Decision ID: 02a8b312-29b6-453c-a17d-b819a501e243
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BSTG
Chamber: CH_BSTG_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: penal_law

Sachverhalt:
A. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart führt ein Ermittlungsverfahren gegen den kanadischen Staatsangehörigen B. wegen gewerbsmässig versuchten . B. soll als Verantwortlicher der A. GmbH mit Sitz in Luzern seit  September 2017 versucht haben, Gewerbetreibende in Deutschland mit angeblich täuschenden Faxschreiben zum Abschluss eines  auf dem Internetportal C.net zu verleiten.
In diesem Zusammenhang sind die deutschen Behörden mit Rechtshilfeer-
suchen vom 5. Juni 2018 an die Schweiz gelangt und haben um  von B. als Beschuldigter (vgl. separates Verfahren RR.2019.357) und um Herausgabe von Bankunterlagen betreffend ein Konto IBAN 1 bei der Bank D. ersucht (Verfahrensakten Ordner Lasche 1 Urk. 2-4 = act. 1.3).
B. Nachdem das Bundesamt für Justiz (nachfolgend «BJ») mit Schreiben vom
18. Juni 2018 den Kanton Luzern zum Leitkanton im Sinne von Art. 79 Abs. 1 IRSG ernannt hatte, trat die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Luzern (nachfolgend «Oberstaatsanwaltschaft») mit Eintretensverfügung vom 2. Juli 2018 auf das Rechtshilfeersuchen ein und forderte die Bank D. auf,  das Konto IBAN 1 die Kontoeröffnungsunterlagen, Unterlagen, die  für den Zeitraum vom 1. September 2017 bis 23. Mai 2018 belegen, Korrespondenz sowie analoge Angaben über weitere von B. bei der Bank D. unterhaltene Konten sowie solche, für die er zeichnungsberechtigt sei, herauszugeben (Verfahrensakten Ordner Lasche 1 Urk. 1 und Lasche 2 Urk. 2 = act. 1.4 und 1.5).
C. Die Bank D. kam der Editionsaufforderung am 18. Juli 2018 nach und reichte
der Oberstaatsanwaltschaft diverse Bankunterlagen betreffend zwei Konten Nr. 2 und 3, beide lautend auf die A. GmbH, ein (Verfahrensakten Ordner Lasche 4 Urk. 1 ff.).
D. Mit Schreiben vom 10. Januar 2019 liess B., einzelzeichnungsberechtigter
Gesellschafter und Geschäftsführer der A. GmbH, der  mitteilen, dass der vereinfachen Herausgabe der Bankunterlagen nicht zugestimmt werde (Verfahrensakten Ordner Lasche 5 Urk. 8).
E. Mit zwei separaten Schlussverfügungen je vom 25. November 2019 verfügte
die Oberstaatsanwaltschaft die Herausgabe des polizeilichen Befragungs-
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protokolls vom 1 [recte 2]. Oktober 2018 samt Beilagen (vgl. separates  RR.2019.357) sowie die Herausgabe betreffend die obgenannten Konten (vgl. supra lit. C.), lautend auf die A. GmbH, bei der Bank D. an die deutschen Behörden (Verfahrensakten Lasche 6 Urk. 1 und 3).
F. Mit Eingabe vom 27. Dezember 2019 erhebt die A. GmbH gegen die
Schlussverfügung vom 25. November 2019, mit welcher die Herausgabe der bei der Bank D. edierten Unterlagen angeordnet wurde, Beschwerde. Sie beantragt die Aufhebung der Schlussverfügung vom 25. November 2019  die Rückgabe der Bankunterlagen an die A. GmbH (act. 1 S. 2).
G. Mit Eingabe vom 20. Januar 2020 beantragt das BJ, die Beschwerde sei
abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei (act. 8). Die  beantragt mit Beschwerdeantwort vom 7. Februar 2020 die  der Beschwerde (act. 9).
H. Die A. GmbH hält in ihrer Replik vom 6. März 2020 an den in der Beschwerde
gestellten Anträgen fest (act. 12), was dem BJ und der Staatsanwaltschaft des Kantons Luzern am 10. März 2020 zur Kenntnis gebracht wird (act. 13).
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten
wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen .

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung:
1. 1.1 Für die Rechtshilfe zwischen der Schweiz und Deutschland sind primär das
Europäische Übereinkommen vom 20. April 1959 über die Rechtshilfe in Strafsachen (EUeR; SR 0.351.1), das hierzu ergangene zweite  vom 8. November 2001 (ZPII EUeR; SR 0.351.12) sowie der Vertrag vom 13. November 1969 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Bundesrepublik Deutschland über die Ergänzung des EUeR und die Erleichterung seiner Anwendung (ZV EUeR; SR 0.351.913.61) massgebend. Ausserdem gelangen die Bestimmungen der Art. 48 ff. des Übereinkommens vom 19. Juni 1990 zur Durchführung des Übereinkommens von Schengen vom 14. Juni 1985 (Schengener Durchführungsübereinkommen, SDÜ; Abl.
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L 239 vom 22. September 2000, S. 19 – 62) zur Anwendung (TPF 2009 111 E. 1.2 S. 113).
1.2 Soweit diese Staatsverträge bestimmte Fragen nicht abschliessend regeln,
gelangen das Bundesgesetz vom 20. März 1981 (Rechtshilfegesetz, IRSG; SR 351.1) und die Verordnung vom 24. Februar 1982 über internationale Rechtshilfe in Strafsachen (Rechtshilfeverordnung, IRSV; SR 351.11) zur Anwendung (Art. 1 Abs. 1 lit. b IRSG). Das innerstaatliche Recht gelangt nach dem Günstigkeitsprinzip auch dann zur Anwendung, wenn dieses  Anforderungen an die Rechtshilfe stellt (BGE 142 IV 250 E. 3; 140 IV 123 E. 2 S. 126; 137 IV 33 E. 2.2.2 S. 40 f.). Vorbehalten bleibt die Wahrung der Menschenrechte (BGE 135 IV 212 E. 2.3; 123 II 595 E. 7c S. 617; TPF 2008 24 E. 1.1 S. 26). Auf Beschwerdeverfahren in internationalen Rechtshilfeangelegenheiten sind zudem die Bestimmungen des  vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (, VwVG; SR 172.021) anwendbar (Art. 39 Abs. 2 lit. b i.V.m. Art. 37 Abs. 2 lit. a Ziff. 1 StBOG), wenn das IRSG nichts anderes bestimmt (siehe Art. 12 Abs. 1 IRSG).
2. 2.1 Die Schlussverfügung der ausführenden kantonalen Behörde unterliegt der