Decision ID: 2488c36e-df6c-4c7b-959a-bb13f0b5b645
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1959, machte in den Jahren 1988 bis 1992 eine
Anlehre
als Schu
h
macher und war
nach eigenen Angaben
von 1992 bis 2016 als selbständiger Schuhmacher tätig (
Urk.
8/4,
Urk.
8/15
Ziff.
5.2 und 5.4
,
Urk.
8/22
). Unter Hinweis auf eine vollständige Arbeitsunfähigkeit meldete sich der Versicherte am 1
1.
April 2017 bei der Invalidenversicherung zum Leis
tungs
bezug an (
Urk.
8/15). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte
zunächst
die
erwerbliche
Situation (
Urk.
8/22,
Urk.
8/28) ab.
A
m 1
5.
September 2017 teilte sie dem Versicherten mit, dass keine Eingliederungs
massnahmen möglich seien und der Anspruch auf eine Rente geprüft werde (
Urk.
8/31). Daraufhin nahm sie medizinische Abklärungen (
Urk.
8/38,
Urk.
8/43,
Urk.
8/46,
Urk.
8/51
,
Urk.
8/54
) vor
und
wies den Versicherten
nach Rücksprache mit dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD, siehe Stellungnahme vom
5.
Januar 2018,
Urk.
8/55/3)
mit Schreiben vom
9.
Januar
2018 (
Urk.
8/39) auf seine Schadenminderungspflicht und die durchzuführende Behandlung
im Sinne einer Intensivierung der P
s
ychotherapie und Anpassung der Pharmakotherapie sowie eines stationären Aufen
t
halts
hin.
Vom
2.
Mai bis zum 1
9.
Juni 2018 begab sich der Versicherte in die stationäre Behandlung der
Y._
AG (
Urk.
8/46).
Nach
weitere
r Rücksprache mit dem
RAD
(
vgl. Stellungnahmen vom
6.
Dezember 2018, vom 1
5.
und 1
8.
März 2019 sowie vom 2
1.
Januar 2020,
Urk.
8/55/
5
-9) und durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
8/56;
Urk.
8/57,
Urk.
8/61)
ver
neinte die IV-Stelle
mit Verfügung vom 3
0.
Juli 2020 einen Leistungsanspruch (
Urk.
8/63 =
Urk.
2).
2.
Der
Versicherte erhob am
1
1.
September 2020
Beschwerde gegen die Verfügung vom
3
0.
Juli 2020
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
en
ihm
die gesetzlichen Leistungen zu gewähren, insbesondere
sei ihm
eine ganze Rente ab dem
1.
Januar 2018
zuzusprechen (
Urk.
1 S. 2).
Seiner Beschwerde legte er
eine Stellungnah
m
e der behandelnden Psychotherapeutin vom
8.
September 2020
bei (
Urk.
3/4).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
2
1.
Oktober 2020
(
Urk.
7
) die Abweisung der Beschwerde. Mit
V
erfügung vom
5.
November 2020 wurden
antragsgemäss (vgl.
Urk.
1
S. 2
) die unentgeltliche Prozessführung und Rechts
ver
tretung bewilligt und dem Beschwerdeführer die Beschwerdeant
wort zugestellt (
Urk.
9
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne Weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend ob
jektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zu
mutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Zur Annahme einer Invalidität aus psychischen Gründen bedarf es in jedem Fall eines medizinischen Substrats, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird
und
nachgewiesenermassen
die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt. Bestimmen psy
cho
soziale oder soziokulturelle Faktoren das Krankheitsgeschehen mit, dürfen die
Beeinträchtigungen nicht einzig von den belastenden invaliditätsfremden Fakto
r
en herrühren, sondern das Beschwerdebild hat davon psychiatrisch zu unter
schei
dende Befunde zu umfassen. Solche von der soziokulturellen oder psychoso
zialen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselb
stän
digte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbs
fähig
keit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann
(BGE 141 V 281 E. 4.3.3; 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 9C_543/2018 vom 21. November 2018 E. 2.2).
Somit sind psychosoziale und soziokulturelle Faktoren nur mittelbar invalidi
täts
begründend, wenn und soweit sie den Wirkungsgrad der unabhängig von den in
validitätsfremden Elementen bestehenden Folgen des Gesundheitsschadens be
ein
flussen. Zeitigen soziale Belastungen direkt negative funktionelle Folgen, blei
ben sie bei der Beurteilung der Gesundheitsbeeinträchtigung ausgeklammert (Urteil des Bundesgerichts 8C_717/2018 vom 22. März 2019 E. 3).
1.4
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Inva
liditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizi
nisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.5
Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kommt
nach der Rechtsprechung Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nach
vollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis auf BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseignung kommt den Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger veranlassten Gutachten unabhängiger Sachver
stän
diger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens
entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssig
keit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1; 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4.4 und E.
4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) davon aus,
gemäss Stellungnahme des RAD würden keine Diagnosen mit langan
hal
ten
der/dauerhafter Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorliegen. Zudem bestünden zahlreiche psychosoziale Faktoren, welche nicht berücksichtigt werden könnten. Da keine langandauernde gesundheitliche Einschränkung vorliege, bestehe kein Anspruch auf eine Invalidenrente. Berufliche Massnahmen seien deshalb auch nicht angezeigt (S. 2).
2.2
Dagegen machte
der
Beschwerdeführer in
seiner
Beschwerde (
Urk.
1) geltend,
die Aktenbeurteilung des RAD greife zu kurz und sei weder schlüssig noch nach
vollziehbar. Die Ärzte der
Y._
attestierten eine rezidivierende depressive Stö
rung, gegenwärtig mittelgradige Episode. Weshalb gemäss RAD lediglich eine
Dysthymie
vorliegen solle, werde nicht weiter begründet (S. 7 f.). Selbst der RAD
komme in seiner Beurteilung zum Schluss, dass er vom
1.
Januar 2017 bis 1
9.
Juni 2019 nicht arbeitsfähig gewesen sei und ab dem 2
0.
Juni 2019 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bestehe. Dies deute darauf hin, dass durchaus eine erheb
liche psychische Beeinträchtigung ausgewiesen sei. Dennoch komme die Beschwerde
gegnerin zum Schluss, dass kein langandauernder Gesundheitsschaden vorliegen solle. Dies entbehre
jeglicher medizinischer Grundlage
. Wenn
die Beschwerde
gegnerin von der Einschätzung des RAD abweichen und auch nicht auf die Be
richte der behandelnden Ärzte abstellen wolle, hätte sie weitere medizinische Abklärungen vornehmen müssen, da aufgrund der Aktenbeurteilung des RAD ein strukturiertes Beweisverfahren nicht möglich sei (S. 8). Es handle sich um einen eigenständigen invalidisierenden Gesundheitsschaden. Es werde nirgends in den Arztberichten erwähnt, dass sich der Gesundheitszustand verbessern würde, wenn er wieder eine Anstellung finden respektive sich seine finanzielle Lage verbessern würde (S. 9 oben). Gemäss Bericht der behandelnden Psychologin
habe
sich der Gesundheitszustand erheblich verschlechtert und es liege nun eine
chronifizierte
, rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psycho
tische Symptome
,
vor (
S. 9 Mitte).
Schliesslich
habe
die Beschwerdegegnerin auch
die Durchführung von beruflichen Massnahmen
verweigert
, obwohl sie diese selbs
t
als indiziert
angesehen habe
und diese gestützt auf die Rechtsprechung durch
zu
führen
gewesen
wären (S. 10 f.). Die Beschwerdegegnerin sei in rechtsver
letzender Weise sowie ohne jegliche Begründung von der Beurteilung des RAD abgewichen. In Anbetracht der RAD-Beurteilung sowie der Tatsache, dass es sich vorliegend um eine gefährdete Person gemäss BGE 145 V 209 handle und berufliche Mass
nahmen bis dato nicht stattgefunden hätten, habe er nach Ablauf des Wartejahres ab dem
1.
Januar 2018 durchgehend Anspruch auf eine ganze R
ente (S. 12)
.
2.3
Streitgegenstand ist der Anspruch auf eine Invalidenrente
sowie auf berufliche Massnahmen
. Strittig und zu prüfen ist dabei, wie es sich mit der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers verhält und ob die Beschwerdegegnerin zu Recht einen invalidisierenden Gesundheitsschaden verneint hat.
Da sich die Beschwerdegeg
nerin in der Beschwerdeantwort inhaltlich nicht weiter
zur Sache
geäussert hat, verzichtete das Gericht entgegen dem entsprechenden Antrag des Beschwerde
führers auf
die Durchführung eines
zweiten Schriftenwechsel
s
(
Urk.
1
S.
3
,
Urk.
7).
3.
3.1
Dr.
med. Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, u
nd Fachpsychologin A._
führten
im Bericht vom 1
3.
Dezember 2017 (
Urk.
8/38)
aus, sie würden den Beschwerdeführer seit Oktober 2012 in unregel
mässigen Abständen behandeln
,
und nannten
als Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
eine
chronifizierte
depressive Störung, gegenwärtig mittel
gradige Episode (ICD-10 F33.1), differentialdiagnostisch eine
Dysthymie
(ICD-10 F34.1), sowie einen
attackenartigen
Drehschwindel.
Zur Prognose hielten sie fest, der Beschwerdeführer
leide
seit Jahren an einer
chronifizierten
depressiven Stö
rung. Aufgrund des Gesundheitszustandes, des Alters und der bisherigen Bildung und beruflichen Laufbahn werde es dem Beschwerdeführer kaum mehr möglich sein
,
auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuss zu fassen (
Ziff.
1.4). Die bisherige Tätigkeit sei aus medizinischer Sicht nicht mehr zumutbar und es bestehe eine verminderte Leistungsfähigkeit. In welchem Umfang eine behinderungsangepasste Tätigkeit möglich sei, könne im jetzigen Zeitpunkt nicht beantwortet werden (
Ziff.
1.5-7).
3.2
Dipl.-m
ed.
B._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und für Prävention und Public
Health
des RAD, führte in der Stellungnahme vom
5.
Januar 2018 (
Urk.
8/55/3) aus, der Gesundheitszustand des knapp 59-jährigen Beschwerdeführers sei als instabil anzusehen. Bisher seien noch nicht alle Thera
pieoptionen ausgeschöpft worde
n. Der behandelnde Psychiater habe festgestellt, dass eine stationäre Behandlung des psychischen Leidens vorgesehen gewesen sei, der Beschwerdeführer sich dieser aufgrund der beruflichen Verpflichtungen
bisher aber entzogen habe. Es
würden
daher eine abwartende Haltung und eine Therapieausweitung empfohlen.
3.3
Im Zusammenhang mit der auferlegten Schadenminderungsmassnahme
legten
Dr.
Z._
sowie Fachpsychologin
A._
am
7.
März 2018 einen Behandlungs
plan vor, welcher eine Intensivierung der Psychotherapie, einen stationären Auf
enthalt sowie eine Anpassung der Pharmakotherapie beinhaltete (
Urk.
8/43).
3.
4
Die Ärzte der
Y._
AG
berichteten am
2
9.
Juni 2018 (
Urk.
8/46/4-
7)
über die vom
2.
Mai bis 1
9.
Juni 2018 erfolgte stationäre Behandlung und nannten
als psychiatrische Diagnose eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1) im Sinne einer Double Depression bei anamnestisch vorbekannter
Dysthymia
. Als somatische Diagnosen nannten sie einen Tinnitus
aurium
, eine Störung der
Vestibulärfunktion
sowie eine Reizblase (S. 1). Der Beschwerdeführer
sei in deutlich gebessertem Zustand hinsichtlich des depressiven Syndroms sowie bei fehlenden Hinweisen auf akute Selbst- und Fremdgefährdung in die häusliche Umgebung entlassen worden (S. 3).
3.
5
Im Bericht vom 2
9.
Oktober 2018
hielten
Dr.
Z._
und
die
Fachpsychologin
A._
einen
verbesser
ten Gesundheitszustand
, jedoch
eine um 80
%
verminderte
Leistungsfähigkeit
fest
(
Urk.
8/46/1-3
Ziff.
1.1 und 2.2). Der Beschwerdeführer sei zugänglicher und hoffnungsvoller geworden
,
was seinen gesundheitlichen Zu
stand anbelange. Es sei für ihn sehr wichtig
,
sich selbstwirksamer zu erleben. Es bestehe weiterhin eine eingeschränkte K
onzentrationsfähigkeit, was das Belas
tungsniveau deutlich senke. Mit dem Klinikaufenthalt fühle sich der Beschwerde
führer 10-20
%
besser, dies auch
bedingt
durch die neue Medikation (
Ziff.
3.1). Ein Arbeitsversuch mit zu Beginn zwei Stunden pro Tag mit langsamer Steige
rung sei zumutbar. Eine weitere Verbesserung der psychischen Befindlichkeit durc
h positive Selbstwirksamkeitserfahrungen sei dadurch wünschenswert (
Ziff.
3.3).
Durch die weitere psychotherapeutische Begleitung sowie die Atemtherapie könne
die Arbeitsfähigkeit verbessert werden (
Ziff.
4.1)
.
3.6
Dipl.-
med
.
B._
hielt in
einer weiteren
Stellungnahme vom
6.
Dezember 2018 (
Urk.
8/55/5) fest, den Angaben des behandelnden Arztes zufolge habe sich der Gesundhei
tszustand stabilisiert. Aus dessen
Sicht könne ein Arbeitsversuch, be
ginnend mit zwei Stunden pro Tag begonnen werden. Dabei sollte es sich um eine leichte handwerkliche Tätigkeit mit reduzierter Stressbelastung (Lärm, Körper
haltung, Kundenkontakt) handeln. Der Therapeut erwarte hierdurch
eine Verbes
serung des psychischen Gesundheitszustandes
durch positive Selbstwirksamkeit. Nach wie vor liege eine mittelgradige depressive Episode einer rezidivierenden depressiven Störung vor. Ein Klinikaufenthalt sei erfolgt und dieser habe den
Gesundheitszustand um 10-20
%
verbessern können. Die auferlegte Schaden
min
derungspflicht sei erfüllt worden. Infolge des verbesserten Gesundheitszustands bestehe hohes Eingliederungspotential. Es werde daher empfohlen, die ent
spre
chenden Schritte in die Wege zu leiten.
3.7
Dr.
med. C._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie des RAD, führte in ihrer Stellungnahme vom 1
8.
März 2019 (
Urk.
8/55/6-7) aus, dass die medizinische Sachlage nicht vollständig nachvollziehbar sei. Aufgrund der nicht klar nachvollziehbaren psychiatrischen und somatischen Diagnosen, die fach
fremd miteinbezogen worden seien und von denen keine Unterlagen vorliegen würden
,
und dem Einbezug von krankheitsfremden Faktoren bei der Beurteilung de
r Arbeitsfähigkeit und Prognose
müsse zuerst die Aktenlage vervollständigt werden. Danach
sei
eventuell eine Begutachtung (Rheumatologie, Neurologie und Psychiatrie) einzuleiten.
3.8
Im Bericht vom
2.
Juli 2019
hielten
Dr.
Z._
und Fachpsychologin
A._
eine moderat verbesserte Befundlage und eine weiterhin verminderte
Leistungs
fähig
keit im Umfang von 60
%
fest
. Am besten wäre eine gleichwertige Tätigkeit im Anstellungsverhältnis zu höchstens 40
%
. Der Beschwerdeführer sei vermindert belastbar. Die Prognose sei ungünstig. Mit Psychotherapie und Psychopharma
kotherapie sei es bisher mehr oder weniger gelungen
,
ein psychisches Gleich
gewicht und die Alltagsbewältigung zu gewährleisten. Ein Belastbarkeitstraining mit zu Beginn zwei Stunden pro Tag langsam aufbauen
d
sei möglich (
Urk.
8/51).
3.
9
Dr.
med. D._
führte im Bericht vom 2
3.
Oktober 2019 (
Urk.
8/54) aus
, er behandle den Beschwerdeführer seit August 1996
(
Ziff.
1.1)
,
und nannte als Diagnose eine langsam progrediente Depression mit Schwindel (
Ziff.
2.1-4). Die Prognose sei schlecht (
Ziff.
2.7) und es bestehe keine Arbeitsfähigkeit mehr (
Ziff.
4.1-4)
.
3.
10
Dr.
C._
hielt in ihrer Stellungnahme vom 2
1.
Januar 2020 (
Urk.
8/55/8-9) fest,
eine
Dysthymie
könne nicht zusammen mit einer gegenwärtig mittelgradigen
de
pres
siven Episode im Rahmen einer rezidivierenden depressiven Störung diagnos
tiziert werden. Aufgrund des psychopathologischen Befundes, der keine mittel
gra
dige depressive Symptomatik erkennen lasse, müsse von einer
Dysthymie
aus
ge
gangen werden, allenfalls von einer Anpassungsstörung mit längerer depressi
ver Reaktion bei Tod der Partnerin, Aufgabe des eigenen Geschäfts, finanziellen Problemen und Existenzängsten. In diesem Sinne müsste eigentlich auch eine volle Arbeitsfähigkeit möglich sein. Wegen der längeren Krankschreibung sollten allfällige berufliche Massnahmen mit einem 50
%
-Pensum begonnen werden. Bezüglich der häufigen Müdigkeit trotz genügend
Schlaf
müsse eruiert werden,
ob der Beschwerdeführer erneut Benzodiazepine einnehme.
Gravierende Ein
schrän
kungen in Bezug auf die bisherige Tätigkeit seien keine ersichtlich. Doku
mentiert sei eine 100%ige Arbeits
un
fähigkeit seit dem
1.
Januar 2017 sowie eine Verbesserung ab dem 2
0.
Juni 201
9.
Aus Sicht des RAD sei eine derart lang
an
haltende, volle Arbeitsunfähigkeit nicht nachzuvollziehen.
Eine
Dysthymie
sei grundsätzlich nicht arbeitsrelevant, eine Anpassungsstörung könne eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit begründen, jedoch per Definition keine dauerhafte. Ein lang
anhaltender/dauerhafter Gesundheitsschaden sei nicht ausgewiesen.
3.
11
Psychotherapeutin
A._
nannte im Bericht vom
8.
September 2020 (
Urk.
3/4) als Diagnosen eine
chronifizierte
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F33.2).
Dazu hielt sie fest, es zeige sich beim Beschwerdeführer eine stark getrübte, grüblerische Grund
stimmung, Hemmung im Antrieb, Einengung im Denken sowie ein genereller Interesse- und Initiativverlust. Er sei zurzeit entscheidungsunfähig, habe Angst vor Diskriminierung und Bewertung und fühle sich hoffnungslos im Hinblick auf seine Zukunft. Er sei oft innerlich unruhig, aufgewühlt und würde gerne weinen, könne dies aber nicht. Es bestehe eine dauerhafte Müdigkeit, trotz eher zu viel Schlaf. Das Zustandsbild habe sich seit dem letzten Bericht vom Juli 2019 ver
schlechtert. Als Ursache
würden
die Perspektivenlosigkeit, Zukunftsängste und Abhängigkeiten geschildert. Er schildere schwer ertragbare Gefühle der Traurig
keit sowie Zukunftsängste, die sich verschlimmern würden. Er habe Mühe
,
dem Alltag eine Sinnhaftigkeit abzugewinnen. Er habe seine Würde verloren. Weder der stationäre Aufenthalt noch die Umstellung der Medikation hätten länger
fristig zu einer Verbesserung seines Leidens geführt. Seine prekäre
Lebenssitua
-
tion
werde zunehmend zu einer zermürbenden Belastung und führe zu Ein
schränkungen in vielen Lebensbereichen. Es zeige sich eine vulnerable Persön
lichkeit mit geringen psychosozialen Ressourcen. Als der Beschwerdeführer bis 2016 noch seiner Arbeit nachzugehen bemüht gewesen sei, habe sie ihn als aus
geprägt pflichtbewussten und gewissenhaften Berufsmann mit grosser Identifi
kation für die Arbeit erlebt. Der zunehmende psychische Kräfteverlust und der pl
ötzliche Tod der Partnerin
hätten die bereits jahrelang manifeste depressive Symptomatik verstärkt und der Beschwerdeführer sei zunehmend pessimistischer und hoffnungsloser geworden. Aus psychologischer Sicht sei derzeit von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte
einen Leistungsanspruch
im Wesentlichen mit der Begründung, dass sich die gesundheitlichen Beschwerden des Beschwerde
führers verbessert hätten, keine Diagnosen mit langanhaltender/dauerhafter Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit und zudem invalidenversicherungsrechtlich nicht
relevante psychosoziale Faktoren vorliegen würden.
Es ist der Beschwerdegegnerin darin beizupflichten, dass die von den behan
deln
den Psychiatern geschilderten Symptome nicht besonders zahlreich und ausge
prägt sind. Es scheint fraglich, ob die von den behandelnden Ärzten
und
Fach
personen gestellte Diagnose einer
chronifizierten
mittel- bis
schwergradigen
de
pressiven Störung gerechtfertigt ist. Es ergibt sich sodann auch aus den Akten, das
s
unter
intensivierter und
stationärer Behandlung eine Besserung des Zustan
des erreicht werden konnte. Im Weiteren steht fest, dass die invalidenver
siche
rungsrechtlich
nicht zu berücksichtigenden
psychosoziale
n
Faktor
en
(
Aufgabe des eigenen Geschäfts, Tod der Partnerin und finanzielle Probleme
)
in den medi
zinischen Akten immer wieder erwähnt werden. Die Verneinung des Vorliegens eines langanhaltenden/dauerhaften Gesundheitsschadens
basiert aber auf einer reinen Aktenbeurteilung durch die RAD-Ärztin
Dr.
C._
. Diese
hat
den
Be
schwer
deführer nicht selber gesehen und untersucht. Dies wäre aber angezeigt gewesen, da es vorliegend nicht bloss um die Beurteilung eines im Wesentlichen feststehenden Sachverhalts ging (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_159/2016 vom
2.
November 2016 E. 3.4).
Die Beschwerdegegnerin nahm d
ie vom behandelnden Psychiater
im Dezember 2017
erwähnte Therapieempfehlung eines stationären Aufenthalts
zum Anlass,
dem Beschwerdeführer eine Massnahme zur Schadenminderung aufzuerlegen (
Urk.
8/39)
. Die im Rahmen des stationären Aufenthalts und insbesondere durch die angepasste Pharmakotherapie erreichte Besserung und Stabilisierung des psy
chischen Gesundheitszustands schlug sich jedoch nur unwesentlich in der Beur
teilung der Leistungsfähigkeit nieder (
Urk.
8/46)
.
Dr.
med.
C._
hielt
in einer
(
früheren
)
Stellungnahme vom 1
8.
März 2019 selbst fest, dass aufgrund der nicht klar nachvollziehbaren psychiatrischen Diagnosen, der fachfremd miteinbe
zoge
nen somatischen Diagnosen, über welche keine Unterlagen vorliegen würden
,
und des Einbezugs von krankheitsfremden Faktoren bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit und der Prognose zuerst die Aktenlage vervollständigt werden müsse und danach eventuell eine Begutachtung in den Fachrichtungen Rheuma
tologie, Neurologie und Psychiatrie einzuleiten wäre. Die Beschwerdegegnerin
befragte den Beschwerdeführer
danach
(erneut)
über die behandelnden Ärzte (
Urk.
8/
47-48
) und
holte
in der Folge Berichte beim Hausarzt
Dr.
D._
und dem
behandelnden Psychiater
Dr.
Z._
sowie
der
behandelnden Psychotherapeutin
A._
ein. Neue Erkenntnis
se hinsichtlich der von
Dr.
C._
geäusserten Zweifel
an den gestellten Diagnosen und der Beurteilung
der Arbeitsfähigkeit
ergaben sich daraus
offenbar
keine.
Trotz bestehender Zweifel an den psychiatrischen und somatischen Diagnosen nahm die Beschwerdegegnerin keine weiteren A
bklärun
gen oder eine eigene Untersuchung vor, dies obwohl in den Berichten auf frühere Behandler (beispielsweise Klinik für Neurologi
e des Universitätsspitals E._
) hingewiesen wurde (vgl.
Urk.
8/38
Ziff.
1.2).
Dr.
C._
versuchte vielmehr
ohne eigene Untersuchung
die gestellten Diagnosen und die Beurteilung der Arbeits
fähigkeit
in Zweifel zu ziehen, wobei sie die somatischen Diagnosen, obwohl in einer früheren Stellungnahme der RAD-Internistin
dipl.-med.
B._
noch als Diagnose
n
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt (vgl.
Urk.
8/55/3),
unberücksichtigt
liess und gar nicht mehr aufführte (vgl.
Urk.
8/55/8-9).
Soweit sie
schliesslich
darauf hinwies, dass eine
Dysthymie
nicht zusammen mit einer gegenwärtig mittelgradigen depressiven Episode im Rahmen einer rezidivie
ren
den depressiven Störung attestiert werden könne, ist festzuhalten, dass die Fach
ärzte der
Y._
eine rezidivierende depressive Störung im Sinne einer Double Depression bei anamnestisch vorbekannter
Dysthymie
attestiert
en
. Dass die behandelnden
Ärzte
, welche bis dahin die
Dysthymie
als Differentialdiagnose aufführten, in der Folge neben der depressiven Störung eine
Dysthymie
atte
stier
ten
,
kann wohl
darauf
zurückgeführt werden.
Angesichts der
offenbar
seit Jahren
bestehenden
und inzwischen
chronifizierten
depressiven Störung erscheint die Diagnose einer Double Depression durchaus plausibel.
Es
i
st
nach dem Gesagten
aufgrund der vorhandenen Abklärungen nicht hinreichend
er
stell
t
, dass lediglich ein psychosozial bedingtes Beschwerdebild und
damit kein langanhalten
der/
dau
erhafter Gesundheitsschaden vorliegen
.
Beim derzeitigem Stand der medizinischen Akten lässt sich nicht mit über
wiegen
der Wahrscheinlichkeit ausschliessen, dass die psychosozialen Belastungsfakto
ren
vor dem Hintergrund der vorbestehenden langanhaltenden
depressiven
Ver
stim
mung und
des
weiteren Verlauf
s
eine eigentliche Beeinträchtigung der psy
chi
sche
n Integrität bewirkt haben, indem sie einen verselbständigten Gesund
heits
schaden in Form der diagnostizierten rezidivierenden depressiven Störung auf
recht
erhal
ten oder den Wirkungsgrad seiner Folgen verschlimmert haben.
4.
2
Entscheidend
für einen invalidisierenden Gesundheitsschaden
ist
neben einer korrekten Diagnostik
in jedem Fall die Frage der Auswirkungen einer gesund
heit
lichen Beeinträchtigung auf das
funktionelle Leistungsvermögen, wobei
gemäss der seit November 2017 geltenden bundesgerichtlichen Praxis (BGE 143 V 409
und 418) in diesem Zusammenhang grundsätzlich für sämtliche psychischen
Leiden
das
indikatorengeleitete
Beweisverfahren im Sinne von BGE 141 V 281 zur Anwendung gelangt.
4.
3
Die vorzunehmenden medizinischen Abklärungen werden sich damit einerseits auf die Thematik zu beziehen haben, ob überhaupt ein invalidisierender psy
chischer Gesundheitsschaden vorliegt. Von fachärztlicher Seite wurde dies bis anhin nicht ausreichend beleuchtet. Aus den Berichten der behandelnden Ärzte geht auch nicht eindeutig hervor, ob die psychosozialen Belastungsfaktoren als invaliditätsfremde Gesichtspunkte bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ausge
klammert wurden oder nicht. Sodann lassen weder die Berichte der behandelnden Ärzte noch die Stellungnahmen des RAD vom
1
8.
März 2019 und 2
1.
Januar 2020
eine abschliessende Beurteilung der massgebenden Indikatoren zu.
Ein Be
weis
verfahren erscheint jedoch als erforderlich: Es verhält sich vor
liegend nicht so, dass genügend
beweiswertige fachärztliche Berichte (vgl. BGE 125 V 351) eine Arbeitsunfähigkeit in nachvollziehbar begründeter Weise verneinen; im Gegenteil liegt keine genügende fachärztliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit vor (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. BGE 143 V 418 E. 7.1).
Zudem liegen neben der zuletzt im Sinne einer Verschlechterung sogar als
schwergradig
eingeschätzten
chroni
fizierten
depressiven Störung möglicherweise eine neurologische Komorbidität
mit
attackenartigem
Drehschwindel und Schmerzen im Nacken und
im
unteren Rücken vor,
die der näheren Abklärung bedürfen
. Der medizinische Sachverhalt erweist sich damit als ungenügend abgeklärt.
Die Sache ist daher an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese eine neurologische sowie psychiatrische
(gegebenenfalls auch eine rheumatologische)
Untersuchung veranlasse
, gestützt auf welche die Auswirkungen der festgestel
l
ten Beeinträchtigungen unter Berücksichtigung der bundesgerichtlichen Recht
sprechung anhand der Standardindikatoren einzelfallgerecht und ergebni
soffen beurteilt werden
.
Nach Vorliegen der notwendigen Angaben wird über den Leis
tungsanspruch des Beschwerdeführers
(berufliche Massnahmen und Invaliden
rente)
neu zu befinden sein.
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
5.
5.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
600.-- anzusetzen.
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung einer Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb die Gerichtskosten entsprechend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen sind.
5.2
Für das Beschwerdeverfahren wurde mit Verfügung vom
5.
November 2020
das Gesuch des Beschwerdeführers um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsver
tre
tung gutgeheissen, wobei die Rechtsvertreterin ausdrücklich darauf hingewiesen wurde, dass sie die Möglichkeit zur Einreichung einer Honorarnote habe (
Urk.
9
).
Nachdem keine Honorarnote eingegangen ist, ist die Prozessentschädigung ge
mäss
§
34
Abs.
3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierig
keit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens zu bemessen. Vorliegend erschei
nt eine Prozessentschädigung von
Fr.
2'200.--
(inkl. Mehrwertsteuer und Barausla
gen) als angemessen
, welche die Beschwerdegegnerin der unentgeltlichen Rechts
vertreterin zu bezahlen hat
.