Decision ID: 360188b3-0875-4df7-9bcf-87ccf2c4833c
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 19
77
,
war
vom 1. Juni
b
is am 28.
September 2012
als
Ser
viceangestellter
bei der
Z._
GmbH
tätig
(Urk. 7/28, Urk. 7/
23 S. 1
)
, über welche
am
9.
Januar 2013 der Konkurs eröffnet wurde
(Urk. 7/15)
.
Am 25. Janu
ar 2013 machte der Versicherte
im Kon
kurs der
Z._
GmbH
eine Lohnforderung
geltend (Urk. 7/15-17).
Mit Schreiben vom 25. Ja
nuar 2013 (Urk. 7/23), ergänzt
mit Schreiben vom
26. Februar 2013
(Urk. 7/14),
be
an
tragte
der Versicherte
bei der Arbeits
losenkasse des Kantons Zürich
die Aus
richtung von Insolvenzentschädigung
von ins
gesamt Fr. 21‘719.60
für nicht be
glichene
n
Lohn
vom 1. Juni bis 28. Septem
ber 2012
,
zuzü
glich eines anteils
mässigen 13. Monatslohns
und eines Ferienanteils
(10.42
Tage; Urk. 7/16 S. 1;
Urk. 7/14 S. 2
).
Die
Arbeits
losenkasse des Kantons Zürich
wies das Leistungs
be
gehren mit Ver
fügung vom 14. März 2013
ab (Urk.
7/
1
2
).
Die dagegen erho
bene Ein
sprache vom 26.
März 2013 (Urk. 7/
10
), ergänzt mit Sch
reiben vom 24. April 2013 (Urk. 7/2
), wies
die Arbeitslosenkasse
des Kantons Zürich mit
Ein
sprache
ent
scheid
vom
13. Mai 2013 ab
(Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
der Versicherte mit Eingabe vom 17. Mai 2013
Beschwerde
und beantragte,
es sei der
Einspracheentscheid
vom 13. Mai 2013 aufzuheben und es seien ihm Insolvenzentschädigungen zuzusprechen (Urk. 1 S. 2).
Die
Be
schwer
degegnerin
schloss in der
Beschwerdeantwort vom
3. Juni 2013 auf
Ab
weisung der Beschwerde (Urk.
6
S. 2
).
Auf die Vorbringen der Parteien und die Akten
wird
, soweit für die
Ent
s
cheid
findung
erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen
.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 51 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die obligatorische Ar
beitslosen
versicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG)
haben beitrags
pflichtige Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von Arbeitgebern, die in der Schweiz der Zwangs
voll
streckung unterliegen oder in der Schweiz Arbeit
nehmerinnen und Arbeit
nehmer beschäftigen, Anspruch auf
Insolvenz
ent
schädigung
, wenn:
a)
gegen ihren Arbeitgeber der Konkurs eröffnet wird und ihnen in diesem Zeit
punkt Lohnforderungen zustehen oder
b)
der Konkurs nur deswegen nicht eröffnet wird, weil sich infolge offen
sichtli
cher Überschuldung des Arb
eitgebers kein Gläubiger bereit
findet, die Kosten vorzuschiessen, oder
c)
sie gegen ihren Arbeitgeber für Lohnforderungen das Pfändungsbegehren gestellt haben (BGE 127 V 183 ff., 125 V 492 ff.)
oder bei Bewilligung der Nachlassstundung oder richterlichem Konkursaufschub (Art. 58 AVIG).
1.2
Nach Art.
52
Abs.
1 AVIG
deckt di
e Insolvenzentschädigung
f
ür das gleiche Arbeits
verhältnis Lohnforderungen für höchstens die letzten vier Monate des Arbeitsverhältnisses, für jeden Monat jedoch nur b
is zum Höchstbetrag nach Art.
3
Abs.
2
AVIG
. Als Lohn gelten auch die geschuldeten Zulagen.
Art. 52
Abs.
1
bis
AVIG bestimmt, dass d
ie Insolvenzentschädigung ausnahms
weise Lohn
forderungen nach der Konkurseröffnung
deckt
, solange die ver
si
cherte Person in guten Treuen nicht wissen konnte, dass der Konkurs eröffnet worden war, und es sich dabei nicht um Masseschulden handelt. Die maximale Bezug
s
dauer nach Absatz 1 darf nicht überschritten werden
.
1.3
Die Insolvenzentschädigung ist eine Lohnausfallversicherung bei Zahlungsun
fähigkeit des Arbeitgebers. Sie setzt eine Lohnforderung der versicherten Person gegenüber dem insolventen Arbeitgeber voraus. Unter Lohnforderung im
Sinne von Art. 52 Abs. 1 AVIG
ist grundsätzlich der massgebende Lohn gemäss Art. 5
Abs.
2 des Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinterlassenenver
sicherung
(AHVG) zu verstehen, einschliesslich der geschuldeten Zulagen. Der
Schutz
zweck
der Insolvenzentschädigung erstreckt sich nur auf tat
sächlich geleistete, aber nicht
entlöhnte
Arbeit. Dem Tatbestand der ge
leisteten Arbeit hat die Rechtsprechung diejenigen Fälle gleichgestellt, in denen der Arbeitnehmer nur wegen Annahmeverzugs des Arbeitgebers im Sinne von Art. 324 des Obli
ga
tio
nenrechts (OR) keine Arbeit leisten konnte (BGE 132 V 82 E. 3.1, 137 V 96 E. 6.1).
Die
Insolvenzentschädigung
stellt
der versicherten Person jene Lohnsumme sicher, mit der sie in den letzten vier Monaten des Arbeits
verhältnisses vor Eröffnung des Konkurses über den Arbeitgeber rechnen durfte (ARV 1998 S. 58, C 191/95
; BGE
137 V 96
E. 6.2
).
Die Insolvenzentschädigung deckt weder An
sprüche infolge nicht bezogener Ferien, wenn die
Arbeitnehmenden
während der Dauer des Arbeitsverhältnisses keine Ferienlohnzuschläge erhalten haben, noch Entschädigungen für Überstunden, falls sich die
Arbeitnehmenden
ver
traglich verpflichtet haben, geleistete Überstunden mit Freizeit zu kom
pen
sieren (
BGE
137 V 96
E. 6
.3-4
).
1.4
1.4.1
Der Arbeitnehmer muss im Konkurs- oder Pfändungsverfahren alles unter
neh
men, um seine Ansprüche gegenüber dem Arbeitgeber zu wahren, bis die Kasse ihm mitteilt, dass sie an seiner Stelle in das Verfahren eingetreten ist. Da
nach muss er die Kasse bei der Verfolgung ihres Anspruchs in jeder zweck
dienlichen Weise unterstützen (Art. 55
Abs.
1 AVIG).
Der Arbeitnehmer muss die Insolvenzentschäd
igung in Abweichung von Art.
25 Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialver
sicherungs
rechts
(ATSG)
zurückerstatten, soweit die Lohnforderung im Konkurs oder in der Pfändung abgewiesen oder aus Gründen nicht gedeckt wird, die der Arbeit
neh
mer absichtlich oder grobfahrlässig herbeigeführt hat, ebenso soweit sie vom Arbeitgeber nachträglich erfüllt wird
(Art. 55
Abs.
2 AVIG)
.
1.4.2
Machen
Arbeitnehmende
gegenüber dem Arbeitgeber oder der Arbeitgeberin während längerer Zeit keine Anstalten, ihrer Lohnforderung mit hinreichender Deutlichkeit Ausdruck zu verleihen, signalisieren sie mangelndes Interesse. Da
durch verlieren sie auch gegenüber der Arbeitslosenversicherung ihre
Schutz
be
dürftigkeit
und Schutzwürdigkeit. Die Bestimmung von Art. 55
Abs.
1 AVIG, wonach der Arbeitnehmer im Konkurs- oder Pfändungsverfahren alles unter
nehmen muss, um seine Ansprüche gegenüber dem Arbeitgeber zu wahren, be
zieht sich dem Wortlaut nach auf das Konkurs- und Pfändungsverfahren. Sie bildet jedoch Ausdruck der allgemeinen Schadenminderungspflicht, welche auch dann Platz greift, wenn das Arbeitsverhältnis vor der Konkurseröffnung aufgelöst wird (BGE 114 V 56 E.
4
; ARV 1999 Nr. 24 S
.
140). Eine ur
sprüng
li
che Leistungsverweigerung infolge Verletzung der Schadenminderungspflicht im Sinne der zu Art. 55
Abs.
1 AVIG ergangenen Recht
sprechung (
BGE 114 V 56
E.
3d; ARV 2002 Nr. 8 S. 62, C
91/01, und Nr. 30 S. 190, C 367/01; ARV 1999 Nr. 24 S. 140, C 183/97
;
Urteil
des Bundesgerichts
8C_124/2012
vom 27.
August 2012
E. 2.1
) setzt voraus, dass der versicherten Person ein schweres Verschulden, also vorsätzliches oder grobfahrlässiges Handeln oder Unterlassen vorgeworfen werden kann. Dem Erfordernis der
Verhältnismässigkeit
ist mit dem
Ausmass
der von den
Arbeitnehmenden
zu erwartenden Vorkehrungen Rech
nung zu tragen (SVR 2014
AlV
Nr. 4 S. 9 E. 4.1). Nach ständiger Recht
sprechung wird eine konsequente und kontinuierliche Weiterverfolgung der eingeleiteten Schritte gefordert, welche in einem der vom Gesetz geforderten
zwangsvoll
streckungsrechtlichen
Stadien münden müssen, damit Anspruch auf Insol
venzentschädigung besteht.
Arbeitnehmende
sollen sich gegenüber dem Arbeitgeber so verhalten, als ob es das Institut der
Insolvenz
entschädigung
gar nicht gäbe. Dieses Erfordernis lässt ein längeres
Untätigsein
nicht zu (
SVR 2014
AlV
Nr. 4 S. 9 E. 4.2;
Urteil des Bundesgerichts 8C_211/2014 vom 1
7.
Juli 2014 E. 6.1
)
.
Das
Ausmass der geforderten Schaden
minderungspflicht richtet sich nach den jeweiligen Umständen d
es Einzelfalles. Von der
arbeitneh
menden
Person wird in der Regel nicht verlangt, dass sie be
reits während des bestehenden Arbeits
verhältnisses gegen den Arbeitgeber Betreibung einleitet oder eine Klage ein
reicht. Sie hat jedoch ihre Lohnforde
rung gegenüber dem Arbeitgeber in ein
deutiger und unmissverständlicher Weise (schriftliche Mah
nung, Androhung rechtlicher Schritte) geltend zu machen (ARV 2002 Nr. 30 S. 190).
Zu weiter
ge
henden Schritten ist die versicherte Per
son dann gehalten, wenn es sich um er
hebliche Lohnausstände handelt und sie konkret mit einem Lohnverlust rech
nen muss. Denn es geht auch für die Zeit vor Auflösung des
Arbeits
ver
hält
nisses nicht an, dass die versicherte Person ohne hinreichenden Grund während längerer Zeit keine rechtlichen Schritte zur Realisierung erheb
licher
Lohnaus
stände
unternimmt, obschon sie konkret mit dem Verlust der geschul
deten Gehälter rechnen muss
(Urteil
e
des Bundesgerichts
C 264/04
vom 20. Juli 2005 E. 2.1
und C 240/05 vom 14. Februar 2006 E. 1.2 und E. 2.2
)
.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin vertrat im angefochtenen
Einspracheentscheid
den Standpunkt,
der Beschwerdeführer habe gegenüber seiner Arbeitgeberin
wäh
rend gut dreier Monate während des Arbeitsverhältnisses (Ende Juni bis Sep
tember 2012) und während rund zwei
er Monate
nach Beendigung des Arbeits
ver
hältnisses (Ende September bis November 2012)
keine rechtliche
n
Schritte eingeleitet, obschon er seit Beginn des Arbeitsverhältnisses ab Juni 2012 keinen Lohn erhalten habe. Seine nachweislich mündlichen Mahnungen noch während des Arbeitsverhältnisses würden nicht einem eindeutigen und unmiss
ver
ständ
li
chen
Gelt
endmachen
der Lohnforderungen entsprechen. Es hätte dem Be
schwerde
führer spätestens nach dem zweiten Lohnausstand klar sein müssen, dass seine mündlichen Mahnungen nicht erfolgreich seien.
Mit dem Zuwarten ge
eigneter
Massnahmen
habe
er
in Kauf genommen, dass die Einbringung sei
ner Lohnforderung immer unwahrscheinliche
r geworden sei. Dadurch sei er sei
ner Schadenminderungspflicht nicht hinreichend nachgekommen. Sein Un
ter
lassen sei als grobfahrlässig zu beurteilen, da er mit einem Lohnverlust habe rechnen müssen. Nachdem er schon im ersten Monat seiner Anstellung keinen Lohn erhalten habe, hätte ihm klar sein müssen, dass dafür finanzielle Probleme seiner Arbeitgeberin verantwortlich seien, die im Übrigen seine Lohn
forde
run
gen nie bestritten habe.
Die vorgebrachte Sprach- und
Rechtsunkundigkeit
seien
nicht geeignet, sein passives Verhalten zu entschuldigen, zumal es ihm unter denselben Bedingungen zu einem späteren Zeitpunkt mög
lich ge
we
sen sei, an eine Vertretung zu gelangen
(Urk. 2 S. 3 f.).
2.2
Der Beschwerdeführer bringt dagegen vor,
er habe am 1.
Juni 2012 bei der
Z._
GmbH die Tätigkeit als Servicemitarbeiter aufgenommen. Ende Juni, als der erste Lohn fällig
geworden,
aber nicht bezahlt
worden
sei, habe er bei der Arbeitgeberin nachgefragt. Diese ha
be ihn vertröstet, indem sie ihm
den Lohn in naher Zukunft in Aussicht gestellt und mitgeteilt habe, dass sie ein neues Lokal eröffne und daher derzeit den Lohn nicht auszahlen könne. Dies habe sich in den folgenden drei Monaten wiederholt und er sei bezüglich seines Lohns hin
gehalten worden.
Es sei nicht ersichtlich, was die Vorteile einer schriftlichen Mahnung gegenüber einer mündlichen Mahnung seien, zumal die mündlichen Mahnungen nachgewiesen und unbestritten seien.
Es bestehe kein
Form
erfor
dernis
.
Er habe sich während dieser Zeit wegen seiner Aufent
halts
bewilligung B, um de
r
en
Verlust er sich gesorgt habe, ge
zwungen gesehen, die Arbeit weiter
hin auszuführen und nicht fristlos zu kündigen.
Auch
habe
er sich
mittags und abends kostenlos verpflegen können.
E
r
sei zudem davon überzeugt gewesen, dass er den Lohn nachträglich ausbezahlt erhalte.
Er habe sich zu Recht in gutem Glauben bezüglich der Liquidität seiner Arbeitgeberin befunden.
Das
an
gekündigte neue
Lokal sei denn auch eröffnet worden.
Am 28. September 2012 habe er seinen letzten Arbeitstag bei der
Z._
GmbH gehabt und die Ge
wiss
heit erlangt, dass die Lohnzahlungen aus
bleiben würden.
Fünf Wochen nach Erhalt der Kündigung
, am 21. November 2012,
habe er beim Friedens
richter das Schlichtungsgesuch eingereicht.
Es könne vor diesem Hintergrund bei ihm nicht von einem schwe
ren Verschulden ausgegangen werden. Die in der Rechtspre
chung ent
wickelten Fristen seien eingehalten wor
den
. Es sei fraglich, was er
ausser
der Einleitung einer Betreibung
- die
rechtsprechungsgemäss
nicht ver
langt werden könne -
hätte vornehmen können,
damit ihm nicht ein schweres Verschulden
respektive grobfahrlässiges Unterlassen
ange
lastet wer
den könnte. Insbesondere seien die Anfor
derungen an eine zumutbare Hand
lung zur Geltendmachung der ausstehenden Lohnforderungen bei ihm als Aus
länder m
it einer Aufenthaltsbewilligung
B, schlechten Deutschkenntnissen und seiner Unkenntnis der Rechte in der Schweiz tiefer anzusetzen
als bei einem Schweizer Bürger
(Urk. 1 S. 4 ff.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist
, ob der Beschwerdeführer vor der Konkurseröffnung vom
9. Januar 2013
(Urk. 7/15)
seiner Schadenminderungspflicht nachge
kom
men ist
und daher Anspruch auf Insolvenzentschädigung für
seinen
Lohn für die Zeit vom 1.
Juni bis 2
8
. September 2012 hat
.
3.
3.1
3.1.1
Dem
(undatierten)
Arbeitsvertrag zwischen der
Z._
GmbH und dem Be
schwer
de
führer ist zu entnehmen, dass
er als Serv
iceangestellter ab dem 1.
Juni 2012 mit einem
monatlichen
Brutto-Gehalt von Fr. 3‘
400.--
und einem Anteil am 13. Monats
lohn von brutto Fr. 283.35 (respektive einem Netto-Gehalt
von Fr.
2‘856.65
[
nach Abzug der
Sozialbeiträge, der
Quellensteuer
von Fr. 360.--
und inklusive 13. Monatslohn
]
)
und
einer Probezeit von drei Mo
naten
angestellt war
und de
r Lohn jeweils spätestens am 4.
des folgenden Mo
nats ausbezahlt werden sollte
(
Urk.
7/28).
Es ist zudem unstrittig, dass der Be
schwerdeführer seit seiner
An
stellung am 1.
Juni bis zu seinem letzten Arbeits
tag am 2
8.
September 2012 und auch im Anschluss bis zur Konkurs
eröffnung am 9. Januar 2013
(Urk. 7/15)
kein Gehalt ausbezahlt erhalten hat.
Er konnte nach seiner Dar
stellung unent
gelt
l
ich das Mittag- und Abendessen am Arbeits
platz einnehmen
(Urk.
1 S. 4)
.
Unstrittig ist des Weiteren, dass sich der Be
schwerde
führer
erst
mals
Ende Juni und je in den folgenden Monaten Juli, August und Sep
tember 2012 bei seiner Arbeitgeberin mündlich nach seinem Lohn er
kundigt hat (Urk.
1 S.
4). Fünf Personen bestä
tigten mit ihrer Unter
schrift, dass
der Be
schwerde
führer in der Zeit zwischen Ende Juni und Ende September 2012 seinen Chef bei der
Z._
GmbH
mehr
mals betreffend Bezahlung des aus
stehenden Lohnes gemahnt habe (Urk. 7/3-7).
Mit Schreiben vom 21. November 2012 stellte der Beschwerde
führer
mit Hilfe einer Sozialarbeiterin des Sozialzentrums
A._
das Schlichtungsgesuch
betref
fend den
ausstehen
den
Lohn
dem
Friedensrichter
amt
von
B._
zu (Urk. 3/9).
3.1.2
Die Lohnausstände von Juni bis September 2012 beliefen sich bis zum letzten Arbeitstag am 2
8.
September 2012 auf brutto Fr. 14‘487.85 ([3 x
Fr.
3‘683.35] + [Fr. 3‘683.35 : 30 x 28] = Fr. 11‘050.05 + Fr. 3‘437.80) und netto auf Fr. 11‘236.15 ([3 x Fr. 2‘856.65] + [Fr. 2‘856.65 : 30 x 28] = Fr. 8‘569.95 + Fr. 2‘666.20). Da Ansprüche infolge nicht bezo
gener Ferien durch die
Insolvenz
entschädigung
nicht vergütet werden, wenn die
Arbeitnehmenden
- wie hier (Urk. 7/28) - während der Dauer des Arbeitsverhältnisses keine
Ferienlohn
zu
schläge
erhalten (BGE 137 V 99 E. 6), wäre vorliegend der bei der Anmeldung geltend gemachte Ferienanteil (Urk. 7/23 S. 2) nicht zu berücksichtigen.
3.2
3.2.1
Nach konstanter Rechtsprechung genügt e
s für die Erfüllung der
Schaden
minde
rungs
pflicht
in der Regel nicht, wenn Lohnausstände lediglich mündlich gemahnt werden. Dies gilt beispielsweise, wenn es um eine langandauernde, das
heisst
über zwei bis drei Monate hinaus andauernde Nichterfüllung der ver
trag
lichen Verpflichtung des Arbeitgebers geht; wenn überhaupt keine, also auch keine
Akonto
- oder Teilzahlung erfolgt; wenn aus der Sicht des Ver
sicher
ten nicht mit guten Gründen damit gerechnet werden kann, dass sich bald eine Besserung der Situation ergibt und wenn nicht andere, im Einzelfall ver
ständ
li
che Gründe vorliegen, die ein Zuwarten mit zielgerichteten Schritten aus ob
jek
tiver Sicht
verständlich erscheinen lassen
(Urteil des Bun
desgerichts 8C_685/2009 vom 23.
Oktober 2009 E. 4.2).
3.2.2
Hier erhielt der Beschwerdeführer
bereits
seit Beginn seiner Anstellung
ab dem 1.
Juni 2012
keinen Lohn. Auch wurde ihm bereits Ende Juni aufgrund seiner Nachfrage bekannt, dass seine Arbeitgeberin den Lohn nicht ausbezahlen konnte.
Die
Begrün
dung hierzu, nämlich dass die Neueröffnung eines anderen Lokals die Auszah
lung seines Lohnes verhinder
e
,
konnte
den Be
schwerdeführer nicht
dazu ver
anlassen,
ohne
Weiteres
auf eine sicherlich baldige Änderung der Situation zu vertrauen.
Vielmehr verdeutlichte eine solche Begründung, dass
das
Startk
apital
des neu
gegründeten Betriebes unzureichend war
und die Liquidität seiner Ar
beitgeberin
unter
dieser Investition
erheblich
litt
.
Bei einer Eröffnung eines neuen Ge
schäfts kann
gemeinhin und
insbesondere ohne ge
nü
gendes Start
kapital
de
nn auch nicht mit sofortigem Ge
win
n gerechnet werden.
Bei diesen Gegebenheiten
genügte
es
nicht
, dass
der Beschwerdeführer
nach Ausbleiben der Lohnzahlungen
von
Juni
bis Ende September 2012
ausser
den
mündlichen Mah
nungen oder Erkun
digun
gen
nichts unternommen
hat
, um seinen Forderungen Nach
druck zu verleihen.
Auch wenn es dem Beschwerdeführer nicht zum Nachteil gereichen kann, dass er das Arbeitsverhältnis trotz der kurzen Kündigungsfrist von drei Tagen
wäh
rend der bestehenden Probezeit zwischen
Juni
und
August
2012
(Urk. 7/28 S. 1)
nicht früher aufgab, so
hätte
er jedoch
spä
testens nach der dritten vergeblichen Nach
frage/Mahnung Ende August 2012 seine
n
Lohn
forderung
en
mit hinrei
chender Deutlichkeit
, na
mentlich mit einer schriftlichen Mahnung, Aus
druck verleihen müssen
. Dies gilt umso mehr
,
als es
sich um einen nicht geringen Lohnausstand han
delte
und er eine glaub
hafte Zu
sicherung der Arbeitgeberin, dass die Lohn
zahlungen
demnächst
erfol
gen würden, nicht erhalten hatte
.
Ent
gegen
der
Auffassung
des Be
schwerde
führers
wäre
in jenem Zeit
punkt und idealerweise bereits zu einem früheren Zeitpunkt
eine schriftliche Mah
nung
etwa mit
Androhung von recht
lichen Schritten
durchaus geeignet
gewesen
, den Druck auf die damalige Arbeit
geber
in, ihren Lohnzahlungspflichten
nachzu
kommen, zu erhöhen. Mit zu
nehmen
dem Zeitablauf wurde es immer unwahr
scheinlicher, dass die
Arbeit
geberin
noch über Mittel verfügte, um ihre Schul
den begleichen zu können
(vgl. Urteil
e
des Bun
desgerichts
C 264/04 vom 2
0.
Juli 2005
E.
2.2
-2.3
und 8C_329/2008 vom 31. Juli 2008 E. 3.2
).
Nichts zu seinen Gunsten kann der Beschwerdeführer
sodann
daraus ableiten, dass er Ausländer ist und
über die Aufenthaltsbewilligung
B sowie über schlechte Deutschkenntnisse verfügt.
Der Beschwerdeführer war damals seit rund 10 Jahren in der Schweiz ansässig (Einreisedatum: 9. Dezember 2002, Urk. 7/30), weshalb von
s
einer Integration auszugehen ist.
Es war ihm zuzu
mu
ten, sich rechtzeitig über die
zweckmässigen
und möglichen
Massnahmen
zur Geltend
machung seiner Lohnforderung zu informieren und sich Hilfe
stellung
bei deren Umsetzung zu
suchen
.
3.2.3
Nach
dem letzten Arbeitstag am 28.
September 2012 wartete der Beschwerde
führer zudem weitere zwei Monate bis er
einen
zielgerichteten
Schritt zur Durch
setzung seines Lohnanspruchs unternahm
, obschon er nunmehr - nach seiner eigenen Darstellung - die Gewissheit hatte, dass er mit dem Verlust der geschuldeten Gehälter rechnen musste
. In diesen zwei Monaten
unternahm er überhaupt nichts, obschon er
schon
in diesem Zeitraum
- nach vorgängiger schrift
licher Mahnung
-
eine
Betreibung oder Klage hätte einleiten müssen und können.
3.2.4
Schliesslich
kann nicht angenommen werden, dass der Schaden (Lohnverlust) auch bei
pflichtgemässem
Handeln nicht zu vermeiden gewesen wäre. Denn es ist nicht
auszuschliessen
, dass bei sofortiger
(schriftlicher)
Androhung oder Ein
leitung der genannten
Massnahmen
noch eine Zahlung erfolgt wäre. Dem
zu
folge besteht kein Grund, die
Rechtmässigkeit
der Leistungsverweigerung man
gels einer Kausalität des pflichtwidrigen Verhaltens
des Beschwerdeführers
zu ver
neinen.
3.3
Nach dem Gesagten ist e
ine qualifizierte Verletzung der
Schaden
minderungs
pflicht
a
uf
g
rund der ge
samten Umstände
und vor dem Hinter
grund der zitierten Rechtsprechung zu bejahen
, weshalb sie von der Beschwerdegegnerin zu Recht
mit einer Leistun
gsverweigerung
sanktioniert wurde
.
Die Beschwerde ist folglich abzuweisen.