Decision ID: 6001ee9b-8dd5-59fd-b84b-061c30480ae4
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
A.a Der Beschwerdeführer reichte am 20. Januar 2017 in der Schweiz ein
Asylgesuch ein. Am 7. März 2017 fand die Befragung zu seiner Person
(BzP) statt.
A.b Das SEM trat auf dieses Gesuch mit Verfügung vom 30. Mai 2017 nicht
ein und verfügte die Überstellung des Beschwerdeführers nach
B._, welches gemäss Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäi-
schen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der
Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prü-
fung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem
Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz (Dublin-III-VO)
zuständig sei.
A.c Die gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde vom 12. Juni 2017
wurde mit Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-3394/2017 vom 30. Au-
gust 2019 gutgeheissen, die Verfügung des SEM vom 30. Mai 2017 aufge-
hoben und die Vorinstanz angewiesen, das Asylverfahren in der Schweiz
durchzuführen.
A.d Am 26. November 2019 wurde der Beschwerdeführer vom SEM ein-
lässlich zu seinen Asylgründen angehört.
A.e Der Beschwerdeführer brachte anlässlich seiner Befragungen vor, er
sei der Ethnie der C._ zugehörig, in D._ geboren und habe
seit dem Verschwinden seines Vaters im Jahr (...) bis zu seiner Ausreise in
E._ in der Gemeinde F._ (Stadtviertel von D._) ge-
lebt. Während (Nennung Dauer) habe er die Schule besucht. Seine Mutter
habe er nicht gekannt und sein Vater habe am (...) an einer Demonstration
teilgenommen und sei von dieser nie mehr zurückgekehrt. Darauf habe ihn
sein (Nennung Verwandter) zu sich nach Hause nach E._ genom-
men. Dessen (Nennung Verwandter) habe an der gleichen Krankheit wie
er (Nennung Leiden) gelitten und sei im (...) bei (Nennung Grund) umge-
kommen. Ein (Nennung Zeitpunkt) später sei sein (Nennung Verwandter),
der bei der G._ gearbeitet habe, als Folge eines (Nennung Grund)
gestorben. Die Frau seines (Nennung Verwandter) habe ihn danach be-
schuldigt, ein Hexenmeister und für den Tod seiner Eltern und des (Nen-
nung Verwandter) verantwortlich zu sein. Sie habe ihm nicht mehr helfen,
keine Medikamente mehr kaufen und ihm die Schule nicht mehr finanzie-
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ren wollen. Auch sei er von ihr geschlagen, beschimpft und bedroht wor-
den. Er habe deswegen manchmal ausser Haus geschlafen, um seiner
(Nennung Verwandte) aus dem Weg zu gehen. Weder habe er Verwandte,
an die er sich in seiner Situation hätte wenden können, noch sei es ihm in
den Sinn gekommen, sich an die Behörden zu wenden. Eines Tages habe
er Geld im Zimmer seiner (Nennung Verwandte) gestohlen und sich damit
seine Ausreise (...) finanziert.
A.f Der Beschwerdeführer reichte keine Identitätsdokumente ein.
B.
Mit Verfügung vom 30. Januar 2020 – eröffnet am 31. Januar 2020 – stellte
das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft
nicht, lehnte sein Asylgesuch ab und ordnete seine Wegweisung aus der
Schweiz bis 26. März 2020 sowie deren Vollzug an. Ferner hielt es fest,
das Geburtsdatum des Beschwerdeführers werde beim (...) belassen, je-
doch neu im ZEMIS mit einem Bestreitungsvermerk versehen.
Zur Begründung führte das SEM im Wesentlichen aus, die Vorbringen des
Beschwerdeführers würden den Anforderungen an die Glaubhaftmachung
gemäss Art. 7 AsylG (SR 142.31) und an die Relevanz gemäss Art. 3 AsylG
nicht standhalten, weshalb er die Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle und
sein Asylgesuch abzulehnen sei. Gestützt auf Art. 44 AsylG sei er deshalb
zur Ausreise aus der Schweiz verpflichtet.
Betreffend den Wegweisungsvollzug hielt das SEM fest, da der Beschwer-
deführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle, finde der Grundsatz der
Nichtrückschiebung gemäss Art. 5 Abs. 1 AsyIG keine Anwendung. Auch
würden sich aus den Akten keine Anhaltspunkte dafür finden lassen, dass
ihm im Falle einer Rückkehr in den Heimatstaat mit beachtlicher Wahr-
scheinlichkeit eine durch Art. 3 EMRK verbotene Strafe oder Behandlung
drohe. Bezüglich der geltend gemachten Bedrohungen durch Drittperso-
nen sei es ihm zuzumuten, nötigenfalls Behördenschutz in Anspruch zu
nehmen. Weder die in seinem Heimatstaat herrschende politische Situa-
tion noch andere Gründe würden gegen die Zumutbarkeit der Rückführung
in den Heimatstaat sprechen. Im (...) seien Proteste von Tausenden meist
jugendlicher Demonstranten in (...) D._ in einem Gewaltausbruch
kulminiert. (Beschreibung des behördlichen Vorgehens). Den Ereignissen
seien die Verschiebung von Wahlen, ein Streik der Lehrergewerkschaften,
die Schliessung der Schulen sowie ethnische Spannungen zugrunde gele-
gen. Im Nachgang zu den Wahlen auf Gemeindeebene von (...) sei es in
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D._ und anderen grösseren Städten erneut zu grossen Protesten
gekommen. Die Opposition habe massiven Wahlbetrug geltend gemacht.
Die Proteste hätten mehrere Verletzte und Tote gefordert und zahlreiche
Demonstranten seien festgenommen worden. Vereinzelte gewaltsame Zu-
sammenstösse könnten zwar auch künftig nicht ausgeschlossen werden.
Trotzdem herrsche in Guinea keine Situation von Krieg, Bürgerkrieg oder
allgemeiner Gewalt im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AIG. Sodann sprächen
auch keine individuellen Gründe gegen die Zumutbarkeit des Wegwei-
sungsvollzugs. Wie im Asylpunkt erwogen, seien die Angaben des Be-
schwerdeführers zu seinem Lebenslauf, zu seinen Eltern und den übrigen
Verwandten als unglaubhaft zu bewerten, weshalb vom Bestehen eines
sozialen Beziehungsnetzes auszugehen sei, welches der Beschwerdefüh-
rer jedoch den Behörden verheimliche. Dazu führte das SEM konkret an,
der Beschwerdeführer habe bei der Anhaltung an der Schweizer Grenze
zunächst angegeben, er sei am (...) geboren. Bei der Beurteilung der
Frage, ob das angegebene Alter glaubhaft erscheine, sei im Rahmen einer
Gesamtwürdigung eine Abwägung sämtlicher Anhaltspunkte, welche für
oder gegen die Richtigkeit der betreffenden Altersangaben sprechen, vor-
zunehmen. Bei der Erstregistrierung habe der Beschwerdeführer seinen
Geburtstag auf den (...) datiert und angeführt, er sei (...) Jahre alt. Nach
seiner unkontrollierten Abreise habe er sich am (...) erneut registrieren las-
sen und sein Geburtsdatum mit (...) bezeichnet. Gemäss der radiologi-
schen Knochenaltersbestimmung vom (...) habe sein chronologisches Alter
zu diesem Zeitpunkt jedoch bereits (Nennung Resultat) betragen. Dieser
Unterschied beziehungsweise dieser Befund stelle auch unter Berücksich-
tigung der normalen Standardabweichung bereits ein starkes Indiz für die
Unglaubhaftigkeit der geltend gemachten Minderjährigkeit dar. Sodann
habe der Beschwerdeführer keine Dokumente zum Beleg seiner Identität
respektive seines Alters ins Recht gelegt und zudem während den Befra-
gungen widersprüchliche und unsubstantiierte Angaben zum behaupteten
Alter gemacht, wobei augenfällig die unvereinbaren Angaben zum Ge-
burtsjahr ausgefallen seien. Er habe in der BzP auf konkrete Nachfrage
zum mutmasslichen Schulbesuch geantwortet, er sei im Jahr (...) (...) Jahre
alt gewesen. Hieraus ergebe sich als Geburtsjahr das Jahr (...), was seinen
vorherigen Angaben widerspreche. Auf die wiederholte Frage nach seinem
Einschulungsjahr sei er jegliche Antwort schuldig geblieben. Ferner hätten
seine Schilderungen dazu, woher er sein Geburtsjahr kennen würde, die
entstandenen Vorbehalte nicht auszuräumen vermocht. So wolle er sein
Alter im Jahr (...) vom (Nennung Verwandter) und sein tatsächliches Ge-
burtsdatum erst nach dem Tod desselben durch den Fund seines Geburts-
scheins erfahren haben. Sodann sei die Einschätzung des SEM im Urteil
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des Bundesverwaltungsgerichts D-3394/2017 vom 30. August 2019 ge-
stützt worden. Es sei indes nicht Sache der Behörden nach fiktiven Voll-
zugshindernissen zu suchen, wenn ein Gesuchsteller seine Mitwirkungs-
pflicht verletze. Aufgrund des jungen Alters und seiner Schulbildung werde
der Beschwerdeführer in der Lage sein, für seinen Lebensunterhalt zu sor-
gen. Er habe sodann keine aktuellen gesundheitlichen Probleme oder eine
diesbezügliche ärztliche Behandlung geltend gemacht. Gemäss den ein-
gereichten medizinischen Unterlagen vom (...) bedürfe die diagnostizierte
(Nennung Diagnose) keiner weiteren Behandlung oder Kontrolle. Ein ärzt-
licher Bericht zum Beleg der geltend gemachten (Nennung Leiden) finde
sich überdies nicht bei den Akten. Zudem existiere in der Schweiz für Per-
sonen aus dem Asylbereich, die selbständig und pflichtgemäss in ihr Hei-
matland zurückkehrten, ein Rückkehrhilfeangebot. Ein Wegweisungsvoll-
zug sei demnach als zumutbar zu qualifizieren. Ausserdem sei der Vollzug
der Wegweisung technisch möglich und praktisch durchführbar.
C.
Mit Eingabe vom 2. März 2020 erhob der Beschwerdeführer gegen diesen
Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde. Er beantragte, es
sei die angefochtene Verfügung in den Dispositivziffern 1, 4, 5 und 6 auf-
zuheben, es sei festzustellen, dass er im Jahr 1999 geboren sei, es sei auf
die Wegweisung sowie deren Vollzug zu verzichten und ihm die vorläufige
Aufnahme in der Schweiz zu gewähren. In prozessualer Hinsicht ersuchte
er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung samt Beigabe eines
amtlichen Rechtsbeistands sowie um Erlass des Kostenvorschusses.
Zur Begründung verwies er im Wesentlichen auf ein fehlendes Bezie-
hungsnetz in seiner Heimat (vgl. dazu im Einzelnen E. 6.5.1) und die feh-
lende Eignung des mit ihm durchgeführten Tests (Knochenaltersbestim-
mung) für die genaue Feststellung seines Alters. Es bestünden insgesamt
keine Gründe für eine Abweichung von seinen Altersangaben.
Der Beschwerde lagen (Aufzählung Beweismittel) bei.
D.
Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte am 5. März 2020 den Beschwer-
deeingang.
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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Beim angefochtenen Entscheid handelt es sich um eine Verfügung im
Sinne von Art. 5 VwVG, die vom SEM als Vorinstanz im Sinne von Art. 33
Bst. d VGG erlassen wurde. Da keine Ausnahme gemäss Art. 32 VGG vor-
liegt, ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung der Beschwerde
zuständig (Art. 31 VGG).
1.2 Am 1. März 2019 ist die Teilrevision (AS 2016 3101) des AsylG in Kraft
getreten. Für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht (vgl.
Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom
25. September 2015).
1.3 Die vorliegende Beschwerde richtet sich lediglich gegen die Ziffern 1,
4, 5 und 6 des Dispositivs der Verfügung des SEM vom 30. Januar 2020.
Die Ziffern 2 und 3 des Dispositivs der angefochtenen Verfügung (betref-
fend Flüchtlingseigenschaft und Asylgewährung) sind somit in Rechtskraft
erwachsen. Im Folgenden ist daher nur zu prüfen, ob die Vorinstanz die
Wegweisung als solche sowie deren Vollzug zu Recht angeordnet hat.
1.4 Soweit mit der Beschwerde die vom SEM angeordnete Wegweisung
und deren Vollzug angefochten werden, entscheidet das Bundesverwal-
tungsgericht vorliegend endgültig (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31–33 VGG;
Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
1.5 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdefüh-
rung legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht einge-
reichte Beschwerde (aArt. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist
einzutreten.
2.
Im Bereich des Ausländerrechts prüft das Gericht Beschwerden nach
Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5) mit voller Kognition. Ebenfalls mit
uneingeschränkter Kognition entscheidet das Bundesverwaltungsgericht
vorliegend über den vom SEM abgewiesenen Antrag des Beschwerdefüh-
rers auf Berichtigung seines Geburtsdatums (Art. 37 VGG i.V.m. Art. 49
VwVG).
3.
In Anwendung von Art. 37 VGG i.V.m. Art. 57 Abs. 1 VwVG sowie Art. 111a
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AsylG wurde vorliegend auf die Durchführung eines Schriftenwechsels ver-
zichtet.
4.
4.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, das SEM habe sein Gesuch um
Änderung des Geburtsdatums zu Unrecht abgelehnt.
4.2 Die Vorinstanz führt zur Erfüllung ihrer gesetzlichen Aufgaben das
ZEMIS, welches der Bearbeitung von Personendaten aus dem Ausländer-
und dem Asylbereich dient (Art. 1 Abs. 1 i.V.m. Art. 2 des Bundesgesetzes
über das Informationssystem für den Ausländer- und den Asylbereich vom
20. Juni 2003 [BGIAA, SR 142.51]) und in der Verordnung über das Zent-
rale Migrationsinformationssystem (ZEMIS-Verordnung) vom 12. April
2006 (SR 142.513) näher geregelt ist. Nach Art. 19 Abs. 1 der ZEMIS-Ver-
ordnung richten sich die Rechte der Betroffenen, insbesondere deren Aus-
kunfts-, Berichtigungs- und Löschungsrecht sowie das Recht auf Informa-
tionen über die Beschaffung besonders schützenswerter Personendaten,
nach dem Datenschutzgesetz (DSG, SR 235.1) und dem VwVG.
4.3 Wer Personendaten bearbeitet, hat sich über deren Richtigkeit zu ver-
gewissern (Art. 5 Abs. 1 DSG). Werden Personendaten von Bundesorga-
nen bearbeitet, kann jede betroffene Person insbesondere verlangen, dass
unrichtige Personendaten berichtigt werden (Art. 5 Abs. 2 i.V.m. Art. 25
Abs. 3 Bst. a DSG). Auf die Berichtigung besteht in einem solchen Fall ein
absoluter und uneingeschränkter Anspruch (Urteile des Bundesverwal-
tungsgerichts [BVGer] A-4256/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 3.2 und
A-4313/2015 vom 14. Dezember 2015 E. 3.2, je m.w.H.; vgl. ferner Urteil
des Bundesgerichts [BGer] 1C_224/2014 vom 25. September 2014 E. 3.1).
Die ZEMIS-Verordnung sieht im Übrigen in Art. 19 Abs. 3 ausdrücklich vor,
dass unrichtige Daten von Amtes wegen zu berichtigen sind.
4.4 Grundsätzlich hat die das Berichtigungsbegehren stellende Person die
Richtigkeit der von ihr verlangten Änderung, die Bundesbehörde im Be-
streitungsfall dagegen die Richtigkeit der von ihr bearbeiteten Personen-
daten zu beweisen (vgl. Urteil des BGer 1C_240/2012 vom 13. August
2012 E. 3.1; BVGE 2013/30 E. 4.1). Nach den massgeblichen Beweisre-
geln des VwVG gilt eine Tatsache als bewiesen, wenn sie in Würdigung
sämtlicher Erkenntnisse so wahrscheinlich ist, dass keine vernünftigen
Zweifel bleiben; unumstössliche Gewissheit ist dagegen nicht erforderlich.
Die mit dem Berichtigungsbegehren konfrontierte Behörde hat zwar nach
dem Untersuchungsgrundsatz den Sachverhalt grundsätzlich von Amtes
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wegen abzuklären (Art. 12 VwVG); die gesuchstellende Person ist jedoch
gemäss Art. 13 Abs. 1 Bst. a VwVG verpflichtet, an dessen Feststellung
mitzuwirken (vgl. zum Ganzen Urteile des BVGer A-7588/2015 vom
26. Februar 2016 E. 3.3 und A-7822/2015 vom 25. Februar 2016 E. 3.3, je
m.w.H.).
4.5 Kann bei einer verlangten oder von Amtes wegen beabsichtigten Be-
richtigung weder die Richtigkeit der bisherigen noch diejenige der neuen
Personendaten bewiesen werden, dürfen grundsätzlich weder die einen
noch die anderen Daten bearbeitet werden (vgl. Art. 5 Abs. 1 DSG). Dies
ist jedoch nicht immer möglich, müssen doch bestimmte Personendaten
zur Erfüllung wichtiger öffentlicher Aufgaben notwendigerweise bearbeitet
werden. Dies gilt namentlich auch für im ZEMIS erfasste Namen und Ge-
burtsdaten. In solchen Fällen überwiegt das öffentliche Interesse an der
Bearbeitung möglicherweise unzutreffender Daten das Interesse an deren
Richtigkeit. Unter diesen Umständen sieht Art. 25 Abs. 2 DSG deshalb die
Anbringung eines Vermerks vor, in dem darauf hingewiesen wird, dass die
Richtigkeit der bearbeiteten Personendaten bestritten ist. Spricht dabei
mehr für die Richtigkeit der neuen Daten, sind die bisherigen Angaben zu-
nächst zu berichtigen und die neuen Daten anschliessend mit einem der-
artigen Vermerk zu versehen. Ob die vormals eingetragenen Angaben wei-
terhin abrufbar bleiben sollen oder ganz zu löschen sind, bleibt grundsätz-
lich der Vorinstanz überlassen. Verhält es sich umgekehrt, erscheint also
die Richtigkeit der bisher eingetragenen Daten als wahrscheinlicher oder
zumindest nicht als unwahrscheinlicher, sind diese zu belassen und mit
einem Bestreitungsvermerk zu versehen. Über dessen Anbringung ist je-
weils von Amtes wegen und unabhängig davon zu entscheiden, ob ein ent-
sprechender Antrag gestellt worden ist (vgl. zum Ganzen Urteile des BVGer
A-7588/2015 vom 26. Februar 2016 E. 3.4 und A-7822/2015 vom 25. Feb-
ruar 2016 E. 3.4, je m.w.H.; vgl. ferner Urteil des BGer 1C_240/2012 vom
13. August 2012 E. 3.2).
4.6 Vorliegend obliegt es demnach grundsätzlich dem SEM zu beweisen,
dass das aktuell im ZEMIS eingetragene Geburtsdatum (...) korrekt ist. Der
Beschwerdeführer hat wiederum nachzuweisen, dass das von ihm im Da-
tenänderungsgesuch geltend gemachte Geburtsdatum (...) richtig bezie-
hungsweise zumindest wahrscheinlicher ist das als im ZEMIS erfasste, ihm
mithin eine höhere Glaubwürdigkeit zukommt als dem bisherigen Eintrag.
Gelingt keiner Partei der sichere Nachweis, ist dasjenige Geburtsdatum im
ZEMIS zu belassen oder einzutragen, dessen Richtigkeit wahrscheinlicher
ist.
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Dass im Asylverfahren die Glaubhaftmachung der Minderjährigkeit einer
unbegleiteten asylsuchenden Person genügt, ist angesichts der möglichen
Rechtsfolgen (etwa höhere Anforderungen an Unterbringung und Betreu-
ung, erschwerte Rückschaffung oder gar Verzicht darauf im Rahmen des
Dublin-Verfahrens) nachvollziehbar. Anders verhält es sich im datenschutz-
rechtlichen Verfahren betreffend die Berichtigung von Personendaten im
ZEMIS. Hier wird verlangt, dass die wahrscheinlichsten – also überwiegend
wahrscheinlichen – Personendaten eingetragen werden. Immerhin ist in
diesem Zusammenhang darauf hinzuweisen, dass sich die Frage des Al-
ters einer im ZEMIS erfassten Person gerade auch für das ausländer- oder
asylrechtliche Verfahren stellt (vgl. Urteil des BGer 1C_224/2014 vom
25. September 2014 E. 3.3), weshalb sich ein ZEMIS-Eintrag auf dieses
auswirken kann.
4.7 Der Beschwerdeführer gab bei seinem ersten Einreiseversuch anläss-
lich der Kontrolle an der Schweizer Grenze am (...) an, er sei am (...) ge-
boren. In der Folge wurde er nach B._ rückgewiesen. Am 20. Ja-
nuar 2017 stellte er anlässlich der Einreise in die Schweiz ein Asylgesuch.
Bei der Erstregistrierung beim SEM am 23. Januar 2017 datierte er seinen
Geburtstag auf den (...). Nachdem er gleichentags untergetaucht respek-
tive unkontrolliert nach B._ ausgereist war, liess er sich am 22. Feb-
ruar 2017 erneut registrieren und bezeichnete sein Geburtsdatum wiede-
rum mit (...). Gemäss der am (...) durchgeführten radiologischen Knochen-
altersbestimmung betrug sein chronologisches Alter zu diesem Zeitpunkt
(Nennung Resultat). Sodann reichte der Beschwerdeführer keine Doku-
mente zum Beleg seiner Identität respektive seines Alters ins Recht. Be-
reits im Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-3394/2017 vom 30. Au-
gust 2019 wurde in E. 6.2.2 festgehalten, dass die ständig wechselnden
Angaben zum Geburtsdatum, die diesbezüglich nicht plausiblen Erklä-
rungsversuche, das Resultat der Knochenaltersanalyse und die gänzlich
fehlenden Identitätsdokumente die geltend gemachte Minderjährigkeit als
unglaubhaft erscheinen lassen würden. Sodann ist anzumerken, dass
auch im eingereichten (Nennung Beweismittel) das Geburtsdatum mit (...)
vermerkt ist, was ebenfalls gegen die ursprünglich bestehende Minderjäh-
rigkeit spricht.
Aufgrund der (wenn auch nur beschränkt aussagekräftigen) Knochenal-
tersanalyse, welche ein Knochenalter von (Nennung Resultat) aufweist,
der widersprüchlichen Aussagen zu den Altersangaben und des Umstan-
des, dass der Beschwerdeführer keine Dokumente betreffend das geltend
gemachte Geburtsdatum vom (...) eingereicht hat und gleichzeitig weder
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diese unstimmigen Angaben noch das Fehlen von Identitätsdokumenten
plausibel und nachvollziehbar zu erklären vermag, erscheint das vom SEM
erfasste Geburtsdatum vom (...) wahrscheinlicher als das vom Beschwer-
deführer angegebene.
4.8 Zusammenfassend ist weder die Richtigkeit des vom SEM im ZEMIS
eingetragenen Geburtsdatums noch dasjenige vom Beschwerdeführer be-
hauptete Geburtsdatum bewiesen. Aufgrund aller Beweismittel und Indi-
zien ist jedoch davon auszugehen, dass das von der Vorinstanz angenom-
mene Geburtsdatum (...) wahrscheinlicher ist, als das vom Beschwerde-
führer behauptete. Der bestehende ZEMIS-Eintrag ist daher unverändert
zu belassen. Einen Bestreitungsvermerk hat das SEM bereits angebracht.
4.9 Aufgrund des Gesagten ist die Beschwerde hinsichtlich der Rechtsbe-
gehren 1 und 2, wonach die Ziffer 1 des Dispositivs der angefochtenen
Verfügung ("1. Ihr Geburtsdatum wird beim (...) belassen") aufzuheben und
festzustellen sei, dass der Beschwerdeführer im Jahr (...) geboren sei, ab-
zuweisen.
5.
Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt
es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug
an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44
AsylG). Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtli-
che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer
solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (vgl.
BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).
6.
6.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den
gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG;
Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]).
Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss
Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei
der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen,
wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft
zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.).
6.2 Die Vorinstanz erachtete den Vollzug der Wegweisung als zulässig, zu-
mutbar und möglich (vgl. im Einzelnen Bst. B. vorstehend).
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6.3 Demgegenüber wendete der Beschwerdeführer in seiner Rechtsmitte-
leingabe ein, er verfüge in seiner Heimat über kein Beziehungsnetz mehr.
Seine Mutter habe er nie kennengelernt, sein Vater sei – wie auch der
(Nennung Verwandter) – verstorben. Sein (Nennung Verwandter) habe das
Land noch vor ihm verlassen, weshalb er auf keine Bezugspersonen mehr
zählen könne. Unter diesen Umständen sei es ihm zu ermöglichen, seine
am (...) begonnene (Nennung Ausbildung) in der Schweiz fortsetzen und
beenden zu können, um im Fall einer erzwungenen Rückkehr in seine Hei-
mat zumindest über eine abgeschlossene Berufsausbildung zu verfügen.
6.4
6.4.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen
der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den
Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3
AIG).
6.4.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-
rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur
Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Be-
schwerdeführer nicht gelungen ist, eine flüchtlingsrechtlich erhebliche Ge-
fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5
AsylG und Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die
Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) verankerte Grundsatz
der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung fin-
den. Eine Rückschaffung des Beschwerdeführers nach Guinea ist dem-
nach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.
Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers
noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass ihm im Fall einer Ausschaf-
fung nach Guinea dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit Folter oder eine
unmenschliche Behandlung im Sinne von Art. 25 Abs. 3 BV, von Art. 3 des
Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-
same, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK,
SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK drohen würde. Insbesondere
vermag der Beschwerdeführer kein „real risk“ im Sinne der massgeblichen
Rechtsprechung darzutun, zumal die blosse Möglichkeit einer menschen-
rechtswidrigen Behandlung nicht ausreicht (vgl. Urteil des EGMR Saadi
gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124 ff.
m.w.H.). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation in Guinea lässt den
Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erschei-
nen.
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Seite 12
6.4.3 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im
Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.
6.5 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und
Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-
grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-
dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung
festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige
Aufnahme zu gewähren.
6.5.1 In seiner Rechtsmitteleingabe brachte der Beschwerdeführer als
Gründe, die gegen die Zumutbarkeit eines Wegweisungsvollzugs sprechen
würden vor, er verfüge in seiner Heimat über kein Beziehungsnetz mehr.
Seine Mutter habe er nie kennengelernt, sein Vater sei – wie auch der
(Nennung Verwandter), der sich um ihn gekümmert habe – verstorben und
sein (Nennung Verwandter) habe das Land noch vor ihm verlassen, wes-
halb er auf keine Bezugspersonen mehr zählen könne. Unter diesen Um-
ständen sei es ihm zu ermöglichen, seine am (...) begonnene (Nennung
Ausbildung) in der Schweiz fortsetzen und beenden zu können, um im Fall
einer erzwungenen Rückkehr in seine Heimat zumindest über eine abge-
schlossene Berufsausbildung zu verfügen. Ferner sei er vor (Nennung Zeit-
punkt) als Minderjähriger in die Schweiz eingereist und habe sich hierzu-
lande perfekt integriert.
6.5.2 Die Vorinstanz führte zutreffend aus, dass weder die herrschende po-
litische Situation in Guinea noch andere Gründe gegen den Vollzug der
Wegweisung sprächen. Es herrsche in Guinea keine Situation von Krieg
oder allgemeiner Gewalt. Diesbezüglich kann auf die Erwägungen in der
angefochtenen Verfügung verwiesen werden (vgl. act. A74/9, S. 6).
6.5.3 Hinsichtlich der individuellen Situation des Beschwerdeführers ist
den Akten mit Bezug auf gesundheitliche Beeinträchtigungen zu entneh-
men, dass er gemäss der am (...) durchgeführten ärztlichen Untersuchung
aufgrund der (Nennung Diagnose) keiner weiteren Behandlung oder Kon-
trolle bedarf (vgl. act. A63/2). Bezüglich der angeführten (Nennung Leiden)
(vgl. act. A18/15, S. 9 und 11) hat der Beschwerdeführer im Rahmen der
ihm obliegenden Mitwirkungspflicht (Art. 8 AsylG) keine medizinischen Un-
terlagen eingereicht. Seinen Ausführungen zufolge erhalte er deswegen
(Nennung Therapie) und wegen (Nennung sporadisches Leiden) nehme er
(Nennung Therapie) (vgl. act. 73/13, S. 5). Diese gesundheitlichen Prob-
leme des Beschwerdeführers, für deren Behandlung im Wesentlichen
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(Nennung Therapie) notwendig ist, sind demnach als nicht derart schwer-
wiegend einzustufen, als dass sie der Zumutbarkeit eines Wegweisungs-
vollzugs entgegenstünden. Der Beschwerdeführer ist in diesem Zusam-
menhang auf die Möglichkeit der medizinischen Rückkehrhilfe (vgl. Art. 93
AsylG) hinzuweisen. Beim Beschwerdeführer handelt es sich sodann um
einen jungen, erwachsenen Mann, der während mehreren Jahren die
Schule besuchte (vgl. act. A73/13, S. 3, F13 ff.). Im Weiteren arbeitete er
eigenen Angaben zufolge während (...) in H._ (Nennung Tätigkeit)
(vgl. act. A18/15, S. 5). Zudem dürften ihm die bisherigen Erfahrungen im
Rahmen seiner (Nennung Ausbildung) in der Schweiz von Nutzen sein.
Ferner war der Beschwerdeführer anlässlich seiner Reise nach Europa –
welche ihn durch diverse Länder geführt hat – in der Lage, sich zu organi-
sieren, Kontakte zu knüpfen, bei Grenzkontrollen und für Schlepperdienste
Geld aufzutreiben und auch eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen (vgl. act.
A18/15, S. 8 f.). Sodann bestehen angesichts der unsubstanziierten, reali-
tätsfremden und teils widersprüchlichen Ausführungen erhebliche Zweifel
an den tatsächlichen familiären Verhältnissen in seiner Heimat. So fielen
die Ausführungen zu seinen Familienangehörigen uneinheitlich aus und die
geschilderten Umstände seines Familienlebens sind nicht als realitätsnah
zu bezeichnen (vgl. angefochtene Verfügung, S. 4, Ziff. 1.1 und S. 6 letzter
Abschnitt). Der Beschwerdeführer hält diesen Erörterungen in seiner
Rechtsmitteleingabe nichts entgegen. Es ist daher davon auszugehen,
dass sich das Beziehungsnetz in der Heimat des Beschwerdeführers an-
ders präsentiert, als wie von ihm geschildert. Doch selbst bei Fehlen eines
Kontakts zu nahen Verwandten würde dieser Umstand keinen Vollzugshin-
dernisgrund für den volljährigen Beschwerdeführer darstellen. Er ver-
brachte den Grossteil seines Lebens in Guinea und wurde dort sozialisiert,
weshalb es ihm zuzumuten ist, an vorbestehende soziale Kontakte anzu-
knüpfen beziehungsweise sich ein neues soziales Beziehungsnetz aufzu-
bauen, zumal ihm letzteres auf seiner Reise bis nach Europa offenbar
problemlos möglich war. Auch wenn die Lebensbedingungen für den Be-
schwerdeführer in Guinea schwierig gewesen sein mögen, ist in Anbetracht
obiger Erörterungen nicht zu schliessen, dass in seinem Fall besondere
individuelle Umständen vorliegen, aufgrund derer er bei einer Rückkehr
nach Guinea existenziell bedroht wäre. Es ist demnach davon auszuge-
hen, dass ihm nach der Rückkehr nach Guinea die soziale und wirtschaft-
liche Reintegration gelingen wird.
6.5.4 Der Vollzug der Wegweisung erweist sich insgesamt als zumutbar.
An diesem Schluss vermag auch der Umstand, dass der Beschwerdefüh-
rer in der Schweiz eine (Nennung Ausbildung) macht, nichts zu ändern.
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Nach geltendem Recht ist es dem jeweiligen Kanton vorbehalten, mit Zu-
stimmung des SEM einer ihm nach Gesetz zugewiesenen Person eine Auf-
enthaltsbewilligung zu erteilen, wenn wegen der fortgeschrittenen Integra-
tion ein schwerwiegender persönlicher Härtefall vorliegt (Art. 14 Abs. 2
Bst. c AsylG).
6.6 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-
gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-
sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE
2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu
bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG).
6.7 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu
Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der
vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG).
7.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-
wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und auch sonst nicht zu
beanstanden ist (Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist vollumfänglich abzu-
weisen.
8.
8.1 Mit dem Entscheid in der Hauptsache ist das Gesuch um Erlass des
Kostenvorschusses gegenstandslos geworden.
8.2 Der Beschwerdeführer ersucht um die Gewährung der unentgeltlichen
Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG. Danach kann eine Par-
tei, die nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, auf Antrag hin von der
Bezahlung der Verfahrenskosten befreit werden, sofern ihr Begehren nicht
aussichtslos erscheint. Vorliegend müssen die Gewinnaussichten des Be-
schwerdeführers als von allem Anfang an beträchtlich geringer eingestuft
werden als die Verlustgefahren und können kaum als ernsthaft bezeichnet
werden. Dies bedeutet nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung, dass
die gestellten Begehren – auch bei ausgewiesener Bedürftigkeit – als aus-
sichtslos zu bezeichnen sind (vgl. BGE 128 I 225 E. 2.5.3 S. 235 f., BGE
125 II 265 E. 4b S. 275). Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kos-
ten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG und Art. 5
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des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigun-
gen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) und auf
insgesamt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 VGKE).
8.3 Angesichts dieser Beurteilung der Begehren ist auch das Gesuch um
Beigabe eines unentgeltlichen Rechtsbeistands abzuweisen (aArt. 110a
AsylG).
9.
Entscheide des Bundesverwaltungsgerichts auf dem Gebiet des Daten-
schutzes sind gemäss Art. 35 Abs. 2 der Verordnung vom 14. Juni 1993
zum Bundesgesetz über den Datenschutz (VDSG, SR 235.11) dem Eidge-
nössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (EDÖB) bekannt
zu geben.
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