Decision ID: 55999343-0410-5507-a1e5-d5eda48a33b5
Year: 2019
Language: de
Court: BE_VG
Chamber: BE_VG_001
Canton: BE
Region: Espace_Mittelland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Mit Verfügung vom 7. Februar 2017 veranlagte die Steuerverwaltung des Kantons Bern A._ und B._ abweichend von deren  für das Jahr 2015 auf ein steuerbares Einkommen von Fr. 113'400.-- bei den Kantons- und Gemeindesteuern und von Fr. 104'900.-- bei der direkten Bundessteuer. Sie rechnete das Einkommen auf, das A._ und B._ mit ihrer C._ GmbH erzielt hatten. Die dagegen erhobenen Einsprachen wies die Steuerverwaltung am 10. Januar 2018 ab.
B.
Am 20. Januar 2018 gelangten A._ und B._ an die Steuerrekurskommission des Kantons Bern (StRK). Diese wies Rekurs und Beschwerde am 12. März 2019 «hinsichtlich der Frage des Vorliegens  Steuerumgehung» ab. Gelichzeitig hob sie die Einspracheentscheide auf und wies die Akten an die Steuerverwaltung zurück, um die  im Sinn der Erwägungen neu festzusetzen.
C.
Dagegen haben A._ und B._ am 11. April 2019  erhoben. Sie beantragen, die Entscheide der StRK vom 12. März 2019 seien, «soweit anfechtbar», aufzuheben. Ihr steuerbares Einkommen sei sowohl bei den Kantons- und  2015 als auch bei der direkten Bundessteuer 2015 um Fr. 33'806.-- zu reduzieren.
Die StRK schliesst mit Vernehmlassung vom 30. April 2019 auf Abweisung der Beschwerde. Mit Beschwerdeantwort vom 17. Mai 2019 beantragt die
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18.07.2019, Nr. 100.2019.131/132U, Seite 3
Steuerverwaltung, auf die Beschwerden sei nicht einzutreten. Am 6. Juli 2019 haben die Beschwerdeführenden noch einmal Stellung genommen.

Erwägungen:
1.
1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerden als letzte kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) zuständig (vgl. auch Art. 201 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 21. Mai 2000 [StG; BSG 661.11] sowie Art. 145 Abs. 1 des  vom 14. Dezember 1990 über die direkte Bundessteuer [DBG; SR 642.11] und Art. 9 Abs. 3 der Verordnung vom 18. Oktober 2000 über den Vollzug der direkten Bundessteuer [BStV; BSG 668.11]).
1.2 Die Beschwerdeführenden haben ihr Einkommen aus der Tätigkeit für die C._ GmbH im vereinfachten Verfahren abgerechnet. Solche Einkünfte unterliegen pauschal einer Quellensteuer von 4,5 % in Kanton und Gemeinde (Art. 115a Abs. 1 StG) bzw. 0,5 % im Bund (Art. 37a Abs. 1 DBG). Die Beschwerdeführenden haben sie in ihrer ordentlichen  deshalb als steuerfreies Einkommen deklariert. Nach der StRK stellt dieses Vorgehen eine Steuerumgehung dar, was sie im Dispositiv ihrer Entscheide festhielt (angefochtener Entscheid E. 3 f.). Darüber hinaus hat die StRK erwogen, es gebe Anzeichen für eine verdeckte . Zur weiteren Sachverhaltsabklärung und einlässlichen Prüfung, ob tatsächlich eine solche vorliege, wies sie die Akten an die kantonale Steuerverwaltung zurück (angefochtener Entscheid E. 5). – Damit richten sich die Verwaltungsgerichtsbeschwerden gegen . Die Steuerverwaltung wirft zu Recht die Frage auf, ob diese als selbständig anfechtbare Teilentscheide oder als Zwischenentscheide  Art. 74 Abs. 3 i.V.m. Art. 61 VRPG zu qualifizieren sind (vgl. BVR 2017 S. 205 E. 1.2).
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18.07.2019, Nr. 100.2019.131/132U, Seite 4
1.3 Zwischenverfügungen und Zwischenentscheide, die weder die  noch den Ausstand oder die Ablehnung betreffen (vgl. dazu Art. 74 Abs. 3 i.V.m. Art. 61 Abs. 2 VRPG), sind vor Verwaltungsgericht gemäss Art. 74 Abs. 3 i.V.m. Art. 61 Abs. 3 VRPG nur selbständig , wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken  (Bst. a) oder die Gutheissung der Beschwerde sofort einen  herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde (Bst. b). Falls keine dieser Voraussetzungen gegeben ist, sind sie nur gemeinsam mit dem Endentscheid anfechtbar, soweit sie sich noch auf dessen Inhalt  (Art. 74 Abs. 3 i.V.m. Art. 61 Abs. 4 VRPG; näher dazu BVR 2017 S. 205 E. 1.3).
1.4 Die Begriffe Zwischen- und Teilentscheid sind im geltenden  des Kantons grundsätzlich gleich zu verstehen wie nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu Art. 91 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz [BGG; SR 173.110]; BVR 2017 S. 205 E. 3.5). Demgemäss richtet sich die  von Rückweisungsentscheiden grundsätzlich nach der  für Zwischenentscheide gemäss Art. 74 Abs. 3 i.V.m. Art. 61 VRPG (vgl. für das bundesgerichtliche Verfahren Art. 93 BGG). Dies gilt selbst dann, wenn über eine rechtliche Grundsatzfrage oder einen materiellen Teilaspekt der Streitsache entschieden wurde (sog. materielle ). Nicht blosse Zwischen-, sondern (selbständig anfechtbare) Teilentscheide stellen dagegen Rückweisungsentscheide dar, welche  (von mehreren gestellten) Begehren beurteilen, die unabhängig von den übrigen behandelt werden können (vgl. Art. 91 Bst. a BGG).  werden Rückweisungsentscheide, welche der unteren Instanz, an die die Sache zurückgewiesen wird, keinen Entscheidungsspielraum mehr , weil die Rückweisung nur noch der (rechnerischen) Umsetzung des oberinstanzlich Angeordneten dient, wie Endentscheide behandelt, obwohl sie das Verfahren (formell) nicht beenden (materieller Endentscheid; vgl. zum Ganzen etwa BGE 142 II 20 E. 1.2, 140 V 321 E. 3.1 f., 140 V 282 E. 2; BVR 2017 S. 205 E. 1.4).
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18.07.2019, Nr. 100.2019.131/132U, Seite 5
1.5 Die StRK hat die Sache «zur Neufestsetzung der Steuerfaktoren im Sinn der Erwägungen» zurückgewiesen und so ihre Urteilsbegründung für die Steuerverwaltung rechtsverbindlich ausgestaltet. Dabei hat sie zwar entschieden, dass die Beschwerdeführenden eine Steuerumgehung  haben, indem sie einen Teil ihres Einkommens im vereinfachten Verfahren abrechneten (angefochtener Entscheid E. 3 f.). Sie hat aber die Streitigkeit nicht abschliessend beurteilt und die Rückweisung hat sie nicht bloss zur rechnerischen Umsetzung ihrer Anordnungen angeordnet.  hat die StRK erwogen, die Steuerverwaltung habe näher zu prüfen, ob zwischen der C._ GmbH und der D._ AG via  Gewinnverschiebungen erfolgt seien, sodass es zu verdeckten Gewinnausschüttungen an die Beschwerdeführenden  sei. Verschiedene Hinweise liessen dies vermuten. Dazu gehöre , dass die D._ AG zu Gunsten der C._ GmbH auf Erträge verzichtet habe, dass der Beschwerdeführer seine für die C._ GmbH geleistete Arbeitszeit nur schätzen könne und dass die Reinigungskraft der C._ GmbH auch die Räumlichkeiten der D._ AG gereinigt habe (angefochtene Entscheide E. 5). Die Steuerverwaltung hat das Verfahren folglich wieder an die Hand zu  und weitere Abklärungen zu treffen. Zu welchem Schluss sie gelangt ist offen. Mithin werden durch die angefochtenen Rückweisungsentscheide weder die Verfahren abgeschlossen noch einzelne Begehren beurteilt, weshalb es sich dabei nicht um selbständig anfechtbare Teilentscheide oder gar materielle Endentscheide handelt (vgl. E. 1.4 hiervor). Die  richten sich nach dem Gesagten gegen Zwischenentscheide im Sinn von Art. 74 Abs. 3 i.V.m. Art. 61 VRPG. Diese betreffen zudem nicht Ausstand oder Ablehnung. Die Zwischenentscheide sind deshalb nur unter den qualifizierten Voraussetzungen von Art. 74 Abs. 3 i.V.m. Art. 61 Abs. 3 Bst. a und b VRPG beim Verwaltungsgericht anfechtbar.