Decision ID: 7ced7e4f-ab9b-4d96-b7f2-ee13c1978c78
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der
1960 geborene
X._
war vom 23. April 1979 bis zum 31. März 2011 bei der
Y._
AG in
Z._
als Hilfszeichner
tätig (Urk. 9/10, Urk. 9/39, Urk. 9/48,
Urk.
9/64).
Am 19.
Februar 2001 meldete sich der Versi
cherte unter Hinweis auf eine HIV-Infektion bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
,
zum Leistungsbezug an (Urk. 9/5).
Diese
liess in der Folge einen Auszug aus dem Individuellen Konto des Versicherten erstellen (IK-Auszug, Urk. 9/14), holte medizinische Berichte ein und klärte die erwerbli
chen Verhältnisse ab.
Mit
Verfügung
vom
27. August 2001
wurde
dem Versi
cherten mit Wirkung ab 1. Oktober 2000 eine halbe Rente der Invalidenversi
che
rung zu
gesprochen
(Urk. 9/26
).
1.2
Die
im
Juni 2004
,
Oktober 2006
und Dezember 2009
eingeleiteten
Revisionsver
fahren
ergaben keine Änderung des
Rentenanspruchs
(
Urk. 9/35,
Urk. 9/43
und
Urk. 9/51
)
.
Am 23
. Dezember 2010 stellte der Versicherte ein Gesuch um Rentenerhöhung (Urk. 9/53).
Die IV-Stelle zog einen aktuellen IK-Auszug des Versi
cherten bei (Urk. 9/58) und tätigte medizinische und erwerbliche Abklä
rungen. Am
10. März 2011
veranlasste
sie ein
e
Begutachtung
des Versicherten
bei der
A._
in
B._
(Urk.
9/67
)
. Das
bidisziplinäre
Gutachten wurde
am
15. September 2011
erstat
tet
(Urk.
9/74
).
Gestützt auf die Schlussfolgerungen
der Gutachter und nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
stellte
die IV-Stelle
die Rente mit Verfü
gung vom
15
.
März 2013
per Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats
ein (Urk. 9
/102 = Urk. 2
).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom
24. April 2013
Beschwerde
und beantragte,
die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und
es sei
ihm weiter
hin eine halbe Invalidenrente auszurichten
. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege (Urk. 1
). Mit
Beschwerdeant
wort
vom 5.
Juni 2013 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (Urk. 8), was dem Beschwerdeführer am 7. Juni 2013 mitgeteilt wurde (Urk. 10).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich,
in den
nachfolgenden Erwägungen einzuge
hen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbe
zügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Ge
sund
heits
zustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die
Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über
wind
bar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.3
Die
seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent An
sp
ruch auf eine ganze Rente (Art.
28 Abs. 2
des Bundesgesetzes über die Invali
denversicherung [
IVG
]
).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorlie
gen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledi
gen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gut
achtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beantwor
tung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Unter
suchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt
was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist
, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer
Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die
Beschwerdegegnerin
,
die medizinischen Abklärungen hätten ergeben, dass sich
der Gesundheitszustand des Beschwer
de
führers verbessert habe. Ausser einer gut behandelbaren mässigen
normo
zy
tä
ren
Anämie bestünden keine für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit rele
van
ten Diagnosen. Aus interdisziplinärer Sicht bestehe eine 90%ige Arbeits- und Leis
tungsfähigkeit für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten
. Da er nur noch teiler
werbstätig sein könne, sei
bei der Bemessung des Invalideneinkommens
ein leidensbedingter Abzug von 10 % zu
berücksichtigen
. Da
bei
einem
Vali
denein
kommen
von Fr.
61‘285
.
-- und einem Invalideneinkommen von Fr. 57‘519.-- der Invaliditätsgrad 3 %
betrage, bestehe kein Rentenanspruch mehr (Urk. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer
machte demgegenüber im Wesentlichen geltend
,
die Gut
ach
ter seien zum Schluss gekommen, dass noch die gleichen Diagnosen
be
stün
den
wie bei der
Zusprechung der Rente
. Die von der RAD-Ärztin
erwähnte
gesund
heitliche Verbesserung liege nicht vor. Die HIV-Infektion bestehe nach wie vor und befinde sich immer noch im CDC-Stadium B
3.
Da
der Gesundheitszu
stand
gleichgeblieben sei,
habe
sich auch der Invaliditätsgrad nicht verändert und er
habe
weiterhin Anspruch auf eine halbe Invalidenrente (Urk. 1).
3.
3.1
Streitig und zu prüfen ist, ob wegen einer wesentlichen Veränderung des Gesund
heitszustandes des Beschwerdeführers die Voraussetzungen für eine Re
vi
sion der laufenden Rente gegeben sind.
3.2
Der ursprünglichen
rentenzusprechenden V
erfügung lag in medizinischer Hin
sicht im Wesentlichen der Bericht
des
C._
, Abteilung In
fektionskrankheiten und Spitalhygiene, vom 26. März 2001
zug
ru
nde. Darin wurden folgende Diagnosen gestellt:
HIV-1-I
nfektion CDC-Stadium B3
rez
. Candida Stomatitis seit 10/94
orale
Leukoplakie
9/94
schwere Lactatazidose unter
ddl
/d4T 11/99
schweres
Exanthem nach 4 Wochen ABC/NVP 4/00
intermittierender
Alkoholabusus
Status nach IVDA
(intravenöser
Drogenabusus
)
1977-88
Methadonprogramm
Verdacht auf chronische Hepatitis C
HCV-PCR
neg
1/01
Status nach
lap
a
roskopischer
Cholezystektomie
1/96
Status nach Hepatitis B
Es wurde berichtet, der Beschwerdeführer
habe mit dem intravenösen
Drogen
abusus
1977 begonnen und sei seit 1989 HIV-positiv, im Oktober 1994 erstmals symptomatisch (
Candidastomatitis
). Der Beschwerdeführer
klage
über eine all
gemeine verminderte Leistungsfähigkeit sowie Konzentrations- und Gedächtnis
störungen. Sowohl körperlich wie auch psychisch sei er schnell ermüdet. Früh
morgens sei das Leistungsdefizit betont. Der Beschwerdeführer sei psychisch leicht verlangsamt, jedoch allseits orientiert und wach.
Er sei seit Dezember 1999 – nach einem mehrwöchigen Spitalaufenthalt wegen einer schweren akuten Erkrankung – zu 50 % arbeitsfähig. Die verminderte Arbeitsfähigkeit sei bedingt durch den schlechten Allgemeinzustand infolge der HIV-Erkrankung und der langjährigen
Polytoxikomanie
. Auf längere Sicht werde er
bloss
zu 50 % arbeitsfähig bleiben
(Urk. 9/12)
.
3.3
In seinem Bericht vom 7. Oktober 2006 führte der Hausarzt des Beschwerdefüh
rers
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Innere Medizin FMH, aus, dass der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers stationär sei und bestätigte die Arbeitsfähigkeit
von 50 %
(Urk. 9/37 S. 2). Auch in seinem Bericht vom 25. Januar 2010 hielt
Dr.
D._
fest, dass eine Steigerung der Erwerbstätigkeit nicht möglich sei und bestätigte
die
50%ige
Arbeitsfähigkeit
(Urk. 9/46 S.
3
f
.).
3.4
Im Rahmen des aufgrund des Rentenerhöhungsgesuchs des Beschwerdeführers eingeleiteten Revisionsverfahrens holte die Beschwerdegegnerin Berichte der Klinik für Infektionskrankheiten und Spitalhygiene des
C._
ein.
Im
Bericht vom 11.
Februar 2010
wurden folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit festgehalten:
Alkoholabusus
Nutritiv-toxische Hepatopathie
Refluxeso
phagitis
mässigen Grades, multiple Erosionen
Magenan
t
rum
/
Bul
bus bei axialer
Hiatushernie
(Gastroskopie 26.1.10)
Proximale Oesophagus-Stenose unklarer
Aetiologie
DD i.R.
Dg
. 2,
rez
. Erbrechen i.R.
Dg
. 1
CT Thorax/Oberbauch 4.2.10: um die Speiseröhre keine erkennbare (Tumor-)Kompression
Stuhlunregelmässigkeiten
DD i.R.
Lactoseintoleranz
(Mutation LCT T-13910C heterozygot nachge
wiesen 6.10.09), ART
Koloskopie ausstehend
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
wurden folgende Diag
nosen aufgeführt:
HIV-1-Infektion CDC-Stadium B3, ED 12/92
rezidivierende Candida-Stomatitis vor der antiretroviralen Therapie
Status nach oraler
Leukoplakie
09/94
schwere Lactatazidose unter
dd
/d4T 11/99
schweres Exanthem nach 4 Wochen
Abacavir
/Nevirapine 04/00
Dyslipidämie
, ED 08/03
HCV-Infektion, DD abgeheilt, niedrige Replikation
HCV-RNA
nnwb
11/08, Transaminasen und Syntheseparameter nor
mal
Status nach Hepatitis A und B (Anti-
HBc
alone
)
Status nach IVDA 1977-1988
u
nter Methadonsubstitution
a
rterielle Hypertonie, wahrscheinlich essentiell
Nikotinabusus
Es wurde eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % attestiert. Der Beschwerdeführer sei in der Lage, die aktuelle Tätigkeit als Hilfe im Archiv eines Vermessungsbüros in einem 50 %-Pensum gerade noch zu bewältigen. Er habe dort die Möglich
keit, seine Zeit selber einzuteilen und je nach Tagesverfassung entsprechend
den
Arbeitsbeginn selber festzulegen. Erschwerend seien morgendliche Tiefs mit gastrointestinalen Beschwerden, aber auch Benommenheitsgefühl und
Konzent
rationsschwierigkeiten
, deren Ursachen wohl multifaktoriell bedingt seien (Urk. 9/47).
Im Bericht derselben Klinik vom 21. Januar 2011
wurden als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nur noch die Folgenden erwähnt:
Alkoholabusus
Nutritiv-toxische Hepatopathie
Status nach IVDA 1977-1988
unter Methadonsubstitution
COPD bei langjährigem
Nikotinabusus
Die weiteren Diagnosen wurden als solche ohne Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit erwähnt.
Es wurde ausgeführt, a
us rein
infektiologischer
Sicht bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bei stabiler Immunlage
unter konse
quent eingenommener antiretroviraler Therapie. Hingegen habe der Beschwer
deführer aufgrund seines langjährigen, in den letzten ein bis zwei Jahren redu
zierten Alkoholüberkonsums eine
cerebrale
Alterierung erfahren, insbesondere ermüde er schnell und könne sich schlecht über längere Zeit konzentrieren (Urk. 9/63).
3.5
Im
interdisziplinäre
n
Gutachten
des
A._
vom 15.
September 2011 wurde
fol
gende
Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt
(Urk. 9/74 S. 16)
:
Normozytäre
Anämie mit
Hb
von 11.0 g/dl (Norm 14-18) (ICD-10 D.64.9) festgehalten
Erhöhte BSR mit 40 mm/h (Norm < 20), CRP normal
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit wurden die Folgenden genannt
(Urk. 9/74 S. 16 f.)
:
Alkoholabhängigkeit (ICD-10 F10.2)
deutliche enzymmässige Hepatopathie mit normalen Transaminasen und massiv erhöhter Gamma-GT
CDT allerdings unter dem Ref
er
e
nzwert
Opi
atabhängigkeit (ICD-10 F11.22)
Einnahme von 10 mg Methadon täglich laut Angabe
entgegen den Angaben Opiate im Urin aktuell nachweisbar
Status nach intravenösem
Drogenabusus
, anamnestisch 1977-1988
Hepatitis C (ICD-10 B18.2)
Aktuell keine HCV-RNA nachweisbar, Transaminasen normal
Status nach Hepatitis A und B
Status nach Durchtrennung eines Oesopha
g
us-Webs am 30.3.2011
Vorangehend jahrelange Dysphagie
Aktuell subjektiv diesbezüglich praktisch beschwerdefrei
Arterielle Hypertonie, medikamentös behandelt (ICD-10 I10)
Fortgesetzter Nikotinkonsum (ca. 35
py
) (ICD-10 F17.1)
Anamnestisch Hinweise auf beginnende COPD
Anamnestisch rezidivierende
Refluxoesophagitis
(ICD-10 K29.7)
Dauerbehandlung mit PPI
Die Gutachter führten aus
, der Beschwerdeführer mache wenige und unspezifi
sche Beschwerden geltend, vor allem verminderte Konzentration und schnelle Ermüdbarkeit. Die
Dysphagie
b
esch
w
erden
seien seit dem kleinen Eingriff in der Speiseröhre im März 2011 praktisch verschwunden.
Er gebe an, zwei bis drei Flaschen Bier pro Tag, am Wochenende mehr und keinerlei Substanzen zu konsumieren. Aus rein somatischer Sicht sei festzustellen, dass keine subjekti
ven Beschwerden angegeben worden seien. Das stimme gut mit der Aktenlage überein. Labormässig sei festzustellen, dass einerseits eine erhebliche Anämie mit
Hb
von 11 % bestehe. Bei normalem CRP zeige sich eine erhöhte BSR, wel
che in Zusammenhang mit der Anämie stehen könn
t
e. Die Leberwerte zeigten die Konstellation eines erhöhten Alkoholkonsums mit normalen Transaminasen und deutlich erhöhter Gamma-GT.
D
er aktuellen Anämie sei ein geringer Anteil an Müdigkeit und Leistungseinschränkung zuordenbar.
Allerdings sei dieses Leiden in der Regel gut behandelbar. Zur Hepatitis C sei anzumerken, dass wie
derum – wie schon 2008 im
C._
– keine RNA im Serum nachweisbar sei, offensichtlich keine relevante Aktivität bestehe. Gemäss
der Klinik für
Infektiologie
des
C._
sei unter der bestehenden Therapie die HIV-Erkrankung kontrolliert, es resultiere daraus keine Einschrän
kung.
Zusammenfassend sei aus internistischer bzw. somatischer Sicht festzu
halten, dass lediglich aufgrund der Anämie eine geringe Leistungseinbusse von 10 % bestätigt werden könne. Alle weiteren Diagnosen schränkten die Arbeits
fähigkeit nicht weiter ein. Aus psychiatrischer Sicht
hätten
nur Diagnosen im Rahmen der Abhängigkeit festgestellt werden
können. Ausser der subjektiv geklagten Müdigkeit und in der psychiatrischen Untersuchung lediglich festzu
stellenden Verlangsamung hätten keine psychopathologischen Symptome fest
gestellt werden können. Bei der genauen Befragung habe sich insbesondere herausgestellt, dass der Beschwerdeführer sehr gute Konzentrations- und
Ge
dächtnisleistungen
aufweise.
Es
bestehe
aber
weiterhin ein relevanter
Alkohol
konsum
. Neben der Methadoneinnahme bestehe offenbar auch ein
Opiatkon
sum
, wie anhand der Urinprobe habe festgestellt werden können. Solange er seine
n
Alkohol- und Opiatkonsum weiterhin betreibe, sei nachvollziehbar, dass er die ansonsten psychiatrisch uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit nicht umset
zen könne und gewisse Verlangsamungs- und Ermüdungserscheinungen damit in Zusammenhang zu bringen seien. Es bestünden jedoch ansonsten keine Fol
geerscheinungen des Substanzkonsums auf der einen Seite, andererseits keine psychiatrischen
Komorbiditäten
primärer Art, die die Willensanstrengung als nicht zumutbar erachten lassen würden, den Substanzkonsum gänzlich und langfristig zu sistieren. Zusammenfassend resultie
re aus interdisziplinärer Sicht, dass beim Beschwerdeführer für leicht
e
bis mittelschwere Tätigkeiten eine 90%ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit bestehe. Das Pensum könne
vollschich
tig
umgesetzt werden mit etwas reduziertem Rendement. Durch medizinische Massnahmen könne aus mediz
i
nisch-theoretischer Sicht eine 100%ige Arbeits
fähigkeit hergestellt werden
.
Aufgrund der anamnestischen Angaben, der Unter
suchungsbefunde, der vorliegenden Dokumente sowie der früher atte
stier
t
e
n Arbeitsunfähigkeiten könne die aktuell festgestellte Arbeitsfähigkeit seit vielen Jahren im gleichen Ausmass bestätigt werden, manchmal unterbrochen von Exazerbationen bei intermittierend aufgetretener Erkrankungen mit jeweils Arbeitsunfähigkeiten von Tagen bis wenigen Wochen. Vor dem Auftreten der Anämie sei die Arbeitsfähigkeit somatisch gar nicht eingeschränkt gewesen.
Der Beschwerdeführer sei wegen einer attestierten 50%igen Arbeitsunfähigkeit seit dem Jahr 2000 berentet worden. Die damaligen Diagnosen seien die gleichen gewesen wie heute.
Die
Klinik für
Infektiologie
des
C._
habe erstmals noch unklar im Jahr 2010, klar dann im Jahr 2011, festgestellt, dass rein
infektiologisch
bezüglich HIV-Erkrankung keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe. Es sei auf den langjährigen Alkoholüberkonsum ver
wiesen worden. Die
E._
habe in ihrem Bericht keine eigentlichen psychiatrischen Diagnosen erwähnt
und aus psychiatrischer Sicht keine Arbeitsunfähigkeit attestiert, lediglich aus gesamtmedizinischer Sicht. Der Hausarzt habe ab dem Jahr 2000 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit und seit der Kündigung nun eine volle Arbeitsunfähigkeit bestätigt. Er habe aller
dings auch keine anderen Diagnosen festgestellt als die
anderen Ärzte.
Seit dem Jahr 2000 zeige sich aus somatischer und psychiatrischer Sicht weder eine Ver
besserung noch eine Verschlechterung des Zustandes. Es handle sich lediglich um eine andere Beurteilung des gleichen Sachverhaltes.
Aus somatischer Sicht sei festzustellen, dass die Klinik für
Infektiologie
aus ihrer Fachrichtung seit zwei Jahren keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mehr
habe
feststellen könne
n
. Eine zusätzliche langjährige und unangenehme Problematik im Rah
men der Dysphagie habe durch einen einfachen Eingriff im März 2011 behoben werden können. Die bisher nicht erwähnte, aktuell feststellbare Anämie sei be
handelbar.
Zusammenfassend bestehe aus medizinisch-theoretischer Sicht für leicht
e bis mittelschwer
e Tätigkeiten eine 90%ige Arbeits- und Leistungsfähig
keit, vollschichtig realisierbar
(Urk. 9/74 S. 17 ff
.
).
4.
4.1
Im angefochtenen Entscheid stützte sich die Beschwerdege
gnerin in erster Linie auf das
inter
disziplinäre
Gutachten
des
A._
vom 15. September 201
1.
Die Gut
achter kamen zum Schluss, dass aus somatischer Sicht lediglich
noch
aufgrund der Anämie eine Leistungseinbusse von 10 % bestehe und sämtliche weitere
n
Diagnosen die Arbeitsfähigkeit nicht einschränkten.
Diese Beurteilung stimmt weitgehend mit
der Einschätzung
der Klinik für Infektionskrankheiten des
C._
überein,
wo
der Beschwerdeführer seit 1998 in Behand
lung ist.
In deren
Bericht vom 11. Febru
ar 2010 wurde die HIV-Infektion
als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt und es wurde festgehalten, dass in den letzten Jahren keine HIV-assoziierten
Erkrankungen aufgetreten seien. Es wurde zwar weiterhin eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert, diese wurde jedoch mit morgendlichen Tiefs, gastrointestinalen Be
schwerden, Benommenheitsgefühl und Konzentrationsschwierigkeiten begrün
det, deren Ursache wohl multifaktoriell bedingt sei. Ein Zusammenhang
dieser
Einschränkungen mit der HIV-Infektion ist nicht ersichtlich (Urk. 9/47).
Im Be
richt derselben Klinik vom 21.
Januar 2011 wurde schliesslich ausdrück
lich festgehalten, dass aus rein
infektiologischer
Sicht
bei stabiler I
mmunlage unter konsequent eingenommener antiretroviraler Therapie
keine Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit bestehe
(Urk. 9/63).
Der Stellungnahme des Regiona
l
en
Är
zt
lichen Dienstes (RAD) vom 31.
Januar 2012 kann entnommen werden, dass bei der Erstdiagnose der HIV-Infektion ein Stadium B3 bestanden habe
.
Defini
tionsgemäss
sei die HIV-Infektion damit einerseits klinisch symptomatisch und andererseits mit einer deutlich eingeschränkten zellulären Immunität von einer CD 4-Zellzahl unter 200
/μ
l vergesellschaftet gewesen. Mittlerweile bestün
den unter antiretroviraler Therapie keine HIV-assoziierten Erkrankungen mehr, die Viruslast sei vollständig supprimiert und die zelluläre Immunitätslage for
mal normal bis intermittierend
leichtgradig
eingeschränkt (Urk. 9/92).
Ge
stützt auf die medizinischen Akten ist
somit
in Bezug auf die HIV-Infektion
mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
eine
wesentliche
Ver
besse
rung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers ausgewiesen
. Dass sich diesbezüglich die Diagnose nicht geändert hat, ist – entgegen
der Auf
fassung
des Beschwerdeführers (Urk. 1 S.
11
) – nicht relevant, zumal die HIV-Infektion unter antiretroviraler Therapie keine Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit mehr hat.
Gemäss Rechtsprechung des Bundesgerichts liegt eine Ver
änderung der gesundheitlichen Verhältnisse auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat, was vorliegend
unter anderem
dank der Verbes
serung der medikamentösen Therapie der Fall ist.
In diesem Zusammenhang ist auch
auf die
zutreffenden Ausführungen des
RAD
hinzuweisen
,
wonach
aus
den vorliegenden
Diagnosen
selbst
keine Arbeitsunfähigkeit abgeleitet werden
könne
, da deren klinischer Verlauf von völliger Beschwerdefreiheit bis zu deut
lichen subjektiven und objektiven Beeinträchtigungen reichen
könne
(Urk. 9/92 S. 5).
Soweit im Gutachten festgehalten wird, es liege weder eine Verbesserung noch eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers vor und es handle sich lediglich um eine andere Beurteilung des gleichen Sach
verhaltes
(Urk.
9/74 S. 19
)
– wobei es sich
dabei
ohnehin
um eine Rechtsfrage handelt –
, kann
vor dem Hintergrund der von den behandelnden Ärzten der Klinik für
Infektiolologie
festgestellten Zustandsverbesserung
nicht
darauf
ab
gestellt werden.
Im Übrigen vermag
das Gutachten
jedoch zu überzeugen. Es ist für die streitigen Belange umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen und wurde in Kenntnis der relevanten
Vorakten
abgegeben. Es würdigt die vor
handenen Arztberichte sorgfältig, berücksichtigt die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden und setzt sich mit diesen hinreichend auseinander. Die Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge ist einleuchtend
und die Beurtei
lung der Arbeitsfähigkeit ist nachvollziehbar
.
Aus den medizinischen Akten ergibt sich weiter, dass hinsichtlich der HCV-In
fek
tion normwertige Transaminasen bestehen und die HCV-RNA nicht mehr nachweisbar ist. Auch die gastralen Komplikationen und
Stuhlunregelmässig
keiten
hätten sich unter entsprechender Therapie verbessert (
vgl.
Urk. 9/92 S. 5).
Somit haben auch diese Beschwerden keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers mehr
(vgl. Urk. 9/63)
.
In psychiatrischer Hinsicht geht aus dem Gutachten hervor,
dass
ausser der
Alko
holabhängigkeit
und der Opiatabhängigkeit keine psychiatrische Diagnose gestellt werden könne. Es könne keine primäre psychiatrische Erkrankung, wel
che für diese Abhängigkeit verantwortlich wäre, festgestellt werden. Hinweise auf irreversible geistige oder psychische Schäden nach langjähriger Alkohol- und Drogenabhängigkeit bestünden nicht. Auch rückwirkend könne aus psychi
atrischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert werden. Es bestehe weiterhin ein relevanter Alkoholkonsum. Neben der Methadoneinnahme bestehe auch ein Opiatkonsum, wie anhand der Urinprobe habe festgestellt wer
den können. Solange der Beschwerdeführer seinen Alkohol
-
und Opiatkonsum weiterhin betreibe, sei nachvollziehbar, dass er die ansonsten psychiatrisch uneingeschränkt
e Arbeitsfähigkeit nicht umsetz
en könne und gewisse
Verlang
samungs
- und Ermüdungserscheinungen damit in Zusammenhang zu bringen seien
(Urk. 9/74 S. 46 ff.). Somit sind die vom Beschwerdeführer geklagten Be
schwerden und deren Auswirkung auf seine Arbeitsfähigkeit in erster Linie auf
die
Suchtproblematik
zurückzuführen
. Eine psychisch bedingte Invalidität liegt
daher
nicht vor.
4.2
Zusammenfasse
nd ist gestützt auf
die Berichte der Klinik für Infektionskrank
heiten des
C._
eine
Verbesserung des Gesundheitszustan
des des Beschwerdeführers und damit eine
anspruchsrelevante Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG
ausgewiesen
.
Gestützt auf
das inter
disziplinäre Gutachten
des
A._
ist
mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichke
it erstellt, dass die Arbeitsfä
higkeit des Beschwer
deführers
für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten
nunmehr 90 % be
trägt.
5.
5.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.2
Bei der Invaliditätsbemessung kommt der allgemeinen Methode des
Einkom
mens
vergleichs
gemäss
Art.
28a
Abs.
1 IVG in Verbindung mit
Art.
16 ATSG grundsätzlich Vorrang zu. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffern
mässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie indes nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annä
herungswerte miteinander zu vergleichen. Wird eine Schätzung vorgenommen, so muss diese nicht unbedingt in einer ziffernmässigen Festlegung von Annä
he
rungswerten bestehen. Vielmehr kann auch eine Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen genügen. Das ohne eine Invalidität erzielbare hypothetische
Erwerbs
einkommen
ist alsdann mit 100 % zu bewerten, während das
Invaliden
einkommen
auf einen entsprechend kleineren Prozentsatz veranschlagt wird, so dass sich aus der Prozentdifferenz der Invaliditätsgrad ergibt (
sogenannter
Pro
zentvergleich
;
Urteil des Bundesgerichts 8C_131/2011 vom 5. Juli 2011 E.
10.2.1 mit Hinweis auf BGE 114 V 310 E. 3a).
Der Invaliditätsgrad ist
namentlich dann
durch Prozentvergleich zu ermitteln, wenn Validen- und Invalideneinkommen sich nicht hinreichend genau oder nur mit
unverhältnismässig
grossem
Aufwand bestimmen lassen und in letzterem Fall zudem angenommen werden kann, die Gegenüberstellung der nach
Mass
gabe
der im Einzelfall bekannten Umstände geschätzten, mit Prozentzahlen bewerteten hypothetischen Einkommen ergebe ein ausreichend zuverlässiges Resultat. Diese Berechnungsweise ist insbesondere anwendbar, wenn die kon
kreten Verhältnisse so liegen, dass die Differenz zwischen Validen- und
Invali
den
einkommen
die für den Umfang des Rentenanspruchs
massgebenden
Grenzwerte von 70, 60, 50 und 40
%
(
Art.
28
Abs.
2 IVG) eindeutig über- oder unterscheitet
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_333/2013 vom 1
1.
Dezember 2013
E. 5.3 mit Hinweisen)
.
5.3
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kür
zen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere
Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ur
sprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der
Vergleichsein
kommen
mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
5.4
Da dem Beschwerdeführer seine
angestammte
Tätigkeit als Hilfszeichner in einem 90 %-Pensum zumutbar ist, ist im Sinne eines Prozentvergleichs von einer Lohneinbusse von 10 % auszugehen.
Ein leidensbedingter Abzug aufgrund von Teilzeiterwerbstätigkeit entfällt, da ein Beschäftigungsgrad von 90 % als Vollzeitpensum gilt und keine Auswirkungen auf die Höhe des Einkommens hat
(vgl. LSE 2006, S. 16, Tabelle T2)
.
Weitere Gründe für einen leidensbedingten Abzug sind nicht ersichtlich.
5.5
Nach dem Gesagten resultiert ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 10 %. Die angefochtene Verfügung erweist sich im Ergebnis somit als rechtens, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
6.
6.1
Der Beschwerdeführer stellte ein Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege (Urk. 1). Vorliegend sind die Voraussetzungen gemäss § 16 Abs. 1
und 2 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) erfüllt, weshalb
dem Gesuch des Beschwerdeführers zu entsprechen ist. Gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer
ist der Beschwerdeführer
zur Nachzahlung
der ihm erlassenen Gerichts
kosten und der an
die unentgeltliche
Rechtsvertreter
in
ausgerichteten Entschädi
gung
verpflichtet, s
obald er
da
zu in der Lage ist.
6.2
Die Kost
en des Verfahrens sind auf Fr. 6
00.-- festzusetzen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG)
und ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen, jedoch zufolge Ge
währung der unentgeltlichen Rechtspflege einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
6.3
Dem Beschwerdeführer
ist
in der Person von Rechtsanwältin
Noëlle
Cerletti
ein
e
unentgeltliche
Rechtsvertreter
in
für das vorliege
nde Verfahren zu bestellen, welche
aus der Gerichtskasse zu entschädigen ist.
6.4
Die Rechtsvertrete
rin machte mit Honorarnote vom 18. Juli 2014 einen
Gesamt
aufwand
von 10.25
S
tunden und Barauslagen von Fr. 62.-- geltend (Urk. 15
).
Daraus resultiert eine Entschädigung
von insgesamt Fr.
2‘285.40
(inklus
ive
Mehrwertsteuer von 8 %). Der geltend gemachte Aufwand erscheint angesichts der Bedeutung der
Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses als angemes
sen, weshalb Rechts
anwältin
Cerletti
in diesem Umfang zu entschädigen ist.