Decision ID: 4cfd3c8e-6042-4784-8c58-3e95a62ac452
Year: 2011
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
H._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Stefan Müller-Furrer, St. Jakob Strasse 37,
9000 St. Gallen,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
vertreten durch Fürsprecherin Dr. iur. Marianne Sonder, Rossimattstrasse 17,
3074 Muri b. Bern,
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betreffend
Taggeldleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a H._, der seit dem 1. Juni 1997 wegen eines Rückenleidens eine Invalidenrente
der Suva auf der Basis eines Invaliditätsgrades von 30 % bezog (UV-act. II/137, II/162),
war als Gesellschafter der A._ bei der Suva unfallversichert, als er am 19. Juni 2006
beim Ausmessen einer Baustelle ausrutschte und in einen Treppenschacht stürzte,
wobei er mit den Armen auf einen Eisenträger aufschlug (UV-act. I/1). Im Bericht vom 6.
Juli 2006 diagnostizierten die Ärzte der Klinik für Orthopädische Chirurgie am
Kantonsspital St. Gallen eine undislozierte Fraktur des Tuberculum majus links, eine
Lumboischialgie rechts seit Sturz vom 19. Juni 2006 und einen Status nach
zweimaliger Rückenoperation lumbal (UV-act. I/3). Dr. med. B._, FMH für Allgemeine
Medizin, bescheinigte am 25. September 2006 eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit
(UV-act. I/13). Gestützt auf die in der Unfallmeldung gemachten Angaben (Monatslohn
von Fr. 5'670.-- x 13) richtete die Suva dem Versicherten vorerst ein Taggeld von Fr.
161.60 aus, welches sie mit Berechnung vom 10. Oktober 2006 unter Hinweis auf die
zwischenzeitlich eingegangenen Lohnabrechnungen auf Fr. 121.60 reduzierte (UV-act.
I/19). Am 12. Dezember 2006 wurde das Taggeld wieder auf den ursprünglichen Betrag
von Fr. 161.60 korrigiert (UV-act. I/28/1, I/30).
A.b Nach Durchführung von Operationen und ärztlichen Behandlungen beantragte der
Versicherte mit Eingaben seines Rechtsvertreters vom 23. und 25. September 2009
(rückwirkend und für die Zukunft) die Ausrichtung eines Taggeldes von Fr. 276.15 und
stellte eine Gesamtforderung von Fr. 134'085.65 (UV-act. I/130, I/133). Mit Verfügung
vom 29. September 2009 lehnte die Suva eine Erhöhung des Taggeldansatzes ab (UV-
act. I/134). Die gegen diese Verfügung erhobene Einsprache (UV-act. I/136) wies die
Suva mit Einspracheentscheid vom 10. Dezember 2009 ab (UV-act. I/146).
B.
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B.a Gegen diesen Entscheid erhob Rechtsanwalt lic. iur. Stefan Müller-Furrer, St.
Gallen, für den Versicherten mit Eingabe vom 25. Januar 2010 Beschwerde mit den
Anträgen, der Entscheid sei aufzuheben, es sei das Taggeld auf Fr. 276.15 festzulegen
und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, den Beschwerdeführer rückwirkend
mit Fr. 151'153.60 (berücksichtigt bis 31. Januar 2010) zuzüglich Zins zu 5 % seit
Fälligkeit der einzelnen Taggeldzahlungen zu entschädigen. Zur Begründung legte der
Rechtsvertreter unter anderem dar, der Beschwerdeführer sei zum Zeitpunkt des
Unfalls für zwei Firmen (A._, C._) gleichzeitig tätig gewesen. Die Taggelder seien
für beide Tätigkeiten separat zu berechnen und anschliessend zu addieren. Für die
Berechnung des Durchschnittslohns sei einerseits die effektive Dauer von lediglich zwei
Monaten zugrunde zu legen, da die Tätigkeit bei der A._ gemäss Schreiben vom 10.
Oktober 2006 effektiv vom 17. April bis 22. Juni 2006 gedauert habe. Anderseits habe
die Beschwerdegegnerin seit dem Unfall das Taggeld einzig anhand des Lohns von
Mai 2006 berechnet und ausbezahlt, und dieses damit als richtig anerkannt. Die
Beschwerdegegnerin habe der Taggeldberechnung die gesamte Arbeitsdauer vom 17.
April bis 18. Juni 2006 zugrunde gelegt und daraus gefolgert, dass es um eine Dauer
von drei Monaten gehe. Richtigerweise gehe es jedoch nur um zwei Monate, obwohl
drei Lohnzahlungen stattgefunden hätten. Hieraus ergebe sich ein Taggeld von Fr.
197.60. Nichtsdestotrotz erscheine die Berechnung mithilfe des Referenzlohns von Mai
2006 gerechtfertigt. Entgegen der Meinung der Beschwerdegegnerin komme Art. 23
Abs. 3 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV, SR 832.202) für den Lohn der
A._ nicht zur Anwendung, da dieser Lohn keinen starken Schwankungen unterliege.
Es ergebe sich ein Taggeld gestützt auf das Einkommen bei der A._ von Fr. 161.60
pro Tag. Gestützt auf das Einkommen aus der Tätigkeit bei der C._ für März, April
und Mai 2006 ergebe sich ein Taggeld von Fr. 227.65. Der Berechnungszeitraum von
zwölf Monaten stelle eine Obergrenze und keine Vorgabe dar. Vorliegend sei maximal
eine Ausdehnung auf 8 Monate (bis Oktober 2005 = Arbeitsbeginn bei der C._)
angebracht, da der Beschwerdeführer zuvor kein Einkommen habe erzielen können, da
er sich im Strafvollzug befunden habe. Dies ergäbe ein Taggeld von 162.31. Zusammen
ergebe sich daher - unabhängig davon, welche Berechnung für das Taggeld der KOF
Demontagen und Abbruch GmbH gewählt werde - das maximale Taggeld von Fr.
276.15.
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B.b In der Beschwerdeantwort vom 12. Mai 2010 beantragte Rechtsanwältin Dr.
Marianne Sonder, Muri, Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führte sie unter
anderem aus, wenn die Beschwerdegegnerin bei den unglaubwürdigen
Einkommenszahlen des Beschwerdeführers von einem Taggeld von Fr. 161.60
ausgehe, entspreche dies seinen Angaben in UV-act. I/1. Weitere Abklärungen würden
allenfalls zu einer reformatio in peius führen. Art. 23 Abs. 3 UVV ziele darauf, dort einen
Ausgleich zu schaffen, wo eine versicherte Person einen Unfall zufälligerweise in einer
Tief- oder gar Nichtlohnphase erleide. Vorliegend sei nicht von einem "Zufall"
auszugehen. Die Beschwerdegegnerin habe auf die Lohnangaben des
Beschwerdeführers abgestellt. Ferner sei erwiesen, dass der Beschwerdeführer
Versicherungsbetrug begangen habe. Alles in allem habe sich die Beschwerdegegnerin
sehr grosszügig gezeigt.
B.c Mit Replik vom 7. Juni 2010 bestätigte der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers seinen Standpunkt. Die Rechtsvertreterin der Beschwerdegegnerin
verzichtete auf die Einreichung einer Duplik.

Erwägungen:
1.
Streitig ist, auf welcher Lohnbasis das Unfalltaggeld des Beschwerdeführers zu
bemessen ist. Gemäss Art. 15 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG;
SR 832.20) werden Taggelder und Renten nach dem versicherten Verdienst bemessen
(Abs. 1). Als versicherter Verdienst gilt für die Bemessung der Taggelder der letzte vor
dem Unfall bezogene Lohn, für die Bemessung der Renten der innerhalb eines Jahres
vor dem Unfall bezogene Lohn (Abs. 2). Als versicherter Verdienst gilt im Regelfall der
nach dem Bundesgesetz über die AHV massgebende Lohn (Art. 22 Abs. 2 UVV).
Gestützt auf Art. 15 Abs. 3 UVG hat der Bundesrat in Art. 22 bis 24 UVV Bestimmungen
zum versicherten Verdienst erlassen. Art. 23 UVV enthält Bestimmungen über den
massgebenden Lohn für das Taggeld in Sonderfällen. Gemäss Art. 23 Abs. 3 UVV wird
auf einen angemessenen Durchschnittslohn pro Tag abgestellt, wenn der Versicherte
keine regelmässige Erwerbstätigkeit ausübt oder sein Lohn starken Schwankungen
unterliegt.
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2.
2.1 Der Beschwerdeführer gründete im Jahr 2003 die D._, welche nach dem
Konkurs im Jahr 2005 im Handelsregister gelöscht wurde. Von Januar bis Oktober
2005 befand er sich im Strafvollzug. Danach arbeitete er nach seinen Angaben "mal
hier und mal da" (UV-act. I/32, I/33). Die A._, deren Gesellschafter der
Beschwerdeführer ist, wurde am 27. April 2006 ins Handelsregister eingetragen. Sie ist
im Baubereich (insbesondere Bodenlegerarbeiten) tätig. Der Beschwerdeführer war in
der Unternehmung vor dem Unfall ausschliesslich auf dem Bau beschäftigt (UV-act. I/4,
I/11/2, I/24/1). Während auf der Unfallmeldung ein monatlicher Bruttolohn von Fr.
5'670.-- vermerkt wurde (UV-act. II/1), sind den Lohnabrechnungen der A._ für die
Zeit vor dem Unfall Bruttolöhne von Fr. 4'850.-- (April 2006), Fr. 5'670.-- (Mai 2006) und
Fr. 3'350.-- (Juni 2006; Fr. 5'670.-- pro Monat umgerechnet auf 13 Tage) zu entnehmen
(UV-act. I/16-18, I/41). Gestützt auf diese Lohnabrechnungen legte die
Beschwerdegegnerin das Taggeld am 10. Oktober 2006 neu auf Fr. 121.60 fest ([Fr.
4'850.-- + Fr. 5'670.-- + Fr. 3'350.--] : 3 Monate x 12 Monate : 365 Tage x 80 %).
Hierauf erklärte der Beschwerdeführer am 8. Dezember 2006, er habe im April 2006
weniger Geld aus dem Betrieb herausnehmen können, da dieser erst neu gegründet
worden sei. Im Mai 2006 sei dann der "normale" Bruttolohn von Fr. 5'670.-- zur
Auszahlung gelangt. Im Juni 2006 sei der Unfall passiert, weshalb er weniger Lohn (d.h.
nur für 13 Tage) erhalten habe. Als Folge davon korrigierte die Beschwerdegegnerin
das Taggeld wieder auf Fr. 161.60 (UV-act. I/28/1, I/30; vgl. auch UV-act. I/24/1).
Danach wurde bekannt, dass der Beschwerdeführer im Namen der E._ der C._ in
den Jahren 2005 und 2006 Arbeitsstunden in Rechnung gestellt hatte. Die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen ging diesbezüglich von einer
unselbständigen Erwerbstätigkeit des Beschwerdeführers für die C._ aus (vgl. UV-
act. I/104, I/120, I/121, II/125 Beilagen). Diese Tätigkeit nahm ihn soweit ersichtlich
vollzeitlich in Anspruch (vgl. UV-act. I/121b, I/125). Dennoch war er offenbar in der
Lage, in den Monaten April bis Juni 2006 der Tätigkeit bei der A._ ebenfalls
vollzeitlich (45 Stunden pro Woche; UV-act. I/1/1) nachzugehen. Daneben bezog er
noch eine 30 %-Unfallrente der Beschwerdegegnerin. Bei diesem Sachverhalt stellt
sich - wie die Beschwerdegegnerin zu Recht ausführt (act. G 7 S. 4) - die Frage, wie
sich dies alles vereinbaren liess. Deren Beantwortung (vgl. dazu Erklärungen des
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Beschwerdeführers in act. G 10 S. 3-5) bzw. abschliessende Klärung kann jedoch, wie
sich nachstehend ergeben wird, offenbleiben.
2.2 Art. 23 Abs. 3 UVV zielt darauf ab, dort einen Ausgleich zu schaffen, wo eine
versicherte Person einen Unfall zufälligerweise in einer Tief- oder gar Nichtlohnphase
erleidet. Das Kriterium der starken Lohnschwankungen ist erfüllt, wenn der Lohn vom
erzielten Umsatz oder anderen mehr oder weniger unbestimmten Faktoren abhängig ist
(vgl. die in BGE 128 V 298 Erw. 2b/aa und cc S. 300f erwähnte Rechtsprechung). Ob
die Voraussetzungen zur Anwendung dieser Sonderregelung erfüllt sind, ist mit Blick
auf dasjenige Arbeitsverhältnis zu beurteilen, in dem die versicherte Person im
Unfallzeitpunkt stand (RKUV 1997 Nr. U 274 S. 181ff Erw. 3b mit Hinweisen). Im hier zu
beurteilenden Fall liegen solche Umstände vor, schwankte das Erwerbseinkommen des
Beschwerdeführers nach Lage der Akten im Zeitverlauf doch ganz erheblich. So lagen
die von ihm - gemäss den unbestritten gebliebenen Abklärungsresultaten der
Beschwerdegegnerin - erzielten monatlichen Einkommen im Jahr vor dem Unfall
zwischen Fr. 2'960.-- (Dezember 2005) und Fr. 14'710.-- (aus zwei verschiedenen
Tätigkeiten im Mai 2006; vgl. UV-act. II/125 einschliesslich Beilagen). Die Bemessung
des massgebenden Lohns hat damit aufgrund von Art. 23 Abs. 3 UVV zu erfolgen.
Nach der Empfehlung der Ad-hoc-Kommission Schaden UVG Nr. 03/84 vom 18. Juli
1984, welche von den Unfallversicherern nach wie vor angewendet wird, ist bei
unregelmässig beschäftigten Personen für die Bemessung der Taggelder in der Regel
der Durchschnittslohn der letzten 3 Monate zu berücksichtigen. Bei sehr starken
Schwankungen kann laut Empfehlung der Zeitraum auf maximal 12 Monate
ausgedehnt werden.
2.3 Massgeblich für die Festlegung des angemessenen Durchschnittslohns sind die
Faktoren der konkret ausgeübten Anstellungsverhältnisse. Die Beschwerdegegnerin
berechnete im angefochtenen Entscheid den Durchschnittslohn für das Jahr vor dem
Unfall (19. Juni 2005 bis 18. Juni 2006) einerseits aufgrund des Verdienstes bei der
A._ in den drei Monaten unmittelbar vor dem Unfall (April bis Juni 2006) und
andererseits unter Anrechnung der letzten neun Monate des Anstellungsverhältnisses
bei der C._ (Oktober 2005 bis Juni 2006). In der Zeit vom 19. Juni 2005 bis
September 2005 befand sich der Beschwerdeführer im Strafvollzug und erzielte kein
Einkommen. Auf dieser Grundlage ermittelte sie einen Jahresverdienst von Fr.
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65'586.--, woraus sich ein Tagesverdienst von Fr. 143.75 ergab (UV-act. II/121, II/125
Beilagen, II/146 S. 6).
Der Beschwerdeführer lässt vorbringen, es seien für die Festlegung des angemessenen
Durchschnittslohns die drei Monate vor dem Unfall mit den Einkommen bei der C._
und der A._ zu berücksichtigen. Die aus den Einkommen resultierenden Taggelder
seien separat für beide Tätigkeiten zu berechnen und anschliessend zu addieren (act.
G 1 S. 5). Dazu ist festzuhalten, dass bei der vom Beschwerdeführer vorgeschlagenen
separaten Berechnung des Taggeldes für jedes Arbeitsverhältnis die hier massgebende
einkommensmässige Gesamtsituation bei der Festlegung des zugrunde zu legenden
Zeitraums keine Berücksichtigung fände. Eine getrennte Berechnung im erwähnten
Sinn hätte unter Umständen zur Folge, dass in der Frage des Vorliegens von
Einkommensschwankungen (Art. 23 Abs. 3 UVV) unzutreffende Schlussfolgerungen
gezogen würden. - Für die Bemessung des Taggeldes ist grundsätzlich der letzte vor
dem Unfall erzielte Lohn massgebend. Weil dieser Lohn die konkreten
Einkommensverhältnisse unter Umständen nicht zuverlässig abbildet, sieht Art. 23 Abs.
3 UVV eine Korrektur bei starken Lohnschwankungen vor. Eine derartige Korrektur ist
im Übrigen bei der Bemessung von Renten nicht vorgesehen, weil die für Renten
grundsätzlich massgebliche Bemessungsperiode von einem Jahr vom
Verordnungsgeber als genügend lang erachtet wird, um solche Schwankungen
aufzufangen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 24. Oktober 2008 i/S M.
[8C_330/2008] Erw. 4.3). In diesem Sinn sieht wie erwähnt auch die Empfehlung der
Ad-hoc-Kommission Schaden UVG Nr. 03/84 (angemessener Durchschnittslohn)
maximal eine Bemessungsperiode von 12 Monaten vor. Würde konkret lediglich der
Zeitraum der drei Monate vor dem Unfall berücksichtigt, ergäbe sich wegen der hier
zufälligerweise vorliegenden Einkommen aus zwei parallel ausgeübten Tätigkeiten ein
sehr hoher, über dem versicherten Maximum von Fr. 276.15 (Fr. 126'000.-- : 365 Tage
x 80 %) liegender versicherter Verdienst. Zweck von Art. 23 Abs. 3 UVV ist es jedoch
wie erwähnt gerade, solche Zufälligkeiten auszuschliessen. Eine Abweichung von der -
an sich sinnvollen - Regel der Zugrundelegung von drei Monaten vor dem Unfall
gemäss der Ad-hoc-Kommission Schaden UVG erscheint damit ohne weiteres
begründet. Eine versicherte Person soll nicht davon profitieren können, dass sie zur
Zeit des Unfalls bzw. in der Zeit davor vorübergehend ein hohes Einkommen erzielte
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(vgl. Urteil des Bundesgerichts [bis 31. Dezember 2006: Eidgenössisches
Versicherungsgericht, EVG] vom 20. September 2005 i/S Z., [U 152/04] Erw. 2.4.3).
2.4 Die geschilderte Berechnungsweise der Beschwerdegegnerin unter
Berücksichtigung der dem Unfall vorangehenden 12 Monate mit im Verlauf stark
schwankenden Einkommen (vgl. UV-act. II/125 Beilagen), welche ein Taggeld von Fr.
143.75 (Fr. 65'586.--: 365 Tage x 80 %) ergab, trägt grundsätzlich den konkreten
Verhältnissen angemessen Rechnung. Dies umso mehr, als mit Blick auf das
Äquivalenzprinzip (Gleichgewicht von Versicherungsprämien und -leistungen; vgl. F.
Fischer, Problemfälle des versicherten Verdienstes gemäss UVG, in: Schaffhauser/
Schlauri [Hrsg.], Sozialversicherungsrechtstagung 2006, S. 153) auch kein Anlass
besteht, die einkommenslose Zeit des Strafvollzugs bei der Berechnung
auszuklammern.
Wenn die Beschwerdegegnerin dennoch das vorerst - ohne die erst später bekannt
gewordenen Einkommen bei der C._ - berechnete höhere Taggeld von Fr. 161.60 (Fr.
5'670.-- x 13 : 365 Tage x 80 %) auszurichten bereit ist, so geschieht dies jedenfalls
nicht zum Nachteil des Beschwerdeführers. Nachdem die Beschwerdegegnerin in
diesem Verfahren keine reformatio in peius beantragen lässt (sie gab lediglich zu
bedenken, dass weitere Abklärungen allenfalls zu einer solchen führen würden; act. G 7
S. 4), besteht für das Gericht kein Anlass, von sich aus auf den Taggeldbetrag von Fr.
161.60, welcher einem monatlichen Durchschnittseinkommen von Fr. 6'060.-- (Fr.
161.60 : 80 % x 100 % x 30 Tage) entspricht, zurückzukommen. Dies umso weniger,
als vorliegend - je nach Dauer des berücksichtigten Zeitraums - verschiedene
Berechnungsweisen denkbar sind, welche alle zu unterschiedlichen (über oder unter
Fr. 161.60 liegenden) Taggeldbeträgen führen würden. Die Einkommensverhältnisse im
Jahr vor dem Unfall zeigen sodann, dass mit Ausnahme des März 2006 und der
Monate April bis Juni 2006 (mit Einkommen aus zwei Arbeitsverhältnissen) die
monatlichen Einkommen durchwegs unter dem Betrag von Fr. 6'060.-- lagen (UV-act.
II/125). Weil im vorliegenden Fall die Erwerbseinkommen aus den konkreten
Arbeitsverhältnissen im Jahr vor dem Unfall grundsätzlich bekannt sind, erübrigt sich
der Beizug von Branchenlöhnen (vgl. Urteil 8C_330/2008, a.a.O., Erw. 4.4) oder von
statistischen Werten. Immerhin ist jedoch im Sinn eines Vergleichs darauf hinzuweisen,
dass gemäss der Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik 2006 im
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Bausektor von Männern im Niveau 3 ein monatliches Salär von Fr. 5'422.-- (bei 40
Wochenstunden) bzw. Fr. 5'652.-- (bei 41.7 betriebsüblichen Wochenstunden) erzielt
wurde. Bei 45 Wochenstunden, wie sie in der Unfallmeldung aufgeführt wurden (UV-
act. I/1), ergäbe sich ein Einkommen im Bereich von gut 6'000.-- Franken. Die
Festlegung des Taggelds auf Fr. 161.60 ist damit unter Würdigung der gesamten
Umstände nicht zu beanstanden.
3.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten
sind nicht zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG