Decision ID: 0a94eee2-55c2-4356-9633-e9190f7851b2
Year: 2014
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
a. Im Rahmen der Sanierung der Kantonsstrasse Nr. 41, A.-strasse, in Q., sollen drei
Übergange für Fussgänger realisiert werden. Das Baudepartement des Kantons St.
Gallen genehmigte die drei Kantonsstrassenprojekte für die Fussgängerübergänge am
24. Juni 2011. Die X. AG, Q., wurde mit Schreiben vom 16. August 2011 mit
persönlicher Anzeige von der öffentlichen Auflage und vom Enteignungsverfahren des
sie betreffenden Projekts "Fussgängerübergang B.-strasse" in Kenntnis gesetzt (act. G
14/10, 14/30/1). Sie erhob keine Einsprache gegen die Zulässigkeit des Projekts und
die Zulässigkeit der Enteignung. Eine von dritter Seite erhobene Einsprache wurde
zurückgezogen, so dass das Projekt in Rechtskraft erwuchs. In der Folge unternahm
das Tiefbauamt im Rahmen des Landerwerbsverfahrens mehrere Versuche, mit dem
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Vertreter der X. AG eine einvernehmliche Lösung mit Bezug auf die Teilenteignungen
der Grundstücke Nr. 001, 002, 003 und 004 zu erzielen. Für die unüberbauten
Grundstücke wurden der X. AG eine Entschädigung von Fr. 200.--/m sowie eine
pauschale Entschädigung für Umtriebe und verbleibende Nachteile während der
Bauphase von Fr. 15'000.-- vorgeschlagen. Die X. AG stellte sich dabei unter anderem
auf den Standpunkt, dass vorerst eine Funkantenne auf einem Nachbargrundstück zu
entfernen sei. Eine Einigungsvereinbarung vom 25. September 2012 unterzeichnete sie
nicht (vgl. act. G 14/13 bis 14/18). Mit den weiteren vom Projekt "Fussgängerübergang
B.-strasse" betroffenen Grundeigentümern (vgl. act. G 14/9) konnte eine Einigung
erzielt und bei gleicher Bauzone eine einheitliche Entschädigung vereinbart werden
(act. G 14/1 S. 3 Ziff. 5).
b. Mit Eingabe vom 28. Januar 2013 beantragte das Baudepartement bei der
Schätzungskommission für Enteignungen des Kantons St. Gallen die Durchführung des
Schätzungsverfahrens (act. G 14/1). Nach Durchführung eines Augenscheins mit
Einigungsverhandlung vom 14. Mai 2013 (act. G 14/28) fällte die
Schätzungskommission am 3. Juli/13. August 2013 folgenden Entscheid: Das Gesuch
des Enteigners um vorzeitige Besitzeinweisung werde abgewiesen (Dispositiv Ziff. 1).
Der Preis für den (von der X. AG) dauernd abzutretenden Boden ab den Grundstücken
Nr. 001, Nr. 002, Nr. 003 und Nr. 004 werde auf Fr. 400.-- pro Quadratmeter festgelegt.
Die gemäss Auflageprojekt abzutretende Bodenfläche sei mit dem Strassengrundstück
Nr. 005 zu vereinigen (Dispositiv Ziff. 2). Der Kanton St. Gallen entschädige die X. AG
für die vorübergehende Beanspruchung der Grundstücke Nr. 003 und 004 mit pauschal
Fr. 7'000.--. Für sämtliche Inkonvenienzen im Zusammenhang mit der Erstellung des
Fussgängerüberganges "B.-strasse" entschädige der Kanton St. Gallen die X. AG
ausserdem mit pauschal Fr. 10'000.-- (Dispositiv Ziff. 3). Der Kanton St. Gallen habe
die Anpassungsarbeiten gemäss dem Auflageprojekt, insbesondere gemäss den
dazugehörigen Querprofilen, auszuführen. Unter anderem sei "hinterkant Gehweg" ein
Bundstein zu versetzen, der Kiesplatz auf den Grundstücken Nr. 003 und 004
niveaumässig anzupassen und instand zu stellen, der Zaun auf den Grundstücken Nr.
003 und 004 gemäss Landerwerbs- und Enteignungsplan zu versetzen und der
Abschluss und das Gefälle des Gehwegs gemäss Querprofilen auszugestalten, damit
kein Wasser von diesem auf die privaten Vorplätze fliessen könne und umgekehrt
(Dispositiv Ziff. 4; act. G 2).
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B.
a. Gegen diesen Entscheid erhob die X. AG mit Eingabe vom 21. August 2013
Beschwerde. Sie beantragte darin sinngemäss die Zusprechung einer höheren, den
realen Wertverlust berücksichtigenden Entschädigung. Im Weiteren beanstandete sie
das Strassenprojekt als solches (act. G 1).
b. In der Vernehmlassung vom 24. September 2013 beantragte die Vorinstanz
Abweisung der Beschwerde, unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der
Beschwerdeführerin. Zur Begründung verwies sie vorab auf den angefochtenen
Entscheid und machte ergänzende Ausführungen (act. G 6). Der Beschwerdegegner
stellte in der Vernehmlassung vom 15. Oktober 2013 die Anträge, die Beschwerde sei
abzuweisen (Ziff. 1) und das Dispositiv (des angefochtenen Entscheids) sei wie folgt zu
präzisieren: Das Grundbuchamt Q. sei zu ermächtigen und anzuweisen, nach Vorliegen
der Mutationsurkunde die Pfandentlassungen für den dauernd abzutretenden Boden
vorzunehmen (Ziff. 2a). Das Grundbuchamt Q. sei zu ermächtigen und anzuweisen,
nach Vorliegen der Mutationsurkunde die Lastenbereinigung betreffend Anmerkungen,
Vormerkungen, Dienstbarkeiten und Grundlasten gemäss Landerwerbsplan und
Landerwerbsverzeichnis durchzuführen und grundbuchlich zu vollziehen (Ziff. 2b; act.
G 8).
c. Mit Eingabe (Replik) vom 30. Oktober 2013 bestätigte die Beschwerdeführerin ihren
Standpunkt (act. G 11). Auf Aufforderung des Verwaltungsgerichts vom 15. Juli 2014
reichte die Vorinstanz am 5. August 2014 die dem angefochtenen Entscheid zugrunde
liegenden Akten nach (act. G 13 f.). Mit Eingabe vom 5. September 2014 nahm der
Beschwerdegegner ergänzend Stellung (act. G 17).
d. Auf die Darlegungen der Parteien in den Eingaben des vorliegenden Verfahrens wird,

soweit für den Entscheid wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen
eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichtes ist gegeben (Art. 3bis
Enteignungsgesetz; sGS 735.1, EntG). Die Beschwerdeführerin ist Eigentümerin der
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streitigen Grundstücke und Adressatin des angefochtenen Entscheids und damit zu
dessen Anfechtung legitimiert (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 des Gesetzes
über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Die Beschwerdeerklärung und -
begründung entsprechen zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen
(Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde
ist daher - unter Vorbehalt der nachfolgenden Ausführungen - einzutreten.
2.
2.1. Streitig und zu prüfen ist die Festsetzung der Entschädigung für die
Enteignungen ab den Grundstücken Nr. 001 (4m ), Nr. 002 (2 m ), Nr. 003 (33 m ) und
Nr. 004 (82 m ). Diese liegen in der Wohn- und Gewerbezone WG2. Auf den
Grundstücken Nr. 001 und 002 befinden sich gewerbliche Bauten; die Grundstücke Nr.
003 und 004 sind nicht überbaut und werden als Parkierungsflächen genutzt. Nachdem
die Beschwerdeführerin bereits im vorinstanzlichen Verfahren bestritten hatte, dass
eine persönliche Anzeige gemäss Art. 42 StrG erfolgt sei und im vorinstanzlichen
Entscheid dazu ausführlich Stellung genommen worden war (act. G 2 Begründung Ziff.
4.1 mit Hinweis auf act. G 14/10, 14/12 und 14/30/1), lässt sie diesen Einwand im
vorliegenden Verfahren erneut vortragen; dies allerdings erst in der Replik (act. G 11 S.
1 Mitte) und damit lange nach Ablauf der Beschwerdefrist. Hierauf kann wegen
Verspätung nicht eingetreten werden. Selbst wenn darauf einzutreten wäre, könnte auf
die zutreffenden Darlegungen der Vorinstanz verwiesen und ergänzend festgehalten
werden, dass die Eröffnung einer Verfügung eine empfangsbedürftige, nicht aber eine
annahmebedürftige einseitige Rechtshandlung ist. Ihre Rechtswirkungen entfaltet die
Verfügung vom Zeitpunkt der ordnungsgemässen Zustellung an. Unerheblich ist, ob
der Betroffene vom Verfügungsinhalt tatsächlich Kenntnis nimmt oder nicht (Rhinow/
Krähenmann, Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung, Ergänzungsband, Basel/
Frankfurt a.M. 1990, Nr. 84 B Ia, S. 280, mit Hinweisen). Aus dem Zustellnachweis der
eingeschrieben versandten Sendung vom 16. August 2011 (act. G 14/10) ergibt sich,
dass diese bei der Beschwerdeführerin von U.S. am 17. August 2011 entgegen
genommen wurde (act. G 14/30/1). Die Entgegennahme durch die erwähnte Person
lässt die Beschwerdeführerin denn auch nicht in Abrede stellen. Wenn sie im Schreiben
vom 14. Mai 2013 geltend machen liess, es sei aus dem Zustellnachweis nicht
ersichtlich, um welches Schreiben es sich gehandelt habe (act. G 14/32), so ist
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festzuhalten, dass für das Zustelldatum vom 17. August 2011 lediglich ein einziges
Schreiben des Beschwerdegegners zur Diskussion steht bzw. in Betracht kommt.
Etwas anderes lässt auch die Beschwerdeführerin nicht behaupten. Ihr Vorbringen,
dass das Schreiben vom 16. August 2011 den Vertreter der Beschwerdeführerin nicht
erreicht habe (act. G 14/32), vermag nichts daran zu ändern, dass das Schreiben am
17. August 2011 entgegen genommen worden und damit in den Machtbereich der
Beschwerdeführerin gelangt war
Soweit die Beschwerdeführerin die Art der Projektausführung und die Zulässigkeit der
Enteignung bemängelt (vgl. Darlegungen zur Notwendigkeit der Bushaltestelle, zur
Notwendigkeit eines zwei Meter breiten Trottoirs sowie betreffend Notwendigkeit des
Rückzugs des "letztlich nicht durchdachten, unausgegorenen Projekts" in act. G 1), ist
festzuhalten, dass sie gegen die Art der Projektausführung und die Zulässigkeit der
Enteignung keine Einsprache erhoben hatte und das Kantonsstrassenprojekt in
Rechtskraft erwuchs (act. G 14/36). Insoweit kann auf die Beschwerde nicht
eingetreten werden. Hieran vermag die vorinstanzliche Randbemerkung zur
Trottoirbreite von zwei Metern (act. G 2 Begründung Ziff. 4.3) nichts zu ändern.
2.2. Nach Art. 14 Abs. 1 EntG hat der Enteignete Anspruch auf Entschädigung in
Geld. Entschädigt werden nach Art. 15 Abs. 1 EntG der Marktwert des enteigneten
Rechts (lit. a), der Minderwert des verbleibenden Teils (lit. b) und die weiteren
geldwerten Nachteile, die sich als Folge der Enteignung voraussehen lassen (lit. c).
Nicht entschädigt werden Nachteile, die der Enteignete verschuldet hat (Art. 15 Abs. 2
EntG). Gemäss Art. 16 Abs. 1 EntG werden bei der Bemessung der Entschädigung
berücksichtigt: der Verlust der Möglichkeit besserer Verwendung des Grundstücks (lit.
a) sowie die Sondervorteile, die durch das Werk des Enteigners entstehen und zu
deren Abgeltung kein Beitrag erhoben wird (lit. b). Allgemeine Wertveränderungen, die
durch das Werk des Enteigners entstehen, werden nicht berücksichtigt (Art. 16 Abs. 2
EntG). Die Schätzungskommission entscheidet über Begehren um Entschädigung und
Realersatz (Art. 34 EntG). Das Bundesgesetz über die Enteignung (SR 711) enthält eine
mit derjenigen der Art. 15ff. EntG im Wesentlichen übereinstimmende Regelung (vgl. R.
Germann, Entschädigung und Schätzung, in: Das neue st. gallische
Enteignungsgesetz, St. Gallen 1985, S. 35).
2.3.
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2.3.1. Massgebend für die Festlegung der Entschädigung sind in der Regel die
Verhältnisse im Zeitpunkt der erstinstanzlichen Schätzungsverhandlung (Art. 17 EntG).
Diese fand konkret im Mai 2013 statt (act. G 14/28). Der Beschwerdegegner bot eine
Entschädigung von Fr. 200.--/m an und verwies auf den Umstand, dass mit den
weiteren vom Projekt "Fussgängerübergang B.-strasse" betroffenen Grundeigentümern
eine Einigung erzielt und bei gleicher Bauzone, unabhängig von der Nutzung, eine
einheitliche Entschädigung vereinbart werden konnte. Dabei sei ein bei
Teilenteignungen üblicher Abzug vom Marktwert von 30-50% zur Anwendung
gekommen, sofern auf dem Restgrundstück die gleiche bauliche Nutzung möglich
gewesen sei wie vor der Enteignung für das ganze Grundstück. Gemäss Art. 61 Abs. 3
Baugesetz (sGS 731.1; BauG) könne im Fall, in dem für Bau oder Korrektion
öffentlicher Strassen und Trottoirs Boden abgetreten werde, dieser zur anrechenbaren
Parzellenfläche angerechnet werden (act. G 14/1 S. 3 Ziff. 5). Eine Anfrage der
Vorinstanz beim Grundbuchamt Q. vom 14. Mai 2013 ergab, dass entlang der A.-
strasse keine konkreten Bodenpreise bekannt seien, dass sich die Baulandpreise in der
Gemeinde jedoch im Bereich von Fr. 450.-- bis Fr. 520.-- bewegen würden (act. G
14/29). Sodann gab ein von der Vorinstanz angefragter regionaler Immobilien-
Treuhänder für den zur Diskussion stehenden Standort eine Bandbreite von Fr. 350.--
bis Fr. 450.-- pro Quadratmeter an (act. G 14/34). Die Vorinstanz kam im
angefochtenen Entscheid zum Schluss, der Hinweis des Beschwerdegegners auf Art.
61 Abs. 3 BauG genüge nicht für eine Reduktion der Marktwertentschädigung. Durch
die Landbeanspruchung würden die Grundstücke der Beschwerdeführerin (vor allem
Nr. 003 und Nr. 004) einen Verlust der Möglichkeit besserer Verwendung erleiden, sei
doch auf der ganzen Länge entlang der Strasse ein Landstreifen abzugeben. Dadurch
würden kurz- und mittelfristig 22 Parkplätze entfallen und längerfristig sei nicht in
jedem Fall einer Bebauung gewährleistet, dass bezüglich Strassenabstand tatsächlich
eine Ausnahmebewilligung nach Art. 108 Strassengesetz (sGS 732.1; StrG) erteilt
werden könne. Dies könne also zu einer Beeinträchtigung des ausnützbaren
Bauvolumens führen. Die Errichtung einer Bushaltestelle entlang von Grundstück Nr.
004 sowie eines Fussgängerübergangs entlang von Grundstück Nr. 003 führe
ausserdem dazu, dass bei einer baulichen Entwicklung dieser beiden Grundstücke
weitere Nachteile und Einschränkungen zu erwarten seien. Unter dem Aspekt der
Verkehrssicherheit sei damit zu rechnen, dass der Einhaltung der Übersichtlichkeit die
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gebotene Aufmerksamkeit zu schenken sei, was unter Umständen die bauliche
Entwicklung dieser Grundstücke beeinträchtigend beeinflussen könne. Unter
Berücksichtigung dieser Umstände werde der Preis für den dauernd abzutretenden
Boden für die Grundstücke Nr. 001, Nr. 002, Nr. 003 und Nr. 004 auf je Fr. 400.-- pro
m festgelegt (act. G 2 Begründung Ziff. 6.5 und 6.6).
2.3.2. Im vorinstanzlichen Entscheid wurde im Weiteren festgehalten, der
Beschwerdegegner sehe keine Entschädigung für die vorübergehende Beanspruchung
der Grundstücke der Beschwerdeführerin vor. Anlässlich des Augenscheins sei
festgestellt worden, dass auf den Grundstücken Nr. 003 und Nr. 004 Autos parkiert
würden und diese Flächen auch voll belegt seien. Der Beschwerdegegner sei gemäss
Art. 14 Abs. 2 EntG nicht zu Realersatz verpflichtet und auch nicht in der Lage,
zumutbare Ersatzparkplätze anzubieten (vgl. act. G 14/30). Deshalb sei für die 22
Parkplätze, welche während der Bauzeit nicht benützt werden könnten, eine
Entschädigung von Fr. 40.-- pro Monat und Parkplatz zu leisten. Bei einer
angegebenen Bauzeit von bis zu acht Monaten ergebe dies einen Betrag von
Fr. 7'040.-- bzw. von pauschal Fr. 7'000.--
Der Beschwerdegegner hatte für Umtriebe und verbleibende Nachteile "während der
Bauphase" eine pauschale Entschädigung von Fr. 15'000.-- vorgeschlagen (act. G
14/18). Hierzu vermerkte die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid, Umtriebe
entstünden auch (und möglicherweise vor allem) bei den Grundstücken Nr. 002 und Nr.
001, von welchen zwar wenig Land abzugeben sei, welche aber mit Gewerbebauten
überbaut seien und entsprechend genutzt würden. Bei diesen beiden Grundstücken
sollten der Einlenker bzw. der Vorplatz angepasst werden, was unter Umständen beim
laufenden Geschäftsbetrieb zu Umtrieben und zu Erschwerungen der Betriebsabläufe
und der Kundenkontakte führen könne. Die Vorinstanz legte eine pauschale
Entschädigung für sämtliche Inkonvenienzen im Zusammenhang mit der Erstellung des
Fussgängerüberganges "B.-strasse" von Fr. 10'000.-- fest (act. G 2 Begründung Ziff.
6.8). Darin enthalten sei auch eine Entschädigung für notwendige ausseramtliche
Kosten im Sinn von Art. 48 EntG (act. G 2 Begründung Ziff. 8).
2.4.
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2.4.1 Die Beschwerdeführerin stellt sich auf den Standpunkt, dass das Grundstück
nach der Enteignung wertlos werde und der Schaden mit Fr. 350.-- bis Fr. 500.--
(gemeint wohl: pro Quadratmeter) zu beziffern sei. Bei der Bemessung der
Entschädigung sei dem Verlust der Möglichkeiten für die bessere Verwendung des
Grundstückes nicht Rechnung getragen worden. Das Grundstück sei als Parkplatz
längerfristig vermietet. Der Vertrag könne nicht vorzeitig aufgelöst werden. Eine
Alternative habe ihr nicht angeboten werden können. Es sei der reale Wertverlust zu
entschädigen. Die Enteignerin biete eine minimale Entschädigung an, die in keiner
Weise den entstehenden Verlust decke. Es sei eine Expertise über den durch die
Enteignung entstehenden Wertverlust einzuholen (act. G 1).
2.4.2. Schätzungen beruhen auf Tatsachenfeststellungen (vgl. F. Gygi,
Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 279). Sie führen zu
annäherungsweise ermittelten Zahlen. Das Verwaltungsgericht übt daher gegenüber
Schätzungen dieselbe Zurückhaltung wie gegenüber verwaltungsbehördlichen
Ermessensentscheiden, und es schreitet nur ein, wenn eine Schätzung im Ergebnis
offensichtlich unrichtig erscheint bzw. wenn der Vorinstanz offenkundige Fehler oder
Irrtümer unterlaufen sind oder wenn sie bei der Schätzung wesentliche Gesichtspunkte
übergangen oder falsch gewürdigt hat (vgl. VerwGE B 2012/266 vom 12. Februar 2014,
E. 2.1; www.gerichte.sg.ch). Bei Teilenteignungen beansprucht der Enteigner - wie
vorliegend - nur schmale Landstreifen, die nicht selbständig genutzt werden können
und auf dem Liegenschaftsmarkt nicht gehandelt werden (vgl. R. Merker, Der
Grundsätz der "vollen Entschädigung" im Enteignungsrecht, Zürich 1975, S. 55). Ist
eine freihändige Veräusserung des enteigneten Teils nicht möglich, weil dessen Form
und Grösse eine separate Verwendung nicht gestatten, so ist der relative Landwert zu
vergüten (Hess/Weibel, Das Enteignungsrecht des Bundes, Kommentar Band I, Bern
1986, S. 273). Bei einer Teilenteignung muss neben dem Marktwert des enteigneten
Rechtes (Art. 15 Abs. 1 lit. a EntG) auch ein allfälliger Minderwert des Restgrundstücks
entschädigt werden. Ursachen des Minderwerts können vorab die reduzierte
Nutzbarkeit des verkleinerten Restgrundstücks oder erschwerte Zufahrtsmöglichkeiten
bilden (Germann, a.a.O., S. 38). Die Enteignungsentschädigung ist grundsätzlich
gesamthaft festzusetzen. Beispielsweise kann nicht der Bodenwert ohne gleichzeitige
Prüfung des Minderwerts des Restteils oder eines anderen zusätzlichen Schadens
festgesetzt werden (Germann, a.a.O., S. 40; Hess/Weibel, a.a.O., S. 239).
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2.4.3. Die Ermittlung des Verkehrswertes für (unüberbautes) Bauland und für
überbautes Land hat grundsätzlich separat zu erfolgen (vgl. Hess/Weibel, a.a.O., S. 263
und 270). Unbestritten blieb der in diesem Zusammenhang erfolgte Hinweis des
Beschwerdegegners, wonach die Vorinstanz es zwar unterlassen habe, zwischen den
bereits überbauten und den noch nicht überbauten Grundstücken zu unterscheiden,
dieser Aspekt jedoch vernachlässigbar sei, weil der Anteil der abzutretenden
Bodenfläche ab dem bereits überbauten Grundstücken an der gesamten Abtretung
eher gering sei (act. G 8 S. 2 Ziff. 2). Aus dem Landerwerbs- und Enteignungsplan vom
12. August 2011 (act. G 14/2) ist ersichtlich, dass von den überbauten Grundstücken
ca. 2 m (Nr. 002) und 4 m (Nr. 001) und ab den nicht überbauten Grundstücken ca.
33 m (Nr. 003) und 82 m (Nr. 004) dauernd abzutreten sind, so dass der Verzicht auf
eine Unterscheidung bei der Bewertung gerechtfertigt erscheint.
Was den von der Vorinstanz zugrunde gelegten Quadratmeterpreis von Fr. 400.--
betrifft, so ist - ausgehend von einer Marktwert-Bandbreite von Fr. 350.-- bis Fr. 520.--
(act. G 14/29, G 14/34) - kein Anlass ersichtlich, diesen in Zweifel zu ziehen bzw. in das
Ermessen der Vorinstanz korrigierend einzugreifen. Wenn die Beschwerdeführerin auf
eine von der Gemeinde Q. erworbene Liegenschaft verweist, vom Erwerbspreis von
Fr. 825'000.-- den von ihr auf Fr. 300'000.-- geschätzten "Hauspreis" abzieht und so
einen Quadratmeterpreis von Fr. 1'000.-- errechnet (act. G 11), so ist festzuhalten, dass
diese auf Annahmen gestützte Berechnung nichts an der vorerwähnten Marktwert-
Bandbreite zu ändern vermag, zumal "Ausreisser" keine Regel zu begründen
vermögen. Den Verlust der Möglichkeit besserer Verwendung des Grundstücks (Art. 16
Abs. 1 lit. a EntG) berücksichtigte die Vorinstanz insofern, als sie die Unsicherheit
hinsichtlich einer Ausnahmebewilligung betreffend Strassenabstand sowie den Wegfall
der Parkplatznutzung mit in die Würdigung einbezog und dementsprechend auch den
ursprünglich angebotenen Quadratmeterpreis von Fr. 200.-- erhöhte. Offensichtlich
unbegründet erscheint das Vorbringen der Beschwerdeführerin, dass das
(Rest-)Grundstück wertlos werde (act. G 1). Ein von der angebotenen Entschädigung
nicht mitumfasster Minderwert des Restgrundstücks (Art. 15 Abs. 1 lit. b EntG) ist nicht
ersichtlich. Der Beschwerdegegner weist sodann darauf hin, dass auf den
Grundstücken Nr. 002, 003 und 004 im Jahr 1966 eine Baulinie gelegt worden sei
(gemäss Baulinienplan von 1966). Diese sei - im Gegensatz zu der südseitigen Baulinie
- im Jahr 1995 nicht aufgehoben worden (act. G 8 S. 2 mit Hinweis auf beigelegte
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Kopien der Baulinienpläne von 1966 und 1995). In diesem Zusammenhang ist zu
beachten, dass der mit Bauverbot belegte Landstreifen zwischen Strasse und Baulinie
bei der Enteignung in der Regel tiefer als das übrige Land bewertet wird (vgl. Hess/
Weibel, a.a.O., S. 275 f.). Auch vor diesem Hintergrund erweist sich die Entschädigung
von Fr. 400.--/m nicht unangemessen.
2.4.4. Der durch den Strassenbau bedingte Wegfall des Mietertrags mit Fr. 40.-- pro
Parkplatz bzw. mit insgesamt Fr. 7'000.-- für eine Bauzeit von acht Monaten
entschädigte Ertragsausfall wird von der Beschwerdeführerin nicht beanstandet und
erscheint auch ausgewiesen. Im Weiteren fehlt es an Anhaltspunkten für eine
Unangemessenheit der sinngemäss unter dem Titel der weiteren geldwerten Nachteile
(Inkonvenienzen) als Folge der Enteignung (Art. 15 Abs. 1 lit. c EntG) zugesprochenen
pauschalen Entschädigung von Fr. 10'000.--. Bei den hiermit abgegoltenen Nachteilen
handelt es sich vorderhand um die Umtriebe und die Erschwerung der Betriebsabläufe,
welche aus der Notwendigkeit der Anpassung des Einlenkers und des Vorplatzes
resultieren sowie die Entschädigung der ausseramtlichen Kosten (act. G 2 Begründung
Ziff. 6.8 und 8). Weitere zu entschädigende Nachteile sind aus den Unterlagen nicht
ersichtlich. Insbesondere ist kein konkreter Grund ersichtlich, welcher eine zusätzliche
Expertise über den Wertverlust aus Enteignung erforderlich machen würde.
2.4.5. Zum Einwand der Beschwerdeführerin, das Grundstück sei als Parkplatz
längerfristig vermietet und der Vertrag könne nicht vorzeitig aufgelöst werden (act. G 1),
ist festzuhalten, dass Mieter Anspruch auf Ersatz des Schadens haben, der ihnen aus
der vorzeitigen Aufhebung der Miete entsteht (Art. 19 Abs. 1 EntG). Der Mieter hat im
Enteignungsverfahren Parteistellung und einen eigenen Entschädigungsanspruch
gegenüber dem Enteigner. Grund für diese Regelung ist, dass das vermietete
Grundstück bei der Enteignung lastenfrei an den Enteigner übergeht und der Mieter
weder gegenüber dem Vermieter/Verpächter noch gegenüber dem Enteigner auf
Erfüllung beharren bzw. den an der Enteignung unschuldigen Vermieter auf
Schadenersatz belangen kann (Hess/Weibel, a.a.O., S. 346).
2.5. Nach Art. 974a Abs. 1 ZGB, in Kraft seit 1. Januar 2012, sind Dienstbarkeiten,
Vormerkungen und Anmerkungen bei der Teilung eines Grundstücks für jedes Teilstück
zu bereinigen. Gestützt auf diese Bestimmung beantragt der Beschwerdegegner in der
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Beschwerdevernehmlassung eine Präzisierung des Dispositivs des vorinstanzlichen
Entscheides in dem Sinn, dass das Grundbuchamt Q. zu ermächtigen und anzuweisen
sei, nach Vorliegen der Mutationsurkunde die Pfandentlassungen für den dauernd
abzutretenden Boden vorzunehmen (Ziff. 2a). Das Grundbuchamt Q. sei zu
ermächtigen und zuweisen, nach Vorliegen der Mutationsurkunde die
Lastenbereinigung betreffend Anmerkungen, Vormerkungen, Dienstbarkeiten und
Grundlasten gemäss Landerwerbsplan und Landerwerbsverzeichnis durchzuführen und
grundbuchlich zu vollziehen (act. G 8). Die Bereinigungspflicht nach Art. 974a Abs. 1
ZGB hat zum Ziel, zu verhindern, dass bedeutungslose Einträge weiter übertragen
werden oder neu entstehen. Dienstbarkeiten, Vor- und Anmerkungen sollen nur auf die
davon effektiv betroffenen Grundstücksteile übertragen werden (BBl 2007, 5283). Die
vom Beschwerdegegner beantragten Dispositivpräzisierungen erscheinen inhaltlich an
sich sinnvoll. In formeller Hinsicht ergibt sich diesbezüglich jedoch insofern ein
Eintretenshindernis, als der Beschwerdegegner innert der Rechtsmittelfrist nicht
selbständig Beschwerde erhoben hat und das VRP die Anschlussbeschwerde nach
Ablauf der Beschwerdefrist nicht kennt (Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im
Kanton St. Gallen, 2. A. 2003, N. 640).
3.
3.1. Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen,
soweit darauf einzutreten ist. Für die Kosten im Beschwerdeverfahren gegen
Verfügungen und Entscheide der Schätzungskommission gilt nach Art. 49 EntG das
VRP. Eine Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- erscheint für das vorliegende Verfahren
angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Diese ist
gestützt auf Art. 95 Abs. 1 VRP der Beschwerdeführerin aufzuerlegen und mit dem von
ihr in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen.
3.2. Ausseramtliche Kosten sind der Vorinstanz (vgl. Antrag in act. G 6) nicht
zuzusprechen (Art. 98 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 98bis VRP; Cavelti/Vögeli, N.
825ff.).