Decision ID: e666e8c1-7830-4a81-9b3d-20de4172671b
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1966,
gelernte Kinderkrankenschwester und Schwimm-Instruktorin (vgl. Urk. 6/3 Ziff. 5.2),
meldete sich am 25. Oktober 1993 unter Hinweis auf eine
Erkrankung an Multiple
r
Sklerose (MS)
erstmals bei der Invalidenversicherung zum Le
istungsbezug an (Urk. 6/3). Die
Sozialversiche
rungs
anstalt des Kantons Aargau, IV-Stelle,
sprach ihr mit Verfügung vom
27. Janu
ar 1998
bei einem Invaliditätsgrad von
60
% eine
halbe
Rente ab
Septem
ber 1997
zu (Urk.
6/
52
).
Am 24. Oktob
er 2000 (Urk. 6/64),
12.
Januar 2001 (Urk. 6/69)
und am
23. Septem
ber 2003 (Urk. 6/93/2-3)
wurde ein unveränderter
Rentenanspruch fest
gehalten
.
Ab Januar 2004 stand der Versicherten bei unverändertem Invaliditätsgrad von 60 % eine
Dreiviertelsrente
zu (vgl. Urk. 6/95).
Mit Verfügung vom
2. Juli
2009
wurde die bislang ausgerichtete Rente
ab 1. September 2009
eingestellt (Urk.
6/
132
).
Auf eine dagegen von der Versi
cher
ten erhobene Beschwerde trat das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil vom 9. Februar 2010 nicht ein (Urk. 6/140).
Am
11. Mai 20
16 meldete sich die Versicherte
erneut zum Leistungsbezug an (Urk. 6/154).
Die IV-Stelle gewährte Frühinterventionsmassnahmen in Form einer
Laufbahnberatung (
Urk. 6/192) und eines Computerk
urses (Urk. 6/208).
Am 24.
März 2017 gewährte die
nun zuständige
IV-Stelle
des Kantons Zürich
eine Kostengutsprache für einen Wiedereinsteigerkurs zur medizinischen Praxisassi
stentin (Urk. 6/226).
M
it
Verfügung vom
14. August 2017
sprach d
ie IV-Stelle der Versicherten
eine
befristete ganze Rente von November 2016 bis Januar 2017
zu
(Urk.
6/
237; Urk.
6/243
).
1.2
Am
7. Dezember 2017
meldete sich die die Versicherte erneut an und machte eine Verschlechterung geltend
(Urk. 6/257
, vgl. auch Urk. 6/260).
Mit
Vorbescheid
vom 20. März 2018 (Urk. 6/261)
stellte
die IV-Stelle
in Aussicht
, nicht auf das Leistungsbegehren einzutreten. Nach Einwänden der Versicherten (Urk. 6/262
, Urk. 6/266
)
klärte die IV-Stelle die medizinische und erwerbliche Situation der Versicherten ab und erliess am 19. November 2019 einen neuen Vorbescheid (Urk. 6/309). Nach Einwänden der Versicherten (Urk. 6/315)
wies sie das Leis
tungs
begehren mit Verfügung vom
28. April 2020 (Urk. 6/318 = Urk.
2) ab.
2.
Am
29. Mai 2020
erhob die Versicherte Beschwerde gegen die Verfügung vom
28. April 2020
(Urk. 2) und beantragte deren Aufhebung sowie
rückwirkend und für die Zukunft
die Zusprache einer
Rente
, eventuell die Rückweisung der Sache zur weiteren Abklärung
und Neubeurteilung an die IV-Stelle (Urk. 1 S.
2). Mit Beschwerdeantwort vom
6. Juli 2020 (Urk.
5) beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde, was der Beschwe
rdeführerin am 9. Juli 2020 mit
geteilt wurde (Urk.
7).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrech
ts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach Art. 87 Abs. 3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat.
Ergibt die Prüfung durch die Verwaltung, dass die Vorbringen der versicherten Person nicht glaubhaft sind, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der ver
sicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die fest
gestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Inva
lidi
tät zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich geblie
benem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachver
halts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung
bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche
auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
vergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswir
kungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Rechtsprechung zur Wiedererwägung und zur prozessualen Revision (BGE 133 V 108 E. 5.4
).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung (Urk. 2) damit,
die Fati
g
ue, die als Begründung für die eingeschränkte Arbeitsfähigkeit diene, sei im letzten Entscheid vom August 2017
bereits ausreichend gewürdigt worden
. Neue, die Arbeitsfähigkeit einschränkende medizinische Fakten würden nicht
vorgebracht. Die Meniskus-Operation und die
K
arpaltunnel-Operation zögen keine
länger dauernde Arbeitsunfähigkeit nach sich (S. 1 f.).
Aus diesem Grunde werde weiterhin auf die Angaben
,
die zur bis 31. Januar 2017
befristeten Rente
geführt hätten, abgestellt. Es sei weiterhin eine angepasste Tätigkeit zu 100 % zumutbar. Der IV-Grad betrage weiterhin 27 %.
Es
sei nicht von einer Verschlechterung
seit August 2017
auszugehen (S. 2).
2.2
Demgegenüber vertrat die Beschwerdeführerin den Standpunkt,
die Beschwerde
gegnerin sei ihrer Begründungspflicht nicht nachgekommen (S. 6
Rz
3). Es könne aus näher genannten Gründen (S.
5 ff.
Rz
3 ff.)
davon ausgegangen werden, dass die Verschlimmerung der Fatigue ein rentenmassgebliches Ausmass angenom
men habe (S. 8
Rz
6).
Es könne nicht mehr davon ausgegangen werden, dass sie in einer angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig sei (S. 9
Rz
8). Gemäss Be
obachtern sei
ein Pensum von maximal 40 % bei möglichst kurzem Arbeitsweg und Ruhezeiten machbar (S. 9
Rz
7).
Unbestritten sei, dass sie bei Gesundheit zu 100 % erwerbstätig
wäre
(S. 4
Rz
2).
2.3
Strittig und zu prüfen ist ein Rentenanspruch der Beschwerdeführerin und in diesem Zusammenhang die Frage, ob sich ihre Arbeitsfähigkeit seit Erlass der Ver
fügung vom
14. August 2017 (Urk. 6/237; Urk. 6/243
)
in anspruchsrelevanter Weise verändert hat (vgl. vorstehend E. 1.4).
3.
3.1
Im Zeitpunkt der letzten Verfügung vom 14
.
August
2017 (Urk. 6/237; Urk.
6/243
) stellte sich der medizinische Sachverhalt wie folgt dar
:
Dr. med.
Y._
, Fachärztin für
Neurologie
,
nannte
mit Bericht vom
26.
September 2011
(Urk. 6/174/24-25) folgende Diagnosen
(S. 1)
:
-
unklare Enzephalopathie
(1993 wurde eine MS im
Universitätsspital
Z._
,
diagnostiziert)
-
mittelgradige depressive Episode
-
Status nach Fundoplicatio 1998
-
Bulimie
(auch heute noch)
-
Schlafapnoe-Syndrom
Die Beschwerdeführerin klage zurzeit vor allem über eine unerträgliche Müdigkeit sowie Belastungsintoleranz
(S. 1)
. Im Vordergrund stehe zum heutigen Zeitpunkt
mit Sicherheit
die Bulimie respektive die mittelgradige Depression. Möglicher
weise bestehe auch ein Schlafapnoe-Syndrom, welches die Müdigkeit und den Sekundenschlaf mit erklären könnten. Die Beschwerdeführerin wirke total ge
stresst, sei auch nicht fähig gewesen, zwei Termine zu koordinieren. An der Diag
nose einer MS werd
e massiv gezweifelt. Die oligokl
onalen Banden sprächen aller
dings eher dafür, dies würde bedeuten, dass die Beschwerdeführerin eine absolut gutartig verlaufende Form der MS
hätte
. Die Müdigkeit sei aber mit Sicherheit nicht durch diese Krankheit erklärt
(S. 2)
.
Dr.
Y._
führte mit Bericht vom 14. Dezember 2011 (Urk. 6/174/22-23
)
aus,
das MRI des Schädels sei nicht typisch für das Vorliegen einer MS. Mög
l
icher
weise
habe
es sich im J
ahre 2003 um eine virale Myelitis
gehandelt
. Die Müdigkeit sei auf keinen Fall im Rahmen einer allfälligen
demyelinisierenden
Krankheit zu sehen, da keine
perikallosalen
Veränderungen sichtbar seien. Auf Grund der Schlaf-Anamnese sei denkbar, dass die Beschwerdeführer
in
einfach einen Schlaf
mangel habe oder aber
eine pathologische Schlafarchitektur. Im EEG sei kein Hinweis auf eine pathologische Müdigkeit vorhanden. Die Müdigkeit könnte also allenfalls auch im Rahmen einer depressiven Verstimmung interpretiert werden
(S. 2)
.
3.2
Dr. med.
A._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
,
Klinik B._
, berichtete am 13. April
2016 (
Urk. 6/166/7-9)
über eine Konsul
t
ation vom 13.
April
2016
,
und nannte als Diagnose einen
Status nach Schultergelenk
s
arthroskopie, freier Gelenkskörper
ent
fernung,
Knorpeldébridement
und
Mikrofakturing
Humeruskopf, subacro
mia
ler
Bursektomie
und
A
k
romioplastik
, AC-Gelenks-Teilresektion rechts vom 3.
November 2015 (S. 1). Bei nun doch sehr gutem Fortschritt der Beweglichkeit und Abnahme der Schmerzen werde die Beschwerdeführerin insgesamt auf einem guten Weg gesehen. Sie werde weiter engagiert die Physiotherapie und Eigen
übungen durchführen. Auch sportliche Betätigungen wie Velofahren oder Joggen seien nun bedenkenlos. Es werde der Beschwerdeführerin wie gewünscht eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert bis 15. Juli 2015 (richtig wohl 2016). Es sei ein Arbeitsversuch ab dem 9. Mai 2016 auf einer Basis von 20 % geplant. Ziel sei, dass die Beschwerdeführerin nach den Sommerferien wieder zu 100 % arbeitsfähig sei (S. 2).
3.3
Die Fachpersonen
der
Klinik für Neurologie,
Z._
, berichteten am
12.
Mai 2016 über eine
n
europsychologische Untersuchung
(Urk.
6/259/2-5
; Eingang bei der Beschwerdegegnerin am 7. Februar 2018, vgl. Aktenverzeichnis),
und nannten folgende, hier gekürzt aufgeführte Diagnosen (S. 1 f.):
-
schubförmig-remittierende Multiple Sklerose
,
E
rstmanifestation
(
E
M
)
19
87
;
Expanded
Disability Status
Scale
(EDSS) 2.0
-
Tagesschläfrigkeit und -müdigkeit
-
Bulimia
nervosa
-
Depression
-
Bruxismus
-
arterielle Hypertonie
Die Befunde seien gegenü
ber der Voruntersuchung vom 24.
Januar 2013 gebessert. Die vermeintlichen Gedächtnisstörungen,
welche
die Beschwerde
füh
rerin schildere, würden weiterhin eher im Rahmen einer ungenügenden Aufmerk
samkeitsallokation während der Informationsaufnahme interpretiert werden. Diese Störung der Aufmerksamkeitsallokation, welche dadurch entstehen könne, dass die Aufmerksamkeitsr
essourcen durch vorherrschende S
orgen absorbiert werden würden, lasse sich gut im Rahmen einer Depression sowie ermüdungs
bedingt erklären und sei nicht durch eine organische Hirnschädigung bedingt. Ein weitere
r
unspezifische
r
leistungsmindernde
r
Faktor
sei
die Schmerzsympto
matik. Die
Ätiologie der ausgeprägten Tagesschläfrigkeit bleibe aktuell noch unklar. Der durch die Depression bedingte Anteil sei derzeit nicht abgrenzbar zu jenem, der mit den Schlafstörungen oder der MS
-
Erkrankung assoziiert sei. Denk
bar
wäre
auch eine multifaktorielle Genese. Zur Minderung des Leidens
drucks werde die Fortsetzung der psychiatrisch/psychotherapeutischen Beglei
tung als dringend indiziert und vordergründig era
chtet (S. 3 f.).
3.4
Dr.
med.
C._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumato
logie des Bewegungsapparates
, erstattete am
19.
Mai 2016
ein vertrauensärzt
liches Gutachten zuhanden der BVK Personalvorsorge des Kantons Zürich
(Urk. 6/163)
und nannte folgende
Diagnosen
(S. 9 Ziff. 5.1)
:
-
Status nach Schultergelenkarthroskopie, freier Gelenkskörperentfernung,
Knorpeldébridement
und
Mikrofakturing
H
umeruskopf, subacromialer
Bursektomie
und
Acromioplastik
, AC-Gele
nks-Teilresektion rechts vom 3.
November 2015
-
progrediente, mittelschwere Kn
orpeldefekte am H
umeruskopf und lang
streckig degeneriertes Labrum sowie SLAP-Läsion und deutliche Bizeps
sehnen-
Tendinopathie
. Unauffällige
Rotatorenmanschette
. Normale
Rota
toren
manschetten-Muskulatur
ohne Verfettung oder
Muskeloedem
-
Multiple Sklerose (letzter Schub 1993)
-
ausgeprägte Fatig
ue mit chronischer Schlafstörung
-
Depression
-
gastrooesophagealer
Reflux
-
degenerative
Foraminalstenose
L5/S1
-
arterielle Hypertonie
Die Beschwerdeführerin habe am 19. Juli 2015 einen Sturz mit dem Fahrrad auf die rechte Schulter erlitten. Wegen den persistierenden Schulterbeschwerden sei
sie
in der
Klinik B._
am 3. November 2015
an der
rechte
n
Schulter operiert
worden. Anlässlich d
er letzten Konsultation an der
B._
vom 13. April
2016
(vgl. vorstehend E. 3.2
) habe man
einen
sehr guten Fortschritt der Beweg
lichkeit und eine Abnahme der Beschwerden festgestellt. Aufgrund der aktuellen Untersuchung finde sich jedoch eine deutliche Restsymptomatik mit entsprechen
dem klinischen Korrelat
,
und das neu durchgeführte MRI zeige ebenfalls eine progrediente, persistierende Schulterläsion (S. 8 Ziff. 5).
Die Beschwerdeführerin könne aufgrund ihrer deutlichen Beschwerden bei ent
sprechendem Korrelat zwischen Klinik und MRI-Befund im Moment als Schwimm
l
ehrerin keine Arbeitsfähigkeit erreichen (S. 9 unten).
S
ie
könnte im Prinzip eine
vollständige
Präsenzzeit erbringen. Aufgrund der eingeschränkten, schmerzhaf
ten
Schulter rechts sei ein Einsatz als Schwimmlehrerin im Moment nicht sinnvoll (S. 10
Mitte
). Sie könnte bei voller Präsenzzeit ein Teilzeitpensum als Rezeptio
nistin oder auch leichte Büroarbeit durchführen
(S. 10 unten)
.
3.5
Dr.
Y._
(vorstehend E.
3.1)
führte mit Bericht vom
20.
Juni
2016 (Urk. 6/174/1-5)
aus, zurzeit arbeite die Beschwerdeführerin als Schwimmlehrerin
in
ein
em
Pensum von 60 % seit Dezember 2009. Die aktuelle Arbeitsunfähigkeit beruhe auf einer Schulterproblematik, wozu keine genauen Angaben gemacht werden könnten (S. 2 Ziff. 1.6). Es bestehe eine ausgesprochene Müdigkeit res
pektive Ermüdbarkeit. Die Beschwerdeführerin brauche insgesamt zirka 12 Stun
den Schlaf pro Tag. Könne sie dies nicht einhalten
,
werde sie emotional labil, es komme zu Traurigkeit sowie auch Aggressivität (verbal). Sie habe bei Schlaf
mangel mehr Schwindel, auch die Gefühlsstörungen würden zunehmen. Aus neurologischer Sicht sei die bisherige Tätigkeit noch zu 60 % zumutbar (Ziff. 1.7).
3.6
Dr. med.
D._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, nannte mit Bericht vom 8.
August 2016 (Urk. 6/181)
als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ei
n Schultertrauma rechts vom 17.
Mai 2015. Zudem nannte er folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(Ziff. 1.1)
:
-
chronisches
Impingement
-Syndrom Schulter links
-
chronische Schlafstörung
-
degenerative
Foraminalstenosen
L5/S1 beidseits bei starker
Osteochon
drose
und leichter
Disk
usprotrusion
-
sc
hubförmige Multiple Skle
rose (
EM
1987);
EDSS
2.0,
Z._
Dr.
D._
führt
e
aus, er behandle die Beschwerdeführerin seit 2010 (Ziff. 1.2) und verw
ies
im Übrigen auf die
Berichte der
Klinik B._
(Ziff. 1.4 ff.).
3.7
Die Ärzte der Universitätsklinik
E._
nannten mit Bericht vom
8.
August 2016 (Urk. 6/183 = Urk. 6/188)
als Diagnose eine Omarthrose rechts
(S. 1)
. Die Be
schwerdeführerin habe sich zur Zweitmeinung vorgestellt. Letztlich habe die
49-jährige Beschwerdeführerin leider schon eine relativ fortgeschrittene Arthrose mit
osteophytären
Anbauten
anteroinferior
und einem grossen Knorpeldefekt am Humeruskopf zentral. Postoperativ habe sich nach der Schulterarthroskopie eine mässiggradige
Frozen
Shoulder
entwickelt, die aktuell rückläufig sei. Es sei gut möglich, dass die Beschwerdeführerin im Verlauf eine Schulterprothese benötigen werde, aktuell bestehe jedoch keine Verbesserungsmöglichkeit oder
–
notwendig
keit
durch chirurgische Massnahmen. Die Beschwerdeführerin solle weiterhin schmerzadaptiert belasten und die Beweglichkeit mit Hilfe der Physiotherapie weiter steigern.
Es sei
ihr
empfohlen worden über eine Umschulung nachzu
denken, da langfristig von einer Verschlechterung der Situation auszugehen sei (S. 2).
3.
8
Dr.
A._
(vorstehend E. 3.
2
) führte mit Bericht vom
29. August 2016 (Urk. 6/187)
aus,
bei weiterhin sehr schönem Erfolg werde
die Physiotherapie weiter fortge
setzt.
Eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit
werde bis 23.
Oktober 2016 attestiert. Dann sei ein Arbeitsversuch als Schwimmlehrerin mit Unterstützung durch einen Kollegen geplant. Mittelfristig sei die Überlegung eine
r
Umschulung in einen nicht schulterbelastenden Beruf sicherlich zu unterstützen (S. 1 f.).
3.
9
Dr.
med.
F._
, Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, führte mit Bericht vom
6.
Dezember 2016 (Urk.
6/203)
aus, sie behandle die Beschwerdeführerin seit 2010
(Ziff. 1.2)
,
und nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
-
MS s
chubförmiger Verlauf, Erstmanifestation 1987
-
Arthrose beider Schultern
-
chronische Fatigue und Tagesschläfrigkeit
-
reaktive Depression (ICD-10 F32)
Zudem nannte sie als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine
Bulimia
nervosa, chronifiziert sei
t
30 Jahren, aktuell in grösseren Abständen (ICD-10 F50.2
; Ziff. 1.1). Die Beschwerdeführerin sei seit Dezember 2009 in einem Pensum von 60 % als Schwimmlehrerin tätig. Seit November 2015 sei sie
wegen Schulterproblemen
vollständig arbeitsunfähig (Ziff. 1.6). Aufgrund der MS be
stehe eine erhöhte E
rmüdbarkeit und Schläfrigkeit. V
erschiede Erkrankungen des Bewegungsapparates,
speziell
d
i
e Arthrose beider Schultern
,
verunmöglichten den weiteren Einsatz als Schwimmlehrerin. Die Beschwerdeführerin zeige zudem eine sehr unsichere Verhaltensweise und sei rasch überfordert.
S
ie ermüde rasch, habe
Schwierigkeiten
,
Entscheidungen zu treffen, sich durchzusetzen. Am ehesten sei eine Tätigkeit als medizinische Praxisassistentin
(MPA)
zu zirka 50 % vorstell
bar. Sie sei ausgebildete Kinderkrankenschwester und habe eine Zusatzaus
bil
dung auf kaufmännischem Gebiet. Sie sei schon früher als
MPA tätig gewesen (Ziff. 1.7).
3.10
Dr. med.
G._
,
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumato
logie des Bewegungsapparates,
Zen
trum
H._
, erstattete am 1.
März 2017
ein Gutachten
zuhanden der BVK Personalvorsorge des Kantons Zürich
(Urk. 6/218) und nannte als
Diagnosen mit Auswir
kungen auf die Arbeits
fähigkeit eine
Omarthrose beidseits, rechts mehr als links
(S. 11 Ziff. 5.1). Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er rezidivierende Wirbelsäulenblockaden bei Spondylose und Spondylarthrose der Wirbelsäule (S. 11 Ziff. 5.2).
In
der Untersuchung
sei kein
vermehrte
r
Reizzustand, insbeson
dere in der rechten Schulter,
festgestellt worden
. Somit habe er der Be
schwer
deführerin empfohlen, in der Freizeit Schwimmen zu gehen. Diese Versuche seien jedoch gescheitert. Die Beschwerdeführerin habe
mitgeteilt, dass sie nach diesen Versuchen vermehrt Beschwerden bekommen habe, sodass sie auf bisher nicht eingenommene Schmerzmittel habe zurück
g
reifen müssen.
Es handle sich um eine Erkrankung beider Schultern, zwar sei im Bereich der rechten Schulter eine stärkere Arthrose vorhanden als auf der linken Seite, nichts desto trotz seien beide Schultergelenke arthrotisch verändert. In ihrer Tätigkeit als Schwimmlehrerin sei die Beschwerdeführerin angewiesen, repetitive Bewegungen in beiden Schultern durchzuführen, auch mit einem gewissen Widerstand gegen Wasser. Aufgrund der beklagten Beschwerden, was auch plausibel sei, sei diese Tätigkeit der Be
schwerdeführerin nicht mehr zumutbar. Es sei nicht damit zu rechnen, dass der Zustand der beiden Schultern sich in absehbarer Zeit so bessern werde, dass die arthrotische Veränderungen sich zurückbilden könnten. Somit sei die Beschwer
deführerin für ihre bisherige Tätigkeit als Schwimmlehrerin zu 100 % berufsun
fähig
(S. 12)
.
S
ie sei in der Lage, Tätigkeiten, die ohne Überkopfarbeiten und auch ohne repetitiven Bewegungen in beiden Schultern auszuführen seien, vollum
fänglich durchzuführen. Diese Tätigkeiten seien ab dem Tag der erfolgten Unter
suchung umsetzbar (S. 13).
3.11
Dr. med.
I._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie des Bewegungsapparates
,
Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD),
führte mit Stellungnahme vom 18. April 2017 (Urk. 6/232
S. 4 f.)
aus, in der bisherigen Tätigkeit als Schwimmlehrerin bestehe seit Juli 2015 (Sturz auf die rechte Schulter) auf Dauer eine vollständige Arbeitsunfäh
igkeit. Von Juli 2015 bis am 4.
Januar 2017 habe in einer angepassten Tätigkeit eine vollständige Arbeitsun
fähigkeit bestanden. Seit
dem
5. Januar 2017 (Dr.
G._
) bestehe eine voll
ständige Arbeitsfähigkeit in ei
ner angepassten Tätigkeit (S. 5). Zum Belastungs
profil wurde folgendes festgehalten: Körperlich leichte Tätigkeit, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne die Schultern belastende Zwangshaltungen und Tätigkeiten (längeres Arbeiten in weiter Armvorhalte, repetitive Rotationsbewe
gungen, repetitive und/oder andauernde Haltearbeit, manuell fordernde Tätig
keiten, Überkopfarbeiten, repetitives Stossen und Ziehen (S. 4 f.)
.
3.12
Gestützt auf diese Aktenlage ging die Beschwerdegegnerin von einer voll
ständigen Arbeitsunfähigkeit in der angestammten und einer angepassten Tätig
keit
bis am 4. Januar 2017
aus.
Ab dem 5. Januar 2017
erachtete sie eine voll
ständige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit als zumutbar.
In Folge dessen sprach sie
der
Beschwerdeführerin
mit Verfügung vom 14. August 2017 eine befristete ganze Rente von November 2016 bis Januar 2017 zu (Urk. 6/237; Urk. 6/243). Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
4.
4.1
Im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom
28. April 2020
(Urk. 2) lagen im Wesentlichen die folgenden Berichte vor:
Dr.
Y._
(vorstehend E. 3.1) führte mit Bericht vom 7.
Dezember 2017 (Urk. 6/257) aus,
aufgrund diverse
r
Komorbiditäten scheine
eine Arbeitsfähigkeit
nicht gegeben zu sein. Ein Anstellungsverhältnis von
60 % sei vor kurzem
wegen
fehlerhaften Leistungen, Unkonzentriertheit und Vergesslichkeit
gekündigt wor
den
.
Dr.
Y._
führte
mit Bericht vom 22. Januar 2018 (Urk. 6/259) aus,
bei der Beschwerdeführerin bestehe eine ungünstige Komorbidität von einer MS, schub
förmig remittierend, einer Bulimie (Impulskontrollstörung) und einer abhängigen Persönlichkeitsstörung.
Neuropsychologisch seien leichte bis mittelschwere Min
derleistungen in den
attentionalen
Funktionen sowie auch im Arbeitsgedächtnis festgestellt worden.
Betreffend der MS bestünden nicht viele motorische Dysfunk
tionen, dafür eine ausgeprägte Fatigue,
dies
seit 1993. Es
habe sich soeben ge
zeigt, dass die Beschwerdeführerin nicht in der Lage sei
,
auf dem ersten Arbeits
markt zu bestehen. Ihr sei vom Arbeitgeber kurz nach der Probezeit gekündigt worden. Es ziehe sich durch die ganze Krankengeschichte durch, dass die Be
schwerdeführerin unter zu starker Arbeitsbelastung zusammenbreche, die Stelle kündige oder entlassen werde.
4.2
Med.
pract
.
J._
, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
RAD
, führte mit Stellungnahme vom 24.
Februar 2018 (Urk. 6/267 S.
2)
aus,
da die MS schubförmig verlaufe, sei eine Verschlechterung im Rahmen eines erneuten Schubs durchaus möglich, wenn auch nicht sehr wahrscheinlich. Nach Aktenlage sei seit 1993 keine Aktivität mehr beobachtet worden. Einen erneuten Schub habe auch Dr.
Y._
nicht erwähnt. Als neue Information enthalte der Bericht von Dr.
Y._
eine neu
ropsychologische Untersuchung vom 12. Mai 2016, wo festgehalten werde, die im Vordergrund der Beschwerden stehende
körperliche
und geistige Müdigkeit
bestünde unverändert seit Jahren. Psychosoziale Belastungen bestünden auf
grund
der seit sieben Jahren hängigen Ehescheidung und Partnerschaftsproblemen. Im Befund werde eine Besserung gegenüber 2013 beschrieben. Die gefundenen Defizite habe das
Z._
im Rahmen der Belastung durch Scheidung und die Aus
einandersetzung mit der Erkenntnis interpretiert, dass der Ex-Partner pädophile Neigungen gehabt habe mit
der damit verbundenen Sorge um die Kinder. Eine
organische Hirnschädigung sei nicht vermutet worden.
D
ie Tätigkeit als Schwimm
l
ehrer
i
n
sei
schon im April 2017 vom RAD als nicht geeignet beurteilt worden. Daher sei das Scheitern einer
dauerhaften Anstellung in diesem Bereich nicht
ungewöhnlich. Z
usammenfassend liege kein neuer medizinischer Sachverhalt vor
.
4.3
Die Fachpersonen der
Klinik
K._
nannten
mit neuro
psycho
logischem Unter
suchungsbericht vom 27.
Juni 2018 (Urk. 6/271/8-12)
als neuropsychologische Diagnose leicht
-
bis
mittelgradige Beeinträchtigungen
attentionaler
Funktionen mit reduziertem Antrieb und leichten exekutiven Schwächen (ICD-10 F07.8
; S. 2
). Die Beschwerdeführerin verfüge über ein durchschnittliches allgemeines kogni
tives Leistungsvermögen mit vergleichbaren Leistungen bei sprachlichen und handlungsbetonten, visuell-logischen Anforderungen. Insgesamt habe sich ein Leistungsprofil mit überwiegend gut durchschnittlichen bis überdurchschnitt
lichen Leistungen gezeigt. Der unterdurchschnittliche Indexwert zur Arbeitsge
schwindigkeit verweise auf ein partiell verlangsamtes Arbeitstempo (S. 4).
Auf
grund der
attentionalen
und exekutiven Beeinträchtigungen sowie der vermin
derten Belastbarkeit durch die Fatigue und die erhöhte Tagesschläfrigkeit sei von quantitativen und qualitativen Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit auszu
ge
hen. Aufgrund der vorliegenden Befunde sei die Leistungsfähigkeit in ange
stammter als auch in angepasster Tätigkeit um 50 % gemindert. Angestrebt wer
den sollte ein Pensum, bei dem genügend Erholungszeiten möglich seien, damit dieses langfristig beibehalten werden könne
(S. 5)
.
4.
4
Dr.
Y._
(vorstehend E. 3.1)
führte mit Bericht vom
27.
August
2018 (Urk. 6/271/1-7)
aus, sie behandle die Beschwerdeführerin bei Bedarf, zirka ein Mal pro Jahr (Ziff. 1.2)
,
und nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 2.5):
-
MS, Fatigue im Vordergrund
-
Schulterprobleme, deshalb könne die Beschwerdeführerin nicht mehr als Schwimmlehrerin arbeiten
-
Depression
Sie habe die Beschwerdeführerin nie arbeitsunfähig geschrieben (Ziff. 1.3).
Unter Prognose zur Arbeitsfähigkeit hielt Dr.
Y._
, unter Verweis auf den Bericht der Neuropsychologie
K._
vom 27. Juni 2018, fest, ein Pensum von 50 % sei denkbar (Ziff. 2.7). Zurzeit arbeite die Beschwerdeführerin als medizinische Praxisassistentin in einem Pensum von 40 % in einer Hausarztpraxis in einem guten und unterstützenden Team (Ziff. 3.1). Als Funktionseinschränkung nannte sie Ermüdbarkeit und verwies ansonsten auf den Bericht der Neuropsychologie
K._
vom 27. Juni 2018 (Ziff. 3.4). Die bisherige Tätigkeit sei idealerweise vier Stunden pro Tag zumutbar (Ziff. 4.1).
4
bis 4
1⁄2
Stunden pro Tag sei eine leidens
angepasste Tätigkeit zumutbar (Ziff. 4.2).
4.5
Dr.
F._
(vorstehend E. 3.9) führte mit
Bericht vom 29.
August 2018 (Urk. 6/272)
aus,
sie behandle die Beschwerdeführerin alle drei Wochen mit ferienbedingten grösseren Abständen (Ziff. 1.2), und nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 2.5):
-
MS
-
Frozen
Shoulder
nach Unfall 2015
Zudem nannte sie folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 2.6):
-
Bulimia
nervosa, chronifiziert sei 30 Jahren, aktuell stark gebessert (ICD-10
F50.2)
-
histrionische Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.4)
-
rezidivierende depressive Episoden (ICD-10 F33)
Im Vordergrund der letzten Jahre stünden verschiedene körperliche Probleme: Schulterarthrose nach Unfall, was zur Unfähigkeit
,
als Schwimmlehrerin zu
arbeiten
,
geführt habe, häufige Blasenentzündungen. Von Seiten der seit 30 Jahren bestehenden Bulimie zeige sich eine wesentliche Verbesserung mit nur noch seltenen Ess-Brech-Anfällen. Ein sich über Jahre hinziehender Scheidungs
kampf führe immer wieder zu depressiven Episoden, wobei die Reaktionen auf
dem Hintergrund einer Persönlichkeitsstörung (abhängige Persönlichkeits
stö
rung)
zu sehen seien.
Eine
e
ingeschränkte Konzentrations- und Aufmerksamkeits
spanne
und
Einschränkungen der Gedächtnisleistung fielen zunehmend ins Gewicht, ebenso die schon länger bekannte Fatigue (MS-bedingt) mit Tagesschläfrigkeit
(Ziff. 2.1).
Zu
r
aktuelle
n
medizinische
n
Symptomatik und Situation verwies Dr.
F._
auf die neuropsychologische Abklärung vom 27.
Juni
2018 (Ziff. 2.2).
Zur
Prognose
betreffend
Arbeitsfähigkeit führt
e sie aus
, diese betrage 50 % gemäss Einschätzung der Klinik
L._
(Ziff. 2.7). Seit dem 1. Juli 2018 übe die Beschwerdeführerin eine Tätigkeit als MPA in einem
Pensum
von 50 % aus (Ziff. 3.1).
Als
Funktionseinschränkungen
nannte sie
eine Tagesmüdig
keit
und
Stressintoleranz. Im Übrigen
verwies
sie
auf den Bericht der
Klinik
L._
vom 26. Juni 2018 (Ziff. 3.4). Die bisherige Tätigkeit sei zirka vier bis fünf Stunden pro Tag zumutbar (Ziff. 4.1). Eine angepasste Tätigkeit sei vier bis fünf Stunden pro Tag zumutbar (Ziff. 4.2).
4.
6
Dr.
D._
(vorstehend E. 3.6) nannte mit Bericht vom
6.
Oktober
2018 (Urk. 6/278)
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 2.
5):
-
chronisches
Impingement
-Syndrom Schulter beidseits, Erstdiagnose 2015
-
MS, Erstmanifestation 1987
-
chronisches Fatigue-Syndrom, neurourologische Funktionsstörung
-
chronische Schlafstörung
-
degenerative
Foraminalstenosen
L
5/S1 bei
Osteochondrose
und
Disk
us
protrusion
Seit längerem sei für die Tätigkeit als Schwimmlehrerin eine 1
00%ige und für diejenige als MPA
eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (Ziff. 1.3). Die klinische Situation und die allgemeine Belastbarkeit habe sich in den letzten zirka fünf Jahren deutlich verschlechtert (Ziff. 2.1).
Die Schultern insgesamt seien unverändert in den letzten drei Jahren, es gehe nicht zum Schwimmen, aber es bestünden auch teils Nachtschmerzen beim Draufliegen. Tätigkeit
en
über Kopf gingen nicht, auch nicht vom Körper entfernt. Die Hand schlafe seit einiger Zeit ein, auch beim Velofahren und nachts, bei bekanntem
K
arpaltunnelsyndrom (CTS). MS
-
assoziiert sei die Beschwerdeführerin in der Kinderarztpraxis entlassen worden wegen mangelnder Geschwindigkeit und Konzentrationsstörungen. Es bestehe eine rasche Ermüdbarkeit. Wegen leichte
r
Blasenfunktionsstörungen und rezidivierendem Harnwegsinfekt (HWI) sei eine neurologische Abklärung in
E._
erfolgt. Aktuell bestehe auch wieder stärkere Lumbago (Ziff. 2.2).
Zu den
objektive
n
Befunde
n
(Ziff. 2.4) machte er keine Angaben.
Da die Beschwerde
führerin wegen ihrer Schultern mit der Tätigkeit als Schwimmlehrerin definitiv habe aufhören müssen, sei sie nun mehr schlecht als recht als MPA tätig, aktuell in einer Hausarztpraxis (Ziff. 3.1). Es bestehe kognitiv eine ungenügend rasche Informationsverarbeitung mit entsprechender hoher Fehleranfälligkeit (Ziff. 3.4). 4 Stunden pro Tag
sei die bisherige Tätigkeit zumutbar, aber nur in einer ruhigen Facharztpraxis mit möglichst wenig Notfallkonsultationen (Ziff. 4.1). Die Prog
nose zur Eingliederung sei insgesamt ungünstig (Ziff. 4.3).
4.
7
Dr.
M._
, Fachärztin für
Allgemeine Innere Medizin
, führte mit Bericht vom 11.
Oktober 2018 (Urk. 6/279)
aus, sie behandle die Be
schwerdeführerin seit 2013 (Ziff. 1.1), gegenwärtig zirka alle vier bis sec
hs Wochen, je nach somatischen P
roblemen, und nannte folgende, hier gekürzt auf
geführte
Diagnosen (Ziff. 2.5):
-
MS, Erstdiagnose 2011, Erstmanifestation 1987
-
Omarthrose und
Frozen
Shoulder
nach Unfall 2015
Vom 1. Juni bis 31. Dezember 2018
sei
eine 60%ige Arbeitsunfähigkeit als MPA attestiert
worden
(Ziff. 1.3). Die Beschwerdeführerin sei aus somatischer Sicht stabil. Die arterielle Hypertonie sei gut eingestellt, die urodynamischen-neurolo
gischen Abklärungen liefen noch. Die Schulterarthrose mache stabil Probleme, was zur Arbeitsunfähigkeit als Schwimmlehrerin geführ
t habe und sich nicht verbesser
n werde. Von Seiten der psychiatrischen Situati
o
n scheine die Situation auch relativ stabil. Im Vordergrund stünden weiterhin die ausgeprägte Müdig
keit/Fatigue, die Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörung und die vermin
derte Gedächtnisleistung. Letzter
e
s sei im Bericht
der neuropsychologischen Abklärung
bestätigt. Die Beschwerdeführerin sei bei ihrer Arbeit als MPA dadurch natürlich eingeschränkt (Ziff. 2.2).
Zu den
objektive
n
Befunde
n
(Ziff. 2.4)
machte sie
keine
Angaben.
Zu
r
Prognose
betreffend
Arbeitsfähigkeit führte Dr.
M._
aus, es scheine eine Arbeitsfähigkeit von 40 bis maximal 50 % realistisch zu sein (Ziff. 2.7). Die Beschwerdeführerin sei gegenwärtig als MPA in einem Pensum von 40 % tätig (Ziff. 3.1
). Sie sei noch in der Probezeit
, wobei es bereits zu vielen Situationen mit Überforderung gekommen sei. Von Seiten der Arbeitsstelle
würden
ihr langsames Arbeitstempo und die fehlende Belastbarkeit
bemängelt
. Der Verlust der Stelle drohe (Ziff. 3.2). Die bisherige und eine ange
passte Tätigkeit seien vier bis fünf Stunden zumutbar (Ziff. 4.1 f.).
4.8
Dr.
I._
, RAD (vorstehend E. 3.11),
f
ührte mit Stellungnahme vom 12.
Dezem
ber 2018 (Urk. 6/311 S. 4
)
aus, den Arztberichten von Dr.
M._
, Dr.
D._
,
Dr.
F._
, Dr.
Y._
und Prof Dr.
N._
, Klinik
K._
,
sei gemeinsam, dass wegen deutlicher Fatigue nun eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % attestiert werde. Insofern könne davon ausgegangen werden, dass sich die Fatigue verschlechtert habe. Auf das Gesuch sollte eingetreten werden.
4.9
Dr.
M._
(vorstehend E. 4.7)
führte mit Bericht vom
11. März 2019 (Urk. 6/290)
aus, die Einschränkungen auf Grund der MS mit Fatigue im Sinne der verminderten Belastbarkeit, reduzierter Konzentrationsfähigkeit und ausgesprochen rascher Ermüdbarkeit seien unverändert. Aktuell bestünden noch Schmerzen unter Belastung im Bereich des operierten Handgelenkes bei
K
arpal
tunnelsyndrom rechts, welche innerhalb der nächsten vier Monate vorbei sein sollten (Ziff. 2). Es bestehe weiterhin eine Arbeitsfähigkeit von drei bis vier Stunden pro Tag als MPA, allerdings nur in sehr ruhigem Umfeld ohne Notfall
medizin oder andere angepasste leichte körperliche Arbeit ohne anspruchsvolle komplexe Arbeitsabläufe
. Die Leistungsfähigkeit werde um 50 % vermindert eingeschätzt (Ziff. 3). Die Prognose sei unklar, es könne nicht davon ausgegangen werden, dass sich die Situation verbessere. Die Arbeitsfähigkeit könne durch medizinische Massnahmen nicht verbessert werden (Ziff. 4).
4.10
Dr.
A._
,
Klinik B._
(vorstehend E.
3.2), führte mit Bericht vom
22. März 2019 (Urk. 6/297)
aus, er habe die Beschwerdeführerin heute erstmals seit Ende 2016 erneut in der Spezialsprechstunde gesehen. Grund hierfür seien beidseitig wechselnd aktuell eher linksdominante Schulterschmerzen (S. 1). Bilanzierend könne heute festgehalten werden, dass die Arthrose in beiden Schultern fort
schreite. Aktuell sei die linke Seite beschwerdeführend. Operative Massnahmen würden sich weder links noch rechts anbieten. Die Zeit müsse nun im Rahmen einer konsultativen Schmerztherapie überbrückt werden.
I
n
der Vergangenheit
habe sich
die Durchführung einer intraartikulären Steroidinfiltration mit gleich
zeitiger
Viscosupplementation
bereits
als e
rfolgreich
erwiesen. Auf Wunsch der Beschwerdeführerin werde sie für eine solche Infiltration linksseits nun angemel
det (S. 2).
4.11
Dr.
I._
,
RAD
(vorstehend E. 3.11), führte mit Stellungnahme vom
26. April 2019 (Urk. 6/311 S. 5 f.)
aus, die den Arztberichten zugrundeliegenden Befunde seien dürftig. Eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % sei nicht nachvollziehbar. Es
lägen
erhebliche psychosozia
le Belastungsfaktoren vor
.
Die allen Berichten zu entnehmende Fatigue, die als Begründung für die eingeschränkte Arbeitsfähigkeit diene, sei bereits ausreichend gewürdigt worden, zuletzt in der RAD-Stellung
nahme vom 24. Februar 2018 (vgl. vorstehend E. 4.2). Neue, die Arbeitsfähigkeit einschränkende medizinische Fakten, würden nicht vorgebracht. Die Meniskus-Operation 2017 und die
K
arpaltunnel-Operation zögen keine länger dauernde Arbeitsunfähigkeit nach sich. Insgesamt würden also keine neuen medizinischen Sachverhalte vorgebracht, die zu einer anderen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit führen könnten (S. 6).
4.
12
Dr.
Y._
(vorstehend E. 3.1) führte mit Bericht vom
20.
Dezember 2019 (Urk.
6/314)
aus, der Gesundheitszustand beziehungsweise die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin habe sich seit dem 5.
Januar 2017 beziehungsweise 14.
August 2017 hinsichtlich der MS/Fatigue verschlechtert.
Die Punktzahl von Fatigue-spezifischen Tests habe
2013, 2015 und 2016
einer
schwere
n
Fatigue entsprochen.
Am 16.
Dezember 2019 habe das Testergebnis nochmals einer deut
lichen Verschlechterung entsprochen. Eine Gesamtschau der neuropsychologi
schen Untersuchung zur Beurteilung der Fatigue sei unfair. Es sei eine spezifische Müdigkeit, die auf die Einwirkung von immunologischen Faktoren auf den Hirn
stamm begründet werde. Diese verlaufe nicht in Schüben, habe also nichts mit einem vorhandenen oder nicht-vorhandenen schubförmigen Verlauf der Grund
er
krankung zu tun. Die Tagesschläfrigkeit werde auch v
on der Schlafmedizin bestätigt. Ein allenfalls zweiter, jedoch nicht quantifizierbarer Hinweis auf eine pathologische Ermüdbarkeit finde sich im Bericht der Klinik
K._
, wo beschrie
ben werde, dass bei
einem computergestützten Verfahren zur Aufmerksam
keits
überprüfung
die Beschwerdeführerin
im ersten Durchgang durchschnittlich schnell
und stabil auf einfache visuelle Reize reagiert habe. Im letzten Durchgang habe sich jedoch eine mittelgradige Verlangsamung gezeigt. Alle anderen Tests seien nicht geeignet, eine Fatigue darzustellen, widersprächen einer solchen Diagnose aber keinesfalls. In erster Linie müsse man sich fragen, ob die Beschwerdeführerin im Alltag funktioniere. Hierzu gebe es den Fragebogen zur Beurteilung, zum Beispiel den Mini-ICF-App Fragebogen. Wichtig erscheine auch das Dokument des Praxis-Check
s
der Arbeitsintegration
vom 1.
bis 26.
April 2019, wo man praktisch beobachtet habe, wie belastbar die Beschwerdeführerin sei (vgl.
Urk. 6/291). Das in diesem Bericht
B
eschriebene zeige sich
auch im nicht Bestehen der Probezeit in einer Kinderarztpraxis
und
in der Begründung des Kündi
gungs
schreibens. Insgesamt sei bereits 2009 von der IV-Stelle eine krasse Fehlentschei
dung gefällt worden, als man die Beschwerdeführerin als vollständig arbeitsfähig eingeschätzt habe
(S. 2
).
4.13
Dr.
I._
, RAD (vorstehend E.
3.11
),
führte bezugnehmend auf den Bericht von Dr.
Y._
vom 20. Dezember 2019 (vorstehend E. 4.12) aus, da die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei neurologischer Grunderkrankung strittig sei, sollte die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch einen N
eurologen erfolgen (Urk. 6/317 S. 1
).
PD Dr. med.
O._
, Facharzt für
Neurologie,
RAD, führte mit Stellung
nahme vom
9. April 2020 (Urk. 6/317 S.
2)
aus, die behandelnde Neurologin Dr.
Y._
gehe von einer Verschlechterung seit Januar beziehungsweise August 2017 aus, und zwar der Fatigue, für die sie in einer entsprechenden Selbs
tbeur
teilungsskala Werte von 78 %
für 2015 auf 91 % für zuletzt nenne. Der Cut-off dieser Skala sei für eine schwere Fatigue bei 63 %, sodass sich für beide be
richteten Zeitpunkte eine Fatigue tief im Bereich «schwer» ergebe. Dies bedeute aber auch, dass damit keine namhafte Verschlechterung dok
umentiert sei, son
dern eine sei
t
2015 als hochgradig bewertete Fatigue. Weitere medizinische Tat
sachen würden für den Zeitraum
seit April 2019 nicht vorgelegt werden, sodass eine formale Verschlechterung des Gesundheitszustands nicht als dokumentiert ausgewiesen bestätigt werden könne.
4.14
Nach Erlass der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 28. April 2020 ergin
gen weitere Arztberichte.
Für die richterliche Beurteilung eines Falles sind grundsätzlich die tatsächlichen Verhältnisse zur Zeit des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens massgebend. Tatsachen, die sich erst später verwirklichen, sind jedoch insoweit zu berück
sichtigen, als sie mit dem Streitgegenstand in engem Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des
Entscheiderlasses
zu beein
flussen (BGE 121 V 362 E. 1b; 99 V 98).
Diese Voraussetzungen sind hinsichtlich der
im Rahmen des Beschwerde
ver
fah
rens eingereichten Berichte erfüllt, weshalb diese vorliegend berücksichtigt wer
den können.
Med.
pract
.
P._
, Facharzt für Neurologie und für Psychiatrie und Psychotherapie
,
Klinik
K._
,
nannte mit Bericht vom
19. Mai 2020 (Urk.
3/4)
als schlafmedizinische Diagnose eine leichte Schlafapnoe mit Tagesmüdig
keit/
Tagesschläfrigkeit. In der nächtlichen Polygraphie, die mit Nachtschlaf-EEG durchgeführt worden sei, habe sich eine leichte Schlafapnoe mit Apnoe-/Hypop
noe-Index 11 (Norm bis 5) gezeigt. Das EEG habe diskrete Verlangsamungsherde links und rechts temporal
und k
eine epilepsietypischen Potentiale
gezeigt
. Bei der vorliegenden Konstellation, insbesondere mit erheblicher Tagesmüdigkeit und Schläfrigkeit
,
sei eine probatorische CPAP-Therapie zu empfehlen.
4.15
Dr.
Y._
führte mit Bericht vom
22. Mai 2020 (Urk.
3/3
/1
)
aus, die Beschwer
degegnerin gehe immer nur von Zahlen aus, nun ab
er berufe sie sich auf eine arbi
träre Einteilung von leicht, mittelschwer und schwer, wobei natürlich selbst
verständlich für diese Beurteilung ein Cut-Off Wert gemacht werden müsse. Ob nun aber ein Reifen platt oder platter sei, komme tatsächlich darauf an. Wenn man auf den Felgen fahre, sei die Sicherheit des Fahrens definitiv nicht mehr gegeben, welche bei einem noch nicht ganz luftleeren Reifen je nach Zustand der Strasse durchaus noch machbar sei. Somit sei es müssig zu diskutieren, ob es einen Unterschied mache, ob man 78 Punkte oder 91 Punkte erreiche. In der Medizin werde eine Differenz von 10 % als signifikant eingestuft. Dies sei offen
bar bei der Bes
chwerdegegnerin nicht der Fall.
5.
5.1
D
ie Beschwerdeführerin
litt
nach einem Fahrradsturz
im Jul
i 2015
an
persi
stie
renden Schulterbeschwerden
und
wurde
im
November 2015 an der
rechten Schulter operiert (vorstehend E. 3.2, 3.4).
Der RAD kam zum Schluss
(vorstehend E. 3.11)
,
in der bisherigen Tätigkeit als Schwimmlehrerin bestehe seit Juli 2015 (Sturz auf die rechte Schulter) auf Dauer eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Von Juli 2015 bis am 4. Januar 2017 habe in einer angepassten Tätigkeit eine vollständige Arbeit
sunfähigkeit bestanden. Seit 5.
Januar 2017 (Dr.
G._
) bestehe eine vollständige Arbeitsfähigkeit in ei
ner angepassten Tätigkeit
.
Das
Belastungsprofil
einer angepassten Tätigkeit
wurde
wie folgt definiert
: Körperlich leichte Tätigkeit, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne die Schultern belastende Zwangshaltungen und Tätigkeiten (längeres Arbeiten in weiter Arm
vorhalte, repetitive Rotationsbewegungen, repetitive und/oder andauernde Halte
arbeit,
manuell fordernde Tätigkeiten, Überkopfarbeiten, repetitives Stossen und Ziehen
)
.
Gestützt auf
die Beurteilung des RAD-Arztes
ging die
Beschwerde
geg
nerin
bis am 5.
Januar 2017 von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit in der angestammten
Tätigkeit als
Schwimmlehrerin
und einer angepassten Tätigkeit aus. Danach erachtete sie eine vollständige Arbeitsfähigkeit in einer ang
epassten Tätigkeit als zumutbar (vorstehend E. 3.12
).
Bei der Anspruchsprüfung
durch die Beschwerdegegnerin
im August 2017
stand
demnach die Beurteilung durch Dr.
G._
, welcher über einen Facharzttitel
für Orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie des Bewegungsapparates verfügt, im Vordergrund, und
der
in diagnostischer Hinsicht
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einzig
eine
Omarthrose beidseits, rechts mehr als links
,
nannte
(vorstehend E. 3.10
).
Zudem nannte
Dr.
G._
als Diagnosen
ohne Aus
wir
kung auf die Arbeitsfähigkeit
rezidivierende Wirbelsäulenblockaden bei Spondy
lose und Spondylarthrose der Wirbelsäule
.
Gemäss den medizinischen Akten, welche der Verfügung vom 14. August 2017 zugrunde lagen,
wurde
n des weiteren
degenerative
Foraminalstenosen
L5/S1
(vorstehend E.
3.4, E. 3.6
), eine
Bulimia
nervosa (vorstehend
E. 3.1, E. 3.9
),
ein
gastrooesophagealer
Reflux
(vorstehend E. 3.4), und eine
arterielle Hypertonie
(vorstehend E. 3.
4
) diagnostiziert. Seit 1987 leide die Beschwerdeführerin an einer
schubförmig-remittierende
n
Multipl
e Skle
rose (vorstehend E. 3.
4
, 3.6, E. 3.9). In diesem Zusammenhang war
von
einer
ausgeprägte
n
Fatigue
und einer
chronische
n
Schlafstörung
die Rede (vorstehend E. 3.
4
, E. 3.6, E. 3.9) die Rede.
Zudem
wurde eine reaktive Depression dia
gnos
tiziert (vorstehend E. 3.9).
Gemäss einem Bericht von Mai 2016, welcher jedoch erst im Rahmen des neusten Verfahrens eingereicht wurde, litt die Beschwerde
führerin
dannzumal unter anderem an einer
Tagesschläfrigkeit und -müdigkeit
(E. 3.3).
5.2
Im Vergleich zur gesundheitlichen Situation, wie sie sich bei Erlass der Verfügung
von August 2017
präsentierte,
ist
zusätzlich zu den bisherigen Diagnosen
eine
neuropsychologische Diagnose
von
leicht
-
bis
mittelgradige
n
Beeinträchtigungen
attentionaler
Funktionen mit reduziertem Antrieb und l
eichten exekutiven Schwächen (vorstehend E. 4.3)
hinzugekommen. Die behandelnde Psychiaterin nannte neu eine histrionische Persönlichkeitsstörung und rezidivierende
depres
sive
Episoden, mass allerdings beiden Diagnosen keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu (vorstehend E. 4.5).
5.3
Die RAD-Ärzte
nahm
en
keine eigene
n
Untersuchung
en
, sondern lediglich Akten
beurteilung
en
vor
(vgl. vorstehend E. 4.2, E. 4.8, E. 4.11, E. 4.13).
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen
die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funktio
nelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49 IVV beurteilen die RAD die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fach
kompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich unter
suchen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht – gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wer
tung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei. Sie wür
digen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundesge
richts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
RAD-Berichte sind versicherungsinterne Dokumente, die von Art. 44 ATSG be
treffend Gutachten nicht erfasst werden; die in dieser Norm vorgesehenen Ver
fahrensregeln entfalten daher bei Einholung von RAD-Berichten keine Wir
kung (Urteil des Bundesgerichts 8C_385/2014 vom 16. September 2014 E. 4.2.1 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.4).
Praxisgemäss kommt einer reinen Aktenbeurteilung des RAD im Vergleich zu einer auf allseitigen Untersuchungen beruhenden Expertise, welche auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) ab
gegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und die Schluss
fol
gerungen widerspruchsfrei begründet, nicht der gleiche Beweiswert zu (Urteil des Bundesgerichts
8C_971/2012 vom 11. Juni 2013 E. 3.4).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem exter
ner medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxis
gemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen
verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis versiche
rungsinterner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte gehören – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Okto
ber 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
5.4
Der RAD-Arzt Dr.
I._
stellte bei seiner Beurteilung im Dezember 2018 zunächst fest,
den
B
erichten
der
behandelnden Ärzte
sei
gemeinsam
, dass wegen deutlicher Fatigue nun eine Arbeitsunfähig
keit von 50 % attestiert werde und i
nsofern davon ausgegangen werden könne, dass sich
die Fatigue verschlechtert habe (vorstehend E. 4.8). In einer weiteren Stellungnahme von April 2019 (vor
stehend E. 4.11) kam Dr.
I._
zum Schluss,
die den Arztberichten zugrunde
liegenden Befunde seien dürftig.
Eine Arbeitsunfähigkeit von 50
% sei nicht nachvollziehbar. Es würden erhebliche psychosoziale Belastungsfaktoren vorlie
gen. Die allen Berichten zu entnehmende Fatigue, die als Begründung für die eingeschränkte Arbeitsfähigkeit diene, sei bereits ausreichend gewürdigt worden, zuletzt i
n der RAD-Stellungnahme vom 24.
Februar 2018 (vgl. vorstehend E. 4.2). Neue, die Arbeitsfähigkeit einschränkende, medizinische Fakten, würden nicht vorgebracht.
5.5
Tatsächlich
haben
die
behandelnde Neurologin Dr.
Y._
(
vorstehend E. 4.1,
E. 4.4), die behandelnde Psychiaterin Dr.
F._
(
vorstehend
E. 4.5), der behandelnde Sportarzt Dr.
D._
(
vorstehend
E. 4.6), die
Hausärztin
Dr.
M._
(vorstehend E. 4.7
, E. 4.9
)
und auch
der behandelnde Orthopäde
Dr.
A._
(vorstehend E. 4.10) in ihren Berichten keine ausführlichen Befunde auf
geführt. Nur schon deshalb
kommt
ein direktes Abstellen einzig auf
ihre
Angaben
nicht in Frage. Soweit Dr.
I._
aber weiter ausführt
e
, dass d
ie allen Berichten zu entnehmende Fatigue, die als Begründung für die eingeschränkte Arbeits
fähigkeit diene, bereits ausreichend gewürdigt worden sei, zuletzt i
n der RAD-Stellungnahme vom 24.
Februar 2018
, kann ihm nicht gefolgt werden.
In der erwähnten RAD-Stellungnahme kam
med.
pract
.
J._
zum Schluss, eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes im Rahmen eines erneuten Schubs der MS sei möglich, wenn auch nicht sehr wahrscheinlich. Zudem gab sie Inhalte vom Bericht vom 12.
Mai 2016 über eine
n
europsychologische Untersuchung
am U
niversitätsspital
Z._
,
wi
e
der
(vgl. vorstehend E. 4.2)
. Von einer ausreichen
den Würdigung der Fatigue kann keine Rede sein.
Auch der RAD-Arzt PD Dr.
O._
nahm keine umfassende Würdigung der vorhandenen Berichte vor, sondern verneinte eine Verschlechterung des Gesundheitszustands einzig mit
Hinweis auf bestimmte
Testresultate
(vgl. vorstehend E. 4.13)
. Gestützt auf die zahlreichen
vorliegenden
Bericht
e
liegen aber
Hinweise für einen
verschlechterten,
invalidi
sie
renden Gesundheitsschaden vor
.
So kamen die Fachpersonen der Klinik
K._
im Juni 2018 zum Schluss, auf
grund der
attentionalen
und exekutiven Beeinträchtigungen sowie der vermin
derten Belastbarkeit durch die Fatigue und die erhöhte Tagesschläfrigkeit sei von quantitativen und qualitativen Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit auszuge
hen. Aufgrund der vorliegenden Befunde sei die Leistungsfähigkeit in angestam
mter als auch in angepasster Tätigkeit um 50 % gemindert. Angestrebt werden sollte ein Pensum, bei dem genügend Erholungszeiten möglich seien, damit dieses langfristig beibehalten werden könne (vorstehend E. 4.3).
Dr.
D._
ging davon aus
, d
ie klinische Situation und die allgemeine Belast
barkeit habe sich in den letzten zirka fünf Jahren
deutlich verschlechtert
. Die Schultern insgesamt seien
in den letzten drei Jahren
unverändert
.
Die Hand schlafe seit einiger Zeit ein, auch beim Velofahren und nachts, bei bekanntem
K
arpaltunnelsyndrom (CTS). MS
-
assoziiert sei die Beschwerdeführerin in der Kinderarztpraxis wegen mangelnder Geschwindigkeit und Konzentrationsstö
run
gen
entlassen worden
. Es bestehe eine rasche Ermüdbarkeit. Wegen leichten Blasenfunktionsstörungen und rezidivierendem Harnwegsinfekt
sei eine neurolo
gische Abklärung i
m
E._
erfolgt. Aktuell bestehe auch wieder
eine
stärkere Lumbago
.
Dr.
D._
erachtete nur noch eine Arbeitsfähigkeit von
4 Stunden pro Tag
in der
bisherige
n
Tätigkeit
als
zumutbar, aber nur in einer ruhigen Fach
arztpraxis mit möglichst wenig Notfallkonsultationen
(vorstehend E. 4.6
).
Dr.
M._
hielt fest, im Vordergrund stünden die ausgeprägte Müdigkeit/Fatigue, die Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörung und die verminderte Gedächtnisleistung. Letzteres sei im Bericht der neuropsycho
logi
schen Abklärung bestätigt. Die Beschwerdeführerin sei bei ihrer Arbeit als MPA dadurch natürlich eingeschränkt. Es scheine eine Arbeitsfähigkeit von 40 bis maximal 50 % realistisch zu sein. Die Beschwerdeführerin sei gegenwärtig als MPA
in einem Pensum von 40 % tätig, wobei sie darauf hinwies, dass aufgrund ungenügender Leistung der Verlust der Stelle drohe (vorstehend E. 4.7). Dies bewahrheitete sich, am
29. Oktober 2018 folgte die Kündigung für die Tätigkeit als MPA in einer Hausarztpraxis (vgl. Urk. 6/282).
Dr.
A._
(vorstehend E. 4.10) führte aus,
die Arthrose in beiden Schultern
schreite fort
. Aktuell sei die linke Seite beschwerdeführend.
Er
nahm in
seinem
Bericht keine Stellung zu den Auswirkungen
der fortschreitenden Arthrose a
uf die Arbeitsfähigkeit
.
Dr.
Y._
hielt
unter Verweis auf den Bericht der Neuropsychologie
K._
vom 27. Juni 2018, fest, ein Pensum von 50 % sei denkbar (
vorstehend E. 4.4
).
D
er
Gesundheitszustand beziehungsweise die Arbeitsfähigkeit der Beschwerd
efüh
re
rin
habe sich seit dem 5. Januar 2017 beziehungsweise 14.
August 2017 hinsichtlich der MS/Fatigue verschlechtert. Die Punktzahl von Fatigue-spezifischen Tests habe 2013, 2015 und 2016 einer schwere
Fatigue entsprochen. Am 16.
Dezember 2019 habe das Testergebnis nochmals einer deutlichen Verschlechterung entsprochen
(vorstehend E. 4.12)
.
Schliesslich kann auch dem Schlussbericht Praxis Check vom
25. April 2019
der
Arbeitsintegration (Urk. 6/291)
entnommen werden, dass
die Tagesschläfrigkeit und -müdigkeit (Symptom «Fatigue» der MS), Konzentrationsschwierigkeiten
, die Koordination von Bewegungsabläufen und ihre stark reduzierte Aufnahmefähig
keit das konstante fehlerfreie Arbeiten verunmöglichten. Ein Pensum von 50 % sei nicht realistisch zurzeit, maximal ein
Pensum von
40% sei machbar mit möglichst kurzem Arbeitsweg und Ruhezeiten
(S. 1).
5.
6
Bei der Anspruchsprüfung durch die Beschwerdegegnerin im August 2017 stand die Beurteilung durch
den Orthopäden
Dr.
G._
im Vordergrund. Im vom
RAD formulierten Belastungsprofil
fanden dazumal einzig orthopädische Ein
schrän
kungen Berücksichtigung. Eine Fatigue wurde dazumal zwar bereits er
wähnt (vgl. vorstehend E. 5.1),
deren
Auswirkungen (vgl. vorstehend E. 3.9) wurde
n jedoch vom RAD da
nn
zumal nicht weiter berücksichtigt. Die behandelnde Psychiaterin ging davon aus, dass eine Tätigkeit als MPA möglich sein werde (vorstehend E. 3.9). Aus den vorliegenden Akten geht hervor, dass die
behandelnden Ärzte
insgesamt
von einer verschlechte
rten gesundheitlichen Situation
i
m Vergleich zur gesundheitlichen Situation, wie sie sich bei Erlass der Verfügung von August 2017 präsentierte,
aus
gehen. Sie
attestieren mehrheitlich nur noch eine Arbeitsfähigkeit von zirka 50 %
(vorstehend E. 5.4). Auch zeigte sich, dass die Beschwerdeführerin einer Tätigkeit als MPA nicht gewachsen war (vgl. Urk. 6/265/1-2, Urk. 6/282)
.
Bei den Beurteilungen der behandelnden
Ärztinnen und Ärzte
ist
zwar dem Umstand Rechnung zu tragen, dass
diese
in einem auftragsrechtlichen Verhältnis zur versicherten Person stehen und sich zudem in erster Linie auf die Behandlung zu konzentrieren haben. Ihre Berichte verfolgen daher nicht den Zweck einer den abschliessenden Entscheid über die Versiche
rungsansprüche erlaubenden objektiven Beurteilung des Gesundheitszustandes und erfüllen deshalb kaum je die materiellen Anforderungen an ein Gutachten gemäss BGE 125 V 351 E. 3a. Aus diesen Gründen und aufgrund der Erfah
rungs
tatsache, dass Hausärzte – beziehungsweise regelmässig behandelnde Spezial
ärzte (vgl. Urteil des Bundesgerichts I 551/06 vom 2. April 2007 E. 4.2) – mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen, kommt im Streitfall ein direktes Abstellen einzig gestützt auf die Angaben der behandelnden Ärztinnen und Ärzte nur selten in Frage (vgl. Urteil
des Bundesgerichts 8C_1055/2010 vom 17. Februar 2011 E.
4.1). Dennoch kann den Angaben
der
behandelnden Ärztinnen und Ärzte nicht von vornherein jeglicher Beweiswert abgesprochen werden, und ihre Angaben sind geeignet, Zweifel an der Beurteilung durch
die RAD-Ärzte,
wonach sich der
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin nicht verschlechtert habe, zu wecken
.
5.
7
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass eine seit Erlass der Verfügung
vom 14.
August 2017 eingetretene Verschlechterung anhand der vorhandenen medizi
nischen Akten weder bestätigt noch ausgeschlossen werden kann. Damit fehlt es an der Grundlage für einen Entscheid
.
6.
6.1
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherun
gsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrele
vante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
6.2
Vorliegend wurde der Sachverhalt zu wenig abgeklärt
.
Die angefochtene Verfü
gung ist deshalb aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurück
zuweisen, damit sie die Arbeitsfähigkeit der Beschwerde
führerin,
insbesondere
eine allfällige Veränderung zur Situation 2017 und
die Auswirkungen des Ge
sundheitszustandes auf eine angepasste Arbeit, in geeigneter Weise abklär
e
und über den Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin neu entscheide.
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
7.
7.1
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die R
ückweisung der Sache an die Ver
wal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137
V 57). Die Verfahrenskosten gemäss A
rt. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermes
sens
weise auf Fr.
9
00.-- festzusetzen und ausgangsgemäss
der Beschwerde
geg
nerin aufzuerlegen.
7.2
Nach § 34 Abs. 1
GSVGer
hat die obsiegende Beschwerde führende Person An
spruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streit
wert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
).
Unter Berücksichtigung der vorgenannten Beme
ssungskriterien und beim praxis
gemässen Stundenansatz von Fr.
220
.-- (zuzüglich
MWSt
) ist die Prozessent
schädigung vorliegend auf Fr.
2’000
.-
- (inkl. Bar
auslagen und
MWSt
) festzu
setzen und der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.