Decision ID: 6fe096c2-80a4-458c-a715-45736a155da1
Year: 2015
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Kreso Glavas, Advokatur Glavas AG,
Haus zur alten Dorfbank, 9313 Muolen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich erstmals im März 1991 wegen eines Rückenleidens bei der IV-
Stelle des Kantons St. Gallen zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an
(IV-act. 16). In der Folge erhielt er vom 1. Oktober 1991 bis 30. April 1992 eine ganze
IV-Rente (IV-act. 47). Von November 1991 bis Januar 1992 wurde eine BEFAS-
Abklärung durchgeführt (IV-act. 36). Im Abklärungsbericht vom 10. Februar 1992 wurde
festgehalten, dass der Versicherte für schwere Körperarbeit sowie auch für Arbeiten in
gleichbleibender Haltung wie als Handlanger auf dem Bau oder als Baggerführer nicht
mehr eingesetzt werden könne. Bei einer adaptierten Tätigkeit handle es sich um eine
rückenschonende Arbeit in wechselnder, sitzend-stehender und eventuell gehender
Stellung. Die BEFAS Appisberg empfahl eine Umschulung zum Industriearbeiter
(Produktion) oder zum Metallarbeiter (IV-act. 36-5). Vom 21. April 1992 bis 20. April
1993 wurde der Versicherte auf Kosten der IV zum Industriearbeiter ausgebildet (IV-act.
44).
A.b Am 15. November 2007 erlitt der Versicherte bei einer Auffahrkollision eine HWS-
Distorsion QTF II (siehe z.B. IV-act. 75-3 und Schadenmeldung UVG, Suva-
Fremdakten). Im Dezember 2007/Januar 2008 und im April 2008 wurde der Versicherte
im Auftrag der Haftpflichtversicherung observiert (siehe Ermittlungsberichte vom 18.
Januar und 15. April 2008, Suva-Fremdakten). Die Unfallversicherung stellte die
Versicherungsleistungen per 28. April 2008 ein. Mit Verfügung vom 17. Dezember 2008
schloss sie den Fall mit der Begründung, dass keine unfallbedingte
Behandlungsbedürftigkeit und keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mehr
bestünden, ab. Die gegen diese Verfügung erhobene Einsprache wies die
Unfallversicherung am 28. April 2009 ab (zum Ganzen: siehe Einspracheentscheid vom
28. April 2009, Suva-Fremdakten). Die dagegen erhobene Beschwerde wies das
Versicherungsgericht mit Entscheid vom 16. August 2010 ab (UV 2009/63).
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A.c Bereits zuvor, im April 2008, hatte sich der Versicherte zum zweiten Mal zum
Bezug von IV-Leistungen angemeldet (IV-act. 1). Er gab an, aufgrund eines
Verkehrsunfalles an Mittelrücken- und Nackenschmerzen zu leiden. Seit dem
15. November 2007 sei er zu 100 % arbeitsunfähig. Er habe im B._ die Volksschule
besucht, jedoch keinen Beruf erlernt. Von Januar 1994 bis 2008 habe er zu 100 % als
Metallarbeiter bei der C._ AG gearbeitet. Gemäss dem IK-Auszug hatte er im Jahr
2006 einen Jahreslohn von Fr. 64'550.-- erzielt.
A.d Anlässlich eines telefonischen Gesprächs vom 6. Mai 2008 gab Dr. med. D._,
Allgemeine Medizin FMH, gegenüber RAD-Ärztin Dr. med. E._ die folgenden
Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit an (IV-act. 67; unterzeichnetes
Protokoll: IV-act. 75-1 f.):
· Status nach lumbaler Hemilaminektomie L5/S1 1990 wegen Diskushernie;
· Verkehrsunfall am 15. November 2007 mit Auffahrkollision:
- Zervikozephales und thorakales Syndrom;
- Diskushernien zervikal und thorakal ohne Nervenkompressionen, wahrscheinlich
vorbestehend;
- depressive Entwicklung.
Der Versicherte sei seit dem 15. November 2007 zu 100 % arbeitsunfähig.
A.e Die C._ AG berichtete am 5. Mai 2008, dass sie den Versicherten seit dem 1.
Januar 1994 als Mitarbeiter Produktion (Blechzuschneiden, Ronden) beschäftige
(Fragebogen für Arbeitgebende, IV-act. 71). Der letzte effektive Arbeitstag sei der 15.
November 2007 gewesen. Ein Arbeitsversuch in der Stanzerei vom 13. bis 22. Februar
2008 zu einem Pensum von 50 % sei vom Versicherten abgebrochen worden. Zur
Tätigkeit des Versicherten hätten das Einrichten der Tafelschere (manchmal), Bleche
zuschneiden an der Tafelschere (oft), das Einrichten der Kreisschere (manchmal),
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Bleche zuschneiden an der Kreisschere (manchmal) und die Einlagerung und Entnahme
der Bleche vom Lager mittels Stapler (manchmal) gehört. Bei der Arbeit habe er oft
stehen und manchmal sitzen oder gehen müssen. Leichte Gewichte (0-10 kg) habe er
oft und mittelschwere Gewichte (10-25 kg) selten heben oder tragen müssen. Für die
Arbeit hätten diverse Hilfsmittel zur Verfügung gestanden (z.B. Hebekran, automatische
Abstapelvorrichtung). Die Arbeitgeberin gab weiter an, dass der Versicherte in der Zeit-
und Arbeitseinteilung weitgehend frei gewesen sei. In der Stanzerei würden bereits
zugeschnittene Kleinteile der Stanzmaschine zugeführt und mittels Knopfdruck
weiterbearbeitet. Diese Tätigkeit könne im Sitzen oder Stehen ausgeübt werden.
A.f Am 16. Mai 2008 reichte die Rehaklinik Bellikon einen Austrittsbericht über den von
der Unfallversicherung initiierten stationären Aufenthalt vom 9. April bis 6. Mai 2008 ein
(IV-act. 72-5 ff.). Dem Bericht waren die folgenden Diagnosen zu entnehmen:
· Unfall vom 15. November 2007: Auffahrkollision mit HWS-Distorsion QTF II; keine
Bewusstlosigkeit oder Amnesie:
- 19. Dezember 2007 MRI-HWS: Breitbasige Diskusherniation C3/4 und C6/7, beidseits
präforaminal bis an die Nervenwurzel reichend, ohne Nachweis einer Kompression;
breitbasige Diskusherniation Th2/3 und Th3/4 ohne Wurzelkompression;
- zervikothorakales, zervikobrachiales Schmerzsyndrom linksbetont;
- leichte Anpassungsstörung (ICD-10: F43.2); Angst und depressive Reaktion gemischt;
· Status nach lumbaler Wirbelsäulenoperation 1990 bei L3/4 und L4/5 links.
Die Ärzte der Klinik hatten ausserdem erklärt, dass die Resultate von physischen
Leistungstests für die Beurteilung der zumutbaren Belastbarkeit infolge
Symptomausweitung und Selbstlimitierung nur teilweise verwertbar gewesen seien.
Das Ausmass der demonstrierten physischen Einschränkungen habe sich mit den
objektivierbaren pathologischen Befunden der klinischen Untersuchung und der
bildgebenden Abklärung sowie der Diagnose aus somatischer Sicht nur zum Teil
erklären lassen. Die Tätigkeit als Metallzuschneider sei dem Versicherten aktuell nicht
zumutbar, da er keine schweren Lasten (d.h. solche bis 50 kg) heben und tragen
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könne. Es sei davon auszugehen, dass der Versicherte mit der Zeit seine bisherige
Tätigkeit wieder aufnehmen könne. Leichte bis mittelschwere Arbeiten seien ihm
ganztags zumutbar, wobei HWS-Zwangspositionen auf ein Minimum zu reduzieren
seien. Der Versicherte selbst betrachte sich derzeit für jegliche Tätigkeit als nicht
arbeitsfähig. Dem psychiatrischen Konsilium (IV-act. 75-18 ff.) war zu entnehmen, dass
die vor allem auf die subjektiven Angaben des Versicherten zurückgehende, im
Untersuchungsgespräch nicht feststellbare depressive Symptomatik unter multiplen
psychosozialen Belastungsfaktoren (Erkrankung der Tochter und der Ehefrau, eigene
Rückenproblematik) auftrete. Der Versicherte leide unter Zukunftsängsten und verharre
schmerzfixiert in passiv abwartender Haltung.
A.g Mit Verfügung vom 2. März 2009 (IV-act. 97) wies die IV-Stelle das Gesuch um
berufliche Massnahmen (vgl. IV-act. 81) ab. Zur Begründung brachte sie vor, dass der
Versicherte in einer körperlich leichten bis mittelschweren Tätigkeit zu 100 %
arbeitsfähig sei und in einer solchen Tätigkeit in etwa das gleiche Erwerbseinkommen
erzielen könne wie in seiner bisherigen Tätigkeit. Die gegen diese Verfügung erhobene
Beschwerde hiess das Versicherungsgericht mit Entscheid vom 22. Juli 2009 (IV
2009/118, IV-act. 113) gut und wies die Sache zur Durchführung beruflicher
Eingliederungsmassnahmen an die IV-Stelle zurück. Mit Schreiben vom 16. Oktober
2009 (IV-act. 123) teilte die IV-Stelle dem Rechtsvertreter mit, dass dem Versicherten
Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche gewährt werde. (Der Anspruch auf
berufliche Eingliederungsmassnahmen wurde mit Verfügung vom 15. November 2010
unter Hinweis darauf, dass der Versicherte in der angestammten Tätigkeit für Arbeiten
mit Gewichtshandhabung bis 25 kg und in einer adaptierten Tätigkeit zu 100 %
arbeitsfähig sei, abgewiesen [IV-act. 150]).
A.h Im Auftrag der Haftpflichtversicherung führte das Zentrum für Arbeitsmedizin,
Ergonomie und Hygiene (nachfolgend: AEH) am 4. und 5. November 2009 eine
funktionsorientierte medizinische Abklärung durch (Gutachten vom 1. März 2010, Suva-
Fremdakten). Als Diagnosen wurden die folgenden angegeben:
· Chronifiziertes zerviko-cephales Schmerzsyndrom:
- Status nach HWS-Distorsion QTF II nach Auffahrunfall vom 11/2007;
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- degenerative zervikale Wirbelsäulenveränderungen;
· Status nach lumbaler Diskushernien-Operation 1990;
· Anpassungsstörung mit Sorgen, Anspannungen, Ärger, allgemeiner Unsicherheit und
Stimmungseinbrüchen (F43.23);
· Akzentuierung der narzisstischen Persönlichkeitszüge (Z73.1).
Dr. med. F._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates, führte weiter aus, dass das arbeitsbezogene relevante Problem
eine schmerzhaft verminderte Belastungstoleranz des Nackens und der linken Schulter
sei. Das Hauptproblem sei jedoch das beobachtete Schmerzverhalten mit
Selbstlimitierung und Inkonsistenzen. Der Versicherte habe bei vielen Tests sehr
langsam hantiert, was in diesem Ausmass nicht nachvollziehbar sei. Er habe viele Tests
unter Angabe von Schmerzen abgebrochen, bevor eine funktionelle Leistungsgrenze
erreicht worden sei. Die Resultate der Belastbarkeitstests könnten deshalb nicht für die
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit verwertet werden. Aus medizinisch-theoretischer Sicht
sei dem Versicherten die Tätigkeit als Metallarbeiter mit Lastenhandhabung bis 50 kg
dauerhaft nicht mehr zumutbar. Für die leichten und mittelschweren Arbeitsanteile (bis
25 kg) der angestammten Tätigkeit bestehe ab dem Untersuchungsdatum eine volle
Arbeitsfähigkeit. Dr. med. G._, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, erklärte im
psychiatrischen (Teil-)Gutachten vom 9. November 2009, dass die Anpassungsstörung
und die Akzentuierung der narzisstischen Persönlichkeitszüge keinen Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit hätten und somit keine psychiatrische Diagnose mit Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit gestellt werden könne. Der Versicherte leide unter ständigen
Nackenschmerzen, schmerzbedingten Schlafstörungen, Anspannungen und
Stimmungseinbrüchen. Gleichzeitig sei es im Rahmen einer narzisstischen Kränkung
bei zunehmenden Eheproblemen sowie nach dem Verlust der Tagesstruktur Anfang
2008 zur Entwicklung einer Anpassungsstörung gekommen. Anlässlich der Exploration
vom 4. November 2009 habe der Versicherte in psychopathologischer Hinsicht leichte
formale Denkstörungen (Einengung auf die Familienprobleme und Schmerzen), eine
leichte Deprimiertheit und eine innere Anspannung gezeigt. Die mnestischen
Funktionen, inkl. Konzentrationsfähigkeit, seien in der objektiven
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Untersuchungssituation vorhanden gewesen. Die motorischen Fähigkeiten, der Antrieb
und die geistige Flexibilität seien intakt gewesen. Es liege zweifellos eine sehr
belastende psychosoziale Situation vor. Die Frage der zumutbaren Willensanstrengung
könne trotz Schmerzen klar bejaht werden. Der Versicherte sei in seiner bisherigen
Tätigkeit (aus psychischer Sicht) nie langfristig arbeitsunfähig gewesen.
A.i Mit Vorbescheid vom 1. Dezember 2010 (IV-act. 153) kündigte die IV-Stelle dem
Rechtsvertreter des Versicherten die Abweisung des Rentengesuchs an. Zur
Begründung führte sie an, die Abklärungen hätten ergeben, dass der Versicherte in
seiner angestammten Tätigkeit wie auch in einer adaptierten Tätigkeit zu 100 %
arbeitsfähig sei. Alle Tätigkeiten mit Gewichtshandhabung bis 25 kg seien ihm zu
100 % zumutbar. Er könne demzufolge weiterhin das bisherige Jahreseinkommen
erzielen, weshalb kein Rentenanspruch bestehe. Dagegen liess der Versicherte am 18.
Januar 2011 einwenden (IV-act. 157), dass weitere medizinische Abklärungen
durchzuführen seien. Der somatische wie auch der psychische Gesundheitszustand
habe sich zwischenzeitlich verschlechtert. Er halte sich seit mehreren Wochen stationär
in der psychiatrischen Klinik H._ auf.
A.j Dr. med. I._, Neurochirurgie, berichtete am 16. März 2011 (IV-act. 164), dass er
den Versicherten am 4. Januar 2011 untersucht habe. Er gab die folgenden Diagnosen
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit an: Zervikobrachialgie bds., progrediente
Osteochondrose C6/7, Zustand nach Extensionstrauma der Halswirbelsäule 2007,
Bandscheibenprotrusion C3/4 und Depression. Dr. med. J._, Oberarzt in der
psychiatrischen Klinik H._, berichtete am 24. März 2011 (IV-act. 162), dass der
Versicherte an einer mittelgradigen depressiven Episode (F32.1) und an einem
chronischen Schmerzsyndrom (R52.2), beides mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit,
leide. Der Versicherte habe sich vom 20. Dezember 2010 bis 27. Januar 2011 einer
stationären Behandlung unterzogen. Dr. J._ befand, dass der Affekt des Versicherten
wenig modulierbar und oft nach unten ausgelenkt gewesen sei. Der Antrieb und die
Psychomotorik seien leicht reduziert gewesen. Der Versicherte leide nicht an
Schlafstörungen. Die Prognose sei angesichts des chronifizierten Verlaufs, der geringen
Introspektionsfähigkeit, der mangelnden Akzeptanz sowie der sozial desolaten Lage
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(Scheidung, kein Kontakt zu Ex-Ehefrau und Kindern, Arbeitslosigkeit) als eher
ungünstig zu beurteilen. Zuletzt sei der Versicherte in seiner bisherigen Tätigkeit zu 100
% arbeitsunfähig gewesen. Das Auffassungsvermögen sei leichtgradig, das
Konzentrationsvermögen und die Belastbarkeit seien leicht- bis mittelgradig und die
Anpassungsfähigkeit sei mittel- bis schwergradig eingeschränkt. Diese Angaben gälten
anamnestisch seit zwei bis drei Jahren.
A.k Am 11. April 2011 reichte der Rechtsvertreter des Versicherten neue medizinische
Berichte ein (IV-act. 165). Dr. I._ hatte in einem Bericht vom 6. Januar 2011
angegeben (IV-act. 166-5 f.), dass die Veränderung bei C3/4 im Vergleich zu den MRI-
Bildern vom Dezember 2007 stationär geblieben sei. Bei C6/7 sehe man jedoch eine
deutlich voranschreitende Veränderung des Bewegungssegmentes mit
osteochondrotischen Veränderungen, eine Abnahme der Bandscheibenhöhe und
weiterhin einen Bandscheibenvorfall. Er habe dem Versicherten zu einer
mikrochirurgischen Diskektomie C6/7 mit Spondylodese mittels Cage geraten. Dem
Austrittsbericht der psychiatrischen Klinik H._ vom 25. Januar 2011 (IV-act. 166-1 ff.)
war zu entnehmen, dass der Versicherte beim Eintritt an einem nicht objektivierbaren
subjektiven Eindruck von eingeschränkter Konzentration und Merkfähigkeit,
verlangsamtem und grüblerisch eingeengtem Denken, einer deutlich eingeschränkten
affektiven Modulationsfähigkeit, Schuldgedanken, Insuffizienzgefühlen, erheblichen
Störungen der Vitalgefühle, einem leicht reduziertem Antrieb und einer leicht
reduzierten Psychomotorik, erheblichen Ein- und Durchschlafstörungen, passiven
Todeswünschen und fehlenden Zukunftsperspektiven gelitten habe. Zur stationären
Aufnahme sei es wegen einer massiven psychosoziale Krise, welche im Jahr 2007 im
Zusammenhang mit einem Autounfall ausgelöst worden sei und zur Überforderung am
Arbeitsplatz sowie im familiären Umfeld geführt habe, gekommen. Der Versicherte habe
während der gesamten stationären Behandlung ein wechselhaftes
psychopathologisches Bild gezeigt. Neben einer stark depressiv gefärbten
Symptomatik seien auch emotional instabile, stark narzisstische Persönlichkeitszüge
aufgefallen.
A.l Dr. med. K._, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, gab in ihrem Bericht vom 10.
Juni 2011 (IV-act. 172) die folgenden Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit an:
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradig (F32.1, beginnend 2009)
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und Verdacht auf eine andauernde Persönlichkeitsstörung (F62.00). Der Versicherte
befinde sich seit Januar 2010 in ihrer Behandlung. Dr. K._ erklärte, dass der
Versicherte aufgrund der depressiven Störung, der zahlreichen körperlichen
Limitierungen, der instabilen Persönlichkeitszüge und der pathologischen
Schmerzverarbeitung in seiner bisherigen Tätigkeit eingeschränkt sei. Sein
Konzentrations- und Auffassungsvermögen sowie seine Anpassungsfähigkeit seien
eingeschränkt. Diese Angaben gälten seit Behandlungsbeginn.
A.mAm 18. und 19. Oktober 2011 wurde der Versicherte durch die MEDAS Ostschweiz
polydisziplinär (internistisch, physikalisch-medizinisch und psychiatrisch) untersucht
(Gutachten vom 1. März 2012, IV-act. 182). Der Versicherte gab anlässlich der
Begutachtung an, dass sein Tagesablauf wie folgt aussehe: Er stehe zwischen 8 und 9
Uhr auf. Den Tag verbringe er zu 80 % in seiner Wohnung und denke über seine
Probleme nach. Er liege sehr viel herum und schaue fern. Er habe einfach zu nichts
Lust und gehe meistens zwischen 21 und 23 Uhr zu Bett. Er habe keine Hobbies und
habe sich sozial völlig zurückgezogen. Der Versicherte habe weiter erklärt, dass aktuell
die somatischen und psychischen Beschwerden gleich schlimm seien. Physisch leide
er ständig unter Nackenschmerzen, links mehr als rechts, mit Ausstrahlung nach
occipital und temporal beidseits. Teilweise strahlten die Schmerzen auch bis zur
Schulter, links mehr als rechts, aus. Dann könne er seinen linken Arm nicht bewegen.
Im Bereich der rechten Schulter seien die Beschwerden hingegen nur gering
ausgeprägt. Sodann leide er unter ständigen thorakal mittig auftretenden Schmerzen
mit Ausstrahlung bis nach cranial. Die Schmerzintensität betrage mindestens 5 und
maximal 7-8 (Skala von 0-10). Beim PACT-Test hatte der Versicherte mit 21 von 200
möglichen Punkten eine sehr tiefe, weit unterhalb einer Minimalbelastung liegende
Selbsteinschätzung seiner körperlichen Fähigkeiten angegeben. Dr. med. L._, FMH
Physikalische Medizin und Rehabilitation, gab keine physikalisch-medizinischen
Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit an. Als Diagnosen ohne Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit gab sie die folgenden an:
· Contraction headache mit/bei:
- Fehlhaltung;
- muskulärer Dysbalance/Dekonditionierung;
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- Osteochondrose HWK6/7 und initialer Spondylarthrose der mittleren und unteren
HWS, gesamthaft nicht über das altersentsprechende Mass hinausgehend;
- ohne Hinweise für ältere knöcherne Verletzungen oder segmentale Instabilitäten;
- Ausweitungstendenz;
· Status nach Hemilaminektomie LWK5/SWK1 links am 22. November 1990 wegen
eines lumboradikulären Schmerzsyndroms S1 links bei linksseitiger mediolateraler
Diskushernie mit Wurzeltaschenkompression S1 links;
· Status nach Arthroskopie des linken Kniegelenks mit Shaving, medialer
Teilmeniskektomie, offener Zystenresektion und Tenosynovektomie am 3. März 2009
wegen Chondropathie Grad II der Trochlea, Grad II des medialen und lateralen
Tibiaplateaus, medialer Meniskusläsion sowie grosser, verwachsener Bakerzyste mit
kombinierter Semitendinosuszyste links.
Dr. L._ wies sodann darauf hin, dass bei der rheumatologischen Begutachtung eine
erhebliche Selbstlimitation und Inkonsistenz imponiert hätten. Die demonstrierten
Beschwerden sowie die teilweise massive Bewegungsverminderung insbesondere im
Bereich des Achsenorgans bzw. der HWS seien während der Begutachtung deutlich
variabel und klinisch im demonstrierten Ausmass nicht plausibel gewesen. So habe der
Versicherte im gerichteten Untersuchungsgang eine hochgradige
Funktionseinschränkung der HWS für alle Funktionsebenen und eine maximal
durchzuführende Rotation rechts/links auf 10-0-20° gezeigt, wobei er über stärkste
zervikothorakale Schmerzen geklagt und Ausweich- und Abwehrbewegungen
durchgeführt habe. Im Rahmen der Anamneseerhebung seien jedoch völlig freie
Bewegungsausmasse der HWS und insbesondere auch eine völlig freie Rotation zu
dem links vom Versicherten sitzenden Dolmetscher zu beobachten gewesen, ohne
dass es zu Schmerzäusserungen gekommen sei. Beim Einnehmen der Bauchlage habe
der Versicherte spontan eine HWS-Rotation nach links auf ca. 75° durchgeführt und die
rechte Gesichtshälfte auf die Untersuchungsliege abgelegt. Während des gesamten
Untersuchungsvorgangs in Bauchlage sei er ohne Schmerzäusserung in dieser Position
verblieben. Im gerichteten Untersuchungsgang habe der Versicherte stark
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schwankende, grotesk anmutende, differenzierte Gangarten gezeigt, als deren Ursache
er Konzentrationsprobleme aufgrund des Nackens angegeben habe. Im ungerichteten
Untersuchungsgang hätten hingegen keinerlei Einschränkungen der differenzierten
Gangarten beobachtet werden können. Bei der Rumpfinklination habe der Versicherte
einen maximal zu erreichenden Fingerbodenabstand von 49 cm erreicht, innerviert,
über stärkste Schmerzen geklagt und wiederum Ausweich- sowie Abwehrbewegungen
durchgeführt. Den Langsitz habe er hingegen während zwei Minuten ohne
Schmerzäusserung nahezu vollständig eingenommen, der Fingerspitzen-/OSG-
Abstand habe beidseits nur 10 cm bei hierfür ursächlicher Verkürzung der
ischiocruralen Muskulatur betragen. Auch bei der Funktionsüberprüfung beider
Schultergelenke habe der Versicherte beidseits bereits ab Beginn des jeweiligen
Funktionsausmasses massiv gegeninnerviert und unter teilweise lautem Schreien
Abwehr- und Ausweichbewegungen durchgeführt. Beim An- und Auskleiden sowie
beim Abnehmen bzw. Aufkleben eines Wärmepflasters auf den zervikothorakalen
Übergang seien hingegen seitengleich freie Bewegungsausmasse beider
Schultergelenke ohne jegliche Schmerzäusserung zu beobachten gewesen. Auch bei
der Funktionsüberprüfung der Hüft- und Kniegelenke habe der Versicherte gestöhnt
und grimassiert. Auf die Frage, wo es im denn dabei weh tue, habe er hingegen
"nirgends" angegeben. Klinisch sei eine Insuffizienz insbesondere der
wirbelsäulenstabilisierenden Muskulatur bzw. der Schulter-, Nacken- und
Schultergürtelmuskulatur aufgefallen, welche zusammen mit der Fehlhaltung zu einer
ständigen Fehl- und Überbelastung insbesondere des Achsenorgans führe. Eine
muskuläre Dysbalancen bzw. eine Dekonditionierung stelle jedoch keinen
invalidisierenden Gesundheitsschaden dar, da dieser Zustand durch eine
entsprechende aktive Therapie behoben werden könne. In der aktuellen
konventionellen Bildgebung der HWS imponierten zwar degenerative Veränderungen
unter Betonung einer Osteochondrose HWK6/7, letztere sei jedoch nicht über das
altersentsprechende Mass hinausgehend und nicht dazu geeignet, die vom
Versicherten geklagten Beschwerden und insbesondere auch deren Ausmass zu
erklären. Bei der neurologischen Untersuchung hätten sich keinerlei Hinweise auf eine
neuroradikuläre Symptomatik ergeben. Die vom Versicherten geklagten
Kopfschmerzen seien als Spannungskopfschmerzen zu interpretieren. Eine
Arbeitsunfähigkeit sei hieraus per se jedoch nicht abzuleiten, da diese zwar "lästig",
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aber behandelbar seien. Auch ein ebenfalls in Betracht zu ziehender
medikamenteninduzierter bzw. analgetikainduzierter Kopfschmerz bewirke keine
dauerhafte Arbeitsunfähigkeit, da ein solcher mit einem Entzug behandelbar sei.
Zusammenfassend könnten die vom Versicherten geklagten Beschwerden nur zu
einem sehr geringen Teil durch die Befunde bzw. Diagnosen erklärt werden. Der
Versicherte sei in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Stanzerei-Produktionsmitarbeiter
aus orthopädisch-rheumatologischer Sicht nie über längere Zeit in seiner
Arbeitsfähigkeit eingeschränkt gewesen. Med. pract. M._, Facharzt für Psychiatrie
und Psychotherapie, gab als psychiatrische Diagnose mit Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit eine wechselnde, leichte bis mittelgradige depressive Störung
(F32.00/10) an. Keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe die akzentuierte
Persönlichkeit mit passiv-aggressiven und narzisstischen Zügen (Z73.1). Gemäss med.
pract. M._ habe bei der psychiatrischen Exploration ein zeitlich, örtlich,
autopsychisch und situativ orientierter Versicherter imponiert. Aufmerksamkeits- oder
Gedächtnisstörungen hätten nicht objektiviert werden können. Das formale Denken sei
einfach strukturiert und auf Schmerzen eingeengt gewesen. Der Versicherte habe ein
deutlich passiv-aggressives Verhalten gezeigt und sei nicht immer kooperativ gewesen.
Der affektive Report sei herstellbar gewesen. Die Grundstimmung sei leicht nach unten
verschoben, jedoch auch von passiv aggressivem Verhalten überlagert gewesen. Im
Antrieb habe der Versicherte kaum eingeschränkt gewirkt. Psychomotorisch sei er
deutlich angespannt, unruhig, subaggressiv, zum Teil aber auch passiv gewesen. Er
habe über eine erniedrigte Lebenslust und Lebensfreude sowie über Ein- und
Durchschlafstörungen berichtet. Im Selbstbeurteilungsbogen (HAD-Skala) habe sich
eine Verdeutlichungstendenz gezeigt, d.h. der Versicherte habe sich als sehr krank
darstellen wollen (bei einem Punktemaximum von 21 habe der Wert für Angst 20
Punkte und der Wert für Depression 21 Punkte betragen). Aufgrund der deutlichen
Aggravation sei davon auszugehen, dass der Versicherte nicht an einer somatoformen
Schmerzstörung leide. Es bestünden auch IV-fremde Faktoren wie Trennung von der
Familie, finanzielle Situation, Wunsch nach IV-Rente und soziokulturelle Eigenheiten.
Aufgrund der Depression sei die zumutbare Willensanstrengung leichtgradig
eingeschränkt. Die Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten wie auch in einer
adaptierten Tätigkeit sei zu 20-30 % eingeschränkt. Es sei davon auszugehen, dass die
Arbeitsunfähigkeit seit dem Autounfall bestehe. Die allenfalls vor Januar 2008
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bestandene Arbeitsunfähigkeit könne jedoch nicht belegt werden, da sich der
Versicherte erst seit diesem Zeitpunkt in psychiatrischer Behandlung befinde. In
polydisziplinärer Hinsicht schätzten die Sachverständigen die Arbeitsfähigkeit in der
angestammten wie auch in einer adaptierten Tätigkeit ab November 2007 auf 20-30 %.
A.n Dr. I._ berichtete am 27. Februar 2012 über eine am 23. Februar 2012
durchgeführte mikrochirurgische Diskektomie C6/7 von links, Foraminotomien bds. und
Spondylodese mit PINA-Cage (IV-act. 185). Als neue Diagnosen gab er einen
Bandscheibenvorfall C6/7 und eine(n) Bandscheibenprotrusion bis -vorfall C3/4 an. Der
peri- und postoperative Verlauf sei unkompliziert gewesen. Der Versicherte habe
weiterhin über etwas Nackenschmerzen geklagt. Die radikuläre Symptomatik sei nicht
mehr aufgetreten. In einem Bericht vom 3. September 2012 gab Dr. I._ an (IV-act.
197), dass die Operation eine partielle Besserung der Brachialgien und der Zervikalgie
gebracht habe. Die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit (körperlich leichte
Arbeit, physiologische Haltung) betrage aus rein neurochirurgischer Sicht 50 %. RAD-
Arzt Dr. N._ erklärte in seiner Stellungnahme vom 5. September 2012 (IV-act. 198),
dass aufgrund der Berichte von Dr. I._ mit Bezug auf die Operation vom 23. Februar
2012 zumindest keine Verschlechterung der bereits gutachterlich erfassten
Beschwerden anzunehmen sei. Die tiefere Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch
Dr. I._ sei nur als differente ärztliche Einschätzung zum gleichen oder gar
gebesserten Beschwerdebild zu werten. Dr. I._ habe die Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit weder durch eine
Funktionseinschränkung noch durch pathophysiologische Überlegungen begründet.
Die Empfehlung zu einer körperlich leichten Arbeit in physiologischer Haltung sei
hingegen aus der Art der durchgeführten Operation herleitbar und begründet. Die
gutachterlichen Schlussfolgerungen bedürften daher einer qualitativen Ergänzung
hinsichtlich einer postoperativ empfehlenswerten Adaption. Der Versicherte sei
demnach in einer adaptierten, körperlich leichten Tätigkeit in physiologischer Haltung
(keine Zwangshaltungen, keine andauernden stereotypen Bewegungen im Rumpf- und
Halsbereich, möglichst Wechselbelastung) zu 70-80 % arbeitsfähig. Zur
Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Metallarbeiter könne keine
sichere Aussage gemacht werden. Gemäss dem Arbeitgeberfragebogen handle es sich
wohl nicht um eine schwere körperliche Arbeit. Jedoch sei bei immer gleichen,
mechanischen Industrietätigkeiten nicht unbedingt von einer ideal adaptierten Tätigkeit
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auszugehen. Auch bleibe die tatsächliche Gewichtsbelastung mit Blick auf die
abweichenden Angaben des Versicherten unklar. Die gezeigten Inkonsistenzen sein
gutachterlich benannt und in der Gesamtbeurteilung der Arbeitsfähigkeit berücksichtigt
worden.
A.o Mit einem zweiten Vorbescheid vom 14. September 2012 kündigte die IV-Stelle die
Abweisung des Rentengesuchs an (IV-act. 203). Zur Begründung führte sie an, dass es
sich bei der angestammten Tätigkeit als Metallarbeiter nicht um eine ideal adaptierte
Tätigkeit handle. Das Valideneinkommen entspreche dem im Jahr 2006 erzielten
Einkommen, d.h. Fr. 64'550.--. In einer leidensadaptierten Tätigkeit betrage die
Arbeitsfähigkeit 70-80 %. Grosszügigerweise werde von einer Arbeitsfähigkeit von 75
% ausgegangen. Als Grundlage für die Bemessung des Invalideneinkommens sei das
durchschnittliche Einkommen eines Hilfsarbeiters gemäss der Lohnstrukturerhebung
des Bundesamtes für Statistik (LSE) heranzuziehen (IV-act. 201-3). Das
Invalideneinkommen betrage folglich Fr. 44'398.-- und die Erwerbseinbusse Fr.
20'152.-- resp. 31 %. Dagegen liess der Versicherte einwenden (IV-act. 204-2 ff.), dass
ihm ab 1. November 2008 eine halbe Invalidenrente, eventualiter eine Viertelsrente
zustehe und subeventualiter weitere medizinische Abklärungen durchzuführen seien. In
einem beigelegten Bericht vom 17. September 2012 (IV-act. 204-11 ff.) bestätigte Dr.
I._, dass er den Versicherten aufgrund von Restbeschwerden bei vorbestehend (d.h.
präoperativ) chronifiziertem Schmerzzustand und Depression auch für körperlich
leichte bis mittelschwere Tätigkeiten für zu 50 % arbeitsunfähig halte. Die bisherige
Tätigkeit sei dem Versicherten nicht mehr zumutbar. RAD-Arzt Dr. N._ hielt am
14. November 2012 (IV-act. 208) fest, dass der Bericht von Dr. I._ vom
17. September 2012 keine neuen Aspekte für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
enthalte.
A.p Mit Verfügung vom 19. November 2012 wies die IV-Stelle das Rentengesuch aus
den im Vorbescheid angegebenen Gründen ab (IV-act. 209). Dem Einwand entgegnete
sie mit den in der RAD-Stellungnahme vom 14. November 2012 aufgeführten
Argumenten.
B.
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B.a Gegen diese Verfügung liess der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) am
7. Januar 2013 Beschwerde erheben (act. G 1). Sein Rechtsvertreter beantragte die
Aufhebung der Verfügung und die Rückweisung der Sache an die IV-Stelle
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin). Eventualiter sei dem Beschwerdeführer mit
Wirkung per 1. November 2008 mindestens eine Viertelsrente auszurichten. Zur
Begründung machte der Rechtsvertreter geltend, das MEDAS-Gutachten überzeuge in
materieller und formeller Hinsicht nicht. So habe Dr. L._ keinerlei Diagnosen mit
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aufgeführt, obwohl Dr. I._ in einem Bericht vom
16. März 2011 die Diagnosen einer Zervikobrachialgie beidseits bestätigt und deren
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit ausdrücklich bejaht habe. Allein die Tatsache,
dass die Beschwerdegegnerin diesen (offenbar unvollständigen) Bericht des
behandelnden Spezialisten nicht habe ergänzen lassen, sei problematisch. Weit
fragwürdiger sei jedoch, dass Dr. L._ die Bandscheibenprotrusion bzw. den
Bandscheibenvorfall C3/4 und C6/7 im Gutachten mit keinem Wort erwähnt habe.
Sodann habe Dr. L._ ihre Einschätzung, dass der Beschwerdeführer in seiner
bisherigen Tätigkeit aus orthopädisch-rheumatologischer Sicht zu 100 % arbeitsfähig
sei, nicht genügend begründet. Auch sei zwischen der MEDAS-Begutachtung und dem
Erlass der angefochtenen Verfügung zu viel Zeit verstrichen und zwischenzeitlich seien
neue medizinische Tatbestände (Bandscheibenvorfall C6/7 mit notwendiger operativer
Versorgung) aufgetreten. Die Beschwerdegegnerin habe zudem nicht begründet,
weshalb der Bericht von Dr. I._ vom 17. September 2012 keine neuen Aspekte für die
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit beinhalten solle. Des Weiteren habe Dr. L._ als
Hauptgutachterin nicht über eine orthopädische Fachausbildung verfügt, was den
Beweiswert ihrer Schlussfolgerungen zumindest schmälere. Auch sei sie nicht auf die
abweichende Beurteilung von Dr. I._ eingegangen. Und schliesslich sei bei einer
Festsetzung der Arbeitsunfähigkeit auf 20-30 % nicht klar, auf welchen Wert
abzustellen sei. Die Beschwerdegegnerin hätte zugunsten des Beschwerdeführers auf
die höhere Einschränkung von 30 % abstellen müssen. Mit Bezug auf den
Einkommensvergleich führte der Rechtsvertreter an, dass das Valideneinkommen im
Jahr 2008 Fr. 67'018.-- betragen habe. Das Invalideneinkommen sei anhand des
durchschnittlichen Lohnes eines Hilfsarbeiters gemäss LSE im Jahr 2008 zu bemessen
und betrage bei einem Arbeitsunfähigkeitsgrad von 30 % Fr. 41'985.20. Aufgrund des
deutlich erhöhten Krankheits- und Ausfallsrisikos und aufgrund der Tatsache, dass
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Teilzeit arbeitende Männer statistisch gesehen deutlich schlechter entlöhnt würden als
in Vollzeit tätige Männer, sei ein Tabellenlohnabzug von mindestens 10 % zu
gewähren. Das Invalideneinkommen betrage folglich Fr. 37'787.-- und der IV-Grad 44
%.
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 26. Februar
2013 die Abweisung der Beschwerde (act. G 4). Zur Begründung brachte sie
zusammengefasst vor, dass das MEDAS-Gutachten voll beweiskräftig sei. Dr. L._
habe sich als Hauptgutachterin geeignet, da sich die Fachdisziplin der physikalischen
Medizin wie jene der Rheumatologie mit der Untersuchung und Abklärung von
Beschwerden des Bewegungsapparates beschäftige. Die Sachverständigen hätten die
degenerativen Veränderungen der HWS unter Betonung einer Osteochondrose
HWK6/7 dahingehend gewürdigt, dass diese nicht dazu geeignet seien, die vom
Beschwerdeführer geklagten Beschwerden und insbesondere deren Ausmass zu
erklären. Bei der neurologischen Untersuchung hätten sich zudem keinerlei Hinweise
auf eine neuroradikuläre Symptomatik ergeben. Unter Berücksichtigung, dass die
Sachverständigen eine auffallende Diskrepanz zwischen den objektivierbaren
klinischen und radiologischen Befunden und den demonstrierten Beschwerden und
Schmerzen festgestellt hätten, erscheine ihre Arbeitsfähigkeitsschätzung von 100 % in
einer adaptierten Tätigkeit als plausibel und nachvollziehbar. Die Indikation zum Eingriff
an der HWS sei angesichts der im MEDAS-Gutachten erwähnten Schmerzausweitung
und Inkonsistenzen in Frage zu stellen. Der Eingriff habe denn auch die beklagten
Beschwerden nicht wesentlich zu lindern vermocht. In diagnostischer Hinsicht sei die
Beurteilung im psychiatrischen Teilgutachten nachvollziehbar und schlüssig. Allerdings
gälten rechtsprechungsgemäss leichte bis mittelschwere psychische Störungen aus
dem depressiven Formenkreis grundsätzlich als therapeutisch angehbar. Es sei davon
auszugehen, dass die therapeutischen Mittel im vorliegenden Fall noch nicht
ausgeschöpft seien. Auch müsse davon ausgegangen werden, dass die depressive
Symptomatik in nicht unerheblicher Weise von grundsätzlich invaliditätsfremden und
daher auszuklammernden psychosozialen Belastungsfaktoren geprägt sei und
aufrechterhalten werde. Ausserdem sprächen die deutliche Aggravation, die erwähnte
Rentenbegehrlichkeit sowie die erhebliche Diskrepanz im
(Schmerzäusserungs-)Verhalten bei der klinischen Untersuchung in beobachteten und
abgelenkten Situationen deutlich für eine willentliche Überwindbarkeit der subjektiv
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erlebten Schmerzen. Der Beschwerdeführer sei deshalb in einer den körperlichen
Beeinträchtigungen angepassten Tätigkeit voll arbeitsfähig. Das Valideneinkommen sei
anhand des zuletzt erzielten Einkommens zu ermitteln und betrage Fr. 69'127.--. Das
Invalideneinkommen entspreche dem durchschnittlichen Lohn eines Hilfsarbeiters
gemäss LSE im Jahr 2008, d.h. Fr. 59'979.--. Da der Beschwerdeführer in einer
adaptierten Tätigkeit in rechtlicher Hinsicht als uneingeschränkt arbeitsfähig zu
betrachten sei, falle ein Teilzeitabzug ausser Betracht. Der IV-Grad betrage folglich 13
%.
B.c Mit Replik vom 28. März 2013 (act. G 7) hielt der Beschwerdeführer an den mit der
Beschwerde gestellten Anträgen fest. Sein Rechtsvertreter machte ergänzend geltend,
die psychosozialen Faktoren seien vorliegend nicht derart ausgeprägt, dass die
Depression ihre hinreichende Erklärung in ihnen finden und gleichsam in ihnen
aufgehen würde. Ausserdem erweise sich ein Tabellenlohnabzug von 10 % bereits
unter dem Aspekt, dass der Beschwerdeführer zuletzt eine körperliche Schwerarbeit
verrichtet habe und nun auch in einer leichteren Arbeit nicht mehr voll arbeitsfähig sei,
als angemessen. Dem beigelegten Austrittsbericht der Klinik Gais vom 30. Januar 2013
(act. G 7.1 Beilage 3) waren die folgenden psychiatrischen Diagnosen zu entnehmen:
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (F45.41) und
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige bis schwere Episode
(F33.1). Die Klinik erklärte weiter, dass sich der Beschwerdeführer vom 29. November
2012 bis 5. Januar 2013 einer stationären Behandlung unterzogen habe.
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 9).

Erwägungen:
1.
1.1 Mit der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin einen
Rentenanspruch des Beschwerdeführers abgelehnt. Strittig ist demnach, ob der
Beschwerdeführer einen Anspruch auf eine Invalidenrente hat.
1.2 Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht
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durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder
verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf
dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG, SR 831.20). Invalidität ist gemäss
Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere
Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der
durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden
ausgeglichen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
1.3 Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist der Invaliditätsgrad
grundsätzlich durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen).
1.4 Für das Beschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art.
55 Abs. 1 ATSG i.V.m. Art. 19 Verwaltungsverfahrensgesetz [VwVG, SR 172.021] i.V.m.
Art. 40 Bundesgesetz über den Bundeszivilprozess [BZP, SR 273]). Danach hat das
Gericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie
umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet
dies, dass das Gericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen,
objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine
zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf
es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht
erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben,
warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt.
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht
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für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch
die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
des Experten begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a; BGE 122 V 157 E. 1c mit
Hinweisen).
2.
2.1 In medizinischer Hinsicht liegen insbesondere der Austrittsbericht der Rehaklinik
Bellikon vom 16. Mai 2008, das Gutachten des AEH vom 1. März 2010, die Berichte
von Dr. I._ vom 6. Januar 2011, vom 16. März 2011, vom 27. Februar 2012, vom 3.
September 2012 und vom 17. September 2012, der Bericht der psychiatrischen Klinik
H._ vom 24. März 2011, der Bericht von Dr. K._ vom 10. Juni 2011, das MEDAS-
Gutachten vom 1. März 2012, die Stellungnahme von RAD-Arzt Dr. N._ vom 5.
September 2012 und der Austrittsbericht der Klinik Gais vom 30. Januar 2013 im
Recht.
2.2 Zunächst ist zu überprüfen, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht davon
ausgegangen ist, dass dem Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit als Industrie-
bzw. Metallarbeiter nicht mehr zumutbar sei, in einer körperlich adaptierten Tätigkeit
aus somatischer Sicht jedoch eine Arbeitsfähigkeit von 100 % bestehe. Der
Beschwerdeführer ist in den Jahren 1992/1993 zum Industriearbeiter umgeschult
worden, weil die Abklärungen ergeben hatten, dass ihm schwere Tätigkeiten in
gleichbleibender Haltung nicht mehr zumutbar seien respektive er nur noch in einer
rückenschonenden, wechselbelastenden Tätigkeit arbeitsfähig sei. Gemäss der
ehemaligen Arbeitgeberin hat es sich bei der Tätigkeit als Metallarbeiter um eine
wechselbelastende (oft stehende, manchmal sitzende und gehende), leichte bis selten
mittelschwere Tätigkeit gehandelt. In Widerspruch dazu hat der Beschwerdeführer
gegenüber der Rehaklinik Bellikon und dem AEH angegeben, dass er in seiner
bisherigen Tätigkeit Gewichte bis 50 kg habe heben müssen (IV-act. 72-7 und S. 3 des
Gutachtens des AEH, Suva-Fremdakten). Gegenüber der MEDAS hat der
Beschwerdeführer angegeben, dass er Metallplatten bis 30 kg von Hand habe
"bewegen müssen" (IV-act. 182-18). Ob der Beschwerdeführer damit hat ausdrücken
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wollen, dass er diese Metallplatten hat heben und tragen müssen oder lediglich hat
"verschieben" (d.h. stossen, ziehen) müssen, geht aus dieser Aussage nicht hervor. Ob
es sich bei der bisherigen Tätigkeit um eine teilweise schwere Tätigkeit (Heben und/
oder Tragen von Lasten über 25 kg) oder ob es sich, wie von der Arbeitgeberin
angegeben, um eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit gehandelt hat, muss jedoch
nicht weiter abgeklärt werden. Denn aus dem BEFAS-Schlussbericht geht hervor, dass
es zumindest leichte bis mittelschwere Arbeitsstellen für Industrie- bzw. Metallarbeiter
gibt; ansonsten wäre der Beschwerdeführer aufgrund seiner Rückenproblematik nicht
auf diesen Beruf umgeschult worden. Es kann deshalb davon ausgegangen werden,
dass er in einem anderen Betrieb als Industriearbeiter für leichte- bis mittelschwere
Tätigkeiten das gleich hohe Einkommen hätte erzielen können wie an seiner letzten
Arbeitsstelle. Anzumerken bleibt, dass die ehemalige Arbeitgeberin den
Beschwerdeführer Anfang 2008 versuchsweise zu 50 % in der Stanzerei beschäftigt
hat. Der Beschwerdeführer hat diese Arbeit jedoch nach wenigen Tagen abgebrochen.
Bei der Tätigkeit in der Stanzerei hat es sich um eine wechselbelastende, körperlich
leichte Tätigkeit gehandelt. Ob der Beschwerdeführer diese Tätigkeit unbefristet in
einem Vollpensum zum bisherigen Lohn hätte ausüben können, wenn der
Arbeitsversuch nicht gescheitert wäre, geht aus den Akten jedoch nicht hervor.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es Arbeitsstellen für Industrie- bzw.
Metallarbeiter gibt, die lediglich leichte bis mittelschwere Arbeiten beinhalten.
2.3 Die Rehaklinik Bellikon hat die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers im April/Mai
2008 in der angestammten Tätigkeit auf 0 % geschätzt. Sie ist allerdings
fälschlicherweise davon ausgegangen, dass die Tätigkeit als Industrie- bzw.
Metallarbeiter das Heben von schweren Lasten beinhaltet. In einer leichten bis
mittelschweren Tätigkeit hat sie die Arbeitsfähigkeit auf 100 % geschätzt. Es kann
daher davon ausgegangen werden, dass die Rehaklinik die Arbeitsfähigkeit in der
Tätigkeit als Industrie- bzw. Metallarbeiter auf 100 % geschätzt hätte, wenn sie
Kenntnis davon gehabt hätte, dass es sich bei dieser Tätigkeit um eine leichte bis
mittelschwere Tätigkeit handelt. Dasselbe gilt für die Arbeitsfähigkeitsschätzung des
AEH vom November 2009: Das AEH hat explizit festgehalten, dass der
Beschwerdeführer für leichtere und mittelschwere Anteile der angestammten Tätigkeit
mit Lastenhandhabung bis 25 kg voll arbeitsfähig sei. Somit stimmen die
Einschätzungen der Rehaklinik Bellikon und des AEH mit jener der MEDAS-
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Sachverständigen Dr. L._ überein, die die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in
der Tätigkeit als Metallarbeiter aus somatischer Sicht auf 100 % geschätzt hat.
2.3.1 In formeller Hinsicht hat der Rechtsvertreter geltend gemacht, dass die
somatische Begutachtung durch eine orthopädische Fachperson hätte erfolgen
müssen. Soweit aus den Akten ersichtlich ist, hat die Beschwerdegegnerin bei der
Auftragserteilung für das polydisziplinäre Gutachten an die MEDAS keine
Fachdisziplinen genannt (vgl. IV-act. 175 und 177). Die MEDAS hat in der Folge Dr.
L._, FMH Physikalische Medizin und Rehabilitation, zur (Haupt-)Gutachterin ernannt.
Die physikalische Medizin befasst sich mit der Anwendung von physikalischen
Methoden zur Behandlung von Organschäden und Funktionsstörungen sowie mit der
postoperativen und posttraumatischen Behandlung (berufsberatung.ch, Facharzt/-
ärztin für Physikalische Medizin und Rehabilitation, abgerufen am 27. April 2015). Zu
den Schwerpunkten dieser Facharztausbildung gehört auch die Diagnostik von
Krankheiten der Gelenke (u.a. degenerativ, entzündlich), der Wirbelsäule (degenerativ,
entzündlich), des Knochens und Knorpels, der Weichteilgewebe, von
posttraumatischen Zuständen (konservativ und/oder operativ behandelt), von
Zuständen nach gelenkerhaltenden oder gelenkersetzenden Operationen und von
Zuständen nach Operationen an der Wirbelsäule. Auch die Diagnostik neurologischer
Syndrome bildet ein Ausbildungsschwerpunkt (siehe Schweizerisches Institut für
ärztliche Weiter- und Fortbildung, Facharzt für Physikalische Medizin und
Rehabilitation, http://www.fmh.ch/files/pdf16/
physikalische_medizin_version_internet_d.pdf, abgerufen am 27. April 2015, S. 6 f.).
Angesichts der vom Beschwerdeführer angegebenen Beschwerden (insbesondere
Nacken-, Brust- und Kopfschmerzen mit Ausstrahlungen) und dem Umstand, dass es
grundsätzlich dem beauftragten medizinischen Begutachtungsinstitut überlassen ist,
über Art und Umfang der aufgrund der konkreten Fragestellungen erforderlichen
Untersuchungen zu befinden (Urteil des Bundesgerichts vom 17. Oktober 2008,
8C_124/2008 E. 6.3.1), kann davon ausgegangen werden, dass es sich bei Dr. L._ im
vorliegenden Fall um eine geeignete (Haupt-)Gutachterin gehandelt hat.
2.3.2 Der Rechtsvertreter hat weiter vorgebracht, es sei problematisch, dass die
Beschwerdegegnerin den offenbar unvollständigen Bericht von Dr. I._ vom 16. März
2011 nicht habe ergänzen lassen. Der Bericht von Dr. I._ vom 16. März 2011 (IV-act.
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164) ist tatsächlich unvollständig, d.h. es fehlen mehrere Seiten des Formulars. Dem
Bericht sind lediglich die Diagnosen, nicht jedoch die Anamnese, die ärztlichen
Befunde, Angaben zur Arbeitsfähigkeit etc. zu entnehmen. Da Dr. I._ auf Anfrage der
Beschwerdegegnerin am 3. September 2012 einen weiteren Bericht eingereicht hat,
welchem u.a. eine Arbeitsfähigkeitsschätzung aus neurochirurgischer Sicht zu
entnehmen ist (IV-act. 197), und weil der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
zudem drei weitere Berichte des Neurochirurgen eingereicht hat, ist für das vorliegende
Beschwerdeverfahren jedoch unerheblich, dass der Bericht vom 16. März 2011 nicht
vollständig ist.
2.3.3 Der Rechtsvertreter hat sodann bemängelt, dass Dr. L._ im Gutachten keinerlei
Diagnosen mit Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aufgeführt habe, insbesondere dass
sie die Bandscheibenvorfälle C6/7 und C3/4 nicht erwähnt habe. Dr. L._ hat ihre
Arbeitsfähigkeitsschätzung in Kenntnis der degenerativen Veränderungen in den
Segmenten C3/4 und C6/7 abgegeben: Sie hat insbesondere über die MRI-Befunde
vom 19. Dezember 2007 (geringe breitbasige Diskusherniation C3/4 und C6/7,
beidseits präforaminal bis an die Nervenwurzel reichend ohne Nachweis einer
Kompression) und vom 9. Dezember 2010 (diskrete flache Protrusion HWK3/4 und
Osteochondrose sowie breitbasige Diskushernie HWK6/7) verfügt (siehe S. 4 und 11
des Gutachtens) und diese in ihre Beurteilung miteinbezogen (siehe S. 25 f. und 39 des
Gutachtens). Dr. L._ ist zum Schluss gekommen, dass die in der aktuellen
konventionellen Bildgebung (von der MEDAS veranlasste Röntgenbilder) ersichtlichen
degenerativen Veränderungen der HWS, insbesondere auch die Osteochrondrose
HWK6/7, nicht über das altersentsprechende Mass hinausgingen und nicht geeignet
seien, die geklagten Beschwerden zu erklären. Dr. L._ hat ihre
Arbeitsfähigkeitsschätzung gestützt auf eine klinisch-rheumatologische und klinisch-
neurologische Untersuchung, unter Berücksichtigung der früheren und aktuellen
bildgebenden Befunde sowie in Kenntnis der übrigen Vorakten abgegeben. Zudem
stimmt ihre Einschätzung mit jenen der Rehaklinik Bellikon und des AEH überein. Dass
sie es unterlassen hat, die Diagnose einer Diskusprotrusion bzw. Diskushernie C3/4 bei
den Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit aufzuführen, vermag deshalb den
Beweiswert ihres Teilgutachtens nicht zu vermindern. Entgegen der Behauptung des
Rechtsvertreters ist Dr. L._ zudem auf die "abweichende" Beurteilung von Dr. I._
eingegangen. So hat sie auf S. 16 des Gutachtens erklärt, dass Dr. I._ basierend auf
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der bildgebenden Diagnose einer progredienten Osteochondrose und eines
Bandscheibenvorfalles im Segment HWK6/7 trotz fehlender motorischer Ausfälle, eines
symmetrischen Reflexstatus und einer nur leichten Hypästhesie im Dermatom C8 links
(subjektiv) die mikrochirurgische Diskektomie HWK6/7 mit Spondylodese mittels Cage
empfohlen habe. Diese Aussage von Dr. L._ ist so zu verstehen, dass sie die von Dr.
I._ empfohlene HWS-Operation als nicht indiziert erachtet hat. Die von Dr. I._
angegebene Diagnose einer chronischen Cervicalgie mit beidseitigen Brachialgien
(Nackenschmerzen mit beidseitigen Armschmerzen) sagt noch nichts über deren
Ursache aus. Dr. L._ hat nicht behauptet, dass der Beschwerdeführer nicht unter
gewissen Nacken- und Armschmerzen leidet, sondern "lediglich" eine erhebliche
Aggravation festgestellt. Insoweit weicht die Beurteilung von Dr. L._ nicht von jener
von Dr. I._ ab, weshalb sich eine Diskussion hierüber erübrigt hat. Und schliesslich
ist das Gutachten erstellt worden (1. März 2012), bevor die erste
Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. I._ vorgelegen hat. Eine solche hat er nämlich erst
im Bericht vom 3. September 2012 abgegeben. Demnach ist mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers in der Tätigkeit als Metall- bzw. Industriearbeiter zumindest bis zur
HWS-Operation im Februar 2012 aus somatischer Sicht 100 % betragen hat.
2.3.4 Der Rechtsvertreter hat des Weiteren moniert, dass die Beschwerdegegnerin
nicht begründet habe, weshalb der Bericht von Dr. I._ vom 17. September 2012
keine neuen Aspekte für die Arbeitsfähigkeitsschätzung beinhalten solle. Die
Beschwerdegegnerin hat in der angefochtenen Verfügung dargelegt, dass der im
Bericht von Dr. I._ vom 17. September 2012 geschilderte Sachverhalt und die
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch Dr. I._ bereits in der RAD-Stellungnahme
vom 5. September 2012 ausführlich gewürdigt worden seien. Weshalb diese
Begründung nicht ausreichend sein sollte, ist nicht ersichtlich, zumal dem Bericht vom
17. September 2012 tatsächlich keine neuen, IV-relevanten Angaben zu entnehmen
sind: Dr. I._ hat keine neuen Diagnosen angegeben und seine frühere
Arbeitsfähigkeitsschätzung bestätigt. Die Ausführungen von Dr. I._ zur Frage der
Kausalität zwischen dem Unfall vom 15. November 2007 und den geltend gemachten
Beschwerden sind für das vorliegende Verfahren nicht von Relevanz, was zumindest
dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers bekannt gewesen sein muss. Der
Beschwerdegegnerin kann deshalb keine ‒ sinngemäss geltend gemachte ‒ Verletzung
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des Anspruchs auf rechtliches Gehör im Sinne der Verletzung der Begründungspflicht
vorgeworfen werden.
2.3.5 Der Rechtsvertreter hat ausserdem vorgebracht, dass das MEDAS-Gutachten für
die Zeit nach der HWS-Operation vom 23. Februar 2012 nicht mehr aktuell sei. Dr. I._
hat dem Beschwerdeführer bereits am 4. Januar 2011 zur HWS-Operation geraten. Dr.
L._ hat nachvollziehbar begründet, weshalb sie eine solche Operation für nicht
indiziert erachte. Der Beschwerdeführer hat sich alsdann erst über ein Jahr nach der
Operationsempfehlung, nämlich am 23. Februar 2012, von Dr. I._ operieren lassen.
Aufgrund der Tatsache, dass Dr. L._ keine Operationsindikation gesehen hat, dass
Dr. I._ im Bericht vom 27. September 2012 keine neuen Diagnosen angegeben hat
und dass der Beschwerdeführer über ein Jahr zugewartet hat, bis er sich dem Eingriff
unterzogen hat, muss davon ausgegangen werden, dass sich der somatische
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers zwischen der MEDAS-Begutachtung und
der Operation nicht wesentlich verändert hat. Dr. I._ hat am 3. September 2012
berichtet, dass sich die Brachialgien und die Cervicalgie seit der Operation partiell
gebessert hätten. Im Bericht vom 17. September 2012 hat Dr. I._ erklärt, dass der
Beschwerdeführer aufgrund von Restbeschwerden bei vorbestehend chronifiziertem
Schmerzzustand und Depression in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei. Die ‒
gemäss Dr. I._ ‒ arbeitsfähigkeitseinschränkenden Schmerzsymptome haben somit
bereits vor der Operation bestanden, was bedeutet, dass sie bei der MEDAS-
Begutachtung berücksichtigt worden sind. Da aus den Berichten von Dr. I._
hervorgeht, dass sich der physische Gesundheitszustand des Beschwerdeführers
durch die Operation zumindest nicht verschlechtert hat, erübrigen sich weitere
medizinische Abklärungen.
2.3.6 Dr. I._ hat die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers aus rein neurologischer
Sicht in einer körperlich leichten Arbeit in physiologischer Haltung am 3. September
2012 auf 50 % geschätzt. In seinem Bericht vom 17. September 2012 hat er die
Arbeitsfähigkeit in einer körperlich leichten bis mittelschweren Tätigkeit ebenfalls auf
50 % geschätzt. Als Grund für die Arbeitsunfähigkeit hat er im erstgenannten Bericht
eine chronische Cervikalgie und im zweitgenannten Bericht einen chronifizierten
Schmerzzustand und eine Depression angegeben. Wie RAD-Arzt Dr. N._ angeführt
hat, hat Dr. I._ nicht näher begründet, weshalb die chronische Cervikalgie den
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Beschwerdeführer in seiner Arbeitsfähigkeit derart stark beeinträchtigt. Zudem scheint
Dr. I._ bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung die subjektiven Beschwerdeangaben des
Beschwerdeführers zumindest mitberücksichtigt zu haben: So gibt er als Grund für die
(somatisch bedingte) Einschränkung der Arbeitsfähigkeit einen chronifizierten
Schmerzzustand bzw. chronische Nackenschmerzen an. Diese Angaben sagen jedoch,
wie bereits erwähnt, nichts über die Ursache der Beschwerden bzw. dazu aus, ob
diese Schmerzen durch die objektiven Befunde gar nicht, teilweise oder vollständig
erklärt werden können. Für die Arbeitsfähigkeitsschätzung ist jedoch nur relevant,
welche Tätigkeit einer versicherten Person in welchem Ausmass objektiv betrachtet
noch zugemutet werden kann. Im vorliegenden Fall kommt hinzu, dass der
Beschwerdeführer beim physischen Leistungstest in der Rehaklinik Bellikon, bei der
funktionsorientierten Abklärung durch das AEH und bei der MEDAS-Begutachtung
erhebliche Inkonsistenzen und Selbstlimitierungen gezeigt hat. Ob Dr. I._ bei der
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit Kenntnis dieser Vorakten gehabt hat, geht aus den
Akten nicht hervor. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. I._ überzeugt aufgrund
der genannten Umstände nicht, weshalb auf diese nicht abgestellt werden kann.
2.3.7 RAD-Arzt Dr. N._ hat in seiner Stellungnahme vom 5. September 2012
festgehalten, dass zur Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Metallarbeiter
keine sichere Aussage gemacht werden könne. Bei immer gleichen, mechanischen
Industrietätigkeiten sei aber "nicht unbedingt" von einer ideal adaptierten Tätigkeit
auszugehen. In einer adaptierten, körperlich leichten Tätigkeit in physiologischer
Haltung (keine Zwangshaltungen, keine andauernden stereotypen Bewegungen im
Rumpf- und Halsbereich, möglichst Wechselbelastung) sei der Beschwerdeführer aus
rein somatischer Sicht zu 100 % arbeitsfähig. Die Frage, ob die Arbeit als Industrie-
bzw. Metallarbeiter tatsächlich andauernde stereotype Bewegungen im Rumpf- und
Halsbereich sowie Zwangshaltungen beinhaltet, kann anhand der Akten nicht
beantwortet werden. Gemäss dem Arbeitgeberbericht hat der Beschwerdeführer
jedoch zumindest weitgehend frei über die Zeit- und Arbeitseinteilung verfügen können.
Auch ist bereits im BEFAS-Schlussbericht festgehalten worden, dass der
Beschwerdeführer keine Arbeiten in gleichbleibender Haltung mehr ausüben dürfe,
woraus geschlossen werden kann, dass die Tätigkeit als Industriearbeiter zumindest
nicht in relevantem Ausmass solche Arbeiten beinhaltet, da ansonsten eine
Umschulung auf diesen Beruf nicht zweckmässig und geeignet gewesen wäre. Unklar
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ist auch, ob es dem Beschwerdeführer aufgrund der HWS-Operation tatsächlich nicht
mehr zumutbar ist, mittelschwere Tätigkeiten auszuüben. Denn Dr. I._ hat in seinem
Bericht vom 17. September 2012 erklärt, dass der Beschwerdeführer in leichten bis
mittelschweren Tätigkeiten zu 50 % arbeitsfähig sei, d.h. dass ihm zumindest teilweise
noch mittelschwere Tätigkeiten zugemutet werden können. Die Frage, ob der
Beschwerdeführer ab Februar 2012 ‒ mit Ausnahme der postoperativen Heilungsphase
‒ weiterhin zu 100 % in der Tätigkeit als Industrie- bzw. Metallarbeiter arbeitsfähig
gewesen ist oder ob ihm seit diesem Zeitpunkt nur noch eine körperlich adaptierte
Tätigkeit zu 100 % zumutbar ist, kann jedoch offen gelassen werden, da sie keinen
Einfluss auf den Rentenentscheid hat, wie sich nachfolgend ergibt. Zusammengefasst
ist der Beschwerdeführer in somatischer Hinsicht somit mindestens bis Ende Januar
2012 in der Tätigkeit als Industrie- bzw. Metallarbeiter zu 100 % arbeitsfähig gewesen.
Seit Februar 2012 besteht ‒ mit Ausnahme der postoperativen Heilungsphase ‒
zumindest in einer adaptierten Tätigkeit aus somatischer Sicht weiterhin eine 100 %ige
Arbeitsfähigkeit.
2.4 Mit Bezug auf die psychisch bedingte Arbeitsfähigkeit hat der Rechtsvertreter
lediglich bemängelt, dass auf den Durchschnittswert von 25 % und nicht auf die
höhere Einschränkung von 30 % abgestellt worden sei. Gibt ein medizinischer
Sachverständiger bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung eine Bandbreite (hier: 20-30 %
arbeitsunfähig) an, ist es gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
gerechtfertigt, den Mittelwert heranzuziehen, welcher von den beiden Extremwerten am
wenigsten abweicht (Urteil des EVG vom 21. April 2005, I 822/04 E. 4.4 mit Hinweisen;
Urteil des Bundesgerichts vom 28. Dezember 2007, 9C_626/2007 E. 3.2 mit
Hinweisen). Die Beschwerdegegnerin ist somit grundsätzlich zu Recht vom Mittelwert
von 25 % ausgegangen.
2.5 Zu überprüfen bleibt, ob die Einschätzung des psychiatrischen Sachverständigen
med. pract. M._ überzeugt. Seine Diagnose einer leicht- bis mittelgradigen
depressiven Störung stimmt mit den Diagnosen der Rehaklinik Bellikon vom Mai 2008
(leichte Anpassungsstörung, Angst und depressive Reaktion gemischt), von Dr. G._
vom November 2009 (Anpassungsstörung) und der behandelnden Psychiaterin Dr.
K._ vom Juni 2011 (rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradig)
grundsätzlich überein. Als Diagnose ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hat med.
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pract. M._ eine akzentuierte Persönlichkeit mit passiv-aggressiven und
narzisstischen Zügen angeben. Eine andauernde Persönlichkeitsstörung könne er
mangels relevanter Vorbefunde nicht attestieren. Diese Diagnose wird von Dr. G._
gestützt. Wie med. pract. M._ hat auch Dr. G._ dieser akzentuierten Persönlichkeit
keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zuerkannt. Dr. K._ hat im Juni 2011 den
Verdacht auf eine andauernde Persönlichkeitsstörung diagnostiziert. Begründet hat sie
diesen Verdacht jedoch nicht näher. Zudem hat die Klinik Gais im Januar 2013 nicht
einmal mehr den Verdacht auf eine andauernde Persönlichkeitsstörung geäussert. Es
ist daher überwiegend wahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer nicht an einer
andauernden Persönlichkeitsstörung leidet. Med. pract. M._ hat weiter angegeben,
keine somatoforme Schmerzstörung attestieren zu können, da der Beschwerdeführer
deutlich aggraviert, d.h. bewusst schwere Schmerzen geäussert habe, die nicht hätten
objektiviert werden können und die er nicht durchgehend gezeigt habe. Auch diese
Einschätzung von med. pract. M._ überzeugt: Denn aus der Sicht eines
medizinischen Laien erscheint es bei einer versicherten Person, die bei der
Untersuchung dermassen aggraviert und dermassen Inkonsistenzen gezeigt hat wie
der Beschwerdeführer, nahezu unmöglich, abzugrenzen, welche Schmerzen sie nun
tatsächlich verspürt und welche sie (unbewusst und/oder bewusst) vorgibt. Die Klinik
Gais hat dem Beschwerdeführer im Januar 2013 eine chronische Schmerzstörung mit
somatischen und psychischen Faktoren diagnostiziert. Allerdings stimmen die
objektiven Befunde, welche die Klinik Gais erhoben hat, im Wesentlichen mit jenen der
MEDAS-Sachverständigen überein, woraus geschlossen werden kann, dass sich der
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers zwischenzeitlich nicht (in relevanter
Weise) verschlechtert hat. Die von der Klinik Gais angegebene Diagnose einer
chronischen Schmerzstörung ändert somit nichts daran, dass die vom
Beschwerdeführer geklagten Beschwerden in weiten Teilen nicht durch objektivierbare
pathologische Befunde belegbar sind. Die Klinik Gais hat die Arbeitsunfähigkeit des
Beschwerdeführers bis zum 18. Januar 2013 auf 100 % geschätzt. Ab wann diese
Einschätzung gilt, ist dem Bericht nicht zu entnehmen. Es kann jedoch davon
ausgegangen werden, dass sie für die Zeit ab dem Klinikeintritt, d.h. ab dem 29.
November 2012, gilt, da behandelnde Ärzte in der Regel nur Arbeitsunfähigkeitsatteste
für den Behandlungszeitraum ausstellen. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung der Klinik Gais
bezieht sich folglich auf einen Zeitraum nach Verfügungserlass. Dr. K._ hat im Bericht
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vom Juni 2011 erklärt, dass dem Beschwerdeführer die bisherige Tätigkeit nicht mehr
zumutbar sei, wobei sie dabei auch die "zahlreichen körperlichen Limitierungen"
miteinbezogen hat. Wie hoch sie die rein psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit
einschätzt, geht aus ihrem Bericht nicht hervor. Med. pract. M._ hat angegeben,
dass die zumutbare Willensanstrengung aufgrund der depressiven Störung leichtgradig
eingeschränkt sei, und dem Beschwerdeführer in der angestammten wie auch in einer
adaptierten Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 20-30 % attestiert. Die
Beschwerdegegnerin hat in der Beschwerdeantwort geltend gemacht, dass auf die
Arbeitsfähigkeitsschätzung von med. pract. M._ nicht abgestellt werden könne, da
eine leichte bis mittelgradige Depression rechtsprechungsgemäss therapeutisch
angehbar sei und die depressive Symptomatik in nicht unerheblicher Weise von
grundsätzlich invaliditätsfremden und daher auszuklammernden psychosozialen
Belastungsfaktoren geprägt sei und aufrechterhalten werde. Ausserdem sprächen die
deutliche Aggravation, die Rentenbegehrlichkeit sowie die erhebliche Diskrepanz im
Verhalten bei der klinischen Untersuchung in beobachteten und abgelenkten
Situationen deutlich für eine willentliche Überwindbarkeit der subjektiv erlebten
Schmerzen. Letzteres Argument ist nicht stichhaltig, da vorliegend keine somatoforme
Schmerzstörung attestiert worden ist bzw. die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
lediglich mit der depressiven Störung begründet worden ist. Der Beschwerdeführer hat
sich im Verfügungszeitpunkt bereits seit mehreren Jahren (seit Januar 2008) in
psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung befunden. Trotzdem hat sich die
depressive Symptomatik nicht verbessert. Seitens der Klinik Gais wurde im Januar
2013 erklärt, dass die depressiv ängstliche Symptomatik trotz des stationären
Aufenthalts weitgehend unverändert geblieben sei (act. G 7.1 Beilage 3 S. 3). Zudem
hat med. pract. M._ darauf hingewiesen, dass die psychiatrische-
psychotherapeutische Behandlung zwar indiziert sei, eine Therapie bei einer
narzisstischen und passiv-aggressiven Persönlichkeit jedoch schwierig durchführbar
sei (IV-act. 182-35). Insgesamt muss daher davon ausgegangen werden, dass
psychotherapeutische Massnahmen zumindest kurz- bis mittelfristig keine
Verbesserung des Zustandsbildes bewirken werden. Weiter hat med. pract. M._ in
seinem Teilgutachten erklärt, dass neben der depressiven Symptomatik IV-fremde
Gründe wie Trennung von der Familie, finanzielle Situation, Wunsch nach IV-Rente und
soziokulturelle Eigenheiten vorlägen (S. 34 des Gutachtens). Es liegt daher auf der
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Hand, dass med. pract. M._ als erfahrener MEDAS-Gutachter diese IV-fremden
Faktoren bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit ausgeklammert hat. Als depressive
Symptome hat er eine herabgesetzte Grundstimmung, eine erniedrigte Lebenslust und
Lebensfreude, Ängste, Ein- und Durchschlafstörungen sowie Angespanntheit
angegeben. Zudem hat er explizit darauf hingewiesen, dass der Beschwerdeführer
auch in der psychiatrischen Untersuchung eine Verdeutlichungstendenz gezeigt habe
und sich als sehr krank habe darstellen wollen. Es kann daher auch davon
ausgegangen werden, dass med. pract. M._ diese Verdeutlichungstendenzen bei der
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit ausgeklammert hat. Auf seine
Arbeitsfähigkeitsschätzung kann daher abgestellt werden. Hingegen überzeugt die
Festlegung des Eintritts der psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeit auf November
2007, d.h. den Zeitpunkt des Auffahrunfalls, nicht. Zwar befindet sich der
Beschwerdeführer offenbar seit Januar 2008 in ambulanter Behandlung (siehe S. 2 des
Gutachtens von Dr. G._, Suva-Fremdakten). Hierzu liegen jedoch keine Berichte bei
den Akten. Die Rehaklinik Bellikon und Dr. G._ haben im Mai 2008 bzw. im
November 2009 keine psychiatrischen Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
gestellt. Im Januar 2010 hat sich der Beschwerdeführer in eine ambulante
psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung bei Dr. K._ begeben, welche dem
Beschwerdeführer ab Behandlungsbeginn eine psychisch bedingte Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit bescheinigt hat. Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus
psychischen Gründen (um 20-30 %) ist folglich erst ab Januar 2010 bewiesen.
3.
3.1 Somit bleibt noch der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene
Einkommensvergleich zu überprüfen. Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist
nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung entscheidend, was die versicherte
Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde. Dabei
wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da erfahrungsgemäss die
bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen
müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 125 V 58 E. 3.1; Urteil
des Bundesgerichts vom 18. März 2015, 8C_590/2014 E. 5.1). Der frühestmögliche
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Rentenbeginn wäre vorliegend, unter Berücksichtigung des Wartejahres nach Art. 28
Abs. 1 lit. c IVG, der 1. Januar 2011, da die psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit
frühestens im Januar 2010 eingetreten ist. Der Beschwerdeführer hat bis zum Unfall im
November 2007 als Produktionsmitarbeiter gearbeitet und gemäss dem IK-Auszug im
Jahr 2006 ein Einkommen von Fr. 64'550.-- erzielt. Angepasst an die
Nominallohnentwicklung hätte der Beschwerdeführer im Jahr 2011 ein Einkommen von
Fr. 69'582.-- verdient (Indexpunkte 2006: 2014, Indexpunkte 2011: 2171,
Lohnentwicklung 2012 des Bundesamtes für Statistik, T 39, Männer). Das
Valideneinkommen beträgt folglich Fr. 69'582.--.
3.2 Wie in Erw. 2.3.7 ausgeführt, ist der Beschwerdeführer in der Tätigkeit als Industrie-
bzw. Metallarbeiter mindestens bis zur Operation im Februar 2012 aus somatischer
Sicht zu 100 % arbeitsfähig gewesen. Unklar bleibt, ob es sich bei der erlernten
Tätigkeit auch nach der Operation, d.h. ab Februar 2012, noch um eine
(ideal)adaptierte Tätigkeit gehandelt hat. Da es keinen Einfluss auf den
Rentenentscheid hat, ob es sich bei der Invalidenkarriere um eine Tätigkeit als
Industrie- bzw. Metallarbeiter handelt oder um eine (statistisch durchschnittlich
schlechter bezahlte) Hilfsarbeit, wird das Invalideneinkommen der Einfachheit halber für
den gesamten Zeitraum anhand des Tabellenlohns für Hilfsarbeiter bestimmt. Dies
erscheint sachgerecht, da der Beschwerdeführer keine richtige Berufslehre, sondern
"lediglich" eine einjährige Ausbildung zum Industriearbeiter absolviert hat und er
gemäss med. pract. M._ zudem nur einfache, nicht verantwortungsvolle Arbeiten mit
wenigen Schritten ausführen kann (siehe S. 35 des Gutachtens). Der durchschnittliche
Lohn eines Hilfsarbeiters hat im Jahr 2011 Fr. 61'910.-- betragen (siehe Anhang 2:
Lohnentwicklung, IVG-Gesetzesausgabe der Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe
2015). Ob und in welcher Höhe statistische Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt
von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des Einzelfalles ab, die nach
pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind (Urteil des Bundesgerichts
vom 16. Juli 2014, 8C_97/2014 E. 2.2 mit Hinweis). Der Rechtsvertreter hat geltend
gemacht, dass dem Beschwerdeführer mindestens ein Tabellenlohnabzug von 10 % zu
gewähren sei. Zur Begründung hat er angeführt, dass der Beschwerdeführer ein
erhöhtes Krankheits- und Ausfallrisiko aufweise. Teilzeit arbeitende Männer würden
zudem statistisch gesehen deutlich schlechter entlöhnt als in Vollzeit tätige Männer.
Der Beschwerdeführer könne keine körperliche Schwerarbeit mehr verrichten und sei
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nun auch in einer leichteren Arbeit nicht mehr voll arbeitsfähig. Weshalb der
Beschwerdeführer aus somatischer Sicht in einer leichten Tätigkeit krankheitsbedingt
öfters fehlen sollte als ein durchschnittlicher Arbeitnehmer, ist insbesondere in
Anbetracht der geringen objektivierbaren Beschwerden nicht ersichtlich. Betreffend die
psychischen Probleme ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer mithilfe
regelmässiger psychiatrisch-psychotherapeutischen Sitzungen und des reduzierten
Arbeitspensums seinen Zustand stabil halten kann und folglich keine regelmässigen
Arbeitsausfälle verzeichnen muss. Dies insbesondere auch deshalb, weil med. pract.
M._ beim Beschwerdeführer keine Antriebsstörungen festgestellt hat. Auch ein
Teilzeitabzug ist nicht angezeigt: Gemäss der LSE haben Hilfsarbeiter mit einem
Pensum von 75 % im Durchschnitt weder im Jahr 2010 noch im Jahr 2012
verhältnismässig weniger verdient als vollzeittätige Hilfsarbeiter (siehe Anhang zum IV-
Rundschreiben Nr. 328, S. 4 f.; für das Jahr 2011 fehlt eine solche Statistik). Das letzte
Argument des Rechtsvertreters ist schon deshalb nicht stichhaltig, weil es ‒ sollte es
sich bei der angestammten Tätigkeit nicht ohnehin um eine leichte bis mittelschwere
Tätigkeit handeln ‒ zumindest Arbeitsstellen in der angestammten Tätigkeit als
Industriearbeiter gibt, die keine schwere körperliche Arbeit verlangen. Die
Beschwerdegegnerin hat demzufolge zu Recht keinen Tabellenlohnabzug
vorgenommen. Das Invalideneinkommen beträgt folglich Fr. 46'433.-- (75 % von
Fr. 61'910.--) und der IV-Grad 33 %.
3.3 Damit steht fest, dass der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine
Invalidenrente hat. Die Beschwerde ist deshalb abzuweisen.
3.4 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem
unterliegenden Beschwerdeführer ist die Gerichtsgebühr in der Höhe von Fr. 600.--
aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird angerechnet. Bei
diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
bis
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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP