Decision ID: f5899496-0330-52e8-ae5f-6ade422c03b7
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. A.Y., geboren 1980, Staatsangehörige von Bosnien und Herzegowina, reiste mit
ihren Eltern am 14. Januar 1993 als Flüchtling in die Schweiz ein (Vorakten
Migrationsamt, nachfolgend Dossier, S. 7 ff.). Seit dem 23. Dezember 1997 verfügt sie
über eine Niederlassungsbewilligung.
Am 22. Dezember 2000 heiratete A.Y. B.T., geboren 1977, Staatsangehöriger von
Bosnien und Herzegowina. Aus der Ehe ging der Sohn K.T., geboren 2003, ebenfalls
Staatsangehöriger von Bosnien und Herzegowina hervor. Mit Entscheid des
Kreisgerichts St. Gallen vom 20. Oktober 2010 wurde die Ehe geschieden. Bei der
Scheidung wurde A.Y. das alleinige Sorgerecht zugesprochen. Mit Verfügung der
Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) der Region St. Gallen vom
12. November 2013 wurde wieder beiden Eltern die elterliche Sorge eingeräumt.
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Am 4. Juni 2015 heiratete A.Y. in ihrem Heimatland M.X., geboren am 1992, ebenfalls
Staatsangehöriger von Bosnien und Herzegowina. Am 3. Juli 2015 reichte A.Y. ein
Gesuch um Familiennachzug für M.X. ein, der am 11. Juni 2015 in die Schweiz
eingereist war. Am 18. August 2015 zog sie das Gesuch ohne Begründung wieder
zurück. M.X. kehrte wieder nach Bosnien und Herzegowina zurück. Am 21. März 2016
reichte A.Y. erneut ein Gesuch um Familiennachzug ihres Ehegatten ein, der am
20. März 2016 wieder in die Schweiz eingereist war. Das Migrationsamt wies das
Gesuch mit Verfügung vom 13. Juni 2016 ab und wies M.X. an, die Schweiz zu
verlassen. Am 23. Juni 2016 wurde die gemeinsame Tochter, G.X., geboren. Das
Sicherheits- und Justizdepartement wies den von A.Y. gegen diese Verfügung
erhobenen Rekurs mit Entscheid vom 17. Februar 2017 ab.
B. A.Y. (Beschwerdeführerin) erhob gegen den am 21. Februar 2017 versandten
Entscheid des Sicherheits- und Justizdepartements (Vorinstanz) durch ihren
Rechtsvertreter mit Eingabe vom 8. März 2017 und Ergänzung vom 9. Juni 2017
Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit den Anträgen, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge, eventualiter Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und -
verbeiständung, sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und das Gesuch um
Familiennachzug für M.X. zu bewilligen.
Die Vorinstanz verwies mit Vernehmlassung vom 19. Juni 2017 auf die Erwägungen im
angefochtenen Entscheid und beantragte die Abweisung der Beschwerde. Mit
Verfügung vom 21. Juli 2017, ersetzt durch die Verfügung vom 16. August 2017
aberkannte das Staatssekretariat für Migration der Beschwerdeführerin die
Flüchtlingseigenschaft und widerrief ihr Asyl (act. 15.3 und 18). Ihrem Rechtsvertreter
wurden diese Verfügungen zur Kenntnis gebracht (act. 16 und 19).
Auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid sowie die Ausführungen der
Beschwerdeführerin zur Begründung ihrer Anträge sowie die Akten wird, soweit
wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
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1. Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59 Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Als Adressatin des
angefochtenen Entscheids ist die im Rekursverfahren unterlegene Beschwerdeführerin
zur Ergreifung des Rechtsmittels berechtigt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1
VRP). Die Beschwerde gegen den am 21. Februar 2017 versandten Entscheid der
Vorinstanz wurde mit Eingabe vom 8. März 2017 rechtzeitig erhoben und erfüllt
zusammen mit der Ergänzung vom 9. Juni 2017 formal wie inhaltlich die gesetzlichen
Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP).
Auf die Beschwerde ist daher einzutreten.
2. Ausländische Ehegatten und ledige Kinder unter 18 Jahren von Personen mit
Niederlassungsbewilligung haben Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit diesen zusammenwohnen (Art. 43 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer; Ausländergesetz, SR 142.20,
AuG). Auch Art. 8 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und
Grundfreiheiten (SR 0.101, EMRK) garantiert den Schutz des Familienlebens. Die
Bestimmung verschafft aber an sich kein Recht auf Aufenthalt in einem
Konventionsstaat. Hat aber ein Ausländer nahe Verwandte in der Schweiz, ist diese
familiäre Beziehung intakt und wird sie tatsächlich gelebt, kann es das in Art. 8 Ziff. 1
EMRK beziehungsweise Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen
Eidgenossenschaft (SR 101, BV) garantierte Recht auf Achtung des Familienlebens
verletzen, wenn ihm die Anwesenheit in der Schweiz untersagt wird. Die sich hier
aufhaltende Angehörige muss dabei über ein gefestigtes Anwesenheitsrecht verfügen.
Dies ist der Fall, wenn sie eine Niederlassungsbewilligung besitzt.
Da vorliegend die Beschwerdeführerin und G.X. über die Niederlassungsbewilligung
verfügen, hat M.X. als Ehemann der Beschwerdeführerin und Vater von G.X.
grundsätzlich einen Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung.
3. Dieser Anspruch kann erlöschen, wenn Widerrufsgründe nach Art. 62 AuG vorliegen
(vgl. Art. 51 Abs. 2 lit. b AuG). Ein solcher Widerrufsgrund liegt insbesondere vor, wenn
die hier lebende Ausländerin oder eine Person, für die sie zu sorgen hat, auf Sozialhilfe
angewiesen ist (Art. 62 Abs. 1 lit. e AuG). Art. 62 Abs. 1 lit. e AuG setzt eine konkrete
Gefahr der Fürsorgeabhängigkeit voraus (vgl. dazu VerwGE B 2012/112 vom 12. März
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2013 E. 3.2 mit Hinweisen, www.gerichte.sg.ch). Blosse finanzielle Bedenken genügen
nicht. Für die Beurteilung der Gefahr der Fürsorgeabhängigkeit ist von den aktuellen
Verhältnissen auszugehen und die wahrscheinliche finanzielle Entwicklung auf längere
Sicht abzuwägen. Bejaht wird die Dauerhaftigkeit der Sozialhilfeabhängigkeit, wenn im
Zeitpunkt des Entscheids nicht mit einer Verbesserung der Situation gerechnet werden
kann und das Fürsorgerisiko aller Voraussicht nach über längere Zeit bestehen bleibt.
Zu berücksichtigen sind dabei die finanziellen Möglichkeiten aller Familienmitglieder
über eine längere Sicht. Das Einkommen des Angehörigen, der an die
Lebenshaltungskosten der Familie beitragen soll, ist daran zu messen, ob und in
welchem Umfang es tatsächlich realisierbar ist. In diesem Sinne müssen die
Erwerbsmöglichkeiten und das damit verbundene Einkommen mit einer gewissen
Wahrscheinlichkeit auf mehr als nur kurze Frist hin gesichert erscheinen (BGer
2C_31/2012 vom 15. März 2012 E. 2.2 mit Hinweisen). Eine hohe Verschuldung wirkt
sich negativ auf die Zukunftsprognose aus.
Vorliegend haben die Vorinstanzen bei der Beurteilung dieser Verhältnisse nicht nur
den voraussichtlichen Totalbedarf der Familie, sondern auch die Tatsache
berücksichtigt, dass M.X. eine Arbeit antreten könnte, für welche er einen monatlichen
Bruttolohn von CHF 4‘000 erhalten würde (act. 2/1 S. 6 ff.). Auch die übrigen Tatsachen
(z.B. Unterhaltsbeitrag für den Sohn, Kinderzulagen für beide Kinder) und absehbaren
Entwicklungen (z.B. Entwicklung der Pensionskassenbeiträge von M.X., hohe
Unsicherheit im Zusammenhang mit der allfälligen Erwerbstätigkeit der
Beschwerdeführerin) wurden von der Vorinstanz angemessen in Erwägung gezogen,
wenngleich allenfalls nicht jede Einzelheit über jeden Zweifel erhaben sein sollte. Ihre
Schlussfolgerungen überzeugen aber insgesamt. Schwer ins Gewicht fällt dabei auch
die äusserst hohe und langfristige Verschuldung der Beschwerdeführerin und
insbesondere der Umstand, dass sie seit Juni 2012 von finanzieller Sozialhilfe abhängig
ist (vgl. act. 12/1.1-1 und 12/7.2; vgl. Ziffer 3.2.4.6 der Praxisharmonisierung VOF vom
29. September 2017, https://vkm-asm.ch/vof_ostschweiz). Denn beides wirkt sich nach
ständiger Rechtsprechung negativ auf die Zukunftsprognose aus. Zudem erachtet es
das Verwaltungsgericht als höchst unwahrscheinlich, dass die Beschwerdeführerin
selbst mittelfristig einer Erwerbstätigkeit nachgehen wird. Denn die
Sozialhilfeabhängigkeit wird seitens des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin mit
ihrer mangelhaften Gesundheit erklärt (act. 9 S. 3). Er geht davon aus, dass die
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Beschwerdeführerin nach ihrer Genesung arbeiten werde, zumindest im Rahmen einer
Teilzeiterwerbstätigkeit. Inwiefern die Genesung der Beschwerdeführerin mittelfristig
absehbar sein sollte, wird nicht dargelegt. Warum ihr trotz offenbar mangelhafter
Gesundheit und ohne konkretes Arbeitsangebot somit ein Einkommen von CHF 2‘000
angerechnet werden sollte, das sogar der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin als
hypothetisch bezeichnet (act. 9 S. 3), ist unerklärlich. Denn die Beschwerdeführerin
liess sich (offenbar aus den angesprochenen gesundheitlichen Gründen) auch durch
das Älterwerden des inzwischen älteren Sohnes nicht davon abhalten, auf eine
nachhaltige Erwerbstätigkeit beharrlich zu verzichten, obschon eine solche angesichts
des Alters ihres Sohnes nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung zumindest im
Umfang eines Teilpensums nicht nur erlaubt, sondern seit Jahren gefordert gewesen
wäre. Und warum trotz langzeitiger Fürsorgeabhängigkeit der Beschwerdeführerin und
entsprechend hohem Schuldensaldo davon auszugehen sein sollte, dass sich die
Familie einschränken und ohne weitere Sozialhilfe vom tatsächlich verfügbaren
Einkommen leben sollte, das sogar nach den Ausführungen der Beschwerdeführerin
und damit der Berücksichtigung ihres hypothetischen Einkommens derzeit eventuell
noch nicht ganz ausreicht (act. 9 S. 4), ist unerfindlich und widerspricht der Historie.
Die Fürsorgeschulden der Beschwerdeführerin seit ihrer Scheidung im Jahre 2010 sind
zudem keinesfalls durch eine allfällige Spielsucht ihres Ex Mannes entstanden.
Ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin nicht mit eigenem Einkommen an
den Unterhalt der Familie beitragen wird, ist für die Beurteilung der Gefahr der
fortdauernden Sozialhilfeabhängigkeit von Bedeutung, ob und in welchem Umfang das
Einkommen des Ehemannes, für den um Familiennachzug ersucht wird, auf mehr als
nur kurze Frist hin gesichert erscheint. Zwar liegt die Kopie eines unterzeichneten
Arbeitsvertrags zwischen dem Ehemann und der Q. GmbH vom 3. März 2016 im Recht,
wonach er als Schweisser/Hilfsmonteur mit einem Bruttojahresgehalt von CHF 48'000
angestellt werden wird (Dossier, S. 229 ff.). Der monatliche Nettolohn von CHF 3‘480
nach den gesetzlichen Abzügen vermöchte zusammen mit dem Kinderunterhalt von
CHF 700 und den Kinderzulagen von CHF 400 den Bedarf der Familie von CHF 4‘580
ohne Ergänzungsbedarf lediglich knapp zu decken. Ein zumindest teilweiser Abbau der
hohen Schulden der Beschwerdeführerin von über CHF 200‘000 (vgl. Erwägung 4e des
angefochtenen Entscheides) und insbesondere die Deckung unvorhergesehener
unvermeidlicher Ausgaben ohne finanzielle Sozialhilfe wären nicht möglich.
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Unter diesen Umständen bliebe eine hohe Gefahr weiter zunehmender Verschuldung
und fortdauernder Abhängigkeit von der finanziellen Sozialhilfe bestehen. Deshalb ist
davon auszugehen, dass der Widerrufsgrund gemäss Art. 62 Abs. 1 lit. e AuG erfüllt
und der Anspruch auf Familiennachzug gemäss Art. 51 Abs. 2 lit. b erloschen ist.
4. Abschliessend ist damit zu prüfen, ob die Verweigerung des Familiennachzugs
verhältnismässig ist (Art. 5 Abs. 2 BV). Dabei sind die öffentlichen Interessen und die
persönlichen Verhältnisse sowie der Grad der Integration der Ausländerinnen und
Ausländer zu berücksichtigen (Art. 96 AuG). Auch die EMRK verlangt eine Abwägung
der sich gegenüberstehenden Interessen an der Erteilung der Bewilligung sowie der
öffentlichen Interessen an der Verweigerung, wobei letztere in dem Sinn überwiegen
müssen, dass sich der Eingriff als notwendig erweist.
Das öffentliche Interesse an der Verweigerung des Familiennachzugs liegt darin, dass
die Beschwerdeführerin als Ehegattin des nachzuziehenden M.X. bei der öffentlichen
Hand bereits hoch verschuldet ist. Als Ehegattin von M.X. ist sie diesem gegenüber
unterstützungspflichtig. Würde dieser aus irgendeinem Grund seine Arbeit verlieren,
wäre die Beschwerdeführerin unterstützungspflichtig, könnte dieser
Unterstützungspflicht aber nicht nachkommen. Das öffentliche Interesse besteht u.a. in
der Abwendung dieses Risikos. Zudem ist eine finanzielle Unterstützung des
gemeinsamen Kindes durch M.X. nicht belegt, sondern allenfalls beabsichtigt. Warum
die Familie angesichts der fehlenden Erwerbstätigkeit der Beschwerdeführerin nicht in
Bosnien und Herzegowina zusammenleben können sollte, was aus Sicht des
öffentlichen Interesses der Schweiz angesichts der steigenden Schulden der
Beschwerdeführerin wünschenswert wäre, ist derzeit unerfindlich und wird mit keinem
Wort begründet. Ein privates Interesse der Familie, welches das öffentliche Interesse
an der Abweisung des Familiennachzugs überwiegen würde, ist daher nicht ersichtlich.
Die Abweisung des Familiennachzugsgesuchs ist daher auch verhältnismässig.
5. Aus den obgenannten Gründen ist die Beschwerde abzuweisen.
6. Dem Verfahrensausgang entsprechend hat die Beschwerdeführerin die amtlichen
Kosten des Beschwerdeverfahrens zu tragen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von CHF 2‘000 ist angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 222 der
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Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Dem Gesuch um Gewährung der
unentgeltlichen Rechtspflege und -verbeiständung wird entsprochen, da die
Beschwerdeführerin angesichts ihrer knappen finanziellen Verhältnisse bedürftig ist, die
Beschwerde – zumal die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Einreichung des
Rechtsmittels am 8. März 2017 und der Ergänzung der Begründung am 9. Juni 2017
noch asylberechtigter anerkannter Flüchtling war (vgl. dazu BGE 139 I 330) – nicht zum
Vornherein als aussichtslos bezeichnet werden konnte sowie der Beizug eines
Rechtsanwalts zur gehörigen Interessenwahrung erforderlich war, weshalb die Kosten
zulasten des Staates gehen (Art. 99 Abs. 2 VRP in Verbindung mit Art. 122 Abs. 1
Ingress sowie lit. b der Schweizerischen Zivilprozessordnung, SR 272, ZPO). Bezüglich
der amtlichen Kosten des Rekursverfahrens besteht kein Bedarf, die Beschwerde
gutzuheissen, da die Vorinstanz in Ziff. 2 ihres Entscheides zwar das Gesuch der
Beschwerdeführerin um unentgeltliche Rechtspflege abgeschrieben, jedoch auf die
Erhebung der ihr auferlegten Entscheidgebühr gestützt auf Art. 97 VRP verzichtet hat.
Wird die unentgeltliche Rechtsverbeiständung wie vorliegend gewährt (Art. 99 Abs. 1
VRP), wird die staatliche Honorarordnung für die Vorbereitung und Durchführung des
Verfahrens der Verwaltungsrechtspflege angewendet (siehe Art. 30 Ingress lit. b Ingress
und Ziff. 2 des Anwaltsgesetzes; sGS 963.70, AnwG). Bei unentgeltlicher
Prozessführung wird das Honorar um einen Fünftel herabgesetzt (Art. 31 Abs. 3 AnwG).
In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Verwaltungsgericht pauschal
CHF 1'000 bis CHF 12'000 (siehe Art. 22 Abs. 1 Ingress und lit. b der Honorarordnung
für Rechtsanwälte und Rechtsagenten; sGS 963.75, HonO). Innerhalb des für eine
Pauschale gesetzten Rahmens wird das Grundhonorar nach den besonderen
Umständen, namentlich nach Art und Umfang der Bemühungen, der Schwierigkeit des
Falles und den wirtschaftlichen Verhältnissen der Beteiligten, bemessen (vgl. Art. 19
HonO). Der Rechtsvertreter hat keine Kostennote eingereicht. Ein Pauschalhonorar von
CHF 2'000, das um einen Fünftel auf CHF 1‘600 zu kürzen ist, erscheint angemessen.
Hinzu kommen pauschale Barauslagen von CHF 80 (vier Prozent von CHF 2'000,
Art. 28 HonO) sowie die Mehrwertsteuer (Art. 29 HonO), wobei angesichts des
Umstandes, dass die anwaltlichen Leistungen im Wesentlichen vor dem 1. Januar 2018
erbracht wurden, noch der Satz von acht Prozent zur Anwendung gelangt (vgl. Ziff. 2.1
der MWST-Info 19 zur Steuersatzänderung per 1. Januar 2018, www.estv.admin.ch).
bis
http://www.estv.admin.ch
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Angesichts dieser Beurteilung in Bezug auf die unentgeltliche Rechtspflege und -
verbeiständung ist die Beschwerde in Bezug auf Ziff. 3 und 4 des Entscheids der
Vorinstanz gutzuheissen und dem Rechtsvertreter eine angemessene Entschädigung
zuzusprechen. Der Rechtsvertreter hat keine Kostennote eingereicht. Ein gekürztes
Pauschalhonorar von CHF 1‘000 (inkl. Barauslagen) zuzüglich acht Prozent
Mehrwertsteuer erscheint angemessen (Art. 22 Abs. 1 Ingress und lit. a HonO).