Decision ID: 4366ae02-6b24-5faf-ad86-bd81492ac3be
Year: 2013
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Werner Bodenmann, Waisenhausstrasse 17,
Postfach, 9001 St. Gallen,
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gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ stolperte am 5. Juli 2006 und stürzte. Dabei stauchte er sich die Wirbelsäule
(vgl. Schadenmeldung UVG vom 7. Juli 2006 sowie Suva-Rapport vom 22. September
2006, act. G 4.2). Die Suva stellte mit Verfügung vom 24. April 2007 die von ihr im
Anschluss an den Unfall erbrachten Leistungen per 2. April 2007 ein, da die
bestehenden Rückenbeschwerden nicht mehr unfallbedingt seien (act. G 4.2).
A.b Vom 17. Mai bis 15. Juni 2007 befand sich der Versicherte zur stationären
Rehabilitation in der Klinik Valens. Im Austrittsbericht vom 29. Juni 2007
diagnostizierten die dort behandelnden Ärzte ein lumbospondylogenes Syndrom, eine
generalisierte Angststörung, eine mittelgradige depressive Episode, eine psychotische
Symptomatik sowie einen Status nach Nierensteinleiden (act. G 4.1.15-7 ff.). Der
behandelnde Dr. med. B._, Innere Medizin FMH, berichtete am 13. Juli 2007, der
Versicherte dekompensiere psychisch, werde fast paranoid, habe Angst- und
Panikattacken. Er werde auch zunehmend depressiv. Für die angestammte Tätigkeit
als angelernter Gipser bescheinigte er eine andauernde 100%ige Arbeitsunfähigkeit.
Für eine definitive Stellungnahme zur Arbeitsfähigkeit bezogen auf eine
leidensangepasste Tätigkeit sei es noch zu früh (act. G 4.1.15-1 ff.). Prof. Dr. med.
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C._, Facharzt FMH für Neurochirurgie, diagnostizierte im Bericht vom 19. Juli 2007
eine degenerative Spondylolisthesis L4/L5 und eine degenerative Discopathie L4/L5,
L5/S1 mit Instabilität. Der Versicherte habe sich am 11. April 2007 einer grossen
stabilisierenden Operation der Wirbelsäule in mehreren Segmenten unterzogen. Erst
nach der im Herbst 2007 stattfindenden Kontrolluntersuchung könne ein Entscheid
über die weitere Arbeitsfähigkeit getroffen werden (act. G 4.1.19). Dr. med. D._,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, der den Versicherten seit 15. März 2007
ambulant im Psychiatrischen Zentrum Y._ behandelte, diagnostizierte eine schwere
depressive Episode mit fraglich psychotischen Symptomen (ICD-10: F32.3) sowie eine
deutlich ausgeprägte Angstsymptomatik (DD: psychotische Störung). Aufgrund des
ausgeprägten und letztlich noch unklaren diagnostischen Bildes sowie der
Schwierigkeiten mit einer medikamentösen Einstellung könne die Frage nach der
Restarbeitsfähigkeit noch nicht eindeutig beantwortet werden. Derzeit sei der
Versicherte sicherlich nicht in der Lage, auf dem Arbeitsmarkt irgendwelche Tätigkeiten
auszuführen. Es komme auch keine Beschäftigung im geschützten Rahmen in Frage.
Insgesamt müsse abgewartet werden, wie sich das Zustandsbild weiter entwickle
(Bericht vom 27./30. Juli 2007, act. G 4.1.20). Die behandelnden medizinischen
Fachpersonen der Psychiatrischen Klinik Wil, wo der Versicherte vom 15. bis 27. Juni
2007 - im Anschluss an den Reha-Aufenthalt in der Klinik Valens - hospitalisiert war,
diagnostizierten im Bericht vom 3. August 2007 eine mittelgradige depressive Episode
(act. G 4.1.34).
A.c Im Verlaufsbericht vom 21. Dezember 2007 gab Dr. D._ an, der
Gesundheitszustand habe sich verschlechtert. Der Versicherte leide an einer schweren
depressiven Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10: F32.2) mit deutlich
ausgeprägter Angstsymptomatik. Er sei auch für leidensangepasste Tätigkeiten zu
100% arbeitsunfähig (act. G 4.1.40). Dr. B._ berichtete am 28. Dezember 2007, die
orthopädische Rückenoperation mit dorso-lateraler Spondylodese L4 bis S1 mit
Eigenspongiosa vom 11. April 2007 habe leider überhaupt nichts gebracht (act.
G 4.1.41; vgl. auch die entsprechende Beurteilung von Prof. C._ vom 22. Januar
2008, worin er von einer 60 bis 70%igen Leistungsverminderung für leidensangepasste
Tätigkeiten ausging, act. G 4.1.42).
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A.d Im Auftrag der IV-Stelle wurde der Versicherte am 19. Mai 2008 von Dr. med.
E._, Spezialarzt Orthopädische Chirurgie FMH, und am 4. September 2008 von
Dr. med. F._, Facharzt für Psychiatrie und Neurologie, begutachtet. Im
Gesamtgutachten vom 9. September 2008 diagnostizierten die Experten eine
Pseudolumboischialgie rechts bei Status nach transpedikulär instrumentierter
dorsolateraler Spondylodese L4 bis S1 04/07, eine Adipositas und eine gegenwärtig
leichte Episode bei rezidivierender depressiver Störung. Aus somatischer Sicht bestehe
für die angestammte Tätigkeit eine 35%ige, aus psychiatrischer Sicht eine 80%ige
Arbeitsfähigkeit. Für eine leidensangepasste Tätigkeit verfüge der Versicherte über eine
90%ige Arbeitsfähigkeit (act. G 4.1.56; zum psychiatrischen Teilgutachten vom
9. September 2008 vgl. act. G 4.1.54-8 ff.).
A.e Die RAD-Ärztin Dr. med. G._ vertrat in der Stellungnahme vom 12. November
2008 die Auffassung, es müsse für den Zeitraum vom 5. Juli 2006 bis 8. September
2008 von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit angestammt und adaptiert ausgegangen
werden. Ab dem 9. September 2008 sei von einer 90%igen Arbeitsfähigkeit für
leidensangepasste Tätigkeiten auszugehen (act. G 4.1.57).
A.f Mit Vorbescheid vom 13. Januar 2009 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in
Aussicht, das Rentengesuch abzuweisen. Sie ermittelte einen Invaliditätsgrad von 13%
(act. G 4.1.63). Dagegen erhob der Versicherte am 13. Februar 2009 Einwand (act.
G 4.1.71). In der Begründung vom 11. März 2009 brachte der Versicherte unter Hinweis
auf die ärztliche Stellungnahme von Dr. D._ vom 5. März 2009 vor, sein
Gesundheitszustand habe sich zwischenzeitlich verschlechtert (act. G 4.1.74).
A.g Die den Versicherten seit 23. März 2009 in der Tagesklinik des Psychiatrischen
Zentrums Y._ behandelnden Ärztinnen diagnostizierten im Bericht vom 22. April 2009
eine schwere depressive Episode mit fraglich psychotischen Symptomen (ICD-10:
F32.3), eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung bei Status nach Wirbelsäulen-
Operation im April 2007 (ICD-10: F45.4) sowie verschiedene familiäre und soziale
Belastungsfaktoren (ICD-10: Z63.7). Es bestehe eine deutlich verminderte Belastbarkeit
mit Angst und aggressiv gefärbten Spannungszuständen (act. G 4.1.83). Im Verlaufs
bericht vom 25. September 2009 gab Dr. D._ an, zusätzlich zu den bekannten
Diagnosen sei eine Angst- und Panikattacke aufgrund einer selbstunsicheren und
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ängstlich vermeidenden Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F61.0) diagnostiziert worden.
Der Versicherte sei erneut im Psychiatrischen Zentrum Y._ hospitalisiert. Es zeige
sich ein schweres Krankheitsbild, das aufgrund fehlenden Ansprechens auf die
Medikation neu eruiert und medikamentös neu eingestellt werden müsse. Derzeit sei
die Prognose schlecht und der Versicherte zu 100% arbeitsunfähig (act. G 4.1.87). Die
im Rahmen des stationären Aufenthalts vom 11. September bis 20. Oktober 2009
behandelnden Ärzte der Abteilung Krisenintervention des Psychiatrischen Zentrums
Y._ gaben im Bericht vom 6. November 2009 an, der Versicherte leide an Angst- und
Panikattacken auf dem Boden einer selbstunsicheren und ängstlich-vermeidenden
Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.6) sowie an einer somatoformen Schmerzstörung
bei Status nach Wirbelsäulen-Operation im April 2007 (ICD-10: F45.4). Derzeit sei nicht
davon auszugehen, dass der Versicherte in absehbarer Zeit auch eine nur teilweise
Arbeitsfähigkeit erreichen werde (act. G 4.1.92).
A.h Am 14. April 2010 wurde der Versicherte durch die RAD-Ärzte Dr. med. H._,
Facharzt für Rheumatologie, und Dr. med. I._, Facharzt u.a. für Psychiatrie und
Psychotherapie, untersucht. Im interdisziplinären RAD-Untersuchungsbericht vom
6. September 2010 wurde aus rheumatologisch-orthopädischer Sicht eine gesundheit
liche Verschlechterung im Vergleich zur Begutachtung vom September 2008 verneint.
Psychiatrischerseits könne von einer bleibenden, die Arbeitsfähigkeit nachhaltig
tangierenden Verschlechterung des psychophysischen Gesundheitszustands nicht die
Rede sein. Die RAD-Ärzte diagnostizierten mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein
chronifiziertes lumbospondylogenes Schmerzsyndrom und rezidivierende depressive
Episoden, derzeit remittiert (ICD-10: F33.4) und Dysthymia (ICD-10: F34.1). Für
leidensangepasste Tätigkeiten bescheinigten sie dem Versicherten eine 80%ige
Arbeitsfähigkeit (act. G 4.1.104).
A.i Mit neuerlichem Vorbescheid vom 11. Oktober 2010 stellte die IV-Stelle dem Ver
sicherten in Aussicht, bei einem von ihr ermittelten Invaliditätsgrad von 31% einen
Rentenanspruch zu verneinen (act. G 4.1.111). Dagegen erhob der Versicherte am
11. November 2010 Einwand. Er brachte darin vor, dass ihm zumindest für den
Zeitraum von Juli 2007 bis November 2010 eine Invalidenrente auszurichten sei, selbst
wenn auf die RAD-Beurteilungen abgestellt würde. Allerdings sei der RAD-
Untersuchungsbericht vom 6. September 2010 nicht beweiskräftig. Schliesslich rügte
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der Versicherte die Höhe der von der IV-Stelle berücksichtigten Vergleichseinkommen
(act. G 4.1.112). Mit Stellungnahme vom 14. April 2011 hielt der RAD-Arzt an der
medizinischen Beurteilung fest (act. G 4.1.114).
A.j Mit Verfügung vom 14. April 2011 wies die IV-Stelle das Rentengesuch des
Beschwerdeführers ab (act. G 4.1.115).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 14. April 2011 richtet sich die vorliegende Beschwerde
vom 24. Mai 2011. Der Beschwerdeführer beantragt unter Kosten- und
Entschädigungsfolge deren Aufhebung. Es sei ihm rückwirkend ab Juli 2007 eine
Invalidenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad von mindestens 70%
zuzusprechen. Eventualiter sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ein
interdisziplinäres Gutachten bei einer unabhängigen Gutachterstelle in Auftrag zu
geben. Subeventualiter sei ihm für den Zeitraum von Juli 2007 bis November 2010 eine
Invalidenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 50% auszurichten. Im
Wesentlichen vertritt er den Standpunkt, dass sowohl das Gutachten der Dres. E._
und F._ vom 9. September 2008 als auch der RAD-Untersuchungsbericht vom
6. September 2010 nicht beweiskräftig seien. Ferner sei bei der Bestimmung des
Invalideneinkommens der maximal zulässige Tabellenlohnabzug zu gewähren (act.
G 1).
B.b In der Beschwerdeantwort vom 30. August 2011 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Sie macht geltend, die
gutachterliche Einschätzung sowie diejenige des RAD seien überzeugend. Es lägen
aetiologisch-pathogenetisch unerklärliche syndromale Leidenszustände vor, die in der
Regel keine lang dauernde, zu einer Invalidität führende Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit bewirken würden. Zudem sei die depressive Episode remittiert oder
trete nur ab und zu lediglich leicht in Erscheinung (act. G 4).
B.c In der Replik vom 7. Oktober 2011 hält der Beschwerdeführer unverändert an
seiner Beschwerde fest (act. G 6).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine begründete Duplik (act. G 8).
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B.e Mit Eingabe vom 25. April 2012 reicht der Beschwerdeführer den Austrittsbericht
der Psychiatrischen Klinik X._ vom 24. November 2011 ein, wo er vom 17. Oktober
bis 22. November 2011 hospitalisiert war. Die dort behandelnden medizinischen
Fachpersonen diagnostizieren darin eine rezidivierende depressive Störung,
gegenwärtig schwere Episode mit psychotischen Symptomen (ICD-10: F33.3), DD/und
V.a. eine ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.6), eine
anhaltende somatoforme Schmerzstörung bei Status nach Wirbelsäulenoperation im
April 2007 (ICD-10: F45.4) sowie eine Prostatahyperplasie. Sie bescheinigten dem
Beschwerdeführer bei Austritt eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Für die Zeit nach dem
Austritt sei er für eine Behandlung durch die Psychiatrische Tagesklinik Y._
angemeldet worden (act. G 10).
B.f Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine weitere Stellungnahme (act. G 11).

Erwägungen:
1.
Vorliegend zu prüfen ist der von den Parteien umstrittene Rentenanspruch des
Beschwerdeführers.
1.1 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) bzw. aArt. 28 Abs. 1 IVG (in der bis 31. Dezember 2007 gültigen Fassung)
besteht ein Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person
mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60%
invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht ein Anspruch auf
eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein Anspruch auf
eine Viertelsrente.
1.2 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
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Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und
demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung
des strittigen Leistungsanspruchs gestatten (BGE 125 V 351 E. 3b).
1.3 Einem ärztlichen Bericht kommt Beweiswert zu, wenn er für die streitigen Belange
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden
berücksichtigt und in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, wenn
die Beschreibung der medizinischen Situation und Zusammenhänge einleuchtet und
die Schlussfolgerungen begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a). Auch wenn die
Rechtsprechung den Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen
stets Beweiswert zuerkannt hat, so ist doch zu betonen, dass ihnen praxisgemäss
nicht dieselbe Beweiskraft wie einem gerichtlichen oder einem im Verfahren nach
Art. 44 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
(ATSG; SR 830.1) vom Versicherungsträger in Auftrag gegebenen Gutachten zukommt.
Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens
entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu
stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der
versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen
vorzunehmen (BGE 135 V 469 f. E. 4.4).
2.
Die Beschwerdegegnerin stützte sich in medizinischer Hinsicht in der angefochtenen
Verfügung vom 14. April 2011 auf den interdisziplinären RAD-Untersuchungsbericht
vom 6. September 2010 (act. G 4.1.115). Der Beschwerdeführer hält diesen für nicht
beweiskräftig (act. G 1).
2.1 Die beurteilenden Fachärzte des RAD kamen im Untersuchungsbericht vom
6. September 2010 zum Schluss, der Beschwerdeführer verfüge für leidensangepasste
Tätigkeiten über eine 80%ige Arbeitsfähigkeit bei zeitlich vollem Pensum (act.
G 4.1.104-30). Die völlig andersartige Einschätzung durch die behandelnden
medizinischen Fachpersonen im Psychiatrischen Zentrum Y._ ergebe sich
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nachvollziehbar aus der fürsorglichen Garantenstellung für den Patienten, wobei sie
sich weitgehend auch auf die Angaben des Beschwerdeführers bezögen (act.
G 4.1.104-27; vgl. auch die RAD-Stellungnahme vom 14. April 2011, act. G 4.1.114-3).
2.2 Der Beschwerdeführer bringt gegen diese Einschätzung des RAD im
Wesentlichen vor, sie stehe in Widerspruch zu den zahlreichen Einschätzungen der
behandelnden medizinischen Fachpersonen (act. G 1, S. 7).
2.2.1 In der Tat bestehen allein schon mit Blick auf die Diagnosestellungen
erhebliche Divergenzen zwischen den zahlreichen Einschätzungen der behandelnden
medizinischen Fachpersonen und dem psychiatrischen RAD-Untersuchungsbericht.
Während RAD-Arzt Dr. I._ im Zeitpunkt der Untersuchung sowie auch für den
zurückliegenden Zeitraum bis anfangs 2007 davon ausging, der Beschwerdeführer
leide mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit an rezidivierenden depressiven Episoden,
derzeit remittiert (ICD-10: F33.4) sowie an einer Dysthymia (ICD-10: F34.1), die eine
20%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten bewirken
würden, diagnostizierten die behandelnden psychiatrischen Fachpersonen - teilweise
gestützt auf mehrwöchige stationäre Aufenthalte - mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit eine mittelgradige bis schwere depressive Problematik (Berichte
Dr. D._ vom 27. Juli 2007 und vom 21. Dezember 2007: schwere depressive Episode
mit einer ausgeprägten Angstsymptomatik [act. G 4.1.20], die zu einer vollständigen
Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeit führe [act. G 4.1.40; vgl. auch den Bericht vom
25. September 2009, act. G 4.1.87]; Bericht der Psychiatrischen Klinik X._ vom
3. August 2007: mittelgradige depressive Episode [ICD-10: F32.1; act. G 4.1.34];
Bericht des Psychiatrischen Zentrums Y._ vom 22. April 2009: schwere depressive
Episode [ICD-10: F32.3; act. G 4.1.83]). RAD-Arzt Dr. I._ hält diese von seiner
Einschätzung abweichenden Berichte der behandelnden Ärzte nicht für aussagekräftig,
da sie sich nachvollziehbar aus der fürsorglichen Garantenstellung für die Patienten
ergäben (act. G 4.1.104-27). Dieser pauschalen Sichtweise kann nicht gefolgt werden.
Wie bereits das Bundesgericht klargestellt hat, genügt der Hinweis auf die
auftragsrechtliche Stellung behandelnder medizinischer Fachpersonen für sich allein
nicht, um deren Beurteilungen in Frage zu stellen (BGE 135 V 472 E. 4.6). Dies hat
vorliegend umso mehr zu gelten, als selbst der begutachtende Dr. F._ die zuvor von
Dr. D._ diagnostizierten schweren depressiven Episoden und die von ihm
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bescheinigte Arbeitsunfähigkeit nicht in Zweifel zog ("grundsätzlich möglich", act.
G 4.1.54-15). Schliesslich bestätigte auch RAD-Ärztin Dr. G._ in der Stellungnahme
vom 12. November 2008 für die Zeit vom 5. Juli 2006 bis 8. September 2008 eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten (act. G 4.1.57).
2.2.2 Angesichts dieser medizinischen Aktenlage ist auch die Eindeutigkeit der
ohne jeden Zweifel abgegebenen Beurteilung von Dr. I._ - insbesondere soweit sie
retrospektiv erfolgte - nicht überzeugend. Dies umso weniger als der
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers über weite Strecken - selbst vom RAD -
als instabil bezeichnet wurde (vgl. etwa Berichte von Dr. D._ vom 30. Juli 2007, act.
G 4.1.20-5, sowie vom 5. März 2009, act. G 4.1.74, und die Stellungnahmen des RAD
vom 30. August 2007, act. G 4.1.31-2 und vom 9. Oktober 2009, act. G 4.1.88), was
aufgrund des psychischen Leidensbildes nachvollziehbar ist. Hinzu kommt, dass
echtzeitliche Einschätzungen (vorliegend der behandelnden psychiatrischen
Fachpersonen) zuverlässiger sind als Jahre später erfolgte rückwirkende Beurteilungen
(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 14. April 2008, 8C_615/2007, E. 2.2.1). Aus dem
Umstand, dass Dr. D._ kein Parteigutachten bzw. eine Stellungnahme zum
Teilgutachten von Dr. F._ anfertigen lassen wollte, kann entgegen dem Vorbringen
von Dr. I._ (act. G 4.1.114-2) nichts zum Beweiswert seiner übrigen Aussagen
abgeleitet werden. Denn Dr. D._ stellte damit nicht seine bisherige Diagnosestellung
oder Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in Frage, sondern hielt ausdrücklich daran fest. Er
gab lediglich an, dass das Psychiatrische Zentrum Y._ grundsätzlich keine
Privatgutachten erstelle. Im Übrigen hielt er den Sachverhalt für nicht genügend
abgeklärt und empfahl eine nochmalige Begutachtung von unabhängiger Seite
(Schreiben vom 5. März 2009, act. G 4.1.74-3).
2.2.3 Insgesamt ergibt sich, dass die Einschätzungen der behandelnden
psychiatrischen Fachpersonen und jene des RAD-Arztes Dr. I._ sich diametral
widersprechen. Unter solchen Umständen ist die psychiatrische Problematik des
Sachverhalts nicht ausreichend abgeklärt. Daran vermag auch die Einschätzung von
Dr. F._ im psychiatrischen Teilgutachten vom September 2008 nichts zu ändern, der
von einer Arbeitsfähigkeit von 80% bzw. 90% im Begutachtungszeitpunkt ausging,
eine höhere Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für den rückwirkenden Zeitraum
entsprechend den medizinischen Vorbefunden als möglich erachtete und die Prognose
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in psychiatrischer Hinsicht offen liess, zumal sich die affektive Störung zunehmend zu
chronifizieren scheine (act. G 4.1.54-14 f.). Schliesslich ist auch nicht auszuschliessen,
dass im Rahmen der einmaligen Untersuchung durch den RAD wesentliche - von den
behandelnden Fachpersonen genannte - Aspekte (wie etwa Ausmass der geltend
gemachten Angst- und Panikattacken sowie der depressionsbedingten
Einschränkungen) unerkannt geblieben sein könnten. Ergänzend ist zu bemerken, dass
Dr. I._ von demonstrativer Aggravation ausgeht ("auffällig demonstrativ-
aggravatorisches Verhalten", act. G 4.1.104-26; vgl. auch nachstehende E. 2.2.4), was
für sich allein zwar keinen Mangel darstellt. Allerdings wohnt der Feststellung von
Aggravation auch die Gefahr inne, dass diese eine überschiessende Tragweite in den
Schlussfolgerungen des Sachverständigen erhält (Urteil des Bundesgerichts vom
3. Juni 2008, 9C_531/2007, E. 2.2.3).
2.2.4 Daran vermag der Hinweis von Dr. I._ nichts zu ändern, wonach die
Aussage des Sohns des Beschwerdeführers "höchst bemerkenswert ist", dieser habe
"nie etwas von Angstzuständen seines Vaters im häuslichen Umfeld gehört oder
mitbekommen" (act. G 4.1.104-27). Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass der Sohn im
Rahmen der Fremdanamnese angab, "ihm falle am Vater auf, dass er schnell müde sei,
ein bisschen gestresst, weil er meistens Schmerzen habe. Der Vater habe zu Hause nie
etwas über Angstzustände gesagt. [...] Über den Vater könne er eigentlich wenig
sagen". Dazu hielt Dr. I._ fest, es entstehe der Eindruck, dass der Sohn an den
Problemen wenig Anteil nehme und wenig interessiert sei (act. G 4.1.104-19). Das
Aussageverhalten des Sohns ist damit entgegen der Auffassung von Dr. I._ nicht
geeignet, die in den Vorakten beschriebenen Angstzustände oder die weiteren
geklagten Leiden zu widerlegen.
2.3 Was die somatische Beurteilung anbelangt, so trifft der Vorwurf des
Beschwerdeführers (act. G 1, S. 11) zu, dass sich das kurz begründete somatische
Teilgutachten vom 9. September 2008 weder zum zuvor liegenden Beschwerdeverlauf
noch zu den davon abweichenden Einschätzungen von Prof. C._ äusserte (act.
G 4.1.56). Dies wäre allerdings umso angezeigter gewesen, als Prof. C._ im Bericht
vom 19. Juli 2007 "zur Zeit" eine Arbeitsfähigkeit verneinte (act. G 4.1.19-2; vgl. auch
die Bescheinigung einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit für die Dauer von drei Monaten
im Schreiben vom 5. Juli 2007, act. G 4.1.15-5) und später für leidensangepasste
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Tätigkeiten eine 60 bis 70%ige Leistungsverminderung bescheinigte (Bericht vom
22. Januar 2008, act. G 4.1.42-2). Auch RAD-Arzt Dr. med. H._ äusserte sich im
Rahmen der Arbeitsfähigkeitsbeurteilung nicht näher zu den abweichenden
Einschätzungen von Prof. C._, was einen Mangel darstellt. Ferner erweist sich seine -
ohne nähere Begründung erfolgte - Einschätzung, dass "aufgrund der vorhandenen
medizinischen Akten mit bezüglich der Wirbelsäule unveränderter Situation" seit dem
Austritt aus der Klinik Valens am 15. Juni 2007 von einer 90%igen Arbeitsfähigkeit für
leidensangepasste Tätigkeiten auszugehen sei (act. G 4.1.104-15), als weder
naheliegend noch dargetan. Wurde doch in der RAD-Stellungnahme vom 30. August
2007 in Würdigung der damaligen Aktenlage angemerkt, dass der Gesundheitszustand
sowohl von somatischer als auch psychischer Seite instabil sei (act. G 4.1.31).
3.
Im Licht dieser Umstände erweist sich der medizinische Sachverhalt, insbesondere
bezüglich des Gesundheitsverlaufs, als nicht rechtsgenüglich abgeklärt. Wie vom
Beschwerdeführer eventualiter beantragt (act. G 1, S. 2), ist die Sache an die
Beschwerdegegnerin zur Vornahme einer polydisziplinären Begutachtung durch eine
noch nicht mit dem Fall befasste, unabhängige Gutachterstelle zurückzuweisen, die
sich namentlich zu dem seit dem Unfall vom 5. Juli 2006 eingetretenen Gesundheits-
und Arbeitsfähigkeitsverlauf zu äussern haben wird. Bei der Wahl der Gutachterstelle
hat die Beschwerdegegnerin die Vorgaben gemäss der Rechtsprechung BGE 137 V
210 zu beachten, womit sie zunächst eine einvernehmliche Bestimmung der
Gutachterstelle in den Vordergrund zu stellen hat und erst bei Scheitern einer
einvernehmlichen Vereinbarung nach dem Zufallsprinzip verfährt. Bei diesem Ausgang
können die Fragen nach der korrekten Ermittlung der Vergleichseinkommen und der
invalidisierenden Wirkung der gesundheitlichen Leiden vorerst offen gelassen werden.
4.
4.1 Nach dem Gesagten ist die Verfügung vom 14. April 2011 aufzuheben und die
Sache ist zur weiteren Abklärung und zu neuer Verfügung im Sinn der Erwägungen an
die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
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Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als
volles Obsiegen (BGE 127 V 234 E. 2b/bb in fine). Somit unterliegt die
Beschwerdegegnerin vollumfänglich. Sie hat deshalb die gesamte Gerichtsgebühr von
Fr. 600.-- zu bezahlen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist dem
Beschwerdeführer zurückzuerstatten.
4.3 Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei
insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen
ist (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Der Rechtsvertreter
des Beschwerdeführers hat auf die Einreichung einer Honorarnote verzichtet. Der
Bedeutung und dem Aufwand der Streitsache angemessen erscheint eine
Parteientschädigung von pauschal Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP