Decision ID: 1928003e-91c1-590c-8996-15f6bf1430af
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherte) war als Pflegefachfrau bei der B._ angestellt
und dadurch bei der Helsana Unfall AG (nachfolgend: Helsana) gegen die Folgen von
Unfällen versichert. Am 4. April 2016 liess sie dieser durch ihre Arbeitgeberin melden,
sie sei am 9. März 2016 am Fahrbahnrand zum Gehweg auf dem Schnee mit
Eisunterlage ausgerutscht und mit dem rechten Fuss umgeknickt, worauf Schmerzen
und eine Schwellung aufgetreten seien (act. K1). Eine Erstbehandlung mit
Röntgenuntersuchung hatte am 15. März 2016 durch Dr. med. C._, FMH
Allgemeinmedizin, stattgefunden, der als Befunde eine Schwellung und leichte Rötung
im Bereich des Os naviculare und Os cuneiforme mediale erhoben, eine Fraktur
verneint und eine Kontusion des rechten Mittelfusses diagnostiziert, jedoch keine
Arbeitsunfähigkeit bescheinigt hatte (act. M2).
A.b Am 9. November 2016 konsultierte die Versicherte wegen sehr schmerzhafter
Mobilisation Dr. med. D._, FMH Orthopädische Chirurgie, welcher einen dringenden
Verdacht auf eine Tibialis anterior-Sehnenruptur rechts diagnostizierte und als
Differentialdiagnose ein Ganglion im Mittelfuss rechts vermerkte. In der
Röntgenuntersuchung zeigten sich eine Arthrose im gesamten Mittelfussbereich sowie
eine Schwellungsneigung über dem Naviculocuneiforme-I-Gelenk (act. M3). Auf
Zuweisung von Dr. D._ fand am 10. November 2016 eine durch Dr. med. E._,
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Radiologie F._, Diagnosezentrum G._, durchgeführte MRI-Untersuchung des
rechten Rückfusses statt (act. M1). Gestützt auf dessen Untersuchungsergebnis
diagnostizierte Dr. D._ am 16. November 2016 ein ausgeprägtes Ganglion im TMT I-
Gelenksbereich mit kontinuierlicher Tibialis anterior-Sehne rechts. Dr. D._ führte eine
Punktion des Ganglions sowie eine Injektion von Corticosteroiden in die Bursa durch
(act. M3).
A.c Nach Kenntnisnahme des obigen Sachverhalts sowie nach Einholung ergänzender
Auskünfte bei der Versicherten zum Unfallhergang (act. K4 f.) und Vorlage des
Schadenfalls bei ihrem beratenden Arzt Prof. Dr. med. H._, Facharzt FMH für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates (act. M4), teilte
die Helsana der Versicherten mit Schreiben vom 9. Januar 2017 mit, sie habe die
gesetzlichen Leistungen für die Folgen des Unfalls vom 9. März 2016 erbracht, könne
indessen mangels eines überwiegend wahrscheinlichen natürlichen
Kausalzusammenhangs zwischen der aktuell vorliegenden Gesundheitsschädigung
und dem Ereignis vom 9. März 2016 die Kosten weiterer Behandlungen oder ärztlicher
Konsultationen per sofort nicht mehr vergüten. Die aktuelle Schmerzproblematik
würden nur noch unfallfremde Faktoren - ein Ganglion im Mittelfussknochen sowie eine
deutliche Arthrose - erklären. Die Leistungsablehnung erfolge im formlosen Verfahren;
sollte die Versicherte damit nicht einverstanden sein, könne sie eine einsprachefähige
Verfügung verlangen (act. K7).
A.d Am 11. Januar 2017 reichte die Klinik I._ bei der Helsana ein
Kostengutsprachegesuch für einen stationären Aufenthalt vom 20. bis 22. Februar 2017
zur Resektion eines Ganglions am rechten Fuss durch Dr. D._ ein (act. K8). Mit
Schreiben vom 12. Januar 2017 lehnte die Helsana das Kostengutsprachegesuch ab
(act. K9).
A.e Nachdem sich die Versicherte mit Schreiben vom 6. Februar 2017 mit der ihr am 9.
Januar 2017 mitgeteilten Leistungsablehnung durch die Helsana nicht einverstanden
erklärt und eine einsprachefähige Verfügung verlangt hatte (act. K11), legte diese den
Schadenfall nochmals Prof. H._ vor und hielt gestützt auf dessen Beurteilung vom 9.
Februar 2017 (act. M5) mit Verfügung vom 15. Februar 2017 an ihrer
Leistungsablehnung fest (act. K13).
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B.
Die gegen diese Verfügung von der Versicherten am 15. März 2017 erhobene
Einsprache (act. K17) wies die Helsana mit Einspracheentscheid vom 28. April 2017 ab
(act. K18).
C.
C.a Gegen diesen Einspracheentscheid erhob die Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführerin) mit Eingabe vom 30. Mai 2017 Beschwerde mit dem Antrag, die
Helsana (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) habe für die Folgen des Unfalls vom 9.
März 2016, die Behandlungskosten und die Taggelder vollumfänglich aufzukommen
(act. G 1).
C.b In der Beschwerdeantwort vom 16. Juni 2017 beantragte die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde und verwies im Übrigen auf ihre Ausführungen im
Einspracheentscheid vom 28. April 2017 (act. G 3).
C.c Die Beschwerdeführerin verzichtete auf eine Replik (act. G 4 f.).

Erwägungen
1.
Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung
(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur
Änderung vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die
sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem
Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden
daher, nachdem der Streitigkeit ein Ereignis aus dem Jahr 2016 zu Grunde liegt, die bis
31. Dezember 2016 gültigen Bestimmungen Anwendung.
2.
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2.1 Der Anspruch auf Leistungen der Unfallversicherung setzt zunächst einen Unfall im
Sinne von Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) voraus. Als solcher gilt eine plötzliche,
nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors
auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder
geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Gestützt auf Art. 6 Abs. 1 UVG hat
der Unfallversicherer bei Vorliegen eines Unfalls (Art. 4 ATSG) für einen
Gesundheitsschaden nur insoweit Leistungen zu erbringen, als dieser in einem
natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum versicherten Ereignis steht
(ALEXANDRA RUMO-JUNGO/ANDRÉ PIERRE HOLZER, Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die
Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012, S. 53 ff.). Bei physischen
Unfallfolgen hat indessen die Adäquanz gegenüber dem natürlichen
Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 118 V 291 f. E.
3a). Ob ein natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist, beurteilt sich nach dem im
Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit;
die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen; THOMAS LOCHER/
THOMAS GÄCHTER, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl., Bern 2014, §
70 Rz. 58 f.; RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 4). Ebenso wie der
leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder
kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Da es
sich bei der Einstellung von Versicherungsleistungen um eine anspruchsaufhebende
Tatfrage handelt, liegt die Beweislast für den Wegfall der vom Unfallversicherer
zunächst anerkannten natürlichen Kausalität - anders als bei der Frage, ob ein
leistungsbegründender Kausalzusammenhang überhaupt je gegeben war - nicht bei
der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46
E. 2 mit Hinweisen; BGE 117 V 263 f. E. 3b; RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 54 f.).
Dieser Grundsatz gilt aber nur für Verletzungen, welche damals thematisiert worden
waren und somit Gegenstand der Anerkennung bildeten (Urteil des Bundesgerichts [bis
31. Dezember 2006 Eidgenössisches Versicherungsgericht, EVG] vom 20. August
2009, 8C_363/2009, E. 1; Urteil des EVG vom 27. April 2005, U 6/05, auszugsweise
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publiziert in: AJP 2006 S. 1290 ff.). Allerdings tragen die Parteien im
Sozialversicherungsrecht in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der
Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem
unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift
indessen erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des
Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu
ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu
entsprechen (BGE 138 V 222 E. 6 mit Hinweisen; RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 4,
55).
2.2 Die Beschwerdegegnerin hat unbestrittenermassen anerkannt, dass die
Beschwerdeführerin am 9. März 2016 einen Unfall im Sinne des Gesetzes mit einer
schädigenden Einwirkung auf den rechten Fuss erlitten hat. So ist sie für die Kosten
der Erstbehandlung vom 15. März 2016 bei Dr. C._ aufgekommen, der eine
Kontusion des rechten Mittelfusses diagnostiziert und entsprechende konservative
Therapiemassnahmen vorgenommen hat (act. M2, K7, K10). Offensichtlich infolge
Behandlungsabschlusses bei Dr. C._ wurden die Versicherungsleistungen eingestellt.
Nach dessen Behandlung sind nämlich bis zur Konsultation bei Dr. D._ am 9.
November 2016 keine ärztlichen Behandlungen mehr aktenkundig. Bei Dr. D._ stand
erstmalig die Differentialdiagnose "Ganglion Mittelfuss rechts" zur Diskussion, welche
sich im MRI des rechten Rückfusses vom 10. November 2016 bestätigte (act. M1, M3).
Die Beschwerdegegnerin überprüfte in der Folge die Unfallkausalität des Ganglions,
wofür sie den Schadenfall ihrem beratenden Arzt Prof. H._ vorlegte (act. M4). Im
angefochtenen Einspracheentscheid (act. K18) sowie in der diesem zugrunde
liegenden Verfügung (act. K13) grenzte sie die Frage der Leistungspflicht hinsichtlich
des Ganglions als aktuell vorliegende Gesundheitsschädigung von derjenigen für die
initiale Unfallbehandlung (Kontusion des rechten Mittelfusses) ab. Sie betrachtete das
Ganglion mithin als erstmalig aufgetretenes, neues Beschwerdebild. Vor diesem
Hintergrund hätte mithin bei Beweislosigkeit hinsichtlich der Frage, ob ein
leistungsbegründender Kausalzusammenhang in Bezug auf das Ganglion gegeben ist,
die Beschwerdeführerin die Beweislast tragen.
3.
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3.1 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die
urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln
sowie umfassend und pflichtgemäss, zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig
davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
gestatten. Für die Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher
Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das Gericht in der Regel auf
Angaben ärztlicher Experten oder Expertinnen angewiesen (BGE 129 V 181 E.3.1;
RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 55).
3.2 Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch
die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
des Experten oder der Expertin begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert
eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels
noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als
Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweis). Insofern kann
rechtsprechungsgemäss auch Berichten und Gutachten, welche die Versicherungen
während des Administrativverfahrens von ihren eigenen bzw. beratenden Ärzten und
Ärztinnen einholen, Beweiswert beigemessen werden, sofern sie als schlüssig
erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine
Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 135 V 467 ff. E. 4 und BGE 125 V
353 f. E. 3b/ee, je mit Hinweisen). Art. 8 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK geben keinen
formellen Anspruch auf versicherungsexterne Begutachtung, wenn Leistungsansprüche
streitig sind. Erachtet das Sozialversicherungsgericht die rechterheblichen
tatsächlichen Entscheidgrundlagen bei pflichtgemässer Beweiswürdigung als
schlüssig, darf es den Prozess ohne Weiterungen - insbesondere ohne Anordnung
eines Gerichtsgutachtens - abschliessen. In solchen Fällen sind an die
Beweiswürdigung jedoch strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe
Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen
Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 471 E. 4.7;
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RKUV 1997 Nr. U 281 E. 1a S. 281 f.). Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass auch
reine Beurteilungen aufgrund der Akten, wie sie vorliegend von Prof. H._ erstellt
wurden (act. M4 f.), beweiskräftig sein können, sofern ein lückenloser Befund vorliegt
und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich
feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung
mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteil des Bundesgerichts vom
18. Juni 2014, 9C_196/2014, E. 5.1.1). Ob letztlich auf die Aktenbeurteilung von Prof.
H._ abgestellt werden kann, ist im Rahmen der nachfolgenden materiellrechtlichen
Beurteilung bzw. Beweiswürdigung zu prüfen.
4.
4.1 Ein Ganglion (Überbein) ist eine einzeln oder multipel vorkommende, von
Sehnenscheiden oder Gelenkkapseln ausgehende, mit Gallertflüssigkeit gefüllte Zyste,
die sich durch langsames Wachstum auszeichnet, sich am Körper als Schwellung
äussert und schmerzhafte Empfindungen verursachen kann. Das Ganglion und die
Zyste werden zwar in der medizinischen Literatur vor allem als krankhaft bzw.
degenerativ bedingt beschrieben, können aber auch Folge eines vorangegangenen
Gelenktraumas sein (PSCHYREMBEL, Klinisches Wörterbuch, 267. Aufl. Berlin 2017, S.
630; ALFRED M. DEBRUNNER, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. Bern
2005, S. 583, 587, 751; ROCHE LEXIKON, Medizin; 5. Aufl. München 2003, S. 2019
"Zyste").
4.2 Prof. H._ betrachtet in seinen Beurteilungen vom 5. Januar und 9. Februar 2017
(act. M4 f.) unfallfremde Faktoren für die Entstehung des sich bei der
Beschwerdeführerin im MRI vom 10. November 2016 darstellenden Ganglions im
Bereich des rechten Rückfusses als verantwortlich. Wie die nachfolgenden
Erwägungen zeigen, sprechen jedoch verschiedene Gründe gegen die Zuverlässigkeit
seiner Beurteilungen. Sie lassen insbesondere Fragen offen, welche vom Gericht
mangels der dafür erforderlichen medizinischen Kenntnisse nicht mit dem Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit beantwortet werden können. Die Beurteilungen
von Prof. H._ reichen demnach für eine überwiegend wahrscheinliche Verneinung
einer Unfallkausalität des Ganglions und damit eine Verneinung einer Leistungspflicht
der Beschwerdegegnerin nicht aus.
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4.3 Allgemein ist zu den Beurteilungen von Prof. H._ zu sagen, dass sie sehr kurz
und fragmentarisch abgefasst sind. Zwar weist Prof. H._ auf gewisse Akten bzw.
darin festgehaltene Umstände und Fakten hin, doch lässt sich daraus mangels
zusätzlicher erklärender Ausführungen nicht ohne Weiteres nachvollziehen, weshalb er
bezogen auf den konkreten Fall auf eine unfallfremde und nicht traumatische
Verursachung des Ganglions schliesst. So weist Prof. H._ in seiner Beurteilung vom
9. Februar 2017 zunächst nur darauf hin, dass bezüglich Unfallkausalität meistens das
Handgelenksganglion diskutiert werde, bei der Beschwerdeführerin jedoch ein
Ganglion am medialen Fussrand vorliege. Immerhin ist jedoch der medizinischen
Literatur zu entnehmen, dass eine häufige Lokalisation von Ganglien nicht nur das
Handgelenk, sondern - wie im konkreten Fall - auch der Fussrücken ist
(PSCHYREMBEL, a.a.O., S. 630).
4.4
4.4.1 In seiner Beurteilung vom 5. Januar 2017 (act. M4) nimmt Prof. H._ im
Weiteren auf die ärztlichen Notizen von Dr. D._ vom 9. und 16. November 2016
Bezug (act. M3). Woraus er konkret die unfallfremde Genese des Ganglions ableitet,
erschliesst sich aus seiner Beurteilung nicht. Zur Konsultation vom 9. November 2016
hielt Dr. D._ ein Ganglion am Mittelfuss rechts (vorerst nur) als Differentialdiagnose
fest, nahm die Anamnese der Beschwerdeführerin - insbesondere einen Misstritt vor
einiger Zeit mit nachfolgender Schwellungsneigung und anschliessenden Schmerzen
im Bereich des Mittelfusses im Verlauf der Tibialis anterior-Sehne - auf und bestätigte
bei der Befunderhebung die vorgenannten Beschwerden. Die von Dr. D._
durchgeführte Röntgenuntersuchung des rechten Fusses zeigte ausserdem eine
Arthrose im gesamten Mittelfussbereich sowie eine Schwellungsneigung über dem
Naviculocuneiforme-I-Gelenk. Nach Vorliegen des MRI-Untersuchungsergebnisses
vom 10. November 2016 (act. M1) stellte Dr. D._ am 16. November 2016 die
definitive Diagnose eines ausgeprägten Ganglions im TMT-I-Gelenksbereich mit
kontinuierlicher Tibialis anterior-Sehne rechts. Inwiefern die genannten ärztlichen
Notizen Aufschlüsse hinsichtlich der Kausalität des Ganglions geben, erklärt Prof.
H._ - wie gesagt - nicht. Dass die Beschwerdeführerin im Naviculocuneiforme-I-
Gelenks- bzw. TMT-I-Gelenksbereich ein Ganglion, offensichtlich mit entsprechenden
klinisch und röntgenologisch erhobenen Befunden, aufwies, ist hingegen unbestritten
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und es gilt nun eben, die überwiegend wahrscheinliche Ursache des Ganglions zu
bestimmen. Überzeugende Beurteilungsansätze hinsichtlich dieser Frage lassen die
Ausführungen von Prof. H._ jedoch vermissen.
4.4.2 Zwar weist Prof. H._ auf die im MRI nachgewiesene Arthrose im
Fusswurzelbereich hin, in welcher er offensichtlich das zentrale Element für ein
degenerativ bedingtes Ganglion sieht, und es wird in der medizinischen Literatur das
Ganglion bzw. die Zyste durchaus auch als Reaktion respektive Erscheinung im
Rahmen der Arthrose beschrieben (siehe DEBRUNNER, a.a.O., S. 583, 587, 979). Dass
jedoch in Bezug auf den konkreten Fall von einem solchen Sachverhalt auszugehen
wäre, lässt sich anhand des blossen Hinweises auf eine Arthrose nicht mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit annehmen. Den Akten sind
jedenfalls auch Anhaltspunkte zu entnehmen, welche ein degeneratives Ganglion als
fraglich erscheinen lassen. Zwar zeigten sich laut Dr. E._ bei der MRI-Untersuchung
vom 10. November 2016 insbesondere eine moderate Arthrose im Naviculocuneiforme-
I-Gelenk und eine weitere leichte Arthrose im kranialen Abschnitt des Clacaneo-
Kuboidal-Gelenks. Daraus - wie Prof. H._ - unbesehen auf eine deutliche Arthrose
der Gelenke im Mittelfussbereich zu schliessen, überzeugt jedoch nicht ohne Weiteres.
Bei Erleiden einer Kontusion - wie sie von Dr. C._ initial diagnostiziert worden war
(act. M2) - kommt einer nur moderaten Arthrose als konkurrenzierende Ursache für ein
Ganglion ein geringeres Gewicht zu als einer weiter fortgeschrittenen Arthrose.
Immerhin weist Dr. E._ im MRI-Untersuchungsbericht auch auf einen postulierten
Status nach höhergradiger Partialläsion des im Bereich des Ganglions auf Höhe des
Naviculocuneiforme-I-Gelenks naheliegenden Ligamentum fibulotalare anterius hin.
Von einer partiellen Bandläsion spricht er offenbar angesichts des von der
Beschwerdeführerin neben dem Anschlagen an der Unterkante des Autos
angegebenen Weg- bzw. Ausrutschens sowie Verdrehens (act, K1, K5, M2). Prof. H._
führt hingegen nicht aus, inwiefern der Umstand, dass die ursprüngliche
Verdachtsdiagnose einer Sehnenruptur (act. M3) im MRI widerlegt werden konnte, im
Rahmen der Kausalitätsbeurteilung des Ganglions von Bedeutung ist (act. M5).
4.4.3 Zwar spricht die verspätete kernspintomographische Diagnostizierung des
Ganglions am Fussrücken auf Höhe des Naviculocuneiforme-I-Gelenks mit einer
Latenzzeit von rund acht Monaten eher gegen eine Unfallkausalität. Doch ist
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einzuräumen, dass Dr. C._ am 15. März 2016 nur eine Röntgenuntersuchung
durchgeführt hat, welche in der medizinischen Literatur für die Diagnostik eines
Ganglions nicht als erste radiologische Untersuchungsmethode beschrieben wird. Die
Diagnostik erfolgt im Regelfall durch Ultraschall. Ausserdem wird festgehalten, dass
sich das Ganglion durch langsames Wachstum auszeichne (vgl. PSCHYREMBEL,
a.a.O., S. 630 f.). Im Arztzeugnis UVG vom 1. Dezember 2016 über die Erstbehandlung
durch Dr. C._ vom 15. März 2016 (act. M2) sind überdies Parallelitäten zu den von
Dr. D._ später erhobenen Befunden und den von der Beschwerdeführerin ihm
gegenüber geklagten Beschwerden zu erkennen, welche Dr. D._ später die
Differentialdiagnose eines Ganglions stellen liessen. So klagte die Beschwerdeführerin
bereits gegenüber Dr. C._ über Schmerzen im Mittelfussbereich des rechten Fusses
und erhob dieser die Befunde einer Schwellung und leichten Rötung im Bereich des os
naviculare und os cuneiforme mediale (act. M2), demnach im Bereich des naviculare-
cuneiforme-I-Gelenks, wo sich das Ganglion befindet. Damit übereinstimmend erhob
auch Dr. D._ entlang des Verlaufs der Tibialis anterior-Sehne, also ebenfalls im
Bereich des zur Diskussion stehenden Ganglions, klinisch Schmerzen sowie eine
Schwellungsneigung. Der Ausschluss einer Verletzung des vom Ganglion betroffenen
Gelenks lässt sich auch angesichts des Gesagten nicht mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit vornehmen.
4.4.4 Den weiteren Ausführungen von Prof. H._ in der Beurteilung vom 9. Februar
2017 bezüglich der Argumentation der Beschwerdeführerin - sie habe vor dem Ereignis
vom 9. März 2016 keine Schmerzen gelitten, auch habe sie weder Anzeichen einer
Arthrose noch eines Ganglions bemerkt und sei nach der Punktion des Ganglions vom
16. November 2016 längere Zeit schmerzfrei gewesen, was als weiterer Beweis für die
Unfallkausalität diene - kann sodann nur insofern Bedeutung beigemessen werden, als
sie im Regelfall nicht dafür ausreichen, von einer Unfallkausalität auszugehen (vgl. dazu
die beweisrechtlich untaugliche Formel "post hoc ergo propter hoc"; SVR 2008 UV Nr.
11 S. 34 [U 290/06] E. 4.2 mit Hinweisen; ALFRED MAURER, Schweizerisches
Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 460 Fn 1205). Der Ausschluss einer
Unfallkausalität ist damit jedoch keineswegs gesichert.
5.
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Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beurteilungen von Prof. H._ vom 5.
Januar und 9. Februar 2017 (act. M4 f.) nicht hinreichend verständlich machen,
weshalb eine unfallkausale Genese nicht wahrscheinlicher sein sollte als eine
unfallfremde Genese. Dem Gericht ist es mithin gestützt auf die vorgenannten
Beurteilungen nicht möglich, mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit zu beurteilen, ob das Ganglion am rechten Fussrücken der
Beschwerdeführerin die Folge einer am 9. März 2016 erlittenen traumatischen
Verletzung ist oder einen degenerativen Zustand darstellt. Für eine Leistungsablehnung
der Beschwerdegegnerin hinsichtlich der erfolgten Heilbehandlungen des Ganglions,
insbesondere der Resektion desselben, genügte die Beweislage nicht. Die
Beschwerdegegnerin wäre gestützt auf den Untersuchungsgrundsatz (Art. 43 Abs. 1
ATSG) zur Vornahme weiterer medizinischer Abklärungen hinsichtlich der
Unfallkausalität verpflichtet gewesen. Nachdem - wie gesagt - bereits geringe Zweifel
an der Schlüssigkeit ärztlicher Feststellungen ergänzende Abklärungen erforderlich
machen, wird sie solche nachzuholen haben. Die Angelegenheit ist mithin zur
Veranlassung der besagten Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
6.
Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde vom 30. Mai 2017 unter
Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids vom 28. April 2017 teilweise
gutzuheissen und die Streitsache zu ergänzenden Abklärungen im Sinne der
Erwägungen und anschliessend neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Eine
Parteientschädigung fällt ausser Betracht, nachdem die Beschwerdeführerin nicht
anwaltlich vertreten ist.