Decision ID: 0f5a9b80-1d15-46b7-a1ae-5b6ef39eb9a4
Year: 2008
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
M._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Werner Bodenmann, Waisenhausstrasse 17,
Postfach, 9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
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St.Galler Gerichte
Sachverhalt:
A.
A.a Die 1981 geborene M._ meldete sich am 26. April 2002 wegen Hüftschmerzen
zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung, namentlich einer Rente, an. Sie
gab an, 1994 in die Schweiz gekommen zu sein und keinen Beruf erlernt zu haben.
Gemäss dem Fragebogen für den Arbeitgeber war sie seit dem 22. Juni 1999 als
temporäre Reinigungsaushilfe nach Bedarf und auf Abruf mit einem Pensum von
ca. 50 % angestellt, hatte bis Juni 2001 gearbeitet und war ab dem 20. Juli 2001
arbeitsunfähig gewesen. Dr. med. A._, Allgemeine Medizin FMH, berichtete am
12. Juli 2002, er behandle die Versicherte seit August 2001. Sie sei 1989 in der Schweiz
operiert worden (Hüftsubluxation mit Triple-Becken-Osteotomie). Seither habe sie das
linke Bein immer etwas nachgezogen, aber keine Schmerzen mehr gehabt. Seit etwa
1991 (?) liege (ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit) eine reaktive Depression vor. Seit
Juli 2001 bestünden starke Schmerzen. Die Versicherte sei vom 20. Juli 2001 bis
27. September 2001 zu 100 % und anschliessend bis 2. November 2001 zu 50 %
arbeitsunfähig gewesen. Seither bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %. Eine
sitzende Tätigkeit sei der Versicherten vorläufig ohne zusätzliche Einschränkung
während vier Stunden pro Tag zumutbar.
A.b Auf die Anfrage, weshalb sie vor Eintritt der starken Verschlechterung des
Gesundheitszustands im Sommer 2001 nur zu etwa 50 % erwerbstätig gewesen sei,
antwortete die Versicherte mit Schreiben vom 31. Oktober 2002, sie sei damals zwar
voll arbeitsfähig, aber nur stundenweise angestellt gewesen (Einsatz bei Bedarf). Sie
habe keine feste Anstellung im Pensum von 100 % erhalten, hätte aber gern mehr
gearbeitet.
A.c Am 29. April 2003 stellte sich ein Sachbearbeiter der Sozialversicherungsanstalt/
IV-Stelle des Kantons St. Gallen auf den Standpunkt, es lasse sich nicht ein Status als
Teilerwerbstätige ableiten, habe die Versicherte doch angegeben, mehr arbeiten
gewollt zu haben, und sei sie doch damals noch ledig gewesen. Inzwischen habe sie
offenbar geheiratet. Die Qualifikation sei noch abzuklären. Am 16. Mai 2003 wurde
dafürgehalten, die Versicherte sei bis anhin in der Schweiz nur teilerwerbstätig
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gewesen und die Heirat als solche habe für die Qualifikation des Status nur sekundäre
Bedeutung. Am 14. Oktober 2003 fand eine Abklärung an Ort und Stelle im Haushalt
statt. Die Einschränkungen im Haushalt wurden indessen nicht aufgenommen, sondern
es wurde festgestellt, die Versicherte sei gegenwärtig grundsätzlich als
Vollerwerbstätige zu betrachten. Medizinische Argumente würden nicht gegen
berufliche Massnahmen sprechen. In der Folge wurde zunächst ein Abklärungsauftrag
für berufliche Massnahmen erteilt, dann aber eine medizinische Begutachtung
veranlasst.
A.d Im Gutachten der MEDAS Ostschweiz vom 14. Juli 2005 wurden als
Hauptdiagnosen erwähnt: (erstens) ein chronifiziertes lumbovertebrales und
Hüftgelenks-Schmerzsyndrom links bei Triple Osteotomie wegen kongenitaler
Hüftgelenksdysplasie mit Subluxation des Femurkopfes 08/89, Drahtentfernung Hüfte
links 11/89, muskulärer Dysbalance und sekundärer Coxarthrose links sowie (zweitens)
eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung. In körperlich leichten,
wechselbelastenden Tätigkeiten unter Vermeidung des Hebens von Lasten über 15 kg
sei die Versicherte zu 70 % arbeitsfähig. Die psychiatrisch bedingte Arbeitsunfähigkeit
von 30 % betreffe sämtliche beruflichen Tätigkeiten.
A.e Die Eingliederungsberatung betrachtete die Versicherte am 2. August 2005 als
Vollerwerbstätige. Am 24. August 2005 wurde festgehalten, dies sei für die
zurückliegende Zeit der Fall, während aber zu prüfen sei, ob sich hieran nicht etwas
ändere, da die Versicherte doch nun verheiratet und inzwischen Mutter einer knapp
einjährigen, kranken Tochter [geboren am 12. Juli 2004] sei.
Eingliederungsmassnahmen seien nicht sinnvoll. Am 10. Januar 2006 sollte eine
weitere Abklärung an Ort und Stelle erfolgen; die Versicherte war aber nicht anwesend.
Der Abklärungsbeauftragte schlug am 11. Januar 2006 vor, ohne Abklärung an Ort und
Stelle und unabhängig von der Qualifikation von einer Einschränkung von 30 %
auszugehen. Die der Versicherten gewährte und von ihr in Anspruch genommene
grosse Unterstützung (im Haushalt) lasse sich medizinisch nicht begründen. Die
Einschränkung falle sicherlich geringer aus als im Erwerbsbereich. In Anbetracht der
familiären Unterstützung wäre eine volle Erwerbstätigkeit möglich und angesichts der
wiederholten Arbeitslosigkeit und Sozialhilfebedürftigkeit auch nötig. Am 26. Januar
2006 hielt der IV-Sachbearbeiter fest, eine Einstufung der Mutter eines Kindes mit
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mehreren Geburtsgebrechen als Vollerwerbstätige sei trotz der Unterstützung durch
das Sozialamt sehr unwahrscheinlich. Eine Arbeitsfähigkeit von 70 % könne auch als
Hausfrau und Mutter attestiert werden.
A.f Mit Verfügung vom 26. Januar 2006 wies die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle
des Kantons St. Gallen das Leistungsgesuch der Versicherten ab. Sämtliche körperlich
leichten, wechselbelastenden Tätigkeiten ohne Heben von Lasten über 15 kg seien ihr
zu 70 % zumutbar. Mit diesem Leistungspotential bestehe auch im Aufgabenbereich
als Hausfrau (im Haushalt mit drei Personen) lediglich eine minimale Einschränkung.
Invaliditätsfremde Faktoren wie fehlende Sprachkenntnisse und fehlende Ausbildung
könnten bei dieser Beurteilung nicht berücksichtigt werden. Da der Invaliditätsgrad
unter 40 % liege, bestehe kein Rentenanspruch.
A.g Die Einsprache, welche die Versicherte am 20. Februar 2006 gegen diese
Verfügung mit dem Antrag auf Ausrichtung einer Invalidenrente basierend auf einem
Invaliditätsgrad von mindestens 70 % erheben liess, wies der Rechtsdienst der
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle am 5. Mai 2006 ab. Eine somatoforme
Schmerzstörung schränke die Arbeitsfähigkeit nach der Rechtsprechung im Regelfall
nicht ein. Weil keine Komorbidität ausgewiesen sei, seien die Voraussetzungen für die
ausnahmsweise Anerkennung einer Invalidität mit psychischer Ursache nicht erfüllt.
Demnach sei von einer vollen Arbeitsfähigkeit der Versicherten in einer angepassten
Tätigkeit auszugehen. Ermessensweise sei anzunehmen, dass die Versicherte im
Gesundheitsfall je zu 50 % einer Erwerbstätigkeit nachgehen und sich als Hausfrau
betätigen würde. Auf eine Haushaltabklärung könne indessen verzichtet werden, weil
der Einkommensvergleich für den erwerblichen Teil keine Invalidität ergebe und weil im
Haushalt somit eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 80 % vorliegen müsste, damit
sich ein Rentenanspruch (auf eine Viertelsrente, 0.5x 80 %) ergäbe, was nicht plausibel
sei. Denn die Versicherte sei einzig bei Tätigkeiten eingeschränkt, die ein Heben von
Lasten über 15 kg erforderten. Solche fielen im Haushalt nur selten an, liessen sich
weitgehend vermeiden und könnten vom Ehemann übernommen werden. Auch im
Haushalt sei deshalb keine Arbeitsunfähigkeit gegeben.
A.h Die Versicherte liess gegen diesen Entscheid am 7. Juni 2006 Beschwerde erheben
und Zusprechung einer Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %,
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eventualiter weitere Abklärungen zur Arbeitsunfähigkeit, beantragen. Bei der Einstufung
der Versicherten als zu 50 % Erwerbstätige und zu 50 % als Hausfrau Beschäftigte
handle es sich um eine blosse Annahme der IV-Stelle. Im Abklärungsbericht sei
festgehalten worden, dass die Möglichkeit einer vollzeitlichen Erwerbstätigkeit der
Versicherten im Gesundheitsfall vorhanden und eine solche nötig wäre, weil ihr
Ehemann immer wieder arbeitslos sei. Es würden sich somit weitere Abklärungen zur
Frage aufdrängen, in welchem Umfang sie als Gesunde erwerbstätig wäre. In den
Akten würden sich keine Hinweise finden, welche auf eine Tätigkeit von lediglich 50 %
hinweisen würden. Vielmehr sei anzunehmen, sie wäre vollzeitlich erwerbstätig. Die
Versicherte sei allein aus psychiatrischer Sicht in ihrer Arbeitsfähigkeit zu 30 %
eingeschränkt. Hinzu komme noch das chronifizierte lumbovertebrale und Hüftgelenks-
Schmerzsyndrom links, das die zumutbare Arbeitsfähigkeit einschränke. Damit sei die
Versicherte weit mehr als 30 % eingeschränkt. Ihr Hausarzt erachte sie als zu 50 %
arbeitsunfähig. Sie könne zudem lediglich körperlich leichte, wechselbelastende
Tätigkeiten ausführen. Weiter seien ihre Deutschkenntnisse mangelhaft, weshalb ein
Leidensabzug von mindestens 15 % vorzunehmen sei. Bei Annahme einer vollen
Erwerbstätigkeit resultiere so ein Invaliditätsgrad von 41 %. Wollte man von einem
Erwerbstätigkeitsanteil von 50 % ausgehen, müsste eine Haushaltabklärung
durchgeführt werden, könne doch den vorliegenden Arztzeugnissen nicht entnommen
werden, wie weit die Versicherte im Haushalt eingeschränkt sei. Die Versicherte könne
beispielsweise ihre kranke Tochter wegen der Behinderung nicht tragen und sei bei
deren Betreuung, aber auch im Haushalt ständig auf die Unterstützung von
Drittpersonen angewiesen. Es könne nicht angehen, dass angenommen werde, die
Versicherte sei in der Erwerbstätigkeit nicht eingeschränkt und gleichzeitig auch nicht
im Haushalt. Das würde darauf hinauslaufen, dass sie insgesamt in ihrer
Leistungsfähigkeit überhaupt nicht eingeschränkt sei, was den ärztlichen Zeugnissen
und Gutachten klar widerspreche. Die IV-Stelle liess Abweisung der Beschwerde
beantragen.
A.i Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen hob den Einspracheentscheid mit
Urteil vom 7. August 2007 auf und sprach der Versicherten eine Viertelsrente zu.
Zwischen den Parteien sei an sich unbestritten, dass die Versicherte ohne
Gesundheitsschaden voll erwerbstätig wäre. Die Arbeitsfähigkeit der Versicherten
betrage in einer körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit ohne Heben von
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Lasten über 15 kg 70 %. Ausgehend vom gleichen Durchschnittswert der
Tabellenlöhne für beide Vergleichseinkommen ergebe sich bei der Arbeitsfähigkeit von
70 % und einem gerechtfertigten Abzug von 15 % ein Invaliditätsgrad von 40.5 %.
B.
Mit Urteil vom 19. Mai 2008 hob das Bundesgericht den Entscheid des kantonalen
Versicherungsgerichts auf und wies die Sache an dieses zurück, damit es über die
Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom 5. Mai 2006 im Sinne der

Erwägungen neu entscheide. Das kantonale Gericht habe, weil es in aktenwidriger
Weise eine unbestrittene Qualifikation angenommen habe, eigene Feststellungen über
die Qualifikation unterlassen und werde solche noch zu treffen haben. Im Fall der
Teilerwerbstätigkeit werde der Invaliditätsgrad nach der gemischten Methode neu zu
ermitteln sein. Hierzu werde unter Umständen eine Haushaltabklärung anzuordnen
sein. Der gewährte Abzug bedürfe keiner letztinstanzlichen Korrektur.
Erwägungen:
1.
1.1 Da vorliegend ein Sachverhalt zu beurteilen ist, wie er sich bis zum Erlass des
angefochtenen Einspracheentscheids am 5. Mai 2006 entwickelt hat, sind die am
1. Januar 2008 in Kraft getretenen Änderungen der massgeblichen gesetzlichen
Bestimmungen nicht anwendbar.
1.2 Strittig ist ein allfälliger Rentenanspruch der Beschwerdeführerin. Nach Art. 28
Abs. 1 IVG (in der bis 31. Dezember 2003 gültig gewesenen Fassung) besteht der
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu
zwei Dritteln, derjenige auf eine halbe Rente, wenn sie wenigstens zur Hälfte invalid ist.
Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 40 % vor, so besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente oder, sofern ein Härtefall gegeben ist, auf eine halbe Rente (Art. 28
Abs. 1 IVG). Nach Art. 28 Abs. 1 IVG (in der vom 1. Januar 2004 bis 31. Dezember
2007 gültig gewesenen Fassung) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente,
wenn die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente,
wenn sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
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50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.
1.3 Im Falle einer rückwirkenden Rentenfestsetzung ist es unter Umständen
notwendig, den Invaliditätsgrad für verschiedene zurückliegende Zeitabschnitte nach
Massgabe der jeweiligen Erwerbsunfähigkeit unterschiedlich hoch zu bemessen (vgl.
BGE 106 V 16; BGE 109 V 125).
2.
2.1 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist gemäss
Art. 28 Abs. 2 IVG Art. 16 ATSG anwendbar. Danach wird das Erwerbseinkommen, das
die versicherte Person durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen; sog. allgemeine Methode). Versicherte Personen mit vollendetem
20. Altersjahr (Art. 5 Abs. 1 IVG), die vor der Beeinträchtigung ihrer körperlichen oder
geistigen Gesundheit nicht erwerbstätig waren und denen eine Erwerbstätigkeit nicht
zugemutet werden kann, gelten gemäss Art. 8 Abs. 3 ATSG als invalid, wenn eine
Unmöglichkeit vorliegt, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen (vgl. auch
Art. 28 Abs. 2 IVG; spezifische Methode, namentlich für im Haushalt tätige
versicherte Personen). Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind, wird für
diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben in einem
Aufgabenbereich nach Art. 8 Abs. 3 ATSG tätig, so wird die Invalidität für diese
Tätigkeit nach Art. 28 Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Falle sind die Anteile der
Erwerbstätigkeit und der Tätigkeit im andern Aufgabenbereich festzulegen und es ist
der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen
(Art. 28 Abs. 2 IVV; gemischte Methode).
2.2 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig Erwerbstätige oder als
Nichterwerbstätige einzustufen ist - was je zur Anwendung einer andern Methode der
Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, gemischte Methode,
bis
bis
ter
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Betätigungsvergleich) führt -, ergibt sich aus der Prüfung, was die versicherte Person
bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche
Beeinträchtigung bestünde (BGE 125 V 146; BGE 117 V 194; vgl. AHI 1997 S. 286; AHI
1996 S. 196). Das Bundesgericht stellt bei der Beurteilung des Status - einzig - auf den
Beweis der Erwerbsverhältnisse im Gesundheitsfall ab (Entscheid des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts i/S A. vom 4. Januar 2002, I 715/00), ohne die Zumutbarkeit als
zusätzliches Kriterium zu betrachten (vgl. Art. 5 Abs. 1 IVG und Art. 8 Abs. 3 ATSG;
hierzu Franz Schlauri, Das Rechnen mit der Arbeitsunfähigkeit in Beruf und Haushalt in
der gemischten Methode der Invaliditätsbemessung in: Schaffhauser/Schlauri,
Schmerz und Arbeitsunfähigkeit, St. Gallen 2003, S. 343 f.). Massgebend sind die
tatsächlichen Verhältnisse, wie sie bis zum Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung
bestanden haben (BGE 121 V 366 E. 1b; BGE 125 V 150 E. 2c).
2.3 Es ist zu prüfen, ob die Person ohne Invalidität mit Rücksicht auf die gesamten
Umstände (dazu gehören die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen
Verhältnisse) vorwiegend erwerbstätig oder im Haushalt beschäftigt wäre. Für die
Beurteilung und Festlegung des im Gesundheitsfall mutmasslich ausgeübten
Aufgabenbereichs sind ausser der finanziellen Notwendigkeit, eine Erwerbstätigkeit
wieder aufzunehmen oder auszudehnen, auch allfällige Erziehungs- und
Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die
Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen
(zum Ganzen: Entscheid des Bundesgerichts i/S G. vom 30. April 2008, 9C_828/07;
BGE 125 V 146 E. 2c S. 150, BGE 117 V 194 E. 3b). Von Bedeutung sind vor allem die
Sicherstellung der Kinderbetreuung und die Verdienstverhältnisse (Entscheid des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S A. vom 4. Januar 2002, I 715/00, wo eine
Mutter von acht Kindern als Vollerwerbstätige betrachtet worden war). Nebst dem
früheren Arbeitsverhalten sind im Wesentlichen die Absicht der versicherten Person
und deren Vorstellungen und Pläne zum Alltag ohne Gesundheitsschaden zu
berücksichtigen (vgl. Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S A. vom
20. Juni 2003, I 635/02). Zu beachten ist allerdings, dass der Entscheid über die
Statusfrage immer ein solcher über eine Hypothese bleibt, da sie sich immer stellt,
wenn in Wirklichkeit eine gesundheitliche Beeinträchtigung (schon seit langer oder
kürzerer Zeit) eingetreten ist. Die Arbeitseinteilung in der Vergangenheit kann für die
massgebliche Hypothese nur ein Indiz darstellen; die spätere reale Einteilung ist
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anderseits meist bereits durch die Invalidität beeinflusst (so der nicht veröffentlichte
Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S V.L.-R. vom 2. Februar
2006). Der Richter hat jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die er von allen
möglichen Geschehensabläufen unter den gegebenen Umständen als die
wahrscheinlichste würdigt (BGE 121 V 47 E. 2a). Dabei sind die konkrete Situation und
die Vorbringen der Versicherten nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu
würdigen (ZAK 1985 S. 468 E. 1). Denn Tatfragen, über die sich gemäss der Natur der
Dinge nur Hypothesen aufstellen lassen, beurteilen sich nach Erfahrungssätzen (BGE
117 V 195 E. 3b mit Hinweis auf Guldener, Beweiswürdigung und Beweislast nach
schweizerischem Zivilprozessrecht, S. 13).
2.4 Ein Methodenwechsel darf nach der älteren Praxis nur vorgenommen werden,
wenn er zwingend notwendig ist (vgl. ZAK 1969 S. 745; BGE 104 V 149 E. 2). Das ist
auch heute noch zu postulieren (vgl. Gabriela Riemer-Kafka, Veränderungen der
familiären Verhältnisse als Rentenrevisionsgrund in der IV, in: R. Schaffhauser/F.
Schlauri [Hrsg.], Die Revision von Dauerleistungen in der Sozialversicherung, S. 111).
Der Methodenwechsel setzt eine Nachführung der hypothetischen Lebensentwicklung
voraus. Es wird auf den realen Verlauf persönlicher und familiärer Verhältnisse nach
Eintritt der Invalidität (und unter den Einwirkungen der Invalidität) abgestellt, obwohl
diese Verhältnisse an sich ohne kausalen Einfluss auf die Invalidität sind. Aus dieser
Realität wird auf wesentliche Änderungen im massgeblichen hypothetischen
Sachverhalt (BGE 117 V 199 E. 3b) geschlossen. Auf eine allgemeine Erfahrung über
das Verhalten der Mütter nach der Geburt von Kindern lässt sich indessen heute nicht
mehr zurückgreifen (Gabriela Riemer-Kafka, a.a.O., S. 93 ff., S. 115 und 116). Auf
eindeutige Lebensentwürfe und Lebenserfahrungen ist in der modernen Gesellschaft
mit gleichen Chancen für unterschiedlichste Arten beruflichen Fortkommens immer
weniger Verlass. Darum ist es gerechtfertigt, den Methodenwechsel nur bei triftigen
Gründen zuzulassen. Etwa wenn nach einer eindeutigen (hypothetischen) Sachlage ein
Festhalten an der bisherigen Methode missbräuchlich wäre (so der nicht veröffentlichte
Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S L.V.-R. vom
25. Oktober 2001). Zur Diskussion steht im Übrigen wie erwähnt ein hypothetischer
Sachverhalt, der nicht mit dem üblichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit ermittelt werden kann. Verschiedene Hypothesen müssen
gegeneinander abgewogen werden. Ausschlaggebend ist dabei, welche dieser
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Hypothesen die plausibelste ist (nicht veröffentlichter Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S S. A.-F. vom 22. April 2008).
3.
3.1 Den Akten lässt sich entnehmen, dass die Beschwerdeführerin im Ausland
geboren und aufgewachsen ist und als achtjähriges Kind in der Schweiz, wo ihr Vater
als Saisonnier angestellt gewesen war, an der Hüfte operiert worden ist. Seither war sie
beschwerdefrei, zog aber das linke Bein immer etwas nach. Nach ihren Angaben
besuchte sie in ihrer Heimat während acht Jahren die Schule. Mit 13 Jahren kam sie in
die Schweiz und lebte hier zusammen mit den Eltern und vier Geschwistern
(act. 32-4/9). Sie spricht nur gebrochen Deutsch. Ein Schuleintritt oder
Förderungsmassnahmen im Sinne von Deutschkursen erfolgten hier nicht (act. 48-1/4).
Der Hausarzt hielt dafür, die Beschwerdeführerin erscheine ihm intelligent, aber
schlecht geschult. Im Alter von 18 Jahren nahm sie ihre temporäre Aushilfstätigkeit
(nach Bedarf und auf Abruf) in einer Gebäudereinigungsunternehmung - wo auch ihre
Schwester angestellt war - auf. Diese Tätigkeit machte gemäss der
Arbeitgeberbescheinigung ein Ausmass von ca. 50 % aus. Die Beschwerdeführerin war
dort während rund zwei Jahren tätig. Auf Anfrage gab sie zur Auskunft, sie hätte gern
mehr gearbeitet, habe aber keine Anstellung zu 100 % bekommen, sondern nur
gearbeitet, wenn Arbeit vorhanden gewesen sei. Diese Angaben erscheinen glaubhaft,
so dass davon ausgegangen werden darf, der Einstieg der Beschwerdeführerin ins
Erwerbsleben sei arbeitsmarktlich bedingt nicht mit einem vollen Pensum erfolgt und
sie hätte sich längerfristig nicht mit diesem Teilpensum begnügt. Es spricht denn auch
nichts gegen die Annahme, dass eine junge, ledige Frau wie die Beschwerdeführerin im
Gesundheitsfall hypothetisch vollzeitlich einer Erwerbstätigkeit nachgegangen wäre.
Ihre dürftigen Sprachkenntnisse und die fehlende Ausbildung sind grundsätzlich nicht
als Hindernis zu betrachten.
3.2 Am 10. Oktober 2002 (Bundesgerichtsurteil E. 4.2.1) heiratete die
Beschwerdeführerin. Ende Juni 2003 zog sie von zuhause aus (act. 45), wurde aber
nach Angaben bei der Abklärung vom Oktober 2003 weiterhin sehr eng von ihrer
Familie betreut, indem rund um die Uhr jemand anwesend war. Von diesen Umständen
ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit kein Einfluss auf die hypothetische
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Beschäftigung im Gesundheitsfall zu erwarten. Es bleibt damit weiterhin beim reinen
Einkommensvergleich.
3.3 Am 12. Juli 2004 (act. 66) gebar die Beschwerdeführerin ein Kind, das an den
Geburtsgebrechen Nr. 381, 387 und 395 leidet (act. 67). Am 24. August 2005 wurden
seitens des IV-Fachmitarbeiters angesichts dieses Umstands der Notwendigkeit der
Betreuung des kranken Kindes Zweifel an einer Qualifikation der Beschwerdeführerin
als Vollerwerbstätige geäussert. Auch am 26. Januar 2006 wurde diese Qualifikation für
sehr unwahrscheinlich gehalten. Der Abklärungsbeauftragte hatte sich allerdings am
11. Januar 2006 auf den Standpunkt gestellt, die Beschwerdeführerin verfüge aufgrund
der Unterstützung durch die Familie über die Möglichkeit, in grossem Ausmass oder
vollzeitlich einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Das wäre aus finanziellen Gründen
auch mit Sicherheit notwendig. Der Ehemann der Beschwerdeführerin sei immer wieder
arbeitslos. Seit Dezember 2005 müsse die Familie vom Sozialamt unterstützt werden.
Unabhängig von der Qualifikation und ohne Abklärung sei aber von einer
Einschränkung von maximal 30 % auszugehen. Zum Betreuungsaufwand für das
Kleinkind, das eine peripartale Hirnblutung erlitten hat (act. 80), lässt sich dem MEDAS-
Gutachten entnehmen, dass regelmässige ärztliche Kontrollen erforderlich sind.
Weitere Angaben hierzu sind in den Akten nicht ersichtlich. Diese Umstände erscheinen
aber für die Frage des Status von wesentlicher Bedeutung. Eine Stellungnahme der
Beschwerdeführerin dazu, wie sie sich ihren Alltag als Mutter ohne
Gesundheitsschaden vorstelle, insbesondere ob sie eine umfangreiche Unterstützung
durch die Familienmitglieder in Anspruch hätte nehmen wollen, um einer
Erwerbstätigkeit (gegebenenfalls welchen Ausmasses) nachzugehen, liegt ebenfalls
nicht vor. Diesbezüglich erweist sich der massgebliche Sachverhalt als ungenügend
abgeklärt.
4.
4.1 Es ergibt sich bei dem aufgrund der medizinischen Aktenlage ausgewiesenen Grad
an Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin von 70 % für körperlich leichte,
wechselbelastende Tätigkeiten ohne Heben von Lasten über 15 kg, bei dem reinen
Einkommensvergleich für die Beschwerdeführerin als Vollerwerbstätige ausgehend
vom gleichen Tabellenlohn für beide Vergleichseinkommen und bei dem Abzug von
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15 %, wie sie allesamt im Urteil des Versicherungsgerichts vom 7. August 2007
begründet festgehalten worden sind, ein Invaliditätsgrad von 40.5 %. Der Ablauf der
Wartezeit kann nach der Aktenlage für den 20. Juli 2002 angenommen werden, sodass
ab 1. Juli 2002 ein Anspruch auf eine Viertelsrente besteht.
4.2 Zum Streitgegenstand gehört die Rentenberechtigung bis zum
Einspracheentscheid vom 5. Mai 2006. Bis zur Geburt des Kindes ist nach dem
Gesagten vom Status einer Vollerwerbstätigen auszugehen. Für die anschliessende
Zeit ist der Status offen und die Beschwerdegegnerin wird nach den notwendigen
Abklärungen über allfällige Rentenabstufungen ab diesem Zeitpunkt zu entscheiden
haben. Sollte sich bei den ergänzenden Abklärungen ergeben, dass sich mit der Geburt
des Kindes die für die Statusfrage bedeutungsvollen Umstände wesentlich verändert
haben, so dass die Invalidität der Beschwerdeführerin nicht mehr anhand des reinen
Einkommensvergleichs zu ermitteln ist, so ist - bei sonst gleich bleibenden
Verhältnissen - wegen des Methodenwechsels damit zu rechnen, dass der
Invaliditätsgrad unter 40 % fällt, wäre doch für den andern Fall schon bei einer
Aufteilung in 90 % Erwerb und 10 % Haushalt eine Arbeitsunfähigkeit im Haushalt von
70 % erforderlich. Die Beschwerdegegnerin wird, sofern die gemischte Methode
angewendet werden sollte, ferner darüber entscheiden, ob eine detaillierte Abklärung
der Arbeitsfähigkeit im Haushalt erforderlich ist oder eine antizipierende
Beweiswürdigung erfolgen kann.
5.
5.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des
angefochtenen Einspracheentscheids vom 5. Mai 2006 teilweise gutzuheissen und der
Beschwerdeführerin ist ab 1. Juli 2002 eine Viertelsrente zuzusprechen. Die Sache ist
zur Rentenberechnung und zur ergänzenden Abklärung und einer allfälligen
Entscheidergänzung im Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen.
5.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG, vgl. Rechtslage vor der
Änderung des IVG vom 16. Dezember 2005, lit. c der betreffenden
Übergangsbestimmungen). Hingegen hat die Beschwerdeführerin bei diesem Ausgang
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des Verfahrens Anspruch auf Ersatz der Parteikosten, die vom Gericht ohne Rücksicht
auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des
Prozesses bemessen werden (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS
951.1). Angemessen erscheint eine (volle) Entschädigung von Fr. 3'000.--
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG