Decision ID: fa551810-12b7-497e-8fc6-1c52857957ea
Year: 2008
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
J._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Daniel Ehrenzeller, Engelgasse 214, 9053 Teufen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
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Sachverhalt:
A.
A.a J._, Jahrgang 1950, meldete sich im Juni 2004 erneut zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung (IV) an und beantragte die Ausrichtung einer
Rente (IV-act. 13). Ein erstes Leistungsbegehren war mit Verfügung vom 28. August
2003 abgewiesen worden (IV-act. 12). Dr. med. A._, Allgemeinmedizin FMH,
diagnostizierte im Arztbericht vom 24. Oktober 2004 (IV-act. 25/1-2) eine chronische
Cerviko-Thorakolumbalgie bei beginnender Spondylarthrose L4/5 und anlagebedingt
engem Spinalkanal am cerviko-thorakalen Übergang. Vom 10. bis 31. Mai 2004 und
vom 26. August bis 26. September 2004 sei der Versicherte voll arbeitsunfähig
gewesen, vom 1. Juni bis 25. August 2004 sowie seit 27. September 2004 betrage die
Arbeitsunfähigkeit für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Fabrikarbeiter 50%. In einer
adaptierten Tätigkeit bestehe für körperlich leichte Arbeit eine 50%ige Arbeitsfähigkeit,
in Teilzeit mit voller Leistung realisierbar. Wegen der Schmerzen sei die bisherige
Tätigkeit kaum mehr ausführbar (IV-act. 25/3-4). Die Ärztliche Begutachtungsinstitut
GmbH (ABI), Basel, erstattete am 24. Januar 2006 ein polydisziplinäres Gutachten (IV-
act. 45). Nach einer orthopädischen, einer psychiatrischen und einer internistischen
Untersuchung wurde mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit die Diagnose eines
chronischen panvertebralen Schmerzsyndroms mit/bei beginnender Spondylarthrose
L4/5, geringgradiger Diskopathie C2/3, C3/4 und L4/5 und
Schmerzverarbeitungsstörung erhoben. Aus psychiatrischer und internistischer Sicht
würden keine Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit bestehen. Aus orthopädischer
Sicht bestehe für körperlich schwere Tätigkeiten, wie vom Versicherten grösstenteils in
der Vergangenheit durchgeführt, eine volle Arbeitsunfähigkeit. Die Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit für körperlich schwere Tätigkeiten bestehe seit zirka Mitte 2002. Für
körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten in wechselnder Position - wie zuletzt
vom Versicherten ausgeübt - bestehe eine zeitlich und leistungsmässig
uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit.
A.b Mit Verfügung vom 13. April 2006 (IV-act. 49) verneinte die IV-Stelle den Anspruch
auf eine Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 0%. Die gegen diese Verfügung
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erhobene Einsprache wies der Rechtsdienst der Sozialversicherungsanstalt des
Kantons St. Gallen mit Einspracheentscheid vom 17. Januar 2007 ab.
B.
B.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur. Daniel
Ehrenzeller, Teufen, im Namen des Versicherten erhobene Beschwerde vom 15.
Februar 2007 mit den Anträgen, der Einspracheentscheid sei aufzuheben und dem
Beschwerdeführer sei - allenfalls nach Vornahme weiterer medizinischer und
beruflicher Abklärungen - mit Wirkung ab Mai 2005 eine halbe IV-Rente zuzusprechen;
unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin. Zugleich
wurde die unentgeltliche Prozessführung beantragt. Zur Begründung wird im
Wesentlichen ausgeführt, dass sich die chronischen Beschwerden ab 2001 spürbar auf
das Einkommen ausgewirkt hätten. Im Jahr 2000 habe der Beschwerdeführer noch
einen AHV-pflichtigen Betrag von Fr. 75'650.-- verdient. Dieser Lohn sei als
Ausgangspunkt für das Valideneinkommen zu nehmen, wobei sich aufgerechnet auf
das Jahr des Rentenbeginns (2005) ein Valideneinkommen von mindestens Fr.
78'000.-- ergebe. Seit 2001 sei der Beschwerdeführer nicht mehr in der
angestammten, sondern bereits in einer Verweisungstätigkeit aktiv gewesen. Dem
Valideneinkommen sei ein um 10% gekürztes Einkommen bei der Bedienung von
Stanzmaschinen gegenüber zu stellen, was zu einem Invalideneinkommen von Fr.
35'685.-- und somit zu einem Invaliditätsgrad von 54% führe. Sodann sei das ABI-
Gutachten einmal mehr nicht nachvollziehbar. Die Gutachter hätten unzulässigerweise
keine neuen Röntgenbilder angefertigt und seien bei der Beurteilung nicht einmal im
Besitz der alten Bilder (HWS vom 4. Februar 2004) gewesen. Es sei deshalb
unumgänglich, neue bildgebende Untersuchungen von LWS und HWS vorzunehmen
und diese von entsprechenden Spezialisten interpretieren zu lassen.
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt mit Beschwerdeantwort vom 21. Februar 2007
Abweisung der Beschwerde. Dem Schreiben des Spitals Grabs vom 2. Februar 2007
seien keine relevanten neuen Erkenntnisse zu entnehmen. Im Übrigen werde auf die

Erwägungen im Einspracheentscheid verwiesen.
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B.c Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hält in der Replik vom 29. März 2007
unverändert an den Rechtsbegehren fest. Die ehemalige Arbeitgeberin des
Beschwerdeführers behaupte, die im Jahr 2000 ausgerichtete Mehrstundenauszahlung
von angeblich Fr. 12'246.-- sei eine einmalige Angelegenheit gewesen. Diese Aussage
sei jedoch widersprüchlich, da der Beschwerdeführer in den ersten beiden Jahren im
Durchschnitt Fr. 62'300.-- und in den Jahren 1996 bis 2000 im Durchschnitt Fr.
74'219.-- verdient habe. Ein klar deutlich höherer Lohn während mindestens sieben
Jahren sei gemäss Rechtsprechung beim Valideneinkommen zu berücksichtigen.
B.d In der Duplik vom 5. April 2007 hält auch die Beschwerdegegnerin unverändert an
ihrem Antrag fest. Die ABI-Gutachter hätten den Verzicht auf die Anfertigung von
zusätzlichen Bilddokumenten einerseits damit begründet, dass in früher durchgeführten
bildgebenden Untersuchungen von Hals- und Lendenwirbelsäule keine pathologischen
Befunde erhoben worden seien und andererseits mit der diffusen Schmerzschilderung
sowie den fehlenden klinischen Hinweisen auf eine relevante bildgebend darstellbare
Pathologie. Ausserdem hätten sich die Gutachter bei ihrer Beurteilung auf den
radiologischen Bericht vom 4. Februar 2004 über die MR-Tomographie der HWS
gestützt. Die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für körperlich schwere Tätigkeit
bestehe seit ca. Mitte Mai 2002, weshalb grundsätzlich auf den beitragspflichtigen
Jahreslohn 2001 abzustellen wäre. Der Bescheinigung des Arbeitgebers sei jedoch zu
entnehmen, dass der Beschwerdeführer im Jahr 2001 mehrmals über mehrere Wochen
krank geschrieben worden sei, wodurch sich der massive Einkommensverlust
gegenüber dem Vorjahr erkläre, als er einen Jahreslohn von Fr. 75'650.-- erzielte. Die
Differenz ergebe sich vermutlich aus dem Wegfall der Entschädigung für bezahlte
Überzeit. Da die Jahreslöhne des Beschwerdeführers seit 1996 stets über Fr. 70'000.--
gelegen hätten, sei davon auszugehen, dass er bei guter Gesundheit auch weiterhin
Überstunden geleistet hätte, weshalb die entsprechenden Entschädigungen relevanten
Validenverdienst darstellen würden. Als Valideneinkommen sei deshalb der Jahreslohn
2000 von Fr. 75'560.-- einzusetzen. Zur Bestimmung des Invalideneinkommens sei auf
die statistischen Tabellenlöhne der Lohnstrukturerhebungen (LSE) des Bundesamts für
Statistik abzustellen. Für leichte Hilfstätigkeiten habe im Jahr 2000 das
durchschnittliche Bruttojahreseinkommen Fr. 55'640.-- betragen. Aufgrund der vollen
Leistungsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit komme ein Abzug vom Tabellenlohn
nicht in Betracht. Aus der Gegenüberstellung der Vergleichseinkommen resultiere eine
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Erwerbseinbusse von Fr. 18'767, was einem rentenausschliessenden Invaliditätsgrad
von rund 25% entspräche.
Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil
in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei
der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V
467 Erw. 1), und weil bei der Beurteilung ferner auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses
des streitigen Einspracheentscheids vom 17. Januar 2007 eingetretenen Sachverhalt
abzustellen ist (BGE 121 V 366 Erw. 1b), sind im vorliegenden Verfahrendie bis zum
31. Dezember 2007 geltenden materiellen Bestimmungen anzuwenden.
2.
2.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).
Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder
geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Der Grad der für
einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG
durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die
versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der
notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Nach aArt. 28 Abs. 1 IVG besteht der
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn der Versicherte mindestens zu 70%,
derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn er wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein
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Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente
und bei einem IV-Grad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
2.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 Erw. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von
Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel
eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten.
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für
die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden
ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 Erw. 3a). Was Parteigutachten anbelangt, rechtfertigt
der Umstand allein, dass eine ärztliche Stellungnahme von einer Partei eingeholt und in
das Verfahren eingebracht wird, nicht Zweifel an ihrem Beweiswert (ZAK 1986 S. 189
Erw. 2a in fine, BGE 122 V 161 Erw. 1c).
3.
3.1 Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers bemängelt am ABI-Gutachten
insbesondere, dass den Gutachtern die Röntgenbilder vom 4. Februar 2004 nicht
vorlagen und keine neuen Bilder der HWS und LWS erstellt wurden. Dem
Beschwerdeführer ist beizupflichten, dass die Anforderungen an ein beweiskräftiges
Gutachten die Mitberücksichtigung sämtlicher Vorakten voraussetzen. Allerdings waren
die ABI-Gutachter im Zeitpunkt der Beurteilung im Besitz des entsprechenden Berichts
des Radiologen, weshalb die aufgrund der Röntgenbilder ersichtlichen Befunde
vorlagen und in die Beurteilung miteinbezogen wurden. Bei den vorliegenden
Gesundheitsstörungen kann unter diesen Umständen das aufgrund der
Röntgenberichte erstellte Gutachten zur Arbeitsunfähigkeit als beweistauglich gelten.
Es ist dem Gutachten nämlich zu entnehmen, dass aufgrund der sehr diffusen
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Schmerzschilderungen des Beschwerdeführers, den gemäss vorliegenden Akten
unauffälligen Befunden in den bisherigen bildgebenden Untersuchungen sowie den
fehlenden klinischen Hinweisen auf eine relevante bildgebend darstellbare Pathologie
auf die Anfertigung neuer Röntgenbilder verzichtet worden sei. Die vertebro-spinale
Kernspintomographie (C0-Th6) vom 4. Februar 2004 ergab eine geringgradige,
mehrsegmentale, cervikale Diskopathie im Sinn von Chondrose ohne Nachweis einer
Diskushernie, eine regelrechte Weite des Spinalkanals ohne Spinalkanalstenose und
ein regelrechtes Signalverhalten im cervikalen und mitabgebildenten thorakalen
Myelon, ohne Nachweis einer Myelopathie. Im Bericht der Klinik für Orthopädische
Chirurgie des Kantonsspitals St. Gallen vom 3. März 2004 (IV-act. 25/6-7) wurde
festgehalten, dass für die vom Beschwerdeführer geschilderte ausgeprägte
Schmerzsymptomatik - ausser der geringgradigen Diskopathie C2/3 und C3/4 ohne
Diskushernie sowie einer diskreten Diskopathie L4/5, ebenfalls ohne Diskushernie, -
anatomisch an der gesamten Wirbelsäule keine pathologischen Veränderungen
feststellbar seien. Aus wirbelsäulenchirurgischer Sicht könnten keine weiteren
Therapieoptionen angeboten werden. Unter Berücksichtigung sämtlicher medizinischer
Akten, welche übereinstimmend von bisher unauffälligen Befunden an der Wirbelsäule
ausgehen, vermögen die ABI-Gutachter überzeugend darzulegen, dass für die
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers weitere Röntgenbilder nicht
erforderlich waren. Da offenbar keine klinischen Hinweise auf eine relevante bildgebend
darstellbare Pathologie vorlagen und die bereits vorhandenen Röntgenbilder offenbar
eine zuverlässige Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ermöglichten, ist ein Verzicht auf die
Erstellung weiterer Röntgenbilder nicht zu beanstanden. Das ABI-Gutachten ist auch
diesbezüglich nicht zu bemängeln. Weitere Einwände gegen das ABI-Gutachten macht
der Beschwerdeführer nicht geltend.
3.2 Das ABI-Gutachten erfüllt auch sonst sämtliche Kriterien für ein beweiskräftiges
Gutachten. Im Hinblick auf die Würdigung der medizinischen Situation kann
festgehalten werden, dass die polydisziplinäre Begutachtung auf eigenständigen
interdisziplinären Abklärungen, mithin auf allseitigen Untersuchungen beruht und damit
für die streitigen Belange umfassend ist. Den Gutachtern standen sämtliche Vorakten
zur Verfügung und die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden wurden
berücksichtigt. In der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der
medizinischen Situation ist das Gutachten einleuchtend und die Schlussfolgerungen -
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insbesondere die Umschreibung der leidensadaptierten Tätigkeit und deren Umfang -
sind begründet und nachvollziehbar. Auf das beweiskräftige Gutachten kann vorliegend
abgestellt werden. Damit bleiben die erwerblichen Auswirkungen der im Gutachten
festgelegten 100%igen Arbeitsfähigkeit für körperlich leichte bis mittelschwere,
adaptierte Tätigkeiten zu prüfen. - Der Beschwerdeführer liess in der Beschwerde
eventualiter weitere medizinische und berufliche Abklärungen beantragen. Da
allerdings eine verlässlichere Arbeitsfähigkeitsschätzung weder von weiteren
medizinischen noch von beruflichen Abklärungen zu erwarten wäre, kann darauf
verzichtet werden (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 122 V 157 Erw. 1d).
4.
4.1 Die Beschwerdegegnerin ist im angefochtenen Entscheid von einem
Valideneinkommen von Fr. 59'000.-- ausgegangen. Der Beschwerdeführer lässt
beantragen, es sei beim Valideneinkommen auf das Jahr 2000 abzustellen. Das
damalige Einkommen in der Höhe von Fr. 75'650.-- ergebe aufgerechnet auf das Jahr
2005 ein massgebendes Valideneinkommen von mindestens 78'000.--. Die
Beschwerdegegnerin legt in der Duplik vom 5. April 2007 in Korrektur der
Ausführungen im Einspracheentscheid dar, dass als Valideneinkommen der Jahreslohn
2000 von Fr. 75'560.-- einzusetzen sei. Auf die diesbezüglich zutreffenden
Ausführungen der Beschwerdegegnerin in der Duplik kann verwiesen werden. Somit
kann - in Übereinstimmung der Parteien - im vorliegenden Fall auf ein
Valideneinkommen von Fr. 75'650.-- abgestellt werden. Der Beschwerdeführer hat
diesen Betrag auf den allfälligen Rentenbeginn im Jahr 2005 aufgerechnet. Eine
Indexierung des Einkommens bis zum Zeitpunkt der Verfügung ist nicht notwendig.
Entscheidend ist, dass das Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer
Grundlage erhoben wird, weshalb nachfolgend die Bestimmung des
Invalideneinkommens auf der Basis des Jahres 2000 zu erfolgen hat.
4.2 Im Streit liegt auch die Höhe des Invalideneinkommens. Der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers ist der Ansicht, dass für den Beschwerdeführer im
metallverarbeitenden Gewerbe die Bedienung einer Stanzmaschine möglich wäre und
dort im Jahre 2005 ein Einkommen von Fr. 3'304.-- oder jährlich Fr. 39'648.-- hätte
erzielen können. Diesen Ausführungen kann nicht zugestimmt werden. Da der
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Beschwerdeführer aus gesundheitlichen Gründen unbestrittenermassen nicht mehr
seiner angestammten, körperlich schweren Tätigkeit nachgehen kann, ist zur
Bemessung des Invalideneinkommens auf die LSE abzustellen. Wie bereits erwähnt,
kann anstatt das Valideneinkommen der Teuerung anzupassen und bis in die
Gegenwart aufzurechnen, auf die Tabellenlöhne der LSE 2000 abgestellt werden. In
jenem Jahr verdiente ein Mann im tiefsten Anforderungsniveau des privaten Sektors
durchschnittlich Fr. 4'437.-- monatlich bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40
Stunden. Aufgerechnet auf die 2000 vorherrschende durchschnittliche wöchentliche
Arbeitszeit von 41.8 Stunden ergibt sich ein Jahreseinkommen von Fr. 55'640.--. Das
von der Beschwerdegegnerin in der Duplik ermittelte Invalideneinkommen ist
diesbezüglich somit nicht zu beanstanden.
4.3 Strittig ist weiter die Höhe des Abzugs auf dem Invalideneinkommen. Der oftmals
als "Leidensabzug" bezeichnete Abzug hat eigentlich nichts mit dem "Leiden" zu tun.
Vielmehr sollen damit jene Nachteile ausgeglichen werden, die der versicherten Person
– neben der Arbeitsunfähigkeit – auf dem Arbeitsmarkt eine zusätzliche Lohneinbusse
verursachen und dieweil die statistischen Lohngrundlagen von gesunden Arbeitskräften
erhoben werden. In BGE 126 V 75 neues Fenster ff. hat das Bundesgericht festgestellt,
dass die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von
sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalls
(leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie
und Beschäftigungsgrad) abhängig ist. Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das
Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, d.h.
dass nicht für jedes Merkmal der entsprechende Abzug zu quantifizieren ist und die
einzelnen Abzüge zusammenzuzählen sind. Schliesslich ist der Abzug auf höchstens
25% zu begrenzen. Bei der Überprüfung des gesamthaft vorzunehmenden Abzugs darf
das Sozialversicherungsgericht sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle
desjenigen der Verwaltung setzen; es muss sich somit auf Gegebenheiten abstützen
können, die seine abweichende Ermessensausübung als nahe liegender erscheinen
lassen. Im angefochtenen Entscheid hat die Beschwerdegegnerin keinen Abzug
gewährt. Aufgrund der Aktenlage sind keine Hinweise ersichtlich, die vorliegend einen
Abzug und somit ein Eingreifen in das Ermessen der Beschwerdegegnerin rechtfertigen
würden. Auch diesbezüglich ist der angefochtene Entscheid somit nicht zu bemängeln.
https://swisslex.westlaw.com/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx126xVx75_82&AnchorTarget=BGEx126xVx75
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4.4 Der Einkommensvergleich ergibt dementsprechend einen Invaliditätsgrad im
rentenausschliessenden Bereich von 26%. Der Einspracheentscheid vom 17. Januar
2007 ist somit zumindest im Ergebnis nicht zu beanstanden.
5.
5.1 Gemäss den vorstehenden Erwägungen ist die angefochtene Verfügung im
Ergebnis nicht zu beanstanden und die Beschwerde abzuweisen.
5.2 Gemäss den Schlussbestimmungen des IVG zur Änderung vom 16. Dezember
2005, in Kraft seit 1. Juli 2006, gilt für die vor dem 1. Juli 2006 von der IV-Stelle
erlassenen, zu jenem Zeitpunkt aber noch nicht rechtskräftigen Verfügungen das
bisherige Recht (lit. a und b der Schlussbestimmungen). Somit gelangt Art. 69 Abs. 1
IVG zur Kostenpflicht von Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von
IV-Leistungen im kantonalen Gerichtsverfahren nicht zur Anwendung. Gerichtskosten
sind demnach keine zu erheben.
5.3 Ein Gesuch auf unentgeltliche Rechtsverbeiständung ist grundsätzlich zu
bewilligen, sofern die Bedürftigkeit der Partei ausgewiesen ist, der Prozess nicht zum
vorneherein als aussichtslos erscheint und die Verbeiständung durch einen Anwalt
notwendig oder doch geboten ist (Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, Art. 61 lit. f Rz. 88).
Im vorliegenden Verfahren muss das Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung
abgewiesen werden, weil nach der Aktenlage eine hypothekarische Mehrbelastung des
Grundeigentums mit einem Nettowert von über 160'000 Franken zur Finanzierung
dieses Prozesses als zumutbar erscheint. Die "Notgroschenpraxis" des Bundesgerichts
(vgl. etwa die Urteile B 52/02 oder I 485/03) geht zwar weiter als die kantonale (vgl.
GVP 1994 Nr. 67, S. 140 ff.; Richtlinien des Kantonsgerichts vom 30. Mai 2007, Ziff.
2.3). Aber auch nach der Bundesgerichtspraxis ist Prozessarmut bei einem
Reinvermögen von mehr als 40'000 Franken nicht mehr gegeben.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG