Decision ID: 9c2a8755-d108-44f5-aedc-bdabb99a1809
Year: 2010
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1 X._, geboren 1964, war seit 1999 im Spital Y._ (Y._) als Pflegehelferin tätig, wobei der letzte effektive Arbeitstag am 9. Juni 2004 war (Urk. 6/10 Ziff. 1 und 7), als sie sich am 7. Juni 2005 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug (Wiedereinschulung, Rente) anmeldete (Urk. 6/1 Ziff. 7.8).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte ärztliche Berichte (Urk. 6/8-9, Urk. 6/11), einen Arbeitgeberbericht (Urk. 6/10) und einen Auszug aus dem individuellen Konto (Urk. 6/7) ein und zog Akten der zuständigen Einrichtung der beruflichen Vorsorge (Urk. 6/14) bei.
Gemäss den Angaben im Beschluss vom 26. Januar 2006 sprach sie der Versicherten sodann bei einem Invaliditätsgrad von 100 % ab Juni 2005 eine ganze Rente zu (Urk. 6/18).
1.2 Nach Eingang des Revisionsfragebogens vom 31. Mai 2007 (Urk. 6/29) holte die IV-Stelle einen Arztbericht ein (Urk. 6/33) und veranlasste ein psychiatrisches Gutachten, das am 3. Juni 2008 erstattet wurde (Urk. 6/41/5-17) und eine Haushaltabklärung, über die am 7. August 2008 berichtet wurde (Urk. 6/43).
Mit Vorbescheid vom 29. August 2008 (Urk. 6/47) und Verfügung vom 23. Oktober 2008 (Urk. 2) setzte sie die Rente bei einem Invaliditätsgrad von 40 % auf eine Viertelsrente ab Dezember 2008 herab.
2. Gegen die Verfügung vom 23. Oktober 2008 erhob die Versicherte am 30. Oktober 2008 Beschwerde und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr eine halbe Rente zuzusprechen (Urk. 1 S. 1).
Mit Beschwerdeantwort vom 17. Dezember 2008 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde (Urk. 5).
Mit Gerichtsverfügung vom 16. Februar 2009 wurde der Schriftenwechsel geschlossen (Urk. 7).

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 6. Oktober 2006, der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 28. September 2007, des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) sowie das Bundesgesetz über die Schaffung und die Änderung von Erlassen zur Neugestaltung des Finanzausgleichs und der Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen (NFA) vom 6. Oktober 2006 in Kraft getreten. In materiellrechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des angefochtenen Entscheids respektive im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 467 Erw. 1, 126 V 136 Erw. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung ist am 23. Oktober 2008 ergangen, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 begonnen hat. Daher und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung betrifft, über welche noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die damals geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen Normen der 5. IV-Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 7. Juni 2006 in Sachen M., I 428/04, Erw. 1). Dies fällt materiellrechtlich jedoch nicht ins Gewicht, weil die 5. IV-Revision hinsichtlich der Invaliditätsbemessung keine substanziellen Änderungen gegenüber der bis 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Rechtslage gebracht hat, so dass die zur altrechtlichen Regelung ergangene Rechtsprechung weiterhin massgebend ist (Urteil des Bundesgerichts in Sachen A. vom 19. Mai 2009, 8C_76/2009, Erw. 2). Im Folgenden werden die massgeblichen Gesetzesbestimmungen - soweit nichts anderes vermerkt ist - in der seit dem 1. Januar 2008 geltenden Fassung zitiert.
1.2 Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG (bis 31. Dezember 2007: Art. 28 Abs. 2
ter
IVG) festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a Abs. 3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerbstätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter anderem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode bestimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten Teilinvaliditäten ergibt (BGE 130 V 393 ff. Erw. 3.3 mit Hinweisen; vgl. BGE 134 V 9).
1.3 In beiden Tätigkeitsbereichen vorhandene Belastungen können einander wechselseitig beeinflussen. Eine durch die schlechte Vereinbarkeit der beiden Tätigkeitsbereiche ergebende negative gesundheitliche Auswirkung kann berücksichtigt werden, wenn sie offenkundig und unvermeidbar ist, wie beispielsweise eine psychisch belastende berufliche und familiäre Situation (kranker Partner, behindertes Kind etc.) oder körperlich anstrengende Berufs- und Haushaltsarbeit (BGE 134 V 12 Erw. 7.3.1).
Das infolge der Beanspruchung in einem Tätigkeitsfeld im jeweils anderen Tätigkeitsfeld reduzierte Leistungsvermögen kann im Sinne einer Wechselwirkung mit einem Abzug von maximal 15 ungewichteten Prozentpunkten berücksichtigt werden (BGE 134 V 14 Erw. 7.3.6).
1.4 Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 352 Erw. 3a, 122 V 160 Erw. 1c).
1.5 Für den Beweiswert eines Berichtes über die Abklärung im Haushalt einer versicherten Person sind - analog zur Rechtsprechung betreffend die Beweiskraft von Arztberichten (BGE 125 V 352 Erw. 3a mit Hinweis) - verschiedene Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis von den örtlichen und räumlichen Verhältnissen sowie den aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein und in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Abklärungsbericht voll beweiskräftig (AHI 2003 S. 218 Erw. 2.3.2).
Der Abklärungsbericht ist seiner Natur nach in erster Linie auf die Ermittlung des Ausmasses physisch bedingter Beeinträchtigungen zugeschnitten, weshalb seine grundsätzliche Massgeblichkeit unter Umständen Einschränkungen erfahren kann, wenn die versicherte Person an psychischen Beschwerden leidet. Grundsätzlich jedoch stellt er auch dann eine beweistaugliche Grundlage dar, wenn es um die Bemessung einer psychisch bedingten Invalidität geht, das heisst wenn die Beurteilung psychischer Erkrankungen im Vordergrund steht (AHI 2004 S. 137 E. 5.3). Widersprechen sich die Ergebnisse der Abklärung vor Ort und die fachmedizinischen Feststellungen zur Fähigkeit der versicherten Person, ihre gewohnten Aufgaben zu erfüllen, ist aber in der Regel den ärztlichen Stellungnahmen mehr Gewicht und einzuräumen als dem Bericht über die Haushaltsabklärung, weil es der Abklärungsperson regelmässig nur beschränkt möglich ist, das Ausmass des psychischen Leidens und der damit verbundenen Einschränkungen zu erkennen (Urteil des Bundesgerichts in Sachen G. vom 2. Dezember 2009, 9C_631/2009, Erw. 5.1.2 mit Hinweisen).
2.
2.1 Die Beschwerdegegnerin ging von einem Erwerbspensum im Gesundheitsfall von 80 % und damit von einem Valideneinkommen von rund Fr. 51'190.-- im Jahr 2007 (Fr. 63'988.-- x 0.8), von einer Arbeitsfähigkeit auch in der angestammten Tätigkeit von 50 % sowie einem Invalideneinkommen von Fr. 28'054.-- (Urk. 6/45) und einer Einschränkung im Haushalt von 20 % (Urk. 6/43 S. 6 Ziff. 6.8) aus, womit ein Invaliditätsgrad von 40 % resultierte (Urk. 6/44 S. 4).
2.2 Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt, sie habe bei der Haushaltabklärung das Erwerbspensum im Gesundheitsfall mit 80-100 % beziffert, weshalb 90 % einzusetzen seien. Da ihr Mann IV-Rentner und somit zuhause sei, wäre die Kinderbetreuung gewährleistet (Urk. 1 S. 1).
Das im Gutachten formulierte Zumutbarkeitsprofil lasse eine Tätigkeit im Pflegebereich wegfallen, so dass das Invalideneinkommen gestützt auf die Tabellenlöhne für Hilfskräfte (Niveau 4) zu ermitteln sei (Urk. 1 S. 1 f.).
Ferner wäre aufgrund der zahlreichen psychischen Einschränkungen ein zusätzlicher Abzug von 10 % gerechtfertigt (Urk. 1 S. 2).
2.3 Strittig und zu prüfen sind somit die genannten Aspekte der Invaliditätsbemessung.
Nicht strittig ist, dass seit der Zusprache einer ganzen Rente eine erhebliche Sachverhaltsänderung eingetreten ist, welche eine Anpassung der Rente rechtfertigt; davon ist auszugehen.
3.
3.1 Im August 2006 brachte die Beschwerdeführerin eine Tochter zur Welt (Urk. 6/33 Ziff. 4.3).
Med. pract. Z._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, führte in ihrem Bericht vom 10. Juli 2007 (Urk. 6/33) aus, dass sie die Beschwerdeführerin seit Mai 2004 behandle (Ziff. 4.1) und nannte als Diagnose eine gegenwärtig leichte depressive Episode; die vollständige Genesung sei durch eine noch unverarbeitete psychische Belastung am letzten Arbeitsplatz und aktuelle somatische Belastungen verzögert worden (Ziff. 2.1). Die jahrelange ungewollte Kinderlosigkeit sei wohl der Hauptgrund der Depression gewesen; es gehe der Beschwerdeführerin, seit sie Mutter sei, viel besser (Ziff. 4.3).
3.2 Im Januar 2008 brachte die Beschwerdeführerin wiederum eine Tochter zur Welt (vgl. Urk. 6/41/7 Ziff. 1.4, Urk. 6/43 S. 2 oben).
3.3 Am 3. Juni 2008 erstattete Dr. med. A._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, sein Gutachten im Auftrag der Beschwerdegegnerin (Urk. 6/41/5-17). Er stützte sich dabei auf die ihm überlassenen Akten und seine am 22. Januar 2008 erfolgte Untersuchung (S. 1 unten).
Als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er (S. 8 Ziff. 4.1):
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F33.11), seit Jahren bestehend, vermehrt etwa ab 2003 in klinisch relevanter Weise auftretend; der Beginn der jetzigen Episode ist jedoch nicht genau datierbar
Die vor Eintritt des Gesundheitsschadens ausgeübte Tätigkeit als Hilfspflegerin im Y._ charakterisierte der Gutachter als doch recht anspruchsvolle Tätigkeit, die viel Geduld, Freundlichkeit und andere sozialkommunikative Kompetenzen erfordert habe. Des weiteren seien selbstverständlich medizinische Grundkenntnisse verlangt gewesen, auch an die eigene Physis und Ausdauer sowie die Aufmerksamkeit seien erhebliche Anforderungen gestellt worden (S. 10 oben).
Die Arbeitsunfähigkeit in dieser Tätigkeit sei aus psychiatrischer Sicht zum Zeitpunkt der Untersuchung mit 50 % zu veranschlagen. Dieser Grad der Arbeitsunfähigkeit gelte sodann für alle drei Bereiche, also den zuletzt ausgeübten Beruf als Hilfspflegerin, in einer leidensadaptierten Tätigkeit sowie auch für die Tätigkeiten im eigenen Haushalt (S. 10 Mitte).
Als leidensangepasst und im Durchschnitt 4 Stunden täglich zumutbar umschrieb der Gutachter leichte bis mittelschwere körperliche Arbeiten in Tagesschicht, mit Wechselbelastung von Stehen, Gehen und Sitzen; auf ein maximal mittleres Leistungsniveau eingeschränkt sei die geistig-psychische Belastbarkeit (Konzentrations-, Reaktions-, Umstellungs- und Anpassungsvermögen); Publikumsverkehr und das Bedienen gefährlicher Maschinen seien derzeit nicht zuzumuten (S. 10 unten).
Das von ihm beschriebene Leistungsprofil sei in den Grundzügen ausreichend für die derzeit für die Beschwerdeführerin anfallenden Verpflichtungen als Hausfrau und Mutter zweier Kinder. Allerdings gebe es auch dann noch diverse Einschränkungen, so dass die Beschwerdeführerin entsprechender Unterstützung (in der Haushalttätigkeit und in der Erziehung) und Entlastung bedürfe (S. 11 oben).
Sodann führte der Gutachter aus, bestimmte - von ihm dargelegte - therapeutische Massnahmen könnten zu einer signifikanten Verbesserung der Arbeitsfähigkeit bis Ende 2008 führen (S. 11 unten).
3.4 Am 7. August 2008 berichtete die zuständige Abklärungsperson über die am 24. Juni 2008 erfolgte Haushaltabklärung (Urk. 6/43).
Die Beschwerdeführerin würde gemäss ihren eigenen Angaben bei Gesundheit einer ausserhäuslichen Tätigkeit im Ausmass von 80-100 % nachgehen. Die Kinder würde sie während dieser Zeit in einer Krippe betreuen lassen (S. 2 Ziff. 2.5).
Dazu führte die Abklärungsperson aus, es sei nachvollziehbar, dass die Beschwerdeführerin bei Gesundheit weiterhin erwerbstätig wäre. Ihr Ehemann, der seit 1997 eine ganze Invalidenrente beziehe, könnte die Kinder zur Krippe bringen und abholen, womit die Beschwerdeführerin mit den Arbeitszeiten flexibel wäre. Es könne von einer Qualifikation von 80 % seit August 2006 ausgegangen werden (S. 3 oben).
Weiter führte die Abklärungsperson aus, die Angaben im Haushalt seien sehr unklar gewesen, einerseits aus sprachlichen Gründen und andererseits wegen sehr ungenauer Antworten. Es könne ihres Erachtens in allen Bereichen von einer durchschnittlichen Einschränkung von 20 % ausgegangen werden, da die Beschwerdeführerin die Rente aus psychischen Gründen beziehe (S. 4 Ziff. 6).
4.
4.1 In einem ersten Schritt ist die Statusfrage zu klären.
Im Abklärungsbericht wurde die Angabe der Beschwerdeführerin, sie wäre im Gesundheitsfall 80-100 % erwerbstätig, als nachvollziehbar beurteilt. Aus welchem Grund die Abklärungsperson aber sodann ein Erwerbspensum von (lediglich) 80 % angenommen hat, geht aus ihrem Bericht nicht hervor.
Andererseits sind keine Gründe ersichtlich, die gegen ein Abstellen auf den von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Durchschnittswert zwischen 80 % und 100 %, also 90 %, sprechen würden. Insbesondere die in der Beschwerdeantwort erwähnte familiäre Situation (Urk. 5 S. 2 Ziff. 3) stellt keinen solchen Grund dar, weil nicht ersichtlich ist, inwiefern das Alter der Kinder gerade einen Unterschied zwischen 80 und 90 % zu begründen vermöchte, nachdem auch die Abklärungsperson davon ausgegangen ist, deren Betreuung würde primär im Rahmen der Kinderkrippe erfolgen.
Vor diesem Hintergrund erscheint als hypothetisches Erwerbspensum im Gesundheitsfall ein solches von 90 % als überwiegend wahrscheinlich.
4.2 Die Beschwerdegegnerin hat zur Ermittlung des Invalideneinkommens Tabellenlöhne der Lohnstrukturerhebung (LSE) herangezogen, und zwar gemäss ihren Angaben diejenigen von Tabelle TA7, bezogen auf medizinische, pflegerische und soziale Hilfstätigkeiten (Ziff. 33, Niveau 4); wie sie effektiv den resultierenden Betrag für 2007 (Fr. 56'108.--) errechnet hat, ist nicht ersichtlich (Urk. 6/45).
Das Abstellen auf die Löhne im Gesundheitswesen ist - darin kann der Beschwerdeführerin nicht gefolgt werden - nicht zu beanstanden. Der Gutachter hat sehr ausdrücklich auch für die angestammte Tätigkeit als Hilfspflegerin eine Arbeitsfähigkeit von 50 % festgehalten.
Allfälligen Zweifeln, ob die angestammte Tätigkeit denn auch die ebenfalls vom Gutachter formulierten Anforderungen an eine leidensangepasste Tätigkeit erfülle, vermag folgender Hinweis zu begegnen: Mit dem Abstellen auf den Tabellenlohn im Gesundheitsbereich kommt zwar ein Betrag zum Zug, der mit Fr. 4'602.-- pro Monat (gemäss Tabelle TA7, Ziff. 33) höher liegt als der Betrag im Durchschnitt aller Wirtschaftszweige (Fr. 4'047.--), aber deutlich tiefer als der von der Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit effektiv erzielte und beim Valideneinkommen berücksichtigte Lohn von (hochgerechnet) Fr. 63'998.-- bei vollem Pensum, was rund Fr. 4'923.-- (Fr. 63'998.-- : 13) pro Monat entspricht.
Dementsprechend ist es richtig, das Invalideneinkommen gestützt auf den Tabellenlohn für Hilfstätigkeiten im Gesundheitswesen zu ermitteln; allerdings ist dabei auf die Daten von Tabelle TA1 abzustellen (vgl. SVR 2002 UV Nr. 15 Erw. 3c/cc). Dieser betrug im Jahr 2006 Fr. 4'437.-- (LSE 2006, S. 25, Tab. TA1, Ziff. 85, Niveau 4), was auf das Jahr 2007 und die mittlere Wochenarbeitszeit von 41.5 Stunden im Gesundheits- und Sozialwesen umgerechnet (Die Volkswirtschaft 5/2010, S. 86 f., Tab. B9.2 und Tab. B10.2) Fr. 55'959.-- ergibt (Fr. 4'437.-- x 12 x 1.013 : 40.0 x 41.5).
4.3 Das Valideneinkommen ist ausgehend von Fr. 63'988.-- bei einem Vollpensum dem hypothetischen Erwerbspensum von 90 % entsprechend mit Fr. 57'589.-- (Fr. 63'988.-- x 0.9) einzusetzen.
Das Invalideneinkommen beläuft sich bei der ärztlich festgelegten Arbeitsfähigkeit von 50 % auf Fr. 27'979.-- (Fr. 55'959.-- x 0.5). Somit beträgt die Einkommenseinbusse Fr. 29'610.--, was einer Einbusse von 51.42 % entspricht. Der auf den Erwerbsbereich entfallende Teilinvaliditätsgrad beträgt somit 46.28 % (51.42 % x 0.9).
4.4 Der psychiatrische Gutachter hat die Einschränkung ausdrücklich auch im Haushalt mit 50 % beziffert; überdies hat er darauf hingewiesen, dass noch zusätzliche (allerdings nicht näher erläuterte) Einschränkungen bestünden.
Im Bericht über die Haushaltabklärung andererseits wurde ausgeführt, aus sprachlichen Gründen und infolge ungenauer Antworten seien die Angaben sehr unklar gewesen. In der Folge wurde eine pauschale Einschränkung von 20 % angenommen.
Dies ist so nicht nachvollziehbar, umso mehr als die pauschale Annahme ausdrücklich damit begründet wurde, die Beschwerdeführerin sei aus psychischen Gründen eingeschränkt.
Rechtsprechungsgemäss kommt bei einer solchen Differenz in den Einschätzungen der ärztlichen Stellungnahme mehr Gewicht zu (vorstehend Erw. 1.5). Legt man die im psychiatrischen Gutachten attestierte Einschränkung von 50 % im Haushaltbereich zugrunde, so resultiert ein anteiliger Invaliditätsgrad von 5 % (50 % x 0.1).
Ginge man von der Einschränkung von lediglich 20 % gemäss Haushaltabklärung aus, so wäre den Hinweisen im psychiatrischen Gutachten immerhin dadurch Rechnung zu tragen, dass die Wechselwirkung zwischen den beiden Tätigkeitsfeldern durch einen Abzug von 15 zusätzlichen Prozentpunkten im Haushaltbereich berücksichtigt würde. Diesfalls beliefe sich die Einschränkung auf 35 % (20 % + 15 %) und der anteilige Invaliditätsgrad auf 3.5 % (35 % x 0.1).
4.5 Der Invaliditätsgrad beträgt somit, ausgehend von den Feststellungen im psychiatrischen Gutachten, insgesamt rund 51 % (46.28 % + 5 %). Ausgehend von der Festlegung gemäss Haushaltabklärung (plus Wechselwirkung) beträgt der Invaliditätsgrad insgesamt 49.78 % (46.28 % + 3.5 %), gerundet also 50 %.
In beiden Fällen besteht Anspruch auf eine halbe Rente, weshalb offen bleiben kann, welche Betrachtungsweise im Haushaltbereich gelten soll.
Dies führt zusammenfassend zum Schluss, dass die Beschwerde gutzuheissen und die angefochtene Verfügung mit der Feststellung aufzuheben ist, dass ab Dezember 2008 Anspruch auf eine halbe Rente besteht.
5. Die Verfahrenskosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr. 700.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.