Decision ID: 83ff6ada-d8f1-54e2-a891-720af3a88197
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
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A.- Mit Vereinbarung vom 27. Juli/22. August 2005 verpflichtete sich X. gegenüber der
politischen Gemeinde A., den widerrechtlich auf seinem Grundstück Nr. 57XX
bestehenden Holzschopf Vers.-Nr. 55XX abzubrechen. Unter Hinweis auf diese
innerhalb von acht Monaten zu erfüllende Verpflichtung wurde am 21. Oktober 2005
der Bau eines Carports auf dem ebenfalls X. gehörenden Grundstück Nr. 18XX
bewilligt.
Nachdem im November 2006 festgestellt worden war, dass der Holzschopf noch nicht
abgebrochen, sondern vielmehr mit dem neu errichteten Carport baulich eng
verbunden worden war, brachte X. vor, das Grundstück Nr. 18XX sei mittlerweile
verkauft worden und er sei für den Unterhalt des Grundstücks Nr. 57XX auf den Schopf
angewiesen. Da beide Grundstücke in der Landwirtschaftszone liegen, prüfte das
kantonale Amt für Raumentwicklung die Möglichkeit einer Zustimmung zur
nachträglichen Bewilligung. Die Behörde kam am 30. April 2007 zum Schluss, eine
Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes sei unumgänglich.
Am 9. Juli 2007 ordnete der Stadtrat A. deshalb an, bis 31. August 2007 sei entweder
ein ordentliches Baugesuch einzureichen oder das Gebäude abzubrechen. Nach
unbenütztem Ablauf der Frist werde bezüglich des Abbruchs die Ersatzvornahme
angeordnet. Die Verfügung wurde unangefochten rechtskräftig.
B.- Der Stadtrat A. ordnete am 7. Dezember 2009 den Abbruch des Holzschopfes
durch Mitarbeiter des Unterhaltsdienstes 30 Tage nach Rechtskraft der Verfügung auf
Kosten von X. an. Er wies auf die nach einem Abbruch gefährdete Statik des mit dem
Schopf zusammengebauten Carports hin und verpflichtete X. zur Bezahlung der
Kosten im Zusammenhang mit dessen Sicherung. Die Verfügung wurde rechtskräftig,
nachdem das Baudepartement den dagegen erhobenen Rekurs mangels Leistung des
Kostenvorschusses am 25. Januar 2010 abgeschrieben hatte.
Am 19. Februar 2010 teilte X. dem Bauamt A. mit, die Wände seien mittlerweile
abgebrochen worden und das Dach werde im Frühling entfernt. Der Stadtrat forderte X.
am 15. April 2010 auf, den Holzschopf vollständig abzubrechen. X. vertrat dazu am
23. April 2010 die Auffassung, er habe die Baute, soweit sie in seinem Eigentum
gestanden sei, vollständig und fristgerecht durch einen Fachmann abbrechen lassen.
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Das Bauamt A. hielt dazu am 20. Mai 2010 fest, das noch bestehende Vordach – etwa
die Hälfte des Daches des Holzschopfes – sei nicht mit dem Carport bewilligt worden,
sondern Bestandteil der zu entfernenden Baute. Werde der Rest der Baute nicht innert
fünf Tagen beseitigt, werde die Stadt A. entsprechend der Verfügung vom 7. Dezember
2009 den Abbruch vornehmen. X. machte am 3. Juni 2010 geltend, das Vordach des
Carports auf der Wetterseite sei identisch mit dem Dach des Holzschopfes. Das Dach
des Carports reiche nicht bis zu dessen westlichem Ende. Ohne das Vordach würde
Wasser in den Carport eindringen und die Holzkonstruktion innert kurzer Zeit zerstören.
C.- Das Bauamt A. beseitigte den verbliebenen Teil des Daches des Holzschopfes am
16. Juni 2010 und teilte X. am 30. Juni 2010 mit, es sei nichts dagegen einzuwenden,
das Dach des Carports gegen Westen mit einem kleinen, auskragenden und
selbsttragenden Vordach zu ergänzen. X. forderte die Stadt A. am 6. Juli 2010 auf, auf
eigene Kosten ein Vordach zu erstellen und für die mit dem nicht angekündigten und
unsachgemässen Abbruch verursachten Schäden am Carport und dem ungeschützt
zurückgelassenen Material aufzukommen.
Gestützt auf den Beschluss des Stadtrates A. vom 23. August 2010 (versandt am
27. August 2010) erhob die Bauverwaltung A. mit Rechnung Nr. 41.239/2010 vom
27. August 2010 – anstelle der angefochtenen Rechnung Nr. 621.123/2010 vom 26. Juli
2010 – bei X. die Kosten des Abbruchs in der Höhe von Fr. 143.60. Dagegen erhob X.
am 15. September 2010 Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission. Das Verfahren
wurde am 20. Oktober 2010 abgeschrieben, nachdem X. den Kostenvorschuss nicht
geleistet hatte (VRKE I/2-2010/84 vom 20. Oktober 2010).
Am 25. Januar 2011 machte X. gegenüber dem Stadtrat A. eine
Schadenersatzforderung von Fr. 13'985.-- geltend mit der Begründung, der
Unterhaltsdienst des Bauamtes habe das Dach materiell – unsachgemäss – und formell
– ohne kurzfristige Anzeige – rechtswidrig abgebrochen. Gleichzeitig verlangte er den
Widerruf der Rechnung vom 26. Juli 2010 über Fr. 143.60. Die Eigentümerin des
Grundstückes Nr. 18XX machte am 14. März 2011 gegenüber der Stadt A. Kosten zur
Sicherung des Carports von Fr. 1'800.-- geltend. Die Bauverwaltung A. beglich den
Betrag und nahm mit Rechnung Nr. 41.101/2011 vom 12. April 2011 Rückgriff auf X.
Gleichzeitig stellte sie ihm erneut die Kosten der Ersatzvornahme von Fr. 143.60 in
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Rechnung (Nr. 41.100/2011). Das dagegen erhobene Rechtsmittel wies der Stadtrat A.
am 2. April 2012 ab und auferlegte X. die amtlichen Kosten von Fr. 400.--.
D.- Gegen den Rechtsmittelentscheid des Stadtrates A. vom 2. April 2012 erhob X.
durch seinen Rechtsvertreter mit Eingabe vom 30. April 2012 und Ergänzung vom
29. Mai 2012 Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission mit dem Rechtsbegehren,
der angefochtene Entscheid und die Rechnungen Nrn. 41.100 und 101/2011 seien
unter Kosten- und Entschädigungsfolge aufzuheben.
Die Vorinstanz beantragte mit Vernehmlassung vom 22. Juni 2012 die Abweisung des
Rekurses.
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge wird,
soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Der Rekurs richtet
sich gegen den Entscheid der Vorinstanz vom 2. April 2012, welcher die Pflicht des
Rekurrenten zur Bezahlung der mit der Ersatzvornahme vom 16. Juni 2010
verbundenen Kosten bestätigte (vgl. Rechnungen vom 12. April 2011 Nrn. 41.100/2011
über Fr. 143.60 und 41.101/2011 über Fr. 1'800.--). Das Anfechtungsobjekt betrifft den
Entscheid der obersten Verwaltungsbehörde der politischen Gemeinde A. über eine
selbständige öffentlich-rechtliche Geldleistung im Sinn von Art. 41 lit. h Ziff. 5 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (sGS 951.1, abgekürzt: VRP; vgl. VRKE I/
2-2001/2 vom 10. Oktober 2001 E. 1). Der Entscheid wurde am 4. April 2012 versandt.
Der Rekurs vom 30. April 2012 ist unter Berücksichtigung der Gerichtsferien über
Ostern und des Fristenlaufs am Wochenende rechtzeitig eingereicht worden
(vgl. Art. 58 Abs. 1 und Art. 30 Abs. 1 VRP in Verbindung mit Art. 142 Abs. 3 und 145
Abs. 1 lit. a der Schweizerischen Zivilprozessordnung, SR 272). Er erfüllt in formeller
und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 45 und 48 VRP). Auf den
Rekurs ist dementsprechend einzutreten.
2.- Gegenstand des Verfahrens vor der Vorinstanz war unter anderem die Rechnung
Nr. 41.100/2011 vom 12. April 2011, mit welcher die politische Gemeinde A. die mit
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dem Abbruch des Daches eines Unterstandes auf dem Grundstück Nr. 57XX durch den
Unterhaltsdienst des Bauamtes verbundenen Kosten von Fr. 143.60 geltend machte.
Die Vorinstanz hat das Rechtsmittel in der Sache behandelt, obwohl diese Kosten
bereits Gegenstand einer früheren Rechnung (Nr. 41.239/2010 vom 27. August 2010
als Ersatz für die Rechnung Nr. 621.123/2010 vom 26. Juli 2010) war, die rechtskräftig
wurde, nachdem der dagegen bei der Verwaltungsrekurskommission erhobene Rekurs
mit Abschreibungsverfügung vom 20. Oktober 2010 erledigt worden war (vgl. VRKE I/
2-2010/84 vom 20. Oktober 2010). Die Kosten der Ersatzvornahme von Fr. 143.60
wurden damit im Jahr 2010 gegenüber dem Rekurrenten rechtskräftig veranlagt. Die
politische Gemeinde ist auf diese Veranlagung nicht zurückgekommen, indem sie die
Rechnung Nr. 621.123/2010 oder allenfalls die Rechnung Nr. 41.239/2010 widerrufen
hätte. Unter diesen Umständen stellt die Ausstellung der Rechnung Nr. 41.100/2012
vom 12. April 2011 eine blosse Inkassohandlung dar und die Vorinstanz hätte aufgrund
der Rechtsbeständigkeit der Veranlagung vom 26. Juli/27. August 2010 mangels
Anfechtungsobjekts das neuerliche Rechtsmittel in der Sache nicht behandeln dürfen
(vgl. dazu Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St. Gallen
2003, Rz. 1087). Dementsprechend erweist sich der Rekurs, soweit er die Kosten über
Fr. 143.60 betrifft, als unbegründet.
3.- Der Rekurrent lässt zunächst vorbringen, er sei der Abbruchverfügung vom
7. Dezember 2009, mit welcher sinngemäss auch die Ersatzvornahme angeordnet
worden sei, nachgekommen. Er habe im Frühjahr 2010 "den Holzschopf bis auf das
westliche Vordach des Carports entfernt". Die Leiterin des Bauamtes habe am 20. Mai
2010 mitgeteilt, dieses Vordach sei Bestandteil des Holzunterstandes und müsse innert
fünf Tagen entfernt werden, andernfalls die Unterhaltsdienste die Arbeiten durchführen
würden. Das dagegen beim Stadtrat am 3. Juni 2010 erhobene Rechtsmittel sei formell
nicht korrekt erledigt worden. Die Auffassung des Bauamtes und der Vorinstanz, es
habe sich beim Schreiben vom 20. Mai 2010 nicht um eine anfechtbare Verfügung
gehandelt gehe fehl, weil für die Verpflichtung, das umstrittene Vordach zu beseitigen,
eine neue Verfügung notwendig gewesen sei. Die Vorinstanz hält dem entgegen, das
Vordach sei Bestandteil des Holzschopfes gewesen und die Ersatzvornahme am
9. Dezember 2009 einschliesslich dieses Vordaches verfügt worden. Der Rekurrent
könne die notwendigen Sicherungsvorkehrungen nicht mit rechtswidrigen baulichen
Massnahmen treffen.
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Kommt der Pflichtige der Aufforderung der zuständigen Behörde zur Entfernung einer
Baute nicht nach, so kann die zuständige Behörde gestützt auf Art. 131 des Gesetzes
über die Raumplanung und das öffentliche Baurecht (sGS 731.1, abgekürzt: BauG) die
erforderlichen Massnahmen auf dessen Kosten ergreifen oder von einem Dritten
durchführen lassen (Abs. 1); wenn nicht Gefahr im Verzug liegt, muss die
Ersatzvornahme unter Ansetzung einer angemessenen Frist angedroht werden (Abs. 2).
Die baurechtliche entspricht inhaltlich der allgemeinen Regelung der Ersatzvornahme in
Art. 105 VRP. Da sich die Veranlagung mit den Kosten für die Ersatzvornahme an die
vorangegangenen – überprüften oder nicht angefochtenen – Verfahrensschritte zu
halten hat, können grundsätzlich allein Rügen betreffend die Kosten vorgebracht
werden. Die pflichtige Person kann monieren, bestimmte Kostenpositionen seien
ungerechtfertigt, nicht notwendig, oder die Rechnung eines Dritten sei übersetzt. Sie
kann auch die Höhe ihres Anteils bestreiten. Nicht Gegenstand des
Rechtsmittelverfahrens können demgegenüber Vorbringen gegen die rechtskräftige
Sach- und Androhungsverfügung sein. Falls der Ersatzhandlung jedoch beispielsweise
keine Androhung vorausging, ohne dass die Voraussetzungen für ein reduziertes
Einleitungsverfahren oder die unmittelbare Ersatzvornahme gegeben waren, muss
dieser Mangel im Rechtsmittel gegen die Kostenverfügung angefochten werden. Eine
fehlende Androhung kann zur Befreiung von der Kostentragungspflicht führen (vgl. Ch.
Ackermann Schwendener, Die klassische Ersatzvornahme als Vollstreckungsmittel des
Verwaltungsrechts, S. 172).
Am 22. August 2005 stimmte der Rekurrent der Verpflichtung zu, den widerrechtlich
erstellten Holzschopf innerhalb von acht Monaten nach Rechtskraft der am 21. Oktober
2005 erteilten Baubewilligung für den Carport zu beseitigen. In einer
raumplanungsrechtlichen Beurteilung teilte die zuständige kantonale Behörde am
30. April 2007 mit, für den Holzschopf könne keine nachträgliche Zustimmung zur
Bewilligung in Aussicht gestellt werden; eine Wiederherstellung des rechtmässigen
Zustandes sei unumgänglich. Mit rechtskräftiger Verfügung vom 9. Juli 2007 verfügte
die Vorinstanz – für den Fall, dass kein ordentliches Baugesuch eingereicht werde –
den Abbruch des Holzschopfes bis 31. August 2007 und drohte die Anordnung der
Ersatzvornahme im Unterlassungsfall an. Nachdem der Rekurrent weder der
Aufforderung, ein Baugesuch einzureichen, noch jener, den Holzschopf zu entfernen,
nachgekommen war, ordnete der Stadtrat A. mit Verfügung vom 7. Dezember 2009 die
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Entfernung des Holzunterstandes durch den Unterhaltsdienst des Bauamtes der
politischen Gemeinde dreissig Tage nach Rechtskraft an. Sowohl die
Abbruchverfügung als auch die Anordnung der Ersatzvornahme bezogen sich auf den
Holzschopf, der entgegen der Baubewilligung nicht auf dem Grundstück Nr. 18XX,
sondern auf dem Grundstück Nr. 57XX stand. Gleichzeitig wurde die Bewilligung zum
Bau eines Carports auf dem Grundstück Nr. 18XX erteilt. Unter diesen Umständen war
klar, dass der Carport statisch und funktional als selbständiges, vom Holzunterstand
unabhängiges Gebäude zu erstellen war. Die bauliche Verbindung kann deshalb nicht
als Begründung dafür herangezogen werden, den Begriff des Holzunterstandes, wie er
in der Anordnung der Ersatzvornahme vom 7. Dezember 2009 verwendet wurde, so zu
verstehen, dass davon lediglich die Wände, nicht aber tragende Elemente und das
Dach erfasst würden. Solange also noch ein Teil des Daches bestand, war weder der
Rekurrent seiner Abbruchverpflichtung vollumfänglich nachgekommen noch die am
9. Juli 2007 angedrohte und am 7. Dezember 2009 angeordnete Ersatzvornahme
abgeschlossen. Eine besondere Anordnung der Ersatzvornahme für die Beseitigung
des restlichen Daches war deshalb entgegen der Auffassung des Rekurrenten nicht
erforderlich.
Damit bestehen sowohl eine vollstreckbare Sachverfügung mit der Androhung der
Ersatzvornahme unter Ansetzung einer angemessenen Frist von acht Monaten zur
selbständigen Beseitigung des einfachen Holzschopfes durch den Rekurrenten selbst –
nämlich die rechtskräftige Abbruchverfügung vom 9. Juli 2007 – als auch eine
Anordnung der Ersatzvornahme, mit welcher im Ergebnis nochmals eine Frist von
dreissig Tagen zum selbständigen Handeln durch den Rekurrenten verbunden war –
nämlich die rechtskräftige Verfügung vom 7. Dezember 2009. Beide beziehen sich auf
den auf dem Grundstück Nr. 57XX erstellten Holzschopf insgesamt und damit
insbesondere auch auf dessen Dach.
4.- Der Rekurrent lässt zudem vorbringen, die Ersatzvornahme sei unnötig gewesen.
Der Unterhaltsdienst der politischen Gemeinde habe die Abdeckung des Carports auf
der Westseite mit einem neuen Dachteil ergänzt, anstelle des Vordaches die früher
offene Westseite fix verschalt und zur Verbesserung der Statik eine zusätzliche
Verstrebung angebracht. Diese Massnahmen seien seinen eigenen gleichwertig.
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Die vom Rekurrenten eingereichte Fotodokumentation erlaubt einen Vergleich mit dem
von ihm geschaffenen Zustand. Der vom Rekurrenten stehen gelassene Dachteil des
Holzschopfes würde eine Nutzung der auf dem Grundstück Nr. 57XX liegenden
überdachten Fläche als Unterstand erlauben. Eine solche überdachte Fläche bestand
im Übrigen bereits beim Holzschopf. Demgegenüber beschränkte sich die
Ersatzvornahme, wie in den entsprechenden Verfügungen der politischen Gemeinde A.
vorgesehen, auf die Stabilisierung des Carports und die Ergänzung des Daches gegen
Westen. Unter diesen Umständen erweist sich der durch den Rekurrenten
vorgenommene Abbruch als ungenügend und damit die Ersatzvornahme nicht als
unnötig.
5.- Des Weiteren lässt der Rekurrent vorbringen, die Ersatzvornahme vom 16. Juni
2010 sei widerrechtlich erfolgt, weil der genaue Zeitpunkt nicht – wie in der Anordnung
vom 7. Dezember 2009 vorgesehen – zwei bis drei Tage vorher bekannt gegeben
worden sei. Der Rekurrent sei darüber erst mit dem Protokollauszug vom 23. August
2010 orientiert worden. Da einzig die Kosten von Fr. 1'800.-- für die statische und
funktionale Sicherung des Carports zu beurteilen sind (vgl. dazu oben E. 2), ist zu
prüfen, ob die durch Dritte ausgeführte Ersatzvornahme genügend angezeigt worden
war.
Die fraglichen Arbeiten wurden erst rund ein Jahr nach dem Abbruch des
Holzunterstandes durch den Unterhaltsdienst des Bauamtes der politischen Gemeinde
vorgenommen. Der Rekurrent selbst hat die politische Gemeinde mit E-Mail vom 6. Juli
2010 aufgefordert, Statik und Funktionalität des Carports wiederherzustellen. Unter
diesen Umständen war es nicht erforderlich, die Behebung der mit dem ersatzlosen
Abbruch des Vordaches verursachten Schäden am Carport dem Rekurrenten
vorgängig anzuzeigen.
6.- Mit der Rechnung Nr. 41.101/2011 vom 12. April 2011 über Fr. 1'800.-- nimmt die
politische Gemeinde Rückgriff auf den Rekurrenten für Geldmittel, welche sie der
Eigentümerin für die Instandstellung des mit dem Unterstand zusammengebauten
Carports auf dem Nachbargrundstück zur Verfügung gestellt hat. Es handelt sich
dementsprechend nicht um Kosten der von der politischen Gemeinde A.
vorgenommenen Abbrucharbeiten. Der Veranlagung des Rekurrenten mit Kosten der
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Ersatzvornahme über Fr. 1'800.-- liegt eine Rechnung der Eigentümerin des
Nachbargrundstücks Nr. 18XX über denselben Betrag vom 12. November 2010
zugrunde. Sie machte geltend, der Abbruch des Daches des Holzunterstandes auf dem
Grundstück Nr. 57XX habe Statik und Funktionalität ihres Carports, der das Dach
teilweise mit dem Holzunterstand teilte, beeinträchtigt. Die Erhaltung des Carports
koste rund Fr. 1'800.--. Die politische Gemeinde A. hat diese Rechnung beglichen,
bevor die entsprechenden Arbeiten ausgeführt waren und Handwerkerrechnungen
dafür vorlagen. Indessen hat sie die Überwälzung der Kosten auf den Rekurrenten mit
dem Rechtsmittelentscheid vom 2. April 2012 erst bestätigt, nachdem die Arbeiten von
einer Drittperson ausgeführt worden waren und deren Rechnung vom 11. Oktober 2011
über Fr. 1'681.-- vorlag.
Die bei der Ersatzvornahme entstandenen Kosten sind von der Behörde darauf zu
überprüfen, ob sie vollumfänglich auf die pflichtige Person überwälzt werden können.
Dem Pflichtigen dürfen nämlich nicht alle, sondern nur jene Ausgaben überbunden
werden, die für eine zweckmässige Ersatzhandlung im Rahmen der üblichen Preise
auferlegt werden. Die Überwälzung nicht notwendiger oder unangemessener Kosten
verletzt den Grundsatz der Verhältnismässigkeit. Die Behörde muss allerdings keine
Sonderanstrengungen unternommen und sich nach der absolut preisgünstigsten
Variante zur Herstellung des rechtmässigen Zustands umgesehen haben. Zu den
unmittelbar mit der Ersatzvornahme verbundenen Kosten gehört unter anderem auch
der Verwaltungsaufwand, welcher den Behörden durch das pflichtwidrige Verhalten
erwachsen ist. Hinzu kommen die Auslagen für den von dritter Seite her erbrachten
Aufwand. Diese Rechnungen darf die Behörde nicht ungeprüft weiterbelasten, sondern
sie muss kontrollieren, ob der geltend gemachte Betrag dem tatsächlichen Aufwand
entspricht (vgl. Ackermann Schwendener, a.a.O., S. 94 ff.).
Im Rekurs wird nicht bestritten, dass der widerrechtlich auf dem Grundstück Nr. 57XX
erstellte Holzunterstand, dessen Abbruch mit dem Rekurrenten vereinbar war, baulich
mit dem nachträglich auf dem Nachbargrundstück Nr. 18XX rechtmässig erstellten
Carport derart verbunden worden war, dass ein vollständiger Abbruch des
Holzschopfes ohne Beeinträchtigung der Statik und der Funktionalität des Carports
nicht möglich war. Insoweit kann dem Unterhaltsdienst des Bauamtes der politischen
Gemeinde A. nicht vorgeworfen werden, er habe den Abbruch unsachgemäss
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vorgenommen. Vielmehr hat der Rekurrent, obwohl – wie er im Rekurs selbst ausführen
lässt – die Baubewilligung für den Carport von der Entfernung des Holzschopfes
abhängig gemacht wurde, eine Konstruktion ausführen lassen, welche die beiden
Gebäudeteile voneinander abhängig machten. Unter diesen Umständen kann der
Rekurrent nicht geltend machen, die Verpflichtung, auch das Dach des Holzschopfes
abzubrechen, sei unsinnig und nicht verhältnismässig, weil dadurch die funktionale und
statische Sicherheit des Carports nicht mehr gewährleistet sei. Die Entfernung des
Daches des Holzschopfes machte zwingend auch Arbeiten zur Erhaltung des Carports
erforderlich, welche nicht mehr die politische Gemeinde selbst erbrachte, sondern die
sie zur Erledigung dem – von der Eigentümerin des Grundstückes Nr. 18XX
beauftragten – Handwerker, welcher die beiden Gebäude erstellt hatte, überliess. Im
Rekurs wird nicht geltend gemacht, die von diesem Handwerker geltend gemachten
Kosten von Fr. 1'681.-- seien unverhältnismässig. Sie sind ausgewiesen und
erscheinen angesichts des nachvollziehbaren Material- und Arbeitsaufwandes
angemessen. Die Differenz von Fr. 319.-- zum Rechnungsbetrag von Fr. 1'800.-- lässt
sich ohne weiteres mit dem Verwaltungsaufwand, welcher den Behörden der
politischen Gemeinde A. im Zusammenhang mit der mehrfachen Androhung der
Ersatzvornahme entstanden ist, rechtfertigen.
7.- Der Rekurrent macht im Eventualstandpunkt schliesslich geltend, die Forderung von
Fr. 1'800.-- sei mit dem von ihm geltend gemachten Schadenersatz in der Höhe von
Fr. 13'985.-- zu verrechnen. Die Verrechnung von Geldforderungen setzt wie im
privaten auch im öffentlichen Recht die Fälligkeit insbesondere der Forderung des
Verrechnenden voraus (vgl. Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrechts,
6. Aufl. 2010, Rz. 801). Da über den Schadenersatz nicht entschieden und im
vorliegenden Verfahren auch nicht zu befinden ist, verfügt der Rekurrent seinerseits
nicht über eine verrechenbare Forderung.
8.- Zusammenfassend ergibt sich, dass der Rekurs abzuweisen ist.
9.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten dem Rekurrenten
aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'500.-- ist
angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der
Kostenvorschuss von Fr. 500.-- ist zu verrechnen.
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