Decision ID: 36d9f984-c4fc-4297-b412-0598b825cc89
Year: 2015
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 19.03.2015 Art. 4 Abs. 1 und Art. 9 Abs. 1 AHVG, Art. 17 AHVV. AHV-Beiträge selbstständig Erwerbende. Kapitalerträge aus Vermietung von Liegenschaften stellen vorliegend Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit dar, da die Mietzinseinnahmen das Haupteinkommen des Beschwerdeführers (der über keine Pensionskasse verfügt) darstellen und der Erwerb der Liegenschaften stark überwiegend mit Fremdkapital erfolgt. (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 19. März 2015, AHV 2014/2).Präsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichterinnen Marie Löhrer undMarie-Theres Rüegg Haltinner; Gerichtsschreiber Jürg SchutzbachEntscheid vom 19. März 2015in SachenA._,Beschwerdeführer,gegenSozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Ausgleichskasse, Brauerstrasse 54, Postfach, 9016 St. Gallen,Beschwerdegegnerin,betreffendpersönliche Beiträge 2011 (Liegenschaften)Sachverhalt:
A.
A.a Am 2. September 2013 meldete das Steueramt B._ der
Sozialversicherungsanstalt St. Gallen (SVA), A._ habe im Jahr 2011 Fr. 217'784.--
aus selbstständiger Erwerbstätigkeit bei einem investierten Eigenkapital von
Fr. -326'800.-- erzielt. Sie merkte an, es handle sich um eine Neuqualifikation als
Liegenschaftenhändler (act. G 5.1/1). Im Erfassungsverfahren gab A._ mit Schreiben
vom 15. November 2013 an, er kaufe Liegenschaften zu einem relativ günstigen Preis
und "mache etwas aus ihnen". Er investiere sein eigenes Geld. Er habe in den letzten
zehn Jahren nie eine Liegenschaft verkauft und beabsichtige auch in Zukunft nicht,
dies zu tun. Er wolle nur seine "Pensionskasse" etwas aufbessern. Die Liegenschaften
würden zudem von einer ihm nicht nahestehenden Immobilienfirma verwaltet (act.
G 5.1/4).
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A.b Am 29. November 2013 berichtete das Steueramt B._ der
Sozialversicherungsanstalt telefonisch, dass A._ hauptsächlich alte Liegenschaften
kaufe. Er erneuere diese und lebe von den Mieterträgen. Es sei alles fremdfinanziert
(act. G 5.1/5).
A.c Gestützt auf die Steuermeldung setzte die Sozialversicherungsanstalt als
kantonale Ausgleichskasse mit Beitragsverfügung vom 6. Dezember 2013 die AHV-/
IV-/EO-Beiträge für das Beitragsjahr 2011 auf Fr. 21'906.-- fest (inkl.
Verwaltungskosten [act. G 5.1/8]). Am 10. Dezember 2013 erliess sie zudem eine
Verzugszinsverfügung über Fr. 2'129.75 (act. G 5.1/7). Gleichentags stellte sie den
gesamten Betrag in Rechnung (act. G 5.1/9).
A.d Mit Einsprache vom 11. Dezember 2013 machte A._ geltend, er sei nicht
selbstständig erwerbend. Er sei Angestellter der C._ GmbH. Bei der Abklärung einer
selbstständigen Tätigkeit werde etwa abgeklärt, ob jemand für mehrere fremde Kunden
arbeite. Er arbeite hingegen für niemanden. Er investiere sein eigenes Geld in
Liegenschaften und mache etwas aus ihnen, was den Ertrag der Liegenschaften
verbessere. Dies sei seine Pensionskasse. Er könnte dieses Geld ebenso gut in eine
Pensionskasse stecken. Niemand käme dann auf die Idee, die daraus resultierende
Rente der AHV zu unterstellen. Das entsprechende Einkommen werde sowohl bei den
Liegenschaften als auch bei der Versicherungsrente "ganz normal" in der persönlichen
Steuererklärung als Einkommen versteuert (act. G 5.1/10). Am 18. Dezember 2013
erhob A._ eine weitere Einsprache gegen die Rechnung vom 10. Dezember 2013, da
keine rechtskräftige Beitragsverfügung bestehe (act. G 5.1/13).
A.e Mit Mail vom 29. Januar 2014 gab das Steueramt B._ der
Sozialversicherungsanstalt bekannt, dass A._ ab Steuerperiode 2011 als
Liegenschaftenhändler qualifiziert werde. Er selbst habe seine Liegenschaften stets als
Privatvermögen deklariert. Er besitze im Jahr 2011 neun Liegenschaften und tätige
zahlreiche An- und Verkäufe. Die Geschäftsliegenschaften im Repartitionswert von
Fr. 8'132'700.-- seien mit Hypotheken in Höhe von Fr. 8'459'500.-- finanziert. A._ sei
zudem langjähriger Liegenschaftsexperte. Insbesondere auf Grund des hohen
Fremdfinanzierungsgrades sei nicht von privater Vermögensverwaltung auszugehen
(act. G 5.1/17).
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A.f Mit Entscheid vom 28. Februar 2014 wies die Sozialversicherungsanstalt die
Einsprache ab. Die rechtskräftige Veranlagung des Steuerjahres 2011, wonach die
fraglichen Liegenschaften zum Geschäftsvermögen gehörten, habe unweigerlich zur
Folge, dass die daraus fliessenden Erträge als selbstständiges Erwerbseinkommen
gälten, weshalb AHV-Beiträge geschuldet seien (act. G 5.1/20).
B.
B.a Gegen diesen Entscheid richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 3. März
2014 mit Ergänzung vom 27. März 2014 mit dem Antrag auf Aufhebung der
angefochtenen Verfügung. Die Begründung entspricht im Wesentlichen jener im
Schreiben vom 15. November 2013 und in der Einsprache vom 11. Dezember 2013.
Zudem macht er geltend, es treffe nicht zu, dass er langjähriger Liegenschaftsexperte
sei. Er verfüge weder über ein entsprechendes Diplom noch über eine Lizenz. In Bezug
auf den Fremdfinanzierungsgrad bleibe unklar, wer diesen definiere und auf welcher
Basis dieser beruhe. Der überwiegende Teil der Immobilien werde mit Hypotheken
finanziert (act. G 3). Die Beschwerdegegnerin verzichtet unter Verweis auf den
Einspracheentscheid auf eine materielle Beschwerdeantwort und beantragt Abweisung
der Beschwerde (act. G 5).
B.b Am 15. Mai 2014 beantragt der Beschwerdeführer unter persönlicher Vorsprache
eine mündliche Verhandlung (act. G 7). Diese wird am 19. März 2015 durchgeführt. Der
Beschwerdeführer führt im Wesentlichen aus, er habe seine "Pensionskassen-
Liegenschaften" - ausser der Überbauung in D._, nie verkauft. Er habe jedoch drei
Liegenschaften an seine drei Söhne verschenkt, um schliesslich die Steuerbelastung zu
reduzieren. Auch an seine jetzige Ehefrau habe er im Rahmen einer güterrechtlichen
Bereinigung zwei Liegenschaften verschenkt. Dass er die Liegenschaften zum Teil mit
Fremdkapital finanziere, könne ihm nicht zum Nachteil gereichen, da dies üblich sei.
Die Renovationen erfolgten laufend, wenn etwas gemacht werden müsse. Im Jahr 2011
habe sich an den tatsächlichen Verhältnissen nichts geändert, so dass die steuerliche
Einschätzung, ab 2011 liege Liegenschaftenhandel vor, willkürlich sei. Auf die weiteren

Ausführungen wird - soweit erforderlich - in den nachstehenden Erwägungen
eingegangen.
Erwägungen:
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1.
1.1 Gemäss Art. 4 Abs. 1 AHVG schulden die erwerbstätigen Versicherten Beiträge auf
dem aus einer unselbstständigen oder selbstständigen Erwerbstätigkeit fliessenden
Einkommen. Nach Art. 9 Abs. 1 AHVG ist Einkommen aus selbstständiger
Erwerbstätigkeit jedes Erwerbseinkommen, das nicht Entgelt für in unselbstständiger
Stellung geleistete Arbeit darstellt. Als selbstständiges Einkommen gelten laut Art. 17
AHVV alle in selbstständiger Stellung erzielten Einkünfte aus einem Handels-,
Industrie-, Gewerbe-, Land- und Forstwirtschaftsbetrieb, aus einem freien Beruf, sowie
aus jeder anderen selbstständigen Erwerbstätigkeit, einschliesslich der Kapital- und
Überführungsgewinne nach Art. 18 Abs. 2 DBG und der Gewinne aus der
Veräusserung von land- und forstwirtschaftlichen Grundstücken nach Art. 18 Abs. 4
DBG, mit Ausnahme der Einkünfte aus zu Geschäftsvermögen erklärten Beteiligungen
nach Art. 18 Abs. 2 DBG. Nicht unter den Begriff der selbstständigen Erwerbstätigkeit
im Sinne von Art. 9 Abs. 1 AHVG und Art. 17 AHVV fällt die blosse Verwaltung des
eigenen Vermögens; der daraus resultierende reine Kapitalertrag unterliegt daher nicht
der Beitragspflicht. Gleiches gilt in Bezug auf Gewinne aus privatem Vermögen, welche
in Ausnützung einer zufällig sich bietenden Gelegenheit erzielt worden sind. Anderseits
stellen Kapitalgewinne aus der Veräusserung oder Verwertung von Gegenständen des
Privatvermögens, wie Wertschriften oder Liegenschaften, auch bei nicht
buchführungspflichtigen (Einzel-)Betrieben, Einkommen aus selbstständiger
Erwerbstätigkeit dar, wenn und soweit sie auf gewerbsmässigem Handel beruhen (BGE
134 V 252 f. E. 3.1, mit Hinweis auf BGE 125 V 383 E. 2a S. 385).
1.2 Nach Art. 23 Abs. 1 AHVV obliegt es in der Regel den Steuerbehörden, das für die
Berechnung der Beiträge Selbstständigerwerbender massgebende Erwerbseinkommen
auf Grund der rechtskräftigen Veranlagung für die direkte Bundessteuer und das im
Betrieb investierte Eigenkapital auf Grund der entsprechenden rechtskräftigen
kantonalen Veranlagung zu ermitteln. Die Angaben der Steuerbehörden hierüber sind
für die Ausgleichskassen verbindlich (Art. 23 Abs. 4 AHVV)
1.3 Die absolute Verbindlichkeit der Angaben der Steuerbehörden für die
Ausgleichskassen und die daraus abgeleitete relative Bindung des
Sozialversicherungsgerichts an die rechtskräftigen Steuertaxationen sind auf die
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Bemessung des massgebenden Einkommens und des betrieblichen Eigenkapitals
beschränkt. Diese Bindung betrifft also nicht die beitragsrechtliche Qualifikation und
beschlägt daher nicht die Fragen, ob überhaupt Erwerbseinkommen und
gegebenenfalls solches aus selbstständiger oder aus unselbstständiger Tätigkeit
vorliegt und ob die Person, die das Einkommen bezogen hat, beitragspflichtig ist.
Somit haben die Ausgleichskassen ohne Bindung an die Steuermeldung auf Grund des
Rechts der Alters- und Hinterlassenenversicherung zu beurteilen, wer für ein von der
Steuerbehörde gemeldetes Einkommen beitragspflichtig ist (BGE 121 V 80 E. 2c S.83,
114 V 72 E. 2 S. 75, 110 V 83 E. 4 S. 86 und 369 E. 2a S. 370, 102 V 27 E. 3b S. 31, je
mit Hinweisen; Urteil H 36/03 vom 7. Juni 2004 E. 4.5). Das gilt namentlich auch für die
Qualifikation eines Vermögensbestandteils als Privat- oder Geschäftsvermögen, zumal
diese Unterscheidung steuerrechtlich häufig ohne Belang ist, da steuerrechtlich der
Ertrag sowohl aus Privat- als auch aus Geschäftsvermögen steuerbar ist. Die
Steuermeldung ist daher mit Bezug auf den Vermögensertrag keine zuverlässige
Grundlage für die AHV-Beitragsfestsetzung, weshalb die Qualifikation als beitragsfreier
Kapitalertrag auf Privatvermögen oder beitragspflichtiges Einkommen aus
Geschäftsvermögen im Beitragsfestsetzungsverfahren erfolgen muss (Urteil H 361/96
vom 2. Juli 1997 E. 2c). In Bezug auf den Vermögensgewinn ist demgegenüber auch
steuerrechtlich die Unterscheidung von Geschäfts- und Privatvermögen von
Bedeutung, weshalb sich die AHV-Behörden in der Regel auf die Steuermeldungen
verlassen können und eigene nähere Abklärungen nur dann vornehmen müssen, wenn
sich ernsthafte Zweifel an der Richtigkeit der Steuermeldung ergeben (134 V 250 E. 3.3
S. 253; Urteil vom 16. Januar 2009, 9C_551/2008, E. 2.3 mit Hinweis; Urteil vom 30.
Januar 2014, 9C_107/2013, E.1.4, mit Hinweis; 110 V 369 E. 2a S. 370 und 83 E. 4 S.
86, 102 V 27 E. 3b S. 31 mit Hinweisen, Urteile H 49/02 E. 5 und H 239/85 E. 2b).
2.
Vorliegend meldete das Steueramt für das Steuerjahr 2011 ein Einkommen aus
selbstständiger Erwerbstätigkeit von Fr. 217'784.-- (act. G 5.1/1). Zwar ist anhand der
Akten nicht genau eruierbar, wie sich der Betrag zusammensetzt. So gelangt man
anhand der Steuerveranlagung vom 3. Juli 2013 zu einem leicht anderen Wert
(Liegenschaftserträge exklusive selbst bewohnte Liegenschaften E._ und F._
[Objekte 22052, 22068, 50990, 50991 und 0,001.777], abzüglich Schuldzinsen [exkl.
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Schuldzinsen E._ und F._], abzüglich Unterhalts- und Verwaltungskosten [exkl.
E._ und F._] = Fr. 224'897.-- [Fr. 679'499.-- - Fr. 280.-- - Fr. 19'404.-- - Fr. 1'008.--
(x2) - Fr. 7'160.-- - Fr. 164'913.-- - Fr. 293'038.-- + Fr. 26'436.-- + Fr. 56 + Fr. 3'881.--
+ Fr. 202.-- (x2) + Fr. 1'432.--; act. G 10.1]). Die Differenz stammt wohl daher, dass aus
der Steuerveranlagung die Hypothekarbelastung und die entsprechenden Schuldzinsen
nicht nach den einzelnen Liegenschaften aufgeschlüsselt sind und die Schuldzinsen für
die Liegenschaften (Fr. 26'436.--) lediglich einen Pauschalwert nach Lage der Aktiven
darstellen (16,03 % [vgl. act. G 10.2]) und die Schuldzinsen für die Liegenschaft F._ -
mangels Aufschlüsselung nach den drei Liegenschaften in H._ - ebenfalls nicht
ersichtlich ist und deshalb in der vorstehenden Berechnung unberücksichtigt bleibt
(vgl. act. G 10.3). Jedenfalls ist davon auszugehen, dass es sich beim gemeldeten
Einkommen um die Mietzinseinnahmen aus den im Eigentum des Beschwerdeführers
stehenden Liegenschaften handelt (vgl. auch Aktennotiz vom 29. November 2013,
wonach der Beschwerdeführer alte Liegenschaften aufkaufe, diese erneuere und dann
die Wohnungen vermiete und von diesen Mietzinserträgen lebe [act. G 5.1/5]).
Entgegen der Mitteilung des Steueramtes B._ in der Veranlagungsberechnung für
das Jahr 2011, wonach in Zukunft der "Gewinn und das Eigenkapital" der AHV
gemeldet würden, ist aus der Veranlagungsberechnung selber nicht ersichtlich, dass
die Steuerbehörde von privaten Grundstücksgewinnen (die nicht ahv-pflichtig wären)
oder aber von Geschäftsliegenschaften und einem entsprechenden Geschäftsgewinn
ausgegangen wäre (act. G 10.1). Es geht damit nicht (primär) um
Liegenschaftenhandel, sondern um Liegenschaftserträge. Davon ist auch auf Grund
der mündlichen Ausführungen des Beschwerdeführers anlässlich der heutigen
Verhandlung auszugehen. Nachdem die Liegenschaften steuerlich nicht dem
Geschäftsvermögen zugeteilt sind, kann auch nicht ohne Weiteres auf eine
selbstständige Erwerbstätigkeit geschlossen werden, wie dies die Beschwerdegegnerin
unter Hinweis auf BGE 134 V 250 E. 4.2 f. tut. Für die Qualifizierung der
entsprechenden Einnahmen kann somit nicht ohne Weiteres auf die Steuermeldung
abgestellt werden (vgl. vorstehende Erwägung 1.3). Der Beschwerdeführer war im
Steuerveranlagungsverfahren insofern nicht beschwert, als er selber bislang von der
Qualifikation der Liegenschaften als Privatvermögen ausgegangen war und somit keine
Veranlassung hatte, gegen die Qualifizierung der entsprechenden Einkünfte als privater
Kapitalertrag Einsprache zu erheben. Die Steuerbehörde ging in ihrem Mail vom
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29. Januar 2014 wie auch in der Veranlagungsberechnung vom 3. Juli 2013 ebenfalls
davon aus, dass die Umqualifizierung der Erträge zu Erwerbseinkommen aus
Liegenschaftenhandel bislang noch keine Steuerfolgen für den Beschwerdeführer
zeitige (act. G 5.1/17.1 und act. G 10.1 S. 3). Das Versicherungsgericht hat deshalb die
massgebende Frage, ob der aus den fraglichen Liegenschaften fliessende - und
vorliegend einzig zu beurteilende - Ertrag im Jahr 2011 Einkommen aus selbstständiger
Erwerbstätigkeit darstellt, ohne Bindung an die steuerrechtliche Betrachtungsweise zu
prüfen (vgl. auch Entscheid des Versicherungsgericht vom 28. November 2008 [AHV
2008/9] E. 2.1).
3.
3.1 Zunächst ist festzustellen, dass der Sachverhalt von der Beschwerdegegnerin
insgesamt nur dürftig dokumentiert wurde. Immerhin scheint unter den Parteien
unbestritten, dass der Beschwerdeführer ältere bzw. sanierungsbedürftige
Liegenschaften aufkauft, diese instand stellt und dann vermietet. Der
Beschwerdeführer selber führte in seinem Schreiben vom 15. November 2013 an die
Beschwerdegegnerin aus, er "mache etwas" aus den Liegenschaften, womit sich der
Ertrag verbessern lasse. Dies sei seine "Pensionskasse". Er könnte sein Geld ebenso
gut in eine Versicherung stecken. Kein Mensch käme dann auf die Idee, die daraus
fliessende Rente der AHV zu unterstellen (act. G 5.1/4.2). Anlässlich der heutigen
Verhandlung schildert der Beschwerdeführer ausführlich, unter welchen Umständen er
die einzelnen - 2011 vorhandenen - Liegenschaften erworben und was er daran
renoviert hat. Daraus ergibt sich, dass er die Liegenschaften über einen längeren
Zeitraum von mehreren Jahrzehnten (seit Ende der 1970er-Jahre) erworben und jeweils
fortlaufend bzw. nach Bedarf renoviert oder zwei Wohnungen zu einer zusammengelegt
hat. So sei die Liegenschaft I._ im Jahr 1979 seine erste Renditeliegenschaft
gewesen. Es handelte sich ursprünglich um ein 9-Familienhaus, wobei er zwei
Wohnungen zusammengelegt habe. Es werde laufend renoviert, etwa die Fassade.
Anfang der 1980er-Jahre habe er die Liegenschaft J._ gekauft. Auch hier habe es
sich ursprünglich um ein 9-Familienhaus gehandelt, heute seien es 10 Wohnungen. Er
habe die Fassade und die Fenster für insgesamt Fr. 300'000.-- renoviert. Weiter habe
er in den 1980er-Jahren ein 12-Familienhaus am K._ und ein kleines 3-Zimmer-Haus
in L._ gekauft. 1987 habe er die Überbauung D._ gekauft. Dabei habe es sich um 4
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Häuser mit jeweils 6 Wohnungen gehandelt. Anlässlich der Immobilienkrise 1997 sei
die Bank von einem um 40 % reduzierten Marktwert ausgegangen, so dass er die
Wohnungen nach und nach habe verkaufen müssen bzw. an seine Söhne verschenkt
habe. 2002 oder 2003 habe er die Liegenschaft M._ dazu erworben. Es handle sich
zusammen mit K._ um eine Liegenschaft mit zwei Eingängen. Hier habe er neue
Küchen und Fenster einbauen lassen. 2005 habe er die Liegenschaft in N._
erworben. Hier habe er Fr. 50'000.-- für Renovationen investiert. 2010 habe er sodann
die Liegenschaft O._ gekauft. Es handle sich um die Nachbarliegenschaft der in
seinem Eigentum befindlichen Liegenschaft I._, die ihm angeboten worden sei. Es
handle sich um ein Haus mit 14 Wohnungen. Die Fenster sollten demnächst gemacht
werden. Er habe aber dafür noch kein Geld. Anfang 2011 habe er schliesslich noch die
Liegenschaft P._ gekauft. Er habe das Haus für seinen Schwiegersohn gekauft, da
sich darin eine Metzgerei befinde. Die drei Wohnungen seien jedoch vermietet.
Insgesamt habe er hier Fr. 150'000.-- bis Fr. 200'000.-- für Renovationen investiert. Die
Renovationen bei allen Liegenschaften würden jeweils aus den laufenden Einnahmen
finanziert bzw. dann ausgeführt, wenn wieder Geld da sei. Er investiere "jeden Franken"
in die Renovation der Liegenschaften oder in die Amortisation von Hypotheken.
3.2 Auf Grund der Aktenlage und der an der mündlichen Verhandlung gemachten
Ausführungen erhellt, dass der Beschwerdeführer seit Jahrzehnten systematisch in den
Kauf und die Renovation von Liegenschaften investiert. Ein Element der Systematik
zeigt sich etwa darin, dass der Beschwerdeführer mehrfach Ergänzungskäufe zu
bestehenden Liegenschaften getätigt hat, wie an der O._ und am M._.
Insbesondere im Zusammenhang mit den Renovationen und dem Unterhalt der
Liegenschaften dürfte sodann ein nicht unerheblicher Zeitaufwand anfallen für Planung,
Anleitung und Überwachung der Handwerker, administrative Betreuung der Projekte
etc., der über die blosse Vermögensverwaltung klar hinaus geht. Ausserdem sind dafür
gute Branchenkenntnisse notwendig. Die Verwaltung der Wohnungen (Vermietung) hat
er demgegenüber einer professionellen Liegenschaftenverwaltung übertragen, was
nach Angaben des Beschwerdeführers 5 % der Bruttoeinnahmen kostet (was
wiederum als Verwaltungsaufwand von den Steuern abgezogen werden kann). Nebst
dem eigenen Arbeitsaufwand reinvestiert der Beschwerdeführer sodann einen guten
Teil der laufenden Erträge wieder in die Liegenschaften und versucht auf diese Weise,
deren Attraktivität und Ertragskraft zu verbessern, was ebenfalls die Erwerbsabsichten
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dokumentiert. Die aus der Vermietung der Liegenschaften fliessenden Erträge bilden
zudem eine finanzielle Notwendigkeit. Dies räumt der Beschwerdeführer letztlich selber
ein, wenn er ausführt, die Liegenschaften bildeten seine Pensionskasse. Die
Einnahmen des Beschwerdeführers bestehen denn auch hauptsächlich aus den
fraglichen Liegenschaftserträgen. Gemäss Steuermeldung vom 2. September 2013
beläuft sich das aus der Vermietertätigkeit resultierende Einkommen im Jahr 2011 auf
Fr. 217'784.-- (act. G 5.1/1). Demgegenüber resultieren aus der AHV-Rente lediglich
Fr. 27'840.--, aus dem Einkommen der Ehefrau Fr. 5'637.-- und aus den Erträgen des
beweglichen Vermögens Fr. 2'367.-- (act. G 10.1). Der Beschwerdeführer ist damit
nebst diesen geringen Einkünften auf die Einnahmen aus der Vermietertätigkeit zur
Bestreitung seines Lebensunterhalts angewiesen.
3.3 Mit der Beschwerdegegnerin ist schliesslich festzustellen, dass die Liegenschaften
zu einem grossen Teil fremdfinanziert sind. Die Berechnung anhand der
Veranlagungsberechnung mit den kantonalen Werten der nicht selbst bewohnten
Liegenschaften von insgesamt Fr. 9'660'250.-- (Fr. 10'787'875.-- abzüglich die
Liegenschaften E._ [inkl. 2 Tiefgaragenplätzen und 1 Hobbyraum] und F._) ergibt
unter Zugrundelegung der von der Steuerverwaltung gemeldeten Hypothekarschuld
von Fr 8'459'500.—(wobei hier wohl noch die Hypothek für den F._ enthalten ist, die
sich anhand der Steuerunterlagen nicht genau beziffern lässt [act. G 5.1/17.1 und 10.1])
einen Fremdfinanzierungsgrad von rund 87 %. Jedenfalls lässt das Reinvermögen des
Beschwerdeführers in Höhe von Fr. 2'265'381.-- (Steuerveranlagung 2011, Ziff. 35 [act.
G 10.1]) nicht ohne Weiteres einen Anlagebedarf für insgesamt 10 Liegenschaften (inkl.
der selbstbewohnten) erkennen.
3.4 In Würdigung der gesamten Umstände ist festzustellen, dass es dem
Beschwerdeführer nicht in erster Linie um die Verwaltung eigenen, anlagebedürftigen
Vermögens geht, sondern - wie er selber einräumt - um die Erzielung eines
Einkommens, das die fehlende Rente der zweiten Säule ersetzen soll. Die
systematische Vorgehensweise des Beschwerdeführers kommt zudem einem
eigentlichen Geschäftsmodell gleich. So stellt die Renovation von älteren
Liegenschaften hier nicht blosse, gelegentliche Notwendigkeit im Rahmen der
Liegenschaftenverwaltung dar, sondern gehört zum Konzept. Wie er an der heutigen
Verhandlung ausführt, schwebt ihm auch vor, dass seine Söhne nach seinem Tod als
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Gebrüder A._ Immobilien-Dienste die Liegenschaften übernehmen sollten und
zusammen mit den bereits geschenkten Liegenschaften einen Grundstock dafür
hätten. Dies suggeriert wiederum einen erwerblichen Charakter der vom
Beschwerdeführer ausgeübten Tätigkeit im Zusammenhang mit der
Immobilienverwaltung. Zusammenfassend ist mit der Beschwerdegegnerin in Bezug
auf die fraglichen Mietzinserträge von einer selbstständigen Erwerbstätigkeit
auszugehen.
3.5 In betraglicher Hinsicht macht der Beschwerdeführer keine Einwände geltend. Das
von der Steuerbehörde gemeldete Einkommen (bei dem wohl die konkreten, auf die
jeweiligen Liegenschaften aufgeschlüsselten Hypothekarzinsen berücksichtigt wurden)
ist zudem kleiner als das Einkommen, das sich bei Berücksichtigung der Schuldzinsen
nach Lage der Aktiven ergeben würde (vgl. E. 2). Der angefochtene
Einspracheentscheid vom 28. Februar 2014 erweist sich damit im Ergebnis als korrekt.
4.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht