Decision ID: 3441068c-10ca-5f58-8827-a9e9289ecab1
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
TK._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Fürsprecher Marco Büchel, LL.M., c/o K & B Rechtsanwälte,
Freudenbergstrasse 24, Postfach 213, 9240 Uzwil,
gegen
Kantonale Arbeitslosenkasse, Davidstrasse 21, 9001 St. Gallen,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
Arbeitslosenentschädigung (arbeitgeberähnliche Stellung, Lohnfluss)
Sachverhalt:
A.
A.a K._ arbeitete seit 1. September 2006 bei der A._ (act. G 3.1/A6, A28). Mit
Schreiben vom 26. Dezember 2007 wurde ihr diese Anstellung per 28. Februar 2008
gekündigt (act. G 3.1/A36), wobei offenbar bereits in einem früheren Zeitpunkt eine
mündliche Kündigung per Ende Januar 2008 ausgesprochen, das Arbeitsverhältnis
dann aber in gegenseitigem Einverständnis um einen Monat verlängert worden war
(act. G 3.1/A3). Am 13. Dezember 2007 gelangte die Versicherte an die Kantonale
Arbeitslosenkasse St. Gallen (nachfolgend: Arbeitslosenkasse) und beantragte die
Ausrichtung von Arbeitslosenentschädigung ab 1. Februar 2008 (act. G 3.1/A5).
A.b Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs wies die Arbeitslosenkasse das
Begehren mit Verfügung vom 12. März 2008 ab (act. G 3.1/A8, A29). Zur Begründung
führte sie an, dass die Versicherte im Handelsregister als Gesellschafterin der A._
eingetragen sei. Damit nehme sie eine arbeitgeberähnliche Stellung ein, weshalb sie
vom Bezug von Arbeitslosenentschädigung ausgeschlossen sei. Diese Verfügung
erwuchs in Rechtskraft; das RAV St. Gallen meldete die Versicherte von der
Arbeitsvermittlung ab (act. G 3.1/A31).
A.c Am 27. Juni 2008 gelangte die Versicherte erneut an die Arbeitslosenkasse und
beantragte die Ausrichtung von Arbeitslosenentschädigung ab 1. März 2008 (act.
G 3.1/A34). Von Seiten der Arbeitslosenkasse darauf hingewiesen, dass sie immer
noch als Gesellschafterin der A._ im Handelsregister eingetragen sei und deshalb
auch ab Antragstellung per 7. Mai 2008 keinen Anspruch auf
Arbeitslosenentschädigung habe (act. G 3.1/A38), teilte die Versicherte mit Schreiben
vom 22. Juli 2008 mit, dass sie bereits am 25. März 2008 ihre Löschung aus dem
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Handelsregister beantragt habe. Dieser Antrag sei vom Handelsregisteramt des
Kantons St. Gallen bislang aber noch nicht erledigt worden (act. G 3.1/A41).
A.d Mit Verfügung vom 4. August 2008 wies die Arbeitslosenkasse den Antrag auf
Arbeitslosenentschädigung ab 7. Mai 2008 ab. Die Begründung entspricht im
Wesentlichen derjenigen in der Verfügung vom 12. März 2008, ergänzt durch den
Hinweis, dass der Grund für die unterbliebene Löschung nach Auskunft des
Handelsregisteramtes darin liege, dass die Versicherte auf ein Schreiben des
Handelsregisteramtes vom 3. April 2008 bislang nicht reagiert habe (act. G 3.1/A43).
Auch diese Verfügung erwuchs in Rechtskraft.
A.e Am September 2008 wurde die Versicherte als Gesellschafterin der A._ im
Handelsregister gelöscht. Der von ihr bislang gehaltene Stammanteil von Fr. 10'000.--
wurde im Umfang von Fr. 9'000.-- auf den Mitgesellschafter und Sohn der
Versicherten, ÖK._, übertragen. Des Weiteren wurde der Ehemann der Versicherten,
HK._, als neuer Gesellschafter der A._ mit einem Stammanteil von Fr. 1'000.-- im
Handelsregister eingetragen (act. G 3.1/A45).
A.f Am 11. Februar 2009 stellte die Versicherte Antrag auf Arbeitslosenentschädigung
ab 1. Dezember bzw. 5. November 2008 (act. G 3.1/A48). Mit Schreiben vom 26.
Februar 2009 und 18. März 2009 forderte die Arbeitslosenkasse die Versicherte auf,
sich schriftlich zu den Funktionen ihres Ehemanns in der A._ zu äussern (act. G 3.1/
A50, A52). In der Folge reichte die Versicherte am 25. März 2009 ein von der A._
ausgestelltes Dokument ins Recht, worin als Hauptaufgaben des seit 1. Oktober 2008
vollzeitlich angestellten Ehegatten Küchentätigkeiten und Reinigungsarbeiten genannt
werden (act. G 3.1/A30). Zudem reichte sie nebst Arbeitgeberbescheinigung Lohnlisten
der A._ für die Jahre 2006 bis 2008, die Steuerveranlagung und den
Vorsorgeausweis für das Jahr 2007 und – nach erneuter Aufforderung durch die
Arbeitslosenkasse – einen Auszug aus dem individuellen Konto ins Recht (act. G 3.1/
A57, A59, A60, A61, A64). Auf wiederholte Aufforderung, Kopien von Bankauszügen
einzureichen, aus denen die Lohneingänge der letzten 24 Monate ersichtlich seien,
teilte die Versicherte der Arbeitslosenkasse mehrmals mit, dass sie ihren Lohn am
Monatsende jeweils bar erhalten habe (act. G 3.1/A56, A63, A70).
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A.g Mit Verfügung vom 23. Juli 2009 wies die Arbeitslosenkasse den Antrag der
Versicherten ab 5. November 2008 ab. Zur Begründung führte sie an, dass sowohl die
Frage, ob der Ehemann der Versicherten in der A._ eine arbeitgeberähnliche Stellung
einnehme, als auch diejenige, ob ein tatsächlicher Lohnfluss stattgefunden habe,
aufgrund der Angaben der Versicherten nicht abschliessend habe beurteilt werden
können. Zudem stelle sich mit Blick auf die Vermittlungsfähigkeit die Frage, wer
Inhaber des Gastwirtpatentes sei. Nachdem die Versicherte seit 5. November 2008
erneut als Aushilfe bei der A._ tätig sei, müsse davon ausgegangen werden, dass es
ihr weiterhin möglich sei, Entscheidungen der A._ massgeblich zu beeinflussen,
weshalb ihre Anspruchsberechtigung zu verneinen sei (act. G 3.1/A71).
B.
B.a Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte mit Schreiben vom 20. August 2009
Einsprache und beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die
Gutheissung ihres Antrags auf Arbeitslosenentschädigung. Die A._ werde von ihrem
Sohn geführt; sie könne die geschäftlichen Entscheide nicht beeinflussen, zumal sie
auch nichts von Betriebsführung verstehe. Die Löhne seien von ihrem Sohn immer bar
bezahlt worden, was in kleinen Familienunternehmungen durchaus üblich sei. Es sei
befremdend, dass ein tatsächlicher Lohnfluss noch immer angezweifelt werde, zumal
der Lohn gegenüber den Sozialversicherungen immer ordnungsgemäss abgerechnet
und ausserdem regulär versteuert worden sei (act. G 3.1/A75).
B.b Mit Entscheid vom 20. Oktober 2009 wies die Arbeitslosenkasse die von der
Versicherten erhobene Einsprache ab. Dies begründet sie damit, dass die Versicherte
mangels fristgerechter Mitwirkung bei der Abklärung, ob ihr Ehegatte
arbeitgeberähnliche Stellung habe, vom Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung
ausgeschlossen sei. Zudem habe sie nach wiederholter Aufforderung keine Dokumente
ins Recht gelegt, die tatsächliche Lohnzahlungen zu belegen vermöchten. Der Hinweis
auf die erfolgte Barzahlung genüge nicht (act. G 3.1/A91).
C.
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C.a Gegen diesen Entscheid richtet sich die Beschwerde vom 20. November 2009.
Darin beantragt der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin die Aufhebung des
angefochtenen Entscheids. Zudem sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der
Beschwerdeführerin die ihr zustehende Arbeitslosenentschädigung zu bezahlen, alles
unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zur Begründung führt die Beschwerdeführerin
aus, dass die A._ ihrem Sohn gehöre und sie selbst nur als "normale" Angestellte
beschäftigt worden sei. Dasselbe gelte auch für ihren Ehemann. Die Zweifel an der
tatsächlichen Lohnzahlung seien unberechtigt, habe die Beschwerdeführerin ihren
Lohn doch stets erhalten, regulär versteuert und dafür auch AHV- und BVG-Beiträge
entrichtet. Dass es sich um effektive Lohnzahlungen gehandelt habe, gehe auch aus
den durch den Treuhänder erstellten Lohnlisten und dessen Schreiben vom
18. November 2009 hervor. Damit sei der Nachweis eines tatsächlichen Lohnflusses
erbracht (act. G 1).
C.b Mit Eingabe vom 7. Januar 2010 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde und verweist im Übrigen auf den Einspracheentscheid
vom 20. Oktober 2009 (act. G 3).
C.c Am März 2010 wurde der Ehemann der Beschwerdeführerin als Gesellschafter der
A._ im Handelsregister gelöscht.
C.d Auf Aufforderung des Gerichtes vom 24. Juni 2010 reichte der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin am 9. Juli 2010 Bilanz und Erfolgsrechnung der A._ per 31.
Dezember 2007 (September 2006 bis Dezember 2007) und per 31. Dezember 2008
sowie die Kassen-Journale für die Jahre 2006, 2007 und 2008 ein (act. G 6 und G 7,
Beilagen).
C.e Auf Anfrage des Gerichtes teilte die Stadtpolizei St. Gallen am 23. Juli 2010 mit,
dass Patentinhaber des Betriebs A._ seit 1. September 2005 unverändert ÖK._ sei
(act. G 8 und G 9).

Erwägungen:
1.
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Streitig und zu prüfen ist der von der Beschwerdeführerin im Antrag vom 11. Februar
2009 per 5. November 2008 geltend gemachte Anspruch auf
Arbeitslosenentschädigung (vgl. act. G 3/A48). Die Beschwerdegegnerin verneinte
einen Anspruch unter Hinweis auf die Einflussmöglichkeiten der Beschwerdeführerin
(act. G 3.1/A71) und die arbeitgeberähnliche Stellung ihres Ehegatten (act. G 3.1/A91).
Ebenso erachtete sie die Anspruchsvoraussetzung der Beitragszeiterfüllung für nicht
erfüllt, weil die geltend gemachten Lohnzahlungen nicht bewiesen seien.
2.
2.1 Wie die Rechtsprechung in BGE 123 V 234 ff. erwogen hat, kann Kurzarbeit nicht
nur in einer Reduktion der Arbeitszeit, sondern auch darin bestehen, dass der Betrieb
für eine gewisse Zeit vollständig stillgelegt wird. Solange ein Arbeitnehmer mit
arbeitgeberähnlicher Stellung mit der betreffenden Unternehmung noch in einem
Arbeitsverhältnis steht, hat er oder seine mitarbeitende Ehegattin aufgrund der
Ausschlussbestimmung in Art. 31 Abs. 3 lit. c des Bundesgesetzes über die
obligatorische Arbeitslosenversicherung und Insolvenzentschädigung (AVIG; SR 837.0)
keinen Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung. Wird das Arbeitsverhältnis hingegen
gekündigt, so gilt die arbeitgeberähnliche Person nach den Erwägungen im zitierten
Entscheid nunmehr als arbeitslos und kann somit unter den Voraussetzungen von
Art. 8 ff. AVIG Arbeitslosenentschädigung beanspruchen. Behält sie nach der
Entlassung allerdings ihre arbeitgeberähnliche Stellung im Betrieb bei und kann
dadurch dessen Entscheidungen weiterhin bestimmen oder massgeblich beeinflussen,
so läuft die Beanspruchung von Arbeitslosenentschädigung auf eine
rechtsmissbräuchliche Umgehung von Art. 31 Abs. 3 lit. c AVIG hinaus, und es besteht
daher in analoger Anwendung dieser Bestimmung auch bei grundsätzlich gegebenen
Voraussetzungen nach Art. 8 ff. AVIG kein Anspruch auf eine
Arbeitslosenentschädigung. Der Umgehungstatbestand wird damit begründet, dass die
arbeitgeberähnliche Person über die Dispositionsfreiheit verfügt, den Betrieb jederzeit
zu reaktivieren und sich oder den Ehegatten bei Bedarf erneut als Arbeitnehmerin bzw.
Arbeitnehmer einzustellen. Anderseits kann dann nicht mehr von einer
Gesetzesumgehung gesprochen werden, wenn der Betrieb geschlossen wird und das
Ausscheiden der betreffenden arbeitnehmenden Person mit arbeitgeberähnlicher
Stellung definitiv ist, oder wenn das Unternehmen zwar weiterbesteht, die
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arbeitgeberähnliche Person jedoch mit der Kündigung endgültig auch jene
Eigenschaften verliert, derentwegen sie bei Kurzarbeit aufgrund von Art. 31 Abs. 3 lit. c
AVIG vom Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung ausgenommen wäre (vgl. BGE 123
V 238 f. E. 7b/bb).
2.2 Der Rechtsmissbrauch liegt somit nach der vorstehend dargelegten Auffassung in
der zweckwidrigen Verwendung des Rechtsinstituts der Kündigung. Wenn mit der
Kündigung nicht die endgültige Auflösung des Arbeitsverhältnisses bezweckt wird,
sondern sie in erster Linie zum Zweck der - vorübergehenden - Geltendmachung von
Arbeitslosenentschädigung ausgesprochen wird und von Anfang an eine
Wiedereinstellung bei veränderter Geschäftslage vorgesehen ist, so liegt eine
rechtsmissbräuchliche Umgehung von Art. 31 Abs. 3 lit. c AVIG vor. Mit dem Mittel der
Kündigung soll hier auf einem Umweg das erreicht werden, was diese Bestimmung
ausschliessen will, nämlich dass Personen mit arbeitgeberähnlicher Stellung oder ihre
Ehegatten für einen vorübergehenden Arbeitsausfall in ihrem Betrieb Leistungen der
Arbeitslosenversicherung beziehen können.
2.3 Nach der Rechtsprechung setzt die Annahme eines Umgehungstatbestandes nicht
voraus, dass der arbeitgeberähnlichen Person im konkreten Fall tatsächlich ein
rechtsmissbräuchliches Verhalten nachgewiesen werden kann, sondern mit der
analogen Anwendung von Art. 31 Abs. 3 lit. c AVIG auf arbeitslose Personen mit
arbeitgeberähnlicher Stellung soll vielmehr schon dem abstrakten Risiko eines
Rechtsmissbrauchs begegnet werden (vgl. Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des
Bundesgerichts] vom 15. April 2004, C 245/03, E. 3 mit Hinweis). Dies hat zur Folge,
dass die arbeitslos gewordene arbeitgeberähnliche Person oder ihr Ehegatte allein
aufgrund der beibehaltenen arbeitgeberähnlichen Stellung keinen Anspruch auf
Arbeitslosenentschädigung hat, ohne dass zu prüfen ist, ob die Auflösung des
Arbeitsverhältnisses tatsächlich in rechtsmissbräuchlicher Absicht erfolgt ist (vgl.
Regina Jäggi, Eingeschränkter Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung bei
arbeitgeberähnlicher Stellung durch analoge Anwendung von Art. 31 Abs. 3 lit. c AVIG,
in: SZS 48/2004, S. 8).
3.
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3.1 Vorliegend fällt ins Gewicht, dass die A._ - auch nach dem formellen
Ausscheiden der Beschwerdeführerin (September 2008) - nach eigenen Angaben als
Familienbetrieb weitergeführt wird (act. G 3.1/A70). Die Beschwerdeführerin und ihre
Familie bestreiten denn auch ihren Lebensunterhalt aus den Erträgen der A._ (act.
G 1.8). Allein schon diese Verhältnisse bilden einen gewichtigen Hinweis dafür, dass
der Beschwerdeführerin und allenfalls auch ihrem Ehegatten nebst ihrem Sohn eine
wesentliche Mitwirkungsbefugnis zukommt. Zusätzlich liegt aufgrund dieser
Konstellation eine Situation mit erhöhter Missbrauchsgefahr vor, zumal die Löhne an
die einzelnen mitarbeitenden Familienmitglieder gemäss eigener Angabe in der Regel
bar ausbezahlt worden sind (act. G 3.1/A70, vgl. auch act. G 3.1/A75; diese Angabe
wurde in Erwiderung der Aufforderung zur Einreichung von Bankbelegen vom 8. Juni
2009 gemacht, act. G 3.1/A69). Immerhin geht aus den Lohnabrechnungen von Januar
und Februar 2008 hervor, dass zumindest diese Lohnauszahlungen auf ein Bankkonto
erfolgt sind (act. G 3.1/A25 und A26) und entsprechende Bankbelege der
Beschwerdegegnerin somit hätten eingereicht werden können.
3.2 Ferner ist festzustellen, dass die Beschwerdeführerin - nach ihrem formellen
Ausscheiden aus der Gesellschaft - die auf ihren Namen lautende "Lohnabrechnung"
der Monate April, Mai und Juni 2009 (act. G 3.1/A66, A68 und A72) im Namen der
"A._" eigenhändig unterschrieb. Damit geht einher, dass sie auch die - von der
Arbeitgeberin auszufüllende - Bescheinigung über den Zwischenverdienst vom 30. Juni
2009 ausfüllte und unterschrieb (act. G 3.1/A73). Sie hat damit durch die
Unterzeichnung von Geschäftsurkunden administrative Tätigkeiten vorgenommen, die
arbeitgeberähnlichen Personen vorbehalten sind und über das hinaus gehen, was zum
Kompetenzbereich einer "normalen" Arbeitnehmerin gehört. Dies stellt ein weiteres
Indiz für die faktische arbeitgeberähnliche Stellung der Beschwerdeführerin dar. Ihre
Aussage, sie hätte "doch von Betriebsführung gar keine Ahnung" (act. G 3.1/A75),
verträgt sich im Übrigen schlecht mit ihrer früheren Funktion als
einzelzeichnungsberechtigte Kollektivgesellschafterin der "B._".
3.3 Die faktische arbeitgeberähnliche Stellung der Beschwerdeführerin wird auch
dadurch erhärtet, dass sie gemäss rechtskräftiger und unangefochten gebliebener
Verfügungen vom 12. März 2008 (act. G 3.1/A29) und vom 4. August 2008 (act. G 3.1/
A43) auch formell eine arbeitgeberähnliche Stellung im Familienbetrieb inne hatte, was
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auch den im Handelsregister eingetragenen Tatsachen (Inhaberin der Hälfte des
Stammkapitals) entsprach. Zwar bringt die Beschwerdeführerin zu Recht vor, sie sei
per September 2008 (Datum Tagebucheintrag) als Gesellschafterin der A._
ausgeschieden. Dabei fällt allerdings auf, dass ihre Stammanteile nicht vollumfänglich
von ihrem Sohn übernommen worden sind, was gemäss dem seit 1. Januar 2008
gültigen GmbH-Recht zulässig gewesen wäre (vgl. Art. 775 des Obligationenrechts
[OR; SR 220]). Stattdessen trat ihr Ehegatte in die Gesellschaft mit einem Stammanteil
von einem Zwanzigstel in die Gesellschaft ein, und es wurden neu
Nebenleistungspflichten (Vorkaufsrecht der Gesellschafter; vgl. Art. 11 Abs. 1 der
Statuten) - augenscheinlich zugunsten des Ehegatten der Beschwerdeführerin als
Minderheitsgesellschafter - in die Statuten aufgenommen. Dies kontrastiert mit dem
Vorbringen der Beschwerdeführerin, dass die A._ allein ihrem Sohn gehöre und der
Eintritt einer weiteren Person - nämlich von ihr - lediglich aus damaligen rechtlichen
Zwängen erfolgt sei (act. G 3.1/A75). Die Übernahme eines Stammanteils durch den
Ehegatten sowie die Einführung einer Vorkaufsregelung scheinen vielmehr der
Absicherung ihrer faktischen mitbeherrschenden Stellung gedient zu haben, indem ihr
Sohn seinen Stammanteil ohne die Zustimmung ihres Ehegatten bzw. ohne dessen
Nichtausübung des Vorkaufsrechts nicht veräussern kann.
3.4 Hinzu kommt, dass die ursprünglich Ende Januar 2008 endende Kündigungsfrist
um einen Monat verlängert (act. G 3.1/A3) und der Beschwerdeführerin mit der
Kündigung eine Wiedereinstellung bei besserem Geschäftsgang in Aussicht gestellt
wurde (act. G 3.1/A36). Die Beschwerdeführerin war denn auch im Rahmen einer
teilzeitlichen Anstellung vom April bis Oktober 2009 wieder für den Familienbetrieb tätig
(act. G 3.1/A66, A68, A72, A76, A79, A84 und A87). Damit soll mit dem Mittel der
Kündigung auf einem Umweg das erreicht werden, was die Bestimmung von Art. 31
Abs. 3 lit. c AVIG gerade verhindern will, nämlich dass Personen mit
arbeitgeberähnlicher Stellung für einen vorübergehenden Arbeitsausfall in ihrem Betrieb
Leistungen der Arbeitslosenversicherung beziehen können. Im Übrigen geht aus den
Akten - insbesondere auch aus den im Beschwerdeverfahren eingereichten
Buchhaltungsunterlagen der Jahre 2006/2007 und 2008 (act. G 7) - nicht hervor, dass
sich der Umsatz des Familienbetriebs seit Beginn des Betriebs der GmbH erheblich
negativ entwickelt hätte. So betrug die Summe der monatlichen Einnahmen gemäss
Kassenjournal von September 2006 bis Dezember 2006 Fr. 101'961.70 und von Januar
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bis Dezember 2007 Fr. 299'496.03, was zusammen dem Bruttoertrag von Fr.
401'463.73 gemäss Erfolgsrechnung betreffend die Geschäftsperiode vom 1.
September 2006 bis 31. Dezember 2007 entspricht. Im Jahr 2008 belief sich der
Umsatz gemäss Kassenjournal (monatliche Einnahmen) und Erfolgsrechnung auf Fr.
333'314.80. Aus diesen Umsatzzahlen lassen sich durchschnittliche Monatsumsätze
von Fr. 25'491.93 (Fr. 101'961.70 : 4) für 2006 (September bis Dezember), von Fr.
24'958.-- für 2007 (Fr. 299'496.03 : 12) und von Fr. 27'776.23 (Fr. 333'314.80 : 12)
errechnen. Es bestehen damit Zweifel am im Kündigungsschreiben vom 26. Dezember
2007 für die Auflösung des Arbeitsverhältnisses angegebenen Beweggrund (anhaltend
ungenügender Geschäftsgang; act. G 3.1/A36). Zumindest kann aus den
Buchhaltungsunterlagen nicht geschlossen werden, die wirtschaftliche Situation des
Familienbetriebs sei einer Weiterführung des Arbeitsverhältnisses bzw. einer
Wiedereinstellung nach der Kündigung entgegengestanden.
3.5 Die gesamten Umstände zeigen auf, dass die Beschwerdeführerin und ihre Familie
gemeinsam den wirtschaftlichen Erfolg der A._ erstreben und auf dieses Ziel hin
arbeiten. Dabei lässt sich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf die Rolle der
Beschwerdeführerin als die einer Person mit massgebenden Einflussmöglichkeiten
schliessen. Zusammenfassend ergibt sich demnach, dass die Beschwerdeführerin im
kleinen Familienbetrieb auch nach der Aufgabe der Gesellschafterstellung weiterhin
über einen massgeblichen tatsächlich gelebten Einfluss auf die betrieblichen
Entscheidungen verfügt und eine erhebliche Gefahr eines Rechtsmissbrauchs besteht.
Die Verneinung eines Anspruchs auf Arbeitslosentaggelder durch die
Beschwerdegegnerin erweist sich somit als richtig. Ergänzend ist zu bemerken, dass
der Umfang des geltend gemachten Lohnflusses selbst nach der Durchsicht der im
Beschwerdeverfahren eingeholten Buchhaltungsunterlagen fraglich bleibt (act. G 7). Da
die Beschwerdeführerin indessen als Person mit faktisch arbeitgeberähnlicher Stellung
zu qualifizieren und daher vom Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung
ausgeschlossen ist, braucht die Frage nach dem Lohnfluss und dessen Höhe letztlich
nicht beantwortet zu werden. Ebenso kann die Frage offen gelassen werden, ob auch
dem Ehegatten der Beschwerdeführerin eine arbeitgeberähnliche Stellung zukommt.
4.
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Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Ausgangsgemäss hat die
Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53
GerG entschieden:
1. Die Beschwerde wird abgewiesen.
2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.
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2021-09-19T17:11:32+0200 "9001 St.Gallen" Publikationsplattform Kanton St.Gallen