Decision ID: 61fe5ad4-75b9-4e44-9db7-355613e3f48d
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1976, arbeitete seit April 2000 als Montageleiter bei der
Y._
, als er sich
am
16. Oktober 200
8
bei einem Ver
kehrsunfall (
Heckauffahrkollison
) ein
Distorsionstrauma der Halswirbelsäule
(HWS
)
zuzog. Die Unfallversicherung des Versicherten erbrachte die gesetzli
chen Leistungen (Urk. 6/4/95, Urk. 6/4/98).
Die Arbeitgeberin des Versicherten löste mit Schreiben vom
24. April 2010 (Urk. 6/4/6) das Arbeitsverhältnis per 31. Juli 2010 auf.
Am 3. Juni 2010 meldete sich der Versicherte zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung (berufliche Massnahmen, Rente) an (Urk. 6/2).
Die
Sozi
alversicherungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte medizin
ische
Be
ri
chte (Urk. 6/10, Urk. 6/19, Urk. 6/21), einen Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug, Urk. 6/8)
sowie
einen Arbeitgeberbericht (Urk. 6/9)
ein und
zog die Akten der Unfallversicherung (Urk. 6/4/1-98) bei. Ferner veranlasste sie ein
e
polydisziplinäre Begutachtung durch das
Z._
, welche
s
ihr Gutachten am 3. April 2012 erstattete (Urk. 6/37).
Mit Mitteilung vom 31. Januar 2011 verneinte
die IV-Stelle
die Möglichkeit von
berufliche
n
Eingl
iederungsmassnahmen (Urk. 6/30) und stellte mit Vorbescheid vom 23. Juli
2012 (Urk. 6/48) die Abweisung des Leistungsbegehrens (berufliche Massnahmen und Rente) in Aussicht. Dagegen erhob der Versicherte am 15. Oktober 2012
einen Einwand
(Urk. 6/6
6
) und reichte zusätzliche
Arztbe
richte
(Urk. 6/63-65) ein.
Am 7. Januar 2013 erging die Verfügung, mit welcher die IV-Stelle einen Anspruch des Versicherten auf Leistungen der Invalidenver
sicherung
(berufliche Massnahmen und Rente)
verneinte (Urk. 6/76 = Urk. 2).
2.
2.1
Gegen die Verfügung vom 7. Januar 2013 (Urk. 2) erhob der Versicherte am 6. Februar 2013 Beschwerde und beantragte deren Aufhebung
und
– allenfalls nach einer ergänzenden medizinis
chen Abklärung - die
Zusprache
einer Invali
denrente
sowie
Gewährung von Massnahmen zur beruflichen Wiedereingliede
rung (Urk. 1 S. 2).
Mit Vernehmlassung vom 11. März 2013 (
Beschwerdeant
wort
, Urk. 5) beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde.
2.2
Mit Beschluss vom 14. Mai 2013 (Urk. 7) und Verfügung vom 17. Juni 2013 (Urk. 11) veranlasste das Gericht ein psychiatrisches Gutachten, das am 7. September 2013 erstattet wurde (Urk. 12).
Zum Gutachten nahmen der Be
schwerdeführer am 30. September 2013 (Urk. 16) und die Beschwerdegegnerin
mit Verweis auf die Ausführungen des Regionalen Ärztlichen Dienst
e
s (RAD, Urk. 19)
am 20. November 2013 (Urk. 18)
Stellung
. Die Stellungnahme
n
wurde
n
den Parteien
wechselseitig
zur Kenntnis gebracht (Urk. 20).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.
1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs.
1 des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4
Abs.
1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3
Eine fachärztlich (psychiatrisch) diagnostizierte anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung begründet als solche noch keine Invalidität. Vielmehr besteht eine Vermutung, dass die
somatoforme
Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind. Bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, können den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im
Einzelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststellung einer psychischen
Komorbidität
von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer. Massgebend sein können auch weitere Faktoren, so: chronische körperli
che Begleiterkrankungen; ein mehrjähriger,
chronifizierter
Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne längerdauernde Rück
bildung; ein sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens; ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn; "Flucht in die Krankheit"); das Scheitern einer konsequent durchgeführten ambulanten oder stationären Behandlung (auch mit unter
schiedlichem therapeutischen Ansatz) trotz kooperativer Haltung der versicher
ten Person. Je mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die ent
sprechenden Befunde darstellen, desto eher sind - ausnahmsweise - die Vo
raussetzungen für eine zumutbare Willensanstrengung zu verneinen (BGE 130 V 352).
Diese im Bereich der
somatoformen
Schmerzstörungen entwickelten Grundsätze werden rechtsprechungsgemäss bei der Würdigung des invalidisierenden Cha
rakters von
Fibromyalgien
(BGE 132 V 65 E. 4), dissoziativen Sensibilitäts- und Empfindungsstörungen (SVR 2007 IV Nr. 45 S. 150, I 9/07 E. 4 am Ende),
Chro
nic
Fatigue
Syndrome (CFS; chronisches Müdigkeitssyndrom) und Neurasthenie (Urteile 9C_662/2009 vom 17. August 2010 E. 2.3; 9C_98/2010 vom 28. April 2010 E. 2.2.2 und I 70/07 vom 14. April 2008 E. 5), bei dissoziativen Bewe
gungsstörungen (Urteil 9C_903/2007 vom 30. April 2008 E. 3.4), bei einer HWS-Verletzung (Schleudertrauma) ohne organisch nachweisbare
Funktionsfä
lle
(BGE 136 V 279) sowie bei nicht organischer
Hypersomnie
(BGE 137 V 64
E. 4.1 und 4.2 mit Hinweisen) analog angewendet, nicht hingegen,
wenn sich die Frage nach der invalidisierenden Wirkung einer
Cancer-related
Fatigue
stellt (
BGE
139 V 346
E. 3
mit Hinweisen
).
1.4
Bei der Invaliditätsbemessung kommt der allgemeinen Methode des
Einkom
-
mens
vergleichs
gemäss Art. 28a
Abs.
1 IVG in Verbindung mit Art. 16 ATSG grundsätzlich Vorrang zu. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie indes nach Mass
gabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu vergleichen. Wird eine Schätzung vorge
nommen, so muss diese nicht unbedingt in einer ziffernmässigen Festlegung von Annäherungswerten bestehen. Vielmehr kann auch eine Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen genügen. Das ohne eine Invalidität erzielbare hypotheti
sche Erwerbseinkommen ist alsdann mit 100 % zu bewerten, während das
In
valideneinkommen
auf einen entsprechend kleineren Prozentsatz veranschlagt
wird, so dass sich aus der Prozentdifferenz der Invaliditätsgrad ergibt. Diese Berechnungsweise ist insbesondere anwendbar, wenn die konkreten Verhält
nisse so liegen, dass die Differenz zwischen Validen- und Invalideneinkommen die für den Umfang des Rentenanspruchs massgebenden Grenzwerte von 70, 60, 50 und 40 Prozent (Art. 28
Abs.
2 IVG) eindeutig über- oder unterschreitet (so
genannter Prozentvergleich; BGE 114 V 310 E. 3a; Urteil des Bundesgerichts 8C_131/2011 vom 5. Juli 2011 E. 10.2.1 mit Hinweis).
1.5
Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte haben gemäss Art. 8 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähig
keit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu er
halten oder zu verbessern; und
b.
die
Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen er
füllt sind (
Abs.
1).
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Aus
übung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbslebens zu berücksichtigen (
Abs.
1
bis
). Nach Massgabe der Artikel 13 und 21 besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig von der Möglichkeit einer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in den Aufgabenbereich (
Abs.
2). Nach Massgabe von Artikel 16 Absatz 2 Buchstabe c besteht der Anspruch auf Leistungen unabhän
gig davon, ob die Eingliederungsmassnahmen notwendig sind oder nicht, um die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, zu erhalten oder zu verbessern (
Abs.
2
bis
).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen in (
Abs.
3):
medizinischen Massnahmen (
lit
. a);
Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliede
rung (
lit
.
a
bis
);
Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Aus
-
bil
dung
, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe,
lit
. b);
der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
. d).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet
und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.7
Bei
Gerichtsgutachten weicht das Gericht nach der Praxis nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung des medizinischen Experten ab, dessen Aufgabe es ist, seine Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Ein Grund zum Abwei
chen kann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist oder wenn ein vom Gericht eingeholtes Obergutachten in überzeugender Weise zu andern Schlussfolgerungen gelangt. Eine abweichende Beurteilung kann ferner ge
rechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer
Fachex
perten
dem Gericht als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit des
Gerichts
gutachtens
in Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung durch ein
Ober
gutachten
für angezeigt hält, sei es, dass es ohne Oberexpertise vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende Schlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 351 E. 3b/
aa
S. 352 f.)
.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging davon aus, gemäss dem eingeholten Gutachten des
Z._
vom 3. April 2012 bestün
den in somatischer Hinsicht keine Diagnosen beziehungsweise Beschwerden, welche die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers beeinträchtigen würden. Die
im Gutachten
aufgeführten psychischen Einschränkungen seien überwindbar und demgemäss nich
t invalidisierend (Urk. 2 S. 1).
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerd
eführer
in seiner Beschwerde (Urk. 1)
auf den Standpunkt, gemäss der Beurteilung im
Z._
-
Gutachten
best
ehe
zu
sätzlich zur anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung ein psychisches Leiden in der Form von
rezidivierenden
depressiven Episoden, welche das Abrufen be
stehender Ressourcen im Alltag einschränken würden. Damit sei die
Überwind
barkeit
der psychischen Eins
chränkung klar verneint
worden
, was auch die da
nach eingeholten medizinischen
Berichte
bestätigt
hätten
(S. 5 f.).
2.3
Unstrittig ist, dass aus somatischer Sicht gemäss
Z._
-Gutachten (Urk. 6/37) keine Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsunfähigkeit zu stellen sind (
S. 33
Ziff. 7-8
, S. 36 Ziff. 11
). Die Gutachter hielten fest, aufgrund der klinischen Untersuchung un
d
der konventionellen Bildgebung der HWS könn
t
en die vom Versicherten
beklagten Beschwerden nicht einem organisch-pathologischen Korrelat zugeordnet werden (S. 38 Ziff. 16.4).
2.4
Strittig und zu prüfen ist
jedoch
die psychiatrische Beurteilung.
Die
Z._
-Gutachter
nannten als Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeits
-
fähig
keit
eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung sowie eine Angst- und depressive Störung gemischt
(S. 38 Ziff. 7), deren Auswir
kungen auf die Arbeitsfähigkeit
sich
derzeit nicht schlüssig beurteilen lasse (S. 36 Ziff. 11).
Der RAD hielt in seiner Stellungnahme vom 12. April 2012 das psychiatrische Teilgutachten des
Z._
indes für nicht nachvollziehbar und führte aus, bei Angst und depressiver Störung handle es sich um eine leichte Störung gemäss ICD-10, was bei fehlendem organischen Korrelat zu keiner dauerhaften Arbeits
unfähigkeit führen könne (Urk. 6/46 S. 6).
Im Austrittsbericht der
A._
vom 17. September 2012 (Urk. 6/63) berichteten die Ärzte
fer
ner
, dass der Beschwerdeführer nebst der
anhaltenden
somatoformen
Schmerz
störung
an rezidivierenden depressiven Episoden mit Affektlabilität und inter
mittierender Suizidalität leide, attestierten aber eine Arbeitsunfähigkeit bis zum 21. September 2012 ohne Bezugnahme auf
mögliche Verweist
ätigkeiten (S. 3 f.). Dr.
med.
B._
, Neurologie FMH,
verneinte sodann im Fragekatalog des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers vom 27. Juli 2012 (Urk. 6/64)
einen neurologischen Befund, diagnostizierte eine Angststörung und hielt darüber hinaus
fest, die vom Rechtsvertreter des Beschwerdeführers gestellten Fragen müssten in einem Gutachten beantwortet werden, da die Fragestellung zu kom
plex sei (
S. 2
). Schliesslich beantwortete der behandelnde Psychologe
Dr.
phil.
C._
die Fragen
des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers und hielt
im Bericht vom 12. Oktober 2012 (Urk. 6/65)
fest,
aufgrund der psychischen Symptomatik liege momentan keine Arbeitsfähigkeit
weder
in der vorherigen Berufstätigkeit als Bodenleger,
noch
in einer adaptierten Berufstätigkeit vor (S. 2).
Nach dem Dargelegten sind b
ezüglich des psychischen Gesundheitsschadens weder
schlüssige Beurteilungen der behandelnden Ärzte aktenkundig, noch lag eine überzeugende gutachterliche Einschätzung vor, weshalb
das Gericht ein entsprechendes Gutachten eingeholt
hat
.
3.
3.1
Am 7. September 2013 erstattete Dr. med.
D._
, Fachärztin Psy
chiatrie und Psychotherapie, das bei ihr vom Gericht in Auftrag gegebene Gutachten (Urk. 12). Es stützte sich auf die ihr überlassenen Akten (S. 3 ff.), die
von ihr im Rahmen der Untersuchung vom 14. August 2013 erhobenen Befunde (S. 11 ff.)
und telefonische Gespräche mit dem Psychologen
C._
, der Ehefrau des Beschwerdeführers sowie mit der behandelnden Neurologin
Dr.
B._
(S. 18 ff.).
3.2
I
n einem Abschnitt mit den wichtigsten Botschaften de
s
Beschwerdeführer
s
über sich selbst, das Leben und die anderen (
S. 11 ff. Ziff. 2-4
) schilderte d
ie
Gut
achter
in
unter anderem sinngemäss die von
ihm
angegebenen Beschwerden.
3.3
Sie nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 20 Ziff. 5.1):
r
ezidivierende depressive Störung, aktuell schwere depressive Episode (ICD-10 F33.3)
g
eneralisierte Angststörung (ICD-10 F41.1)
a
ndauernde Persönlichkeitsveränderung nach psychischer Erkrankung (ICD-10 F62.1)
s
omatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
Die Gutachterin erläuterte sodann bestimmte Aspekte der gestellten Diagnosen
, so den körperlichen Ursprung der Symptomatik anlässlich des Verkehrsunfalls am 16. Oktober 2008, den Stellenwert der aktuellen körpermedizinischen Diag
nosen,
die im Verlauf der Jahre in den Vordergrund rückende psychische Prob
lematik, die gescheiterten Rehabilitationsmassnahmen, die genannten Diagno
sen mit depressiver Störung, generalisierter Angststörung und chronischem Schmerzsyndrom, die
somatoforme
n
Symptome,
die andauernde Überzeugung des Beschwerdeführers, durch die vorangegangene Krankheit verändert zu sein, die Unfähigkeit zur Aufnahme und Beibehaltung enger und vertrauensvoller persönlicher Beziehungen sowie soziale Isolation, die ausgeprägte depressive Grundstimmung und
die
ängstlich angespannte Grundhaltung, den massiven Anstieg der Spannungen mit aggressiven Impulsausbrüchen bis hin zu körperli
chen Tät
lich
keiten
(S. 20 ff.).
3.4
Sodann äusserte sich die Gutachterin zu früheren medizinischen Beurteilungen (S. 25 ff.). Der psychiatrische Gutachter am
Z._
berufe sich auf die
psychiatri
sche Diagnose einer Angst und depressiven Störung
gemischt im Sinne von ICD-10 F41.2, beschreibe aber im psychopathologischen Befund sehr klar Symptome von Angst und Depression, die durchaus mit getrennten Diagnosen von Angst und Depression vereinbar wären, weshalb unklar beziehungsweise nicht nachvollziehbar sei, wieso er schlussendlich die gemischte Störung diag
nostiziere die in der Folge weniger leistungseinschränkend sei.
Obwohl er die
Persönlicheitsveränderung
erwogen habe, habe er diese mangels durchgeführter Fremdanamnese
abgelehnt. All diese Schlussfolgerungen hätten zur Folge, dass neben der
somatoformen
Schmerzstörung durchaus
komorbide
psychiatrische Störungsbilder
diagnostiziert werden
müssen und können
(S. 27).
3.5
Des Weiteren hielt die Gutachterin in Beantwortung der vom Gericht gestellten Fragen
betreffend Eigenständigkeit einer psychiatrischen Diagnose zum diag
nostizierten Schmerzleiden
fest, aus psychiatrischer Sicht bestehe sehr klar ne
ben der Diagnose der
somatoformen
Schmerzstörung eine rezidivierende de
pressive Störung von klinischer Relevanz
, eine ausgeprägte generalisierte Angststörung sowie eine Verhaltensänderung nach psychischer Erkrankung (S. 29 Ziff. 4.1).
Ebenfalls prüfte sie die Foerster-Kriterien und gelangte zum Schluss, dass diese erfüllt seien (S. 30 f.).
3.
6
Zur Arbeitsfähigkeit führte die Gutachterin aus, aufgrund der schweren
Symp
-
to
matik
des Beschwerdeführers in Verbindung mit den gestellten Diagno
sen bestehe zum aktuellen Zeitpunkt eine vollständige Arbeitsunfähigkeit so
wohl für die angestammte Tätigkeit als Montageleiter im
Bodenlegerbereich
, als auch für sämtliche Verweistätigkeiten. Der Verlauf der Erkrankung sei seit Ok
tober 2008 progredient mit einer steten Zunahme der Beschwerden durch un
günstige Interaktionen der einzelnen Krankheitsbilder untereinander. Somit sei mittelfristig, das heisst vor Ablauf von sechs bis zwölf Monaten
,
nicht mit einer Wiederaufnahme einer verwertbaren Arbeitsleistung zu rechnen. Auch sei die Prognose insgesamt eher zurückhaltend zu stellen (S. 24).
4.
Am 20. November 2013 nahm
dipl.
med.
E._
, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie
,
vom
RAD
zum Gerichtsgutachten Stellung (Urk. 19).
Er führte aus, der Aufbau des Gerichtsgutachtens sei korrekt, jedoch habe nur eine einzige psychiatrische Exploration von knapp zwei Stunden stattgefunden
statt eine
mehrmalige
.
Ausserdem fehle eine Auseinandersetzung mit den somatischen Berichten und der psychopathologische Befund orientiere sich weitgehend an den Aussagen des Beschwerdeführers. Die
Gedächtnisleis
tungen
sei
en
nicht geprüft worden (S. 1). Die Befunderhebung sei nicht AMDP konform, es werde zu wenig hinterfragt
und
objektiviert (S. 2 oben).
Aus Sicht des RAD sei sehr in Frage zu stellen, warum ein körperlich und psy
chisch vollkommen gesunder junger Mann (37 Jahre) nach einem
Bagatell
trauma
einen solchen protrahierten Verlauf entwickle. Die rezidivierende de
pressive Störung, gegenwärtig
schwergradig
(ICD-10 F33.3)
,
sei nicht nachvoll
ziehbar. Erstens handle es sich nicht um eine rezidivierende Störung, sondern um eine depressive Episode (ICD-10 F32),
deren
Schweregrad unklar sei, da Wi
dersprüche nicht geklärt seien. Ausserdem sei aufgrund des Abstützens auf rein subjektive Angaben des Beschwerdeführers die Diagnose einer generalisierten Angststörung nicht nachvollziehbar
, hingegen
seien
die Diagnosekriterien
der
somatoformen
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) ausreichend belegt
und
nach
vollziehbar
. Schliesslich sei die andauernde Persönlichkeitsveränderung nach psychischer Erkrankung nicht nachvollziehbar, weil die Schwere der psychi
schen Erkrankung fehle und die Auswirkungen nur unzureichend beschrieben seien (S. 2).
5.
5.1
Die von der Beschwerdegegnerin in vielerlei Hinsicht beanstandete Gerichts
-
exper
tise
von Dr.
D._
erfüllt fraglos die von der Rechts
pre
chung
(vgl. vorstehend E. 1.6
) aufgestellten formellen und materiellen
Voraus
setz
-
ungen
an ein lege
artis
abgefasstes beweiskräftiges Gutachten: Die Gutach
terin begründete ihr
äusserst umfassendes sorgfältig erarbeitetes
Ergebnis kon
kret bezogen auf den Zustand des Beschwerdeführers und stützte sich dabei auf eine
vollständige
Aktenzusammenfassung, eine Anamneseerhebung, die subjek
tiven Angaben des Beschwerdeführers und die objektiven Befund
e
in der Ex
ploration.
Das Gutachten von Dr.
D._
vermag daher in jeder Hinsicht zu überzeugen.
Es gibt aus der Sicht der Rechtsanwendung
folglich
nichts, das am Gutachten zu bemängeln wäre.
Sodann ist auch keine der Konstellationen gegeben, die es ausnahmsweise rechtfertigen oder gebieten würden, von den Schlussfolgerun
gen eines Gerichtsgutachtens abzurücken (
vgl.
vorstehend E.
1.
7
).
5.2
Die Rüge des RAD
der Beschwerdegegnerin
, das psychiatrische
Gerichtsgutach
ten
von Dr.
D._
erfülle die gestellten Anforderungen nicht, weil die Untersuchung zu kurz gedauert habe und es darüber hinaus einer mehrfachen Exploration
bedurft
hätte (Urk. 19 S. 1 oben), dringt nicht durch: Nach der Rechtsprechung kommt es für den Aussagegehalt eines medizinischen Gutach
tens grundsätzlich nicht auf die Dauer der Untersuchung an, sondern ist in ers
ter Linie massgebend, ob die Expertise inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist (Urteil des Bundesgerichts 9C_330/2011 vom 8. Juni 2011 E. 5 mit Hinweisen). Di
es ist hier der Fall.
Ebenfalls nicht stichhaltig sind die Beanstandungen des RAD, wonach die
Befun
derhebung
ohne Dolmetscher durchgeführt worden sei, wodurch wichtige Informationen (z.B. Sprachgebrauch in der Muttersprache, unterschiedliche kulturelle Bedeutungen der Fragen aber auch Antworten) entgehen würden (Urk. 19 S. 1 Mitte). Dr.
D._
hat den Gesundheitszustand des Be
schwerdeführers in psychiatrischer Hinsicht gründlich untersucht und auch die damals schon vorhandenen ärztlichen Stellungnahmen und Gutachten in ihre Beurteilung miteinbezogen.
Bereits im
Z._
-Gutachten vom 3. April 2012 (Urk. 6/37) wurde vermerkt, dass der Beschwerdeführer seit den 80er Jahren in
der Schweiz lebt, seit 2005 das Schweizer Bürgerrecht besitzt und über einen guten Wortschatz in Deutsch verfügt (S. 24 ff.).
Dr.
D._
hielt in ihrem Gutachten diesbezüglich fest, er spreche recht gut Hochdeutsch, sodass die Ver
ständigung grundsätzlich ohne irgendwelche Probleme möglich sei (Urk. 12 S. 17 unten).
Ob die Abklärung in der Muttersprache der versicherten Person oder mit einer Übersetzungshilfe durchzuführen ist, hat grundsätzlich der Arzt oder die Ärztin im Rahmen sorgfältiger Auftragserfüllung zu entscheiden (AHI 2004 S.143). Es bestehen nirgends Hinweise darauf, dass die Aussagekraft und damit die beweismässige Verwertbarkeit des Gutachtens von Dr.
D._
durch Verständigungsschwierigkeiten in Frage gestellt
wäre
.
Schliesslich
stösst auch die Kritik des RAD, Dr.
D._
habe ihre Befunde nicht nach den AMDP-Richtlinien (AMDP: Arbeitsgemeinschaft für Methodik und Dokumentation in der Psychiatrie) erhoben, ins Leere, da die Rechtspre
chung solchen Testverfahren höchstens ergänzende Funktion zuerkennt, wäh
rend die klinische Untersuchung mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung entscheidend bleibt (Urteile des Bundesgerichts
I 391/06 vom 9. August 2006 E. 3.2.2 und 9C_458/2008 vom 23. September 2008 E. 4.2).
5.3
5.3.1
Auch die
Kritik
des RAD der Beschwerdegegnerin an der Diagnosestellung
im Gutachten
von Dr.
D._
verm
ag
aus den nachfolgend dargelegten Gründen
nicht zu überzeugen
, wobei vorab festzuhalten ist, dass der RAD
le
diglich das eingeholte Gerichtsgutachten überprüfte und den Beschwerdeführer nicht
selbst
explorierte, was
die
Aussagekraft
seiner Stellungnahme
im Allge
meinen
doch erheblich
schmälert
.
5.3.2
Die
Gutachterin legte begründet und nachvollziehbar dar, dass beim
Beschwer
-
de
führer
ein depressives Störungsbild
gemäss ICD-10-K
odierung
vor
liege
, da eine gedrückte Stimmung, Interessenverlust, Freudlosigkeit und Ver
minderung des Antriebs bestünden. Ebenfalls
zeige
der Beschwerdeführer
mehr oder weniger ausgeprägt
verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit,
ein
vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen, Schuldgefühle und Ge
fühle der Wertlosigkeit, negative und pessimistische Zukunftsperspektiven
sowie
Suizidgedanken.
Da bei ihm zudem erhebliche Verzweiflung und Agitiertheit sowie Verlust von Selbstwertgefühl, Gefühle der Nutzlosigkeit oder Schuld vor
herrschen würden, sei
eine rezidivierende depressive Störung, aktuell
eine schwere depressive Episode gemäss ICD-10 F33.3
,
zu diagnostizieren (Urk. 12 S. 22).
D
as
Vorbringen der Beschwerdegegnerin, es handle sich nicht um eine rezidivierende Störung, da seit den ersten Hinweisen auf eine Depression immer
ein durchgängig depressives Zustandsbild wechselnden Ausmasses beschrieben worden sei, womit es sich um eine depressive Episode handle (vgl. vorstehend E. 4), ist nicht stichhaltig.
Der vom RAD-Arzt verwendete Diagnose-Code ICD-10 F32 bezeichnet eine depressive Episode. Dabei handelt es
s
ich
definitionsge
mäss
um ein vorübergehendes Leiden, indem solche Episoden im Mittel etwa sechs Monate, selten länger als ein Jahr dauern und länger dauernde Störungen unter F33 (rezidivierende depressive Störung) oder F34 (anhaltende affektive Störung) zu subsumieren sind (Urteil des Bundesgerichts I 152/05 vom 23. Mai 2006 E. 3.3 mit Hinweis).
Da der Beschwerdeführer seit
dem 2. März 2010 auf
grund seiner psychischen Beschwerden behandelt wurde (Urk. 12 S. 21), ist der von Dr.
D._
erhobene psychiatrische Befund einer rezidivierenden de
pressive
n
Störung mit aktuell schwerer depressive
r
Episode (ICD-10 F33.3) überzeugender
.
5.3.3
Ebenso begründete die Gutachterin
schlüssig
die generalisierte Angststörung gemäss den ICD-10-Richtlinien (vgl. Urk. 12 S. 22)
.
Diese
psychiatrische Stö
rung
wurde
auch
von
vorangegangene
n
medizinischen Berichten (vgl.
Aus
trittsbericht
der
A._
vom 17. September 2012 [Urk. 6/63], Bericht von Dr. med.
B._
, Fachärztin für Neurologie FMH, vom 27. Juli 2012 [Urk. 6/64] und Bericht vom behandelnden Psycholo
gen Dr. phil.
C._
vom 12. Oktober 2012 [Urk. 6/65]
)
gestützt
, weshalb
nicht gesagt werden kann, die Gutachterin habe lediglich auf die subjektiven Äusserungen des Beschwerdeführers abgestellt.
5.3
.4
Schliesslich legte Dr.
D._
überzeugend das Auftreten einer andauern
den Persönlichkeitsänderung nach psychischer Erkrankung und deren Herlei
tung unter anderem mittels Angaben der Ehefrau sowie aus den Unterlagen und den dokumentierten Gesprächen mit der ehemaligen Arbeitgeberin des Be
schwerdeführers
sowie dessen Auswirkungen
(Urk. 12 S. 23 f.)
dar
,
weshalb dem Einwand der Beschwerdegegnerin, die Auswirkungen und die Schwere dieser Erkrankung seien nur unzureichend beschrieben
worden
(vgl. vorstehend E. 4), nicht gefolgt werden kann.
5.4
Nach dem Gesagten vermögen
die
Vorbringen der Beschwerdegegnerin die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens nicht in Frage zu stellen.
Zusammenfassend ist gestützt auf das Gutachten von Dr.
D._
davon auszugehen, dass beim Beschwerdeführer in einer behinderungsangepassten Tä
tigkeit
(zumindest vorläufig)
eine v
olle Arbeitsunfähigkeit besteht. Da die Gut
achterin einen progredienten Verlauf mit steter Zunahme der Beschwerden seit Oktober 2008 aufzeigte und der RAD in s
einer versicherungsmedizinischen
Be
urteilung vom 12. April 2012 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit 2. März
2010 annahm (Urk. 6/46 S. 6), ist der Beginn der durchgehenden Ar
beitsunfähigkeit auf dieses Datum zu setzen.
Der medizinische Sachverhalt ist als in diesem Sinne erstellt zu betrachten.
Damit erübrigt sich
auch vorläufig
d
ie Prüfung
des Anspruches auf berufliche
Eingliederungsm
assnahmen.
6.
6.1
Damit sind dem Bes
chwerdeführer keine Tätigkeiten –
weder
angepasst
noch
in einer Verweistätigkeit – zumutbar.
Aufgrund dieser Tatsache genügt für die Er
mittlung des Invaliditätsgrades die Gegenüberstellung blosser Proze
ntzahlen (vgl. vorstehend E. 1.
4
). Daraus
result
iert
ein Invaliditätsgrad von 100
% und damit ein Anspruch auf eine
ganze
Rente.
6.2
Zu prüfen bleibt der Zeitpunkt des Rentenbeginns.
Gemäss Art. 28 Abs. 1
lit
. b und c IVG haben Versicherte Anspruch auf eine Rente, wenn sie während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durch
schnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf die
ses Jahres zu mindestens 40 % invalid im Sinne von Art. 8 ATSG sind.
Der Rentenanspruch entsteht frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Gel
tendmachung des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG (Art. 29 Abs. 1 IVG).
6.3
Vorliegend ist der Beginn der Wartefrist auf März 2010 festzulegen (Urk. 6/46 S. 6), womit das Wartejahr im März 2011 abgelaufen ist. Auch ab diesem Zeit
punkt ist aufgrund der medizinischen Aktenlage eine vollständige Arbeitsunfä
higkeit des Beschwerdeführers ausgewiesen.
Der Beschwerdeführer meldete sich im Juni 2010 bei der Invalidenversicherung an (Urk. 6/2). Unter Berücksichtigung der dargelegten gesetzlichen Regelung (vgl. vorstehend E. 6.2) besteht der Rentenanspruch somit ab Ablauf des
War
tejahres
, mithin ab dem 1. März 2011.
6.4
Z
usammenfassend ist somit festzuhalten, dass
der Beschwerdeführer
mit Wir
kung ab 1
. März
2011
Anspruch auf eine
ganze
Rente der Invalidenversiche
rung hat.
In Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung mit der Feststel
lung aufzuheben, dass
der
Beschwerdeführer
ab
1.
März
2011
Anspruch auf eine
ganze
Rente der Invalidenversicherung hat.
7.
7.1
Gemäss Art. 69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Invaliditätsleistungen vor dem kantonalen
Versicherungsgericht
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Die Kosten für das vorliegende Verfahren werden ermessensweise auf Fr. 1’000.-- festgesetzt und der Beschwerdegegnerin als unterliegender Partei auferlegt.
Die Kosten für das Gerichtsgutachten von
Dr.
D._
vom
7. September 2013
in Höhe von
Fr. 6‘300.-- (Urk. 13)
sind, wie im Beschluss vom
14. Mai 2013 (Urk. 7)
festgehalten, ebenfalls der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen, war doch der medizinische Sachverhalt
bei
Verfügungserlass ungenügend erstellt.
7.2
Nach
§
34
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der
Partei
kosten
. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens be
messen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Der
obsiegende Beschwerdeführer hat Anspruch auf eine Prozessentschädigung, welche unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwie
rigkeit des Prozesses und bei einem praxisgemässen Ansatz von Fr.
200.-- pro Stunde auf Fr.
2‘600.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen ist.