.b Der Versicherte teilte der Arbeitslosenkasse am 3. Juli 2008 (Datum Posteingang)
mit, dass er mit der Abrechnung vom Juni 2008 nicht einverstanden sei und den Erlass
einer anfechtbaren Verfügung verlange (act. G 3.1/C9).
A.c In der Verfügung vom 21. Juli 2008 führte die Arbeitslosenkasse aus, dass der
Versicherte seit 1. Juni 2006 einen Zwischenverdienst erzielt und während 24 Monaten
Kompensationszahlungen erhalten habe. Es bestehe nur ein Anspruch auf Ersatz des
Verdienstausfalls während der ersten zwölf Monate einer Tätigkeit im
Zwischenverdienst, bei Personen über 45 Jahren während längstens zwei Jahren. Ende
Mai 2008 sei die zweijährige Frist erreicht worden. Ab Juni 2008, somit dem 25. Monat
seit Beginn des Zwischenverdienstes, habe der Versicherte demnach keinen Anspruch
mehr auf Ersatz des Verdienstausfalls (act. G 3.1/C6).
B.
B.a S._ erhob dagegen am 23. August 2008 Einsprache. Zur Begründung brachte er
vor, dass das Wegfallen der monatlichen Arbeitslosenentschädigung von mehr als
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Fr. 1'500.-- pro Monat mit einer fristlosen Entlassung vergleichbar sei. Die zuständigen
RAV-Berater hätten ihm immer glaubhaft versichert, dass seine Situation im
Zwischenverdienst den Horizont bis Januar 2010 abdecken würde. Auch den
monatlichen Taggeldabrechnungen habe er nie einen Hinweis auf eine begrenzte Frist
oder andere Einschränkungen entnehmen können. Die Arbeitslosenversicherung habe
eine schwerwiegende Verletzung ihrer Informationspflicht begangen. Er laufe wegen
des unerwarteten Wegfalls der Arbeitslosenentschädigung in eine schwierige finanzielle
Situation, auf die er sich überhaupt nicht habe vorbereiten können (act. G 3.1/C3).
B.b Der für den Einsprecher zuständige RAV-Berater teilte dem Rechtsdienst der
Arbeitslosenkasse auf dessen Nachfrage am 9. September 2008 mit, dass weder er
noch sein Vorgänger bemerkt hätten, dass der Zwischenverdienst in der vierjährigen
Rahmenfrist nach zwei Jahren erschöpft sein werde. Sie seien wie der Einsprecher im
Glauben gewesen, dass der laufende Zwischenverdienst und die
Kompensationszahlungen erst Ende Januar 2010 enden würden. Der Einsprecher habe
zu Recht annehmen dürfen, dass er bis Ende Januar 2010 durch
Zwischenverdienstzahlungen abgedeckt sei (act. G 3.1/C2).
B.c Die erhobene Einsprache wurde mit Entscheid vom 10. September 2008
abgewiesen. Obwohl die Verwaltung eine ihr obliegende Auskunftspflicht verletzt habe,
bedeute dies nicht, dass der Versicherte einen Anspruch auf Kompensationszahlungen
bis zum Jahr 2010 habe. Für die Bejahung des Gutglaubensschutzes und eines
Abweichens von der materiellen Rechtslage fehle es nämlich vorliegend an einer nicht
wiedergutzumachenden Disposition des Einsprechers. Insbesondere stelle die Planung
eines verbesserten Lebensstandards, unter Berücksichtigung des monatlichen
Differenzausgleichs, noch keine nicht wiedergutzumachende Disposition dar (act.
G 3.1/C1).
C.
C.a Dagegen erhebt der Beschwerdeführer am 30. September 2008 Beschwerde und
beantragt sinngemäss die Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids und
die weitere Auszahlung der ungekürzten Zwischenverdienstentschädigungen bis zum
Erreichen seines 65igsten Geburtstages. Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung
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der Informationspflicht durch die Arbeitslosenkasse. Bereits anfangs 2008 habe er sich
gegenüber seinem Sohn, geboren 1986, für die volle finanzielle Unterstützung des
geplanten Vollzeitstudiums verpflichtet. Aufgrund dieser Zusage habe dieser im Mai
2008 seine Anstellung gekündigt und am 15. September 2008 das dreijährige Studium
begonnen. Der Sohn wohne im Elternhaus und habe während der Studienzeit kein
Einkommen. Der Wegfall der Arbeitslosenentschädigung könne nicht durch
Einsparungen kompensiert werden. Ein Zusatzverdienst sei allein aus zeitlichen
Gründen nicht möglich (act. G 1).
C.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 4. November
2008 die Beschwerdeabweisung. Dass der Sohn seine Stelle gekündigt und ein
Studium aufgenommen habe, begründe keine nicht wiedergutzumachende Disposition
seitens des Beschwerdeführers. Es sei auch ungewiss, ob der Sohn das Studium mit
einem Stipendium oder einer Erwerbstätigkeit neben dem Studium finanzieren könne.
Durch den geplanten Verbrauch von Geldmitteln für die Verwendung des zukünftigen
Lebensunterhaltes werde keine Disposition getroffen, die nicht wieder rückgängig
gemacht werden könnte. Ohnehin sei die Unrichtigkeit der Auskunft für den
Beschwerdeführer aufgrund der ausgehändigten Info-Service-Broschüre
"Arbeitslosigkeit" erkennbar gewesen. Durch die Abgabe dieser Broschüre sei die
Verwaltung der allgemeinen Informationspflicht nachgekommen. Der Beschwerdeführer
habe sich auch insoweit nicht auf die Auskunft des Personalberaters verlassen dürfen,
als die Abklärung der Anspruchsberechtigung nicht zu dessen Aufgabe gehöre. Der
Personalberater sei für die Beratung und Vermittlung der Versicherten zuständig. Bei
einer Frage hinsichtlich der Dauer der Anspruchsberechtigung hätte sich der
Beschwerdeführer daher an die hierfür zuständige Arbeitslosenkasse wenden müssen
(act. G 3).
C.c In der Replik vom 12. Dezember 2008 ergänzt der neu durch Rechtsanwältin
E. Angehrn vertretene Beschwerdeführer seinen Beschwerdeantrag mit dem Begehren
um Kosten- und Entschädigungsfolge. Er macht geltend, dass ein erheblicher
Unterschied zwischen der Info-Service-Broschüre "Arbeitslosigkeit" der
Beschwerdegegnerin und derjenigen Informationsbroschüre bestehe, die ihm
ausgehändigt worden sei. Letztere enthalte keine Angaben zur Dauer der
Kompensationszahlungen. Die unrichtige Auskunft sei für ihn nicht erkennbar gewesen.
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Er habe die Frage hinsichtlich der Dauer seines Anspruchs auf Ersatz des
Verdienstausfalls wiederholt gestellt. Die grosse Bedeutung dieser Frage sei daher für
die Personalberater erkennbar gewesen. Diese wären verpflichtet gewesen, ihn auf die
Zuständigkeit der Beschwerdegegnerin hinzuweisen. Im Übrigen habe er die unrichtige
Auskunft auch deshalb nicht erkannt, da auf den monatlichen Abrechnungen jeweils
eine Rahmenfrist vom 1. Juni 2006 bis 31. Januar 2010 angegeben worden sei. Dies
habe seine Meinung bestärkt, dass die Kompensationszahlungen erst mit Erreichen
des Pensionierungsalters enden würden. Zur Frage der nachteiligen Disposition weist
der Beschwerdeführer darauf hin, dass sein Sohn ein Stipendium für sein Studium
beantragt habe. Dessen Höhe sei wesentlich vom Einkommen der Eltern beeinflusst
und wäre höher ausgefallen, wenn bereits beim Antrag die veränderte Situation des
Einkommens der Eltern hätte berücksichtigt werden können. Weiter hätte der Sohn den
Studienbeginn auf einen späteren Zeitpunkt verschoben, wenn ihm (dem
Beschwerdeführer) bewusst gewesen wäre, dass er ab Juni 2008 keinen Anspruch
mehr auf Ersatz des Verdienstausfalls habe (act. G 7).
C.d Die Beschwerdegegnerin bringt in der Duplik vom 23. Dezember 2008 vor, dass
die Angabe des Beschwerdeführers, er habe aufgrund der Auskunft des
Personalberaters seinem Sohn die finanzielle Unterstützung zugesichert, nicht
ausreichend bewiesen sei und bestritten werde. Die Zusage, das Studium des Sohnes
zu finanzieren, stelle zudem noch keine nachteilige Disposition des Beschwerdeführers
als Auskunftsempfänger dar. Damit werde keine Verbindlichkeit eingegangen. Es könne
auch nicht davon ausgegangen werden, der Sohn hätte das Studium ohne die Auskunft
des Personalberaters und die angebliche Zusage der finanziellen Unterstützung durch
seinen Vater nicht bzw. später angefangen und seine Stelle nicht gekündigt. Es fehle an
der Kausalität der Auskunft. Ohnehin dürften Dritte nicht in den Schutzbereich des
Vertrauensschutzes miteinbezogen werden. Es bestehe keine Drittwirkung einer
unrichtigen Auskunft. Ferner sei eine feste Disposition aufgrund von Leistungen der
Arbeitslosenversicherung während einer bestimmten Dauer oder sogar während der
ganzen Rahmenfrist nicht zulässig, da eine arbeitslose Person damit rechnen müsse,
dass sie eine Stelle finde oder ihr eine solche vom RAV zugewiesen werde.
Abschliessend stellt sich die Beschwerdegegnerin auf den Standpunkt, dass die
Auswirkungen der falschen Auskunft von vornherein sehr beschränkt seien. Jedenfalls
könne die unrichtige Auskunft nicht dazu führen, den "versicherten Verdienst" auf einen
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gesetzwidrigen, massiv höheren Ansatz festzusetzen. Denn dies würde zu einer starken
Überentschädigung führen (act. G 9).

Erwägungen:
1.
Vorliegend streitig und zu prüfen ist die Frage, ob der Beschwerdeführer gestützt auf
das Rechtsinstitut des Vertrauensschutzes einen Anspruch auf
Kompensationszahlungen ab Juni 2008 hat. Von den Parteien nicht bestritten ist, dass
gemäss gesetzlicher Regelung Versicherte, die über 45 Jahre alt sind, längstens
während zwei Jahren einen Anspruch auf Ersatz des Verdienstausfalls besitzen (Art. 24
Abs. 4 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die
Insolvenzentschädigung [AVIG; SR 837.0]).
2.
Abgeleitet aus dem Grundsatz von Treu und Glauben, der den Bürger und die Bürgerin
in ihrem berechtigten Vertrauen auf behördliches Verhalten schützt, können falsche
Auskünfte von Verwaltungsbehörden unter bestimmten Voraussetzungen eine vom
materiellen Recht abweichende Behandlung der rechtsuchenden Person gebieten.
Gemäss Rechtsprechung und Lehre ist dies der Fall: wenn die Behörde in einer
konkreten Situation mit Bezug auf bestimmte Personen gehandelt hat; wenn sie für die
Erteilung der betreffenden Auskunft zuständig war oder wenn die rechtsuchende
Person die Behörde aus zureichenden Gründen als zuständig betrachten durfte; wenn
die Person die Unrichtigkeit der Auskunft nicht ohne weiteres erkennen konnte; wenn
sie im Vertrauen auf die Richtigkeit der Auskunft Dispositionen getroffen hat, die nicht
ohne Nachteil rückgängig gemacht werden können, und wenn die gesetzliche Ordnung
seit der Auskunftserteilung keine Änderung erfahren hat (BGE 131 V 480 E. 5; BGE 127
I 36 E. 3a; 126 II 387 E. 3a). Schliesslich scheitert die Berufung auf Treu und Glauben
dann, wenn ihr überwiegende öffentliche Interessen gegenüberstehen (BGE 131 II 636
E. 6.1; BGE 129 I 170 E. 4.1).
2.1 Hinsichtlich der ersten Voraussetzung ist darauf hinzuweisen, dass die von einer
Behörde abgegebene Zusicherung bzw. Auskunft grundsätzlich nur für den
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unmittelbaren Empfänger gilt (Ulrich Häfelin / Georg Müller / Felix Uhlmann,
Allgemeines Verwaltungsrecht, 5. Auflage, Zürich 2006, Rz 670, mit Hinweis auf die
Rechtsprechung). Soweit der Sohn des Beschwerdeführers Dispositionen (Kündigung
Arbeitsstelle und Aufnahme Ausbildung) gestützt auf die Auskunft der RAV-Berater
getätigt haben sollte, kann daher kein Vertrauensschutz beansprucht werden; zudem
geht aus den Akten nicht hervor, dass die gegebene Auskunft mit Blick auf die
finanzielle Unterstützung des Sohnes abgegeben worden ist. Ansonsten ist
festzustellen, dass die RAV-Berater in einer konkreten Situation mit Bezug auf den
Beschwerdeführer gehandelt haben. Sie orientierten diesen vorbehaltlos, dass die
Kompensationszahlungen erst Ende Januar 2010 enden würden (vgl. act. G 3.1/C2).
2.2 Die Frage, ob die RAV-Berater vorliegend zu Auskünften betreffend den
Zwischenverdienst und die Kompensationszahlungen zuständig waren, ist entgegen
der Auffassung der Beschwerdegegnerin (vgl. act. G 3, S. 3) zu bejahen (vgl. Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche
Abteilungen des Bundesgerichts] vom 16. Oktober 2006, C 85/2006, E. 3.2, wo die
Zuständigkeit von RAV-Mitarbeitenden zur Auskunftserteilung betreffend
Zwischenverdienst bejaht wurde). Dabei ist vorliegend zu beachten, dass sämtliche
Durchführungsstellen der Arbeitslosenversicherung die Versicherten über diejenigen
Rechte und Pflichten aufzuklären haben, die sich aus den jeweiligen
Aufgabenbereichen ergeben (Art. 76 Abs. 1 lit. a-d AVIG i.V.m. Art. 19a der Verordnung
über die Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung [AVIV; SR 837.02]).
Im Kanton St. Gallen sind die Regionalen Arbeitsvermittlungszentren und die Kantonale
Arbeitslosenkasse im Amt für Arbeit zusammengefasst und bilden eine
Verwaltungseinheit (je Art. 1 - 3 des Kantonalen Gesetzes über
Arbeitslosenversicherung und Arbeitsvermittlung [sGS 361.0] und der entsprechenden
Verordnung [sGS 361.11]). Eine allfällige unrichtige Auskunft seitens des RAV muss die
Kantonale Arbeitslosenkasse als Beschwerdegegnerin daher gegen sich gelten lassen
(vgl. auf dem Internet publiziertes Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons
St. Gallen vom 24. Oktober 2008, AVI 2008/18, E. 2). Ohnehin durfte der
Beschwerdeführer vorliegend in guten Treuen annehmen, die RAV-Berater seien zur
Erteilung der Auskunft befugt. Die von der Beschwerdegegnerin geltend gemachte
Unzuständigkeit war zumindest nicht offensichtlich, d.h. nicht klar erkennbar, weshalb
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der Schutz des guten Glaubens selbst bei Verneinung der Zuständigkeit der RAV-
Berater nicht dahinfiele (vgl. BGE 114 Ia 105).
2.3 Weiter zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer im Vertrauen auf die Richtigkeit der
Auskunft eine Disposition getroffen oder unterlassen hat, die er nicht oder jedenfalls
nicht ohne Schaden rückgängig machen oder nachholen kann. Die behördliche
Auskunft muss für die nachteilige Disposition kausal gewesen sein. Die Kausalität fehlt,
wenn der Adressat sich auch ohne diese Auskunft für die Massnahme entschieden
hätte (Häfe-lin / Müller / Uhlmann, a.a.O., Rz 687).
2.3.1 Der Beschwerdeführer bringt vor, er habe seinem Sohn die volle finanzielle
Unterstützung für dessen dreijähriges Vollzeitstudium an der Z._ (Beginn am
15. September 2008; Studiengang Y._) aufgrund der erhaltenen Auskunft zugesagt
(act. G 1 und G 1.4). Bei der Beurteilung dieser geltend gemachten Kausalität zwischen
behördlicher Auskunft und zugesagter finanzieller Unterstützung fällt vorliegend ins
Gewicht, dass der im Januar 1945 geborene Beschwerdeführer - wie ihm selbst
bekannt war (act. G 1) - spätestens im Januar 2010 infolge Erreichens des AHV-
Rentenalters keinen Anspruch mehr auf Leistungen der Arbeitslosenversicherung
gehabt hätte (vgl. Art. 8 Abs. 1 lit. d AVIG). Die Ausbildung des Sohnes hat am
15. September 2008 begonnen (act. G 1) und endet frühestens im September 2011.
Der Zeitraum der vermeintlichen Weiterausrichtung der Kompensationszahlung fällt
demnach lediglich während 17 Monaten mit der 36-monatigen Ausbildungszeit
zusammen (September 2008 bis Januar 2010). Vor diesem Hintergrund ist ein
Kausalzusammenhang zwischen den angenommenen Kompensationszahlungen und
der gemachten Zusage für die finanzielle Unterstützung während des dreijährigen
Studiums zu verneinen.
2.3.2 Obschon die Dispositionen des Sohnes bei der vorliegenden Beurteilung
ausser Acht zu lassen sind (vgl. vorstehende E. 2.1), kann hierzu ergänzend festgestellt
werden, dass der Beschwerdeführer zum Ausdruck gebracht hat, der Entschluss des
Sohnes zur Absolvierung der fraglichen Ausbildung habe unabhängig von den
Kompensationszahlungen bestanden. Lediglich den Beginn der Ausbildung bringt er
damit in Zusammenhang. So hätte der Sohn den Beginn des Studiums auf einen
späteren Zeitpunkt verschoben, wenn ihm (dem Beschwerdeführer) bewusst gewesen
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wäre, dass er ab Juni 2008 keinen Anspruch mehr auf Kompensationszahlungen habe
(vgl. act. G 7, S. 3). Dieses Vorbringen vermag indessen schon deshalb nicht zu
überzeugen, da nicht ersichtlich ist, inwiefern der Beschwerdeführer in einem späteren
Zeitpunkt im Vergleich zur Situation bis Januar 2010 über bessere finanzielle
Verhältnisse zur Unterstützung seines Sohnes verfügt hätte, die ein längeres Zuwarten
mit dem Studienbeginn rechtfertigen würden.
2.3.3 Weiter ist zu beachten, dass sich die Aufwendungen für ein Bachelor-
Studium an der Z._ im Studiengang Y._ pro Semester wie folgt zusammensetzen:
Semestergebühr von Fr. 500.--, Laborgebühr von Fr. 30.-- und Schulmaterial/Lehrmittel
von ca. Fr. 600.--. Empfohlen wird der Besitz eines eigenen Laptops (vgl. die Auskünfte
der Z._, Download unter http://www.hsr.ch/Studienge-buehren.1157.0.html,
abgerufen am 25. Mai 2009). Selbst wenn der Sohn des Beschwerdeführers noch
keinen Laptop besässe und ihm eine einmalige Auslage für dessen Anschaffung samt
Zubehör von schätzungsweise Fr. 2'500.-- zugestanden würde, ergäben sich total
Fr. 9'280.-- an Auslagen für die dreijährige Ausbildungszeit ([Fr. 1'130.-- x 6]
+ Fr. 2'500.--), was jährlichen Kosten von Fr. 3'093.-- (Fr. 9'280.-- / 3) entspricht. Hinzu
kommen noch die weiteren Lebenshaltungskosten, da der Sohn gemäss Angaben des
Beschwerdeführers während der Ausbildungszeit kein eigenes Einkommen erzielt (act.
G 1). Für Verpflegung, Kleider, Arzt/Versicherung, Transport, Freizeit/Kultur sowie
diverse Nebenkosten kann von monatlichen Ausgaben im Umfang von Fr. 1'100.--
ausgegangen werden (vgl. Amt für Jugend und Berufsberatung Kanton Zürich, Nach
der Matura! Fachhochschule oder Universität!, Download unter [abgerufen am 20. Juli
2009]: http://www.lotse.zh.ch/documents/ajb/ba/FH_oder_Uni.pdf). Die jährlichen
Gesamtkosten für ein Ausbildungsjahr entsprechen somit ungefähr Fr. 16'293.--
(Fr. 3'093.-- + [Fr. 1'100.-- x 12]) bzw. Fr. 1'358.-- monatlich. Gemäss eigenen
Angaben erzielt der Beschwerdeführer ohne Leistungen der Arbeitslosenversicherung
einen Jahresverdienst von Fr. 66'600.-- brutto (act. G 1). Angesichts dessen, dass der
Sohn im Haushalt seiner Eltern lebt (act. G 1) und diese nebst der zugesagten
finanziellen Unterstützung für den Sohn keinen weiteren Unterhaltspflichten
nachzukommen haben (vgl. act. G 3.1/C124), erscheinen die in Aussicht gestellten
Kompensationszahlungen unter Berücksichtigung der finanziellen Verhältnisse des
Beschwerdeführers und seines Sohnes (zumutbarer teilweiser Vermögensverzehr)
sowie weiterer Finanzierungsmöglichkeiten (wie etwa Stipendien des Kantons, der
http://www.hsr.ch/Studienge-buehren.1157.0.html http://www.lotse.zh.ch/documents/ajb/ba/FH_oder_Uni.pdf
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Ortsbürgergemeinde oder von Stiftungen) nicht als notwendige Bedingung für die vom
Beschwerdeführer zugesagte finanzielle Mithilfe für das Vollzeitstudium. Es ist daher
anzunehmen, dass der Beschwerdeführer auch in Kenntnis der korrekten Verhältnisse
dem Sohn finanziell beigestanden wäre.
2.3.4 Demnach kann mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen
werden, dass der Beschwerdeführer auch in Kenntnis der korrekten Verhältnisse seine
finanzielle Unterstützung für die am 15. September 2008 begonnene dreijährige
Ausbildung zugesagt hätte und dass kein Kausalzusammenhang zwischen dieser
Zusage und den fälschlicherweise in Aussicht gestellten Kompensationszahlungen
besteht. Selbst wenn ein Kausalzusammenhang bejaht werden müsste, wäre nicht
ausgewiesen, dass diese Zusage der finanziellen Unterstützung im Sinne des
Vertrauensschutzes nicht mehr ohne Nachteil rückgängig gemacht werden kann, ist
doch davon auszugehen, dass die Zusage für den Beschwerdeführer bei wirtschaftlich
geänderten Bedingungen ebenfalls abänderbar ist. Soweit der Sohn des
Beschwerdeführers Dispositionen getroffen hat, fallen sie – wie erwähnt (vgl. E. 2.1
hiervor) - nicht in Betracht. Zusammenfassend vermag sich der Beschwerdeführer
unter den gegebenen Umständen nicht erfolgreich auf den Vertrauensschutz zu
berufen.
3.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Ausgangsgemäss hat der
Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG