Decision ID: 14f683fc-26f4-555c-86d2-782031bf69c6
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ bezog ab dem 1. Juli 1996 Ergänzungsleistungen zu seiner ganzen Rente
der Invalidenversicherung (IV-Grad von 70 %, Dossier 1 [act. G 6.1], act. 171-15 f., act.
123-40 f.). Am _ 2000 verstarb sein Vater (Dossier 1, act. 168-4). Die Mutter resp.
Vertreterin des Versicherten gab im Revisionsformular vom 19. Oktober 2001 an, dass
der Versicherte eine Erbschaft von Fr. 971'750.-- erhalten habe (Dossier 1, act. 168).
Der Erblasser (Vater des Versicherten) sei am _ 2000 verstorben. Per 1. Januar 2001
habe der Versicherte noch ein Vermögen/Sparguthaben von Fr. 529'099.-- gehabt
(Dossier 1, act. 168). Er habe ihr (d.h. seiner Mutter) ein zinsloses Darlehen über einen
Betrag von Fr. 400'000.-- gewährt. Die Zinsen aus dem Sparguthaben hätten sich im
Jahr 2000 auf Fr. 11'804.95 belaufen. Am 30. Juni 2000 hatte die
Vormundschaftsbehörde C._ dem Versicherten einen Betrag von Fr. 971'750.--
überwiesen (Dossier 1, act. 169). Auf der Gutschriftsanzeige war handschriftlich
vermerkt worden, dass ein Betrag von Fr. 28'500.-- (wohl für die Bezahlung der
Anwaltskosten) direkt mit dem Erbe verrechnet worden sei (Dossier 1, act. 169-1). Laut
dem Darlehensvertrag hatte der Versicherte seiner Mutter das Darlehen von Fr.
400'000.-- am 28. November 2000 überwiesen. Das Darlehen war zinslos und für die
Dauer von 15 Jahren gewährt worden. Es war zur freien Verfügung gewährt und an
keinerlei Bedingungen geknüpft worden (Dossier 1, act. 167).
A.a.
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Mit Verfügung vom 23. Oktober 2001 setzte die EL-Durchführungsstelle die
Ergänzungsleistungen rückwirkend ab Februar 2000 bis und mit Oktober 2001 wegen
der Erbschaft neu fest und forderte vom Versicherten zu viel bezahlte
Ergänzungsleistungen in der Höhe von insgesamt Fr. 15'943.-- zurück (Dossier 1, act.
166). Mit Verfügung vom 7. November 2001 hob die EL-Durchführungsstelle die
Ergänzungsleistungen wegen eines Einnahmenüberschusses per 1. November 2001
auf (Dossier 1, act. 164-1). Bei den Einnahmen hatte sie neu ein Sparguthaben von
Fr. 529'099.-- und das Darlehen von Fr. 400'000.-- berücksichtigt. Davon hatte sie den
Freibetrag von Fr. 25'000.-- abgezogen. Von den verbliebenen Fr. 904'099.-- hatte sie
einen 1/15, d.h. Fr. 60'273.--, als sogenannten Vermögensverzehr angerechnet
(Dossier 1, act. 164-2).
A.b.
Am 30. September 2009 meldete sich der Versicherte erneut zum Bezug von
Ergänzungsleistungen an (Dossier 1, act. 161). Er gab an, dass er sich seit dem 26.
Juni 2009 in der Psychiatrischen Klinik D._ befinde. Sein Vermögen/Sparguthaben
habe sich per 31. Dezember 2008 auf Fr. 440'000.-- belaufen, die Zinsen aus
Sparguthaben auf Fr. 500.--. Am 28. Oktober 2009 errichtete die
Vormundschaftsbehörde C._ für den Versicherten eine Beistandschaft gemäss Art.
392 Ziff. 1 und Art. 393 Ziff. 2 ZGB (Dossier 1, act. 160-4). Mit Verfügung vom 7. Januar
2010 wies die EL-Durchführungsstelle das Gesuch um die Ausrichtung von
Ergänzungsleistungen wegen eines Einnahmenüberschusses ab (Dossier 1, act. 152-1
f.). Bei den Einnahmen hatte sie unter anderem ein Vermögen von Fr. 440'000.--
berücksichtigt (Dossier 1, act. 152-3). Nach Abzug des Freibetrages von Fr. 25'000.--
hatte sie davon 1/15, also Fr. 27'666.--, als Vermögensverzehr angerechnet.
A.c.
Am 4. Juni 2010 meldete die Beiständin den Versicherten wieder zum Bezug von
Ergänzungsleistungen an (Dossier 1, act. 150). Sie gab an, dass der Versicherte vom
Sommer 2009 bis Anfang Januar 2010 in der Psychiatrischen Klinik D._ gewesen sei.
Seit dem 11. Januar 2010 lebe er in der Institution E._. Das Vermögen habe per 31.
Dezember 2009 noch Fr. 2'299.-- betragen. Die Zinsen aus dem Sparguthaben hätten
sich auf Fr. 6.-- belaufen. Der Versicherte habe Schulden in der Höhe von Fr. 17'296.05
(Dossier 1, act. 149-16: Unbezahlte Heimrechnungen, Schulden aus der Auflösung der
Mietwohnung). Es sei absolut unmöglich, die Ausgaben des Versicherten mit Datum
und Quittungen zu belegen. Der Versicherte könne nur ungefähre Angaben dazu
A.d.
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machen, was seinem Krankheitsbild entspreche. Die Mutter habe das Darlehen nie
zurückbezahlt. Sie sei im Frühling 2009 verstorben und der Versicherte habe das Erbe
ausgeschlagen. Eine Rückzahlung des Darlehens sei somit nicht mehr möglich. Die EL-
Sachbearbeitung hatte auf den Anmeldeunterlagen notiert, dass der Versicherte
gemäss den IV-Akten manisch-depressiv resp. emotional instabil sei (Dossier 1, act.
149-2 f., siehe auch Dossier 1, act. 123-38 f.). Das Vermögen habe am 1. Januar 2001
noch Fr. 529'099.-- betragen (Dossier 1, act. 150). Davon seien für die Jahre 2001 bis
2009 ein Vermögensverbrauch von Fr. 106'458.-- und ein "Vermögensschwund" von
Fr. 90'000.-- (9 x Fr. 10'000.--) abzuziehen. Zuzüglich des Vermögensverzichts aus
dem an die Mutter gewährten Darlehen von Fr. 400'000.-- sei per 1. Juni 2010 von
einem Vermögensverzicht (nachfolgend: Hypothetisches Vermögen) von Fr. 732'641.--
auszugehen (Fr. 332'641.--
+ Fr. 400'000.--).
Die Beiständin teilte der AHV-Zweigstelle am 10. Juni 2010 ergänzend mit (Dossier
1, act. 149-5 f.), dass das Reinvermögen gemäss der Steuerveranlagung 2008 das
Darlehen an die Mutter beinhaltet habe. Der Versicherte habe die Erbschaft der Mutter
ausgeschlagen, da sie zu viele offene Rechnungen enthalten habe. Belege für das, was
die Mutter mit dem Darlehen von Fr. 400'000.-- gemacht habe, fehlten. Offenbar habe
sie das Geld für das tägliche Leben benötigt, da sie nur eine kleine Rente erhalten
habe. Der Versicherte habe in einer symbiotischen Beziehung mit seiner Mutter gelebt,
weshalb er das Geld nie zurückgefordert habe. Er zeige auch im E._ das Verhalten,
Menschen mit Geld auszuhelfen, ohne es zurückzufordern. Er habe den Umgang mit
Geld nie gelernt; Geld habe für ihn keine Bedeutung. Für ihn sei es selbstverständlich
gewesen, dass immer Geld vorhanden gewesen sei. Der Versicherte sei krank und
deshalb im E._ platziert worden.
A.e.
Mit Verfügung vom 5. Juli 2010 wies die EL-Durchführungsstelle das Gesuch um
Ausrichtung von Ergänzungsleistungen wiederum wegen eines
Einnahmenüberschusses ab (Dossier 1, act. 132). Bei den Einnahmen hatte sie ein
hypothetisches Vermögen von Fr. 732'641.-- berücksichtigt. Zuzüglich des
Sparguthabens von Fr. 2'299.-- und abzüglich der Schulden von Fr. 17'296.-- und des
Freibetrags von Fr. 25'000.-- hatte sich das anrechenbare Vermögen auf Fr. 692'644.--
belaufen. Davon hatte die EL-Durchführungsstelle 1/15, d.h. Fr. 46'176.--, als
A.f.
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Vermögensverzehr angerechnet. Des Weiteren hatte sie einen hypothetischen
Vermögensertrag aus dem hypothetischen Vermögen von Fr. 4'395.-- angerechnet (0.6
% von Fr. 732'641.--, Dossier 1, act. 132-2, 142). Gegen diese Verfügung wendete die
Beiständin des Versicherten einspracheweise ein (Dossier 1, act. 131), dass der
Versicherte bei der Errichtung der Beistandschaft am 28. Oktober 2009 über keinerlei
Vermögen verfügt habe. Er sei weder in der Lage gewesen, Auskunft über den
Verbrauch der Vermögenswerte zu erteilen, noch sei es ihm möglich gewesen, den
Nachweis über grössere Ausgaben während den vergangenen 10 Jahren mittels
Quittungen zu erbringen. Der Rechtsanwalt und Steuerberater der Mutter habe ihr
bestätigt, dass die Mutter und der Sohn das Geld gemeinsam verbraucht hätten. Sie
hätten in einer symbiotischen Beziehung gelebt. Die Mutter habe sich um die Finanzen
des Versicherten gekümmert. Der Versicherte habe aufgrund eines jahrelangen
Alkoholmissbrauchs kognitive Einschränkungen gehabt. Nach dem Tod seiner Mutter
habe sich die Überforderung des Versicherten in der Alltagsbewältigung gezeigt. Seine
Unfähigkeit, die finanziellen und administrativen Aufgaben zu erledigen, sei immer
deutlicher geworden.
Mit Verfügung vom 5. Oktober 2010 widerrief die EL-Durchführungsstelle die
Verfügung vom 5. Juli 2010 und sprach dem Versicherten rückwirkend ab 1. Juni 2010
eine Ergänzungsleistung von monatlich Fr. 770.-- zu (Dossier 1, act. 126). Sie hatte neu
noch ein hypothetisches Vermögen von Fr. 477'599.-- angerechnet. Der anrechenbare
Vermögenverzehr hatte sich deshalb auf Fr. 29'173.-- reduziert; die Zinsen aus dem
hypothetischen Vermögen hatten sich auf Fr. 2'866.-- belaufen. Die EL-
Durchführungsstelle hatte abgeklärt, wie viel der Versicherte als jährliche Rente
erhalten hätte, wenn er die Erbauszahlung in eine Leibrentenversicherung investiert
hätte. Zusätzlich zum akzeptierten Vermögensverbrauch 2001-2009 (Fr. 106'458.--)
hatte sie einen Verbrauch in der Höhe der jährlichen Rente berücksichtigt
(Fr. 255'042.-- für die Jahre 2001-2009 resp. Fr. 28'338.-- pro Jahr). Hieraus war per 1.
Juni 2010 ein Vermögensverzicht von Fr. 77'599.-- resultiert (Fr. 529'099.-- - Fr.
361'500.-- - Fr. 90'000.--). Zuzüglich des Verzichts aus dem Darlehen an die Mutter
von Fr. 400'000.-- hatte sich das anrechenbare hypothetische Vermögen neu auf Fr.
477'599.-- belaufen. Davon hatte die EL-Durchführungsstelle wiederum die Schulden
von Fr. 17'296.-- und den Freibetrag von Fr. 25'000.-- abgezogen. Von den
A.g.
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verbliebenen Fr. 437'602.-- hatte sie 1/15, d.h. Fr. 29'173.--, als Vermögensverzehr
angerechnet. Am 13. Oktober 2010 stellte die Beiständin den Antrag, dem Versicherten
bereits ab dem Zeitpunkt der Platzierung im E._ im Januar 2010 eine
Ergänzungsleistung zuzusprechen. Mit zwei Verfügungen vom 3. und vom 4. Dezember
2010 sprach die EL-Durchführungsstelle dem Versicherten rückwirkend ab 1. Januar
2010 eine Ergänzungsleistung in der Höhe von monatlich Fr. 770.-- zu (Dossier 1,
act. 117, 120). Per 1. Januar 2011 setzte sie die monatliche EL auf Fr. 988.-- fest
(Verfügung vom 29. Dezember 2010, Dossier 1, act. 112). Mit Verfügung vom 23. März
2011 (Dossier 1, act. 107) reduzierte die EL-Durchführungsstelle die monatliche
Ergänzungsleistung rückwirkend ab 1. Februar 2010 auf Fr. 668.-- pro Monat
(Anpassung des Erwerbseinkommens, der Vermögenswerte, der Heimtaxe und der
Vermögenserträge); rückwirkend ab 1. Januar 2011 erhöhte sie die monatliche
Ergänzungsleistung auf Fr. 1'265.-- (Anpassung aller Berechnungspositionen mit
Ausnahme des Erwerbseinkommens). Mit Verfügung vom 20. Mai 2011 reduzierte die
EL-Durchführungsstelle die monatliche Ergänzungsleistung rückwirkend ab 1. Januar
2010 auf Fr. 628.-- resp. ab 1. Januar 2011 auf Fr. 1'223.-- (Dossier 1, act. 98). Neu
war bereits ab 1. Januar 2010 ein Erwerbseinkommen angerechnet worden, dafür
waren die Nichterwerbstätigenbeiträge ab 1. Januar 2010 weggefallen. Ab dem
1. Januar 2011 hatte die EL-Durchführungsstelle die Schulden in der Höhe von Fr.
17'296.-- nicht mehr berücksichtigt. Dafür hatte sie die Sozialhilfeschulden von
Fr. 22'791.-- vom Vermögen abgezogen (Dossier 1, act. 109, 111).
Mit Verfügung vom 22. Dezember 2014 hob die EL-Durchführungsstelle die
Ergänzungsleistungen per 1. Januar 2015 wegen eines Einnahmenüberschusses auf
(Dossier 1, act. 48). Der Grund dafür war eine Änderung des St. Gallischen ELG, mit
welcher der gesetzlich vorgeschriebene Vermögensverzehr ab dem 1. Januar 2015 für
alle IV-Rentner im Heim auf einen ein Fünftel (bisher 1/15) erhöht wurde (vgl. Dossier 1,
act. 49). Beim Vermögen hatte die EL-Durchführungsstelle noch ein hypothetisches
Vermögen von Fr. 427'599.-- berücksichtigt und von diesem die Sozialhilfeschulden
von Fr. 87'598.-- (per 31. Dezember 2013, Dossier 1, act. 69) und den Freibetrag von
Fr. 37'500.-- abgezogen. Vom hieraus resultierenden anrechenbaren Vermögen von
Fr. 302'501.-- hatte sie 1/5, also Fr. 60'500.--, als Vermögensverzehr angerechnet
(Dossier 1, act. 46). Mit Verfügung vom 23. Januar 2015 (Dossier 1, act. 39) korrigierte
A.h.
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B.
die EL-Durchführungsstelle in der Anspruchsberechnung ab 1. Januar 2015 das
anrechenbare Vermögen, indem sie die aktuellen Sozialhilfeschulden (per 31.
Dezember 2014) von Fr. 111'110.-- anrechnete. Der anrechenbare Vermögenverzicht
reduzierte sich auf Fr. 55'797.--. Trotzdem resultierte erneut ein Einnahmenüberschuss
und damit kein EL-Anspruch mehr.
Am 31. August 2018 meldete die Beiständin den Versicherten ein viertes Mal zum
Bezug von Ergänzungsleistungen an (Dossier 1, act. 21). Sie merkte an, dass das
KESB-Mandat keine Vermögensverwaltung beinhalte und sie deshalb keine Auszüge
aus den persönlichen Konten des Versicherten einreichen könne. Dem
Anmeldeformular (Dossier 1, act. 22) war zu entnehmen, dass der Versicherte weiterhin
im E._ lebte. Sein Erwerbseinkommen hatte im Jahr 2017 Fr. 4'497.-- betragen
(Dossier 1, act. 19-4). Das Vermögen/Sparguthaben hatte sich per 31. Dezember 2017
auf Fr. 1'993.-- belaufen, die Summe der Schulden auf Fr. 204'343.--. Laut einem
Auszug aus dem Betreibungsregister vom 28. April 2017 bestanden Verlustscheine im
Gesamtbetrag von Fr. 15'736.-- (Dossier 1, act. 21-23 ff.). Die Sozialhilfeschulden
hatten per 31. Dezember 2017 Fr. 188'607.25 betragen (Dossier 1, act. 21-10 ff.). Die
Sozialen Dienste informierten die EL-Durchführungsstelle darüber, dass der Versicherte
über kein eigenes Bankkonto verfüge; nur das Konto bei den sozialen Diensten
existiere (Dossier 1, act. 20-9).
B.a.
Mit Verfügung vom 21. Dezember 2018 wies die EL-Durchführungsstelle das
Gesuch um die Ausrichtung von Ergänzungsleistungen ab 1. August 2018 ab (Dossier
1, act. 12). Zur Begründung hielt sie fest, dass es zwischen dem 1. Januar 2001 und
dem 31. Dezember 2009 zu einem Vermögensrückgang von Fr. 526'800.-- gekommen
sei (Fr. 529'099.-- - Fr. 2'299.--). Abzüglich der akzeptierten "Pauschale" von Fr.
90'000.-- und des notwendigen Verbrauchs von Fr. 106'458.-- ergebe sich per 31.
Dezember 2009 ein zu hoher Vermögensrückgang von Fr. 330'342.--. Hinzu komme,
dass der Versicherte durch die Ausschlagung der Erbschaft im Jahr 2009 auf einen
Betrag von Fr. 400'000.-- verzichtet habe. Das hypothetische Vermögen belaufe sich
somit per 31. Dezember 2009 auf total Fr. 730'342.--. Da das hypothetische Vermögen
jährlich um Fr. 10'000.-- zu reduzieren sei (Art. 17a ELV), sei ab 1. August 2018 ein
B.b.
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hypothetisches Vermögen von Fr. 650'342.-- (Fr. 730'342 - [8 x Fr. 10'000.--]) und ab
1. Januar 2019 ein hypothetisches Vermögen von Fr. 640'342.-- (Fr. 730'342 - [9 x Fr.
10'000.--]) zu berücksichtigen. Auf dem hypothetischen Vermögen sei zudem ein
hypothetischer Zins von 0.1 % anzurechnen (ab 1. August 2018 Fr. 650.-- [0.1 % von
Fr. 650'342.--], ab 1. Januar 2019 nur noch Fr. 320.-- [0.1 % von Fr. 320'342.--]).
Sozialhilfeschulden seien keine offenen Schulden, da sie nur zurückerstattet werden
müssten, wenn es die wirtschaftlichen Verhältnisse zuliessen. Auch Verlustscheine und
erloschene Betreibungen seien nicht als Schuld zu berücksichtigen, da es sich dabei
nicht um offene Schulden handle. Das Erwerbseinkommen sei aufgrund der
vorliegenden Lohnabrechnungen (Juli bis September 2018) auf ein Jahreseinkommen
hochgerechnet und auf Fr. 4'464.80.-- festgesetzt worden. In den
Anspruchsberechnungen wurde das Erwerbseinkommen dann allerdings versehentlich
nicht angerechnet (Dossier 1, act. 13 f.).
Am 19. März 2019 fragte die Beiständin des Versicherten die EL-
Durchführungsstelle an, wann mit einem Entscheid über das EL-Gesuch gerechnet
werden könne (Dossier 1, act. 4). Bisher sei weder bei ihr noch beim Sozialamt eine
entsprechende Verfügung eingegangen (Dossier 1, act. 4). Hierauf stellte die EL-
Durchführungsstelle der Beiständin die Verfügung vom 21. Dezember 2018 am 20.
März 2019 (in Kopie) zu (Dossier 1, act. 3). Am 8. April 2019 bat die Beiständin um die
Wiederherstellung der Rechtsmittelfrist, da die Verfügung vom 21. Dezember 2018 nie
bei ihr eingetroffen sei (Dossier 1, act. 2). Die EL-Sachbearbeitung notierte am 11. April
2019, sie habe die Beiständin telefonisch darüber informiert, dass die Rechtsmittelfrist
am 20. März 2019 zu laufen begonnen habe (Dossier 1, act. 1).
B.c.
Am 2. Mai 2019 erhob die Beiständin des Versicherten Einsprache gegen die
Verfügung vom 21. Dezember 2018 (Dossier 2 [act. G 6.2], act. 9). Sie machte geltend,
ihr sei nicht klar, weshalb das hypothetische Vermögen nun auf einmal Fr. 730'342.--
betragen solle; mit der Verfügung vom 5. Oktober 2010 sei es nämlich per 1. Juni 2010
auf Fr. 477'599.-- festgelegt worden. In diesem Betrag sei auch das Darlehen von
Fr. 400'000.-- enthalten gewesen. Vorliegend könne maximal ein hypothetisches
Vermögen von Fr. 387'599.-- angerechnet werden (Fr. 477'599.-- - Fr. 90'000.--). Über
den Erbverzicht fänden sich keine Unterlagen in den EL-Akten. Es könne nicht
nachvollzogen werden, ob der gesetzliche Erbanspruch des Versicherten tatsächlich
B.d.
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Fr. 400'000.-- betragen habe. Falls nicht, könne ihm auch kein hypothetisches
Vermögen in dieser Höhe angerechnet werden. Des Weiteren seien die Verlustscheine
und die Sozialhilfeschulden zu Unrecht nicht in die Anspruchsberechnung eingeflossen.
In den Verfügungen vom 13. September 2014 und 23. Januar 2015 seien die
Sozialhilfeschulden vom Vermögen abgezogen worden. Für sie sei nicht
nachvollziehbar, weshalb Steuerschulden, nicht aber Sozialhilfeschulden abzugsfähig
seien.
Mit Entscheid vom 13. August 2019 wies die EL-Durchführungsstelle die
Einsprache ab (Dossier 2, act. 6). Zur Begründung hielt sie fest, der Versicherte habe
im Jahr 2010 nicht belegen können, wofür er das nicht mehr vorhandene Vermögen
von Fr. 526'800.-- (siehe Dossier 2, act. 7-2) verbraucht habe. Infolge der
Beweislosigkeit habe sie damals eine Verbrauchsrechnung für den Zeitraum 2001 bis
Ende 2009 vorgenommen (Dossier 1, act. 133 ff.), woraus eine Vermögensabnahme
von Fr. 106'458.-- resultiert habe (vgl. Dossier 1, act. 128). Zusätzlich habe die EL-
Durchführungsstelle einen jährlichen Pauschalbetrag von Fr. 10'000.-- berücksichtigt,
woraus sich per Ende 2009 noch ein Vermögensverzicht von Fr. 330'342.-- ergeben
habe (Fr. 526'800.-- - Fr. 106'458.-- - Fr. 90'000.--). Hinzu komme, dass der
Versicherte seiner Mutter im November 2000 ein Darlehen von Fr. 400'000.-- gegeben
habe, obwohl bereits zu diesem Zeitpunkt festgestanden habe, dass sie das Darlehen
aufgrund ihrer wirtschaftlichen Verhältnisse nie würde zurückzahlen können. Der
Versicherte habe bereits im Zeitpunkt der Darlehensgewährung bei realistischer
Betrachtung mit einem hohen Ausfallrisiko rechnen müssen. Daher sei auch bezüglich
des Darlehens auf Vermögen verzichtet worden. Weil dieser Verzicht im Jahr 2000
stattgefunden habe, sei der entsprechende Betrag nach Art. 17a Abs. 1 und 2 ELV
nicht erst ab 2010, sondern erstmals ab 2002 jährlich um Fr. 10'000.-- zu reduzieren.
Demnach reduziere sich das anrechenbare hypothetische Vermögen um Fr. 80'000.--
auf Fr. 560'342.--. Dies ändere jedoch nichts daran, dass immer noch ein grosser
Einnahmenüberschuss resultiere. Das in der Verfügung vom 5. Oktober 2010
angenommene hypothetische Vermögen von Fr. 477'599.-- sei deutlich zu tief
gewesen. Bei der neuen Verzichtsberechnung sei (neben einem zusätzlichen
Pauschalbetrag von Fr. 90'000.--) zu Recht nur ein sparsamer Lebensstandard im
Sinne des ergänzungsleistungsrechtlichen Existenzminimums akzeptiert worden. In der
B.e.
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C.
Anspruchsberechnung dürften nur diejenigen Schulden berücksichtigt werden, die die
wirtschaftliche Substanz des Vermögens belasteten. Dies sei nur der Fall, wenn der
Schuldner ernsthaft damit rechnen müsse, dass er die Schulden zu begleichen habe.
Dies sei beim Versicherten als Fürsorgebezüger nicht der Fall. Demnach seien die
Verlustscheine und die Schulden gegenüber der Sozialhilfe zu Recht nicht in der EL-
Berechnung berücksichtigt worden. Die angefochtene Verfügung sei rechtmässig.
Gegen diesen Entscheid erhob die Beiständin des Versicherten (nachfolgend:
Beschwerdeführer) am 16. September 2019 Beschwerde (act. G 1). Sie beantragte die
Aufhebung des Einspracheentscheides und die Neuberechnung des Anspruchs auf
Ergänzungsleistungen. Ergänzend zu ihren Einwänden im Einspracheverfahren machte
sie geltend, es sei maximal ein hypothetisches Vermögen von Fr. 387'599.--
anzurechnen. Auch die Argumentation der EL-Durchführungsstelle (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin), der Beschwerdeführer habe davon ausgehen müssen, dass er
das Darlehen von Fr. 400'000.-- nie mehr zurückerhalten würde, sei nicht richtig. Auch
bei bescheidenen wirtschaftlichen Verhältnissen sei es durchaus üblich, ein Darlehen
nach einer gewissen Zeit − allenfalls in Raten − zurückzuzahlen. Somit sei nicht
rechtsgenüglich nachgewiesen, dass es sich beim Darlehen an die Mutter um einen
Vermögensverzicht gehandelt habe. Im Weiteren könne bei einem Fürsorgeempfänger
nicht pauschal davon ausgegangen werden, dass dieser nicht ernsthaft damit rechnen
müsse, die Schulden bezahlen zu müssen. Dies sei der Fall, wenn die Möglichkeit
bestehe, dass der Schuldner zu neuem Vermögen gelangen könnte. Die Verlustscheine
seien somit zu Unrecht nicht als Schulden in Abzug gebracht worden. Damit Schulden
abgezogen werden könnten, genüge es, dass diese tatsächlich entstanden seien. Für
Sozialhilfeschulden bestehe eine Rückzahlungspflicht, welcher jeder
Fürsorgeempfänger nachkommen müsse. Ausserdem seien die Sozialhilfeschulden in
Rz. 3443.06 der Wegleitung über die Ergänzungsleistungen (WEL) nicht aufgeführt.
Hierbei handle es sich gemäss dem Wortlaut um eine abschliessende Liste.
C.a.
Die Beschwerdegegnerin beantragte am 12. November 2019 mit Verweis auf die
Erwägungen im Einspracheentscheid die Abweisung der Beschwerde (act. G 6).
C.b.
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Erwägungen
1.
Die dem angefochtenen Einspracheentscheid zugrunde liegende Verfügung datiert
vom 21. Dezember 2018 und ist an die Beiständin des Beschwerdeführers adressiert
gewesen. Die Beiständin hat erstmals am 19. März 2019 geltend gemacht, dass sie
diese Verfügung nicht erhalten habe (Dossier 1, act. 4). Am 20. März 2019 hat die
Beschwerdegegnerin der Beiständin die Verfügung vom 21. Dezember 2018 in Kopie
zugestellt. Am 2. Mai 2019 (Eingang: 6. Mai 2019) hat die Beiständin Einsprache gegen
die Verfügung vom 21. Dezember 2018 erhoben. Gegen Verfügungen kann innerhalb
von 30 Tagen bei der verfügenden Stelle Einsprache erhoben werden (Art. 52 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG,
SR 830.1). Die Frist beginnt am Tag nach ihrer Mitteilung zu laufen (vgl. Art. 38 Abs. 1
ATSG). Für den Zeitpunkt der Zustellung der Verfügung trägt die Beschwerdegegnerin
die objektive Beweislast. Die Verfügung vom 21. Dezember 2018 ist nicht
eingeschrieben oder per A-Post plus verschickt worden, weshalb eine
Sendungsverfolgung nicht möglich ist. Den Nachteil der Beweislosigkeit hat die
Beschwerdegegnerin zu tragen (vgl. BGE 117 V 261 E. 3b). Demzufolge ist für die
Fristberechnung davon auszugehen, dass die Verfügung vom 21. Dezember 2018 der
Beiständin des Beschwerdeführers am 21. März 2019 (siehe Dossier 2, act. 2-3)
zugestellt worden ist. Die Einsprachefrist hat also am 22. März 2019 zu laufen
begonnen. Gesetzliche oder behördliche Fristen, die nach Tagen oder Monaten
bestimmt sind, stehen vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach
Ostern still (Art. 38 Abs. 4 lit. a ATSG). Der Ostersonntag ist im Jahr 2019 auf den 21.
April gefallen, d.h. die Frist hat vom Sonntag, 14. April bis Sonntag, 28. April 2019
stillgestanden. Der 30. Tag der Frist wäre somit auf den Sonntag, 5. Mai 2019 gefallen.
Ist der letzte Tag der Frist ein Sonntag, so endet sie am nächstfolgenden Werktag (Art.
38 Abs. 3 ATSG). Der letzte Tag der Einsprachefrist ist somit der 6. Mai 2019 gewesen.
Die Beiständin des Beschwerdeführers hat an diesem Tag und somit rechtzeitig
Einsprache erhoben. Die Beschwerdegegnerin ist folglich zu Recht auf die Einsprache
eingetreten.
1.1.
Zu prüfen bleibt, ob die 30-tägige Beschwerdefrist zur Anfechtung des
Einspracheentscheides eingehalten worden ist (Art. 60 Abs. 1 ATSG). Der
Einspracheentscheid datiert vom 13. August 2019. Aus den Akten geht nicht hervor,
wann er der Beiständin des Beschwerdeführers zugestellt worden ist. Gesetzliche oder
behördliche Fristen, die nach Tagen oder Monaten bestimmt sind, stehen vom 15. Juli
1.2.
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2.
bis und mit dem 15. August still (Art. 38 Abs. 4 lit. b ATSG). Die Beschwerdefrist hat
also frühestens am 16. August 2019 zu laufen begonnen. Der 30. Tag der Frist wäre
dann auf den Samstag, 14. September 2019 gefallen. Ist der letzte Tag der Frist ein
Samstag, so endet sie am nächstfolgenden Werktag (Art. 38 Abs. 3 ATSG). Die
Beschwerdefrist ist also frühestens am Montag, 16. September 2019 abgelaufen. Die
Beiständin hat an diesem Tag und damit rechtzeitig Beschwerde erhoben. Auf die
Beschwerde ist somit einzutreten.
Der Beschwerdeführer rügt nur die Anrechnung eines hypothetischen Vermögens
("Vermögensverzicht") von Fr. 650'342.-- (ab 1. August 2018) resp. von Fr. 640'342.--
(ab 1. Januar 2019). Da dem Einspracheentscheid vom 13. August 2019 eine
Neuanmeldung zum Bezug von Ergänzungsleistungen zugrunde liegt, sind jedoch alle
Berechnungspositionen auf ihre Rechtmässigkeit hin zu überprüfen.
2.1.
Die jährliche Ergänzungsleistung entspricht dem Betrag, um den die anerkannten
Ausgaben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 9 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und
Invalidenversicherung, ELG, SR 831.30). Die anerkannten Ausgaben und die
anrechenbaren Einnahmen, worin in bestimmtem Umfang auch das Vermögen
einbezogen ist, werden nach den in Art. 10 und 11 ELG sowie den in Art. 11 bis 18 der
Verordnung über Ergänzungsleistungen zur Alters, Hinterlassenen- und
Invalidenversicherung (ELV; SR 831.301) festgelegten Bestimmungen ermittelt.
2.2.
Bei IV-Rentnern wird 1/15 des Reinvermögens, soweit es bei alleinstehenden
Personen Fr. 37'500.-- übersteigt, als Einnahme angerechnet (Art. 11 Abs. 1 lit. c ELG).
Das ELG sieht vor, dass die Kantone für in Heimen lebende Personen den
Vermögensverzehr abweichend von Art. 11 Abs. 1 lit. c ELG festlegen können. Die
Kantone können den Vermögensverzehr auf höchstens einen Fünftel erhöhen (Art. 11
Abs. 2 ELG). Der Kanton St. Gallen hat von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht und
den anrechenbaren Vermögensverzehr von EL-Bezügern im Heim auf einen Fünftel
erhöht (Art. 3 Abs. 2 ELG SG, sGS 351.5).
2.3.
Angerechnet werden auch Vermögenswerte, auf die verzichtet worden ist (Art. 11
Abs. 1 lit. g ELG). Gemäss Art. 17a Abs. 1 ELV wird der anzurechnende Betrag von
Vermögenswerten, auf die verzichtet worden ist, jährlich um Fr. 10'000.-- vermindert.
Der Wert des Vermögens im Zeitpunkt des Verzichts ist unverändert auf den 1. Januar
des Jahres, das auf den Verzicht folgt, zu übertragen und dann jeweils nach einem Jahr
2.4.
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zu vermindern (Abs. 2). Für die Berechnung der jährlichen Ergänzungsleistung ist der
verminderte Betrag am 1. Januar des Bezugsjahres massgebend (Abs. 3).
Die Beschwerdegegnerin hat in der der Verfügung vom 21. Dezember 2018
zugrundeliegenden Anspruchsberechnung ab 1. August 2018 ein hypothetisches
Vermögen von Fr. 650'342.-- und ab 1. Januar 2019 ein hypothetisches Vermögen von
Fr. 640'342.-- berücksichtigt. Nach Abzug des Freibetrags von Fr. 37'500.-- hat sie 1/5,
d.h. Fr. 122'568.-- (ab 1. August 2018) resp. Fr. 120'568.-- (ab 1. Januar 2019) als
hypothetischen Vermögensverzehr angerechnet. Darüber hinaus hat sie in der
Anspruchsberechnung ab 1. August 2018 hypothetische Erträge aus dem
hypothetischen Vermögen von Fr. 650.-- und ab 1. Januar 2019 von Fr. 320.-- als
Einnahme angerechnet. Die Beschwerdegegnerin hat das hypothetische Vermögen wie
folgt ermittelt: Per 1. Januar 2001 habe sich das effektiv vorhandene Vermögen auf
Fr. 529'099.-- belaufen, per 31. Dezember 2009 noch auf Fr. 2'299.--. In 9 Jahren sei
es also zu einem Vermögensrückgang von Fr. 526'800.-- gekommen. Davon seien
gestützt auf Art. 17a ELV Fr. 90'000.-- abzuziehen. Der notwendige
Vermögensverbrauch habe im Zeitraum 2001-2009 Fr. 106'458.-- betragen
(Verbrauchsrechnungen: Dossier 1, act. 133 ff.) und sei ebenfalls in Abzug zu bringen.
Der Vermögensrückgang sei somit per 31. Dezember 2009 um Fr. 330'342.-- zu hoch
gewesen (Fr. 529'099.-- - Fr. 2'299.-- - Fr. 90'000.-- - Fr. 106'458.--). Auch das im Jahr
2000 an die Mutter gewährte Darlehen sei als hypothetisches Vermögen anzurechnen.
Insgesamt habe sich das anrechenbare hypothetische Vermögen per 31. Dezember
2009 somit auf Fr. 730'342.-- belaufen (Fr. 330'342.-- + Fr. 400'000.--). Das so
errechnete hypothetische Vermögen hat die Beschwerdegegnerin gestützt auf Art. 17a
ELV jährlich jeweils um Fr. 10'000.-- reduziert. Im Einspracheentscheid hat die
Beschwerdegegnerin die Berechnung des hypothetischen Vermögens insoweit
korrigiert, als sie das hypothetisches Vermögen ab dem Jahr 2002 bis 2009 unter
Hinweis auf Art. 17a ELV und das im Jahr 2000 an die Mutter gewährte Darlehen
nochmals um Fr. 10'000.-- pro Jahr reduziert hat. Dem angefochtenen
Einspracheentscheid liegt somit noch ein hypothetisches Vermögen von Fr. 570'342.--
(ab 1. August 2018; Fr. 650'342.-- - [8 x Fr. 10'000.--]) resp. von Fr. 560'342.-- (ab 1.
Januar 2019; Fr. 640'342.-- - [8 x Fr. 10'000.--]) zugrunde.
2.5.
Im Jahr 1997 hatte der Beschwerdeführer gemäss den Angaben seiner Mutter
noch nicht über Vermögen verfügt (Dossier 1, act. 170-4). Am 30. Juni 2000 hatte er
aus der Erbschaft seines Vaters einen Betrag von Fr. 971'750.-- erhalten (Dossier 1,
act. 169). Die Vormundschaftsbehörde hatte die Anwaltskosten (wohl Fr. 28'250.--)
direkt von der Erbschaft von Fr. 1'000'000.-- abgezogen (Dossier 1, act. 169-1). Am 28.
2.6.
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November 2000 hatte der Beschwerdeführer seiner Mutter ein zinsloses Darlehen in
der Höhe von Fr. 400'000.-- gewährt (Dossier 1, act. 169-2). Gemäss der
Veranlagungsberechnung hatte das Reinvermögen per 31. Dezember 2000
Fr. 1'000'677.-- betragen (Dossier 1, act. 169-4). Allerdings hatte die Steuerbehörde die
"Netto-Erbschaft" von Fr. 1'000'000.-- berücksichtigt. Im Revisionsformular vom
Oktober 2001 hatte die Mutter des Beschwerdeführers angegeben, das Vermögen/
Sparguthaben habe sich per 1. Januar 2001 lediglich noch auf Fr. 529'099.-- belaufen
(Dossier 1, act. 168-2). Ein Kontoauszug, welcher diese Angabe der Mutter bestätigen
könnte, fehlt in den Akten. Trotzdem ist die Beschwerdegegnerin davon ausgegangen,
dass das Vermögen/Sparguthaben per 1. Januar 2001 Fr. 529'099.-- betragen habe.
Sie hat also nicht abgeklärt, warum in der Steuerveranlagung des Jahres 2000 ein um
Fr. 43'328.-- höheres Vermögen ausgewiesen gewesen ist (Fr. 677.-- + Fr. 1'000'000.--
- Fr. 28'250.-- - Fr. 529'099.-- - Fr. 400'000.--), als die Mutter des Beschwerdeführers
ihr gegenüber deklariert hat. Demzufolge wird die Beschwerdegegnerin noch ermitteln
müssen, wie hoch das Vermögen im Zeitpunkt des Erhalts der Erbschaft (30. Juni
2000) tatsächlich gewesen ist und ab diesem Zeitpunkt (und nicht erst ab dem 1.
Januar 2001) prüfen, ob der Beschwerdeführer Vermögen verschwendet hat und ihm
deshalb ein hypothetisches Vermögen (sowie hypothetische Vermögenserträge)
anzurechnen ist.
Die Beiständin des Beschwerdeführers hat im Revisionsformular vom Juli 2010
angegeben, dass sich das Vermögen/Sparguthaben des Beschwerdeführers per 31.
Dezember 2009 noch auf Fr. 2'299.-- belaufen habe (Dossier 1, act. 150-3). Das
Vermögen des Beschwerdeführers hat in den Jahren 2000 bis 2009 also drastisch
abgenommen. Ein Grund für den Vermögensrückgang ist, dass das Darlehen, welches
der Beschwerdeführer im Jahr 2000 seiner Mutter gewährt hatte, mit deren Tod im Jahr
2009 uneinbringlich geworden ist. Laut dem Darlehensvertrag hatte der
Beschwerdeführer seiner Mutter für die Dauer von 15 Jahren ein zinsloses Darlehen
gewährt. Da eine vertragliche Pflicht zur Rückzahlung des Darlehens bestanden hat,
kann nur von einem Vermögensverzicht ausgegangen werden, wenn die
Darlehensgewährung hochriskant gewesen ist. Dies ist der Fall gewesen, denn die
Mutter des Beschwerdeführers hatte lediglich von einer kleinen AHV-Rente gelebt
(Dossier 1, act. 131-2, 149-5). Sie war also gar nicht in der Lage gewesen, das
Darlehen ratenweise zurückzuzahlen. Der Verlust des der Mutter gewährten Darlehens
von Fr. 400'000.-- ist also von Anfang an absehbar gewesen (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 15. Juni 2010, 9C_180/2010 E. 6). Objektiv betrachtet liegt mit
Bezug auf das Darlehen von Fr. 400'000.-- somit ein Vermögensverzicht vor. Dasselbe
2.7.
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gilt für die Zinserträge, auf welche der Beschwerdeführer verzichtet hat, indem er seiner
Mutter ein zinsloses Darlehen gewährt hat.
Die Gründe für den Rückgang des übrigen Vermögens ergeben sich nicht aus den
Akten. Zwar hat die Beiständin des Beschwerdeführers erklärt, dass der
Beschwerdeführer die Ausgaben nicht mit Datum und Quittung belegen könne und
keine respektive nur ungefähre Angaben über den Verbleib des Geldes machen könne.
Das reicht jedoch nicht aus, um davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer das
Vermögen verschwendet hat resp. um das "verschwundene" Vermögen als
hypothetisches Vermögen resp. Verzichtsvermögen in der Anspruchsberechnung zu
berücksichtigen. Die Beschwerdegegnerin wird den Beschwerdeführer zum Verbleib
der Erbschaft befragen und, soweit möglich, die Bankkontoauszüge ab dem Jahr 2000
− falls nötig auch bei den Banken selbst − einholen müssen. Möglicherweise können
auch die im Schreiben der Beiständin vom 14. Juli 2010 (Dossier 1, act. 131) erwähnten
Rechtsanwälte/Berater Auskunft über den Verbleib des Vermögens geben; bis zu ihrem
Tod im Frühling 2009 hat sich offenbar die Mutter um die finanziellen Angelegenheiten
des Beschwerdeführers gekümmert. Sollte der Verbleib des Geldes auch nach den
weiteren Abklärungen unklar bleiben, so müsste von einer objektiven Beweislosigkeit
ausgegangen werden. Diese würde sich zulasten des Beschwerdeführers auswirken,
d.h. es müsste davon ausgegangen werden, dass das Vermögen weiterhin vorhanden
sei. Dies würde bedeuten, dass Art. 17a ELV keine Anwendung finden würde, d.h. das
Vermögen wäre nicht jährlich um Fr. 10'000.-- zu vermindern.
2.8.
In einem weiteren Schritt wird zu klären sein, ob der Beschwerdeführer den
Vermögensverzicht (betreffend das Darlehen und − sofern objektiv von einem
Vermögensverzicht auszugehen ist − auch betreffend das restliche Erbe) schuldhaft
begangen hat. Die Verursachung eines EL-spezifischen Schadens, d.h. die Unfähigkeit,
den Existenzbedarf aus dem eigenen Vermögen zu decken, setzt nämlich ein
Verschulden des EL-Bezügers voraus. Der Beschwerdeführer lebt seit Juni 2009 in
einem Heim. Im Oktober 2009 ist eine Beistandschaft errichtet worden. Die Beiständin
hat angegeben, dass sich nach dem Tod der Mutter (im Frühling 2009) die
Überforderung des Beschwerdeführers in der Alltagsbewältigung gezeigt habe. Seine
Unfähigkeit, die finanziellen und administrativen Aufgaben zu erledigen, sei immer
deutlicher geworden. Der Beschwerdeführer leide aufgrund eines jahrelangen
Alkoholmissbrauchs an kognitiven Einschränkungen. Es entspreche seinem
Krankheitsbild, dass er nur ungefähre Angaben über den Verbrauch des Vermögens
machen könne (Dossier 1, act. 149-2). Der Beschwerdeführer leidet gemäss den Akten
an einer bipolaren Störung (manisch-depressiv). Gemäss Pschyrembel ist eine Manie
2.9.
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3.
insbesondere durch eine gehobene Stimmung und eine Steigerung des allgemeinen
Aktivitätsniveaus gekennzeichnet. Betroffene benötigen Schutz wegen ihres häufigen
selbstschädigenden Verhaltens. Zur Klinik dieses Krankheitsbild gehört unter anderem
ein materielles Verschwendungsverhalten (Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 267.
Auflage, S. 1116). Die Beschwerdegegnerin wird also abklären müssen, ob die
Krankheit den Beschwerdeführer hinsichtlich der Vermögensverschwendung, d.h. der
Verletzung der EL-spezifischen Schadenverhinderungspflicht, "schuldunfähig" gemacht
hat.
Die Beiständin des Beschwerdeführers hat argumentiert, dass die
Sozialhilfeschulden (Fr. 188'607.25 per 31. Dezember 2017; Dossier 1, act. 21-10) und
die Verlustscheine (Fr. 15'736.-- per 28. April 2017; Dossier 1, act. 21-16) vom
anrechenbaren Vermögen abzuziehen seien. Die Beschwerdegegnerin hat dies mit
Verweis auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung verneint. Nach der
bundesgerichtlichen Praxis dürfen nur diejenigen Schulden berücksichtigt werden,
welche die wirtschaftliche Substanz des Vermögens belasten. Davon sei auszugehen,
wenn der Schuldner ernsthaft damit zu rechnen habe, dass er sie begleichen müsse
(Urteil des Bundesgerichts vom 26. November 2018, 9C_699/2017 E. 4.1). Ob die
Sozialhilfeschulden und die Verlustscheine in die Anspruchsberechnung einzubeziehen
sind, hängt davon ab, ob und falls ja, in welcher Höhe dem Beschwerdeführer ein
hypothetisches Vermögen anzurechnen ist. Würde dem Beschwerdeführer
beispielsweise ein hypothetisches Vermögen von Fr. 500'000.-- angerechnet, so würde
er (fiktiv) über genügend Vermögen verfügen, um seine Schulden zu begleichen.
Diesfalls müssten die genannten Schulden in konsequenter Anwendung der Fiktion,
dass das Vermögen noch vorhanden sei, vom anrechenbaren (hypothetischen)
Vermögen abgezogen werden.
2.10.
Die übrigen Berechnungspositionen sind unbestritten. Zwar hat die
Beschwerdegegnerin in der dem angefochtenen Einspracheentscheid zugrunde
liegenden Verfügung vom 21. Dezember 2018 festgehalten, dass dem
Beschwerdeführer ein Erwerbseinkommen von Fr. 4'464.80 anzurechnen sei. In den
entsprechenden Berechnungsblättern fehlt das Erwerbseinkommen jedoch (Dossier 1,
act. 13 f.). Die Beschwerdegegnerin wird den Lohnausweis des Jahres 2018 noch vom
Beschwerdeführer einfordern müssen. Je nachdem, ob sein Erwerbseinkommen das
Mindestjahreseinkommen erreicht hat oder nicht, sind vom Bruttolohn die AHV/IV/EO-
Beiträge abzuziehen oder bei den Ausgaben die Nichterwerbstätigenbeiträge (nach
3.1.
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4.
Gerichtskosten sind keine zu erheben (aArt. 61 lit. a ATSG in der bis 31. Dezember
2020 gültigen, für das vorliegende Verfahren gemäss Art. 83 ATSG noch anwendbaren
Fassung).