Decision ID: f0168f77-f2a5-40cc-b51b-4cbff4e4785a
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1987,
leistete vom 27. Oktober 2008 bis 22. August 2009 als Durchdiener Militärdienst
(Urk. 6/2)
. Während dieser Zeit zog er sich
am 2. Mai 2009 eine repositionsbedürftige Schulterluxation rechts zu,
als er sein um
kippendes Motorrad zu
halten versuchte. Nach Angaben des Versicherten gegen
über den
erstbehandelnden
Ärzten des Kantonsspitals
Y._
habe sich bereits vier Monate zuvor, im Januar 2009, eine Schulterluxation im Rahmen einer Militärübung ereignet (vgl. Bericht vom Urk. 6/
5 S. 16).
Am 4
. Mai 2009
meldete der Versicherte
den Vorfall vom 2. Mai 2009
dem Truppenarzt (vgl. Urk. 6/8 S.
1).
1.2
Am 7. Februar 2010
zog sich der Versicherte
erneut eine Schulterluxation rechts
zu
,
die wiederum im
Y._
in
Analgosedation
reponiert wurde (Urk. 6/5 S. 13).
Die Militärversicherung lehnte ihre Haftung beziehungsweise Leistungspflicht
da
für
gegenüber dem
Y._
mit Schreiben vom 6. August 2010 ab (Urk. 6/3).
1.3
Gemäss Bagatellunfallmeldung
ereignete
sich a
m
9. Februar 2014 im Rahmen eines Schneesportsturzes eine weitere Luxation der rechten Schulter (Urk. 6/7 S. 122).
Am 22. Juni 2015 erfolgte eine operative Stabilisierung (vgl. Urk. 6/7 S. 62).
Mit Schreiben vom 27. Oktober 2015
(Urk. 6/9) sowie Email vom 12. April 2016 (Urk. 6/11)
lehnte die Militärversicherung eine Kostenbeteiligung gegenüber der Swica Krankenversicherung AG (nachfolgend: Swica), bei welcher der Ver
sicherte un
fallversichert ist, ab
.
Daran hielt die Militärversicherung mit Ver
fü
gung vom 9. Juni 2017 fest und lehnte eine Leistungspflicht für die Schul
ter
operation vom 22. Juni 2015 und deren Folgebehandlung ab (Urk. 6/14). Die dagegen erhobene Einsprache vom 19. Juni 2017 (Urk. 6/15; ergänzend begrün
det am 26. Juli 2017, Urk. 6/17) wies die Militärversicherung mit Entscheid vom 17. Oktober 2019 ab und hielt an der Leistungsablehnung fest (Urk. 6/18 = Urk. 2).
2.
Die Swica erhob am 8. November 2019 Beschwerde gegen den Einsprache
entscheid vom 17. Oktober 2019 (Urk. 2) und beantragte, dieser sei dahingehend aufzuheben, als für die Leistungspflicht betreffend Operation der rechten Schulter vom 22. Juni 2015 und deren Folgekosten auf die Swica verwiesen werde (Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 5. Dezember 2019 beantragte die Militär
versicherung die Abweisung der Beschwerde (Urk. 5)
. Mit Verfügung vom 10. De
zember 2019 wurde
X._
zum Prozess beigeladen
(Urk. 7). Der Bei
geladene liess sich innert angesetzter Frist nicht vernehmen, was den Par
teien am 4. Februar 2020 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 9).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 64 Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts (ATSG) wird die Heilbehandlung, soweit die Leistungen gesetzlich vorgeschrieben sind, ausschliesslich von einer einzigen Sozialversiche
rung übernommen. Sind die Voraussetzungen des jeweiligen Einzelgesetzes er
füllt, so geht die Heilbehandlung gemäss Abs. 2 im gesetzlichen Umfang und in nachstehender Reihenfolge zu Lasten
: der Militärversicherung (lit.
a), de
r Un
fall
versicherung (lit.
b),
der Invalidenversicherung (lit.
c)
, der Krankenversiche
rung (lit. d). Laut Abs.
3 übernimmt der leistungspflichtige Sozialversicherungs
träger auch dann allein und uneingeschränkt die Heilungskosten bei stationärer Behandlung, wenn der Gesundheitsschaden nur zum Teil auf einen von ihm zu deckenden Versicherungsfall zurückzuführen ist.
1.2
Betrifft eine Gesundheitsschädigung mehrere Sozialversicherungen, so gehen die stationäre und ambulante Heilbehandlung zulasten der Militärversicherung, wenn diese nach Massgabe dieses Gesetzes wegen Erkrankung oder Unfalls wäh
rend eines versicherten Dienstes (Art. 3 Abs. 1) unmittelbar leistungspflichtig ist (Art. 71 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Militärversicherung, MVG). Die glei
che Regel gilt für Hilfsmittel und Eingliederungsmassnahmen sowie für den An
spruch auf Taggelder bei Arbeitsunfähigkeit (Art. 71 Abs.
2 MVG).
1.3
Hat ein Versicherter Anspruch auf Leistungen der Militärversicherung und der Unfallversicherung, so werden Renten, Integritäts- und
Hilflosenentschädigungen
sowie – in Abweichung von Art. 65 lit.
a ATSG – die Bestattungskosten von je
dem Versicherer nach seinem Anteil am Gesamtschaden erbracht. Für alle übrigen Leistungen kommt ausschliesslich jener Versicherer auf, der nach der anwend
baren Gesetzgebung unmittelb
ar leistungspflichtig ist (Art.
76 MVG
sowie Art. 103 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung, UVG
).
1.4
Im Rahmen der Koordination von Leistungen der Militär- und der Unfall
ver
sicherung ist gemäss Art. 31 der Verordnung über die Militärversicherung (MVV) derjenige Versicherer unmittelbar leistungspflichtig
nach Artikel 76 des Gesetzes
, der für die aktuelle Verschlimmerung der Gesundheitsschädigung Leistu
ngen zu erbringen hat (Abs. 1).
Solange der Versicherer für die aktuelle Verschlimmerung der Gesundheits
schädigung leistungspflichtig ist, erbringt er auch die Leistungen für Spätfolgen
und Rückfälle aus einem früheren Unfall. Nachher werden die Leistungen von jenem Versicherer erbracht, der für den früheren Unfa
ll leistungspflichtig war (Abs.
2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Einspracheentscheid (Urk. 2) da
von aus,
vorliegend liege ein Anwendungsfall von Art. 76 MVG respektive Art. 103 UVG vor, weshalb der unmittelbar leistungspflichtige Versicherer sämt
liche Heilbehandlungskosten (inklusive operative Sanierung) zu übernehmen und ebenfalls für Taggelder aufzukommen habe. Die neue, letzte Schädigung sei unter dem Versicherungsschutz der
Beschwerdeführerin
aufgetreten (S. 9 f. Ziff. 10). Jedenfalls sei nicht die Militärversicherung leistungspflichtig, da nach der Schul
terluxation vom 2. Mai 2009 keine Operationsindikation gestellt worden sei (S. 10 Ziff. 11a) und der Beigeladene sei bereits nach kurzer Zeit wieder schmerz- und beschwerdefrei gewesen (Ziff. 11c). Im Rahmen des Luxationsereignisses vom 7. Februar 2010 seien neue strukturelle Schäden am Schultergelenk des Bei
geladenen entstanden und es sei Ende Mai 2010 erstmals die Operationsindika
tion gestellt worden (Ziff. 11b).
2.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführ
erin auf den Standpunkt
, die Indi
kation zu einer operativen Schulterstabilisierung sei vor dem Ereignis vom 9. Februar 2014 gestellt worden, weshalb die Beschwerdegegnerin oder allenfalls der frühere Unfallversicherer leistungspflichtig sei. Eine Leistungspflicht der Beschwerdeführerin sei jedenfalls gestützt auf die Beurteilung von Dr. med.
Z._
vom 17. November 2015 und 19. Februar 2017 nicht überwiegend wahrscheinlich gegeben (
Urk. 1
S. 4 f. Ziff. 2 ff.).
2.3
Streitig und zu prüfen ist vorliegend lediglich, ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht für die Operation vom 22. Juni 2015 und deren Folgebehandlung zu Recht abgelehnt hat
(vgl. Urk. 2 S. 4 Erwägung 2 sowie S. 12 Dispositiv Ziff. 2)
.
Nicht Streitgegenstand bildet die allfällige Zuständigkeitsfrage unter den verschiedenen Unfallversicherern.
Denn im
verwaltungsgerichtlichen Beschwer
deverfahren sind grundsätzlich nur Rechtsverhältnisse zu überprüfen beziehungs
weise zu beurteilen, zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig ver
bindlich – in Form einer Verfügung beziehungsweise eines Einspracheentscheids – Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung beziehungsweise der Einspracheentscheid den beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegen
stand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer
Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung beziehungsweise kein Einspracheentscheid ergangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a).
3.
3.1
3.1.1
Am 2. Mai 2009 zog sich der Beigeladene eine anterior inferiore Schulterluxation rechts zu, als er sein umkippendes Motorrad zu halten versuchte. Der Röntgen
befund vor und nach der Reposition ergab keine sichtbare Hill-Sachs-Läsion. Hingegen sei eine Bankart-Läsion sichtbar (Bericht
Y._
vom 2. Mai 2009, Urk. 6/7 S. 117
; Bericht
Y._
vom 4. Mai 2020, Urk. 6/5 S. 5
).
3.1.2
Der Beigeladene stellte sich am 4. Mai 2009 beim Truppenarzt vor
. Dieser hielt fest, dass aktuell keine Schmerzen bestehen würden und er
als
Büroordonanz
einsetzbar sei
(Urk. 6/8 S. 1).
3.1.3
Der Beurteilung
der
MR-Arthrographie
der rechten Schulter vom 22. Mai 2009
ist Folgendes zu entnehmen (Urk. 6/5 S. 6):
-
K
leine
SLAP
-Läsion
am
superioren
Labrum.
-
Das
anteroinferiore
Labrum ist verdickt und vom
Glenoid
abgelöst, DD alte
Perthes
-Läsion
-
Kleine Hill-Sachs-Delle mit angrenzendem
Bone
bruise
im
Humeruskopf
.
-
Rotatorenmanschette
regelrecht.
3.1.4
Am 26. Mai 2009 stellte sich der Beigeladene nochmals im
Y._
vor (Urk. 6/5 S. 9 f).
Die Ärzte führten aus, s
ubjektiv sei er im Alltag wieder vollkommen beschwerdefrei und normal belastbar. Er sei momentan wieder im Militär und könne dort sämtliche Tätigkeiten problemlos wieder ausführen. Eine regelmässige
Analgetikatherapie
sei nicht notwendig und Instabilitätsgefühle seien im V
erlauf keine aufgetreten (S. 1).
Beim vollkommen beschwerdefreien Beigeladenen seien - abgesehen von Physi
otherapie - keine weiteren Massnahmen notwendig. Sofern im Verlauf bei im MR
I
nachgewiesener Labrumläsion doch sukzessive eine Instabilität auftreten sollte, werde der Beigeladene um Vorstellung in der Schultersprechstunde gebeten (S. 2).
3.2
3.2.1
Am 7. Februar 2010 erlitt der Beigeladene wiederum eine Schulterluxation rechts, welche eine geschlossene Reposition unter
Analgosedation
erforderlich machte. Zur weiteren Beurteilung und Anpassung des mittelfristigen Prozederes vor allem
hinsichtlich operativer Versorgung
wurde
er in die Schultersprechstunde zuge
wiesen (Bericht
Y._
vom 7. Februar 2010, Urk. 6/5 S. 13). Im Vergleich zu den Vorbildern vom Mai 2009 habe sich im konventionellen Röntgenbild eine unver
änderte Hill-Sachs-Läsion gezeigt (Bericht
Y._
vom 8. Februar 2010, Urk. 6/5 S. 3).
3.2.2
Dem Bericht vom 4. Juni 2010
(Urk. 6/5 S. 11 f.) zur
Schultersprechstunde
im
Y._
vom 21. Mai 2010
ist zu entnehmen, dass der Beigeladene seit der Luxation im Februar 2010 an persistierenden bewegungsabhängigen Schmerzen sowie einem Instabilitätsgefühl bei forcierter Aussenrotation in der Horizontalebene lei
de
t
. Sportliche Aktivitäten wie
Kung-Fu
und zuletzt auch das Krafttraining habe er daher eingestellt (S. 1 Mitte).
Dem Beigeladenen seien die zur V
erfügung ste
henden Therapieoptionen der konservativen Therapie mit dem Ziel der muskulä
ren Stabilisierung sowie auch
optional
das operative Vorgehen mit
Labrum-Re
fixation
erläutert worden. Er wünsche eine operative Stabilisierung, jedo
ch nicht vor Ende des Sommers. M
an sei übereingekommen, dass die Physiotherapie fort
gesetzt und in drei Monaten eine Verlaufskontrolle durch
ge
führ
t werde
. Sollte zu diesem Zeitpunkt immer noch der Wunsch nach einem operativen Vorgehen be
stehen, würde dies besprochen und ein Operationstermin festgelegt (S. 1 f.).
3.3
3.3.1
Am 9. Februar 2014 zog sich der Beigeladene bei einem Schneesportsturz erneut eine Luxation der rechten Schulter zu. Am 7. März 2014 begab er sich in die Schultersprechstunde am
Y._
. Die Ärzte führten aus, der Beigeladene sei be
kannt aufgrund der Sprechstunde im Jahr 2010. Bereits damals sei eine Bankart
läsion mit begleitender Hill-Sachs-Impression und die Indikation für ein opera
tives Vorgehen gestellt worden. Er habe sich zum damaligen Zeitpunkt noch nicht zu einer Operation entschliessen können. Nun sei die Indikation bei entsprechen
dem Leidensdruck sicherlich gegeben (
Bericht
Y._
vom 13. März 2014,
Urk. 6/7 S. 102).
3.3.2
Aus dem Bericht zur
MR-Arthrographie
der rechten Schulter vom 31. März 2014 (Urk.
6/7 S. 100
) geht folgende Beurteilung hervor:
-
Status nach wiederholt
anteroinferiorer
Schulterluxation mit knöcherner Bankartläsion und etwas progredienter Hill-Sachs-Delle.
-
Bekannter
superiorer
Labrumriss (
SLAP
2).
-
Kein Hinweis auf
Rotatorenmanschettenruptur
.
Der bildgebende Befund wurde anfangs April 2014 im
Y._
besprochen, wobei für den Beigeladenen trotz Indikation zur Operation eine solche aktuell noch
nicht in Frage komme. Er wünsche sich ein operatives Vorgehen frühestens im Herbst (Bericht
Y._
vom 14. April 2014, Urk.
6/7 S. 99
)
3.3.3
Im Mai 2015 wurde die Schulterarthroskopie rechts auf Wunsch des Beigeladenen geplant (vgl. Bericht vom 26. Mai 2015, Urk.
6/7 S. 98
) und am 22. Juni 2015 durchgeführt
mit komplikationslosem intra- und postoperativem Verlauf
(vgl.
Austrittsbericht
Y._
vom 24.
Juni 2015,
Urk. 6/7 S. 6
0
f.
sowie Operations
bericht vom 22. Juni 2015, Urk. 6/7 S. 62
f.)
.
3.3.4
Die
Y._
-Ärzte hielten am 22. September 2015 (Urk. 6/7 S. 45) fest, s
eit dem 14. September 2015
arbeite
der Beigeladene wieder
zu
100 %, wobei er weiterhin Physiotherapie beanspruche.
4.
4.1
Zwischen der Beschwerdeführerin und der Beschwerdegegnerin ist unbestritten, dass es sich bei der Schulterluxation vom 9. Februar 2014 um eine
Rezidivluxa
tion
handelt und bereits nach der Luxation vom 7. Februar 2010 eine Operations
indikation gestellt wurde (vgl. Urk. 5 S. 3 Ziff. 4).
Aufgrund der medizinischen Akten ist mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ausgewiesen, dass sich der Beigeladene
zuvor bereits
am 2. Mai 2009 eine Schulterluxation zuzog. Ob sich
auch schon
im Januar 2009 eine Luxation der rechten Schulter ereignet hatte, bleibt mangels echtzeitlicher Dokumentation unbelegt
, ist jedoch aufgrund der nachfolgenden Ausführungen
ohnehin
nicht relevant.
4.2
Bei den
vorübergehenden Leistungen
(vorliegend Heilbehandlung) gilt der Grund
satz, wonach ausschliesslich jener Versicherer leistungspflichtig ist, welcher nach der anwendbaren Gesetzgebung unmittelbar leistungspflichtig ist. Unmittelbar leistungspflichtig ist derjenige Versicherer, welcher für die aktuelle Verschlim
merung der Gesundheitsschädigung Leistungen zu erbringen hat (vgl. bereits vor
stehend E. 1.3 f.).
Dies bedeutet beispielsweise, dass der UVG-Versicherer leis
tungspflichtig ist, wenn eine militärversicherte Gesundheitsschädigung durch einen Unfall
ausserhalb der Militärdienstzeit
verschlimmert wird
. Dabei bedeutet die Ausschliesslichkeit der Leistungspflicht, dass der leistungspflichtige Versiche
rer die vollen Leistungen zu erbringen hat (
Dettwiler
, in: Kommentar zum schwei
zerischen Sozialversicherungsrecht, UVG,
Hürzeler
/
Kieser
, 2018, zu Art. 103 UVG
Rz 24
).
Bezüglich der sogenannten «repetitiven Gesundheitsschädigungen» (beispiels
weise habituelle Schulterluxationen) haben sich im Rahmen des Kreisschreibens
vom 6. Dezember 1985
die Unfallversicherer und die Militärversicherung dahin
gehend geeinigt, dass derjenige Versicherer leistungspflichtig ist, unter dessen Versicherungsschutz die neue Schädigung aufgetreten ist, und zwar unabhängig davon, ob das auslösende Ereignis die Kriterien des Unfallbegriffs erfüllt oder nicht
. In Fällen, in welchen beispielsweise eine Operation schon indiziert bezie
hungsweise terminiert war, bleibt jedoch der ursprüngliche Versicherer leistungs
pflichtig (
Dettwiler
, a.a.O., zu Art. 103 UVG Rz 27).
4.3
Vorliegend ist der Ansicht der
Beschwerdegegnerin
zuzustimmen, wonach das besagte Kreisschreiben aus dem Jahr 1985 lediglich formell überholt ist, da es auf der Grundlage von Art. 126 Abs. 6 UVV/Art. 31 Abs. 6 MVV erfolgte, welche zwischenzeitlich aufgehoben sind. Materiell kann es jedoch weiterhin als taug
liche Grundlage für die Regelung der langjährigen Praxis gelten (vgl. auch
Dett
wiler
, a.a.O., zu Art. 103 UVG
Fn
6).
4.4
Nach dem Ereignis vom Mai 2009 war der Beigeladene kurz darauf wieder voll
kommen beschwerdefrei und normal belastbar. Instabilitätsgefühle wurden ex
plizit verneint (vorstehend E. 3.1.4). Eine
Operationsindikation
wurde vorliegend
erstmals
im Februar 2010 gestellt, nachdem sich der Beigeladene eine weitere Schulterluxation zugezogen hat
te
(vorstehend E. 3.2.1).
Auch klagte der
Beigela
dene
erst ab diesem Zeitpunkt über persistierende bewegungsabhängige Schmer
zen sowie Instabilitätsg
efühle
. Sodann musste er erst im Nachgang an das Ereig
nis vom 7. Februar 2010 gewisse sportliche Aktivitäten einstellen (vorstehend E. 3.2.2). Vor Februar 2010 sind keine Einschränkungen aktenkundig, weshalb auch nachvollziehbar ist, dass aus ärztlicher Sicht trotz
objektivierbaren
Befun
den
ohne vorhandene Beschwerden
im rechten Schultergelenk
bis zu diesem Zeit
punkt kein operatives Vorgehen in Betracht gezogen wurde.
Der Beigeladene war bereits seit Mai 2009 im
Y._
bekannt aufgrund seiner Schulterproblematik und liess sich nach jedem Ereignis dort behandeln. Wie dem Bericht vom 13. März 2014 zu entnehmen ist, geht auch aus der den
Y._
-Ärzten bekannten Kranken
geschichte hervor, dass erstmals im Jahr 2010 eine Operationsindikation gestellt wurde (vgl. vorstehend E. 3.3.1).
Etwas
anderes
lässt sich auch der Beurteilung
von Dr.
Z._
vom 17. Novem
ber 2015
nicht entnehmen
, da auch dieser eine Operationsindikation
erst
nach der
Luxation vom Februar 2010
als angezeigt erachtete (vgl. Schreiben der Beschwerdeführerin vom
7. April 2016, Urk. 6/10 S. 2).
4.5
Zusammenfassend liegt vorliegend eine repetitive Gesundheitsschädigung vor. Da aufgrund des Ereignisses vom Mai 2009 noch keine Operation angezeigt war, sondern eine In
dikation dazu erstmals nach einem erneuten - nicht mehr in die
Leistungszuständigkeit der Beschwerdegegnerin fallenden - Ereignis vom 10. Februar 2010 gestellt wurde, ist die Beschwerdegegnerin für die Heilbe
handlung im Zusammenhang mit der am 22. Juni 2015 durchgeführten Schulter
operation jedenfalls nicht leistungspflichtig.
Der Einspracheentscheid vom 17. Oktober 2019 ist somit nicht zu beanstanden.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.