Decision ID: b616c610-b94b-4f69-b219-9bbbec58f255
Year: 2010
Language: de
Court: CH_BSTG
Chamber: CH_BSTG_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: penal_law

Sachverhalt:
A. Die Generalstaatsanwaltschaft Lettland führt ein Strafverfahren wegen , Missbrauch und Überschreitung von Vollmachten im  sowie Urkundenfälschung. Der ehemalige Bürgermeister von Z., B. wird verdächtigt, die Mitglieder der Geschäftsleitung der C. AG, D., E. sowie F. angestiftet zu haben, im Jahr 2006 Aktien der G. AG zum Nachteil der C. AG heimlich verkauft zu haben. Dabei soll die Firma H. als Brokerin und die I. Ltd. als Vermittlerin gehandelt haben. Die Käuferin der Aktien, J. AG, habe die Aktien schliesslich an die A. Ltd. weiterverkauft. In diesem Zusammenhang gelangte die lettische Generalstaatsanwaltschaft mit Rechtshilfeersuchen vom 21. August 2007 an die Schweiz und ersuchte zusammengefasst um Auskunft über die I. Ltd., um Einvernahme  Personen derselben sowie um Herausgabe rechtshilferelevanter Unterlagen (act. 1.1).
B. Mit Schreiben vom 8. Oktober 2007 übertrug das Bundesamt für Justiz
(nachfolgend „Bundesamt“) das Rechtshilfeersuchen der  zum Vollzug. Diese entsprach mit Eintretensverfügung vom 11. April 2008 dem Rechtshilfeersuchen und hielt fest, die erbetenen  würden mit separaten Vollzugsverfügungen angeordnet (act. 1.2). Gleichentags wies sie die A. Ltd. an, den Namen desjenigen  anzugeben, welcher über relevante Transaktionen Auskunft  könne. Der Rechtsvertreter der A. Ltd. erklärte mit Schreiben vom 24. April 2008, seine Mandantin sei in das vorliegende Verfahren nicht  (act. 1.4). Daraufhin übermittelte ihm die Bundesanwaltschaft am 3. Juni 2008 das lettische Rechtshilfeersuchen und forderte ihn auf, die  Person der A. Ltd. in der Schweiz zu benennen. Mit Schreiben vom 10. Juni 2008 wurden K. und eine weitere Person genannt, welche für eine Einvernahme zur Verfügung stehen würden (act. 1.5). Die  übermittelte der A. Ltd. am 10. Februar 2009 die von der I. Ltd. eingereichten Unterlagen und räumte ihr eine Frist ein, sich zur  der Unterlagen zu äussern (act. 1.6). Die A. Ltd. lehnte mit Schreiben vom 25. Februar 2009 die vereinfachte Übermittlung der Unterlagen ab (act. 1.7).
C. Die Bundesanwaltschaft entsprach mit Schlussverfügung vom 29. Mai 2009
dem Rechtshilfeersuchen vom 21. August 2007 und verfügte die  folgender Unterlagen bei der I. Ltd. bezüglich des Kontos Nr. 1,  auf die A. Ltd. (act. 1.8):
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- Kontoeröffnungsantrag vom 10. April 2007 - Feststellung des wirtschaftlich Berechtigten vom 3. Mai 2007 - Erklärung des Direktors L. der M. S.A. vom 23. April 2007 - Zertifikat des Handelsregisters bezüglich des Aktieninhabers der A. Ltd.
vom 11. April 2007 - Apostille vom 11. April 2007 - Certificate of Incorporation der A. Ltd. vom 13. März 1995 - Zertifikat des zypriotischen Handelsregisters bezüglich Gründung der
A. Ltd. vom 11. April 2007 - Zertifikat des zypriotischen Handelsregisters bezüglich der Registrie-
rungsadresse der A. Ltd. vom 11. April 2007 - Zertifikat des zypriotischen Handelsregisters bezüglich der Direktoren
und des Sekretärs der A. Ltd. vom 11. April 2007 - Written Resolutions of the Directors of the Company vom 5. April 2007 - Kopien der Pässe der Direktoren, Unterschriftsberechtigten und Bevoll-
mächtigten - Auftrag an die I. Ltd. zum Kauf von 7'169'878 Aktien der G. AG vom
10. April 2007 - Verkaufsbestätigung der I. Ltd. vom 10. April 2007
D. Dagegen erhebt der Vertreter der A. Ltd. am 1. Juli 2009 Beschwerde. Er stellt sinngemäss die Anträge, es sei die Schlussverfügung vom 29. Mai 2009 aufzuheben. Eventualiter sei die Schlussverfügung vom 29. Mai 2009 aufzuheben und die Bundesanwaltschaft anzuweisen, eine neue  über die Unzulässigkeit der Rechtshilfe zu erlassen.  sei die Schlussverfügung vom 29. Mai 2009 aufzuheben, die  anzuweisen, der Beschwerdeführerin Gelegenheit zu geben bei der Triage der herauszugebenden Unterlagen mitzuwirken und  eine neue Schlussverfügung mit einem Spezialitätsvorbehalt zu erlassen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. 1).
Das Bundesamt beantragt in seiner Beschwerdeantwort vom 24. Juli 2009 die Abweisung der Beschwerde (act. 7). Die Bundesanwaltschaft trägt am 31. Juli 2009 ebenfalls auf Abweisung der Beschwerde, soweit darauf  ist (act. 8). Die II. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts fordert die Bundesanwaltschaft am 5. August 2009 auf, eine Kopie des Rechtshilfeersuchens zu übermitteln, bei welcher die Ziffern, welche die A. Ltd. betreffen, nicht abgedeckt sind (act. 9). Dieses Rechtshilfeersuchen wird der A. Ltd. am 11. August 2009 zugestellt (act. 12). Sie lässt mit Replik vom 24. August 2009 an den gestellten Anträgen festhalten (act. 13), wo-
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von die Bundesanwaltschaft und das Bundesamt am 26. August 2009 in Kenntnis gesetzt werden (act. 14).
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, in den rechtlichen Erwägungen eingegangen.

Die II. Beschwerdekammer zieht in Erwägung:
1. 1.1 Für die Rechtshilfe zwischen Lettland und der Schweiz sind in erster Linie
die Bestimmungen des Europäischen Übereinkommens über die  in Strafsachen vom 20. April 1959 (EUeR; SR 0.351.1), dem beide  beigetreten sind, das zu diesem Übereinkommen am 8. November 2001 ergangene zweite Zusatzprotokoll (2. ZP; SR 0.351.12) sowie die  der Art. 48 ff. des Übereinkommens vom 19. Juni 1990 zur Durchführung des Übereinkommens von Schengen vom 14. Juni 1985 (Schengener Durchführungsübereinkommen, SDÜ; ABl. L 239 vom 22. September 2000, S. 19 - 62 ) massgeblich.
1.2 Soweit diese Staatsverträge bestimmte Fragen weder ausdrücklich noch
stillschweigend regeln bzw. das schweizerische Landesrecht geringere  an die Rechtshilfe stellt (BGE 129 II 462 E. 1.1), ist das  vom 20. März 1981 über internationale Rechtshilfe in  (IRSG; SR 351.1) und die dazugehörige Verordnung vom 24. Februar 1982 (IRSV; SR 351.11) anwendbar (Art. 1 Abs. 1 IRSG; BGE 130 II 337 E. 1; 128 II 355 E. 1; 124 II 180 E. 1a). Das innerstaatliche Recht gilt nach dem Günstigkeitsprinzip auch dann, wenn dieses geringere Anforderungen an die Rechtshilfe stellt (BGE 129 II 462 E. 1.1 S. 464 m.w.H.). Vorbehalten bleibt die Wahrung der Menschenrechte (BGE 123 II 595 E. 7c).
2. 2.1 Beim angefochtenen Entscheid handelt es sich um eine Schlussverfügung
der ausführenden Bundesbehörden, gegen welche innert 30 Tagen ab der schriftlichen Mitteilung bei der II. Beschwerdekammer des  Beschwerde geführt werden kann (Art. 80e Abs. 1 i.V.m. Art. 80k IRSG; Art. 28 Abs. 1 lit. e des Bundesgesetzes vom 4. Oktober 2002 über das Bundesstrafgericht, SGG, SR 173.71; Art. 9 Abs. 3 des Reglements vom 20. Juni 2006 für das Bundesstrafgericht, SR 173.710). Die Be-
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schwerde gegen die Schlussverfügung vom 29. Mai 2009 wurde  eingereicht, weshalb darauf einzutreten ist.
2.2 Zur Beschwerdeführung ist berechtigt, wer persönlich und direkt von einer
Rechtshilfemassnahme betroffen ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat (Art. 80h lit. b. IRSG). Personen,  welche sich das ausländische Strafverfahren richtet, sind unter  Bedingungen beschwerdelegitimiert (Art. 21 Abs. 3 IRSG). Bei der  von Kontoinformationen gilt als persönlich und direkt betroffen im Sinne der Art. 21 Abs. 3 und 80h IRSG der Kontoinhaber (Art. 9a lit. a IRSV; BGE 118 Ib 547 E. 1d und 122 II 130 E. 2b; TPF 2007 79 E. 1.6). Art. 9a IRSV sowie die bundesgerichtliche Rechtsprechung (z.B. BGE 123 II 153 E. 2b und 125 II 356 E. 3bb) beziehen sich auf Bankkonten und schränken die Beschwerdelegitimation auf den eigentlichen Inhaber des Kontos als von der Rechtshilfemassnahme unmittelbar Betroffenen ein.
Die I. Ltd. ist gemäss Handelsregistereintrag eine Aktiengesellschaft,  unter anderem als Effektenhändlerin tätig ist. Sie verfügt denn auch über eine Effektenhändlerbewilligung seitens der FINMA (www.finma.ch/d/beaufsichtigte) und untersteht damit dem Bundesgesetz über die Börse und den Effektenhandel vom 24. März 1995 (Börsengesetz, BEHG, SR 954.1). Das BEHG enthält in Art. 43 eine Bestimmung, welche vom Wortlaut her mit Art. 47 des Bundesgesetzes über die Banken und Sparkassen (Bankengesetz, BankG, SR 952.0) identisch ist. Auch mit  auf die internationale Rechtshilfe in Strafsachen ist das  des Effektenhändlers gleich zu verstehen wie dasjenige von Personen, welche dem Bankgeheimnis unterstehen (ANDRÉ E. LEBRECHT/MARTINA WITTIBSCHLAGER, in Watter/Vogt [Hrsg.], Basler Kommentar, Börsengesetz, 2007, N. 37 zu Art. 43). Art. 43 BEHG unterstellt Organe, Angestellte,  oder Liquidatoren eines Effektenhändlers einem dem  nachgebildeten Berufsgeheimnis. Dieses soll die Kunden von  in gleicher Weise schützen wie Bankkunden. Gemäss  Praxis ist deshalb Art. 9a lit. a IRSV nicht auf den Inhaber eines Bankkontos zu beschränken, sondern zumindest auch auf den  eines Effektenhändlers anzuwenden, dessen Kontounterlagen bei  erhoben worden sind (Urteil des Bundesgerichts 1A.60/2000 vom 22. Juni 2000, E. 2a).
Die angefochtene Schlussverfügung bezieht sich auf die Erteilung von Auskünften bei der I. Ltd., wobei Unterlagen in Bezug auf ein Konto der Beschwerdeführerin an die ersuchende Behörde herausgegeben werden
http://www.finma.ch/d/beaufsichtigte
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sollen. Die Beschwerdeführerin ist daher gemäss den vorgängigen  zur Beschwerde legitimiert.
3. 3.1 Die Beschwerdeführerin rügt, es liege keine beidseitige Strafbarkeit vor. In
diesem Zusammenhang wendet sie ein, einerseits werde das Verhalten der Beschwerdeführerin im Rechtshilfeersuchen vom 21. August 2007 nicht in Frage gestellt. Andererseits habe der lettische Staatsanwalt bezüglich des eingeleiteten Strafverfahrens in Lettland mit Entscheid vom 12. November 2008 selber eingeräumt, er verfüge über keine Beweise für ein strafbares Verhalten nach lettischem Recht. Ausserdem seien die im  umschriebenen Handlungen nach schweizerischem Recht nicht .
3.2 Die Vertragsparteien des EUeR können sich das Recht vorbehalten, die Er-
ledigung von Ersuchen um Durchsuchung oder Beschlagnahme der  zu unterwerfen, dass die dem Ersuchen zugrunde liegende strafbare Handlung sowohl nach dem Recht des ersuchenden als auch nach dem des ersuchten Staates strafbar ist (Art. 5 Ziff. 1 lit. a EUeR). Die Schweiz hat für die Vollziehung von Rechtshilfeersuchen mit welchen  beantragt werden, einen entsprechenden Vorbehalt angebracht. Art. 64 Abs. 1 IRSG bestimmt für die akzessorische Rechtshilfe, dass  Zwangsmassnahmen nur angewendet werden dürfen, wenn aus der Sachverhaltsdarstellung im Ersuchen hervorgeht, dass die im Ausland verfolgte Handlung die objektiven Merkmale eines nach schweizerischem Recht strafbaren Tatbestandes aufweist. Vorbehältlich Fälle  Missbrauchs ist die Strafbarkeit nach dem Recht des ersuchenden Staates somit in Anwendung von Art. 64 Abs. 1 IRSG grundsätzlich nicht zu prüfen. Der Vorbehalt der Schweiz zum EUeR ist im gleichen Sinne auszulegen (BGE 116 Ib 89 E. 3c/aa S. 94 mit Hinweisen; Urteile des  1A.7/2007 vom 3. Juli 2007 E. 6.1; 1A.3/2006 vom 6. Februar 006 E. 6.1; ROBERT ZIMMERMANN, La coopération judiciaire internationale en matière pénale, 3. Aufl., Bern 2009, S. 537 N. 583).
Für die Frage der beidseitigen Strafbarkeit nach schweizerischem Recht ist
der im Ersuchen dargelegte Sachverhalt so zu subsumieren, wie wenn die Schweiz wegen des analogen Sachverhalts ein Strafverfahren eingeleitet hätte und zu prüfen, ob die Tatbestandsmerkmale einer schweizerischen Strafnorm erfüllt wären (vgl. BGE 132 II 81 E. 2.7.2 S. 90 und 129 II 462 E. 4.4 S. 465; Urteil des Bundesgerichts 1A.125/2006 vom 10. August 2006, E. 2.1, je m.w.H.; ZIMMERMANN, a.a.O., S. 536 N. 583). Die Strafnor-
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men brauchen nach den Rechtssystemen der Schweiz und des  Staates nicht identisch zu sein (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1A.125/2006 vom 10. August 2006, E. 2.1 m.w.H.). Dabei genügt es, wenn der im Rechtshilfeersuchen geschilderte Sachverhalt unter einen einzigen Straftatbestand des schweizerischen Rechts subsumiert werden kann. Es braucht dann nicht weiter geprüft zu werden, ob darüber hinaus auch noch weitere Tatbestände erfüllt sein könnten (vgl. etwa BGE 129 II 462 E. 4.6 S. 466). Ebenfalls nicht erforderlich ist, dass dem von der  Betroffenen im ausländischen Strafverfahren selbst ein  Verhalten zur Last gelegt wird (Urteil des Bundesgerichts 1A.245/2006 vom 26. Januar 2007, E. 3; Entscheid des  RR.2007.29 vom 30. Mai 2007, E. 3).
3.3 Aus dem Rechtshilfeersuchen vom 21. August 2007 geht nicht eindeutig
hervor, gegen wen die lettische Generalstaatsanwaltschaft den Vorwurf der Unterschlagung, des Missbrauchs und der Überschreitung von Vollmachten im Unternehmen sowie der Urkundenfälschung erhebt. Prima vista führt sie das Strafverfahren offenbar gegen die Organe der C. AG. Aus der  im Rechtshilfeersuchen ergibt sich zusammengefasst Folgendes:
Die N. AG ist Inhaberin der C. AG, welche ihrerseits über 48,98% des  der G. AG verfügte. Bei der N. AG änderten sich die  zugunsten von Personen, welche B. und mit ihm verbundenen Personen bzw. deren Interessen feindlich gesonnen waren. Aufgrund der geänderten Mehrheitsverhältnisse waren B. ungünstig gesonnene  in den Rat (wohl vergleichbar dem Verwaltungsrat nach Schweizer Recht) der N. AG gewählt worden. B. und dessen Entourage gingen  davon aus, dass in der Folge auch bei der C. AG eine  durch neu gewählte Organe erfolgen werde, welche sich Bs. Wünschen nicht mehr beugen würden. Um dieser Entwicklung zu begegnen, sollen die Vorstandsmitglieder der C. AG D., E. sowie F. nach Anweisung oder  von B. beschlossen haben, heimlich Aktienpakete der G. AG zu , um das Stimmrecht der C. AG bei der G. AG zu senken. Am 28. März 2006 habe der Rat der C. AG, O., P. und Q. den entsprechenden Vorschlag des Vorstandes akzeptiert. B. habe diesbezüglich auch mit zwei weiteren Ratsmitgliedern (R. und S.) entsprechende Vereinbarungen .
Die Firma H., vertreten durch T. habe am 28. März 2006 mit der C. AG  Brokervertrag abgeschlossen. In der Folge habe die C. AG 7'196'278 Aktien der G. AG über die Firma H. als Brokerin sowie die I. Ltd. als Ver-
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mittlerin an die J. AG verkauft. Dieser Verkauf werde durch den Brief der Firma H. an die C. AG vom 5. April 2006 bestätigt, worin unter anderem vermerkt sei, die Einnahmen vom Aktienverkauf in der Höhe von USD 25'710’000.-- seien auf langfristige Depositen überwiesen worden. Die J. AG habe das Aktienpaket etwa im April 2007 weiter an die  verkauft. Jedenfalls habe diese auf der Generalversammlung der G. AG vom 20. Juli 2007 zu ihren 42'868'417 Aktien ein zusätzliches Paket von 7'169'878 stimmfähigen Aktien „blockiert“. Im Oktober 2006 sei vom gleichen Personenkreis ein weiteres widerrechtliches Geschäft realisiert worden, wiederum mit dem gleichen Ziel. Auf der Vorstandssitzung der C. AG vom 10. Oktober 2006 hätten D., E. und F. beschlossen, weitere 4'200’000 Aktien der G. AG zum Preis von LVL 1.86 pro Aktie zu . Der Rat habe den Vorstandsbeschluss am 11. Oktober 2006  und akzeptiert. Am 12. Oktober 2006 sei der Verkauf an die AA. Corp. zum Gesamtpreis von USD 15 Mio. abgeschlossen worden. B. und dessen Vertrauensleute werden verdächtigt, die AA. Corp. zu .
Nach Darstellung der ersuchenden Behörde sollen diese Aktienverkäufe widerrechtlich sein und im Widerspruch zu den Interessen der C. AG  haben. Der Anteil der C. AG an der G. AG sei in der Folge von 48,89% auf 37,98% gefallen. Dadurch könne die C. AG nicht mehr Einfluss auf wichtige Entscheidungen nehmen. Ausserdem sei der Erlös aus dem Verkauf des ersten Aktienpakets nicht auf dem Konto der C. AG . Der C. AG sei durch den Aktienverkauf und die Einflussabnahme,  durch die Organe durch Missbrauch ihrer statutarischen , ein Schaden von rund EUR 54 Mio. entstanden.
Die ersuchende Behörde ermittelt ferner wegen einer Fälschung von . In diesem Zusammenhang führt sie aus, es bestehe der Verdacht, dass auf dem Sitzungsprotokoll Nr. 2006 des Rats der C. AG vom 15. März 2006 die Unterschrift von R. gefälscht worden sei. Sodann seien die zwei Aktienpakete der G. AG verkauft worden, indem die Protokolle von - bzw. Ratssitzungen der C. AG gefälscht worden seien. Darin seien absichtlich falsche Informationen angegeben sowie ein vorhergehendes Datum angeführt worden. Es bestehe zudem der Verdacht, die  (gemeint sind offensichtlich die Organe der C. AG) hätten die  gewinnsüchtig begangen, um einen materiellen Nutzen für sich selbst und andere Personen, nicht aber für die C. AG zu erhalten.
3.4 Nachfolgend ist zu prüfen, ob diese Sachdarstellung unter einen Straftat-
bestand nach Schweizer Recht subsumiert werden kann. Falls eine Sub-
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sumtion möglich ist, muss ferner geprüft werden, ob zwischen der  Handlung und den herauszugebenden Unterlagen ein ausreichender Zusammenhang besteht (E. 4).
3.5 3.5.1 Laut Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 StGB macht sich der ungetreuen Geschäftsbe-
sorgung strafbar, wer aufgrund des Gesetzes, eines behördlichen  oder eines Rechtsgeschäfts damit betraut ist, Vermögen eines andern zu verwalten oder eine solche Vermögensverwaltung zu beauftragen, und dabei unter Verletzung seiner Pflichten bewirkt oder zulässt, dass der  am Vermögen geschädigt wird. Handelt der Täter in der Absicht, sich oder einen andern unrechtmässig zu bereichern, so kann auf  von einem Jahr bis zu fünf Jahren erkannt werden (Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB).
Der Tatbestand der ungetreuen Geschäftsbesorgung ist erfüllt, wenn der Täter in der Stellung eines Geschäftsführers treuwidrig eine Schutzpflicht zur Wahrung fremder Vermögensinteressen verletzt hat und es dadurch zu einer Schädigung des anvertrauten Vermögens gekommen ist. Die  besteht darin, dass der Täter die ihm obliegende  verletzt. Das pflichtwidrige Verhalten kann sowohl im  als auch im Unterlassen des Abschlusses von Rechtsgeschäften liegen, als auch darin, dass der Täter die ihm obliegende  durch Realakte bzw. deren Unterlassung verletzt (GÜNTER STRATENWERTH/WOLFGANG WOHLERS, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Handkommentar, Bern 2009, N. 4 zu Art. 158 StGB mit Hinweisen). Ein Vermögensschaden liegt nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung vor, bei tatsächlicher Schädigung durch Verminderung der Aktiven, Vermehrung der Passiven, Nicht-Verminderung der Passiven oder Nicht-Vermehrung der Aktiven sowie dann, wenn das Vermögen in einem Masse gefährdet wird, dass es in seinem wirtschaftlichen Wert vermindert ist (BGE 129 IV 124 E. 3.1 S. 125 f. mit Hinweisen).
3.5.2 Dem Rechtshilfeersuchen ist zu entnehmen, dass der Rat der C. AG den Vorschlag des Vorstands akzeptiert hat, Aktien der G. AG zu verkaufen. In ihrer Funktion als Organe der C. AG haben Rat und Vorstand den  demnach einvernehmlich beschlossen. Sie können als  der C. AG im Sinne von Art. 158 StGB betrachtet werden. Sofern, wie im Rechtshilfeersuchen geltend gemacht wird, die C. AG den  aus den 7'169'278 Aktien nicht auf ihr Konto erhalten hat, ist ihr ein Schaden in Form der Verminderung von Aktiven im Umfang des  der Aktien entstanden. Die Einnahmen aus diesem Aktienver-
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kauf seien zwar angeblich von der Firma H. auf langfristige Depositen überwiesen worden und würden treuhänderisch verwaltet. Daraus kann freilich nicht geschlossen werden, dass der Verkaufserlös der C. AG auch tatsächlich zugekommen ist bzw. diese an den Depositen wirtschaftlich  ist. Die lettische Behörde erwartet, dass aus den  Unterlagen Informationen über die Benutzung und Bewegungen des Verkaufserlöses ersichtlich sind und sie dadurch eruieren kann, wer die Benefiziare der Aktienverkäufe sind. In diesem Zusammenhang kann das Rechtshilfeersuchen nur so verstanden werden, dass der Erlös für die G. AG-Aktien nicht der C. AG zugekommen ist. Sofern, wie behauptet, Rat und Vorstand die Aktien veräusserten, ohne dass dabei die C. AG eine  Gegenleistung erhielt, hätten sie die ihnen nach  Recht obliegenden Vermögensfürsorgepflichten verletzt. Die  hätten dadurch gegen die wirtschaftlichen Interessen der C. AG . Sie sollen ferner in der Absicht gehandelt haben, einen materiellen Nutzen für sich selbst und andere Personen zu erhalten.
Die Organe der C. AG hätten sich danach nach schweizerischem Strafrecht der ungetreuen Geschäftsbesorgung gemäss Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 und 3 StGB strafbar gemacht.
Ob weitere Tatbestände nach schweizerischem Strafrecht erfüllt sein , kann offen bleiben, da es genügt, dass die Sachverhaltsdarstellung  einen schweizerischen Straftatbestand subsumiert werden kann (vgl. E. 3.2). Die Rüge der fehlenden doppelten Strafbarkeit ist demnach als unbegründet abzuweisen.
Was den Einwand anbelangt wonach der lettische Staatsanwalt bezüglich des eingeleiteten Strafverfahrens in Lettland eingeräumt habe, er verfüge über keine Beweise für ein strafbares Verhalten nach lettischem Recht, ist dieser nicht zu hören. Solange die ersuchende Behörde an ihrem  festhält und nicht dessen Rückzug erklärt, ist auf der  des Rechtshilfeersuchens Rechtshilfe zu erteilen (ZIMMERMANN, a.a.O., S. 287 N. 307). Ferner hat der Rechtshilferichter die Strafbarkeit nach lettischem Recht nicht zu prüfen, es sei denn, das  würde einen klaren Missbrauch darstellen und müsste deshalb  werden (vgl. E. 3.2). Letzteres kann hier ausgeschlossen werden.
4. 4.1 Die Beschwerdeführerin macht des Weiteren geltend, das Verhältnismäs-
sigkeitsprinzip sei verletzt. Diesbezüglich rügt sie, weder sie noch ihre Or-
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gane stünden in einem Zusammenhang mit dem lettischen Strafverfahren. Ferner beruft sie sich auf das Übermassverbot. Sie wendet ein, die  Behörde habe nicht um Herausgabe aller Bankunterlagen der , sondern lediglich um Übermittlung von Unterlagen , welche im Zusammenhang mit dem Aktienverkauf stünden.  seien für das lettische Strafverfahren Unterlagen nicht relevant,  Name und Identität von Personen enthalten, die als Organ der  handeln oder am Konto bei der I. Ltd.  sind. Die Beschwerdegegnerin habe unter Mitwirkung der  eine neue Triage vorzunehmen.
4.2 Rechtshilfemassnahmen haben generell dem Prinzip der Verhältnismäs-
sigkeit zu genügen (ZIMMERMANN, a.a.O., S. 669 f. N. 715 mit Verweisen auf die Rechtsprechung; Entscheid des Bundesstrafgerichts RR.2007.64 vom 3. September 2007, E. 3.2). Die akzessorische Rechtshilfe ist nur , soweit sie für ein Verfahren in strafrechtlichen Angelegenheiten im Ausland erforderlich erscheint oder dem Beibringen der Beute dient (vgl. Art. 63 Abs. 1 IRSG). Die internationale Zusammenarbeit kann nur abgelehnt werden, wenn die verlangten Unterlagen mit der verfolgten  in keinem Zusammenhang stehen und offensichtlich ungeeignet sind, die Untersuchung voranzutreiben, so dass das Ersuchen nur als Vorwand für eine unzulässige Beweisausforschung ("fishing expedition") erscheint. Da der ersuchte Staat im Allgemeinen nicht über die Mittel verfügt, die es ihm erlauben würden, sich über die Zweckmässigkeit bestimmter Beweise im ausländischen Verfahren auszusprechen, hat er insoweit die Würdigung der mit der Untersuchung befassten Behörde nicht durch seine eigene zu ersetzen und ist verpflichtet, dem ersuchenden Staat alle diejenigen  zu übermitteln, welche sich auf den im Rechtshilfeersuchen  Sachverhalt beziehen können (sog. potentielle Erheblichkeit). Dabei darf die ersuchte Rechtshilfebehörden über ein im Rechtshilfegesuch  Begehren nicht hinausgehen (Übermassverbot; BGE 115 Ib 186 E. 4 S. 192). Die neuste Rechtsprechung hat diesen Grundsatz derweil  präzisiert, als das Rechtshilfeersuchen nach Massgabe des Zwecks der angestrebten Rechtshilfe weit ausgelegt werden kann, solange alle Voraussetzungen für die Gewährung der Rechtshilfe erfüllt sind. Auf diese Weise kann eine andernfalls notwendige Ergänzung des  vermieden werden (Urteil des Bundesgerichts 1A.209/2005 vom 29. Januar 2007, E. 3.2, m. w. Hinweisen). Nicht zulässig ist es, den  Behörden nur diejenigen Unterlagen zu überlassen, welche den im Rechtshilfeersuchen festgestellten Sachverhalt mit Sicherheit beweisen (BGE 129 II 462 E. 5.3 S. 467; 122 II 367 E. 2c S. 371; Entscheid des  RR.2007.106 vom 19. November 2007, E. 4.2).
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Nicht erforderlich ist, dass dem von der Rechtshilfemassnahme Betroffenen im ausländischen Strafverfahren selber ein strafbares Verhalten zur Last gelegt wird. Es genügt, wenn die Rechtshilfe mit dem Strafverfahren in  sachlichen Zusammenhang steht und geeignet ist, dieses  (Urteil des Bundesgerichts 1A.245/2006 vom 26. Januar 2007, E. 3).
4.3 4.3.1 Die lettische Behörde ersuchte mit Rechtshilfeersuchen vom 21. August
2007 zusammengefasst um Auskunft über die I. Ltd., um Einvernahme  Personen derselben sowie um Herausgabe  Unterlagen. Aus Frage 2.7 und 2.14 des Rechtshilfeersuchens geht hervor, dass die I. Ltd. auch Auskunft darüber geben soll, was sie über die Käufer, die nächsten Käufer der G. AG-Aktien sowie die  bzw. über verantwortliche Personen der Beschwerdeführerin weiss.  Durchsicht der herauszugebenden Unterlagen ergibt, dass sie sich auf die Beschwerdeführerin, das Konto der Beschwerdeführerin bei der I. Ltd. sowie an ihr beteiligten oder unterschriftsberechtigten Personen bzw.  beziehen. Die Herausgabe der beschlagnahmten Unterlagen geht folglich nicht über das von den lettischen Behörden Beantragte hinaus.
Bezüglich der Rüge des Übermassverbotes bleibt anzufügen, dass die  der Beschwerdeführerin bloss eine abgedeckte Form des Rechtshilfeersuchens vom 21. August 2007 zugestellt hat (act. 1.1). Daraus konnte nicht entnommen werden, in welchem Umfang die I. Ltd. auch Auskunft über die Beschwerdeführerin erteilen soll (Frage 2.14) oder dass um Informationen über die Käufer und nächsten Käufer der Aktien  wurde (Frage. 2.7). Dieses Versehen konnte behoben werden, indem der Beschwerdeführerin am 11. August 2009 die entsprechenden Stellen im Rechtshilfeersuchen zur Kenntnis gebracht wurden, wozu sie sich in der Folge hat äussern können (act. 12).
4.3.2 Soweit ein fehlender Zusammenhang zwischen der Beschwerdeführerin und dem in Lettland geführten Strafverfahren geltend gemacht wird, erweist sich die Beschwerde als unbegründet. Wie sich aus dem im  dargestellten Sachverhalt ergibt (E. 3.3), sind Aktien aus dem zu untersuchenden Verkaufsgeschäft über die I. Ltd. als Vermittlerin an die J. AG verkauft und schliesslich weiter an die Beschwerdeführerin  worden. Ein Zusammenhang zum dem lettischen Strafverfahren  offensichtlich. Die herauszugebenden Unterlagen sind potentiell , die im Rechtshilfeersuchen geschilderten Straftaten zu beweisen. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin muss weder sie noch ih-
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re Organe im lettischen Strafverfahren Beschuldigte sein. Für die  Behörde ist es von wesentlichem Interesse, auch die natürlichen Personen zu kennen, welche mit dem strittigen Aktienverkauf in  stehen. Der Rechtshilfe steht unter dem Blickwinkel der  nichts entgegen, die Beschwerde ist diesbezüglich , und eine erneute Triage ist nicht erforderlich. Der diesbezügliche Antrag der Beschwerdeführerin ist abzuweisen.
5. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die Beschwerdeführerin kosten-
pflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 30 lit. b SGG). Für die  der Gerichtsgebühren gelangt das Reglement vom 11. Februar 2004 über die Gerichtsgebühren vor dem Bundesstrafgericht (SR 173.711.32) zur Anwendung (Art. 63 Abs. 5 VwVG i.V.m. Art. 15 Abs. 1 lit. a SGG). Es rechtfertigt sich vorliegend, die Gebühr auf Fr. 5'000.-- anzusetzen, unter Anrechnung des geleisteten Kostenvorschusses in gleicher Höhe (Art. 3 des Reglements).
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