Decision ID: 92f545d7-78cd-4cbc-b38b-e11f2a3410bc
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherter) war bei der B._ AG als Z._ angestellt und
dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) unfallversichert, als
er am 2. Juni 2019 auf nassem Boden ausrutschte (vgl. Suva-act. 1). Am 17. Juni 2019
begab sich der Versicherte wegen seit dem 2. Juni 2019 bestehender und
zunehmender Kniebeschwerden in ärztliche Behandlung in die Arztpraxis C._ (vgl.
Suva-act. 15). Mit Bagatellunfall-Meldung UVG vom 18. Juni 2019 meldete die
Arbeitgeberin des Versicherten der Suva das Ereignis vom 2. Juni 2019 (Suva-act. 1).
A.a.
Eine MRT-Untersuchung vom 5. Juli 2019 zeigte einen komplexen Riss des
medialen Meniskus mit horizontaler und longitudinaler Komponente sowie Extrusion
der Pars intermedia. Weiter kamen eine Dislokation eines Lappenfragmentes der Pars
intermedia nach distal, ein diskretes Knochenmarksödem im lateralen Tibiaplateau
sowie ein grossvolumiger Kniegelenkserguss zur Darstellung (Suva-act. 11).
A.b.
Am 15. Juli 2019 wurde der Versicherte in der chirurgischen Klinik/Orthopädie des
Spitals D._ vorstellig. Im dazu ergangenen Untersuchungsbericht vom 22. August
2019 hielt der behandelnde Arzt in der Anamnese fest, der Versicherte habe davon
berichtet, bei einem vorher asymptomatischen Kniegelenk am 2. Juli (recte: 2. Juni)
2019 einen Sturz mit Knacken im medialen Kniegelenk erlitten zu haben. Seither
bestünden belastungsabhängige Schmerzen und auch Nachtschmerzen. Der
Versicherte sei auf Schmerzmittel angewiesen. Weiter wurde im Bericht ausgeführt,
dass sich der Meniskustest für den Innenmeniskus eindeutig positiv gezeigt habe. Der
Versicherte habe sich eine mediale Komplexläsion des Meniskus zugezogen. Die
retropatellare Chondropathie sei klinisch nicht relevant und asymptomatisch. Die
Optionen der konservativen und operativen Therapie seien erörtert worden. Bei einer
A.c.
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operativen Therapie müsste aufgrund der ausgedehnten Läsion ein Grossteil des
Meniskus entfernt werden. Daher sei ein konservativer Therapieversuch mit
Physiotherapie und Kortisoninfiltration gestartet worden (Suva-act. 9).
Im Bericht vom 27. September 2019 über die nach drei verabreichten
Kniegelenksinfiltrationen durchgeführte Verlaufskontrolle vom 24. September 2019
gaben die behandelnden Ärzte der chirurgischen Klinik/Orthopädie des Spitals D._
an, dass der Versicherte über einen guten, anhaltenden Infiltrationseffekt berichtet
habe. Im Alltag bestünden keine Schmerzen mehr. Auch die Beweglichkeit sei besser
geworden, jedoch bemerke er noch eine störende Schwellung in der Kniekehle,
weshalb Knien nicht komplett möglich sei. Mit der verordneten Physiotherapie habe er
ca. zwei Wochen zuvor aufgehört, mache aber die Übungen zu Hause weiter. Eine
Arbeitsunfähigkeit bestehe aktuell nicht. Bei bisher gutem Verlauf der konservativen
Therapie empfahlen die Ärzte die Fortführung der Physiotherapie und gaben dem
Versicherten eine entsprechende Verordnung mit. Eine erneute Infiltrationstherapie
hielten sie frühestens in drei bis sechs Monaten für angezeigt, wobei im Falle einer
Änderung der Beschwerdesymptomatik über eine vorgezogene Infiltration oder auch
ein arthroskopisches Vorgehen zu diskutieren sei (vgl. Suva-act. 3).
A.d.
Im Bericht vom 7. November 2019 über die Verlaufsuntersuchung vom 5.
November 2019 schilderte der behandelnde Arzt des Spitals D._ einen weiterhin
guten Verlauf der konservativen Therapie. Der Versicherte werde diesen Winter mit
Skifahren beginnen. Anamnestisch bestünden im Alltag keine Schmerzen mehr.
Lediglich bei längerem Wandern werde noch ein leichtes Ziehen medial und lateral
gespürt. Sollte es zu erneuten Schmerzen kommen, sei eine Wiederholung der
Infiltrationstherapie sowie die Wiederaufnahme der Physiotherapie möglich. Abhängig
vom klinischen Aspekt sollte dann auch über ein arthroskopisches Vorgehen diskutiert
werden (Suva-act. 8).
A.e.
Im Bericht des Spitals D._ zu einer Sprechstunde vom 22. April 2020 hielt der
behandelnde Arzt fest, dass der Versicherte nach einer im Jahr zuvor erlittenen
Distorsion des linken Kniegelenks über anhaltende Schmerzen vor allem medialseitig
klage. Mittels konservativer Therapie sei es bis Dezember 2019 primär gut gegangen.
Seit Januar 2020 bestünden permanente Beschwerden. Die MRT-Untersuchung vom
A.f.
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Herbst 2019 habe eine komplexe Läsion des Innenmeniskus links mit lappenförmigem
Ausriss bei ansonsten intakter Struktur lateral bei unauffälligen Knorpelverhältnissen
und unauffälligen Kreuzbändern gezeigt. Aufgrund der anhaltenden Schmerzen und der
ausgereizten konservativen Massnahmen bestehe die Indikation zur Kniearthroskopie
(Suva-act. 7). Gleichentags informierte der Versicherte die Suva telefonisch darüber,
dass er sich am 27. April 2020 im Spital D._ einer Operation unterziehen müsse. Die
Suva erklärte, dass sie aktuell noch keine Kostengutsprache erteilen könne, da ihr
diverse Unterlagen noch nicht vorlägen (vgl. Suva-act. 6). Das entsprechende
Kostengutsprachegesuch des Spitals D._ ging bei der Suva am 27. April 2020 ein
(Suva-act. 12). Gleichentags wurde beim Versicherten eine Kniearthroskopie links mit
Mikrofrakturierung femoral und Teilmeniskektomie medial durchgeführt (Suva-act. 14).
Am darauffolgenden Tag konnte der Versicherte in gutem Allgemeinzustand und mit
trockenen, reizlosen Wundverhältnissen bereits aus dem Spital nach Hause entlassen
werden (vgl. Suva-act. 18). In einer telefonischen Besprechung vom 7. Mai 2020
schilderte der Versicherte der Suva den Unfallhergang sowie den Heilungsverlauf aus
seiner Sicht (vgl. Suva-act. 19).
In einer kreisärztlichen Aktenbeurteilung vom 29. Mai 2020 kam Dr. med. E._,
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, zum Schluss, dass der Unfall
vom 2. Juni 2019 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu keinen strukturellen,
objektivierbaren Läsionen geführt habe. Die operierten Schäden seien nicht
überwiegend wahrscheinlich auf den Unfall zurückzuführen. Es sei anzunehmen, dass
eine vorbestehende Gonarthrose mit degenerativem Meniskusschaden durch das
Ereignis vom 2. Juni 2019 symptomatisch bzw. aktiviert worden sei. Die Unfallfolgen
würden jedoch ca. sechs Monate nach dem Ereignis für das Beschwerdebild keine
Rolle mehr spielen (Suva-act. 20).
A.g.
Mit Schreiben vom 2. Juni 2020 teilte die Suva dem Versicherten mit Verweis auf
die kreisärztliche Beurteilung mit, dass sie für die Operation vom 27. April 2020 keine
Kostengutsprache erteilen und ab diesem Datum keine weiteren
Versicherungsleistungen (Heilkosten und Taggeld) mehr ausrichten werde (Suva-act.
22). In einem Telefonat vom 4. Juni 2020 brachte der Versicherte gegenüber der Suva
zum Ausdruck, mit der Einstellung der Versicherungsleistungen nicht einverstanden zu
sein. Die Suva habe das Ereignis vom 2. Juni 2019 als Unfall anerkannt und Leistungen
A.h.
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B.
erbracht. Nachdem es zur Operation gekommen sei, wolle sie plötzlich nicht mehr
zahlen. Dies verstehe er nicht. Die Suva stellte dem Versicherten die Einholung einer
weiteren kreisärztlichen Beurteilung und für den Fall, dass sie auch danach am
bisherigen Entscheid festhalten müsse, die Zustellung einer einsprachefähigen
Verfügung in Aussicht (vgl. Suva-act. 24).
Nachdem die Suva die intraoperativen Videoprints eingeholt hatte (vgl. Suva-act.
25 und 31), legte sie die Akten Dr. E._ am 23. Juni 2020 zur erneuten Beurteilung vor
(vgl. Suva-act. 32). In einer Aktenbeurteilung vom 28. Juli 2020 hielt dieser an seiner
Einschätzung, wonach das Unfallereignis vom 2. Juni 2019 zu einer vorübergehenden
Verschlimmerung eines vorbestehenden Leidens geführt habe, jedoch sechs Monate
nach dem Ereignis keine Unfallfolgen mehr vorgelegen hätten, fest. Den Zeitpunkt, in
dem ein Zustand bestand, wie er sich auch ohne Unfall eingestellt hätte, datierte Dr.
E._ einerseits auf den 5. November 2019 (Datum einer Sprechstunde im Spital D._)
und andererseits auf Ende Dezember 2019 (vgl. Suva-act. 33).
A.i.
Mit Verfügung vom 29. Juli 2020 stellte die Suva ihre Versicherungsleistungen per
27. April 2020 ein und lehnte einen Anspruch auf weitere Versicherungsleistungen ab.
Zur Begründung führte sie im Wesentlichen an, dass der Zustand, wie er sich ohne
Unfall ereignet hätte, gemäss der kreisärztlichen Beurteilung per 5. November 2019
erreicht gewesen sei bzw. die Unfallfolgen sechs Monate nach dem Ereignis abgeheilt
gewesen seien (vgl. Suva-act. 34).
A.j.
Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte, vertreten durch die Helsana
Rechtsschutz AG, am 13. August 2020 Einsprache (vgl. Suva-act. 40). Zusammen mit
einer ergänzenden Einsprachebegründung vom 8. September 2020 reichte er eine
Beurteilung eines Vertrauensarztes der Helsana, [...] Dr. med. F._, Facharzt für
Chirurgie, FMH Schwerpunkt Allgemeinchirurgie und Traumatologie, vom 25. August
2020 ein und stellte sich auf den Standpunkt, dass Dr. F._ zwar ebenfalls diverse
degenerative Schäden bestätigt habe, jedoch im Zusammenhang mit dem
ausgestanzten Knorpeldefekt am femoralen Kondylus zu einer anderen Beurteilung
gekommen sei. Für Dr. F._ sei entscheidend gewesen, ob der operierende Arzt
zunächst alle Zotten debridiert habe und der Knorpeldefekt erst dann zum Vorschein
B.a.
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C.
gekommen sei oder ob es sich beim Defekt um einen Nativzustand handle. Dr. F._
sei der Auffassung, dass der auf den intraoperativen Bildern dargestellte Knorpeldefekt
ganz klar traumatisch wäre, falls es sich dabei um einen Nativzustand gehandelt habe.
Wie der operierende Arzt in einer E-Mail vom 26. August 2020 bestätigt habe, handle
es sich beim Knorpelschaden um einen nativen Befund (vgl. Suva-act. 43).
Auf Nachfrage der Suva erklärte Dr. E._ am 9. September 2020 mit einem
kurzen "Ja", dass trotz des Einwandes des Versicherten weiterhin an der
kreisärztlichen Beurteilung vom 28. Juli 2020 festgehalten werden könne (vgl. Suva-act.
44).
B.b.
In einer kreisärztlichen Aktenbeurteilung vom 26. Januar 2021 kam Dr. med. G._,
Facharzt für Chirurgie, unter Berücksichtigung der mit der Einsprache eingereichten
ärztlichen Beurteilung von Dr. F._ zum Schluss, dass die Folgen des Unfalls vom 2.
Juni 2019 als am 5. November 2019 abgeheilt bezeichnet werden könnten. Der im April
2020 operierte Schaden sei nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall
zurückzuführen. Zur Beurteilung von Dr. F._ bzw. den Einwänden des Versicherten
führte er unter anderem aus, dass auf der intraoperativen Aufnahme der Serie 1, Bild 3,
der Defekt im Bereich der Femurkondyle zur Darstellung komme. Man erkenne im
Hintergrund dieser Aufnahme aber bereits den resezierten Innenmeniskus. Hiermit sei
diese Aufnahme keineswegs bei der ersten Inspektion des Kniegelenks entstanden,
sondern nach der Resektion des Innenmeniskus (Suva-act. 51). Mit einer E-Mail vom
27. Januar 2021 gelangte die Suva an den Operateur mit der Frage, ob er bestätigen
könne, dass das intraoperative Bild 3 der Serie 1 nach Resektion des Innenmeniskus
entstanden sei. Am 28. Januar 2021 antwortete der Operateur in einer E-Mail, dass das
Bild nach der Teilresektion des Innenmeniskus und vor Mikrofrakturierung des Defekts
gemacht worden sei (Suva-act. 53).
B.c.
Mit Einspracheentscheid vom 29. Januar 2021 wies die Suva die Einsprache des
Versicherten ab (Suva-act. 54).
B.d.
Gegen diesen Einspracheentscheid erhob der Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführer), vertreten durch Rechtsanwältin MLaw D. Günthart, am 12. Februar
C.a.
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Erwägungen
1.
Vorliegend strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin ihre
Versicherungsleistungen zu Recht per 27. April 2020 eingestellt hat (vgl. Suva-act. 34
und 55).
2.
2021 Beschwerde (act. G 1). Er beantragte, der Einspracheentscheid vom 29. Januar
2021 sei aufzuheben und ihm seien die gesetzlichen und allfälligen vertraglichen
Leistungen zuzusprechen. Eventualiter sei die Sache an die Suva (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin) zwecks Einholung eines orthopädischen und radiologischen
Gutachtens zurückzuweisen, damit sie hernach nochmals über seine gesetzlichen
Ansprüche entscheide; unter Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin
(act. G 1 S. 2). Zusammen mit seiner Beschwerde reichte der Beschwerdeführer eine
weitere Aktenbeurteilung von Dr. F._ vom 9. Februar 2021 ein (act. G 1.3).
In ihrer Beschwerdeantwort vom 22. April 2021 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde vom 12. Februar 2021 und die
Bestätigung des Einspracheentscheides vom 29. Januar 2021 (act. G 5). Sie legte ihrer
Beschwerdeantwort eine weitere Aktenbeurteilung von Dr. G._ vom 16. April 2021
bei (act. G 5.1).
C.b.
In seiner Replik vom 25. Mai 2021 hielt der Beschwerdeführer an den in der
Beschwerde gestellten Rechtsbegehren fest (act. G 7). Weiter reichte er eine
Aktenbeurteilung von Dr. med. H._, Radiologie FMH, Klinik I._, vom 3. Mai 2021
ein, in welcher sich dieser auf den Standpunkt gestellt hatte, der Knorpelschaden sei
zwar überwiegend wahrscheinlich degenerativ bedingt, der Meniskusriss jedoch
überwiegend wahrscheinlich unfallkausal (act. G 7.1).
C.c.
In ihrer Duplik vom 30. Juni 2021 hielt die Beschwerdegegnerin an ihrem Antrag
auf Abweisung der Beschwerde vollumfänglich fest (act. G 9).
C.d.
Der Unfallversicherer hat bei Vorliegen eines Unfalls gemäss Art. 4 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR
2.1.
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830.1) für einen Gesundheitsschaden nur insoweit Leistungen zu erbringen, als dieser
in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum versicherten Ereignis
steht (vgl. Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG; SR
832.20]; Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Bundesgesetz über die
Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, S. 53 ff.). Für die
Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher Kausalzusammenhänge im
Bereich der Medizin ist das Gericht in der Regel auf Angaben ärztlicher Experten oder
Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang ist
demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht nach den von Doktrin und Praxis
entwickelten Regeln zu beurteilen ist (BGE 112 V 32 f. E. 1; Rumo-Jungo/Holzer,
a.a.O., S. 55 und 58). Bei physischen Unfallfolgen hat indessen die Adäquanz als
rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang
ergebenden Haftung des Unfallversicherers gegenüber dem natürlichen
Kausalzusammenhang praktisch keine selbstständige Bedeutung (BGE 118 V 291 f. E.
3a). Ob ein natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist, beurteilt sich nach dem im
Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit;
die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen; Thomas Locher/
Thomas Gächter, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. 2014, § 70 N 58 f.).
Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit
nachgewiesen, so entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der
Unfall nicht mehr die natürliche (und adäquate) Ursache des Gesundheitsschadens
darstellt, wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen
beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (allenfalls krankhafte)
Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo
ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf
eines krankhaften oder andersartig geschädigten Vorzustandes auch ohne den Unfall
früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine) erreicht ist (vgl. zum Ganzen RKUV
1994 Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b, mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 6. August
2008, 8C_101/2008, E. 2.2; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 54). Von einer
richtungsgebenden Verschlimmerung spricht die Rechtsprechung nur dann, wenn
medizinischerseits feststeht, dass weder der Status quo ante noch der Status quo sine
je wieder erreicht werden können (Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 54; Urteil des
Bundesgerichts vom 25. Oktober 2007, 8C_467/2007, E. 3.1). Wird davon
ausgegangen, dass die nach einem Unfall aufgetretenen Beschwerden Folge einer
durch den Unfall lediglich aktivierten (zuvor stummen) vorbestehenden
2.2.
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Gesundheitsschädigung sind, hat der Unfallversicherer nur Leistungen für das
unmittelbar im Zusammenhang mit dem Unfall stehende Schmerzsyndrom zu
erbringen. Solange der Status quo sine oder ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der
Unfallversicherer in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und
Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach
Art. 10 UVG fallen. Unter Umständen hat der Versicherte damit auch Anspruch auf
eine, operative Eingriffe miteinschliessende, zweckmässige Behandlung, wenn diese im
Gesamtkontext gesehen letztlich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit der
(vorzeitigen) Beseitigung der von den Unfällen zumindest mitverursachten Schmerzen
dient und nicht gesagt werden kann, die Operation sei auch ohne den durch die Unfälle
bewirkten Beschwerdeschub überwiegend wahrscheinlich im selben Zeitpunkt
notwendig geworden (zum Ganzen Urteile des Bundesgerichts vom 26. Februar 2013,
8C_423/2012, E. 5.3, und vom 24. Juni 2008, 8C_326/2008, E. 3.2; je mit weiteren
Hinweisen; Art. 36 Abs. 1 UVG). Eine schadensauslösende traumatische Einwirkung
wirkt also selbst dann leistungsbegründend, wenn der betreffende Schaden auch ohne
das versicherte Ereignis früher oder später wohl eingetreten wäre, der Unfall somit nur
hinsichtlich des Zeitpunkts des Schadenseintritts conditio sine qua non war (Urteile des
Bundesgerichts vom 19. Oktober 2011, 8C_515/2011, E. 4.1, und vom 5. April 2007, U
413/05, E. 4.2).
Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das
Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines
Gesundheitsschadens mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
nachgewiesen sein. Da es sich bei der Einstellung von Versicherungsleistungen um
eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast für den Wegfall der
vom Unfallversicherer zunächst anerkannten natürlichen Kausalität - anders als bei der
Frage, ob ein leistungsbegründender Kausalzusammenhang überhaupt je gegeben war
- nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (Urteil des
Bundesgerichts vom 6. August 2008, 8C_101/2008, E. 2.2; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O.,
S. 54 f.; je mit weiteren Hinweisen). Dieser Grundsatz gilt aber nur für Verletzungen,
welche damals thematisiert worden waren und somit Gegenstand der Anerkennung
bildeten (Urteil des Bundesgerichts vom 20. August 2009, 8C_363/2009, E. 1; Urteil
des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 27. April 2005, U 6/05, E. 3.2).
Allerdings tragen die Parteien im Sozialversicherungsrecht in der Regel eine Beweislast
nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei
ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte.
Diese Beweisregel greift erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen
des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu
2.3.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 10/15
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St.Galler Gerichte
3.
ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu
entsprechen (BGE 138 V 222 E. 6 mit Hinweisen; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 4 und
55).
Der Beschwerdeführer hat sich wegen des von der Beschwerdegegnerin als Unfall
anerkannten Ereignisses vom 2. Juni 2019 (vgl. dazu Suva-act. 34, wo die Suva von
Unfallfolgen spricht) ab dem 17. Juni 2019 in ärztliche Behandlung begeben (vgl. Suva-
act. 15). Am 5. Juli 2019 und somit in zeitlicher Nähe zum Unfallereignis ist in einer
MRT-Untersuchung ein Meniskusriss festgestellt worden (vgl. Suva-act. 11). In der
Sprechstunde vom 15. Juli 2019 hat sich auch eine dazu passende Klinik mit eindeutig
positivem Meniskustest gezeigt (vgl. Suva-act. 9). Dementsprechend haben die
behandelnden Ärzte in ihren Berichten vom 22. August 2019 (Suva-act. 9), 27.
September 2019 (Suva-act. 3) sowie 7. November 2019 (Suva-act. 8) als Diagnose eine
Innenmeniskusläsion angegeben. Die Heilbehandlungen bis Ende des Jahres 2019 sind
in erster Linie auf die Therapie dieser Läsion ausgerichtet gewesen, was sowohl aus
den ärztlichen Berichten (vgl. Suva-act. 3, 8, 9 und 15) als auch aus den
Physiotherapieverordnungen (vgl. Suva-act. 2 und 5) ersichtlich ist. So ist im
Sprechstundenbericht vom 22. August 2019 beispielsweise festgehalten worden, dass
die Optionen einer konservativen und einer operativen Therapie der Komplexläsion des
Meniskus erörtert worden seien und man sich vorerst für einen konservativen
Therapieversuch entschieden habe, da bei einem arthroskopischen Vorgehen aufgrund
der ausgedehnten Läsion ein Grossteil des Meniskus entfernt werden müsste (vgl.
Suva-act. 9). In Kenntnis der im Raum stehenden Diagnose (vgl. Suva-act. 2 und 3) hat
die Beschwerdegegnerin stets Leistungen erbracht, ohne festzuhalten, dass sie den
Meniskusschaden nicht als unfallkausal anerkenne (zu den lange Zeit erbrachten
Leistungen vgl. Suva-act. 22, 24, 34 und 55). Daher ist anzunehmen, der
Meniskusschaden sei von der Anerkennung mitumfasst gewesen bzw. habe gar deren
zentralen Kern gebildet. Dass die Beschwerdegegnerin sich nach Erhalt des
Kostengutsprachegesuchs für die Operation vom 27. April 2020 (vgl. Suva-act. 12) auf
den Standpunkt gestellt hat, sie müsse ihre Leistungspflicht zunächst prüfen (vgl.
Suva-act. 13; vgl. ferner Suva-act. 6), ändert daran nichts. Denn die implizite
Anerkennung der Unfallkausalität der Meniskusläsion ist bereits zu einem früheren
Zeitpunkt durch die faktische Leistungserbringung in Kenntnis der Meniskusläsion und
im Wissen, dass die Therapie auf diese Läsion ausgerichtet gewesen ist, erfolgt (vgl.
dazu namentlich Suva-act. 2 ff.). Da die Operation unter anderem der Behandlung
genau dieser Meniskusläsion gedient hat (vgl. Suva-act. 14), besteht grundsätzlich
3.1.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 11/15
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auch eine Leistungspflicht für die Operation und deren Folgen. Anderes gilt, wenn der
Nachweis gelingt, dass der Meniskusschaden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit -
entgegen der ursprünglichen Annahme der Beschwerdegegnerin - doch nicht
unfallkausal ist. Bei Beweislosigkeit hinsichtlich der Meniskusläsion trägt die
Beschwerdegegnerin, die den Meniskusschaden zunächst implizit als unfallkausal
anerkannt hat, die Beweislast.
Die beiden Kreisärzte Dr. G._ und Dr. E._ sind in ihren Aktenbeurteilungen zum
Schluss gekommen, dass sowohl die operierte Meniskusläsion als auch der operierte
Knorpelschaden degenerativer Natur seien. Der Unfall habe weder zu einer
strukturellen Schädigung noch zu einer richtungsgebenden Verschlimmerung geführt
(vgl. Suva-act. 20, 35, 44 und 51; vgl. act. G 5.1). Dr. F._ teilt zwar die Ansicht der
Kreisärzte, wonach der mediale Meniskushinterhornriss degenerativ sei. Er ist jedoch
der Ansicht, dass der im Operationsbericht beschriebene Bereich mit ausgebrochener
Knorpelsubstanz und freiliegendem Knochen mit scharf begrenzten Knorpelrändern
einem traumatischen Schaden entspreche (vgl. Suva-act. 43, namentlich 43-21; vgl.
ferner act. G 1.3). Er hat dies in erster Linie damit begründet, dass man in der
entsprechenden intraoperativen Abbildung direkt auf den Knochen blicke. Am
Femurkondylus sei kein Knorpel mehr sichtbar und der knorpellose Bezirk sei scharf
berandet. Das sei eigentlich das klassische Bild eines traumatischen Knorpelschadens,
sofern es einem nativen Befund entspreche. Wäre das Bild erst entstanden, nachdem
der Operateur alle Zotten debridiert hätte, wie er es beim Meniskus getan habe, dann
wäre der Knorpelschaden als degenerativ einzustufen. Wenn das entsprechende Bild
jedoch den Nativzustand des Defektes zeige, also den Zustand, bevor mit dem Shaver
etwas gemacht worden sei, handle es sich um ein klar traumatisches Ulcus (vgl. Suva-
act. 43-9, 43-11 und 43-19). Nachdem der Operateur in einer E-Mail vom 26. August
2016 bestätigt habe, dass es sich bei diesem Knorpelschaden um einen nativen
Befund handle (vgl. Suva-act. 43-12), sei von einem traumatischen Schaden
auszugehen (vgl. Suva-act. 43-21; vgl. ferner act. G 1.3). Bezüglich dieser
Argumentation hat Dr. G._ in seiner Aktenbeurteilung vom 26. Januar 2021
beanstandet, dass auf dem einschlägigen Bild, auf dem der Defekt im Bereich der
Femurkondyle zur Darstellung komme, im Hintergrund der resezierte Innenmeniskus
erkennbar sei. Folglich sei die Aufnahme keineswegs bei der ersten Inspektion des
Kniegelenks, sondern nach der Resektion des Innenmeniskus entstanden (vgl. Suva-
act. 51-6). Die Beschwerdegegnerin hat daraufhin den Operateur per E-Mail angefragt,
ob er bestätigen könne, dass das entsprechende Bild nach Resektion des
Innenmeniskus gemacht worden sei, was dieser bejaht, jedoch gleichzeitig angemerkt
hat, dass die Teilresektion vor Mikrofrakturierung des Defekts gemacht worden sei (vgl.
3.2.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 12/15
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Suva-act. 53). Daraus leitet die Beschwerdegegnerin einen Widerspruch in der
Argumentation von Dr. F._ ab. Sie ist der Ansicht, es habe sich geklärt, dass es sich
beim Bild um keinen nativen, präoperativen Zustand handle, weshalb nun auch Dr.
F._ - entsprechend seiner eigenen Argumentation - beim Knorpelschaden von einem
degenerativen Zustand ausgehen müsste (vgl. act. G 5 S. 4 f. und G 9). Allerdings
haben - entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin - weder Dr. F._ noch der
Operateur je in Abrede gestellt, dass die fragliche Abbildung nach Debridement des
Innenmeniskus entstanden ist. Dr. F._ hat die entsprechende Abbildung gerade
dahingehend kommentiert, dass der an den Knorpeldefekt angrenzende
Innenmeniskus schon debridiert worden sei und die intrameniskale Degeneration am
Rand der Debridierung gut erkennbar sei (Suva-act. 43-9). Aus diesem Grund hat sich
für ihn wohl gerade die Frage gestellt, ob die Aufnahme des auf derselben Abbildung
dargestellten Knorpeldefekts auch erst nach einem Debridement entstanden ist oder
eben vorher und somit einem nativen Zustand entspricht (vgl. Suva-act. 43-11). Der
Operateur hat in der E-Mail vom 26. August 2020 bestätigt, dass es sich beim
Knorpelschaden um einen nativen Befund handle, mithin im Bereich des
Knorpelschadens kein Debridement stattgefunden habe (vgl. Suva-act. 43-12), was
aber nicht damit gleichzusetzen ist, dass die entsprechende Abbildung auch vor
Behandlung des Innenmeniskus entstanden ist. In der E-Mail vom 28. Januar 2021 an
die Beschwerdegegnerin hat der Operateur nochmals nachvollziehbar erläutert, dass
das entsprechende Bild zwar nach der Teilresektion des Innenmeniskus, jedoch vor
der Mikrofrakturierung des Defekts, also des Knorpelschadens, gemacht worden sei
(vgl. Suva-act. 53). Folglich ist kein Widerspruch in den Auskünften des Operateurs
auszumachen. Auch widersprechen die Auskünfte des Operateurs der Argumentation
von Dr. F._ nicht. Die vermeintlichen Widersprüche haben Dr. G._ sowie die
Beschwerdegegnerin selber konstruiert, indem sie die Auskünfte des Operateurs bzw.
die Beurteilung von Dr. F._ wohl missverstanden haben. Der mit Bezug auf die
intraoperative Bildgebung durchaus nachvollziehbaren Beurteilung von Dr. F._,
wonach der Knorpelschaden überwiegend wahrscheinlich einem traumatischen
Schaden entspreche, widerspricht neben den Kreisärzten aber auch Dr. H._. Dieser
geht - übereinstimmend mit den Kreisärzten - davon aus, dass die Bildgebung für eine
traumatisch verursachte Knorpelläsion keine eindeutigen Hinweise liefere.
Demgegenüber ist Dr. H._ - entgegen den Kreisärzten und entgegen Dr. F._ - der
Auffassung, dass der Lappenriss des Innenmeniskushinterhorns mit hoher
Wahrscheinlichkeit durch das Distorsionstrauma verursacht worden sei (vgl. act. G 7.1).
Nach dem Gesagten befinden sich in den Akten drei unterschiedliche ärztliche
Einschätzungen zur Frage der Unfallkausalität der am 27. April 2020 operierten
3.3.
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4.
Die Frage, ob das Unfallereignis vom 2. Juni 2019 zu einer strukturellen Schädigung
des Kniegelenks oder zumindest zu einer richtungsgebenden Verschlimmerung eines
Vorschadens geführt hat, braucht vorliegend jedoch nicht abschliessend beantwortet
zu werden. Denn selbst wenn mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt wäre, dass
sowohl die Meniskusläsion als auch der Knorpelschaden degenerativer und nicht
traumatischer Genese wären, entfiele die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin für
die Operation vom 27. April 2020 und die daran anschliessende Heilungsphase nicht.
Der Unfall vom 2. Juni 2019 hat nämlich unbestrittenermassen zumindest zu einer
vorübergehenden Aktivierung eines Vorzustandes bzw. zu einer Schmerzzunahme
geführt. Die Einstellung der Leistungen ist somit erst auf den Zeitpunkt möglich, in dem
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auch sämtlichen schmerzverstärkenden
unfallkausalen Faktoren keine Bedeutung mehr zukommt (vgl. dazu E. 2). Die Kreisärzte
vertreten die Auffassung, dass die durch den Unfall vom 2. Juni 2019 bewirkte
vorübergehende Verschlimmerung des vorbestehenden degenerativen Prozesses im
Bereich des Kniegelenks spätestens am 5. November 2019 respektive per Ende
Dezember 2019 oder sechs Monate nach dem Unfall, was dem 2. Dezember 2019
entsprechen würde, wieder abgeheilt gewesen sei (vgl. Suva-act. 20, 34 und 51). Die
unterschiedlichen Angaben zum Zeitpunkt, wann der Zustand, wie er sich auch ohne
Unfall eingestellt hätte, wieder erreicht gewesen sein soll, machen deutlich, dass sich
dieser Zeitpunkt auch nach Auffassung der Kreisärzte nur schwer feststellen lässt. Die
Begründung, wonach es dem Beschwerdeführer bis Ende Dezember 2019 primär recht
gut gegangen sei, während dann aber ab Januar 2020 permanent Beschwerden
aufgetreten seien, sodass die unfallkausale Verschlimmerung zum Zeitpunkt der
Sprechstunde vom 5. November 2019 oder per Ende Dezember 2019 als abgeheilt
anzusehen sei, überzeugt nicht (vgl. dazu namentlich Suva-act. 33-4 f.). Denn wie Dr.
F._ in seiner Beurteilung vom 9. Februar 2021 zu Recht angemerkt hat (vgl. act. G 1.3
S. 3, unten), ist die konservative Therapie (unter anderem Infiltrationen und
Physiotherapie) gerade mit dem Ziel durchgeführt worden, die Schmerzsymptomatik zu
lindern. Dass sich die Schmerzen vorübergehend gebessert, sich nach einer
Meniskusläsion sowie des gleichzeitig operierten Knorpelschadens (vgl. Suva-act. 14).
Gemäss einer Einschätzung ist der Meniskusschaden unfallkausal, jedoch der
Knorpelschaden nicht. Nach einer zweiten Einschätzung ist der Knorpelschaden
unfallkausal, jedoch der Meniskusschaden nicht. Nach einer dritten Einschätzung sind
beide Schäden degenerativer Natur. Keine der ärztlichen Beurteilungen vermag die
anderen überzeugend zu widerlegen und nachvollziehbar aufzuzeigen, von welcher
Genese der operierten Schäden auszugehen ist.
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bestimmten Zeit jedoch wieder verschlechtert haben, muss somit nicht dem Abheilen
des unfallkausalen Schmerzschubes geschuldet sein, sondern kann wohl auch auf das
Abklingen der Wirkung der Infiltrationen zurückgeführt werden. Eine komplette
Beschwerdefreiheit ist denn selbst im Bericht des Spitals D._ vom 7. November
2019, auf den sich die Kreisärzte berufen, nicht dokumentiert. Vielmehr ist in diesem
Bericht unter anderem festgehalten worden, dass vom Beschwerdeführer bei längerem
Wandern noch ein leichtes Ziehen medial und lateral gespürt werde (vgl. Suva-act. 8).
Von einer schmerzfreien Belastungsfähigkeit zu sprechen, wie dies Dr. G._ in seiner
Aktenbeurteilung vom 26. Januar 2021 getan hat (vgl. Suva-act. 51-7), ist demnach
aktenwidrig. Schliesslich kann Dr. G._ auch nicht gefolgt werden, wenn er behauptet,
dass am 5. November 2019 der Behandlungsabschluss erfolgt sei (vgl. Suva-act. 51-5,
unten). Von einem Behandlungsabschluss ist im besagten Bericht nichts zu lesen (vgl.
Suva-act. 8). Bereits am 16. Dezember 2019 ist eine erneute Verordnung zur
Physiotherapie ausgestellt worden (vgl. Suva-act. 5), sodass die Annahme eines
Behandlungsabschlusses per 5. November 2019 nicht passt. Schon im Januar 2020 ist
es dann gemäss dem Sprechstundenbericht vom 22. April 2020 zu einer erneuten und
andauernden Beschwerdezunahme gekommen (vgl. Suva-act. 7), worauf auch Dr.
E._ hingewiesen hat (vgl. Suva-act. 33-4). Ausserdem ist die Wiederaufnahme der
Infiltrationstherapie sowie der Physiotherapie bereits anlässlich der Sprechstunde vom
5. November 2019 besprochen und ein arthroskopisches Vorgehen angedacht worden
(vgl. Suva-act. 8), was für einen Zusammenhang zwischen den von der
Beschwerdegegnerin als unfallkausal anerkannten Beschwerden und denjenigen, die
schliesslich zur Operation geführt haben, spricht. Der soeben dargelegte
Beschwerdeverlauf lässt die Annahme, dass ein durch das Unfallereignis vom 2. Juni
2019 ausgelöster Beschwerdeschub bereits im November oder Dezember 2019
abgeheilt gewesen sei, nicht zu. Dazu passend hat die Beschwerdegegnerin ihre
Versicherungsleistungen denn auch nicht per November oder Dezember 2019
eingestellt. Vielmehr hat sie eine Leistungspflicht und damit zumindest ein als
unfallkausal anerkanntes Beschwerdebild bis zum 26. April 2020 anerkannt (vgl. Suva-
act. 34; im Dispositiv des Einspracheentscheides ist die Einsprache abgewiesen und
damit der Zeitpunkt der verfügten Leistungseinstellung bestätigt worden; vgl. Suva-act.
55). Dass nun aber der durch das Unfallereignis bewirkte Beschwerdeschub genau am
Tag der Operation vom 27. April 2020, auf den die Beschwerdegegnerin ihre
Leistungen eingestellt hat, abgeheilt gewesen sein soll, ist ebenso wenig überzeugend.
Vielmehr ist anzunehmen, dass diejenigen Beschwerden, die am 26. bzw. 27. April
2020 bestanden haben, mitursächlich für die am 27. April 2020 durchgeführte
Operation gewesen sind. Folglich hat die Beschwerdegegnerin, welche die
Beschwerden bis zum 26. April 2020 als unfallkausal anerkannt hat, auch für die durch
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die Beschwerden bedingte Operation sowie die daran anschliessende Heilungsphase
aufzukommen (vgl. dazu E. 2).
5.