Decision ID: f100c82a-a700-4024-ae19-791063c4a649
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. A.Y., geboren 1956, ist mazedonischer Staatsangehöriger albanischer Ethnie. Am
19. Dezember 1976 heiratete er in Q., Mazedonien, B.Y. (auch: B.Z.), geboren 1955,
ebenfalls mazedonische Staatsangehörige. Aus der Ehe gingen drei gemeinsame
Kinder (K.Y., geb. 1977, O.Y., geb. 1975 oder 1979, und M.Y., geb. 1983) hervor. Vom
21. September 1986 bis 14. Dezember 1986 hielt sich A.Y. als Kurzaufenthalter und
vom 26. März 1987 bis 14. Dezember 1990 jeweils für neun Monate als Saisonnier in
der Schweiz auf (Akten Migrationsamt A.Y. [fortan: Dossier], S. 65 f., 178, 182, 219,
283, 358, 408, 449, 457). Am 15. März 1991 reiste A.Y. in die Schweiz ein, wo ihm am
23. April 1991 eine Aufenthaltsbewilligung erteilt wurde, welche in der Folge jeweils um
ein Jahr verlängert wurde (Dossier, S. 8, 11, 15, 26, 76, 86, 89, 94, 97, 110, 119, 122,
140, 143, 146, 149, 152, 155, 158, 184, 192, 213, 216, 234, 323, 328, 339, 343, 352,
371, 386, 388, 398, 403, 407, 423). Am 3. Dezember 2001 resp. 31. Januar 2002 wurde
A.Y. von Dr. med. E.S. bzw. Dr. med. G.T. wegen Schulterbeschwerden für Tätigkeiten
mit grosser körperlicher Belastung eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % attestiert
(Dossier, S. 42 f., 50). Mit Verfügung vom 6. Januar 2009 wies die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen ein Gesuch von A.Y. vom
25. März 2008 zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung ab (Dossier, S.
353-355). Am 12. Februar 2015 ersuchte er um Erteilung einer
Niederlassungsbewilligung (Dossier, S. 467).
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B. A.Y. häufte seit dem Jahr 1993 Schulden an (Dossier, S. 23, 35 f., 79, 102-104, 117
f., 130-132, 251, 268, 295, 349, 372-375, 382 f., 393-395, 399 f., 404, 414-417,
444-447, act. 12, act. 15/11), war seit dem 18. Februar 1995 zeitweilig arbeitslos
(Dossier, S. 9 f., 14, 16, 45, 49, 54, 124, 134, 136-138, 224, 315, 344, 350 f.) und bezog
von 1994 bis 2006 finanzielle Sozialhilfe (Dossier, S. 19-21, 33, 80 f., 101, 109,
113-116, 125-129, 269, 331, 348, 366-368). Am 7. April 1997, 19. Dezember 1997, 13.
August 2002 und 16. Dezember 2009 verlängerte das Migrationsamt (ehemals:
Fremdenpolizei oder Ausländeramt) seine Aufenthaltsbewilligung deshalb nur auf
Zusehen und Wohlverhalten hin. Mit Verfügung vom 19. Dezember 2000 verwarnte es
ihn (Dossier, S. 27 f., 77 f., 107 f., 135, 369 f.).
C. Mit Verfügung vom 2. Juli 1992 stellte das Migrationsamt ein Verfahren ein, in
welchem A.Y. um Familiennachzug für seine Ehefrau ersucht hatte (Dossier, S. 199).
Am 5. Mai 1993 ersuchte A.Y. um Familiennachzug für seine Ehefrau und seine drei
Kinder (Dossier, S. 176). Am 18. Juni 1993 meldeten sich diese beim Einwohneramt X.
an. Am 13. Juli 1993 wurde ihnen offenbar eine Aufenthaltsbewilligung erteilt (act. 2, lit.
A/b). Mit Zwischenverfügung vom 24. März 1994 drohte das Migrationsamt A.Y. an, die
Aufenthaltsbewilligung für seine Ehefrau und Kinder zu widerrufen, da die
schulpflichtigen Töchter O.Y. und M.Y. seit ihrer Einreise den obligatorischen
Schulunterricht nicht besuchten (Dossier, S. 175 und 170). Offenbar am 2. Juni 2005
meldete sich B.Y. nach Mazedonien ab, um gemäss eigenen Angaben ihre kranke
Schwiegermutter zu pflegen, nachdem ihr Schwiegervater bereits am 1. August 2002
verstorben war (Dossier, S. 51, 470, act. 11, S. 2 Ziff. I/3). Daraufhin erlosch ihre bis 17.
Dezember 2005 gültige Aufenthaltsbewilligung (Dossier, S. 282). Am
21. November 2005 ersuchte A.Y. um Familiennachzug für seine Ehefrau (Dossier,
S. 237-248). Mit Verfügung vom 27. Januar 2006 wies das Migrationsamt das Gesuch
wegen ungenügender finanzieller Mittel, Verschuldung und Bezug von finanzieller
Sozialhilfe ab (Dossier, S. 273-275). Einem als „Rekurs“ titulierten
Wiedererwägungsgesuch von A.Y. vom 3. Februar 2006 (eingegangen beim
Ausländeramt am 7. März 2006) gab es mit Verfügung vom 9. März 2006 nicht statt
(Dossier, S. 276-285). Am 28. Juni 2006 reichte A.Y. ein Familiennachzugsgesuch für
seine Ehefrau ein (Dossier, S. 310-312), auf welches das Migrationsamt wegen
Verletzung der Mitwirkungspflicht mit Verfügung vom 6. Juli 2006 nicht eintrat (Dossier,
S. 319 f.).
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D. Seit dem 26. März 2010 bestehen beim Sozialamt X. keine offenen
Sozialhilfeschulden von A.Y. mehr (Dossier, S. 381, 396, 421, 462). Am
24. Oktober 2011 starb offenbar seine Mutter in Mazedonien (act. 11, S. 2 Ziff. I/5). Am
11. November 2014 reichte er ein Familiennachzugsgesuch für seine Ehefrau ein
(Dossier, S. 451-453). Mit Verfügung vom 26. März 2015 wies das Migrationsamt das
Gesuch ab (Dossier, S. 470-474). Dagegen rekurrierte A.Y. am 9. April 2015 beim
Sicherheits- und Justizdepartement (act. 15/1). Mit Entscheid vom 30. Oktober 2015
(expediert am 3. November 2015) wies das Departement den Rekurs ab (act. 2).
E. Gegen den Entscheid des Sicherheits- und Justizdepartements (Vorinstanz) vom 30.
Oktober 2015 erhob A.Y. (Beschwerdeführer) am 12. November 2015 Beschwerde
beim Verwaltungsgericht mit dem Rechtsbegehren, es sei der angefochtene Entscheid
unter Kosten- und Entschädigungsfolge aufzuheben und dem Gesuch um
Familiennachzug stattzugeben (act. 1). Am 29. Januar 2016 ergänzte er seine
Beschwerde mit einer Begründung (act. 11). Mit Vernehmlassung vom 8. Februar 2016
schloss die Vorinstanz auf Abweisung der Beschwerde (act. 14 f.). Mit Stellungnahme
vom 8. Juni 2016 reichte der Beschwerdeführer Auszüge aus dem Betreibungsregister
vom 28. Januar 2016 und 7. Juni 2016 sowie eine Forderungsaufstellung der Intrum
Justitia Brugg AG ein (act. 16 f.). Am 19. Juli 2016 reichte er einen Arbeitsvertrag ein,
gemäss welchem ihn sein Sohn ab 1. August 2016 während fünf Stunden pro Tag als
Babysitter anstellte (act. 19 f.).
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge und die

Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. (...).
2. Dem hier aufenthaltsberechtigten Beschwerdeführer wurde auf sein Gesuch vom 12.
Februar 2015 (Dossier, S. 467) hin, soweit ersichtlich, bis dato keine
Niederlassungsbewilligung erteilt. Der von ihm beantragte Familiennachzug beruht
demnach auf Art. 44 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer
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(Ausländergesetz; SR 142.20, AuG). Im Unterschied zu Art. 42 f. AuG verschafft Art. 44
AuG der Ehefrau des Beschwerdeführers keinen Rechtsanspruch auf Erteilung der
Aufenthaltsbewilligung, da der Beschwerdeführer bloss über eine
Aufenthaltsbewilligung verfügt. Ebenso fehlt ihr die Möglichkeit, eine Bewilligung nach
Art. 8 der Europäischen Konvention zum Schutze der Menschenrechte und
Grundfreiheiten (SR 0.101, EMRK) bzw. Art. 13 der Bundesverfassung der
Schweizerischen Eidgenossenschaft (SR 101, BV) zu beanspruchen, wäre doch
unabdingbare Voraussetzung dafür, dass der nachziehende Beschwerdeführer über ein
gefestigtes Anwesenheitsrecht in der Schweiz verfügte, was bei blosser
Aufenthaltsbewilligung nicht der Fall ist, zumal der Beschwerdeführer über keinen
Rechtsanspruch auf Erteilung der Aufenthaltsbewilligung verfügt (vgl. BGer
2C_281/2016 vom 5. April 2016 E. 2.2 mit Hinweisen). Namentlich unterhält der
Beschwerdeführer in der Schweiz keine besonders intensiven, über eine normale
Integration hinausgehenden privaten Bindungen gesellschaftlicher oder beruflicher
Natur bzw. keine entsprechend vertieften sozialen Beziehungen zum ausserfamiliären
bzw. ausserhäuslichen Bereich (vgl. BGE 130 II 281 E. 3.2.1 mit Hinweisen). Da die
Ehefrau des Beschwerdeführers somit weder aus dem Völkerrecht noch aus dem
Landesrecht einen Anspruch auf Anwesenheit in der Schweiz ableiten kann, ist die
Frage der Erteilung eines Anwesenheitsrechts gestützt auf Art. 44 AuG von der
Migrationsbehörde in pflichtgemässer Ermessensausübung (vgl. Art. 96 Abs. 1 AuG) zu
prüfen. Dabei gilt es zu beachten, dass mit verwaltungsgerichtlicher Beschwerde einzig
Rechtsverletzungen der Migrationsbehörden sowie die unrichtige oder ungenügende
Feststellung des Sachverhalts gerügt werden können (Art. 61 Abs. 1 und 2 VRP, vgl.
VerwGE B 2013/219 vom 17. Dezember 2015 E. 2.2, und VerwGE B 2015/45 vom
19. Juli 2016 E. 6.1, www.gerichte.sg.ch).
3. Ausländischen Ehegatten von Personen mit Aufenthaltsbewilligung kann eine
Aufenthaltsbewilligung gestützt auf Art. 44 AuG erteilt werden, wenn sie mit diesen
zusammenwohnen (lit. a), eine bedarfsgerechte Wohnung vorhanden ist (lit. b) und sie
nicht auf Sozialhilfe angewiesen sind (lit. c). Gesuche um Familiennachzug von
Ehegatten von Personen mit einer Aufenthaltsbewilligung müssen innerhalb von fünf
Jahren eingereicht werden (vgl. Art. 73 Abs. 1 Satz 1 der Verordnung über Zulassung,
Aufenthalt und Erwerbstätigkeit, SR 142.201, VZAE). Die Fristen nach Absatz 1
beginnen mit der Erteilung der Aufenthaltsbewilligung oder mit der Entstehung des
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Familienverhältnisses zu laufen (Art. 73 Abs. 2 VZAE). Übergangsrechtlich beginnen sie
nach Art. 126 Abs. 3 AuG analog mit dem Inkrafttreten des Gesetzes am
1. Januar 2008 (vgl. AS 2007 5489 und Weisungen und Erläuterungen
Ausländerbereich, Weisung AuG, des Staatssekretariats für Migration SEM, Oktober
2013, Stand am 6. März 2017, S. 250 Ziff. 6.10.3, www.sem.admin.ch). Ein
nachträglicher Familiennachzug kann nur bewilligt werden, wenn wichtige familiäre
Gründe geltend gemacht werden (Art. 73 Abs. 3 Satz 1 VZAE, siehe auch Art. 75
VZAE), wobei die Beurteilung dieser Frage die Verhältnismässigkeitsprüfung teilweise
vorwegnimmt. Die Bewilligung des Nachzugs nach Ablauf der Fristen hat nach dem
Willen des Gesetzgebers die Ausnahme zu bleiben, soll die Fristenregelung nicht ihres
Sinns entleert werden. Ein nachträglicher Nachzug kommt nicht in Betracht, wenn der
Nachzugswillige die Einhaltung von Fristen, die ihm die Zusammenführung der Familie
ermöglicht hätte, versäumt hat und keine gewichtigen Gründe geltend macht, um erst
später einen derartigen Nachzug zu beantragen. Namentlich dort, wo die Familie selber
die Trennung freiwillig herbeigeführt hat, bedarf es stichhaltiger Gründe, die zum Wohle
der Familie eine andere Lösung erforderlich machen. So wurde ein nachträglicher
Nachzug verweigert, wenn Frau und Kinder bisher bereits im Ausland getrennt vom
Vater lebten und weiterhin dort leben konnten. Dabei ist Art. 47 Abs. 4 Satz 1 AuG bzw.
Art. 73 Abs. 3 VZAE jeweils aber dennoch so zu handhaben, dass der Anspruch auf
Schutz des Familienlebens nach Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 BV nicht verletzt wird (vgl.
BGer 2C_914/2014 vom 18. Mai 2015 E. 3.1 mit zahlreichen Hinweisen, allerdings in
Bezug auf Art. 47 Abs. 4 AuG). Wichtige Gründe für ein nachträgliches
Nachzugsgesuch können etwa der Abschluss einer Ausbildung oder von
Betreuungsaufgaben gegenüber Verwandten im Ausland sowie finanzielle
Gegebenheiten beim nachziehenden Ehegatten darstellen (vgl. M. Caroni,
Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer, Bern 2010, Art. 47 N 21).
3.1. Der Beschwerdeführer anerkennt ausdrücklich (act. 11, S. 5 Ziff. II/a/4), dass er
sein Familiennachzugsgesuch für seine Ehefrau nicht innerhalb der fünfjährigen Frist
nach Art. 73 Abs. 1 Satz 1 und Abs. 2 VZAE in Verbindung mit Art. 126 Abs. 3 AuG
analog eingereicht hat. Es braucht daher nicht weiter geprüft zu werden, ob die
Voraussetzungen für einen ordentlichen Familiennachzug im Sinne von Art. 44 AuG
eingehalten sind (vgl. hierzu VerwGE B 2013/128 vom 8. Juli 2014 E. 3.2.1 mit
Hinweisen, insbesondere auf BGer 2C_685/2010 vom 30. Mai 2011 E. 2.3.3,
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www.gerichte.sg.ch). Zur Begründung von wichtigen familiären Gründen im Sinne von
Art. 73 Abs. 3 Satz 1 VZAE macht der Beschwerdeführer geltend (act. 11, S. 6 Ziff. II/a/
5), er lebe seit 1987 und damit fast die Hälfte seines Lebens in der Schweiz. Er gehe
hier einer Arbeit nach und sei bestens integriert. Hier habe er seinen
Lebensmittelpunkt. Seine Ehefrau habe bereits zwölf Jahre ihres Lebens gemeinsam
mit ihrer Familie hier verbracht. Sie weise damit eine nahe Beziehung zur Schweiz auf
und sei mit den hiesigen Verhältnissen vertraut. Probleme bei der Integration seien
nicht absehbar. Das Getrenntleben der Ehegatten sei darauf zurückzuführen, dass
seine Ehefrau in der Heimat ihre krankheitsbedingt auf Pflege angewiesene
Schwiegermutter habe betreuen müssen. Als die Schwiegermutter im Oktober 2011
verstarb, seien fast vier Jahre der gesetzlichen Nachzugsfrist verstrichen gewesen.
Sowohl er als auch seine Ehefrau hätten beabsichtigt, so schnell wie möglich wieder
zusammen in der Schweiz zu leben. Er habe aber zunächst die aus seiner Sicht
notwendigen Vorkehrungen für die Bewilligung des Familiennachzugs treffen wollen.
3.2. Selbst wenn gemäss der Darstellung des Beschwerdeführers (act. 11, S. 2 f. Ziff. I/
3-5) in Widerspruch zu seinen Familiennachzugsgesuchen für seine Ehefrau vom 21.
November 2005 (Dossier, S. 237-248) und 28. Juni 2006 (Dossier, S. 310-312) davon
ausgegangen wird, dass seine Mutter in Mazedonien bis zu ihrem Tod am 24. Oktober
2011 ausschliesslich von seiner Ehefrau betreut werden konnte, ist nicht
nachvollziehbar, wieso der Beschwerdeführer mit der Einreichung des
Familiennachzugsgesuchs für seine Ehefrau bis am 11. November 2014 zuwartete,
zumal er seine Sozialhilfeschulden bereits am 26. März 2010 getilgt hatte und seine
Verschuldung (32 offene Verlustscheine im Betrag von CHF 98‘383.95) zwischen dem
24. Oktober 2011 und dem 11. November 2014 praktisch unverändert blieb (vgl.
Betreibungsregisterauszüge vom 12. November 2010, 17. November 2011, 29. Oktober
2012, 8. Oktober 2013 und 19. November 2014, Dossier, S. 382 f., 393-395, 400, 404
und 414-417). Auch war er vom 5. November 2012 bis 11. November 2014 in R. resp.
Z. bei derselben Arbeitgeberin beschäftigt (Dossier, S. 402, 406, 410, 427-439, 458 f.),
wobei aus den Akten nicht ersichtlich ist, dass sich sein Einkommen in dieser Zeit
wesentlich erhöht hätte. Ohnedies hätte eine wesentliche Veränderung seiner
finanziellen Verhältnisse bei der Beurteilung eines fristgerecht eingereichten
Familiennachzugsgesuchs berücksichtigt werden können (vgl. Art. 19 VRP, siehe auch
VerwGE B 2014/31 vom 14. Mai 2014 E. 3.4.2, www.gerichte.sg.ch). Zumindest in der
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Zeit vom 24. Oktober 2011 und dem 11. November 2014 erfolgte die Trennung
zwischen dem Beschwerdeführer und seiner Ehefrau somit freiwillig, was der
Beschwerdeführer denn auch dem Sinn nach selbst einräumt. Vor diesem Hintergrund
ist es nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz in Erwägung 3a des angefochtenen
Entscheids (act. 2, S. 6 f.) das Vorliegen von wichtigen familiären Gründen verneinte.
Dem Beschwerdeführer wäre es ohne Weiteres möglich gewesen, sein Gesuch nach
dem Tod seiner Mutter am 24. Oktober 2011 fristgerecht bis am 31. Dezember 2012
einzureichen.
4. Zu untersuchen bleibt, ob sich die Verweigerung des Familiennachzugs aufgrund
einer Interessenabwägung als verhältnismässig erweist. Dabei sind nach Art. 96 Abs. 1
AuG namentlich die öffentlichen Interessen und die persönlichen Verhältnisse sowie
der Grad der Integration der Ausländerinnen und Ausländer zu berücksichtigen (vgl.
auch Art. 5 Abs. 2 und Art. 36 Abs. 2 und 3 BV sowie BGer 2C_780/2013 vom 2. Mai
2014 E. 2.1 mit Hinweis auf BGE 135 II 377 E. 4.3).
4.1. Der Beschwerdeführer bringt vor (act. 11, S. 7-9 Ziff. II/b/6-11, act. 16, act. 19),
angesichts der sehr langen Aufenthaltsdauer sei ihm eine Rückkehr nach Mazedonien
nicht zumutbar, zumal seine gesamte Kernfamilie in der Schweiz lebe. Auch sämtliche
Verwandte seiner Ehefrau, welche sich während zwölf Jahren hier aufgehalten habe,
lebten in der Schweiz, weshalb ihr privates Interesse am Familiennachzug das
öffentliche Interesse an der Durchsetzung einer restriktiven Einwanderungspolitik
überwiege. Das Ziel einer möglichst frühzeitigen Integration habe in casu keinen hohen
Stellenwert. Die den im Betreibungsregisterauszug aufgeführten 32 offenen
Verlustscheinen zugrunde liegenden Forderungen seien mit Ausnahme von 13
Verlustscheinen allesamt beglichen worden. Hinsichtlich des Verlustscheins der S. AG
im Betrag von 27‘527.65 tätige er monatliche Abzahlungen in der Höhe von CHF 200.
Seine finanzielle Situation habe sich massiv verbessert.
Der fast 61-jährige Beschwerdeführer lebt mittlerweile seit über 30 Jahren und damit
fast die Hälfte seines Lebens in der Schweiz. Auch leben seine volljährigen Kinder und
deren Familien hier. Er steht als Reinigungsmitarbeiter offenbar nach wie vor in einem
unbefristeten Arbeitsverhältnis (Dossier, S. 458-460). Selbst wenn keine vertieften
sozialen Beziehungen zum ausserfamiliären Bereich in der Schweiz erstellt sind, ist eine
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Rückkehr nach Mazedonien für ihn unter diesen Umständen mit einer gewissen Härte
verbunden (vgl. BGer 2C_914/2014 vom 18. Mai 2015 E. 4.3.1 und 4.3.3 mit
Hinweisen). Die ersten dreissig Lebensjahre verbrachte er jedoch in seinem
Herkunftsland. Er ist deswegen mit den Verhältnissen in seiner Heimat, wo seine
Ehefrau lebt, nach wie vor vertraut. Die in der Schweiz erworbenen beruflichen und
sprachlichen Erfahrungen bieten ihm Grundlage, um sich eine Existenz in der Heimat
aufzubauen, zumal er nach seiner Pensionierung auch in Mazedonien grundsätzlich
Anspruch auf Ausrichtung einer AHV-Rente hat (vgl. Art. 16 Ziff. 1 des Abkommens
zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Republik Mazedonien über
Soziale Sicherheit, SR 0.831.109.520.1). Nicht entscheidend ist, dass die
arbeitsmarktliche Situation in seinem Herkunftsland schwieriger ist als in der Schweiz.
Dem Beschwerdeführer, welcher die mazedonische oder albanische Sprache
beherrscht, ist es deshalb zumutbar, mit seiner Ehefrau in Mazedonien zu leben. Sollte
er nicht nach Mazedonien zurückkehren wollen, führt die Verweigerung des
Familiennachzugs insofern zur Trennung von seiner Ehefrau, als das Familienleben
nicht dauerhaft in der Schweiz gelebt werden kann. Der Beschwerdeführer muss sich
aber vorwerfen lassen, dass er über drei Jahre lang keine besonders intensiven
Bemühungen an den Tag legte, seine Ehefrau in die Schweiz nachzuziehen, sofern
deren Anwesenheit in Mazedonien seit dem Jahr 2005 tatsächlich unabdingbar
gewesen ist. Er begnügte sich damit, die Beziehung zu seiner gesunden, mittlerweile
62-jährigen Ehefrau im Rahmen von Besuchsaufenthalten zu pflegen. Folglich ist es
ihm und seiner Ehefrau zumutbar, das Familienleben weiterhin besuchsweise
grenzüberschreitend zu pflegen. Gesamthaft betrachtet vermögen die privaten
Interessen an einem Familiennachzug die öffentlichen Interessen an einer restriktiven
Einwanderungspolitik nicht zu überwiegen, auch wenn die Bemühungen des
Beschwerdeführers um eine nachhaltige Schuldensanierung durchaus anzuerkennen
sind. Die Verweigerung des Familiennachzugs ist verhältnismässig.
5. Zusammenfassend können der Vorinstanz keine Rechtsfehler vorgeworfen werden,
wenn sie das Vorliegen von wichtigen familiären Gründen im Sinne von Art. 73 Abs. 3
Satz 1 VZAE verneinte und das öffentliche Interesse an der Verweigerung der
Aufenthaltsbewilligung schwerer gewichtete als die privaten Interessen des
Beschwerdeführers an einer Familienzusammenführung in der Schweiz. Die
Beschwerde ist abzuweisen.
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6. (...).