Decision ID: 8e5f7435-f837-424d-95f0-42c09a22bfbb
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1986,
meldete sich u
nter Hinweis auf
eine bipo
lare Störung am 24. Mai 2015 bei der Invalidenversicherung zum Leistungs
bezug an (Urk. 6/2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
teilte der Versicherten am 24. September 2015 mit, dass keine beruflichen Ein
gliede
rungsmassnahmen möglich seien, da medizinische Eingriffe noch bevor
stehen würden (Urk. 6/21). In der Folge
klärte
die IV-Stelle
die medizinische und erwerb
liche Situation ab und zog Akten des Krankentaggeld- und des Unfall
versicherers bei (Urk. 6/25, Urk. 6/34, Urk. 6/41).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk.
6/56
; Urk.
6/
61, Urk. 6/71
) sprach die IV
Stelle mit Verfügung vom
19. Februar 2018
der Versicherten
von 1. Juni 2016 bis 31. Januar 2017 eine ganze Rente zu (
Urk.
6/73
= Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am
16. März 2018
Beschwerde
gegen die Verfügung vom
19. Februar 2018
(Urk. 2) und beantragte, diese sei
teilweise
aufzuheben und es sei
ihr eine unbefristete Rente
zuzusprechen (Urk. 1 S.
1
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
8. Mai 2018
(Urk.
5
) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Replik vom 28. Juni 2018 hielt die Beschwerde
führerin an ihren Anträgen vollumfänglich fest (Urk. 9). Die Beschwerdegegnerin verzichtete mit Schreiben vom 31. Juli 2018 auf eine Duplik (Urk. 12) und reichte am 19. September 2018
die bei ihnen eingegangenen Arztzeugnisse nach (Urk.
13; Urk. 14/1-2). Auf Aufforderung des Gerichts (Gerichtsverfügung vom 31. Mai 2019; Urk. 15) reichte die Beschwerdeführerin am 13. Juni 2019 die Arbeitsunterlagen
aus dem Jahr
2008 ein (Urk. 17, Urk. 18/1-7). Diese wurden
der Beschwerdegegnerin am 20. Juni 2019 zur Kenntnis gebracht (Urk. 19).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Sowohl bei der erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs als auch bei der Ren
tenrevision und im Neuanmeldungsverfahren ist die Methode der Invaliditäts
be
messung (Art. 28a IVG) zu bestimmen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 117 V 198 E. 3b).
Die für die Methodenwahl (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betäti
gungs
vergleich) entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, beurteilt sich danach, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umstän
den täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Ent
scheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der ver
sicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Beson
deren sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungs
aufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berück
sichtigen. Massgebend sind die Verhält
nisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer
im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil
)Erwerbstätigkeit
der im Sozialver
sicherungs
recht übliche Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 144 I 28 E. 2.3, 141 V 15 E. 3.1, 137 V 334 E. 3.2, 125 V 146 E. 2c, 117 V 194 E. 3b).
Die Beantwortung der Statusfrage erfordert zwangsläufig eine hypothetische Beurteilung, die auch die hypothetischen Willensentscheidungen der versicherten Person zu berücksichtigen hat. Diese Entscheidungen sind als innere Tatsachen wesensmässig einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in der Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden (vgl. BGE 144 I 28 E. 2.4).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) davon aus, dass die Beschwerdeführerin seit dem 8. Juni 2015 in ihrer Arbeitsfähigkeit erheblich eingeschränkt sei und weder ihre Tätigkeit als Betreuerin noch eine ande
re Tätigkeit habe ausüben könne
n
. Da die Beschwerdeführerin vor der gesundheitlichen Einschränkung zu einem 80 %-Pensum gearbeitet habe, seien die restlichen 20 % als Freizeit zu qualifizieren, welche nicht von der Invaliden
versicherung versichert seien. Somit bestehe ein IV-Grad von 80 % und die Beschwerdeführerin habe ab Juni 2016 Anspruch auf eine ganze Rente
(S. 3 Mitte). Aus den medizinischen Akten gehe hervor, dass der Beschwerdeführerin ab Januar 2017 eine angepasste Tätigkeit im 50 %-Pensum zumutbar sei. Diese bestehe aus körperlich leichten, wechselbelastenden und strukturierten Tätigkei
ten ohne Arbeiten mit wirbelsäulenbelastenden Zwangshaltungen. Nacht- und Schichtarbeiten sowie auch Nässe- und Kälteexposition seien zu vermeiden. Um den IV-Grad ab Januar 2017 zu ermitteln, seien die beiden Einkommen zu ver
gleichen, welche die Beschwerdeführerin mit und ohne gesund
heitliche Ein
schränkung erzielen könnte. Gestützt auf die Angabe
n des früheren Arbeitgebers betrage das jährliche Bruttoeinkommen ohne gesund
heitliche Einschränkung unter Berücksichtigung der Teuerung für das Jahr 2017 Fr. 51'139.95 bei einem 80 %-Pensum. Für die Festlegung des Einkommens mit gesundheitlicher Ein
schränkung sei auf die Lohntabellen des Bundesamtes für Statistik abzustellen und von einem Einkommen für Hilfsarbeitertätigkeiten von Fr. 30'527.40 für das der Beschwerdeführerin zumutbare 50 %-Pensum auszugehen (S. 3 unten). Dar
aus resultiere ein IV-Grad von 32 % und es bestehe ab dem 1. Februar 2017 kein Anspruch mehr auf eine IV-Rente (S. 4 oben).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber in ihrer Beschwerde (Urk. 1) auf den Standpunkt,
sie habe vor der Erkrankung im Jahr 2008 in einem Pensum von 100 %
in einer Anwaltskanzlei
gearbeitet.
Aus gesundheitlichen Gründen sei der Wechsel in eine Hilfsarbeitertätigkeit erfolgt, worauf auch dort aus gesund
heitlichen Gründen das Pensum habe reduziert werden müssen. Bei ihr müsse davon ausgegangen werden, dass sie heute ohne Gesundheitsschaden mit einem Pensum von 100 % und in ihrem angestammten Beruf arbeiten würde. Es sei zu unterstreichen, dass bei ihr von einem Pensum von 100 % und einem versicherten Verdienst von zirka Fr. 90'000.-- auszugehen sei (S. 3 unten). Sie arbeite seit dem 17. Januar 2017 mit einem Pensum von 50 % im
Z._
in
A._
in der Aktivierung. Sie habe eine regelmässige Arbeitszeit, keine Verantwortung, eine leichte körperliche Tätigkeit und arbeite in der Funktion als Hilfsarbeiterin. Der frühere Gesamtleiter im
B._
sei heute Leiter des
Z._
und
e
r habe ihr
zu diesem Arbeitsplatz verholfen. Sie erziele mit ihrer Tätigkeit ein Einkommen von Fr. 2'000.-- brutto, was einer angepassten Tätigkeit entspreche und nicht rentenausschliessend sei (S. 4 oben).
In der Replik
vom 28. Juni 2018 (Urk. 9)
hielt die Beschwerdeführerin weiter fest, dass der Gesundheitsschaden klar während der Anstellung als kaufmännische Angestellte
in der Anwaltskanzlei und bei einem Pensum von 100 % eingetreten sei. Somit sei beim
Valideneinkommen
klar auf das Einkommen in der Anwalts
kanzlei abzustellen (S. 2 Mitte). Die Beschwerdegegnerin stelle bei der Berech
nung des Invalideneinkommens auf den Tabellenlohn für Hilfsarbeiter mit Niveau 2 ab. Der Lohn für Hilfsarbeiter sei jedoch das Niveau 1 und es sei somit auf ein Einkommen von Fr. 4'300.-- abzustellen. Mit Nominallohnentwicklung betrage das Invalideneinkommen Fr. 54'606.-- und bei einem Pensum von 50 % ergebe dies ein Jahreseinkommen von Fr. 27'303.--. Dieses Einkommen sei nicht viel höher als das Einkommen, dass sie effektiv erziele
. Es könne also nicht davon ausgegangen werden, dass sie
l
ohntechnisch die Ressourcen nicht ausschöpfe. Somit wäre im Einkommensvergleich beim Invalideneinkommen klar das effek
tive Einkommen zu berücksichtigen. Wobei zu berücksichtigen sei, dass es sich bei ihrem Einkommen gemäss Schreiben des Arbeitgebers klar um einen Sozial
lohn handle, den sie im 1. Arbeitsmarkt nie erzielen könnte. Auch sei ihr Arbeits
platz als geschützter oder zumindest beschützter Arbeitsplatz zu ver
stehen. Somit könne beim Einkommensvergleich nicht auf den Soziallohn abgestützt werden und es sei zu prüfen, wie hoch ein Leistungslohn wäre. Gemäss Einschätzung des aktuellen Arbeitgebers könnte sie im freien Arbeitsmarkt mit einem Pensum von zirka 20 %
arbeiten und ein Einkommen von zirka Fr. 1'000.
- erzielen. Aufgrund der gesundheitlichen Einschränkungen wäre dies aber nur
an
einem Nischenar
beitsplatz möglich
(S. 3 f.)
.
2.3
Strittig und zu prüfen ist
die von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Qualifikation sowie der Einkommensvergleich
und in diesem Zusammenhang schliesslich,
ob die Beschwerdegegnerin die Invalidenrente zu Recht befristete
.
3.
3.1
Die Ärzte des
C._
nannten im Bericht vom 16. Juni 2015 (Urk. 6/25/5-8) folgende Diagnosen:
-
Mehrfachverletzung vom 8. Juni 2015 mit
-
instabile
r
Fraktur LWK 1
-
Verletzung Mittelfuss rechts
-
kleine
r
Kontusionsblutung rechts
frontobasal
-
Kontusion Fuss links
-
Kniekontusion links
-
Thoraxkontusion
-
b
ipolare Störung
-
aktuell gemischtes Zustandsbild
-
psychotisch
dekompensiert
-
mit Wahngedanken, psychotischem Erleben, Affektlabilität, Affektin
kontinenz und akuter Selbstgefährdung
Dazu führten sie aus,
die Beschwerdeführerin
leide an einer bekannten bipolaren Störung (vor sechs Jahren diagnostiziert)
,
welche medikamentös therapiert
werde
. In den letzten Wochen
sei
ihre Psychopharmaka-Dosierung umgestellt
worden
. Die
Beschwerdeführerin
wohn
e
seit zirka einer Woche bei ihrer Mutter, da sie sei
t Februar 2015 krankgeschrieben
und so nicht immer alleine
sei
. Geplant wäre gewesen,
dass ein Klinikeintritt erfolge. Im Verdacht stehe
, dass die
Beschwerde
führerin
heute Nacht aus dem zweiten Stock aus dem Fenster gesprungen
sei
(
zirka
5m Höhe). Die
Beschwerdeführerin sei
von der Mutter beobachtet
worden
, wie sie mit verschmutzten Füssen wieder ins Haus
gekommen sei
. Ob ein Sturz wirklich stattgefunden
habe
,
sei
fraglich. Die
Beschwerdeführerin
selbst
könne
sich an den Vorfall nicht mehr erinnern
(S. 3 oben).
Bei akuter Suizidalität und bekannter bipolarer Störung
seien
mehrere psychiatrische
Konsile
im Verlauf der
Hospitalisation
erfolgt,
in welchen ein aktuell gemischtes, psychotisch
dekom
pensiertes
Zustandsbi
l
d mit Wahngedanken sowie psychotischem Erleben und Affektlabi
l
ität bei akuter Selbstgefährdung
habe
festgestellt werden
können
. Eine
Auf
d
o
sierung
von
Zyprexa
auf 15 mg pro Tag sowie anxiolytische Therapie mit
Temesta
seien
begonnen
sowie eine 24 h Begleitung durch die Sitzwache ange
ordnet
worden
. Die
Beschwerdeführerin sei
frühzeitig in die stationäre psychiatri
sche Anschlussbehandlung entlassen
worden (S. 2 oben)
.
3.2
Die Ärzte des
D._
nannten im Bericht vom 29. Oktober 2015 (Urk. 6/30) als Diagnose eine
schizoaffektive
Störung (ICD-10 F25.1, Erstdiagnose 2015, davor bipolare affektive Störung [ICD-10 F31] seit 2008). Dazu führten die Ärzte aus, s
eit mindestens 2008 se
i eine bipolare Störung bekannt und die Beschwerdeführerin sei
seither mehrfach in stationär-psychiatrischer und ambu
lant-psychiatrischer Behandlung. Unter der medikamentösen Neueinstellung im Rahmen der stationären Behandlung sei die
Beschwerdeführerin
hinsichtlich der klassischen bipolaren Symptomatik sowie dem psychotischen und wahnhaften Erleben derzeit
komplett beschwerdefrei. Aussagen
bezüglich der Prognose könn
t
en zum jetzigen Zeitpunkt nur schwer getroffen werden. Von der bisherigen Krankheitsgeschichte sowie dem bisherigen Verlauf der Erkrankung her sei davon auszugehen, dass die
Beschwerdeführerin
lebenslang mit der Diagnose einer
schizoaffektiven
Störung zu leben habe, auch zukünftig erneute manische, depressive oder psychotische Episoden möglich seien, und entsprechend unter regelmässiger und kontrollierter psychiatrischer Therapie sowie langfristig auch unter psychopharmakologischer Einstellung bleiben sollte. Wie sich auch aktuell zeige, sei die
Beschwerdeführerin
in Phasen unter engmaschiger psychiatrischer Behandlung und ausreichender psychopharmakologischer Substitution quasi symptom- und beschwerdefrei und in dieser Hinsicht auch ausreichen
d
im Alltag strukturiert sowie motiviert
,
100 % zu arbeiten (Ziff. 1.4).
Die psychiatrischen Symptome und damit verbundenen Einschränkungen
seien
im Rahmen der stationären Behandlung unter der psychiatrischen sowie
psycho
pharmakotog
ischen
Behandlung remittiert. Der
Wiedere
insti
eg in d
as aktuelle Arbeitsumfeld stelle
aufgrund des Schwergrades der letzten Krankheitsepisode ein erhöhtes Rückfallpotential dar, sodass in dieser Hinsicht aktuell eine Einschrän
kung der Arbeits
fähigkeit von weiterhin 100
% be
steh
e
. Ab dem
1. Januar 2016
schätz
t
en
die Ärzte
aufgrund der reduzierten Belastbarkeit der
Beschwerdeführe
rin
die Arbeitsfähigkeit auf maximal 60
% ein. Der Verlauf
bleibe
abzuwarten. Die Patientin
sei
auf Grund ihrer somatischen Verletzungen in Folge des Unfalls vom 8.
Juni
2015 körperlich eingeschränkt
und in Folge dessen 100
% arbeits
unfähig
gewesen
. Diesbezüglich
seien
die behandelnden Kollegen im
C._
anzufragen.
In Bezug auf
die psychiatrische Erkrankung bestehe aktuell eine Einschränkung der Arbeits
fähigkeit von 100 % bis Ende des Jahres, danach zunächst für 3 Monate eine
Arbeitsunfähigkeit
von 40 %. Insbesondere sei hierbei die grosse Rückfallgefahr bei zu früher und zu grosser Belastung zu nennen (Ziff. 1.7).
3.3
Med.
pract
. E._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, nannte im Bericht vom 11. Januar 2017 (Urk. 6/44/1-5) folgende Diagnosen:
-
Status nach Polytrauma vom 8. Juni 2015
-
Status nach perkutaner
Spondylodese
BWK11/12 auf LWK2/3 bei LWK 1 Fraktur
-
Osteosynthesematerialentfernung
am 28. Juli 2016
-
b
ipolare Störung, Erstdiagnose 2008
Dazu führte er aus, es bestehe in der angestammten Tätigkeit als kaufmännische Angestellte eine 50%ige Arbeitsfähigkeit seit dem 1. Januar 2017 bis auf weit
eres. Bezüglich Rücken sei eine wechselbelastende Tätigkeit erforderlich und bezüglich des psychischen Beschwerdebildes wäre ein Pensum von 50 % ideal oder ein Pen
sum von
100
% in geschütztem Rahmen (Ziff. 1.7).
3.4
Dr. med.
F._
, Praktischer Arzt und Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, nannte im Bericht vom 27. Februar 2017 (Urk. 6/45/1-6) als Diagnose eine
schizoaffektive
Störung (Ziff. 1.1) und führte dazu aus, es bestehe seit dem 1. Januar 2017 bis auf weiteres eine 50%ige Arbeitsfähigkeit.
Vor allem sei die psychische Belastbarkeit vor dem Hintergrund der
chronifizierten
schizoaffektiven
Störung und aufgrund der Medikamenteneinnahme als deutlich reduziert zu erachten. Ein höheres Pensum als 50 % sei aktuell und wahrschein
lich in Zukunft nicht zumutbar. Vor allem bestehe die Gefahr eines Rezidives unter zu hoher psychischer Belastung
(Ziff. 1.7)
.
3.5
Dr. med.
G._
, Facharzt für orthopädische Chirurgie und Trauma
tolo
gie des Bewegungsapparates, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), führte in der Stellungnahme vom 27. April 2017 (Urk. 6/54/4-5) aus,
in der bisherigen Tätig
keit als Betreuerin bestehe auf Dauer eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. In einer angepassten Tätigkeit bestehe vom 8. Juni 2015 bis zum 10. Januar 2017 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Ab dem 11. Januar 2017 bestehe eine voll
ständige Arbeitsfähigkeit. Das Belastungsprofil umschrieb Dr.
G._
wie folgt: k
örperlich leichte wechselbelastende Tätigkeit, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne wirbelsäulenbelastende Zwangshaltungen und Tätigkeiten (Bücken, Hocken, Kauern, Knien,
Uberkopfarbeit
, Arbeiten in weiter Armvor
halte), ohne häufige
Rumpfrotationen, ohne häufiges Gehen auf unebenem Gelände. Andauernde Vibrationsbelastungen und Nässe- / Kälteexposition
seien
ebenfalls zu vermeiden
.
3.6
Dr. med.
H._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, RAD, führte in ihrer Stellungnahme vom 27. April 2017 (Urk. 6/54/6) aus, a
ufgrund der vor
liegenden medizinischen Unterlagen
sei
die Diagnose einer
s
chizoaffektiven
Stö
rung (
ICD-10
F25.1), eher aber eine
b
ipolare affektive Störung mit psychotischen Symptomen, aktuell remittiert (
ICD-10
F31.2)
,
plausibel nachvollziehbar
.
Sowohl bei der
s
chizoaffektiven
Störung wie auch bei der
b
ipolare
n
affektive
n
Störung hand
le
es sich um eine episodisch oder chronisch verlaufende psychische Krank
heit. Die einzelnen Phasen
würden
oft in unregel
mäßigen Abständen
kommen und gehen
. Zwischen den akuten Krank
heitsepisoden
gebe
es je nach Verlaufs
form mehr oder weniger lange Zeit
abschnitte, in denen die Betroffenen keinerlei Beschwerden
hätten
. Bei einem episodischen Verlauf und bei Krankheits- und Behandlungseinsicht
könne
heutzutage durch die verbesserten Behandlungsmög
lichkeiten und bei recht
zeitiger Therapie eine hohe Lebensqualität erreicht werden. Durch ein Auftreten von belastenden Lebensereignissen
sei
ein
Rückfall
jedoch sehr wahrscheinlich
.
Aktuell befinde sich die
Beschwerdeführerin
im remittierten Zustand, sie
sei
krankheitseinsichtig und
compliant
bei der Medika
menten
einnahme, so dass die Prognose nicht ungünstig
sei
.
Als Einschränkungen bestünden ein
e l
eichte Reduktion von Antrieb und Psycho
motorik, bisweilen ausgeprägte Tagesmüdigkeit, vermindertes Durchhalte
vermö
gen, reduzierte Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit
vor allem
aufgrund der not
wendigen Medikation.
Als Belastungsprofil nannte Dr.
H._
eine strukturierte Tätigkeit ohne Nacht- und Schichtarbeit.
In der Tätigkeit als Betreuerin bestehe seit dem 8. Juni 2015 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bis auf weiteres. In angepasster Tätigkeit bestehe vom 8. Juni bis 31. Dezember 2015 eine vollständige vom 1. Januar bis 31. Dezember 2016 eine 40%ige und ab dem 1. Januar 2017 bis auf weiteres eine 50%ige Arbeits
un
fähigkeit. Eine Erhöhung des Arbeitspensums sei nicht zu empfehlen, da dadurch die Gefahr eine
s
schweren Rückfalls zunehme.
4.
Unbestritten und gemäss Aktenlage ausgewiesen ist, dass die Beschwerdeführerin
sowohl in orthopädischer als auch in psychiatrischer Hinsicht an einem langan
haltenden Gesundheitsschaden leidet, welcher sich auf die Arbeitsfähigkeit aus
wirkt. In der Tätigkeit als Betreuerin ist die Beschwerdeführerin sowohl aus orthopädischer
wie auch aus psychiatrischer Sicht seit dem 8. Juni 2015 nicht mehr arbeitsfähig. In einer leidensangepassten Tätigkeit gingen die behandelnden Ärzte wie auch die Ärzte des RAD
infolge der durch die psychiatrische Diagnose bedingten Einschränkungen und
unter Berücksichtigung des entsprechenden Belastungsprofils ab dem
1
. Januar 2017 von einer
50%igen Arbeitsfähigkeit aus (vgl. vorstehend E. 3.3-6).
5.
5.1
Zu beurteilen ist im Folgenden, ob die Beschwerdeführerin
,
wie von der Beschwerdegegnerin angenommen
,
als Teilerwerbstätige einzustufen ist.
Massgebend für die Qualifikation einer versicherten Person als Vollzeit-, Teil
oder Nichterwerbstätige ist die Frage, in welchem Umfang sie eine Erwerbs
tätigkeit ausüben würde, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Dabei sind im Besonderen ihre persönlichen, familiären, sozialen und erwerbli
chen Verhältnisse, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die per
sönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen (vorstehend E.
1.3).
Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Ent
scheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglich
keit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht folgt vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b mit Hinweisen; vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2 und 3.3).
5.2
Die Beschwerdegegnerin qualifizierte die Beschwerdeführerin als zu
80
%
erwerbstätig. Die restlichen 20 % seien
als
Freizeit zu qualifizieren.
D
ie Beschwer
deführerin
habe
vor der gesundheitlichen Einschränkung zu einem 80 %-Pensum gearbeitet
(vgl. vorstehend E. 2.1).
Als Beginn der gesundheitlichen Einschrän
kung nahm d
ie Beschwerdegegnerin dabei
denjenigen Zeitpunkt an
, als die Beschwerdeführerin
im Juni 2015
infolge psychotischer Phase mit Stimmen
hören aus dem Fenster sprang (vgl. Urk. 6/13/6-7).
Aus den Akten geht jedoch hervor, dass die psychische Störung bereits im Jahr 2008 erstmals
auftrat und diagnostiziert wurde und die Beschwerdeführerin deswegen seit
Juli 2008 bei Dr. med.
I._
in psychiatrischer Behandlung stand (vgl. Urk. 10/2). Aus den Akten geht sodann hervor, dass die Beschwerdeführerin vor dem Ausbruch der psychischen Erkrankung als Sekre
tä
rin/Assistentin in einer Anwaltskanzlei in einem 100 %-Pensum arbeitete
und diese Stelle aufgrund der Erkrankung aufgeben musste respektive
ihr schliesslich
gekündigt wurde
(vgl. Urk. 18/1-7).
Die
Erkrankung
machte sich
gemäss eigenen Angaben
auch bei den nachfolgenden Tätigkeiten und in Angriff genommenen Umschulungen bemerkbar, so dass diese immer wieder krankheitsbedingt abge
brochen werden mussten (
vgl.
Urk. 10/2
, so auch
Urk. 1 S. 1
unten f., Urk. 9 S. 1 unten f.
).
Dass die Beschwerdeführerin vor
dem Sprung aus dem Fenster und dem (erneuten) Ausbruch der psychischen Erkrankung
aus freien Stücken zu 80
%
arbeitete
,
ist
mit Blick auf die medizinische und berufliche Vorgeschichte
nicht
überwiegend wahrscheinlich
. Die Beschwerdeführerin schloss erst im Jahr 2006
ihr kaufmännische Lehre ab (Urk. 6/1/1)
, arbeitete in der Folge kurzzeitig in ihrem Lehrbetrieb (
J._
) und für wenige Monate in einem weiteren Betrieb, bevor sie
im März 2008
die Arbeit
in der Anwaltskanzlei
K._
aufnahm
(vgl. IK-Auszug, Urk. 6/9). Angesichts
der vorliegenden Unterlagen ist mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit
davon auszugehen
,
dass der Gesundheits
schaden während der Tätigkeit als kaufmännische Angestellte in der Anwalts
kanzlei ein
getreten ist. Entsprechend
ist
mit der Beschwerdeführerin davon auszugehen
, dass
sie
ohne Gesundheitsschaden
weiterhin im erlernten Beruf
als kaufmännische Angestellte resp. Sekretärin
tätig wäre
.
Nach dem Gesagten ist somit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall überwiegend wahrscheinlich einer Erwerbstätigkeit in einem 100
%-Pensum
nachgehen würde
.
6.
6.1
Damit ist der durch die Beschwerdegegnerin zur Ermittlung der erwerblichen Aus
wirkungen
ab Januar 2017
vorgenommene Einkommensvergleich zu beurteilen.
6.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die
bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1; 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE
139 V 28 E. 3.3.2; 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundesgerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).
6.3
Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Ermittlung des
Valideneinkommens
auf den Arbeitgeberbericht der
L._
(Urk. 6/16/7-11
; Urk. 6/53
) vom 11. September 2015
. Aus dem Arbeitgeberbericht geht hervor, dass die Anstellung ursprünglich auf 1 Jahr befristet gewesen und dann verlängert wor
den sei, um der Beschwerdeführerin Zeit zu geben
,
eine andere Anstellung zu finden. Schliesslich wurde der Beschwerdeführerin infolge Krankheit gekündigt. Auf
grund der ursprünglich befristeten Anstellung bei der
L._
ist nicht anzunehmen, dass diese Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre, weshalb diese Tätigkeit zur Ermittlung des
Valideneinkommens
nicht herangezogen werden kann.
Der Ausbruch der psychischen Erkrankung geht wie dargelegt (vorstehend E. 5.2) auf das Jahr 2008 zurück, als die Beschwerdeführerin als Sekretärin/Assistentin in einer Anwaltskanzlei tätig war.
Es ist davon auszugehen, dass die Beschwer
deführerin ohne Eintritt des Gesundheitsschadens nach wie vor in dieser oder einer ähnlichen Tätigkeit tätig wäre, weshalb der damals vereinbarte Lohn her
anzuziehen ist. Der vertraglich vereinbarte Jahreslohn betrug im Jahr 2008 Fr.
62'400.-- (Fr. 4'800 x 13
, vgl. Urk. 18/1
). Unter Berücksichtigung der allgemeinen Lohnentwicklung für Frauen im Jahr
2009 von 2.1 %, im Jahr 2010 von 1.1 %, im Jahr 2011 von 1.0 %, im Jahr 2012 von 1.0 %, im Jahr 2013 von 0.7 %, im Jahr 2014 von 1.0 %, im Jahr 2015 von 0.5 %
,
im Jahr 2016 von 0.8
%
und im Jahr 2017 von 0.4 %
(
T 39: Entwicklung der Nominallöhne, der Konsu
menten
preise und der Reallöhne
1976-2017
) resultiert ein
Validen
einkommen
von rund Fr.
67’969.70
für das Jahr 201
7
(Fr. 62'400.-- x 1.021
x
1.011 x 1.01 x 1.01 x 1.007 x 1.01 x 1.005 x 1.008
x 1.004
).
Dieses entspricht auch in etwa dem gestützt auf die Lohnstrukturerhebung 20
14, Tabelle TA1, Ziff.
45-96 (Sektor 3 Dienst
leistungen), Kompetenzniveau 2, Frauen, ermittelten Tabellenlohn von
Fr. 60'591.
für das Jahr 2017 (Fr. 4'762.
-- :
40 x 41.7 x 12 x 1.005 x 1.008 x 1.004) und liegt zu Gunsten der Beschwerdeführerin etwas höher.
6.4
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die ver
sicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbs
tätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumut
barer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 139 V 592 E. 2.3; 135 V 297 E. 5.2; 129 V 472 E. 4.2.1; 126 V 75 E. 3b/
aa
).
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch heraus
gege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grund
sätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE
zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statisti
schen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens auf
grund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl.
auch Meyer/
Reichmuth
,
Bundesgesetz
über die Invalidenversicherung
, 3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
6.5
Für die Bemessung des Invalideneinkommens zog die Beschwerdegegnerin
Tabellen
löhne (LSE 2014, Tabelle TA1, Total Frauen, Kompetenzniveau 2)
heran und errechnete
für das Jahr 2017
ein Invalideneinkommen von Fr. 61'054.82 (Fr.
4'808.
--
:
40 x 41.7 x 12 x
1.005
x
1.005
x
1.005
) respektive Fr. 30'527.40 in dem der Beschwerdeführerin zumutbaren Pensum von 50 % in einer leidensan
gepassten Tätigkeit (vgl. vorstehend E. 4).
Angesichts der bestehenden insbesondere psychischen Einschränkungen der Beschwerdeführerin (vgl. vorstehend E. 3.6) vermag die Beschwerdeführerin die in der kaufmännischen Ausbildung und
nach
nur kurzzeitiger beruflicher Erfahrung auf
diesem Beruf
erworbenen Kenntnisse
nicht gewinnbringend in einer leidensadaptierten Tätigkeit
ein
zu
bringen
,
mit anderen Worten verfügt sie aufgrund der wenigen beruflichen Erfahrung über keine besonderen Fertigkeiten und Kenntnisse, die
vorliegend eine Einstufung in das Kompetenzniveau 2
- wie von der Beschwerdegegnerin vorgenommen -
rechtfertigt
, sondern
es ist auf
grund der vorliegenden Umstände
vielmehr vom
Kompetenzniveau 1 auszugehen. Somit ist für das Jahr 2017 von einem Invalideneinkommen von rund Fr.
54'
712
.
45
(Fr. 4'300.
--
:
40 x 41.7 x 12 x 1.005 x 1.00
8
x 1.00
4
) respektive Fr. 27'3
56
.
2
5 in dem der Beschwerdeführerin zumutbaren Pensum von 50 % in einer leidensangepassten Tätigkeit auszugehen.
Auf das von der Beschwerdegegnerin tatsächlich erzielte Einkommen
(vgl. Urk. 9 S. 2 unten)
kann
dagegen
nicht abgestellt werden, da es sich dabei um einen Soziallohn
(vgl. BGE 116 V 253) handelt.
6.6
Der Vergleich des
Valideneinkommens
von Fr.
67'969.70
mit dem Invalidenein
kommen von Fr.
27'3
56
.
2
5
ergibt eine Einkommenseinbusse von Fr.
40'6
13
.
45
und damit einen eine
Dreiviertelsrente
begründenden Invaliditätsgrad von
gerun
det
60
%.
6.7
Dementsprechend hat die Beschwerdeführerin ab 1. Februar 2017 Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
. Dies führt zur Gutheissung der Beschwerde.
7.
7.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV
Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art.
69 Abs. 1
bis
IVG) und ermessensweise auf Fr. 700.-- anzusetzen
und ausgangs
gemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
7.2
Nach § 34 Abs. 1
GSVGer
hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
).
Ausgangsgemäss steht der obsiegenden Beschwerdeführerin eine Prozessentschä
digung zu, die gemäss Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) – ohne Rücksicht auf den Streit
wert – nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass
des Obsiegens zu bemessen ist. In Anwendung dieser Kriterien ist die Parteientschädigung vorliegend auf
Fr. 1'700.--
(inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen) festzusetzen und der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.