Decision ID: bc04268c-f6ac-4cda-b324-f22b0bdede70
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1959,
war seit
2007
bei verschiedenen Arbeitgebern als Reinigungsmitarbeiter tätig (Urk. 9/16), zuletzt von Januar bis März 2013 bei der
Y._
GmbH,
wobei der letzt
e Arbeitstag am 6. März 2013 stattgefunden hat
(Urk. 9/17/1-9 Ziff. 2.1.
und
2.3
).
Unter Hinweis auf Rücken
schmerzen meldete sich der Versicherte am 9. Juli 2013 bei der Invalidenversi
cherung zum Leistungsbezug an (Urk. 9/12). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische Situation ab
.
Nach durchge
führtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 9/51, Urk. 9/53, Urk. 9/57) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 29. Juni 2015 einen Rentenanspruch (Urk. 9/60 = Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am 28. August 2015 Beschwerde gegen die Verfügung vom 29. Juni 2015 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und ihm seien die gesetzlich geschuldeten Leistungen, insbesondere eine Invalidenrente, aus
zurichten
(Urk. 1 S. 2 Ziff. 1-2). Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 27. Oktober 2015 (Urk. 8) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Gerichtsverfügung vom 16. November 2015 wurden antragsgemäss (vgl. Urk. 1 S. 2 Ziff. 3) die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung be
willigt und dem Beschwerdeführer die Beschwerdeantwort zugestellt (Urk. 10).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist
die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
Bundesgesetz über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze
Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG
.
1.3
Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Artikel 29
Abs.
1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Altersjahres folgt (
Abs.
1). Der Anspruch entsteht nicht, solange die versi
cherte Person ein Taggeld nach Art. 22 IVG beanspruchen kann (Abs. 2). Die Rente wird vom Beginn des Monats an ausbezahlt, in dem der Rentenanspruch entsteht (
Abs.
3). Beträgt der Invaliditätsgrad weniger als 50 %, so werden die entsprechenden Renten nur an Versicherte ausbezahlt, die ihren Wohnsitz und ihren gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz haben. Diese Voraussetzung ist auch von Angehörigen zu erfüllen, für die eine Leistung be
ansprucht wird (Abs. 4).
1.4
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und
andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog anwendbaren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen) Art. 88a
der Ver
ordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Ände
rung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstufung erforderliche
Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Ver
gleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des
Renten
beginns
mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung beziehungsweise Herabsetzung der Rente (BGE 125 V 413 E. 2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E. 1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5).
1.5
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.
6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der Verfügung vom 29. Juni 2015 (Urk. 2) da
von aus, dass der Beschwerdeführer seit Februar
2013
(Beginn der Wartezeit)
in seiner Arbeitsfähigkeit
erheblich
eingeschränkt
sei
.
Gemäss medizinischer Be
urteilung sei dem Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit als
Reinigungs
angestellter
nicht mehr zumutbar. Nach Ablauf der Wartezeit
,
mithin
im Feb
ruar 2014,
wäre
es
ihm jedoch zumutbar, einer a
ngepasste
n
Tätigkeit
für sechs Stunden
pro Tag
nachzugehen.
Unter Berücksichtigung einer
Leistungs
minde
rung
von 25
%
errechnete die Beschwerdegegnerin
ein
en Invaliditätsgrad von 46 % (S. 2
Mitte
).
Ab März 2014 wäre es dem Beschwerdeführer sodann zumut
bar, einer angepassten Tätigkeit für sieben Stunden pro Tag nachzugehen. Die Beschwerdegegnerin errechnete unter Berücksichtigung einer
Leistungsminde
rung
von 25 % einen Invaliditätsgrad von 37 % (S. 2 unten). Aufgrund dessen, dass der Invaliditätsgrad schon einen Monat nach Ablauf der gesetzlichen Wartefrist unter 40 % falle, sei
der Grundsatz der Dau
erhaftigkeit nicht gege
ben
, denn nach Ablauf des Wartejahres müsse auch weiterhin eine
rentenbe
gründende
Arbeitsunfähigkeit bestehen. Da dies beim Beschwerdeführer nicht der Fall sei, könne kein Anspruch auf eine Invalidenrente
ent
stehen (
S. 3 oben).
2.2
Der Beschwerdeführer vertrat den Standpunkt (Urk. 1), dass die
vorliegenden
medizinischen
Akten
in keiner Weise genügen würden, um zu beweisen, dass er ab März 2014 in einer angepassten Tätigkeit während sieben Stunden pro Tag einsetzbar wäre. Habe die Beschwerdegegnerin nicht auf die gegenteilig
e Mei
nung der behandelnden Hausärztin
abstellen wollen, so hätte sie ein Gutachten in Auftrag geben müssen (S. 9 Ziff. 17).
Werde auf die medizinische Beurteilung
der behandelnden Hausärztin
abge
stellt, habe er keine Arbeitsfähigkeit mehr, auch nicht in einer angepassten Tä
tigkeit. Deshalb habe er Anspruch auf eine ganze Rente (S. 9 Ziff. 18).
2.3
Streitig und zu prüfen ist der Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers, wobei insbesondere die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer angepassten Tätigkeit umstritten ist.
3.
3.1
Med.
pract
.
Z._
,
Facharzt für Neurochirurgie,
Oberarzt,
A._
Klinik,
B._
Zentrum, Wirbelsäu
lenchirurgie und
Neu
ro
-
chirurgie, nannte in seinem Bericht
vom 28. Juni 2013
(Urk. 9/18/5-7)
die folgende Diagnose (S. 1 Mitte):
chronisch
es
lumbo-spondylogenes
Schmerzsyndrom mit
teils
radikulär
anmutender Ausstrahlung rechts
kernspintomographisch nachgewiesener rechts medio-lateraler
Dis
kushernie
L4/5
D
er
Beschwerdeführer
leide
seit Jahren an
chronisch
en
lumbo-spondylogenen
Schmerzen mit einer deutlich mechanischen Komponente.
Ein operatives Vor
gehen sei noch nicht gerechtfertigt. Vielmehr müsse die
Schmerzursache klar identifiziert werden (S. 2 unten).
3.2
Med.
pract
.
Z._
nannte in seinem Bericht
vom 22. August 2013
(Urk. 9/18/8-9) die gleiche Diagnose wie in seinem
B
ericht vom 28. Juni 2013
(vorstehend E. 3.1).
Am 22. August 2013 sei beim Beschwerdeführer ein Sakralblock unter BV vorgenommen worden.
3.3
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für A
llgemeine Innere Medizin und Hausärztin des Beschwerdeführers, führte
in ihrem Bericht vom 10. September 2013 (Urk. 9/
18/
1-4) aus, dass sie den Beschwerdeführer seit März 2013 ambu
lant behandle (Ziff. 1.2)
und nannte
die
folgende Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1):
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom
seit
zirka 2008
radikuläre
Ausstrahlung rechts
Diskushernie rechts L4/5
Der Beschwerdeführer sei in der angestammten Tätigkeit in der Reinigung seit Februar 2013 bis auf Weiteres zu 100 % arbeitsunfähig (Ziff. 1.6). Beim Bücken und Tragen von mehr als 5 kg habe er starke immobilisierende Schmerzen (Ziff. 1.7).
Durch medizinische
Massnahmen liessen sich
die Einschränkungen vermindern
in
der Hoffnung, dass eine mindestens 50%ige Arbeitsfähigkeit
möglich wäre
(Ziff. 1.8)
.
Die Arbeitsfähigkeit
in
einer angepassten
Tätigkeit sei momentan noch schwer einzuschätzen, da
die
Therapieoptionen noch nicht ausgeschöpft seien.
Sie s
chätz
e gewisse mögliche Aktivitäten
auf eine bis drei Stunden
pro Tag ein (
S. 4
).
3.4
Dr.
C._
, führte in ihrem Bericht vom
26. September 2013 (Urk. 9/19) aus, dass der Beschwerdeführer seine bisherige Tätigkeit noch vier Stunden
pro Tag verrichten
könne
, eine angepasste Tätigkeit wie einfache Büro
arbeiten oder Empfangsarbeiten könne er
ein bis zwei Stunden
pro Tag
ver
richten.
Die Invalidität könne noch nicht beurteilt werden (S. 7).
3.5
Priv.
Doz
.
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, führte in seinem Bericht vom
13. November 2013 (Urk
. 9/25) aus,
der
Beschwerdeführer
sei am 18.
März 20
13
erstmalig zu ihm gekommen. Er habe bei ihm dreimalig
eine
schmerztherapeu
tische
Intervention durchgeführt, die jedoch
nicht zu einer durchgreifenden Beschwerdelinderung geführt
habe
.
Seiner Ansicht nach sei der
Beschwerde
führer
für eine leichte bis mittelschwere körperliche Tätigkeit uneingeschränkt arbeitsfähig
.
3.6
Dr.
med.
E._
,
Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und
Rheu
-
ma
tologie
, Oberärztin,
A._
Klinik,
B._
Zentrum,
R
heu
-
matologie
und Rehabilitation
,
nannte in ihrem Bericht
vom 2. Dezember 2013
(Urk. 9/29) die
folgende
n
Diagnosen (S. 1 Mitte):
chronifiziertes
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom rechts mit/bei
MRI Lendenwirbelsäule 18. März 2013: mehrsegmentale degenerative Veränderungen mit
Osteochondrosen
L3/4 und L4/5,
Retrolisthesis
L2/3 sowie leichtgradiger Nervenwurzelkompression L5 rechts bei Diskushernie L4/5
fehlende Hinweise für eine neurologische Ursache
, neurologische Un
tersuchung 1. Oktober 2013
Status nach diversen Infiltrationen, ohne Erfolg
beginnende Gonarthrose
n
beiderseits
Fingerpolyarthrose vom Typ
Heberden
a
usgeprägte Vitamin D-Insuffizienz
a
namnestisch Status nach Rippenfraktur und Status nach Kieferfraktur in den letzten Jahren
Seit fünf Jahren würden chronische
lumbospondylogene
Rückenschmerzen rechts bestehen. S
ämtliche Therapiemassnahmen seien
bisher ohne Erfolg ge
blieben (S.
3
unten).
Ein
zugrunde
liegendes entzündlich-rheumatologisches
Leiden sei eher unwahrscheinli
ch (S. 4 Mitte)
.
3.
7
Im
Bericht vom 19. Dezember 2013 (Urk. 9/31)
nannte
Dr.
E._
die gleichen Diagnosen wie in ihrem
Bericht vom 2. Dezember 2013 (S. 1 Mitte, vorstehend E. 3.6).
A
m 16. Dezember 2013
habe
ein MRI der Lendenwirbelsäule und des
Iliosacralgelenk
es
stattgefunden
(S. 1 unten).
Es
ergäben sich keine Hinweise für das
Vorliegen einer entzünd
lich-rheumatologischen Erkrankung im Sinne
einer axialen
Spondylarthropathie
. Gr
undsätzlich sei aus rheumatologisch-theoreti
scher Sicht die Arbeitsfähigkeit
für eine leichte, wechselbelastende Tätigkeit ge
geben. Zweck
s Eingewöhnung und Anpassung sei
ein schrittweiser Einstieg mit ansteigendem Pensum im Rahmen von drei bis sechs Mona
ten empfehlenswert (S. 2 Mitte).
3.8
Dr.
E._
nannte im
Bericht vom 4. April 2014 (
Urk. 9/32
/3-5) die gleichen Diag
nosen
wie in ihrem
Bericht vom 2. Dezember 2013 (
S. 1 Mitte,
vorstehend
E. 3.6
).
Zusätzlich
führte sie den
Verdacht auf
eine
Anpassun
gsstörung, Depres
sion auf
(S. 1
unten).
Die letzte ärztliche Kontrolle habe am 19. Dezember 2013 stattgefunden
(S. 3 oben).
Eine
leichte, allenfalls mittelschwere Arbeitstätigkeit in Wechselbelastung sei
für den Beschwerdeführer
denkbar.
Zu meiden seien Zwangshaltungen, häu
fige Drehungen/Seitneigungen der Lendenwirbelsäule und exzentrische Ge
wichte.
Es werde eine
stufenweise Eingliederung in den Arbeitsprozess zur Ein
gewöhnung und bei aktueller
Dekonditionierung
empfohlen
. Die genauen An
forderungen an die angestammte Tätigkeit
in der Grobreinigung von Gebäuden seien
nicht bekannt,
weshalb davon ausgegangen werde
, dass di
ese Tätigkeit nicht günstig sei (S. 3 unten).
3.9
Dr.
C._
verwies
in ihrem Bericht vom 13. Mai 2014 (Urk. 9/34/1-2)
für die Diagnosen auf den Bericht der
A._
Klinik vom 19. Dezember 2013 (Ziff. 2, vorstehend 3.7).
D
er Beschwerdeführer
habe
n
ach wie vor immobilisie
rende Rückenschmerzen.
Er kö
nne nicht länger als 100 m am Stück laufen,
nicht länger als zehn Minuten
stehen,
nicht mehr im Tram sitzen und nicht mehr als zwei Stunden am Stück S
chlafen
(Ziff. 3)
.
Der Beschwerdeführer
könne nicht mehr in der Reinigung arbeiten,
eine Umschulung sei angezeigt (Ziff. 5).
3.10
Dr.
med.
F._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, und
lic
. phil.
G._
, Psychologin und Fachpsychologin für Psychotherapie FSP, führten in ihrem Bericht vom 29. Juli 2014 (Urk. 9/37) aus, dass sie den Beschwerdeführer seit Mai 2014 ambulant behandeln würden (Ziff. 1.2) und nannten die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
Anpassungsstörung, Angst und depressive Reaktion gemischt (ICD-10 F43.22)
chronische Rückenschmerzen seit 2008
Der Beschwerdeführer sei seit Beginn der Behandlung, somit ab Mai 2014, in der a
ngestammten Tätigkeit als Reinigung
s
kraft zu 25 % arbeitsunfähig (Ziff. 1.6). Aus psychiatrisch-psychologischer S
icht würden Misserfolgsängste, Angst vor Schmerzattacken, schnelle Ermüdung, Insuffizienzgefühle, Selbst
zweifel und Zukunftsängste bestehen. Sodann sei aus psychiatrisch-psycholo
gischer Sicht eine Tätigkeit mit reduzierter Leistungsfähigkeit möglich. Jedoch würden die funktionalen Einschränkungen durch die somatischen Probleme im Vordergrund stehen. Aus Sicht des Beschwerdeführers sei die Wiederaufnahme einer Tätigkeit derzeit unmöglich (Ziff. 1.7).
3.11
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und
Trauma
-
tolo
gie
des Bewegungsapparates, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD),
ging
in seiner Stellungnahme vom
29. August 2014
(Urk. 9/50/6-7)
von
der
psychi
-
atrischen
Diagnose einer Anpassungsstörung, Angst und depressive Re
aktion gemischt (ICD-10: F43.22) aus (S. 6 unten). Zudem ging er von folgen
den rheumatologischen Diagnosen aus (S. 6 unten, S. 7 oben):
chronifiziertes
lumbospon
d
ylogenes
Schmerzsyndrom rechts mit/bei
mehrsegmentalen degenerativen Veränderungen mit
Osteochondrosen
L3/4 und L4/5,
Retrolisthese
L2/3 und leichtgradiger
Nervenwurzel
kompression
L5 rechts
bei Diskushernie L4/5 (MRI Lend
enwirbelsäule 18. März 2013)
keine axiale
Spondylarthropathie
keine Hinweise für neurologische Ursache
Zustand nach dive
rsen Infiltrationen ohne Erfolg
keine Hinweise für neurologische Ursache
beginnende Gonarthrosen beiderseits
Fingerpolyarthrose Typ
Heberden
beiderseits
z
usätzlich: leichte Arthrose des Grund- und Mittelgelenkes
Dig
. III links
D
ie somatischen Diagnosen
seien
als ausgewiesene Ges
undheitsschäden anzuse
hen einschliesslich der sich daraus
ableitenden Einschränkung der funktionellen Leistungsfähigkeit. Diese Gesundheitsschäden seien stabil. In der angestammten
Tätigkeit
als Reinigungskraft
könne gestützt auf
die Berichte der
A._
Kli
nik
und
der Hausärztin
Dr.
C._
ab Februar 2013
von einer
100%igen Arbeitsunfähigkeit
ausgegangen werden. Für eine angepasste Tätig
keit
habe anfänglich ebenfalls eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
bestanden, doch sei gestützt auf den Berich
t der
A._
Klinik vom 4. April 20
14 davon aus
zugehen, dass prinzipiell und spätestens
ab Untersuchungsdatum vom 19. Dezember 2013 eine Arbeitsfähigkeit
bestehe, wobei
wegen der aktuellen
Dekonditionierung
eine stufenweise Eingliederung zur Eingewöhnung
in den Arbeitsprozess
zu empfehlen sei.
Der
RAD-Arzt
hielt
diesbezüglich fest:
begin
nend mit vier Stunden
pro Tag mit anzunehmender Leistungsminderung ent
sprechend insgesamt
einer Arbeitsfähigkeit von 40
% und
langsamer, schritt
weiser Steigerung um eine Stunde pro Tag alle vier
Wochen bis zum Erreichen der vollen Präsenzzeit, wobei angesichts der so
matischen Gesundheitsschäden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
eine 25%ige Leistungsminderung bleiben werde.
Das Belastungsprofil sehe wie folgt aus: körperlich leichte und selten mittelschwere Tätigkeiten oh
ne Heben und Tragen von Lasten über
10 kg, ohne häufiges Bücken, Treppensteigen oder Arbeit über Kopf, ohne Zwangshaltungen des Rumpfes, Knien, Kauern oder Hocken, Steigen auf Leitern und Gerüste, ohne Notwendigkeit des häufigen kraftvollen Hantierens mit beiden Händen (S. 7).
3.12
Die Beschwerdegegnerin teilte dem Beschwerdeführer
am 3. November 2014 (Urk. 9/44) mit, dass sie ihre Unterstützung in den beruflichen Massnahmen wieder beende, da er sich aktuell subjektiv gesundheitlich nicht in der Lage fühle, die angebotenen beruflichen Massnahmen anzunehmen.
3.13
Dr.
C._
nannte
in ihrem Bericht vom 27. November 2014 (Urk. 9/46/1-
5
)
die folgenden Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit
(Ziff. 1.1):
c
hronifizierte
s
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom
seit zirka 2008
Schulter
rechts
Die Beschwerden hätten trotzt Analgesie,
Physiotherapie und Psychotherapie zugenommen. Die Prognose sei schlecht (Ziff. 1.4).
In der bisherigen Tätigkeit in der Reinigung bestehe seit Februar 2013 bis auf Weiteres eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Die bisherige Tätigkeit sei dem Be
schwerdeführer nicht mehr zumutbar, er könne nicht einmal den einfachen Haushalt machen
(Ziff. 1.7). Zur Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit machte sie jedoch keine Angaben.
3.14
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Radiologie, führte in seinem Bericht vom 28. November 2014 (Urk. 9/48/2) nach Untersuchung des rechten Schulterge
lenkes aus, dass der Verdacht auf eine Partialruptur im Verlauf der
Rotatoren
manschette
, insbesondere
Supraspinatussehne
, eine begleitende
Tendinopathie
und eine Bursitis bestehe.
3.1
5
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Rheuma
tologie, diagnostizierte in seinem Bericht vom 23. Dezember 2014 (Urk. 9/48
/1
) eine Periarthritis
humeroscapularis
tendopathica
rechts. Beim Be
schwerdeführer seien zirka im Oktober 2014 beim Schwimmen im Meer
bewe
gungsabhängige
rechtsseitige Schulterschmerzen aufgetreten. Die radiologische Untersu
chung zeig
e einen Verdacht auf Partialruptur
,
eine begleitende Bursitis sowie
eine
Tendinose
der
Subscapularissehne
rechts
.
3.1
6
Dr.
H._
, RAD, führte in seiner Stellungnahme vom
17. Dezember 2014
(Urk. 9/50/8-9) aus, dass bei der Auflistung der ausgewiesenen somatischen Gesundheitsschäden der Vollständigkeit halber ergänzend den
Reizzustand re
chts
Schultergelenk bei Verdacht auf Partialruptur der
Rotatorenmanschette
aufzunehmen
sei
,
ohne dass sich aus versicherungsmedizinischer Sicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit hierdurch etwas an der Beurteilung
der
Rest
arbeitsfähigkeit
ändern würde
(S. 9 oben).
4.
4.1
Aus den medizinischen Akten ergibt sich, dass der Beschwerdeführer
in der ange
stammten Tätigkeit als Reinigungsangestellter nicht mehr arbeitsfähig ist (vorstehend E. 3.3,
E.
3.8,
E.
3.9,
E.
3.11). Dies ist unbestritten (vgl. Urk. 1
S. 7
Ziff. 12, Urk. 2 S. 2 Mitte). Strittig ist jedoch die Arbeitsfähigkeit des Beschwer
deführers in einer angepassten Tätigkeit.
4.2
Die Ärztin der
A._
Klinik
,
Dr.
E._
,
ging in ihrem Bericht vom 19. Dezember 2013 davon aus, dass für leichte, wechselbelastende Tätigkeiten eine Arbeitsfähigkeit gegeben sei. Zwecks Eingewöhnung und Anpassung emp
fahl sie einen schrittweisen Einstieg mit ansteigendem Pensum im Rahmen von drei bis sechs Monaten (vorstehend E. 3.7).
In ihrem Beric
ht vom 4. April 2014 führte
Dr.
E._
aus, dass eine leichte, allenfalls mittelschwere Arbeitstätigkeit in Wechselbelastung denkbar sei. Sie empfahl
wiederum
eine stufenweise Ein
gliederung in den Arbeitsprozess zur Eingewöhnung und b
ei aktueller
Dekondi
tionierung
. Dieser Beurteilung der Arbeitsfähigkeit lag die ärztliche Kontrolle vom 19. Dezember 2013 zugrunde
(vorstehend E. 3.8).
In ihren beiden Berichten erläuterte
Dr.
E._
weder die anfängliche Arbeitsfähigkeit noch
deren
genaue
Steigerung
, doch hielt sie einen Rahmen von drei bis
sechs Monaten fest. Ge
mäss
Dr.
E._
Einschätzung
bestand somit
spätestens seit
Mitte
Juni 2014 eine volle Arbe
itsfähigkeit
.
Der RAD-Arzt
Dr.
H._
stützt
e sich bei der
Beurteilung
der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auf die beiden Berichte von
Dr.
E._
und ging gestützt da
rauf davon aus, dass spätestens ab dem Untersuchungsdatum vom 19. Dezember 2013 eine Arbeitsfähigkeit bestand
en hat
. Da
Dr.
E._
zur An
gewöhnung eine
schrittweise Steigerung der Arbeitsfähigkeit erwähnt
e
, diese aber nicht näher dargelegt hat,
versuchte der RAD-Arzt eine solche
da
r
zulegen. Der RAD-Arzt ging sodann von einer anfäng
lichen Arbeitsfähigkeit von vier Stunden pro Tag
und langsamer, schrittweiser Steigerung um eine Stunde pro Tag alle vier Wochen bis
zum Erreichen der vollen Präsenz
zeit aus
, wobei an
gesichts der somatischen Gesundheitsschäden mit überwiegender Wahrschein
lichkeit eine Leistungsminderung von 25 % bestehen bleibe
(vorstehend E. 3.11).
Nach seiner Einschätzung
lag
somit
ab Mitte Mai 2014, das heisst nach zirka
fünf Monaten
,
eine volle Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers vor.
Da
mit entspricht die Einschätzung des RAD-Arztes der Ansicht von
Dr.
E._
der
A._
Klinik, wonach nach maximal sechs Monaten eine vollständige Ar
beitsfähigkeit vorliegen sollte.
Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch die Ärztin der
A._
Klinik und des RAD-Arztes wird durch den Bericht von
Dr.
D._
vom November 2013 gestützt
,
der sogar von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit für leichte bis mittelschwere körperliche Tätigkeiten
ausging
.
Dr.
D._
begründet
e
seine
Einschätzung jedoch
n
icht näher (vorstehend E. 3.5).
Dr.
C._
,
die
Hausärztin des Beschwerdeführers, war anfangs Septem
ber 2013 der Ansicht,
dass
die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tä
tigkeit schwer einzuschätzen
sei
, wobei sie gewisse mögliche Aktivitäten auf eine bis drei Stunden pro Tag einschätzte (vorstehend E. 3.3). Ende September 2013 machte sie hingegen widersprüchliche Angaben, wonach der Beschwer
deführer seine bisherige Tätigkeit noch vier Stunden pro Tag und eine ange
passte Tätigkeit wie einfache Büroarbeiten oder Empfangsarbeiten ein bis zwei Stunden pro Tag verrichten könne (vorstehend E. 3.4).
Im Mai 2014 war
Dr.
C._
der Ansicht, eine Umschulung sei angezeigt (vorstehend E. 3.9). Im November 2014 diagnostizierte sie neu einen Befund an der rechten Schulter, ohne
diesen jedoch näher zu erläutern. Zur
Arbeitsfähigkeit
in einer angepassten Tätigkeit äusserte sie sich nicht
(vorstehend E. 3.13)
. Aus den Be
richten von Dr.
C._
geht nicht – wie vom Beschwerdeführer geltend gemacht
wird
(Urk. 1 S. 8 Ziff. 13) – hervor, dass
in einer angepassten Tätigkeit eine volle Arbeitsunfähigkeit besteht. Vielmehr fand sie die Beurteilung der Ar
beitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer angepassten Tätigkeit als schwer abschätzbar, aber sie war durchaus der Meinung, dass eine solche gegeben sein sollte. Im Mai 2014 erachtete sie ja selbst eine Umschulung als sinnvoll. Aus
serdem ist
Dr.
C._
die Hausärztin des Beschwerdeführers und
Fach
ärztin
für Allgemeine Innere Medizin und verfügt über keinen Facharzttitel in einem spezifischen Fachgebiet.
Dr.
F._
und
lic
. phil.
G._
führten im
Juli
2014 aus, dass aus psychiat
risch-psychologischer Sicht eine Tätigkeit mit reduzierter Leistungsfähigkeit möglich sei. Sie waren jedoch der Ansicht, dass die funktionalen Einschränkun
gen durch die somatischen Probleme im Vordergrund stehen würden (vorste
hend E. 3.10). Die psychische Beeinträchtigung, namentlich die diagnostizierte
Anpassungsstörung, ist demnach von untergeordneter Bedeutung und hat kei
nen nennenswerten Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers.
Demzufolge kann für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit auf die Einschätzung des RAD-Arztes abgestellt werden. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers
(Urk. 1 S. 9 Ziff. 17) sind keine weiteren medizinischen Abklärungen notwendig, daran ändert auch der neue Befund an der rechten Schulter (vorstehend E. 3.14,
E.
3.15
) nichts.
4.3
Der medizinische Sachverhalt ist somit dahingehend erstellt, dass dem
Be
-
schwer
deführer
seit
Mitte
Mai
2014 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit zumutbar ist.
5.
5.1
Es bleibt
damit die Prüfung der erwerblichen Auswirkungen dieser
Ein
-
schränkun
gen
aufgrund eines Einkommensvergleiches vorzunehmen.
5.2
Ein Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 28
Abs.
1
lit
. b IVG unter anderem erst bei einer während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch bestehenden Arbeitsunfähigkeit von durchschnittlich mindestens 40 % (vorstehend E. 1.2).
Da der
Beschwerdeführer
in seiner zuletzt ausgeübten Tätigkeit als
Reinigungs
angestellter
seit Februar 2013 nicht mehr arbeitsfähig
ist
(vgl. vorstehend E. 2.1, E. 3.3
E. 3.13)
, begann die einjährige Wartefrist per dann zu laufen.
Da ein Rentenanspruch gemäss Art. 29
Abs.
1 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruches – mithin der Anmeldung bei der Beschwerdegegnerin am
9. Juli 2013
(
Urk. 9/12
) – eintritt (vorstehend E. 1.3), ist der frühestmög
liche Rentenbeginn
grundsätzlich
im Ja
nuar 2014.
Die
einjährige Wartefrist
endete erst Ende Januar 2014
,
weshalb
der frühestmögliche Rentenbeginn somit im Februar 2014
ist
.
5.3
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des Validen
-
ein
kommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkom
mensentwicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfah
rung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortge
setzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen).
Der bei der Bemessung des Invalideneinkommens zu berücksichtigenden ausgegli
chenen Arbeitsmarktlage (Art. 16 ATSG) ist grundsätzlich auch bei der Festsetzung des
Validenlohnes
Rechnung zu tragen, wobei auf die Ergebnisse der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen
Lohnstruk
turerhebung
(LSE) abgestellt werden kann (Urteil des Bundesgerichts 9C_192/2014 vom 23. September 2014 E. 3.2 mit Hinweisen).
5.
4
Der Beschwerdeführer stammt aus Kroatien und lebt seit Ende 2006 in der Schweiz (Urk. 9/12 Ziff. 1.6).
Gemäss dem Auszug aus dem individuellen Konto war er seit 2007 bei verschiedenen Arbeitgebern
als Reinigu
ngsmitarbeiter tätig
, wobei er
ab 2009 auch
immer wieder arbeitsl
os war (IK-Auszug, Urk. 9/16). Aufgrund der unterschiedlich
hohen
erzielten Einkommen
stellte die
Beschwer
degegnerin
für die Bemessung des
Valideneinkommen
s
auf
den
standardisierten Durchschnittslohn für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art in sämtlichen Wirtschaftszweigen des Private
n Sektors gemäss LSE 2012 ab.
Unter Berücksichtigung der durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit und der Nominallohnentwicklung errechnete sie für das Jahr 2014 ein
Validenein
kommen
von rund Fr. 66‘224.-- (
Urk. 2 S. 2, Urk. 9/49 S. 1). Das errechnete
Va
lideneinkommen
ist nicht zu beanstanden.
5.5
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-er
werblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, na
mentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472
E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom sogenannten Zentralwert (Median) aus
zugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zu
grunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende
be
triebsübliche
Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
5
.6
Aufgrund der medizinischen Beurteilung
war
dem Beschwerdeführer
spätestens
ab
dem
19. Dezember 2013 eine Arbeitstätigkeit im Umfang von vier Stunden pro Tag mit schrittweiser Steigerung um eine Stunde pro Tag alle vier Wochen bis zum Erreichen der vollen Präsenzzeit zumutbar (vorstehend E. 4.2).
Demzu
folge ging d
ie Beschwerdegegnerin
zu Recht
davon aus, dass der Beschwerde
führer
im Januar 2014 e
ine Tätigkeit im Umfang von fünf
S
tunden, im Februar 2014 von sechs Stunden, im März 2014 von sieben
S
tunden, im April 2014 von acht Stunden und ab Mai
2014 eine
volle Präsenzzei
t zumutbar war (Urk. 9/49 S. 2 Mitte
).
Da dem Beschwerdeführer nur noch ein
e
angepasste Tätigkeit zumutbar ist,
stellte die Beschwerdegegnerin für die Ermittlung des
Invalideneinkommens ebenfalls auf den standardisierten Durchschnittslohn für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art in sämtlichen Wirtschaftszweigen des Pri
vaten
Sektors gemäss LSE
2012
ab
.
Nach Ansicht der Beschwerdegegnerin bleibt beim Beschwerdeführer aufgrund der vorliegenden somatischen
Gesund
heitsschäden
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine Leistungsminderung von 25 % b
estehen,
die
sie jeweils bei der Berechnung des
Inv
alideneinkom
mens
mit einem Lohnabzug
von 25 % berücksichtigte (Urk. 2 S. 2, Urk. 9/49 S. 2). Die Berücksich
tigung einer Lohnreduktion
a
ufgrund einer
Leistungsmin
derung
ist
nachvollziehbar und ist
somit
nicht zu beanstanden.
In der Folge errechnete die Beschwerdegegnerin für den Monat Februar 2014 einen Invaliditätsgrad von 46 % und für den Monat März 2014 einen
Invalidi
tätsgrad
von 37 % (Urk. 2 S. 2, Urk. 9/49 S. 1).
Die von der Beschwerdegegnerin durchgeführte Invaliditätsbemessung ist nicht zu beanstanden.
5.7
Die Beschwerdegegnerin war sodann der Ansicht, dass aufgrund des Umstandes, dass der Invaliditätsgrad schon ein
en
Monat nach Ablauf der gesetzli
chen Wartefrist unter 40 % gefallen
sei
, der Grundsatz der Dauerhaftigkeit nicht ge
geben sei (vorstehend E. 2.1).
Dabei verkannte die Beschwerdegegnerin, dass die drei kumulativen Voraussetzungen von Art. 28 Abs. 1
lit
. a-c zur Begründung einer rentenbegründenden Invalidität
erfüllt sind (
vorstehend E. 1.2, vgl.
Meyer/
Reichmuth
, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversiche
rungsrecht
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung (IVG), 3. Auflage, 2014, N 1 zu Art. 28
), denn der Beschwerdeführer war bereits während des Wartejahres zu mindestens 40 % arbeitsunfähig und nach Ablauf des
Warte
jahres
bestand im Monat Februar
ein Invaliditätsgrad von über 40 %
(vorste
hend
E. 5.6).
Dabei ist unerheblich, dass sich die Arbeitsfähigkeit kurz nach Ablauf de
s Wartejahres wieder verbesserte, denn bei Ablauf des Wartejahres waren die Voraussetzungen für die
Zusprache
einer Rente erfüllt.
Somit
hat der Beschwerdeführer für den Monat Februar 2014 Anspruch auf eine
Viertelsrente
(vorstehend E. 1.2
).
Unter Berücksichtigung von Art. 88a Abs. 1 IVV ist die per März 2014 eingetretene Verbesserung der Arbeitsfähigkeit erst zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat (vorstehend E. 1.4).
Folglich
ist dem Beschwerdeführer vom 1. Februar 2014 bis
31. Mai 2014 eine
Viertelsrente
auszurichten.
5.8
Dementsprechend ist die Beschwerde in dem Sinne teilweise gutzuheissen, dass die angefochtene Verfügung mit der Feststellung aufzuheben ist, dass der Be
schwerdeführer vom 1. Februar 2014 bis 31. Mai 2014 Anspruch auf eine
Vier
telsrente
hat.
6.
6.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrensauf
wand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und ermessensweise auf
Fr. 8
00.-- anzusetzen.
Der Beschwerdeführer obsiegt nur in geringem Umfang
, weshalb es sich rechtfertigt, die
Kosten
dem Beschwerde
führer
zu
drei Vierteln
und
der Beschwerdegegnerin zu
einem Viertel
aufzuerle
gen.
Die dem Beschwerdeführer auferlegten Kosten sind infolge bewilligter un
entgeltlicher Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu neh
men, dies unter Hinweis auf § 16 Abs. 4 des Gesetzes über das
Sozialversiche
rungsgericht
(
GSVGer
).
6.2
Nach
§
34
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der
Partei
kosten
. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens be
messen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Bei
teilweise
m
Obsiegen
ist
praxisgemäss
ein An
spruch auf eine Prozessentschädigung zu bejahen, wobei bei einem Teilerfolg, gemessen am Ergebnis der
Anfechtung des vorinstanzlichen Entscheides, grundsätzlich Anspruch auf eine
reduzierte
Prozessentschädigung besteht (BGE 117 V 401).
Mit Honorarnote vom 20. September 2016 (
Urk.
13) machte die unentgeltliche Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers eine
n Aufwand von 11.9
Stunden
(1
Stunde Besprechung mit Klient,
9.5 Stunden Beschwerde, 1.4
Stunden diverse Schreiben und Telefonate)
und Barauslagen von Fr. 107.10
geltend.
Der ge
ltend gemachte Aufwand von 11.9
Stunden ist der Bedeutung der Streit
-
sa
che
und der Schwierigkeit des Prozesses nicht angemessen, insbesondere aufgrund der Tatsache, dass sie den Beschw
erdeführer schon im
Vorbescheid
verfahren
vertrat und die Akten somit bekannt waren.
Sodann entspricht die Beschwerdeschrift teilweise dem Einwand im
Vorbescheidverfahren
(Urk. 9/53, Urk. 9/57). Namentlich erscheint ein Aufwand von insgesamt 9.5 Stunden für die Beschwerdeschrift überhöht. Angesichts der zu studierenden gut 80 Akten
stücke der Beschwerdegegnerin und der 10-seitigen Beschwerdeschrift sowie der in ähnlichen Fällen zugesprochenen Beträge ist die Parteientschädigung bei Anwendung des gerichtsüblichen Stundenansatzes von Fr. 220.-- (zuzüglich
MWSt
) auf Fr.
2‘100.--
(inklusive Barauslagen und
MWSt
)
festzusetzen
.
Zufolge teilweisen Obsiegens des Beschwerdeführers hat die
Beschwerdegegne
rin
davon einen Betrag von Fr.
525.--
als Prozessentschädigung zu bezahlen. Im Restbetrag
von Fr. 1‘575.--
wird die unentgeltliche Rechtsvertreterin
aus der Gerichtskasse entschädigt. Der Beschwerdeführer wird auf die
Nachzahlungs
pflicht
von
§
16
Abs.
4
GSVGer
hingewiesen.