Decision ID: 5b40622b-9bcc-4d15-84d2-dc5b2cdfd362
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1971, arbeitete bei der
Y._
GmbH, als er sich am 12. März 2008 bei einem Treppensturz verletzte (Urk. 7/12/27).
Seit November 2008 befindet er sich im Strafvollzug (Urk. 7/5).
Am 10. März 2013 meldete er sich unter Hinweis auf „Wirbelsäule, Rückenschmerzen“ (
Ziff.
6.2) bei der Inva
lidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/2).
Aufgrund der Ergebnisse ihrer Abklärungen medizinischer und erwerblicher Art verneinte die Sozialver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, - nach durchgeführtem Vorbe
scheidverfahren (vgl. Urk. 7/21-22) –
mit Verfügung vom 28. März 2014 einen
Leistungsanspruch (Urk. 7/23 = Urk. 2).
2.
Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte am 13. Mai 2014 Beschwerde und beantragte, die
se
sei
aufzuheben und die Sache
sei
zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen
.
In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertret
ung
(
Urk.
1).
Die IV-Stelle schloss in der Beschwerdeantwort vom 18. Juni 2014 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6). Mit Verfügung vom 9. September 2014 holte das Gericht weitere Arztberichte ein (Urk. 13), welche
am
1. Oktober 2014 (Urk. 16) bezie
hungsweise
am
20. Oktober 2014 (Urk. 17) erstattet wurden. Die Parteien nah
men hierzu am 17. November 2014 (Urk. 21)
und
am 14. Januar 2015 (Urk. 26) Stellung. Die Stellungnahmen wurden den Parteien gegenseitig am 21. Januar 2015 zur Kenntnis gebracht (Urk. 27).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist
der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sund
heit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
blei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
ausschliesslich die Fol
gen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbs
unfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwind
bar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkom
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkom
mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensver
gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.5
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vor
instanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (
§
26
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer). Gemäss ständiger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung - da diese das Verfahren verlängert und verteuert - abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung ab
gelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der entscheidrelevante Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. SVR 1995 ALV Nr. 27 S. 69).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin wies das Leistungsbegehren mit der Begründung ab (Urk.
2
), es lägen aus ärztlicher Sicht zahlreiche gesundheitliche Beeinträchti
gungen vor,
welche
die Arbeitsfähigkeit jedoch nicht längerdauernd beein
trächtigten beziehungsweise therapierbar seien (vgl. auch Urk. 6 mit Hinweis auf Urk. 7/20/5-6).
Aus den vom Gericht beigezogenen Berichten gehe hervor, dass überwiegend wahrscheinlich keine langdauernde Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Gipser ausgewiesen sei.
2.2
Dagegen wandte der Beschwerdeführer ein (Urk. 1), die Beschwerdegegnerin habe
seinen
G
esundheit
szustand
nicht ausreichend
abgeklärt
. Die Beschwerde
gegnerin weise auf eine ganze Reihe von Diagnosen hin,
ohne fachkundig geprüft zu haben, ob diese eine Arbeitsunfähigkeit bewirkten. Es sei daher ein haltloser und nicht nachvollziehbarer Schluss beziehungswiese eine blosse Behauptung, dass aus versicherungsmedizinischer Sicht trotz der angeführten Diagnosen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit kein dauerhafter, die Arbeits
fähigkeit in relevantem Masse einschränkender Gesundheitsschaden vor
liege. Ebenso wenig werde begründet, inwiefern die Diagnosen mit partiellem Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit durch zumutbare medizinische Massnahmen thera
pier
bar seien (S. 3 f.).
Es sei unabdingbar, dass ein polydisziplinäres Gutachten (Gastroenterologie und Hepatologie, Augenklinik, Orthopädie/Rücken) eingeholt werde (Urk. 26 S. 3).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin den
Leistungsanspruch zu Recht verneint hat.
3.
3.1
SUVA-Kreisarzt
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Chirurgie, stellte im Bericht vom 2. Oktober 2008 fest (Urk. 7/12/18-22), bis auf einen Ellbogen
streck
ausfall rechts und eine leichte paravertebrale Verspannung lumbal sei der Status völlig unauffällig (S. 4 oben). Anlässlich der Untersuchung gebe sich der Beschwerdeführer sehr s
elbstlimitierend, zurückhaltend
und
ohne Freude an Bewegung
. Pathologische klinische Befund
e
könnten
bis auf die erwähnten Einschränkungen am rechten Ellbogen
keine erhoben werden. Aufgrund der eindeutigen Situation
unauffällige bildgebende Abklärungen, unauffällige kli
nische Befunde
bestehe ab 6. Oktober 2008 eine volle Arbeitsfähigkeit (S. 4 Mitte).
3.
2
Dr.
med.
A._
, Fachärztin für Physikalische Medizin und Rehabilita
tion,
stellte
im ärztlichen Zeugnis vom 15. Januar 2010 (Urk. 7/8/17) folgende
Diagnosen
:
chronisches lumbospondylogenes und rezidivierendes lumboradikuläres Reizsyndrom bei Dis
k
ushernie L4/5 und L5/S1 links
chronisches
C
ervicovertebralsyndrom bei mediobilateraler Dis
k
ushernie C6/7
Arthrose im Humero
-
U
lnargelenk rechts
chronische Hepatitis B, Hbs-Ag-Trägerstatus, sonographisch Steatosis he
patis, leichte Splenomegalie
Der Beschwerdeführer leide unter chronifizierte
n
Rückenschmerzen bei für sein Alter recht ausgeprägten degenerativen Veränderungen sowohl der Halswirbel
säule (HWS) als auch der Lendenwirbelsäule (LWS). Unter diesen Umständen sei er nicht in der Lage, rückenbelastende Tätigkeiten a
B._
uführen. Ausserdem sollte er repetitive Bewegungen meiden und auf wechselnde Körperpositionen achten können.
3.
3
Im
Bericht der Klinik für Urologie am Universitätsspital
B._
vom 4. Februar 2012 (Urk. 7/13/3-4)
wurde
n
f
olgende
Diagnosen genannt
:
Status nach Urethritis
Status nach möglicher Chlamydienurethritis vor drei Monaten (extern)
Verdacht auf Inguinalhernie links bei positivem Hustenanprall links
Verdacht auf Miktionsstörung (mehrgipflige Flowkurve)
Die Uroflowmetrie zeige eine pathologische mehrgipflige Miktion. Zystosko
pisch bestehe keine infravesikale Obstruktion. Die gestörte Harnblasenentlee
rung bleibe unklar „(DD iatrogen?)“. Wegen der mil
den Nebenhodenschmerzen sei eine
symptomatische Therapie angezeigt. Zudem sei eine viszeralchirurgi
sche Beurteilung zum Ausschluss einer operationswürdigen Inguinalhernie links zu empfehlen. Sollten Miktionsbeschwerden objektiv persistieren, könnte im Verlauf allenfalls eine urodynamische Untersuchung diskutiert werden. Da der Beschwerdeführer aktuell die Blase restharnfrei entleeren könne, werde vorder
hand auf weitere Untersuchungen verzichtet.
3.4
Mit Bericht vom 11. November 2011 (Urk. 7/15/15-17
)
stellten
die Ärzte der Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie am
B._
folgende Diagnosen
:
c
hronische HB
e-Ag negative Hepatitis B Genotyp D, E
rstdiagnose
2001
inaktiver Trägerstatus
Adipositas, BMI 35.9 kg/m2
Verdacht auf Lebersteatose bei hyperechogenem Lebergewebe
Hy
p
oechogene L
e
berherde in Segment II, VI/VII und VIII
im MRI vom 21.
Dezember
2010 als Hämangiome beurteilt
Der Beschwerdeführer sei
betreffend
Leber asymptomatisch. Er habe im Fernse
hen gesehen, dass es Behandlungen der Hepatitis gäbe und möchte daher eine Therapie. In Bezug auf die Adipositas mit Verdacht auf Fettleber sei (gerade auch angesichts der Hepatitis B) eine Gewichtsreduktion wünschenswert. Bei chronischer Hepatitis B befinde sich der Beschwerdeführer nach wie vor im inaktiven Carrier-Status mit normalen Transaminasen und (grenzwertiger) Viruslast von 2.300 lE/ml. Bei diesem Befund sei (vorbehältlich der geplanten Fibroscan-Messung) das Risiko sehr gering, eine Leberfibrose zu entwickeln, so dass eine Therapie nicht empfohlen werde.
Am 14. März 2012 (Urk. 7/15/20) befanden die Ärzte, es gebe keinen Anhalt für eine fortgeschrittene Leberfibrose. Das Procedere sei bereits mit Bericht vom 1
1.
November 2011
(vgl. oben E. 3.4.1)
festgelegt worden.
Im Bericht vom 1. Oktober 2014 (Urk. 16) wiederholten die Ärzte die gestellten Diagnosen und fügten als zusätzlich
e Diagn
ose Hämorrhoiden Grad I
(
erstmalig 2012 festgestellt
)
an. Anlässlich der letzten Untersuchung vom 14. März 2012 hätten keine gastroenterologischen oder hepatologischen Erkrankungen vorge
legen, die eine Arbeitsunfähigkeit – in welcher Tätigkeit auch immer
-
begrün
deten.
3.
5
Im
Bericht der
Ärzte der
Augenklinik
am
B._
vom 22. Juli 2013 (Urk. 7/17) wurden folgende Diagnosen gestellt:
l
inkes Auge: P
i
nguekulitis nasal seit 5. Juli 2012, ohne wesentliche Bes
serung unter FML Neo Augentropfen
Keratokonus beidseits, links mehr als rechts
Zustand nach viraler Keratokonjunktivitis Mitte 2011
Es zeige sich aktuell keine ausgeprägte Progredienz des Keratokonus. Ein cornea
les Crosslinking sei deshalb in dieser Situation noch nicht indiziert. Es sollte jedoch die Anpassung von formstabilen Kontaktlinsen vorgenommen werde
n
, wodurch
der Visus von aktuell rechts 0.8 und links 0.
6 beidseits mit subjektiver Refraktion allenfalls noch verbessert werden könne.
Im Bericht vom 20. Oktober 2014 (Urk. 17) erklärten die Ärzte, beim Kerato
konus handle es sich um eine meist im Verlauf der ersten Lebensdekaden manifest werdende, langsam voranschreitende Erkrankung der Hornhaut, wel
che sich aber, wenn nich
t stark ausgeprägt, ab der zweit
en oder dritten Lebens
dekade stabilisieren könne. E
in Kera
tokonus führe zu einer Visusminde
rung, die die Arbeitsfähigkeit, je nach Anforderungsprofil der Tätigkeit in visu
eller Hinsicht, unterschiedlich stark einschränken könne. Mit einer entsprechend angepassten Brille habe sich der Visus des Beschwerdeführers anlässlich der letzten Konsultation rechts auf rund 0.9 und links auf rund 0.7 korrigieren las
sen. Mittels Anpassung formstabiler Kontaktlinsen
könne der V
isus möglicher
weis
e noch weiter angehoben werden.
Zur Arbeitsfähigkeit führten die Ärzte aus, das Tragen von formstabilen Kon
takt
linsen bei der Tätigkeit als Gipser müsse aufgrund der Staubbelastung als wenig geeignet bezeichnet werden. Ob die Visuswerte ohne Korrektur für die Ausübung der Tätigkeit als Gipser
ausreichten, entziehe sich ihrer Kenntnis
. Die Anpassung einer Brillenkorrektur wäre sinnvoll, müsse aber vom Beschwer
deführer gut toleriert werden. Das allfällige Auftreten von Schwindel beim Tra
gen einer Brille sei gerade bei Arbeiten auf Gerüsten gefährlich. Eine explizite Attestierung der Arbeitsfähigkeit bedingte eine gezielte Konsultation mit eben
dieser Fragestellung.
4.
4.1
Au
s
den
medizinischen
Berichte
n
diverser
Fachbereiche
geht hervor
, dass
der Beschwerdeführer
aufgrund verschiedener gesundheitlicher Beeinträchtigungen in ärztlicher Behandlung stand oder immer noch steht.
4.2
Aufgrund einer chronischen Hepatitis B und hypoechogenen Leberherden
wird
der Beschwerdeführer seit längerem in der Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie am
B._
behandelt
. Die Ärzte
stellten im Bericht
vom
1. Oktober 2014 (E. 3.4) fest, dass anlässlich der letzten Untersuchung
im
Oktober 2012
aufgrund der von ihnen behandelten Leiden
keine Arbeitsunfähigkeit vorgele
gen habe.
Dass sich der Gesundheitszustand in der Zwischenzeit verschlechtert hat,
kann den medizinischen Akten nicht entnommen werden
.
Jedenfalls aber
fand
zwischen dem letzten Kontrolluntersuch im Oktober 2012 und
der Bericht
er
stattung vom 1. Oktober 2014 offensichtlich keine
spezialärztliche
Behandlung
statt
, weshalb eine Verschlechterung des Gesundheitszustands in Bezug auf die in der Klinik für
Gastroenterologie
und Hepatologie behandelten Leiden unwahr
scheinlich ist
.
4.3
W
as die Rückenbeschwerden anbetrifft, stellte
Dr.
Z._
(E. 3.1) im Oktober 2008 fest, dass
bei
unauffällige
n bildgebenden Abklärungen und unauffälligen klinischen
Befunde
n
eine volle Arbeitsfähigkeit bestehe. Eineinhalb Jahre später
erachtete zwar
Dr.
A._
(E. 3.2) den Beschwerdeführer
aufgrund chronifizier
ter Rückenschmerzen und degenerativer Veränderungen an HWS und LWS
in einer rückenbelastenden Tätigkeit
als
nicht mehr arbeitsfähig. Allerdings ergab das von ihr veranlasste MRI der HWS, BWS und LWS vom 11. Mai 2009 gegen
über den Voraufnahmen von August 2008 keinen Befundwandel (vgl. Bericht der Uniklinik
C._
, Orthopädie, vom 15. Mai 2009, Urk. 7/8/18), weshalb ihre Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht nachvollziehbar ist.
Arztberichte
, die darüber Auskunft geben könnten, ob sich bezüglich der Rücken
beschwerden eine Verschlechterung eingestellt hat, fehlen in den Akten
.
Dr.
A._
teilte
unter Hinweis auf den Gefängnisaufenthalt des Beschwerde
führers mit, dass dieser seit zwei Jahren nicht mehr in ihrer Behandlung war (Urk. 7/4/5).
Zwar hat sich die Beschwerdegegnerin bemüht, Einblick in die Straf
gerichts
akten zu erhalten
.
O
b sie sich betreffend Gesundheitszustand an
den
zuständigen Gefängnisarzt
gewandt hat und
damit
ihrer Abklärungspflicht nachgekommen ist, kann nicht beurteilt werden. O
bwohl der
Beschwerdeführer
massive Rückenschmerzen erst
in seiner Stellungnahme vom 14. Januar 2015 (Urk. 26)
geltend machte
, ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ergän
zende Abklärungen vorzunehmen
.
4.4
Die Ärzte der Augenklinik am
B._
(E. 3.5) führten aus, das Tragen von form
stabilen Kontaktlinsen, die den Visus möglichweise noch weiter anheben könn
ten als eine entsprechend angepasste Brille, sei für eine Tätigkeit als Gipser aufgrund der Staubbelastung wenig geeignet. Darüber, ob die Visuswerte ohne Korrektur für die Ausübung der Tä
tigkeit als Gipser ausreichten und darüber, welche Wirkung mit einer Brillenkorrektur erreicht werden könnte, konnten sie keine Auskunft geben,
weil sich die
Frage der Arbeitsfähigkeit
anlässlich der Konsultationen n
ie gestellt hatte
.
Aus diesem Grund empfahlen sie eine zusätz
liche Untersuchung.
4.5
Zusammenfassend kann anhand der vorliegenden medizinischen Unterlagen nicht schlüssig beurteilt werden
,
ob der Beschwerdeführer in der Arbeitsfähig
keit eingeschränkt ist,
weshalb die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzu
weisen ist, damit sie ergänzende Abklärungen vornehme.
Angesichts der sich in den Akten befindlichen
doch
nicht me
hr ganz aktuellen Berichte
und den diversen Gesundheitsschäden rechtfertigt es sich,
die Beschwerdegegnerin zu verpflichten,
den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit in geeigneter Weise
(internistisch, gastroen
terologisch/hepa
to
lo
gisch,
orthopädisch/
rheumato
lo
gisch und ophtalmologisch)
abzuklären
.
5.
5.1
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2).
5.2
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG)
,
auf Fr.
8
00.-- anzusetzen und der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.3
Der Antrag auf Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters erweist sich angesichts des Ausgangs des Verfahrens als gegenstandslos. Aufgrund seines Obsiegens hat der Beschwerdeführer Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Rechtsanwalt Eric Stern machte in seiner Honorarnote vom
3. Februar
2015 einen Aufwand von
19.
3
Stunden und Barauslagen von Fr.
184.50
geltend (Urk.
29
).
Nach § 34 Abs. 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer) bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert. Gemäss § 8 in Verbindung mit § 7 Abs. 1 der seit 1. Juli 2011 in Kraft stehenden Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht (GebV SVGer) wird namentlich für unnötigen Aufwand kein Ersatz gewährt.
Der geltend gemachte Aufwand ist der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses nicht angemessen. Namentlich erscheint ein Auf
wand von 19.3 Stunden für die Beschwerdeschrift und eine weitere Stellung
nahme als überhöht.
Angesichts der infolge Strafvollzugs erschwerten Instruktion, der zu studieren
den lediglich 27 Aktenstücke der Beschwerdegegnerin, der beiden 4 bezie
hungsweise 2 Textseiten umfassenden Rechtsschriften, der Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Gesuch um unentgeltliche Rechtsvertretung sowie der in ähnlichen Fällen zugesprochenen Beträge ist die Entschädigung bei Anwen
dung des gerichtsüblichen Stundenansatzes von Fr. 200.-- für bis Ende 2014 angefallene Bemühungen und von Fr. 220.-- ab 2015 (zuzüglich Mehrwert
steuer) auf Fr. 2‘800.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzuset
zen.
Der Beschwerdeführer ist auf § 16 Abs. 4 GSVGer hinzuweisen, wonach er zur Nachzahlung der Auslagen für die Vertretung verpflichtet werden kann, sofern er dazu in der Lage ist.