Decision ID: 5f035222-fde8-59f0-bd52-ae6774de89e3
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
V._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Rudolf Sutter, Toggenburgerstrasse 24, 9500 Wil,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a Der 1953 geborene V._ meldete sich am 8. Juni 2006 zum Bezug von Leistungen
der Invalidenversicherung (Rente) an. Er leide seit rund eineinhalb Jahren an starken,
andauernden Schmerzen, depressiver Verstimmung, intensiven Ängsten,
Schlaflosigkeit, Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten und Lustlosigkeit. Seit dem
9. Mai 2005 sei er vollständig arbeitsunfähig (IV-act. 1). Der Versicherte arbeitete seit
1996 als Verkäufer bei der A._ AG bzw. B._. Dieses Arbeitsverhältnis wurde durch
die Arbeitgeberin per Ende Juni 2005 aufgelöst (IV-act. 13). Im Bericht vom
4. Dezember 2005 diagnostizierte der behandelnde Psychiater Dr. med. C._ eine
schwere depressive Störung auf dem Boden einer ängstlichen Persönlichkeit sowie
eine posttraumatische Belastungsstörung (IV-act. 28-43/46). Das Medical Clearing
Center (MCC) hielt im Bericht vom 20. Januar 2006 als Diagnosen eine mindestens
mittelgradige, ausgeprägt ängstliche, depressive Episode mit somatischen
Symptomen, eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung, eine dissoziative
Bewegungsstörung, eine atypische familiäre Situation sowie Probleme in Verbindung
mit der Berufstätigkeit fest (IV-act. 28-37/46). Im Arztbericht vom 20. Juni 2006
diagnostizierte Dr. med. D._, der Hausarzt des Versicherten, eine schwere depressive
Störung auf dem Boden einer ängstlichen Persönlichkeit, eine posttraumatische
Belastungsstörung, ein LWS-Schmerzsyndrom, eine Analfissur sowie eine
Prostatahyperplasie (IV-act. 7). Der Patient sei seit 9. Mai 2005 bis auf weiteres 100%
arbeitsunfähig. Im Vordergrund würden ganz klar die psychischen Beschwerden
stehen. Im Austrittsbericht der Klinik Gais vom 17. Oktober 2006 wurde eine schwere
depressive Episode ohne psychotische Symptome sowie ein Verdacht auf ängstliche
Persönlichkeitsstörung diagnostiziert (IV-act. 28-44/46). Der Versicherte sei weiterhin
100% arbeitsunfähig. In einem Monat sei die Arbeitsfähigkeit neu zu beurteilen, wobei
eine 50%-ige Erwerbstätigkeit (8 Stunden mit reduzierten Leistung) möglich sein sollte
(IV-act. 28-46/46).
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A.b Am 3. Dezember 2007 erstattete das von der IV-Stelle beauftragte ärztliche
Begutachtungsinstitut in Basel (nachfolgend: ABI) ein polydisziplinäres Gutachten. Die
Gutachter diagnostizierten mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende
depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode, sowie eine anhaltende somatoforme
Schmerzstörung. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit wurde ein linksbetontes
multilokuläres Schmerzsyndrom mit intermittierendem Tremor des rechten Armes, eine
"gekreuzte" sensible Hemisymptomatik und chronisches Spannungstyp-Kopfweh,
weitgehend ohne objektivierbares klinisches Korrelat, wahrscheinlich im Rahmen einer
Somatisierungsproblematik, eine arterielle Hypertonie sowie eine Dyslipidämie
festgestellt (IV-act. 28-20/46). Das Ausmass der angegebenen Beschwerden und die
subjektive Krankheitsüberzeugung hätten durch die somatischen Befunde nicht
objektiviert werden können, sodass eine psychische Überlagerung angenommen
wurde. Zudem wurden ausgeprägte Verdeutlichungstendenzen festgestellt. In einer
körperlich leichten bis mittelschweren Tätigkeit in wechselnder Position bestehe eine
zumutbare Arbeitsfähigkeit von 80% (bei ganztägiger Präsenz mit um 20%
vermindertem Rendement aus psychiatrischen Gründen, IV-act. 28-21/46).
A.c Nach Rücksprache mit dem regionalen ärztlichen Dienst (RAD) wurde dem
Versicherten mit Vorbescheid vom 12. Dezember 2007 die Abweisung des
Rentengesuches in Aussicht gestellt (IV-act. 29 und 32). Mit Eingabe vom 29. Januar
sowie Ergänzung vom 28. Februar 2008 liess der Versicherte Einwände gegen den
Vorbescheid erheben und reichte eine Stellungnahme von Dr. C._ vom 11. Februar
2008 ein. Gestützt auf diesen Bericht von Dr. C._ machte der Versicherte geltend,
das ABI habe die Symptome nicht richtig eingeschätzt. Dr. C._ sei der klaren
Auffassung, dass der Versicherte auch in einer leidensadaptierten Tätigkeit in der freien
Wirtschaft weiterhin nicht arbeitsfähig und wegen seiner schweren psychischen Leiden
in jeder denkbaren Tätigkeit zu 100% arbeitsunfähig sei (IV-act. 37). Nach Einholung
einer erneuten Stellungnahme beim RAD erliess die IV-Stelle am 11. März 2008 im
Sinne des Vorbescheids die rentenabweisende Verfügung (IV-act. 39 und 40).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde vom 28. April 2008. Der
Beschwerdeführer beantragt die Aufhebung der Verfügung vom 11. März 2008 und die
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Zusprechung einer ganzen Invalidenrente ab 1. Juni 2006. Eventualiter sei die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers mittels einer eingehenden Begutachtung durch
eine unabhängige Fachstelle zu prüfen. Der Beschwerdeführer macht insbesondere
geltend, dass den Untersuchungen am Medical Clearing Center, in der Rehaklinik Gais
und der Einschätzung des behandelnden Psychiaters Dr. C._ erheblich mehr Gewicht
zukomme als der aufgrund einer kurzen Untersuchung erfolgten Einschätzung des ABI
(act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 16. Juni 2008 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde. Dabei macht sie insbesondere geltend, es sei nicht
ersichtlich, inwiefern das ABI-Gutachten bezüglich der erhobenen Befunde und der
gestellten Diagnosen rechtsfehlerhaft sein sollte. Diesbezüglich komme dem ABI-
Gutachten volle Beweiskraft zu. Auch die Arbeitsfähigkeitsschätzung im somatischen
Bereich sei schlüssig. Hingegen sei die vom ABI diagnostizierte leichte depressive
Störung sowie die somatoforme Schmerzstörung gemäss Rechtsprechung des
Bundesgerichts nicht invalidisierend, weil keine psychische Komorbidität von
erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer vorliege. Demnach sei praxisgemäss von
einer vollen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer adaptierten Tätigkeit
auszugehen. Der Einkommensvergleich zeige, dass der Beschwerdeführer ein
Invalideneinkommen in gleicher Höhe wie das Valideneinkommen erzielen könne.
Mangels Invalidität habe er daher keinen Anspruch auf eine IV-Rente (act. G 3).
B.c In der Replik vom 15. August 2008 hält der Beschwerdeführer an seinen Anträgen
fest. Er verweist insbesondere auf die Stellungnahme von Dr. C._ vom 3. Juli 2008,
welche er der Replik beilegt. Dr. C._ sei mit guten Gründen der Auffassung, dass
auch lang dauernde und schwerwiegende Belastungssituationen mit dem
fundamentalen Erleben der Hilf- und Ausweglosigkeit dafür verantwortlich sein können,
eine posttraumatische Belastungsstörung auszulösen und zu besonders schwerer
Angstfixierung führen können. Genau dies sei beim Beschwerdeführer geschehen. Bei
einer selbstunsicheren Persönlichkeit wie dem Beschwerdeführer sei es nach
Kündigung seiner langjährigen Arbeitsstelle zum symbolischen Verlust seiner inneren
Heimat gekommen. Für den Beschwerdeführer sei dies eine existentielle Bedrohung
gewesen, die er nicht habe bewältigen können. Er sehe sich als schwer depressiv und
es treffe auch nicht zu, dass er die Medikamente nicht eingenommen habe. Zudem
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wehre er sich gegen die Unterstellung von Verdeutlichungstendenzen. Die
Einschätzung von Dr. C._ sei umfassender und glaubwürdiger als diejenige des ABI
aufgrund einer einstündigen Untersuchung. Zudem seien der Austrittsbericht der Klinik
Gais und insbesondere auch das MCC-Gutachten zum gleichen Ergebnis gelangt. Der
Beschwerdeführer sei für jegliche Tätigkeiten 100% arbeitsunfähig (act. G 8).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik.
B.e Auf weitere Vorbringen der Parteien wird, sofern wesentlich, im Rahmen der
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung über
die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In
materiellrechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz,
dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des
angefochtenen Entscheids beziehungsweise im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der
zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V
467 E. 1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung ist am
31. Januar 2008 ergangen. Dennoch ist ein Sachverhalt zu beurteilen, der vor dem
Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008
begonnen hat. Daher ist entsprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen
Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die damals geltenden Bestimmungen
und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen Normen der 5. IV-Revision abzustellen (vgl. zur
4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des Bundesgerichts vom 7. Juni 2006
[I 428/04] E. 1). Diese übergangsrechtliche Lage zeitigt indessen keine
materiellrechtlichen Folgen, da die 5. IV-Revision hinsichtlich der Invaliditätsbemessung
keine substantiellen Änderungen gegenüber der bis Ende 2007 gültig gewesenen
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Rechtslage gebracht hat. Nachfolgend werden die seit 1. Januar 2008 geltenden
Bestimmungen wiedergegeben.
2.
2.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder
geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Der Grad der
für einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16
ATSG durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die
versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der
notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn der Versicherte mindestens zu 70%,
derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn er wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein
Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente
und bei einem IV-Grad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
2.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 Erw. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von
Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel
eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten.
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für
die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden
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ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 Erw. 3a). Was Parteigutachten anbelangt, rechtfertigt
der Umstand allein, dass eine ärztliche Stellungnahme von einer Partei eingeholt und in
das Verfahren eingebracht wird, nicht Zweifel an ihrem Beweiswert (ZAK 1986 S. 189
Erw. 2a in fine, BGE 122 V 161 Erw. 1c). Daraus folgt indessen nicht, dass eine solche
Expertise den gleichen Rang besitzt wie ein vom Gericht oder von der IV-Stelle nach
Massgabe des anwendbaren Verfahrensrechts eingeholtes Gutachten. Trotz dieser
beschränkten Bedeutung verpflichtet es indessen, wie jede substantiiert vorgetragene
Einwendung gegen eine solche Expertise, das Gericht, den von der Rechtsprechung
aufgestellten Richtlinien für die Beweiswürdigung folgend, zu prüfen, ob es in
rechtserheblichen Fragen die Auffassungen und Schlussfolgerungen des vom Gericht
oder von der IV-Stelle förmlich bestellten Gutachters derart zu erschüttern vermag,
dass davon abzuweichen ist (AHI 2001 S. 112, 115).
In Bezug auf Atteste von Hausärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache
Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125
V 351 Erw. 3b.cc; SVR 2001 IV Nr. 8 Erw. 3b.cc). Dies gilt für den allgemein
praktizierenden Hausarzt wie den behandelnden Spezialarzt (Urteile S. vom
7. September 2005, I 136/05, Erw. 4.4, und H. vom 21.Februar 2005, I 570/04, Erw. 5.1
mit Hinweisen) und erst recht für den schmerztherapeutisch tätigen Arzt mit seinem
besonderen Vertrauensverhältnis und dem Erfordernis, den geklagten Schmerz
zunächst bedingungslos zu akzeptieren (vgl. Wolfgang Hausotter, Begutachtung
somatoformer und funktioneller Störungen, 2. Aufl., München 2004, S. 61). Mit Blick auf
die Verschiedenheit von Behandlungs- und Begutachtungsauftrag kann daher im
Streitfall regelmässig nicht auf die Sicht des behandelnden (Fach-) Arztes abgestellt
werden (vgl. statt vieler: Urteil K. vom 5. Januar 2007, I 701/05, E. 2 in fine mit
zahlreichen Hinweisen).
2.3 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt
der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und
Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das
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Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle
Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und
danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige
Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei
einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen,
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es
auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder
die Herkunft des Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a mit
Hinweisen).
2.4 Dennoch hat es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien
Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen
medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung
aufzustellen. So weicht das Gericht beispielsweise bei Gerichtsgutachten nach der
Praxis nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung des medizinischen
Experten ab, dessen Aufgabe es ist, seine Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur
Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Ein
Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist
oder wenn ein vom Gericht eingeholtes Obergutachten in überzeugender Weise zu
anderen Schlussfolgerungen gelangt. Eine abweichende Beurteilung kann ferner
gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer Fachexperten
dem Gericht als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in
Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung durch eine Oberexpertise für
angezeigt hält, sei es, dass es ohne Oberexpertise vom Ergebnis des
Gerichtsgutachtens abweichende Schlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 352 f., E. 3b/aa
mit Hinweisen).
3.
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3.1 Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie
körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in
Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Um Beeinträchtigungen der Erwerbsfähigkeit
aus einer krankhaften seelischen Verfassung ohne nachweisbare organische
Grundlagen zuverlässig beurteilen zu können, verlangt die Rechtsprechung eine
besondere methodische Annäherung an die Beurteilung derartiger
Gesundheitsstörungen. Das Mass des Forderbaren bei Aufbietung allen guten Willens
muss objektiv bestimmt werden. Es wird zudem eine Vermutung aufgestellt, wonach
die Störung und ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar
sind. Das betrifft vorweg anhaltende somatoforme Schmerzstörungen (BGE 130 V 352;
131 V 49), aber auch sämtliche sonstigen vergleichbaren pathogenetisch (ätiologisch)
unklaren syndromalen Beschwerdebilder ohne nachweisbare organische Grundlage
wie die Zustandsbilder der Neurasthenie und des chronischen Müdigkeitssyndroms,
des Reizdarmsyndroms und des Fibromyalgiesyndroms (BGE I 70/07 vom 14. April
2008 E. 4 f.; BGE 132 V 65 und 398 f.; BGE 8C_348/2008 vom 7. Januar 2009, E.3).
3.2 Im Einzelnen ist nach BGE 130 V 354 folgendes zu beachten: Unter gewissen
Umständen können auch somatoforme Schmerzstörungen eine Arbeitsunfähigkeit
verursachen. Sie fallen unter die Kategorie der psychischen Leiden. In Anbetracht der
sich mit Bezug auf Schmerzen naturgemäss ergebenden Beweisschwierigkeiten
genügen die subjektiven Schmerzangaben der versicherten Person für die Begründung
einer (teilweisen) Invalidität allein nicht; vielmehr muss im Rahmen der
sozialversicherungsrechtlichen Leistungsprüfung verlangt werden, dass die
Schmerzangaben durch damit korrelierende, fachärztlich schlüssig feststellbare
Befunde hinreichend erklärbar sind. Es vermag nach der Rechtsprechung auch eine
diagnostizierte anhaltende somatoforme Schmerzstörung als solche in der Regel noch
keine lang dauernde, zu einer Invalidität führende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG zu bewirken. Ein Abweichen von diesem Grundsatz fällt
nur in jenen Fällen in Betracht, in denen die festgestellte somatoforme Schmerzstörung
nach Einschätzung des Arztes eine derartige Schwere aufweist, dass der versicherten
Person die Verwertung ihrer verbleibenden Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt sozial-
praktisch nicht mehr zumutbar ist oder diese für die Gesellschaft gar untragbar ist. Die
- nur in Ausnahmefällen anzunehmende - Unzumutbarkeit einer willentlichen
Schmerzüberwindung und eines Wiedereinstiegs in den Arbeitsprozess setzt jedenfalls
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das Vorliegen einer mitwirkenden, psychisch ausgewiesenen Komorbidität von
erheblicher Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer voraus. Oder aber es sind -
alternativ - andere qualifizierte, mit gewisser Intensität und Konstanz erfüllte Kriterien
vorhanden: So sprechen unter Umständen (1) chronische körperliche
Begleiterkrankungen und mehrjähriger Krankheitsverlauf bei unveränderter oder
progredienter Symptomatik ohne längerfristige Remission, (2) ein ausgewiesener
sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens, (3) ein verfestigter, therapeutisch nicht
mehr angehbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber
entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn ["Flucht in die
Krankheit"]) oder schliesslich (4) unbefriedigende Behandlungsergebnisse trotz
konsequent durchgeführter ambulanter und/oder stationärer Behandlungsbemühungen
und gescheiterte Rehabilitationsmassnahmen bei vorhandener Motivation und
Eigenanstrengung für die ausnahmsweise Unüberwindlichkeit der somatoformen
Schmerzstörung.
3.3 Da - bei weitgehendem Fehlen eines somatischen Befundes - die (rein)
psychiatrische Erklärbarkeit der Schmerzsymptomatik allein für eine
sozialversicherungsrechtliche Leistungsbegründung nicht genügt, obliegt es der
begutachtenden Fachperson der Psychiatrie, der Verwaltung aufzuzeigen, ob und
inwiefern eine versicherte Person über psychische Ressourcen verfügt, die es ihr -
auch mit Blick auf die unter hievor genannten Kriterien - erlauben, mit ihren Schmerzen
umzugehen. Entscheidend ist, ob die betroffene Person, von ihrer psychischen
Verfassung her besehen, objektiv an sich die Möglichkeit hat, trotz ihrer subjektiv
erlebten Schmerzen einer Arbeit nachzugehen.
3.4 Die ärztlichen Stellungnahmen bilden unabdingbare Grundlage für die Beurteilung
der Rechtsfrage, ob und gegebenenfalls inwieweit einer versicherten Person unter
Aufbringung allen guten Willens die Überwindung ihrer Schmerzen und die Verwertung
ihrer verbleibenden Arbeitskraft zumutbar ist. Es darf sich dabei die Verwaltung weder
über die medizinischen Tatsachenfeststellungen hinwegsetzen noch sich die ärztlichen
Einschätzungen und Schlussfolgerungen zur (Rest-)Arbeitsfähigkeit - unbesehen ihrer
konkreten sozialversicherungsrechtlichen Relevanz und Tragweite - zu eigen machen.
Letzteres gilt namentlich dann, wenn die begutachtende Fachperson allein aufgrund
der Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung eine Einschränkung
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der Arbeitsfähigkeit attestiert. Die rechtsanwendenden Behörden haben diesfalls zu
prüfen, ob die von den Ärzten anerkannte (Teil-)Arbeitsunfähigkeit auch im Lichte der
für eine Unüberwindlichkeit der Schmerzsymptomatik massgebenden rechtlichen
Kriterien standhält.
3.5 Gemäss der höchstrichterlichen Praxis kann eine psychiatrische Exploration von
der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen. Sie eröffnet dem
begutachtenden Psychiater daher praktisch immer einen gewissen
Ermessensspielraum, innerhalb dessen verschiedene medizinisch-psychiatrische
Interpretationen möglich, zuverlässig und zu respektieren sind, sofern der Gutachter
lege artis vorgegangen ist. Daher und unter Beachtung der Divergenz von
medizinischem Behandlungs- und Abklärungsauftrag kann eine medizinische
Administrativ- oder Gerichtsexpertise nicht stets dann in Frage gestellt und zum Anlass
weiterer Abklärungen genommen werden, wenn die behandelnden Ärzte nachträglich
zu unterschiedlichen Einschätzungen gelangen oder an vorgängig geäusserten
abweichenden Auffassungen festhalten. Anders verhält es sich hingegen, wenn die
behandelnden Ärzte objektiv feststellbare Gesichtspunkte vorbringen, welche im
Rahmen der psychiatrischen Begutachtung unerkannt geblieben oder geeignet sind, zu
einer abweichenden Beurteilung zu führen (Urteil des Bundesgerichts vom 16. Mai
2008 i/S. L. [8C_809/2007] E. 4.1 mit weiteren Hinweisen). Sodann hat das
Bundesgericht hinsichtlich den invaliditätsfremden Faktoren in BGE 127 V 194 E. 5
festgehalten, es brauche in jedem Fall zur Annahme einer Invalidität ein medizinisches
Substrat. Dieses müsse (fach-)ärztlich schlüssig festgestellt werden und
nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigen.
Je stärker psychosoziale oder soziokulturelle Faktoren im Einzelfall in den Vordergrund
träten und das Beschwerdebild mitbestimmten, desto ausgeprägter müsse eine
fachärztliche festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vorhanden sein. Das
bedeute, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, die
von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrührten, bestehen dürfe, sondern
davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen habe, zum Beispiel eine
von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde
Depression.
4.
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4.1 Die Beschwerdegegnerin stellte in der Beurteilung des Leistungsanspruchs auf die
Einschätzungen im polydisziplinären Gutachten des ABI vom 3. Dezember 2007 ab.
Der Beschwerdeführer ist hingegen der Ansicht, dieses Gutachten sei nicht
beweistauglich. Vielmehr sei auf die Berichte des behandelnden Psychiaters Dr. C._
abzustellen, welche im Ergebnis mit dem Austrittsbericht der Klinik Gais und dem
Gutachten des MCC übereinstimmen würden. Nachfolgend ist daher zu prüfen, ob die
Beschwerdegegnerin zu Recht der Einschätzung des ABI gefolgt ist.
4.2 Im Rahmen der polydisziplinären Begutachtung durch das ABI Basel wurden nebst
der klinischen Untersuchung auch fachärztliche psychiatrische, orthopädische sowie
neurologische Untersuchungen durchgeführt. Gemäss dem psychiatrischen
Fachgutachten leidet der Beschwerdeführer an einer rezidivierenden depressiven
Störung (gegenwärtig leichte Episode) sowie an einer anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung. Die psychische Überlagerung der geklagten Schmerzen könne vor
dem Hintergrund der psychosozialen Belastungssituation des Versicherten gesehen
werden. Die Schmerzstörung führe auch zu einem sekundären Krankheitsgewinn. Mit
seinen Beschwerden habe er vor sich und der Umwelt die Rechtfertigung dafür, nicht
mehr arbeiten zu müssen. Seit der Kündigung gehe er keiner beruflichen Tätigkeit mehr
nach; zwei Arbeitsversuche des RAV seien nach kürzester Zeit aufgrund der geklagten
Beschwerden gescheitert. Im Rahmen der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung
zeige der Explorand ausgeprägte Verdeutlichungstendenzen. Das ausgeprägte Zittern,
das nicht durchgängig vorhanden sei, die Zuhilfenahme eines Stockes, der
unwillkürliche Harnabgang und auch das demonstrative sich Fallenlassen vom
Untersuchungstisch seien in diesem Rahmen zu sehen. Der Explorand versuche mit
seinem demonstrativ zur Schau getragenen Verhalten die Umgebung von der Schwere
seines Leidens zu überzeugen. Neben der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung
leide der Explorand auch unter depressiven Verstimmungen. Er könne sich nicht mehr
richtig freuen, klage über Konzentrationsstörungen, die allerdings bei der
psychiatrischen Untersuchung nicht hätten objektiviert werden können. Schon vor der
psychiatrischen Störung habe der Explorand sehr zurückgezogen gelebt und
ausserhalb seiner engsten Familienangehörigen kaum soziale Kontakte gepflegt. Daran
habe sich seither wenig verändert. Neben der anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung könne also eine rezidivierende depressive Störung, die gegenwärtig
leichtgradig ausgebildet sei, diagnostiziert werden. Hinweise auf unbewusste Konflikte
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fehlten, ein primärer Krankheitsgewinn sei nicht vorhanden. Aus psychiatrischer Sicht
könne dem Exploranden zugemutet werden, trotz der geklagten Beschwerden
ganztags einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen, wobei die Leistungsfähigkeit um
20% vermindert sei. Der Explorand leide nicht an einer mittelschweren oder schweren
Depression. Die ausgeprägte subjektive Krankheitsüberzeugung, die ausgeprägte
Verdeutlichungstendenz und die passiv-regressiven Verhaltensweisen würden keine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht begründen. Aufgrund der
rezidivierenden depressiven Störung könne nur eine geringgradige Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit attestiert werden. Gemäss den Blutuntersuchungen nehme der
Explorand das verordnete Antidepressivum nur unregelmässig ein oder in niedrigerer
Dosierung als verordnet (IV-act. 28-10/46). Die vom behandelnden Psychiater Dr. C._
erwähnte schwere depressive Störung sowie eine posttraumatische Belastungsstörung
könnten nicht diagnostiziert werden. Sowohl der Unfall seines Sohnes, bei welchem
dieser verletzt worden sei, als auch die Auseinandersetzungen mit seinen Vorgesetzten
am Arbeitsplatz würden keine Voraussetzungen darstellen, welche für letztere Diagnose
notwendig wären. Der Explorand zeige auch keine Symptome einer posttraumatischen
Belastungsstörung. Die festgestellten leichten depressiven Verstimmungen könnten die
Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht nur geringgradig beeinträchtigen (IV-act.
28-11 Ziff. 4.1.7). Der orthopädische Fachgutachter konnte keine Diagnose mit
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit stellen. Im Rahmen der
Schmerzverarbeitungsstörung bestehe ein linksbetontes multilokuläres
Schmerzsyndrom (weitgehend ohne objektivierbares klinisches Korrelat), welches ohne
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit sei (IV-act. 28-13/46). Die vom Exploranden
angegebenen Beschwerden seien nicht durch Strukturalterationen im Bereich des
Bewegungsapparates begründbar. Die Schmerzen würden derart diffus geschildert und
das Verhalten wirke derart auffällig, dass sich dies nicht mit einem bekannten
Erkrankungsbild aus dem Bereich des Bewegungsapparates in Übereinstimmung
bringen lasse (IV-act. 28-14/46 unten). Die Feststellungen von Dr. E._ im Gutachten
des MCC vom 20. Januar 2006, wonach das Krankheitsbild aus orthopädischer Sicht
somatisch nicht erklärt werden könne, stehe in guter Übereinstimmung mit der eigenen
Begutachtung. Da sich von Seiten des Bewegungsapparates keine sicheren
pathologischen Befunde erheben liessen, bestehe für körperlich leichte bis
mittelschwere Tätigkeiten in wechselnder Position eine zeitlich und leistungsmässig
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uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Für die Beurteilung des nichtorganischen
Krankheitsgeschehens wird auf die diesbezüglichen Erläuterungen im psychiatrischen
Teilgutachten verwiesen (IV-act. 28-15/46). Gemäss dem Neurologen liegt deskriptiv
ein chronisches lumboischialgiformes Schmerzsyndrom links vor, wobei die
angegebenen Beschwerden und deren Auswirkungen im Alltag zu den objektivierbaren
Befunden klar diskrepant seien (IV-act. 28-19/46). Es sei am ehesten von einer
Somatisierungsstörung auszugehen, wobei diese Problematik psychiatrischerseits
weiter eingegrenzt werden müsse. Aus neurologischer Sicht bestehe keine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Eine solche müsste allenfalls aus psychiatrischer
Sicht festgelegt werden (IV-act. 28-20/46 oben). In der Gesamtbeurteilung kamen die
Gutachter zum Schluss, dass für körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten eine
zumutbare Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 80% bei ganztägig möglicher Präsenz
bestehe (IV-act. 28-22/46). Die um 20% reduzierte Leistungsfähigkeit ergebe sich
durch eine gewisse Verlangsamung des Arbeitstempos und einen etwas erhöhten
Pausenbedarf aufgrund der gegenwärtig leichten depressiven Episode in Verbindung
mit der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (IV-act. 28-21/46 Ziff. 6.2).
4.3 Im Hinblick auf die Würdigung der medizinischen Situation fällt ins Gewicht, dass
das ABI-Gutachten auf eigenständigen polydisziplinären Abklärungen, mithin auf
allseitigen Untersuchungen beruht und damit für die streitigen Belange umfassend ist.
Die Vorakten wurden verwertet und die vom Beschwerdeführer geklagten
Beschwerden berücksichtigt und gewürdigt. Das Gutachten leuchtet in der Darlegung
der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation
ein. Insbesondere wurde im Gutachten auch ausdrücklich zu den anderen
Arztberichten Stellung genommen und deren abweichende Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit aufgrund der anlässlich der Begutachtung objektivierbaren
Beschwerden als nicht nachvollziehbar beurteilt. Dabei wurden auch die in den
Vorakten teilweise abweichenden Diagnosen (schwere depressive Störung,
posttraumatische Belastungsstörung) thematisiert und nachvollziehbar dargelegt,
weshalb sie nicht zutreffen (vgl. IV-act. 28-11/46 Ziff. 4.1.7 und 28-15/46 Ziff. 4.2.6).
Jedenfalls erfüllt das ABI-Gutachten alle von der Rechtsprechung aufgestellten
Anforderungen an eine beweistaugliche und beweiskräftige Expertise (vgl. BGE 125 V
351 E. 3a S. 352), so dass darauf abzustellen ist. Demnach ist davon auszugehen, dass
die beim Beschwerdeführer festgestellte rezidivierende depressive Störung
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(gegenwärtig leichte Episode) in Verbindung mit der anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung auch unter Aufbietung allen guten Willens sich in einer Verlangsamung
des Arbeitstempos und einem erhöhten Pausenbedarf auswirkt, weshalb die
Arbeitsfähigkeit in allen aus somatischer Sicht uneingeschränkt in Frage kommenden
Tätigkeiten um 20% vermindert ist. Es ist deshalb von einer Arbeitsfähigkeit von 80%
in einer adaptierten Erwerbstätigkeit auszugehen.
4.4 Nachdem der Beschwerdeführer vor Eintritt des Gesundheitsschadens kein
überdurchschnittliches Einkommen erzielt hat, wird damit ein rentenbegründender
Invaliditätsgrad von mindestens 40% jedenfalls nicht erreicht. Es fehlt nach dem
Gesagten an einem ausreichend invalidisierenden physischen oder psychischen
Gesundheitsschaden, sodass kein Rentenanspruch besteht.
5.
5.1 Demzufolge ist die Verfügung vom 11. März 2008 im Ergebnis nicht zu
beanstanden und die Beschwerde ist abzuweisen.
5.2 Dem Beschwerdeführer wurde die unentgeltliche Rechtspflege und
Rechtsverbeiständung am 18. Juni 2008 bewilligt (act. G 5). Wenn die wirtschaftlichen
Verhältnisse des Beschwerdeführers es gestatten, kann er jedoch zur Nachzahlung der
Gerichtskosten, der Auslagen für die Vertretung und der vom Staat entschädigten
Parteikosten verpflichtet werden (Art. 288 Abs. 1 ZPO/SG i.V.m. Art. 99 Abs. 2 VRP/
SG).
5.3 Dem unterliegenden Beschwerdeführer sind die Gerichtskosten in der Höhe von
Fr. 600.-- aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist er von der Bezahlung
zu befreien.
5.4 Der Staat ist zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung zu verpflichten, für die
Kosten der Rechtsvertretung des Beschwerdeführers aufzukommen. Dabei ist zu
berücksichtigen, dass dem unentgeltlichen Rechtsbeistand lediglich ein um 20%
reduziertes Honorar zusteht (vgl. Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70). Der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers verzichtete auf das Einreichen einer
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Kostennote. Im vorliegenden Fall erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 2'800.--
(80% von Fr. 3'500.--; inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG