Decision ID: 1922ec21-bcb0-4115-aa84-f855e03cd262
Year: 2005
Language: de
Court: ZH_VG
Chamber: ZH_VG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: public_law

I. Die A GmbH wollte in Dietlikon im März 2004 ein Fussballturnier durchführen. Sie stellte deshalb bei der Gemeinde ein Gesuch um Führung eines vorübergehenden Gastwirtschaftsbetriebs und Hinausschiebung der Schliessungsstunde. Die Gemeinde Dietlikon wies das Gesuch am 24. Februar 2004 ab.
II.
Die A GmbH verlangte in einem dagegen erhobenen Rekurs die Aufhebung der Gesuchsabweisung sowie die Zusprechung einer Parteientschädigung. Die Volkswirtschaftsdirektion hiess den Rekurs am 24. November 2004 gut, liess den Entschädigungsantrag aber unentschieden. Die A GmbH stellte deshalb ein Erläuterungsgesuch. Mit Schreiben vom 15. Dezember 2004 lehnte die Direktion den Antrag auf Umtriebsentschädigung ab.
III.
Am 5. Januar 2005 erhob die A GmbH gegen die Rekursverfügung und das Erläuterungsschreiben Beschwerde. Damit verlangte sie die Zusprechung einer Parteientschädigung für das Rekurs- und im Übrigen auch für das Gerichtsverfahren. Die Gemeinde Dietlikon und die Volkswirtschaftsdirektion beantragten die Abweisung der Beschwerde.

Der Einzelrichter zieht in Erwägung:
Der Einzelrichter zieht in Erwägung:
1. 1.1 Die Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ergibt sich aus § 41 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG, LS 175.2; Umkehrschluss aus § 43 Abs. 3 VRG).
1.2 Wenn in einem Rekursentscheid, wie hier, nicht über alle Anträge entschieden wurde, erweist sich dessen Dispositiv als unvollständig. Die vorliegende Beschwerde richtet sich sowohl gegen den Rekursentscheid als auch gegen das Schreiben, mit dem die Vorinstanz das Erläuterungsbegehren behandelte. Damit fragt sich, was Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist.
Gemäss dem Wortlaut von § 162 des Gerichtsverfassungsgesetzes vom 13. Juni 1976 (GVG, LS 211.1) sind nur unklare oder widersprüchliche Entscheide der Erläuterung zugänglich. Die Rechtsprechung wendet die Bestimmung allerdings auch auf unvollständige Entscheiddispositive an (RB 1991 Nr. 15, 1973 Nr. 20; vgl. auch Robert Hauser/Erhard Schweri, Kommentar zum zürcherischen Gerichtsverfassungsgesetz, Zürich 2002, § 162 N. 2, 11 und 16). Der vorliegend zu beurteilende Rekursentscheid war von daher erläuterungsfähig. Damit fragt sich, ob die Vorinstanz § 162 GVG überhaupt zur Anwendung bringen durfte, da die Norm auf den ersten Blick – aufgrund des expliziten Verweises in § 71 VRG – nur für Urteile des Verwaltungsgerichts gilt (vgl. Alfred Kölz/Jürg Bosshart/ Martin Röhl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 2. A., Zürich 1999, § 71 N. 4 f.). Die Frage ist zu bejahen. Verwaltungspraxis und Rechtsprechung wenden das Institut der Erläuterung (§§ 162 ff. GVG) analog auch auf Akte von erstinstanzlich verfügenden Behörden sowie Rekursentscheide an (VGr, 22. Januar 2004, VB.2003.00411 E. 2; vgl. auch RB 1975 Nr. 18; in Bezug auf Steuerbehörden: VGr, 1. September 2004, SB.2004.00045, E. 2.1 Abs. 2, www.vgrzh.ch und RB 1982 Nr. 83). Fasst eine Behörde oder eine verwaltungsinterne Beschwerdeinstanz ihren Entscheid auf Begehren hin neu bzw. anders, kommt der Erläuterung Verfügungscharakter zu (Kölz/ Bosshart/Röhl, § 19 N. 68).