Decision ID: 6d028ea2-b592-4dbd-883d-f3a0d540072b
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Auf das
Gesuch
des 1958 geborenen
X._
vom 11. März 2015
(Urk. 10/269 f.)
, mit welchem er die
Erhöhung der ihm
von der IV-Stelle für Versicherte im Ausland (IVST)
mit Verfügung vom 13. März 2014 ab 1. Januar 2012 zugesprochenen
Viertelsrente
der Invalidenversicherung
(Urk. 10/257)
beantragte,
trat die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, mit Verfügung vom 7. August 2015 nicht ein (Urk. 2
[=
Urk. 10/289]
).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 14. September 2015 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, auf das neue Leistungsbegehren einzutreten und die erforderlichen Abklärungen zu veranlassen. In prozessualer Hinsicht beantragte der Beschwerdeführer die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (Urk. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 16. Oktober 2015 (Urk. 9) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Gemäss
Art.
58
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts (ATSG) ist für die Beurteilung von Beschwerden das Versicherungsgericht desjenigen Kantons zuständig, in dem die versicherte Person oder der Beschwerde führende Dritte zur Zeit der Beschwerdeerhebung Wohnsitz hat. In Abweichung von
Art.
58
Abs.
1 ATSG entscheidet nach Art.
69
Abs.
1
lit
. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) das Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle über Beschwerden gegen
Verfü-gungen
der kantonalen IV-Stellen.
Die Zuständigkeit des hiesigen Gerichts zur Beurteilung der vorliegenden
Be-schwerde
ist gestützt auf
Art.
69
Abs.
1
lit
. a IVG zu bejahen, da eine von der IV-Stelle Zürich erlassene Verfügung angefochten ist (vgl. dazu etwa Urteil des Bundesgerichts 9C_65/2011 vom
5.
August 2011).
2.
Die örtliche Zuständigkeit der IV-Stellen bestimmt sich nach Art. 55 IVG. Danach ist in der Regel die
jenige
IV-Stelle zuständig, in deren Kantonsgebiet die ver
sicherte Person im Zeitpunkt der Anmeldung ihren Wohnsitz hat.
Für Versicherte, die ihren Wohnsitz im Ausland haben, jedoch in der Schweiz als Grenzgänger erwerbstätig sind, ist für die Entgegennahme und Prüfung der Anmeldung jene IV-Stelle zuständig, in deren Tätigkeitsgebiet der Grenzgänger eine Erwerbstätigkeit ausübt.
Dies gilt auch für ehemalige Grenzgänger, sofern sie bei der Anmeldung ihren ordentlichen Wohnsitz noch in der benachbarten Grenzzone haben und der Gesundheitsschaden auf die Zeit ihrer Tätigkeit als Grenzgänger zurückgeht.
Die Verfügungen werden von der IV-Stelle für Versi
cherte im Ausland erlassen (
Art.
40
Abs.
2
der Verordnung über die Invaliden
versicherung;
IVV).
Die
se
Kompetenzregelung
gilt
nicht nur bei der erstmaligen, sondern auch bei der revisionswei
sen Prüfung eines
Rentenanspruchs, sofern
die versicherte Person
den Wohnsitz nicht gewechselt, die Grenzzone nicht verlassen und den Arbeitsort nicht von einem Kanton i
n einen anderen ver
schoben hat (Kreisschreiben über das Verfahren in der Invalidenversicherung [KSVI], Stand 1.1.2015,
Rz
. 4008)
.
3.
G
emäss der
g
enannten Verordnungsbestimmung (Art. 40 Abs. 2 IVV;
E. 2)
war
somit nicht die Beschwerdegegnerin, sondern die IV-Stelle für Versicherte im Ausland
für den Erlass der Verfügung
zuständig.
Dementsprechend ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, dass die Ver
fügung vom 7. August 2015 wegen Unzuständigkeit der entscheidenden Behörde aufzuheben ist und die Akten nach Eintritt der Rechtskraft des vorlie
genden Urteils an die zuständige IV-Stelle für Versicherte im Ausland zu über
weisen sind, damit diese
verfüge
.
4.
4.1
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 200.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird damit gegenstandslos.
4.2
Die Beschwerdegegnerin ist zu verpflichten, dem vertretenen Beschwerdeführer eine angemessene Parteientschädigung zu bezahlen (Art. 61
lit
. g ATSG in Ver
bindung mit § 34 Abs. 1 und 3
GSVGer
). Diese ist unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses auf Fr.
1‘600
.-- (inklusive Mehrwertsteuer und Barauslagen) festzusetzen.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtsvertretung wird damit gegenstandslos.