Decision ID: 9ebfe128-e10b-5c39-801a-325f5a0f988e
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass der Beschwerdeführer am 9. März 2020 in der Schweiz um Asyl
nachsuchte (elektronische Akten SEM N [...] / [...] [SEM-act.] 1),
dass der Beschwerdeführer gemäss Abgleich seiner Fingerabdrücke mit
der «Eurodac»-Datenbank am 14. Oktober 2018 in Grossbritannien ein
Asylgesuch eingereicht hatte (SEM-act. 8),
dass ein Abgleich seiner Fingerabdrücke mit dem zentralen Visa-Informa-
tionssystem (SC-VIS) insgesamt fünf erfolglose Visagesuche des Be-
schwerdeführers in Spanien, Frankreich und Belgien unter den Identitäten
B._ (geboren 1980), und C._ (geboren 1974) zu Tage
brachte (SEM-act. 8),
dass dem Beschwerdeführer anlässlich des am 17. März 2020 durchge-
führten persönlichen Gesprächs im Sinne von Art. 5 der Verordnung (EU)
Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni
2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mit-
gliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen
oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internatio-
nalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO, ABl. L 180/31 vom
29.6.2013) Gelegenheit zur Stellungnahme zum Sachverhalt und zu der
möglichen Zuständigkeit Grossbritanniens zur Behandlung seines Asylge-
suchs gegeben wurde (SEM-act. 13),
dass der Beschwerdeführer den Sachverhalt bestätigte und ergänzte, sein
Asylgesuch, das er in Grossbritannien unter der Identität seines älteren
Bruders, B._, gestellt habe, sei am 2. Oktober 2019 abgewiesen
worden,
dass er am 1. November 2019 das Land Richtung Marokko verlassen und
sich dort in der Folge aufgehalten habe, bis er am 8. März 2020 mit einem
marokkanischen Reisepass über Lissabon nach Wien geflogen sei und
sich von dort am 9. März 2020 in die Schweiz begeben habe,
dass der Beschwerdeführer weiter vorbrachte, er habe einen Sohn, den er
im Juli 2018 hier in der Schweiz bei einem Onkel zurückgelassen habe,
weil er sich zunächst «schnell» nach Belgien und dann «schnell» nach
Kinshasa habe begeben müssen, um etwas zu erledigen,
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dass ihm auf dem Flughafen Kinshasa alles abgenommen worden sei,
auch alles seinen Onkel und seinen Sohn betreffend, deshalb habe er seit-
her keinen Kontakt zu seinem Sohn gehabt, das letzte Mal habe er ihn am
25. Juli 2018 gesehen,
dass der Beschwerdeführer geltend machte, er wolle nicht nach Grossbri-
tannien zurück, weil sein Asylgesuch abgewiesen worden sei,
dass das SEM am 23. April 2020 die britischen Behörden gestützt auf
Art. 18 Abs. 1 Bst. d Dublin-III-VO um Wiederaufnahme des Beschwerde-
führers ersuchte (SEM-act. 23),
dass die britischen Behörden dem Gesuch um Wiederaufnahme am 7. Mai
2020 zustimmten (SEM-act. 35),
dass das SEM mit Verfügung vom 8. Mai 2020 – eröffnet am 12. Mai 2020
– in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf das Asyl-
gesuch nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz nach Grossbritan-
nien anordnete und den Beschwerdeführer aufforderte, die Schweiz spä-
testens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen (SEM-
act. 38 und 41),
dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den Ent-
scheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, und die Aushändigung
der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an den Beschwer-
deführer verfügte,
dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 19. Mai 2020 gegen diesen
Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob (Akten des
BVGer [Rek-act.] 1),
dass er in der Sache die Aufhebung des vorgenannten Entscheids und die
Rückweisung der Angelegenheit an die Vorinstanz zur erneuten Prüfung
beantragte,
dass er in verfahrensrechtlicher Hinsicht um Gewährung der unentgeltli-
chen Rechtspflege in Gestalt der Befreiung von den Verfahrenskosten so-
wie um Erteilung der aufschiebenden Wirkung ersuchte,
dass die vorinstanzlichen Akten dem Bundesverwaltungsgericht am
20. Mai 2020 in elektronischer Form vorlagen (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG),
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dass der Instruktionsrichter mit superprovisorischer Massnahme vom
20. Mai 2020 den Vollzug der Überstellung des Beschwerdeführers einst-
weilen aussetzte (Rek-act. 2),

und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-
gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-
gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33
VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),
dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-
men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105
AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),
dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-
treten ist (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG),
dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-
ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich,
wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche handelt, weshalb das Ur-
teil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),
dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-
zichtet wurde,
dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich
Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt
werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),
dass sich Asylsuchende in Beschwerdeverfahren gegen Überstellungsent-
scheidungen auf die richtige Anwendung sämtlicher objektiver Zuständig-
keitskriterien der Dublin-III-VO berufen können, insbesondere auf Bestim-
mungen, die einen Zuständigkeitsübergang infolge Fristablaufs vorsehen
(vgl. BVGE 2017 VI/9 E. 5 [insb. E. 5.3.2] m.w.H.),]
dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-
chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des
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Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a
Abs. 1 Bst. b AsylG),
dass diesbezüglich die Dublin-III-VO zur Anwendung kommt,
dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzi-
gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III als
zuständiger Staat bestimmt wird,
dass das Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaates ein-
geleitet wird, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals ein Asylantrag gestellt
wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO),
dass im Fall eines sogenannten Aufnahmeverfahrens nach Art. 21 und 22
Dublin-III-VO (engl.: take charge) die in Kapitel III (Art. 8–15 Dublin-III-VO)
genannten Kriterien in der dort aufgeführten Rangfolge (Prinzip der Hierar-
chie der Zuständigkeitskriterien; vgl. Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO) anzuwen-
den sind, und dabei von der Situation in demjenigen Zeitpunkt auszugehen
ist, in dem der Asylsuchende erstmals einen Antrag in einem Mitgliedstaat
gestellt hat (Art. 7 Abs. 2 Dublin-III-VO),
dass im Rahmen eines sogenannten Wiederaufnahmeverfahrens nach
Art. 23 – Art. 25 Dublin-III-VO (engl.: take back) dagegen grundsätzlich
keine (erneute) Zuständigkeitsprüfung nach Kapitel III stattfindet
(vgl. EuGH [Grosse Kammer] vom 2. April 2019, H. und R., C-582/17 und
C-583/17, EU:C:2019:280, Rn. 61, 67, 80, 84; BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 und
8.2.1 m.w.H.),
dass ein solches Wiederaufnahmeverfahren in Konstellationen nach
Art. 18 Abs. 1 Bst. b – d Dublin-III-VO durchzuführen ist (Art. 23 Abs. 1 und
Art. 24 Abs. 1 Dublin-III-VO),
dass gemäss Art. 18 Abs. 1 Bst. d Dublin-III-VO der nach dieser Verord-
nung zuständige Mitgliedstaat unter anderem verpflichtet ist, einen Dritt-
staatsangehörigen oder Staatenlosen, dessen Antrag abgelehnt wurde und
der in einem anderen Mitgliedstaat einen Antrag gestellt hat oder der sich
im Hoheitsgebiet eines anderen Mitgliedstaats ohne Aufenthaltstitel auf-
hält, nach Massgabe der Art. 23, 24, 25 und 29 wieder aufzunehmen,
dass diese Pflicht erlischt, wenn der zuständige Mitgliedstaat nachweisen
kann, dass der Drittstaatsangehörige oder Staatenlose, dessen Antrag er
abgelehnt hatte und um dessen Wiederaufnahme er ersucht wurde, das
Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten für mindestens drei Monate verlassen
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hat, es sei denn, die betreffende Person ist im Besitz eines vom zuständi-
gen Mitgliedstaat ausgestellten gültigen Aufenthaltstitels (Art. 19 Abs. 2
erster Unterabsatz Dublin-III-VO),
dass ein danach gestellter Antrag als neuer Antrag gilt, der ein neues Ver-
fahren zur Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaats auslöst (Art. 19
Abs. 2 zweiter Unterabsatz Dublin-III-VO),
dass die Vorinstanz und die britischen Behörden übereinstimmend von ei-
ner sich aus Art. 18 Abs. 1 Bst. d Dublin-III-VO ergebenden, nach wie vor
bestehenden Zuständigkeit Grossbritanniens zur Behandlung des Asylge-
suchs des Beschwerdeführers ausgehen,
dass der Beschwerdeführer nicht in Abrede stellt, er habe in Grossbritan-
nien ein Asylgesuch gestellt,
dass er jedoch implizit geltend macht, die vormals gegebene Zuständigkeit
Grossbritanniens sei wegen eines späteren Aufenthaltes in Marokko erlo-
schen, weshalb sein Asylgesuch in der Schweiz als neuer Antrag um inter-
nationalen Schutz zu werten sei, der ein neues Verfahren auf Bestimmung
des zuständigen Mitgliedstaates auslöse (Art. 19 Abs. 2 Dublin-III-VO),
dass dem Beschwerdeführer jedoch nicht gefolgt werden kann, denn er
versäumt es, sein Vorbringen auch nur ansatzweise zu belegen oder glaub-
haft zu machen, was umso schwerer wiegt, als seine persönliche Glaub-
würdigkeit schon durch die aktenkundige Verwendung von Falschidentitä-
ten gegenüber Mitgliedstaaten ernsthaft beschädigt ist,
dass der Beschwerdeführer in seiner Rechtmittelschrift ferner vorbringt, er
habe mit seinem Sohn einen Familienangehörigen in der Schweiz, was die
Zuständigkeitskriterien von Art. 9 oder Art. 10 Dublin-III-VO einschlägig ma-
che, sollte der Sohn in der Schweiz internationalen Schutz beantragt oder
gar erhalten haben,
dass ihm, dem Beschwerdeführer, aufgrund der erst kürzlich aufgenomme-
nen Kontaktes zum Sohn dessen Aufenthaltsstatus nicht bekannt sei, die
Vorinstanz jedoch die Sachlage nach den Zuständigkeitskriterien der Dub-
lin-III-VO erneut zu prüfen haben werde,
dass vorliegend zu Recht ein Wiederaufnahmeverfahren durchgeführt
wurde und im Rahmen eines solchen Verfahrens – wie bereits weiter oben
dargelegt wurde – keine erneute Zuständigkeitsprüfung nach Kapitel III der
Dublin-III-VO stattzufinden hat,
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dass dem Beschwerdeführer daher die Berufung auf Art. 9 und Art. 10 Dub-
lin-III-VO, die zu den im Kapitel III geregelten Zuständigkeitskriterien gehö-
ren, zum vornherein verwehrt ist und sich weitere Ausführungen zu diesem
Thema erübrigen,
dass die Zuständigkeit Grossbritanniens zur Behandlung des Asylgesuchs
somit gegeben ist,
dass es keine Gründe für die Annahme gibt, das Asylverfahren und die Auf-
nahmebedingungen für Antragsteller in Grossbritannien wiesen systemi-
sche Schwachstellen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-
VO auf, weshalb eine Übernahme der Zuständigkeit gestützt auf die ge-
nannte Bestimmung nicht angezeigt ist,
dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO be-
schliessen kann, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder
Staatenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch
wenn er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die
Prüfung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO; sog. Selbstein-
trittsrecht),
dass Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1,
SR 142.311) das Selbsteintrittsrecht landesrechtlich konkretisiert und es
ins pflichtgemässe Ermessen des SEM legt, ein Gesuch aus humanitären
Gründen auch dann zu behandeln, wenn die Prüfung ergeben hat, dass
ein anderer Staat dafür zuständig ist,
dass indessen auf die Ausübung des Selbsteintrittsrechts ein einklagbarer
Anspruch besteht, wenn die Überstellung des Antragstellers in den an sich
zuständigen Mitgliedstaat übergeordnetes Recht, namentlich eine Norm
des Völkerrechts verletzen würde (vgl. BVGE 2010/45 E. 7.2; ferner Urteil
des BVGer F-3457/2019 vom 11.7.2019 E. 4.4, je m.H),
dass sich der Beschwerdeführer darauf beruft, er sei der Vater des seit Juni
2018 in der Schweiz bei seinem Onkel mütterlicherseits lebenden Kindes
D._, geboren am (...) 2009,
dass zwar im Zentralen Migrationssystem (ZEMIS) ein Kind mit den vom
Beschwerdeführer genannten Personalien erfasst ist – unter anderem trägt
der Kindsvater gemäss ZEMIS den Namen des Beschwerdeführers –,
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dass jedoch zum einen der Eintrag des Kindes im ZEMIS als «inaktiv» ge-
kennzeichnet ist und keinerlei weiteren Informationen zum Aufenthaltsort
oder Status enthält,
dass zum anderen der Beschwerdeführer die Identität, unter der er gegen-
über den schweizerischen Behörden auftritt, das erste Mal überhaupt ge-
genüber einem europäischen Staat verwendet,
dass er zuvor fünf Visagesuche und ein Asylgesuch bei vier verschiedenen
europäischen Staaten unter anderen Identitäten gestellt und diese Identi-
täten mit entsprechenden heimatlichen Reisedokumenten belegt hatte,
dass der Beschwerdeführer seine neue Identität nicht belegt – die im Ori-
ginal eingereichte, auf die behauptete Identität ausgestellte heimatliche
Geburtsurkunde («acte de naissance») für einen Nachweis jedenfalls nicht
genügen kann –,
dass der Beschwerdeführer abgesehen vom fehlenden Nachweis der Iden-
tität nicht in der Lage ist, seine Vaterschaft und die Regelung der elterlichen
Sorge gegenüber seinem angeblichen Kind hinreichend zu belegen,
dass die zum Nachweis im Original eingereichten heimatlichen Geburtsur-
kunden, von denen die eine auf die behauptete Identität des Beschwerde-
führers und die andere auf das Kind lauten, ihrem Inhalt nach Nachbeur-
kundungen darstellen, die im Jahr 2019, d.h. Jahre beziehungsweise Jahr-
zehnte nach den beurkundeten Geburten vorgenommen wurden,
dass solche Nachbeurkundungen ohne die ihnen zugrundeliegenden ge-
richtlichen Nachregistrierungsbeschlüsse («jugements supplétifs»), auf die
in den beiden Geburtsurkunden ausdrücklich Bezug genommen wird, nur
von geringer Beweiskraft sind,
dass die beiden Geburtsurkunden zudem inhaltliche und formale Mängel
aufweisen, die sie als Beweismittel entwerten (u.a. falsches Geburtsdatum
des Kindes, identische Handschriften auf der Urkunde selbst und dem no-
tariellen Legalisierungsstempel auf deren Rückseite, Bezugnahme auf den
gerichtlichen Nachregistrierungsbeschluss als den eigentlichen Rechts-
grund handschriftlich dem linken Seitenrand entlang),
dass schliesslich die völlig abwegige Erklärung des Beschwerdeführers,
warum er den Kontakt zum Sohn im Sommer 2018 abgebrochen und erst
vor kurzem wieder aufgenommen haben will, eine unter den Schutz von
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Art. 8 EMRK fallende, intakte und gelebte Beziehung zum Kind ohnehin als
ausgeschlossen erscheinen lässt,
dass an dieser Beurteilung das vom Beschwerdeführer eingereichte
knappe und unsubstantiierte Schreiben eines gewissen E._ vom
15. Mai 2020, dem angeblichen Onkel, bei dem das Kind leben soll, an
dieser Beurteilung nichts zu ändern vermag,
dass andere Gründe, die die Schweiz verpflichten oder bei pflichtgemässer
Ermessensausübung veranlassen könnten, von ihrem Selbsteintrittsrecht
nach Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO bzw. Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 Ge-
brauch zu machen, weder geltend gemacht werden noch ersichtlich sind,
dass das SEM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b
AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist und
– weil der Beschwerdeführer nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts-
oder Niederlassungsbewilligung ist – in Anwendung von Art. 44 AsylG die
Überstellung nach Grossbritannien angeordnet hat (Art. 32 Bst. a AsylV 1),
dass unter diesen Umständen allfällige Vollzugshindernisse gemäss
Art. 83 Abs. 3 und 4 AIG (SR 142.20) nicht mehr zu prüfen sind, da das
Fehlen von Überstellungshindernissen bereits Voraussetzung des Nicht-
eintretensentscheides gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG ist (vgl. BVGE
2015/18 E. 5.2 m.w.H.),
dass die Beschwerde aus diesen Gründen abzuweisen ist und die Verfü-
gung des SEM zu bestätigen ist,
dass das Beschwerdeverfahren mit vorliegendem Urteil abgeschlossen ist,
weshalb sich der Antrag auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung als
gegenstandslos erweist,
dass das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der unent-
geltlichen Prozessführung abzuweisen ist, da die Begehren – wie sich aus
den vorstehenden Erwägungen ergibt – als aussichtlos zu bezeichnen wa-
ren, weshalb die Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG nicht erfüllt
sind,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 750.– (Art. 1‒
3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-
gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).
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