Decision ID: 319dbad8-cef2-5383-9c5b-370f9480098e
Year: 2017
Language: de
Court: BE_VG
Chamber: BE_VG_001
Canton: BE
Region: Espace_Mittelland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
A._ erlegte am 12. September 2012 in ... eine Gämsgeiss. Aufgrund einer Strafanzeige der Wildhut wurde gegen ihn ein  eingeleitet. Das Regionalgericht Berner Jura-Seeland und auch das Obergericht des Kantons Bern erklärten A._ in der Folge der fahrlässigen Widerhandlung gegen die kantonalen Jagdvorschriften , da es sich beim erlegten Tier um eine führende und laktierende  gehandelt habe. Aufgrund des rechtskräftigen Strafurteils des  vom 3. Dezember 2015 entzog das Jagdinspektorat des Kantons Bern (JI) A._ am 27. Juli 2016 die Jagdberechtigung für die Dauer eines Jahres; der Ausschluss von der Jagd beginnt am nächsten 28. Februar nach Eintritt der Rechtskraft der Verfügung.
B.
Gegen diese Verfügung reichte A._ am 23. August 2016  bei der Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Bern (VOL) ein. Diese wies das Rechtsmittel mit Entscheid vom 12. Dezember 2016 ab.
C.
Dagegen hat A._ am 10. Januar 2017  erhoben mit dem Rechtsbegehren, die Verfügung des  vom 27. Juli 2016 sei aufzuheben und auf den einjährigen Ausschluss von der Jagdbewilligung sei zu verzichten.
Die VOL beantragt mit Vernehmlassung vom 6. Februar 2017 die  der Beschwerde. Der Instruktionsrichter hat am 20. Februar 2017 beim Obergericht die Strafakten eingeholt. Mit Eingabe vom 16. März 2017 hat sich A._ nochmals zur Sache geäussert, woraufhin die VOL
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10.08.2017, Nr. 100.2017.17U, Seite 3
am 7. April 2017 ebenfalls Stellung genommen hat. Die Beteiligten halten an den gestellten Rechtsbegehren fest.

Erwägungen:
1.
1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) zuständig. Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen, ist durch den angefochtenen Entscheid  berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG).
1.2 Der Beschwerdeführer beantragt die Aufhebung der Verfügung des Jagdinspektorats. Damit übersieht er, dass der Rechtsmittelentscheid der VOL an deren Stelle getreten ist (sog. Devolutiveffekt der Beschwerde) und somit ausschliesslich Anfechtungsobjekt vor dem Verwaltungsgericht bildet (BVR 2010 S. 411 E. 1.4; BGE 134 II 142 E. 1.4; Merkli/Aeschlimann/ Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 60 N. 7 f. und Art. 72 N. 13). Da sich jedoch aus dem Antrag und der Begründung ergibt, dass sich der Beschwerdeführer gegen den Ausschluss von der  zur Wehr setzt und damit sinngemäss auch den Entscheid der VOL in Frage stellt, ist das Rechtsbegehren dahin umzudeuten, dass die Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids verlangt wird (vgl. Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 32 N. 11 und Art. 25 N. 14). Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.
1.3 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf Rechtsverletzungen hin (Art. 80 VRPG).
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2.
2.1 Auf Bundesebene stellt das Bundesgesetz vom 20. Juni 1986 über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel (Jagdgesetz, JSG; SR 922.0) Grundsätze auf, nach denen die Kantone die Jagd zu  haben (Art. 1 Abs. 2 und Art. 3 Abs. 1 JSG). Demnach bestimmen die Kantone unter anderem die Voraussetzungen für die Jagdberechtigung, legen das Jagdsystem und das Jagdgebiet fest und sorgen für eine  Aufsicht (Art. 3 Abs. 2 JSG). Nach Art. 14 Abs. 1 des Gesetzes vom 25. März 2002 über Jagd und Wildtierschutz (JWG; BSG 922.11) wenden Jägerinnen und Jäger bei der Ausübung der Jagd alle Sorgfalt an, um dem Tier unnötige Qualen und Störungen zu ersparen und seine Würde zu bewahren; dabei handelt es sich um einen wesentlichen Aspekt der sog. Weidgerechtigkeit (vgl. Randtitel der Bestimmung). Die Vorschrift lehnt sich stark an Art. 4 Abs. 2 des Tierschutzgesetzes vom 16. Dezember 2005 (TSchG; SR 455) an, die es verbietet, einem Tier ungerechtfertigt , Leiden oder Schäden zuzufügen, es in Angst zu versetzen oder in anderer Weise seine Würde zu missachten. Dieser Grundsatz gilt für alle Tiere (mithin auch für Wildtiere) und – trotz des Vorbehalts des JSG in Art. 2 Abs. 2 TSchG – auch bei Gelegenheit der Jagd (BGer 6B_411/2016 vom 7.6.2016 E. 1.2 f.). Gegen die Weidgerechtigkeit verstösst, wer von ihren Jungtieren begleitete Gämsgeissen erlegt (Art. 12 Abs. 1 Bst. a der Jagdverordnung vom 26. Februar 2003 [JaV; BSG 922.111]). Bei einem solchen Verstoss drohen der betroffenen Person sowohl strafrechtliche (Art. 31 Abs. 1 Bst. a JWG) als auch verwaltungsrechtliche (administrative) Massnahmen. Als Letztere kommen die schriftliche Ermahnung, das  von Wertersatz oder die Sicherstellung und der Einzug von Tieren, Waffen, Fanggeräten und Hilfsmitteln in Betracht (Art. 33 Abs. 1 JWG). Ebenso kann die zuständige Stelle der VOL eine rechtskräftig verurteilte, wiederholt mit einer Ordnungsbusse belegte oder wiederholt schriftlich  Person bis zu drei Jahren von der Jagdbewilligung ausschliessen (Art. 33 Abs. 2 JWG).
2.2 Der Beschwerdeführer wurde vom Obergericht wegen fahrlässig begangener Widerhandlung gegen das JWG zu einer Übertretungsbusse von Fr. 100.-- verurteilt. Der Schuldspruch erging gestützt auf den vom Re-
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gionalgericht festgestellten Sachverhalt, wonach der Beschwerdeführer eine Milch tragende und führende Gämsgeiss erlegte. Das Jungtier sowie die beiden anderen vor Ort gewesenen Gämsen (ein weiteres Muttertier mit einem Kitz) habe der Beschwerdeführer übersehen, da der Pirsch-, Ansprech- und Abschussvorgang nur wenige Minuten gedauert habe (Urteil SK 15 64 vom 3.12.2015 [nachfolgend: Strafurteil] S. 5 ff. [Strafakten pag. 209 ff.]).
2.3 Umstritten ist im Wesentlichen, welche Bedeutung dem Strafurteil für die administrative Massnahme zukommt. Zieht ein bestimmtes  sowohl eine strafrechtliche als auch eine verwaltungsrechtliche Sanktion nach sich, gilt der Grundsatz, dass die Verwaltungsbehörde mit Blick auf die Rechtseinheit und Rechtssicherheit die  und Beweiswürdigung der Strafbehörden – soweit sie auch für das Verwaltungsverfahren massgeblich ist – übernimmt (BVR 2016 S. 247 E. 5.5; Tschannen/Zimmerli/Müller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. Aufl. 2014, § 18 N. 18, je mit Hinweisen). Die Verwaltungsbehörde darf jedoch von den tatsächlichen Feststellungen im Strafurteil abweichen, wenn sie Tatsachen feststellt und ihrem Entscheid zugrunde legt, die dem  unbekannt waren, oder wenn sie zusätzliche Beweise erhebt, sowie wenn das Strafgericht bei der Rechtsanwendung auf den Sachverhalt nicht sämtliche Rechtsfragen abgeklärt hat. Die Verwaltungsbehörde hat vor allem auf die Tatsachen im Strafurteil abzustellen, wenn dieses im  Verfahren mit öffentlicher Verhandlung unter Anhörung von Parteien und Einvernahme von Zeugen ergangen ist (vgl. BGE 139 II 95 E. 3.2 [Pra 102/2013 Nr. 83], 136 II 447 E. 3.1 [Pra 100/2011 Nr. 34]; BVR 2010 S. 266 E. 4.4; zum Ganzen BVR 2012 S. 28 E. 2.2.1). Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers (Stellungnahme vom 16.3.2017 [act. 9] S. 2) wird der Grundsatz «ne bis in idem» (Verbot der Doppelbestrafung und -verfolgung) durch das Nebeneinander einer strafrechtlichen Sanktion und einer administrativen Massnahme im Jagdrecht nicht verletzt (dazu ausführlich BVR 2012 S. 28 E. 3 mit zahlreichen Hinweisen).
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3.
Der Beschwerdeführer rügt vorab die mehrfache Verletzung seines  auf rechtliches Gehör. Er macht geltend, die Vorinstanz habe seine Vorbringen nicht sorgfältig gewürdigt und damit die Begründungspflicht verletzt (Beschwerde S. 6 f.). – Wesentlicher Bestandteil des Anspruchs auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung [BV; SR 101]; Art. 26 Abs. 2 der Verfassung des Kantons Bern [KV; BSG 101.1]; Art. 21 ff. VRPG) ist die Begründungspflicht (vgl. auch Art. 52 Abs. 1 Bst. b VRPG). Im Allgemeinen muss die Begründung zumindest so abgefasst sein, dass die Betroffenen die Verfügung oder den Entscheid  sachgerecht anfechten können. Es müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten  und auf die sich ihr Entscheid stützt (statt vieler BGE 140 II 262 E. 6.2; BVR 2016 S. 402 E. 6.2). Aus den Erwägungen im angefochtenen  geht hervor, weshalb die VOL – gestützt auf die Erkenntnisse der Strafgerichte (vgl. E. 4b) – die verwaltungsrechtliche Massnahme als im öffentlichen Interesse stehend und verhältnismässig beurteilt hat (E. 5b ff.). Ebenso geht sie auf die Rüge der rechtsungleichen Behandlung ein (E. 5e). Dem Beschwerdeführer war es denn auch möglich, den Entscheid in  Punkten sachgerecht anzufechten. Die Vorinstanz hat sich demnach hinreichend mit seinen Vorbringen auseinandergesetzt. Eine  liegt nicht vor.
4.
4.1 In der Sache macht der Beschwerdeführer zunächst geltend, auf das Strafurteil dürfe nicht abgestellt werden, da das Strafverfahren von der Wildhut aufgrund eines früheren Vorkommnisses «voreingenommen und unfair durchgeführt» worden sei. Bei diesem Vorkommnis handelt es sich um ein Strafverfahren aus dem Jahr 2011 gegen einen pensionierten , der dem Beschwerdeführer einen anonymen Drohbrief geschickt haben soll. Der angefochtene Entscheid sei deshalb von Amtes wegen zu kassieren, jedenfalls aber aufzuheben (Beschwerde S. 7 ff.).
https://www.swisslex.ch/DOC/ShowLawViewByGuid/4930fef0-f31a-4a5f-abe6-d8da09fd437a/36d22518-08ea-4aa7-b34b-a486b1c34a98?source=document-link&SP=2|iu5sb0 https://www.swisslex.ch/Doc/ShowDocComingFromCitation/a6f9bb23-9b96-400b-ba2c-aae1a4b4730e?citationId=4c604b15-b41b-4924-bf5b-bafe35d52fc6&source=document-link&SP=2|iu5sb0 https://www.swisslex.ch/Doc/ShowDocComingFromCitation/0c4da0f2-2166-4f8f-80b2-135cfc44fa9f?citationId=2b0eadd0-5795-45da-b491-db296ef1acc4&source=document-link&SP=2|iu5sb0
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4.2 Der Beschwerdeführer wurde strafrechtlich rechtskräftig verurteilt. An diesem Urteil haben sich die Verwaltungsbehörden beim Verhängen administrativer Massnahmen grundsätzlich zu orientieren (vorne E. 2.3), es sei denn, das Strafurteil würde an einem so schweren Mangel leiden, dass es als nichtig betrachtet werden müsste (Häfelin/Müller/Uhlmann,  Verwaltungsrecht, 7. Aufl. 2016, N. 1743). Für eine solche  gibt es jedoch keine konkreten Anhaltspunkte: Der Umstand, dass der Beschwerdeführer in der Vergangenheit bereits  mit der Wildhut hatte, lässt nicht auf eine (qualifizierte)  des Strafverfahrens schliessen. Das Strafurteil beruht ausserdem nicht einzig auf den Aussagen der beiden Wildhüter, von denen der eine das Geschehen mitverfolgt hat und der andere später dazu gestossen ist, sondern nebst den Aussagen des Beschwerdeführers selbst auch auf  Beweismitteln (z.B. Fotodokumentation, veterinärärztliches , Untersuchungsbericht usw.; Strafakten pag. 135 ff.; Strafurteil S. 5 ff. [Strafakten pag. 209 ff.]). Zudem sagte der Beschwerdeführer bei seiner Einvernahme vor dem Regionalgericht Berner Jura-Seeland aus, vor dem fraglichen Ereignis zu den beiden Wildhütern ein neutrales Verhältnis ohne spezifische Konflikte gehabt zu haben (Strafakten pag. 110). Aus  Gründen besteht demnach kein Anlass, in sachverhaltlicher Hinsicht nicht auf das Strafurteil abzustellen.
4.3 Im Übrigen sind keine Hinweise vorhanden, dass sich beim  zusätzliche Unterlagen befinden, die nicht bereits in den  Akten enthalten sind. Um welche Aktenstücke es sich dabei konkret handeln soll bzw. könnte, wird vom Beschwerdeführer auch nicht dargelegt; er erwähnt nur Handnotizen, die jedoch nach ständiger Rechtsprechung ohnehin nicht zu den amtlichen Akten gehören (vgl. BVR 2012 S. 252 E. 3.3.4 mit Hinweisen). Es ist sodann nicht ersichtlich, weshalb Unterlagen für das Verwaltungsverfahren relevant sein sollen, die es nicht bereits für das Strafverfahren gewesen sind und die sich deshalb bereits in den  Akten befinden. Der Beweisantrag, es seien alle Akten beim  einzuholen (Beschwerde S. 9), wird folglich abgewiesen. Die Vorinstanz hat keinen Verfahrensfehler begangen, indem sie diesem  nicht gefolgt ist.
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5.
5.1 Der Beschwerdeführer weist darauf hin, dass das Obergericht den Sachverhalt nicht frei überprüft hat. Nur deshalb sei trotz Ungereimtheiten im erstinstanzlichen Urteil kein Freispruch erfolgt. Der Schuldspruch fusse daher einzig auf prozessrechtlichen Vorgaben. Auch aus diesem Grund dürfe nicht auf das Strafurteil abgestellt werden (Beschwerde S. 5).
5.2 Im hier durchgeführten ordentlichen Strafverfahren wurde der  vor dem Regionalgericht Berner Jura-Seeland mit öffentlicher  und unter Anhörung von Zeugen erstellt (vgl. Protokoll der Hauptverhandlung vom 18.8.2014 [Strafakten pag. 98 ff.]). Der  hat massgeblich an der Sachverhaltsfeststellung mitgewirkt. Er wurde an der Hauptverhandlung einvernommen (vgl. Strafakten pag. 108 ff.), hat Beweisanträge gestellt bzw. hatte Gelegenheit dazu (vgl. Strafakten pag. 75 ff. und 112) und konnte somit seinen Standpunkt zu den wesentlichen Sachverhaltsfragen und Beweismassnahmen einbringen. Der für das Jagdinspektorat massgebliche Sachverhalt wurde damit in einem rechtsstaatlich korrekt geführten Strafverfahren umfassend abgeklärt (vgl. auch vorne E. 4). Insbesondere lagen den Strafbehörden die zwei  Gutachten vor, welche der Beschwerdeführer anspricht (Beschwerde S. 5). Dass das Obergericht den Sachverhalt im  Verfahren nur noch auf offensichtliche Unrichtigkeit (Willkür)  hat, da ausschliesslich Übertretungen Gegenstand des  Hauptverfahrens gebildet haben (Art. 398 Abs. 4 der  Strafprozessordnung vom 5. Oktober 2007 [Strafprozessordnung, StPO; SR 312.0]; zum Begriff der Übertretung Art. 103 des  Strafgesetzbuches [StGB; SR 311.0]), ändert daran nichts. Denn das Regionalgericht hat die Beweise frei nach seiner aus dem gesamten  gewonnenen Überzeugung gewürdigt (Art. 10 Abs. 2 StPO). Eine andere Beurteilung würde zu unhaltbaren Ergebnissen führen: So wäre derjenige, der das erstinstanzliche Urteil erfolglos anficht, besser gestellt als derjenige, der auf ein Rechtsmittel verzichtet. Es sind somit keine Gründe ersichtlich, welche ein Abweichen von den  der Strafbehörden gebieten.
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6.
6.1 Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, die Vorinstanz sei, sofern auf das Strafurteil abgestellt werden könne, zu Unrecht nicht von einem leichten Fall ausgegangen, wie ihn das Obergericht im  angenommen habe (Beschwerde S. 3 f.; Stellungnahme vom 16.3.2017 [act. 9] S. 2). Die Vorinstanz verneint hinsichtlich der rechtlichen Beurteilung eine Bindung an das Strafurteil (Vernehmlassung vom 6.2.2017 [act. 3] S. 2). Aus strafrechtlicher Sicht möge der irrtümliche Abschuss einer führenden und laktierenden Gämsgeiss einen geringfügigen Verstoss darstellen. Aus weidmännischer Sicht wiege das Verhalten hingegen schwer, da ein korrektes Ansprechen des Wildes eine zentrale  für eine weidgerechte und ethische Jagdausübung darstelle ( Entscheid E. 5b).
6.2 Das Obergericht hat im Strafurteil festgehalten, der  habe sich beim Abschuss der Gämsgeiss in einem  gemäss Art. 13 StGB befunden. Dieser Irrtum wäre bei Anwendung der bei der Gämsjagd gebotenen Sorgfalt jedoch mit hoher  vermeidbar gewesen. Die Gämsjagd sei eine anspruchsvolle  und erfordere grundsätzlich das Beobachten über längere Zeit, um einen Fehlabschuss soweit als möglich auszuschliessen; der Wildhüter gab eine Zeitspanne von mindestens einer Stunde oder situationsbezogen auch länger an. Hier habe der Pirsch-, Ansprech- und Abschussvorgang gesamthaft jedoch nur fünf Minuten gedauert. Hätte der Beschwerdeführer die fragliche Gämsgeiss über längere Zeit beobachtet und dabei seine Position verändert, wären ihm die dahinter stehende zweite Gämsgeiss und die beiden Kitze aufgefallen. Deren Anwesenheit hätte wiederum eine  Beobachtung der Gämsgruppe aufgedrängt, um die Kitze den  zuordnen und feststellen zu können, ob die fragliche Gämsgeiss von einem der Kitze begleitet wird und damit Milch tragend ist. Daher sei der Beschwerdeführer der fahrlässigen Begehung der Tat schuldig zu sprechen. Hinsichtlich des Vorwurfs der absichtlichen Falscheintragung des Fehlabschusses im Abschusskontrollheft sei er hingegen freizusprechen, da er bis zum Eintreffen des Wildhüters, der das Ganze beobachtet hatte,
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nicht von einem Muttertier ausgegangen sei (Strafurteil S. 9 ff. [Strafakten pag. 213 ff.]). Für die Strafzumessung hat das Obergericht auf die  im Urteil des Regionalgerichts verwiesen und weiter , die Busse von Fr. 100.-- sei unter Berücksichtigung der konkreten  sowie mit Blick auf die Richtlinien für die Strafzumessung des Verbands Bernischer Richterinnen und Richter, Staatsanwältinnen und Staatsanwälte (VBRS), die für einen leichten Fall eine Busse ab Fr. 100.-- vorsehen, sicher nicht zu hoch ausgefallen. Einer allfälligen Erhöhung stehe das Verschlechterungsverbot entgegen (Strafurteil S. 11 [Strafakten pag. 215]). Mit dieser Begründung bekundet das Obergericht, dass es zwar von einem leichten Fall ausgeht, es jedoch angesichts des  offenlässt, ob die Busse (für diesen leichten Fall) am unteren Rand des Sanktionsrahmens angemessen ist.
6.3 Wie ausgeführt stellt die Verwaltungsbehörde beim Verhängen einer administrativen Massnahme grundsätzlich auf die Sachverhaltsfeststellung und die Beweiswürdigung der Strafbehörde ab (vorne E. 2.3). In reinen Rechtsfragen ist sie dagegen nicht an die Beurteilung durch das  gebunden, da sie sonst in ihrer freien Rechtsanwendung beschränkt würde. Die Unabhängigkeit vom Erkenntnis der Strafbehörde folgt hier auch aus der unterschiedlichen Zwecksetzung der von der  anzuwendenden Normen. Die Verwaltungsbehörde ist nur dann an die rechtliche Qualifikation des Sachverhalts durch das Strafurteil , wenn die rechtliche Würdigung sehr stark von der Würdigung von Tatsachen abhängt, die das Strafgericht besser kennt als die  (BGE 134 II 33 [BGer 1C_45/2007 vom 30.11.2007] nicht publ. E. 4.3, 125 II 402 E. 2, je mit Hinweisen).
6.4 Sowohl die strafrechtliche als auch die verwaltungsrechtliche  dient der Durchsetzung der Weidgerechtigkeit. Die in Art. 33 JWG  administrativen Massnahmen haben aber eher  als bestrafenden Charakter. Das zeigt sich auch daran, dass das Verhängen dieser Massnahmen nicht unmittelbar an den Grad des Verschuldens der betroffenen Person anknüpft, wogegen das  Verschulden für die strafrechtliche Sanktion im Vordergrund steht. Gegen einen strafrechtlichen Charakter spricht zudem, dass die
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Massnahme nicht in allgemeiner Weise der Aufrechterhaltung der  Ordnung und der menschlichen Würde dient, wie dies für das  üblich ist. Zweck der Massnahmen nach Art. 33 JWG ist es vielmehr, einen geordneten und die Vorgaben zur Jagdausübung respektierenden Jagdbetrieb zu gewährleisten (einlässlich dazu BVR 2012 S. 28 E. 3.3.4 mit Hinweisen). Eine Bindung der Verwaltungsbehörden besteht daher nur hinsichtlich der Sachverhaltsfeststellungen des Strafgerichts, nicht aber hinsichtlich der rechtlichen Würdigung. Eine strafrechtlich gesehen bloss fahrlässige Tatbegehung muss damit nicht ohne weiteres als  oder lediglich geringfügige Pflichtverletzung betrachtet werden (in diesem Sinn bereits BGer 27.3.1968, in ZBl 1968 S. 493 E. 3). Der Pirsch-, Ansprech- und Abschussvorgang hat hier lediglich fünf Minuten gedauert. Da ein richtiges und seriöses Ansprechen zu den grundlegenden Voraussetzungen für eine weidgerechte und ethische Jagdausübung , wiegt dieses Verhalten des Beschwerdeführers und der daraus  Abschuss der führenden und laktierenden Gämsgeiss aus  Sicht schwer. Die Vorinstanz hat denn auch darauf , dass ein Gämskitz vollständig vom Muttertier abhängig ist; verliert es seine Mutter, führe dies zu tierschutzrelevantem Kümmern und Leiden sowie in der Regel zum Tod (Stellungnahme vom 7.4.2017 [act. 11] S. 2). Dem darf bei der Würdigung des für die verwaltungsrechtliche Massnahme massgeblichen Verhaltens Rechnung getragen werden (vgl. auch vorne E. 2.1). Der Vorinstanz kann daher keine Rechtsverletzung vorgeworfen werden, wenn sie von einer schwerwiegenden Pflichtverletzung des  ausgeht.
7.
7.1 Der Beschwerdeführer rügt weiter, die Sanktion (einjähriger  von der Jagdbewilligung) liege weder im öffentlichen Interesse noch sei sie verhältnismässig. Da er nicht absichtlich gehandelt habe, sei es nicht nötig, mit Massnahmen darauf hinzuwirken, dass er künftig die Jagdvorschriften einhalte. Zudem habe er sich vorher während geraumer Zeit und auch seit dem streitigen Vorfall nichts zu Schulden kommen . Wenn überhaupt sei eine schriftliche Ermahnung auszusprechen.
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Sollte der Ausschluss von der Jagdbewilligung bestätigt werden, müsse er als Mitglied des Vorstands von Jagd Schweiz zurücktreten. Es bestehe aber gerade ein öffentliches Interesse daran, dass er dieses Amt weiterhin ausübe (Beschwerde S. 6 f.; Stellungnahme vom 16.3.2017 [act. 9] S. 2).
7.2 Die Vorinstanz hat erwogen, an der Massnahme bestehe sehr wohl ein öffentliches Interesse. Dieses liege im Aufrechterhalten eines , geordneten und sicheren Jagdbetriebs. Der Beschwerdeführer habe während des gesamten Strafverfahrens und des  Verfahrens sein übereiltes und unsorgfältiges Vorgehen nie in Frage gestellt. Daher sei der einjährige Jagdausschluss geeignet und erforderlich, um ihm die Vorwerfbarkeit seines unweidmännischen Verhaltens bewusst zu machen und auf eine sorgfältige Jagdausübung hinzuwirken. Der  könne sein Amt trotz der Sanktion weiterhin ausüben und so aufzeigen, dass auch den besten Jägerinnen und Jägern ein Fehler  könne. Daher sei ihm die Massnahme zumutbar ( vom 6.2.2017 [act. 3] S. 2 f.). Die Vorinstanz weist zudem darauf hin, dass die mildere Massnahme der schriftlichen Ermahnung nach  Praxis des Jagdinspektorats nur bei Verstössen ausgesprochen werde, bei denen keine Tiere in Mitleidenschaft gezogen würden. So werde eine Person unter anderem schriftlich ermahnt bei verspäteter Meldung eines Fehlschusses, bei Besitzergreifen von erlegten Wildtieren ohne vorgängige Eintragung und Markierung, bei Nichtanbringen der Wildmarke usw. Da im vorliegenden Fall ein Kitz unnötige Qualen habe erleiden müssen, stelle die schriftliche Ermahnung keine geeignete Massnahme mehr dar, um die verfolgten Ziele zu erreichen. Zudem handle es sich beim einjährigen  bereits um eine mildere Massnahme. Aufgrund des guten  Leumunds und unter Berücksichtigung der Verdienste des  um die Berner Jagd sei vom ursprünglich in Aussicht  zweijährigen Ausschluss abgesehen worden, wie er normalerweise bei einem Verstoss gegen den Schutz von Muttertieren verfügt worden wäre (Stellungnahme vom 7.4.2017 [act. 11] S. 2).
7.3 Staatliches Handeln muss im öffentlichen Interesse liegen und  sein (Art. 5 Abs. 2 BV). Der Verfassungsgrundsatz gebietet allgemein ein angemessenes und massvolles Handeln. Demnach muss die
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behördliche Massnahme für das Erreichen des im öffentlichen Interesse liegenden Zieles geeignet und erforderlich sein. Sodann muss ein  Verhältnis zwischen dem angestrebten Ziel und der Belastung, den die Massnahme für die oder den Betroffenen bedeutet, eingehalten sein (BGE 140 II 194 E. 5.8.2; BVR 2016 S. 318 E. 7). Eine Massnahme ist , wenn das Ziel mit einem weniger schweren Eingriff erreicht werden kann (BGE 142 I 49 E. 9.1; BVR 2016 S. 318 E. 4.5 mit Hinweisen).
7.4 Die umstrittene administrative Massnahme hat eher einen -präventiven als bestrafenden Charakter (vorne E. 6.4) und erscheint insoweit vergleichbar mit einer Disziplinarmassnahme oder einer Sanktion wegen Verfahrensverstössen, welche die Zugehörigkeit zu einer  Berufsgruppe bzw. die Beteiligung an einem Verwaltungs- oder  voraussetzen und primär zur Einhaltung der einschlägigen gesetzlichen Verpflichtungen anhalten sollen (vgl. BVR 2017 S. 255 E. 3.5 und 6.3). Bei der Wahl und Bemessung der Sanktion kommt der  Behörde praxisgemäss ein weiter Ermessensspielraum zu (BVR 2017 S. 255 E. 6.3 mit Beispielen; BGE 101 Ia 172 E. 3). Solange sie dieses Ermessen pflichtgemäss ausübt, ist es dem Verwaltungsgericht verwehrt, sein eigenes Ermessen an dessen Stelle zu setzen (statt vieler BVR 2011 S. 481 E. 4.2). Insofern übt das Verwaltungsgericht bei der Überprüfung der hier angeordneten Massnahme eine gewisse Zurückhaltung.
7.5 Wie die Vorinstanz zutreffend ausgeführt hat, besteht an einer  Jagdausübung ein erhebliches öffentliches Interesse. Da der Beschwerdeführer in schwerwiegender Weise gegen die Weidgerechtigkeit verstossen hat (vgl. vorne E. 6.4), ist der einjährige Ausschluss von der Jagdbewilligung für das Erreichen dieses Ziels geeignet und erforderlich. Insbesondere kommt das mildere Mittel der schriftlichen Ermahnung nicht in Betracht, da das Jagdinspektorat in langjähriger Praxis bei Verstössen, bei denen Tiere leiden müssen, stets einen Ausschluss verfügt. Das  sieht mit Blick auf das Ermessen des Jagdinspektorats bei der Wahl der Massnahme keinen Grund, korrigierend auf diese Praxis , zumal es sich beim einjährigen Ausschluss, wie die Vorinstanz ausgeführt hat, bereits um eine mildere Massnahme handelt. Die Sanktion
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wahrt eine vernünftige Zweck-Mittel-Relation und erweist sich insgesamt als verhältnismässig.
8.
Der Beschwerdeführer rügt schliesslich, die verfügte Massnahme sei im Vergleich zur Sanktion anderer Fälle rechtsungleich. Dies zeige sich  eines Vorkommnisses aus dem Jahr 2011, bei dem ein Jäger mit Autoscheinwerfern nach Wild gesucht, dieses beschossen, verletzt und anschliessend die Nachsuche unterlassen habe (Beschwerde S. 7;  vom 16.3.2017 [act. 9] S. 2). – Der Grundsatz der  gemäss Art. 8 Abs. 1 BV und Art. 10 Abs. 1 KV verlangt, dass Gleiches nach Massgabe seiner Gleichheit gleich und Ungleiches nach Massgabe seiner Ungleichheit ungleich behandelt wird (statt vieler BGE 138 I 225 E. 3.6.1; BVR 2012 S. 433 E. 4.4.2). Der Vorfall aus dem Jahr 2011 und der vorliegende Fall sind in sachverhaltlicher Hinsicht von vornherein nicht vergleichbar. Im Jahr 2011 hatte der Jäger mit unlauteren Methoden Wild gejagt und die Nachsuche unterlassen, während hier eine führende und laktierende Gämsgeiss erlegt wurde. Abgesehen davon wurde auch im ersten Fall ein einjähriger Ausschluss von der  angeordnet. Bei dieser Sachlage ist nicht erkennbar, was der  aus dem Rechtsgleichheitsgebot für sich ableiten will. Wie in diesem Zusammenhang zu würdigen ist, dass dem Jäger im ersten Fall zusätzlich zur administrativen Massnahme als Nebenstrafe die  für ein Jahr entzogen wurde (vgl. Vernehmlassung vom 6.2.2017 [act. 3] S. 3), kann dahingestellt bleiben.
9.
Die Beschwerde erweist sich nach dem Gesagten in allen Teilen als  und ist abzuweisen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Parteikosten sind keine zu sprechen (Art. 108 Abs. 3 und Art. 104 VRPG).
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