Decision ID: b7903cd1-246d-59fa-80c8-3cb0f686777c
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der
1967 geborene
X._
absolvierte eine
Anlehre
als Webmeister und war ab 1987 als Lagerist tätig. Am 18. Januar 2000 (Eingangsdatum) meldete er sich bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungs
be
zug an (
Urk.
12/11). Die IV-Stelle tätigte in der Folge medizinische und erwerb
liche Abklärungen; am 1
1.
Dezember 2000 wurde ein rheumatologisches Gut
achten erstattet (
Urk.
12/17)
und am 1
0.
Juli 2001 ein Bericht des behandelnden Psychiaters eingereicht (
Urk.
12/40). Mit Verfügung vom 1
8.
September 2001 sprach die IV-Stelle dem Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 67 % und mit Wirkung ab dem
1.
Januar 2000 eine ganze Invalidenrente zur (
Urk.
12/47
i.V.m
.
Urk.
12/45).
Nach einem amtlichen Revisionsverfahren (Urk. 12/55)
teilte sie dem Versicherten am
1
5.
Mai 2003 mit, dass er unverändert Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung habe, neu bei einem Invalidität
sgrad von 100
% (Urk. 12/56).
1.2
Anlässlich eines weiteren Revisionsverfahrens wurde der Anspruch auf eine ganze Rente mit Mitteilung vom 9. Septembe
r 2009 (Urk. 12/70) bestätigt.
1.3
Im November 2015 wurde wiederum ein Rentenrevisionsverfahren eingeleitet (Fragebogen vom
3.
November 2011,
Urk.
12/74). In diesem
Rahmen liess die IV-Stelle den Versicherten
orthopädisch
und psychiatrisch begutachten (Gutachten
vom 1
7.
Juni 2016,
Urk.
12/83). Gestützt darauf teilte sie dem Versicherten mit Vo
r
bescheid vom
6.
Dezember 2016 mit, dass kein Anspruch auf eine Inva
li
den
rente mehr bestehe. Aufgrund seines Rentenbezuges von 17 Jahren
sei vorab der Anspruch auf
Eingliederungsmassen
zu prüfen
(Urk. 12/87). Nach
Durchführung
eines Belastbarkeitstrainings (vgl.
Kostengutsprache für ein Belastbarkeits
trai
ning vom 21. August bis 19. November 2017, Urk. 12/101, und Schlussbericht vom 17. November 2017, Urk. 12/120), welches frühzeitig per 9. November 2017 be
endet wurde (Mitteilung vom 22. November 2017, Urk. 12/123),
wies die IV-Stelle den
Versicherten
mit Schreiben vom
1.
Dezember 2017 auf seine Mit
wir
kungspflicht hin
(Urk. 12/126)
.
Am 22. Dezember 2017
verfügte die
IV-Stelle
im
angekündigten Sinn
und hob die Rente des Versicherten auf (
Urk.
2 [=
Urk.
12
/130]).
2.
Hiergegen liess der Versicherte am 2
6.
Januar 2018 Beschwerde (
Urk.
1) erheben und beantragen, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Beschwer
degegnerin
sei anzuweisen
,
unter Weiterausrichtung der bisherigen Rente die Ein
gliederungsmassnahmen fortzuführen; eventualiter sei ihm weiterhin eine Rente der Invalidenversicherung auszurichten. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und
Rechtsverbeiständung
. Mit Beschwerdeantwort vom 23.
Mai 2018 schloss die Beschwerdegegnerin auf Ab
weisung der Beschwerde (
Urk.
11).
Mit Verfügung vom 3
0.
Mai 2018 wurde dem
Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung bewilligt
und Rechtsan
wäl
ti
n Stephanie Schwarz als unentgeltliche Rechtsvertreterin für das vorliegende Ver
fahren bestellt
(
Urk.
13).
Mit
Replik vom
6.
September 2018 hielt der Beschwer
deführer an seinen Anträgen fest (
Urk.
16). In der Folge verzichtete die Be
schwer
degegnerin auf die Erstattung einer
Du
plik (
Urk.
18), was dem Beschwerdeführer am
4.
Oktober 2018 mitgeteilt wurde (Urk. 19).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
, ATSG). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung,
IVG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zu
mutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Ver
lust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegli
chenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in
Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psy
chi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unab
hängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weit
gehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V
281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zuspre
chung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Renten
anspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Än
de
rung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs-
oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner
kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachver
halts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdi
gung und Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht.
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend
ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersu
chungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebe
nen
falls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebe
nen
falls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Aufhebung der bisherigen ganzen Rente in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) damit, die medizinische Begutachtung
habe
gezeigt, dass die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in psychischer Hin
sicht seit Mai 2016 nicht mehr eing
eschränkt sei und ihm somatisch
eine leichte bis gelegentlich mittelschwere Tätigkeit zu 70 % zumutbar sei.
Aus dem Ein
kommens
vergleich resultiere
ein Invaliditätsgrad von 30 %, weshalb kein Ren
tenanspruch mehr bestehe.
Da der Beschwerdeführer während 17
Jahren eine Rente bezogen habe
, seien zusätzlich Eingliederungsmassnahmen durchgeführt worden.
Die Eingliederungsmassnahmen seien beendet worden, da der Beschwer
de
führer hierfür nicht motiviert gewesen sei und daran nichts Positives habe erkennen können. Die neu aufgelegten ärztlichen Berichte würden keine neuen Aspekte benennen. Folglich werde die Rente aufgrund des geänderten Invalidi
täts
grades auf Ende des folgenden Monats aufgehoben.
2.2
Demgegenüber brachte der Beschwerdeführer im Wesentlichen vor (
Urk.
1), sein rechtliches Gehör sei verletzt worden, da ein
Vorbescheidverfahren
nicht durch
geführt worden sei. Ausserdem habe sich die Beschwerdegegnerin im Rahmen der Eingliederungsmassnahmen treuwidrig verhalten und das Mahn- und
Bedenk
zeit
verfahren
nur «pro forma» und daher falsch durchgeführt. Dass es auch der Eingliederungsstelle nicht gelungen sei, ihn in den
ersten
Arbeitsmarkt einzu
gliedern,
zeige zudem auf, dass ihm eine Selbsteingliederung nach wie vor nicht zumutbar sei. Es sei ihm daher
weiterhin
die bisherige Rente auszurichten. Er könne seine Restarbeitsfähigkeit nicht mehr verwerten; aufgrund seiner multi
plen Einschränkungen könne von keinem Arbeitgeber das notwendige Entgegen
kommen erwartet werden. Selbst wenn er seine Restarbeitsfähigkeit verwerten könnte, so würde er aufgrund der spezifischen Einschränkungen lediglich ein unter
durchschnittliches Einkommen erzielen können, weshalb ihm ein zusätz
licher leiden
sbedingter Abzug zu gewähren wäre
.
Im Übrigen habe die Beschwer
degegnerin ein zu tiefes
Valideneinkommen
festgesetzt; die Nominallohnent
wicklung sei zu berücksichtigen. Hinzu komme, dass sich sein Gesundheits
zu
stand seit der medizinischen Begutachtung weiter verschlechtert habe und die körperlichen Beschwerden massiv zugenommen hätten.
2.3
In ihrer Beschwerdeantwort vom 2
3.
Mai 2018 (
Urk.
11) führte die Beschwerde
gegnerin aus, sie habe sich nicht treuwidrig verhalten. Es sei ein Revisionsgrund ausgewiesen und der Rentenanspruch habe neu beurteilt werden können. Auf
grund der langen Rentenbezugsdauer seien aber vor der Einstellung der Renten
zahlungen noch Eingliederungsmassnahmen durchgeführt worden, was aber nichts am Vorliegen eines Revisionsgrundes und der Rentenüberprüfung ändere. Das Mahn- und
Bedenkzeitverfahren
sei korrekt durchgeführt worden
. Zwar bringe der Beschwerdeführer vor, er sei weiterhin bereit
,
an Eingliederungsmass
nahmen teilzunehmen, erforderlich sei aber auch die Bereitschaft
,
sowohl die Präsenz als auch die Leistungsfähigkeit zu steigern. Beim Beschwerdeführer sei diese Bereitschaft gerade nicht gegeben, weshalb es an der subjektiven Einglie
derungsfähigkeit fehle. Die Eingliederungsmass
n
ahmen seien folglich korrekt
er
weise
beendet worden. Die Invalidenrente sei dem Beschwerdeführer auch nicht deshalb weiter auszurichten, weil die Eingliederungsmassnahme gescheitert sei. Scheitere die Eingliederung aus IV-fremden Gründen, so habe dafür nicht die IV-Stelle einzustehen. Trotz der Einschränkungen des Beschwerdeführers sei eine entsprechend angepasste Tätigkeit auf dem Arbeitsmarkt vorhanden und seine Restarbeitsfähigkeit verwertbar. Da seine Einschränkungen bereits in der Fest
setzung der Arbeitsfähigkeit Berücksichtigung gefunden hätten, sei kein weiterer leidensbedingter Abzug zu gewähren.
Weil
der Beschwerdeführer seine letzte Anstellung aufgrund wirtschaftlicher und nicht infolge gesundheitlicher Gr
ü
nde verloren habe, sei bei der Ermittlung des
Valideneinkommens
nicht auf das dabei erzielte Einkommen, sondern auf statistische Werte abzustellen.
2.4
Der Beschwerdeführer wiederum brachte in seiner Replik vom
6.
September 2018
(
Urk.
16) vor, er bestreite, dass überhaupt ein Revisionsgrund vorliege.
Zudem habe
sich sein Gesundheitszustand somatisch wie psychisch während des Eingliede
rungsversuches verschlechtert. Vor
der Rentenaufhebung hätte daher der Gesund
heitszustand neu abgeklärt
werden müssen.
Weiter bestreite er, dass es ihm an einem subjektiven Eingliederungswillen mangle. Er habe an den Eingliede
rungs
massnahmen motiviert teilgenommen, es sei aber aufgrund seines verschlech
terten Gesundheitszustandes zu entschuldigten Absenzen gekommen. Das Ergeb
nis der Eingliederungsmassnahme zeige umso mehr, dass ihm eine Selbstein
gliederung nicht möglich sei. Es sei nicht zulässig, dass die Beschwerdegegnerin von ihm verlangt habe, die Eingliederungsmassnahme ohne Absenzen zu absol
vieren.
3.
3.1
Ob eine revisionsrechtlich relevante Änderung eingetreten ist, ergibt s
i
ch aus dem Vergleich des Sachverhalts
,
wie er im Zeitpunkt der ursprünglichen
Renten
zu
sprache
am
1
8.
September 2001 (
Urk.
12/47) bestand, da in diesem Rahmen letzt
mals eine vollständige Überprüfung des Rentenanspruchs erfolgte (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_441/2012 vom 2
5.
Juli 2013) mit demjenigen, welcher der hier angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) zugrunde liegt.
3.2
Die Verfügung vom 1
8.
September 2001 (
Urk.
12/47) beruhte auf dem rheumato
logischen Gutachten vom 1
1.
Dezember 2000 (
Urk.
12/17) und dem psychiatri
schen Arztbericht vom 1
0.
Juli 2001 (
Urk.
12/40).
3.2.1
Im rheumatologischen Gutachten vom 1
1.
Dezember 2000 wurden die Diagnosen eines chronischen
lumbospondylogenen
Syndroms, eines chronisch rezidivie
ren
den
zervikospondylogenen
Syndroms und eine
r
undiffere
n
zierte
n
seronegative
n
Spondylarth
r
opathie
HLA-B27 positiv aufgeführt (
Urk.
12/17/20). Der Beschwer
de
führer klagte anlässlich der Untersuchung über lumbale Rückenschmerzen mit Ausstrahlung v.a.
ins linke Bein, rezidivierende
Nackenschmerzen, Schmerzen an beiden Sprunggelenken und Magenschmerzen (
Urk.
12/17/10 f.).
Die vom Be
schwerdeführer beschriebenen Beschwerden würden einem chronischen
lumbo
spondylogenen
Syndrom bei degenerativen Wirbelsäulenveränderungen entspre
che
n und seien unter anderem auch durch die undifferenzierte
seronegative
Spondylarthropathie
bedingt, welche radiologisch eine beidse
itige ISG-Arthritis zeige. Die
Spondylarthropathie
verursache auch rezidivierende Arthritiden an den
Sprunggelenken ohne radiologisch nachweisbare entzündliche Veränderungen. Die Behandlung der undifferenzierten
seronegativen
Spondylarthropathie
sei noch nicht ausgeschöpft. Wegen der chronischen
lumbospondylogenen
Rücken
schmerzen und rezidivierenden Nackenschmerzen sei regelmässige Heimgym
nastik zur Kräftigung und Stabilisierung der Muskulatur durchzuführen. Von einem operativen Vorgehen werde
vorerst
abgeraten.
Infolge des
lumbospondy
logenen
Syndroms und
der undifferenzierten
seronegativen
Spondylarthropathie
sei der Beschwerdeführer in der bisherigen schweren Tätigkeit als Lagerist seit Februar 1997 arbeitsunfähig.
Eine leichte, wechselbelastende
Tätigkeit ohne Heben von Lasten über 10 kg sei dem Beschwerdeführer zu 100 % zumutbar, unter der Bedingung zusätz
licher Pausen im Umfang von 1.5 Stunden
täglich. Allerdings werde es schwierig sein, den Beschwerdeführer wieder zu einer Arbeit zu motivieren, da dieser seit Februar 1997 nicht mehr gearbeitet habe und sich selber keine Arbeitstätigkeit mehr vorstellen könne (
Urk.
12/17/21 ff.).
3.2.2
In seinem Bericht vom 1
0.
Juli 2001 (
Urk.
12/40) führte
Dr.
med. Y._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
,
aus, der Beschwerdeführer habe seit dem Auftreten der körperlichen Gesundheitsprobleme und dem Stellenverlust im Jahr 1997 eine stark reduzierte Lebensfreude. Aufgrund seiner Schmerzen sei er
stark eingeschränkt. Es bestünden
ein Morgentief und Schlafstörungen, eine innere Unruhe bei gleichzeitiger Antriebsstörung sowie ein Appetit- und
Libido
verlust
. Gedanklich sei er auf seine körperlichen Leiden eingeengt. Seine desolate psychische Verfassung habe
er
bislang zu dissimulieren
versucht
. Heute habe er vor lauter Sorgen und mangelnder Zukunftsperspektive keine Lebensfreude mehr. Es bestehe ein schwerer depressiv
er Zustand (
F32.2). Es sei unwahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer mit dieser psychischen Erkrankung sowie den erheb
lichen körperlichen Behinderungen nochmals eine Arbeitsfähigkeit werde errei
chen können.
Selbst in einer leichten Hilfsarbeitertätigkeit sei der Beschwerde
führer in seinem desolaten psychischen Zustand auch nicht für eine Teilzeitarbeit einsatzfähig.
3.3
Im Nachgang zur
Rentenzusprache
wurden im Rahmen von Revisionsverfahren diverse ärztliche Berichte aufgelegt (
Urk.
12/53, 12/54, 12/67, 12/68).
3.3.1
In seinem Bericht vom 1
5.
April 2003 (
Urk.
12/53) führte
Dr.
Y._
aus, es bestehe ein stationärer Gesundheitszustand. Unter Anwendung von Antidepressiva gehe es dem Beschwerdeführer psychisch deutlich besser; er habe mehr Hoffnung und ziehe sich sozial weniger zurück. Der Beschwerdeführer sei meist schmerzgeplagt und
zurzeit
leicht depressiv. Es gehe nur mit Psychopharmaka, wobei zwischen
durch die Dosen erhöht werden müssten. Eine Eingliederung in eine Erwerbs
tätigkeit sei unrealistisch.
3.3.2
Dr.
med.
Z._
, prakt. Arzt, attestierte dem Beschwerdeführer im Bericht vom
3.
Mai 2003 (
Urk.
12/54) eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %
,
bestehend seit dem 2
6.
Januar 1999 wegen einer schweren Depression, einer HLA-B27 positiven
Spondylarthropathie
und einer Diskushernie L4/5 links. Er führte aus, die Be
schwerden seitens der HLA
-B
27
-positiven
Spondylarthropathie
hätten zuge
nommen und es bestünden häufigere akute entz
ündliche Schübe.
3.3.3
Im Bericht vom
3.
August 2009 (
Urk.
12/67) hielt
Dr.
Z._
erneut fest, der Beschwerdeführer sei seit 1999 zu 100 % arbeitsunfähig. Seit 2003 bestehe eine
zunehmende,
persistierende
lumboradikuläre
Problematik, die sich trotz Opera
tion und stationären Rehabilitationen intermittierend verschärft habe.
3.3.4
Dr.
Y._
berichtete am 2
8.
August 2009 (
Urk.
12/68
/5-7
), dass er den Beschwer
deführer nach wie vor in der angestammten Tätigkeit für arbeitsunfähig halte. Wegen des labilen und kaum mehr verbesserungsfähigen psychischen Zustandes und den beschränkten Ausbildungsressourcen
komme eine Umstellung in eine angepasste Tätigkeit nicht in Frage.
3.4
Die Verfügung vom 2
2.
Dezember 2017 (
Urk.
2) beruht hinsichtlich der medizi
nischen Belange insbesondere auf dem
bidisziplinären
Gutachten vom 17. Juni 2016 (
Urk.
12/83). Zudem lagen diverse Arztberichte auf (
Urk.
12/76, 12/94, 12/
119, 12/125).
3.4.1
Am
4.
Januar 2016
(
Urk.
12/76)
berichtete
Dr.
Y._
, es bestünden
eine rezidi
vierende depressive Störung mit gegenwärtig mittelgradiger Episode (F33.11) sowie eine Agoraphobie mit Panikstörung (F40.01). Die Psychopathologie fluk
tuiere, es bestünden ein ständig hohes Angst- und Spannungsniveau, Schlafstö
rungen, ein Globusgefühl,
Anhedonie
und ein sozialer Rückzug. Der Beschwerde
führer wirke gedanklich eingeengt
und verlangsamt, er gehe nur mit Mühe etwas draussen spazieren und erledige praktisch nichts im Haushalt.
3.4.2
Dr.med. A._
, Facharzt für orthopädische Chirurgie und Traumatologie, und Prof.
Dr.
med. habil.
B._
, Facharzt für Neurologie, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, diagnostizierten anlässlich ihrer Begutachtung vom 2
0.
Mai 2016 ein chronisches
cervikocephales
Schmerzsyn
drom ohne
Radikulopathie
, ein chronisches
lumbosakrales
Schmerzsyndrom mit sensorisch-sensibler
Radikulopathie
im Segment L5 links, eine Blockade der
Iliosakralgelenke
,
eine
endgradige
Bewegungseinschränkung des linken Schulter
gelenks bei Outlet-
Impingement
sowie eine Agoraphobie mit Panikstörung (
Urk.
12/83/2).
Aus psychiatrischer Sicht sei bei Remission der rezidivierenden
depressiv
en Störung von einem verbesserten Gesundheitszustand auszugehen. Eine erste Ver
besserung sei anhand der Berichte bereits im Jahr 2003 zu verzeichnen gewesen; die Remission liege mindestens seit dem Begutachtungszeitpunkt
vor. Sowohl in der angestammten
als auch in einer angepassten Tätigkeit sei der Beschwerde
führer vollschichtig einsetzbar, wobei aufgrund der agoraphobischen Störung
qua
litative Einschränkungen (keine engen Räume, keine Menschenan
samm
lung
en
) bestünden (
Urk.
12/83/3).
In orthopädischer Hinsicht sei der Beschwerdeführer gemäss den klinischen und bildgebenden Befunden in der biomechanischen Funktion seiner Hals- und Lendenwirbelsäule sowie in der Funktion seines linken Schultergelenkes limitiert. Für eine mehr als gelegentlich mittelschwere Tätigkeit sei der Beschwerdeführer nicht mehr arbeitsfähig. Zudem bestünden weitere qualitative Einschränkungen. In einer entsprechenden leidensadaptierten Tätigkeit sei der Beschwerdeführer jedoch bei einem vollen Arbeitspensum quantitativ zu 70 % leistungsfähig. Die Arbeitsunfähigkeit von 30 % resultiere aufgrund des erhöhten Pausenbedarfs und der reduzierten Arbeitsschnelligkeit (
Urk.
12/83/3 f.).
3.4.3
Am
5.
und 2
4.
Januar 2017 befand sich der Beschwer
deführer in der Sprech
stunde der
C._
(
Urk.
12/94/1-4) und am
5
.
Januar
2017 auch noch
in ambulanter Behandlung im
D._
(
Urk.
12/94/5-6). Die Vorstellung erfolgte jeweils aufgrund einer akuten
Schmerzexazerbation
im Rahmen des chronischen
lumbospondylogenen
Schmerzsyndroms. Die behan
deln
den Ärzte hielten fest, die Beschwerden seien mit der mehrsegmentalen Degeneration und der beginnenden
foraminalen
Stenosierung
im Bereich L5/S1 vereinbar. Von einem operativen Vorgehen sei abzuraten und der Beschwerde
führer sei darüber instruiert worden, dass es wichtig sei
,
ein kontinuierliches Heimprogramm zur Kräftigung der Rumpfmuskulatur durchzuführen. Eine Wieder
vorstellung sei nicht geplant, der Beschwerdeführer könne sich aber
bei Beschwerdepersistenz oder -
progredienz jederzeit wi
eder vorstellen (
Urk.
12/94/4).
3.4.4
Dr.
Y._
führte in seinem Bericht vom 1
5.
November 2017 (
Urk.
12/119) aus, der Beschwerdeführer leide noch immer unter Schlafstörungen. Es bestehe eine
chronifizierte
depressive Störung, welche von mittel bis schwer variiere in Kom
bination mit einer Agoraphobie und Panikstörung sowie somatoformen Stö
rungen. Er sei kognitiv deutlich verlangsamt und gedanklich auf die negativen
Zukunftsaussichten und die Krankheitssymptome eingeengt. Es bestehe ein situa
tiv deutlich vermindertes Auffassungsvermögen. Nebst den Schlafstörungen be
stehe ein Gefühl von ständiger Müdigkeit und Antriebsschwäche, ein erhöhtes psychomotorisches Spannungsniveau mit Irritierbarkeit und Lärmempfindlich
keit. Es bestünden eine
Anhedonie
, ein sozialer Rückzug, ein stark vermindertes Selbstwertgefühl und viele Sorgen am Rand
e
der Verzweiflung. Der Beschwerde
führer sei weder eingliederungs- noch arbeitsfähig.
3.4.5
Mit Bericht vom 1
7.
November 2017 (
Urk.
12/125) wandte sich
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Innere Medizin, Hausarzt des Versicherten und Nach
folger von
Dr.
Z._
,
direkt an die Beschwerdegegnerin. Dabei führte er aus, beim Beschwerdeführer bestehe sei den 90er Jahren eine chronische Lumbalgie. Zudem befinde sich dieser in psychiatrischer Behandlung. Während des Versu
ches zur Wiedereingliederung habe der Beschwerdeführer vermehrt Schmerz
mittel benötigt und es sei zu gehäuften
lumboradikulären
Schmerzexazerbationen
gekommen. Aufgrund des seit den 90er Jahren bestehenden, komplexen Krank
heitsb
ildes mit progredientem Verlauf
sei der Beschwerdeführer weder
eingliede
rungs
- noch arbeitsfähig.
4
.
4.1
Der Beschwerdeführer lässt vorab vortragen, dass die angefochtene Verfügung aufzuheben sei, da nach der Durchführung der Eingliederungsmassnahme respek
tive vor Erlass der Verfügung vom 2
2.
Dezember 2017 kein
Vorbescheidverfahren
durchgeführt worden sei (vgl.
Urk.
1 S. 4 f.).
4.2
Das
Vorbescheidverfahren
nach
Art.
57a IVG dient der Wahrung des rechtlichen Gehörs der versicherten Person, indem sich diese vor Erlass eines Endentscheides bezüglich Leistungen in Kenntnis de
r voraussichtlichen Entscheidung
zur Sache äussern kann.
Nach
Art.
42 ATSG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör
.
Ein Bestandteil des Anspruchs auf rechtliches Gehör, wie er neben der expliziten ge
setzlichen Regelung in
Art.
42 ATSG auch in
Art.
29
Abs.
2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV) garantiert wird (vgl. BGE 124 V 180 E. 1a), ist das Recht der versicherten Person, sich vor Erlass eines in ihre Rechts
stellung eingreifenden Entscheids zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mit
zuwirken oder sich zumindest
zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses ge
eignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 132 V 368 E. 3.1). Der Gehörs
anspruch verpflichtet die Behörde, die Vorbringen der betroffenen Person auch tatsächlich zu hören, zu prüfen und in der
Entscheidfindung
zu berücksichtigen, weshalb sie ihren Entscheid zu begründen hat (BGE 134 I 83 E. 4.1). Um den
verfassungsrechtlichen Anforderungen zu genügen, muss die Begründung wenigs
tens kurz die Überlegungen nennen, von denen sich die Behörde bei ihrem Ent
scheid hat leiten lassen und auf die sich der Entscheid stützt. Aus der Begründung muss jedenfalls ersichtlich werden, ob und warum die Behörde ein Vorbringen einer Partei für unzutreffend beziehungsweise unerheblich hält. Die Begründung muss so abgefasst sein, dass eine Anfechtung des Entscheids möglich ist (
Kieser
,
ATSGKommentar
,
3.
Aufl. 2015, N 56 zu
Art.
49, mit Hinweis auf BGE 124 V 180).
Das
Vorbescheidverfahren
geht über den verfassungsrechtlichen Mindestan
spruch auf rechtliches Gehör (
Art.
29
Abs.
2 BV) hinaus, indem es Gelegenheit gibt, sich nicht nur zur Sache, sondern auch zum vorgesehenen Entscheid zu äussern (BGE 134 V 97 E. 2.8.2 mit Hinweisen).
4.3
In
casu
wurde dem Beschwerdeführer mit Vor
bescheid vom 6.
Dezember 2016 mitgeteilt,
gestützt auf die
medizinischen Abklärungen
sei davon auszugeh
e
n
, dass sich sein Gesundheitszustand gebessert habe und
er
nun in der Lage sei
,
ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen. Aufgrund des langjährigen Ren
tenbezugs werde er von der IV-Stelle für Eingliederungsmassnahmen kontak
tiert (
Urk.
12/87).
Dagegen liess der Beschwerdeführer am 1
1.
Januar 2017 (
Urk.
12/89) und ergän
zend am 1
6.
Februar 2017 (
Urk.
12/96) Einwand erheben
, wobei er
sowo
hl zu seinem Gesundheitszustand
als auch zur Berechnung des
Invaliditätsgrades und den anstehenden Eingliederungsmassnahmen Ausführungen machte. Nachdem von August bis November 2017 ein Belastbarkeitstrainin
g durchgeführt
worden war
, wurde dem -
inzwischen ni
cht mehr anwaltlich vertretenen
(Urk. 12/112)
– Beschwerdeführer am 22. November 2017 mitgeteilt, dass die Integrationsmass
nahmen frühzeitig abgeschlossen würden, habe er doch im Gespräch vom 9.
November 2017 geschildert, dass er auf weitere Integrationsmassnahmen ver
zichte. In Bezug auf eine Rente werde später verfügt (Urk. 12/123).
Mit Schreiben vom
1.
Dezember 2017 wurde der Beschwerde
führer auf seine Mitwirkungspflicht im Rahmen der Eingliederungsmassnahmen hingewiesen und darauf aufmerksam gemacht, dass andernfalls sämtliche Leistungen abgewiesen oder eingestellt würden
(
Urk.
12/126). Daraufh
in liess sich der Beschwerdeführ
er nochmals ver
neh
men und teilte mit, dass er gerne nochmals an Eingliederungsmassnahmen
teilnehmen möchte, aber auch, dass sein Gesundheitszustand unverändert schlecht
sei und keine Arbeitsfähigkeit bestehe (
Urk.
12/127).
Daraufhin verfügte die IV-Stelle die Aufhebung der Invalidenrente (
Urk.
2).
Mithin wurde dem Beschwerdeführer ein Vorbescheid zugestellt, welcher die vor
aussichtliche Entscheidung
(Aufhebung der Invalidenrente nach Prüfung von Eingliederungsmassnahmen)
enthielt. Der Beschwerdeführer liess sich dazu wie
der
holt vernehmen
,
bevor die Leistungseinstellung letztlich verfügt wurde.
Ent
gegen seinem Vorbringen prüfte die Beschwerdegegnerin auch seine Einwände, es gehe ihm seit der Eingliederung gesundheitlich schlechter, kam jedoch zum Schluss, dass die berichteten Beschwerden bereits im Gutachten Eingang ge
funden hätten, weshalb an der bisherigen Einschätzung festzuhalten sei (Urk.
12/129/3).
Damit konnte
d
er
Beschwerdeführer
sein rechtliches Gehör aus
rei
chend wahrnehmen. Insbesondere wurde er auch kurz vor Erlass der Verfügung im Rahmen der Eingliederungsmassnahmen nochmals darauf aufmerksam ge
macht, dass eine Leistungseinstellung droht (vgl.
Urk.
12/126). Es ist daher, ent
gegen der Ansicht des Beschwerdeführers, keine Verletzung des rechtlichen Gehörs festzustellen.
Ebenso wenig vermag der Beschwerdeführer mit seinem Vorwurf durchzudringen, die Beschwerdegegnerin habe sich treuwidrig verhalten und das Mahn- und
Be
denk
zeitverfahren
bloss «pro forma» durchgeführt. Unbestrittenermassen haben Eingliederungsbemühungen über eine längere Zeit hinweg stattgefunden. Dabei zeigte sich, dass sich der Beschwerdeführer weder in der Lage sah, sein Pensum gemäss Zielvorgabe anzuheben (Urk. 12/120/6-7, 13), noch, dass er nachvoll
ziehbare Gründe - wofür die blosse Bereitschaft für irgendwelche Eingliede
rungs
massnahmen selbstredend nicht zu genügen vermag - für eine Wiederaufnahme der Eingliederung darzulegen vermochte (Urk. 12/127). Dass die Beschwerde
geg
nerin angesichts dieser Gegebenheiten - und damit vorliegend unabhängig vom konkreten Erfolg der Eingliederungsmassnahmen - die Rentenprüfung vornahm, ist nicht zu beanstanden.
5.
5.1
Das Gutachten
der
Dres
.
A._
und
B._
(E. 3.4.2)
basiert auf umfassenden
orthopädischen
und
psychiatrischen Abklärungen und wurde in detaillierter Kenntnis der
Vorakten
er
stellt (Urk. 1
2/83/10
ff.). Der
Beschwerdef
ührer
konnte
seine
Beschwerden vor den
Gutachtern eingehend schildern und wurde von diesen jeweils – soweit fach
spezi
fisch erforderlich - detailliert befragt (Urk. 1
2/83/37
ff.; 12/83/70 ff.).
Die Gutachter legten die medizinischen Zusammenhänge
nachvol
l
ziehbar
dar und begründe
te
n ihre Schlussfolgerungen.
Mithin erfüllt das Gutach
ten die rechtsprechungsgemässen Anforderungen an eine beweistaugliche Ent
scheidungsgrundlage (vgl. E. 1.4), weshalb darauf abzustellen ist.
5.2
Im Zeitpunkt der
Rentenzusprache
am 1
8.
September 2001 lagen beim Be
schwer
deführer in orth
o
pädisch-rheumatologischer Hinsicht ein chronisches
lumbo
- und
zerviko
spondylogenes
Syndrom bei degenerativen Wirbelsäulenverände
rungen und eine undifferenzierte
seronegative
Spondylarthropathie
(E. 3.2.1) sowie in psychiatrischer Hinsicht eine schwere depressive Störung (E. 3.2.2) vor.
Die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers wurde in körperlicher Hinsicht als eingeschränkt
(leichte Tätigkeit nicht über 10 kg mit zusätzlichen Pausen v
o
n täglich 1.5 Stunden)
und aus psychischen Gründen als gänzlich aufgehoben erachtet.
Demgegenüber war die depressive Störung im Revisionszeitpunkt am
22. Dezem
ber 2017
remittiert
,
während der Beschwerdeführer eine Agoraphobie mit Panik
störung entwickelt hatte
(E. 3.4.2)
.
Die ursprünglich geäusserte Verdachtsdiag
nose einer undifferenzierten HLA-B27-positiven
Spondylarthropathie
konnte zu keinem Zeitpunkt objektiviert werden
(vgl. Urk. 12/83/107 ff.)
. Neu klagte der Beschwerdeführer über eine progrediente Beschwerdesymptomatik in der linken Schulter
,
während sich die
lumbospondylogene
Beschwerdesymptomatik seit 2009 unverändert
präsentierte (
Urk.
12/83/120 f.; wobei aber 2004 eine mikro
chirurgische
Fenestration
L4/L5 links mit Entfernung einer Diskushernie durch
geführt wurde, vgl.
Urk.
12/83/76).
Damit ist eine anspruchsrelevante Änderung des massgebenden me
dizinischen Sachverhaltes und
mit
hin
ein Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17 ATSG erstellt, welcher
eine
vollumfängliche
Überprüfung des Rentenanspruchs
begründet.
5.3
5.3.1
Dr.
A._
stellte im Rahmen der orthopädischen Fachuntersuchung fest, dass der Beschwerdeführer pathologische Einschränkungen im Bereich der Hals- und Lendenwirbelsäule aufweise (Linksrotation und Linksneigung der Halswirbelsäule
um
1/3 eingeschränkt). Zudem liessen sich die vom
Beschwerdeführer an der Lendenwirbelsäule geklagten Schmerzpunkte vertebral und links paravertebral
konstant auslösen (
Urk.
12/83/88). In der radiologischen Untersuchung zeigte
n
sich
eine mehrsegmentale Halswirbelsäulendegeneration
,
jedoch keine Anzeichen für einen Morbus Bechterew (
Urk.
12/83/103). Vor diesem Hintergrund und mit Blick auf die von
Dr.
A._
gestellten Diagnosen (vgl.
Urk.
12/83/105) sowie die daraus resultierenden Einschränkungen und Beschwerden im Bereich der Hals- und Lendenwirbelsäule sowie des Schultergelenks
(vgl. auch
Urk.
12/83/111 ff.)
ist es nachvollziehbar, dass
Dr.
A._
den Beschwerdeführer für die ange
stammte schwere Tätigkeit als Lagerist für nicht mehr einsatzfähig hielt (
Urk.
12/83/117).
Für eine angepasste Tätigkeit formulierte
Dr.
A._
ein aus
führliches negatives und positives Leistungsbild (vgl.
Urk.
12/83/115 f.). Dass dem Beschwerdeführer angesichts der festgestellten Befunde und Leistungsein
schränkungen nur noch eine angepasste leichte bis gelegentlich mittelsc
hwere Tätigkeit zumutbar ist, wu
rd
e
durch den Gutachter
schlüssig begründet. Ebenso ist es nachvollziehbar, dass aufgrund der reduzierten Belastbarkeit und Durch
haltefähigkeit ein erhöhter Pausenbedarf und damit einhergehend eine Leis
tungseinschränkung von rund 30 %
resultiert (vgl.
Urk.
12/83/116).
Diese gutachterliche Einschätzung vermögen auch die vom Beschwerdeführer aufgelegten ärztlichen Berichte nicht in Zweifel
zu ziehen. In den Berichten der
C._
und des
D._
(E. 3.4.3) w
u
rden keine neuen Diagnosen gestellt oder neue Befunde erhoben. Die Ärzte stellten lediglich vor dem Hintergrund der bekannten Beschwerden eine akute
Schmerzexazerbation
fest. Als Therapie wurde dem Beschwerdeführer die konsequente Durchführung eines Heimprogramms zur Kräftigung der Muskulatur empfohlen; eine im Vergleich zum Gutachten anderslautende Einschätzung der Arbeitsfähigkeit erfolgte nicht. Auch in der hausärztlichen Stellungnahme (E. 3.4.5) sind keine neuen Erkenntnisse aufgeführt. Vielmehr argumentiert
e
Dr.
E._
mit einem seit Jahrzehnten bestehenden Beschwerdebild ohne dabei detailliert und begründet auszuführen, weshalb die gutachterliche Leistungseinschätzung
unzu
treffend
wäre.
Zusammenfassend ist in somatischer Hinsicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer in einer angepassten
körperlich leicht
en
bis gelegentlich mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeit
zu 70 % arbeitsfähig ist.
5.3.2
In der Untersuchung von
Dr.
B._
beklagte der Beschwerdeführer als Haupt
beschwerden Panikatta
cken und agoraphobische Ängste
. Der Beschwerdeführer schilderte, die Panikattacken hätten rund 10 Jahre zuvor begonnen. Zurzeit habe er tägli
ch eine Panikattacke (
Urk.
12/83/43). Die ICD-10 Kriterien für eine Panikstörung mit Agoraphobie konnte
Dr.
B._
in der Untersuchung nach
vollziehen. Hingegen
waren unter psychopharmakologischer Behandlung
keine depressiven affektiven Symptome mehr nachweis
bar.
De
r
Gutachter
stellte fest, die Stimmung des Beschwerdeführers sei indifferent, der Antrieb ungestört und es bestünde keine signifikante Reduktion der Freudfähigkeit und der Interessen
lage (
Urk.
12/83/55). Dass
Dr.
B._
vor diesem Hintergrund auf eine Remission der depressiven Störung schloss, ist nicht zu beanstanden.
Die
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit infolge der psychischen Erkrankung (Agoraphobie mit Panikstörung)
ist anhand der
vom Bundesgericht entwickelten Standardindikatoren
zu beurteilen
(vgl. E. 1.2). Dazu ist festzustellen, dass sich eine lediglich leichte
Ausprägung der psychischen Befunde präsentiert
e
(vgl.
Urk.
12/83/56
,
wo
Dr.
B._
den Gesundheitsschaden als minim einstuft
e
). Zur
Überwindung der dadurch kaum erhe
blichen Einschränkungen stehen de
m
Be
schwerdeführer
sowohl im persönlichen als auch im sozialen Kontext Ressourcen zur Verfügung. Persö
nlichkeitsstörungen stellte Dr.
B._
nicht fest (
Urk.
12/83/57). Der Beschwerdeführer verfügt über eine Berufsausbildung und jahrelange Berufserfahrung (
Urk.
12/83/41), er spricht ausreichend gut Deutsch (
Urk.
12/83/37) und ist i
n der Lage Auto zu fahren (Urk.
12/83/40)
,
was auf ins
gesamt vorhandene persönliche Ressourcen schliessen lässt. Obschon der Be
schwer
deführer einen sozialen Rückzug schildert
e
, führt
e
er auch aus, dass er über ein soziales Netzwerk (Familie und Freunde) verfüge.
Er lebt zusammen mit seiner Ehefrau und der jüngsten der drei gemeinsamen Töchter (
Urk.
12/83/39 ff.) und verfügt demnach über unterstützende Ressourcen im sozialen Umfeld. Im Alltag hilft er zuweilen im Haushalt mit, ge
ht s
pazieren, trifft gelegentlich einen Kollegen oder geht Kaffee trinken. A
m
Abend hilft er
seiner Tochter bei den Hausaufg
aben und spielt Karten (
Urk.
12/83/45). Das vorhandene Aktivitäts
niveau im privaten Lebensbereich lässt sich mit einer gänzlichen Arbeitsun
fähig
keit im beruflichen Lebensbereich nicht vereinbaren. Zwar hat der Beschwerde
führer seine ther
apeutischen Optionen gemäss Dr.
B._
nicht vernachlässigt, dennoch ist festzu
halt
en, dass
laut gutachterliche
r
Einschätzung massgebliche Theorieoptionen verbleiben (
Benzodiazepinentzug
, Konfrontationstherapie, vgl. Urk. 12/83/57-58)
.
Zusammenfassend
ist es nicht zu beanstanden, dass
Dr.
B._
den Beschwer
deführer in psychiatrischer Hinsicht grundsätzlich für
vollschichtig einsatzfähig
, aufgrund der diagnostizierten agoraphobischen Störung aber eine Tätigkeit in engen Räumen sowie in Menschenansammlungen
für unzumutbar hielt (vgl. Urk.
12/83/59).
Die gegenteilige Ansicht von
Dr.
Y._
(
E. 3.4.4
) vermag die gutachterliche Ein
schätzung nicht in Zweifel zu ziehen.
Dr.
Y._
na
nnt
e
zur Begründung seiner
anderslautenden Einschätzung vorab die Schlafproblematik des Beschwerde
füh
rers (
Urk.
12/119/1), wobei der Beschwerdeführer diese anlässlich der Unter
suchung aber mit den Schmerzen und unruhigen Beinen begründete (vgl.
Urk.
12/83/45). Eine Beeinträchtigung von Konzentration oder Gedächtnis wie es
Dr.
Y._
beschrie
b (
Urk.
12/119/2)
,
liess sich
in der Beguta
chtung nicht fest
stellen
(vgl. den unauffälligen Psychostatus nach AMDP, Urk.
12/83/47 ff.). Die übrigen von
Dr.
Y._
aufgeführten Gründe, welcher einer Arbeits- und Eingliede
rungs
fähigkeit entgegenstünden, sind psychosozialer Natur (
mangelnde
Deutschkennt
nisse, Schul
bildung, lange Absenz vom Arbeitsmarkt) oder mit somati
schen Ein
schränkungen begründet
und dami
t im Rahmen der (psychiatrischen
) Ein
schätz
ung unbeachtlich
.
5.4
Nach dem Gesagten erweist sich der Beschwerdeführer in einer schweren (ange
stammten) Tätigkeit
als nicht mehr arbeitsfähig.
Eine angepasste
leichte bis gelegentlich mittelschwere
Tätigkeit (70 %) ist ihm hingegen unter Beachtung des nachfolgenden Leistungsprofils zumutbar (vgl.
Urk.
12/83/115 f. sowie
Urk.
12/83/59):
-
bei
vollem
Pensum quantitativ
e Leistungsfähigkeit
zu 70 % (Einschrän
kung von 30 % aufgrund reduzierter Belastbarkeit und Durchhalte
fähig
keit, vermehrten Pausen sowie reduzierter Arbeitsschnelligkeit)
-
ohne Heben und Tragen von Lasten körperfern über 5 kg ohne technische Hilfsmittel
-
ohne Heben und Tragen von Lasten körpernah über 10 kg ohne technische Hilfsmittel
-
ohne r
epetitive stereotype Bewegungsabläufe
-
keine Tätigkeiten mit repetitivem Bücken, Kauern und Hocken
-
nur gelegentliches Arbeiten in Zwangshaltungen
-
keine Tätigkeiten mit vermehrter Vibrationsbelastung
-
keine Tätigkeiten mit Pressen oder Stemmen, welche zu einer intra
spinalen Druckerhöhung führen
-
nur gelegentliche Überkopfarbeiten (wegen
Hyperlordosierung
der
HWS
)
-
nur gelegentliches Heben von Lasten über die Horizontale
-
ohne
r
epetitive kraftvolle Drehbewegungen des linken Armes auf Schulter
höhe
-
keine Tätigkeiten, welche eine körpersichernde Funktion des linken Armes bedingen
-
keine Tätigkeiten im Freien ohne Schutz vor Kälte, Zugluft, Nässe sowie Tätigkeiten auf regen- und eisglattem Untergrund
-
keine Tätigkeit in engen Räumen
-
keine Tätigkeit in Menschenansammlungen
6.
6.1
Zu prüfen bleibt, wie sich die
auf
angepasste Tätigkeit
en
eingeschränkte Leis
tungsfähigkeit des Beschwerdeführers auf seine Erwerbsfähigkeit auswirkt.
6.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
6.3
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
ein
kommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1; 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) be
rech
net werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28
E. 3.3.2; 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundesgerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).
Der Beschwerdeführer war zuletzt bis zum 2
8.
Februar 1997 bei der Firma
F._
als Lagerist tätig. Am 1
8
.
Dezember 1996 erhielt er (nach Voran
kündigung im April 1996) die Kündigung per Ende Februar 1997, da sein Arbeit
geber die Produktionsstätte an seinem Arbeitsort auflöste und ins Ausland ver
lagerte (
Urk.
12/9). Eine längerdauernde Arbeitsunfähigkeit w
u
rd
e
sodann
erst
mals ab Januar 1999 (
Urk.
12/3/1) und damit rund zwei Jahre nach der aufgrund wirtschaftlicher Umstände ausgesprochenen Kündigung attestiert. Angesichts dieser
Umstände
ist
erstellt
, dass für die Auflösung des Arbeitsverhältnisses wirtschaftliche Gründe und nicht der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers ausschlaggebend waren. Demzufolge wäre der Beschwerdeführer heute unab
hängig von seinen gesundheitlichen Beeinträchtigungen nicht mehr a
n seinem bisherigen Arbeitsplatz tätig.
Das
an der letzten Arbeitsstelle erzielte Einkommen kann daher nicht zur Bemessung des
Valideneinkommens
herangezogen werden, sondern es ist praxisgemäss auf einen Tabellenlohn abzustellen, welcher dem mutmasslichen Einkommen des Beschwerdeführers im Gesundheitsfalle entspre
chen
würde.
In
casu
ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer im Gesundheitsfalle
weiterhin
einer Beschäftigung als Lagerist nachge
gangen wä
re, weshalb auf den statistischen Tabellenlohn für Tätigkeiten im Sektor
Lagerei
abzustellen und so
mit von einem standar
di
sierten monatlichen Einkommen von Fr. 5'
504
.-- (LSE
201
6
, Tabelle TA1,
Landverkehr; Schifffahrt; Luftfahrt;
Lagerei
[49-52]
, Kompe
tenz
niveau 1, Männer)
auszugehen
ist
. Au
fgerechnet auf die durchschnitt
liche betr
iebsübliche Arbeitszeit von 42
Stunden pro Woche
(vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsüblic
he Arbeitszeit nach Wirtschafts
abteilungen,
H 52 [
Lagerei
]
)
und angepasst an die Entwicklung der Nominallöhne für männliche Ange
stellte von
2‘239
Punkten im Jahr 20
16
auf 2‘249 Punkte im Jahr 2017
ergibt dies ein Bruttoeinkommen von
jährlich
rund Fr. 6
9
‘
660
.
(Fr. 5‘
504
.
/ 40 x 42
x 12
/ 2239 x 2249
).
6.4
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
be
nen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1).
Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens auf
grund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Für die Berechnung des Invalideneinkommens ist vorliegend ein statistischer Tabellenlohn heranzuziehen, da der Beschwerdeführer seine Rest-Arbeitsfähigkeit nicht verwertet. Vor dem Hintergrund, dass Arbeitsplätze, an denen Tätigkeiten zu verrichten sind, die dem erstellten Belastungsprofil entsprechen, in allen Bran
chen bestehen, ist auf den branchenunabhängigen Lohn für Hilfstätigkeiten (Zen
tralwert), Kompetenzniveau 1, abzustellen und somit von einem standar
di
sierten monatlichen Einkommen von Fr. 5'
340
.-- auszugehen (LSE 201
6
, Tabelle TA1, TOTAL, Kompetenzniveau 1, Männer). Aufgerechnet auf die durchschnitt
liche betr
iebsübliche Arbeitszeit von 41.7
Stunden pro Woche
(vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschafts
abteilungen, A-S)
und ange
passt an die Entwicklung der Nominallöhne für männliche Ange
stellte von
2‘239
Punkten im Jahr 20
16
auf 2‘249 Punkte im Jahr 2017
sowie
unter Be
rücksichtigung des dem Beschwerdeführer zumutbaren
Arbeits
pensums von
70
%
ergibt
dies ei
n Bruttoeinkommen von rund Fr. 4
6‘
971
.-- (Fr. 5‘3
40
.-- / 40 x 41.7 x 12
/ 2239 x 2249
x 0.7
).
6.5
6.5.1
Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung
zumutbarerweise
erzielbare Ein
kommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln (Art. 16 ATSG; BGE 138 V 457 E. 3.1 mit Hinweis).
Dabei ist nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten auszugehen. Es können nur Vorkehren verlangt werden, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind. An die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind jedoch rechtsprechungsgemäss
keine übermässigen Anforderungen
zu stellen (Urteil des Bundesgerichts 9C_910/2011 vom 30. März 2012 E. 3.1 mit Hinweis; vgl. BGE 138 V 457 E. 3.1). Der ausgeglichene Arbeits
markt umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeits
an
gebote, bei denen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können (Urteil des Bundesgerichts 8C_582/2015 vom 8. Oktober 2015 E. 5.11 mit Hinweisen). Von einer Arbeitsgelegenheit kann nicht mehr gesprochen werden, wenn die zumutbare Tätigkeit nur noch in so einge
schränkter Form möglich ist, dass
sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durch
schnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint (vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichtes 8C_434/2017 vom 3. Januar 2018 E. 7.2.1 und 9C_253/2017 vom 6. Juli 2017 E. 2.2.1, je mit weiteren Hinweisen).
Für die Invaliditätsbemessung ist nicht massgebend, ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn ein Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage nach Arbeitsplätzen bestünde (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_645/2017 vom 23. Januar 2018 E. 4.3.2 mit Hinweis; Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
132 zu Art. 28a).
Der Beschwerdeführer ist zwar sowohl qualitativ als auch quantitativ in seiner Restarbeitsfähigkeit eingeschränkt (vgl. das Belastungsprofil in E.
5.4), was aber nicht bedeutet, dass er diese nicht mehr verwerten könnte. Auf dem ausge
glichenen Arbeitsmarkt sind auch Arbeitgeber respektive Arbeitsstellen zu finden, welche sowohl den Bezug betriebsunüblicher Pausen ermöglichen, als auch keine erhöhten Anforderungen an die körperliche Beanspruchung stellen und eine Arbeit in offenen Räumen
oder
ohn
e Menschenansammlungen zulassen
. Das Be
lastungsprofil steht damit einer Hilfsarbeitertätigkeit in unterschiedlic
hsten Bran
chen nicht entgegen.
Hinweise
,
welche darauf hindeuten würden, dass der Be
schwerdeführer auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt – welcher wie beschrieben auch Nischenarbeits
plätze bereithält – trotz seiner Einschränkungen keine geeig
nete Stelle finden könnte, bestehen nicht.
Entgegen der Ansicht des Beschwer
deführers muss daher ein invalidenver
sicherungsrechtlich erheblich erschwerter Zugang zum Arbeitsmarkt verneint werden.
6.5.2
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allen
falls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 75 E. 5b/
aa
). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen.
Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
bb
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesund
heitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbe
dingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (Urteil des Bundesgerichts 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1 mit Hinweisen; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abwei
chende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichtes
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2 und
8C_808/2013 vom 14. Februar 2014 E. 7.1.1 mit Hinweisen).
Die Beschwerdegegnerin gewährte dem Beschwerdeführer keinen leidensbe
dingten Abzug
, da ihm eine angepasste Tätigkeit zu 70 % zumutbar und das 5
5.
Altersjahr noch nicht erreicht
sei (vgl.
Urk.
12/84).
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber geltend, dass ihm aufgrund der diversen Einschränkungen in seiner Arbeitsfähigkeit, der langen Abwesenheit vom Arbeitsmarkt und seinem fortgeschrittenen Alter ein leidensbedingter Abzug
von 25 %
zu gewähren sei (vgl.
Urk.
1 S. 11). Die Einschränkungen des Beschwerdeführers in seiner Arbeits
fähigkeit wurden bereits bei der Formulierung des Belastungsprofils berück
sichtigt, weshalb sie nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzuges einfliessen und dadurch erneut angerechnet werden dürfen. Ob das Merkmal «Alter» einen Abzug vom Tabellenlohn rechtfertigt, ist jeweils unter Berücksichtigung aller konkreter Umstände des Einzelfalls zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 9C_366/2015 vom 22. September 2015 E. 4.3.2 unter Hinweis auf 9C_455/2013 vom 4. Oktober 2013 E. 4.2). Dies gilt
insbesondere im Bereich der
Hilfsarbeiten auf dem hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG
), wo sich ein fortgeschrittenes Alter nicht zwingend lohnsenkend auswirken muss. Hilfsarbeiten werden auf dem massgebenden ausgeglichenen Stellenmarkt alters
unabhängig nachgefragt (Urteile des Bundesgerichts 8C_403/2017 vom 25. Augus
t 2017 E. 4.4.1 und 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.4.3). Dass das Alter die Stellensuche faktisch negativ beeinflussen kann, muss als invaliditätsfremder Faktor unberücksichtigt bleiben (Urteil des Bundesgerichts 8C_312/2017 vom 22. November 2017 E. 3.3.2 unter Hinweis auf 8C_808/2013 vom 14. Februar 2014 E. 7.3). In
casu
war der Beschwerdeführer im Zeitpunkt der rentenaufhe
benden Verfügung 50 Jahre alt, was noch nicht als besonders fortgeschrittenes Alter bezeichnet werden kann. Angesichts dessen und da
-
wie oben ausgeführt
-
Hilfsarbeiten auf dem ausgeglichenen Stellenmarkt altersunabhängig nachge
fragt werden
,
ist hierfür kein leidensbedingter Abzug gerechtfertigt.
Die lange Abwesenheit vom Arbeitsmarkt betrifft das Kriterium der Dienstjahre, dessen Bedeutung im privaten Sektor abnimmt, je niedriger das Anforderungsprofil ist. Mit Blick auf das Kompetenzniveau 1 (bis LSE 2010 Anforderungsniveau 4) kommt diesem Aspekt keine ins Gewicht fallende Bedeutung zu (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.2 und 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.3 unter Hinweis auf 8C_351/2014
vom 14. August 2014 E. 5.2.4.2), weshalb dem Beschwerdeführer trotz seiner Abwesenheit vom Arbeits
markt seit Februar 1997 kein leidensbedingter Abzug zu gewähren ist. Zu
sammenfassend ist es daher nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer keinen zusätzlichen leidensbedingten Abzug auf dessen Invalideneinkommen anrechnete.
6.6
Wird das
Valideneinkommen
von
Fr. 6
9
‘
660
.
(E. 6.3) dem Invalideneinkommen von Fr. 4
6‘
971
.
(E. 6.4)
gegenübergestellt
, resultiert eine
Erwerbseinbusse
von
Fr.
22‘
689
.
und somit ein
rentenausschliessender
Invaliditätsgrad von rund 33 %. Damit ist ein Rentenanspruch
nicht
mehr ausg
e
wiesen.
7.
7.1
Zu prüfen bleibt schliesslich, inwieweit die Beschwerdegegnerin verpflichtet war
,
vor der
Aufhebung der Rente Eingliederungsmassnahmen durchzuführen.
7.2
7.2.1
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist vor einer Erhöhung, Herabsetz
ung oder Aufhebung der Rente abzuklären, ob ein Eingliederungsbedarf besteht. Dabei ist vom Grundsatz der erwerblichen Verwertbarkeit einer verbesserten oder wiedergewonnenen Arbeitsfähigkeit auf dem Weg der Selbsteingliederung auszu
gehen. In ganz besonderen Ausnahmefällen hat die Rechtsprechung dennoch nach langjährigem Rentenbezug trotz medizinisch (wieder) ausgewiesener Leis
tungsfähigkeit vorderhand weiterhin eine Rente zugesprochen, bis mit Hilfe von medizinisch-rehabilitativen und/oder beruflich-erwerblichen Massnahmen das theoretische Leistungspotential ausgeschöpft werden kann. Es können im Einzel
fall Erfordernisse des Arbeitsmarktes der Anrechnung einer medizinisch vorhan
denen Leistungsfähigkeit und medizinisch zumutbaren Leistungsentfaltung ent
ge
genstehen, wenn aus den Akten einwandfrei hervorgeht, dass die Verwertung eines bestimmten Leistungspotentials ohne vorgängige Durchführung befähi
gen
der Massnahmen allein vermittels Eigenanstrengung der versicherten Person nicht möglich ist (Urteil des Bundesgerichts 9C_163/2009 vom 1
0.
September 2010 E. 4.2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_842/2016 vom 1
8.
Mai 2017 E.
5.3.1).
Diese Rechtsprechung hat das Bundesgericht dahingehend präzisiert, dass die revisions- oder wiedererwägungsweise Herabsetzung oder Aufhebung der Inva
lidenrente bei versicherten Personen, die das 5
5.
Altersjahr zurückgelegt oder die Rente seit mehr als 15 Jahren bezogen haben, nur zulässig ist, wenn die Be
schwerdegegnerin zuvor Eingliederungsmassnahmen durchgeführt hat (Urteile des Bundesgerichts 8C_842/2016 vom 1
8.
Mai 2017 E. 5.3.1 und 9C_228/2010 vom 2
6.
April 2011 E. 3.3). Damit wird dem Umstand Rechnung getragen, dass
solche versicherte Personen
aufgrund des fortgeschrittenen Alters oder der langen Rentendauer und der daraus folgenden langjährigen Arbeitsabstinenz in der Regel nicht selber in der Lage sind, sich dem Arbeitsmarkt zu stellen und sich dort selber wieder einzugliedern. Dies führt zwar für die Betroffenen nicht zu einer Art Besitzstandsgarantie. Es wird ihnen lediglich, aber immerhin zuge
standen, dass die Rente grundsätzlich erst nach geleisteter Eingliederungshilfe eingestellt werden darf. Ausnahmsweise kann eine Selbsteingliederung allerdings auch trotz fortgeschrittenem Alter ohne vorgängige Durchführung von Einglie
derungsmassnahmen zumutbar sein (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_842/
2016 vom 1
8.
Mai 2017 E. 5.3.1, 9C_680/2014 vom 1
5.
Mai 2015 E. 6.2.4, 9C_68/2011 vom 1
6.
Mai 2011 E. 3.3 und 9C_228/2010 vom 2
6.
April 2011 E. 3.5). Zur Fest
stellung der zumutbaren Selbsteingliederung ist auf den Zeitpunkt der renten
aufhebenden Verfügung oder auf den darin verfügten
Zeitpunkt der Rentenauf
hebung abzustellen. In diesem Zeitpunkt ist für die versicherte Person ohne Zweifel klar, dass ihr Rentenanspruch unsicher ist und sie sich neu orientieren muss (BGE 141 V 5 E. 4.2.1).
7.2.2
Um Eingliederungsmassnahmen durchführen zu können, muss eine Einglie
de
rungsfähigkeit bestehen, es braucht demnach die objektive Möglichkeit und die subjektive Bereitschaft der versicherten Person
,
von einem durchschnittlichen Arbeitgeber angestellt zu werden. Vorausgesetzt ist immer der Eingliederungs
wille der versicherten Person, das heisst ihre Bereitschaft und das entsprechende Verhalten, arbeiten zu wollen. Erschwert oder verunmöglicht die versicherte
Person die Eingliederung, kann diese eingestellt werden. Dies ist etwa der Fall, we
nn die versicherte Person das Ergebnis der Vermittlung aus eigenem Ver
schulden vereitelt,
ihre
Arbeitssuche zu passiv angeht oder überhaupt kein Inte
resse an der Vermittlung zeigt (Meyer/
Reichmuth
, Rechtsprechung des Bundesge
richts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Invalidenversiche
rung,
3.
Auflage, Zürich/Basel/Genf 2014, N 5 und 8 zu
Art.
18 IVG). Nach der Rechtsprechung ist nur dann von fehlendem Eingliederungswillen bzw. fehlender subjektiver Eingliederungsfähigkeit auszugehen, wenn er mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststeht. Dabei sind insbesondere die gegen
über der Verwaltung und den medizinischen Experten gemachten Aussagen betreffend Krankheitsüberzeugung bzw. Arbeitsmotivation zu berücksichtigen. Ebenfalls von Belang sein können die im
Vorbescheidverfahren
und vor kanto
nalem Versicherungsgericht gemachten Ausführungen bzw. gestellten Anträge (Urteil des Bundesgerichts 9C_231/2015 vom
7.
September 2015 E. 4.2).
Fehlt es am Eingliederungswillen respektive
an
der subjektiven Eingliede
rungs
fähigkeit, so entfällt der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen ohne Weiteres (das heisst, ohne dass zunächst ein Mahn- und
Bedenkzeitverfahren
durchzu
füh
ren ist [vgl. Urteil
des Bundesgerichts 8C_19/2016 vom
4.
April 2016 E. 5.2.3]). Geht es jedoch um die Einstellung einmal zugesprochener beruflicher Eingliede
rungs
massnahmen aufgrund fehlender subjektiver Eingliederungsbereitschaft, ist diese zwingend erst nach Durchführung eines Mahn- und
Bedenkzeitverfahrens
anzuordnen (Urteil des Bundesgerichts 9C_783/2015 vom
7.
April 2016 E. 4.8.2
m.w.H
.; Urteil des Bundesgerichts 9C_765/2013 vom 2
1.
Januar 2014 E. 3.4
m.w.H
.). Im Rahmen des Mahn- und
Bedenkzeitverfahrens
ist der versicherten Person unter substantiierter Bezugnahme auf das von ihr geforderte Verhalten schriftlich mitzuteilen, welche Folgen ihre Widersetzlichkeit nach sich ziehen kann, und sie ist aufzufordern, ihrer
Schadenminderungspflicht nachzukommen (
Kieser
, ATSG-Kommentar,
3.
Auflage 2015,
Art.
21 N 133 ff.
m.w.H
.).
7.3
Die
Beschwerdegegner
in hat den Eingli
ederungsa
nspruch des Beschwerdeführers grundsätzlich nicht in Abrede gestellt und daher ab August 2017 ein Belast
barkeitstraining installiert (
Urk.
12/101).
Das Belastbarkeitstraining
fand vom 2
1.
August bis zum
9.
November 2017 im Betrieb der
G._
in der Montage
abteilung statt. Dem Schlussbericht vom 17. November 2017 (
Urk.
12/120)
kann entnommen werden
, dass der Beschwerdeführer dort in einem 25
%-Pensum tätig war und dabei
Holzkästen
für Wildbienen zusammenbaute. Dass die Tätigkeit auf diese Arbeit begrenzt wurde, lasse sich mit der geringen Präsenzzeit von täglich
zwei Stunden
erklären, sowie damit, dass der Beschwerdeführer sich nicht in der Lage gefühlt habe körperlich anspruchsvollere Tätigkeiten zu verrichten. Die
dabei
beobachtete Arbeitsleistung lasse sich im ersten Arbeitsmarkt kaum verwer
ten
.
Das Pensum habe sich nicht gemäss Vorgabe steigern lassen, da sich der Beschwerdeführer hierzu aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage gefühlt habe. Der Beschwerdeführer verfüge aufgrund der
jahrelangen
Abwesenheit
vom Arbeitsmarkt über keine Arbeitskondition; o
b eine Steigerung aus gesundheit
lichen Gründen
tatsächlich nicht möglich sei, könne nicht beurteilt werden (
Urk.
12/120/2). In verschiedenen Gesprächen sei das Arbeitspensum respektive dessen Steigerung angesprochen worden. Der Beschwerdeführer habe sich aber nicht bereit und offen gezeigt die Präsenzzeit zu erhöhen, was er mit seiner Gesundheit begründet habe (
Urk.
12/120/13).
Im Gespräch mit der Beschwerdegegnerin vom
9.
November 2017 teilte der Be
schwerdeführer mit, dass er die Eingliederungsmassnahme sofort abbrechen würde, wenn diese freiwillig wäre
n
(
Urk.
12/124/3). In der Folge wurde die Mass
nahme frühzeitig beendet (
Urk.
12/123). Danach wies die Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer im Sinne eines Mahn- und
Bedenkzeitverfahrens
auf dessen Mitwirkungspflicht hin
und teilte ihm mit, dass andernfalls eine Leis
tungseinstellung drohe
(Urk. 12/126). Im Anschluss
daran
erklärte der Beschwer
deführer zunächst, er wolle gerne
nochmals Eingliederungsmassnahmen durch
füh
ren. Nachdem ihn die Beschwerdegegnerin aber auf
ge
fordert
hatte,
seine Ent
scheidung zu begründen, teilte er mit, dass aufgrund seines unverändert schlechten Gesundheitszustandes keine Arbeitsfähigkeit bestehe (
Urk.
12/127).
7.4
Die Beschwerdegegnerin hat den Anspruch des Beschwerdeführers auf Eingliede
rungsmassnahmen vor Aufhebung der Rente mit Blick auf die obigen Erwä
gungen zu
Recht anerkannt. Ebenso ist festzustellen, dass
vor Beendigung der Massnahme das
Mahn- und
Bedenkzeitverfahren
korrekt durchgeführt wurde.
Der Beschwerdeführer zeigte sich weder motiviert die Eingliederungsmassnahme durchzuführen, noch die dabei gesteckten Ziele zu erreichen. Dazu verwies er wiederholt auf seinen Gesundheitszustand, welcher ihm eine Arbeitstätigkeit und damit auch Eingliederungsbemühungen verunmögliche. Wie oben (E. 5) festge
stellt wurde, ist der Beschwerdeführer aus medizinischer Sicht für ein
e angepasste Tätigkeit ganztags
arbeitsfähig, wobei ein erhöhter Pausenbedarf und ein redu
ziertes Arbeitstempo (Reduktion der Leistungsfäh
igkeit um 30 % auf 70 %) bestehen
. Die Tätigkeit im Belastbarkeitstraining (Zusa
mmenbauen von Wildbie
nen
kästen
) entspricht dem fo
rmulierten Belastungsprofil, weshalb der Gesund
heitszustand des Beschwerdeführers eine Eingliederung in diesem Rahmen nicht beeinträchtigte. Dass der Beschwerdeführer sich dennoch für die installierte Ein
gliederungsmassnahme weder interessierte noch in irgendeiner Form seine Bereit
schaft vermittelte
,
zukünftig wieder in den Arbeitsprozess integriert zu wer
den, ist als mangelnder
Eingliederungswille zu verstehen. Da die subjektive Eingliede
rungsfähigkeit fehlt, besteht kein weiterer Anspruch auf Eingliederungsmass
nahmen.
7.5
Aus dem Gesagten folgt, dass die Beschwerdegegnerin Eingliederungsmass
nah
men durchgeführt hat, bevor sie die Rente des Beschwerdeführers aufhob. Die durchgeführten Eingliederungsmassnahmen sind zudem als genügend zu erach
ten. Dem Beschwerdeführer ist es somit nach Durchführung von Eingliederungs
massnahmen zumutbar, seine Arbeitsfähigkeit im Rahmen der Selbsteingliede
rung zu verwerten. Die Beschwerdegegnerin war daher berechtigt
,
die Renten
leistungen auf das Ende des folgenden Monats nach der Zustellung der Verfügung (
Art.
88
bis
Abs.
2 lit. a
der
Verordnung über die Invalidenversicherung
,
IVV)
aufzuheben.
8.
Die angefochtene Verfügung erweist sich mit Blick auf die Erwägungen als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
9.
9.1
Gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG
ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von Art. 61 lit. a
ATSG
kostenpflichtig. Die Kosten
werden nach dem Verfahrensaufwand und
unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt
.
Vorliegend erw
eist sich eine Kostenpauschale von
Fr. 8
00.
--
als angemessen.
Ausgangsgemäss
ist diese de
m
Beschwerde
führer
aufzuerlegen
, zufolge Bewilli
gung der unentgeltlichen Prozessführung (vgl.
Urk.
13) jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
9.2
Mit Honorarnote vom 1
6.
Oktober 2018 (
Urk.
21) machte Rechtsanwältin Stephanie
Schwarz einen Aufwand von Total
Fr.
3
‘
721.75
(
Fr.
3
‘
355.00
Arbeitsaufwand für
15
Stunden und
1
5 Minuten plus
Fr.
100.65
Barauslagen zzgl. MwSt.) geltend. Unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses (
§
34
Abs.
3
des Gesetzes über das Soz
ialversiche
rungsgericht,
GSVGer
) ist eine Entschädigung in dieser Höhe nicht mehr ange
messen.
Ins
gesamt ist ein Gesamtarbeitsaufwand von
maximal
zwölf
Stunden für Besprechungen mit dem Klienten, dem Ausarbeiten der Beschwerdeschrift
und der Replik
sowie weiteren Arbeiten im Zusammenhang mit dem Beschwer
de
verfahren anzurechnen, was unter Berücksichtigung des gerichtsüblichen Ansatzes
von
Fr.
220.-- sowie einem Anteil für Barauslagen und Mehrwertsteuer
ei
ne Ent
schädigung von rund Fr. 3
‘
0
00
.-- ergibt. In dieser Höhe ist Rechtsanwältin Stephanie Schwarz aus der Gerichtskasse zu entschädigen
(vgl. Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsvertretung,
Urk.
13)
.
9
.3
Der Beschwerdeführer ist zur Nachzahlung der Auslagen für die unentgeltliche Rechtspflege verpflichtet, sobald er dazu in der Lage ist (
§
16
Abs.
4
GSVGer
).