Decision ID: e96d858c-f22d-4ab8-8b6b-a596ca434cef
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1952 geborene
X._
arbeitete zuletzt vom 1. September 1995 bis
31. Januar 2014
(Urk. 7/5
, Urk. 7/20/1
) als
„
Lagerchef
P
im Be
reich Parkett, Teppi
che, Bodenbeläge
“
bei der
Y._
AG in einem 100%-Pensum. Am
29. August 2013
(Urk. 7/5) meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf eine starke Arthrose im rechten Ellbogen
bei der Sozial
ver
si
cherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistung
en der In
validenversicherung an
.
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich führte ein Standortgespräch durch (Urk. 7/
12
)
und
tätigte er
werb
liche (Urk. 7/11, Urk. 7/16
,
Urk.
7/20
,
Urk. 7/22
)
sowie medizinische Ab
klärungen (Urk. 7/17
, Urk. 7/21
, Urk. 7/23
, Urk. 7/31/6-7
)
. Mit Vorbescheid vom
18
.
August
2014
(Urk. 7/26
-27
)
stellte die
IV-Stelle die
Zusprache einer
Drei
viertelsrente
vom
1.
März
bis 30. September 2014
respektive einer Viertels
rente mit
Wirkung ab 1.
Oktober 2014 in
Aussicht
.
Nachdem
der Versicherte da
gegen am 9.
September 2014
(Urk. 7/28
) Einwand erhoben hatte
, welchen er am 15. Dezember 2014 (Urk. 7/34, vgl. auch
Urk.
7/33) unter Auf
lage von weiteren medizinischen Berichte
n
(Urk. 7/35) be
gründete, gab
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für
Ortho
pädische Chirurgie und Traumatologie, vom Regionalen Ärzt
lichen Dienst (RAD), am 16. Januar 2015
(Urk. 7/
36/4
)
eine Stel
lung
nahme ab.
Mit Verfügung vom
26
.
März
201
3
(Urk. 2)
hielt die IV-Stelle an ihrer im Vor
bescheid an
ge
kündigten Rentenzusprache fest
und sprach
dem Versicherten
mit Wirkung ab 1. April 2015 eine Viertelsrente in Höhe von
Fr.
564.
--
zu
.
Gleichzeitig wies sie
ihn
darauf hin, dass er die Verfügungen über die rückwirkenden IV-Leistungen für die Zeit vom 1. März 2014 b
is 31. März 2015
zu einem späteren Zeitpunkt
erhalten werde.
2.
2.1
Dagegen
erhob der Versicherte am
11
. M
ai
201
5
(Urk. 1) Beschwerde und be
an
tragte
(S. 2)
, es sei
die angefochtene Verfügung vom 26. März 2015 aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihm die gesetzlichen Leistungen nach dem Bundesgesetz über die Invalidenversicherung (IVG), namentlich
eine ganze Invalidenrente
mit Wirkung ab 1. März 2014 zu gewähren
.
Eventualiter sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihm neben den bereits in der Ver
fügung vom 26. März 2015 gewährten Leistungen mindestens eine halbe In
va
liden
rente ab 1. Oktober 2014 zu
gewähren.
Mit Beschwerdeantwort vom 1
9
.
Juni
201
5
(Urk.
6
) schloss die IV-Stelle auf Ab
wei
sung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am 2
2
.
Juni
201
5
(Urk.
8
)
zur Kennt
nis gebracht wurde.
3
.
3.1
Mit Verfügung 1 vom 28. Mai 2015 (Urk. 9/2/1) sprach
die IV-Stelle
dem Versi
cherten vom 1. März bis 30. Juni 2014 eine Dreiviertelsrente in der Höhe von
Fr.
1‘685
.-- und
eine
Kin
der
rente in der Höhe von
Fr.
675.--
, mit
Verfügung 2
vom 28. Mai 2015
(Urk. 9/2/2) mit Wir
kung vom 1. Juli
bis 30.
September 2014 eine Drei
viertels
rente in der Höhe von
Fr.
1‘685.--
und
m
it Verfügung 3 vom 28. Mai 2015 (Urk. 9/2/3) vom 1. Oktober bis Ende Dezember 2014 eine Vier
tels
rente in der Höhe von
Fr.
562.--
sowie
vom 1.
Januar bis 31.
März 2015 eine Viertels
rente in der Höhe von
Fr.
564.--
zu
.
3.2
Gegen diese Verfügungen (Urk. 9/2/1-3) erhob der Versicherte mit Eingabe vom 1. Juli 2015 (Urk. 9/1) ebenfalls Beschwerde und beantragte, es seien die Ver
fü
gungen 1, 2, 3 vom 28. Mai 2015 aufzuheben und die Be
schwerde
gegnerin zu ver
pflichten, ihm die gesetzlichen Leistungen nach dem Bundes
gesetz über die Invaliden
versicherung (IVG), namentlich eine ganze Rente mit Wirkung ab 1. März 2014, zuzüglich Kinderrente bis 30. Juni 2014, zu gewähren. Eventua
liter sei die Beschwerdegegnerin unter Belassung der An
sprüche gemäss Ver
fü
gung 1 und 2 zu verpflichten, ihm eine halbe Invaliden
rente ab 1. Oktober 2014 zu ge
währen (Urk. 9/1 S. 2). In prozessu
a
l
e
r Hinsicht ersuchte er, es sei – für den Fall, dass die drei Verfügungen 1, 2 und 3 vom 28. Mai 2015 nicht ohne
hin in einem einzigen Beschwerdeverfahren
zu behandeln seien – das Ver
fahren betreffend die drei vorliegend angefochtenen Verfügungen vom 28. Mai 2015 zu vereinigen. Ferner sei das vorliegende Verfahren mit dem bereits hängigen Verfahren IV.2015.00520 zu vereinigen.
4
.
Auf die einzelnen Vorbringen der Parteien und die Akten wird, sofern für die Ent
scheidfindung erforderlich, in den nachfo
lgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Die Parteien in den Verfahren IV.2015.00520 und IV.2015.00719 sind identisch und zwischen den beiden Prozessen besteht ein
so
enger sachlicher und rechtli
cher Zusam
m
enhang
,
dass es
angezeigt
ist
, das Verfahren IV.2015.00719 mit dem Prozess IV.2015.00520 zu vereinigen und dessen Akten in vorliegendem Ver
fahren als Urk. 9/0-5 zu führen.
Der Beschwerdegegnerin wird dementspre
chend von der Eingabe vom 1. Juli 2015 (Urk. 9/1) mit vorliegenden Urteil Kenntnis gegeben.
2
.
2
.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit ver
ur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
men
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2
.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
2
.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Ver
waltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärzt
liche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbei
tsunfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
3
.
3
.1
Die Beschwerdegegnerin begründete
die
Zusprache einer Dreiviertelsrente vom 1.
März
bis 30. September 2014
respektive einer Viertelsrente mit Wirkung ab 1. Oktober 2014
in
der Verfügung vom
2
6.
März
201
5
(Urk. 2)
damit,
aufgrund der medizinischen Beur
teilung sei dem Beschwerdeführer die angestammte Tä
tigkeit nicht mehr, eine angepasste Tätigkeit hingegen zunächst zu 50
%
und ab 7. Juli 2014 wieder zu 75
%
zumutbar.
Mittels Einkommensvergleichs und
unter
Be
rück
sichtigung eines leidensbedingten Abzuges
in der Höhe von 10
%
er
mit
telte sie
ab 1. März 2014
einen eine Dreiviertelsrente
begründenden In
validitäts
g
rad von 63
% und ab 1.
Oktober
2014
einen
eine
Viertel
s
rente be
grün
denden
Invaliditätsgrad von 44
%
.
3
.
2
Der
Beschwerdeführer stellte sich in
den beiden
Beschwerdeschrift
en vom 11.
Mai (Urk. 1)
respektive vom 1. Juli 2015 (Urk. 9/1)
demgegenüber
im We
sentlichen
auf den Standpunkt,
dass die ver
bliebene (Rest-)Arbeitsfähigkeit
auf
grund seines be
reits weit fortgeschrittene
n
Alters
nicht mehr ve
rwertet werden könne
.
Im Zeitpunkt des Feststehens der
medizinischen Zumu
tbarkeit einer Er
werbstätigkeit,
mithin
am
21. Juli 2014
,
sei
er 62 1⁄2 Jahre alt gewesen.
Er habe
auch
keinen Be
ruf erlernt und sei in den letzten 20 Jahren ausschliess
lich als Parkett
logistik
er tätig gewesen, diese wie auch andere körperliche Ar
beit
en
sei
en
ihm je
doch aufgrund der aktenkundigen medizinischen Einschrän
kungen klar nicht mehr zumutbar. Es sei praktisch ausgeschlossen beziehungs
weise nicht re
alistisch, dass er eine angepasste Tätigkeit finde. Das ergebe sich aus dem fach
ärztlichen Bericht von
Dr.
med.
Y._
,
Ortho
pädische Chirur
gie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH,
Z._
, Klinik
A._
, Zentrum für Endoprothetik und Gelenk
chirurgie
,
vom 8. Dezember 2014 wie auch aus dem ärztlich
en Attest vom 17. November 2014.
Dem
zufolge sei vorliegend eine volle
Erwerbsunfähigkeit anzunehmen (Urk. 1 S. 6 f.
Ziff.
11-13, Urk. 9/
1
S. 5
Ziff.
10-13
).
Für den
Fall, dass die volle Erwerbsunfähigkeit nicht bereits auf
grund des be
reits fortgeschrittenen Alters gegeben sein sollte, so wären den
noch aufgrund der zus
ätzlich lohnsenkenden Elemente
(„Schwerstarbeit“, Dienst
jahre, einge
schränktes Belastungsprofil, fortgeschrittene
s
Alter) ein leidens
bedingter Abzug in der Höhe von 25
%
gerechtfertigt (Urk. 1 S. 7 ff. Ziff. 14-16
, Urk. 9/
1
S. 6 f.
Ziff.
14-17
).
4
.
4
.1
Im Bericht vom 3
0.
April
2013 (Urk. 7/3/2) diagnostizierte der
seit Februar 2013
be
handelnde
Dr.
med.
B._
, Ärztezentrum
C._
, Fach
arzt für Allgemeine Innere Medizin,
eine Ellbogenarthrose und attestier
t
e eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit
2
6.
März 2013
.
4
.
2
In seiner Stellungnahme vom 2
1.
Juli 2014 (Urk. 7/25 S. 8
)
hielt
RAD-Arzt
Dr.
Z._
fest
,
der Zu
sta
nd nach Implantation einer Ell
bo
gen-
Arthroplastik rechts am 2
9.
Ma
i 2013
(vgl.
Urk.
7/3/56)
bei ankylosierender Ell
bogenarthrose einschliesslich einer sich daraus ab
leitenden Einschränkung der funktionellen Leistungsfähigkeit sei akten
kundig aus
gewiesen. Die gemäss Taggeldauflistung der Krankentaggeldversicherung attestierte durchgehende 100%ige Arbeitsunfä
higkeit
vom
2
6.
März 2013 bis 31. August 2013
sowie die seitdem attestierte unbefristete 100%ige Arbeits
un
fähig
keit für alle „körperlich belastende
n
Arbei
ten“
sei
en
plausibel, weshalb darauf ab
zu
stel
len sei. Für eine angepasste Tätig
keit lägen keine prozentualen Angaben vor, wes
halb die Einschätzung medizi
nisch-theoretisch anhand der klinischen An
gaben und
aufgrund seiner über
20
-
jährigen orthopädischen Praxis
erfahrung zu er
fol
gen habe. Ab dem ersten Operationstag am 2
9.
Mai 2013
habe zunächst eben
falls eine 100%ige
Arbeits
unfähigkeit
bis längsten
s
zum 2
5.
November 2013
bestanden, her
nach sei ent
sprechend den Angaben im Konsultationsbericht mit über
wiegender Wahr
scheinlichkeit zumindest eine 50%ige Arbeitsfähigkeit mög
lich be
ziehungs
weise medizinisch-theoretisch zumutbar. Ab
7.
Juli 2014 (nächste Kon
sultation bei
Dr.
Y._
) sei d
a
nn
schliesslich
der Endzustand erreicht wor
den und mit über
wiegender Wahr
schein
lichkeit eine (Rest-)Arbeitsfähigkeit
bei einer vollen Präsenz und einer Leistungs
minderung im Umfang von 25
%
wegen deutlich langsamerem Arbeitstempo bei bestehender Rechtsdominanz und dauerhafter massiver Funktions
einschränkung des dominanten Armes
von m
in
destens 75
%
aus
ge
wiesen. Schliesslich hielt
Dr.
Z._
folgendes Belastungsprofil fest:
„
kör
perlich sehr leichte Tätigkeiten ohne Heben, Tragen un
d Transportieren von Lasten > 5
kg, ohne Notwendigkeit beidhändigen Arbeitens/Hantierens, ins
be
sondere auch ohne Notwendigkeit repetitiver Drehbewegungen der Hände und Vorderarme.“
4
.
3
Im Bericht vom 2
5.
August 2014 (Urk. 7/31/6) nannte
Dr.
Y._
als Diagno
sen einen Status nach Implantation einer Ell
bogen
plastik rechts am 2
9.
Mai 2013 (Typ Morrey; Humeruskomponente small, Ulna
komponente small, zementiert mit Refobacin palacos). Als weitere Diagnosen
erwähnte er
eine es
sentielle arterielle Hypertonie,
eine
chronisch obstruktive Broncho
pneumopathie (mittel
schwere Obstruktion in der Lungen
funktions
unter
suchung) und eine
Pe
nicillin
allergie
.
Dr.
Y._
führte aus, der Bewegungsumfang sei unverändert sehr gut. Es be
stehe weiterhin eine volle Arbeitsunfähigkeit für körperliche Tätigkeiten, da der rechte Ellbogen nicht belastet werden könne.
4
.
4
Am
8.
Dezember
2014 (Urk. 7/35/2-3)
wiederholte
Dr.
Y._
die im Bericht vom 2
5.
August 2014 (E.
4
.3 hievor) genannten Diagnosen.
In seiner Beurtei
lung führte
er
aus,
dass
der rechte Ellbogen
weiterhin nicht belastungsfähig
sei
. Der Beschwerdeführer könne natürlich leichte Be
wegungen ausführen und auch leichte Gegenstände halten. Dafür sei er aber beruflich nicht ausgebildet. Er werde in der bisherigen Tätigkeit, die er bis zum Operationszeitpunkt durchge
führt habe, keine Anstellung mehr finden. Auch auf
grund seines Alters und der Berufsausbildung werde es nicht möglich sein, eine praxisrelevante Umschulung auf leichte Arbeiten durchzuführen.
In diesem Sinne
sehe
er
keine realistische Möglichkeit, den Beschwerdeführer beruflich zu re
integrieren.
Er bitte daher die verantwortlichen Stellen der Invaliden
ver
sicherung, dies noch einmal gründlich in Betracht zu ziehen. Für körperlich sehr leichte Tätigkeiten, ohne das Heben, Tragen und Transportieren von Lasten und ohne die Notwendigkeit des beid
händigen Arbeitens oder Hantierens werde der Be
schwerdeführer in seinem Al
ter keine geeignete Anstellung finden. Eine reelle Integrations
möglichkeit in den Arbeitsprozess bestehe
aus seiner Sicht
nicht.
4
.5
In der Stellungnahme
vom
1
6.
Januar 2015 (Urk. 7/36/4)
hielt
Dr.
Z._
fest, es lä
gen keine neuen/unbekannten medizinische
n Tatsachen vor und auch die Ein
schätzung der funktionellen Leistungsfähigkeit des fast 63
-
J
ährigen seitens der
Z._
(
Dr.
Y._
) und des RAD sei aus medizinischer Sicht dieselbe.
Dr.
Y._
habe lediglich psychosoziale Faktoren angegeben, die selbst
ver
ständ
lich generell zu berücksichtigen seien, aber eben nicht invaliden
ver
siche
rungs
rechtlich relevant seien. An der bisherigen RAD-Stellungnahme werde festgehalten.
5
.
5
.1
Z
u prüfen
ist
die Verwertbarkeit der
Resta
rbeitsfähigkeit
des Be
schwerde
führers
.
5
.2
Das - in unselbständiger Tätigkeit – trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung zumut
barerweise erzielbare Einkommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeits
markt zu ermitteln, wobei an die Konkretisierung von Arbeits
gelegen
heiten und Verdienstaussichten keine übermässigen An
forderungen zu stellen
sind. Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit
weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die
einer versicherten Person verbliebene Rest
erwerbs
fähig
keit auf dem aus
ge
glich
e
nen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr nach
gefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungslast nicht mehr zumutbar ist. Fehlt es an einer wirtschaftlich verwertbaren Rest
erwerbs
fä
higkeit,
liegt eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vor, die einen Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente begründet.
Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leistungs
ver
mögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nac
h einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt von den Um
ständen des Ein
zel
falls ab. Massgebend können die Art und Beschaffenheit des Ge
sund
heits
scha
dens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Ein
arbeitungs
auf
wand und in diesem Zusammenhang auch Persön
lich
keits
struktur, vor
handene Bega
bungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werde
gang oder An
wend
bar
keit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein. Somit hängt die
Verwertbarkeit nicht zuletzt davon ab, welcher Zeitraum der ver
si
cherten Per
son
für eine berufliche Tätigkeit und vor allem auch für einen all
fäl
ligen Berufs
wechsel noch zur Verfügung steht (Urteil des Bundesgerichts 9C_456/2014 vom 19. Dezember 2014 E. 3.1.1 mit Hinweisen).
5
.3
Für den Zeitpunkt, in welchem die Frage nach der Verwertbarkeit der
Resta
rbeits
fähigkeit bei vorgerücktem Alter beantwortet wird, ist auf das Fest
stehen der medizinischen Zumutbarkeit einer (Teil-) Erwerbstätigkeit abzustellen (Urteil
des Bundesgerichts 9C_456/2014 vom 19. Dezember 2014 E. 3.1.2 mit Hin
wei
sen)
.
Erst
die Stellungnahme vom 2
1.
Juli 2014 (E.
4
.2 hievor) von RAD-Arzt
Dr.
Z._
ver
schaffte Klarheit über d
ie Arbeitsfähigkeit
in
angepasster Tätigkeit
.
Dr.
Z._
führte
- nebst der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in be
hinderungs
ange
passter Tätigkeit -
nicht nur ein Belastungsprofil auf, sondern
zeigte auch den Verlauf der
Arbeitsfähigkeit auf.
Diese Stellung
nahme
bildete
denn auch
die medizinische Grundlage für den Renten
entscheid. Im konkreten Fall ist somit die Ver
wert
barkeit der Rest
arbeits
fähig
keit am 2
1
.
Juli
201
4
entscheidend.
5
.4
Im
Juli
201
4
war de
r
am 2
5.
Januar 1952 geborene
Beschwerdeführer
rund
62 1⁄2
Jahre alt.
Er hat keinen Beruf er
lernt
und war beinahe 20 Jahre als Parkettlo
gistiker tätig. Diese Tätig
keit
wie auch andere körperlich belastende Tätigkeiten sind
ihm aufgrund der aus der Ellbogenproblematik
resultierenden Ein
schrän
kungen der funktionellen
Leistungsfähigkeit
seit
dem
2
6.
März 2013
nicht me
hr zumutbar (E.
4
.1-5
hievor).
Seine frühere Arbeitgeberin, die
Y._
AG,
nannte
als Grund für
die
Kündigung
denn
auch
gesund
heit
liche
Beein
trächtigungen und
die
daraus resultierenden
Leistungseinbusse
n
(Urk. 7/20/9).
In be
hinderungs
angepasster
Tätigkeit attestierte
Dr.
Z._
vom 2
9.
Mai bis 25.
November 2013 ebenfalls eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit und hernach zu
nächst eine medizinisch-theoretische 50%ige
respektive
nach Verbesserung im Juli 2014 bei voller Stundenpräsenz und einer Leistungs
minderung im Umfang von 25
%
eine
mindestens 7
5
%
ige
Arbeitsfähigkeit
(E.
4
.
2
hievor)
.
Eine allfällig noch zumutbare behinderungsangepasste Arbeit unter
liegt
laut dem durch
Dr.
Z._
evaluierten Belastungsprofil
nebst der Ein
schränkung der Leistungs
fä
hig
keit um 25
%
wegen deutlich lang
samerem Arbeits
tempo bei bestehender Rechts
dominanz und dauerhafter massiver Funktions
einschränkung des domi
nanten Armes weiteren Ein
schränkungen in dem Sinne, dass ihm nur noch kör
per
lich sehr leichte Tätig
keiten ohne Heben, Tragen und Transportieren von Lasten > 5 kg, ohne Notwendigkeit beid
hän
digen Arbeitens/Hantierens, ins
be
son
dere auch ohne Notwendigkeit re
petitiver Dreh
bewegungen der Hände und Vor
der
arme,
zumutbar sind
(E.
4
.
2
hievor)
. Dies wird potentielle Arbeit
geber davon abhalten, d
as Risiko einer
mit sol
chen Kom
plikationen behafteten
An
stel
lung
einzugehen.
Hinzu kommt, dass dem Beschwerdeführer a
n
gesichts des fort
ge
schrittenen Alters nicht mehr viel Zeit für eine be
ruf
liche Tätig
keit res
pektive für einen Berufswechsel zur
Verfügung
steht
.
Aufgrund des beschriebe
nen
Be
lastungs
profil
s ist auch nicht ersichtlich, inwiefern der Beschwerdeführer, der bis
lang als
„
Lagerchef P im Bereich Parkett
“
während rund 20 Jahren
eine körperlich belastende Tätigkeit aus
geübt hat,
an
seine
bisherige
Berufs
er
fahrung und die dadurch erlangten Fer
tig
keiten
aus dem angestammten Bereich
an
knüpfen k
önnte
.
5
.5
Auf
grund des Ge
sagten ist
(E.
5
.2
hievor)
in Übereinstimmung mit den von
Dr.
Y._
am
8.
Dezember 2014 (E.
4
.4 hievor) gemachten Ausführungen
davon auszugehen, dass die
dem Beschwerdeführer noch
ver
bliebene Rest
ar
beits
fähig
keit auf dem aus
geglichenen Arbeitsmarkt realistischer
weise nicht mehr nach
gefragt und deren Verwertung auch gestützt auf die Selbst
ein
gliede
rung nicht mehr
zumut
bar ist.
So hat denn auch das Bun
des
gericht
in einem ähnlich gelagerten Fall
mit Urteil 9C_918/2012 vom 1
0.
Mai 2013 unter E. 3.2 (zitiert i
m
Urteil des Bun
desgerichts 8C_345/2013 vom 10.
September 2013 un
ter E. 4.3.2
)
die Verwertung der
Restarbeitsfähigkeit
bei einem 60 Jahre alten Versicherten, welcher in seiner über 20 Jahre dauernden Tätigkeit als Hotelpor
tier meist mittel
schwere bis schwere Arbeiten ausgeführt hatte und behinde
rungsbedingt nur noch teils stehend, teils sitzend tätig sein k
onnte
, wobei nur noch Gewichte bis 5 kg zumutbar und ihm wegen seiner Krankheit sowohl Schichtdienste als auch das Führen von Maschinen nicht mehr möglich
waren
, ebenfalls
verneint
.
Da es demnach an einer
wirt
schaftlich ver
wert
baren Rest
arbeitsfähigkeit
fehlt
, liegt eine vollstän
dige Er
werbs
unfähigkeit vor, wes
halb der Be
schwerdeführer Anspruch auf eine ganze Rente hat (Urteil des Bun
des
ge
richts 9C_734/2013 vom 13. März 2014 E. 3.4).
6
.
Vor dem Hintergrund, dass die Rest-(Erwerbsfähigkeit) des Beschwerdeführers auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr nachgefragt wird und deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungslast nicht mehr zumutbar ist, hat er
nach Ablauf des Wartejahres und nach Ablauf von sechs Monaten nach der Geltendmachung des Leistungs
an
spruches im Sinne von
Art.
28
Abs.
1 lit. c und 29
Abs.
1 IVG, mithin
ab 1. März 20
14
– der Ren
tenb
eginn
ist unbestritten (siehe Urk. 1 und 2 [Begründung]) -
An
spruch auf eine ganze Rente der Invaliden
versicherung.
In Gutheissung der Beschwerde
n
sind
demnach die angefochtene
n
Verfügung
en
vom 2
6
. M
ärz
(Urk. 2)
und 2
8.
Mai 2015 (1, 2, 3; Urk. 9/1-3)
aufzuheben und dem Beschwerdeführer ab 1.
März
201
4
eine
ganze Rente der Invaliden
ver
si
cherung
zuzusprechen
.
7
.
7
.1
Da
es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
I
VG) und ermessensweise auf Fr. 800
.-- anzusetzen und ausgangsgemäss der
unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
7
.2
Zudem ist dem Beschwerdeführer eine Prozessentschädigung zuzusprechen (
Art.
61 lit. g ATSG, in Verbindung mit
§
34
Abs.
1
des
Gesetz
es
über das Sozi
alversi
cherungs
gericht, GSVGer
). Diese ist unter Berücksichtigung der Bedeu
tung der Streit
sache und der Schwierigkeit des
Prozesses (§ 34 Abs. 3 GSVGer) und beim
mass
geblichen Stundenansatz von Fr. 220.-- (zuzüglich Mehrwert
steuer) auf Fr.
2
‘
8
00
.-- (
inkl
. Barauslagen und MWSt) festzulegen.
Das Gericht
beschliesst
Der Prozess IV.2015.00719 wird mit dem vorliegenden Verfahren vereinigt und als dadurch erledigt abgeschrieben
,
und
erkennt
sodann
:
1.
In Gutheissung der Beschwerde
n we
rd
en
die Verfügung
en
der Sozial
versicherungsan
stalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom 2
6
.
März
201
5
und 2
8.
Mai 2015 (Nr. 1, 2 und 3)
aufgehoben, und es wird festgestellt, dass der Beschwerdeführer ab 1. März 2014 Anspruch auf eine ganze Rente der Invaliden
versicherung hat.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
800
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt.
Rech
nung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechts
kraft zugestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
dem Beschwerdeführer
eine Prozessentschä
digung
von
Fr.
2
‘
8
00
.-- (inkl
. Barauslagen und MWSt) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
Rechtsanwalt
Dr.
Kaspar Saner
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
, unter Beilage des Doppels von Urk. 9/1 sowie
von
Kopi
en von Urk. 9/2
/1
-3
Bundesamt für Sozialversicherungen
Personalvorsorgestiftung der
Y._
AG,
sowie an:
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.