Decision ID: a55d133c-c2d9-4b41-8436-b9f69efcfce5
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
,
geboren
1950
, war seit
1.
Ma
i 1988
als
Geschäftsführer
bei
der
Y._
AG
,
Z._
,
tätig, als
er
am
1
7.
Septembe
r 2012 einen Herz
infarkt (STEMI =
ST-elevation
myocardial
infarction
) erlitt (
Urk.
5/6/6-7)
und
mittels p
erkutane
r
Koronarintervention
(PCI =
Perc
utaneous
coronary
in
ter
ven
tion
) und
Stentimplantation
behandelt wurde (
Urk.
5/6/2-3). In der Folge litt
er
unter
psychischen Beschwerden
(
Urk.
5/12).
Am
1
3.
März
2013 meldete sich
der
Versicherte bei der Invalidenver
siche
rung zum Leistungsbezug an (Urk.
5/3/1-6
).
Die
Sozial
versicherungs
anstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, zog die Akten des
Krankentaggeldversicherers der
Y._
AG
, der
AXA Versi
cherungen
AG,
Zürich
(
Urk.
5/6/1-10
)
,
betreffend die ab 1
7.
September
2012 bestehende
Arbeits
unfähigkeit des Versicherten
bei.
Die IV-Stelle liess den Ver
sicherten psychia
trisch begutachten (Gutachten vom 2
0.
März 2014
; Urk. 5/25/1-19) und
ver
neinte
nach Erlass des Vorbescheids (
Urk.
5/28)
mit Verfügung vom
6.
Juni
2014
(Urk.
5/32
= U
rk. 2)
einen
Anspr
u
ch des
Versicherten auf
Leistungen der Inva
liden
versicherung
.
2.
Am
5.
Juli
2014
(Poststempel;
Urk.
1) erhob der
Versicherte Beschwerde gegen die Ver
fü
gung
der IV-Stelle
vom
6.
Juni
2014 (Urk. 2) und beantragte
sinnge
mäss
, diese sei aufzuhe
ben
,
und
es sei ihm bei einem Invaliditätsgrad von 100
%
eine ganze Rente zuzusprechen.
Mit Beschwerdeantwort vom
4.
September 2014
(Urk.
4
) beantragte die IV-Stelle
die Abweisung der Beschwerde, wovon
dem Beschwerdeführer
am
2
0.
Oktober
2014
(
Urk.
6
) eine Kopie zugestellt wurde.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Sie kann Folge von
Ge
burts
gebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächti
gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teil
weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den aus
ge
glichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vor
liegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heit
lichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zu
dem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG
in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu ver
wer
ten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objek
tiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Be
ein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur
so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann,
die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Per
son sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.4
Jede psychogene Störung, ob einfache oder neurotische Form, kann im Einzel
fall Krankheitswert haben, weshalb jeder Einzelfall sorgfältig geprüft werden muss. Notwendig sind in jedem Fall ein ausführlicher ärztlicher Bericht oder ein entsprechendes fachärztliches Gutachten sowie die Abklärung der erwerblichen Umstände (AHI 1997 S. 43 E. 5c). Dabei müssen psychiatrische Berichte in der
Regel auf einer persönlichen Untersuchung beruhen (RKUV 2001 Nr. U 438 S.
345
, Urteile des Bundesgerichts 9C_602/2007 vom 11. April 2008 E. 5.3 und I
169/06 vom 8. August 2006 E. 4.4 mit Hinweisen). Für die verlässliche Beur
tei
lung des psychischen Gesundheitszustandes und seiner Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit sind in der Regel psychiatrische Fachärzte beizuziehen (BGE 130 V 352 E.
2.2.3., Urteil des Bundesgerichts 8C_989/2010 vom 16. Februar 2011
E.
4.4.2 mit Hinweisen).
1.5
Nach der Rechtsprechung werden leicht- bis mittelgradige Episoden einer De
pression und selbst mittelgradige depressive Episoden regelmässig nicht als von
depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depres
sion
im Sinne eines verselbständigten Gesundheitsschadens betrachtet, die es der betroffenen Person verunmöglicht, die Folgen der bestehenden
Schmerz
proble
matik
zu überwinden. Daran ändert nichts, wenn die depressive Episode vor dem
Hintergrund einer rezidivierenden depressiven Störung diagnostiziert worden ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_104/2014 vom 2
6.
Juni 2014 E. 3.3.4 mit Hin
wei
sen; vgl. auch Urteil 9C_856/2013 vom 8. Oktober 2014 E. 5.1.2).
Zwar ist eine invalidisierende Wirkung einer mittelschweren depressiven Stö
rung
nicht schlechthin auszuschliessen, indes bedingt deren Annahme, dass es sich nicht bloss um eine Begleiterscheinung einer Schmerzkrankheit, sondern um ein
selbständiges, vom psychogenen Schmerzsyndrom losgelöstes depressi
ves Leiden
handelt und im Weiteren, dass eine konsequente Depressionstherapie befolgt wird,
deren Scheitern das Leiden als resistent ausweist (Urteil des Bun
desge
richts
8C_774/2013 vom
3.
April 2014 E. 4.2 mit Hinweisen).
Eine diagnostizierte rezidivierende depressive Störung als solche stellt keinen psy
chischen Gesundheitszustand dar, der eine Arbeitsunfähigkeit dauerhaft zu
be
gründen vermag (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_506/2014 vom 10. Novem
ber 2014 E. 4.2).
Praxisgemäss ist eine leichte depressive Episode mit somatischen Symptomen grundsätzlich nicht geeignet, eine leistungsspezifische Invalidität zu begründen
(Urteil des Bundesgerichts 9C_506/2014 vom 1
0.
November
2014 E. 4.2). Leichte
bis höchstens mittelschwere psychische Störungen aus dem depressiven
For
men
kreis
gelten zudem grundsätzlich als therapeutisch
angehbar
(Urteil des Bundes
gerichts 8C_759/2013 vom
4.
März 2014 E. 3.6.1 mit Hinweisen). Bei mittel
schwe
ren depressiven Episoden (ICD-10 F32.1) verneint das Bundesgericht regel
mässig deren invalidisierende Wirkung (Urteil des Bundesgerichts 8C_774/2013 vom
3.
April 2014 E. 4.2 mit Hinweisen).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a
, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom
6.
Juni
2014
(Urk. 2) davon aus, dass
beim Beschwerdeführer
gemäss der medizinischen Ak
tenlage
kein Gesundheitsschaden ausgewiesen sei, welcher
eine voraussicht
lich bleibende
oder längere Zeit dauernde Erwerbsunfähigkeit bewirke, weshal
b ein Anspruch
des Beschwerdeführers
auf Leistungen der Invalidenversicherung zu ver
neinen sei.
2.2
Der Beschwerdeführer
bringt
hiegegen
vor, dass
er aus psychischen Gründen nicht länger als zwei Stunden am Tag arbeiten könne
, weshalb ein Anspruch auf eine Rente entsprechend einem Invaliditätsgrad von 100
%
ausgewiesen sei (
Urk.
1).
3.
3.1
Zu prüfen ist im Folgenden anhand der medizinischen Aktenlage die Ar
beits
fähig
keit als Faktor der Invaliditätsbemessung.
3.2
Im Austrittsbericht vom 2
6.
September 2012 (
Urk.
5/6/4-5) erwähnten die Ärzte
des
Spitals A._
, Medizinische Klinik, dass der Beschwerdeführer in der Zeit
vom 1
9.
bis 2
2.
September 2012 hospitalisiert gewesen sei und diagnosti
zier
ten einen inferioren STEMI bei distalem RCA-Verschluss, welcher mit PCI und
Sten
ting
behandelt worden sei (S.
1). Der Beschwerdeführer habe in gutem
Allge
meinzustand
am 2
2.
September 2012 nach Hause entlassen werden können
,
und es sei ihm eine einmonatige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden (S. 2).
Am
1
5.
Oktober 2012 (
Urk.
5/6/8)
attestier
ten die Ärzte des
Spitals A._
dann
auch
eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
in der Zeit vom 1
7.
September bis 1
5.
Oktober 2012
.
3.3
In ihrem Bericht vom 2
6.
Februar 2013 (
Urk.
5/6/2-3) stellte
Dr. med.
B._
,
Fach
ärztin
für Kardiologie,
Spital A._
, die folgenden Diagnosen (S. 1):
koronare 1-Asterkrankung mit/bei:
Status nach inferiorem STEMI bei distalem RCA-Verschluss mit PCI/
Stenting
am 1
7.
September 2012
leichter Sklerose der übrigen Kranzarterien
postinterventionell
selbstlimitierende Kammertachykardie
normale linksventrikuläre Auswurffraktion bei inferiorer Hyperkinese
subjektiv und elektrisch negative
Ergometrie
reaktive Depression
Sie erwähnte
, dass sich der Beschwerdeführer bei einer depressiven
Stimmungs
lage
in einer schwierigen psychosozialen Situation befinde, weshalb ein sta
tio
närer Aufenthalt zur Behandlung der psychischen
Problematik in Kombination mit einem körperlichen Training angezeigt sei
.
In Bezug auf die Beurteilung der
Arbeitsunfähigkeit führte
sie aus, dass diese durch
Dr.
C._
festzulegen
sei
(S.
2)
.
3.4
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Innere Medizin, diagnostizierte mit Be
richt vom 2
8.
August 2013 (
Urk.
5/11)
eine
koronare 1-Asterkrankung bei Sta
tus
nach STEMI bei PCI/
Stenting
am 1
7.
September 2012 und eine seit Beginn des Jahres 2013 bestehende reaktive Depression (
Ziff.
1.1) und erwähnte, dass in der
Zeit vom 1
0
.
Februar bis 3
1.
März 2013
in der bisherigen Tätigkeit des Be
schwer
deführers
eine Arbeitsunfähigkeit
von 100
%
bestanden habe (Ziff. 1.6).
Die Fra
gen zur bisherigen Tätigkeit und zu einer allfälligen Wiederaufnahme der be
ruflichen Tätigkeit konnte er nicht beantworten (Ziff. 1.7 und 1.9).
3.5
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
erwähnte
in seinem Bericht vom
1.
September 2013 (
Urk.
5/12
/1-6
)
, dass er die Behand
lung des Beschwerdeführers am
9.
März 2013 aufgenommen habe (
Ziff.
1.2) und stellte die
folgenden Diagnosen (
Ziff.
1.1):
mittelgradige depressive Episode seit ungefähr Sommer 2012
Verdacht auf
Somatisierungsstörung
seit Sommer 2012
Status nach Myokardinfarkt mit anschliessender
Stentimplantation
an der RCA
Er
führte aus
, dass beim Beschwerdeführer nach der erfolgreichen Erholung und
Regeneration nach der
Stentimplantation
psychische und psychosomatische Symp
tome wie eine depressive Verstimmung, Schlafstörungen,
Konzentrations
probleme
, verminderte Belastbarkeit, Schwindel und Kopfschmerzen aufgetreten
seien. Der Beschwerdeführer leide unter Ängsten vor Herzversagen und dem Tod
(
Ziff.
1.4). Sowohl in der angestammten Tätigkeit als auch in
behinde
rungs
angepassten
Tätigkeiten bestehe
seit dem 1
7.
September 2012
eine Ar
beitsun
fähigkeit von 100
%
(
Ziff.
1.5
und
Ziff.
1.6
).
3.6
Dr.
med.
E._
,
Fachärztin für Psychiatrie und Psychothera
pie,
L
eitende Ärztin der Privatklinik
F._
, erwähnte im
Hospitalisationsbe
richt
vom 1
8.
Februar 2014 (
Urk.
5/25/31-34), dass der Beschwerdeführer in der Zeit vom
7.
bis 3
0.
Januar 2014 in der Privatklinik
F._
hospitalisiert ge
wesen sei und stellte die folgenden Diagnosen:
psychiatrische Diagnosen:
Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion gemischt
mit:
Somatisierungssymptomen
somatische Diagnosen:
Myokardinfarkt Inferior mit PCI/Stent am 1
7.
September 2012
Hypertonie
Dy
s
lipid
ämie
leichtgradiges
obstruktives Schlafapnoesyndrom
Die psychische Symptomatik sei im Zuge des Myokardinfarktes aufgetreten. Bei der vom Beschwerdeführer subjektiv als sehr quälend empfundenen
Schwin
del
symptomatik
handle es sich um ein Angstäquivalent, welche
s
sich unter The
ra
pie fast vollständig zurückgebildet habe. Auch die phobische
n Symptome hätten sich deutlich
zurückgebildet (S. 1).
3.7
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
stellte
in seinem Gutachten vom 2
0.
März 2014 (
Urk.
5/25/1-19) die folgende
Diag
nose
(S. 12):
phobisch depressiv-neurasthenisches (Rest-) Syndrom
bei Status nach Anpassungsstörung in der Folge einer koronaren 1-Asterkrankung (Herzinfarkt am1
7.
September 2012)
Er führte aus, dass der Beschwerdeführe
r unter einer Anpassungsstörung und
nicht unter einer depressiven Episode gelitten habe.
Denn die
Symptome
hätten
nicht das notwendige Ausmass für die Diagnose einer depressiven Episode er
reicht
.
Er vertrat sodann die Ansicht, dass auf Grund der
in den Akten doku
mentierten
,
objektiven psychopathologischen Befunde für die Zeit ab 1
7.
Septem
ber 2012 höchstens ein unspezifisches ängstlich-depressives Syn
drom
nachvoll
ziehbar sei
. Das phobisch-depressiv-neurasthenische Restsyndrom und die damit verbundenen Defizite führten beim Beschwerdeführer
in der Zeit ab
1.
Februar 2014
, also ab Austritt aus der Privatklinik
F._
,
nicht zu einer relevanten, längerfristigen Minderung der Ar
beitsfähigkeit (S
. 1
4
f
f.). Auf Grund fehlender
versicherungsmedizinisch rele
vanter Angaben aus psychiatrischer und psycho
the
rapeutischer Sicht könne die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht während
des Zeitraums vom 1
7.
September 2012 bis 1
8.
Februar 2014 nicht mit
über
wie
gender
Wahrschein
li
chkeit beurteilt werden (S. 17).
4.
4.1
Den obenerwähnten Akten ist zu entnehmen, dass der Beschwerdefü
hrer im Rahmen einer
koronaren 1-Asterkrankung ein
en
Herz
infarkt erlitt
, welcher
am
1
7.
September 2012 mittels PCI und
Stentimplantation
behandelt wurde (
Urk.
5/12
Ziff.
1.4). In der Folge
litt
er
unter psychischen Be
schwerden.
Ein psychisches Leiden stellte
erstmals
die Ärzt
in
des
Spitals A._
in ihrem Bericht vom
2
6.
Febr
uar
2013 fest. Sie diagnostizierte
eine reaktive Depression (vorstehend E.
3.3
). Damit übereinstimmend diagnostizierte auch
Dr.
C._
in
seinem Bericht vom 2
8.
August 2013 (vorstehend E.
3.4
) eine reaktive Depressi
on
.
Er g
ing davon aus, dass diese erstmals zu Beginn des Jah
res 2013 aufgetreten
sei. Demgegenüber
diagnostizierte
Dr.
D._
, welcher die psychiatrische Behand
lung des Beschwerdeführers
erst
am
9.
März 2013 aufge
nommen hatte,
in sei
nem
Bericht vom
1.
September 2013 (
vorstehend E.
3.5
)
eine
mittelgradige depressive Episode
und einen V
erdacht auf
eine
Somatisie
rungsstörung
. Er
ging davon aus, dass dieses psychische Leide
n
erstmals im
Sommer 2012
aufgetreten sei. Dem
gegenüber
stellte
Dr.
E._
im
Hos
pitalisationsbericht
vom 1
8.
Februar 2014 (
vorstehend E.
3.6
)
in psychiatrischer Hinsicht die Diagnose einer
An
pass
ungsstörung
mit
Angst und depressiver Re
aktion
gemischt
mit
Somatisierungs
symptomen
. Damit übereinstimmend ging auch
Dr.
G._
in seinem Gutachten vom 2
0.
März 2014 (
vorstehend E.
3.7
)
davon aus, dass der Beschwerdeführer in psychischer Hinsicht unter einer
An
passungsstörung
und nicht unter einer de
pressiven Episode gelitten habe
, und dass
auf Grund der
Akten für die Zeit ab
1
7.
September 2012 höchstens ein unspezifisches ängstlich-depressives Syn
drom
nach
zu
vollziehen
sei
.
4.2
In ihren Beurteilungen der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers wichen die beteiligten Ärzte teilweise voneinander ab. Während
die Ärzte des
Spitals A._
in ihren Berichten vom
2
6.
September
2012 und vom 1
5.
Oktober 2012
(
vorstehend E.
3.2
)
dem Beschwerdeführer eine Arbeitsunfähigkeit
im Umfang eines Monats
ab dem 1
7.
September 2015 beziehungsweise
eine solche
für die
Zeit vom
1
7.
September bis 1
5.
Oktober 201
2
attestierten, verwiesen sie in ih
rem
Bericht vom 2
6.
Februar 2013 (vorstehend E.
3.3
) hinsichtlich der
Arbeits
fähig
keitsbeurteilung
auf
Dr.
C._
, welcher
in seinem Bericht vom 2
8.
August 2013 (vorstehend E.
3.4
)
auf Grund einer
reaktive
n
Depression
für die
Zeit vom 1
0
.
Februar bis 3
1.
März 2013 eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
in der bishe
rigen Tätigkeit feststellte
, weitere Fragen hierzu indes nicht beantworten konnte
.
Demgegenüber attestierte
Dr.
D._
dem Beschwer
deführer
in seinem Bericht vom
1.
September 2013 (
vorstehend E.
3.5
)
für die Zeit ab 1
7.
September 2012
eine
vollständige
Arbeitsunfähigkeit
in der bisheri
gen Tätigkeit und in
behin
de
rungsangepassten
Tätigkeiten.
Während
Dr.
E._
im Bericht
vom 1
8.
Febru
ar 2014 (
vorstehend E.
3.6
)
zur Ar
beitsfähigkeit des Beschwerdeführers
keine Stellung nahm, vertrat
Dr.
G._
in seinem Gutachten vom
2
0.
März 2014
(
vorstehend E.
3.7
)
die Ansicht, dass
in der Zeit ab
1.
Februar 2014
keine
länger
fristige
Arbeitsunfähigkeit mehr be
stehe, und dass
die Frage nach dem Bestand und dem Umfang der Arbeitsunfä
higkeit in der
Zeit
vom 1
7.
September 2012 bis 1
8.
Februar 2014
auf Grund der Akten nicht zu beurteilen sei.
4.3
Das Gutachten von
Dr.
G._
vom 2
0.
März 2014 (vorstehend E.
3.7
) erfüllt die nach der Rechtspre
chung für eine beweiskräf
tige medizi
nische
Entscheidungs
grundlage
vor
aus
ge
setzten Kriterien (vgl. vor
steh
end E.
1.6
). Denn einerseits ver
fügt
Dr.
G._
, welcher Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie
ist, über
eine für die Beurteilung des streitigen psychischen Gesundheitszustandes des Be
schwerdeführers angezeigte medizinische Weiter
bildung. Andererseits hat sich
der Gutachter mit den medizi
nischen
Vorakten
sowie mit den Ergebnissen seiner
eigenen psychiatrischen Untersuchung eingehend auseinander gesetzt und be
grün
dete seine Schluss
folgerungen, wonach der Beschwerdeführer zum Zeit
punkt
der Untersuchung noch unter einem phobischen, depressiv-neuras
thenischen
Rest
syndrom
bei einem Status nach Anpassungsstörung in der Folge einer koro
naren 1-Asterkrankung gelitten habe, und wonach deswegen spätes
tens ab
1.
Februar 2014 keine massgebliche Arbeitsunfähigkeit meh
r bestanden habe
, in nach
vollziehbarer Weise. Die Beurteilung durch
Dr.
G._
vermag so
dann auch
in inhaltlicher Hinsicht zu über
zeugen. Denn
diese
r Arzt
legte
in nach
voll
zieh
ba
rer Weise dar, dass auf Grund seiner Untersuchungen und
auf Grund
der Akten davon auszugehen sei, dass der Beschwerdeführer unter einer
Anpassungs
störung
und nicht unter einer depressiven Episode gelitten habe, und dass er gegenwärtig
lediglich
noch unter einem phobisch depressiv-neu
rasthenisches Restsyndrom leide, welches seine Arbeitsfähigkeit nicht zu beein
trächtigen ver
möge.
Auf die nach
voll
ziehbare Be
urteilung durch
Dr.
G._
kann vor
lie
gend somit abgestellt wer
den.
4
.4
Nicht zu überzeugen vermag indes die Beurteilung durch
Dr.
C._
vom 2
8.
Augus
t 2013 (vorstehend E.
3.4
)
. Denn in Bezug auf dessen Beurteilung gilt es zu berücksichtigen, dass dieser als Facharzt für Allgemeine Innere Medizin
nicht über eine für die Beur
teilung der psy
chischen Komponente
des
Leidens angezeigte
fachmedizi
nische
psychiatrische Weiterbildung verfügt. Insoweit
Dr.
C._
dem Beschwerdeführer in seinem Bericht vom 2
8.
August 2013 wegen
eines depressiven Zustandsbildes beziehungsweise we
gen einer reaktiven De
pres
si
on in der Zeit vom 1
0.
Februar bis 3
1.
März 2013 eine vollständige Arbeits
unfähigkeit attestierte, kann
auf dessen Beurteilung vorliegend schon aus diesem
Grunde nicht abgestellt werden.
4.5
In Bezug auf die Beurteilung durch
Dr.
D._
vom
1.
September 2013 (vorste
hend
E.
3.5
) gilt es zu beachten, dass unter relevanter Arbeitsunfähigkeit im
Sinne von
Art.
6 ATSG
beziehungsweise
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG
(vgl. vorste
hend
E.
1.
2
)
eine Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zu verstehen ist. Das heisst, es muss arbeitsrecht
lich in
Erscheinung treten, dass die versicherte Person an Leistungsvermögen einge
büsst
hat, so etwa durch einen Abfall der Leistungen mit entsprechender Fest
stellung oder gar Ermahnung des Arbeitgebers oder durch gehäufte, aus dem Rahmen fallende gesundheitlich bedingte Arbeitsausfälle. Mit anderen Worten: Die
Leis
tungseinbusse
muss in aller Regel dem seinerzeitigen Arbeitge
ber aufgefallen sein. Eine erst nach Jahren rückwirkend festgelegte medizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit genügt nicht (SVR 2008 IV Nr. 11 S.
32, I 687/06 E.
5.1). Umgekehrt ist eine in der beruflichen Tätigkeit im Vergleich zu einer gesunden
Person tatsächlich nur reduziert erbrachte Leistung für sich al
lein gesehen in aller
Regel ebenso wenig ausreichend für die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit im Sinne des Gesetzes. Vielmehr bedarf es dazu regelmässig zusätzlich einer (über
zeugenden) medizinischen Einschätzung, die
ordentlicher
weise
echtzeitlicher Natur
ist (SVR 2010 IV Nr.
17, 8C_195/2009 E.
5). Der Zeit
punkt des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit muss mit dem im
Sozialversiche
rungsrecht
üblichen
Be
weisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E.
5b
mit Hin
weisen) nachgewiesen sein. Dieser Nachweis darf nicht durch nachträgliche erwerbliche oder medizinische Annahmen und spekulative Überlegungen ersetzt werden (
Urteile des Bundesgerichts 8C_652/2011 vom
5.
Dezember 2011 E. 3.2 und 8C_41/2011 vom 1
7.
Mai 2011
).
Insoweit
Dr.
D._
, welcher die Behandlung des Beschwerdeführers
erst
am
9.
März
2013 aufgenommen hatte,
diesem
in seinem Bericht vom
1.
September 2013 (vorstehend E.
3.5
) für die Zeit ab 1
7.
September 2012
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen
Tätigkeit
und
in behinderungsangepassten
Tätigkeiten
attestierte, handelte es sich bei seiner Beurteilung,
jedenfalls
inso
weit
diese
die Zeit vor der Erstkonsultation vom
9.
März 2013 betrifft
,
nicht um
eine
aussagekräftige, echtzeitliche Arbeitsfähigkeitsbeurteilung. Der Beurteilung durch
Dr.
D._
fehlt es zudem an einer nachvollziehbaren Begründung der von ihm
postulierten vollständigen Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen
, weshalb
schon aus diesem Grunde auf dessen Arbeitsfähigkeitsbeurteilung nicht abge
stellt werden kann.
Ferner lässt sich die attestierte Arbeitsunfähigkeit auch nicht
mit der konstanten Rechtsprechung bei mittelgradigen depressiven Episoden (vor
stehend E. 1.5), wie sie hier diagnostiziert wurde, vereinbaren.
Schliesslich
gilt es hinsichtlich der Beurteilung durch
Dr.
D._
die Erfah
rungs
tatsache zu beachten, wonach Hausärztinnen und Hausärzte sowie behan
delnde Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräfte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer
Pa
tientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc;
vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_203/2015 vom 1
4.
April 2015 E.
3.2 mit Hin
weis auf Urteil des Bundesgerichts 4A_526/2014 vom 1
7.
Dezember 2014 E. 2.4).
Aus diesen Gründen kann auf die Arbeitsfähigkeitsbeurteilungen durch
Dr.
D._
vorliegend nicht abgestellt werden.
4.6
Gestützt auf die nachvollziehbare Beurteilung durch
Dr.
G._
vom 2
0.
März
2014 (vorstehend E.
3.7
) ist daher davon auszugehen, dass in der bisherigen Tä
tig
keit des Beschwerdeführer
s
als Geschäftsführer und in
behinderungs
ange
passten
Tätigkeiten spätestens ab
1.
Februar 2014 keine Arbeitsunfähigkeit mehr
bestand
. Sodann steht auf Grund der Beurteilung durch die Ärzte des
Spitals A._
vom 1
5.
Oktober 2012 (vorstehend E.
3.2
) fest, dass der Be
schwerde
füh
rer in
der Zeit vom 1
7.
September bis 1
5.
Oktober 2012
aus soma
tischen Grün
den
auf Grund eines Herzinfarkts
vollständig
arbeitsunfähig war
. Für die Zeit
vom 1
6.
Oktober 2012 bis 3
1.
Januar 2014 ist eine längerdauernde Arbeitsun
fähig
keit indes nicht mit dem massgeblichen Beweisgrad der überwie
genden Wahr
schein
lichkeit erstellt.
5.
Unter diesen Umständen ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin bei Erlass der angefochtenen Verfügung vom
6.
Juni
2014
(Urk. 2) auf die Vor
nahme eines Einkommensvergleichs verzichtet hat (vgl. BGE 115 V 133 E.
2;
Urteil des Bundesgerichts 9C_155/2007 vom 10. Juli 2007 E. 3.4). Der
In
validi
täts
grad
beträgt jedenfalls 0 %. Da es
dem Beschwerdeführer
demzufolge an ei
ner
für einen Rentenanspruch vorausgesetzten Invalidität von mindestens 40 % fehlt
, ist
sein
Anspruch auf eine Invalidenrente zu verneinen, womit die Be
schwer
de abzuweisen ist.
6
.
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige
rung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem
Verfah
rens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert innerhalb des gesetzlichen Rahmens (Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--) auf
Fr.
6
00.-- fest
zusetzen und de
m
unt
erlie
genden Beschwerde
führer
aufzuerlegen.