Decision ID: 1b820185-574a-4351-89ea-e795a8016bc0
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
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A.- X, Rentner, wohnt in seiner Liegenschaft in R. Die Liegenschaft wurde am 29.
Oktober 2003 mit einem Verkehrswert von Fr. 1'370'000.-- und einem Mietwert von Fr.
51'960.-- geschätzt. In den Jahren 2007 und 2008 wurde die Heizungs- und
Lüftungsanlage des Hauses mit Schwimmbad und Klimaanlage saniert.
Für das Jahr 2007 deklarierte X ein steuerbares Einkommen von Fr. 15'528.-- und ein
steuerbares Vermögen von Fr. 1'266'346.--. Die Veranlagungsbehörde nahm einige
Korrekturen vor. Unter Anderem erhöhte sie die Unterhalts- und Verwaltungskosten für
Liegenschaften von Fr. 111'092.-- auf Fr. 148'176.--, da sie die im Jahr 2007
geleisteten Akontozahlungen in der Höhe von Fr. 124'000.-- für die
Heizungssanierungskosten gesamthaft dem Jahr 2007 zuordnete. Der Steuerpflichtige
wurde für die direkte Bundessteuer 2007 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr.
0.-- veranlagt.
B.- Gegen diese Veranlagung erhob X am 26. Mai 2009 Einsprache mit dem Antrag, die
Akontozahlung von Fr. 124'000.-- sei hälftig auf die Jahre 2007 und 2008 zu verteilen.
Mit Entscheid vom 3. September 2009 wies das kantonale Steueramt die Einsprache
ab.
C.- Gegen den Einsprache-Entscheid erhob X durch seine Vertreterin mit Eingabe vom
1. Oktober 2009 Beschwerde bei der Verwaltungsrekurskommission. Er beantragte die
Aufteilung der Akontozahlung zu 65% oder Fr. 83'200.-- (recte: 80'600.--) auf 2007 und
35% oder Fr. 44'800.-- (recte: 43'400.--) auf 2008.
Mit Vernehmlassung vom 16. November 2009 beantragte das kantonale Steueramt die
Abweisung der Beschwerde. Die eidgenössische Steuerverwaltung liess sich nicht
vernehmen.
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung der Anträge wird,
soweit notwendig, in den Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
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Beschwerdeerhebung ist gegeben. Die Beschwerde vom 1. Oktober 2009 ist
rechtzeitig eingereicht worden. Sie erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die
gesetzlichen Anforderungen (Art. 140 Abs. 2 Bundesgesetzes über die direkte
Bundessteuer, SR 642.11, abgekürzt: DBG; Art. 1 Abs. 2 und Art. 7 der Verordnung
zum Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, sGS 815.1; Art. 41 lit. h Ziff. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf die
Beschwerde ist einzutreten.
2.- Die gesamten für das Steuerjahr 2007 veranlagten Unterhaltskosten betragen Fr.
148'176.--. Davon sind Fr. 24'176.-- unbestrittenermassen dem Steuerjahr 2007
zuzurechnen. Bezüglich der restlichen Fr. 124'000.-- ist die Qualifikation als
abziehbarer Liegenschaftsunterhalt ebenfalls unbestritten. Dabei handelt es sich um
Akontozahlungen vom 7. Dezember 2007 in der Höhe von Fr. 70'000.-- und vom 28.
Dezember 2007 in der Höhe von Fr. 54'000.-- an die O. AG (vgl. act. 7/II-8). Diese
wurde mit der Sanierung der Heizungs- und Lüftungsanlage in der Liegenschaft in R
beauftragt, wobei die Arbeiten von November 2007 bis Mai 2008 dauerten (vgl. act.
2/6). Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Frage, ob diese
Akontozahlungen von Fr. 124'000.-- gesamthaft im Steuerjahr 2007 zum Abzug zu
bringen oder auf die Steuerjahre 2007 und 2008 aufzuteilen sind.
a) Die Vorinstanz führt im Einsprache-Entscheid aus, Unterhaltsaufwendungen seien im
privaten Bereich im Zeitpunkt der Bezahlung abzugsfähig. Aus der Schlussrechnung
der O. AG vom 25. Juli 2008 gehe hervor, dass am 7. Dezember 2007 eine erste
Akontozahlung von Fr. 70'000.-- und am 28. Dezember 2007 eine zweite
Akontozahlung von Fr. 54'000.-- erfolgt sei. Im Jahr 2007 seien also
Gebäudeunterhaltskosten von Fr. 124'000.-- bezahlt worden. Für die Aufteilung dieser
Kosten auf die Jahre 2007 und 2008 fehle es an einer geeigneten gesetzlichen
Grundlage. Der Steuerpflichtige könne nicht in Abwägung einer besseren
Steuerbelastung eine bereits erfolgte Mittelverwendung erst zu einem späteren
Zeitpunkt anrechnen. Es wäre ihm ohne weiteres möglich gewesen, die zweite
Akontozahlung erst im Januar 2008 vorzunehmen. Dass er keine Rechnungen und
Aufforderungen für die geleisteten Akontozahlungen erhalten habe, entspreche dem
vereinbarten Zahlungsmodus mit der O. AG.
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Der Beschwerdeführer macht diesbezüglich geltend, die Statistiken über die
Arbeitseinsätze der O. AG liessen eine Aufteilung der Anzahlungen von Fr. 124'000.--
von 65% auf das Jahr 2007 und von 35% auf das Jahr 2008 zu. Die Totalsanierung
müsse als ein geschlossenes Bauwerk betrachtet werden, welches sich über die Zeit
von November 2007 bis Mai 2008 erstreckt habe. Die Anzahlungen stellten den
Gegenwert von handwerklichen Leistungen dar, die über die ganze Dauer der
Sanierung erbracht worden seien. Die vorgeschlagene Aufteilung komme der Realität
am nächsten.
Dazu stellt sich die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung auf den Standpunkt, weder die
Statistiken der Arbeitseinsätze der O. AG noch die Dauer der Bauarbeiten bis Mai 2008
änderten etwas an der effektiven Mittelverwendung im Dezember 2007. Bei einer
Anerkennung eines Teilbetrags der im Jahr 2007 erfolgten Zahlungen erst im darauf
folgenden Jahr wäre zudem das in der Steuererklärung deklarierte bewegliche
Vermögen per 31. Dezember 2007 um diesen Teilbetrag zu tief ausgefallen.
b) Gemäss Art. 32 Abs. 2 DBG können bei Liegenschaften im Privatvermögen die
Unterhaltskosten, die Versicherungsprämien und die Kosten der Verwaltung durch
Dritte abgezogen werden. Unterhaltskosten sind Aufwendungen, deren Ziel nicht die
Schaffung neuer, sondern in erster Linie die Erhaltung bereits vorhandener Werte ist
und die nach längeren oder kürzeren Zeitabschnitten erneut zu tätigen sind
(Reparaturen, Renovationen). Sie lassen ein Gebäude in seiner Gestaltung, Form und
Zweckbestimmung unverändert weiter bestehen; es werden einzig die mangelhaften
Teile ersetzt oder instand gestellt (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar
zum DBG, 2. Auflage, Zürich 2009, N 37 zu Art. 32 DBG). Nicht abziehbar sind gemäss
Art. 34 lit. d DBG die Aufwendungen für die Anschaffung, Herstellung oder
Wertvermehrung von Vermögensgegenständen, also Aufwendungen für bauliche
Verbesserungen, die nicht nur der Erhaltung der Liegenschaft und deren
Nutzungsmöglichkeiten dienen, sondern zusätzlich deren Anlagewert erhöhen.
Bauliche Veränderungen und Neuanlagen sind damit wertvermehrend, wenn durch sie
die Unterhaltskosten sinken oder der Wohnkomfort steigt, was wiederum eine
Erhöhung des Einkommenssteuerwertes zur Folge hat (vgl. A. Nekola, Besteuerung des
Grundeigentums im Privatvermögen in der Schweiz, Diessenhofen 1983, S. 159).
Derartige wertvermehrende Aufwendungen mit Anlagekostencharakter werden, soweit
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sie eine Liegenschaft des Privatvermögens betreffen, bei der Ermittlung einer allfälligen
kantonalen Grundstückgewinnsteuer berücksichtigt (Art. 137 des Steuergesetzes des
Kantons St. Gallen, sGS 811.1, abgekürzt: StG).
Bei den Liegenschaftsunterhaltskosten handelt es sich um eine spezielle Kategorie von
Gewinnungskosten. Voraussetzung für die Erfassung von steuerbaren Einkünften ist,
dass sie dem Steuerpflichtigen im massgebenden Zeitpunkt zugeflossen sind, für die
Berücksichtigung von anrechenbaren Gewinnungskosten, dass diese angefallen sind
(Realisationsprinzip). Einkünfte und Aufwendungen sind demnach in zeitlicher Hinsicht
abzugrenzen (Periodizitätsprinzip). Periodenfremde Einkünfte und Abzüge können für
die steuerliche Einkommensermittlung nicht berücksichtigt werden. Für die
Anrechenbarkeit von Aufwendungen gilt in der Regel der Grundsatz der Fälligkeit.
Allerdings wird in der Praxis, insbesondere bei privaten Aufwendungen, aus Gründen
der Vereinfachung der Steuerveranlagung auch auf den Zeitpunkt der tatsächlichen
Zahlung abgestellt. Dies bietet sich insbesondere bei Liegenschaftsunterhaltskosten an
(Weidmann/Grossmann/Zigerlig, Wegweiser durch das st.gallische Steuerrecht, 6.
Auflage, St. Gallen 1999, S. 30 f. und 151; Ph. Funk, Der Begriff der Gewinnungskosten
nach schweizerischem Steuerrecht, Grüsch 1989, S. 40, 43 und 159; StR 2003, S. 766;
StE 2004, B 25.6 Nr. 51; StB 44 Nr. 2 Ziff. 6). Der Zeitpunkt des effektiven Abflusses
beim Steuerpflichtigen muss also massgebend sein (Zweifel/Athanas, Kommentar zum
Schweizerischen Steuerrecht, I/2a - DBG Art. 1-82, 2. Auflage, Basel 2008, N 9 zu
Art. 32 DBG).
c) Mit Auftragsbestätigung vom 13. Juni 2007 stellte die O. AG dem Beschwerdeführer
einen Betrag von Fr. 140'000.-- in Rechnung (vgl. act. 7/I-1.5). Als Zahlungskonditionen
wurde eine Fälligkeit von 50% der Gesamtsumme bei Bestellung, 40% bei
Baufortschritt und 10% nach Abnahme vereinbart. 50% oder Fr. 70'000.-- bezahlte der
Beschwerdeführer am 7. Dezember 2007. Am 28. Dezember 2007 leistete er eine
Zahlung von 54'000.--, was nicht ganz 40% entspricht. Dabei ist nicht entscheidend,
ob zu jenem Zeitpunkt der Bau bereits fortgeschritten war. Vielmehr ist darauf
abzustellen, dass die Unterhaltskosten bereits im Zeitpunkt der Rechnungsstellung,
spätestens aber mit der effektiv erfolgten Zahlung abzugsfähig wurden und damit auch
im Steuerjahr 2007 abgezogen werden müssen. Ein Übertrag eines Teils dieser
Zahlung auf das Steuerjahr 2008 würde eine periodenfremde Berücksichtigung von
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Gewinnungskosten darstellen. Dies ist nicht zulässig. Bei der Zahlung handelt es sich
auch nicht um eine reine Vorauszahlung, sondern um eine in Rechnung gestellte
Akontozahlung (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 2.
Auflage, Zürich 2009, N 107 zu Art. 210 DBG).
Die vom Beschwerdeführer eingereichten Übersichten über die von der O. AG
geleisteten Arbeitsstunden ändern daran nichts (act. 2/5). Immerhin ist darauf
hinzuweisen, dass die vom Beschwerdeführer aufgelisteten Zahlen (2007: 281 Stunden;
2008: 149.15 Stunden) nicht mit den Übersichten übereinstimmen (act. 2/4). Für das
Jahr 2007 führt die O. AG 333 Stunden und für das Jahr 2008 185.25 Stunden auf. Die
Auflistungen sind in die Bereiche "Heizung" und "Lüftung" unterteilt. Im Bereich
"Heizung" wurden im Jahr 2007 171 Stunden und im Jahr 2008 56.75 Stunden
gearbeitet. Für die Arbeiten an der Lüftung wurden im Jahr 2007 162 Stunden und im
Jahr 2008 128.5 Stunden notiert. In ihrem Schreiben vom 25. Juli 2008 (act. 7/II-8)
weist die O. AG darauf hin, dass gemäss Absprache mit dem Beschwerdeführer noch
weitere, über den Werkvertrag vom 30. Juni 2007 (welcher sich im Übrigen nicht bei
den Akten befindet) hinausgehende, Arbeiten im Bereich der Lüftungskanäle geleistet
worden seien. Die Akontorechnung über Fr. 140'000.-- beinhaltete diese zusätzlichen
Arbeiten nicht. Die Mehrheit der im Jahr 2008 geleisteten Arbeitsstunden bezieht sich
auf Arbeiten an der Lüftung. Davon war ein Teil nicht in der Auftragsbestätigung vom
13. Juni 2007 enthalten. Die vom Beschwerdeführer vorgenommene Aufteilung der
Akontozahlung aufgrund der geleisteten Arbeitsstunden wäre deshalb sowieso
fehlerhaft.
d) Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz zu Recht die im Dezember 2007
erfolgten Akontozahlungen von Fr. 124'000.-- im Steuerjahr 2007 als
Liegenschaftsunterhaltskosten zum Abzug brachte. Dementsprechend erweist sich die
Beschwerde als unbegründet und ist abzuweisen.
3.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG). Eine Entscheidgebühr von
Fr. 800.-- ist angemessen (vgl. Art. 144 Abs. 5 DBG in Verbindung mit Art. 13 Ziff. 522
des Gerichtskostentarifs, sGS 941.12). Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.--
ist zu verrechnen.
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