Decision ID: 97c9cad8-3cbd-474f-8b76-cb4b06ce92dd
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law

betreffend mehrfache Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz etc.
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Horgen, III. Abteilung, vom 3. Juni 2016 (DG160005)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 22. März
2016 (Urk. 18/9) ist diesem Urteil beigeheftet.
Urteil der Vorinstanz:
1. Der Beschuldigte ist schuldig
− der mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im
Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b, c und d BetmG in Verbindung mit Art. 19
Abs. 2 lit. a BetmG;
− der mehrfachen einfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmit-
telgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. c BetmG;
− der mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne
von Art. 19a Ziff. 1 BetmG.
2. Vom Vorwurf der mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittel-
gesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b, c, d und g BetmG in Verbindung mit
Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG (Ziff. 1.1 der Anklage: Befördern von Heroin,
Ziff. 1.2 der Anklage: Anstalten Treffen zum Erwerb von Heroin, Ziff. 1.3 der
Anklage: Erwerb und Besitz von Kokain sowie Anstalten Treffen hierzu) wird
der Beschuldigte freigesprochen.
3. Bezüglich des Vorwurfs der Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im
Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG wird das Verfahren, soweit es den Zeitraum
vor dem 3. Juni 2013 betrifft, infolge Verjährung eingestellt.
4. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten, wo-
von bis und mit heute 113 Tage durch Haft erstanden sind, sowie mit einer
Busse von Fr. 100.–.
5. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 24 Monaten aufgescho-
ben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (6 Monate, abzüg-
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lich 113 Tage, die durch Haft entstanden sind) wird die Freiheitsstrafe voll-
zogen. Die Busse ist zu bezahlen.
6. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle
eine Ersatzfreiheitsstrafe von einem Tag.
7. Für die Dauer der Probezeit wird eine Bewährungshilfe angeordnet.
8. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom
27. November 2015 (act. 14/1) beschlagnahmten Barschaften von
Fr. 5'000.– (Asservaten-Nr. A008'716'572) und Fr. 270.– (Asservaten-Nr.
A008'716'469, Aufbewahrungsort: Kasse Staatsanwaltschaft I-IV des Kan-
tons Zürich, act. 14/1) werden zu Gunsten der Staatskasse eingezogen.
9. Die bei der Kantonspolizei Zürich sichergestellten Betäubungsmittel und Be-
täubungsmittelutensilien mit der Lagernummer B05764-2015 werden einge-
zogen und der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen.
10. RA lic. iur. X._ wird für sein Bemühungen und Barauslagen als amtli-
cher Verteidiger des Beschuldigten aus der Gerichtskasse mit Fr. 15'717.80
(inklusive 8 % Mehrwertsteuer) entschädigt.
11. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:
Fr. 3'600.00 ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. 2'500.00 Gebühr für das Vorverfahren,
Fr. 7'283.95 Auslagen (Gutachten),
Fr. 2'800.00 Kosten Telefonkontrolle,
Fr. 2'680.00 Auslagen (Polizei),
Fr. 15'717.80 amtliche Verteidigung.
Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.
12. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausge-
nommen diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten
zu zwei Dritteln auferlegt (Art. 426 StPO). Im Übrigen werden die Kosten auf
die Gerichtskasse genommen.
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13. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse ge-
nommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4
StPO.
Berufungsanträge:
a) Der Verteidigung des Beschuldigten:
(Urk. 43 S. 12)
Es seien folgende Ziffern des angefochtenen Urteils wie folgt abzuändern:
Ziff. 1: Es sei der Beschuldigte schuldig zu sprechen
− der qualifizierten Widerhandlung gegen das  im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b und d BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG
− der mehrfachen einfachen Widerhandlung gegen das  im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. c BetmG
− der mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG
Ziff. 4: Der Beschuldigte sei zu bestrafen mit einer Freiheitsstrafe von 20 Monaten, wovon bis und mit heute 113 Tage durch Haft  sind, sowie mit einer Busse von Fr. 100.–.
Ziff. 5: Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei aufzuschieben und die  sei auf 3 Jahre festzusetzen. Die Busse sei zu bezahlen.
Ziff. 7: Es sei auf die Anordnung einer Bewährungshilfe zu verzichten.
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b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich:
(Urk. 37, schriftlich)
Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.
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Erwägungen:
I. Verfahrensgang
Mit Urteil des Bezirksgerichts Horgen, III. Abteilung, vom 3. Juni 2016 wurde
der Beschuldigte hinsichtlich der Anklageziffern 1.1, 1.2 und 1.3 vom Vorwurf der
Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz freigesprochen und das Ver-
fahren hinsichtlich der vor dem 3. Juni 2013 angeklagten Betäubungsmittelüber-
tretungen eingestellt. Bezüglich der weiteren Anklagepunkte wurde der Beschul-
digte der mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz i.S.v.
Art. 19 Abs. 1 lit. b, c und d BetmG i.V.m. Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG, der mehrfa-
chen einfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz i.S.v. Art. 19
Abs. 1 lit. c BetmG sowie der mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelge-
setzes i.S.v. Art. 19a Ziff. 1 BetmG schuldig gesprochen und mit einer Freiheits-
strafe von 30 Monaten, wovon 113 Tage durch Haft erstanden sind, sowie mit ei-
ner Busse von Fr. 100.– bestraft. Dabei wurde der Vollzug der Freiheitsstrafe im
Umfang von 24 Monaten aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt.
Die übrigen 6 Monate (abzüglich 113 Tage, die durch Haft erstanden sind) wur-
den unbedingt ausgesprochen. Für die Dauer der Probezeit wurde eine Bewäh-
rungshilfe angeordnet. Weiter wurden die beschlagnahmten Barschaften im Ge-
samtumfang von Fr. 5'270.– eingezogen und die Betäubungsmittel und Betäu-
bungsmittelutensilien zur Vernichtung eingezogen (Urk. 33).
Mit Eingabe vom 14. Juni 2016 meldete der amtliche Verteidiger innert Frist
Berufung an (Urk. 28). Das vollständig begründete Urteil (Urk. 51) wurde vom
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amtlichen Verteidiger am 21. November 2016 entgegen genommen (Urk. 31/2).
Mit Eingabe vom 8. Dezember 2016 reichte er fristgerecht die Berufungserklärung
ein (Urk. 34). Mit Präsidialverfügung vom 12. Dezember 2016 wurde der Staats-
anwaltschaft II des Kantons Zürich unter Hinweis auf die Berufungserklärung des
Beschuldigten Frist zur Erhebung einer Anschlussberufung bzw. zum Antrag auf
Nichteintreten auf die Berufung angesetzt (Urk. 35). Die Staatsanwaltschaft teilte
am 19. Dezember 2016 mit, dass sie auf eine Anschlussberufung verzichte und
die Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils beantrage (Urk. 37). Sie wurde in der
Folge auf ihr Gesuch hin mit dem Einverständnis der Verteidigung (Urk. 39) von
der Teilnahme an der Berufungsverhandlung dispensiert (Urk. 37). Im Berufungs-
verfahren wurden keine Beweisanträge gestellt. Nach der heutigen Berufungsver-
handlung (Prot. II S. 3 ff.) erweist sich der Prozess als spruchreif.
II. Prozessuales
Gemäss Art. 402 StPO hat die Berufung im Umfang der Anfechtung auf-
schiebende Wirkung. Die Rechtskraft des angefochtenen Urteils wird somit im
Umfang der Berufungsanträge gehemmt, während die von der Berufung nicht er-
fassten Punkte in Rechtskraft erwachsen (vgl. BSK StPO-Eugster, Art. 402 N 1 f.).
Der Beschuldigte beschränkt die Berufung auf den Schuldpunkt, die Bemes-
sung der Strafe sowie die Nichtgewährung des bedingten Vollzuges und die An-
ordnung der Bewährungshilfe (Dispositivziffern 1, 4, 5 und 7). Er beantragt im
Schuldpunkt eine einfache statt mehrfache qualifizierte Tatbegehung in Bezug auf
die Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, eine mildere Freiheitsstra-
fe unter Gewährung des bedingten Strafvollzuges sowie das Absehen von einer
Bewährungshilfe (Urk. 34). Somit ist mittels Beschluss festzustellen, dass das
vorinstanzliche Urteil hinsichtlich der Dispositivziffern 2 (Teilfreispruch), 3 (Teilein-
stellung des Verfahrens zufolge Verjährung), 8 (Einziehung beschlagnahmter
Barschaft), 9 (Einziehung von Betäubungsmitteln) sowie 10 und 11 (Kostenfest-
setzung) in Rechtskraft erwachsen ist.
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III. Schuldpunkt
A. Sachverhalt
1. Der Beschuldigte anerkannte grundsätzlich den Sachverhalt, so wie ihn das
Bezirksgericht Horgen festgestellt hatte (Prot. II S. 12). Hinsichtlich der Anklage-
ziffer 1.5 brachte die Verteidigung jedoch anlässlich der Berufungsverhandlung
vor, dass nicht erstellt und auch nicht eingestanden sei, dass es sich um mindes-
tens 26 Fälle gehandelt haben soll, in welchen der Beschuldigte Lieferungen von
Heroinportionen unternommen habe (Urk. 44 S. 2). Dem ist zu entgegnen, dass
es sich bei der beim Beschuldigten sichergestellten Barschaft von Fr. 5'200.– um
Drogengeld handeln muss. Der Beschuldigte konnte nicht glaubhaft erklären, wo-
her das Geld kommt und weshalb er es versteckt hatte. Zudem lassen auch die
finanziellen Verhältnisse des Beschuldigten keinen anderen Schluss zu, als dass
das Geld aus dem Verkauf des Heroins stammt. Gestützt auf das Geständnis des
Beschuldigten, er habe das Heroin selber portioniert und pro Lieferung jeweils bis
zu Fr. 200.– bzw. teilweise auch kein Geld erhalten - ist daher davon auszugehen,
dass der Beschuldigte mindestens 26 Heroinlieferungen getätigt hatte (Fr. 5'200.–
/ Fr. 200.– = 26 Lieferungen). Bereits die Vorinstanz begründete diesen Punkt
ausführlich und zutreffend, weshalb darauf verwiesen werden kann (Urk. 33 S. 20
f.).
2.1. Demzufolge ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass der Sachverhalt
wie er in den Anklageziffern 1.4 - 1.7 umschrieben ist, mit den von der Vorinstanz
vorgenommenen Korrekturen und Präzisierungen erstellt ist. Es kann diesbezüg-
lich auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 33
S. 16-24, Art. 82 Abs. 4 StPO). Demnach ist im Hinblick auf den Sachverhalt zu-
sammenfassend davon auszugehen:
- dass der Beschuldigte seit ca. Ende September 2015 bis zum 9. November
2015 (Verhaftstag) 1'190.7 Gramm Heroingemisch bzw. 152.57 Gramm rei-
nes Heroin in seiner Wohnung aufbewahrte (Anklageziffer 1.4);
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- dass der Beschuldigte vom 2. November 2015 bis zum 9. November 2015
430.44 Gramm Kokaingemisch bzw. 324.14 Gramm reines Kokain bei sich
zuhause aufbewahrte (Anklageziffer 1.4);
- dass der Beschuldigte (darüber hinaus) von ca. Ende September 2015 bis
zum 8. November 2015 bei sich zuhause mindestens 1'300 Gramm Heroin-
gemisch (mit einem Reinheitsgehalt von 12.8%, mithin 166.4 Gramm reines
Heroin) in 50 Gramm-Portionen abpackte und diese zum Zwecke des Ver-
kaufs an der ...-Strasse in Zürich an nicht näher bekannte Personen über-
gab (Anklageziffer 1.5).
2.2. Hinzu kommt, dass der Beschuldigte im Zeitraum vom 2. bis ca. 9. Novem-
ber 2015 Kokaingemisch in nicht näher bekannter Menge herstellte und davon
mehreren Frauen, unter anderem mehrfach einer Frau namens "B._", in Por-
tionen abgab, und er das bei ihm sichergestellte Kokaingemisch von 3.74 Gramm
bzw. mindestens 2.74 Gramm reinem Kokain in der Absicht portionierte, es an ei-
ne nicht näher bekannte Frau abzugeben (Anklageziffer 1.6.) sowie der Eigen-
konsum von Marihuana durch Rauchen in der Zeit vom 3. Juni 2013 bis 9. No-
vember 2015 (Anklageziffer 1.7).
B. Rechtliche Würdigung
1. Vorab ist festzuhalten, dass es zutreffend und anerkannt ist, dass der Ei-
genkonsum als mehrfache Übertretung gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG zu würdigen
ist (Urk. 23B S. 15). Von der amtlichen Verteidigung wird zu Recht auch nicht be-
stritten, dass die Abgabe von kleinen Mengen Kokain als mehrfache einfache Wi-
derhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. c
und d BetmG zu qualifizieren ist.
2. Das Verhalten des Beschuldigten gemäss Anklageziffer 1.4 (Aufbewahren
von rund 152 Gramm reinem Heroin und rund 324 Gramm reinem Kokain) würdigt
die Vorinstanz als (qualifizierte) Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelge-
setz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b und d BetmG in Verbindung mit Abs. 2 lit. a
BetmG, dasjenige gemäss Anklageziffer 1.5 (Abpacken und Weitergabe von min-
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destens 1'300 Gramm Heroingemisch [rein 166.4 Gramm] in 50 Gramm-
Portionen) als weitere qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittel-
gesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. c in Verbindung mit Abs. 2 lit. a BetmG,
was zum Schuldspruch der mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubungs-
mittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b, c und d BetmG in Verbindung mit
Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG führte.
3. Die Staatsanwaltschaft hat das Verhalten des Beschuldigten (unter Mitein-
bezug sämtlicher Anklagepunkte gemäss Ziffer 1.1-1.6) insgesamt als mehrfache
Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1
lit. b, c, d und g in Verbindung mit Abs. 2 lit. a BetmG gewürdigt (Urk. 18/9 i.V.m.
Urk. 23A).
4. Die Verteidigung geht ebenfalls davon aus, dass die Handlungen gemäss
Anklageziffer 1.4 aufgrund der aufbewahrten Drogenmenge als sogenannt schwe-
rer Fall im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b und d BetmG in Verbindung mit Art. 19
Abs. 2 lit. a BetmG zu qualifizieren sind. Sie macht indes geltend, dass die Menge
der einzelnen Lieferungen Heroin gemäss Anklageziffer 1.5 (50 Gramm-Portionen
Heroingemisch mit einem Reinheitsgehalt von 12.8%) jeweils weniger als 12
Gramm reines Heroin betragen habe. Die einzelnen Lieferungen seien zeitlich
unabhängig voneinander geschehen und hätten jeweils einen neuen Tatent-
schluss erfordert. Es sei daher von den einzelnen Handlungen auszugehen, wel-
che aber jeweils nicht die Grenze zu einem schweren Fall überschritten hätten
(Urk. 23B S. 14/15; Urk. 44 S. 2 ff.).
5. Die vorinstanzlichen Erwägungen zur rechtlichen Würdigung sind sowohl
von den theoretischen Ausführungen als auch von der Subsumtion her umfas-
send und zutreffend, weshalb vorab auf die entsprechenden Stellen im vor-
instanzlichen Entscheid verwiesen werden kann (Art. 82 Abs. 4 StPO; Urk. 33
S. 25-27). Die Vorinstanz hat sorgfältig und zutreffend die Tatbestände des La-
gerns, Inverkehrbringens und des unbefugten Besitzes von Betäubungsmitteln
sowie das Qualifikationsmerkmal des schweren Falles i.S.v. Art. 19 Abs. 2 lit. a
BetmG unter Heranziehung von Literatur und Rechtsprechung erörtert. Sie hat
sodann überzeugend dargetan, dass die einzelnen Heroinlieferungen in einem
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engen räumlichen und zeitlichen Zusammenhang standen (Urk. 33 S. 29). Der
Beschuldigte hat das bei ihm aufbewahrte Heroingemisch jeweils bei sich zuhau-
se portioniert und an die ...-Strasse gebracht. Er hat die grosse Zahl von 26 Por-
tionen abgepackt und die beträchtliche Gesamtmenge von 1'300 Gramm Heroin-
gemisch geliefert. Im Verhältnis zur Gesamtmenge von 1'300 Gramm Heroinge-
misch hat er diese 26 Lieferungen im doch kurzen Zeitraum von rund sechs Wo-
chen bzw. rund 50 Tagen zwischen Ende September bis zum 8. November 2015
vorgenommen. Dies bedeutet, dass der Beschuldigte durchschnittlich jeden zwei-
ten Tag eine solche 50 Gramm-Portion ausgeliefert hat. Der Beschuldigte hat
sukzessive aus seinem Vorrat Betäubungsmittel abgepackt sowie ausgeliefert
und ist so einer von einem generellen Vorsatz getragenen, dauerhaften Handels-
tätigkeit nachgegangen. Die wiederholte Tatbegehungen erscheinen bei objekti-
ver Betrachtung aufgrund des engen räumlichen und zeitlichen Zusammenhangs
als einheitliches Geschehen. Sie sind als natürliche Handlungseinheit zu betrach-
ten und daher ist eine Addition der Einzelmengen geboten. Es kann insbesondere
nicht davon gesprochen werden, dass er nur bei Gelegenheit und nur unregel-
mässig tätig gewesen war (vgl. Fingerhut, Orell Füssli Kommentar, BetmG, 3. Auf-
lage 2016, Art. 19 N 193-196). Hervorzuheben ist weiter, dass diese ausgelieferte
Menge in Anklageziffer 1.4 nicht enthalten ist. Es ist somit entgegen der Ansicht
der Verteidigung in rechtlicher Hinsicht von mehrfacher Widerhandlung gegen das
Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b, c und d BetmG in Ver-
bindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG auszugehen.
6. Zusammengefasst ist der Beschuldigte der mehrfachen qualifizierten Wider-
handlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b, c
und d BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG, der mehrfachen Wi-
derhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. c
BetmG und der mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne
von Art. 19a Ziff. 1 BetmG schuldig zu sprechen.
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IV. Strafe
1. Die Vorinstanz hat den Beschuldigten mit einer Freiheitsstrafe von 30 Mona-
ten sowie mit einer Busse von Fr. 100.– bestraft, wobei der Vollzug der Freiheits-
strafe im Umfang von 24 Monaten aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre
festgesetzt wurde. Die übrigen 6 Monate (abzüglich 113 Tage, die durch Haft er-
standen sind) wurden unbedingt ausgesprochen. Der amtliche Verteidiger bean-
tragt eine bedingte Freiheitsstrafe von 20 Monaten, abzüglich 113 Tage erstande-
ner Haft, mit einer Probezeit von 3 Jahren sowie eine Busse von Fr. 100.–
(Urk. 44 S. 12). Die Staatsanwaltschaft beantragt die Bestätigung des vorinstanz-
lichen Urteils (Urk. 37).
2.1. Die Vorinstanz hat die Grundsätze für die Bestimmung des massgeblichen
Strafrahmens und die theoretischen Grundlagen der Strafzumessung zutreffend
wiedergegeben, worauf vorab zu verweisen ist (Urk. 33 S. 31/32, Art. 82 Abs. 4
StPO).
2.2. Der Strafrahmen für schwere Fälle von Drogenhandel im Sinne von Art. 19
Abs. 2 BetmG reicht von einem Jahr bis zu zwanzig Jahren Freiheitsstrafe. Damit
kann eine Geldstrafe verbunden werden. Für die mehrfache Übertretung des Be-
täubungsmittelgesetzes ist zusätzlich eine Busse auszusprechen.
2.3. Innerhalb des gegebenen Strafrahmens misst das Gericht die Strafe nach
dem Verschulden des Täters zu. Es berücksichtigt das Vorleben und die persönli-
chen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters (Art. 47
Abs. 1 StGB). Das Verschulden wird nach der Schwere der Verletzung oder Ge-
fährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den
Beweggründen und Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie weit der Täter
nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder
Verletzung zu vermeiden (Art. 47 Abs. 2 StGB). Ausgehend von der objektiven
Tatschwere hat das Gericht dieses Verschulden zu bewerten. Es hat im Urteil
darzutun, welche verschuldensmindernden und welche verschuldenserhöhenden
Gründe im konkreten Fall gegeben sind, um so zu einer Gesamteinschätzung des
Tatverschuldens zu gelangen (BGE 136 IV 55, E. 5.5). Der Begriff des Verschul-
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dens muss sich auf den gesamten Unrechts- und Schuldgehalt der konkreten
Straftat beziehen. Zu unterscheiden ist dabei zwischen der Tat- und Täterkompo-
nente (vgl. auch Hug in: Donatsch/Flachsmann/Hug/Weder, OFK-StGB, 19. Aufl.,
Zürich 2013, Art. 47 N 6 ff.).
2.4. Bei der Tatkomponente sind das Ausmass des verschuldeten Erfolges (De-
liktsbetrag, Gefährdung des geschützten Rechtsguts, das Risiko, körperliche und
psychische Schäden beim Opfer, Sachschaden etc.) – das heisst die objektive
Tatschwere – zu berücksichtigen (a.a.O., Art. 47 N 7 ff.). Ausgangspunkt ist die
objektive Schwere des Deliktes, das heisst die Schwere der Verletzung des be-
troffenen Rechtsguts und das Vorgehen des Täters. Es ist in der Folge die subjek-
tive Tatschwere zu bestimmen, wobei die Art und Weise der Herbeiführung dieses
Erfolges (Mittel, kriminelle Energie, Provokation), die Willensrichtung, mit der der
Täter gehandelt hat und die Beweggründe des Schuldigen zu beachten sind. So-
dann sind für das Verschulden auch das „Mass an Entscheidungsfreiheit“ beim
Täter sowie die sogenannte Intensität des deliktischen Willens bedeutsam (Hug
in: Donatsch/Flachsmann/Hug/Weder, a.a.O., Art. 47 N 7 ff.). Je leichter es für
den Täter gewesen wäre, die Norm zu respektieren, desto schwerer wiegt die
Entscheidung gegen sie und damit seine Schuld (BGE 117 IV 7).
2.5. Bei Drogendelikten hängt das Verschulden insbesondere von der Funktion
des Täters und der Hierarchiestufe im Betäubungsmittelhandel ab. Zu berücksich-
tigen ist, wie der Täter in den Besitz der Drogen gelangte, welche Tathandlungen
er ausführte, ob er aus einem Suchtzustand heraus handelte oder nur, um Geld
zu verdienen. Ebenfalls zu beachten ist das Ausmass der abstrakten Gefährdung
der Volksgesundheit als Deliktserfolg, welches sich aus der Art der umgesetzten
Betäubungsmittel sowie deren Menge und Reinheitsgrad ergibt. Dabei ist diese
Gefahr indes nicht das vorrangige Element. Namentlich wenn mehrere Qualifika-
tionsgründe gemäss Art. 19 Abs. 2 BetmG erfüllt sind, verlieren Drogenmenge
und Reinheitsgrad an Bedeutung. Auch werden sie umso weniger wichtig, je deut-
licher der Grenzwert im Sinne von Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG überschritten ist
(BGer 6S.465/2004 vom 12. Mai 2005, E. 3.1; BGE 121 IV 193 E. 2.b.aa; Hug-
Beeli, Betäubungsmitteldelikte 1983-1991, S. 429 f., 436 und 438)
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3. Bezüglich dem objektiven Tatverschulden fällt vorab ins Gewicht, dass der
Beschuldigte sowohl Kokain wie auch Heroin lagerte bzw. im Besitz hatte. Sowohl
bei Heroin als auch bei Kokain handelt es sich um harte Drogen mit einem gros-
sen Gefährdungspotential. Der vom Bundesgericht als schwerer Fall definierte
Grenzwert von 12 Gramm Heroin bzw. 18 Gramm Kokain wurde bei beiden Dro-
gen um ein Vielfaches überschritten, bewahrte der Beschuldigte doch reine Dro-
genmengen von rund 152 Gramm Heroin und 324 Gramm Kokain in seiner Woh-
nung auf. Zusätzlich hat der Beschuldigte reines Heroin im erheblichen Umfang
von rund 166 Gramm in Verkehr gebracht. Mit dem Weiterverbreiten dieser gros-
sen Menge Heroin hat der Beschuldigte die Gesundheit zahlreicher Personen ge-
fährdet. Eine Gefährdung von noch mehr Personen wurde nur dadurch verhindert,
dass die Polizei den Beschuldigten verhaftet hat. Die mehrfache Begehung und
die beträchtliche Menge der in Verkehr gebrachten Drogen wirken sich verschul-
densmässig erheblich aus. Weiter wirkt sich aus, dass der Beschuldigte in rund
1 1⁄2 Monaten intensiv am Drogengeschäft beteiligt war. Er hat wie erwogen gros-
se Mengen harter Drogen aufbewahrt und in diesem kurzen Zeitraum doch 26
Portionen abgepackt und ausgeliefert und damit eine grosse Menge Heroin wei-
terverbreitet. Der verhältnismässig kurze Deliktszeitraum vermag das objektive
Verschulden sodann nicht zu relativieren, zumal der Beschuldigte die deliktische
Tätigkeit nur eingestellt hat, weil er verhaftet wurde. Die Vorinstanz hat zutreffend
erkannt, dass der Beschuldigte eine Funktion in der unteren Hierarchiestufe des
Drogenhandels einnahm, hatte er doch offenbar keine Entscheidungskompetenz,
handelte auf Anweisung Dritter und gab selber keine Drogenbestellungen auf. In-
nerhalb dieser unteren Hierarchiestufe ist der Beschuldigte indessen aufgrund
des Gesagten eher im oberen Bereich anzusiedeln, wurden ihm doch grosse
Drogenmengen zum Bunkern anvertraut und hat er jeweils die gewünschten Dro-
gen ausgeliefert. Der Beschuldigte hatte damit durchaus eine wichtige Funktion
im Drogengeschäft inne und beteiligte sich in nicht unerheblichen Mass am Dro-
gengeschäft, was sich entgegen der Ansicht der Verteidigung insgesamt ver-
schuldenserhöhend auswirkt. Vorliegend ist das objektive Tatverschulden – auf
einer Skala aller denkbaren tatbestandsmässigen Handlungen und in Anbetracht
des konkreten Strafrahmens – als nicht mehr leicht zu bezeichnen.
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4. Bei der Bewertung des subjektiven Tatverschuldens fällt vorliegend ins Ge-
wicht, dass der Beschuldigte direktvorsätzlich mit den Drogen handelte, wobei er
zumindest in Kauf nahm, die Gesundheit vieler Menschen in Gefahr zu bringen.
Aufgehört mit dem Drogenhandel hat er erst aufgrund seiner Verhaftung. Sein
Motiv war sodann egoistischer Natur, ging es ihm doch einzig um die Erzielung fi-
nanzieller Vorteile. Eine finanzielle Notlage war nicht gegeben, hatte der Beschul-
digte doch eine Lehrstelle und damit ein regelmässiges Einkommen von
Fr. 1'250.– pro Monat. Zusätzlich erhielt er vom Sozialamt monatlich Fr. 250.– und
die Miete seiner Wohnung sowie die Krankenkasse wurden dem Beschuldigten
direkt durch das Sozialamt bezahlt. Weiter verfügte er gar über ein eigenes Auto
(Urk. 17/3). Auch wenn der Beschuldigte (gemäss seinen Angaben Fr. 13'000.–)
Schulden hatte, bestand insgesamt jedenfalls keine finanzielle Notlage, welche
seine Entscheidungsfreiheit in einem Masse hätte beeinflussen können, die zu
seinen Gunsten zu berücksichtigen wäre. Weiter hat schon die Vorinstanz zutref-
fend erwogen, dass angesichts des erheblichen Masses der Beteiligung des Be-
schuldigten am Drogengeschäft entgegen dem Vorbringen der amtlichen Vertei-
digung auch nicht von einer blossen Gefälligkeit des Beschuldigten oder gar einer
angeblichen "Einbettung des Beschuldigten in eine hierarchische Gesellschafts-
struktur von ... [ethnische Gruppe]" gesprochen werden kann (Urk. 33 S. 34). Die
Verteidigung hat bereits vor Vorinstanz weiter vorgebracht, die Hintermänner hät-
ten Druck gemacht und Forderungen an den Beschuldigten gestellt und er habe
aus Angst vor Bedrohungen oder gar Übergriffen seine Dienste weiter ausgeführt
(Urk. 23B S. 18). Mit der Vorinstanz ist davon auszugehen, dass keinerlei ernst-
hafte Anhaltspunkte oder Hinweise vorliegen, dass die Entscheidungsfreiheit des
Beschuldigten aus Angst eingeschränkt gewesen war. Dies wurde von der Vertei-
digung denn auch nicht näher begründet. Es sind daher keine Gründe ersichtlich,
welche das subjektive Verschulden mindern könnten.
5. Insgesamt ergibt sich, dass die subjektiven Tatkomponenten die objektive
Tatschwere nicht zu verringern vermögen. Das Verschulden des Beschuldigten ist
als nicht mehr leicht einzustufen. Aufgrund der gesamten Tatschwere erscheint
eine hypothetische Einsatzstrafe von 36 Monaten Freiheitsstrafe angemessen.
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6.1. Die hypothetische Einsatzstrafe ist aufgrund der Abgabe von geringen Men-
gen Kokain durch den Beschuldigten (Anklageziffer 1.6) unter Anwendung des
Asperationsprinzip nach Art. 49 Abs. 1 StGB angemessen zu erhöhen. Erneut ist
auch hier die objektive und subjektive Tatschwere zu berücksichtigen.
6.2. Das Verschulden in Bezug auf diese mehrfachen einfachen Widerhandlun-
gen erscheint insgesamt als noch leicht. Es fällt ins Gewicht, dass es sich total um
noch geringe Mengen handelte und dass der Beschuldigte für die Abgabe des
Kokains an diverse Frauen keine Gegenleistungen erhalten hat, sondern dies aus
reiner Gefälligkeit bzw. aus Gefallsucht geschah. Die hypothetische Einsatzstrafe
ist daher nur leicht um rund 2 Monate zu erhöhen.
7.1. Die Täterkomponente umfasst die persönlichen Verhältnisse, das Vorleben,
mithin frühere Straftaten sowie das Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren,
insbesondere gezeigte Reue und Einsicht oder ein abgelegtes Geständnis. Unter
dem Gesichtspunkt der persönlichen Verhältnisse zu berücksichtigen ist ferner die
Strafempfindlichkeit des Täters (HUG-StGB Navigator-Kommentar, Art. 47 N 14).
7.2 Betreffend das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse des Beschuldi-
gen kann auf die Angaben des Beschuldigten in den polizeilichen und staatsan-
waltschaftlichen Einvernahmen sowie anlässlich der vorinstanzlichen und heuti-
gen Hauptverhandlung verwiesen werden (Urk. 3/6 S. 12 f., Urk. 17/3, Prot. I S. 6-
13, Prot. II S. 5 ff.). Die Vorinstanz hat die wesentlichen persönlichen Verhältnisse
aufgeführt (Urk. 33 S. 35). Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschul-
digte im Alter von zehn Jahren mit seiner Mutter und den Geschwistern (der Vater
war bereits in der Schweiz) aus dem ... [Staat in Vorderasien] in die Schweiz
kam. Nach der Schule in C._ (nach dem Besuch eines Deutschkurses ab der
4. Klasse und anschliessendem Besuch der Sekundarschule B bzw. C) absolvier-
te er ein Praktikum als Koch, arbeitete beim Sozialamt und begann eine Lehre als
Automobilassistent, welche er abgebrochen hat. Im Alter von 17 Jahren zog er
wegen Problemen mit seinem Vater von zuhause aus und erhielt einen Vormund.
2012 begann er eine Lehre als Drucktechnologe und wohnte seither alleine in der
Wohnung in C._, die ihm vom Sozialamt finanziert wurde. Im Zeitpunkt der
Verhaftung befand er sich im vierten und letzten Lehrjahr. Diese Stelle wurde ihm
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gekündigt. Nach seiner Haftentlassung am 1. März 2016 meldete sich der Be-
schuldigte erneut beim Sozialamt und erhielt über die Gemeinde C._ ein
Studio zur Miete, welches ebenfalls vom Sozialamt bezahlt wurde. Sein Auto, ei-
nen Citroën C5 verkaufte er. Zu seinen Eltern und seinem Zwillingsbruder hat er
keinen bzw. kaum Kontakt. Er gab anlässlich der Befragung vor Vorinstanz an,
die Lehre abschliessen zu wollen. Er werde eine neue Lehrstelle suchen und bis
er eine solche gefunden habe, werde er eine Arbeit suchen. An der Berufungs-
verhandlung reichte die Verteidigung einen Lehrvertrag ein (Prot. II S. 5, Urk. 43).
Der Beschuldigte befindet sich seit Februar 2017 im letzten Lehrjahr bei der Dru-
ckerei D._ in E._ und will im nächsten Jahr die Lehrabschlussprüfung
machen. Zurzeit wohnt der Beschuldigte in einem Zimmer in einer Wohngemein-
schaft. Gemäss seinen Angaben hat er Fr. 25'000.– Schulden. Sozialhilfe bezieht
er keine mehr. Er hat nun ein Stipendium, welches die Ausgaben für das Zimmer
von Fr. 900.– pro Monat und seine Krankenkassenkosten deckt. Nebst dem Lehr-
lingslohn erhält er aus dem Stipendium monatlich Fr. 250.–.
Auch wenn der Beschuldigte aufgrund der nicht einfachen familiären Ver-
hältnisse und infolge des Zuzuges aus dem ... im Alter von zehn Jahren sicherlich
keinen leichten Einstieg in die Schul- und Berufswelt hatte, lassen sich aus dem
Werdegang und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten insgesamt
keine strafzumessungsrelevanten Faktoren ableiten. Es ist hervorzuheben, dass
er in den entscheidenden Jahren seitens der Gemeinde C._ wesentlich un-
terstützt wurde, er eine Lehrstelle, eine eigene Wohnung und ein eigenes Auto
hatte und dass der familiäre Hintergrund – wie von der Vorinstanz zutreffend er-
wogen – keinen eindeutigen Bezug zu den vorliegenden Betäubungsmitteldelikten
aufweist.
7.3. Der Beschuldigte weist drei Vorstrafen auf (Urk. 17/1). Anlässlich der Beru-
fungsverhandlung wie auch bereits vor Vorinstanz machte der Beschuldigte auf
Vorhalt seiner Vorstrafen geltend, dass die eine seinen Zwillingsbruder F._
betreffe, denn in den Akten, welche ihm der Erstrichter unterbreitet habe, habe er
den Namen seines Zwillingsbruders und dessen Unterschrift gesehen (Prot. I
S. 12, Prot. II S. 10 f.). Tatsächlich betreffen die beigezogenen Akten der Staats-
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anwaltschaft Zürich-Sihl aus dem Jahr 2010 (Unt.-Nr. 2010/5400) den Bruder des
Beschuldigten, F._. Der darin enthaltene Strafbefehl gegen F._ vom 15.
Oktober 2010 wurde jedoch nicht im Strafregister des Beschuldigten eingetragen.
Letzterer enthält nebst den Vorstrafen aus dem Jahr 2011 und 2015, für welche
auch die Beizugsakten vorliegen, einen Eintrag über eine Strafe ausgesprochen
von der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl am 2. Oktober 2014 (Nr. 2 auf Urk. 41;
Unt.-Nr. 2014/5614). Es kann somit davon ausgegangen werden, dass lediglich
die falschen Akten von der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl beigezogen wurden,
der Strafregisterauszug über den Beschuldigten mit den darin eingetragenen drei
Vorstrafen jedoch korrekt ist. Es handelt sich dabei um kleinere Strafen von bis zu
60 Tagessätzen wegen SVG-Delikten aus den Jahren 2011, 2014 und 2015. Mit
der Vorinstanz ist davon auszugehen, dass sich diese nicht einschlägigen Vor-
strafen vorliegend nicht entscheidend straferhöhend auswirken (vgl. WIPRÄCHTI-
GER/KELLER, BSK StGB I, N 137 zu Art. 47).
7.4. Die Verteidigung hat bereits vor Vorinstanz geltend gemacht, dass von einer
besonderen Strafempfindlichkeit des Beschuldigten auszugehen sei. Er habe sei-
ne Lehrstelle verloren und müsse sich nun im schulischen sowie im beruflichen
Teil der Lehre bemühen, seine Lehre fortsetzen zu können. Der Beschuldigte sei
bereits 24 Jahre alt, weshalb dies schwierig sein werde (Urk. 23B S. 19 f.). Inzwi-
schen hat der Beschuldigte wieder eine Lehrstelle gefunden und befindet sich nun
im letzten Lehrjahr (Prot. II S. 8). Bei der Annahme von Strafempfindlichkeit ist
grosse Zurückhaltung geboten. Als strafmindernder Faktor fällt gemäss bundes-
gerichtlicher Rechtsprechung nur in Betracht, wenn Abweichungen vom "Grund-
satz einer einheitlichen Leidempfindlichkeit geboten" sind, wie etwa bei Gehirn-
verletzungen, Schwerkranken, Taubstummen oder Personen im fortgeschrittenen
Alter, beispielsweise bei einer im Urteilszeitpunkt 75-jährigen Person (Hug in: Do-
natsch/Flachsmann/Hug/Weder, a.a.O., Art. 47 N 15a). Die Verurteilung zu einer
Freiheitsstrafe und die allfällige Verbüssung derselben ist indes für jeden arbeits-
tätigen Beschuldigten mit einer gewissen Härte verbunden. Als unmittelbare ge-
setzmässige Folge jeder Sanktion darf diese Konsequenz nur bei Vorliegen aus-
sergewöhnlicher Umstände erheblich strafmindernd wirken (vgl. WIPRÄCHTI-
GER/KELLER, BSK StGB I, N 150 zu Art. 47 mit Hinweisen). Die Vorinstanz ver-
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neinte daher richtigerweise, dass vorliegend unter dem Titel Strafempfindlichkeit
eine Strafminderung angezeigt sei (Urk. 33 S. 37). Daran ändert auch der Um-
stand nichts, dass der Beschuldigte nunmehr eine neue Lehrstelle gefunden hat
und beabsichtigt diese nächstes Jahr abzuschliessen. Seine Situation unterschei-
det sich nicht von derjenigen anderer berufstätiger Beschuldigter, denen eine
Freiheitsstrafe droht. Die Umstände sind vorliegend nicht derart einschränkend
und schwerwiegend, dass sie eine besondere Strafempfindlichkeit zu begründen
vermögen. Insbesondere nicht, weil es dem Beschuldigten möglich sein wird, die
restliche, zu vollziehende Strafe von rund zwei Monaten (vgl. nachstehend Ziff. V)
in Halbgefangenschaft zu verbüssen (Art. 77b StGB).
8. Bei der Strafzumessung ist auch das Nachtatverhalten des Täters zu be-
rücksichtigen. Darunter fällt wie erwogen das Verhalten nach der Tat sowie im
Strafverfahren, wie zum Beispiel Reue, Einsicht und Strafempfindlichkeit. Ein Ge-
ständnis, das kooperative Verhalten eines Täters bei der Aufklärung von Strafta-
ten sowie Einsicht und Reue wirken strafmindernd (BSK StGB I-WIPRÄCHTIGER/
KELLER, Art. 47 StGB N 167 ff.).
Der Beschuldigte ist teilweise geständig. Zu berücksichtigen ist jedoch, dass
insbesondere beim Anklagesachverhalt 1.4 die Beweislage erdrückend ist. Das
von ihm aufbewahrte Kokain und Heroin wurde anlässlich seiner Verhaftung in
seiner Wohnung sichergestellt und der Sachverhalt war insoweit auch ohne Ge-
ständnis praktisch erstellt. Geständnisse können grundsätzlich strafmindernd be-
rücksichtigt werden, namentlich wenn sie Ausdruck von Einsicht und Reue des
Täters sind (vgl. BGE 121 IV 202 E. 2d; 118 IV 342 E. 2d). Ein Verzicht auf Straf-
minderung kann sich demgegenüber aufdrängen, wenn das Geständnis die Straf-
verfolgung nicht erleichtert hat, namentlich weil der Täter nur aufgrund einer er-
drückenden Beweislage oder gar erst nach Ausfällung des erstinstanzlichen Ur-
teils geständig geworden ist. Wenn ein Geständnis nur aufgrund einer erdrücken-
den Beweislage erfolgt, kann einem Täter nicht mehr attestiert werden, er habe
mit seinem Geständnis zur Vereinfachung oder Verkürzung des Verfahrens und
zur Wahrheitsfindung beigetragen (Hug in: Donatsch/Flachsmann/Hug/Weder,
a.a.O., Art. 47 N 16). Dies ist bezüglich dem Geständnis hinsichtlich Anklageziffer
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1.4 der Fall. Hingegen wirkt sich das Geständnis des Beschuldigten hinsichtlich
der Portionierung und der Auslieferungen von Heroin gegen Entgelt gemäss An-
klagesachverhalt 1.5 doch erheblich strafmindernd aus, da dieses Geständnis zur
Vereinfachung des Verfahrens und zur Wahrheitsfindung beigetragen hat, wären
doch diese Handlungen ansonsten kaum bzw. nur schwierig nachzuweisen ge-
wesen. Das Geständnis hinsichtlich der verschuldensmässig nicht stark ins Ge-
wicht fallenden Aufbewahrung und Abgabe kleiner Mengen Kokain an diverse
Frauen gemäss Anklageziffer 1.6 ist leicht strafmindernd zu berücksichtigen, da
einerseits ein Teil des Kokains sichergestellt wurde und anderseits die Abgabe
bzw. die beabsichtigte Abgabe des Kokains an "B._" und andere Frauen oh-
ne Geständnis nur schwer nachzuweisen gewesen wäre. Der Beschuldigte hat
sodann eingeräumt, dass er gewisse Fehler gemacht habe und keinen Kontakt
mehr zu Menschen pflegen wolle, welche mit Drogen zu tun hätten (vgl. Urk. 3/6
Antwort 37, Prot. I S. 58). Auch wenn er damit keine wirkliche Einsicht in das Un-
recht seiner Taten geäussert hat, so ist ihm doch eine gewisse Reue zu attestie-
ren, die ihm allerdings nur sehr leicht strafmindernd anzurechnen ist.
9. Insgesamt überwiegen die strafmindernden Täterkomponenten und die Ein-
satzstrafe ist insbesondere aufgrund der Teilgeständnisse um acht Monate zu re-
duzieren.
10. In Würdigung aller massgeblichen Strafzumessungsgründe erweist sich folg-
lich eine Bestrafung mit einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten dem Verschulden
und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten angemessen. Der An-
rechnung der erstandenen Untersuchungshaft von 114 Tagen steht nichts entge-
gen. Die zusätzliche Bestrafung wegen dem Eigenkonsum von Marihuana mit ei-
ner Busse von Fr. 100.– erscheint angemessen. Der Beschuldigte ist demzufolge
mit 30 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 114 Tage durch Untersuchungshaft er-
standen sind, sowie mit Fr. 100.– Busse zu bestrafen.
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V. Vollzug
1. Da heute eine Freiheitstrafe von 30 Monaten auszufällen ist, kommt in ob-
jektiver Hinsicht nur der unbedingte oder teilbedingte Strafvollzug in Frage. Hierzu
kann auf die zutreffenden theoretischen Ausführungen der Vorinstanz verwiesen
werden (Urk. 51 S. 30 f.). Diese hat zutreffend erwogen, dass der Beschuldigte
innerhalb der letzten 5 Jahre vor der Tat nicht zu einer Freiheitsstrafe von mindes-
tens 6 Monaten oder einer Geldstrafe von mindestens 180 Tagessätzen verurteilt
worden ist. Es müssen daher keine besonders günstigen Umstände vorliegen, um
den teilbedingten Vollzug zu gewähren. Der Beschuldigte weist wie erwähnt drei
Vorstrafen auf. Die letzte (unbedingte) Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu Fr. 30.–
wegen Entwendung eines Motorfahrzeugs zum Gebrauch und wegen Führens ei-
nes Motorfahrzeugs trotz Verweigerung, Entzugs oder Aberkennung des Auswei-
ses (mehrfache Begehung) datiert vom 9. Februar 2015 weckt gewisse Zweifel,
ob der Beschuldigte zukünftig nicht mehr straffällig sein wird. Weiter lässt es den
Beschuldigten nicht in einem guten Licht dastehen, dass er auch in der Schluss-
einvernahme bezüglich der Haltersituation seines Wagens nicht von sich aus be-
reit war, die Wahrheit zu sagen. Es ist indessen zu berücksichtigen, dass sich alle
drei Vorstrafen auf sein Verhalten im Strassenverkehr beziehen und somit nicht
einschlägig sind. Es ist nun das erste Mal, dass der Beschuldigte in den Drogen-
handel involviert war. Der Beschuldigte ist nicht süchtig und es kann davon aus-
gegangen werden, dass er in gewissem Mass von Dritten zu seinen Taten beein-
flusst wurde. Weiter ist zu beachten, dass der Beschuldigte trotz schwierigem fa-
miliären Hintergrund und mehreren Anlaufschwierigkeiten sich nun im letzten
Lehrjahr als Drucktechnograf befindet und es aus heutiger Sicht wahrscheinlich
ist, dass er diese Lehre im nächsten Jahr abschliessen wird. Die Vorinstanz hat
auch überzeugend dargetan, dass vorliegend die Anordnung einer Bewährungs-
hilfe angezeigt ist (vergleiche sogleich), welche den bereits erheblich überschul-
deten Beschuldigten insbesondere in Budgetfragen unterstützen kann, was die
Legalprognose des ansonsten auf sich gestellten 24-jährigen Beschuldigten doch
deutlich verbessert. Sodann hat der Beschuldigte wie erwogen doch eine gewisse
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Einsicht gezeigt und wenigstens erkannt, dass er Fehler gemacht hat und er kei-
nen Kontakt mehr zu Menschen pflegen will, die mit Drogen zu tun haben.
Nachdem wie ausgeführt vorliegend für den teilbedingten Vollzug keine be-
sonders günstigen Umstände vorliegen müssen, kann davon ausgegangen wer-
den, dass der Beschuldigte aufgrund des vorliegenden Strafverfahrens, der damit
verbundenen Untersuchungshaft und der noch zu vollziehenden Freiheitsstrafe
die richtigen Schlüsse und Lehren gezogen hat und sich in Zukunft wohl verhalten
wird. Insgesamt kann dem Beschuldigten daher mit der Vorinstanz im Rahmen
einer Gesamtbetrachtung trotz Vorliegens gewisser ungünstiger Faktoren eine
positive Prognose gestellt werden. Demnach ist dem Beschuldigten der teilbe-
dingte Strafvollzug zu gewähren.
Es erscheint angemessen, die auszufällende Freiheitsstrafe von 30 Monaten
zu 24 Monaten aufzuschieben und lediglich das gesetzlich vorgeschriebene Mi-
nimum von 6 Monaten Freiheitsstrafe zu vollziehen. Einen grösseren unbedingten
Anteil der Strafe festzusetzen erscheint nicht notwendig. Die Probezeit ist unter
Hinweis auf die von der Vorinstanz gemachten Erwägungen (Urk. 33 S. 41) ange-
sichts der verbliebenen Bedenken auf drei Jahre festzusetzen. Es ist nicht zu
übersehen, dass der Beschuldigte trotz seines Alters von bereits 24 Jahren drei
Vorstrafen aufweist (Urk. 17/1) und den Sprung in die Arbeitswelt noch nicht ge-
schafft hat. Er hat sich trotz namhafter Unterstützung durch das Sozialamt und ei-
genem Verdienst verschuldet und sich eben aus finanziellen Gründen am Dro-
genhandel beteiligt, was zu Bedenken Anlass gibt. Weiter hat er in Freiheit länge-
re Zeit wiederum nicht gearbeitet und auch der Abschluss der Lehre, welche ent-
scheidend ist für sein weiteres berufliches Wohlergehen, ist noch ausstehend.
Zusammengefasst ist der Vollzug der Freiheitsstrafe im Umfang von 24 Mo-
naten aufzuschieben und die Probezeit auf 3 Jahre festzusetzen. Im Übrigen
(6 Monate, abzüglich 114 Tage erstandene Haft) ist die Freiheitsstrafe zu vollzie-
hen. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft
nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 1 Tag.
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2. Die von der Vorinstanz angeordnete Bewährungshilfe im Sinne von Art. 93
Abs. 1 StGB ist zu bestätigen. Es ist mit der Vorinstanz und entgegen der Vertei-
digung davon auszugehen, dass der Beschuldigte insbesondere für die Lösung
seiner Geldprobleme auf professionelle Unterstützung angewiesen ist und sich
die Gefahr, dass er erneut gegen das Betäubungsmittelgesetz verstösst, mindert,
wenn er eine erhöhte Eigenverantwortung im Umgang mit Geld haben wird
(Urk. 44 S. 11, Urk. 33 S. 41). Im Übrigen wehrt sich der Beschuldigte selbst nicht
gegen die Anordnung einer Bewährungshilfe (Prot. II S. 4). Folglich ist für die
Dauer der Probezeit eine Bewährungshilfe anzuordnen.
VI. Kosten- und Entschädigungsfolgen
Ausgangsgemäss ist die erstinstanzliche Kostenauflage (Ziff. 12 und 13) zu
bestätigen. In Berufungsverfahren tragen die Parteien die Kosten nach Massgabe
ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Demnach sind dem
Beschuldigten die gesamten Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme
derjenigen der amtlichen Verteidigung, aufzuerlegen.
Die Kosten der amtlichen Verteidigung sind gestützt auf Art. 426 Abs. 1
StPO auf die Gerichtskasse zu nehmen. Der Verteidiger machte einen Aufwand
im Betrag von Fr. 4'765.80 (inkl. Berufungsverhandlung und Nachbesprechung)
geltend (Urk. 42). Dieser Aufwand erweist sich grundsätzlich als angemessen.
Angesichts der im Vergleich zum Verteidiger geschätzten kürzeren Dauer der Be-
rufungsverhandlung ist er mit Fr. 4'400.– (inklusiv Mehrwertsteuer) aus der Ge-
richtskasse zu entschädigen. Der Beschuldigte ist zu verpflichten, diese Entschä-
digung an den Staat zurückzuzahlen, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnis-
se erlauben (vgl. Art. 135 Abs. 4 StPO).
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