Decision ID: 255bd592-f11a-5589-b1e3-e1d592b2c187
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
ist
seit dem
1.
Januar 2008
als
im Nebenerwerb
selbstän
dig
erwerbende
Kinesiologin
der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse,
angeschlossen (
Urk.
5/7). A
m 29. März 2020
meldete sie sich
infolge Betriebsschliessung
für den Bezug einer Erwerbsausfallentschädigung ge
stützt auf die Verordnung über Massnahmen bei Erwerbsausfall im Zusamme
n
hang mit dem
Coronavirus
(Covid
-19-Verordnung Erwerbsausfall) an (Urk.
5/80
).
Mit Abrechnung vom 2
2.
Mai 2020 sprach
ihr
d
ie Ausgleichskasse
für den
Zeit
raum vom 17.
März bis 16.
Mai 2020 eine Corona-Erwerbsersatzentschädigung in Höhe von
Fr.
88.80 pro Tag
, insgesamt Fr.
2'265.05 zu (
Urk.
5/90, vgl. auch 5/86 ff.).
Mit Abrechnungen vom
3.
und
31.
August 2020
sowie 1
6.
September 2020
sprach
die Ausgleichkasse
der Versicherten
infolge Betriebsschliessung
auch im Zeitraum vom 17.
Mai bis
16.
September 2020
e
ine Corona-Erwerbs
ersa
tz
entschädigung
zum Tagessatz
von Fr.
88.80
zu (
Urk.
5/94
f.,
Urk.
5/97
).
1.2
Am
1
3.
Januar 2021 meldete sich
die Versicherte
infolge wesentlicher Einschrän
kung in der Erwerbstätigkeit
für den Zeitraum vom 1
7.
September bis 3
1.
Dezem
ber 2020
erneut zum Bezug einer
Erwerbsausfallentschädigung
gestützt auf die Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall an (
Urk.
5/
103
f
f.
).
Die Ausgleichskasse verneinte mit Verfügung vom
4.
Februar 2021
einen Ansp
ruch
für die Monate September,
Oktober
, November und Dezember
2020 und begründete dies damit
,
die
monatliche
Umsatzeinbusse
betrage weniger als
55
%
resp. 40
%
(Urk. 5/108
).
Die am 12.
Februar 2021 dagegen erhobene Einsprache (
Urk.
5/116) wies die Ausgleichskasse mit
Einspracheentscheid
vom 2
2.
Februar 2021 (
Urk.
2) ab.
2.
Dagegen
erhob
X._
am 24
. Februar 2021 (Eingangsdatum) Beschwerde und beantragte
sinngemäss
,
es sei
ihr
in Aufhebung des ange
foch
tenen Entscheids
vom 2
2.
Februar 2021
für den Zeitraum vom 17.
September bis 3
1.
Dezember
2020
eine Corona-Erwerbsausfal
lentschädigung auszurichten
(Urk. 1). Die Beschwerdegegnerin
schloss
mit Beschwerdeantwort vom
3
0.
April 2021
auf
Abweisung der Beschwerde (Urk.
4
), was der Beschwerdeführerin
am
6.
Mai 2021 angezeigt wurde (Urk. 6
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 185 Abs. 3 der Bundesverfassung (BV) kann der Bundesrat Verord
nun
gen und Verfügungen erlassen, um eingetretenen oder unmittelbar drohen
den schweren Störungen der öffentlichen Ordnung oder der inneren oder äusseren Sicherheit zu begegnen. Solche Verordnungen sind zu befristen (und zwar auf [maximal] sechs Monate, vgl. Art. 7d Abs. 2
lit
. a des Regierungs- und Verwal
tungs
organisationsgesetzes, RVOG).
Gestützt auf dieses Notverordnungsrecht erliess der Bundesrat - nebst anderen Verordnungen im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie, die sich teilweise (auch) auf das Bundesgesetz über die Bekämpfung übertragbarer Krankheiten des Menschen (
Epidemiengesetz
,
EpG
) stützen - am 20. März 2020 die Verordnung über Massnahmen bei Erwerbsausfall im Zusammenhang mit dem
Coronavirus
(Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall). Die Covid-19-Verordnung Erwerbsaus
fall
wurde rückwirkend per 17. März 2020 in Kraft gesetzt und der Geltungszeitraum bis zum 16. September 2020 befristet (Art. 11 Abs. 2). Seit Inkrafttreten hat die Verordnung mehrfach eine Änderung erfahren (namentlich am 23. April, 6. Juli, 17. September, 8. Oktober, 4. November und 1
9.
Dezember 2020 sowie am 18. Januar,
8.
Februar,
1.
März, und
1.
April 2021) und gilt nunmehr bis zum
30. Juni 2021 (Art. 11 Abs. 5). Mit dem Covid-19-Gesetz vom 25. September 2020
wurde rückwirkend per 17. September 2020 eine gesetzliche Grundlage für die Covid-19-Verordnung geschaffen (Art. 15 in Ver
bindung mit Art. 21 Abs. 3 Covid-19-Gesetz).
1.2
1.2.1
In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 130 V 445 E. 1.2.1). Weiter stellt das Sozialversicherungs
gericht bei der Beurteilung eines Falles grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens eingetretenen Sachverhalt ab (BGE 131 V 242 E. 2.1, 121 V 362 E. 1b).
1.2.2
Demnach ist die rechtliche Beurteilung des angefochtenen
Einspracheentscheids
(Urk. 2) anhand der bis
2
2.
Februar
2021
gültig gewesenen Rechtsvorschriften vorzunehmen.
Ausschlaggebend ist sodann, dass sich die Beschwerdeführerin
am
1
3.
Januar 2021
für die Ausrichtung einer
Corona-Erwerbsausfallentschä
digung angemeldet hat (Urk.
5/103 ff.
) und der
Einspracheentscheid
die Erwerbsausfallentschädigung für die Monate
September,
Oktober
, November und Dezember 2020
betrifft
(vgl.
Urk.
2
). Vorliegend
sind somit die vom Bundesrat
am 4. November und 19.
Dezem
ber
2020 rückwirkend per 17. September 2020 in Kraft gesetzten Art. 2 Abs. 3
bis
und Abs. 3
ter
der Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall
anwendbar
. Soweit nicht anders vermerkt, werden sie nach
folgend in diesen
Fassung
en
zitiert.
1.3
1.3.1
Gemäss
Art.
2
Abs.
3
bis
der
Covid-19-Verordnun
g Erwerbsausfall
sind
Selbstän
digerwerbende
im Sinne von Art. 12 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) und Personen nach Art. 31 Abs. 3
lit
. b und
lit
. c des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenver
siche
rung und die Insolvenzentschädigung (
AVIG
), welche im Sinne des Bundes
gesetzes über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
(AHVG) obli
gatorisch ver
sichert sind, anspruchs
berechtigt, wenn:
a.
ihre Erwerbstätigkeit aufgrund von behördlich angeordneten Mass
nahmen
zur Bekämpfung der Covid-19-Epidemie massgeblich eingeschränkt ist;
b.
s
ie einen Erwerbs- oder Lohnausfall erleiden; un
d
c.
sie im Jahr 2019 für diese Tätigkeit ein AHV-pflichtiges Erwerbsein
kom
men von mindestens Fr. 10'000.-- erzielt haben; diese Voraussetzung
gilt sinngemäss, wenn die Tätigkeit nach dem Jahr 2019 aufgenommen wurd
e; wurde die Tätigkeit nicht während eines vollen Jahres ausgeübt, so gilt diese Voraussetzung proportional zu deren Dauer.
1.3.2
Die Erwerbstätigkeit gilt als massgeblich eingeschränkt, wenn pro Monat eine
Umsatzeinbusse von mindestens 55
Prozent (
in der bis 18. Dezember 2020 gültig gewesenen Fassung. Vom 19. Dezember 2020 bis 31. März 2021 waren es 40 Prozent
und
ab 1. April 2021 30 Prozent
) im Vergleich
zum durchschnittlichen monatlichen Umsatz der Jahre 2015–2019 vorliegt. Wurde
die Tätigkeit nach 2015 und vor 2020 aufgenommen, so ist der Durch
schnitt der entsprechenden Erwerbs
dauer massgebend. Personen, die ihre Erwerbstätigkeit nach dem Jahr 2019 auf
genommen haben, müssen nachweisen, dass pro Monat eine Umsatzeinbusse von mindestens 55 Prozent (ab 1. April 2021: 30 Prozent) im Vergleich zum durch
schnittlichen Umsatz von mindestens drei Monaten vor
liegt; massgebend ist der Durchschnitt der drei Monate mit den höchsten Um
sätzen (Art.
2
Abs.
3
ter
der
Covid-19-Verordnun
g Erwerbsausfall).
1.3.3
Für die Bemessung der Entschädigung ansp
ruchsberechtigter
Selbständiger
wer
bender
nach Art. 2 Abs. 1
bis
lit
. b Ziff. 2, Abs. 3 oder 3
bis
ist das AHV-pflichtige Erwerbseinkommen des Jahres 2019 massgebend. Sobald die Höhe der Entschä
digung festgesetzt wurde, kann sie nicht aufgrund einer aktuelleren Berechnungs
grundlage neu festgesetzt werden (Art. 5 Abs. 2
ter
der Covid-19-Verordnung Erwerbs
ausfall).
F
ür anspruchsberechtigte
Selbständigerwerbende
nach Art. 2 Abs. 1
bis
lit
. b Ziff. 2, Abs. 3 oder 3
bis
, die bereits eine Entschädigung gemäss dieser Verordnung in der bis zum 1
6.
September 2020 geltenden Fassung bezogen haben, bleibt die Berechnungsgrundlage die gleiche
(Art. 5 Abs. 2
bis
der Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall)
.
1.4
1.4.1
Gemäss
Rz
1043.1
des Kreisschreibens des Bundesamtes für Sozialversicherungen (BSV) über die Entschädigung bei Massnahmen zur Bekämpfung des
Coronavirus
- Corona-Erwerbsersatz (KS CE), in der vorliegend massgebenden, ab 17. Septem
ber 2020 gültigen Version,
liegt
e
ine erhebliche Einschränkung vor, wenn im An
tragsmonat ein Umsatzrückgang von mindestens 55
%
im Vergleich zum Durch
schni
ttlichen Umsatz der Jahre 2015-
2019 festgestellt wird
(
ab 19.
Dezem
ber 2020 gilt die Schwelle von 40
%
)
. Zum Vergleich ist der durchschnittliche Umsatz, unter Berücksichtigung der effektiven Zeit der Erwerbstätigkeit, auf einen Monat zu berechnen. Wurde die Tätigkeit vor Januar 2015 aufgenommen, so wird der gesamte Umsatz durch 60 Monate geteilt, um einen monatlichen Wert zu ermitteln. Die anspruchsberechtigte Person hat den Umsatzrückgang anzu
ge
ben, sowie Angaben darüber zu machen, auf welche Massnahme dies zu
rück
zuführen ist.
Ab dem
2
8.
November
2020 galt zudem:
Bei
Selb
ständig
er
werben
den
und Personen in arbeitgeberähnlicher Stellung, welche ihre Tätigkeit zunäch
st im Nebenerwerb ausgeübt haben, werden für die Berechnung des durchschnitt
lichen Umsatzes nur Perioden berücksichtigt, in welchen die Tätigkeit im Haupt
erwerb ausgeübt wurde. Wurde die Tätigkeit bis zum Anspruchsmonat im Neben
erwerb ausgeübt, so sind die effektiven Umsatzzahlen
aus dieser Tätigkeit massgebend
.
Anspruchsberechtigte, die im Monat Dezember einen Umsatzrück
gang von mindestens 40
%
aber weniger als 55
%
vorweisen, haben ab 1
9.
Dezember 2020 Anspruch auf eine Entschädigung auf dieser Grundlage. Für den Umsatzrückgang wird der ganze Monat berücksichtigt. Personen mit einem Umsatzrückgang im Dezember von mindestens 55
%
, haben für den ganzen Kalendermonat Anspruch auf die Entschädigung
(vgl.
Rz
. 1041.7 und 1041
.8 KS CE, Stand: 1
8.
Dezember 2020).
1.4.2
Gemäss
Rz
. 1065 KS CE
in der vorlieg
end massgebenden, ab 17. Septem
ber 2020 gültigen Version,
bildet Grundlage
für die Bemessung der Entschädi
gung für selbstständig Erwer
bende grundsätzlich das Erwerbseinkommen, welches
im Jahr 2019 erzielt wurde. Als Basis ist das Einkommen zu verwenden, welches für die Festsetzung der Beitragsrechnungen f
ür das Jahr 2019 (
Akontorechnun
gen
) herangezogen wurde. Liegt im Ze
itpunkt der Festsetzung der Ent
schädigung die definitive Steuerveranlagung für das Jahr 2019 bereits vor, ist auf diese abzu
stellen. Für Anspruchsberechtige die bereits eine Entschädigung gemäss der
bis zum 16. September 2020 gelten
den Version der Covid-19-Verord
nung Erwerb
s
ausfall bezogen haben, bleibt die Berechnungsgrundlage die gleiche (vgl. auch Art. 5 Abs. 2
bis
der Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall).
1.4.3
Bei einem Kreisschreiben handelt es sich um eine von der Aufsichtsbehörde für richtig befundene Auslegung von Gesetz und Verordnung. Die Weisung ist ihrer Natur nach keine Rechtsnorm, sondern eine im Interesse der gleichmässigen Ge
setzesanwendung abgegebene Meinungsäusserung der sachlich zuständigen
Auf
sichtsbehörde. Solche Verwaltungsweisungen sind wohl für die Durchfüh
rung
s
organe, nicht aber für die Gerichtsinstanzen verbindlich (BGE 118 V 206 E. 4c, vgl. auch 123 II 16 E. 7, 119 V 255 E. 3a mit Hinweisen). Das Gericht soll sie bei seiner Entscheidung mitberücksichtigen, sofern sie eine dem Einzelfall angepasste und gerecht werdende Auslegung der anwendbaren gesetzlichen Be
stimmungen zulassen. Es weicht anderseits insoweit von den Weisungen ab, als sie mit den anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen nicht vereinbar sind (BGE 123 V 70 E. 4a mit Hinweisen).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die Besch
werdegegnerin, gestützt auf
Rz
.
1041.3 KS CE liege nur dann eine erhebliche Einschränkung vor, wenn im Antragsmonat ein Umsatzrückgang von min
destens 55
%
resp. 40
%
(ab 19.
Dezember 2020) im Vergleich zum durchschnittlichen Umsatz der Jahre 2015-2019 festgestellt werde. Aufgrund der in der Anmeldung gemachten Angaben sei dies in den Monaten September bis Dezember 2020 nicht der Fall (
Urk.
2).
2.2
Die Beschwerdeführerin machte
sinngemäss
geltend,
der durchschnittliche Um
satz sei
gestützt auf die Jahre 2017-
2019 zu eruieren
.
2015 sei sie zusätzlich angestellt gewesen; erst seit 2016 sei sie zu 100
%
selbständigerwerbend
.
Zudem führe sie seit 2016 zu 100
%
eine eigene Praxis, die auch finanziert werden müsse. Dies sei zu berücksichtigen (
Urk.
1).
3.
Die
Ausgleichskasse
hat
in der
massgeblichen
Mitteilung vom 2
9.
Januar 2019
für das Jahr 2019 ein beitragspflichtiges E
rwerbseinkommen in Höhe von Fr.
22'300.
--
ab
gerechnet
(
Urk.
5/63
; am 2
9.
Januar 2020 erfolgte eine analoge Meldung für das Jahr 2020,
Urk.
5/72
; vgl. auch
Urk.
5/107
). D
ie
Einkom
mens
schwelle
im Sinne des Härtefalls
gemäss Art. 2 Abs. 3
bis
li
t
. c der Covid-19-Ver
ord
nung Erwerbsausfall
ist damit
erreicht
(vgl. E. 1.3.
1
).
Da die Beschwerde
füh
rerin
bereits
nach
der bis zum 16. September 2020 gelten
den Version der Covid-19-Verord
nung Erwerbs
ausfall
eine Erwerbsersatzentschädigung bezogen hat
,
bliebe
die Berechnungsgrundlage
, nämlich die
Akontorechnung
vom 2
9.
Janu
ar 2019, die gleiche (vgl. E. 1.4
.2
)
.
Strittig und zu prüfen ist, ob die Erwerbstätigkeit der Beschwerdeführerin
von September bis und mit Dezember 2020
im Sinne von
Art. 2 Abs. 3
ter
der Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall
wesentlich
eingeschränkt war (vgl. E. 1.3.2
).
4.
I
m
Rahmen ihrer
Anmeldung vom
13.
Januar 2021
(
Urk.
8/103
f
f.
)
deklarierte die Beschwerdeführerin
Jahresumsätze wie folgt:
-
2015:
Fr.
16'105.
--
(vgl.
damit konkordant die definitive Beitragsverfügung
über das Jahr 2015 vom 2
7.
April 2018
,
Urk.
5/60
)
-
2016:
Fr.
33'951
.--
(vgl.
damit konkordant die definitive Beitragsverfügung
über das Jahr 2016 vom 1
4.
März 2019,
Urk.
5/66)
-
2017:
Fr.
75'014.
--
(vgl. demgegenüber
die definitive Beitragsverfügung über das Jahr 2017
vom 1
2.
Februar 2020
, worin ein beitragspflichtiges Einkommen unter Aufrechnung der persönlichen Beiträge von
Fr.
39’700.
--
abgerechnet wurde,
Urk.
5/75)
-
2018:
Fr.
86'550.
--
(vgl. demgegenüber die Steuererklärung 2018,
Urk. 5/81/2 =
Urk.
5/
131/1
)
-
2019:
Fr.
97'404.
-- (vgl. demgegenüber die Steuererklärung 2019, Urk. 5/
127/1)
Gestützt
auf die definitiven Beitragsverfügungen der Jahre 2015 bis 2016 sowie die Selbstangaben für die Jahre 2017 bis 2019
resultiert
ein monatlicher
D
urch
schnittsumsatz von rund Fr.
5'150.-- (
[
Fr. 16'105.-- +
Fr.
33'951.-- +
Fr.
75'014.--
+
Fr.
86'550.-- + Fr.
97'404.--
]
/ 12, vgl. E. 1.4
.1
).
Sodann gab die Beschwerdeführerin an, sie habe v
om
1
7.
September bis 31.
Okto
ber 2020
Fr.
9'300.—
,
im November 2020
Fr.
5'462.
-- und im Dezember 2020
Fr.
4'825.
--
Umsatz
erwirtschaftet
. Als Zeitpunkt der Aufnahme ihrer Geschäfts
tätigkeit gab
sie
einerseits den 1. September 2004, andernorts den 1.
Januar 2009
an
(vgl. dazu auch
Urk.
5/1/2,
Urk.
5/3/1
)
. 2015 sei sie zusätzlich noch angestellt gewesen; erst seit 2016 sei sie zu 100
%
selbständig. Seither seien die Umsätze stetig gestiegen.
Zudem sei der
Herbst
und Winter die
klientenstärkste
Zeit
. Dies sei im Rahmen der Anspruchsprüfung zu berücksichtigen
(
Urk.
5
/103
ff.).
5
.
5
.1
Wie festgehalten (E. 1.
3.2
),
gilt
d
ie Erwerbstätigkeit
als massgeblich einge
schränkt, wenn pro Monat eine Umsatzei
nbusse von mindestens 55
%
(resp. 40
%
ab dem 1
9.
Dezember 2020) im Vergleich zum durchschnittlichen monatlichen Umsatz der Jahre 2015–2019 vorliegt
.
Vorliegend resultiert
aus
der Gegenüberstellung
des monatlichen Durch
schnitts
einkommens
in Höhe von
Fr.
5'150.
-- (gestützt auf die Geschäftsjahre 2015-2019)
und den
deklarierten
Umsätzen der Monate September
2020 (
Fr.
4'412.
--, vgl. Urk.
5/116/2),
Oktober
2020 (
Fr.
7'312.--, vgl. Urk.
5/116/2)
, November
2020
(Fr.
5'462.--,
vgl.
Urk.
5/116/2 und Urk.
5/105/3)
und Dezember 2020
(
Fr.
4'825.
--,
vgl.
Urk.
5/116/2 und Urk.
5/106/3)
unbestrittenermassen
keine Ein
busse von mindestens 55
%
(resp. 40
%
ab dem 1
9.
Dezember 2020).
Daran ändert sich auch nichts, wenn
die Beschwerde
führ
erin sinngemäss vorbringt, sie sei erst seit 2016 im Haupterwerb
selbständigerwerbend
(
Urk.
1). Daraus resultierte
ge
mäss
Rz
.
1041.7 KS CE (Stand: 2
7.
November 2020),
wonach für die Berechnung des durchschnittlichen Umsatzes nur Perioden berücksichtigt werden, in welchen die Tätigkeit im Haupterwerb ausgeübt wurde
n (vgl. E. 1.3.3),
gestützt auf die Geschäftsjahre 2016-2019
ein
durchschnittliches
Referenzeinkommen
von rund
Fr.
6'102.-- (
[
Fr. 33'951.
-- + Fr.
75'014.-- + Fr 86'550.-- +
Fr.
97'404.
--
]
/
48). Au
s der Gegenüberstellung von Fr.
6'102.
--
und
Fr.
4'412
.—
(im
einkommens
schwächsten
Monat
September
2020)
ergibt sich eine Differenz von
Fr.
1'
690
.
--
, entsprechend
(aufge
rund
et)
28
%.
Mit der Regelung gemäss
Rz
. 1041.7 KS CE (Stand: 2
7.
November 2020
)
wird
den erst seit
k
urzem im Haupterwerb
Selbstän
digerwerbstätigen
bereits
hinreichend
Rechnung
getragen
.
Dass eine Praxis
er
öffnung mit Investitionen und einer allenfalls umsatzschwachen Anfangsphase einhergeht, liegt in der Natur der Sache. Dies (indirekt) aufzufangen
,
ist weder Sache noch Zielsetzung der Corona-Erwerbsersatzentschädigung.
Ein Anspruch darauf, das durchschnittliche Referenzeinkommen gestützt auf die umsatz
stärks
ten Geschäftsjahre
der letzten fünf Jahre
zu
ermitteln
- so wie beschwerdeweise
sinngemäss
beantragt (
Urk.
1)
–
besteht nicht und würde überdies am Ergebnis nichts ändern ([Fr. 75
'
014.-- + Fr. 86'550.-- + Fr. 97'404.--] / 36 = Fr. 7'194.--; die Gegenüberstellung mit Fr. 4'412.-- ergäbe eine Erwerbseinbusse von 39 %).
Aus demselben Grund geht auch der Hinweis der Beschwerdeführerin ins Leere,
die
Herbst- und Wintermonate
seien
die
klientenstärksten
und damit
(
sinngemäss
)
lukrativ
st
en Monate
gewesen
(vgl.
Urk.
5/106/3; vgl. auch
Urk.
5/116
);
ohne massgebliche Erwerbseinbusse
im Sinne
von
Art.
3
ter
der Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall
(vgl. E. 1.3.2)
bleibt kein Raum für eine
Härtefall
-bedingte
Ent
schä
digung
.
Da
die Voraussetzungen von Art. 2
Abs.
3
ter
der Covid-19-Verordnung Erwerbs
aus
fall nicht erfüllt sind
, ist nicht zu beanstanden, wenn die Beschwerdegegnerin einen Anspruch auf Corona-Erwerbsersatzentschädigung
für die Monate Septem
ber bis und mit Dezember 2020 verneint
hat.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.