Decision ID: 04ad456d-574e-4b68-b1f4-c4285bda7fd9
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1965,
verfügt - nebst der
Grundschule und zwei Jahre
n
Gymna
sium
-
über keine
Schul- und Berufsausbildung (Urk.
11
/
4/4
).
1991 kam er als Flüchtling in die Schweiz. Er arbeitete als Hilfsarbeiter in einer Bäckerei, bis er eine Mehlstauballergie entwickelte, die 2003 eine Unterlappenresektion der rech
ten Lunge erforderlich machte. Danach arbeitete er bis 2011 für den ange
stamm
ten Betrieb als
Lieferwagenc
ha
uffeur
(Urk.
11
/7/2, Urk.
11
/10/3,
Urk.
11
/62/9-11).
Am 24.
Oktober 2012 meldete sich der Versicherte unter Angabe von Atem
prob
lemen und Beschwerden in der rechten Schulter bei der Invalidenversiche
rung zum Leistungsbezug an (Urk.
11
/4). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
wies
das Leistungsbegehren
m
it Verfügung vom 17.
Dezember 2012 ab (Urk.
11
/14). Dieser Entscheid erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
1.2
Am 23.
September 2013 meldete sich der Versicherte wiederum zum Leistungs
bezug an (Urk.
11
/16). Dabei gab er an, er leide an Beeinträchtigungen am linken Arm und habe psychische Beschwerden (Urk.
11
/16/4).
Die IV-Stelle
klärte die erwerblichen und medizinischen Verhältnisse ab
und
holte unter anderem das
polydisziplinär
e
Gutachten
des
Y._
vom 14.
November 2014 ein
(
Urk.
11
/62).
Mit Verfügung vom 9.
März 2015
wies die IV-Stelle das Rentenbegehren
bei einem Invaliditätsgrad von 29
%
ab (U
rk.
11/74).
Die dagegen am 2
4.
April
2015 erhobene Beschwerde (
Urk.
11
/77/3-14) wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich im Verfahren
IV.
2015.00447
mit Urteil vom 2
7.
Dezember 2016
bei einem Invalidi
tätsgrad von 32
%
ab (Urk.
11/93/
20-
21
).
Hiergegen erhob der Versicherte am 23.
Februar 2017 Beschwerde (Urk.
11/94/2-15), welche das Bundesgericht mit Urteil 8C_
154/2017 vom 20.
Juni 2017
ebenfalls
abwies (U
rk.
11/98/10).
1.3
Am 3
0.
Mai 2018
(Eingang am 2
8.
Juni
2018)
meldete sich der Versicherte erneut zum Leistungsbezug an (U
rk.
11/100
-101
) und
reichte der IV-Stelle
die Berichte der Abteilung für Pneumologie des
Z._
vom 19.
März
2018 (Urk.
11/99/1-2) und von
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie, vom 19.
Juni 2016 (Urk.
11/99/3-5) ein.
Mit Vorbescheid vom 2.
Juli 2018 kündigte die IV-Stelle an, auf das neue Leistungsbegehren nicht ein
zutreten (
Urk.
11/106). Dagegen erhob der V
ersicherte am 3.
September
2018 (Urk.
11/107)
, ergänzt mit Schreiben vom 9.
Oktober 2018 (Urk.
11/112)
und vom 1
5.
November
2018 (Urk.
11/119)
,
Einwände. Mit diesen reichte er der IV-Stelle
die
Berichte von Dr.
med. B._
, Facharzt für Allgemeine Innere M
edizin, vom 20.
September 2018 (U
rk.
11/111/1)
,
der Klinik für Innere Medizin des
Z._
vom 12.
April 2018 (
Urk.
11/111/3-4)
und von
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und P
sycho
therapie, vom 21.
November
2018 (U
rk.
11/121)
ein sowie diverse weitere, bereits aktenkundige, aber je nach der letzten rentenabweisenden Verfügung vom 9.
März 2015 (Urk.
11/74) datierte Arztberichte (Urk.
11/108).
Mit Verfügung vom
4.
Februar 2019 wies die IV-Stelle das neue Leistungsgesuch mit der Begründung ab, dass keine gesundheitliche Situation vorliege, welche eine länger andauernde
Arbeitsunfähigkeit
begründe (
Urk.
11/123).
1.4
Am 5.
April 2019
(
Urk.
11/125)
reichte der Versicherte der IV-Stelle
unter Bezug
nahme auf den Vorbescheid vom
2.
Juli 2018
den Bericht
der Abteilung für Pneumologie des
Z._
vom 25.
März 2019
(Urk.
11/124)
und am 24.
September 2019 (U
rk.
11/128) die Berichte
des Zentrums für Neurologie und
Neurochiru
r
gie
der Privatklinik
D._
vom 16.
September 2019 (Urk.
11/
127/1-2) sowie des
Röntgeninstituts
D._
vom 13.
September
2019 (Urk.
11/127/3-4) ein. Mit Ver
fügung vom 3.
Oktober 2019 hob die IV-Stelle die Verfügung vom
4.
Februar 2019
mangels Eröffnung derselben
wiederwägungsweise
auf (Urk.
11
/133).
In der Folge holte die IV-Stelle
den Bericht von
Dr.
med. E._
, Facharzt für
Allgemeine Innere Medizin
, vom
6.
November
2019 (Urk.
11/139
/1-6
),
welchem
diverse weitere
, teilweise bereits bekannte
Arztberichte
beilagen
(Urk.
11/
139/
7-30), und die Berichte des Zentrums für Neurologie und Neuro
chi
rurgie
der Privatklinik
D._
vom
18.
und 30.
Oktober
2019 (Urk.
11/
141/1-3, Urk.
11/143
)
ein. Mit Vorbescheid vom 12.
März 2020 kündigte die IV-Stelle die Abweisung des Leistungsbegehrens an (Urk.
11/146). Dagegen erhob der V
ersi
cherte
m
it Schreiben vom
2
7.
April
2020 (
Urk.
11/150)
, ergänzt mit Schreiben
vom
9.
Juni 2020 (Urk.
11/154)
, vom 15.
Juni 2020 (
Urk.
11/156)
und vom 23.
Juni
2020 (Urk.
11/158) sowie
unter Beilage der Berichte von
Dr.
med.
F._
, Fach
arzt für Psychiatrie und P
sychotherapie, vom 14.
November 2019 (Urk.
11/149/1) und
vom
4.
Juni 2020 (
Urk.
11/153),
den Berichten der Abteilung für Pneumo
logie des
Z._
vom 3
.
Juni 2020 (Urk.
11/
155
)
sowie des Zentrums für S
chlafmedizin vom 9.
Juni 2020 (Urk.
11/157),
Einwände.
Mit Verfügung vom 1.
September
2020 wies die IV-Stelle das neue Leistungsbe
gehren wie ange
kündigt ab (Urk.
9/160).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 1.
Oktober 2020 Beschwerde
und
beantragte
,
die Verfügung vom
1.
September
2020 sei
aufzuheben, und es sei
die Sache an die
Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen zur Ergänzung der Akten (interdisziplinäre Begutachtung und funktionsorientierte medizinische Ab
klä
rung [FOMA]
)
, bezüglich
der beruflichen Tätigkeit, mit anschliessender Neu
be
ur
teilung der gesetzlichen Leistungen; eventualiter
sei
en
die interdisziplinäre Begutachtung sowie die funktionsorientierte medizinische Abklärung (FOMA) im gerichtlich
en
Verfahren zu veranlassen;
subeventualiter
sei die Verfügung vom 1.
September 2020 aufzuheben und es seien ihm die gesetzlichen Leistungen zu
zu
sprechen;
subsubeventualiter
sei die
Beschwerdegegnerin
zu verpflichte
n
, ein IV-gestütztes Belastbarkeitstraining zu veranlassen mit anschliessende
n
berufli
chen Integrationsmassnahmen.
In prozessualer Hinsicht ersuchte
der
Beschwer
de
führer
um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters in der Person von Rechtsanwalt
Oskar
Müller
, Zug
(Urk.
1 S.
2
f.
).
Die
Beschwerdegegnerin
schloss
in der Beschwerde
antwort vom
3.
November
2020 auf
Abweisung der Beschwerde (Urk.
10
).
Mit Ver
fügung vom
9
.
November
2020 wurde
dies
dem Beschwerde
führer
zur Kennt
nis gebracht. Ausserdem wurde ihm
die unentgeltliche Prozessführung
gewährt und R
echtsanwalt
Oskar
Müller als unentgeltliche
r
Rechtsvertreter
für das vor
lie
gende Verfahren bestellt
(Urk.
15 S.
2
).
Mit
weiteren
Eingabe
n
vom
2
6.
April 2021 (
Urk.
19)
und vom 2
8.
Juni 2021
(Urk.
24)
reichte der Beschwerdeführer
den
B
ericht
von D
r.
med.
(RO)
G._
vom 6.
April 2021
mit den Labordaten vom 1
6.
April 2021 (
H._
,
I._
;
Urk.
20
/
1-2)
und das ärztliche Ze
ugnis des praktischen Arztes H._
vom 2
7.
April 2021 (
Urk.
25)
,
die Berichte
von Dr.
med.
J._
, Facharzt für Gastroenterologie und Allgemeine Innere M
edizin, vom 13.
A
pril 2021 und vom 15.
Dezember 2020 (Urk.
20/3-4)
,
den Bericht
der Klinik für Kardiologie des
Z._
vom 28.
November 2020
(
Urk.
20/5) sowie
den Bericht
der Abteilung für Pneumologie d
es
Z._
vom
8.
Okto
ber
2020 (Urk.
20/6) ein.
Die
Beschwerdegegnerin
verzichtete am 2
0.
Mai 2021
und am 1
9.
Juli 2021 je
auf eine Stellungnahme (
Urk.
22
, Urk.
27
), wovon
dem
Beschwerdeführer
am 4.
Juni 2021
und am 2
3.
Juli 2021
Kenntnis
gegeben
wurde (
Urk.
23
, Urk.
28
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art.
8 Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art.
7 Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des
Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art.
7 Abs.
2 ATSG).
1.2
1.2.1
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art.
4 Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie Art.
3 Abs.
1 und Art.
6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E.
5.1, 143 V 409 E.
4.5.2, 141 V 281 E.
2.1, 130 V 396 E.
5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von
der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ih
rem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objekti
vier
ten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen
(BGE 145 V 215 E.
5.3.2, 143 V 409 E.
4.2.1, 141 V 281 E.
3.7, 139 V 547 E.
5.2, 127 V 294 E.
4c; vgl. Art.
7 Abs.
2 ATSG).
1.2.2
Mit BGE
143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen
für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
tu
rierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E.
6 und
7, Änderung der Rechtsprechung).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE
141 V 281 E.
2, E.
3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15.
Februar 2018 E.
5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Inva
li
di
tätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizi
nisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrund
lage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE
141 V 281 E.
6; vgl. BGE
144 V 50 E.
4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16.
Janu
ar 2018 E.
3.1 mit Hinweisen).
1.2.3
Speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere depressive Störungen hielt das Bundesgericht in BGE
143 V 409 – ebenfalls im Sinne einer Praxisänderung – fest, dass eine invalidenversicherungsrechtlich relevante psychische Gesundheits
schädigung nicht mehr allein mit dem Argument der fehlenden Therapiere
sistenz auszuschliessen sei (E.
5.1; zur bisherigen Gerichtspraxis vgl. statt vieler: BGE 140 V 193 E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_13/2016 vom 1
4.
April 2016 E.
4.2). Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sind somit auch bei den leichten bis mittelgradigen depressiven Störungen systematisierte Indikatoren beachtlich, die es – unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren
einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits – erlau
ben
,
das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E.
2
, E. 3.4-3.6 und
4.1). Die Therapierbarkeit ist dabei als Indiz in die gesamthaft vor
zunehmende allseitige Beweiswürdigung miteinzubezie
hen (BGE 143 V 409 E.
4.2.2; vgl. Urteil des Bu
ndesgerichts 8C_449/2017 vom 7.
März 2018 E. 4.2.1).
1.3
1.3.1
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
ti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40
% arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40
% invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40
% besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50
% auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60
% auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70
% auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
Der Rentenanspruch entsteht frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach
Art.
29 Absatz 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 1
8.
Altersjahres folgt (
Art.
29
Abs.
1 IVG). Die Rente wird vom Beginn des Monats an ausbezahlt, in dem der Rentenanspruch entsteht (
Art.
29
Abs.
3 IVG).
1.3.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art.
16 ATSG in Verbindung mit Art.
28a Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine
ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog
. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erz
ielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleic
hs; BGE
130 V 343 E.
3.4.2, 128
V 29 E.
1).
1.4
1.4.1
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art.
87 Abs.
3
der Verordnung über
die Invalidenversicherung, IVV
), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von Art.
17 ATSG
(Revision der Invalidenrente)
eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades einget
reten ist (BGE
117 V 198 E.
3a mit Hinweis).
1.4.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (Art.
17 Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE
141V
9 E.
2.3, 134
V
131
E.
3). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich geblie
be
nen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE
141
V
9 E.
2.3 mit Hinweisen). Weder eine im Vergleich zu früheren ärztlichen Einschät
zungen ungleich attestierte Arbeitsunfähigkeit noch eine unterschiedliche dia
gnostische Einordnung des geltend gemachten Leidens genügt somit per se, um auf einen verbesserten oder verschlechterten Gesundheitszustand zu schliessen; notwendig ist in diesem Zusammenhang vielmehr eine veränderte Befundlage (Urteil des Bundesgerichts 9C_135/2021 vom 27.
April 2021 E.
2.1 mit Hin
wei
sen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE
141 V 9 E.
2.3; Urteil des Bun
des
gerichts 8C_144/2021 vom 27.
Mai 2021 E.
2.3, je mit Hinweisen).
1.5
1.5.1
Art.
59
Abs.
2
bis
IVG sieht vor, dass die regionalen ärztlichen Dienste den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen
Voraussetzungen des Leistungsan
spruchs zur Verfügung stehen. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach
Art.
6 ATSG massgebende funktionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig.
Nach
Art.
49 IVV beurteilen die regionalen ärztlichen Dienste die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allgemeinen fach
li
chen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (
Abs.
1). Die regionalen ärzt
lichen Dienste können bei Bedarf selber ärztliche Untersuchungen von Ver
sicherten durchführen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (
Abs.
2). Sie stehen den IV-Stellen der Region beratend zur Verfügung (
Abs.
3).
1.5.
2
Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Be
stehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1 f. mit Hinweisen; 135 V 465 E. 4.4 am Ende mit Hinweis). Reine Aktengutachten können beweiskräftig sein, sofern ein lücken
loser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt. Dies gilt grundsätzlich auch in Bezug auf Berichte und Stellungnahmen regionaler ärztlicher Dienste (Urteil des Bundesgerichts 9C_196/2014 vom 18.
Juni 2014 E.
5.1.1; zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts 9C_524/2017 vom 21.
März 2018 E.
5.1
; vgl. auch
Urteil des Bundesgerichts 8C_750/2020 vom 23.
April 2021 E.
4
a.
E.
mit Hinweisen
).
1.5.3
Sowohl das sozialversicherungsrechtliche Administrativverfahren wie auch der kantonale Sozialversicherungsprozess sin
d vom Untersuchungsgrundsatz be
herrscht
(Art.
43 Abs.
1, Art.
61
lit
.
c ATSG). Dan
ach haben Sozialversiche
rungs
träger und Sozialversicherungsgericht den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen. Diese Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsa
chen hinrei
chende Klarheit besteht (Urteile des Bundesgerichts 9C_662/2016 vom 1
5.
März 2017 E.
2.2 und 8C_794/2016 vom 2
8.
April 2017 E. 4.1).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte zur Begründung der angefochtenen Verfügung aus,
dass seit der Verfügung vom 9.
März 2015 (Urk.
11/74)
respektive seit der
Y._
-Begutachtung von November 2014 (Urk.
11/62)
trotz der eingereichten Unterlagen
keine anspruchsrelevante Veränderung
und damit kein Revisions
grund
ausgewiesen sei;
insbesondere
sei
auch
keine wesentliche
Verschlechterung
der gesundheitlichen Situation mit namhafter Auswirkung auf die
Arbeits
fähig
keit
eingetreten
. So bestehe für das Karpaltunnelsyndrom keine Operationsindi
kation und der Psychiater
Dr.
C._
habe
im Bericht vom 21.
November
2018 (Urk.
11/121) weder aus ärztlich-beurteilender noch aus therapeutischer Sicht eine
Arbeitsunfähigkeit
attestiert. Der jahrelange Kampf
um
eine IV-Rente
(vgl.
Berichte von Dr.
F._
vom 14.
November 2019 und vom 4.
Juni 2020; Urk.
11/149/1, Urk.
11/153
)
könne als psychosoziale
r
Belastungsfaktor ange
se
hen werden und dürfe von der Invalidenversicherung nicht mitberücksichtigt
werden. Jedenfalls habe die Persönlichkeitsveränderung überwiegend wahr
schein
lich kein Ausmass angenommen, welche
s
eine dauerhaft höhergradige
Arbeits
un
fähigkeit
begründen würde
(
Urk.
2
S
.
1
f.
).
2.2
Der Beschwerdeführer bringt dagegen vor,
die Abklärungen der Beschwerdegeg
nerin seien unvollständig und somit in Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes erfolgt.
Bereits in Würdigung der psychiatrischen Berichte
, insbesondere der psy
chiatrischen Beurteilung von
Dr.
F._
und der von ihm bescheinigten
100%igen Arbeitsunfähigkeit,
wäre eine gutachterliche Abklärung erforderlich gewesen mit anschliessender
Indikatorenprüfung
nach den Vorgaben des strukturierten Be
weisverfahrens
, zumal das psychiatrische Teilgutachten des
Y._
vor dem rele
vanten Bunde
s
gerichtsentscheid verfasst worden sei
.
Werde aber auf das struk
tu
rierte Beweisverfahren verzichtet, müsse es bei der Einschätzung von
Dr.
F._
und
einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit bei
anhaltendem
Gesundheitsschaden bleiben.
Dem Feststellungsblatt der Beschwerdegegnerin lasse sich dazu nichts entnehmen und es fehle überdies an einer psychiatrischen Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) zu den psychiatrischen Berichten von Dr.
F._
. Die durch einen neurologischen Facharzt erfolgte RAD-Stellungnahme könne nicht die erforderliche Grundlage eines negativen Entscheides bilden.
Dr.
F._
habe im
aktuellsten
B
ericht vom 4.
Juni 2020 (U
rk.
3/2 =
Urk.
11/153
)
bestätigt, dass die
Einschätzung seitens der Versicherungsmedizin dem Umstand einer Persön
lichkeitsveränderung - eine relevante Verschlechterung des Gesund
heitszu
standes - bis anhin keine Rechnung getragen habe.
Die
Beschwerdegeg
nerin habe sich
ferner
im Widerspruch zum Untersuchungsrundsatz und trotz seines Antrages zur Einholung eines psychiatrischen Verlaufsberichts
im
Schrei
ben vom 18.
Mai 2020
(
Urk.
11/152)
auf den Standpunkt gestellt,
die Beweislast liege im
Einwandverfahren
bei
ihm, dem Beschwerdeführer
.
Das somatische Beschwerdebild sei geprägt von pneumologischen Beschwerden.
Bei der Würdigung des somatischen Beschwerdebildes
unberücksichtigt geblieben
seien
die neu
en Befunde zu den
Halswirbelkörper
n
(HWK) und die Tagesschläf
rigkeit, beide mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit.
Die Auswirkung der Tagesschläfrigkeit sei von der Beschwerde
gegn
erin nicht abgeklärt worden. Die
ser Befund sei im Feststellungsblatt bei der Diskussion des Befundes des Zentrums für Schlafmedizin vom 9.
Juni 2020 (Urk.
11/157) offensichtlich be
wusst nicht erwähnt worden. Für
K._
, Facharzt für Neurologie und für Psychiatrie sowie Psychotherapie, st
ünden
die PLMS
(
Periodic
Limb
Movement
while
sleeping
)
und die Tagesschläfrigkeit indes im Vordergrund
(Urk.
11/157/2)
, selbstredend mit abklärungsbedürftiger Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit.
Weiter
seien
die
im Vergleich zu den Befunden des
Y._
-Gutachtens vom
14.
November 2014 (U
rk.
11/62)
neuen
Untersuchungsbefunde der Magnetreso
nanztomographie
(MRT)
der Halswirbelsäule (HWS) und der Lendenwirbelsäule (LWS)
des Röntgen
instituts
D._
vom 13.
September 2019 (
Urk.
3/5 =
Urk.
11/
139/8-9
) und darauf basierend des Berichts des Zentrums für Neurologie und Neurochirurgie der Privatklinik
D._
vom 18.
Oktober 2019 (
Urk.
3/4 =
Ur
k.
11/1
41/1-3
) weder im Feststellungsblatt der Beschwerdegegnerin noch in den Stellungnahmen des RAD
aufgeführt und somit nicht gewürdigt worden
. A
lle Befunde zu den HWK von D
r.
med.
L._
, Facharzt für Radiologie,
seien
im Bericht des Röntgeninstituts
D._
vom 13.
September 2019
indes
als progr
e
dient
im Vergleich
zu jenen des Jahres 2013 bezeichnet worden (Urk.
11/139/9).
Es könne daher nicht darüber hinweggesehen werden, dass die neuen Befunde zu den HWK 4-7 Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hätten oder zumindest haben könnten und vertieft hätten geprüft werden müssen. Es sei nicht nach
vollziehbar, weshalb der RAD-Arzt diese Untersuchungsbefunde nicht berück
sichtigt und behauptet habe, es seien keine Veränderungen in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten, welche geeignet seien, eine Veränderung des Inva
liditätsgrades zu begründen. Somit liege nebst den unvollständigen medizini
schen Abklärungen auch eine unvollständige Aktenbeurteilung vor.
Insbesondere das chronische
cerv
ico
-vertebragene Schmerzsyndrom
, die
Cervicobrachialgien
beidseits mit hochgradigen
Foramenstenosen
, das chronische
lumbo
-vertebra
gene Schmerzsyndrom, aber auch die unklaren und unvollständig abgeklärten Schmerzen in der rechten Hüfte sowie die venöse Insuffizienz im rechten Bein seien
Diagnosen mit Auswirkung auf seine Arbeitsfähigkeit.
Die leistungsab
lehnende Begründung
(
in
der ange
fochtenen Verfügung; Urk.
2)
beschränke sich auf den Hinweis auf das Karpal
tunnelsyndrom, das nicht Gegenstand der Neu
anmeldung sei, und auf einen
an
geblichen psychosozialen Belastungsfaktor, der jedoch nach der Beurteilung des behandelnden Psychiaters die von ihm bestätigte vollständige Arbeitsunfähigkeit nicht zu widerlegen vermö
g
e.
Zum Subeventual
an
trag führte der
Beschwerdefüh
rer
aus, es dränge sich i
m Übrigen bei gegebener medizinischer Aktenlage, und weil er seit Jahren ausserhalb der Arbeits
welt stehe
, ein IV-gestütztes Belastbar
keitstraining mit daran anschliessenden beruflichen Integrationsmassnahmen
auf
(Urk.
1 S
.
4 ff.
).
2.3
2.3.1
Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung des Beschwerdeführers vom
3
0.
Mai 2018
(Eingang 2
8.
Juni 2018; Urk.
11/100
-101
) eingetreten. Das Gericht hat daher in materiell-rechtlicher Hinsicht zu
prüfen, ob und gegebenenfalls in
wiefern sich die anspruchsrelevanten tatsächlichen Verhältnisse seit der mit Ver
fügung vom 9
.
März 2015
erfolgten Abweisung des Rentenanspruchs
(Urk.
11/74
)
, bestätigt mit Urteil des Sozialversicherungsgerichts des Kantons
Zürich IV.2015.00447 vom 27.
Dezember
2016 (Invaliditätsgrad von 32
%; Urk.
11/93) und mit Urteil des Bundesgerichts 8C_154/2017 vom 2
0.
Juni 2017 (
Urk.
11/98),
bis zum Erlass de
r angefochtenen Verfügung vom 1
.
September
2020 (Urk.
2) in
renten
begründen
dem Ausmass verändert haben.
2.3.2
Dieser Zeitpunkt (
1.
September 2020) bildet recht
sprechungsgemäss die zeitliche Grenze d
er richterlichen Überprüfungsbe
fugnis (BGE 143 V 409 E.
2.1; 129 V 167 E.
1; je mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts 8C_454/2018 vom
16.
November 2018 E.
5).
Daher sind die vom
Beschwerdeführer
eingereichten medizinischen Berichte, die nach dem Verfügungszeitpunkt datieren
, namentlich die Berichte von Dr.
G._
vom
6.
und 1
6.
April 2021 (
Urk.
20
/
1-2
), von
H._
vom 27.
April 2021
(Urk.
25
),
von
Dr.
J._
vom 1
3.
April 2021 und
1
5.
Dezember 2020 (
Urk.
20/3-4),
von der Klinik für Kardiologie des
Z._
vom 28.
November 2020 (Urk.
20/5) und
von der Abteilung für Pneumologie d
es
Z._
vom
8.
Oktober
2020 (Urk.
20/6
)
nur insofern zu berück
sichtigen,
als
und soweit sie sich auf den Zeitraum vor Verfü
gungserlass beziehen respektive Rückschlüsse darauf zulassen (vgl. Urteil des Bun
desgericht
s
9C_269/2021 vom
9.
Juli 2021 E. 2.4 mit Hinweis).
3.
3.1
3.1.1
Letztmals war der Anspruch des Beschwerdeführers
mit
Verfügung vom 9.
März 2015 (Urk.
11/74)
gestützt auf das
polydisziplinäre
Y._
-Gu
tachten vom 14.
November
2014 (Urk.
11/62)
materiell geprüft worden
.
In diesem Gutachten
, welches Fachgutachten der Psychiatrie, der Orthopä
die/
Traumatologie
,
der Neurologie und der Inneren Medizin umfasst,
wurden
als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
die folgenden
aufgeführt (Urk.
11
/62/13):
1.
Mittelgradige depressive Episode (
ICD-10
F32.1)
2.
Bandscheibenvorfall
C6/7 links mit
Zervikobrachialgie
links, C7-Schmerz
symptomatik mit Kraftminderung
der
linke
n
Hand bei Wurzellä
sion C7 links
3.
Supraspinatussehnen-Teilruptur links mit
Impingementsymptomatik
und schmerzhafter Bewegungseinschränkung
4.
Bronchiektasien des rechten Oberlappens
5.
Mehlstauballergie
.
Als
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden im Wes
ent
li
chen die folgenden genannt: Undifferenzierte Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.1) mit anhaltender somatoformer Schmerstörung (ICD-10 F45.4),
chondro
pathische
Beschwerden beider Kniegelenke mit diskretem Gelenkerguss rechts
seitig, Tinnitus
aurium
links, Adipositas (BMI 31,4 kg/m
2
; Urk.
11/62/13-14).
Der psychiatrische Teilgutachter führte aus, der Beschwerdeführer habe nach dem Verlust der Arbeitsstelle eine depressive Episode entwickelt, die zurzeit mittel
gradigen Ausmasses sei. Die
Voraussetzungen für eine schwere Depression seien nicht erfüllt, die Symptomatik tendiere eher zu einer leichten Depression. Die in den Akten mehrfach erwähnte Diagnose einer posttraumatischen Belas
tungs
stö
rung habe sich nicht erhärten lassen. Die zahlreichen körperbezogenen Beschwer
den, die somatisch nicht erklärbar seien, würden die Annahme einer somatofor
men Störung, insbesondere einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung und einer undifferenzierten Somatisierungsstörung begründen. Diese wirke sich indes nicht auf die Arbeitsfä
higkeit aus, da es an einer aus
reichend schweren psychischen Komorbidität f
ehle und auch die weiteren sogenann
ten Foerster-Kriterien nicht erfüllt seien.
Einzig die mittelschwere Depres
sion wirke sich auf die Arbeitsfähigkeit aus, so dass eine 70%ige Arbeitsfähigkeit resultiere (Urk.
11
/62/9-11).
Der orthopädische Teilgutachter attestierte dem Beschwerdeführer wegen des Bandscheibenvorfalls C6/7 und der dadurch bewirkten Einschränkungen eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für die angestammte Tätigkeit als Lieferant. Eine angepasste Tätigkeit, die der Minderbela
stbarkeit des linken Armes Rech
nung trage, sei hingegen zu 100
% möglich (Urk.
11
/62/11).
Aus neurologischer Sicht wurden wegen der motorischen Wurzelläsion C7 links armbelastende Tätigkeiten als nicht mehr zumutbar erachtet, während für ange
passte Tätigkeiten eine Arbeitsfähigkeit von 80
% bestehe (Urk.
11
/62/12).
Der interniste Teilgutachter führte aus, die zunehmende Anstrengungsd
y
spnoe
(aktuell
mMRC
1)
sei durch die Unterlappenresektion an der recht
en Lunge und die leichten Bron
chiektasien erklärt. Eine Ventilationsstörung sei nicht festgestellt worden. Die Tätigkeit als Lieferant - ausser in einer Bäckerei - sei dem Be
schwer
deführer aus internistischer Sicht zu 80
% zumutbar, eine angepasste Tätigkeit zu 100
% (Urk.
11
/62/12).
Zusammenfassend kamen die Gutachter z
um Schluss, dass dem Beschwerde
führer die zuletzt ausgeübte Tätigkeit nicht mehr zumutbar sei. Aus polydisziplinärer Sicht sei er nur noch in der Lage, leichte, wechselbelastende Tätigkeiten unter Einsatz beider Hände und ohne Überkop
farbeiten, ohne besonderen Zeit
druck und
ohne besondere Anforderungen an die Verantwortungsfähigkeit und an die Team
- und Konfliktfähigkeit während 4,
5
Stunden täglich ohne weitere Minderung der Leistungsfähigkeit auszuüben, so dass eine Arbeitsfähigkeit in der Grössenord
nung von 50
% für adaptiert
e Tätigkeiten resultiere (Urk.
11
/62/15).
3.1.2
Die
Beschwerdegegnerin
war
in der
Verfügung vom 9.
März 2015 (Urk.
11/74)
von der im Gutachten unter
«
Synthese aus allen untersuchten Fachgebieten nach Kon
sens vom 10.
November 2014
»
(vgl. Urk.
11/62/14-16) festgehaltenen Arbeits
fähigkeit
in einer leidensangepassten Tätigkeit
von 50
%
abgewichen
und letzt
lich von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit
ausg
egangen;
hiermit
ermittelte sie
einen I
nvaliditätsgrad von 29
% (U
rk.
11/
74/2).
D
ie
Abweichung vom Gutachten
begründete sie damit
(Urk.
11/74/2-3)
, dass
die depressive Episode mittelgradigen Ausmasses
aufgrund der geringen Intensität und des vorübergehenden Charakters kein invalidisierendes Leiden im Sinne der
(damals geltenden)
Rechtsprechung
(vgl. BGE 143 V 409 E. 4.1, Urteil des Bun
desgerichts 9C_667/2013 vom 29.
April 2014) darstelle und dass
keine psychische
Komorbidität
zu den
pathogenetisch-ätiologisch unklare
n
syndromale
n
Be
schwer
debilder
n
ohne nachwe
isbare organische Grundlage einer
«
somatoforme
n
Schmerzstörung
»
und
einer
«
undifferenzierte
n
Somatisierungsstörung
»
(PÄUS
BONOG-Diagnosen)
gegeben sei
sowie
dass
auch die weiteren Förster
kriterien nicht erfüllt seien (
vgl. dazu die damalige Rechtsprechung in Urteil des Bun
des
gerichts 9
C_736/11 vom 7.
Februar 2012 E.
1.1 f. mit Hinweisen
;
Änderung der Rechtsprechung
mit BGE 141 V 281
[
Urteil
des Bundesgerichts
9C_492/2014 vom
3.
Juni 2015], ergänzt
mit
BGE 143 V
409 und
418
).
3.1.3
Das
Sozialversicherungsgericht
bestätigte
mit Urteil IV
.2015.00447 vom 27.
Dezember 2016 (Urk.
11/93)
die rentenabweisende
Verfügung vom 9.
März 2015 (Urk.
11/74)
in medizinischer Hinsicht ausgehend vom
Y._
-Gutachten
(
E.
5.2.4;
U
rk.
11/93
/13
)
aufgrund
einer
(aus
neurologischer
Sicht)
80%igen Arbeitsfähigkeit
in einer
leidensangepassten Tätigkeit
(
E.
5.3.4;
Urk.
11/93/
17-18
)
be
i einem Invaliditätsgrad von 32
% (
E.
6.4;
U
rk.
11/93
/20).
Zu
r
von den Gutachtern aus psychiatrischer Sicht aufgrund der gestellten Dia
gnose einer mittelgradigen depressiven Episode (ICD-10 F32.1) attestierten zu
sätz
lichen 30%igen Arbeitsunfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit (vgl. Urk.
11/62/31)
führte das Gericht aus,
dieser Diagnose komme nach der (damals geltenden) bundesgerichtlichen Rechtsprechung (
zitiert in E.
5.3.3 des Urteils IV.2015.00447 vom 27.
Dezember 2016, Urk.
11/93/15-16
:
BG
E 140 V 193 E. 3.3,
137 V 64 E.
5.2 mit Hinweis; Urteile des Bundesgerichts 9
C_13/2016 vom 1
4.
April
2016 E.
4.2 und 9C_89/2016 vom 1
2.
Mai 201
6 E. 4.1 sowie BGE 141 V 281 E.
3.7.1 bis 3.7.3) nur dann invalidisierende Wirkung zu, wenn sie sich trotz kon
sequenter und optimaler Behandlung als therapieresistent erweise, was im vor
lie
genden Fall nicht zutreffe. Damit sei der im psychiatrischen Teilgutachten des
Y._
wegen des depressiven Leidens bescheinigten Arbeitsunfä
higkeit von 30
%
der Boden ent
zogen
(E.
5.3.4; Urk.
11/93/17)
.
Zur
weiteren vom psychiatrischen
Y._
-Gutachter gestellten Diagnose einer
un
differenzierten
Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.1) mit anhaltender somato
former Schmerstörung (ICD-10 F45.4; Urk.
11/62/29
)
,
welche
dieser
nach Prüfung der damals
rechtsprechungsgemäss
massgeblichen
sogenannten Förster-Kriterien
als
Diagnose
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit beurteilt
hatte
(Urk.
11/62/30-31)
,
kam das Gericht nach Prüfung der Standardindikatoren
ge
mäss
d
er mit BGE
141 V 281 [Urteil des Bundesgerichts vom 9C_492/2014 vom 3.
Juni 2015] geänderten bundesgerichtlichen Rechtsprechung
zum Schluss, dass
eine invalidenversicherungsrechtlich entscheidende Auswirkung der somatofor
men Schmerzstörung auch unter dem Blickwinkel der neuen bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu verneinen sei (E.
5.3.2-3; Urk.
11/93/14-17).
Hinsichtlich der Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS), we
lche die behandelnden Ärzte M._
(Urk.
11/47/1, Urk.
11/63/1, Urk.
11/70/1) und der
N._
(Austrittsbericht vom 10.
September 2015; Urk.
11/87/21) gestellt hatten, führte das Sozialversicherungsgericht im Urteil IV.2015.00447 vom 27.
Dezember 2016 aus, der psychiatrische Teilgut
achter des
Y._
habe nach
vollziehbar begründet, dass er mangels ausreichend schwerer Symptome,
kata
strophisierender
Reaktionen, sich andrän
gender unab
wend
barer Intrusionen und eines ausgeprägten Vermeidungsver
haltens die Dia
gnose nicht bestätigen könne (
vgl.
Urk.
11/62/30). Zum gleichen Schluss seien schon die Ärzte der
O._
im Bericht vom 2.
Juli 2013 gekommen (
vgl.
Urk.
11/20/32-35), da es auch damals an den klassischen Merk
malen wie Wiedererleben und Vermeidungsverhalten gefehlt
habe. Im Übrigen falle die Diagnose einer posttraumatischen Belastungs
störung nach der bundes
gerichtlichen Rechtsprechung (
BGE 142 V 342
E.
5.2) unter die Rechtsprechung zu den psychosomatischen Leiden (vgl.
BGE 141 V 281
), so dass das in der Erwägung
5.
2
(zu den Standardindikatoren) Gesagte auch für die
Massgeblichkeit
einer posttraumatischen Belastungsstörung - sollte eine solche dennoch vorliegen - gelte (E.
5.3.3, Urk.
11/93
/15
).
Zu den
für die Einschränku
ng der Arbeitsfähigkeit (zu 100
%
in der angestam
m
ten Tätigkeit
als Bäckereilieferant und zu 20
% in einer leidensangepassten Tätigkeit)
somit letztlich
massgeblichen
somatischen Beschwerden
hielt das Sozial
versicherungsgericht sodann das Folgende fest
:
D
ie beim Beschwerde
führer objektivierten somatischen Befunde
würden
den Bandscheibenvorfall in der Hals
wirbelsäule C6/7 und die Teilruptur der Supra
spinatussehne links, die je zu schmerzhaften Bewegungseinschränkungen und zur Kraftminderung im linken Arm und in der linken Hand führen
würden
, sowie die Bronchiektasie im Ober
lappen der rechten Lunge, die eine zunehmende Anstrengun
g
sd
y
spnoe bewirk
e, betreffen
. Im Hinblick auf eine angepasste Tätigkeit wirk
e
sich einzig die Wurzel
läsion C7 einschränkend aus
,
und zwar im Umfang von 20
%. Aus somatischer Sicht
könne
daher nur beschränkt von einem erheblichen Gesundheitsschaden gesprochen werden
(E.
5.3.3, Urk.
11/93/15).
Das
Bundesgericht
ist
den Rügen des
Beschwerdeführers
betreffend die
Erwä
gun
gen de
s hiesigen Gerichts
im
Urteil 8C_154/2017 vom 2
0.
Juni
2017
nicht gefolgt und bestätigte
die Abweisung des Renten
begehrens
(E.
3.2-4.2.4;
Urk.
11/98/5-10
).
3.1.4
Von diesem damals vorliegenden medizinischen
Sachverhalt
und der gerichtlich
(in somatischer Hinsicht)
bestätigten gutachterlichen Einschätzung
ist im Hin
blick auf die zu klärende Frage, ob
vom
9
.
März
2015 (Urk.
11/74)
bis am 1.
Sep
tember 2020 (
Urk.
2)
eine anspruchsrelevante Veränderung im Sinne von Art.
17 Abs.
1 ATSG eingetreten ist, als Vergleichsbasis auszugehen.
3.2
3.2.1
Nach
der Neuanmeldung vom
30.
Mai
2018
(
Eingang am 28.
Juni
2018, Urk.
11/100-101
) ist den Akten
zu den
Lungen- und Atembeschwerden
im Wesentliche
n
das Folgende zu entnehmen.
I
m
Bericht der
Abteilung für
Pneumologie
d
es
Z._
vom 19.
März
2018
(
Urk.
11/99/1-2 = Urk.
11/111/5-6)
wurde
nebst
den
fachfremden, gutach
ter
lich
(Urk.
11/62/
12
-13
) bereits diskutierten
Diagnosen (Depression bei PTBS seit 1988,
zervikorad
i
kuläres
Schmerzsyndrom, arterielle Hypertonie)
die Diagno
se bilate
raler Bronchiektasen
, aktuell mittelschwere, nicht signifikant teilreversible obstruktive
Ventilationsstörung
aufgeführt (U
rk.
11/99/1). Der
Beschwerdeführer
habe unterschiedlich ausgeprägte Beschwerden mit oft vermehrtem Auswurf. Lungenfunktionell zeige sich eine mittelschwere obstruktive Ventilationsstörung.
Spiroergometrisch
habe er sich nicht ganz ausbelastet, es zeige sich dabei eine normale L
eistungsfähigkeit. Werde die Adipositas berücksichtigt, sei auch die maximale Sauerstoffaufnahme knapp im Normalbereich
(
Urk.
11/99/2).
Gemäss dem Kurzaustrittsbericht der Notfallstation der
Klinik für Innere Medizin d
es
Z._
vom 12.
April 2018
war am 11.
April 2018 eine
notfall
mässige
Selbst
zuweisung wegen
seit
zwei Tagen aufgetretenem
starkem, zuneh
mendem Husten sowie deutlich vermehrtem und verändertem
Auswurf sowie
Nachtschweiss
er
folgt. Die Beschwerden seien als Exazerbation der bekannten obstruktiven Ven
tilationsstörung interpretiert und es sei
eine
Steroidstosstherapie
begonnen
wor
den
(
Urk.
11/
108/36-37
= Urk.
11/111/3-4
).
Der Hausarzt
Dr.
B._
erklärte im Bericht vom 2
0.
September 2018
zuhanden des Rechtsvertreters des
Beschwerdeführer
s
unter Verweis auf die besagten Berichte
, die von ihm veranlasste pneumologische Standortbestimmung
in der Pneu
mologie des
Z._
zeige eine mittelschwere obstruktive Venti
lationsstörung. Die
spiroergometrische
Leistungsfähigkeit werde als
normal beur
teilt, die leichte Monozytose mit 1.1x10
9
/l sei nachkontrolliert worden und habe mit 0.4x10
9
/l im Normb
e
r
e
ich gelegen
. So wie sich die IV-Praxis zurzeit präsen
tiere, glaube er, dass
die IV auf eine Berentung aus pneumologischer Sicht nicht eintreten werde. Der Hauptpunkt liege bei der posttraumatischen Belastungs
störung, welche eine fachärztlich psychiatrische Beurteilung nötig mache
(
Urk.
11/111/1).
Laut dem
Bericht der Abteilung für Pneumologie des
Z._
vom
25.
März 2019
habe der
Beschwerdeführer
anlässlich der pneumologischen Ver
laufs
untersu
chungen vom 7.
Februar und 7.
März 2019
über seit einigen Wochen vermehrten thorakalen Druck bei Anstrengung verbunden mit produktivem Aus
wurf berich
tet. Die Beschwerden hätten trotz der Einnahme von Antibiotika persistiert
. Es sei
die Diagnose bilateraler Bronchiektasen, aktuell progrediente obstruktive Venti
lationsstörung bei Exazerbation mit Nachweis von Strepto
coccus
mitis
und
Rot
hia
mucilaginosa
gestellt
worden
. Es bestehe eine erneute Exazerbation des Bronchiektasie-Leidens, nachdem eine letzte Exazerbation vor einem halben Jahr aufgetreten sei. Es habe sich lungenfunktionell eine deutliche Abnahme des FEV1 gezeigt. Es sei daher die inhalative Therapie erhöht und nochmals ein Antibioti
kum verabreicht worden. Zw
ischenzeitlich
gehe es wieder deutlich besser, es per
sistiere aber eine Anstrengungsdyspnoe. Die inhalative Therapie könne wieder reduziert werden.
Der
Beschwerdeführer werde für eine ambulante pulmonale R
ehabilitation
angemeld
et.
Auf die Gabe von
Zitromax
werde verzichtet, da pro Jahr wohl nur zirka zwei Exazerbationen auftreten würd
en (
Urk.
11/124
).
Am 3.
Juni 2020 berichtete
n
die Ärzte der
Abteilung für Pneumologie des
Z._
sodann,
der Zustand des
Beschwerdeführer
s
in den letzten Monaten
sei
stabil
geblieben
, mit nur wenig Auswurf. Der klinische Verlauf sei gut, die inhalative Therapie könne versuchsweise mit der dualen Bronchodila
ta
tion ohne
topische
Steroide weitergeführt werden. Diagnostisch seien die bila
teralen Bron
chiektasen
-
aktuell unverändert
-
als
mittelschwere obstruktive Ventilationsstörung ohne Sputum-Produktion einzuordnen
(
Urk.
11/
155
/1-2
)
3.2.2
Im Vergleich mit dem im
Y._
-Gutachten abgebildeten Gesundheitszustand der Lungen- und Atemfunktion
belegen die in Erwägung 3.2.1 genannten
Berichte des
Z._
insofern eine Verschlechterung, als neu eine mittel
schwere, progre
diente
respektive
zirka
zweimal jährlich
exazerbierende
obstruk
tive Ventilations
störung aufgetreten ist. Im internist
isch
e
n
Y._
-
Teilgutachten
war zwar bereits eine zunehmende
Anstrengungsd
y
spnoe aufgrund der Unter
lappenresektion an der rechten Lunge und leichter Bronchiektasen berücksichtigt worden. Das Vor
liegen einer Ventilationsstörung
war
indes ausdrücklich ver
n
eint
worden
(U
rk.
11/62/12)
.
Ob und inwiefern sich diese
neue Störung
auf di
e Leistungsfä
higkeit auswirkt
, ob mithin die vom internistischen
Y._
-Gutachter damals attestierte 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten
, körper
lich nicht anstrengenden
Tätigkeit (
Urk.
11/62/12) auch nach der Neuanmeldung per Ende Juni 2018 (Urk.
11/100-101) bestand, ist den
fachärztlichen
Berichten der Ärzte der Abteilung für Pneumologie des
Z._
nicht zu ent
nehmen.
3.2.3
PD
Dr.
med.
univ.
P._
, Facharzt für Neurologie, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD)
erklärte in seiner Stellungnahme vom
1.
Februar 2019 unter ande
rem zu den Berichten des
Z._
vom 19.
März
2018
(Ur
k.
11/99/1-2
)
und vom 1
2.
April 2018 (Urk.
11/108/36-37
), die vorgelegten medizinischen Be
richte wür
den keinen Gesundheitszustand zeigen, der eine längerdauernde und höhergra
dige Arbeitsunfähigkeit nachvollziehbar mache (
Urk.
11/122/4).
In der Stellung
nahme vom
27.
Juli 2020
führte der RAD-Arzt
insbesondere zum Bericht
der Abteilung für Pneumologie
des
Z._
vom
3.
Juni
2020 (Urk.
11/
155/1-2
)
aus,
die Bronchi
ektasen
seien im
Y._
-Gutachten vom Jahr 2014 (bereits) beschrie
ben worde
n. Damals seien auch Gluc
ocorticoide als
Thera
peuticum
erforderlich gewesen, was nun nicht der F
all gewesen sei. Der Verlauf diesbezüglich sei zuletzt als stabil be
u
rte
il
t worden, eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes ergebe sich hier nicht
(U
rk.
11/159/5-6
).
Der RAD-Arzt geht damit in seinen Stellungnahmen auf die seit der
Y._
-Begutachtung neu eingetretene und auch noch nach den
pneumologischen
Behandlungen im
Z._
weiterbestehende mittelschwere obstruktive Ventila
tionsstörung nicht ein. Es ist daher fraglich, ob und inwiefern er diese berück
sichtigt hat. D
er
im Bericht der Abteilung für Pneumologie des
Z._
vom
3.
Juni 2020 bescheinigte
gute Verlauf mit unverändertem Zustand (Urk.
11/155/1-2) be
zog sich zudem auf die Voruntersuchung nach Exazerbation des Leidens im März 201
9.
Dabei wurde die obstruktive Ventilationsstörung wie
derum («aktuell un
verändert») als mittelgradig diagnostiziert
, so dass
im Vergleich
zu
den Befunden des
Y._
-Gutachtens (Urk.
11/62/12-13) weiterhin eine gewisse
, die Leistungs
fähigkeit beeinflussende
Verschlechterung nicht auszuschliessen ist, zumal im
Y._
-Gutachten
noch
lediglich
von
leichten Bronchiektasen gespro
chen worden war
(Urk.
11/62/12)
.
Selbst wenn
zudem
von einer
anhaltenden
B
esserung
ab Juni 2020
nach Exa
zer
bation
im März 2019
respektive
von einer
Stabilisierung des pulmonalen Gesund
heitszustandes per Juni 2020
mit Auswirkung der Leistungsfähigkeit
auf dem Niveau, welches
bei
der
Y._
-Begutachtung vorgelegen hatte,
ausgegangen wer
den könnte
, was
bei gegebener Aktenlage
offen
ist, könnte damit nicht ab
schlies
send ausgeschlossen werden, dass
die pulmonalen Beschwerden die Arbeit
s
fähig
keit
in einer leidensangepassten Tätigkeit (bei anhaltender 100%iger Arbei
ts
unfä
higkeit
in der angestammten Tätigkeit)
zumindest
vorübergehend in den Monaten davor ab der Neuanmeldung von Juni 2018 (Urk.
11/100-101)
ins
gesamt
-
zusammen mit den übrigen Beschwerden (hierzu nachfolgend E.
3.3
ff.)
-
anspruchsrelevant beeinflusst hab
en.
3.2.4
In Bezug auf den Bericht von
Dr.
B._
vom 2
0.
September 2018 (Urk.
11/111/1) erklärte der RAD-Arzt sodann, der betreuende Allgemeinmediziner sehe den Beschwerdeschwerpunkt im psychischen Bereich; somatisch erkenne
dieser
keine höhergradige rentenrelevante Pathologie (Urk.
11/122/4). Diese
r
Schlussfolge
rung
des RAD-Arztes
ist
nicht beizupflichten
. Denn
Dr.
B._
machte in seinem Bericht vom 2
0.
September 2018 keine Angaben zur Arbeits- und Leistungs
fähig
keit des Beschwerdeführers
aus somatischer Sicht
. Dessen
Aussage
, dass die Inva
lidenversicherung einen Rentenanspruch aufgrund der pulmonalen Beschwerden wohl angesichts der derzeitigen Praxis ablehnen würde
(Urk.
11/111/1)
, ist eine reine Vermutung
des Allgemeinpraktikers
; d
ie Beurteilung, ob eine Pathologie rentenrelevant ist, ist
indes
allein
Sache des
Rechtsanwenders gestützt auf eine beweiskräftige Beweisgrundlage mit medizinisch
-fachärztlich
er
Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit
, welche hier gerade fehlt
.
Der Bericht von Dr.
B._
und die RAD
-
Stellungnahme liefern
somit
ebenfalls keine abschliessenden Erkenntnisse, zumal
auch Dr.
B._
die neu festgestellte mittelschwere obstruktive Ventila
tionsstörung erwähnte, ohne dass der RAD-Arzt auf diese Veränderung einging.
Der Rentenanspruch beurteilt sich
zudem
aufgrund der
funktionellen Auswir
kun
gen durch sämtliche Beschwerden
. Massgeblich
ist, ob die Veränderung der pulmonalen Beschwerden unter Berück
sichtigung des gesamten somatischen und psychischen Gesundheitszustandes
(vgl. E.
3.3
ff. hernach)
die Leistungsfähigkeit anspruchsrelevant beeinträchtigt hat
.
3.2.
5
Aus dem
im Beschwerdeverfahren vorgelegten
Bericht der Abteilung für Pneu
mologie des
Z._
vom 8.
Oktober 2020
lässt sich zur Frage der Veränderung der Leistungsfähigkeit nach März 2015 (
Urk.
11/100-101) ebenfalls nichts ableiten. Denn dieser
gibt
allein das
Erge
bnis der Spiroergometrie vom 1.
Oktober 2020 wieder (Urk.
20/6), das sich
somit
auf den Gesundheitszustand des Beschwerde
führers nach dem hier zu beurteilenden Zeitraum bis zur ange
fochtenen Verfü
gung vom 1.
September 2020 (
Urk.
2)
bezieht
und schon deshalb unbeachtlich ist
.
Das Ergebnis
bildete zudem im Vergleich mit
jenem gemäss dem
pneumolo
gischen
Bericht vom 19.
März 2018 (Urk.
11/99/2) abgesehen von einem
inadä
quaten Blutdruckanstieg
kaum nennenswerte Veränderungen
ab
(Leistungs
fähig
keit und Sauerstoffaufnahme noch im Normbereich, keine
Desaturation
, keine Rhythmusstörung oder ST-Streckenver
änderungen;
Urk.
20/6).
3.2.
6
Da somit weder abschliessend auf
die
Stellungnahme des
neurologischen
RAD
-Arztes
noch
auf andere
ärztliche
Bericht
e
zur Frage
einer
erheblichen
Verän
de
rung
der pulmonalen Beschwerden
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
ab März 2015 bis S
eptember 2
020 abgestellt werden
kann, sind diesbezüglich weiter
führende
Abklärungen angezeigt.
3.3
3.3.1
Ferner war
nach der Neuanmeldung (Urk.
11/100-101) der Bericht des Zentrums für Schlafmedizin vom
9.
Juni 2020 (
Urk.
11/157) zu den Akten gegeben worden. Diesem ist zu entnehmen, dass in der Nacht vom 7.
auf den 8.
Juni 2020 eine Schlafuntersuchung vorgenommen wurde bei Schnarchen, Apnoen und Tages
müdig
keit. Diese ergab formal ein grenzwertiges, gemischtes Schlaf-Apnoe Syn
drom mit Rückenlage und REM-Betonung und
nebenbefundlich
eine mittel
gra
dige PLMS. Im Vordergrund st
ünden
eher die PLMS und die Tagesschläfrigkeit. Das grenzwertige Schlaf-Apnoe Syndrom mit teils tiefen Entsättigungen sollte mit Gewichtsabnahme und eventuell Rückenlagevermeidung behandelt werden (
Urk.
11/157/2).
Der RAD-Arzt PD Dr.
P._
erklärte in der Stellungnahme vom 2
7.
Juli 2020 hierzu einzig, das zuletzt berichtete Schlafapnoesyndrom sei grenzwertig, in jedem Fall
würden hierfür Therapieoptionen bestehen. Eine namhafte Verschlech
terung des Gesundheitszustandes sei nicht ausgewiesen (Urk.
11/159/6).
3.3.2
Wie der Beschwerdeführer zutreffend einwendet (Urk.
1 S.
8), wurden die fest
ge
stellten PLMS und die Tagesschläfrigkeit vom RAD-Arzt nicht thematisiert, obschon diese gemäss dem Bericht des Zentrums für Schlafmedizin vom 9.
Juni 2020 (
Urk.
11/157/2) eher im Vordergrund stehen und
es sich dabei im V
ergleich zum Gesundheitszustand
, welcher bei der Begutachtung im Jahr 2014
vorgelegen hatte
(
Urk.
11/62/
51-56
), um neu festgestellte Beschwerdebilder
handelt.
Zwar klagte der
Beschwerdeführer
schon
damals über
ausgeprägte
Müdigkeit, jedoch wurde diese
nach Anstrengung am Tag festgestellt respektive einer
Anstren
gungsdyspnoe zugeschrieben (Urk.
11/62/51).
Somit
bestehen Hinweise auf wei
tere Veränderungen des Gesundheit
szustandes seit März 2015 (Urk.
11/74), deren Auswirkung auf die Leistungsfähigkeit
nicht
abschliessend geklärt ist.
Ob diese somatischen Beschwerdebilder therapierbar sind, ist entgegen der Darstellung des RAD-Arztes nicht entscheidend; v
i
elmehr sind allein die
gesundheitlichen
Ver
hält
nisse
und die Leistungsfähigkeit
bis zum
Erlass des angefochtenen Entscheids massgebend.
3.3.3
Es kann bei gegebener Aktenlage daher
mangels hinreichender
Entscheidgrund
lage
nicht ausgeschlossen werden, dass
die neuen Erkenntnisse über die Be
schwer
debilder der PLMS, der Tagesschläfrigkeit und eventuell auch des grenz
wertigen Schlaf-Apnoe Syndroms, insbesondere zusammen mit den Verände
run
gen der pulmonalen Beschwerden, zu einer anderen fachärztlichen Beurteilung der Leis
tungsfähigkeit führen könnten
, als diese
der
internistische
Y._
-Gut
achter vor
genommen
hatte,
nämlich eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit in einer körperlich leichten bis mittelschweren Tätigkeit und eine 100%ige Arbeits
fähigkeit in einer körperlich leichten Tätigkeit (Urk.
11/62/12, Urk.
11/62/56)
.
3.4
3.4.1
Bezüglich
der Beschwerden am
Bewegungsapparat
hatten
die
Y._
-Gutachter
die Diagnosen eines
Bandscheibenvorfalles C6/7 links mit
Zervikobrachialgie
links
, C7-Schmerzsymptomatik mit Kraftminderung der linken Hand bei Wurzel
lä
sion
C7 links, und einer Supraspinatussehnen-Teil
ruptur links mit
Impinge
mentsymp
tomatik
und schmerzhafter Bewegungseinschränkung
als leistungsein
schränkend berücksichtigt
(Urk.
11/62/13)
.
Aus
den Akten
zur Zeit nach der An
meldung vom 3
0.
Mai 2018
geht zu
diesen
somatischen Beschwerden
das
Fol
gende hervor
:
Im
Bericht
des
Röntgeninstituts
D._
vom 13.
September
2019
(Urk.
11/127/
3-4 = Urk.
11/139/8-9
)
war
en unter dem Titel klinische Angaben nebst der bekannten
Diskushernie des Halswirbelkörpers (HWK)
6/7
eine Zu
nahme der Taubheit
an der
linke
n
Hand
und Blockaden
und ziehende Schmerzen an der Hüfte bis in den Unterschenkel beidseits
aufgeführt
worden.
Im MRT der HWS gleichen Datums hätten sich multisegmental mässige
osteochondrotische
Veränderungen mit al
lerdings zum Teil fortgeschrittener Spondylarthrose und grossen
Retrospondylo
p
hy
ten
beidseits gezeigt. Hierdurch komme es zu hoch
gra
digen ossären
neurofo
raminalen
Engen HWK
4/5, HWK
5/6 und HWK
6/7, was Nervenkompressionen C5 linksbetont, C6 rechtsbetont und C7 beidseits hervor
ragend erkläre (alle pro
gredient zum Jahr 2013). Das MRT der LWS
habe
minimale Degenerationen im Sinne einer leichten Spondylarthrose
und einer Anulus
fibrosus Schädigung
der
Lendenwirbelkörper (LWK)
5/Sakral
wirbelkörper (SWK)
1
gezeigt. Als Ursache für eine gewisse Symptomatik finde sich allerdings eine Bursitis
interspinosa
LWK
4/SWK
1.
Dieser Befund sei zum einen unspezifisch, zum anderen könne er aber auch gehäuft im Rahmen einer
Spondylarthropathie
gesehen werden. Dies
bezüglich fänden sich aber keine weiteren Hinweise
(
Urk.
11/
139/8-9
)
.
Im
Bericht des Zentrums für Neurologie und Neurochirurgie de
r Privatklinik
D._
vom 16.
September 2019
(Urk.
11/127/1-2 = Urk.
11/139/27-28)
wurde aus
geführt,
der Beschwerdeführer habe anlässlich der Konsultation gleichen Datums von persistiere
nden, seit Jahren bestehenden
Schmerzen im HWS-Bereich mit Ausstrahlung über die Aussenseite des Ober- und Unterarms bis in die D
igiti
I-II-II
I
beidseits
, welche bei langem Sitzen
auftreten würden,
und dortiger konstanter leichter Gefühlsminderung links
sowie über beim Essen auftretende Muskel
krämpfe in beiden Armen und subjektiv einer Kraftminderung in beiden Händen
berichtet.
Ausserdem habe er Schmerzen im Oberschenkel, in der Leiste mit Ausstrahlung über die Aussenseite und dann über den ventralen Unterschen
kel rechts beschrieben. Das untere Drittel des rechten Unterschenkels und der rechte Fuss seien leicht geschwollen gewesen.
Als Diagnosen wurden die folgen
den ge
stellt:
Chronische
Cervicobrachialgien
, hochgradige
Foramenstenose
in der Etage HWK
4/5 beidseits, HWK
5/6 rechts und HWK
6/7 beidseits, chronisches
lumbo
-vertebragenes Schmerzsyndrom, Facettengelenkssyndrom des
LWK
4/5, unklare Schmerzen in der rechten Hüfte und fragliche venöse Insuffizienz im rechten Bein.
Das MRT
der
LWS
(vom 13.
September 2019, Urk.
11/139/8-9)
hab
e
keine
relevante Einengung d
e
r Nervenwurzeln, aber eine Facettenarthrose
LWK
4/5, weniger LWK
5/
SWK1
gezeigt
. Das MRT der HWS habe multisegmen
tale dege
nerative Veränderungen und
Foramenstenosen
des Halswirbelkörpers (HWK) 4/5 beidseits, HWK
5/6 rechts und HWK
6/7 beidseits hochgradig darge
stellt.
Bezüg
lich der
Cervicobrachialgien
habe der Beschwerdeführer somit eine multiseg
men
tale hochgradige
Foramenstenose
in den Etagen HWK
4-7 beidseits. Zur weiteren definitiven Abklärung sei
en
eine
Elektromyographie (EMG) und eine Elektroneu
rographie (NLG) bei Faustschluss
schwäche veranlasst worden. Das Röntgenbild der Hüfte und des Beckens habe degenerative Veränderungen der Symphyse, aber
insgesamt keine
Coxarthrose
gezeigt (vgl. Untersuchung vom 1
6.
September 201
9, Urk.
11/139/7).
Für die Gefässabklärung bei Verdacht auf venöse Insuf
fi
zienz im rechten Bein werde ein Untersuchungstermin erwartet
(
Urk.
11/139/27-28
).
Gemäss de
n
Bericht
en
des Zentrums für Neurologie und Neurochirurgie de
r Privat
klinik
D._
vom 18.
und vom 30.
Oktober
2019
(Urk.
11/141/1-3
, Urk.
11/143
) hätten sich bei der klinisch-neurologischen Untersuchung
eine
schmerzbedingte leichte generelle Muskelkraftminderung an den Armen beid
seits, einschliesslich
leichte bis mässige Faustschlus
ss
chwächen beidseits und Hoffmann-
Tinelzeichen
links gezeigt. Weiterhin habe der Beschwerdeführer eine
leichte
Hyperpathie
am rechten Zeigefinger angegeben. Elektrophysiologisch hät
ten
sich Hinweise auf ein geringes Karpaltunnelsyndrom links und auch für die gemischten
Denervierungszeichen
im Versorgungsgebiet der Wurzel C7 links mit wenig
Reinnervierungszeichen
gefunden. Bei leichter
demyelinisierender
Schädi
gung des
Nervus
medianus im Karpaltunnel links werde die Behandlung mit einer Handschiene während mindestens
sechs Wochen nachts vorgesehen.
Betreffend die mehreren
For
a
me
n
stenosen
hätten sich aktuelle Hinweise auf eine gemischte Denervierung im Versorgungsgebiet C
7 links gefunden. Der Befund passe gut zu den angegebenen Beschwerden und dem MRT-Befund. Eine Beschäf
tigung mit den Schmerzen im rechten Bein sei bei der aktuellen Konsultation nicht erfolgt (Urk.
11/141/3, Urk.
11/143
/1).
Der Allgemeinpraktiker
Dr.
E._
, der den
Beschwerdeführer
vom 1
2.
Juni bis 25.
Oktober 2019 behandelt hat,
hielt im Bericht vom
6.
November 2019 fest,
es bestehe seit Jahren eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit. Der
Beschwerdeführer
sei ursprünglich zur Weiterführung der Psychotherapie bei Depression zu ihm in Behandlung gekommen. Mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit habe er die Diagnosen degenerative Wirbelsäulenveränderungen mit foraminaler Einengung und Schmerzsyndrom (September 2019), einer Depression und Asthma (je seit Jahren) gestellt. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestehe eine arterielle Hypertonie. Funktionseinschrän
kungen bestünden aufgrund der Depression und der Schmerzen in der oberen Extremität mit Taubheitsgefühl. Eine leidensangepasste Tätigkeit sei dem
Beschwerdeführer
während vier bis fünf
Stunden pro Tag zumutbar (Urk.
11/139/2-5).
3.4
.2
Der RAD-Arzt PD Dr.
P._
führte in seiner Stellungnahm
e vom
28.
Februar
2019 zu
den
Berichten
des Zentrums für
Neurologie und Neurochirurgie und von Dr.
E._
aus, im Vergleich zur interdisziplinären
Y._
-Begutachtung vom 14.
November
2020
würden sich in den aktuellen detaillierten Untersuchungen keine Veränderungen des Gesundheitszustandes mit namhafter Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ergeben. Für das leichte Karpaltunnelsyndrom bestehe keine
Operationsindikation, ebenso für die S
chulter-
und Wirbelsäulen-Degenera
tio
n
en
. In den früheren Tätigkeiten als Bäcker und Auslieferungschauffeur bestehe wie bisher eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
. In einer leidensangepassten, körperlich leichten und wechselbelastenden Tätigkeit mit dem Belastungsprofil wie im SMA-Gutachten formuliert (ohne Zwangshaltungen mit übermässiger Belastung des linken Armes bei Überkopfarbeiten, ohne Kauern oder Hocken und mit einer Belastung des linken Armes bis zu fünf Kilogramm
, ohne Exposition von Staub, inklusive Getreide, und von Kälte oder Nässe
; Urk.
11/62/15) bestehe weiterhin eine 50%ige Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
11/145/5).
In der Stellungnahme vom
5.
März 2020 erklärte PD Dr.
P._
zudem
,
da
die
von den
Y._
-Gutachtern attestierte 50%ige Arbeitsunfähigkeit
in einer leidensan
ge
passten Tätigkeit
(Urk.
11/62/14-16) höchstrichterlich (Urk.
11/98) zurückge
wie
sen worden sei und zum erneuten (RAD-)Beurteilungszeitpunkt am 1.
Februar 2019 (
Urk.
11/122/4)
keine medizinischen Daten vorgelegt worden seien, die eine länger andauernde und höhergradige Arbeitsunfähigkeit nachvollziehbar machen würden, sei in der RAD-Stellungnahme vom
1.
Februar 2019 das Fazit erfolgt, dass
keine medizinischen Tatsachen vorgebracht worden
seien
, welche
die aktu
elle Entscheidung auf Nichteintreten
(
vgl. Vorbescheid vom 2.
Juli 2018,
Urk.
11/106
)
aus versicherungsmedizinischer Sicht substantiell in Frage stelle
n würden
. Nebenbei sei erwähnt, dass
der RAD zu
keinem Zeitpunkt eine 80%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert habe, sondern das Ergebnis des
Y._
-Gutachtens mit einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit ge
stützt habe. Den rein juristischen Entscheid einer 80%igen Arbeitsfähigkeit
(vgl. Verfügung vom 9.
März
2015, Urk.
11/74/2-3; Urteil
des hiesigen Gerichts
IV.2015.00447 vom 2
7.
Dezember 2016 E.
5.3.4, Urk.
11/93/17-18; Urteil des Bundesgerichts 8C_154/2017 vom 2
0.
Juni 2017
, Urk.
11/98/6-8
)
hätten die im Februar 2019 vorgelegten Berichte nicht in Frage zu stellen vermocht.
Die da
ma
lige Berichterstattung (von Februar 2019) müsse nun aber im Lichte der Berichte des Zentrums für Neurologie und Neurochirurgie vom Oktober 2019 (Urk.
11/141/1-3, Urk.
11/143) als inkomplett beurteilt werden. Darin würden nämlich weiterhin identisch die degenerativen und neurologischen Limitierungen wie im Gutachten von 2014 beschrieben. Somit sei der Gesundheitszustand als im Wesentlichen unverändert zu beurteilen, und in medizinischer
Hinsicht sei weiterhin die 50%ige Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit im Raum stehend, welche ja auch von
Dr.
E._
attestiert werde
. Ob dieser persi
stente medizinische Befund den gerichtlichen Entscheiden entgegenstehe oder nicht res
pektive ob weitere medizinische Abklärungen erforderlich seien oder nicht, sei vom Rechtsanwender zu entscheiden (Urk.
11/145/6-7).
3.4
.3
Den Ausführungen des RAD kann entgegen der Ansicht der
Beschwerdegegnerin
(Urk.
2)
auch in Bezug auf die Beschwerden des Bewegungsapparates nicht
ab
schliessend
gefolgt werden.
Insbesondere ist
dessen
Aussage, in den Berichten des
Zentrums für Neurologie und Neurochirurgie
würden
weiterhin identisch die degenerativen und neurologischen Limitierungen wie im Gutachten von 2014 beschrieben
(Urk.
11/
145/7
), nicht nachvollziehbar.
So lagen
der Beurteilung der
Y._
-Gutachter
(Urk.
11/62/33-34, Urk.
11/62/47)
hinsichtlich der HWS-Beschwerden die Befunde
gemäss dem MRT der HWS vom 17.
Dezember 2013 zugrunde,
die
eine mässig multisegmentale Degeneration der HWS mit Disko
pa
thien und neuralen Tangierungen und als Hauptbefund eine kleine bis mittel
grosse Diskushernie
mediolateral
links auf der Höhe C6/7 mit Irritation der aus
tretenden Nervenwurzel C
7 links auswies
en
(U
rk.
11/37)
.
Im MRT der HWS
vom 13.
September 2019
, welche
s
dem Zentrum
für Neurologie und Neurochirurgie
vorlag
(Urk.
11/142/2)
,
wurde dagegen
eine multisegmentale hochgradige
Fora
menstenose
in den Etagen HWK
4-7 beidseits abgebildet, welche
nicht nur - wie bisher - eine mögliche Irritation der austretenden Nervenwurzel C6 und Irritation der austretenden Nervenwurzel C7 links (Urk.11/37/1), sondern nunmehr Nerven
kompressionen C5 linksbetont und C6 rechts sowie C7 beidseits sehr gut
erklärten
(Urk.
11/139/
8-9
).
Im Bericht des Röntgeninstituts
D._
vom 13.
September 2019 wurde denn auch ausdrücklich festgehalten, dass die (mittlerweile)
hoch
gradigen oss
ären
neuroforaminalen
Engen HWK
4/5, HWK
5/6 und HWK
6/7
mit
Nervenkompressionen C5 linksbetont, C6 rechtsbetont und C7 beidseits alle pro
gredient
im Vergleich
zum Jahr 2013
seien (Urk.
11/139/9)
.
Zudem wurde
n
eine
Zunahme der Taubheit an der linken Hand und Blockaden
aufgeführt (Urk.
11/139/8).
Des Weiteren war b
etreffend die
LWS im orthopädisch-traumatologischen
Y._
-
Teilgutachten vom 8.
Oktober 2014
noch
festgehalten worden, es fänden sich lediglich
osteochondrische
Veränderungen ohne fokale
Herniation
; bei fehlender Kompression einer austretenden Nervenwurzel seien hier keine klinisch rele
van
ten Befunde zu erheben (U
rk.
11/62/39
; vgl. Bericht zum MRT vom 28.
Januar 2014, Urk.
11/47/12
). Die LWS-Veränderungen wurden in den Diagnosen
der Gutachter auch
nicht aufgeführt
(Urk.
11/62/13-14) und hatten nach der gut
achterlichen Einschätzung somit keine
Auswirkung
auf die
Arbeitsfähigkeit.
Dagegen fanden sich g
emäss dem Bericht des Röntgeninstituts
D._
vom 1
3.
September 2019 nebst den
minimalen Degenerationen im Sinne einer leichten Spondylarthrose, welche schon im Jahr 2014 bestanden hatten,
und einer Anulus fibrosus Schädigung LWK5-SWK1 als Ursache für eine gewisse Symptomatik neu eine Bursitis
interspinosa
LWK4-SWK1 (
Urk.
11/139/8-9).
Die Ärzte des Zentrums für Neurologie und Neurochirurgie stellten zudem die neue Diagnose eines chro
nischen
lumbo
-vertebragenen Schmerzsyndroms bei Facettengelenksyndrom LWK
4/5 (
Urk.
11/141/1).
3.4
.4
Auf diese Veränderungen der HWS und der LWS ist der RAD-Arzt
(
Urk.
11/122, Urk.
11/145, Urk.
11/159)
im Einzelnen nicht eingegangen. Deren Relevanz für die Leistungsfähigkeit des
Beschwerdeführer
s ist damit
bei gegebener Aktenlage unklar und nicht
abschliessend geklärt, zumal
auch
die
neueren
fachärztlich
en, neurologisch-neurochiru
r
gischen
Berichte
der Klinik
D._
aus den Jahren 2018 bis 2020
keine
weiterführenden
Angaben hierzu enthalten.
Die rudimen
tär
en
und stichwortartigen Ausführungen des Allgemeinpraktikers
Dr.
E._
im Bericht vom
6.
November 2019 ohne Angaben von Befunden und genauen Dia
gnosen, wel
cher den
Beschwerdeführer
zudem lediglich während weniger Monate von Mitte Juni bis im Oktober 2019 behandelt hatte (Urk.
11/139/2-5), vermögen hierzu ebenfalls keine ausreichende
Entscheidgrundlage
zu bilden.
Es kann daher auch diesbezüglich
die
Frage einer renten
relevanten
Veränderung nicht ohne Weiterungen
bejaht oder
verneint werden.
3.5
Die weiteren
vom
Beschwerdeführer
vorgelegten
ärztlichen Berichte zu den soma
tischen Beschwerden
(
Urk.
20/1-5, Urk.
2
5)
wurden
alle
nach dem Erlass der an
gefochtenen Verfügung vom
1.
September 2020 (
Urk.
2) und damit nach dem hier zu beurteilenden Zeitraum erstellt.
Sie lassen zudem keine Rückschlüsse auf den Zeitraum bis zum Verfügungserlass zu. Namentlich die wegen intermit
tie
ren
de
m
belastungsabhängigem thorakalem Druckgefühl (Urk.
20/1 S.
1) in der Klinik für Kardiologie des
Z._
durchgeführte kardiologische Ab
klärung fand erst am 2
5.
November 2020 statt und fiel im Übrigen unauffällig aus (
Bericht vom 2
8.
November 2020;
Urk.
20/5, vgl. auch Urk.
20/1
).
Auch die gastro
en
tero
logi
sche Abklärungen
durch Dr.
J._
wegen chronischen epigastrischen Schmerzen
und
die
komplik
ationsfreie, im April 2021 abgeschlossene
Be
hand
lung
der diagnostizierten Polypektomie im Magenkorpus und der Gastritis (Erst
diagnosen am 11.
Dezember 2020)
fanden nach
Erlass
der V
erfügung vom 1.
September 2020 statt
(Berichte vom
1
5.
Dezember 2020
und vom 13.
April 2021
; Urk.
20/3-4).
Die Berichte sind
hier
somit nicht zu berücksichtigen
(vgl.
Urteil des Bundes
gerichts
9C_269/2021 vom
9.
Juli 2021 E.
2.4 mit Hinweis
)
.
3.6
3.6
.1
Zu
den psychischen Beschwerden nach März 2015 (
Urk.
11/74)
ist den
im Rah
men der Neuanmeldung ergangenen
Berichten der psychiatrischen Fachärzte
das Folgende zu entnehmen.
Gemäss
dem Bericht
vom 21.
November 2018
diagnostizierte
der Psychiater
Dr.
C._
aufgrund der Konsultation gleichen Datums eine leichte depres
sive Stimmungslage (inklusive S
chlafbeschwerden) im Rahmen des Verdachts auf eine somatoforme Störung (ICD-10 F45). Zwar erinnere sich der
Beschwerde
führer
in der
nächtlichen Schlaflosigkeit, welche durch einen Mangel an gesunder Ernäh
rung und Sorgen um die Zukunft auch ökonomischer Art gefördert werde, an schlimme Ereignisse und Ängste in der Vergangenheit, die Symptomatik einer veritablen PTBS sei jedoch nicht erkennbar.
Bezüglich der Erinnerungen an schmerzhafte Erlebnisse bestehe wohl ein gewisser Besprechungs- und Verarbei
tungsbedarf. Eine tiefe Leere, Sinnlosigkeitsgefühle, ein sozialer Rückzug und so weiter seien nicht festzustellen, auch aktuell nicht. Eine Energielosigkeit habe keineswegs objektiviert werden können. Der
Beschwerdeführer
zeige Beharrungs
vermögen, er traue sich zur Abklärung des Verbleibs seines ehemaligen Psychia
ters gar, die Gesundheitsdirektion anzufragen. Der
Beschwerdeführer
sei in seiner Familie gut integriert. Eine integrale Genesung sei nur unter Aufnahme einer an die
Somatik
angepasste
n
Arbeitstätigkeit bei diesem jünger als das biologische Alter wirkenden, insgesamt vitalen Mann möglich. Weder aus ärztlich-beur
tei
lender, noch aus therapeutischer Sicht könne er hinter einer Arbeitsunfähigkeit stehen
(Urk.
11/121).
Der Psychiater Dr.
F._
, welcher den
Beschwerdeführer
ab
dem 2.
Oktober 2019
behandelte,
erklärte in seinem Bericht vom 1
4.
November 2019 dagegen,
er gehe
von den folgenden Diagnosen aus:
Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10 F43.21), differentialdiagnostisch einer leichten depressiven Epi
sode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.01)
,
bei Arbeitslosigkeit
(ICD-10 Z56.0), Probleme in Bezug auf andere Rechtsumstände (erfolgloses Rentenver
fah
ren; ICD-10 Z65.3); andauernde Persönlichkeitsänderung nach jahrelangem Kampf um eine IV-Rente bei gesundheitlichen, seit längerer Zeit als nicht ren
ten
relevant beurteilten Gesundheitsschäden mit Etablierung eines unflexible
n
Ver
hal
tens, andauerndem Gefühl von Leere und Hoffnungslosigkeit und affektiver Verflachung, andauerndem Gefühl von Nervosität und Hoffnungs
losigkeit, deut
licher Einschränkung der alltäglichen Funktionsfähigkeit auch im heimischen/
häuslichen Bereich, seit weit über zwei Jahren so bestehend (
gemäss
ICD-10
[F62]
, 6.
überarbeitete Auflage
)
.
Im Erstgespräch habe der
Beschwerdeführer
chronische
Anspannung, Nervosität, Schlafstörungen, Freudlosigkeit, eingeschränkte Lebens
lust und Libido sowie Perspektivlosigkeit
beklagt, auch angesichts eines ange
strengten jahrelangen Rentenverfahrens mit der Konsequenz, sich nun wieder ohne jede Hilfe auf dem
offenen Arbeitsmarkt für Hilfsarbeiten zu bewerben. Gedanklich habe eine Einengung auf die ablehnenden IV
-Entscheide und die negative persönliche Situation bestanden angesichts der in erster Linie wegen der Bronchiektasen bestehenden Unmöglichkeit
,
sich ohne jegliche Fremdhilfe für mögliche Hilfsarbeiterjobs zu bewerben. Auf der Basis eine
s am 4.
No
vember 2019 durchgeführten SKID
II Persönlichkeitstest
s
mit Selbstbeurteilung
hätten sich Inkonsistenzen mit einer Verschiebung seiner Persönlichkeitseigenschaften Richtung einer heute eher misstrauisch-asthenischen,
dysthymen
Persönlichkeit bei konsistent zwanghaften Anteilen gezeigt
(Urk.
11/149/1).
Im Bericht vom
4.
Juni 2020
führte
Dr.
F._
ergänzend aus, die (Diagnose einer) Anpassungsstörung habe ursprünglich sicher seine Berechtigung gehabt.
D
ie depressive S
ymptomatik, die sich ursprünglich auf ein Ereignis bezogen habe, habe sich zwischenzeitlich indes weitgehend verselbständigt und manifestiere sich eher im Rahmen einer Persönlichkeitscharakteristik im Sinne einer Persön
lichkeitsveränderung bei wie vorgängig beschriebener Diagnose und Diagnose
umstände. Als Diagnosen seien damit eine
Dysthymia
(ICD-10 F34.1) im Rahmen einer (wie im Bericht vom 14.
November 2019 spezifizierten) andauernden Per
sönlichkeitsänderung zu stellen. Die therapeutischen, insbesondere die medika
mentösen Möglichkeiten nach verschiedenen Versuchen im hiesigen R
ahmen seien ausgeschöpft und die Restarbeitsfähigkeit für den offenen Arbeitsmarkt werde von ihm, Dr.
F._
, (a
us psychiatrischer Sicht) auf 0
%
bei bleibendem Ge
sundheitsschaden
geschätzt. In diesem Sinne habe sich durchaus eine relevante Verschlechterung des Gesundheitszustandes im Verlaufe der Jahre entwickelt, auch wenn diesbezüglich seitens der Versicherungsmedizin eine andere E
inschät
zung vorliege, die aber dem Umstand einer Persönlichkeitsveränderung bis anhin keine Rechnung getragen habe. Aus seiner Sicht sei der
Beschwerdeführer
ein «gebrochener» Mann ohne jegliche Aussicht auf auch nur eine annähernde Mög
lichkeit
,
den Anforderungen eines Arbeitgebers selbst für simple Arbeiten gerecht werden zu können
(
Urk.
11/153)
.
3.6.2
Damit liegen zwei sich
insgesamt
widersprechende fachärztlich-psychiatrische Einschätzungen vor.
Zu diesen nahm von Seiten des RAD
ebenfalls
der Neurologe
PD
Dr.
P._
Stellung; wie sich aus dem Folgenden ergibt,
vermögen
dessen Stel
lungnahmen indes nur teilweise
zu überzeugen
.
Nach Vorlage des
Bericht
s
von Dr.
C._
vom 21.
November 2018
(und zwei weiterer somatischer Berichte)
erklärte
PD Dr.
P._
ohne weitere Begrün
dung,
die vorgelegten medizinischen B
erichte
würden keinen Gesundheitsscha
den zeigen, der eine länger
andauernde und höhergradige
Arbeitsunfähigkeit
nach
vollziehbar
mache
(Stellungnahme vom
1.
Februar 2019
, U
rk.
11/122/4
).
In der Stellungnahme vom
5.
März 2020 erklärte PD
Dr.
P._
sodann, es sei von einem im Wesentlichen unveränderten Gesundheitszustand und wie im
Y._
-
Gutach
ten von 2014 (
Urk.
11/62/14-16) in medizinischer Hinsicht weiterhin von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in einer leidensange
passten Tätigkeit auszugehen (Urk.
11/145/7)
.
Der
nicht weiter begründete Standpunkt des RAD-Arztes
ist lediglich insofern
nachvollziehbar
,
als
sich dem Bericht von Dr.
C._
keine Verschlechte
rung des psychischen Gesundheitszustandes entnehmen
lässt
, zumal Dr.
C._
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht (Urk.
11/121/5) atte
stierte
.
Nicht schlüssig ist dagegen die Aussage, dass von einem unveränderten Ge
sund
heitszustand mit einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit auszugehen sei (Urk.
11/145/7). Dabei
übersah der RAD-Arzt oder
es
ist zumindest nicht dargelegt,
dass die
gutachterliche Gesamteinschätzung
einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit
zum grösseren Teil, nämlich zu 30
%, von den psy
chischen Beschwerden einer mittelgradigen depressiven Episode (ICD-10 F32.1)
und der psychiatrischen Einschätzung einer 30%igen Arbeitsunfähigkeit bestimmt
worden war (U
rk.
11/62/
13-15
),
was
zumindest mit Blick auf den Bericht von Dr.
C._
vom 21.
November 2018, der lediglich noch eine leicht de
pres
sive Stim
mungslage im Rahmen des Verdachts auf eine somatoforme Schmerz
störung (ICD-10 F45)
mit 100%iger Arbeitsfähigkeit
aufführte
(Urk.
11/121)
, eine Besse
rung der depressiven Symptomatik nahe legen
würde
. Hierzu machte PD Dr.
P._
indes keine Ausführungen; entsprechend seinem Fachgebiet fokussierte sich die Stellungnahme des RAD-Arztes
auf die somatischen, insbesondere
«
neu
rologischen Limitierungen
»
(Urk.
11/145/7).
3.6.3
Zu den Berichten von Dr.
F._
(Urk.
11/149/1, Urk.
11/153) erklärte der RAD-Arzt
,
die von
Dr.
F._
diagnostizierte Diagnose einer
Dysthymia
(ICD-10 F34.1) stelle im Vergleich mit der im
Y._
-Gutachten von 2014 diagnostizierte
n
mit
telgradige
n
depressive
n
Episode keine Verschlechterung des Gesundheitszu
stan
des dar.
Ausserdem
sei ein jahrelanger Kampf um eine IV-Rente als primär kausal-pathogener Faktor für eine Persönlichkeitsänderung erschwert nachvoll
ziehbar; es sei denn, dieser Kampf geschehe sekundär, auf dem Hintergrund allenfalls berechtigter, aber nicht erlangter Rentenansprüche (Urk.
11/159/6).
In Bezug auf die depressive Symptomatik, ist die RAD-Stellungnahme
plausibel
.
Denn bei der
Dysthymia
(ICD-10 F34.1) handelt es sich
- im Gegensatz zur von den
Y._
-Gutachtern im Jahr 2014 noch festgestellten mittelgradigen depres
si
ven Störung (Urk.
11/62/13-14) -
um eine chronische depressive Verstimmung, die nach Schweregrad und Dauer der einzelnen Episoden
gerade
nicht die Kri
te
rien für eine
leichte oder mittelgradige rezidivierende depressive Störung erfüllt
(
Dilling
,
Mombour
, Schmidt [Hrsg.], ICD-10,
Internationale
Klassifikation psy
chi
scher Störungen, ICD-10 Kapitel V (F), Klinisch-diagnostische
Leitlinien, 1
0.
Auf
lage, S.
183).
Es handelt sich
danach
- zumindest in diagnostischer Hin
sicht -
somit
eher um eine Verbesserung der
depressiven Symptomatik.
3.6.4
Die RAD-Stellungnahme zur von Dr.
F._
diagnostizierten Persönlichkeitsände
rung
ist
zumindest
insofern verständlich, als nach ICD-10 F62 die Diagnose einer andauernden Persönlichkeitsänderung nur gestellt werden sollte,
wenn diese ätio
logisch auf eine tiefgreifende, existentielle extreme Erfahrung zurückgeführt wer
den kann (
Dilling
,
Mombour
, Schmidt, a.a.O.,
10.
Auflage, S.
285; in der 6.
Auf
lage vgl. S.
255). E
s
ist
daher fraglich, ob überhaupt und unter welchen Vor
aus
setzungen der
Kampf um eine IV-Rente
hierunter subsumiert werden könnte.
Jedoch erschliesst sich nicht und wurde vom RAD
-Arzt nicht erläutert, wie die
Anmerkung
,
«
es sei denn, dieser Kampf geschieht sekundär, auf dem Hintergrund allenfalls berechtigter, aber nicht erlangter RE-Ansprüche
»
(Urk.
11/159/6)
hier
im Zusammenhang mit der
Diagnosestellung
einer Persönlichkeitsveränderung und der Frage der erheblichen Gesundheitsveränderung seit März 2015 (Urk.
11/74) zu verstehen ist.
Erläuterungsbedarf
ergibt die Anmerkung des RAD-Arztes zu
«
primär und sekundär
kausal-pathogenen Faktoren
»
insbesondere auch deshalb, weil
die Biographie des
Beschwerdeführers
traumatische E
rfahrung
en
während
der
Gefangenschaft im Jahr 1989
aufweist
(Urk.
11/62/62
);
aufgrund dessen fällt
die Diagnose andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembe
las
tung im Sinne von F62.0
(
Dilling
,
Mombour
, Schmidt, a.a.O., 10.
Auflage, S.
28
6
f
.
)
in Betracht
, die
hier
jedenfalls
nicht bereits ohne fachärztlich-psychiatrische Stellungnahme ausgeschlossen werden
kann
.
Angesichts der gut
achterlich gestellten Diagnose einer Somatisierungsstörung und einer anhalten
de
n
somatoformen Schmerzstörung (Urk.
11/62/13)
wäre
möglicherweise
auch die Diagnose andauernde Persönlichkeitsänderung
bei chronisch
em Schmerzsyn
drom
(
ICD-10 F62.80
)
oder eventuell
sonstige andauernd
e Persönlichkeitsverän
de
rungen
(
ICD-10 F62.88
) zu diskutieren.
Fraglich ist in diagnostischer Hinsicht insbesondere auch, ob eine solche Veränderung der Persönlichkeit sich innerhalb der Jahre von 2014 bis 2020 entwickelt hat
respektive
entwickeln konnte oder
sich (gegebenenfalls)
nunmehr erst manifestiert hat.
Ferner hat sich der RAD-Arzt (als Neurologe verständlicherweise) zu den von Dr.
F._
im Bericht vom 4.
Juni 2020 festgehaltenen Befunden (Urk.
11/153) nicht geäussert, obschon diese zur Beantwortung der Frage der erheblichen Ver
schlechterung des psychischen Gesundheitszustandes
seit März 2015 (Urk.
11/74)
und deren funktionellen Folgen massgeblich
sind.
Denn
Dr.
F._
führte
eine eher misstrauisch-asthenische,
dysthyme
Persönlichkeit bei konsistent zwang
haf
ten Anteilen, unflexiblem Verhalten
, andauerndem Gefühl von Leere,
Hoffnungs
lo
sigkeit
, Sinnlosigkeit und Nervosität
, Pessimismus
sowie
affektiver Verflachung
respektive d
eutlich eingeschränkter Modulations- und
Affektschwingungsfähig
keit
auf, ausserdem
eine deutlich gedrückte Stimmung,
ein
en
deutlich einge
schrän
kte
n
Antrieb und
eine ebensolche
Motivation, eine eingeschränkte Kon
zentration
und Belastbarkeit
mit Müdigkeit und Erschöpfung nach zirka 40
M
inu
ten,
ein deutlich eingeschränktes Selbstvertrauen
sowie leichte Depersona
lisationsgefühle
(Urk.
11/149/1, Urk.
11/153)
. Dagegen hatte der psychiatrische
Y._
-Teilgut
ach
te
r
anlässlich der Begutachtung im Jahr 2014
noch festgehalten,
die Primär
per
sönlichkeit
sei
umgänglich, eine andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung
habe
sich auf der Befundebene nicht gefunden und der
Be
schwerdeführer
habe
in der emotional-affektive
n
Schwingungsfähigkeit nuanciert
über das ge
samte Ausdrucksspektrum verfügt.
Die Affektlage sei
zwar
ernst, zum Teil auch zum depressiven P
ol recht deutlich gedrückt und die Fähigkeit, Freude zu empfinden
,
sei beeinträchtigt.
Eine
vollständige Anhedonie, eine
A
ffekt
labili
tät
oder -inkontinenz
be
stünden indes
nicht.
Die Antriebslage sei insgesamt leicht reduziert.
Aus der vermehrt gedanklichen Befassung mit negativen Kogni
tionen, depressiven Gefühlen, Ängsten und auch Selbstwertzweifeln habe er stets gelöst werden können.
Das Selbstwertgefühl sei reduziert.
Das Konzentrations
ver
mögen sei angemessen und auch gegen Ende der Exploration nicht verändert gewesen
. Auch Depersonalisationsphänomene hätten sich auf der Befundebene nicht ge
zeigt
(
Urk.
11/62/2
7
-29).
Der
Vergleich der
psychopathologischen
Be
funde von Dr.
F._
mit jenen
des
Y._
-Gutachten
s weist damit
auf Verände
rungen im Psychostatus
mit zunehmenden Beeinträchtigungen insbesondere im Affekt, Antrieb, Selbstwertgefühl und in der Flexibilität
hin
.
Unter diesen Umständen
bestehen zumindest geringe Zweifel an
der Schlüssigkeit der
Stellungnahmen des neurologischen RAD-Arztes betreffend die psychischen Beschwerden
, weshalb ergänzende Abklärungen angezeigt sind.
3.6.
5
Im Übrigen
kann auch der - ohne ärztliche Grundlage herangezogene
n
–
Be
grün
dung im angefochtenen Entscheid, dass es sich beim jahrelangen Kampf um eine Rente um einen psychosozialen Belastungsfaktor handle, welcher von der Inva
lidenversicherung nicht mitberücksichtigt werden dürfe (
Urk.
2 S.
2), nicht
ohne Weiteres
gefolgt werden. Denn die
Frage, ob sich psychische Beschwerden in psy
chosozialen und soziokulturellen Belastungsfaktoren erschöpfen oder ob davon unterscheidbare eigenständige psychische Krankheitsbilder im Sinne eines medi
zinischen Substrates (vgl. BGE 127 V 294 E.
5a) vorliegen, darf nicht ohne ärzt
liche
Grundlage allein aus Sicht des Rechtsanwenders beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 9C_
146/2015 vom 19.
Januar 2016 E.
3.1). Im Leitentscheid BGE 141 V 281 hat das Bundesgericht zudem ern
eut bestätigt, dass soziale Fak
t
oren nur soweit auszuklammern seien, als es darum gehe, die
für die Einschät
zung der Arbeitsunfähigkeit kausalen versicherten Faktoren zu umschreiben. Die funk
tio
nellen Folgen von Gesundheitsschädigungen würden durchaus auch mit Blick auf psychosoziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren abgeschätzt, welche den Wirkungsgrad der Folgen einer Gesundheitsschädigung beeinflussen würden (E. 3.4.2.1).
3.6.6
Vor diesem Hintergrund
und
insbesondere
weil mit den B
erichten
der behandeln
den Ärzte Dr.
F._
und Dr.
C._
zwei sich - auch im Hinblick auf die Arbeits
fähigkeit -
weitgehend
widersprechende psychiatrische
Einschätzungen
vor
lie
gen, ist es angezeigt, dass die
Beurteilung der Veränderung der psychia
trischen Befunde respektive der Frage
nach der Verschlechterung
des psychischen Gesundheit
szustandes im Vergleich mit jenem anlässlich
der
Y._
-Be
gutach
tung im Herbst 2014 (Urk.
11/62)
durch einen Facharzt der P
sychiatrie vorge
nommen wird.
S
omit
sind
auch in Bezug auf die psychischen Beschwerden
weiterführende Abklärungen angezeigt.
3.7
3.7.1
Nach dem Gesagten
lässt die vorliegende Aktenlage
keine
abschliessende
Beur
teilung der strittigen Frage zu, ob
und inwiefern
sich aufgrund der sowohl in somatischer als auch in psychischer Hinsicht neu erhobenen Befunde und ge
stell
ten Diagnosen
(
mittelschwere obstruktive Ventilationsstörung, PLMS, Tages
schläfrigkeit, Schlaf-Apnoe Syndrom, hochgradige
ossäreneuroforami
nale
Engen HWK
4/5, HWK
5/6 und HWK
6/7 mit progredienten Nervenkompressionen
C5 linksbetont, C6 rechtsbetont und C7,
lumbo
-vertebragene
s
Schmerzsyndrom bei Facettengelenksyndrom LWK 4/5
,
andauernde Persönlichkeitsänderung
, psycho
pa
thologische Befunde
)
seit der ren
tenabweisenden Verfügung vom 9.
März 2015
(Urk.
11/74)
insgesamt eine anspruchserhebliche Verschlechterung des Gesund
heits
zustandes eingestellt hat.
Die Beschwerdegegnerin hat den
medizinischen
Sachverhalt daher
entsprechend
zu er
gänzen
und
weiterführende
medizinisch-fachärztliche Abklärungen zum Verlauf der somatischen und psychischen Beschwerden sowie der Arbeitsfähig
keit
(Art.
6 ATSG) des Beschwerdeführers nach März 2015
(Urk.
11/74) vorzu
nehmen.
Vorzugsweise wird
hier
zu eine gutachterliche, fachärztlich-interdis
zipli
näre
Einschät
zung einzuholen
sein
.
3.7.2
Sofern eine
erhebliche
gesundheitliche Veränderung mit Ausw
irkung auf die Arbeitsfähigkeit
zu bejahen ist, ist
in einem zweiten Schritt der Rentenanspruch in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht umfassend - gegebenenfalls anhand der Rechtsprechung von BGE 141 V 281
, 143 V 409 und 418
- und dam
it unter Einbezug sämtlicher Be
schwerden interdisziplinär-gutachterlich abzuklären und neu zu prüfen.
Weil d
er frühestmögliche Beginn einer allfälligen Rente aufgrund des Ei
ngangs der Neuanmeldung vom 30.
Mai
2018 per 28.
Juni
2018 (Urk.
11/100-101) der 1.
Dezember 2018 (vgl. Art.
29 Abs.
1 und Abs.
3 IVG)
dar
stellt
, ist
unter Berücksichtigung des
sogenannte
n
Wartejahr
s
gemäss
Art.
28 Abs.
1
lit
.
b IVG insbeson
dere die Arbeitsfähigkeit
in der angestammten Tätigkeit ab dem 1.
Dezember 2017 und in einer leidens
angepassten Tätigkeit ab dem 1.
Dezember 2018
massgeblich
und zu klären
.
Die neue fachärztliche Gesamt
be
urteilung
wird
sich
somit
zum chronologischen Verlauf der
jeweiligen
Arbeits
fä
higkeit
ab Dezember 2017 respektive Dezember 2018
zu
äussern
haben.
3.7.3
Ob die vom Beschwerdeführer beantragte FOMA (
Urk.
1 S.
2
; fachärztliche m
edi
zinische Abklärung unter Einbezug einer Evaluation der
arbeitsbezogenen f
unk
tionellen Leist
ungsfähigkeit [EFL]
) zur
ergänzenden
Abklärung
des Sachverhaltes
notwendig ist, ist nicht an dieser Stelle zu entscheiden und
liegt
zunächst im Ermessen der Beschwerdegegnerin
(
Art.
43
Abs.
1 ATSG)
sowie
der zu beauf
tra
genden Sachverständigen
, falls diese
ein
entsprechendes Testverfahren
angesichts eines multiplen und schwierig einzuschätzenden Krankheitsbildes ausdrücklich befürworten
würden
(vgl. BGE 139 V 349 E.
3.3
; Urteil
e
des Bundesgericht
s
9C_547/2019
vom
1
4.
Oktober 2019 E.
5.1.3
und 8C_711/2016 vom 1
5.
Dezem
ber
2016 E. 3.5
)
.
3.
8
Die angefochtene Verfügung vom
1.
September
2020 (Urk.
2) ist somit aufzu
he
ben und die Sache ist an die Beschwerdegegnerin zur ergänzenden Abklärung im Sinne der Erwägungen und zum neuen Entscheid über
das
neue
Leistungs
begeh
ren
des Beschwerdeführers
- unter Berücksichtigung seines
Antrags
auf
Einglie
derungsm
assnahmen (
vgl.
Urk.
1 S.
3)
zurückzuweisen.
Die Beschw
erde ist folglich gutzuheissen.
4.
Da der Streitgegenstand die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungs
leistungen betr
ifft, ist das Verfahren kos
ten
pflichtig. Die Gerichtskosten sind nach
dem Verfahrensaufwand und unab
hängig vom Streitwert festzulegen (Art.
69 Abs.
1
bis
IVG), ermessensweise
auf Fr.
9
00.-- anzusetzen und
ausgangsgemäss
der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
Dem unentgeltlichen Rechtsvertreter des
Beschwerdeführer
s,
Rechtsanwalt Oskar Müller
, Z
ug
,
ist
eine Prozessentschädigung zuzusprechen,
die nach Art.
61
lit
.
g ATSG in Verbindung mit §
34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsge
richt ohne Rücksicht
auf den Streitwert nach der Be
deutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen
sowie
unter Berücksichtigung der
Honorarnote des unentgeltlichen Rechtsvertreters vom
3.
Dezember 2020
(Urk.
18
)
zu bemessen
ist.
In der Honorarnote ist ein Aufwand von insgesamt 10
Stunden
, was angemessen erscheint,
à Fr.
250.-- pro Stunde
und von Fr.
66.70
Barauslagen z
uzüglich Mehrwertsteuer von 7.7
%
(Fr.
197.65)
mit einem Gesamtbetrag von Fr.
2'764.35 aufgeführt (Urk.
18 S.
2
).
Der verwen
dete
Stundenansatz von Fr.
250.--
ist
auf den gerichtsüblichen Ansatz von Fr.
220.-- zu ändern. Die Prozessentschädigung
ist
damit auf Fr.
2'441.25
(
[10 x Fr.
220.--] + Fr.
66.70
Barauslagen
+ Fr.
174.55
Mehrwertsteuer) festzusetzen.