Decision ID: 328ec9c0-138f-4b71-bf81-ba69ab3bf23d
Year: 2011
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Regula Schmid, Engelgasse 2, 9004 St. Gallen,
gegen
Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG, Postfach, 8085 Zürich,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
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A.
A.a A._ war bei der B._ tätig und dadurch bei der "Zürich" Versicherungs-
Gesellschaft (nachfolgend: "Zürich") unfallversichert, als am 8. Mai 2003 ein
Personenwagen auf das von ihr gelenkte Auto auffuhr (act. G 5.3/Z1). Dr. med. C._
bestätigte am 9. Mai 2003 eine Distorsion der HWS (act. G 5.4/ZM1). Dr. med. D._,
prakt. Ärztin, bescheinigte am 26. Mai 2003 die Erstbehandlung der
Beschwerdeführerin am Unfalltag sowie die Diagnose eines kraniozervikalen
Beschleunigungstraumas (act. G 5.4/ZM2). Die "Zürich" anerkannte ihre
Leistungspflicht. Nach Durchführung von ärztlichen Behandlungen und Abklärungen
eröffnete sie der Versicherten mit Verfügung vom 26. Februar 2004, der natürliche
Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den noch bestehenden Beschwerden
sei nicht mehr gegeben. Die Leistungen würden daher rückwirkend auf den 31.
Oktober 2003 eingestellt (act. G 5.3/Z37). Die vom damaligen Rechtsvertreter der
Versicherten gegen diese Verfügung erhobene Einsprache wies die "Zürich", nachdem
sie weitere Abklärungen vorgenommen hatte, mit Entscheid vom 7. März 2006 ab. Die
gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde wies das Versicherungsgericht des
Kantons St. Gallen mit Entscheid vom 14. März 2007 (UV 2006/52) ab. Das
Bundesgericht hob den Entscheid in Gutheissung einer hiergegen erhobenen
Beschwerde mit Urteil vom 4. September 2008 auf und stellte fest, dass die Versicherte
auch nach dem 31. Oktober 2003 Anspruch auf Versicherungsleistungen habe (Urteil
8C_232/2007).
A.b Die "Zürich" richtete in der Folge weitere Versicherungsleistungen aus. Nach
weiteren Abklärungen und Durchführung einer Begutachtung in der RehaClinic Baden
(Gutachten vom 28. August 2009; act. G 5.4/ZM22) stellte sie die Leistungen mit
Verfügung vom 15. Juli 2010 auf den 30. Juni 2010 ein mit dem Hinweis, dass der
medizinische Endzustand erreicht und der adäquate Kausalzusammenhang zu
verneinen sei (act. G 5.2/177). Die gegen diese Verfügung von Rechtsanwältin lic. iur.
R. Schmid, LL.M, St. Gallen, für die Versicherte erhobene Einsprache (act. G 5.2/183)
wies die "Zürich" mit Einspracheentscheid vom 2. November 2010 ab. Der
Krankenversicherer der Versicherten hatte eine vorsorglich erhobene Einsprache
wieder zurückgezogen und seine Leistungspflicht ab 1. Juli 2010 ausdrücklich
anerkannt (act. G 5.2/181, 185).
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B.
B.a Gegen den Einspracheentscheid vom 2. November 2010 erhob Rechtsanwältin
Schmid für die Versicherte mit Eingabe vom 6. Dezember 2010 Beschwerde mit den
Anträgen, der Entscheid und die Verfügung vom 15. Juli 2010 seien aufzuheben; der
Beschwerdeführerin seien ab 1. Juli 2010 weiterhin Leistungen der Unfallversicherung
auszurichten, und es sei ihr eine Integritätsentschädigung von mindestens 10%
zuzusprechen. Eventuell sei die Angelegenheit zur Vornahme von weiteren
medizinischen Abklärungen und zur Festlegung der Integritätsentschädigung an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Zur Begründung führte die Rechtsvertreterin
unter anderem aus, die RehaClinic Baden habe die unfallbedingte Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin im Gutachten vom 28. August 2009 auf 60% (75% des 80%igen
Arbeitspensums) geschätzt. Beim Ereignis vom 8. Mai 2003 habe es sich um einen
mittelschweren Unfall gehandelt, bei welchem es zu einem Drehmechanismus
gekommen sei. Die Adäquanzkriterien einer fortgesetzt spezifischen, belastenden
ärztlichen Behandlung, der erheblichen Arbeitsunfähigkeit, eines schwierigen
Heilungsverlaufs und der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung seien
erfüllt. Gemäss Gutachten der neurologischen Klinik des Kantonsspitals Aarau bestehe
aus neurologischer Sicht eine Integritätseinbusse von 10%. Damals habe gemäss dem
bundesgerichtlichen Entscheid auf jeden Fall noch ein adäquater
Kausalzusammenhang bestanden. Es sei deshalb schon aus neurologischer Sicht von
einem Integritätsschaden von 10% auszugehen, wobei zusätzlich noch
neuropsychologische und rheumatologische Aspekte zu berücksichtigen seien.
B.b In der Beschwerdeantwort vom 4. Februar 2011 beantragte die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die
Darlegungen im angefochtenen Entscheid und führte unter anderem aus, die
Leistungseinstellung sei korrekt erfolgt. Nach Lage der medizinischen Akten sei der
Endzustand bereits seit langem erreicht gewesen. Es habe höchstens ein mittlerer
Unfall an der Grenze zu den leichten Ereignissen vorgelegen. Für die Bejahung der
Adäquanz seien nicht genügend Kriterien erfüllt. Eine Integritätsentschädigung sei
mangels adäquaten Kausalzusammenhangs nicht geschuldet.
B.c Mit Replik vom 24. Februar 2011 (act. G 7) und Duplik vom 7. März 2011 (act. G 9)
bestätigten die Parteien ihre Standpunkte.
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Erwägungen:
1.
Streitig ist, ob die Leistungen, welche von der Beschwerdegegnerin im Anschluss an
das Unfallereignis vom 8. Mai 2003 ausgerichtet wurden, auf den 30. Juni 2010
eingestellt werden durften oder nicht. Gemäss ständiger Praxis des Bundesgerichts
(bis 31. Dezember 2006: Eidgenössisches Versicherungsgericht, EVG) kann ein nach
einem versicherten Unfall aufgetretenes Leiden nur dann als dessen Folge betrachtet
werden, wenn und soweit es zumindest überwiegend wahrscheinlich von jenem Unfall
herrührt (natürliche Kausalität; BGE 115 V 133 sowie 117 V 359 und 134 V 109). Die
blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung des
Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181 Erw. 3.1; BGE 119 V 338 Erw. 1 und 118 V
289 Erw. 1b je mit Hinweisen). Der Unfallversicherer haftet sodann nur für jene Folgen,
die mit dem Unfall adäquat-kausal zusammenhängen (SVR 2000 UV Nr. 14 S. 45).
Während es Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist, den natürlichen
Kausalzusammenhang zu beurteilen, obliegt es dem Gericht, die Fragen nach dem
adäquaten Kausalzusammenhang zu beurteilen (BGE 123 III 110 Erw. 3a). Im Bereich
klar ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinn von nachweisbaren strukturellen
Veränderungen (ein organisches Substrat konnte mit Bild gebenden
Untersuchungsmethoden [Röntgen, Computertomogramm, EEG] nachgewiesen
werden) spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen
Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine
Rolle. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne weiteres zu bejahen (BGE
127 V 103 Erw. 5b/bb, 123 V 102 Erw. 3b, 118 V 291 Erw. 3a, 117 V 365 Erw. 5d/bb
mit Hinweisen). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) fassbar, ist
eine eigenständige Adäquanzbeurteilung durchzuführen, bei welcher wie folgt zu
differenzieren ist: Hat die versicherte Person beim Unfall kein Schleudertrauma bzw.
keine schleudertraumaähnliche Verletzung erlitten, gelangt die Rechtsprechung
gemäss BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa zur Anwendung. Ergeben die Abklärungen indessen
das Vorliegen einer Schleudertraumaverletzung, muss geprüft werden, ob die zum
typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen
zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in den
Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE
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115 V 140 Erw. 6c/aa für Unfälle mit psychischen Unfallfolgen aufgestellten Grundsätze
massgebend (BGE 123 V 99 Erw. 2a). Andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz
gemäss den in BGE 117 V 359 festgelegten und in BGE 134 V 109 präzisierten
Kriterien. Die Anwendung der Rechtsprechung zum adäquaten Kausalzusammenhang
bei Schleudertraumen der HWS setzt voraus, dass die psychischen Beschwerden aus
dem Unfall hervorgehen und zusammen mit den organischen Beschwerden, die
ebenfalls auf das Unfallereignis zurückzuführen sind, ein komplexes Gesamtbild
ergeben (RKUV 2000 Nr. U 397 S. 328 Erw. 3b).
2.
2.1 Nach Lage der medizinischen Akten (vgl. act. 5.4/ZM3, ZM4, ZM6, ZM18, ZM19)
ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als erstellt zu erachten, dass die bei der
Beschwerdeführerin nach dem Unfall vom 8. Mai 2003 aufgetretenen Beschwerden
sich nicht auf eine objektivierbare organische Schädigung bzw. strukturelle
Veränderung an der HWS zurückführen lassen, die mit dem Unfall vom 8. Mai 2003 in
Zusammenhang gebracht werden kann. Hingegen ist - bei vorbestehenden
(unfallunabhängigen) Degenerationen im HWS-Bereich (vgl. unter anderen act. G 5.4/
ZM19 S. 10 und ZM22 S. 14) - ärztlich bestätigt, dass die Beschwerdeführerin bei
diesem Unfall eine HWS-Distorsion erlitt (act. G 5.4/ZM1, ZM18, ZM19). Gemäss ihren
eigenen Angaben vom 4. September 2003 traten nach dem Unfallereignis Kopf- und
Nackenschmerzen auf, welche in die Hand strahlten (act. G 5.3/Z14). Am 9. Mai 2003
schilderte Dr. C._ die Heckkollision vom 8. Mai 2003 im Dokumentationsbogen für
Erstkonsultation nach kraniozervikalem Beschleunigungstrauma im Wesentlichen
dahingehend, dass die Beschwerdeführerin nicht auf die Kollision gefasst gewesen sei
und den Fuss auf der Bremse gehabt habe. Es habe eine Schreckreaktion
stattgefunden. Eine Bewusstlosigkeit, eine Gedächtnislücke oder eine andere
Bewusstseinsstörung habe nicht vorgelegen. Die Patientin sei sehr nervös gewesen.
Nackenschmerzen mit Ausstrahlung in den Hinterkopf seien sofort aufgetreten.
Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen oder andere Symptome wurden
demgegenüber verneint. Äussere Verletzungen oder Anhaltspunkte für
posttraumatische ossäre Läsionen hätten sich nicht ergeben. Die Patientin habe den
Kopf an der Kopfstütze angeschlagen (act. G 5.4/ZM1). Eine durch E._, Dipl. Ing. FH,
erstellte Unfallanalyse ergab gemäss Bericht vom 4. Mai 2005 eine kollisionsbedingte
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Geschwindigkeitsänderung von 4-9 km/h (unterer und oberer Grenzwert). Die
Kollisionskräfte hätten von hinten nach vorne auf den Personenwagen der
Beschwerdeführerin gewirkt. Die Bewegungsrichtung der Beschwerdeführerin sei,
relativ zum Fahrzeug, annähernd gerade nach hinten gewesen (act. G 5.5).
2.2 Ist ein Schleudertrauma oder eine äquivalente Verletzung der HWS diagnostiziert
und liegt - wie dies konkret der Fall ist - kein fassbarer organischer (unfallbedingter)
Befund an der HWS im erwähnten Sinn vor, muss für die Bejahung der natürlichen
Kausalität ein typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie
diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen,
Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit und Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität,
Depression, Wesensveränderung usw. vorliegen (BGE 117 V 359 Erw. 4b; vgl. auch
BGE 117 V 369 Erw. 3e; Bestätigung in BGE 134 V 109 Erw. 9). Dieses Beschwerdebild
mit einer Häufung von Beschwerden muss jedoch nicht in seiner umfassenden
Ausprägung innerhalb von 24 bis höchstens 72 Stunden nach dem Unfall auftreten.
Vielmehr genügt es, wenn sich in diesem Zeitraum Beschwerden in der Halsregion oder
an der HWS manifestieren (Urteile des Bundesgerichts vom 30. Januar 2007, U 215/05,
und vom 15. März 2007, U 258/06; RKUV 2000 Nr. 359 S. 29 Erw. 5e). Im Weiteren
muss nach der Rechtsprechung (vgl. z.B. Urteil des Bundesgerichts vom 4. November
2005 i/S K., U 312/05) nicht der gesamte Beschwerdekatalog vorliegen, um von einer
Unfallkausalität ausgehen zu können.
Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen hielt im die Beschwerdeführerin
betreffenden Entscheid vom 14. März 2007 (UV 2006/52) fest, von einem für HWS-
Verletzungen typischen Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden könne
nach Lage der Akten im Nachgang zum Unfall und auch später nicht gesprochen
werden. Insbesondere mit Blick auf die erwähnten Angaben im Dokumentationsbogen
(act. G 5.4/ZM1) sowie den Bericht der erstbehandelnden Ärztin Dr. D._ (act. G 5.4/
ZM2), welche als Befund ausschliesslich "Schmerzen HWS" vermerkte, könne eine
Häufung von Beschwerden im Nachgang zum Unfall nicht als ausgewiesen gelten. Das
im Bericht von Dr. med. F._, Spezialarzt FMH für Neurologie, vom 16. September
2003 angeführte "Krüseln im Daumen" und "Verschlafen in den radialen Fingern",
welches nach Schütteln der Hand zurückgegangen und als mögliche Folge eines
(krankheitsbedingten) Carpaltunnelsyndroms gedeutet worden sei (act. G 5.4/ZM3,
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ZM9), dürfte nicht zum typischen Beschwerdebild gehören (vgl. dazu Liste in Schmidt
H., Senn J. Hrsg., Schleudertrauma - neuster Stand: Medizin, Biomechanik, Recht und
Case Management, 1. A., Zürich 2004, S. 14f). Wenn Dr. C._ im Bericht vom 31.
August 2004 ein Unwohlsein in Räumen mit mehreren Schallquellen erwähnt (act. G
5.4/ZM10) und die Beschwerdeführerin gegenüber den Gutachtern des Kantonsspitals
Aarau am 9. März 2005 eine abnehmende Konzentrationsfähigkeit angeführt habe (act.
G 5.4/ZM18 S. 3), so könnten diese Beschwerden schon wegen der grossen Latenzzeit
nicht als kausale Unfallfolge angesehen werden. Bei einem krankheitsbedingten
Vorzustand im HWS-Bereich (vgl. act. G 5.4/ZM4) seien zwar im neurologischen und
rheumatologischen Gutachten die klinischen Befunde (muskulärer Hartspann im
Nacken-Schultergürtel-Bereich und eingeschränkte Beweglichkeit insbesondere der
oberen HWS-Segmente) mit dem Beschleunigungstrauma in Verbindung gebracht und
als überwiegend wahrscheinlich unfallkausal bezeichnet worden (vgl. act. G 5.4/ZM18,
19). An der wegen fehlendem typischem Beschwerdebild bzw. fehlender
Beschwerdehäufung nicht gegebenen Unfallkausalität im Sinn der Rechtsprechung
vermöge dies jedoch nichts zu ändern. Demgegenüber sei das Bestehen der
natürlichen (medizinischen) Unfallkausalität als solche auch von Seiten der
Beschwerdegegnerin unbestritten geblieben (Entscheid, a.a.O., S. 8).
2.3 Das Bundesgericht bejahte, ohne auf die Frage der fehlenden
Beschwerdehäufung weiter einzugehen, im Urteil vom 4. September 2008
(8C_232/2007, Erw. 3.2) mit Hinweis auf das Gutachten des Kantonsspitals Aarau vom
4. Juli 2005 (act. G 5.4/ZM18) und das rheumatologische Gutachten der RehaClinic
Baden vom 29. September 2005 (act. G 5.4/ZM19) den natürlichen
Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 8. Mai 2003 und den über den 31.
Oktober 2003 hinaus fortbestehenden belastungsabhängigen Beschwerden im
Schulter- und Nackenbereich. Das Gericht kam - mit Hinweis auf den im Nachgang
zum kantonalen Entscheid ergangenen BGE 134 V 109 Erw. 4.1 - zum Schluss, dass
im Zeitpunkt der Begutachtungen im Kantonsspital Baden (Untersuchung vom 9. März
2005) und in der RehaClinic Baden (Untersuchung vom 5. September 2005) von einer
weiteren ärztlichen Behandlung der Unfallfolgen noch eine namhafte Besserung des
Gesundheitszustandes zu erwarten gewesen sei. Der Moment für den Fallabschluss sei
somit am 31. Oktober 2003 noch nicht erreicht gewesen (Urteil, a.a.O., Erw. 3.4).
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2.4 Eine Begutachtung der Beschwerdeführerin im ZMB hatte gemäss Bericht vom
6. Mai 2008 zuhanden der IV-Stelle die Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
eines chronischen cervicospondylogenen Syndroms (bei degenerativen HWS-
Veränderungen und Status nach Autounfall vom 8. Mai 2003) sowie ein residuelles
sensibles Reiz- und Ausfallsyndrom des distalen Nervus ulnaris links ergeben. Seit dem
Unfall von 2003 liege das Ausmass der ausgeübten Tätigkeit bei 50%, ausgehend von
einem 80%igen Pensum vor diesem Ereignis. Nach dem Unfall sei die
Beschwerdeführerin nicht bewusstlos gewesen und es habe auch keine
Gedächtnislücke bestanden. Praktisch sofort seien Nackenschmerzen aufgetreten.
Solche würden bis heute persistieren, belastungsabhängig verstärkt und begleitet von
einer eingeschränkten Beweglichkeit. Wegen der Schmerzen mache die
Beschwerdeführerin auch Probleme mit der Konzentration geltend. Der klinisch
objektivierbare Befund im Bereich des Nackens nehme sich bescheiden aus. Er erkläre
nicht zwanglos die Schmerzen und deren Auswirkungen im Alltag und bei der
Arbeitsfähigkeit. Sie (die Gutachter) hätten für diese Diskrepanz keine Erklärung (keine
Anhaltspunkte für Aggravation, psychogene Überlagerung der Beschwerden oder für
eine psychosoziale Belastungssituation). In der angestammten und bis heute
ausgeübten Tätigkeit als Zivilstandsbeamtin bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 70%
(ausgehend von einem 100%-Pensum). Die Einschränkung ergebe sich durch die
Befunde im Bereich des Nackens (häufiges Einhalten der gleichen Position) bzw. der
linken Hand (Arbeit am PC). Das Ausmass der aktuellen Arbeitsfähigkeit gelte seit Juni
2003. Bezüglich des Nackens empfehle sich die Aufnahme einer aktiven
Physiotherapie. Mit dieser Massnahme sollte zumindest die Anfälligkeit für
Beschwerden vermindert werden können. Weitere Massnahmen könnten aus
medizinischer Sicht nicht genannt werden; bei den Befunden im Bereich der linken
Hand handle es sich um residuelle. Die Einschätzung einer 50%igen Arbeitsfähigkeit im
Gutachten der neurologischen Klinik des Kantonsspitals Aarau vom 4. Juli 2005
erscheine unter Berücksichtigung der objektivierbaren Befunde zu tief. Im
rheumatologischen Gutachten vom 29. September 2005 sei davon ausgegangen
worden, dass die damals bestehende 50%ige Arbeitsfähigkeit im Zeitraum von einigen
Monaten auf 75% gesteigert werden könne, was sich in etwa mit ihrer (der Gutachter)
Beurteilung decke. Die aktuelle Tätigkeit sei als gut angepasst zu beurteilen. Bezüglich
der Belastbarkeit des Nackens sollte (durch aktive Physiotherapie) noch eine
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Besserung zu erreichen sein (act. G 5.1/132). Dr. med. G._, Prakt. Arzt FMH,
bescheinigte am 1. Dezember 2008 eine "eingeschränkte Arbeitsfähigkeit von 30%".
Ein medizinischer Endzustand erscheine erreicht. Bei diesbezüglichen Zweifeln sei
gegebenenfalls ein neurologisch-orthopädisches Fachgutachten zu veranlassen (act. G
5.4/ZM20). Am 18. Dezember 2008 korrigierte der Arzt seine Ausführungen
dahingehend, dass nach wie vor eine Arbeitsfähigkeit von 50% vorliege (act. G 5.1/
M149; act. G 5.4/ZM21).
Im rheumatologischen Gutachten der RehaClinic Baden vom 28. August 2009 wurden
unter anderen die Diagnosen eines chronischen Zervikovertebral-Syndroms und einer
Adipositas bestätigt. Anhaltspunkte für eine relevante psychische Überlagerung der
Beschwerden fänden sich nicht. Die geltend gemachten Beschwerden seien weiterhin
überwiegend wahrscheinlich auf das Beschleunigungstrauma der HWS vom 8. Mai
2003 zurückzuführen, auch wenn die radiologischen Verlaufskontrollen eine leichte
Zunahme der degenerativen Veränderungen im Sinn der Spondylose C3/C4 und C4/C5
zeigen würden. Die unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit betrage 25% des 80%igen
Arbeitspensums. Die Arbeitsunfähigkeit rückwirkend seit September 2005 sei nicht
sicher beurteilbar. Allenfalls sei im Sinn der (früheren) Beurteilung von Dr. H._
spätestens ab Beginn 2006 von einer 75%igen Arbeitsfähigkeit bezogen auf das
ursprüngliche 80%ige Pensum auszugehen. Tätigkeiten, die mit einem langen
Verharren in einer Position verbunden seien, z.B. sitzende Arbeit vor dem Bildschirm
über mehrere Stunden, Stehen ohne Positionswechsel, mehrstündiges Arbeiten am
PC, seien ungünstig. Diese Beeinträchtigungen seien mit 25% bezogen auf das
80%ige Arbeitspensum vor dem Unfall zu gewichten. Die Frage nach dem
Integritätsschaden könne erst dann beantwortet werden, wenn durch eine ärztliche
respektive physiotherapeutische Behandlung keine namhafte Besserung des
Gesundheitszustands mehr erreicht werden könne. Diese Feststellung könne zum
heutigen Zeitpunkt nicht getroffen werden, da weiterhin von einer 75%igen
Arbeitsfähigkeit mit der Möglichkeit, diese bezogen auf ein 80%-Pensum auch zu
erreichen, auszugehen sei. Die Beschwerdeführerin habe am 10. März 2009
angegeben, dass sie ihre Arbeitstätigkeit ab dem 1. Januar 2009 auf 60% von 80%
gesteigert habe, und dies wohl ohne konsequente Umsetzung der von den
Vorgutachtern empfohlenen Massnahmen (Physiotherapie, stationärer
Rehabilitationsaufenthalt). Zusammen mit einer Umsetzung der bereits 2005 und 2008
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beschriebenen Empfehlungen werde eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 75% der
früheren 80%igen Tätigkeit in den nächsten 6-9 Monaten für nicht unrealistisch
gehalten. Daher könne noch nicht mit Sicherheit gesagt werden, dass ein
medizinischer Endzustand erreicht sei. Wenn unter konsequenter Physiotherapie
(eventuell auch im Rahmen einer stationären Rehabilitation) innert der nächsten 6-9
Monate keine weitere Steigerung der Arbeitsfähigkeit möglich sei, müsse dann von
einem medizinischen Endzustand ausgegangen werden (act. G 5.4/ZM22).
Am 22. Februar 2010 berichtete Dr. G._ unter anderem, es bestünden nach wie vor
häufige Cephalgien, Nacken/Schulter-Schmerzen und muskuläre Verspannungen des
gesamten Schultergürtels. Die Arbeitsfähigkeit betrage nach wie vor 50% (act. G 5.4/
ZM23). Eine weitere Beurteilung der RehaClinic Baden ergab gemäss Bericht vom 29.
April 2010 unter anderem, dass der Zustand der Beschwerdeführerin trotz
physiotherapeutischer aktiver Massnahmen praktisch nicht habe verändert werden
können. Es sei davon auszugehen, dass keine weitere Steigerung der Arbeitsfähigkeit
mehr möglich und von einem medizinischen Endzustand auszugehen sei. Ziel einer
weiteren, notwendigen physiotherapeutischen Behandlung sei die Erhaltung der
aktuellen Arbeitsfähigkeit (act. G 5.4/ZM24).
3.
3.1 Die vorliegend zu prüfende Adäquanz beurteilt sich grundsätzlich nach Massgabe
der in BGE 117 V 359 Erw. 6 entwickelten und in BGE 134 V 109 Erw. 10 präzisierten
Kriterien. Dabei ist auf eine Differenzierung zwischen psychischen und physischen
Komponenten zu verzichten, fehlt es doch nach Lage der Akten an einer Dominanz
psychischer Probleme (vgl. BGE 123 V 98 Erw. 2a). Nachdem es jedoch in jedem
Zeitpunkt nach dem Unfall an einem HWS-Trauma-typischen Beschwerdebild fehlte
und auch eine rein somatisch/organisch-strukturell begründete
Gesundheitsbeeinträchtigung wie erwähnt nicht vorliegt, wäre die Adäquanz an sich
analog nach der Rechtsprechung zu den psychischen Unfallfolgen (BGE 115 V 133) zu
beurteilen, auch wenn solche aktenmässig nicht ausgewiesen sind. Wie nachstehend
zu zeigen sein wird, ist die Adäquanz indessen, auch wenn zwischen den
verschiedenen Beschwerdeursachen nicht unterschieden und dementsprechend die für
die Beschwerdeführerin günstigere Schleudertrauma-Praxis (vgl. dazu SVR 2010 UV
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Nr. 3 S. 11; Urteil des Bundesgerichts vom 18. September 2009 i/S G., 8C_283/2009)
angewendet wird, zu verneinen.
3.2 Was den für die Adäquanzprüfung vorausgesetzten Behandlungsabschluss (im
Sinn von Art. 19 Abs. 1 UVG; BGE 134 V 109 Erw. 4) betrifft, ergibt sich aus dem in
Erw. 2.4 geschilderten Verlauf - insbesondere aus dem Bericht der RehaClinic Baden
vom 29. April 2010 - klar, dass ab dem Zeitpunkt dieses Berichts, spätestens jedoch
Ende Juni 2010 von einer weiteren Behandlung eine tatsächliche Verbesserung des
Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit nicht zu erwarten und diese lediglich
noch zur Erhaltung des erreichten Zustands empfohlen worden war. Im Weiteren
zeigen die medizinischen Berichte auf, dass der gesundheitliche Zustand der
Beschwerdeführerin seit 2005 trotz Behandlungen praktisch unverändert blieb. Es lässt
sich somit nicht beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin die Adäquanzprüfung auf
den 30. Juni 2010 vornahm.
4.
4.1 Im bereits erwähnten Entscheid vom 14. März 2007 (UV 2006/52) war das Ver
sicherungsgericht nach Prüfung der damals vorgebrachten Einwände der
Beschwerdeführerin betreffend die von der Beschwerdegegnerin erstellte Unfallanalyse
zum Schluss gelangt, die Erstellung eines ausführlichen biomechanischen Gutachtens
könne insofern unterbleiben, als ein solches nicht geeignet wäre, eine von der
Unfallanalyse erheblich abweichende Beurteilung der Unfallschwere zu begründen
sowie die Adäquanz der gesundheitlichen Beschwerden zu belegen. Denn selbst wenn
von einer höheren kollisionsbedingten Geschwindigkeitsänderung - in der Unfallanalyse
war ein Wert von zwischen 4 und 9 km/h festgestellt worden - auszugehen wäre, läge
immer noch ein mittelschwerer Unfall (im Grenzbereich zu den leichten Ereignissen)
vor. Angesichts der Schadenkalkulation des Haftpflichtversicherers und der Unfallfotos
des Fahrzeugs der Beschwerdeführerin (vgl. act. G 5.3/Z67) würden die Ausführungen
in der Unfallanalyse zum Schaden und zur kollisionsbedingten
Geschwindigkeitsänderung durchwegs nachvollziehbar erscheinen. Der am
unfallverursachenden Auto (Peugeot) entstandene Schaden brauche insofern nicht im
Detail abgeklärt zu werden, als sich aus dem Polizeibericht ergebe, dass Stossstange,
Lichteinheit und Kotflügel eingedrückt gewesen und der Schaden auf Fr. 4'000.--
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geschätzt worden sei (act. G 5.5/Za5). Aus der beim unfallverursachenden Fahrzeug
gemessenen Bremsblockierspur von immerhin rund 13 (rechts) bzw. 12 Metern (links)
werde zudem ersichtlich, dass der Unfallverursacher vor dem Aufprall relativ viel
Geschwindigkeit - das Ausgangs-Tempo vor Einleitung der Bremsung sei im
Polizeibericht gestützt auf Angaben des Lenkers mit 60 km/h angegeben worden -
"heruntergebremst" haben musste. Auf dieser Basis erscheine auch die
Kollisionsgeschwindigkeit von 9.5 - 18 km/h (Unfallanalyse S. 4) erklärbar. Jedenfalls
fehle es an einem konkreten Anhaltspunkt für fehlerhafte Annahmen in der
Unfallanalyse. Zur polizeilichen Schadenschätzung sei im Übrigen festzuhalten, dass
sich diese als nicht zutreffend herausgestellt habe (vgl. Unfallanalyse S. 4 oben; act. G
5.5). Den vorhandenen Unwägbarkeiten hinsichtlich der Höhe des Sachschadens und
der Ausgangsgeschwindigkeit des Unfallverursachers habe die Unfallanalyse mit der
Ermittlung eines Minimal- und eines Maximalwertes zureichend Rechnung getragen
(Entscheid, a.a.O., Erw. 3e, 3f).
Diese Darlegungen haben nach wie vor Gültigkeit. Bei der in Frage stehenden
Auffahrkollision ist dementsprechend von einem mittelschweren Ereignis im
Grenzbereich zu den leichten Unfällen auszugehen (RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236). Aus
dem nicht näher ausgeführten Vorbringen der Beschwerdeführerin, dass es durch den
Aufprall zu einem Drehmechanismus gekommen sei (act. G 1 S. 4), lassen sich in
diesem Zusammenhang keine zusätzliche Krafteinwirkung auf den Körper der
Beschwerdeführerin oder anderweitig erschwerende Verhältnisse ableiten. Die
Adäquanz des Kausalzusammenhangs ist somit zu bejahen, wenn ein einzelnes der in
die Beurteilung einzubeziehenden Kriterien in besonders ausgeprägter Weise vorliegt
oder die zu berücksichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise gegeben
sind (BGE 117 V 359 Erw. 6b).
4.2
4.2.1 Von besonders dramatischen Begleitumständen oder einer besonderen
Eindrücklichkeit des Unfalls kann offensichtlich nicht gesprochen werden. Sodann
vermag die Diagnose eines HWS-Distorsionstraumas die Schwere oder besondere Art
der Verletzung für sich allein nicht zu begründen. Es bedarf hierzu einer besonderen
Schwere der für das Schleudertrauma typischen Beschwerden oder besonderer
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Umstände, welche das Beschwerdebild beeinflussen können. Diese können
beispielsweise in einer beim Unfall eingenommenen Körperhaltung und den dadurch
bewirkten Komplikationen bestehen. Solche Umstände sind hier insofern nicht
gegeben, als im entsprechenden Dokumentationsbogen unter anderem eine gerade
Kopfstellung beim Aufprall festgehalten wurde (act. G 5.4/ZM1). Es liegt auch keine
besondere Schwere der für das Schleudertrauma typischen Beschwerden vor (vgl.
BGE 134 V 109 Erw. 10.2.2 mit Hinweisen). Das Beschleunigungstrauma traf konkret
jedoch eine vorgeschädigte Wirbelsäule (vgl. unter anderem act. G 5.4/ZM 19 S. 12); es
ist somit als Verletzung besonderer Art zu qualifizieren. Das Kriterium ist damit - wenn
auch nicht in besonders ausgeprägtem Masse - als erfüllt anzusehen (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 11. Juni 2008 [8C_785/2007] Erw. 4.4).
4.2.2 Was das Kriterium der fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen
Behandlung (vgl. BGE 134 V 109 Erw. 10.2.3) betrifft, ist festzuhalten, dass die
Beschwerdeführerin seit dem Unfall in Behandlung stand, ohne dass damit eine
vollständige Besserung ihrer Beschwerden eingetreten wäre. Dabei handelte es sich
vorab um medikamentöse und physiotherapeutische Massnahmen. In Anbetracht
dieser Gegebenheiten erscheint das Vorliegen einer fortgesetzt spezifischen, die
Beschwerdeführerin belastenden ärztlichen Behandlung bis zum Zeitpunkt der
Adäquanzprüfung nicht überwiegend wahrscheinlich ausgewiesen, zumal Physio-
sowie eine medikamentöse Schmerztherapie das Kriterium für sich allein nicht zu
erfüllen vermögen (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 17. April 2008 i/S H.B.
[8C_181/2007] Erw. 3.2, vom 5. September 2008 i/S S.I. [8C_52/2008] Erw. 8.2, und
vom 18. Dezember 2008 [8C_724/2008] Erw. 4.4.2). Zudem sind
Abklärungsmassnahmen bzw. Begutachtungen sowie ärztliche Kontrollen bei der
Prüfung dieses Kriteriums nicht zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts vom 16.
Mai 2008 [8C_57/2008], Erw. 9.3.3).
4.2.3. Adäquanzrelevant können im Weiteren in der Zeit zwischen dem Unfall und
dem Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG ohne wesentlichen Unterbruch bestehende
erhebliche Beschwerden sein. Die Erheblichkeit beurteilt sich nach den glaubhaften
Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person durch die
Beschwerden im Lebensalltag erfährt (BGE 134 V 109 Erw. 10.2.4). Die
Beschwerdeführerin bestätigte gegenüber den Gutachtern des Kantonsspitals Aarau
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und der RehaClinic Baden in den Jahren 2005, 2009 und 2010 beschwerdefreie
Phasen sowie die Belastungsabhängigkeit der Beschwerden (act. G 5.4/ZM18 S. 2,
ZM19 S. 7, ZM22 S. 12, ZM24). Bei dieser Aktenlage können im Zeitraum bis Juni 2010
dauerhafte und erhebliche (unfallbedingte) Beschwerden nicht überwiegend
wahrscheinlich angenommen werden. Dabei ist zusätzlich zu beachten, dass die
Beschwerdeführerin vor dem streitigen Unfall bereits im Jahr 2001 wegen
Nackenbeschwerden behandelt worden war (act. G 5.4/ZM19 S. 12) und sie trotz der
Beschwerden während Jahren in einem Teilzeitpensum arbeiten konnte (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 2. Dezember 2008 i/S S. [8C_209/2008]). Damit lässt sich dieses
Kriterium nicht bejahen. Für das Vorliegen eines schwierigen Heilverlaufs und von
erheblichen Komplikationen lassen sich den Akten keine Anhaltspunkte entnehmen.
Solche Umstände können nicht schon dann angenommen werden, wenn eine Vielzahl
von verschiedenen Therapien zu keinem Heilungserfolg führt. Auch von einer die
Unfallfolgen erheblich verschlimmernden ärztlichen Fehlbehandlung kann nicht
ausgegangen werden.
4.2.4 Was schliesslich das Kriterium der Arbeitsfähigkeit anbelangt, ist gemäss BGE
134 V 109 Erw. 10.2.7 dem Umstand Rechnung zu tragen, dass bei leichten bis
mittelschweren Schleudertraumen der HWS und ähnlichen Verletzungen ein längerer
oder gar dauernder Ausstieg aus dem Arbeitsprozess vom medizinischen Standpunkt
aus als eher ungewöhnlich erscheint. Nicht die Dauer der Arbeitsunfähigkeit ist daher
massgebend, sondern eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit als solche, die zu überwinden
die versicherte Person ernsthafte Anstrengungen unternimmt. Konkret muss ihr Wille
erkennbar sein, sich durch aktive Mitwirkung raschmöglichst wieder in den
Arbeitsprozess einzugliedern. Solche Anstrengungen können sich insbesondere in
ernsthaften Arbeitsversuchen trotz allfälliger persönlicher Unannehmlichkeiten
manifestieren. Sodann können Bemühungen um alternative, der gesundheitlichen
Einschränkung besser Rechnung tragende Tätigkeiten ins Gewicht fallen. Nur wer in
der Zeit bis zum Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG in erheblichem Masse
arbeitsunfähig ist und solche Anstrengungen auszuweisen vermag, kann das Kriterium
erfüllen (BGE 134 V 109 Erw. 10.2.7). - Für die Zeit ab 8. Mai 2003 ist - bezogen auf
das vor dem Unfall ausgeübte Pensum von 80% - eine volle Arbeitsunfähigkeit, ab
26. Mai 2003 eine solche von 75% und ab 10. Juni 2003 von 50% ärztlich bestätigt
(act. G 5.3/Z16, Z24, Z28). Die RehaClinic Baden bescheinigte im Gutachten vom 29.
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September 2005 ebenfalls eine auf das ursprüngliche 80%-Pensum bezogene 50%ige
Arbeitsfähigkeit (act. G 5.4/ZM 19 S: 13). Im Gutachten des ZMB vom 6. Mai 2008
wurde die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit mit 70% (ausgehend von einem
100%-Pensum) angegeben (act. G 5.1/132). Im Gutachten der RehaClinic Baden vom
28. August 2009 wurde sodann eine unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit von 25% eines
80%igen Arbeitspensums bescheinigt (act. G 5.4/ZM22) und am 11. Juni 2010 von
derselben Stelle bestätigt (act. G 5.4/ZM25). Für die Zeit bis 30. Juni 2010 liesse sich
mit Blick auf diese Einschätzungen das Adäquanzkriterium der erheblichen
Arbeitsunfähigkeit - wenn überhaupt - höchstens in geringem Umfang bejahen (vgl.
dazu Urteil des Bundesgerichts i/S G. vom 30. Oktober 2009 [8C_488/2009] Erw.
5.2.2), und nur dann, wenn überdies Anstrengungen im erwähnten Sinn aufgrund der
von der Beschwerdeführerin rasch nach dem Unfall wieder teilweise aufgenommenen
bisherigen Tätigkeit bejaht würden.
4.3. Damit sind insgesamt höchstens zwei der in BGE 134 V 109 angeführten
Adäquanzkriterien (eher geringgradig) gegeben, was bedeutet, dass die Adäquanz der
nach wie vor geklagten Beschwerden mit dem versicherten Unfall zu verneinen ist, da
nach der Rechtsprechung bei mittelschweren Unfällen im engeren Sinn die Erfüllung
von mindestens drei Adäquanzkriterien und bei solchen im Grenzbereich zu den
leichten Unfällen mindestens vier Kriterien verlangt sind (SVR 2010 UV Nr. 25, 100 mit
Hinweis auf Urteil des Bundesgerichts vom 2. Oktober 2009 [8C_421/2009]; Urteile des
Bundesgerichts vom 31. Juli 2009 i/S X. [8C_172/2009] und vom 29. Januar 2010 i/S
S. [8C_897/2009] Erw. 4.5). Damit kann dem Unfall vom 8. Mai 2003 keine
adäquanzrechtlich massgebende Bedeutung für die über den 30. Juni 2010 hinaus
andauernden Beschwerden zukommen. Eine Einstellung der Leistungen auf dieses
Datum erscheint demgemäss ausgewiesen. Im Umstand, dass die Leistungseinstellung
am 15. Juli 2010 auf Ende Juni 2010 verfügt und die Verfügung der Rechtsvertreterin
der Beschwerdeführerin nach ihren Darlegungen erst am 9. September 2010 zuging, ist
keine unzulässige Rückwirkung (vgl. act. G 1 S. 4 oben) zu erblicken, zumal der Wegfall
der Leistungspflicht wie ausgeführt als nachgewiesen zu gelten hat.
5.
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Bei fehlendem bzw. mit dem Erreichen des medizinischen Endzustands weggefallenem
adäquatem Unfallkausalzusammenhang ist auch ein Anspruch auf
Integritätsentschädigung nicht weiter zu prüfen. Hieran vermag auch der Umstand
nichts zu ändern, dass im neurologischen Gutachten vom 4. Juli 2005 die
Integritätseinbusse mit 10% angegeben (act. G 5.4/ZM18 S. 12) und im
rheumatologischen Gutachten vom 28. August 2009 die Prüfung des
Integritätsschadens vom Erreichen des medizinischen Endzustands abhängig gemacht
worden war (act. G 5.4/ZM22 S. 18). Im Urteil des Bundesgerichts vom 4. September
2008 (8C_232/2007) wurde im Wesentlichen die Frage des Behandlungsabschlusses
(als Voraussetzung für die Adäquanzprüfung) geklärt und verneint. Die Zusprechung
einer Integritätsentschädigung konnte in jenem Zeitpunkt und damit erst recht im
Zeitpunkt des Gutachtens vom 4. Juli 2005 schon mangels Vorliegens eines
medizinischen Endzustands nicht zur Diskussion stehen.
6.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des
Einspracheentscheids vom 2. November 2010 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine
zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP