Decision ID: 8cf5913b-d701-432e-8864-201ee04f1534
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._, geboren 1965, war zuletzt vom
1. Juli 2000 bis 31. Januar 2004 als Fach-Mitarbeiter Gastronomie beim
Y._
angestellt (Urk. 6/12 Ziff. 1, Ziff. 6, Ziff. 8-9, Urk. 6/88/3), als er sich am 29. Juli
2002 beim Öffnen einer Kokosnuss mit einem Küchenmesser eine 1.5 cm tiefe Stichverletzung am linken Thenar (Daumenballen)
zuzog (Urk. 6
/79 S. 2 und Urk.
6
/8/24). Seither arbeitet er
nicht mehr (Urk. 6
/88/3). Am 18. Mai 2003 meldete sich der Versicherte wegen
der aus der erlittenen Verletzung
resul
tie
renden Bewegungseinschränkung der linken Hand bei der Invalidenver
siche
rung
zum Leistungsbezug
an (Urk. 6
/3 Ziff. 7.1-3, Ziff. 7.8). Die Sozial
ver
sicherungs
an
stalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte in der Folge medi
zi
nische und beruf
liche Abklär
ungen (Urk. 6/10-13, Urk. 6
/29
-30
) und zog die Akten des Un
fallversicherers bei (Urk.
6
/8, Urk.
6
/16-1
9
und andere).
1.2
Am 25. August 2004 sprach die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva
) dem Versicherten eine Invalidenrente entsprechend einer Erwerbseinbusse von 100 % ab 1. August
2004 sowie eine Integritätsentschädigung entsprechend einer Integritätseinbusse von 40 %
zu (Urk. 6
/56/213-215).
1.3
Mit Verfügung vom 17. Januar 2006 (Urk.
6
/37) sprach die IV-Stelle dem Ver
sicherten bei einem Invaliditätsgrad von 100 % eine ganze Rente (samt Zu
satz
rente für die Ehegattin sowie Kinderrenten) vom 1. Juli 2003 bis 30. Juni 2004 zu. Die dagegen erhobene Einsprache des Versicher
ten vom 10. Februar 2006 (Urk. 6
/38) wies sie mit Entscheid vom 15. Juni 2006 a
b (Urk. 6
/48). Eine am
6. Juli 2006 dagegen geführte Beschwerde (Urk. 6/49/3-4) wies das hiesige Gericht mit Urteil vom 30. Juni 2008 ab (Urk. 6/59/1-20, Prozess-Nr. IV.2006
.00610). Dieses Urteil wuchs unangefochten in Rechtskraft.
1.4
Nach Kenntnisnahme dieses Urteils zog die
Suva
die Verfügung vom 25. August 2004
(Urk. 6
/56/213-215) am 29. Oktober 2008 in Wiedererwägung, reduzierte die zugesprochene Invalidenrente rückwirkend ab 1. August 2004 auf 36 % und verzichtet
e auf eine Rückforderung (Urk. 6
/61). Die vom Versicherten dagegen erhobene Einsprache wies sie mit rechtskräftigem Einspracheents
cheid vom 6. Mai 2009 ab (Urk. 6
/79).
1.5
Am 7. November 2007 (richtig: 2008) beantragte der Versicherte Eingliede
rung
s
massnahmen (Urk. 6
/63). Die IV-Stelle tätigte Abklärungen und verneinte mit
Vorbescheid vom 14. Dezember 2009 (Urk. 6/106) und Verfügung vom 8. F
ebru
ar 2010 (Urk. 6
/109) den Anspruch auf berufliche Massnahmen.
Die IV-Stelle veranlasste sodann
aufgrund des am 29. Dezember 2009 gestellten Gesuchs um erneute Rentenprüfung (Urk. 6/107)
ein medizinisches Gutachten
(Urk. 6
/121). Nach durchgeführ
tem Vorbescheidverfahren (Urk. 6
/132-145) ver
neinte sie mit Verfügung vom 8. September 2011 bei einem ermittelten Inva
lidi
tätsgrad von 38 % den Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung (U
rk. 6
/146).
Mit Urteil vom 11. September 2012 wies das hiesige Gericht die dagegen erho
bene Beschwerde (Urk. 6/197/3-12) ab (Urk. 6/150, Prozess-Nr. IV.2011.01114).
Dagegen erhob der Versicherte Beschwerde an das Bundesgericht (Urk. 6/151/2-15
). Mit Urteil vom 18. Februar 2013 (Urteil des Bundesgerichts 9C_924/2012, Urk. 6/157) wurde diese teilweise gutgeheissen und der Entscheid des hiesigen Gerichts vom 11. September 2012 und die Verfügung der IV-Stelle vom 8. September 2011 aufgehoben. Die Sache wurde zur Vornahme ergänzender Abklärungen und zu neuer Verfügung an die IV-Stelle zurückgewiesen.
2.
In Umsetzung des Urteils des Bundesgerichts vom 18. Februar 2013 (Urk. 6/157)
klärte die IV-Stelle den medizinischen Sachverhalt neu ab (Urk. 6/167-170), hol
te zuerst ein monodisziplinäres Gutachten bei Dr. med. Z._, Facharzt
Chirurgie, speziell Handchirurgie, ein (Urk. 6/190/1-5) und veranlasste zusätz
lic
h ein polydisziplinäres Gutachten bei der A._, welches am 19. November 2015 (Urk. 6/202) erstattet wurde.
Mit Vorbescheid vom 17. März 2016 (Urk. 6/210) stellte die IV-Stelle die Ver
neinung eines Leistungsanspruchs in Aussicht. Dagegen erhob der Versicherte gestützt auf zwei neue medizinische Stellungnahmen (Urk. 6/218) innert er
streckter Frist am 10. August 2016 Einwände (Urk. 6/219). Die IV-Stelle ent
schied mit Verfügung vom 16. Januar 2017 entsprechend ihrem Vorbescheid und
verneinte damit einen Anspruch auf IV-Leistungen (Urk. 6/224 = Urk. 2).
3.
Der Versicherte erhob am 15. Februar 2017 Beschwerde gegen die Verfügung vom 16. Januar 2017 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es seien die
mit Urteil des Bundesgerichts vom 18. Februar 2013 angeordneten Abklä
rungen vorzunehmen und ihm nach deren Durchführung eine Rente zuzu
spre
chen (Urk. 1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 22. März 2017 (Urk. 5) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Gerichtsverfügung vom 27. März 2017 (Urk. 7) wurde die Y._-Pensions
kasse zum Prozess beigeladen, welche sich innert Frist jedoch nicht vernehmen liess, woraufhin dem Beschwerdeführer am 16. Juni 2017 (Urk. 9) die Beschwer
de
antwort zugestellt wurde.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die
Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerb
s
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwind
bar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch a
uf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Renten
be
zügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
säch
lichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidier
bar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. Augus
t 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswir
kungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im
Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurtei
l
ung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte
rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Einspracheentscheid, welche
oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechts
konformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbe
messung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
1.4
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach Art. 87 Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für
den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Ne
u
anmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu ver
gewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzu
gehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können
(BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
akten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) davon
aus, die medizinischen Unterlagen, vor allem das eingeholte polydisziplinäre Gut
achten, in welchem keine Befunde festgestellt und auf Inkonsistenzen hinge
wiesen worden sei, wiesen keine dauerhaften gesundheitlichen Veränderungen aus. Dementsprechend seien die angestammte sowie auch jegliche angepassten Tätigkeiten voll zumutbar. In Frage kämen körperlich leichte bis sehr leichte Arbeiten (S. 1 ff.).
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer beschwerdeweise (Urk. 1) geltend,
die Beschwerdegegnerin habe in Verletzung der Untersuchungsmaxime den Gut
achtern keine – wie vom Bundesgericht gefordert – Alltagsbeobachtungsauf
nahmen zur Evaluation vorgelegt, sondern ohne entsprechende Abklärungen zu seinem Bewegungsverhalten im Alltag eine Neubeurteilung veranlasst, was eine unzulässige „second opinion“ darstelle (S. 6). Ausserdem sei das eingeholte Gut
achten inhaltlich nicht verwertbar (S. 6 ff.). Namentlich bestünden weder Inkon
sistenzen noch demonstratives Verhalten und die Gutachter hätten sich auch zur Arbeitsfähigkeit in seiner erlernten und vor dem Unfall ausgeübten Berufs
tätigkeit als Koch nicht vernehmen lassen. Unzutreffend sei auch, dass er eine akademische Ausbildung abgeschlossen habe. In seiner marokkanischen Heimat habe er lediglich eine Hotelfachschule besucht (S. 11).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob und allenfalls in welchem Ausmass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit dem 15. Juni 2006, dem Datum des massgeblichen Einspracheentscheids (Urk. 6/48), verändert hat.
3.
3.1
Der Einspracheentscheid vom 15.
Juni 2006 (Urk. 6
/48) stützte sich in medi
zi
ni
scher Hinsicht im Wesentlichen auf das Gutachten von Dr. med.
B._
,
Facharzt für
Orthopädie, und Dr. med.
C._
,
Facharzt für
Innere Medi
zin, des
D._
vom 2. September 2005 (Urk. 6/3
0
), welche die Diagnosen invalidisierende Handschmerzen links mit Ausstrahlungen bis zur linken Kopfhälfte, einen Status nach Neuromexzision und sekundärer Nervennaht am 6. Januar 2003, einen Status nach Wundver
sorgung bei Stichverletzung Thenar am 29. Juli 2002 sowie ein radial betontes
complex regional pain syndrome (
CRPS
)
Stadium II stellten (S. 16). Als Diag
nose ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie eine anhaltende soma
toforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4), ein intermittierend auftretendes lumbo
ver
tebrales Schmerzsyndrom ohne radi
kuläre
Symptomatik sowie intermittie
rend auftretende Schulterschmerzen rechts, aktuell ohne sicheres klinisches Korrelat (S. 16).
Sie führten aus, in der angestammten Tätigkeit als Koch bestehe aus hand
chi
rurgischer und orthopädischer Sicht eine volle Arbeitsunfähigkeit, da infolge der vollständigen Gebrauchsunfähigkeit der linken Hand relevante bimanuelle Tätigkeiten grundsätzlich ausgeschlossen seien. Abgesehen von der Problematik im Bereich der linken Hand bestünden keine klinischen Befunde, welche die vom Beschwerdeführer angegebenen Beschwerden erklären könnten (S. 11 und S. 17). Aus psychiatrischer Sicht bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähig
keit. Es könne dem Beschwerdeführer zugemutet werden, einer sei
ner körper
li
chen Einschränkung angepassten Tätigkeit ganztags nachzugehen (S. 14). Zu
sam
men
fassend gelangten die Gutachter zum Schluss, dass in einer angepassten Tätigkeit seit dem Unfallereignis eine dauerhaft reduzierte Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe, die schätzungsweise seit Mitte 2004, spätestens jedoch seit dem Zeitpunkt der Begutachtung, noch 80 % betrage (S. 19).
3.2
Das hiesige Gericht gelangte in seinem rechtskräftigen Urteil vom 30. Juni 2008 (Urk.
6/59/1-20, Prozess-
Nr. IV.2006.00610) zum Schluss, dass sich im Zeitraum zwischen dem 1. Juli 2003 und 30. Juni 2004 das Krankheitsbild wesentlich verbessert habe und die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer behin
derungsangepassten Tätigkeit, die unter ausschliesslichem Einsatz der rechten Hand durchgeführt werden könne, 80 % betrage. Nach durchgeführtem Ein
kommensvergleich ermittelte es einen rentenausschliessenden Invaliditäts
grad von gerundet 36 % (vgl. E.
4.5 und E. 5.5 des Urteils IV.2006.00610).
4.
4.1
Im Rahmen der am 7. November 2008 erfol
gten Neuanmeldung für Einglie
de
rungsmassnahmen (Urk.
6
/63) sowie de
s
am 29. Dezember 2009 gestellten Ge
such
s
um Neubeurteilung des Invaliditätsgrades
(Urk.
6
/107) gingen folgende medi
zinische Einschätzungen ein:
4.2
S
uva
-Kreisarzt Dr. med.
E._
, Facharzt für orthopädische Chirurgie, berichtete am 12
. Januar 2009 (Urk. 6
/6
9
) über seine Untersuchung vom selben Tag und hielt fest, der Beschwerdeführer klage nicht nur über Schmerzen in der linken Hand und im ganzen linken Arm inklusive linker Schulter, er gebe auch eine stechende Schmerzsensation in der linken Kopfhälfte an und schildere da
rüber hinaus Rückenschmerzen sowie beim Sich
Vornüberbeugen auch Schmer
zen und Kältegefühl im linken Bein bis in den lateralen Fussrand und rechts
seitige Schulterbeschwerden (S.
5). Bei der klinischen Untersuchung falle ein sehr ausgeprägtes Schmerzdemonstrationsverhalten des Beschwerdeführers auf. Die Untersuchung der linken oberen Extre
mität sei nur eingeschränkt und nur rein aktiv möglich, bereits die Berührung sei für den Beschwerdeführer der
massen schmerzhaft, dass ihm dies nicht zugemutet werden könne. Die Mus
ku
lierung des rechten Armes sei gut, die Untersuchung der rechten Schulter zeige keine sicheren diagnostischen Hinweise, die angegebene Schmerzhaftigkeit bei sämtlichen Schulterbewegungen und die diffuse Druckschmerzhaftigkeit würden keine sichere Diagnostik zulassen. Die Beweglichkeit sei aber normal. Klinisch bestehe kein Korrelat zu den geschilderten, eher diffus wirkenden Rücken
schmerzen; möglicherweise könnte aber der hohe lumbosakrale Übergang, wel
cher durch die Überbelastung in diesem Bereich biomechanisch ungünstig sei, allenfalls erklärend sein. Die dif
fusen Schmerzen im linken Bein (Knie, Unter
schenkel lateral aber auch Wade, Kältegefühl lateral im Fuss) hätten kein klini
sches Korrelat, insbesondere wür
den Hinweise auf eine vaskuläre oder radiku
lär-neurologische Pathologie fehlen. Die angegebene Hypästhesie grosser Teile der linken Körperhälfte sei anatomisch und pathophysiologisch
nicht erklärbar (S.
5 unten).
Dr.
E._
bestätigte die Funktionslosigkeit der adominanten linken Hand und hielt fest, dass sich bezüglich Arbeitsfähigkeit seit der Beurteilung im
D._
kein
e Änderungen ergeben hätten (S.
5 in fine).
4.3
Prof. Dr. med.
F._
,
Facharzt für
Rheumatologie und Innere Medi
zin
,
G._
, nannte gestützt auf seine
klinische Untersuchung vom 29. Januar 2008 in seinem Bericht vom 13. Febru
ar
2009 (Urk. 6/95/9-12) zu Handen des Beschwerdeführers folgende Diagnosen (S. 1):
-
CRPS II der gesamten linken oberen Extremität, chronisch atrophes Stadium
mit/bei:
-
invalidisierende Hand-, Arm- und Schulterschmerzen links mit Aus
strahlung bis zur linken Kopfhälfte
-
Verdacht auf begleitende „myoclonal jerks"; Differentialdiagnose: psy
chogene jerks
-
Status nach Neurom-Exzision und sekundärer Nervennaht am 6. Januar 2003
-
Status nach Wundversorgung bei Stichverletzung Thenar links am 29. Juli 2002
-
leichtes rezidivierendes lumbovertebrales Schmerzsyndrom
-
leichtes Impingement der Supraspinatus- und Subscapularis-Sehne rechts
Prof
.
F._
bestätigte die Diagnose des
D._
-Gutachtens und führte aus, dass eine klare Progredienz postuliert werden könne, indem der Beschwerde
führer heute den linken Arm unbeweglich in Schonhaltung angewinkelt halte und ihn absolut nicht mehr einsetze. Es sei zu einer Atrophie sowohl der Muskulatur wie auch der Haut gekommen, und der Beschwerdeführer zeige die typischen trophischen und sudomotorischen Störungen sowie nach wie vor die ausgeprägte Allodynie. Die zusätzlich vom Beschwerdeführer angegebenen lum
bo
vertebralen Schmerzen mit unauffälliger Beweglichkeit der Lendenwirbelsäule und Brustwirbelsäule seien bereits im
D._-
Gutachten erwähnt und würden einem banalen Rückenschmerz, der bei diesem Patienten unabhängig vom CRPS auftreten könne, entsprechen. Die Beschwerden im Bereich der rechten Schulter seien Ausdruck eines leichten Impingements im Bereich der Supraspinatus- und Subscapularis-Sehne (S. 2).
Prof
.
F._
erachtete eine erneute Beurteilung aufgrund der Myoklonien, welche die einhändige Arbeitsfähigkeit massiv einschränken würden, für ange
zeigt (S.
3 in fine).
4.4
Mit Verlaufsbe
richt vom 27. April 2010 (Urk. 6
/113) wies Hausarzt Dr. med.
H._, Facharzt für Allgemeinmedizin,
darauf hin, dass sich das CRPS auf die gesamte obere linke Extremität ausgeweitet habe und im Unterschied zu 2005 die linke Hand heute praktisch nicht mehr funktionsfähig sei. Er führte aus, dass es dadurch in den Jahren seit 2005 zu einer Überbelastung der rechten oberen Extremität gekommen sei, welche zu einer Periarth
r
opathia humero-scapularis rechts und damit zu einer Einschränkung der Belastbarkeit der rechten oberen Extremität geführt habe. Das Ungleichgewicht zwischen linker und rechter oberer Extremität habe sich auch auf den Rücken ausgewirkt in Form einer Ungleichsbelastung mit konsekutiver schmerzhafter Blockierung und Funktionseinschränkung vorwie
gend im Lendenwirbelsäulenbereich (S.
1). Ebenfalls seit 2005 habe sich der psychische Zustand des Besch
werdeführers verschlechtert (S.
1 in fine). Dr.
H._
erachtete den Beschwerdeführer bei einem durchschnittlichen Leistungsgrad von 50 % während einer Gesamt
prä
senz
zeit von vier Stunden p
ro Tag zu 25 % arbeitsfähig (S.
2).
4.5
Am 27. Januar 2011 erst
atteten die Ärzte des D._
das von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebene polydisziplinäre Gutachten
(Urk. 6
/121/2-32). Sie stützten sich auf die ihnen überlassenen Akten (S. 2 ff.) und je eine am 20. Oktober 2010 erfolgte internistische/allgemein
-
me
di
zinische (S. 8 ff.), psychiatrische (S. 11 ff.) und orthopädische (S. 15 ff.) so
wie eine am 11. November 2010 erfolgte handchirurgische (S. 22 ff.) Unter
su
chung.
Die Gutachter nannten folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 27 Ziff. 5.1):
-
komplexes regionales Schmerzsyndrom (CRPS) Typ II, atrophes Stadium 3 linke obere Extremität
-
Status nach Stichwunde und chirurgische Wundversorgung Thenar links am 29. Juli 2002
-
Status nach Neuromex
z
ision und sekundärer Nervennaht Kommis
ur
nerv Daumen/Zeigefinger Thenar links am 6. Januar 2003
-
wahrscheinlich therapierefraktäre Funktionslosigkeit des linken Ar
mes mit Kontrakturen der linken Hand und repetitiven Myoklonien
-
chronische Schmerzen der dominanten rechten Schulter
-
aktiv freie Beweglichkeit bis zur Horizontalen, bei Gegenspannung nicht darüber hinaus steigerbar
-
fraglich positiver Impingement-Test
-
chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom ohne radikuläre Sympto
matik
-
breitbasige mediale Diskusprotrusion
Lendenwirbelköprer (
LWK
)
5
/
Sakralwirbelkörper (
SWK
)
1 ohne Hernierung
-
freie Beweglichkeit sämtlicher Wirbelsäulenabschnitte
-
leichte depressive Episode (
ICD-10
F32.0)
-
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (
ICD-10
F45.4)
Als Diagnose ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie einen Status nach Nikotinkonsum bis August 2007 (S. 27 Ziff. 5.2).
Die Gutachter führten aus, der Beschwerdeführer habe am 21. Juli 2002 eine Verletzung am linken Thenar mit Nervenläsion erlitten, worauf sich ein kom
plexes regionales Schmerzsyndrom entwickelt habe. Dieses CRPS sei bei der handchirurgischen Untersuchung als Typ II atrophes Stadium III diagnostiziert worden. Die unwillkürlichen Myoklonien des linken Armes könnten grundsätz
lich dem CRPS zugeordnet werden. Die linke obere Extremität sei durch diese Bewegungen massiv beeinträchtigt worden. Für die früher ausgeübte Tätigkeit als Koch sei der Beschwerdeführer dadurch aus handchirurgischer Sicht voll
ständig arbeitsunfähig. Eine körperlich leichte, einhändig mit der rechten Hand auszuführende Tätigkeit sei dem Exploranden ganztags zumutbar, aufgrund der Schmerzen und der Myoklonien sei die Arbeitsfähigkeit für diese Tätigkeit deutlich eingeschränkt (S. 28 Ziff. 6.2). Im Weiteren habe sich der Beschwerde
führer über Schmerzen im Rücken und in der rechten Schulter beklagt, welche
seit der ersten Begutachtung stark zugenommen hätten. Bei ihrer orthopädi
sc
hen Untersuchung sei eine freie Beweglichkeit der rechten Schulter und der Wirbel
säule festgestellt worden. Radiologisch nachgewiesen bestehe eine breitbasige Diskusprotrusion L
5
/S
1
. Die gesamte Untersuchung sei, wie auch die handchi
rurgische und die internistische Untersuchung, durch die Myoklonien, Abwehr
be
wegungen und Gegenspannen des Beschwerdeführers erschwert gewesen. Fün
f von fünf Waddel-Zeichen seien positiv gewesen. Aus orthopädischer Sicht seien dem Beschwerdeführer körperlich schwere Tätigkeiten nicht mehr zumutbar. Bei einer körperlich leichten bis mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeit bestehe aus orthopädischer Sicht unter Berücksichtigung der Einschränkungen des linken Armes eine 100%ige Arbeits- und Leistungsfähig
keit (S. 28 unten). Hingegen befand der handchirurgische Gutachter lediglich eine Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit von höchstens 40 % für zumutbar, sofern sich die hoch
gradige funktionelle Einschränkung mit den massiven Myoklonien im Alltag bestätigen würde (S. 26 Mitte).
In der psychiatrischen Untersuchung sei eine leichte depressive Stimmungslage feststellbar, der Beschwerdeführer habe auch aggressive Verstimmungen und Schlafstörungen angegeben. Aus psychiatrischer Sicht sei daraus eine leichte depressive Episode zu diagnostizieren. Zudem bestehe eine anhaltende somato
for
me Schmerzstörung, welche die somatisch nicht objektivierbaren Beschwer
den erkläre (S. 28 in fine). Aus psychiatrischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers um 20 % eingeschränkt (S. 29 oben).
Bei der internistischen und den anderweitigen somatischen Untersuchungen seien keine zusätzlichen Befunde erhoben oder Diagnosen gestellt worden, welche die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen würden, weshalb zusammengefasst der Beschwerdeführer aus polydisziplinärer Sicht für eine körperlich leichte, ein
händig mit der rechten Hand auszuübende Tätigkeit reduziert arbeits- und leis
tungsfähig bei ganztägiger Verwertbarkeit sei (S. 29 oben). Jedoch habe man sich betreffend Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit im Rahmen der Konsensbeurteilung nicht einigen können (vgl. S. 29 Mitte). Für die angestammte Tätigkeit als Koch bestehe seit dem 29. Juli 2002 eine bleibende volle Arbeitsunfähigkeit (S. 31). Gegenüber der letzten
D._
-Begutachtung im Jahr 2005 habe sich möglicherweise eine Verschlechterung ergeben (S. 31).
4.6
Die Ärzte des I._, Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie, stellten in ihrem Sprechstundenbericht vom 23. Oktober 2012 (Urk. 6/167/6-7) die Diagnose einer Tendovaginitis Digitus III und IV, beginnend auch Digitus V der rechten (dominanten) Hand. Ferner erläuterten sie dem Beschwerdeführer die Therapieoption mittels Infiltration oder Operation (S. 1 f.).
Mit Nachtrag vom 18. April 2013 (Urk. 6/167/8) berichteten die Ärzte, der Be
schwerdeführer sei bei persistierenden Schmerzen im Bereich der A1-Ring
bänder Digitus III/IV der rechten Hand wieder vorstellig geworden, wobei er weiterhin eine Therapie wünsche, sich jedoch nicht vorstellen könne, eine Ope
ra
tion durchführen zu lassen.
4.7
Dr. med.
J._
, Facharzt für Chirurgie, speziell Handchirurgie, diag
nos
tizierte am 8. Januar 2014 (Bericht vom 16. Januar 2014, Urk. 6/169/7-8) eine Tendovaginitis stenosans der Finger III und IV rechts bei zusätzlicher Ketten
dinose des rechten Armes. Im Rahmen einer Zweitmeinung gelangte er zur Beur
teilung, die therapeutischen Optionen beim Beschwerdeführer seien etwas schwierig zu definieren. Bezüglich der chronischen Tendovaginitis stenosans der Finger III und IV rechts könnte sicherlich eine Steroid-Infiltration Abhilfe schaffen, welche aber keinen Einfluss auf die übrigen Schmerzpunkte des rechten Armes haben würde. Der Beschwerdeführer möchte sich aber zuerst ergotherapeutisch behandeln lasse
n
(S. 1 f.).
4.8
Dr. med. K._, Facharzt für Neurologie, berichtete am 25. März 2014 der Beschwerdegegnerin (Urk. 6/168/5-6). Zuletzt habe er den Beschwerdeführer am 5. Juni 2012 gesehen. Dieser sei wegen Beschwerden im Bereich der Finger IV und III gekommen. Der Beschwerdeführer arbeite als Zeitungsverträger und benütze ausschliesslich die rechte Hand, die Gewichte seien beträchtlich. Nun bestehe eine Situation von schnellenden Fingern IV und V beidseits mit starken Schmerzen und Parästhesien. Diagnostisch bestehe eine Tendovaginitis steno
sans (S. 2).
4.9
Dr. H._ erachtete in seinem Bericht vom 8. Mai 2014 den Beschwerdeführer bei bekannter Diagnose in leichter behinderungsangepasster Tätigkeit als zu 25 bis 30 % arbeitsfähig (Urk. 6/170/1-4).
4.10
Dr. Z._ nannte in seinem Gutachten vom 15. Juli 2015 (Urk. 6/190/1-5) gestützt auf die ihm zur Verfügung gestellten Akten und seiner am 13. Juli 2015 durchgeführten Exploration als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit einen Status nach Stichverletzung Thenar links am 29. Juli 2002 mit Hautexzision und Drainage im L._, eine Neuromexzision und Sekundärnaht am 6. Januar 2003 im M._, ein neuro
pa
thi
sches Schmerzsyndrom CPRS II sowie ein komplexes Schmerzsyndrom mit aus
geprägten Myoklonien (S. 3 Ziff. 5). Er führte aus, dem Beschwerdeführer sei ein selbstständiges Entkleiden aufgrund der Schonhaltung der linken Hand nicht möglich. Die ganze linke obere Extremität sei nicht untersuchbar, ebenso könne die rechte Hand bei den vorliegenden stenosierenden Tenovaginitiden nur kurz untersucht werden, da immer wieder heftige Myoklonien den Beschwerdeführer schüttelten. Bei der Untersuchung sei nur auf die obere Extremität geachtet
worden. Der linke Arm zeige neben der Flexionsstellung im Ellbogen von 90
Grad
eine unbewegliche Schulter. Die Amplituden der linken Extremität hätten nur nach Nachfragen versuchsweise vorgeführt werden können. Ein Berühren der linken oberen Extremität habe der Beschwerdeführer nicht zuge
lassen. Die rechte Hand sowie das rechte Ellbogengelenk zeigten eine normale Beweglichkeit ohne Einschränkungen, die Schulter sei in einer Schonhaltung bei retrograd ausstrahlenden Schmerzen in der Beweglichkeit stark einge
schränkt. Die Erhebung der objektiven Befunde sei im Allgemeinen durch die immer wieder in kurzen Abständen auftretenden Myoklonien praktisch verun
möglicht worden (S. 2 f.).
Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit sei die zuletzt ausgeübt Tätigkeit als Koch aktuell und auch in Zukunft nicht mehr realistisch. Seitens der linken oberen
Extremität, welche vollständig funktionsmässig wegfalle, bestehe theoretisch ei
ne Rest
ar
beitsfähigkeit von 80 %, da mit der rechten Hand die Tätigkeiten durch
geführt werden könnten. Realistischerweise sei bei dem aktuellen Zu
stands
bild nur noch mit einer Restarbeitsfähigkeit von maximal 50 % zu rechnen (S. 3 Ziff. 6).
Auf Zusatzfragen der Beschwerdegegnerin hin präzisierte Dr. Z._, aufgrund der regredienten Verschlechterung der Gesamtsituation, insbesondere auch des komplexen generalisierten Schmerzsyndroms, sei eine maximale Arbeitsfähig
keit von 50 % gegeben, dies aber unter Vorbehalt einer vorgängigen sinnvollen Therapie an der rechten Hand (Steroidinfiltration, Tenosynovektomie und Ring
bandspaltung). Hinsichtlich der generalisierten Schmerzsymptomatik und der linken oberen Extremität bestünden keine erfolgsversprechenden Therapien. Es sei unmöglich, die Beschwerden willentlich zu überwinden, um eine höhere Arbeitsfähigkeit zu erzielen. Aufgrund der Latenz zwischen dem Unfall und dem jetzigen Zustand seien seines Erachtens nur noch Massnahmen sinnvoll, welche keine weitere Verschlechterung zuliessen (S. 4). Dr. Z._ schloss mit der Bemerkung, dass die bisherigen Massnahmen keinen Erfolg gebracht hätten und er deswegen einer weiteren Steigerung der Arbeitsfähigkeit in der aktuellen Situation kritisch entgegensehe. Eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in einer ange
passten Tätigkeit nach Behandlung der Probleme an der rechten Hand sei eher realistisch, eine 80%ige Arbeitsfähigkeit sehr optimistisch (S. 5).
4.11
Am 19. November 2015 erstatten die Ärzte der
A._
ihr polydisziplinäres Gut
achten gestützt auf die vorhandenen Akten, die Anamnese sowie die eige
nen internistischen, neurologischen, orthopädischen und psychiatrischen Untersuch
ungen (Urk. 6/202). Sie konnten keine Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit stellen und nannten die folgenden Diagnosen ohne Auswir
kungen auf die Arbeitsfähigkeit (S. 61 f. Ziff. 3):
-
komplexes regionales Schmerzsyndrom der linken Hand unklarer Aus
prägung
-
Opiat-Fehlgebrauch
-
komplexes regionales Schmerzsyndrom (CRPS) Typ II linke obere Extre
mität bei Status nach Stichwunde und chirurgischer Wundversorgung Thenar links am 29. Juli 2002 und Status nach Neuromexzision und sekundärer Nervennaht Kommisurnerv Daumen/Zeigfinger Thenar links am 6. Januar 2003
-
Tendovaginitis stenosans A1 und DIII und IV rechte Hand ohne behinderungsrelevantes Korrelat
-
geringes lumbovertebrales Schmerzsyndrom ohne radikuläre Sympto
ma
tik, breitbasige mediale Dikusprotrusion LWK5 /SWK1 ohne Hernie
rung und ohne behinderungsrelevantes Korrelat
-
geringe Tendovaginitis der langen Bizepssehne im Sulcus bicipitalis rechts ohne behinderungsrelevantes Korrelat
-
Senk-Spreizfuss beidseits ohne behinderungsbedingtes Korrelat
Aus internistischer Sicht bestünden keine Hinweise auf eine die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigende Erkrankung (S. 25). Der neurologische Gutachter beanstan
dete eine mangelhafte Compliance. Jedwede Berührung des gesamten linken Arms sei verweigert worden, was angesichts des Tragens von Garderobe und des damit verbundenen Hautkontakts nicht plausibel sei. Gravierende trophische Störungen des linken Armes lägen zudem inspektorisch nicht vor. Im weiteren Befund seien häufige Myoklonien des linken Arms überwiegend mit einwärts drehender Bewegung, aber auch ausfahrend-abduzierenden Bewegungen aufge
fallen. Unter Berücksichtigung der Anamnese und der Aktenlage sei ein CRPS der linken Hand anzunehmen, Ausprägung und Krankheitswertigkeit seien je
doch angesichts des hiesigen Befunds mit deutlichen Zeichen einer mangel
haf
ten Mitarbeit fraglich, sodass hier keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mit der gebotenen Wahrscheinlichkeit zu attestieren sei (S. 34 f.). Im psychia
tri
schen Befund fänden sich keine wesentlichen Auffälligkeiten, insbesondere seien Stimmung, Antrieb und affektive Schwingungsfähigkeit unauffällig. Ein depressives Syndrom liege nicht vor. Auch eine anderweitige psychiatrische Erkrankung bestehe nicht. Es fänden sich keine Hinweise für das Vorliegen einer Angst- oder Zwangserkrankung, einer Persönlichkeitsstörung, einer Such
terkrankung oder einer Traumafolgestörung (S. 52).
Die Gutachter gelangten in ihrer Konsensbeurteilung zum Schluss, in der derzeit ausgeübten sowie jedweder vergleichbaren oder auch einer anderen Tätigkeit ohne höherem Einsatz des linken Armes bestehe eine vollständige Arbeits
fähig
keit. Ein
komplexes regionales Schmerzsyndrom der linken Hand bezieh
ungs
weise des linken Armes mit einem dystonen Störungsanteil sei aktenkundig und mehrfach attestiert worden und möge auch aus Sicht der Gutachter bestehen. Ausprägung und Krankheitswertigkeit seien jedoch angesichts der in hiesigen Untersuchungen zu Tage getretenen Inkonsistenzen nicht mit der versiche
rungs
medizinisch gebotenen Wahrscheinlichkeit bestimmbar, sodass hier auch der Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nicht mit der gebotenen Wahrscheinlichkeit bestimmt werden könne. Die Schmerzpräsentation sei inkonsistent, namentlich nicht mit dem klinischen Eindruck korrelierend. Die fehlenden Anhaltspunkte für eine namhafte Inaktivitätshypotrophie sprächen gegen die Plausibilität der reklamierten alltagsrelevanten Einschränkungen. Auch lasse sich das Führen eines Autos mit der hier formal dargebotenen Bewegungsstörung
nicht in Ein
klang bringen. Der Beschwerdeführer übe nach eigenem Bekunden derzeit eine Tätigkeit mit der Verteilung von Postwurfsendungen aus. Die hier erhobenen Befunde seien mit der genannten Tätigkeit auch in einem Pensum und Rende
ment von 100 % vereinbar. Ebenso kämen zum Beispiel Arbeiten an Pforten, Auskunftstresen, an Hotelrezeptionen, in einfachen Hol- und Bringdiensten (interner Postverteiler) oder in Telefondiensten in Betracht (Pensum und Rende
ment 100 %). Angesichts der anamnestisch angegebenen akademischen Ausbil
dung sei auch eine Tätigkeit als Dolmetscher geeignet (S. 62 f.).
Schliesslich gingen die Gutachter – näher ausgeführt – auf ausgewählte medi
zinische Gutachten ein (S. 63 ff.) und hielten zum Gutachten von Dr. Z._
vom Juli 2015 insbesondere fest, dieser habe offenkundig die Inkonsistenzen und
die unzureichende Plausibilität der klinischen Präsentation nicht berücksichtigt, sodass seine gesamte Bewertung letztlich auf subjektivem Beschwerdevorgang
fusse. Die Behauptung eines komplexen und generalisierten Schmerzsyndroms sei
zudem nicht haltbar, da eine krankheitswertige Schmerzstörung hier gar nicht ICD-10-konform belegt werden könne. Der chirurgische Gutachter habe sich hier also nicht erkennbar mit der zumindest gleichrangingen Wahrschein
lich
keit einer bewusstseinsnahen Artefaktstörung (Inkonsistenz der Präsenta
tion, feh
lende Plausibilität) auseinandergesetzt und seine Konklusionen seien somit ver
sicherungsmedizinisch nicht haltbar. Zu den objektiven Achsenkriterien eines behinderungsrelevanten komplexen regionalen Schmerzsyndroms zählten unter anderem kutan vegetative Störungszeichen und erhebliche Atrophien. Beides liege hier nicht mit der gebotenen Wahrscheinlichkeit vor (S. 68).
4.12
Dr. med. N._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumato
logie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), erachtete in seinen Stellungnahmen vom 25. November und 4. Dezember 2015 (Urk. 6/209/7) das A._-Gutach
ten als beweistauglich. Er bestätigte die gutachterlich festgelegte Arbeitsfähig
keit von 100 % in allen Tätigkeiten mit folgendem Belastungsprofil: keine Tätigkeiten mit höherem Einsatz des linken Armes, das heisst, nur körperlich leichte bis sehr leichte Arbeit mit Hantieren von Gewichten bis maximal 3 kg und ohne ständiges Halten oder Greifen mit der linken Hand.
4.13
Dr.
Z._
hielt
in seiner Stellungnahme vom 17. Mai 2016
(Urk. 6/218/7) an seinem erstellten Gutachten fest und erklärte am 26. Mai 2016 (Urk. 6/218/8), er sei nach Erstellen seines Gutachtens hinsichtlich einer erneuten Beurteilung seitens seines Fachgebietes nicht mehr angefragt worden.
4.14
Dr. K._ untersuchte den Beschwerdeführer am 8. Juni 2016 und nannte in seiner Stellungnahme vom 21. Juni 2016 (Urk. 6/218/1-6) folgende Diagnosen (S. 4):
-
Status nach Stichverletzung des linken Daumenballens (Thenar) am 29. Juli 2002 mit 3⁄4 Durchtrennung des Nervus Communis I/II auf Abgangshöhe des Thenarastes, daneben Ausbildung eines grossen Neuroms im Bereich des proximalen Nervenstumpfes
-
Entwicklung von CRPS II mit neuropathischem Syndrom
-
Hypersensibilisierung der Neurone im zentralen Nervensystem (ZNS) mit Ausdehnung des neuropathischen Gebiets nach proximal im Oberarm
Dr. K._ zeigte sich mit den Ergebnissen des A._-Gutachtens nicht ein
verstanden. Namentlich hielt er fest, dass der Krankheitsverlauf, die objektiven Befunde und die einstimmig gestellte Diagnose von CRPS II mit der klinischen Symptomatik korrelieren würden. Es bestünden weder Simulation noch Aggra
va
tion, auch keine Inkonsistenzen, dies auch bei Langzeitbeobachtung während den Reha-Aufenthalten, beruflichen Massnahmen und ambulanten Therapien. Die Begründung der Gutachter für den überwiegend wahrscheinlich fehlenden Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit sei nicht nachvollziehbar. Ferner bestünden Anhaltspunkte für eine namhafte Inaktivitätsatrophie und die aktuelle Fotodo
kumentation wie auch seine Befunde (auch von früheren Untersuchungen) würden die trophischen Störungen bestätigen (S. 5). Ausserdem sei es eine be
kannte Tatsache, dass Patienten mit Neuropathie und Allodynie auf Fremdbe
rührung mit Ablehnung reagieren würden, aus Angst die Schmerzen zu provo
zieren (Urk. 6/218/6).
5.
5.1
Das hiesige Gericht verneinte mit Urteil vom 11. September 2012 (Prozess-Nr. IV.2011.01114; Urk. 6/150) einen Revisionsgrund aufgrund fehlender rele
vanter Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers. Es erwog, das frühere D._-Gutachten vom 2. September 2005, auf welches sich unter anderem die befristete Rentenzusprache der Beschwerdegegnerin stützte, und die aktuellen medizinischen Berichte, namentlich das neue D._-Gutachten
vom 27. Januar 2011, welches es vollen Beweiswert zumass, würden in den wes
ent
lichen Punkten übereinstimmen und ein ähnliches Bild des Beschwerde
füh
rers darstellen. Demnach leide der Beschwerdeführer gemäss überein
stimmen
der
Diagnose nach wie vor an einem komplexen regionalen Schmerzsyndrom (CRPS
) des Typs II, an chronischen Schmerzen der dominanten rechten Schulter, an einem lumbovertebralen Schmerzsyndrom sowie an einer anhaltenden somato
formen Schmerzstörung. Eine (unwesentliche) Verschlechterung ergäbe sich nur im psychiatrischen Bereich (20%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit) sowie allenfalls im Rahmen der Myoklonien (vgl. E. 5, Urk. 6/150).
5.2
Das Bundesgericht führte in seinem Urteil 9C_924/2012 vom 18. Februar 2013 (Urk. 6/157) demgegenüber aus, d
ie Gutachter des
D._
seien
im Oktober/
Novem
ber 2011 zum Ergebnis
gelangt
, der Beschwerdeführer sei für eine körperlich leichte Tätigkeit mit fast ausschliesslichem Einsatz der rechten Hand reduziert arbeits- und leistungsfähig.
Die Gutachter hätten sich
jedoch nicht auf eine definitive Einschätzung der Arbeitsfähigkeit festlegen
können
, da unter
schiedliche und plausible Argumente vorlägen, die eine höhergradige (mehr als
60 %), aber auch eine geringe oder gar keine Einschränkung begründen könnten
.
Die Diskrepanz in Bezug auf den Grad der Einschränkung der Arbeitsfähigkeit resultiere daher, dass sich der orthopädische und der handchirurgische Gut
achter über das Ausmass der Myoklonien der linken oberen Extremität uneinig
gewesen seien
. Trotz Zweifel hinsichtlich der Konsistenz der geklagten und auch während der Untersuchung aufgetretenen Myoklonien
hätten die Gutachter
– im Gegensatz zur gegenteiligen Einschätzung des hiesigen Gerichts im Urteil vom 11. September 2012 (
vgl.
E. 5 im Prozess IV.2011.01114; Urk. 6/150) – eine
dadurch bedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nicht ausgeschlossen. Auf
grund dieser Aktenlage sei die Festsetzung der Arbeitsfähigkeit fehlerhaft erfolgt
, da
die
von den
D._
-Gutachtern als notwendig (hilfreich) erachtete
n
Abklä
r
ungsmassnahmen, insbesondere die Beobachtung im Alltag, unterblieben
seien (vgl. E. 1.2 f.)
.
5.3
Die Beschwerdegegnerin veranlasste zwecks weiterer Abklärung ein handchirur
gisches Gutachten bei Dr. Z._ (vgl. vorstehend E. 4.10) und ein polydiszi
plinäres Gutachten bei der A._ (vgl. vorstehend E. 4.11).
6.
6.1
Der Beschwerdeführer macht nun vorab geltend, die bei der A._ veranlasste polydisziplinäre Begutachtung beinhalte keine Alltagsbeobachtungen, sondern sei eine Neubeurteilung, was eine unstatthafte „second opinion“ darstelle (Urk. 1 S. 6).
6.2
Nach den allgemeinen Regeln des Sozialversicherungsrechts hat der Versiche
rungs
träger den rechtserheblichen Sachverhalt abzuklären. Er ist nach dem in Art. 43 Abs. 1 ATSG statuierten Untersuchungsgrundsatz verpflichtet, die not
wen
di
gen Abklärungen von Amtes wegen vorzunehmen und die erforderlichen Auskünfte einzuholen. Die Verfahrensleitung liegt dabei beim Versicherungs
träger, dessen Ermessensspielraum in Bezug auf Notwendigkeit, Umfang und Zweckmässigkeit von medizinischen Erhebungen gross ist (Urteil des Bundesge
richts 8C_481/2013 vom 7. November 2013 E. 3.4). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. Gestützt auf den Untersuchungsgrundsatz ist der Sachverhalt soweit zu ermitteln, dass über den Leistungsanspruch zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit entschieden werden kann. Die für die Beurteilung des Leistungsanspruchs von Amtes wegen durch
zuführenden Abklärungen im Sinne von Art. 43 ATSG beinhalten indessen rechtsprechungsgemäss nicht das Recht des Versicherungsträgers, eine
„
second
opinion
“
zum bereits in einem Gutachten festgestellten Sachverhalt einzuholen, wenn ihm dieser nicht passt
(BGE 138 V 271 E.
1.1; Urteil des Bundesgerichts U 571/06 vom 29. Mai 2007 E. 4.2). Entscheidend dafür, ob weitere Abklärungen angeordnet werden können und müssen, ist, ob die bereits vorliegenden Gut
ach
ten die praxisgemässen inhaltlichen und beweismässigen Anforderungen erfüllen (Urteil des Bundesgerichts U 571/06 vom 29. Mai 2007 E. 4.2).
6.3
Indem die Beschwerdegegnerin in Nachachtung ihrer gesetzlichen Abklärungs
pflicht die bereits im vormaligen Verfahren beantragte Begutachtung (vgl. Urk. 6/148) anordnete, bewegte sie sich ohne weiteres im Rahmen des ihr bei medizinischen Erhebungen zustehenden Ermessenspielraums (vgl. vorstehend E. 6.2). Es bestehen keine
Anhaltspunkte dafür, dass die Beschwerdegegnerin mit der angeordneten polydisziplinären Begutachtung eine „
second
opinion
“ zu einem bereits umfassend abgeklärten Sachverhalt einzuholen gedachte
, zumal auch das Bundesgericht eine solche nicht explizit ausschloss und lediglich anordnete, dass die Beschwerdegegnerin allenfalls nach entsprechender Rück
frage bei der Gutachtenstelle (D._) die geeigneten Massnahmen durchführen solle (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_924/2012 vom 18. Februar 2013 E. 2; Urk. 6/157). Denn aus dem D._-Gutachten vom 27. Januar 2011 ging gemäss Bundesgericht aufgrund der divergierenden Einschätzungen der Gutachter die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nicht eindeutig hervor, weshalb bei dieser Ausgangslage weitere Abklärungen zum Gesundheitszustand notwendig waren. Schliesslich hat der Beschwerdeführer dieser Begutachtung zugestimmt und keine Rüge der unzulässigen „second opinion“ erhoben (vgl. Urk. 6/175, Urk. 6/180, Urk. 6/197).
7.
7.1
Im D._-Gutachten vom 27. Januar 2011 (vgl. vorstehend E. 4.5), welches grundsätzlich die praxisgemässen Anforderungen an ein Gutachten erfüllt (vgl. vorstehend E. 1.6) und auch vom Bundesgericht bestätigt wurde (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_924/2012 vom 18. Februar 2013 E. 1.3; Urk. 6/157), nahmen die Gutachter ausdrücklich Bezug auf die medizinische Einschätzung zur Zeit vor erfolgter Neuanmeldung und führten aus, dass sich aus orthopädischer Sicht bezogen auf die lumbale und die Schulterproblematik rechts keine Veränderung ergeben habe. Aus der Expertise gehe klar hervor, dass von Seiten der rechten Schulter und des Rückens die Arbeitsfähigkeit nicht in nennenswerter Weise eingeschränkt sei. Dies deckt sich auch mit dem Befund der A._-Gutachter
vom 19. November 2015, welche nebst dem genannten lumbovertebralen Schmerz
syndrom und der Diskusprotrusion ohne radikuläre Symptomatik beziehungsweise ohne behinderungsrelevantem Korrelat zusätzlich und neu eine Tendovaginitis stenosans in der rechten Hand, eine geringe Tendovaginitis der langen Bizepssehne ohne behinderungsrelevantem Korrelat sowie einen Senk-Spreizfuss diagnostizierten, jedoch diesen Diagnosen keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zumassen (vgl. vorstehend E. 4.11). Auch Dr. Z._ be
richtete am 15. Juli 2015 bezüglich der rechten Hand und des rechten Ellbogen
gelenks von einer normalen Beweglichkeit ohne Einschränkungen, wies aber auf Schmerzen in der rechten Schulter hin und gelangte zur Einschätzung, dass mit der rechten Hand Tätigkeiten, welche aufgrund der funktionslosen linken oberen Extremität wegfallen, durchgeführt werden könnten (vgl. vorstehend E. 4.10). Ebenso erwog Facharzt Dr. J._ im Januar 2014, dass bezüglich der chronischen Tendovaginitis stenosans rechts eine Steroid-Infiltration Abhilfe schaffen könnte (vgl. vorstehend E. 4.7).
Aus psychischer Sicht hatten die D._-Gutachter nebst einer leichten depressiven Episode im Januar 2011 eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) diagnostiziert, welche jedoch die Arbeitsfähigkeit nicht in nennenswerter Weise einschränke (vgl. vorstehend E. 4.5). Das Bundesgericht verneinte mit Urteil 9C_924/2012 vom 18. Februar 2013 ebenfalls das Bestehen eines zusätz
lichen psychischen Leidens (Urk. 6/157 E. 1.3.3). Auch dem A._-Gutachten vom 19. November 2015 lässt sich keine psychiatrische Diagnose mit Krank
heits
wert entnehmen (vgl. vorstehend E. 4.11), und es werden dem Beschwerde
führer überdies aufgrund seines Arbeits- und Freizeitverhaltens gute Ressourcen bescheinigt (Urk. 6/202 S. 23 f.). Eine psychische Behandlung bei einem Spezia
listen ist – trotz gegenteiliger Aussage des Beschwerdeführers (vgl. Urk. 6/202 S. 48) – darüber hinaus auch nicht aktenkundig.
7.2
7.2.1
Strittig sind hingegen die gesundheitlichen Einschränkungen des Beschwerde
führers aufgrund des komplexen regionalen Schmerzsyndroms sowie das Vor
han
den und die Auswirkungen der beobachteten Myoklonien.
7.2.2
Dr. Z._ bestätigte in seinem den praxisgemässen Anforderungen an die Beweistauglichkeit (vgl. vorstehend E. 1.6) erfüllenden Gutachten vom 15. Juli 2015 (vgl. vorstehend E. 4.10) das Vorliegen ausgeprägter Myoklonien. Ein selb
ständiges Entkleiden sei aufgrund der Schonhaltung der linken Hand nicht möglich. Zwar wies auch er darauf hin, dass die Erhebung objektiver Befunde im Allgemeinen durch die immer wieder in kurzen Abständen auftretenden Myoklonien praktisch verunmöglicht worden sei. Dennoch gelangte er in seiner Arbeitsfähigkeitseinschätzung zum nachvollziehbaren Schluss, dass die vor dem Gesundheitsschaden ausgeübte Tätigkeit des Beschwerdeführers als Koch aktuell und auch in Zukunft nicht mehr realistisch sei. Die Arbeitsfähigkeit in einer Ver
weistätigkeit bezifferte er mit theoretisch 80 %, realistisch sei jedoch noch eine Restarbeitsfähigkeit von maximal 50 % und dies erst nach erfolgter Be
hand
lung der Probleme an der rechten Hand, was sich zudem mit der früheren
Einschätzung des handchirurgischen
D._
-Gutachters deckt, welcher aufgrund der
Myoklonien eine Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit von höchstens 40 % für zumutbar erachtete (vgl. vorstehend E. 4.5). Diese Einschätzung findet auch in der Beurteilung durch Dr. K._ ihre Stütze, welcher ausführte, der Krankheitsverlauf, die objektiven Befunde und die einstimmig gestellte Diag
nose von CRPS II würden mit der klinischen Symptomatik korrelieren (vgl. vor
stehend E. 4.14).
7.2.3
Nicht zu überzeugen vermag hingegen das A._-Gutachten vom 19. Novem
ber 2015 (vgl. vorstehend E. 4.11). Die Gutachter bestätigten zwar das Vorliegen eines CRPS der linken Hand beziehungsweise eines komplexen regionalen Schmerzsyndroms des linken Armes, erachteten aber (als einzige medizinische Sachverständige) die Ausprägung und die Krankheitswertigkeit angesichts des Befunds mit Inkonsistenzen als nicht überwiegend wahrscheinlich.
Dem widersprach Dr. K._. Erhellend wies er auf fehlende Simulation, Aggra
vation und Inkonsistenzen hin, welche bereits in der Langzeitbeobachtung während den Reha-Aufenthalten, beruflichen Massnahmen und ambulanten Therapien festgestellt worden seien (vgl. z.B. Urk. 6/18 S. 3 oben, Urk. 6/95 S. 2 unten). Nachvollziehbar und überzeugend ist auch seine Erklärung, dass Patien
ten mit Neuropathie und Allodynie auf Fremdberührungen mit Ablehnung reagieren, aus Angst vor Schmerzen. Ferner widerlegte er mittels Fotodoku
men
tation und eigenen Untersuchungsbefunden die Ansicht der A._-Gutachter, wonach keine Inaktivitätsatrophie vorliege (deutliche Unterschiede zwischen der linken und rechten oberen Extremität hinsichtlich Volumen, Umfang und Farbe; Urk. 6/218/3). Auch Prof. F._ hat in seiner Beurteilung vom Januar 2008 schon auf die typischen trophischen und sudomotorischen Störungen und
die ausgeprägte Allodynie hingewiesen (vgl. vorstehend E. 4.3). Ebenso ersch
eint unter Berücksichtigung der Expertisen des D._ und von Dr. Z._ die Er
klärung des Beschwerdeführers plausibel, dass bei der Bewältigung von kurzen Fahrstrecken mit dem Auto keine ausgeprägte Belastungssituation, wie dies unter dem Druck zur Arbeitsleistung bei den Arbeitsversuchen oder bei den medizinischen Untersuchungen der Fall sei, vorherrsche, weshalb bei dieser Aktivität die Myoklonien auch nicht mit gesteigerter Häufung aufträten (vgl. Urk. 1 S. 10 unten).
Schliesslich nahmen die A._-Gutachter, unter welchen keiner über eine spezielle Facharztausbildung in Handchirurgie verfügte, auch keine Rücksprache mit dem Facharzt Dr. Z._ (vgl. vorstehend E. 4.13), obwohl dies von der Be
schwerdegegnerin anlässlich der Gutachtensvergabe vorgesehen war (vgl. Urk. 6/184/1). Bei ihrer Einschätzung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerde
füh
rers nahmen sie keinen Bezug zur Tätigkeit des Beschwerdeführers vor Eintritt des Gesundheitsschadens, sondern stellten auf seine aktuell ausgeübte Tätigkeit als Verteiler von Postsendungen ab und erachteten den Beschwerdeführer auch aufgrund seiner akademischen Bildung für die Tätigkeit des Dolmetschers als gut geeignet (Urk. 6/202 S. 53), obwohl dieser in seinem Heimatland lediglich die Hotelfachschule absolviert hatte (vgl. Urk. 6/30 S. 5 Ziff. 3.2.2, Urk. 6/66/1).
7.2.4
Nach dem Gesagten ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit mindestens zu 50 % arbeitsfähig ist, wobei in dieser quantitativen Einschätzung das von RAD-Arzt Dr. N._ erstellte Belastungsprofil (keine Tätigkeiten mit höherem Einsatz des linken Armes, das heisst, nur körperlich leichte bis sehr leichte Arbeit mit Hantieren von Gewichten bis maximal 3 kg und ohne ständiges Halten oder Greifen mit der linken Hand; vgl. vorstehend E. 4.12) bereits als enthalten gilt.
Die abweichende (und sehr pessimistische) Arbeitsfähigkeitseinschätzung von Haus
arzt Dr. H._ (vgl. vorstehend E. 4.9) vermag die Expertisen von Dr. Z._ und des D._ nicht zu entkräften. Es gilt der Grundsatz, wonach Berichte der behandelnden Ärzte aufgrund deren auftragsrechtlicher Vertrau
ens
stellung zum Patienten mit Vorbehalt zu würdigen sind (BGE 135 V 465 E. 4.5), welcher hier für den allgemein praktizierenden Hausarzt Anwendung findet.
Die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer angepassten Tätigkeit lässt sich aufgrund der langen Verfahrensdauer seit der Neuanmeldung für Einglie
de
rungsmassnahmen vom November 2008 beziehungsweise des Gesuchs um Neu
beur
teilung der Rentenfrage infolge Verschlechterung des Gesundheitszustandes vom Dezember 2009 retrospektiv schwierig festsetzen. Aus den Akten kann je
doch mit überwiegender Wahrscheinlichkeit geschlossen werden, dass eine Ver
schlechterung spätestens im Zeitpunkt der D._-Begutachtung im Oktober/
November 2010 eingetreten ist, kamen doch die dortigen Gutachter zum Sch
luss, dass gegenüber der letzten D._-Begutachtung im Jahr 2005 möglicherweise eine Verschlechterung stattgefunden hat (vgl. vorstehend E. 4.5). Diese wurde sodann mit den nachfolgenden medizinischen Berichten erhärtet. Aus diesem Grund ist die gesundheitliche Verschlechterung mit überwiegender Wahrschein
lichkeit seit 11. November 2010, dem Datum des Untersuchs des handchirur
gischen D._-Gutachters, ausgewiesen und es ist darauf abzustellen.
Damit ergibt sich, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers ge
gen
über der ersten D._-Begutachtung verschlechtert hat, womit ein Revi
sions
grund vorliegt (vgl. vorstehend E. 1.3 f.).
7.3
Zusammenfassend ist der medizinische Sachverhalt so erstellt, dass von einer Arbeitsunfähigkeit von 50 % in einer adaptierten Tätigkeit seit November 2010 auszugehen ist. In der vor dem Gesundheitsschaden zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Koch besteht nach Einschätzung der D._-Gutachter, wie auch nach der
jeni
gen der übrigen Ärzte, hingegen keine Arbeitsfähigkeit mehr.
Die Beschwerdegegnerin hat keinen Einkommensvergleich durchgeführt (vgl. Urk. 2). Angesichts der ausgewiesenen 50%igen Arbeitsunfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit ist die angefochtene Verfügung vom 16. Januar 2017 aufzuheben und die Sache zur Durchführung eines Einkommensvergleichs an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
8.
8.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
9
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
8.2
Ausgangsgemäss ist die Beschwerdegegnerin sodann zu verpflichten, de
m
ver
tre
tenen Beschwerdeführer eine Prozessentschädigung zu bezahlen, da nach ständiger Rechtsprechung die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen gilt (BGE 137 V 57 E. 2.2). Die Prozessentschädigung ist gemäss Art. 61 lit. g ATSG in Verbindung mit § 34 GSVGer – ohne Rücksicht auf den Streitwert – nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens zu bemessen. Unter Berücksichtigung der vorgenannten Bemes
sungs
kriterien ist die Prozessentschädigung vorliegend ermessensweise auf Fr. 2‘
3
00.-- (inkl. Barauslagen und MWSt) festzusetzen.