Decision ID: 46d07b2c-9bdf-470d-8c73-a9ae7ea2c00f
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 2 ZGB
Beschwerde gegen ein Urteil der Kammer II des Bezirksrates Zürich vom 3. Juli 2014; VO.2013.103 (Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde der Stadt Zürich)
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Entscheid der KESB Stadt Zürich vom 22. Oktober 2013: (act. 8/37 = act. 7/3)
4. (recte: 1.) Für A._ wird eine Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 2 ZGB angeord-
net, mit den Aufgaben,
a) A._ unter Beizug von Fachpersonen, z.B. des D._ Instituts für das Kind,
zu begleiten, mit dem Ziel, wieder einen Kontakt zum Kindsvater zu ermöglichen,
b) Ansprechperson für A._ zu sein, was die Frage des Kontaktes zum Kindsvater
betrifft und sie in ihrer Kommunikation gegenüber beiden Elternteilen zu unterstüt-
zen.
5. (recte: 2.) Frau E._, Sozialzentrum F._, Quartierteam ..., ... [Adresse], wird
zur Beiständin ernannt, mit der Einladung,
a) sich innert zwei Wochen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist die zur Er-
füllung der Aufgaben nötigen Kenntnisse zu verschaffen und mit den Betroffenen
persönlich Kontakt aufzunehmen,
b) nötigenfalls Antrag auf Anpassung der behördlichen Massnahmen an veränderte
Verhältnisse zu stellen,
c) erstmals ordentlicherweise per 30. September 2015 Bericht zu erstatten.
6. (recte: 3.) Keine Gebühren. Kosten auf die Amtskasse.
(Mitteilung / Rechtsmittel)
Urteil Kammer II des Bezirksrates Zürich vom 3. Juli 2014: (act. 4 = act. 9 = act. 7/16)
I. Die Beschwerde wird abgewiesen.
II. Die Verfahrenskosten werden auf Fr. 600.-- festgelegt und der Beschwerdeführerin
auferlegt.
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(Rechtsmittel / Mitteilungssatz)

Erwägungen:
I.
1.1. B._ und C._ sind die nicht verheirateten Eltern der am tt.mm.2003
geborenen A._. Die Eltern von A._ hatten jahrelang zusammengelebt,
bevor sie sich im Sommer 2011 nach 13-jähriger Beziehung trennten und den
gemeinsamen Haushalt auflösten. B._ ist alleinige Inhaberin der elterlichen
Sorge. Es besteht ein von der damaligen Vormundschaftsbehörde genehmigter
Unterhaltsvertrag (act. 8/10, act. 8/9). B._ ist ... und ... [Berufe]. C._ ist
... und ... und seit Juli 2010 teilzeitlich Primarschullehrer. Es ist unbestritten, dass
sich die Eltern seit der Trennung nicht mehr getroffen haben und nur noch ganz
spärlich telefonischen Kontakt miteinander haben.
1.2. Mit Schreiben vom 28. November 2012 (act. 8/12) wandte sich C._ an
die damalige Vormundschaftsbehörde der Stadt Zürich und brachte vor, es sei
ihm seit der Trennung von B._ nicht mehr möglich, Kontakt zur gemeinsa-
men Tochter A._ aufzunehmen. B._ verweigere zudem jegliche Kom-
munikation. C._ stellte ein Gesuch um Regelung des Besuchsrechts
(act. 8/12). B._ nahm mit Schreiben vom 21. Januar 2013 an die per 1. Ja-
nuar 2013 neu zuständige Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde der Stadt Zü-
rich Stellung zum Gesuch des Vaters um Regelung eines Besuchsrechts.
B._ führte zusammengefasst aus, vor der Trennung habe der Vater sich kei-
ne Zeit für seine Tochter nehmen wollen und nach der Trennung habe A._
ihren Vater nicht mehr sehen wollen (act. 8/20 S. 1). Die Distanziertheit zwischen
Vater und Tochter habe lange vor der elterlichen Trennung begonnen (act. 8/20
S. 4). Sie, die Mutter, habe sich immer wieder bemüht, A._ in der Bezie-
hungsaufnahme zu ihrem Vater zu unterstützen, habe sie aufgefordert, ihn anzu-
rufen, was die Tochter anfänglich auch getan habe. A._ habe aber "partout"
nicht mit ihrem Vater abmachen wollen, auch nicht in Gegenwart einer Drittperson
(act. 8/20 S. 2). Gleichzeitig wie sie, die Mutter, sich gegen den Vorwurf ihres
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ehemaligen Mannes habe wehren müssen, sie würde ihm die gemeinsame Toch-
ter vorenthalten, habe sich die Tochter immer stärker verbarrikadiert in ihrer ab-
lehnenden Haltung ihrem Vater gegenüber und habe sie ihr, der Mutter, Vorwürfe
gemacht wegen ihrer wiederholten Aufforderungen, den Vater zu treffen (act. 8/20
S. 2). A._ wolle höchstens elektronische Nachrichten von ihrem Vater erhal-
ten. Sodann habe sie, die Mutter, auf des Vaters ultimative Forderung, A._
mindestens 30 Minuten lang unter vier Augen zu treffen, und A._s nicht min-
der vehemente Weigerung hin, dies zu tun, sich an G._ (ehemaliger Leiter
des D._ ZH) gewandt. Dieser habe in den Monaten September und Oktober
2012 Gespräche mit A._, mit dem Vater und auch mit ihr, der Mutter, geführt
(act. 8/20 S. 2 unten). Eine Kontaktaufnahme zwischen Vater und Tochter könne
wieder gelingen, wenn A._ selbst in ihrer ablehnenden Haltung ihrem Vater
gegenüber ernst genommen würde, dann erst hätte sie auch die Chance, sich
wieder an das zu erinnern, was sie an ihrem Vater gemocht habe (act. 8/20 S. 3).
1.3. Am 6. März 2013 hörten ein Behördenmitglied und eine Adjunktin der KESB
die Eltern von A._ (getrennt) an (act. 8/27). C._ reichte anlässlich der
Anhörung eine schriftliche Stellungnahme zum Schreiben von B._ vom
21. Januar 2013 ins Recht (act. 8/26). Er wies darauf hin, dass er als ... [Beruf]
eher nachtaktiv und vor allem an den Wochenenden unterwegs gewesen sei, was
B._ aber lange vor der Geburt von A._ gewusst habe. Die ersten fünf
Lebensjahre von A._ seien sie während der Woche aber immer zu dritt zu
Hause gewesen (act. 8/27 S. 1). Es sei für A._ nicht leicht, ihrem Vater ge-
genüber unvoreingenommen zu sein, wenn sie sich seit ihrem siebten, achten
Lebensjahr ständig anhören müsse, was der Vater für ein Ekel und die Mutter für
eine Geplagte sei (act. 8/26 Bl. 6 oben). C._ weist den Vorwurf, er sei nie für
seine Tochter da gewesen, entschieden zurück. Es habe von Anfang an eine
symbiotische Beziehung zwischen der Mutter und A._ bestanden, es sei ihr
nicht möglich gewesen, einen Teil "abzugeben" (act. 8/27 S. 1). "Geschichten, die
A._ nachhaltig verletzt haben müssen", weise er als Konstrukt der Mutter zu-
rück. Herr G._ habe denn auch nur die Verletzung A._s wegen seines
Abgangs angeführt. Herr G._ habe ihn, den Vater, Ende Oktober 2012 zu ei-
nem Gespräch eingeladen. Sie seien so verblieben, dass Herr G._ versu-
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chen wolle, A._ und ihn in einer Begleitung zusammenzubringen, bei Wahl
von Ort und Umständen nach A._s Gusto. Mitte November 2012 sei es noch
zu einem kurzen Austausch von E-Mail-Nachrichten gekommen. Dies sei, bis
heute, das letzte Lebenszeichen von Herrn G._ gewesen. Für ihn, den Vater,
sei das nicht einfach zu deuten, deshalb habe er sich einen Monat später, im No-
vember 2012, an die Vormundschaftsbehörde gewandt (act. 8/26 Bl. 6). Nie habe
er seiner Tochter gegenüber Rechte eingefordert, Ultimaten gestellt oder gedroht.
Er, der Vater, möchte, auch zu A._s Schonung, darauf verzichten, den ganz
grossen Umzug zu fahren. Er werde A._ bestimmt (einmal) wieder sehen. Er
möchte einfach in irgendeiner Form über Wohl und Wehe von A._ in groben
Zügen informiert werden, z.B. orientiert werden darüber, ob A._ Klavierunter-
richt erhalte oder weshalb nicht, er würde gerne ihre Zeugnisse sehen und er
würde gerne ein Mal im Jahr ein Foto von ihr sehen (act. 8/26 Bl. 8 unten).
Anlässlich der Anhörung vom 6. März 2013 bekräftigte der Vater mündlich seinen
Wunsch auf Kontakt zu A._, im Tempo und nach den Möglichkeiten von
A._ (act. 8/27 S. 1). Er wolle keinen Druck auf A._ ausüben, er habe
aber seit Sommer 2013 keinen persönlichen Kontakt mehr zu A._, sie habe
offenbar Mühe, mit ihm Kontakt zu haben. Er sei offen und auch mit einer Bei-
standschaft einverstanden (act. 8/27 S. 2).
Die Mutter betonte anlässlich der Anhörung vom 6. März 2013, sie würde sich
sehr freuen über einen Kontakt von A._ zu ihrem Vater. Sie erwähne gegen-
über A._ immer nur Positives über den Vater (act. 8/27 S. 3). Je mehr sie,
die Mutter, aber Druck auf A._ ausübe, Kontakt mit dem Vater aufzunehmen,
desto mehr verweigere sich A._ (act. 8/27 S. 2 unten). Mit der Errichtung ei-
ner Besuchsbeistandschaft ist auch die Mutter einverstanden (act. 8/27 S. 3).
1.4. Am 3. April 2013 hörte das fallführende Mitglied der KESB A._, welche
in Begleitung einer Vertrauensperson zu einem Gespräch bei der Behörde er-
schien, an (act. 8/29). A._, damals 10 Jahre alt, hielt fest, sie wisse, weshalb
sie vor der Behörde zu erscheinen habe, es sei ein doofes Problem, eine Lösung,
die für alle stimmen würde, falle ihr nicht ein. Sie wolle ihren Vater zur Zeit nicht
sehen. Auch eine entsprechende Unterstützung würde nichts nützen. Ihre Mutter
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wolle, dass sie Kontakt zum Vater habe, auch ihr Vater wünsche Kontakt zu ihr.
Sie finde dies mühsam. Ihr Vater schreibe ihr manchmal Briefe. Sie habe sich ge-
freut, dass der Vater ihr im Januar 2013 einen Brief geschrieben habe. In diesen
Briefen finde sie aber auch manches komisch. Teilweise gehe ihr Vater einfach
über das hinweg, was sie wolle. Sie habe eine grosse Wut auf ihren Vater und
wolle auch nicht darüber diskutieren, wann sie ihn sehen müsse (act. 8/29 S. 2).
2. Mit Beschluss vom 22. Oktober 2013 ordnete die Kindes- und Erwachse-
nenschutzbehörde der Stadt Zürich (KESB) eine Besuchsbeistandschaft nach
Art. 308 Abs. 2 ZGB an und setzte eine Mitarbeiterin des Sozialzentrums
F._, Zürich, E._, als Beiständin ein (act. 8/37 = act. 7/3; für den Wortlaut
der Anordnung vgl. vorne). Eine von der Mutter gegen diesen Beschluss einge-
reichte Beschwerde wies der Bezirksrat Zürich mit Urteil vom 3. Juli 2014 ab
(act. 7/16 = act. 4 = act. 9). Innert Frist reichte die Tochter A._, vertreten
durch Rechtsanwalt lic. iur. X._, Beschwerde gegen das Urteil des Bezirksra-
tes Zürich ein und stellte nachfolgende Anträge (act. 2):
"1. Das angefochtene Urteil sei aufzuheben;
2. Der Beschluss der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde der Stadt Zürich vom
22. Oktober 2013 sei wie folgt zu ändern:
1. Für A._ wird eine Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 2 ZGB angeordnet
mit den Aufgaben,
a) A._ in der Frage des Kontakts mit ihrem Vater, allenfalls unter Beizug
von geeigneten Fachpersonen, zu begleiten;
b) Ansprechperson für A._ in allen Fragen des Kontakts zu ihrem Vater
zu sein und sie in ihrer Kommunikation gegenüber beiden Elternteilen zu un-
terstützen;
2. Herr H._, Sozialzentrum F._, ... [Adresse], wird zum Beistand er-
nannt, mit der Einladung:
a) sich nach Eintreten der Rechtskraft dieses Beschlusses die nötigen Kennt-
nisse zu verschaffen und mit A._ persönlich Kontakt aufzunehmen;
b) nötigenfalls Antrag auf Anpassung der behördlichen Massnahmen an ver-
änderte Verhältnisse zu stellen;
c) erstmals ordentlicherweise per 30. Juni 2016 Bericht zu erstatten.
3. unter Kosten- und Entschädigungsfolgen;
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In prozessualer Hinsicht:
4. Für das vorliegende Verfahren sei die Vertretung von A._ im Sinn von
Art. 314abis ZGB anzuordnen und der Unterzeichnende sei als Beistand zu
bezeichnen;
5. Die Akten der Vorinstanz seien beizuziehen."
3. Mit Präsidialverfügung vom 2. September 2014 wurde gestützt auf
Art. 314abis Abs. 1 ZGB eine Kindesvertretung angeordnet und Rechtsanwalt
lic. iur. X._ als Vertreter von A._ ernannt (act. 11 S. 4). Den verfahrens-
beteiligten Eltern der Beschwerdeführerin wurde die Beschwerdeschrift zur
Kenntnis zugestellt (act. 11 S. 4 oben, act. 12/2 und act. 12/3). Im Weiteren wurde
der KESB der Stadt Zürich Frist angesetzt, um zur Darstellung der Beschwerde-
führerin Stellung zu nehmen, wonach die aktuell eingesetzte Beiständin auch die
Beiständin der Kinder derjenigen Frau sei, mit welcher der Vater von A._ ei-
ne Beziehung unterhielt, die ausschlaggebend gewesen sein soll für die Trennung
der Eltern von A._ im Sommer 2011 (vgl. act. 2 S. 3 unten und act. 11 S. 3
f.). Die KESB liess sich mit Eingabe vom 16. September 2014 dahingehend ver-
lauten, dass während des gesamten Verfahrens vor der KESB eine neue Partner-
schaft von C._ nie ein Thema gewesen sei. Es habe keinerlei Anhaltspunkte
dafür gegeben noch seien entsprechende Äusserungen gefallen, dass es bezüg-
lich der Person der Beiständin irgendwelche Überschneidungen geben könnte.
Auch im Beschwerdeverfahren vor dem Bezirksrat sei nicht mit der Person der
Beiständin und den persönlichen Verbindungen argumentiert worden, sondern die
Beschwerde habe sich gegen die Beistandschaft als solche gerichtet (act. 13).
Die Stellungnahme wurde der Beschwerdeführerin am 3. Oktober 2014 zur
Kenntnis gebracht (act. 14 und act.15). Der Prozess ist spruchreif.
II.
1. Die Beschwerdeführerin ist gemäss Art. 450 Abs. 2 Ziff. 1 ZGB zur  legitimiert (vgl. act. 11 S. 3). Ihre Beschwerde richtet sich gegen die
vom Bezirksrat geschützten Anordnungen der KESB vom 22. Oktober 2013 und
erging innert der dreissigtägigen Frist (Art. 450b Abs. 1 ZGB). Es ist darauf einzu-
treten.
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2.1. Die Beschwerdeführerin stellt den angefochtenen Entscheid der KESB vom
22. Oktober 2013 (act. 7/3 = act. 8/37) nicht grundsätzlich in Frage. Sie akzeptiert
die Anordnung einer Besuchsbeistandschaft gemäss Art. 308 Abs. 2 ZGB und die
Begleitung durch einen Beistand. Die Beschwerdeführerin möchte aber die Be-
ziehung zum Vater selber gestalten und sich nicht dazu drängen oder zwingen
lassen (act. 2 S. 4). Die Unterstützung durch einen Beistand in den Kontaktfragen
nimmt die Beschwerdeführerin gerne an, wenn dieser keinen über allem stehen-
den und mit ihr nicht abgesprochenen Auftrag hat, den Kontakt zu ermöglichen
oder herzustellen. Zur Untermauerung ihres Anliegens, den Auftrag an den Bei-
stand offen zu formulieren, weist die bald 12-jährige Beschwerdeführerin darauf
hin, dass bei Jugendlichen, deren Eltern sich scheiden lassen, in der Regel darauf
verzichtet wird, ein konkretes Besuchsrecht festzulegen, bzw. dies den Beteiligten
überlassen wird, selbst wenn der betroffene Jugendliche im Zeitpunkt des Urteils
den Kontakt mit dem nicht obhutsberechtigten Elternteil ablehnt und kein Beistand
ernannt wird (act. 2 S. 4).
2.2. Es trifft zu, dass unter dem Scheidungsrecht bei Jugendlichen ab einem Al-
ter von ca. 14 Jahren zuweilen auf eine Regelung des Besuchsrechts verzichtet
wird bzw. es weitgehend den Jugendlichen überlassen wird, ob und wie sie den
Kontakt zum nicht obhutsberechtigten Elternteil gestalten wollen. Hier wird die
Beschwerdeführerin aber Ende Januar 2015 erst 12 Jahre alt sein. Einem Bei-
stand die Aufgabe und Verantwortung zu geben, auf eine Kontaktaufnahme zwi-
schen Kind und Vater hinzuwirken, ist deshalb unter diesem Gesichtspunkt ge-
rechtfertigt.
Auch dort, wo keine emotionale Eltern-Kind-Beziehung besteht, ist heute aner-
kannt, dass aus Gründen der Persönlichkeitsentwicklung des Kindes der Aufbau
einer solchen Beziehung durch persönlichen Verkehr gefördert werden sollte (an-
statt vieler: BSK ZGB I-Ingeborg Schwenzer, Art. 273 N 6). Bereits der Bezirksrat
hat darauf hingewiesen (act. 4 S. 6). Nur durch (Besuchs-)Kontakte kann einer in
der Vorstellung des Kindes möglicherweise stattfindenden Idealisierung oder Dä-
monisierung des abwesenden Elternteils gegengesteuert werden. A._ ist ih-
rem Vater gegenüber ambivalent eingestellt. Sie ist verständlicherweise verletzt
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und traurig, aber auch wütend ob der Trennung ihrer Eltern, die sich im Verlassen
der gemeinsamen Wohnung durch den Vater manifestierte (vgl. act. 8/29 S. 2).
Anderseits freut sie sich über Zeichen von ihrem Vater wie über den Erhalt eines
Briefes (act. 8/29 S. 2). Sehen möchte A._ ihren Vater derzeit aber nicht. Der
Wille eines bald 12-jährigen Kindes ist ernst zu nehmen. Vor allem auch bei ado-
leszenten Kindern muss den Ursachen für eine Ablehnung von Besuchskontakten
nachgegangen werden. Beruht die Weigerungshaltung, so wie dies A._ gel-
tend macht (act. 8/29), auf eigenem Erleben, so darf dies nicht einfach übergan-
gen werden. Der Beschwerdeführerin ist beizupflichten, wenn sie sinngemäss
ausführt, autoritativ verordnete Besuche, über welche sie nicht mitbestimmen
könne, hätten auf Dauer negative Auswirkungen auf die Beziehung zwischen ihr
und ihrem Vater. Nur: Der Beistand wird vorliegend den Willen von A._ ernst
nehmen und ihre Anstrengungen und Ressourcen anerkennen. Er wird den Ursa-
chen für die Blockade, die die Entwicklung einer Beziehung zwischen A._
und ihrem Vater hindert, nachgehen. A._ wird der Raum gegeben werden,
damit sie in ihrem Tempo den Zugang zu ihrem Vater (wieder) finden kann. In
diesem Sinne ist die Auftragsumschreibung an den Beistand – A._ (...) zu be-
gleiten, mit dem Ziel, wieder einen Kontakt zum Kindsvater zu ermöglichen – zu verste-
hen, nämlich als Absicht, als Bestreben, einen Kontakt zwischen Vater und Kind
wieder herzustellen. Ob sich das Ziel erreichen lässt, ist offen und scheint hier vor
allem vom Wollen von A._ abzuhängen. In diesem Zusammenhang ist aller-
dings darauf hinzuweisen, dass ein Kind seinen Eltern gegenüber nicht nur Rech-
te hat, namentlich das Recht, dass die Eltern seine Persönlichkeit und sein damit
zusammenhängendes Wollen bzw. Wünschen respektieren. Ebenso hat das Kind
die Persönlichkeit seiner Eltern zu respektieren und die daraus fliessenden Wün-
sche der Eltern ihm gegenüber. Eine Verweigerungshaltung des Kindes gegen-
über den Eltern lässt sich insoweit nicht einfach rechtfertigen.
Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass es bei der Aufgabenumschreibung
gemäss Entscheid der KESB vom 22. Oktober 2013, Dispositivziffer 4 (recte 1)
bleibt (act. 7/3 = act. 8/37).
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3. Die Beschwerdeführerin erhebt Einspruch gegen die Person der von der
KESB eingesetzten Beiständin, weil diese Person auch die Beiständin der Kinder
der Frau sei, die mit ihrem Vater eine Beziehung geführt habe, welche ausschlag-
gebend gewesen sei für die Trennung ihrer Eltern (act. 2 S. 3 f. unten). Die Kinder
dieser Frau besuchen den Angaben der Beschwerdeführerin zufolge zudem das
gleiche Schulhaus. Diese Darstellung konnte von der KESB nicht widerlegt wer-
den (act. 13) und ist daher diesem Entscheid als gegeben zugrunde zu legen. Der
Wunsch von A._ nach einem Beistand, der mit keiner Person aus ihrem und
ihres Vaters Umfeld zu tun hat (act. 2 S. 4), ist verständlich und erscheint daher
berechtigt, weshalb ihm Nachachtung zu verschaffen ist. Eine andere Person als
Beistand einzusetzen rechtfertigt sich aber ebenfalls, weil vorliegend keine Konti-
nuitätsüberlegungen eine Rolle spielen. Die Anordnung der Beistandschaft wurde
angefochten, und es wurde in der Folge noch keine Zeit für Besprechungen etc.
aufgewendet. Das Vertrauensverhältnis zur eingesetzten Beiständin wäre von An-
fang an zu stark belastet, und eine Zusammenarbeit zwischen der Beiständin und
A._ würde sich von vornherein als schwierig gestalten und das mit der Bei-
standschaft angestrebte Ziel gefährden (vgl. Art. 423 Abs. 1 Ziff. 2 ZGB). Die
KESB wird daher ersucht, eine andere Person als Beiständin oder Beistand ein-
zusetzen. Es wird darauf hingewiesen, dass sich H._, Sozialzentrum
F._, Zürich, zur Übernahme des Mandates bereit erklärt hat (act. 10). Das
Obergericht sieht aber von einer expliziten Ernennung von H._ als Beistand
ab, um nicht in die Abläufe und die Zusammenarbeit innerhalb der Kindes- und
Erwachsenenschutzbehörde zu greifen.
III.
Da die Beschwerdeführerin mit ihrem Antrag auf Ernennung einer anderen als der
von der KESB vorgesehenen Person des Beistandes obsiegt, ist von einem hälfti-
gen Obsiegen und Unterliegen auszugehen. Entsprechend ist für das vorliegende
Beschwerdeverfahren eine reduzierte Entscheidgebühr festzulegen, welche der
Beschwerdeführerin aufzuerlegen ist (Art. 106 Abs. 1 ZPO i.V.m. § 40 Abs. 3 EG
KESR). Angesichts des überschaubaren Aufwandes des Verfahrens und um den
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mutmasslichen finanziellen Verhältnissen der Beschwerdeführerin bzw. ihrer ge-
setzlichen Vertreterin Rechnung zu tragen, ist die (reduzierte) Gerichtsgebühr am
untersten Rand der durch den Gebührentarif vorgegebenen Bandbreite festzule-
gen. Die Gebühr ist auf Fr. 300.‒ festzusetzen (Art. 96 ZPO i.V.m. § 12 Abs. 1
und 2 sowie § 5 Abs. 1 der Gebührenverordnung des Obergerichts [GebV OG]).
Die Beschwerdeführerin ist zudem darauf hinzuweisen, dass die Kosten ihrer Ver-
tretung gemäss Art. 314abis Abs. 1 ZGB Gerichtskosten sind (Art. 95 Abs. 2 lit. e
ZPO) und ihr in einem späteren Zeitpunkt mit separatem Entscheid, nach Eingang
der Zusammenstellung der Aufwendungen von Rechtsanwalt lic. iur. X._, zur
Hälfte auferlegt werden. – Für die Ausrichtung einer reduzierten Parteientschädi-
gung besteht kein Raum.