Decision ID: 74804014-30ab-4278-bf37-b13364c580a8
Year: 2021
Language: de
Court: NW_OG
Chamber: NW_OG_001
Canton: NW
Region: Central_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Mit Anklageschrift vom 24. Juli 2020 erhob die Staatsanwaltschaft Nidwalden
(«Berufungsbeklagte»/«Anklägerin») Anklage gegen A._ sel. («Berufungskläger»/
«beschuldigte Person») beim Kantonsgericht Nidwalden. Sie warf dem Berufungskläger vor,
sich der vorsätzlichen Tötung (Art. 111 StGB) sowie des vorsätzlichen Führens eines
Motorfahrzeugs in angetrunkenem Zustand (qualifizierte Alkoholkonzentration; Art. 91 Abs. 2
lit. a SVG) strafbar gemacht zu haben.
B.
Mit Urteil SK 20 5 vom 11. Dezember 2020 («Urteil SK 20 5») erkannte das Kantonsgericht
Nidwalden, Strafabteilung/Kollegialgericht:
«1. Der [Berufungskläger] wird schuldig gesprochen
− der vorsätzlichen Tötung nach Art. 111 StGB,
− des vorsätzlichen Führens eines Motorfahrzeugs in angetrunkenem Zustand nach
Art. 91 Abs. 2 lit. a SVG i.V.m. Art. 31 Abs. 2 SVG und Art. 55 Abs. 6 lit. b SVG, Art.
2 lit. a Verordnung der Bundesversammlung über Alkoholgrenzwerte.
2. Der [Berufungskläger] wird hierfür in Anwendung von Art. 34 StGB, Art. 40 Abs. 1 StGB,
Art. 42 Abs. 1 StGB, Art. 44 Abs. 1 StGB, Art. 47 StGB, Art. 51 StGB, Art. 111 StGB,
sowie Art. 91 Abs. 2 lit. a SVG (Art. 31 Abs. 2 SVG, Art. 55 Abs. 6 SVG, Art. 2 lit. a
Verordnung der Bundesversammlung über Alkoholgrenzwerte) bestraft mit
− einer Freiheitsstrafe von 7 Jahren, unbedingt vollziehbar, unter Anrechnung der
ausgestandenen Untersuchungshaft von 54 Tagen; und
− einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu je Fr. 120.00, bedingt vollziehbar, bei einer
Probezeit von zwei Jahren.
3. [Anordnungen Beschlagnahme ...]
4. [Anordnungen ED und DNS ...]
5. [Verfahrenskosten ...].
6. [Zustellungen ...].»
Die Vorinstanz versandte das Urteilsdispositiv am 14. Dezember 2020, woraufhin der
Berufungskläger mit Eingabe vom 23. Dezember 2020 Berufung anmeldete. Das begründete
Urteil wurde am 14. Januar 2021 versandt. Für die übrige Prozessgeschichte bis zum
erstinstanzlichen Urteil wird auf dessen Sachverhaltsdarstellung verwiesen (dort Bst. A-L S. 2-
5, Art. 82 Abs. 4 StPO).
3│18
C.
Mit Berufungserklärung vom 3. Februar 2020 (recte: 2021) beantragte der Berufungskläger:
«1. Die Berufung gegen [das Urteil SK 20 05] in Sachen [Berufungsbeklagte] gegen [den
Berufungskläger] sei ihm Rahmen der Anfechtung gutzuheissen. Das [Urteil SK 20 5] sei
wie folgt aufzuheben bzw. zu bestätigen:
2. Dispositiv Ziff. 1., 1. Lemma (vorsätzliche Tötung) sei aufzuheben.
3. Dispositiv Ziff. 1., 2. Lemma (vorsätzliches Führen eines Motorfahrzeugs in
angetrunkenem Zustand) sei zu bestätigen.
4. Dispositiv Ziff. 2., 1. Lemma (Freiheitsstrafe) sei aufzuheben.
5. Dispositiv Ziff. 2., 2. Lemma (bedingte Geldstrafe) sei zu bestätigen.
6. Dispositiv Ziff. 3.1, 3.2, 3.3., 3.4, 3.5 (Beschlagnahmungen) seien zu bestätigen.
7. Dispositiv Ziff. 4.1, 4.2 (erkennungsdienstliche Erfassung) seien zu bestätigen.
8. Dispositiv Ziff. 5.1 sei aufzuheben und die Verfahrenskosten für das Vorverfahren
und das Hauptverfahren seien von Amtes wegen dem Verfahrensausgang
entsprechend neu zu verlegen.
9. Dispositiv Ziff. 5.2 (Bezahlung amtliche Verteidigung) sei zu bestätigen.
10. Anstelle von Dispositiv Ziff. 1., 1. Lemma und Dispositiv Ziff. 2., 1. Lemma habe
das Obergericht wie folgt neu zu entscheiden:
a. [Der Berufungskläger] sei wegen fahrlässiger Tötung begangen im Notwehrexzess,
gestützt auf Art. 117 StGB i.V.m. Art. 16 Abs. 2 StGB freizusprechen.
b. Eventualiter sei [der Berufungskläger] wegen fahrlässiger Tötung begangen im
Notwehrexzess, gestützt auf Art. 117 StGB i.V.m. Art. 16 Abs. 1 StGB zu einer
Freiheitsstrafe von maximal 6 Monaten zu verurteilen.
c. Subeventualiter sei [der Berufungskläger] wegen fahrlässiger Tötung gestützt auf
Art. 117 StGB StGB [sic!] zu einer Freiheitsstrafe von maximal 12 Monaten zu
verurteilen.
d. Subsubeventualiter sei [der Berufungskläger] wegen Totschlags, gestützt auf Art.
113 StGB, eventualiter i.V.m. Art. 19 Abs. 2 StGB und Art. 16 Abs. 2 StGB, zu einer
geminderten Freiheitsstrafe von maximal 12 Monaten zu verurteilen.
e. Subsubsubeventualiter sei [der Berufungskläger] wegen Totschlags, gestützt auf
Art. 113 StGB, zu einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten zu verurteilen.
11. Der Vollzug der ausgesprochenen Freiheitsstrafe sei, gestützt auf Art. 41 Abs. 1
StGB, aufzuschieben bzw. die Strafe sei bedingt auszusprechen.
12. Eventualiter sei das Urteil mit Weisungen zur Neubeurteilung an das
erstinstanzliche Gericht (Vorinstanz) zurückzuweisen.
13. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Staatsanwaltschaft
Nidwalden, eventualiter zu Lasten des Kantonsgerichts Nidwalden, bzw. zu Lasten
der Gerichtskasse / des Staates.
14. In beweisrechtlicher Hinsicht sei ein Zweitgutachten zur Schuldfähigkeit [des
Berufungsklägers] zu erstellen.
15. Dem [Berufungskläger] sei Rechtsanwalt lic. iur. Sandor Horvath als amtlicher
Verteidiger beizugeben.
16. Der amtliche Verteidiger sei vor Abschluss des Verfahrens vom angerufenen
Obergericht aufzufordern seine Kostennote einzureichen.»
4│18
D.
Mit Verfügung P 21 2 vom 9. Februar 2021 wurde das Gesuch um amtliche Verteidigung
bewilligt und Rechtsanwalt Sandor Horvath als amtlicher Verteidiger im Hauptverfahren SA 21
1 eingesetzt.
E.
Mit Eingabe vom 26. Februar 2021 erklärte die Berufungsbeklagte Anschlussberufung mit den
Anträgen:
«1. Das [Urteil SK 20 5] sei wie folgt aufzuheben und zu ändern:
In Abänderung der Ziff. 2 des Urteilsdispositivs sei [der Berufungskläger] wegen den
unter Ziff. 1 verurteilten Delikten mit einer Freiheitsstrafe von 10 Jahren, unbedingt
vollziehbar, unter Anrechnung der ausgestandenen Untersuchungshaft von 54 Tagen
sowie einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu je Fr. 120.00, bedingt vollziehbar bei einer
Probezeit von zwei Jahren, zu bestrafen.
2. Unter Kostenfolgen zu Lasten [des Berufungsklägers].»
Am 12. März 2021 nahm die Berufungsbeklagte Stellung zum Beweisantrag des
Berufungsklägers und beantrage dessen Abweisung.
F.
Mit Verfügung vom 29. April 2021 wurde zur Berufungsverhandlung vom 29. Juni 2021, 09.00
Uhr, vorgeladen und den Parteien die Zusammensetzung des Gerichts mitgeteilt. Die Parteien
wurden zum persönlichen Erscheinen verpflichtet. Die Verfahrensleitung wies zudem den
Beweisantrag des Berufungsklägers (Zweitgutachten zur Schuldfähigkeit) mit
kurzer Begründung ab.
G.
Die Verfahrensleitung verfügte am 9. Juni 2021 die Bestellung eines aktuellen
Strafregisterauszugs des Berufungsklägers, welcher am 11. Juni 2021 eintraf und den
Parteien zur Orientierung zugestellt wurde.
H.
Mit Eingabe vom 23. Juni 2021 beantragte der Berufungskläger unter Auflage eines
Arztzeugnisses die Vertagung der Berufungsverhandlung vom 29. Juni 2021. Die Verhandlung
wurde sodann abzitiert. Mit Verfügung vom 12. Juli 2021 wurde am 17. November 2021 ein
neuer Termin für die Berufungsverhandlung angesetzt und die Parteien wiederum vorgeladen.
5│18
I.
Am 5. August 2021 teilte der Rechtsvertreter des Berufungsklägers dem Gericht unter Auf-
lage der Todesurkunde dessen zwischenzeitliches Ableben am 31. Juli 2021 mit. Mit
Kostennote vom 7. August 2021 gab er seine Aufwände für das Berufungsverfahren zu
Protokoll.
J.
Das Obergericht Nidwalden hat die vorliegende Streitsache auf dem Zirkularweg
abschliessend beurteilt. Auf die Ausführungen des Berufungsklägers und die Akten wird –
soweit (noch) erforderlich – in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
1.
1.1
Angefochten ist das Urteil SK 20 5 des Kantonsgerichts Nidwalden, Strafabteilung/Kollegial-
gericht, vom 11. Dezember 2020 betreffend vorsätzliche Tötung (Art. 111 StGB) und
vorsätzliches Führen eines Motorfahrzeuges in angetrunkenem Zustand (qualifizierte
Alkoholkonzentration; Art. 91 Abs. 2 lit. a SVG). Gegen erstinstanzliche Urteile, mit denen das
Verfahren ganz oder teilweise abgeschlossen wird, ist das Rechtsmittel der Berufung zulässig
(Art. 398 Abs. 1 StPO). Berufungsinstanz gegen Urteile des Kantonsgerichts Nidwalden als
Kollegialgericht ist das Obergericht Nidwalden, Strafabteilung (Art. 29 GerG [NG 261.1]), das
in Fünferbesetzung entscheidet (Art. 22 Ziff. 3 GerG). Die örtliche und sachliche Zuständigkeit
des Obergerichts ist somit gegeben.
Jede Partei und somit auch die beschuldigte Person (vgl. Art. 104 Abs. 1 lit. a StPO), die ein
rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung eines Entscheids hat, kann
ein Rechtsmittel ergreifen (Art. 382 Abs. 1 StPO). Der Berufungskläger wurde als beschuldigte
Person zu einer Freiheits- und einer Geldstrafe sowie zur Tragung der Verfahrenskosten
verurteilt, womit er ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des
Kantonsgerichtsurteils hat. Der Berufungskläger ist somit zur Berufung berechtigt.
6│18
Die StPO sieht für die Einlegung der Berufung ein zweistufiges Verfahren vor (Art. 399 StPO).
Nach Art. 399 Abs. 1 StPO ist die Berufung dem erstinstanzlichen Gericht innert zehn Tagen
seit Eröffnung des Urteils schriftlich oder mündlich zu Protokoll anzumelden. Nach
Ausfertigung des begründeten Urteils übermittelt das erstinstanzliche Gericht die Anmeldung
zusammen mit den Akten dem Berufungsgericht (Art. 399 Abs. 2 StPO). Die Partei, die
Berufung angemeldet hat, reicht dem Berufungsgericht innert 20 Tagen seit der Zustellung
des begründeten Urteils eine schriftliche Berufungserklärung ein (Art. 399 Abs. 3, erster Satz
StPO). Die Vorinstanz versandte ihr Urteilsdispositiv am 14. Dezember 2020. Der
Berufungskläger meldete mit Eingabe vom 23. Dezember 2020 Berufung an. Die Vorinstanz
versandte das begründete Urteil am 14. Januar 2021, das am 15. Januar 2021 beim
Berufungskläger einging, womit die 20-tägige Frist am 4. Februar 2021 ablief. Der
Berufungskläger reichte am 3. Februar 2021 die schriftliche Berufungserklärung ein. Die
Berufung wurde somit form- und fristgerecht erhoben.
Auf die Berufung ist demnach einzutreten.
1.2
Mit der Berufung können Rechtsverletzungen gerügt werden, einschliesslich Überschreitung
und Missbrauch des Ermessens (Art. 398 Abs. 3 lit. a StPO), die unvollständige oder
unrichtige Feststellung des Sachverhalts (lit. b) und Unangemessenheit (lit. c).
Damit ist die Berufung ein vollkommenes, reformatorisches Rechtsmittel mit Suspensiv-
wirkung. Die Kognition ist, von den hier nicht interessierenden Ausnahmen in Art. 398 Abs. 4
und 5 StPO abgesehen, weder in tatsächlicher noch in rechtlicher Hinsicht eingeschränkt.
Auch reine Ermessensfragen unterliegen der freien Überprüfung. Das Berufungsgericht
entscheidet in eigener Verantwortung aufgrund seiner freien, aus den Akten, aus eigenen
Beweisaufnahmen und aus der Verhandlung gewonnenen Überzeugung. Die Berufung zielt
damit auf vollständige oder teilweise Wiederholung der Überprüfung des Sachverhalts und
eine erneute tatsächliche Beurteilung ab. Tritt das Berufungsgericht auf das Rechtsmittel ein,
fällt es ein neues Urteil (LUZIUS EUGSTER, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], BSK-StPO,
2. A., 2014, N 1 zu Art. 398 StPO).
7│18
1.3
Nach Art. 399 Abs. 4 StPO kann die rechtsmittelführende Person die Berufung im Interesse
der Verfahrensökonomie auf einzelne Punkte des erstinstanzlichen Urteils beschränken.
Eine Teilanfechtung ist indes nur dort zulässig, wo eine rechtliche und tatsächliche getrennte
Beurteilung der angefochtenen Dispositivziffern möglich ist (vgl. die sog. Trennbarkeitsformel:
EUGSTER, a.a.O., N 6 zu Art. 399 StPO).
Folgende Dispositiv-Ziffern des angefochtenen Urteils blieben unangefochten:
- Ziff. 2, 2. Lemma (vorsätzliches Führen eines Motorfahrzeugs in angetrunkenem Zustand)
- Ziff. 2, 2. Lemma (bedingte Geldstrafe)
- Ziffn. 3.1, 3.2, 3.3., 3.4, 3.5 (Beschlagnahmungen)
- Ziff. 5.2 (Bezahlung amtliche Verteidigung)
Diese Dispositiv-Ziffern sind zufolge Anerkennung in Rechtskraft erwachsen (vgl. Art. 398
Abs. 2, Art. 399 Abs. 3 lit. a und Abs. 4 sowie Art. 404 StPO), was in gegenständlichem
Urteilsdispositiv so vorzumerken sein wird. Nicht zu bestätigen ist bzw. trotz Nichtanfechtung
nicht in Rechtskraft erwachsen ist die Dispositiv-Unterziffer 5.2.4, mit welcher der
Berufungskläger zur Rückzahlung der Kosten der amtlichen Verteidigung an den Kanton
gemäss Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO verpflichtet wurde. Diese Anordnung steht – mangels
Verurteilung des Berufungsklägers zur Tragung von Verfahrenskosten (vgl. nachfolgend) – in
einem unauflösbaren Widerspruch zur hier erfolgenden Verfahrenseinstellung. Anlass für eine
Überprüfung nicht angefochtener Punkte besteht darüber hinaus grundsätzlich nicht; indessen
sind die in der Dispositiv-Ziffer 3 angesetzten Fristen anzupassen und an Stelle des ver-
storbenen Berufungsklägers dessen Erben betreffend die beschlagnahmten Gegenstände für
berechtigt zu erklären (Art. 404 Abs. 2 StPO; Art. 560 und 602 ZGB). Die Rechtskraft tritt
rückwirkend auf den Tag ein, an dem der Entscheid gefällt worden ist (Art. 437 Abs. 2 StPO).
Der Berufungskläger focht im Übrigen auch die folgenden Dispositiv-Ziffern nicht an:
- Ziffn. 4.1 und 4.2 (erkennungsdienstliche Erfassung)
Diese Dispositiv-Ziffern betreffen Nebenfolgen des angefochtenen Schuld- bzw. Strafpunkts
betreffend den Vorwurf der vorsätzlichen Tötung und stehen demnach in direkter Abhängigkeit
zu diesem. Der Ausgang des Rechtsmittelverfahrens ist für die Frage, wann das ED-
respektive das DNS-Profil gelöscht wird, von massgeblicher Bedeutung (vgl. Art. 17
Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erkennungsdienstlicher Daten [SR 361.3]
sowie Art. 16 DNA-Profil-Gesetz [SR 363]). Das Berufungsgericht hat diesfalls neu zu befinden
(Art. 428 Abs. 3 StPO). Demnach sind die Dispositiv-Ziffern 4.1 und 4.2 aufgrund ihrer
8│18
Konnexität zum angefochtenen Schuld- und Strafpunkt mangels Anfechtung nicht in
Rechtskraft erwachsen und im Berufungsverfahren zu beurteilen.
Die Anschlussberufung gibt in dieser Hinsicht zu keinen weiteren Bemerkungen Anlass. Diese
bezog sich auf die vom Berufungskläger ebenfalls angefochtene Dispositiv-Ziffer 2.
2.
2.1
Der Tod der beschuldigten Person während des kantonalen Verfahrens stellt ein
(unüberwindbares) Prozesshindernis dar und führt entsprechend zur Verfahrenseinstellung
(vgl. Art. 319 Abs. 1 lit. d und Art. 403 Abs. 1 lit. c StPO; Urteil des Bundesgerichts
6B_1389/2017 vom 19. September 2018).
2.2
Der Berufungskläger verstarb am 31. Juli 2021. Zu diesem Zeitpunkt lagen die
Berufungserklärungen der Staatsanwaltschaft und des Berufungsklägers bereits vor, jedoch
war noch kein Entscheid der Berufungsinstanz in der Sache ergangen. Das Strafverfahren
gegen den Berufungskläger ist betreffend den Vorwurf der vorsätzlichen Tötung einzustellen
(Art. 329 Abs. 4 i.V.m. Art. 379 StPO).
3.
Die Staatsanwaltschaft Nidwalden verfügte am 20. Januar 2018 die erkennungsdienstliche
Erfassung sowie die Abnahme einer DNS-Probe des Berufungsklägers. Die in diesem
Zusammenhang erhobenen Daten sind zu vernichten resp. aus den entsprechenden
Datenbanken zu entfernen (Art. 17 Abs. 1 lit. b Verordnung über die Bearbeitung biometrischer
erkennungsdienstlicher Daten; Art. 16 Abs. 1 lit. b DNA-Profil-Gesetz), was den zuständigen
Stellen mitzuteilen ist.
9│18
4.
Zu klären bleibt, welche Verfahrenskosten anfallen bzw. angefallen sind und wer diese zu
tragen hat (Art. 421 Abs. 1 StPO).
4.1
4.1.1
Die Verfahrenskosten setzen sich zusammen aus den Gebühren zur Deckung des Aufwands
und den Auslagen im konkreten Straffall. Auslagen sind namentlich: a. Kosten für die amtliche
Verteidigung und unentgeltliche Verbeiständung; b. Kosten für Übersetzungen; c. Kosten für
Gutachten; d. Kosten für die Mitwirkung anderer Behörden; e. Post-, Telefon- und ähnliche
Spesen (Art. 422 Abs. 1 und 2 StPO). Bund und Kantone regeln die Berechnung der
Verfahrenskosten und legen die Gebühren fest (Art. 424 Abs. 1 StPO). Im Kanton Nidwalden
richtet sich die Höhe der Verfahrenskosten nach dem Prozesskostengesetz (Art. 1 Abs. 1
PKoG [NG 261.2]).
Die Gebühren sind innerhalb des vorgegebenen Rahmens festzusetzen und bemessen sich
nach der persönlichen und wirtschaftlichen Bedeutung der Sache für die Partei, der
Schwierigkeit der Sache, dem Umfang der Prozesshandlungen und nach dem Zeitaufwand für
die Verfahrenserledigung (Art. 2 Abs. 1 PKoG). Bei besonders umfangreichen oder
schwierigen Fällen kann die Gebühr angemessen erhöht werden (Art. 3 Abs. 1 PKoG). Wird
ein Streitfall ohne materiellen Entscheid erledigt, beträgt die Gebühr höchstens drei Viertel der
ordentlichen Gebühr (Art. 4 Abs. 2 PKoG). Im Erwachsenenstrafprozess betragen die
Entscheidgebühren des Obergerichts als Berufungsinstanz: Fr. 300.– bis Fr. 6'000.– (Art. 11
Ziff. 1 PKoG). Dazu kommen die Auslagen (Art. 24 ff. PKoG).
4.1.2
Die Vorinstanz setzte die Kosten für das Untersuchungs- und das erstinstanzliche Verfahren
auf Fr. 66'894.50 (Ermittlungs- und Untersuchungskosten [Gebühren und Auslagen]
Fr. 59'594.50; Gerichtsgebühr [inkl. die Gebühren für die zwangsmassnahmengerichtlichen
Verfahren und Auslagen] Fr. 7'300.–) fest. Die Kostenfestsetzung gibt zu keinen
Beanstandungen Anlass und ist unter Verweis auf die entsprechenden Ausführungen
vorbehaltlos zu übernehmen (Urteil SK 20 5 E. VI/1.2 und 1.3 S. 111 [Art. 82 Abs. 4 StPO]).
Für das Berufungsverfahren wird, in Nachachtung des Umstands, dass der Berufungskläger
noch vor Durchführung der mündlichen Berufungsverhandlung verstorben ist, der Umfang der
Prozesshandlungen und Zeitaufwand für die Erledigung noch moderat war, die Gerichtsgebühr
10│18
ermessensweise auf Fr. 1'000.– festgesetzt (Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 11 Ziff. 1 PKoG).
4.2
4.2.1
Die Kosten der amtlichen Verteidigung gehören ebenfalls zu den Verfahrenskosten und gelten
als Auslagen i.S.v. Art. 422 Abs. 2 lit. a StPO. Der amtliche Anwalt erfüllt eine staatliche
Aufgabe, welche durch das kantonale öffentliche Recht geregelt wird. Mit seiner Einsetzung
entsteht zwischen ihm und dem Staat ein besonderes Rechtsverhältnis. Gestützt darauf hat
der Anwalt eine öffentlich-rechtliche Forderung gegen den Staat auf Entschädigung im
Rahmen der anwendbaren kantonalen Bestimmungen. Der amtliche Anwalt kann aus Art. 29
Abs. 3 BV einen Anspruch auf Entschädigung und Rückerstattung seiner Auslagen herleiten.
Dieser umfasst aber nicht alles, was für die Wahrnehmung der Interessen des Mandanten von
Bedeutung ist. Ein verfassungsrechtlicher Anspruch besteht nur, «soweit es zur
Wahrung der Rechte notwendig ist». Nach diesem Massstab bestimmt sich der Anspruch
sowohl in qualitativer als auch in quantitativer Hinsicht, d.h. in Bezug auf den Umfang der
Aufwendungen. Entschädigungspflichtig sind danach nur jene Bemühungen, die in einem
kausalen Zusammenhang mit der Wahrung der Rechte im Strafverfahren stehen, und die
notwendig und verhältnismässig sind. Das Honorar muss allerdings so festgesetzt werden,
dass der unentgeltlichen Rechtsvertretung ein Handlungsspielraum verbleibt und sie das
Mandat wirksam ausüben kann (BGE 141 I 124 E. 3.1; VIKTOR LIEBER, in:
Donatsch/Lieber/Summers/Wohlers [Hrsg.], Kommentar StPO, 3. A., 2020, N 6 zu Art. 135
StPO). In jedem Fall ist zu prüfen, ob der in der Kostennote verrechnete Verteidigungsaufwand
notwendig und verhältnismässig war, wobei der zulässige Zeitaufwand namentlich auch in
Abhängigkeit zur Komplexität des Falles steht (LIEBER, a.a.O., N 4b und 6 zu Art. 135 StPO).
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist es zulässig, für das Anwaltshonorar
Pauschalen vorzusehen. Bei einer Honorarbemessung nach Pauschalbeträgen werden alle
prozessualen Bemühungen zusammen als einheitliches Ganzes aufgefasst und der
effektive Zeitaufwand lediglich im Rahmen des Tarifansatzes berücksichtigt. Pauschalen nach
Rahmentarifen erweisen sich aber als verfassungswidrig, wenn sie auf die konkreten
Verhältnisse in keiner Weise Rücksicht nehmen und im Einzelfall ausserhalb jedes
vernünftigen Verhältnisses zu den vom Rechtsanwalt geleisteten Diensten stehen. Die in den
Honorarnoten ausgewiesenen Aufwände können ausserdem Anhaltspunkte für eine
Pauschalberechnung liefern, ohne dass eine eigentliche «Kontrollrechnung» resp. eine
Beurteilung einzelner Positionen erforderlich wäre (BGE 143 V 453 E. 2.5.1; auch: LIEBER,
a.a.O., N 8c f. zu Art. 135 StPO). So ist es insbesondere auch verfassungskonform, das
11│18
Honorar lediglich in aussergewöhnlich aufwendigen Fällen nach Zeitaufwand zu bemessen,
wobei ein ausserordentlich aufwendiger, d.h. komplizierter oder umfangreicher Fall nicht schon
dann vorliegt, wenn das Pauschalhonorar den vom amtlichen Anwalt betriebenen Zeitaufwand
nicht vollumfänglich deckt (LIEBER, a.a.O., N 8c zu Art. 135 StPO mit Verweis auf BGE 141 I
124 E. 4.4). Die amtliche Verteidigung wird nach dem Anwaltstarif des Bundes oder desjenigen
Kantons entschädigt, in dem das Strafverfahren geführt wurde (Art. 135 Abs. 1 StPO), hier das
Prozesskostengesetz des Kantons Nidwalden.
Das Honorar des amtlichen Verteidigers beträgt je Stunde Fr. 220.– (Art. 39 Abs. 2 PKoG).
Massgebend für die Festsetzung des Honorars innerhalb der im Prozesskostengesetz
vorgesehenen Mindest- und Höchstansätze sind die Bedeutung der Sache für die Partei in
persönlicher und wirtschaftlicher Hinsicht, die Schwierigkeit der Sache, der Umfang und die
Art der Arbeit sowie der Zeitaufwand (Art. 33 PKoG). Das Honorar ist nur dann nach dem
tatsächlichen Zeitaufwand zu bemessen, wenn zwischen dem Arbeitsaufwand und dem
vorgegebenen Rahmen ein Missverhältnis besteht (Art. 34 Abs. 1 PKoG). Im Verfahren vor
der Berufungsinstanz beläuft sich das Honorar auf Fr. 600.– bis Fr. 6'000.– (Art. 45 Ziff. 4
PKoG). In Strafsachen wird das ordentliche Honorar bei einem Verfahren von
aussergewöhnlichem Umfang oder mit einer Vielzahl von Tatbeständen oder einer Mehrzahl
von Angeklagten angemessen erhöht (Art. 51 Abs. 1 PKoG). Hinzu kommen die Auslagen
(Art. 52 ff. PKoG).
4.2.2
Für das Untersuchungs- bzw. Vorverfahren genehmigte die Vorinstanz gestützt auf
Honorarnoten vom 15. Januar 2019 sowie 16. Juli 2020 ein Honorar von gesamthaft
Fr. 50'737.45 (Auslagen und MwSt. inkludiert). Betreffend das Honorar für das Hauptverfahren
erwog die Vorinstanz, dass der amtliche Verteidiger einen Aufwand von Fr. 21'760.75 (92.6
Std.; MwSt. und Auslagen inklusive) geltend mache, welche über dem gesetzlichen
Honorarrahmen liege. Ein Erhöhungsgrund im Sinne von Art. 51 Abs. 1 PKoG bestehe nicht,
weshalb das Honorar auf das gemäss Rahmen von Art. 45 Ziff. 3 PKoG höchstzulässige Mass
zu reduzieren sei. Unter Berücksichtigung der Zuschläge (Mehrwertsteuer sowie Auslagen)
setzte sie das Honorar auf Fr. 11'231.60 fest (zum Ganzen: Urteil SK 20 5 E. VI/1.4 S. 111 f.).
Diese Festsetzung des Honorarsatzes bzw. Entschädigung des amtlichen Verteidigers für das
Vor- und Hauptverfahren ist rechtskräftig (vgl. vorstehende E. 1.3).
12│18
4.2.3
Für das Berufungsverfahren macht der amtliche Verteidiger mit Honorarnote vom 7. August
2021 eine Entschädigung von Fr. 13'858.35 (Honorar Fr. 12'726.65 [58.50 Std.]; Auslagen
Fr. 140.90; MwSt. Fr. 990.80 [7.7%]) geltend. Er vertritt den Standpunkt, dass der
Honorarrahmen gemäss Art. 51 Abs. 1 PKoG angemessen zu erhöhen sei, da es sich um ein
Verfahren von aussergewöhnlichem Umfang handle. Zum Zeitpunkt der Kenntnisnahme des
Unfalls des Berufungsklägers rund zwei Wochen vor der ursprünglich für den 29. Juni 2021
angesetzten Berufungsverhandlung sei das 65 Seiten umfassende Plädoyer für die
Berufungsverhandlung bereits verfasst gewesen.
Entgegen der Auffassung des Verteidigers besteht kein Grund, den ordentlichen
Honorarrahmen gemäss Art. 51 Abs. 1 PKoG zu erhöhen. Dass die Akten des Vorverfahrens
rund sechs Bundesordner füllen und das erstinstanzliche Urteil 118 Seiten umfasst, ist zwar
nicht alltäglich, allerdings auch nicht aussergewöhnlich. Ob bzw. dass der amtliche Verteidiger
sein Plädoyer bereits redigiert hatte, bevor die ursprüngliche Berufungsverhandlung
unfallbedingt verschoben und infolge des zwischenzeitlichen Ablebens des Berufungsklägers
gänzlich dahinfiel, bleibt allenfalls für die Festsetzung des Honorars relevant, ist aber kein
honorarrahmenerhöhender Umstand im Sinne von Art. 51 Abs. 1 PKoG. Anwendbar ist
demnach der ordentliche Honorarrahmen, welcher sich auf Fr. 600.– bis Fr. 6'000.– beläuft
(Art. 45 Ziff. 4 PKoG).
Der für das Berufungsverfahren beanspruchte Aufwand von 58.50 Arbeitsstunden ist deutlich
übersetzt. Die Sach- und Aktenlage war dem amtlichen Verteidiger hinlänglich bekannt. Er war
von Beginn weg mit der Vertretung des Berufungsklägers im Strafverfahren betraut und
wohnte allen Untersuchungshandlungen sowie den zwangsmassnahmengerichtlichen
Verfahren (in welchen bereits ähnliche oder dieselben Fragen diskutiert wurden) bei, für was
er auch entschädigt wurde (vgl. E. 4.2.2). Neue Beweiserhebungen fanden im
Berufungsverfahren keine statt (Art. 389 i.V.m. Art. 332 Abs. 3 StPO e contrario). Anders als
noch vor erster Instanz wurde infolge zwischenzeitlichen Ablebens des Berufungsklägers auch
keine Berufungsverhandlung durchgeführt. Zudem bestritt der Berufungskläger (inhaltlich)
bereits im erstinstanzlichen Verfahren weder das Tötungsdelikt begangen noch sich
hinsichtlich dem Verkehrsdelikt strafbar gemacht zu haben. Es ging im Wesentlichen nur noch
um die genaue rechtliche Qualifikation des Tötungsdelikts bzw. um die Frage, ob Straf- oder
Schuldausschlussgründe vorgelegen haben sowie die Strafzumessung. Thematisch war das
Berufungsverfahren noch stärker beschränkt, da der Berufungskläger die Verurteilung
betreffend das Verkehrsdelikt nicht weiterzog. Dass die ursprünglich anberaumte Verhandlung
13│18
kurzfristig hat abgesagt werden müssen und dem amtlichen Verteidiger darum ein
wesentlicher Teil seines Verhandlungsvorbereitungsaufwands trotzdem bereits angefallen ist,
vermag den beanspruchten Aufwand von 58.50 Arbeitsstunden zwar nicht zu rechtfertigen, ist
bei der Honorarfestsetzung aber entsprechend erhöhend zu berücksichtigen. Die geschilderte
Überschaubarkeit der tatsächlichen und rechtlichen Komplexität des Falles relativiert die
unbestreitbar grosse persönliche Bedeutung des Tötungsdeliktsverfahrens für den
Berufungskläger. In Mitberücksichtigung der massgebenden Gesichtspunkte und mit Blick auf
ähnlich gelagerte Fälle erscheint ein Aufwand von 20 Arbeitsstunden und damit in
Nachachtung des gesetzlich zulässigen Stundenansatzes ein im Rahmen liegendes Honorar
von Fr. 4'400.– angemessen, was mit den Zulagen eine gesamthafte Entschädigung von
Fr. 4'890.55 ergibt (Honorar Fr. 4'400.– [25 Std. à Fr. 220.–]; Auslagen Fr. 140.90; MwSt.
Fr. 349.65 [7.7%]). Damit wird der zum Berufungsverfahren kausale, notwendige und
verhältnismässige Aufwand abgeglichen, mit welchem eine wirksame (amtliche) Verteidigung
hat sichergestellt werden können.
4.3
4.3.1
Die Verfahrenskosten werden vom Bund oder dem Kanton getragen, der das Verfahren
geführt hat; abweichende Bestimmungen der Strafprozessordnung bleiben vorbehalten
(Art. 423 Abs. 1 StPO).
(Strafprozessuale) Verfahrenskosten sind Kausalabgaben, die einer Grundlage in einem
formellen Gesetz bedürfen (Art. 127 Abs. 1 BV; BGE 132 I 117 E. 4.2 [betreffend altrecht-
liches, kantonales Strafprozessrecht]). Eine Kostenauflage an eine verstorbene Person fällt
ausser Betracht, da diese kein rechtsfähiges Subjekt (mehr) ist und entsprechend keine
Rechten oder Pflichten begründen kann (HEINZ HAUSHEER/REGINA E. AEBI-MÜLLER, Das
Personenrecht des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs, 4. A., 2016, N 02.01 und 02.22). Eine
direkte Belastung des Nachlasses bzw. der Erben sieht die Strafprozessordnung ebenfalls
nicht vor. Stirbt die beschuldigte Person und wurde betreffend die Verfahrenskosten noch nicht
verfügt, so kommt entsprechend der Grundsatz der Kostentragung durch den Staat zur
Anwendung. Eine abweichende Anordnung, die sich nicht auf eine ausdrückliche gesetzliche
Norm abstützt, verstösst gegen das verfassungsrechtliche Legalitätsprinzip (Art. 127 Abs. 1
BV; BGE 132 I 117 E. 7.4 [betreffend altrechtliches, kantonales Strafprozessrecht]).
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4.3.2
Der Berufungskläger ist während des laufenden Berufungsverfahrens verstorben, wobei die
Verfahrenskosten bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht rechtskräftig verfügt wurden. Die
vorstehend festgelegten Verfahrenskosten, wozu auch die Entschädigung der amtlichen
Verteidigung zählt, gehen demnach allesamt zu Lasten des verfahrensführenden Kantons
(Art. 423 Abs. 1 StPO).
Der Staat trägt somit Verfahrenskosten von Fr. 67'894.50 (Vorverfahren Fr. 59'594.50;
Hauptverfahren Fr. 7'300.–; Berufungsverfahren Fr. 1'000.–) sowie die Kosten für die amtliche
Verteidigung von Fr. 66'859.60 (Vorverfahren: Fr. 50'737.45; Hauptverfahren: Fr. 11'231.60;
Berufungsverfahren: Fr. 4'890.55; Auslagen und MwSt. jeweils inkludiert). Die Entschädigung
für das Vor- und Hauptverfahren ist bereits ausbezahlt worden.
Die Gerichtskasse wird angewiesen dem amtlichen Verteidiger für das Berufungsverfahren
den Betrag von Fr. 4'890.55 auszubezahlen.
4.4
Ansprüche auf Entschädigung oder Genugtuung bestehen bei diesem Verfahrensausgang
keine (Art. 429 ff. StPO e contrario).
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