Decision ID: e919e405-f137-4b20-adeb-d140df77578c
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a Am 8. Mai 2012 sprach die IV-Stelle des Kantons St. Gallen A._ (nachfolgend:
Versicherte bzw. Klägerin) basierend auf der IV-Anmeldung vom 14. Oktober 2002 (vgl.
act. G 1.10) mit Wirkung ab 1. September 2011 eine halbe Rente bei einem
Invaliditätsgrad von 50% zu (act. G 1.2). Mit Mitteilung vom 29. Mai 2015 bestätigte die
IV-Stelle der Versicherten, dass sie aufgrund unveränderter Verhältnisse weiterhin
Anspruch auf die entsprechenden Geldleistungen habe (act. G 1.4).
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A.b Mit Schreiben vom 14. Januar 2016 teilte die Pensionskasse B._ (nachfolgend
Pensionskasse, bzw. Beklagte) der Versicherten mit, dass aufgrund der Veränderung
anrechenbarer Drittleistungen eine Neuberechnung der Pensionskassenleistungen
vorgenommen worden sei. Da sie kein effektives Einkommen erziele, sei das von der
Eidgenössischen Invalidenversicherung berechnete Invalideneinkommen als
zumutbarerweise erzielbares Erwerbseinkommen in der
Überentschädigungsberechnung herangezogen worden. Ab dem 1. April 2013 habe sie
einen reglementarischen Anspruch auf eine halbe Invalidenrente von der
Pensionskasse in der Höhe von Fr. 623.- pro Monat. Vorgesehen sei, die Anpassung
auf den 1. Februar 2016 vorzunehmen (act. G 1.9).
B.
B.a Am 24. Dezember 2016 erhob Rechtsanwalt Dr. iur. Ronald Pedergnana, St.
Gallen, für die Versicherte Klage gegen die Pensionskasse mit den Begehren, die
Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin eine 50%ige Invalidenrente von monatlich Fr.
922.- fortan zu bezahlen und für die bereits überwiesenen (gekürzten) Rentenleistungen
seit 1. Februar 2016 die Differenz von Fr. 299.- pro Monat inklusive Verzugszinsen ab
jeweiligem Fälligkeitsdatum nachzuzahlen. Eventualiter sei ein gerichtliches Gutachten
in Auftrag zu geben. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beklagten.
Im Weiteren sei der Klägerin die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren (act. G 1).
Zur Begründung legte der Rechtsvertreter unter anderem dar, die Kürzung der
Invalidenrente der Pensionskasse sei nicht gerechtfertigt, da die Klägerin kein
Erwerbseinkommen erziele und wegen des schlechten Gesundheitszustandes, des
fortgeschrittenen Alters, der fehlenden Berufsausbildung und der schlechten
Arbeitsmarktlage in C._ auch nicht erzielen könnte. Falls überhaupt eine
leidensangepasste Tätigkeit zumutbar wäre, so sei gestützt auf die Tabellenlöhne des
Bundesamtes für Statistik von einem Invalideneinkommen von Fr. 1'644.- (40% von Fr.
4'111.-) auszugehen. Bezüglich des Valideneinkommens wurde ausgeführt, dass
dieses um Fr. 3'250.- auf Fr. 60'466.- (bzw. auf Fr. 5'038.- pro Monat) zu erhöhen sei,
denn wäre die Klägerin nicht invalid geworden, würde sie im Nebenerwerb als
Reinigungsfachkraft arbeiten (vgl. act. G 1.11). Die Überentschädigungsgrenze betrage
daher Fr. 4'535.- pro Monat (Fr. 5'038.- x 0.9). Diese Grenze werde durch die
anzurechnenden Einkünfte nicht erreicht (erzielbares Einkommen Fr. 1'644.-,
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Invalidenrente Fr. 623.-, Unfallversicherungsrente Fr. 661.-, insgesamt Fr. 2'928.- pro
Monat). Infolgedessen habe die Pensionskasse weiterhin die ungekürzte Rente von Fr.
922.- zu entrichten. Den Gesundheitszustand der Klägerin betreffend
wurden eingereicht die Arztberichte vom 23. Januar 2015 von Dr. med. D._, Facharzt
für Innere Medizin und Rheumatologie FMH, Rheumatologie E._ (act. G 1.6), vom 5.
Juni 2016 von Dr. med. F._, Subspezialist Rheumatologie/G._, Arzt, H._ in C._
(act. G 1.7) und vom 23. Juni 2016 von Dr. med. I._, Allgemeinkrankenhaus, J._ in
C._ (act. G 1.8).
B.b Der Rechtsvertreter der Klägerin reichte mit Schreiben vom 3. Februar 2017 die
Unterlagen zum Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ein (act. G 4, G 4.1). Am 7.
Februar 2017 legte er eine Kopie eines Arbeitsvertrages, abgeschlossen zwischen ihm
und der aktuellen Reinigungsfachkraft, ins Recht (act. G 5, G 5.1).
B.c In der Klageantwort vom 2. Mai 2017 (act. G 10) beantragte die Beklagte, vertreten
durch Rechtsanwältin Dr. iur. Isabelle Vetter-Schreiber, Zürich, die vollumfängliche
Abweisung der Klage unter Kosten und Entschädigungsfolge zulasten der Klägerin. Zur
Begründung wurde ausgeführt, dass aufgrund des Wegfalls des noch erzielten
Einkommens der Klägerin eine neue Überentschädigungsberechnung erforderlich
geworden sei. Hinsichtlich der dabei anrechenbaren Einkünfte wurde ausgeführt, dass
die Klägerin sich ein hypothetisches Einkommen anrechnen lassen müsse, welches
dem invalidenversicherungsrechtlich festgelegten Invalideneinkommen entspreche.
Zum Antrag der Klägerin, dass kein hypothetisches Einkommen zu berücksichtigen sei,
da gesundheitsbedingt keine Restarbeitsfähigkeit mehr bestehe, wurde ausgeführt,
dass sich die Klägerin diesbezüglich an die IV-Stelle wenden und eine Rentenrevision
beantragen müsste, denn sie als Beklagte sei an die Feststellung der
Restarbeitsfähigkeit durch die IV-Organe gebunden. Zur Aussage der Klägerin, sie
habe keine Chancen auf dem Arbeitsmarkt, weshalb kein hypothetisches Einkommen
angerechnet werden dürfe, wurde eingewendet, dass sie dies weder substantiiert noch
diesbezüglich Beweise - wie der Nachweis erfolglos gebliebener Stellenbemühungen -
angeboten habe. Da davon auszugehen sei, dass die Klägerin ohne gesundheitliche
Beeinträchtigungen ihren Wohnsitz nicht ins Ausland verlegt hätte, sondern weiterhin in
der Schweiz erwerbstätig wäre, bemesse sich das mutmasslich entgangene
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Einkommen nach schweizerischen Verhältnissen (vgl. dazu act. G 10.3). Diese
Einschätzung werde auch dadurch bestätigt, dass die Klägerin weiterhin eine Wohnung
in K._ habe. Zur geltend gemachten Nebenerwerbstätigkeit als Reinigungsfachkraft
wurde erklärt, dass dies nicht erwiesen sei, denn es seien keine Beweise wie
Lohnabrechnungen, Lohndeklarationen gegenüber der AHV für einen Nebenerwerb
oder Steuerunterlagen vorgelegt worden.
B.d Mit Schreiben vom 8. Mai 2017 teilte der verfahrensleitende Gerichtspräsident der
Klägerin mit, dass aufgrund des monatlichen Einkommens von Fr. 3'500.- und den
tiefen Lebenshaltungskosten in C._ (das durchschnittliche Monatseinkommen
betrage dort € 416.-) kein Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege bestehe (act. G
11). Die angesetzte Frist bis 18. Mai 2017, um gegen die formlose Erledigung des
Gesuches zu opponieren, liess die Klägerin ungenutzt verstreichen.
B.e In der Replik vom 18. August 2017 wurde unverändert an den Anträgen gemäss
Klage vom 24. Dezember 2016 festgehalten (act. G 19). Ausgeführt wurde
insbesondere, dass das zumutbarerweise erzielbare Einkommen nicht mit dem
Invalideneinkommen gleichgesetzt werden dürfe, da eine gesundheitliche
Verschlechterung geltend gemacht werde. Hinsichtlich der von der Klägerin
geforderten Berücksichtigung der Anwaltskosten als durch den Versicherungsfall
verursachte Mehrkosten wurde erklärt, dass nicht nur finanzielle Vorteile, sondern auch
Nachteile in der Überentschädigungsberechnung zu berücksichtigen seien. Zum
Nebenerwerbseinkommen als Reinigungsfachkraft wurde ausgeführt, dass die Suva
dieses im Jahr 2004 anerkannt und in der Höhe von Fr. 1'625.- bei der Berechnung des
Jahresverdienstes berücksichtigt habe (vgl. Beilagen act. G 19.4 ff.). Der
Rechtsvertreter der Klägerin reichte zudem eine Honorarnote in der Höhe von Fr.
5'633.80 (inkl. MwSt) ein (act. G 19.15).
B.f In der Duplik vom 15. November 2017 hielt die Beklagte unverändert an der
Abweisung der Klage fest (act. G 25). Bezüglich des zumutbaren Erwerbseinkommens
wurde ausgeführt, dass vom Verdienst eines 50%-Pensums in der bisher ausgeübten
Tätigkeit als Mitarbeiterin in der Verpackung auszugehen sei. Zur geforderten
Berücksichtigung der Anwaltskosten wurde erklärt, dass anders als im ATSG in der
beruflichen Vorsorge eine Rechtsgrundlage für die Anrechnung der Mehrkosten fehle.
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Zum Nebeneinkommen als Reinigungsfachkraft wurde angemerkt, dass die Klägerin
keine Belege für eine regelmässige, auf Dauer angelegte Nebenerwerbstätigkeit
eingereicht habe, weshalb das geltend gemachte Nebeneinkommen bei der Festlegung
des mutmasslich entgangenen Einkommens nicht berücksichtigt werden dürfe. Dass
der Unfallversicherer ein Nebeneinkommen berücksichtigt habe, sei irrelevant, da diese
Festlegung nicht bindend für die Vorsorgeeinrichtung sei. Hinzu komme, dass bei der
Unfallversicherungsrente das innerhalb eines Jahres vor dem Unfall erzielte
Einkommen berücksichtigt werde, während vorliegend das ohne Invalidität
hypothetisch erzielbare Einkommen relevant sei. Der Duplik beigelegt wurden zwei
Schreiben vom 8. August und 26. September 2007 vom Rechtsvertreter der Klägerin an
die Beklagte betreffend die Überentschädigungsberechnung (act. G 25.1 und G 25.2).
B.g Mit Schreiben vom 17. Januar 2018 reichte der Rechtsvertreter der Klägerin eine
ergänzende Eingabe ein (act. G 27). Diese wurde der Beklagten zur Kenntnis gebracht
(act. G 28).

Erwägungen
1.
Strittig ist die Höhe der auszurichtenden Invalidenrente aus der beruflichen Vorsorge
und dabei insbesondere, ob eine Rentenkürzung wegen Überschreitens der
Überentschädigungsgrenze statthaft ist. Uneinigkeit besteht sowohl hinsichtlich der
Höhe des mutmasslich entgangenen Einkommens als auch hinsichtlich des
zumutbarerweise noch erzielbaren Erwerbseinkommens (hypothetisches
Erwerbseinkommen).
2.
2.1 Da sowohl die Überentschädigungsberechnung per 1. April 2013 als auch die
Mitteilung der Invalidenrentenanpassung mit Schreiben vom 14. Januar 2016 wie auch
die Klage vom 24. Dezember 2016 vor Ende 2016 erfolgten, richtet sich das
anwendbare Recht, da Übergangsbestimmungen fehlen, nach den bis Ende 2016
gültigen Fassungen des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen-
und Invalidenvorsorge (BVG; SR 831.40) und der Verordnung über die berufliche
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Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVV 2; SR 831.441.1). Anzumerken ist,
dass die Überentschädigungsregelung in der seit dem 1. Januar 2017 gültigen Fassung
der Art. 34a Abs. 1 BVG i.V.m. Art. 24 BVV 2 (vgl. insbesondere Art. 24 Abs. 1 lit. d und
Abs. 5 BVV 2) inhaltlich der bisherigen Regelung entspricht.
2.2 Gemäss Art. 24 Abs. 5 BVV 2 kann die Vorsorgeeinrichtung die Voraussetzungen
und den Umfang einer Kürzung jederzeit überprüfen und ihre Leistungen anpassen,
wenn die Verhältnisse sich wesentlich ändern.
2.3 Gemäss Art. 24 Abs. 1 BVV 2 i.V.m. Art. 34a BVG kann die Vorsorgeeinrichtung die
Hinterlassenen- und Invalidenleistungen kürzen, soweit sie zusammen mit anderen
anrechenbaren Einkünften 90 Prozent des mutmasslich entgangenen Verdiensts
übersteigen. Im vorliegend anwendbaren Vorsorgereglement mit Gültigkeit ab 1. Januar
2012 (act. G 10.5, nachfolgend: Vorsorgereglement) findet sich in Art. 20 Abs. 1 eine
der gesetzlichen Regelung entsprechende Formulierung: Hinterlassenen- und
Invalidenleistungen werden gekürzt, soweit sie zusammen mit den anderen
anrechenbaren Einkünften 90 Prozent des mutmasslichen entgangenen Verdienstes
der versicherten Person übersteigen.
3.
Die Beklagte nahm eine Neuberechnung der Leistungen aufgrund der Veränderung
anrechenbarer Drittleistungen per 1. April 2013 vor. Auf diesen Zeitpunkt hin beendete
die Klägerin ihr Arbeitsverhältnis und verlangte von der Beklagten die Barauszahlung
ihres Freizügigkeitsguthabens wegen Wegzugs nach C._ (act. G 10-3). Mit Schreiben
vom 14. Januar 2016 teilte die Beklagte der Klägerin mit, dass sie gestützt auf das
Ergebnis der Überentschädigungsberechnung mit Überprüfungszeitpunkt 1. April 2013
die Invalidenrente per 1. Februar 2016 anpassen werde (act. G 1.9). Gegen die
Überprüfung der Leistungen per 1. April 2013 wurden von der Klägerin in der Klage
vom 24. Dezember 2016 (act. G 1) keine Einwände vorgebracht. Die Klage bezieht sich
ausschliesslich auf die Bemessung bzw. die Höhe der auszurichtenden Invalidenrente.
3.1 Nachfolgend ist daher zuerst zu prüfen, von welchem mutmasslichen entgangenen
Verdienst in der Überentschädigungsberechnung auszugehen ist.
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3.1.1 Gemäss der Klägerin beträgt der entgangene Verdienst Fr. 60'466.- pro Jahr
und setzt sich zusammen aus der mutmasslichen Besoldung als Mitarbeiterin
Verpackung von Fr. 57'216.- (vgl. act. G 1.9) und aus dem Nebenerwerbseinkommen
als Reinigungsfachkraft beim klägerischen Rechtsvertreter in der Höhe von Fr. 3'250.-
pro Jahr (vgl. act. G 1-9). Die Beklagte dagegen geht ausschliesslich vom zuletzt
erzielten und der Lohnentwicklung angepassten Einkommen als Mitarbeiterin in der
Verpackung von Fr. 57'216.- aus (G 1.9-2).
3.1.2 Festzuhalten ist soweit, dass in der Überentschädigungsberechnung per 1.
April 2013 beim mutmasslich entgangenen Verdienst - da unbestritten - das
Einkommen als Mitarbeiterin Verpackung von Fr. 57'216.- pro Jahr zu berücksichtigen
ist (vgl. act. G 1-9, G 1.9-2). Uneinigkeit besteht dagegen bei Berücksichtigung der von
der Klägerin geltend gemachten Nebenerwerbseinkünften von Fr. 3'250.- pro Jahr (vgl.
act. G 1-9 f., G 10-10 f.).
3.1.3 Die Überentschädigungsgrenze des "mutmasslich entgangenen Verdienstes"
ist in Art. 24 Abs. 1 BVV 2 verankert (BGE 126 V 100 E. 4 f.). In konstanter
Rechtsprechung ist unter diesem Begriff das hypothetische Einkommen zu verstehen,
das die versicherte Person ohne Invalidität verdienen könnte (HANS MICHAEL
RIEMER/GABRIELA RIEMER-KAFKA, Das Recht der beruflichen Vorsorge in der
Schweiz, 2. Aufl. Bern 2006, S. 26 Rz 80, und HANS-ULRICH STAUFFER, Berufliche
Vorsorge, Zürich 2005, S. 320 Rz 861, je mit Hinweisen). Der mutmasslich entgangene
Verdienst entspricht demnach rechtlich nicht (betraglich höchstens zufällig) dem
versicherten Verdienst oder dem bei Eintritt der Invalidität tatsächlich erzielten
Einkommen. Massgebend für die Bestimmung des hypothetischen Einkommens ist der
Zeitpunkt, in welchem sich die Kürzungsfrage stellt (BGE 126 V 96 E. 3, 123 V 197 E.
5a). Des Weiteren besteht zwischen dem Valideneinkommen, wie es für die
Invaliditätsbemessung heranzuziehen ist, und dem mutmasslich entgangenen
Verdienst als Faktor der Überentschädigungsberechnung eine weitgehende Parallele,
hingegen keine Kongruenz. Denn während beim invalidenversicherungsrechtlichen
Validen- wie auch Invalideneinkommen mit Blick auf das zugrunde liegende Konzept
des als ausgeglichen unterstellten Arbeitsmarktes (vgl. Art. 16 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]) von der
konkreten Arbeitsmarktlage abstrahiert werden muss, ist bei der Festsetzung des
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mutmasslich entgangenen Verdienstes den spezifischen Gegebenheiten und
tatsächlichen Chancen des Versicherten auf dem jeweiligen Arbeitsmarkt Rechnung zu
tragen (vgl. Urteile des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar
2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 2. September 2004, B
17/03, vom 6. Februar 2006, B 54/05 und vom 29. November 2004, B 21/04; Urteil des
Bundesgerichts vom 26. Januar 2007, B 83/06, E. 6). Ausgehend vom zuletzt vor
Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigung (mit Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit) erzielten Verdienst (vgl. Urteil des EVG vom 22. März 2004, B 98/03 E.
4.2) sind alle einkommensrelevanten Veränderungen (Teuerung, Reallohnerhöhungen,
Karriereschritte, etc.) zu berücksichtigen, welche ohne Invalidität überwiegend
wahrscheinlich eingetreten wären (MARC HÜRZELER, in: BVG und FZG,
Handkommentar, 2010, N. 17 ff. zu Art. 34a BVG; RIEMER/RIEMER-KAFKA, a.a.O., S.
126 Rz. 80; STAUFFER, a.a.O., S. 321 Rz. 862; BGE 129 V 150 E. 2.3; Urteile des EVG
vom 29. November 2004, B 21/04, E. 3.2, und 9. April 2003, B 55/02).
3.1.4 Die Klägerin macht geltend, dass beim mutmasslich entgangenen Verdienst
die Nebenerwerbseinkünfte als Reinigungsfachkraft in der Höhe von Fr. 3'250.- pro
Jahr zu berücksichtigen seien. Dabei beruft sie sich einerseits auf den in den Jahren
2000 und 2001 erzielten Verdienst als Reinigungsfachkraft (vgl. act. G 19.4 f., G 19.7 f.)
und andererseits auf die Möglichkeiten, welche sie als Gesunde gehabt hätte, für den
klägerischen Rechtsvertreter als Reinigungsfachkraft tätig zu sein (vgl. act. G 1.11, G
19-9, G 19.10 ff.). Hinsichtlich der Nebenerwerbstätigkeit in den Jahren 2000 und 2001
ist festzustellen, dass die vorgelegten Dokumente zwar nahelegen, dass die Klägerin
vom klägerischen Rechtsvertreter für Reinigungsarbeiten (wenn auch nur im geringeren
Umfang als dies geltend gemacht wurde [2000: Fr. 550.-; 2001: Fr. 1'225.-; vgl. act. G
19-8, G 19.4]) entschädigt worden war, diese jedoch nicht zu belegen vermögen, dass
es sich bei der Reinigungstätigkeit um eine regelmässige und auf Dauer ausgerichtete
Tätigkeit im Sinne eines unbefristeten Anstellungsverhältnisses gehandelt hat, so dass
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden könnte, dass die
Klägerin die Reinigungstätigkeit auch im vorliegend relevanten Überprüfungszeitpunkt
(1. April 2013) (noch) ausgeführt hätte. Der vom Rechtsvertreter der Klägerin am 7.
Februar 2017 eingereichte Arbeitsvertrag, abgeschlossen zwischen der heutigen
Reinigungsfachkraft und dem klägerischen Rechtsvertreter (act. G 5.1), ist unbehelflich,
da der Vertrag nicht die Klägerin, sondern eine andere Person betrifft, der
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Reinigungsbedarf seit dem Jahr 2000 zugenommen haben soll (vgl. act. G 19-9) und
der Vertrag auch sonst keine Angaben über die Situation zum Überprüfungszeitpunkt
(1. April 2013) enthält. Folglich vermögen der Vertrag wie auch die weiteren
Ausführungen des Rechtsvertreters nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu
beweisen, dass die Klägerin im geltend gemachten Umfange bzw. überhaupt am 1.
April 2013 für den Rechtsvertreter als Reinigungsfachkraft tätig gewesen wäre. Im
Weiteren ist festzustellen, dass im Arbeitsvertrag in § 9 "Verschwiegenheitspflicht"
festgehalten ist, dass die Reinigungsfachkraft eine separate
Verschwiegenheitserklärung zu unterzeichnen habe. Infolgedessen müsste - selbst
wenn ein unbefristeter Arbeitsvertrag zwischen der Klägerin und dem klägerischen
Anwalt im Jahr 2000/2001 mündlich abgeschlossen worden wäre - zumindest eine von
der Klägerin unterzeichnete Verschwiegenheitserklärung vorhanden sein. Da eine
solche im Verfahren jedoch nicht als Beweismittel eingereicht wurde, erscheint es
naheliegender, dass die Klägerin die Reinigungsarbeiten in den Jahren 2000 und 2001
nur befristet (bspw. im Rahmen des "Frühjahrsputzes" oder zur Entlastung während
einer begrenzten Zeit nach der Geburt der Tochter des Rechtsvertreters im 2000, vgl.
act. G 19.9) ausgeführt hat. Aus dem ins Recht gelegten Schreiben der damaligen
Lebenspartnerin bzw. heutigen Ehefrau des klägerischen Rechtsvertreters vom 18. Juni
2007 ergeben sich keine relevanten Erkenntnisse zur Situation zum
Überprüfungszeitpunkt (1. April 2013), zumal die Aussagen zum Arbeitsverhältnis nur
sehr vage sind bzw. auf Vermutungen beruhen (vgl. act. G 19.9). Hinsichtlich der
eingereichten Belege, dass die Klägerin heute auch an einem weiteren Standort
reinigen würde (vgl. act. G 19-9, G 19.10 ff.), ist festzustellen, dass dies zwar möglich,
jedoch nicht überwiegend wahrscheinlich ist. Folglich kann nicht im Grad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit von einer Nebenerwerbstätigkeit der Klägerin als
Reinigungsfachkraft im Überprüfungszeitpunkt (1. April 2013) ausgegangen werden.
3.1.5 Zusammenfassend ist festzustellen, dass weder mit den vorgelegten
Beweismitteln eine in der Überentschädigungsberechnung zu berücksichtigende
Nebenerwerbstätigkeit im Grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen
werden kann, noch ersichtlich ist, wie ein solcher Nachweis unter den gegebenen
Umständen erbracht werden könnte. Folglich kann die geltend gemachte
Nebenerwerbstätigkeit bzw. das geltend gemachte Nebenerwerbseinkommen nicht als
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mutmasslich entgangener Verdienst in der Überentschädigungsberechnung
berücksichtigt werden.
3.2 Folglich ist in der Überentschädigungsberechnung per 1. April 2013 von einem
mutmasslich entgangenen Verdienst von Fr. 57'216.- pro Jahr auszugehen.
4.
Nachfolgend sind die bei der Überentschädigungsberechnung zu berücksichtigenden
anrechenbaren Einkünfte zu bestimmen.
4.1 Als anrechenbare Einkünfte gelten gemäss den gesetzlichen Bestimmungen
Leistungen gleicher Art und Zweckbestimmung, die der anspruchsberechtigten Person
aufgrund des schädigenden Ereignisses ausgerichtet werden, wie Renten oder
Kapitalleistungen mit ihrem Rentenumwandlungswert in- und ausländischer
Sozialversicherungen und Vorsorgeeinrichtungen mit Ausnahme von
Hilflosenentschädigungen, Abfindungen und ähnlichen Leistungen. Bezügern von
Invalidenleistungen wird überdies das weiterhin erzielte oder zumutbarerweise noch
erzielbare Erwerbseinkommen angerechnet (Art. 24 Abs. 2 BVV 2). Nach der
Rechtsprechung besteht der Zweck der in Art. 24 Abs. 2 Satz 2 BVV 2
vorgeschriebenen Anrechenbarkeit des zumutbarerweise erzielbaren
Erwerbseinkommens darin, teilinvalide Versicherte, welche die ihnen zumutbare
Restarbeitsfähigkeit nicht verwerten, finanziell denjenigen gleichzustellen, die - in
Erfüllung der Schadenminderungspflicht - das ihnen zumutbare Invalideneinkommen
tatsächlich erzielen (vgl. BGE 134 V 64 E. 4.1.1). Gemäss dem Vorsorgereglement der
Beklagten gelten als anrechenbare Einkünfte bei Bezug von Invalidenleistungen unter
anderem das weiterhin erzielte sowie zumutbarerweise noch erzielbare
Erwerbseinkommen (und/oder Erwerbsersatzleistungen) bei
teilinvalidenrentenberechtigten Personen (Art. 20 Abs. 2 lit. g), die Leistungen der
Eidgenössischen Invalidenversicherung (Art. 20 Abs. 1 lit. a) und die Leistungen der
obligatorischen Unfallversicherung (Art. 20 Abs. 2 lit. b).
4.2 Unbestritten ist, dass bei den Einkünften die Rente der Invalidenversicherung von
Fr. 623.- und die Rente des Unfallversicherers von Fr. 661.- pro Monat anzurechnen
sind (vgl. G 1.9, G 1-11).
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4.3 Uneinigkeit besteht dagegen hinsichtlich der Höhe des zumutbarerweise noch
erzielbaren Erwerbseinkommens. Die Klägerin macht diesbezüglich geltend, dass nicht
vom im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren festgelegten Invalideneinkommen
ausgegangen werden dürfe, denn sie könne wegen des schlechten
Gesundheitszustandes, des fortgeschrittenen Alters, der fehlenden Berufsausbildung
und der schlechten Arbeitsmarktlage kein Erwerbseinkommen mehr erzielen (act. G 1-7
f.). Die Beklagte wendet diesbezüglich ein, dass sie an den Entscheid der IV-Stelle
hinsichtlich des Invaliditätsgrades gebunden sei. Beim zu berücksichtigenden
Arbeitsmarkt sei auf den schweizerischen und nicht wie von der Klägerin gefordert auf
den serbischen Arbeitsmarkt abzustellen, denn die Klägerin habe die Schweiz nur aus
gesundheitlichen Gründen verlassen, was sich auch darin zeige, dass sie weiterhin eine
Wohnung in der Schweiz habe (vgl. act. G 10-9 f.).
4.4
4.4.1 Zwischen der ersten (Invalidenversicherung) und der zweiten Säule (berufliche
Vorsorge) besteht ein funktioneller Zusammenhang, welcher in den Art. 23 lit. a, Art. 24
Abs. 1 und Art. 26 Abs. 1 BVG positivrechtlich verankert ist. Zweck dieser gesetzlichen
Konzeption ist, einerseits eine weitgehende materiellrechtliche Koordination zwischen
erster und zweiter Säule zu erreichen, und anderseits sollen damit die Organe der
beruflichen Vorsorge von eigenen aufwändigen Abklärungen bezüglich der
Voraussetzungen, des Umfangs und des Beginns des Invalidenrentenanspruchs in der
zweiten Säule möglichst freigestellt werden (BGE 134 V 64 E.
4.1.2 mit Hinweis auf BGE 133 V 67 E. 4.3.2; BGE 132 V 1 E. 3.2).
4.4.2 Nach der gesetzlichen Konzeption der Invalidenleistungen aus der ersten und
zweiten Säule sind die Festlegungen der IV-Stelle bezüglich Entstehung, Höhe und
Beginn des Rentenanspruchs grundsätzlich für die Invalidenrente der obligatorischen
beruflichen Vorsorge massgebend und verbindlich, weshalb das im
invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren festgelegte Invalideneinkommen dem
Grundsatz nach auch in der berufsvorsorgerechtlichen
Überentschädigungsberechnung Berücksichtigung finden muss. Auszugehen ist daher
vom Grundsatz der Kongruenz von Invalideneinkommen und zumutbarerweise noch
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erzielbarem Erwerbseinkommen im Sinn des Art. 24 Abs. 2 Satz 2 BVV 2; vgl. Urteil des
EVG vom 2. September 2004, B 17/03, zusammengefasst in: SZS 2005 S. 321). Im
Sinn einer Vermutung ist daher davon auszugehen, dass das von der IV-Stelle
festgelegte Invalideneinkommen dem zumutbarerweise noch erzielbaren
Erwerbseinkommen nach Art. 24 Abs. 2 Satz 2 BVV 2 entspricht (vgl. BGE 134 V 64 E.
4.1.3).
4.4.3 Das invalidenversicherungsrechtlich festgelegte Invalideneinkommen wird auf
der Grundlage eines ausgeglichenen Arbeitsmarkts (Art. 16 ATSG) ermittelt. Der
ausgeglichene Arbeitsmarkt ist ein theoretischer und abstrakter Begriff. Er
berücksichtigt die konkrete Arbeitsmarktlage nicht, umfasst in wirtschaftlich
schwierigen Zeiten auch tatsächlich nicht vorhandene Stellenangebote und sieht von
den fehlenden oder verringerten Chancen Teilinvalider, eine zumutbare und geeignete
Arbeitsstelle zu finden, ab (BGE 110 V 273 E. 4b).
4.4.4 Das zumutbarerweise erzielbare Erwerbseinkommen im Sinn von Art. 24 Abs.
2 Satz 2 BVV 2 basiert nach der Rechtsprechung demgegenüber auf dem
Zumutbarkeitsgrundsatz, der die Berücksichtigung der gesamten objektiven und
subjektiven Umstände, auch in arbeitsmarktlicher Hinsicht, verlangt (BGE 134 V 64 E.
4.2.1 mit Hinweis auf UELI KIESER, Bemerkungen, in: AJP 2005 S. 228, Ziff. 5.4.1;
STEFAN HOFER, Überlegungen zum revidierten Art. 24 Abs. 2 BVV 2, in: HAVE 2005,
167 ff.). Bei der Würdigung der subjektiven Gegebenheiten und Möglichkeiten einer
versicherten Person ist ein objektiver Massstab anzulegen. Bezogen auf das
zumutbarerweise erzielbare Erwerbseinkommen verlangt der Zumutbarkeitsgrundsatz,
dass die Vorsorgeeinrichtung, welche eine Kürzung ihrer obligatorischen
Invalidenleistungen beabsichtigt, dem teilinvaliden Versicherten vorgängig das
rechtliche Gehör hinsichtlich jener arbeitsmarktbezogenen und persönlichen Umstände
gewähren muss, die ihm die Erzielung eines Resterwerbseinkommens in der Höhe des
Invalideneinkommens erschweren oder verunmöglichen. Solche subjektiven
Gegebenheiten sind alle Umstände, welche - im Rahmen einer objektivierenden
Prüfung - für die effektiven Chancen des betreffenden Versicherten, auf dem jeweiligen
tatsächlichen Arbeitsmarkt eine geeignete und zumutbare Arbeitsstelle zu finden, von
wesentlicher Bedeutung sind (BGE 134 V 64 E. 4.2.1). Verfahrensrechtlich steht dem
Recht der versicherten Person, mit subjektiven Gegebenheiten und tatsächlichen
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Arbeitsmarktchancen, welche die Erzielung eines dem Invalideneinkommen quantitativ
entsprechenden Resterwerbseinkommens erschweren oder verunmöglichen, gehört zu
werden, eine diesbezügliche Mitwirkungspflicht gegenüber. Die versicherte Person hat
die persönlichen Umstände und tatsächlichen Arbeitsmarktchancen, welche der
Erzielung eines mit dem Invalideneinkommen äquivalenten Resterwerbseinkommens
entgegenstehen, im Überentschädigungsverfahren zu behaupten, zu substantiieren
und hierfür soweit möglich Beweise anzubieten, namentlich durch den Nachweis
erfolglos gebliebener Stellenbemühungen (BGE 134 V 64 E. 4.2.2). Soweit die
versicherte Person jedoch neue medizinische Tatsachen geltend machen will, hat sie
sich diesbezüglich für eine Revision der Rente an die IV-Organe zu wenden (Urteil des
Bundesgerichts vom 9. Oktober 2008, 9C_673/2007, E. 4.3).
4.5 Die Forderung der Klägerin, dass der verschlechterte gesundheitliche Zustand bei
der Bestimmung des zumutbarerweise erzielbaren Erwerbseinkommens zu
berücksichtigen sei, ist gestützt auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung (vgl.
Erwägung 4.4.4) abzuweisen. Wie vom Bundesgericht ausgeführt, sind neue
medizinische Tatsachen im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren der
Rentenrevision gelten zu machen (vgl. act. G 1.4, Mitteilung der IV-Stelle vom 29. Mai
2015: Die Überprüfung des Invaliditätsgrades habe keine anspruchsbeeinflussende
Änderung ergeben). Infolgedessen erübrigt es sich, auf die von der Klägerin
eingereichten Arztzeugnisse (vgl. act. G 1.6 ff.) einzugehen bzw. ein gerichtliches
Gutachten - wie von der Klägerin eventualiter beantragt (vgl. act. G 1-2) - einzuholen.
Der klägerische Antrag ist folglich abzuweisen.
4.6 In Bezug auf die geltend gemachte Erschwernis des fortgeschrittenen Alters ist
festzustellen, dass die im Jahr 19_ geborene Klägerin zum Überprüfungszeitpunkt am
1. April 2013 zwar gut _ Jahre alt war, die Chancen auf dem Arbeitsmarkt jedoch trotz
Teilzeitpensums durchaus intakt waren, war doch die damalige Arbeitgeberin bereit,
die Klägerin weiterhin als Mitarbeiterin in der Verpackung in einem 50%-Pensum zu
beschäftigen. Damit ist zugleich das von der Klägerin vorgetragene Argument der
fehlenden Berufsausbildung unbehelflich. Zudem werden gemäss Bundesgericht
Hilfsarbeiten grundsätzlich altersunabhängig nachgefragt (Urteil des Bundesgerichts
vom 14. November 2017, 9C_200/2017, E. 4.5 mit Hinweisen). Ebenfalls nicht relevant
wären allfällige sprachliche Schwierigkeiten, da Hilfsarbeitertätigkeiten keine guten
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Kenntnisse der deutschen Sprache erfordern (Urteile des Bundesgerichts vom 12. Mai
2016, 9C_777/2015, E. 5.3, und 18. August 2014, 9C_426/2014, E. 4.2).
4.7
4.7.1 Hinsichtlich des beim zumutbarerweise noch erzielbaren Einkommen zu
berücksichtigenden Arbeitsmarktes führt der Wegzug ins Ausland resp. die Rückkehr
ins Heimatland gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 30. Dezember 2010, 9C_538/2010, E. 5) nur dann allenfalls zur
Anpassung des mutmasslich entgangenen Verdienstes - und zwar bezogen auf den
dortigen Arbeitsmarkt -, wenn der Wohnsitzwechsel überwiegend wahrscheinlich auch
ohne Eintritt der Invalidität im betreffenden Zeitpunkt stattgefunden hätte und
demzufolge die rentenbeziehende Person nicht mehr hier arbeiten würde. Das
Bundesgericht führte dazu aus, dass es der verfassungsmässigen Zielsetzung der
zweiten Säule und auch dem Normzweck der Gleichbehandlung invalider Personen
unter dem Gesichtspunkt der Schadenminderungspflicht zuwiderlaufen würde, bei
Wohnsitz im Ausland das zumutbarerweise noch erzielbare Erwerbseinkommen nach
den dortigen Verhältnissen zu ermitteln, wenn für die Festlegung des mutmasslich
entgangenen Verdienstes auf den schweizerischen Arbeitsmarkt abzustellen sei. Dies
habe solange Gültigkeit als die ins Ausland gehenden, nach Art. 24 Abs. 2 BVV 2
anrechenbaren Sozialversicherungsleistungen, insbesondere die Renten der Invaliden-
und Unfallversicherung, nicht an die Kaufkraft am Wohnsitz des Bezügers oder der
Bezügerin angepasst würden. Für den Regelfall einer ohne Gesundheitsschaden
weiterhin in der Schweiz ausgeübten Erwerbstätigkeit bei Wohnsitznahme im Ausland
sei das zumutbarerweise noch erzielbare Erwerbseinkommen im Sinne von Art. 24 Abs.
2 Satz 2 BVV 2 weiterhin bezogen auf den schweizerischen Arbeitsmarkt zu ermitteln,
wie auch der mutmasslich entgangene Verdienst (Art. 24 Abs. 1 BVV 2).
4.7.2 Aufgrund der Aktenlage ist davon auszugehen, dass die Klägerin ohne
gesundheitliche Beeinträchtigung heute noch in der Schweiz erwerbstätig und nicht
bereits 2013, erst _-jährig, wieder in ihr Heimatland C._ zurückgekehrt wäre. Die
Klägerin hat denn auch den von der Beklagten in der Überentschädigungsberechnung
als mutmasslich entgangenen Verdienst eingesetzten Betrag von Fr. 57'216.- pro Jahr
nicht bestritten (vgl. Erwägungen 3.2 und 4.4.3). Somit ist in der
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Überentschädigungsberechnung per 1. April 2013 das zumutbarerweise noch
erzielbare Erwerbseinkommen nach Art. 24 Abs. 2 Satz 2 BVV 2 gleichfalls auf den
schweizerischen Arbeitsmarkt bezogen zu ermitteln.
4.8
4.8.1 Die Klägerin macht im Weiteren geltend, dass, wenn eine leidensangepasste
Tätigkeit zumutbar sein sollte, die Tabellenlöhne des Bundesamtes für Statistik (LSE)
heranzuziehen seien. Gestützt darauf sei von einem maximalen monatlichen
Einkommen von Fr. 2'055.50 auszugehen (50% von Fr. 4'111.-; LSE 2012, Kategorie
10-11 Herstellung von Nahrungsmitteln/Getränkeherstellung, Kompetenzniveau 1,
Frauen) bzw. von Fr. 1'644.-, wenn wie der Situation geschuldet von einem
Invaliditätsgrad von 59% ausgegangen werde (act. G 1-10). Die Beklagte vertritt
dagegen die Ansicht, dass vom invalidenversicherungsrechtlich festgelegten
Invalideneinkommen auszugehen sei. So hätte die Klägerin die bisherige Tätigkeit als
ungelernte Fachkraft (Mitarbeiterin Abpackerei) in einem 50% Pensum auch über den
31. März 2013 hinaus weiterführen können. Dies werde durch den Schlussbericht des
RAD Rhone vom 21. Mai 2015 belegt (act. G 10.6; vgl. auch act. G 10.7). Deshalb sei
auf den mutmasslichen Verdienst als ungelernte Fachkraft bei der früheren
Arbeitgeberin (unter Berücksichtigung der Lohnentwicklung bei der Arbeitgeberin) und
nicht - wie von der Klägerin gefordert - auf die Tabellenlöhne des Bundesamtes für
Statistik abzustellen (vgl. act. G 10-5).
4.8.2 Berufliche Vorsorgeeinrichtungen sind grundsätzlich an die Feststellungen der
Invalidenversicherung gebunden (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 7. Mai 2012,
9C_876/2011, E. 3; vgl. Erwägungen 4.4.1 und 4.4.2). Die Invalidenversicherung ist bei
der Bestimmung des Invaliditätsgrades von einem Invalideneinkommen entsprechend
dem erzielbaren Verdienst als Mitarbeiterin Abpackerei (50%-Pensum) ausgegangen.
Gemäss Art. 28a Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR
831.20) i.V.m. Art. 16 ATSG bemisst sich das Invalideneinkommen danach, was die
versicherte Person auf dem Arbeitsmarkt erzielen könnte. Da die Klägerin bei der
bisherigen Arbeitgeberin in einem 50%-Pensum hätte weiterarbeiten können, gibt es
keine Veranlassung nicht auf den in der bisherigen Anstellung als Mitarbeiterin
Abpackerei in einem 50%-Pensum erzielbaren Lohn von Fr. 28'608.-., sondern auf
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einen geringeren Tabellenlohn abzustellen, verlangt doch auch Art. 24 Abs. 2 BVV 2,
auf das zumutbarerweise noch erzielbare Erwerbseinkommen (im Sinne einer optimalen
wirtschaftlichen Verwertung der Restarbeitsfähigkeit) abzustellen. Dem Begehren der
Klägerin, beim zumutbarerweise noch erzielbaren Einkommen von Tabellenlöhnen
auszugehen, kann daher nicht gefolgt werden.
4.9 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass bezüglich der anzurechnenden Einkünfte
nebst der Rente der Invalidenversicherung von Fr. 623.- und der Rente des
Unfallversicherers von Fr. 661.- pro Monat auch ein zumutbarerweise noch erzielbares
Erwerbseinkommens (basierend auf der zuletzt ausgeführten Tätigkeit als Mitarbeiterin
in der Abpackerei in einem 50%-Pensum) von Fr. 28'608.- pro Jahr bzw. Fr. 2'384.- pro
Monat zu berücksichtigen ist. Somit beträgt das zu berücksichtigende anrechenbare
Einkommen insgesamt Fr. 3'668.- pro Monat.
5.
5.1 Im Weiteren verlangt die Klägerin, dass die Kosten der Rechtsvertretung, die zur
Erlangung der für die Überentschädigungsberechnung massgebenden
Sozialversicherungsleistungen nötig sind, in die Überentschädigungsberechnung
einbezogen werden (act. G 1-8 f./11). Der Rechtsvertreter der Klägerin reichte denn
auch eine Honorarnote über Fr. 5'633.80 (inkl. MwSt) ein (act. G 19.15). Die Beklagte
macht dagegen geltend, dass die Anwaltskosten in der
Überentschädigungsberechnung nicht zu berücksichtigen seien, da die von der
Klägerin erwähnte Bestimmung des ATSG in der beruflichen Vorsorge nicht anwendbar
sei.
5.2 In der Beruflichen Vorsorge richtet sich die Koordination von Leistungen aus der
beruflichen Vorsorge mit gleichartigen Leistungen anderer Sozialversicherungen
gemäss Art. 34a Abs. 2 BVG nach Art. 66 Abs. 2 ATSG. Nur in diesem engen Rahmen
findet eine unmittelbare Anwendbarkeit des ATSG auf die berufliche Vorsorge statt.
Demgegenüber beinhaltet der Verweis auf Art. 66 Abs. 2 ATSG nicht auch einen
solchen auf die Überentschädigungsregelung von Art. 69 ATSG. Letztere gelangt im
Bereich der beruflichen Vorsorge nicht zur Anwendung (vgl. Art. 2 ATSG; HANS-
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ULRICH STAUFFER/BASILE CARDINAUX, Berufliche Vorsorge, 3. Aufl. Zürich 2013, S.
107; BGE 130 V 78, E. 1.2).
5.3 Aus dem Gesagten folgt, dass in der beruflichen Vorsorge, wo eine entsprechende
gesetzliche Regelung wie in Art. 69 Abs. 2 ATSG, dass die verursachten Mehrkosten
(gemäss Urteil des Bundesgerichts vom 28. März 2013, 8C_730/2012, E. 6 sind unter
den Mehrkosten grundsätzlich auch die dem Versicherten entstandenen Anwaltskosten
zu subsumieren) zu berücksichtigen sind, fehlt und auch keine reglementarische
Regelung die Berücksichtigung von "Mehraufwendungen" vorsieht, die Anwaltskosten
in der Überentschädigungsberechnung nicht berücksichtigt werden können. Dem
Begehren der Klägerin zur Berücksichtigung der Anwaltskosten in der
Überentschädigungsberechnung kann daher nicht gefolgt werden.
6.
Nachfolgend bleibt zu prüfen, ob der Umfang der Invalidenrentenkürzung bzw. die
Höhe der Invalidenrente korrekt ermittelt wurden.
6.1 Ausgehend von einem mutmasslichen entgangenen Verdienst von Fr. 57'216.- pro
Jahr bzw. Fr. 4'768.- pro Monat (vgl. Erwägung 3.2) liegt die
Überentschädigungsgrenze (90%) bei Fr. 4'291.- pro Monat. Das anzurechnende
Einkommen beträgt Fr. 3'668.- (vgl. Erwägung 4.9). Die Beklagte hat daher maximal
eine Einkommenseinbusse von Fr. 623.- (Fr. 4'291.- - Fr. 3'668.-) zu ersetzen. Die
bisher von der Beklagten an die Klägerin ausbezahlte Invalidenrente betrug Fr. 922.-
pro Monat (vgl. act. G 1-6). Folglich hat die Beklagte gestützt auf die gesetzliche und
reglementarische Überentschädigungsregelung zu Recht ihre monatlichen Leistungen
per 1. Februar 2016 um Fr. 299.- auf Fr. 623.- reduziert.
7.
7.1 Gestützt auf die voranstehenden Ausführungen ist die Klage vollumfänglich
abzuweisen.
7.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 73 Abs. 2 BVG).
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7.3 Als Vorsorgeeinrichtung hat die Beklagte praxisgemäss keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung, soweit - wie vorliegend - die Prozessführung der Gegenpartei
nicht als mutwillig oder leichtsinnig zu bezeichnen ist (BGE 112 V 356, 126 V 143 und
128 V 323).