Decision ID: 22ea3f06-c520-46a5-a46c-519c5c005543
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 2010, leidet an verschiedenen Geburtsgebrechen g
emäss Anhang zur Verordnung über Geburtsgebrechen
(
GgV
). Im Zusammenhang mit den Geburtsgebrechen
Ziff.
387
GgV
(angeborene Epilepsie) und
Ziff.
395
GgV
(
leichte zerebrale Bewegungsstörungen
) sprach
ihm die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, wiederholt Leis
tungen zu, unter anderem in Form von medizinischen Massnahmen (
Urk.
10
/7,
Urk.
10/35),
einer Kostengutsprache für die Miete eines Puls-/
Sätti
gungs
moni
tors
(
Urk.
10/24) und von Sauerstoffflaschen (
Urk.
10/30,
Urk.
10/71)
sowie
für
ambulante Physiotherapie (
Urk.
10/36).
Mit Verfügung vom 2
5.
Mai 2011 (
Urk.
10/81)
gewährte die IV-Stelle dem Ver
sicherten
ab
1.
November 2010 eine Entschädigung wegen leichter Hilflosigkeit und
ver
neinte einen Anspruch auf einen Intensivpflegezuschlag.
Die von den Eltern des Versicherten dagegen am 2
7.
Juni 2011 erhobene Be
schwerde
, mit welcher sie die Ausrichtung eines Intensivpflegezuschlags beantragten
(
Urk.
10/91/3 ff.
), wies das hiesige Gericht mit U
rteil vom
2
8.
März 2013
a
b
(
Urk.
10/141,
Verfahren Nr. IV.2011.00722).
1.2
Im Rahmen eines
amtlichen
Revisionsverfahrens w
ar am 1
9.
Juli 2011
erneut eine
Abklärung hinsichtlich Hilflosigkeit und Intensivpflegebedarf
erfolgt
. Ge
stützt auf den Abklärungsbericht vom 2
2.
August 2011 (
Urk.
10/94
)
sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügung vom
7.
September 2011 (
Urk.
10/101) ab
1.
Juni 2011 eine
Entschädigung wegen Hilflosigkeit mittleren Grades sowie eine
n
Intensivpflegezuschlag
gering
für einen
täglichen
invaliditätsbedingten Betreuungsaufw
and von
vier
Stunden und 18 Minuten
zu
.
Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
1.3
I
m Zusammenhang mit
den Geburtsgebrechen
Ziff.
425
GgV
(angeborene
Refrak
tionsanomalien
)
und
Ziff.
390
GgV
(angeborene z
erebrale Lähmungen) wurden dem Versicherten weitere medizinische Massanahmen und Hilfsmittel zugesprochen (vgl.
Urk.
10/105,
Urk.
10/111,
Urk.
10/116-117,
Urk.
10/123,
Urk.
10/149).
I
m Rahmen eines
von Amtes wegen
eingeleiteten
Revisionsverfahrens
führte die IV-Stelle am
1
2.
März 2013
erneut
Abklärung
betreffend
Hilflosigkeit und Intensivpflegebedarf
durch (Abklärungsbericht vom
8.
April 2013
,
Urk.
10/139).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidver
fahren
(
Urk.
10/151,
Urk.
10/155)
bestä
tigte
sie
mit Verfügung vom 1
2.
September 2013 (
Urk.
10/159 =
Urk.
2) einen Anspruch
des Versicherten
auf eine
Hilflosenentschädi
g
ung
und einen
Intensiv
pf
l
egezuschlag
i
m bisher ausgerichteten Umfang bis höchstens 3
0.
April 20
2
8 (Vollendung des 1
8.
Altersjahres),
und
lehnte
die
von den Eltern des V
ersicher
ten beantragte Erhöhung
ab.
2.
2.1
Die Eltern des Versicherten erhoben am
7.
Oktober 2013 Beschwerde gegen die Verfügung vom 1
2.
September 2013 (
Urk.
2) und beantragten, diese sei
aufzu
heben, und es sei
dem Versicherten
mindestens ein Intensivpflegezuschlag
mittleren Grades auszurichten (
Urk.
1 S. 2 oben).
A
m
5.
November 2013 (
Urk.
6) ergänzten
sie
die Akten
(
Urk.
7/1-2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
8.
November 2013 (
Urk.
9)
die
Abweisung der Beschwerde und verzichtete am 1
3.
November 2013 auf eine weitere Stellungnahme (
Urk.
11), was den Eltern des Versicherten am 2
5.
November 2013 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
12).
2.2
Am
1.
April 2014
(
Urk.
17)
wurden der Beschwerdege
gnerin die weiteren Einga
ben der Eltern des Versicherten
vom 2
0.
Januar 2014 (
Urk.
13) und
vom 3
1.
März 2014 (
Urk.
15) sowie am 1
1.
Juni 2014 (
Urk.
20) deren Eingabe vom 1
0.
Juni 2014 (
Urk.
18) zugestellt.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Laut
Art.
42
ter
Abs.
3 des Bundesgesetzes über die Inval
idenversicherung (IVG) und
Art.
36
Abs.
2 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) wird die
Hilflosenentschädigung
für Minderjährige, d
ie zusätzlich eine intensive Be
treuung brauchen, um einen Intensivpflegezuschlag erhöht, sofern sie sich nicht in einem Heim aufhalten. Der monatliche Intensivpflegezuschlag beträgt
bei ei
nem invaliditätsbedingten Be
treuungsaufwand von mindestens acht
Stunden pro Tag 60 Prozent, bei einem solchen von mind
estens sechs
Stunden pro Tag 40 Pro
zent und be
i einem solchen von mindestens vier
Stunden pro Tag 20 Prozent des Höchstbet
rages der Altersrente nach
Art.
34
Abs.
3 und 5 des Bun
desge
setzes über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
(AHVG).
1.2
Nach
Art.
39
IVV liegt eine intens
ive Betreuung im Sinne von
Art.
42
ter
Abs.
3 IVG vor, wenn
Minderjährige
im Tagesdurchschnitt infolge Beeinträchtigung der Gesundheit zusätzliche Betreuung von mindestens
vier Stunden benötigen (
Abs.
1).
Anrechen
bar als Betreuung ist
der Mehrbedarf an Behandlungs- und Grundpflege im Vergleich z
u nicht behinderten Minderjähri
gen gleichen Alters. Nicht anrechenbar ist der Zeitaufwand fü
r ärztlich verord
nete medizinische Massnahmen, welche durch
medizinische Hilfspersonen vor
genommen werden,
sowie für pädagogisch-therapeutische Massnahmen
(
Abs.
2)
.
Bedarf eine min
derjährige Person infolge Beeintr
ächtigung der Gesundheit zusätz
lich einer dau
ernden Überw
achung, so kann diese
als Betreuung von
zwei
Stunden angerech
net werden. Eine besonders intensive behinderungsbedingte Überwachung
ist als Betreuung von
vier
Stun
den anrechenbar (
Abs.
3).
Im Kreisschreiben des Bundesamtes
für
Sozialversicherungen (BSV) über Invali
dität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung (KSIH
)
werden die in
Art.
39
Abs.
2 und 3 IVV geregelten Tatbestände konkretisiert (
Rz
8074 ff. KSIH
in
der ab
1.
Januar
2013
gültig gewesenen, hier anwendbaren Fassung
; vgl.
Urteil des Bundesgerichts 9C_666/2013 vom 2
5.
Februar 2014 E. 3).
1.
3
Ändert sich der Grad der Hilflosigkeit in erheblicher Weise, so wird die
Hilflo
senentschädigung
und/oder der Intensivpflegezuschlag von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge
hoben (
Art.
17
Abs.
1 und 2 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG, in Verbindung mit
Art.
35
Abs.
2 IVV).
1.
4
Eine Abklärung an Ort und Stelle ist die geeignete Vorkehr für die Ermittlung des Betreuungsaufwandes bei der Beurteilung des Anspruchs auf einen
Inten
sivpflegezuschlag
. Für den Beweiswert des entsprechenden Berichtes sind fol
gende Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass als Berichtsperson eine qualifizierte Person wirkt, welche Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der aus den seitens der Mediziner gestellten Diagnosen sich ergebenden Beeinträchtigungen und Behinderungen der pflegebedürftigen Per
son hat. Weiter sind die Angaben der die Pflege Leistenden zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und detailliert bezüglich der einzelnen, konkret in Frage stehenden Massnahmen der Pflege sein und in Übereinstimmung mit der an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft dies alles zu, ist der Abklärungsbericht voll beweiskräftig
.
Das Gericht greift, sofern der Bericht eine zuverlässige Entscheidungsgrundlage im eben umschrie
benen Sinne darstellt, in das Ermessen der die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehleinschätzungen vorliegen. Das gebietet insbe
sondere der Umstand, dass die fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist als das im Beschwerdefall zuständige Geric
ht
(vgl. BGE 128 V 93 betreffend die Hauspflege, welche mit der
4.
IV-Revision durch den Intensivpflegezuschlag abgelöst wurde).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung
vom 1
2.
September 2013 (
Urk.
2) bestätigte die Beschwerdegegnerin einen
unveränderten
Anspruch des
Versicherten auf eine
Entschädigung wegen
Hilflosigkeit
mittleren Grades
. Die
Höhe der
zugesproche
ne
n
Hilflosenentschädigung
wurde beschwerdeweise
nicht bestritten (vgl.
Urk.
1
sowie auch
Urk.
6
)
.
Strittig und zu prüfen ist hingegen, ob die
Hilflosenentschädigung
um
einen
Intensivpf
l
egezuschlag
(mindestens) mittel (
invaliditätsbedingter
Betreuungs
aufwand
von
mindestens sechs
Stunden pro Tag)
zu erhöhen ist.
Es stellt sich
somit
die
Frage, ob sich der
Betreuungsaufwand seit der
Zusprache
des
Inten
sivpflegezuschlags
mit Verfügung vom
7.
September 2011 (
Urk.
10
/101) bis zum Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen
Verfügung vom 1
2.
September 2013 (
Urk.
2) anspruchserheblich erhöht hat.
2.2
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochten
en Verfügung
(
Urk.
2)
davon aus,
dass
der invaliditätsbedingte
zeitliche Mehraufwand
nunmehr
täglich
fünf
Stunden 19 Minuten
betrage, womit
weiterhin
Anspruch auf einen
Intensivpfle
gezuschlag
gering
bestehe (S. 2 unten).
Die von den Eltern des Versicherten geltend gemachten zeitlichen (Mehr-)Aufwendungen könnten - aus näher dar
gelegten Gründen - nicht berücksichtigt werden (S. 3 ff.).
2.3
Die Eltern des Versicherten
machten
in
ihrer
Beschwerde (
Urk.
1)
demgegen
über
geltend
,
dass der zeitliche Überwachungs- und Pflegeaufwand für den Versi
cherten pro Woche (gemeint wohl: Tag)
bei weitem über
vier
Stunden liege
und daher mindestens ein Intensivpflegezuschlag mittel zuzusprechen sei
(S. 6).
Die Beschwerdegegnerin habe den im Bereich „Essen“ anfallenden Mehrbedarf zu tief angesetzt (S. 3 f.
Ziff.
6) und für die zusätzlich notwendige dauernde Über
wachung zu Unrecht nur zwei Stunden angerechnet (
S. 5
Ziff.
8)
.
Unberück
sichtigt geblieben sei sodann
der im Zusammenhang mit dem Besuch der
Spiel
gruppe
anfallende Zeitaufwand
(
S. 4
Ziff.
7
).
3.
3.1
Dem
mit Verfügung vom
7.
September 2011 (
Urk.
10
/101) zugesprochenen
Inten
sivpflegezuschlag
gering lag der Abklärungsbericht vom 2
2.
August 2011 über die am
1
9.
Juli 2011
erfolgte Abklärung vor Ort (
Urk.
10/94)
zugrunde.
Damals ermittelte
die Abklärungsperson der Beschwerdegegnerin einen
invalidi
tätsbedingten
Mehraufwand zufolge intensiver Betreuung
des im Zeitpunkt der Abklärung
knapp 15
Monate alten Versicherten von insgesamt
vier Stunden und 18 Minuten
pro Tag
,
nämlich zwei Stunden für den Bedarf dauernder Überwachung (
Art.
39
Abs.
3 IVV) sowie
zwei Stunden und 18
Minuten für den
Mehrbedarf an Behandlungs- und Grundpflege (
Art.
39
Abs.
2 IVV
:
Aufste
hen/Absitzen/Abliegen
[12.5 Minuten], Essen [
35
Minuten
],
dauernde medizi
nisch-pflegerische Hilfe
[
70 Minuten
]
Begleitung zu Arzt- und
Therapiebesu
chen
[
20.5 Minuten
];
vgl.
Rz
8075 f. KSIH
).
3.
2
Dem mit Verfügung vom 1
2.
September 2013 (
Urk.
2) bestätigten Anspruch auf einen Intensivpflegezuschlag gering lag der revisionsweise erstellte
Abklärungs
bericht
vom
8.
April 2013 betreffend die am 1
2.
März 2013 erfolgte Abklärung vor Ort (
Urk.
10/139) zugr
unde.
Anlässlich
dieser
Abklärung
ermittelte die Abklärungsperson der
Beschwerde
geg
nerin
einen invaliditätsbedingten Mehraufwand zufolge intensiver
Betreu
ung
des
im Zeitpunkt der Abklärung
zwei Jahre und
nicht ganz
elf Monate alten
Versicherten
von insgesamt
f
ünf Stunden und 19 Minuten
pro Tag
, näm
lich
zwei Stunden
für den Bedarf dauernder Überwachung (
Art.
39
Abs.
3 IVV) sowie
drei
Stunden und 19 Minuten
für den Mehrbedarf an Behandlungs- und
Grundpflege (
Art.
39
Abs.
2 IVV
:
Ankleiden/Auskleiden
[18.5 Minuten]
,
Aufste
he
n/Absitzen/Abliegen
[30 Minuten]
,
Essen
[60 Minuten], d
auernde medizi
nisch-pflegerische Hilfe
[70 Minuten],
Begleitung zu Arzt- und
Therapiebesu
chen
[20.5 Minuten]; vgl.
Rz
8075 f. KSIH
).
3.3
Beschwerdeweise
wandten sich die Eltern des Versicherten gegen den ermittel
ten Mehrbedarf im Bereich „Essen“ sowie dagegen, dass die Beschwerdegegnerin
für
die zusätzlich
notwendige dauernde Überwachung (
Art.
39
Abs.
3 IVV) nur zwei Stunden angerechnet habe. Des Weiteren machte
n
sie einen unberücksich
tigt gebliebenen
Mehra
ufwand im Zusammenhang mit dem Besuch der
Spiel
gru
ppe
geltend (vgl.
Urk.
1 und
Urk.
6
sowie vorstehend E. 2.3
).
Die im Verfahren vor der Vorinstanz noch erhobenen Einwendungen betreffend die Bereiche „Ankleiden/Auskleiden“, „
Verrichten
der Notdurft“, „dauernde me
dizinisch-pflegerische Hilfe“ sowie
betreffend
Spitalaufenthalte
und Telefonate mit diversen Ärzten
(vgl.
Urk.
10/146 und
Urk.
10/155)
wurden im Rahmen des
Beschwerdeverfahrens nicht mehr
erhoben
(vgl.
Urk.
1 und
Urk.
6)
. In der angefochtenen Verfügung vom
1
2.
September 2013
hat die Beschwerdegegnerin - gestützt auf die Stellungnahme
der Abklärungsperson vom
gleichen Tag
(
Urk.
10/158)
- zu diesen Punkten denn auch in überzeugender Weise Stellung genommen
(
Urk.
2
S. 3 f.)
, sodass diesbezüglich kein Anlass zu Weiterungen besteht.
4.
4.1
4.1.1
Im Abklärungsbericht vom
8.
April
2013
ging die Abklärungsperson davon aus, dass sich der
invaliditätsbedingte
Mehraufwand im Bereich „Essen“ seit der letzten Abklärung vom Juli 2011 erhöht habe, und zwar von 35 auf 60
Minuten (vgl. vorstehend E. 3.1-2
). Zur Begründung
führte
sie
aus,
der
bald dreijährige Versicherte sollte in diesem Bereich altersentsprechend selbständig sein. Es sei klar eine Retardierung ausgewiesen. Bei der Ernährung eines schwerstbehinder
ten Kindes könne ein Aufwand von maximal 105 Minuten pro Tag angerechnet werden. Aufgrund des schwierigen Ess- und Trinkverhaltens des Versicherten könne dieser maximale Aufwand vollumfänglich berücksichtigt werden. Der geschätzte Zeitaufwand zur Pflege eines gesunden Kindes
im Alter des Versi
cherten
betrage 45 Minuten pro Tag und müsse in Abzug gebracht werden. Zeitlich nicht angerechnet werden könne die Zubereitung der Mahlzeiten (
Urk.
10/139
S. 4 unten).
In ihrer ergänzenden Stellungnahme
vom 1
2.
September 2013
hielt
die Abklärungsperson
an dieser Einschätzung fest (
Urk.
10/158 S. 3
Ziff.
4
).
4.1.2
Die Eltern
des Versicherten
machten demgegenüber
im Bereich „Essen“
einen
Mehra
ufwand von
185 Minuten geltend, resultierend aus dem gemäss
Intensiv
pflegeprotokoll
vom 1
2.
März 2013
(
Urk.
10/136/1-4) ausgewiesenen effektiven Aufwand von
230 Minuten
(
Urk.
10/136/3 unten
)
abzüglich 45 Minuten für den auch bei einem gesunden Kin
d anfallenden Aufwand
.
Sie wandten ein, dass e
s
nicht a
n
gehe
, dass die Beschwerdegegnerin den Aufwand zwei Mal kürze, in
dem sie den effektiv ausgewiesenen Aufwand willkürlich auf 105 Minuten fest
lege und dann zusätzlich den auch bei gesunden Kindern anfallenden Aufwand von 45 Minuten abziehe.
E
ventuell seien die gemäss Beschwerdegegnerin maximal anrechenbaren
105 Minuten
ungekürzt zu berücksichtigen
(
Urk.
1 S.
3
f.
Ziff.
6).
4.1.
3
Als Massnahme der Grundpflege bei der Bemessung des Intensivpflegezuschlags an
rechenbar ist unter anderem die
Esshilfe
(vgl.
Rz
8076 KSIH)
. Darunter zu subsumieren ist
etwa das Zerkleinern sowie
das zum Mund Führen
der Nahrung
(vgl.
Rz
8010
KSIH
).
Muss die Nahrung nicht (mehr) altersgemäss in pürierter Form verabreicht werden, ist dies ebenfalls als
Mehraufwand zu berücksichtigen
(vgl. Anhang III zum KSIH).
Anlässlich der Abklärung vom 1
2.
März 2013 (
Urk.
10/139/4) sowie im
Inten
sivpflegeprotokoll
vom gleichen Tag (
Urk.
10/136/3 f.
Ziff.
5) gaben die Eltern des Versicherten an,
im Bereich „Essen“ sei ein zeitlich sehr intensiver Aufwand notwendig. Der Versicherte
sei ein sehr wählerischer Esser. Er bekomme viel frisches Gemüse, Obst, Nudeln, Reis und Käse. Das Gemüse werde weiterhin in pürierter Form abgegeben,
weil die Kau
- und Schluckabläufe spärlich entwickelt
seien.
Die Nudeln und der Reis würden gar gekocht. Ein kleines Stück Brot halte der Versicherte über fünf Minuten im Mund, bis er es geschluckt habe. Er werde bei jeder Mahlzeit mit festen Speisen stimuliert. Es würden
vier Mahlzeiten pro T
ag ein
genommen
.
Alle Mahlzeiten würden selber gerüstet, gekocht und in Beutelportionen eingefroren.
Alle Mahlzeiten, auch die Getränke in
Schoppen
form
, müss
t
en
dem Versicherten
zum Mund geführt werden.
Er greife
nich
t
mit den Händen nach
den Speisen. Es sei immer
initi
al
ein Input Dritter nötig. Danach nehme er einige wenige Happen selber zu
sich. Er esse und trinke sehr langsam.
4.
1.4
Die Ausführungen der Eltern lassen zweifellos erkennen, dass beim Versicherten
-
anders als
bei
andere
n
Kinder in seinem Alter
-
im Bereich „Essen“ keinerlei Selbständigkeit besteht
.
Indem die Abklärungsperson
in diesem Bereich
von dem gemäss den Richtlinien
der Beschwerdegegnerin
maximal anrechenbaren Aufwand
für ein schwerstbehindertes Kind
von 105
Minuten
pro Tag
ausging, trug sie der Situation des Versicherten
angemessen Rechnung.
Abgesehen da
von, dass d
ie Anrechnung eines höheren Aufwands
bereits
unter dem Aspekt der Gleichbehandlung (schwerst-)behinderter Versicherter nicht statthaft wäre, kann der
von den Eltern des Versicherten geltend gemachte Aufwand von
ins
gesamt
320 Minuten
pro Tag
auch
deshalb nicht in diesem Umfang berücksich
tigt werden, da er nebst der eigentlichen
Esshilfe
unter anderem
auch den Auf
wand für das
Zubereiten der Speisen wie etwa das
Rüst
en und
Kochen
umfasst, w
elcher
aber - worauf die Abklärungspe
rson zutreffend hingewiesen hat
- nicht als Massnahme der Grundpflege angerechnet werden kann
(vgl.
so auch
bereits de
r
Abklärungsber
icht vom 2
2.
August 2011,
Urk.
10/94 S. 4 oben)
.
Entgegen dem Eventualstandpunkt der Eltern des Versicherten k
ann der Auf
wand von
105 Minuten
nicht ungekürzt
berücksichtigt werden,
ist ge
mäss
Art.
39
Abs.
2 IVV doch nur der Mehrbedarf im Vergleich zu nicht behinderten Minderjährigen gleichen Alters anrechenbar
.
Daher ist nicht
zu beanstanden, dass die Abklärungsperson
den im Bereich „Essen“ maximal anrechenbaren Aufwand von 105 Minuten
um den auch bei gesunden Kindern im Alter des Versicherten
in diesem Bereich
anfallenden und unbestritten gebliebenen
Auf
wand
von
45 Minuten
auf 60 Minuten kürzte
.
4.
2
4.2
.1
Zufolge
Bedarf
s
einer dauernden
Überwachung (
Art.
39
Abs.
3 IVV)
rechnete die Abklärungsperson
dem Versicherten im Abklärungsbericht vom
8.
April 2013 weiterhin (vgl. vorstehend E. 3.1) e
inen
Mehraufwand von zwei Stunden
an
(vorstehend E. 3.2
). Zur Begründung verwies
sie
auf
die Angaben im Vorbe
richt
vom 2
2.
August 2011
(
Urk.
10/139 S. 6 unten
;
Urk.
10/94 S. 6 Mitte
),
welcher wiederum einen Verweis auf den Abklärungsbericht vom 1
6.
März 2011 enthält (
Urk.
10/61 S. 5 unten). Im letztgenannten Bericht hatte die
Abklä
rungsperson
ausgeführt,
der Versicherte
leide
an Epilepsie
-A
nfällen
, welche erstmals per Mai 2010 aufgetreten seien.
Er müsse bei einem Anfall fachgerecht mit entsprechenden Medikamenten und bei einem intensiven Anfall mit Sauer
stoff versorgt werden (
Urk.
10/61 S. 5 unten). Im Bericht vom 2
2.
August 2011
wies
die Abklärungsperson
sodann
darauf hin, dass auch ein gesundes Kind im Alter des Versicherten
Aufsicht brauche, noch nicht alleine gelassen werden könne
sowie
stets im Auge behalten und überwacht werden müsse (
Urk.
10/94 S. 6 Mitte).
In ihrer Stellungnahme
vom 1
2.
September 2013
ergänzte die
Abklärungs
person
, gemäss den internen Richtlinien sei vor sechs Jahren die persönliche Überwachung in der Regel nicht in Betracht zu ziehen. Erethische und autisti
sche Kinder seien je nach Schweregrad zu beurteilen. Ebenso Kinder mit häufi
gen Epilepsie-Anfällen oder Absenzen. Beim Versicherten sei bereits eine
Über
wachungsbedürftigkeit
von zwei Stunden pro Tag zugesprochen worden. Im Abklärungsgespräch hätten die Eltern erklärt, dass der Versicherte nachmittags von etwa 1
3.00
bis 16.00 Uhr in seinem Kinderzimmer einen Mittagsschlaf halte. Auch nachts schlafe er alleine, wobei das Kontrollgerät (Vitalwerte, Sau
erstoff, Atem- und Herzfrequenz) angebracht werde. Dieses löse bei einem Epi
lepsie
-A
nfall einen Alarm aus. Gestützt auf diese Angaben sei der Versicherte sehr wohl
auf
Überwachung an
g
ewie
sen
. Jedoch könne keine intensive Überwa
chung von vier Stunden pro Tag zugesprochen werden. Denn diese würde voraussetzen, dass die Bezugspersonen/Eltern in ständiger Interventions- und Handlungsbereitschaft stünden, 24 Stunden am Tag
(
Urk.
10/158 S.
4
Ziff.
9
,
vgl. auch
Urk.
2 S. 5 oben
).
4.2.2
Die Eltern des Versicherten machten demgegenüber
geltend,
da
dieser
offen
sich
tlich unter häufigen Epilepsie
-A
nfällen leide, sei bei ihm
eine der von der Beschwerdegegnerin aufgeführten Ausnahmen gegeben, welche eine Berück
sichtigung eines Mehraufwands auch vor
dem
sechs
ten Altersjahr
rechtfertige
, wobei nicht einzusehen sei, weshalb die Beschwerdegegnerin nur zwei Stunden anrechne, obwohl im Intensivpflegeprotokoll ein darüber hinausgehender Auf
wand ausgewiesen sei.
Sodann schlafe der Versicherte
heute über Mittag kei
nesfalls mehr von 13.00 bis 16.00 Uhr. Wenn er noch schlafe, dann höchstens noch eine Stunde. Er sei sehr wohl auf eine dauernde Überwachung angewiesen, sei dies eine persönliche oder ein
e durch das Kontrollgerät. Es müsse jederzeit eine Interventions- und Handlungsbereitschaft best
ehen, seien doch die
Epilep
siea
nfälle
nicht voraussehbar (
Urk.
1 S. 5).
4.2.3
Das BSV hält in den Erläuterungen zu den Änderungen der IVV vom 2
1.
Mai 2003 zu
Art.
39
Abs.
3 IVV fest, wenn ein Kind nicht
bloss
während bestimmter Stunden am Tag pflegerische Unterstützung benötige, sondern darüber hinaus rund um die Uhr invaliditätsbedingt überwacht werden müsse - sei es aus medi
zinischen Gründen (z.B. Gefahr epileptischer Anfälle), sei es infolge spezifischer geistiger Behinderung oder bei Autismus -, solle diese für die Eltern extrem belastende Tatsache für den Anspruch auf einen Intensivpflegezuschlag anre
chenbar sein. Dabei sei der „gewöhnliche" Überwachungsbedarf, wie er für den Anspruch auf eine leichte
Hilflosenentschädigung
definiert sei, wie zwei Stun
den Pflege zu gewichten, bei besonders
grosser
Überwachungsintensität wie vier Stunden Pflege. Die Abgrenzung zwischen gewöhnlichem und besonders inten
sivem Überwachungsbedarf sei auf der Ebene Kreisschreiben noch weiter zu präzisieren (Urteil des Bundesgerichts 8C_562/2008 vom
1.
Dezember 2008 E.
2.3
mit Hinweisen
).
Nach
Rz
8079 KSIH liegt eine besonders intensive dauernde Überwachung vor, wenn von der Betreuungsperson überdurchschnittlich hohe Aufmerksamkeit und ständige Interventionsbereitschaft gefordert wird. Als Beispiel wird ein autistisches Kind erwähnt
, welches erhebliche Probleme hat, seine Umwelt wahrzunehmen und mit ihr zu kommunizieren und welches auch keine Gefah
ren erkennen kann
, daher
zum Beispiel unvermittelt aus dem Fenster steigen könnte
, sodass die Betreuungsperson deshalb dauernd mit erhöhter Aufmerk
samkeit in unmittelbarer Nähe des Kindes bleiben und jederzeit bereit sein
muss, einzugreifen
.
Gemäss
den in Anhang III zum KSIH enthaltenen Richtli
nien zur Bemessung der
massgebenden
Hilflosigkeit bei
Minderjährigen
ist das Kriterium der dauernden persönlichen Überwachun
g bei Kindern vor sechs Jahren -
abgesehen von
eretischen
und autistischen Kindern sowie Kindern mit häufigen Epilepsie-Anfällen oder Abse
nzen
, welche je nach Schweregrad zu beurteilen sind -
in der Regel zu verneinen (Urteil des Bundesgerichts 8C_562/2008 vom
1.
Dezember 2008 E. 2.3 mit Hinweisen).
4.
2.4
Der
2010
geborene
Versicherte
war im
Zeitpunkt der Abklärung vor Ort vom 1
2.
März 2013 und auch bei Erlass der angefochtenen Verfügung vom 1
2.
September 2013 noch nicht sechs Jahre alt.
Nachdem er aber
unbe
strittenermassen
an häufigen Epilepsie-Anfällen leidet, ist bei ihm die persönli
che
Überwachung
gestützt auf das KSIH
vor Erreichen des sechsten Altersjahres in Betracht zu ziehen. Davon ging
die Abklärungsperson sowohl im
Abklä
rungsbericht
vom 2
2.
August 2011 (
Urk.
10/94)
als auch im revisionsweise erstellten Abklärungsbericht vom
8.
April 2013 (
Urk.
10/139)
aus.
Unter
revisi
onsrechtlic
hen
Gesichtspunkten stellt sich
die Frage, ob die
behinderungsbe
dingt
notwendige Überwachung des Versicherten im Vergleich zum Zeitpunkt
der
Zusprache
des Intensivpflegezuschlags im September 2011 nunmehr als besonders intensiv zu werten ist.
4.2.5
Anlässlich der Abklärung vom 1
9.
Juli 2011
gaben
die El
tern des Versicherten an
, dass d
ie
Krampfanfälle
des Versicherten
unregelmässig und in unberechen
baren Abständen auf
träten
. Es könne vorkommen, dass der Versicherte drei bis vier Wochen krampffrei sei, aber auch, dass er mehrere Krämpfe an einem Tag habe. Er werde bei einem Krampfanfall mit Sauerstoff versorgt. Daure der Anfall länger - was weniger vorkomme - müsse zusätzlich ein N
otfallspray ver
abreicht werden.
Immer dann, wenn er nicht in ihrem Blickfeld sei, sei er an den Monitor angehängt, auch ausser Haus im Kinderwagen, da man dann kei
nen Augenkontakt habe
(
Urk.
10/94
S. 2 oben).
Anlässlich der Abklärung vom
1
2.
März
2013
erklärten die Eltern, der Versi
cherte
habe vor etwa einem Monat eine sehr gute Phase gehabt. Leider habe sich die gesundheitliche Situation nun wieder verschlechtert
(Urk.10/139 S.
1 unten)
. Sie vermuteten einen Zusammenhang mit der EEG-Untersuchung vom 1
8.
Februar 2013, die einen stationären Aufenthalt zur Folge gehabt habe. Es komme zu regelmässigen epileptischen Anfällen, weshalb der Versi
cherte an ein
spezielles Kontrollgerät angeschlossen werde. Bisher wisse man nicht genau, was die Epilepsie auslöse. Die Anfälle äusserten sich unterschiedlich. Sie vari
ierten von einem leichten Zucken im Gesicht
,
könnten aber auch den ganzen Körper betreffen. In Anfallsmomenten sei es schwierig, die Atemmaske zu plat
zieren und Sauerstoff zu verabreichen, weil der Versicherte sein Gesicht schnell hin und her drehe. Die
Krämpfe
dauerten etwa zwei Minuten. Anschliessend wirke er apathisch und bedürfe einer genaueren Beobachtung (
Urk.
10/139 S. 2 oben). Sofern kein Alarm ausgelöst werde, schlafe er in der Nacht in der Regel durch (
Urk.
10/139 S. 2 Mitte). Ein Baby Phone sowie das Vital Gerät seien im Kinderzimmer vorhanden und würden nachts installiert. Jeweils von etwa 13.00 Uhr bis 16.00 Uhr halte der Versicherte seinen Mittagsschlaf (
Urk.
10/139 S. 3 Mitte).
4.2.6
Der Vergleich der Angaben der Eltern anlässlich der beiden Abklärungen zeigt, dass sich die Situation in Bezug auf die Epilepsieanfälle des Versicherten nicht wesentlich
verändert hat. Die Epilepsieanfälle treten nach wie unvorhersehbar und unvermittelt a
uf und
erfordern während sowie unmittelbar nach einem Anfall eine intensive Betreuung. Dabei hat
der Versicherte be
ssere und weniger gute Phasen, was sich
auch a
us dem von den Eltern des Versicherten für die Zeit von September 2012 bis Mai 2013 erstellten An
fallskalender (
Urk.
10/136/5-18,
Urk.
7/2)
ergibt
.
In dieser Zeit gab es
Phasen, wo
das
Über
wachungsgerät
praktisch jeden Tag mehrere
Male
Alarm
schlug
, so etwa in der
ersten Hälfte Januar und der zweiten Hälfte Februar 2013 (
Urk.
10/136/8-9).
Z
eitweise war
en
aber auch
während
mehrere
r aufeinanderfolgender
Tage
bis gar Wochen
kein
e
Alarm
e
zu verzeichnen, so etwa in der zweiten Hälfte Januar und der ersten Hälfte Februar 2013 (
Urk.
10/136/7 und 10/136/10) sowie in der ers
ten Hälfte April 2013 (
Urk.
7/2 S. 3).
Aufgrund der Tatsache,
dass
d
er
Versicherte
jederzei
t einen Epilepsie-A
nfall erleiden kann,
ist seitens der
Eltern
zweifelsohne
e
in
e
ständige Inter
ventions- und Handlungsbereitschaft nötig, und zwar - entgegen der Auffassung der
Ab
klärungsperson
(vgl. vorstehend E. 4.2.1) -
rund
um die Uhr
,
nicht zuletzt
auch während des Mittagsschlafs
.
Diesbezüglich hat sich die Situation seit Ergehen der Verfügung vom
7.
September 2011 nicht verändert.
Voraussetzung f
ür die Annahme einer besonders intensiven
behinderungsbedingten
Überwachung, welche die Anrechnung als Betreuung von vier Stunden rechtfertigt,
ist
indes
auch
eine überdurchschnittli
ch hohe Aufmerksamkeit
(vgl. vorstehend E. 4.2.3).
D
iesbezüglich ist aber seit Ergehen der Verfügung vom
7.
September 2011
ebenfalls keine
massgeblich
e Änderung eingetreten.
Im Zeitpunkt der Abklä
rung vom 1
2.
März 2013 beziehungsweise des Erlasses der angefochtenen Verfügung vom 1
2.
September 2013 war der Versicherte zwar älter als im Zeit
punkt des Erlasses der Verfügung vom
7.
September 201
1.
Die
Abklärungsper
son
hat
in diesem Zusammenhang
jedoch
zu
treffend
darauf hingewiesen, dass
auch ein gesundes Kind im Alter des nunmehr knapp dreijährigen (Zeitpunkt der Abklärung) beziehungsweise knapp dreieinhalbjährigen (Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung) Versicherten nicht allein gelassen wer
den kann und stets im Auge behalten werden muss (vgl. vorstehend E.
4.2.1).
Zwar ist beim Versicherten aufgrund der Tatsache, da
ss er jederzeit einen Epi
lepsie-A
nfall erleiden kann,
eine höhere Aufmerksamkeit
als bei einem gesun
den Kind
in seinem Alter
erforderlich
. M
it Blick auf die auch bei gesunden Kind
ern im gleichen Alter
noch
notwendig
e Aufmerksamkeit
ist aber nicht zu beanstanden, dass die Abklärungsperson die Aufmerksamkeit weiterhin
als
nicht überdurchschnittlich hoch bezeichnete
und der für die Eltern
des Versi
cherten zweifelsohne sehr belastende
n
Situation weiterhin mit der Anrechnung eines Mehraufwands von zwei Stunden Rechnung trug
. Der Entscheid der Abklärungsperson stellt keine klar feststellbare Fehleinschätzung dar, weshalb seitens des Gerichts keine Veranlassung besteht, in das der Abklärungsperson
zu
stehende Ermessen einzugreifen
(vgl. vorstehend E. 1.4).
4.3
Soweit die Eltern des Versicherten geltend machten, dass dieser während der Dauer der Spielgruppe, welche er seit Sommer 2013 besuche, auf eine vollstän
dige Überwachung angewiesen sei, was mit zwei Stunden zu berücksichtigen sei (
Urk.
1 S. 4
Ziff.
7), kann mit der Abklärungsperson (
Urk.
10/158 S. 4
Ziff.
10)
festgehalten werden, dass der Besuch der Spielgruppe pädagogisch-therapeuti
scher Natur ist, weshalb eine Anrechnung des in diesem Zusammenhang anfal
lenden Zeitaufwands bereits gestützt auf
Art.
39
Abs.
2 Satz 2 IVV ausser Betracht fällt. Abgesehen davon hat die Abklärungsperson zutreffend darauf hingewiesen, dass auch gesunde Kinder im Alter des Versicherten von den Eltern in eine Spielgruppe oder das MUKI-Turnen begleitet werden (
Urk.
10/158 S. 4
Ziff.
10), womit im Vergleich zu nicht behinderten Minderjährigen gleichen Alters kein Mehrbedarf ausgewiesen ist.
4.4
4.4.1
Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens reichten die Eltern des Versich
erten einen Bericht des behandelnden Kinderarztes,
Dr.
med.
A._
, Facharzt
für Kinder- und Jugendmedizin
(
Urk.
7/1)
, zu den Akten
und machten geltend, gestützt darauf
sei
den Ausführungen in der Beschwerdeschrift zu folgen und die Zeitzumessungen der Beschwerdegegnerin entsprec
hend anzupassen (
Urk.
6 S. 2 unten).
4.4.2
Soweit sich
Dr.
A._
dafür aussprach, im Bereich „Essen“ einen Aufwand von 105 Minuten ohne Abzug zu berücksichtigen (
Urk.
7/1 S. 2 unten)
, kann
unter Verweis auf vorstehende Erwägung 4.1.4
festgehalten werden
, dass ein solches Vorgehen nicht im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und daher nicht statthaft ist. Das Gleiche gilt
in Bezug auf den für den
Besuch der Spielgruppe geltend gemachten Aufwand von zwei Stunden pro Woche (
Urk.
7/2 S. 3 oben, vgl. vorstehend E. 4.3).
Aufgrund der beim
Versicherten
bestehenden Überwachungsbedürftigkeit erach
tete
Dr.
A._
die
Anrechnung eines
Aufwand
s
von vier bis fünf
statt zwei Stunden
als angezeigt
(
Urk.
7/1 S. 3 unten). Soweit ersichtlich resultiert
der
von
ihm
geltend gemachte
Aufwand aus der Addition des ihm angemessen erschei
nenden Mehrbedarfs an Behandlungs- und Grundpflege (
vgl.
Urk.
7/1 S.
2 f.),
des
von ihm
gestützt auf eine Durchschnittsrechnung
ermittelten
Aufwands von
42 Minuten für die bei einem Epilepsie
-A
nfall notwendig werdenden Handlun
gen (Reagieren, Evaluieren des Anfalls, medikamentöse Behandlung, Überwa
chung oder Nachbetreuung, Instandsetzung der Geräte, Wechseln der Windeln zufolge Einnässen oder Einkoten) sowie der von der Beschwerdegegnerin aner
kannten zwei Stunden für die Notwendigkeit dauernder Überwachung.
Eine entsprechende „Ermittlung“ des Aufwands für die als Betreuung anrechenbare
notwendige
Überwachung ist indes nicht gesetzeskonform. Die Frage, wie
viel Zeitaufwand zufolge Mehrbedarf
s
an Behandlungs- und Grundpflege im Ver
g
lei
ch zu nicht behinderten Minderjährigen gleichen Alters anger
ech
n
et
werden kann (vgl.
Art.
39
Abs.
2 IVV
), ist zu trennen von der Frage, ob
eine minder
jährige Person
infolge Beeinträchtigung der Gesundheit
zusätzlich (vgl.
Art.
39
Abs.
3 IVV)
einer dauernden Überwachung - welche als Betreuung von zwei Stunden anrechenbar ist - oder aber einer besonders intensiven
behinderungs
bedingten
Überwachung - welche als Betreuung von vier Stunden anrechenbar ist (
Art.
39
Abs.
3 IVV)
- bedarf.
Abgesehen davon lässt auch der Bericht von
Dr.
A._
nicht erkennen, dass bezüglich
der
notwendigen
Überwachung seit
Ergehen der Verfügung vom
7.
September 2011 eine revisionsrelevante Ände
rung eingetreten
ist.
4.4.3
Die Eltern des Versicherten stellten sich auf den Standpunkt, dass die
Beschwer
degegnerin
bereits viel früher einen Bericht des behandelnden Kinderarztes hätte einh
olen müssen (
Urk.
6 S. 2 oben) und daher
die
Kosten
des Berichts
vom
4.
November 2013 von
Fr.
784.30 (
Urk.
14)
zu tragen habe
(vgl.
Urk.
6 S. 2 oben und
Urk.
13).
Rechtsprechungsgemäss stellt ei
ne Abklärung an Ort und Stelle
die geeignete Vorkehr für die Ermittlung des Betreuungsaufwandes bei der Beurteilung des Anspruchs au
f einen Intensivpflegezuschlag
dar
, wobei
vorauszusetzen ist, dass
die Abklärungsperson
Kenntnis der aus den seitens der Mediziner gestellten Diagnosen sich ergebenden Beeinträchtigungen und Behinderungen de
r pflege
bedürftigen Person
hat
(vgl. vorstehend E. 1.4).
Davon ist im vorliegenden Fall auszugehen.
D
er Abklärungsperson waren die beim Versicherten diagnostizier
ten Geburtsgebrechen - namentlich die angeborene Epilepsie (
Ziff.
387
GgV
) und die angeborenen zerebralen Lähmungen (
Ziff.
390
GgV
) - bekannt (vgl.
Urk.
10/139/1 unten)
und d
er
gesundheitliche
Zustand des Versicherten
sowie
die daraus resultierenden Beeinträchtigungen
sind
in mehreren aktenkundigen Arztberichten beschrieben (vgl. etwa
Urk.
10/92,
Urk.
10/103,
Urk.
10/114,
Urk.
10/157
)
.
Vor diesem Hintergrund k
ann der Beschwerdegegnerin nicht zum Vorwurf gemacht werden,
sie
habe ihre Abklärungspflicht verletzt, indem sie
darauf verzichtete, einen
Bericht
des
behandelnden Kinderarzt einzuholen
, zu
mal die Einholung eines solchen
auch
im Rahmen des
Vo
rbescheidverfahrens
nicht
angeregt
worden war (vgl.
Urk.
10/146 und
Urk.
10/155). Genügt der Abklärungsbericht
-
wie vorli
e
gend
-
den rechtsprechungsgemässen Anforde
run
gen, ist letztlich
auf den
von der Abklä
rungsperson vor Ort ermittelten
Betreuungsaufwand abzustellen (vgl. vorstehend E. 1.4).
Vor diesem Hintergrund besteht kein Raum dafür, der Beschwerdegegnerin die im Zusammenhang mit dem Bericht von
Dr.
A._
vom
4.
November 2013 angefallenen Kosten aufzuerlegen.
4.
5
Was schliesslich die i
m Rahmen des Beschwerdeverfahrens eingereichten Unter
lagen
- namentlich
die Anfallskalender für die Monate November 2013 bis März
2014 (
Urk.
16/10-16) sowie den Bericht des
B._
vom
8.
April 2014 betreffend die
Hospitalisation
des Versicherten vom 1
4.
März bis
8.
April 2014 (
Urk.
19) -
anbelangt, ist festzuhalten, dass diese den Zeitraum nach Erlass der angefochtenen Verfügung
vom 1
2.
September 2013
, welche zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis bildet
(
vgl.
BGE 131 V 9 E. 1
)
, betreffen und daher im Rahmen des vorliegenden Verfahrens keine
Berücksichtigung finden können.
Soweit die Eltern des Versicherten
in ihrer Eingabe vom 3
1.
März
2014 (
Urk.
15) eine seit
November 2013
eingetretene massive Verschlechterung geltend mach
ten,
wird
diese
und deren
allfällige
Auswirkungen auf d
en Anspruch des Versi
cherten auf
Hilflosenentschädigung
sowie einen Intensivpflegezuschlag
im Rahmen eines von der B
eschwerdegegnerin
durchz
u
führenden
Revisionsver
fahrens
zu prüfen sein. Wie sich aus den Akten ergibt, haben die Eltern
des Versicherten
die
Verschlechterung
mit Email vom 2
8.
März 2014
(
Urk.
16/8)
auch
der Beschwerdegegnerin gemeldet, sodass sich eine förmliche Überweisung der Akten an die Beschwerdegegnerin zur Durchführung eines
Revisionsver
fahrens
nicht als erforderlich erweist.
4.6
Zusammen
fassend
ergibt sich, dass sich
der
zusätzliche
Betreuungsaufwand
nach
Art.
42
ter
Abs.
3 IVG
seit der
Zusprache
des Intensivpflegezuschlags mit Verfügung vom
7.
September 2011 (
Urk.
10
/101) bis zum Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen
Verfügung vom 1
2.
September 2013 (
Urk.
2)
von vier Stun
den
und 18 Minuten auf fünf Stunden 19 Minuten erhöht hat. Da der Mehrauf
wand zufolge Notwendigkeit intensiver Betreu
ung somit aber weiterhin unter sechs
Stunden liegt, ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung den Anspruch auf einen Intensivpflegezuschlag gering (in der Höhe von 20
%
des Höchstbetrags der Altersrente nach
Art.
34
Abs.
3 und 5 AHVG) bestätigte.
Die Beschwerde ist
demzufolge
abzuweisen.
5
.
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG
sind ermessensweise auf
Fr.
800
.-- fes
tzusetzen und ausgangsgemäss den Eltern des Versicherten
aufzu
erlegen.