Decision ID: cb38fd57-715e-5495-947f-a6a9758900bd
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
H._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Koller, Landstrasse 4, 9606 Bütschwil,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a H._, Jahrgang 1946, erlitt am 5. März 1999 einen Unfall, bei dem er sich
Verletzungen an der rechten Hüfte zuzog. In der Folge sprach ihm die SUVA mit
Verfügung vom 19. Oktober 2000 basierend auf einer Erwerbsunfähigkeit von 25% ab
1. Oktober 2000 eine Invalidenrente zu (act. G 4.1.51-20 ff.). Am 9. März 2001 wies die
IV-Stelle ein Rentengesuch des Versicherten ab, da der Invaliditätsgrad weniger als
40% betrage (act. G 4.1.31).
A.b Am 6. Juni 2006 meldete sich der Versicherte erneut zum Bezug von IV-Leistungen
(Rente) an, da er seit März 1999 an Rücken- und Beinbeschwerden leide (act. G
4.1.34). Im Arztbericht vom 20. Juli 2006 an die SUVA führte Dr. med. A._,
Praktischer Arzt FMH, aus, der Versicherte habe ihn am 6. Juni 2006 aufgesucht. Er
habe keine Kraft mehr im rechten Bein, könne nicht heben und habe Mühe, seine
Schuhe zu binden. Er (Dr. A._) habe ihn zu 100% arbeitsunfähig schreiben müssen.
Bei einer Nachkontrolle am 10. Juni 2006 sei es ihm besser gegangen; die Kraft im
rechten Bein sei immer noch vermindert. Ab 19. Juni 2006 betrage die Arbeitsfähigkeit
bis auf weiteres 50% (act. G 4.2.59).
A.c Am 13. November 2006 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, zur Zeit bestehe
kein Anspruch auf eine Invalidenrente. Nachdem die Wartezeit von einem Jahr am
7. Januar 2007 ablaufe, würden die Anspruchsvoraussetzungen zu jenem Zeitpunkt
geprüft werden (act. G 4.1.48).
A.d Im Verlaufsbericht vom 30. Januar 2007 teilte Dr. A._ mit, er habe den
Versicherten ab 15. September 2007 wieder zu 100% arbeitsunfähig geschrieben. Die
bisherige Tätigkeit als Getränkechauffeur sei dem Versicherten nicht mehr zumutbar;
auch in einer adaptierten Tätigkeit sei eine zumutbare Arbeitsfähigkeit
realistischerweise nicht mehr gegeben (act. G 4.1.51-3 f.).
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A.e Am 18. und 24. Juli 2007 wurde der Versicherte von Dr. med. B._, Spezialarzt
Orthopädie FMH, untersucht und begutachtet. Im Gutachten vom 18. Juli/ 22. August
2007 stellte dieser Facharzt folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit: 1. eine Osteochondrose und Spondylarthrose L5/S1 mit diskogen und
spondylogen leicht eingeengten Foramina intervertebralia ohne
Nervenwurzelkompression; 2. eine mässige Ileosacralgelenksarthrose sowie 3. eine
Präadipositas. Als ohne Einwirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte er: 1. einen
Status nach Hüfttotalprothesenimplantation rechts mit zementfreier Pfanne,
Metasulinlay und Druckscheibenprothese 12/99; 2. einen Diabetes mellitus; 3. eine
arterielle Hypertonie; 4. eine Hyperlipidämie; 5. eine Schwerhörigkeit sowie 6. einen
Verdacht auf Alkoholabusus. Die bisherige Tätigkeit als Chauffeur sei dem Versicherten
bei voller Stundenpräsenz zu 50% zumutbar. Körperlich leichte Tätigkeiten in
temperierten Räumen, die abwechslungsweise sitzend und stehend ausgeübt werden
könnten, ohne dass dabei regelmässig unphysiologische speziell rotierte oder
inklinierte und reklinierte Körperhaltungen eingenommen und Gegenstände über 10 kg
gehoben oder getragen werden müssten, seien bei voller Stundenpräsenz zu ca. 90%
zumutbar (act. G 4.1.57).
A.f Mit Vorbescheid vom 10. September 2007 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
Ablehnung des Rentengesuchs in Aussicht (act. G 4.1.63). Hiergegen erhob der
Versicherte am 24. September 2007 Einwand (act. G 4.1.65).
B.
Mit Verfügung vom 15. Oktober 2007 wies die IV-Stelle das Rentengesuch des
Versicherten ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 29% ab (act. G 4.1.66).
C.
C.a Mit Eingabe vom 15. November 2007 erhebt der Versicherte, vertreten durch
Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Koller, Beschwerde und beantragt, die Verfügung vom
15. Oktober 2007 sei aufzuheben. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, dem
Beschwerdeführer mindestens eine halbe Invalidenrente auszubezahlen. Eventuell sei
die Angelegenheit zur Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
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Eventualiter sei eine unabhängige Untersuchung über den gesundheitlichen Zustand
des Beschwerdeführers anzuordnen. Zur Begründung macht er im Wesentlichen
geltend, die Beschwerdegegnerin stütze sich auf verschiedene Unterlagen und
umfangreiche medizinische Abklärungen. Diese seien dem Beschwerdeführer nicht
eröffnet worden. Zwar sei ihm der Vorbescheid eröffnet worden, doch habe man ihm
keine Möglichkeit zur Einsichtnahme in die Akten geboten. Auch seien ihm die
Unterlagen niemals ausgehändigt worden. Es liege damit eine Verletzung des
rechtlichen Gehörs vor. Obwohl er den genauen Inhalt der der Verfügung zu Grunde
liegenden Unterlagen nicht kenne, werde bestritten, dass diese den tatsächlichen
Gesundheitszustand bzw. die Arbeitsfähigkeit wiedergäben. Dr. A._ attestiere dem
Beschwerdeführer eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit 15. September 2006. Selbst
die Beschwerdegegnerin habe dem Beschwerdeführer in ihrem Schreiben vom 13.
November 2006 mitgeteilt, dass nach den ihr zur Verfügung stehenden Unterlagen seit
7. Januar 2006 eine rentenbegründende Arbeitsunfähigkeit bestehe. Auch die
Concordia Krankenversicherung gehe in ihrem Schreiben vom 1. Dezember 2006 von
einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit für leichtere Arbeiten aus. Dass sich die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers seither verbessert haben soll, sei aufgrund der
medizinischen Befunde nicht möglich (act. G 1).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 31. Januar 2008 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung bringt sie im Wesentlichen vor,
weder der Beschwerdeführer noch sein Vertreter hätten Einsicht in die Akten verlangt.
Es könne daher nicht behauptet werden, die Akteneinsicht sei verweigert worden. Eine
Verletzung des rechtlichen Gehörs liege augenscheinlich nicht vor. Es treffe zu, dass
die Beschwerdegegnerin im Schreiben vom 13. November 2006 von einer aktuell
rentenbegründenden Invalidität ausgegangen sei, doch habe sie den Beschwerdeführer
klar darauf hingewiesen, dass die Anspruchsvoraussetzungen nach Ablauf des
Wartejahrs definitiv geprüft werden müssten. In medizinischer Hinsicht sei das
Gutachten von Dr. B._ massgebend. Im Rahmen des Einkommensvergleichs ergebe
sich ein Invaliditätsgrad von 19%. In der angefochtenen Verfügung habe die IV-Stelle
einen Invaliditätsgrad von 29% ermittelt. Diese Differenz beruhe darauf, dass sie bei
der Ermittlung des Valideneinkommens den zuletzt bezahlten Lohn von 75% auf 100%
aufgerechnet habe. Dies erscheine problematisch, da eine Soziallohnkomponente
wahrscheinlich sei, obwohl sie vom Arbeitgeber verneint werde (act. G 4).
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C.c Mit Replik vom 14. März 2008 hält der Vertreter des Beschwerdeführers an seinen
Anträgen fest. Er macht im Wesentlichen geltend, die Verletzung des rechtlichen
Gehörs sei zwar im Rahmen des Beschwerdeverfahrens geheilt worden, doch sei sie
mindestens bei der Kostenfrage zu berücksichtigen. Es sei nicht entscheidend, welche
Leistungsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit bestehe, sondern welches
Einkommen der Beschwerdeführer im Verhältnis zum ursprünglichen Einkommen ohne
Behinderung aufgrund seiner gesundheitlichen Beeinträchtigung noch erzielen könne.
Für den Beschwerdeführer gebe es keinen Arbeitsplatz, der die von Dr. B._
festgehaltenen Bedingungen erfülle. Für die Bemessung der Arbeitsfähigkeit sei auf
den bisherigen Beruf abzustellen. Diesbezüglich attestiere selbst Dr. B._ lediglich
eine Arbeitsfähigkeit von 50%. Was den Einkommensvergleich anbelange, gebe es
keine Hinweise darauf, dass das Einkommen des Beschwerdeführers vor Einreichen
des Gesuchs künstlich erhöht worden sei. Eine Soziallohnkomponente sei nicht
ersichtlich. Das in der angefochtenen Verfügung berücksichtigte Valideneinkommen
von Fr. 67'305.-- werde nicht bestritten. Hingegen sei das Invalideneinkommen falsch
festgesetzt worden, sei hier doch von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen
(act. G 8).
C.d Mit Duplik vom 3. April 2008 hält die Beschwerdegegnerin an ihrem Antrag fest.
Den Ausführungen des Beschwerdeführers zur behaupteten Verletzung des rechtlichen
Gehörs könne nicht gefolgt werden. Da die gesundheitlichen Beeinträchtigungen des
Beschwerdeführers als definitiv betrachtet würden, sei die Arbeitsfähigkeit nicht in der
bisherigen, sondern in einer angepassten Tätigkeit zu beurteilen (act. G 10).

Erwägungen:
1.
1.1 Der Beschwerdeführer rügt vorab eine Verletzung des rechtlichen Gehörs, da ihm
keine Akteneinsicht gewährt bzw. er nicht auf die Möglichkeit der Einsichtnahme in die
Akten aufmerksam gemacht wurde.
1.2 Das Akteneinsichtsrecht wird in Art. 47 des Allgemeinen Teils des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) geregelt. Nach Art. 47 Abs. 1 lit. b ATSG
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steht die Akteneinsicht, sofern überwiegende Privatinteressen gewahrt bleiben, den
Parteien für die Daten zu, die sie benötigen, um einen Anspruch oder eine Verpflichtung
nach einem Sozialversicherungsgesetz zu wahren oder zu erfüllen oder um ein
Rechtsmittel gegen eine auf Grund desselben Gesetzes erlassene Verfügung geltend
zu machen. Daraus folgt, dass die versicherte Person grundsätzlich in jedem Fall in die
sie betreffenden Akten Einsicht nehmen darf. Das Verfahren der Akteneinsicht wird in
Art. 8 f. der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
(ATSV, SR 830.11) geregelt. Das Recht auf Akteneinsicht ist wie das Recht, angehört
zu werden, formeller Natur. Die Verletzung des Rechts auf Akteneinsicht führt deshalb
ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst zur Aufhebung
der angefochtenen Verfügung. Vorbehalten bleiben praxisgemäss Fälle, in denen die
Verletzung des Akteneinsichtsrechts nicht besonders schwer wiegt und dadurch
geheilt wird, dass die Partei, deren rechtliches Gehör verletzt wurde, sich vor einer
Instanz äussern kann, welche sowohl die Tat- als auch die Rechtsfragen
uneingeschränkt überprüft (BGE 115 V 305 E. 2h).
1.3 Eine Behörde ist im Allgemeinen aufgrund der Verfassung nicht verpflichtet, die
Akten von Amtes wegen zur Einsicht vorzulegen. Primär ist es Sache der am Verfahren
beteiligten Parteien, die Akteneinsicht zu beantragen. Wird dies unterlassen, können sie
sich hinterher nicht über eine Gehörsverletzung beklagen; insofern verwirken sie ihren
Anspruch auf Akteneinsicht. Anders ist hingegen die Situation, wenn die Behörde von
sich aus und ohne Wissen der Parteien eine Ergänzung des Dossiers vornimmt. Wenn
die Behörde ihren Entscheid auf ein neu erhobenes Beweisergebnis zu stützen
gedenkt, ist sie grundsätzlich dazu verpflichtet, die Betroffenen zur Einsicht einzuladen
und ihnen eine Frist zur Würdigung des Beweisergebnisses einzuräumen; die blosse
Orientierung über die vorgenommene Aktenergänzung kann ungenügend sein (Michele
Albertini, Der verfassungsmässige Anspruch auf rechtliches Gehör im
Verwaltungsverfahren des modernen Staates, Diss. Bern 1999, S. 248).
1.4 Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin das Dossier nicht ohne Wissen des
Beschwerdeführers ergänzt; sie stützt die angefochtene Verfügung in erster Linie auf
das Gutachten von Dr. B._. Den Akten ist zudem nicht zu entnehmen, dass der
Beschwerdeführer bzw. sein Vertreter bei der Beschwerdegegnerin je um Akteneinsicht
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ersucht hätten; dies wird denn auch gar nicht geltend gemacht. Unter diesen
Umständen liegt nach dem Gesagten keine Verletzung des rechtlichen Gehörs vor.
2. Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil
in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei
der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V
467 E. 1), und weil bei der Beurteilung ferner auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses
der streitigen Verfügung eingetretenen Sachverhalt abzustellen ist (BGE 121 V 366
E. 1b), sind vorliegend die bis zum 31. Dezember 2007 geltenden materiellen
Bestimmungen anwendbar.
3.
3.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 ATSG). Erwerbsunfähigkeit
ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Der Grad der für einen allfälligen
Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG durch einen
Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die versicherte Person
nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der notwendigen und
zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen
könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Einkommen,
das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen). Nach Art. 28 Abs. 1 IVG besteht Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine
Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von
mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-Grad
von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
3.2 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
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Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und
demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung
des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Die Rechtsprechung hat es mit dem
Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte
Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung
aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b). Das im Rahmen des Verwaltungsverfahrens
eingeholte Gutachten von externen Spezialärzten, welche aufgrund eingehender
Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht
erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen,
besitzt bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft, solange nicht konkrete Indizien
gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb).
4.
4.1 Die Beschwerdegegnerin stützt die angefochtene Verfügung in erster Linie auf das
Gutachten von Dr. B._ vom 18. Juli/22. August 2007 (act. G 4.1.57).
4.2 Dieses Gutachten beruht auf fachärztlichen Untersuchungen und ist für die
streitigen Belange umfassend. Es wurden die Vorakten verwertet und die vom
Beschwerdeführer geklagten Beschwerden berücksichtigt. Das Gutachten leuchtet in
der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation ein. Vor diesem Hintergrund vermögen auch die darin
enthaltenen Schlussfolgerungen, namentlich die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in
einer adaptierten Tätigkeit - entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers - zu
überzeugen. Das Gutachten erfüllt mithin alle praxisgemässen Kriterien für
beweiskräftige Gutachten (vgl. BGE 125 V 352 E. 3a), so dass grundsätzlich darauf
abzustellen ist. Zudem wurde dem Beschwerdeführer - entgegen seiner Bestreitung -
vorgängig mitgeteilt, dass die Begutachtung durch Dr. B._ durchgeführt werden
würde (act. G 4.1.54).
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4.2.1 Vorab ist festzuhalten, dass für die Bemessung des Invaliditätsgrads vorliegend
auf die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten und nicht in der angestammten Tätigkeit
abzustellen ist. Dies deshalb, weil der Beschwerdeführer in seiner angestammten
Tätigkeit als Getränkechauffeur unbestrittenermassen seit mehr als sechs Monaten
dauernd zu 50% eingeschränkt ist. Zudem ist es ihm, der bezüglich seiner Tätigkeit als
Getränkechauffeur keine Ausbildung absolviert hat, grundsätzlich zumutbar, eine
adaptierte Hilfsarbeit aufzunehmen.
Da auf die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit abzustellen ist, ist der Hinweis
des Beschwerdeführers auf die von Dr. A._ attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit ab
15. September 2006 unbehelflich, bezieht sich diese doch auf die angestammte
Tätigkeit bzw. auf Lagerarbeiten. Die Zumutbarkeit einer adaptierten Tätigkeit wird
demgegenüber mit dem Hinweis verneint, der Beschwerdeführer sage, er sei kein
"Bürolist". Zudem führte Dr. A._ in seinem Bericht vom 30. Januar 2007 aus, er sehe
die zumutbare Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auch in einer adaptierten
Tätigkeit nicht mehr als realistisch. Er glaube nicht mehr an eine Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers. Eine adaptierte Tätigkeit zu finden, werde für ihn insbesondere auf
dem Arbeitsmarkt schwierig sein; er glaube höchstens, dass er eventuell noch sitzen
und Couverts falten könne. Diese Arbeitsfähigkeit sei aber realistischerweise nicht
mehr gefragt. Vielleicht könne er seiner Frau im Restaurant mithelfen, die Gäste zu
unterhalten. Als Aushilfschauffeur komme der Beschwerdeführer nicht mehr in Frage
(act. G 4.1.51-3 f.). Diese Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit
vermag nicht zu überzeugen, beruht sie doch zur Hauptsache auf den Angaben des
Beschwerdeführers.
Zudem verkennt Dr. A._ - genauso wie der Beschwerdeführer -, dass für die Frage
der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit auf den ausgeglichenen Arbeitsmarkt
abzustellen ist. Der Begriff des ausgeglichenen Arbeitsmarkts umschliesst einerseits
ein bestimmtes Gleichgewicht zwischen dem Angebot und der Nachfrage nach Stellen;
andererseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fächer
verschiedenster Tätigkeiten aufweist, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten
beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen als auch hinsichtlich des körperlichen
Einsatzes. Letzteres gilt auch im Bereich der un- und angelernten Arbeitnehmer (ZAK
1991, S. 321). Daraus folgt, dass für die Invaliditätsbemessung nicht darauf abzustellen
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ist, ob ein Invalider unter den konkreten Arbeitsverhältnissen vermittelt werden kann,
sondern einzig darauf, ob er die ihm verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen
könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften
entsprechen würden (AHI 1998 S. 291). Es kann nicht davon ausgegangen werden,
sämtliche Hilfsarbeiten seien körperlich streng. Vielmehr ist davon auszugehen, dass
auf dem beschriebenen ausgeglichenen Arbeitsmarkt auch körperlich leichtere
Tätigkeiten existieren, wie etwa Überwachungs- und Kontrolltätigkeiten. Derartige
Tätigkeiten sind durchaus mit den im Gutachten gestellten Anforderungen an eine
adaptierte Tätigkeit vereinbar.
4.2.2 Der Beschwerdeführer verweist zudem auf einen vertrauensärztlichen Bericht
vom 13. September 2007, auf den sich die Öffentliche Krankenkasse (ÖKK) in ihrem
Schreiben vom 21. September 2007 beruft (vgl. act. G 1.3). Dieser Bericht befindet sich
nicht bei den Akten und ist offenbar auch nicht im Besitz des Beschwerdeführers. Es
kann vorliegend jedoch darauf verzichtet werden, diesen Bericht einzuholen, geht doch
aus dem betreffenden Schreiben der ÖKK hervor, dass dem Beschwerdeführer durch
den Vertrauensarzt eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit (leichte
bis mittelschwere Arbeiten) attestiert wurde, weshalb der Beschwerdeführer daraus
nichts zu seinen Gunsten ableiten kann.
4.2.3 Schliesslich weist der Beschwerdeführer darauf hin, dass die Concordia
Krankenkasse (Concordia) von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit des
Beschwerdeführers ausgehe. Auch dieser Hinweis ist unbehelflich, stützte sich die
Concordia doch in erster Linie auf die Beurteilung von Dr. A._ (vgl. act. G 1.5). Zwar
wird im Schreiben der Concordia vom 1. Dezember 2006 an den Beschwerdeführer
eine Überprüfung der Arbeitsfähigkeit durch den Vertrauensarzt erwähnt, doch ging es
dabei offenbar nicht um eine umfassende Abklärung, sondern um die Beurteilung der
von Dr. A._ als zumutbar bezeichneten 50%igen Tätigkeit für leichtere Arbeiten beim
bisherigen Arbeitgeber des Beschwerdeführers (vgl. act. G 1.8). Entsprechend erübrigt
sich auch der Beizug dieser vertrauensärztlichen Beurteilung.
4.3 Nach dem Gesagten kann vorliegend auf das Gutachten von Dr. B._ vom
18. Juli/22. August 2007 abgestellt werden. Demnach sind dem Beschwerdeführer
körperlich leichte Tätigkeiten in temperierten Räumen, die abwechslungsweise sitzend
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und stehend ausgeübt werden können, ohne dass dabei regelmässig unphysiologische
speziell rotierte oder inklinierte und reklinierte Körperhaltungen eingenommen und
Gegenstände über 10 kg gehoben oder getragen werden müssen, bei voller
Stundenpräsenz zu ca. 90% zumutbar (act. G 4.1.57-7).
5.
5.1 Zu prüfen bleibt damit der Einkommensvergleich. Während der angefochtenen
Verfügung ein Valideneinkommen von Fr. 67'305.-- zugrunde liegt, macht die
Beschwerdegegnerin im Rahmen der Beschwerdeantwort geltend, dieses
Valideneinkommen sei zu hoch. Bei dem so ermittelten Valideneinkommen handle es
sich um den zuletzt (2007) bezahlten Lohn von 75%, der auf 100% aufgerechnet
worden sei. Dies erscheine problematisch, da eine Soziallohnkomponente
wahrscheinlich sei. Der Beschwerdeführer hält das in der angefochtenen Verfügung
ermittelte Valideneinkommen demgegenüber für korrekt.
5.2 Bei der Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte
Person im massgebenden Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde. Die
Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen. Es ist in der Regel vom
letzten Lohn, welchen die versicherte Person vor Eintritt der Gesundheitsschädigung
erzielt hat, auszugehen (Urteil des Bundesgerichts vom 16. Mai 2001, I 42/01, mit
Hinweisen). Diese Praxis wird mit der empirischen Feststellung begründet, dass die
bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall in der Regel weitergeführt worden wäre (Urteil
des Bundesgerichts vom 29. August 2002, I 97/00).
5.3 Vorliegend gibt es in den Akten keinerlei Anzeichen dafür, dass es sich bei dem
dem Beschwerdeführer zuletzt bezahlten Lohn um einen Soziallohn handelt. Vielmehr
hat die Arbeitgeberin stets erklärt, dass der ausgerichtete Lohn der Arbeitsleistung des
Beschwerdeführers entspreche (vgl. act. G 4.1.45, 4.1.50). Damit korrespondiert auch
die Angabe gegenüber der SUVA im Februar 2004. Danach hätte der
Beschwerdeführer ohne die Unfallfolgen als Chauffeur und Lagermitarbeiter aufgrund
seines Alters und seiner Berufserfahrung ca. Fr. 5'000.-- verdienen können (act. G
4.2.54). Unter diesen Umständen hat die IV-Stelle das Valideneinkommen zu Recht
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unter Aufrechnung des dem Beschwerdeführer im Jahr 2007 für ein 75%-Pensum
ausbezahlten Lohns auf ein 100%-Pensum ermittelt (vgl. act. G 4.1.60). Entsprechend
beträgt das Valideneinkommen Fr. 67'305.--.
5.4 Nachdem es dem Beschwerdeführer, wie oben dargelegt, zumutbar ist, im Umfang
von 90% eine adaptierte Tätigkeit auszuführen, ist für das Invalideneinkommen auf die
LSE-Tabellenlöhne, Anforderungsniveau 4, abzustellen. Dieses betrug für Männer im
Jahr 2006 bei einem 100%-Pensum Fr. 4'732.-- pro Monat. Umgerechnet auf die 2006
übliche Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden und aufgerechnet auf das Jahr 2007
ergibt sich für ein 90%-Pensum somit ein Invalideneinkommen von Fr. 54'130.--.
5.5 Nach der Rechtsprechung können die statistischen Löhne um bis zu 25% gekürzt
werden, um dem Umstand Rechnung zu tragen, dass versicherte Personen mit einer
gesundheitlichen Beeinträchtigung in der Regel das durchschnittliche Lohnniveau nicht
erreichen (RKUV 1999 Nr. U242 S. 412 E. 4b/bb) bzw. ihre Restarbeitsfähigkeit auf dem
allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg zu
verwerten in der Lage sind. Dabei handelt es sich um einen allgemeinen
behinderungsbedingten Abzug (BGE 126 V 78 E. 5a/bb). Nach der Rechtsprechung
hängt die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von
sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen – auch von invaliditätsfremden
Faktoren – des konkreten Einzelfalles ab (namentlich leidensbedingte Einschränkung,
Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad (BGE 129
V 481 E. 4.2.3, m.w.H.). Vorliegend erscheint aufgrund des Alters des
Beschwerdeführers (Jahrgang 1946) sowie der langen Betriebszugehörigkeit und der
damit verbundenen Umstellungsprobleme ein Leidensabzug von 15% als angemessen.
Damit reduziert sich das Invalideneinkommen auf Fr. 46'011.--. Bei einem
Valideneinkommen von 67'305.-- resultiert somit ein Invaliditätsgrad von (gerundet)
32%. Damit hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine Invalidenrente. Selbst
unter Berücksichtigung eines 20%igen Leidensabzugs würde kein rentenbegründender
Invaliditätsgrad resultieren; der maximal zulässige Abzug von 25% kommt vorliegend
nicht in Betracht.
6.
6.1 Im Sinne der obigen Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
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6.2 Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist
das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1 IVG in der seit dem 1. Juli
2006 in Kraft stehenden Fassung) und ermessensweise auf Fr. 600.-- anzusetzen.
Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem Beschwerdeführer
aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist daran anzurechnen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht