Decision ID: bcd5ae6d-30f5-413a-90c5-54921b294b35
Year: 2016
Language: de
Court: CH_BSTG
Chamber: CH_BSTG_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: penal_law

Die Beschwerdekammer hält fest, dass:
- bei der Strafkammer des Bundesstrafgerichts derzeit das u. a. gegen A. we-
gen des Verdachts der Bestechung fremder Amtsträger sowie weiterer De-
likte geführte Hauptverfahren hängig ist;
- A. mit Eingabe vom 4. März 2016 beantragt, die eingangs erwähnten Staats-
anwälte des Bundes seien in den Ausstand zu treten (sic!), sämtliche Ver-
fahrenshandlungen, an denen sie teilgenommen haben, seien aufzuheben
und die Sache sei zur Wiederholung des Vorverfahrens an die Untersu-
chungsbehörde zurückzuweisen (act. 2);
- der Staatsanwalt des Bundes B. beantragt, auf das Gesuch sei nicht einzu-
treten, eventualiter sei dieses abzuweisen (act. 4);
- A. mit Stellungnahme vom 18. März 2016 an seinen Begehren festhält
(act. 7).

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:
- die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts zuständig ist zum Ent-
scheid über Ausstandsgesuche, wenn davon die Bundesanwaltschaft betrof-
fen ist (Art. 59 Abs. 1 lit. b StPO i.V.m. Art. 37 Abs. 1 StBOG);
- eine Partei, die den Ausstand einer in einer Strafbehörde tätigen Person ver-
langen will, der Verfahrensleitung ohne Verzug ein entsprechendes Gesuch
zu stellen hat, sobald sie vom Ausstandsgrund Kenntnis hat (Art. 58 Abs. 1
StPO);
- sie dabei die den Ausstand begründenden Tatsachen glaubhaft zu machen
hat (Art. 58 Abs. 1 StPO);
- die Partei «ohne Verzug», d. h. in der Regel innerhalb von sechs bis sieben
Tagen zu handeln hat, sobald sie vom Ausstandsgrund Kenntnis hat, sie an-
sonsten das Recht auf dessen Anrufung verwirkt (Urteile des Bundesgerichts
1B_14/2016 vom 2. Februar 2016, E. 2; 1B_101/2011 vom 4. Mai 2011,
E. 3.1);
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- sich der Gesuchsteller zur Begründung seines Gesuchs auf eine Einstel-
lungsverfügung vom 5. September 2013 und auf ein Memorandum of Under-
standing vom 22. März 2010 zwischen der Bundesanwaltschaft und der D.
AG bezieht, deren Inhalt den Ausgang des gegen A. gerichteten Verfahrens
präjudiziere;
- der Inhalt des Memorandum of Understanding gemäss den Zeugenaussa-
gen von E. offensichtlich keinen Bezug zum Gegenstand des gegen A. ge-
richteten Verfahrens aufweisen kann (Akten BA, pag. 12.018-0006 f.) und
der Gesuchsteller diesbezüglich mit seinen Ausführungen nichts anderes
glaubhaft macht;
- die ebenfalls angeführte Einstellungsverfügung vom 5. September 2013 und
somit auch deren Inhalt dem damaligen Vertreter von A. und damit dem Ge-
suchsteller als Partei am 23. Dezember 2013 ausdrücklich zur Kenntnis ge-
bracht worden ist (Akten BA, pag. 16.106-0165 f.);
- sich das über zwei Jahre danach gestellte Ausstandsgesuch demzufolge als
offensichtlich verspätet erweist;
- ein Wechsel des Verteidigers nach Kenntnisnahme eines allfälligen Aus-
standsgrundes durch die Partei selber keine neue Frist im Sinne von Art. 58
Abs. 1 StPO auslöst;
- sich das Gesuch nach dem Gesagten als offensichtlich unzulässig erweist,
weshalb darauf nicht einzutreten ist;
- bei diesem Ausgang des Verfahrens der Gesuchsteller dessen Kosten zu
tragen hat (Art. 59 Abs. 4 StPO);
- diese festzusetzen sind auf Fr. 1'000.– (Art. 73 StBOG und Art. 5 und 8
Abs. 2 des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 über
die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bundesstrafverfahren
[BStKR; SR 173.713.162]);
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