Decision ID: b742e13b-e047-49ae-9f59-2ef4707a460f
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1937,
ist im Bereich
Sanitär-
und
Heizungsin
stallationen
unternehmerisch
tätig (
Urk.
1 S. 1,
Urk.
7/
1
7/
1).
Mit Steuermeldung
vom
3.
Dezember 2013 meldete das Kantonale Steueramt Zürich der
Sozialversiche
rungsanstalt
des Kantons Zürich, Au
sgleichskasse
, dass der Versicherte im Jahr 2009 aus dem Gewinn der Überbauung „
Y._
“ ein Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit von
Fr.
205‘568.-- erzielt habe (
Urk.
7/4). Gestützt darauf setzte die Ausgleichskasse die vom Versicherten für das Beitragsjahr 2009 zu leistenden Beiträge auf
Fr.
20‘401.20 (inkl. Ver
waltungskosten) fest (
Urk.
7
/8). Dagegen liess der Versi
cherte am
5.
No
vember 2014 Einsprache erheben und gelten
d
machen, dass die Aufrechnung der AHV/IV/EO-Beiträge zu Unrecht erfolgt sei, da
er
zuvor keine Sozialver
sicherungsbeiträge abgezogen habe (
Urk.
7/
9). Hernach erliess die
Ausgleichs
kasse
am 2
8.
November 2014 eine neue Nachtragsverfügung
,
mit welcher sie die persön
lichen Beiträge des Versicherten gestützt auf ein beitrags
pflicht
ig
es Einkommen von gerundet
Fr.
188‘700.--
(reines Einkommen aus selbständiger Erwerbs
tätig
keit 2009 von Fr. 205‘568.-- abzüglich Freibetrag für
AHV-Alters
rentner
Fr. 16‘800.--) auf Fr. 18‘464.40 (inkl. Verwaltungskosten) bemass (Urk.
7/15)
.
Der Versicherte wandte sich mit Eingabe vom 1
4.
Dezember 2014
(
Urk.
7/16
)
a
n das
hiesige Gericht. Die Einzelrichterin trat darauf mit Verfügung vom 2
2.
Januar 2015 nicht ein, da der Versicherte
mit dieser Eingabe nicht
Be
schwerde, son
dern Einsprache gegen
die Nachtragsverfügung vom 2
8.
Novem
ber 2014 (
Urk. 7/15
) erhoben habe, und überwies die Sache an die
Ausgleichs
kasse
zur Behandlung der Einsprache (
Urk. 7/16
)
.
In der Folge wies die
Ausgleichskasse
die Einsprache
mit
E
ntscheid vom
4.
August 2015 ab (
Urk.
2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom
4.
August 2015 erhob
X._
am 1
3.
August 2015 Beschwerde und beantragte dessen Aufhebung (
Urk.
1).
Mit Beschwerdeantwort vom 1
5.
September 2015 beantragte die
Be
schwerdegegnerin
Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6, unter Beilage der
Kassen
akten
[
Urk.
7/1-21
]), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 16. Sep
tember 2015 zur Kenntnis gebracht wurde
(
Urk.
8)
.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Vom Einkommen aus selbst
ändiger Erwerbstätigkeit werden Beiträge erhoben
(Art. 3
und 8 f.
des
Bundesgesetz
es
über die Alters- und
Hinterlassenenver
siche
rung
[AHVG]; Art. 2 und 3 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG];
Art.
26 und 27 Bundesgesetz
es
über den Erwerbsersatz für
Dienst
leisten
de
und bei Mutterschaft [
EOG
]).
Die Teilhaber von Kollektiv- und Kommanditgesellschaften sowie von anderen auf einen Erwerbszweck gerichteten
Personengesamtheiten
ohne juristische Persönlichkeit haben die Beiträge von ihrem Anteil am Einkommen der
Perso
nengesamtheit
zu entrichten (
Art.
20
Abs.
3 der
Verordnung über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
[
AHVV
]
)
.
1.2
Gemäss Art. 22 AHVV werden die Beiträge vom Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit für jedes Beitragsjahr festgesetzt, wobei das Kalenderjahr als Beitragsjahr gilt. Die Beiträge bemessen sich aufgrund des im Beitragsjahr tat
sächlich erzielten Erwerbseinkommens und des am 31. Dezember im Betrieb investierten Eigenkapitals.
1.
3
Nach Art. 23 Abs. 1 AHVV obliegt es in der Regel den Steuerbehörden, das für die Bemessung der Beiträge
Selbständigerwerbender
massgebende
Erwerbsein
kommen
aufgrund der rechtskräftigen Veranlagung für die direkte Bundessteuer und das im Betrieb investierte Eigenkapital aufgrund der entsprechenden rechtskräftigen kantonalen Veranlagung unter Berück
sich
tigung der interkanto
nalen Repartitionswerte zu ermitteln. Die Angaben der Steuerbehörden hierüber sind für die Ausgleichskassen verbindlich (Art. 23 Abs. 4 AHVV).
Nach der Rechtsprechung begründet jede rechtskräftige Steuerveranlagung die nur mit Tatsachen widerlegbare Vermutung, dass sie der Wirklichkeit ent
spre
che. Da die Ausgleichskassen an die Angaben der Steuerbehörden gebunden sind und das Sozialversicherungsgericht grundsätzlich nur die Kassenverfügung auf ihre Gesetzmässigkeit zu überprüfen hat, darf das Gericht von rechtskräfti
gen Steuertaxationen bloss dann abweichen, wenn diese klar ausge
wiesene Irr
tümer enthalten, die ohne weiteres richtig gestellt werden können, oder wenn sachliche Umstände gewürdigt werden müssen, die steuerrechtlich belanglos, sozialversicherungsrechtlich aber bedeutsam sind. Blosse Zweifel an der Rich
tigkeit einer Steuertaxation genügen
hiezu
nicht; denn die ordentliche
Einkom
mensermittlung
obliegt den Steuerbehörden, in deren Aufgabenkreis das Sozial
versicherungsgericht nicht mit eigenen Veranlagungsmassnahmen einzugreifen hat. Die
selbständigerwerbenden
Versicherten haben demnach ihre Rechte, auch im Hinblick auf die AHV-rechtliche Beitragspflicht, in erster Linie im
Steuerjus
tizverfahren
zu wahren (BGE 110 V 83 E. 4 und 370 f., 106 V 129 E. 1, 102
V
27 E. 3a; AHI 1997 S. 25 E. 2b mit Hinweis).
2.
Gemäss der Berechnungsmitte
i
lung des Kantonalen Steueramtes Zürich hat der Beschwerdeführer in der Steuerperiode 2009 aus selbständigem Nebenerwerb Einkünfte von Fr. 205‘568.-- erzielt. Diese bestehen in seinem Anteil (1/4) am
aus
der Überbauung „
Y._
“
resultierenden Gewinn
im Betrag von total
Fr.
822‘272.-- (Berechnungsmitteilung vom 1
8.
Oktober 2011 mit Hinweis auf die Veranlagungsentscheide vom 2
6.
August 2010 [
Urk.
3
]
).
Den Ausführungen des Beschwerdeführers lässt sich sodann entneh
men, dass er sich
zur Realisie
rung
der
Überbauung an einem Baukonsortium beteiligt ha
t
(
Urk.
1 S. 1)
.
Mit seinen
Einwendungen
gegen die
Beitragserhebung
dringt der Beschwerdeführer
jedoch
nicht durch. Aufgrund seine
r
Ausführun
gen, wonach er selbst im Bereich Sanitär- und Heizungsinstallationen tätig
sei
und
durch
die
Beteiligung
am Konsortium Aufträge für sein Unternehmen habe generieren können, er für die Baustelle unter anderem Pläne und Offerten erstellt, die Baustelle besichtigt und an Sitzungen teilgenommen, und für den Bau insgesamt „ca. 500 Stunden“ aufgewendet habe, sowie aufgrund des Umstandes, dass das Vorhaben auf Gewinn gerichtet war, welche
n
de
r
Beschwerdeführer umgehend in ein weiteres Bauprojekt investiert habe (
Urk.
1 S. 1-2,
Urk.
7/17/1), ist vielmehr von
einer auf Erwerb ausgerichteten Tätigkeit und nicht blosser Vermögensverwaltung auszugehen (vgl. ZAK 1984 S. 224 E. 2a-b)
. Damit hat die
Beschwerdegegnerin zu Recht persönliche Beiträge aus selbständiger N
ebenerwerbstätigkeit erhoben
.
Alsdann lässt sich d
er Steuerer
klärung 2009 des
im Haupterwerb in unselbstän
diger Stellung tätigen
Be
schwerdeführers nicht ent
nehmen, dass er im
Steuer
verfahren
einen AHV/IV/EO-Abzug vorgenommen hätte (
Urk.
7/
12
/
3). Es ist mithin nicht zu beanstanden,
dass
die Beschwerdegegnerin davon
ausgegangen
ist
, dass es sich beim vom Kantonalen Steueramt Zürich gemeldeten Einkom
men um ein Netto
einkommen gehandelt hat
und mit Nachtragsverfügung vom 28.
November 2014
(
Urk.
7/15) keine Aufrechnung von AHV/IV/EO-Beiträgen vorgenom
men hat (vgl. Art. 9 Abs. 4 AHVG; BGE 139 V 537)
.
Zu keinen Beanstandungen Anlass gibt ferner, dass die Beschwerdegegnerin mit Nachtragsverfügung vom 2
8.
November 2014
(
Urk.
7/15)
den sog. Rentnerfreibetrag (vgl.
Art.
6
quater
Abs.
2 AHVV) abgezogen hat. Wohl
arbeitet
der Beschwerdeführer im
Haupter
werb
in unselbständiger Stellung
(
Urk.
7/
12
/2)
und aus den Akten geht nicht hervor, ob dort bereits ein Rentnerfreibetrag
berücksichtigt wurde. Der
Rent
ner
freibetrag
kann jedoch für jede ausgeübte Tätigkeit gewährt werden (vgl. ZAK 1984 S. 29 E. 2b;
Rz
. 1004 des
Kreis
schreibens
des Bundesamtes für Sozial
versicherungen über die Beitragspflicht der Erwerbstätigen im Rentenalter in der AHV, IV und EO, Stand
1.
Januar 2016).
Demnach erweist sich der angefochtene
Einspracheentscheid
vom 5. August 2015 (Urk. 2) als rechtens, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.