Decision ID: 3a4ed0d7-42f1-4186-85a7-9fc9a94e1f25
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1953, verfügt über eine kaufmännisc
he Ausbildung (vgl. Urk. 5/1/
4) und war als Selbständigerwerbender im Handel mit Sauna- und Reinigungsprodukten tätig, als er bei einem Treppensturz am 2. Februar 2005 verschiedene Prellungen erlitt (Unfallmeldung zuhanden der Helsana Versiche
rungen AG [Helsana] als VVG-Taggeldversicherin vom 14. Juni 2005, Urk. 5/10
/
19; Arztzeugnis von Dr. med.
Y._
, Facharzt für Allge
meinmedi
zin, an die Helsana vom 13.
April 2005, Urk. 5/10
/
28).
In der Folge per
sistierten Beschwerden in der linken Schulter und im Gesäss mit Ausstrah
lung in das rechte Bein (Bericht von Dr.
Y._
an die Helsana vom 4.
Mai 2005, Urk.
5
/10/
27).
Magnetresonanztomographien vom 2. März 2005 (Schulter) und vom 8. Juni 2005 (Lendenwirbelsäule) ergaben an der Schulter die Befunde einer Bursitis subakromialis bei intakter Rotatorenmanschette und einer Slap-Läsion und an der Lendenwirbelsäule verschiedene degenerative Ver
änderungen, namentlich die Befunde von Diskushernien auf der Höhe L5/S1 und auf der Höhe L4/5 mit Beeinträchtigung mehrerer Nervenwurzeln (Radiolo
gie-Bericht der
Z._
vom 8. Juni 2005, Urk.
5
/10/
23; Bericht des behandelnden Rheumatologen Dr. med.
A._
, Spezialarzt für Physikalische Medizin, Rehabilitation und Rheumatologie sowie Manuelle Me
dizin, an die H
elsana vom 30. Juni 2005, Urk. 5
/10/
20-22).
Am 22. September 2005 wurde im
B._
eine mikrochirurgi
sche Teilhemilaminektomie S1 rechts mit Entfernung der lumbosakralen Dis
kushernie durchgeführt (Bericht von Dr.
A._
an die Helsana vom 21. November 2005, Urk. 5
/10/
13-14; Bericht der Neurochirurgischen Klinik des
B._
an die Helsana vom 23. Dezember 2005, Urk. 5
/10/
10-12). Dennoch persistierten vor allem lumbogluteale Schmerzen rechts (Bericht von Dr.
A._
an die Helsana vom 27.
April 2006, Urk. 5
/10/
2-3).
1.2
Am 3. Juni 2006 meldete sich
X._
bei der Invalide
nversicherung
an (Urk.
5
/1). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich (SVA), IV-Stelle, holte neben den Akten der Helsana (Urk.
5/10/
1-42) den Be
richt von Dr.
Y._
vom 14
. Juni 2006 (Urk. 5
/8) und die Berichte von Dr.
A._
vom 18. Juli und vom 3. August 2006 ein (Urk.
5
/11). Ausserdem nahm sie einen Auszug aus dem
I
ndividuellen Konto des Versicherten vom 16. Juni 2006 (Urk.
5
/9) und Geschäftsunterlagen seines Unternehmens (Urk.
5
/12-15) sowie die Stellungnahme von Dr. med.
C._
d
es Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD)
vom 1. Oktober 2006 (Urk. 5/21/
2) zu den Akten. Nachdem sich der Versicherte anlässlich eines Gesprächs mit einem Arbeitsver
mittler der IV-Stelle vom
6. Februar 2007 ausserstande erklärt hatte, eine Arbeit im kaufmännische
n Bereich zu suchen (vgl. Urk. 5
/17-19 und die Notizen des Arbeits
vermittlers in Urk. 5/21/
3), teilte ihm die IV-Stelle am 16. Februar 2007 mit, dass sie die Arbeitsvermittlung als abgeschlossen betrachte (Urk.
5
/20). Im Vorbescheidverfahren nahm die IV-Stelle einen Bericht von Dr.
A._
vom 19. März 2007 (Urk. 5/29/
5) und ein Zeugnis betreffend Kopfschmerzbehand
lungen von Dr. med.
D._
,
E._
, vom 28.
März 2007
(Urk.
5/29/
6) entgegen und holte die Stellungnahme von Dr.
C._
vom 10. April 2007 ein (Urk.
5
/30). Mit Verfügung vom 11. April 2007 entschied die IV-Stelle dar
aufhin im Sinne ihres Vorbescheids und verneinte
bei einem Inva
liditätsgrad von 16
%
den Anspruch des Versicher
ten auf eine Invalidenrente (Urk.
5
/31).
X._
, vertreten durch Rechtsanwalt Bernard Rambert, liess mit Eingabe vom 18. Mai 2007 Beschwerde erheben und die Zusprechung einer ganzen, eventuell einer
halben Rente beantragen (Urk. 5/33/
3-10; Prozess Nr. IV.2007.00765). Mit Urteil vom 31. Juli 2008 hiess das Gericht die Be
schwerde in dem Sinne gut, dass es die Sache an die IV-Stelle zurückwies, da
mit sie eine rheumatologische Begutachtung durchführe
n lasse
und über den Renten
anspruch des Versicherten
neu entscheide, wobei sie auch zu prüfen habe, ob vorgängig berufliche Massnahmen durchzuführen seien (Urk.
5/37). Das Ur
teil blieb unangefochten.
1.3
Gestützt auf das Urteil vom 31. Juli 2008 liess die IV-Stelle durch Dr. med.
F._
, den Leitenden Arzt der Klinik für Rheumatologie und Rehabilitation des
G._
, das Gutachten vom 21. Februar 2009 erstellen (Urk. 5/41). Ausserdem nahm sie Kenntnis von einem Bericht des Kopfweh-Zentrums der
E._
vom 21. August 2008 (Urk. 5/45; Eingabe der Rechtsvertretung des Versicherten vom 2. April 2009, Urk. 5/46). Nachdem die IV-Stelle durch Dr.
F._
eine Zusatzfrage hatte beantworten lassen (Anfrage vom 7. Mai 2009, Urk. 5/47, und Antwort vom 12. Mai 2009, Urk. 5
/48) und das Vorbescheidverfahren durchgeführt hatte (vgl. Urk. 5/54 sowie das Fest
st
ellungsblatt vom 14. August 2009
und den Einkom
mensvergleich vom 7. August 2009
, Urk. 5/51 und Urk. 5/52), sprach sie
dem Versicherten mit den Verfügungen vom 24. Februar 2010 (Urk.
5/64; Rentenbetreffnisse für die
Zeit ab dem 1. März 2010) und vom 15. März 2010 (Urk.
5
/65; Rentenbetreffnisse für den Zeitraum vom 1. Juni 2007 bis zum 28. Februar 2010)
mit Wirkung ab dem 1. Juni 2007
eine Dreiviertelsrente auf der Basis eines Invaliditätsgrades von 62 % zu.
Der Versicherte liess mit Eingabe vom 22. März 2010 wiederum Beschwerde erheben und den Antrag auf Zusprechung einer ganzen Invalidenrente stellen (Urk. 5/
68/
3-11
; Prozess Nr. IV.2010.00281
).
Nachdem das Gericht den Versi
cherten mit
Verfügung vom 10. Mai 2010 darauf hin
gewiesen hatte
, dass
die
noch
malige Rückweisung der Streitsache an die Verwaltung zur Vornahme weiterer Abklärungen in Betracht
gezogen werde und
nicht a
usgeschlossen sei, dass sich da
nach eine Dreiviertelsrente nicht bestätigen lasse und die Renten
höhe tiefer aus
falle (
Urk.
5/70),
wurde mit Urteil vom 29. November 2010 im angekündigten Sinn entschieden und die Sache zur Durchführung einer Evalu
ation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL), zur Klärung der Zumutbarkeit, die selbständige Tätigkeit zugunsten einer anderen Arbeit aufzugeben
,
und zur Prüfung des Anspruchs auf berufliche Massnahmen an die IV-Stelle zurückge
wiesen (
Urk.
5/77). Auch dieses Urteil blieb unangefochten.
1.4
In Nachachtung des Urteils liess die IV-Stelle durch das
H._
,
ein Gut
achten einschliesslich einer Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit
erstellen (
Abklärungen vom 16./17. Juni 2011,
Gutachten vom 23. Dezember 2011,
Urk.
5/87). Anschlies
send
liess sie sich vom Versicherten die Steuerunterlagen und Geschäftsab
schlüsse ab dem Jahr 2006 zustellen (
Urk.
5/102) und
besuchte ihn am 2
2.
August 2012
in seinem Geschäft (Abklärungsbericht vom 4. Januar 2013,
Urk.
5/109).
Sodann
liess der Versicherte der IV-Stelle einen Bericht des
I._
vom 31. Mai 2012 über
eine Hospitalisation zur
Wirbelsäulenoperation mit Fazettengelenksfusion, Spondylodese und Spinalkanal-/Nervenwurzeldekomp
-
ression
(
Urk.
5/104/2-3
),
einen Bericht des
J._
vom 19. November 2012 über eine Magnetresonanzuntersuchung des rechten oberen Sprunggelenks (
Urk.
5/104
/1
),
einen Bericht von
Dr.
A._
vom 28. Januar 2013 mit Auflistung der aktuellen rheumatologischen Diagnosen und dem Attest einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit
(
Urk.
5/106)
sowie einen
Bericht der
K
._
vom 14. März 2013 über eine Magnetresonanztomographie des rechten Knies (
Urk.
5/107) zukommen.
Mit Vorbescheid vom 15. April 2013 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass sie ihm bei einem Invaliditätsgrad von 57
%
ab Februar 2006 eine halbe Rente zuzusprechen gedenke (
Urk.
5/113; vgl. auch das Feststellungsblatt für den Beschluss,
Urk.
5/111
, und den Einkommensvergleich,
Urk.
5/110
).
Der Versicherte
liess am 20. Mai 2013 Einwendungen erheben (
Urk.
5/118)
. Nach
dem die IV-Stelle die Stel
lungnahme des RAD-Arztes
Dr.
C._
vom 6. Juni 2013 eingeholt hatte (
Urk.
5/120/3)
, entschied sie mit Verfügung vom 3. Juli 2013 im Sinne ihres Vorbescheids (
Urk.
2 =
Urk.
5/124 und
Urk.
5/127/11-16).
2.
X._
liess
mit Eingabe vom 9. September 2013
auch gegen die
se
Verfü
gung durch Rechtsanwalt Bernard Rambert Beschwerde erheben
(
Urk.
1)
und die Anträge stellen, ihm sei eine ganze Rente, eventualiter unter Festset
zung eines
Invaliditätsgrades von mindestens 68
%
eine Dreiviertelsrente zuzusprechen (
Urk.
1 S. 2). Die IV-Stelle schloss in der Beschwerdeantwort vom 10. Oktober 2013 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
4). In der Replik vom 16.
Januar 2014 liess der Versicherte an seinen
Rechtsbegehren festhalten (Urk.
10) und weitere medizinische Berichte einreichen, nämlich den Bericht über die Wirbelsäulenoperation vom 25. Mai 20
12 im
I._
(Urk.
11/1), eine
n
Bericht des
J
._
vom 16.
September 2013 über eine Magnetresonanz
tomographie der Lendenwirbel
säule am thorakolumbalen Übergang (
Urk.
11/2) und einen Bericht von
Dr.
med.
L._
, Spezialarzt für Neurolo
gie, vom 25. Oktober 2013 (Urk.
11/3).
Zudem liess er beantragen, die Sache sei zur erneuten medizinischen Abklärung der Arbeitsunfähigkeit an die Vorins
tanz zurückzuweisen (
Urk.
10 S.
3).
Die IV-Stelle
verzichtete mit Eingabe vom 21.
Februar 2014 darauf, eine Duplik zu er
statten (
Urk.
14), was dem Versicherten am 24. Februar 2014 mitgeteilt wurde (
Urk.
15).
Mit Verfügung vom 7. April 2014 wurde der Versicherte dazu aufgefordert, ergän
zende Angaben zu
den
steuerlich deklarierten Einkünften aus selbständi
gem Nebenwerb zu machen und Unterlagen dazu einzureichen (
Urk.
16). Der Versicherte kam der Aufforderung mit Eingabe vom 14. Mai 2014 und den zu
gehörigen Beilagen
nach
(
Urk.
19 und
Urk.
20/1-2)
. Die IV-Stelle verzichtete mit Eingabe vom 4. Juni 201
4
wiederum auf eine Stellungnahme (
Urk.
22).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Am 1. Januar 2008 und am 1. Januar 2012 sind die im Zuge der Revisionen 5 und 6a geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversi
cherung (IVG), der Verordnung über die Invalidenversi
cherung (IVV) und des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts (ATSG) in Kraft getreten. In materiellrechtlicher Hinsicht gilt der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu
grunde zu legen sind, die gegolten haben, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen).
Die angefochtene Verfügung ist am 3. Juli 2013 erlassen worden. Da ein Sachver
halt zu beurteilen ist, der vor dem Inkra
fttreten der revidierten Bestim
mungen der 5. IV
Revision am 1. Januar 2008 und der IV-Revision 6a
am
1. Januar 2012
begonnen hat
-
zur Diskussion steht der Anspruch auf eine Rente
nach einem Treppensturz im Jahr 2005 -
, und die Verfügung eine Dauerleistung betrifft, ist entsprechend der dar
gelegten intertemporalrechtlichen Regelung für die Zeit bis Ende
2007
auf die damals gültig gewesenen Bestimmungen und für die Zeiten ab dem 1. Januar 2008 und ab dem 1. Januar 2012 auf die jeweils neuen Normen der Revisionen 5 und 6a abzustellen
(vgl. zur 4. IV-Revision:
BGE 130 V 445
; Urteil des Bundesgerichts I 428/04 vom 7. Juni 2006, E. 1).
Hinsichtlich der Invaliditätsbemessung
hat die
5. IV-Revision
jedoch keine sub
stanziellen Änderungen gegenüber der bis 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Rechtslage gebracht hat, so dass die zur altrechtlichen Regelung ergangene Rechtsprechung weiterhin massgebend ist (Urteil des Bundesgerichts
8C_76/2009
vom 19.
Mai 2009, E
. 2).
Im Folgenden werden die massgeb
enden
Gesetzesbestimmungen - soweit nichts anderes vermerkt ist - in der seit dem 1. Januar 2008 geltenden Fassung ziti
ert, die
im Übrigen
von der
R
evision 6a nicht tangiert worden ist.
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1 ATSG
). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs.
1 IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmög
lichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück
sichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
2.2
Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG haben Versi
cherte Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 % oder auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40 % invalid sind.
2.3
2.3.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG (in Verbindung mit Art. 28 Abs. 2 IVG) aufgrund eines Ein
kommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der me
dizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sogenanntes Invalidenein
kommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkom
men, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sogenann
tes Valideneinkom
men).
Der Einkommensvergleich hat auch bei Selbständigerwerbenden in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen zif
fernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu verglei
chen. Lassen sich die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen nicht zuver
lässig ermitteln oder schätzen, so ist in Anlehnung an die spezifische Methode für Nichterwerbstätige (Art. 27 IVV) ein Betätigungsvergleich anzustellen und der Invaliditätsgrad nach Massgabe der erwerblichen Auswirkungen der ver
minderten Leistungsfähigkeit in der konkreten erwerblichen Situation zu bestimmen.
2.3.2
Im Gebiet der Invalidenversicherung gilt ganz allgemein der Grundsatz, dass die invalide Person, bevor sie Leistungen verlangt, alles ihr Zumutbare selber vor
zukehren hat, um die Folgen ihrer Invalidität bestmöglich zu mildern. Dieses Gebot der Selbsteingliederung ist Ausdruck des in der ganzen Sozialversiche
rung geltenden Grundsatzes der Schadenminderungspflicht, wobei jedoch von der versicherten Pe
r
son nur Vorkehren verlangt werden können, die unter Be
rücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind (BGE 113 V 22 E. 4a mit Hinweisen auf Lehre und Rechtsprechung; ZAK 1989 S. 214 E. 1c; Urteil des
Bundesgerichts I 336/03
vom 8. Januar 2004, E. 6.2).
Unter diesem Aspekt kann von einer versicherten Person unter gewissen Umstän
den verlangt werden, dass sie ihre Tätigkeit als Selbständigerwerbende aufgibt und eine gesundheitlich besser angepasste unselbständige Tätigkeit auf
nimmt. Auch hier sind bei der Zumutbarkeitsbeurteilung sämtliche Gegeben
heiten des Einzelfalles zu berücksichtigen, in subjektiver Hinsicht etwa die ver
bliebene Leistungsfähigkeit, das Alter, die berufliche Stellung und die Verwur
zelung am Wohnort und in objektiver Hinsicht beispielsweise der ausgeglichene Arbeitsmarkt und die noch zu erwartende Aktivitätsdauer (Urteil des
Bundesge
richts I 336/03
vom 8. Januar 2004, E. 6.2).
2.4
Der Rentenanspruch entsteht nach Art. 28 Abs. 1 IVG frühe
stens in dem Zeit
punkt, in dem die versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40 % arbeitsunfähig war (lit. b), so
fern sie nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid ist (lit. c). Zu
sätzlich kann der Rentenanspruch gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG in der ab dem 1. Januar 2008 gültigen Fassung nicht vor Ablauf von sechs Monaten nach der Geltendmachung entstehen. Dabei wird die Rente vom Beginn des Monats an ausbezahlt, in dem der Rentenanspruch entsteht (Art. 29 Abs. 3 IVG).
2.5
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezü
gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt rechtsprechungsgemäss jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditäts
grad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Unerheblich unter revisionsrechtlichen Ge
sichtspunkten ist dagegen nach der Rechtsprechung die unterschiedliche Beur
teilung eines im
W
esentlichen unverändert gebliebenen Sachverhaltes (BGE 112 V 387 E. 1b mit Hinweisen).
Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit ist gestützt auf Art. 88a Abs. 1 IVV die anspruchsbeeinflussende Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird, und sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird. Eine
Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit ist nach Art. 88a Abs. 2 IVV zu berück
sichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat.
2.
6
Invalide oder von einer Invalidität unmittelbar bedrohte Versicherte haben nach Art. 8 Abs. 1 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese not
wendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im (nicht erwerblichen) Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu ver
bessern, zu erhalten oder ihre Verwertung zu fördern. Zu diesen Massnah
men gehören die in Art. 15 ff. IVG geregelten Massnahmen beruflicher Art (Art. 8 Abs. 3 lit. b IVG).
Nach Art. 28a Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 16 ATSG sowie 7 ATSG gehen
Eingliederungsmassnahmen den Rentenleistungen vor. Sowohl bei der erstmali
gen Prüfung des Leistungs
gesuches wie auch im Revisionsfall hat die Verwal
tung von Amtes wegen abzu
klären, ob vorgängig der Gewährung oder Weiter
ausrichtung einer Rente Ein
gliederungsmassnahmen durchzuführen sind (BGE 108 V 212 f., 99 V 48). Der Rentenanspruch kann daher nicht entstehen, so
lange Eingliederungsmassnah
men durchgeführt werden (BGE 126 V 241 E. 5, 121 V 190).
3.
3.1
Hinter der gerichtlich aufgehobenen rentenverweigernden Verfügung vom 11. April 2007 (Urk. 5/31) h
atte die Annahme der Beschwerde
gegnerin gestan
den, der Beschwerdeführer sei aufgrund seiner gesundheitlichen Beeinträchti
gungen in der bisherigen selbständigen Tätigkeit nur noch einge
schränkt leis
tungsfähig, hingegen bestehe für eine gesundheitlich angepasste Tätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit.
Die Beschwerdegegnerin
war dementsprechend davon ausgegangen,
dass es dem Be
schwerdeführer zuzumuten sei, seine bisherige selbständige Tätigkeit im Produktehandel zugunsten einer aus ihrer Sicht besser angepassten, weitgehend im Sitzen zu verrichtende Arbeit im Anstellungsver
hältnis aufzugeben (vgl. Urk. 5/31/1). Das Gericht hatte
es
im Urteil vom
31. Juli 2008
jedoch als fraglich erachtet
, ob der Beschwerdeführer eine vorwiegend sit
zend zu verrichtende Tätigkeit im ursprünglich erlernten Beruf als Kaufmann zu 100 % auszuüben in der Lage sei, und hatte es dementsprechend als nicht von vornherein feststehend beurteilt, dass ihm die Aufgabe der bisherigen selb
stän
digen Tätigkeit zugemutet
werden könne
(vgl.
Urk.
5/37 E. 3.3). Es hatte dabei namentlich auf verschiedene Berichte von
Dr.
A._
hingewiesen, in denen Limitierungen in Bezug auf die Sitzdauer erwähnt waren, und auf den Umstand, dass
Dr.
A._
im Bericht vom 27. April 2006 für eine genauere Einschätzung der körperlichen Leistungsfähigkeit eine
Abklärung mittels Evalu
ation der funktionellen Leistungsfähigkeit für notwendig gehalten hatte (vgl.
Urk.
5/10/3).
Deshalb hatte sich d
as Gericht
von der
Durchführung einer
sol
chen
Evaluation
, eingebettet in eine rheuma
-
tologische Begutachtung,
Auf
schluss über die Restarbeitsfähigkeit in der angestammten selbständigen Tätig
keit und über die Leistungsfähigkeit in einer allenf
alls gesundheitlich besser an
ge
passten Tätigkeit versprochen (Urk.
5
/37 E.
3.3
) und hatte die Sache zu die
sem Zweck an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.
3.2
In der Folge hatte
jedoch
Dr.
F._
bei der Erstellung seines Gutacht
ens vom 21. Februar 2009 (Urk. 5
/41) davon ab
gesehen
,
eine Evaluation der funktionel
len Leistungsfähigkeit vorzunehmen
, weil er eine solche nicht für notwendig befunden hatte (
Urk.
5/48).
Im Urteil vom 29. November 2010
hatte
das Gericht dazu fest
gehalten
,
die von Dr.
F._
festgestellten Befunde zeig
t
en keine Widersprüche zu den Ergebnis
sen der vorangegangenen Erhebungen; Anlass für die Rückweisung zur Begut
achtung seien jedoch auch keine Unsicherheiten in Bez
ug auf die Befunde und die Diag
nosen gewesen, sondern die Schwierigkeit, die
Belastbarkeit und die Leistungs
fähigkeit unter Berücksichtigung der gesundh
eitlichen Einschränkun
gen zu be
urteilen, namentlich im Hinblick auf die Frage, ob dem Beschwerde
führer die Aufgabe der bisherigen selbständigen Tätigkei
t zugemutet werden könne
.
Diesen Problemkreis
habe
Dr.
F._
indessen nicht ausreichend auszu
leuchten vermocht
. So habe er ausgeführt, der Beschwerdeführer traue sich kein regelmässiges Heben von Gegenständen von über 10 kg Gewicht zu, er könne auch nicht längere Zeit sitzen oder grössere Strecken Auto fahren und er fühle sich generell einge
schränkt;
aufgrund der rheumatologischen Befunde könnten diese Einschränkungen von Aktivitäten jedoch nicht vollumfänglich ges
tützt werden (vgl. Urk. 5/41/
19).
Sodann
habe
Dr.
F._
zwar bemerkt, ein Einsatz von mehr als 50 % sowohl in der angestammten als auch in ei
ner anderweitig geeigneten Tätigkeit
sei
nicht realistisch (vgl. Urk. 5/41/2
1+24), habe daneben jedoch
festgehalten, es dürfte für den Beschwerdeführer "aufgrund der Gesamt
konstellation" schwierig sein, eine andere Anstellung zu finden, "obwohl aus theoretischer rheumatologischer Einschätzung keine klaren Hinweise" bestün
den, "welche einen etwas umfangreicheren Einsatz verhinderten"
(vgl. Urk. 5/41/
21).
Mit diesen Ausführungen
hatte
Dr.
F._
gemäss dem Gerichts
urteil vom 29. November 2010
genau
dort nähere Angaben
vermissen lassen,
wo die Durchführung einer
Evaluation der funktionellen Leistungs
-
fähigkeit e
inen Erkenntnisgewinn versprochen hätte
, da
im
Rahmen einer solchen
Evalu
ation a
usgedehnte, sich über einen längeren Ze
itraum erstreckende Tests durch
geführt
würden
und die so ermittelte Belastbarkeit
mit
den kritischen Anforde
run
gen im
Betrieb verglichen
werde
(
Urk.
5/77 E.
3.2.2)
.
Dementsprechend hatte das Gericht die Sache mit dem Urteil vom 29. November 2010
nochmals an die Beschwerdegegenerin zurückgewiesen (
Urk.
5/77 E. 3.3).
3.3
3.3.1
Die
medizinischen Fachpersonen
des
H._
, die in der Folge die rheumatologi
sche Begutachtung mit Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit
vor
nahmen, stellten im Gutachten vom 23. Dezember 2011 die Diagnose eines chronischen, lumbalbetonten Panvertebralsyndroms bei Status nach der mikro
chirurgischen
Entfernung einer Diskushernie L5/S1
mit
verschiedenen degene
rativen Veränderungen (
Osteochondrose
, Diskusprotrusion
auf der Höhe L4/L5 mit leichter zentraler Spinalkanalstenose, kleine
mediane
Diskushernie
auf der Höhe L5/S1, beidseitige leichte foraminale Stenosen
auf der Höhe L3/L4) und
die weitere Diagnose
einer lin
k
sseitige
n
Periarthropathia humeroskapularis
mit subakromialem Impingement
, verbunden unter anderem mit einer bursaseitigen Partialruptur der Supraspinatussehne
;
sie konstatierten des Weiteren Schmerzen am linken Daumensattelgelenk und am STT-Gelenk (Handwurzel) und diagnos
tizierten schliesslich eine rezidivierende Migräne mit Aura (
Urk.
5/87/
8-
9). Diese Diagnosen decken sich mit denjenigen im Gutachten von
Dr.
F._
vom 21. Februar 2009 (
Urk.
5/41/18)
, und es bestehen auch keine Widersprüche zu den V
orakten der behandelnden Ärzte.
3.3.2
Die Gutachter
des
H._
liessen sich sodann wie der Vorgutachter
Dr.
F._
die Arbeitssituation des Beschwerdeführers schildern und hielt
en vergleichbar mit
Dr.
F._
(
Urk.
5/41/7)
fest, der Betrieb habe aus zwei Standbeinen bestanden, dem Handel mit chemisch-technischen Produkten
für
Gewerbe und Industrie und dem Handel mit Duftstoffen für Sauna, Dampfbäder und Hamma
m
. Die Arbeitsabläufe der beiden Handelszweige seien gleich - Abholen der Waren bei den Lieferanten und Einladen in sein Auto, Auslief
ern der Waren, Kundenbesu
che und
Büroarbeiten -, beim Handel mit den Duftstoffen seien die Gewichts
belastungen jedoch deutlich geringer und
der Arbeitsaufwand sei niedriger, nämlich etwa 30
%
(
Urk.
5/87/15-16)
. In beiden Gutachten wurde zudem erwähnt, dass der Beschwerdeführer den Zweig mit der strengeren Arbeit des Handels mit den chemischen Produkten im Jahr 2007 verkauft habe und seither nur noch im Duftstoffvertrieb tätig sei (
Urk.
5/41/7+20,
Urk.
5/87/15).
3.3.3
Aufgrund de
r
Analyse
der Arbeitsanforderungen und
des Vergleichs mit der körperlichen
Belastbarkeit
gelangten die Gutachter des
H._
zum Schluss, die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers im
ersten, grösseren
Handelszweig
liege wegen der Gewichtsbelastung unter den gestellten Anforderungen, wäh
renddem der Beschwerdeführer
die Anforderungen
für die Arbeiten im zweiten
Handelszweig mit dem 30%-Pensum
und
für die Büroarbeiten
er
fülle (
Urk.
5/87/
9-
10+
16-17).
Zur Arbeitsfähigkeit für andere Tätigkeiten führten die Gutachter aus, für eine körperlich leichte bis knapp mittelschwere Tätigkeit bestehe eine ganztägige Arbeitsfähigkeit mit verschiedenen Limitierungen, in
dem das Heben vom Boden bis zur Taillenhöhe auf maximal/selten 15 kg und das Heben von der Taillen- bis zur Kopfhöhe auf maximal/selten 10 kg beschränkt sei und nicht mit dem linken Arm erfolgen dürfe, das Heben hori
zontal maximal/selten
Gewichte von
17,5 kg
umfassen dürfe, mit der rechten Hand maximal selten 12,5 kg, mit de
r linken Hand maximal/selten 10
kg und vorn maximal/selten 15 kg getragen werden dürften, mit dem linken Arm keine Arbeiten über Schulterhöhe zu v
errichten seien, Stossen selten -
bis 3
0 Minuten pro Arbeitstag -
möglich sei und vorgeneigtes Stehen, vorgeneigtes Sitzen, Knien, wiederholte Kniebeugen und Sitzen nicht mehr als manchmal
-
das heisst 30 Minut
en bis 3 Stunden pro Arbeitstag -
zumutbar sei
en
(vgl. Urk.
5/87/
9-
10+19-20)
.
In der zusammen
fassenden
Beurteilung hielten die Gutachter fest, unter Berück
sichtigung der Co-Morbiditäten, insbesondere der Migräne, aber auch der redu
zierten Kompensationsfähigkeit
aufgrund verschiedener betroffener Körperregi
onen und generell nur
kurzzeitig
am Stück ausübbaren Aufgaben bestehe auch für eine angepasste Tätigkeit eine Leistungsminderung um 50
%
. Diese Arbeits
unfähigkeit bestehe seit dem 5. Juni 2007, wobei eine Verschlechterung in Be
zug auf die Schulterproblematik wohl stat
t
gefunden habe, diese sei jedoch im Zumutbarkeitsprofil bereits berücksichtigt und eine weitere Anpassung der zu
mutbaren Leistungsfähigkeit sei
nicht angezeigt (Urk.
5/87/10).
3.3.4
Bei der Testung stellten die Gutachter des
H._
eine differenzierte Schmerzbe
schreibung und ein adäquates Schmerzverhalten sowie eine zuverlässige Leis
tungsbereitschaft mit guter Kons
istenz bei den Tests fest (Urk.
5/87/9+18).
Unter diesen Umständen erscheint auch die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung der Gutachter
auf jeden Fall in Bezug auf den Zeitpunkt der Evaluation
als zuverlässig
,
und es kann darauf abgestellt werden. Sie stimmt
zudem
im Wesentlichen überein mit derjenigen von
Dr.
F._
, der dem Beschwerdeführer in seinem Gutachten für eine angepasste Tätigkeit ebenfalls eine nur 50%ige Arbeitsfähigkeit attestierte (
Urk.
5/41/21+24), und vermag die Lücken in jenem Gutachten zu schliessen.
Was die Arbeitsfähigkeit im Zeitverlauf betrifft, so nannten die Gutachter des
H._
als Beginn ihrer Beurteilung den 5. Juni 2007 (
Urk.
5/87/10).
Wie sie auf diesen Zeitpunkt kamen, ist aus den Unterlagen nicht ersichtlich. Hingegen erwähnte der Vorgutachter
Dr.
F._
in seinem Gutachten die Beurteilung von
Dr.
A._
, der dem Beschwerdeführer in seinem Bericht vom 18. Juli 2006 für
die Zeit vom 1. September 2005 bis zum 30. März 2006 eine 100%ige, für die Zeit vom 1. April bis zum 4. Juni 2006 eine 75%ige und für die Zeit ab dem 5. Juni 2006 bis auf Weiteres eine 66
2
/
3
%ige Arbeitsunfähigkeit attestierte (Urk
.
5/11/6)
, und
bezog seine
B
eurteilung auf die
Zeit
ab dem 5. Juni 2006 (vgl.
Urk.
5/41/21+26).
Beim Datum des 5. Juni
2007
im Gutachten des
H._
handelt es sich somit mutmasslich um einen Verschrieb
, und richtigerweise sollte der 5. Juni
2006
genannt werden. In der Zeit davor seit dem Treppensturz vom
2.
Februar 2005
und der damit einhergegangenen Arbeitsunfähigkeit
un
terzog sich der Beschwerdeführer am 2
2.
September 2005 einer Operation, und das
B._
attestierte ihm im Beric
ht vom 15. Dezember 2005 für die
Zeit
spanne
vom 2
2.
September bis zum 15. November 2005 e
ine Arbeitsunfähigkeit zu 100
%
und
bemerkte weiter, im Dezember 2005 sei die Arbeitsaufnahme zu 50
%
erfolgt
(
Urk.
5/10
/10+11).
Sowohl das
B._
als auch
Dr.
A._
bezogen sich bei der Bemessung der Arbeitsunfähigkeit auf die bisherige, selbständige Tätigkeit des B
eschwerdeführers. Hinsichtlich
einer
besser angepassten
Tätigkeit hielt das
B._
hingegen fest, die Erwerbstätigkeit wäre in Teilzeit, ohne regelmässiges Heben und Tragen von Lasten über 10 kg und mit regel
mässig wechselnder Körperhaltung zumind
est halbschichtig möglich (Urk.
5/10/11)
,
und auch
Dr.
A._
formulierte
ein behinderungsangepasstes Zumutbarkeitprofil
-
keine
Tätigkeiten
über Kopf sowie keine Tätigkeiten
mit stereotyp-repetitiven Bewegungsabläufen, länger
gehaltenen Belastungsstellun
gen der Wirbelsäule, repetitivem
Heben und Tragen von Gewichten über 7 kg und -
mit 50%iger Arbeitsfähigkeit (
Urk.
5/11/4
+7). Die Profile des
B._
und von
Dr.
A._
sind vergleichbar mit demjenigen im Gutachten des
H._
. Es ist daher davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer bereits nach Ablauf des Wartejahres, das vom
2.
Februar 2005 bis zum 1. Feb
ruar 2006 dauerte, in dem Masse für eine angepasste Tätigkeit arbeitsfähig war, wie
sie
die
Gutachter des
H._
beschrieben.
3.3.5
Damit erlauben die Angaben im Gutachten des
H._
und in den Vorakten nun
mehr eine I
nvaliditätsbemessung, die zunächst einmal
bis zum
16./17. Juni 2011, der Zeit der Durchführung der Begutachtung und Evaluation im
H._
,
gültig ist.
3.4
3.4.1
Das Gericht hielt im Urteil vom 29. November 2010 fest, b
ei der Frage, ob es dem Beschwerdeführer zuzumuten
sei
, seine selbständige Tätigkeit zugunsten einer anderen Arbeit aufzugeben, spiele eine wesentliche Rolle, ob er die ver
bliebene Leistungsfähigkeit in seinem - unterdessen umstrukturierten - Be
trieb
voll auszuschöpfen in der Lage sei. Dafür sei eine Abklärung an Ort und Stelle erforderlich, in deren Rahmen auch die finanzielle Situation nach der betriebli
chen Umstel
lung zu beleuchten sei (
Urk.
5/77 E.
3.2
.3
).
3.4.2
Anlässlich dieser Abklärung, die am 2
2.
August 2012 stattfand, gab der Beschwer
deführer an, sein Geschäft sei nach dem Unfall im Februar 2005 wäh
rend zwei Jahren von einem Angestellten weitergeführt worden, wegen der Lohnkosten sei die Firma jedoch nicht mehr rentabel gewesen. Im April/Mai 2007
- also mutmasslich nach der Erschöpfung der Taggelder -
habe er die Firma
M._
(
chemische Produkte) dann verkauft und nur noch die Firma
N._
(Duftstoffe) geführt (
Urk.
5/109/5). Zum Geschäftsgang wird im Ab
klärungsbericht dargetan, seit dem Jahr 2007 sei der Umsatz allmählich zurück
gegangen. Früher habe
d
er
Beschwerdeführer
die Saunaprodukte zusammen mit den chemischen Produkten verkaufen können
oder habe die Kunden für die Saunaprodukte nebenbei besuchen können, wenn er ohnehin unterwegs gewe
sen sei. Das Geschäft mit den Saunaprodukten rentiere heute nicht mehr, son
dern
in der Buchhaltung
stehe
ein
e
rote Null und er verdiene praktisch nichts. Dementsprechend sei diese Tätigkeit für ihn mehr ein Hobby als eine Erwerbs
tätigkeit
(
Urk.
5/109/6-7).
3.4.3
Diese Ausführungen zeigen, dass für den Beschwerdeführer seit dem Manifestwer
den seiner Einschränkungen im Februar 2005 keine Aussichten bestanden,
mit seiner selbständigen Tätigkeit nach der Vornahme betrieblicher Anpassungen ein Erwerbseinkommen zu erzielen, das seiner verbliebenen Leis
tungsfähigkeit entsprochen hätte.
Den Überlegungen hierzu im Abklärungsbe
richt (
Urk.
5/109/12) kann zugestimmt werden. Daran
änder
n
auch die Beträge nichts, die in den
Steuererklärungen 2008-2010 neben den Einkünften aus der Firma
N._
als Nebenerwerb
aus selbständiger Erwerbstätigkeit
deklariert sind, nämlich Fr. 42‘000.-- im Jahr 2008, Fr. 41‘320.-- im Jahr 2009 und Fr. 42‘000.-- im Jahr 2010 (Urk. 5/102/32, Urk. 5/102/46 und Urk. 5/102/58 sowie die Übersicht in Urk. 5/109/9).
Denn
der
Beschwerdeführer liess
auf die entsprechende Aufforderung hin (vgl.
Urk.
16) mit der Eingabe vom 14. Mai 2014 vorbringen,
bei
diese
n
Einkünfte
n
habe es sich um monatliche Ra
ten
à
Fr. 3‘500.--
des
Preises für den Verkauf der Fi
rma
M._
gehandelt
(
Urk.
19 S. 2 f.
), und er belegte diese Auskunft
mit dem V
ertrag
vom 4. Mai 2007
(
Urk.
20/1
Ziffer 6.2
).
Zwar bestehen verschiedene Indizien dafür,
dass in diesen Zahlungen dennoch eine Erwerbskomponente
enthalten war, nämlich die Deklaration in der Steuererklärung, der Umstand, dass Bestandteil des Vertrags auch die Verpflichtung des Beschwerdeführers war, weiterhin die Kunden zu besuchen und zu betreuen (
Urk.
20/1 Ziffer 2.1), was auf eine umfangreichere Tätigkeit hindeutet als die vom Beschwerdeführer genannte
Beratertätigkeit im
Umfang von einem halben
Arbeitstag pro Monat (vgl.
Urk.
19 S. 2), und schliesslich
die Vereinbarung, wonach
der definitive Kaufpreis teilweise
vom
künftigen Geschä
ftsgang abhängig
(
Urk.
20/1 Ziffer 7
)
und beim Tod de
s Beschwerdeführers vor dem 30.
August 2013
zu reduzieren war
(
Urk.
20/1 Ziffer 6.4).
Die
allfälligen
Erwerbseinkünfte aufgrund des Vertrags vom 4. Mai 2007 können angesichts des Firmenverkaufs jedoch nicht als Einkünfte aus der Fort
führung der selbständigen Tätigkeit betrachtet werden, sondern bilden lediglich einen Anhaltspunkt dafür, dass der Beschwerdeführer in Übereinstimmung mit der medizinischen Beurteilung tatsächlich in der Lage ist, angepasste Arbeiten zu verrichten, und dass es ihm möglich ist, sie erwerblich zu verwerten.
3.5
3.5.1
Aufgrund der Zumutbarkeit, die selbständige Erwerbstätigkeit zugunsten einer unselbständigen Tätigkeit aufzugeben, hat die Invaliditätsbemessung nicht
an
hand eines (erwerblich gewichteten) Betätigungsvergleichs zu erfolgen, sondern vielmehr anhand eines Einkommensvergleichs, wie die Beschw
erdegegnerin dies richtig
getan hat.
3.5.2
Bei der Ermittlung des hypothetischen Valideneinkommens, das der Beschwerde
führer bei der Weiterführung seiner Geschäftstätigkeit und bei guter Gesundheit im Jahr 2006, dem Jahr des Rentenbeginns, erzielt hätte, ging die Beschwerdegegnerin
gemäss der
Berechnung im Abklärungsbericht
vom
durchschnittlichen Einkom
men der Jahre 2001 bis 2003 aus (
Urk.
5/109/9+13). Der entsprechende Betrag von Fr. 75‘566.-- ist
dem Feststellungsblatt vom 20.
Februar 2007 entnommen (vgl.
Urk.
5/22/3), das der Invaliditätsbemessung der ursprünglichen, rentenabweisenden Verfügung vom 11. April 2007 (Urk
.
5/31) gedient hatte
. Es handelt sich um den Durchschnittswert der Ein
träge im In
dividuellen Konto
vom 16. Juni 2006
(
Urk.
5/9/
1: Fr. 75‘600.-- [2001] + Fr.
66‘600.-- [2002] + Fr. 85‘000.-- [2003]), wobei
die Beschwerde
-
geg
nerin im Jahr 2001 - wohl versehentlich - lediglich den Betrag von
Fr. 75‘100.--
statt von Fr. 75‘600.--
einsetzte. Richtigerweise bel
äuft sich der Durch
schnitts
betrag somit auf Fr. 75‘733.--
.
Die Berücksichtigung der Teuerung ergibt für das Jahr 2006
einen Betrag von Fr. 77‘891
.-- (Bundesamt für S
tatistik, Nominallohnindex 1993
2010 [1993 = 100]
, T1.93, Sektor 3 Dienstleistungen, für Männer von 112,3 Indexpunkten im Jahr 2003 auf 115,5 Indexpunkte im Jahr 2006),
der somit
etwas unter dem Betrag von Fr.
79‘023.-- liegt, den die Beschwerdegegnerin als Valideneinkommen eingesetzt hat
(vgl.
Urk.
5/109/13). Es gilt jedoch zu beachten, dass
das letzte Einkommen vor dem Eintritt des Gesundheitsschadens nicht dasjenige aus dem Jahr 2003, sondern dasjenige aus
dem Jahr 2004 ist
. Die Beschwerdegegnerin
berücksichtigte dieses
letzte Ein
kommen
bei der Festlegung des Validen
-
einkommens im Jahr
2007 einzig des
halb nicht, weil es damals im Individuellen Konto noch nicht verbucht war (vgl.
Urk.
5/22/3), und unterliess es später, die Akten diesbezüglich noch zu vervoll
ständigen, denn im Auszug aus dem Individuellen Konto vom 29. März 2012 (
Urk.
5/99) sind nur die Einkünfte der Jahre 2007-2009 enthalten, und im Ab
klärungsbe
richt ist registriert, dass die
Angaben der Geschäftsjahre 2004
2006 fehlten (
Urk.
5/109/9). In der Steuer
-
erklärung des Jahres 2004 wurde indessen ein Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit von
lediglich
F
r.
49‘304.-- deklariert (Urk.
5/14/13),
was
dem Gewinn
gemäss dem
Geschäftsab
schluss per 30. April 2004
entspricht
(
Urk.
5/14/20
). Auch wenn zu dieser Summe für den Eintrag im Individuellen Konto die persönlichen Beiräge hinzuzurechnen sind
(vgl.
Wegleitung über Versi
cherungsausweis und I
ndividuelles Konto
, Stand
J
anuar 2014, Rz 2329)
, so liegt das im Jahr 2004 deklarierte Einkommen
nach wie vor
deutlich unter dem Durchschnittseinkommen der Jahre 2001-2003.
Das Valideneinkommen in der Höhe von
Fr.
77‘891.--
ist
deshalb immer noch sehr grosszügig bemessen.
3.5.3
Für die
Bemessung des
Invalideneinkommens
zog
die Beschwerdegegnerin die Tabelle TA7 der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung heran
:
"Monatlicher Bruttolohn
(Zentralwert
) nach Tätigkeit, Anforderungsniveau des Arbeitsplatzes und Geschlecht - Privater und öffent
licher Sektor (Bund) zusammen" (Urk.
5/110). Das Abstellen auf diese Tabelle, die anders als die üblicherweise verwendete Tabelle TA1 nach Tätigkeit
en
und nicht nach Wirtschaftszweigen
g
egliedert ist,
ist gerechtfertigt
. D
enn der Beschwerdeführer verfügt über eine kaufmännische Ausbildung,
und
seine bisherige selbständige Tätigkeit
hatte
zu 40
%
Büroarbeiten
umfasst
(Rechnungen
,
Offerten, Akquisition von Neuk
unden und Werbepakete;
Urk.
5/87/16 und
Urk.
5/109/5).
Eine
Tätigkeit im Büro
erscheint
ferner
als behinderungsangepasste Tätigkeit. Zwar hielten die G
ut
achter des
H._
fest, dem Besc
hwerdeführer sei das Sitzen nicht mehr als manchmal, also 30 Minuten bis drei Stunden pro Arbeitstag
,
zuzumuten (Urk.
5/87/10+14). Sie konstatierten aber auch, der Beschwerdeführer erfülle die Anforderungen zur Verrichtung des bisherigen Aufgabenbereichs der Büroar
beit, für den er zwei volle Arbeitstage p
ro Woche eingesetzt hatte (Urk.
5/87/16). Des Weiteren
attestierten die Gutachter ihm eine ganztägige Ar
beitsfähigkeit mit um 50
%
verminderter
Leistungsfähigkeit (Urk.
5/87/10); er hat also
die Möglichkeit, den Arbeitseinsatz auf fünf Tage in der Woche zu verteilen. Und schliesslich sind durchaus administrative Tätigkeiten denkbar, die nicht ausschliesslich im Sitzen zu verrichten sind, sondern auch Aufgaben
ent
halten
, die stehend oder gehend erledigt werden können.
Damit ist davon auszugehen,
dass der Beschwerdeführer seine verbliebene Leis
tungsfähigkeit
mit einer administrativen Arbeit am besten erwerblich verwerten kann.
Der Beschwerdeführer liess in der Beschwerdeschrift zwar vorbringen,
er verfüge weder über eine abgeschlossene kaufmännische Lehre noch über
d
en Abschluss einer Handelsschule und habe vor dem Aufbau seiner Firma nur kaufmännische Hilfsarbeiten verrichtet (
Urk.
1 S. 4 f.). Die Handelsschule dau
erte gemäss den Angaben in der Anmeldung bei der Beschwerdegegnerin jedoch immerhin drei Jahre (
Urk.
5/1/4), auch wenn der Beschwerdeführer - wie er vorbringen lässt
(
Urk.
1 S. 4)
- entgegen diesen Angaben keinen Abschluss er
zielt, sondern die Schule vorher
abgebrochen hätte. Hinzu kommt die berufliche Erfahrung im Rahmen
d
er 27jährigen selbständigen Tätigkeit
(vgl.
Urk.
5/109/5). Unter diesen Umständen hat die Beschwerdegegnerin
im kauf
männischen Bereich
richtigerweise
die Löhne des Anforderungsniveaus 3
ein
gesetzt
(„Berufs- und Fachkenntnisse vorausgesetzt“) und nicht diejenigen des Anforderungsniveaus 4 („Einfache und repetitive Tätigkeiten“). Aus dem nächsthöheren Anforderungsniveau 2 („Verrichtung selbständiger und qualifi
zierter Arbeiten“) lässt sich
zudem
schliessen, dass die Berufs- und Fachkennt
nisse des Niveaus 3 nicht zwangsläufig
aufgrund eines
Berufsabschluss
es
er
worben worden sein müssen.
Allerdings fallen neben
dem Bereich 23 („Andere kaufmännisch-administrative Tätigkeiten“) auch die Bereiche 21 („Rechnungs- und Personalwesen“),
22 („Sekretariats- und Kanzleiarbeiten“), 24 („Logistik, Stabsaufgaben“),
26 („[Ver-]Kauf von Grundstoffen und Investitionsgütern
“
) und 27 („Verkauf von Konsumgütern u. Dienstleistungen im Detailhandel“) in Betracht.
Es recht
fertigt sich, den Durchschnitt der Zentralwerte (
monatliche Bruttolöhne inklu
sive Anteil am 13. Monatslohn bei 40 Wochenstunden
, über
denen beziehungs
weise unter denen
sich 50
%
aller Lohnanga
ben befinden)
dieser sechs Bereiche im Anforderungsniveau 3 für Männer einzusetzen. D
ieser
Durchschnittswert
beträgt Fr. 6‘233.-- (Fr.
6‘835.-- [21] + Fr. 6‘341.-- [22] + Fr. 6‘402.--
[23] + Fr.
6‘090.-- [24] + Fr.
6‘541.-- [26] + Fr. 5‘190.-- [27] dividiert durch 6).
Auf
gerechnet auf die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von d
urchschnittlich 41,7
Wochenstunden
(vgl. Die Volkswirtschaft 12-2013 S. 90 Tabelle B9.2)
ergibt sich ein monatlicher Wert von Fr. 6‘498
.-- oder ein Jahreswert von
Fr.
77‘976.--.
Dieser ist aufgrund der um 50 % verminderten Leistungsfähigkeit zu halbieren, woraus ein Jahreswert von Fr. 38‘988.-- resultiert. Richtigerweise trug die Beschwerdegegnerin durch einen Abzu
g von 15
%
dem Umstand Rech
nung, dass
gesundheitlich beeinträchtigte Personen
im Vergleich zu voll leis
tungsfähigen lohnmässig benachteiligt sind
und dass sich
der reduzierte Beschäftigungsgrad auf die Lohnhöhe auswirken kann (vgl. BGE 129 V 472
E. 4.2.3 mit Hinweisen).
Unter Berücksichtigung dieses Abzugs beläuft sich das In
valideneinkommen auf Fr. 33‘140.--.
Ein höherer Abzug rechtfertigt sich entge
gen den Ausführungen in der Beschwerdeschrift
(
Urk.
1 S.
7) nicht, denn die verminderte Leistungsfähigkeit und damit auch die darauf basierende Lohnein
busse sind teilweise bereits dadurch berücksichtigt, dass die Gutachter des
H._
dem Beschwerdeführer
zumuteten, bei 50%iger Leistung ganztags zu arbeiten (
Urk.
5/87/10).
3.5.4
Aus der Gegenüberstellung des Valideneinkommens in der Höhe von
Fr.
77‘891.-- und des Invalideneinkommens in der Höhe von Fr. 33‘140.-- ergibt sich ein Invaliditätsgrad von 57,45
%
.
3.6
3.6.1
Damit hat die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer für die Zeit ab Februar 2006
bis zur Begutachtung im
H._
vom 16./17. Juni 2011
(vgl. E.
3.3.5)
zu Recht eine halbe Rente auf der Basis eines Invaliditätsgrades von 57,45
%
zugesprochen.
Diesem Anspruch steht nicht entgegen, dass das Gericht
im Urteil vom 29.
November 2010 auf die Notwendigkeit hingewiesen hat, berufliche Mass
nahmen zu prüfen (
Urk.
5/77 E. 3.3).
Denn ein Rentenanspruch für
die zurück
liegende Zeit ist so
lange nicht ausgeschlossen
, als die bestehende Erwerbsunfä
higkeit (noch) nicht mit geeigneten Eingliederungsmassnahmen tatsächlich behoben oder rentenerh
eblich verringert werden konnte, was rechtsprechungs
gemäss auch
hinsichtlich der
Selbsteingliederungsmassnahmen gilt,
solange solche noch nicht durchgeführt wurden und noch keine Aufforderung zur Mit
wirkung nach
Art.
21
Abs.
4 ATSG erfolg
te (Urteil des Bundesgerichts 8C_657/2010 vom
19. November 2010,
E. 4 mit Hinweis
).
3.6.2
Was die Zeit nach
der B
egutachtung im
H._
vom 16./17. Juni 2011 betrifft, so
unterzog sich der Beschwerdeführer im Mai 2012 einer weit
eren Wirbelsäulen
operation (
Urk.
5/104/2-3
und
Urk.
11/1
).
Anlässlich des Abklärungsbesuchs der Beschwerdegegnerin vom August 2012 berichtete er, die Schmerzen seien mit der Zeit vom rechten ins linke Bein gewandert. Im November 2011
habe er
einschiessende Schmerzen im Bein verspürt, habe weniger Gefühl gehabt, habe am Morgen nicht mehr aufstehen können und die Ausstrahlungen seien vor allem bei Belastung der Füsse stärker geworden. Er spüre immer noch ein
schiessende Schmerzen in den Beinen, da
s
linke Bein sei jedoch besser gewor
den. Im Moment könne er wegen der Erschütterungen allerdings nicht selbst Auto fahren und laufen könne er nur langsam und nicht weit. Zudem
dürfe
er nach der jetzigen Operation rückenbedingt nur 2-5 kg heben und sitzen könne er 10 bis maximal 15 Minuten (
Urk.
5/109/3+4).
Diese Ausführungen deuten auf
eine gesundheitliche Veränderung seit
der Begutachtung vom 16./17. Juni 2011 hin,
die sich zumindest vorübergehend auf die Arbeitsfähigkeit und den Invali
ditätsgrad
auswirken könn
te
. Dies gilt ungeachtet dessen, dass
Dr.
L._
im Bericht vom 25. Oktober 2013
wieder eine gewisse Verbesserung konstatierte mit dem Hinweis, es bestehe
ein
rechtsbetonte
s
lumboradikuläre
s
Reizsyndrom, für ein Ausfallsyndrom im eigentlichen Sinn hätten sich
aber
anläss
l
ich der letzten ausgedehnten Untersuchung vom Januar 2013 keine Hinweis mehr erge
ben, währenddem noch vor der letzten Entlastungsoperation ein linksbetontes lumboradikuläres Ausfallsyndrom dokumentiert worden sei (
Urk.
11/3 S. 1).
Anhaltspunkte für weitere gesundheitliche Veränderungen bilden der Bericht des
J
._
vom 19. November 2012 über die Magnetresonanzuntersuchung des rechten oberen Sprunggelenks, worin e
ine aktivierte Arthrose beschrie
ben
ist
(
Urk.
5/104/1), der Bericht der
K
._
vo
m 14. März 2013 über die Magnetresonanztomographie des rechten Knies, die einen komplexen Riss des Innenmeniskushi
nterhorns zu Tage brachte
(
Urk.
5/107), die Attestierung einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auch für leichte
,
wechselbelastende Arbeiten
im Bericht von
Dr.
A._
vom 28.
Januar 2013
(
Urk.
5/106) und schliesslich die Angabe des Beschwerdefüh
rers, die linke Schulter sei operiert worden (
Urk.
5/109/4), was anlässlich der Begutachtung im
H._
erst geplant gewesen war (
Urk.
5/87/5)
.
3.6.3
Es ist daher
angezeigt, dass die Beschwerdegegnerin
- entsprechend der
Auffas
sung in der Beschwerdeschrift und
dem Antrag
in der Replik (
Urk.
1 S. 6 f. und
Urk.
10 S. 2 f.
) - über den Verlauf seit der Begutachtung im
H._
vom
16./17. Juni 2011 erneute medizinische Abklärungen durchführen lässt. Denn wie der Beschwerdeführer richtig bemerken liess, trifft es entgegen der Begründung der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2 S. 5)
nicht zu, dass die Beschwerdegegnerin die medizinischen Berichte
aus der Zeit nach der Begutachtung im
H._
berücksichtigt hat. Vielmehr setzte sich
Dr.
C._
in der Stellungnahme vom 6. Juni 2013 (
Urk.
5/120/3) nicht mit der Rückenoperation vom Mai 2012 und auch nicht mit den Befunden am rechten Sprunggelenk u
nd am rechten Knie auseinander.
Grundsätzlich ist es
der Beschwerdegegnerin überlassen, wo sie die Verlaufsbeur
teilung durchführen lässt. Immerhin bietet es sich aus Gründen der Vergleichbarkeit an, nochmals das
H._
damit zu betrauen.
3.7
Damit ist die angefochtene Verfügung vom 3. Juli 2013 in teilweiser Gutheis
sung der Beschwerde in Bezug auf den Rentenanspruch ab September 2011 - gestützt auf Art. 88a Abs. 1 IVV
und Art. 88a Abs. 2 IVV kann sich eine Ände
rung erst nach dreimonatiger Dauer auf die Rente auswirken -
insoweit
aufzu
heben
, als sie den Anspruch auf eine höhere als eine halbe Rente verneint,
und die Sache ist an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie die ergän
zenden Abklärungen im Sinne der Erwägungen veranlasse und hernach über den Rentenanspruch ab September 2011 neu verfüge. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen und die halbe Rente ab Februar 2006 zu bestätigen.
4.
Nach Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Person An
spruch auf den vom Gericht festzusetzenden Ersatz der Parteikosten, die ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses zu bemessen sind; als weitere Bemessungskriterien nennen die ergänzenden kantonalen Vorschriften (
§
34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht [GSVGer] sowie
§
8 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht [GebV SVGer]) den Zeitaufwand und die Barauslagen.
Der Beschwerdeführer obsiegt teilweise, indem die halbe Rente für die Zeit von Februar 2006 bis August 2011 zu bestätigen ist, für die Zeit danach der Beschwerdegegnerin hingegen im Sinne
d
es Antrags in der Replik weitere Ab
klärungen aufzuerlegen sind, was nach der Rechtsprechung als Obsiegen gilt (BGE 137 V 57 E. 2.2). Es rechtfertigt sich daher, dem Beschwerdeführer eine Prozessentschädigung zuzusprechen, die sich auf die Hälfte jener Entschädigung beläuft, die er bei vollständigem Obsiegen erhielte. Ermessensweise ist sie auf
Fr.
1‘850.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.
5.
Gestützt auf
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Verfahren für die unterliegende Partei kostenpflichtig. Die Kosten sind unter Berücksichtigung des gesetzlichen Rah
mens (
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.--) auf
Fr.
8
00.--
zu bemessen. Entsprechend dem Verhältnis des Obsiegens und Unterliegens sind die Kosten dem Beschwerde
führer und der Beschwerdegegnerin je zur Hälfte aufzuerlegen.