Decision ID: 72e3fd03-7f2e-4836-b039-56f98869c105
Year: 2011
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Benedikt Landolt, Rosenbergstrasse 22,9000 St.
Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
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Sachverhalt:
A.
A._ meldete sich im September 2005 zum Leistungsbezug bei der
Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Dr. med. B._, Allgemeine Medizin FMH,
bescheinigte der Versicherten ein chronisches lumbospondylogenes Syndrom und eine
Lumboischialgie beidseits sowie ein chronisches Zervikalsyndrom. In der bisherigen
Tätigkeit als Fabrikarbeiterin bestehe seit 1. März 2005 eine volle Arbeitsunfähigkeit.
Eine leichte körperliche Tätigkeit mit wechselnder, vorwiegend sitzender Position wäre
zumutbar (IV-act. 16). Nach Durchführung von weiteren medizinischen Behandlungen
(Diskushernienoperation am 30. November 2006, IV-act. 37) und Abklärungen,
insbesondere von zwei Begutachtungen in der Medas Basel vom August 2006 (IV-act.
32) und im asim Basel vom September 2009 (IV-act. 76), stellte die IV-Stelle des
Kantons St. Gallen mit Vorbescheid vom 15. Oktober 2009 die Ausrichtung einer
ganzen, auf den Zeitraum vom 1. November 2007 bis 31. Dezember 2008 befristeten
Rente in Aussicht. In diesem Zeitraum sei die Versicherte vollständig erwerbsunfähig
gewesen. Vor dem 1. November 2007 sei es ihr aus medizinischer Sicht zumutbar
gewesen, einer 70 %igen leidensadaptierten Tätigkeit nachzugehen und dabei ein
rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen (IV-Grad von 27 %; Valideneinkommen
von Fr. 33'419.-- und Invalideneinkommen von Fr. 24'563.--). Auch ab Dezember 2008
sei ihr eine 70 %ige Tätigkeit wieder zumutbar. Die Renteneinstellung per
31. Dezember 2008 erfolge, weil sich der Gesundheitszustand verbessert habe (IV-act.
86). Am 10. Dezember 2009 verfügte die IV-Stelle im Sinn des Vorbescheids (IV-act.
97).
B.
B.a Gegen diese Verfügung liess die Versicherte durch Rechtsanwalt lic. iur. B.
Landolt, St. Gallen, Beschwerde erheben mit dem Antrag, die Verfügung sei teilweise
aufzuheben, und es sei ihr mit Wirkung ab 1. Januar 2009 eine halbe Rente
zuzusprechen. Zur Begründung führte der Rechtsvertreter unter anderem aus, das
Valideneinkommen betrage unter Berücksichtigung der auf 100 % aufgerechneten
Bruttotaggelder der Arbeitslosenversicherung und der Nominallohnentwicklung Fr.
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35'205.--. Dieses liege um Fr. 18'815.-- (56.61 %) unter dem statistischen
Durchschnittslohn von Fr. 52'052.--. Dieser prozentuale Minderverdienst sei beim
Invalideneinkommen in Abzug zu bringen. Wenn vom statistischen Durchschnittslohn
2009 von Fr. 52'052.-- 56.61 % abgezogen würden, resultiere ein Betrag von Fr.
22'587.--. Unter Berücksichtigung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit von 70 % belaufe
sich das Invalideneinkommen (ohne Berücksichtigung eines Leidensabzugs) auf Fr.
15'811.--. Die invaliditätsbedingte Erwerbseinbusse betrage Fr. 17'426.--, woraus sich
ein IV-Grad von 52.43 % ergebe. Zusätzlich sei beim Invalideneinkommen ein
Leidensabzug von 10 % zu berücksichtigen.
B.b In der Beschwerdeantwort vom 16. April 2010 beantragte die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung legte sie unter
anderem dar, es sei nicht relevant, ob, wie die Beschwerdeführerin beantrage, von
einem Valideneinkommen von Fr. 35'205.-- ausgegangen werde, da das
Valideneinkommen sowieso unter dem statistischen Durchschnittslohn liege. Für die
Berechnung des Invalideneinkommens unter Berücksichtigung des Minderverdienstes
werde auf den von ihr vorgenommenen Einkommensvergleich verwiesen. Vereinfacht
könne auch folgendermassen gerechnet werden: Auszugehen sei vom
Valideneinkommen von Fr. 33'419.--. Das Invalideneinkommen betrage unter
Berücksichtigung, dass lediglich ein Minderverdienst, welcher grösser sei als 5 %,
angerechnet werden könne, Fr. 35'090.-- (Fr. 33'419.-- x 105 %). Von diesem
Einkommen sei die Arbeitsunfähigkeit von 30 % abzuziehen. Im Ergebnis resultiere ein
nicht rentenbegründender IV-Grad von 26.5 %. Der geltend gemachte Leidensabzug
von 10 % könne nicht gewährt werden. Bei der gutachterlich festgesetzten
Arbeitsfähigkeit von 70 % seien die Nachteile des erhöhten Pausenbedarfs bereits
berücksichtigt worden.
B.c Mit Replik vom 31. Mai 2010 bestätigte der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin seine Anträge und Ausführungen (act. G 8). In der Eingabe vom
18. Juni 2010 hielt die Beschwerdegegnerin an ihrem Antrag fest (act. G 10).

Erwägungen:
1.
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1.1 Vorliegend ist streitig, ob die Beschwerdeführerin auch für die Zeit ab 1. Januar
2009 Anspruch auf eine Rente hat. - Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision
verschiedene Änderungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) in Kraft getreten. Weil in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen
Rechtssätze massgebend sind, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden
Tatbestands Geltung haben (BGE 127 V 467 Erw. 1), sind vorliegend die ab 1. Januar
2008 geltenden materiellen Bestimmungen anzuwenden. Ferner ist bei der Beurteilung
auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung eingetretenen
Sachverhalt abzustellen (BGE 121 V 366 Erw. 1b).
1.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente,
wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente,
wenn sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40% Anspruch auf eine Viertelsrente. Für die Bemessung der Invalidität
von erwerbstätigen Versicherten ist gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG Art. 16 ATSG
anwendbar. Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrads das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das
sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Der Einkommensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander
gegenübergestellt werden; sie können aber auch nach Massgabe der im Einzelfall
bekannten Umstände geschätzt werden (AHI 1998 S. 119). Es kann ferner auch eine
Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen genügen (Prozentvergleich; vgl. BGE 114 V
312 Erw. 3a).
1.3 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin
für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1
ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt nach der auch unter dem ATSG massgeblichen
Rechtsprechung jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die
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geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die
Invalidenrente ist nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des
Gesundheitszustands, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen
Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustands erheblich
verändert haben (BGE 130 V 349 f. Erw. 3.5).
2.
2.1 Eine Begutachtung in der Medas Basel vom 23. und 24. August 2006 ergab bei
der Beschwerdeführerin gemäss Bericht vom 3. November 2006 als Diagnose mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches lumbospondylogenes Syndrom
beidseits. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei die leichtgradige depressive
Episode. In körperlich leichten (bisherige Arbeit) bis intermittierend mittelschwer
belastenden Tätigkeiten bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 70 % (IV-act. 32). Am 30.
November 2006 wurde bei der Beschwerdeführerin eine Diskushernienoperation
durchgeführt. Der operierende Dr. med. C._, FMH für Neurochirurgie, bescheinigte
im Bericht vom 18. Juli 2007 eine volle Arbeitsunfähigkeit im bisherigen Beruf seit April
2004 (IV-act. 47). Im Bericht vom 26. Februar 2009 bescheinigte Dr. med. D._, Spital
Rorschach, eine Reduktion der Beschwerden aufgrund der durchgeführten
Behandlungen (IV-act. 64). Im Gutachten des asim Basel vom 21. September 2009
wurden als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein generalisiertes
chronisches unspezifisches Schmerzsyndrom und ein chronisches
Lumbovertebralsyndrom festgehalten. Die bei der letzten Begutachtung bestehende
leichtgradige depressive Symptomatik lasse sich zum heutigen Zeitpunkt nicht mehr
verifizieren. Die Arbeitsfähigkeit in der zuletzt durchgeführten leichten Tätigkeit wie
auch in jeder anderen körperlich einfachen Verweistätigkeit ohne gehäuftes Arbeiten in
Zwangshaltungen sowie ohne häufige Rumpfrotationen und mit einer maximalen
Lastenhandhabung bis 10 kg betrage ab Gutachtenzeitpunkt 70 % bei schmerz- und
dekonditionsbedingt erhöhtem Pausenbedarf. Übereinstimmend mit dem Befund von
Dr. D._ berichte die Explorandin über einen Rückgang ihrer
Beschwerdesymptomatik, so dass aktuell keine schweren, quälenden Schmerzen im
Vordergrund stünden und entsprechend die Diagnose einer somatoformen
Schmerzstörung nicht gestellt werden könne. Bei nicht erkennbarer Motivation und
fixierter Krankheits- und Behinderungsüberzeugung würden berufliche Massnahmen im
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Ergebnis für fraglich gehalten (IV-act. 76). Die RAD-Ärztin kam im Bericht vom 6.
Oktober 2009 zum Schluss, auf das Verlaufsgutachten des asim Basel sei abzustellen.
Seit der letzten Begutachtung vom November 2006 habe sich der Gesundheitszustand
infolge der Bandscheibenoperation vorübergehend ab 30. November 2006
verschlechtert (Arbeitsunfähigkeit von 100 % angestammt und adaptiert). Spätestens
ab Dezember 2008 (Bericht Dr. D._ vom 26. Februar 2009) habe sich der
Gesundheitszustand aber wieder gebessert. Es sei von einer Arbeitsfähigkeit von 70 %
auszugehen (IV-act. 77).
2.2 Gestützt auf die vorstehend geschilderte medizinische Aktenlage steht
unbestrittenermassen fest, dass die Beschwerdeführerin von 1. November 2007 bis
31. Dezember 2008 - bedingt durch die zwischenzeitliche operationsbedingte
Verschlechterung des Gesundheitszustands mit voller Arbeitsunfähigkeit - Anspruch
auf eine ganze Rente hatte. Belegt und unbestritten geblieben ist im Weiteren die nach
Vorliegen des asim-Gutachtens vom September 2009 (IV-act. 76) bestehende 70 %ige
Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Arbeit. Streitig und zu prüfen sind jedoch für die
Zeit ab 1. Januar 2009 die der Bemessung des IV-Grads zugrunde liegenden
Vergleichseinkommen. Bei der Ermittlung des ohne Gesundheitsschaden mutmasslich
erzielten Verdienstes (Valideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung entscheidend,
was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit im Gesundheitsfall tatsächlich
verdienen würde. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der
Teuerung und der Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es
empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne
Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Hat eine versicherte Person aus
invaliditätsfremden Gründen wie geringe Schulbildung, fehlende berufliche Ausbildung,
mangelnde Deutschkenntnisse oder beschränkte Anstellungsmöglichkeiten zufolge
Saisonnierstatus ein deutlich unterdurchschnittliches Einkommen bezogen, ist diesem
Umstand bei der Invaliditätsbemessung nach Art. 16 ATSG Rechnung zu tragen, sofern
keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie sich aus freien Stücken mit einem
bescheideneren Einkommen begnügen wollte. Praxisgemäss wird diese so genannte
Parallelisierung der Vergleichseinkommen entweder auf Seiten des Valideneinkommens
durch eine entsprechende Heraufsetzung des effektiv erzielten Lohnes oder durch
Abstellen auf statistische Werte oder aber auf Seiten des trotz Invalidität realisierbaren
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Verdienstes durch eine entsprechende Herabsetzung des statistischen Werts
vorgenommen. (BGE 135 V 297 Erw. 5.1). Den Erheblichkeitsgrenzwert der
Abweichung des ohne Gesundheitsschaden effektiv erzielten Verdienstes vom
branchenüblichen LSE-Tabellenlohn, ab welchem sich eine Parallelisierung der
Vergleichseinkommen rechtfertigen kann, setzte das Bundesgericht auf 5 % fest (BGE
135 V 297 Erw. 6.1.2). Zur Vermeidung eines willkürlich erscheinenden, erheblichen
sprunghaften Anstiegs des Invaliditätsgrads gleich um mehrere Prozentpunkte bei im
Grenzbereich des 5%igen Erheblichkeitswerts liegenden Abweichungen befand es - in
Änderung der Rechtsprechung - dass, jeweils nur in dem Umfang zu parallelisieren sei,
in welchem die prozentuale Abweichung den Erheblichkeitswert von 5 % übersteige.
Weil die Parallelisierung nur den Ausgleich einer deutlichen - also nicht jeder kleinsten -
Abweichung des tatsächlich erzielten Verdienstes vom tabellarisch bestimmten
branchenüblichen Referenzlohn bezwecke, sei an der bisherigen Praxis, welche bei
gegebenen Voraussetzungen - insbesondere einer ausreichend deutlichen Abweichung
des Valideneinkommens vom branchenüblichen LSE-Tabellenlohn - die Parallelisierung
jeweils im vollen Ausmass der ganzen prozentualen Unterdurchschnittlichkeit vornahm,
nicht länger festzuhalten (BGE 135 V 297 Erw. 6.1.3).
2.3 Für die Festlegung des Valideneinkommens 2009 von Fr. 33'419.-- ging die
Beschwerdegegnerin von den im individuellen Konto (IK) vermerkten Einkommen für
2004 aus (Fr. 20'775.-- aus Tätigkeit bei E._ GmbH sowie
Arbeitslosenentschädigung; IV-act. 7) und nahm eine Nominallohnanpassung vor. Sie
erachtete dieses Einkommen - nach Durchführung eines Vergleichs mit dem
Tabelleneinkommen von Fr. 52'052.-- - als unterdurchschnittlich und kam zum Schluss,
dass das Invalideneinkommen unter Berücksichtigung des Erheblichkeitsgrenzwerts
von 5 % entsprechend herabzusetzen sei (IV-act. 79). Die Frage der
Unterdurchschnittlichkeit des Valideneinkommens bzw. deren Umfang ist anhand der
gesamtschweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik zu
ermitteln. Zugrunde zu legen sind die Zahlen des Jahres 2009. Die
Beschwerdeführerin, die über keine Berufsausbildung verfügt, war seit 1997 während
rund 9 Jahren in einem Fabrikationsbetrieb tätig (vgl. IV-act. 76-10/43). Aus der LSE
2008 TA 1 ist als Durchschnittslohn aller Branchen im Niveau 4 für Frauen ein
Monatssalär von Fr. 4'116.-- ersichtlich. Das hieraus errechnete Jahressalär von
Fr. 49'392.-- basiert auf 40 Wochenstunden und ist auf die betriebsübliche
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durchschnittliche branchenspezifische Arbeitszeit 2008, d.h. auf 41.6 Stunden,
aufzurechnen, woraus sich ein Betrag von Fr. 51'368.-- ergibt. Für 2009 resultiert unter
Berücksichtigung der Nominallohnerhöhung von 2.1 % ein Betrag von Fr. 52'447.--.
Das effektiv bei der früheren Arbeitgeberin im Gesundheitsfall erzielte Einkommen liegt,
würde von dem vom Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin errechneten Betrag von
Fr. 35'205.-- ausgegangen, 33 % (gerundet) unter dem erwähnten Tabellenwert. Die
Frage, von welchem (unterdurchschnittlichen) Valideneinkommen genau auszugehen
sei, kann dabei - da ohne Auswirkung auf das Endergebnis - offenbleiben. Denn die
Annahme eines tieferen Valideneinkommen-Betrags als des vom Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin errechneten Werts hätte eine entsprechend grössere
Unterdurchschnittlichkeits-Korrektur beim Invalideneinkommen zur Folge. Umgekehrt
würde die Annahme eines höheren effektiven Valideneinkommens als des vom
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin errechneten Werts zu einer kleineren
Unterdurchschnittlichkeits-Korrektur beim Invalideneinkommen führen. Ebenfalls ohne
Auswirkung bliebe damit auch der Umstand, dass das Valideneinkommen (als
hypothetischer Wert) wohl in aller Regel keine ALV-Entschädigungen zur Grundlage
haben kann, da für dessen Bemessung nicht unterstellt werden darf, dass eine
versicherte Person und namentlich die Beschwerdeführerin im (hypothetischen)
Gesundheitsfall arbeitslos gewesen wäre. Der Umstand, dass die Beschwerdeführerin
ab 1997 eine Tätigkeit mit unterdurchschnittlicher Entlöhnung ausübte, war
unbestrittenermassen nicht darauf zurückzuführen, dass sie sich freiwillig mit einem
tieferen Lohn begnügen wollte, sondern dürfte invaliditätsfremde Ursachen
(insbesondere eingeschränkte Arbeitsplatzauswahl auf dem damals für sie in Betracht
kommenden Arbeitsmarkt; fehlende einschlägige Ausbildung) gehabt haben, weshalb
eine Parallelisierung geboten erscheint.
3.
3.1 Das zumutbare Invalideneinkommen ist ebenfalls anhand der
Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik zu ermitteln und dabei auf
Tabelle 1 (Privater Sektor) Niveau 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten) abzustellen.
Zugrunde zu legen sind - wie beim Valideneinkommen - die Zahlen des Jahres 2009.
Die Beschwerdeführerin ist zwar auf leichtere Hilfsarbeiten beschränkt, aber sie wäre in
der Lage, ihre Restarbeitsfähigkeit in vielen Branchen zu verwerten, sowohl im Sektor
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Produktion als auch im Sektor Dienstleistungen. Auszugehen ist deshalb vom
Durchschnittslohn von Fr. 52'447.--, wie er vorangehend berechnet wurde. Aufgrund
der Einkommensparallelisierung ist dieses Einkommen um 28 % (33 % abzüglich 5 %),
d.h. auf einen Betrag von Fr. 37'762.-- herabzusetzen. Unter Zugrundelegung eines
Arbeitsfähigkeitsgrads von 70 % errechnet sich ein Invalideneinkommen von Fr.
26'433.--.
3.2 Im Urteil 8C_652/2008 vom 8. Mai 2009 hielt das Bundesgericht fest, dass
bestimmte einkommensbeeinflussende Merkmale im Sinn von BGE 126 V 75 Erw. 5b/
aa S. 79 nicht mehr als ursächliche Faktoren für einen Leidensabzug berücksichtigt
werden dürften, wenn denselben invaliditätsfremden Aspekten bereits bei der
Parallelisierung der Vergleichseinkommen Rechnung getragen worden sei. Der Abzug
werde sich daher in der Regel auf rein leidensbedingte Aspekte beschränken und die
maximal zulässigen 25 % für sämtliche - invaliditätsfremden und invaliditätsbedingten -
Merkmale nicht mehr voll ausschöpfen (BGE 135 V 297 Erw. 5.3 mit Hinweisen). Es ist
davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin ihre Erwerbsfähigkeit auf dem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt wegen der krankheitsbedingten Einschränkungen am
Rücken insofern eingeschränkt verwerten kann, als für sie lediglich eine leichte
Tätigkeit ohne Heben und Tragen von schwereren Gewichten sowie ohne
Zwangshaltungen und ohne häufige Rumpfrotationen in Betracht fällt. Im Übrigen ist
jedoch die Verwertbarkeit einer 70%igen Arbeitsfähigkeit in leidensangepassten
Tätigkeiten nicht in Frage gestellt. Diesbezüglich erscheint es gerechtfertigt, einen
Leidensabzug von 5% zuzugestehen (vgl. z.B. Urteil des EVG i/S K. vom 14.
September 2005 [U 115/05] Erw. 2.5). Unter Berücksichtigung dieses Leidensabzugs
ergibt sich auf der dargelegten Basis ein Invalideneinkommen von Fr. 25'111.--. Aus
dem Vergleich mit dem vom Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin angenommenen
Valideneinkommen von Fr. 35'205.-- ergibt sich ein IV-Grad von 29 % (zur Rundung
vgl. BGE 130 V 121). Auch bei Berücksichtigung eines Leidensabzugs von 10 % würde
kein rentenbegründender Invaliditätsgrad resultieren.
4.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung der
Verfügung vom 10. Dezember 2009 abzuweisen. Die vollumfänglich unterliegende
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Beschwerdeführerin hat die Gerichtskosten zu tragen. Diese bemessen sich nach dem
Verfahrensaufwand (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP