Decision ID: 014456a6-04ff-4d54-b3e0-c96fcf9fd275
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law

betreffend mehrfache Widerhandlung gegen das Anwaltsgesetz
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Winterthur, Einzelgericht, vom 17. Dezember 2019 (GC190021)
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Strafbefehl:
Der Strafbefehl des Statthalteramtes Bezirk Winterthur vom 11. September 2019
ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 29).
Urteil der Vorinstanz: (Urk. 56 S. 24 ff.)
"Es wird erkannt:
1. Der Beschuldigte A._ ist schuldig der mehrfachen Widerhandlung gegen das
kantonale Anwaltsgesetz im Sinne von § 40 i.V.m. § 11 Abs. 1 lit. a und b des An-
waltsgesetzes des Kantons Zürich i.V.m. Art. 68 Abs. 2 lit. a ZPO.
2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Busse von Fr. 2'000.–.
3. Die Busse ist zu bezahlen.
Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine
Ersatzfreiheitsstrafe von 20 Tagen.
4. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 1'500.00 ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. 750.00 Kosten Strafbefehl;
Fr. 550.00 nachträgliche Untersuchungskosten
Fr. 2'800.00 Total
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
Wird auf die Begründung dieses Entscheids verzichtet, so ermässigt sich die Ent-
scheidgebühr auf 2/3.
5. Die Kosten des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt. Über
diese Kosten stellt die Bezirksgerichtskasse Rechnung.
Die Kosten des Statthalteramtes Bezirk Winterthur von Fr. 1'300.– (Kosten Straf-
befehl sowie nachträgliche Untersuchungskosten) werden dem Beschuldigten auf-
erlegt. Diese Kosten sowie die Busse von Fr. 2'000.– werden durch das Statthalter-
amt Bezirk Winterthur eingefordert.
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6. [Mitteilungen]
7. [Rechtsmittel]"
Berufungsanträge: (Prot. II S. 9)
a) Des Beschuldigten:
(Urk. 81 S. 1 f.)
1. Ich sei vom Vorwurf der Widerhandlung AnwG freizusprechen.
2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Vorinstanz bzw.
der Staatskasse.
b) Des Statthalteramtes:
(Urk. 63 und 88; schriftlich)
Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils

Erwägungen:
I. Verfahrensgang
1. Bezüglich des Verfahrensgangs bis zum vorinstanzlichen Urteil vom 17. Oktober 2019 kann auf die zutreffenden Erwägungen im angefochtenen Ent-
scheid verwiesen werden (Urk. 56 S. 3 f.).
2. Mit eingangs wiedergegebenem Urteil des Bezirksgerichts Winterthur vom 17. Dezember 2019 wurde der Beschuldigte der mehrfachen Übertretung gegen
das Anwaltsgesetzes des Kantons Zürich (LS 215.1; AnwG ZH [nachfolgend:
AnwG]) im Sinne von § 40 i.V.m. § 11 Abs. 1 lit. a und lit. b AnwG i.V.m. Art. 68
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Abs. 2 lit. a ZPO schuldig gesprochen und mit einer Busse von Fr. 2'000.–
bestraft (Urk. 56 S. 24).
3. Am 23. Dezember 2019 meldete der Beschuldigte fristgerecht dagegen  an (Urk. 51). Die Zustellung des begründeten Urteils an den Beschuldigten
erfolgte am 5. Februar 2020 (Urk. 54), woraufhin er am 7. Februar 2020 frist-
gerecht die Berufungserklärung einreichte, sowie um eine Verfahrensvereinigung
mit dem Berufungsverfahren SU200002 (Urteil des Bezirksgerichts Bülach vom
21. Oktober 2019; Geschäfts-Nr. GC190028) ersuchte (Urk. 57). Mit Eingabe vom
11. März 2020 teilte das Statthalteramt Bezirk Winterthur mit, auf eine Anschluss-
berufung zu verzichten (Urk. 63). Mit Eingabe vom 26. März 2020 reichte der
Beschuldigte Unterlagen zu seinen finanziellen Verhältnissen ein und ersuchte
nochmals um Verfahrensvereinigung mit dem Berufungsverfahren SU200002
(Urk. 65). Am 1. April 2020 beschloss die hiesige Kammer die schriftliche Durch-
führung des Verfahrens, wies den Antrag des Beschuldigten auf Vereinigung des
Verfahrens mit dem Verfahren SU200002 ab und setzte dem Beschuldigten Frist
zur Berufungsbegründung an (Urk. 67). Mit Eingabe vom 25. April 2020 ersuchte
der Beschuldigte um Zustellung des Protokolls der Hauptverhandlung vor Be-
zirksgericht Winterthur vom 17. Dezember 2019, sowie nach Zustellung um An-
setzung einer neuen Frist, um die Berufung zu begründen (Urk. 69). Mit Präsidial-
verfügung vom 27. April 2020 wurde dem Beschuldigten eine nicht erstreckbare
Frist von drei Tagen angesetzt, um sein sinngemäss entgegengenommenes
Fristerstreckungsgesuch vom 25. April 2020 zur Begründung der Berufung zu be-
gründen (Urk. 71). Mit Eingabe vom 4. Mai 2020 erfolgte die Begründung des
Fristerstreckungsgesuches, weshalb dem Beschuldigten die Frist zur Berufungs-
begründung bis zum 29. Mai 2020 erstreckt wurde (Urk. 74). Mit Eingabe vom
29. Mai 2020 ersuchte der Beschuldigte um Sistierung des Verfahrens bis zur
Erledigung des Berufungsverfahrens SU200002 bzw. eventualiter um eine noch-
malige Fristerstreckung (Urk. 77). Mit Präsidialverfügung vom 2. Juni 2020 wurde
das Sistierungsgesuch abgewiesen und die Frist zur Berufungsbegründung bis
zum 29. Juni 2020 erstreckt (Urk. 79). Mit Eingabe vom 25. Juni 2020 erstattete
der Beschuldigte die Berufungsbegründung mit den eingangs aufgeführten Anträ-
gen (Urk. 81). Das Statthalteramt Bezirk Winterthur verzichtete in der Folge mit
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Schreiben vom 10. Juli 2020 ausdrücklich auf eine Berufungsantwort (Urk. 88).
Ebenfalls verzichtete die Vorinstanz ausdrücklich auf eine Vernehmlassung
(Urk. 86).
II. Prozessuales
1. Grundsätze
1.1. Gemäss Art. 398 Abs. 1 StPO ist die Berufung zulässig gegen Urteile  Gerichte, mit denen das Verfahren ganz oder teilweise abgeschlossen
worden ist. Die Berufungsinstanz überprüft den vorinstanzlichen Entscheid bezüg-
lich sämtlicher Tat-, Rechts- und Ermessensfragen üblicherweise frei (Art. 398
Abs. 2 und 3 StPO). Bildeten jedoch ausschliesslich Übertretungen Gegenstand
des erstinstanzlichen Hauptverfahrens, so schränkt Art. 398 Abs. 4 StPO die
Kognition der Berufungsinstanz ein. In diesen Fällen wird das angefochtene Urteil
lediglich dahingehend überprüft, ob es rechtsfehlerhaft ist oder ob eine offensicht-
lich unrichtige Feststellung des Sachverhaltes durch die Vorinstanz gegeben ist.
Relevant sind dabei klare Versehen bei der Sachverhaltsermittlung wie nament-
lich Irrtümer oder offensichtliche Diskrepanzen zur Akten- und Beweislage. Weiter
in Betracht kommen insbesondere Fälle, in denen die Sachverhaltsfeststellung
auf einer Verletzung von Bundesrecht, in erster Linie von Verfahrensvorschriften
der StPO selbst, beruht. Gesamthaft gesehen dürften regelmässig Konstellatio-
nen relevant sein, die als willkürliche Sachverhaltserstellung zu qualifizieren sind
(vgl. SCHMID/JOSITSCH, StPO Praxiskommentar, 3. Aufl. 2018, Art. 398 N 12 f.;
BSK StPO-EUGSTER, 2. Aufl. 2014, Art. 398 N 3a). Willkür bei der Beweiswürdi-
gung liegt vor, wenn der angefochtene Entscheid offensichtlich unhaltbar ist oder
mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht. Dass eine andere Lö-
sung oder Würdigung ebenfalls vertretbar oder gar zutreffender erscheint, genügt
für die Annahme von Willkür nicht (BGE 138 I 305 E. 4.3 mit Hinweisen). Eine ver-
tretbare Beweiswürdigung ist daher auch dann noch nicht willkürlich, wenn die
Berufungsinstanz anstelle des Vorderrichters allenfalls anders entschieden hätte.
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1.2. Die urteilende Instanz muss sich nicht mit allen Parteistandpunkten  auseinandersetzen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen.
Vielmehr kann sich das Gericht auf die seiner Auffassung nach wesentlichen und
massgeblichen Vorbringen der Parteien beschränken (BGE 141 IV 249; BGE 138
IV 81 E. 2.2; BGE 136 I 229 E. 5.2).
2. Umfang der Berufung
Der Beschuldigte ficht das vorinstanzliche Urteil vollumfänglich an (Urk. 81). Es ist
somit zu überprüfen, ob das vorinstanzliche Urteil im Bereich der zulässigen
Kognition Fehler aufweist.
3. Verjährung
3.1. Der Beschuldigte macht geltend, der Vorwurf in Anklageziffer 1 sei bereits verjährt (Urk. 81 S. 2 f.). Dort wird dem Beschuldigten zusammengefasst unter
dem Titel "Vorgeschichte" vorgeworfen, sich am 7. April 2016 gegenüber dem
Bezirksgericht Winterthur im Eheschutzverfahren EE150207 als unentgeltlicher
Vertreter der Partei B._ ausgegeben zu haben, von B._ anlässlich der
Eheschutzverhandlung vom 17. November 2016 als seinen "Anwalt" bezeichnet
worden zu sein, sowie in mehreren Verfahren als Verteidiger von B._ agiert
zu haben. Unter anderem habe der Beschuldigte die von B._ in eigenen Na-
men unterzeichnete Berufung vom 26. Juli 2016 beim Bezirksgericht Winterthur
(Prozess-Nr. GG160031) verfasst (Urk. 29 S. 1 Ziffer 1).
3.2. Bei der dem Beschuldigten zur Last gelegten (mehrfachen) Widerhandlung gegen das Anwaltsgesetz (§ 40 AnwG) handelt es sich um eine Übertretung.
Nach Art. 109 StGB verjährt die Strafverfolgung bei Übertretungen nach drei Jah-
ren. Ist vor Ablauf der Verjährungsfrist ein erstinstanzliches Urteil ergangen, tritt
die Verjährung nicht mehr ein (Art. 97 Abs. 3 StGB).
3.3. Das Urteil des Bezirksgerichts Winterthur erging am 17. Dezember 2019 (Urk. 56). Wie gezeigt, erfolgte die letzte mutmasslich strafbare Handlung des
Beschuldigten in Anklageziffer 1 am 17. November 2016, weshalb sich der Be-
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schuldigte diesbezüglich zu Recht auf den Eintritt der Strafverfolgungsverjährung
beruft.
3.4. Bei der Verjährung handelt es sich um ein sogenanntes Verfahrenshindernis, was die Einstellung des Strafverfahrens zur Folge hat, wobei die Einstellung
zusammen mit dem Urteil ergehen kann, soweit nur einzelne Anklagepunkte
betroffen sind (Art. 329 Abs. 4 und Abs. 5 StPO).
3.5. Der Auffassung der Vorinstanz, die "Vorgeschichte" sei nicht Teil des  vorgeworfenen Verhaltens kann nicht gefolgt werden (Urk. 56 S. 7).
So wird im Strafbefehl vom 11. September 2019 einleitend seitens des Statthal-
teramtes genannt: "Der Beschuldigte war mehrfach im Bereich des Anwaltsmono-
pols tätig, ohne dazu berechtigt zu sein, indem er Folgendes tat: 1. Vorgeschichte
[...] (Urk. 29 S. 1). Daraus ergibt sich ohne Weiteres, dass dem Beschuldigten
auch die berufsmässige Vertretung von B._ im Anwaltsmonopol zum Vorwurf
gemacht wird.
3.6. Anzumerken ist an dieser Stelle, dass entgegen der Behauptung des Beschuldigten der Vorwurf in Anklageziffer 2, d.h. die Vertretung von Frau
C._, nicht in Kürze verjährt (Urk. 81 S. 6). Wie dargelegt, führt der Erlass ei-
nes erstinstanzlichen Urteils dazu, dass die Verjährung der Strafverfolgung nicht
mehr eintreten kann.
3.7. Nach dem Gesagten ist das Strafverfahren bezüglich Anklageziffer 1 infolge Eintritt der Verjährung einzustellen.
4. Verwertbarkeit Beweismittel / Hausdurchsuchung
4.1. Die Vorinstanz hat zutreffend festgehalten, dass die Aussagen der  D._, B._, E._ und F._ nicht zu Lasten des Be-
schuldigten verwertet werden dürfen, da allesamt lediglich polizeilich einvernom-
men wurden und keine Konfrontation mit dem Beschuldigten erfolgte (Urk. 56 S. 4
ff.).
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4.2. Betreffend die Verwertbarkeit der polizeilichen Einvernahme des  vom 16. April 2018 ist mit der Vorinstanz darauf hinzuweisen, dass die
Weigerung der Unterzeichnung des Protokolls durch den Beschuldigten nicht zur
Unverwertbarkeit derselben führt (Urk. 6/1). Lehnt die einvernommene Person ab,
das Protokoll durchzulesen – dieses Verhalten steht einem Verlesen des Proto-
kolls nicht entgegen – oder zu unterzeichnen, ist die Weigerung mit der dafür
angegebenen Begründung im Protokoll zu vermerken. Das Protokoll ist trotzdem
als Beweismittel verwertbar und hat Urkundencharakter (BSK StPO-NÄPFLI,
2. Aufl. 2014, Art. 78 N 26).
4.3. Der Beschuldigte bringt in der Berufungsbegründung vor, es habe bei ihm am 28. November 2018 eine Hausdurchsuchung stattgefunden, welche unverhältnis-
mässig und verfassungswidrig gewesen sei, da kein dringender Tatverdacht
gegen ihn vorgelegen habe und die Hausdurchsuchung in der Hoffnung erfolgt
sei, irgendwelche Beweise gegen ihn zu finden (Urk. 81 S. 16 f.). Die Haus-
durchsuchung vom 28. November 2018 beruhte auf dem Haudurchsuchungs-,
Durchsuchungs- und Beschlagnahmebefehl des Statthalteramtes Bezirk Uster
vom 14. September 2018, wonach gegen den Beschuldigten der dringende Tat-
verdacht bestehe, dass er im Sinne von § 11 Abs. 1 AnwG berufsmässig Rechts-
suchende vertrete, obwohl ihm im Jahr 2004 das Anwaltspatent entzogen worden
sei (Urk. 16/3/1 und Urk. 16/5/2). Die Behauptung des Beschuldigten ist demnach
nicht zutreffend. Im Übrigen hätte gegen den Hausdurchsuchungsbefehl bekannt-
lich eine Beschwerde an die III. Strafkammer des Obergerichtes des Kantons
Zürich erhoben werden können, was der Beschuldigte jedoch soweit ersichtlich
nicht tat.
5. Beweisanträge des Beschuldigten
5.1. Der Beschuldigte beantragt in der Berufungsbegründung vom 28. Mai 2020, es seien zur Prüfung des Kriteriums eines beruflich qualifizierten Vertreters nach
§ 11 Abs. 2 lit. a AnwG alle Gerichtsakten aller Bezirksgerichte des Kantons
Zürich, in denen er vor seinem Entzug des Anwaltspatentes als Anwalt in arbeits-
rechtlichen Prozessen involviert gewesen sei, beizuziehen (Urk. 81 S. 11). Zudem
seien die Rechtsanwälte X1._ und X2._ als Zeugen einzuvernehmen,
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da sie bestätigen könnten, dass er Fälle, in denen das Anwaltsmonopol tangiert
sei, an sie übergebe (Urk. 81 S. 14). Im Falle, dass ihm die Anerkennung als be-
ruflich qualifizierter Vertreter im Sinne von Art. 68 Abs. 2 lit. d StPO verweigert
werde, verlange er einen Wettbewerb mit zehn beliebig ausgewählten Angestell-
ten von Arbeitgeber- oder Arbeitnehmerorganisationen, wobei er den Ablauf der
Prüfung in der Berufungsbegründung wiedergibt (Urk. 81 S. 13 f.).
5.2. Gemäss Art. 398 Abs. 4 letzter Satz StPO sind neue Behauptungen und Beweise im Rahmen des Berufungsverfahrens bei Übertretungen nicht zulässig.
Entsprechend werden im Berufungsverfahren keine neuen Beweise erhoben. Die
beantragten Beweisanträge des Beschuldigten sind daher allesamt abzuweisen.
III. Schuldpunkt
1. Ausgangslage
1.1. Das Statthalteramt wirft dem Beschuldigten zusammengefasst vor, im  von Juli 2017 bis April 2018 in zwei Zivilverfahren vor dem Bezirksgericht
Winterthur, in einem Zivilverfahren vor dem Bezirksgericht Uster sowie in einem
Strafverfahren vor dem Statthalteramt Bezirk Winterthur als berufsmässiger
Vertreter von Parteien, konkret von G._, H._, D._ und E._, im
Bereich des Anwaltsmonopols gemäss § 11 AnwG aufgetreten zu sein, obschon
ihm im Jahr 2004 das Anwaltsmonopol entzogen worden sei und er in den Jah-
ren 2017 bis 2018 nicht in einem Anwaltsregister des Kantons Zürich eingetragen
gewesen sei. Dadurch habe er mehrfach gegen das kantonale Anwaltsgesetz
verstossen. Bezüglich der konkreten Einzelheiten der Vorwürfe kann auf den
Strafbefehl vom 11. September 2019 verwiesen werden (Urk. 29 S. 2 ff.).
1.2. Nach § 40 AnwG macht sich strafbar, wer im Bereich des Anwaltsmonopoles tätig ist, ohne dazu berechtigt zu sein. Der Begriff des Anwaltsmonopoles wird in
§ 11 AnwG gestützt auf Art. 68 Abs. 2 ZPO wie folgt definiert:
Den Anwältinnen und Anwälten, die im kantonalen Anwaltsregister eingetragen
sind oder Freizügigkeit nach dem BGFA geniessen, sind folgende Tätigkeiten
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vorbehalten: die Verteidigung und die berufsmässige Vertretung der Privatkläger-
schaft oder anderer Verfahrensbeteiligter im Strafprozess vor den Strafbehörden
(Abs. 1 lit. a), die berufsmässige Vertretung im Zivilprozess vor den Schlichtungs-
behörden und den Gerichten (Abs. 1 lit. b). Zur Tätigkeit im Bereich des Anwalts-
monopols sind gemäss Absatz 2 auch berechtigt: Vertreterinnen und Vertreter im
Sinne von Art. 68 Abs. 2 lit. d ZPO vor den Miet- und Arbeitsgerichten bis zu
einem Streitwert von Fr. 30 000.– (lit. a), Vertreterinnen und Vertreter nach Art. 27
SchKG in Angelegenheiten des summarischen Verfahrens nach Art. 251 ZPO
(lit. b).
1.3. Der Beschuldigte anerkannte im Vorverfahren und vor Vorinstanz bezüglich der Anklageziffern 2 bis 5 grundsätzlich den äusseren Sachverhalt, machte
jedoch geltend, dass sein Handeln nicht strafbar sei bzw. nicht unter das
Anwaltsmonopol falle (Urk. 21/1 S. 1-6; Prot. I S. 11 ff.). Bezüglich Anklageziffer 2
hielt die Vorinstanz fest, dass es sich nicht erstellen lasse, dass der Beschuldigte
von G._ ein Entgelt erhalte habe, weshalb auch in diesem Fall davon auszu-
gehen sei, dass der Beschuldigte unentgeltlich tätig geworden sei (Urk. 56 S. 8).
2. Rügen des Beschuldigten und Standpunkt der Vorinstanz
2.1. Der Beschuldigte rügt mit seiner Berufung, dass die Vorinstanz im Rahmen der rechtlichen Würdigung zu Unrecht zum Schluss gekommen sei, dass in
seinem Fall für die Beurteilung, ob eine berufsmässige Vertretung im Anwalts-
monopol vorliege, die Entgeltlichkeit von untergeordneter Bedeutung sei. Der
Leitentscheid BGE 114 III 555 (recte: BGE 140 III 555) sei für das vorliegende
Verfahren nicht einschlägig. In seinem "Einzelfall" stehe das Kriterium der Entgelt-
lichkeit im Vordergrund, da er sonst nie seine Freunde vor Gericht vertreten
könnte (Urk. 81 S. 4 f.).
Im Weiteren bringt der Beschuldigte vor, im Fall Frau G._ sei er nie im Mo-
nopolbereich aufgetreten, er habe lediglich Eingaben in ihrem Namen verfasst,
was nicht strafbar sei. Bei D._ handle es sich um einen langjährigen Freund,
wobei die Vorinstanz zunächst ebenfalls eine besondere Beziehungsnähe bejahe
und dann auch in diesem Fall auf eine berufsmässige Vertretung schliesse. Dies
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sei hochgradig willkürlich. Der Auftritt als Geschädigtenvertreter falle ohnehin
nicht unter das Anwaltsmonopol (Urk. 81 S. 7). Im Fall E._ habe er lediglich,
da Herr E._ nicht gut Deutsch spreche, an der Hauptverhandlung angeboten,
die Klage für ihn vorzutragen (Urk. 81 S. 9). Die Vorinstanz sei in diesem Fall al-
lein aufgrund der Tatsache, dass er keine Arbeitgeber- oder Arbeitnehmerorgani-
sation angehöre, zum Schluss gekommen, dass auch keine ausnahmsweise Zu-
lässigkeit der berufsmässigen Vertretung im Sinne von Art. 68 Abs. 2 lit. d ZPO
vorliege. Dies sei willkürlich (Urk. 81 S. 10 f.). Aufgrund diverser der Berufungser-
klärung beigelegten Unterlagen beantrage er, zu anerkennen, dass es ihm erlaubt
sei, berufsmässig als Vertreter vor Arbeitsgerichten im Anwaltsmonopol tätig zu
sein. Diese Anerkennung gehöre zu seiner verfassungsrechtlich geschützten
Wirtschaftsfreiheit (Urk. 81 S. 13). Entgegen der Auffassung der Vorinstanz sei
die Begleitung als Vertrauensperson an eine Verhandlung zulässig, ohne dass er
eine Vertretungsfunktion ausübe (Urk. 81 S. 10).
Schliesslich bestreitet der Beschuldigte, Beratungsmandate über das Internet zu
akquirieren. Das Projekt der Mobilen Rechtsberatung sei eine Idee von Herrn
I._ gewesen und bringe ihm nur Nachteile bzw. Ärger. Rechtsberatungen
seien ohnehin erlaubt. Keiner der im Strafbefehl genannten Fälle sei über Herrn
I._ zu ihm gekommen (Urk. 81 S. 8). Indem die Vorinstanz aus eingestellten
Strafverfahren gegen ihn den Schluss ziehe, dass er in wohl weit mehr als den
vorliegend zu beurteilenden vier Fällen im Bereich des Anwaltsmonopols tätig
gewesen sei, verletze sie die Unschuldsvermutung und zeige die Voreinge-
nommenheit der Vorinstanz (Urk. 81 S. 9).
2.2. Die Vorinstanz kam unter Hinweis auf den bundesgerichtlichen Entscheid BGE 140 III 555 zum Schluss, dass für die Auslegung der berufsmässigen Ver-
tretung massgeblich sei, ob die Bereitschaft des Beschuldigten bestehe, die
Vertretung ohne besondere Beziehungsnähe zum Vertretenen zu übernehmen
(Urk. 81 S. 10 f.), weshalb sie zunächst prüfte, ob eine besondere Beziehungs-
nähe zwischen dem Beschuldigten und G._s, H._, D._ sowie
E._ bestand. Sodann schloss sie aus den Aussagen des Beschuldigten,
dass keine besondere Beziehungsnähe vorliege, sondern lose Bekanntschaften.
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Die Beziehung zu den genannten Personen sei aufgrund der rechtlichen Kompe-
tenzen bzw. Fachkompetenz des Beschuldigten sowie seiner Fähigkeit, die portu-
giesische Sprache zu sprechen, zu Stande gekommen. Auch der Einwand des
Beschuldigten, es handle sich um Bekannte von ihm, begründe keine persönliche
Beziehungsnähe, zumal das eigene Beziehungsnetz von Rechtsanwälten [regel-
mässig] dafür benutzt werde, um an Mandate zu gelangen. Der Beschuldigte ha-
be diesbezüglich auch selbst erklärte, via Mund zu Mund Propaganda an seine
Klienten zu gelangen (Urk. 56 S. 13). Einzig bezüglich D._ räumte die Vo-
rinstanz ein, dass allenfalls eine besondere Beziehungsnähe vorliegen könnte,
schloss dennoch auf eine berufsmässige Vertretung, da der Beschuldigte auf-
grund des Internetauftrittes (www.J._.ch) und seiner Visitenkarten seine Be-
reitschaft zeige, in einer unbestimmten Vielzahl von Fällen eine Vertretung zu
übernehmen (Urk. 56 S. 14 f.).
Die Vorinstanz hielt dazu weiter fest, dass auf der Website der Mobilen Rechts-
beratung (www.J._.ch) nicht nur die Übernahme von Beratungsmandaten
angeboten werden, sondern auch die Hilfe bei Gerichtsprozessen aller Art sowie
die Begleitung zu Behörden und Ämtern. Ebenso fehle jeglicher Hinweis, dass
dem Beschuldigten das Anwaltspatent im Jahr 2004 entzogen worden sei, was
suggeriere, dass der Beschuldigte auch zur Vertretung vor Gerichten berechtigt
sei. Der Beschuldigte könne sich diesbezüglich nicht von der Verantwortung ent-
binden, dass I._ für den Internetauftritt verantwortlich sei (Urk. 56 S. 15). Be-
lastend wirke sich auch der Facebook-Auftritt des Beschuldigten aus, indem er in
seinem öffentlich zugänglichen Profil unter Rubrik "Arbeit" angebe, als selbständi-
ger Rechtsanwalt tätig zu sein (Urk. 56 S. 15).
Unter Hinweis auf das BGFA hielt die Vorinstanz zum Einwand des Beschuldig-
ten, die Rechtssuchenden müssten nicht vor ihm geschützt werden, da er einen
guten rechtswissenschaftlichen Abschluss habe und über eine mehrjährige
Berufserfahrung verfüge, fest, dass der Beschuldigte mehrere Vorstrafen und
Verlustscheine habe, weshalb er die persönlichen Voraussetzungen gemäss
Art. 8 BGFA für die Ausübung des Anwaltsberufes offenkundig nicht erfülle
(Urk. 56 S. 16 f.).
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Die Vorinstanz setzte sich ebenfalls mit dem Argument des Beschuldigten, nur als
Vertrauensperson vor Gericht aufgetreten zu sein, auseinander und verneinte
dies unter Darlegung der Beweislage, verbunden mit dem Hinweis, dass auch die
Geschädigtenvertretung unter das Anwaltsmonopol falle (Urk. 56 S. 17 f.).
Schliesslich verneinte die Vorinstanz bezüglich der Vertretung von E._ die
Berufung des Beschuldigten auf einen beruflich qualifizierten Vertreter nach
Art. 68 Abs. 2 lit. d ZPO i.V.m. § 11 Abs. 2 lit. a AnwG, da der Beschuldigte keiner
Arbeitgeber- oder Arbeitnehmerorganisation angehöre (Urk. 56 S. 19).
3. Würdigung
3.1. Vorweg ist festzuhalten, dass es die eingeschränkte Kognition des  erforderlich macht, dass sich der Beschuldigte mit den Erwägungen
des vorinstanzlichen Urteils auseinandersetzt und anhand dieser Erwägungen die
geltend gemachte Willkür begründet und substantiiert aufzeigt. Es genügt nicht,
wenn der Beschuldigte lediglich seine (allgemeine) Sicht der Dinge darstellt. Auf
die oben erwähnten Ausführungen des Beschuldigten ist daher nur insoweit
einzugehen, als dargelegt wird, inwiefern die vorinstanzliche Urteilsbegründung
willkürlich sein soll, und/oder eine Rechtsverletzung geltend gemacht wird.
3.2. Das Bundesgericht hat in BGE 140 III 555 E. 5.3 erkannt, dass es für die Auslegung des Begriffs der berufsmässigen Vertretung nicht entscheidend darauf
ankommen kann, ob der Vertreter seine Tätigkeit gegen Entgelt oder zu Erwerbs-
zwecken ausübt. Ein Schutzbedürfnis des Publikums bestehe bereits dann, wenn
der Vertreter bereit ist, in einer unbestimmten Vielzahl von Fällen tätig zu werden.
Darauf kann [...] geschlossen werden, wenn er bereit ist, die Vertretung ohne
besondere Beziehungsnähe zum Vertretenen zu übernehmen. In solchen Fällen
gründet das Vertrauen in den Vertreter nicht auf seiner Person oder seiner Nähe
zum Vertretenen, sondern auf anderen Eigenschaften des Vertreters (z.B. seine
behauptete Fachkompetenz, Mitgliedschaft in Interessenverbänden etc.) und
damit auf ähnlichen Kriterien wie bei der Auswahl eines Berufsmanns bzw. einer
Berufsfrau. Da das Element des persönlichen Näheverhältnisses nicht im Vorder-
grund steht, rechtfertigt es sich – so das Bundesgericht –, solche Vertreter den
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Restriktionen für berufsmässige Vertreter zu unterwerfen. Der genannten Bun-
desgerichtsentscheid wurde vom Bundesgericht in 5A_726/2015 vom 19. Novem-
ber 2015 E. 7 bestätigt und vom Obergericht Zürich LF160007 vom 7. April 2016
E. 5.1 übernommen.
Ist der Vertreter mithin bereit, in einer unbestimmten Zahl von Fällen tätig zu
werden, ist die Berufsmässigkeit unabhängig von der Entgeltlichkeit zu bejahen.
3.3. Der Beschuldigte legt nicht dar, weshalb die Vorinstanz in ihrer , dass zwischen dem Beschuldigten und den Personen G._s, H._,
D._ sowie E._ keine besondere Beziehungsnähe bestand, sondern die
Mandatsübernahme primär aufgrund seiner Fachkompetenz und Verständigung in
deren Muttersprache erfolgte, in Willkür verfallen sein soll. Die Vorinstanz erwog
schlüssig, dass aufgrund der deponierten Aussagen des Beschuldigten von losen
Bekanntschaften auszugehen sei, wobei bei sämtlichen Vertretungen die rechtli-
chen Kompetenzen des Beschuldigten Grund für das Zustandekommen des Kon-
taktes gewesen seien. Es ist im Übrigen davon auszugehen, dass gerade bei län-
ger dauernden rechtlicher Unterstützung eine gewisse emotionale Bindung zwi-
schen dem Rechtsvertreter und dem Mandat notorisch entstehen kann.
Hinsichtlich des Vorbringens des Beschuldigten, die Vorinstanz habe bezüglich
D._ zunächst eine besondere Beziehungsnähe bejaht und im Widerspruch
dazu, auch in diesem Fall eine berufsmässige Vertretung angenommen, ist darauf
hinzuweisen, dass die Vorinstanz in diesem Fall "allenfalls" von einer besondere
Beziehungsnähe sprach, dies jedoch offen liess (vgl. dazu Urk. 56 S. 14), zumal
die Vorinstanz die Bereitschaft des Beschuldigten, in einer unbestimmten Vielzahl
von Fällen, die Vertretung ohne besondere Beziehungsnähe zum Vertretenen zu
übernehmen, im Folgenden namentlich aufgrund seines Internetauftrittes generell
bejahte.
Die Bereitschaft des Beschuldigten, in einer Vielzahl von Fällen als Vertreter im
Anwaltsmonopol tätig zu werden, ergibt sich – wie die Vorinstanz richtig aufzeigt –
aus dem Internetauftritt des Beschuldigten auf der Website der Mobilen Rechts-
beratung (www.J._.ch). Die Behauptung des Beschuldigten, es handle sich
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lediglich um Rechtsberatungen ist nicht stichhaltig, zumal dort auch die Hilfe bei
Gerichtsprozessen aller Art sowie die Begleitung zu Behörden und Ämtern ange-
boten wird und jeglicher Hinweise fehlt, dass der Beschuldigte nicht mehr Inhaber
des zürcherischen Anwaltspatents ist (Urk. 16/2/2/2). Der Beschuldigte bietet
konkret auf der Website nicht nur Rechtsberatung, sondern auch die Tätigkeit als
"Rechtsbeistand" an (http://J._.ch/home/beispiele [besucht am 25.8.2020].
Der Beschuldigte kann sich diesbezüglich auch nicht darauf berufen, dass I._
für den Internetauftritt verantwortlich sei, da über die Website die Dienste des Be-
schuldigten angeboten werden.
3.4. Die Qualifikation des Beschuldigten als berufsmässiger Vertreter im Sinne von Art. 68 Abs. 2 ZPO ist demnach mit der Vorinstanz bezüglich Anklageziffern 2
bis 5 zu bejahen.
3.5. Eine andere (rechtliche) Frage ist hingegen, ob die dem Beschuldigten  Handlungen vom Anwaltsmonopol erfasst sind bzw. ein strafrechtlich
relevantes Verhalten vorliegt. Diesbezüglich ist darauf hinzuweisen, dass das
Verfassen einer Rechtsschrift in Namen einer Partei nicht vom Anwaltsmonopol
erfasst wird, soweit der Beschuldigte nicht formell oder tatsächlich als Vertreter
vor Gericht oder Behörden auftritt. Der Beschuldigte muss sich mithin formell oder
zumindest implizit als Vertreter zu erkennen geben. Entsprechend fallen folgende
Handlungen des Beschuldigten unter das Anwaltsmonopol und sind strafbar,
soweit keine ausnahmsweise Berechtigung vorliegt (dazu hernach):
- Zu Anklageziffer 2: die Bezeichnung als Zustellempfänger für jegliche Korres-
pondenz der Klägerin G._ (Urk. 2/5) Gemäss Art. 136 ZPO wird die Ge-
richtspost an eine Partei persönlich zugestellt. Bei einer Vertretung erfolgt gestützt
auf Art. 137 ZPO die Zustellung an die Vertretung. Indem der Beschuldigte sich
als Zustellempfänger bezeichnen liess, trat er gegenüber dem Gericht als Vertre-
ter auf und bewegte sich damit im Bereich des Anwaltsmonopols.
- Zu Anklageziffer 3: die Bezeichnung als (unentgeltlicher) Vertreter von H._
mittels Vollmacht von 11. August 2017 (Urk. 2/7) und die Teilnahme an der Eini-
gungsverhandlung als juristischer Vertreter der Klägerin. Der diesbezüglich Ein-
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wand des Beschuldigten, eine Einigungsverhandlung vor Gericht falle nicht unter
das Anwaltsmonopol, ist unzutreffend (vgl. dazu Urk. 21/2 Frage 11).
- Zu Anklageziffer 4: die Eingabe vom 16. März 2018 als Geschädigtenvertreter
von D._ (Urk. 6/3/2/1) und die darauffolgend vorgenommenen Handlungen
des Beschuldigten. Entgegen der Auffassung des Beschuldigten handelt es sich
bei der geschädigten Person um einen anderen Verfahrensbeteiligten im Sinne
von Art. 105 Abs. 1 lit. a StPO. Nach § 11 Abs. 1 lit. a AnwG fällt auch die be-
rufsmässige Vertretung anderer Verfahrensbeteiligten unter das Anwaltsmonopol.
- Zu Anklageziffer 5: die Teilnahme an der Hauptverhandlung als "Vertrauens-
person" von E._, in der Absicht die Klage zu begründen und die Bezeich-
nung als Rechtsanwalt im Schriftenwechsel (Urk. 16/6/2/1).
Die Vorinstanz hat überdies in Erwägungen 2.3.5 zutreffend dargelegt, dass der
Einwand des Beschuldigten vor den Gerichten lediglich als Vertrauensperson
aufgetreten zu sein, nicht mit der Beweislage in Einklang gebracht werden kann.
Der Beschuldigte bezeichnete sich zwar teilweise als Vertrauensperson, nahm
indessen Vertretungsfunktionen wahr. Auf die zutreffenden Erwägungen der Vor-
instanz kann diesbezüglich verwiesen werden (Urk. 56 S. 17 f.).
3.6. Die Behauptung des Beschuldigten, er sei im Fall der Vertretung von E._ (Anklageziffer 5) als beruflich qualifizierter Vertreter im Sinne von § 11 Abs. 2 lit. a
AnwG i.V.m. Art. 68 Abs. 2 lit. d ZPO zu betrachten, hat die Vorinstanz mit zutref-
fender Begründung verneint. Darauf kann verwiesen werden (Urk. 56 S. 18 f.).
Unter beruflich qualifizierte Vertreter fallen ausschliesslich Personen, die einer
Arbeitnehmer- oder Arbeitgeberorganisationen angehören (vgl. dazu auch BSK
ZPO-TENCHIO, 3. Aufl., 2017, Art. 68 N 13). Der Beschuldigte gehört(e) unbestrit-
tenermassen keiner solchen an. Die Vorbringen des Beschuldigten in der Beru-
fungsbegründung zu seinen juristischen Qualifikationen und Erfahrungen sind für
die Zulassung als beruflich qualifizierter Vertreter hingegen nicht von Belang. Er-
wägungen darüber erübrigen sich von Vornherein.
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3.7. Mit der Vorinstanz ist demnach festzuhalten, dass keine Ausnahme von Art. 68 Abs. 2 ZPO greift, welche dem Beschuldigten die berufsmässige Ver-
tretung erlaubt hätte (vgl. Urk. 56 S. 19).
3.8. Die Vorinstanz bejahte ein eventualvorsätzliches Handeln des Beschuldigten, da der Beschuldigte wiederholt vorbrachte, genau zu wissen, was vom Anwalts-
monopol umfasst sei und was nicht. Durch seinen Internetauftritt, der Vielzahl der
übernommenen Mandate und seinen Eingaben sowie Vertretungen vor Gericht
und Behörden habe er mindestens in Kauf genommen, dass sein Verhalten als
berufsmässig qualifiziert werde und er sich damit im Bereich des Anwalts-
monopoles bewege (Urk. 51 S. 20 f.).
3.9. Zum subjektiven Tatbestand führt der Beschuldigte in der  aus, durch die vielen Strafanzeigen gegen ihn, welche alle eingestellt oder
sistiert worden seien, genau zu wissen, was er dürfe und was nicht und er versu-
che jeden Ärger zu vermeiden (Urk. 81 S. 14). Damit kann der Beschuldigte nichts
zu seinen Gunsten ableiten. Die Erwägungen der Vorinstanz, dass mindestens
von einem eventualvorsätzlichen Handeln des Beschuldigten auszugehen ist, sind
zutreffend. Der Beschuldigte wusste, dass er im Bereich des Anwaltsmonopols
nicht berufsmässig tätig sein darf und nahm dennoch die Vertretungen von
G._s, H._, D._ sowie E._, wenn auch unentgeltlich wahr. Das
Risiko der Tatbestandsverwirklichung, das Tätigkeitwerden als berufsmässiger
Vertreter im Anwaltsmonopol ohne kantonales Anwaltspatent, nahm er mindes-
tens billigend in Kauf.
3.10. Der Beschuldigte ist nach dem Dargelegten der mehrfachen Übertretung im Sinne von § 40 AnwG ZH i.V.m. § 11 Abs. 1 lit. a und lit. b AnwG ZH i.V.m. Art. 68
Abs. 2 lit. a ZPO schuldig zu sprechen.
3.11. Anzumerken bleibt, dass der Beschuldigte sicherlich nicht egoistisch handelte, sondern G._s, H._, D._ sowie E._ vielmehr helfen
wollte. Dies ist aber entgegen der Auffassung des Beschuldigten für die Beurtei-
lung, ob der Tatbestand erfüllt ist oder nicht, nicht von Relevanz. Wie noch zu
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zeigen sein wird, hat das Motiv des Beschuldigten indessen bei der Strafzumes-
sung Berücksichtigung zu finden.
IV. Sanktion
1. Allgemeines
Die Vorinstanz hat die theoretischen Grundsätze zur Festlegung der Höhe der
Busse zutreffend wiedergeben. Darauf kann verwiesen werden (Urk. 56 S. 21 f.).
Der Strafrahmen von § 40 AnwG sieht eine Busse bis zu Fr. 20'000.– als Sanktion
vor. Die mehrfache Tatbegehung ist innerhalb des Strafrahmens straferhöhend zu
berücksichtigen.
2. Konkrete Strafzumessung
2.1. Zur objektiven Tatschwere lässt sich festhalten, dass der Beschuldigte in insgesamt vier Fällen, wenn auch unentgeltlich, als berufsmässiger Vertreter vor
Gerichten bzw. Strafbehörden auftrat, obschon ihm das Anwaltspatent entzogen
wurde und er mithin nicht mehr befugt war, im Anwaltsmonopol berufsmässig tätig
zu werden. Der Internetauftritt des Beschuldigten zeigt, dass er dennoch bereit ist,
in einer Vielzahl von Fällen eine berufsmässige Vertretung auch im Bereich des
Anwaltsmonopols zu übernehmen. Die objektive Tatschwere ist mit der Vor-
instanz als noch leicht zu werten.
Bezüglich der subjektiven Tatschwere gilt zu berücksichtigen, dass der Beschul-
digte nicht monetär motiviert, uneigennützig und nur eventualvorsätzlich handelte.
Die subjektive Tatschwere ist als leicht zu veranschlagen.
2.2. Straferhöhend wirken sich die zahlreichen Vorstrafen des Beschuldigten aus (Urk. 90). Zudem handelte der Beschuldigte auch während laufender Probezeit,
was die Vorinstanz in ihren Erwägungen unberücksichtigt liess.
2.3. Die finanzielle Situation des Beschuldigten hat sich seit dem Urteil der Vorinstanz nochmals verschlechtert, indem der Beschuldigte nun nicht mehr nur
Fr. 720.–, sondern Fr. 1'440.– an Miete bezahlen muss und er kurz vor einer
Pfändung stehe (Urk. 81 S. 15).
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2.4. Nach dem Dargelegten, namentlich unter Berücksichtigung, dass der  auch während laufender Probezeit delinquierte, erscheint die von der
Vorinstanz ausgesprochene Busse in der Höhe von Fr. 2'000.– trotz Verschlech-
terung der finanziellen Verhältnisse des Beschuldigten insgesamt angemessen.
Die Busse ist zu bezahlen.
2.5. Zu bestätigen ist auch die Ersatzfreiheitsstrafe von 20 Tagen für den Fall der schuldhaften Nichtbezahlung der Busse (Urk. 56 S. 23).
V. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Erstinstanzliche Kosten
Zufolge des konkreten Verfahrensausgangs ist das vorinstanzliche Kosten-
dispositiv zu bestätigen (Urk. 56 S. 25, Dispositiv-Ziff. 4 und 5).
2. Kosten und Entschädigung im Berufungsverfahren
2.1. Im Rechtsmittelverfahren tragen die Parteien die Kosten nach Massgabe  Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte unter-
liegt zwar mit seinem Antrag auf Freispruch vollumfänglich, beruft sich indessen
bezüglich Anklageziffer 1 zu Recht auf den Eintritt der Verjährung. Damit ist er als
teilweise obsiegend zu betrachten. Die Kosten für das Berufungsverfahren sind
ihm daher zu 4/5 aufzuerlegen und zu 1/5 auf die Gerichtskasse zu nehmen. Die
zweitinstanzliche Gerichtsgebühr ist auf Fr. 1'500.– festzusetzen.
2.2. Gestützt auf Art. 436 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 429 Abs. 1 StPO hat die  Person bei einer teilweisen Einstellung Anspruch auf eine Entschädi-
gung ihrer Aufwendungen für die angemessene Ausübung ihrer Verfahrensrechte
(lit. a), einer Entschädigung der wirtschaftlichen Einbussen, die ihr aus ihrer
notwendigen Beteiligung am Strafverfahren entstanden sind (lit. b), sowie für eine
Genugtuung für besonders schwere Verletzungen ihrer persönlichen Verhältnisse,
insbesondere bei Freiheitsentzug (lit. c).
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2.3. Der Beschuldigte macht geltend, ihm sei für das Berufungsverfahren ein Aufwand von 15 Stunden à Fr. 200.–, d.h. insgesamt Fr. 3'000.– zu entschädigen.
Für das Verfassen der Berufungsbegründung habe er zwei Tage gearbeitet.
Zudem verlange er eine Genugtuung von Fr. 10'000.– (Urk. 81 S. 16).
2.4. Der Beschuldigte macht damit sinngemäss einen Lohnausfall im Sinn von Art. 428 Abs. 1 lit. b StPO geltend, da zwei Tage für das Verfassen der Beru-
fungsbegründung investierte. Es ist unter Berücksichtigung des teilweise
Obsiegens des Beschuldigten angemessen, ihm unter diesem Titel eine reduzier-
te Prozessentschädigung von Fr. 600.– zuzusprechen.
Das Verrechnungsrecht des Staates im Sinne von Art. 442 Abs. 4 StPO bleibt
vorbehalten.
2.5. Für die Zusprechung einer Genugtuung besteht dagegen kein Raum, da es an einem besonderen schweren Eingriff in die persönlichen Verhältnisse des
Beschuldigten im Sinne von Art. 28 ZGB bzw. Art. 49 OR mangelt.