Decision ID: ca2bc5ea-67cf-5c0e-aa94-b74915ad3a2b
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherter) war seit 1. September 2013 als Bauleiter
Hochbau bei B._ tätig und dadurch bei der Schweizerischen
Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen von Berufs- und
Nichtberufsunfällen sowie Berufskrankheiten versichert. Am 4. Mai 2017 meldete der
Arbeitgeber, dass der Versicherte am 30. Januar 2017 bei einem Schritt rückwärts über
aufgestapelte Paletten gestolpert und seitwärts, ohne sich mit den Armen auffangen/
abstützen zu können, umgefallen sei (Suva-act. 1). Mit Schreiben vom 10. Mai 2017
teilte die Suva mit, dass sie für die Folgen dieses Berufsunfalls die
Versicherungsleistungen übernehmen werde (Suva-act. 2).
A.a.
Die Erstbehandlung hatte am 3. Mai 2017 bei Dr. med. C._, Facharzt FMH für
Innere Medizin, stattgefunden. Dieser hatte ein zervikoradikuläres Syndrom HWS und
LWS nach Sturz diagnostiziert (Suva-act. 26-1). Bei zunehmenden Missempfindungen
lateral über dem rechten Arm bis zum Kleinfinger und Dysästhesien lateral am rechten
Oberschenkel und Unterschenkel war am 9. Mai 2017 ein Longspine MRI durchgeführt
worden (Suva-act. 5, 13). Dieses zeigte gemäss Bericht von Dr. med. D._, Facharzt
FMH für Orthopädische Chirurgie, vom 22. Juni 2017 (Untersuchung vom 21. Juni
2017) eine Osteochondrose L4/5, L5/S1 (beide Segmente höhengemindert), eine
Spondylarthrose, eine mässige Diskusprotrusion, eine Forameneinengung L5/S1
rechtsbetont und eine Forameneinengung C7/T1 mit möglicher Beeinträchtigung der
C8 Nervenwurzel rechts. Dr. D._ diagnostizierte eine Irritation C8 rechts und S1
rechts (Suva-act. 5). Mit Bericht vom 27. Juni 2017 (Untersuchung inklusive EMG/ENG
vom 12. Juni 2017) diagnostizierten die Ärztinnen der Klinik für Neurologie des
Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) einen klinischen Verdacht auf Radikulopathie C8
A.b.
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rechts und Radikulopathie L5 rechts. Differentialdiagnostisch sei auch an ein Sulcus
ulnaris Syndrom mit Symptomausweitung zu denken (Suva-act. 20).
Elektromyographisch ergab sich in der Folge nach einem weiteren Untersuch vom 27.
Juni 2017 indes kein Nachweis einer Radikulopathie C8 bzw. L5 rechts (vgl. Bericht
vom 17. Juli 2017 in Suva-act. 21).
Mit Beurteilung vom 30. Juli 2018 erachtete med. pract. E._, Chirurgie FMH,
Suva-Kreisarzt, bei Verneinung von objektivierbaren Unfallfolgen im Sinne von
zusätzlichen strukturellen Läsionen den Status quo sine spätestens Ende Juli 2017 als
erreicht (Suva-act. 28). Mit Verfügung vom 31. Juli 2018 schloss die Suva den Fall per
1. Juni 2018 ab und verneinte einen Anspruch auf weitere Versicherungsleistungen
(Suva-act. 32). Dagegen erhob der Versicherte Einsprache. Mit kreisärztlicher
Beurteilung vom 16. August 2018 kam med. pract. E._ erneut zum Schluss, dass der
Status quo sine bei vorübergehender Verschlimmerung eines Vorzustands spätestens
Ende Juli 2017 erreicht gewesen sei (Suva-act. 42).
A.c.
Am 31. August 2018 wurde ein weiteres MRI der HWS und LWS durchgeführt
(Suva-act. 46-6 f.). Dieses zeigte eine Osteochondrose L5/S1 mit Diskusprotrusion mit
Foraminalstenose L5/S1 beidseits, eine geringe Osteochondrose L4/5 mit
Deckplattenimpression LWK5 sowie Bodenplattenimpression LWK4, eine stationäre
Chondrose L3/4, eine nicht neural irritierende Diskusprotrusion L3/4 sowie eine
Facettengelenksdegeneration L3 bis S1 (Suva-act. 57-3). Am 7. Januar 2019 erfolgte
ein operativer Eingriff an der Lendenwirbelsäule (knöcherne Dekompression L4/5 und
L5/S1 rechts, Rezessotomie L5 rechts, Rezessotomie S1 rechts und Foraminotomie L5
rechts) in der Klinik F._, durch Dr. med. G._, Neurochirurgie FMH (Suva-act. 94 f.).
A.d.
Mit Entscheid vom 11. Juli 2019 wies die Suva die Einsprache ab (Suva-act. 53).
Das vom Versicherten angehobene Beschwerdeverfahren (Suva-act. 58) wurde vom
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit Verfügung vom 18. November 2019
abgeschrieben (Suva-act. 86), nachdem die Suva den Einspracheentscheid lite
pendente in Wiedererwägung gezogen und die Sache zur Durchführung weiterer
Abklärungen zurückgenommen hatte (Suva-act. 63).
A.e.
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Bei Hüft-, Oberschenkel- und Kniebeschwerden rechts erfolgten am 13. und 14.
August 2019 MRI-Untersuchungen dieser Körperregionen (Suva-act. 56-7 f.). Das MRI
des Beckens und der rechten Hüfte zeigte eine Cam-Morphologie mit umschriebener
bis 7 x 7 Millimeter messender osteochondraler Läsion kranioventral, degenerative
Ausfransungen und radiäre Einrisse des Limbus sowie eine moderate Coxarthrose. Das
MRI des Knies brachte einen geringfügigen Reizerguss, einen nicht dislozierten
horizontal verlaufenden, in die Basis und die Unterfläche einstrahlenden Riss des
Innenmeniskushinterhorns sowie eine moderate mediale Chondropathie zur Darstellung
(vgl. Bericht von Dr. med. H._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates, FMH, vom 9. September 2019, Orthopädie
I._, Suva-act. 57-3).
A.f.
Bei anhaltenden Schmerzen im rechten Arm und rechten Bein erfolgte am 3.
September 2019 ein MRI der rechten Schulter und des rechten Oberarms (Suva-act.
61-1). Am 23. September 2019 wurde der Versicherte durch Dr. med. J._, Neurologie
FMH, untersucht. Sie diagnostizierte unklare neurologische Ausfälle in der rechten
oberen und unteren Extremität nach Unfall. Dr. J._ führte aus, dass die
Elektrophysiologie keine Erklärung für die Beschwerden liefere. Klinisch würden
Läsionen der rechtsseitigen Nn. cutaneus antebrachii posterior, cutaneus femoris
lateralis und cutaneus surae lateralis bestehen. Unklar blieben die
Sensibilitätsstörungen ulnar rechts und am rechten Fuss. Die elektrophysiologisch
festgestellten Läsionen des N. peronaeus rechts und des N. medianus rechts im
Karpaltunnel würden die klinische Symptomatik höchstens teilweise erklären. Zum
sicheren Ausschluss relevanter bildgebender Läsionen empfahl Dr. J._ MRI-
Untersuchungen von Schädel, HWS, Becken und Plexus brachialis rechts (Suva-act.
88). Entsprechend erfolgten am 24. Oktober 2019 eine kranio-zerebrale
Kernspintomographie (Suva-act. 92-2) und am 25. Oktober 2019 ein MRI der oberen
Thoraxapertur mit Darstellung des Plexus brachialis (Suva-act. 87).
A.g.
Am 11. Februar 2020 gab med. pract. E._ eine weitere Beurteilung ab. Er kam
zum Schluss, dass sich an der HWS, an der Hüfte, am rechten Knie und am rechten
Oberschenkel keine Unfallfolgen zeigen würden. Das erwähnte Karpaltunnelsyndrom
und die neurologischen Auffälligkeiten könnten ebenfalls nicht dem Unfall vom 30.
Januar 2017 angelastet werden. Dieser habe zu keinen zusätzlichen strukturellen
A.h.
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B.
Mit Einsprache vom 12. März 2020 beantragte der Versicherte, vertreten durch
Rechtsanwalt MLaw Michael Walder, Kreuzlingen, die Aufhebung der Verfügung vom
13. Februar 2020. Dem Versicherten seien die ihm zustehenden Leistungen aus UVG
auszurichten. Eventualiter seien von der Suva weitere medizinische Abklärungen
vorzunehmen. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Suva
(Suva-act. 119). Am 29. Juni 2020 reichte der Versicherte persönlich eine
Einsprachebegründung ein (Suva-act. 128). Am 11. September 2020 wies die Suva die
Einsprache ab (Suva-act. 136).
C.
Läsionen, welche objektivierbar seien, geführt. Das Ereignis habe zu einer
vorübergehenden, nicht richtungsgebenden Verschlimmerung bei Prellung und
multiplen Vorzuständen geführt. Der Status quo sine sei nach allgemeiner
Lehrauffassung nach sechs Monaten erreicht (Suva-act. 112).
Mit Verfügung vom 13. Februar 2020 schloss die Suva den Fall per 1. Juni 2018 ab
und verneinte einen Anspruch auf weitere Versicherungsleistungen (Suva-act. 115).
A.i.
Gegen den Einspracheentscheid vom 11. September 2020 erhob der nicht mehr
anwaltlich vertretene Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 7. Oktober 2020
Beschwerde. Es seien ihm für die Folgen des Unfallereignisses vom 30. Januar 2017
auch über den 1. Juni 2018 hinaus die obligatorischen Versicherungsleistungen nach
UVG auszurichten. Es sei der Einspracheentscheid aufzuheben und die Angelegenheit
zu einer professionellen Abklärung an die Suva (nachfolgend: Beschwerdegegnerin)
zurückzuweisen. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der
Beschwerdegegnerin in vollem Umfang und ohne Abstriche. Für den Verzug der
Angelegenheit seien ein Schmerzensgeld nach Massgabe des Gerichts und eine
private Aufwandentschädigung zu entrichten (act. G 1).
C.a.
In der Beschwerdeantwort vom 9. November 2020 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde sowie die Bestätigung des
Einspracheentscheids (act. G 3).
C.b.
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Erwägungen
1.
Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens (zum Anfechtungsgegenstand
siehe BGE 131 V 164 f. E. 2.1) bildet der Einspracheentscheid vom 11. September
2020 (Suva-act. 136). Diesem liegt die Verfügung vom 13. Februar 2020 zugrunde
(Suva-act. 115). Sowohl in der Verfügung als auch im Einspracheentscheid hat die
Beschwerdegegnerin ausschliesslich darüber befunden, dass die
Beschwerdesymptomatik spätestens per Leistungseinstellungsdatum (1. Juni 2018)
nicht (mehr) in einem Kausalzusammenhang mit dem Unfallereignis vom 30. Januar
2017 stehe, womit ab diesem Zeitpunkt keine Leistungspflicht mehr bestehe. Einzig die
Klärung dieser Frage bildet damit Gegenstand der vorliegenden Beschwerde. Nicht
einzutreten ist auf den Einwand des Beschwerdeführers, dass es sich bei der
Beschwerdeproblematik auch um eine leistungsbegründende Berufskrankheit handeln
könne. Dazu hat die Beschwerdegegnerin (noch) nicht Stellung genommen. Wie die
Beschwerdegegnerin mit Eingabe vom 29. Januar 2021 richtig ausführte, steht es dem
Beschwerdeführer frei, um diesbezügliche Prüfung bei der Beschwerdegegnerin zu
ersuchen (act. G 7 S. 2). In Bezug auf den Antrag auf Schmerzensgeld (Genugtuung)
fehlt es schon an einer gesetzlichen Grundlage im Bundesgesetz über die
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20). Es handelt sich dabei um einen allfälligen
haftpflichtrechtlichen Anspruch, dessen Prüfung nicht in die sachliche Zuständigkeit
des Versicherungsgerichts fiele. Darauf ist damit auch nicht einzutreten.
2.
Am 7. Dezember 2020 reichte der Beschwerdeführer eine Stellungnahme ein,
worin er die Leistungsablehnung der Beschwerdegegnerin zusätzlich als
altersdiskriminierend rügte (act. G 5).
C.c.
Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine umfassende Duplik und hielt mit
Schreiben vom 29. Januar 2021 unverändert an ihrem Antrag auf Abweisung der
Beschwerde fest (act. G 7).
C.d.
Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie die Ausführungen in
den (medizinischen) Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.
C.e.
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Umstritten und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin aufgrund des Ereignisses
vom 30. Januar 2017 zu Recht die Versicherungsleistungen per 1. Juni 2018 eingestellt
hat.
Nach Art. 6 Abs. 1 UVG werden Leistungen der Unfallversicherung bei
Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz
nichts anderes bestimmt. Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der
Unfallversicherung bildet die Unfallkausalität, unabhängig vom Alter der versicherten
Person. Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers besteht demnach nur für
Gesundheitsschäden, die natürlich und adäquat kausal mit einem versicherten
Unfallereignis zusammenhängen (André Nabold, N 48 ff. zu Art. 6, in: Marc Hürzeler/
Ueli Kieser [Hrsg.], Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Kommentar zum
schweizerischen Sozialversicherungsrecht, 2018 [nachfolgend zitiert: KOSS UVG];
Irene Hofer, N 63 ff. zu Art. 6, in: Ghislaine Frésard-Fellay/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli
[Hrsg.], Unfallversicherungsgesetz, Basler Kommentar, 2019 [nachfolgend zitiert: BSK
UVG]; Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Bundesgesetz über die
Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, S. 53 ff.).
2.1.
Während es Aufgabe der Ärztin oder des Arztes ist, den natürlichen
Kausalzusammenhang zu beurteilen, obliegt es dem Gericht, die Frage nach dem
adäquaten Kausalzusammenhang zu beantworten (KOSS UVG-Nabold, N 53 zu Art. 6;
BSK UVG-Hofer, N 66 zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55, 88). Für die
Annahme unfallkausaler somatischer Restfolgen wird im Regelfall eine strukturelle
Läsion bzw. eine schlecht verheilte strukturelle Läsion als objektivierbares Korrelat
verlangt. Von organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen kann erst gesprochen
werden, wenn die erhobenen Befunde mit – wissenschaftlich anerkannten (BGE 134 V
231) – apparativen/bildgebenden Abklärungen (wie Röntgen, Computertomogramm,
MRI, Arthroskopie) bestätigt werden (Urteil des Bundesgerichts vom 28. Oktober 2009,
8C_216/2009, E. 2). Im Bereich dieser klar ausgewiesenen organischen Unfallfolgen
spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der aus dem natürlichen
Kausalzusammenhang sich ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine
Rolle (vgl. BGE 117 V 365 E. 5d/bb mit Hinweisen auf Lehre und Rechtsprechung; BGE
118 V 291 f. E. 3a). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend)
fassbar, bewirkt die Bejahung der natürlichen Kausalität nicht automatisch auch die
Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs. In diesen Fällen ist eine
eigenständige Adäquanzbeurteilung vorzunehmen (vgl. nebst vielen Urteil des
Bundesgerichts vom 29. Mai 2012, 8C_849/2011, E. 2). Wenn die Unfallkausalität
2.2.
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einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist, entfällt die
Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht mehr die natürliche
und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, Letzterer also nur noch und
ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder
der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat
(Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem
schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher
oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (vgl. Rumo-Jungo/Holzer,
a.a.O., S. 54). Der Unfallversicherer muss nicht den Nachweis unfallfremder Ursachen
erbringen. Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte Ursachen des
Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben, also dahingefallen sind
(Urteil des Bundesgerichts vom 13. Juni 2012, 8C_160/2012, E. 2 mit Hinweisen).
Dabei können medizinische Erfahrungssätze, zumindest soweit sie der herrschenden
Lehrmeinung entsprechen, berücksichtigt werden (Urteil des Bundesgerichts vom 11.
November 2008, 8C_346/2008, E. 3.2.1).
Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht.
Danach hat das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung
des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Die Verwaltung als verfügende Instanz
und – im Beschwerdefall – das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen
annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht
hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nichts Abweichendes vorsieht,
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse
Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht
(BGE 138 V 221 f. E. 6 mit Hinweisen). Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61
lit. c des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[ATSG; SR 830.1]). Danach haben die urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne
Bindung an förmliche Beweisregeln sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen
und alle Beweismittel unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen
und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige
Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Bezüglich Beweiswert eines
Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist,
auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben worden ist, in
der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der medizinischen
Fachperson begründet und nachvollziehbar sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).
2.3.
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3.
Umstritten ist die Unfallkausalität für die über den Leistungseinstellungszeitpunkt (1.
Juni 2018) hinaus bestehende Beschwerdeproblematik.
Berichte und Gutachten, welche die Versicherungen während des
Administrativverfahrens von ihren eigenen Ärzten und Ärztinnen einholen, können
beweistauglich sein. An deren Beweiswürdigung sind indes strenge Anforderungen zu
stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der
versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen
vorzunehmen (BGE 135 V 470 f. E. 4.4 mit Hinweis; bestätigt im Urteil des
Bundesgerichts vom 23. November 2012, 8C_592/2012, E. 5.3). Auch ärztliche
Beurteilungen aufgrund der Akten sind nicht an sich unzuverlässig, sofern ein
lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die ärztliche Beurteilung
eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht (Urteil des
Bundesgerichts vom 8. Februar 2007, U 223/06, E. 5.1.2). Erachtet das
Sozialversicherungsgericht die rechtserheblichen tatsächlichen Entscheidgrundlagen
bei pflichtgemässer Beweiswürdigung als schlüssig, darf es den Prozess ohne
Weiterungen abschliessen (vgl. BGE 135 V 469 E. 4.3.2 mit Hinweisen). Diesfalls
besteht kein Anspruch auf Beizug versicherungsexterner medizinischer Gutachten
(BGE 122 V 157).
Der Beschwerdeführer klagt über den Leistungseinstellungszeitpunkt hinaus über
Beschwerden (am rechten Fuss, am rechten Unterschenkel, am rechten Knie, am
rechten Oberschenkel, an der rechten Hüfte, am rechten unteren Rücken, an der
rechten Schulter, am rechten Oberarm, am rechten Ellbogen, am rechten Unterarm und
an der rechten Hand [act. G 1.2]), welche er dem Unfall vom 30. Januar 2017 anlastet.
Die Beschwerdegegnerin erachtet die über den 1. Juni 2018 hinaus beklagten
Beschwerden als nicht mehr kausal zum Ereignis vom 30. Januar 2017. Sie stützt sich
bei dieser Einschätzung auf die kreisärztlichen Aktenbeurteilungen von med. pract.
E._ vom 16. August 2018 (Suva-act. 42) und 11. Februar 2020 (Suva-act. 112). Zu
prüfen ist im Folgenden, ob dessen Beurteilungen die Kausalitätsfrage in Bezug auf die
geltend gemachten Beschwerden hinlänglich klärt.
3.1.
Der Beschwerdeführer ist am 30. Januar 2017 bei einem Schritt rückwärts über
aufgestapelte Palletten gestolpert und auf den Rücken und die rechte Körperseite
gestürzt (vgl. zum unbestrittenen Unfallhergang Suva-act. 1-2, 20-1). Eine
Arbeitsunfähigkeit wurde initial nicht attestiert und der Beschwerdeführer war erstmals
am 3. Mai 2017 wegen zunehmender Missempfindungen über dem rechten Arm bis
3.2.
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zum Kleinfinger und Dysästhesien am rechten Ober- und Unterschenkel in ärztlicher
Behandlung (Suva-act. 5, 26-1). Es erfolgten MRI-Untersuchungen der Wirbelsäule und
neurologische Abklärungen (vgl. dazu im Sachverhalt lit. A.b und A.d). Im Weiteren
wurden bei geltend gemachter Problematik Kernspintomographien des rechten Knies,
des Beckens, der rechten Hüfte, des rechten Oberschenkels, der rechten Schulter und
des rechten Oberarms durchgeführt (vgl. im Sachverhalt lit. A.f f.). Letztlich erfolgte
eine kranio-zerebrale Kernspintomographie und ein MRI der oberen Thoraxapertur mit
Darstellung des Plexus brachialis (vgl. im Sachverhalt lit. A.f f.). Trotz diesen
umfangreichen bildgebenden und klinischen Untersuchungen (inklusive
Elektromyographien) mehrerer Fachärzte der Orthopädie und Neurologie konnten die
geltend gemachten Beschwerden in ihrem Ausmass nicht hinlänglich erklärt/objektiviert
werden.
Med. pract. E._ würdigte in seinen (Akten-)Beurteilungen die ergangene
umfassende medizinische Aktenlage inklusive der Bildgebung und den dokumentierten
Vorzuständen, den Unfallhergang sowie den zeitlichen Verlauf der auftretenden
Beschwerden und kam zum Schluss, dass der Unfall zu keinen zusätzlichen
strukturellen Läsionen, welche objektivierbar seien, geführt habe. Das Ereignis habe zu
einer vorübergehenden, nicht richtungsgebenden Verschlimmerung bei Prellung und
multiplen Vorzuständen geführt und der Status quo sine sei nach sechs Monaten
erreicht gewesen (Suva-act. 112).
3.3.
In Bezug auf die Rückenproblematik und die dabei erklärbaren Ausstrahlungen
bzw. neurologischen Auffälligkeiten führte med. pract. E._ aus, dass die erste
Bildgebung vom 9. Mai 2017 nach dem Ereignis vom 30. Januar 2017 massive
degenerative Veränderungen zeige. Unfallfolgen wie Frakturen, Bandläsionen oder
Dislokationen fänden sich nicht. Die Diskushernien und Spinalkanalstenosen seien
überwiegend wahrscheinlich nicht Folgen des Sturzes vom 30. Januar 2017, sondern
bildgebend ausgewiesene Degenerationen. Gegen einen kausalen Zusammenhang der
Rückenbeschwerden bzw. Ausstrahlungen in die Extremitäten spreche zudem, dass
der Beschwerdeführer nach dem Unfallereignis weitergearbeitet habe und sich erst
Monate danach in ärztliche Behandlung begeben habe, wobei für eine Kausalität ein
Auftreten neurologischer Symptome innerhalb von 36 Stunden gefordert würde (Suva-
act. 42-6 ff., 112-8 ff.). Diese Kausalitätsbeurteilung leuchtet ein. Sie ist schlüssig, da
beim Ereignis vom 30. Januar 2017 nicht Kräfte auf die Wirbelsäule gewirkt haben,
welche geeignet gewesen wären, Diskushernien bzw. einen Riss in der Bandscheibe zu
verursachen (vgl. zu sämtlichen Voraussetzungen für die Annahme einer traumatisch
verursachten Diskushernie nebst vielen das Urteil des Bundesgerichts vom 18. Januar
3.3.1.
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2008, 8C_281/2007, E. 5.2). Auch die übrigen bildgebend ausgewiesenen
Gesundheitsschäden an der Wirbelsäule (vgl. dazu im Sachverhalt lit. A.b und A.d) sind
in der Regel krankheits- bzw. verschleissbedingt. Weshalb von dieser Annahme bei
dokumentierten erheblichen Vorzuständen (vgl. u.a. Suva-act. 20-1, 104), einem als
leicht einzustufenden Ereignis und erst über drei Monate später ärztlich behandelten
Beschwerden ohne sofortig aufgetretene Arbeitsunfähigkeit abgewichen werden sollte,
ist nicht erkennbar. Gegenteilige medizinische Aussagen liegen denn auch nicht im
Recht, weshalb keine auch nur geringen Zweifel an der Beurteilung von med. pract.
E._ auszumachen sind. Entsprechend ist überwiegend wahrscheinlich davon
auszugehen, dass es anlässlich des Unfalls vom 30. Januar 2017 nicht zu zusätzlichen
strukturellen Läsionen im Rückenbereich gekommen ist, welche eine Leistungspflicht
der Beschwerdegegnerin begründen.
Auch bezüglich der rechten Hüfte, welche im MRI vom 14. August 2019 unter
anderem eine 7 x 7 Millimeter messende osteochondrale Läsion zeigte (Suva-act.
56-8), verneinte med. pract. E._ Folgen aus dem Ereignis vom 30. Januar 2017. Eine
traumatische Knorpelläsion dieses Ausmasses hätte zeitnah zu massivsten Schmerzen
geführt (Suva-act. 112-9). Diese Einschätzung ist einleuchtend. Eine relevante
Schmerzproblematik nach dem Ereignis vom 30. Januar 2017, geschweige denn
massive Schmerzen, sind nicht dokumentiert, in keiner Körperregion. Gegenteils
berichtet Dr. D._ mit Arztbericht vom 22. Juni 2016 von initial kaum Beschwerden
(Suva-act. 5). Der Beschwerdeführer gab gar an, dass nach dem Unfall vorerst keine
Schmerzen aufgetreten seien (Suva-act. 128-2). Entsprechend ist auch in Bezug auf die
rechte Hüfte auf die Beurteilung von med. pract. E._ abzustellen, wonach die Läsion
überwiegend wahrscheinlich nicht dem Unfall vom 30. Januar 2017 anzulasten ist.
Daran vermag die Aussage von Dr. H._, dass diese Läsion auch traumatisch bedingt
sein könnte (vgl. Bericht vom 9. September 2019 in Suva-act. 57-3), nichts zu ändern.
Er spricht lediglich von einer grundsätzlich möglichen Traumafolge – was auch med.
pract. E._ nicht in Frage stellt – , ohne sich indes mit dem konkreten
Beschwerdeverlauf auseinanderzusetzen bzw. eine plausible Erklärung zu liefern,
weshalb Hüftschmerzen erst Monate nach dem Unfallereignis zu Abklärungen und
Behandlungen führten.
3.3.2.
In der MRI-Bildgebung des rechten Knies vom 13. August 2019 zeigte sich als
mögliche Unfallfolge ein nicht dislozierter horizontal verlaufender, in die Basis und die
Unterfläche einstrahlender Riss des Innenmeniskushinterhorns (Suva-act. 56-7, 57-3).
Auch diesbezüglich verneinte med. pract. E._ indes Folgen herrührend vom Unfall
vom 30. Januar 2017. Wiederum verwies er schlüssig darauf, dass zeitnah zum
3.3.3.
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Ereignis keinerlei Befunde erhoben worden seien und es sich um eine degenerative
Menikuspathologie bei einer moderaten Chondropathie des Kniegelenkskompartiments
handle. Gegenteilige Kausalitätsbeurteilungen liegen nicht im Recht, weshalb bei
nachvollziehbarer Begründung durch den Kreisarzt keinerlei Zweifel an dessen
Einschätzung auszumachen sind. Da ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen
dem Unfallereignis vom 30. Januar 2017 im Sinne von Art. 4 ATSG und der
Listenverletzung (Meniskusriss) fehlt, erübrigt sich eine Prüfung der Leistungspflicht
nach Art. 6 Abs. 2 lit. c UVG, zumal es keinen Hinweis auf ein vor oder nach dem Unfall
vom 30. Januar 2017 eingetretenes Ereignis gibt (vgl. dazu BGE 146 V 70 f. E. 9.2).
In Bezug auf die weiteren geltend gemachten Beschwerden/Schmerzen auf der
rechten Körperseite (vgl. dazu vorstehende E. 3.1) verwies med. pract. E._ wiederum
darauf, dass echtzeitlich keine Verletzungen dokumentiert seien (Karpaltunnelsyndrom)
und/oder die Bildgebung und Untersuchungen (rechte Schulter, rechter Oberschenkel)
keine Unfallfolgen gezeigt hätten, weshalb – sofern überhaupt strukturelle Läsionen
vorlägen – diesen Läsionen die Kausalität zum Unfall vom 30. Januar 2017
abzusprechen sei. Auch diesbezüglich leuchten die Kausalitätsbeurteilungen
grundsätzlich ein, wonach frische Läsionen, Rupturen etc. initial zu Beschwerden
geführt hätten bzw. solche Beschwerden zeitnah zum Unfallereignis erwähnt und
behandelt worden wären. Auch wenn sich med. pract. E._ nicht mit sämtlichen
Beschwerden und Befunden detailliert auseinandersetzte, können allfällige
diesbezügliche Zweifel an der Zuverlässigkeit der kreisärztlichen Beurteilung bei
gerichtlicher Würdigung des Unfallhergangs, der dokumentierten Gesundheitsschäden
nach dem Unfall und des Beschwerdeverlaufs mit langer Latenz ausgeräumt werden,
weshalb sich medizinische Weiterungen im Sinne einer (externen) Begutachtung
erübrigen.
3.3.4.
Gestützt auf das Gesagte bzw. die beweiswerten Beurteilungen von med. pract.
E._ resultierten aus dem Unfall vom 30. Januar 2017 überwiegend wahrscheinlich
keine zusätzlichen strukturellen Läsionen, welche für die über den
Leistungseinstellungszeitpunkt hinausgehende Beschwerdeproblematik ursächlich
sind. Damit ist, nachdem eine richtungsgebende Verschlimmerung anlässlich des
Ereignisses vom 30. Januar 2017 nicht zur Diskussion steht (Suva-act. 112-11; vgl. zu
den Voraussetzungen für eine richtungsgebende Verschlimmerung das Urteil des
Bundesgerichts vom 25. Oktober 2007, 8C_467/2007, E. 3.1; vgl. ferner den Entscheid
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 14. November 2019, UV
2018/23, E. 3.7), lediglich von einer vorübergehenden Verschlimmerung der
Vorzustände (Degenerationen an der Wirbelsäule, am Becken, am Knie, an der
3.4.
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4.
Schulter) nach erlittenem Anpralltrauma auszugehen. Dafür hat die
Beschwerdegegnerin den durch das Unfallereignis ausgelösten Beschwerdeschub zu
übernehmen, d.h. sie hat bis zum Erreichen des Status quo sine/ante Leistungen für
das unmittelbar im Zusammenhang mit dem Unfall stehende Schmerzsyndrom zu
erbringen. Nach einer gewissen Zeit werden die aufgetretenen bzw. ausgelösten
Beeinträchtigungen, auch wenn sie weiterbestehen, aber nicht mehr dem Unfall
angelastet (vgl. Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55 ff.). Die Folgen der erlittenen Prellung
im Rückenbereich und auf der rechten Körperseite, ohne dabei erlittene innere
strukturelle Läsionen, waren ohne weiteres per Leistungseinstellungszeitpunkt (1. Juni
2018, rund 16 Monate nach dem Unfall) abgeheilt bzw. der Status quo sine/ante
spätestens in diesem Zeitpunkt erreicht. Dabei ist auch der medizinischen
Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass eine Kontusion/Prellung grundsätzlich
innert kurzer Zeit folgenlos ausheilt und sich die damit verbundenen Beschwerden
gänzlich zurückbilden (Alfred M. Debrunner, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4.
Aufl., Bern 2005, S. 412, 1096 f.). Bei einer Prellung, Verstauchung oder Zerrung der
Wirbelsäule ist die vorübergehende Verschlimmerung in der Regel nach sechs bis neun
Monaten, und bei Vorliegen eines erheblich degenerativen Vorzustandes, wie er in
diesem Fall vorliegt, spätestens nach einem Jahr als abgeschlossen zu betrachten (vgl.
nebst vielen das Urteil des Bundesgerichts vom 16. Dezember 2020, 8C_552/2020, E.
3.2).
Zusammengefasst ist festzuhalten, dass die über den
Leistungseinstellungszeitpunkt hinaus geklagten Beschwerden überwiegend
wahrscheinlich nicht mehr dem Ereignis vom 30. Januar 2017 anzulasten sind, weshalb
die Beschwerdegegnerin die Versicherungsleistungen mangels Kausalität und
unabhängig vom Alter des Beschwerdeführers zu Recht per 1. Juni 2018 eingestellt
hat. Die Rüge einer "Alterdiskriminierung" zielt jedenfalls ins Leere. Bezüglich der auch
degenerativ bzw. abnutzungsbedingt in ihrem Ausmass nicht hinlänglich erklärbaren
Beschwerden (vgl. dazu vorstehende E. 3.2) kann zur Verneinung des adäquaten
Kausalzusammenhangs und damit zur Verneinung einer Leistungspflicht der
Beschwerdegegnerin vollumfänglich auf die Ausführungen im Einspracheentscheid
vom 11. September 2020 verwiesen werden (Suva-act. 136-8), wonach es sich beim
Unfall vom 30. Januar 2017 um ein banales bzw. leichtes Ereignis gehandelt hat, das
von Vornherein nicht geeignet ist, nicht somatische Beschwerden bzw. organisch nicht
fassbare Beschwerden zu verursachen (vgl. dazu BGE 115 V 139 E. 6a).
3.5.
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Nach dem Gesagten ist der angefochtene Einspracheentscheid vom 11. September
2020 nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen,
soweit darauf einzutreten ist. Gerichtskosten sind keine zu erheben (aArt. 61 lit. a ATSG
in der bis 31. Dezember 2020 gültigen, für das vorliegende Verfahren gemäss Art. 83
ATSG noch anwendbaren Fassung). Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer
keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG).