Decision ID: 7480fd44-6087-4d6f-b90e-ee03f51d5e75
Year: 2015
Language: de
Court: CH_BSTG
Chamber: CH_BSTG_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: penal_law

Die Beschwerdekammer hält fest, dass:
- die Eidgenössische Zollverwaltung (nachfolgend «EZV») am 22. Juni 2015
gegen B. und gegen die Kommanditgesellschaft C. wegen des Verdachts
der Widerhandlungen gegen das Zollgesetz vom 18. März 2005 (ZG; SR
631.0) sowie gegen das Bundesgesetz vom 12. Juni 2009 über die Mehr-
wertsteuer (Mehrwertsteuergesetz, MWSTG; SR 641.20) je eine Zollstrafun-
tersuchung eröffnete (Gesuchsbeilagen I.2 und I.4);
- sie am 30. Juni 2015 am Sitz der C. (gleichzeitig offizielle Wohnadresse von
B.) eine Hausdurchsuchung durchführte (Gesuchsbeilagen I.6, I.8, I.11 S. 2);
- B. hierbei erklärte, dass hauptsächlich ein Netzwerk verwendet werde, das
auf einen Server bei der A. AG zugreife (Gesuchsbeilage I.11 S. 2);
- die EZV hierauf am 30. Juni 2015 bei der A. AG forensisch den Inhalt der E-
Mail-Konten von B. und der C. sicherstellte (Gesuchsbeilagen act. 06.09.01
und 06.09.02);
- B. anlässlich seiner Einvernahme vom 30. Juni 2015 die Siegelung der bei
der A. AG sichergestellten Daten wünschte (Gesuchsbeilage act. 08.05.01,
S. 2);
- die entsprechenden Daten hierauf durch die EZV gesiegelt wurden (Ge-
suchsbeilage I.15);
- die EZV am 23. Juli 2015 der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts
das diesbezügliche Gesuch um Entsiegelung unterbreitete (act. 1);
- die A. AG am 4. August 2015 verlauten liess, die Daten seien Eigentum ihrer
Kundin, der C., weshalb sie selber keine Stellungnahme zum Entsiegelungs-
gesuch abgeben könne;
- sie weiter ausführte, eine Freigabe der Daten könne nur durch C. bzw. durch
B. erfolgen (act. 5);
- B. diesbezüglich mit Eingabe vom 19. August 2015 erklären liess, er ziehe
seine Einsprache gegen die Durchsuchung der sichergestellten Daten zu-
rück, womit das Gesuch hinfällig werde (act. 6).
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Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:
- Widerhandlungen gegen das Zollgesetz nach diesem und nach dem VStrR
verfolgt und beurteilt werden, wobei die Gesuchstellerin die verfolgende und
beurteilende Behörde ist (Art. 128 ZG);
- sich bezüglich der Widerhandlungen gegen das Mehrwertsteuergesetz die
Anwendbarkeit des VStrR aus Art. 103 Abs. 1 MWSTG ergibt und die Straf-
verfolgung bei der Einfuhrsteuer ebenfalls der Gesuchstellerin obliegt
(Art. 103 Abs. 2 MWSTG);
- die Beschwerdekammer über die Zulässigkeit der Durchsuchung von Papie-
ren zu entscheiden hat (Art. 50 Abs. 3 VStrR);
- die Gesuchsgegnerin 1 am 4. August 2015 erklärte, die Daten seien Eigen-
tum der C., weshalb eine Freigabe nur durch diese bzw. durch den Gesuchs-
gegner 2 erfolgen könne (act. 5);
- der Gesuchsgegner 2, als beschuldigte Person und als unbeschränkt haften-
der Gesellschafter mit Einzelunterschrift der C., im Rahmen seiner Eingabe
vom 19. August 2015 (act. 6) die von ihm erhobene Einsprache gegen die
Durchsuchung der sichergestellten Daten zurückzog;
- das vorliegende Verfahren daher zufolge Gegenstandslosigkeit als erledigt
abzuschreiben ist (vgl. hierzu zuletzt die Beschlüsse des Bundesstrafge-
richts BE.2014.10 vom 17. September 2014 und BE.2014.6 vom
22. Juli 2014);
- unter den vorliegenden Umständen keine Gerichtskosten zu erheben sind
(vgl. Art. 66 Abs. 2 BGG analog; vgl. hierzu TPF 2011 25 E. 3);
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