Decision ID: f7c9aa10-56d2-5d90-a56c-1ce72bbfc991
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der 1963 geborene, ledige A._ (im Folgenden: Versicherter oder
Beschwerdeführer) ist österreichischer Staatsbürger und wohnt in seiner
Heimat. Er absolvierte eine Ausbildung zum Kellner, arbeitete von 1987 bis
2001 mit Unterbrüchen in der Schweiz als Chef de Rang und leistete wäh-
rend dieser Zeit Beiträge an die schweizerische Alters-, Hinterlassenen-
und Invalidenversicherung; in der Gastronomie war er letztmals vom 30.
Juni bis 17. September 2004 tätig. Am 7. August 2002 meldete er sich über
die Pensionsversicherungsanstalt B._ in (...) zum Bezug von Leis-
tungen der schweizerischen Invalidenversicherung (im Folgenden: IV) an
(Akten [im Folgenden: act.] der Invalidenversicherungs-Stelle für Versi-
cherte im Ausland [im Folgenden: IVSTA oder Vorinstanz] 1, 2, 81, 95 und
169). Nachdem der Versicherte in Österreich seinen Pensionsantrag nach
Wiederaufnahme einer Arbeit zurückgezogen (act. 8) und auf die Schrei-
ben der IVSTA vom 29. Januar und 17. März 2003 (act. 7 und 9) nicht rea-
giert hatte, wurde das Dossier ohne Erlass eines förmlichen Entscheids
"abgelegt" (act. 10).
B.
Vom 14. Dezember 2006 bis 8. Februar 2007 arbeitete der Versicherte bei
der C._ als Maschinenbediener (act. 49 und 53). Am 3. Januar
2007 erhielt die Schweizerische Ausgleichskasse (SAK) Kenntnis vom
ärztlichen Gutachten zum (neuen) Antrag auf die Gewährung einer öster-
reichischen Invaliditätspension (act. 11 und 12). Nach Vorliegen weiterer
medizinischer Dokumente (act. 13 bis 23) sowie dem (zweiten) Gesuch um
IV-Leistungen vom 1. Oktober 2007 (act. 24) wies die Pensionsversiche-
rungsanstalt D._ (im Folgenden: Pensionsversicherungsanstalt)
am 14. Dezember 2007 den Antrag auf Zuerkennung der Invaliditätspen-
sion ab (act. 26). Nach Durchführung der für die Beurteilung des Leistungs-
anspruchs massgeblichen Abklärungen (act. 27, 29 bis 54) erliess die IV-
STA am 6. Februar 2009 einen Vorbescheid, mit welchem sie dem Versi-
cherten die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht stellte (act.
55); die entsprechende, unangefochten in Rechtskraft erwachsene Verfü-
gung datiert vom 14. April 2009 (act. 58, 61 bis 63). Kurze Zeit vorher – am
3. April 2009 – anerkannte die Pensionsversicherungsanstalt eine für die
Zeit vom 1. Oktober 2007 bis 30. September 2009 befristete Invaliditäts-
pension (act. 60).
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C.
Mit Datum vom 12. Juni 2012 meldete sich der Versicherte bei der Pensi-
onsversicherungsanstalt erneut zum Bezug von Leistungen der IV an
(act. 73). In Kenntnis des ärztlichen Gutachtens von Dr. E._, Fach-
arzt für Unfallchirurgie, vom 17. Juli 2012 (act. 67) sowie des ablehnenden
Invaliditätspensionsbescheids vom 9. August 2012 (act. 74; vgl. auch act.
79 und 94) gab Dr. med. F._, Facharzt für Allgemeinmedizin, vom
Regionalen Ärztlichen Dienst (im Folgenden: RAD) am 17. Oktober 2012
eine Stellungnahme ab (act. 76). Nach Vorliegen dreier ausgefüllter und
unterzeichneter Fragebögen vom 16./17. Januar und 23. August 2013 (act.
81 und 95) sowie medizinischer Unterlagen (act. 82 bis 89, 99 bis 104)
nahm Dr. med. F._ am 30. Oktober 2013 erneut Stellung (act. 105).
Daraufhin erliess die IVSTA am 4. November 2013 einen Vorbescheid, mit
welchem sie dem Versicherten die beabsichtige Abweisung des Leistungs-
begehrens mitteilte (act. 106). Nachdem der Versicherte hiergegen keine
Einwendungen erhoben hatte, erliess die IVSTA am 10. Januar 2014 eine
dem Vorbescheid vom 4. November 2013 entsprechende Verfügung (act.
107). Dieser Entscheid erwuchs – soweit aus den Akten ersichtlich – eben-
falls unangefochten in Rechtskraft.
D.
Am 8. September 2014 meldete sich der Versicherte über die Pensionsver-
sicherungsanstalt neu an (act. 108). In Kenntnis eines weiteren ablehnen-
den Bescheids dieses Sozialversicherungsträgers vom 27. November
2014 (act. 112; vgl. auch act. 126 und 129), des ärztlichen Gesamtgutach-
tens von Dr. G._, Facharzt für Orthopädie und Orthopädische Chi-
rurgie, vom 31. Oktober 2014 (act. 114) sowie dessen auf dem Formular E
2013 erstellten Berichts vom 4. November 2014 (act. 113) und weiterer
medizinischer Akten (act. 115 und 116) erfolgte seitens des RAD-Arztes Dr.
med. F._ am 7. Januar 2015 eine weitere Beurteilung (act. 119). Im
Anschluss an diese stellte die IVSTA dem Versicherten am 13. Januar 2015
einen Nichteintretensentscheid in Aussicht, da er nicht habe glaubhaft ma-
chen können, dass sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch
erheblichen Weise geändert habe (act. 120 bis 122). Nach Abschluss des
gesamten Vorbescheidverfahrens und einer weiteren Stellungnahme von
Dr. med. F._ vom 9. April 2015 (act. 123 bis 125, 128, 130 bis 132)
erliess die IVSTA am 15. Mai 2015 die angekündigte Nichteintretensverfü-
gung (act. 133); diese erwuchs – soweit aus den Akten ersichtlich – eben-
falls unangefochten in Rechtskraft.
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E.
Mit Datum vom 3. März 2017 liess der Versicherte über die Pensionsversi-
cherungsanstalt erneut um IV-Leistungen ersuchen (act. 134). Nach Vor-
liegen des Berichts von Prof. H._ vom 19. April 2017 (gleichentags
erlittener Myokardinfarkt; act. 138) und des Bescheids der Pensionsversi-
cherungsanstalt vom 17. Mai 2017, gemäss welchem dem Versicherten
ohne Rechtsanspruch (wegen nicht abgeschlossener Abklärungen;
act. 141) für die Zeit vom 1. April 2017 bis 31. März 2018 eine befristete
Invaliditätspension zugesprochen worden war (act. 143), gab Dr. med.
F._ am 8. Juni 2017 eine weitere Stellungnahe ab (act. 144). Da-
raufhin stellte die IVSTA dem Versicherten am 21. Juni 2017 erneut einen
Nichteintretensentscheid in Aussicht, wobei sie auch auf die Verfügung
vom 15. Mai 2015 verwies (act. 145). Nachdem der Versicherte im Rahmen
des Schreibens vom 13. Juli 2017 den ärztlichen Entlassungsbericht der
Pensionsversicherungsanstalt I._ vom 11. Juli 2017 übermittelt
hatte (act. 149 und 150), erfolgte am 14. August 2017 eine weitere Beur-
teilung durch Dr. med. F._ (act. 152). Daraufhin erliess die IVSTA
am 23. August 2017 die angekündigte Nichteintretensverfügung (act. 153).
Auf die hiergegen beim Bundesverwaltungsgericht erhobene Beschwerde
vom 13. September 2017 (Posteingang: 18. September 2017; nachgebes-
sert am 28. September 2017) wurde mangels Bezahlens des Kostenvor-
schusses mit Urteil C-5254/2017 vom 1. Dezember 2017 nicht eingetreten
(act. 154 bis 157). Dieser Entscheid wurde ebenfalls unangefochten
rechtskräftig.
F.
Der Versicherte stellte in der Folge am 2. Mai 2018 über den österreichi-
schen Sozialversicherungsträger ein weiteres IV-Leistungsgesuch
(act. 158). Am 31. Mai 2018 wurde der Versicherte unter Hinweis auf die
rechtskräftigen Verfügungen vom 15. Mai 2015 und 23. August 2017 erneut
darauf hingewiesen, dass die Voraussetzung zur Prüfung des Gesuchs
nicht erfüllt seien, weshalb die IVSTA nicht in der Lage sei, das neue Ge-
such zu prüfen (act. 160). Hiergegen brachte der Versicherte am 25. Juni
2018 unter Beilage des ärztlichen Gesamtgutachtens von Dr. J._
vom 1. März 2018 seine Einwendungen vor (act. 161 bis 163). Nachdem
Dr. med. K._, Fachärztin für Innere Medizin, vom RAD am 11. Juli
2018 die Durchführung einer kardiologischen Untersuchung resp. das Ein-
holen eines Arztberichts empfohlen hatte (act. 165), forderte die IVSTA den
Versicherten am 13. Juli 2018 auf, die benötigten Unterlagen und Angaben
innert Frist zuzustellen (act. 166). Nach Eingang des Fragebogens für den
Versicherten vom 20. August 2018 (act. 169) nahm Dr. med. K._
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am 16. November 2018 wiederum Stellung (act. 177). Im Anschluss daran
erliess die Vorinstanz am 20. November 2018 einen Vorbescheid, mit wel-
chem sie dem Versicherten nach Prüfung seines Gesuchs die Abweisung
des Rentenbegehrens in Aussicht stellte (act. 179). Nachdem sich der Ver-
sicherte in der Folge nicht hatte vernehmen lassen, erliess die IVSTA am
7. Februar 2019 eine dem Vorbescheid vom 20. November 2018 im Ergeb-
nis entsprechende Verfügung (act. 181).
G.
G.a Hiergegen erhob der Versicherte beim Bundesverwaltungsgericht mit
Eingabe vom 21. Februar 2019 Beschwerde und beantragte sinngemäss
die Aufhebung der Verfügung vom 7. Februar 2019 sowie die Erteilung des
Rechts auf unentgeltliche Prozessführung (act. im Beschwerdeverfahren
[im Folgenden: B-act.] 1).
Zur Begründung führte er in materieller Hinsicht zusammengefasst aus, er
leide seit seinem Herzinfarkt und nachfolgender vierfacher Bypass-Opera-
tion am 27. April 2019 an Schmerzen im Brustkorb, im linken Arm und im
linken Bein. Letztere hätten sich seit der Operation – bei vorbestehenden
Bandscheibenleiden und Bandscheiben-Operation – deutlich verschlech-
tert. Es bestehe eine Gefühlsstörung im linken Bein. Durch die ständig vor-
handenen Schmerzen habe sich auch sein Schlaf-Wach-Rhythmus verän-
dert, und er habe eine Schlafstörung. Hierdurch sei seine körperliche und
psychische Belastbarkeit im Alltag deutlich herabgesetzt. Generell habe
sich seine Fähigkeit, Tätigkeiten schnell zu bewerkstelligen, seit der letzten
Operation verschlechtert. Längere körperliche Anstrengungen, längeres
Sitzen oder Stehen, schweres Heben sowie schnelle Lagewechsel seien
durch die verminderte Belastbarkeit von Herz, Lunge und Wirbelsäule nicht
mehr wie früher durchführbar. Er benötige noch immer regelmässig
Schmerzmittel, um einigermassen schmerzarm und mobil zu sein. Auf-
grund der familiären kardialen Vorgeschichte befürchte er, sich durch die
über die Grenze hinausgehende Belastung kurz- und mittelfristig zu scha-
den. Es sei seines Erachtens mit keiner wesentlichen Besserung des All-
gemeinzustands und insbesondere der körperlichen Belastbarkeit zu rech-
nen; eine berufliche Rehabilitation sehe er deshalb als nicht zumutbar.
G.b Mit Zwischenverfügung vom 13. März 2019 hiess die Instruktionsrich-
terin das Gesuch vom 21. Februar 2019 um Gewährung des Rechts auf
unentgeltliche Prozessführung gut und befreite den Beschwerdeführer von
der Bezahlung des Kostenvorschusses (B-act. 6).
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Seite 6
G.c In ihrer Vernehmlassung vom 9. Mai 2019 beantragte die Vorinstanz
die Abweisung der Beschwerde (B-act. 7).
Zur Begründung führte sie zusammengefasst aus, der ärztliche Dienst
habe aufgrund der medizinischen Unterlagen eine vorübergehende Ver-
schlechterung des Gesundheitszustands und der Arbeitsunfähigkeit in
sämtlichen Tätigkeiten vom 19. April bis 11. Juli 2017 festgestellt. Die bis-
herige sowie eine leichte, angepasste Tätigkeit in ausgeglichenem Raum-
klima ohne erhöhten Stress und ohne Exposition an Alkohol sei ab dem
8. Januar 2018 wieder zumutbar. Aufgrund der erhöhten Ermüdbarkeit bei
körperlich milder Leistung sei eine Reduktion der Leistung von 20 % zu
erwarten. Eine Arbeitsunfähigkeit von 20 % und ein entsprechender Invali-
ditätsgrad begründe keine anspruchserhebliche Invalidität. Der Beschwer-
deführer könne aus der Tatsache des Bezugs einer Rente der österreichi-
schen Sozialversicherung in Bezug auf einen Anspruch aus der schweize-
rischen IV nichts zu seinen Gunsten ableiten. Zusammenfassend werde
festgestellt, dass keine ausreichende durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit
während eines Jahres und somit keine rentenbegründende Invalidität vor-
liege.
G.d Mit prozessleitender Verfügung vom 4. Juni 2019 wurde dem Be-
schwerdeführer Gelegenheit zur Einreichung einer Replik innert Frist ge-
geben (B-act. 8); hierzu liess sich dieser in der Folge nicht weiter verneh-
men.
G.e Mit prozessleitender Verfügung vom 22. Juli 2019 wurde der Schriften-
wechsel unter Vorbehalt weiterer Instruktionsmassnahmen abgeschlossen
(B-act. 10).
G.f Auf den weiteren Inhalt der Akten sowie der Rechtsschriften und Be-
weismittel der Parteien ist – soweit erforderlich – in den nachfolgenden Er-
wägungen einzugehen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Das Bundesverwaltungsgericht prüft von Amtes wegen und mit freier Kog-
nition, ob die Prozessvoraussetzungen erfüllt sind und ob auf eine Be-
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Seite 7
schwerde einzutreten ist (Art. 7 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. De-
zember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]); BVGE
2016/15 E. 1; 2014/4 E. 1.2).
1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005
(VGG, SR 173.32) in Verbindung mit Art. 33 Bst. d VGG und Art. 69 Abs. 1
Bst. b des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung vom 19. Juni
1959 (IVG; SR 831.20) ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung
der vorliegenden Beschwerde zuständig.
1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach
dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (vgl. Art. 37 VGG).
Gemäss Art. 3 Bst. dbis VwVG bleiben in sozialversicherungsrechtlichen
Verfahren die besonderen Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 6. Ok-
tober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
(ATSG, SR 830.1) vorbehalten. Gemäss Art. 2 ATSG sind die Bestimmun-
gen dieses Gesetzes auf die bundesgesetzlich geregelten Sozialversiche-
rungen anwendbar, wenn und soweit die einzelnen Sozialversicherungs-
gesetze es vorsehen. Nach Art. 1 IVG sind die Bestimmungen des ATSG
auf die IV anwendbar (Art. 1a - 26bis und 28 - 70 IVG), soweit das IVG nicht
ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht. Nach den allgemeinen
intertemporalrechtlichen Regeln finden diejenigen Verfahrensregeln An-
wendung, welche im Zeitpunkt der Beschwerdebeurteilung in Kraft stehen
(BGE 130 V 1 E. 3.2).
1.3 Als direkter Adressat ist der Beschwerdeführer von der angefochtenen
Verfügung vom 7. Februar 2019 (act. 181) berührt und kann sich auf ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung berufen
(Art. 59 ATSG; Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht einge-
reichte Beschwerde (Art. 60 ATSG; Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1
VwVG) ist einzutreten.
1.4 Anfechtungsobjekt und damit Begrenzung des Streitgegenstandes des
vorliegenden Beschwerdeverfahrens (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1) bildet die
Verfügung vom 7. Februar 2019, mit der die Vorinstanz das Leistungsbe-
gehren des Beschwerdeführers im Rahmen des Neuanmeldeverfahrens
abgewiesen hat. Streitig und vom Bundesverwaltungsgericht zu prüfen ist
die Rechtmässigkeit dieses Entscheids respektive, ob der Beschwerdefüh-
rer Anspruch auf eine schweizerische Invalidenrente hat.
C-947/2019
Seite 8
1.5 Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht
einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens,
die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen
Sachverhalts und die Unangemessenheit (Art. 49 VwVG).
2.
Im Folgenden sind vorab die im vorliegenden Verfahren weiter anwendba-
ren Normen und Rechtsgrundsätze darzustellen.
2.1 Der Beschwerdeführer ist österreichischer Staatsangehöriger und
wohnt in Österreich. Damit gelangen das Freizügigkeitsabkommen vom
21. Juni 1999 (FZA, SR 0.142.112.681) und die Regelwerke der Gemein-
schaft zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit gemäss An-
hang II des FZA, insbesondere die für die Schweiz am 1. April 2012 in Kraft
getretenen Verordnungen (EG) Nr. 883/2004 (SR 0.831.109.268.1) und
Nr. 987/2009 (SR 0.831.109.268.11), zur Anwendung. Seit dem 1. Januar
2015 sind auch die durch die Verordnungen (EU) Nr. 1244/2010,
Nr. 465/2012 und Nr. 1224/2012 erfolgten Änderungen in den Beziehun-
gen zwischen der Schweiz und den EU-Mitgliedstaaten anwendbar. Das
Vorliegen einer anspruchserheblichen Invalidität beurteilt sich indes auch
im Anwendungsbereich des FZA und der Koordinierungsvorschriften nach
schweizerischem Recht (vgl. BGE 130 V 253 E. 2.4; Urteil des BGer
9C_573/2012 vom 16. Januar 2013 E. 4).
2.2 In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze mass-
geblich, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes
Geltung haben (BGE 143 V 446 E. 3.3; 139 V 335 E. 6.2; 138 V 475 E. 3.1).
Deshalb finden die Vorschriften Anwendung, die spätestens beim Erlass
der Verfügung vom 7. Februar 2019 in Kraft standen; weiter aber auch sol-
che, die zu jenem Zeitpunkt bereits ausser Kraft getreten waren, die aber
für die Beurteilung allenfalls früher entstandener Leistungsansprüche von
Belang sind.
2.3 Anspruch auf eine ordentliche Rente haben Versicherte, die bei Eintritt
der Invalidität während mindestens drei Jahren Beiträge geleistet haben
(Art. 36 Abs. 1 IVG). Für die Erfüllung der dreijährigen Mindestbeitrags-
dauer können Beitragszeiten, die in einem EU/EFTA-Staat zurückgelegt
worden sind, mitberücksichtigt werden (Art. 6 und Art. 45 VO [EG]
883/2004; vgl. auch BGE 131 V 390). Gemäss den seitens der Vorinstanz
unbestritten gebliebenen Ausführungen des Beschwerdeführers arbeitete
dieser von Juli 1987 bis August 2001 – mit Ausnahme der Wintersaisons
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Seite 9
1993/1994, 1996 und 1997/1998 – als Chef de Rang in der Schweiz
(act. 81). Es ist somit – vorbehältlich widersprechender Beitragserfassung
im individuellen Konto – davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer
während mehr als drei Jahren Beiträge geleistet hat, so dass die An-
spruchsvoraussetzung der Mindestbeitragsdauer erfüllt ist.
2.4 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidi-
tät kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körper-
lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zu-
mutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teil-
weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des
Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der
gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä-
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar
ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchti-
gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte,
volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich
zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tä-
tigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6
ATSG).
2.5 Anspruch auf eine Invalidenrente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG
Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare Eingliede-
rungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können
(Bst. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durch-
schnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind
(Bst. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8
ATSG) sind (Bst. c). Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % be-
steht Anspruch auf eine Viertelsrente, bei mindestens 50 % auf eine halbe
Rente, bei mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei mindestens
70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). Beträgt der Invaliditäts-
grad weniger als 50 %, so werden die entsprechenden Renten nur an Ver-
sicherte ausbezahlt, die ihren Wohnsitz und ihren gewöhnlichen Aufenthalt
(Art. 13 ATSG) in der Schweiz haben (Art. 29 Abs. 4 IVG). Diese Ein-
schränkung gilt jedoch nicht für die Staatsangehörigen eines Mitgliedstaa-
tes der EU und der Schweiz, sofern sie in einem Mitgliedstaat der EU
Wohnsitz haben (Art. 7 VO [EG] 883/2004; vgl. BGE 130 V 253 E. 2.3 und
E. 3.1). Dies trifft auf den Beschwerdeführer zu.
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Seite 10
2.6 Tritt die Verwaltung – wie im vorliegenden Fall – auf die Neuanmeldung
ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern,
ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des
Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass der
Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine
Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls
hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt,
um nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) In-
validität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall ob-
liegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V
198 E. 3a; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1). Liegt eine erhebliche Ände-
rung des Sachverhalts vor, ist der Rentenanspruch in rechtlicher und tat-
sächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter Berücksichtigung des gesamten für
die Leistungsberechtigung ausschlaggebenden Tatsachenspektrums neu
und ohne Bindung an frühere Invaliditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141
V 9 E. 2.3, 117 V 198 E. 4b; SVR 2017 IV Nr. 40 S. 122 E. 5.2.2).
2.7 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass das
Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, unab-
hängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, ob
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen,
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).
2.8 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Be-
richt für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchun-
gen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis
der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der me-
dizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Si-
tuation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2; 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
Unabhängig davon, ob es sich um eine nachweisliche organische Patholo-
gie oder um ein unklares Beschwerdebild handelt, setzt eine Anspruchsbe-
rechtigung stets eine nachvollziehbare ärztliche Beurteilung der Auswir-
kungen des Gesundheitsschadens auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit
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voraus. Dabei können – insbesondere unklaren Beschwerdebildern inhä-
rente – Abklärungs- und Beweisschwierigkeiten die Berücksichtigung wei-
terer Lebens- und Aktivitätsbereiche wie etwa Freizeitverhalten oder fami-
liäres Engagement erfordern, um das Ausmass der Einschränkungen zu
plausibilisieren, wobei auch fremdanamnestische Angaben zu berücksich-
tigen sind. Ohne Einbezug solcher Indizien, wie sie im Rahmen der festen
Praxis zu den organisch nicht nachweisbaren unklaren Beschwerdebildern
(BGE 141 V 281 E. 4.4.1) regelmässig zu berücksichtigen sind, ist eine
ärztliche Arbeitsfähigkeitsbeurteilung nicht beweiskräftig (BGE 140 V 290
E. 3.3.2). In den konsistenten Nachweis einer gestörten Aktivität und Par-
tizipation einzubeziehen sind nur funktionelle Ausfälle, die sich aus denje-
nigen Befunden ergeben, welche auch für die Diagnose der Gesundheits-
beeinträchtigung massgebend gewesen sind. Die Einschränkung in den
Alltagsfunktionen, welche begrifflich zu einer lege artis gestellten Diagnose
gehört, wird mit den Anforderungen des Arbeitslebens abgeglichen und an-
hand von Schweregrad- und Konsistenzkriterien in eine allfällige Ein-
schränkung der Arbeitsfähigkeit umgesetzt. Auf diesem Weg können gel-
tend gemachte Funktionseinschränkungen über eine sorgfältige Plausibili-
tätsprüfung bestätigt oder verworfen werden (BGE 141 V 281 E. 2.1.2).
Sofern RAD-Untersuchungsberichte den Anforderungen an ein ärztliches
Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a) genügen, auch hinsichtlich der erforder-
lichen ärztlichen Qualifikationen (vgl. hierzu Urteil des BGer 9C_736/2009
vom 26. Januar 2010 E. 2.1), haben sie einen vergleichbaren Beweiswert
wie ein anderes Gutachten (SVR 2009 IV Nr. 53 S. 165 E. 3.3.2). Die Stel-
lungnahmen des RAD oder des medizinischen Dienstes der IVSTA, welche
nicht auf eigenen Untersuchungen beruhen, können wie Aktengutachten
beweiskräftig sein, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im We-
sentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehen-
den medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befas-
sung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (vgl. Urteile des
BGer 9C_524/2017 vom 21. März 2018 E. 5.1; 9C_28/2015 vom 8. Juni
2015 E. 3.2; 9C_196/2014 vom 18. Juni 2014 E. 5.1.1, je mit Hinweisen).
Die Aufgabe der versicherungsinternen Fachpersonen besteht insbeson-
dere darin, aus medizinischer Sicht – gewissermassen als Hilfestellung für
die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge
über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den medizinischen
Sachverhalt zusammenzufassen und versicherungsmedizinisch zu würdi-
gen (vgl. SVR 2009 IV Nr. 50 [Urteil 8C_756/2008] E. 4.4 mit Hinweis; Urteil
C-947/2019
Seite 12
des BGer 9C_692/2014 vom 22. Januar 2015 E. 3.3). Sie haben die vor-
handenen Befunde aus medizinischer Sicht zu würdigen, wozu namentlich
auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung vor-
zunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht ab-
zustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen ist (BGE
142 V 58 E. 5.1). Enthalten die Akten für die streitigen Belange keine be-
weistauglichen Unterlagen, kann die Stellungnahme einer versicherungs-
internen Fachperson in der Regel keine abschliessende Beurteilungs-
grundlage bilden, sondern nur zu weitergehenden Abklärungen Anlass ge-
ben (vgl. Urteil des BGer 9C_58/2011 vom 25. März 2011 E. 3.3).
3.
Aus den Bescheiden der Pensionsversicherungsanstalt vom 3. April 2009
(act. 60) und 17. Mai 2017 (act. 143), mit welchen dem Beschwerdeführer
eine – für die Zeiträume vom 1. Oktober 2007 bis 30. September 2009 so-
wie vom 1. April 2017 bis 31. März 2018 befristete – Invaliditätspension
zugesprochen wurde, kann dieser nichts zu seinen Gunsten ableiten. Der
Hauptgrund dafür liegt im Umstand, dass sich sein allfälliger Rentenan-
spruch alleine aufgrund der schweizerischen Bestimmungen bestimmt,
denn aus dem Ausland stammende Beweismittel unterliegen der freien Be-
weiswürdigung des Bundesverwaltungsgerichts (vgl. Urteil des BVGer C-
3377/2016 vom 28. März 2017 E. 4 mit Hinweisen; zum Grundsatz der
freien Beweiswürdigung vgl. BGE 125 V 351 E. 3a) und für die rechtsan-
wendenden Behörden in der Schweiz besteht keine Bindung an Feststel-
lungen und Entscheide ausländischer Versicherungsträger, Krankenkas-
sen, Behörden und Ärzte (vgl. BGE 130 V 253 E. 2.4).
4.
Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invaliditätsgrad
erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuanmeldungs-
verfahren durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letz-
ten materiellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat,
mit demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108
E. 5.3; 130 V 71 E. 3.1). In Anwendung dieser höchstrichterlichen Recht-
sprechung bilden im vorliegenden Fall zeitliche Referenzpunkte einerseits
der 10. Januar 2014 (act. 107; Datum der letzten rechtskräftigen Verfü-
gung, welcher eine rechtsgenügliche materielle Beurteilung zu Grunde
lag), und andererseits der 7. Februar 2019 (Datum der vorliegend ange-
fochtenen Verfügung).
C-947/2019
Seite 13
5.
5.1 Im Rahmen der Verfügung vom 10. Januar 2014 lagen der Vorinstanz
in medizinischer Hinsicht insbesondere das Gutachten von Dr. E._,
Facharzt für Unfallchirurgie, vom 17. Juli 2012 (act. 67), die fachärztliche
orthopädische Expertise von Dr. L._ vom 5. Juli 2013 (act. 99), das
neurologisch-psychiatrische Zusatzgutachten von Dr. M._ vom 10.
Mai 2013 (act. 100) sowie die Stellungnahmen von Dr. med. F._,
Facharzt für Allgemeinmedizin, vom RAD vom 17. Oktober 2012 (act. 76)
und 30. Oktober 2013 (act. 105) vor.
5.1.1 Dr. E._ erwähnte in seinem Gutachten vom 17. Juli 2012 als
Hauptursache für die Minderung der Erwerbsfähigkeit eine geringe post-
traumatische Arthrose des rechten Handgelenks bei einem Zustand nach
offener Reposition und Imprimathebung am Os hamatum rechts am 1. De-
zember 2011 und einen Zustand nach Stellungskorrektur eines Unterarm-
bruches rechts vor Jahren. Weiter führte er zusammengefasst aus, es be-
stehe eine unveränderte nächtliche Krampfneigung im linken Fuss, der lin-
ken Wade und im linken Oberschenkel bei derzeit unauffälligem neurologi-
schem Befund an beiden Beinen. Es bestünden belastungsabhängige
Schmerzen an der ulnaren Seite der Hand rechts. Die Beweglichkeit des
rechten Handgelenks sei noch leicht endlagig eingeschränkt, nativradiolo-
gisch zeigten sich geringe Abnützungen. Von Seiten der Lendenwirbel-
säule sei der Versicherte beschwerdefrei und auch die Beschwerden an
der rechten Hüfte seien nicht mehr vorhanden. Von Seiten des Bewe-
gungs- und Stützapparates sei der Versicherte weiterhin arbeitsfähig mit
wechselnder Arbeitshaltung und leichter bis mittelschwerer körperlicher
Belastbarkeit. Die restlichen Einschränkungen seien dem Leistungskalkül
zu entnehmen.
5.1.2 In seiner Stellungnahme vom 17. Oktober 2012 attestierte Dr. med.
F._ dem Versicherten in der bisherigen Tätigkeit eine 100%ige Ar-
beitsunfähigkeit seit dem 27. November 2011. Weiter empfahl er die Ein-
holung eines Arztberichts beim behandelnden Orthopäden in drei Monaten
resp. die Beantwortung der entsprechend formulierten Fragen.
5.1.3 In seinem Gutachten vom 5. Juli 2013 diagnostizierte Dr. L._
in orthopädischer Hinsicht eine akute Bursitis olecrani rechts, eine begin-
nende Arthrose des rechten Hüftgelenks, einen Zustand nach einer Band-
scheibenoperation L5/S1 links im Mai 2007 mit Degeneration des Zwi-
schenwirbelraumes L5/S1 und Bandscheibenvorfall L4/5, eine beginnende
C-947/2019
Seite 14
Arthrose im rechten Handgelenk bei diversen Zuständen sowie Polyarthral-
gien (Gelenksschmerzen an mehreren Lokalisationen) unklarer Genese.
Aus rein orthopädischer Sicht seien ihm leichte und bis zur Hälfte der Ar-
beitszeit mittelschwere körperliche Arbeiten zumutbar; diese könnten im
Stehen oder Sitzen und auch im Gehen mit der Möglichkeit zum Wechsel
der Körperhaltung, sowohl in geschlossenen Räumen als auch im Freien
bei entsprechendem Schutz vor Nässe, Zugluft und Kälte verrichtet wer-
den. Die tägliche Arbeitszeit könne sich nach den üblichen Bedingungen
eines normalen ganztägigen Arbeitsverhältnisses mit der gesetzlich vorge-
schriebenen Mittagspause richten. Aufgrund der diagnostizierten orthopä-
dischen Gesundheitsstörungen seien regelmässige Krankenstände im Ge-
samtausmass von 7 oder mehr Wochen pro Jahr nicht mit hoher Wahr-
scheinlichkeit zu erwarten.
5.1.4 Dr. M._, Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie, diagnosti-
zierte in ihrer Expertise vom 10. Mai 2013 eine chronische Alkoholkrank-
heit, ein diskretes Sulcus nervi ulnari Syndrom beidseits ohne Kraftverlust
mit intermittierender Sensibilitätsstörung, eine chronische Schmerzhaf-
tigkeit der Halswirbelsäule ohne radikuläre Ausfallsymptomatik bei dege-
nerativen Veränderungen und eine chronische Schmerzhaftigkeit der Len-
denwirbelsäule mit Sensibilitätsstörung. Weiter führte sie aus, neurologisch
und psychiatrisch sei eine ganztägige Arbeit (8 Stunden) mit den üblichen
Arbeitsunterbrechungen möglich. Aus psychiatrischer Sicht sei die Durch-
führung einer stationären Entzugsbehandlung bei einer anschliessenden
Langzeittherapie zu empfehlen. Dadurch sei insofern eine Leistungsver-
besserung zu erwarten, als durchgehend mittelschwere geistige Arbeiten
unter durchgehend durchschnittlichem Zeitdruck möglich seien.
5.1.5 In seiner Stellungnahme vom 30. Oktober 2013 attestierte Dr. med.
F._ dem Versicherten keine Arbeits- resp. Leistungsunfähigkeit und
führte zusammengefasst aus, im Rahmen der bidisziplinären Begutach-
tung habe sich keine Verschlechterung des Gesundheitszustands oder
eine neue gesundheitliche Beeinträchtigung ergeben, welche eine Verän-
derung der Arbeitsunfähigkeit zu begründen vermöchte. Die in der aktuel-
len Expertise festgestellten funktionellen Limitierungen seien praktisch alle
schon im Bericht des RAD vom 7. Januar 2009 zur Sprache gekommen.
5.2 Anlässlich des Erlasses der vorliegend angefochtenen Verfügung vom
7. Februar 2019 stützte sich die Vorinstanz insbesondere auf die Stellung-
nahme von Dr. med. K._ vom 16. November 2018 (act. 177). Diese
C-947/2019
Seite 15
sowie weitere ärztliche Dokumente sind nachfolgend ebenfalls zusammen-
gefasst wiederzugeben. Anhand dieser ist zu prüfen, ob der Beschwerde-
führer einen (befristeten oder unbefristeten) Rentenanspruch hat resp. ob
die materiellen, kumulativen Anspruchsvoraussetzungen von Art. 28 Abs. 1
Bst. a bis c IVG (vgl. zum kumulativen Charakter von Art. 28 Abs. 1 Bst. a
bis c IVG bspw. Urteil des BGer 9C_942/2015 vom 18. Februar 2016
E. 3.1) und Art. 28 Abs. 2 IVG erfüllt sind (vgl. E. 2.5 hiervor). In diesem
Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass der Rentenanspruch gemäss
Art. 29 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendma-
chung des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG entsteht, jedoch
frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Altersjahres folgt
(Abs. 1). Aufgrund der Anmeldung vom 2. Mai 2018 (act. 158) könnte dem
Beschwerdeführer demnach frühestens ab November 2018 unter der Be-
dingung, dass die materiellen Anspruchsvoraussetzungen von Art. 28
Abs. 1 Bst. a bis c IVG erfüllt sind (vgl. E. 2.5 hiervor), eine IV-Rente aus-
gerichtet werden.
5.2.1 Im ärztlichen Gesamtgutachten vom 28. Februar/1. März 2018 diag-
nostizierte Dr. J._ zur Hauptsache eine ischämische Cardiomyopa-
thie mit mittelgradig eingeschränkter Linksventrikelfunktion (ICD-10: I42.0).
Zusätzlich erwähnte sie unter anderem eine schwere koronare 3-Gefässer-
krankung mit Zuständen nach "Nicht ST Hebungsinfarkt" am 19. April 2017
und nach aorto-coronarer 4-fach Bypassoperation am 27. April 2017 (ICD-
10: I25.9) sowie ein anamnestisch chronisches Cervikalsyndrom bei ky-
phoskoliotischer Fehlhaltung (ICD-10: M54.2). Weiter führte sie aus, der
Versicherte leide an einer schweren koronaren Herzerkrankung mit massi-
ven arteriosklerotischen Veränderungen an allen drei Herzkrankgefässen.
Er habe vier aortokoronare Bypässe erhalten. Von Juni bis Juli 2017 sei er
zur kardialen Rehabilitation in der I._ gewesen. Die reduzierte Leis-
tungsfähigkeit – dokumentiert in der Ergometrie – habe sich nicht gebes-
sert und sei in erster Linie auf die eingeschränkte Linksventrikelfunktion bei
Entwicklung einer ischämischen Cardiomyopathie zurückzuführen, welche
auch durch die aktuelle Erhöhung des Herzinsuffizienzmarkers zum Aus-
druck komme. Hinweise auf eine neuerliche Koronarinsuffizienz bei der Er-
gometrie hätten sich nicht ergeben. Der Versicherte sei nach wie vor nicht
arbeitsfähig, und die Prognose sei ungünstig. Geregelte Tätigkeiten seien
nicht zumutbar (act. 163).
5.2.2 In ihrem Bericht vom 11. Juli 2018 führte Dr. med. K._ zusam-
mengefasst aus, bereits in der RAD-Stellungnahme vom 8. Juni 2017 sei
C-947/2019
Seite 16
basierend auf dem medizinischen Bericht vom 19. April 2017 ein neuer Ge-
sundheitsschaden festgestellt und darauf hingewiesen worden, dass die
Verschlechterung auch nur passager sein könnte, wenn ein guter Verlauf
nach der Bypass-Operation vorliege. Es sei damals vorgeschlagen wor-
den, drei Monate nach dieser Operation die Kardiologie anzufragen, wie
der Verlauf sei, ob weiter eine Myokardischämie, Rhythmusstörungen und
eine dekompensierte Herzinsuffizienz vorlägen. Die aktuelle Situation
sollte genauer beschrieben und mit kardiologischen Befunden untermauert
werden, um die Arbeitsfähigkeit beurteilen zu können. Dr. med. K._
forderte unter anderem die Durchführung einer kardiologischen Untersu-
chung und die Einholung eines Arztberichts über den "heutigen" Gesund-
heitszustand auf dem beiliegenden Formular durch den behandelnden Arzt
oder den Vertrauensarzt (act. 165).
5.2.3 In ihrer Stellungnahme vom 16. November 2018 attestierte Dr. med.
K._ dem Beschwerdeführer in der bisherigen Tätigkeit für die Zeit
vom 19. April bis 11. Juli 2017 eine 100%ige und ab 8. Januar 2018 eine
20%ige Arbeitsunfähigkeit. In einer leidensadaptierten Verweisungstätig-
keit sah Dr. med. K._ dieselbe Leistungsfähigkeit mit Ausnahme
des Beginns am 9. statt am 19. April 2017. Weiter berichtete sie zusam-
mengefasst, im Bericht von Dr. N._, Facharzt für Innere Medizin,
werde eine seit Juli 2017 stabile, mittelschwer eingeschränkte Ejektions-
fraktion (EF) von 45 % bei einer nicht näher beschriebenen Dilatation der
linken Herzhöhlen erwähnt. In der Ergometrie sei eine bezüglich Doppel-
produkt aussagekräftige Belastung von 103 Watt erreicht worden (wie be-
reits im Juli 2017). Dann sei wegen Ermüdung ein Abbruch erfolgt (offenbar
elektrisch unauffällig). Eine NT-proBNP Erhöhung von 1227 pg/ml – ent-
nommen aus dem Gutachten von Dr. J._ – spreche für eine noch
ungenügende Medikation. Der Ausbau dieser sei zugunsten der Erektions-
fähigkeit zurückgestellt worden. Genannt würden die bekannten Diagno-
sen, eine Belastungsdyspnoe und atypische Thoraxschmerzen. Dr.
J._ sehe keine Arbeitsfähigkeit mehr. Dieser Schlussfolgerung
könne nur schwerlich gefolgt werden. Es bestünden sicher Einschränkun-
gen bezüglich des muskulo-skelettalen Systems und nun auch bezüglich
der kardialen Situation. Eine leichte, angepasste Tätigkeit in ausgegliche-
nem Raumklima ohne erhöhten Stress und ohne Exposition an Alkohol
sollte weiter möglich sein. Wegen der verschiedenen Problemfelder und
der erhöhten Ermüdbarkeit bei körperlich milder Leistung sei eine Reduk-
tion der Leistung von 20 % zu erwarten (act. 177).
C-947/2019
Seite 17
5.3 Wie bereits dargelegt wurde (vgl. E. 2.8 hiervor), kann auf Stellungnah-
men von Fachärztinnen und -ärzten des RAD nur unter der Bedingung ab-
gestellt werden, dass deren Beurteilungen den allgemeinen beweisrechtli-
chen Anforderungen an einen ärztlichen Bericht (resp. an ein Gutachten)
genügen und zudem die beigezogenen Ärztinnen und Ärzte über die im
Einzelfall gefragten persönlichen und fachlichen Qualifikationen verfügen.
Die Berichte im Sinne von Art. 59 Abs. 2bis IVG der Internistin Dr. med.
K._ könnten – obwohl solche ohne eigene Untersuchung resp. Ab-
klärung vor Ort verfasst wurden – wie Aktengutachten beweiskräftig sein,
sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die
fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sach-
verhalts geht (vgl. bspw. Urteil des BGer 9C_524/2017 vom 21. März 2018
E. 5.1 mit Hinweisen). Da dies vorliegend jedoch nur beschränkt der Fall
ist resp. gewisse Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ver-
sicherungsinternen ärztlichen Feststellungen von Dr. med. K._ be-
stehen, kann auf ergänzende medizinische Abklärungen nicht verzichtet
werden (BGE 142 V 58 E. 5.1 f. mit Hinweisen; BGE 135 V 465 E. 4.4 mit
Hinweis), wie im Folgenden zu zeigen ist.
5.3.1 In internistisch-kardiologischer Hinsicht liegen betreffend die zumut-
bare Arbeitsfähigkeit resp. des Leistungskalküls des Beschwerdeführers in
der angestammten Erwerbstätigkeit als Kellner erhebliche Diskrepanzen in
den Einschätzungen vor. Während die Gutachterin Dr. J._ in ihrem
ärztlichen Gesamtgutachten vom 28. Februar/1. März 2018 davon aus-
geht, dass der Beschwerdeführer bei ungünstiger Prognose nach wie vor
nicht arbeitsfähig sei, vertritt Dr. med. K._ in ihrem Bericht vom 16.
November 2018 die Auffassung, der Beschwerdeführer weise in der ange-
stammten Tätigkeit als Kellner vom 19. April bis 11. Juli 2017 eine 100%ige
und ab 8. Januar 2018 eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit auf. Letztere Beur-
teilung ist nicht rechtsgenüglich nachvollziehbar. Einerseits findet sich von
Dr. med. K._ keine einwandfrei nachvollziehbare Erklärung und Be-
gründung dafür, weshalb für den Zeitraum vom 12. Juli 2017 bis und mit 7.
Januar 2018 eine volle Arbeitsfähigkeit bestanden haben soll. Daran än-
dern auch die – letztlich zugunsten des Beschwerdeführers korrigierenden
– Ausführungen in der Vernehmlassung vom 9. Mai 2019, wonach der ärzt-
liche Dienst eine vorübergehende Verschlechterung des Gesundheitszu-
standes und der Arbeitsunfähigkeit vom 19. April bis zum 11. Juli 2017 fest-
gestellt habe und die bisherige Tätigkeit (erst) ab dem 8. Januar 2018 wie-
der zumutbar sei, nichts. Andererseits kann deren Auffassung, wonach we-
gen verschiedener Problemfelder und erhöhter Ermüdbarkeit bei körperlich
milder Leistung eine Reduktion der Leistung von 20 % zu erwarten sei,
C-947/2019
Seite 18
nicht schlüssig und überzeugend nachvollzogen werden. Der Grund hierfür
liegt insbesondere im Umstand, dass in der angestammten Tätigkeit nicht
bloss "körperlich milde Leistungen", sondern vielmehr mittelschwere kör-
perliche Arbeiten im Ausmass von 50 % der täglichen Arbeitszeit zu erbrin-
gen sind (act. 89 S. 2).
5.3.2 Hinsichtlich der Leistungsfähigkeit in einer leidensadaptierten Ver-
weisungstätigkeit liegen ebenfalls widersprüchliche Beurteilungen vor. In-
dem die Gutachterin Dr. J._ auf dem Formular "Leistungskalkül" am
1. März 2018 vermerkte, geregelte Tätigkeiten seien nicht zumutbar, war
sie offensichtlich der Auffassung, dass dem Beschwerdeführer auch die
Ausübung von leidensadaptierten Verweisungstätigkeiten nicht mehr zu-
mutbar seien. Diese Auffassung steht in krassem Widerspruch zur Meinung
von Dr. med. K._, gemäss welcher der Beschwerdeführer in einer
leidensadaptierten Verweisungstätigkeit dieselbe Leistungsfähigkeit wie in
der angestammten Erwerbstätigkeit – mit Ausnahme des Beginns am 9.
statt am 19. April 2017 – erbringen könnte. Zwar liesse sich der uneinheit-
liche Beginn am 9. April 2017 noch mit einem Verschreiber rechtfertigen.
Darüber hinaus jedoch beinhalten die diametralen Positionen der Dres.
med. K._ und J._ weiteren Klärungsbedarf resp. reicht die
entsprechende Beurteilung der RAD-Ärztin, wonach der Schlussfolgerung
von Dr. J._ nur schwerlich gefolgt werden könne, nicht aus, um de-
ren Leistungskalkül rechtsgenüglich zu entkräften.
5.3.3 In somatisch-orthopädischer Hinsicht ergibt sich weiter, dass der Be-
schwerdeführer auch über eine verminderte Belastbarkeit der Wirbelsäule
berichtet hat, was von Dr. med. K._ nicht in Zweifel gezogen worden
ist. Vielmehr war sie der Ansicht, dass auch bezüglich des muskulo-ske-
lettalen Systems Einschränkungen bestünden. In Ermangelung aktueller,
fachärztlicher Berichte liegt jedoch ein lückenhafter Befund vor, und die
Fragen, ob dem Beschwerdeführer aus rein orthopädischer Sicht noch im-
mer leichte und bis zur Hälfte der Arbeitszeit mittelschwere körperliche Ar-
beiten zumutbar sind, lässt sich deshalb nicht rechtsgenüglich beantwor-
ten. Immerhin war bereits im Gutachten von Dr. L._ vom 5. Juli 2013
die Rede von beginnenden Arthrosen im rechten Hüftgelenk und im rech-
ten Handgelenk sowie von Polyarthralgien (Gelenksschmerzen an mehre-
ren Lokalisationen).
5.3.4 In psychischer Hinsicht ergibt sich weiter, dass bereits Dr.
M._, Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie, in ihrer Expertise
C-947/2019
Seite 19
vom 10. Mai 2013 zufolge der chronischen Alkoholkrankheit die Durchfüh-
rung einer stationären Entzugsbehandlung bei einer anschliessenden
Langzeittherapie empfahl, da durch eine solche eine Leistungsverbesse-
rung zu erwarten sei. Unter diesem Aspekt und mangels aktueller fachärzt-
licher Berichte ist nicht rechtsgenüglich geklärt, ob die chronische Alkohol-
krankheit noch immer keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hat, wie
von Dr. med. K._ diagnostiziert. Unter diesen Umständen sind auch
diesbezüglich weitere Abklärungen unabdingbar (SVR 2018 IV Nr. 36 S.
116 E. 3.2.3), zumal Alkoholismus resp. primäre Abhängigkeitssyndrome –
wie sämtliche psychischen Erkrankungen – gemäss aktueller bundesge-
richtlicher Rechtsprechung grundsätzlich einem strukturierten Beweisver-
fahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind und die frühere Recht-
sprechung, wonach Alkoholismus zum vornherein keine Invalidität begrün-
dete, höchstrichterlich aufgegeben wurde (vgl. BGE 145 V 215 E. 4.1, E. 5
sowie E. 6.2 je mit Hinweisen).
5.4 Nach dem vorstehend Dargelegten ist zusammenfassend festzuhalten,
dass der medizinische Sachverhalt nicht rechtsgenüglich erstellt ist, wes-
halb auf weitere medizinische Abklärungen nicht verzichtet werden kann
und sich die Fragen, ob der Beschwerdeführer ab dem 19. April 2017 wäh-
rend eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes-
tens 40 % arbeitsunfähig gewesen war (vgl. Art. 28 Abs. 1 Bst. b IVG) und
ob nach Ablauf des Wartejahres eine mindestens 40%ige Invalidität vorge-
legen hat (vgl. Art. 28 Abs. 1 Bst. c IVG), nicht rechtsgenüglich beantworten
lassen.
6.
Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ergibt sich zusammenfassend,
dass sich aufgrund der vorliegenden Aktenlage der gesundheitliche Zu-
stand des Beschwerdeführers und dessen Auswirkungen auf die Arbeits-
und Leistungsfähigkeit sowohl in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Kell-
ner als auch in leidensadaptierten Verweisungstätigkeiten nicht schlüssig
und zuverlässig beurteilen lässt (vgl. BGE 125 V 353 E. 3b/bb; vgl. zum
Ganzen auch E. 2.6 hiervor). Die Stellungnahmen von Dr. med. K._
sowie weitere aktenkundige medizinische Berichte vermögen keine aktuel-
len und abschliessenden Beurteilungsgrundlagen zu bilden, sondern ge-
ben Anlass zu weitergehenden Abklärungen. Somit wurde im vorliegend zu
beurteilenden Beschwerdeverfahren der rechtserhebliche Sachverhalt
nicht rechtsgenüglich abgeklärt und gewürdigt (Art. 43 ff. ATSG sowie
Art. 12 VwVG). Eine Rückweisung der Sache in Nachachtung des Unter-
suchungsgrundsatzes (Art. 43 Abs. 1 ATSG) an die Vorinstanz zur weiteren
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C-947/2019
Seite 20
medizinischen Abklärung in der Schweiz ist – obwohl retrospektive Beur-
teilungen der Arbeits- und Leistungsunfähigkeit schwierig sind und entspre-
chende Begutachtungen deshalb erhöhten Ansprüchen genügen müssen
(vgl. hierzu Urteil des BVGer C-1421/2013 vom 29. September 2014
E. 3.4.2 mit Hinweis) – unter den gegebenen Umständen notwendig und
möglich, zumal eine Verlagerung der Expertentätigkeit von der administra-
tiven auf die gerichtliche Ebene sachlich nicht wünschbar ist (vgl. BGE 137
V 210 E. 4.2). Mit Blick auf die beim Beschwerdeführer gesamthaft vorhan-
denen Beschwerden ist die neue umfassende medizinische Begutachtung
interdisziplinär durchzuführen (Urteil des BGer 8C_189/2008 vom 4. Juli
2008 E. 5 mit Hinweis auf 8C_321/2007 vom 6. Mai 2008, E. 6.3), wobei
die Gutachtensstelle nebst den Fachdisziplinen Innere Medizin/Kardiolo-
gie, Psychiatrie und Psychotherapie sowie Orthopädie allfällige weitere
Disziplinen selber zu bestimmen hat (vgl. hierzu BGE 139 V 349 E. 3.3).
Im Rahmen dieser notwendigen medizinischen Begutachtung sind sämtli-
che bisher verfassten ärztlichen Berichte – auch diejenigen, die im vorlie-
genden Beschwerdeverfahren unberücksichtigt geblieben sind (vgl. hierzu
BGE 130 V 138 E. 2.1) – von den Expertinnen und/oder Experten zu wür-
digen. Diese haben sich ebenfalls rechtsgenüglich zu den vorliegenden Di-
agnosen sowie zum Beginn und zum Umfang der Arbeits- und Leistungs-
fähigkeit des Beschwerdeführers in der angestammten Tätigkeit als Kellner
und in leidensangepassten Verweisungstätigkeiten zu äussern und gege-
benenfalls das strukturierte normative Prüfungsraster zur Anwendung zu
bringen (vgl. hierzu BGE 143 V 418 E. 7 und BGE 141 V 281 E. 4.1).
7.
Bereits im vorliegenden Entscheid ist ergänzend darauf hinzuweisen, dass
die zu verlangende Ausschöpfung der zumutbaren Therapieoptionen (ge-
nannt werden in den Vorakten: Einnahme von Herzmedikamenten [vgl. act.
150 S. 2, act. 163 S. 2], therapeutische Behandlung des Alkoholismus [vgl.
act. 40 S. 2, act. 99 S. 2 bis 3 und 5, act. 100 S. 4, 8 bis 10 und 12, act.
130 S. 2; vgl. aber act. 150 S. 6) Ausfluss der im ganzen Sozialversiche-
rungsrecht als allgemeiner Rechtsgrundsatz geltenden (vgl. BGE 142 V
442 E. 6.2 mit Hinweis) und in Art. 7 Abs. 2 ATSG eingeflossenen Scha-
denminderungspflicht ist, wobei Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG nicht bloss die
Schadenminderungspflicht statuiert, sondern die Übernahme der im
Grundsatz bereits mit BGE 102 V 65 eingeführten Rechtsprechung dar-
stellt, wonach invalidenversicherungsrechtlich Erwerbsunfähigkeit nur bei
objektiver Unüberwindbarkeit gegeben ist (BGE 135 V 215 E. 7; vgl. auch
SVR 2010 IV Nr. 4 S. 7 E. 4.3 [Urteil des BGer 9C_46/2009] und Urteil des
BGer 8C_107/2013 vom 23. April 2013 E. 3).
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Seite 21
8.
Nach Vorliegen der neuen interdisziplinären Abklärungsergebnisse hat die
Vorinstanz gegebenenfalls einen Einkommensvergleich durchzuführen
und abzuklären, in welchem Ausmass der Beschwerdeführer zufolge sei-
nes Gesundheitszustandes auf dem ihm nach seinen Fähigkeiten noch of-
fenstehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt zumutbarerweise noch er-
werbstätig sein könnte (vgl. hierzu etwa Urteil des BGer 9C_921/2009 vom
22. Juni 2010, E. 5.3). Dabei ist einerseits zu berücksichtigen, dass an die
Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten (und Verdienstaussichten) pra-
xisgemäss nicht übermässige Anforderungen zu stellen sind. Die bundes-
gerichtliche Rechtsprechung hat wiederholt darauf hingewiesen, dass kör-
perlich leichte und wechselbelastende Tätigkeiten auf dem allein massge-
benden ausgeglichenen Arbeitsmarkt durchaus vorhanden sind (Urteils
des BGer 8C_391/2014 vom 9. Juli 2014 E. 4 mit Hinweisen). Andererseits
hat auch der Umstand, dass die Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person
nach der Tätigkeit zu beurteilen ist, die sie – im Rahmen der Schadenmin-
derungspflicht (vgl. Art. 21 Abs. 4 ATSG) – nach ihren persönlichen Ver-
hältnissen und gegebenenfalls nach einer gewissen Anpassungszeit bei
gutem Willen ausüben könnte (vgl. Urteil des BVGer 5644/2018 vom 27.
Mai 2019 E. 6 mit Hinweis), Berücksichtigung zu finden.
9.
Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist zusammenfassend festzuhal-
ten, dass die Beschwerde insoweit gutzuheissen ist, als die angefochtene
Verfügung vom 7. Februar 2019 aufzuheben ist und die Akten im Sinne der
Erwägungen an die Vorinstanz zur Durchführung von weiteren umfassen-
den medizinischen Abklärungen und anschliessendem Erlass einer neuen
Verfügung zurückzuweisen sind.
10.
Zu befinden bleibt über die Verfahrenskosten und eine allfällige Parteient-
schädigung.
10.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig (Art. 69 Abs. 1bis und 2
IVG), wobei die Verfahrenskosten gemäss Art. 63 Abs. 1 VwVG in der Re-
gel der unterliegenden Partei auferlegt werden. Da eine Rückweisung pra-
xisgemäss als Obsiegen der Beschwerde führenden Partei gilt (BGE 132
V 215 E. 6), sind im vorliegenden Fall dem Beschwerdeführer keine Kosten
aufzuerlegen. Die mit Zwischenverfügung vom 13. März 2019 gewährte
C-947/2019
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unentgeltliche Prozessführung kommt aufgrund ihres subsidiären Charak-
ters nicht zur Anwendung. Der Vorinstanz werden ebenfalls keine Verfah-
renskosten auferlegt (Art. 63 Abs. 2 VwVG).
10.2 Dem nicht anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer sind keine unver-
hältnismässig hohen Kosten entstanden, weshalb ihm keine Parteient-
schädigung zuzusprechen ist. Als Bundesbehörde hat die Vorinstanz eben-
falls keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (vgl. Art. 64 Abs. 1
VwVG in Verbindung mit Art. 7 Abs. 3 und 4 des Reglements vom 21. Feb-
ruar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-
tungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).