Decision ID: 95dd3035-4d33-5957-9685-6bfced5da629
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich am 20. Mai 2014 bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallens
(nachfolgend: IV-Stelle) für den Bezug von Hilfsmitteln in Form von orthopädischen
Serienschuhen an (vgl. IV-act. 4 ff.). Am 21. Mai 2014 erfolgte zusätzlich eine
Anmeldung für berufliche Massnahmen und Rentenleistungen (IV-act. 8). Die
Versicherte war vom _. März bis _. April 2014 in der Klinik für Endokrinologie,
Diabetologie, Osteologie und Stoffwechselerkrankungen des Kantonsspitals St. Gallen
(KSSG) hospitalisiert worden. Im entsprechenden Austrittsbericht hatten die
behandelnden Ärzte als Diagnosen ein diabetisches Fuss-Syndrom sowie einen
Diabetes mellitus Typ 2 (Erstdiagnose 2009) festgehalten. Weiter hatten sie ausgeführt,
dass die Versicherte im Eintrittszeitpunkt ein seit einigen Wochen bestehendes, nicht
abheilendes, oberflächliches Ulkus an Dig IV akral sowie über dem Metatarsale V-
Köpfchen lateralis des linken (gemeint wohl: rechten; vgl. IV-act. 26-25 f.) Fusses
beklagt hatte. Eine durchgeführte MRT-Untersuchung des rechten Fusses habe den
Verdacht einer Osteomyelitis des distalen Os metatarsale V sowie der Basis der
proximalen Phalanx Dig V rechts bestätigt. Ausserdem habe sich eine ausgedehnte
Phlegmone der perifokalen geschwollenen Weichteile Dig V und intermetatarsal Dig IV
bis V gezeigt. Zudem sei auch eine geringe Signalstörung in der proximalen MT IV der
Füsse erkennbar gewesen. Deswegen seien am _. April 2014 eine transmetatarsale
Amputation des fünften Strahls und eine Exartikulation im MTP IV des rechten Fusses
vorgenommen worden. Während der Hospitalisation sei die Versicherte auch
wiederholt durch Fachleute der Diabetes- und Ernährungsberatung des KSSG instruiert
worden und adäquates orthopädisches Schuhwerk sei angepasst worden. Unter
antidiabetischer Medikation hätten sich sehr zufriedenstellende BZ-Werte eingestellt
(IV-act. 15; zur Operation vgl. ferner IV-act. 26-23).
A.a.
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Mit Mitteilung vom 11. Juni 2014 leistete die IV-Stelle Kostengutsprache für
orthopädische Serienschuhe nach ärztlicher Verordnung für die Zeit vom 14. Mai 2014
bis 31. Mai 2024 (IV-act. 17).
A.b.
Am 15. Juli 2014 berichtete Dr. med. B._, Facharzt für Allgemeine Medizin FMH,
dass die Versicherte seit dem _. Februar 2014 zu 100 % arbeitsunfähig sei. Sie leide
an Schmerzen und einer Sensibilitätsstörung in beiden Füssen, bei Belastung
zunehmend. Eine sitzende Tätigkeit ohne langen Arbeitsweg könnte die Versicherte an
vier Stunden pro Tag ausüben (vgl. IV-act. 18).
A.c.
Mit Mitteilung vom 8. September 2014 wies die IV-Stelle das Gesuch um
berufliche Eingliederungsmassnahmen ab, da die Versicherte vorwiegend als Hausfrau
tätig sei (IV-act. 25). In einem bei der IV-Stelle am 16. Oktober 2014 eingegangenen
Bericht präzisierte Dr. B._, dass die Versicherte vor ihrer Erkrankung als
Reinigungsangestellte gearbeitet habe. Aufgrund der belastungsbedingten Schmerzen
im rechten Fuss sei diese Arbeit nicht mehr möglich (vgl. IV-act. 26). In einem
Fragebogen der IV-Stelle zur Haushaltsabklärung gab die Versicherte am 3. November
2014 unter anderem an, dass sie ohne Behinderung einer Erwerbstätigkeit von 100 %
nachgehen würde (vgl. IV-act. 31).
A.d.
Am _. Januar 2015 erklärte Dr. med. C._, Klinik für Endokrinologie,
Diabetologie, Osteologie und Stoffwechselerkrankungen des KSSG, dass sich nach der
Amputation anfangs April 2014 eine problemlose Heilung eingestellt habe. Bei
regelmässiger Selbstinspektion der Füsse, professioneller Fusspflege und
konsequentem Tragen der orthopädischen Schuhe sowie einer guten Diabetes-
Einstellung sollten neue Ulzera an den Füssen vermieden werden können (IV-act. 37-2).
Nach Minoramputationen und generell bei diabetischem Fuss-Syndrom sei eine
sitzende Tätigkeit zu bevorzugen. Bei einer Arbeit im Stehen oder Gehen seien häufige
Pausen zu gewährleisten, um die Füsse nicht übermässig zu belasten. Sofern die
genannten Punkte zur Entlastung der Füsse beachtet würden, stellten grundsätzlich
weder der Diabetes mellitus noch das diabetische Fuss-Syndrom eine für die
Invalidenversicherung (IV) relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit dar (IV-act.
37-3 f.).
A.e.
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Anlässlich einer am 5. Juni 2015 durchgeführten häuslichen Abklärung stufte die
IV-Stelle die Versicherte als im Gesundheitsfall zu 100 % erwerbstätig ein (vgl. IV-act.
46).
A.f.
Gemäss einem Bericht von Dr. C._ vom _. September 2015 hatte sich die
Versicherte am _. September 2015 nach längerer Abwesenheit wieder in der
Fusssprechstunde vorgestellt, da sie Blut im Schuh bemerkt habe. Sie habe
angegeben, ganz überwiegend in ihren orthopädischen Schuhen unterwegs gewesen
zu sein. An der Compliance müsse aber gezweifelt werden. Die Zweifel ergäben sich
auch anhand der Diabeteseinstellung. Nach einer relativ guten postoperativen Phase
sei wieder eine völlige Entgleisung festzuhalten. Es müsse in Frage gestellt werden, ob
die Versicherte ihre Diabetesmedikation überhaupt eingenommen habe und ob die von
ihr angegebenen Blutzuckermessungen der Realität entsprechen würden (IV-act. 47-4
f.). Am 26. Oktober 2015 berichtete Dr. B._ von einem verschlechterten
Gesundheitszustand der Versicherten. Bei ungenügender Einstellung des Diabetes
mellitus sei es im September 2015 zu einer Nekrose am Köpfchen Metadorsale IV
rechts und neu zu einem Ulkus unter dem MTP IV Köpfchen rechts gekommen. Aus
medizinischer Sicht sei bei einer Tätigkeit eine möglichst weitgehende Druckentlastung
notwendig. Im Falle eines kurzen Arbeitsweges oder einer organisierten Fahrt zum
Arbeitsplatz sei der Versicherten eine Arbeit im Sitzen maximal für zweimal drei
Stunden am Tag zumutbar, wobei in diesem zeitlichen Rahmen eine verminderte
Leistungsfähigkeit bestehe. Aufgrund des Allgemeinzustandes bestehe eine
"verminderte Leistungsfähigkeit von auf circa 1/3 bis Hälfte "(vgl. IV-act. 47-1 ff.). Am
_. Dezember 2015 berichtete eine Dr. C._ vertretende Ärztin zusammen mit einem
anderen Arzt darüber, dass die Versicherte in den weiteren Konsultationen sowohl das
BZ-Messgerät als auch die aktuelle Medikamentenliste mitgenommen habe. Nach
Umstellung des Langzeitinsulins auf ein Mischinsulin sowie erneuter Schulung mittel
Diabetes- und Ernährungsberatung sei es gelungen, die BZ-Werte deutlich zu
verbessern. Die Abheilung des Ulkus plantar rechts habe sich aufgrund einer nicht
konsequenten Druckentlastung verzögert. Schliesslich habe sich die Compliance
jedoch verbessert und das Ulkus habe abheilen können. Folglich bestehe kein Einfluss
mehr auf die Arbeitsfähigkeit, da unter einem Diabetes mellitus Typ 2 eine volle
Arbeitsfähigkeit theoretisch möglich sei. Fusssprechstunden seien nur noch
A.g.
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gelegentlich vorgesehen. Weiterhin empfehlenswert seien das konsequente Tragen des
orthopädischen Schuhwerks sowie regelmässige podologische Behandlungen (IV-act.
51). In einer Stellungnahme vom 6. April 2016 hielt der regionale ärztliche Dienst (RAD)
fest, dass es unter Vernachlässigung der Stoffwechselführung im September 2015 zum
Auftreten eines kleinen Geschwürs gekommen sei. Dieses und die Diabeteseinstellung
hätten deutlich gebessert werden können, sodass nach Auskunft der zuständigen
Spezialärzte ab Dezember 2015 keine Arbeitsunfähigkeit mehr vorliege. Der Bericht von
Dr. B._ datiere von Oktober 2015, weshalb der günstige Verlauf darin noch nicht
erfasst worden sei. Die Leistungsbeurteilung sei auch inhaltlich nicht nachvollziehbar
(vgl. IV-act. 55).
Mit Vorbescheid vom 30. Mai 2016 stellte die IV-Stelle der Versicherten die
Abweisung des Rentengesuchs bei einem Invaliditätsgrad von 0 % in Aussicht (IV-act.
56).
A.h.
Gegen diesen Vorbescheid wandte die Versicherte am 24. Juni 2016 im
Wesentlichen ein, dass sie neben dem Diabetes auch noch an einer Fibromyalgie mit
starken chronischen Muskelschmerzen erkrankt sei, starke Durchblutungsstörungen
habe und an einer Schlafapnoe leide. Alle diese Einschränkungen liessen einen
geregelten Tagesablauf nicht mehr zu, sodass keine berufliche Tätigkeit möglich sei
(vgl. IV-act. 58). Mit Schreiben vom 30. Juni 2016 forderte die IV-Stelle die Versicherte
dazu auf, für die im Einwand neu geltend gemachten Diagnosen entsprechende
Arztberichte einzureichen (vgl. IV-act. 59). Zusammen mit einem ärztlichen Zeugnis
vom 6. September 2016 (vgl. IV-act. 62) reichte Dr. B._ einen Austrittsbericht der
Klinik für Endokrinologie, Diabetologie, Osteologie und Stoffwechselerkrankungen des
KSSG vom _. Juli 2016 (IV-act. 63) ein, wonach die Versicherte vom _. bis _. Juli
2016 hospitalisiert gewesen sei. Als Diagnosen waren im Austrittsbericht neben dem
Diabetes mellitus Typ 2 und dem diabetischen Fuss-Syndrom auch der Verdacht auf
ein obstruktives Schlafapnoe-Syndrom (OSAS), ein Impingement der Schulter links
sowie eine arterielle Hypertonie genannt worden. Weiter war im Austrittsbericht
erwähnt worden, dass die Ursache für die fluktuierenden Blutzucker-Spiegel weiterhin
im Rahmen einer anhaltend unbefriedigenden BZ-Kontrolle aufgrund einer
unstrukturierten Kohlenhydratzufuhr gesehen werde. Im Verlauf der Hospitalisation
hätten sich normglykämische BZ-Spiegel gezeigt. Das seit schon vielen Monaten
A.i.
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bestehende neuropathische Rezidivulkus unter MT IV/V plantar rechts zeige eine
Abheilungstendenz trotz nicht optimaler Druckentlastung. Weiter bestehe der Verdacht
auf ein OSAS, alternativ sei auch an ein Adipositas-Hyperventilationssyndrom zu
denken. Im Anschluss an die stationäre Therapie sollte diesbezüglich eine ambulante
Abklärung durchgeführt werden. Schliesslich habe die Versicherte bei Eintritt über
Schmerzen im Bereich der linken Schulter geklagt. Diese seien am ehesten auf eine
Impingement-Symptomatik zurückzuführen. Seitens Dr. B._ sei bereits eine MRT-
Untersuchung angeordnet worden, die dazu passend eine gering ausgeprägte Bursitis
subacromialis-subdeltoidea und eine SLAP-Läsion mit Partialruptur der langen
Bizepssehne gezeigt habe. Zudem habe eine moderate hypertrophe AC-
Gelenksarthrose bestanden, die möglicherweise zusätzlich zur Schmerzsymptomatik
beigetragen habe. Gemäss dem orthopädischen Konsilium (vgl. dazu IV-act. 74-9 f.) sei
eine Infiltration empfohlen worden. Angesichts der komplexen diabetologischen
Konstellation sei aktuell aber darauf verzichtet und stattdessen eine Schmerztherapie
verordnet worden. Unter dieser sei es zu einer guten Schmerzkontrolle gekommen (vgl.
zum Ganzen IV-act. 63). Unter Verweis auf den soeben genannten Austrittsbericht hielt
Dr. B._ im Arztzeugnis vom 6. September 2016 fest, dass die Abklärung bei Verdacht
auf ein OSAS noch nicht abgeschlossen sei und ein entsprechender Therapieerfolg
nicht beurteilt werden könne. Auch die therapeutischen Optionen bezüglich der
massiven Schulterschmerzen links seien noch nicht ausgeschöpft. Arbeiten im Stehen
und Gehen seien aufgrund des diabetischen Fuss-Syndroms nicht möglich. Arbeiten
mit der linken Hand seien wegen der Impingement-Problematik und der SLAP-2 Läsion
der linken Schulter nicht möglich. Der linke Arm könne höchstens als Hilfsarm
eingesetzt werden. Eine Arbeitsfähigkeit bestehe für eine leichte rechtshändige Arbeit
im Sitzen mit Einbezug des linken Arms höchstens als Hilfsarm. Die allgemeine
Leistungsfähigkeit sei aufgrund des ungenügend eingestellten Diabetes mellitus und
des Verdachts auf ein OSAS um mindestens 50 % reduziert. Vermehrte Pausen seien
notwendig. Inwieweit medizinische Massnahmen die Arbeitsfähigkeit noch verbessern
könnten, könne aktuell nicht beurteilt werden (vgl. IV-act. 62). Mit Schreiben vom 12.
September 2016 bat die IV-Stelle Dr. B._ um Mitteilung des Verlaufs seit der
stationären Behandlung vom Juli 2016 im KSSG, namentlich auch um Mitteilung, ob
die Versicherte sämtliche Massnahmen konsequent umgesetzt habe. Falls dies nicht
der Fall sei, sei von Interesse, aus welchen Gründen die optimale Diabeteseinstellung
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noch nicht erreicht worden sei (vgl. IV-act. 64). Gleichentags forderte die IV-Stelle die
Versicherte um Zustellung einer Kopie ihres Diabetes-Tagebuchs ab November 2014
auf (vgl. IV-act. 65). Die Versicherte kam dieser Aufforderung am 19. September 2016
nach (vgl. IV-act. 66 f.). Auf eine Nachfrage seitens der IV-Stelle verwies Dr. B._ am
11. Januar 2017 auf seinen Bericht vom 6. April 2016 (vgl. IV-act. 69). Am 21. März
2017 hielt der RAD fest, dass der endokrinologische Bericht einerseits erneut die
mangelhafte Mitwirkung der Versicherten bei der Diabeteseinstellung und andererseits
die gute Einstellbarkeit der Stoffwechselerkrankung aufgezeigt habe. Bei guter
Einstellbarkeit liege die Verantwortung für die Stoffwechselführung und deren Folgen
bei der Versicherten. Die eingereichten BZ-Protokolle seien nicht verwertbar, da nicht
dokumentiert sei, auf wen sich die Werte beziehen würden, in den meisten Fällen die
zeitlichen Angaben fehlen würden und zum Teil unvollständige Tagesprotokolle
vorgelegt worden seien. Aufgrund der im Raum stehenden Schulterbeschwerden und
Schlafprobleme empfahl der RAD eine Nachfrage beim KSSG (vgl. IV-act. 70; vgl. dazu
ferner IV-act. 73 f.). In einem Bericht des KSSG vom _. April 2017 hiess es, dass es
im Juli 2016 nochmals zu einem Rezidivulkus plantar rechts unter dem Metatarsale III
rechts gekommen sei. Dieses sei unter stadiengerechter Wundversorgung inklusive
Druckentlastung glücklicherweise wieder rasch abgeheilt. Die orthopädische
Schuhversorgung sei damals nochmals angepasst worden und die BZ-Kontrolle nach
vorübergehend deutlicher Verschlechterung wieder verbessert worden. Vorausgesetzt
die Versicherte halte sich an die wiederholt abgegebenen Empfehlungen zur
Sekundärprävention lasse sich das Risiko für weitere Komplikationen im Bereich der
Füsse deutlich reduzieren. Seitens des Diabetes mellitus bestehe eine
uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Das diabetische Fuss-Syndrom stehe einer
Arbeitsfähigkeit im Wesentlichen ebenfalls nicht entgegen, wobei jedoch eine Tätigkeit
gewählt werden sollte, die überwiegend im Sitzen ausgeführt werden könne und kein
Herumlaufen oder längeres Stehen (wie z.B. bei der Tätigkeit als Reinigungsfrau)
erfordere (vgl. IV-act. 74-4 ff.). In einem Telefonat vom _. April 2017 teilte das
Schlaflabor des KSSG der IV-Stelle mit, dass die Versicherte noch nie vorstellig
geworden sei (vgl. IV-act. 75). In seiner Beurteilung vom 7. Juni 2017 kam der RAD zum
Schluss, dass die beschriebenen Veränderungen im Bereich des linken
Schultergelenks zu weiteren qualitativen Einschränkungen in einer adaptierten Tätigkeit
und in der Haushaltstätigkeit führten. Es sollten keine repetitiven Bewegungen über
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Mamillenhöhe und kein Heben und Tragen von Lasten über 5-7 kg mit der linken
oberen Extremität erforderlich sein (vgl. IV-act. 76).
Mit Verfügung vom 12. Juni 2017 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren der
Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 0 % ab (IV-act. 77). Dagegen liess die
Versicherte am 5. Juli 2017 beim Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen
Beschwerde erheben (vgl. IV-act. 81). Am 24. August 2017 hielt der RAD fest, im
Beschwerdeverfahren sei angegebenen worden, dass finanzielle Gründe einer
ausreichenden Diagnostik und Therapie (z.B. einer schlafmedizinischen Abklärung)
entgegenstünden. Deshalb schlage der RAD der IV-Stelle vor, die Kosten für eine
schlafmedizinische Abklärung zu übernehmen (vgl. IV-act. 97-2). Am 4. September
2017 wiederrief die IV-Stelle ihre Verfügung vom 12. Juni 2017 (IV-act. 98; vgl. ferner
IV-act. 99). Mit Verfügung vom 25. September 2017 wurde das hängige
Beschwerdeverfahren seitens des Versicherungsgerichts abgeschrieben (vgl. IV-act.
101).
A.j.
In einem Abschlussbericht des Zentrums für Schlafmedizin des KSSG vom _.
Januar 2018 über die Konsultationen zwischen dem _. Oktober 2017 und _. Januar
2018 wurde die Verdachtsdiagnose eines leichtgradigen obstruktiven Schlafapnoe-
Syndroms mit Adipositas-Hyperventilation bestätigt. Weiter hiess es, dass in
Zusammenarbeit mit der Z._ eine nächtliche CPAP-Therapie eingeleitet werde (vgl.
IV-act. 107; zu einer kurzzeitigen Hospitalisation aufgrund einer Pneumonie anfangs
Januar 2018 vgl. IV-act. 112). Am 20. Februar 2018 berichtete die Z._ über die erste
Verlaufskontrolle unter der CPAP-Therapie zwei Wochen nach der Einschulung. Die
Versicherte fühle sich durch die Maske und den Schlauch gestört. Entsprechende
Massnahmen seien diskutiert und angewendet worden. Trotzdem sei die Versicherte
nicht motiviert, die CPAP-Therapie weiterzuführen. Das OSAS sei somit derzeit
unbehandelt. Weitere Kontrollen seien vorderhand nicht vorgesehen (IV-act. 117-5). Am
_. Mai 2018 erklärte die Klinik für Pneumologie und Schlafmedizin des KSSG, dass
die Versicherte seit dem _. Januar 2018 nicht mehr in Behandlung gewesen sei (vgl.
IV-act. 114). Am _. Juni 2018 berichtete Dr. C._ über eine weiterhin
unbefriedigende Diabetes-Einstellung und erneuerte seine Einschätzung, wonach bei
diabetischem Fuss-Syndrom eine überwiegend sitzende Tätigkeit gewählt werden
sollte, da sonst ein erhöhtes Risiko für eine Rezidivläsion an den Füssen bestehe. In
A.k.
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Tätigkeiten, bei denen die genannte Bedingung berücksichtigt werde, sei die
Versicherte nicht eingeschränkt (vgl. IV-act. 116-1 ff.; zum beigelegten
Sprechstundenbericht vom _. März 2018 vgl. IV-act. 116-6 f.). In einer Stellungnahme
vom 12. Juli 2018 kam der RAD zum Schluss, dass keine Gesundheitsschäden
vorlägen, die nach Ausschöpfung der zumutbaren Behandlungsmassnahmen die
Arbeitsfähigkeit dauerhaft und erheblich einschränken würden (vgl. IV-act. 118-2).
Zwischen dem 19. Februar und dem 29. April 2019 wurde die Versicherte im
Auftrag der IV-Stelle von der Ärztlichen Begutachtungsinstitut GmbH (ABI)
polydisziplinär (allgemeininternistisch, neurologisch, rheumatologisch, psychiatrisch,
endokrinologisch und pneumologisch) untersucht (vgl. IV-act. 144-5). In der
Konsensbeurteilung ihres Gutachtens vom 15. Mai 2019 (zum Datum des Gutachtens
vgl. IV-act. 144-1) nannten die Gutachter folgende Diagnosen mit Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit: ein metabolisches Syndrom, eine Epicondylitis humeri radialis links,
ein chronisches zervikospondylogenes Schmerzsyndrom sowie ein leichtgradiges
obstruktives Schlafapnoe-Syndrom und ein Adipositas-Hyperventilations-Syndrom (IV-
act. 144-9 f.). Sodann kamen die Sachverständigen zum Schluss, dass die zuletzt
ausgeübten Tätigkeiten als Reinigungsangestellte und Produktionsmitarbeiterin ebenso
wie ausschliesslich stehende und gehende Arbeiten der Versicherten nicht mehr
zumutbar seien. Diese Arbeitsunfähigkeit bestehe mit Sicherheit seit dem Zeitpunkt der
Zehenamputation rechts im April 2014. Eine optimal angepasste Tätigkeit (leichte,
überwiegend sitzende Tätigkeit ohne höhere Anforderungen an die Kognition mit der
Möglichkeit, jederzeit aufstehen und herumgehen zu können, ohne Arbeiten mit
häufigem kraftvollem Zupacken der Hände und monotonen, häufig wiederkehrenden
Bewegungsabläufen wie Sortierarbeiten, ohne Schichtarbeiten und ohne selbst- und
fremdgefährdende Arbeiten) sei der Versicherten während sechs bis acht Stunden pro
Tag zumutbar. Während dieser Anwesenheitszeit bestehe eine Einschränkung aufgrund
eines erhöhten Pausenbedarfs. Bezogen auf ein Pensum von 100 % sei die Arbeits-
und Leistungsfähigkeit auf 70 % zu schätzen. Nach der Zehenamputation am _. April
2014 habe aufgrund der postoperativen Rekonvaleszenz für sechs Monate eine volle
Arbeitsunfähigkeit bestanden. Seither könne über die Zeit gemittelt vom obgenannten
Arbeits- und Leistungsprofil ausgegangen werden (vgl. IV-act. 144-12 f.).
A.l.
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B.
Auf eine entsprechende Rückfrage der IV-Stelle (vgl. IV-act. 153), die auch eine
vom Rechtsvertreter der Versicherten gestellte Frage beinhaltete (vgl. 149 ff.), erklärten
zwei Sachverständige des ABI am 23. September 2019, dass bei der Bemessung der
Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten im Gutachten eine mögliche Stundenzahl von
sechs bis acht Stunden angegeben worden sei. Mit dieser variablen Stundenzahl
könne je nach den konkreten Möglichkeiten am Arbeitsplatz dem Pausenbedarf schon
weitgehend Rechnung getragen werden, wenn ein Einsatz beispielsweise über zweimal
drei Stunden erfolge. Wenn vom Arbeitgeber eine Präsenz von acht Stunden
gewünscht sei, seien die Pausen über diese Stunden zu verteilen. Deshalb mache es
keinen Sinn, bei der Leistungsreduktion eine fixe Zahl anzugeben. Die
Leistungsreduktion bei einer Präsenz von sechs Stunden würde beispielsweise im
Rahmen des erhöhten Pausenbedarfs 5 % betragen, bei einer Präsenz von acht
Stunden 25 %. Da jedoch eine vollschichtige Tätigkeit möglich sei und die IV-Stelle
offensichtlich eine klare Zahl benötige, solle sie sich doch einfach auf die volle
Stundenzahl mit der entsprechenden Leistungsreduktion von 30 % beziehen (vgl. IV-
act. 154).
A.m.
Mit Vorbescheid vom 3. Januar 2020 stellte die IV-Stelle der Versicherten die
Abweisung des Rentenbegehrens bei einem Invaliditätsgrad von 30 % in Aussicht (IV-
act. 159). Dagegen liess die anwaltlich vertretene Versicherte am 10. Februar 2020
Einwand erheben (vgl. IV-act. 163).
A.n.
Nach der Einholung einer weiteren RAD-Stellungnahme (vgl. IV-act. 164) verfügte
die IV-Stelle am 13. März 2020 die Abweisung des Rentenbegehrens (IV-act. 165).
A.o.
Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin),
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. R. Perdgnana, St. Gallen, am 15. Mai 2020
Beschwerde. Sie beantragte, die Verfügung der IV-Stelle (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin) vom 13. März 2020 sei aufzuheben und ihr sei eine ganze IV-
Rente ab Oktober 2014 zuzusprechen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge
zulasten der Beschwerdegegnerin (vgl. act. G 1). In formeller Hinsicht beantragte sie
anstelle eines zweiten Schriftenwechsels die Durchführung einer mündlichen
B.a.
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Verhandlung (vgl. act. G 1 S. 3). Ausserdem beantragte sie die unentgeltliche
Rechtspflege für das Verfahren vor Versicherungsgericht (vgl. act. G 1 und 4).
In ihrer Beschwerdeantwort vom 11. August 2020 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (act. G 7).
B.b.
Am 1. September 2020 entsprach der verfahrensleitende Richter dem Gesuch um
Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und
Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) für das Verfahren vor
Versicherungsgericht (act. G 8).
B.c.
Mit Schreiben vom 13. Januar 2021 reichte die Beschwerdeführerin einen
Austrittsbericht der Klinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates des KSSG vom _ Dezember 2020 ein, wonach am _ Dezember
2020 eine transmetatarsale Amputation des Strahls IV des Fusses rechts erfolgt sei und
die Beschwerdeführerin bis zum 15. Januar 2021 zu 100 % arbeitsunfähig sei (vgl. act.
G 13 und 13.1).
B.d.
Auf eine entsprechende Nachfrage des verfahrensleitenden Richters (vgl. act. G
14) verzichtete die Beschwerdeführerin am 25. Januar 2021 auf eine mündliche
Verhandlung, da es ihr gesundheitlich nicht gut gehe (vgl. act. G 15).
B.e.
In ihrer Replik vom 6. April 2021 hielt die Beschwerdeführerin an den in der
Beschwerde gestellten Anträgen fest (vgl. act. G 21). In formeller Hinsicht stellte sie ein
Ausstandsbegehren gegen einen Richter des Versicherungsgerichts (vgl. act. G 21 S. 2
f.).
B.f.
In einem Schreiben vom 12. April 2021 hielt die Beschwerdegegnerin an ihrem in
der Beschwerdeantwort gestellten Antrag fest und verzichtete auf eine ausführliche
Duplik (act. G 23).
B.g.
Mit Schreiben vom 15. April 2021 informierte das Versicherungsgericht die
Parteien über den Abschluss des Schriftenwechsels. Mit Bezug auf das von der
Beschwerdeführerin gestellte Ausstandsbegehren wurde festgehalten, dass der
vorliegende Fall aufgrund der massgebenden Zuteilungskriterien der Abteilung III des
B.h.
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Erwägungen
1.
Vorliegend strittig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine
Invalidenrente.
2.
Versicherungsgerichts zugewiesen worden sei. Der Richter, welchen die
Beschwerdeführerin ablehne, sei nicht Mitglied dieser Abteilung (vgl. act. G 24).
Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht
durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder
verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses
Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR
830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit wird in Art. 7 Abs. 1 ATSG als der durch eine
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichen
Arbeitsmarkt definiert. Die Invalidität ist grundsätzlich durch einen
Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen kann, in Beziehung
gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Art. 16 ATSG).
2.1.
Um den Arbeitsfähigkeitsgrad bestimmen zu können, ist die Verwaltung - und im
Beschwerdefall das Gericht - auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben (BGE 125 V 261
E. 4). Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die
urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln
2.2.
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3.
sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig
davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht,
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der
Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit
Hinweis).
3.1.
Die Beschwerdegegnerin stützt sich für die Rentenablehnung in medizinischer
Hinsicht in erster Linie auf das ABI Gutachten vom 15. Mai 2019 (vgl. IV-act. 144-12 f.)
sowie auf die ergänzende Stellungnahme des ABI vom 23. September 2019 (vgl. IV-act.
154), wonach bei der Beschwerdeführerin in optimal leidensangepassten Tätigkeiten
eine 70%ige Arbeitsfähigkeit gegeben sei (vgl. act. G 7). Demgegenüber stellt sich die
Beschwerdeführerin auf den Standpunkt, dass ihr eine Präsenz von sechs bis acht
Stunden, wie von den ABI-Gutachtern festgehalten, schlicht nicht möglich sei. Eine
Präsenz von sechs Stunden sei wohl das Limit. So habe dies auch Dr. B._ im
Arztbericht vom 26. Oktober 2015 festgehalten, wozu sich die Sachverständigen des
ABI jedoch nicht geäussert hätten. In einem Gutachten müssten Abweichungen zu
anderen fachärztlichen Meinungen zwingend begründet werden bzw. müsse
wenigstens auf andere Meinungen eingegangen werden. Da die ABI-Gutachter dies
unterlassen hätten, sei am Gutachten zu zweifeln (vgl. act. G 1 S. 8). Ihre
Leistungsfähigkeit sei ihrer Einschätzung nach um etwa die Hälfte reduziert. Dr. B._
sei im Bericht vom 26. Oktober 2015 von einer verminderten Leistungsfähigkeit von
einem Drittel bis zur Hälfte ausgegangen (vgl. act. G 1 S. 6 und 21 S. 8).
3.1.1.
Das ABI-Gutachten ist in Kenntnis der Vorakten erstellt worden (vgl. IV-act.
144-17 ff.). Der von der Beschwerdeführerin zitierte Bericht von Dr. B._ vom 26.
Oktober 2015 ist den Gutachtern ebenfalls bekannt gewesen. Dessen Inhalt haben sie
im Gutachten zusammengefasst wiedergegeben (vgl. IV-act. 144-19). Auf eine
detaillierte Auseinandersetzung mit diesem Bericht haben die Gutachter, soweit
ersichtlich, zwar tatsächlich verzichtet, jedoch ist dies aufgrund der Gesamtheit der
Akten nachvollziehbar. Denn die Einschätzung von Dr. B._ vom 26. Oktober 2015
3.1.2.
© Kanton St.Gallen 2022 Seite 14/21
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(vgl. IV-act. 47-1 ff.) ist im Zeitpunkt der Begutachtung bereits überholt gewesen.
Schon am 6. April 2016 hat der RAD festgehalten, dass es unter Vernachlässigung der
Stoffwechselführung im September 2015 zum Auftreten eines kleinen Geschwürs
gekommen sei. Dieses und die Diabeteseinstellung hätten deutlich gebessert werden
können, sodass nach Auskunft der zuständigen Spezialärzte ab Dezember 2015 keine
Arbeitsunfähigkeit mehr vorliege. Der Bericht von Dr. B._ datiere von Oktober 2015,
weshalb der günstige Verlauf darin noch nicht erfasst worden sei, und er sei bezüglich
Leistungsbeurteilung nicht nachvollziehbar (vgl. IV-act. 55). Dass der RAD die
Beurteilung von Dr. B._ vom 26. Oktober 2015 als nicht nachvollziehbar bezeichnet
hat, ist angesichts der Berichte der Fachärzte des KSSG, die weder aufgrund des
Diabetes noch des diabetischen Fuss-Syndroms eine zeitliche Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit angenommen haben (vgl. IV-act. 37-3 f., 51 und 74-4 ff.), verständlich,
zumal in den Berichten der Fachärzte auch mehrfach gewisse Zweifel hinsichtlich der
Compliance der Beschwerdeführerin geäussert worden sind (vgl. z.B. IV-act. 47-5, 51,
63; und 70). Schliesslich hat aber auch Dr. B._ in seinem Arztzeugnis vom 6.
September 2016 eine - im Vergleich zu derjenigen vom 26. Oktober 2015 - aktuellere
Einschätzung der Leistungsfähigkeit abgegeben (vgl. IV-act. 62). Diese wurde im
Rahmen des allgemeininternistischen Fachgutachtens des ABI berücksichtigt, auch
wenn das Datum des hausärztlichen Berichts im Fachgutachten wohl versehentlich
nicht korrekt wiedergegeben worden ist (vgl. IV-act. 144-33). Ebenso hat im
allgemeininternistischen Fachgutachten eine Bezugnahme auf den wenig
aussagekräftigen Verlaufsbericht von Dr. B._ vom 15. Juni 2018 (vgl. IV-act. 117-2)
stattgefunden (vgl. IV-act. 144-33). Die Einschätzungen von Dr. B._ haben nach dem
Gesagten jedenfalls ausreichend Eingang in das Gutachten gefunden.
3.2.
Weiter moniert die Beschwerdeführerin, es sei nicht nachvollziehbar, weshalb
ihre Schulterprobleme plötzlich nicht mehr relevant sein sollten. SLAP-2-Läsionen
würden unter nicht operativer Therapie nicht von selbst verschwinden. Es könne somit
nicht sein, dass die Schulter zum gutachterlichen Untersuchungszeitpunkt wieder in
Ordnung gewesen sei. Bei einer sachgemässen Untersuchung hätte die
rheumatologische Gutachterin dies feststellen müssen, zumal in den Vorakten eine
SLAP-Läsion aufgrund einer MRT-Untersuchung dokumentiert sei. Hätte sie sich
intensiv mit den Vorakten beschäftigt, hätte sie zur SLAP-2-Läsion bzw. zum MRT-
Befund Stellung genommen (vgl. act. G 1 S. 8 f. und 21 S. 4 ff.). Das Schulterproblem
sei aktuell nicht schmerzhaft, weil sie, die Beschwerdeführerin, nicht arbeite und
deshalb die Schulter auch nicht übermässig bewege. Jede Arbeit sei jedoch mit der
3.2.1.
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Bewegung der Arme verbunden. Folglich wirke sich das strukturelle Problem an der
Schulter auf die Arbeit aus. Der RAD habe in seiner Beurteilung vom 7. Juni 2017 denn
auch festgehalten, dass die Veränderungen am linken Schultergelenk zu qualitativen
Einschränkungen führten, indem keine repetitiven Bewegungen über Mamillenhöhe und
kein Heben und Tragen von Lasten über 5-7 kg mit der linken oberen Extremität mehr
möglich seien (vgl. act. G 21 S. 4).
Entgegen der Behauptung der Beschwerdeführerin hat die rheumatologische
Gutachterin die bildgebend festgestellte SLAP-Läsion nicht unterwähnt gelassen oder
in Abrede gestellt. Vielmehr hat sie in ihrem Teilgutachten festgehalten, dass es nach
Angaben der Beschwerdeführerin im Frühjahr 2016 zum Auftreten von Schmerzen und
Funktionseinschränkungen im Bereich der linken Schulter gekommen sei. Auf
Veranlassung des Hausarztes sei am 9. Juli 2016 ein MRI der linken Schulter
durchgeführt worden, bei der sich eine SLAP-Läsion mit Partialruptur der langen
Bizepssehne sowie eine moderate hypertrophe AC-Gelenksarthrose gezeigt hätten. Die
Rotatorenmanschette habe sich unauffällig dargestellt. In der Folge sei die
Beschwerdeführerin im Juli 2016 im KSSG untersucht worden. Damals hätten sich
keine Hinweise auf eine Frozen shoulder ergeben. Der Impingement-Test sei positiv
gewesen. Die Beschwerden seien auf eine AC-Arthropathie zurückgeführt worden.
Nach Angaben der Beschwerdeführerin hätten die Schmerzen und
Funktionseinschränkungen über die Dauer von ca. einem Jahr bestanden, ehe sie sich
innerhalb weniger Tage spontan zurückgebildet hätten. Dieser Verlauf spreche für das
Vorliegen einer Frozen shoulder. Bei der aktuellen klinischen Untersuchung sei die
Schulter frei beweglich gewesen. Hinweise für eine Rotatorenmanschettenläsion
fänden sich in Übereinstimmung mit dem kernspintomographischen Befund vom Juli
2016 nicht. Der Impingement-Test sei negativ gewesen. Die im Juli 2016 gestellten
Diagnosen einer AC-Arthropathie und eines Impingement-Syndroms Schulter links
seien zum damaligen Zeitpunkt korrekt gewesen. Mittlerweile habe sich die
Beschwerdesymptomatik vollständig zurückgebildet (vgl. IV-act. 144-47). Die
rheumatologische Gutachterin hat also nicht behauptet, dass keine SLAP-Läsion
bestehe. Sie hat aber aufgrund der Angaben der Beschwerdeführerin angenommen,
die Beschwerdesymptomatik habe sich zurückgebildet, zumal sich die klinische
Untersuchung der linken Schulter im Rahmen der Begutachtung relativ unauffällig
dargestellt hat. Die Beschwerdegegnerin hat zu Recht darauf hingewiesen, dass
radiologische Befunde für sich allein nicht den Schluss auf eine Arbeitsunfähigkeit
zulassen (vgl. act. G 7 S. 6 f. mit Hinweisen auf die bundesgerichtliche
Rechtsprechung). Folglich ist es nicht zu beanstanden, dass die rheumatologische
3.2.2.
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Gutachterin zur Beurteilung einer allfälligen Leistungsminderung auch auf die geklagten
Leiden und die in der klinischen Untersuchung erhobenen Befunde abgestellt hat. Im
Beschwerdeverfahren stellt die Beschwerdeführerin nun in Abrede, anlässlich der
Begutachtung ausgesagt zu haben, sie sei beschwerdefrei (vgl. act. G 1 S. 8 und 21 S.
5). Nicht schmerzhaft sei das Schulterproblem aktuell nur deshalb, weil sie nicht arbeite
(vgl. act. G 21 S. 4). Da die Beschwerdeführerin auch im Zeitpunkt der Begutachtung
nicht gearbeitet hat, erscheinen die im Gutachten wiedergegebenen Aussagen somit
gleichwohl stimmig. Im Übrigen ist aufgrund der Aktenlage anzunehmen, dass die
Beschwerdeführerin bereits im Juli 2016, als die SLAP-Läsion festgestellt worden ist
(vgl. IV-act. 63 und 74-9 f.), keiner ausserhäuslichen Arbeit nachgegangen ist (vgl. IV-
act. 4-3, 12-1 ff., 31-1 und 46-1 ff.). Folglich leuchtet die Argumentation, wonach die
Beschwerden nur deshalb geringer seien, da sie nicht arbeite (vgl. act. G 21 S. 4), nicht
vollends ein. Jedenfalls legt auch die Aktenlage nahe, dass die Beschwerden an der
linken Schulter sich in quantitativer Hinsicht nicht auf die Arbeitsfähigkeit auswirken. Im
Austrittsbericht der Klinik für Endokrinologie, Diabetologie, Osteologie und
Stoffwechselerkrankungen des KSSG über die vom _. bis _. Juli 2016 dauernde
Hospitalisation ist nämlich festgehalten worden, dass es unter der angeordneten
Schmerztherapie zu einer guten Schmerzkontrolle betreffend die linke Schulter
gekommen sei (vgl. IV-act. 63). Anschliessend sind, soweit ersichtlich, keine
Behandlungen bezüglich der linken Schulter mehr dokumentiert, was ebenfalls dafür
spricht, dass es zu einer Besserung der Beschwerdeproblematik gekommen ist bzw.
die Beschwerden unter der Schmerzmedikation gut tolerierbar sind. Dr. B._ hat in
seinem Arztzeugnis vom 6. September 2016 die Arbeitsfähigkeit aufgrund der
Schulterproblematik in qualitativer Hinsicht zwar dahingehend als eingeschränkt
angesehen, dass der linke Arm nur als Hilfsarm eingesetzt werden könne. Die von ihm
attestierte 50%ige Arbeitsunfähigkeit scheint er jedoch in erster Linie aufgrund des
ungenügend eingestellten Diabetes mellitus und des Verdachts auf ein OSAS attestiert
zu haben (vgl. IV-act. 62). Der RAD hat in seiner Beurteilung vom 7. Juni 2017 den
Schulterproblemen ebenfalls keine quantitative Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
beigemessen. Vielmehr hat er lediglich qualitative Kriterien in dem Sinne festgehalten,
dass keine repetitiven Bewegungen über Mamillenhöhe und kein Heben und Tragen
von Lasten über 5-7 kg mit der linken oberen Extremität erforderlich sein sollten (vgl.
IV-act. 76). Diese qualitativen Kriterien dürfte das von den ABI-Gutachtern definierte
Zumutbarkeitsprofil mitumfassen. Gemäss den ABI-Sachverständigen ist unter einer
optimal angepassten Arbeit nämlich eine leichte, überwiegend sitzende Tätigkeit ohne
höhere Anforderungen an die Kognition mit der Möglichkeit, jederzeit aufstehen und
herumgehen zu können, zu verstehen. Ausserdem sollten keine Arbeiten mit häufigem
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kraftvollen Zupacken der Hände und monotonen, häufig wiederkehrenden
Bewegungsabläufen sowie keine selbst- und fremdgefährdenden Arbeiten ausgeführt
werden (vgl. IV-act. 144-12). Folglich gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass der
Schulterproblematik im ABI-Gutachten ungenügend Rechnung getragen worden ist.
Der im Beschwerdeverfahren eingereichte Bericht von Prof. Dr. med. D._, Facharzt
für Allgemeinmedizin, vom 28. März 2021 enthält keine Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit und beschreibt die Befunde einer Untersuchung, die rund ein Jahr
nach Erlass der angefochtenen Verfügung stattgefunden hat (vgl. act. G 21.2). Folglich
ist auch dieser Bericht, der keine Rückschlüsse auf den vorliegend relevanten Zeitraum
zulässt, nicht geeignet, Zweifel am ABI-Gutachten zu erwecken.
Die von der Beschwerdeführerin gegen das ABI-Gutachten vorgebrachten
Einwände erweisen sich nach dem Gesagten als nicht stichhaltig. Das Gutachten
beruht auf eigenständigen Abklärungen und ist für die streitigen Belange umfassend.
Die medizinischen Vorakten und die von der Beschwerdeführerin geklagten Leiden sind
berücksichtigt worden. Die bescheinigte Arbeitsfähigkeit leuchtet in der Darlegung der
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein.
Das Gutachten erscheint in der Zusammenschau mit der Stellungnahme vom 23.
September 2019 (vgl. IV-act. 154) als nachvollziehbar und schlüssig (zum Ganzen vgl.
IV-act. 144). Weiter bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass objektiv wesentliche
Tatsachen im Gutachten nicht berücksichtigt worden wären oder dass sich der
Gesundheitszustand zwischen der Begutachtung und dem Erlass der angefochtenen
Verfügung vom 13. März 2020 (vgl. act. G 1.1.2) wesentlich verschlechtert hätte (vgl.
IV-act. 144 ff.). Der im Beschwerdeverfahren am 13. Januar 2021 eingereichte
Austrittsbericht betreffend die Hospitalisation vom _. bis _. Dezember 2020 spricht
sich zum Gesundheitszustand nach Erlass der angefochtenen Verfügung aus (vgl. act.
G 13.1), weshalb er in diesem Beschwerdeverfahren grundsätzlich keine
Berücksichtigung finden kann. Im Übrigen wird in dem Bericht lediglich eine
vorübergehende Arbeitsunfähigkeit attestiert (vgl. act. G 13.1). Sollte sich aufgrund der
weiteren Amputation des 4. Strahls Fuss rechts aber eine für die Arbeitsfähigkeit
relevante andauernde und wesentliche Veränderung ergeben haben, steht es der
Beschwerdeführerin natürlich frei, sich erneut bei der Beschwerdegegnerin
anzumelden. Im vorliegenden Beschwerdeverfahren kann jedoch auf die gutachterliche
Arbeitsfähigkeitsschätzung des ABI, wonach sechs Monate nach der Zehenamputation
vom _. April 2014 über die Zeit gemittelt eine 70%ige Arbeitsfähigkeit in
leidensangepassten Tätigkeiten anzunehmen sei, abgestellt werden (vgl. IV-act. 154
und 144-12 f.).
3.3.
© Kanton St.Gallen 2022 Seite 18/21
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4.
In einem nächsten Schritt ist die Frage zu beantworten, inwiefern die
Beschwerdeführerin ihre medizinisch-theoretische Restarbeitsfähigkeit von 70 % auf
dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch verwerten kann.
4.1.
Die Beschwerdeführerin stellt sich auf den Standpunkt, dass sie mit dem im ABI-
Gutachten umschriebenen Tätigkeitsprofil keine Arbeitsstelle mehr finden könne, da es
eine solche auf dem Arbeitsmarkt nicht gebe. Die umschriebenen Pausen und deren
Umsetzung würden das Finden einer entsprechenden Stelle zusätzlich verkomplizieren.
In Anbetracht ihres Alters und der massiven Einschränkungen könne sie keine Stelle
mehr finden. Die bevorstehende Rezession spüle ohnehin alle schwächeren
Arbeitnehmerinnen aus dem ersten Arbeitsmarkt. Dies seien zwar keine
bemessungsrelevanten Gründe; relevant sei aber, dass sie körperlich und seelisch
gesundheitlich geschädigt sei und diese Schädigung sie in jeglicher Tätigkeit massiv
einschränke (vgl. act. G 1 S. 9; vgl. ferner act. G 21 S. 6).
4.2.
Für die Invaliditätsbemessung ist nicht massgeblich, ob eine invalide Person unter
den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig, ob
sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn ein
Gleichgewicht von Angebot an und Nachfrage nach Arbeitskräften bestünde
(ausgeglichener Arbeitsmarkt, Art. 16 ATSG). An der Massgeblichkeit des fiktiven
ausgeglichenen Arbeitsmarktes vermag auch der Umstand nichts zu ändern, dass es
für die versicherte Person im Einzelfall schwierig oder gar unmöglich ist, im
tatsächlichen Arbeitsmarkt eine entsprechende Stelle zu finden. Eine Unverwertbarkeit
der Restarbeitsfähigkeit ist hingegen in denjenigen Fällen anzunehmen, in denen die
zumutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie selbst der
ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem
Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden
einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint (zum
Ganzen Urteil des Bundesgerichts vom 28. November 2014, 9C_485/2014, E. 2 und E.
3.3.1 mit Hinweisen).
4.3.
Vorliegend ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführerin im massgebenden
Zeitpunkt (vgl. BGE 138 V 461 E. 3.3) auf dem ausgeglichenen fiktiven Arbeitsmarkt
Tätigkeiten offen gestanden haben. Der RAD hat in einer Stellungnahme vom 24.
Februar 2020 ausgeführt, dass leichte, überwiegend sitzende Tätigkeiten ohne höhere
Anforderungen an die Kognition in der freien Wirtschaft vorhanden seien. Zu denken sei
z.B. an das Zusammenstecken von Komponenten, Verpackungsarbeiten,
4.4.
© Kanton St.Gallen 2022 Seite 19/21
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5.
Konfektionierung von Waren oder an eine Tätigkeit im Bereich Qualitätsprüfung von
Kleinteilen am Mikroskop. Dass die Beschwerdeführerin jederzeit aufstehen und
umhergehen könne, müsste mit dem Arbeitgeber bzw. der Arbeitgeberin abgesprochen
werden und sei ja bereits im Rahmen der attestierten 30%igen Arbeitsunfähigkeit
berücksichtigt worden. Die genannten Tätigkeiten existierten sowohl in Schichtarbeit
als auch mit fester Arbeitszeit. Das Adaptationskriterium "keine häufig wiederkehrende
Tätigkeit" sei bei den genannten Tätigkeiten ebenfalls berücksichtigt (vgl. IV-act.
164-1). Selbst wenn die vom RAD vorgeschlagenen Tätigkeiten aufgrund gewisser
repetitiver Komponenten ausscheiden sollten, so wäre gleichwohl noch an einfache
Überwachungstätigkeiten zu denken, bei denen eine vorwiegend sitzende Tätigkeit mit
der gleichzeitigen Möglichkeit, bei Bedarf aufzustehen oder zeitweise umherzugehen,
ebenfalls denkbar erscheint.
Ausgehend von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit sind
die erwerblichen Auswirkungen der Leistungsbeeinträchtigung zu prüfen. Dabei ist der
Invaliditätsgrad anhand eines Einkommensvergleichs zu bestimmen (vgl. E. 2.1 und IV-
act. 46).
5.1.
In der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin sowohl für das
Validen- als auch das Invalideneinkommen auf denselben Tabellenlohn der
Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik abgestellt (vgl. act. G 1.1.2), was
angesichts der beruflichen Karriere der Beschwerdeführerin (vgl. IV-act. 4-3, 12-1 ff.,
21-1, 31-1 und 46-1 ff.) nicht zu beanstanden ist. Da demnach beiden
Vergleichseinkommen dieselbe Lohnbasis zu Grunde zu legen ist, kann der
Einkommensvergleich anhand eines sogenannten Prozentvergleichs durchgeführt
werden. Dabei entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit,
allenfalls unter Berücksichtigung eines Abzugs vom Tabellenlohn (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 10. April 2017, 9C_804/2016, E. 2.2 mit Hinweis; zum
Tabellenlohnabzug vgl. BGE 126 V 75). Gründe, die einen Tabellenlohnabzug
rechtfertigen würden, sind entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin (vgl. act. G 1
S. 7) nicht ersichtlich. Den von der Beschwerdeführerin angeführten
Leistungseinschränkungen, die sich aufgrund des Diabetes und des diabetischen Fuss-
Syndroms sowie aufgrund des Allgemeinzustandes ergeben (vgl. act. G 1. S. 7), wird
mit der gutachterlich attestierten 30%igen Arbeitsunfähigkeit bereits Rechnung
getragen. Im Übrigen sei an dieser Stelle auch erwähnt, dass sich die
Beschwerdeführerin gegen die Therapie des Schlafapnoe-Syndroms entschieden hat
(vgl. IV-act. 117-5) und auch eine nicht über alle Zweifel erhabene Compliance
5.2.
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6.
7.
Da die Gerichtsschreiberin verhindert ist, unterzeichnet den Entscheid stellvertretend
eine mitwirkende Richterin (Art. 39 Abs. 2 VRP).