Decision ID: d92561b0-32e8-4b80-b78c-0462cf7759d5
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Forderung
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Bülach vom 13. März 2018 (CG160013-C)
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Rechtsbegehren der Klägerin (Urk. 2)
Die Beklagten 1 und 2 seien zu verpflichten, der Klägerin den Betrag von Fr. 500'000.– zu bezahlen, nebst 5% Zins seit dem 1. April 2015 und den Weisungskosten. Alles unter Kosten- und  zu Lasten der Beklagten 1 und 2.
Rechtsbegehren der Beklagten 1 (Urk. 42)
1. Die Klage sei kosten- und entschädigungspflichtig abzuweisen, sofern darauf einzutreten ist und soweit die Klage Forderungen betrifft, welche sich gegen die Beklagte 1 richten.
2. Die Streitverkündungsklage des Beklagten 2 gegen die  1 mit den in der Klageantwort des Beklagten 2 gestellten  2 bis 4 sei kosten- und entschädigungspflichtig nicht  und es sei auf die Anträge 2 bis 4 nicht einzutreten.
Rechtsbegehren des Beklagten 2
(Urk. 15)
1. Es sei die Klage abzuweisen. 2. Eventualiter für den Fall der Abweisung von Rechtsbegehren
Ziff. 1 und der vollumfänglichen oder teilweisen Gutheissung der Klage gegenüber dem Beklagten 2 sei die Beklagte 1 zu , den Beklagten 2 im Rahmen ihrer arbeitsvertraglichen  vollumfänglich von einer Ersatzpflicht  und eine Ersatzpflicht des Beklagten 2 zu tragen, eventualiter sei die Beklagte 1 im Umfang der Ersatzpflicht des Beklagten 2 gegenüber der Klägerin zur Zahlung an den Beklagten 2 zu .
3. Eventualiter für den Fall der Abweisung von Rechtsbegehren Ziff. 2 und der vollumfänglichen oder teilweisen Gutheissung der Klage gegenüber dem Beklagten 2 sei die Beklagte 1 zu , den Beklagten 2 nach freiem Ermessen des Gerichts  und eine Ersatzpflicht des Beklagten 2 zu tragen,  sei die Beklagte 1 nach freiem Ermessen des Gerichts zur Zahlung an den Beklagten 2 zu verpflichten.
4. Eventualiter für den Fall der Abweisung von Rechtsbegehren Ziff. 3 sei die interne Regressquote zwischen der Beklagten 1 und dem Beklagten 2 so festzulegen, dass der Beklagte 2 maximal zu Fr. 5'000.– (ein Monatslohn des Beklagten 2) haftet, eventualiter sei die Regressquote zwischen den Parteien nach freiem  festzulegen.
5. [...]
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6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zusätzlich  zu Lasten der Klägerin, eventualiter zu Lasten der  1.
Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, I. Abteilung, vom 13. März 2018 (Urk. 68):
1. Die Klage wird abgewiesen.
2. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:
Fr. 20'750.– ; die weiteren Auslagen betragen:
Fr. 225.– Dolmetscher
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
3. Die Gerichtskosten werden der Klägerin auferlegt.
4. Die Klägerin wird verpflichtet, den Beklagten 1 und 2 je eine Parteientschä-
digung von Fr. 35'500.– (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen.
5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien.
6. Eine Berufung gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen von der Zustel-
lung an im Doppel und unter Beilage dieses Entscheids beim Obergericht
des Kantons Zürich, Zivilkammer, Postfach 2401, 8021 Zürich, erklärt wer-
den. In der Berufungsschrift sind die Anträge zu stellen und zu begründen.
Allfällige Urkunden sind mit zweifachem Verzeichnis beizulegen.
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Berufungsanträge:
der Klägerin und Berufungsklägerin (Urk. 67 S. 2):
1. Es sei das Urteil des Bezirksgerichts Bülach, 1. Abteilung, vom 13. März 2018 aufzuheben.
2. Es sei ein gesetzeskonformes Verfahren durchzuführen. 3. Es sei ein neues Urteil zu fällen und es sei die Berufungsbeklagte
1 und der Berufungsbeklagte 2 dazu zu verpflichten, der  den Betrag von CHF 500'000.– zu bezahlen, nebst 5% Zins seit dem 1. April 2015 und Weisungskosten. Alles unter ]Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der  1 und des Berufungsbeklagten 2.
der Beklagten und Berufungsbeklagten 1 (Urk. 81 S. 2):
Die Klage und die Berufung seien abzuweisen, unter Kosten- und  für das Verfahren vor beiden Gerichtsinstanzen  der Berufungsklägerin.
des Beklagten und Berufungsbeklagten 2 (Urk. 82 S. 3):
1. Es sei die Berufung abzuweisen und das Urteil der Vorinstanz zu bestätigen.
2. Eventualiter für den Fall der Abweisung von Rechtsbegehren Ziff. 1 und der vollumfänglichen oder teilweisen Gutheissung der Berufung gegenüber dem Berufungsbeklagten 2 sei die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen.
3. Eventualiter für den Fall der Abweisung von Rechtsbegehren 2 sei die Klage der Berufungsklägerin vollumfänglich abzuweisen.
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zusätzlich  zu Lasten der Berufungsklägerin.

Erwägungen:
I.
1. Am 10. April 2014 kam es bei einem im C._ [Weg] ... - ... in
D._ gelegenen Gebäude zu einem Brand (Urk. 2 S. 2; Urk. 17 S. 3 ff.). Zu
dieser Zeit führte der Beklagte 2 als Mitarbeiter der Beklagten 1 auf den Terras-
sen- und Balkonböden des 4. Obergeschosses des Mehrfamilienhauses
C._ ... Arbeiten mit einem Gasbrenner aus (Urk. 17 S. 4). Die Klägerin als
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selbstständiges Unternehmen des Kantons Zürich, welches alle Gebäude im Kan-
ton gegen Feuer- und Elementarschäden versichert, vergütete daraufhin am
31. März bzw. 4. Mai 2015 dem Liegenschaftseigentümer den Betrag von
Fr. 824'795.– (Urk. 2 S. 3). Im vorliegenden Verfahren will die Klägerin gegen die
Beklagten 1 und 2 im Umfang von Fr. 500'000.– Regress nehmen.
2. Mit Urteil vom 13. März 2018 wies das Bezirksgericht Bülach, I. Abteilung,
die Klage ab, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Klägerin
(Urk. 68). Mit Eingabe vom 14. Juni 2018, hier eingegangen am 15. Juni 2018,
erhob die Klägerin rechtzeitig Berufung und stellte die eingangs wiedergegebenen
Anträge (Urk. 67). Mit Verfügung vom 29. Juni 2018 wurde der Klägerin Frist an-
gesetzt, um für die Gerichtskosten des Berufungsverfahrens einen Kostenvor-
schuss von Fr. 20'750.– zu bezahlen (Urk. 77). Der Kostenvorschuss ging innert
Frist hierorts ein (Urk. 78). Am 16. August 2018 wurde den Berufungsbeklagten
Frist anberaumt, um die Berufungsantwort einzureichen (Urk. 79). Sowohl die Be-
klagte 1, als auch der Beklagte 2 reichten diese innert Frist mit Eingabe vom
14. September 2018 (Urk. 81) bzw. 20. September 2018 (Urk. 82) ein. Mit Be-
schluss vom 19. Oktober 2018 wurde dem Beklagten 2 für das Berufungsverfah-
ren die unentgeltliche Prozessführung gewährt und ihm mit Wirkung ab 21. Au-
gust 2018 in der Person von Rechtsanwalt lic. iur. Y2._ ein unentgeltlicher
Rechtsbeistand bestellt; ausserdem wurden der Klägerin die Berufungsantwort-
schriften der Beklagten 1 und des Beklagten 2 zugestellt (Urk. 87). Mit Eingabe
vom 14. November 2018 ersuchte Rechtsanwalt Y2._ zufolge seines Aus-
scheidens aus der E._ AG um Übertragung der unentgeltlichen Rechtsbei-
standschaft auf Rechtsanwalt lic. iur. Y3._ c/o E._ AG (Urk. 89). Dieses
Begehren wurde mit Beschluss vom 15. November 2018 abgewiesen und
Rechtsanwalt lic. iur. Y2._ aufgefordert, dem Gericht seine neue Büroadres-
se mitzuteilen (Urk. 90). Mit Schreiben vom 22. November 2018 kam Rechtsan-
walt lic. iur. Y2._ dieser Aufforderung nach (Urk. 91). Weitere Eingaben sind
nicht erfolgt.
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II.
1. Mit der Berufung kann sowohl die unrichtige Rechtsanwendung als auch
die unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310
ZPO). In der Berufungsschrift sind die Behauptungen bestimmt und vollständig
aufzustellen. Zudem muss sie – im Gegensatz zur Klageschrift – nicht nur eine
tatsächliche, sondern auch eine rechtliche Begründung enthalten (Sutter-
Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO Komm., [3. Aufl.], Art. 311 N 36). Der Be-
rufungskläger hat mittels klarer und sauberer Verweisungen auf die Ausführungen
vor der Vorinstanz zu zeigen, wo er die massgebenden Behauptungen, Erklärun-
gen, Bestreitungen und Einreden erhoben hat. Die Parteien haben die von ihnen
kritisierten Erwägungen des angefochtenen Entscheids wie auch die Aktenstücke,
auf die sie ihre Kritik stützen, genau zu bezeichnen (BGE 138 III 374 E. 4.3.1.;
BGer 4A_580/ 2015 vom 11.04.2016, E. 2.2. [nicht publiziert in BGE 142 III 271]).
Was nicht in einer den gesetzlichen Begründungsanforderungen genügenden
Weise beanstandet wird, braucht von der Rechtsmittelinstanz nicht überprüft zu
werden. Es ist nämlich nicht Sache der Rechtsmittelinstanz, die Akten und die
Rechtsschriften der Vorinstanz zu durchforsten, um festzustellen, was welche
Partei wo ausgeführt hat. Damit ist gesagt, dass die Berufungsschrift weder eine
pauschale Verweisung auf die bei der Vorinstanz eingereichten Rechtsschriften
noch eine neuerliche Darstellung der Sach- oder Rechtslage enthalten darf, wel-
che nicht darauf eingeht, was vor der Vorinstanz vorgebracht worden ist. Pau-
schale Verweisungen auf die vor der Vorinstanz eingebrachten Rechtsschriften
sind namentlich dann unzulässig, wenn sich die Vorinstanz mit den Ausführungen
des Berufungsklägers auseinandergesetzt hat. Stützt sich der angefochtene Ent-
scheid auf mehrere selbständige Begründungen, muss sich der Berufungskläger
in der Berufungsschrift mit allen Begründungen auseinandersetzen. Das Gleiche
gilt im Falle von Haupt- und Eventualbegründung. Auch hier muss sich der Beru-
fungskläger mit beiden Begründungen auseinandersetzen (Hungerbühler/Bucher,
DIKE-Komm-ZPO, Art. 311 N 42 f.). Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist
das Berufungsgericht nicht gehalten, von sich aus wie eine erstinstanzliche Ge-
richtsbehörde alle sich stellenden tatsächlichen und rechtlichen Fragen zu unter-
suchen, wenn keine entsprechenden Rügen der Parteien vor der zweiten Instanz
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vorliegen. Abgesehen von offensichtlichen Mängeln hat sich das Berufungsgericht
grundsätzlich auf die Beurteilung der in der Berufung und Berufungsantwort ge-
gen das erstinstanzliche Urteil erhobenen Beanstandungen zu beschränken. Die
Rügen der Parteien geben mithin das Prüfungsprogramm der Berufungsinstanz
vor; der angefochtene Entscheid ist grundsätzlich nur auf die gerügten Punkte hin
zu überprüfen. In rechtlicher Hinsicht ist das Berufungsgericht, in Anwendung des
Grundsatzes iura novit curia, bei dieser Prüfung jedoch weder an die Erwägungen
der ersten Instanz noch an die Argumente der Parteien gebunden. In tatsächlicher
Hinsicht ist es nicht an die Feststellungen des erstinstanzlichen Gerichts gebun-
den, auch wenn mangels entsprechender Sachverhaltsrügen der Parteien im Be-
rufungsverfahren der erstinstanzliche Entscheid nach dem Gesagten in der Regel
als Grundlage des Rechtsmittelverfahrens dient (BGE 144 III 394 E. 4.1.4,
m.w.H.). Die Begründungsanforderungen gelten auch für die Berufungsantwort,
wenn darin Erwägungen der Vorinstanz beanstandet werden, die sich für die im
kantonalen Verfahren obsiegende Partei ungünstig auswirken können (BGer
4A_258/2015 vom 21. Oktober 2015, E. 2.4.2; BGer 4A_580/2015 vom 11. April
2016, E. 2.2; BGer 4A_496/2016 vom 8. Dezember 2016, E. 2.2.2; Sutter-
Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO Komm., [3. Aufl.], Art. 312 N 11). Die Be-
anstandungen am angefochtenen Entscheid haben die Parteien innert der Beru-
fungs- bzw. Berufungsantwortfrist vollständig vorzutragen. Ein allfälliger zweiter
Schriftenwechsel oder die Ausübung des sog. Replikrechts dienen nicht dazu, die
bisherige Kritik zu vervollständigen oder zu ergänzen (BGE 142 III 413, E. 2.2.4).
2. Wer sich auf neue Tatsachen beruft (Art. 317 Abs. 1 ZPO), hat zu sub-
stantiieren und zu beweisen, dass er die entsprechenden Noven unverzüglich
nach ihrer Entdeckung vorgebracht hat und dass er sie trotz Anwendung zumut-
barer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz hat vorbringen können (Sutter-
Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO Komm., [3. Aufl.], Art. 317 N 34).
III.
1.a) Die Klägerin hatte vor Vorinstanz geltend gemacht, die von ihr vergüte-
ten Wiederherstellungskosten hätten insgesamt Fr. 824'795.– betragen und setz-
ten sich wie folgt zusammen (Urk. 2 S. 4):
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− 211 Baumeisterarbeiten Fr. 16'825.25
− 214 Montagebau in Holz Fr. 319'536.00
− 221 Fenster, Aussentüren, Tore Fr. 24'534.75
− 222 Spenglerarbeiten Fr. 22'076.25
− 224 Bedachungsarbeiten Fr. 79'317.25
− 225 Spezielle Dichtungen und Dämmungen Fr. 4'577.20
− 228 Äussere Abschlüsse, Sonnenschutz Fr. 9'175.15
− 230 Elektroanlagen Fr. 14'467.10
− 240 Übergangspositionen (Radiatoren) Fr. 2'775.60
− 244 Lüftungsanlagen Fr. 18'801.60
− 250 Sanitäranlagen Fr. 8'143.75
− 271 Gipserarbeiten Fr. 32'800.95
− 272 Metallbauarbeiten Fr. 2'938.70
− 273 Schreinerarbeiten Fr. 39'471.85
− 281 Bodenbeläge Fr. 22'902.10
− 285 Malerarbeiten Fr. 28'112.15
− 286 Bauaustrocknung Fr. 4'531.20
− 287 Baureinigung Fr. 3'881.85
− 289 Brandschadensanierung (Reinigung) Fr. 65'855.15
− 291 Architekt Fr. 80'000.00
− 524 Vervielfältigungen, Plankopien Fr. 888.70
− 529 Kosten für Energie, Wasser Fr. 637.10
− 721 Zusatzkosten Gärtnerarbeiten Fr. 2'805.20
Zinszahlung 31.3.2015 Fr. 19'490.00
Zinszahlung 4.5.2015 Fr. 250.00
Summe Fr. 824'795.00
Sie machte geltend, beim Brand seien primär der Dachstuhl und das Dach
des Gebäudes beschädigt worden, allerdings nur teilweise. Die vergüteten Kosten
beschränkten sich deshalb weitgehend auf notwendige Reparaturen am Gebäu-
de, welche beim Grundeigentümer zu keinen Mehrwerten oder Vorteilen geführt
hätten, welche im Rahmen der Zeitwertbewertung zu berücksichtigen seien. Die
Klägerin fordere gesamthaft und abschliessend Fr. 500'000.– ein (Urk. 2 S. 5).
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Diese Vorbringen wurden von den Beklagten bestritten. Die Beklagte 1
machte geltend, dass der Schaden unzureichend substantiiert und deshalb nicht
nachvollziehbar sei. Es sei nicht ersichtlich, an welchen Gebäudeteilen welche
konkreten Leistungen der einzelnen aufgelisteten Arbeitsgattungen erbracht wor-
den seien. Es könne nicht überprüft werden, ob es sich dabei um brandbedingte
Wiederherstellungskosten handle und gegebenenfalls, wie hoch der durch die
neuen Gebäudekomponenten geschaffene Mehrwert sei. Die Bauleistungen be-
träfen nur zu einem kleinen Teil blosse Reparaturen an fortbestehenden Struktu-
ren. Im zum Zeitpunkt des Brandes über 30 Jahre alten Mehrfamilienhaus seien
hauptsächlich neue Gebäudekomponenten erstellt worden, welche die grössten-
teils amortisierten brandgeschädigten Teile ersetzt hätten. Dadurch sei ein erheb-
licher Mehrwert im Umfang von mindestens Fr. 455'000.– einschliesslich Architek-
ten- und Zinskosten auf den Mehrwertpositionen geschaffen worden, für welche
ein Haftpflichtiger nicht ersatzpflichtig gemacht werden könne (Urk. 17 S. 10 f.).
Der Beklagte 2 monierte, dass sich die Aufstellung des Schadens nicht objektiv
verifizieren lasse. Es sei nicht nachvollziehbar, ob die von der Klägerin in Ziff. 6
der Klagebegründung (Urk. 2 S. 4) aufgeführten Positionen tatsächlich nur zur
Wiederherstellung des vor dem Brand bestehenden Zustandes gedient hätten
oder ob auch Sanierungsarbeiten an Gebäudeteilen ausgeführt worden seien, die
vom schädigenden Ereignis nicht betroffen gewesen seien. Grundsätzlich sei bei
alten Liegenschaften nur der Zeitwert der beschädigten Sache zu entschädigen.
Offensichtlich sei die Sanierung im Zeitpunkt des Brandes noch nicht abgeschlos-
sen gewesen; es bestehe deshalb kein Anlass zur Entschädigung von Sanie-
rungsarbeiten, die im Zeitpunkt des Brandes noch nicht beendet gewesen seien
(Urk. 68 S. 13 f.).
Die Klägerin erklärte demgegenüber, dass in der an den Gebäudeeigentü-
mer geleisteten Schadenssumme von Fr. 824'495.– nur Kosten und Arbeiten ent-
halten seien, die zur Behebung des brandbedingten Gebäudeschadens notwen-
dig gewesen seien. Richtig betrachtet sei das Gebäude einfach repariert worden;
es habe dadurch keinen nennenswerten Mehrwert erfahren, weil sich auch der
Verkehrs- bzw. Ertragswert des Gebäudes infolge der Brandschadensanierung
nicht verändert habe. Mehrwerte würden einzig auf den Positionen 221, 228, 273,
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281 und 285 in der Höhe von Fr. 124'196.– in Betracht kommen. Alle anderen
Schadenspositionen hätten notwendige Reparaturen betroffen, die zu keinem
Mehrwert geführt hätten. Mit dem Anteil für die Kosten für den Architekt und die
Schadenszinsen resultiere somit aufgerundet maximal ein Betrag von
Fr. 140'000.– als anrechenbarer Mehrwert. Die Klägerin fordere mit der Klage ab-
schliessend Fr. 500'000.–. Diese Kosten seien somit als Schaden ausgewiesen
(Urk. 33 S. 6).
b) Die Vorinstanz erwog, dass die Klägerin zufolge der Bestreitungen der
Beklagten 1 und 2 die Zusammensetzung des Schadens so detailliert darzulegen
habe, dass ein gezieltes Bestreiten durch die Beklagten sowie eine entsprechen-
de Beweisabnahme möglich sei, damit die Klägerin überhaupt zum Beweis ihres
Schadens zugelassen werden könne. Konkret bedeute dies vorliegend, dass der
von der Klägerin zu führende Schadensbeweis nicht die betragliche Höhe der
Einbusse in ihrer Gesamtheit umfasse, sondern auch detailliert nach den ver-
schiedenen Schadenspositionen aufgelistet sei, damit die Gegenpartei und das
Gericht zu den einzelnen aufgeführten Beträgen Stellung nehmen könnten. Dar-
über hinaus habe die Klägerin genau anzugeben, welche konkreten Arbeiten an
welchen Gebäudekomponenten ausgeführt worden seien. Ausserdem habe sie
eine Abgrenzung der Leistungen an den brandbetroffenen Gebäudeteilen mit er-
folgter Sanierung, Gebäudeteilen mit teilweiser Sanierung sowie Gebäudeteilen
ohne geplante Sanierung vorzunehmen, damit es den Beklagten 1 und 2 möglich
sei, zu den Arbeiten und deren Qualifikation als Wiederherstellungsarbeiten Stel-
lung nehmen zu können. Diesen Anforderungen an die Begründung sei die Kläge-
rin nicht nachgekommen. Sie habe sich damit begnügt, den Schaden mit der von
ihr ausgerichteten Vergütung an den Liegenschaftseigentümer gleichzusetzen.
Sie liste stichwortartig die angeblich erbrachten Leistungen nach Arbeitsgattung
auf, ohne zu spezifizieren, wer wann was genau an welchen Gebäudeteilen aus-
geführt habe. Eine Überprüfung dieser Leistungen sowie deren Qualifikation als
brandbedingte Wiederherstellungsarbeiten bzw. ein substantiiertes Bestreiten sei
damit nicht möglich. Auch bezüglich allfälliger entstandener Mehrwerte seien die
Behauptungen der Klägerin ungenügend substantiiert. Der Schaden sei somit
nicht rechtsgenügend substantiiert worden. Die Klage sei daher abzuweisen.
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Ausserdem sei die Klage auch abzuweisen, weil das Verschulden des Beklagten
2 an der Verursachung der Feuersbrunst als leicht zu qualifizieren sei und das
Regressrecht der Klägerin gegen die Beklagte 1 daher abzulehnen sei (Urk. 68
S. 12 ff.).
2.a) Die Klägerin sieht die Rechtsgrundlage für ihre Schadenersatzansprü-
che gegenüber der Beklagten 1 in Art. 41 OR sowie der Hilfspersonenhaftung
nach Art. 51 Abs. 2 OR resp. Art. 97 OR i.V.m. Art. 101 OR. Gegenüber dem Be-
klagten 2 stützt sie ihren Anspruch auf Art. 41 OR (Urk. 2 S. 2). Unabhängig da-
von, mit welcher Anspruchsgrundlage die Forderung gegenüber den Beklagten
begründet wird (vertragliche oder ausservertragliche Haftung), bildet in jedem Fall
das Vorliegen eines Schadens eine unabdingbare Haftungsvoraussetzung
(Art. 41 Abs. 1 OR; Art. 97 Abs. 1 OR). Ohne das Vorhandensein eines Scha-
dens, d.h. einer ungewollten Vermögensverminderung beim Geschädigten, kann
es keine Haftung der Beklagten geben. Die Klägerin muss daher vorab darlegen,
ob und allenfalls welcher konkrete finanzielle Schaden ihr durch den vom Beklag-
ten 2 verursachten Brand entstanden ist, der ihr dann gegebenenfalls von der Be-
klagten 1 und allenfalls vom Beklagten 2 zu erstatten wäre. Bezüglich der Definiti-
on des Schadens kann vorab auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wer-
den (Urk. 68 S. 10).
b) Wie die Vorinstanz zutreffend ausführte, hat der Geschädigte, vorliegend
also die Klägerin, den Schaden zu beweisen (Urk. 68 S. 11). Dies wurde auch von
der Klägerin im Berufungsverfahren nicht in Frage gestellt (Urk. 67 S. 3). Die
Klägerin hat somit zu beweisen, welche Schäden am Gebäude C._ ...-... in
D._ unmittelbar durch den vom Beklagten 2 verursachten Brand entstanden
sind und welche finanziellen Aufwendungen notwendig waren, um den Schaden
zu beheben bzw. die betroffenen Gebäudeteile wieder in den ursprünglichen Zu-
stand zu versetzen. Die Klägerin anerkennt nämlich zu Recht, dass gemäss Haft-
pflichtrecht nur der sogenannte Zeitwert entschädigt wird. Wie sie zutreffend be-
merkte, sind allfällige Vorteile bzw. Mehrwerte, welche durch die Reparatur gene-
riert werden, dem geschädigten Grundeigentümer anzurechnen. Die Klägerin hat
lediglich Anspruch auf den Ersatz des effektiv durch das schädigende Ereignis
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entstandenen Schadens. Nur diese finanzielle Einbusse kann sie von den Beklag-
ten fordern. Der Schaden ist daher ziffernmässig nicht zwingend mit den von der
Klägerin an den geschädigten Grundeigentümer geleisteten Zahlungen identisch.
Dies ist offensichtlich vorliegend auch nicht der Fall. Zwar behauptete die Klägerin
in der Klagebegründung vor Vorinstanz zunächst, die von ihr vergüteten Kosten
würden sich weitgehend auf notwendige Reparaturen am Gebäude beschränken,
welche beim Gebäudeeigentümer zu keinen Mehrwerten/Vorteilen geführt hätten,
die im Rahmen einer Zeitwertbestimmung zu berücksichtigen wären (Urk. 2 S. 5).
Nachdem dies von den Beklagten in ihren Klageantworten bestritten worden war
(Urk. 15 S. 20; Urk. 17 S. 10), räumte die Klägerin in ihrer Replikschrift dann je-
doch ein, dass doch Mehrwerte entstanden und demnach zu berücksichtigen sei-
en. Allerdings würden diese lediglich einige Schadenspositionen betreffen und to-
tal einen Betrag von Fr. 124'196.– ausmachen. Mit dem Anteil der Kosten für den
Architekten und die Schadenszinsen resultiere maximal ein Betrag von
Fr. 140'000.– als anrechenbarer Mehrwert (Urk. 33 S. 5 f.). Da die Klägerin je-
doch abschliessend mit ihrer Klage lediglich Fr. 500'000.– fordere, seien Kosten
in diesem Umfang als Schaden jedenfalls ausgewiesen (Urk. 33 S. 6).
Wie oben bereits erwähnt, bestritten die Beklagten vor Vorinstanz die von
der Klägerin geforderte Summe. Sie monierten, dass die Klägerin es unterlassen
habe, den Schaden genügend zu substantiieren. Es sei ihnen nicht möglich, an-
hand der klägerischen Aufstellung bezüglich der behaupteten Zahlungen für di-
verse Arbeiten nachzuvollziehen, an welchen Gebäudeteilen welche konkreten
Leistungen der einzelnen aufgelisteten Arbeitsgattungen erbracht worden seien,
ob diese Arbeiten tatsächlich nur der Wiederherstellung des vor dem Brand be-
stehenden Zustandes dienten oder ob damit auch Sanierungsarbeiten an Gebäu-
deteilen erfolgten. Zudem sei auch nicht nachvollziehbar, wie hoch der durch die
neuen Gebäudekomponenten entstandene Mehrwert zu bewerten sei (Urk. 17
S.10; Urk. 15 S. 19 ff.; Urk. 42 S. 8 ff.; 44 S. 6 ff.).
c) Die Klägerin führte in ihrer Berufungsbegründung zutreffend aus, dass sie
den Schaden bzw. den Bestand der eingeklagten Forderung beweisen müsse.
Dazu habe sie die nötigen rechtserheblichen Tatsachen zu behaupten und die er-
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forderlichen Beweismittel zu nennen. Soweit der Schaden mit solchen rechtser-
heblichen Tatsachen aufgezeigt werde und taugliche Beweismittel benannt wür-
den, habe die Vorinstanz gemäss Art. 152 Abs. 1 ZPO Beweis abzunehmen
(Urk. 67 S. 3). Indem die Vorinstanz der Behauptung der Berufungsbeklagten oh-
ne Weiteres Glauben schenke und annehme, die Klägerin habe die Brandscha-
densanierungskosten nicht genügend substantiiert, verletze sie die Regeln der
Beweislastverteilung gemäss Art. 8 ZGB und verstosse gegen das Recht der Klä-
gerin auf gleiche und gerechte Behandlung gemäss Art. 29 Abs. 1 BV (Urk. 67
S. 7). Diese Ausführungen der Klägerin sind schon im Ansatz verfehlt. Es ist of-
fensichtlich, dass die Klägerin nicht zwischen Behauptungsstadium und Beweis-
verfahren zu unterscheiden vermag. Bei Geltung der Verhandlungsmaxime darf
das Gericht sein Urteil nur auf von den Parteien im Prozess vorgebrachte Tatsa-
chen abstützen. Den Parteien obliegt somit die Behauptungslast. Bei der Behaup-
tungslast handelt es sich nicht um eine Rechtspflicht, sondern um eine pro-
zessuale Obliegenheit, deren Unterlassung zu einem Nachteil für die betreffende
Partei führt. Dieser besteht darin, dass die betreffende Tatsache im Prozess un-
berücksichtigt bleibt. Die Tatsachen müssen so umfassend und klar dargelegt
werden, dass die Gegenseite dazu Stellung nehmen kann und dass darüber die
erforderlichen Beweise abgenommen werden können (Staehe-
lin/Staehelin/Grolimund, Zivilprozessrecht, 2. Aufl., 2013, § 10 N 16). Jede Partei
hat diejenigen Tatsachen zu behaupten und danach zu beweisen, aus denen sie
Rechte ableitet.
d) Nach dem in Art. 55 Abs. 1 ZPO statuierten Verhandlungsgrundsatz ist es
Sache der Parteien, dem Gericht die Tatsachen darzulegen, auf die sie ihre Be-
gehren stützen, und die Beweismittel dafür anzugeben. Der Behauptungslast ist
Genüge getan, wenn die Parteien in ihrem Tatsachenvortrag in allgemeiner Weise
sämtliche Tatsachen benennen, welche unter die ihren Antrag stützenden Nor-
men zu subsumieren sind. Ein solchermassen vollständiger Tatsachenvortrag
wird als schlüssig bezeichnet, da er bei Unterstellung, er sei wahr, den Schluss
auf die anbegehrte Rechtsfolge zulässt. Bestreitet jedoch - wie vorliegend - der
Prozessgegner den schlüssigen Tatsachenvortrag der behauptungsbelasteten
Partei, greift eine über die Behauptungslast hinausgehende Substantiierungslast.
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Die Vorbringen sind in diesem Fall nicht nur in den Grundzügen, sondern in Ein-
zeltatsachen zergliedert so umfassend und klar darzulegen, dass darüber Beweis
abgenommen oder dagegen der Gegenbeweis angetreten werden kann. Dabei
bestimmt sich nach den einschlägigen bundesrechtlichen Normen, welche Tatsa-
chen für einen schlüssigen Vortrag zu behaupten sind, und genügt ein globaler
Verweis auf eingereichte Unterlagen den bundesrechtlichen Anforderungen an die
Substantiierung nicht. Eine ausreichende Substantiierung ist Voraussetzung für
den Beweisführungsanspruch (BGer 4A_252/2016 vom 17. Oktober 2016, E. 2.2
m.w.H.).
Dabei müssen die Behauptungen so bestimmt und detailliert (substantiiert)
sein, dass sie im Falle einer Bestreitung in einem Beweissatz formuliert, zum Be-
weis verstellt und mit den zulässigen Beweismitteln (z.B. Urkunden, Zeugen) be-
wiesen werden können. Es geht deshalb nicht an, dem Gericht bloss Unterlagen
einzureichen, aus denen der entscheidrelevante Sachverhalt gleichsam "heraus-
gefiltert" werden kann. Mit einem solchen Vorgehen ist der den Parteien oblie-
genden Behauptungs- und Substantiierungslast nicht Genüge getan und liesse
sich die Verhandlungsmaxime im Ergebnis weitgehend aushebeln. Denn Beilagen
sind grundsätzlich blosse Beweismittel für Behauptungen, die in den Parteivorträ-
gen zu erheben sind. Nur Tatsachen, die (dort) form- und fristgerecht behauptet
wurden (und nicht schon, was aufgrund der Akten erkennbar ist), können in sach-
verhaltlicher Hinsicht zum Prozessstoff erhoben und dem Entscheid zugrunde ge-
legt werden. Entsprechend genügt es nach konstanter Rechtsprechung nicht,
wenn sich eine bestimmte Tatsache oder das Klagefundament lediglich aus den
eingereichten Urkunden ergibt, ohne dass sich eine Partei in ihren Vorträgen auf
sie beruft. Solche (nicht behaupteten) Tatsachen dürfen im Rahmen der Verhand-
lungsmaxime grundsätzlich nicht berücksichtigt werden (ZR 106 [2007] Nr. 23,
E. II.5.2.c; 97 [1998] Nr. 87; 95 [1996] Nr. 12a; s.a. ZR 102 [2003] Nr. 15, E. 2.2).
Andernfalls wäre es der Gegenpartei faktisch oftmals gar nicht möglich, die (aus
den eingereichten Beweismitteln eruierbare) "Sachdarstellung" ihres Prozessgeg-
ners im Sinne von Art. 222 Abs. 2 Satz 2 ZPO sachgerecht zu bestreiten (vgl.
OGer ZH LB110046 vom 08.09.2014, E. V.3.3.3.4.e.bb; Glasl, DIKE-Komm-ZPO,
Art. 55 N 26; BSK ZPO-Willisegger, Art. 221 N 27; KUKO ZPO-Naegeli/Richers,
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Art. 221 N 27). Im Einzelnen ergeben sich die Anforderungen an die Substantiie-
rung der Behauptungen einerseits aus den Tatbestandsmerkmalen der angerufe-
nen Norm und anderseits aus den Vorbringen oder Bestreitungen bzw. dem pro-
zessualen Verhalten der Gegenpartei (BGer 4A_57/2014 vom 8. Mai 2014,
E. 1.3.3 m.w.Hinw.). Die im Hinblick auf die Tatbestandsmerkmale der angerufe-
nen Norm wesentlichen und für den Rechtsschluss (Subsumtion) notwendigen
Tatsachenbehauptungen müssen aber jedenfalls vorgetragen werden (vgl. BGer
4A_33/2015 vom 9. Juli 2015, E. 6.2.2; zum Ganzen auch BGer 4A_724/2016
vom 19. Juli 2017, E. 3.1; 4A_427/2016 vom 28. November 2016, E. 3.3). Diesen
Grundsätzen trägt auch die gesetzliche Bestimmung über den erforderlichen In-
halt der Klage Rechnung: Nach Art. 221 Abs. 1 ZPO hat die Klage unter anderem
die Tatsachenbehauptungen (lit. d) und die Bezeichnung der einzelnen Beweis-
mittel zu den behaupteten Tatsachen (lit. e) zu enthalten. Die klagende Partei ist
mithin gehalten, in der Klagebegründung alle für ihren Anspruch massgeblichen
Tatsachen vorzubringen und die zulässigen Beweismittel zu nennen, wobei die
Beweisofferten den behaupteten Tatsachen zuzuordnen sind (Prinzip der Beweis-
verbindung). Im Unterschied zur Pflicht bzw. Obliegenheit der klagenden Partei,
das Tatsachenfundament darzulegen, d.h. ihr Rechtsbegehren in tatsächlicher
Hinsicht zu begründen, ist eine rechtliche Begründung in Anbetracht von Art. 57
ZPO zwar zulässig, aber fakultativ (Art. 221 Abs. 3 ZPO).
e) Diesen Anforderungen an die Substantiierung ist die Klägerin - wie die
Vorinstanz zu Recht erwog - in keiner Weise nachgekommen. Die Vorinstanz
führte zutreffend aus, dass die Aufstellung der Klägerin über die von ihr bezahlten
Wiederherstellungskosten, welche lediglich diverse Kategorien von angeblich
ausgeführten Arbeiten beinhalten (Urk. 2 S. 4), ohne anzugeben, an welchen Ge-
bäudeteilen welche konkreten Arbeiten in welchem Umfang und von wem vorge-
nommen wurden, den Anforderungen an eine rechtsgenügende Substantiierung -
wie sie oben ausgeführt wurden - nicht entsprechen. Es kann vorab auf die dies-
bezüglichen Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 68 S.18). Wie
die Vorinstanz weiter zutreffend erwog, steht aufgrund der Vorbringen der Kläge-
rin nicht einmal fest, welche Gebäudeteile vom Brand konkret betroffen waren,
weil sie einzig angab, beim Brand seien "primär der Dachstuhl und das Dach des
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Gebäudes beschädigt [worden], jedoch nur teilweise" (Urk. 68 S. 19 mit Verweis
auf Urk. 2 Ziff. 7). Damit die Beklagten beurteilen können, ob sie die einzelnen,
behaupteten Wiederherstellungskosten als ausgewiesen erachten oder bestreiten
wollen, ist es unumgänglich, dass die Klägerin diese detailliert nach Arbeitskate-
gorie beschreibt und genau angibt, an welchen Gebäudeteilen sie in welchem
Umfang vorgenommen wurden. Sie hat beispielsweise zu spezifizieren, in wel-
chen Geschossen auf welcher Seite welche Fenster ersetzt wurden, welche
Baumeisterarbeiten an welchen Gebäudeteilen vorgenommen wurden, welche
Sanitäranlagen ersetzt wurden, wo und welche Schreinerarbeiten, Gipserarbeiten,
Metallbauarbeiten etc. konkret notwendig waren usw. (vgl. dazu auch BGer
4A_252/2016 vom 17. Oktober 2016 E. 2.1. und 2.2.). Ohne nähere Spezifizie-
rung wird es den Beklagten verunmöglicht abschätzen zu können, ob es sich da-
bei um tatsächliche Wiederherstellungskosten im Zusammenhang mit dem Brand
an sanierten oder noch nicht sanierten Gebäudeteilen handelte und ob allenfalls
Mehrwerte entstanden sein könnten. Die Beklagte 1 konnte deshalb nur vermu-
ten, dass wesentlich höhere Mehrwerte angefallen seien (Urk. 17 S. 11). Auch
wenn die Beklagten in einem allfälligen Beweisverfahren das Vorhandensein von
Mehrwerten zu beweisen hätten, ändert dies nichts am Umstand, dass die Kläge-
rin zunächst den Schaden zu substantiieren hat, damit die Beklagten überhaupt in
die Lage versetzt werden, allfällige Mehrwerte zu behaupten und zu beweisen.
Ebenfalls sind sie erst dann in der Lage zu beurteilen, ob die Arbeiten tatsächlich
nur an brandgeschädigten Gebäudeteilen vorgenommen wurden. Allein aufgrund
der von der Klägerin aufgelisteten Kosten, welche angeblich an den Grundeigen-
tümer bezahlt wurden, kann nicht geschlossen werden, dass diese ausschliess-
lich der Behebung der durch den Brand entstandenen Schäden dienten. Im Übri-
gen ist noch anzumerken, dass diese Kosten auch betragsmässig nicht einmal
belegt wurden, da die Klägerin es auch in der Replik unterliess, die entsprechen-
den Rechnungen einzureichen. Wie die Vorinstanz zutreffend festhielt, wurden die
Rechnungen erst nach Abschluss des Schriftenwechsels und damit verspätet ein-
gereicht, weshalb sie auch in einem allfälligen Beweisverfahren nicht zu berück-
sichtigen gewesen wären (Urk. 68 S. 20). Wie die Vorinstanz überdies zu Recht
bemerkte (Urk. 68 S. 20), ist eine derartige Beweisofferte - es handelt sich um ei-
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ne Sammlung von 50 Rechnungen - unzulässig, da sie zu unspezifisch ist, weil
die Beweisverbindung fehlt. Da jedoch nur pauschale und nicht detaillierte Be-
hauptungen aufgestellt wurden, ist eine Zuordnung der Beweismittel zu einzelnen
Tatsachenbehauptungen faktisch auch nicht möglich. Die Vorinstanz führte zutref-
fend aus, dass die jeweiligen Rechnungen den einzeln zu bezeichnenden Arbei-
ten von der Klägerin hätten zugeordnet werden müssen und sowohl Erläuterun-
gen als auch Konkretisierungen zu diesen Rechnungen in der Rechtsschrift selbst
hätten erfolgen müssen, weil sich die Arbeiten gemäss den Rechnungen nicht
ohne Weiteres mit den in der Klagebegründung nach Baukostenpositionen aufge-
listeten Leistungen in Einklang bringen liessen. Es sei auch nicht ersichtlich, dass
und warum die angeblich geleisteten Arbeiten mit der Brandsanierung in Zusam-
menhang gestanden seien (Urk. 68 S. 20).
f) Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die klägerische Darstellung des
behaupteten Schadens als rudimentär zu qualifizieren ist und den Anforderungen
im Rahmen der Behauptungslast nicht genügt. Damit ist weder ein substantiiertes
Bestreiten noch die Anordnung von Beweismassnahmen möglich. Die beantrag-
ten Beweismittel vermögen die ungenügende Substantiierung nicht zu ersetzen.
Eine mangelnde Substantiierung kann nicht mittels eines Beweisverfahrens be-
hoben werden. Eine ausreichende Substantiierung ist grundlegende Vorausset-
zung für den Beweisführungsanspruch, der sich als Teilgehalt des Anspruchs auf
rechtliches Gehör allgemein aus Art. 29 Abs. 2 BV und für das Bundesprivatrecht
besonders aus Art. 8 ZGB ergibt, sowie seit Inkrafttreten der ZPO auch in Art. 152
ZPO verankert ist (BGer 4A_252/2016 vom 17. Oktober 2016 E. 2.2.). Ohne ent-
sprechende Substantiierung findet kein Beweisverfahren statt. Der Bestand der
Forderung ist daher schon mangels rechtsgenüglicher Substantiierung des Scha-
dens nicht erstellt.
Die von der Klägerin erhobenen Einwendungen in ihrer Berufungsbegrün-
dung sind angesichts dieser Umstände nicht stichhaltig. Die Klägerin monierte
u.a., dass die Beklagten die von ihr behauptete Tatsachendarstellung nicht ein-
fach pauschal bestreiten könnten (Urk. 67 S. 3, 6). Dies ist grundsätzlich zutref-
fend, nur spielt dies vorliegend keine Rolle, da es den Beklagten aufgrund der
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mangelnden Substantiierung der von der Klägerin vorgebrachten Tatsachenbe-
hauptungen gar nicht möglich war, ihrerseits substantiiert zu bestreiten. Die Klä-
gerin hat zwar in ihrer Klagebegründung bezüglich der behaupteten Wiederher-
stellungskosten Beweismittel genannt (vgl. Urk. 2 S. 4), doch unterliess es die
Klägerin darzulegen, welchen Behauptungen welche Beweismittel zuzuordnen
wären. Wie bereits erwähnt, muss die klagende Partei in der Klagebegründung al-
le für ihren Anspruch massgeblichen Tatsachen vorbringen und die zulässigen
Beweismittel nennen, wobei die Beweisofferten den behaupteten Tatsachen zu-
zuordnen sind (Prinzip der Beweisverbindung; Art. 221 Abs. 1 lit. e ZPO). Es geht
nicht an, einen ganzen Sachverhaltskomplex zu schildern und sich zum Beweis
am Schluss dieser Behauptungen pauschal auf einen Strauss von Beweismitteln
oder eine Anzahl von Zeugen zu berufen (Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuen-
berger, ZPO Komm., [3. Aufl.], Art. 221 N 51). Vorliegend wäre es für die Klägerin
kaum möglich gewesen, die jeweiligen Beweismittel konkreten Tatsachenbehaup-
tungen zuzuordnen, was jedoch allein wiederum an der ungenügenden Substanti-
ierung ihrerseits liegt.
Auch die von der Klägerin erhobene Rüge, wonach die Vorinstanz ihr Recht
auf Beweis verletzt habe (Urk. 67 S. 6 f.), ist nicht zu hören. Eine solche Verlet-
zung des Rechts auf Beweisabnahme kann nicht vorliegen, wenn es - wie schon
erwähnt - aufgrund der mangelnden Substantiierung gar nicht zu einem Beweis-
verfahren kommen kann, sondern der Anspruch schon im Behauptungsverfahren
scheitert. Die Beweislastverteilung erfolgt erst im Beweisverfahren. Auch wenn
die Klägerin lediglich einen Schaden von Fr. 500'000.– geltend macht (Urk. 67
S. 9) und nicht die gesamten, an die geschädigte Grundeigentümerin bezahlten,
Kosten von Fr. 824'795.–, hat sie zu substantiieren, dass der Schaden mindes-
tens Fr. 500'000.– beträgt, da er von den Beklagten bestritten wurde. Soweit auf-
grund der rudimentären Angaben der Klägerin überhaupt möglich, haben die Be-
klagten die allfälligen, von der Klägerin behaupteten, Mehrwertanteile bestritten.
Sie unterliess zu begründen, weshalb die von der Beklagten 1 substantiiert vorge-
tragenen Mehrwertanteile auf den konkret benannten Arbeitsgattungen unzutref-
fend sein sollen (Urk. 42 S. 9).
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Da der Schaden nicht rechtsgenügend substantiiert wurde, fehlt jedenfalls
eine der erforderlichen Haftungsvoraussetzungen (neben dem Verschulden, Kau-
salzusammenhang und der Widerrechtlichkeit/Vertragsverletzung), weshalb eine
Haftung für den der Klägerin entstandenen Schaden nicht in Betracht kommt. Es
erübrigt sich daher, die weiteren Haftungsvoraussetzungen zu prüfen. Die Klage
ist abzuweisen und das erstinstanzliche Urteil zu bestätigen.
III.
1. Ausgangsgemäss ist die erstinstanzliche Regelung der Kosten- und Ent-
schädigungsfolgen (Dispositivziffern 2 - 4) zu bestätigen (Urk. 68 S. 26).
2. Da die Klägerin auch im Berufungsverfahren vollumfänglich unterliegt,
wird sie dafür kosten- und entschädigungspflichtig. Die Entscheidgebühr für das
Berufungsverfahren beläuft sich auf Fr. 20'750.– (§ 4 Abs. 1, § 12 Abs. 1 GebVO).
Die Parteientschädigung für dieses Verfahren ist für den Beklagten 2 auf
Fr. 7'800.– plus Fr. 601.– MwSt (7,7%) festzusetzen, also insgesamt Fr. 8'401.–.
Da die Beklagte 1 keine Mehrwertsteuer verlangte (Urk. 81 S. 2), beträgt die Ent-
schädigung für sie Fr. 7'800.– (§ 4 Abs.1, § 13 Abs. 1 und 2 AnwGebV).