Decision ID: 4ac89e11-659d-48f1-b32d-c7e56e5a9ade
Year: 2014
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Dominique Chopard, Werdstrasse 36,
8004 Zürich,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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St.Galler Gerichte
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 21. Februar 2007 zum Bezug einer Rente der
Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Sie gab an, sie habe keine berufliche Ausbildung
absolviert und zuletzt als Produktionsmitarbeiterin gearbeitet. Am 8. März 2006 sei sie
gestürzt. Dabei habe sie sich eine Steissbeinfraktur zugezogen. Seither sei sie
gehbehindert und leide permanent an Schmerzen. Sie könne nur noch mit Stöcken
gehen. Die Suva hatte ihre Leistungen mit einer Verfügung vom 5. Dezember 2006 per
31. Dezember 2006 eingestellt (Fremdakten). Die dagegen erhobene Einsprache und
die gegen den entsprechenden Einspracheentscheid erhobene Beschwerde wurden
abgewiesen (Fremdakten; Entscheid UV 2007/49 des St. Galler Versicherungsgerichtes
vom 5. November 2007). Mit einem Vorbescheid vom 21. Januar 2008 teilte die IV-
Stelle des Kantons St. Gallen der Versicherten mit (IV-act. 23), dass sie gedenke, ihr
Rentengesuch abzuweisen. Da keine unfallfremden Gesundheitsbeeinträchtigungen
ausgewiesen seien, müsse sich die IV-Stelle am Entscheid der Suva orientieren.
Dagegen liess die nun anwaltlich vertretene Versicherte am 27. März 2008 einwenden
(IV-act. 31), die IV-Stelle habe den massgebenden Sachverhalt ungenügend abgeklärt.
Im Unfallversicherungsverfahren sei der Sachverhalt bloss bis zum Erlass des
Einspracheentscheides am 2. März 2007 abgeklärt worden. Die IV-Stelle müsse folglich
aktuellere medizinische Berichte anfordern und würdigen. Die Versicherte liess der IV-
Stelle selbst diverse medizinische Berichte zugehen.
A.b In der Folge tätigte die IV-Stelle weitere Abklärungen. Der Hausarzt Dr. med. B._
berichtete am 5. September 2008 (IV-act. 44), die Versicherte leide an einem
chronischen lumbo-spondylogenen/-sacralen Schmerzsyndrom sowie – ohne
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit – an einem Diabetes mellitus, an einer hyperten
siven Herzkrankheit und an einer Nephrolithiasis. Er empfehle eine vertrauensärztliche
Untersuchung und einen weiteren Versuch einer Psychotherapie durch einen
portugiesisch sprechenden Psychiater. Die somatoforme Schmerzstörung der
Versicherten nach der nicht dislozierten Sacrumfraktur und bei psychosozialer
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Überlastung durch den Migrationshintergrund könne nur so eventuell noch angegangen
werden. In der Folge empfahl Dr. med. C._ vom IV-internen regionalen ärztlichen
Dienst (RAD), weitere medizinische Unterlagen einzuholen (IV-act. 45). Dr. B._ teilte
am 26. August 2009 mit, dass sich die Versicherte in psychotherapeutische
Behandlung begeben habe (IV-act. 59). Der behandelnde Psychiater,
med. pract. D._, berichtete am 31. August 2010 (IV-act. 68), dass die Versicherte an
gelegentlichen Panikattacken, an einer leichten bis mittelgradigen Depression und
eventuell an einer somatoformen Schmerzstörung leide. Als behandelnder Arzt könne
er keine gutachterliche Beurteilung abgeben. Er könne auch noch nicht zur
Arbeitsfähigkeit Stellung nehmen. Am 27. Oktober 2010 empfahl die RAD-Ärztin
Dr. C._ die Durchführung einer polydisziplinären Begutachtung. Die in der Folge
beauftragte ärztliches Begutachtungsinstitut (ABI) GmbH erstattete am 15. Februar
2011 ein entsprechendes Gutachten (IV-act. 78). Die Sachverständigen führten aus, die
Versicherte leide im Wesentlichen an einem chronischen panvertebralen
Schmerzsyndrom ohne radiculäre Symptomatik, an einem Diabetes mellitus sowie –
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit – an einer leichten depressiven Episode, an
einer Schmerzverarbeitungsstörung, an chronischen Schulter-Armschmerzen der
adominanten linken Seite an einer behandelten arteriellen Hypertonie und an einer
behandelten Hyperlipidämie. Aus polydisziplinärer Sicht könne eine uneingeschränkte
Arbeits- und Leistungsfähigkeit für körperlich leichte bis mittelschwere, adaptierte
Tätigkeiten attestiert werden. Körperlich schwere Tätigkeiten seien der Versicherten
dagegen nicht mehr zumutbar. Am 15. April 2011 wies Herr D._ darauf hin, dass bei
einer radiologischen Untersuchung ein eventuell operationsbedürftiger Befund
festgestellt worden sei (IV-act. 79). Die RAD-Ärztin Dr. C._ empfahl, entsprechende
Berichte anzufordern (IV-act. 81). In der Folge holte die IV-Stelle diverse Berichte der
behandelnden Ärzte ein. Die Versicherte wurde vom 12. März bis 4. April 2012 stationär
in der Klinik Valens behandelt. Im Austrittsbericht vom 24. April 2012 (IV-act. 112)
führten die Ärzte als Diagnosen im Wesentlichen an: Chronisches cervico-brachiales
und cervico-cephales Syndrom, Periarthropathia humero-scapularis tendinotica links,
generalisiertes myofasciales Schmerzsyndrom, Verdacht auf somatoforme
Schmerzstörung bei depressiver Stimmungslage und psychosozialer
Belastungssituation, Diabetes mellitus, hypertensive Herzkrankheit. Weiter gaben die
Ärzte an, objektiv hätten im Rahmen der stationären Behandlung kaum Erfolge erzielt
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werden können. Zwischen dem Verhalten in Testsituationen und dem Verhalten in
ausserhalb sei eine ausgeprägte Diskrepanz festgestellt worden. Der RAD-Arzt
Dr. med. E._ gab am 9. Juli 2012 eine Aktenbeurteilung ab (IV-act. 115). Er führte
aus, ein MRI vom April 2011 zeige eine Discusprotrusion C5/6 und eine relative
Stenose des Neuroforamens C6 links ohne Nervenwurzelkompression. Ein MRI der
linken Schulter von September 2011 zeige keine höherwertige Pathologie. Bei der
neurochirurgischen Evaluation von Mai 2011 sei keine Operationsindikation cervical
gestellt worden. Gesamthaft habe sich der Gesundheitszustand der Versicherten seit
der Begutachtung nicht wesentlich verändert, weshalb für die Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit nach wie vor auf das ABI-Gutachten abgestellt werden könne. Gestützt
auf diese Angaben ermittelte die IV-Stelle einen Invaliditätsgrad von null Prozent (IV-
act. 116), weshalb sie der Versicherten mit einem Vorbescheid vom 31. Juli 2012
mitteilte, dass sie ihr Rentengesuch abweisen werde (IV-act. 119). Dagegen liess die
Versicherte am 21. September 2012 einwenden (IV-act. 120), auf das Gutachten der
ABI GmbH könne bereits deshalb nicht abgestellt werden, weil die im Bericht der Klinik
für Neurochirurgie des Kantonsspitals St. Gallen vom 26. Mai 2011 erwähnten Befunde
und Diagnosen („Nervenwurzel C6 links tangiert“) nicht berücksichtigt worden seien.
Zudem zeigten die Akten, dass die Versicherte seit Jahren an schwankenden
depressiven Episoden leide. Das psychiatrische Teilgutachten der ABI GmbH stelle
daher bloss eine Momentaufnahme dar, auf die nicht abgestellt werden könne.
Nachdem der RAD-Arzt Dr. E._ am 9. Oktober 2012 ausgeführt hatte (IV-act. 122),
die Discusprotrusion sei völlig bedeutungslos und für die Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit irrelevant und den medizinischen Berichten lasse sich keine
Depression im Sinne einer major depression entnehmen, verfügte die IV-Stelle
gleichentags gemäss dem Vorbescheid (IV-act. 123).
B.
B.a Die Versicherte (nachfolgend: die Beschwerdeführerin) liess am 12. November
2012 eine Beschwerde erheben (act. G 1) und die Aufhebung der Verfügung vom
9. Oktober 2012 sowie die Zusprache einer Invalidenrente beantragen. Zur Begründung
liess sie im Wesentlichen ausführen, die Beschwerdegegnerin habe zu Unrecht auf das
ABI-Gutachten abgestellt. Die Sachverständigen hätten die Discusprotrusion nicht
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berücksichtigt und dem langjährigen Verlauf der depressiven Störung zu wenig
Beachtung geschenkt.
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 18. Januar 2013 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 4). Zur Begründung führte sie aus, das Gutachten der ABI GmbH
sei eine geeignete Grundlage für die Bemessung des Invaliditätsgrades.

Erwägungen:
1.
1.1 Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich
zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen,
erhalten oder verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf
dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid sind, haben einen Anspruch auf eine
Rente der Invalidenversicherung (Art. 28 Abs. 1 IVG). Invalid ist gemäss Art. 8 Abs. 1
ATSG, wer voraussichtlich bleibend oder längere Zeit dauernd ganz oder teilweise
erwerbsunfähig ist, das heisst aufgrund einer Gesundheitsbeeinträchtigung und nach
der zumutbaren Behandlung und Eingliederung einen Verlust von
Erwerbsmöglichkeiten auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt erlitten hat (Art. 7 Abs. 1
ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das
die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden
wäre, gesetzt (Art. 16 ATSG).
1.2 Gemäss dem Gutachten der ABI GmbH vom 15. Februar 2011 leidet die
Beschwerdeführerin im Wesentlichen an einem chronischen panvertebralen Schmerz
syndrom ohne radiculäre Symptomatik, an einem Diabetes mellitus sowie – ohne
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit – an einer leichten depressiven Episode, an einer
Schmerzverarbeitungsstörung, an chronischen Schulter-Armschmerzen links, an einer
behandelten arteriellen Hypertonie und an einer behandelten Hyperlipidämie. Wenige
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Wochen nach der Begutachtung ist in einem MRI eine Discusprotrusion in der Hals
wirbelsäule festgestellt worden, wodurch eine Nervenwurzel tangiert wird. Die Ärzte der
Klinik für Neurochirurgie des Kantonsspitals St. Gallen haben allerdings keine
Operationsindikation gestellt (vgl. IV-act. 88–4 und 96), sondern nach einer erfolglosen
konservativen Schmerztherapie mit einer Nervenwurzelinfiltration eine stationäre
Behandlung empfohlen. Eine Kompression der Nervenwurzel hat nicht festgestellt
werden können. Im Rahmen der stationären Behandlung in der Klinik Valens haben
keine mit der Discusprotrusion zusammenhängenden Befunde nachgewiesen werden
können. Die behandelnde Ärzte der Klinik Valens haben ausschliesslich eine erhebliche
Diskrepanz im Verhalten der Beschwerdeführerin beschrieben. Das Ergebnis der
klinischen Untersuchung durch die ABI GmbH stimmt also mit jenem der späteren
Abklärungen überein. Den Sachverständigen der ABI GmbH haben zwar nicht
sämtliche relevanten MRI vorgelegen, aber die sich auf das klinische Bild stützende
Einschätzung ist durch die Klinik Valens bestätigt worden. Gestützt auf die
medizinischen Berichte ab Februar 2011 hat der RAD-Arzt Dr. E._ eine Auswirkung
der Discusprotrusion auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin verneint. Dies
erscheint insbesondere angesichts der Übereinstimmungen zwischen dem Bericht der
Klinik Valens und dem Gutachten der ABI GmbH als überzeugend, weshalb gesamthaft
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin in einer leidensadaptierten Tätigkeit aufgrund der Discusprotrusion
zu verneinen ist. Was die depressive Störung der Beschwerdeführerin betrifft, so trifft
zwar zu, dass der psychiatrische Sachverständige der ABI GmbH bloss den damals
aktuellen Befund hat erheben können. Seine Beobachtungen hat er aber mit den
anamnestischen Angaben gemäss den ihm vorliegenden Akten vergleichen können,
was es ihm erlaubt hat, den Verlauf der depressiven Störung zu beurteilen. Der
behandelnde Psychiater hatte zwar eine leichte bis mittelgradig ausgeprägte
depressive Störung diagnostiziert, aber in seinem Bericht vom 31. August 2010 darauf
hingewiesen, dass ihm eine Beurteilung aufgrund der damals noch kurzen
Behandlungsdauer und aufgrund seines therapeutischen Auftrags nicht möglich sei.
Der psychiatrische Sachverständige der ABI GmbH hat überzeugend begründet,
weshalb er eine mittelgradig ausgeprägte depressive Störung (auch im Verlauf) für
unwahrscheinlich halte. Er hat sich mit der – bloss tendenziell von seiner Einschätzung
abweichenden – Beurteilung von Herrn D._ auseinandergesetzt und dargelegt, dass
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und weshalb bloss eine leichte und nicht eine mittelgradige depressive Störung
vorliege. Auch im Austrittsbericht der Klinik Valens vom 24. April 2012 ist bloss eine
depressive Stimmungslage, aber keine eigentliche depressive Störung erwähnt
worden. Der Bericht des Schmerzzentrums des Kantonsspitals St. Gallen vom
29. September 2011 enthält keine überzeugende Begründung für die davon
abweichende Diagnose einer mittelschweren bis schweren depressiven Störung. Nebst
einer Antriebsarmut und einer eingeschränkten Tagesstruktur (die auch andere Gründe
haben kann) sind in diesem Bericht keine depressiven Symptome erwähnt worden. Der
Bericht enthält auch keine kritische Auseinandersetzung mit den Angaben der
Beschwerdeführerin, sondern erweckt vielmehr den Eindruck, die Ärzte hätten
unbesehen auf diese abgestellt. Zudem haben Verständigungsschwierigkeiten
bestanden, weil die Ärzte sich nur in deutscher Sprache mit der Beschwerdeführerin
haben verständigen können. Herr D._ spricht dagegen portugiesisch; die
Sachverständigen der ABI GmbH haben einen Dolmetscher beigezogen. Gesamthaft
besteht kein hinreichender Grund, an der Überzeugungskraft des psychiatrischen
Teilgutachtens der ABI GmbH zu zweifeln. Auch im Übrigen vermag das Gutachten der
ABI GmbH zu überzeugen. Die Beschwerdeführerin ist umfassend untersucht worden.
Die Sachverständigen haben eine ausführliche Anamnese und im Rahmen eigener
Untersuchungen die relevanten Befunde erhoben. Sie haben die gestützt darauf
gestellten Diagnosen und gezogenen Schlussfolgerungen ausführlich und
nachvollziehbar begründet. Die nach dem Gutachten erstellten Berichte bestätigen die
Erkenntnisse der Sachverständigen zudem vollumfänglich. Folglich ist auf das
Gutachten abzustellen und es ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer
uneingeschränkten Arbeits- und Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin in
leidensadaptierten Tätigkeiten auszugehen.
1.3 Die Beschwerdeführerin hat vor dem Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung als
Hilfsarbeiterin gearbeitet. Dabei hat sie einen unterdurchschnittlichen Lohn erzielt.
Hätte sich ihr allerdings die Gelegenheit geboten, in eine besser bezahlte
(durchschnittlich entlöhnte) Tätigkeit zu wechseln, hätte sie dies gewiss getan. Der von
ihr effektiv erzielte unterdurchschnittliche Lohn ist also nicht Ausdruck ihrer
erwerblichen Leistungsfähigkeit, sondern (auch) durch Zwänge des Arbeitsmarktes
beeinflusst gewesen. Folglich ist vom effektiv erzielten Einkommen zu abstrahieren und
für die Ermittlung des Valideneinkommens von einer Karriere als durchschnittlich
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entlöhnte Hilfsarbeiterin auszugehen. Da der Beschwerdeführerin trotz ihrer
Gesundheitsbeeinträchtigungen nach wie vor die Verrichtung von (leidensadaptierten)
Hilfsarbeiten zugemutet werden kann, entspricht der Ausgangswert des
zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens dem Valideneinkommen. Der
Invaliditätsgrad kann folglich mittels eines so genannten Prozentvergleichs berechnet
werden. Er entspricht mit anderen Worten dem Arbeitsunfähigkeitsgrad unter
zusätzlicher Berücksichtigung eines allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn (BGE 126 V
75). Selbst bei Gewährung des maximalen Tabellenlohnabzuges (25 Prozent) würde bei
einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit kein rentenbegründender Invaliditätsgrad
resultieren. Der Maximalabzug wäre aber auch nicht gerechtfertigt. Unter
Berücksichtigung der mangelnden Flexibilität der Beschwerdeführerin, ihres Alters und
der langen Absenz vom Arbeitsmarkt erscheint ein Abzug von mehr als zehn Prozent
jedenfalls nicht gerechtfertigt. Der Invaliditätsgrad beträgt demzufolge höchstens zehn
Prozent, womit kein Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung besteht.
2. Die Beschwerdegegnerin hat folglich zu Recht einen Rentenanspruch der
Beschwerdeführerin verneint, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist. Die
unterliegende Beschwerdeführerin hat die gemäss Art. 69 Abs. 1 IVG zu erhebenden
und angesichts des durchschnittlichen Aufwandes auf 600 Franken festzusetzenden
Gerichtskosten zu bezahlen. Diese Gebühr ist durch den von ihr geleisteten
Kostenvorschuss gedeckt. Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf
eine Parteientschädigung.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP