Decision ID: 74fb17fa-53bb-563f-8de3-ebb79be5c5e4
Year: 2009
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A. Der Beschwerdeführer verliess eigenen Angaben zufolge seinen  im Juli 2002 und reiste am 5. August 2002 in die Schweiz ein, wo er gleichentags in der Empfangsstelle Basel ein Asylgesuch stellte.
B. Anlässlich der Befragung an der Empfangsstelle vom 7. August 2002, der anschliessenden Anhörung durch die kantonale Behörde vom 1. Juli 2003 und der ergänzenden Anhörung durch das BFF vom 8. Juni 2004 gab der Beschwerdeführer im Wesentlichen an, er sei in Nepal für die Maoisten aktiv gewesen. Am 9. August 2001 sei er von der Polizei festgenommen und fünfzehn Tage inhaftiert worden. Als ein Jahr später, am 21. Juli 2002, die Polizei bei einer von ihm besuchten Versammlung aufgetaucht sei, sei er geflüchtet. Der Beschwerdeführer gab keine Reisepapiere zu den Akten.
C. Das BFF stellte mit Verfügung vom 14. Juni 2004 fest, der  erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte das  ab. Gleichzeitig verfügte es die Wegweisung des  aus der Schweiz und ordnete den Vollzug an. Zur Begründung wurde ausgeführt, die Vorbringen hielten den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft von Art. 3 und an die Glaubhaftigkeit im Sinne von Art. 7 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) nicht stand. Zudem sei der Vollzug der Wegweisung zulässig,  und möglich.
D. Mit Eingabe seines vormaligen Rechtsvertreters vom 15. Juli 2004  der Beschwerdeführer gegen diesen Entscheid bei der damals  Schweizerischen Asylrekurskommission (ARK) Beschwerde, beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung aufgrund der Verletzung des rechtlichen Gehörs sowie wegen Befangenheit des  Sachbearbeiters des BFF und die Rückweisung an die  zur Neubeurteilung. Eventuell sei der Beschwerdeführer als Flüchtling anzuerkennen und ihm Asyl zu gewähren. Subeventuell sei vom Volllzug einer Wegweisung abzusehen und ihm die vorläufige  zu gewähren. Zudem sei gestützt auf das Guthaben auf dem Sicherheitskonto des Beschwerdeführers auf einen Kostenvorschuss
Seite 2
D-3473/2006
zu verzichten. Der Beschwerdeführer reichte als Beweismittel einen Artikel aus der Zeitung "Der Bund" vom 8. Juli 2004 ein und stellt weitere nachzureichende Beweismittel in Aussicht.
E. Mit Zwischenverfügung vom 21. Juli 2004 stellte der zuständige  fest, der Beschwerdeführer könne den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten und forderte den  auf, die in der Beschwerdeeingabe in Aussicht gestellten  inklusive Übersetzung in eine Amtsprache, innert 30 Tagen ab Erhalt der Verfügung, nachzureichen. Auf die Erhebung eines  wurde antragsgemäss verzichtet.
F. Mit Eingabe seines vormaligen Rechtsvertreters vom 19. August 2004 reichte der Beschwerdeführer unter anderem folgende Beweismittel zu den Akten:
- Autopsieberichte der beiden Brüder des Beschwerdeführers; - Studentenausweis des Beschwerdeführers; - Vorladung der Polizeistation ("C._D._")
vom 2. März 2002; - Schreiben vom 28. Juli 2002 der Maobadi Partei; - Empfangsbestätigung des Vaters des Beschwerdeführers für die
Leichen der beiden Söhne; - Geburtsurkunde des Beschwerdeführers; - Todesfallbescheinigung der Gemeindeverwaltung D._
betreffend die beiden Brüder.
Zudem machte der Beschwerdeführer geltend, sein Monatslohn  aufgrund seiner sporadischen, auf Abruf geleisteten Arbeit. Wegen weiteren zur Bestreitung des Lebensunterhaltes nötigen Ausgaben, sei er ausser Stande für die Verfahrenskosten, insbesondere die  aufzukommen, weshalb ihm die unentgeltliche  zu gewähren sei. Zur Untermauerung seiner Vorbringen  er mehrere Beweismittel ein:
- Lohnabrechnungen E._; - Budgetblätter für Asylsuchende und vorläufig Aufgenommene; - Belege der F._ über die Vermietung der
Seite 3
D-3473/2006
Mansarde an den Beschwerdeführer; - Kopie der Krankenversicherungspolice.
G. Das BFF hielt in seiner Vernehmlassung vom 22. Dezember 2004 an seiner Verfügung fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. Hinsichtlich Begründung wird auf die Akten verwiesen.
H. Mit Eingabe seines vormaligen Rechtsvertreters vom 8. Juni 2005 reichte der Beschwerdeführer erneut mehrere Beweismittel ein,  sein politisches Engagement als Präsident des "G._" hier in der Schweiz belegen sollen. So reichte er folgende Beweismittel ein:
- Bewilligung der Kundgebung vom 14. März 2005 in Genf; - Bewilligung der Kundgebung vom 30. Mai 2005 in Bern; - Kopie des Ausweises des "G._".
I. Die Lebenspartnerin des Beschwerdeführers (N ..., D- 5622/2006) reiste am 18. Juli 2005 in die Schweiz ein und gab an, der  sei der Vater ihrer in Nepal zurückgelassenen Tochter.
J. Mit Eingabe seines vormaligen Rechtsvertreters vom 13. März 2007 reichte der Beschwerdeführer folgende Beweismittel ein:
- Bewilligung der Kundgebung vom 26. Januar 2007 in Bern; - Memorandum an die US-Botschaft in Bern vom 26. Januar 2007; - Fotos des Beschwerdeführers anlässlich verschiedener
Veranstaltungen; - Einladung für eine öffentliche Veranstaltung vom 25. März 2007; - Auszüge von verschiedenen Internetseiten.
Im Weiteren beantragte er die Koordination seines Verfahrens mit  seiner Lebenspartnerin.
K. Mit Eingabe vom 10. April 2008 zeigte der oben rubrizierte  die Übernahme des Mandats und den Widerruf des bisherigen Rechtsvertretungsverhältnisses an.
Seite 4
D-3473/2006
L. Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 14. Mai 2008 fand ein an die zuständige kantonale Behörde gerichtetes Schreiben Eingang in die Akten, mit welchen der Beschwerdeführer anlässlich eines Antrags auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung seinen nepalesischen Pass  liess, welcher am 12. Oktober 2006 in Paris ausgestellt  war und auf den Namen H._ lautet. Der Beschwerdeführer gab an, er habe anlässlich des vorinstanzlichen Verfahrens seinen richtigen Namen aus Angst nicht angegeben und ersuche nun,  er 6 Jahre in der Schweiz wohnhaft sei und sich gut integriert habe, um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung wegen Vorliegens  schwerwiegenden persönlichen Härtefalles gemäss Art. 14 Abs. 2 AsylG.
Das BFM verweigerte mit Verfügung vom 19. Januar 2009 dem Antrag der zuständigen kantonalen Behörde vom 5. Juni 2008 auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung die Zustimmung.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetztes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht  gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichtes. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des  vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).
1.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat am 1. Januar 2007 die  der bei der ARK hängigen Rechtsmittel übernommen. Das neue Verfahrensrecht ist anwendbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VGG).
Seite 5
D-3473/2006
1.3 Die Beschwerde ist form- und fristgerecht eingereicht. Der  ist durch die angefochtene Verfügung besonders  und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung  Änderung. Der Beschwerdeführer ist daher zur  der Beschwerde legitimiert (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1, Art. 50 und Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).
3. Antragsgemäss werden die Beschwerdeverfahren von A._ (N ...; D-3473/2006) und I._ (N ...; D-5622/2006) koordiniert  und daher vom selben Spruchgremium beurteilt.
4. 4.1 In seiner Beschwerdeeingabe vom 15. Juli 2004 rügt der  in formeller Hinsicht eine Verletzung des rechtlichen Gehörs (Art. 29 der Bundesverfassung der Schweizerischen  vom 18. April 1999 [BV, SR 101]) und beantragt zudem die Feststellung der Befangenheit des wissenschaftlichen Mitarbeiters (Art. 29 BV i.V.m. Art. 10 VwVG) des BFF.
4.2 In Bezug auf die Verletzung des rechtlichen Gehörs bringt der  vor, der BFF-Sachbearbeiter habe bei der  Anhörung gedroht, falls er seinen Fragen weiterhin ausweiche,  Nichteintretensentscheid zu fällen. Er sei zudem vom  beim Antworten unterbrochen worden, und ihm sei wiederholt gedroht worden, auf das Gesuch werde nicht eingetreten. Am Ende der Befragung sei er zwar gefragt worden, ob er noch Ergänzungen vorzubringen habe, habe aber keine Gelegenheit zum Antworten .
4.2.1 Die Asylbehörde hat den rechtserheblichen Sachverhalt von  wegen festzustellen (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 12 VwVG). Der  des rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 29 VwVG, Art. 32 Abs. 1 VwVG) verlangt dabei, dass die verfügende Behörde die  des Betroffenen tatsächlich hört, sorgfältig und ernsthaft prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt, was sich entsprechend in der Entscheidbegründung niederschlagen muss (vgl. Entscheidungen
Seite 6
D-3473/2006
und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 38 E. 6.3 S. 264).
4.2.2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass der  vor der kritischen Befragung vom 8. Juni 2004 bereits am 7.  2003 befragt und am 1. Juli 2003 angehört worden war. Es kann davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer anlässlich dieser beiden unproblematischen, beziehungsweise unbestrittenen  den Sachverhalt genügend erläutern konnte und dieser  als genügend erstellt angesehen werden kann. Vorliegend ergibt sich aus den Akten, dass sich der Sachbearbeiter mit den Vorbringen und Argumenten des Beschwerdeführers in genügender Weise  hat. So wird in der Verfügung des BFF vom 14. Juni 2004 auf die Befragung an der Empfangsstelle wie auch auf die kantonale Anhörung eingegangen, weshalb davon auszugehen ist, dass alle  des Beschwerdeführers tatsächlich gehört und berücksichtigt wurden. Es kann demzufolge nicht von einer Verletzung des  Gehörs gesprochen werden.
4.3 Der Beschwerdeführer beantragte in seiner Rechtsmitteleingabe im Weiteren die Feststellung der Befangenheit des Sachbearbeiters, da dieser in wiederholter Weise den Anschein erweckt habe, er glaube dem Beschwerdeführer nicht und sei deshalb als offensichtlich  zu bezeichnen.
4.3.1 In casu ist allein über den Ausstandsgrund gemäss Art. 10 Abs. 1 Bst. d VwVG (Befangenheit in der Sache aus anderen Gründen) zu befinden, da die anderen Ausstandsgründe nicht geltend gemacht werden und offensichtlich nicht in Betracht fallen. Soweit der  die Feststellung der Befangenheit des  des BFF beantragt, ist zunächst anzumerken, dass Art. 10 Abs. 1 Bst. d VwVG nicht eine tatsächliche Befangenheit der mit der Sache betrauten Person verlangt, sondern dass es genügt, wenn bei einer objektiven Betrachtung stichhaltiger Anlass besteht, die betraute  als befangen zu erachten beziehungsweise der Anschein der  vorliegt (vgl. dazu RETO FELLER, in: AUER / MÜLLER / SCHINDLER (Hrsg.), Kommentar VwVG, Art. 10 N 16). Bei der Beurteilung des  der Befangenheit und der Gewichtung solcher Umstände kann jedoch nicht auf das subjektive Empfinden einer Partei abgestellt ; so stellt zum Beispiel ein subjektiv wahrgenommenes  Verhalten während der Prüfung noch keinen Grund für die An-
Seite 7
D-3473/2006
nahme einer Befangenheit dar (vgl. Urteil des  BVGE B-2209/2007 vom 2. Juli 2007 E. 6.2 S. 16 f.). Bei  Verfahren darf bezüglich der Unbefangenheit des  nicht der gleiche strenge Massstab wie für unabhängige  Behörden zur Anwendung gebracht werden, sodass die  der Unabhängigkeit regelmässig weniger streng ausfällt, wenn eine Verwaltungsbehörde entscheidet. Immerhin ist ein sich  Anschein der Befangenheit zu vermeiden, selbst wenn für  und Unparteilichkeit nicht die für ein Gerichtsmitglied geltenden Massstäbe anzuwenden sind (vgl. Urteil des  B-6251/2007 vom 1. Oktober 2008 E. 3 S. 16 ff. mit  Hinweisen).
4.3.2 Es ist dem Beschwerdeführer zuzustimmen, dass die Befragung vom 8. Juni 2004 in einem teilweise angespannten Klima stattfand und sich der Sachbearbeiter in gewissen Abschnitten der Anhörung  genervt zeigte (vgl. A13 S. 4, 7, 9 f., 13 f.). Jedoch kann bloss aufgrund unpassender Äusserungen nicht per se auf eine objektiv  Befangenheit geschlossen werden. Wie bereits erwähnt  die blosse subjektive Wahrnehmung eines unfreundlichen  nicht, um die Befangenheit bejahen zu können, sondern es sind gerade die objektiven Merkmale welche ausschlaggebend sind. Da in casu aus der angefochtenen Verfügung ersichtlich wird, dass sich der Sachbearbeiter, wie bereits erwähnt (E. 4.2.2), anhand der  Befragung beziehungsweise Anhörung mit dem Sachverhalt  und diesen hinreichend gewürdigt hat, ist insgesamt eine objektiv begründbare Befangenheit des Sachbearbeiters zu . Ergänzend ist festzuhalten, dass seitens der bei der Anhörung anwesenden Hilfswerksvertreterin keine Einwände vorgebracht wurden und der Eindruck, dass der Beschwerdeführer den Fragen teilweise bewusst ausgewichen ist und erst auf wiederholtes Nachfragen  hat (vgl. A13 S. 7, 12 f. ), nicht von der Hand zu weisen ist.
4.4 Bei dieser Sachlage besteht somit keine Veranlassung die  Verfügung aus formellen Gründen aufzuheben.
5. 5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person , wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt
Seite 8
D-3473/2006
wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu  bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen  ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG).
5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft  oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender  für gegeben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich  sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
6. 6.1 Die Vorinstanz lehnte das Asylgesuch des Beschwerdeführers ab, da seine Angaben den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG und denen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht standhielten. Sie stellte im Wesentlichen fest, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers in zahlreichen Punkten , widersprüchlich und unlogisch ausgefallen sind, weshalb auf die Asylrelevanz der Vorbringen nicht näher einzugehen sei. Die  sei zudem in Anbetracht der politischen Situation wie auch der persönlichen Gründe zumutbar und ausserdem möglich und zulässig.
6.2 In der Beschwerde wird demgegenüber geltend gemacht, dass entgegen der vorinstanzlichen Einschätzungen die Vorbringen des  asylrelevant seien und die Rückführung in den  aufgrund seiner Zugehörigkeit zu den Maobadis unzumutbar, wenn nicht auch unzulässig sei.
Sodann macht der Beschwerdeführer auf die Fortführung seines  Engagements im schweizerischen Exil und die dadurch  entstandenen Verfolgungskomponenten aufmerksam. Diese  werden durch Beschwerdeergänzungen vom 8. Juni 2005 und vom 13. März 2007 untermauert.
Seite 9
D-3473/2006
7. 7.1 Für die Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft ist die Situation im Zeitpunkt des Asylentscheides massgebend. Dabei ist einerseits die Frage nach der im Zeitpunkt der Ausreise aktuell vorhandenen Furcht zu stellen und andererseits zu prüfen, ob die Furcht vor einer  Verfolgung (noch) begründet ist. So sind Veränderungen der  Situation im Heimatstaat zwischen Ausreise und  zugunsten und zulasten des Gesuchstellers zu berücksichtigen (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.4 S. 38 f.).
7.2 Unabhängig von der Frage, ob die Vorbringen des  als glaubhaft zu beurteilen sind oder ob man das Vorhandensein einer exilpolitischen Tätigkeit und somit einer künftigen Verfolgung  kann, ist im heutigen Zeitpunkt festzustellen, dass sich die  Lage in Nepal seit der Ausreise des Beschwerdeführers  verändert hat. Bereits die ARK hat die allgemeine Situation in Nepal ausführlich beurteilt und festgestellt, die allgemeine Sicherheits- und Menschenrechtslage habe sich seit der Aufnahme von  zwischen den Maoisten ("Communist Party of Nepal" [CPN-M]) und der Regierung beziehungsweise der Verkündung der Maoisten vom 28. Juli 2006, den Waffenstillstand zu verlängern,  verbessert (vgl. dazu Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2006 Nr. 31 E. 4.3.4 und E. 4.3.5 S. 332 ff.).
Seither hat sich die Lage weiter wesentlich verbessert. Am 21.  2006 unterzeichneten die Regierung und die Maoisten ein . Gemäss diesem Vertrag beteiligten sich die Maoisten am Übergangsparlament und stellten 73 der 330 Abgeordneten. Im Dezember 2006 wurde die Interimsverfassung verabschiedet. Am 15. Januar 2007 beschloss das Übergangsparlament seine Auflösung, und es erfolgte die Neubestellung des interimistischen Parlaments, welchem 83 Abgeordnete der Maoisten angehörten. Nach einigen  wurde am 16. Januar 2007 mit der Entwaffnung der  begonnen. Am 10. April 2008 erfolgte die Wahl der  Versammlung. Dabei wurden die Maoisten vor dem Nepali Congress zur stärksten Kraft. Am 28. Mai 2008 kam die  Versammlung zu ihrer ersten Sitzung zusammen. Gleich zu Beginn der konstituierenden Sitzung schuf die Versammlung die fast 240 Jahre alte Monarchie ab und erklärte das Land zur Republik. Am 11. Juni 2008 verliess der entmachtete Monarch Nepals, König Gyan-
Seite 10
D-3473/2006
dendra, seinen Palast in Kathmandu. Die verfassungsgebende  wählte schliesslich am 21. Juli 2008 Ram Baran Yadav vom Nepali Congress zum ersten Präsidenten der Republik und am 15.  2008 wählte sie den Chef der Maoisten, Pushpa Kamal Dahal (Prachanda), zum Ministerpräsidenten. Die Maoisten sind somit in den politischen Prozess eingebunden worden, was zu einer weiteren  der Lage in Nepal führen dürfte. Die Parteien in der  Versammlung haben sich denn auch für die Schaffung einer neuen Verfassung am 17. November 2008 den 28. Mai 2010 als Frist gesetzt (vgl. zum Ganzen beispielsweise http://www.cri sis - group.org > reports by region > asia > south asia > nepal; final report on the Constituent Assembly Election on 10 April 2008, http://ec.europa.eu/external_relations/human_rights/eu_election_ass_ ob server/ne pal/index.htm , besucht am 19. Januar 2009; http://www.nzz.ch/nachrichten/international/neue_verfassung_fuer_ne - pal_bis_mai_2010_1-1274060.html , besucht am 19. Januar 2009).
In Anbetracht dieser Entwicklung geht das Bundesverwaltungsgericht davon aus, dass für den Beschwerdeführer im heutigen Zeitpunkt – selbst wenn seine Sachdarstellung als glaubhaft betrachtet wird –  seitens der Maoisten noch der nepalesischen Armee begründete Furcht vor einer künftigen Verfolgung besteht. An dieser Einschätzung vermag auch das exilpolitische Engagement des Beschwerdeführers nichts zu ändern.
7.3 Zusammenfassend folgt, dass der Beschwerdeführer keine  nach Art. 3 AsylG nachweisen oder glaubhaft machen konnte. Die Vorinstanz hat das Asylgesuch des Beschwerdeführers demnach zu Recht abgelehnt.
8. 8.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der  der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).
8.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine  Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung  solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; vgl. EMARK 2001 Nr. 21).
Seite 11
D-3473/2006
9. 9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das  nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige  von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des  vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]).
9.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche  der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des  in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat  (Art. 83 Abs. 3 AuG).
So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land  werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus  Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie  läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).
Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des  vom 10. Dezember 1084 gegen Folter und andere , unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4.  1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.
9.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen (vgl. MARIO GATTIKER, Das Asyl- und Wegweisungsverfahren, 3. Aufl. Bern 1999, S. 89). Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich  Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non- im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den Heimatstaat ist demnach  dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.
Seite 12
D-3473/2006
Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des  noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall  Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher  einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des  Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine  Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Falle einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EMARK 2001 Nr. 16 S. 122, mit weiteren ; EGMR, Bensaid gegen Grossbritannien, Urteil vom 6. Februar 2001, Recueil des arrêts et décisions 2001-I, S. 327 ff.). Auch die  Menschenrechtssituation im Heimatstaat lässt den  zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.
9.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder  auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBI 2002 3818).
9.5 Eine Situation, welche den Beschwerdeführer als "Gewalt- oder de-facto-Flüchtling" qualifizieren würde, lässt sich aufgrund der  Situation in Nepal nicht bejahen (vgl. EMARK 2006 Nr. 31 sowie Ziff. 4.2 hiervor).
Darüber hinausgehende individuelle Unzumutbarkeitsaspekte stehen einem allfälligen Wegweisungsvollzug auch nicht entgegen. Es ist nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr in sein Heimatland Lebensumständen ausgesetzt wird, die ein derartiges Ausmass annehmen, dass ihm eine menschenunwürdige Existenz  würde. Es ist zwar nicht in Abrede zu stellen, dass der  bei einer Rückkehr nach Nepal aufgrund der  Landesabwesenheit mit gewissen Schwierigkeiten konfrontiert werden könnte. Jedoch verfügt der Beschwerdeführer über eine solide, zehnjährige Grundausbildung und ein vierjähriges Studium. Der – so-
Seite 13
D-3473/2006
weit aktenkundig – gesunde Beschwerdeführer kann ferner auf ein  Beziehungsnetz (beide Eltern leben noch im Heimatdorf) , das seine Reintegration erleichtern wird. Es liegen somit genügend Anhaltspunkte für die Annahme vor, dass der  sich bei einer Rückkehr nach Nepal aus eigener Kraft und  auch durch die Unterstützung des bestehenden familiären  eine neue Existenzgrundlage erarbeiten kann. Bloss soziale oder wirtschaftliche Schwierigkeiten, von denen die ansässige Bevölkerung im Allgemeinen betroffen ist, genügen nicht, um eine Gefährdung im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG darzustellen (vgl. die weiterhin  Praxis der ARK in EMARK 2005 Nr. 24 E. 10.1 S. 215).
9.6 Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist der Vollzug der Wegweisung im heutigen Zeitpunkt sowohl in genereller als auch in  Hinsicht als zumutbar zu erachten.
10. Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der  Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG).
11. Insgesamt ist die durch die Vorinstanz verfügte Wegweisung zu . Die Vorinstanz hat deren Vollzug zu Recht als zulässig,  und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG).
12. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die  ist nach dem Gesagten abzuweisen.
13. 13.1 Hinsichtlich des Gesuchs um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege vom 19. August 2004 gilt es festzuhalten, dass der  gemäss den vorliegenden Akten seit Oktober 2006  Erwerbstätigkeit nachgeht, weshalb nicht (mehr) von dessen Be-
Seite 14
D-3473/2006
dürftigkeit auszugehen ist. Das Gesuch im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG ist daher abzuweisen.
13.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem  aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG) und auf  Fr. 600.– festzusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 21.  2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem  [VGKE, SR 173.320.2]).
(Dispositiv nächste Seite)
Seite 15
D-3473/2006