Decision ID: 86263cd0-d3fb-44cb-807c-df57d898b677
Year: 2022
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_004
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

I. Sachverhalt:
1. Am 14. April 1987 errichteten A._ (geb. 1928), B._ (geb.
1931), C._ (geb. 1932) und A._ (geb. 1936) eine
Familiengemeinderschaft mit Wirkung ab dem 1. Januar 1987. Am 24. Mai
2016 verstarb B._ mit Wohnsitz in D._. Als Erben
hinterliess er seine vorgenannten Geschwister, wobei C._
inzwischen ebenfalls verstorben ist. Auf Empfehlung von Dr. iur. Möhr,
Rechtsanwalt und eidg. dipl. Steuerexperte, deklarierte der Treuhänder
der Erben die Beteiligung von B._ in der Nachlasssteuererklärung
vom 22. Juni 2019 nicht als Teil des steuerbaren Nachlasses.
2. Die definitive Veranlagungsverfügung für die Nachlasssteuer erging am
24. November 2020 unter Einbezug des Anteils des Erblassers von einem
Viertel an den Vermögenswerten der Gemeinderschaft. Dabei veranlagte
die Steuerverwaltung des Kantons Graubünden (nachfolgend:
Steuerverwaltung) die Nachlasssteuer auf dem Betrag von CHF
1'463'779.-- und setzte diese auf CHF 146'377.90 fest.
3. Die dagegen am 1. Dezember 2020 erhobene Einsprache wies die
Steuerverwaltung mit Einspracheentscheid vom 12. Februar 2021 ab. Zur
Begründung führte sie im Wesentlichen aus, dass B._ per
Todestag zu einem Viertel an der Familiengemeinderschaft, welche
verschiedene Grundstücke besitze, beteiligt gewesen sei. Dieser Anteil
gehe durch den Tod auf die Erben über und müsse im Nachlass besteuert
werden. Massgebend sei, dass der Verstorbene einen Anteil an
Liegenschaften besessen habe, welcher infolge seines Todes steuerlich
auf die Erben übergegangen sei, und nicht, ob die Gemeinderschaft trotz
des Todes eines Gemeinders rechtlich weiterexistiere.
4. Dagegen erhoben A._ (nachfolgend: Beschwerdeführer) am
8. März 2021 (Poststempel) Beschwerde an das Verwaltungsgericht des
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Kantons Graubünden und beantragten, es sei der Einspracheentscheid
vom 12. Februar 2021 aufzuheben und die Angelegenheit zur Beurteilung
an die Steuerverwaltung zurückzuweisen (Ziffer 1). Eventualiter sei der
angefochtene Einspracheentscheid aufzuheben und gleich festzustellen,
dass keine Nachlasssteuer geschuldet sei (Ziffer 2). Zudem sei ein zweiter
Schriftenwechsel durchzuführen (Ziffer 3); alles unter gesetzlicher Kosten-
und Entschädigungsfolge (Ziffer 4). Zur Begründung brachten die
Beschwerdeführer im Wesentlichen vor, dass der angefochtene
Einspracheentscheid die Anforderungen an eine genügende Begründung
nicht erfülle, weshalb er allein schon deswegen aufzuheben sei. Zudem
habe der Tod von B._ bezüglich seines Anteils an der
Familiengemeinderschaft keine Nachlass- und Erbschaftssteuern
ausgelöst. Das entsprechende Vermögen sei vielmehr direkt auf die drei
Geschwister von B._ als Mitglieder der Familiengemeinderschaft
übergegangen, auch wenn im Gemeinderschaftsvertrag eine
entsprechende ausdrückliche Regelung fehle.
5. Die Steuerverwaltung (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) schloss in ihrer
Vernehmlassung vom 25. März 2021 auf Abweisung der Beschwerde.
Begründend hielt sie hauptsächlich fest, dass die
Familiengemeinderschaft verschiedene Grundstücke besessen habe und
B._ per Todestag zu einem Viertel an dieser Gemeinderschaft
beteiligt gewesen sei. Dieser Anteil gehe durch den Tod auf die Erben über
und müsse im Nachlass besteuert werden. Der Vertreter gehe in seiner
Stellungnahme ja selbst davon aus, dass der Anteil durch den Tod den
Erben anwachse. Für die Beschwerdegegnerin sei nicht nachvollziehbar,
aus welchen Gründen sich der Vertreter gegen die Besteuerung des
Anteils des Verstorbenen an der Familiengemeinderschaft sträube. Der
Anteil habe sich im Privatvermögen des Verstorbenen befunden und sei
infolge seines Todes auf die Erben (d.h. die Geschwister) übergegangen.
Die Konzeption eines Sondervermögens, das gleich einer juristischen
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Person separat besteuert werde und keine Verbindung zu den daran
Beteiligten aufweise, liege nicht vor. Zudem sei der Vorwurf einer
Gehörsverletzung unbegründet. Die Beschwerdegegnerin habe explizit
darauf hingewiesen, dass sie den Anteil des Erblassers zu besteuern
gedenke und dem Umstand des Anwachsens des Anteils bei den
verbleibenden Gemeindern im Rahmen der Nachlassbesteuerung keine
Bedeutung beimesse.
6. Mit Replik vom 13. April 2021 zogen die Beschwerdeführer ihren
Hauptantrag Ziffer 1 zurück und erhoben ihren Eventualantrag Ziffer 2 zum
Hauptantrag. Im Übrigen vertieften sie ihren Standpunkt.
7. Am 15. April 2021 hielt die Beschwerdegegnerin duplicando an ihren
Anträgen fest und vertiefte ihre Argumentation.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften und
im angefochtenen Einspracheentscheid sowie auf die eingereichten
Beweismittel wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen
eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid
der Beschwerdegegnerin vom 12. Februar 2021 betreffend
Nachlasssteuer B._. Nach Art. 139 Abs. 1 des Steuergesetzes für
den Kanton Graubünden (StG; BR 720.000) können solche Entscheide mit
Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden
angefochten werden. Die sachliche Zuständigkeit des angerufenen
Gerichts ergibt sich aus Art. 49 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100), wonach das
Verwaltungsgericht Beschwerden gegen Entscheide von Dienststellen der
kantonalen Verwaltung und von unselbständigen Anstalten des
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kantonalen Rechts beurteilt, soweit das kantonale Recht den direkten
Weiterzug vorsieht, was vorliegend − wie gesehen (vgl. Art. 139 Abs. 1
StG) − der Fall ist. Demzufolge fällt die Beurteilung der vorliegenden
Streitsache in die Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons
Graubünden. Die Beschwerdeführer sind als formelle und materielle
Adressaten des angefochtenen Einspracheentscheids berührt und weisen
ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung auf
(vgl. Art. 50 VRG). Auf die zudem frist- und formgerecht eingereichte
Beschwerde ist somit einzutreten.
2. Streitgegenstand bildet die Frage, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht
auf dem Anteil des Erblassers an den Vermögenswerten der
Familiengemeinderschaft eine Nachlasssteuer erhoben hat.
3. In formeller Hinsicht rügten die Beschwerdeführer in der Beschwerde eine
Verletzung ihres Anspruchs auf rechtliches Gehör, da im angefochtenen
Einspracheentscheid mit keinem Wort auf die von ihnen erwähnten,
zahlreichen Verweise auf die Lehre und Rechtsprechung eingegangen
worden sei, womit dieser den Anforderungen an eine genügende
Begründung nicht genüge. Entsprechend beantragten sie im
Hauptbegehren die Rückweisung der Angelegenheit an die
Beschwerdegegnerin (Ziffer 1). Dieses zogen sie in der Replik indes
zurück, da das Verhalten der Beschwerdegegnerin ihrer Ansicht nach
genügend klar zeige, dass eine Rückweisung wohl nichts bringe. Die
Beschwerdeführer ersuchten das streitberufene Gericht daher, in der
Sache selbst zu entscheiden, d.h. die Beschwerde gutzuheissen und
festzustellen, dass keine Nachlasssteuer geschuldet sei. Soweit damit die
Rüge der Gehörsverletzung nicht ohnehin fallengelassen worden ist, bleibt
darauf hinzuweisen, dass die aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör
gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen
Eidgenossenschaft (BV; SR 101) fliessende Begründungspflicht nicht
verlangt, dass sich die entscheidende Behörde mit allen
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Parteistandpunkten auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen
ausdrücklich widerlegt. Sie darf sich auf das für den Entscheid
Wesentliche beschränken. Den Betroffenen muss es aber immerhin
möglich sein, sich über die Tragweite des Entscheids Rechenschaft zu
geben und ihn in voller Kenntnis der Sache an die nächsthöhere Instanz
weiterzuziehen. Der Entscheid hat folglich zumindest kurz die
Überlegungen zu nennen, von denen sich die entscheidende Behörde
leiten liess und worauf sie ihren Entscheid stützt (vgl. BGE 143 III 65 E.5.2,
143 IV 40 E.3.4.3, 142 III 433 E.4.3.2, je mit Hinweisen; Urteile des
Bundesgerichts 8C_682/2020 vom 17. Februar 2021 E.3.1.1,
2C_603/2020 vom 11. Februar 2021 E.4.1, 8C_324/2019 vom 6. August
2019 E.4.2.1, je mit Hinweisen). Die Beschwerdegegnerin hat sich mit dem
von den Beschwerdeführern kritisierten Einbezug des Anteils des
Erblassers an den Vermögenswerten der Gemeinderschaft in den
Nachlass aus steuerrechtlicher Sicht befasst und erläutert, weshalb sie
trotz der Einwände der Beschwerdeführer eine Nachlasssteuer darauf
erhebt. Die Überlegungen, von denen sich die Beschwerdegegnerin leiten
liess, können nachvollzogen werden, und deren Motive gehen mit
genügender Klarheit aus dem angefochtenen Einspracheentscheid
hervor. Gestützt darauf waren die Beschwerdeführer denn auch in der
Lage, den Entscheid vom 12. Februar 2021 sachgerecht anzufechten. Die
Gehörsrüge erwiese sich somit ohnehin als unbegründet.
4.1. In materieller Hinsicht ist die Erhebung der Nachlasssteuer auf dem Anteil
des Erblassers an den Vermögenswerten der Familiengemeinderschaft
umstritten. Während die Beschwerdegegnerin diesen als Bestandteil des
Nachlasses besteuerte und dem Umstand des Anwachsens des Anteils
bei den verbliebenen Gemeindern im Rahmen der Nachlassbesteuerung
keine Bedeutung beimass, brachten die Beschwerdeführer dagegen im
Wesentlichen vor, dieser Anteil sei mit dem Tod des Erblassers direkt auf
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seine drei Geschwister übergegangen, weshalb keine Nachlasssteuer
ausgelöst worden sei.
4.2. Gemäss Art. 106 Abs. 1 lit. a aStG (in der bis zum 31. Dezember 2020
geltenden Fassung, vgl. Art. 187 Abs. 1 StG) unterliegt die Nachfolge in
das Reinvermögen des Erblassers, insbesondere der
Vermögensübergang kraft gesetzlicher, erbvertraglicher oder
testamentarischer Erbfolge, der Nachlasssteuer. Die Steuerpflicht besteht
unter anderem, wenn der Erblasser zur Zeit seines Todes im Kanton
steuerrechtlichen Wohnsitz oder Aufenthalt hatte (Art. 107 Abs. 1 lit. a
aStG). Steuerpflichtig ist nach Art. 107 Abs. 1 Ingress aStG der Empfänger
der Zuwendung. Der überlebende Ehegatte, die Nachkommen und der
Konkubinatspartner sind von der Steuer befreit. Stief- und Pflegekinder
sind den Nachkommen gleichgestellt (Art. 107 Abs. 2 aStG). Der
Steueranspruch entsteht im Zeitpunkt des Vermögensübergangs bzw. der
Zuwendung (Art. 108 Abs. 1 aStG).
4.3. Die Gemeinderschaft ist in den Art. 336 ff. des Schweizerischen
Zivilgesetzbuchs (ZGB; SR 210) geregelt. Sie ist eine vertragliche
Vereinigung von familien- oder erbrechtlich miteinander verbundenen
Personen zu einer Rechtsgemeinschaft mit dem Zweck, ein Vermögen
dauernd zu gesamter Hand innezuhaben, zu nutzen und zu verwalten
(LEHMANN, in: GEISER/FOUNTOULAKIS [Hrsg.], Basler Kommentar
Zivilgesetzbuch I, 6. Aufl., Basel 2018, Rz. 4 zu Art. 336 ZGB;
FANKHAUSER, in: KREN KOSTKIEWICZ/ WOLF/AMSTUTZ/FANKHAUSER [Hrsg.],
ZGB Kommentar, 3. Aufl., Zürich 2016, Rz. 2 zu Art. 336 ZGB; vgl. ferner
BRÜCKNER/KUSTER, Die Grundstücksgeschäfte, 2. Aufl., Zürich/Basel/Genf
2021, S. 180 f.). Historisch betrachtet sollte dieses Institut die
Zersplitterung und Überschuldung des ländlichen Bodens vermeiden, die
bei einer Erbteilung einhergehen kann. Letztere soll nicht sofort nach dem
Tod des Erblassers vorgenommen werden, sondern in einem günstigeren
Zeitpunkt. Bis dahin soll der Nachlass oder zumindest ein Teil davon den
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Erben gemeinschaftlich zustehen. Die gewöhnliche Form einer
Gemeinderschaft liegt – wie auch vorliegend – darin, dass Verwandte eine
ihnen zugefallene Erbschaft unter sich ungeteilt lassen (vgl.
BREITSCHMID/VETSCH, in: BREITSCHMID/RUMO-JUNGO [Hrsg.],
Handkommentar zum Schweizer Privatrecht, 2. Aufl., Zürich/Basel/Genf
2012, Rz. 1 f. zu Art. 336-348 ZGB; LEHMANN, a.a.O., Rz. 2 zu Art. 336
ZGB; FANKHAUSER, a.a.O., Rz. 2 zu Art. 336 ZGB). Stirbt ein Gemeinder,
so können die Erben, die nicht in der Gemeinderschaft stehen, nur die
Abfindung beanspruchen (Art. 345 Abs. 1 ZGB). Für den Sonderfall, dass
ein Gemeinder stirbt und die anderen Gemeinder seine Erben sind, wächst
nach der in der Lehre vertretenen Ansicht der Anteil am
Gemeinderschaftsgut im Nachlass den erbberechtigten Gemeindern –
unter Vorbehalt allfälliger Pflichtteilsrechte – an; dadurch erhöht sich ihr
Anteil (LEHMANN, a.a.O., Rz. 1 zu Art. 345 ZGB; FANKHAUSER, a.a.O., Rz.
2 zu Art. 345 ZGB).
4.4. Vorliegend verstarb der in D._ wohnhafte Erblasser am 24. Mai
2016 und hinterliess als Erben seine Geschwister (vgl.
Erbenbescheinigung vom 11. Juli 2016 [beschwerdegegnerische Akten
{Bg-act.} 1]), mit denen er eine Familiengemeinderschaft mit Wirkung ab
dem 1. Januar 1987 errichtet hatte, die im Handelsregister eingetragen ist
(beschwerdeführerische Akten [Bf-act.] 4). Gemäss öffentlicher Urkunde
vom 14. April 1987 übertrugen die Geschwister E._ damit die zum
Nachlass ihrer Eltern gehörenden, ungeteilten Liegenschaften auf die
Gemeinderschaft, wobei jeder bzw. jede von ihnen an diesem Vermögen
zu einem Viertel beteiligt war (Bf-act. 3 S. 5 f.). Eine Regelung, was im
Todesfall eines Gemeinders geschehen soll, enthält sie nicht. Die
Verfahrensbeteiligten gehen übereinstimmend davon aus, dass der Anteil
des Erblassers an den Vermögenswerten der Familiengemeinderschaft,
welcher sich unbestrittenermassen in seinem Privatvermögen befunden
hat, infolge seines Ablebens auf seine Erben bzw. die anderen Gemeinder
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übergegangen ist, was dem zu Art. 345 Abs. 1 ZGB hiervor Ausgeführten
entspricht. Streitig und zu prüfen bleibt, ob die Beschwerdegegnerin
diesen Vermögensübergang zu Recht der Nachlasssteuer unterworfen
hat.
4.5. Die Beschwerdeführer verneinen dies und ziehen einen Vergleich zur
Rechtslage von Personengesellschaften: Werde im Vertrag einer
Personengesellschaft gegenseitig vereinbart, das im Fall des Todes eines
Gesellschafters dessen Anteil ohne Entgelt oder zu einem Entgelt, das
unter dem Verkehrswert des Anteils liege (z.B. Buchwert), von den
verbliebenen Gesellschaftern übernommen werden könne, so sei dies ein
entgeltliches Rechtsgeschäft und insbesondere keine Schenkung, weil die
Möglichkeit des verstorbenen Gesellschafters, selbst von dieser Regelung
zu profitieren, als Gegenleistung an diesen bzw. dessen Erben gelte. Dies
gelte allerdings nur, sofern die Wahrscheinlichkeit des eingetretenen
Falles zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses nicht wesentlich höher
erscheine, als die Wahrscheinlichkeit des gegenteiligen Falles, der dazu
geführt hätte, dass der nun Bereicherte entreichert gewesen wäre. Habe
im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses zwischen den Gesellschaftern kein
Wille zur Erbringung einer unentgeltlichen Zuwendung bestanden, sei also
völlig offen, wer letztlich profitiere (aleatorisches Element), dürfe keine
Erbschaftssteuer erhoben werden. In ähnlicher Weise habe sich auch das
Bundesgericht geäussert.
4.6. Soweit die Beschwerdeführer damit die vorliegende Angelegenheit wie die
(erbschafts-)steuerrechtliche Handhabung sogenannter Buchwertklauseln
in Gesellschaftsverträgen behandelt haben möchten (vgl. dazu OEHRLI,
Die gemischte Schenkung im Steuerrecht, Diss. Zürich 2000, S. 150 ff.;
TAROLLI/STEBLER, in: ABT/WEIBEL [Hrsg.], Praxiskommentar Erbrecht,
3. Aufl., Basel 2015, Rz. 116 zum Anhang Steuern mit Hinweis auf BGE 65
I 123 und BGE 98 Ia 258 E.3 f.), wohl weil die Gemeinder alle in etwa
gleich alt waren, im Zeitpunkt der Errichtung der Familiengemeinderschaft
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nicht mit einem baldigen Ableben eines Gemeinders gerechnet werden
musste und der Anteil eines Gemeinders im Todesfall den anderen
anwächst, vermögen sie mangels Vergleichbarkeit nicht durchzudringen.
Abgesehen davon, dass es im hier zu beurteilenden Fall ohnehin nicht um
eine Abfindung zu Buchwerten geht und zwischen den Gemeindern und
Erben eine Personalunion besteht – mithin das Risiko, seinen Erben im
Todesfall keinen Anteil zu hinterlassen, nicht als Entgelt für die
Möglichkeit, selbst einmal Nutzniesser eines Anteilszuwachses sein zu
können, betrachtet werden kann –, wurde in den öffentlich beurkundeten
Gemeinderschaftsvertrag vom 14. April 1987 keine der vorgenannten
Buchwertklausel entsprechende Bestimmung aufgenommen. Im Zeitpunkt
des Vertragsabschlusses bestand somit kein Wille der Gemeinder, für den
Fall eines Ausscheidens infolge Ablebens eines Gemeinders ein
entgeltliches Rechtsgeschäft abzuschliessen. Vielmehr wird für den
vorliegenden Sonderfall das Anwachsen des Anteils des verstorbenen
Gemeinders am Gemeinderschaftsgut an die Anteile der erbberechtigten
Gemeinder aus dem Gesetz abgeleitet und bezieht sich auf den Zeitpunkt
seines Ablebens (vgl. vorstehende Ausführungen zu Art. 345 Abs. 1 ZGB),
weshalb es sich um einen unentgeltlichen Vermögensübergang von Todes
wegen handelt.
4.7. Wenn sich die Beschwerdeführer dennoch auf den Standpunkt stellen,
dass der Tod des Erblassers trotz Übertagung seines Anteils am
Gemeinderschaftsgut auf die erbberechtigten Gemeinder keine
Nachlasssteuer auslöste, verkennen sie deren Rechtsnatur. Der Kanton
Graubünden kannte auf kantonaler Ebene eine als sogenannte
Erbmassesteuer ausgestaltete Nachlasssteuer (vgl. Art. 106 ff. aStG; BGE
136 II 525 E.2.1; PETER VON RECHENBERG/ANDREA VON RECHENBERG,
Handkommentar, Bündner Nachlass- und Schenkungssteuern, Chur
1998, Vorbemerkungen zu Art. 106-115 StG Rz. 1). Aus deren Wesen
ergibt sich, dass der Übergang des gesamten Nachlasses auf die Erben
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das Steuerobjekt bildet (FISCHER/RAMP/TRUTMANN, in:
ZWEIFEL/BEUSCH/HUNZIKER [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen
Steuerrecht, Erbschafts- und Schenkungssteuerrecht, Basel 2020, Rz. 1
und Rz. 65 zu § 10 Steuerobjekt; JÜRG ANDREA VON RECHENBERG, Bündner
Erbschaftssteuern, Diss. Basel 1981, S. 45), mithin der Übergang von
Rechten an Vermögen besteuert wird. Die Nachlasssteuer im Sinne von
Art. 106 Abs. 1 lit. a aStG ist somit eine Rechtsverkehrssteuer, die an die
erbrechtliche Rechtsnachfolge anknüpft und jeden Vermögensübergang
für steuerpflichtig erklärt, der seinen Rechtsgrund in den erbrechtlichen
Bestimmungen des ZGB hat, gleichgültig, ob er aufgrund gesetzlicher oder
gewillkürter Erbfolge stattfindet (Urteil des Verwaltungsgerichts des
Kantons Graubünden A 13 53 vom 4. Februar 2014 E.5a). Auch vorliegend
wurde mit dem Tod des Erblassers der Erbgang eröffnet (vgl. ABT, in:
ABT/WEIBEL [Hrsg.], Praxiskommentar Erbrecht, 3. Aufl., Basel 2015, Rz.
4 f. zu Art. 537 ZGB), wobei unbestrittenermassen dessen Anteil an den
Vermögenswerten der Familiengemeinderschaft kraft
Universalsukzession (vgl. Art. 560 Abs. 1 ZGB) und mangels letztwilliger
Verfügung oder Erbvertrags (vgl. Erbenbescheinigung vom 11. Juli 2016
[Bg-act. 1]) gemäss gesetzlicher Erbfolge auf seine Geschwister als Erben
übergegangen ist. Da es sich dabei um einen – wie bereits dargelegt –
unentgeltlichen Vermögensübergang infolge Ablebens des Erblassers
handelt, wird der Nachlasssteueranspruch entgegen der Auffassung der
Beschwerdeführer ausgelöst (vgl. Art. 108 Abs. 1 aStG; PETER VON
RECHENBERG/ANDREA VON RECHENBERG, a.a.O., Rz. 1 zu Art. 108 StG).
Dass der Anteil des Erblassers am Gemeinderschaftsgut an jene der
anderen Gemeinder anwächst (vgl. Vorerwähntes zu Art. 345 Abs. 1
ZGB), ist nachlasssteuerrechtlich nicht relevant. Insbesondere hat der
kantonale Steuergesetzgeber, welcher bei der Rechtsetzung nicht an die
zivilrechtlichen Vorgaben gebunden ist (vgl. FISCHER/RAMP/TRUTMANN,
a.a.O., Rz. 4 zu § 10 Steuerobjekt; BEUSCH, in: ZWEIFEL/BEUSCH/HUNZIKER
[Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Erbschafts- und
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Schenkungssteuerrecht, Basel 2020, Rz. 7 zu § 12 Entstehung und
Untergang des Erbschaftssteueranspruchs), für diesen Vorgang keinen
Steueraufschub vorgesehen. Zudem machen die Beschwerdeführer zu
Recht nicht geltend, von der Nachlasssteuer befreit zu sein (vgl. Art. 107
Abs. 2 aStG). Auch bringen sie gegen deren Bemessung nichts vor.
4.8. Insgesamt ergibt sich somit, dass die Beschwerdegegnerin auf dem Anteil
des Erblassers an den Vermögenswerten der Familiengemeinderschaft zu
Recht eine Nachlasssteuer erhoben hat. Vor diesem Hintergrund kann auf
weitere Beweisvorkehrungen verzichtet werden, zumal das streitberufene
Gericht aufgrund der bereits abgenommenen Beweise seine Überzeugung
gebildet hat und annehmen kann, dass diese Überzeugung durch weitere
Beweiserhebungen nicht geändert würde (vgl. BGE 141 I 60 E.3.3, 136 I
229 E.5.3, 134 I 140 E.5.3; Urteile des Bundesgerichts 2D_16/2021 vom
17. August 2021 E.3.3.1, 2C_148/2019 vom 27. Mai 2019 E.2.2).
5. Die Beschwerde erweist sich somit als unbegründet und ist abzuweisen.
6. Im Rechtsmittelverfahren hat in der Regel die unterliegende Partei die
Kosten zu tragen (Art. 73 Abs. 1 VRG). Mehrere Beteiligte an einem
gemeinsam verlangten oder veranlassten Verfahren haften für die Kosten
in der Regel solidarisch (Art. 72 Abs. 2 VRG). Die Verfahrenskosten
bestehen aus der Staatsgebühr, den Gebühren für die Ausfertigungen und
Mitteilungen des Entscheids sowie den Barauslagen (Art. 75 Abs. 1 VRG).
Die Staatgebühr beträgt höchstens CHF 20'000.--; sie richtet sich nach
dem Umfang und der Schwierigkeit der Sache sowie nach dem Interesse
und der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Kostenpflichtigen (Art. 75
Abs. 2 VRG). Vorliegend erscheint eine Staatsgebühr von CHF 2'000.--
angemessen. Sie ist zusammen mit den Kanzleiauslagen den
Beschwerdeführern, unter solidarischer Haftbarkeit, aufzuerlegen. Bund,
Kanton und Gemeinden sowie mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben
betrauten Organisationen wird in der Regel keine Parteientschädigung
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zugesprochen, wenn sie in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegen (Art.
78 Abs. 2 VRG). Davon abzuweichen besteht vorliegend kein Anlass,
weshalb der Beschwerdegegnerin keine Parteientschädigung zusteht.