Decision ID: 1a8af653-f8a7-4475-a279-278bb86d9031
Year: 2014
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. David Brassel, c/o Mätzler & Partner,
Grossfeldstrasse 45, 7320 Sargans,
gegen
CSS Versicherung AG, Recht & Compliance, Tribschenstrasse 21, Postfach 2568,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Taggeldleistungen (Rückforderung)
Sachverhalt:
A.
A.a A._, erlitt am 21. März 2011 beim B._-Kreisel bei einem Auffahrunfall ein
craniocervicales Beschleunigungstrauma, eine Ellbogen- und Knie-Kontusion rechts,
eine HWS-Distorsion sowie eine Thorax-Kontusion (UV-act. 1; vgl. den Bericht des
Spitals C._, UV-act. 15 f.; vgl. zum Unfallhergang den Polizeirapport vom 6. April
2011, UV-act. 68-25 ff.). Die CSS Versicherungen AG (nachfolgend CSS), bei welcher
der Versicherte durch die selbständige Tätigkeit in der Einzelunternehmung D._
gegen die Folgen von Unfällen versichert war, erbrachte die gesetzlichen Leistungen.
Die Bearbeitung des Schadenfalls erfolgte durch die Schweizerische
Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend Suva; vgl. UV-act. 6).
A.b Nachdem der Versicherte am 17. Mai 2011 gegenüber der zuständigen
Abklärungsperson der Suva eine erhebliche Besserung seines Gesundheitszustands
verneint hatte (UV-act. 17), wurde am 30. Juni 2011 in der Rehaklinik Bellikon ein
ambulantes Assessment (UV-act. 34, vgl. den Bericht vom 11. Juli 2011, UV-act. 38)
und am 29. August 2011 ein MRI Schädel/HWS durchgeführt. Letzteres ergab eine
MR-tomographisch normale Darstellung von Gross- und Kleinhirn sowie insbesondere
keinen Hinweis auf stattgehabte Kontusionsblutungen oder "sheering injuries" (UV-
act. 55).
A.c Am 1. September 2011 teilte der Haftpflichtversicherer des Versicherten, die
Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG (nachfolgend Haftpflichtver
sicherer), der Suva telefonisch mit, dass man den Versicherten habe überwachen
lassen. Dessen geltend gemachte Beschwerden seien nicht objektivierbar. Trotz aktiver
Behandlung trete keine Besserung des Gesundheitszustands ein (vgl. UV-act. 86, 87).
Im vom Haftpflichtversicherer zur Verfügung gestellten Bericht vom 5. Juli 2011 über
die Observationen vom 14. bis 24. Juni 2011 hielt die mit der Überwachung beauftragte
Unternehmung fest, der Versicherte habe sich in der Zeit der Observationen
vollkommen unauffällig verhalten. Er habe sich während der Geschäftsöffnungszeiten in
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seinem Betrieb aufgehalten und sich um seine Kundschaft gekümmert. Es hätten zu
keiner Zeit Anzeichen beobachtet werden können, welche auf Beschwerden oder
Schmerzen hingedeutet hätten (UV-act. 87). Im Auftrag des Haftpflichtversicherers
wurde der Versicherte zudem am 15. Juli 2011 erneut während einiger Stunden
observiert (vgl. UV-act. 87-32 ff.).
A.d Am 2. September 2011 wurde der Versicherte von Prof. Dr. med. E._, Facharzt
FMH Neurologie, neurologisch untersucht. Im entsprechenden Bericht vom 13.
September 2011 nannte dieser folgende Diagnosen: Eine HWS-Distorsion Grad I nach
Quebec-Task-Force-Klassifikation, für welche in der aktuellen Untersuchung keine
neurologischen Folgen mehr festzustellen seien, ein episodischer bis chronischer
Spannungskopfschmerz vom Spannungstypus, der zusätzlich vermutlich auch
Analgetika-unterhalten sei, sowie ein Verdacht auf rezidivierende Panikattacken und
Angststörung, beginnend bereits in der Zeit vor dem Unfallereignis. Es sei der zügige
Wiedereinstieg ins Berufsleben zu empfehlen. Auf neurologischem Fachgebiet bestehe
zurzeit keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (UV-act. 61).
A.e Ab dem 24. Oktober 2011 attestierte der Hausarzt des Versicherten, Dr. med.
F._ jun., Facharzt FMH Allgemeinmedizin, diesem eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit
(UV-act. 70, 76), woraufhin die CSS die Taggeldleistungen ab diesem Datum auf 50%
reduzierte.
A.f Der Kreisarzt Dr. med. G._, durch welchen die Suva das Observationsmaterial
hatte medizinisch beurteilen lassen (UV-act. 89), führte am 29. November 2011 aus,
nach Durchsicht des Videomaterials ergäben sich aus den unauffälligen
Bewegungsabläufen des Versicherten keine Hinweise, die zur Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit Anlass geben würden. Es lasse sich aufgrund der normalen
Bewegungsabläufe nicht rückschliessen, dass schmerzhafte
Bewegungseinschränkungen vorhanden seien (UV-act. 91).
A.g Nachdem der Versicherte einen Termin zur Besprechung mit der Suva nicht
wahrgenommen hatte (vgl. UV-act. 92), teilte diese ihm mit Schreiben vom 10. Januar
2012 mit, gestützt auf die neu bekannt gewordenen Tatsachen sei davon auszugehen,
dass in der Zeit ab Beginn der Observation (14. Juni 2011) bis heute keine erhebliche
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unfallbedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nachgewiesen sei. Der Versicherte
werde rückwirkend ab 14. Juni 2011 als voll arbeitsfähig betrachtet. Es werde
beabsichtigt, die in der Zeit vom 14. Juni bis 30. November 2011 ausbezahlten
Taggelder im Betrag von Fr. 20'853.10 zurückzufordern (UV-act. 93 f.; ab Dezember
2011 waren offenbar keine Taggelder mehr bezahlt worden). Es wurde dem
Versicherten die Möglichkeit zur Stellungnahme eingeräumt, welche dessen
Rechtsvertreter, Rechtsanwalt lic. iur. David Brassel, Sargans, am 20. Februar 2012
wahrnahm (UV-act. 97).
A.h Am 29. Februar 2012 verfügte die Suva die rückwirkende Einstellung der
Versicherungsleistungen per 14. Juni 2011 sowie die Rückforderung der erbrachten
Taggeldleistungen im Betrag von Fr. 20'853.10 (100% von 14. Juni bis 23. Oktober
2011, 50% von 24. Oktober bis 30. November 2011). Auf eine Rückforderung der
Heilungskosten verzichtete sie (UV-act. 98). Gegen diese Verfügung erhob der
Rechtsvertreter des Versicherten am 2. April 2012 Einsprache (UV-act. 109). Mit
Schreiben vom 17. Juli 2012 zog die Suva die Verfügung vom 29. Februar 2012 zurück.
Das Verfahren gelte als folgenlos abgeschlossen (UV-act. 111; wobei die
Taggeldzahlungen allerdings offenbar nicht wieder aufgenommen wurden).
A.i Am 26. Juli 2012 verfügte die CSS entsprechend der widerrufenen Suva-
Verfügung die Rückforderung der Taggeldleistungen im Betrag von Fr. 20'853.10 für
die Zeit vom 14. Juni bis 30. November 2011 (UV-act. 112). Die dagegen vom
Rechtsvertreter des Versicherten am 12. September 2012 erhobene Einsprache wies
die CSS mit Einspracheentscheid vom 14. Juni 2013 ab (act. G 1.2)
B.
B.a Dagegen erhob der Rechtsvertreter des Versicherten am 16. August 2013
Beschwerde und beantragte, der Einspracheentscheid vom 14. Juni 2013 und die
Verfügung vom 26. Juli 2012 seien aufzuheben, von einer Rückforderung von
Taggeldleistungen sei abzusehen und die Unfallversicherung sei zu verpflichten, für die
Zeit nach dem 14. Juni 2011 bis am 15. Januar 2012 Taggeldleistungen im Rahmen der
gesetzlichen und vertraglichen Pflichten und gemäss ärztlich bescheinigter
Arbeitsunfähigkeit zugunsten des Beschwerdeführers zu erbringen. Eventualiter sei die
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Angelegenheit zur Ergänzung der Beweismittel und zur Neubeurteilung an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge
zulasten der Beschwerdegegnerin. Zur Begründung führte er im Wesentlichen das
bereits in der Einsprache vom 12. September 2012 Vorgebrachte an und machte
insbesondere geltend, die angefochtene Verfügung und der Einspracheentscheid
stünden im Widerspruch zu den ärztlichen Zeugnissen des behandelnden Arztes. Die
Rechtmässigkeit der Observation und die Verwendbarkeit der Erhebungen würden
bestritten. Auch habe die Beschwerdegegnerin gegen das Beschleunigungsgebot
verstossen. Schliesslich sei die Verjährungseinrede zu erheben, da die
Rückforderungsverfügung erst ab dem 16. August 2012 habe Wirkung entfalten können
(act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 24. September 2013 beantragte die
Beschwerdegegnerin, die Beschwerde vom 16. August 2013 sei abzuweisen und der
Einspracheentscheid vollumfänglich zu bestätigen, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge zulasten des Beschwerdeführers. Zur Begründung führte sie im
Wesentlichen an, bei den vom Beschwerdeführer geltend gemachten Symptomen
handle es sich um ein nicht objektivierbares Beschwerdebild. Insofern seien das
Assessment in Bellikon sowie sämtliche Berichte des behandelnden Arztes von den
subjektiven Aussagen des Beschwerdeführers abhängig gewesen, deren
Wahrheitsgehalt sich am besten mittels Observation und anschliessender
kreisärztlicher Beurteilung habe überprüfen lassen. Die gerügte Zeitdauer zwischen
Kenntnisnahme der Observation und der Konfrontation begründe sich durch die
Notwendigkeit einer rechtlichen wie auch medizinischen Beurteilung. Auch sei die
einjährige Verwirkungsfrist gewahrt gewesen, da sie frühestens mit kreisärztlichem
Bericht vom 29. November 2011 sichere Kenntnis hinsichtlich der Unrechtmässigkeit
der bezogenen Leistungen gehabt habe (act. G 3).
B.c Mit Replik vom 25. November 2013 hielt der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers an seinen Anträgen fest und bestätigte im Wesentlichen seine
bereits vorgebrachten Standpunkte (act. G 7).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (act. G 9).

Erwägungen:
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1.
1.1 Soweit der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers in formeller Hinsicht aufgrund
des mit dieser geführten Korrespondenz die alleinige Zuständigkeit der Suva geltend
macht (act. G 1, S. 5, 11; act. G 7, S. 5 f.), ist mit der Beschwerdegegnerin darauf
hinzuweisen, dass die Stellung der Letztgenannten als Versicherungsträgerin im
vorliegenden Verfahren aus den relevanten Dokumenten klar hervorgeht. Gleiches gilt
für den Umstand, dass die Suva im Rahmen einer Zusammenarbeit lediglich mit der
Bearbeitung des Schadenfalls betraut war (vgl. exemplarisch das Formular zur
Schadenmeldung, UV-act. 1, sowie die Police Unfallversicherung für Unternehmen,
UV-act. 115; vgl. auch act. G 5, S. 4). Da die Verfügung vom 29. Februar 2012
fälschlicherweise im Namen der Suva und damit von einer formal unzuständigen Stelle
erlassen worden war, war sie als rechtsfehlerhaft zu qualifizieren. Diese fehlerhafte
Verfügung wurde daher zu Recht im Rahmen der Einsprache und somit vor Eintritt der
formellen Rechtskraft widerrufen. Aus dem Widerruf und der nochmaligen, korrekten
Eröffnung der Verfügung durch die Beschwerdegegnerin als formal zuständige Stelle ist
dem Beschwerdeführer kein Nachteil erwachsen, zumal die angefochtene Verfügung
vom 26. Juli 2012 mit derjenigen der Suva inhaltlich identisch ist. Damit ist das
Vorgehen der Beschwerdegegnerin entgegen der Argumentation des Rechtsvertreters
des Beschwerdeführers rechtens.
1.2 Im Weiteren rügt der Rechtsvertreter, die angefochtene Verfügung vom 26. Juli
2012 sei ungenügend begründet (act. G 1, S. 12; G 7, S. 7). Anfechtungsgegenstand
des vorliegenden Beschwerdeverfahrens ist der Einspracheentscheid der
Beschwerdegegnerin vom 14. Juli 2013 (act. G 1.2). Die Beschwerdegegnerin hat sich
darin ausführlich mit dem Vorwurf der ungenügenden Begründung der Verfügung
auseinandergesetzt (act. G 1.2, Ziff. 2.4) und überzeugend dargelegt, weshalb
vorliegend nicht von einer Verletzung des rechtlichen Gehörs auszugehen ist.
Diesbezüglich erübrigen sich weitere Ausführungen.
1.3 Hinsichtlich der vom Rechtsvertreter des Beschwerdeführers geltend gemachten
Verletzung des Beschleunigungsverbotes (act. G 1, S. 12; G 7, S. 8) ist festzuhalten,
dass Observationsergebnisse gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung einer
medizinischen Fachperson zur Beurteilung vorgelegt werden müssen, was vorliegend
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geschah (Urteil des Bundesgerichtes 9C_343/2012 vom 11. Oktober 2012 E. 4.1.1 mit
Hinweisen, BGE 137 I 327; vgl. die medizinische Beurteilung von Dr. G._ vom 29.
November 2011, UV-act. 91). In Anbetracht dessen entsprachen das Vorgehen der
Beschwerdegegnerin und die zwischen Kenntnisnahme der Observationsergebnisse
und der Konfrontation des Beschwerdeführers bzw. dem Erlass der Verfügung
verstrichene Zeitdauer dem üblichen Verwaltungsgang. Eine Verletzung des
Beschleunigungsgebots gemäss Art. 61 lit. a ATSG i.V.m. Art. 29 Abs. 1 BV ist zu
verneinen (vgl. auch die diesbezüglichen Ausführungen der Beschwerdegegnerin im
Einspracheentscheid vom 14. Juni 2013, act. G 1.2, Ziff. 2.4.2).
1.4 Schliesslich bringt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers vor, die Verjährung
sei vor Erlass der Verfügung eingetreten und der Rückforderungsanspruch
entsprechend verwirkt (act. G 1, S. 8 f.; G 7, S. 2). Gemäss Art. 25 Abs. 1 ATSG sind
unrechtmässig bezogene Leistungen zurückzuerstatten. Der Rückforderungsanspruch
erlischt mit dem Ablauf eines Jahres, nachdem die Versicherungseinrichtung davon
Kenntnis erhalten hat, spätestens aber mit dem Ablauf von fünf Jahren nach der
Entrichtung der einzelnen Leistung (Abs. 2). Wie das Bundesgericht im Zusammenhang
mit der Frage des Beginns der relativen 90-tägigen Revisionsfrist wiederholt festgestellt
hat, bildet ein Observationsbericht für sich allein keine sichere Basis für
Sachverhaltsfeststellungen betreffend den Gesundheitszustand und die
Arbeitsfähigkeit der versicherten Person. Sichere Kenntnis des Sachverhalts kann in
dieser Hinsicht erst die ärztliche Beurteilung des Observationsmaterials liefern (vgl.
Urteile des Bundesgerichtes vom 8. Dezember 2011, 8C_434/2011, E. 4.2. sowie vom
11. November 2011, 8C_272/2011, E. 7.1 mit Hinweisen). Vor dem Hintergrund des
Erfordernisses der medizinischen Beurteilung von Observationsergebnissen (vgl.
Erwägung 1.3) ist diese Praxis auf die Frage des Beginns der einjährigen
Verwirkungsfrist nach Art. 25 Abs. 2 ATSG analog anzuwenden. Vorliegend wäre die
Frist bei Verfügungserlass am 26. Juli 2012 jedoch selbst dann gewahrt, wenn als
Beginn der 1. September 2011 (Datum der blossen Kenntnisnahme der Suva von der
Überwachung aufgrund der telefonischen Mitteilung des Haftpflichtversicherers, vgl.
UV-act. 86) herangezogen würde, weshalb der Einwand des Rechtsvertreters, der
Rückforderungsanspruch sei verwirkt, offensichtlich nicht zutrifft.
2.
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2.1 In materieller Hinsicht ist streitig, ob die Beschwerdegegnerin ihre
Versicherungsleistungen zu Recht auf den 14. Juni 2011 einstellte.
2.2 Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR
832.20) werden Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen,
Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes
bestimmt. Ist die versicherte Person infolge des Unfalls voll oder teilweise
arbeitsunfähig, so hat sie Anspruch auf ein Taggeld (Art. 16 UVG). Nach Art. 6 ATSG
bedeutet Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen
oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen
Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Der Unfallversicherer haftet
für einen Gesundheitsschaden nur insoweit, als dieser nicht nur in einem natürlichen,
sondern auch in einem adäquaten Kausalzusammenhang zum versicherten Ereignis
steht (BGE 129 V 177 E. 3). Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs
sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als
eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten
gedacht werden kann. Für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs ist
nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache
gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen
mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten
Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden
kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V
181 E. 3.1). Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die
Verwaltung oder im Beschwerdefall das Gericht nach dem im Sozialversicherungsrecht
üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die
blosse Möglichkeit eines Kausalzusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181, 119 V 337 f. E. 1). Die Leistungspflicht des
Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und
dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Nach der
Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolgs zu gelten,
wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen
Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen
herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolgs also durch das Ereignis allgemein als
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begünstigt erscheint (BGE 129 V 181 E. 3.2). Bei physischen Unfallfolgen hat indessen
die Adäquanz gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine
selbständige Bedeutung (BGE 118 V 291 f. E. 3a).
2.3 Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit
nachgewiesen, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall
nicht mehr die natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt,
wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht.
Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er
unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige
Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften
Vorzustands auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine),
erreicht ist (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b mit Hinweisen).
2.4 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, [ATSG; SR 830.1]). Danach haben die
urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln
sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig
davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
gestatten (vgl. U. Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl. 2009, N 33 ff. zu Art. 43). Erachtet
das Sozialversicherungsgericht die rechtserheblichen tatsächlichen
Entscheidgrundlagen bei pflichtgemässer Beweiswürdigung als schlüssig, darf es den
Prozess ohne Weiterungen – insbesondere ohne Anordnung eines Gerichtsgutachtens
– abschliessen (vgl. BGE 135 V 469 E. 4.3.2 mit Hinweisen).
3.
3.1 Im Auftrag des Haftpflichtversicherers wurde der Beschwerdeführer zwischen dem
14. und 24. Juni sowie am 15. Juli 2011 überwacht (UV-act. 86, 87). Der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers bestreitet die Rechtmässigkeit dieser
Überwachung und die Verwertbarkeit der daraus gewonnenen Ergebnisse (act. G 1, S.
7 f.).
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3.1.1 Wer Versicherungsleistungen beansprucht, muss unentgeltlich alle
Auskünfte erteilen, die zur Abklärung des Anspruchs und zur Festsetzung der
Versicherungsleistungen erforderlich sind (Art. 28 Abs. 2 ATSG). Die
Beschwerdegegnerin ist im Rahmen ihrer Pflicht zur Abklärung des Sachverhalts
(Untersuchungsgrundsatz, Art. 43 ATSG) grundsätzlich befugt, Personendaten, wie sie
im Ermittlungs- und Observationsbericht vom 5. Juli 2011 (UV-act. 87) enthalten sind,
zu bearbeiten oder von einer medizinischen Gutachterstelle bearbeiten zu lassen,
soweit dies für die Beurteilung von Leistungsansprüchen erforderlich ist (Art. 96 lit. b
UVG). Eine Beschränkung auf bestimmte Beweismittel besteht dabei nicht (vgl. BGE
129 V 323 E. 3.3.3; BGE 132 V 241).
3.1.2 Das Bundesgericht hat wiederholt festgehalten, dass die Ergebnisse einer
von einem Haftpflichtversicherer veranlassten Observation durch einen
Unfallversicherer als Beweismittel im Sozialversicherungsverfahren verwertet werden
können (BGE 132 V 241, 129 V 323). In BGE 135 I 169 erklärte das Bundesgericht auch
die Überwachung einer versicherten Person im direkten Auftrag der Unfallversicherung
als zulässig. Die Tatsache, dass die Überwachung durch die Mobiliar als im
vorliegenden Verfahren nicht beteiligtem Haftpflichtversicherer veranlasst worden war,
genügt somit nicht, um die Überwachungsergebnisse aus dem Recht zu weisen.
3.1.3 Das Bundesgericht stellt relativ geringe Anforderungen an die Zulässigkeit
von Observationen (BGE 137 I 327). Die Observation muss objektiv geboten sein, das
heisst, es müssen konkrete Anhaltspunkte vorliegen, die Zweifel an den geäusserten
gesundheitlichen Beschwerden oder der geltend gemachten Arbeitsunfähigkeit
aufkommen lassen. Solche Anhaltspunkte können beispielsweise gegeben sein bei
widersprüchlichem Verhalten der versicherten Person, oder wenn Zweifel an der
Redlichkeit derselben bestehen (eventuell durch Angaben und Beobachtungen Dritter),
bei Inkonsistenzen anlässlich der medizinischen Untersuchung, Aggravation,
Simulation oder Selbstschädigung (BGE 137 I 327 E. 5.4.2.1). Die Anordnung einer
Observation ist grundsätzlich ein geeignetes Mittel, um die versicherte Person bei der
Ausübung alltäglicher Verrichtungen zu sehen. Die unmittelbare Wahrnehmung kann
bezüglich der Arbeitsfähigkeit einen anderen Erkenntnisgewinn bringen als eine weitere
Begutachtung, was dem Ziel einer wirksamen Missbrauchsbekämpfung dienen kann
(BGE 137 I 327 E. 5.4.1). Sinn und Zweck einer Observation ist somit in erster Linie die
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Beantwortung der Frage, ob die Angaben und das Verhalten der versicherten Person
gegenüber den behandelnden und allenfalls begutachtenden Medizinern die
Beeinträchtigungen im Alltag zuverlässig widerspiegeln. Bestehen Zweifel an der
Glaubwürdigkeit der Angaben bzw. des Verhaltens der versicherten Person gegenüber
den Medizinern und können diese nicht mittels weiterer medizinischer Untersuchungen
ausgeräumt werden, stellt eine Observation eine geeignete Massnahme zur
Überprüfung der Glaubwürdigkeit der Angaben dar.
3.2 Der Haftpflichtversicherer führte im Überwachungsauftrag vom 13. Juni 2011 aus,
der Beschwerdeführer gebe an, unter starken Kopfschmerzen (ein Ziehen im Nacken
bei Seitenbewegungen des Kopfes) sowie unter Konzentrationsschwierigkeiten zu
leiden, weshalb er seiner Arbeitstätigkeit, welche angeblich viel Fingerspitzengefühl
verlange, nicht mehr nachkommen könne. Lediglich Freitagnachmittags schaue er im
Geschäft vorbei, um sich um leichte administrative Arbeiten (Post, Rechnungen etc.) zu
kümmern. Der Haftpflichtversicherer hielt weiter fest, diesbezüglich ergäben sich
Verdachtsmomente, indem die vom Beschwerdeführer geltend gemachten
Beschwerden nicht objektivierbar seien und trotz aktiver Behandlung keine Besserung
des Gesundheitszustands auftrete. Es mache den Anschein, dass der
Beschwerdeführer nicht gewillt sei, an einer Verbesserung seines Gesundheitszustands
mitzuwirken (vgl. UV-act. 87-3). Da dem Haftpflichtversicherer somit ein (wenn auch
nicht schwerwiegender) Anfangsverdacht vorlag und die medizinischen Beurteilungen
zu weiten Teilen auf den Angaben des Beschwerdeführers beruhten, standen keine
anderen geeigneten, milderen Massnahmen zur Abklärung zur Verfügung. Da darüber
hinaus keine offenkundigen Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die Überwachung
unrechtmässig gewesen wäre, sind die Observationsergebnisse im vorliegenden
Verfahren zu berücksichtigen.
4.
4.1 Im Observationsbericht vom 5. Juli 2011 wurde zu den einzelnen
Überwachungstagen Folgendes festgehalten: Am 14. Juni 2011, dem ersten
Observationstag, sei der Beschwerdeführer praktisch während der ganzen
Öffnungszeiten seines H._-shops dort anwesend gewesen. Am Vormittag sei er
lediglich anlässlich eines kurzen Arztbesuchs abwesend gewesen und am Nachmittag
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habe er einige Minuten später begonnen, da er das I._ aufgesucht und kleinere
Einkäufe getätigt habe. Es habe beobachtet werden können, wie während des Tages
diverse Kunden den Shop betreten bzw. wieder verlassen hätten. An den folgenden
zwei Tagen seien Kontrollen durchgeführt worden. Am 15. Juni 2011 habe er sich bei
Beginn der Kontrolle um 11.15 Uhr wiederum im Shop befunden und sei nach der
Mittagspause dorthin zurückgekehrt. Am 16. Juni 2011 habe er sich bei der Kontrolle
um 18.30 Uhr im Shop befunden und sei bis ca. 19.00 Uhr dort geblieben. Anlässlich
der Observation vom 17. Juni 2011 sei der Beschwerdeführer bereits vor 8.45 Uhr im
Shop gewesen. Nach einer rund dreiviertelstündigen Mittagspause sei er in den Shop
zurückgekehrt. Am Nachmittag habe er kleinere Einkäufe und den Gang zur Post
getätigt. Auch an diesem Tag hätten diverse Kunden den Shop aufgesucht. Der
Beschwerdeführer habe sich bis zum Abbruch der Observation um 20.15 Uhr im
Geschäft aufgehalten. An den Kontrolltagen vom 23. und 24. Juni 2011 habe sich der
Beschwerdeführer bereits am Vormittag im Geschäft aufgehalten und sei nach der
Mittagspause um 13.20 bzw. 13.30 Uhr in den Shop zurückgekehrt (UV-act. 87, S. 6
ff.). Bei der letzten Observation am 15. Juli 2011 habe festgestellt werden können, dass
sich der Beschwerdeführer bereits am Vormittag im Shop befunden habe. Kurz nach
18.00 Uhr habe eine Kundin den Shop verlassen und unmittelbar hinter ihr habe der
Beschwerdeführer ein Gerät aus dem Shop getragen und auf den Rücksitz des
Fahrzeugs der Kundin geladen (UV-act. 87,S. 32 ff.).
4.2 Bezüglich des Verhaltens des Beschwerdeführers hielten die Observierenden fest,
dieser habe sich in der Zeit der Überwachungen vollkommen unauffällig verhalten. Er
habe sich während der Geschäftsöffnungszeiten seines Computershops dort
aufgehalten. Er habe kleinere Einkäufe und den Gang zur Post getätigt. Zu keiner Zeit
seien Beschwerden sichtbar gewesen. Der Beschwerdeführer habe in einer Woche an
zwei ganzen Geschäftstagen in seinem Shop angetroffen werden können. Ausserdem
sei er anlässlich aller Kontrollen, die während der Geschäftszeiten durchgeführt worden
seien, in seinem Shop anwesend gewesen. Diverse Kunden hätten in der fraglichen
Zeit Computerbestandteile in und aus dem Shop getragen. Der Beschwerdeführer
scheine den Shop alleine und ohne Angestellte zu betreiben. Im Weiteren habe er
wiederholt in seinem Auto unterwegs gesehen werden können. Die Anwesenheitszeiten
in seinem Shop und das Betreuen der Kunden dürften deutlich im Widerspruch zu
seinen Aussagen stehen. Ausserdem hätten keine Anzeichen beobachtet werden
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können, welche auf Beschwerden oder Schmerzen hingedeutet hätten. Lediglich
einmal, als er aus dem Shop getreten sei, habe er die Arme wenige Male vor und
zurück geschwungen, als ob er sich habe lockern wollen. Ansonsten habe er einen
normalen, aufgestellten Eindruck hinterlassen (UV-act. 87, S. 8 f.).
4.3 Die Beschwerdegegnerin stellte ihre Leistungen per 14. Juni 2011 und somit ab
dem ersten Observationstag ein. Der Rechtsvertreter stellt sich auf den Standpunkt,
dass die Annahme einer vollen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ab dem 14.
Juni 2011 im Widerspruch zu den ärztlichen Zeugnissen des behandelnden Arztes
stehe. Bei der Beurteilung, ob eine Arbeitsfähigkeit und damit ein Versicherungsfall
vorliege, sei die Beurteilung des behandelnden Arztes massgebend. Der
Rechtsvertreter verwies ausserdem auf das ambulante Assessment vom 30. Juni 2011
in der Rehaklinik Bellikon (act. G 1, S. 6). Die Beschwerdegegnerin stützt sich bei der
Leistungseinstellung im Wesentlichen auf das durch den Haftpflichtversicherer
gewonnene Observationsmaterial sowie die diesbezügliche kreisärztliche Beurteilung
vom 29. November 2011, in welcher auf den Bericht von Dr. E._ vom 13. September
2011 verwiesen wird (vgl. UV-act. 91).
4.4 Dr. E._ führte im fachneurologischen Untersuchungsbericht vom 13. September
2011 aus, es seien in der aktuellen Untersuchung keine neurologischen Folgen der
HWS-Distorsion mehr festzustellen. Es liege ein klinisch neurologisch weitgehend
unauffälliger Untersuchungsbefund vor. Es würden leichte Sensibilitätsstörungen im
Gesichtsbereich, am Oberschenkel links sowie am rechten Fuss angegeben, die sich
aber weiter nicht objektivieren liessen. Motorische Defizite oder relevante
Reflexdifferenzen lägen nicht vor. Auch die ergänzende neurophysiologische
Untersuchung habe einen unauffälligen Befund ergeben. Bei den geschilderten Kopf-
und Nackenschmerzen handle es sich um einen episodischen Kopfschmerz vom
Spannungstypus. Hinweise für einen ausschliesslich zervikogenen Kopfschmerz gebe
es angesichts der relativ guten Kopf- und HWS-Beweglichkeit nicht. Das MRI der HWS
vom 29. August 2011 (UV-act. 55) habe degenerative HWS-Veränderungen mit
Diskusprotrusionen, nicht dagegen diskoligamentäre Verletzungen gezeigt. Auch die
aktuelle Elektroenzephalographie sei unauffällig, so dass es insgesamt keine Hinweise
für eine sekundäre Kopfschmerzerkrankung gäbe. Der vermutlich noch relativ
ausgeprägte regelmässige Analgetikakonsum mit Dafalgan und Aspegic dürfte dabei
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Kopfschmerz-unterhaltend sein. Für die wiederholt auftretenden Sehstörungen beim
Fernsehen aber auch die gelegentlich auftretenden Schwindelattacken mit allgemeinem
Unwohlsein finde sich kein eindeutig neurologisch organisches Korrelat. Es sei der
zügige Wiedereinstieg ins Berufsleben zu empfehlen. Auf neurologischem Fachgebiet
bestehe aktuell keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (UV-act. 61).
4.5 Der Bericht von Dr. E._ beruht auf eigenständigen Untersuchungen,
berücksichtigt die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden und ist in Kenntnis
der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben worden. Darüber hinaus sind keine
Anhaltspunkte ersichtlich, aufgrund welcher angenommen werden müsste, dass die
neurologische Untersuchung nicht lege artis vorgenommen worden wäre. Es ist somit
aufgrund der von Dr. E._ erhobenen Befunde unter Einbezug der bildgebenden
Untersuchungsergebnisse als medizinisch ausgewiesen zu erachten, dass ab Datum
der neurologischen Untersuchung vom 2. September 2011 hinsichtlich der geklagten
Nacken- und Kopfschmerzen keine unfallkausalen Restfolgen bzw. keine auf das
Unfallereignis zurückzuführende Arbeitsunfähigkeit mehr vorlagen.
5.
5.1 Für den Zeitraum vom 14. Juni bis 2. September 2011 ist die vorliegende
Aktenlage in medizinischer Hinsicht weniger ergiebig. Neben regelmässigen
Physiotherapieverordnungen und Zeugnissen des Hausarztes des Beschwerdeführers
findet sich lediglich der Bericht über das ambulante Assessement in der Rehaklinik
Bellikon vom 30. Juni 2011. Diesem Bericht vom 11. Juli 2011 ist sodann keine
Arbeitsfähigkeitsschätzung zu entnehmen. Die Ärzte nannten als aktuelle Probleme
dauerhafte Nackenschmerzen mit einem "Schwellungsgefühl", gepaart mit
haubenförmigen Kopfschmerzen sowie Ausstrahlung in den rechten Arm ohne
radikuläre Symptomatik, intermittierenden Kopfdruck und intermittierendes
Verschwommensehen sowie Konzentrationsstörungen. Sie führten aus, die
Selbstprognose hinsichtlich der Wiederaufnahme der bisherigen Arbeit sei eher
verhalten; stundenweise Arbeitsversuche seien bisher gescheitert. Der Versicherte
bezeichne sich als etwas frustriert nach dem Unfall, da seine Beschwerden
persistierten. Ausserdem hab er "Angst bzw. Respekt" vor dem Autofahren. Als HWS-
Befunde wurden ein Druckschmerz punktuell im Bereich des Nackens in Höhe Vertebra
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prominens sowie beidseits paravertebral in Höhe C1 sowie im Bereich der mittleren
BWS genannt. Seitneigung nach rechts sowie Rotation nach rechts seien zu 1/3
eingeschränkt mit Schmerzangabe bei Seitneigung links, Reklination/Inklination seien
ebenfalls eingeschränkt mit einem Kinn-Sternum-Abstand (KSA) von 4/16 cm. Es sei
die Fortsetzung der ambulanten Therapie mit einer Erhöhung der Frequenz zu
empfehlen und von einer guten Prognose auszugehen (UV-act. 38).
5.2 Im Gegensatz zu den in der Untersuchung vom 30. Juni 2011 festgehaltenen
Bewegungseinschränkungen gehen aus dem Observationsmaterial keinerlei derartige
Einschränkungen hervor. Das Verhalten des Beschwerdeführers wurde dabei
grösstenteils anhand von Film- und Fotoaufnahmen dokumentiert (vgl. UV-act. 87, S.
21 ff.). Bezüglich dieser gewonnenen Erkenntnisse ist darauf hinzuweisen, dass die
Geschäftsräume des Beschwerdeführers, obwohl einsehbar, nicht als öffentlicher
Grund gelten und entsprechend das Filmen des Beschwerdeführers im Verkaufs- und
in den hinteren Räumen (vgl. IV-act. 87, S. 8) als höchstproblematisch zu erachten ist.
Dies gilt umso mehr für die Kontaktaufnahme der ermittelnden Person mit einem
Kunden (vgl. S. 32) mit dem Zweck, das Verhalten des Beschwerdeführers innerhalb
seiner Geschäftsräume zu dokumentieren (vgl. zur Problematik differenziert Lucien
Müller, Der Beizug von Observationsmaterial sowie von Videoaufzeichnungen Dritter im
sozialversicherungsrechtlichen Verfahren, in: U. Kieser/M. Lendfers (Hrsg.),
Sachverhaltsabklärung in der Sozialversicherung, November-Tagung zum
Sozialversicherungsrecht 2013, Band 88, St. Gallen 2014, S. 59 ff.; vgl. insb. S. 104 ff.).
Allfällige durch das Filmen in die Geschäftsräume sowie durch die Kundenbefragung
erlangten Erkenntnisse sind folglich unbeachtlich bzw. in der Beweiswürdigung nicht zu
berücksichtigen. Nichtsdestotrotz liefert die Observation genügend verwertbares
Material, um die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Einschränkungen und
Beschwerden hinreichend beurteilen zu können. So zeigen der Observationsbericht
und die Videosequenzen insbesondere, dass der Beschwerdeführer seinen Kopf ohne
irgendwelche Anzeichen von Schmerzen stark nach links wie auch nach rechts
bewegen kann (vgl. z.B. S. 11, Uhrzeiten 10.44, 11.18; S. 12, 13.38, 15.34; S. 13,
17.01; S. 14, 18.53). Auch die gegenüber den Ärzten geäusserte Angst vor dem
Autofahren wirkt insofern unglaubwürdig, als die Ermittlungen aufzeigen, dass der
Beschwerdeführer während der Zeit der Überwachungen stets mit dem Auto
unterwegs war und darüber hinaus beobachtet werden konnte, wie er beim Autofahren
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den Arm lässig aus dem Fahrzeug hielt (S. 11. 12.06). Die als gescheitert bezeichneten
Arbeitsversuche stehen sodann im Widerspruch zu der Tatsache, dass der
Beschwerdeführer während der Überwachung zwei ganze Tage und auch während
sämtlicher Kontrollen zu den Öffnungszeiten und teilweise darüber hinaus in seinem
Geschäft anzutreffen war. Sofern der Rechtsvertreter u.a. geltend macht, der
Beschwerdeführer habe Kunden lediglich mündlich beraten, sei aufgrund seiner
unfallbedingten Einschränkung jedoch nicht in der Lage gewesen, schwere Computer
zu heben oder knifflige Reparaturen auszuführen, so zeigen die Observationsbilder, wie
Kunden Geräte in den Shop brachten bzw. mit solchen herauskamen (vgl. z.B. S. 10 f.,
09.43, 09.49, 10.25; S. 14, 18.51; S. 16 f., 14.05, 17.23) und der Beschwerdeführer
mehrere Male grössere Gegenstände bzw. Geräte aus dem Geschäft trug und in
Kundenfahrzeuge lud (vgl. S. 17, 16.42; S. 33, 18.08). Die Argumentation des
Rechtsvertreters, der Beschwerdeführer habe nicht gearbeitet, sondern seine
Anwesenheit in den Geschäftsräumen zu gewissen Zeiten sei nötig gewesen, um die
Post zu bearbeiten, Reparaturanfragen sowie Bestellungen an geeignete
Geschäftspartner weiterzuleiten (act. G 1, S. 9), ist damit widerlegt. Was schliesslich
das Vorbringen, es seien die Beurteilungen der behandelnden Ärzte massgebend,
betrifft, so ist mit der Beschwerdegegnerin darauf hinzuweisen, dass sowohl Dr. F._
als auch die Ärzte der Rehaklinik Bellikon im Wesentlichen den mit Blick auf die
Observationsergebnisse als unglaubwürdig zu erachtenden Angaben des
Beschwerdeführers gefolgt sind. Damit vermögen weder die Arztzeugnisse von Dr.
F._ noch die Beurteilung der Rehaklinik Bellikon die im fraglichen Zeitraum geltend
gemachte Arbeits- und Leistungsunfähigkeit zu belegen. Da unter den gegebenen
Umständen von einer persönlichen Untersuchung des Beschwerdeführers keine
weiterführenden, objektiven Ergebnisse erwartet werden konnten, ist das Vorgehen der
Beschwerdegegnerin, lediglich eine Aktenbeurteilung durch den Kreisarzt zu
veranlassen, nicht zu beanstanden.
6.
6.1 Zusammenfassend ist mit Blick auf die vorliegenden Observationsergebnisse mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der Beschwerdeführer spätestens ab
Beginn der Überwachung voll arbeits- und leistungsfähig war und keine auf das
Unfallereignis zurückzuführenden Einschränkungen mehr vorhanden waren. Die
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Leistungseinstellung der Beschwerdegegnerin per 14. Juni 2011 und Rückforderung
der ausbezahlten Taggelder (100% vom 14. Juni bis 23. Oktober, 50% vom 24.
Oktober bis 30. November 2011) erfolgte damit zu Recht.
6.2 Was den Eventualantrag des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers betrifft, die
Angelegenheit sei zur Durchführung weiterer Abklärungen an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen, so ist diesem nicht stattzugeben. Bei der vorliegenden Ausgangslage
sind von weiteren medizinischen Abklärungen keine entscheidrelevanten neuen
Erkenntnisse zu erwarten. Es kann deshalb darauf verzichtet werden (antizipierte
Beweiswürdigung; BGE 136 I 236 E. 5.3; BGE 134 I 148 E. 5.3 und BGE 124 V 94 E.
4b).
7.
Das beschwerdeweise gestellte Erlassgesuch vom 16. August 2013 (act. G 1, S. 14) ist
zuständigkeitshalber an die Beschwerdegegnerin zur Bearbeitung zu überweisen.
8.
Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Der
angefochtene Einspracheentscheid vom 14. Juni 2013 ist nicht zu beanstanden.
Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39
VRP