Decision ID: 607092d4-9ae5-41c7-842f-f95326a16a23
Year: 2008
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
S._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Willy Ackermann, c/o ag für steuerberatung s+a, Landquartstrasse 3,
9320 Arbon,
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Ausgleichskasse des Kantons
St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
Beiträge für Selbstständigerwerbende 2001 und 2002
Sachverhalt:
A.
A.a S._ führte als eidg. dipl. Elektroinstallateur zusammen mit dem inzwischen
verstorbenen L._ die S._ & Co. AG. Die im Jahr 1968 gegründete Gesellschaft
bezweckt gemäss Handelsregistereintrag die Erstellung von elektrischen Installationen
und den Handel mit elektrischen Apparaten sowie die Ausführung sämtlicher im
Baugewerbe vorkommender Arbeiten als Generalunternehmerin. Ferner kann die
Gesellschaft Liegenschaften erwerben, veräussern, mieten und vermieten oder pachten
und verpachten, Zweigniederlassungen errichten sowie sich an anderen Unternehmen
beteiligen. Sie hat ihren Sitz in Y._. Seit Februar 2004 ist S._ noch einziges
Verwaltungsratsmitglied. Er besitzt eine Liegenschaft in A._, die nach seinen
Angaben als private Wohnliegenschaft dient. Daneben ist er (Mit-)Eigentümer einer
Liegenschaft B._ sowie zweier Liegenschaften C._ Nr. 44 und 83 in St. Gallen (vgl.
act. G 1, S. 3). Diese Liegenschaften werfen Mieterträge ab.
A.b S._ ist seit 1. Januar 1977 durch die Ausgleichskasse des Kantons St. Gallen
(seit 1. Januar 1995: Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, nachfolgend
SVA) als Selbstständigerwerbender erfasst. Gestützt auf Steuermeldungen verfügte die
SVA am 23. September 1994 betreffend die Beitragsperiode 1992/93 und am 16.
Dezember 1994 betreffend die Beitragsperiode 1990/91 sowie 1989 persönliche AHV/
IV/EO-Beiträge. Die vom Beitragspflichtigen gegen diese Verfügungen erhobenen
Rekurse wies das Versicherungsgericht mit Urteil vom 21. März 1996 ab. Es bestätigte
die Auffassung der Verwaltung, wonach die drei Liegenschaften des Beitragspflichtigen
in St. Gallen Geschäftsvermögen und der daraus fliessende Ertrag beitragspflichtiges
Einkommen ist. Dieses Urteil erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
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A.c Mit Verfügung vom 22. Februar 2000 forderte die SVA von S._ für das Jahr
2000 gestützt auf die vorangehende Beitragsperiode auf einem beitragspflichtigen
Einkommen von Fr. 64'600.-- AHV/IV/EO-Beiträge im Betrag von Fr. 4'416.--
(einschliesslich Verwaltungskosten, act. G 9.1/1). Gegen diese Verfügung erhob der
Betroffene am 15. März 2000 beim Versicherungsgericht Beschwerde und teilte
gleichentags der SVA mit, er sei im Dezember 1999 65 Jahre alt geworden und habe
per 31. Dezember 1999 die selbstständige Erwerbstätigkeit aufgegeben (act. G 9.1/2).
Aufgrund dieser Mitteilung hob die SVA mit Verfügungen vom 3. und 19. April 2000 die
Beitragsverfügung vom 22. Februar 2000 auf und machte die Registrierung des
Versicherten als Selbstständigerwerbender per 31. Dezember 1999 rückgängig (act.
G 9.1/3 und 9.1/6). In der Folge wurde das Beschwerdeverfahren vom
Versicherungsgericht abgeschrieben (AHV 2000/44).
A.d Am 25. Juli 2007 meldete das Steueramt A._ der SVA gestützt auf
rechtskräftige Bundessteuerveranlagungen ein Erwerbseinkommen des Versicherten
aus selbstständiger Erwerbstätigkeit für das Jahr 2001 von Fr. 122'156.-- und für das
Jahr 2002 von Fr. 112'276.-- sowie im Betrieb investiertes Eigenkapital von
Fr. 2'075'137.-- (2001) bzw. von Fr. 1'251'742.-- (2002, act. G 9.2/1). Weitere
Steuermeldungen ergingen für die Jahre 2003 bis 2005 (act. G 9.2/8-10). Die SVA
gelangte am 23. August 2007 an die AHV-Zweigstelle A._ und ersuchte darum, die
Erfassung des Versicherten als Selbstständigerwerbenden abzuklären (act. G 9.2/2). In
der Folge stellte das Steueramt A._ die seinen Meldungen zugrunde liegenden
Entscheide der Verwaltungsrekurskommission vom 17. August 2006 und des
Verwaltungsgerichts vom 9. Mai 2007 zu und bemerkte, dass nach diesen Urteilen die
Frage, ob die Liegenschaftserträge AHV-pflichtiges Einkommen darstellten, von den
AHV-Behörden zu entscheiden sei (act. G 9.2/4). Darauf stellte die SVA dem
Versicherten den Fragebogen 1 zur Abklärung der Beitragspflicht für
Selbstständigerwerbende zu. Der Versicherte antwortete, die Meldung des
Steueramtes A._ sei eine Falschmeldung. Die Beitragspflicht habe mit der Aufgabe
der Schafhaltung geendet. Die Beiträge würden mit unselbstständiger Tätigkeit
abgerechnet (act. G 9.2/5). Am 20. November 2007 teilte die SVA dem Versicherten
mit, aufgrund einer telefonischen Besprechung werde er für die Jahre 2001 und 2002
als Selbstständigerwerbender erfasst (act. G 9.2/7). Mit Beitragsverfügungen vom
27. November 2007 machte die SVA auf einem beitragspflichtigen Einkommen von
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Fr. 32'600.-- bzw. von Fr. 51'600.-- zu entrichtende Beiträge für
Selbstständigerwerbende von Fr. 2'237.40 für 2001 bzw. von Fr. 4'999.80 für 2002 (je
einschliesslich Verwaltungskosten) geltend (act. G 9.2/13). Sie verfügte ferner am
29. November 2007 Verzugszinsen von Fr. 661.80 für 2001 und von Fr. 1'228.40 für
2002 (act. G 9.2/12).
B.
B.a Dagegen erhob S._ am 7. Dezember 2007 Einsprache. Er beantragte, es sei
festzustellen, dass in Abweichung von der Bundessteuerveranlagung keine auf Erwerb
gerichtete Tätigkeit bestehe, womit die Veranlagungen ersatzlos aufzuheben seien.
Eventualiter seien die Veranlagungen materiell anzupassen. Der Einsprecher machte
geltend, er sei Eigentümer von drei Anlageliegenschaften, die er zum Zweck der
Altersvorsorge erworben habe. Ausserdem verfüge er über eine Liegenschaft in A._,
die als private Wohnliegenschaft diene. Er habe noch nie ein Grundstück veräussert
und sei beim Kauf der Liegenschaften in den Jahren 1967, 1968 und 1970 als
Miteigentümer aufgetreten; dabei seien die Grundeigentümer nicht als einfache
Gesellschaft, sondern als Miteigentümer im Sinne von Art. 646 ZGB organisiert. Die
Liegenschaft B._ in St. Gallen diene gleichzeitig mit einem kleinen Anteil als
Geschäftsliegenschaft, wofür die S._ & Co. AG auch einen Mietzins bezahlt habe. Die
S._ & Co. AG habe die Anlageliegenschaften im Auftragsverhältnis verwaltet, was sie
heute noch tue. Sie habe gewisse handwerkliche Leistungen direkt selber ausgeführt.
Die Miteigentümer der Liegenschaften hätten keine auf Erwerb ausgerichtete Tätigkeit
ausgeübt, sondern lediglich Vermögensertrag erzielt. Er habe im Zusammenhang mit
diesen Liegenschaften nie eine selbstständige Erwerbstätigkeit ausgeübt, sondern
lediglich als Angestellter der S._ & Co. AG. Er habe die Liegenschaften aus privaten,
versteuerten Mitteln finanziert und plane keinen Verkauf, sondern sie weiter zu
verwalten und an seine Kinder zu vererben. Die Steuerverwaltung habe den Ertrag aus
den Anlageliegenschaften in den Jahren 2001 und 2002 als selbstständiges
Erwerbseinkommen umqualifiziert und die Liegenschaften dem Geschäftsvermögen
zugewiesen. Dagegen habe er sich gewehrt. Das Verwaltungsgericht des Kantons
St. Gallen sei auf die Qualifikationsfrage nicht eingetreten, da sie ohne Auswirkung auf
das steuerbare Einkommen und Vermögen gewesen sei. Er habe gegen die
Steuerveranlagungen 2003 ff. bereits wieder Einsprache erhoben mit demselben
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Antrag, dass die Liegenschaften seinem Privatvermögen angehörten und der Ertrag
Vermögensertrag darstelle. Aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse stehe fest, dass er
keine auf Erwerb ausgerichtete Tätigkeit ausübe. Die Liegenschaften seien deshalb
seinem Privatvermögen zuzurechnen, womit die angefochtenen Verfügungen ersatzlos
aufzuheben seien (act. G 9.2/16).
B.b Die SVA wies die Einsprache mit Entscheid vom 6. Februar 2008 ab. Sie
begründete dies damit, dass vor der behaupteten Aufgabe der selbstständigen
Erwerbstätigkeit der Ertrag aus den Liegenschaften aus beitragsrechtlicher Sicht als
Erwerbseinkommen eingestuft worden sei. Zwischenzeitlich habe sich die Situation nur
insofern verändert, als der Einsprecher eine Altersrente beziehe und zudem mittlerweile
einziges Geschäftsleitungsmitglied der S._ & Co. AG sei, von der er sich immer noch
Löhne auszahlen lasse. Wesentlich sei, dass die Liegenschaften nie aus dem
Geschäftsvermögen in das Privatvermögen des Einsprechers übertragen worden seien.
Es seien keine Veränderungen erkennbar, die zur Annahme führen würden, die
umstrittenen Einkommen seien heute nicht mehr erwerblicher Natur. Es rechtfertige
sich daher, auf die Steuermeldung abzustellen (act. G 9.2/16).
B.c Gegen diesen Entscheid richtet sich die vorliegend zu beurteilende Beschwerde
vom 29. Februar 2008 (Datum Eingang). Der Beschwerdeführer beantragt unter
Kosten- und Entschädigungsfolge dessen Aufhebung. Es sei festzustellen, dass in
Abweichung der Bundessteuerveranlagungen der Jahre 2001 und 2002 keine auf
Erwerb gerichtete Tätigkeit bestehe, womit die Veranlagungen ersatzlos aufzuheben
seien. Eventualiter sei der Sachverhalt zur Sistierung (bis in steuerrechtlicher Hinsicht
Klarheit über die Gewerbsmässigkeit bestehe) und anschliessenden Neubeurteilung an
die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Anlässlich der Übertragung des
Miteigentumsanteils von D._ an den Beschwerdeführer sei die
Grundstückgewinnsteuer abgerechnet worden, was für Privatvermögen spreche.
Angesichts der Tatsache, dass die Beitragspflicht und die Registrierung des
Beschwerdeführers im Jahr 1999 verfügungsweise aufgehoben worden sei, verhalte
sich die Beschwerdegegnerin klar widersprüchlich und verletze den Grundsatz von
Treu und Glauben. Auch die Steuerverwaltung habe sich widersprüchlich verhalten. Er
(der Beschwerdeführer) habe die Mietzinseinnahmen immer als Vermögensertrag
deklariert, weshalb eine Privatentnahme hinfällig sei. Im übrigen sei die steuerrechtliche
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Zuweisung noch offen. Schliesslich beruhe das Urteil des Versicherungsgerichts vom
21. März 1996 auf anderen Rechtsgrundlagen. Im Übrigen lautet die
Beschwerdebegründung gleich wie diejenige der Einsprache vom 7. Dezember 2007
(act. G 1).
B.d Innert gewährter Frist lässt der Beschwerdeführer durch seinen Vertreter am
23. April 2008 eine Beschwerdeergänzung einreichen. Im Wesentlichen begründet der
Vertreter darin ausführlich, dass kein einziges Argument für ein gewerbsmässiges
Handeln auszumachen sei. Beim verstorbenen Partner D._ seien die
Liegenschaftserträge denn auch nie als Erwerbseinkommen qualifiziert worden. Der
Beschwerdeführer übe nicht einmal schlichte Vermögensverwaltung aus, weil die
Verwaltung durch die S._ & Co. AG ausgeübt werde. Er verfüge über keine
Vorsorgeleistungen der 2. oder 3. Säule. Die Liegenschaften würden ihm offensichtlich
als Altersvorsorge dienen. Die Beschwerdegegnerin habe die Verhältnisse im Jahr 2001
überhaupt nicht näher geprüft, sondern bloss festgehalten, seit dem Entscheid vom
21. März 1996 hätte sich nur Unwesentliches geändert. Tatsache sei aber, dass sie
selber die Beitragspflicht mit der Pensionierung per Ende 1999 beendet habe (act. G 7).
B.e Unter Verweis auf die Begründung im angefochtenen Einspracheentscheid
beantragt die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeabweisung (act. G 9).
B.f Mit nach erfolgter Akteneinsicht weiterer Eingabe vom 4. Juli 2008 bringt der
Beschwerdeführer vor, die Argumentation der Beschwerdegegnerin im angefochtenen
Einspracheentscheid, die Liegenschaften seien gar nie aus dem Geschäftsvermögen
ins Privatvermögen des Beschwerdeführers übertragen worden, sei formell nicht
möglich. Wenn eine beitragspflichtige Person – wie der Beschwerdeführer gemäss
Schreiben der Beschwerdegegnerin vom 19. April 2000 – aus dem Register gelöscht
werde, könne danach auch kein Geschäftsvermögen weiter bestanden haben. Es sei
denn, die beitragspflichtige Person hätte danach eine neue selbstständige
Erwerbstätigkeit eröffnet. Aus diesem Grund würde die Zuweisung der Liegenschaften
zum Geschäftsvermögen im Jahr 2002 die Überführung vom Privat- ins
Geschäftsvermögen bedingen. Die Voraussetzungen für eine selbstständige
Erwerbstätigkeit seien aber nicht erfüllt, womit die Liegenschaften dem Privatvermögen
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verhaftet blieben. Der Beschwerdeführer beantragt eine mündliche Verhandlung (act.
G 11).
B.g Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine weitere Äusserung (act. G 12).
B.h Die Beschwerdegegnerin hat auf eine Teilnahme an der mündlichen Verhandlung
vom 28. November 2008 verzichtet (act. G 16). Der Beschwerdeführer hielt anlässlich
der mündlichen Verhandlung an den gestellten Anträgen fest. Sein Eventualbegehren
um Sistierung des Beschwerdeverfahrens bis zum Entscheid der Steuerbehörden zog
er zurück. Auf die einzelnen Vorbringen des Beschwerdeführers wird, soweit

entscheidnotwendig, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2003 sind das Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) und die Verordnung über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV; SR 830.11) in Kraft getreten und haben in
einzelnen Sozialversicherungsgesetzen und -verordnungen zu Revisionen geführt. In
materiellrechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz,
dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die gegolten haben,
als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl.
BGE 127 V 467 E. 1 mit Hinweisen). Da sich der hier zu beurteilende Sachverhalt vor
dem 1. Januar 2003 verwirklicht hat, gelangen die materiellen Vorschriften des ATSG
und der ATSV sowie die gestützt darauf erlassenen Gesetzes- und
Verordnungsrevisionen im vorliegend zu beurteilenden Fall noch nicht zur Anwendung.
2.
2.1 Vorliegend strittig sind die Fragen, ob die Liegenschaften des Beschwerdeführers
für die Jahre 2001 und 2002 dem Privat- oder Geschäftsvermögen zuzuordnen sind
und die entsprechenden Vermögenserträge beitragsfreien Kapitalertrag oder
beitragspflichtiges Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit darstellen.
Unbestrittenermassen ist diese Zuordnung im vorliegenden AHV-Verfahren
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selbstständig, ohne Bindung an die steuerrechtliche Betrachtungsweise, vorzunehmen.
Wie die vorangegangenen steuerrechtlichen Rechtsmittelverfahren zeigen, ist die
Qualifikation der Liegenschaften als Privat- oder Geschäftsvermögen im vorliegenden
Fall ohne Belang, da im Steuerbereich der Einkommensbegriff auf der
Reinvermögenszugangstheorie beruht. Dementsprechend stellt der Vermögensertrag
auf beweglichem und unbeweglichem Privatvermögen, unbekümmert darum, ob ihm
eine erwerbliche Tätigkeit zugrunde liegt oder nicht, steuerbares Einkommen dar. In
diesem Sinn ist der beitragsrechtliche Einkommensbegriff enger als der im
Bundessteuerrecht verwendete (AHI 2000 S. 52 E. 2b; Urteil des Bundesgerichts vom
2. Mai 2002 i.S. S., H 72/01, E. 3b und vom 22. Juni 2007 i.S. L., H 210/06, E. 6).
2.2 Als Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit gilt jedes
Erwerbseinkommen, das nicht Entgelt für in unselbstständiger Stellung geleistete
Arbeit darstellt (Art. 9 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung [AHVG; SR 831.10]). Darunter fallen laut Art. 17 der
Verordnung über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVV; SR 831.101, in der
hier anwendbaren, seit 1. Januar 2001 geltenden Fassung) alle in selbstständiger
Stellung erzielten Einkünfte aus einem Handels-, Industrie-, Gewerbe-, Land- und
Forstwirtschaftsbetrieb, aus einem freien Beruf sowie aus jeder anderen
selbstständigen Erwerbstätigkeit, einschliesslich der Kapital- und
Überführungsgewinne nach Art. 18 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die direkte
Bundessteuer (DBG; SR 642.11) und der Gewinne aus der Veräusserung von land- und
forstwirtschaftlichen Grundstücken nach Art. 18 Abs. 4 DBG, mit Ausnahme der
Einkünfte aus zu Geschäftsvermögen erklärten Beteiligungen nach Art. 18 Abs. 2 DBG.
Nicht unter den Begriff der selbstständigen Erwerbstätigkeit im Sinn von Art. 9 Abs. 1
AHVG und Art. 17 AHVV fällt die blosse Verwaltung des eigenen Vermögens. Der
daraus resultierende reine Kapitalertrag unterliegt daher nicht der Beitragspflicht (BGE
125 V 385 E. 2a mit Hinweisen).
2.3 Ausgangspunkt für die Beurteilung der Frage, ob Einkünfte oder
Vermögenszuwächse (Erträge, Gewinne) aus einer selbstständigen Erwerbstätigkeit im
Sinn von Art. 9 Abs. 1 AHVG herrühren, bildet praxisgemäss die höchstrichterliche
Rechtsprechung zur Abgrenzung zwischen Privat- und Geschäftsvermögen bei der
Besteuerung von Kapitalgewinnen nach Art. 21 Abs. 1 lit. d des Bundesbeschlusses
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vom 9. Dezember 1940 über die Erhebung einer direkten Bundessteuer (BdBSt; in Kraft
gewesen bis Ende 1994). Danach besteht das entscheidende Kriterium für die
Zuteilung eines Vermögenswertes zum Geschäftsvermögen darin, dass er für
Geschäftszwecke erworben worden ist (Erwerbsmotiv) oder dem Geschäft tatsächlich
dient (Zweckbestimmung). Wo sich die Zugehörigkeit nicht ohne weiteres aus der
äusseren Beschaffenheit des Vermögenswertes ergibt, wie dies häufig bei sogenannten
Alternativgütern der Fall ist, die sowohl mit dem Geschäft im Zusammenhang stehen
als auch ausschliesslich für eine private Verwendung geeignet sein können, ist darüber
aufgrund einer Würdigung aller für die Bestimmung der technisch-wirtschaftlichen
Funktion des betreffenden Gegenstandes bedeutsamen Umstände zu entscheiden
(BGE 125 V 386 E. 2b mit Hinweisen). Diese Regeln gelten grundsätzlich auch unter der
Herrschaft des auf den 1. Januar 1995 in Kraft getretenen DBG (vgl. BGE 125 V 388 f.
E. 2d). Für gemischt genutzte Vermögenswerte hat Art. 18 Abs. 2 DBG die
Präponderanzmethode eingeführt. Danach gelten als Geschäftsvermögen alle
Vermögenswerte, die aufgrund ihrer Nutzung ganz oder überwiegend, d.h. mehr als zu
50%, der selbstständigen Erwerbstätigkeit dienen. Ein Vermögensgegenstand ist
jeweils vollständig einem der beiden Vermögen zuzuordnen. Analoge Regeln gelten für
die AHV (Reto Böhi, Der unterschiedliche Einkommensbegriff im Steuerrecht und im
Sozialversicherungsrecht und seine Auswirkungen auf die Beitragserhebung, Bern
2001, S. 217 f.; BGE 125 V 219). Mieterträge von sich im Geschäftsvermögen
befindenden Liegenschaften stellen allein schon aufgrund dieses Umstands
Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit dar, ohne dass zu prüfen wäre, ob es
sich bei der Vermietung um eine selbstständige Erwerbstätigkeit handelt oder nicht
(BGE 134 V 250 E. 4.3).
2.4 Das wesentliche Zuteilungskriterium bildet die aktuelle Zweckbestimmung, d.h.
die tatsächliche Nutzung des Vermögensobjektes, während das Erwerbsmotiv, die
buchmässige Behandlung und die Herkunft der Mittel allein nicht entscheidend sind
(Heinz Weidmann/Benno Grossmann/Rainer Zigerlig, Wegweiser durch das
St. Gallische Steuerrecht, 1999, S. 51; S. 216). Die aktuelle Zweckbestimmung, das
Dienen eines Objektes für das Geschäft, lässt sich entweder unmittelbar feststellen
oder ist mittelbar anhand von Indizien zu ermitteln, wobei die Gesamtheit der
tatsächlichen Verhältnisse massgebend ist; als Indizien gelten etwa die buchmässige
Behandlung, die Mittelherkunft, die bisherige steuerrechtliche Behandlung, das
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Erwerbsmotiv, die Erlösverwendung, die Verpfändung für Geschäftsschulden oder das
Halten als Betriebsreserve (Heinz Weidmann/Benno Grossmann/Rainer Zigerlig, a.a.O.,
S. 51; vgl. zu den Abgrenzungskriterien auch BGE 125 II 118 E. 3c). Dass die
Liegenschaften der privaten Vorsorge dienen, macht sie noch nicht zu Privatvermögen,
da die Altersvorsorge auch mit Mitteln des Geschäftsvermögens sichergestellt werden
kann (BGE 125 II 125 E. 6c).
2.5 Eine Privatentnahme liegt bei der Überführung einzelner Geschäftsaktiven in das
Privatvermögen oder unter Umständen bei einer endgültigen Geschäftsaufgabe vor.
Wenn eine steuerpflichtige Person ihre selbstständige Erwerbstätigkeit aufgibt und dies
den Steuerbehörden mitteilt, tritt grundsätzlich die Kapitalgewinnbesteuerung wegen
Privatentnahme ein (BGE 125 II 125 E. 6c/aa; vgl. auch Robin Luisi, Vorzeitige
Pensionierung – steuer- und vorsorgerechtliche Aspekte, in: Der Schweizer
Treuhänder, 10/2007, S. 760). Als Privatentnahme gilt auch die Verwendung
geschäftlicher Vermögenswerte für private Zwecke. Für die Besteuerung der
Privatentnahme ist derjenige Zeitpunkt massgebend, in dem der Unternehmer den
eindeutigen Willen äussert, einen Gegenstand dem Geschäftsvermögen zu entziehen
(Heinz Weidmann/Benno Grossmann/Rainer Zigerlig, a.a.O., S. 82). Wenn eine
steuerpflichtige Person über allfällige stille Reserven auf seinen zum
Geschäftsvermögen gehörenden Liegenschaften mit den Steuerbehörden bei der
Geschäftsaufgabe nicht abrechnet, ist grundsätzlich davon auszugehen, dass die
Liegenschaften im Geschäftsvermögen verbleiben; durch den blossen Zeitablauf kann
eine zum Geschäftsvermögen gehörende Liegenschaft nicht ins Privatvermögen
übergehen (BGE 125 II 126 f. E. 6c/bb).
3.
3.1 Die Beschwerdegegnerin begründete die Beitragspflicht der Liegenschaftserträge
damit, dass diese vor der Aufgabe der selbstständigen Erwerbstätigkeit aus
beitragsrechtlicher Sicht als Erwerbseinkommen eingestuft worden seien.
Zwischenzeitlich habe sich die Situation nur insofern verändert, als der
Beschwerdeführer eine Altersrente beziehe und mittlerweile einziges
Geschäftsleitungsmitglied der S._ & Co. AG sei. Diese Umstände seien aber nicht
geeignet, die Zuordnung der fraglichen Einnahmen zu verändern. Wesentlich sei, dass
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die Liegenschaften nie aus dem Geschäftsvermögen in das Privatvermögen des
Beschwerdeführers übertragen worden seien (act. G 9.2/27).
3.2 In tatsächlicher Hinsicht ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer die
fraglichen Liegenschaften in den Jahren 1967, 1968 und 1970 in Miteigentum erworben
hat. 1972, 1992 und 2003 hat er an den Liegenschaften zusätzliche
Miteigentumsanteile übernommen, so dass er nun die Liegenschaften B._ und C._
Nr. 83 in Alleineigentum und die Liegenschaft C._ Nr. 44 zu zwei Dritteln hält (vgl.
Darstellung in der Beschwerde 1.3, act. G 1).
3.3 In verfahrensrechtlicher Hinsicht ist vorab darauf hinzuweisen, dass die
Beschwerdegegnerin infolge der vom Beschwerdeführer mitgeteilten Aufgabe seiner
selbstständigen Erwerbstätigkeit (act. G 9.2/2) formell rechtskräftig die fraglichen
Vermögenserträge für das Jahr 2000 als nicht (mehr) beitragspflichtig qualifizierte, die
Beitragsverfügung vom 22. Februar 2000 und die Erfassung des Beschwerdeführers
als Selbstständigerwerbender rückwirkend auf den 31. Dezember 1999 aufhob (act.
G 9.1/6 und 9.1/3). Die Beschwerdegegnerin hat dadurch formell rechtskräftig die
Aufgabe der selbstständigen Erwerbstätigkeit als Privatentnahme und die fraglichen
Liegenschaften neu als Privatvermögen qualifiziert. Davon ist im vorliegenden
Verfahren auszugehen, zumal die Beschwerdegegnerin nicht geltend macht, sie sei auf
diese Verfügung zurück gekommen. Mithin steht fest, dass die Verwaltung mit ihren
Verfügungen vom 3. und 19. April 2000 (act. G 9.1/3 und 9.1/6) die fraglichen
Liegenschaften für das Jahr 2000 dem Privatvermögen zugeordnet hat. Dies verbietet
es nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung an sich nicht, die fraglichen
Liegenschaften unter Berücksichtigung der tatsächlichen Verhältnisse ab 2001 im
Hinblick auf die Unterscheidung Geschäfts-/Privatvermögen neu und von ihnen
abweichend zu qualifizieren. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung erfasst die
Rechtskraft einer Beitragsverfügung lediglich einen zeitlich abgeschlossenen
Sachverhalt. Die Rechtsbeständigkeit einer Verfügung hindert die Verwaltung mit
anderen Worten nicht, den Sachverhalt für die Zukunft anders zu würdigen.
Insbesondere in Fällen, in denen sich die ursprüngliche Verfügung als klar
rechtsfehlerhaft erweist, kann die Verwaltung den Sachverhalt für die Zukunft
rechtskonform würdigen. In Grenzfällen soll eine andere Beurteilung allerdings nur mit
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Zurückhaltung Platz greifen (BGE 124 V 153 E. 7a; bezüglich Wechsel des
Beitragsstatuts vgl. BGE 121 V 3 E. 5b mit Hinweisen).
3.4 Die vom Beschwerdeführer mitgeteilte Aufgabe seiner selbstständigen
Erwerbstätigkeit ist geeignet, zu einem Wechsel des Geschäftsvermögens zum
Privatvermögen zu führen und stellt ein gewichtiges Indiz gegen die Beitragspflicht der
Liegenschaftenerträge der Jahre 2001 und 2002 dar (BGE 125 II 125 E. 6c/aa; vgl. auch
Robin Luisi, a.a.O., S. 760). Des Weiteren ist darauf hinzuweisen, dass die Vermietung
von Liegenschaften ausgesprochen zur üblichen Verwaltung privaten
Anlagevermögens gehört (BGE 134 V 255 E. 4.2 mit Hinweis) und deshalb bei der
Annahme, diese seien Gegenstand eines geschäftlichen Betriebes, grösste
Zurückhaltung geboten ist (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG;
seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 29. März
2005 i.S. B., H 301/01, E. 5.2). Ins Gewicht fällt auch, dass der Beschwerdeführer die
erworbenen Liegenschaften bereits jahrzehntelang besass, nicht weiter veräusserte
und somit keinen Liegenschaftenhandel betreibt. Die zum Liegenschaftshandel
entwickelten Kriterien sind deshalb nicht massgebend (zit. Urteil, H 301/01, E. 5.2). Die
Tätigkeiten des Beschwerdeführers über die S._ & Co. AG beschränkten sich
spätestens nach dem Zeitpunkt seiner Pensionierung auf die Erzielung von
Liegenschaftserträgen, die Liegenschaftsverwaltung und Instandhaltung. Ferner
bestehen auch keine Anhaltspunkte dafür, dass die fraglichen Liegenschaften in den
Jahren 2001 und 2002 als Betriebsreserve für die S._ & Co. AG gedient haben oder
dass auf den Liegenschaften Abschreibungen vorgenommen worden wären (vgl.
Stellungnahme der kantonalen Steuerverwaltung vom 17. Februar 2006, S. 4, act. G
9.2/4 Beilage). Den Schuldzinszahlungen des Beschwerdeführers (Jahr 2001:
Fr. 7'956.--; Jahr 2002: Fr. 4'128.--; act. G 9.2/1) kann weiter entnommen werden, dass
die Vermietertätigkeit zumindest nicht überwiegend fremdfinanziert betrieben wurde
und die Fremdfinanzierung für sich allein betrachtet den Rahmen einer blossen
(privaten) Vermögensverwaltung nicht überstieg. Im Lichte dieser gesamten Umstände
ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die fraglichen
Liegenschaftserträge der Jahre 2001 und 2002 nicht auf gewerbsmässiger Tätigkeit
beruhen und kein beitragspflichtiges Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit
darstellen. Es fehlen konkrete Anhaltspunkte dafür, dass die Vermietung der fraglichen
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drei Liegenschaften den Rahmen einer privaten Vermögensverwaltung sprengen
würde.
4.
4.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen und der
Einspracheentscheid vom 6. Februar 2008 aufzuheben.
4.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
4.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Beschwerdegegnerin unterliegt
vollumfänglich. Der Beschwerdeführer ist durch ein Treuhandunternehmen vertreten.
Die Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne
Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der
Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). Der Vertreter des
Beschwerdeführers verzichtete auf das Einreichen einer Kostennote. Vorab mit
Rücksicht auf den Verfahrensaufwand erscheint im vorliegend zu beurteilenden Fall
eine Parteientschädigung von Fr. 2'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer)
als angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht