Decision ID: fa829fa8-68ad-4f37-bf0b-a8f85b27e3c4
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Abänderung des Scheidungsurteils
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichtes (10. Abteilung) des  Zürich vom 4. Juni 2020; Proz. FP190053
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Rechtsbegehren:
"1. Es seien die mit Scheidungsurteil des Bezirksgerichts Zürich vom 10. März 2014 (Geschäfts-Nr. FE140038) festgelegten  (in Ziffer 4 der Vereinbarung und in Ziffer 3 des ) für die Tochter C._ auf einen monatlichen Betrag von Fr. 500.-- zuzüglich gesetzliche oder vertragliche - oder Ausbildungszulagen zu reduzieren.
2. Es sei festzustellen, dass der Unterhaltsbeitrag unter der obigen Ziffer 1 herabzusetzen sei, sobald der Kläger ausgesteuert wird.
3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der ."
abgeändertes Rechtsbegehren:
1. Es seien die mit Scheidungsurteil des Bezirksgerichts Zürich vom 10. März 2014 betreffend Ehescheidung (Geschäfts-Nr. FE140038) bzw. in der entsprechenden Vereinbarung  Unterhaltsbeiträge (in Ziffer 4 der Vereinbarung und in Ziffer 3 des Urteilsdispositivs) für die Tochter C._ ab 1. März 2018 vollumfänglich aufzuheben.
2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der .
Urteil des Einzelgerichtes:
1. In Abänderung von Dispositiv-Ziffer 3 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich
vom 10. März 2014 wird der Kläger verpflichtet, für die Tochter C._ fol-
gende Unterhaltsbeiträge zu bezahlen:
- Ab 1. Januar 2019 bis 31. Januar 2020 Fr. 900.-- pro Monat - ab 1. Februar 2020 bis 30. September 2020 Fr. 832.-- pro Monat - ab 1. Oktober 2020 bis 30. Juni 2021 Fr. 0.--.
Im Übrigen gelten die im Scheidungsurteil vom 10. März 2014, Ziffer 3.4
(Kinderunterhaltsbeiträge) festgelegten Bestimmungen unverändert weiter.
2. Im Übrigen wird die Klage abgewiesen.
Die im Scheidungsurteil vom 10. März 2014, Ziffer 3.4 festgelegten Unter-
haltsbeiträge gelten demnach ab dem 1. Juni 2021 unverändert weiter.
3. Die Entscheidgebühr wird auf Fr. 7'000.-- festgesetzt.
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4. Die Kosten werden zu Fr. 6'400.-- dem Kläger und zu Fr. 600.-- der Beklag-
ten auferlegt.
Der auf den Kläger entfallende Betrag wird zufolge Gewährung der unent-
geltlichen Rechtspflege einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Der
Kläger wird auf die Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO hingewiesen.
5. Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten eine reduzierte Prozessentschä-
digung von Fr. 6'700.-- zuzüglich 7,7% Mehrwertsteuer zu bezahlen.
6. Mitteilungen
7. Rechtsmittel.
Berufungsanträge:
des Berufungsklägers (act. 57 S. 2):
1. Das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 4. Juni 2020 (Geschäftsnr.
FP190053) sei hinsichtlich der Dispositiv-Ziffer 2 aufzuheben und durch  Fassung zu ersetzen:
«In Abänderung von Dispositiv-Ziffer 3 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich
vom 10. März 2014 sei der Berufungskläger zu verpflichten, ab 1. Juli 2021 an den Unterhalt von C._ Fr. 0.00 zu bezahlen.»
Eventualiter sei die Höhe der Unterhaltspflicht ab 1. Juli 2021 angemessen
herabzusetzen.
2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (inkl. MWST) für beide In-
stanzen zu Lasten der Berufungsbeklagten.
der Berufungsbeklagten (act. 64 S. 2):
1. Die Berufungsanträge des Klägers und Berufungsklägers seien vollumfäng-
lich abzuweisen soweit darauf einzutreten ist.
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Anschlussberufungsanträge:
der Anschlussberufungsklägerin (act. 64 S. 2 f.):
[1. ...]
2. Es sei Dispositivziffer 1, dritter Spiegelstrich, des Urteils des Bezirksgerichts
Zürich vom 4. Juni 2020 aufzuheben und sei die Klage des Klägers und  auf Abänderung des Scheidungsurteils des Bezirksgerichts Zürich vom 10. März 2014 für den Zeitraum ab 1. Oktober 2020 abzuweisen und der Kläger und Berufungskläger sei zu verpflichten, der Beklagten und Berufungsbeklagten für die Tochter C._ ab 1. Oktober 2020 bis zum  Abschluss einer angemessenen Ausbildung der Tochter einen Unterhaltsbeitrag von monatlich CHF 1'000.– zu bezahlen.
3. Eventualiter sei Dispositivziffer 1, dritter Spiegelstrich, des Urteils des Be-
zirksgerichts Zürich vom 4. Juni 2020 zu ergänzen und es sei der Kläger und Berufungskläger in Abänderung des Scheidungsurteils des Bezirksgerichts Zürich vom 10. März 2014 zu verpflichten, die Beklagte und  für den Zeitraum der Sistierung der Unterhaltspflicht ab 1. Oktober 2020 bis 30. Juni 2021 quartalsweise über seine Einkommensverhältnisse zu dokumentieren samt detaillierter Belege (/Lohnausweise, Belege über allfällige selbständige Tätigkeit sowie  über allfälliges Erwerbsersatzeinkommen wie ALV-Taggelder oder  etc.), mit Rückwirkung im Unterlassungsfall.
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich Mehrwertsteuerzusatz
zu Lasten des Klägers und Berufungsklägers.
des Anschlussberufungsbeklagten (act. 69 S. 2):
1. Das Rechtsbegehren der Beklag-
ten/Berufungsbeklagten/Anschlussberufungsklägerin sei vollumfänglich  soweit darauf einzutreten ist.
2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (inkl. MWST) für beide In-
stanzen zu Lasten der /Berufungsbeklagten/Anschlussberufungsklägerin.

Erwägungen:
1. Ausgangslage und Verfahrensgang
1.1. Die Ehe zwischen B._ und A._ wurde mit Urteil des Bezirksge-
richts Zürich, 3. Abteilung, Einzelgericht, vom 10. März 2014 geschieden. A._
(Kläger, Berufungskläger, Anschlussberufungsbeklagter; nachfolgend Kläger)
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wurde unter anderem verpflichtet, für die gemeinsame Tochter C._, geb.
tt.mm.2012, monatliche Unterhaltsbeiträge in der Höhe von Fr. 400.– vom 1. April
2014 bis 30. September 2014, von Fr. 600.– vom 1. Oktober 2014 bis 31. De-
zember 2015 und von Fr. 1'000.– ab dem 1. Januar 2016 bis zum ordentlichen
Abschluss einer angemessenen Erstausbildung zu bezahlen (act. 3/23/20 S. 15,
Dispositiv-Ziff. 4).
1.2. Mit Schreiben vom 14. September 2015 richtete sich der Kläger an das
Einzelgericht des Bezirksgerichts Zürich und ersuchte sinngemäss um Reduktion
der ab dem 1. Januar 2016 auf Fr. 1'000.– festgelegten Kinderunterhaltsbeiträge
(act. 3/24/1). Das Einzelgericht trat auf die Abänderungsklage mit Verfügung vom
22. März 2016 nicht ein, nachdem es das Gesuch des Klägers um unentgeltliche
Rechtspflege abgewiesen und dieser den verlangten Kostenvorschuss nicht be-
zahlt hatte (act. 3/24/18). In der Folge gelangte der Kläger am 10. April 2017 er-
neut an das Einzelgericht des Bezirksgerichts Zürich und ersuchte um Reduktion
der monatlichen Kinderunterhaltsbeiträge in der Höhe von Fr. 1'000.–
(act. 3/25/1). Das zuständige Einzelgericht verlangte vom Kläger erneut einen
Kostenvorschuss. Das vom Kläger darauf gestellte Gesuch um unentgeltliche
Rechtspflege wurde abgewiesen und ihm wurde Frist angesetzt, um den Kosten-
vorschuss in monatlichen Raten zu bezahlen (act. 3/25/15). Darauf liess der Klä-
ger – in der Zwischenzeit anwaltlich vertreten – die Abänderungsklage mit Schrei-
ben vom 25. Juli 2017 zurückziehen (act. 3/25/17).
1.3. Am 26. März 2018 reichte der Kläger erneut eine Abänderungsklage beim
Einzelgericht des Bezirksgerichts Zürich ein (act. 3/1). Das Einzelgericht wies die
Abänderungsklage nach durchgeführtem Verfahren mit Urteil vom 5. Dezember
2018 ab, wobei es auch das Gesuch des Klägers um unentgeltliche Rechtspflege
infolge Aussichtslosigkeit abwies (act. 3/26). Gegen diesen Entscheid erhob der
Kläger Berufung beim Obergericht. Die Berufung wurde von der Kammer mit Be-
schluss vom 25. März 2019 gutgeheissen und das Verfahren zu neuer Beurtei-
lung und Entscheidung an das Einzelgericht zurückgewiesen (act. 2).
1.4. Nach der Rückweisung wurde das Verfahren vom Einzelgericht unter der
Geschäfts-Nr. FP190053 weitergeführt. Mit Verfügung vom 12. Juni 2019 gewähr-
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te das Einzelgericht dem Kläger rückwirkend ab dem 26. März 2018 die unentgelt-
liche Rechtspflege und forderte ihn auf, einen unentgeltlichen Rechtsbeistand zu
bezeichnen (act. 6). Darauf zeigte Rechtsanwältin lic. iur. X._ unter Beilage
einer Vollmacht an, dass sie den Kläger vertritt (act. 8 und 9). Die Klagebegrün-
dung reichte der Kläger mit Eingabe vom 30. August 2019 ein (act. 12), die Kla-
geantwort datiert vom 4. November 2019 (act. 16). Replik und Duplik erstatteten
die Parteien anlässlich der Hauptverhandlung vom 9. Januar 2020 (Prot. Vi S. 24
ff.). In der Folge wurde das Verfahren zur Frage der Aussteuerung des Klägers ab
Februar 2020, zu seinen Stellensuchbemühungen von Mitte Februar bis Mitte Ap-
ril 2020 und zu allfälligen Sozialhilfebezügen in dieser Zeitperiode ergänzt (act.
28, 30, 32, 34, 36, 40, 42, 43, 45). Mit Urteil vom 4. Juni 2020 änderte das Einzel-
gericht des Bezirksgerichts Zürich (nachfolgend Vorinstanz) Dispositiv-Ziff. 3 des
Scheidungsurteils im eingangs wiedergegebenen Sinn ab (act. 49).
1.5. Gegen dieses Urteil erhob der Kläger am 7. Juli 2020 rechtzeitig Berufung
beim Obergericht (zur Rechtzeitigkeit: act. 51). Gleichzeitig ersuchte er um Ge-
währung der unentgeltlichen Rechtspflege für das Berufungsverfahren (act. 57
S. 2). Den Parteien wurde der Eingang der Berufung mitgeteilt (act. 61/1-2), und
die Akten der Vorinstanz wurden von Amtes wegen beigezogen (act. 1-55). Mit
Verfügung vom 20. August 2020 wurde der Beklagten, Berufungsbeklagten und
Anschlussberufungsklägerin (nachfolgend Beklagte) Frist zur Beantwortung der
Berufung angesetzt, und die Prozessleitung wurde an die Referentin delegiert
(act. 62). Die Beklagte reichte die Berufungsantwort mit Eingabe vom 21. Sep-
tember 2020 ein und erhob gleichzeitig Anschlussberufung mit den obgenannten
Anträgen (act. 64). Auf entsprechende Fristansetzung mit Verfügung vom 25.
September 2020 reichte der Kläger am 29. Oktober 2020 die Anschlussberu-
fungsantwort ein (act. 69 und 70/1-2). Mit Eingabe vom 3. November 2020 reichte
der Kläger sodann ein ärztliches Zeugnis der Klinik D._ vom 27. Oktober
2020 nach (act. 72 und 73).
1.6. Nach entsprechender Rücksprache mit den beiden Rechtsvertretern wur-
den die Parteien zu einer Vergleichsverhandlung auf den 18. November 2021
vorgeladen (act. 75/1-2). Anlässlich dieser Verhandlung schlossen die Parteien
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unter Mitwirkung des Gerichts eine Vereinbarung betreffend vorsorgliche Mass-
nahmen sowie eine Vereinbarung betreffend Abänderung des Scheidungsurteils
vom 10. März 2014 (Prot. S. 5; act. 79 und act. 80). Die zuletzt genannte Verein-
barung wurde an die Bedingung geknüpft, dass das Arbeitsverhältnis des Klägers
bei der Firma E._ nicht bis Ende Januar 2022 von der Arbeitgeberin – ohne
Verschulden des Klägers – gekündigt werde.
1.7. Der Kläger liess mit Eingabe vom 22. November 2021 unter Beilage einer
entsprechenden Zivilstandsurkunde mitteilen, dass er seinen Vornamen geändert
hat (act. 82 und 83). Mit Beschluss vom 24. November 2021 wurde der Vorname
des Klägers im Rubrum geändert, die Vereinbarung der Parteien betreffend vor-
sorgliche Massnahmen genehmigt und das Verfahren bis Ende Januar 2022 sis-
tiert (act. 84). Der Kläger hat mit Schreiben vom 1. Februar 2022 mitgeteilt, dass
er immer noch bei der Firma E._ angestellt ist (act. 86).
2. Prozessuales
Die Berufung hemmt die Rechtskraft und die Vollstreckbarkeit des angefochtenen
Entscheids im Umfang der Anträge (Art. 315 Abs. 1 ZPO). Der Kläger verlangt mit
der Berufung die Aufhebung der Dispositiv-Ziffer 2 des erstinstanzlichen Urteils,
soweit er ab dem 1. Juli 2021 wieder verpflichtet wurde, die im Scheidungsurteil
vom 10. März 2014 festgelegten Unterhaltsbeiträge von Fr. 1'000.– an seine
Tochter zu bezahlen (act. 57 S. 2). Die Anschlussberufung richtet sich gegen Dis-
positiv-Ziffer 1, dritter Spiegelstrich, des angefochtenen Urteils und damit gegen
die Sistierung der Unterhaltspflicht des Klägers vom 1. Oktober 2020 bis 30. Juni
2021 (act. 64 S. 2 und 5). Damit ist die Abänderung der Unterhaltsbeiträge für die
Zeit vom 1. Januar 2019 bis 30. September 2020 im Betrag von Fr. 900.– bzw.
Fr. 832.– pro Monat (Dispositiv-Ziffer 1, erster und zweiter Spiegelstrich) nach Ab-
lauf der Frist für die Berufungsantwort am 22. September 2020 rechtskräftig ge-
worden. Dies ist vorzumerken.
3. Genehmigung der Vereinbarung
3.1. Die von den Parteien geschlossene Vereinbarung lautet wie folgt:
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"1. Die Parteien vereinbaren für den Fall, dass der Kläger per Ende Januar 2022 in
ungekündigter Stellung in der Logistik bei der Firma E._ tätig ist, in Abände-
rung von Dispositiv-Ziffer 3 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 10. März
2014 folgende Regelung:
3. Der Kläger wird verpflichtet, für die Tochter C._ folgende Unterhaltsbei-
träge zu bezahlen:
- ab 1. Januar 2019 bis 31. Januar 2020 Fr. 900.– pro Monat
- ab 1. Februar bis 30. September 2020 Fr. 832.– pro Monat
- ab 1. Oktober 2020 bis 30. April 2021 Fr. 0.–
- ab 1. Mai 2021 bis 31. Januar 2022 Fr. 200.– pro Monat
- ab 1. Februar 2022 bis 30. April 2022 Fr. 500.– pro Monat
- ab 1. Mai 2022 Fr. 1'000.– pro Monat
Im Übrigen gelten die im Scheidungsurteil vom 10. März 2014, Ziffer 3.4 (Kin-
derunterhaltsbeiträge) festgelegten Bestimmungen unverändert weiter.
2. Dieser Vereinbarung liegen folgende finanzielle Verhältnisse der Parteien zu-
grunde:
Einkommensverhältnisse: - Erwerbseinkommen des Klägers: Fr. 5'275.–
(monatlich netto, inkl. 13. Monatslohn, exkl. Familien-, Kinder- und Ausbildungszulagen)
- Erwerbseinkommen der Beklagten: Fr. 6'300.– (monatlich netto, inkl. 13. Monatslohn, exkl. Familien-, Kinder- und Ausbildungszulagen)
- C._ Fr. 200.– (Kinder- und Ausbildungszulagen)
Bedarfszahlen: - Des Klägers: familienrechtlicher Notbedarf Fr. 3'240.– - Der Beklagten: familienrechtlicher Notbedarf Fr. 3'543.– - C._: Barbedarf Fr. 1'455.–
3. Die Parteien übernehmen die Gerichtskosten je zur Hälfte und verzichten ge-
genseitig auf eine Parteientschädigung.
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4. Diese Vereinbarung tritt in Kraft, wenn der Kläger nicht bis Ende Januar 2022
gegenüber dem Gericht den schriftlichen Nachweis erbringt, dass sein Arbeits-
verhältnis mit der Firma E._ unverschuldeterweise von der Arbeitgeberin
gekündigt wurde."
3.2. Die von den Parteien vereinbarten Kinderunterhaltsbeiträge erscheinen
angesichts ihrer finanziellen Leistungsfähigkeit als angemessen. Folglich ist die
Vereinbarung zu genehmigen (Art. 284 Abs. 3 i.V.m. Art. 279 ZPO). Die Disposi-
tiv-Ziffern 1 und 2 des angefochtenen Urteils vom 4. Juni 2020 sind aufzuheben
und Dispositiv-Ziffer 3 des Scheidungsurteils des Einzelgerichts des Bezirksge-
richts Zürich vom 10. März 2014 entsprechend abzuändern.
4. Unentgeltliche Rechtspflege
4.1. Beide Parteien haben um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege für
das Berufungsverfahren ersucht (act. 57 S. 2; act. 64 S. 3), wobei die Beklagte
das von ihr gestellte Gesuch anlässlich der Verhandlung vom 18. November 2021
zurückgezogen hat. Folglich ist dieses abzuschreiben; das Gesuch des Klägers
ist indessen zu beurteilen.
4.2. Eine Person hat Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, wenn sie nicht
über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos
erscheint (Art. 117 ZPO). Sie hat dabei ihre finanziellen Verhältnisse darzulegen
(Art. 119 ZPO).
4.3. Die Mittellosigkeit des Klägers ist aufgrund der Akten ausgewiesen, auch
wenn er seit dem 26. April 2021 wieder eine Arbeitsstelle hat und nicht mehr von
der Sozialhilfe lebt (act. 57 Ziff. 44 ff.; act. 77/1-2). Die Berufung kann zudem nicht
als aussichtslos bezeichnet werden. Das Gesuch des Klägers um unentgeltliche
Rechtspflege und um Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsbeiständin ist des-
halb zu bewilligen.
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5. Kosten- und Entschädigungsfolgen
Vereinbarungsgemäss sind den Parteien die Kosten für das Berufungsverfahren
je zur Hälfte aufzuerlegen und es sind keine Parteientschädigungen zuzuspre-
chen.