Decision ID: 8c8bb0ca-4d98-5270-93c2-4973f1e9d095
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherte) war bei der B._ AG als Fleischzerstücklerin
angestellt und bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva)
unfallversichert, als sie am 15. Juli 2014 auf dem Werksgelände ihrer Arbeitgeberin von
einem rückwärtsfahrenden Lieferwagen angefahren wurde (Suva-act. 1; vgl. auch
Suva-act. 80, 81 und 105). Noch am Unfallort wurde die Versicherte durch den
Rettungsdienst C._ erstversorgt und danach ins Kantonsspital D._ überführt, in
welchem ein Überrolltrauma mit Commotio cerebri, multiplen oberflächlichen
Schürfwunden (über der linken Gesichtshemisphäre und am Rücken),
Rissquetschwunden (RQW) enoral und Lippenrot Oberlippe links sowie einem
abgebrochenen Zahn 22 diagnostiziert wurden (IV-act. 13 S. 7; Suva-act. 81). Die
Wunden der Versicherten wurden im Kantonsspital D._ versorgt und mittels
Polytrauma-CT konnten Organläsionen und ossäre Läsionen ausgeschlossen werden
(IV-act. 13 S. 7). Die Versicherte blieb zur 24-Stunden-Überwachung nach Glasgow
Coma Score (GCS) im Kantonsspital D._ (Suva-act. 32). Am 17. Juli 2014 wurde sie
aus dem Spital entlassen mit der Bitte um regelmässige Wundkontrollen (IV-act. 13 S.
8). Die Versicherte wurde bis zum 27. Juli 2014 zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben
(Suva-act. 32).
A.b Am 18. Juli 2014 erfolgte die ambulante Untersuchung der Versicherten in der
Zentralen Notfallabteilung der Klinik für Hand-, Plastische und
Wiederherstellungschirurgie des Kantonsspitals S._. Dem Behandlungsbericht vom
23. Juli 2014 sind die Diagnosen Status nach Überrolltrauma am 15. Juli 2014 mit
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Commotio cerebri, multiplen oberflächlichen Schürfwunden an den Schultern und
Armen beidseits, einer grossflächigen, über die linke Gesichtshälfte verlaufenden
Schürfwunde mit Hämatom des linken Auges, einer grossflächigen Schürfwunde im
Bereich des Rückens, RQW enoral und Lippenrot Oberlippe links sowie
abgebrochenem Zahn 22 zu entnehmen. Weiter geht aus dem Bericht hervor, dass die
Versicherte über starke Schmerzen geklagt habe, wobei sie die Analgetika an diesem
Tag noch nicht eingenommen hätte. Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Schwindel
oder Sehstörungen seien verneint worden. Die Versicherte wurde zur erneuten
Vorstellung am 19. Juli 2014 aufgeboten (IV-act. 13 S. 12 f.). Bei der dann
durchgeführten Kontrolle ergab sich, dass die Versicherte von den Schmerzen her
medikamentös gut eingestellt war. Die Exkorationen wurden im Behandlungsbericht
vom 21. Juli 2014 als reizlos beschrieben und als Prozedere wurde festgehalten, dass
die Versicherte diese selbständig ausduschen und verbinden werde unter Kontrolle
beim Hausarzt. Bei regulärem Verlauf seien keine weiteren Kontrollen im Kantonsspital
S._ mehr geplant (Suva-act. 11; IV-act. 13 S. 14).
A.c In einem Telefongespräch mit der Suva vom 4. September 2014 beklagte die
Versicherte starke Kopfschmerzen und in einem weiteren vom 5. September 2014
Kopf-, Nacken- und Rückenschmerzen (Suva-act. 24 und 27).
A.d Am 15. September 2014 erfolgte eine Erstkonsultation der Versicherten im
Ambulatorium der psychiatrischen Klinik E._ bei Oberärztin med. pract. F._. Ihrem
Bericht vom 19. September 2014 ist zu entnehmen, dass die Versicherte davon
berichtete, unter Vergesslichkeit, schlechtem Schlaf und Albträumen zu leiden. Sie sei
nach eigenen Angaben bei dem Unfall auf den Kopf gefallen, wobei auf der Stirn eine
bleibende Ausbuchtung beim linken Auge geblieben sei, während die restlichen
Gesichtsverletzungen gut verheilt seien. Auf dem Rücken habe sie aber noch
Brandnarben. Med. pract. F._ erachtete es aufgrund des noch nicht lange
zurückliegenden Unfalls, des Unfallhergangs mit möglicherweise doch ausgeprägter
Commotio cerebri und der Gesichtsverletzungen als möglich, dass die eingeschränkte
Auffassung und Konzentrationsfähigkeit noch Folgesymptome der Commotio cerebri
sein könnten. Eher klassisch für eine posttraumatische Belastungsstörung seien nur die
Albträume vom Unfallgeschehen. Daher stellte sie vorerst die Diagnosen Status nach
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Verkehrsunfall mit Schädel-Hirntrauma am 15. Juli 2014 sowie sonstige Reaktionen auf
schwere Belastung (Suva-act. 51).
A.e In einem Zwischenbericht vom 3. Oktober 2014 nannte med. pract. G._,
Fachärztin FMH Allgemeinmedizin, Hausärztin der Versicherten, dass die Versicherte
weiterhin über Schmerzen am Rücken und im Bereich des linken Auges klage. Eine
ophthalmologische Kontrolle habe einen normalen Befund ergeben. Bei Albträumen,
Konzentrationsschwierigkeiten und Schwierigkeiten in der Kontrolle der Emotionen sei
die Versicherte psychiatrisch beurteilt worden. Möglicherweise handle es sich auch um
Folgen der Commotio cerebri. Eine Wiederaufnahme der Arbeit mit einem Pensum von
10 % sei auf den 29. September 2014 geplant gewesen (Suva-act. 34).
A.f In einer von einem Aussendienstmitarbeiter der Suva durchgeführten Befragung
vom 24. November 2014 berichtete die Versicherte über fortbestehende
Kopfschmerzen auf der linken Seite, Schmerzen am linken Arm von der Schulter bis zur
Hand, Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule und über psychische Probleme.
Am gleichen Tag vereinbarten der Aussendienstmitarbeiter, die Versicherte, der
Produktionsleiter sowie der Personalverantwortliche ihrer Arbeitgeberin den Versuch
einer Steigerung der Arbeitstätigkeit von bisher einem Morgen auf neu drei Morgen pro
Woche (Suva-act. 41). Laut dem Personalverantwortlichen hat die Versicherte
allerdings am 26. November 2014 bereits nach einer halben Stunde Tätigkeit an einem
Schonarbeitsplatz ihrem direkten Vorgesetzten unter grossem Protest mitgeteilt, dass
ihr die Arbeit nicht möglich sei. Sie habe am Freitag danach die Hausärztin konsultiert
und ein weiteres Arztzeugnis mit einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorgelegt
(Suva-act. 50).
A.g Im Rahmen eines Konsiliarauftrags der Suva fand am 16. Dezember 2014 eine
neurologische Untersuchung der Versicherten durch Dr. med. H._, Facharzt für
Neurologie FMH, zertifizierter med. Gutachter SIM, statt. Dr. H._ hielt in seiner
neurologischen Beurteilung vom 16. Dezember 2014 fest, dass die Versicherte
entsprechend ihren eigenen Angaben nicht von den Rädern des Lieferwagens überrollt
worden sei und sich an alle Details erinnern könne. Die im Anschluss an das
Unfallereignis für kurze Zeit verschwommenen Erinnerungen liessen in erster Linie an
einen psychogenen Schockzustand, weniger an eine hirnorganisch bedingte Amnesie
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denken. Insoweit könne auch nicht von einer Commotio cerebri gesprochen werden.
Bei der Notfalluntersuchung im Spital D._ seien keine neurologischen Defizite
festgestellt worden und die Polytrauma-CT-Bildgebung habe keine traumatischen
Läsionen gezeigt. Im Verlauf habe die Versicherte Ängste und Schlafstörungen
entwickelt und erhalte nun Antidepressiva. Anlässlich der neurologischen
Untersuchung habe sie davon berichtet, an zwei bis drei Tagen pro Woche unter
Kopfschmerzattacken zu leiden. Diese würden in erster Linie an eine Migräne denken
lassen und seien in der Regel medikamentös behandelbar ohne eine längere
Arbeitsunfähigkeit zu begründen. Der klinische Neurostatus der Versicherten sei
unauffällig und in der ergänzenden Neurosonographie hätten sich keine Hinweise für
eine traumatische Gefässdissektion als Ursache der Kopfschmerzen ergeben. Im
Vordergrund stehe sicherlich das psychotraumatologische Beschwerdebild. Als
Diagnosen nannte Dr. H._ den Verdacht auf eine Erstmanifestation einer Migräne und
den Verdacht auf eine posttraumatische Belastungsstörung (Suva-act. 53).
A.h Aus einem Bericht von med. pract. F._ vom 19. Dezember 2014 geht hervor,
dass die Versicherte auch am 14. Oktober, 11. November und 18. Dezember 2014 in
der psychiatrischen Klinik E._ in Behandlung gewesen war. Bei den Terminen im
Oktober und November sei sie in Begleitung von Verwandten gekommen, da ihre
Konzentrationsfähigkeit und ihre kognitiven Fähigkeiten noch deutlich eingeschränkt
gewesen seien. Auch habe sie zur damaligen Zeit noch Ängste auf der Strasse gehabt,
was sich nun aber bereits deutlich gebessert habe. Psychiatrischerseits bestehe die
Einschätzung, dass die vorhandenen Ängste und kognitiven Probleme im Sinne einer
Minderbelastbarkeit auch von der körperlichen Schmerzsituation bei Belastung
abhingen und noch einige Wochen vergehen müssten, bis sich die Versicherte vom
Unfallereignis erholt habe. Die Symptomatik erscheine entsprechend ihren
Schilderungen und ihrer Präsentation als eine im Wesentlichen somatisch-
hirnorganisch bedingte Einschränkung im Sinne einer Unfallfolge. Hinweise auf eine
posttraumatische Belastungsstörung oder eine deutliche Depression hätten sich bei
den Konsultationen nicht ergeben. Die Versicherte werde noch immer unter der
Diagnose „sonstige Reaktionen auf schwere Belastung“ behandelt (Suva-act. 55).
A.i Mit Verfügung vom 5. Januar 2015 stellte die Suva die gesetzlichen
Versicherungsleistungen, die sie zuvor aufgrund des Unfallereignisses vom 15. Juli
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2014 erbrachte hatte, per 31. Januar 2015 ein, da sie die von der Versicherten noch
geklagten Beschwerden als organisch nicht hinreichend nachweisbar und einen
adäquaten Kausalzusammenhang zwischen den Beschwerden und dem Unfallereignis
als nicht gegeben erachtete (Suva-act. 56).
A.j Mit Schreiben vom 12. Januar 2014 (richtig 12. Januar 2015) kündigte die B._
AG das Arbeitsverhältnis mit der Versicherten auf den 31. März 2015 (Suva-act. 92).
A.k Gegen die Leistungseinstellungsverfügung der Suva erhob die anwaltlich
vertretene Versicherte am 6. Februar 2015 Einsprache (Suva-act. 70). Mit Schreiben
vom 24. März 2015 hob die Suva die Einstellungsverfügung vom 5. Januar 2015 auf
und teilte der Versicherten mit, dass sie das Einspracheverfahren als formlos erledigt
betrachte (Suva-act. 77).
A.l Am 10. April 2015 fand eine neurologische Untersuchung durch Dr. med. I._ vom
Neurologischen Zentrum J._ statt, welche in ihrem Untersuchungsbericht vom 13.
April 2015 die Diagnosen chronisches Schmerzsyndrom mit migräniformen Aspekten,
wahrscheinlich multifaktorieller Genese, vorrangig posttraumatisch, chronisches
Schwäche- und Erschöpfungsgefühl sowie affektive posttraumatische
Begleitbeschwerden (depressive Stimmungsauslenkungen und differentialdiagnostisch
posttraumatische Belastungsstörung) stellte. Sie betonte, dass sich die
Anamneseerhebung schwierig gestaltet habe, da insbesondere betreffend die
notwendige Kopfschmerzabklärung nicht alle Teilaspekte der Beschwerden konklusiv
erörtert hätten werden können (Suva-act. 104).
A.m Einem Bericht von med. pract. F._ vom 16. April 2015 ist zu entnehmen, dass
sich das psychiatrische Befinden der Versicherten stark verbessert habe. Sie könne
das Haus wieder alleine verlassen und befinde sich in einer beruflichen
Wiedereingliederung. Insbesondere die körperlichen Restbeschwerden aus dem
Unfallereignis würden sich für die Arbeitsfähigkeit der Versicherten als einschränkend
erweisen. Eine regelmässige psychiatrische Behandlung erfolge nicht, sei auch nicht
erforderlich. Die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit und Begleitung der beruflichen
Wiedereingliederung erfolge durch die Hausärztin. Die Versicherte stelle sich im
Abstand von ca. einem Monat bzw. bei Bedarf bei der psychiatrischen Klinik E._ vor.
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Es werde erwartet, dass die psychiatrische Betreuung nach Regulierung der
Lebensumstände und dem Finden einer passenden anderen beruflichen Tätigkeit nicht
mehr erforderlich sei (Suva-act. 91).
A.n Auf Nachfrage der Suva (vgl. Suva-act. 82) veranlasste med. pract. G._ die
Durchführung einer MRT der Halswirbelsäule (HWS) und des Neurokraniums der
Versicherten im Röntgeninstitut K._. Aus der Beurteilung des Röntgeninstituts vom 6.
Mai 2015 geht hervor, dass die bildgebende Untersuchung ein leichtes Diskusbulging
C 4/5 zeige, ansonsten jedoch eine regelrechte Darstellung des Neurokraniums und der
HWS vorliege (Suva-act. 97).
A.o Einem Bericht von Oberärztin med. pract. L._ und Assistenzärztin med. pract.
M._ vom Ambulatorium der psychiatrischen Klinik E._ vom 5. August 2015 ist die
Diagnose posttraumatische Belastungsstörung und differentialdiagnostisch eine nicht
näher bezeichnete andere psychische Störung aufgrund einer Schädigung oder
Funktionsstörung des Gehirns oder einer körperlichen Krankheit zu entnehmen. Nach
einer zwischenzeitlichen Verbesserung der Angst im Strassenverkehr habe sich diese
wieder etwas verstärkt. Die Versicherte komme in einmonatigen Abständen zu
supportiven Gesprächen. Höherfrequentierte Sitzungen wären aufgrund der wieder
verstärkten Symptomatik sinnvoll, jedoch lasse sich dies seitens der Versicherten
aufgrund der vielen anderen Arztbesuche nicht umsetzen (Suva-act. 131).
A.p Am 25. August 2015 fand eine kreisärztliche Untersuchung der Versicherten durch
Dr. med. N._, Facharzt für Chirurgie FMH, statt. In seiner Beurteilung vom 25. August
2015 hielt er fest, dass sich die Versicherte bei ihrem Unfall vom 15. Juli 2014
Exkoriationen im Gesicht und am Rücken zugezogen habe, welche inzwischen reizlos
abgeheilt seien. Verletzungen an der HWS sowie am Neurokranium hätten mittels MRI
ausgeschlossen werden können. Durch die neurologische Untersuchung von Dr. H._
vom 16. Dezember 2014 hätten auch unfallbedingte neurologische Defekte
ausgeschlossen werden können. Eine Commotio cerebri, welche in den Akten
auftauche, habe nicht bestanden. Die Schürfverletzungen seien schön abgeheilt und
die Beweglichkeit der Wirbelsäule sei in allen Ebenen frei. Es habe sich bei der
kreisärztlichen Untersuchung eine klagsame Versicherte ohne traumatisch bedingte
Residuen gezeigt. Bei der Versicherten bestehe, soweit die unfallfremden Beschwerden
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ausgeklammert würden, wieder eine volle Arbeitsfähigkeit ohne jegliche Einschränkung.
Die noch vorhandenen Beschwerden im Bereich des Nackens, ausstrahlend zum Kopf
und in beide Arme, seien nicht mehr unfallkausal. Die Beschwerden seien Folge der
schlechten Haltung und der schlecht ausgebildeten Rückenmuskulatur. Der
Endzustand sei erreicht. Unfallbedingt seien keine weiteren Behandlungen notwendig
oder zielführend. Als Diagnosen wurden im Bericht eine mittelgradig depressive
Episode mit somatischem Syndrom und differentialdiagnostisch eine posttraumatische
Belastungsstörung sowie eine nicht näher bezeichnete andere psychische Störung
aufgrund einer Schädigung oder Funktionsstörung des Gehirns oder einer körperlichen
Krankheit erwähnt (Suva-act. 127).
A.q Einem Verlaufsbericht vom 19. Oktober 2015 von med. pract. L._ und med.
pract. M._ ist zu entnehmen, dass sich am Zustandsbild der Versicherten nur wenig
verändert habe. Es bestehe ein depressiver Affekt mit innerer Unruhe und einer starken
Störung der Vitalgefühle sowie erhöhter Reizbarkeit. Die Versicherte klage weiterhin
über Konzentrations- und Gedächtnisstörungen im Alltag. Daneben bestehe eine
Angstsymptomatik, die vor allem im Strassenverkehr auftrete. Ob letztere allenfalls im
Rahmen einer posttraumatischen Belastungsstörung oder einer depressiven
Entwicklung im Rahmen des Unfallereignisses und damit einhergehender veränderter
Lebenssituation bestehe, lasse sich nicht endgültig festlegen, da die Befunderhebung
aufgrund der eingeschränkten sprachlichen Möglichkeiten der Versicherten sehr
schwierig sei. Die Versicherte berichte davon, dass sie häufig an den Unfall denken
müsse, wodurch unangenehme und belastende Gefühle entstünden. Ob dies als
Grübeln im Rahmen einer depressiven Symptomatik oder als Flashbacks im Rahmen
einer posttraumatischen Belastungsstörung zu werten sei, bleibe unklar (Suva-act.
146).
A.r Auf Veranlassung der Suva fand am 3. November 2015 durch ihren
Konsiliarpsychiater Dr. med. O._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
eine psychiatrische Untersuchung der Versicherten statt (Suva-act. 149). Im Bericht zur
Untersuchung wird als Diagnose eine Anpassungsstörung nach Unfallereignis am 15.
Juli 2015 (richtig 15. Juli 2014) vor dem Hintergrund einer deutlich erhöhten
Vulnerabilität nach Migration und fehlender Integration genannt (Suva-act. 149 S. 13).
In der Zusammenfassung des Berichts ist festgehalten, dass hinsichtlich der
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bestehenden psychischen Symptome mit grosser Wahrscheinlichkeit von einem
natürlichen teilkausalen Zusammenhang zum Unfallereignis vom 15. Juli 2014
auszugehen sei. Ein ganz erheblicher Teil der psychischen Symptome sei mit grosser
Wahrscheinlichkeit aber auf biographische Faktoren zurückzuführen. Vor dem
Hintergrund der biographischen Faktoren und der Migration mit fehlender Integration in
der Schweiz sei jetzt aus psychiatrischer Sicht von einer weiteren
psychotherapeutischen und psychiatrischen Behandlung mit grosser
Wahrscheinlichkeit keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes zu erwarten.
Die weitere Behandlung dürfte mittelfristig eher dazu dienen, den Status quo zu
erhalten und einer Verschlechterung entgegenzuwirken. Die für die Schätzung eines
Integritätsschadens erforderliche Dauerhaftigkeit könne gegenwärtig noch nicht
beurteilt werden (Suva-act. 149 S. 149).
A.s Mit Verfügung vom 4. Dezember 2015 stellte die Suva die Versicherungsleistungen
per 31. Dezember 2015 ein, da sie die von der Versicherten beklagten Beschwerden als
organisch nicht hinreichend nachweisbar sowie die Adäquanz zwischen dem
Unfallereignis und den Beschwerden als nicht gegeben erachtete (Suva-act. 157).
B.
B.a Gegen diese Einstellungsverfügung erhob die anwaltlich vertretene Versicherte am
22. Januar 2016 Einsprache mit dem Antrag, dass die angefochtene Verfügung
aufzuheben sei und ihr ab dem 1. Januar 2016 weiterhin die gesetzlichen
unfallversicherungsrechtlichen Leistungen zu erbringen seien (Suva-act. 167). In einer
E-Mail vom 13. April 2016 informierte die Versicherte die Suva darüber, dass im Auftrag
der Swica-Krankentaggeldversicherung im P._ am 31. März und 5. April 2016 eine
neurologische und psychiatrische Untersuchung durchgeführt worden seien, weshalb
sie die Suva bitte, die entsprechenden Untersuchungsberichte vor einem
Einspracheentscheid abzuwarten (Suva-act. 177).
B.b Mit Verfügung vom 3. August 2016 lehnte die Invalidenversicherung (IV) in der
Annahme eines Invaliditätsgrades von 0 % das Begehren der Versicherten um
Zusprache einer Invalidenrente ab. In der Begründung der Verfügung heisst es, dass
die IV das Gutachten der Swica-Krankentaggeldversicherung erhalten habe und
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festhalten könne, dass weder aus neurologischer noch aus psychiatrischer Sicht
erhebliche Einschränkungen in der Arbeitsfähigkeit geltend gemacht würden. Der
regionale ärztliche Dienst (RAD) qualifiziere das Gutachten der Swica als umfassend
und plausibel, weshalb darauf abgestellt werden könne (Suva-act. 185).
B.c Am 13. September 2016 erfolgte die Einsprachebegründung seitens der
Versicherten (Suva-act. 190). Die Suva wies die Einsprache mit Entscheid vom 19.
Dezember 2016 ab (act. G 1.1; Suva-act. 195).
C.
C.a Gegen diesen Einspracheentscheid erhob die Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführerin), vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Kreso Glavas, Muolen, am
18. Januar 2017 Beschwerde (act. G 1). Darin beantragte sie, dass der
Einspracheentscheid aufzuheben und die Suva (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) zu
verpflichten sei, weiterhin die gesetzlichen Unfallversicherungsleistungen
(Heilungskosten, Taggeld, evtl. Rente und Integritätsentschädigung, wenn der definitive
Zustand eingetreten sei) auszurichten. Weiter stellte die Beschwerdeführerin den
Antrag, dass über die persistierenden Unfallfolgen eine Oberexpertise von Amtes
wegen in Auftrag zu geben sei, alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu
Lasten der Beschwerdegegnerin (act. G 1 S. 2). Als Beweismittel reichte sie unter
anderem einen Bericht von med. pract. G._ vom 5. Januar 2017 ein, in welchem sich
diese zu einer Knochendelle der Beschwerdeführerin und zur Frage, ob die
Beschwerdeführerin eine Commotio cerebri erlitten habe, äusserte (act. G 1.4).
C.b Am 27. Februar 2017 reichte die Beschwerdegegnerin die Vorakten sowie ihre
Beschwerdeantwort ein, in welcher sie beantragte, dass die Beschwerde vom 18.
Januar 2017 abzuweisen sei und der Einspracheentscheid vom 19. Dezember 2016 zu
bestätigen sei. Ferner stellte sie den Antrag, dass die vollständigen IV-Akten des
Parallelprozesses IV 2016/316 (inklusive neurologisch-psychiatrisches Gutachten des
P._ vom 11. April 2016) beizuziehen seien. Eventuell seien die vollständigen IV-Akten
bei der IV-Stelle zu edieren (act. G 3 S. 2).
C.c Am 18. März 2017 erstattete die Beschwerdeführerin ihre Replik, in welcher sie an
den in der Beschwerde gestellten Rechtsbegehren festhielt (act. G 5).
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C.d In ihrer Duplik vom 4. April 2017 hielt die Beschwerdegegnerin an ihren in der
Beschwerdeantwort gemachten Ausführungen vollumfänglich fest. Eventualiter
beantragte sie, dass das neurologisch-psychiatrische Gutachten des P._ vom 11.
April 2016 direkt bei dessen Auftraggeberin, der Swica, zu edieren sei. Ferner stellte sie
den Antrag, dass ihr nach der Durchführung des beantragten Aktenbeizugs
Gelegenheit zu geben sei, in die betreffenden Unterlagen Einsicht zu nehmen und eine
erneute Stellungnahme abzugeben (act. G 7).
C.e Mit Schreiben des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 6. April 2017
wurden die Parteien über den Beizug der IV-Akten aus dem Verfahren IV 2016/316
informiert und der Beschwerdegegnerin die entsprechenden Akten zur Einsicht und
Stellungnahme zugestellt (act. G 8). In den IV-Akten befinden sich die von der Swica-
Krankentaggeldversicherung beim P._ in Auftrag gegebenen Gutachten. Dem
neurologischen Gutachten vom 11./16. April 2016 von Dr. med. Q._, Facharzt für
Neurologie FMH, zertifizierter medizinischer Gutachter SIM, medizinischer
Sachverständiger cpu, ist zu entnehmen, dass sich keine relevanten neurologischen
Diagnosen stellen lassen würden. Eine organpathologische Schädigung am
Nervensystem sei nicht diagnostizierbar. Die von der Beschwerdeführerin beklagten
Beschwerden hätten in den Befunden und in der Verhaltensbeobachtung nicht
objektiviert werden können. Innerhalb der Darstellungen der Beschwerdeführerin habe
es deutliche Diskrepanzen und Inkonsistenzen gegeben. Die Medikamente Sirdalud,
Cipralex, Trittico und Mirtazapin seien bei der Serumuntersuchung unterhalb der
Nachweisgrenze gewesen. Aus neurologischer Sicht sei die Versicherte in ihrer
angestammten Tätigkeit voll einsatzfähig (Fremdakten, Swica-act. 10 S. 4 ff.). Im
psychiatrischen Gutachten vom 31. März 2016 von Privat-Dozent Dr. med. R._, Arzt
für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, medizinischer Gutachter SIM, wird die
Diagnose der posttraumatischen Belastungsstörung gestellt sowie eine nach dem
Unfall eingetretene depressive Entwicklung gegenwärtig noch leichten bis
mittelschweren Ausmasses. Dr. R._ weist darauf hin, dass mit einiger
Wahrscheinlichkeit schon vor dem Unfall psychopathologisch keine ganz unauffällige
Situation bestanden habe, da die Versicherte sozial relativ isoliert sei, die
Landessprache nicht spreche und auch der Konflikt mit dem Ehemann schon länger zu
bestehen scheine. Die psychiatrische Symptomatik beeinträchtige die Arbeit in der
Fleischfabrik nicht, lediglich die Teilnahme am Strassenverkehr sei hier noch
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nachvollziehbar beeinträchtigt. Eine Besserung des Gesundheitszustandes sei
psychiatrisch noch durch eine traumaspezifische Psychotherapie zu erwarten
(Fremdakten, Swica-act. 10 S. 31 ff.).
C.f Nach Einsicht in die IV-Akten gab die Beschwerdegegnerin am 13. April 2017 eine
Stellungnahme ab (act. G 9), zu welcher sich die Beschwerdeführerin mit einem am 15.
Mai 2017 der Post übergebenen Schreiben äusserte (act. G 11).
C.g Mit Schreiben vom 16. Juni 2017 reichte die Beschwerdeführerin zwei Fotos ein,
welche laut ihren Angaben vor dem Unfall entstanden seien und keine Delle im Gesicht
aufweisen würden (act. G 13).
C.h Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der
übrigen Akten wird, soweit entscheidwesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.

Erwägungen
1.
Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung
(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss den Übergangsbestimmungen werden
Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor Inkrafttreten der Änderung ereignet
haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach
bisherigem Recht gewährt. Vorliegend steht ein Unfall vom 15. Juli 2014 zur
Diskussion. Es finden daher die bis 31. Dezember 2016 gültigen Bestimmungen
Anwendung.
2.
Streitig ist, ob die Beschwerdegegnerin die im Nachgang zum Unfall vom 15. Juli 2014
erbrachten Heilkosten- und Taggeldleistungen zu Recht auf den 31. Dezember 2015
eingestellt und den Anspruch auf weitere Leistungen der Unfallversicherung abgelehnt
hat.
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2.1 Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers besteht nur für Gesundheitsschäden,
die natürlich und adäquat kausal mit einem versicherten Unfallereignis
zusammenhängen (vgl. Art. 6 Abs. 1 UVG; BGE 129 V 181 E. 3; ALEXANDRA RUMO-
JUNGO/ANDRÉ PIERRE HOLZER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/
Basel/Genf 2012, S. 53 ff.). Wenn der Unfallversicherer den natürlichen und adäquaten
Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und einer entsprechenden
Gesundheitsschädigung einmal anerkannt hat und entsprechende Leistungen erbringt,
entfällt der Leistungsanspruch erst, wenn das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung
von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist. Da es sich dabei um eine
anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast – anders als bei der Frage,
ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht
bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer. Der Unfallversicherer hat
jedoch nicht den Beweis für unfallfremde Ursachen zu erbringen, sondern nur darzutun,
dass die unfallbedingten Ursachen des Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung
verloren haben (zum Ganzen Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG;
seit 1. Januar 2007 sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 27. Februar
2004, U 29/03, E. 3.1 mit Hinweisen; RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2 mit Hinweisen;
vgl. THOMAS LOCHER/THOMAS GÄCHTER, Grundriss des Sozialversicherungsrechts,
4. Aufl. Bern 2014, § 70 N 58).
2.2 Für die Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher
Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das Gericht in der Regel auf
Angaben ärztlicher Experten oder Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem
adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht
nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist (BGE 129 V 181
E. 3.1, 123 III 110; PVG 1984 Nr. 82, 174). Bei physischen Unfallfolgen spielt die
Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der aus dem natürlichen Kausalzusammenhang
sich ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine Rolle, da sich hier die
adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt (BGE 134 V 111 f. E. 2.1, 127
V 103 E. 5b/bb). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) fassbar,
ist eine eigenständige Adäquanzbeurteilung durchzuführen, bei welcher wie folgt zu
differenzieren ist: Hat die versicherte Person beim Unfall kein Schleudertrauma bzw.
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keine schleudertraumaähnliche Verletzung und kein Schädelhirntrauma erlitten, gelangt
die Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 140 E. 6 zur Anwendung. Ergeben die
Abklärungen indessen das Vorliegen einer Schleudertraumaverletzung oder eines
Schädelhirntraumas, muss geprüft werden, ob zum typischen Beschwerdebild einer
solchen Verletzung gehörende Beeinträchtigungen zwar teilweise vorliegen, im
Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten. Trifft dies
zu, sind für die Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE 115 V 140 E. 6 für Unfälle mit
psychischen Unfallfolgen aufgestellten Grundsätze massgebend. Dasselbe gilt, wenn
es sich bei der nach einem Unfall aufgetretenen, psychischen Fehlentwicklung nicht
um eine mit dem organisch-psychischen Beschwerdebild nach Schleudertrauma (oder
äquivalenter Verletzung) eng verflochtene Entwicklung handelt, sondern um einen
selbständigen (sekundären) psychischen Gesundheitsschaden. Für diese Abgrenzung
sind insbesondere Art und Pathogenese der Störung, das Vorliegen konkreter
unfallfremder Faktoren und der Zeitablauf von Bedeutung. Nicht zur Anwendung
gelangen die besonderen Schleudertrauma-Kriterien ferner bei einem durch den Unfall
verschlimmerten psychischen Vorzustand (vgl. u.a. Urteil des EVG vom 7. November
2002, U 377/01, E. 4.3). Andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz bei einer
Schleudertraumaverletzung oder eines Schädelhirntraumas gemäss den in BGE 117 V
359 festgelegten und in BGE 134 V 109 präzisierten Kriterien. Die Anwendung der
Rechtsprechung zum adäquaten Kausalzusammenhag bei Schleudertraumen der HWS
und Schädelhirntraumen setzt voraus, dass die psychischen Beschwerden aus dem
Unfall hervorgehen und zusammen mit den organischen Beschwerden, die ebenfalls
auf das Unfallereignis zurückzuführen sind, ein komplexes Gesamtbild ergeben (RKUV
2000 Nr. U 397 S. 327 E. 3b).
2.3 Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch
die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der
Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Fachperson begründet und
nachvollziehbar sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit
weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder
in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen
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Inhalt (BGE 134 V 232 f. E. 5.1, 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). An dieser Stelle sei
angemerkt, dass nach dem Gesagten auch die von der Swica-
Krankentaggeldversicherung in Auftrag gegebenen Gutachten durchaus für die
Entscheidfindung mitberücksichtigt werden können. Aufgrund des Umstandes, dass
diese Gutachten möglicherweise nicht nach den im Sozialversicherungsrecht üblichen
Verfahrensregeln in Auftrag gegeben worden sind, wie die Beschwerdeführerin
einwendet (vgl. act. G 1.5 S. 1), kann ihnen nicht automatisch der Beweiswert
abgesprochen werden.
3.
Zunächst ist zu prüfen, ob im Zeitpunkt der Leistungseinstellung noch organisch
objektivierbare Unfallfolgen vorhanden gewesen sind, welche die von der
Beschwerdeführerin über den 31. Dezember 2015 hinaus geklagten Beschwerden (v.a.
Kopfschmerzen, Armschmerzen, Kreuzschmerzen und Müdigkeit; vgl. z.B. Fremdakten,
Swica-act. 10) erklären können. Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass ihr als
strukturelle Unfallfolge oberhalb der linken Orbita nach dem Unfallereignis eine
Knochendelle geblieben sei, und zwar genau an jener Stelle, an der nach dem Unfall
ein Bluterguss vorhanden gewesen sei. Es sei eine Erfahrungstatsache, dass die
menschliche Stirn von Geburt an in aller Regel keine solch grosse Delle aufweise. Auch
wäre ein Bluterguss im Bereich der Delle wohl ausgeblieben, wenn diese schon vor
dem Unfall bestanden hätte. Sodann sei die Delle vor dem Unfall von ihr nicht bemerkt
worden. Auch ihrem Ehemann und der Hausärztin sei die Delle nicht aufgefallen (act. G
1 S. 3). Die Delle sei von keinem Mediziner der Unfallversicherung thematisiert worden
(act. G 1.5 S. 2). Vor dem rechtskräftigen Entscheid über den Fall müsse entsprechend
dem Untersuchungsgrundsatz dieser Knochendelle nachgegangen werden. Es werde
eine Oberexpertise beantragt (act. G 5 S. 2). Die Beschwerdegegnerin ist
demgegenüber der Ansicht, dass die von der Beschwerdeführerin vorgebrachte leichte
Eindellung zum einen nicht als Unfallfolge erstellt sei und zum anderen ohnehin
keinerlei Beeinträchtigungen bewirke. Sie sei von keinem der involvierten Ärzte als
relevanter Gesundheitsschaden erwähnt worden (act. G 3 S. 5).
3.1 Für die Annahme unfallkausaler somatischer Restfolgen werden grundsätzlich eine
strukturelle Läsion bzw. eine schlecht verheilte strukturelle Läsion als objektivierbares
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Korrelat verlangt. Objektivierbar sind Ergebnisse, die reproduzierbar und von der
Person des Untersuchenden und den Angaben des Patienten bzw. der Patientin
unabhängig sind. Folglich kann von objektiv ausgewiesenen organisch-strukturellen
Unfallfolgen dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit -
wissenschaftlich anerkannten - apparativen/bildgebenden Abklärungen (wie Röntgen,
MRT, CT, EEG [Elektroenzephalogramm]) bestätigt werden können (vgl. BGE 134 V 121
f. E. 9, 134 V 232 E. 5.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 28. Oktober
2009, 8C_216/2009, E. 2 mit Hinweisen).
3.2 Die Beschwerdeführerin ist noch am Unfalltag in das Kantonsspital D._
eingeliefert worden, wo gemäss Austrittsbericht vom 21. Juli 2014 Organschäden
sowie össäre Läsionen mittels Polytrauma-CT ausgeschlossen werden konnten (IV-act.
13 S. 7). Ein vom Röntgeninstitut K._ am 6. Mai 2015 durchgeführtes MRT der HWS
und des Neurokraniums hat ausser einem leichten Diskusbulging C 4/5 eine
regelrechte Darstellung des Neurokraniums und der HWS gezeigt. In der
neurologischen Beurteilung von Dr. H._ vom 16. Dezember 2014 ist sodann
festgehalten, dass der klinische Neurostatus der Versicherten unauffällig sei und die
ergänzenden Neurosonographien keine Hinweise für eine traumatische
Gefässdissektion als Ursache der Kopfschmerzen ergeben hätten. Auch in dem von
der Swica-Krankentaggeldversicherung in Auftrag gegebenen neurologischen
Gutachten von Dr. Q._ vom 11./16. April 2016 sind keine neurologischen Diagnosen
gestellt worden, eine organpathologische Schädigung am Nervensystem sei nicht
diagnostizierbar. Auch hat Dr. Q._ in seinem Gutachten festgehalten, dass die von
der Beschwerdeführerin beklagten Beschwerden nicht objektiviert werden könnten
(Fremdakten, Swica-act. 10 S. 10 ff.). Dr. N._ erwähnt in seinem kreisärztlichen
Bericht vom 25. August 2015 gleichfalls, dass sich ihm eine Beschwerdeführerin ohne
traumatisch bedingte Residuen gezeigt habe (Suva-act. 127). Eine opthalmologische
Kontrolle hat ebenfalls einen normalen Befund ergeben (Suva-act. 34). Auch die
Schürfverletzungen sind gemäss den vorliegenden Unterlagen grundsätzlich gut
verheilt (vgl. Suva-act. 127). Dass die von der Beschwerdeführerin vorgebrachte Delle
eine Restfolge der durch den Unfall erlittenen Verletzungen ist, kann gut möglich sein.
So führt auch med. pract. G._ im von der Beschwerdeführerin eingereichten Bericht
vom 5. Januar 2017 aus, dass die Delle genau an derjenigen Stelle liege, an welcher
die Beschwerdeführerin eine Schürfung gehabt habe. Es sei gut möglich, dass die
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Delle von einem Hämatom komme, habe doch das CT im Kantonsspital D._ eine
imbibierte und verdickte Subcutis links supraorbital bei Hämatom gezeigt. Allerdings
führt med. pract. G._ auch zutreffend aus, dass ein optisch nicht optimal abgeheiltes
Hämatom nicht per se eine Einschränkung bedeute (act. G 1.4). Jedenfalls kann
vorliegend – ohne dass hierfür eine weitere medizinische Begutachtung notwendig
wäre – davon ausgegangen werden, dass die von der Beschwerdeführerin
angesprochene Delle nicht die Ursache ihrer Beschwerden bildet. Denn weder im
Austrittsbericht des Kantonsspitals D._, wo die erwähnte CT-Untersuchung
stattgefunden hat, noch im Bericht des Röntgeninstituts K._ vom 6. Mai 2015 ist die
Knochendelle als relevanter Gesundheitsschaden, welcher die beklagten Beschwerden
auslösen könnte, thematisiert worden (IV-act. 13 S. 7; Suva-act. 81). Auch aus den
anderen medizinischen Berichten geht nicht hervor, dass die Schmerzen der
Beschwerdeführerin in irgendeinem Zusammenhang zu der Knochendelle stünden. Die
Beschwerdeführerin bringt selber vor, dass die Knochendelle von den Medizinern
gerade nicht thematisiert worden sei (vgl. act. G 1.5 S. 2). Dr. N._ führt in seinem
kreisärztlichen Bericht vom 25. August 2015 die noch vorhandenen Beschwerden im
Bereich des Nackens, ausstrahlend zum Kopf und in beide Arme, sogar auf schlechte
Haltung und schlecht ausgebildete Rückenmuskulatur zurück (Suva-act. 127). Eine
weitere gutachterliche Abklärung erübrigt sich, zumal nach all den bereits
vorgenommenen medizinischen Untersuchungen nicht anzunehmen ist, dass dadurch
neue Erkenntnisse des vorliegend relevanten Sachverhalts gewonnen werden könnten
(antizipierte Beweiswürdigung, vgl. BGE 136 I 236 f. E. 5.3 mit weiteren Hinweisen).
Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass die durchgeführten radiologischen bzw.
apparativen Abklärungen, aber auch die neurologischen Untersuchungen keinen
fassbaren organischen (unfallbedingten) Befund zeigen. Es gehen aus den Akten auch
sonst keine Anhaltspunkte hervor, welche die über den 31. Dezember 2015 hinaus
geklagten Beschwerden durch einen im Sinn der Rechtsprechung organisch
nachweisbaren Unfallschaden erklären könnten.
4.
4.1 Nach den Ergebnissen der medizinischen Forschung ist nun aber bekannt, dass
bei Schleudertrauma- sowie äquivalenten Verletzungen auch ohne nachweisbare
pathologische bzw. organische Befunde noch Jahre nach dem Unfall funktionelle
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Ausfälle verschiedenster Art auftreten können. Der Umstand, dass die für ein
Schleudertrauma, eine Distorsion der HWS oder ein Schädel-Hirntrauma typischen
Beschwerden nicht mit entsprechenden Untersuchungsmethoden (wie Röntgen, MRT,
CT, EEG) objektivierbar sind, rechtfertigt für sich allein nicht, die diesbezüglichen
Beschwerden in Abrede zu stellen (BGE 117 V 363 f. E. 5d/aa). Ist ein Schleudertrauma
oder eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung diagnostiziert und liegt ein für
diese Verletzung typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie
diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen,
Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit und Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität,
Depression, Wesensveränderung usw. vor, so ist der natürliche Kausalzusammenhang
zwischen dem Unfall und der danach eingetretenen Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit in
der Regel anzunehmen (BGE 117 V 360 E. 4b; vgl. auch BGE 117 V 379 f. E. 3e). Nach
der Rechtsprechung des Bundesgerichts muss bei einem Schleudertrauma bzw. einer
äquivalenten Verletzung das typische Beschwerdebild mit einer Häufung von
Beschwerden nicht in seiner umfassenden Ausprägung innerhalb von 24 bis höchstens
72 Stunden nach dem Unfall auftreten. Vielmehr genügt es, wenn sich in diesem
Zeitraum Beschwerden in der Halsregion oder an der HWS – bei einem Schädel-
Hirntrauma in Form von Kopfschmerzen – manifestieren. Die andern im Rahmen eines
Schleudertraumas oder einer äquivalenten Verletzung typischerweise auftretenden
Beschwerden müssen sich jedoch immerhin in einem Zeitraum manifestieren, der es
erlaubt, vom Vorhandensein eines natürlichen Kausalzusammenhangs auszugehen.
Nachfolgend ist mithin zu klären, ob die von der Beschwerdeführerin über den
Zeitpunkt der Leistungseinstellung hinaus geklagten Beschwerden – ohne
nachweisbare strukturelle Veränderungen – bezogen auf ein Schleudertrauma oder
eine schleudertraumaähnliche Verletzung in einem natürlichen und adäquaten
Kausalzusammenhang zum Unfallereignis vom 15. Juli 2014 stehen (vgl. u.a. Urteil vom
15. März 2007, U 258/06, E. 4.3)
4.2 Im Austrittsbericht des Kantonsspitals D._ vom 21. Juli 2014 ist eine Commotio
cerebri diagnostiziert worden (IV-act. 13 S. 7). In dem von der Assistenzärztin Z._ von
der chirurgischen Klinik des Kantonsspitals D._ am 30. September 2014 nachträglich
ausgefüllten Dokumentationsbogen für Erstkonsultation nach kranio-zervikalem
Beschleunigungstrauma ist sodann festgehalten, dass Anhaltspunkte für eine
Bewusstlosigkeit unklarer Dauer und für eine Gedächtnislücke bezüglich des
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Unfallereignisses bestanden hätten. Die Versicherte ist für eine GCS-Überwachung im
Spital behalten worden, wobei die Bewusstseinslage der Versicherten im
Dokumentationsbogen mit 15 Punkten nach GCS-Score angegeben worden ist (Suva-
act. 32). Im Bericht des Kantonsspitals S._ vom 23. Juli 2017 über die ambulante
Nachuntersuchung der Beschwerdeführerin vom 18. Juli 2014 wurde die Diagnose der
Commotio ebenfalls aufgenommen (IV-act. 13 S. 12). Sodann hat auch med. pract.
G._ die Diagnose einer Commtio cerebri erwähnt (vgl. act. G 1.4; Suva-act. 34).
Demgegenüber hat Dr. H._ in seiner neurologischen Beurteilung vom 16. Dezember
2014 eine Commotio cerebri unter Hinweis darauf, dass die Beschwerdeführerin nach
ihren eigenen Angaben nicht von den Rädern überrollt worden sei und sich an alle
Details erinnern könne, verneint. Die für kurze Zeit verschwommene Erinnerung der
Beschwerdeführerin lasse in erster Linie an einen psychogenen Schockzustand
erinnern, weniger an eine hirnorganisch bedingte Amnesie, weshalb nicht von einer
Commotio cerebri gesprochen werden könne (Suva-act. 53). Dr. N._ geht in seinem
kreisärztlichen Bericht vom 25. August 2015 in Anlehnung an die Beurteilung von Dr.
H._ ebenfalls davon aus, dass keine Commotio cerebri bestanden habe (Suva-act.
127). Es erscheint demnach nicht abschliessend geklärt bzw. bewiesen, ob überhaupt
eine Commotio cerebri und somit ein Schädel-Hirntrauma vorgelegen hat. Hinweise für
ein eigentliches Schleudertrauma sind den Akten nicht zu entnehmen, wird doch im
Dokumentationsbogen des Kantonsspitals D._ bei der Frage nach einer vorläufigen
Diagnose in Anlehnung an die Quebec Task Force (QTF) Klassifikation der Grad 0
angegeben, da keine Nackenbeschwerden bestanden und keine somatischen Befunde
vorgelegen hätten (Suva-act. 32 S. 4). Auch hinsichtlich der geforderten typischen
Beschwerdesymptome zeigt sich vorliegend ein etwas unklares Bild. Gemäss dem
Dokumentationsbogen hat die Beschwerdeführerin im Kantonsspital D._ keine
Nackenschmerzen, Sehstörungen, Hörstörungen, keinen Schwindel und keine
Schlafstörungen erwähnt. Allerdings habe sie innert 15 Stunden über Übelkeit und
Erbrechen sowie auf Nachfrage über Kopfschmerzen geklagt (Suva-act. 32).
Demgegenüber ist im Austrittsbericht des Kantonsspitals D._ vermerkt, dass bei
Auftreten etwaiger Beschwerden wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen,
Sensibilitätsstörungen, Wundheilungsstörungen, Fieber oder anderweitigen Problemen
eine Wiedervorstellung jederzeit möglich sei (IV-act. 13 S. 8). Daraus könnte abgeleitet
werden, dass im Zeitpunkt der Entlassung aus dem Spital keine Kopfschmerzen und
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keine Übelkeit beklagt worden sind. Möglicherweise sind dies aber auch lediglich
allgemeine Hinweise, die zur Sicherheit im Austrittsbericht aufgeführt worden sind.
Interessanterweise heisst es aber auch im Bericht des Kantonsspitals S._ vom 23.
Juli 2014 über die ambulante Untersuchung der Beschwerdeführerin vom 18. Juli 2014,
dass Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Schwindel und Sehstörungen verneint
worden seien (IV-act. 13 S. 12). Gleichwohl ist es möglich, dass die Kopfschmerzen
innerhalb der ersten 15 Stunden, wie im Dokumentationsbogen beschrieben,
aufgetreten sind und im Zeitpunkt der Entlassung aus dem Kantonsspital D._ sich
zeitweilig wieder gebessert haben. In einer Befragung durch die Beschwerdegegnerin
vom 24. November 2014 hat die Beschwerdeführerin ebenfalls angegebenen, sofort
nach dem Unfallereignis an Kopfschmerzen gelitten zu haben, von Übelkeit oder
Erbrechen ist hingegen nicht die Rede (Suva-act. 41 S. 2). Angesichts der vorhandenen
Bilder (act. G 1.3) scheint es doch klar, dass der Kopf beim Unfall relativ stark betroffen
war, sodass zumindest vorübergehende Kopfschmerzen sehr plausibel erscheinen.
Spätestens im September 2014 ist die Versicherte allerdings auch noch wegen
eingeschränkter Auffassung und Konzentrationsfähigkeit in ärztlicher Abklärung
gewesen, was zum Beschwerdebild eines Schädel-Hirntraumas passen könnte (Suva-
act. 34 und 51). Zugleich haben sich aber auch psychische Probleme entwickelt (vgl.
z.B. Suva-act. 53, 131, 146, 149; Fremdakten, Swica-act. 10). Ob nach dem Gesagten
wirklich von einem Schädelhirntrauma mit einem entsprechenden Beschwerdebild
ausgegangen werden kann, ist nicht restlos klar. Eine abschliessende Klärung der
Frage, ob die natürliche Kausalität der geklagten Beschwerden bezogen auf eine
schleudertraumaähnliche Verletzung zu bejahen ist, kann jedoch unterbleiben, da – wie
sich nachfolgend zeigen wird – ohnehin spätestens im Zeitpunkt der
Leistungseinstellung der adäquate Kausalzusammenhang zu verneinen ist.
4.3 Vorliegend hat die Adäquanzprüfung anhand der Psycho-Praxis zu erfolgen. Zum
einen ist, wie soeben dargelegt, nicht abschliessend geklärt, ob überhaupt eine
Commotio cerebri und damit ein Schädel-Hirntrauma gegeben ist, welches die
Anwendung der Schleudertraumapraxis bedingen würde. Zum anderen genügt gemäss
bundesgerichtlicher Rechtsprechung ein Schädel-Hirntrauma, welches höchstens den
Schweregrad einer leichten Commotio cerebri (Gehirnerschütterung, SHT 1. Grades) –
nicht im Grenzbereich zu einer Contusio cerebri (Gehirnprellung, SHT 2. Grades) –
erreicht, grundsätzlich nicht für die Anwendung der Schleudertrauma-Praxis.
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Üblicherweise wird die Schwere eines Schädel-Hirntraumas nach dem Punktwert in der
GCS-Skala eingeteilt. Bei einem GCS-Wert von 13 bis 15 Punkten wird von einem
leichten Schädel-Hirntrauma gesprochen. (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 4.
August 2008, E. 4 [publ. in: SVR 2008 UV Nr. 35 S. 133]; Urteil des EVG vom 13. Juni
2005, U 276/04, E. 2.2; vgl. ferner Urteile des Bundesgerichts vom 14. August 2014,
8C_358/2014, E. 2.4.1, 16. Oktober 2013, 8C_258/2013, E. 4.3.2, 28. Juli 2011,
8C_270/2011, E. 2.1 ausgegangen werden kann). Vorliegend ist noch nicht einmal
sicher erstellt, ob überhaupt eine Commotio cerebri vorgelegen hat. Der Befund der
GCS-Überwachung der Beschwerdeführerin hat sodann den Punktwert 15
aufgewiesen und der Aufenthalt im Kantonsspital D._ hat sich relativ
komplikationslos gestaltet (vgl. Suva-act. 32; IV-act. 13). Wenn überhaupt, hat eine
Bewusstlosigkeit nur für eine kurze Zeit bestanden (vgl. Suva-act. 32 und 53). Damit ist
die mutmasslich erlittene Commotio cerebri nicht als Verletzung im Grenzbereich zu
einer Contusio cerebri zu sehen, womit in Bezug auf die Hirnerschütterung eine
Adäquanzprüfung nach der Schleudertraumapraxis grundsätzlich ausser Betracht fällt.
Dazu kommt, dass aufgrund der Aktenlage bei der Beschwerdeführerin im Zeitpunkt
der Leistungseinstellung die Beschwerden von psychischen Problemen überlagert
worden sind. Die Beschwerdeführerin hat sich bereits ab September 2014, relativ kurz
nach dem Unfallereignis, in psychiatrischer Behandlung im Ambulatorium der
psychiatrischen Klinik E._ befunden (Suva-act. 51). Gemäss einem Zwischenbericht
von med. pract. G._ vom 3. Oktober 2014 ist die Versicherte bei Albträumen,
Konzentrationsschwierigkeiten und Schwierigkeiten der Emotionen psychiatrisch
beurteilt worden. Möglicherweise handle es sich auch nur um Folgen der Commotio
cerebri (Suva-act. 34). Während die psychischen Beschwerden wie
Konzentrationsschwierigkeiten und Ängste im Strassenverkehr in den ersten Berichten
der psychiatrischen Klinik E._ noch als mögliche Folgen des Schockzustandes oder
einer allfälligen Commotio cerebri diskutiert worden sind und sich vorübergehend auch
gebessert zu haben scheinen (Suva-act. 51, 55 und 91), hat sich der psychische
Zustand der Beschwerdeführerin entsprechend den Akten später jedoch wieder
verschlechtert (vgl. Suva-act. 131 ff.). Nach einiger Zeit sind von verschiedenen Ärzten
psychiatrische Diagnosen wie die posttraumatische Belastungsstörung,
Anpassungsstörung oder depressive Störungen genannt worden (Suva-act. 127, 131,
146, 149 und Fremdakten, Swica-act. 10). Dr. H._ hat bereits in seiner
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neurologischen Untersuchung vom 16. Dezember 2014 darauf hingewiesen, dass
sicherlich das psychotraumatologische Beschwerdebild im Vordergrund stehen würde
(Suva-act. 53). Dr. O._ hat in seinem Bericht zur psychiatrischen Untersuchung vom
3. November 2015 ausgeführt, dass hinsichtlich der bestehenden psychischen
Symptome mit grosser Wahrscheinlichkeit von einem natürlichen teilkausalen
Zusammenhang ausgegangen werden könne, während allerdings ein ganz erheblicher
Teil der psychischen Symptome mit grosser Wahrscheinlichkeit auf biographische
Faktoren zurückzuführen sei (Suva-act. 149 S. 149). Sodann hat Dr. Q._ in seinem
neurologischen Gutachten vom 11./16. April 2016 erwähnt, dass eine erhebliche Anzahl
psychosozialer Gründe die Reintegration in den Arbeitsmarkt erschweren würden
(Fremdakten, Swica-act. 10 S. 27). Auch Dr. R._ hat in seinem psychiatrischen
Gutachten vom 31. März 2016 darauf hingewiesen, dass mit einiger Wahrscheinlichkeit
schon vor dem Unfall psychopathologisch keine ganz unauffällige Situation bestanden
habe, da die Beschwerdeführerin sozial relativ isoliert sei, die Landessprache nicht
spreche und auch der Konflikt mit dem Ehemann schon länger zu bestehen scheine
(Fremdakten, IV-act. 10 S. 48 ff.).
4.4 Bei der Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs gestützt auf die
Psycho-Praxis ist zunächst zu ermitteln, ob der Unfall als leicht oder als schwer zu
betrachten ist oder ob er dem mittleren Bereich angehört. Der adäquate
Kausalzusammenhang zwischen Unfall und gesundheitlicher Beeinträchtigung ist bei
leichten Unfällen in der Regel ohne weiteres zu verneinen und bei schweren Unfällen
ohne weiteres zu bejahen, wogegen bei Unfällen des mittleren Bereichs weitere
Kriterien in die Beurteilung mit einzubeziehen sind. Je nachdem, wo im mittleren
Bereich der Unfall einzuordnen ist und abhängig davon, ob einzelne Kriterien in
besonders ausgeprägter Weise erfüllt sind, genügt zur Bejahung des adäquaten
Kausalzusammenhangs ein Kriterium oder müssen mehrere herangezogen werden. Als
Kriterien nennt die Rechtsprechung: – besonders dramatische Begleitumstände oder
besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; – die Schwere oder besondere Art der
erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische
Fehlentwicklungen auszulösen; – ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen
Behandlung; – körperliche Dauerschmerzen; – ärztliche Fehlbehandlung, welche die
Unfallfolgen erheblich verschlimmert; – schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche
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Komplikationen; – Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 115
V 139 E. 6; vgl. ferner BGE 134 V 126 ff. E. 10).
4.4.1 Die Schwere des Unfalls bestimmt sich nach dem augenfälligen
Geschehensablauf und nicht nach den Kriterien, welche bei der Beurteilung der
Adäquanz bei mittelschweren Unfällen Beachtung finden (Urteil des Bundesgerichts
vom 5. September 2015, 8C_437/2015, E. 3.3). Aufgrund der in den polizeilichen Akten
enthaltenen Angaben (vgl. Suva-act. 80, 81 und 105) ist der in Frage stehende Unfall
als mittelschwer zu qualifizieren. Ein Lieferwagen ist auf dem Vorplatz der B._ AG
rückwärts gefahren, als die Beschwerdeführerin gleichzeitig in gleicher Richtung zum
Bahnhof marschiert ist. In der Folge hat der Lenker die Beschwerdeführerin übersehen,
weshalb es zur Kollision gekommen ist, wobei die Beschwerdeführerin zu Boden
gestürzt und einige Meter durch den Wagen auf dem Asphalt zurückgeschoben worden
ist (Suva-act. 81 S. 3). Der Umstand, dass sich an der Unfallstelle durch das
Zurückschieben der Beschwerdeführerin Schleifspuren auf dem Asphalt von einer
Länge von ca. 4.5 m bzw. 4.1 m befunden haben (vgl. Suva-act. 80 S. 5 f.), ändert an
der Qualifikation als mittelschwerer Unfall nichts, nachdem die bundesgerichtliche
Rechtsprechung bei weit gravierenderen Unfallereignissen keinen mittelschweren
Unfall im Grenzbereich zu den schweren Unfällen bzw. einen schweren Unfall annimmt
(vgl. u.a. Urteile des Bundesgerichts vom 5. Juni 2009, 8C_80/2009, 5. Februar 2008,
8C_169/2007 und 16. Mai 2007, U 492/06; je mit weiteren Hinweisen).
4.4.2 Das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder besonderen
Eindrücklichkeit des Unfalls ist objektiv zu beurteilen und nicht aufgrund des
subjektiven Empfindens bzw. Angstgefühls der versicherten Person (Urteil des
Bundesgerichts vom 25. Januar 2008, U 56/07, E. 6.1 mit weiteren Hinweisen).
Entgegen dem Vorbringen der Beschwerdeführerin kann aus dem Umstand, dass sie
beim Unfallereignis subjektiv Todesangst empfunden habe (vgl. act. G 1 S. 5), nicht auf
die besondere Eindrücklichkeit des Unfalls geschlossen werden. Aber auch objektiv
betrachtet kann dem vorliegenden Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit nicht
abgesprochen werden. Zu beachten ist dabei allerdings, dass den meisten
mittelschweren Unfällen eine gewisse Eindrücklichkeit eigen ist, welche somit noch
nicht für eine Bejahung des Kriteriums ausreichen kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts
vom 20. November 2008, 8C_39/2008, E. 5.2). Aus den Akten sind keine Umstände
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ersichtlich, welche das Unfallereignis vom 15. Juli 2014 unter objektiven
Gesichtspunkten als besonders dramatisch oder besonders eindrücklich erscheinen
liessen, weshalb das Kriterium zu verneinen ist. Von schweren oder besonders
gearteten Verletzungen, welche geeignet sind, eine psychische Fehlentwicklung der
eingetretenen Art auszulösen, kann angesichts der nach dem Unfall im Kantonsspital
D._ gestellten Diagnosen (Commotio cerebri, multiple oberflächliche Schürfwunden,
RQW enoral und Lippenrot Oberlippe links, abgebrochener Zahn 22; vgl. IV-act. 13 S.
7) auch nicht gesprochen werden. Selbst wenn die Verletzungen der
Beschwerdeführerin auf den sich in den Akten befindlichen Fotos als eindrücklich
erscheinen mögen (vgl. act. G 1.3) und die Beschwerdeführerin unmittelbar nach dem
Unfall sicherlich Schmerzen erlitten hat (vgl. IV-act. 13 S. 7 ff.), so ist dennoch nicht
davon auszugehen, dass diese Verletzungen im Normalfall zu einer psychischen
Fehlentwicklung führen. Auch liegt im vorliegenden Fall keine ungewöhnlich lange
Dauer der ärztlichen Behandlung vor. Die Beschwerdeführerin hat bereits nach zwei
Tagen das Kantonsspital D._ wieder verlassen (IV-act. 13 S. 8), ist dann noch zu zwei
Untersuchungen ins Kantonsspital S._ gegangen und hat danach entsprechend dem
Bericht des Kantonsspitals S._ vom 21. Juli 2014 die Exkorationen unter
hausärztlicher Kontrolle selber ausgeduscht und verbunden (vgl. Suva-act. 11; IV-act.
13 S. 14). Abklärungsmassnahmen oder blossen ärztlichen Kontrollen, wie
beispielsweise der opthalmologischen Untersuchung (vgl. Suva-act. 34),
gutachterlichen bzw. kreisärztlichen Untersuchungen (vgl. z.B. Suva-act. 127;
Fremdakten, Swica-act. 10 S. 10 ff.) oder der Durchführung eines MRI zur Klärung der
Beschwerden (vgl. Suva-act. 97) kommt sodann nicht die Qualität einer regelmässigen,
zielgerichteten Behandlung zu, die zur Annahme einer besonders langen Dauer
ärztlicher Behandlung führen könnte. Für die Frage der Dauer der ärztlichen
Behandlung wird auf die kontinuierliche, mit einer gewissen Planmässigkeit auf die
Verbesserung des Gesundheitszustands gerichtete ärztliche Behandlung abgestellt.
Eine Behandlung, die lediglich der Erhaltung des bestehenden Gesundheitszustands
und nicht der Heilung dient, ist im Rahmen der Adäquanzprüfung grundsätzlich nicht
relevant (zum Ganzen vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 27. Februar 2008, U 11/07, E.
5.3.1 mit Hinweisen). Psychische Aspekte sind im Rahmen der Prüfung der
Adäquanzkriterien nach Psycho-Praxis grundsätzlich ohnehin auszublenden (vgl. Urteil
des Bundesgerichts vom 9. April 2009, 8C_825/2008, E. 4.6). Das Kriterium der
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ärztlichen Dauerbehandlung ist nach dem Gesagten demnach ebenfalls zu verneinen.
Ein schwieriger Heilungsverlauf oder erhebliche Komplikationen können der Aktenlage
nicht entnommen werden. Anzeichen einer ärztlichen Fehlbehandlung liegen ebenfalls
nicht vor. Namentlich kann aus dem Umstand, dass die Ärzte der angeblich
bestehenden Knochendelle keine Bedeutung als Gesundheitsschaden beigemessen
haben, nicht auf eine ärztliche Fehlbehandlung geschlossen werden, wie dies die
Beschwerdeführerin sinngemäss geltend macht (vgl. act. G 1 S. 5). Was das Kriterium
der Dauerbeschwerden betrifft, so ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin
wechselnde Schmerzangaben gemacht hat und auch Inkonsistenzen in den
Schmerzangaben zu finden sind (vgl. insbesondere Fremdakten, Swica-act. 10). Weiter
sind die als körperlich imponierenden, organisch jedoch nicht hinreichend erklärbaren
Beschwerden bei der Prüfung der Adäquanz nach der Psycho-Praxis nicht in die
Beurteilung miteinzubeziehen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 9. April 2009,
8C_825/2008, E. 4.6). Folglich ist das Kriterium der Dauerbeschwerden ebenfalls nicht
erfüllt. Entsprechend einem Bericht vom 10. April 2015 hat med. pract. G._ die
Beschwerdeführerin im Zeitraum vom 15. Juli 2014 bis zum 28. September 2014 zu
100 %, vom 29. September 2014 bis zum 11. Januar 2015 zu 90 %, vom 12. Januar
2015 bis zum 8. Februar 2015 zu 80 %, vom 9. Februar 2015 bis zum 8. März 2015 zu
70 %, vom 9. März 2015 bis zum 31. März 2015 zu 60 % und vom 1. April 2015 an
wieder zu 70 % als arbeitsunfähig eingeschätzt (IV-act. 38 S. 3). Daraus erhellt, dass es
der Beschwerdeführerin entsprechend der hausärztlichen Beurteilung nach relativ
kurzer Zeit bereits wieder möglich gewesen ist, zumindest teilweise eine Arbeit
aufzunehmen und sich die Arbeitsfähigkeit auch schrittweise gesteigert hat. Diese
Arbeitsfähigkeitsschätzungen differenzieren allerdings nicht zwischen physischen und
psychischen Unfallfolgen. Dr. H._ hat bereits in seinem neurologischen
Untersuchungsbericht vom 16. Dezember 2014 angemerkt, dass der klinische
Neurostatus der Beschwerdeführerin unauffällig sei und sicherlich das
psychotraumatologische Beschwerdebild im Vordergrund stehe (Suva-act. 53). Dr.
N._ ist sodann in seiner kreisärztlichen Beurteilung vom 25. August 2015 davon
ausgegangen, dass aus unfallbedingter Sicht wieder eine volle Arbeitsfähigkeit ohne
jegliche Einschränkung bestehe (Suva-act. 127). Auch Dr. Q._ hat in seinem
Gutachten vom 11./16. April 2016 festgehalten, dass die Beschwerdeführerin aus
neurologischer Sicht in ihrer angestammten Tätigkeit voll einsatzfähig sei (Fremdakten,
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Swica-act. 10 S. 10 ff.). Schliesslich wird sogar im psychiatrischen Gutachten von Dr.
R._ vom 31. März 2016 davon ausgegangen, dass auch die psychiatrische
Symptomatik die Arbeit in der Fleischfabrik nicht beeinträchtige (Fremdakten, Swica-
act. 10 S. 48 ff.). Demnach ist das Kriterium der besonders langen Dauer der physisch
bedingten Arbeitsunfähigkeit ebenfalls zu verneinen.
4.5 Nach dem Gesagten ist keines der Kriterien erfüllt und die Adäquanz allfällig noch
vorhandener Beschwerden über den 31. Dezember 2015 hinaus zu verneinen.
Angesichts dessen kann im vorliegenden Verfahren auch offen bleiben, mit welcher
genauen Diagnose die psychischen Beschwerden zu erfassen sind bzw. ob eine
posttraumatische Belastungsstörung anzunehmen ist oder nicht (vgl. act. G 1.5). Von
einem weiteren Gutachten sind keine neuen Erkenntnisse, welche am Ergebnis dieses
Verfahrens etwas änderten, zu erwarten. Auf weitere Abklärungen wird deshalb
verzichtet (vgl. u.a. BGE 136 I 236 f. E. 5.3 mit weiteren Hinweisen).
5.
Abschliessend ist noch anzumerken, dass sich in den Akten keinerlei Anhaltspunkte
dafür finden lassen, dass die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin bei der
Fallbehandlung aufgrund ihrer Herkunft diskriminiert hätte, wie diese es geltend macht
(vgl. act. G 1 S. 5).
6.
Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist der Einspracheentscheid vom 19.
Dezember 2016 nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde
abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung.