Decision ID: 5178b097-5835-453b-84c9-f25fd92c90ea
Year: 2010
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- Die X AG, V, plant, erstellt, betreibt, verkauft und verwaltet elektrische Anlagen und
Geräte für Stark- und Schwachstrom (vgl. Handelsregistereintrag). Im Gebäude S-
Strasse in V, dessen Eigentümerin die Y AG ist, hat sie verschiedene Räume gemietet.
Das Magazin im Untergeschoss nutzt sie unter anderem als Werkstatt. Am
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10. November 2009 führte ein Mitarbeiter der X AG um 18.30 Uhr in dieser
Räumlichkeit Schweissarbeiten aus. Aufgrund der Rauchentwicklung sprach ein
Brandmelder an. Da die Anlage bereits auf Feierabendbetrieb umgeschaltet war,
gelangte der Alarm ohne Verzögerung an die Kantonale Notrufzentrale, welche gemäss
Alarmstufenplan die Alarmstufe 1.2 auslöste. 23 Angehörige der Feuerwehr V rückten
an den Einsatzort aus. Die Brandmeldeanlage wurde zurückgestellt und die Kantonale
Notrufzentrale angewiesen, bei einem weiteren Alarm bis 21.00 Uhr lediglich die
Alarmstufe 0.1 auszulösen.
Die Feuerwehr V stellte der Y AG am 16. November 2009 die Aufwendungen des
Einsatzes von Fr. 828.-- (23 Personen à Fr. 36.--) in Rechnung (Nr. 141.110/2009). Die
Y AG leitete die Rechnung an die X AG weiter. Diese erhob am 1. Dezember 2009 beim
Stadtrat V Rekurs. Nach einer Besprechung zwischen einem Mitglied des Stadtrates
und der Geschäftsleitung der X AG vom 22. Dezember 2009 wies der Stadtrat V den
Rekurs am 18. Januar 2010 (Versand: 20. Januar 2010) ab und verpflichtete die
Verursacherin, die Rechnung zu bezahlen. Zur Begründung wurde ausgeführt, die X AG
habe ihre Mitarbeiter erst am 27. November 2009, also nach dem Schadenfall, im
Umgang mit der Brandmeldeanlage intern instruiert.
B.- Gegen diesen Beschluss erhob die X AG, V, mit Eingabe vom 1. Februar 2010
Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission mit dem Antrag, die Rechnung Nr.
141.110/2009, lautend auf Y AG, sei ersatzlos zu annullieren. Die Rekurrentin reichte
ein Schreiben vom 10. Februar 2010 ein, wonach die Y AG ihr die Rechnung "mit der
Verpflichtung zur Bezahlung bzw. mit dem Recht, allenfalls beim Stadtrat V ... Rekurs
zu erheben" überband.
Mit Vernehmlassung vom 11. März 2010 beantragt der Stadtrat V, der Rekurs sei unter
Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Rekurrentin abzuweisen. Zur
vorinstanzlichen Vernehmlassung nahm die Rekurrentin am 30. März 2010 Stellung.
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge wird,

soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
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1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Da sich bei der
Beurteilung der Rekurssache auch technische Fragen stellen, wurde Dipl. Ing. ETH
Otto Mattle, Fachrichter der II. Abteilung der Verwaltungsrekurskommission, als
Ersatzrichter zur Entscheidfindung beigezogen (vgl. Art. 16 Abs. 1 lit. a der Verordnung
über die Organisation der Verwaltungsrekurskommission, sGS 941.113). Der Entscheid
der Vorinstanz vom 18. Januar 2010 richtet sich an die Rekurrentin und verpflichtet
diese als Verursacherin des Feuerwehreinsatzes vom 10. November 2009 zur
Bezahlung der Rechnung Nr. 141.110/2009 vom 16. November 2009. Die Rekurrentin
ist durch den angefochtenen Entscheid beschwert und damit zur Rekurserhebung
befugt. Der Rekurs vom 1. Februar 2010 ist rechtzeitig eingereicht worden. Er erfüllt in
formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 41 lit. h Ziff. 5,
45, 47 und 48 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt:
VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.- Nach Art. 46 Abs. 2 des Gesetzes über den Feuerschutz (sGS 871.1, abgekürzt:
FSG) sind insbesondere Einsätze infolge eines vorsätzlich oder grobfahrlässig
verursachten Fehlalarms kostenpflichtig. Die Kosten trägt gemäss Art. 46 Abs. 1 Satz
1 FSG der Verursacher. Als Verursacher gilt derjenige, dem das Ereignis – die Ursache
für die Hilfeleistung – zuzurechnen ist. Der Begriff deckt sich mit jenem des
eidgenössischen Umweltschutzrechts (vgl. M. Gehrer, Kostentragung für Leistungen
der Feuerwehr am Beispiel der st. gallischen Gesetzgebung, in: ZBl 96/1995 S. 158).
Die bundesgerichtliche Rechtsprechung hat für die Umschreibung des
Verursacherbegriffs weitgehend auf den polizeirechtlichen Störerbegriff abgestellt und
sowohl den Zustands- als auch den Verhaltensstörer kostenpflichtig erklärt (vgl. BGE
132 II 371 E. 3.5, 131 II 743 E. 3.1 mit Hinweisen). Als Verhaltensstörer ist zu
betrachten, wer durch sein eigenes oder das unter seiner Verantwortung erfolgende
Verhalten Dritter unmittelbar eine polizeiwidrige Gefahr oder Störung herbeiführt (BGE
114 Ib 44 E. 2c/bb; M. Frick, Das Verursacherprinzip in Verfassung und Gesetz, Bern
2004, S. 58).
Die Feuerwehr V hat mit der Rechnung Nr. 141.110/2009 vom 16. November 2009 die
Grundstückseigentümerin ins Recht gefasst. Den Fehlalarm vom 10. November 2009
hat jedoch ein Mitarbeiter der Rekurrentin ausgelöst. Da die Rekurrentin für den
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Schaden, den ihre Arbeitnehmer oder andere Hilfspersonen in Ausübung ihrer
dienstlichen oder geschäftlichen Verrichtungen verursacht haben, grundsätzlich haftet
(vgl. Art. 55 des Schweizerischen Obligationenrechts, SR 220, abgekürzt: OR; R.
Brehm, in: Berner Kommentar zum schweizerischen Privatrecht, Band VI/1/3/1, 3. Aufl.
2006, N 6a zu Art. 55 OR), hätte die Feuerwehr V die Kosten für den durch den
Fehlalarm ausgelösten Einsatz bei der Rekurrentin in Rechnung stellen müssen. Dieser
Mangel wurde indessen mit dem angefochtenen Entscheid der Vorinstanz, mit
welchem ausdrücklich die Rekurrentin ins Recht gefasst und zur Bezahlung der
Rechnung verpflichtet wurde, geheilt.
3.- Gemäss Art. 46 Abs. 2 FSG setzt die Überbindung der Kosten eines Einsatzes im
Zusammenhang mit einem Fehlalarm voraus, dass dieser vorsätzlich oder
grobfahrlässig verursacht wurde.
a) Die Rekurrentin anerkennt, dass ihr Mitarbeiter, ein ausgebildeter Netzelektriker, am
10. November 2009 um 18.30 Uhr Schweissarbeiten ausführte und dabei die auf
Feierabendbetrieb umgeschaltete Brandmeldeanlage ausgelöst wurde. Wegen des
Pikettdienstes rund um die Uhr müsse die Werkstatt für gewisse Arbeiten auch
ausserhalb der normalen Arbeitszeiten benutzt werden können. Die Brandmeldeanlage
könne nicht einfach ausgeschaltet werden. Ein Restrisiko bleibe.
Die Vorinstanz hält entgegen, die Rekurrentin habe nicht für die Einhaltung der
Sorgfaltspflichten gemäss Richtlinie Nr. 6509 der Eidgenössische
Koordinationskommission für Arbeitssicherheit (abgekürzt: EKAS) gesorgt bzw. den
ausführenden Schweisser nicht (hinreichend) über die Brandmeldeanlage im
Feierabendbetrieb informiert. Für das Schweissen am Abend seien keine zur
Verhinderung von Fehlalarmen geeigneten Massnahmen wie das Ausschalten oder
Aussetzen des Feierabendbetriebs getroffen worden. Wenn in der Werkstatt rund um
die Uhr gearbeitet und im Rahmen des Pikettdienstes geschweisst werden müsse,
hätte die Rekurrentin die Umstellung der Brandmeldeanlage auf den Feierabendbetrieb
vermeiden müssen. Der Mitarbeiter hätte selbst ohne schriftliche Verhaltensregeln bei
der Einhaltung elementarer Sorgfalt den Fehlalarm mit einfachen Mitteln vermeiden
können, indem er während des Schweissvorgangs die Brandmelder durch das
Abdecken mit einem Tuch vor Rauch hätte schützen können.
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Dazu führt die Rekurrentin aus, die Vorschriften der EKAS-Richtlinie seien eingehalten
worden. Die Arbeit sei unvorhersehbar und eine vorhergehende schriftliche Erlaubnis
durch den Verantwortlichen deshalb nicht möglich gewesen. Die Werkstatt- und
Unterhaltsarbeiten – wie Auswechseln eines Schaufelstiels, Schleifen der Kettensäge,
Ablängen einzelner Werkstücke, Kleinreparaturen an Werkzeugen oder Fahrzeugen und
schätzungsweise 1-2 mal jährlich auch Schweissarbeiten wie das Nachziehen einer
Schweissnaht oder das Schweissen eines gebrochenen Metallteiles – würden im ca.
200 m grossen Magazin an einer 3 m x 0,8 m grossen Werkbank durchgeführt. Die
Schweissanlage sei in einem Fahrzeug aufbewahrt, da sie fast ausschliesslich auf
Baustellen eingesetzt werde. Die Mitarbeiter kämen oft erst ins Magazin zurück, wenn
die Brandmeldeanlage schon auf Feierabendbetrieb geschaltet sei. Feierabend sei
wegen des Pikettdienstes erst, wenn Werk- und Fahrzeuge wieder voll einsatzbereit
seien. Der Vorschlag der Vorinstanz, der Mitarbeiter hätte die Brandmeldeanlage
ausschalten, den Feierabendbetrieb umschalten oder die Brandmelder abdecken
müssen, widerspreche jeder Vernunft. Es könne nicht sein, dass ausserhalb der
ordentlichen Arbeitszeit der Vermieterin die Brandmeldevorrichtungen umgangen
würden. Dies sei im Vergleich mit einem allfälligen Fehlalarm die schlechtere Lösung.
Das bisherige Vorgehen habe sich in der Praxis seit 25 Jahren bestens bewährt. Ab-
und Umschalten der Anlage wäre zudem technisch nicht möglich gewesen, weil der
Mitarbeiter ausserhalb der Arbeitszeit keinen Zugang zu den Räumlichkeiten der
Vermieterin, geschweige denn zum Schaltschrank der Brandmeldeanlagen habe.
Dieses Recht hätten nur einige wenige Mitarbeiter der Y AG, nicht aber die Mieterin.
b) Art. 46 Abs. 2 Satz 1 FSG nimmt unter anderem Einsätze infolge eines vorsätzlich
oder grobfahrlässig verursachten Fehlalarms vom Grundsatz der Unentgeltlichkeit der
Hilfeleistungen durch die Feuerwehr gemäss Art. 46 Abs. 1 FSG aus. Auch wenn das
Gesetz dies nicht ausdrücklich festhält, dürfen der Vorsatz oder die grobe
Fahrlässigkeit des Verursachers nicht vermutet, sondern müssen angesichts des
Grundsatzes der Unentgeltlichkeit von der politischen Gemeinde nachgewiesen
werden. Die Beweislast umfasst die Tatsachen, aus denen auf das Vorhandensein
eines Schadens, des Kausalzusammenhangs, der Widerrechtlichkeit und des
Verschuldens geschlossen werden kann (zum "eisernen Beweisthema" des
Haftpflichtklägers vgl. allgemein Oftinger/Stark, Schweizerisches Haftpflichtrecht, Band
I: Allgemeiner Teil, 5. Auflage 1995, S. 66).
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Weder das FSG selbst noch die Vollzugsverordnung (sGS 871.11) umschreiben den
Begriff der groben Fahrlässigkeit. Der Botschaft des Regierungsrats ist zu Art. 46
Abs. 2 FSG lediglich zu entnehmen, die Kostenpflicht dürfe nicht auf leichtfahrlässig
verursachte Fehlalarme ausgeweitet werden, da andernfalls die Brandmeldeanlagen
einfach ausgeschaltet würden (vgl. ABl 1990 S. 20 f.; die vorberatende Kommission
des Grossen Rats lehnte deshalb einen Antrag, sämtliche Fehlalarme kostenpflichtig zu
erklären, klar ab; vgl. den Hinweis im Protokoll des Grossen Rats, Amtsdauer 1988/92
Heft 9 Nr. 446). Dementsprechend ist es zulässig, die Bedeutung des unbestimmten
Rechtsbegriffs anhand dessen Verständnisses in verwandten Rechtsgebieten zu
ermitteln. Im Bereich des Haftpflichtrechts handelt nach ständiger bundesgerichtlicher
Rechtsprechung grob fahrlässig, wer die elementarsten Vorsichtsgebote verletzt und
dadurch ausser Acht lässt, was jedem verständigen Menschen in der gleichen Lage
und unter den gleichen Umständen hätte einleuchten müssen (vgl. R. Brehm, in: Berner
Kommentar zum schweizerischen Privatrecht, Band VI/1/3/1, 3. Aufl. 2006, N 197 zu
Art. 41 OR mit Hinweisen; ebenso für den Bereich des Sozialversicherungsrechts
beispielsweise BGE 106 V 22 E. 1b mit Hinweisen). Als schadenverursachende
Handlung kann auch ein Unterlassen in Frage kommen (vgl. Brehm, a.a.O., N 108 zu
Art. 41 OR).
c) aa) Nach ihrer eigenen Darstellung führen die Mitarbeiter der Rekurrentin im Magazin
gelegentlich auch Schweissarbeiten aus. Dass diese Tätigkeit, die regelmässig mit
Funkenwurf und Rauchentwicklung verbunden ist, bei eingeschalteter
Brandmeldeanlage einen Fehlalarm auslösen kann, musste den Mitarbeitern der
Rekurrentin bekannt sein. Im Zusammenhang mit der Ausführung von Schweiss- und
vergleichbaren Arbeiten kann es deshalb erforderlich sein, vorhandene automatische
Lösch- und Brandmeldeeinrichtungen (z.B. Sprinkler- und Brandmeldeanlagen)
vorübergehend im Bereich der Arbeitsstelle und nach Absprache beispielsweise mit
dem Gebäudeeigentümer und dem Feuerwehrkommando ausser Betrieb zu nehmen;
die Anlagen sind nach Beendigung der Arbeiten unverzüglich wieder einzuschalten (vgl.
beispielsweise Feuerpolizei des Kantons Schaffhausen, Brandschutz auf Baustellen,
www.fscag.com neues Fenster). Den Mitarbeitern war – wie die Rekurrentin selbst
ausführt – bekannt, dass zur fraglichen Abendstunde die Brandmeldeanlage auf
Feierabendbetrieb umgeschaltet war und damit ein Alarm an die Kantonale
Notrufzentrale gelangen und unmittelbar ein entsprechendes Aufgebot der Feuerwehr
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auslösen würde, ohne dass eine rechtzeitige Klarstellung der Ursache bei den
alarmierten Stellen möglich war. Unter diesen Umständen lag es auf der Hand, die
Arbeit zeitlich oder örtlich zu verlegen.
bb) Aus den Akten wird nicht ersichtlich, welcher Art und welchen Umfangs die am
fraglichen Abend vorgenommenen Schweissarbeiten waren. Im Rekurs wird lediglich
vorgebracht, sie seien unvorhersehbar gewesen. Nach der Darstellung der Rekurrentin
werden Schweissarbeiten seit 10 Jahren ausgelagert. Die von ihr selbst
vorgenommenen Werkstatt- und Unterhaltsarbeiten werden als untergeordnet
beschrieben, nämlich "zum Beispiel das Auswechseln eines Schaufelstiels, Schleifen
der Kettensäge, Ablängen einzelner Werkstücke, Kleinreparaturen an Werkzeugen oder
Fahrzeugen und eben zum Beispiel auch das Nachziehen einer Schweissnaht oder das
Schweissen eines gebrochenen Metallteiles". Angesichts dieser Schilderung ist nicht
davon auszugehen, dass die Arbeit zeitlich nicht hätte aufgeschoben werden können.
Eine zeitliche Verschiebung wäre auch deshalb angezeigt gewesen, weil nach den
schweizerischen Brandschutzvorschriften zur Brandverhütung bei Schweiss- und
anderen Feuerarbeiten nach Beendigung der Arbeit die Arbeitsstätte und ihre
Umgebung während mehrerer Stunden und bei unumgänglicher Feuerarbeit am späten
Nachmittag auch während der Nacht zuverlässig zu überwachen wäre (vgl. Amt für
Feuerschutz des Kantons St. Gallen, Merkblatt Nr. 501 vom Oktober 2004).
Selbst wenn eine zeitliche Verschiebung nicht in Frage gekommen sein sollte, wäre
eine örtliche Verlegung ins Freie ohne Weiteres möglich gewesen. Die eingesetzte
Schweissanlage ist offenbar mobil, führt die Rekurrentin doch selbst aus, sie werde in
einem Fahrzeug aufbewahrt, da sie fast ausschliesslich auf Baustellen für
Schweissarbeiten an Rohranlagen eingesetzt werde. Der Vorplatz vor dem Gebäude ist
gross genug, so dass bei Beachtung der üblichen Sicherheitsvorschriften keine
Brandgefahr für die umliegenden Gebäude bestanden hätte (vgl. die Luftbilder auf
betrachter.rgdi.ch neues Fenster).
Selbst wenn die Arbeiten unaufschiebbar und auch örtlich nicht zu verlegen gewesen
wären, wäre es – wie das Vorgehen nach dem Einsatz der Feuerwehrkräfte zeigt –
möglich gewesen, die Kantonale Notrufzentrale über die besondere Situation zu
http://betrachter.rgdi.ch/ http://betrachter.rgdi.ch/
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orientieren und sich nach dem zweckmässigen Vorgehen zu erkundigen. Auch diese
Massnahme wurde unterlassen.
cc) Indem die Schweissarbeit weder zeitlich noch örtlich verlegt oder aber die
Alarmstelle über einen möglichen Fehlalarm während der Dauer der Arbeiten orientiert
wurde, liess der Mitarbeiter der Rekurrentin bzw. die Rekurrentin selbst ausser Acht,
was jedem verständigen Menschen in der gleichen Lage und unter den gleichen
Umständen hätte einleuchten müssen. Unter diesen Umständen ist es nicht von
Bedeutung, ob dem Mitarbeiter eine schriftliche Schweissbewilligung erteilt wurde oder
nicht. Ebensowenig ist von Belang, ob es angebracht und möglich war, einzelne
Brandmelder im Bereich der Arbeitsstelle vorübergehend auszuschalten oder
abzudecken und inwieweit die grobe Fahrlässigkeit der Rekurrentin selbst im Sinn
ungenügender Arbeitsorganisation und Instruktion oder aber ihrem Mitarbeiter
vorzuwerfen ist. Die Vorinstanz ist dementsprechend zu Recht davon ausgegangen,
dass der Fehlalarm vom Abend des 10. November 2010 grobfahrlässig ausgelöst
wurde. Der Rekurs ist deshalb abzuweisen.
4.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten der Rekurrentin
aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 500.-- ist angemessen
(vgl. Art. 13 Ziff. 522 des Gerichtskostentarifs, sGS 941.12). Der geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 500.-- ist zu verrechnen.
Die Vorinstanz hat die Abweisung des Rekurses unter Entschädigungsfolge beantragt.
Abgesehen davon, dass die Vorinstanz sich nicht vertreten liess und keine Auslagen
nachweist, welche eine Umtriebsentschädigung rechtfertigten (vgl. GVP 1993 Nr. 52),
verneint die Rechtsprechung grundsätzlich einen Anspruch des Gemeinwesens auf
Entschädigung ausseramtlicher Kosten (vgl. R. Hirt, Die Regelung der Kosten nach st.
gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, St. Gallen 2004, S. 176 f.; VerwGE vom 17.
Dezember 1998 in Sachen politische Gemeinde O., E. 3).