Decision ID: 28151ef3-2116-4a27-9080-ef1159e1b0a3
Year: 2021
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_005
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

I. Sachverhalt:
1. A._ ist Eigentümer der ca. 5 ha grossen Parzelle C._, D._,
Gemeinde B._. Die Parzelle C._ liegt in der Landwirtschaftszone
mit überlagerter Landschaftsschutzzone. Darauf befindet sich ein
Ökonomiegebäude (Assek.-Nr. E._) mit angebautem Wohnteil
(Assek-Nr. F._). Beide Gebäude sind nach Angaben des Amts für
Raumentwicklung Graubünden (ARE) vom 1. Oktober 2020 noch
bestimmungsgemäss nutzbar.
2. Am 12. Juli 2019 reichte A._ bei der Gemeinde B._ ein
Baugesuch für den Ersatz des bestehenden Ökonomiegebäudes mit
angebautem Wohnteil durch eine neue Halle zur Pilzproduktion, ein
dreistöckiges Wohngebäude mit einer Wohnung für den Betriebsleiter,
einer als Altenteil sowie einen Hofladen mit Lager. Neben der
Pilzproduktion umfasst das Projekt auch den Anbau von CBD-Hanf auf
einer Fläche von ca. 3.5 ha. Die ganze Parzelle soll ausserdem mit einem
ca. 2 m hohen Maschendrahtzaun auf einer Länge von ca. 1 km
eingezäunt werden. Die Gemeinde B._ stellte das Baugesuch am 20.
August 2019 (Eingang) dem ARE zur vorläufigen Beurteilung zu.
3. Im internen Vernehmlassungsverfahren führte das Amt für Natur und
Umwelt Graubünden (ANU) am 23. September 2019 aus, der fragliche
Zaun führe in weiten Bereichen durch geschützte Hecken resp.
geschütztes Heckengehölze. Einem neuen Zaun in der
Landschaftsschutzzone gemäss Art. 34 KRG könne, mit Ausnahme eines
bewilligungsfreien temporären Weidezauns, nicht zugestimmt werden.
Zudem müsste dieser Zaun ausserhalb der betreffenden Hecken und des
Feldgehölzes geführt werden. Der Zaun sei mit der
Landschaftsschutzzone nicht vereinbar. Das Amt für Landwirtschaft und
Geoinformation Graubünden (ALG) hielt am 10. Oktober 2019 fest, das
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Projekt sei nicht landwirtschaftlich begründet und es liege kein
Landwirtschaftsbetrieb vor.
Am 23. Oktober 2019 teilte das ARE in seiner vorläufigen Beurteilung der
Gemeinde B._ mit, bei der Indoor-Speisepilzproduktion auf ca. 0.5 ha
handle es sich um eine bodenunabhängige Bewirtschaftung. Folglich
müsste die geplante Nutzung als innere Aufstockung behandelt werden.
Weil aber keine bodenabhängig bewirtschafteten Gemüse- und
Gartenanbauflächen vorlägen, sei dies nicht möglich. Solange die
Neuanmeldung des landwirtschaftlichen Betriebs noch nicht vollständig
geprüft und die Trag- bzw. Existenzfähigkeit nicht ausgewiesen sei, könne
diesbezüglich keine Beurteilung vorgenommen werden. Für die geplanten
Bauten und Anlagen zur Speisepilzproduktion könne zum jetzigen
Zeitpunkt keine Bewilligung in Aussicht gestellt werden.
Bei der geplanten Speisepilzproduktion und dem CBD-Hanfanbau sei
keine ständige Anwesenheit erforderlich, weshalb für die geplante
Dauerwohnbaute keine Bewilligung in Aussicht gestellt werden könne.
Auch für den geplanten Agrotourismus wäre ein landwirtschaftliches
Gewerbe notwendig.
Der Standort sei aus landschaftlicher Sicht nicht grundsätzlich
auszuschliessen. Allfällige Bauten und Anlagen müssten allerdings noch
einige Anforderungen an die Gestaltung und die landschaftliche
Einpassung erfüllen.
Die Unterlagen skizzierten im Weiteren einen ca. 2 m hohen
Maschendrahtzaun rund um die Parzelle C._. Der Verlauf entlang der
Parzellengrenze führe in weiten Bereichen durch die im Generellen
Gestaltungsplan (GGP) geschützten Hecken. Einem neuen Zaun in der
Landschaftsschutzzone gemäss Art. 34 KRG könne, mit Ausnahme eines
bewilligungsfreien temporären Weidezauns, generell nicht zugestimmt
werden.
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4. Mit Schreiben vom 28. Oktober 2019 teilte die Gemeinde B._
A._ mit, es seien Meldungen eingegangen, wonach er auf seiner
Parzelle C._ ohne Bewilligung einen Zaun erstelle. Das Erstellen
eines Zauns in der Landwirtschaftszone sei bewilligungspflichtig. A._
wurde daher aufgefordert, innert 20 Tagen ein nachträgliches Baugesuch
einzureichen.
5. A._ bzw. sein Sohn G._ führte dazu mit E-Mail vom 30. Oktober
2019 aus, beim Zaun handle es sich um keine Baute, da dieser mobil sei
und die Pfosten wieder entfernt werden könnten.
6. Mit Schreiben vom 20. November 2019 forderte die Gemeinde B._
A._ letztmalig auf, innert fünf Tagen ein nachträgliches Baugesuch
einzureichen. Dieser Aufforderung kam er nicht nach. Am 21. November
2019 bekräftigte A._ bzw. sein Sohn G._ unter Verweis auf die
bereits eingereichten Stellungnahmen, dass es sich um einen mobilen
Zaun handle, bei welchem die Pfosten rausgezogen werden könnten.
Zudem sei kein Zaun errichtet worden, da Holzpfähle für sich allein keinen
Zaun darstellten.
7. Am 17. Dezember 2019, mitgeteilt am 7. Januar 2020, verfügte die
Gemeinde B._ in ihrem Bauentscheid was folgt:
1. Es wird festgestellt, dass der auf dem Grundstück B._ Gbbl.-Nr. C._ erstellte Zaun der Baubewilligungspflicht unterliegt.
2. Die Baubewilligung für den Zaun auf dem Grundstück B._ Gbbl.-Nr. C._ wird nicht erteilt.
3. Die Verfahrenskosten im Betrage von CHF 1'430.00 werden der Grundeigentümerschaft und Bauherrschaft zur Bezahlung – unter Anordnung der Solidarhaftung für diesen Betrag – auferlegt und sind innert 30 Tagen ab Eröffnung dieses Entscheides der Gemeinde zu bezahlen (Einzahlungsschein liegt bei).
4. Mitteilung an: - Herren A._ und G._,
Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, beim Zaun handle es
sich weder um einen Weidezaun noch um einen Sicherheitszaun, zumal
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auf der Weide keine Tiere weilten und ein Sicherheitszaun nicht notwendig
sei. Daran änderten auch die unbelegten Behauptungen des Bauherrn
nichts, wonach er das Grundstück gegen Eindringlinge schützen müsse.
Die geschaffene Vorrichtung diene offensichtlich der Abgrenzung eines
Grundstücks gegen andere Grundstücke und solle Dritte daran hindern,
das Grundstück zu betreten. Dies seien die typischen Merkmale eines
Zauns bzw. einer Einfriedung, womit der Tatbestand für die
Bewilligungspflicht erfüllt sei. Möglicherweise könnte der Zaun als
Einfriedung bis zu 1 m Höhe qualifiziert werden. Da er aber ausserhalb der
Bauzone liege, könne sich der Bauherr nicht auf Art. 40 Abs. 1 Ziff. 18
KRVO stützen.
In Landschaftsschutzzonen seien keine neuen Zäune gestattet, ausser
diese dienten der land- und fortwirtschaftlichen Nutzung. Der Eigentümer
resp. der Bauherr von Parzelle C._ würden diese nicht zu
landwirtschaftlichen Zwecken nutzen und zudem sei weder unter dem
Namen des einen noch des anderen beim Kanton ein landwirtschaftliches
Gewerbe registriert. In der Landschaftsschutzzone sollten Natur- und
Kulturlandschaften geschützt werden. Ein Zaun stelle einen Fremdkörper
in der Landschaft dar und wirke sich negativ auf das schützenswerte
Landschaftsbild aus. Zaunfreie Wiesen, Bäume und unberührte Natur
bestimmten die Umgebung. Ein künstlich geschaffener Zaun stünde dazu
im krassen Gegensatz und habe nichts mit der dieses Gebiet
bestimmenden Nutzung zu tun.
8. Dagegen erhob A._ am 3. Februar 2020 Beschwerde an das
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit den folgenden
Anträgen:
1. Der Entscheid der Baukommission B._ vom 17. Dezember 2019 ist auf Grund der nachstehenden Ausführungen und detaillierten Begründungen aufzuheben.
2. Die Gebühren sind zu erlassen.
3. Die Verfahrenskosten sind durch die Gemeinde zu übernehmen und überdies ist für die Umtriebe eine angemessene aussergerichtliche Entschädigung auszurichten.
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Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass das ganze Verfahren im jetzigen Zeitpunkt unnötig gewesen wäre.
4. Die angeblich erforderliche Bewilligung zur Erstellung des mobilen Zauns ist im Hinblick auf den Saattermin und zur Verhinderung weiteren Einkommensschadens gestützt auf die Wirtschaftsfreiheit auf Anfang März 2020 sowie auf Grund des laufenden Baubewilligungsverfahrens zeitnah zu erteilen.
5. Die Gemeinde hat zukünftige Angriffe, welche auf anonymen Meldungen beruhen, die aus niedrigen Beweggründen heraus, wie Stalking, Mobbing und persönlicher Bereicherungsabsicht beruhen, bekannt zu geben und ein vermittelndes Gespräch zu suchen sowie die "betroffenen" Parteien umfassend zu involvieren.
Begründend wurde im Wesentlichen vorgebracht, in der Baueingabe sei
unter anderem die Absicht der Einfriedung aus diversen legitimen
Gründen (Tiere wie Strausse, Hühner, Pferde usw.) kundgetan worden.
Entlang des Grundstücks seien Pfahlträger gesetzt und kein Zaun erstellt
worden. Die Pfahlträger seien mit mobilen Lärchenpfosten versehen. Nun
wisse der Beschwerdeführer einerseits, wo der Grenzverlauf entlanggehe
und gepflegt werden müsse, und anderseits wüssten jetzt auch die
Nachbarn, wohin sie ihre landwirtschaftlichen Abfälle deponieren
möchten, wo ihre Durchfahrtsrechte seien und wo nicht. Die künftige
Einfriedung sei integrierender und zusammenhängender Bestandteil des
laufenden Baubewilligungsverfahrens.
Der Gemeinde B._ sei am 21. November 2019 mitgeteilt worden,
dass eine allfällige Baueingabe (Anmerkung des Gerichts: betreffend
Zaun) voraussichtlich nicht vor Ende Januar 2020 erfolgen könne, jedoch
die neuen Ideen und Zeichnungen im Zusammenhang mit dem bereits
eingegebenen Baugesuch nachgereicht würden. Darauf gehe die
Gemeinde in ihrem Entscheid nicht ein. Der künftige Zaun sei im
Baubewilligungsverfahren aufgeführt und ein wesentlicher Bestandteil
desselben, weshalb der jetzige Bauentscheid in einem völligen
Missverhältnis zu den laufenden Verfahren stehe und dem angestrebten
Ziel krass entgegenstehe.
Die mobilen Holzpfähle verschandelten weder die Landschaft noch das
mit vielen Hecken umgebene Bild in D._. Die Pfosten aus
Lärchenholz verwitterten und könnten jederzeit versetzt werden. Es
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handle sich um eine mobile Einfriedung, welche wegen der unmittelbar
bevorstehenden Bewirtschaftung erforderlich sei. Voraussichtlich würden
Hanf und Edelspeisepilze angebaut bzw. produziert und teilweise auch
Tiere wie Strausse und Ähnliches gehalten. Ein künftiger Zaun sei umso
notwendiger, als es der persönlichen Sicherheit und des Schutzes der
gepflanzten Kulturen sowie Tiere bedürfe.
Die Pfostenhöhe von 2 m sei wissenschaftlich fundiert. Hirsche und Rehe
könnten durchaus über 2 m hoch springen. Auch Personen könnten ohne
Weiteres über tiefere Zäune steigen. Selbst bei der Haltung von
Damhirschen sei eine Höhe von 2 m klar vorgeschrieben. Ein Fuchs oder
Wolf könne ebenfalls über 2 m hoch springen. Zudem behalte sich der
Beschwerdeführer das Recht vor, Leben und Eigentum zu schützen.
Bundesrecht und Polizei forderten bei Hanfanpflanzung (Medizinalhanf)
und auch bei einer Pferde- oder Straussenweide unmissverständlich eine
geeignete Einzäunung des Areals.
Vor Erlass der Verfügung sei der Beschwerdeführer nicht angehört
worden. Die Akteneinsicht sei ebenfalls verwehrt geblieben und die
geheimen Meldungen seien nicht in Erfahrung zu bringen gewesen.
Die verfügte Gebühr sei übersetzt und je nach Ausgang oder Verlauf des
Verfahrens zu reduzieren oder gänzlich zu stornieren. Das gewöhnliche
Honorar für Anwälte betrage maximal CHF 250.--/Std. und ein Anwalt
benötige auch keine sieben Stunden für Beurteilung und Niederschrift.
9. Die Gemeinde B._ (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) schloss in
ihrer Vernehmlassung vom 6. März 2020 auf Abweisung der Beschwerde,
soweit darauf einzutreten sei. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen
aus, im nachträglichen Baubewilligungsverfahren habe sich G._
implizit als Bauherr/Projektant/Gesuchsteller zu erkennen gegeben. Dem
Grundeigentümer A._ komme offensichtlich eine rein passive Rolle
zu. Soweit der eine Beschwerdeführer vorliegend den anderen vertrete,
sei auf die Beschwerde nicht einzutreten, denn eine einzelfallrichterliche
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Genehmigung für die nichtanwaltliche Vertretung sei hier nicht beantragt
worden und fehle. Da im vorinstanzlichen Verfahren jedoch beide ins
Recht gefasst worden seien, dürfte die Beschwerde von einem der beiden
formell korrekt eingereicht worden sein. Weitere Abklärungen seien Sache
des Gerichts.
Der zu beurteilende Zaun unterstehe der Bewilligungspflicht nach Art. 86
Abs. 1 KRG. Da sich keine Tiere auf der Weide befänden, sei ein
Weidezaun nicht notwendig. Ebenso wenig sei ersichtlich, weshalb eine
unbenützte Wiese ausserhalb der Bauzone mit einem Sicherheitszaun
bewacht werden solle. Der errichtete Zaun sei mit dem Zweck der
Landwirtschaftsschutzzone (recte: Landschaftsschutzzone) nicht
vereinbar. Es handle sich vorliegend nicht um einen mobilen Weidezaun,
sondern um eine feste Installation. Im Boden seien fixe Träger zur
Befestigung der massiven Lärchenholzpfosten eingebaut worden.
Deshalb könne nicht die Rede davon sein, dass der Zaun gar nicht
existiere. Die in den Boden eingelassenen Trägervorrichtungen
ermöglichten es den Beschwerdeführern jederzeit, die massiven
Holzpfähle zu einem fest installierten Zaun zu errichten.
Die Beschwerdeführer verlangten eine Baubewilligung auf Vorrat, indem
die Erfüllung der Suspensivbedingung – nämlich die Erteilung der BAB-
Bewilligung für landwirtschaftliche Bauten durch das ARE und die
Anerkennung eines landwirtschaftlichen Betriebs durch das GIHA/ALG –
in zeitlicher und tatsächlicher Hinsicht höchst ungewiss sei. Somit sei am
angefochtenen Entscheid festzuhalten und die Baubewilligung nicht zu
erteilen, weil der Zaun sowohl formell als auch materiell
bewilligungsunfähig sei.
Das rechtliche Gehör sei nicht verletzt. Die Beschwerdegegnerin habe den
Beschwerdeführern mehrfach das rechtliche Gehör gewährt, indem diese
aufgefordert worden seien, nachträglich ein Baugesuch für den bereits
errichteten Zaun nachzureichen.
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Die Beschwerdeführer hätten die Beschwerdegegnerin mit einer Flut von
Dokumenten eingedeckt und nicht die amtlichen Formulare verwendet.
Deshalb habe die Beschwerdegegnerin einen rechtskundigen Berater in
Anspruch nehmen müssen. Der in Rechnung gestellte Betrag in der Höhe
von CHF 1'430.-- sei nur ein kleiner Teil des betriebenen Aufwandes der
Beschwerdegegnerin.
Vorliegend sei es ausnahmsweise geboten, der Beschwerdegegnerin eine
Parteientschädigung zuzusprechen. Bei der Beschwerde handle es sich
um eine querulatorische Eingabe, die offensichtlich aussichtslos sei und
bei der Beschwerdegegnerin einen übermässig hohen Aufwand
verursache. Um den diversen Vorwürfen angemessen begegnen zu
können, sei die Beschwerdegegnerin auf anwaltliche Vertretung vor
Gericht angewiesen. Die Festsetzung der Parteientschädigung werde dem
richterlichen Ermessen überlassen.
10. Das ARE (nachfolgend: Beschwerdegegner) schloss in seiner
Vernehmlassung vom 17. März 2020 auf Abweisung der Beschwerde und
zog für seine Stellungnahme das ALG bei. Begründend wurde im
Wesentlichen ausgeführt, die mobilen Lärchenpfosten und Pfahlträger
seien ausserhalb der Bauzone bewilligungspflichtig. Gemäss E-Mail-
Bericht des ALG vom 11. März 2020 sei die Parzelle C._ weder im
Zeitpunkt des angefochtenen Bauentscheids noch bei Abgabe des
besagten Berichts beim ALG angemeldet gewesen. Somit könne nicht von
einem direktzahlungsberechtigten, zonenkonformen oder
standortgebundenen Landwirtschaftsbetrieb ausgegangen werden,
welcher der Erteilung einer nachträglichen ordentlichen Baubewilligung
nach Art. 22 RPG resp. einer Ausnahmebewilligung nach Art. 24 RPG
zugänglich wäre.
Selbst wenn ein zonenkonformer oder standortgebundener
Landwirtschaftsbetrieb vorläge, stünden dem Zaun überwiegende
Interessen im Sinne von Art. 34 Abs. 4 lit. b RPV entgegen. Der ca. 2 m
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hohe Zaun wäre in der betreffenden und von einer Landschaftsschutzzone
überlagerten Landschaft ein Fremdkörper und stünde im Widerspruch zum
Freihaltegedanken der Landschaftsschutzzone, welche neue
zonenkonforme resp. standortgebundene landwirtschaftliche Vorhaben
nur dann zulasse, wenn deren Erstellung an einem Standort ausserhalb
der Landschaftsschutzzone nicht zumutbar sei. Dies sei hier nicht
nachgewiesen und es sei auch nicht ersichtlich, wie der Beweis erbracht
werden könnte. Der Zaun erschwerte gar die landwirtschaftliche
Bewirtschaftung. Zudem beeinträchtige er die schützenwerten Hecken
entlang der Parzellengrenze auf einer Länge von ca. 900 m.
Da dem Vorhaben überwiegende Landschaftsschutzinteressen
entgegenstünden, die auch bei Erteilung einer Baubewilligung für
besitzstandsgeschützte Bauten und Anlagen im Sinne von Art. 24c RPG
zu beachten seien, entfalle offensichtlich auch eine entsprechende
Baubewilligung. Somit habe die Beschwerdegegnerin das Bauprojekt zu
Recht nicht nachträglich bewilligt.
11. Am 25. März 2020 bediente die Beschwerdegegnerin das
Verwaltungsgericht mit der Kopie eines Schreibens an A._ und
G._ vom selben Tag. Darin schrieb sie, der Beschwerdegegner habe
sie am 18. März 2020 darauf aufmerksam gemacht, dass Bautätigkeiten
auf der Parzelle C._ im Gange seien. Am 19. März 2020 habe eine
örtliche Überprüfung stattgefunden. Weder für die
Heckenbeeinträchtigungen noch für den nunmehr mit Drähten bespannten
Zaun lägen die erforderlichen Baubewilligungen vor. In Bezug auf den nun
mit Drähten bespannten Zaun würden sie darauf hingewiesen, dass die
nachträgliche Baubewilligung dafür am 17. Dezember 2019 verweigert
worden sei. Das initiierte Verfahren vor Verwaltungsgericht (R 20 6) habe
keine aufschiebende Wirkung. Die Bauarbeiten seien illegal. A._ und
G._ würden aufgefordert, innert 20 Tagen eine schriftliche
Stellungnahme einzureichen. Die Einleitung eines Baubussverfahrens
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werde vorbehalten und die gespannten Zaundrähte seien umgehend zu
entfernen.
12. In seiner Replik vom 7. Mai 2020 beantragte der nunmehr anwaltlich
vertretene Beschwerdeführer, Ziff. 2 und 3 des Bauentscheids der
Vorinstanz vom 17. Dezember 2019 seien aufzuheben; unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen zzgl. MWST zulasten der Vorinstanz. Die Anträge
Nrn. 4 und 5 der Beschwerde würden zurückgezogen. Die
Baubewilligungspflicht für den streitgegenständlichen Zaun werde
anerkannt; Ziff. 1 des vorinstanzlichen Entscheids werde entsprechend
nicht (mehr) angefochten.
Zur Begründung wurde im Wesentlichen geltend gemacht,
Beschwerdeführer sei A._. Beim streitbetroffenen Zaun handle es
sich um die mit Baugesuch vom 12. August (recte: Juli) 2019 beantragte
Einzäunung mit einigen Anpassungen in der Ausgestaltung. Es sei
unerklärlich, weswegen die Beschwerdegegnerin, bei welcher bereits ein
Baugesuch für die Einzäunung hängig sei, ein zusätzliches Baugesuch für
die Erstellung dieses Zauns verlange. Das Vorgehen der
Beschwerdegegnerin verstosse gegen die Koordinationspflicht gemäss
Art. 25a RPG. Die Aufsplittung einer Bewilligung in mehrere Zwischen-
oder Teilverfügungen könne gegen das Gebot der materiellen
Koordination und der umfassenden Interessensabwägung verstossen,
wenn sich einzelne Aspekte oder Anlageteile nicht sinnvoll isoliert
beurteilen liessen, sondern eine Gesamtschau verlangten. Der
Beschwerdeführer habe bereits ein Baugesuch eingereicht gehabt,
welches den betreffenden Zaun enthalten habe. Eine separate Beurteilung
des Zauns, welcher Bestandteil eines Gesamtprojekts sei, sei nicht
zulässig. Die Beschwerdegegnerin hätte sich auf die Feststellung der
Bewilligungspflicht beschränken und allenfalls einen Baustopp verfügen
müssen. Für den Erlass eines materiellen Bauentscheids habe kein Raum
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bestanden. Daher seien Ziff. 2 und 3 des angefochtenen Entscheids
aufzuheben.
Der Entscheid verstosse zudem gegen Art. 92 Abs. 3 KRG i.V.m. Art. 46
Abs. 1 KRVO. Die Beschwerdegegnerin habe über ein Gesuch
entschieden, welches gar nie gestellt worden sei. Das Vorliegen eines
Baugesuchs werde aber für die Fällung eines Bauentscheids zwingend
vorausgesetzt. Es stimme nicht, dass bei baurechtswidrigen Zuständen
zwingend ein Bauentscheid gefällt werden müsse. Hinzu komme, dass
das Baubewilligungsverfahren fehlerhaft durchgeführt worden sei, weil auf
das Auflage- und Einspracheverfahren verzichtet worden sei. Die
nachträgliche Einreichung eines Baugesuchs entbinde nicht von der
Pflicht zur Durchführung des Auflage- und Einspracheverfahrens.
Sodann liege eine Verletzung des rechtlichen Gehörs vor. Dem
Beschwerdeführer sei keine Gelegenheit eingeräumt worden, zum
beabsichtigten Erlass eines Bauentscheids Stellung zu nehmen. Darüber
hinaus sei die im Schreiben vom 20. November 2019 gesetzte Frist von
nur gerade fünf Tagen als deutlich zu kurz zu qualifizieren. Weiter sei der
Hinweis von G._ auf die krankheitsbedingte Abwesenheit des
Beschwerdeführers nicht zur Kenntnis genommen worden. Es reiche nicht
aus, wenn die Beschwerdegegnerin auf eine entsprechende Aufforderung
verweise und ignoriere, dass der Aufforderung infolge Krankheit gar nicht
Folge geleistet werden könne. Zudem habe die Beschwerdegegnerin die
im angefochtenen Entscheid verfügten Kosten vorgängig nicht angezeigt.
Der angefochtene Entscheid enthalte keine Ausführungen, welche über
das hinausgehen würden, was zum üblichen Geschäft einer
Baukommission gehöre. Der beigezogene Rechtsexperte sei mit
Aufgaben betraut worden, welche der Baukommission von Gesetzes
wegen oblägen. Würden derartige Aufgaben ohne Not an Dritte delegiert,
dann biete Art. 96 Abs. 1 KRG keine Grundlage, um die dadurch
entstandenen Kosten auf den Verfügungsadressaten zu überwälzen.
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Wenn die Beschwerdegegnerin die Beschwerde tatsächlich als
offensichtlich aussichtslos erachte, dann sei nicht zu erklären, weswegen
sie dennoch einen Rechtsanwalt mit ihrer Vertretung beauftrage bzw.
überhaupt eine Vernehmlassung einreiche. Somit komme eine
ausnahmsweise Zusprechung einer Parteientschädigung an die
Beschwerdegegnerin nicht in Frage.
13. In ihrer Duplik vom 27. Mai 2020 hielt die Beschwerdegegnerin an ihren
Anträgen fest und führte aus, es treffe zu, dass der Beschwerdeführer am
12. Juli 2019 ein Baugesuch eingereicht habe, welches dem
Beschwerdegegner zur Vorprüfung weitergeleitet worden sei. Letzterer
habe zu dieser Eingabe am 23. Oktober 2019 Stellung genommen. Aus
dieser gehe klar hervor, dass das Vorhaben offensichtlich nicht
bewilligungsfähig sei. Am 4. Februar 2020 habe der Beschwerdeführer
dem Beschwerdegegner mitgeteilt, er halte definitiv an diesem Baugesuch
fest. Der Beschwerdegegner habe diese Eingabe – soweit ersichtlich – bis
heute nicht beantwortet und auch die Beschwerdegegnerin habe das
Baugesuch vom 12. Juli 2019 nicht weiter beantwortet, da aufgrund der
Antwort des Beschwerdegegners vom 23. Oktober 2019 nicht von dessen
Bewilligungsfähigkeit ausgegangen werden könne. Sofern der
Beschwerdeführer auf einen anfechtbaren Entscheid bestehe, könne er
diesen jederzeit anfordern. Es stehe ihm überdies frei, jederzeit ein
Baugesuch einzureichen.
Vorliegend gehe es nicht darum, ob die Beschwerdegegnerin gegen die
Koordinationspflicht gestützt auf Art. 25a RPG verstossen habe, was
bestritten werde, sondern darum, dass der Beschwerdeführer einen Zaun
ohne Baubewilligung erstellt habe. Dies habe die Beschwerdegegnerin vor
vollendete Tatsachen gestellt. Einen Baustopp habe nicht mehr verfügt
werden können, weil der Zaun bei Kenntnisnahme durch die
Beschwerdegegnerin bereits errichtet gewesen sei. Zudem sei der bereits
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erstellte Zaun auch materiell nicht bewilligungsfähig, selbst wenn der
Beschwerdeführer ein Baugesuch eingereicht hätte.
Die Beschwerdegegnerin habe zu Recht ein Baugesuch verlangt. Liege
eine formell rechtswidrige Baute vor, welche auch materiell rechtswidrig
sei, weil sie nicht bewilligungsfähig sei, sei von Amtes wegen ein
Baubewilligungsverfahren durchzuführen. Dies habe die
Beschwerdegegnerin getan, indem sie den Beschwerdeführer mehrfach
zur Einreichung eines Baugesuchs aufgefordert habe. Der
Beschwerdeführer habe sich geweigert, ein Baugesuch einzureichen. Weil
kein Baugesuch eingereicht worden sei, habe es nicht publiziert und
aufgelegt werden können.
Eine Gehörsverletzung sei zu verneinen. Schliesslich seien Rechtsfragen
zu beantworten gewesen, weswegen ein Rechtsanwalt beigezogen
worden sei. Die zahlreichen, teils verwirrlichen und ans Querulatorische
grenzenden Eingaben des Beschwerdeführers rechtfertigten die
auferlegten Kosten von CHF 1'430.--. Da der Beschwerdeführer diese
Kosten unbestrittenermassen verursacht habe, müsse er sie auch tragen.
14. Am 20. Mai 2020 verzichtete der Beschwerdegegner auf das Einreichen
einer Duplik.
15. In seiner Triplik vom 9. Juni 2020 brachte der Beschwerdeführer vor, einen
(anfechtbaren) Bauentscheid habe er bereits mit der Einreichung seines
Baugesuchs verlangt. Am 4. Februar 2020 sei sogar explizit daran
festgehalten worden. Die Durchführung eines Baubewilligungsverfahrens
liege nicht im Ermessen der Bewilligungsbehörde. Diese sei hierzu
verpflichtet, wenn ein Baugesuch gestellt werde. Jedenfalls sei nach wie
vor ein Baugesuch hängig, welches den Zaun beinhalte, nämlich jenes
vom 12. August (recte: Juli) 2019. Die separate Behandlung des Zauns in
einem Bauentscheid sei nicht zulässig gewesen, weil damals kein
separates Baugesuch für diesen vorgelegen habe.
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16. Am 30. Oktober 2020 reichte die Beschwerdegegnerin die Stellungnahme
des Beschwerdegegners vom 1. Oktober 2020 zu den Akten und hielt fest,
der Beschwerdeführer habe am 12. Juni 2020 ein neues Baugesuch
gestellt, das dasjenige vom 12. August (recte: Juli) 2019 ersetzt habe. Der
Beschwerdegegner habe dazu am 1. Oktober 2020 ausgeführt, das neue
Baugesuch unterscheide sich nicht wesentlich vom alten und sei weiterhin
offensichtlich nicht bewilligungsfähig. Der Beschwerdegegner empfehle
dem Beschwerdeführer, sich professionell vom H._ beraten zu
lassen, einen Architekten für die Ausarbeitung weiterer Baugesuche
beizuziehen und das vorliegende Baugesuch wieder zurückzuziehen.
Angesichts dieser Ausführungen dürfte der Vorwurf des
Beschwerdeführers an die Beschwerdegegnerin, seine Baugesuche nicht
zu behandeln, hinfällig geworden sein. Der Beschwerdeführer selber
reiche immer wieder neue Eingaben und Gesuche ein, die sich sodann als
nicht bewilligungsfähig erwiesen. Die Eingaben des Beschwerdeführers
seien unseriös. Dies sei im Kostenentscheid zu berücksichtigen und der
Beschwerdegegnerin sei ausnahmsweise eine angemessene
Parteientschädigung zuzusprechen.
17. Am 5. November 2020 brachte der Beschwerdeführer dazu vor, es treffe
zu, dass er am 12. Juni 2020 ein Baugesuch eingereicht habe. Dies sei
nicht zu beanstanden. Es seien bisher zwei Baugesuche eingereicht
worden, weshalb keine Rede davon sein könne, dass "immer wieder neue
Eingaben und Gesuche" eingereicht würden. Der Vorwurf der fehlenden
Seriosität sei völlig verfehlt. Das Baugesuch vom 12. Juni 2020 sei für die
vorliegende Angelegenheit nicht relevant. Der streitgegenständliche Zaun
sei auch Gegenstand dieses Baugesuchs. Die vorliegende Angelegenheit
gründe auf dem Umstand, dass die Beschwerdegegnerin bezüglich des
Zauns einen separaten Bauentscheid gefällt habe, obwohl dieser
Gegenstand eines Gesamtprojekts gewesen sei und immer noch sei.
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18. Am 12. November 2020 führte der Beschwerdegegner aus, er halte an
seiner im Schreiben vom 1. Oktober 2020 eingenommenen Haltung und
der gestützt darauf vertretenen Auffassung der Beschwerdegegnerin in
ihrer Eingabe vom 30. Oktober 2020 fest. Daraus gehe hervor, dass auch
das neue Baugesuch offensichtlich nicht bewilligungsfähig sei und es dem
Beschwerdeführer in rechtsmissbräuchlicher Art nur darum gehe, den
illegal erstellten und nicht bewilligungsfähigen Zaun der anstehenden
richterlichen Beurteilung zu entziehen.
19. Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften und
auf den angefochtenen Entscheid sowie auf die im Recht liegenden
Beweismittel wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1.1. Beschwerdeführer ist vorliegend A._. Er ist Eigentümer der Parzelle
C._, D._, Gemeinde B._ (vgl. act. 1, Beilagen
Beschwerdegegnerin), (auch) Verfügungsadressat (vgl. act. 1, Beilagen
Beschwerdeführer) und hat die Beschwerde vom 3. Februar 2020 allein
unterzeichnet. Zunächst war er für verschiedene Aktivitäten durch seinen
Sohn G._ vertreten. Dafür hätte der Instruktionsrichter ihm auf
entsprechendes Gesuch hin, welches er aber nicht gestellt hat, die
Genehmigung gemäss Art. 15 Abs. 1 lit. c des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) erteilen können. Das war
aber nicht mehr nötig, nachdem sich A._ ab dem zweiten
Schriftenwechsel durch einen Rechtsanwalt vertreten liess.
1.2. Nach Art. 49 Abs. 1 lit. a VRG beurteilt das Verwaltungsgericht
Beschwerden gegen Entscheide von Gemeinden, soweit diese nicht bei
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einer anderen Instanz angefochten werden können oder nach kantonalem
oder eidgenössischem Recht endgültig sind. Angefochten ist vorliegend
der Bauentscheid der Beschwerdegegnerin vom 17. Dezember 2019,
mitgeteilt am 7. Januar 2020, betreffend Zaun im Gebiet D._, Parzelle
C._. Dieser Entscheid ist weder endgültig noch kann er bei einer
anderen Instanz angefochten werden. Folglich stellt er ein taugliches
Anfechtungsobjekt für ein Verfahren vor dem Verwaltungsgericht des
Kantons Graubünden dar. Als formeller und materieller Adressat des
angefochtenen Bauentscheids ist der Beschwerdeführer davon überdies
berührt und er weist ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung
oder Änderung auf (Art. 50 Abs. 1 VRG). Zudem wurde die Beschwerde
frist- und formgerecht eingereicht (Art. 38 Abs. 1 und 2 sowie Art. 52 Abs. 1
VRG).
1.3. Die Frage der Baubewilligungspflicht für einen Zaun wie den
vorgesehenen stellt sich vorliegend nicht mehr, da der Beschwerdeführer
in seiner Replik vom 7. Mai 2020 die Baubewilligungspflicht des
umstrittenen Zauns anerkannt und erklärt hat, Ziff. 1 des angefochtenen
Entscheids werde entsprechend nicht (mehr) angefochten. Zudem hat er
die Anträge Nrn. 4 und 5 seiner Beschwerde vom 3. Februar 2020
zurückgezogen. Insoweit ist die Beschwerde gegenstandslos geworden.
In materieller Hinsicht streitig und zu prüfen ist nur noch, ob die
Beschwerdegegnerin die Baubewilligung für den Zaun auf der Parzelle
C._ zu Recht nicht erteilt hat und die Verfahrenskosten im Betrag von
CHF 1'430.-- zu Recht der Grundeigentümerschaft und Bauherrschaft
auferlegt wurden.
2. Unter formellen Gesichtspunkten rügt der Beschwerdeführer in
mehrfacher Hinsicht eine Verletzung seines Anspruchs auf rechtliches
Gehör. Soweit er zunächst geltend macht, ihm sei keine Gelegenheit
eingeräumt worden, zum beabsichtigten Erlass eines Bauentscheids
Stellung zu nehmen, ist er nicht zu hören. Gemäss Art. 16 Abs. 1 VRG hat
- 18 -
die Behörde vor Erlass eines Entscheids dem Betroffenen Gelegenheit zur
schriftlichen oder mündlichen Stellungnahme zu geben. Dieser Pflicht ist
die Beschwerdegegnerin nachgekommen: So hat sie dem
Beschwerdeführer vor Erlass des angefochtenen Bauentscheids zweimal,
nämlich am 28. Oktober 2019 und am 20. November 2019, eine Frist zur
Einreichung eines nachträglichen Baugesuchs eingeräumt (vgl. act. 6 und
7, Beilagen Beschwerdeführer). Als ebenfalls nicht stichhaltig erweist sich
sodann der geäusserte Vorwurf, dem Beschwerdeführer seien zu kurze
Fristen für die Einreichung des nachträglichen Baugesuchs gewährt
worden. Am 28. Oktober 2019 wurde ihm eine 20-tägige Frist und am 20.
November 2019 eine fünftägige Notfrist eingeräumt (vgl. act. 6 und 7,
Beilagen Beschwerdeführer). In seiner einen Tag später, am 21.
November 2019 erfolgten Reaktion auf das Schreiben der
Beschwerdegegnerin ersuchte er nicht um Fristerstreckung (vgl. act. 8,
Beilagen Beschwerdeführer). Zudem erging der angefochtene
Bauentscheid erst einen knappen Monat nach der letztmaligen
Aufforderung an den Beschwerdeführer zur Einreichung einer
nachträglichen Baueingabe. Des Weiteren rügt der Beschwerdeführer, die
Beschwerdegegnerin habe den angefochtenen Bauentscheid erlassen,
obwohl sie gewusst habe, dass er krankheitsbedingt nicht in der Lage
gewesen sei, die gesetzte Frist einzuhalten. Der Beschwerdegegnerin sei
mitgeteilt worden, krankheitsbedingt könne die Baueingabe
voraussichtlich nicht vor Ende Januar 2020 erfolgen. Zwar war der
Beschwerdeführer, wie er nachweist, vom 4. November 2019 bis 15.
Januar 2020 zu 100 % und vom 16. Januar 2020 bis 4. Februar 2020 zu
50 % arbeitsunfähig (vgl. act. 9, 10, 11 und 11a, Beilagen
Beschwerdeführer). Indessen hat sein damaliger Vertreter, Sohn G._,
der Beschwerdegegnerin schon am 30. Oktober 2019 und am 21.
November 2019 mitgeteilt, der Aufforderung zur Einreichung eines
nachträglichen Baugesuchs vom 28. Oktober 2019 werde nicht
nachgekommen (vgl. act. 3, Beilagen Beschwerdegegnerin; act. 8,
- 19 -
Beilagen Beschwerdeführer). Verzichtet – wie vorliegend – eine
Bauherrschaft in einer derartigen Situation und in Kenntnis der Fakten
darauf, ein Baugesuch einzureichen, ist ihr dies zumindest bei der
Beurteilung der Frage, ob das rechtliche Gehör verletzt ist oder nicht,
anzurechnen. Diesbezüglich liegt somit keine Gehörsverletzung vor.
Ferner hat der Beschwerdeführer auf die Mitteilung der "Denunzianten"
keinen Anspruch, da die Beschwerdegegnerin von Amtes wegen
eingeschritten ist (vgl. act. 1 und 7, Beilagen Beschwerdeführer). Soweit
der Beschwerdeführer schliesslich eine Gehörsverletzung auch darin
erblickt, dass die Beschwerdegegnerin die im angefochtenen Entscheid
verfügten Kosten nicht vorgängig angezeigt habe, kann ihm ebenfalls nicht
gefolgt werden. Es gibt keine Grundlage, welche die Beschwerdegegnerin
dazu verpflichten würde, derartige Kosten bzw. die Kostenpflicht einer
derartigen Verfügung vorgängig anzuzeigen. Vielmehr wird als allgemein
bekannt vorausgesetzt, dass derartige Verfügungen kostenpflichtig sind.
Die dem Beschwerdeführer zumutbare Konsultation des Gesetzes (Art. 96
des Raumplanungsgesetzes für den Kanton Graubünden [KRG; BR
801.100]) hätte ihn darüber aufgeklärt. Eine Verletzung des Anspruchs auf
rechtliches Gehör ist nach dem Gesagten zu verneinen.
3.1. In materieller Hinsicht ist zunächst auf den Vorwurf des
Beschwerdeführers, die Landschaftsschutzzone sei willkürlich errichtet
worden, einzugehen, welcher als Antrag auf akzessorische Überprüfung
des Zonenplans verstanden werden kann.
3.2. Im (nachträglichen) Baubewilligungsverfahren ist die vorfrageweise
(akzessorische) Prüfung eines rechtmässig ergangenen Nutzungsplans
aus Gründen der Rechtssicherheit grundsätzlich unzulässig. Ähnlich der
akzessorischen Normenkontrolle lässt die bundesgerichtliche
Rechtsprechung die Anfechtung von Nutzungsplänen bei deren späteren
Anwendung nur dann zu, wenn sich der Betroffene bei Planerlass noch
nicht über die ihm auferlegten Beschränkungen Rechenschaft geben
- 20 -
konnte und er im damaligen Zeitpunkt keine Möglichkeit hatte, seine
Interessen zu verteidigen. Die Rechtsprechung lässt eine solche
Überprüfung auch zu, wenn sich die tatsächlichen Verhältnisse oder die
gesetzlichen Voraussetzungen seit Annahme des Plans in einer Weise
geändert haben, dass das öffentliche Interesse an der Beibehaltung der
auferlegten Nutzungsbeschränkungen dahingefallen sein könnte (vgl.
Urteil des Bundesgerichts 1C_518/2016 vom 26. September 2017 E.3 mit
Hinweis auf BGE 123 II 337 E.3a und BGE 121 II 317 E.12c;
AEMISEGGER/MOOR/RUCH/TSCHANNEN [Hrsg.], Praxiskommentar RPG:
Nutzungsplanung, Zürich/Basel/Genf 2016, Art. 21 Rz. 29 ff. mit
Hinweisen; HEER, St. Gallisches Bau- und Planungsrecht, Bern 2003, Rz.
54 mit Hinweisen).
3.3. Die Landschaftsschutzzone im Gebiet D._ wurde erstmals mit
Beschluss des Stimmvolks vom 12. Juni 1988 und Genehmigung der
Kantonsregierung (RB Nr. I._) grundeigentümerverbindlich im
Zonenplan festgesetzt. Damals lag die Parzelle C._ noch nicht in der
Landschaftsschutzzone. Mit Beschluss des Stimmvolks vom 25.
September 2005 und Genehmigung der Kantonsregierung (RB Nr.
J._) wurde die Landschaftsschutzzone mit kleineren Anpassungen
bestätigt. Im Genehmigungsentscheid der Regierung vom 21. März 2006
wurde die Beschwerdegegnerin darauf hingewiesen, dass im Bereich der
im kantonalen Richtplan 2000 enthaltenen Landschaftsschutz- und
Naturschutzobjekte Handlungsbedarf bestehe. Dieser Aufforderung kam
die Beschwerdegegnerin im Rahmen der Totalrevision der Ortsplanung
von 2011/2012 nach. Dabei wurde die beschwerdeführerische Parzelle
C._ neu mit der Landschaftsschutzzone überlagert. Über diese
Revision wurden die Grundeigentümer im Jahr 2009 orientiert. Im Juli
2011 fand die öffentliche Mitwirkungsauflage statt. Am 27. November 2011
wurde die Totalrevision der Ortsplanung von der Urnengemeinde
angenommen und am 6. November 2012 erfolgte die Genehmigung durch
- 21 -
die Kantonsregierung (RB Nr. K._) (vgl. act. 13, Beilagen
Beschwerdeführer; act. 1, 2 und 3, Beilagen Beschwerdegegner).
3.4. Eine wesentliche Veränderung der Verhältnisse seit der Ausdehnung der
Landschaftsschutzzone auf die Parzelle C._ ist nicht ersichtlich und
wird vom Beschwerdeführer auch nicht geltend gemacht. Zudem hätte der
Beschwerdeführer, der seit dem 18. Dezember 1996 Eigentümer der
besagten Parzelle ist (vgl. act. 1, Beilagen Beschwerdegegnerin), im
Anschluss an den Erlass des Zonenplans die Möglichkeit gehabt, dessen
Rechtmässigkeit abstrakt anzufechten. Dass er dies aus besonderen,
objektiven Gründen nicht hätte tun können, wird nicht dargetan und ist
auch nicht ersichtlich. Es besteht damit kein Raum für eine akzessorische
Überprüfung des Zonenplans im Baubewilligungsverfahren, weshalb der
diesbezügliche Antrag abzuweisen ist.
3.5. Soweit der Beschwerdeführer mit besagtem Vorwurf im Übrigen geltend
machen will, dass bei der Nutzungsplanung rechtsungleich vorgegangen
worden sei, ist darauf hinzuweisen, dass eine Verletzung des
Gleichbehandlungsgebots weder ersichtlich noch dargelegt ist und dem
Grundsatz der Rechtsgleichheit im Planungsrecht ohnehin nur eine
abgeschwächte Bedeutung zukommt (vgl. BGE 142 I 162 E.3.7.2 mit
Hinweisen).
4.1. Im Zusammenhang mit der unbewilligten Errichtung der Holzpfähle stellt
sich der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde auf den Standpunkt, es
handle sich um einen mobilen Zaun, bei welchem die Pfosten
herausgezogen werden könnten, bzw. es sei gar kein Zaun errichtet
worden, da Holzpfähle für sich allein keinen Zaun darstellten.
4.2 Dies ist nicht richtig, weil die Holzpfähle in Trägervorrichtungen aus Metall,
welche in der Erde verankert sind, befestigt sind. Diese
Trägervorrichtungen sind in den Boden eingegraben und die Holzpfähle
- 22 -
werden darin befestigt (vgl. Fotodokumentation zur Aktennotiz betreffend
Augenschein vom 19. März 2020). Auch wenn die Holzpfähle nur
eingesteckt sind, kann trotzdem nicht von einer mobilen Anlage
gesprochen werden, da bei einer Versetzung der Holzpfähle ja auch die
Trägervorrichtungen ausgegraben und andernorts wieder eingegraben
werden müssten. Somit liegt entgegen der beschwerdeführerischen
Ansicht keine mobile Anlage vor. Ferner sind die in Trägervorrichtungen
befestigten Holzpfähle zunächst zwar nicht – gemäss Aktennotiz vom 19.
März 2020 bzw. Schreiben der Beschwerdegegnerin vom 25. März 2020
dann aber schon, ob oder nicht spielt aber keine Rolle – mit Maschendraht
oder Gittern verbunden worden, dennoch ist der bereits errichtete Teil als
Bestandteil des fraglichen Zauns zu betrachten. Es ist somit nicht
nachvollziehbar, weswegen es sich nicht um Teile eines Zauns handeln
soll. Vor diesem Hintergrund zielt auch der beschwerdeführerische
Einwand, es sei gar kein Zaun errichtet worden, ins Leere.
5.1. Sodann macht der Beschwerdeführer geltend, die Koordinationspflicht
gemäss Art. 25a des Bundesgesetzes über die Raumplanung
(Raumplanungsgesetz, RPG; SR 700) sei verletzt, weil er bereits ein
Baugesuch eingereicht habe, welches den betreffenden Zaun enthalten
habe. Eine separate Beurteilung des Zauns, welcher Bestandteil eines
Gesamtprojekts sei, sei nicht zulässig. Die Beschwerdegegnerin hätte sich
auf die Feststellung der Bewilligungspflicht beschränken müssen und
allenfalls einen Baustopp verfügen können. Somit seien Ziff. 2 und 3 des
angefochtenen Entscheids aufzuheben.
5.2. Komplexe Verfahren, vor allem Grossbauprojekte, machen
Entscheidungen mehrerer Fachbehörden notwendig. Den Privaten ist es
nicht zumutbar, für einen Entscheid die notwendigen Bewilligungen aller
Behörden einzeln zu "sammeln"; damit wäre auch nicht gewährleistet,
dass im Entscheid über das Projekt alle massgeblichen Interessen
gegeneinander abgewogen würden. Das Bundesgericht verlangt deshalb,
- 23 -
dass in komplexen Verwaltungsverfahren das Verfahren formell (durch
eine Behörde) und materiell (ein Entscheid unter Berücksichtigung aller
Interessen) koordiniert wird (vgl. HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines
Verwaltungsrecht, 8. Aufl., Zürich/St. Gallen 2020, Rz. 1776 mit Hinweis).
Die Pflicht zur formellen und materiellen Koordination ist in Art. 25a RPG
festgeschrieben. Gemäss Abs. 1 dieser Bestimmung ist eine Behörde zu
bezeichnen, die für ausreichende Koordination sorgt, wenn die Errichtung
oder die Änderung einer Baute oder Anlage Verfügungen mehrerer
Behörden erfordert. Diese Behörde trifft die erforderlichen
verfahrensleitenden Anordnungen, sorgt für eine gemeinsame öffentliche
Auflage aller Gesuchsunterlagen, holt von allen beteiligten kantonalen und
eidgenössischen Behörden umfassende Stellungnahmen zum Vorhaben
ein und sorgt für eine inhaltliche Abstimmung sowie möglichst für eine
gemeinsame oder gleichzeitige Eröffnung der Verfügungen (Art. 25a Abs.
2 lit. a-d RPG). Die Verfügungen dürfen keine Widersprüche enthalten
(Art. 25a Abs. 3 RPG).
5.3. Dem Beschwerdeführer ist auf den ersten Blick Recht zu geben. Als die
Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 28.
Oktober 2019 mitteilte, dass Meldungen eingegangen seien, wonach er
auf seiner Parzelle C._ einen Zaun erstelle, und ihn gleichzeitig
aufforderte, ein nachträgliches Baugesuch dafür einzureichen (vgl. act. 6,
Beilagen Beschwerdeführer), lag ihr schon ein Baugesuch vor (datiert vom
12. Juli 2019), welches neben dem Zaun noch andere Bauvorhaben
beinhaltete (vgl. act. 4, Beilagen Beschwerdegegnerin). Damit verstiess
das Herauslösen bzw. die separate Beurteilung des Bauvorhabens Zaun
auf den ersten Blick gegen die Koordinationspflicht und die
Beschwerdegegnerin hätte anstatt der Aufforderung zur Einreichung eines
neuen Baugesuchs für den Zaun allein im hängigen Verfahren betreffend
Baugesuch vom 12. Juli 2019 einen Baustopp für diesen verfügen
müssen. Indessen hat der Beschwerdeführer unstreitig am 12. Juni 2020
- 24 -
– drei Tage nach Einreichung seiner Triplik im vorliegenden
Beschwerdeverfahren, welcher kein Wort betreffend Einreichung eines
neuen Baugesuchs zu entnehmen ist – ein neues Baugesuch bei der
Beschwerdegegnerin eingereicht, welches das bereits am 12. Juli 2019
eingereichte Baugesuch untergehen liess, soweit es noch existierte (ohne
Zaun). Somit entfiel nachträglich die Verpflichtung der
Beschwerdegegnerin zur Koordination der Behandlung der Bauvorhaben
gemäss dem Baugesuch vom 12. Juli 2019, weswegen dem diesbezüglich
gestellten Antrag des Beschwerdeführers, Ziff. 2 und 3 des angefochtenen
Entscheids aufzuheben, nachträglich die Grundlage entzogen ist.
6. Des Weiteren rügt der Beschwerdeführer, das Baubewilligungsverfahren
sei fehlerhaft durchgeführt worden. Es sei auf das Auflage- und
Einspracheverfahren verzichtet worden. Dies ist zwar zutreffend. Indessen
konnte gar keine Publikation bzw. öffentliche Auflage und damit auch kein
Einspracheverfahren im Sinne von Art. 45 der Raumplanungsverordnung
für den Kanton Graubünden (KRVO; BR 801.110) durchgeführt werden,
weil sich der Beschwerdeführer geweigert hatte, Gesuchsunterlagen
einzureichen. Der diesbezügliche Antrag des Beschwerdeführers ist
rechtsmissbräuchlich, weshalb ihm nicht stattzugeben ist. Entgegen den
Ausführungen des Beschwerdeführers trifft es ebenfalls nicht zu, dass die
Fällung eines Bauentscheids zwingend ein Baugesuch erfordert (vgl. dazu
Art. 60 Abs. 4 KRVO).
7.1. Ferner bringt der Beschwerdeführer vor, die Beschwerdegegnerin habe
einen externen Rechtsberater beigezogen, obwohl es sich vorliegend um
eine Angelegenheit der Baukommission handle. Art. 96 Abs. 1 KRG biete
keine Rechtsgrundlage, um Kosten von Aufwendungen eines externen
Rechtsberaters, welche ohne Not entstanden seien, auf den
Beschwerdeführer zu überwälzen. Ziff. 3 des angefochtenen Entscheids
sei somit aufgrund eines Verstosses gegen Art. 96 Abs. 1 KRG
aufzuheben.
- 25 -
7.2. Gemäss Art. 96 Abs. 1 Satz 1 KRG erheben die Gemeinden für ihren
Aufwand im Baubewilligungsverfahren und in weiteren baupolizeilichen
Verfahren Gebühren. Auslagen für die Leistungen Dritter wie
Fachgutachten, Beratungen sowie Grundbuchkosten sind der Gemeinde
zusätzlich zu vergüten (Art. 96 Abs. 1 Satz 2 KRG). Kostenpflichtig ist, wer
den Aufwand durch Gesuche aller Art oder durch sein Verhalten
verursacht hat (Art. 96 Abs. 2 Satz 1 KRG).
7.3. Der Beschwerdegegnerin ist Recht zu geben, wenn sie ausführt, dass im
vorliegenden Fall Rechtsfragen zu beantworten gewesen seien und
deshalb ein Rechtsanwalt beigezogen worden sei. Auch aussichtslose
Fälle – oder gerade diese – können ausführliche rechtliche Darlegungen
erfordern. Damit stösst auch der Einwand des Beschwerdeführers, wenn
die Beschwerdegegnerin die Angelegenheit als aussichtslos betrachtet
habe, sei der Beizug eines Rechtsanwalts nicht erforderlich gewesen, ins
Leere. Demzufolge ist nicht zu beanstanden, dass die
Beschwerdegegnerin der Grundeigentümerschaft und Bauherrschaft die
Verfahrenskosten im Betrag von CHF 1'430.-- für den Beizug eines
externen Rechtsberaters auferlegt hat (vgl. act. 1, Beilagen
Beschwerdeführer).
8.1. Des Weiteren ist zu prüfen, ob der strittige Zaun mit den Schutzzwecken
der Landschaftsschutzzone gemäss Art. 34 KRG in Widerspruch steht.
8.2. Der Standort des umstrittenen Zauns auf der Parzelle C._ liegt in der
Landwirtschaftszone, welche von der Landschaftsschutzzone überlagert
wird (vgl. act. 1 und 3, Beilagen Beschwerdegegner).
Art. 34 Abs. 1 und Abs. 2 KRG lauten wie folgt:
1 Landschaftsschutzzonen umfassen Landschaften von besonderer Schönheit und
Eigenart oder mit ökologischer Funktion.
- 26 -
2 Neue Bauten und Anlagen sind nicht gestattet. Vorbehalten sind Eingriffe zur
Revitalisierung oder Aufwertung, unterirdische Leitungen, land- und forstwirtschaftliche
Bauten und Anlagen, sofern deren Erstellung an einem Standort ausserhalb der
Landschaftsschutzzone nicht zumutbar ist, Anlagen, die in einem Generellen
Erschliessungsplan oder Nutzungsplan gemäss Spezialgesetzgebung enthalten sind,
welche nach Inkrafttreten der Gesetzesänderung vom 25. Oktober 2018 rechtskräftig
genehmigt worden sind, sowie Hochgebirgsunterkünfte.
8.3. In der Landschaftsschutzzone sollen Natur- und Kulturlandschaften
geschützt werden. Die bei den Akten liegenden Fotos zeigen klar auf, dass
die bereits errichteten Holzpfähle in der Landschaft als Fremdkörper in
Erscheinung treten, das Landschaftsbild verändern und einen negativ
prägenden Einfluss auf das schützenswerte Landschaftsbild haben (vgl.
Fotodokumentation zur Aktennotiz betreffend Augenschein vom 19. März
2020; act. 6, Beilagen Beschwerdegegner). Dies muss umso mehr für den
auf der Parzelle C._ letzten Endes geplanten ca. 2 m hohen
Maschendrahtzaun gelten, welcher bereits teilweise erstellt wurde (vgl.
Fotodokumentation zur Aktennotiz betreffend Augenschein vom 19. März
2020). Aus den Akten geht zudem hervor, dass der geplante Zaun bei
einer Gesamtlänge von etwas mehr als 1 km ca. 900 m durch vom GGP
geschützte Hecken bzw. geschütztes Feldgehölze führt (vgl. act. 3,
Beilagen Beschwerdegegner; act. 4, Beilagen Beschwerdegegnerin
[Zaunsystem]). Zaunfreie Wiesen, Bäume und unberührte Natur
bestimmen die Umgebung, so dass ein künstlich geschaffener Zaun dazu
in einem krassen Gegensatz steht und nichts mit der dieses Gebiet
bestimmenden Nutzung zu tun hat. In Landschaftsschutzzonen sind
lediglich Vorhaben zulässig, die der Natur- und Kulturlandschaft förderlich
sind und diese zumindest nicht beeinträchtigen. Der umstrittene und
grösstenteils durch geschützte Hecken bzw. geschütztes Feldgehölze
führende Zaun steht funktionell nicht im Dienst der Erhaltung der Natur-
und Kulturlandschaft, weshalb er in der Landschaftsschutzzone nicht
bewilligt werden kann. Es handelt sich beim fraglichen Zaun des Weiteren
auch nicht um eine Baute bzw. Anlage der land- oder forstwirtschaftlichen
- 27 -
Nutzung, so dass auch diese Ausnahme nicht zum Tragen kommt. Somit
zielt der beschwerdeführerische Einwand, der streitgegenständliche Zaun
verschandle weder die Landschaft noch das mit vielen Hecken umgebene
Bild in D._, ins Leere.
9. Soweit der Beschwerdegegner in seiner Stellungnahme vom 1. Oktober
2020 betreffend Baugesuch vom 12. Juni 2020 (vgl. act. 6, Beilagen
Beschwerdegegnerin) die Ausnahmebewilligung nach Art. 24c RPG
erwähnt, ist der Vollständigkeit halber darauf hinzuweisen, dass eine
solche Prüfung im vorliegenden Beschwerdeverfahren nicht erfolgen
kann. Denn die entsprechenden Ausführungen des Beschwerdegegners
beziehen sich auf die allenfalls vorhandenen Nutzungsmöglichkeiten in
Bezug auf die Wohnbaute und das Ökonomiegebäude und liegen daher
im vorliegenden Beschwerdeverfahren ausserhalb des
Streitgegenstandes.
10. Im Ergebnis erweist sich der angefochtene Bauentscheid der
Beschwerdegegnerin vom 17. Dezember 2019, mitgeteilt am 7. Januar
2020, als rechtmässig. Die Beschwerde ist daher abzuweisen, soweit sie
nicht gegenstandslos ist.
11. Es bleibt über die Kosten zu befinden. Dass dem Vorwurf der Verletzung
der Koordinationspflicht gemäss Art. 25a RPG nicht stattgegeben werden
kann, hat der Beschwerdeführer seinem eigenen Verhalten zuzuschreiben
(vgl. vorstehend Erwägung 5.3). Zudem hat der Beschwerdeführer in
seiner Replik vom 7. Mai 2020 die Baubewilligungspflicht des
streitgegenständlichen Zauns anerkannt und erklärt, Ziff. 1 des
angefochtenen Entscheids werde entsprechend nicht (mehr) angefochten.
Gleichzeitig hat er die Anträge Nrn. 4 und 5 der Beschwerde vom 3.
Februar 2020 zurückgezogen (vgl. vorstehend Erwägung 1.3). Bei diesem
Ausgang des Verfahrens gehen die Gerichtskosten daher gestützt auf Art.
73 Abs. 1 VRG zulasten des Beschwerdeführers. Die Staatsgebühr wird
- 28 -
ermessensweise auf CHF 2'500.-- festgelegt (vgl. Art. 75 Abs. 2 VRG). Der
Beschwerdegegnerin und dem Beschwerdegegner steht gemäss Art. 78
Abs. 2 VRG keine Parteientschädigung zu.