Decision ID: 5bd6c0d0-ea7e-47d6-a634-a6333f0e9dd8
Year: 2010
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X und Y sind Eltern von drei Kindern (Jahrgang 2000, 2004 und 2006). X ist als
Grenzwächter unselbständig erwerbstätig. Y ist Hausfrau. Am 30. Juni 2006 erwarben
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sie eine Liegenschaft mit 804 m Grundfläche in G zu je hälftigem Miteigentum. Es
handelt sich um ein über 100 Jahre altes Einfamilienhaus mit Scheune ausserhalb der
Bauzone im übrigen Gemeindegebiet (ueG). Der Kaufpreis betrug Fr. 200'000.--. Die
amtliche Schätzung vom 22. August 2000 weist einen Verkehrswert von Fr. 105'000.--
aus, wobei Fr. 10'000.-- auf das Wohnhaus, Fr. 5'000.-- auf die Scheune und der Rest
auf das Land entfallen. Der Minderwert des auf Fr. 265'000.-- geschätzten
Gebäudeneuwerts betrug 45 %. Im Jahr 2008 liessen die Steuerpflichtigen am Haus
verschiedene Arbeiten vornehmen. Die gesamten Renovationskosten betrugen rund Fr.
300'000.--. Daneben waren X und Y je hälftige Miteigentümer einer 4 1⁄2-Zimmer-
Stockwerkeigentumseinheit in G.
B.- In der Steuererklärung 2008 deklarierten sie kein steuerbares Einkommen und kein
steuerbares Vermögen. Dabei machten sie Unterhaltskosten für das Einfamilienhaus in
der Höhe von Fr. 146'587.-- geltend. Die Veranlagungsbehörde nahm verschiedene
Korrekturen vor und veranlagte die Steuerpflichtigen für die direkte Bundessteuer 2008
mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 49'200.--. Unter anderem liess sie für das
Einfamilienhaus keine Unterhaltskosten zum Abzug zu.
Dagegen erhobenen die Steuerpflichtigen am 13. Oktober 2009 Einsprache. Am
22. Oktober 2009 fand eine Besprechung mit dem Steuerkommissär statt. Mit
Entscheid vom 4. Dezember 2009 wies das kantonale Steueramt die Einsprache ab.
C.- Gegen den Einsprache-Entscheid erhoben X und Y mit Eingabe vom 8. Dezember
2009 Beschwerde bei der Verwaltungsrekurskommission. Sie beantragten, die
Investitionen und deklarierten Umbauten zu Gunsten der Energie- und
Umweltschutzmassnahmen seien zum Abzug zuzulassen.
Die Vorinstanz beantragte mit Vernehmlassung vom 25. Januar 2010 die kostenfällige
Abweisung der Beschwerde. Die Eidgenössische Steuerverwaltung verzichtete auf eine
Vernehmlassung.
Mit Eingabe vom 10. Februar 2010 (Poststempel) reichten die Beschwerdeführer
zusätzliche Unterlagen ein. Am 16. November 2010 gingen die im Einsprache-
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Entscheid erwähnten, bei der Vorinstanz eingeforderten Baugenehmigungsakten ein.
Die Vorinstanz verzichtete am 29. November 2010 auf eine zusätzliche Stellungnahme.
D.- Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge wird,

soweit notwendig, in den Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Beschwerdeerhebung ist gegeben. Die Beschwerde vom 8. Dezember 2009 ist
rechtzeitig eingereicht worden. Sie erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die
gesetzlichen Anforderungen (Art. 140 Abs. 2 Bundesgesetzes über die direkte
Bundessteuer, SR 642.11, abgekürzt: DBG; Art. 7 der Verordnung zum Bundesgesetz
über die direkte Bundessteuer, sGS 815.1; Art. 41 lit. h Ziff. 1 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf die Beschwerde ist
einzutreten.
2.- Umstritten ist, ob die geltend gemachten Positionen baulichen Unterhalts für das
Einfamilienhaus in G in der Höhe von Fr. 146'587.-- als Liegenschafts- und
Verwaltungskosten bzw. als Energie- und Umweltschutzinvestitionen abzugsfähig sind.
a) Die Vorinstanz stellt sich auf den Standpunkt, aufgrund der Schätzung vom
22. August 2000 sei davon auszugehen, dass sich die Liegenschaft in einem
schlechten baulichen Zustand befunden habe, zumal sich der Minderwert von damals
45% bis 2008 nochmals verschlechtert haben müsse. Aus dem Baugesuch und aus
den Bauakten und -plänen gehe hervor, dass es sich bei den Investitionen nicht um die
Erhaltung bisheriger Liegenschaftswerte, sondern um die Schaffung neuer Werte
handle. Es gehe um Neubaukosten mit vorgängiger Aushöhlung der Liegenschaft.
Nach Abschluss des Umbaus könne gesagt werden, dass zwar weder eine
Nutzungsänderung noch eine Wohnhauserweiterung vorliege; jedoch habe beim
Erwerb im Jahr 2006 hauptsächlich nur der Landwert der Baute bezahlt werden
müssen. Wenn man die in G üblichen Landpreise als Grundlage nehme, sei der
Landwert des Grundstücks auf ca. Fr. 200'000.-- (804 m à Fr. 250.--) zu beziffern, 2
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auch wenn sich die Liegenschaft ausserhalb der Bauzone befinde. Aufgrund der
Schätzungsangaben aus dem Jahr 2000 müsse geschlossen werden, dass das
Wohnhaus als unbewohnbar einzustufen gewesen sei. Die geltend gemachten
Aufwendungen seien den Anlagekosten zuzuordnen, obwohl es sich - auf einzelne
Ausgabenpositionen bezogen - hauptsächlich um Energiespar- und
Umweltschutzmassnahmen (Renovation Dach inkl. Isolierung und Heizungsersatz
durch Erdsonde) handle. Die geltend gemachten Auslagen für die Renovation seien
einem Neubau gleichzusetzen.
Die Beschwerdeführer machen demgegenüber geltend, das Gebäude sei vom Amt für
Raumentwicklung im Jahr 2006 als Objekt in der Landwirtschaftszone besichtigt und
mit Auflagen zum Umbau bewilligt worden. Es seien während des Umbaus sicher
bauliche Verbesserungen, welche nicht abzugsberechtigt seien, getätigt worden. So
seien die Kosten für Ausbauten und Grundrissänderungen nicht deklariert worden.
Bisher seien insgesamt Fr. 310'000.-- investiert worden. Bei den deklarierten
Umbauarbeiten handle es sich jedoch ausschliesslich um Energiespar- und
Umweltschutzmassnahmen. Das Dach sei komplett saniert und mit einer 16 cm dicken
Wärmedämmung versehen worden. Der Rest der deklarierten Umbauten betreffe
lediglich den Bestandteil der Energie- und Umweltschutzmassnahmen wie z.B. neue
Fenster, Wärmepumpe mit Erdsonde etc. Keinesfalls hätten sie nur den Landwert für
das Grundstück bezahlt. Eine solche Liegenschaft sei schwer zu bewerten. Die
Auflagen vom Kanton hätten ein grosses Hindernis dargestellt, weshalb alle weiteren
Kaufinteressenten abgesprungen seien. Das Objekt liege ausserhalb der Bauzone und
ein Abbruch sei absolut verboten gewesen. Das Amt für Raumentwicklung habe genau
geprüft, was man mit der Liegenschaft machen dürfe und was nicht. Der Minderwert
der Liegenschaft sei nicht auf einen schlechten Zustand, sondern vielmehr auf das
Fehlen der aktuellen absolut üblichen Wohnstandards wie Badezimmer, Küche, WC,
übliche Anschlüsse wie TV, SAT, Telefon, Kanalisation, Strom, Wasser etc.
zurückzuführen. Das Haus sei fast im Originalzustand wie bei der Erstellung vor ca. 120
Jahren und in gesundem und erhaltungswürdigem Zustand gewesen. Bei einer anderen
Beurteilung wäre vom Amt für Raumentwicklung keine Baubewilligung mehr erteilt
worden. Das Haus sei zudem immer bewohnbar gewesen und bis zum Verkauf an sie
von einem Landwirt in Miete bewohnt worden. Das Gebäude sei nicht ausgehöhlt
worden. Vielmehr seien die Räume anders gestaltet und erweitert oder
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zusammengelegt worden. Die alten Balken seien jedoch noch vorhanden, wenn zum
Teil auch wieder neu verkleidet in den Wänden. Es seien auch Strickwände im
Gebäudeinnern vorhanden geblieben und der "Schopf" sei noch "Schopf". Nur im
Obergeschoss sei ein Teil der bewilligten Erweiterungsmöglichkeit genutzt worden, um
ein Elternschlafzimmer und eine Nasszelle zu erstellen. Der Boden im Erdgeschoss sei
um ca. 30 cm abgesenkt worden, um darin eine Raumhöhe von 2.10 Metern zu
erreichen, was ein normales Wohnen ermöglicht habe. Des Weiteren seien ihnen beim
Gesamtprojekt inkl. Aussenhülle, Fassadengestaltung, Fenster und Umgebung
Auflagen gemacht worden, wie z.B. Holzfenster mit speziellem Sprossendesign. Mit
nicht ganz einfachen Planungen und speziellen Anfertigungen habe ein schönes Heim
für ihre Familie erschaffen werden können.
b) Nach Art. 32 Abs. 2 DBG können bei Liegenschaften im Privatvermögen die
Unterhaltskosten, die Versicherungsprämien und die Kosten der Verwaltung durch
Dritte abgezogen werden. Das eidgenössische Finanzdepartement bestimmt, wieweit
Investitionen, die dem Energiesparen und dem Umweltschutz dienen, den
Unterhaltskosten gleichgestellt werden. Werterhaltende Aufwendungen dienen dazu,
die Liegenschaft im einkommenssteuerrechtlich massgebenden Nutzwert zu erhalten.
Durch solche Massnahmen bleiben Gestalt und Zweckbestimmung des Gebäudes
unverändert. Lediglich die mangelhaften Installationen werden ersetzt bzw. die
vorhandenen, aber schadhaft gewordenen Gebäudeteile repariert. Die Liegenschaft
wird unterhaltsmässig wieder in denjenigen Zustand versetzt, in dem sie einmal war.
Der bisherige Verwendungszweck, allenfalls modernisiert, bleibt erhalten (vgl. StE 2007
B 25.6 Nr. 55 E. 1.2.1 mit Hinweisen). Nicht als Gewinnungskosten abziehbar sind
indessen Aufwendungen für die Anschaffung, Herstellung oder Wertvermehrung von
Vermögensgegenständen; also bauliche Verbesserungen, die nicht nur der Erhaltung
der Liegenschaft und deren Nutzungsmöglichkeiten dienen, sondern zusätzlich deren
Anlagewert erhöhen (vgl. Art. 34 lit. d DBG). Derartige wertvermehrende Aufwendungen
mit Anlagekostencharakter werden, soweit sie eine Liegenschaft des Privatvermögens
betreffen, bei der Ermittlung einer allfälligen kantonalen Grundstückgewinnsteuer
berücksichtigt (vgl. Art. 137 des Steuergesetzes des Kantons St. Gallen, sGS 811.1,
abgekürzt: StG).
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Unter Energiespar- und Umweltschutzinvestitionen versteht man Aufwendungen für
Massnahmen, welche zur rationellen Energieverwendung oder zur Nutzung
erneuerbarer Energien beitragen. Diese Massnahmen beziehen sich auf den Ersatz von
veralteten und die erstmalige Anbringung von neuen Bauteilen oder Installationen in
bestehenden Gebäuden, wobei die Abzugsquote in den ersten fünf Jahren nach
Anschaffung der Liegenschaft 50%, nachher 100% beträgt (Art. 5 und 8 der
Verordnung über den Abzug der Kosten von Liegenschaften des Privatvermögens bei
der direkten Bundessteuer vom 24.8.1992, SR 642.116; abgekürzt: V Abzug der
Liegenschaftskosten). Dazu gehören unter anderen Massnahmen zur Verminderung der
Energieverluste der Gebäudehülle, wie die Wärmedämmung von Böden, Wänden,
Dächern und Decken gegen das Aussenklima, unbeheizte Räume oder Erdreich, der
Ersatz von Fenstern durch energetisch bessere Fenster als vorbestehend, die
Einrichtung von unbeheizten Windfängen und der Ersatz von Jalousieläden, Rollläden
(Art. 1 lit. a der Verordnung über die Massnahmen zur rationellen Energieverwendung
und zur Nutzung erneuerbarer Energien vom 24.8.1992, SR 642.116.1, nachfolgend
Energieverordnung; StB SG 44 Nr. 5-6) aber auch die Kosten für den Ersatz von
Haushaltgeräten mit grossem Stromverbrauch, wie Kochherden, Backöfen,
Kühlschränken, Tiefkühlern, Geschirrspülern, Waschmaschinen, Beleuchtungsanlagen
usw., die im Gebäudewert eingeschlossen sind (Art. 1 lit. d Energieverordnung).
Da es sich bei den zum Abzug geltend gemachten Liegenschaftsunterhaltskosten um
steuermindernde Tatsachen handelt, liegt die Beweislast sowohl für die Höhe der
Aufwendungen als auch für deren Unterhalts- bzw. deren Energiespar- oder
Umweltschutzcharakter, beim Steuerpflichtigen. Macht er also die tatsächlichen Kosten
geltend, hat er diese nachzuweisen. Dabei ist der Nachweis üblicherweise detailliert
mittels Belegen und dokumentierenden Unterlagen zu erbringen.
c) Das Haus in G erstreckt sich über drei Stockwerke. Das Baugesuchsformular für den
geplanten Umbau reichten die Beschwerdeführer am 1. März 2006 bei der Gemeinde
ein (act. 11.01). Da das Grundstück in der Zone "übriges Gemeindegebiet (ueG)" und
damit nicht in einer Bauzone liegt, musste für den Umbau ein Baubewilligungsverfahren
für Vorhaben ausserhalb der Bauzonen beim kantonalen Amt für Raumentwicklung
durchlaufen werden. Das Baugesuch wurde deshalb am 26. Juni 2006 zur Prüfung an
das Amt für Raumentwicklung gesandt. Mit raumplanungsrechtlicher Teilverfügung
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vom 29. Juni 2006 gab dieses die Zustimmung zur Umnutzung und zur Baubewilligung
(act. 11.10). Am 7. August 2006 erteilte der Gemeinderat der politischen Gemeinde G
die Baubewilligung. Beim Umbau wurde im Kellergeschoss unter dem Stall ein neues
Fundament erstellt und die Treppe versetzt, um Platz für einen Heizungsraum zu
schaffen. Der nach der Treppenversetzung übrig bleibende Lagerraum wurde als Keller
und der vorher bestehende Kellerraum neu als Waschküche genutzt (vgl. act. 11.03/
VII). Der Boden im Erdgeschoss wurde abgesenkt, um eine komfortablere Raumhöhe
zu erreichen. Zudem wurden einige Wände entfernt und damit der Küchen- und
Wohnraum neu gestaltet. Ein zuvor nur von der Scheune aus zugänglicher kleiner
Raum von 3.57 m wurde vom Haus aus zugänglich gemacht und mit einem WC
ausgestattet (vgl. act. 11.03/VIII). Die Ausmasse des Wohnraums im Keller sowie im
Erdgeschoss blieben bestehen. Einzig im Obergeschoss fand eine
Wohnraumerweiterung statt. Hier wurde der Luftraum über der Scheune zu einem
Elternschlafzimmer und einem Bad ausgebaut. Im Weiteren wurde aus den zwei
bestehenden Zimmern durch den Einzug einer zusätzlichen Mauer und das Versetzen
von Türen drei Kinderzimmer geschaffen (vgl. act. 11.03/IX). Als Isolationsmassnahmen
wurden ein Dach-, ein Fassaden- sowie ein Bodenaufbau vorgenommen (vgl. act.
11.03/V).
Bei Neubauten können die Auslagen nie Unterhaltskosten darstellen, sondern es
handelt sich um nach Art. 34 lit. d DBG nicht abziehbare Herstellungskosten. Dasselbe
gilt bei baulichen Massnahmen im Anschluss an einen weitgehenden Gebäudeabbruch,
welche praktisch zu einem Neubau führen (vgl. StR 2010 S. 865 mit Hinweisen). Nicht
abzugsfähig sind damit Aufwendungen, die ein neuer Eigentümer tätigt, um den Miet-
oder Pachtertrag zu steigern, oder Kosten, welche aufgewendet werden, um eine (auch
selbst genutzte) Liegenschaft ganz oder teilweise umzubauen oder einer neuen
Nutzung zuzuführen und damit die Instandstellung einer eigentlichen Neueinrichtung
gleichkommt. Insofern dienen die Ausgaben nicht dazu, die Liegenschaft in ihrem
bisherigen vertrags- oder nutzungsmässigen Zustand zu erhalten, sondern zielen
darauf ab, die Einkommensquelle zu verbessern (StE 2006 B 25.6 Nr. 54, E.3.1.1 mit
Hinweisen). Läuft also die Instandstellung, Umgestaltung oder Modernisierung der
Liegenschaft auf eine grundlegende Neugestaltung hinaus, die einer eigentlichen
Neuerstellung gleichkommt, werden die dafür aufgewendeten Kosten behandelt wie
Kosten von Neubauten und sind nicht abziehbar (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,
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Handkommentar zum DBG, 2. Auflage, Zürich 2009, N 51 zu Art. 32 DBG; StE 2007 B
25.6 Nr. 55, E. 1.3 mit Hinweisen). Das gilt auch für Auslagen für Energiespar- und
Umweltschutzmassnahmen. Wenn aber die Zeitumstände die Modernisierung eines
Wohnhauses gebieten, damit dieses seinem bisherigen Zweck, nämlich der Vermietung
oder Eigennutzung, weiterhin zu dienen geeignet ist, so sind die für die Modernisierung
aufgewendeten Kosten abzugsfähige Unterhaltskosten (vgl. StE 1991 B 25.6 Nr. 21, E.
2a).
Im Baugesuchsformular vom 1. März 2006 beschrieben die Beschwerdeführer selbst
ihr Projekt wie folgt: "Bisherige Nutzung: Wohnhaus mit Stall. Wird künftig als
Wohnhaus für eine 5-köpfige Familie genutzt" (vgl. act. 11.01). Das Amt für
Raumentwicklung des Kantons führte in der Teilverfügung vom 29. Juni 2006 aus, mit
dem geplanten Umbau seien nur kleinere Eingriffe in die tragende Substanz verbunden.
Die baulichen Massnahmen am Wohnhaus würden allerdings weit gehen (vgl. act.
11.10, Ziff. 6a) der Teilverfügung). Die Beschwerdeführer schreiben selber in ihrer
Beschwerdeeingabe, die absolut üblichen Wohnstandards wie Badezimmer, Küche,
WC, übliche Anschlüsse wie TV, SAT, Telefon, Kanalisation, Strom, Wasser hätten vor
dem Umbau gefehlt. Das Haus sei fast im Originalzustand wie bei der Erstellung vor
über 120 Jahren gewesen. Der gemäss Schätzung vom 22. August 2000 hohe
Minderwert von 45% sowie der daraus resultierende tiefe Verkehrswert der Gebäude
von Fr. 15'000.-- weisen ebenfalls darauf hin, dass die Liegenschaft in einem veralteten
Zustand war. Insgesamt wurde das Haus durch den Umbau sicher grosszügig
modernisiert. Ob die Bauarbeiten allerdings soweit gingen, dass von einer Aushöhlung
der Liegenschaft mit anschliessendem Neubau auszugehen ist, muss im Folgenden
geklärt werden.
Wie der Verfügung des Amts für Raumentwicklung vom 29. Juni 2006 zu entnehmen
ist, muss bei einer Umnutzung die Identität des Hauses gewahrt bleiben und das
Gebäude in einem statisch guten Zustand sein, damit eine Ausnahmebewilligung erteilt
werden kann. Eine Auskernung ist nicht erlaubt (act. 11.10). Bezüglich des Vorzustands
der Liegenschaft liegen die von den Beschwerdeführern eingereichten Pläne
(act. 10.03) sowie die Schätzungsunterlagen (act. 7/III-1.2) vor. Daraus ist
beispielsweise ersichtlich, dass es im Kellergeschoss einen 21.07 m grossen Keller
sowie einen 10.65 m grossen Lagerraum gab. Im Erdgeschoss befand sich eine 15.52
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m grosse Küche, eine 16.02 m grosse Stube, eine 11.23 m grosse Nebenstube, ein
28.63 m grosses Sticklokal sowie ein Stall und - vom Stall zugänglich - ein
Abstellraum sowie ein 3.57 m kleiner Nebenraum. Im Obergeschoss waren um einen
19.18 m grossen Vorraum ein WC, zwei Zimmer mit einer Grösse von 21.55 und 13.28
m sowie Estrich angeordnet (vgl. act. 10.03). Geheizt wurde durch eine Kohle/Holz-
Heizung und einen Specksteinofen (vgl. act. 7/III-1.2). Die Beschwerdeführer machen
geltend, bis zum Verkauf an sie sei das Haus von einem Mann gemietet und bewohnt
worden. Die Vorinstanz bestreitet dies nicht. Es kann davon ausgegangen werden,
dass das Haus auch vor den Umbauarbeiten als Wohnliegenschaft benutzbar und zur
Erzielung eines Mietertrags geeignet war (vgl. ASA 75 S. 488-494). Das Haus wurde
durch die Renovation somit keiner neuen Nutzung zugeführt. Vielmehr trugen die
Modernisierungsmassnahmen dazu bei, den bisherigen Zweck der Liegenschaft als
Wohnhaus zu erhalten. Zwar haben die Beschwerdeführer mehr als den Erwerbspreis
als Baukosten in die Liegenschaft investiert. Das Verwaltungsgerichts des Kantons
Zürich hat in einem Entscheid vom 7. Juni 2006 festgehalten, der Umstand, dass fast
das Dreifache des Erwerbspreises zusätzlich in die Liegenschaft investiert worden sei,
lege die Vermutung nahe, dass es sich um eine über den ordentlichen Unterhalt oder
die Nachholung eines derartigen Unterhalts hinausgehende Instandstellung im Sinn
einer umfassenden Umgestaltung und Restaurierung der aus dem 18. Jahrhundert
stammenden Gebäude handle, welche auf eine eigentliche Neueinrichtung und tief
greifende Erweiterung der Nutzung der Liegenschaft hinauslaufe (vgl StE 2006 B 25.6
Nr. 54, E. 3.2). Dabei handelte es sich jedoch um Aufwendungen in der Höhe von über
drei Millionen. Der von den Beschwerdeführern aufgewendete Gesamtbetrag belief sich
aber lediglich auf ca. 300'000.--, also dem eineinhalbfachen des Kaufpreises von Fr.
200'000.--. Kosten in dieser Höhe sind bei einer Renovation eines bestehenden
Gebäudes nicht ungewöhnlich. Eine einem Neubau gleichkommende Neugestaltung
einer Liegenschaft ist aber für lediglich Fr. 300'000.-- kaum möglich, insbesondere
nicht, wenn berücksichtigt wird, dass bereits die Kosten für die Dachsanierung und -
dämmung über Fr. 90'000.-- betragen haben. Neben den Massnahmen am Dach
wurden auch die Fassade und der Boden zum Keller isoliert. Die bestehenden
Aussenmauern wurden aber nicht abgebrochen und durch neue ersetzt (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 2C_63/2010 vom 6. Juli 2010, E. 2.3), sondern durch Aufbauten
ergänzt. Unerheblich ist, ob die Beschwerdeführer als Kaufpreis lediglich den Landwert
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bezahlt haben. Immerhin ist hierzu aber anzufügen, dass das Grundstück nicht in einer
Bauzone liegt und der Verkehrswert des Bodens in der Schätzung vom 22. August
2000 nur mit Fr. 90'000.-- beziffert wurde.
d) Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Liegenschaft in G durch die
vorgenommenen Umbauarbeiten nicht ausgehöhlt wurde und der Umbau damit keinem
Neubau gleichkommt. Deshalb sind Energiespar- und Umweltschutzaufwendungen
grundsätzlich abziehbar, und zwar in den ersten fünf Jahren nach dem Erwerb zu 50%
(vgl. Art. 8 V Abzug der Liegenschaftskosten). Da die Dumont-Praxis auf
energiesparende Aufwendungen keine Anwendung findet (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/
Meuter, a.a.O., N 67 zu Art. 32 DBG), erübrigt sich die Prüfung, ob es sich beim Haus
der Beschwerdeführer im Zeitpunkt des Kaufs um eine vernachlässigte Liegenschaft
gehandelt hat.
Die Vorinstanz anerkennt, dass es sich bei den geltend gemachten Aufwendungen -
auf einzelne Ausgabenpositionen bezogen - hauptsächlich um Energiespar- und
Umweltschutzinvestitionen handelt. Diesbezüglich erwähnt sie insbesondere die
Renovation des Dachs inklusive Isolierungen und den Heizungsersatz durch eine
Erdsonde. Diese beiden Positionen sind mit insgesamt Fr. 107'129.-- (Fr. 13'129.--
Wärmepumpe und Fr. 94'000.-- Dämmung, Dachsanierung) aufgeführt. Davon sind
50%, also Fr. 53'566.-- zum Abzug zuzulassen. Damit beläuft sich das steuerbare
Einkommen der Beschwerdeführer für das Steuerjahr 2008 bereits auf Fr. 0.--. Ob die
übrigen deklarierten Ausgaben ebenfalls Energiespar- und Umweltschutzinvestitionen
umfassen, kann deshalb offen gelassen und daher auf die Einholung von Einzelbelegen
verzichtet werden.
3.- Die Beschwerde ist damit gutzuheissen und der angefochtene Einsprache-
Entscheid der Vorinstanz vom 4. Dezember 2009 aufzuheben. Die Beschwerdeführer
sind für die direkte Bundessteuer 2008 ohne steuerbares Einkommen zu veranlagen.
4.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die Verfahrenskosten vom Staat zu
tragen (Art. 144 Abs. 1 DBG). Eine Entscheidgebühr von Fr. 800.-- ist angemessen (vgl.
Art. 144 Abs. 5 DBG in Verbindung mit Art. 13 Ziff. 522 des Gerichtskostentarifs,
sGS 941.12). Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 500.-- ist zurückzuerstatten.
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