Decision ID: f868c5df-c36f-5c70-ac94-bfedd93776a3
Year: 2006
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ S.Z., geboren 1979, ist mazedonischer Staatsangehöriger. Er gelangte 1994
zusammen mit seiner Mutter und zwei Geschwistern im Rahmen des Familiennachzugs
zu seinem in Goldach wohnhaften Vater. Das Ausländeramt erteilte ihm nach der
Einreise eine Niederlassungsbewilligung.
1996/1997 wurde S.Z. wegen SVG-Delikten sowie wegen Hehlerei, Körperverletzung,
Tätlichkeiten und geringfügigen Vermögensdelikts mit Bussen von Fr. 100.-- und Fr.
350.-- sowie fünf Halbtagen Arbeitsleistung und einer Einschliessung von sechs Tagen
bestraft. Am 21. Januar 1999 wurde er von der Gerichtskommission Rorschach wegen
einfacher Körperverletzung, Unterlassung der Nothilfe, mehrfachen Diebstahls,
mehrfachen Hausfriedensbruchs, geringfügigen Vermögensdelikts sowie Entwendung
eines Fahrrads zum Gebrauch mit zwölf Monaten Gefängnis und einer Busse von Fr.
200.-- bestraft. Die Gefängnisstrafe wurde mit einer Probezeit von fünf Jahren bedingt
ausgesprochen und die Einschliessung von sechs Tagen vollziehbar erklärt. Am 2.
Oktober 2003 wurde S.Z. vom Kreisgericht Rorschach wegen mehrfacher
Beschimpfung sowie wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte mit
zwei Monaten Gefängnis bestraft, wobei die im Urteil vom 21. Januar 1999
angeordnete Probezeit um zweieinhalb Jahre verlängert wurde. Am 11. November 2004
sprach das Kreisgericht Rorschach S.Z. des Angriffs, der einfachen Körperverletzung
sowie der mehrfachen einfachen Körperverletzung an einem Wehrlosen schuldig und
verurteilte ihn zu zwölf Monaten Gefängnis, bedingt erlassen auf eine Probezeit von vier
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Jahren. Gleichzeitig wurde die im Urteil vom 21. Januar 1999 bedingt ausgesprochene
Gefängnisstrafe von zwölf Monaten vollziehbar erklärt. Ausserdem wurde S.Z. für fünf
Jahre des Landes verwiesen, wobei der bedingte Vollzug dieser Nebenstrafe mit einer
Probezeit von vier Jahren gewährt wurde. Im Berufungsverfahren bestätigte das
Kantonsgericht mit Urteil vom 9. Mai 2005 die Schuldsprüche und Strafen, verlängerte
aber die Probezeiten auf jeweils fünf Jahre.
1997 war S.Z. vom Ausländeramt verwarnt worden, und am 15. Februar 2000 wurde
ihm die Ausweisung aus der Schweiz angedroht.
Mit Verfügung vom 23. März 2006 wies das Ausländeramt S.Z. für die Dauer von fünf
Jahren aus der Schweiz aus. Zur Begründung wurde im wesentlichen angeführt, sein
Verhalten habe zu schweren Klagen Anlass gegeben.
B./ Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 6. April 2006 erhob S.Z. Rekurs, der vom
Justiz- und Polizeidepartement mit Entscheid vom 26. April 2006 abgewiesen wurde.
C./ Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 11. Mai 2006 erhob S.Z. Beschwerde
beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, der Rekursentscheid sei aufzuheben und es
sei von einer Ausweisung abzusehen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zur
Begründung wird im wesentlichen vorgebracht, der Beschwerdeführer bestreite nicht,
dass in bezug auf seine Verurteilungen die Voraussetzungen für eine Ausweisung
gegeben seien. Die Ausweisung sei jedoch nicht verhältnismässig, insbesondere auch
nach Konsultation des Entscheids des Kantonsgerichts vom 9. Mai 2005. Der
Beschwerdeführer sei sich bewusst, dass er sein Leben und Verhalten ändern müsse
und sei auch gewillt, dies zu tun. Eine Ausweisung würde im vorliegenden Fall eine
unzumutbare Massnahme darstellen und einer Verhältnismässigkeitsprüfung nicht
standhalten. Auf die einzelnen Vorbringen wird, soweit wesentlich, in den
nachstehenden Erwägungen eingegangen.
Die Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 6. Juni 2006 auf Abweisung der
Beschwerde.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
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1./ Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Der
Beschwerdeführer ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingabe vom 11. Mai 2006
entspricht zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 Abs. 1
in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist
einzutreten.
2./ Nach Art. 10 Abs. 1 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und Niederlassung der
Ausländer (SR 142.20, abgekürzt ANAG) kann ein Ausländer aus der Schweiz
ausgewiesen werden, wenn er wegen eines Verbrechens oder Vergehens gerichtlich
bestraft wurde (lit. a) oder wenn sein Verhalten im allgemeinen und seine Handlungen
darauf schliessen lassen, dass er nicht gewillt oder nicht fähig ist, sich in die im
Gaststaat geltende Ordnung einzufügen (lit. b).
Die Ausweisung kann befristet, aber nicht für weniger als zwei Jahre, oder unbefristet
ausgesprochen werden (Art. 11 Abs. 1 ANAG). Sie soll nur verfügt werden, wenn sie
nach den gesamten Umständen angemessen erscheint (Art. 11 Abs. 3 Satz 1 ANAG).
a) Art. 10 Abs. 1 ANAG ist eine typische "Kann-Bestimmung". Das Gesetz schreibt
beim Vorliegen bestimmter Voraussetzungen nicht zwingend die Anordnung einer
Ausweisung vor, sondern es räumt der Verwaltung diesbezüglich einen
Ermessensspielraum ein. Das Verwaltungsgericht ist zur Ueberprüfung der
Angemessenheit einer Verfügung oder eines Entscheides nicht befugt (Art. 61 Abs. 1
und 2 VRP). Es darf daher auch bei der Prüfung der Angemessenheit im Sinne von Art.
11 Abs. 3 Satz 1 ANAG nicht sein eigenes Ermessen - im Sinne einer Prüfung der
Opportunität bzw. der Zweck-
mässigkeit der Massnahme - anstelle des Ermessens der Verwaltung stellen (VerwGE
vom 11. November 2003 i.S. M.B.A. mit Hinweis auf VerwGE vom 17. August 1999 i.S.
J. und S.R.; BGE 125 II 107). Es kann nur überprüfen, ob der Entscheid der Verwaltung
auf einer Ueberschreitung bzw. einem Missbrauch des Ermessens beruht und damit
rechtswidrig ist (GVP 1996 Nr. 9 mit Hinweisen).
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Für die Beurteilung der Angemessenheit der Ausweisung im Sinne von Art. 11 Abs. 3
ANAG bzw. der Verhältnismässigkeit sind namentlich die Schwere des Verschuldens
des Ausländers, die Dauer seiner Anwesenheit in der Schweiz sowie die ihm und seiner
Familie drohenden Nachteile zu berücksichtigen (Art. 16 Abs. 3 der Vollzugsverordnung
zum ANAG, SR 142.201).
Je länger ein Ausländer in der Schweiz gelebt hat, desto strengere Anforderungen sind
an die Gründe für eine Ausweisung zu stellen. Dabei ist zu berücksichtigen, in welchem
Alter sich der Ausländer in der Schweiz niedergelassen hat. Selbst bei Ausländern der
zweiten Generation ist aber eine Ausweisung grundsätzlich zulässig. Sie kommt
namentlich dann in Betracht, wenn der Ausländer besonders schwere Gewalt-, Sexual-
oder Betäubungsmitteldelikte begangen und wenn er wiederholt delinquiert hat.
Personen, die ausgesprochen lange in der Schweiz gelebt haben, dürfen in der Regel
ebenfalls nicht schon wegen einer einzelnen Straftat ausgewiesen werden, selbst wenn
diese ernsthafter Natur ist. Vielmehr ist eine Ausweisung grundsätzlich erst bei
wiederholten Straftaten von einigem Gewicht angebracht. Unter Berücksichtigung aller
entscheidenden Umstände kann zwar auch eine einzelne Verurteilung wegen einer
besonders schwerwiegenden Straftat zur Ausweisung führen, doch ist diese bei sehr
langer Anwesenheit in der Regel erst anzuordnen, wenn eine sich zusehends
verschlechternde Situation vorliegt, d.h. wenn der Ausländer, statt sich zu bessern, mit
der deliktischen Tätigkeit fortfährt und sich namentlich immer schwerere Straftaten
zuschulden kommen lässt (vgl. Bundesgerichtsurteil 2A.571/2005 vom 17. Januar 2006
mit Hinweisen, unter anderem auf BGE 130 II 190).
b) Der Beschwerdeführer wurde am 21. Januar 1999 wegen einfacher Körperverletzung
und mehrfachen Diebstahls sowie weiterer Delikte zu zwölf Monaten Gefängnis, am 2.
Oktober 2003 wegen mehrfacher Beschimpfung sowie wegen Gewalt und Drohung
gegen Behörden und Beamte zu zwei Monaten Gefängnis und am 9. Mai 2005 wegen
Angriffs, einfacher Körperverletzung sowie mehrfacher einfacher Körperverletzung an
einem Wehrlosen zu zwölf Monaten Gefängnis verurteilt. Insoweit sind die
Voraussetzungen für die Anordnung einer Ausweisung gestützt auf Art. 10 Abs. 1 lit. a
ANAG erfüllt, was in der Beschwerde nicht bestritten wird.
c) Im folgenden ist zu prüfen, ob die Ausweisung für die Dauer von fünf Jahren
verhältnismässig ist.
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Ausgangspunkt und Massstab für die Schwere des Verschuldens und die
fremdenpolizeiliche Interessenabwägung ist die vom Strafrichter verhängte Strafe (BGE
129 II 216).
aa) Der Verurteilung vom 11. November 2004/9. Mai 2005 lagen verschiedene Angriffe
in den Jahren 2001/2004 in Rorschach zugrunde. Aus dem Urteil des Kreisgerichts
Rorschach geht hervor, dass S.Z. am 17. August 2001 vor der Trend-Bar in Rorschach
direkt auf sein Opfer zuging und diesem grundlos und ohne Vorwarnung mit dem Kopf
ins Gesicht und anschliessend vier- oder fünfmal mit der geschlossenen Faust ins
Gesicht schlug. Sein Bruder kam im Laufe der Auseinandersetzung hinzu und schlug
das Opfer
ebenfalls noch zwei- oder dreimal ins Gesicht. Am 13. Januar 2003 schlug der
Beschwerdeführer im Laufe einer Aus-
einandersetzung in Rorschach seinen Widersacher nieder. Als dieser wehrlos am
Boden lag, schlug er ihn ein paar Mal mit den Füssen, unter anderem in den Bereich
von Hals und Kopf, wobei das Opfer das Bewusstsein verlor. Am 12. Februar 2004
schlug der Beschwerdeführer in Rorschach einem Passanten die geballte Faust ins
Gesicht. Das Opfer ging zu Boden, worauf der Beschwerdeführer während mehrerer
Minuten sowohl mit dem Fuss und teilweise auch mit der Faust äusserst heftig und
brutal auf den wehrlos am Boden liegenden Mann einschlug. Dabei traf er diesen
mindestens zwanzigmal im Gesicht, am Rücken und am Arm. Anschliessend griff er die
Freundin des Opfers an, stiess diese gegen eine Schau-
fensterscheibe, beschimpfte sie und spuckte sie an.
Das Kreisgericht Rorschach kam zum Schluss, der Beschwerdeführer habe mit klarem
Wissen und Willen gehandelt. Er sei nicht davor zurückgeschreckt, auch noch auf das
wehrlos am Boden liegende Opfer weiter einzuschlagen. Gewalt scheine mit System
angewendet worden zu sein. Selbst Kleinigkeiten seien jeweils Anlass genug gewesen,
um gewalttätig gegen Drittpersonen zu werden. Es fehle dem Beschwerdeführer nach
wie vor die Einsicht in das Unrecht seiner Taten. An Schranken zeige er sich zwar
geläutert, betrachte aber seine Vergehen, sofern er sie denn zugebe, nur als
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Bagatellen. Schlägereien habe er als nichts aussergewöhnliches und damit alltägliches
dargestellt. Für ihn sei selbstverständlich, dass Gewalt auch aus einem nichtigen Grund
angewendet werden dürfe und sogar angewendet werden müsse. Der
Handlungsunwert seiner Taten wiege damit insgesamt schwer.
Auch in fremdenpolizeilicher Hinsicht ist das Verschulden des Beschwerdeführers als
gravierend zu qualifizieren. Der Beschwerdeführer griff wiederholt Personen ohne
ersichtlichen Grund an, schlug diese und trat selbst dann noch auf seine Opfer ein, als
diese wehrlos am Boden lagen. Erschwerend kommt hinzu, dass der
Beschwerdeführer diese Tat während einer Probezeit verübt hatte, die wegen eines
ähnlich gelagerten Deliktes ausgesprochen wurde. Bereits 1999 war er wegen
einfacher Körperverletzung und Unterlassung der Nothilfe bestraft worden. Der
Beschwerdeführer pflückte aus einem fremden Garten Früchte. Als er vom Besitzer
ertappt wurde, schlug er diesen mit zwei Faustschlägen nieder, wobei das Opfer die
Nase brach und der Oberkiefer vom Schädel abbrach. Das bewusstlose Opfer liess er
mitten auf der Strasse liegen. Das Gericht erachtete das Verschulden von S.Z. bei
dieser Tat als sehr schwer. Eine erste Verurteilung wegen Körperverletzung datiert
übrigens bereits vom 19. Februar 1997. Der Beschwerdeführer ist somit während
mehreren Jahren immer wieder durch Gewalttaten aufgefallen. Weder
jugendstrafrechtliche Sanktionen noch bedingt ausgesprochene Strafen oder laufende
Probezeiten, fremdenpolizeiliche Ermahnungen oder eine Androhung der Ausweisung
vermochten ihn von seinem gewalttätigen Handeln abzuhalten. Insbesondere liess sich
der Beschwerdeführer auch von relativ milden Strafen und Massnahmen nicht von
seinem deliktischen Verhalten abbringen, sondern delinquierte mit zunehmend
grösserer Intensität und liess sich immer schwerere Taten zuschulden kommen. Es ist
geradezu eine Eskalation der Gewalttätigkeit festzustellen. Die wiederholten Straftaten,
insbesondere die Gewalttätigkeit und Gewaltbereitschaft sowie der Umstand, dass der
Beschwerdeführer wiederholt während einer Probezeit und trotz fremdenpolizeilicher
Ermahnung und Verwarnung delinquierte, begründen ein gewichtiges öffentliches
Interesse an der Ausweisung. Das Verhalten des Beschwerdeführers verstösst in
hohem Masse gegen die öffentliche Ordnung.
bb) Der Beschwerdeführer beruft sich auf das Urteil des Kantonsgerichts vom 9. Mai
2005 und macht geltend, es sei widersprüchlich, dass ihm das Kantonsgericht eine
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gute Prognose stelle, während das Ausländeramt und die Vorinstanz die Ausweisung
angeordnet hätten.
Es ist unbestritten, dass das Kantonsgericht den Vollzug der strafrechtlichen
Landesverweisung bedingt aufgeschoben hat, was bei der fremdenpolizeilichen
Beurteilung zu berücksichtigen ist (BGE 122 II 435). Die Rechtmässigkeit bzw.
Verhältnismässigkeit einer fremdenpolizeilichen Ausweisung ist indes nicht nach
denselben Grundsätzen zu beurteilen wie die Frage des Vollzugs bzw. des Aufschubs
einer strafrechtlichen Landesverweisung. Zwar trifft es zu, dass im Interesse der
Rechtssicherheit und Rechtseinheit eine gewisse Koordination geboten ist. Das
Bundesgericht bestätigte aber in einem neueren Urteil seine Praxis, wonach
abweichende Entscheidungen zulässig sind. So erwog es, die Voraussetzungen für die
beiden Entfernungsmassnahmen seien nicht deckungsgleich. Sie beruhten auf
unterschiedlichen Interessenlagen. Die strafrechtliche Landesverweisung sei vorab auf
die Person des betreffenden Ausländers ausgerichtet. So sei für den Entscheid über
den bedingten Vollzug der strafrechtlichen Landesverweisung die Prognose über ein
künftiges Wohlverhalten des Ausländers in der Schweiz entscheidend. Für den
Entscheid über den probeweisen Aufschub nach Art. 55 Abs. 2 StGB sei einzig auf die
Resozialisierungschancen abzustellen, wobei regelmässig die Aussichten auf
Wiedereingliederung in der Schweiz denjenigen im Heimatland gegenüberzustellen
seien. Demgegenüber stehe für den Entscheid über die fremdenpolizeiliche
Ausweisung das allgemeine Interesse der öffentlichen Ordnung und Sicherheit im
Vordergrund. Der konkreten Prognose über das Wohlverhalten sowie dem
Resozialisierungsgedanken des Strafrechts sei zwar im Rahmen der umfassenden
fremdenpolizeilichen Interessenabwägung ebenfalls Rechnung zu tragen, die beiden
Umstände gäben aber nicht den Ausschlag (BGE 125 II 110 mit Hinweisen). Bei der
Beurteilung der Ausweisung stehen somit nicht die Resozialisierungschancen im
Vordergrund; dem öffentlichen Interesse an der Fernhaltung straffälliger und
insbesondere gewalttätiger Ausländer ist demgegenüber höheres Gewicht
zuzumessen. Aufgrund dieser unterschiedlichen Beurteilungskriterien ist es nicht
widersprüchlich, dass der Strafrichter den Vollzug der strafrechtlichen
Landesverweisung bedingt aufschob, während das Ausländeramt und die Vorinstanz
eine Ausweisung anordneten. Das Kantonsgericht hat zwar auch den Vollzug der
aktuell ausgefällten Strafe bedingt aufgeschoben, aber gleichzeitig die am 21. Januar
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1999 ausgesprochene Gefängnisstrafe von zwölf Monaten zum Vollzug angeordnet.
Die günstige Prognose wurde also nur im Hinblick auf den Vollzug einer
Gefängnisstrafe von einem Jahr gestellt. Das Strafgericht ging also davon aus, dass
nur der Vollzug einer Freiheitsstrafe auf den Verurteilten eine deutliche
Warnungswirkung zeitige. Unzutreffend ist im übrigen die Behauptung des
Beschwerdeführers, er habe sich während seines Sozialeinsatzes wie auch in der
Halbgefangenschaft und am Arbeitsplatz stets wohlverhalten. Den brutalen Angriff vom
12. Februar 2004 beging der Beschwerdeführer drei Tage nach Beginn des
Strafvollzugs in Form von gemeinnütziger Arbeit im Pflegeheim Helios. Von einem
klaglosen Verhalten während des Stafvollzugs kann somit nicht gesprochen werden.
Fest steht ausserdem, dass dem Beschwerdeführer die Anstellung bei der Bautec
GmbH fristlos gekündigt wurde. Ueber die Gründe für diese Kündigung macht er keine
näheren Angaben, weshalb davon auszugehen ist, dass sie auf ein Fehlverhalten des
Beschwerdeführers zurückzuführen ist. Unter diesen Umständen ist auch die
Zusicherung einer festen Anstellung nach dem Ablauf des befristeten Arbeitsvertrages
nicht geeignet, dass dem Beschwerdeführer eine gute Prognose gestellt werden kann.
Zugute zu halten ist dem Beschwerdeführer immerhin, dass er sich auch nach dem
Strafvollzug um eine Arbeitsstelle bemüht, dass er seit Februar 2004 nicht mehr
straffällig geworden ist und sich beim Vollzug der Gefängnisstrafe in der Anstalt
Gmünden wohlverhalten hat.
cc) Nicht zu beanstanden ist schliesslich, dass das Ausländeramt die Ausweisung erst
nach dem Vollzug der Freiheitsstrafe anordnete. Inwiefern dies gegen geltendes Recht
verstösst, legt der Beschwerdeführer nicht dar. Wäre die Ausweisung in einem früheren
Zeitpunkt angeordnet worden, hätte dies den Vollzug der Freiheitsstrafe nicht berührt.
dd) Der Beschwerdeführer gelangte 1994 im Alter von rund vierzehneinhalb Jahren in
die Schweiz. Er lebt somit seit rund zwölf Jahren in der Schweiz. In dieser Zeit mag
eine gewisse soziale Integration stattgefunden haben. Von einer weitgehenden
Eingliederung in die schweizerischen Verhältnisse kann allerdings angesichts der
Vielzahl und der Art der Straftaten nicht gesprochen werden. Auch in beruflicher
Hinsicht konnte sich der Beschwerdeführer nicht in wesentlichem Masse integrieren.
Eine Anlehre als Bäcker brach er nach rund neun Monaten ab. Darnach arbeitete er an
verschiedenen Stellen als Hilfsarbeiter und war auch während längerer Zeit arbeitslos.
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Eine Stelle als Gipser wurde ihm fristlos gekündigt. Selbst wenn das derzeitige
befristete Arbeitsverhältnis in eine feste Anstellung umgewandelt würde, könnte dem
Beschwerdeführer aufgrund seines bisherigen Verhaltens als Arbeitnehmer kein
besonders gutes Zeugnis ausgestellt werden.
ee) Der Beschwerdeführer ist unverheiratet und hat keine familiären
Unterstützungspflichten. Er hat seine Jugendzeit in Mazedonien verbracht, bewegt sich
auch heute noch vorwiegend in Kreisen seiner Landsleute und spricht die Sprache
seines Herkunftslandes. Als junger Mann ohne familiäre Verpflichtungen hat er die
Möglichkeit, sich auch nach einer längeren Abwesenheit wieder in Mazedonien
zurechtzufinden und dort neue persönliche Beziehungen aufzubauen, zumal er die
Sprache seines Herkunftslandes beherrscht. In familiärer Hinsicht können ebenfalls
keine besonderen Umstände zugunsten des Beschwerdeführers berücksichtigt
werden. Insbesondere kann aufgrund der persönlichen Situation auch nicht ernstlich
von einem Härtefall gesprochen werden. Bei einer Rückkehr nach Mazedonien sind
keine überdurchschnittlichen Nachteile ersichtlich. Der Beschwerdeführer befindet sich
in derselben Lage wie zahlreiche seiner Landsleute, die nach einem längeren Aufenthalt
in der Schweiz unfreiwillig in ihr Herkunftsland zurückkehren müssen.
d) Die zahlreichen Straftaten, die gesamthaft ausgesprochenen Gefängnisstrafen von
26 Monaten, die wiederholten und schweren Gewalttätigkeiten, die Eskalation der
Straffälligkeit von leichteren zu schwerwiegenden Delikten und die fehlende Wirkung
von bedingt ausgesprochenen Strafen bzw. Probezeiten und von Ermahnungen bzw.
Verwarnungen lassen das öffentliche Interesse an der Ausweisung trotz des in letzter
Zeit festzustellenden Wohlverhaltens und der Beteuerungen, sich zu bessern,
gewichtiger erscheinen als das persönliche Interesse des Beschwerdeführers am
Verbleib in der Schweiz. Zusammenfassend kommt das Verwaltungsgericht aufgrund
der vorstehenden Erwägungen zum Schluss, dass die Vorinstanz die massgebenden
Aspekte zutreffend gewichtet und die Verhältnismässigkeit der Ausweisung des
Beschwerdeführers für die Dauer von fünf Jahren zu Recht bejaht hat. Folglich ist die
Beschwerde als unbegründet abzuweisen.
3./ Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
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Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 Gerichtskostentarif, sGS
941.12). Sie ist mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu verrechnen.
Ausseramtliche Kosten sind nicht zu entschädigen (Art. 98bis VRP).