Decision ID: 1a47e94f-5281-5e66-a130-debc80f07c07
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherter) war bei der B._ GmbH, St. Gallen, als
Gerüstmonteur angestellt und dadurch bei der Schweizerischen
Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: Suva) gegen die Folgen von Unfällen
versichert, als er am 12. Mai 2015 beim Transportieren von Gerüstteilen an einer
abschüssigen Stelle ausrutschte und auf den Rücken stürzte (vgl. Suva-act. 2, 17). Dr.
med. C._, Facharzt für Innere Medizin FMH, bestätigte im Arztzeugnis UVG vom 11.
August 2015 (Eingangsdatum) eine Erstbehandlung am 13. Mai 2015 und vermerkte die
Diagnose eines traumatischen lumboradikulären Syndroms L5 links, die Durchführung
einer Röntgenuntersuchung sowie die Attestierung einer 100%-igen Arbeitsunfähigkeit
ab 12. Mai 2015 (Suva-act. 17). Er hatte den Versicherten ausserdem einer am 21. Mai
2015 durchgeführten MRI-Untersuchung der LWS in der Radiologie D._ zugewiesen,
welche unter anderem eine lumbale Diskushernie L4/5 links zur Darstellung gebracht
hatte (Suva-act. 18). Der Suva waren sodann am 12. Juni 2015 hausärztliche Zeugnisse
für eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit vom 25. Mai bis 21. Juni 2015 (Suva-act. 8) und
am 13. sowie 20. Juli 2015 (Eingangsdaten) Unfallscheine UVG (Suva-act. 10 f.) für eine
weiterdauernde 100%-ige Arbeitsunfähigkeit eingereicht worden.
A.b Die Suva erbrachte für den Unfall vom 12. Mai 2015 die gesetzlichen Leistungen
(Heilkosten- und Taggeldleistungen; vgl. Suva-act. 4, 6 f.).
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A.c Am 19. August 2015 wurde beim Versicherten in der Klinik für Neurochirurgie des
Kantonsspitals St. Gallen (nachfolgend: KSSG) eine Sequesterektomie L4/L5
durchgeführt, wofür er vom 18. bis 21. August 2015 hospitalisiert war. Beim Austritt
wurde ihm bis zum nächsten ambulanten Kontrolltermin eine 100%-ige
Arbeitsunfähigkeit bescheinigt und eine Physiotherapieverordnung ausgestellt (Suva-
act. 20 f.). Auch Dr. C._ attestierte im Unfallschein UVG eine 100%-ige
Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. 23).
A.d Am 7. September 2015 ersuchte die Suva ihren Kreisarzt Dr. med. E._, Facharzt
für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, um
eine Kausalitätsbeurteilung der Rückenbeschwerden. Gestützt auf dessen Auskunft
vom 8. September 2015 (Suva-act. 22) stellte sie mit Verfügung vom 9. September
2015 ihre Versicherungsleistungen (Heilkosten- und Taggeldleistungen) rückwirkend
auf den 1. Juli 2015 ein und hielt fest, dass die heute bestehenden Beschwerden nicht
mehr unfallbedingt, sondern ausschliesslich krankhafter Natur seien. Der Unfall vom 12.
Mai 2015 habe zu einer vorübergehenden Verschlimmerung des krankhaften
Vorzustandes geführt. Der Zustand, wie er sich auch ohne den Unfall vom 12. Mai 2015
eingestellt hätte (Status quo sine), sei gemäss medizinischer Beurteilung spätestens
nach 4 bis 6 Wochen wieder erreicht gewesen (Suva-act. 25).
B.
B.a Mit Einsprache vom 3. Oktober 2015 beantragte der Versicherte, die Suva habe
die gesetzlichen Versicherungsleistungen weiterhin bis zu seiner Arbeitsfähigkeit zu
übernehmen (Suva-act. 27). Er legte eine Bescheinigung von Dr. C._ sowie einen
Bericht von Dr. med. F._, Leitende Ärztin Rheumatologie der Klinik Valens, vom 15.
bzw. 28. September 2015 bei (Suva-act. 28).
B.b Kreisarzt Dr. E._ liess dazu am 6. Oktober 2015 kurz vernehmen, dass er an
seiner Beurteilung vom 8. September 2015 festhalte (Suva-act. 29). Am 12./13. Oktober
2015 verfasste er eine ausführliche ärztliche Beurteilung (Suva-act. 34).
B.c Mit Einspracheentscheid vom 12. November 2015 wurde die Einsprache
abgewiesen (Suva-act. 39).
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B.d Am 16. November 2015 reichte Dr. F._ ein Kostengutsprachegesuch für einen
stationären Rehabilitationsaufenthalt des Versicherten an der Klinik Valens während
drei Wochen ein (Suva-act. 41). Dr. C._ attestierte dem Versicherten nach wie vor
eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. 51). Die Beschwerdegegnerin legte das
Kostengutsprachegesuch Dr. E._ mit der Frage vor, ob an seiner früheren ärztlichen
Beurteilung festgehalten und weiterhin davon ausgegangen werden könne, dass der
Status quo sine mit überwiegender Wahrscheinlichkeit spätestens sechs Wochen nach
dem angeschuldigten Ereignis eingetreten sei. Dr. E._ liess sich dazu in einer
ärztlichen Beurteilung vom 20./21. Januar 2016 vernehmen (Suva-act. 50).
C.
C.a Gegen den Einspracheentscheid vom 12. November 2015 erhob der Versicherte
(nachfolgend: Beschwerdeführer) mit Eingabe vom 10. Dezember 2015 Beschwerde
mit dem Antrag, der Einspracheentscheid sei aufzuheben und der Fall sei neu zu prüfen
(act. G 1).
C.b In der Beschwerdeantwort vom 1. Februar 2016 beantragte die Suva (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin) Abweisung der Beschwerde (act. G 3).
C.c Mit Replik vom 2. März 2016 hielt der Beschwerdeführer sinngemäss an seinem
Antrag fest (act. G 5). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer
Duplik (act. G 6 f.).
C.d Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie die weiteren
Ausführungen in den medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Erwägungen
1.
Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer über den 30. Juni 2015 hinaus
Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung, insbesondere auch
für die operative Behandlung der Diskushernie L4/L5 vom 19. August 2015, hat.
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2.
Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung
(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur
Änderung vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die
sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem
Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden daher
die bis 31. Dezember 2016 gültigen Bestimmungen Anwendung.
3.
3.1 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass
zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität,
Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen
Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein die
gesundheitliche Beeinträchtigung nicht oder nicht in gleicher Weise oder nicht zur
gleichen Zeit eingetreten wäre. Für die Bejahung des natürlichen
Kausalzusammenhangs ist nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder
unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende
Ereignis zusammen mit anderen Faktoren für die Schädigung verantwortlich, d.h.
zumindest teilkausal ist, der Unfall mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann,
ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 181 E.
3.1, 117 V 376 E. 3a; SVR 2007 UV Nr. 28 S. 94, U 413/05, E. 4.1). Bei organischen
Unfallfolgen deckt sich die adäquate, das heisst rechtserhebliche Kausalität,
weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier praktisch keine
selbständige Bedeutung (BGE 122 V 417 E. 2c mit Hinweisen; RKUV 2004 Nr. U 505 S.
249 E. 2.1).
3.2 Für die Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher
Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das Gericht in der Regel auf
Angaben ärztlicher Experten und Expertinnen angewiesen (BGE 129 V 181 E. 3.1, 123
III 110, 112 V 30; PVG 1984 Nr. 82, 174). Hinsichtlich des Beweiswerts eines
Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist,
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auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben worden ist, in
der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Fachperson
begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 351, E. 3a mit Hinweis). Angesichts des
Gesagten sind auch Berichte und Gutachten, welche die Versicherungen während des
Administrativverfahrens von ihren eigenen Ärzten einholen, beweistauglich, solange
ihre Richtigkeit nicht durch konkrete Indizien erschüttert wird (BGE 125 V 352 E. 3;
RKUV 1991 Nr. U 133 S. 311 ff.). Auch ärztliche Beurteilungen aufgrund der Akten, wie
sie vorliegend von Dr. E._ am 8. September 2015, 12./13. Oktober 2015 und 20./21.
Januar 2016 erstellt wurden (vgl. Suva-act. 22, 34, 50), sind nicht unzuverlässig, wenn
die Akten ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status
ergeben und diese Daten unbestritten sind (PVG 1996, 265 E. 3b; RKUV 1988 Nr. U 56
S. 371).
4.
4.1 Für die Annahme unfallkausaler somatischer Restfolgen wird im Regelfall eine
strukturelle Läsion bzw. eine schlecht verheilte strukturelle Läsion als objektivierbares
Korrelat verlangt. Als objektiviert gilt eine solche Läsion, wenn sie durch einen
entsprechenden apparativen/bildgebenden Untersuchungsbefund (mittels Röntgen,
Computertomogramm, Kernspintomographie, Arthroskopie) erhoben wird bzw.
bestätigt werden kann (vgl. BGE 134 V 121 E. 9, 134 V 232 E. 5.1 mit Hinweisen, 117 V
363 E. 5d/aa; SVR 2007 UV Nr. 25 S. 81 E. 5.4 mit Hinweisen [U 479/05]; Urteil des
Bundesgerichts [bis 31. Dezember 2006 Eidgenössisches Versicherungsgericht, EVG]
vom 7. August 2008, 8C_806/2007, E. 8.2 mit zahlreichen Hinweisen).
4.2 Die beim Beschwerdeführer am 21. Mai 2015 in der Radiologie D._
durchgeführte MRI-Untersuchung der LWS brachte eine lumbale Diskushernie L4/5
links zur Darstellung, wobei es sich eindeutig um einen organischen
Gesundheitsschaden handelt. Eine Diskushernie ist allerdings im Regelfall eine
degenerative Erkrankung der Wirbelsäule und kann nur im Ausnahmefall Folge eines
Unfalls im Rechtssinne (Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]) sein (vgl. dazu nachfolgende Erwägung
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5). Ist es dennoch durch einen Unfall zu einer Diskushernie und damit zu einem neuen
strukturellen Gesundheitsschaden gekommen, ist die natürliche Kausalität ohne
Weiteres gegeben. Hat der Unfall keine Diskushernie verursacht, kann diese nur im
Rahmen eines degenerativen Prozesses entstanden sein. Diesbezüglich gilt es die
durch einen Unfall entstandene richtungsgebende, mithin dauernde Verschlimmerung
von der vorübergehenden, grundsätzlich ausheilenden Verschlimmerung einer
vorbestehenden Diskushernie zu unterscheiden (vgl. dazu nachfolgende Erwägungen 6
f.). Auch diese beiden Sachverhalte begründen eine natürliche Kausalität. Während
jedoch die natürliche Kausalität bei der richtungsgebenden Verschlimmerung - gleich
einer unfallbedingten Diskushernie - jetzt und künftig vorliegt, ist sie bei einer
vorübergehenden Verschlimmerung lediglich temporär gegeben (vgl. dazu
nachfolgende Erwägung 7.1.; vgl. ALEXANDRA RUMO-JUNGO/ANDRÉ PIERRE
HOLZER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht,
Bundesgesetz über die Unfallversicherung, S. 54).
5.
Im konkreten Fall ist eine durch den Unfall vom 12. Mai 2015 verursachte neue,
bleibende Gesundheitsschädigung im Sinn einer strukturellen Veränderung mit dem im
Sozialversicherungsrecht geforderten Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit (RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 4; THOMAS LOCHER/
THOMAS GÄCHTER, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. Bern 2014, §
70 N 58; UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2015, N 69 zu
Art. 4 ATSG) auszuschliessen.
5.1 Eine gesunde Bandscheibe ist derart widerstandsfähig, dass unter
Gewalteinwirkung eher die Wirbelknochen brechen, als dass die Bandscheibe verletzt
würde. Im medizinischen Versuch konnte die isolierte Verletzung einer Bandscheibe
durch einen Unfall lediglich bei rein axialer Belastung der Wirbelsäule, nicht aber bei
Rotations-, Hyperextensions- oder Hyperflexionsbewegungen herbeigeführt werden
(Urteil des EVG vom 3. Oktober 2005, U 163/05, E. 3.1, mit Hinweis auf GÜNTER G.
MOLLOWITZ [Hrsg.], Der Unfallmann, Berlin/Heidelberg 1993, S. 164 ff.; vgl. auch
ALFRED M. DEBRUNNER, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. Bern 2005, S.
878 ff.; PSCHYREMBEL, Klinisches Wörterbuch, 266. Aufl. Berlin 2014, S. 232; ROCHE
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LEXIKON, Medizin, 5. Aufl. München 2003, S. 182; LEITLINIE DER ORTHOPÄDIE,
Hrsg. von der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie und
dem Berufsverband der Ärzte für Orthopädie, 2. erweiterte Aufl. Köln 2002, S. 5).
Voraussetzung für die Annahme einer traumatischen Diskushernie ist somit, dass der
Unfall hinsichtlich seines Mechanismus geeignet war, eine Schädigung der
Bandscheibe herbeizuführen, und insbesondere auch von besonderer Schwere war.
Die Symptome der Diskushernie (vertebrales oder radikuläres Syndrom) müssen zudem
unverzüglich und mit sofortiger Arbeitsunfähigkeit aufgetreten sein. In solchen Fällen
hat die Unfallversicherung praxisgemäss auch für Rezidive und allfällige Operationen
aufzukommen (RKUV 2000 Nr. U 378 S. 190, Nr. U 379 S. 192; Urteil des
Bundesgerichts vom 8. April 2008, 8C_213/2008, E. 3.3; Urteil des EVG vom 3.
Oktober 2005, U 163/05, E. 3.1, teilweise publiziert in AJP 2006, S. 877 ff., Urteil des
EVG vom 20. September 2001, U 379/00, E. 6.a; Medizinische Mitteilungen der Suva
Nr. 68 [1995], S. 17).
5.2 Laut Arztzeugnis UVG vom 11. August 2015 erhob Dr. C._ beim
Beschwerdeführer anlässlich der klinischen Erstuntersuchung vom 13. Mai 2015 als
Befunde einen muskulären Hartspann lumbal links, einen verminderten PSR
(Patellarsehnenreflex) links sowie eine verminderte Sensibilität im Verlauf des lateralen
Unterschenkels, stellte die Diagnose eines traumatischen lumboradikulären Syndroms
L5 links und bestätigte dem Beschwerdeführer eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit ab 12.
Mai 2015. Offenbar sechs Tage nach dem Unfall (vgl. dazu Suva-act. 34-2) fertigte er
eine Röntgenaufnahme der LWS an und erhob als Befund eine möglicherweise
traumatische osteoligamentäre Einengung L4/L5 links mit Kontakt zu L5 links (Suva-
act. 17). Dr. C._ veranlasste darauf eine MRI-Untersuchung der LWS in der
Radiologie D._, welche am 21. Mai 2015 durchgeführt wurde. Laut dem gleichentags
erstellten fachradiologischen Bericht lieferten die bildgebenden Dokumente keinen
sicheren Nachweis einer frischen Fraktur. Die Veränderungen im Segment LWK3/4
seien wahrscheinlich diskogen bedingt. Ursächlich für die angegebenen Beschwerden
erscheine eine osteodiscal bedingte Rezessuseinengung LWK4/5 links mit
Diskushernie und Kompression der 5er-Wurzel. Eine kleinere Hernie ohne sichere
Neuroaffektion zeige sich auch im Liegen bei LWK5/SWK1 (Suva-act. 18).
5.3
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5.3.1 Die von Dr. C._ echtzeitlich nach dem Unfall beim Beschwerdeführer
erhobene Sensibilitätsverminderung im Verlauf des lateralen Unterschenkels, die
entsprechende Diagnose eines lumboradikulären Syndroms L5 sowie die von ihm
bestätigte Arbeitsunfähigkeit ab Unfalldatum liessen angesichts der Darlegungen in
Erwägung 5.1 grundsätzlich von einer traumatisch hervorgerufenen Diskushernie
LWK4/5 ausgehen. Kreisarzt Dr. E._ begründet jedoch in seinen ärztlichen
Beurteilungen vom 8. September 2015, 12./13. Oktober 2015 und 20./21. Januar 2016
(Suva-act. 22, 34, 50) nachvollziehbar und überzeugend, weshalb der
Beschwerdeführer mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit beim
Unfall vom 12. Mai 2015 keine neue, bleibende Diskushernie im Sinn einer strukturellen
Läsion erlitten hat.
5.3.2 Dr. E._ befasst sich umfassend mit den rechtsprechungsgemäss
massgebenden Faktoren einer traumatischen Diskushernie, indem er in seinen
Ausführungen am Unfallmechanismus sowie an der Schwere des Unfalls bzw. der
Gewalteinwirkung auf die LWS anknüpft. Weiter nimmt er umfangreich Bezug auf
medizinische Literatur, der ebenfalls einheitlich entnommen werden kann, dass nur
massivste Gewalteinwirkungen als Ursache für einen traumatisch bedingten
Bandscheibenschaden anerkannt werden. Als Beispiele führt Dr. E._ einen freien
Sturz aus erheblicher Höhe mit einem Sprung aus 10 Metern, einen Sturz beim Tragen
von schwersten Lasten oder eine Kollision beim Führen eines Kraftfahrzeuges bei
grosser Geschwindigkeit an. Im Weiteren zitiert er die von der höchstrichterlichen
Rechtsprechung übernommene medizinische Literatur, wonach weit häufiger der
Knochen, d.h. der Wirbelkörper, oder bei sehr massiven Verletzungen Wirbel und
Bandscheibe zusammen nachgeben würden, als letztere allein. Die Bandscheibe
toleriere wesentlich höhere mechanische Belastungen als die jeweils angrenzenden
Wirbel. Hinsichtlich Verletzungsmöglichkeit ergebe sich, dass unter Gewalteinwirkung
zunächst die Toleranzgrenze der knöchernen Strukturen überschritten werde.
5.3.3 Bezüglich des Unfalls vom 12. Mai 2015 kommt Dr. E._ zum überzeugenden
Schluss, dass dieser weder geeignet noch derart relevant gewesen sei, dass es zu
einem Bandscheibenvorfall hätte kommen können. Laut Schadenmeldung UVG vom 2.
Juni 2015 (Suva-act. 2) sowie Arztzeugnis UVG von Dr. C._ vom 11. August 2015
(Suva-act. 17) ist der Beschwerdeführer am 12. Mai 2015 beim Transportieren von
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Gerüstteilen auf der Schulter an abschüssiger Stelle "ausgerutscht" bzw. auf den
Rücken gestürzt. Er stürzte somit aus dem Stand bzw. beim Gehen. Ein Trauma mit
einer axialen Stauchung der LWS und darüber hinaus unter hoher Gewalteinwirkung
erscheint damit unwahrscheinlich. Das Gewicht der beim Sturz auf der Schulter
transportierten Gerüstteile schätzt der Beschwerdeführer in der Beschwerde vom 10.
Dezember 2015 auf ca. 45 kg (act. G 1). Das Tragen einer Last wurde zwar
grundsätzlich auch von Dr. E._ als eine die axiale Belastung erschwerende
Komponente angeführt. Die Beschwerdegegnerin wendet indes zutreffend ein, dass die
erstmalige Geltendmachung eines Gewichts entsprechend einer schweren Traglast in
der Beschwerde und damit nach erfolgter Leistungseinstellung und Abweisung der
Einsprache deren Zuverlässigkeit in Frage stelle (vgl. dazu RUMO-JUNGO/HOLZER,
a.a.O., S. 5; BGE 121 V 47 E. 2a; RKUV 1986 Nr. U 9 S. 347 E. 3). Überhaupt fehlen
nähere Angaben dazu, inwiefern das auf der Schulter getragene Gewicht eine -
überhaupt fragliche - axiale Krafteinwirkung erhöht habe könnte. Angesichts des
Umstandes, dass der Beschwerdeführer - wie gesagt - (nur) ausgerutscht bzw. aus
dem Stand oder im Gehen gestürzt ist, leuchtet jedenfalls eine erhöhte axiale
Krafteinwirkung auf die LWS durch das Tragen von Gerüstteilen auf der Schulter nicht
ein. Wahrscheinlicher erscheint, dass der Beschwerdeführer beim Ausrutschen diese
losgelassen hat oder ihm diese entglitten sind, wodurch die Wirbelsäule höchstens
einer anderen physiologischen Bewegung (beispielsweise einer Hyperextensions- oder
Hyperflexionsbewegung) ausgesetzt war, indem sich die Gerüstteile seitwärts, nach
hinten oder nach vorne von der Schulter weg bewegten (vgl. dazu Urteil des EVG vom
3. Oktober 2005, U 163/05, E. 3.1, mit Hinweis auf MOLLOWITZ, a.a.O., S. 164 ff.).
5.3.4 In der von Dr. E._ angeführten medizinischen Literatur wird ausserdem
einleuchtend festgehalten, dass eine traumatische Schädigung der Diskushernie
komplexe Verletzungsmuster hinterlasse. Der Kreisarzt erklärt dazu, es sei nicht
vorstellbar, dass eine massive Gewalteinwirkung zu einer isolierten Verletzung einer
Bandscheibe oder Instabilität eines Bandscheibensegments führen könne, ohne
"Kollateralschäden" zu hinterlassen. Unfallbedingte Bandscheibenvorfälle oder instabile
Bandscheibensegmente würden zwingend massive Echoerhöhungen, insbesondere in
den kernspintomographischen flüssigkeitssensiblen Darstellungen der T-2-Gewichtung
aufweisen; so fänden sich z. B. Blutergüsse infolge von Gewebezerreissungen oder
Flüssigkeitskollektionen im Haltebandapparat und der angrenzenden Muskulatur des
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betroffenen Bandscheibensegments. Aufgrund seiner persönlichen Begutachtung der
MRI-Dokumente vom 21. Mai 2015 zur LWS des Beschwerdeführers konnte Dr. E._
jedoch derartige Hinweise für eine relevante Gewalteinwirkung verneinen.
5.3.5 Angesichts des Gesagten kam Dr. E._ in seinen ärztlichen Beurteilungen
vom 8. September 2015, 12./13. Oktober 2015 und 20./21. Januar 2016 (Suva-act. 22,
34, 50) zum überzeugenden Schluss, dass aufgrund der vorliegenden bildgebenden
Dokumente - der Röntgenbilder und Kernspintomographiebilder - und der im Dossier
dokumentierten Versionen bezüglich des Schadenhergangs anzunehmen sei, dass es
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit im Rahmen des Unfalls vom 12. Mai 2015 zu
keiner relevanten Gewalteinwirkung auf den LWS-Bereich gekommen sei, womit der
Unfall vom 12. Mai 2015 nicht geeignet gewesen sei, den klinisch,
kernspintomographisch und intraoperativ gesicherten Bandscheibenschaden LWK4/5
hervorzurufen. Der Beschwerdeführer habe - unter der Annahme, dass die LWS beim
geschilderten Sturz tatsächlich beteiligt gewesen sei - höchstens eine Prellung erfahren
(vgl. dazu nachfolgende Erwägung 8 f.). Die kreisärztliche Beurteilung erscheint auch
insofern einleuchtend, als sich im MRI laut Untersuchungsbericht vom 21. Mai 2015
umfassende, mehrsegmentale Degenerationen - auch zusätzlich zur Diskushernie im
Bereich LWK4/5 - zeigten, die ohne Unfallbeteiligung ein geschlossenes Bild ergeben
und eine traumatische Diskushernie auf Höhe eines bestimmten Wirbelsäulensegments
unwahrscheinlich erscheinen lassen.
5.3.6 Das Attest von Dr. C._ vom 15. September 2015 sowie der Bericht von Dr.
F._ vom 28. September 2015 (Suva-act. 28) vermögen den Nachweis einer durch
den Unfall vom 12. Mai 2015 verursachten neuen, bleibenden Diskushernie bzw. den
Nachweis für das Nichtvorliegen einer vorbestehenden Diskushernie nicht zu erbringen.
Sie begründen ihre Schlussfolgerung damit, der Beschwerdeführer sei vor dem
Unfallereignis vom 12. Mai 2015 nie bei Dr. C._ wegen Rückenbeschwerden in
Behandlung gewesen und habe trotz der bisherigen schweren Arbeit nie
Rückenprobleme gehabt. Es wird damit einzig eine zeitliche Einordnung - die
Rückenbeschwerden traten zeitlich betrachtet nach einem Trauma auf - vorgenommen.
Dass vor einem Unfall keine entsprechenden Beschwerden geklagt worden sind, bildet
für sich allein nach konstanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung keinen Beweis für
eine Unfallkausalität. Der zeitliche Aspekt besitzt keine wissenschaftlich genügende
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Erklärungskraft. Andernfalls würde man sich mit dem blossen Anschein des Beweises
bzw. mit der blossen Möglichkeit begnügen und davon ausgehen, dass eine
gesundheitliche Schädigung schon dann durch den Unfall verursacht sei, wenn sie
nach diesem auftrat (KIESER, a.a.O., N 69 zu Art. 4 ATSG; ALFRED MAURER,
Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 460 N 1205 [=
Beweisführung nach der Formel "post hoc ergo propter hoc"]; SVR 2009 UV Nr. 13
[8C_590/2007], S. 52 E. 7.2.4 mit weiteren Hinweisen; BGE 119 V 340 E. 2b/bb). Dass
die Diskushernie des Beschwerdeführers vor seinem Unfall nicht symptomatisch bzw.
klinisch stumm gewesen ist, ist unbestritten. Das Symptomatisch- bzw. Aktivwerden
eines degenerativen Vorzustandes durch ein Trauma stellt indessen eine medizinisch
anerkannte Erfahrungstatsache dar, welche von der Rechtsprechung im Rahmen des
rechtlichen Instituts der vorübergehenden Verschlimmerung eines degenerativen
Vorzustandes aufgenommen wurde (vgl. dazu RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 54;
Urteile des Bundesgerichts vom 26. Februar 2013, 8C_423/2012, E. 5.3, 9. Januar
2012, 8C_601/2011, E. 3.2, 24. Juni 2008, 8C_326/2008, E. 3.2 und 4, und 25. Oktober
2007, 8C_467/2007, E. 3.1 f.; vgl. auch nachfolgende Erwägung 8 f.).
5.4 Zusammenfassend ist mithin festzuhalten, dass die beim Beschwerdeführer am
21. Mai 2015 mittels MRI erhobene und am 19. August 2015 operierte Diskushernie mit
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit vorbestehend, d.h. nicht
durch den Unfall vom 12. Mai 2015 verursacht, war.
6.
Dr. E._ verneint sodann in seinen Beurteilungen vom 12./13. Oktober 2015 und
20./21. Januar 2016 (Suva-act. 34, 50) auch das Vorliegen einer richtungsgebenden
Verschlimmerung der vorbestehenden Diskushernie. Bezüglich einer solchen gelten
dieselben Kriterien wie für eine unfallbedingte Diskushernie, was auch hier dazu führt,
dass eine Unfallkausalität nur ausnahmsweise und insbesondere nur dann in Frage
kommt, wenn der Unfall auch geeignet gewesen wäre, eine gesunde Bandscheibe zu
verletzen (Urteil des Bundesgerichts vom 10. Februar 2012, 8C_902/2011, E. 2 mit
Hinweisen; Urteile des EVG vom 3. Oktober 2005, U 163/05, E. 3.1, und 13. Juni 2005,
U 441/04, E. 3.1). Eine allfällige richtungsgebende Verschlimmerung muss
röntgenologisch ausgewiesen sein und sich von der altersüblichen Progression
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abheben (Urteile des Bundesgerichts vom 22. Juli 2016, 8C_285/2016, E. 6.4.3, und
25. April 2012, 8C_237/2012, E. 4.2.4). Im konkreten Fall bestehen keinerlei
Anhaltspunkte für eine solche. Die in Erwägung 5.3 dargelegten Komponenten -
Schweregrad der Prellung; fehlende "Kollateralschäden"; umfassende,
mehrsegmentale Degenerationen zusätzlich zur Diskushernie - haben auch hier ihre
Geltung.
7.
7.1 Treten im Anschluss an einen Unfall Rückenbeschwerden auf, die zuvor nicht
bestanden haben, ist aber davon auszugehen, dass durch den Unfall eine (zuvor
stumme), vorbestehende Diskushernie - wenn auch nicht verursacht oder
richtungsgebend verschlimmert - so doch aktiviert worden ist, so hat der
Unfallversicherer Leistungen für das unmittelbar im Zusammenhang mit dem Unfall
stehende Schmerzsyndrom gemäss Art. 36 Abs. 1 UVG zu erbringen. Mit dem
Erreichen des Status quo sine vel ante (vgl. RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 54)
entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden (SVR 2010 UV
Nr. 31 S. 125, 8C_816/2009, E. 4.3 mit Hinweisen). Solange jedoch der Status quo sine
vel ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36
Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und
Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach
Art. 10 UVG fallen. Demnach hat die versicherte Person bis zum Erreichen des Status
quo sine vel ante Anspruch auf eine zweckmässige Behandlung, welche auch operative
Eingriffe umfassen kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 24. Juni 2008,
8C_326/2008, E. 3.2 mit Hinweisen).
7.2 Anders verhält es sich, wenn das Ereignis nur Gelegenheits- oder Zufallsursache
des Gesundheitsschadens bzw. der Beschwerdeproblematik ist, welche ein
gegenwärtiges Risiko, mit dessen Realisierung jederzeit zu rechnen gewesen wäre,
manifest werden lässt, ohne im Rahmen des Verhältnisses von Ursache und Wirkung
eigenständige Bedeutung anzunehmen (SVR 2012 UV Nr. 8 S. 27; Urteil des
Bundesgerichts vom 26. Februar 2013, 8C_423/2012, E. 5.3). Gemeint sind dabei Fälle,
in denen ein pathologischer, aber allenfalls klinisch stummer Vorzustand besteht,
welcher durch den Unfall aktiviert wird, zu dessen Aktivierung aber nicht unbedingt ein
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Unfallereignis nötig gewesen wäre (RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 54). Der Unfall
als Gelegenheits- oder Zufallsursache lässt ein gegenwärtiges Risiko, mit dessen
Realisierung jederzeit zu rechnen gewesen wäre, manifest werden, ohne im Rahmen
des Verhältnisses von Ursache und Wirkung eigenständige Bedeutung anzunehmen
(Urteil des Bundesgerichts vom 5. April 2007, U 413/05, E. 4.2). Damit ist der Unfall
noch kein Ereignis, ohne das der Schaden nicht eingetreten wäre (RKUV 1986 S. 473
f.). Wenn der Unfall blosse Gelegenheits- oder Zufallsursache ist, ist die Unfallkausalität
zum vornherein zu verneinen, indem infolge Vorliegens eines eindeutigen Vorzustandes
ein Unterbruch der Unfallkausalität anzunehmen ist. Eine Unterbrechung der
Unfallkausalität durch einen krankhaften Vorzustand schliesst die Entstehung einer
Leistungspflicht überhaupt, d.h. von Beginn weg, aus.
7.3 Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das
Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines
Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit
nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht
(RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 4; LOCHER/GÄCHTER, a.a.O., § 70 N. 58). Da es
sich um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast - anders als
bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang
gegeben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV
2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2 mit Hinweisen, 1994 Nr. U 206 S. 328; siehe ebenso BGE
117 V 261 E. 3b).
8.
Die Beschwerdegegnerin ging von einer - wenn auch nur - vorübergehenden
Verschlimmerung des degenerativen Vorzustandes des Beschwerdeführers aus und
bejahte damit zunächst eine teilweise Unfallkausalität. Diese Annahme ist insofern
gerechtfertigt, als der vom Beschwerdeführer geschilderte Sturz - unter der Annahme
von Dr. E._, dass die LWS dabei beteiligt gewesen ist (Suva-act. 22, 34, 50) - eine
Prellung bzw. Kontusion derselben zur Folge gehabt haben dürfte. Eine Prellung bzw.
Kontusion der Wirbelsäule kann ohne Weiteres eine bisher stumme Diskushernie oder
andere Wirbelsäulenerkrankungen symptomatisch werden lassen (RKUV 2000 Nr. U
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379 S. 193 e. 2a mit Hinweisen). Der Beschwerdeführer übte vor dem Unfall einen
körperlich schweren Beruf aus. Dennoch hatte er nie Rückenprobleme bzw. befand
sich laut Aussagen von Dr. C._ und Dr. F._ nie wegen solcher in Behandlung (vgl.
Suva-act. 28). Es ist zwar nicht auszuschliessen, dass die Operation der Diskushernie
weitestgehend dem unbestrittenermassen vorliegenden Vorzustand zuzuschreiben ist
und der von Dr. E._ in seinen Beurteilungen (Suva-act. 22, 34, 50) als minim bzw.
leicht eingestuften Rückenprellung dementsprechend keine massgebende Bedeutung
zukommt. Nach der unter Erwägung 7.1 dargestellten Praxis genügt dies aber, um die
Haftung des obligatorischen Unfallversicherers zu begründen. Betreffend
Teilursächlichkeit wurde weder vom EVG bzw. Bundesgericht noch vom Gesetzgeber
ein Mindestsatz bestimmt. Auch in Art. 36 Abs. 1 UVG wird von einer solchen Regelung
abgesehen. Liegt ein eindeutiges Unfallereignis vor, darf somit nur im Ausnahmefall
davon ausgegangen werden, dem krankhaften Vorzustand komme gegenüber der
Kontusionierung der Wirbelsäule ein Gewicht zu, welches die Annahme einer
Unterbrechung der Unfallkausalität rechtfertigt. Dies insbesondere auch mit Blick
darauf, dass ein Grossteil der Verunfallten unter einem krankhaften physischen
Vorzustand leidet. Der Ansatzpunkt für die Beurteilung der Leistungspflicht des
Unfallversicherers bildet vielmehr die Frage nach der Teilursächlichkeit des
Unfallereignisses (vgl. demgegenüber Art. 9 Abs. 2 UVV, worin das
Abgrenzungskriterium ausdrücklich erwähnt ist). Vor dem Hintergrund des obigen
Sachverhalts ist die Verneinung einer Teilursächlichkeit des Unfalls vom 12. Mai 2015
für die vorübergehende Verschlimmerung der Diskushernie des Beschwerdeführers
nicht überwiegend wahrscheinlich nachgewiesen.
9.
Wie bereits erwähnt, entfällt die einmal anerkannte Leistungspflicht des
Unfallversicherers erst dann, wenn der Status quo sine vel ante erreicht worden ist (vgl.
Erwägung 7.1).
9.1 Im Regelfall ist davon auszugehen, dass der Schweregrad einer Prellung wiederum
Einfluss auf die Heilungsdauer hat. Dr. E._ stufte die Rückenprellung in seinen
Beurteilungen (Suva-act. 22, 34, 50) als höchstens minim ein und verwies dabei auf die
fehlende echtzeitliche Erwähnung äusserlicher Verletzungszeichen (Druckstellen,
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Hämatome, Schürfwunden oder Flüssigkeitskollektionen im Bereich der Weichteile des
Beckens oder des Rückens; vgl. dazu DEBRUNNER, a.a.O., S. 412) als Folgen eines
Sturzes auf das Becken oder den Rücken im Arztzeugnis UVG von Dr. C._ vom 11.
August 2015 (Suva-act. 17). Gestützt auf den Reintegrationsfaden Unfall des Schweizer
Versicherungsverbandes ging er sodann von einer maximalen Behandlungsdauer von
sechs Wochen aus. Dementsprechend sei der Status quo sine spätestens zum
Zeitpunkt der Konsultation des Beschwerdeführers im Departement Chirurgie und
Orthopädie des Spitals G._ vom 10. Juli 2015 (Suva-act. 15) erreicht gewesen (Suva-
act. 34, 50). In Anlehnung an diese kreisärztlichen Ausführungen stellte die
Beschwerdegegnerin die Versicherungsleistungen per 1. Juli 2015 ein (Suva-act. 25,
39). Ein Status quo sine vel ante ist jedoch in diesem Zeitpunkt mit dem Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nicht gegeben.
9.2 Nach der medizinischen Erfahrung heilt eine einfache Kontusion ohne spezifische
Behandlung innert kurzer Zeit ab, in der Regel nach sechs bis neun Monaten,
spätestens aber nach einem Jahr und die damit verbundenen Beschwerden bilden sich
gänzlich zurück (DEBRUNNER, a.a.O., S. 412). Dieser medizinische Erfahrungssatz darf
im Rahmen des Wahrscheinlichkeitsbeweises berücksichtigt werden, zumal er der
herrschenden medizinischen Lehrmeinung entspricht. Dies hat insbesondere für den
Nachweis des Status quo sine vel ante zu gelten, bei dem es sich um einen
hypothetischen Zustand handelt, der sich häufig nur mit Erfahrungswerten bestimmen
lässt (Urteil des Bundesgerichts vom 28. Februar 2007, U 357/06, E. 4.5; Urteil des
EVG vom 18. September 2002, U 60/02, E. 2.2, 3.2 mit Hinweisen auf die medizinische
Literatur). Ausserdem wurde er vom Bundesgericht in aktuellen Entscheiden bestätigt
(vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 22. Juli 2016, 8C_285/2016, E. 6.4.3, und 7. Juni
2016, 8C_154/2016, E. 4.1.2; SVR 2014 UV Nr. 32 S. 106 E. 7.3 [8C_834/2013]). Es
rechtfertigt sich deshalb, den Erfahrungssatz auch hier der Würdigung zugrunde zu
legen. Im Vergleich damit erscheint die kreisärztliche Beurteilung fraglich. Zwar
beziehen sich Erfahrungssätze auf den Regelfall, d.h. auf medizinische Sachverhalte,
die sich im konkreten Fall gleich dargestellt haben. Eine Ausnahme von der Regel ist
grundsätzlich nicht ausgeschlossen, doch muss sie sich eben als solche präsentieren.
Im vorliegenden Fall liegen keine Hinweise für einen Ausnahmefall vor. Vielmehr liefert
der konkrete Sachverhalt Anhaltspunkte, welche eine über den Zeitpunkt der
Leistungseinstellung (30. Juni 2015) hinausgehende Heilungsdauer nahe legen. Es ist
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insbesondere aktenmässig belegt und unbestritten, dass der Beschwerdeführer seit
dem Unfall bis zur Leistungseinstellung in der angestammten Tätigkeit als
Gerüstmonteur fortdauernd wegen Rückenbeschwerden zu 100% arbeitsunfähig
gewesen und behandelt worden ist (hausärztliche Konsultationen, Physiotherapie und
Infiltrationen periradikulär; vgl. Suva-act. 3, 10, 15, 17, 23). Am 10. Juli 2015 wurde der
Beschwerdeführer im Departement Chirurgie und Orthopädie des Spitals G._
neurochirurgisch untersucht und die Diagnose Lumboischialgiesyndrom L4/5 links seit
einem Sturz am 6. (richtig: 12.) Mai 2015 gestellt. Im gleichentags verfassten
Untersuchungsbericht wurde festgehalten, dass die konservativen Therapien nichts
gebracht hätten, der Beschwerdeführer über die verschiedenen Therapieoptionen
informiert worden sei und man ihm die Operation des Bandscheibenvorfalls empfohlen
habe (Suva-act. 15). Am 18. August 2015 trat der Beschwerdeführer stationär in die
Klinik für Neurochirurgie des KSSG ein, wo am 19. August 2015 eine
Bandscheibenoperation bzw. Sequesterektomie durchgeführt wurde (Suva-act. 20 f.).
Es besteht kein Grund für die Annahme, dass die Folgen der Kontusion in diesem
Zeitpunkt verheilt gewesen wären, zumal selbst im Operationszeitpunkt die gemäss
dem Erfahrungssatz im Regelfall für eine einfache Kontusion anzunehmende maximale
Heilungsdauer noch bei weitem unterschritten war. Die kreisärztliche Beurteilung, der
Status quo sine sei ausgerechnet im Zeitpunkt der Konsultation des
Beschwerdeführers im Departement Chirurgie und Orthopädie des Spitals G._
erreicht gewesen, lässt vermuten, dass diese auch unter dem Einfluss der damals
geplanten Wirbelsäulenoperation erfolgt ist. Angesichts des Gesagten erscheint mithin
die Annahme eines Status quo sine vel ante per 1. Juli 2015 nicht mit dem Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen. Nach der Rechtsprechung
gehören zu den im Sinne von Art. 6 Abs. 1 UVG massgebenden Ursachen auch
Umstände, ohne deren Vorhandensein die gesundheitliche Beeinträchtigung nicht zur
gleichen Zeit eingetreten wäre. Eine schadensauslösende traumatische Einwirkung
wirkt also selbst dann leistungsbegründend, wenn der betreffende Schaden auch ohne
das versicherte Ereignis früher oder später wohl eingetreten wäre, der Unfall somit nur
hinsichtlich des Zeitpunkts des Schadenseintritts Conditio sine qua non war (Urteile
des Bundesgerichts vom 19. Oktober 2011, 8C_515/2011, E. 4.1, und 5. April 2007, U
413/05, E. 4.2). In diesem Sinn ist auch die Teilkausalität in Bezug auf die
Sequesterektomie L4/L5 vom 19. August 2015 bzw. die Hospitalisation in der Klinik für
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Neurochirurgie des KSSG vom 18. bis 21. August 2015 mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu bejahen.
9.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Unfall vom 12. Mai 2015 seine
kausale Bedeutung für die Rückenproblematik des Beschwerdeführers im Zeitpunkt
der Leistungseinstellung per 1. Juli 2015 durch die Beschwerdegegnerin mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit noch nicht verloren hatte bzw. das
Fehlen eines natürlichen Kausalzusammenhangs nicht dargetan ist. Die
Beschwerdegegnerin hat demzufolge Leistungen über den 30. Juni 2015 hinaus zu
erbringen, wobei sie insbesondere auch für die Kosten der Hospitalisation in der Klinik
für Neurochirurgie des KSSG vom 18. bis 21. August 2015, inklusive der
Sequesterektomie L4/5, aufzukommen hat. Das Datum der definitiven
Leistungseinstellung ist damit wieder offen und wird von der Beschwerdegegnerin neu
festgelegt werden müssen.
10.
10.1 Im Sinn dieser Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des
Einspracheentscheids vom 12. November 2015 gutzuheissen und die
Beschwerdegegnerin ist zu verpflichten, die gesetzlichen Leistungen zu erbringen.
10.2 Gerichtskosten sind gemäss Art. 61 lit. a ATSG keine zu erheben.