Decision ID: 01fa979c-fdc1-53be-bdaf-3fbc78b5b4db
Year: 2015
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Daniel Frischknecht, Bahnhofstrasse 7,
9630 Wattwil,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 9. Januar 2011 bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen
zum Bezug einer IV-Rente an (IV-act. 1). Sie gab an, ihr erlernter Beruf sei Locherin/
Prüferin. Zuletzt habe sie zu 20 % als Reinigungskraft gearbeitet. Sie leide seit ca. zwei
Jahren an Atembeschwerden, Angstzuständen, Depressionen, einem Rückenleiden
und einer Osteoporose. Dr. med. B._, Allgemeine Medizin FMH (nachfolgend:
Hausarzt), hielt in einem beigelegten Bericht vom 10. Januar 2011 fest, dass die
Versicherte durch mehrere Krankheiten körperlich schwer reduziert sei (IV-act. 2). Das
zuletzt absolvierte Pensum von fünf Stunden pro Woche als Reinigungskraft habe
deutlich über ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit gelegen. Bis zum Entscheid der IV
würde er die Versicherte zu ca. 80 % arbeitsunfähig sowie als nicht vermittelbar
"ansehen".
A.b Die ehemalige Arbeitgeberin berichtete am 21. Januar 2011 (IV-act. 11), dass sie
die Versicherte vom 1. September 2010 bis 31. Januar 2011 als Reinigungskraft in
ihrem Privathaus beschäftigt habe. Die Kündigung sei aufgrund "Nichterscheinens
wegen Schneefalls" und nicht wegen eines Gesundheitsschadens erfolgt. Die
Versicherte habe fünf Stunden pro Woche gearbeitet und einen Stundenlohn von
Fr. 20.-- (inkl. Ferienentschädigung) erzielt. Der angegebene Lohn habe ihrer
Arbeitsleistung entsprochen.
A.c Am 31. Januar 2011 reichte der Hausarzt das unterzeichnete Gesprächsprotokoll
vom 19. Januar 2011 ein (IV-act. 12). Der Hausarzt hatte gegenüber der RAD-Ärztin
C._ angegeben, dass die Versicherte ihn erstmals nach einem zwölfjährigen
Aufenthalt in D._ im September 2010 aufgesucht habe. Als Diagnosen gab der
Hausarzt ein Lungenleiden (Lungenemphysem bei COPD und Nikotinabusus), ein
Rückenleiden (anamnestisch Diskushernie S1, radiologisch Osteochondrose L5/S1 und
Osteoporose, muskuläre Insuffizienz) und Angstzustände an. Die Beschwerden
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bestünden seit ca. zwei Jahren. Die Versicherte sei wegen Atemnot, welche bereits bei
leichter körperlicher Anstrengung auftrete, massiv in ihrer Leistungsfähigkeit
eingeschränkt. Sodann sei sie wegen der belastungsabhängigen Rückenschmerzen
und der Osteoporose körperlich nicht mehr belastbar. Sie könne nicht lange stehen,
gehen oder sitzen. Die Angstzustände liessen sich mit dem Medikament Seropram gut
behandeln. Auch eine körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit sei der
Versicherten höchstens noch zu 20 % zumutbar. Dr. med. E._, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, hatte in
einem beigelegten Bericht vom 7. Dezember 2010 als Diagnose einen Verdacht auf
postmenopausale Osteoporose angegeben (IV-act. 12-4 f.).
A.d In einer innernen Notiz hielt die IV-Stelle am 14. Februar 2011 fest, dass keine
beruflichen Massnahmen angezeigt seien, da die Versicherte gemäss dem IK-Auszug
seit 1999 als Nichterwerbstätige gemeldet sei. Es werde eine Abklärung an Ort und
Stelle erfolgen (IV-act. 16). Am 15. Februar 2011 teilte die IV-Stelle der Versicherten
mit, dass zurzeit keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien (IV-
act. 17).
A.e Am 3. März 2011 stellte die Versicherte der IV-Stelle den ausgefüllten Fragebogen
zur Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt zu (IV-act. 18). Die
Versicherte gab darin u.a. an, dass die Auflösung des letzten Arbeitsverhältnisses aus
gesundheitlichen Gründen erfolgt sei. Heute würde sie ohne Behinderung eine
Erwerbstätigkeit von 100 % ausüben. Zur Begründung gab sie an, dass sie früher
immer zu 100 % gearbeitet habe.
A.f RAD-Ärztin C._ hielt am 31. Mai 2011 fest, der Gesundheitszustand der Ver
sicherten sei stabil (IV-act. 20). Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass sich der
Hausarzt bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit auch auf die subjektive
Beschwerdeschilderung der Versicherten abgestützt habe.
A.g Die Versicherte wurde am 30. November 2011 internistisch, rheumatologisch und
psychiatrisch durch die ABI GmbH abgeklärt (Gutachten vom 6. Februar 2012, IV-
act. 24). Als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gaben die
Sachverständigen an:
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· Chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom
- Status nach akutem radikulärem Syndrom S1 rechts anamnestisch vor ca. drei
Jahren mit weiterhin möglicher intermittierender Wurzelreizung;
- fortgeschrittene Osteochondrose L5/S1, Chondrosen L4/5 und L3/4 (Röntgen
09/2010);
· Osteoporose (DEXA von LWK 1 12/2010);
· Chronisch-obstruktive Lungenerkrankung, GOLD II
- fortgesetzter Nikotinkonsum, schädlicher Gebrauch (ca. 60 packyears).
Keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten eine diagnostizierte generalisierte
Angststörung auf der Basis einer körperlichen Erkrankung und eine
Anpassungsstörung. Die Versicherte habe anlässlich der Exploration angegeben,
Probleme mit der Lunge und dem Rücken zu haben. Aufgrund der Rückenschmerzen
könne sie nicht lange sitzen, gehen und liegen. Beim Aufwärtsgehen habe sie keine
Luft. Auch in der Kälte bekomme sie Atemnot und Schmerzen auf der Brust. Wenn sie
schlecht atmen könne, bekomme sie Angst, zu ersticken. Sie sei häufig nervös und
habe immer wieder Angstzustände. Gegenüber der psychiatrischen Sachverständigen
Dr. med. F._ habe die Versicherte erklärt, dass sie keine psychische Vorerkrankung
im eigentlichen Sinne benennen könne. Angstzustände habe sie erstmals im Jahr 2008
gehabt. Damals sei sie von ihrem Lebenspartner, mit welchem sie seit 1998 in D._
gelebt habe, plötzlich verlassen worden. Sie habe keine Arbeitsstelle gefunden und sei
in grosse wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten. Im Jahr 2010 sei sie in die Schweiz
zurückgekehrt. Sie habe teilweise Angst vor anderen Menschen, gehe nicht so gern auf
die Strasse. Ihre gesamte soziale Situation deprimiere sie. Sie habe so etwas wie Angst
vor dem Leben entwickelt. Der Hausarzt habe ihr Cipralex verordnet, welches ihr gegen
die Angst und die wiederholte traurige Stimmung helfe. Eine psychiatrische oder
psychotherapeutische Behandlung habe sie nie absolviert. Die psychiatrische
Sachverständige hielt fest, dass die Versicherte die körperlichen Beschwerden in den
Mittelpunkt ihrer Beschwerdesymptomatik stelle. In psychischer Hinsicht lägen
hauptsächlich Erstickungsängste bei Anfällen von Luftnot und Husten vor. Ferner
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bestünden wiederholt depressive Verstimmungen und eine allgemeine
Angstsymptomatik. Die Medikation mit dem Antidepressivum Cipralex habe laut den
Angaben der Versicherten einen stabilisierenden Effekt. Der psychische Befund sei bis
auf den Affektbereich unauffällig. Zwar habe während der Untersuchung kein erhöhter
Angsteffekt beobachtet werden können. Jedoch hätten bei der um Kontrolle bemühten
Versicherten immer wieder leichte depressive Äquivalente durchgeschienen. Die
geschilderten psychopathologischen Funktionsstörungen seien aber nicht ausreichend,
um eine Arbeitsunfähigkeit zu begründen. Der rheumatologische Sachverständige Dr.
G._ gab an, aufgrund der anamnestischen Angaben müsse davon ausgegangen
werden, dass die Versicherte im Jahr 2008 an einem lumboradikulären Syndrom S1
rechts mit starker Schmerzsymptomatik und sensiblem Ausfallsyndrom gelitten habe.
Zuletzt seien die Rückenschmerzen im Vordergrund gestanden, die nachts in liegender
Position stärker ausgeprägt seien als tagsüber; bei längerem Gehen oder Sitzen und
bei allen Rückenbelastungen würden die Schmerzen zunehmen. Das Beschwerdebild
entspreche einem chronischen lumbovertebralen Schmerzsyndrom, welches mit
Sicherheit in Zusammenhang mit der radiologisch nachweisbaren Degeneration an der
unteren LWS bei insbesondere fortgeschrittener Osteochondrose L5/S1 stehe. Die
starken Nachtschmerzen sowie das Kletterphänomen beim Wiederaufrichten könnten
auf eine zusätzliche segmentale Instabilität hinweisen. Mit Sicherheit habe im Jahr
2008 ein akutes radikuläres Syndrom S1 rechts mit dominierender
Schmerzsymptomatik vorgelegen, wobei der ASR rechts weiterhin fehle, radikuläre
Reizungszeichen jedoch nicht mehr nachweisbar seien. Funktionell liege eine deutlich
verminderte Belastbarkeit der Wirbelsäule vor. Der Versicherten seien körperlich
schwere und mittelschwere Tätigkeiten mit starker und mittelstarker Rückenbelastung
bleibend nicht mehr zumutbar. Geeignet seien körperlich leichte Tätigkeiten mit leichter
Rückenbelastung und der Möglichkeit zur Einnahme von Wechselpositionen. Eine
adaptierte Tätigkeit dürfe zudem keine Überkopfarbeiten, keine monoton-repetitiven
Haltungen oder Bewegungen und keine Zwangshaltungen beinhalten. Aufgrund der
organisch nachvollziehbaren Schmerzsymptomatik ohne Hinweise für ein gesteigertes
Schmerzverhalten sei die Arbeitsfähigkeit jedoch auch in einer geeigneten Tätigkeit um
20 % vermindert. Es könne davon ausgegangen werden, dass die Versicherte im Jahr
2008 ca. zwei bis drei Monate auch in einer adaptierten Tätigkeit vollständig
arbeitsunfähig gewesen sei. In der Folge habe die Arbeitsunfähigkeit adaptiert 20 %
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betragen. Der internistische Sachverständige Dr. H._ erklärte, dass über der Lunge
vereinzelt Nebengeräusche auskultierbar gewesen seien. Die übrigen Befunde seien
unauffällig gewesen. Bei der Lungenfunktionsprüfung sei ein FEV1 von 1.6 Litern
festgestellt worden, was 73 % des Sollwertes entspreche. Der Tiffeneau-Test habe bei
70 % des Sollwertes gelegen. Diese Werte entsprächen einer leichten bis
mittelgradigen obstruktiven Lungenfunktionseinschränkung (COPD). Eine COPD könne
gut anhand einer einfachen Lungenfunktionsprüfung diagnostiziert werden. Die
Compliance der Versicherten bei der Untersuchung sei gut gewesen. Die ABI GmbH
habe daher auf eine eingehende pneumologische Untersuchung verzichtet; dies
insbesondere auch deshalb, weil die Arbeitsfähigkeit bereits aus rheumatologischer
Sicht deutlich eingeschränkt sei. Die Einschränkung der Lungenfunktion habe keinen
zusätzlichen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Die ABI-Sachverständigen kamen zum
Schluss, dass die Versicherte aus polydisziplinärer Sicht in einer körperlich leichten,
wechselbelastenden Tätigkeit zu 80 % arbeits- und leistungsfähig sei. Die geringen
Leistungseinbussen aus rheumatologischer und internistischer Sicht könnten nicht
kumuliert werden, da dieselben Zeitabschnitte für die vermehrt notwendigen Pausen
genutzt werden könnten. Die Arbeitsfähigkeit sei in einem ganztägigen Pensum mit
vermehrten Pausen verwertbar. RAD-Ärztin C._ erklärte am 27. Februar 2012, dass
auf das ABI-Gutachten abgestellt werden könne (IV-act. 25).
B.
B.a Mit Vorbescheid vom 30. Juli 2012 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass
die Abweisung ihres Rentengesuchs vorgesehen sei (IV-act. 28). Sie begründete ihren
Entscheid folgendermassen: Die Abklärungen hätten ergeben, dass die Versicherte in
einer körperlich schweren Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig sei. In einer körperlich
leichten, wechselbelastenden Tätigkeit bestehe jedoch eine Arbeitsfähigkeit von 80 %.
Für die Berechnung des Validen- und des Invalideneinkommens sei auf den
durchschnittlichen Lohn einer Hilfsarbeiterin im Jahr 2010 gemäss der
Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik abzustellen, da die Versicherte
keinen Beruf erlernt habe (Fr. 52'790.--, vgl. IV-act. 26). Das Valideneinkommen
betrage Fr. 52'790.-- und das Invalideneinkommen Fr. 42'232.-- (80 % von
Fr. 52'790.--). Hieraus resultiere ein Invaliditätsgrad von 20 %.
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B.b Gegen diesen Vorbescheid liess die Versicherte am 17. September 2012
einwenden (IV-act. 32), dass sie einen Anspruch auf eine ganze Rente habe. Es müsse
auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung des Hausarztes abgestellt werden. In einem dem
Einwand beigelegten Bericht vom 13. September 2012 hatte der Hausarzt erklärt, dass
die Versicherte aufgrund der Lungenerkrankung rasch ausser Atem komme und sich
hinstellen müsse bzw. dass sie Angst bekomme (IV-act. 32-10 f.). Weiter leide die
Versicherte praktisch ständig unter leichten Rückenschmerzen. Das Heben schwererer
Lasten sei ihr nicht möglich. Trotz der Einnahme eines Antidepressivums lebe die
Versicherte eher zurückgezogen und kontaktarm. Auch diese Einschränkung
verunmögliche die Ausübung gewisser Berufe. Angesichts der Summe der
gesundheitlichen Einschränkungen sei eine Arbeitsfähigkeit adaptiert von 80 % völlig
illusorisch. Die Versicherte habe es mit Reinigungsarbeiten versucht. Die Stelle sei ihr
jedoch gekündigt worden, weil sie zu langsam gewesen sei. Der Hausarzt bemängelte
weiter, dass die ABI GmbH keine Leistungsdiagnostik durchgeführt habe. Zudem
hätten das Ausmass der pulmonalen Einschränkung anhand einer spiroergometrischen
Prüfung bestimmt und die Rückenbelastbarkeit evaluiert werden müssen. Der Hausarzt
schätzte die Restarbeitsfähigkeit in einer körperlich leichten Tätigkeit weiterhin auf
20 %.
B.c RAD-Ärztin C._ erklärte am 11. Oktober 2012, die ABI GmbH habe ihre
Arbeitsfähigkeitsschätzung entgegen der Ansicht des Rechtsvertreters ausführlich und
medizinisch nachvollziehbar begründet (IV-act. 36). Die Einschätzung stütze sich auf
die Angaben der Versicherten und die objektivierbaren Befunde. Weiter hätten die
Sachverständigen einleuchtend dargelegt, weshalb auf eine weiterführende
Lungendiagnostik verzichtet worden sei. Solange die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
aufgrund der geschilderten Beschwerden und der objektivierbaren Befunde festgestellt
werden könne, bestehe kein Anlass, eine Evaluation der funktionellen
Leistungsfähigkeit (EFL) zu veranlassen. Schliesslich seien im Einwand keine neuen
medizinischen Fakten vorgelegt worden, welche zum Zeitpunkt der Begutachtung nicht
bekannt gewesen seien.
B.d Mit Verfügung vom 10. Dezember 2012 wies die IV-Stelle das Rentengesuch aus
den im Vorbescheid angegebenen Gründen, ausgehend von einem Invaliditätsgrad von
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20 %, ab (IV-act. 38). Den Einwänden hielt sie insbesondere die von RAD-Ärztin C._
am 11. Oktober 2012 vorgebrachten Argumente entgegen.
C.
C.a Gegen diese Verfügung liess die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin)
am 9. Januar 2013 Beschwerde erheben (act. G 1). Ihr Rechtsvertreter stellte die
folgenden Rechtsbegehren:
1. Die Verfügung sei vollumfänglich aufzuheben und der Beschwerdeführerin rück
wirkend ab 1. Juli 2011 eine ganze IV-Rente auszurichten.
2. Eventualiter seien eine fachärztliche pneumologische Untersuchung sowie eine
effektive Leistungserhebung durchzuführen.
3. Der Beschwerdeführerin sei die unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den
Gerichtskosten und unentgeltliche Rechtsverbeiständung) zu gewähren.
Zur Begründung machte der Rechtsvertreter geltend, der Hausarzt habe im Gegensatz
zu den ABI-Sachverständigen die Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit schlüssig und
plausibel begründet. Die Empfehlung der ABI-Sachverständigen zur Durchführung
beruflicher Massnahmen stehe auch in direktem Widerspruch zur Mitteilung der IV-
Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) vom 15. Februar 2011. Die
rheumatologische und die psychiatrische Untersuchung seien spärlich ausgefallen und
mit subjektiven und anamnestischen Ausführungen gespickt worden. Die
rheumatologische Schätzung der Arbeitsfähigkeit beruhe lediglich auf der Anamnese,
dem Untersuchungsbefund sowie den Röntgenbildern; es handle sich um eine rein
theoretische Einschätzung. Es wäre angezeigt gewesen, die Arbeitsfähigkeit in
rheumatologischer Hinsicht mittels eines validierten Tests zu evaluieren. Sodann sei
angesichts der Schwere der Lungenerkrankung nicht nachvollziehbar, warum die
Einschränkung der Lungenfunktion keinen zusätzlichen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
haben solle. Zudem hätten die gesundheitlichen Einschränkungen gemäss dem
Hausarzt einen additiven Effekt. Weiter wäre eine fachärztliche pneumologische
Untersuchung notwendig gewesen. Es sei nämlich davon auszugehen, dass die
Lungenerkrankung erhebliche Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit habe, zumal die
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Beschwerdeführerin dadurch vermehrt pausieren müsse, sich nur langsam bewegen
könne und unter Atemnot leide. Auf das ABI-Gutachten könne folglich nicht abgestellt
werden. Weiter entspreche das Invalideneinkommen dem zuletzt erzielten Einkommen
als Reinigungskraft, d.h. Fr. 3'600.-- pro Jahr. Bei einem Valideneinkommen von
Fr. 52'790.-- betrage der Invaliditätsgrad 93.2 %. In einem der Beschwerde beigelegten
Bericht vom 7. Januar 2013 wiederholte der Hausarzt hauptsächlich die bereits im
Bericht vom 13. September 2012 vorgebrachten Einwände (act. G 1.1 Beilage 4).
Zusätzlich machte er geltend, dass es durchaus Berufe gebe, bei denen man zwar
nicht schwer heben müsse, die aber eine gewisse körperliche Fitness verlangten.
Solche Berufe könne die Beschwerdeführerin aufgrund der beeinträchtigten
Lungenfunktion nicht mehr ausüben.
C.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 12. Februar 2013 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 5). Sie brachte zusammengefasst vor, dass vollumfänglich auf das
ABI-Gutachten abgestellt werden könne. Insbesondere habe die ABI GmbH die
medizinische Situation und die medizinischen Zusammenhänge einleuchtend beurteilt
und die Schlussfolgerungen nachvollziehbar begründet.
C.c Das Gericht bewilligte der Beschwerdeführerin am 15. Februar 2013 die
unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der
unentgeltlichen Rechtsverbeiständung; act. G 6).
C.d Mit Replik vom 27. Februar 2013 liess die Beschwerdeführerin an den mit der
Beschwerde gestellten Rechtsbegehren festhalten (act. G 8). Ihr Rechtsvertreter merkte
zudem an, dass sich die von der Beschwerdegegnerin erwähnte RAD-Stellungnahme
vom 11. Oktober 2012 (IV-act. 36-2) nicht in den IV-Akten befinde und ihm diese
unverzüglich zur Stellungnahme zuzustellen sei. Der Replik lag sodann eine Kostennote
über einen Betrag von Fr. 2'875.35 bei (act. G 8.2). Die Beschwerdegegnerin
verzichtete auf eine Duplik (act. G 10). Am 4. Dezember 2014 reichte der
Rechtsvertreter einen weiteren Bericht des Hausarztes vom 3. Dezember 2014 ein (act.
G 11).
C.e Am 30. März 2015 stellte das Gericht dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin
das von der Beschwerdegegnerin mit der Beschwerdeantwort eingereichte IV-
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Aktendossier zu, in welchem sich auch die Stellungnahme des RAD vom 11. Oktober
2012 (IV-act. 36) befand (act. G 13). In einer Stellungnahme vom 16. April 2015 (act. G
14) brachte der Rechtsvertreter ergänzend vor, dass die Lungenfunktionsprüfung vom
30. November 2011 über drei Jahre zurückliege und deren Ergebnisse offensichtlich
veraltet seien; dies insbesondere deshalb, weil es sich bei der Lungenerkrankung um
eine progrediente Erkrankung handle. Zudem habe sich der psychische
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit der Beschwerdeeinreichung
verschlechtert, weshalb zusätzlich eine psychiatrische Abklärung angezeigt sei. Die
Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Stellungnahme hierzu (vgl. act. G 15).

Erwägungen:
1.
1.1 Mit der angefochtenen Verfügung vom 10. Dezember 2012 hat die
Beschwerdegegnerin einen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin verneint. Strittig
ist demnach, ob die Beschwerdeführerin einen Anspruch auf eine Invalidenrente hat
oder nicht.
1.2 Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht
durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder
verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf
dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG, SR 831.20). Invalidität ist gemäss
Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere
Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der
durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden
ausgeglichen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Nichterwerbstätige, denen eine
Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, gelten als invalid, wenn eine
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Unmöglichkeit vorliegt, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 8 Abs. 3
ATSG).
1.3 Die Bemessung der Invalidität erfolgt bei erwerbstätigen Versicherten nach der
Einkommensvergleichsmethode (Art. 28 Abs. 2 IVG), bei nichterwerbstätigen
Versicherten ‒ so namentlich bei im Haushalt tätigen Personen ‒ durch einen
Betätigungsvergleich nach der spezifischen Methode (Art. 28 Abs. 3 IVG i.V.m. Art. 27
der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV, SR 831.201) und bei
teilerwerbstätigen Versicherten nach der gemischten Methode, einer Kombination von
Einkommens- und Betätigungsvergleich (Art. 28 Abs. 3 IVG in Verbindung mit Art. 27
IVV; vgl. BGE 130 V 97 E 3.1).
2.
Zunächst ist somit zu prüfen, nach welcher Methode die Invaliditätsbemessung zu er
folgen hat. Konkret stellt sich die Frage, ob die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der
Prüfung des Rentenanspruchs ohne Gesundheitsschaden vollerwerbstätig gewesen
wäre oder ob sie einer teilweisen oder gar keiner Erwerbstätigkeit nachgegangen wäre.
Die Beschwerdeführerin ist alleinstehend. Da sie weder über einen anerkannten
Berufsabschluss noch über aktuelle Berufserfahrung verfügt, hätte die von der
Sozialhilfe abhängige Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall einer ganztägigen
Erwerbstätigkeit nachgehen müssen, um ihren Lebensunterhalt selbständig finanzieren
zu können. Es muss daher unterstellt werden, dass die Beschwerdeführerin ohne
Gesundheitsschaden im Zeitpunkt der Prüfung des Rentenanspruchs eine
Vollerwerbstätigkeit ausgeübt hätte. Die Beschwerdegegnerin hat den Invaliditätsgrad
somit richtigerweise anhand eines reinen Einkommensvergleichs ermittelt.
3.
3.1 In medizinischer Hinsicht liegen einerseits ein polydisziplinäres Gutachten der
ABI GmbH vom 6. Februar 2012 und andererseits die Berichte des Hausarztes vom
10. und 19./31. Januar 2011 sowie vom 13. September 2012 im Recht. Der Bericht des
Hausarztes vom 4. Dezember 2014 umschreibt den gesundheitlichen Verlauf nach
Verfügungserlass und ist daher für das vorliegende Verfahren nicht von Relevanz.
bis
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Unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin im Verfügungszeitpunkt an einem
chronischen lumbovertebralen Schmerzsyndrom, Osteoporose, einer COPD, einer
generalisierten Angststörung und an einer Anpassungsstörung gelitten hat. Umstritten
ist demgegenüber, welchen Einfluss diese gesundheitlichen Beeinträchtigungen auf die
Arbeitsfähigkeit haben. Einig sind sich die ABI-Sachverständigen und der Hausarzt
lediglich darin, dass die Beschwerdeführerin nur noch eine körperlich leichte,
wechselbelastende Tätigkeit ausüben kann. Auf diese Einschätzung kann angesichts
der organisch nachgewiesenen deutlich verminderten Belastbarkeit der Wirbelsäule
und der damit zusammenhängenden Schmerzsymptomatik sowie der COPD ohne
Weiteres abgestellt werden. Zu klären bleibt, wie stark die Beschwerdeführerin
aufgrund der oben genannten gesundheitlichen Beeinträchtigungen bei der Ausübung
einer in dieser Form adaptierten Tätigkeit eingeschränkt ist.
3.2 Der Hausarzt hat dargelegt, dass die Restarbeitsfähigkeit in einer adaptierten
Tätigkeit lediglich 20 % betrage. Die 80 %ige Arbeitsunfähigkeit hat er damit
begründet, dass die Beschwerdeführerin bereits bei leichter körperlicher Anstrengung
ausser Atem gerate und dadurch Angst bekomme, praktisch ständig unter leichten
Rückenschmerzen leide, keine schwereren Lasten heben könne und trotz der
Einnahme eines Antidepressivums eher zurückgezogen und kontaktarm lebe. Die durch
den jeweiligen Gesundheitsschaden (Lunge, Rücken, Psyche) ausgelösten
Arbeitsunfähigkeitsgrade müssten zudem addiert werden. Die
Arbeitsfähigkeitsschätzung des Hausarztes überzeugt aus verschiedenen Gründen
nicht: Erstens beinhaltet eine körperlich leichte Tätigkeit nie das Tragen schwererer
Lasten. Zweitens handelt es sich bei einem sozialen Rückzug nicht um ein Symptom,
welches direkt eine Arbeitsunfähigkeit zu begründen vermag, wie dies beispielsweise
bei Konzentrationsstörungen der Fall wäre. Drittens hat der Hausarzt nicht dargelegt,
wie sich der von ihm geschätzte hohe Arbeitsunfähigkeitsgrad zusammensetzt, d.h. er
hat keine Arbeitsfähigkeitsschätzungen mit Bezug auf die einzelnen gesundheitlichen
Beeinträchtigungen abgegeben. Seine Einschätzung ist deshalb nicht nachvollziehbar.
Viertens hat der Hausarzt keine plausible Begründung dafür vorweisen können, dass
die durch den jeweiligen Gesundheitsschaden ausgelösten Arbeitsunfähigkeitsgrade
kumuliert werden müssen. Nur weil eine versicherte Person an verschiedenen
gesundheitlichen Beeinträchtigungen leidet, rechtfertigt sich noch keine Kumulation der
Teilarbeitsunfähigkeitsgrade, denn häufig deckt der Umfang der grössten
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Teileinschränkung auch die weiteren Entlastungserfordernisse ab (SVR 2008 IV Nr. 15
S. 44 E 2.1). Fünftens gibt es Hinweise dafür, dass der Hausarzt in seiner
Arbeitsfähigkeitsschätzung mitberücksichtigt hat, inwieweit sich die
Beschwerdeführerin subjektiv noch arbeitsfähig fühlt. Bei der
Arbeitsfähigkeitsschätzung geht es jedoch nur darum, festzustellen, inwieweit einer
versicherten Person objektiv betrachtet eine bestimmte Arbeitstätigkeit noch zumutbar
ist. Der Hausarzt hat im Bericht vom 13. September 2012 sinngemäss erklärt, dass eine
80 %ige Arbeitsfähigkeit adaptiert schon deshalb illusorisch sei, weil der letzte
"Arbeitsversuch" (Reinigungstätigkeit) gesundheitsbedingt gescheitert sei. Die effektiv
erbrachte Arbeitsleistung kann jedoch von der medizinisch-theoretisch noch
vorhandenen Leistungsfähigkeit abweichen, da Erstere nicht nur durch medizinisch
nachweisbare Gesundheitsbeeinträchtigungen, sondern auch durch subjektive
Empfindungen der versicherten Person beeinflusst wird. Die effektiv erbrachte
Arbeitsleistung ist daher oftmals geringer als die Arbeitsleistung, die eine Person
objektiv betrachtet noch erbringen könnte. Vorliegend kommt hinzu, dass es sich bei
einer Reinigungstätigkeit nicht um eine körperlich leichte Tätigkeit handelt und diese
zuletzt ausgeübte Tätigkeit deshalb gar nicht geeignet ist, um die Arbeitsfähigkeit in
einer adaptierten Tätigkeit zu bestimmen. Bleibt noch anzumerken, dass die ehemalige
Arbeitgeberin ausdrücklich erklärt hat, dass die Arbeitsleistung dem ausbezahlten Lohn
entsprochen habe und die Kündigung nicht aus gesundheitlichen Gründen erfolgt sei.
Somit erweckt auch die Aussage des Hausarztes, die Arbeitsstelle als Reinigungskraft
sei der Beschwerdeführerin gekündigt worden, weil sie zu langsam gearbeitet habe,
Zweifel an der Aussagekraft seines Berichts. Auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung des
Hausarztes kann demzufolge nicht abgestellt werden.
3.3 Somit bleibt zu prüfen, ob auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung der ABI-Sachver
ständigen abgestellt werden kann. Die psychiatrische Sachverständige hat eine
generalisierte Angststörung sowie eine Anpassungsstörung diagnostiziert, diesen
Störungen jedoch einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit abgesprochen. Die
psychiatrische Sachverständige hat bei der Untersuchung lediglich leichte depressive
Merkmale beobachten können. Sie hat diese psychopathologischen
Funktionsstörungen jedoch als nicht ausreichend qualifiziert, um eine
Arbeitsunfähigkeit zu begründen. Die psychiatrische Sachverständige hat ihre
Einschätzung in Kenntnis der Vorakten, unter Berücksichtigung der geklagten
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Beschwerden sowie nach einer gründlichen Erhebung des psychopathologischen
Status abgegeben. Auch die Schlussfolgerung, dass die psychiatrischen Diagnosen
keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit haben, überzeugt: Die Beschwerdeführerin hat
die somatischen Beschwerden (Lunge und Rücken) stets in den Vordergrund gestellt.
Der Hausarzt und die Beschwerdeführerin haben angegeben, dass ihr das
eingenommene Antidepressivum gegen die Angstzustände und die depressiven
Verstimmungen helfe. Die Beschwerdeführerin hat sich denn auch nie in psychiatrische
oder psychotherapeutische Behandlung begeben. Zudem geht aus den Akten nicht
hervor, dass der Hausarzt eine solche je als indiziert erachtet hätte. Insoweit der
Rechtsvertreter geltend gemacht hat, dass sich der psychische Gesundheitszustand
der Beschwerdeführerin seit der Beschwerdeeinreichung verschlechtert habe, ist er
nicht zu hören. Denn im vorliegenden Verfahren ist für die Invaliditätsbemessung
lediglich der Gesundheitszustand bis und mit dem Verfügungszeitpunkt massgebend.
Demnach ist überwiegend wahrscheinlich, dass die Beschwerdeführerin in
psychiatrischer Hinsicht in jeglicher Tätigkeit voll arbeitsfähig ist.
3.4 Der rheumatologische Sachverständige hat die Restarbeitsfähigkeit in einer
rückenadaptierten Tätigkeit auf 80 % geschätzt. Die Arbeitsfähigkeit sei aufgrund der
deutlich verminderten Belastbarkeit der Wirbelsäule sowie der organisch
nachvollziehbaren Schmerzsymptomatik eingeschränkt. Eine adaptierte Tätigkeit
müsse körperlich leicht sein und dürfe keine Überkopfarbeiten, keine monoton-
repetitiven Haltungen oder Bewegungen und keine Zwangshaltungen beinhalten. Die
20 %ige Arbeitsunfähigkeit hat er damit begründet, dass die Beschwerdeführerin
vermehrte Pausen benötige. Die Arbeitsleistung sei daher in einem ganztägigen
Pensum verwertbar. Entgegen der Behauptung des Rechtsvertreters hat der
rheumatologische Sachverständige seine Arbeitsfähigkeitsschätzung somit
nachvollziehbar begründet. Gerade bei Rückenleiden kann die Arbeitsfähigkeit in der
Regel allein schon durch die Vermeidung rückenbelastender Tätigkeiten erheblich
gesteigert werden. Wie bereits unter Erw. 3.2 dargelegt, ist es der Beschwerdeführerin
zudem zumutbar, trotz eines gewissen Masses an Schmerzen einer Arbeitstätigkeit
nachzugehen. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung des rheumatologischen
Sachverständigen deckt sich sodann mit den Angaben des Hausarztes, wonach die
Beschwerdeführerin dank der Einnahme von Schmerzmitteln in der Regel "nur" unter
leichten Rückenschmerzen leide. Auch die 20 %ige Leistungsverminderung leuchtet
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ein, denn durch vermehrte Pausen kann die Beschwerdeführerin die Rückenbelastung
reduzieren. Der Rechtsvertreter und der Hausarzt haben weiter moniert, dass keine
Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) durchgeführt worden sei. Bei einer
EFL handelt es sich um eine Leistungserprobung mittels verschiedener standardisierter
funktioneller Tests für physische Funktionen der Arbeit (zum Beispiel Heben, Tragen,
Arbeit über Brusthöhe, Treppen/Leiter Steigen, etc.; vgl. Rehaklinik Bellikon, http://
www.rehabellikon.ch/leistungsfaehigkeit-efl/, besucht am 11. Mai 2015). Die vom
rheumatologischen Sachverständigen umschriebene leidensadaptierte Tätigkeit
beinhaltet keine körperlich belastenden Tätigkeiten. Eine EFL wäre somit wenig
aussagekräftig. Auch sind keine Gründe ersichtlich, die im vorliegenden Fall einer rein
medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeitsschätzung entgegenstehen würden. Aus
dem Gesagten folgt, dass auf die überzeugende Einschätzung der Arbeitsfähigkeit des
rheumatologischen Sachverständigen abgestellt werden kann. Schliesslich ist noch zu
prüfen, welchen Einfluss die COPD auf die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten
Tätigkeit hat. Der Rechtsvertreter hat geltend gemacht, dass das Ausmass der
pulmonalen Einschränkung anhand einer eingehenden pneumologischen
Untersuchung, insbesondere einer spiroergonomischen Prüfung, hätte bestimmt
werden müssen. Zudem sei die von der ABI GmbH durchgeführte
Lungenfunktionsprüfung veraltet. Der internistische Sachverständige hat den Verzicht
auf eine eingehende pneumologische Untersuchung damit begründet, dass eine COPD
gut anhand einer einfachen Lungenfunktionsprüfung diagnostiziert werden könne, die
Compliance der Beschwerdeführerin bei der Untersuchung gut gewesen sei und die
Arbeitsfähigkeit bereits aus rheumatologischer Sicht deutlich eingeschränkt sei,
weshalb die COPD keinen zusätzlichen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe. Diese
letzte Aussage muss so interpretiert werden, dass die COPD keinen weiteren Einfluss
auf die Arbeitsfähigkeit in qualitativer Hinsicht hat. Denn gemäss den im Recht
liegenden medizinischen Akten hat die Beschwerdeführerin im Ruhezustand keine
Atmungsbeschwerden; diese treten erst bei körperlicher Aktivität bzw. Belastung auf.
Demzufolge schränkt die COPD die Beschwerdeführerin in einer körperlich leichten,
vorwiegend sitzenden Tätigkeit mit der Möglichkeit zur Einnahme von
Wechselpositionen nicht in ihrer Arbeitsfähigkeit ein. Diese Einschätzung überzeugt.
Weitergehende pulmonale Untersuchungen waren in dieser Situation nicht notwendig,
da für die Bestimmung der Arbeitsfähigkeit nicht die exakte Diagnose, sondern die
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konkreten Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit entscheidend sind. Für die
Invaliditätsbemessung ist der Gesundheitszustand resp. die Arbeitsfähigkeit einer
versicherten Person bis zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses relevant. Die
angefochtene Verfügung datiert vom 10. Dezember 2012. Die pneumologische
Untersuchung durch die ABI GmbH ist am 30. November 2011 und damit rund ein Jahr
vor Verfügungserlass erfolgt. Der Hausarzt hat in einem Bericht an die ABI GmbH vom
21. November 2011 (IV-act. 37-2) angegeben, dass es am 10. November 2011 zu einer
Exazerbation der COPD gekommen sei, die mit Antibiotika und systemischen Steroiden
habe behandelt werden müssen. Ansonsten habe sich der Zustand bei minimaler
Anstrengung ordentlich stabilisiert. Im Bericht vom 13. September 2012 hat der
Hausarzt keine Verschlechterung der pulmonalen Problematik geltend gemacht.
Insbesondere hat er weiterhin keine pulmonalen Beschwerden im Ruhezustand
umschrieben. Es kann daher davon ausgegangen werden, dass sich die pulmonale
Situation zwischen dem Begutachtungszeitpunkt (November 2011) und dem
Verfügungserlass (Dezember 2012) zumindest nicht in arbeitsbezogen relevanter Weise
verschlechtert hat. Die Testergebnisse der Lungenfunktionsprüfung der ABI GmbH sind
im Verfügungszeitpunkt somit noch aktuell gewesen. Schliesslich ist noch auf das
Vorbringen des Rechtsvertreters, dass die Empfehlung der ABI GmbH zur
Durchführung beruflicher Massnahmen in direktem Widerspruch zur Mitteilung vom
15. Februar 2011 stehe, einzugehen. Die Beschwerdegegnerin hat die Durchführung
beruflicher Massnahmen mit der Mitteilung vom 15. Februar 2011 nicht wegen des
Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin verneint, sondern weil sie zu diesem
Zeitpunkt fälschlicherweise davon ausgegangen ist, dass die Beschwerdeführerin als
Nichterwerbstätige, namentlich als Hausfrau, zu qualifizieren sei. Der Inhalt der
Mitteilung und die Empfehlung der ABI GmbH widersprechen sich somit nicht.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass auf die polydisziplinäre
Arbeitsfähigkeitsschätzung der ABI-Sachverständigen abzustellen ist. Die
Beschwerdeführerin ist somit in einer körperlich leichten, vorwiegend sitzenden
Tätigkeit mit der Möglichkeit zur Einnahme von Wechselpositionen, ohne
Überkopfarbeiten, ohne monoton-repetitive Haltungen oder Bewegungen und ohne
Zwangshaltungen in einem Vollpensum zu 80 % leistungsfähig.
4.
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Schliesslich ist noch der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene
Einkommensvergleich zu überprüfen. Gemäss Art. 16 ATSG wird beim
Einkommensvergleich das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt
der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen). Für die Bemessung des Invaliden- und des Valideneinkommens
ist auf den Zeitpunkt des allfälligen Rentenbeginns abzustellen, welcher vorliegend
unter Berücksichtigung der sechsmonatigen Frist (Art. 29 Abs. 1 IVG) auf den 1. Juli
2011 festzusetzen ist. Die Invalidität ist im Jahr 2008 ausgelöst worden, als die
Beschwerdeführerin ein lumboradikuläres Syndrom S1 erlitten hat. Das zuletzt erzielte
Einkommen als Reinigungskraft (2010-2011) stellt daher nicht die erwerbliche
Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin ohne Gesundheitsschaden dar. Die
Beschwerdeführerin verfügt über keine anerkannte Berufsausbildung; den Beruf der
Locherin/Prüferin gibt es heute nicht mehr. Die Beschwerdegegnerin hat das
Valideneinkommen daher zu Recht anhand des durchschnittlichen Einkommens einer
Hilfsarbeiterin gemäss der Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik
bestimmt. Dieses hat im Jahr 2011, aufgerechnet auf die betriebsübliche wöchentliche
Arbeitszeit von 41.7 Stunden, Fr. 53'367.-- betragen (vgl. Anhang 2: Lohnentwicklung,
IVG-Gesetzesausgabe der Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2015). Da die
Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall aufgrund ihrer finanziellen Situation einer
Vollerwerbstätigkeit hätte nachgehen müssen, beträgt das Valideneinkommen
Fr. 53'367.--. Auch für die Bemessung des Invalideneinkommens muss auf einen
Tabellenlohn abgestellt werden. Wie die Validenkarriere besteht die Invalidenkarriere in
einer Hilfsarbeitertätigkeit. Zu prüfen bleibt, ob ein Tabellenlohnabzug vorzunehmen ist.
Es besteht die Gefahr, dass die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer somatischen
Gesundheitsbeeinträchtigungen mehr gesundheitsbedingte Absenzen verzeichnen wird
als eine gesunde Arbeitnehmerin. Ein zukünftiger Arbeitgeber würde die
Beschwerdeführerin daher nur zu einem unterdurchschnittlichen Lohn einstellen. Ein
Tabellenlohnabzug von 10 % erscheint unter diesen Umständen als gerechtfertigt. Das
Invalideneinkommen beträgt somit Fr. 38'424.-- (Fr. 53'367.-- x 0.8 x 0.9). Hieraus
resultiert ein nicht rentenrelevanter Invaliditätsgrad von 28 %.
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5.
5.1 Damit steht fest, dass die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine
Invalidenrente hat. Die Beschwerde ist deshalb abzuweisen.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem
Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdeführerin
aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist die Beschwerdeführerin
allerdings von der Bezahlung der Gerichtsgebühr zu befreien.
5.3 Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der
Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art.
61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.--
bis Fr. 12'000.--. Der Rechtsvertreter hat eine Kostennote über den Betrag von Fr.
2'875.35 eingereicht, welcher sich aus einem Honorar von Fr. 2'560.--, Barauslagen
von Fr. 102.40 und einer Mehrwertsteuer von Fr. 212.95 zusammensetzt. Der geltend
gemachte Aufwand von 12.8 Stunden erscheint für den vorliegenden Fall angemessen.
Im vom Rechtsvertreter verrechneten Stundenansatz von Fr. 200.-- ist die Kürzung des
Honorars um einen Fünftel nach Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes (sGS 963.70)
bereits berücksichtigt (vgl. Art. 24 Abs. 1 HonO, wonach das mittlere Honorar Fr. 250.--
je Stunde beträgt). Somit hat der Staat den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin mit
Fr. 2'875.35 (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
5.4 Wenn es die wirtschaftlichen Verhältnisse der Beschwerdeführerin gestatten, kann
sie zur Nachzahlung der Gerichtsgebühr und zur Rückerstattung der
Parteientschädigung verpflichtet werden (Art. 123 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).
bis
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Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP