Decision ID: e6addb9f-a486-4d4b-88cc-f20dc1d6822a
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1956 in der
Y._
geborene
X._
ist
seit 2004
verwitwet und Mutter von vier
erwachsenen Kindern (Urk. 10/5, Urk. 10/9/4
). Nach der Einreise in die Schweiz im Jahre 1998 war sie mit Unterbrüchen bis zum 8. Juni 2011 (letzter effektiver Arbeitstag) bei verschiedenen Firmen in
Teilzeitpensen
als
Reini
gungsangestellte
tätig, zuletzt bei der
Z._
und der
A._
(Urk. 10/9/3, Urk. 10/12, Urk. 34/7). Am 9. Juni 2011 wurde sie an der rechten Schulter operiert (Urk. 10/49).
Am 23. November 2011 meldete sie sich bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zum Leistungsbezug an (Urk. 10/10
). Die IV-Stelle klärte die erwerblichen Verhältnisse ab und verneinte einen Anspruch auf berufliche Eingliederungsmassnahmen (Mitteilung vom 21. Februar 2012, Urk. 10/20). Im Rahmen der Abklärung der medizinischen Verhältnisse liess sie die Versicherte am 30. November 2012 vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) orthopädisch/rheumatologisch und psychiatrisch untersuchen (Bericht vom
30. November 2012, Urk. 10/30-31). Gestützt darauf verneinte sie nach durch
-
ge
führtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 10/40, Urk. 10/50) bei einem
Invaliditäts
grad
von 20
%
einen Anspruch auf eine Invalidenrente
, wobei sie die Versicherte als Vollerwerbstätige qualifizierte
(Verfügung vom 20. August 2013, Urk. 2).
2.
Dagegen liess die Versicherte am 19. September 2013 Beschwerde (Urk. 1) erhe
ben mit dem Antrag, in Aufhebung der angefochtenen Verfügung sei die Sache zwecks einer psychiatrischen Begutachtung an die IV-Stelle zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht beantragte sie die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsvertretung. In der Vernehmlassung vom 8. November 2013 (Urk. 9) schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde. Mit Einga
ben vom 5. November 2013 sowie vom 20. Januar, 10. und 18. Februar 2014 substantiierte die Versicherte den Antrag auf unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung (Urk. 7, Urk. 14-16, Urk. 19-22). Am 5. November 2014 reichte sie einen Arztbericht von
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 24. September 2014 ein (Urk. 17-18). Die IV-Stelle verzichtete diesbezüglich auf eine Stellungnahme (Urk. 24).
Auf die einzelnen Ausführungen in den Rechtsschriften und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitge
hend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Aus
übung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychischen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer
Gesundheitsscha
den
führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als ange
nommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versicherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28 Abs. 2 IVG).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
-
akten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.4
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
ist mit jenem externer medizinischer Sachver
ständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis versicherungsinterner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte gehören – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründet die angefochtene Verfügung (Urk. 2) mit der von ihr gestützt auf den RAD-Bericht vom 30. November 2012 ermittelten 100%igen Arbeitsfähigkeit de
r
Versicherten in einer leidensangepassten Tätig
keit seit dem 30. November 2012 und dem daraus im Rahmen eines
Einkom
mensvergleichs
resultierenden Invaliditätsgrad von 20
%
. Im Weiteren
stellt sie sich auf den Standpunkt,
die Funktionsstörung der rechten Schulter sei bekannt und anlässlich der RAD-Untersuchung vom 30. November 2012 beurteilt wor
den. Der neu durchgeführten
magnetic
resonance
imaging
(MRI)-Untersuchung und dem Bericht von
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Allgemeine Medizin, vom 1. Juni 2013 könnten keine neuen medizinischen Tatsachen ent
nommen werden.
2.2
Die Beschwerdeführerin bringt in ihrer Beschwerde (Urk. 1) unter anderem vor, den medizinischen Berichten könne ohne Weiteres entnommen werden, das
s
die Schmerzproblematik in der rechten Schulter und im Nacken- und Kopfbereich entgegen der Beurteilung der Beschwerdegegnerin auf einem organischen Substrat beruhe, habe doch die Schulter wegen einer Ruptur zwei Mal operiert werden müssen. Auch habe die IV-Stelle Berichte der
D._
sowie einer physiotherapeutischen Behandlung
und
aktuelle Berichte des behandeln
den Schulterorthopäden und des behandelnden Psychiaters nicht berücksichtigt.
3.
3.1
In medizinischer
Hinsicht erfolgte bezüglich des
in somatischer Hinsicht im Vordergrund stehenden Leiden
s
an der rechten Schulter am 9. Juni 2011 ein operativer Eingriff. Postoperativ diagnostizierte
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, Klinik
F._
, in seinem Bericht vom 21. November 2011 (Urk. 10/26/5) einen Status nach Schulterarthroskopie
,
Rotatorenmanschettenrekonstruktion
,
einer
Bicepstenotomie
und einer
Teno
dese
, einer
A
cromioplastik
und einer
Acromioclavicular
-Resektion der Schulter rechts am 9. Juni 2011
. Aufgrund einer vollständigen
Reruptur
der
Supraspi
natussehne
erfolgte am 14. Juni 2012 eine Revisionsoperation an der rechten Schulter (Berichte von
Dr.
E._
vom 17. Januar und 14. Juni 2012, Urk. 10/26/5). Im Bericht vom 13. Juli 2012 (Urk. 10/27/6) diagnostizierte
Dr.
E._
– nebst dem gleichen Status wie in seinem Bericht vom
21. November 2011 - einen Status nach einer Revisionsoperation
mit offener
Rota
torenmanschettenrekonstruktion
,
Reacromioplastik
und Entnahme von Gewebe
proben an der Schulter rechts (14. Juni 2012).
3.2
Die Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des RAD, med.
pract
.
G._
, untersuchte die Beschwerdeführerin am 30. November 2012 (RAD-Bericht vom 30. November 2012, Urk. 10/30). Aufgrund der Unter
suchungsbefunde diagnostizierte die Ärztin mit Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit eine schmerzhafte Bewegungs- und Belastungseinschränkung der rechten Schulter nach zweimaliger Operation bei einem
Impingement
. Zur Arbeitsfähigkeit gab sie an, in der bisherigen Tätigkeit als Reinigungskraft bestehe
ab dem 30. November 2012
weiterhin eine Arbeitsfähigkeit
von 30
%
. In einer leidensange
passten Tätigkeit – das heisst einer körperlich leichten wechselbelastenden Tätigkeit ohne regelmässige Hebe- und Tragebelastungen über 10 kg, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne erhöhte Anforderun
gen an die Kraft und Haltefunktionen der Arme, ohne Überkopfarbeit, ohne Abstützen auf den Armen, ohne Arbeiten in dauerhafter Armvorhalteposition und ohne repetitive Belastung des rechten Schultergelenkes sowie ohne Vibrations- und Schlagbelastungen des Schultergürtels – bestehe
ab
dem
30. November 2012 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit.
Psychiatrisch abgeklärt seitens des RAD wurde die Beschwerdeführerin am
30. November 2012 durch
dipl.
med.
H._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie (Urk. 10/31). Gestützt darauf erhob
dipl.
med.
H._
keine Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit; ohne Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte er ein generalisiertes Schmerzsyndrom, wahrscheinlich im Sinne einer chronischen Schmerzstörung (ICD-10: F45.41) mit ausgeprägter Schmerzausweitung.
3.3
In seinem Bericht vom 5. Februar 2013 (Urk. 10/49/1-2) kam
Dr.
E._
zu den gleichen Diagnosen wie
im
Bericht vom 13. Juli 201
2.
Zusätzlich diag
nostizierte er eine
Reruptur
der
Supraspinatussehne
rechts. Weiter führte er aus, das
Arthro
-MRI zeige eine vollständige
Supraspinatussehnenreruptur
mit einer Retraktion bis zum
Glenoid
und einer mässigen Atrophie. Eine erneute Repara
tur komme nicht in Frage. Die einzige Therapieoption sei die inverse
Schul
tertotalprothese
, was er der Versicherten angesichts der Beschwerden empfohlen habe. Vorgesehen sei der Eingriff am 4. April 2013 im
I._
.
3.4
Dr.
C._
, Hausarzt der Versicherten seit dem
2.
November 2001, führte in seinem Bericht vom 1. Juni 2013 (Urk. 10/49/3-4) unter anderem aus, die von
Dr.
E._
in dessen Bericht vom 5. Februar 2013 erneut vorgeschlagene Operation habe die Beschwerdeführerin auf seine Empfehlung hin abgelehnt. In der angestammten Tätigkeit als Reinigungskraft sei sie zu 30
%
arbeitsfähig. In einer leidensangepassten Tätigkeit, das heisst einer körperlich leichten Tätigkeit (wie Büroarbeiten, sitzende Tätigkeiten wie Kontrollarbeiten) sei sie maximal zu 50
%
arbeitsfähig.
4.
4.1
4.1.1
In somatischer Hinsicht
handelt es sich bei der von
Dr.
E._
in dessen Bericht vom 5. Februar 2013 aufgrund einer
Arthro
-MRI festgestellten
Reruptur
der
Supraspinatussehne
entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin
um einen neuen Befund, was sich auch darin zeigt, d
ass
Dr.
E._
trotz zwei
Operationen an der rechten Schulter als Therapiemöglichkeit neu eine (in der Folge nicht durchgeführte) dritte Operation mit einer Schultertotalprothese empfahl. Dieser neue Befund wurde bei der RAD-Untersuchung vom 30. November 2012, bei welcher keine neueren bildgebenden Befunde gewürdigt wurden, nicht berücksichtigt. Es kann offen bleiben, ob der neue Befund im Zeitpunkt der RAD-Untersuchung vom 30. November 2012 bereits vorlag oder erst später eintrat. Denn ungeachtet dessen
kann der Stellungnahme der RAD-Ärztin med.
pract
.
G._
vom 15. August 2013, dass die
Reruptur
der
Supraspinatussehne
keine neue medizinische Tatsache darstelle (Urk. 10/52/2), nicht gefolgt werden. Inwieweit sich die neu eingetretene Sehnenruptur und die dadurch bedingten Beschwerden zusätzlich auf die bereits wegen der
Schulter
beschwerden
eingeschränkte Arbeitsfähigkeit auswirkt, lässt sich nicht beurtei
len; immerhin erachtete
Dr.
C._
die Beschwerdeführerin im Juni 2013 auch in einer angepassten Tätigkeit nur im Umfang von 50
%
arbeitsfähig. Die Sache ist daher in diesem Punkt an die IV-Stelle zurückzuweisen, damit sie prüfen lasse, ob und inwieweit sich die Supra
-
spinatussehnenreruptur
zusätzlich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkt. Dabei wird sie auch abzuklären haben, ob der Beschwerdeführerin im Rahmen der Schadenminderungspflicht die von
Dr.
E._
empfohlene Totalprothese allenfalls zumutbar ist.
4.1.
2
Was die psychischen Beschwerden betrifft
genügt der RAD-Bericht vom
30. November 2012 (Urk. 10/31) grundsätzlich den rechtsprechungsgemässen Anforderungen an einen schlüssigen Arztbericht (BGE 125 V 351 E. 3
a
).
Der dagegen erhobene Einwand der Beschwerdeführerin
-
wonach der sie seit dem Jahr 2002 behandelnde
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Neurologie,
in seinem Bericht vom 13. Dezember 2011 (Urk. 10/15) gestützt auf eine
Langzeitbe
obachtung
eine ausgeprägte langdauernde Depression bei
diversen Belastungen und ungünstigen Lebensumständen diagnostiziert habe, was die RAD-Beurtei
lung in hoh
em M
asse in Frage stelle (Urk. 1 S. 8 f.) – verkennt, dass wegen der unterschiedli
che
n
Natur von Behandlungs-
und Begutachtungsauftrag
Berichte der behandelnden
Ä
rzte aufgrund deren auftragsrechtlichen Vertrauensstellung zum Patienten praxisgemäss zurückhaltend zu gewichten sind (BGE 125 V 351 E. 3b/cc).
Dazu kommt, dass
Dr.
J._
kein psychiatrischer
Facharzt
ist
.
Zudem schloss er vorwiegend aufgrund von psychosozialen und soziokulturellen Umständen auf das Vorliegen einer ausgeprägten Depression (vgl. dazu BGE 127 V 294 E. 5a). Demgegenüber konnte
Dr.
H._
bei seiner Untersuchung im November 2012 keine Befunde mehr erheben, die auf eine Depression oder eine andere psychische Krankheit hinwiesen, was sich aus seinen Ausführungen auch für einen Laien nachvollziehbar ergibt (Urk. 10/31).
Der
Bericht von
Dr.
J._
vom 13. Dezember 2011 vermag daher
die RAD-Beurteilung nicht in Frage zu stellen,
umso weniger als
im Zeitpunkt dieses Berichts
am
13. Dezem
ber 2011 noch kein Rentenanspruch entstehen konnte (Anmeldung vom
23. November 2011, Urk.
10/10
;
Art.
29 Abs. 1 IVG).
Aus dem Bericht
von
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie
und Psychotherapie,
vom
24. September 2014, welcher
die Versicherte
seit dem
2.
Dezember 2013 behandelt (
Urk.
18)
, kann diese ebenfalls nichts zu ihren Gunsten ableiten
,
d
enn d
er Bericht
äussert sich nicht zum
Zeitraum
bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 20. August 2013 (
Urk.
2)
. Der weitere Einwand der Versicherten, wonach sie an
der rechten Schulter an
organischen (somatischen) Schmerzen leide, was bei der RAD-Beurteilung vom 30. November 2012 nicht berücksichtigt worden sei, ist
ebenfalls
ni
cht stichhaltig. Denn solche
orga
nische
n
Leiden sind bei der Beur
teilung in somatischer Hinsicht zu berücksichtigen.
Auch durch die übrigen medizinischen Akten wird der psychiatrische RAD-Bericht vom 30. November 2012 nicht ernsthaft in Frage gestellt.
Daraus ergibt sich
, dass
die Arbeitsfähig
keit der Versicherten in psychischer Hinsicht nicht eingeschränkt
war
.
4.2
Nach dem Gesagten ist die
Sache zur
Prüfung
der
somatischen
Aspekte
an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen.
Dabei wird sie in Berücksichtigung, dass ein allfälliger Rentenanspruch aufgrund der Anmeldung vom 23. November 2011 (
Urk.
10/10) und der Eröffnung der Wartezeit im Juni 2011 im Mai 2012 entstehen konnte (
Art.
28 Abs. 1
lit
. b und
Art.
29
Abs.
1 IVG) und die Beschwerdeführerin im Juni 2012 nochmals operiert werden musste, was nach Ansicht von RAD-Ärztin
Dr.
G._
vom 1
4.
September 2012 (
Urk.
10/38/4) sicher für drei Monate eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bewirkte, auch zu prüfen haben, ob allenfalls ein Anspruch auf eine befristete Rente entstand. Ebenso
wird
sie
die
zumutbaren Therapiemöglichkeiten im Zusammenhang mit den Leiden an der rechten Schultern zu
prüfen haben sowie
ob, in welchem Zeitraum und in welchem Umfang die Versicherte ihre Arbeitsfähigkeit bei Wahrnehmung dieser Therapien voraussichtlich wird steigern können. Hernach wird die Beschwerdegegnerin über den allfälligen Rentenanspruch neu zu ver
fügen haben.
In diesem Sinn ist die Beschwerde
gutzuheissen
.
5.
5.1
A
usgangsgemäss gehen die Verfahrenskosten von
Fr.
800
.-- zulasten der IV
-
Stelle
(Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).
5.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die
Verwal-tung
zu weiterer Abklärung und neuem Entscheid als vollständiges Obsiegen (vgl. ZAK 1987 S. 268 f. E. 5 mit Hinweisen). Die Prozessentschädigung ist nach Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das
Sozialversi
cherungsgericht
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der
Streit
sache, nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den
Bar
auslagen
festzusetzen. Unter Berücksichtigung dieser Grundsätze ist der Be
schwerdeführerin eine Prozessentschädigung von Fr.
2‘000
.-- (inkl. Mehrwert
steuer und Barauslagen) zuzusprechen. Damit sind die Anträge auf Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsvertretung gegenstandslos.