Decision ID: db852165-8682-4f12-8894-7673586ce7e8
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1992
,
war seit Mai 2015 bei
Y._
angestellt als
Bauwerktrenner
und in dieser Eigenschaft bei der Suva gegen Berufs- und Nicht
berufsunfälle versichert. Mit Sch
adenmeldung vom
8.
Dezember 2017
wurde der Suva angezeigt, dass dem Versicherten am
4.
Dezember 2017 ein Holzbalken auf den Fuss (Rist) gefallen sei (
Urk.
10/1).
Die Erstbehandlung erfolgte am
4.
Dezem
ber 2017 im Spital
Z._
, wo ein natives CT des linken Fusses erstellt wurde. Die behandelnden Ärzte diagnostizierten ein posttraumatisches Hämatom des lin
ken Fusses und schlossen eine Fraktur aus (
Urk.
10/22).
Die Suva trat auf den Schaden ein und erbrachte die gesetzlichen Leistungen (
Urk.
10/3).
Nachdem die Suva medizinische und erwerbliche Abklärungen getätigt hatte
,
verfügte sie am 1
6.
Januar 2019, dass die Leistungen per 3
1.
Januar 2019 eingestellt würden, da der Zustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden habe, gemäss medizi
nischer Beurteilung spätestens am
6.
März 2018 erreicht gewesen sei (
Urk.
10/82). Hiergegen erhob der Versicherte am 2
6.
Januar 2019 Einsprache (
Urk.
10/91), welche er am 1
5.
Februar 2019 ergänzend begründete (
Urk.
10/97). Die Suva legte die Akten ihrem Kreisarzt
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, vor, welcher am 2
3.
April 2019 Stellung bezog (
Urk.
10/107). Der Beschwerdeführer ergänzte seine Einsprache am 1
0.
Mai 2019 (
Urk.
10/112).
Mit
Einspracheentscheid
vom 1
2.
August 2019 wies die Suva die Einsprache ab (
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte am 1
6.
September 2019 Beschwerde am hiesigen Gericht und beantragte, der
Einspracheentscheid
sei aufzuheben und es seien ihm mit Wirkung ab dem 3
1.
Januar 2019 weiterhin Versicherungsleistungen (Heil
behandlung und Taggeld) zuzusprechen (
Urk.
1). Mit Beschwerdeantwort vom 1
3.
Januar 2020 schloss die Beschwerdegegnerin
auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
9 unter Beilage ihrer Akten,
Urk.
10/1-119), worüber der Beschwerdeführer am 1
4.
Januar 2020 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
11).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Die Beschwerdegegnerin hielt im angefochtenen
Einspracheentscheid
dafür,
dass das Ereignis vom
4.
Dezember 2017 als banaler bzw. leichter Unfall zu qualifi
zieren sei, so dass der adäquate Kausalzusammenhang zwischen den psychischen Beschwerden und dem Unfall gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ver
neint werden könne. Des Weiteren sei gestützt auf die beweiskräftige Einschät
zung von
Dr.
A._
überwiegend wahrscheinlich erstellt, dass per 3
1.
Januar 2019 keine organischen Unfallfolgen mehr vor
gelegen hätten
und die Leistungen zu Recht eingestellt worden seien (
Urk.
2).
Der Beschwerdeführer brachte demgegenüber im Wesentlichen vor,
dass ein neu
ropathisches Schmerzsyndrom ein organisches Leiden sei und sich mittels einer neurologischen Beurteilung objektivieren lasse. Entsprechend sei ein neurologi
sches Gutachten in Auftrag zu geben, welches eine genauer
e
Kartographierung des neuropathischen Schmerzareals am linken Fuss mit sensorisch quantitativer Testung vornehme und Stellung beziehe, welche konkreten Belastungen noch zumutbar seien. Werde mittels neurologischer Abklärung nachgewiesen, dass eine Verletzung des Nervensystems vorliege, so liege eine somatische Beeinträchti
gung vor und die Suva müsse weiterhin leisten (
Urk.
1).
In der Beschwerdeantwort führte die Beschwerdegegnerin ergänzend aus, dass eine Nervenverletzung nicht aus den Akten hervorgehe, so dass keine Veranlas
sung bestehe, eine zusätzliche spezialärztliche neurologische Ab
klärung vorzu
nehmen. Hinzu komme
, dass die Diagnose eines neuropathischen Schmerzsyn
droms gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung zu wesentlichen Teilen auf
grund von klinischen Befunden gestellt werde, so dass diese Diagnose nicht mit einer organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolge gleic
hzusetzen sei. Entspre
chend wäre
die Adäquanz nach der Psycho-Praxis zu prüfen, wobei selbst bei Annahme eines mittelschweren Ereignisses im Grenzbereich zu den leichten Unfällen die Adäquanz aufgrund der nicht erstellten Kriterien zu verneinen wäre (
Urk.
9).
2.
2.1
Nach
Art.
6 des
Bundesgesetz
es
über die Unfallversicherung (UVG)
werden die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt
.
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt voraus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem eingetretenen Schaden ein natürlicher und ein adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 129 V 181
E.
3.1-2 mit Hinweisen).
2.2
2.2.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
2.2.2
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich
nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens
muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchs
aufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76). Diese Beweisgrund
sätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kos
tenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
2.3
2.3.1
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adä
quate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 402 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
2.3.2
Für die Beurteilung der Frage, ob ein Unfall nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, eine psychische Gesundheitsschädigung herbeizuführen, ist nach der in BGE 115 V 133 ergange
nen Rechtsprechung auf eine weite Bandbreite von Versicherten abzustellen. Dazu gehören auch jene Versicherten, die aufgrund ihrer Veranlagung für psy
chische Störungen anfälliger sind und einen Unfall seelisch weniger gut verkraf
ten als Gesunde, somit im Hinblick auf die erlebnismässige Verarbeitung des
Unfalles zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko gehören, weil sie aus versiche
rungsmässiger Sicht auf einen Unfall nicht optimal reagieren (BGE 115 V
133
E.
4b).
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S. 288 E. 3b; BGE 115 V 133 E. 7 mit Hinweisen). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei – aus
gehend vom augenfälligen Geschehensablauf – folgende Einteilung vorgenom
men wurde: banale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und schliesslich der
dazwischen liegende
mittlere Bereich (BGE 115
V
133 E. 6; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1, 120 V 352 E. 5b/
aa
; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
2.3.3
Bei der Einteilung der Unfälle mit psychischen Folgeschäden in leichte, mittel
schwere und schwere Unfälle ist nicht das Unfallerlebnis des Betroffenen mass
gebend, sondern das objektiv erfassbare Unfallereignis (vgl. BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
, 115 V 133 E. 6; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2; RKUV 2005 Nr. U 549 S. 237, 1995 Nr. U 215 S. 91).
2.3.4
Bei banalen Unfällen wie zum Beispiel bei geringfügigem Anschlagen des Kopfes oder Übertreten des Fusses und bei leichten Unfällen wie zum Beispiel einem gewöhnlichen Sturz oder Ausrutschen kann der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und psychischen Gesundheitsstörungen in der Regel ohne wei
teres verneint werden, weil aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung aber auch unter Einbezug unfallmedizinischer Erkenntnisse davon ausgegangen werden darf, dass ein solcher Unfall nicht geeignet ist, einen erheblichen Gesundheits
schaden zu verursachen (BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
, 115 V 133 E. 6a).
2.3.5
Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalles allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwür
digung einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen:
-
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalles;
-
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
-
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
-
körperliche Dauerschmerzen;
-
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
-
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
-
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 134 V 109 E. 6.1, 115 V 133 E. 6c/
aa
).
Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beurtei
lung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, welcher zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist (vgl. RKUV 1999 Nr. U 346 S. 428, 1999 Nr. U 335 S. 207 ff.; 1999 Nr. U 330 S. 122 ff.; SVR 1996 UV Nr. 58). Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, wie zum Beispiel eine auf
fallend lange Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit infolge schwieri
gen Heilungsverlaufes. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes beziehungs
weise ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Krite
rien herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem Grenz
bereich zu den leichten Unfällen zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu berück
sichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann. Diese Würdigung des Unfalles zusammen mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung der Adäquanz. Damit entfällt die Notwendigkeit, nach andern Ursachen zu forschen, die möglicher
weise die psychisch bedingte Erwerbsunfähigkeit mitbegünstigt haben
könnten (BGE 115 V 133 E. 6c/
bb
, vgl. auch BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
; RKUV 2001 Nr.
U
442 S. 544 ff., Nr. U 449 S. 53 ff., 1998 Nr. U 307 S. 448 ff., 1996 Nr.
U
256 S. 215 ff.; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
2.4
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzuneh
men (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
3.
Die medizinische Aktenlage stellt sich folgendermassen dar:
3.1
Am
4.
Dezember 2017 erfolgte die Erstbehandlung im Spital
Z._
. Die behandelnden Ärzte diagnostizierten ein posttraumatisches Hämatom des linken Fusses mit/bei:
-
Trauma mit einem metallischen Balken am
4.
Dezember 2017
-
Röntgen Fuss a-p./lat. Fraktur Ausschluss
-
CT des linken Fusses, Fraktur Ausschluss, subkutanes Weichteilhäma
tom am Fussrücken mit einer Dicke von ca. 16 mm und einem Durch
messer von ca. 5 x 4.5 cm
Sie verschrieben Analgesie bei Bedarf mit
Novalgin
500 mg viermal täglich und
Irfen
400 mg dreimal täglich sowie Kühlung und Hochlagerung der Extremität. Bei Verschlimmerung der Beschwerden sei eine notfallmässige Wiedervorstellung indiziert (
Urk.
10/22).
3.2
Am
6.
März 2018 erfolgte ein MRI am Stadtspital
B._
, wobei ein normales MRI
Vorfuss
links ohne Nachweis einer posttraumatischen Läsion
gefunden wurde (
Urk.
10/20).
Dr.
med.
C._
, Facharzt
für Allgemeinmedizin, untersuchte den Beschwerdeführer am
8.
März 2018 und konstatierte, dass die Schwellung am
dorsum
p
edis
rückgängig sei. Am
Fussrist
sei eine
runde
, ca. 6 cm grosse weiche Schwellung, die immer noch sehr
druckdolent
sei. In den Arbeitsschuhen sei die dorsal
e
Flexion des Versfusses wegen starken Schmerzen nicht möglich, nach drei Stunden bestünden
Parästhe
sien im
Vorfuss
. Abends nach dem
Ausziehen des Schuhes und des Kompressionsstrumpfes betreffe die Schwellung fast den ganzen Fuss und es würden Schmerzen beklagt (
Urk.
10/21).
3.3
Am 2
0.
März 2018 erfolgte eine
Zafas
-Untersuchung durch
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Allgemeinmedizin und Anästhesie. Dieser diagnostizierte eine fort
bestehende wechselnde schmerzhafte Schwellung des linken Fussrückens nach starker Prellung. Weitere Abklärungen brächten allenfalls eine bessere Diagnose, aber keine Heilung. Die Kriterien für ein CRPS seien nicht erfüllt. In Turnschuhen oder allenfalls einem angepassten Schuh könnte er arbeiten. Eine schnelle Hei
lung vier Monate nach dem Unfall halte er für unwah
r
scheinlich, sei aber auf lange Sicht (1-2 Jahre) möglich. Im angestammten Beruf bestehe eine volle Arbeitsunfähigkeit, da er keine Suva-Schuhe tragen könne (
Urk.
10/23).
3.4
Dr.
med.
E._
, Oberärztin Fusschirurgie
Klinik
F._
, untersuchte den Beschwerdeführer erstmalig am 2
9.
Mai 2018 (
Urk.
10/39) und diagnostizierte eine
Dekonditionierung
des linken Fusses mit persistierender Schwellung nach Quetschtrauma vom
4.
De
zember 201
7.
Sie verordnete
Physiotherapie mit lokal antiphlogistischen/abschwellenden Massnahmen sowie im Verlauf Kräftigung sowie Koordinations- und
Propriozeptionstraining
.
Dr.
E._
hielt anlässlich der nächsten Konsultation vom
7.
August 2018 fest, die Physiotherapie habe zu einer Verbesserung der Mobilisation geführt, es seien jedoch weiterhin Schmerzen im geschlossenen Schuhwerk vorhanden, sodass der dringende Verdacht auf ein persistierendes
komplexes regionales Schmerzsyndrom (
CRPS
)
bestehe (
Urk.
10/49).
In der Folge wurde
der Beschwerdeführer
in der Rheumatologie der
Klinik
F._
untersucht. Die behandelnden Ärzte hielten dabei folgende Diagnosen fest (
Urk.
10/56):
-
Persistierendes CRPS Fuss links
-
Status nach Quetschtrauma 4.12.2017
-
normales MRI
Vorfuss
links (06.03.2018)
-
anhaltende vasomotorische Dysregulation (vermehrtes Schwitzen, Hauttemperaturerhöhung, intermittierendes Ödem), Hyperästhesie, Schwäche
-
Tendenz zur
Hyperlaxizität
-
Beighton
-Score 5/9
-
lumbospondylogenes
Syndrom
-
Striae
distensea
cutis
-
Adipositas Grad III
Sie würden dringe
nd empfehlen, die psychologisch
-psychiatrische Betreuung engmaschig weiterzuführen. Therapeutisch würden die Therapien belassen bei leichter Besserung des Fusses und aktuellem Versuch eines schmerzadaptierten Belastungsaufbaus.
Anlässlich der Konsultation vom 1
2.
September 2018 erhoben die Ärzte ein unverändertes Befinden (
Urk.
10/61).
3.5
Die Beschwerdegegnerin holte eine Standortbestimmung bei PD
Dr.
med.
G._
, Chefarzt R
heumatologie und Physikalische M
edizin des
H._
, ein.
Dr.
G._
untersuchte den Beschwerdeführer am 2
4.
Oktober 2018 und diag
nostizierte (1) einen Verdacht auf neuropathisches Schmerzsyndrom Fuss links (Erstmanifestation 12/2018), aktuell keine Hinweise auf ein
florides
CRPS und (2) einen Status nach Fusskontusion vom
4.
Dezember 2017, unauffälliges MRI Fuss links vom
6.
März 201
8.
Der Beschwerdeführer äussere auf Symptomebene
Beschwerden, welche potenzi
ell mit einem CRPS vereinbar wären. Anlässlich der heutigen Konsultation zeig
ten sich jedoch keinerlei Hinweise für ein
florides
CRPS. Ausserdem zeige eine selbst durchgeführte Fotodokumentation in der Frühphase kein CRPS. In der Gesamtschau führe er die Beschwerden am ehesten auf ein neuropathisches Schmerzsyndrom zurück. Die beschriebenen vegetativen Symptome seien am ehesten auf eine vegetativ unterhaltene Schmerzkomponente zurückzuführen (
Urk.
10/65).
3.6
Die Suva legte die Akten der Versicherungsmedizin vor und
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Orthopädie und Traumatologie, nahm am
2.
Novem
ber 2018 Stellung. Er konstatierte, dass aus orthopädischer Sicht bereits eine Arbeitsfähigkeit bestehen sollte, wobei aber zusätzliche psychische Komponenten bestünden, welche das Schmerzgeschehen beeinflussen würden. Der Status quo sine/ante sei noch nicht erreicht, es sollte eine
Reevaluation
nach Beurteilung eines Schmerztherapeuten erfolgen (
Urk.
10/67).
3.7
Der Hausarzt des Beschwerdeführers überwies den Beschwerdeführer an
Dr.
med.
J._
, Facharzt für orthopädische Chirurgie.
Dr.
J._
diagnostizierte (1) eine
Insertionstendinitis
pes
anserinus
und anamnestisch
Femoropatellärsyndrom
rechts infolge Überlastung bei Status nach Quetschtrauma des linken Fusses am
4.
Dezember 2017, (2) einen Status nach Kniekontusion links im Oktober 2017, (3) Adipositas und (4)
Hyperlaxizität
. Seines Erachtens bestehe eine ausgeprägte
Insertionstendinitis
des
pes
anserinus
bei verändertem Gangbild im Rahmen der vermehrten Belastung des
rechten Beines bei Status nach Unfall am linken Fuss. Ther
apeutisch habe er ein Beinachsentraining und Kräftigung
der knienahen Muskulatur veror
d
n
et. Seines Erachtens stünden die Beschwerden am rechten Bein im Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom Dezember 2017 (
Urk.
10/74).
3.8
Anlässlich der Verlaufskonsultation in der Rheumatologie der
Klinik
F._
vom 1
2.
Dezember 2018 führte
n
die Ärzte aus, dass eine in etwa unveränderte Beschwerdesituation bestehe und es durch die bisherigen Massnahmen zu keiner wesentlichen
weiteren Besserung gekommen
sei
. Klinisch lägen ähnliche Befunde wie in der letzten Konsultation vor mit diskreter Schwellung, Hyperhidrose ohne trophische Störungen mit schmerzhaft eingeschränkter aktiver Beweglichkeit und
Allodynie
. Eine stationäre Rehabilitation werde abgelehnt und weitere Medika
mente würden hinsichtlich weiterer Nebenwirkungen nur sehr ungern eingenom
men. Sie einigten sich auf einen Infiltrationsversuch, sollte dies keine Besserung erbringen, würden sie eine Anbindung an ein Schmerzzentrum veranlassen (
Urk.
10/78).
3.9
Dr.
A._
nahm am
4.
Januar 2019 Stellung und führte aus, dass keine struk
turellen Läsionen am linken Fuss vorlägen, die überwiegend wahrscheinlich auf den Unfall vom
4.
Dezember 2017 zurückzuführen seien und verwies auf das CT vom
4.
Dezember 2017, welches ein subkutanes Weichteilhämatom ohne Beteili
gung von knöchernen und
ligamentären
Strukturen zeigte, und das MRI vom
6.
März
2018, in welchem ein Normalbefund erhoben wurde. Der Status quo ante sei im MRI vom
6.
März 2018 bildgebend dokumentiert. Die weiterhin beklagten Beschwerden könnten organisch nicht erklärt werden. Entsprechend seien soma
tisch unfallkausal keine Behandlungsmassnahmen indiziert (
Urk.
10/79).
3.10
Die Ärzte der Manuellen Medizin und
Interventionellen
Rheumatologie der
F._
Klinik diagnostizierten anlässlich der Konsultation vom
7.
Januar 2019 (1) einen anhaltenden Schmerzzustand im Fuss links nach Quetschtrauma am
4.
Dezember 2017 und (2) eine Adipositas. Der Beschwerdeführer sei ihnen zugewiesen wo
rden zur Evaluation weiterer Therapie
optionen. Sie würden eine Neuraltherapie versuchen, manuelle Ansatzpunkte fänden sie nicht (
Urk.
10/90).
Da die Neuraltherapie erfolglos gewesen sei, schlugen die Ärzte am
6.
Februar 2019 eine
bildwandlergesteuerte
Testinfiltration vor in den unterschiedlichen Gelenkkompartimenten, um zu sehen, was genau betroffen sei und nach Anäs
thesie eine Impulsmobilisation vorzunehmen. Es scheine nicht völlig abwegig, dass damit die Beschwerden gebessert werden könnten, teils seien die Erfolge bei solchen
Massnahmen ganz erstaunlich (
Urk.
10/96). Am 2
5.
März 2019 erfolgte die Infiltration (
Urk.
10/105), welche allerdings nicht den gewünschten Effekt zeigte. Die behandelnden Ärzte interpretierten in der Folge, dass der Schmerz
nicht mehr vordergründig peripher-
nozizeptiver
Natur sei, sondern wahrschein
lich stark zentralisiert. Die
interventionellen
Anstrengungen würden nun einge
stellt, manuelle Ansatzpunkte fänden sich nicht. Der Fall werde abgeschlossen. Die wichtigste Massnahme dürfte eine schmerzdistanzierende Medikation und die psychiatrische bzw. psychosomatische Behandlung sein (
Urk.
10/111).
3.11
Dr.
A._
nahm am 2
3.
April 2019 erneut Stellung. Er führte aus, dass zum Zeitpunkt des MRI am
6.
März 2018
keine posttraumatischen Läsionen
und damit der Status quo ante
d
argestellt wo
rden
seien.
Die weit
erhin geklagten Beschwer
den seien
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf einen physiologischen Prozess oder eine körperliche Störung zurück
zuführen. Das klinische Bild sei
gekennzeichnet durch einen schweren und belastenden Schmerz des Fusses links, welcher auf keine anerkannte medizinische Behandlung nachvollziehbar rea
gierte. Der
Beschwerdeführer habe
wechselnde und ausserordentlich starke Beschwerden
beschrieben, welche konstant vorlägen und nicht veränderbar gewesen seien
. Sämtliche
therapeutischen Massnahmen hätten
bis anhin versagt, die Symptombeschreibung
habe
keinem pathophysiologischen Prozess zugeord
net werden
können. Aus versicherungsmedizinischer Sicht seien
die Kriterien für eine soma
toforme Schmerzstörung mit Symp
tomausweitung erfüllt (
Urk.
10/107/5 f.).
3.12
Auf Rückfrage des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers
hielten die Ärzte der Rheumatologie der
Klinik
F._
am
8.
April 2019 fest,
dass weiterhin eine
unzufrieden
stellende
Situation mit eingeschränkter Belastbarkeit und anhalten
den Schmerzen sowie Bewegungsstörungen des Fusses bestehe, es seien also noch somatisch unfallkausal Behandlungsmassnahmen indiziert. Der Status quo ante/sine sei noch nicht erreicht. Die aktuellen Beschwerden seien noch auf den Unfall vom
4.
Dezember 2017 zurückzuführen im Sinne eines auslösenden Ereig
nisses (
Urk.
10/112).
4.
4.1
Dr.
A._
führte am 2
3.
April 2019 unter Berücksichtigung der vorliegenden medizinischen Aktenlage schlüssig und nachvollziehbar aus, dass im Zeitpunkt des MRI vom März 2018 bildgebend der Status quo ante dargestellt worden sei, da keine
strukturellen Läsionen dargestellt haben werden können (vgl. E. 3.11). Des Weiteren legte er überzeugend dar, dass sowohl bei der
Zafas
-Untersuchung
(E. 3.3)
als auch bei der erstmaligen Konsultation an der
Klinik
F._
- am 2
9.
Mai 2018
(E. 3.4)
eine deskriptive Diagnose auf Basis der geklagten Symptome gestellt wurde -
die Verdachtsdiagnose eines CRPS
wurde
bis
dahin noch nicht erwähnt
.
Daran vermag auch die vom Rechtsvertreter des Beschwerdeführers eingeholte Stellungnahme der Ärzte der
F._
vom
8.
April 2019 nichts zu ändern: Die Ärzte konstatierten selbst, dass sich die Frage stelle, was als „orga
nisch“ bezeichnet werden solle. Struktu
r
ell gesehen lägen keine radiologisch nachweisbaren Läsionen vor, auf Befundebene bestünden Beschwerden, welche zuletzt als Dysfunktion im
Rückfussbereich
nach Quetschtrauma am
4.
Dezember 2017 beurteilt worden seien (
Urk.
10/112
/9 f.
).
Eine Dysfunktion des
Rückfusses
wurde allerdings durch die Ärzte der
F._
anlässlich der Konsulta
tion vom 1
7.
April 2019 ausgeschlossen (
Urk.
10/111).
Damit wird deutlich, dass
zwar subjektiv Beschwerden bestehen, allerdings
keine nachweisbaren struktu
rellen Läsionen vorliegen, was der Beurteilung von
Dr.
A._
entspricht.
Dies
geht auch klar aus dem
Bericht der behandelnden Ärzte der
F._
vom 2
4.
Juni 2019
hervor
, in welchem sie ausführen, dass ein chron
isches Schmerzsyndrom des linke
n
Fusses
nach Quetschtrauma vor fast zwei Jahren
bestehe
. Sämtliche physiotherapeutischen und manuellen Interventionen seien bisher leider ohne Erfolg gewesen, es werde subjektiv weiterhin von einem vor
wiegend strukturellen
Fussproblem
ausgegangen, welches gelöst werden müsse, bevor eine Belastbarkeitssteigerung in Angriff genommen werden könne. Sie sähen keine weiteren Termine bei sich vor (
Urk.
10/114).
4.2
Der Beschwerdeführer machte in seiner Beschwerde insbesondere geltend, dass
sich ein neuropathisches Schmerzsyndrom mittels einer neurologischen Beurtei
lung objektivieren lasse. Werde so nachgewiesen, dass eine Verletzung des Ner
vensystems oder eine Dysfunktion desselben vorliege, so bestünden noch soma
tische Beeinträchtigungen und die Suva sei als zuständiger Unfallversicherer wei
terhin für Taggeld und Heilbehandlungen leistungspflichtig (
Urk.
1).
Die
Diagnose eines neuropathischen Schmerzsyndroms wird aufgrund von klini
schen Befunden, und nicht gestützt auf bildgebende/apparative Methoden, gestellt. Hierbei handelt es sich somit nicht um eine organisch objektiv ausgewie
sene Unfallfolge im
Sinne der Rechtsprechung (Urteil des Bundesgerichts
8C_647/2018
vom 1
6.
Januar 2019 E. 4.3.2 mit Hinweis auf
Urteil 8C_605/20
10 vom
9.
November 2010 E. 5.2).
Dem entspricht auch, dass die behandelnden Ärzte
der
Klinik
F._
als
wich
tigste Massnahme eine schmerzdistanzierende Medikation und die psychiatrische bzw. psychosoma
tische Behandlung benannten (vgl. E. 3.10).
4.3
Damit ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass
bezüglich der somatischen Beschwerden
der Status quo ante - wie von
Dr.
A._
attesti
ert - im März 2018 erreicht gewesen ist. Die weiterhin geltend gemachten Beschwer
den des Beschwerdeführers
sind
gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung nicht als eine organisch objektiv ausgewiesene Unfallfolge zu qualifizieren, womit für diese eine Prüfung des adäquaten Kausalzusammenhangs im Sinne von BGE 115 V 133 vorzunehmen ist (vgl. E. 4.3; E.
3.3
).
Demnach erweist sich
der Sachverhalt in medizinischer Hinsic
ht als genügend abgeklärt
, womit auf die Einholung weiterer Unterlagen
(vgl.
Urk.
9 S. 5)
oder eines Gutachtens zu verzichten ist
(vgl.
Urk.
1)
.
5.
5.
1
Vorab zu klären
ist, ob der Unfall als leicht oder mittelschwer im Grenzbereich zu den leichten Ereignissen zu qualifizieren ist.
Gemäss Schadenmeldung vom
8.
Dezember 2017 ist dem Beschwerdeführer ein Holzbalken auf den Fuss (Rist) gefallen (
Urk.
10/1). Die erstbehandelnden Ärzte des Spitals
Z._
notierten, dass dem Beschwerdeführer ein Eisenträger auf den Fuss gefallen sei, wobei die Zehen durch die Arbeitsschuhe geschützt worden seien (
Urk.
10/10).
Ob dies als leichter Unfall oder als mittelschweres Ereignis im Grenzbereich zu den leichten Unfällen zu qualifizieren ist, kann vorliegend
offen bleiben
:
5.2
Das Kriterium der b
esonders dramatische
n
Begleitumstände oder
der
besondere
n Eindrücklichkeit des Unfalles ist aufgrund des Unfallherganges und der bundes
gerichtlichen Rechtsprechung,
dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit eigen ist, welche noch nicht für eine Bejahung des Kri
teriums
ausreicht
(
Urteil des
Bundesgerichts
8C_39/2008 vom 2
0.
November 2008 E. 5.2
)
, zu verneinen
.
Die erstbehandelnden Ärzte des Spitals
Z._
diagnostizierten ein posttrau
matisches Hämatom des linken Fusses, damit ist das Kriterium der
Schwere oder besondere
n
Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychisc
he Fehlentwicklungen auszulösen
,
zu verneinen.
Die
Folgen der organisch nicht ausgewiesenen Beschwerden
sind
nicht in die Beurteilung miteinzubeziehen, dies gilt auch für das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung (Urteil des Bundesgerichts 8C_903/2009 vom 2
8.
April 2010 E. 4.6
), womit dieses Kriterium vorliegend zu verneinen ist.
Psychische Beschwerden sind nicht in die Beurteilung des Kriteriums der körper
lichen Dauerschmerzen miteinzubeziehen, auch wenn sie als körperlich imponie
ren (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_825/2008 vom
9.
April 2009 E. 4.6).
Dies
bezüglich ist der Vollständigkeit halber festzuhalten, dass im Rahmen der Infilt
rationsbehandlungen in der
Klinik
F._
auch Dysfunktionen der Rückfuss
gelenke ausgeschlossen wurden (
Urk.
10/111) und
Dr.
A._
nachvollziehbar und schlüssig darlegte, dass die noch geklagten Beschwerden organisch nicht erklärbar seien
(vgl. E. 4)
.
Entsprechend ist dieses Kriterium zu verneinen.
Eine
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfal
lfolgen erheblich verschlimmert hat,
liegt klarerweise nicht vor
.
Auf einen schwierigen Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen (BGE 134 V 109 E. 10.2.6) darf nicht schon aus der blossen Dauer der ärztlichen Behand
lung und der geklagten Beschwerden geschlossen werden. Es bedarf vielmehr besonderer Gründe, welche die Genesung bis zum Fallabschluss beeinträchtigt oder verzögert haben. Der Umstand, dass trotz verschiedener Therapien keine Beschwerdefreiheit erreicht werden konnte und der Heilungsverlauf nicht linear verlief, genügt
hiefür
nicht (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_682/2013 vom 1
4.
Februar 2014 E. 11.3 und 8C_29/2010 vom 2
7.
Mai 2010 E. 5.3).
Die beiden Teilaspekte des Kriteriums des schwierigen Heilungsverlaufs und der erheblichen Komplikationen müssen nicht kumulativ erfüllt sein (Urteil des Bundesgerichts 8C_29/2010 vom 27. Mai 2010 E. 5.3 mit Hinweis auf SVR 2009 UV Nr. 41 S. 142).
Vorliegend ist dieses Kriterium gestützt auf die medizinische Aktenlage (vgl.
E. 3
) zu verneinen, auch wenn der Beschwerdeführer weiterhin andauernde Beschwerden angibt.
Ob
das Kriterium «
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit
»
(BGE 134 V
109 E. 6.1, 115 V 133 E. 6c/
aa
) vorliegend zu bejahen ist, kann - mit Blick darauf, dass es sicherlich nicht
in ausgeprägter Weise
vorliegt - offen blei
ben.
5.3
Entsprechend ist die Adäquanz zwischen dem Unfallereignis vom
4.
Dezember 2017
und der nicht durch organische Unfallfolgen nachweisbaren Bes
chwerden des Beschwerdeführers
zu verneinen.
6
.
Die Leistungseinstellung per 3
1.
Januar 2019 ist jedenfalls zugunsten des Beschwerdeführers
nicht zu beanstanden
, womit der
Einspracheentscheid
vom
1
2.
August 2019 zu schützen und die Beschwerde
abzuweisen
ist
.
7.
Das vorliegende Verfahren ist kostenlos (Art. 61
lit
. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG).