Decision ID: e5f75866-d177-41d7-87cc-c2fc8ce499d8
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1960, Mutter von zwei erwachsenen Kindern, war
von April 2007 bis Juli 2011 als Tankstellen-Mitarbeiterin mit einem Pensum von 50 % bei der
Y._
in Zürich angestellt
(
vgl.
Urk.
5/16
)
.
Unter Hinweis auf
die Verdachtsdiagnose Multiple Sklerose
meldete sich
die Versicherte
am 1
1.
Juli 2011 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
5/1).
Am 1
3.
Dezember 2013 erlitt die Versicherte einen Autounfall (vgl.
Urk.
5/
60/146
).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizi
nische und erwerbliche Situation ab, zog Akten der
Arbeitslosenversicherung (
Urk.
5/42
-
44) und der Unfallversicherung (
Urk.
5/60)
bei
und holte beim
Z._
ein polydisziplinäres Gutachten ein, das am
2
5.
August 2014
erstattet wurde (
Urk.
5/64
).
1.2
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
5/70
;
Urk.
5/73;
Urk.
5/77
)
holte die IV-Stelle
zudem
beim
A._
,
B._
Begutachtung (im Folgenden:
B._
)
,
ein polydisziplinäres Gutachten ein, das am
7.
März 2017
er
stattet wurde (
Urk.
5/116).
Nach Gewährung de
s rechtlichen Gehörs (vgl. Urk.
5/117;
Urk.
5/129
;
Urk.
5/133
)
sprach die IV-Stelle
der Versicherten
mit Ver
fügung vom
1
5.
Dezember 2017
vom
1.
Januar 2012 bis 3
1.
Oktober 2013 eine halbe
Rente
und vom
1.
März 2014 bis 3
1.
Juli 2014 eine ganze Rente
zu (
Urk.
5/
136-
137
=
Urk.
2).
2.
Die Versicherte erhob am
3
1.
Januar 2018
Beschwerde
gegen die Verfügung vom
1
5.
Dezember 2017
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr
eine unbefristete ganze Rente
, eventuell
eine halbe Rente
, zuzusprechen
. Eventu
ell
sei
ein
Gerichtsgutachten einzuholen, subeventuell
sei die Angelegenheit
zu weiteren Abklärun
gen
an die IV-Stelle zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2 oben
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
9.
März 2018
(
Urk.
4
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am
9.
Mai 2018
zur Kenntnis gebracht (
Urk.
6
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts, ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leis
tung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung (BGE 125 V 413 E. 2d; Urteil des Bundesgerichts 8C_780/2007 vom 27. August 2008 E. 2.3; vgl. Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rz
11 zu Art. 30–31 IVG). Rechtsprechungsgemäss bildet eine solche Ver
fügung insgesamt den Anfechtungs- und Streitgegenstand und unterliegt integral der gerichtlichen Prüfung, selbst wenn nur einzelne Punkte davon bestritten sind (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_440/2017 vom 25. Juni 2018 E. 5.1 [in BGE 144 V 153 nicht publiziert] und 9C_50/2011 vom 25. Mai 2011 E. 2.1).
Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine abgestufte oder befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Abstufung oder die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert blieben. Die gerichtliche Prü
fung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise gere
gelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Abstufung oder Aufhebung der Rente zu erfassen (BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; Urteile des Bundesgerichts 8C_765/2007 vom 11. Juli 2008 E. 2 und I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen). Dabei ist in anfechtungs- und streitge
genständlicher Hinsicht irrelevant, ob eine rückwirkende Zusprechung einer ab
gestuften oder befristeten Invalidenrente in einer oder in mehreren Verfügungen gleichen Datums eröffnet wird (BGE 131 V 164 Regeste; Urteil des Bundesge
richts 8C_489/2009 vom 23. Oktober 2009 E. 4.1 mit Hinweis).
1.4
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Bestimmun
gen (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a
der
Verordnung
über die Invali
denversicherung, IVV,
analog anzuwenden (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinwei
sen; Urteil des Bundesgerichts 9C_399/2016 vom 18. Januar 2017 E. 4.8.1). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse eingetreten und damit der für die Abstufung oder Befristung erforderliche Revi
sionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeit
punkt des Rentenbeginns mit demjenigen im – nach Massgabe des analog an
wendbaren Art. 88a Abs. 1 IVV festzusetzenden – Zeitpunkt der Anspruchsände
rung (vgl. BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteile des Bun
desgerichts 8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
1.6
In Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften ist auf die Erfah
rungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftrags
rechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientin
nen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behandlung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es die unterschiedliche Natur von Be
handlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Person einerseits und Begut
achtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen bzw. Therapiekräfte zu anderslautenden Einschät
zungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Be
urteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Einschätzungen wichtige – und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bun
desgerichts 8C_677/2014 vom 2
9.
Oktober 2014 E. 7.2 mit Hinweisen, u.a. auf SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43 E. 2.2.1 [I 514/06]).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der a
ngefochtenen Verfügung (
Urk.
2
Verfü
gungsteil 2) davon aus, dass
der Beschwerdeführerin i
m Januar
20
12 die frühere und eine
behinderungs
angepasste
Tätigkeit zu 50
%
zumutbar gewesen seien
(S. 2 oben). Sie stellte einem
Valideneinkommen
von
Fr.
55'019.
--
ein Invaliden
ein
kommen von
Fr.
27'509.
--
gegenüber und ermittelte einen Invaliditätsgrad von 50 %. A
b Juli
20
13
sei die Beschwerdeführerin in der bisherigen Tätigkeit im Verkauf und auch in anderen geeigneten Tätigkeiten wieder zu 100
%
arbeitsfä
hig gewesen
(S. 2 Mitte)
. Mit Unfall vom 1
3.
Dezember 2013 habe sich der Ge
sundheitszustand der Beschwerdeführerin
wieder verschlechtert,
sie sei für alle Tätigkeiten
zu
100
%
arbeitsunfähig gewesen
. Seit April
20
14
sei die Beschwer
deführerin aus medizinischer Sicht
wieder
vollständig arbeitsfähig, es bestehe keine gesundheitsbedingte Einkommenseinbusse mehr (S.
2 unten)
. Das
von der Beschwerdeführerin angeführte
residuelle
sens
ible
Hemisyndrom
(
gemäss
Bericht von
Dr.
C._
)
sei vergleichbar mit
dem
Befund der neurologischen Untersu
ch
ung im
Medas
-Gutachten vom 2
5.
August 20
14
(S. 3 oben)
.
2.2
Der Beschwerdeführer kritisierte in der Beschwerde (
Urk.
1) insbesondere das po
lydisziplinäre Gutachten der
Ärzte de
r
B._
vom
7.
März 201
7.
Es
sei keine
ein
zige
Fremdanamnese eingeholt worden,
wa
s
zu verschiedenen
falsche
n
Ausfüh
rungen
und damit falschen Schlussfolgerungen
geführt
habe (S. 7 Mitte)
.
So
sei die Behauptung, dass sie
die meisten Haushaltarbeiten
wie kochen, betten und Reinigungsarbeiten selber
erledigen
könne, schlichtweg falsch (S. 7 unten)
.
Die
Befunderhebung
im psychiatrischen Gutachten
sei mangelhaft, auch
fänden sich darin
einige schwerwiegende Fehler
(S. 8 Mitte)
. Auch
die erheblichen
Schlafstö
rungen
seien
nicht berücksichtigt
worden (S. 8 unten)
.
Die
Schlussfolgerung
, dass die Depression
regredient
sei,
sei
deshalb
falsch.
Des Weiteren würden im
B._
-Gutachten
Inkonsistenzen
behauptet, welche
falsch
seien
(S. 9 oben)
.
Die falsche Auffassung des Gutachters über diese Sachverhalte
habe einen namhaften Ein
fluss auf die Beurteilung gehabt (S. 10 oben).
In rheumatologischer Hinsicht wür
den verschiedene Diagnosen
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
aufge
führt.
Es werde jedoch nicht nachvollziehbar ausgeführt, w
eshalb dies
e Diagno
sen einzeln oder in der Gesamtheit keine Auswirkungen hätten (S. 10 f.)
.
Sodann werde behauptet, dass die muskuläre
Dekonditionierung
besserungsfähig sei,
was
aber nichts mit der aktuel
len Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
zu tun
habe (S. 11 f.)
.
Die behandelnden Ärzte seien sich einig, dass sie auch in einer angepassten Tätigkeit nicht arbeitsfähig sei (S. 12 Mitte).
Die
B._
-Gutachter
seien zum Schluss gekommen, dass die
Arbeitsfähigkeit
um 30
%
eingeschränkt sei. Die Be
schwerdegegnerin verneine aber selbst diese Einschränkung
.
Eine Sachbearbeite
rin – welcher es an medizinischer und juristischer Fachkompetenz fehle – habe
eine Ressourcenprüfung nach Standar
dindikatoren
vorgenommen
und eine Be
einträchtigung verneint
(S. 12 unten)
. Selbst wenn man auf
das
B._
-Gutachten abstellen würde und
– bei einem Tabellenabzug von 25 % –
von einer 30%igen
Arbeitsunfähigkeit
ausginge, resultierte ein Invaliditätsg
rad von 52
%
, wonach sie Anspruch auf eine halbe Invalidenrente hätte (S. 13).
2.3
Strittig und zu prüfen ist demnach
insbesondere
die Rentenbefristung bis
Ende
Juli 2014 respektive der Verlauf der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
ab
April 201
4.
3.
3.1
Im Bericht
der Ärzte
der
D._
,
vom
9.
Juni 2011
(Urk.
5/7)
wurde
ausgeführt, dass im Dezember 2010 erstmals Fühlstörungen im linken Arm und linken Fuss aufgetreten
seien, mit zunehmender Müdigkeit und Konzentrationsstörungen. Ende Januar 2011 sei eine Kernspintomographie durchgeführt w
o
rden, welche eine Läsion der
Hinterstränge
links sowie weitere Läsionen im Cerebrum gezeigt habe (S. 1 f.). Die Ärzte der
D._
stell
ten
die Verdachtsdiagnose einer partiellen
transversen
Myelitis ungeklärter Ätio
logie. Es sei nicht klar, ob es sich um
ein einmaliges Ereignis oder um
die Erst
manifestation einer
Multiplen Sklerose
handle
(S. 3 unten)
.
Sie attestierten der Beschwerdeführerin ab dem 2
8.
Januar 2011 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (vgl.
Urk.
5
/9).
3.2
Die Ärzte der
D._
führten i
m Bericht vom 1
4.
Sept
ember 2011 (Urk.
5
/13)
aus, dass die Beschwerdeführerin weiterhin unter einer Fühlstörung und Schwäche der linken Körperhälfte sowie einem positiven
Lhermittezeichen
(mit Elektrisieren des Körpers bei Kopfbewegungen) leide. Aufgrund des eher un
zureichenden Ansprechens auf die gängige Akuttherapie mit Kortison sei mittel
fristig von einer eher ungünstigen Prognose auszugehen (S. 2 unten; S. 3 Mitte).
3.3
Dr.
med. E._
,
Facharzt für
Allgemeine Innere M
edizin, führte im Bericht vom 2
3.
September 2011 (
Urk.
5/14/3-4)
aus
, dass die Beschwerdeführerin seit dem
6.
Januar 2011 arbeitsunfähig sei. Es bestehe eine Schwäche vorwiegend in den oberen Extremitäten,
verbunden mit Steifheitsgefühl. Die Feinmotorik sei ge
stört,
Gegenstände würden ihr
oft unvermittelt aus der Hand fallen (S. 1).
3.4
Aus dem
Bericht
der Ärzte der
D._
, vom
6.
November 20
12
(
Urk.
5/36/8-10) ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin über ein zervikales Schmerzsyndrom, Taubheitsgefühl und Schwellung beider Hände, einen bewe
gungsabhängigen Drehschwindel sowie Knieschmerzen rechts klage.
Es bestehe weiterhin
eine
Arbeitsfähigkeit
von 50
%
, wobei das Heben von schweren Lasten (mehr als 10 kg) vermieden werden sollte (S. 3 Mitte).
3.5
Im Bericht der Ärzte der
D._
, vom 1
6.
Juli 2013 (Urk.
5/38/3
-4) wu
rden
im Wesentlichen
folgende Hauptdiagnosen genannt:
-
chronisches
thorakovertebrales
Syndrom
-
chronisches
zervikozephales
Schmerzsyndrom
-
Polyarthrose (DIP, Handgelenke, Knie, Hüfte, ISG)
-
Epicondylopathia
humeri
ulnaris
beidseits
-
Adipositas
(Status nach Magenbypass
-O
peration)
-
Status nach
transverser
, partieller Myelitis
-
Status nach lateraler
Parotidektomie
rechts am 2
2.
Mai 2012
-
benigner
paroxy
smaler Lagerungsschwindel des linken
posterioren
Boten
ganges
3.6
Dr.
E._
gab
im Verlaufsbericht
vom 2
5.
Juli 20
13
(
Urk.
5/38/1-2)
an, dass seit dem
1.
April 20
12
eine 50
%
ige Arbeitsfähigkeit
für leichte Arbeiten
bestehe
.
Es bestünden nach wie vor m
ultiple Beschwerden, im Vordergrund
stünden
neu
rologische und rheumatische Beschwerden
(S. 1)
.
3.
7
Im
Bericht
der
D._
vom
2
3.
Januar 20
14
(
Urk.
5/60/116-117)
wurde ausgeführt, dass die leichte Deckplattenfraktur BWK 5
u
rsächlich für die
zervi
kothorakalen
vermehrten Schmerzen sei
. D
aneben bestehe
zusätzlich bei bekann
tem chronische
m
Zervikalsyndrom
eine hohe
myofasziale
Komponente.
Zurzeit bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
(S. 2 Mitte)
.
3.
8
Die Ärzte der
F._
berichteten am
4.
April 2014 über ein
ambu
lantes Assessment vom 2
2.
März 20
14
(
Urk.
5/60/15-23)
.
Die
Beschwerdeführerin
habe
am 1
3.
Dezember 20
13
einen Autounfall
mit
einer
Kontusion
des
Schädel
s parietal links, der BWS und
des
Sternum
s
sowie einer
Schürfung
des
linke
n
Fuss
es erlitten (S. 1)
.
Insgesamt sei eine e
rhebliche Symptomausweitung
beobachtet wor
den (S. 3 oben)
.
Die Beschwerdeführerin habe eine e
her schlechte Leistungsbe
reitschaft
gezeigt
.
Die minimale Performance sei nicht erreicht worden (S. 3 Mitte). Es werde dringend eine intensivierte ambulante
Physiotherapie empfoh
len. Aus med
izinisch
-rehabilitativer Sicht spreche nichts gegen
die
Arbeitssuche
(S. 3 unten)
.
3.
9
Das interdisziplinäre
Gutachten
der Ärzte des
Z._
vom 2
5.
August 2014 (
Urk.
5/64)
basiert auf einer internistischen, einer rheumatologischen, einer neu
rologischen und einer psychiatrischen Beurteilung
(Untersuchungen vom Mai 2014)
sowie den vorhandenen Akten (vgl. S. 1)
.
Als Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit wurde einzig ein Status nach
transverser
Myelitis auf Höhe des Halswirbelkörpers 3 genannt (S. 48
Ziff.
6.1).
Des Weiteren wurden
folgende Di
agnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit genannt (S. 48
Ziff.
6.2):
-
Polyarthrose (Hände, Knie, Hüfte)
-
Migräne ohne Aura
-
benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel
-
chronisches
panvertebrales,
zervikozephal
und
thorakover
tebral
betontes Schmerzsyndrom mit/bei:
-
diskreten degenerativen Veränderungen der HWS und LWS
-
Haltungsinsuffizienz bei BWS-Hyperkyphose
-
stabiler
Einstauchung
des vorderen Drittels des BWK5
-
Adipositas Grad II
-
pleomorphes Adenom der
Glandula
parotis
rechts bei Status nach lateraler
Parotidektomie
rechts am 2
2.
Mai 2012
-
Engwinkelglaukom
-
Status nach CTS-Operationen beidseits 2003 und 2004
-
Probleme in der Beziehung zum Ehepartner
Bei der r
heumatolo
gischen Untersuchung fänden sich eine leicht schmerzhaft ein
geschränkte Kniegelenksbeweglichkeit, rechts mehr als links, sowie eine leicht eingeschränkte Hüftgelenksbeweglichkeit beidseits mit Schmerzen endständig so
wie eine schmerzhafte
Epicondylopathia
medial beidseits (S. 53 Mitte).
Im Bereich der unteren Extremität könne klinisch eine
Coxarthrose
ausgemacht werden, wel
che auch radiologisch korreliere und begin
n
end sei. Ebenfalls beginnend sei die Gonarthrose bei nur minimer funktioneller Einschränkung, insbesondere in der Flexion bei noch einer freien Gehstrecke von über einer Stunde.
Die Befunde
am Bewegungsapparat
erlaubten keine körperliche Schwerarbeit
mehr. In der
zuletzt ausgeübte
n
Tätigkeit
als Angestellte in einem Tankstellenshop in sitzender und stehender Position sei die Beschwerdeführerin
zu 100
%
arbeitsfähig
(S. 53 un
ten)
.
Aus n
eurolog
ischer Sicht wurde ausgeführt, dass keine
höhergradigen
fokalen Defizite als Residuen der 2011 stattgehabten
Myelitis,
insbesondere nicht im mo
torischen Bereich, objektiviert werden könnten. Die beklagten Sensibilitätsstö
rungen am linken Bein könnten hingegen insbesondere hinsichtlich der Tiefen
sensibilitätsstörung auf die stattgehabte
Myelonläsion
zurückgeführt werden
(S. 41 oben)
. Die bei leichter Belastung auftretenden
ausgeprägteren
Fühlstörun
gen
seien mit überwiegender Wahrscheinli
chkeit nicht organisch bedingt
(S. 41 Mitte)
.
Aus neurologischer Sicht sei e
in Arbeiten in ungesicherter Höhe mit Er
fordernis des Besteigens von Treppen
oder Stiegen nicht mehr möglich (S. 41 unten)
.
Aus psychiatrischer Sicht bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (S. 47 Mitte)
.
Im Rahmen der Gesamtbeurteilung wurde festgehalten, dass die Beschwerdefüh
rerin
nach
der
Erstdiagnose einer
transversen
Myelitis unklarer G
enese im Januar 2011 zunächst zu 100 % arbeitsunfähig gewesen sei. A
ufgrund
des
stabilen Ver
laufs
sei ihr
ab November
2011
wieder eine
50
%
ige Arbeitsfähigkeit
attestiert worden (S. 55 Mitte)
.
Die Verlaufs-Kernspintomographien, zuletzt von Januar 2014, zeigten keine progredienten entzündlichen Veränderungen, so dass nun über drei Jahre ein stabiler
Zustand festgehalten werden könne, ohne dass sich Hinweise darauf ergäben, dass die Myelitis im Kontext einer Multiplen Sklerose zu sehen wäre
.
Zum gleichen Schluss seien die fachneurologischen Kollegen des
G._
in ihren Berichten vom 2
4.
Juli 2013 und 1
9.
November 2013 gekommen.
Ab Juli
20
13 wäre
der
Be
schwerdeführerin
somit eine 100
%
ige Arbeitsfähigkeit
für angepasste Tätigkeiten zumutbar gewesen
. Nach
dem
Verkehrsunfall vom 1
3.
Dezember 20
13
sei es zu einer
Exazerbation der Beschwerden mit vorüb
ergehender 100%iger Arbeitsun
fähigkeit gekommen (S.
55 unten)
. Anläss
lich
der
Nachuntersuchung
beziehungs
weise des
Assessment
s
in
der
F._
im April 2014 sei höchs
tens noch eine ausgeprägte Selbstlimitierung zu erke
nnen gewesen, so dass
die
Leis
tungen
der Unfallversicherung
Mitte Mai
20
14 eingestellt
worden seien
. Ab die
sem Datum gelte die aktuell gutachterlich attestierte 100%ige A
rbeitsfähigkeit
in
der zuletzt ausgeübten sowie in
angepasste
n
Tätigkeit
en
(S. 55 f.)
.
3.10
Dr.
med.
C._
,
Facharzt für
Neurologie,
H._
, führte im Bericht
vom 2
4.
März 20
15
(
Urk.
5/76)
aus, dass z
umindest
ein Teil der Beschwerden
ei
nem
Pronator
teres
-Syndrom zugeordnet werden
könne
. Klinisch lasse sich noch ein
residuelles
sensibles
Hemisyndrom
links mit Aussparung des Gesichts nach
weisen
. Ein Grossteil der Beschwerden müsse aber einer
Dekonditionierung
und der Polyarthrose zugeschrieben werden (S. 3)
.
3.11
Die Ärzte des
I._
nannten im Bericht vom
2
6.
Ap
ril 20
16
zuhanden der Beschwerdegegnerin (
Urk.
5/95/6-8)
folgende
Diagnosen mit Auswirkung auf Arbeitsfähigkeit
(S. 1 Mitte)
:
-
rezidiv
ierende depressive Störung, gegenwärtig
mi
ttelgradige depressive Episode
-
Panikstörung
-
BWS-Sc
hmerzen
-
Polyarthrose Hände beidseits
,
links betont
-
Knieschmerzen beidseits
-
Migräne mit Aura
-
Spannungskopfschmerz
-
w
hrs
. alter,
embolischer
Infarkt
D
ie
Beschwerdeführerin
lasse wegen der Schmerzen
immer wieder Gegenstände fallen, könne sich nicht bücken, nicht hebe
n. Auch sei kein langes Sitzen oder Stehen möglich. Aufgrund von
Schwindel
und ständigem Zittern bei geringsten
Anstrengungen müsse sie sich nach kurzer Zeit hinlegen
. Dahe
r
sei
wohl auf län
gere
Sich
t keine Arbeitstätigkeit
mehr möglich. Im Haushalt koche
d
ie
Beschwer
deführerin
noch,
es bestehe eine
deutliche Verlangsamung
, sie brauche ganze Tage für Kleinigkeiten
.
Sie erhalte Hilfe von ein
er Kollegin (S. 3
).
3.12
Die Ärzte des
J._
befasst
en
sich
im Bericht vom 1
7.
Juni 2016 (
Urk.
5/99)
mit der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit.
Sie führ
ten aus, dass der Beschwerdeführerin z
usammenfassend aus rein somatischer Sicht eine Eingliederung in eine angepasste Teilzeitarbeit bis maximal halbtags zugemutet werden
könne
, eventuell mit Pause (S. 7 Mitte).
Aus psychosomati
scher Sicht wurde ausgeführt, die Beschwerdeführerin sei in der emotionellen Kontaktaufnahme abwartend, gehemmt, sachlich, aktiv im Spontanverhalten, mit depressiv-resignierter Stimmung, affektiv kontrolliert und im Gesprächsverlauf verbal mitteilungsaktiv. Kognitiv sei sie in Aufmerksamkeit, Konzentration, Merkfähigkeit und Gedächtnis verlangsamt beziehungsweise deutlich einge
schränkt. Es bestehe eine deutliche Vergesslichkeit. Das Denken sei formal be
weglich, inhaltlich problemzentriert (S. 5 unten).
Aus psychiatrischer Sicht be
stehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
auch für angepasste Tätigkeiten, dies auf
grund der Diagnosen, der neuropsychologisch bestätigten Depression, der Fremdanamnese sowie des positiven und negativen Leistungsbildes.
Zum positi
ven Leistungsbild gehöre, dass der Haushalt verlangsamt
mit Pausen über zwei Tage
machbar sei,
dass Autofahren etwa 30 Minuten und Spazieren etwa 60 Mi
nuten möglich sei
en
. Das negative Leistungsbild zeige, dass keine längeren, schwereren Arbeiten (staubsaugen), keine Arbeiten am Boden oder in der Höhe und kein langes Stehen möglich seien (S. 6 unten).
3.13
Das Gutachten der Ärzte de
r
B._
vom
7.
März 20
17
(
Urk.
5/116
/1-47) basiert
auf einer
internistischen, einer psychiatrischen, einer rheumatologischen und ei
ner neurologischen Beurteilung
(Untersuchungen vom Oktober/November 2016)
sowie den vorhandenen und zusätzlich eingeholten Akten (vgl. S. 3 und S. 5).
Die Gutachter nannten folgende
Diagnose
n
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
(S. 12 oben):
-
akutes
lumboradikuläres
Reizsyndrom L5 linksseitig, Erstdiagnose Okto
ber 2016
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichtgradig
Zudem nannten sie folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit (S. 12 f.):
-
Status nach Myelitis für HWK3
-
chronisches
zervikozephales
Schmerzsyndrom
-
chronisches
thorakovertebrales
Schmerzsyndrom
-
leichtgradige, rechtsbetonte, nicht-progrediente Gonarthrose
-
leichtgradige
Coxarthrose
-
Polyarthrose der Hände
-
symptomatische Senk- und Spreizfüsse linksbetont
-
chronische Spannungskopfschmerzen, assoziiert mit Arzneimittelüber
-
ge
brauch
-
Status nach Dekompression
N.
medianus
in der
Pronator
teres
Loge links bei
Pronator
teres
Syndrom beidseits 2015
-
asymptomatische Stenose (60 %) der A.
carotis
interna
rechts
-
benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel
-
subcortikaler Defekt im
Operculum
links, Differentialdiagnose ischämisch
Im psychiatrischen Teilgutachten (
Urk.
5/116/70-90) wurde ausgeführt, dass die Beschwerdeführerin auf gezieltes Befragen Panikattacken mit
einer derzeitigen Frequenz von
einmal
alle zwei bis drei Wochen bejahe. Es handle sich um an
klingende agoraphobische Ängste ohne Vermeidungsverhalten. Stimmung und Affekt erschienen angepasst, einfühlsam, mitschwingend, bisweilen partiell zum negativen Pol hin ausgelenkt, jedoch stets gut modulierbar (S. 10 oben). Die Fä
higkeit zur Umstellung sei wahrscheinlich leicht bis mässig einge
schränkt (S.
11 Mitte), allenfalls bestehe auch eine
geringgradige
Einschränkung der
Entschei
dungs
- und Urteilsfähigkeit. In Bezug auf die Durchhaltefähigkeit bestehe sicher
lich die grösste Einschränkung, dies aufgrund der geringen körperlichen Belast
barkeit und der beklagten Schmerzen (S. 11 unten).
Seit Juli 2015 sei die Be
schwerdeführerin bei der Psychiaterin
Dr.
K._
(
I._
) in Behandlung, dies etwa einmal alle drei Monate. Diese verschreibe ihr auch das Antidepressivum. Seit sieben bis acht Monaten sei sie bei einer ita
lienischsprachigen Psychologin im
L._
in Zürich in Behand
lung, mit einer Frequenz von derzeit einmal pro Woche (
Urk.
5/116/70-90 S. 6 Mitte).
In Bezug auf das Gutachten des
Z._
vom August 2014 sei rückblickend anzunehmen, dass zu diesem Zeitpunkt ebenfalls eine zumindest beginnende de
pressive Störung vorgelegen habe. Zumindest partiell abbildbar sei diese auch in der Testung des
Z._
(Hamilton Depressionsskala), wo 8 Punkte attestiert worden seien. Der zumindest in Teilen erkennbaren depressiven Symptomatik sei jedoch kein Krankheitswert zugemessen
worden (S. 18 Mitte).
Aus psychiatrischer Sicht sei anzunehmen, dass eine zumindest mittelgradige depressive Symptomatik zwi
schen 2014 und Mitte 2016 vorgelegen habe, welche die Arbeitsfähigkeit zumin
dest 50%ig eingeschränk
t
habe.
Seit Sommer
20
16
bestehe eine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 30 % (S. 19 Mitte).
Diese liege vor allem in den deutli
chen Hinweisen für eine bereits
chronifizierte
Fehlentwicklung, insbesondere in Bezug auf die Schmerzen, woraus sich ein chronisch depressives Bild ergebe, wel
ches die chronische Schmerzerkrankung unterhalte (S. 19 oben). Auch in einer angepassten Tätigkeit bestehe keine höhere Arbeitsfähigkeit als
70
%
(S. 19 un
ten)
.
Ein leichtes depressives Syndrom bedinge in der Regel keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, könne jedoch im Kontext einer
komorbide
n
Störung wie beispielsweise chronischer Schmerzen eine
Relevanz entwickeln (S.
20 Mitte).
Aus dem rheumatologischen Teilgutachten
(
Urk.
5/116/
106-124
)
ergibt sich
, dass seit etwa Oktober 2016 neu ein
irritatives
lumboradikuläres
Reizsyndrom L5 linksseitig bestehe (S. 14 Mitte). Dieses führe zu einer eingeschränkten Belastbar
keit des axialen Skelettes für Tätigkeiten, welche das Tragen von Lasten über 10 kg beziehungsweise das repetitive Bücken erfordern. Die übrigen diagnosti
zierten degenerativen Veränderungen der Kniegelenke, der Hände und der Hüften führten zu keiner relevanten funktionellen Einschränkung der Funktion dieser Strukturen. Sie hätten sich gegenüber der Voruntersuchung vom 2
4.
August 2014 auch nicht wesentlich verändert (S. 16 Mitte).
Die Beschwerdeführerin sei weiter
hin in der Lage, ihr Allt
agsleben aktiv zu gestalten. Sie könne die meisten Tätig
keiten zu Hause selber erledigen (kochen, betten, Reinigungsarbeiten; S. 17 oben). I
n
der bisherigen Tätigkeit bestehe eine volle Arbeitsunfähigkeit (S. 17 unten).
In einer
rückenadaptierten
Tätigkeit
, ohne Notwendigkeit Lasten über 10 kg zu he
ben, tragen oder stossen, sich nach vorne zu bücken, lasse sich keine relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus rheumatologischer Sicht begründen. Im Vordergrund stehe eine ausgeprägte muskuläre
Dekonditionierung
, die an sich durch eine adäquate Therapie besserungsfähig sei (S. 18 oben).
Im n
eurologisch
en Teilgutachten
(
Urk.
5/116/
91-105
)
wurde
ausgeführt, dass die Beschwerdeführerin in ihren Aussagen und ihrem Verhalten teilweise inkonsis
tent wirke (S. 12 unten). So sei auffällig, dass sie sämtliche Gangproben (insbe
sondere den Fersen- und Zehengang) habe durchführen können, was inkonsistent zu den in der Einzelgradkraftprüfung von ihr angegebenen Paresen sei. Auch kaufe die Beschwerdeführerin weiterhin selbständig ein, koche, führe den Haus
halt und fahre
sogar ein Fahrzeug mit Schaltgetriebe (S. 9 unten). Bei dem in der aktuellen Untersuchung präsentierten Ausmass der neurologischen Defizite
wäre tatsächlich davon auszugehen, dass die geschilderten Vorgänge von ihr nicht ausgeführt werden können. Da die Beschwerdeführerin diese nach eigenen An
gaben jedoch problemlos bewältige, ergebe sich hier eine ausgeprägte Inkonsis
tenz
. Auffällig sei auch, dass in den Voruntersuchungen der externen ärztlichen Kollegen stets abweichende Befunde für die Kraft und die Sensibilität der links
seitigen Extremitäten erhoben worden seien
(S. 10 oben).
Aktuell
resultiere durch das L5-Syndrom eine Arbeitsunfähigkeit von 30
%, schmerzbedingt.
Dieses
sei
jedoch
potentiell vollständig reversibel
(S. 13 oben).
Aus interdisziplinärer Sicht
(
Urk.
5/116/
12-22
)
wurde festgehalten, dass
rückbli
ckend eine Arbeitsunfähigkeit und daraus abgeleitete Berentung mit halber Rente von Januar 2012 bis Oktober 2013 und ganzer Rente ab März 2014 bis Juli 2014 aus heutiger Sicht nachvollziehbar sei (S. 21 unten). G
estützt auf das aus heutiger Sicht nachvollziehbare MEDAS-Gutachten vom 2
5.
August 2014
könne
ab
dem
Zeitpunkt der Rentenaufhebung per Ende Juli 2014 zunächst von einer vollen Arbeitsfähigkeit
aus somatischer Sicht
ausgegangen werden (S. 19 oben
; S. 21 f.
). Aus psychiatrischer Sicht sei anzunehmen, dass eine zumindest mittelgradige de
pressive Symptomatik zwischen
Juli
2014 und Mitte 2016 vorgelegen habe, wel
che die Arbeitsfähigkeit 50%ig eingeschränkt habe. Seit
Juli
2016 bestehe eine Einschränkun
g der Arbeitsfähigkeit von 30 %.
In der bisherigen Tätigkeit bestehe seit Oktober 2016 aus somatischer Sicht eine volle Arbeitsunfähigkeit (S. 19 Mitte
; S. 22 oben
).
In einer angepassten Tätigkeit bestehe
aktuell
eine
70
%
ige Arbeitsfähigkeit
(S. 20 oben)
.
Der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin habe sich
seit der letzten
Medas
-Begutachtung
geändert (Depression,
lumboradi
kuläres
Reizsyndrom
; S. 21 Mitte
).
3.14
Aus dem Bericht
der
M._
vom
5.
Juli 2017 (
Urk.
5/127) ergibt sich ein Status nach Kniearthroskopie rechts, par
tieller
Synovektomie
und partieller Resektion Hoffa, Resektion
Plica
mediopatel
laris
und Ligamentum
mucosum
,
Teilmeniskektomie
/Glättung medialer Meniskus, laterale
Teilmeniskektomie
/
Meniskusshaping
,
Knorpeldébridenment
retropatellär
,
trochleär
und
femoral
medial am 2
1.
Juni 201
7.
Die Beschwerden lokal am Knie hätten sich nach der Operation bereits zum Positiven verändert (S. 1).
3.15
Die Ärzte des
I._
nahmen a
m
7.
August 20
17
zu
handen der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin
Stellung zum psychiatri
schen Teil des
B._
-Gutachtens (
Urk.
5/125)
.
Sie führten aus,
dieses sei insgesamt
oberflächlich
, in vielen Teilen schlicht
falsch
und daher nicht objektiv (S. 6).
So fahre die Beschwerdeführerin nicht
regelmässig Auto, sondern höchstens 1-5 Mal pro Monat (S. 2 unten).
Die Depression sei keineswegs reduziert,
im Gegenteil eher zunehmend (S.
5 unten).
Es seien sieben Merkmale der rezidivierenden de
pressiven Episode erfüllt,
daher müsse die Diagnose einer mittelgradigen depres
siven Episode gestellt werden (S. 3 Mitte).
Die Stimmung sei deutlich depressiv, es bestehe eine deutliche Störung der Vitalgefühle. Kognitiv sei die Beschwerde
führerin in Aufmerksamkeit, Konzentration, Merkfähigkeit und Gedächtnis im Alltag deutlich verlangsamt. Es bestehe eine deutliche Vergesslichkeit (S. 4 Mitte).
Sie leide an Einschla
f- und Durchschlafstörungen (S.
4 oben).
Die
Beschwerde
führerin
sei
auch für angepasste Tätigkeiten
zu 100
%
a
rbeitsunfähig
(S. 5 f.)
.
3.16
Dr.
med. N._
, Facharzt für Neurologie, führte im
Bericht
vom 2
5.
Sep
tember 2017 zuhanden der Rechtsvertreter
in der Beschwerdeführerin (Urk.
5/132)
aus,
dass sich Gefühlsstörungen im Bereich der linken Körperhälfte fänden, bei welchen als Ursache eine Durchblutungsstörung in der rechten Hirnhemisphäre vermutet werde. Neurologisch habe kein entsprechender Befund erhoben werden können. Zudem bestehe eine Fuss- und
Zehenheberschwäche
links, bei chroni
schem,
lumbo-radikulärem
Schmerzsyndrom links.
4.
Vorab ist festzuhalten, dass nicht nur die revisionsweise Aufhebung der Invali
denrente per Ende
Juli 2014
, sondern auch die unbestritten gebliebenen Bezugs
zeiten der gerichtlichen Überprüfung unterliegen (vgl. E. 1.3).
Aufgrund der vorliegenden Akten
ergibt sich
indessen, dass
ab November 2011
sowohl in der
bisherigen als auch in einer
angepasste
n
Tätigkeit eine 50%ige Arbeitsfähigkeit
vorlag
. Ab Juli 2013 war die Beschwerdeführerin
gemäss
Z._
-Gutachten
wieder voll arbeitsfähig.
Nach
einem
Unfall
im
Dezember 2013
bestand
vorübergehend
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für alle Tätigkeiten
.
Ab April 2014 kann gemäss
Z._
-Gutachten wieder von einer vollen Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten sowie in angepassten Tätigkeiten ausgegangen werden.
Des Weiteren erweisen sich die
i
n
der angefochtenen Verfügung
vom
1
5.
Dezem
ber 2017 (
Urk.
2
) vorgenommenen Einkommensvergleiche als korrekt und wur
den auch vo
n der
Beschwerdeführer
in
nicht beanstandet
. Somit hat
die Beschwer
degegnerin der Beschwerdeführerin
zurecht eine halbe Rente
vom
1.
Januar 2012 bis 3
1.
Oktober 2013
sowie eine ganze
Rente vom
1.
März 2014 bis 3
1.
Juli 2014
zugesprochen
.
Zu prüfen bleiben
der weitere Verl
auf der Arbeitsfähigkeit respektive allfällige weitere Rentenansprüche.
5.
5.1
Die ausführliche Expertise der Ärzte
der
B._
vom März 201
7
erfüllt die Anfor
derungen an den Beweiswert medizinischer Berichte im Sinne der Rechtsprechung (vgl. E. 1.
5
). Sie setzt sich mit allen Aspekten der gesundheitlichen Beeinträchti
gungen auseinander und berücksichtigt insbesondere auch sämtliche bis dahin angefallenen ärztlichen Untersuchungsberichte. Insgesamt ist das
B._
-
Gutach
ten umfassend und vermag zu überzeugen. Darauf kann abgestellt werden.
5.2
Aus somatischer Sicht
wurde i
m Gutachten der Ärzte des
Z._
vom August 2014 festgehalten, dass die Befunde am Bewegungsapparat keine körperliche Schwer
arbeit mehr erlaubten
und ein Arbeiten in ungesicherter Höhe mit Erfordernis des Besteigens von Treppen oder Stiegen nicht mehr möglich sei
.
Mit diesen Ein
schränkungen wurde der Beschwerdeführerin eine volle Arbeitsfähigkeit attes
tiert.
Aus dem
B._
-Gutachten vom März 2017 ergibt sich aus rheumatologischer Sicht
ebenfalls
eine volle Arbeitsfähigkeit in einer rückenadaptierten Tätigkeit ohne das Tragen von Lasten über 10 kg und ohne repetitives Bücken.
Entgegen der Ansicht der Bes
chwerdeführerin (vgl.
Urk.
1 S.
10 f.) erscheint es nachvoll
ziehbar, dass sich die rheumatologischen Diagnosen nicht auf die Arbeitsfähigkeit
in einer angepassten Tätigkeit
auswirken.
Im Juli 2017 erfolgte eine Knieopera
tion, welche indessen keine wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zur Folge hat (vgl. dazu auch die Stellungnahme des RAD-Arztes Dr.
O._
vom
6.
September 2017, Urk. 5/134/10).
Aus neurologischer Sicht
wurde der Be
schwerdeführerin aufgrund des
neu vorliegenden
L5-Syndroms - welches jedoch potentiell vollständig reversibel sei – eine 30%ige Einschränkung der Arbeitsfä
higkeit bescheinigt. Der Neurologe
Dr.
N._
nannte im September 2017 eben
falls neurologische Befunde, äusserte sich jedoch nicht zur Arbeitsfähigkeit.
Nach dem Gesagten ist insgesamt von einer vorübergehenden 30%igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus somatischer Sicht auszugehen.
Soweit die Beschwerdeführerin geltend machte, es sei falsch, dass sie die meisten Haushaltarbeiten selber erledigen könne (
Urk.
1 S. 7 unten), ist fe
stzuhalten, dass im
B._
-Gutachten
ausgeführt
wurde,
Haushaltsarbeiten seien
belastend. Beim Kochen müsse
sich
die Beschwerdeführerin
oft abstützen oder sich auf einen Stuhl setzen, zum Putzen komme eine Kollegin und helfe bei den «grossen Sa
chen». Staubsaugen
gehe zum Beispiel gar nicht (
Urk.
5/116/1-47 S. 7 unten). Dies
e Einschränkungen
waren den Gutachtern der
B._
somit bekannt
. Zudem gingen auch die Ärzte der
I._
und
J._
davon aus, dass der Haushalt, wenn auch verlangsamt mit Pausen und über zwei Tage, machbar sei.
5.3
Aus psychiatrischer Sicht
liegen die Beurteilungen der Ärzte der
I._
und
J._
sowie der Gutachter der
B._
vor.
D
ie Ärzte
der
I._
und
J._
attestierten
der Beschwer
deführerin aufgrund
einer mittelgradigen depressiven Episode
eine volle
Arbeits
unfähigkeit
.
Aus dem
B._
-Gutachten
ergibt sich
aus psychiatrischer Sicht
eine 50%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für die Zeit
von Juli 2014 bis Juni 2016
sowie
eine
3
0%ige
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
seit Juli 2016
.
Zum Verlauf ist festzuhalten, dass
anlässlich
der Untersuchung
en
durch die
Gut
achter
des
Z._
- welche im
Mai 2014 erfolgten (vgl. Urk.
5/64 S. 1)
–
noch
keine wesentlichen Befunde
aus psychiatrischer Sicht festgestellt
wurden
.
Die Be
schwerdeführerin gab
damals
an, dass ihre Tochter, welche in Italien lebe, mit ihrer Familie einen Monat lang bei ihr zu Besuch gewesen sei, was ihr grosse Freude bereitet habe (
Urk.
5/64 S. 42 unten).
Gemäss den Angaben der Gutachter der
B._
(psychiatrisches Teilgutachten, Urk. 5/116/70-90)
lag rückblickend schon im Zeitpunkt des
Z._
-Gutachtens eine zumindest beginnende depressive Störung vor (S. 18 Mitte).
Sie gingen von
eine
r
zumindest mittelgradige
n
depres
sive
n
Symptomatik zwischen Juli 2014 und Mitte 2016 mit einer 50%igen Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit
aus
. Ende des Jahres 2014,
a
nfangs 2015 habe die depressive Episode eher
Punktum
maximum
erreicht (
S. 19 Mitte). Seit Juli 2015
stehe
die Beschwerdeführerin in regelmässiger psychiatrischer Behandlung (
I._
), seit etwa März 2016 zusätzlich einmal wö
chentlich bei einer italienischsprachigen Psychologin im
L._
in Zürich
(S. 6 Mitte)
.
U
nter der Behandlung mit Psychopharmaka und Psycho
therapie
sei
eine sukzessive Besserung erfolgt. Zumindest seit Sommer 2016 sei die depressive Störung nur noch leichtgradig (
S.
19 Mitte).
Der
im
B._
-Gutachten dargestellte
Verlauf der depressiven Entwicklung
er
scheint
nachvollziehbar. Im Zeitpunkt der Untersuchungen im
Z._
vom Mai 2014 kann von einer beginnenden depressiven Störung ausgegangen werden,
welche aber
noch ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
blieb
. Dann
kam
es of
fenbar
zu
eine
r
Zunahme der depressiven Symptomatik, so dass zwischen Juli 2014 und Juni 2016 eine 50%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vorlag. Seit Juli 2015
befand sich
die Beschwerdeführerin in Behandlung
bei einer Psychia
terin und seit Frühling 2016 zusätzlich bei einer Psychologin, worauf dann
im Sommer 2016 eine Besserung des
psychischen Befindens
erfolgte
(mit Ausschlei
chen der Medikation, vgl.
Urk.
5/116/70-90 S. 6 unten).
Die Beschwerdeführerin machte geltend,
die erheblichen Schlafstörungen seien nicht berücksichtigt worden
(
Urk.
1 S.
8
unten).
Dazu ist festzuhalten, dass im psychiatrischen Teilgutachten ausgeführt wurde, die Beschwerdeführerin
schlafe schlecht, wache nachts mehrmals auf
. Grund für die Schlafunterbrechungen seien die Schmerzen
(
Urk.
5/116/70-90 S.
4 oben
)
.
Soweit die Ärzte des
I._
der Beschwerdeführerin
(weiterhin)
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigten,
vermag diese Ein
schätzung die eingehend begründeten Untersuchungsergebnisse der Ärzte der
B._
nicht zu entkräften, zumal die
Beschwerdeführer
in
seit Juli 2015 bei der Psychiaterin
Dr.
K._
(
I._
) in regelmässiger psychiatrischer Behandlung steht
(vgl.
Urk.
5/116/70-90 S. 6 Mitte
) und somit zwischen ih
r
und de
r
Beschwerdeführer
in
eine vergleichbare Vertrauenskonstel
lation besteht wie zwischen dem Hausarzt und seinem Patienten (vgl. E. 1.
6
).
5.4
Nach dem Gesagten kann auf das Gutachten der Ärzte
der
B._
vom
7.
März 2017
abgestellt werden, wonach bei
der
Beschwerdeführer
in
in einer angepassten Tä
tigkeit
von Juli 2014 bis Juni 2016 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit sowie
seit
Juli 2016
eine 70%ige Arbeitsfähigkeit besteht.
6.
6.1
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vo
raus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281
E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres
gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zu
mutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen
(E. 7.2; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.1). Diese Abklärungen enden laut Bundesge
richt stets mit der Rechtsfrage, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Fest
stellun
gen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeits
unfähigkeit schliessen lassen (BGE 143 V 418 E. 7.1; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
6.2
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
6.3
Nach dem Gesagten ist zu prüfen, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen.
Vorliegend wurde der Beschwerdefüh
rerin
von
Juli 2014 bis Juni 2016 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit sowie
seit
Juli 2016
eine 70%ige Arbeitsfähigkeit
in einer angepassten Tätigkeit attestiert.
Eine schlüssige Prüfung der massgebenden Standardindikatoren ist gestützt auf das Gutachten der Ärzte
der
B._
sowie die übrigen medizinischen Akten mög
lich. Weitere medizinische Abklärungen sind dementsprechend nicht angezeigt.
6.4
Für die Zeit ab
Juli 2016
wurde der Beschwerdeführerin
vor dem Hintergrund einer leichtgradigen depressiven Störung
eine 70%ige Arbeitsfähigkeit
attestiert.
Hinsichtlich der Ausprägung der diagn
oserelevanten Befunde wurde im
B._
-Gutachten über
Angstzustände,
eine
bisweilen zum negativen Pol hin ausgelenkte Stimmung sowie Einschränkungen in der Umstellungsfähigkeit, der
Entschei
dungs
- und Urteilsfähigkeit sowie insbesondere der Durchhaltefähigkeit
be
richtet.
Zum Tagesablauf ist bekannt, dass die Beschwerdeführerin
morgens gegen
8.0
0 Uhr aufstehe,
wobei sie sich aufgrund der Schmerzen, die sie nachts eher stärker wahrnehme, «erst mal hinsetzen» müsse.
Sie nehme ihre Medikamente ein und trinke einen Kaffee.
Nach der Körperpflege richte sie sich das Frühstück, mache die Betten und räume etwas auf.
Manchmal komme eine Kollegi
n und helfe etwas im Haushalt
. Kochen könne sie selbst, bisweilen komme der Sohn zum Mittages
sen. Nachmittags gehe sie regelmässig nach draussen, bisweilen mit einer Kolle
gin, bisweilen alleine
(Urk.
5/116/70-90 S. 8)
.
Sie spaziere rund um den Haus
block. Zurück zu Hause müsse sie sich dann hinlegen (
Urk.
5/116/106-124, S. 8 oben).
Das Abendessen nehme sie gemeinsam mit dem Ehemann ein. Dann sehe sie fern oder lese, gegen 23.00 Uhr bis Mitternacht gehe sie ins Bett
(
Urk.
5/116/70-90 S. 8).
Zum zweiten Indikator («
Be
handlungserfolg oder -resistenz»
) wurde im
B._
-Gut
achten ausgeführt,
dass die Behandlungsaktivität mit einer aktuellen Frequenz von einer Psychotherapie von einmal pro Woche sowie einer begleitenden psychopharmakologischen Behandlung als hoch einzuordnen sei (
Urk.
5/116/70-90 S.
17 Mitte
)
. Die Behandlungen führten denn auch zu einer
deutlichen Stabi
lisierung
.
Die bisherige Therapie sei gemäss
B._
-Gutachten leitliniengerecht und es bestünden darüber hinaus auch keine Therapieoptionen, insbesondere keine Indikation für eine teilstationäre oder stationäre Behandlung des depressiven Syndroms (
Urk.
5/116/70-90 S.
20 oben
)
.
Im
B._
-Gutachten wurde festgehalten, dass es
keine Hinweise auf eine psychi
atrische Komorbidität
gebe
(
Urk.
5/116/70-90 S.
16 Mitte
)
.
Als anhaltend belas
tend sei sicherlich die chronische Schmerzproblematik zu werten (
Urk.
5/116/70-90 S.
16
unten
)
.
So seien chronische Schmerzsyndrome und Depressionen in der Regel eng verzahnt und depressive Anteile würden chronische Schmerzen auf
rechterhalten, wie Schmerzen ihrerseits eine Depression aufrechterhalten könnten (
Urk.
5/116/70-90 S.
20 Mitte
)
.
Bezüglich Persönlichkeit
ergeben
sich aus
dem
B._
-Gutachten keine Hinweise auf eine Persönlichkeitsstörung oder Persönlichkeitsakzentuierung. Insgesamt
verfüge die Beschwerdeführerin über eine ausreichende Anzahl interner und ex
terner
Ressourcen, um sich zu stabilisieren
. Es bestehe eine ausreichende
Instro
spektionsfähigkeit
und auch Kritikfähigkeit
(
Urk.
5/116/70-90 S.
17 oben
)
.
Betreffend den sozialen Kontext ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin mit ihrem
Ehemann
in eine
r Parterre-Wohnung lebt. Sie habe
viel Kontakt mit ihrem Sohn. Die Tochter und die Enkelkinder, welche in Italien leb
t
en, sehe sie nicht so häufig, versuche jedoch, diese regelmässig zu besuchen. So reise sie drei
-
bis viermal pro Jahr mit dem Auto oder dem Flugzeug nach Italien, meist mit dem Sohn zusammen
(Urk.
5/116/70-90 S. 8)
.
Zu prüfen bleibt der Aspekt der Konsistenz.
A
n
Ressourcen besteht
ein intaktes familiäres System mit fortbestehender partnerschaftlicher Beziehung, gute
m
Kon
takt zu zwei Kindern sowie zwei Enkelkindern und der Mutter (
Urk.
5/116/70-90 S.
16 unten
)
. Die Beschwerdeführerin
zeigt einige Aktivitäten im Tagesablauf mit Kochen,
Spazieren und
kleineren Haushaltsarbe
iten
.
Zudem ist es ihr möglich, in Begleitung mehrmals pro Jahr nach Italien zu reisen.
Andererseits bestehen un
bestrittenermassen Einschränkungen in der Haushaltsführung. Beim Einkaufen und Wäsche machen benötigt sie Unterstützu
ng durch den Ehemann (vgl. Urk. 5/116/70-90 S. 8 unten) und
schwerere Haushaltsarbeiten wie staubsaugen kann sie nicht mehr verrichten
.
Im
B._
-Gutachten wurde festgehalten, die be
klagten Einschränkungen seien nicht nur auf den Beruf begrenzt, sondern tan
gierten auch andere Lebensbereiche. Ein Leidensdruck in Bezug auf die Schmer
zen sei deutlich spürbar gewesen (
Urk.
5/116/70-90 S.
17 Mitte
)
.
Insgesamt ergibt die Würdigung des Beschwerdebildes anhand der Standardindi
katoren, dass
für die Zeit ab Juli 2016
auf die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit, wie sie sich aus dem
B._
-Gutachten ergibt, abgestellt werden kann.
Entspre
chend
ist
ab Juli 2016
von einer
3
0%igen
Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit auszugehen.
6.5
Betreffend die Zeit von Juli 2014 bis Juni 2016 ist gestützt auf das
B._
-Gutach
ten
aufgrund einer mittelgradigen depressiven Symptomatik
von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen.
Zum funktionellen Schweregrad ergibt sich aus dem
Bericht
de
s
J._
vom Juni 2016 (
Urk.
5/99)
ins
besondere eine depressiv-resignierte
Stim
mung sowie deutliche
Einschränkungen
in Aufmerksamkeit, Konzentration, Merkfähigkeit und Gedächtnis. Es bestehe
eine deutliche Vergesslichkeit und ein
inhaltlich problemzentriert
es Denken
(S. 5 unten).
Die Beschwerdeführerin beklage Schlafstörungen, Appetitverminderung, Rückzug, Antriebslosigkeit, Lärmempfindlichkeit, Sinnlosigkeitsgedanken, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Vergesslichkeit, Gedankenkreisen und Traurigkeit (S. 3 Mitte).
Im massgeblichen Zeitraum nahm die Beschwerdeführerin eine psychiatrische und später zusätzlich eine psychologische Behandlung auf.
Im Übrigen finden sich in den Akten keine Anhaltspunkte für massgebliche Ver
änderungen nach
Juni
2016, weshalb im Wesentlichen auf die Prüfung der Stan
dardindikatoren für die nachfolgende Zeit ab
Juli
2016 verwiesen werden kann (vorstehende Erwägung
6
.4
). Die Würdigung des Beschwerdebildes anhand der Standardindikatoren ergibt, dass auf die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch die Gutachter der
B._
abgestellt werden kann. Entsprechend ist für die Zeit
von Juli 2014 bis Juni 2016
von einer
5
0%igen Arbeits
un
fähigkeit
aus psychiatrischer Sicht
auszugehen.
6.6
Zusammenfassend ist für die Zeit von
Juli 2014 bis Juni 2016
von
einer 50%igen Arbeitsfähigkeit
sowie ab
Juli 2016
von einer
7
0%igen Arbeitsfähigkeit
in einer angepassten Tätigkeit
auszugehen.
Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswir
kungen.
7.
7.1
Für die Vornahme des Einkommensvergleiches ist grundsätzlich auf die Gege
benheiten im Zeitpunkt des (hypothetischen) Rentenbeginns abzustellen (BGE 128 V 174, BGE 129 V 222).
Wie unter Erwägung 4 festgehalten, wurde der Beschwerdeführerin zurecht eine halbe Rente vom
1.
Januar 2012 bis 3
1.
Oktober 2013 sowie eine ganze Rente vom
1.
März 2014 bis 3
1.
Juli 2014 zugesp
roc
hen.
Wie soeben dargelegt, besteht a
b Juli 2014
wiederum eine massgebliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit.
Ein allfälliger
Rentenanspruch besteht somit
ab
Oktober 2014 (
drei Monate nach Ver
schlechterung
, vgl.
Art.
88a
Abs.
2
IVV
)
.
Seit Juli 2016 liegt wieder eine hö
here Arbeitsfähigkeit vor, weshalb f
ür die Zeit ab
Oktober 2016
(drei Monate nach Verbesserung
, vgl.
Art.
88a
Abs.
1 IVV
) ein separater Einkommensvergleich vor
zunehmen
ist
.
7.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung an
gepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1; 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) be
rechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls rele
vanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundesgerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).
D
ie Beschwerdegegnerin
führte
in ihrem Einkommensvergleich (
Urk.
5/
68) aus, dass das Arbeitspensum der Beschwerdeführerin als Tankstellenmitarbeiterin aus invaliditätsfremden Gründen reduziert worden sei, weshalb nicht darauf abge
stellt werden könne.
Sie stützte sich
zur Berechnung des
Valideneinkommens
auf die Schweizerische Lohnstrukture
rhebung (LSE) Tabelle T17 Ziff. 52
«
Verkaufs
kräfte
»
.
Dies erscheint nachvollziehbar und wurde auch seitens der Beschwerde
führerin nicht beanstandet.
Zur Berechnung des
Valideneinkommens
für das Jahr 201
4
kann auf die Lohn
strukturerhebung 2014 abgestellt werden. Demnach betrug der von
Frauen
«
grös
ser gleich 50 Jahre
»
als Verkaufskräfte
erzielte Lohn
Fr.
4’687
.-- pro Monat (LSE 2014, Tabelle T
17
,
Ziff.
52
), was bei einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 41.
7
Stunden (betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro
Woche
, Total
;
vgl. www.bfs.admin.ch, Statistiken, Arbeit und Er
werb
)
Fr.
5
8
’
634
.
37
im Jahr ergibt (
Fr.
4’
687
.
-- :
40 x 41.
7
x 12).
Für das Jahr 2016 ergibt sich unter Berücksichtigung der frauenspezifischen No
minallohnentwicklung von
0.
5
%
im Jahr 2015 und von
0.
8
%
im Jahr 2016 (
Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne; vgl. www.bfs.admin.ch, Statistiken, Arbeit und Erwerb)
ein
Valideneinkommen
von
Fr.
59
‘
398
.9
6
(
Fr.
58’634.37
x 1.00
5
x 1.00
8
).
7.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grund
sätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statisti
schen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens auf
grund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, IVG, 3. Aufl. 2014, N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Vorliegend ist das Invalideneinkommen gestützt auf die Lohnstrukturerhebungen zu ermitteln, und zwar anhand des über den Durchschnitt aller Wirtschaftszweige von
Frauen
im Kompetenzniveau 1
er
zielten Lohnes, der sich im Jahr 201
4
auf
Fr.
4’30
0.-- pro Monat belief (LSE 201
4
, Tabelle TA1, Total
Frauen
, Kompetenz
niveau 1), was bei einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden (betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirt
schaftsabteilungen in Stunden pro Woche, Total; a.a.O.) rund
Fr.
53'793.
--
im Jahr ergibt (
Fr.
4’300
.-- : 40 x 41.7 x 12).
Angepasst an das zumutbare Pensum von 50
%
resultiert somit ein Einkommen von
Fr.
26’896.50 (
Fr.
53'793.
--
x 0.5).
Für das Jahr 2016 ergibt sich unter Berücksichtigung der frauenspezifischen No
minallohnentwicklung von
0.
5
%
im Jahr 2015 und von
0.
8
%
im Jahr 2016 ein Einkommen von
Fr.
54'494.46 (
Fr.
53'793.
--
x 1.005 x 1.008) respektive Fr. 38'146.12 im zumutbaren Pensum von 70
%
(
Fr.
54'494.46 x 0.7).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) al
lenfalls
zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass per
sönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Le
bensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 75 E. 5b/
aa
). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schät
zen und darf 25
%
nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
bb
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit ein
geschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesund
heitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbeding
ten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichts
punkts führen dürfen (Urteil 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1 mit Hin
weisen; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abwei
chende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6).
Mit Bezug auf den behinderungs- beziehungsweise leidensbedingten Abzug ist zu beachten, dass das medizinische Anforderungs- und Belastungsprofil eine zum zeitlich zumutbaren Arbeitspensum tretende qualitative oder quantitative Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit darstellt, wodurch in erster Linie das Spektrum der erwerblichen Tätigkeiten (weiter) eingegrenzt wird, welche unter Berücksich
tigung der Fähigkeiten, Ausbildung und Berufserfahrung der versicherten Person
realistischerweise
noch in Frage kommen. Davon zu unterscheiden ist die Frage, ob mit Bezug auf eine konkret in Betracht fallende Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage verglichen mit einem gesunden Mitbewerber nur bei Inkauf
nahme einer Lohneinbusse reale Chancen für eine Anstellung bestehen (Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E.
3.1.1 mit Hinweisen).
Ist von einem genügend breiten Spektrum an
zumutbaren Verweisungstätigkeiten auszugehen, können unter dem Titel leidensbedingter Abzug grundsätzlich nur Umstände berücksichtigt werden, die auch auf einem ausgeglichenen Arbeits
markt (Art. 16 ATSG) als ausserordentlich zu bezeichnen sind (
Urteil des Bundes
gerichts 9C_366/2015 vom 22. September 2015 E. 4.3.1 mit Hinweisen; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_826/2015 vom 13. April 2016 E. 3.2.1).
Bei Frauen im Kompetenzniveau 1 (bis LSE 2010 Anforderungsniveau 4) weisen die Statistiken für Teilzeitarbeit zwischen 50 % und 89 % höhere Löhne als für Vollbeschäftigung aus. Damit entfällt hier die Rechtfertigung für einen Tabellen
lohnabzug wegen Teilzeitarbeit (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_712/2012 vom 30. November 2012 E. 4.2.2 unter Bezugnahme auf LSE 2008 und 2010 und 9C_72/2017 vom 19. Juli 2017 E. 4.3 unter Bezugnahme auf LSE 2012 und 2014).
Vor diesem Hintergrund
besteh
en keine Anhaltspunkte, dass die
Beschwerdefüh
rer
in
wegen eines oder mehrerer der relevanten Merkmale
ihr
e gesundheitlich bedingte Restarbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unter
durchschnittlichem erwerblichen Erfolg verwerten könnte. Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin keinen Abzug vom Tabellenlohn ge
währte.
7.4
Für die Zeit ab Oktober 2014 berechnet sich der Invaliditätsgrad
somit
wie folgt: Bei einem
Valideneinkommen
von
Fr.
58’634.37
und einem Invalideneinkommen von
Fr.
26’896.50
beträgt die Einkommenseinbusse
Fr.
31'737.87
, was einem In
validitätsgrad von
knapp
54.13
%
entspricht.
Entsprechend hat die
Beschwerde
führer
in von Oktober 2014 bis September 2016
Anspruch auf eine
halbe R
ente.
Der Einkommensvergleich ab Oktober 2016 präsentiert sich wie folgt: Bei einem
Valideneinkommen
von
Fr.
59‘398.96
und einem Invalideneinkommen von
Fr. 38'146.12
beträgt die Einkommenseinbusse
Fr.
21'252.84
, was einem Invali
ditätsgrad von
knapp
35.78
%
entspricht.
Folglich
hat die Beschwerdeführerin
ab Oktober 2016
(drei Monate nach Verbesserung, vgl.
Art.
88a
Abs.
1 IVV
)
keinen
Anspruch auf eine
Invalidenrente
mehr
.
7.
5
Zusammenfassend hat die
Beschwerdeführer
in
Anspruch auf
eine halbe Rente vom
1.
Januar 2012 bis 3
1.
Oktober 2013, auf eine ganze Rente vom
1.
März 2014 bis 3
1.
Juli 2014 sowie auf
eine
halbe Rente von Oktober 2014 bis Septem
ber 201
6.
Dies führt zur
teilweisen
Gutheissung der Beschwerde.
8.
8.1
Die Kosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind ermessensweise auf
Fr.
1’000.-- fest
zusetzen und
ausgangsgemäss den Parteien je zur Hälfte
aufzuerlegen.
8.2
Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der Beschwerdeführerin eine
reduzierte
Prozessentschädigung auszurichten (§ 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht). Unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses wird diese beim praxisgemässen Stundenansatz von
Fr.
220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) auf
Fr. 1
‘
1
00
.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) festgelegt.