Decision ID: 33f8a5cd-5bed-4dfc-a172-f4d7d66b64ca
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1976, war seit
November 2016
bei
der Y._
GmbH
als
Hilfsgipser
angestellt und damit bei der
S
uva
versichert, als er am
2
8.
Mai 2018
bei
einer Schwelle stolperte und mit dem Knie aufschlug
(Urk.
8/1
).
Die Suva erbrachte in der Folge Versicherungsleistungen (
Urk.
8/2-5).
Mit Schadenmeldung vom 1
5.
Juni 2020 machte der Versicherte einen Rückfall
vom
1.
Juni 2020
zum Ereignis vom 2
8.
Mai 2018 geltend (
Urk.
8/18).
Nac
h getätigten Abklärungen teilte
die S
uva dem Versicherten mit, sie übernehme mangels Kausalzusammenhang
s
zwischen dem Ereignis vom 2
8.
Mai 2018 und den Kniebeschwerden rechts keine Versicherungsleistungen für den gemeldeten Rückfall (
Urk.
8/33). Mit Verfügung vom 1
1.
September 2020 (
Urk.
8/54) bestätigte die Suva ihren Entscheid.
Die vom Versicherten am
2.
Oktober 2020
dagegen
erhobene Einsprache (Urk.
8/63
) wies die S
uva
mit Entscheid vom
3.
Februar 2021
ab (Urk.
8/83
= Urk. 2).
2.
Der
Versicherte erhob am 2
6.
Februar 2021
Beschwerde (Urk. 1) gegen den
Ein
spracheentscheid
vom
3.
Februar 2021 (Urk. 2) und beantragte, dieser sei aufzu
heben und die Beschwerdegegnerin sei anzuweisen, die gesetzlichen Versicherungsleistungen (Übernahme der Heilungskosten und A
usrichtu
n
g
von Unfalltaggeldern) für den Rückfall vom 1
0.
Juni 2020 zum Unfallereignis vom 2
8.
Mai 2018 zu erbringen (S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 2
2.
April 2021
(
Urk.
7
) beantragte die S
uva
die Ab
weisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerde
führer am 2
6.
April 2021
zur Kenntnis gebracht (Urk.
9
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss
des Bundesgesetzes
über die Unfallversicherung (UVG)
setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausal
zusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natür
lichen Kausalzusammen
hangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bezie
hungsweise nicht
zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ent
sprechend dieser Um
schreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheit
licher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht wer
den kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm ob
liegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
an
spruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.2
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 402 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.3
Die in Rechtskraft erwachsene Verweigerung weiterer Leistungen durch den ob
ligatorischen Unfallversicherer schliesst die spätere Entstehung eines Anspruchs, der sich aus demselben Ereignis herleitet, nicht unter allen Umständen aus. Viel
mehr steht ein solcher Entscheid unter dem Vorbehalt späterer Anpassung an geänderte unfallkausale Verhältnisse. Dieser in der Invalidenversicherung durch das Institut der Neuanmeldung geregelte Grundsatz gilt auch im Unfall
versicherungsrecht, indem es der versicherten Person jederzeit freisteht, einen Rückfall oder Spätfolgen eines rechtskräftig beurteilten Unfallereignisses geltend zu machen (vgl. Art. 11
der Verordnung über die Unfallversic
herung; UVV) und erneut Leistungen der Unfallversicherung zu beanspruchen. Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu (weiterer) Arbeits
unfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes
Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder auch psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem andersgearteten Krankheitsbild führen können (BGE 144 V 245 E. 6.1, 118 V 293 E. 2c, je mit Hinweisen).
Rückfälle und Spätfolgen schliessen sich begrifflich an ein bestehendes Unfall
ereignis an. Entsprechend können sie eine Leistungspflicht der Unfall
versicherung nur auslösen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesundheits
schädigung ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 118 V 293 E. 2c in
fine
). Es obliegt dem Leistungsansprecher, das Vorliegen eines Kausalzusammenhangs zwischen dem als Rückfall oder Spätfolge geltend gemachten Beschwerdebild und dem Unfall nachzuweisen. Nur wenn die Unfall
kausalität mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt ist, entsteht eine erneute Leistungspflicht des Unfallversicherers; dabei sind an den Wahrscheinlichkeits
beweis umso strengere Anforderungen zu stellen, je grösser der zeitliche Abstand zwischen dem Unfall und dem Auftreten der gesundheitlichen Beeinträchtigung ist. Bei Beweislosigkeit fällt der Entscheid zu Lasten der versicherten Person aus (Urteile des Bundesgerichts 8C_627/2020 vom 10. Dezember 2020 E. 2.3 und 8C_589/2017 vom 21. Februar 2018 E. 3.2.2, je mit Hinweisen).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis)
.
1.5
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versicherungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Ver
sicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Entscheid (Urk.
2) davon aus, gemäss Kreisärztin med.
pract
.
Z._
sei die Unfallkausalität aufgrund fehlender Echtzeitdokumente, fehlender relevanter Brückensymptome und nachgewiesener degenerativer Veränderungen im Bereich des
Meniskushinterhornes
und dem biomechanisch für eine Meniskusläsion eher unpassenden Unfallhergang nicht überwiegend wahrscheinlich.
Auch das grosse Ganglion medial unter dem Seitenband sei nicht als überwiegend wahrscheinlich unfallkausal zu erachten.
Die heute beklagten Kniebeschwerden inklusive der durchgeführten Operation seien nicht durch das inkriminierte Trauma verursacht worden. Im Grundfall sei von einer zeitlich limitierten Verschlimmerung für wenige Wochen auszugehen, dafür spreche auch der gesamte Verlauf des Grundfalls mit Besserung, Verzicht auf eine Operation zum damaligen Zeitpunkt und Rückfallmeldung erst nach zwei Jahren
(S. 4)
.
Es sei von den kreisärztlichen Beurteilungen auszugehen.
D
ie
Beschwerdegegnerin
könne nicht darauf behaftet werden, dass im Grundfall
Leistungen
übernommen
worden seien. Abgesehen davon wäre
n im Rahmen eines Rückfalls die Frage der Kausalität
neu zu
beantworten und bei einem immer noch laufenden Fall die nunmehr vorgenommene Kausalitätsbeurteilung unter dem Gesichtspunkt ex
nunc
et pro
futur
o
nicht zu beanstanden, da es dies
bezüglich weder der Voraussetzungen einer Wiedererwägung noch prozessualen Revision bedürfe.
Die Kausalitätsbeurteilu
ng obliege dem Arzt und die
Kreisärztin zeige nachvollziehbar auf, weshalb die erhobenen strukturellen Folgen unfall
fremder, degenerativer
Natur seien
(S. 7)
.
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber
auf den Standpunkt (Urk. 1), er
habe nie
die
Möglichkeit erhalten,
den
Unfallhergang vom 2
8.
Mai 20
18 genau zu schildern.
In den verschiedenen Unfallmeldungen werde der Unfallhergang zudem
kohärent
geschildert, indem durchwegs ein
Sturz auf
der
Baustelle mit Distorsion und Anschlagen des
rechten Knies auf einem Metallstück
beschrieben werde (S. 4)
. Für
Dr.
A._
und
auch für den späteren Chirurgen
Dr.
B._
sei
der
Unfallhergang geeignet
gewesen
,
den
Horizontalriss am
Hinterhorn
des medialen Meniskus zu bewirken.
Und auch die Beschwerdegegnerin selber habe
2018
die traumatische Ursache der Verletzungen (noch) nicht
in Frage gestellt.
Dies habe sich nach der Rückfallmeldung geändert.
Zunächst habe
sie
nur
den
Kausalzusammenhang der neuen Beschwerden mit den 2018 noch als unfall
bedingt
eingeschätzten
Verletz
ungen in Abrede gestellt.
S
päter
habe sie aber
auch bestritten, dass die 2018 erlittenen Verlet
z
ungen unfallbedingter Natur gewesen seien.
Sie habe
sich dabei auf die Beurteilung durch
die Kreisärztin
med.
pract
.
Z._
gestützt
,
welche jedoch
schwerwiegende fachliche, rechtliche
und tatsächliche Mängel aufweise.
So habe die Kreisärztin ihn nie untersucht und auch nicht zum Unfallhergang befragt (S. 5). Das
Gesamtbild spreche
jedoch gegen degenerativ bedingte Vorschädigungen des Meniskus und für die
Unfall
kausalität
der Verletzungen (S. 6)
.
Er sei nach dem Unfall vom 2
8.
Mai 2018 nie ganz beschwerdefrei gewesen. Der diagnostizierte Horizontalriss am medialen Meniskus sei traumatischer Natur gewesen und auf das Unfallereignis vom 2
8.
Mai 2018 zurückzuführen gewesen (S. 7 f.).
Die 2018 und 2020 gestellten Diagnosen
seien mit dem Horizontalriss am medialen Meniskus absolut identisch. Damit sei der Rückfall zum Unfall von 2018 ausgewiesen (S. 8).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Beschwerden des rechten Knies im Sinne eines Rückfalls in
rechts
genüglichem
Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 2
8.
Mai 2018 stehen und er somit Anspruch auf Versicherungsleistungen hat.
3.
3.1
Mittels am 1
9.
Juli 2018 im Spital
C._
durchgeführter Magnetresonanz
tomografie des rechten Knies konnten keine Frakturen und kein Knochenmarks
ödem festgestellt werden. Es zeigte sich ein Horizontalriss am
Hinterhorn
des medialen Meniskus mit Kontakt zur Unterfläche (
Urk.
8/6).
3.2
Dr.
med. D._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, führte am 1
0.
August 2018 im Arztzeugnis zuhanden der Beschwerdegegnerin aus (
Urk.
8/10), die Erstbehandlung habe am 1
3.
Juli 2018 stattgefunden. Der Beschwerdeführer sei vor mehr als einem Monat auf einen Metalltisch gestürzt und habe sich wahrscheinlich das Knie verdreht. Seitdem habe er Schmerzen und eine Schwellung. Klinisch hätten sich eine leichte Schwellung sowie ein Erguss, eine
Druckdolenz
sowie ein Rotationsschmerz medial gezeigt. Es habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 1
3.
Juli bis 2
0.
Juli 2018 sowie vom
7.
August bis 1
2.
August 2018 bestanden.
Die weitere Behandlung erfolge durch das Spital
C._
.
3.3
Dr.
med. A._
, Facharzt für Chirurgie,
Leitender Arzt,
Spital
C._
, berichtete am 2
7.
August 2018 (
Urk.
8/13
/2-3
) und nannte folgende Diagnosen:
-
Status nach Kniedistorsionstrauma rechts mit Läsion des medialen Menis
kus am 2
8.
Mai 2018
-
Senkfussstellung beidseits
Er führte aus,
es sei eine Zuweisung aufgrund einer persistierenden sympto
matischen, medialen Meniskusläsion am rechten Knie erfolgt. Der Beschwerde
führer gebe an, bei der Arbeit als Gipser von knapp einem Meter gestürzt zu sein und sich dabei ein Kniedistorsionstrauma rechts zugezogen zu haben. Seither bestünden lokalisierte Schmerzen, welche initial belastungsabhängig eine Schwellungsneigung zeigten. Im Verlauf beschreibe der Beschwerdeführer eine leichte Besserung der Beschwerden
, so dass aktuell keine Schwellungsneigung mehr aufgetreten sei.
Hingegen verspüre er weiterhin auf Höhe des medialen Kniegelenkspaltes teilweise rezidivierende, stechende Beschwerden unter Belastung (S. 1).
Nach ausführlicher Besprechung der heutigen klinischen und bildgebenden Befunde und bei leichter Besserung der Beschwerden im Verlauf ohne Blockadesymptome möchte der Beschwerdeführer vorerst von einer Knie
gelenksarthroskopie absehen und den weiteren Spontanverlauf abwarten (S. 2).
3.4
Mittels am 1
6.
Juni 2020 durchgeführter Magnetresonanztomografie des rechten Knies konnten eine mediale Meniskusläsion des
Hinterhorns
bis in die Pars
inter
media
reichend mit einem schräg verlaufenden Einriss
,
ein assoziiertes
posteriores
und mediales Meniskusganglion
sowie eine kleine Baker-Zyste an typischer Stelle
festgestellt werden (
Urk.
8/26).
3.5
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie des Bewegungs
apparates, berichtete am
3.
Juli 2020 (
Urk.
8/27) und nannte als Diagnose eine mediale Meniskusläsion mit grossem medialem Ganglion rechts. Er führte aus,
der Beschwerdeführer habe sich im Mai 2018 ein Kniedistorsionstrauma rechts zugezogen. Die damals durchgeführten Abklärungen hätten eine mediale Meniskusläsion gezeigt. Der Beschwerdeführer berichte, dass er immer einen gewissen Druck am medialen Gelenkspalt verspürt habe, aber normal
habe
arbeiten können. Am
9.
Juni 2020 sei es zu einem erneuten kleinen Distorsionstrauma gekommen, seither klage der Beschwerde
führer über einen massiven medialen Knieschmerz und sei nicht mehr arbeits
fähig. Das rechte Kniegelenk sei nur leicht geschwollen, es bestehe ein deutlicher Hyperextensions- und Hyperflexionsschmerz und vor allem eine deutliche
Druck
dolenz
über dem medialen Gelenkspalt (S. 1).
Im Vergleich zur MRI-Untersuchung vom Juli 2018 sei die Meniskusverletzung in etwa identisch. Was sich geändert habe
,
sei die Grösse des medialen Ganglions unter dem medialen Seitenband. Ob die Beschwerden primär
durch dieses Ganglion oder eher durch die komplexe mediale Meniskusläsion ausgelöst würden, könne
er
nicht entsche
i
den. Jedenfalls sei der Beschwerdeführer durch das Problem jetzt invalidisiert und die Indikation zur operativen Sanierung sei klar gegeben
(S. 2).
3.6
Mit Operationsbericht vom 1
5.
Juli 2020 (
Urk.
8/30
/2-3
) berichteten die Ärzte des Spitals
C._
über die gleichentags durchgeführte
Kniegelenksarthroskopie rechts mit medialer
Teilmeniskektomie
sowie Revision des Knies rechts medial mit Ganglion Inzision und Entfernung sowie leichtem
Weichteildébridement
. Sie führten aus,
intraoperativ habe sich medial am
Meniskushinterhorn
ein komplexer radiärer und horizontaler Einriss mit freiem Lappen am
Hinterhorn
bis in die Pars
intermedia
reichend dargestellt. Es zeigten sich intakte Knorpel
verhältnisse
femorotibial
.
3.7
Med.
pract
.
Z._
, Fachärztin für Chirurgie, Suva-Kreisärztin, nahm am 2
1.
Juli 2020 Stellung (
Urk.
8/31) und führte aus,
die geltend gemachten Beschwerden am rechten Knie seien nicht überwiegend wahrscheinlich auf den Unfall vom 2
8.
Mai 2018 zurückzuführen. Anlässlich des Traumas sei keine zeit
nahe Vorstellung beim Arzt sowie keine zeitnahe Schadenmeldung erfolgt.
Im MRI von 2018 hätten sich keine überwiegend wahrscheinlich als unfallkausal zu erachtenden Veränderungen gezeigt. Gesamthaft sei eine zeitlich limitierte Ver
schlimmerung im Grundfall anzunehmen, die nach sechs Wochen als abgeklungen zu erachten gewesen sei.
3.8
Suva-Kreisärztin med.
pract
.
Z._
nahm am 2
9.
Juli 2020 eine ärztliche Beurteilung aufgrund der Akten vor (
Urk.
8/40) und führte aus,
der Beschwerde
führer habe 2018 eine Kniekontusion mit allenfalls auch Distorsionskomponente erlitten. Die Behandlung sei ebenso wie die Schadenmeldung nicht zeitnah er
folgt, sondern erst mehrere Wochen nach dem Trauma. Eine Arbeitsunfähigkeit als Hilfsgipser, einer sicher schweren, stehend-gehenden Tätigkeit, sei über Wochen bis zur Erstkonsultation beim Hausarzt nicht notwendig gewesen.
Es sei eine Bilanzierung des rechten Kniegelenks mittels MRI erfolgt. Hinweise auf eine traumatische Einwirkung einige Wochen zuvor hätten klar ausgeschlossen wer
den können. Es habe sich lediglich ein Horizontalriss am
Hinterhorn
des mediale
n
Meniskus gefunden, der klassische
n
Prädilektionsstelle der degenerativen Meniskusläsion
(S. 3)
.
Am 2
4.
August 2016 (richtig: 2018) habe sich der Beschwerdeführer noch beim Orthopäden vorgestellt. Dieser habe aufgrund der vorliegenden Besserung ein abwartendes Vorgehen empfohlen. Dann habe man für fast zwei Jahre nicht
s
mehr vom Versicherten gehört betreffend rechtes Knie, bis er sich – nicht nur dem Betrieb auffallend – kurz nach erfolgter Kündigung wieder ärztlicherseits vorgestellt habe aufgrund von Beschwerden im rechten Knie und eine Rückfallmel
d
ung veranlasst habe.
Beim Beschwerdeführer bestehe eine isolierte mediale Meniskusläsion, betont im
Hinterhorn
rechts, welche er dem Trauma von 2018 anlaste
(S. 4)
.
Das Trauma, das der Beschwerdeführer beschreibe, erscheine nicht geeignet, eine isolierte Meniskusverletzung hervorzurufen. Es handle sich um ein Stolpern mit überwiegender Kontusions- und nur fraglicher Distorsionskomponente. Gegen die Unfallkausalität spreche jedoch insbesondere die lange Latenz zwischen erster ärztlicher Konsultation und Trauma sowie d
ie
volle Arbeitsfähigkeit in der doch eher kniebelastenden Tätigkeit, die der Beschwerdeführer innegehabt habe.
Auch zeige die intraoperativ erhobene Befundung keine eigentliche frische trauma
tische Rissformation, sondern eine Komplexläsion des medialen Meniskus, was ebenfalls gegen die Unfallkausalität spreche. Gegen eine traumatische Läsion welcher Art auch immer spreche auch das Fehlen von Begleitverletzungen beziehungsweise narbiger Residuen von Begleitverletzungen im MRI.
Aufgrund fehlender Echtzeitdokumente, fehlender relevanter
Brückensymptome (die Arbeitsfä
higkeit s
ei erhalten gewesen, ein Arztbes
uch sei
nicht erforderlich gewesen) und nachgewiesener degenerativer Veränderungen im Bereich des
Meniskushinterhorns
und dem biomechanisch für eine Meniskusläsion eher unpassendem Unfallhergang sei aus kreisärztlicher Sicht die Unfallkausalität nicht überwiegend wahrscheinlich. Auch das grosse Ganglion medial unter dem Seitenband sei nicht als überwiegend wahrscheinlich unfallkausal zu erachten.
Aufgrund der beschriebenen degenerativen Veränderungen des Innenmeniskus sowie der biomechanischen Belastung sei eine schleichend und auf dem Boden degenerativer Gewebsveränderungen basierende Meniskusläsion anzunehmen
.
Gesamthaft ergäben sich somit keine Änderungen zur früheren kreisärztlichen Beurteilung. Die heute beklagten Kniebeschwerden inklusive der durchgeführten Operation seien nicht durch das inkriminierte Trauma verursacht worden. Im Grundfall sei von einer zeitlich limitierten Verschlimmerung für wenige Wochen auszugehen. Dafür spreche ja auch der gesamte Verlauf des Grundfalls mit Besserung, Verzicht auf eine Operation zum damaligen Zeitpunkt und Rückfall
meldung erst nach zwei Jahren
(S. 5)
.
3.9
Dr.
B._
berichtete am 1
6.
Oktober 2020 (
Urk.
8/68/1) und führte aus, der Beschwerdeführer sei ihm durch dessen Hausarzt wegen einer Kniegelenks
problematik rechts überwiesen worden. Er habe den Beschwerdeführer erstmals am
2.
Juli 2020 in seiner Sprechstun
de gesehen. Es habe damals ein Z
ustand nach Kniedistorsionstrauma im Mai 2018 bestanden. Mit MRI sei damals eine mediale Meniskusläsion posttraumatisch diagnostiziert worden. Da sich die Situation doch laufend verbessert habe, sei auf ein operatives Vorgehen verzichtet worden. Der Beschwerdeführer habe immer wieder Schmerzen im Bereich des medialen Gelenkspalts verspürt. Am
9.
Juni 2020 habe sich der Beschwerdeführer ein erneutes Distorsionstrauma seines rechten Kniegelenks zugezogen. Seither
bestünden zunehmende Beschwerden, die zu einer Arbeitsunfähigkeit geführt hätten.
In der klinischen Untersuchung sei eine typisch
e
mediale Meniskussymptomatik festgestellt worden. Die MRI-Untersuchung vom 1
6.
Juni 2020 habe eine komplexe
dorso
mediale Meniskusläsion gezeigt. Entsprechend sei am 1
5.
Juli 2020 eine
arthroskopische
Sanierung dieser komplexen Meniskusläsion durch
geführt und g
l
eichzeitig ein mediales Ganglion durch eine kleine Inzision entfernt worden. Der Verlauf sei dann leider protrahiert gewesen, die Arbeit habe bis heute nicht aufgenommen werden können. Diese bisher fehlende Arbeitsfähigkeit ändere nichts daran, dass beim Beschwerdeführer eine posttraumatische Menis
kusläsion bestanden habe, zurückzuführen auf den Unfall vom Mai 201
8.
3.10
Suva-Kreisärztin med.
pract
.
Z._
nahm am 1
4.
Dezember 2020 eine ärztliche Beurteilung aufgrund der Akten vor (
Urk.
8/76) und führte aus,
zur Behauptung von
Dr.
B._
, wonach im MRI 2018 eine mediale Meniskusläsion «posttrauma
tisch» diagnostiziert worden sei, bleibe festzuhalten, dass dies eben gerade nicht der Fall sei. Neben der ausführlichen Beurteilung vom 2
9.
Juli 2020, worin fest
gehalten werde, dass es im Grund
e
genommen keine isolierten Meniskusläsionen gebe, die Morphologie mit horizontaler Läsion im Bereich des medialen
Meniskushinterhorns
klar der klassischen Prädilektionsstelle der degenerativen Meniskusläsion entspreche und zudem keinerlei Begleitverletzungen vorlägen, müsse auch auf die Beurteilung der Radiologen vom Spital
C._
verwiesen wer
den (S. 5). Hier bestätige sich ebenfalls der Horizontalriss am
Hinterhorn
mit Kontakt zur Unterfläche, zudem seien angrenzende
Ganglionzysten
und voll
ständig fehlende
Begleitverletzungen sowie eine kleine
Bakerzyste
als Zeichen der chronischen Kniegelenksveränderung festgestellt worden
(S. 6)
.
Die Kreisärztin verw
i
es
sodann
auf die Aussage der ersten Stunde sowie die unterschiedlichen Schilderungen des Unfallhergangs in den Akten (S. 6 unten)
und führte aus, dass auch der nun von der Rechtsvertreterin geschilderte Hergang eher einem Anpralltrauma entspreche und im Wesentlichen nicht geeignet erscheine (S. 6 unten).
Letztlich
komme der exakten Rekonstruktion des Unfall
hergangs beziehungsweise des genauen Ablaufs zum Zeitpunkt des Impacts keinesfalls eine überragende Rolle zu. Sie sei vielmehr wie alle anderen Bausteine der Begutachtung nur ein
einzelnes «Mosaikstück im Gesamtpuzzle
»
(S. 7 oben)
.
Aus dem Umstand, dass 2018 der Schadenfall bei geringen Kosten und kurzer Arbeitsunfähigkeit ohne kreisärztliche Beurteilung und somit ohne
Beizug
des Versicherungs
mediziners übernommen worden sei,
könne nichts abgeleitet wer
den.
Dass der Beschwerdeführer Schmerzen gehabt habe
,
sei möglicherweise so,
möglicherweise aber auch nicht. Fakt sei, dass die
Erstkonsultation
mehr als 6 Wochen nach dem Unfall erfolgt sei
,
der Beschwerdeführer
während dieser Zeit als
Hilfsgipser voll arbeitsfähig gewesen sei
, eine
Arbeitsunfähigkeit
erst mit
der
Erstkonsultation beim Hausarzt am 1
3.
Juli 201
8 attestiert
worden sei
und
unter der Annahme
einer frischen traumatischen Meniskusläsion
dies dem Beschwerdeführer
in seiner kniebelastenden und körperlich belastenden
Tätigkeit
mit Besteigen von Leitern und Gerüsten auch mit gutem Willen nicht möglich gewesen
wäre (S. 7)
.
Man könne zwischen frischtraumatisch und degenerativ bedingten Läsionen unterscheiden. Dies sei auch in der ärztlichen Beurteilung vom 2
9.
Juli 2020 dar
gelegt worden. Es sei nicht s
o
, dass 2018 eine frische Läsion vorgelegen habe, die dann einfach zwei Jahre später operiert worden sei. Es sei vielmehr so, wie auch
Dr.
B._
festhalte,
dass die Meniskusverletzung im Vergleich zur MRI-Untersuchung 2018 in etwa identisch sei. Somit habe man es mit einer unveränderten horizontalen Meniskusläsion zu tun. Diese sei degenerativer Genese,
insbesondere
wenn sie wie vorliegend im medialen
Hinterhorn
lokalisiert sei.
Dieser Befund sei
also kein Indiz für
eine Unfallkausalität. I
m Grundfall habe es sich um eine zeitlich limitierte Verschlimmerung gehandelt,
der
Rückfall sei überwiegend wahrscheinlich nicht unfallkausal und
die Operation
habe keine Unfallfolgen adressiert
(S. 8)
.
3.11
Die Ärzte des
Universitätsspitals E._
, Klinik und Poliklinik für Innere Medizin, berichteten am 2
2.
Januar 2021 (
Urk.
8/84/2-3
=
Urk.
8/84/7-8
) und führten aus, es sei eine Zuweisung bei persistierenden Knieschmerzen rechts trotz K
niearthroskopie mit medialer
Teilmeniskektomie
und
Ganglionresektion
rechts im Juli 2020 erfolgt. Seit der Operation im Juli 2020 sei es zu einer Verbesserung der Schmerzsituation gekommen, jedoch bestünden weiterhin Schmerzen, vor allem beim Treppensteigen und bei knienden Tätigkeiten. Das MRI vom
9.
November 2020 habe keine erneute Meniskusruptur und auch kein
Rezidiv
ganglion
gezeigt (S. 1).
In Zusammenschau der Befunde hätte sich keine Hinweise für eine rheumatologische oder
infektiologische
Genese der Schmerzen gezeigt, so dass die Beschwerden am ehesten im Zusammenhang mit der ursprünglichen Meniskusproblematik zu interpretieren seien, wobei bei nun
blandem
MRI eine erneute Intervention wenig Sinn mache
(S. 2)
.
4.
4.1
Hinsichtlich des Unfallhergangs liegen verschiedene Darstellungen vor (vgl. die diesbezügliche Zusammenstellung in
Urk.
8/76 S. 6
f.
), wobei der B
eschwerde
führer geltend macht, er sei auf dem Metall, mit welchem auf der Baustelle der zirka ein Meter tiefe Graben überbrückt werde, ausgerutscht und dann mit ver
drehtem Knie auf der Kante angeschlagen. Es sei dabei auch noch in den Graben gestürzt, wobei dieser Sturz zu keinen weiteren Verletzungen geführt habe (
Urk.
1 S. 4 f.).
Gemäss den Angaben in der Schadenmeldung vom 1
6.
Juli 2018 sei
d
er
Beschwerdeführer
bei der Schwelle der Eingangstüre gestolpert und mit dem Knie aufgeschlagen (
Urk.
8/1
Ziff.
6).
Dem Arztzeugnis des
Erstbehandlers
Dr.
D._
vom 1
0.
August 2018 ist zu ent
nehmen, dass der Beschwerdeführer
angegeben habe,
vor mehr als einem Monat auf einen Metalltisch gestürzt
zu
sei
n
und sich dabei wahrscheinlich das Knie verdreht
zu
habe
n
(
Urk.
8/10
Ziff.
2).
Dr.
A._
vom Spital
C._
hingegen beschrieb den Unfall
laut Angaben des Beschwerdeführers
als Sturz von knapp einem Meter
mit
Kniedistorsionstrauma
rechts
(
Urk.
8/13/2-3).
Der genaue Unfallhergan
g, insbesondere die Frage, ob der Beschwerdeführer mit dem
rechten
Knie auf eine scharfe Kante stürzte oder sich das Knie
verdrehte, lässt sich fast vier Jahre nach dem Ereignis nicht mehr mittels neuer Beweis
massnahmen erstellen.
Weitere Abklärungen drängen sich daher nicht auf (antizipierte Beweiswürdi
gung, BGE
124 V 90
), vielmehr ist das Unfallereignis in Würdigung der vorlie
genden Akten zu beurteilen.
4.2
Die Angaben zum Unfallhergang in der Schadenmeldung vom 1
6.
Juni 2018 sind zeitnah
und wesensgemäss knapp.
Soweit
der Beschwerdeführer geltend machte, die Kernaussage aller Schilderungen zum Unfallhergang sei gleich, ist ihm inso
fern
zuzustimmen, als davon auszugehen ist, dass er
stolperte, stürzte
und dabei mit dem
rechten
Knie aufschlug.
Davon ist grundsätzlich auszu
gehen.
Dass es darüber hinaus zu
einer Verdrehung des Knies oder einem Sturz auf eine scharfe Kante gekommen ist, ist aufgrund der Unfallschilderungen zwar möglich
. Die Umstände indes
,
dass in
der
Beschreibung des Unfallhergangs vom 1
6.
Juli 2018
lediglich ein Stolpern und Aufschlagen des Knies erwähnt
wurd
e (
Urk.
8/1
Ziff.
6), die Erstbehandlung erst am 1
3.
Juli 2018 stattgefunden hatte und der Beschwerdeführer seine Arbeit fortsetzen konnte
(vgl. vorstehend E. 3.2)
, lassen darauf schliessen, dass ein
allfälliger Sturz auf eine Kante oder ein allfälliges Verdrehen des Knies kein wesentlicher Bestandteil des Unfallmechanismus dar
stellte und damit
insbesondere kein aussergewöhnlicher Schadenmechanismus
eintrat, z
umal auch eine Distorsion des rechten Knies und keine Kontusion diagnostiziert wurde (vgl. vorstehend E. 3.2 und E. 3.3).
4.3
Die behandelnden Ärzte nannten nach dem Unfall als Diagnose einen Status nach Kniedistorsionstrauma rechts. Die MRI-Untersuchung habe ein
en
Horizontalriss am
Hinterhorn
des medialen Meniskus mit Kontakt zur Unterfläche ergeben, wo
bei keine Frakturen und kein Knochenmarksödem festgestellt worden sei
en
(vgl. vorstehend E. 3.1 und E. 3.3).
Am
1
5.
Juni 2020 liess der Beschwerdeführer einen Rückfall melden und bemerkte, seit dem Unfall vom 2
8.
Mai 2018
nie beschwerdefrei gewesen zu sein (vgl. vorstehend E. 2.2).
Eine Untersuchung (MRI) des Kniegelenks vom 1
6.
Juni 2020 ergab eine mediale Meniskusläsion des
Hinterhorns
bis in die Pars
intermedia
reichend mit schräg verlaufendem Einriss
, ein asso
ziiertes
posteriores
und mediales Meniskusganglion sowie eine kleine Baker-Zyste an typischer Stelle (vgl. vorstehend E. 3.4).
Nach Einschätzung durch
Dr.
B._
zeige der Vergleich der MRI von 2018 und 2020 in etwa eine identische Meniskusverletzung, lediglich die Grösse des medialen Ganglions habe sich ver
ändert.
Ob die Beschwerden primär durch das Ganglion oder durch die komplexe mediale Meniskusläsion ausgelöst würden,
könne nicht beurteilt werden (vgl. vorstehend E. 3.5).
Im Oktober 2020 hielt
Dr.
B._
fest, die posttraumatische Meniskusläsion sei auf den Unfall vom Mai 2018 zurückzuführen (vgl. vorstehend E. 3.9).
Die Suva-Kreisärztin med.
pract
.
Z._
ging hingegen davon aus,
die Beschwerden am rechten Knie seien nicht überwiegend wahrscheinlich unfall
kausal. Es sei gesamthaft eine zeitlich limitierte Verschlimmerung im Grundfall anzunehmen, die nach sechs Wochen als abgeklungen zu erachten gewesen sei (vgl. vorstehend E. 3.7
; vgl. auch E. 3.8 und E. 3.10
).
4.4
Den Berichten von Kreisärztin med.
pract
.
Z._
ist Beweiswert beizumessen.
Sie erweisen sich in der medizinischen Beurteilung und in den Sch
luss
fol
ge
rungen der Fachärztin
als schlüssig und in sich widerspruchsfrei. Mass
gebend ist mit
med.
pract
.
Z._
, dass
Echtzeitdokumente fehlen, keine relevanten Brücken
symptome vorlagen, degenerative Veränderungen im Bereich des
Meniskus
hinterhorns
nachgewiesen worden sind und der Unfallhergang biomechanisch für eine Meniskusläsion eher unpassend erscheint. Die Aktenlage zeigt auf, dass der Beschwerdeführer nach dem Unfall im Mai 2018 erstmals im Juli 2018 einen Arzt aufsuchte und
dieser dem Beschwerdeführer
lediglich eine kurzzeitige Arbeits
unfähigkeit attestiert hatte (E. 3.2). Die letzte Behandlung nach dem Ereignis vom Mai 2018 erfolgte im August 2018 im Spital
C._
,
wobei
entschieden wurde, den Spontanverlauf abzuwarten, da
eine im Verlauf leichte Besserung der B
eschwerden beschrieben wurde (E. 3.3).
Der Beschwerdeführer wurde erstmals
wieder im Juni 2020 bei einem Arzt vorstellig (E. 3.4 und E. 3.5).
Gemäss
Kreis
ärztin
med.
pract
.
Z._
können die Beschwerden am rechten Knie nicht über
wiegend wahrscheinlich in einem natürlichen Kausalzusammenhang zum Ereignis vom Mai 2018 gesehen werden
. I
m MRI von 2018
konnten Hinweise auf eine traumatische Einwirkung einige Wochen zuvor ausgeschlossen werden. Es fand sich ein Horizontalriss am
Hinterhorn
des medialen Meniskus, der klassischen Prädilektionsstelle der degenerativen Meniskusläsion
.
Das Trauma, das der Beschwerdeführer beschreibt, die lange Latenz zwischen der ersten ärzt
lichen Konsultation und dem Trauma, der vollen Arbeitsfähigkeit in einer doch eher kniebelastenden Tätigkeit, die intraoperativ erhobene Befundung ohne eigentliche frische traumatische Rissformation sowie das Fehlen von Begleit
verletzungen beziehungsweise narbiger Residuen von Begleitverletzungen im MRI sprechen gegen das Postulieren einer
unfallbedingten
Läsion
(E. 3.8)
.
Weiter wies die Kreisärztin darauf hin, dass sich in der
Beurteilung der Radiologie
der Horizontalriss bestätigte sowie insbesondere eine kleine Baker-Zyste als Zeichen der chronischen Kniegelenk
sveränderung beschrieben wurde.
Die Kreisärztin, welche ihre Einschätzung detailliert unter
Berücksichtigung des Schadens
mechanismus, des morphologischen und funktionellen Schadensbildes sowie der radiologischen Bildgebung überzeugend begründete, kam zum Schluss, dass die mit Rückfallmeldung im Jahr 2020 geltend gemachten Beschwerden am rechten Knie nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Ereignis vom Mai 2018 zurückzuführen sind.
Die horizontale Meniskusläsion kann im vorliegenden Fall
somit
nicht als
unfall
bedingt interpretiert werden, sondern steht in Zusammen
hang mit degenerativen Veränderungen. Dafür spricht gemäss Kreisärztin auch die Tatsache, dass
im Vergleich zum MRI von 2018 die Meniskusverletzung in etwa identisch ist und sich lediglich die Grösse des Ganglions geändert hat.
Die Berichte
der versicherungsinternen Ärztin
erscheinen in ihrer Gesamtheit schlüs
sig und nachvollziehbar, auf sie kann demzufolge abgestellt werden, zumal die Berichte der behandelnden Ärzte deren Schlussfolgerungen nicht in Zweifel zu ziehen vermögen.
4.5
Soweit
Dr.
B._
betonte, es bestehe eine posttraumatische Meniskusläsion (E. 3.9), kann daraus – insbesondere angesichts des Schadensmechanismus und des initialen Befundes – nicht auf unfallkausale Beschwerden geschlossen werden. Es handelt sich dabei um eine anamnestische Feststellung und stellt keine hin
reichende Begrün
dung der Kausalität dar. Seine Ausführungen werden
denn von ihm auch nicht begründet. In seinen Berichten findet sich keine medizinische Begründung für das Vorliegen einer traumatischen Genese der Meniskus
verletzung. Er fokussiert auf die MRI-Bilder und macht keine Angaben zum
funktionellen Schadensbild. Seiner Beurteilung
kann zur Begründung eines Kausalzusa
mmenhangs nicht gefolgt werden und
vermag die Berichte der ver
sicherungsinternen Ärzt
in
nicht umzustos
sen.
4.6
Nach dem Gesagten kann der Beschwerdeführ
er den Nachweis, dass die ab Jun
i 20
20
geltend gemachten Beschwerden
am rechten Knie
überwiegend wahr
scheinlich auf das Ereignis vom
2
8.
Mai 2018
zurückzuführen sind, nicht erbringen. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruchs nicht.
Gestützt auf die
medizinische Aktenlage
ist nicht mit über
wiegender Wahr
scheinlichkeit nachgewiesen, dass die geklagten Knie
be
schwerden auf den Unfall vom 2
8.
Mai 2018
zurückzuführen sind.
Für die Anerkennung eines Rückfalles fehlt es an der Vorausset
zung eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen den aktuellen Beschwer
den und dem Unfall. Diese Beurteilungen stehen zudem in Einklang mit dem Umstand, dass während
zwei
Jahren keine Knieproblematik dokumentiert worden und ein neues Ereignis nicht aktenkundig ist. Bei einem so grossen zeitli
chen Abstand zwischen dem Unfall und dem Auftreten der gesund
heitlichen Beein
trächtigung sind strenge Anforderungen an den dem Beschwerde
führer obliegenden Wahr
scheinlichkeitsbeweis des natürlichen Kau
salzusam
menhangs zu
stellen (vgl. vor
stehend E. 1.3
), der vorliegend nicht gelingt. Somit fehlt es am mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgewiesenen Kausal
zusammenhang der ab Ju
n
i 20
20
auf
getretenen Beschwerden und dem Ereignis vom
Mai 2018
. Der Beschwerdeführer hat die Folgen der Beweis
losigkeit z
u tragen (vgl. vorstehend E. 1.3
).
4.7
Zusammenfassend fehlt es am Nachweis, dass die der Beschwerdegegnerin im Ju
ni 2020
gemeldeten Beschwerden am
rechten
Knie auf den Unfall vom
2
8.
Mai 2018
zurückzuführen sind. Die Anerkennung eines Rückfalles zum Unfall vom
2
8.
Mai 2018
wurde daher zu Recht abgelehnt.
Der angefo
chtene
Einspracheentscheid
vom
3.
Februar 2021
erweist sich nach dem Gesagten als rechtens. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.