Decision ID: b8a9208c-2859-419d-bba6-46959ab94d01
Year: 2021
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_005
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

I. Sachverhalt:
1. Mit Urteil 1C_590/2020 vom 21. Oktober 2021 hiess das Bundesgericht die
Beschwerde von A._ gut. Das Urteil des Verwaltungsgerichts
Graubünden vom 1. September 2020 (VGU R 19 35) wurde aufgehoben,
soweit es Satz 2 von Ziffer 3 des Entscheides der Gemeinde B._ vom
12. März 2019 bestätigte. Satz 2 von Ziffer 3 des Entscheides der
Gemeinde B._ vom 12. März 2019 wurde aufgehoben (Ziff. 1
Dispositiv des Bundesgerichtsurteils). Die Angelegenheit wurde deshalb
zur Neuverlegung der Kosten- und Entschädigungsfolgen des
vorinstanzlichen Verfahrens an das Verwaltungsgericht des Kantons
Graubünden zurückgewiesen (Ziff. 2 Dispositiv). Die Gerichtskosten von
Fr. 2'000.-- wurden den privaten Beschwerdegegnern unter solidarischer
Haftbarkeit auferlegt (Ziff. 3 Dispositiv). Die privaten Beschwerdegegner
hatten unter solidarischer Haftbarkeit die Beschwerdeführerin mit Fr.
1'500.-- zu entschädigen (Ziff. 4 Dispositiv).
2. In seinen Erwägungen (E.2, 5.4) hielt das Bundesgericht begründend fest:
E.2 Die Vorinstanz hat die Beschwerde gegen den Entscheid der Gemeinde B._ vom 12. März 2019 abgewiesen. In ihrem Entscheid verpflichtete die Gemeinde die Beschwerdeführerin (damals Gesuchstellerin), die Beschwerdegegner (damals Einsprecher) mit Fr. 3'000.-- (inkl. MWST) ausseramtlich zu entschädigen (Dispositiv-Ziffer 3 Satz 2). Einzig gegen diese Verpflichtung ergreift die Beschwerdeführerin Beschwerde an das Bundesgericht, während der Bauabschlag und die Auferlegung der Verfahrenskosten für das Baubewilligungsverfahren von ihr nicht (mehr) angefochten werden.
E.5.4 Zusammengefasst ergibt sich, dass im kantonalen bzw. kommunalen Recht keine Grundlage besteht, die Beschwerdeführerin (als Baugesuchstellerin) im Baubewilligungsverfahren zu einer ausseramtlichen Entschädigung an die Beschwerdegegner (als Einsprecher) zu verpflichten, zumal weder von der Gemeinde noch von der Vorinstanz begründet dargelegt wurde, es liege eine Ausnahmesituation vor. Der Zuspruch der ausseramtlichen Entschädigung im Baubewilligungsverfahren an die Beschwerdegegner zu Lasten der Beschwerdeführerin gestützt auf Art. 9 GebG B._ i.V.m. Art. 96 Abs. 1
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und 2 KRG/GR ist offensichtlich unhaltbar und damit willkürlich im Sinne von Art. 9 BV.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Heisst das Bundesgericht eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen
Angelegenheiten ganz oder teilweise gut, kann es reformatorisch
entscheiden, also in der Sache selbst Anordnungen treffen, oder aber
kassatorisch, also den angefochtenen Entscheid nur aufheben oder die
Angelegenheit an die Vorinstanz oder an die erstinstanzlich verfügende
Behörde zur Neubeurteilung zurückweisen (Art. 107 Abs. 2 des
Bundesgesetzes über das Bundesgericht [BGG; SR 173.110]; vgl.
KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und
Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2013, Rz.
1640). Dabei kann das Bundesgericht gemäss Art. 67 BGG auch die
Kosten des vorangegangenen Verfahrens anders verteilen. Es weist die
Angelegenheit dabei entweder an die Vorinstanz zurück, damit diese über
die Kostenverteilung entscheidet, oder entscheidet selbst (KÖLZ/HÄNER/
BERTSCHI, a.a.O., Rz. 1658). Bei einer Rückweisung sind die Ausführungen
und Anweisungen des Bundesgerichts für die Vorinstanz verbindlich (KÖLZ/
HÄNER/BERTSCHI, a.a.O., Rz. 1158, Rz. 1643).
2. Nach der verbindlichen Anordnung des Bundesgerichts sind entsprechend
dem Ausgang des bundesgerichtlichen Verfahrens die Kosten- und
Entschädigungsfolgen für das Verfahren R 19 35 neu zu verlegen.
3. Im betreffenden Urteil R 19 35 hat das Verwaltungsgericht die
Gerichtskosten in der Höhe von insgesamt Fr. 3'466.-- (zusammengesetzt
aus: Staatsgebühr Fr. 3'000.-- und Kanzleiauslagen Fr. 466.--) der
Beschwerdeführerin (A._) auferlegt. An dieser Kostenauferlegung
kann vorliegend nicht festgehalten werden, nachdem das Bundesgericht in
Erwägung 5.4 seines Urteils festhielt, dass im kantonalen bzw.
kommunalen Recht keine Grundlage bestehe, die Beschwerdeführerin im
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Baubewilligungsverfahren zu einer ausseramtlichen Entschädigung an die
Beschwerdegegner zu verpflichten und die Bestätigung des Entscheids der
Gemeinde vom 12. März 2019 in diesem Punkt (Dispositiv-Ziffer 3 Satz 2)
aufzuheben sei. Bereits in Erwägung 2 wurde klargestellt, dass die
Beschwerdeführerin einzig gegen diese Verpflichtung die Beschwerde an
das Bundesgericht ergriffen habe, während der Bauabschlag und die
Auferlegung der Verfahrenskosten für das Baubewilligungsverfahren von
ihr (Beschwerdeführerin) nicht (mehr) angefochten wurden. Der
Bauabschlag und die Auferlegung der Verfahrenskosten im
Baubewilligungsverfahren sind somit von der Beschwerdeführerin
akzeptiert worden und in Rechtskraft erwachsen, weshalb die Beschwerde
in diesen beiden Beurteilungspunkten vom Verwaltungsgericht zu Recht
abgewiesen wurde; was eine reduzierte Kostenauferlegung von 2/3
zulasten der Beschwerdeführerin und im Rest von 1/3 zulasten der
Beschwerdegegnerin im Vergleich zum vorangegangenen Verfahren R 19
35 rechtfertigt. Dies ergibt ziffernmässig einen Betrag von Fr. 2'311.--
(bestehend aus Staatsgebühr [Fr. 2'000.--] zzgl. Kanzleiauslagen [Fr. 311.-
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Fr. 1'155.-- (Staatsgebühr [Fr. 1'000.--] zzgl. Kanzleiauslagen [155.--];
Anteil 1/3) zulasten der Beschwerdegegnerin. In diesem Umfang und mit
dieser Kostenverteilung sind die Gerichtskosten für das Hauptverfahren R
19 35 im Sinne der verbindlichen Vorgaben (vgl. Ziff. 2 Dispositiv des
Bundesgerichtsurteils) neu zu überbinden.
4. Weiter ist anhand der Erwägungen des Bundesgerichts in E.5.4 klar, dass
an der gewährten Parteientschädigung unter Ziffer 3 im Dispositiv des
Urteils R 19 35 zu Gunsten der Beschwerdegegner und zu Lasten der
Beschwerdeführerin im Umfang von Fr. 3'500.-- (inkl. MWST) ebenfalls
nicht festgehalten werden kann, sondern entsprechend dem Obsiegen der
Beschwerdeführerin anteilmässig im Umfang von 1/3 bzw. deren
Unterliegens im Umfang von 2/3 im Verfahren R 19 35 eine Reduktion der
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Parteientschädigung auf ermessensweise Fr. 2'334.-- (inkl. MWST) zu
Gunsten der Beschwerdegegner zu erfolgen hat. Angesichts der
Gutheissung der Beschwerde vor Bundesgericht (einzig bezüglich der
ausseramtlichen Entschädigung im Baubewilligungsverfahren) ist es
unerlässlich, auch die Parteientschädigung im Hauptverfahren R 19 35 vor
Verwaltungsgericht entsprechend anzupassen.