Decision ID: 0268ac96-45e8-5b94-9c8b-762c4483be24
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1958 geborene
X._
meldete sich am 11. Januar 2016 (Eingangsdatum) unter Hinweis auf
ab
dem Jahr 2008
stattgehabte
Throm
bosen bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leis
tungsbezug an (Urk. 12/6). Diese führte am 1. Februar 2016 mit dem Versicherten
ein Standortgespräch durch (Urk.
12/14), tätigte
erwerbliche Abklärungen (Urk.
12
/10,
12
/13) und zog Berichte der behandelnden Ärzte bei (Urk.
12
/12,
12
/20-21). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 12/26)
verneinte sie mit Verfügung vom 8. November 2016 einen Anspruch des Versicherten auf eine Rente der Invalidenversicherung, da die versicherungsmässigen Voraussetzungen nicht erfüllt seien
(Urk. 12
/31).
1.2
Mit Schreiben vom 18. Januar 2017 teilte der Versicherte der IV-Stelle mit, er h
abe auf dem Anmeldeformular versehentlich das falsche Einreisedatum vermerkt und ersuche um erneute Prüfung seines Antrags (Urk.
12
/33). In der Folge tätigte die IV-Stelle weitere Abklärungen
(
Urk.
12/35, 12/37-40, 12/44)
. Nach durchge
führ
tem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 12/47-48)
hielt sie daran fest, dass die versi
che
rungsmässigen Voraussetzungen nicht erfüllt seien und verneinte mit Verfü
gung vom 1. Juni 2017 einen Anspruch des Versicherten auf Leistungen der I
nva
liden
versicherung (Urk. 12/57
).
Auf die
dagegen erhobene Beschwerde
trat
das hiesige Gericht mit
Beschluss
vom
22. November 2018
nicht ein und hielt fest, die Verfü
gung vom 8. November 2016 sei in Rechtskraft erwachsen und mit Verfügung vom 1. Juni 2017 sei auf das Wiedererwägungsgesuch nicht eingetre
ten worden
(Pro
zess Nr. IV.2017.00730
E. 4,
Urk. 12/65).
1.3
Am 22. Februar 2019 meldete sich der Versicherte erneut bei der Invali
denver
sicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 12/67). Mit Schreiben vom 1. März 2019 forderte die IV-Stelle den Versicherten auf, aktuelle Beweismittel zur Glaubhaft
machung einer wesentlichen Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse seit
Erlass der letzten anspruchsverneinenden Verfügung aufzulegen (Urk. 12/68). Da
raufhin
reichte der Versicherte Berichte der behandelnden Ärzte ein (Urk. 12/70, 12/72). Mit Vorbescheid vom
3.
Juni 2019 stellte die IV-Stelle das Nichteintreten auf das Leistungsbegehren in Aussicht (Urk. 12/74). Mit Schreiben vom 20. Juni 2019 liess der Versicherte Einwand gegen den Vorbescheid erheben (Urk. 12/75
) und ergänzte diesen mit Eingaben vom 2. September sowie 7.
Oktober 2019 (Urk. 12/77, 12/79-80). Mit Verfügung vom 2
9.
November 2019
entschied
die IV-Stelle
im vorbeschiedenen Sinne
(Urk. 2 [= Urk. 12/83]).
2.
Dagegen erhob der Versicherte
am 16. Januar 2020 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, auf das Gesuch vom 22. Februar 2019 einzutreten. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (Urk. 1 S.
2). Mit Beschwerdeantwort vom 10. März 2020 (Urk. 11) schloss die Beschwer
degegnerin auf Abweisung der Beschwerde, worüber der Beschwerdeführer mit Verfügung vom 12. März 2020 (Urk. 13) in Kenntnis gesetzt wurde.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Versichert nach Massgabe des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sind Personen, die gemäss den Art. 1a und 2 des Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
(AHVG) obligatorisch oder freiwillig ver
sichert sind (Art. 1b IVG). Obligatorisch versichert nach dem AHVG sind unter anderem die natürlichen Personen, die ihren Wohnsitz in der Schweiz haben oder in der Schweiz eine Erwerbstätigkeit ausüben (Art. 1a Abs. 1
lit
. a und b AHVG).
1.2
Gemäss
Art.
6
Abs.
1 IVG haben schweizerische und ausländische Staatsangehö
rige sowie Staatenlose vorbehältlich
Art.
39 IVG Anspruch auf Leistungen gemäss den nachstehenden Bestimmungen.
Art.
6
Abs.
2 IVG bestimmt, dass ausländi
sche Staatsangehörige - vorbehältlich Art. 9 Abs. 3 IVG sowie abweichender staats
vertraglicher Regelungen - nur anspruchsberechtigt sind, solange sie ihren Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt in der Schweiz haben und sofern sie bei Eintritt der Invalidität während mindestens eines vollen Jahres Beiträge geleistet
oder sich ununterbrochen während zehn Jahren in der Schweiz aufgehalten haben
. Anspruch auf eine ordentliche Rente haben Versicherte, die bei Eintritt der Inva
lidität (Versicherungsfall) während mindestens drei Jahren Beiträge geleistet haben
(
Art.
36
Abs.
1 IVG). Ist die dreijährige Mindestbeitragsdauer mit
tels schwei
zerischer Versicherungszeiten nicht erfüllt, sind für Schweizer Bürger und für Staatsangehörige von EU- und EFTA-Staaten Beitragszeiten, die in einem EU- oder EFTA-Staat zurückgelegt worden sind,
mitzuberücksichtigen
(vgl.
Art.
6 der Verordnung [EG] Nr. 883/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 2
9.
April 2004 zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit).
1.3
Nach Art. 4 Abs. 2 IVG gilt die Invalidität als eingetreten, sobald sie die für die
Begründung des Anspruches auf die jeweilige Leistung erforderliche Art und Schwere
erreicht hat. Dieser Zeitpunkt ist objektiv aufgrund des Gesundheits
zustandes festzustellen; zufällige externe Faktoren sind unerheblich (BGE 112 V 275 E. 1b). Er beurteilt sich auch nicht nach dem Zeitpunkt, in dem eine Anmel
dung eingereicht oder von dem an eine Leistung gefordert wird und stimmt nicht notwendigerweise mit dem Zeitpunkt überein, in welchem die versicherte Person erstmals Kenntnis davon bekommt, dass der Gesundheitsschaden Anspruch auf Versicherungsleistungen geben kann (BGE 126 V 5 E. 2b mit Hinweisen; AHI 2002 S. 147 E. 3a). Aus Art. 4 Abs. 2 IVG ergibt sich, dass der Eintritt der Inva
lidität für die einzelnen Leistungen der Invalidenversicherung autonom zu be
stimmen ist (sog. leistungsspezifische Invalidität). Dabei sind die rechtlichen Vorgaben zu berücksichtigen, die sich aus Art. 4 Abs. 1 IVG (in Verbindung mit Art. 8
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversiche
rungs
rechts [ATSG]
) ergeben. Folglich begründet der Gesundheitsschaden für jede Leis
tungsart innerhalb der Eingliederungsmassnahmen je einen eigenen Versiche
rungs
fall (BGE 112 V 275; vgl. auch BGE 137 V 417 E. 2.2.3, 126 V 241 E. 4).
1.4
Zur Frage des Bedeutungsgehalts des
Art.
87
Abs.
2 und 3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
hat das Bundesgericht in BGE 130 V 64 E. 5.2.5 festgehalten, dass die versicherte Person mit dem Revisionsgesuch oder der Neu
anmeldung die massgebliche Tatsachenänderung glaubhaft machen muss, ihr mithin ausnahmsweise eine Beweisführungslast zukommt.
Gemäss Art. 87 Abs. 2 IVV muss mit einem Revisionsgesuch und gemäss Art. 87 Abs. 3 IVV mit einer Neuanmeldung glaubhaft gemacht werden, dass sich der Invaliditätsgrad anspruchsrelevant verändert hat. Die
Eintretensvoraussetzung
des Glaubhaftmachens soll verhindern, dass sich die Verwaltung immer wieder mit gleichlautenden und nicht näher begründeten, mithin keine Veränderung des
Sachverhalts darlegenden Rentengesuchen befassen muss (BGE 133 V 108 E. 5.
3.1). Dies gilt auch für eine erneute Anmeldung nach einer vorangegangenen, aber befristeten
Rentenzusprache
(BGE 133 V 263 E. 6.1; siehe auch Frey/
Mosi
mann
/Bollinger [Hrsg.], AHVG/IVG Kommentar, 2018,
Mosimann
, N 20 zu Art. 17
ATSG).
Hingegen kann diese
Eintretensvorschrift
nicht dahingehend ausgelegt werden, dass die glaubhaft zu machende Änderung gerade jenes Anspruchselement be
treffen muss, welches die Verwaltung der früheren rechtskräftigen Leistungsab
weisung zugrunde legte. Vielmehr muss es genügen, wenn die versicherte Person zumindest die Änderung eines Sachverhalts aus dem gesamten für die Renten
be
rechtigung erheblichen Tatsachenspektrum glaubwürdig dartut. Trifft dies zu, ist
die Verwaltung verpflichtet, auf das neue Leistungsbegehren einzutreten und es in tatsächlicher (wie selbstverständlich auch in rechtlicher) Hinsicht allseitig zu prüfen (BGE 117 V 198 E. 3a und E. 4b; vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 71 E. 2.2).
Ist die Änderung nicht glaubhaft gemacht, wird auf das Revisionsgesuch oder die erneute Anmeldung nicht eingetreten (BGE 133 V 64 E. 5.2.5). Dabei wird die Verwaltung unter anderem zu berücksichtigen haben, ob die frühere Verfügung nur kurze oder schon längere Zeit zurückliegt, und dementsprechend an die Glaubhaftmachung höhere oder weniger hohe Anforderungen stellen. Insofern steht ihr ein gewisser Beurteilungsspielraum zu, den das Gericht grundsätzlich zu respektieren hat. Daher hat das Gericht die Behandlung der
Eintretensfrage
durch die Verwaltung nur zu überprüfen, wenn das Eintreten streitig ist, das heisst wenn die Verwaltung gestützt auf Art. 87 Abs. 3 IVV
Nichteintreten beschlossen hat und die versicherte Person deswegen Beschwerde führt; hingegen unterbleibt eine richterliche Beurteilung der
Eintretensfrage
, wenn die Verwaltung auf die Neu
anmeldung eingetreten ist (BGE 109 V 108 E. 2b mit Hinweisen; vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 71 E. 2.2 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte im angefochtenen Entscheid aus, das Leistungs
be
gehren sei am 1. Juni 2017 abgewiesen worden, da die gesundheitliche Beein
trächtigung beim Beschwerdeführer bereits vor Einreise in die Schweiz bestanden
habe
und aufgrund zu wenig geleisteter Beitragszeit die versicherungsmässigen Voraussetzungen nicht erfüllt gewesen seien. Mit den neu eingereichten Arztbe
richten werde kein neuer Sachverhalt dargelegt
. Daher werde auf das neue Gesuch nicht eingetreten
(Urk. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 10. März 2020 ergänzte die Beschwerdegegnerin, mit Beginn des Rentenanspruchs im Jahr 2012 sei der Versicherungsfall einge
treten. Zu diesem Zeitpunkt
sei
en
das volle Beitragsjahr nicht geleistet
und
mit
hin
die versicherungsmässigen Voraussetzungen nicht erfüllt
gewesen
. Die Verfü
gung
vom
8.
November 2016 sei in Rechtskraft erwachsen. Bei der
geltend gemachten
Verschlechterung des Gesundheitszustandes handle es sich um den gleichen Ge
sundheitsschaden, über den bereits am 8. November 2016 verfügt worden sei. Ein neues IV-relevantes Leiden sei nicht ausgewiesen. Die versicherungsmässigen Voraussetzungen seien nach wie vor nicht erfüllt, da es sich um denselben Ge
sundheitsschaden handle (Urk. 11).
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer geltend, sein Gesundheitszustand habe sich seit der rechtskräftigen Verfügung vom 8. November 2016 massgeblich verschlechtert. Zum
einen
sei es zu einer Verschlechterung des chronischen
post
rekonstruktiven
Beinlymphöd
ems Stadium II rechts gekommen, z
um anderen habe
sich die rezidivierende depressive Störung mit Suizidgedanken und stark wechsel
hafter Stimmungslage
verstärkt
. Neu hinzugekommen sei
en
ein Schlafapnoe-Syndrom und eine chronische Sinusitis.
Die neu diagnostizierten Bauchdecken
hernien
seien
sonographisch
nachgewiesen
worden
. Wegen dem Schlafapnoe-Syndrom habe die chirurgisch plastische Versorgung der multiplen Narbenbrüche nicht durchgeführt werden können
(Urk. 1 S. 3).
Die Beschwerden als Folge der degenerativen Veränderung an der HWS und LWS hätten sich verstärkt, so dass er auch in einer angepassten Tätigke
it nicht mehr arbeitsfähig sei
. Folglich habe die Beschwerdegegnerin auf sein Gesuch einzutreten
(
Urk.
1 S. 4).
3.
3.1
Die Rechtskraft von Verfügungen und (Einsprache- oder Beschwerde-) Entschei
den über Dauerleistungen im Bereich der Sozialversicherung, unter anderem Ren
ten der Alters- und Invalidenversicherung, ist grundsätzlich zeitlich unbe
schränk
t. Sie erfasst die Anspruchsvoraussetzungen ebenso wie die Faktoren der Leistungs
be
messung, soweit sie im
Entscheidzeitpunkt
abgeschlossene Sachverhalte betref
fen. Es liegt insofern eine abgeurteilte Sache (
res
iudicata
) im Rechtssinne vor. Die betreffenden Anspruchsvoraussetzungen und Leistungsbe
messungsfaktoren können daher vorbehältlich einer prozessualen Revision oder Wiedererwägung des rechtskräftigen Entscheids (Art. 53 Abs. 1 und Art. 61
lit
. i bzw. Art. 53 Abs. 2 ATSG) nicht bei jeder neuen Bezugsperiode in Frage gestellt und geprüft werden, es sei denn, das Gesetz sehe ausdrücklich eine andere Regelung vor wie etwa im Bereich der Ergänzungsleistungen. Die vorstehenden Grundsätze gelten auch im Rahmen der Revision einer Dauerleistung im Sinne der Anpassung pro
futuro
an (nachträgliche) erhebliche Änderungen der tat
sächlichen (und allenfalls rechtli
chen) Grundlagen der ursprünglichen Leis
tungszusprechung (vgl. in Bezug auf die hier interessierenden Renten der Inva
lidenversicherung Art. 17 Abs. 1 ATSG in Verbindung mit Art. 2 ATSG und Art. 1 Abs. 1 IVG). Damals bejahte An
spruchsvoraussetzungen und festgesetzte Leistungsbemessungsfaktoren, welche im Zeitpunkt der Verfügung oder des
Einspracheentscheids
abgeschlossene Sach
verhalte betreffen, können zufolge Rechtskraft nicht erneut überprüft werden. Vorbehalten bleibt das Zurückkom
men auf den ursprünglich leistungszu
spre
chen
den Entscheid unter dem Titel Wiedererwägung oder prozessuale Revision.
Anders verhält es sich mangels sachlicher Identität bei einem neuen Versiche
rungsfall, d.h. bei Ablösung der bisherigen Rente durch eine neue Hauptrente, oder wenn zur ursprünglichen gesundheitlichen Beeinträchtigung eine davon völlig verschiedene Gesund
heitsstörung hinzugetreten ist und zu einer Erhöhung des Invaliditätsgrades geführt hat (vgl. BGE 136 V 369 E. 3.1.1 mit zahlreichen Hinweisen).
3.2
Für die Umschreibung der Rechtskraft und der damit verbundenen Rechts
bestän
digkeit eines den Anspruch auf eine Dauerleistung verneinenden nega
ti
ven Ent
scheids muss auf die Begründungselemente zurückgegriffen werden. Betreffen diese, wie etwa die versicherungsmässigen Voraussetzungen, einen zeitlich abge
schlossenen, späteren Änderungen der Tatsachenlage nicht zugäng
lichen Sach
verhalt, ist eine Überprüfung zufolge Rechtskraft ausge
schlossen, die Anspruchs
be
rechtigung als solche mithin endgültig dahingefallen. Vorbehalten bleibt eine Änderung der den leistungsablehnenden Entscheid tragenden recht
lichen Grund
lagen, oder wenn ein neuer Versicherungsfall im Sinne der Erhö
hung des Invali
di
tätsgrades aufgrund einer von der ursprünglichen gesund
heit
lichen Beeinträch
tigung völlig verschiedenen Gesundheitsstörung vorliegt (vgl. BGE 136 V 369 E.
3.1.2 mit zahlreichen Hinweisen; vgl. auch Urteil des Bun
desgerichts 9C_294/2013 vom 20. August 2013 E. 4
, in: SVR 2013 IV
Nr. 45 S. 138
).
3.3
Streitgegenstand bildet vorliegend der Anspruch des
Beschwerdeführers
auf eine Inva
lidenrente unter dem Gesichtspunkt der versicherungsmässigen Vorausset
zung
en.
D
iese Frage
bildete
bereits Gegenstand der Verfügung vom
8. November 201
6.
Schon damals verneinte die
Beschwerdegegnerin
einen Rentenanspruch unter Hinweis darauf, dass die versicherungsmässigen Voraussetzungen nicht
erfüllt seien, da der
Beschwerdeführer mit dem Gesund
heitsschaden
in die Schweiz
ein
gereist sei
. In der Zeit von Dezember 2011 bis Oktober 2012 – vor Eintritt des Gesundheitsschadens – sei
en
in der Schweiz nur während zehn Monaten Beiträge bezahlt worden (Urk. 12/31).
Diese Verfügung blieb unangefochten.
Mit Verfü
gung vom 1. Juni 2017 (Urk. 12/57) trat die Beschwerdegegnerin auf das Wie
dererwägungsgesuch des Beschwerdeführers
vom 18. Januar 2017 (Urk. 12/33) nicht ein
(vgl.
Beschluss
IV.2017.00730
des hiesigen Gericht
s
vom 22. November 2018 E. 4).
Da die Frage des Erfüllens der versicherungsmässigen Vorausset
zun
gen bei Eintritt der Inva
lidität einen im Zeitpunkt der Verfügung
vom
8. Novem
ber 2016
abgeschlossenen Sachverhalt betrifft, erwuchs dieser -
unangefochten gebliebene - Entscheid auch in Bezug auf das Begründungselement der versiche
rungsmässigen Voraussetzungen in Rechtskraft. Er hat damit für das vorliegende Verfahren bindende Wirkung, was im Übrigen selbst dann gelten würde, wenn das dama
lige Erkenntnis rechtsfehlerhaft gewesen wäre (BGE 136 V 369 E. 3.2).
Zu
prü
fen bleibt somit einzig, ob
von einem neuen Versicherungsfall
im Sinne der Rechtsprechung
auszugehen ist, in wel
chem Falle
dem Beschwerdeführer
die
Rechtskraft der Verfügung vom
8. November 2016
nicht ent
gegengehalten werden
könnte (vgl. E. 3.2 hiervor).
4.
4.1
4.1.1
Mit Bericht vom 24. März 2011 hielt
Dr.
med.
Y._
, Facharzt Chirurgie sowie
Viszeralchirurgie
und Chefarzt in der
Klinik
Z._
(Berlin), folgende Diagnosen fest:
-
Zustand nach
thorakoabdominellem
Eingriff wegen
bronchoe
n
teraler
Fistel im Säuglingsalter
-
postthrombotisches Syndrom rechts nach Verschluss der
Vena
saphena
magna mit Beckenvenenthrombose als Säugling
-
Zustand nach Laparotomie bei Ileus im Jugendalter
-
Zustand nach
Cholezystektomie
und
bisegmentaler
Leberresektion (Segment 2 und 3 der Leber) bei Hämangiom
-
Zustand nach
Nukleoplastie
bei lumbalem Bandscheibenvorfall L4/5 und L5/S1
-
arterieller Hypertonus
-
Zustand nach
Verwachsungsileus
des Dünndarms,
Divertikulose
des Dünndarms mit Segmentresektion des Jejunums 11/2010
-
tiefe Beinvenenthrombose der
Vena
femoralis
(3-Etagen-Thrombose) rechts
-
sekundäre Gerinnungsaktivierung bei chronischer Entzündung (chron. Pankreatitis)
-
Hyperhomocysteinämie
-
gestörte
Glykos
e
toleranz
-
rezidivierende
Papillenstenose
des Gallenganges, 5-malige ERCP mit
Papillotomie
-
rezidivierende depressive Störung
-
abdominelle Narbenhernie
Aus chirurgischer Sicht sei eine operative Versorgung der Narbenbrüche nicht indiziert
bzw. nicht vertretbar
. Eine diätische Ernährung, eine Versorgung mit einer Bauchdeckenbandage und eine dem Krankheitsbild adäquate Leistungsan
passung sei
en
zu empfehlen.
Zur Zeit
bestehe ein eingeschränktes Leistungsbild
für Tätigkeiten in abwechselnder Körperhaltung. Es solle ein Wechsel zwischen stehender und sitzender Arbeitshaltung gewährleistet sein, wobei eine Entlastung durch Hochlagern des rechten Beines möglich sein soll
t
e. Der zeitliche Umfang der Tätigkeit solle 12 bis 15 Wochenstunden nicht überschreiten
. Das Heben und Tragen von Lasten über 10 kg, Tätigkeiten in Zwangshaltung mit vorgebeugter Rumpfhaltung sowie längeres Stehen und Sitzen sollten vermieden werden
(Urk. 12/12/34-35).
4.1.2
Dr.
med.
A._
, Facharzt Chirurgie, hielt
im Gutachten vo
m 21. Juni 2013 fest, der Beschwerdeführer leide
insbesondere
an Narbenbrüchen und damit verbunden an einem ausgeprägten
Adhaesionsbauch
nach mehreren
Ileusope
ra
tionen
mit Darmresektionen und daraus resultierendem Kurzdarmsyndrom mit Malabsorptionen bzw. Malresorptionen.
Von einer Sanierung der Narbenbrüche
müsse angesichts des
operationsrisikos
abgeraten werden.
Des Weiteren sei
en
eine
Pankreatitis sowie eine
Papille
n
stenose
bekannt.
Der Beschwerdeführer habe ein postthrombotisches Syndrom, weshalb er dauerhaft einen Kompressionstrumpf trage
.
Zudem habe
er
einen Bandscheibenvorfall mit neurologischen Symp
to
men erlitten. Unter Berücksichtigung der Gesamtsituation (Narbenhernien, Thrombose, Kurzdarmsyndrom) erachtete
Dr.
A._
weit
er
reichende Massnah
men nur im Notfall als angezeigt. Der Beschwerdeführer müsse mit den resul
tierenden Einschränkungen leben, die aller
d
ings seine Leistungsfähigkeit nicht unerheblich beeinträchtigen würden
. Der Grad der Behinderung betrage min
des
tens 70 von 100
(Urk. 12/1/23-25
).
4.1.3
Gemäss Sozialmedizinischem Gutachten von
Dr.
med.
B._
, Fach
ärztin Neurologie,
vom 27. März 2014
leidet der Beschwerdeführer an einer rezi
divierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1)
, wel
che Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit
habe
, da die psychophysische Belastbarkeit sowie die Arbeitsfunktion des Beschwerdeführers eingeschränkt sei
en
. Daneben leide er an einer Neurasthenie,
essentiellen Hypertonie,
Radikulo
pathie
sowie
an
Thrombosen. Er sei seit dem 4. April 2013 arbeitsunfähig. Es seien ambulante Behandlungen bei der Hausärztin, in somatischen Fachgebieten und eine Psychotherapie sowie eine stationäre psychosomatische Rehabilitations
massnahme
erfolgt
. Nach Entlassung aus der Rehabilitationsmassnahme sei für den allgemeinen Arbeitsmarkt eine Leistungsfähigkeit von 3 bis 6 Stunden
täglich
für leichte bis mittelschwere körperliche Tätigkeiten
ohne Zwangshaltungen und Nachtschichten
attestiert worden
.
Die Arbeitsunfähigkeit für die zuletzt ausgeübte massgebliche Tätigkeit als ärztlicher Direktor
(Leistungsvermögen unter 3 Stun
den)
bestehe auf Dauer (Urk. 12/12/37-38).
4.1.4
Gestützt auf diese medizinische Aktenlage kam die Beschwerdegegnerin zum Schluss, der Gesundheitsschaden
habe
bereits
vor Einreise in die Schweiz am
1. März
2015
bestanden und gemäss Sozialmedizinischem Gutachten vom 27. März
2014
bestehe
für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als ärztlicher Direktor eine Arbeitsunfähigkeit auf Dauer.
Auch für den allgemeinen Arbeitsmarkt bestehe nur ein untervollschichtiges Leistungsbild.
In der Zeit von
Dezember 2011 bis Oktober 2012 – vor Eintritt des Gesundheitsschadens
bzw. Versicherungsfalles
– seien in der Schweiz nur während 10 Monaten Beiträge bezahlt worden. Die versicherungsmässigen Voraussetzungen seien nicht erfüllt (Urk. 12/26, 12/30
/2
). Die hierauf gestützte leistungsabweisende Verfügung vom 8. November 2016 (Urk. 12/31) erwuchs unangefochtenen in Rechtskraft.
4.2
4.2.1
Im Bericht des Schlaflabors des
Spitals
C._ (
Wien
)
betreffend die Smart-Card Datenauslesung vom 24. September 2018 bis 27. Januar 2019 (126 Tage) wurde festgehalten, dass der Beschwerdeführer an einem moderaten obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom unter CPAP-Heimtherapie leide, wobei eine Kontrolle der
Beatmungseffizienz erforderlich gewesen sei. Die erhobenen Befunde zeigten, da
ss bei ausgeprägter Therapieadhärenz unter der gegenwärtigen CPAP-Druck
einstel
lung eine suboptimale Behandlung des ausgeprägten Schlafapnoe-Syn
droms ge
währleistet sei in dem Sinne, dass geringe relevante Apnoe-
Hypopnoe
-Ereig
nisse nachzuweisen seien. Es würden weiterhin eine konsequente Heiman
wen
dun
g und eine Kontrolle der Beatmungseffizienz in rund sechs Monaten emp
fohlen (Urk. 12/72/26).
4.2.2
Im
Entlassungsbericht
der
Klinik
D._
vom 29. März 2019
wurden
im Wesentlichen
die bekannten Diagnosen aufgeführt.
Dr.
med.
E._
, Facharzt Innere Medizin, und
Dr.
med.
F._
, Fachärztin Allgemein
medizin, berichteten, der Beschwerdeführer sei zum Rehabilitationsaufenthalt aufgrund eines chronisch sekundären Beinlymphödems rechts im
Stad
. II ge
kommen.
Er leide seit seiner Kindheit an einem postthrombotischen Syndrom bei Beckenvenenverschluss rechts. Es habe sich im Laufe der Jahre eine ausgeprägte
Kollateralisierung
vor allem im Bereich des rechten Unterbauches gebildet, teil
weise mit
aneurysmatischen
Varizenkonvoluten und
Abdrainage
über die intra
spinalen Venenbahnen. Dies bereite dem Beschwerdeführer Beschwerden im Sinne von Bauchschmer
zen, Spannungsgefühl, Blähbauch
sowie
Schmerzen
beim Ste
hen,
Gehen und längeren
Sitzen. Des Weiteren habe er Rückenschmerzen sowie eine ausgeprägte
Claudicatio
venosa
. Im Dezember 2010 habe er eine
Thrombo
phle
bitis
des rechten
Oberschenkels gehabt. Die Dopp
l
er
sonographie der Beinvenen
vom 1. Dezember 2015
sei ohne pathologischen Befund gewesen.
Bei Zustand
nach
Papillenstenose
und
Stentimplantation
am 14. Dezember 2010 hätten sich noch leicht erhöhte Werte von AP, Amylase un
d GGT sowie ein grenzwertig erhö
htes Bilirubin gefunden.
Dopplersonogra
phisch
habe
s
i
ch eine Thrombose der
Vena
femoralis
superficialis
rechts gezeigt.
Nach der Dünndarmteilresektion im Oktober 2010 habe der Beschwerdeführer eine Thrombose der
V
e
na
femorali
s
superficialis
rechts
erlitten
. Unter der oralen Antikoagulation sei es zu einer oberflächlichen
Thrombophlebilitis
im Bereich der rechten Kniekehle gekommen. Am 13. November 2015 sei
en
eine venöse
Rekanalisati
on
mit Stent-
Angioplastie
der
Vena
iliaca
externa
und
communis
rechts sowie eine
Endophlebektomie
der VFC rechts mit
pelviner
Pat
chplastik
ohne AV-Fistelanlage durchgeführt worden. Die gesamte rechte untere Extremität sei gegenüber links volumenvermehrt. Beim Beschwerdeführer sei die komplexe physikalische
Entstauungstherapie
durchge
führt worden mit intensiven speziellen manuellen Lymphdrainagen. Er habe die
Entstauungs
therapie
gut vertragen und es hätt
e
n
insgesamt am rechten Bein 1677
ml
Ödemflüssigkeit
ents
taut
sowie die
Fibrosen
deutlich aufgelockert wer
den können (Urk. 12/72/6-8).
4.2.3
Am 1
8.
April 2019 erstattete
Dr.
med.
G._
, Fachärztin Neu
ro
logie und Psychiatrie, einen ärztlichen Befundbericht
,
worin sie folgende Dia
gnosen nannte:
-
mittelgradige depressive Episode mit Angst
-
Hyperhomozysteinämie
-
Schlafapnoe-CPAP Versorgung
-
Status nach venösem Stent der rechten Beckenetage und
Vena
Cava
11/2015
-
chronisches
postrekonstuktives
Beinlymphödem rechts Stadium II
-
postthrombotisches Syndrom rechts (Status nach Dreietagenthrombose)
-
Status nach Lungen-
Op
(Zyste im Säuglingsalter)
-
Status nach Leberteilresektion bei Hämangiom
-
LCHE
-
Status nach mehrfachem
Bridenileus
und Dünndarmteilresektion 2010
beilleus
-
Verwachsungsbauch bei Status nach Zweihöhleneingriff im Säuglings
alter bei
bronchoenteraler
Fistel
-
Status nach
Bisegmentektomie
bei Hämangiom 2008
-
Status nach
Discusprolaps
L4/5, S1
-
Status nach
Paillenstenose
12/2010 unklarer Genese mit
Stent
implan
tation
-
arterielle Hypertonie
-
korticale
Nierenzyste links
-
Divertikulose
-
Status nach operativer Entfernung des
Musculus
rectus
abdominis
rechts
-
Nabelhernie
-
Hyperhomocysteinämie
-
Vitamin D-Mangel
-
Hernia
cicatricea
Hierzu führte
Dr.
G._
aus, der Beschwerdeführer sei durch die be
stehenden körperlichen Beschwerden psychisch stark belastet. Eine Medikation mit
Trittico
sei nicht vertragen worden, der Beschwerdeführer habe eine paradoxe Reaktion mit verstärkter Depressivität und Suizidgedanken gezeigt.
Aktuell im Vordergrund stünden starke Existenz- und Zukunftsängste sowie eine sehr wech
selhafte Stimmungslage.
Er werde eine Psychotherapie beginnen. Er sei nicht be
lastbar, im Alltag schnell überfordert, ermüde rasch und brauche regelmässige Pausen. Eine Arbeitsfähigkeit sei aufgrund der vorliegenden Beschwerden nicht gegeben (Urk. 12/72/4-5).
5.
Aufgrund der Akten ist ausgewiesen – und auch in keinerlei Hinsicht bestritten –,
dass der Beschwerdeführer an
g
esundheit
lichen B
eeinträchtigung
en
leidet, die ihn in seiner
Arbeitsfähigkeit
einschränk
en
. Demgegenüber ist unter den Parteien strittig (E. 2), ob seit der Verfügung vom
8.
November 2016, welche zeitlicher Ausgangspunkt für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung bildet (BGE 133 V 108 E. 5.1), das Vorhandensein einer erheblichen Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse dergestalt glaubhaft gemacht worden ist, dass zumin
dest Anhaltspunkte für den Eintritt eines neuen Versicherungsfalls
im Sinne der Rechtsprechung
vorlägen (E. 1.4; E. 3). Dies ist offensichtlich nicht der Fall.
In diesem Zusammenhang ist vorwegzuschicken, dass selbst der Beschwerdeführer in seiner Beschwerdeschrift in Bezug auf das chronische
postrekonstruktive
Bein
lymphödem Stadium II rechts, die rezidivierende depressive Störung sowie die degenerativen Veränderungen an der HWS und LWS von einer Verschlechterung seit der rechtskräftigen Verfügung vom 8. November 2016 ausgeht (Urk. 1 S. 3 Ziff. 5 f. und S. 4 Ziff. 9). Diese Diagnosen wie auch das postthrombotische Syn
drom rechts waren denn auch zum Zeitpunkt des genannten Entscheids (Urk. 12/31
) bereits bekannt und lagen diesem massgeblich zu Grunde, wie
aus
den damals aufliegenden Berichten (vgl. nebst E. 4.1.1-4.1.3 insbesondere auch Bericht der Klinik
H._
vom 6. Dezember 2010 [Urk
. 12/12/48-54], Bericht des
Rehazentrums
I._
vom 27. Dezember 2011 [Urk.
12/12/43-45], Bericht des
Rehaz
entrums
J._
vom 9. März 2012 [Urk. 12/12/31-33],
Berichte des
Reha
z
entrums
K._
vom 23. März 2012 [Urk. 12/12/5-13
] und 20. Januar 2014 [Urk. 12/12/16-26] sowie Bericht von Dr. med.
L._
, Allgemeine Innere Medizin, vo
m 30. Mai 2016 [Urk. 12/20/1-5]) und dem Feststellungsblatt vom 8. November 2016 (Urk. 12/30) hervorgeht (vgl. auch E. 4.1.4). Mithin betrifft die vom Beschwerdeführer insoweit geltend gemachte
Verschlechterung des Gesundheitszustandes die
selbe gesundheitliche Problema
tik
,
welche
bereits Gegenstand der Erstanmeldung
vom 11. Januar 2016
(vgl. dazu auch Urk. 12/6/6 Ziff. 6.1) war
.
Bei einer Verschlechterung der ursprün
glichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen handelt es sich indes nicht um einen neuen Versicherungsfall im Sinne der Rechtsprechung (vgl. E. 3.1 und 3.2).
Der Beschwerdeführer hält sodann dafür,
eine
relevante
Verschlechterung seines Gesundheitszust
andes seit der Verfügung vom 8.
November 2016 sei mit den neu hinzugekommenen Diagnosen eines Schlafapnoe-Syndroms und
chronischen Sinusitiden (Urk. 1 S. 3 Ziff.
7) glaubhaft gemacht.
Mit diesem Standpunkt über
s
i
eht der Beschwerdeführer, dass das Hinzutreten einer Diagnose nicht per se einen Revisionsgrund oder eine Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse dar
stellt, da damit das quantitative Element der (erheblichen) Gesundheitsver
schlech
terung nicht zwingend ausgewiesen ist (BGE 141 V 9 E. 5.2). Massgebend ist auch im Zusammenhang mit einer Neuanmeldung einzig, ob bzw. in welchem Ausmass – unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie – den medizinischen Akten eine Verschlechterung der Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit im relevanten Zeitraum entnommen werden kann (vgl. BGE 136
V 279 E. 3.2.1; Urteil des Bundesgerichts 8C_664/2017 vom 25. Januar 2018 E.
9). Dass die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers neuerdings durch das Schlaf
apnoe-Syndrom oder die Sinusitiden relevant beeinträchtigt wäre, wird vom Be
schwerdeführer nicht geltend gemacht und ergibt sich auch nicht aus den Akten. Namentlich ist anhand der vom Beschwerdeführer eingereichten Unterlagen (zur Beweisführungslast vgl. E. 1.4) nicht ersichtlich, dass die behandelnden Ärzte im Zusammenhang mit den genannten Diagnosen eine anhaltende Arbeitsun
fähig
keit namhaft gemacht hätten (vgl. nebst E. 4.2.1 insbesondere Bericht von Dr.
med.
M._
, Facharzt Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, vom 28. März
2018, Urk. 12/72/33).
Schliesslich trifft es zwar zu, dass anlässlich der Sonographie des Oberbauches vom 21. September 2018 (Urk. 12/72/28) zwei Bauchwandhernien zur Darstel
lung gebracht wurden (vgl. auch Bericht des
Spitals
C._
vom 29. Januar 2019 [Urk. 12/80/5] und undatiertes Attest von Prof. Dr.
N._
, Facharzt Chirurgie und
Viszeralchirurgie
[Urk. 12/72/32]). Das Vor
lie
gen von leistungseinschränkenden Bauchwand- bzw. Narbenhernien war indes bei Erlass der Ver
fügung vom 8
. November 2016 bereits bekannt (vgl. nebst E. 4.1.1 insbesondere Bericht der
Klinik
O._
vom 9. März
2012 [
Urk.
12/12/29
-30
] sowie
Urk. 12/12/8-9+12, 12/12/17+23+26, 12/12/32,
12/12/44-45 und 12/72/40-43), weshalb der Beschwerdeführer (Urk. 1 S. 3 Ziff. 8
) hieraus nichts zu seinen Gunsten abzuleiten vermag.
Dass sich an der gesundheitlichen Ursache seiner Arbeitsunfähigkeit etwas Rele
vantes verändert hätte, vermag der Beschwerdeführer mit den im Neuanmel
dungsverfahren e
ingereichten Berichten
nicht glaubhaft darzutun.
Mithin hat er das Vorliegen eines neuen Versicherungsfalles im Sinne einer Erhöhung des Inva
liditätsgrades aufgrund einer von der ursprünglichen gesundheitlichen Beein
trächtigung völlig verschiedenen Gesundheitsstörung nicht glaubhaft gemacht, weshalb die Beschwerdegegnerin zu Recht auf sein neues Leistungsgesuch nicht eingetreten ist.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
Bei diesem Ergebnis kann offenbleiben
,
ob sich der Wohnsitz respektive der gewöhnliche Aufenthalt des Beschwer
de
füh
rers in der Schweiz befindet (vgl. dazu Urk. 12/72 und 12/80)
.
6
.
6
.1
Mit Beschwerde vom
16. Januar 2020
ersuchte
der
Beschwerdeführer um Ge
währung der unentgeltlichen Prozessführung (Urk. 1 S. 2).
6
.2
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraus
setzungen für die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und
Verbeiständung
erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos, die Partei bedürftig und die anwaltliche
Verbeistän
dung
not
wendig oder doch geboten ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
Bedürftig im Sinne von
Art.
64
des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG)
ist eine Per
son, wenn sie ohne Beeinträchtigung des für sie und ihre Fa
milie nöti
gen Lebensunterhaltes nicht in der Lage ist, die Prozesskosten zu bestreiten (BGE 128 I 225 E. 2.5.1). Massgebend sind die wirtschaftlichen Verhältnisse im Zeitpunkt, in dem das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege (§ 28
lit
. a
des Gesetzes über das Soz
ialversicherungsgericht [
GSVGer
]
i.V.m
. Art. 119
d
er Zivil
prozessordnung [ZPO]
) eingereicht wird (BGE 120
Ia
179 E. 3a), oder – bei seither eingetretenen Veränderungen – auch in demjenigen der
Entscheidfindung
(BGE 108 V 265 E. 4). Bei der Beurteilung der Bedürftigkeit ist das Einkommen beider Ehegatten zu berücksichtigen (BGE 115
Ia
193 E. 3a, 108
Ia
9 E. 3).
6
.3
Mit Eingab
e vom 20. Februar 2020 (Urk. 6
) reichte
der
Beschwerdeführer das For
mular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit samt Beilagen zu den Akten (Urk.
7, 8/1-5
). Unter Berücksichtigung des Grundbetrages für
ein Ehepaar
von Fr. 1’
7
00.-- (vgl. Kreisschreiben der Verwaltungskommission des Obergerichts des Kantons Zürich an die Bezirksgerichte und die Betreibungsämter über Richtlinien für die Berechnung des betreibungsrechtlichen
Existenzminimums, Ziffer II 3.
), der
geltend gemachten Ausgaben für die Miete von Fr.
1’18
0.--
inklusive Heiz
kosten
(Urk.
8/2 S. 1
Mietzinsänderung per 1. Oktober 2017
), der Prämie für die obligatorische Krankenversicherung von
EUR 341.50
für den Beschwerdeführer
(Urk. 8/2 S. 7 Versicherungspolice bei der UNIQA Österreich Versicherungen AG)
sowie
Fr.
536.55 für seine Ehefrau
(Urk.
8/2 S. 10
Versicherungspolice bei der CSS
) sowie
den
Steuern von
rund
Fr.
350
.-- (Urk. 8/2
S. 21
Staats- und Gemein
desteuern 2019
; Urk.
8/4 S. 3 D
irekte Bundessteuer 2018) und d
e
n
zu leistenden
Unterhaltsbeiträgen von EUR
57.-- (Urk. 8/2 S. 14-15
), mithin monatlichen Ge
samt
ausgaben von
gerundet
Fr.
4'
205
.-- (Eurokurs
gerundet
: EUR 1.-- = Fr. 1.10, Stand 25. Februar 2021)
, des
Bruttolohn
s
der Ehefrau
inklusive 13. Monatslohn
von
gerundet
Fr.
5
'
833
.--
(Urk. 8/1 S. 1-2), des Renteneinkommens des Beschwer
deführers
von EUR 2'045.73 (Urk. 8/1 S.
13
-19
), mithin einem Gesamteinkommen von monatlich Fr.
8'083.-- und einem monatlichen Überschuss von Fr. 3'878.--
sowie des Gesamtv
ermögens von
EUR 1'383.49 sowie Fr. 1'056.50
(Urk. 7 S. 7)
ist es dem
Beschwerdefüh
rer
zuzumuten, für die Gerichtskosten
des vorliegenden Verfahrens selber aufzukommen.
Das Gesuch um unentgeltliche
Prozessführung
ist damit mangels Bedürftigkeit abzuweisen.
6
.4
Da es vorliegend um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungs
leis
tungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG)
und ermessensweise auf Fr. 7
00.-- anzusetzen. Ausgangsgemäss sind die Kosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.