Decision ID: 65d59695-93dd-58ca-9a28-b86f86eb6c1b
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
C._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Roland Ilg, Rämistrasse 5, Postfach 462, 8024 Zürich,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 2/14
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
A.
A.a C._ meldete sich am 20. Juli 2005 zum Bezug von IV-Leistungen (Rente) an (act.
G 6.1.1). In der Folge holte die IV-Stelle diverse Arztberichte ein. Im Arztbericht vom 18.
August 2005 stellte Dr. med. A._, Facharzt für Allgemeinmedizin, unter Beilage
anderer Arztberichte, folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: 1.
ein Fibromyalgiesyndrom; 2. ein chronisches lumbalbetontes Panvertebralsyndrom mit
cervicobrachialer und lumbospondylogener Komponente; 3. eine chronische
Depression sowie 4. ein sensibles Carpaltunnelsyndrom rechts. Die Versicherte sei in
ihrer angestammten Tätigkeit seit 2. Oktober 2004 bis auf weiteres zu 100%
arbeitsunfähig (act. G 6.1.7-3). Im Arztbericht vom 26. September 2005 stellte Dr. med.
B._, Allgemeine Medizin FMH, folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit: 1. eine chronische, teils reaktive Depression; 2. eine latente
Suizidalität; 3. eine Fibromyalgie; 4. ein chronisches lumbalbetontes
Panvertebralsyndrom mit brachiocervicaler und lumbo-spondylogener Komponente
bds. sowie 5. eine schwere Osteochondrose L5/S1 mit Spondylarthrosen. Die
Versicherte sei in ihrer angestammten Tätigkeit seit 19. März 2005 "bis heute" zu 100%
arbeitsunfähig. Mittelfristig sollte eine 50%ige Arbeitsfähigkeit erreichbar sein (act. G
6.1.10). Im Arztbericht der Klinik St. Pirminsberg, Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie
und Suchtbehandlung, vom 3. Mai 2006 stellten Dr. med. D._ sowie med. prakt.
E._ folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: 1. eine
rezidivierende depressive Störung (ICD-10: F33.11); 2. Asthma; 3. ein metabolisches
Syndrom; 4. Oedeme sowie 5. eine Fibromyalgie. Die Versicherte sei in ihrer
angestammten Tätigkeit seit 6. September 2006 (richtig: 2005) bis auf weiteres zu
100% arbeitsunfähig. Die Versicherte war in der Klinik vom 12. September bis 14.
Oktober 2005 hospitalisiert gewesen, weshalb die Klinikärzte bezüglich der aktuellen
Arbeitsfähigkeit eine Nachfrage bei den Nachbehandlern empfahlen (act. G 6.1.22).
A.b Am 14. Juni 2006 wurde die Versicherte im ABI (Aerztliches Begutachtungsinstitut
GmbH, Basel) internistisch, psychiatrisch und rheumatologisch untersucht und
begutachtet. Im Gutachten vom 25. August 2006 wurde folgende Diagnose mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt: ein chronisches zervikal- und
lumbalbetontes panvertebrales Schmerzsyndrom mit pseudoradikulärer Ausstrahlung
in die oberen sowie unteren Extremitäten (ICD-10: M53.8) mit/bei radiomorphologisch
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 3/14
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
deutlicher Osteochondrose sowie Spondylarthrose L5/S1, deutlicher
Wirbelsäulenfehlform/fehlhaltung (deutlich betonte Kyphosierung zervikothorakaler
Übergang, LWS-Lordosierung, diskrete s-förmige Skoliose) sowie ausgeprägter
Dysbalance mit/bei reaktiver Myogelose der Suboccipital- und Trapeziusmuskulatur
und deutlicher Abschwächung der abdominellen und rückenstabilisierenden
Muskelgruppen. Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit wurden
festgehalten: 1. eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4); 2. ein
Status nach mittelgradiger depressiver Episode (ICD-10: F32.1); 3. ein metabolisches
Syndrom mit/bei Adipositas permagna (BMI 43kg/m2; ICD-10: E66.0), arterieller
Hypertonie (ICD-10: I10), leicht erhöhtem HbA1c, Dyslipidämie (ICD-10: E78.2) und
Hyperurikämie (ICD-10: E79.0) sowie 4. ein obstruktives Schlafapnoe-Syndrom
(ICD-10: G47.3) mit/bei subjektiver Unverträglichkeit der CPAP-Therapie. Ihre
angestammte Tätigkeit als Reinigungskraft und Küchenhilfe sei der Versicherten aus
rheumatologischer Sicht nicht mehr zumutbar. Eine leichte wechselbelastende Tätigkeit
sei ihr unter gewissen Voraussetzungen zu 100% zumutbar. Im Haushalt sei eine
Reduktion der Arbeitsfähigkeit von 20% anzunehmen (act. G 6.1.26-14 ff.).
A.c Im "Abklärungsbericht Haushalt" vom 5. September 2006 wurde gestützt auf das
ABI-Gutachten eine Einschränkung von 20% für Haushaltarbeiten ermittelt (act. G
6.1.28-6).
A.d Mit Vorbescheid vom 7. November 2006 stellte die IV-Stelle der Versicherten bei
einem Invaliditätsgrad von 14.5% eine Abweisung ihres Rentenbegehrens in Aussicht
(act. G 6.1.32). Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Dr.
Roland Ilg, am 8. Dezember 2006 Einwand (act. G 6.1.33). Am 1. Februar 2007 reichte
der Vertreter der Versicherten einen Arztbericht von Dr. med. F._, innere Medizin/
Rheumatologie FMH, vom 20. Dezember 2006 ein. Darin stellte dieser folgende
Diagnosen: 1. ein chronisches lumbal-betontes Panvertebralsyndrom mit cervico-
brachialer und lumbospondylogener Komponente bds. bei schwerer Osteochondrose
L5/S1, Hyperlordose der LWS, muskulären Dysbalancen und Überlastung infolge der
Adipositas; 2. eine Fibromyalgie, DD anhaltende somatoforme Schmerzstörung; 3. eine
Fasciopathia plantaris links; 4. ein plantarer Fersensporn links; 5. eine Depression; 6.
eine Adipositas (BMI 44.5); 7. ein Schlaf-Apnoe-Syndrom; 8. eine arterielle Hypertonie;
9. eine Dyslipidämie sowie 10. Verdacht auf Lymphödeme Unterschenkel und Füsse.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 4/14
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Aus seiner Sicht bestehe in rheumatologischer Hinsicht eine Arbeitsunfähigkeit von
50%. Zudem bestünden seines Erachtens auch zumindest zeitweise recht ausgeprägte
depressive Verstimmungen. Ob diese keine Relevanz für die Arbeitsfähigkeit hätten,
wage er zu bezweifeln (act. G 6.1.35).
A.e Am 3. April 2007 nahm das ABI auf Aufforderung der IV-Stelle hin Stellung zu den
Einwänden des Vertreters der Versicherten sowie zu den von ihm eingereichten
Arztberichten. Es führte aus, es gebe keinen Grund, an der medizinisch-theoretischen
Arbeitsfähigkeit, wie sie von ihm gutachterlich ermittelt worden sei, etwas zu ändern
(act. G 6.1.38).
B.
Mit Verfügung vom 15. Mai 2007 weist die IV-Stelle das Rentenbegehren der
Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 14.5% ab (act. G 6.1.40).
C.
C.a Am 15. Juni 2007 erhebt der Vertreter der Versicherten Beschwerde und beantragt,
die angefochtene Verfügung sei aufzuheben. Es sei der Beschwerdeführerin eine ganze
Rente zuzusprechen. Eventualiter sei der Fall zur weiteren medizinischen und
beruflichen Abklärung zurückzuweisen und ein Gutachten inkl. psychiatrischer
Begutachtung einzuholen. Zudem beantragt er die unentgeltliche Prozessführung und
Rechtsverbeiständung. Zur Begründung bringt er im Wesentlichen vor, aufgrund des
Berichts von Dr. F._ sei aus rheumatologischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von
50% ausgewiesen. Sodann habe dieser den Verdacht auf eine psychiatrische Diagnose
geäussert. Der Einkommensvergleich sei unter Berücksichtigung des maximalen
Leidensabzugs von 25% durchzuführen. Zudem habe die Beschwerdegegnerin das
Ergebnis der schlafmedizinischen Untersuchung nicht miteinbezogen (act. G 1).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 30. August 2007 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung bringt sie im Wesentlichen vor, es
könne vorliegend auf das ABI-Gutachten abgestellt werden. Selbst den behandelnden
Ärzten sei aufgefallen, dass in der subjektiven Einschätzung der Beschwerdeführerin
eine Divergenz zu den objektivierbaren Beschwerden bestehe. Es stimme nicht, dass
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 5/14
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
das ABI die Situation der Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht zu wenig
gewürdigt habe. Sämtliche medizinischen Unterlagen zeigten, dass ihre Probleme in
dieser Hinsicht auf eine Überforderung zurückzuführen seien. Diese psychosoziale
Komponente sei jedoch aus Sicht der Invalidenversicherung grundsätzlich nicht
invalidisierend (act. G 6).
C.c Am 26. Oktober 2007 zieht der Vertreter der Beschwerdeführerin das Gesuch um
unentgeltliche Prozessführung zurück (act. G 11, 12).
C.d Mit Replik vom 7. Januar 2008 hält der Vertreter der Beschwerdeführerin unter
Verweis auf die Beschwerdeschrift an seinen Anträgen fest (act. G 15).

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil
in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei
der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V
467 E. 1), und weil bei der Beurteilung ferner auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses
der streitigen Verfügung eingetretenen Sachverhalt abzustellen ist (BGE 121 V 366
E. 1b), sind vorliegend die bis zum 31. Dezember 2007 geltenden materiellen
Bestimmungen anwendbar.
2.
2.1 Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit, es sei denn, eine versicherte Person sei vor dem Eintritt der
Gesundheitsbeeinträchtigung nicht erwerbstätig gewesen und es habe ihr auch nicht
zugemutet werden können, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. In diesem Fall gilt
gemäss Art. 8 Abs. 3 ATSG die Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
als Invalidität. Die Invalidität gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG wird durch einen
Einkommensvergleich ermittelt (Art. 16 ATSG). Die Methode zur Bemessung der
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 6/14
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
konkreten Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wird vom ATSG nicht
geregelt. Diese Lücke füllt Art. 28 Abs. 2 des IVG: Es ist darauf abzustellen, in
welchem Mass die betreffende Person behindert ist, sich im Aufgabenbereich zu
betätigen. Als Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen Person gelten insbesondere die
übliche Tätigkeit im Haushalt, die Erziehung der Kinder sowie gemeinnützige und
künstlerische Tätigkeiten (Art. 27 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV;
SR 831.201]). Die Bestimmung von Art. 28 Abs. 2 IVG regelt die so genannte
gemischte Methode der Invaliditätsbemessung bei Personen, die zum Teil erwerbstätig
und zum Teil im Aufgabenbereich tätig sind. In einem solchen "gemischten" Fall sind
der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich
festzulegen und der Invaliditätsgrad ist entsprechend der Behinderung in beiden
Bereichen zu bemessen. Ist bei einer Person, die nur zum Teil erwerbstätig ist,
anzunehmen, dass sie im Zeitpunkt der Prüfung des Rentenanspruchs ohne den
Gesundheitsschaden vollzeitlich erwerbstätig wäre, so ist die Invaliditätsbemessung
ausschliesslich nach den Grundsätzen für Erwerbstätige zu bemessen (Art. 27 IVV).
2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40% auf eine Viertelsrente.
2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von
Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel
eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Diese
Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen
Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht. Führen die im
Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes von Amtes wegen vorzunehmenden
Abklärungen den Versicherungsträger oder das Gericht bei umfassender, sorgfältiger,
bis
ter
bis
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 7/14
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
objektiver und inhaltsbezogener Beweiswürdigung (BGE 132 V 400 E. 4.1) zur
Überzeugung, ein bestimmter Sachverhalt sei überwiegend wahrscheinlich (BGE 126 V
360 E. 5b mit Hinweisen) und es könnten weitere Beweismassnahmen an diesem
feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern, so liegen im Verzicht auf die Abnahme
weiterer Beweise weder eine Verletzung der Untersuchungsmaxime noch eine
Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör (SVR 2001 IV Nr. 10 S. 28 E. 4b mit
Hinweisen).
2.4 Die Rechtsprechung hat es mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als
vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und
Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b). Das
im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholte Gutachten von externen
Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen
sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde
zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, besitzt bei der Beweiswürdigung volle
Beweiskraft, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise
sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb). Dies bedeutet nicht, dass Parteigutachten durch
den Umstand allein, dass sie von einer Partei eingeholt und in das Verfahren
eingebracht wurden, ohne weiteres minder beweiskräftig sind. Denn auch sie können
nützliche Äusserungen zum medizinischen Sachverhalt enthalten. Daraus folgt
wiederum nicht, dass sie den gleichen Rang wie ein vom Gericht oder vom
Sozialversicherer nach dem vorgegebenen Verfahrensrecht eingeholtes Gutachten
besitzen. Relevant werden sie nur, wenn ihre Aussagen die Auffassungen und
Schlussfolgerungen des förmlich bestellten Gutachtens in rechtserheblichen Fragen
derart zu erschüttern vermögen, dass davon abzuweichen wäre (BGE 125 V 351 E. 3c).
Was Berichte von Hausärzten angeht, so darf diesen nicht zum Vorneherein jede
Glaubwürdigkeit abgesprochen werden. Indes muss die Erfahrungstatsache
mitberücksichtigt werden, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre
auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten
aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc; Urteil des Bundesgerichts vom 21. Dezember
2005, 4P.254/2005, E. 4.2).
2.5 Für die Invaliditätsbemessung im Haushalt stellt der nach Massgabe der
Verwaltungsweisungen des BSV (Rz 3084 ff. des Kreisschreibens über Invalidität und
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 8/14
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH], Stand 1. Januar 2008) eingeholte
Abklärungsbericht im Haushalt eine geeignete und im Regelfall genügende Grundlage
dar. Für den Beweiswert eines Berichtes über die Abklärung im Haushalt einer
versicherten Person sind – analog zur Rechtsprechung betreffend die Beweiskraft von
Arztberichten – verschiedene Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der
Bericht von einer qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis von den örtlichen und
räumlichen Verhältnissen sowie den aus den medizinischen Diagnosen sich
ergebenden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der
versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der
Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel,
begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein
und in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft
dies alles zu, ist der Abklärungsbericht beweiskräftig (AHI 2003 S. 218 E. 2.3.2). Sofern
der Abklärungsbericht im Sinne der vorstehend genannten Rechtsprechung eine
zuverlässige Entscheidungsgrundlage darstellt, greift das Gericht in das Ermessen der
Abklärungsperson nur ein, wenn – etwa im Lichte der ärztlichen Stellungnahme zur
Arbeitsfähigkeit im Haushalt – klar feststellbare Fehleinschätzungen oder
Anhaltspunkte für die Unrichtigkeit der Abklärungsergebnisse (z.B. infolge von
Widersprüchlichkeiten) vorliegen (AHI 2003 S. 218 E. 2.3.2 mit Hinweis; Urteil des
Bundesgerichts vom 30. Oktober 2007, I 246/05, E. 5.2.1 mit Hinweisen).
3.
3.1 Von den Parteien unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall
zu 55% erwerbstätig und zu 45% im Haushalt tätig wäre. Die Ermittlung des
Invaliditätsgrades hat somit nach der gemischten Methode zu erfolgen. Nachfolgend
sind daher die Auswirkungen der gesundheitlichen Beeinträchtigung auf den Erwerbs-
und Aufgabenbereich zu ermitteln.
3.2 Die Beschwerdegegnerin stützt sich in erster Linie auf das ABI-Gutachten vom
25. August 2006 (act. G 6.1.26). Im Hinblick auf die Würdigung der medizinischen
Situation fällt ins Gewicht, dass dieses Gutachten auf eigenständigen interdisziplinären
Abklärungen, mithin auf allseitigen Untersuchungen beruht und damit für die streitigen
Belange umfassend ist. Die Vorakten wurden verwertet und die von der
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 9/14
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden berücksichtigt und gewürdigt. Das
Gutachten leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der
Beurteilung der medizinischen Situation ein, dies insbesondere auch durch die
Auseinandersetzung mit früheren, teilweise divergierenden ärztlichen Beurteilungen.
Vor diesem Hintergrund vermögen auch die darin enthaltenen Schlussfolgerungen,
namentlich die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit, zu überzeugen. Das ABI-Gutachten
erfüllt alle praxisgemässen Kriterien für beweiskräftige Gutachten (vgl. BGE 125 V 352
E. 3a), so dass grundsätzlich darauf abzustellen ist.
3.3 Was der Vertreter der Beschwerdeführerin gegen das ABI-Gutachten vorbringt,
vermag dieses nicht in erhebliche Zweifel zu ziehen.
3.3.1 Soweit sich der Vertreter der Beschwerdeführerin auf die Berichte von Dr. F._
beruft und geltend macht, diese seien nicht hinreichend berücksichtigt worden, kann
dem nicht gefolgt werden. In diagnostischer Hinsicht stimmen die Arztberichte von Dr.
F._ vom 24. Juni 2005 (act. G 6.1.7-11 ff.) und 20. Dezember 2006 (act. G 6.1.35)
sowie das ABI-Gutachten (act. G 6.1.26), was die rheumatologischen Befunde
anbelangt, im Grossen und Ganzen überein; Unterschiede bestehen jedoch in Bezug
auf die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin. Das ABI hat sich mit
den beiden Berichten von Dr. F._ ausdrücklich auseinandergesetzt.
So führte es in Bezug auf den Bericht vom 24. Juni 2005 aus, darin werde der
Beschwerdeführerin für alle Arbeiten eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert, dies im
Wesentlichen aufgrund der ausgeprägten lumbalen Beschwerden mit nachweisbarer
schwerer Osteochondrose. Sicherlich bestehe somatisch fassbar eine deutliche
Osteochondrose im Segment L5/S1. Trotz diesem pathologischen Befund imponiere
aber eine im Wesentlichen eher überdurchschnittlich gute Bewegungsfähigkeit der
LWS mit wiederholt objektivierbarem Finger-Bodenabstand von 0 cm (mit den Händen
flach auf dem Boden wiederholt geprüft). Diese Untersuchungsbefunde deckten sich
mit den Untersuchungen von Dr. F._ vom Juni 2005. Dementsprechend sei aus
seiner (des Gutachters) Sicht nicht nachvollziehbar, dass eine 50%ige
Arbeitsunfähigkeit für alle Tätigkeiten bestehen soll, wenn diese im Wesentlichen
aufgrund der Osteochondrose postuliert werde. Es müsse objektiv festgehalten
werden, dass eine deutliche Diskrepanz zwischen den subjektiven, zum Teil massivst
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 10/14
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
invalidisierenden und spontan exazerbierenden Beschwerden am Bewegungsapparat
und den somatisch objektiv nachvollziehbaren pathologischen Befunden bestehe.
Dementsprechend könne keine 50%ige Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten
postuliert werden, sondern es bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für eine definierte
adaptierte Tätigkeit (act. G 6.1.26-10).
Bezüglich des Arztberichts von Dr. F._ vom 20. Dezember 2006 führte das ABI aus,
darin mache er (Dr. F._) in etwa die gleiche Befunderhebung wie der ABI-
Rheumatologe einige Monate zuvor. Mit anderen Worten bestehe also die gleiche
Befundsituation wie zum Zeitpunkt des Gutachtens. Auch diagnostisch leite Dr. F._
daraus keine andere Diagnose ab als der ABI-Rheumatologe. Somit divergiere nur die
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit. Dr. F._ schreibe in seinem Bericht selber, er sei
sich bewusst, dass eine Fibromyalgie und eine somatoforme Schmerzstörung keine
Diagnosen seien, die eine Arbeitsunfähigkeit begründen könnten.
Muskelverspannungen und die degenerativen Veränderungen könnten jedoch
Schmerzen verursachen. Auch schliesse die gute Beweglichkeit stärkere Schmerzen
nicht aus. Darum sei eine Arbeitsunfähigkeit von 50% gerechtfertigt. Auch im
Gutachten sei nicht ausgeschlossen, dass ein gewisses Ausmass an Schmerzen auch
bei nicht erheblichen Befunden möglich sei. Im Rahmen dieser geringen
Befunderhebung, mit auch massiver Überlagerung wie dies in der polydisziplinären
Untersuchung durch den Beizug des psychiatrischen Gutachters noch viel besser
aufgezeigt werden könne, könne jedoch eine Aussage zur zumutbaren
Willensanstrengung gemacht werden, trotz empfundener Beschwerden einer Tätigkeit
nachzugehen. Notabene erachte es (das ABI) nur eine leichte adaptierte Tätigkeit als
zumutbar (act. G 6.1.38).
Diese Beurteilung des ABI ist nachvollziehbar und überzeugend. Es ist somit davon
auszugehen, dass die Beschwerdeführerin aus rheumatologischer Sicht für leichte
adaptierte Tätigkeiten zu 100% arbeitsfähig ist.
3.3.2 Auch der Einwand des Vertreters der Beschwerdeführerin, die
Beschwerdegegnerin habe das Ergebnis der schlafmedizinischen Untersuchung nicht
miteinbezogen, überzeugt nicht. Im ABI-Gutachen wird ein obstruktives Schlafapnoe-
Syndrom als Diagnose ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt. Auch Dr. B._
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 11/14
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
(act. G 6.1.10-1) und Dr. A._ (act. G 6.1.7-3) führten das Schlafapnoe-Syndrom als
Diagnose ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin an. Ebenso ist
dem Bericht von Dr. H._, Facharzt Pneumologie am interdisziplinären Zentrum für
Schlafmedizin am Kantonsspital St. Gallen vom 24. April 2005 nicht zu entnehmen,
dass das Schlafapnoe-Syndrom die Beschwerdeführerin in ihrer Arbeitsfähigkeit
einschränken würde (act. G 6.1.7-6 f.). Unter diesen Umständen ist nicht ersichtlich,
inwiefern die Beschwerdegegnerin diese Diagnose im Rahmen der Rentenverfügung
hätte miteinbeziehen müssen bzw. was das für einen Einfluss auf den Rentenanspruch
der Beschwerdeführerin haben sollte.
3.3.3 Schliesslich macht der Vertreter der Beschwerdeführerin geltend, bei ihr hätten
sich psychische Probleme entwickelt. Auch dieser Einwand ist unbehelflich, setzt sich
das ABI-Gutachten doch eingehend mit der psychiatrischen Situation der
Beschwerdeführerin auseinander. Die von ihr geklagten Beschwerden könnten
somatisch nicht vollständig objektiviert werden, so dass eine psychische Überlagerung
der geklagten Beschwerden angenommen werden müsse. Sie sei 2004 durch ihre
Berufstätigkeit und ihre Aufgaben als Hausfrau und Mutter von vier Kindern, das älteste
sei schon ausgezogen gewesen, überfordert gewesen. Mit Hilfe ihrer Beschwerden
habe sie vor sich und ihrer Umgebung die Rechtfertigung dafür, sich arbeitsunfähig
schreiben zu lassen und habe sich von dieser Überforderung befreien können.
Aufgrund der psychosozialen Belastungssituation könne daher die Diagnose einer
anhaltenden somatoformen Schmerzstörung gestellt werden. Die Beschwerden hätten
bei der Beschwerdeführerin zu einem erheblichen sekundären Krankheitsgewinn
geführt. Aufgrund einer Belastungssituation in der Familie habe sie an depressiven
Verstimmungen gelitten, in deren Verlauf sie auch vorübergehend suizidal gewesen und
vom 12. September bis 14. Oktober 2005 stationär behandelt worden sei. Diese
depressive Störung habe sich in der Zwischenzeit weitgehend zurückgebildet. Zum
jetzigen Zeitpunkt könne ausser der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung keine
weitere psychiatrische Diagnose gestellt werden. Immerhin weist der Gutachter auf
eine ungünstige Prognose hin (act. G 6.1.26-13 f.). Wieweit von einem erheblichen
sekundären Krankheitsgewinn auszugehen ist, mag fraglich sein, nachdem die
Beschwerdeführerin von ihren Angehörigen offenbar gerade nicht unterstützt wird, wie
im Abklärungsbericht aufscheint (act. G 6.1.28-12). Ob inzwischen erneut eine
erhebliche depressive Entwicklung stattgefunden hat, worauf Dr. H._ im Bericht vom
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 12/14
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
4. Juni 2007 hinweist (act. G 6.1.41), braucht indessen nicht näher abgeklärt zu
werden, weil einzig die Verhältnisse bis Verfügungserlass (15. Mai 2007) massgebend
sind. Mithin kann auch in psychiatrischer Hinsicht auf das ABI-Gutachten abgestellt
werden.
3.3.4 Nach dem Gesagten ist das ABI-Gutachten nicht zu beanstanden. Die
Beschwerdeführerin ist daher für leichte wechselbelastende Tätigkeiten unter
folgenden Voraussetzungen als zu 100% arbeitsfähig zu betrachten: Sie muss die
Arbeitsposition regelmässig wechseln können, das heisst, das längere Sitzen oder
Stehen ist zu vermeiden. Ebenso sind das repetitive Heben, Tragen und Stossen von
Lasten über 10 kg oder die Durchführung von stereotypen fliessbandähnlichen
Bewegungen, insbesondere verbunden mit häufigen Rotationsbewegungen im Bereich
der LWS, zu unterlassen. Auch Gehbelastungen, zum Beispiel das wiederholte
Zurücklegen von Treppensteigen, sind zu vermeiden (act. G 6.1.26-16).
3.4 Der Vertreter der Beschwerdeführerin macht ausserdem geltend, es sei ihr bei der
Bemessung des Invalideneinkommens der maximale Leidensabzug von 25% zu
gewähren. Die Beschwerdegegnerin hat ihr demgegenüber lediglich einen
Leidensabzug von 10% zugebilligt. Wie es sich damit verhält, kann vorliegend offen
bleiben, führt doch auch ein maximaler Leidensabzug von 25% im erwerblichen Teil
nicht zu einem rentenbegründenden Invaliditätsgrad, wie nachfolgend zu zeigen sein
wird.
3.5 Schliesslich beanstandet der Vertreter der Beschwerdeführerin die
Haushaltsabklärung.
3.5.1 Er bringt diesbezüglich vor, die Haushaltsabklärung habe unter ungünstigen
Bedingungen stattgefunden. Das habe dazu geführt, dass insbesondere bei
Fachbegriffen Verständnisschwierigkeiten aufgetreten seien, was das Resultat der
Abklärung verfälscht habe. Tatsächlich könne die Beschwerdeführerin nur noch leichte
Verrichtungen ausführen. Sie sei beispielsweise nicht mehr in der Lage, zu kochen,
einzukaufen, zu putzen und Betten zu machen. Im Bericht der Haushaltsabklärung
fehlten aber ganze Bereiche mit deren prozentualen Einschränkung.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 13/14
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
3.5.2 Dem "Abklärungsbericht Haushalt" vom 5. September 2006 sind - entgegen der
Auffassung des Vertreters der Beschwerdeführerin - keine
Verständigungsschwierigkeiten zu entnehmen, wurden doch die von der
Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden und Einschränkungen unter "Beginn und
Ausmass der Beschwerden" aufgeführt. Entsprechend geht aus dem Bericht hervor,
dass sich die Beschwerdeführerin, was den Haushalt anbelangt, im Umfang von
71.78% als behindert betrachtet. Welche Bereiche unberücksichtigt geblieben sein
sollen, ist nicht ersichtlich. So wurde lediglich der Bereich "Betreuung von Kindern oder
anderen Angehörigen" nicht miteinbezogen, doch ist dies angesichts des Alters der
Kinder (Jahrgang 1991 und älter) und der Aussage der Beschwerdeführerin, die Kinder
seien heute selbständig, kaum zu beanstanden (act. G 6.1.28). Ebenso wenig zu
beanstanden ist der Umstand, dass die Abklärungsperson bezüglich des Ausmasses
der Behinderung nicht unbesehen auf die Vorbringen der Beschwerdeführerin
abgestellt, sondern auch die entsprechende medizinische Beurteilung durch das ABI
berücksichtigt hat. Dieses hat der Beschwerdeführerin (sowohl vor als auch nach
Vorliegen des "Abklärungsberichts Haushalt" bzw. als Stellungnahme dazu) eine
Einschränkung im Haushalt von 20% attestiert (act. G 6.1.26-16, 6.1.38-2). Diese
Einschätzung vermag zu überzeugen, ist die Beschwerdeführerin doch für leichte
adaptierte Arbeiten voll arbeitsfähig, weshalb nicht einzusehen ist, weshalb sie leichtere
Tätigkeiten wie Kochen oder Kleineinkäufe nicht ausführen können sollte.
Behinderungen bestehen sicherlich bei schweren Putzarbeiten sowie beim
Grosseinkauf, doch wird dem mit einer zugestandenen Einschränkung von 20%
Rechnung getragen.
3.5.3 Nach dem Gesagten ist somit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin
im Haushalt zu 20% eingeschränkt ist.
3.6 Zusammengefasst ist die Beschwerdegegnerin somit zu Recht davon
ausgegangen, dass die Beschwerdeführerin in einer leichten adaptierten Tätigkeit zu
100% arbeitsfähig, im Haushalt demgegenüber zu 20% eingeschränkt ist. Ausgehend
von einer 55%igen Erwerbstätigkeit und 45%igen Tätigkeit im Haushalt spielt es daher
keine Rolle, ob der Beschwerdeführerin hierbei ein Leidensabzug von 10% oder von
25% gewährt wird. Im Haushaltbereich besteht bei einer 20%igen Einschränkung ein
gewichteter Teilinvaliditätsgrad von 9% (20% von 45% Haushaltbereich). Würde vom
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/14
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
höheren Leidensabzug ausgegangen, ergäbe sich ein gewichteter Teilinvaliditätsgrad
von 13.75% (25% von 55% Erwerbsanteil). Insgesamt ergäbe sich daraus ein
Invaliditätsgrad von höchstens 23% (9% + 13.75%).
4.
4.1 Im Sinne der obigen Ausführungen ist die Beschwerde abzuweisen.
4.2 Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist
das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1 IVG in der seit dem 1. Juli
2006 in Kraft stehenden Fassung) und ermessensweise auf Fr. 600.-- anzusetzen.
Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerdeführerin
aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist daran anzurechnen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG