Decision ID: d7ec30f7-3ca0-4546-b6a0-8878da878f83
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1982
, war
als Lehrperson im Umfang eines B
e
schäftigungsgrades von 41
%
bei der Stadt
Z._
(
Urk.
12/G1)
tätig. Daneben war sie
zusätzlich
im Umfang von vier Lektionen in der Woche
beim Kanton Zürich
tätig (
Urk.
12/G7)
. Sie war
über
die Stadt
Y._
bei der Unfall
versicherung Y._
gemä
ss dem Bundesgesetz über die Un
fall
versicherung (UVG) gegen Un
fälle, unfallähnliche Körperschä
di
gun
gen und Be
rufs
krankheiten ver
sichert, als sie am
8.
April 2020 als Lenkerin eines Personenwagens an einer Auffahrkollision beteiligt war, bei der ein weiterer Personenwagen auf das von ihr gelenkte Fahrzeug auffuhr (
Urk.
12/G1 und Urk.
12/G8).
Am
3
0.
November 2021
erstattete die Versicherte
bei ihrer Arbeitgeberin eine Unfallmeldung (
Urk.
12/G1), welche gleichentags an die
Unfallversicherung
Y._
über
mittelt wurde (UK. 12/
G2).
In der Folge nahm die Versicherte am 1
2.
Dezember 2021 zu verschiedenen Fragen der
Unfallversicherung
Y._
zum Unfall
hergang (Frageblatt Verkehrsunfall;
Urk.
12/G8) und zur Behandlung der Unfall
folgen (Frag
e
blatt Behandlung; Urk. 12/G9) Stellung. Die
Unfallversicherung Y._
holte eine Stellungnahme bei einem ihrer beratenden Ärzte (Stellungnahme vom 1
3.
Januar 2022
;
Urk.
12/M9) ein und stellte der Versicher
ten gestützt darauf mit Schreiben vom 2
0.
Januar 2022 (
Urk.
12/G13)
mangels eines natürlichen Kausalzusammenhangs zum versicherten Unfallereignis
eine Verneinung der Leis
tungspflicht für die Folgen des Gesundheitsschadens
im Bereich ihres rechten Fusses
in Aussicht.
1.2
Mit Verfügung vom
2
8.
Januar 2022
(Urk.
12/G15
) verneinte die
Unfallversicherung Y._
eine
Leistungspflicht für die Folgen
des Gesundheitsschadens
im Bereich
des
rechten Fusses
der Versicherten
, weil e
in natürlicher
K
ausal
zusammenhang
zwischen
diesem Gesundheitsschaden
und dem
versicherten Unfallereignis
vom
8.
April 2020
zu verneinen sei
. Die von der Versicherten am
2.
Februar 2022
dagegen
erhobene Einsprache (
Urk.
3) wies die
Unfallversicherung Y._
mit Entscheid vom
6.
April 2022 (
Urk.
2) ab.
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom
6.
April 2022
(Urk. 2) erhob die Ver
si
cherte am
1
2.
Mai 2022
Be
schwerde (Urk. 1) und beantragte
sinngemäss, dieser sei aufzuheben u
nd es sei festzustellen,
dass ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom
8.
April 2020
und
den Beschwerden im Bereich
ihres rechten Fusses
ausgewiesen sei, und dass
eine
Leistungspflicht
der
Unfallversicherung Y._
für die Folgen
dieses Gesundheitsschadens bestehe
.
Am
2.
Juni 2022 reichte die Versicherte eine weitere Eingabe (
Urk.
6) ein.
Mit Beschwerdeantwort vom
2
1.
Juni 2022 (Urk. 11
) beantragte die
Unfallversicherung Y._
die Ab
wei
sung
der Beschwerde (S. 2), wovon der Beschwerdeführerin am
1.
Juli 2022 Kenntnis gegeben wurde (Urk. 13
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6
des Bundesgesetzes üb
er die Unfallversicherung (UVG)
werden
– soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch
bei den im Einzelnen in Abs. 2 aufgeführten
Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind. Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
1.2
Die Leistungspflicht eines
Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invali
dität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Nach der Rechtsprechung gehören zu den im Sinne von Art. 6 Abs. 1 UVG massgebenden Ursachen auch Umstände, ohne deren Vorhandensein die gesund
heitliche Beeinträchtigung nicht zur gleichen Zeit eingetreten wäre. Eine schadensauslösende traumatische Einwirkung wirkt also selbst dann leistungs
begründend, wenn der betreffende Schaden auch ohne das versicherte Ereignis früher oder später wohl eingetreten wäre, der Unfall somit nur hinsichtlich des Zeitpunkts des Schadenseintritts
conditio
sine qua non war. Anders verhält es sich, wenn der Unfall nur Gelegenheits- oder Zufallsursache ist, welche ein gegenwärtiges Risiko, mit dessen Realisierung jederzeit zu rechnen gewesen wäre, manifest werden lässt, ohne im Rahmen des Verhältnisses von Ursache und Wirkung eigenständige Bedeutung anzunehmen. Einem Ereignis kommt demzu
folge der Charakter einer anspruchsbegründenden Teilursache zu, wenn
das
aus der potentiellen pathogenen Gesamtursache resultierende Risiko zuvor nicht dermassen gegenwärtig war, dass der auslösende Faktor gleichsam beliebig und
austauschbar erschiene. Dagegen entspricht die unfallbedingte Einwirkung
bei erstelltem Auslösezusammenhang
einer (anspruchshindernden) Gelegenheits- oder Zufallsursache, wenn sie auf einen derart labilen, prekären Vorzustand trifft, dass jederzeit mit einem Eintritt der (organischen) Schädigung zu rechnen gewesen wäre, sei es aus eigener Dynamik der pathogenen Schadensanlage oder wegen Ansprechens auf einen beliebigen anderen Zufallsanlass. Wenn ein alltäg
licher alternativer Belastungsfaktor zu annähernd gleicher Zeit dieselbe Gesund
heitsschädigung hätte bewirken können, erscheint der Unfall nicht als kausal signifikantes Ereignis, sondern als austauschbarer Anlass; es entsteht daher keine Leistungspflicht des obligatorischen Unfallversicherers (Urteile des Bundes
gerichts 8C_206/2022 vom 14. Juli 2022 E. 2.3, 8C_605/2021 vom 30. März 2022 E. 3.3 und 8C_549/2021 vom 7. Januar 2022 E. 4.2, je mit Hinweisen).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom
6.
April 2022
(Urk. 2)
davon aus, dass insbesondere auf Grund der beweisrechtlich initialen
medizinischen
Aktenlage ein Kausalzusammenhang der Beschwerden im Bereich des rechten Fusses
der
Beschwerdeführerin
und dem Unfallereignis vom
8.
April 2020 nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sei, weshalb eine Leistungspflicht zu verneinen sei (S. 5).
2.2
Die Beschwerdeführerin brachte
hiegegen
vor, dass ihre behandelnde Ärztin,
Dr.
A._
, zu Unrecht differentialdiagnostisch von einer aktivier
t
en Arthrose des rechten Sprunggelenks ausgegangen sei, da auf Grund der magnetreso
nanztomographischen (MRI) Untersuchung des rechten Fusses
eine Arthrose
ihres rechten oberen
Sprunggelenks
nicht
erstellt sei. Da zudem ein mechanischer Erguss festgestellt worden sei, und da sie in ihrer Freizeit keine den Körper übermässig belastende Sportarten betreibe, sei eine krankheitsbedingte Ursache
der Beschwerden im Bereich ihres rechten Fusses zu verneinen (
Urk.
1
S.
1). Zudem habe sie vor dem Unfall vom
8.
April 2022 nie unter Beschwerden im Bereich des rechten Fussgelenks gelitten. Vielmehr sei erstmals in der Zeit von Juli bis August 2020 eine Schwellung
im Bereich des rechten Fussgelenks
aufge
treten, welche im Oktober 2020 deutlicher sichtbar geworden
sei
und
anschlies
send
im Februar 2021
in ihrem Umfang zugenommen habe
. Zudem hätten ihre behandelnden Ärzte den Unfall als mögliche Ursache
in Betracht gezogen
(
Urk.
1
S. 2).
3.
3.1
Im Folgenden ist anhand des massgebenden medizinischen Sach
verhalts zu prü
fen, ob die gesundheitliche Beeinträchtigung, unter welcher
die
Beschwerde
füh
rer
in
im Bereich ihres rechten Fusses
litt, wenigstens im Sinne einer Teilkausalität durch das Unfallereignis vom
8.
April 2020
verursacht wurde.
3.2
Die Ärzte der
Klinik B._
, Fusschirurgie, stellten in ihrem Bericht vom
9.
April 2021 (
Urk.
12/M1) die folgende (Haupt-)Diagnose:
-
atraumatischer
und schmerzfreier Gelenkserguss unklarer Genese im Bereich des oberen
Sprunggelenk
s
(OSG)
des rechten Fusses
Die Ärzte erwähnten, dass sie am
9.
April 2021 notfallmässig durch die Beschwer
deführerin konsultiert worden seien. Dabei habe die Beschwerdeführerin angege
ben, dass am 1
2.
Februar 2021 nach langem Sitzen plötzlich eine Schwellung im rechten OSG aufgetreten sei. Auf Grund der Schmerzen habe sie in der Folge den rech
t
en Fuss nicht mehr belasten können. Ein Trauma sei von der Beschwerde
führerin verneint worden. Im Verlauf
sei
die Schwellung
Mal mehr, M
al weniger vorhanden
gewesen.
Gegenwärtig seien indes kaum mehr
Schmerzen vorhanden, eh
er ein Druckgefühl. Die Beschwerdeführerin nehme keine
Schmerzm
edika
mente ein
(S. 1)
.
Bei der Patientin
liege
ein
atraumatischer
, schmerzfreier Gelenkserguss am rechten OSG vor, wobei die Genese unklar sei. Eine Ultraschallkontrolle durch den Hausarzt habe ein kleines Kalkstückchen
gezeigt
. Aus fusschirurgischer Sicht seien die Beschwerden nicht zu verbessern, weshalb eine Überweisung an die Kollegen der Rheumatologie vorgesehen sei (S. 2).
3.3
Mit Bericht vom 2
3.
April 2021 (
Urk.
12/M8) stellten die
Ärzte der
Klinik B._
,
Rheumatologie und Rehabilitation, die folgenden (Haupt-)Diagnosen (S. 1):
-
Synovitis
im Bereich des rechten OSG, Differentialdiagnose: aktivierte Arthrose nach OSG-Distorsion im Alter von 16/17 Jahren mit/bei:
-
Beschwerdebeginn im Februar 2021 mit Akzentuierung der Sympto
matik am 3
0.
März 2021
-
diskrete Überwärmung des OSG im Seitenvergleich mit palpabler
Synovitis
-
Verkürzung der Wadenmuskulatur beidseits
Die Ärzte erwähnten, dass die Beschwerdeführerin unter einer
Synovitis
des oberen Sprunggelenkes rechts mit Beschwerdebeginn im Februar 2021 nach einem OSG-Distorsionstrauma im Alter von 16/17 Jahren leide (S. 1). Die klinische Untersuchung habe eine leichte Überwärmung des
rechten
OSG im Seitenvergleich mit
schmerzhafter Dorsalextension bei etwas verkürzter Waden
muskulatur beidseits
ergeben
.
Sonografisch
sei eine
deutlich
e Ansammlung
von
Flüssigkeit intraartikulär im
OSG
mit
synovialer
Proliferation
festzustellen gewesen. Am 2
1.
April 2021 sei
eine
intraarti
kuläre Infiltration des rechten
OSG durchgeführt
und gleichzeitig
ein
Punktat
entnommen
worden
.
Die
Leukozyten
zahl
von 150/
μl
im
Punktat
lasse auf einen
mechanisch bedingten Erguss
schliessen (S. 2).
3.4
In ihrem
Bericht vom
4.
Mai
2021 (
Urk.
12/M
7
)
erwähnten
die Ärzte der
Klinik B._
, Rheumatologie und Rehabilitation,
dass
die Beschwerdeführe
rin unter
einer
Synovitis
des
rech
t
en OSG (Differentialdiagnose:
im Rahmen einer aktivierten Arthrose nach OSG-Distorsion im Alter von 16/17 Jahren
)
leide, und dass es
nach einer intraartikulären Infiltration des rechten oberen Sprunggelenkes
vom
2
1.
April
2021 zu einer deutlichen
Regredienz
der Symptomatik
gekommen sei
.
Sonografisch
habe
sich ein leichtgradiger Resterguss mit leichtgradiger
synovialer
Proliferation darstellen
lassen (S. 1).
In Bezug auf die Frage nach Anhaltspunkten für einen Knorpelschaden des rechten OSG sowie zum Ausschluss eines allfälligen
Knochenmarködemes
sei in diagnostischer Hinsicht eine MRI
(Magnetresonanztomographie)
des rechten Fusses der Beschwerdefüh
rerin vorgesehen (S. 2).
3.5
Die Ärzte der Radiologie C._
erwähnten im MRI-Bericht vom
7.
Mai 2021 (
Urk.
12/M2), dass eine gleichentags durchgeführte MRI des rechten Fusses der Beschwerdeführerin
die Befunde
eine
r
Stressreaktion der
posterolateralen
Talusrolle
ohne korrespondierenden Knorpe
l
defekt
, eines
Erguss
es
im OSG (Differentialdiagnose: Instabilität), ein
es deutlich narbig ausge
dünnten
anter
ioren
talofibularen
Ligament
s
am lateralen OSG, eine
r
intakte
n vorderen und hinteren
Syndesmose
, eines intakten medialen
Bandapparat
es
sowie eines
Längsriss
es
der
Peronaeus
brevis
-
Sehne
inframalleolär
mit leichter
Tendovaginitis
ergeben
hätten. Ansonsten seien
keine
ossären
Stressreaktionen oder Knorpeldefekte festzustellen gewesen.
3.6
In ihrem Bericht vom 1
5.
Juni 2021 (
Urk.
12/M6) erwähnten die
Ärzte der
Klinik B._
, Rh
eumatologie und Rehabilitation,
dass die Beschwerdeführe
rin am
2.
Juni 2021 erneut untersucht worden sei, und stellten die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
Stressreaktion der
posterolateralen
Talusrolle
ohne korrespondierenden Knorpeldefekt
sowie
Erguss im rechten OSG mit/bei:
-
Beschwerdebeginn im Februar 2021 mit Akzentuierung der Sympto
matik am 3
0.
März 2021
-
deutlich narbig ausgedünntes
anteriores
talofibulares
und
geringgradig
auch
kalkaneofibulares
Ligament am lateralen OSG, Stressreaktion der
posterolateralen
Talusrolle
, im Übrigen keine
ossären
Läsionen oder Knorpe
l
defekte, Längsriss der
Peroneus
brevis
-Sehne
inframalleolär
mit leichter
Tenovaginitis
(MRI vom
7.
Mai 2021)
-
OSG-Distorsion im Alter von 16/17 Jahren
-
Verkürzung der Wadenmuskulatur beidseits
Die Ärzte führten aus, dass bei einer Stressreaktion der
posterolateralen
Talusrolle
ohne korrespondierenden Knorpeldefekt und Erguss im rech
t
en OSG im Mai 2021 Schmerzen im Bereich des rechten Rückfusses unter Belastung bei einer leicht
gradigen
Synovitis
persistierten, und dass eine
sonografische
Untersuchung des rechten OSG im Vergleich zur Voruntersuchung vom 1
8.
Mai 2021 eine etwas weniger ausgeprägte intraartikuläre Flüssigkeitskollektion mit
synovialer
Prolife
ration ergeben habe (S
. 2
).
3.7
Mit Beri
cht vom 2
8.
Juni 2021 (
Urk.
12/
M5 =
Urk.
7) führten die
Ärzte der
Klinik B._
, Rheumatologie und Rehabilitation,
aus, dass es nach einer Arbeitspause von einer Woche zu einer
Regredienz
der Schmerzen durch ein deutliches Schonen des Fusses gekommen sei. Die
sonografische
Untersuchung vom 2
5.
Juni 2021 habe
bei persistierender
synovialer
Proliferation
eine
im Vergleich zur Voruntersuchung
vom
2.
Juni
2021
etwas rückläufige intraartiku
läre Flüssigkeit im OSG ergeben (S. 2).
3.8
In ihrem Bericht vom 2
6.
Juli 2021 (
Urk.
12/M
4) erwähnten
die Ärzte der
Klinik B._
, Rheumatologie und Rehabilitation,
dass es nach einer
Pausie
rung
der Arbeit sowie unter einer Therapie mittels Spiraldynamik zu einer deutlichen
Regredienz
der
Syno
vitis
des rechten OS
G
und zu einer deutlichen
Regredienz
der intra
artikulä
ren Flüssigkeitskollektion sowie der
synovialen
Proliferation gekommen sei. Es sei
eine
Fortsetzung der Therapie mittels Spiraldy
namik indiziert. Der Beschwerdeführerin sei bis 2
2.
August 2021 eine vollstän
dige Arbeitsunfähigkeit und
für die Zeit ab 2
3.
August 2021
eine solche im Umfang von 50
%
attestiert worden (S. 2).
3.9
In ihrem Bericht vom
8.
November 2021 (
Urk.
12/M3
)
führten
die Ärzte der
Klinik B._
, Rheumatologie und Rehabilitation,
aus,
dass
die
Schmerzen
im Bereich
des rechten OSG
im Februar 2021 progredient gewesen seien, dass die
Beschwerdeführerin
gemäss
ihren
Angaben indes
bereits seit Oktober 2020
unter Beschwerden im Bereich des rechten OSG gelitten habe, als es im Oktober 2020 a
nlässlich eines Yogatrainings zu einer Streckung des
rech
t
en
Fusses
gekommen
sei
.
Zudem habe die Beschwerdeführerin nach einem
Auffahrunfall
im
April 2020 unter
Schmerzen
im Bereich
ihres
linken Kniegelenkes
gelitten
. Möglicherweise sei es dabei
auch
zu einer
Ü
berdehnung der Sehnen des rechten Fusses gekommen.
Gemäss
einer Zweitmeinung durch Prof.
Dr.
med.
D._
könnte die Stressreaktion der
posterolateralen
Talusrolle
rechts eine Folge des Auffahr
unfalles im April 2020 sein. Zusätzlich
sei auch
eine Zweitmeinung
bei
Dr.
med.
E._
eingeholt worden (S. 1). Die Symptomatik im Bereich de
s
rech
t
en OSG sei deutlich rückläufig. Klinisch sei
en
das obere und untere Sprunggelenk indolent beweglich und
sonografisch
lasse sich keine relevante Flüssigkeit intra
artikulär im rechten OSG mehr darstellen. Es bestehe nur noch wenig
synoviale
Proliferation (S. 2).
3.10
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Facharzt für Rheumatologie, beratender Arzt der Beschwerdegegnerin, führte in seiner auf Grundlage der Akten verfassten Stellungnahme vom 1
3.
Januar 2022 (Urk. 12/M9) aus, dass
die Beschwerdeführerin am 1
2.
Dezember 2021 angegeben
habe, dass es anlässlich der Auffahrkollision vom
8.
April 2020 zu einer
starke
n unnatürliche
n
Krafteinwirkung
auf den
rechten Fuss gekommen sei,
welcher
a
uf dem Bremspedal positioniert gewesen sei,
und dass die Erstbehandlung nach dem Unfall vom
8.
April 2020 durch die Ärzte
der
Klinik B._
erst
im
April 2021
stattgefunden habe
. Im Bericht
der
Ärzte der
Klinik B._
betreffend die Erstbehandlung
vom
9.
April
2021
sei
ein
at
raumatischer
Gelenkserguss unklarer Genese im Bereich des rech
t
en OSG festgestellt worden
. Sodann sei
darin
erwähnt
worden
, dass am 1
2.
Februar
2021 ein plötzlicher Schmerz mit Schwellung im rechten OSG
aufgetreten sei
. Ein
Trauma
sei
verneint
worden
. Im Verlaufsbericht
vom
2
3.
April
2021
sei als Diagnose
eine
Synovitis
des
rechten OSG
mit Beschwerden seit
dem Februar 20
21
gestellt worden
.
In der Folge sei
eine intra
artik
uläre Infiltrat
ion
durchgeführt worden
. Im MRI des rechten Fusses vom 1
7.
Mai
2021
sei
en
eine Stressreaktion der
posterolateralen
Talusrolle
ohne Knorpeldefekt
sowie ein
Erguss im OSG
festgestellt worden
.
I
n sämtlichen ärzt
lichen Berichten
sei
von einem
Beschwerdebeginn im
Februar 20
21
ausgegangen worden
. Demzufolge sei davon auszugehen, dass es anlässlich des
Ereignis
ses
vom
8.
April
2020 nicht zu einer Traumatisierung des rechten Fusses
gekommen sei, weshalb
ein Zusammen
hang zwischen dem Ereignis vom
8.
April
2020 und den aktuellen Befunden und Beschwerden, welche als unklar beschrieben
worden seien, zu verneinen sei (S. 1)
.
4.
4.1
Den erwähnten medizinischen Akten ist zu entnehmen, dass
die Beschwerdefüh
rerin nach dem Unfallereignis vom
8.
April 2020 erstmals am
9.
April 2021 durch die Ärzte der
Klinik B._
wegen Beschwerden im Bereich ihres rechten Fusses behandelt wurde. Von der Beschwerdeführerin wird eine Erstbehandlung der
Beschwerden im Bereich ihres rechten Fusses
am
9.
April 2021
nicht bestritten
(
Urk.
1
und
Urk.
6). Am 1
2.
Dezember 2021
nahm die Beschwerdeführerin vielmehr zum Behandlungsablauf der Unfallfolgen Stellung
(Frag
e
blatt Behand
lung;
Urk.
12/G9)
u
nd erwähnte dabei, dass eine Schwellung des rech
t
en OSG erstmals im Oktober 2020 aufgetreten sei, dass es am 1
2.
Februar 2021 zu einer starken Schwellung des rechten OSG gekommen sei, und dass sie am
9.
April 2021 deswegen erstmals durch die Ärzte der
Klinik B._
, Fusschirurgie, untersucht und behandelt worden sei.
Davon abweichend
hielt die Beschwerde
führerin in
ihrer Eingabe vom
2.
Juni 2022 (
Urk.
6)
fest
,
dass sie im
Oktober 2020 wegen
Beschwerden im Bereich ihres
rechten Fussgelenks ihre Hausärztin konsultiert
habe
(S. 1).
4.2
Die
Ärzte der
Klinik B._
, Fusschirurgie,
erwähnten
in ihrem Bericht vom
9.
April 2021 (
vorstehend E.
3.2
)
, dass
die Beschwerdeführerin angegeben
habe
, dass sie am 1
2.
Februar 2021 nach
langandauernde
m
Sitzen
erstmals
unter den Folgen
eine
r
Schwellung
im rechten OSG
gelitten habe
. Damit übereinstimmend
stellten die Ärzte der
Klinik B._
, Rheumatologie und Rehabilitation,
i
n ihren
Bericht
en
vom 2
3.
April 2021 (
vorstehend E.
3.3
)
,
vom 1
5.
Juni 2021 (
vorstehend E.
3.6
)
,
vom 2
8.
Juni 2021 (
vorstehend E.
3.7
) und
vom 2
6.
Juli 2021 (
vorstehend E.
3.8
)
eine Akzentuierung der Symptomatik im Bereich des rechten OSG am 3
0.
März 2021 fest
. Obwohl die Ärzte der
Klinik B._
, Rheumato
logie und Rehabilitation,
vom
8.
November 2021 (vorstehend E.
3.9
)
erneut
einen Beschwerdebeginn im Februar 2021 und eine Akzentuierung der Symptomatik im Bereich des rechten OSG am 3
0.
März 2021
feststellten, führten sie darin ergänzend aus,
die Beschwerden
im Bereich des rechten OSG
hätten
gemäss den Angaben der Beschwerdeführerin bereits
im
Oktober 2020
bestanden
.
Denn im Oktober 2020 sei es gemäss den Angaben der Beschwerdeführerin a
nlässlich eines Yogatrainings zu einer Streckung
ihres
rech
t
en Fusses gekommen. Zudem
sei es möglicherweise anlässlich des
Auffahrunfall
es
vom April 2020 zu einer Überdeh
nung der Sehnen
im Bereich
des rechten Fusses gekommen.
Sodann
erwähnte
n die Ärzte der
Klinik B._
, dass
Prof.
Dr.
med. D._
, bei welchem eine
Zweitmeinung
eingeholt worden sei,
die Ansicht vertreten habe, dass die festge
stellte
Stressreaktion der
posterolateralen
Talusrolle
rechts eine Folge des Auffahrunfalles
vom
April 2020 sein
könnte
.
5.
5.1
W
ährend die Beschwerdeführerin
gegenüber den Ärzten der
Klinik B._
, Fusschirurgie, anlässlich der Konsultation vom
9.
April 2021 angegeben hatte, dass eine Schwellung im rechten OSG und damit verbundene Schmerzen am 1
2.
Februar 2021 nach einem langen Sitzen
erstmals
aufgetreten seien (vorstehend E.
3.2
), gab sie
in ihrer Stellungnahme vom
1
2.
Dezember 2021
(Frag
e
blatt Behandlung;
Urk.
12/G9)
an
, dass die Schwellung im Bereich ihres rechten OSG
erstmals
im Oktober 2020
aufgetreten sei. Demgegenüber hielt
sie in der Beschwerdeschrift vom 1
2.
Mai 2022 (
Urk.
1)
fest
, dass
eine
Schwellung im Bereich des rechten OSG erstmals in den Sommerferien 2020 beziehungsweise in der Zeit von Juli bis August 2020 aufgetreten sei, dass
diese
Schwellung im Oktober 2020 deutlich sichtbar geworden sei
und anschliessend
im Februar 2021
in ihrem Umfang
zugenommen habe (S. 2). In ihrer Eingabe vom
2.
Juni 2022 (
Urk.
6) führte die Beschwerdeführerin schliesslich aus, dass ihr rechter Fuss
anlässlich der Auffahrkollision vom
8.
April 2020 stark auf das Bremspedal gedrückt worden
und
anschliessend mit der Ferse über das Bremspedal auf den Boden gerutscht sei. Dabei sei es zu einem starken Druck vom Bremspedal auf die rechte Fusssohle gekommen. In der Folge
habe
sie während zwei Tagen unter Schmerzen im
Kniegelenk und am rechten Fuss gelitten. Erste Symptome im Sinne einer leichten Schwellung seien in den Sommerferien 2020 aufgetreten.
Sie habe deshalb Wanderungen reduzieren müssen.
Anschliessend habe sie i
m Okto
ber 2020 wegen des rechten Fussgelenks ihre Hau
s
ärztin konsultiert.
Im Februar 2021
habe die Schwellung im rechten OSG
im Umfang
zugenommen (S.
1).
5.2
Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglich
keit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht folgt vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 144 V 427 E. 3.2).
5.3
Praxisgemäss stellen die Gerichte im Bereich des Sozialversicherungsrechts in der Regel auf die sogenannten Aussagen der ersten Stunde ab, denen in beweis
mässiger Hinsicht grösseres Gewicht zukommt als späteren Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrecht
licher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE
143 V 168 E. 5.2.2,
121 V 45 E. 2a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis
; Urteil des Bundesgerichts 8C_786/2021 vom 11. Februar 2022 E. 9.2
).
Dabei gilt es zu unterscheiden zwischen späteren Präzisierungen der «Aussagen der ersten Stunde» einerseits und später davon abweichenden Angaben andererseits. Letztere bleiben rechtsprechungsgemäss unbeachtlich (BGE 115 V 133 E. 8c; Urteile des Bundesgerichts 8C_225/2019 vom 2
0.
August 2019 E. 3.3 und 8C_637/2016 vom 1
3.
Dezember 2016 E. 3.2 und 4.2). Gemäss der Rechtsprechung sind insbesondere im Verlauf des Abklärungsverfah
rens getätigte Aussagen von versicherten Personen praxisgemäss stärker zu gewichten als
spätere anderslautende Erklärungen, die von Überlegungen sozial
versicherungsrechtlicher Natur beeinflusst sein können (Urteile des Bundes
gerichts 9C_846/2011 vom 1
5.
Mai 2012 E. 4.2 und 8C_50/2012 vom
1.
März 2012 E. 5.1).
5.4
Bei den von
der
Beschwerdeführer
in
in ihrer
St
ellungnahme vom 1
2.
Dezember 2021
(Frag
e
blatt Behandlung;
Urk.
12/G9)
getätigten Aussagen, wonach eine
Schwellung im Bereich ihres rechten OSG
erstmals
im Oktober 2020 aufgetreten sei
,
sowie bei den von ihr
gegenüber den
Ärzte
n
der
Klinik B._
, Rheuma
tologie und Rehabilitation,
anlässlich der Konsultation vom
5.
November 2021 (vorstehend E.
3.9
)
getätigten Aussagen, wonach
die Beschwerden im Bereich des rechten OSG im Oktober 2020
, als es
anlässlich eines Yogatrainings zu einer Streckung des rech
t
en Fusses gekommen
sei, erstmals a
ufgetreten seien,
handelt es sich um Aussagen, welche
die
Beschwerdeführer
in
zu einem Zeitpunkt tätigte, als
sie
noch keine Kenntnis der
l
eistungsvernein
enden Verfügung der
Beschwer
degegnerin
vom 2
8.
Januar 2022 (
Urk.
12/G15)
hatte. Im
Gegensatz
zu den Aussagen
in
der Beschwerdeschrift vom 1
2.
Mai 2022 (
Urk.
1)
und
vom
2.
Juni 2022 (
Urk.
6)
, welche erst nach Kenntnis der Leistungsverneinung durch die Beschwerdegegnerin getätigt
wurden, handelt es sich bei den Aussagen vom
5.
November und 1
2.
Dezember 2021
daher um Aussage
n der ersten Stunde, welchen
ein grösseres Gewicht zuzumessen ist
.
Im Lichte der Beweismaxime, wonach die spontanen Aussagen der ersten Stunde in der Regel unbefangener und zuverlässiger sind als spätere Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beein
flusst sein können (vorstehend E.
5.3
), kann ein Auftreten einer Schwellung im Bereich ihres rechten OSG in der Zeit vor Oktober 2020 nicht als erstellt gelten.
Dabei
ist
insbesondere
davon auszugehen, dass es sich bei einer Schwellung im Bereich des rechten OSG und den damit verbundenen Beschwerden um derart augenfällige Umstände handelt, dass sie von der Beschwerdeführerin von Beginn an beziehungsweise insbesondere in der Stellungnahme vom 1
2.
Dezember 2021 (
Urk.
12/G9) und gegenüber den Ärzten der
Klinik B._
erwähnt worden wären, wenn sie
tatsächlich bereits
vor dem Oktober 2020 aufgetreten wären.
5.5
Um eine Aussage der ersten Stunde handelt es sich sodann
bei den
Angaben der
Beschwerdeführerin
vom
1
2.
Dezember 20
21
(Frag
e
blatt Behandlung;
Urk.
12/G9)
, wonach die
Beschwerden im Bereich ihres rechten Fusses nach dem Unfall vom
8.
April 2020
erstmals
am
9.
April 2021
durch
die Ärzte der
Klinik B._
, Fusschirurgie,
behandelt
worden seien
, worauf abzustellen
ist
. Demgegenüber vermögen i
m Lichte der Beweismaxime, wonach
den
spontanen Aussagen der ersten Stunde in der Regel
ein grösseres Gewicht zuzumessen ist,
die
Aussagen der
Beschwerdeführerin in ihrer Eingabe vom
2.
Juni 2022 (
Urk.
6),
wonach
sie
bereits
im Oktober 2020 wegen
der
Beschwerden im Bereich ihres rechten Fussgelenks ihre Hausärztin konsultiert habe
, nicht zu überzeugen, weshalb darauf nicht abzustellen ist.
5.6
Nach Gesagtem ist vorliegend daher davon auszugehen, dass eine Schwellung im Bereich des rechten OSG der Beschwerdeführerin und die damit verbundenen Beschwerden
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit frühestens
erstmals im Oktober 2020
aufgetreten sind
, und dass
eine ärztliche Erstbehandlung der
Beschwerden im Bereich des rechten Fusses der Beschwerdeführerin
nach dem Unfall vom
8.
April 2020
am
9.
April 2021
stattgefunden hat
.
6
.
6
.1
Die
Ärzte der
Klinik B._
, Rheumatologie und Rehabilitation,
gingen vorerst davon aus, dass die Beschwerden im Bereich des rechten OSG der Beschwerdeführerin durch eine
Synovitis
im Bereich des rechten OSG
(
mit Beschwerdebeginn im Februar 2021 und Akzentuierung der Symptomatik am 3
0.
März 2021
)
verursacht worden seien. Als alternative
Erklärung für die erhobenen Symptome
und
Befunde
zogen die Ärzte der
Klinik B._
zudem
als
Differentialdiagnose
eine
aktivierte Arthrose nach OSG-Distorsion im Alter von 16/17 Jahren
in Betracht.
Anschliessend
konnte auf Grund der Bestimmung der
Leukozytenzahl
im
Punktat
auf einen mechanisch bedingten Erguss geschlos
sen
und folglich insbesondere
eine infektiöse
Synovitis
ausgeschlossen
werden
(vorstehend E.
3.3
). In der Folge wurde zur Abklärung von
Anhaltspunkten für einen Knorpelschaden des rechten OSG sowie zum A
usschluss eines Knochen
marködem
s eine MRI des rechten Fusses der Beschwerdeführerin
veranlasst (vorstehend E.
3.4
). Die am
7.
Mai 2021 durchgeführte MRI des rechten Fusses der Beschwerdeführerin
ergab
e
ine Stressreaktion der
posterolateralen
Talusrolle
ohne
korrespondierenden Knorpel
defekt
,
einen Erguss im
rechten
OSG sowie einen Längsriss der
Peronaeus
brevis
-Sehne mit leichter Tendovaginitis
(vorstehend E.
3.5
)
.
Infolgedessen passten
die Ärzte der
Klinik B._
, Rheumatologie und Rehabilitation,
ihr
e
Diagnostik ab dem
Bericht vom 1
5.
Juni 2021 (
vorstehend E.
3.6
)
den durch die
MRI des rechten Fusses
vom
7.
Mai 2021
gewonnen
en
Erkenntnissen an, und stellten in der Folge
die Diagnose
einer
Stressreaktion der
posterolateralen
Talusrolle
ohne korrespondierenden Knorpel
defekt und Erguss im rechten OSG mit
Beschwerdebeginn im Februar 2021
und
Akzentuierung der Symptomatik am 3
0.
März 202
1.
In ihrem Bericht vom
8.
November 2021 (
vorstehend E
. 3.9
)
nahmen die
Ärzte der
Klinik B._
,
Rheumatologie und Rehabilitation,
ergänzend zur Ätiologie der
Stressreaktion der
posterolateralen
Talusrolle
Stellung und führten dabei aus, dass die S
chmerzen im Bereich des rechten OSG
, welche
im Februar 2021 progredient gewesen seien, gemäss den Angaben der Beschwerdeführerin bereits seit Oktober 2020 vorhan
den gewesen sei
en, wobei die Beschwerdeführerin angegeben habe, dass es
im Oktober 2020
im Rahmen
eines Yogatrainings zu einer Streckung des rech
t
en Fusses gekommen
sei
. Zudem
sei es möglich, dass
die Beschwerdeführerin
, welche
nach einem Auffahrunfall vom April 2020 unter Schmerzen im Bereich des linken Kniegelenkes gelitten
habe
,
sich dabei auch eine
Überdehnung der Sehnen des rechten Fusses
zugezogen habe
.
Gemäss
einer Zweitmeinung durch Prof.
Dr.
med.
D._
könnte die Stressreaktion der
posterolateralen
Talusrolle
rechts
zudem
eine
mögliche
Folge des Auffahrunfalles
vom
April 2020 sein.
6.2
6.2.1
Die Beurteilung durch die Ärzte der
Klinik B._
, Rheumatologie und Reha
bilitation,
vom
8.
November 2021 (vorstehend E.
3.9
)
erfüllt d
ie nach der Recht
spre
chung für eine beweiskräf
tige medizi
nische Ent
scheidungs
grund
lage vor
aus
ge
setzten
Kri
terien (vgl. vor
steh
end E.
1.4
). Denn
die Ärzte, insbesondere
deren
Dr.
med.
A._
,
verfüg
en
als
Fachärztinnen und
Fachärzte für Rheumatologie über
die
für die vorliegend im Streite stehende Kausalitätsfrage ange
zeigte fachärztliche
n
Weiterbildung
en
,
und
begründete
n
ihre
Schluss
fol
gerun
gen in nachvollziehbarer Weise. Insbesondere vermag zu überzeugen, dass
die Ärzte, welche ursprünglich von einer
Synovitis
im Bereich des rechten OSG
ausgingen und
als Differentialdiagnose eine aktivierte Arthrose nach OSG-Distorsion im Alter von 16/17 Jahren in Betracht
gezogen hatten, nach Kenntnis der Ergebnisse der
MRI des rechten Fusses vom
7.
Mai 2021
ihr Diagnostik revidierten und
nun
von
einer Stressreaktion der
posterolateralen
Talusrolle
ohne korrespondierenden Knorpeldefekt und Erguss im rechten OSG mit Beschwerde
beginn im Februar 2021 und Akzentuierung der Symptomatik
am 3
0.
März 2021 ausgingen. Diesbezüglich gilt
es
die Erfahrungstatsache zu berücksichtigen, dass es sich bei der medizinischen Diagnostik um ein mehrstufiges Verfahren zum Finden einer definitiven Diagnose handelt,
welches
verschiedene Schritte, wie
beispiels
weise
die Anamnese, körperliche
und
bildgebende
Untersuchungen
oder
Analysen von Körpergeweben und Ausscheidungen
,
enthalten kann.
Der Beschwerdefüh
rerin ist daher nicht zu folgen
, wenn sie in ihrer
Beschwerde vom 1
2.
Mai
2022 (
Urk.
6) die Ansicht vertreten will, dass
auf die Berichte
der Ärzte der
Klinik B._
,
Rheumatologie und Rehabilitation
, beziehungsweise von
Dr.
A._
,
nicht abzustellen sei
, weil diese
vor Kenntnis der Ergebnisse
der MRI des rechten Fusses vom
7.
Mai 2021
als Differentialdiagnose vorerst
eine aktivierte Arthrose nach
OSG-Distorsion im Alter von 16/17 Jahren in Betracht gezogen
hätten
. Denn dieses Vorgehen entspricht
vielmehr
dem üblichen Vorgehen im Rahmen der
medi
zi
nischen
Diagnostik
.
Dazu gehört auch, dass
vorerst gestellte Verdachts- oder Differentialdiagnosen im Verlauf des diagnostischen Verfahrens
zur Stellung der definitiven Diagnose
revidiert werden
müssen
oder
gänzlich
entfallen.
Ein solches Vorgehen
ist nicht zu beanstanden.
Aus diesem Grunde sind die vor
Kenntnis der Ergebnisse der
MRI vom
7.
Mai 2021 verfasst
en ärztlichen Berichte, entgegen der diesbezüglichen Vorbringen der Beschwerdeführerin (Urk.1 S. 1)
,
von den verfassenden Ärztinnen und Ärzten auch nicht nachträglich zu korrigieren.
6.2.2
In inhaltlicher Hinsicht vermag sodann zu überzeugen, dass
die Ärzte der
Klinik B._
, Rheumatologie und Rehabilitation,
in ihrem Bericht
vom
8.
November 2021 (vorstehend E.
3.9
)
davon ausgingen, dass die Beschwerden im Bereich des rechten OSG, welche durch eine
Stressreaktion der
posterolateralen
Talusrolle
ohne korrespondierenden Knorpeldefekt und Erguss im rechten OSG
verursacht wurden,
und welche
ab
Februar 2021 progredient
waren
, gemäss den Angaben der Beschwerdeführerin bereits
im
Oktober 2020
erstmals
auftraten
, als die Beschwerdeführerin
im Rahmen eines Yogatrainings
ihren
rech
t
en Fuss
gestreckt habe. Diese Beurteilung stimmt mit den Aussagen der Beschwerdeführe
rin in ihrer
Stellungnahme vom 1
2.
Dezember 2021
überein, wonach die Beschwer
den im Bereich ihres rechten OSG
erstmals im Oktober 2020 aufgetreten
seien
,
und vermag zu überzeugen, sodass darauf abzustellen ist.
6.
2.3
Die Beurteilung durch
die Ärzte der
Klinik B._
, Rheumatologie und Rehabi
litation, vom
8.
November 2021 (vorstehend E.
3.9
)
vermag auch insoweit zu überzeugen,
als sie darin zwar erwähnten,
dass
es möglich
sei
, dass die Beschwer
deführerin, welche nach einem Auffahrunfall vom April 2020 unter Schmerzen im Bereich des lin
ken Kniegelenkes gelitten habe,
sich dabei eine Überdehnung der Sehnen de
s rechten Fusses zugezogen habe,
weshalb
Prof.
D._
, bei welchem eine Zwei
t
meinung eingeholt worden sei, die Ansicht vertreten habe, dass
die Stressreaktion der
posterolateralen
Talusrolle
rechts eine mögliche Folge des Auffahr
unfalles vom April 2020 sein
könnte,
dass sie sich der Beurteilung durch
Prof.
D._
indes nicht anschlossen, sondern vielmehr feststellten
, dass
die Beschwerden
beziehungsweise die Schwellung und der Erguss
im Bereich ihres rechten OSG der Beschwerdeführerin
erstmals
im Oktober 2020
aufgetreten sei
en
.
6.3
6.3.1
Auch die Stellungnahme von
Dr.
F._
vom 1
3.
Januar 2022 (vorstehend E.
3.10
)
erfüllt die praxisgemässen Anforderungen für eine beweiskräftige medizinische Entscheidungsgrundlage (vgl. vorstehend E.
1.4
). Insbesondere verfügte
Dr.
F._
als Facharzt
für
Rheumatologie
über eine angezeigte fachä
rztliche Aus- und Weiterbildung für die Beurteilung des Gesundheitsschadens im Bereich des rechten OSG der Beschwerdeführerin.
Dabei s
chadet nicht, dass es sich bei seiner
Stellung
nahme um ein Aktengutachten handelt, da auch nicht auf eigenen Untersuchungen beruhende Berichte und Stellungnahmen beweiskräftig sein können, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte fachärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteile des Bundesgerichts 9C_558/2016 vom
4.
November 2016 E. 6.1 und 8C_641/2011 vom 2
2.
Dezember 2011 E. 3.2.2). Dies ist bei der
Frage nach
der Unfallkausalität der Beschwerden
im Bereich des rechten OSG der Beschwerdefüh
rerin
der Fall, weshalb insoweit einer Aktenbeurteilung nichts entgegenstand.
6.3.2
In inhaltlicher Hinsicht vermag zu überzeugen, dass
Dr.
F._
davon ausging, dass eine erhebliche Traumatisierung des rechten Fusses der Beschwerdeführerin anlässlich des Ereignisses vom
8.
April 2020 nicht erstellt sei
. Denn
Dr.
F._
legte in nachvollziehbarer Weise dar, dass
unmittelbar nach dem
versicherten U
nfall
ereignis
Beschwerden
im Bereich
des
rechten OSG
der Beschwerdeführerin nicht
dokumentiert beziehungsweise
erstellt sei
en
, dass vielmehr
davon auszugehen sei, dass die Beschwerden
erst nach einer
langen
L
atenz von
mehr
eren
Monaten erst
mals aufgetreten seien, weshalb ein Zusammenhang zwischen den Beschwerden im Bereich des rechten OSG und dem Unfallereignis vom
8.
April 2020 zu vernei
nen sei.
6.3.3
In Bezug auf die Beurteilung durch
Dr.
F._
gilt es zwar zu beachten, dass der Beweiswert von
Stellungnahme
n
v
ersicherungsinterne
r
Fachpersonen
gemäss der Rechtsprechung mit jenem externer medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar ist, sofern die versicherungsinternen Berichte und Stellungnahmen den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1) genügen und sofern die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (BGE 137 V 210 E. 1.2.1), dass indes auf das Ergebnis versicherungsinterner ärztlicher Abklärungen nicht abgestellt werden kann, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (BGE 139 V 225 E. 5.2 und 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7; Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom
3.
Oktober 2014 E. 4). Solche Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der Stellungnahme durch
Dr.
F._
sind
vorliegend indes nicht ersichtlich. Insbesondere ergeben sich solche
Zweifel nicht aus den
Berichte
n
der behandelnden Ärztinnen und
Ärzte der
Klinik B._
. Denn, wie bereits erwähnt (vorstehend E.
6.2.3
) gingen die
Ärzte der
Klinik B._
, Rheumatolo
gie und Rehabilitation, davon aus, dass
eine
Schwellung
und
ein Erguss im rechten
OSG
und mithin die Beschwerden im Bereich des rechten OSG der Beschwerdefüh
rerin e
rstmals i
m Oktober 2020
auftraten
.
6.4
6.4.1
Die Argumentation nach der Formel «
post
hoc ergo
propter
hoc», nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist, ist beweisrechtlich nicht zulässig und vermag zum Nachweis der Unfallkausalität nicht zu genügen (BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
, Urteil des Bundesgerichts 8C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E. 5.1).
Ärztliche Auskünfte, die allein auf dieser Argumentation beruhen, sind beweisrechtlich nicht zu verwerten (Urteil des Bundesgerichts 8C_241/2020 vom 29. Mai 2020 E. 3).
6.4.2
Zweifel an der Schlüssigkeit der
Beurteilung
durch
Dr.
F._
ergeben sich auch nicht aus der von den Ärzten der
Klinik B._
, Rheumatologie und Rehabili
tation,
erwähnten
Beurteilung im Sinne einer
Zwei
t
meinung
durch
Prof.
D._
,
wonach
die Stressreaktion der
posterolateralen
Talusrolle
rechts eine mögliche Folge des Auffahrun
falles vom April 2020 sein könn
e
. Denn einerseits geht daraus lediglich hervor, dass
Prof.
D._
die Möglichkeit einer Verursachung durch das versicherte Unfallereignis nicht ausschliessen wollte. Es lässt sich daraus indes nicht schliessen, dass Prof.
D._
die Ansicht vertreten habe, dass der Unfall vom
8.
April 2020 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
die Stressreaktion der
posterolateralen
Talusrolle
rechts
verursacht habe.
Denn
Beschwerden im Bereich d
e
s rechten OSG
sind
echtzeitlich nicht dargetan.
Vielmehr
ist, wie bereits erwähnt (vorstehend E.
5.6
),
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
davon auszugehen, dass die
Beschwerden im rechten OSG der Beschwerdeführer
erstmals
im Oktober 2020
auftraten, und dass die
ärztliche
Erstbehandlung
nach dem Unfall vom
8.
April 2020
der
Beschwerden im
Bereich des
rechten OSG
am
9.
April 2021
stattfand
.
Vor dem Oktober 2020 sind Beschwerden im Bereich des rechten OSG der Beschwerde
führerin
indes
nicht
erstellt
. Unter diesen Umständen vermag auch die Beurteilung durch Prof.
D._
nicht zu überzeugen
.
Denn bei
der Beurteilung der Kausalität durch Prof.
D._
handelt es sich vielmehr um
eine Beurteilung
gemäss der
unzulässigen
Beweismaxime «
Post-hoc-ergo-
propter
-hoc
»
im Sinne von
«
nach dem Unfall, also wegen des Unfalls
» (
vorstehend E.
6.4.1
)
.
Unter diesen Umständen vermag die bei Prof.
D._
eingeholte
Zwei
t
meinung die
nachvollziehbaren
Beurteilungen durch
Dr.
F._
und die Ärzte der
Klinik B._
, Rheumatolo
gie und Rehabilitation,
nicht in Zweifel zu ziehen
.
7.
7.1
Gestützt auf die nachvollziehbaren Beurteilungen durch
die Ärzte der
Klinik B._
, Rheumatologie und Rehabilitation,
vom
8.
November 2021
(vorstehend E.
3.9
) und durch
Dr.
F._
vom
1
3.
Januar 2022
(vorstehend E.
3.10
) sowie auf Grund des Umstandes, dass die Beschwerden im Bereich des rechten OSG der Beschwerdeführerin erst im Oktober 2020 und mithin nach einer Latenz von mehr als sechs Monaten seit dem Unfallereignis vom
8.
April 2020 erstmals auftraten, ist ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen dem Gesundheitsschaden im Bereich des rechten OSG der Beschwerdeführerin und dem Unfallereignis vom
8.
April 2020 zu verneinen.
7.2
Da nicht davon auszugehen ist, dass ergänzende Beweismassnahmen an diesem Ergebnis etwas ändern würden, besteht für weitere Abklärungen kein Anlass und es ist von einer Rückweisung der Sache an die Beschwer
de
gegnerin zur Durch
führung solcher abzusehen (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 90 E. 4b, 122 V 157 E. 1d mit Hinweisen).
8.
Nach Gesagtem
ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin mit dem angefochtenen
Einspracheentscheid
vom
6.
April 2022 (
Urk.
2) einen Leistungs
anspruch
der Beschwerdeführerin
für die Folgen des Gesundheitsschadens im Bereich
ihres
rechten OSG mangels eines natürlichen Kausalzusammenhang
s
zwischen diesem Gesundheitsschaden und dem
versicherten Unfallereignis vom
8.
April 2020
verneinte.
Demzufolge
ist
die Beschwerde abzuweisen
.