Decision ID: a7daad69-2af2-4a13-93e5-a4b15ebb69ad
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich erstmals im November 2002 bei der IV-Stelle des Kantons St.
Gallen für berufliche Eingliederungsmassnahmen an (IV-act. 1). Der Versicherte hatte
im April 1998 als Beifahrer einen schweren Autounfall erlitten, bei welchem ein ihm
bekanntes Ehepaar zu Tode gekommen und seine Ehefrau schwer verletzt worden war.
Er selbst hatte lediglich Brüche und Schnittwunden am Mittel- und Ringfinger links
davongetragen. Später hatte er zudem über Schmerzen im linken Arm, in den Beinen,
Nackenschmerzen, ständige Kopfschmerzen und Rückenschmerzen geklagt (siehe
bspw. kreisärztlicher Untersuchungsbericht vom 10. Juli 1998, IV-act. 7-41 f.).
A.b Die B._ AG berichtete am 31. März 2003 (IV-act. 15), dass sie den Versicherten
vom 1. Februar bis 26. April 2001 zu 100 % als Produktionsmitarbeiter beschäftigt
habe. Die Kündigung sei noch innerhalb der Probezeit wegen ungenügender
Leistungen erfolgt. Der Lohn wurde auf Fr. 4'000.-- bis Fr. 4'200.-- pro Monat (zzgl. 13.
Monatslohn) beziffert. Die B._ AG informierte die IV-Stelle am 3. April 2003 darüber
(IV-act. 16), dass der Versicherte vom 1. September 1998 bis 31. Januar 2001 als
Maschinenbediener (Hilfsarbeiter) angestellt gewesen sei. Der Versicherte habe von
sich aus wegen Überlastung gekündigt. Der Monatslohn habe im Jahr 2001 Fr. 3'600.--
(zzgl. 13. Monatslohn) betragen.
A.c Am 23. Februar 2005 wurde der Versicherte im Medizinischen Zentrum Römerhof
(MZR) internistisch, rheumatologisch und psychiatrisch begutachtet (Gutachten vom
31. März 2005, IV-act. 57). Als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gaben
die Gutachter ein persistierendes lumbospondylogenes Schmerzsyndrom (bei Status
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nach Diskushernienoperation L4/5 2003) sowie eine Brachialgie links (vorwiegend
muskulär bei Status nach Verletzung der linken Hand) an. Keinen Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit hätten Restsymptome einer posttraumatischen Belastungsstörung
(Autounfall 1998) (ICD-10: F43.1), eine Dysthymia (F34.1), eine Migräne, eine arterielle
Hypertonie und eine Adipositas Grad II. Die Gutachter kamen zum Schluss, dass der
Versicherte für alle leichteren bis maximal mittelschweren Arbeiten voll arbeitsfähig sei.
A.d Wegen eines am 9. August 2005 zugezogenen „Schulterbruchs“ rechts konnte der
Versicherte eine geplante Abklärung in der freien Wirtschaft am 15. August 2005 nicht
antreten (IV-act. 76). Am 13. Dezember 2005 notierte der Eingliederungsberater, dass
sich der Versicherte aktuell nicht in der Lage sehe, einer Arbeit nachzugehen; er
wünsche den Erlass einer beschwerdefähigen Verfügung (IV-act. 76). Mit Verfügung
vom 10. Januar 2006 (IV-act. 79) eröffnete die IV-Stelle dem Versicherten, dass die
Arbeitsvermittlung abgeschlossen werde. Zur Begründung führte sie an, dass der
Versicherte in einer leichten bis mittelschweren Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig sei und
dass er sich momentan nicht im Stande fühle, die vom Arbeitsvermittler
vorgeschlagene Abklärung in der freien Wirtschaft anzutreten. Die dagegen erhobene
Einsprache wies die IV-Stelle am 2. März 2006 ab (IV-act. 93). Dieser Entscheid
erwuchs in Rechtskraft.
A.e Im November 2006 meldete sich der Versicherte erneut zum Bezug von IV-
Leistungen an (IV-act. 100). Er machte geltend, seit mehreren Jahren an
Rückenbeschwerden, an einer Lähmung des Beines, an Kopfschmerzen, an
Gleichgewichtsstörungen, an Bewusstlosigkeit, an einer Sehbehinderung, an einer
unkontrollierten Schwäche, an Konzentrationsstörungen und an Schmerzen zu leiden.
Der Versicherte führte weiter aus, dass er in C._ die Primarschule und die
Berufsschule für Autolackierer absolviert habe. Vom 12. Januar 1998 bis 20. Februar
1998 habe er sich am Zentrum für Berufliche Weiterbildung zum CNC-Operateur
ausbilden lassen.
A.f Am 25. April 2007 berichtete die D._ AG, dass der Versicherte seit dem 1. April
2007 leichte Hauswartarbeiten zu einem Stundenlohn von Fr. 25.-- für sie erledige (IV-
act. 111). Es handle sich um sporadische Einsätze von ca. zehn Stunden pro Woche.
Der Arbeitsplatz sei aus sozialem Denken geschaffen worden.
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A.g Im September/Oktober 2008 erfolgte eine interdisziplinäre (internistische,
rheumatologische, neurologische, psychiatrische) Verlaufsbegutachtung im MZR
(Gutachten vom 1. Dezember 2008, IV-act. 131). Die Diagnosen mit Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit lauteten: Chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom mit
intermittierender radikulärer Symptomatik und überwiegend wahrscheinliche,
symptomatische fokale Epilepsie mit teils sekundär generalisierten Anfällen mit/bei
Arachnoidalzyste. Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gaben die
Gutachter einen Status nach AC-Gelenksprengung vom Typ Tossy Grad III rechts am
9. August 2005, einen Verdacht auf ein Sulcus ulnaris-Syndrom links, eine Adipositas
Grad II und Probleme in Verbindung mit Berufstätigkeit und Arbeitslosigkeit (Z56) an.
Die Gutachter kamen zum Schluss, dass der Versicherte wegen der chronischen LWS-
Problematik sowie wegen der neurologischen Problematik als CNC-Operateur auf
Dauer nicht mehr arbeitsfähig sei. Auch in einer behinderungsangepassten, körperlich
sehr leichten bis leichten, wechselbelastenden und rückenschonenden Tätigkeit
bestehe aus interdisziplinärer Sicht eine maximale Restarbeitsfähigkeit von 70 %. Aus
psychiatrischer Sicht sei der Versicherte hingegen voll arbeitsfähig. Die im
Vorgutachten vom März 2005 beschriebenen Restsymptome einer posttraumatischen
Belastungsstörung nach dem Autounfall seien inzwischen gänzlich verschwunden.
Auch hätten sich keine Anhaltspunkte mehr für eine sich entwickelnde Dysthymia
gefunden. Der Versicherte leide im Wesentlichen unter der psychosozialen Belastung,
keine Arbeitsstelle zu finden, und sei infolgedessen in finanzielle Nöte geraten. Er sei
gut in der Lage, seinen Alltag zu gestalten und beteilige sich an Haushalt und
Kindererziehung. RAD-Arzt Dr. med. E._ bezeichnete das Verlaufsgutachten des
MZR als umfassend, konsistent, nachvollziehbar und widerspruchsfrei (IV-act. 135).
A.h Mit einem Vorbescheid vom 26. März 2009 kündigte die IV-Stelle dem
Versicherten bei einem IV-Grad von 27 % die Abweisung des Rentengesuchs an (IV-
act. 148). Trotz dagegen erhobener Einwendungen des Versicherten verfügte die IV-
Stelle am 27. Juli 2009 im Sinne des Vorbescheids (IV-act. 161). Diese Verfügung
erwuchs in Rechtskraft.
B.
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B.a Im November 2011 meldete sich der Versicherte zum dritten Mal bei der IV-Stelle
zum Leistungsbezug an (IV-act. 163). Er gab an, seit 1998 an Rückenschmerzen und
neurologischen Problemen zu leiden.
B.b Am 24. November 2011 forderte die IV-Stelle den Versicherten auf, Nachweise für
das Vorliegen relevanter Änderungen des rechtserheblichen Sachverhalts seit der
Ablehnung des Rentenanspruchs im Juli 2009 einzureichen (IV-act. 164). Hierauf
gingen bei der IV-Stelle drei Arztberichte von F._ vom 8. Dezember 2011 samt
dazugehöriger Übersetzung ein (IV-act. 167). In der Übersetzung stand unter anderem,
dass der Versicherte an Depressionen leide. Auf Nachfrage hin teilte der Versicherte
der IV-Stelle mit, dass alle ärztlichen Untersuchungen im Ausland erfolgten, da seine
Krankenkasse einen Leistungsstopp verhängt habe (IV-act. 176).
B.c Im September 2012 wurde der Versicherte im Auftrag der IV-Stelle von der SMAB
AG interdisziplinär (internistisch, orthopädisch, neurologisch und psychiatrisch)
begutachtet (Gutachten vom 5. November 2012, IV-act. 191). Die Diagnosen mit
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit lauteten:
• Andauernde Persönlichkeitsänderung nach Verkehrsunfall im April 1998 (F62.8)
• fokale, zum Teil sekundär generalisierte Epilepsie bei Arachnoidalzyste rechts
temporal
• chronisches lumbovertebrales und lumbospondylogenes Schmerzsyndrom.
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gaben die Gutachter einen
Status nach posttraumatischer Belastungsstörung (diagnostiziert im Juni 2003 mit
Restsymptomen im März 2005), einen Status nach depressiven Episoden (ab April
2002, letztmals diagnostiziert im Dezember 2011), einen Status nach Dysthymie (im
März 2005 diagnostiziert), Kopfschmerzen (DD vasomotorisch oder
medikamenteninduziert), Migräne ohne Aura (zum Teil accompagnée), einen Zustand
nach langjährigem Schmerzmittelkonsum, einen Status nach
Schultereckgelenksprengung rechts 2006 bei häuslichem Unfall mit dem Restbefund
Tossy II-III (ohne klinische Relevanz), eine Hypertonie, eine Adipositas und einen Status
nach endoskopischer Cholezystektomie 05/2012 (keine Folgen) an. Dr. med. G._,
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Facharzt für Innere Medizin, erklärte, dass die Adipositas und die Hypertonie keine
Arbeitsunfähigkeit begründeten. Aus rein internistischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit in
der bisherigen und in Verweistätigkeiten nicht eingeschränkt. Dr. med. H._, Facharzt
für Orthopädie und Traumatologie, hielt fest, dass beim Versicherten ein ausgeprägtes
rumpfmuskuläres Globaldefizit mit einem bilateralen paralumbalen Muskelhartspann
und einer hypotonen Bauchmuskulatur bei einer ausgeprägten, sehr fettreichen
Bauchdecke aufgefallen sei. Alleine diese Aspekte machten chronisch rezidivierende
und möglicherweise auch pseudoradiculär ausstrahlende Rückenschmerzen
nachvollziehbar. Allerdings sei weder die rumpfmuskuläre Langzeitdekonditionierung
(Synonym Trainingsmangel) noch das Übergewicht invaliditätsrelevant. Es obliege dem
Versicherten, für eine rumpfmuskuläre Konditionierung und eine
Gewichtsnormalisierung zu sorgen. Der Status nach Diskushernienoperation L4/5 im
Jahr 2003 sei klinisch irrelevant. Von einer klinisch relevanten Rezidivhernie L4/5 könne
nicht ausgegangen werden. Die Ergebnisse einer aktuellen Rx-Abklärung für HWS und
LWS hätten leichtgradige degenerative Veränderungen im cervicalen
Bewegungssegment C5/6 und C6/7 und moderate degenerative Veränderungen L4/5
und L5/S1 gezeigt. Derartige Befunde seien als altersassoziiert physiologisch und nicht
als pathologisch zu bewerten. Mit dem sich aktuell darbietenden Wirbelsäulen- und
Rumpfbefund gelte der Versicherte aus rein orthopädischer Optik für angepasste
leichte bis mittelschwere Tätigkeiten uneingeschränkt belastbar (keine Arbeiten in
rückenbelastenden Zwangshaltungen sowie mit repetitiven Bewegungsanforderungen
an den Rumpf und kein Heben, Tragen und Bewegen von Lasten über 15 kg). In der
zuletzt ausgeübten Tätigkeit als CNC-Operateur, bei der es sich um eine überwiegend
stehend und auch vornüber gebeugt stehend zu verrichtende Tätigkeit gehandelt habe,
sei der Versicherte hinsichtlich der Wirbelsäulenrestbelastbarkeit überfordert. Dr. med.
I._, Fachärztin für Neurologie, hielt fest, dass sich bei der neurologischen
Untersuchung praktisch keine neurologischen Ausfälle gefunden hätten. Weder
bestünden radikuläre Residuen noch eine neue radikuläre Störung. Die recht grosse
Arachnoidalzyste könnte die Ursache der geschilderten Anfälle sein, die gemäss dem
Versicherten monatlich zwei- bis dreimal aufträten. Warum kein erneuter Versuch einer
epileptischen Behandlung durchgeführt werde, bleibe völlig offen. Eine solche wäre
sicher indiziert und unter adäquater Mithilfe des Versicherten sehr gut durchführbar.
Von neurologischer Seite her seien bei einer floriden Epilepsie grösste Einwände gegen
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das Führen eines Motorfahrzeuges einzuwenden. Beim ursprünglich ausgeübten Beruf
als Autolackierer käme es auf die Situation am Arbeitsplatz an. Unter Einhaltung des
Belastungsprofils wäre eine weitere vollzeitige Beschäftigung unter Behandlung der
epileptischen Anfälle durchaus möglich. Auch in einer Verweistätigkeit bestehe unter
Behandlung der epileptischen Anfälle eine volle Arbeitsfähigkeit (keine Arbeiten an
gefährlichen Maschinen, keine Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, kein Führen eines
Motorfahrzeuges). Dr. med. J._, Facharzt für Psychotherapie und Psychologie,
erklärte, dass der Versicherte anlässlich des Untersuchs das Vollbild einer psychischen
Störung nach Extrembelastung mit einer misstrauisch-feindlichen Haltung der Welt
gegenüber, einem sozialen Rückzug, einer Leere und Hoffnungslosigkeit sowie einem
Gefühl des ständigen Bedrohtseins und der Entfremdung gezeigt habe. Diese Diagnose
sollte jedoch mehr als sechs Monate nach einem singulären Ereignis wie einem
Autounfall nicht mehr gestellt werden. Der Versicherte habe die Befragungen durch die
Polizeiorgane und den Umgang mit Arbeitgebern, Behörden und Versicherungen als
auffallend traumatisierend erlebt. Sein Misstrauen und sein überwertiges bis paranoid
anmutendes Erleben hätten sich schliesslich auf sämtliche Menschen und Institutionen
ausgedehnt. Der Versicherte habe auf der einen Seite dysphorisch verstimmt,
abgelöscht, hoffnungs- und zukunftslos, resigniert und teilweise aggressiv, auf der
anderen Seite emotional engagiert, vorwurfsvoll und sich rechtfertigend, gewirkt. Er
habe keine somatoforme Schmerzstörung diagnostiziert, da der Schmerz im Kontext
des gesamten Beschwerdebildes anlässlich der psychiatrischen Exploration im
Hintergrund gestanden habe. Die kaum spontanen Klagen hätten nicht das Ausmass
einer krankheitswertigen Störung erreicht. Der Versicherte habe nach dem Unfall zuerst
zwei Jahre gearbeitet. Mit dem Stellenverlust hätten eine depressive Reaktion, eine
posttraumatische Störung und eine Schmerzstörung eingesetzt. Eigenanamnestisch
und aktenkundig habe sich eine zunehmend paranoid-querulatorisch anmutende
Fehlentwicklung abgezeichnet. Der Versicherte kümmere sich nicht mehr um seine
Familie, habe sich abgekapselt und nehme seine Eigenverantwortung nicht mehr wahr,
lasse sich von den Eltern versorgen, verzichte auf die Unterstützung des Sozialamtes
und erhebe in fataler Verkennung der Realität Vorwürfe an das System, wenn er Regeln
nicht einhalte. Ab ungefähr 2006/2007, als seine Ehefrau wiederholt hospitalisiert
gewesen sei und er für die Kinder habe sorgen müssen, scheine die psychische
Fehlentwicklung akzentuiert fortgeschritten zu sein. Mittlerweile könne sie als verfestigt,
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therapeutisch kaum mehr angehbar und der willentlichen Beeinflussung nur noch
beschränkt zugänglich angesehen werden. Von der Schwere oder Ausprägung her sei
das Störungsbild des Versicherten heute mit einer knapp mittelschweren
Persönlichkeitsstörung vergleichbar. Die Verstimmungszustände seien passend zur
Wesensveränderung, seien dort eingeschlossen und müssten nicht gesondert als
Dysthymie erfasst werden. Bei voller Motivation und unter Aufbietung seiner gesamten
Willenskraft wäre dem Versicherten eine partielle Überwindung seiner psychischen
Krankheit zumutbar. Aus psychiatrischer Sicht sei eine ungefähr 50 %ige
Arbeitsfähigkeit gegeben (einfache, klar strukturierte, vorzugsweise manuelle Tätigkeit
ohne Zeitdruck, mit wenig zwischenmenschlicher Interaktion am Arbeitsplatz und ohne
besondere Anforderungen an die sozialen Kompetenzen). In Frage kämen einfache
Produktions- oder Fertigungsarbeiten oder Kontrolltätigkeiten. Ein klarer Beginn der
psychiatrisch begründeten Arbeitsunfähigkeit könne nicht genannt werden. Eine
wesentliche Verschlechterung des psychischen Zustandes sei vor der ehelichen
Trennung, die 2007 erfolgt sei, anzunehmen. Die Zustandsverschlechterung sei also im
Jahr 2006 oder 2007 eingetreten. Diese habe sich aber erst nach der Begutachtung
durch das MZR im Dezember 2008 auf die Arbeitsfähigkeit ausgewirkt. Im Abschnitt zu
den Zusatzfragen hielten die Gutachter fest, dass sich der Gesundheitszustand des
Versicherten bei einer ganzheitlichen Betrachtung der psychopathologischen Befunde
sowie der biographischen Entwicklung seit dem Vorgutachten des MZR vom 1.
Dezember 2008 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht verändert habe. Im
damaligen Gutachten sei der psychiatrische Aspekt jedoch nicht hinreichend
umfassend dargestellt worden. In interdisziplinärer Hinsicht kamen die Gutachter zum
Schluss, dass die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als CNC-Operateur wegen
der Epilepsie und der orthopädisch-somatischen Rückenbefunde seit Juni 2006
(Erstbeschreibung der Arachnoidalzyste) dauerhaft aufgehoben sei. In Tätigkeiten, die
mit dem Restzumutbarkeitsprofil korrelierten, bestehe aufgrund der psychiatrischen
Zustandsverschlechterung (Verstimmungszustände mit Antriebsminderung und erhöhte
Ermüdbarkeit wegen der sensitiven Persönlichkeitsstruktur) eine Arbeitsfähigkeit in der
Grössenordnung von 50 %. Darin inbegriffen sei die Beeinträchtigung im sozialen
Bereich durch Misstrauen und überwertige Denk- und Erlebensinhalte.
B.d RAD-Arzt Dr. E._ führte in Bezug auf das Gutachten am 13. November 2012 aus
(IV-act. 192), dass dieses umfassend, konsistent, nachvollziehbar sowie in sich
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widerspruchsfrei sei und daher vollumfänglich darauf abgestellt werden könne. Die
jetzige Begutachtung habe eine Verschlechterung des psychischen
Gesundheitszustandes mit zunehmender Akzentuierung der Persönlichkeitsstörung
(paranoid-querulatorische Fehlentwicklung, sozialer Rückzug, fatale Verkennung der
Realität, nicht Wahrnehmen der Selbstverantwortung) gezeigt. Diese Entwicklung habe
im Jahr 2006 begonnen, sich kontinuierlich weiterentwickelt und sich nach dem Jahr
2008/2009 auf die Arbeitsfähigkeit niedergeschlagen.
B.e Am 28. Mai 2013 stellte die IV-Stelle der SMAB AG Rückfragen zum
psychiatrischen Teilgutachten (IV-act. 206), die Dr. J._ am 26. Juni 2013
beantwortete (IV-act. 207). Zunächst hielt er fest, dass der Versicherte unter einem als
leicht einzustufenden sozialen Rückzug leide, weshalb er durchaus in der Lage sei,
regelmässig in seine Heimat zu fliegen. Der Versicherte sei in den Jahren 2006/2007,
als er vermehrt auf seine Kinder habe aufpassen müssen, zusätzlich belastet und
überfordert gewesen. Zu diesem Zeitpunkt scheine die psychische Fehlentwicklung
akzentuiert fortgeschritten zu sein. Die schleichende Verschlechterung sei im
Gutachten des Jahres 2008 noch nicht voll erfasst worden. Insofern handle es sich
teilweise um eine andere Beurteilung bei gleichbleibendem Gesundheitszustand. Seit
2008 habe sich der Zustand des Versicherten durch eine progressive psychische
Fehlentwicklung im Sinne einer Persönlichkeitsänderung verschlimmert, wobei eine
mittelgradige gedankliche Einengung auf die Beschwerden, die Befindlichkeit und
vermeintlich erlittenes Unrecht sowie ein ausgeprägtes Misstrauen gegenüber
Menschen und Institutionen festzustellen gewesen sei. Das Verhalten des Versicherten
mute exzentrisch, schwer einfühlbar und wesensverändert an und seine sozialen und
interpersonalen Fähigkeiten seien spürbar reduziert. Aus heutiger Sicht lasse sich nicht
mit Sicherheit feststellen, ob das Ausmass der heute festgestellten Verschlechterung
schon 2008 vorhanden gewesen sei und vor allem ob es dannzumal schon hätte
erfasst werden können. Dr. K._ vom RAD erachtete die von der IV-Stelle gestellten
Rückfragen als plausibel und umfassend beantwortet (IV-act. 208).
B.f Ein Rechtsdienstmitarbeiter führte am 13. September 2013 in einer internen
Anfrage aus (IV-act. 209), dass eine andauernde Persönlichkeitsänderung der
Erfahrung von extremer Belastung folgen könne, wobei die Belastung so extrem sein
müsse, dass die Vulnerabilität der betreffenden Person als Erklärung für die
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tiefgreifende Auswirkung auf die Persönlichkeit nicht ausreiche (z.B. Erfahrungen in
einem Konzentrationslager, Folter, Katastrophen). Lang anhaltende Änderungen der
Persönlichkeit nach einer kurzzeitigen Lebensbedrohung wie bei einem Autounfall
fielen nicht in diese Kategorie.
B.g Mit Vorbescheid vom 9. Oktober 2013 (IV-act. 212) stellte die IV-Stelle dem
Versicherten die Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht. Zur Begründung führte sie
aus, dass aus rechtlicher Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe, weil
psychosoziale Faktoren nicht invalidisierend seien. Dagegen liess der Versicherte am
12. November und 3. Dezember 2013 einwenden (IV-act. 213 und 216), dass gemäss
den Gutachtern in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als CNC-Operateur eine volle und in
einer adaptierten Tätigkeit eine 50 %ige Arbeitsunfähigkeit bestehe. Die psychiatrische
Erkrankung sei nicht Folge der familiären Probleme, sondern Ursache derselben. Etwas
anderes ergebe sich auch nicht aus dem Gutachten oder der Stellungnahme des RAD.
Die Gutachter hätten bestätigt, dass die Persönlichkeitsänderung auf den Unfall im
Jahr 1998 zurückzuführen sei.
B.h Mit Verfügung vom 11. Februar 2014 (richtig wohl: 11. März 2014; IV-act. 217)
wies die IV-Stelle das Rentengesuch des Versicherten bei einem IV-Grad von 0 % ab.
Den Einwänden des Rechtsvertreters entgegnete sie, dass zwar aus medizinischer
Sicht eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50 % vorhanden sei, aus rechtlicher
Sicht jedoch nicht.
C.
C.a Gegen diese Verfügung liess der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) am
11. April 2014 Beschwerde erheben (act. G 1). Sein Rechtsvertreter beantragte die
Zusprache einer IV-Rente. Zudem stellte er ein Gesuch um unentgeltliche
Prozessführung und Rechtsvertretung. In formeller Hinsicht wies er darauf hin, dass die
Beschwerdefrist eingehalten worden sei. Die Verfügung sei ihm am 17. März 2014
zugestellt worden. Zudem sei sie von der IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin)
offenbar erst am 11. März 2014 intern erfasst worden (siehe Aktenverzeichnis der IV
und Formular „versicherungsmässige Voraussetzungen prüfen“, IV-act. 218). Er merkte
weiter an, dass die Beschwerdegegnerin ihre Begründungspflicht verletzt habe, indem
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sie in ihrer Verfügung weder ein Urteilszitat noch eine Gesetzesbestimmung aufgeführt
habe, um ihre Auffassung zu begründen. Dadurch habe sie eine sachgerechte
Anfechtung verunmöglicht. Zur materiellen Begründung machte der Rechtsvertreter
ergänzend zum Vorbescheid geltend, dass im Gutachten keine Rede von medizinisch
massgebenden psychosozialen Gründen für die attestierte Arbeitsunfähigkeit sei. Auch
das Validen- und Invalideneinkommen seien falsch bemessen worden. Als
gesundheitlich nicht beeinträchtigter Produktionsmitarbeiter hätte der
Beschwerdeführer im Jahr 2001 ca. Fr. 74'600.-- verdient. Dies ergebe sich aus dem
damaligen Arbeitsvertrag (13 x Fr. 3'900.-- + Schichtzulage von Fr. 1'200.-- + Variable).
Dem entspreche auch die Suva-Taggeldabrechnung aus dem Jahr 1998 (Fr. 147.75 ÷
0.8 x 365). Angepasst an die Nominallohnentwicklung entspräche dies im Jahr 2013
einem Lohn von Fr. 86'634.-- (Valideneinkommen). Für den Invalidenlohn sei vom
Durchschnittseinkommen für Männer im Anforderungsniveau 4 auszugehen. Somit
ergäbe sich ein Ausgangswert von Fr. 61'311.50 (Fr. 4'901.-- x 12 x [41.7 ÷ 40]). Bei
einer Arbeitsunfähigkeit von 50 % und unter Berücksichtigung eines
Tabellenlohnabzugs von 25 % (Teilzeitarbeit, leidensbedingte Einschränkungen, Alter,
Nationalität) ergebe sich ein Invalidenlohn von Fr. 22'991.--. Der IV-Grad betrage
folglich 74 %, weshalb der Beschwerdeführer Anspruch auf eine ganze Rente habe.
C.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 12. Mai 2014 die Abweisung der
Beschwerde; eventualiter sei eine neue Begutachtung anzuordnen (act. G 5). Sie
brachte in Ergänzung ihrer Stellungnahme vom 13. September 2013 vor, dass das
Gutachten der SMAB mangelhaft sei. Sollte trotzdem darauf abgestellt werden, sei zu
berücksichtigen, dass es sich bei der Einschätzung der SMAB lediglich um eine andere
Beurteilung desselben Sachverhalts handle, welcher der letzten Rentenabweisung
zugrunde gelegen habe. Ein Revisionsgrund sei also nicht gegeben. Es sei nicht
plausibel, dass sich die Fehlentwicklung erst nach der letzten Begutachtung auf die
Arbeitsfähigkeit niedergeschlagen habe, wie dies die Gutachter im Nachhinein glauben
machen wollten. Ausserdem habe der psychiatrische Gutachter lediglich auf die
subjektiven Angaben des Beschwerdeführers abgestellt und diese nicht kritisch
gewürdigt. Die Diagnose einer andauernden Persönlichkeitsänderung könne bereits
deshalb nicht stimmen, weil sie sich nicht mit dem letzten Gutachten in Einklang
bringen lasse: Eine Persönlichkeitsänderung könne nämlich erst diagnostiziert werden,
wenn sie über mindestens zwei Jahre bestanden habe. Weiter werde aus diversen
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Stellen im Gutachten ersichtlich, dass vorliegend hauptsächlich psychosoziale
Probleme im Vordergrund stünden (Unzufriedenheit mit Behörden und Ärzten,
finanzielle Engpässe sowie familiäre Probleme). Wo der Gutachter im Wesentlichen nur
Befunde erhebe, die in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre
hinreichende Erklärung fänden, gleichsam in ihnen aufgingen, sei kein invalidisierender
psychischer Gesundheitsschaden gegeben. Dieser Schluss decke sich auch mit dem
Gutachten des MZR aus dem Jahre 2008, in dem als einzige psychiatrische Diagnose
Probleme in Verbindung mit Berufstätigkeit und Arbeitslosigkeit erwähnt worden sei.
C.c Die zuständige Abteilungspräsidentin bewilligte am 19. Mai 2014 das Gesuch um
unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der
unentgeltlichen Rechtsverbeiständung durch Dr. iur. A. Büsser) für das
Beschwerdeverfahren (act. G 6).
C.d Der Rechtsvertreter verzichtete auf eine Replik (vgl. act. G 7 f.).

Erwägungen
1.
Vorab ist zu prüfen, ob der Beschwerdeführer die Beschwerde rechtzeitig erhoben hat.
Gemäss Art. 60 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) ist die Beschwerde innerhalb von 30
Tagen nach der Eröffnung der Verfügung einzureichen. Die angefochtene Verfügung
datiert vom 11. Februar 2014. Die Beschwerde ist jedoch erst am 11. April 2014
erhoben worden. Gemäss dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ist die
Verfügung erst am 17. März 2014 zugestellt worden. Er hat sinngemäss geltend
gemacht, dass in der Verfügung ein falsches Eröffnungsdatum vermerkt worden sei,
nämlich der 11. März 2014 statt der 11. Februar 2014. Diese Annahme ist plausibel, da
die versicherungsmässigen Voraussetzungen erst am 11. März 2014 geprüft worden
sind (IV-act. 218) und im Aktenverzeichnis der Beschwerdegegnerin bei der
angefochtenen Verfügung (IV-act. 217) als Dokumenteneingangsdatum der 11. März
2014 verzeichnet ist. Die Beschwerdegegnerin selbst hat sich zur Rechtzeitigkeit der
Beschwerde trotz expliziter Aufforderung nicht geäussert (vgl. act. G 3 und 5). Da die
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Verfügung nicht eingeschrieben oder per A-Post Plus verschickt worden ist, ist ihr
Zustelldatum nicht eruierbar. Die (plausible) Aussage des Rechtsvertreters, dass die
vom 11. Februar 2014 datierende Verfügung erst am 17. März 2014 bei ihm
eingegangen ist, kann somit nicht widerlegt werden. Wird der 17. März 2014 als
Zustellungsdatum angenommen, hat die Frist am 18. März 2014 zu laufen begonnen.
Die Beschwerde ist somit am 25. Tag der Frist und damit rechtzeitig erhoben worden.
Auf die Beschwerde ist folglich einzutreten.
2.
2.1 Der Beschwerdeführer hat zunächst geltend machen lassen, dass die
Beschwerdegegnerin ihre Begründungspflicht verletzt habe, indem sie in der
angefochtenen Verfügung weder ein Urteilszitat noch eine Gesetzesbestimmung
aufgeführt habe, um ihre Auffassung zu begründen.
2.2 Verfügungen sind zu begründen, wenn sie den Begehren der Parteien nicht voll
entsprechen (Art. 49 Abs. 3 ATSG). Die Begründungspflicht ist ein wesentlicher
Bestandteil des in Art. 42 ATSG verankerten Anspruchs auf rechtliches Gehör. Gemäss
der bundesgerichtlichen Rechtsprechung soll die Begründungspflicht zum einen
verhindern, dass sich die Verwaltungsbehörde von unsachlichen Motiven leiten lässt.
Zum anderen soll sie es der betroffenen Person ermöglichen, die Verfügung
gegebenenfalls sachgerecht anzufechten. In der Entscheidbegründung müssen
wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die
Verwaltungsbehörde hat leiten lassen und auf welche sich ihre Verfügung stützt. Dies
bedeutet indessen nicht, dass sie sich ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen
Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen muss. Vielmehr kann
sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 124
V 180 E. 1a mit Hinweisen).
2.3 Der angefochtenen Verfügung ist zu entnehmen, dass die Beschwerdegegnerin
trotz der von medizinischer Seite her attestierten 50 %igen Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit in rechtlicher Hinsicht von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit
ausgegangen ist. Begründet hat sie ihren Entscheid mit Verweis auf die gängige
Rechtsprechung damit, dass die Ursachen der Arbeitsunfähigkeit ihres Erachtens
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hauptsächlich psychosozialer Natur seien. Diese Begründung hat den
Beschwerdeführer in die Lage versetzt, zu entscheiden, ob er sich gegen den
negativen Rentenentscheid gerichtlich zur Wehr setzen will. Hierfür hat er keiner
bundesgerichtlicher Entscheidzitate bedurft. Dass die in der Verfügung enthaltenen
Informationen ausgereicht haben, um den Rentenentscheid anzufechten, belegt auch
die Beschwerdeschrift, in der sich der Rechtsvertreter substantiiert und einlässlich
gegen den Entscheid der Beschwerdegegnerin zur Wehr gesetzt hat. Die
Beschwerdegegnerin hat ihre Begründungspflicht demzufolge nicht verletzt.
3.
3.1 Der Beschwerdeführer hatte sich erstmals im November 2002 zum Bezug von IV-
Leistungen angemeldet. Damals war lediglich darüber befunden worden, ob der
Beschwerdeführer Anspruch auf berufliche Eingliederungsmassnahmen hat. Ein
Rentenanspruch war nicht geprüft worden. Das Verwaltungsverfahren hatte mit einer
Abweisung des Gesuchs geendet. Im November 2006 hatte sich der Beschwerdeführer
zum zweiten Mal zum Bezug von IV-Leistungen angemeldet. Dieses Mal war eine
rechtskräftige Rentenabweisungsverfügung (27. Juli 2009) ergangen. Bei der
Anmeldung vom November 2011 handelt es sich somit um eine sogenannte
Neuanmeldung.
3.2 Gemäss Art. 87 Abs. 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV, SR
831.201) wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn darin glaubhaft gemacht wird,
dass sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert
hat. Der Beschwerdeführer hat als Beleg für die von ihm geltend gemachte erhebliche
gesundheitliche Verschlechterung Arztberichte von F._ eingereicht. Gemäss einer
zusätzlich eingereichten deutschen Übersetzung hatte eine psychiatrische Fachperson
dem Beschwerdeführer eine Depression diagnostiziert. Im Gutachten des MZR vom 1.
Dezember 2008, auf welches sich die Rentenabweisungsverfügung vom 27. Juli 2009
gestützt hat, war in psychiatrischer Hinsicht keine Depression, sondern lediglich die
Diagnose „Probleme in Verbindung mit Berufstätigkeit und Arbeitslosigkeit“ angegeben
worden. Der Beschwerdeführer hat mit den eingereichten Arztberichten somit eine
erhebliche gesundheitliche Verschlechterung glaubhaft gemacht. Die
Beschwerdegegnerin ist daher zu Recht auf die Neuanmeldung eingetreten.
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3.3 Mit der angefochtenen Verfügung vom 11. Februar 2014 hat die
Beschwerdegegnerin dann allerdings das Rentengesuch des Beschwerdeführers
abgewiesen. Der Beschwerdeführer hat sich im November 2011 zum Leistungsbezug
angemeldet. Da gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG ein Rentenanspruch frühestens nach Ablauf
von sechs Monaten nach dessen Geltendmachung entsteht, ist nachfolgend ein
Rentenanspruch ab 1. Mai 2012 zu prüfen.
3.4 Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht
durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder
verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses
Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (Art. 28 Abs. 1 IVG). Invalidität ist gemäss Art.
8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung
der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach
zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG).
3.5 Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität grundsätzlich
durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen,
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares
Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte,
wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
4.
4.1 Um den IV-Grad ermitteln zu können, muss die Arbeitsfähigkeit bzw. die
Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit feststehen. Zu diesem Zweck hat die Beschwerdegegnerin bei der
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SMAB ein polydisziplinäres Gutachten in Auftrag gegeben (Gutachten vom 5.
November 2012).
4.1.1 In internistischer Hinsicht haben die Gutachter der SMAB dem
Beschwerdeführer eine volle Arbeitsfähigkeit in der bisherigen wie auch in
Verweistätigkeiten attestiert. Diese Einschätzung überzeugt: Eine Hypertonie und eine
Adipositas vermögen für sich allein keine Arbeitsunfähigkeit zu begründen. Gemäss
dem internistischen Gutachter wirkt sich auch der langjährige Schmerzmittelkonsum
nicht auf die Arbeitsfähigkeit aus. Aus internistischer Sicht ist der Beschwerdeführer
somit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht in seiner Arbeitsfähigkeit
eingeschränkt.
4.1.2 Der orthopädische Gutachter Dr. H._ hat darauf hingewiesen, dass sich der
Beschwerdeführer nie einen Schulterbruch rechts, sondern lediglich eine
Schultereckgelenkruptur zugezogen habe (IV-act. 191-20). Dr. H._ hat für die
Schultergelenksbeschwerden beidseits kein erklärendes/korrelierendes Substrat
gefunden; in der Untersuchung sind beide Schultergelenke klinisch-funktionell
unauffällig gewesen. Auch die Hüftfunktion ist bei der Begutachtung rechts wie links
uneingeschränkt gewesen. Für die vorgetragenen beidseitigen
Kniegelenksbeschwerden hat der orthopädische Gutachter ebenfalls keine
korrelierenden klinischen und/oder radiologischen pathologischen Befunde feststellen
können. Da Dr. H._ im Bereich der Schultern, der Hüfte und der Knie keine
funktionellen Einschränkungen hat feststellen können sowie für die angegebenen
Beschwerden kein korrelierendes Substrat gefunden hat, hat er den geltend
gemachten Schultergelenks-, Hüft- und Kniegelenksbeschwerden richtigerweise keinen
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beigemessen. Auch die Erklärung von Dr. H._, dass
das festgestellte ausgeprägte rumpfmuskuläre Globaldefizit mit einem bilateralen
paralumbalen Muskelhartspann und einer hypotonen Bauchmuskulatur nicht in der
Arbeitsfähigkeitsschätzung zu berücksichtigen ist, da diese Defizite durch eine
rumpfmuskuläre Konditionierung und eine Gewichtsnormalisierung aufgehoben werden
könnten, leuchtet ein, weshalb darauf abzustellen ist.
4.1.3 Die SMAB-Gutachter haben wirbelsäulenbelastende Tätigkeiten aufgrund der
Rückenbeschwerden (chronisches lumbovertebrales und lumbospondylogenes
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Schmerzsyndrom) als nicht mehr zumutbar erachtet. Da es sich bei der zuletzt
ausgeübten Tätigkeit als CNC-Operateur/Maschinenbediener um eine überwiegend
stehende, auch vornüber gebeugt stehend zu verrichtende Tätigkeit handelt, sind die
SMAB-Gutachter von einer vollen Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit
ausgegangen. Diese Einschätzung stimmt mit jener der MZR-Gutachter aus dem Jahr
2008 überein und überzeugt insbesondere angesichts der im Jahr 2003 erfolgten
Diskushernienoperation L4/5. Hingegen gehen die Arbeitsfähigkeitsschätzungen
bezüglich einer körperlich adaptierten Tätigkeit auseinander: Während die MZR-
Gutachter im Jahr 2008 von einer 30 %igen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen sind, sind
die SMAB-Gutachter zum Schluss gekommen, dass der Beschwerdeführer in einer
adaptierten Tätigkeit aus somatischer Sicht voll arbeitsfähig sei. Die MZR-Gutachterin
Dr. L._, Fachärztin für Physikalische Medizin und Rehabilitation, hat die
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit in quantitativer
Hinsicht mit der rezidivierenden radikulären Symptomatik bei
Nervenwurzelkompression L5 links mit konsekutiven massiven Schmerzexazerbationen
und Funktionseinschränkungen begründet (IV-act. 131-29 f.). Der neurologische
Gutachter des MZR, Dr. M._, hat festgehalten, dass eine sensible L5-Symptomatik
bestehe, zum Untersuchungszeitpunkt aber keine akuten Wurzelkompressionszeichen,
keine manifesten Paresen oder Einschränkungen der Mobilität erkennbar gewesen
seien. Dr. M._ hat die Arbeitsfähigkeit durch die inkomplette L5-Symptomatik links
nur in qualitativer Hinsicht als eingeschränkt angesehen (keine körperlich schweren
Arbeiten, keine längeren Zwangs-haltungen), d.h. in einer körperlich adaptierten
Tätigkeit ist er von einer vollen Arbeitsfähigkeit ausgegangen (IV-act. 131-32 f.). Die
Arbeitsfähigkeitsschätzungen der MZR-Gutachter Dr. L._ und Dr. M._
widersprechen sich somit: Während Dr. L._ der L5-Symptomatik auch einen
quantitativen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beigemessen hat, ist Dr. M._ von einer
vollen Arbeitsfähigkeit ausgegangen. Der orthopädische SMAB-Gutachter Dr. H._ hat
im Jahr 2012 erklärt, dass nicht von einer klinisch relevanten Rezidivhernie L4/5
ausgegangen werden könne. Und auch die Neurologin Dr. I._ hat in der
neurologischen Untersuchung keine radikulären Residuen oder neue radikulären
Störungen feststellen können. Da die SMAB-Gutachter anlässlich der Begutachtung im
September 2012 wie auch schon Dr. M._ im Jahr 2008 keine akuten
Wurzelkompressionszeichen haben feststellen können und der Beschwerdeführer
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anlässlich der aktuellen Begutachtung gemäss Dr. H._ keine verwertbaren Angaben
darüber hat machen können, dass er in der Vergangenheit an chronisch rezidivierenden
lumboischialgieformen Schmerzzuständen gelitten hätte (IV-act. 191-19), ist deren
Einschätzung, dass die L4/5-Symptomatik zwar in qualitativer Hinsicht, nicht jedoch in
quantitativer Hinsicht einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hat, grundsätzlich
nachvollziehbar. Ob die L4/5-Symptomatik auch einen quantitativen Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit hat, kann jedoch offen gelassen werden, da, wie nachfolgend
aufgezeigt wird, ohnehin eine erneute neurologische Begutachtung notwendig ist.
4.1.4 Auf das neurologische SMAB-Teilgutachten kann nämlich schon aufgrund der
Ausführungen von Dr. I._ zu der von ihr diagnostizierten fokalen, zum Teil sekundär
generalisierten Epilepsie bei Arachnoidalzyste rechts temporal nicht abgestellt werden.
Die neurologische Gutachterin hat erklärt, dass die Arachnoidalzyste die Ursache der
vom Beschwerdeführer geschilderten Anfälle sein könnte. Die Zyste sei rechts gelegen,
die Anfälle würden nach Angabe des Beschwerdeführers auf der linken Seite beginnen.
Zur Frage, ob die Tatsache, dass die Anfälle auf der linken Seite beginnen, nun eher
dafür oder dagegen spricht, dass diese durch die Zyste ausgelöst werden, hat sich die
neurologische Gutachterin nicht geäussert. Insgesamt entsteht der Eindruck, dass
nicht genügend abgeklärt worden ist, ob die Anfälle tatsächlich durch die
Arachnoidalzyste bedingt sind. In diesem Zusammenhang stellt sich auch die Frage, ob
tatsächlich ohne weiteres davon ausgegangen werden kann, dass die Anfälle durch
eine medikamentöse Behandlung vermieden werden könnten. Hinzu kommt, dass der
Beschwerdeführer anlässlich der Begutachtung erklärt hat, ca. zwei- bis dreimal
wöchentlich schwächere Anfälle und ca. zwei- bis dreimal im Monat heftigere Anfälle zu
haben. Mit den schwächeren Anfällen hat sich die neurologische Gutachterin gar nicht
befasst. Sie hat sich aber auch nicht dazu geäussert, unter welchen Symptomen der
Beschwerdeführer während der geltend gemachten heftigeren Anfälle leidet und von
welcher Intensität und Dauer diese Anfälle sind. Lediglich in der Anamnese ist erwähnt
worden, dass der Beschwerdeführer während den Anfällen einen Metallgeschmack im
Mund und Sehstörungen habe. Diese Angaben genügen jedoch nicht, um den Einfluss
der Anfälle auf die Arbeitsfähigkeit beurteilen zu können (zumal die Gutachterin von
einem qualitativen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ausgegangen ist). Vor diesem
Hintergrund kann auf das neurologische Teilgutachten der SMAB nicht abgestellt
werden.
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4.2 Somit bleibt noch die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht zu prüfen. In
psychiatrischer Hinsicht liegt insbesondere das Teilgutachten des SMAB-Gutachters
Dr. J._ vom 17. September 2012 im Recht. Den Berichten von F._ vom 8.
Dezember 2011 (resp. deren deutschen Übersetzung) ist lediglich die Diagnose einer
Depression zu entnehmen. Angaben zum Schweregrad der Erkrankung und zur
Arbeitsfähigkeit fehlen, weshalb ihre Aussagekraft äusserst gering ist. Dr. J._ hat als
Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine andauernde
Persönlichkeitsänderung nach dem Verkehrsunfall im April 1998 (F62.8) angegeben.
Die Arbeitsfähigkeit hat er in jeder Tätigkeit als um 50 % eingeschränkt eingeschätzt.
Dr. J._ hat zudem das psychiatrische Teilgutachten von med. pract. N._ vom 29.
September 2008 kritisiert, indem er erklärt hat, dass damals der psychiatrische Aspekt
nicht hinreichend umfassend dargestellt worden sei. Dr. J._ ist − offenbar in der
Annahme, die psychische Verschlechterung sei infolge einer Ehekrise/Ehetrennung im
Jahr 2007 eingetreten − davon ausgegangen, dass sich der psychische
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit dem Jahr 2008 nicht verändert habe
(nach der Aktenlage hat die Trennung aber erst im Mai 2009 stattgefunden, vgl. IV-act.
155 und 157-5). Med. pract. N._ hatte damals lediglich die Diagnose „Probleme in
Verbindung mit Berufstätigkeit und Arbeitslosigkeit“ angegeben und dem
Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert.
Hinsichtlich der Kritik von Dr. J._ am Gutachten von med. pract. N._ ist
anzumerken, dass ernsthafte Zweifel daran bestehen, dass ein psychiatrischer
Gutachter in der Lage ist, zu beurteilen, ob der psychische Gesundheitszustand einer
Person bei einer vor über vier Jahren erfolgten Begutachtung richtig eingeschätzt
worden ist. Die Diagnose einer Persönlichkeitsänderung erstaunt insoweit, als Dr. J._
diese auf einen Unfall zurückführt, der vor 14 Jahren passiert ist, und diese Diagnose
bisher nie gestellt worden ist. Aufgrund der Schwere der Fehlentwicklung ist Dr. J._
von einer prämorbiden Prädisposition genetischer oder lebensgeschichtlicher Art
ausgegangen. Gesicherte Aussagen über die prämorbide Persönlichkeitsstruktur
respektive die Entwicklung und Wesensart des Beschwerdeführers vor dem Unfall hat
er aber nicht machen können. Diese Aussage deutet darauf hin, dass eigentlich
weiterführende Abklärungen notwendig gewesen wären. Für ungenügende
Abklärungen spricht auch, dass Dr. J._ lediglich ein Bericht eines behandelnden
Psychiaters, nämlich jener von Dr. med. O._ vom 30. Juni 2003 (IV-act. 191-4), zur
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Verfügung gestanden hat. Gerade in Fällen, in denen eine Wesensveränderung im
Raum steht, ist es unerlässlich, die ganze bisherige (psychiatrische)
Krankheitsgeschichte miteinzubeziehen. Der Beschwerdeführer hat anlässlich der
Begutachtung durch das MZR im Jahr 2008 angegeben, dass er seit dem Unfall
zusammen mit seiner Frau bei Dr. O._ in Behandlung stehe; die Behandlung finde
alle zwei Wochen statt (IV-act. 131-16). Obwohl der Beschwerdeführer also gemäss
seinen eigenen Aussagen während zehn Jahren regelmässig in psychiatrischer
Behandlung gewesen ist, hat Dr. J._ bei der Begutachtung nur ein einziger Bericht
des behandelnden Psychiaters vorgelegen. Aus den genannten Gründen ist auch das
psychiatrische Teilgutachten der SMAB nicht beweiskräftig.
4.3 Zu prüfen bleibt, ob die Beschwerdegegnerin oder das Gericht die
Neubegutachtung in Auftrag geben muss, d.h. ob die Sache an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist oder ob das Gericht die
Sachverhaltsabklärung zu übernehmen hat. Gemäss der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung holt ein kantonales Versicherungsgericht in der Regel dann ein
Gerichtsgutachten ein, wenn es im Rahmen der Beweiswürdigung zum Schluss
kommt, ein bereits erhobener medizinischer Sachverhalt müsse (insgesamt oder in
wesentlichen Teilen) noch gutachtlich geklärt werden oder eine Administrativexpertise
sei in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig. Eine Rückweisung an die IV-
Stelle bleibt hingegen möglich, wenn es darum geht, zu einer bisher vollständig
ungeklärten Frage ein Gutachten einzuholen. Ebenso steht es dem
Versicherungsgericht frei, eine Sache zurückzuweisen, wenn allein eine Klarstellung,
Präzisierung oder Ergänzung von gutachterlichen Ausführungen erforderlich ist (vgl.
Urteil des Bundesgerichts vom 11. Dezember 2014, 8C_633/2014 E. 3.2; BGE 137 V
210 E. 4.4.1.4). Im vorliegenden Fall liegt ein Administrativgutachten im Recht, wobei
der neurologische und der psychiatrische Teil des Gutachtens nicht überzeugen und
somit nicht beweiskräftig sind. Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
müsste in diesem Fall ein Gerichtsgutachten eingeholt werden. Im vorliegenden Fall ist
jedoch eine Rückweisung der Sache angezeigt. Die Beschwerdegegnerin ist nämlich
selber der Ansicht, dass das Gutachten der SMAB mangelhaft ist (act. G 5/III.1.).
Konsequenterweise hätte sie also den Beschwerdeführer erneut begutachten lassen
müssen. Indem sie dies nicht getan hat, hat sie Art. 43 Abs. 1 ATSG verletzt, der sie
verpflichtet, die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vorzunehmen. Es kann
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nicht angehen, dass die Beschwerdegegnerin willentlich und wissentlich eine ihr
obliegende gesetzliche Aufgabe, nämlich die rechtsgenügliche Ermittlung des
Sachverhalts, dem Gericht überbürdet. Für eine Rückweisung der Sache spricht auch,
dass neben der Begutachtung weitere Abklärungen notwendig sind, namentlich die
psychiatrische Krankengeschichte des Beschwerdeführers eingeholt werden muss. Die
erneute neurologische und psychiatrische Begutachtung ist daher durch die
Beschwerdegegnerin zu veranlassen.
5.
Demnach ist die angefochtene Verfügung wegen der Verletzung des
Untersuchungsgrundsatzes nach Art. 43 Abs. 1 ATSG aufzuheben und die Sache ist
zur erneuten neurologischen und psychiatrischen Begutachtung an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Ein allfälliger Rentenanspruch könnte, wie in
Erw. 3.3 erläutert, gestützt auf Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens ab 1. Mai 2012 bestehen.
Für den Rentenanspruch entscheidend ist die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
während eines Jahres vor dem frühestmöglichen Anspruchsbeginn, also ab Mai 2011
(sog. Wartejahr, siehe Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG). Im einzuholenden bidisziplinären
Gutachten ist daher auch zum Verlauf der Arbeitsfähigkeit ab Mai 2011 Stellung zu
nehmen. Die psychiatrische Begutachtung hat unter Einbezug der vollständigen
psychiatrischen Krankheitsgeschichte zu erfolgen.
6.
6.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Praxisgemäss ist die
Rückweisung der Sache zur ergänzenden Abklärung und neuen Beurteilung an die
Verwaltung als volles Obsiegen des Beschwerdeführers zu werten (BGE 132 V 215 E.
6.2). Dementsprechend ist die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- vollumfänglich der
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens erübrigt sich
die Festsetzung einer Entschädigung aus der gewährten unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung.
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6.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Auch hier gilt, dass eine Rückweisung zur
weiteren Abklärung als volles Obsiegen der beschwerdeführenden Partei zu betrachten
ist. Die Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne
Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der
Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das
Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75)
pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Der Rechtsvertreter hat keine Honorarnote
eingereicht. Unter Berücksichtigung, dass im Beschwerdeverfahren lediglich ein
Schriftenwechsel stattgefunden hat, erscheint im hier zu beurteilenden Fall eine
pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'000.-- als angemessen (inklusive Barauslagen
und Mehrwertsteuer).