Decision ID: 8286c59a-94fb-568d-ba76-c40e08264b2c
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherte) war durch ihre Lehrlingsanstellung bei B._ bei
der Schweizerischen Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG (nachfolgend: Mobiliar)
gegen die Folgen von Unfällen versichert, als dieser am 10. November 2010 vom
Arbeitgeber ein Unfall gemeldet wurde. Die Versicherte sei beim Turnen bzw.
Turmvölkerball auf ein Trampolin losgerannt, habe sich nicht festhalten können und sei
mit dem Rücken auf die Metallstange des Trampolins gefallen. Während sich auf der
der Mobiliar eingereichten Bagatellunfallmeldung zunächst die durchgestrichenen
Schadendaten 20. September und 25. Oktober 2010 finden und letztlich der 20.
September 2010 als Schadendatum eingetragen wurde (UV-act. 2/1), wurde auf dem
Doppel für den Betrieb kein Schadendatum notiert (act. G 1.3). Als erstbehandelnder
Arzt wurde Dr. med. C._, Allgemeine Medizin FMH, angegeben (UV-act. 2/1, act. G
1.3).
A.b Im Zeitraum vom 28. Februar bis 7. April 2011 führte Dr. C._ bei der Versicherten
offenbar eine Elektro- und Thermotherapie durch und verordnete ihr sodann am 7. April
2011 unter Angabe der Diagnose eines posttraumatischen Lumbovertebralsyndroms
eine Physiotherapie-Serie (vgl. UV-act. 1/34, I. Sachverhalt, Bstb. D). In der
Zwischenzeit hatte Dr. C._ die Versicherte bei der Indikation anhaltender diffuser
thorako-vertebraler Beschwerden zudem einer MRT-Untersuchung im D._
zugewiesen, welche am 3. März 2011 durchgeführt worden war (UV-act. 3/1).
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A.c Am 27. April 2011 erstellte eine Sachbearbeiterin der Mobiliar bezüglich des
Schadenfalls der Versicherten folgende Aktennotiz: "Unfall ereignete sich ca. 3 Wochen
vor den Herbstferien 2010. Behandlungsbeginn 08.11.2010. Unfalldatum ca.
20.09.2010, Vt kann sich nicht mehr genau erinnern, wann sie Unfall im Schulturnen
erlitt. Sie ging erst ca. 3 Wochen später zum Arzt. Keine weiteren Abklärungen wegen
genauem Unfalldatum - Bagatellunfall." (UV-act. 1/1).
A.d In einem ärztlichen Zwischenbericht vom 4. Juni 2011 zuhanden der Mobiliar
stellte Dr. C._ die Diagnosen einer Thoraxkontusion BWS und einer LWS-Kontusion
im Oktober 2010 und hielt weiter fest, dass bei der Versicherten seit Oktober 2010
anhaltende Rückenschmerzen, vornehmlich im BWS-, aber auch im LWS-Bereich,
bestünden. Radiologisch hätten keine auffälligen ossären Läsionen festgestellt werden
können. Das MRT der BWS vom 3. März 2011 habe normale Befunde gezeigt. Die bis
anhin durchgeführte physikalische Therapie habe eine mässiggradige Besserung
gezeigt. Zur Kontrolle am 16. Mai 2011 sei die Versicherte nicht erschienen (UV-act.
3/2).
A.e Am 19. März 2013 wurde die Versicherte in der Klinik für Orthopädische Chirurgie
und Traumatologie des Bewegungsapparates des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG)
untersucht. Laut Untersuchungsbericht vom 21. März 2013 berichtete sie den Ärzten
über starke Schmerzen im Bereich der LWS seit dem Sturz vor zwei Jahren, weswegen
sie ihre Arbeit als Coiffeuse nicht mehr ausüben könne und im Sommer eine Lehre zur
Kauffrau beginne. Die Ärzte des KSSG diagnostizierten nach Durchführung einer
Röntgenuntersuchung der BWS und LWS eine muskuläre Dysbalance bei Status nach
Aufprall mit dem Rücken auf eine Turnstange beim Trampolinspringen im Herbst 2010
und empfahlen chiropraktorische Massnahmen (UV-act. 3/3-4, UV-act. 3/15-16).
A.f Am 28. März 2013 reichte Dr. C._ der Mobiliar einen ärztlichen Zwischenbericht
mit der Diagnose eines anhaltenden Lumbovertebralsyndroms nach Unfall beim
Trampolinspringen Anfang November 2010 ein (UV-act. 3/14).
A.g Mit Schreiben vom 31. Mai 2014 überwies Dr. C._ die Versicherte für eine
chiropraktorische Behandlung an Dr. med. E._, Chiropraktor SCG/ECU (UV-act.
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3/9-10), worauf offenbar vom 22. Juni 2014 bis 15. April 2015 zahlreiche Behandlungen
durch Dr. E._ stattfanden (act. UV-act. 1/34, I. Sachverhalt, Bstb. F.).
A.h In einem weiteren ärztlichen Zwischenbericht vom 18. Mai 2015 stellte Dr. C._
die Diagnose einer muskulären Dysbalance bei Status nach Rückenkontusion im
Herbst 2012 und hielt zum Verlauf fest, dass die Versicherte seit der Erstbehandlung
am 3. Januar 2013 unter anhaltenden Rückenschmerzen lumbal leide. Am 30. Mai 2014
seien als Befunde eine leichte Hyperlordose sowie ein Dolenz im Bereich des
Dornfortsatzes L2/3 und paravertebral erhoben worden. Er empfehle die
Weiterbehandlung durch Dr. E._ (UV-act. 3/5).
A.i Am 20. Mai 2015 berichtete Dr. E._ Dr. C._ über die Ergebnisse seiner
Untersuchungen bzw. Behandlungen. Als Diagnose hielt er ein panvertebrales,
insbesondere tieflumbal und lumbosakral rezidivierendes Schmerzsyndrom bei/mit
muskulärer Dysbalance und myofaszialem Beschwerdebild bei Status nach
Prellungstrauma durch Sturz auf eine Trampolinstange am 2. November 2010 fest und
erklärte weiter, dass nicht mit Sicherheit festgestellt werden könne, ob die geklagten
Beschwerden alleine auf das Unfallereignis zurückgeführt werden könnten. Immerhin
liege der Unfall mehr als vier Jahre zurück. Dr. E._ warf sodann die Fragen auf, ob
eventuell die deutliche Bindegewebsschwäche auch im Heilungsverlauf keine
unwesentliche Rolle spiele und hier möglicherweise versicherungstechnisch eine
vertrauensärztliche Beurteilung hilfreich wäre (UV-act. 3/6-8).
A.j Am 31. Mai 2015 ersuchte Dr. E._ die Mobiliar um Übernahme weiterer
Behandlungskosten (vgl. UV-act. 1/7).
A.k Die Mobiliar legte hierauf den Schadenfall mit Schreiben vom 9. Juni 2015 ihrem
beratenden Arzt Dr. med. F._, Facharzt für Chirurgie und Unfallchirurgie FMH, zur
Beurteilung vor (UV-act. 1/5), welche dieser am 6. Juli 2015 verfasste. Dr. F._ hielt als
Diagnosen rezidivierende Rückenbeschwerden bei muskulärer Dysbalance und einen
Zustand nach Rückenkontusion vom 20. September 2010 ohne bleibende
Verletzungsfolgen fest. Die muskuläre Dysbalance bezeichnete er als unfallfremden
Faktor. Weiter sagte er aus, dass die Rückenbeschwerden mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit teilweise auf das Ereignis vom 20. September 2010 zurückzuführen
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seien. Der Status quo sine vel ante bzw. die unfallbedingte medizinische Behandlung
seien mit überwiegender Wahrscheinlichkeit spätestens zwölf Monate nach dem
Ereignis erreicht worden bzw. abgeschlossen gewesen. Die Prognose einer banalen
Rückenkontusion sei gut (UV-act. 3/11-13).
A.l Gestützt auf die Aktenbeurteilung ihres beratenden Arztes teilte die Mobiliar der
Versicherten mit Schreiben vom 30. Juli 2015 mit, dass nach einer Rückenkontusion
mit rezidivierenden Rückenbeschwerden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
spätestens nach 12 Monaten der Status quo sine vel ante erreicht sei und sie somit
ihre Leistungspflicht rückwirkend per 20. September 2011 (12 Monate nach Ereignis)
einstelle (UV-act. 1/6-7).
A.m Mit Schreiben vom 17. August 2015 äusserte sich Dr. C._ gegenüber der
Mobiliar zur Leistungseinstellung. Ein rückwirkender Abschluss des Unfalls auf Ende
2011 sei nach den regelmässig eingereichten Zwischenberichten und bei Vorliegen
spezialärztlicher Untersuchungsergebnisse bei seit dem Unfall bestehenden
Beschwerden nicht nachvollziehbar und er ersuche um Übernahme der bisherigen
unfallbedingten Kosten. Dr. C._ fügte ausserdem Korrekturen der im Zwischenbericht
vom 18. Mai 2015 für die Rückenkontusion und die Erstbehandlung angeführten Daten
an. Die Rückenkontusion sei nicht im Herbst 2012, sondern im Herbst 2010 erfolgt und
eine Erstbehandlung habe nicht am 3. Januar 2013, sondern am 8. November 2010
stattgefunden (UV-act. 3/17-18).
A.n Am 24. August 2015 bestätigte die Mobiliar verfügungsweise ihre
Leistungseinstellung rückwirkend per 20. September 2011 (UV-act. 1/9-10).
B.
B.a Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt lic.
iur. L.
Gmünder, St. Gallen, mit Eingabe vom 24. September 2015 Einsprache (UV-act.
1/15-24).
B.b Mit Entscheid vom 5. November 2015 wies die Mobiliar die Einsprache der
Versicherten ab (UV-act. 1/25-35).
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C.
C.a Gegen diesen Einspracheentscheid liess die Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführerin) durch ihren Rechtsvertreter Rechtsanwalt Gmünder mit Eingabe
vom 9. Dezember 2015 Beschwerde erheben und beantragen, der
Einspracheentscheid sei aufzuheben und die Mobiliar (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin) sei zu verpflichten, der Beschwerdeführerin die gesetzlichen
Leistungen zu gewähren, insbesondere über den 20. September 2011 hinausgehende
Zahlungen der Heilbehandlungen. Eventualiter seien auf Kosten der
Beschwerdegegnerin weitere medizinische Abklärungen anzuordnen. Die
Beschwerdegegnerin sei ausserdem zu verpflichten, der Beschwerdeführerin die
Kosten für das ärztliche Gutachten vom 26. November 2015 im Umfang von Fr. 527.60
zu erstatten, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (act. G 1). Mit der Beschwerde
wurden Stellungnahmen von Dr. C._ vom 26. November 2015 (act. G 1.4) sowie ein
diese Stellungnahmen betreffender Rückforderungsbeleg über Fr. 527.60 eingereicht
(act. G 1.5).
C.b In der Beschwerdeantwort vom 26. Januar 2016 beantragte die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde (act. G 6) und stützte sich dabei auf
eine verneinende Beurteilung von Dr. F._ vom 19. Januar 2016 (UV-act. 3/20-25),
welcher sich zur Frage äusserte, ob die Berichte von Dr. C._ eine Änderung zu
seinem Aktengutachten vom 6. Juli 2015 ergeben würden (UV-act. 3/19).
C.c In der Replik vom 5. Februar 2016 bekräftigte der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin seine Beschwerdeanträge (act. G 10).
C.d Mit Duplik vom 8. März 2016 (act. G 12) hielt die Beschwerdegegnerin ihrerseits an
ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest und reichte eine weitere Beurteilung
von Dr. F._ vom 29. Februar 2016 ein, worin dieser auf die Einwände von
Rechtsanwalt Gmünder in der Replik vom 5. Februar 2016 einging (act. G 12.1).
C.e Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen räumte hierauf Rechtsanwalt
Gmünder die Gelegenheit ein, sich zur neu eingereichten Beurteilung von Dr. F._
sowie zu den daraus gezogenen Schlüssen der Beschwerdegegnerin zu äussern (act.
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G 13), wovon Rechtsanwalt Gmünder mit Eingabe vom 1. April 2016 Gebrauch machte
(act. G 14).
C.f Mit Schreiben vom 4. April 2016 korrigierte Rechtsanwalt Gmünder seine Eingabe
vom 1. April 2016 dahingehend, dass die Beschwerdeführerin ihre Lehre als Coiffeuse
nicht im Jahr 2013, sondern im Jahr 2011 abgeschlossen und im Sommer 2013 eine
Zweitlehre als Kauffrau EFZ begonnen habe. Bis zum Start der Zweitlehre habe sie als
Coiffeuseangestellte gearbeitet. Wegen ihrer Rückenschmerzen habe sie jedoch ihren
Beruf aufgeben müssen (act. G 15).
C.g Mit Schreiben vom 3. Mai 2016 reichte Rechtsanwalt Gmünder eine Kostennote
über insgesamt Fr. 1'982.45 ein (act. G 19.1).
C.h Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der
übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.

Erwägungen
1.
1.1 Zu beurteilen ist die Unfallkausalität der von der Beschwerdeführerin über den 20.
September 2011 hinaus anhaltend geklagten Rückenbeschwerden und gestützt darauf
das allfällige Andauern der Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin.
1.2 Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR
832.20) werden Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen,
Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes
bestimmt. Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der Unfallversicherung
bildet die Unfallkausalität. Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers besteht
demnach nur für Gesundheitsschäden, die natürlich und adäquat kausal mit einem
versicherten Unfallereignis zusammenhängen (ALEXANDRA RUMO-JUNGO/ANDRÉ
PIERRE HOLZER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht,
Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012, S. 53 ff.).
Für die Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher
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Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das Gericht in der Regel auf
Angaben ärztlicher Experten und Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem
adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht
nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist (BGE 129 V 181
E. 3.1, 123 III 110, 112 V 30; PVG 1984 Nr. 82, 174). Bei physischen Unfallfolgen hat
allerdings die Adäquanz gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch
keine selbständige Bedeutung (BGE 138 V 250 f. E. 4 mit Hinweisen, 118 V 291 f. E.
3a).
1.3 Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit
nachgewiesen, entfällt die Leistungspflicht erst, wenn der Unfall nicht mehr die
natürliche und adäquate Ursache der fortdauernd geklagten Beschwerden darstellt,
wenn also letztere nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruhen.
Für die Bejahung des fortbestehenden natürlichen Kausalzusammenhangs genügt es
mithin, wenn der Unfall für die fragliche gesundheitliche Störung immer noch eine
Teilursache darstellt. Gemäss Art. 36 Abs. 1 UVG werden die Pflegeleistungen und
Kostenvergütungen sowie die Taggelder und Hilfslosenentschädigungen nicht gekürzt,
wenn die Gesundheitsschädigung nur teilweise Folge eines Unfalls ist. Diese
Bestimmung beinhaltet eine Durchbrechung des Kausalitätsprinzips für Fälle, in denen
ein Gesundheitsschaden durch das Zusammenwirken konkurrierender, teils
unfallbedingter, teils unfallfremder Ursachen bewirkt worden ist (Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007 sozialrechtliche
Abteilungen des Bundesgerichts] vom 18. Februar 2003, U 287/02, E. 4.4). Besteht im
Bereich eines vom Unfall betroffenen Körperteils ein krankhafter oder degenerativer
Vorzustand, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn entweder der
krankhafte Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat
(Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem
schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften oder degenerativen Vorzustands auch
ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV
1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b mit Hinweisen). Von einer richtunggebenden
Verschlimmerung spricht die Rechtsprechung nur dann, wenn medizinischerseits
feststeht, dass weder der Status quo ante noch der Status quo sine je wieder erreicht
werden können (RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 54). Ebenso wie der
leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder
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kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit
dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich
fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht (RUMO-JUNGO/
HOLZER, a.a.O., S. 4; THOMAS LOCHER/THOMAS GÄCHTER, Grundriss des
Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. Bern 2014, § 70 N. 58). Da es sich um eine
anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast - anders als bei der Frage,
ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei
der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46
E. 2 mit Hinweisen, 1994 Nr. U 206 S. 328; siehe ebenso BGE 117 V 261 E. 3b).
1.4 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Danach haben die
urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln,
sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig
davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht,
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der
Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind. Ausschlaggebend für den
Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich weder die Herkunft eines
Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen
Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 351, E. 3a mit
Hinweis). Insofern sind auch Berichte und Gutachten, welche die Versicherungen
während des Administrativverfahrens von ihren eigenen bzw. beratenden Ärzten
einholen, beweistauglich, solange ihre Richtigkeit nicht durch konkrete Indizien
erschüttert wird (BGE 125 V 352 E. 3; RKUV 1991 Nr. U 133 S. 311 ff.).
2.
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Nachfolgend ist demgemäss zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin den Nachweis für
das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung des vom damaligen Arbeitgeber der
Beschwerdeführerin am 10. November 2010 gemeldeten Trampolinunfalls (UV-act. 2/1,
act. G 1.3) für die über den 20. September 2011 hinaus geklagten Rückenbeschwerden
mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erbracht hat. Zur
Beurteilung dieser Frage sind insbesondere die Beurteilungen des beratenden Arztes
der Beschwerdegegnerin, Dr. F._, vom 6. Juli 2015 (UV-act. 3/11-13), 19. Januar
2016 (UV-act. 3/20-25) und 29. Februar 2016 (act. G 12.1) sowie die diesen
widersprechenden Stellungnahmen des Hausarztes der Beschwerdeführerin, Dr. C._,
vom 17. August 2015 (UV-act. 3/17-18) und 26. November 2015 (act. G 1.4) zu
würdigen.
3.
3.1 Für die Annahme unfallkausaler somatischer Restfolgen werden grundsätzlich eine
strukturelle Läsion bzw. eine schlecht verheilte strukturelle Läsion als objektivierbares
Korrelat verlangt. Objektivierbar sind Ergebnisse, die reproduzierbar und von der
Person des Untersuchenden und den Angaben des Patienten unabhängig sind. Eine
manuelle ärztliche Untersuchung der versicherten Person fördert klinische, nicht aber
organisch-strukturelle Ergebnisse zu Tage. Von objektiv ausgewiesenen organisch-
strukturellen Unfallfolgen kann erst dann gesprochen werden, wenn die erhobenen
Befunde mit apparativen/bildgebenden Abklärungen (Röntgen, MRT, CT) bestätigt
werden und die dabei angewendeten Untersuchungsmethoden wissenschaftlich
anerkannt sind (BGE 134 V 121 E. 9, 134 V 232 E. 5.1 mit Hinweisen, 117 V 363 E. 5d/
aa; SVR 2007 UV Nr. 25 S. 81 E. 5.4 mit Hinweisen [U 479/05]; Urteil des
Bundesgerichts vom 7. August 2008, 8C_806/2007, E. 8.2 mit zahlreichen Hinweisen).
3.2 Laut Stellungnahme von Dr. C._ vom 26. November 2015 wurde bei der
Beschwerdeführerin echtzeitlich nach dem Unfall anlässlich der Erstbehandlung vom 8.
November 2010 eine Röntgenaufnahme der LWS angefertigt, welche offensichtlich
keinen Hinweis auf eine ossäre Läsion ergeben hat (act. G 1.4, vgl. auch UV-act. 3/7).
Wenige Monate nach dem Unfall, d.h. am 3. März 2011, folgte wegen anhaltender
diffuser thorako-vertebraler Beschwerden eine MRT-Untersuchung der BWS im D._.
Dessen Dr. med. G._ hielt folgenden Befund fest: Harmonische BWS-Kyphose, keine
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Hinweise auf eine ältere Fraktur; keine thorakale Diskushernie; normal weiter
Spinalkanal und Neuroforamina, keine Hinweise auf eine Neurokompression;
regelrechte Myelondarstellung; reizlose Darstellung der paravertebralen Weichteile
(UV-3/1). Eine weitere röntgenologische Untersuchung wurde am 19. März 2013 in der
Klinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates des
KSSG durchgeführt. Sie umfasste die BWS und LWS, wobei wiederum eine
harmonische BWS-Kyphose erhoben wurde und kein Hinweis auf eine frische
knöcherne Läsion bestand. Kein Hinweis ergab sich auch auf eine Olisthesis. Der LWS-
Lordosewinkel zwischen Deckplatte LWK1 und Deckplatte S1 lag bei 70° (UV-act.
3/15).
3.3 Sowohl Dr. F._ als auch Dr. C._ stellen angesichts dieser radiologischen
Untersuchungsergebnisse übereinstimmend und schlüssig fest, dass eine strukturelle
Verletzung der Wirbelsäule ausgeschlossen werden kann bzw. keine strukturell
fassbaren posttraumatischen Veränderungen gesehen werden konnten (UV-act. 3/24,
act. G 1.4). Dr. F._ führt weiter nachvollziehbar aus, dass sich auf den radiologischen
Bildern eigentlich überhaupt keine pathologischen Befunde gezeigt haben (UV-act.
3/24). Sollte Dr. C._ mit seiner Aussage in der Stellungnahme vom 26. November
2015 (G 1.4) - auf einem MRT seien gewisse nervale Strukturen nicht in so feiner
Auflösung zu sehen - eine Nervenverletzung in Erwägung ziehen, ist festzuhalten, dass
aufgrund der vorliegenden Akten auch keine Hinweise für eine solche bestehen. Dr.
F._ hält in seiner Beurteilung vom 19. Januar 2016 dagegen, dass sich eine MRT-
Untersuchung besonders gut für die Darstellung von Rückenmarksnerven eigne. Es
treffe nicht zu, dass in dieser Untersuchung die Nerven nicht dargestellt werden
könnten (UV-act. 3/22). Seine Aussage findet ihre Stütze in der medizinischen Literatur
(vgl. dazu ALFRED M. DEBRUNNER, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl.
Bern 2005, S. 229, 233; PSCHYREMBEL, Klinisches Wörterbuch, 266. Aufl. Berlin
2014, S. 1386). Dr. E._ erhob im Rahmen seiner klinischen neurologischen
Untersuchung vom 23. Juni 2014 einen normalen Neurostatus (UV-act. 3/7-8).
Neurologische Verletzungen und das Erfordernis weiterer neurologischer
Untersuchungen wurden offenbar auch von den Ärzten der Klinik für Orthopädische
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates des KSSG nicht in Erwägung
gezogen (vgl. UV-act. 3/3-4). Hätte ein ernst zu nehmender Verdacht auf eine nervale
Verletzung vorgelegen, ist davon auszugehen, dass neurologische Untersuchungen,
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insbesondere in Zusammenarbeit mit einem Neurologen, durchgeführt worden wären.
Letztlich erläutert aber auch Dr. C._ nicht, in welcher Form er eine Nervenverletzung
als gegeben sieht. Eine Begründung für einen entsprechenden konkreten Verdacht
liefert er jedenfalls nicht.
3.4 Dr. F._ legt in seiner Beurteilung vom 29. Februar 2016 (act. G 12.1)
überzeugend und schlüssig dar, dass die zusätzliche Durchführung einer Myelographie
als diagnostische Massnahme angesichts der bereits durchgeführten MRT-
Untersuchung obsolet gewesen sei. Unter Hinweis auf die medizinische Literatur erklärt
er, dass das MRT für das Indikationsgebiet von Muskelverletzungen die geeignete
Diagnostikmethode sei. Angesichts dessen, dass die Beschwerdeführerin eine
Kontusionsverletzung, d.h. eine traumatische Weichteilverletzung ohne strukturelle
Läsionen, erlitten hat (siehe dazu nachfolgende Erwägung 4) und das MRT eine gute
Darstellung der Weichteile, insbesondere der Muskeln und Nerven, ermöglicht (vgl.
DEBRUNNER, a.a.O., S. 227 ff., S. 656 f.), ist nicht ersichtlich, inwiefern im konkreten
Fall weitere radiologische Untersuchungen erforderlich gewesen wären. Wie von Dr.
F._ dargelegt und der medizinischen Literatur zu entnehmen ist, kommt der
Myelographie insbesondere bei der Diagnostik von Raumforderungen im Spinalkanal
und gemäss medizinischer Literatur auch bei Kompressionssyndromen Bedeutung zu.
Beide Indikationen standen bei der Beschwerdeführerin nicht zur Diskussion,
andernfalls auch davon auszugehen wäre, dass bereits Dr. C._ die
Beschwerdeführerin einer solchen Untersuchung zugewiesen hätte. Die Methode ist
sodann offenbar nicht harmlos und weitgehend durch das MRT ersetzt worden (vgl.
dazu auch DEBRUNNER, a.a.O., S. 217, 792, 884; PSCHYREMBEL, a.a.O., S. 1423;
ROCHE LEXIKON, Medizin, 5. Aufl. München 2003, S. 1272).
3.5 Damit steht mit dem im Sozialversicherungsrecht geforderten Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass bei der Beschwerdeführerin eine durch
den Trampolinunfall verursachte neue, bleibende Gesundheitsschädigung im Sinn einer
strukturellen Veränderung auszuschliessen ist.
4.
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4.1 Grundsätzlich kommt also nur eine ausheilende Läsion mit vorübergehenden
unfallkausalen Beschwerden in Frage (vgl. nachfolgende Ausführungen in den
Erwägungen 4.2 ff.). Entsprechend dieser Schlussfolgerung sowie derjenigen in
Erwägung 3.4 wurde echtzeitlich als Unfalldiagnose einzig eine BWS- und LWS-
Kontusion gestellt (UV-act. 3/2).
4.2 Es gibt Fälle, in denen die Unfallfolgen bzw. deren Anteil an einer
Gesundheitsschädigung im Rahmen des posttraumatischen Verlaufs nie wirklich
sichtbar gemacht werden konnten, nach einem adäquaten Unfallereignis aber dennoch
in einer ersten Phase von einer schädigenden Wirkung des Unfalls auf den Körper
ausgegangen wird und die nach einem Unfall aufgetretenen Beschwerden als
unfallkausal betrachtet werden. Als Beispiel dafür gelten gerade Kontusionsfolgen. Bei
einer Kontusion handelt es sich um eine Weichteilverletzung ohne strukturelle
Schädigung der Gelenke und Knochen, die nach der medizinischen Erfahrung ohne
spezifische Behandlung innert kurzer Zeit, in der Regel nach sechs bis neun Monaten,
spätestens aber nach einem Jahr abheilt und sich die damit verbundenen
Beschwerden gänzlich zurückbilden (DEBRUNNER, a.a.O., S. 412). Dieser
medizinische Erfahrungssatz darf im Rahmen des Wahrscheinlichkeitsbeweises
berücksichtigt werden, zumal er der herrschenden medizinischen Lehrmeinung
entspricht. Dies hat insbesondere für den Nachweis des Status quo sine/ante zu
gelten, bei dem es sich um einen hypothetischen Zustand handelt, der sich häufig nur
mit Erfahrungswerten bestimmen lässt (Urteil des EVG vom 18. September 2002, U
60/02, E. 2.2, 3.2 mit Hinweisen auf die medizinische Literatur; Urteil des
Bundesgerichts vom 28. Februar 2007, U 357/06, E. 4.5). In den Medizinischen
Mitteilungen der Suva Nr. 79 (2008), S. 101, hält Autor ERICH BÄR sogar fest, dass
Weichteilzerrungen bzw. -prellungen am Rücken (mithin Verletzungen ohne
strukturellen Schaden) ungeeignet seien, länger als einige Wochen bis wenige Monate
Beschwerden zu machen, die mit organischen Folgen der ursprünglichen Verletzung zu
erklären wären, und weist auf zahlreiche weitere Publikationen hin (ERICH BÄR,
Prellung, Verstauchung oder Zerrung der Wirbelsäule. Ein Update., in: Medizinische
Mitteilungen der Suva Nr. 79 [2008], S. 100 ff.). Der obgenannte medizinische
Erfahrungssatz wurde vom Bundesgericht in aktuellen Entscheiden bestätigt und ist
somit grundsätzlich auch auf den konkreten Fall anzuwenden (vgl. Urteile des
Bundesgerichts vom 22. Juli 2016, 8C_285/2016, E. 6.4.3, und 7. Juni 2016,
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8C_154/2016, E. 4.1.2; SVR 2014 UV Nr. 32 S. 106 E. 7.3 [8C_834/2013]). Hinsichtlich
des vom Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin in der Replik vom 5. Februar 2010
(act. G 10) zitierten wissenschaftlichen Beitrags von FELIX WERMELINGER/PETER M.
VILLIGER (Kreuzschmerz: Wann ist eine bildgebende Abklärung sinnvoll?, Schweiz
Med Forum, 2010, S. 161[http://medicalforum.ch/docs/smf/archiv/de/
2010/2010-09/2010-09-089.pdf, abgerufen am 13. März 2017]) bzw. der auf der
Frontseite präsentierten Aussage "Das Fehlen einer strukturellen Alteration bedeutet
nicht zwangsläufig eine Psychogenese der Beschwerden" ist den Ausführungen von
Dr. F._ in seiner Beurteilung vom 29. Februar 2016 (act. G 12.1) zu folgen. Der
Beitrag betreffe ausschliesslich die unspezifischen, respektive krankhaften
Rückenleiden. Im Schadenfall der Beschwerdeführerin gehe es jedoch nicht um die
Frage, ob sie unter Rückenschmerzen leide, sondern darum, ob diese Beschwerden
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit über den 20. September 2011 hinaus auf den
Trampolinunfall zurückgeführt werden könnten.
4.3 Dr. F._ hat den obgenannten medizinischen Erfahrungssatz angewendet und
nimmt einen Status quo sine vel ante spätestens 12 Monate nach dem Unfall an (UV-
act. 3/11). Wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen, sind keine Gründe ersichtlich,
derentwegen die Richtigkeit dieser Beurteilung in Zweifel zu ziehen wäre, weshalb auf
sie abzustellen ist. Medizinische Erfahrungssätze beziehen sich auf den Regelfall, d.h.
auf medizinische Sachverhalte, die sich im konkreten Fall gleich dargestellt haben. Eine
Ausnahme von der Regel ist grundsätzlich nicht ausgeschlossen, doch muss sie sich
eben als solche präsentieren. Im vorliegenden Fall liegen keine Hinweise für einen
Ausnahmefall vor. Vielmehr findet die kreisärztliche Beurteilung im konkreten Fall ihre
Grundlage und liefert der vorliegende Sachverhalt verschiedene Anhaltspunkte, welche
gegen eine über den Zeitpunkt der Leistungseinstellung fortdauernde Unfallkausalität
sprechen.
4.3.1 Wenngleich Kontusionsverletzungen grundsätzlich ausheilen (vgl. Erwägung
4.2), können diese naturgemäss dennoch verschiedenste Schweregrade aufweisen.
Dass der jeweilige Schweregrad einer Verletzung wiederum Einfluss auf die
Heilungsdauer hat, erscheint im Regelfall ebenfalls plausibel. Dr. F._ geht im Falle der
Beschwerdeführerin nachvollziehbar von einem banalen Ereignis aus (vgl. act. G 12.1),
was die Annahme einer den Regelfall überdauernden Heilungsdauer der
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Kontusionsfolgen als wenig wahrscheinlich beurteilen lässt. In den medizinischen Akten
finden sich nirgends Hinweise auf echtzeitlich erhobene Befunde von erheblicher
Schwere bzw. typische Kontusionsfolgen wie Hämatome und Schwellungen. In der
MRT-Untersuchung der BWS vom 3. März 2011 zeigten sich die paravertebralen
Weichteile ebenfalls reizlos (UV-act. 3/1; vgl. dazu DEBRUNNER, a.a.O., S. 234).
4.3.2 In den Akten finden sich sodann unbestrittenermassen verschiedene Daten
bzw. Zeitpunkte dafür, wann sich der Trampolinunfall der Beschwerdeführerin ereignet
haben könnte (UV-act. 3/1, 3/4, 3/16: Herbst 2010; UV-act. 1/1, 2/1, 3/19: (ca.) 20.
September 2010; UV-act. 2/1: 25. Oktober 2010; UV-act. 3/2, 1/47: Oktober 2010; UV-
act. 3/10: 2. November 2010; UV-act. 3/18: Anfang November 2010). Während die
Beschwerdegegnerin vom Unfalldatum 20. September 2010 ausgeht, macht der
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin geltend, der Unfall habe nach den Herbstferien
der Beschwerdeführerin, die am 17. Oktober 2010 geendet hätten, stattgefunden. Die
Beschwerdeführerin habe sich wenige Tage nach dem Unfall bei Dr. C._ in ärztliche
Behandlung begeben. Ob der Unfall nun am 1., 2. oder 3. November 2010
stattgefunden habe, sei irrelevant. Dies sehe grundsätzlich auch die
Beschwerdegegnerin so, habe sie doch die gesetzlichen Leistungen aufgrund des
Unfalls erbracht (act. G 1, Ziff. 23). - Laut Bericht von Dr. C._ vom 17. August 2015
erfolgte die Erstbehandlung bei ihm wegen der Rückenkontusion am 8. November
2010 (UV-act. 3/17). Der Unfall könnte damit grundsätzlich zwischen dem 20.
September und 8. November 2010 stattgefunden haben. Selbst wenn vom
spätestmöglichen Unfalldatum ausgegangen würde, ist aus dem Umstand, dass
hinsichtlich des Unfalldatums offensichtlich auf Seiten der Beschwerdeführerin eine
Unsicherheit besteht, abzuleiten, dass es sich nicht um ein massives Ereignis
gehandelt haben kann. Der Einschätzung der Beschwerdegegnerin in der
Beschwerdeantwort vom 26. Januar 2016 (act. G 6), dass der Beschwerdeführerin
andernfalls der Ereignistag erinnerlich sein würde, ist nichts entgegenzusetzen.
Zumindest den Wochentag vermögen Verunfallte in der Regel anzugeben, anhand
dessen bei einer Erstbehandlung wenige Tage später das Datum abgeleitet werden
kann. Ausgehend von einer Heilung von Kontusionsverletzungen spätestens 12 Monate
nach dem Unfall wäre zwar bei einem Unfalldatum anfangs November 2010 der Status
quo sine vel ante noch nicht exakt per 20. September 2011 erreicht (die konkrete
Leistungseinstellung leitet sich aus einem Unfalldatum vom 20. September 2010 ab.).
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Dennoch kann am Einstellungsdatum per 20. September 2011 insofern festgehalten
werden, als Dr. F._ hinsichtlich des zwölfmonatigen Zeitrahmens von einer
grosszügigen Bemessung ausgeht, was mit Blick auf die medizinische Erfahrung (vgl.
Erwägung 4.2) nicht unangemessen erscheint. Im Übrigen ist festzustellen, dass im
Zeitraum vom 17. Oktober 2010 (Ende der Herbstferien) bis 8. November 2010
(Erstbehandlung bei Dr. C._) keine Heilbehandlungen der Beschwerdeführerin
aktenkundig sind (vgl. dazu Erwägung 4.3.3) und insofern dem genauen Unfalldatum
bzw. der daraus abgeleiteten Leistungseinstellung ohnehin keine massgebende
Bedeutung zukommt.
4.3.3 Dass die Kontusionsverletzung bezüglich der Heilungsdauer keinen vom
Regelfall abweichenden Ausnahmefall darstellt, machen auch die zeitlich
aktenkundigen Heilbehandlungen deutlich. Eine Erstbehandlung erfolgte, wie bereits
erwähnt, am 8. November 2010 bei Dr. C._. Weitere Male konsultierte die
Beschwerdeführerin ihren Hausarzt am 28. Februar 2011, 5. November 2012, 3. Januar
2013, 4. Dezember 2013, 6. Dezember 2013, 28. Februar 2014, 30. Mai 2014 und am
15. August 2015 (UV-act. 3/17-18). Im Zeitraum vom 28. Februar bis 7. April 2011
nahm die Beschwerdeführerin bei Dr. C._ auch Elektro- und
Thermotherapiesitzungen wahr (vgl. UV-act. 1/34, I. Sachverhalt, Bstb. D).
Dokumentiert ist sodann eine Untersuchung in der Klinik für Orthopädische Chirurgie
und Traumatologie des Bewegungsapparates des KSSG vom 19. März 2013 (UV-act.
3/15-16). Ab 23. Juni 2014 war die Beschwerdeführerin schliesslich einigermassen
regelmässig bei Dr. E._ in Behandlung (UV-act. 3/7). - Wie von Dr. C._ selbst aus
dieser Aktenlage abgeleitet, war die Heilbehandlung der Beschwerdeführerin von
längeren, mehrmonatigen Unterbrüchen gekennzeichnet. Keine Heilbehandlungen sind
für die Zeiträume vom 7. April 2011 bis 4. November 2012, vom 4. Januar bis 18. März
2013, vom 19. März bis 3. Dezember 2013 und vom 29. Februar bis 29. Mai 2014
aktenkundig. Gerade aber nach den in der Praxis von Dr. C._ vom 28. Februar bis 7.
April 2011 relativ unfallnah und anerkanntermassen noch mit der Rückenkontusion im
Zusammenhang gestandenen Elektro- und Thermotherapiesitzungen folgte der längste
Heilbehandlungsunterbruch von mehr als eineinhalb Jahren. Dieser Umstand spricht
dafür, dass gerade im konkreten Fall von einem Heilverlauf der Kontusionsfolgen im
Sinne der Erwägung 4.2 und damit von einem Regelfall, auszugehen ist. Ausserdem gilt
es zu beachten, dass die Beschwerden der Beschwerdeführerin laut den
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Schilderungen von Dr. E._ in seinem Bericht vom 20. Mai 2015 in der Lokalisation
immer wieder wechselnd gewesen sind, was von Dr. F._ in seiner Beurteilung vom
19. Januar 2016 überzeugend als atypisch für eine traumatische Ursache bezeichnet
wird. Die Tatsache, dass im Verlauf der Zeit die Schmerzen an verschiedenen Stellen
der Wirbelsäule aufgetreten seien, spreche gegen eine ernsthafte, bleibende Verletzung
(UV-act. 3/22, 3/24). Gemäss Bericht von Dr. E._ vom 20. Mai 2015 liessen sich im
Übrigen nicht nur im Bereich der offenbar vom Unfall betroffenen BWS und LWS,
sondern auch im Bereich der HWS Beweglichkeitseinschränkungen bzw.
Bewegungsschmerzen sowie Druckdolenzen erheben. Ein solches, wie von Dr. E._
diagnostiziertes, panvertebrales Schmerzsyndrom lässt das Vorliegen von
Unfallrestfolgen nochmals unwahrscheinlicher erscheinen. Die Beschwerdeführerin
müsste mit dem gesamten Rücken auf die Metallstange bzw. -kante des Trampolins
gestürzt sein, was weder wahrscheinlich erscheint noch geltend gemacht wird.
4.3.4 Vervollständigt wird das Gesamtbild einer zeitlich begrenzten unfallkausalen
Situation durch die Sachlage, dass aus den medizinischen Akten keine
Arbeitsunfähigkeit hervorgeht (vgl. insbesondere UV-act. 3/2, 3/14). Der Umstand, dass
die Beschwerdeführerin ihren erlernten Beruf als Coiffeuse aufgeben musste und eine
Zweitlehre als Kauffrau begonnen hat (act. G 15), vermag die dargelegte
Gesamtsituation nicht gegenteilig zu beeinflussen. Dies, zumal der Berufswechsel erst
im Sommer 2013 und damit beinahe zwei Jahre nach dem Unfall erfolgt ist. In diesem
Zeitraum kann sich der Gesundheitszustand eines Menschen mannigfaltig, ohne dass
Unfallfolgen mitwirken müssen, entwickeln. Wie von Dr. F._ in seinen Beurteilungen
vom 19. Januar und 29. Februar 2016 (UV-act. 3/22, act. G 12.1) mit Hinweisen auf die
medizinischen Literatur erklärt, gehören Kreuzschmerzen zu den am häufigsten
angegebenen Schmerzen, für die in vielen Fällen keine Ursachen zu finden sind (vgl.
DEBRUNNER, a.a.O., S. 860 ff.). Tatsächlich hat Dr. F._ in seiner Beurteilung vom 6.
Juli 2015 ausgesagt, die Rückenbeschwerden seien mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit teilweise auf das Ereignis vom 20. September 2010 zurückzuführen
(UV-act. 3/11). In seiner Aussage bezog er sich jedoch zeitlich offensichtlich auf die
Rückenschmerzen in der ersten Phase nach der Kontusion. Anders wäre seine
nachfolgende Aussage, der Status quo sine vel ante sei mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit spätestens zwölf Monate nach dem Ereignis erreicht gewesen,
wovon er auch in seinen weiteren Beurteilungen vom 19. Januar 2016 (UV-act. 3/20-25)
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und 29. Februar 2016 (act. G 12.1) ausgeht, und die er ausführlich und umfassend
begründet, nicht zu verstehen.
4.3.5 Auch die von den behandelnden bzw. untersuchenden Ärzten Dr. C._, Dr.
E._ und der Klinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des KSSG bei der
Beschwerdeführerin im Verlauf gestellten Diagnosen muskuläre Dysbalance,
myofasziales Beschwerdebild bei Status nach Prellungstrauma, panvertebrales
rezidivierendes Schmerzsyndrom sowie anhaltendes Lumbovertebralsyndrom bei
Status nach Prellungstrauma (UV-act. 3/4 ff., UV-act. 3/14), stimmen mit dem
Gesagten überein. Entgegen den Ausführungen von Dr. C._ vermögen diese
Diagnosen keine unfallkausalen Restfolgen zu definieren. Laut ROCHE LEXIKON
(a.a.O., S. 1791) handelt es sich bei einem Syndrom um ein sich stets mit etwa den
gleichen Krankheitszeichen, d.h. einer Symptomatik mit weitgehend identischem
"Symptommuster" manifestierendes Krankheitsbild mit unbekannter, vieldeutiger,
durch vielfältige Ursachen bedingter oder nur teilweiser bekannter Ätiogenese. Der
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin bestätigt in der Replik vom 5. Februar 2016
(act. G 10) unter Hinweis auf die medizinische Literatur selbst, dass das Spektrum
möglicher Ursachen beim Lumbovertebralsyndrom sehr breit sei und im Alltag
unspezifische Überbeanspruchungen oder Fehlbelastungen die weitaus häufigste
Veranlassung seien. Ebenso vielfältig ist das Ursachenspektrum muskulär bedingter
Schmerzen (PSCHYREMBEL, a.a.O., S. 1418 f., 1428; ROCHE LEXIKON, a.a.O., S.
1268, 1275; DEBRUNNER, a.a.O., S. 578, 782, 858, 860). Unfallbedingte Syndrome,
eine unfallbedingte muskuläre Dysbalance sowie ein unfallbedingtes myofasziales
Beschwerdebild sind zwar - wie auch von Dr. F._ eingeräumt (UV-act. 3/23) - nicht
ausgeschlossen. Dr. F._ führt jedoch überzeugend aus, dass in diesem Fall eine
nachweisbare Verletzung mit einer eingeschränkten Funktion unabdingbar bzw. eine
posttraumatische muskuläre Dysbalance ohne nachgewiesene, deutliche Verletzung
des Bewegungsapparates nicht möglich sei (UV-act. 3/21). Dies gilt gleichfalls für
Druckdolenzen in der Wirbelsäule sowie Einschränkungen der
Wirbelsäulenbeweglichkeit. Auch sie können für sich allein nicht als organisch
hinreichend nachweisbare Unfallfolgen betrachtet werden (SVR 2008 UV Nr. 2 S. 3 E.
5.2 mit Hinweisen, U 328/06; Urteil des EVG vom 6. Dezember 2006, U 334/06, E. 3).
Der in den Diagnosen verwendete Zusatz "Status nach Prellungstrauma" ist
schliesslich nicht im Sinne einer Bezeichnung der Ursache der obgenannten Diagnosen
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zu verstehen. Mit einer "Statusdiagnose" wird lediglich die zeitliche Abfolge bezeichnet.
Sie ist nicht gleichbedeutend mit "unfallkausal".
4.3.6 Dem Hinweis des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin in der Replik vom
5. Februar 2016 (act. G 10), dass nicht die Schmerzen, sondern höchstens ihre
Ursachen radiologisch sichtbar gemacht werden könnten und damit nur ein
radiologisches Untersuchungsergebnis den Beweis für die Schmerzen zu liefern
vermöge, ist ohne Weiteres zuzustimmen. Können im Rahmen radiologischer
Untersuchungen keine auffälligen Befunde erhoben werden, liegt zumindest kein
radiologischer Beweis für die Schmerzen vor. Diese Ausgangslage spricht jedoch im
konkreten Fall gegen das Vorliegen unfallkausaler somatischer Restfolgen (vgl. dazu
Erwägungen 3.2 ff.). Ohne weitere Anhaltspunkte kann aufgrund des alleinigen
Umstandes fortdauernder Schmerzen nicht von Unfallrestfolgen ausgegangen werden.
Damit übereinstimmend weist selbst der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin in der
Replik vom 5. Februar 2016 (act. G 10) darauf hin, dass mit der Diagnose
Lumbovertebralsyndrom - die übrigens in der medizinischen Literatur umfassend
thematisiert und anerkannt wird (vgl. dazu DEBRUNNER, a.a.O., S. 861;
PSCHYREMBEL, a.a.O., S. 1246 "Lumbalgie", "Lumbalsyndrom"; ROCHE LEXIKON,
a.a.O., S. 1133 "Lumbalsyndrom") - nicht die eigentliche Schmerzursache definiert,
sondern nur das Beschwerdebild fassbar gemacht und beschrieben wird. Belegt wird
demzufolge lediglich, dass der Patient Schmerzen in der Lumbalregion aufweist.
4.3.7 Weder die Stellungnahmen von Dr. C._ noch die Eingaben des
Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin enthalten überzeugende, schlüssige
Aussagen, welche eine über den Leistungseinstellungszeitpunkt fortdauernde
organische Schädigung im Zusammenhang mit der Kontusionsverletzung zu
begründen vermöchten. Die Aussage des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin in
der Replik vom 5. Februar 2016, Dr. C._ erachte es für wahrscheinlich, dass die
Rückenschmerzen bzw. die muskuläre Dysbalance auf eine anhaltende Fehl- bzw.
Schonbelastung im Nachgang zum Unfallereignis zurückzuführen seien, bedarf einer
Betrachtung der weiteren Ausführungen von Dr. C._. In seiner Stellungnahme vom
26. November 2015 (act. G 1.4) hält dieser fest, es seien ihm aus seiner Praxis Fälle
bekannt, bei denen aus einem relativ geringfügigen Trauma im Bereich des
Beckengürtels ein chronisches Schmerzsyndrom entstanden sei, welches
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schlussendlich zur IV-Berentung einer Patientin geführt habe. Eine anscheinend banale
Rückenkontusion könne durchaus über komplexe Mechanismen zu einer
Chronifizierung der Schmerzen und muskulären Dysbalancen führen. Eine
Rückenkontusion ohne Nachweis struktureller oder ossärer Verletzungen müsse nicht
notwendigerweise innerhalb von zwölf Monaten ausheilen. Die diagnostizierte
muskuläre Dysbalance könne sich im Rahmen eines posttraumatischen Zustandes
oder auch krankheitsbedingt im Bereich der Wirbelsäule einstellen, wenn ein Schmerz
kurzzeitig sehr heftig oder längere Zeit anhaltend bestehe. Ebenso seien Fehlhaltungen
für eine muskuläre Dysbalance ursächlich oder als Folge von längeren
Rückenbeschwerden häufig. - Im Sozialversicherungsrecht gilt der Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten
Sachverhalts genügt diesen Anforderungen nicht (vgl. THOMAS LOCHER/THOMAS
GÄCHTER, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. Bern 2014, § 70 N. 58 f.).
Die allgemeinen Ausführungen von Dr. C._ genügen diesem Beweisgrad nicht. Im
Grundsatz sind sie zwar nachvollziehbar. Doch ist der Umstand, dass ein Arzt etwas in
seiner Praxis wiederholt erlebt, nicht einer bewerteten wissenschaftlichen Erkenntnis
bzw. einer begründeten Schlussfolgerung im Einzelfall gleichzusetzen. Dr. C._ nimmt
in keiner Weise mit einer überzeugenden Erklärung auf den konkreten Fall Bezug,
indem er substantiiert darlegt, weshalb gerade bei der Beschwerdeführerin ein
Regelfall, wonach in Bezug auf Kontusionsverletzungen von einer begrenzten
Heilungsdauer auszugehen ist, nicht angenommen werden kann. Es ist zweifelhaft,
dass eine Kontusionsverletzung ohne strukturelle Läsion, die bereits ab April 2011 eine
rund eineinhalbjährige behandlungsfreie Phase ohne Arbeitsunfähigkeit möglich
machte (vgl. Erwägung 4.3.3), Folgen bewirkt haben könnte, die zu einer muskulären
Dysbalance führten. Die Ausführungen von Dr. C._ belegen also letztlich nur eine
mögliche Unfallkausalität, ohne diese medizinisch-wissenschaftlich bzw. im konkreten
Einzelfall zu begründen. Die von ihm in Erwägung gezogene Unfallkausalität der
Rückenbeschwerden über das Leistungseinstellungsdatum hinaus wird dazu
massgebend durch seine Erklärungen relativiert, dass eine Rückenkontusion ohne
ossäre Läsionen in den wenigsten Fällen über eine längere Zeit als zwei Jahren
behandlungsbedürftig bleibe. Längere Verläufe über zwölf Monate würden zwar
beschrieben, seien jedoch eher selten und dann natürlich für die Beurteilung der
Unfallkausalität schwieriger einzuschätzen. Die Einwicklung eines chronischen
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Schmerzsyndroms sei vielschichtig. Vielmehr seien multifaktorielle Veränderungen im
Heilungsprozess nach solchen Kontusionen mit Verstärkung pathologischer
Reflexbogen denkbar, welche via positiver Rückkoppelung die Schmerzempfindung
verstärken und unterhalten würden. Der Heilungsvorgang sei primär nicht
voraussehbar; er könne jedoch durch körperlich belastende Tätigkeit wie durch andere
Faktoren ungünstig beeinflusst werden. Mit seinen Ausführungen zementiert Dr. C._
gerade den seltenen Ausnahmefall anhaltender Kontusionsfolgen und die
verschiedenartige Ätiologie eines Schmerzsyndroms. Die ihm bekannte Chronifizierung
festigt die Unklarheit der Ätiologie der fraglichen Beschwerden zusätzlich (vgl. dazu
BÄR/KIENER, Medizinische Mitteilungen der Suva Nr. 67 vom Dezember 1994, S. 45
ff.).
4.3.8 Die Aussagen von Dr. E._ in seinem Bericht vom 20. Mai 2015 (UV-act. 3/6)
lassen die Annahme, dass im Leistungseinstellungszeitpunkt überwiegend
wahrscheinliche keine Unfallrestfolgen mehr vorlagen, nicht in Frage zu stellen. Dr.
E._ äussert sich sehr vage und damit höchstens im Sinne einer möglichen
Unfallkausalität, wenn er festhält, er könne nicht mit Sicherheit feststellen, ob die
geklagten Beschwerden allein auf das Unfallereignis zurückgeführt werden könnten.
Angesichts seiner weiteren Feststellungen, der Unfall liege immerhin mehr als vier
Jahre zurück und eventuell spiele die deutliche Bindegewebsschwäche im
Heilungsverlauf keine unwesentliche Rolle - ist vielmehr anzunehmen, dass er das
Vorliegen von Unfallrestfolgen für unwahrscheinlich hält.
4.4
4.4.1 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass auf die Beurteilung von Dr. F._
abzustellen ist, wonach mit überwiegender Wahrscheinlichkeit im Zeitpunkt der
Leistungseinstellung per 20. September 2011 für die Rückenbeschwerden von einem
Wegfall der Kontusionsfolgen auszugehen war und sich eine weitergehende
Leistungspflicht nicht begründen lässt. Seine Beurteilung der medizinischen Situation
ist einleuchtend und seine Schlussfolgerungen sind begründet. Insbesondere in seiner
Beurteilung vom 19. Januar 2016 legt Dr. F._ die Argumente für einen Regelfall dar
(UV-act. 3/24).
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4.4.2 Der Umstand, dass Dr. F._ seine erste Beurteilung erst am 6. Juli 2015
aufgrund der Akten verfasst hat, vermag daran nichts zu ändern. Die Rechtsprechung
erachtet Aktengutachten als zulässig, wenn die Akten ein vollständiges Bild über
Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben und diese Daten unbestritten
sind. Voraussetzung ist ein lückenloser Untersuchungsbefund, damit der Experte
imstande ist, sich aufgrund der vorhandenen Unterlagen ein lückenloses Bild zu
verschaffen (vgl. PVG 1996 Nr. 89, 265 E. 3b; RKUV 1993 Nr. U 167 S. 95). Entgegen
dem Einwand des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin in der Beschwerde vom 9.
Dezember 2015 sind diese Voraussetzungen im konkreten Fall erfüllt. Die
Schlussfolgerung, dass im konkreten Fall mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit keine über das Leistungseinstellungsdatum hinaus gehende
Unfallrestfolgen vorliegen, lässt sich anhand der verschiedenen in den Erwägungen
4.3.1 ff. dargelegten Umstände mit den vorliegenden Akten ziehen. Es benötigte dafür
keine Arztberichte bzw. ärztliche Beurteilungen, welche im Zeitraum der
Leistungseinstellung vorgenommen wurden. Dr. F._ konnte sich aufgrund der
vorliegenden radiologischen Untersuchungsergebnisse, der Anamnese sowie des
Heilverlaufs durchaus ein vollständiges Bild vom Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin machen. Der Unfallversicherer lässt seine Leistungspflicht nicht
immerfort ärztlich überprüfen. Eine Überprüfung erfolgt im Regelfall im Nachhinein, d.h.
rückblickend, wenn Beschwerden länger andauern und deren Unfallkausalität aufgrund
bestimmter Hinweise fraglich erscheint. Bis dahin genügen die gewöhnlichen
Verlaufsberichte der behandelnden Ärzte. Im konkreten Fall bestand für die
Beschwerdegegnerin erstmals aufgrund des Berichts von Dr. E._ vom 20. Mai 2015,
worin dieser eine vertrauensärztliche Beurteilung als hilfreich erachtete (vgl. UV-act.
3/8), ein konkreter Anlass für eine vertrauensärztliche Kausalitätsbeurteilung, worauf
die Beschwerdegegnerin Dr. F._ mit Schreiben vom 9. Juni 2015 mit einer solchen
beauftragte (UV-act. 1/5).
4.4.3 Angesichts der obigen Darlegungen durfte die Beschwerdegegnerin auf die
bemängelte fehlende persönliche Untersuchung der Beschwerdeführerin im Zeitpunkt
der Leistungseinstellung in antizipierter Beweiswürdigung (vgl. BGE 131 I 157 E. 3, 124
V 94 E. 4b; Praxis 88/1999 Nr. 117 S. 636 ff.; SVR 1996 UV Nr. 62 E. 3d S. 212 f.)
verzichten. Es ist nicht anzunehmen, dass eine solche für die Beurteilung des
vorliegend relevanten Sachverhalts neue Erkenntnisse hätte bringen können. Auch dem
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Begehren des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin, es seien auf Kosten der
Beschwerdegegnerin weitere medizinischen Abklärungen anzuordnen, ist demnach
nicht stattzugeben. Wie bereits erwähnt, liess sich anhand der vorliegenden
medizinischen Akten ein Sachverhalt ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit
für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen.
4.4.4 Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin trägt weiter vor, die
Beschwerdegegnerin habe den Aspekt der Teilkausalität unberücksichtigt gelassen.
Wie gesagt, ist im konkreten Fall aufgrund verschiedener von Dr. F._ überzeugend
dargelegter Umstände von einem überwiegend wahrscheinlich vollständigen
Dahinfallen der Unfallfolgen per 20. September 2011 auszugehen. Eine Teilkausalität
des Trampolinunfalls für die fortdauernden Rückenbeschwerden steht ab dem Datum
der Leistungseinstellung mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
ausser Frage, weswegen sich Ausführungen dazu von Seiten der Beschwerdegegnerin
erübrigten. Die Rechtsfrage der Teilkausalität stellt sich insbesondere bei Vorliegen
krankhafter oder degenerativer Vorzustände, d.h. bei Bestehen solcher zu den
Unfallfolgen konkret konkurrenzierender Gesundheitsschäden. Solche wurden von den
Ärzten auch im Zusammenhang mit der muskulären Dysbalance nie diskutiert und
radiologisch liessen sich bei der Beschwerdeführerin keine degenerativen
Gesundheitsschäden erheben.
4.4.5 Der Vollständigkeit halber ist festzuhalten, dass materiell-rechtlich die
Leistungseinstellung auf den Zeitpunkt des Dahinfallens jeder kausalen Bedeutung von
unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens festzulegen ist, woraus im
gegebenen Fall durchaus eine rückwirkende Leistungseinstellung resultieren kann. Ein
formell-rechtlicher Anspruch auf weitere vorübergehende Versicherungsleistungen
(Heilkosten- und Taggeldleistungen) bis zum Abklärungs- oder Verfügungszeitpunkt
ohne Erfüllung der materiell-rechtlichen Anspruchsvoraussetzungen besteht nicht. Der
materiell-rechtliche Leistungsanspruch untersteht seinen eigenen Voraussetzungen,
welche erfüllt sein müssen. Vorausgesetzt ist insbesondere eine unfallkausale
Gesundheitsschädigung.
5.
5.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
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5.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
5.3 Dem Antrag des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin, die
Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, die Kosten für das ärztliche Gutachten von Dr.
C._ vom 26. November 2015 im Umfang von Fr. 527.60 (act. G 1.4 f.) zu erstatten,
kann nicht entsprochen werden. Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende
Beschwerde führende Partei Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Ausgangsgemäss
hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die von
ihrem Rechtsvertreter bei Dr. C._ eingeholten Stellungnahmen waren ausserdem für
die Beurteilung des Leistungsanspruchs nicht massgeblich. Auch in dieser Hinsicht
sind die entsprechenden Kosten von der Beschwerdeführerin selbst zu tragen (vgl.
dazu UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2015, Rz. 197 zu Art.
61).