Decision ID: 52ef4126-e9be-586f-89e4-96c2f12936e3
Year: 2018
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Am 9. Mai 2014 stellte die Logistikbasis der Armee (nachfolgend: Vor-
instanz) swissnuclear, der Dachorganisation der Schweizer Kernkraftwerk-
betreiber, die effektiven Aufwendungen für die Jodtablettenverteilung vom
1. Januar bis 31. März 2014 von Fr. 21'042.50 (exkl. MWST) sowie für die
Erstellung des Merkblatts in acht Sprachen von Fr. 28'000.- (exkl. MWST),
gesamthaft Fr. 52'965.90 (inkl. MWST), in Rechnung (Rechnung
90090499). Nach Ersuchen um Erlass einer anfechtbaren Verfügung, er-
liess die Vorinstanz am 19. Oktober 2015 gegenüber der Axpo Power AG,
der Kernkraftwerk Gösgen-Däniken AG, der Kernkraftwerk Leibstadt AG
und der BKW Energie AG folgende Verfügung:
"1. Die Betreibergesellschaften der Kernkraftwerke der Schweiz tragen
a) in den Gebieten der Schweiz im Umkreis von 20 km um die von ihnen
betriebenen Kernkraftwerke; und
b) in den Gebieten der Schweiz im Umkreis von 20 bis 50 km um die von
ihnen betriebenen Kernkraftwerke,
die Gesamtkosten für die vorsorgliche Jodtabletten-Beschaffung und -Ver-
teilung, die Kontrollen, den Ersatz und die Entsorgung der Jodtabletten
nach Verfall sowie für die Information der Bevölkerung und der Fachleute.
2. Es wird festgestellt, dass die Axpo Power AG, die BKW Energie AG, die
KKW Gösgen-Däniken AG sowie die KKW Leibstadt AG die Kostenpflicht
gemäss Ziff. 1a hiervor anerkennen und unter sich eine Einigung betref-
fend Kostenteiler finden konnten, sodass auf die diesbezügliche Festset-
zung des Kostenschlüssels verzichtet werden kann. Die Kosten für die
Aufwendungen gemäss Rechnung 90090499 vom 9. Mai 2014 für den
Umkreis von 20 km (Ziff. 1a hiervor) betragen Fr. 17'074.-.
3. Die Kosten für die Aufwendungen gemäss Rechnung 90090499 vom
9. Mai 2014 für den Umkreis von 20 bis 50 km (Ziff. 1b hiervor) betragen
Fr. 35'891.90 und werden den Parteien wie folgt auferlegt:
a) Auf die Axpo Power AG entfallen davon gemäss dem Verteilschlüssel
26,05 %, somit Fr. 9'349.85;
b) Auf die BKW Energie AG entfallen davon gemäss dem Verteilschlüssel
24,19 %, somit Fr. 8'682.25;
c) Auf die KKW Gösgen-Däniken AG entfallen davon gemäss dem Ver-
teilschlüssel 28,92 %, somit Fr. 10'379.95;
d) Auf die KKW Leibstadt AG entfallen davon gemäss dem Verteilschlüs-
sel 20,84 %, somit Fr. 7'479.85.
4. Die Betreibergesellschaften der Kernkraftwerke der Schweiz tragen in den
Gebieten der Schweiz ausserhalb von 50 km um die von ihnen betriebe-
nen Kernkraftwerke die Hälfte der Gesamtkosten für die vorsorgliche
Jodtabletten-Beschaffung und -Verteilung, die Kontrollen, den Ersatz und
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die Entsorgung der Jodtabletten nach Verfall sowie für die Information der
Bevölkerung und der Fachleute.
5. Die den Betreibergesellschaften der Kernkraftwerke der Schweiz aufer-
legte Hälfte der Gesamtkosten für die Jodtabletten-Versorgung gemäss
Ziff. 4 hiervor wird von den Betreibergesellschaften der Kernkraftwerke je
zu gleichen Teilen, d.h. je zu 25 %, getragen."
B.
Dagegen haben die Axpo Power AG, die Kernkraftwerk Gösgen-Däniken
AG, die Kernkraftwerk Leibstadt AG und die BKW Energie AG (nachfolgend
Beschwerdeführerinnen) am 18. November 2015 gemeinsam Beschwerde
beim Bundesverwaltungsgericht erhoben. Mit Urteil A-7711/2015 vom
23. August 2016 trat dieses auf die Beschwerde in Bezug auf die Ziffern 1b,
4 und 5 der Verfügung der Vorinstanz vom 19. Oktober 2015 nicht ein und
wies die Beschwerde in Bezug auf Ziffer 3 dieser Verfügung ab.
C.
Vor Bundesgericht beantragen die Beschwerdeführerinnen, das Urteil des
Bundesverwaltungsgerichts vom 23. August 2016 und die Ziffern 1b, 3, 4
und 5 der Verfügung der Vorinstanz vom 19. Oktober 2015 seien aufzuhe-
ben. Mit Urteil 2C_888/2016 vom 15. Oktober 2018 hiess das Bundesge-
richt die Beschwerde der Beschwerdeführerinnen gut, soweit es darauf ein-
trat. Es hob das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-7711/2015 vom
23. August 2016 auf. Die Gerichtskosten von Fr. 10'000.- legte es der Vor-
instanz auf. Ferner wurde die Vorinstanz dazu verpflichtet, den Beschwer-
deführerinnen für das bundesgerichtliche Verfahren eine Parteientschädi-
gung von Fr. 10'000.- auszurichten. Zur Regelung der Kosten- und Ent-
schädigungsfolgen des vorinstanzlichen Verfahrens wurde die Sache an
das Bundesverwaltungsgericht zurückgewiesen.
D.
Das Bundesverwaltungsgericht nimmt das Verfahren zur Neuverlegung der
Kosten unter der Verfahrensnummer A-6207/2018 wieder auf.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Die Zuständigkeit des Bundesverwaltungsgerichts im vorliegenden Verfah-
ren ist aufgrund der Rückweisung durch das Bundesgericht ohne Weiteres
gegeben. Im Folgenden sind zunächst die Kosten für das vorangegangene
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Verfahren vor Bundesverwaltungsgericht neu zu verlegen (nachfolgend
E. 2). Anschliessend ist neu über die Parteientschädigung zu entscheiden
(nachfolgend E. 3).
2.
Die Verfahrenskosten werden in der Regel der unterliegende Partei aufer-
legt (Art. 63 Abs. 1 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezem-
ber 1968 [VwVG, SR 172.021]). Die Vorinstanz trägt als Bundesbehörde
von vornherein keine Verfahrenskosten (Art. 63 Abs. 2 VwVG).
Ausgehend von der Kostenverteilung, die das Bundesgericht vorliegend
vorgenommen hat, sind den obsiegenden Beschwerdeführerinnen keine
Verfahrenskosten für das Verfahren A-7711/2015 aufzuerlegen. Der geleis-
tete Kostenvorschuss von Fr. 20'000.- ist ihnen nach Eintritt der Rechts-
kraft des vorliegenden Urteils zurückzuerstatten.
3.
3.1 Der obsiegenden Partei ist für das Verfahren vor Bundesverwaltungs-
gericht eine Entschädigung für ihr erwachsene notwendige und verhältnis-
mässig hohe Kosten zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7
Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-
schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).
Nach Art. 10 Abs. 2 VGKE beträgt der Stundenansatz für Anwälte und An-
wältinnen mindestens Fr. 200.- und höchstens Fr. 400.-. Das Gericht setzt
die Parteientschädigung aufgrund der eingereichten Kostennote oder,
mangels Einreichung einer solchen, aufgrund der Akten fest (Art. 14 Abs. 2
VGKE).
3.2 Die anwaltlich vertretenen Beschwerdeführerinnen gelten gemäss dem
neuen Verfahrensausgang als obsiegend und haben daher Anspruch auf
eine Parteientschädigung.
Im Verfahren A-7711/2015 haben die Beschwerdeführerinnen eine Kosten-
note über Fr. 47'443.95 ins Recht gelegt, in der sie einen Zeitaufwand von
105.60 Stunden zu einem Stundenansatz von Fr. 400.- (Fr. 42'240.-), zu-
züglich Spesen von 4 % (Fr. 1'689.60) sowie Mehrwertsteuer von 8 %
(Fr. 3'514.35), geltend machen. Vorliegend kann indes mangels einer de-
taillierten Aufschlüsselung nicht beurteilt werden, ob der in der Kostennote
geltend gemachte Aufwand tatsächlich notwendig war. Insbesondere lässt
sich der Kostennote nicht entnehmen, wie viel Zeit im Einzelnen für das
Aktenstudium, die Korrespondenz und Besprechungen mit den Klienten,
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die Korrespondenz mit dem Gericht sowie für das Verfassen der Rechts-
schriften vom 18. November 2015, 21. März 2016 und 6. Juli 2016 aufge-
wendet wurde. Ferner sind die Auslagen nicht ausgewiesen (vgl. Urteil des
BVGer A-2553/2012 vom 1. April 2014 E. 27.4). Die den Beschwerdefüh-
rerinnen zuzusprechende Parteientschädigung ist daher aufgrund der Ak-
ten zu bestimmen. Unter Berücksichtigung des mutmasslichen Arbeits- und
Zeitaufwands für das Verfahren A-7711/2015 erscheint eine Parteientschä-
digung in der Höhe von Fr. 30'000.- als angemessen, wobei damit neben
dem Streitwert auch der Schwierigkeit der Streitsache hinreichend Rech-
nung getragen ist. Die Parteientschädigung ist den Beschwerdeführerin-
nen nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils durch die Vor-
instanz zu entrichten.
4.
Für den vorliegenden Kostenentscheid sind keine Verfahrenskosten aufzu-
erlegen und keine Parteientschädigung auszurichten (Art. 6 Bst. b und
Art. 7 Abs. 4 VGKE).
(Das Dispositiv befindet sich auf der nächsten Seite.)
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