Decision ID: 3dba9fdb-d68c-5574-bab9-ce922add0da3
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. A.Y. bezieht seit April 2001 eine Rente der Invalidenversicherung (act. 14/2/I/35, S.
10 und 14/2/I/50, S. 5). Mit Verfügung vom 27. Dezember 2013 setzte die
Sozialversicherungsanstalt (SVA) die Ergänzungsleistungen ab 1. Januar 2014 nach
Bundesrecht auf CHF 966 und nach kantonalem Recht auf CHF 417 (ausserordentliche
Ergänzungsleistungen) fest (act. 14/2/I/18). Mit Verfügung vom 29. März 2014 forderte
die SVA die im Jahr 2013 ausgerichteten Ergänzungsleistungen von insgesamt
CHF 16‘212 zurück. Einer allfälligen Einsprache entzog sie die aufschiebende Wirkung
(act. 14/2/I/7). Mit Verfügung vom 12. April 2014 verneinte die SVA einen Anspruch auf
Ergänzungsleistungen ab 1. Januar 2014 und forderte die für die Monate Januar bis
April 2014 ausgerichteten Ergänzungsleistungen zurück: gegenüber A.Y. die
ausserordentlichen kantonalrechtlichen Ergänzungsleistungen von insgesamt
CHF 1‘668 (je CHF 417) und direkt bei der Krankenkasse die ausbezahlten
Pauschalbeträge für die obligatorische Krankenpflegeversicherung von jeweils
CHF 966. Einer allfälligen Einsprache entzog sie die aufschiebende Wirkung (act. 14/2/
I/1).
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B. Am 16. April 2014 resp. am 9. Mai 2014 erhob A.Y., vertreten durch die Q. AG
Einsprache gegen die Verfügungen vom 29. März 2014 bzw. 12. April 2014 (act. 14/2/II/
45 und 47). Am 27. Juni 2014 beauftragte A.Y. K.S. mit der Wahrung ihrer Interessen
(act. 14/2/II/42). Mit Entscheid vom 11. September 2014 hiess die SVA die Einsprache
vom 16. April 2014 gut, diejenige vom 9. Mai 2014 ab. Sie stellte fest, dass A.Y. im Jahr
2013 Anspruch auf monatliche Ergänzungsleistungen von CHF 1‘351 habe. Eine
Parteientschädigung sprach sie nicht zu (act. 14/1/1). Dagegen erhob A.Y. am 13.
Oktober 2014 Beschwerde beim Versicherungsgericht (act. 14/1). Mit Entscheid vom
24. Mai 2016 hiess das Versicherungsgericht die Beschwerde teilweise gut und sprach
A.Y. für den April 2014 eine ordentliche, bundesrechtliche Ergänzungsleistung von
CHF 966 und eine ausserordentliche, kantonalrechtliche Ergänzungsleistung von
CHF 417 zu. Für die Monate Februar und März 2014 verneinte es einen Anspruch auf
eine Ergänzungsleistung und forderte A.Y. auf, die für diese Monate unrechtmässig
bezogene ausserordentliche Ergänzungsleistung von insgesamt CHF 834
zurückzuerstatten. Bezüglich des Ergänzungsleistungsanspruchs für den Monat Januar
2014 wies es die Sache zur weiteren Abklärung und zur neuen Verfügung im Sinne der
Erwägungen an die SVA zurück. Weiter verneinte es einen Anspruch auf eine
Parteientschädigung für das Einsprache- und für das Beschwerdeverfahren (act. 5/1).
C. Gegen den Entscheid des Versicherungsgerichts (Vorinstanz) vom 24. Mai 2016
(versandt am 30. Mai 2016) erhob A.Y. (Beschwerdeführerin) am 14. Juni 2016
Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Rechtsbegehren, es sei der
angefochtene Entscheid aufzuheben. Es sei festzustellen, dass sie ab 1. Januar 2014
Anspruch auf bundesrechtliche und kantonalrechtliche Ergänzungsleistungen von
monatlich CHF 1‘383 habe. Es sei festzustellen, dass sie nicht verpflichtet sei, die vom
1. Januar 2014 bis 30. April 2014 bezogenen Ergänzungsleistungen zurückzuerstatten.
Es sei festzustellen, dass sie Anspruch auf eine Parteientschädigung von CHF 1‘923.70
für das Beschwerdeverfahren vor dem Verwaltungsgericht (recte: Versicherungsgericht)
habe. Ausserdem beantragte sie, es seien für das Beschwerdeverfahren vor
Verwaltungsgericht keine amtlichen Kosten zu erheben; eventualiter sei ihr die
unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte
sie, es sei das Verfahren bis zum rechtskräftigen Entscheid über den Anspruch auf
bundesrechtliche Ergänzungsleistungen und über die Pflicht zur Rückerstattung der
bundesrechtlichen Ergänzungsleistungen zu sistieren (act. 1 und act. 2.3). Am
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1. Juli 2016 reichte die Beschwerdeführerin den angefochtenen Entscheid,
Lohnabrechnungen ihres Ehemanns (Oktober – Dezember 2014, März und April 2013)
sowie ihren Lohnausweis für das Jahr 2014 nach (act. 4 f.).
D. Mit Zwischenverfügung vom 14. Juli 2016 sistierte das Verwaltungsgericht das
Beschwerdeverfahren bis 30. November 2016 (act. 6). Am 28. Juli 2016 liess sich die
Beschwerdeführerin ausserhalb von prozessualen oder richterlichen Fristen vernehmen
(act. 7). Mit Verfügung vom 27. September 2016 sprach die SVA (Beschwerdegegnerin)
der Beschwerdeführerin für den Monat Januar 2014 CHF 966 (Prämienpauschale
Krankenversicherung) und CHF 417 (ausserordentliche Ergänzungsleistung) zu (vgl.
BGer 9C_740/2016 vom 31. Januar 2017 Sachverhalt lit. B). Am 28. Oktober 2016
erhob die Beschwerdeführerin gegen den Entscheid des Versicherungsgerichts vom
24. Mai 2016, soweit er den Anspruch auf ordentliche, bundesrechtliche
Ergänzungsleistungen zum Gegenstand hatte, Beschwerde beim Bundesgericht (act. 8
f.). Am 6. Dezember 2016 verlängerte das Verwaltungsgericht die Sistierung des
Beschwerdeverfahrens bis 30. Mai 2017 (act. 10). Mit Entscheid BGer 9C_740/2016
vom 31. Januar 2017 wies das Bundesgericht die Beschwerde ab, soweit es darauf
eintrat (www.bger.ch). Mit Verfügung BGer 9F_4/2017 vom 26. Mai 2017 schrieb das
Bundesgericht ein Revisionsgesuch der Beschwerdeführerin vom 27. März 2017 infolge
Rückzugs ab (www.bger.ch). Gleichentags liess sich die Beschwerdeführerin vor
Verwaltungsgericht vernehmen, woraufhin das Verwaltungsgericht die Sistierung des
Beschwerdeverfahrens aufhob (act. 11 f.). Am 21. Juni 2017 verzichtete die Vorinstanz
auf eine Vernehmlassung (act. 13). Mit Eingabe vom 29. Juni 2017 schloss die
Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (act. 16).
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge und die
Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Die Beschwerdeführerin
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ist grundsätzlich zur Ergreifung des Rechtsmittels berechtigt (Art. 64 in Verbindung mit
Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingabe vom 14. Juni 2016 (act. 1) erfolgte
rechtzeitig und erfüllt formal und inhaltlich die gesetzlichen Anforderungen (vgl. Art. 64
in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist somit
unter Vorbehalt der nachstehenden Erwägungen 2 bis 4 einzutreten.
2. Nicht einzutreten ist auf die Feststellungsbegehren der Beschwerdeführerin (act. 1,
Anträge Ziff. 3 - 5). Ihre Interessen werden dadurch gewahrt, dass nachfolgend – im
Rahmen eines gestaltenden Verwaltungsgerichtsentscheides – ihre
Anspruchsberechtigung sowohl hinsichtlich der strittigen ausserordentlichen
Ergänzungsleistungen als auch in Bezug auf eine ausseramtliche Entschädigung im
vorinstanzlichen Verfahren überprüft wird. Damit fehlt es ihr an dem für einen
Feststellungsentscheid notwendigen schutzwürdigen Interesse (vgl. zur Subsidiarität
des Feststellungsanspruchs VerwGE B 2015/37 vom 27. September 2016 E. 1 mit
Hinweisen auf VerwGE B 2014/41-45 vom 25. August 2015 E. 1.3 mit Hinweisen und
VerwGE B 2011/177 vom 29. August 2012 E. 2.5.1, www.gerichte.sg.ch). Offen bleiben
kann, ob die am 28. Juli 2016 ausserhalb von prozessualen oder richterlichen Fristen
eingereichte Eingabe der Beschwerdeführerin (act. 7) zu beachten ist, da sie keine
zusätzlichen für den Entscheid wesentlichen (tatsächlichen) Vorbringen enthält (vgl.
VerwGE B 2015/139 vom 17. Dezember 2015 E. 1 mit Hinweisen, www.gerichte.sg.ch).
3. Die Vorinstanz sprach der Beschwerdeführerin im angefochtenen Entscheid (act. 5/1)
für den Monat April 2014 neben der bundesrechtlichen Ergänzungsleistung von
CHF 966 eine ausserordentliche, kantonalrechtliche Ergänzungsleistung im Sinne von
Art. 5 des Ergänzungsleistungsgesetzes (sGS 351.5, ELG SG, in der bis am 31.
Dezember 2015 geltenden, vorliegend noch massgebenden Fassung vom
26. September 2004, nGS 39-114) von CHF 417 zu (siehe auch Art. 112a der
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft, SR 101, BV). In Bezug auf
den Monat April 2014 fehlt der Beschwerdeführerin somit ein schutzwürdiges Interesse
(Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP), zumal sie die Höhe dieser
Ergänzungsleistungen nicht beanstandet (vgl. zur Berechnung Art. 7 ELG SG in
Verbindung mit Art. 9 bis 11 des Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen zur
Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung, SR 831.30, ELG, und Art. 11 bis 18
sowie Art. 23 der Verordnung über die Ergänzungsleistungen zur Alters-,
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Hinterlassenen- und Invalidenversicherung, SR 831.301, ELV, siehe auch Wegleitung
über die Ergänzungsleistungen zur AHV und IV des Bundesamtes für
Sozialversicherungen BSV vom 1. April 2011, WEL, Version 8, Stand: 1. Januar 2014,
S. 48 ff., www.bsvlive.admin.ch, und Botschaft Entlastungsprogramm 2013,
Umsetzung, Sammelvorlage 2, vom 1. Juli 2014, in: ABl 2014 S. 1908 ff., S. 1922 f.).
Insoweit ist auf die Beschwerde ebenfalls nicht einzutreten.
4. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom
27. September 2016 für den Monat Januar 2014 CHF 966 (Prämienpauschale
Krankenversicherung) und CHF 417 (ausserordentliche Ergänzungsleistung)
zugesprochen (vgl. BGer 9C_740/2016 vom 31. Januar 2017, Sachverhalt lit. B). Diese
Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft (act. 11, S. 1 Abs. 3). In Bezug auf
den Monat Januar 2014 ist die Beschwerde daher ohne Weiteres gegenstandslos
geworden (Art. 64 in Verbindung mit Art. 57 Abs. 1 VRP). Verfahrensgegenstand bildet
vorliegend der Anspruch der Beschwerdeführerin auf Ausrichtung von
ausserordentlichen, kantonalrechtlichen Ergänzungsleistungen in den Monaten Februar
und März 2014 sowie auf Zusprechung einer Parteientschädigung im vorinstanzlichen
Verfahren.
5. Die Beschwerdeführerin stellt die Beweisanträge, es sei ihr Ehemann zu befragen
und es seien von diesem weitere Unterlagen einzuholen (act. 1, S. 9 Absatz 4). Darauf
kann verzichtet werden, da sich die vorliegend entscheidenden tatsächlichen
Verhältnisse aus den Verfahrensakten ergeben (vgl. zur antizipierten Beweiswürdigung
BGE 141 I 60 E. 3.3 mit Hinweis auf BGE 136 I 229 E. 5.3 und Waldmann/Bickel,
Praxiskommentar Verwaltungsverfahrensgesetz, 2. Aufl. 2016, Art. 29 N 88, sowie
G. Steinmann, in: Ehrenzeller/Schindler/Schweizer/Vallender, Die schweizerische
Bundesverfassung, 3. Aufl. 2014, Art. 29 N 48).
6. Die Beschwerdeführerin wirft der Vorinstanz vor, ihren Anspruch auf rechtliches
Gehör verletzt zu haben. Sie habe das von ihr in ihrer Triplik vom 10. März 2015 (act.
14/12) im Zusammenhang mit der Anrechnung eines hypothetischen Einkommens
vorgebrachte Argument übergangen, dass eine Verfügung über Ergänzungsleistungen
in zeitlicher Hinsicht nur für ein Kalenderjahr Rechtsbeständigkeit entfalten könne (act.
1, S. 12 f.).
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6.1. Die Begründungspflicht als Teilgehalt des Anspruchs auf rechtliches Gehör im
Sinne von Art. 29 Abs. 2 BV (vgl. BGE 142 I 135 E. 2.1 mit Hinweisen, siehe auch Art.
58 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 24 Abs. 1 lit. a VRP) soll verhindern, dass sich die
Behörde von unsachlichen Motiven leiten lässt, und dem Betroffenen ermöglichen, die
Verfügung gegebenenfalls sachgerecht anzufechten. Dies ist nur möglich, wenn sowohl
der Betroffene wie auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des
Entscheides ein Bild machen können. In diesem Sinn müssen wenigstens kurz die
Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf
welche sich ihr Entscheid stützt (vgl. BGer 2C_718/2010 vom 2. März 2011 E. 2.1). Dies
bedeutet indes nicht, dass sich die Behörde mit jeder tatbeständlichen Behauptung
und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen muss. Vielmehr kann sie sich auf
die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken (vgl. BGer 1C_218/2015 vom
2. Juni 2016 E. 4.3 mit Hinweis auf BGE 136 I 229 E. 5.2 und BGE 140 II 262 E. 6.2 mit
Hinweis).
6.2. Die Vorinstanz stellte sich in Erwägung 3.2 f. des angefochtenen Entscheids (act.
5/1, S. 9 f.) auf den Standpunkt, auf das Begehren der Beschwerdeführerin, es sei von
der Anrechnung des hypothetischen Erwerbseinkommens abzusehen, habe nicht
wiedererwägungsweise eingegangen werden können. Dieses Einkommen, welches seit
1. März 2012 als Einnahme angerechnet werde, habe per 1. Januar 2014 keine
Veränderung erfahren. Aus dieser Begründung ergibt sich mit genügender Klarheit,
dass die Vorinstanz die Argumentation der Beschwerdeführerin in deren, im
Sachverhalt des angefochtenen Entscheids unter lit. B/e (act. 5/1, S. 6) erwähnten
Eingabe vom 10. März 2015 nicht als für den Entscheid wesentlich hielt. Die Vorinstanz
begründete ihre Verfügung insoweit hinreichend. Die Beschwerdeführerin vermochte
den angefochtenen Entscheid denn auch durchaus sachgerecht anzufechten. Der
Vorinstanz kann keine Verletzung von Art. 29 Abs. 2 BV vorgeworfen werden. Ob die
Argumentation der Vorinstanz auch inhaltlich zutrifft, bleibt im Folgenden zu prüfen.
7. Nicht umstritten ist, dass der Anspruch auf ausserordentliche Ergänzungsleistungen
im Sinne von Art. 5 ELG SG voraussetzt, dass ein Anspruch auf ordentliche,
bundesrechtliche Ergänzungsleistungen besteht (vgl. hierzu act. 1, S. 6 letzter Absatz).
Mit Entscheid BGer 9C_740/2016 vom 31. Januar 2017 wies das Bundesgericht die
Beschwerde der Beschwerdeführerin vom 28. Oktober 2016 gegen den Entscheid des
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Versicherungsgerichts vom 24. Mai 2016 ab, soweit es darauf eintrat (www.bger.ch).
Soweit die Beschwerde die Ergänzungsleistungen für Februar und März 2014 betraf, ist
das Bundesgericht zufolge Verspätung nicht eingetreten (vgl. E. 2.1.2 und E. 2.2.1 Abs.
2). Damit erwuchs der angefochtene Entscheid insofern formell und materiell in
Rechtskraft, als die Vorinstanz einen Anspruch der Beschwerdeführerin auf ordentliche,
bundesrechtliche Ergänzungsleistungen in den Monaten Februar und März 2014
verneinte (act. 5/1, S. 12 E. 3.6). Daran ändert nichts, dass das Bundesgericht diese
Ansprüche – zufolge Nichteintretens wegen Verspätung – nicht materiell beurteilte (vgl.
act. 11, S. 1 Abs. 2). Folglich steht der Beschwerdeführerin in den Monaten
Februar und März 2014 auch gestützt auf Art. 5 ELG SG kein Anspruch auf
ausserordentliche, kantonalrechtliche Ergänzungsleistungen zu. Die Vorinstanz kam in
Erwägung 5 des angefochtenen Entscheids (act. 5/1, S. 13) mit Recht zu Schluss, dass
die Beschwerdeführerin die für die Monate Februar und März 2014 ausgerichteten
ausserordentlichen, kantonalrechtlichen Ergänzungsleistungen auf Grundlage von Art.
13 lit. c ELG SG in Verbindung mit Art. 25 Abs. 1 Satz 1 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) zurückzuerstatten
hat.
8. Die Beschwerdeführerin verlangt sodann, ihr sei für das vorinstanzliche
Beschwerdeverfahren eine Parteientschädigung zuzusprechen. Es werde nur eine
Parteientschädigung für jene Arbeiten geltend gemacht, welche K.S. erledigt habe. Für
die Arbeiten, welche sie selbst erledigt habe, werde keine Parteientschädigung geltend
gemacht (act. 1, S. 16 f. Ziff. 5).
8.1. Nach Art. 13 lit. e ELG SG in Verbindung mit Art. 61 Ingress und lit. g Satz 1 ATSG
bestimmt sich das Verfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht unter Vorbehalt
von Art. 1 Abs. 3 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren
(Verwaltungsverfahrensgesetz; SR 172.021, VwVG) nach kantonalem Recht, wobei das
kantonale Recht insbesondere vorzusehen hat, dass die obsiegende Beschwerde
führende Partei Anspruch auf Ersatz der Parteikosten hat. Diese Anforderung erfüllt Art.
98 VRP. Danach gilt im kantonalen Verfahren grundsätzlich das Erfolgsprinzip.
Inwiefern ein Beteiligter obsiegt, ist dabei aufgrund der im Beschwerdeverfahren
gestellten Anträge zu beurteilen (vgl. Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im
Kanton St. Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 832). Eine Partei, die sich nicht vertreten lässt, hat
bis
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mangels eines besonderen Aufwandes grundsätzlich keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung (Art. 98 VRP in Verbindung mit Art. 95 Abs. 3 lit. c der
Schweizerischen Zivilprozessordnung; Zivilprozessordnung; SR 272, ZPO). Dass ihr
gleichwohl ersatzfähige Kosten für Umtriebe erwachsen, ist ungewöhnlich und bedarf
deshalb einer besonderen Begründung. Darunter fallen insbesondere auch jene
Parteien, die selbstständig am Verfahren teilnehmen und sich bloss im Hintergrund
rechtlich beraten und unterstützen lassen (vgl. VerwGE B 2013/178 vom 12. Februar
2014 E. 4.4 mit Hinweisen, www.gerichte.sg.ch).
8.2. Die Beschwerdeführerin liess sich im vorinstanzlichen Verfahren nicht vertreten.
K.S., welcher unbestrittenermassen nicht über eine Zulassung als Rechtsanwalt oder
Rechtsagent verfügt (vgl. Art. 10, Art. 11 lit. c und Art. 12 lit. b des Anwaltsgesetzes,
sGS 963.70, AnwG, sowie VerwGE B 2012/142; B 2012/147 vom 2. Juli 2013 E. 6.1 mit
Hinweis auf B. Hirt, Die Regelung der Kosten nach st. gallischem
Verwaltungsrechtspflegegesetz, St. Gallen/Lachen 2004, S. 198 f., und VerwGE B
2011/88 vom 18. Oktober 2011 E. 2.2.3 mit Hinweis auf VerwGE B 2005/106 vom 13.
September 2005 E. 2c/bb, www.gerichte.sg.ch), beschränkte sich offenbar darauf, die
Eingaben der Beschwerdeführerin vor Vorinstanz zu verfassen, ohne die Eingaben zu
unterzeichnen. Darüber hinaus hat die Beschwerdeführerin mit ihren Anträgen
(act. 14/1) im vorinstanzlichen Verfahren nicht mehrheitlich obsiegt. Bei dieser
Ausgangslage ist nicht ersichtlich und wird von der Beschwerdeführerin auch nicht
weiter dargetan, inwiefern ihr im vorinstanzlichen Verfahren ein Anspruch auf
Parteientschädigung hätte zustehen sollen.
9. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen, soweit
darauf einzutreten ist und sie nicht gegenstandslos ist. Dem Verfahrensausgang
entsprechend sind die amtlichen Kosten der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 95
Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von CHF 2‘000 ist angemessen (Art. 7 Ziff. 222
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12, GKV). Auf die Erhebung ist zu verzichten (Art.
97 VRP). Damit ist das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege vom 14. Juni 2016 (act.
1, S. 17 f.) zufolge Gegenstandslosigkeit abzuschreiben (Art. 64 in Verbindung mit Art.
51 Abs. 1 VRP). Nachdem die Beschwerdeführerin mit ihren Anträgen nicht
durchgedrungen ist, hat sie keinen Anspruch auf ausseramtliche Entschädigung (Art.
98 VRP). Bei diesem Ergebnis kann offen bleiben, ob die Beschwerdeführerin
ter
bis
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überhaupt ein entsprechendes Kostenbegehren korrekt gestellt hat (vgl. act. 1 Antrag
Ziff. 5, act. 7, S. 3 in fine, act. 11, S. 4 letzter Absatz) und selbst bei Obsiegen einen
Entschädigungsanspruch gehabt hätte (vgl. E. 8.2 hiervor).