Decision ID: 4a34b9a4-c431-5500-8dbc-4d7b5222b336
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X besitzt den Führerausweis der Kategorie B seit 1983. Er wurde mit Verfügung des
Strassenverkehrs- und Schifffahrtamtes des Kantons St. Gallen vom 31. März 2008
wegen einer leichten Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften
(Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit um 17 km/h innerorts), begangen am
22. September 2007, verwarnt. Am Samstag, 23. Januar 2010, um 00.15 Uhr, wurde er
mit einem Personenwagen, amtliches Kennzeichen SG 000'000, in Wagen (Gemeinde
Rapperswil-Jona) zur Kontrolle angehalten. Dabei wurde Alkoholmundgeruch
festgestellt. Die entnommene Blutprobe ergab zurückgerechnet auf den Zeitpunkt der
Kontrolle eine Blutalkoholkonzentration von mindestens 1.83 Gew.-‰ und höchstens
2.30 Gew.-‰. Mit Strafbescheid des Untersuchungsamtes Uznach vom 11. Februar
2010 wurde X wegen Fahrens in fahrunfähigem Zustand (qualifizierte
Blutalkoholkonzentration) mit einer bedingten Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu je
Fr. 90.-- verurteilt. Aufgrund dieses Ereignisses verfügte das Strassenverkehrsamt
St. Gallen am 8. April 2010 einen Führerausweisentzug für die Dauer von vier Monaten;
die Massnahme wurde vom 23. Januar bis 22. Mai 2010 vollzogen.
B.- Am Samstag, 7. Mai 2011, um 19.10 Uhr, meldete ein Fahrzeuglenker der
Notrufzentrale der Kantonspolizei St. Gallen, dass auf der Strecke von Schmerikon in
Richtung Neuhaus auf der Uznabergstrasse ein Honda Civic mit den Kontrollschildern
SG 000'000 unterwegs sei. Dieser sei mehrmals auf die Gegenfahrbahn geraten und
habe fast eine Leitplanke touchiert. Eine Patrouille der Kantonspolizei St. Gallen traf
das signalisierte Fahrzeug auf dem erwähnten Strassenabschnitt nicht mehr an, worauf
sie aufgrund der Halterabklärungen X um 19.15 Uhr an seinem Wohnort aufsuchte. Da
die wegen Alkoholmundgeruchs durchgeführten Atemlufttests eine
Alkoholkonzentration von 1.51 Gew.-‰ bzw. 1.69 Gew.-‰ ergaben, wurde ihm der
Führerausweis abgenommen. Die Analyse der anschliessend abgenommenen
Blutprobe ergab für den Zeitpunkt der Blutentnahme um 20.40 Uhr eine
Blutalkoholkonzentration zwischen 1.73 Gew.-‰ und 1.92 Gew.-‰ (Mittelwert:
1.83 Gew.-‰).
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C.- Das Strassenverkehrsamt bestätigte am 17. Mai 2011 die vorläufige Abnahme des
Führerausweises durch die Polizei. Es eröffnete am 1. Juni 2011 gegenüber X ein
Verfahren zur Abklärung der Fahreignung, kündigte die Anordnung einer
verkehrsmedizinischen Untersuchung an und verbot ihm vorsorglich das Führen von
Motorfahrzeugen aller Kategorien. Mit Zwischenverfügung vom 30. Juni 2011 wurde er
aufgefordert, zwecks verkehrsmedizinischer Untersuchung innert 20 Tagen einen
Untersuchungstermin mit dem Institut für Rechtsmedizin des Kantonsspitals St. Gallen
zu vereinbaren. Nachdem X sich bis zum 12. September 2011 keiner spezialärztlichen
Untersuchung unterzogen hatte, kündigte das Strassenverkehrsamt an, einen
Führerausweisentzug auf unbestimmte Dauer zu prüfen und gab ihm eine zehntägige
Frist zur Stellungnahme.
Mit Verfügung vom 13. Oktober 2011 entzog das Strassenverkehrsamt X den
Führerausweis bei einer Sperrfrist von zwölf Monaten auf unbestimmte Zeit. Für die
Aufhebung des Entzugs wurde ein positiv lautendes verkehrsmedizinisches Gutachten
verlangt. Einem allfälligen Rekurs wurde die aufschiebende Wirkung entzogen. Gegen
diese Verfügung erhob X durch seinen Rechtsvertreter mit Eingabe vom 27. Oktober
2011 Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission und ergänzte diesen am
5. Dezember 2011 mit dem Antrag, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben; unter
Kosten- und Entschädigungsfolgen. Die Vorinstanz verzichtete am 27. Dezember 2011
auf eine Vernehmlassung.
Mit Strafbefehl des Untersuchungsamtes Uznach vom 17. November 2011 wurde der
bedingte Vollzug der gegenüber X am 11. Februar 2010 ausgesprochenen Geldstrafe
widerrufen. Er wurde im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 7. Mai 2011 wegen
Fahrens in fahrunfähigem Zustand (qualifizierte Blutalkoholkonzentration) zu einer
Gesamtstrafe in der Höhe von 140 Tagessätzen zu je Fr. 80.-- verurteilt. Der Strafbefehl
erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
Auf die Ausführungen des Rekurrenten zur Begründung seiner Anträge wird, soweit
erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
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1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 27. Oktober 2011 ist rechtzeitig
eingereicht worden. Er erfüllt zusammen mit der Ergänzung vom 5. Dezember 2011 in
formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 41 lit. g , 45,
47 und 48 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt:
VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.- a) Bestehen Zweifel an der körperlichen oder psychischen Fahreignung eines
Fahrzeugführers, sind medizinische, psychologische oder psychiatrische Abklärungen
vorzunehmen (Art. 11b Abs. 1 lit. a und b der Verordnung über die Zulassung von
Personen und Fahrzeugen zum Strassenverkehr, SR 741.51, abgekürzt: VZV). Wird
dabei festgestellt, dass die gesetzlichen Voraussetzungen für die Erteilung nicht oder
nicht mehr bestehen, muss der Führerausweis entzogen werden (Art. 16 Abs. 1 des
Strassenverkehrsgesetzes, SR 741.01, abgekürzt: SVG). In diesen Fällen dient der
Entzug des Ausweises der Sicherung des Verkehrs vor ungeeigneten Fahrzeugführern
(Sicherungsentzug). Der Entzug wird grundsätzlich auf unbestimmte Dauer
ausgesprochen (Art. 16d Abs. 1 Ingress SVG). Der auf unbestimmte Zeit entzogene
Führerausweis kann bedingt und unter Auflagen wiedererteilt werden, wenn eine
allfällige gesetzliche oder verfügte Sperrfrist abgelaufen ist, und die betroffene Person
die Behebung des Mangels nachweist, der die Fahreignung ausgeschlossen hat
(Art. 17 Abs. 3 SVG).
b) Der Untersuchungsgrundsatz verlangt von der Verwaltung und vom Gericht die
richtige und vollständige Abklärung des massgeblichen Sachverhalts, d.h. die
Ermittlung der materiellen Wahrheit (vgl. F. Gygi, Bundesverwaltungsrechtspflege,
2. Aufl. 1983, S. 207). Je tiefer in den Persönlichkeitsbereich eingegriffen wird, desto
sorgfältiger ist diesem Grundsatz nachzuleben (vgl. R. Schaffhauser, Zur Entwicklung
von Recht und Praxis des Sicherungsentzugs von Führerausweisen, in: AJP 1/1992
S. 17 ff., insbesondere S. 33, N 58). Da ein Sicherungsentzug stark in den
Persönlichkeitsbereich eingreift, ist eine genaue Abklärung der persönlichen
Verhältnisse des Betroffenen in jedem Fall und von Amtes wegen vorzunehmen. Das
Ausmass der notwendigen behördlichen Nachforschungen, namentlich die Frage, ob
ein Gutachten eingeholt werden soll, richtet sich nach den Umständen des Einzelfalls
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und liegt im pflichtgemässen Ermessen der Entzugsbehörde (vgl. BGE 129 II 82 E. 2.2).
Die Beweismittel unterliegen der freien richterlichen Beweiswürdigung (Art. 21 Abs. 3 in
Verbindung mit Art. 58 Abs. 1 VRP). Verweigert die betroffene Person ihre Mitwirkung
bei derartigen Untersuchungsmassnahmen, können daraus negative Schlüsse auf ihre
Fahreignung gezogen werden (vgl. BGE 124 II 559 E. 5a).
c) Wegen fehlender Fahreignung wird einer Person der Führerausweis entzogen, wenn
sie an einer Sucht leidet, welche die Fahreignung ausschliesst (Art. 16d Abs. 1 lit. b
SVG), wie beispielsweise Alkohol-, Betäubungs- und Arzneimittelabhängigkeit (vgl.
Botschaft zur Änderung des Strassenverkehrsgesetzes vom 31. März 1999, in: BBl
1999 S. 4462 ff., S. 4491). Die Rechtsprechung bejaht eine Trunksucht, wenn die
betroffene Person regelmässig so viel Alkohol konsumiert, dass ihre Fahrfähigkeit
vermindert wird und sie diese Neigung zum übermässigen Alkoholgenuss durch den
eigenen Willen nicht zu überwinden oder zu kontrollieren vermag. Auf eine fehlende
Fahreignung darf geschlossen werden, wenn die Person nicht mehr in der Lage ist,
Alkoholkonsum und Strassenverkehr ausreichend zu trennen, oder wenn die nahe
liegende Gefahr besteht, dass sie im akuten Rauschzustand am motorisierten
Strassenverkehr teilnimmt (vgl. BGE 129 II 82 E. 4.1). Der Begriff der Trunksucht oder
der Alkoholabhängigkeit im Sinn des Strassenverkehrsgesetzes ist nicht identisch mit
demjenigen im medizinischen oder gesellschaftlichen Sinn. Art. 16d Abs. 1 lit. b SVG
geht von einem mehr oder weniger lang dauernden, als Sucht zu bezeichnenden
Zustand aus, bei welchem die Gefahr besteht, dass der Betroffene die Sicherheit des
Strassenverkehrs beeinträchtigt, wenn er ein Fahrzeug führt. Dabei ist nicht
erforderlich, dass der Süchtige gerade im Zeitpunkt, da über die Erteilung oder den
Entzug des Führerausweises entschieden wird, fahrunfähig ist; massgebend ist die
potenzielle Gefahr. Immerhin genügt die blosse Möglichkeit einer späteren Gefährdung
nicht. Die Trunksucht muss derart sein, dass der Betroffene mehr als jede andere
Person der Gefahr ausgesetzt ist, sich ans Steuer eines Fahrzeuges zu setzen in einem
– dauernden oder zeitweiligen – Zustand, der das sichere Führen nicht mehr
gewährleistet. Dieses Verständnis der Trunksucht erlaubt es, auch bloss
suchtgefährdete Personen, bei denen aber jedenfalls ein Alkoholmissbrauch vorliegt,
vom Strassenverkehr fernzuhalten (vgl. BGE 129 II 86 ff. m.w.H.), vorausgesetzt, dass
sie das Führen von Motorfahrzeugen und einen die Fahrfähigkeit beeinträchtigenden
Alkoholkonsum nicht hinreichend sicher trennen können (R. Seeger, Fahreignung und
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Alkohol, in: Probleme der Verkehrsmedizin, hrsg. vom Institut für Rechtsmedizin der
Universität Zürich).
3.- Im Rekursverfahren ist umstritten, ob die Vorinstanz dem Rekurrenten den
Führerausweis zu Recht auf unbestimmte Zeit entzogen hat.
a) Am 30. Juni 2011 forderte die Vorinstanz den Rekurrenten auf, sich einer
verkehrsmedizinischen Untersuchung zu unterziehen, da nach zwei
Trunkenheitsfahrten innert eines Jahres Zweifel an seiner Fahreignung bestünden. In
der Zwischenverfügung wurde er darauf hingewiesen, dagegen innert 14 Tagen Rekurs
erheben zu können (act. 4/28 f.). Dessen ungeachtet liess er die 14-tägige
Rechtsmittelfrist unbenutzt ablaufen. Die Zwischenverfügung vom 30. Juni 2011
erwuchs folglich in Rechtskraft, weshalb die Rechtmässigkeit der Anordnung einer
verkehrsmedizinischen Untersuchung vorliegend nicht in Frage steht. Insbesondere
steht sie im Einklang mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, wonach bei einem
Lenker, der innerhalb eines Jahres zwei Trunkenheitsfahrten mit
Blutalkoholkonzentrationen von 1,74 und 1,79 Gew.-‰ beging, eine umfassende
Untersuchung der Fahreignung als erforderlich erachtet wurde (BGE 126 II 361 E. 3c).
Bei der Frage, von welchem Blutalkoholgehalt im Verfahren des Sicherungsentzugs
auszugehen ist, findet der Grundsatz der Unschuldsvermutung – anders als beim
Schuldspruch wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand und beim Warnungsentzug,
der eine schuldhafte Verletzung einer Verkehrsregel voraussetzt – angesichts der
unterschiedlichen Zielsetzung keine Anwendung (BGE 1C_98/2007 vom 13. September
2007 E. 3.2). Daraus ergibt sich, dass der Maximalwert der gemessenen
Blutalkoholkonzentration durchaus Bedeutung erlangen kann. In diesem Sinne geht
das Bundesgericht in Entscheiden zum Sicherungsentzug wegen Trunksucht von der
mittleren Blutalkoholkonzentration aus (BGE 125 II 396, E. 2b; BGE 6A.106/2001 vom
26. November 2001, E. 3c/bb).
b) Mit der verkehrsmedizinischen Untersuchung hätte festgestellt werden sollen, ob
beim Rekurrenten eine Alkoholabhängigkeit bzw. ein verkehrsrelevanter
Alkoholmissbrauch besteht und ob er deshalb mehr als jede andere Person gefährdet
ist, ein Motorfahrzeug in alkoholisiertem Zustand zu lenken (vgl. act. 4/27 sub lit. a).
Unbestritten ist, dass kein verkehrsmedizinisches Gutachten vorliegt. Zutreffend ist
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zwar, dass in der Regel ohne ein Gutachten kein Sicherungsentzug erfolgen sollte. Die
vom Rekurrenten zitierten Entscheide beziehen sich jedoch allesamt auf Fälle, in denen
gar keine vertrauensärztliche Untersuchung angeordnet worden ist. Vorliegend fehlt ein
verkehrsmedizinisches Gutachten allein deshalb, weil der Rekurrent seiner
Mitwirkungspflicht nicht nachgekommen ist. Schliesslich ist das Verfahren nach einem
vorsorglichen Führerausweisentzug innert nützlicher Frist durch einen definitiven
Entscheid abzuschliessen. Der Vorinstanz kann daher nicht vorgeworfen werden, sie
habe ohne medizinisches Gutachten einen Sicherungsentzug angeordnet.
Dass dem Rekurrenten in der Zwischenverfügung vom 30. Juni 2011 nicht angedroht
wurde, bei fehlender verkehrsmedizinischer Untersuchung werde ein Sicherungsentzug
geprüft, schadet deshalb nicht, weil er am 12. September 2011 Gelegenheit erhielt,
sich zu einem allfälligen Sicherungsentzug zu äussern (vgl. act. 4/29). Er machte davon
keinen Gebrauch und liess sich nicht vernehmen. Die selbst verschuldete
Beweislosigkeit wirkt sich zu seinen Ungunsten aus.
c) Nebst der fehlenden Mitwirkung gibt es weitere Indizien, welche gegen die
Fahreignung sprechen. Der Alkoholkonsum des Rekurrenten wurde am 23. Januar
2010 und am 7. Mai 2011 verkehrsrelevant. Bei beiden Fahrten war die Alkoholisierung
erheblich und es lagen mit durchschnittlich 1.89 Gew.-‰ bzw. 1.83 Gew.-‰ massive
Rauschzustände vor. Trotzdem fühlte sich der Rekurrent jeweils fahrfähig, was auf eine
gewisse Alkoholgewöhnung hindeutet. Der erste Vorfall von Ende Januar 2010
vermochte ihn trotz erheblich negativer Folgen (Strafverfahren, Führerausweientzug für
vier Monate, Kosten) nicht von einer Fortsetzung des übermässigen Alkoholkonsums
und einem weiteren Verstoss abhalten. Nur gerade rund 15 Monate nach der ersten
Trunkenheitsfahrt, 11 Monate nach der Wiederaushändigung des Führerausweises und
trotz Absolvierung des Kurses für erstmals alkoholauffällige Motorfahrzeugführer am
6. April 2010 setzte er sich erneut in angetrunkenem Zustand hinter das Steuer. Beide
Male gab er geringe Trinkmengen an, welche im Widerspruch zu den gemessenen,
hohen Alkoholkonzentrationen standen. So habe er beispielsweise beim ersten Vorfall
im Jahre 2010 lediglich 6 dl Bier und einen Rumpunsch getrunken (vgl. act. 4/57). Zur
Trunkenheitsfahrt vom 7. Mai 2011 gab der Rekurrent gegenüber der Polizei an, vom
Einkaufen in Schmerikon nach Hause gekommen zu sein, zuvor am Wägitalersee zwei
Flaschen Bier und seit der Rückkehr an seinen Wohnort "zwei Schluck Bier" getrunken
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zu haben. Diese mündliche Aussage widerrief er jedoch (act. 4/8, 9). Im Anschluss gab
er bei der polizeilichen Befragung an, bereits um etwa 17.30 Uhr zuhause gewesen zu
sein und danach zwei bis drei Flaschen Bier à 5 dl getrunken zu haben. Am
Wägitalersee, welchen er um ca. 17.00 Uhr verlassen habe, und bei einem
Zwischenhalt auf der Heimreise habe er insgesamt zwei Flaschen Bier getrunken. Um
19.10 Uhr sei er jedenfalls nicht mit seinem Auto unterwegs gewesen (act. 4/15, 16).
Anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 12. Oktober 2011 machte er
geltend, mit einer Frau unterwegs gewesen zu sein, von der er nur den Vornamen
kenne und die er am Vortag kennengelernt und nach der polizeilichen Einvernahme
nicht mehr gesehen habe (act. 14 S. 2). Im Strafbefehl des Untersuchungsamts Uznach
vom 17. November 2011 wurde ihm vorgehalten, um ca. 19.00 Uhr in angetrunkenem
Zustand mit dem Auto unterwegs gewesen zu sein. Er akzeptierte den Strafentscheid
und liess ihn unangefochten rechtskräftig werden. Es besteht kein Anlass, von den
tatsächlichen Annahmen des Strafrichters abzuweichen.
d) Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz zu Recht die Fahreignung des
Rekurrenten verneint und den Führerausweis auf unbestimmte Zeit entzogen hat. Der
mit dem Sicherungsentzug verbundene Eingriff in die Persönlichkeitssphäre des
Rekurrenten ist angesichts der auf dem Spiel stehenden öffentlichen Interessen der
Sicherheit von Passagieren und anderen Verkehrsteilnehmern erforderlich und
angemessen und liegt nicht zuletzt auch in seinem eigenen, wohlverstandenen
Interesse (vgl. BGE 6A.15/2000 vom 28. Juni 2000, E. 4). Nach dem vorsorglichen
Führerausweisentzug (vgl. Art. 30 VZV) vom 1. Juni 2011 war die Vorinstanz
verpflichtet, innert nützlicher Frist einen definitiven Entscheid zu treffen. Ein
vorsorglicher Ausweisentzug kann nicht losgelöst vom eigentlichen Entzugsverfahren
verfügt werden, sondern nur bis zur "Abklärung von Ausschlussgründen". Die
entsprechende Verfügung stellt damit einen Zwischenschritt auf dem Weg zur
Endverfügung bzw. eine vorsorgliche Massnahme dar (Philippe Weissenberger,
Administrativrechtliche Massnahmen gegenüber Motorfahrzeuglenkern bei Alkohol-
und Drogengefährdung, in: Jahrbuch zum Strassenverkehrsrecht 2004, S. 121 f.).
4.- a) Der auf unbestimmte Dauer entzogene Führerausweis kann bedingt und unter
Auflagen wiedererteilt werden, wenn eine allfällige gesetzliche oder verfügte Sperrfrist
abgelaufen ist und die betroffene Person die Behebung des Mangels nachweist, der
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die Fahreignung ausgeschlossen hat (Art. 17 Abs. 3 SVG). Die Wiedererteilung setzt
voraus, dass der Betroffene wieder geeignet erscheint, ein Fahrzeug im
Strassenverkehr zu führen, ohne dass dabei die Sicherheit der anderen
Verkehrsteilnehmer gefährdet wird. Hierbei muss die Entzugsbehörde von einer
günstigen Prognose für das künftige Verhalten des Gesuchstellers im Strassenverkehr
ausgehen können (BGE 107 Ib 34 E. 2).
b) Die Vorinstanz hat die Sperrfrist auf zwölf Monate festgelegt und als Bedingung für
die Aufhebung des Entzugs ein positiv lautendes verkehrsmedizinisches Gutachten
gefordert. Bei beiden Trunkenheitsfahrten handelte es sich um schwere
Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz (vgl. Art. 16c Abs. 1 lit. b SVG in
Verbindung mit Art. 1 Abs. 2 der Verordnung der Bundesversammlung über
Blutalkoholgrenzwerte im Strassenverkehr, SR 741.13). In solchen Fällen wird gemäss
Art. 16c Abs. 2 lit. c SVG der Führerausweis für mindestens zwölf Monate entzogen. Da
der Rekurrent bei einem Sicherungsentzug nicht besser gestellt werden darf wie bei
einem Warnungsentzug, ist die von der Vorinstanz verhängte Sperrfrist nicht zu
beanstanden.
Der Grund für den Sicherungsentzug liegt darin, dass sich der Rekurrent trotz
Aufforderung keiner verkehrsmedizinischen Untersuchung unterzogen hat, weshalb die
erheblichen Zweifel an der Fahreignung zufolge Trunksucht nicht beseitigt wurden. Da
der Alkoholmissbrauch medizinisch nicht festgestellt werden konnte, rechtfertigt es
sich vorliegend, die Wiedererteilung des Führerausweises an ein positiv lautendes
Gutachten zu knüpfen und nicht zusätzlich mittels Auflage eine einjährige Abstinenz zu
fordern. Letztere Frage stellt sich, wenn das verkehrsmedizinische Gutachten für den
Rekurrenten ungünstig ausfallen sollte. Das Vorgehen der Vorinstanz war demnach
korrekt.
5.- Mit dem Sicherungsentzug soll sichergestellt werden, dass der Rekurrent zum
Schutz der Sicherheit der übrigen Verkehrsteilnehmer vom Strassenverkehr
ferngehalten wird. Dieser Zweck wäre gefährdet, wenn er während des
Beschwerdeverfahrens als Motorfahrzeugführer zum Strassenverkehr zugelassen
würde. Einer allfälligen Beschwerde ist deshalb die vom Gesetz vorgesehene
aufschiebende Wirkung zu entziehen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 51 VRP).
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6.- Zusammenfassend ergibt sich, dass der Rekurs abzuweisen ist. Dem
Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten dem Rekurrenten
aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'500.-- erscheint
angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der
Kostenvorschuss von Fr. 1'500.-- ist zu verrechnen.