Decision ID: a9b7855b-f7f0-42ee-8900-da0dad6444c8
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. Q._, geboren 1983, Staatsangehöriger von Kosovo, reiste am 1. November 2013 in
die Schweiz ein und heiratete am 21. November 2013 die Schweizerbürgerin Z._,
geboren 1987 (Vorakten Migrationsamt, nachfolgend Dossier, S. 4 ff.). Am
12. Dezember 2013 wurde Q._ infolge des Familiennachzugs eine
Aufenthaltsbewilligung erteilt. Diese wurde letztmals bis 20. November 2016 verlängert.
Die Ehegatten haben keine Kinder.
B. Am 23. August 2016 beauftragte das Migrationsamt die Polizeistation F._ mit
Abklärungen betreffend eine mögliche Scheinehe zwischen Q._ und seiner Ehefrau.
Dem Rapport der Kantonspolizei vom 18. Oktober 2016 ist unter anderem zu
entnehmen, dass der Mietvertrag der mutmasslichen gemeinsamen Wohnung alleine
auf den Namen der Ehefrau laute und der Briefkasten auch alleine mit ihrem Vornamen
(und selbstverständlich Namen) beschriftet sei. Der Lohnausweis von Q._ sei an die
Adresse X._-strasse in K._ adressiert worden. Auf Facebook gebe Q._ als Wohnort
W._ an. Zwischen den Facebook-Profilen der Ehegatten bestünden keine
Verbindungen (sie seien nicht miteinander befreundet und es würden keine
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gemeinsamen Fotos existieren). Zudem sei die Ehefrau in den amtlichen Registern und
auf Facebook immer noch mit ihrem ledigen Namen registriert. Laut dem Vermieter der
Wohnung in F._ würden abgesehen von der Schwester der Ehefrau von Q._ keine
weiteren Personen in der Wohnung verkehren. Das Migrationsamt beauftragte die
Polizeistation aufgrund dieser Untersuchungsergebnisse mit der getrennten Befragung
der Ehegatten. Diese fand am 21. Januar 2017 statt. Auf die im Rahmen dieser
Befragungen gemachten Angaben wird noch eingegangen. Die Ehefrau bestätigte ihre
Angaben am 1. Juni 2017 gegenüber dem Migrationsamt telefonisch und fügte an,
dass sie keine Zukunft mit Q._ sehe und eine Wiederaufnahme der Ehegemeinschaft
kein Thema sei.
C. Mit Verfügung vom 28. Juli 2017 verlängerte das Migrationsamt die
Aufenthaltsbewilligung von Q._ nicht mehr und wies ihn an, die Schweiz zu verlassen
(vgl. act. 10/1.1; Dossier, S. 150 ff.). Mit Eingabe vom 21. August 2017 erhob Q._ beim
Sicherheits- und Justizdepartement Rekurs gegen die Verfügung und beantragte, diese
aufzuheben, die Aufenthaltsbewilligung zu verlängern und auf eine Wegweisung zu
verzichten (act. 10/1; Dossier, S. 164 ff.). In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte
Q._ die Sistierung des Verfahrens, einstweilen für ein halbes Jahr. Mit
Eheschutzentscheid des Kreisgerichts Rheintal vom 26. Oktober 2017 wurde das
Getrenntleben der Ehegatten per 30. Juni 2016 gerichtlich festgehalten; auf dieses
Trennungsdatum hatten sich die Ehegatten im Rahmen einer Vereinbarung geeinigt
(act. 10/6.1). Mit Entscheid vom 23. November 2017 wies das Sicherheits- und
Justizdepartement den Rekurs ab.
D. Q._ (Beschwerdeführer) erhob gegen den am 27. November 2017 zugestellten
Rekursentscheid des Sicherheits- und Justizdepartements (Vorinstanz) durch seinen
Rechtsvertreter mit Eingabe vom 11. Dezember 2017 Beschwerde beim
Verwaltungsgericht mit den Rechtsbegehren, unter Kosten- und Entschädigungsfolge
sei der angefochtene Entscheid aufzuheben, die Aufenthaltsbewilligung zu verlängern
und der Beschwerdeführer nicht aus der Schweiz wegzuweisen.

Mit Vernehmlassung vom 19. Februar 2018 verwies die Vorinstanz auf die Erwägungen
in ihrem Entscheid und beantragte die Abweisung der Beschwerde. Der Arbeitgeber
des Beschwerdeführers reichte am 5. Juli 2018 eine Stellungnahme ein.
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Auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid und die Ausführungen des
Beschwerdeführers zur Begründung seiner Anträge sowie die Akten wird, soweit
wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59 Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Als Adressat des
angefochtenen Entscheids ist der im Rekursverfahren unterlegene Beschwerdeführer
zur Ergreifung der Beschwerde berechtigt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1
VRP). Die Beschwerde gegen den am 27. November 2017 zugestellten
Rekursentscheid wurde mit Eingabe vom 11. Dezember 2017 rechtzeitig erhoben und
erfüllt formal wie inhaltlich die gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit
Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist deshalb einzutreten.
2. Gemäss Art. 42 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer
(SR 142.20, AuG) haben ausländische Ehegatten von Schweizerinnen und Schweizern
Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit
diesem zusammenwohnen. Vorbehalten sind der Rechtsmissbrauch und das Vorliegen
von Widerrufsgründen gemäss Art. 63 AuG (Art. 51 Abs. 1 AuG). Ausnahmsweise
besteht das Erfordernis des Zusammenwohnens nicht, wenn für getrennte Wohnorte
wichtige Gründe geltend gemacht werden und die Familiengemeinschaft weiter besteht
(Art. 49 AuG). Wichtige Gründe für die Ausnahme vom Erfordernis des
Zusammenwohnens sind etwa berufliche Verpflichtungen oder die vorübergehende,
kurzzeitige Trennung wegen erheblicher familiärer Probleme (vgl. Art. 76 der
Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit; SR 142.201, VZAE). Mit
Blick darauf ist aufgrund sämtlicher Umstände im Einzelfall zu bestimmen, ab welchem
Zeitpunkt die eheliche Gemeinschaft als definitiv aufgelöst zu betrachten ist (vgl. BGer
2C_821/2011 vom 22. Juni 2012 E. 2). Dabei ist zu berücksichtigen, dass Art. 49 AuG
Ausnahmecharakter zukommt und sich dessen Anwendbarkeit auf besondere
Konstellationen beschränkt.
bis
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Der Bewilligungsanspruch besteht trotz Auflösung beziehungsweise definitiven
Scheiterns der Ehegemeinschaft fort, wenn diese mindestens drei Jahre gedauert und
die betroffene ausländische Person sich in der Schweiz erfolgreich integriert hat
(Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG; vgl. BGE 136 II 113 E. 3.3.3) oder, unabhängig von der
bisherigen Dauer der Ehegemeinschaft oder einer erfolgreichen Integration, wenn
wichtige persönliche Gründe einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz erforderlich
machen (Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG). Die beiden Kriterien nach Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG
(Fristablauf und Integration) sind für den Anspruch kumulativ erforderlich (VerwGE B
2012/181 vom 30. April 2013 E. 2). Die Dreijahresfrist gilt absolut, d.h. es spielt keine
Rolle, ob allenfalls nur wenige Wochen fehlen (BGer 2C_635/2009 vom 26. März 2010
E. 5.2). Wichtige persönliche Gründe liegen namentlich vor, wenn der Ehegatte Opfer
häuslicher Gewalt wurde oder die soziale Wiedereingliederung im Herkunftsland stark
gefährdet erscheint (Art. 50 Abs. 2 AuG).
Besteht kein Rechtsanspruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung, ist darüber
nach pflichtgemässem Ermessen zu entscheiden. Dabei haben die zuständigen
Behörden die öffentlichen Interessen und die persönlichen Verhältnisse sowie den Grad
der Integration zu berücksichtigen (Art. 96 Abs. 1 AuG). Bei Ausländerinnen und
Ausländern, bei welchen nach kurzem Aufenthalt in der Schweiz die Bedingungen für
die Erteilung der Aufenthaltsbewilligung wegfallen, besteht ein öffentliches Interesse,
dass sie die Schweiz wieder verlassen (VerwGE B 2012/105 vom 13. November 2012
E. 7).
3. Die Vorinstanz macht nun geltend, dass das eheliche Zusammenleben vorliegend
lediglich etwas mehr als zwei Jahre gedauert habe und die Voraussetzung der
dreijährigen Ehegemeinschaft nicht erfüllt sei. Mit einer Wiederaufnahme der Ehe sei
nicht zu rechnen, zumal die Ehegatten nun gerichtlich getrennt seien. Die Ehefrau habe
den Behörden gegenüber mehrfach mitgeteilt, dass sie die Scheidung wolle und sich
eine gemeinsame Zukunft mit dem Beschwerdeführer nicht mehr vorstellen könne. Sie
habe sich dabei nicht widersprüchlich verhalten. Allfällige psychische Probleme
ihrerseits seien weder dargetan noch hätten solche einen Einfluss auf das vorliegende
Verfahren. Wichtige Gründe für eine weitere Anwesenheit des Beschwerdeführers in
der Schweiz würden nicht vorliegen. Eine gelungene Integration sei kein solcher
wichtiger Grund, da eine Integration von jedem Ausländer erwartet werde. Dass der
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Beschwerdeführer wegen der Eheschliessung seine Existenz im Kosovo aufgegeben
habe, habe er selbst zu verantworten. Er habe den grössten Teil seines Lebens im
Kosovo verbracht, sei mit der dortigen Kultur und den Lebensgewohnheiten vertraut
und werde sich dort schnell wieder zurechtfinden. Auf Art. 8 der Europäischen
Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (SR 0.101, EMRK)
könne sich der Beschwerdeführer nicht berufen.
Der Beschwerdeführer bringt demgegenüber vor, dass es zwar richtig sei, dass die
Ehegemeinschaft bis zur Trennung nicht drei Jahre gedauert habe, dass dies aber nicht
bedeute, dass mit einer Wiederaufnahme der Ehe nicht zu rechnen sei, zumal das
Eheschutzverfahren dem Schutz der Ehe diene. Seine Ehefrau habe sich immer
ambivalent verhalten. Einmal habe sie von einer längerfristigen Trennung gesprochen,
dann von einer Ehescheidung und dann wieder von einer kurzfristigen Trennung, um
Abstand zu gewinnen. Der von ihr eingeschlagene Weg zeige, dass es ihr vorerst nur
um eine Trennung gehe. Er gehe deshalb davon aus, dass sie wieder
zusammenkommen würden. Man müsse deshalb schauen, wie sich das Ganze
entwickle. Es wäre deshalb angebracht gewesen, das Verfahren zu sistieren. Er habe
wegen seiner Ehe seine gesamte Existenz im Kosovo aufgegeben. Er müsste deshalb
im Rahmen des Scheidungsverfahrens eine Entschädigung erhalten. Um dies
durchzusetzen, müsste er mindestens eine Aufenthaltsbewilligung zur Durchführung
der Ehescheidung erhalten. Nur so wäre er in der Lage, seine Ansprüche zu
verteidigen. Er habe sich hier ein umfassendes privates und berufliches
Beziehungsnetz aufgebaut. Seine ganze Familie lebe hier, auch Onkel und Tanten. Im
Kosovo stünde er vor dem Nichts und habe auch keine Arbeit. Die Wegweisung würde
zu einer existenziellen Bedrohung führen. Er habe sein Geschäft im Kosovo verkauft,
um die Hochzeitsfeier und die Einrichtung der ehelichen Wohnung zu finanzieren. Sein
Interesse am Verbleib in der Schweiz überwiege das öffentliche Interesse an seiner
Wegweisung.
Im Rahmen der polizeilichen Befragungen am 21. Januar 2017 gab die Ehefrau an,
dass sie seit etwa einem Jahr an der C._-strasse in F._ wohne (Dossier, S. 66 ff.). Ihr
Ehemann wohne am Wochenende auch dort. Ansonsten wohne ihr Ehemann wegen
der Arbeit bei seinem Vater in K._. Der Name des Ehemannes sei nicht am
Briefkasten, weil sie ja die Wohnung mieten würde und gedacht habe, dass es nicht
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nötig sei, dass der Name des Ehemannes auch dort stehe. Der Vermieter habe
gewusst, dass sie und ihr Ehemann es nicht gut gehabt hätten. Er sei deshalb
vermutlich der Meinung, dass sie alleine in der Wohnung lebe. Sie und ihr Ehemann
hätten es nicht immer gut zusammen. Sie hätten sich auch schon getrennt, würden es
aber immer wieder versuchen. Aktuell seien sie wieder zusammen. Ihr Ehemann habe
keinen Schlüssel für die Wohnung, weil er ja nur am Wochenende komme und sie
sowieso zu Hause sei. Ein Hochzeitsfest habe es nicht gegeben. Auch Geschenke
hätten sie nicht erhalten. Die Namen der Eltern und Geschwister des Ehemannes
wusste die Ehefrau nicht mehr. Sie habe seine Verwandten seit der Verlobung im
Sommer 2013 nicht mehr gesehen. Sie denke, ihr Ehemann pflege einen guten Kontakt
mit seiner Familie. Das genaue Geburtsdatum von ihrem Ehemann habe sie vergessen,
aber er sei 1983 geboren. Was und wo er im Kosovo gearbeitet habe, wisse sie nicht
mehr. Als ihr Ehemann in die Schweiz gekommen sei, hätten sie anfänglich an der E._-
strasse in B._ gewohnt. Nach etwa zwei Jahren seien die Eheprobleme gekommen
und sie sei nach F._ gezogen. Von da an sei er mehr bei seinem Vater in K._
gewesen. Seit etwa zwei Monaten komme er an den Wochenenden wieder mehr zu ihr
nach F._. Ihr Ehemann habe eine Arbeitsstelle in W._, weil dort sein Onkel arbeite.
Den Namen seines Onkels kenne sie nicht. Wenn ihr Ehemann am Wochenende
komme, dann komme er in der Regel am Samstag und fahre am Sonntag wieder
zurück, mit dem Auto. Sie hätten getrennte Konti. Die Wohnung würden sie gemeinsam
bezahlen. Sie hätten keine guten gemeinsamen Bekannten. Gemeinsame Hobbies
hätten sie auch keine. Wenn er am Wochenende bei ihr sei, seien sie nur in der
Wohnung. Unternehmen würden sie nichts. Sie hätten keine gemeinsamen Ferien
gemacht, da sie selbst nicht gerne in den Kosovo gehe. Im Sommer 2014 seien sie
gemeinsam im Kosovo gewesen. Im Sommer 2015 hätten sie es nicht mehr so gut
miteinander gehabt. Sie sei damals auch in den Kosovo gegangen, weil ihr Bruder
geheiratet habe. Ihr Ehemann gehe in der Regel zweimal pro Jahr in den Kosovo,
einmal im Sommer und einmal im Winter. Ihr Ehemann sei Moslem; sie würde ihn als
normal gläubig beschreiben. Sie selbst sei auch Moslem, aber sie habe sich teils den
westlichen Sitten angepasst. Sie sei keine Scheinehe eingegangen. Aber sie hätten es
seit zwei Jahren nicht mehr gut zusammen, weshalb sie sich von ihm habe trennen
wollen. Er habe aber die Scheidungspapiere nicht unterschreiben wollen und wolle das
bis jetzt nicht. Sie sei auch deshalb nicht mit ihm auf Facebook befreundet. Ihr
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Facebook-Profil laute noch auf den Namen Z._, weil das ihr Familienname sei. Der
Führerausweis und die Fahrzeuge würden noch auf den Namen Z._ lauten, weil sie es
noch nicht geändert habe. Sie sei jetzt ganz ehrlich: Er komme nicht mehr zu ihr nach
F._, auch an den Wochenenden nicht mehr. Sie habe mit ihm abgeschlossen und
wolle nur noch die Scheidung. Warum sie bis zum Schluss gesagt habe, dass er an
den Wochenenden bei ihr in F._ sei, wisse sie nicht. Sie hätten sich eigentlich vor
einem Jahr getrennt. Das sei auch der Grund gewesen, dass sie den Wohnort von B._
nach F._ verlegt habe. In ihrer Wohnung in F._ sei ihr Ehemann nur einmal gewesen.
Es werde sicher eine Scheidung geben.
Der Beschwerdeführer und Ehemann sagte am 21. Januar 2017 anlässlich der
polizeilichen Befragung aus, dass er zusammen mit seiner Frau an der C._-strasse in
F._ wohne (Dossier, S. 79 ff.). Montag bis Freitag sei er an der G._-strasse in K._.
Sein Vater wohne dort. Manchmal, wenn er am Wochenende arbeiten müsse, bleibe er
auch übers Wochenende in K._. Vorher hätten sie in B._ gewohnt. Er könne den
genauen Umzugstermin nicht nennen. Das mit dem Mietvertrag habe alles seine Frau
geregelt. Bei der Unterzeichnung des Mietvertrags sei er ortabwesend gewesen.
Türklingel und Briefkasten seien mit beiden Namen beschriftet. Er sei sich zwar nicht
ganz sicher, aber bei der alten Wohnung hätten sie sicher beide Namen angeschrieben
gehabt. Er habe noch keinen Schlüssel zur Wohnung. Die Namen der anderen Mieter in
der Liegenschaft könne er nicht nennen. Das interessiere ihn auch nicht, da er nur am
Samstag und Sonntag dort sei. Wenn er am Wochenende dort sei, sei er meistens mit
seiner Frau unterwegs. Sie würden nur zum Schlafen nach Hause kommen. Die
Hochzeitsfeier habe im Kosovo im Sommer 2014 stattgefunden, das genaue Datum
wisse er nicht mehr. Den Namen der Trauzeugin, es sei eine Kollegin seiner Frau
gewesen, wisse er nicht genau; später sagte er, sie heisse U._. Am Fest im Kosovo im
Sommer 2014 hätten beide Familien teilgenommen, insgesamt ungefähr 20 Personen.
Sie hätten nur im kleinen Rahmen gefeiert, weil es seiner Frau gesundheitlich nicht gut
gegangen sei. Das Hochzeitsfest habe er organisiert und bezahlt. Sie hätten
mehrheitlich Kleider als Geschenke erhalten. Mit seinen Geschwistern und Eltern stehe
er täglich im Kontakt. Seine Ehefrau habe ein gutes Verhältnis zu seinen Verwandten.
Und er habe ein gutes Verhältnis zu ihren Geschwistern und Eltern, deren Namen und
ungefähres Alter er nannte. Das Geburtsdatum seiner Frau konnte er nicht mit
Sicherheit sagen. Er schwankte zwischen November und Dezember und war nicht
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sicher, ob sie im Jahre 1986 oder 1987 geboren wurde. Sie hätten eigene Konti,
würden aber alles zusammen bezahlen. Zuerst hätten sie ein Jahr in B._ gewohnt. Er
wisse nicht mehr, an welcher Strasse. Es sei ein bisschen oberhalb des neuen
Gemeindegebäudes gewesen. Danach seien sie nach F._ gekommen. Er habe auch
im Rheintal einen Job gesucht, aber nichts gefunden. Es habe immer geheissen, er
müsse Deutsch können. Familienangehörige hätten ihm den Job in W._ besorgt. Er
verstehe Deutsch, könne aber nicht sehr gut reden. An seinem Arbeitsort würden viele
albanisch sprechende Personen arbeiten. Er und seine Ehefrau hätten keine guten
gemeinsamen Bekannten. Wenn er seine Frau besuche, würden sie zusammen TV
schauen, ihre Familie besuchen, spazieren oder Kaffee trinken gehen. Gemeinsame
Hobbies hätten sie nicht. Er möchte gerne Kinder; sie würden zwei bis drei Kinder
wollen. Er wisse nicht, ob sie auch ein Haus bauen würden. Sie seien einmal
zusammen im Kosovo gewesen. Manchmal sei er alleine gegangen, manchmal sei sie
alleine gegangen. Er könne nicht genau sagen, wann sie gemeinsam im Kosovo
gewesen seien. Seiner Ehefrau gefalle es nicht sonderlich im Kosovo; sie habe auch
einmal gesundheitliche Probleme gehabt, nachdem sie im Kosovo gewesen sei. Seine
Frau sei Moslem und sie sei religiös. Sie bete auch. Er sei Moslem, aber nicht religiös.
Er bete auch nicht. Er mache auch keinen Ramadan. Schulden hätten sie beide keine.
Warum der Briefkasten nur mit dem Namen seiner Frau angeschrieben sei, wisse er
nicht. Mit seiner Frau sei er auf Facebook nicht befreundet, weil sie kein Facebook-
Profil habe. An Weihnachten sei er das letzte Mal in F._ gewesen. Aus seiner Sicht
laufe die Beziehung gut. Die Familie seiner Frau habe ihm jedoch gesagt, dass er seine
Ehefrau in Ruhe lassen solle, weil es ihr gesundheitlich nicht gut gehe. Seine Ehefrau
glaube an schwarze Magie. Sie hätten nicht oft Streit. Aber wenn jemand psychisch
krank sei, lasse man die Person besser in Ruhe. Er wolle seine Ehefrau nicht verlieren,
aber sie habe psychische Probleme. In ihrer Ehe sei nie über Scheidung gesprochen
worden. Auf entsprechende Nachfrage räumte der Beschwerdeführer ein, dass seine
Frau ihm einmal Scheidungspapiere gegeben habe, er diese jedoch nicht
unterschrieben habe. Er habe es nicht ernst genommen, weil sie psychische Probleme
habe.
Diese Aussagen deuten vorliegend stark auf eine Scheinehe hin. Beide Ehegatten
konnten den genauen Geburtstag des anderen nicht (oder nicht mit Sicherheit) nennen
und der Ehemann konnte nicht einmal die Strasse seines ersten Wohnorts in der
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Schweiz in B._ angeben. Diverse weitere Widersprüche (z.B. Zigarettenmarke der
Frau; Frage, ob eine Hochzeitsfeier stattgefunden hat; religiöse Betätigung der
Ehegatten; keine Hochzeitsgeschenke versus Kleider als Hochzeitsgeschenke; gutes
Verhältnis der Ehefrau zu den Verwandten des Ehemannes, obschon sie keine Namen
nennen kann) und Ungereimtheiten (keine Verbindung auf Facebook; keine Belege
betreffend die Stellensuche des Ehemannes im Rheintal; fehlende gute gemeinsame
Bekannte) stützen diesen Schluss.
Ungeachtet dessen ist klar, dass die Ehegemeinschaft vorliegend keine drei Jahre
gedauert hat, zumal die Ehegatten übereinstimmend den 30. Juni 2016 als
Trennungsdatum festgehalten haben. Eine Wiedervereinigung erscheint
ausgeschlossen, da die Ehefrau des Beschwerdeführers laut Akten in ihrem Beharren
auf einer Scheidung sehr konsistent war und seitens des Beschwerdeführers trotz
seiner weitreichenden Mitwirkungspflicht keine Belege für das von ihm behauptete
Schwanken der Ehefrau oder eine psychische Erkrankung eingereicht wurden. Alleine
die Tatsache, dass die Ehefrau im Rahmen der polizeilichen Einvernahme zunächst
durch falsche Schilderungen zu vertuschen versuchte, dass der Ehemann tatsächlich
seit ihrem Umzug nach F._ nur einmal bei ihr gewesen war (unter anderem mit der
Behauptung, sie seien auch schon getrennt gewesen, würden es aber immer wieder
versuchen), reicht als Beleg hierfür nicht aus. Das Eheschutzverfahren diente
vorliegend nicht dem Schutz der Ehe, sondern war schlichtweg die einzige Möglichkeit
der Ehefrau, eine möglichst baldige Scheidung durchzusetzen, zumal sich der
Beschwerdeführer weigerte, in eine solche einzuwilligen, was er im Rahmen der
polizeilichen Befragung selbst einräumte und es deshalb infolge der Zweijahresfrist für
die Scheidung wichtig war, bald einen gerichtlich festgehaltenen Trennungstermin zu
haben. Wichtige Gründe für den Verbleib des Beschwerdeführers in der Schweiz trotz
Nichtwahrung der Frist von drei Jahren wurden trotz der weitreichenden
Mitwirkungspflicht des Beschwerdeführers keine dargelegt. Insbesondere ist das
anstehende Scheidungsverfahren kein solcher Grund, zumal der Beschwerdeführer
eine Zustelladresse in der Schweiz bezeichnen und/oder auch für die Scheidung einen
Rechtsvertreter mandatieren kann. Die Einreise zur allfälligen Anhörung im Rahmen des
Scheidungsverfahrens (die im Übrigen bisweilen auch telefonisch gemacht wird, bei
Bedarf unter Beizug eines Dolmetschers) ist ohne Aufenthaltsbewilligung möglich. Bei
einer solchen Einreise würde auch genug Zeit für allfällige Vorbesprechungen zur
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Verfügung stehen, die im Übrigen aber auch per Skype und Post usw. möglich sind.
Dies stellt keinen wichtigen Grund dar. Auch dass der Beschwerdeführer, wie von ihm
behauptet, aber trotz seiner weitreichenden Mitwirkungspflicht nicht belegt, sein
Geschäft im Kosovo verkauft hat, um die Hochzeitsfeier zu finanzieren (die laut
Angaben der Ehefrau bei der Polizei nie stattgefunden hat) und um
Einrichtungsgegenstände für die Wohnung zu kaufen (keine Belege), würde keinen
wichtigen Grund für den weiteren Verbleib in der Schweiz darstellen. Denn eine
schwierige wirtschaftliche Wiedereingliederung im Heimatland stellt keinen wichtigen
Grund dar. Ein Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung ist somit nicht
gegeben. Da der Beschwerdeführer volljährig ist und keine Kinder hat, kann er keinen
Anspruch aus Art. 8 EMRK ableiten, zumal seine Ehefrau sehr klar gemacht hat, dass
sie sich von ihm scheiden lassen will.
Das öffentliche Interesse an der Wegweisung des Beschwerdeführers überwiegt
vorliegend seine privaten Interessen an einem Verbleib in der Schweiz, zumal er (nach
übereinstimmenden Angaben der Ehegatten anlässlich der polizeilichen Befragung)
rund zweimal jährlich in den Kosovo reist, was neben der offensichtlich in sozialer
Hinsicht noch starken Verbundenheit mit dem Land eine bleibende kulturelle Bande
dokumentiert. Er wies denn auch anlässlich der polizeilichen Befragung mehrmals
darauf hin, dass dies in seiner Kultur so üblich sei (dass man schnell nach dem
Kennenlernen heirate usw.). Den weitaus grössten Teil seines Lebens hat der
Beschwerdeführer im Kosovo verbracht, unter anderem die stark prägende Kindheit
und Jugend. Er ist damit mit der dortigen Sprache und Kultur bestens vertraut.
Wirtschaftliche Nachteile eines Lebens im Kosovo im Vergleich zu einem Leben in der
Schweiz vermögen das Interesse der Schweiz an der Wegweisung beziehungsweise
Durchsetzung der gesetzlich definierten Ausländerpolitik nicht aufzuwiegen. Und die
normale berufliche Integration (act. 13) und der grosse Verwandten-/Bekanntenkreis in
der Schweiz können den Vollzug der ausländerrechtlichen Bestimmungen nicht
verhindern. Der behauptete Verkauf des Geschäfts im Kosovo ist zudem nicht belegt,
wäre aber auch nicht entscheidend. Denn ausschlaggebend ist, dass es dem
Beschwerdeführer ohne weiteres zugemutet werden kann, im Kosovo, wo er nach wie
vor stark verwurzelt ist, wieder neu anzufangen und mit seinen Familienmitgliedern in
der Schweiz im Rahmen von seinen oder deren Besuchsaufenthalten sowie mittels
moderner Kommunikationsmittel Kontakt zu pflegen.
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Der Entscheid der Vorinstanz ist damit recht- und verhältnismässig.
4. Angesichts dessen ist die Beschwerde abzuweisen.
5. (...)