Decision ID: a4c32386-262c-4e8b-8cf0-6b34cb97dadf
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 196
2
geborene
Z._
arbeitete bis April 1998 als
O._
kontrollbeamter
(inklusive Dateneingabe) für die
A._
. Ab Mai 1998 wurde er gesundheitsbedingt zuerst als
Sprayereientferner
und später als Reinigungsmitarbeiter
und im Hausdienst
eingesetzt, wobei sein Lohn wegen der Absenzen ab Juni 2000 um 50
%
gekürzt wurde (
Urk.
8/5/1-3
,
Urk. 8/7/27,
Urk. 8/7/15-16
).
Ab Anfang 2002 erzielte er kein Erwerbseinkommen mehr (
Urk.
8/34
, Urk. 8/42
).
Mit Eingang vom 13. Juni 2000
hatte sich
Z._
bei der
Eidgenössischen
Invalidenversicherung
wegen Seh-, Rücken- und Schwindelbeschwerden
zum Leistungsbezug an
gemeldet (Urk.
8/2
). Die
Sozialversicherungsanstalt des Kan
tons Zürich, IV-Stelle,
klärte die erw
erblichen und medizinischen Ver
hältnisse ab
und holte unter anderem das polydisziplinäre Gutachten
der MEDAS
B._
vom 7.
Juni 2001 ein (Urk. 8/16)
.
Gestützt darauf sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügung
en
vom
1
2.
Juni 2002 ab dem 1.
Januar
2000 eine ganze Rente mit einem Invaliditätsgrad von 100
%
zu
(Urk.
8/28-29
).
Diese wurde in den
darauf
folgenden Revisionsverfahren (Urk. 8/30, Urk. 8/33) mit Mitteilungen vom 1
3.
September 2004 (
Urk.
8/32)
und
vom 1
6.
Januar 2009 (
Urk.
8/37)
bestätigt.
1.2
Anfang 2014 eröffnete die IV-Stelle ein weiteres Revisionsverfahren
und
ordnete
nach einem anonymen Hinweis aus der Bevölkerung
(
Urk.
8/58) unter and
e
rem eine Observation des Versicherten an (
Urk.
8/61-62), welche vom
7.
bis
9.
Juli 2015
durchgeführt wurde
(Ermittlungsbericht vom 5.
August 2015,
Urk. 8/63
, Urk. 9/1-3
).
Am 2
0.
Januar 2016 fand eine Befragung des Versicherten statt, bei der er zum Observationsergebnis Stellung
nehmen konnte (
Urk.
8/65).
Gestützt auf das Abklärungsergebnis sistierte die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
4.
Februar 2016 die bisherige ganze Rente p
er Ende Januar 2016 (
Urk.
8/69). Ausserdem holte sie das polydisziplinäre Gutachten der MEDAS
C._
vom
4.
Januar 2017 ein
(
Urk.
8/84).
Mit Vorbescheid vom 1
8.
Mai 2017 kündigte die IV-Stelle an, die Verfügung vom
1
2.
Juni 2002
und die Rente rückwirkend per
1.
Januar 2000 bei einem Invaliditätsgrad von 26
%
wiedererwägungsweise aufzuheben sowie die zu Unrecht bezogenen Rentenleistungen
des Zeitraums
vom
1.
Mai 2010 bis 3
1.
Januar 2016 mit separater Verfügung zurückzufordern (Urk. 8/89). Dagegen
erhob der Versicherte mit Schreiben vom 1
6.
Juni 2017, ergänzt mit Schreiben vom 28. August 2017, Einwände (
Urk.
8/90
, Urk. 8/94
).
Mit Verfügung vom 2. Oktober 2017 hob die IV-Stelle die Verfügung
en
vom 12. Juni 2002
und die Rente rückwirkend wie angekündigt
wiedererwägungsweise auf. Einer Beschwerde hiergegen entzog sie die aufschiebende Wirkung. Bezüglich
der
Rückforderung der von Mai 2010 bis Ende Januar 2016 bezogenen Rente
nleis
tungen
verwies sie auf eine separate Verfügung (Urk. 2 S. 1).
Mit Verfügung vom 8. Januar 201
8
verpflichtete die IV-Stelle den Versicherten
wie angekündigt
zur Rücker
stattung der Rentenzahlungen vom
1.
Mai 2010 bis
31.
Januar 2016 in der Höhe von insgesamt Fr. 118'165.--
(Urk.
17/2
).
2.
2.1.
Gegen die Verfügung vom 2. Oktober 2017
erhob
der Versicherte
mit
Eingabe vom 2. November 2017 Be
schwerde und
beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihm weiterhin
die mit Verfügung
en
vom 12.
Juni 2002
zugesprochene ganze Invalidenrente
auszurichten
;
eventualiter sei er nochmals
in
ophtalmologischer
und psychiatrischer Hinsicht zu begutachten
;
subeventualiter
sei ihm ab mit Verfügung vom 1
2.
Juni 2002 festgesetztem Leistungsbeginn mindestens eine
Viertelsrente
bis mindestens am 4.
Januar 2017 auszurichten. Von
einer Rücker
stattung der vom 1.
Mai 201
0
bis 31.
Januar 2016 bezogenen Rentenleistungen sei abzusehen.
In prozessualer Hinsicht
ersuchte
er
darum, es sei die
aufschie
bende Wirkung der Beschwerde wiederherzustellen und es sei
ihm die unentgelt
liche Prozessfüh
rung zu gewähren sowie
Rec
htsanwältin
Din
a
Raewel
, Zürich, als unentgelt
liche Rechtsvertreterin zu bestellen (
Urk. 1 S. 2). Die Beschwerdegeg
ne
rin schloss in der Beschwerdeantwo
rt vom 11. Dezember 2017 auf Abweisung der Be
schwerde (Urk. 9 S. 1). Mit Verfügung vom 6. Februar 2018 wurde das Gesuch des Beschwerdeführers um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde gegen die Verfügung vom 2. Oktober 2017 abgewiesen.
Ausserdem
wurde ihm die unentgeltliche Prozessführung gewährt und
Rec
htsanwältin
Dina
Raewel
als unentgeltliche Rechtsvertreterin für dieses Verfahren bestellt.
Ferner
wurde die Pensionskasse
A._
zum Prozess beigeladen (Urk. 15 S. 5).
2.
2.
Mit Eingabe vom
12. Februar 2018
erhob der
Beschwerdeführer
auch Beschwerde
gegen die Verfügung der IV-Stelle vom
8. Januar 2018
und
beantragte,
diese sei
aufzuheben und
die Sache sei
zur Neubeurteilung unter Berücksichtigun
g seiner Anträge an die Beschwerde
gegnerin zurückzuweisen; und zwar
sei von einer Rückforderung von IV-Leistungen im Betrag von Fr. 118'165.-- abzusehen; even
tualiter sei davon
Vormerk
zu nehmen, dass sich eine allfällige Forderung auf Rückleistung der bezogenen IV-Leistungen lediglich auf den Zeitraum vom
1. Januar 2012 bis 31. Januar 2016 und damit auf einen Betrag von Fr. 84'265.-- bezieh
e
;
sub
eventualiter
sei die Forderung auf Rückleistung der bezogenen IV-Leistungen im Betrag von Fr. 118'165.-- bis zum rechtskräftigen Entscheid über den Bestand der Verfügung
en
vom 12. Juni 2002 zu sistieren. In prozessualer Hinsicht stellte der Beschwerdeführer den Antrag, es sei ihm die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren und
Rec
htsanwältin
Dina
Raewel
, Zürich,
sei ihm
als unentgeltliche Rechtsvertreterin zu bestellen (Urk.
17/
1 S. 2).
Dieses Verfahren wurde am hiesigen Gericht unter der Verfahrensnummer IV.2018.00172 eröffnet (
Urk.
17/0-4) und mit Verfügungen vom 2
8.
Februar 2018 mit dem vorliegenden Verfahren Nr. IV.2017.01200 vereinigt sowie als dadurch erledigt abgeschrieben (Urk. 17/4, Urk. 18 S. 3).
2.3
Mit Eingabe vom 1
0.
April 2018 schloss die
Beschwerdegegnerin
auch in Bezug auf die Beschwerde
vom
12. Februar 2018 (
Urk.
17/1) auf Abweisung (
Urk.
22). Am 1
6.
April 2018 nahm die Beigeladene zu den Beschwerden vom 2. November 2017 und
vom
12. Februar 2018 Stellung und beantragte, diese seien abzuweisen (
Urk.
23 S. 1). Im weiteren Schriftenwechsel verzichteten die Parteien auf eine weitere Stellungnahme (
Urk.
28-30).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Streitgegenstand
bilden
der
in Wiedererwägung gezogene
Anspruch auf
eine Invalidenrente (Dauerleistung)
ab dem 1.
Januar 2000
, der hier bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom
2.
Oktober 2017 (
Urk.
2) zu beurteilen ist,
sowie
die
mit Verfügung vom
8.
Januar 2018 erlassene Rückforderung
der
Rentenleis
tungen vom 1.
Mai 2010 bis
31.
Januar
2016
(
Urk.
17/2)
.
Bei der Prüfung dieser
Ansprüche
wird das anwendbare Recht nach den allge
meinen intertemporalrechtlichen Regeln ermittelt. Danach sind
der Beurteilung
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze
zu Grund zu legen
, die
im Zeitpunkt gegol
ten haben, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl.
BGE 126 V 134 E. 4b
mit Hinweisen)
.
Demzufolge ist der Rentenanspruch
für die Zeit vor dem Inkrafttreten des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
am
1.
Januar 2003
auf
grund der bisherigen und ab diesem Zeitpunkt nach den neuen Normen zu prüfen (BGE 130 V 445;
Urteil des Bundesgerichts I
125/05 vom 11.
August 2005 E. 1.1
).
Das ATSG brachte hinsichtlich der Invaliditätsbemessung keine substantiellen Änderungen gegenüber der bis zum 3
1.
Dezember 2002 gültig gewesenen
Rechts
lage (BGE 130 V 343), so dass die zur altrechtlichen Regelung ergangene Judika
tur weiterhin massgebend ist
(
Urteil des Bundesgerichts I
125/05 vom 11.
August 2005 E. 1.
2)
.
A
ufgrund der per 1. Januar 2004 in Kraft getretenen Normen der 4. IVG-Revision (AS 2003 3837)
ist der Rentenanspruch aufgrund des
genannten
allgemeinen übergangsrechtlichen Grundsatzes
f
ür die Zeit bis zum 31. Dezember 2003
eben
falls
nach den
bis dann
gültig gewesenen
und ab diesem Zeitpunkt nach den damals neuen Normen
des Bundesgesetzes und der Verordnung über die Invali
denversicherung (IVG, IVV)
zu prüfen. Entsprechen
des gilt mit Bezug auf die
im Zuge der
Revisionen 5, 6a und 6b
revidier
ten und
a
m 1. Januar 2
008
, 1. Januar 2012 und
1.
Januar 2013
in Kraft
getreten Bestimmungen des IVG, der IVV und des ATSG
(AS 2007 5129, AS 2011 5659, AS 2012 5559)
.
Auch dies
e Revisionen
fallen
materiell
-
rechtlich nicht ins Gewicht, weil
sie
hinsichtlich der Invaliditäts
be
messung keine substanziellen Än
derungen gegenüber der bis
Ende Dezember 2003 respektive der bis Ende
Dezember 2007
gültig gewesenen Rechtslage ge
bracht
haben
, so dass die zur altrechtlichen Regelung ergangene Recht
sprechung weiterhin massgebend ist (
vgl.
Urteil des Bundesgerichts
8C_76/2009
vom 19.
Mai 2009
E
. 2).
Dasselbe gilt in Bezug auf di
e Normen zum strittigen Rückerstattungsanspruch
der Leistungen ab Mai 2010 (
Urk.
2 S. 1, Urk. 17/2). Früher richtete sich die Rück
erstattungspflicht in der Invalidenversicherung analog nach
aArt
. 47 AHVG in Verbindung mit
aArt
. 49 IVG (in Kraft bis 31. Dezember 2002; siehe BGE 126 V 23 E. 4a).
Die nach dem ATSG für die Rückerstattung von Leistungen seit 1. Januar 2003 massgebliche Bestimmung (Art. 25 ATSG) ist aus der früheren Regelung und Rechtsprechung hervorgegangen, ohne dass sich materiell etwas geändert hat, weshalb die damalige Rechtsprechung weiterhin Gültigkeit
(
vgl. BGE
13
0
V 318
E. 5.2,
Urteil des Bundesgerichts vom 1. Oktober 2007
9C_216/2007 E. 2
;
Kieser
,
ATSG
-Kommentar, 3. Aufl. 2015,
Rz
82 und 87 zu Art. 25 ATSG)
.
Im Folgenden werden di
e massgeblichen Gesetzesbestim
mungen - soweit nichts
anderes
vermerkt ist - in der seit dem 1. Januar 20
12
geltenden Fassung zitiert.
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Sie kann Folge von Geburts
ge
brechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Fo
lgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vo
r
aus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V
281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Mit
BGE 143 V 4
18 (Urteil vom 3
0.
November
2017) hat
das Bundesgericht erkannt, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Leiden einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281
(Urteil vom
3.
Juni 2015)
zu unterziehen seien, wobei es je nach Krankheitsbild allenfalls gewisser Anpassungen hinsicht
lich der Wertung einzelner Indikatoren bedürfe. Diese Abklärungen enden laut Bundesgericht stets mit der Rechtsfrage, ob und in welchem Umfang die ärzt
lichen Feststellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indika
toren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen (E. 7).
2.3
Anspruch auf eine Rente haben Versicherte, die unter anderem während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeits
unfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (Art. 28 Abs. 1
lit
. b und c IVG).
Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG (in der bis zum 31. Dezember 2003 gültig gewesenen Fassung) haben Versicherte Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 66 2/3 Prozent, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 Prozent, oder auf eine
Viertelsrente
, wenn sie mindestens zu 40 Prozent invalid sind. In Härte
fällen besteht gemäss Art. 28 Abs. 1
bis
IVG bereits bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente.
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen neuen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertels
rente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG [in der seit dem
1.
Januar 2008 gültigen Fassung]; vom 1. Januar 2004 bis 31. Dezember 2007: Art. 28 Abs. 1 IVG).
2.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommens
vergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
2.5
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zuk
unft entsprechend erhöht, herab
gesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächl
ichen Verhältnissen seit Zuspre
chung der Rente, die geeignet ist, den Invali
ditätsgrad und damit den Rentenan
spruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Re
nte bei einer wesentlichen Ände
rung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs-
oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner
kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachver
halts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen).
Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in re
cht
licher und tatsächlicher Hin
sicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurtei
lungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
2.6
2.6.1
Unabhängig von einem materiellen Revisionsgrund kann die IV-Stelle auf formell rechtskräftige Verfügungen, welche nicht Gegenstand materieller richterlicher Überprüfung gebildet haben, zurückkommen, wenn diese zweifellos unrichtig sind und wenn – was auf periodische Dauerleistungen regelmässig zutrifft (BGE 119 V 475 E. 1c mit Hinweisen) – ihre Berichtigung von erheblicher Bedeu
tung ist (Art. 53 Abs. 2 und 3 ATSG; BGE 141 V 405 E. 5.2, 138 V 147 E. 2.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_819/2017 vom 13. Februar 2017 E. 2.2). Die Wiedererwägung im Sinne von Art. 53 Abs. 2 ATSG dient der Korrektur einer anfänglich unrichtigen Rechtsanwendung einschliesslich unrichtiger Feststellung im Sinne der Würdigung des Sachverhaltes (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_121/2017 vom 5. Juli 2018 E. 8.2).
Stehen invalidenversicherungsrechtliche Aspekte zur Diskussion (vgl. dazu etwa BGE 119 V 431 E. 2, 110 V 298 E. 2, je mit Hinweisen), erfolgt die wiederer
wägungsweise Rentenaufhebung oder -herabsetzung in der Regel vom ersten Tag des zweiten der Zustellung der Verfügung folgenden Monats an (Art. 85 Abs. 2
in Verbindung mit Art. 88
bis
Abs. 2
lit
. a IVV; vgl. BGE 142 V 259 E. 3.2.1 mit Hinweisen; vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_880/2015 vom 21. März 2016 E. 3.2 und 9C_258/2014 vom 3. September 2014 E. 3.2, je mit Hinweisen).
Eine rückwirkende Rentenaufhebung oder -herabsetzung kommt in diesem Bereich nur im Fall einer unrechtmässigen Leistungserwirkung oder einer Verletzung der Mel
depflicht
(
Art.
77 IVV)
in Frage (Art. 88
bis
Abs. 2
lit
. b IVV sowohl in der bis Ende Dezember 2014 als auch in der seither geltenden Fassung), wobei diese seit der Revision von Art. 88
bis
Abs. 2
lit
. b IVV per 1. Januar 2015 für den unrechtmäs
sigen Leistungsbezug nicht – mehr – kausal gewesen sein muss (BGE 142 V 259 E. 3.2.1 mit Hinweisen; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_813/2016 vom 10. März 2017 E. 5 und 8C_11/2008 vom 29. April 2008 E. 4.2).
Ein wiedererwägungsweises Rückkommen auf eine zweifellos unrichtige Verfü
gung gemäss Art. 53 Abs. 2 ATSG ist auch mehr als zehn Jahre nach deren Erlass zulässig (BGE 140 V 514 Regeste a; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_680/2017 vom 7. Mai 2018 E. 4.1 und 8C_394/2017 vom 8. August 2017 E. 2.2).
2.6.2
Gemäss Art. 53 Abs. 1 ATSG müssen formell rechtskräftige Verfügungen und
Einspracheentscheide
in Revision gezogen werden, wenn die versicherte Person oder der Versicherungsträger nach deren Erlass erhebliche neue Tatsachen entdeckt oder Beweismittel auffindet, deren Beibringung zuvor nicht möglich war (sogenannte prozessuale Revision; BGE 143 V 105 E. 2.1, 138 V 324 E. 3.2).
2.7
2.7.1
Wird
nachträglich auf den Wegen der Wiedererwägung
(
Art. 53 Abs. 1 ATSG
)
oder der
prozessualen
Revision
(
Art. 53 Abs. 1 ATSG)
eine rentenzusprechende Verfügung berichtigt,
zieht dies grundsätzlich die Pflicht des Leistungsbezügers zur Rückerstattung der von der Invalidenversicherung zu Unrecht bezogenen Leistung nach sich (Art. 25 ATSG; BGE 130 V 318 E. 5.2, 130 V 380 E. 2.3.1, 110 V 298 Regeste).
Eine Rückforderung der unrechtmässig bezogenen Leistun
gen kommt jedoch nur im Fall einer unrechtmässigen Leistungserwirkung oder einer Verletzung der Meldepflicht (
Art.
77 IVV) in Frage (vgl. Art. 85 Abs. 2 IVV und Art. 88
bis
Abs. 2
lit
. b IVV; vgl. BGE 142 V 259 E. 3.2 mit Hinweisen; vgl. Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung
(IVG)
, 3. Auflage 2014,
Art.
30–31
Rz
145 ff.
).
2.7.2
Gemäss
Art.
25
Abs.
2 ATSG erlischt d
er Rückforderungsanspruch mit dem Ablauf eines Jahres, nachdem die Versicherungseinrichtung davon Kenntnis erhalten hat, spätestens aber mit dem Ablauf von fünf Jahren nach der Entrich
tung der einzelnen Leistung. Wird der Rückerstattungsanspruch aus einer straf
baren Handlung hergeleitet, für welche das Strafrecht eine längere Verjährungs
frist vorsieht, so ist diese Frist massgebend.
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin
führte zur Begründung der angefochtenen rentenaufhe
bende
n
Wiedererwägungsverfügung (Urk. 2) und der Rückerstattungsverfügung (
Urk.
17/2) aus,
die bei der
Rentenzusprache
offensichtlich bestehenden Wider
sprüche und Inkonsistenzen seien weder von der IV-Stelle noch von den damals beauftragten Gutachter
n
der MEDAS
B._
entsprechend gewürdigt worden. So sei von den involvierten Ärzten der Eindruck von Aggravation ent
standen und es seien unübersehbare Verdeutlichungstendenzen und Wider
sprüche beobachtet worden.
Bereits im Gutachten des Vertrauensarztes der
A._
seien Zweifel an der Glaubwürdigkeit der geschilderten Beschwerden geäussert worden. Dennoch sei ohne weiterführende Abklärungen eine ganze Rente zuge
sprochen worden
, womit der Untersuchungsgrundsatz verletzt worden sei. Die Verfügungen vom 1
2.
Juni 2002 würden sich damit als zweifellos unrichtig erweisen und seien in Wiedererwägung zu ziehen.
Gestützt auf das Gutachten der MEDAS
C._
sei ausgewiesen, dass der
Beschwerdeführer
in einer leid
ensange
passten Tätigkeit zu 100
% arbeitsfähig sei, und zwar auch retrospektiv ab dem Zeitpunkt der
Rentenzusprache
.
Die angestammte Tätigkeit als
O._
kontrollbeamter
bei der
A._
könne er aufgrund der eingeschränkten
Sehfähigkeit nicht mehr ausüben. Es habe
beim
Beschwerdeführer
eine klare Aggravation festgestellt werden können
.
Sowohl bei den Untersuchungen bei der MEDAS
C._
als auch während der Observation habe der
Beschwerdeführer
ein Verhalten gezeigt, welches nicht mit einem fast blinden Menschen in Einklang zu bringen sei. Es habe sich gezeigt
, dass er sich entgegen seiner eigenen Darstellung selbständig in der Stadt
bewegen, öffentliche Verkehrsmittel benutzen, Einkäufe erledigen und weiteres unternehmen könne.
Auch nach der Besprechung und Eröffnung der Observationsergebnisse am 20. Januar 2016 hab er viel selbständiger als davor gewirkt und den Weg inklusive Treppe nunmehr ohne Hilfe des Sohnes zurück
gelegt.
Die gutachterlichen Feststellungen
und Folgerungen
seien daher nicht aktenwidrig, sondern würden durch die Observation bestätigt.
Entgegen der Ansicht des
Beschwerdeführer
s sei die Verwendung des Observationsmaterials nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung und unter Berücksichtigung der hier überwiegenden Interessen des Versicherungsträgers sowie der Versicherten
gemeinschaft rechtmässig. Einer allfälligen psychischen Störung sei eine leis
tungseinschränkende Wirkung abzusprechen.
Der Einkommensvergleich ergebe einen Invaliditätsgrad vo
n 26
%, weshalb seit
2000
kein Rentenanspruch bestehe
.
D
ie Verfügung
vom 12.
Juni 2002
werde daher
wiedererwägungsweise aufgeho
ben und die Rente eingestellt. Da der
Beschwerdeführer
in den Untersuchungen
bei der
Rentenzusprache
und bei der Rentenrevision
unwahre Angaben zu seinem
Gesundheitszustand, dem Tagesablauf und den Alltagsaktivitäten
sowie seinem Leistungsvermögen
gemacht und sich als schwer eingeschränkt präsentiert habe,
lasse dies
einzig den Schluss zu, dass er sehr wohl um die erwerbliche Verwert
barkeit seiner Fähigkeiten gewusst habe. Mithin liege eine schuldhafte Melde
pflichtverletzung vor
, die als vorsätzlich zu qualifizieren sei
.
Die Rente sei folglich gestützt auf
Art.
88
bis
Abs.
2
lit
. b IVV rückwirkend auf den Zeitpunkt der
Rentenzusprache
aufzuheben.
Bezüglich der Rückforderung
der erbrachten Rentenleistungen
komme die längere Verjährungsfrist von sieben Jahren gemäss der Verfolgungsverjährung
nach
Art. 97 Abs. 1
lit
.
c des Strafgesetzbuches (StGB) zur Anwendung
. S
omit sei
eine Rückforderung
für den Zeitraum vom
1.
Mai 2010 bis
heute (gemeint wohl: bis am
1.
Mai 2017; vgl.
Vorbescheid vom 1
8.
Mai 2017
, Urk. 8/
89
)
möglich
(Urk. 2 S. 2
f
f
.,
Urk.
17
/2
).
Die Beigeladene schloss sich in ihrer Stellungnahme vom 1
6.
April 2018 im Wesentlichen der Argumentation der
Beschwerdegegnerin
an (
Urk.
23).
3
.2
Der Beschwerdeführer wendet dagegen ein,
er sei nach wie vor zu 100 % arbeits
unfähig
(zu 100
%
in
ophthalmologischer
und zu 40
%
in psychischer Hinsicht)
, und zwar nicht nur in der angestammten Tätigkeit als
O._
kontrollbeamter
bei der
A._
, sondern auch in einer Verweistätigkeit
. Es werde bestritten, dass die von der
Beschwerdegegnerin
aufgeführten Widersprüche und Inkonsistenzen
(bei der
Rentenzusprache
im Jahr 2002) derart offensichtlich gewesen und nicht aus
reichend gewürdigt worden seien. Vielmehr sei er zweimal begutachtet worden und der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) sei mehrfach mit der medizinischen Situation konfrontiert gewesen
. Dieser
habe die 100%ige Arbeitsunfähigkeit
sogar im Jahr 2015 nochmals
bestätigt.
Ausserdem sei die Ausrichtung einer gan
zen Rente in zwei Rentenrevisionsverfahren bestätigt worden.
Der
Beschwerde
gegnerin
hätten Mittel und Wege zur Verfügung gestanden, um die Situation zu klären. Auch sei nicht nachvollziehbar, weshalb eine ganze Rente hätte zugespro
chen werden sollen, wenn aus ophthalmologischer, rheumatologischer und psy
chiatrischer Sicht Zweifel bestanden
hätte
n
.
Mit der Aufhebung der rentenzu
sprechenden Verfügung werde
unter diesen Umständen
gegen de
n Vertrauens
grundsatz nach Art.
9 der Bundesverfassung (BV) verstossen.
Tatsache sei, dass sich seine gesundheitliche Situation und damit seine massive Beeinträchtigung seit der Rentenzusprechung in keiner Weise verändert und schon gar nicht ver
bessert habe.
Auf
das MEDAS-Gutachten vom 4.
Januar 2017
sei
nicht abzustel
len, da es weder in psychiatrischer noch in ophthalmologischer Hinsicht beweiskräftig sei.
So habe d
er ophthalmologische Gutachter
widersprüchlich
und ohne Begründung sowie ohne konkret zumutbare Tätigkeiten zu nennen,
auf eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit
seit jeher
geschlossen, obschon er festgestellt habe, dass
eine volle Invalidität angenommen werden
müsse, da
das Gesichtsfeld beidseits schwarz gewesen
,
der
Visus
am besseren rechten Auge in der Ferne nur 0,05 und in
die Nähe unter 0,1 betragen habe, rechts längerfristig ohne Behandelbarkeit mit einer Verschlechterung der Sehschärfe zu rechnen sei sowie beim linken Augen der Endzustand seit früher Kindheit erreicht sei
.
Da die Schlussfolgerung des augenärztlichen Fachgutach
tens nicht kongruent sei, könne darauf nicht abgestellt werden und
er
sei
n
ochmals ophthalmologisch zu untersuchen.
Der
psychiatrische Gutachter habe seine Schlussfolgerungen
ebenfalls
zum grossen Teil auf die nicht verwertbaren Observationen gestützt. Beobachtungen über singuläre Verhaltensweisen und Momentaufnahmen würden
indes
kein taugliches Mittel darstellen, um die psychische Verfassung eines Menschen zu dokumentieren. Ferner habe sich der psychiatrische Gutachter nicht mit der Beurteilung des psychischen Vorzustandes gemäss dem Vorgutachten vom 7.
Juni 2001 auseinandergesetzt und es sei nicht abgeklärt, wie lange der zu einer Arbeitsunfähigkeit führende psychische Zustand angehalten habe. Somit sei das
psychiatrische Teilgutachten
in materieller Hin
sicht nicht vollständig.
Zudem
habe ein Simulations- und Aggravationsverhalten nichts mit der psychischen Verfassung zu tun. Auch in
psychischer Hinsicht, speziell zur Frage der Entwicklung des ps
ychischen Zustandes nach dem 7.
Juni 2001 sei er
- im Fall der Aufhebung der ursprünglichen Rentenverfügung -
noch
mals zu begutachten respektive sei der Gutachter zur entsprechenden Ergänzung anzuhalten.
Des Weiteren würden Verhaltensweisen wie Aggravation und Simu
lation bestritten. Daran vermöchten seine Reisen nach Tunesien nichts zu ändern. Namentlich sei einem lebenslang sehbehinderten Menschen, der Alltagsbewälti
gungsstrategien entwickelt habe, das Besteigen eines Flugzeugs und eines Trams möglich. Auch habe er angegeben, immer in Begleitung zu reisen. Schon im Gut
achten vom
7.
Juni 2001 sei zudem ein
Medikamentenabusus
diagnostiziert wor
den. Die vor allem im Zusammenhang mit den Rückenschmerzen eingenomme
nen starken Schmerzmedikamente könnten durchaus zu einem verlangsamten Verhalten führen. Sein nicht gerade hoher Intelligenzgrad habe sein Übriges dazu getan. Dass er den untersuchenden Fachpersonen nicht direkt ins Gesicht geblickt habe, sei kulturell bedingt und sehbehinderte Menschen würden in der Regel den direkten Blickkontakt mit anderen Menschen vermeiden.
Somit
sei das MEDAS-Gutachten vom 4. Januar 2017 insgesamt nicht verwertbar und könne daher nicht Grundlage für die Aufhebung der rentenzusprechenden Verfügung bilden.
Es sei somit weiterhin von der mit Gutachten vom
7.
Juni 2001 beurteilten Arbeitsunfähigkeit auszugehen.
Zu keinem anderen Ergebnis führe die Observation. Aufgrund der in beiden Gut
achten der Jahre 2001 und 2017 klar gestellten augenärztlichen Diagnosen, sei erwiesen, dass er auf dem linken Auge so gut wie blind und auf dem rechten
Auge massiv sehbeeinträchtig sei. Die Interpretation im Observationsbericht mute daher absurd an. Es verstehe sich von selbst, dass ein Mensch, der von Kindes
beinen an quasi blind beziehungsweise massiv sehbehindert sei, gezwungener
massen Strategien entwickle, um sich im Alltag bewegen zu können. Es sei rein medizinisch unmöglich, dass er gut sehe. Es werde deutlich, dass die Observatio
nen kein taugliches Mittel seien, seine Sehbehinderung zu überprüfen. Im Übrigen erfülle die Observation angesichts ihrer Dauer und Intensität mit einer Über
wachung von zwei aufeinanderfolgenden Tagen jeweils während sieben bis zehn Stunden die bundesgerichtlichen Kriterien für die Verwertbarkeit nicht. Mit Urteil 9C_806/2016 vom 1
4.
Juli 2017 habe das Bundesgericht zudem entschieden, dass eine - wie vorliegend durchgeführte - verdeckte Observation angesichts der Verstösse sowohl gegen
Art.
13 der Bundesverfassung (BV) als auch
Art.
8 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) rechtswidrig sei und es an einer genügenden gesetzlichen Grundlage fehle. Es sei mithin unzulässig, auf die Observation abzustellen; dies umso mehr
,
als es sich um singuläre Momentauf
nahmen handle, die über zweieinhalb Jahre zurückliegen würden und nicht mehr repräsentativ seien.
Die Verfügung vom 12. Juni 2002 sei damit nicht ohne Zweifel unrichtig und könne nicht aufgehoben werden, weshalb ihm weiterhin die damit zugesprochene Rente auszurichten sei. Zumindest aber habe er aus psychischen Gründen Anspruch auf eine
Viertelsrente
ab dem Leistungsbeginn bis mindestens zur Begutachtung im Jahr 201
7.
Bestritten werde schliesslich auch, dass er seine Mel
depflicht verletzt habe, indem er unzutreffende Angaben zu seinem Gesundheits
zustand gemacht habe, zumal dieser insbesondere in Bezug auf seine Augen seit dem Jahr 2000 unverändert schlecht sei und sich jener des rechten Auges seit dem Jahr 2008 sogar noch verschlechtert habe. Er habe seine gesundheitliche Verfassung immer wahrheitsgetreu dargelegt. Die
Beschwerdegegnerin
stütze sich bei ihrer Annahme ausserdem einzig auf die unzulässigen Observationsergeb
nisse. Da er mithin auch keinen Straftatbestand erfüllt habe, sei nicht von der Verfolgungsverjährung von sieben Jahren auszugehen, sondern von einer Ver
jährungsfrist
von
fünf Jahren gemäss
Art.
25 Abs.
2 ATSG. Eine allfällige
-
aller
dings bestrittene
-
Verpflichtung zur Rückerstattung der bezogenen Rentenleis
tungen würde sich daher
höchstens
auf den Zeitraum vom
1.
Januar 2012 bis 3
1.
Jan
uar 2016 und eine Summe von Fr.
84'265.-- beziehen.
Weiter habe die
Beschwerdegegnerin
seinen Anspruch auf rechtliches Gehör missachtet, indem sie sich in der Verfügung vom
8.
Januar 2018 nicht mit seiner Stellungnahme vom 2
0.
Dezember
2017
auseinandergesetzt habe
, weshalb sie schon deshalb und
gestützt auf
Art.
29
Abs.
2 BV nichtig und aufzuheben sei sowie an die
Beschwer
degegnerin
zur Neubeurteilung
unter Berück
sichtigung seiner Stellungnahme
zurückzuweisen
sei
(Urk. 1 S. 6 ff.
, Urk. 17/1 S.
4 ff.
).
3.3
Strittig und zu prüfen ist im Folgenden, ob die Beschwerdegegnerin
in der
ange
fochtenen
Verfügung vom
2.
Oktober
2017 (Urk. 2) zu Recht
die Verfügung
en
vom 12.
Juni 2002
(
Urk.
8/28-29)
in Wiedererwägung gezogen und die
damals
mit Wirkung ab dem 1. Januar 2000
zugesprochene
ganze Rente
aufgehoben hat (vgl.
Erwä
gung
4
-7
nachfolgend).
Gegebenenfalls
ist die strit
tige Frage zu klären, ob die
an den
Beschwerdeführer
ausgerichteten
Rentenleistungen
des Zeitraumes vom 1.
Mai 2010 bis 3
1.
Januar 2016
im Gesamtbetrag von Fr. 118'165.--
von diesem
ent
sprechend der ange
fochtenen Ver
fügung vom
8.
Januar 2018
(Urk. 1
7
/2) zurückzuerstatten
sind
(vgl. Erwägung
7
hernach
).
4.
4.1
Die Voraussetzung der erheblichen
Bedeutung der Berichtigung
im Sinne von Art.
53
Abs.
2 ATSG
ist hier aufgrund des
Charakter
s
der
strittigen
Invalidenrente als periodischer Dauerleistung
ohne Weiteres erfüllt
(vgl. Urteil des Bundesge
richts vom 20. November 2008 9C_342/2008
E
. 5.1 mit Hinweisen).
Zu prüfen bleibt, ob
die Verfügungen vom 12. Juni 2002 (
Urk.
8/28-29)
zweifel
los unrichtig und daher der erfolgten Wiedererwägung zugänglich war
en.
Als z
weifellos unrichtig im Sinne von
Art.
53
Abs.
2 ATSG
gilt eine Verfügung recht
sprechungsgemäss
, wenn
kein vernünftiger Zweifel an
ihrer
Unrichtigkeit mög
lich
ist und
folglich nur dieser einzige Schluss denkbar ist. In diesem Sinne qualifiziert unrichtig ist eine Verfügung, wenn eine Leistung aufgrund falscher Rechtsregeln beziehungsweise ohne oder in unrichtiger Anwendung der massge
blichen Bestimmungen zugesprochen wurde (BGE 141 V 405 E. 5.2, 140 V 77 E. 3.1 mit Hinweis). Gleiches gilt bei einer klaren Verletzung des Untersuchungs
grundsatzes, insbesondere wenn die notwendigen fachärztlichen Abklärungen überhaupt nicht oder nicht mit der erforderlichen Sorgfalt durchgeführt wurden
(vgl. Art. 43 ATSG; BGE 141 V 405 E. 5.2; Urteil des Bundesgerichts 8C_717/2017 vom
2.
August 2018 E. 3.2 mit Hinweisen).
Eine auf keiner nach
vollziehbaren ärztlichen Einschätzung der massgeblichen Arbeitsfähigkeit beru
hende Invaliditätsbemessung ist nicht rechtskonform und die entsprechende Ver
fügung zweifellos unrichtig im wiedererwägungsrechtlichen Sinne (Urteil
des Bundesgerichts
9C_491/2017
vom 26.
September 2017 E. 2 mit Hinweis).
Soweit ermessensgeprägte Teile der Anspruchsprüfung vor dem Hintergrund der Sach-
und Rechtslage einschliesslich der Rechtspraxis im Zeitpunkt der rechtskräftigen Leistungszusprechung in vertretbarer Weise beurteilt worden sind, scheidet die Annahme zweifelloser Unrichtigkeit aus (BGE 141 V 405 E. 5.2 mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_766/2016 vom 3. April 2017 E. 1.1.2 mit Hinweisen).
Während bei einer prozessualen Revision auch später zu den Akten genommene Unterlagen herangezogen werden dürfen, sind
die Wiedererwägungsvoraus
setzungen anhand der Sach- und Rechtslage, wie sie sich im Zeitpunkt des Ver
fügungserlasses
- hier am 1
2.
Juni 2002 (Urk. 8/28-29) -
präsentierten, zu beur
teilen (BGE 144 I 103 E. 2.2
; Urteil des Bundesgericht
9C_544/2018
vom 5. Feb
ruar 2019 E. 6.2.1).
4.2
4.2.1
Bei Erlass der
rentenzusprechenden
Verfügungen vom 1
2.
Juni 2002
(
Urk.
8/28-29)
ging die
Beschwerdegegnerin
gemäss dem Feststellungsblatt vom
9.
Juli 2001
(Urk. 8/19)
gestützt auf das
Gutachten der
MEDAS
B._
vom
7.
Juni 2001 (
Urk.
8/16)
davon aus, dass
der
Beschwerdeführer
ab Anfang 2000 sowohl in der angestammten als
O._
kontrollbeamter
der
A._
als
auch in einer leidensangepassten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsunfähig sei
.
Dem
Gutachten der MEDAS
B._
vom
7.
Juni 2001
ist zu entnehmen, dass der
Beschwerdeführer
internistisch, ophthalmologisch, psychiatrisch und rheumatologisch untersucht
worden war
. Als Diagnosen mit wesentlicher Ein
schränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit führten die Gutachter die folgenden auf:
1.
Amaurosis
oculi
sinistri
bei zentraler
Makulanarbe
bei Status nach
Chorioretinitis
(? Toxoplasmose)
, 2.
deutliche
Visusminderung
(
unkorrigiert
0,4) des rechten Auges
bei
Pigmentepitheliopathie
, 3.
gemischte dissoziative Störun
gen mit
Verdacht auf
histrionische
Persönlichkeitsstörung
, Verdacht auf inter
mittierendes Hyperventilationssyndrom, Verdacht auf
Medikamentenabusus
(Opio
id, Benzodiazepin), 4.
vertebrales Schmerzsyndrom mit
pseudoradikulärer
Ausstrahlung rechts bei angedeuteter
Retrolisthesis
L3/L4
,
Osteochondrose
L3/L4, 5.
Reizknie
rechts bei Status nach leichter medial
er Seitenbandläsion (Distorsion; Urk. 8/16/19-20).
In der angestammten Tätigkeit als
O._
kontrollbeamter
bei der
A._
sei von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit auszugehen; limitierend seien vor allem die ophthalmologischen, weniger die psychiatrischen Befunde. Auch für alle anderen beruflichen Tätigkeiten bestehe faktisch in der freien Wirt
schaft eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit, wobei einer Beschäftigung in gestützter Umgebung (Behindertenwerkstatt) nichts entgegen
stehe
, sofern diese an die Seh
behinderung adaptiert, vor allem in sitzender Stellung oh
ne Heben und Tragen
von über 15
Kilogramm unter rückenhygienischen Mass
nahmen ausge
führt wer
den könnten
(
Urk.
8/16/21)
.
4.2.2
Wie die
Beschwerdegegnerin
im angefochtenen Entscheid zutreffend festhielt (
Urk.
2 S. 2), ist dem MEDAS-Gutachten
B._
zu entnehmen, dass die involvierten Ärzte
bei den Untersuchungen im April 2001
den Eindruck
von
Aggravation des Beschwerdeführers gewonnen
hatten
(Urk. 8/16/19).
So sei a
nlässlich
der internistischen
Untersuchung
festgestellt worden,
dass
eine
"
Ver
deutlichungs
-Tendenz +++"
bestanden habe
.
Dabei
sei
namentlich
die Augen
mo
tilität schwierig zu prüfen gewesen, der
Beschwerdeführer
habe nicht mitge
macht; sie sei wahrscheinlich aber normal. In der Gesichtsfeldprüfung habe er zunächst behauptet, dass er links gar nichts sehe, später habe er aber Hand und Fingerbewegungen trotzdem wahrgenommen etc. Bei der Prüfung der Gangarten habe er zeitweise wie ein Blinder beide Arme nach vorne gestreckt
(Urk. 8/16/16). In der zusammenfassenden Beurteilung
des Gutachtens
wurde
nach der Schluss
besprechung der internistischen Gutachter
ausserdem
bemerkt
, dass
die aktive Wirbelsäulenmotilität
nur bedingt prüfbar gewesen sei (stark eingeschränkt, aber bei offensichtlich mangelnder Compliance)
. Auch die Seh- und Gesichtsfeldprü
fung sei bei inkonsistenten Angaben schwierig gewesen. Weiter sei ein nicht-
dermatom
begrenztes vermindertes Sensorium am ganzen rechten Bein angege
ben worden, bei der Prüfung der aktiven Motorik habe der
Beschwerdeführer
indes nicht oder nur mangelhaft mitgemacht; klare Anhaltspunkte für ein
radi
kuläres
Syndrom würden nicht bestehen. In
sgesamt sei eine unübersehbare Verdeutlichungstendenz zu konstatieren
(
Urk.
8/16/18-19)
.
Dem
konsiliarischen Untersuchungsb
ericht
des
ophthalmologischen Gutachters
vom 1
6.
Mai 2001
ist zu entnehmen, bei
der Gesichtsfelduntersuchung (
Octopus
)
rechts hätten
wegen fehlender zentraler Fixation und schwieriger Kooperations
bereitschaft sowie Ermüdung diffuse zentrale und mittelperiphere Gesichtsfeld
ausfälle bestanden
(
Urk.
8/16/25). Dem Bericht des psychiatrischen Gutachters vom 1
9.
April 2001 ist sodann zu entnehmen, der
Beschwerdeführer
sei ihm seine Schmerzen verdeutlichend, kleinschrittig gehend, etwas schwankend und mit hoher gepresster Stimme sprechend, zwar nicht unfreundlich, aber eher wenig kooperativ und vor allem wenig informativ begegnet. Es sei ein demonstrativ anmutendes Krankheitsverhalten deutlich geworden
(
Urk.
8/16/30).
Der
internis
tisch-rheumatologische Gutachter
stellte
im
Konsiliarbericht vom 12. April 2001
fest, dass
d
ie Untersuchung erschwert gewesen
sei
durch demonstratives Verhal
ten.
Auch die Anamnese sei recht schwierig aufzunehmen und bei hoher weiner
licher Stimme sehr diffus beschrieben worden.
Der
Beschwerdeführer
sei von seinem Bruder begleitet in die Praxis geführt worden, er sei dabei vorsichtig gegangen und habe sich an der Sc
hulter des Bruders festgehalten
.
Der Auftritt
mit dem Bruder sei sehr auffällig gewesen.
Auf diese Weise habe er die Pr
axis auch wieder verlassen
; dies obschon er - so beobachtet in der Untersuchung - mit einem leichten
Hinkgang
rechts frei habe gehen können.
Zufällig habe er, der Gutachter, den
Beschwerdeführer
eine halbe Stunde später in der Stadt alleine, völlig
sicher gehend
gesehen, so dass sich seine Vermutung auf eine massive Überbewertung und Demonstration des Beschwerdebildes erhärtet habe
(Urk. 8/16/32-33)
.
4.3
4.3.1
Angesichts der
von den Gutachtern der MEDAS
B._
derart festgestell
te
n
erheblichen
Aggravation
des
Beschwerdeführer
s
sind deren Schlussfolgerun
gen und insbesondere deren Einschätzung einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit
in jeglicher
Tätigkeit
nicht nachvollziehbar.
Vor allem auch
in Bezug auf das Augenleiden wurde die Einschätzung
gemäss
dem ophthalmologischen Bericht ohne Weiteres in das Hauptgutachten übertragen und von der IV-Stelle akzep
tiert
. Dies
obschon nicht nur die ophthalmologische Befunderhebung keine verlässlichen Ergebnisse aufgrund der Angaben des
Beschwerdeführer
s
zeigte (
Urk.
8/16/26). A
uch die internistische und die
rheumatologische Untersuchung
(
Urk. 8/16/
15-16
, Urk.
8/16/31-33)
ergaben, dass die Angaben und das Verhalten des
Beschwerdeführer
s sein Sehvermögen
betreffend nicht verlässlich
und irre
führend
waren.
So
stellte der internistische Gutachter
unter anderem
fest, dass der
Beschwerdeführer
entgegen seinen Angaben auch auf der linken Seite
eine
Hand und Fingerbewegungen habe wahrnehmen können (
Urk.
8/16/16).
Der
rheumatologische Gutachter
beobachtete unter anderem
, dass der
Beschwerde
führer
demonstrativ vorgab, die
Führung
seines Bruders
zur Orientierung beim Gehen
zu benötigen, was sich in unbeobachteten Moment
e indes als
falsch
herausstellte
(
Urk.
8/16/
32-33
)
.
Vor diesem Hintergrund
hätte e
ine
objektivierte, von den unzuverlässigen Angaben des
Beschwerdeführer
s bereinigte medizi
nisch-theoretische Beurteilung der Leistungsfähigkeit
in einem interdisziplinären Austausch der Gutachter erfolgen können
und müssen
. E
ine Konsensbesprechung
sämtlicher
Gutachter
fand jedoch nicht
statt;
an der Schlussb
esprechung
nahmen nur die
beiden zeichnenden Internisten
teil
(Urk.
8/16/18
). Zwar ist
e
ine
abschliessende
Konsensbesprechung unter Einbezug aller beteiligten Fachgebiete
rechtsprechungsgemäss
keine
stricto
sensu
in jedem Fall
gebotene Anforderung
, deren Verzicht Bundesrecht verletzt (Urteil des Bundesgericht
8C_569/2013 vom 3
0.
September 2013 E. 4.2.3
). Jedoch hat das
Bundesgericht
deren Fehlen im Rahmen einer Aggravationsbeurteilung auch schon als Mangel bezeichnet (Urteil
des Bundesgericht 9C_258/2014 vom 2.
September 2014 E.
4.2, in: SZS 2015
S.
54).
Hier
wurden
die konkreten Auswirkungen der Feststellungen
der
einzelnen
Gutachter
zu den Inkonsistenzen
auf die Arbeitsfähigkeit
im Hauptgutachten
(Urk. 8/16/16-21)
ohne Konsensbesprechung und
im Einzelnen
nicht respektive nicht genügend nachvollziehbar
diskutiert
sowie
bei den
Schlussfolgerungen
nicht aus objektivierter medizinisch-theoretischer Sicht
berücksichtigt
, was erhebliche Mängel darstellt.
4.3.2
Des Weiteren waren bereits den
Vorakten
solche Ungereimtheiten zu entnehmen
und die Ärzte hatten in einer leidensangepassten Tätigkeit eine gewisse Arbeits
fähigkeit attestiert.
So hatte der Vertragsarzt der
A._
,
Dr.
med.
D._
, im Bericht zur Konsultation vom 16. September 1999 festgehalten, dass die
Visus
verschlechterung
des linken Auges wegen der fehlenden Kooperation des
Beschwerdeführer
s weder durch den Augenarzt noch in der Augenklinik des
E._
habe beurteilt werden können.
Im Vordergrund stehe ein konversions-neurotisches Verhalten.
Neben den zweifelhaften anamnes
tischen Informationen seien auch die Untersuchungsbefunde schwer zu deuten. Der infantil wirkende
Beschwerdeführer
scheine zu simulieren und reagiere auf Schmerzen übertrieben und larmoyant
. Er wirke in seiner Grundstimmung depressiv. Dieses Verhalten dürfte in erster Linie auf einem Insuffi
zienzgefühl und einer ungenügenden
sozio-kulturellen
Integration beruhen. Verstärkend wirke die gespannte familiäre Situation
. Die aktuell ausgeführte Tätigkeit im Waggon-Reinigungsdienst (ohne Hochdruckreiniger) könne ihm sowohl bezüg
lich der fraglichen Sehbehinderung, als auch der Rückenbeschwerden zugemutet werden
(
Urk.
8/7/7-8).
Im Bericht des damaligen Hausarztes des
Beschwerdefüh
rer
s,
Dr.
med.
F._
,
vom 1
7.
Juli 2000 wurde ebenfalls festgehalten, dass die
Visusreduktion
insbesondere am rechten Auge bei denkbar vorhandener Aggravationstendenz des
Beschwerdeführer
s
gemäss dem Bericht
der Augenkli
nik Zürich vom 24.
August 1999
nicht eindeutig sei (Urk. 8/8/6).
Ausserdem attestierte selbst er
ab dem 13.
Juni 2000 bis auf Weiteres nur noch eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit in körperlich leichten Tätigkeiten (
Urk.
8/8/1).
Auch diese Angaben waren von den
MEDAS-
Gutachtern
bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
unzureichend gewürdigt worden.
Die betreffenden
Bericht
e
wur
de
n
zwar unter dem Titel "Aktenauszug" im Hauptgutachten bei den medizini
schen Unterlagen inhaltlich wiedergegeben
(
Urk.
8/16/5-7)
. Jedoch
haben
die
Gutachter
, insbesondere der ophthalmologische Experte,
diese schon
ab dem
Jahr 1999 festgestellten Inkonsistenzen
und Hinweise auf
Aggravation respektive Simulation
im Hinblick auf die tatsächliche Leistungsfähigkeit
nicht
aus objekti
vierter medizinisch-fachärztlicher Sicht
erörtert.
4.3.3
Hinzu kommt, dass die vom psychiatrischen Gutachter
gemäss
dem
eineinhalb
seitigen
Konsiliarbericht vom 19.
April 2001
(
Urk.
8/16/15-16) gestellten Diag
nosen
nicht begründet wurden und auch aufgrund der erhobenen Befund
e
nicht
nachvollziehbar sind
, zumal weder
Befunde
zur Persönlichkeit des
Beschwerde
führer
s
erhoben
noch zur psychiatrischen Anamnese
, Behandlung und
Krank
heitsentwicklung etwas ausgeführt wurde
.
Mit keinem Wort
wurde
erläutert, weshalb der
psychiatrische
Gutachter auf eine gemischte dissoziative Störung schloss und
weshalb er
den Verdacht auf eine
histrionische
Pe
rsönlichkeits
störung
hegte
.
Das allein erwähnte demonstrativ anmutende Krankheitsverhalten erfüllt
jedenfalls
keine der Kriterien
dieser
Diagnosen.
Namentlich ist eine disso
ziative Störung
gemäss
den klinisch-diagnostischen Leitlinien der Weltgesund
heitsorganisation zum ICD-10 dadurch gekennzeichnet, dass
ein teilweise
r
oder völliger Verlust der normalen Integration von Erinnerungen an die Vergangen
heit, des Identitätsbewusstseins, der unmittelbaren Empfindungen, sowie der Kontrolle von Körperbewegungen vorliegt. Dabei besteht eine nahe zeitliche Ver
bindung zu traumatisierenden Ereignissen, unlösbaren oder unerträglichen Kon
flikten oder gestörten Beziehungen (
Dilling
,
Mombour
, Schmidt,
Internationale
Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnos
tische Leitli
nien, 9.
Auflage 2014, S. 212). Weder im psychiatrischen Konsiliar
bericht noch im Hauptgutachten wurden solche dissoziativen Zustände beschrie
ben und erst recht nicht mit der gestellten Diagnose in Verbindung gebracht.
Auch die Diagnose eines
Medikamentenabusus
wurde weder begründet, noch ergeben sich Hinweise darauf aus den Laborergebnissen der internistischen Untersuchung (
Urk.
8/16/16-17)
, weshalb auch diese Diagnose nicht
schlüssig
ist
.
Im Hauptgutachten wurde
schliesslich
der Verdacht auf
Medikamentenabusus
festgehalten (
Urk.
8/16/20). Weder
im psychiatrischen Konsiliarbericht noch im Hauptgutachten
wurde ferner
begründet ausgeführt,
wodurch
und in welcher Hinsicht
die Leistungsfähigkeit des
Beschwerdeführer
s durch die diagnostizierten psy
chischen Störungen beeinträchtigt worden sei
.
Die
im Hauptgutachten und von der IV-Stelle ohne Weiteres übernommene Beurteilung des psychiatrischen Gutachters ist
damit
für sich und auch im Kontext des Gesamtgutachtens
nicht nachvollziehbar.
4.3.
4
Bei dieser damaligen Aktenlage
führte d
ie
Beschwerdegegnerin
im angefochtenen Entscheid (
Urk.
2 S. 2) zu Recht aus, dass die festgestellten offensichtlichen Widersprüche und
Inkon
sistenzen
von Seiten der Gutachter und in der Folge auch von ihrer Seite, da sie ohne Weiterungen auf das Gutachten abstellte, klar unzu
reichend gewürdigt worden waren
.
4
.
4
4.4.1
Die
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
gemäss
dem
MEDAS
-Gutachten
B._
vom
7.
Juni 2001 (
Urk.
8/16
/19-21
)
ist
nach damaliger Sachlage
somit
nicht nachvollziehbar.
Indem die IV-Stelle in den Verfügungen vom 1
2.
Juni 200
2
(Urk.
8/28-29
)
dennoch
ohne Weiterungen auf
die
Beurteilung der
MEDAS-
Gutachter
abstellte, führte sie die
notwendigen fachärztlichen Abklärungen nicht mit der erforder
lichen Sorgfalt durch
. Mit der
Beschwerdegegnerin
ist d
as
Vorliegen einer klaren Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes
daher
zu bejahen
(vgl.
Art.
43 ATSG; BGE 141 V 405 E. 5.2; Urteil des Bu
ndesgerichts 8C_717/2017 vom 2.
August 2018 E. 3.2 mit Hinweisen)
.
Dementsprechend beruhte
die damalige
Invaliditätsbemessung
, welche
gemäss
dem Feststellungsblatt
(Urk. 8/19)
aufgrund der
gutachterlich attestierten
100%igen Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit
mittels des
Prozentvergleich
s
(
vgl.
dazu:
Urteile des Bundesgerichts 9C_882/2010 v
om 2
5.
Januar 2011 E. 7.1 und I
315/02 vom 9.
Dezember 2003 E.
4.2
)
erfolgte
,
auf keiner nachvollzieh
baren ärztlichen Einschätzung
der
massgeb
lichen
Arbeitsfähigkeit
und war daher
nicht rechtskonform
erfolgt. D
ie entsprechende
n
Verfügung
en vom 12. Juni 2002
(Urk. 8/28-29)
sind, wie sich auch aus dem Nachfolgenden ergibt
(vgl. E. 5
-6
)
,
daher
zweifellos unrichtig im wiedererwägungsrechtlichen Sinne (
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 9C_491/2017 vom 2
6.
September 2017 E. 2 mit Hinweis
und E. 4.1
).
4.4.2
Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt
(
Urk.
1 S. 6 f.)
, führt zu keiner anderen Betrachtungsweise. Namentlich
ist es unerheblich, dass die ursprünglich auf unzureichender medizinischer Grundlage zugesprochene Rente in den nach
folgenden Rentenrevisionsverfahren bestätigt wurde (Urk. 8/31-37).
Denn auch in diesen Verfahren
waren
keine weiterführenden Abklärungen bezüglich der festgestellten Ungereimtheiten vorgenommen, sondern lediglich jeweils ein kurzer Bericht des Hausarztes eingeholt
worden
(
Urk.
8/31, Urk.
8/35
). Entgegen dem Vorbringen des
Beschwerdeführers erfolgte in den Revisionsverfahren
aus
serdem
jeweils keine
Prüfung und
Stellungnahme
durch den
Regionalen Ärzt
lichen Dienst
(RAD, Urk. 8/36).
5.
5.1
5.1.1
Zu klären ist
im Hinblick auf eine korrekte Beurteilung der Arbeits
-
und Erwerbs
fähigkeit
sodann, ob
und
inwiefern
die im neuen Revisionsverfahren
(Urk.
8/41) von der
Beschwerdegegnerin
eingeholten
neuen
Beweismittel, nämli
ch der Abklärungsbericht vom 5.
August 2015 samt Bildaufnahmen zur Observation des
Beschwerdeführer
s vom
7.
bis
9.
Juli 2015 (Urk. 9/1-3
; vgl. E.
5.1.2-
4
nachfol
gend
) und das
Gutachten der MEDAS
C._
vom
4.
Januar 2017 (
Urk.
8/84
; vgl. E. 5.2 hernach
),
verwertbar sind.
5.1.
2
Zur grundsätzlichen Verwertbarkeit von durch die IV-Stelle veranlasste Über
wachungen hat das Bundesgericht jüngst entschieden,
dass solche
einer genü
genden gesetzlichen Grundlage entbehren (BGE 143 I 377 E. 4).
Der Gesetzgeber hat mittlerweile mit neuen Observationsbestimmungen in
Art.
43a-b ATSG und
Art.
7a-c, 8a-b der
Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversiche
rungsrechts (ATSV)
Abhilfe geschaffen. Diese waren bei Erlass der angefochtenen Verfügung vom
2.
Oktober 2017
(
Urk.
2) und sind
bis heute jedoch noch nicht in Kraft. Allerdings
sind Ergebnisse von Überwachungen
,
wie sie hier vorliegen (Urk.
9/1-3
),
im Einzelfall nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
trotz ihrer grundsätzlichen Unrechtmässigkeit
nicht von vornherein unverwertbar.
Für die Verwertbarkeit eines derart erlangten Beweises
ist
- in Anlehnung ans eidge
nössische Straf- und Zivilverfahrensrecht sowie die meisten kantonalen Verfah
rensordnungen - hauptsächlich die Abwägung zwischen privaten und öffent
lichen Interess
en massgebend (BGE 143 I 377 E.
5.1.1).
Im Sozialversicherungs
recht ist nur insoweit von einem absoluten Verwertungsverbot auszugehen, als es sich um Beweismaterial handelt, das im nicht öffentlich frei einsehbaren Raum zusammengetragen wurde (BGE 143 I 377 E. 5.1.3
), was hier
indes
nicht der Fall war.
Hier handelt es sich um (unbeeinflusste) Handlungen des Beschwerdefü
hrers, die im öffentlichen Raum, namentlich auf öffentlichen Strassen und Plätzen, in öffentlichen Geschäften sowie in öffentlichen Verkehrsmitteln,
aufgenommen wurden
, was zulässig war (vgl. auch zur grundsätzlichen Zulässigkeit der Obser
vation
in öffentlichen Einkaufsläden und -zentren
sowie
beim Bedienen von Bankomaten im öffentlich einsehbaren Raum
: Urteil des Bundesgerichts 8C_810/2018 vom 1
6.
April 2019 E. 5)
.
Er
wurde an drei
aufeinanderfolgenden
Tagen jeweils während rund 7
, 9
und 10
Stunden observiert (Urk. 9/1 S. 3 ff.)
.
Der Beschwerdeführer war somit weder einer systematischen noch ständigen Überwachung ausgesetzt und erlitt in dieser Hinsicht einen relativ bescheidenen Eingriff in seine grundrechtliche Position. Stellt man diesen Aspekten das erheb
liche und gewichtige öffentliche Interesse an der Verhinderung des Versiche
run
gsmissbrauchs (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts
8C_239/2008 vom 1
7.
Dezember 2009 E. 6.4.1
mit
Hinweise
n
) entgegen, ergibt sich, dass der vorlie
gende Observationsbericht (inklusive Fotodokumentation und Videoaufnahmen
, Urk. 9/1-3
) in die Beweiswürdigung miteinbezogen werden
kann
(vgl. BGE
143 I 377 E.
5.1.2).
Entgegen der Ansicht des
Beschwerdeführer
s
(
Urk.
1 S. 9
)
ist
mithin
nicht ersichtlich, dass in örtlicher, zeitlicher, persönlicher oder sachlicher Hinsicht
die privaten Interessen gegenüber dem öffentlichen Interesse an der Verwertbar
keit überwiegen sollen
. Demnach durfte die IV-St
elle die Observationsunterlagen als Beweismittel verwenden und die Gutachter der MEDAS
C._
durften die Observationsergebnisse in ihre Einschätzungen miteinbeziehen
(vgl. Urteil
e des Bundesgerichts
8C_735/2016 vom 2
7.
Juli 2017 E. 5.3.6
und
9C_4
68/2017 vom 1
1.
September 2017 E. 4.1
).
5.1.3
In materieller Hinsicht ist dem
Abklä
rungsbericht vom 5.
August 2015,
der
dazugehörigen
Fotodokumentation und
den Video
aufnahmen zur Observation (Urk. 9/1-3)
insbesondere
das Folgende
zu entnehmen
: A
m ersten
Tag der Über
wachung vom 7.
Juli 2015
konnten
keine Beobachtungen gemacht
werden
. Der
Beschwerdeführer
wurde nicht angetroffen
(Urk.
9/1 S. 3).
Am zweiten Tag der Überwachung erschien der
Beschwerdeführer
in Begleitung seines Sohnes zu einem
Termin bei der
Beschwerdegegnerin
vom
8.
Juli 2015
um neun
Uhr
(Urk.
8
/
56-57
). Beim Verlassen des SVA-Gebäudes
und
auch noch
in der
unmit
telbaren
Nähe
des Gebäudes legte
er - wie schon beim Verlassen des Termins (vgl. Protokoll zum Standortgespräch vom
8.
Juli 2015
,
Urk.
8/57/3-4
) - seine linke Hand auf
die
rechten Schulter seines Sohnes
und liess sich von diesem führen
;
sein Kopf und Blick war
en
dabei grundsätzlich nach unten gerichtet, wobei er zeitweise mit den Augen etwas auf
- und zur Seite
sah
, fast ohne den Kopf zu bewegen
(
Urk.
9/1 S. 2 und S. 12
, Urk.
9/2 [Video,
08.07.15
ab 9:34 Uhr]
).
Wenige Minuten darauf
-
nunmehr ausserhalb der Sichtweite des
SVA-Gebäude
s
-
und in der
gesamten
übrigen Zeit der Überwachung
vom 8.
und 9. Juli 2015
bewegte sich der
Beschwerdeführer
dagegen
frei
in der Öffentlichkeit
, ohne Hilfe und
selbst durch grössere Menschenmengen sicher,
wenn auch jeweils leicht hinkend
. D
abei
waren der
Kopf und die Augen
stets
nach vorn gerichtet respektive
jeweils
spontan
in Sichtrichtung gewendet ohne Auffälligkeiten
.
Er überquerte
des Weiteren jeweils
selbständig
gut
befahrene Strassen,
ging
selbständig
- zeitweise alleine
und mit dem Natel telefonierend
, zeitweise frei neben
oder vor
seinem Sohn
gehend
und sich mit diesem unterhaltend - auf
leeren
und auch auf
gut frequentierten
Gehwegen, benützte eigenständig
die öffentlichen Verkehrsmittel
und Rolltreppen
,
überwand mühelos
selbständig Treppen mit mehreren Stufen
ohne Hilfe des Geländers
(
Urk.
9/1 S. 9
, Urk. 9/
3
[Video, 0
9
.07.15
ab
16:25
Uhr
und ab 16:27:35
]
),
bedient
e
ohne Sehhilfe
ein Natel
, einmal während einer Minute sogar zwei gleichzeitig (
Urk.
9/1 S. 3, Urk. 9/2 [Video,
08.07.15
um 10:11:33 Uhr]), verfolgte mit den Augen im Tram und/oder Bus sitzend Geschehnisse i
m
Fahrzeug
und ausserhalb des Fahrzeuges und
wählte ohne Sehhilfe eine Telefon
nummer auf der Wahltastatur einer öffentlich einsehbaren Telefonkabine (
Urk.
9/1 S. 6
,
Urk. 9/
2
[Video, 09.07.15 um 10:36:45 Uhr])
. Sodann
liess sich der
Beschwerdeführer
in mehreren Geschäften
am Schalter
, unter anderem
in
Reise
büros,
beraten und/oder bedienen
und interagierte dabei ohne Auffälligkeiten mit den Dienstleistern
. Auch
kaufte
er
selbständig
in mehreren Geschäften
ohne ersichtliche Einschränkungen
ein, wobei er die
betreffenden
Nahrungsmittel
,
Kleidungsstücke und
Baumarktteile
(auch kleinere, Urk. 9/
3
[Video, 09.07.15 ab
16:09:30
Uhr
])
in der Regel
ohne Hilfsmittel studierte
und aussuchte
. Nur ein Mal kam
beim Studieren
eines
eingenähten
Etikettes
eines Blazers
(vermutlich die Grössenangabe betreffend)
eine Lupe zum Einsatz
(Urk.
9/1 S. 9, Urk. 9/
3
[Video, 09.07.15
um 15:31:
20
Uhr
]).
5.1.4
Diese
Sachverhalte
sind beweiskräftig ausgewiesen. Entgegen
der Ansicht
des
Beschwerdeführer
s
(
Urk.
1 S. 10 f.)
wurde im Abklärungsbericht vom
5.
August 2015
aufgrund dieser Verhaltensweisen
zutreffend ausgeführt, dass beim
Beschwerdeführer
keine ausgeprägte Sehbehinderung
erkennbar gewesen sei
(
Urk.
9/1 S. 6).
Es versteht sich von selbst, dass dies nicht die (abschliessende) Einschätzung eines medizinischen Experten ist, sondern den - nach Sichtung der Observationsmaterialen nachvollziehbaren - Eindruck der Ermittler beschreibt.
Die medizinische Beurteilung hat die
Beschwerdegegnerin
zudem
korrekt
unter Berücksichtigung der Observationsergebnisse
durch die Fachärzte der MEDAS
C._
vornehmen lassen
.
Nach der Rechtsprechung können die Ergebnisse einer zulässigen Observation denn auch
nur zusammen mit einer (fach-)
ärztlichen Beurteilung geeignet sein, eine genügende Basis für Sachverhaltsfeststellungen betreffend den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit der versicherten Person
zu bilden (BGE 140 V 70 E. 6.2.
; Urteil
e
des Bundesgerichts
8C_608/2014 vom 1
4.
Januar 2015 E. 5.1
und
9C_218/2016
vom 1
2.
Mai 2016
E. 5.2.2
).
5.2
5.2.1
Gemäss dem Gutachten der MEDAS
C._
vom
4.
Januar 2017 (
Urk.
8/84) wurde der
Beschwerdeführer
in der Zeit vom 2
4.
August bis 1
4.
Oktober 2016
aus
allgemein-internistischer, orthopädischer, ophthalmologischer u
nd
psychiat
rischer
Sicht untersucht.
Als Beschwerden habe er angegeben, er habe seit etwa 15 Jahren Sehstörungen, er sehe links nichts mehr, rechts sehe er nur noch grös
sere Objekte. Er könne aber nicht mehr lesen, er bekomme beim Lesen
,
und wenn er sich über die Augen konzentrieren müsse,
immer Kopfweh und Schwindel.
Er werde dann auch zittrig und nervös.
Kopfweh und Schwindel würden auch auf
treten, wenn er viel laufe.
Er leide stark wegen der Erkrankung, wegen der Augen und wegen de
s
Kopfweh
s
. Die Zustände, in denen er nichts mehr sehe und alles im Nebel sei, kämen immer öfter vor.
Früher sei dies jede Woche einmal passiert, jetzt vielleicht dreimal pro Woche
.
W
ährend je
fünf
Minuten sei alles dunkel.
Er habe deswegen auch viel Angst. Er werde nervös, wenn ihn jemand etwas frage,
etwas von ihm wolle oder einfach um ihn herum sei.
Er könne auch schlecht schlafen; er träume viel, sei traurig und habe Angst in den Träumen, manchmal schreie er im Traum auch auf. Ausserdem leide er an Rückenschmerzen
ab Mitte der
Brustwirbelsäule (BWS)
bis in die Lendenwirbelsäule (LWS)
vor allem beim Bücken und bei Belastung
mit Ausstrahlung ins rechte Bein
, dies schon seit Ende der 90er Jahre
bis heute in etwa unverändert
.
Er könne nicht lange sitzen.
Auch sei die linke Brust dick und schmerzhaft. Momentan seien die
(gesamten)
Schmer
zen sogar noch stärker geworden, auch der Schwindel, die Konzentrationsstörung und die nervliche Belastung. Im Jahr 2004 seien auch Beschwerden im rechten Knie hinzugekommen
, er habe seither eine Schwellung
und täglich belastungs- und wetterabhängige Schmerzen
.
Ausserdem habe er Schulterprobleme
mit Schmerzen
beidseits
, aber ohne Bewegungseinschränkung
(Urk. 8/84/35; andern
orts: er könne rechts den Arm nicht hebe, Urk. 8/84/42)
, man habe eine
Rotatorenmanschettenruptur
festgestellt.
Am
s
chlimmsten sei
en
für ihn der Schmerz, aber auch die Aggressivität und Nervosität
(Urk. 8/84/2,
Urk.
8/84/14
-15
, Urk. 8/84/34
-35, Urk. 8/84/42
).
In der interdisziplinären
Beurteilung
hielten
die MEDAS-Gutachter
fest, das vom
Beschwerdeführer
beschriebene Beschwerdebild sei mit den Observationsunter
lagen nicht vereinbar.
Die Alltagsaktivitäten gemäss dem Observationsbericht würden jenen einer gleichaltrigen Person entsprechen, was den Beobachtungen der Gutachter aller Fachgebiete entspreche.
Es gebe erhebliche Widersprüche, die auch bei der interdisziplinären Begutachtung hätten beobachtet werden können. So hätten bis auf ein leichtes Hinken (bedingt durch die Kniebeschwerden) keine weiteren Einschränkungen in dem vorhandenen Bildmaterial beobachtet werden können.
Im Rahmen der aktuellen psychiatrischen Begutachtung hätten sich Verhaltensauffälligkeiten mit unzureichender Authentizität und Glaubhaftigkeit der geschilderten Symptome gezeigt
, was
auch in den anderen Fachgebieten, speziell der ophthalmologischen Begutachtung, zusätzlic
h habe bestätigt werden können. Auch im Hinblick auf die aktuelle Behandlungsaktivität würden sich unter Berücksichtigung der aktuellen Medikamentenspiegel Widersprüche, jedoch keine Hinweise auf Therapieresistenz zeigen.
Beim
Beschwerdeführer
liege ein Aggravationsverhalten vor, welches Einfluss auf die tatsächlich vorhandenen Defizite auf dem ophthalmologischen Gebiet habe.
A
ls
Diagnosen mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit als
O._
kontrollbeamter
bei der
A._
seien
jene
einer
grossen
zentralen
Makulanarbe
mit funktioneller Amaurose
am linken Auge (
OS,
oculus
sinister
) und einer
Pigmentepitheliopathie
am rechten Auge (
OD,
oculus
dexter
)
gestellt worden
. Als Diagnosen ohne Relevanz auf die Arbeitsfähigkeit
seien
die folgenden
zu nennen
: Leichter Astigmatismus,
Presbyopie
,
chronisches
lumbospondylogenes
Syndrom bei/mit altersentsprechenden degenerativen Ver
änderungen ohne neurale Kompression, chronische Schulterschmerzen beidseits mit
Acromion
-
Clavicula
-(AC-)Ge
lenksarthrose rechts und sonst unauffälligem Befund
, Knieschmerzen rechts ohne radiologisches Korrelat, beidseitige Hyper
trophie der Brustdrüsen linksbetont ohne verdächtige Läsionen,
Persönlichkeits
akzentuierung (ICD-10 Z73.1), Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung (ICD-10 Z73), schädlicher Gebrauch von Alkohol (auch Benzodiaze
pinen, Opioiden?; ICD-10 F10.2).
In der angestammten Tätigkeit als Wagenkontrolleur bestehe aufgrund des Augenleidens eine 100%ige
Arbeits
unfähigkeit
. In einer leidensangepassten
Tätigkeit sei
eine 100%ige
Arbeitsfähig
keit
gegeben
.
Diese Einschätzung gelte aktuell und retrospektiv seit dem Jahr 200
0.
Dabei würden aus ophthalmologischer Sicht Tätigkeiten
mit optisch gröbe
ren Arbeiten
in Frage kommen
, bei denen das Sehen von untergeordneter Bedeu
tung sei
, kein gutes
und
binokulares räumliches Sehen erforderlich sei
sowie
die nicht gefährlich seien
(Sturz- und Verletzungsgefahr)
.
Aus orthopädischer und allgemein-internistischer Sicht seien dem
Beschwerdeführer
alle altersentspre
chenden Tätigkeiten in einem 100%igen Pensum zumutbar.
Aus psychiatrischer Sicht erlaube d
as auffällig
unterschiedliche Verhalten des
Beschwerdeführer
s in der aktuellen psychiatrischen Untersuchungssituation und in der erfolgten Observation keine differenzierte Beurteilung des Fähigkeitsprofils über Einzelhei
ten. Jedoch sei davon auszugehen, dass trotz eines erheblich
aggravatorischen
Verhaltens keine relevanten Störungen bestünden.
Die Sicherheit, mit welcher er in der Observationssituation aufgetreten sei, spreche ebenfalls dafür, dass keine relevanten Defizite des Fähigkeitsprofils bestünden. Dies würden auch
die regel
mässigen und selbständigen Reisen des Beschwerdeführers in sein Heimatland belegen. Insgesamt würden keine relevanten psychischen Einschränkungen vor
liegen, welche eine berufliche Tä
tigkeit verunmögliche
n
würden.
Der Gesund
heitszustand sei im Wesentlichen seit dem Jahr 2000 unverändert, jedoch seien damals die Auswirkungen des festgestellten Leidens auf die Arbeitsfähigkeit anders beurteilt worden. Dies obschon bereits im
MEDAS-Gutachten vom
7.
Juni 2001 ebenfalls Widersprüche gefunden worden seien. Diese seien aber scheinbar nicht entsprechend gewürdigt und diesen
sei
nicht adäquat nachgegangen worden. Es sei davon auszugehen, dass ohne Bewertung der nichtkrankheitswer
tigen Faktoren (
aggravatorisches
Verhalten) auch damals eine leidensadaptierte Verweistätigkeit möglich gewesen wäre
(Urk.
8/84/
24-
33
).
5.2.2
Auf diese fachärztliche interdisziplinäre Beurteilung der MEDAS
C._
, welche sich ausführlich
und nachvollziehbar
mit sämtlichen Leiden des
Beschwerdefüh
rer
s unter Berücksichtigung der Observationsunterlagen
aus objektiver
fachärzt
licher
Sicht
auseinandersetzt,
ist mit der Beschwerdegegnerin abzustellen.
Die
verwertbaren
Ergebnisse
der
zulässigen Observation
vom 7. bis 9. Juli 2015 (Urk. 9/1-3)
bilden
damit z
usammen mit dem MEDAS-Gutachten
C._
eine hinreichende
Basis für Sachverhaltsfeststellungen betreffend den Gesundheitszu
stand und die Arbeitsfähigkeit
des
Beschwerdeführer
s
.
Das Gutachten der MEDAS
C._
vom
4.
Januar 2017 erfüllt denn auch alle rechtsprechungsgemäss erforder
lichen Kriterien für beweiskräftige ärztliche Entscheidungsgrundlagen (vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c)
.
5.3
5.3.1
Die Vorbringen
des
Beschwerdeführer
s dagegen
(
Urk.
1 S.
8 f
.
)
vermögen die Ein
schätzung der Gutachter nicht in Zweifel zu ziehen. Insbesondere trifft es nicht zu, dass die ophthalmologische Gutachterin
festgestellt hat, dass wegen des Augenleides eine volle Invalidität angenommen werden müsse
, und dass ihre Einschätzung widersprüchlich
ist
. Vielmehr geht aus ihrem Bericht
(Urk. 8/84/53)
unmissverständlich
und
schlüssig
begründet
hervor, dass die erhobenen Befunde (
Gesichtsfeld beidseits schwarz,
Visus
rechts in die Ferne 0.05 und in die Nähe 0.1) aufgrund der mangelnden Kooperation des
Beschwerdeführer
s ("Die Koope
ration des Patienten war sozusagen
'null'")
und nicht aufgrund objektiv festge
stellte
r
Befunde
derart krankheitswertig ausfielen.
Dementsprechend verwendete sie bei der Aussage "Demnach müsste eine volle Invalidität angenommen wer
den." den Konjunktiv.
Im Einzelnen führte die Gutachterin aus,
das linke Auge
sei (bei der Untersuchung)
durchwegs fast geschlossen gehalten gewesen und es sei keine Lichtwahrnehmung mehr angegeben worden, obwohl die Pupille auf direkte Beleuchtung prompt und ausgiebig reagiert habe.
Bezüglich des linken Auges sei der
Beschwerdeführer
indes als
Einäuger
zu betrachten, indem es kaum je etwas gesehen habe. Auch das rechte Auge zeige seit vermutlich 1997 eine
Visusabnahme
.
Die Funktion könne hier aber nicht so schlecht sein, wie sie angegeben werde. Und ein gewisses Gesichtsfeld müsse vorhanden sein.
So habe er sich i
n den bisher unbekannten Räumen der Pra
xis sicher bewegt, er
habe sicher nach hingehaltenen Dingen gegriffen
, die Aufforderung
,
sich auf einen bestimmten Stuhl zu setzen
,
sofort befolgt und heruntergefallene Papiere
aufge
hoben.
Wie die Sehschärfe rec
hts
(wirklich)
sei, könne sie nicht sagen (
Urk. 8/84/53
).
Damit würdigte die Gutachterin z
utreffend aus objektiver Sicht und überzeugend differenziert das widersprüchliche Verhalten des
Beschwerde
führer
s vor dem Hintergrund der objektiv feststellbaren Augenerkrankung
. Indem sie vor diesem Hintergrund auf eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer leidensan
gepassten Tätigkeit ohne Anforderungen an das visuelle System
schloss
(Urk. 8/84/54-55
)
, trug sie
den
in der Observation und in der eigenen Unter
suchung
objektiv
feststellbaren
verbleibenden Fähigkeiten des
Beschwerdefüh
rer
s
, insbesondere der Fähigkeit, die
alltäglichen Tätigkeiten
des
Alltag
s ohne
Einschränkungen aus
üben
zu können
, sich frei bewegen und allein einkaufen gehen zu können
(Urk. 8/84/55)
, folgerichtig Rechnung.
Auch
vermag
der vom
Beschwerdeführer
beanstandete (
Urk.
1 S. 9) Umstand
, dass im ophthalmolo
gischen Teilgutachten
(Urk.
8/84/
51-59
)
keine
ihm konkret zumutbare
Verweistä
tigkeiten
genannt wurden,
diese Einschätzung angesichts des hinreichend konkret bestimmten Anforderungsprofils nicht in Zweifel zu ziehen. Im Übrigen ist die Frage, w
elche konkreten beruflichen Tätigkeiten auf Grund der ärztlichen Anga
ben und unter Berücksichtigung der übrigen Fähigkeiten
eines
Versicherten in Frage kommen,
z
ur Hauptsache Aufgabe des Berufsberaters der Invalidenver
sicherung
und nicht eines Arztes
(Urteil des Bundesgerichts 8C_119/2008 vom 2
2.
September 2008 E. 6.2
mit Hinweis
).
Zudem ist nicht einzusehen, weshalb der Beschwerdeführer, der sich
nachweislich
trotz seiner Augenerkrankungen
ohne Probleme im Alltag
und im Verhältnis zu anderen Menschen
zurechtfindet
sowie
dabei insbesondere für grössere Objekte und selbst für die Bedienung des Natels eine ausreichende Sehkraft hat, nicht fähig sein sollte, eine angepasste ganztätige Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt auszuüben, etwa im Tele
fondienst, als Verpackungshelfer,
Produktionsmitarbeiter etc.
,
zumal
ihm
für
das
vereinzelt
allfällig notwendige
Erkennen von
Z
iffern
das Einsetzen einer
Lu
pe
möglich ist
.
Soweit der
Beschwerdeführer
sich auf Alltagsbewältigungsstrat
e
gien beruft, die ein von Kindesbeinen an quasi Blinder respektive massiv Sehbehi
nderter ent
wickelt habe (
Urk.
1 S.
11 f.
), kann
ihm ebenfalls nicht gefolgt werden. Denn die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit hat nicht anhand eines abstrakten Krankheits
bildes, sondern aufgrund d
er
konkret beim
Beschwerdeführer
vorliegenden gesundheitsbedingten Einschränkungen und der
verbleibenden Leistungsfähig
keit
zu erfolgen.
Massgeblich sind mithin stets die konkreten funktionellen Folgen einer Gesundheitsschädigung.
Ausserdem ist hier durch die Observationsergeb
nisse und die
gutachterlichen
Feststellungen erwiesen, dass
die
Sehfähigkeit
des
Beschwerdeführer
s
besser ist, als er durch
das
aggravatorische
Verhalten
zeigt
e
und
dass
er gerade nicht quasi blind ist
(Urk. 8/84/55)
.
5.3.2
Auch in Bezug auf die psychiatrische Begutachtung führen die Vorbringen des
Beschwerdeführer
s
(
Urk.
1 S. 13 f.)
zu keiner anderen Betrachtungsweise.
So
trifft es nicht zu, dass der psychiatrische Gutachter sich nicht mit dem psychischen Zustand gemäss den
Vorakten
auseinander
gesetzt hat
. Vielmehr führte er unter anderem die Einschätzungen von
Dr.
D._
und der MEDAS-Gutachter
B._
im Einzelnen separat nochmals auf und
kommentierte
diese auch,
indem er die Aktenlage retrospektiv betreffend die
Glaubwürdigkeit der geschil
derten Beschwerden, den Verlauf der Untersuchungen, den fraglichen Leidens
druck und
das
Korrelat der Verhaltensweisen
des
Beschwerdeführer
s
untersuchte
(Urk.
8/84/22). Des Weiteren nahm er zur Diagnose einer Persönlichkeitsstörung Stellung, welche von den MEDAS-Gutachtern
B._
als Verdachtsdiag
nose aufgeführt worden war
(
Urk.
8/16/20, Urk.
8/16/30)
, und verneinte diese mit überzeugender Begründung (
fehlende Auffälligkeiten der Persönlichkeitsentwick
lung, keine Gewalterfahrungen;
Urk.
8/84/
19
).
Ebenfalls schloss er die von den MEDAS-Gutachtern
B._
(Urk. 8/16/20,
Urk.
8/16/30)
gestellte Diag
nose einer Dissoziation
überzeugend
aus
, indem er die massgeblichen Diagnose
kriterien, unter anderem das Vorliegen einer Störung des Bewusstseins und eine Desintegration der Gesamtpersönlichkeit bei Köpersymptomen, erläuterte und diese verneinte (Urk.
8/84/19)
.
Ausserdem wurde im interdiszi
p
linären Teil des Gutachtens
klargestellt, dass es auch der interdisziplinären Konsensbeurteilung entspreche, dass beim
Beschwerdeführer
kein
e
vornehmlich unbewusste
n
Mecha
nismen bestünden, die bei einer Dissoziation vorausgesetzt wären, sondern um ein Aggravationsverhal
ten (Urk.
8/84/30).
Diesbezüglich verkennt der
Beschwer
deführer
mit dem Einwand, ein Simulations- und Aggravationsverhalten habe nichts mit der psychischen Verfassung zu tun
(Urk. 1 S. 14)
, dass es unter ande
rem gerade Aufgabe des psychiatrischen Gutachters war zu beurteilen, ob und inwieweit das widersprüchliche Verhalten des
Beschwerdeführer
s und seine widersprüchlichen Angaben auf bewusstseinsnahe oder auf unbewusste und krankheitswertige psychische Vorgänge zurückzuführen sei (vgl. BGE 141 V 281 E. 2.2).
Diese Frage ist mit dem MEDAS-Gutachten
C._
vor dem Hintergrund der übrigen Aktenlage überzeugend beantwortet.
Dass hier Aggravation vorliegt
, und zwar schon
mindestens
seit dem Jahr 2001,
und die Angaben des
Beschwerdeführer
s
zum Ausmass seiner Beschwerden
nicht verlässlich sind
, was
von ihm bestritten wird (
Urk.
1 S. 12)
, besteht bei der vorliegenden einheitlichen und klaren Aktenlage kein Zweifel.
Nicht nur wurde dies
jüngst im Jahr 2017
von den Gutachtern der MEDAS
C._
(Urk. 8/84/29
-33
, Urk.
8/84/55), sondern
- wie hiervor ausgeführt (E. 4.2-3)
-
bereits
von den Gutachtern der MEDAS
B._
im Jahr 2001
(
Urk.
8/
16/19
)
festgestellt.
Die Feststellungen
gemäss den
verwertbaren
Observation
sunterlagen
aus dem Jahr 2015
(
Urk.
9/1-3; vgl.
E.
5.1
hiervor
)
bestätigen die bereits in den
gutachter
lichen und ärztlichen
Untersuchungen
seit 1999
festgestellten Auffälligkeiten
(vgl. E.
4.2-3 hiervor
)
. Sie
veranschaulichen
das Ausmass der bewusstseinsnahen Aggravation des
Beschwerdeführer
s, was
im Gutachten
der MEDAS
C._
schl
üs
sig begründet
und
im Hinblick auf die funktionellen Auswirkungen
berücksichtigt wurde
.
Die psychische Verfassung des
Beschwerdeführer
s wurde entgegen
dessen
Ansicht (Urk. 1 S. 13) gerade nicht allein aufgr
und von Beobachtungen singulärer
Verhaltensweisen
beurteilt, sondern
sie wurde aus fachärztlich-psychiatrischer Sicht
auf der Grundlage verschiedener Situationen zu verschiedenen Zeiten in
mehreren ärztlichen Untersuchungen und bei verschiedenen Alltagstätigkeiten
begutachtet
.
Unbehelflich
sind
dazu
auch
die Vorbringen
des
Beschwerdeführer
s,
die Ein
nahme von st
arken Schmerzmedikamenten könne
zusammen mit seinem nicht hohen Intelligenzgrad durchaus zu einem verlangsamten Verhalten führen und der nicht direkte Blickkontakt zu den Gutachtern sei kulturell
sowie
durch die Sehbehinderung bedingt (
Urk.
1 S. 12).
Diese Behauptungen finden in den Akten keine Stütze, sondern erschöpfen sich in Mutmassungen
, welche durch das ziel
gerichtete und normale Verhalten des
Beschwerdeführer
s in der Zeit der Über
wachung im Juli 2015, so bei Alltagstätigkeiten und auch im Umfang mit anderen Menschen (Urk. 9/1-3), widerlegt sind
.
De
r
Beschwerdeführer
gab
anlässlich der psychiatrischen Exploration offenkundig im Widerspruch zu den Observationser
gebnissen an, dass er beim Üb
erqueren der Strasse nicht klar
komme, weil er die Autos nicht sehe. Auch könne er sein Natel so nicht bedienen, weil er das Display nicht gut sehe. Er fahre Tram und Bus, frage aber die Leute, ob er richtig sei. Alleine könne er nicht viel machen. Einkäufe mache er mit der Lupe (Urk. 8/84/15; vgl. auch Urk. 8/84/20).
Den Observationsunterlagen von Mitte 2015 ist dagegen zu entnehmen, dass der
Beschwerdeführer
diese Tätigkeiten
ohne Schwierigkeiten und ohne Hilfe ausüben kann.
Auch eine Verlangsamung ist nicht zu beobachten.
Der psychiatrische Gutachter der MEDAS
C._
führte dazu denn auch nachvollziehbar und in Übereinstimmung mit der übrigen Aktenlage aus, dass das Verhalten des
Beschwerdeführer
s in der Observation einen souveränen Eindruck vermittelt habe, ohne eine Bewegungsverlangsamung und ohne Vermeidung von Blickkontakt, wie dies anlässlich der psychiatrischen Untersuchung beobachtet worden sei. Auch habe er zu den Mitarbeiterinnen beim Empfang - anders als zuvor bei der psychiatrischen Untersuchung - unmittelbar Augenkontakt aufgenommen. Insgesamt habe sein Verhalten in der psychiat
rischen Untersuchungssituation aufgesetzt und unecht gewirkt, während sich bei der Observation unbeobachtet wähnend ein ganz anderes Bild
gezeigt
habe (Urk. 8/84/16, Urk. 8/84/26).
Dem ist zuzustimmen
,
und
es
bestätigt ferner, dass es sich nicht um dissoziatives, unbewusstes Verhalten des
Beschwerdeführer
s, sondern um ein bewusstes,
aggravatorisches
Verhalten in
der
anspruchsrelevan
te
n
gutachterlichen
Untersuchung handelte.
Ausserdem
sprach
der Medikament
en
spiegel
vom 15.
September 2016
gemäss dem MEDAS-Gutachten
C._
vom
4.
Januar
2017 gegen die Einnahme des
Beschwerdeführer
s von
Benzodiazepinen wie
Lexotanil
sowie
von
Schmerzmit
teln
wie
Tramadol, Paracetamol und Sali
cylate
(Urk. 8/84/18-20, Urk.
8/84/46)
.
Die Einnahme von Schmerzmitteln als Grund für das auffällige Verhalten
wäh
rend der Untersuchung
ist damit widerlegt und auch im Übrigen unwahrschein
lich. Weiter geht aus dem MEDAS-Gutachten dazu hervor, dass
allein die Ein
nahme von Morphin
habe
nachgewiesen werden
können
, wobei der
Beschwerde
führer
indes eine Einnahme
von Morphinderivaten nicht angegeben habe. Der positive Nachweis von Morphin könne aber beispielsweise durch das Rauchen einer Wasserpfeife zu erklären sein
, der die Wahrnehmung zeitweilig verändern könne. Eine Suchtproblematik
lasse sich weder bestätigen noch mit überwiegen
der Wahrscheinlichkeit entkräften. Es sei
sodann
aufgefallen, dass er trotz de
r
Angaben vermeintlich starker Schmerzen zum Zeitpunkt der Untersuchung keine sonstig
en Analgetika eingenommen habe
(Urk. 8/84/18
-20
,
Urk.
8/84/46).
Die Gutachter schlossen
daraus
nachvollziehbar, dass dies
e Widersprüche
für
nicht richtige Angaben zum Einnahmeverhalten
und den Verdacht auf nicht ärztlich verordneten Konsum von Morphinderivaten spreche, was in der Zukunft kontrol
liert werden sollte, zumal gerade Morphinderivate die vom
Beschwerdeführer
geklagten vegetativen Erscheinungen und Konzentrationsstörungen bewirken könnten. Bei der früheren und gegenwärtig vermuteten Suchtproblematik handle es sich indes nicht um einen irreversiblen Gesundheitsschaden (
Urk.
8/84/29)
.
Selbst wenn
somit
die nicht deklarierte Einnahme von Morphinderivaten
durch den
Beschwerdeführer
sich bestätigen und
suchtbedingt sein sollte, ist damit jedenfalls nicht von einer invalidenv
ersicherungsrechtlich relevanten, krank
heitswertigen
Störung auszugehen
(vgl.
Urteil
des Bundesgerichts 8C_582/2015 vom 8. Oktober 2015 E. 2.2.1 mit Hinweisen)
.
5.3.3
Auch
die retrospektive Beurteilung der MEDAS-Gutachter
ist
nachvollziehbar und zu bestätigen. Namentlich
war
en
- wie in Erwägung 4.3 ausgeführt - die aus psychiatrischer Sicht gemäss dem Gutachten der MEDAS
B._
vom 7.
Juni 2001 damals gestellten Diagnose
n
und dementsprechend die vorgenom
mene Beurteilung
einer
40%igen Arbeitsunfähigkeit (Urk. 8/16/30) nicht schlüs
sig
, weshalb entgegen der Ansicht des
Beschwerdeführer
s
(
Urk.
1 S. 13 f.) eine Abklärung, wie lange der damalige psychische Zustand angehalten hat,
obsolet
ist.
Da eine Verbesserung der geklagten
somatischen und psychischen
Beschwer
den weder geltend gemacht wurde, noch aktenkundig ist, ist gestützt auf die
stimmige
Einschätzung der Gutachter der MEDAS
C._
davon auszugehen, dass der somatische und psychische Zustand des
Beschwerdeführer
s und damit seine Arbeitsfähigkeit im Jahr 2001 nicht schlechter war
en
, als bei der Begutachtung vo
n August bis Oktober 2016 (Urk.
8/84/1).
Somit ist die Einschätzung der MEDAS-Gutachter
C._
massgeblich.
Im MEDAS-Gutachten
C._
wurde dazu vor dem Hintergrund der diskutierten Inkonsistenzen folgerichtig festgestellt, dass der Gesundheitszustand seit dem Jahr 2000 im Wesentlichen unverändert sei und bei korrekter Beurteilung ohne Bewertung der nicht
krankheitswertigen
Faktoren (
aggravatorisches
Verhalten) bereits damals von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit auszugehen gewesen wäre (
Urk. 8/84/24-27,
Urk. 8/84/32
-33
).
Weil
die Gutachter den gesamten Zeitraum ab 200
0
beur
teilten, schadet es im Kontext der klaren Sachlage entgegen der Ansicht des Beschwerdeführe
r
s (
Urk.
1 S.
12
) nicht, dass die Observation von Mitte 2015 (
Urk.
9/1) mehr als zwei Jahre vor dem Erlass der angefochtenen Verfügung vom
2.
Oktober 2017
(
Urk.
2)
erfolgt war.
5.
4
5.4.1
Da schliesslich auch keine
Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die Experten sich im Rahmen ihrer gutachtlichen Explorationen unreflektiert von den betreffenden Observationsresultaten hätten beeinflussen lassen,
bleibt es nach dem Gesagten dabei, dass mit der
Beschwerdegegnerin
vollumfänglich auf die Einschätzung gemäss dem MEDAS-Gutachten
C._
vom
4.
Januar 2017 (
Urk.
8/84/24-33)
abzustellen ist.
Es ist somit von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit in der angestammten und von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit
mit optisch gröberen Arbeiten,
ohne Anforderungen an gutes und binokulares räum
liches Sehen sowie ohne Sturz- und Verletzungsgefahr
seit mindestens
Anfang
200
0
auszugehen.
5.4.2
Bei dieser Ausgangslage fällt
e
ine Revision im Sinne von Art. 17
ATSG
im hier
massgeblichen
Überprüfungszeitraum bis zum Erlass der angefochtenen Verfü
gung vom
2.
Oktober 2017 (
Urk.
2)
ausser
Betracht.
6.
6.1
Die
Ermittlung des Invaliditätsgrades ab 2000 ist
mittels eines Vergleichs von
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage auf den Zeit
punkt des (allfälligen) Rentenbeginns ab dem
1.
Januar 2000
(vgl. Art. 29 Abs. 1
lit
. b IVG in den bis 31. Dezember 2002 und vom 1. Januar 2003 bis Ende 2007 gültig gewesenen Fassungen)
vorzunehmen
(vgl. BGE 129 V 222 E. 4.2 in
fine
, 128 V 174).
Die
Beschwerdegegnerin
hat d
as
Valideneinkommen
im Jahr 2000
gestützt auf den Arb
eitgeberbericht der
A._
vom 13.
Juli 2000 (
Urk.
8/5/2) auf Fr. 70'509.-- festgesetzt (
Urk.
2 S. 3). Davon
geht auch die Beigeladene aus (Urk. 23 S. 8)
und
es
wurde vom
Beschwerdeführer
nicht bestritten (
Urk.
1, Urk. 29).
6.2
6.2.1
Z
ur Bestimmung des Invalideneinkommens im Jahr 200
0
ist
unstrittig
auf die Tabellenlöhne, Anforderungsniveau 4 (einfache und repetitive Tätig
keiten), der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2000
d
es Bundesamtes für Statistik
(BFS)
ab
zustellen. I
m Jahr 2000
betrug der durchschnittliche Tabellenlohn für Männer
pro Monat Fr. 4'437.-- (
LSE 2000
, Bundesamt für Statistik, Neuchâtel 2002, TA1, S. 31, Total, Männer) und nicht, wie die
Beschwerdegegnerin
annimmt
(
Urk.
8/86)
, Fr. 4'127.--. Umgerechnet auf das gesamte Jahr und u
nter Berück
sichtigung
der durchschnittlichen betriebs
üblichen Anzahl Wochenstunden im Jahr 200
0
von 41,9
(
Bundesamt für Statistik
,
Betriebsübliche Arbeitszeit nach
Wirtschaftsabteilungen
, Tabel
le
T
03.02.03.01.04.01
, Abschnitt A-S
, Total
; vgl.
https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/katalogedatenbanken/tabelle
n.
asset
detail.5287370.html
)
- und nicht von 41,7, wie die Beigeladene
erklärte
(
Urk.
23 S. 8) -
resultiert ein Einkommen von Fr.
55'773.10
(
12 x Fr. 4'437.--
: 40
x 41,
9
).
6.2.2
Dieser Betrag ist rechtsprechungsgemäss zu kürzen, wenn persönliche und beruf
liche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Der Abzug ist unter Würdi
gung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen (BGE 134 V 322 E. 5.2; Urteil des Bundesgerichts 8C_361/2011 vom 20. Juli 2011 E. 6.1 mit weiteren Hinweisen).
Die
Beschwerdegegnerin
und die Beigeladene erachteten einen Abzug
nicht als angemessen (Urk. 2 S.
3, Urk. 23 S. 8). Dagegen wendete der
Beschwerdeführer
nichts ein (
Urk.
1
, Urk. 29
).
Selbst wenn aufgrund der Art und des Ausmasses der Behinderung ein
maximal gerechtfertigter
Abzug von 10
%
vorgenommen würde, - ob gerechtfertigt oder nicht, kann hier
offen bleiben
(
sämtliche übrige
Kriterien rechtfertigen hier jedenfalls keinen Abzug) - würde
im Jahr 2000
ein
e Erwerbseinbusse von
Fr.
20'313.2
0
(
Fr. 70'509.-- -
[
Fr. 55'773.10 x 0,9]) und damit ein
Invaliditätsgrad von
gerundet
29
%
resultieren.
Dies
ergibt
kein
en
Rentenanspruch (Art. 28 Abs. 1 IVG in der bis 31. Dezember 2002 und vom 1. Januar 2003 bis Ende 2007 gültig gewesenen Fassungen; seit 1. Januar 2008: Art. 28 Abs. 2 IVG).
6.3
Bei diesem Ergebnis
zog
d
ie Beschwerdegegnerin
die Verfügungen vom
1
2.
Juni 2002
(Urk.
8/28-29
) folglich zu Recht i
n Wiedererwägung und stellte zu
treffend fest, dass der Beschwerdeführer ab
dem
Leistungsbeginn
per
1. Januar 2000
keinen Anspruch auf eine Rente
hat
und die Leistungsausrichtung somit unrecht
mässig erfolgte
.
7.
7.1
7.1.1
Ob dies die rückwirkende Aufhebung der Rente per
1.
Januar 2000 rechtfertigt
, womit sich
eine Rückerstattungspflicht nach
Art.
25 ATSG ergibt, wie die
Beschwerdegegnerin
mit
Verfügungen vom 2. Oktober 2017
(Urk.
2 S. 1)
und vom
8.
Januar 2018 (
Urk.
17/2 S. 1)
entschieden hat
, bestimmt sich nach
Art. 85 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 88
bis
Abs. 2
lit
. b IVV
. Rückwirkend
ist
die Rente nur
aufzuheben
, wenn
die unrichtige Ausrichtung der Rente darauf zurückzufüh
ren ist, dass der Beschwerdeführer sie unrechtmässig erwirkt hat oder dass er der ihm gemäss Art. 77 IVV zumutbaren Meldepflicht nicht nachgekommen ist (Art. 85 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 88
bis
Abs. 2
lit
. b
IVV
, sowohl in der bis Ende 2014 als auch gemäss erstem Satzteil in der seither geltenden Fassung;
Urteile des Bundesgerichts 9C_491/2012 vom 22. Mai 2013 E. 2.2 und 8C_191/2013 vom 16. August 2013 E. 4.3
; zur
Fassung
des
ab dem 1.
Januar 2015 gültigen
zweiten Satzteil
s, wonach das unrechtmässige Erwirken oder die Meldepflichtverletzung nicht mehr kausal für den unrechtmässigen Leistungsbe
zug
gewesen sein muss
,
vgl.
Urteil
des Bundesgerichts
8C_26/2018 vom 2
7.
Sep
tember 2018
E. 4.2
mit Hinweisen
).
7.1.2
Gemäss
Art.
77 IVV haben der Berechtigte oder sein gesetzlicher Vertreter sowie Behörden oder Dritte, denen die Leistung zukommt, jede für den Leistungsan
spruch wesentliche Änderung, insbesondere eine solche des Gesundheitszustan
des, der Arbeits- oder Erwerbsfähigkeit sowie der persönlichen und gegebenen
falls der wirtschaftlichen Verhältnisse des Versicherten unverzü
glich der IV-Stelle anzuzeigen
(vgl. auch
Art.
31
Abs.
1 ATSG
und
BGE 118 V 214
E. 2a; SVR 2012 I
V Nr. 12 S. 61 E. 4.2.1; Urteile des Bundesgerichts
9C_245/2012 E. 4.1
und
8C_127/2013
vom 2
2.
April 2013
E. 4.1
).
Eine
unrechtmässige Erwirkung im Sinne von Art. 88
bis
Abs. 2
lit
. b
IVV fällt nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nur in Betracht, wenn von
einer ursprünglich rechtswidrigen
Rentenzusprache
ausgegangen
wird (
Urteil des Bundesgerichts
9C_561/2018, 9C_631/2018 vom 8.
Februar 2019 E. 5.4.3
).
A
us
Art.
28 ATSG
ergibt sich eine Mitwirkungspflicht
. Nach
Abs.
2 dieser Bestimmung
haben Versicherte, die Versicherungsleistungen beanspruchen unentgeltlich alle Auskünfte zu erteilen, die zur Abklärung des Anspruchs und zur Festsetzung der Versicherungsleistungen erforderlich sind.
7.2
7.2.1
Die von der
Beschwerdegegnerin
angenommene
schuldhafte
Verletzung der
Mel
depflicht
im Sinne von
Art.
77 IVV
(Urk.
2 S. 3 f.
) bestreitet der
Beschwerdeführer
damit
,
dass insbesondere sein ophthalmologischer Gesundheitszustand seit dem Jahre 2000 unverändert sei beziehungsweise sich seit dem Jahr 2008 am rechten Auge noch verschlechtert habe und dass er
stets die Wahrheit gesagt
habe
(
Urk.
1 S. 18)
.
Dem
Beschwerdeführer
ist insofern zuzustimmen, als eine anspruchserhebliche Änderung des Gesundheitszustandes seit Anfang 2000 nicht eingetreten ist und er daher die Meldepflicht, wie sie sich aus Art.
77 IVV und
Art.
31
Abs.
1 ATSG ergibt
, nicht verletzt hat. Denn
diese
bezieht sich auf eine
Änderung der Verhält
nisse nach Beginn des Leistungsanspruchs
(vgl. Urteil
e
des Bundesgerichts
8C_1042/2009 vom 1
2.
April 2010
E. 4.2
und 9C_603/2013 vom 2
4.
März 2014 E. 6.3
; vgl. auch
Kieser
,
ATSG
-Kommentar, 3. Aufl. 2015,
Art.
31
Rz
7 ff., Meyer/
Reichmuth
, a.a.O.,
Art.
53-57
Rz
28).
Mangels erheblicher Sachverhalts
änderung seit Anfang 2000 fällt eine rückwirkende Aufhebung der Rente wegen einer Meldepflichtverletzung somit entgegen der Ansicht der
Beschwerdegegne
rin
hier nicht in Betracht.
7.2.2
Zur zweiten Verordnungsvariante der
unrechtmässige
n
Erwirkung
der Leistung
im Sinne von
Art.
88
bis
Abs.
2
lit
. b
IVV
haben die Parteien
nichts ausgeführt
.
Diese kommt hier insofern in Frage, als mit den Verfügungen vom 1
2.
Juni 2002 eine
ursprünglich rechtswidrige
Rentenzusprache
ab Anfang 2000
erfolgt war.
Da die Beschwerdegegnerin bei der
Zu
sprache
der Rente
im Jahr 2002
jedoch
den Untersuchung
sgrundsatz offenkundig verletzt hat
(vgl.
E.
4.4.1
hiervor), kann sie dem Beschwerdeführer trotz der Aggravation bis hin
zu
einer nicht authen
tischen Symptompräsentation und
Falschangaben
auch
nicht vorwerfen, er habe die betreffende Leistung
unrechtmässig
erwirkt
.
7.2.3
Daran ändert nichts, dass der
Beschwerdeführer
dieses Verhalten in den Revisionsverfahren, insbesondere im zuletzt eröffneten (Urk. 8/41, Urk. 8/8/47/2-5), auch gegenüber der
Beschwerdegegnerin
fortführte und er dort namentlich im Standortgespräch vom
8.
Juli 2015 (
Urk.
8/57) und in der Befragung vom 20. Januar 2016 (Urk. 8/65) offenkundig falsche Angaben machte, welche mit den Observationsergebnissen und anderen Abklärungen (Auslandaufenthalte, Medikamentenbezug) deutlich im Widerspruch stehen (vgl. Urk. 8/63-67). Zwar war der
Beschwerdeführer
gestützt auf
Art.
28 und 43 ATSG zu wahrheits
getreuen Angaben gegenüber dem Sozialversicherer verpflichtet (vgl. Urteil des Bundesgericht 9C_338/201
5 vom 12.
November 2015 E.
4.2), wie die
Beschwer
degegnerin
im angefochtenen Entscheid grundsätzlich zutreffend ausführte (Urk. 2 S. 4). Jedoch
ist für die rückwirkende Aufhebung der Rente ab dem
1.
Januar 2000
nach
Art.
85
Abs.
2 IVV
einzig massgeblich, dass die Tatbestände von
Art. 88
bis
Abs.
2
lit
. b IVV
erfüllt sind
, was
- wie ausgeführt -
hier nicht der
Fall ist.
Damit fehlt es
vorliegend
an einer rechtlichen Grundlage für die rückwir
kende Rentenaufhebung.
7.2.4
Auch unter Berücksichtigung der per
1.
Januar 2015 revidierten Fassung von Art. 88
bis
Abs. 2
lit
. b IVV mit
Ergänzung um den zweiten Satzteil
, wonach eine
Meldepflichtverletzung oder
eine
unrechtmässige Erwirkung
der Leistungsaus
richtung
nicht (mehr
wie zuvor rechtsprechungsgemäss
)
kausal für die Weiter
ausrichtung der Rente gewesen sein muss (vgl. Urteil
des Bundesgerichts
8C_813/201
6 vom 1
0.
März 2017 E. 5),
ist eine per
1.
Januar 2000 rückwirkende Rentenaufhebung nicht gerechtfertigt
.
Denn selbst wenn davon ausgegangen würde, dass die ab
1.
Januar 2015 gültige Fassung von Art. 88
bis
Abs. 2
lit
. b IVV hier anwendbar sei
, so dass
irrelevant
wäre
, wann die
Beschwerdegegnerin
Kenntnis vom betreffenden Sachverhalt erhalten hat
te
(vgl.
dazu
Urteil
e
des Bundesgerichts
8C_
26/2018 vom 27.
September 2018 E. 4.2 und
8C_859/2017 vom
8.
Mai 2018 E. 4.3
)
, sind die Voraussetzungen dieser Bestimmung nicht erfüllt. Zum einen ist
- wie ausgeführt -
e
ine Meldepflichtverletzung
mangels Sachverhaltsänderung und daher
mangels
Meldepflicht
zu verneinen
.
Zum anderen ist einer
unrechtmässige
n
Erwirkung
einer Rente
die kausale Verknüpfung von Handlung und Erfolg
begriffs
immanent, weshalb keine Kons
tellation denkbar ist, bei der die unrechtmässige Erwirkung nicht gleichzeitig Grund für die Ausrichtung der Leistung ist.
Hier ist eine
unrechtmässige Erwir
kung
wie erwähnt nicht gegeben, weil nicht
so sehr
das Verhalten des
Beschwer
deführer
s die
Rentenleistung zu Unrecht
er
wirkt hat, sondern
viel mehr
die fehlenden weiteren Abklärungen
der
Beschwerdegegnerin
zu einem eindeutig unklaren Sachverhalt.
7.3
7.3.1
Die Rente
ist
somit
nicht rückwirkend
ex
tunc
, sondern
im Sinne von Art. 88
bis
Abs.
2
lit
. a
IVV
lediglich ex
nunc
et pro
futuro
, das heisst per
1.
Dezember
2017
auf
zu
heben
(Eingang der Verfügung vom
2.
Oktober 2017, Urk. 2, beim
Beschwerdeführer
am
3.
Oktober 2017,
Urk.
1 S. 2 f.)
. Für die Anordnung einer Rückerstattung im Sinne von Art. 25 ATSG verbleibt
daher
kein Raum.
Sämtliche weitere Vorbringen des
Beschwerdeführer
s vermögen an der Recht
mässigkeit der Rentenaufhebung
ex
nunc
et pro
futuro
nichts zu ändern.
Namentlich
erfolgte
entgegen der Ansicht des
Beschwerdeführer
s (
Urk.
1 S. 7)
mit der wiedererwägungsweisen Aufhebung der rentenzusprechenden Verfügungen vom 1
2.
Juni 2002
insofern
auch kein Verstoss gegen den Vertrauensschutz. Denn rechtsprechungsgemäss ist mit der richtigen Anwendung von
Art.
53
Abs.
2 ATSG - vorbehältlich der hier nicht gegebenen Situationen, in denen eine
vom Gesetz
abweichende Behandlung
gerechtfertigt ist
(
vgl.
BGE 116 V 298; Urteil
des
Bundesgerichts U 378/05 vom 10.
Mai 2006 E. 4.5) - auch dem Vertrauens
schutz Genüge getan (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_680/2017
vom
7.
Mai 2018 E.
4.1.3.1).
Von weiteren Beweismassnahmen, insbesondere den beantragten Begutachtun
gen
(Urk.
1 S. 9 und S. 14
), sind keine anderen
entscheidrelevanten
Erkenntnisse zu erwarten, weshalb davon abzusehen ist
(
antizipierte
Beweiswürdigung
;
BGE 124 V 90 E. 4b, 122 V 157 E. 1d
,
136 I 229 E. 5.3; Urteil des Bundesgerichts 8C_320/2014 vom 1
4.
August 2014 E. 11).
7.3.2
Bezüglich des Antrages in der Beschwerde vom
2.
November 2017, es sei von einer Rückerstattung der vom 1. Mai 2010 bis 3
1.
Januar 2016 bezogenen Rentenleistungen abzusehen (Urk. 1 S. 2), ist auf die Beschwerde nicht einzutre
ten. Denn in der damit angefochtenen Verfügung vom
2.
Oktober 2017 wurde zwar die Rückforderung angekündigt, jedoch wurde hierzu auf eine separate Ver
fügung verwiesen, weshalb die Rückforderung nicht Anfechtungsgegenstand der Verfügung vom
2.
Oktober 2017 (
Urk.
2), sondern allein von der Verfügung vom 8. Januar 2018 (
Urk.
17/2) bildet.
7
.3.3
Nach dem Gesagten
ist die
Wiedererwägungsv
erfügung vom
2.
Oktober 2017 (
Urk.
2)
in teilweis
er Gutheissung der Beschwerde vom
2.
November 2017 (
Urk.
1)
, soweit darauf einzutreten ist,
dahingehend
zu ändern
,
dass
die
bisherige ganze
Rente
des
Beschwerdeführer
s nicht
rückwirkend
ab dem 1.
Januar
2000, sondern ab dem
1.
Dezember 2017 aufzuheben
ist
.
Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.
Des Weiteren ist die
Rückerstattungsv
erfügung vom 8. Januar 2018 (
Urk.
17/2) in Gutheissung der
Beschwerde
vom 1
2.
Februar 2018 (Urk. 17/1) aufzuheben.
8.
8.1
Da der Streitgegenstand die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungs
l
eistungen betrifft, ist das Ver
fahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
auf
wand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG), erm
essensweise auf Fr. 1'000.-- an
zusetzen und entsprechend dem Ausgang des Verfahrens den Parteien je zur Hälfte aufzuerlegen. Die dem Beschwerdeführer aufzuerlegenden Gerichtskosten sind zufolge der
gewährten unentgeltlichen Prozessführung
einstweilen auf
die
Gerichtskasse zu nehmen.
8.2
8.2.1
Der unentgeltlichen Rechtsvertreterin des
Beschwerdeführer
s,
Rechtsanwältin
Dina
Raewel
,
Zürich,
steht eine Prozessentschädigung
zu. Die Prozess
entschädi
gung ist nach Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeu
tung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwan
d und den Barauslagen
sowie unter Berücksichtigung der Honorarno
te vom 2
8.
März 2019 (Urk. 32)
festzuset
zen.
In der Honorarnote ist ein Aufwand vom
2.
November 2017 bis
6.
Februar 2018
(
zuzüglich einer Position für das zukünftige Urteil
s
studium
plus Korrespondenz mit dem
Beschwerdeführer
)
von total
22 Stunden
zu Fr.
240
.-- pro Stunde sowie von
Barauslagen
im Betrag von Fr.
147.60 (Kopien
Fr.
130.--,
Porti
Fr.
17.60)
mit einem Gesamtbetrag v
on Fr. 5'460.20 (inklusive Mehr
wertsteuer) aufgeführt (Urk. 22).
Dieser Betrag ist unt
er Berücksichti
gung der massgeblichen, hiervor genannten Kriterien zu hoch und im Folgenden wie folgt zu kürzen:
Der Stundenansatz von Fr.
24
0.-- ist auf den gerichtsüblichen Ansatz von Fr. 220.-- pro Stunde zu kürzen.
Die Begründung
für den höheren Stundenansatz
,
es
seien die Dolmetscherkosten erspart geblieben
, da sie, Rechtsanwältin
Dina
Raewel
, der arabischen Sprache mächtig sei
(Urk. 32 S. 1), ist
unbehelflich
. Denn der
Beschwerdeführer
lebt seit Jahrzehnten in der Schweiz und ist
eingebürgert (
Urk.
8/52)
. Sämtliche gutachterlichen Abklärungen konnten zudem aufgrund der guten Deutschkenntnisse des
Beschwerdeführer
s ohne Dolmetscher durchgeführt werden.
Für das Abfassen der 17
-seitigen Beschwerdeschrift (Urk. 1) wurde inklusive Aktenstudium,
und Besprechung
sowie Korrespondenz
mit dem Mandant
en
ein Zeitaufwand von insgesamt
18,4
Stunden eingesetzt (Aufwand vom
17. Oktober
bis
2.
November
2017), was der Sache nicht angemessen ist. Der Aktenumfang ist zwar nicht gering, jedoch auch nicht
ungewöhnlich
gross.
Als ausserordent
liche
r
Aufwand
ist zumindest
der Zeitaufwand für die Sichtung der Observations
videos
(1,25 Stunde;
Urk.
9/2-3)
und der bis in da
s Jahr 2000 zurückreichende Beur
teilungszeitraum zu berücksichtigen
.
Darüber hinaus
liegen
keine besondere
Schwierigkeit des Prozesses
vor.
Für den Aufwand bis zum 22. Juni 2017
ist
damit
ein Zeitaufwand von
1
1
Stunden à Fr. 220.--
angemessen
.
Zusammen mit dem geltend gemachten Aufwand für die Zeit vom
8.
November 2017 bis
6.
Februar 2018 von 2,75 Stunden und den Abschluss von 0,85 Stunde ergibt dies
mit Bezug auf die Honorarnote
ein Aufwand von gerundet 14,6 Stun
den.
Für die Zeit ab dem
7.
Februar 2018 und damit insbesondere für die im vereinig
ten Verfahren Nr. IV.2018.00172 verfasste neunseitige Beschwerdeschrift vom
12. Februar 2018 (
Urk.
17/1) sowie die
einseitige
Eingabe vom
6.
Juni 2018 zur Replik (
fünf Zeilen,
Verzicht auf Stellungnahme; Urk. 29) wurde soweit ersicht
lich kein Aufwand geltend gemacht. Hierfür
sind
weitere 3,5 Stunden anzurech
nen
.
8.2.2
Insgesamt ist damit ein Zeitaufwand von gerundet
18
Stunden à Fr. 220.--, mit
hin Fr.
3'960
.-- zu vergüten
.
U
nter Berücksichtigung der Barauslagen von
Fr.
147.60
und der Mehrwertsteuer von Fr.
312.50
(8 % von
Fr.
2'530.--
[
11,5 Stunden im
2017]
plus 7,7
%
v
on Fr.
1'430.--
[
6,5 Stunden im
2018]
)
resultiert
eine Proze
ssentschädigung von
gerundet
Fr.
4'420.--
.
Die
Beschwerdegegnerin
ist ausgangsgemäss
folglich
zu verpflichten, der
unent
geltlichen
Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers,
Rechtsanwältin
Dina
Raewel
,
Zürich, eine Prozessentschädigung von
Fr.
2'210.-- zu bezahlen. Im
Ü
brigen (hälftigen) Betrag von
Fr.
2'210.--
ist sie
zufolge der
bewilligten
unentgeltlichen
Rechtsvertretung
einstweilen
aus der Gerichtskasse zu entschädigen.
Das Gericht
erkennt:
1.
In teilweiser Gutheissung der Beschwerde vom 2. November 2017
, soweit darauf eingetreten wird,
wird die Wiedererwägungsverfügung vom
2.
Oktober 2017
dahin
gehend abge
ändert,
dass
die bisherige ganze Rente des
Beschwerdeführer
s mit Wirkung ab dem
1.
Dezember 2017 aufgehoben wird
.
2.
In Gutheissung der Beschwerde
vom 12. Februar 2018
wird die
Rückerstattungsverfü
gung vom 8. Januar 2018
aufgehoben.
3.
Die Gerichtskosten von Fr. 1'000.-- werden
den Parteien je zur Hälfte
auferlegt.
Rech
nung und Einzahlungsschein werden
der
Beschwerdegegnerin
nach Eintritt der Rechts
kraft zugestellt.
Zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung werden die dem Beschwerdeführer auferlegten Kosten von Fr.
500
.-- einstweilen auf die Gerichts
kasse genommen. Der Beschwerdeführer wird auf § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
4.
Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet,
der
unentgeltlichen
Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers,
Rechtsanwältin
Dina
Raewel
,
Zürich,
eine Prozessent
schädigung von
Fr.
2'210.--
(inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
5.
Die
unentgeltliche Rechtsvertreter
in
des Beschwerdeführers,
Rechtsanwä
lt
in
Dina
Raewel
,
Zürich
, wird für
ihre
Aufwendungen mit
Fr.
2'210.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschädigt.
6.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Dina
Raewel
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Fürsprecher Matthias Frey
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
die Gerichtskasse
7.