Decision ID: 7600d709-92e8-4fd6-8603-113acadd3be8
Year: 2008
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
S._,
Beschwerdeführer,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
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A.
A.a Der 1946 geborene S._ meldete sich am 20. Mai 2005 zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung an und beantragte eine Rente, da er seit etwa
fünf Jahren wegen einer Misshandlung durch die Polizei arbeitsunfähig sei (IV-act. 1).
Anlässlich einer Überführung zum Untersuchungsrichter, etwa im Jahr 2000, sei er von
zwei Polizeibeamten unter den Armen ergriffen und bis in den 3. oder 4. Stock eines
Gebäudes geschleift und gezerrt worden. Dabei habe er sich an beiden Armen
Blutergüsse zugezogen und der rechte Arm sei schwer verletzt worden, so dass er
seine erlernte Tätigkeit als Zimmermann nicht mehr ausüben könne, denn seither habe
er Tag und Nacht grosse Schmerzen (IV-act. 7). Auf Anfrage gab Dr. A._, Facharzt
FMH für Innere Medizin, am 15. Juli 2005 bekannt, dass er den Versicherten erst seit
dem 28. April 2005 kenne und daher keinen genauen Bericht über ihn erstatten könne
(IV-act. 12).
A.b Mit Arztbericht vom 11. November 2005 reichte Dr. B._, Facharzt FMH für
Allgemeine Medizin, die von der IV-Stelle geforderten ärztlichen Unterlagen ein (IV-act.
17/5ff.). Dr. C._ vom Zentralen Röntgeninstitut des Kantonsspitals Chur hatte im
Bericht vom 30. August 2004 eine hochgradige Ruptur der Supraspinatussehne mit
Sehnenretraktion um 1.7 cm und eine leichtgradige Atrophie des Muskelbauches, einen
Hochstand des Humeruskopfes, eine deutliche AC-Gelenksarthrose und eine
Aufrauung der Akromionunterkante im Sinne einer chronischen
Rotatorenmanschettenruptur und eine Ansatztendinose der langen Bizepssehne sowie
der Subscapularissehne festgestellt (IV-act. 17/11). Deshalb habe er, Dr. B._, den
Versicherten am 30. August 2004 auch dem Orthopäden überwiesen. Dr. D._ von der
orthopädischen Abteilung der chirurgischen Klinik des Kantonsspitals Chur stellte den
Befund, der Versicherte habe eine seitengleich komplette freie uneingeschränkte
Beweglichkeit der Schultergelenke, zeige wenig Ausdruck für Schmerzen, obwohl er
solche als dauernd bestehend beschreibe. Ihm scheine eine Diskrepanz zwischen MRI-
Befund und der klinischen Untersuchung des Schultergelenkes vorzuliegen. Eine
Operation könne die Beweglichkeit des Schultergelenkes mit Sicherheit nicht
verbessern, weshalb er dem Versicherten Physiotherapie zur Kräftigung der Muskulatur
vorschlage (IV-act. 17/8). Die nachweislich freie Beweglichkeit im Schultergelenk
bestätigte auch Dr. B._. Der Versicherte sei im Übrigen während der ganzen Zeit des
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Strafvollzuges zu 100% im landwirtschaftlichen Betrieb tätig gewesen (IV-act. 17/6).
Eine interne Anfrage vom 5. Januar 2006 beim IV-internen Regionalen Ärztlichen Dienst
(RAD) ergab, der Versicherte könne künftig keine Überkopf-Arbeiten mehr erledigen (IV-
act. 19).
A.c Gestützt auf die medizinischen Abklärungen verfügte die IV-Stelle der SVA am
14. Februar 2006, der Versicherte habe keinen Anspruch auf eine Invalidenrente. Es sei
ihm eine Vollzeitstelle zumutbar für Arbeiten unterhalb der Kopfhöhe. Daher sei es ihm
möglich, ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen (IV-act. 22).
B.
B.a Mit Schreiben vom 3. März 2006 erhob der Versicherte Einsprache gegen die
Verfügung vom 14. Februar 2006 und beantragte eine Neubeurteilung seines
Rentenbegehrens (IV-act. 23). Der Einsprache fügte der Versicherte ein von Dr. B._
ausgestelltes ärztliches Attest vom 2. März 2006 bei, wonach der Versicherte zur Zeit
und bis auf Weiteres wegen einer alten Schulterverletzung als nicht arbeitsfähig gelte
(IV-act. 24).
B.b Bei einer erneuten Abklärung der Beschwerden stellte Dr. E._ am 24. März 2006
in der Klinik "am Lürlibad", Chur, fest, dass die aktive Beweglichkeit für die Elevation
und Aussenrotation eingeschränkt sei. Bezüglich der Beschwerden wäre die Situation
des Versicherten wohl noch zu verbessern. Über die Arbeitsfähigkeit des Versicherten
könne er keine Angaben machen (IV-act. 30; 35/4). Am 4. Oktober 2006 hielt der RAD-
Arzt Dr. F._ fest, dass bei einer Supraspinatusruptur die aktive Beweglichkeit des
Armes nach vorne und zur Seite über 90° sowie für Aussenrotation erschwert sei. Die
grobe Kraft könne in den entsprechenden Stellungen eingeschränkt sein. Mittels
Trickbewegungen werde aber eine praktisch normale Schulterbewegung ermöglicht,
eventuell mit verminderter Belastbarkeit. Die Tätigkeiten als Zimmermann könne vom
Versicherten nur noch in sehr beschränktem Ausmass ausgeführt werden, in einer
angepassten Tätigkeit könne durchaus eine volle Arbeitsfähigkeit erzielt werden,
solange es sich dabei um Tätigkeiten ohne Notwendigkeit von Überkopf-Arbeiten und
ohne Heben und Tragen von Lasten über 10 kg handle (IV-act. 37).
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B.c Mit Schreiben vom 26. Oktober 2006 wurde dem Versicherten die Möglichkeit zur
Stellungnahme eingeräumt (IV-act. 40), die er mit Brief vom 16. November 2006
wahrnahm. Er könne seine Schulter aufgrund fürchterlicher Schmerzen überhaupt nicht
belasten. Er habe auch nie etwas anderes gemacht ausser Montagearbeiten und
Umbauten (IV-act. 41).
B.d Mit Einspracheentscheid vom 27. November 2006 wies die SVA die Einsprache
vom 3. März 2006 ab. Die RAD-Stellungnahme sei schlüssig, weshalb ohne Abstriche
auf diese abzustellen sei. Eine adaptierte Tätigkeit sei im Umfang von 100% möglich.
Im Vergleich des Validen- mit dem Invalideneinkommen müsse auf Statistiken des
Bundes zurückgegriffen werden. Beim Invalideneinkommen sei ein Leidensabzug von
15% zu gewähren. Der Invaliditätsgrad betrage 15%. Nach Art. 28 IVG bestehe
demnach keinen Anspruch auf eine IV-Rente (IV-act. 42).
C.
C.a Gegen diesen Entscheid erhebt der Versicherte am 10. Januar 2007 (Postaufgabe:
13. Januar 2007) Beschwerde, sinngemäss mit dem Antrag, es sei ihm eine ganze IV-
Rente zuzusprechen. Die Arbeit an sich mit dem verletzten Arm sei nicht das grösste
Problem, schlimmer seien die permanenten Schmerzen, weshalb er sich auf keine
Arbeit konzentrieren könne, auch nicht auf leichte Arbeiten. Der Arzt könne ja nur die
Beweglichkeit des Armes feststellen, den Schmerz jedoch nicht. Er sei von früher an
harte Arbeit gewöhnt und werde keine leichten Tätigkeiten verrichten, sinngemäss weil
ihn an seiner körperlichen Behinderung keine Schuld treffe (act. G 1). Mit
Beschwerdeantwort beantragt die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde (act. G 3).
C.b Der Beschwerdeführer lässt die Gelegenheit für eine Replik unbenutzt (act. G 5).

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil
in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei
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der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V
467 Erw. 1), und weil bei der Beurteilung ferner auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses
des streitigen Einspracheentscheides vom 27. November 2006 eingetretenen
Sachverhalt abzustellen ist (BGE 121 V 366 Erw. 1b), sind die bis zum 31. Dezember
2007 geltenden materiellen Bestimmungen anzuwenden.
2.
Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit
ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Der Grad der für einen allfälligen
Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG durch einen
Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die versicherte Person
nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der notwendigen
Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage zumutbarerweise
erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum
Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Valideneinkommen). Nach aArt. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch
auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%,
derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein
Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente
und bei einem IV-Grad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
3.
Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das
Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere
Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es,
den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem
Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist
(BGE 125 V 261 Erw. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen
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festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine
zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 Erw. 3a).
4.
4.1 Vorliegend unbestritten ist der medizinisch (MRI) und objektiv feststellbare Riss der
Supraspinatussehne in der rechten Schulterpartie. Nicht einheitlich wird die
Bewegungsfreiheit aufgrund dieser Ruptur geschildert. Dr. D._ und Dr. B._
attestieren eine freie, Dr. E._ eine erschwerte Beweglichkeit. Gleich wie letzterer
beurteilt Dr. F._ (RAD) die Schulterverletzung, jedoch werde mittels Trickbewegung
eine normale Schulterbewegung ermöglicht. Dieser Auffassung folgte die
Beschwerdegegnerin in ihrem Einspracheentscheid.
4.2 Das Gericht hat bei der Würdigung der ärztlichen Berichte und Gutachten zum
einen der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass Hausärzte mitunter wegen
ihrer auftragsrechtlichen Vertrauensstellung im Zweifel eher zu Gunsten ihrer Patienten
aussagen (BGE 125 V 353). Entsprechend in Zweifel zu ziehen ist das Arztzeugnis von
Dr. B._ vom 2. März 2006, in dem er ohne nähere Begründung festhielt, der
Beschwerdeführer sei "aufgrund einer alten Schulterverletzung rechts" nicht
arbeitsfähig (IV-act. 27). Er stellt offensichtlich auf die Schilderungen des Versicherten
ab und bezieht seine Arbeitsunfähigkeitsschätzung auf die früheren Tätigkeiten, die in
Montagearbeiten und Umbauten bestanden. Am 11. November 2005 sah sich Dr. B._
noch nicht in der Lage, eine Einschränkung in der angestammten Tätigkeit als
Zimmermann zu quantifizieren (IV-act. 17/6). Massgebend ist zudem die
Leistungsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit.
4.3 Zur Begründung eines Rentenanspruches werden vom Beschwerdeführer
permanente, fürchterliche Schmerzen geltend gemacht. In Anbetracht der sich mit
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Bezug auf Schmerzen naturgemäss ergebenden Beweisschwierigkeiten genügen nach
der Rechtsprechung des Eidgenössischen Versicherungsgerichts (heute
Bundesgericht) die subjektiven Schmerzangaben der versicherten Person für die
Begründung einer (teilweisen) Invalidität allein nicht; vielmehr muss im Rahmen der
sozialversicherungsrechtlichen Leistungsprüfung verlangt werden, dass die
Schmerzangaben durch damit korrelierende, fachärztlich schlüssig feststellbare
Befunde hinreichend erklärbar sind (BGE 130 V 352).
4.4 Ein konstantes, die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Stellung erheblich
beeinträchtigendes Schmerzempfinden des Beschwerdeführers ist in den
medizinischen Akten nicht dokumentiert. Der Beschwerdeführer verrichtete während
der Verbüssung der Freiheitsstrafe körperliche Arbeit. Dazu schreibt er in seiner
Stellungnahme vom 16. November 2006, er wäre, falls er nicht gearbeitet hätte, den
ganzen Tag in der Zelle eingesperrt gewesen ohne Urlaub, Ausgang und Fernseher. Er
habe sich trotz Schmerzen für die Arbeit entschieden, da er bei der Arbeit wie auch in
seiner Zelle davon gleich betroffen gewesen sei. Er habe den Schmerz bei jeder
kleinsten Bewegung verspürt (IV-act. 41). Unter diesen Umständen stellt sich die Frage,
weshalb sich der Beschwerdeführer über Jahre hinweg diesbezüglich keiner gezielten
ärztlichen Kontrolle und Schmerzbehandlung unterzogen hat. Die Verletzung und die
Schmerzen sind auffälligerweise erst einige Jahre nach dem geltend gemachten
schmerzauslösenden Vorfall mit der Polizei erstmals ärztlich protokolliert worden. Zwar
hielt Dr. D._ in seinen Sprechstundennotizen vom 31. August 2004 fest, der
Beschwerdeführer gebe an, dauernd Schmerzen zu haben, in Ruhe wie auch in
Belastung. Allerdings konnte dieser behandelnde Arzt wenig Ausdruck für Schmerzen
beim Beschwerdeführer feststellen (IV-act. 17/8). Bei der nächsten ärztlichen
Konsultation (26.10.2004) gab der Beschwerdeführer an, die angeordnete
Physiotherapie habe sich positiv ausgewirkt, er sei im rechten Schultergelenk
schmerzfrei (IV-act. 17/10). In seiner Stellungnahme (16.11.2006) beschreibt der
Beschwerdeführer einerseits einen Schmerz beim Heben des rechten Armes,
andererseits sei der Schmerz vorhanden, egal ob er einer Arbeit nachgehe oder nicht,
denn bei der kleinsten Bewegung spüre er den Schmerz (IV-act. 41). Ohne die
Schmerzquelle zu lokalisieren erwähnt der Beschwerdeführer in seiner
Beschwerdeschrift wiederholt das Andauern der Schmerzen tags- und nachtsüber,
insbesondere beim Heben des Armes mit oder ohne Gewichtsbelastung (act. G 1). In
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den medizinischen Akten finden sich insgesamt keine Hinweise darauf, dass der
Beschwerdeführer aus somatischen Gründen bei körperlich optimal adaptierter
Tätigkeit objektiv Schmerzen empfinden könnte, die er bei ihm zumutbarer
Willensanstrengung nicht sollte überwinden können.
4.5 In den Berichten des RAD wird über die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
ausgeführt, in adaptierter Tätigkeit sei von einer Arbeitsfähigkeit von 100%
auszugehen, als Berufsmann dürfte sie deutlich unter 50% liegen (IV-act. 37/2;
teilweise auch IV-act. 19/2). Wegen der wesentlichen Einschränkungen als Berufsmann
wäre eine Umschulung des Beschwerdeführers in Betracht zu ziehen. Zweck und
Nutzen einer solchen würden beim Beschwerdeführer mit Jahrgang 1946 jedoch ins
Leere laufen. Eine Umschulung wäre demnach keinesfalls verhältnismässig. Ein
Anspruch ist daher zu verneinen. Eine adaptierte Tätigkeit kann, auch wenn nurmehr
eine Hilfsarbeiterstelle bekleidet werden könnte, dem Beschwerdeführer zugemutet
werden. Obwohl gelernter Berufsmann, muss er, da eine berufliche Neuausbildung aus
Altersgründen entfällt, auch eine Hilfsarbeit annehmen oder sich im Verweigerungsfall
anrechnen lassen (Ueli Kieser, Der praktische Nachweis des rechtserheblichen
Invalideneinkommens in: René Schaffhauser/Franz Schlauri, Rechtsfragen der
Invalidität in der Sozialversicherung, St. Gallen, 1999, 54ff; zum zumutbaren
Berufswechsel vgl. auch das Urteil des Bundesgerichts I 11/00 vom 22. August 2001;
Urteil IV 2006/208 des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 27. Februar
2008, Erw. 4).
4.6 Die Beschwerdegegnerin geht für den Einkommensvergleich von einem
Valideneinkommen von Fr. 57'258.-- für einfache und repetitive Tätigkeiten gemäss
den Tabellenlöhnen der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen
schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE 2004) aus (IV-act. 42). Unter
Berücksichtigung der Berufs- und Fachkenntnisse des Beschwerdeführers
(Lehrabschluss als Zimmermann) ist jedoch auf das Anforderungsniveau 3 abzustellen,
sodass sich ein höheres Valideneinkommen von rund Fr. 69'282.-- ergibt. Es kann
offen bleiben, ob dieser Wert nicht auf Grund der ausgewiesenen, viel geringeren Werte
der AHV-pflichtigen Einkommen (IV-act. 3) erheblich abgewertet werden müsste. Für
das Invalideneinkommen ist auf das Anforderungsniveau 4 abzustellen, da dem
Beschwerdeführer sämtliche Hilfsarbeiten zumutbar sind. Männer in diesem tiefsten
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Anforderungsniveau verdienten gemäss LSE im Jahr 2004 durchschnittlich Fr.
57'258.--. Auch unter Berücksichtigung des von der Beschwerdegegnerin gewährten
Abzugs von 15% ergibt sich kein IV-Grad im rentenbegründenden Ausmass von
wenigstens 40%, sondern von lediglich 30%.
5.
5.1 Gemäss den vorstehenden Erwägungen ist der angefochtene Einspracheentscheid
vom 27. November 2006 im Ergebnis nicht zu beanstanden und die Beschwerde
abzuweisen.
5.2 Gemäss den Schlussbestimmungen des IVG zur Änderung vom 16. Dezember
2005, in Kraft seit 1. Juli 2006, gilt für die vor dem 1. Juli 2006 von der IV-Stelle
erlassenen, zu jenem Zeitpunkt aber noch nicht rechtskräftigen Verfügungen das
bisherige Recht (lit. a und b der Schlussbestimmungen). Somit gelangt Art. 69 Abs. 1
IVG zur Kostenpflicht von Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von
IV-Leistungen im kantonalen Gerichtsverfahren nicht zur Anwendung. Gerichtskosten
sind demnach keine zu erheben.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG