Decision ID: d2ddc5bb-3359-4178-8089-576201d4f2a3
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1969, war vom 14. Januar 1991 bis 31. Januar 2005 als Anlagenführer bei der
Y._
AG angestellt, wobei der letzte effektive Arbeitstag der 10. November 2004 war (Urk.
5/15 Ziff. 1 und 4). Vom 5. Januar 1998 bis 31. Oktober 2005 war er zudem teilzeitlich, in einem Pensum von 3.5 Stunden pro Tag, als Reiniger für die
Z._
AG tätig
. D
en letzten effektiven Arbeitseinsatz leistete der Versicherte am 28. Februar 2005 (Urk. 5/21 Ziff. 1, 4-5 und 9). Am 18. März 2005 meldete er sich bei der Invali
denversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 5/3). Die
Sozialversicherungsan
stalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle,
sprach dem Versicherten in der Folge mit Verfügungen vom 24. Mai 2006 mit Wirkung ab 1. November 2004 bis 31. Januar 2005
bei einem Invaliditätsgrad von 66 %
eine
Dreiviertelsrente
(Urk. 5/40) sowie mit Wirkung ab 1. Februar 2005 bei einem Invaliditätsgrad von 100 % eine ganze Rente zu (Urk. 5/41).
Die vom zuständigen BVG-Versi
cherer eingereichte Einsprache vom 8. Juni 2006 (Urk. 5/42) wies die IV-Stelle mit
Einspracheentscheid
vom 27. September 2006 ab (Urk. 5/56).
Die am 3. Juli 2007 eingeleitete amtliche Rentenrevision (Urk. 5/67) ergab einen unveränderten Rentenanspruch des Versicherten (Mitteilung vom 30. August 2007, Urk. 5/71).
Mit Verfügung vom 19. November 2007 verneinte die IV-Stelle sodann einen Anspruch des Versicherten auf
Hilflosenentschädigung
(Urk. 5/79).
1.2
Im Rahmen der am 20. Januar 2010 eingeleiteten Rentenrevision (Urk. 5/88) holte die IV-Stelle medizinische Berichte (
Urk. 5/90
)
sowie
einen aktuellen Aus
zug aus dem individuellen Konto des Versicherten (IK-Auszug, Urk. 5/89)
ein und veranlasste eine polydisziplinäre Begutachtung (Urk. 5/104). Nach durch
geführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 5/108-109, Urk.
5/116) hob die IV-Stelle mit Verfügung vom 6. Januar 2012 die beiden Verfügungen vom 24. Mai 2006, den
Einspracheentscheid
vom 27. September 2006 sowie die Mitteilung vom 30. August 2007 wiedererwägungsweise auf und stellte die bisherige ganze Rente für die Zukunft ein (Urk. 5/119 = Urk. 2).
2.
Gegen die Verfügung vom 6. Januar 2012 (Urk. 2) erhob der Versicherte am 6. Februar 2012 Beschwerde und beantragte die Ausrichtung der bisherigen ganzen Rente, eventualiter die Ausrichtung einer Teilrente
oder
die
Rückwei
sung
der Sache zur weiteren medizinischen Abklärung
beziehungsweise
die Gewährung einer beruflichen Integration sowie einer Übergangsfrist (Urk. 1
S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 12. März 2012 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 4), was dem Versicherten am 8. Mai 2012 mitgeteilt wurde (Urk. 6).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.
1
Die Verwaltung hat die massgeblichen Gesetzesbestimmungen über die Bemes
sung der Invalidität aufgrund eines Einkommensvergleiches (Art. 16
des Bun
desgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
,
in Ver
bindung mit Art. 28 Abs. 2
des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche
rung, IVG
)
sowie die Rentenabstufung gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG in der ange
fochtenen Verfügung zutreffend dargelegt, weshalb mit nachstehenden Ergän
zungen da
rauf verwiesen werden kann.
1.
2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidität kann Folge
von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Er
we
rbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Ein
gliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmög
lichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind aus
schliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück
sich
ti
gen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.
3
Nach Art. 17 ATSG sind laufende Renten für die Zukunft zu erhöhen, her
abzu
setzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den
An
spruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede we
sent
liche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den
In
va
li
di
täts
grad
und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Ob eine solche Ände
rung eingetreten ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeit
punkt der ursprünglichen Rentenverfügung bestanden hat, mit demje
nigen zur Zeit der streitigen
Revi
sionsverfügung
(BGE 105 V 29).
Fehlen
die
in Art. 17 ATSG genannten Voraussetzungen, so kann die
Ren
ten
ver
fügung
lediglich nach den für die Wiedererwägung rechtskräftiger
Ver
wal
tungsverfügungen
geltenden Regeln abgeändert werden. Danach ist die Verwal
tung
befugt, auf eine formell rechtskräftige Verfügung, welche nicht Ge
gen
stand materieller richterlicher Beurteilung gebildet hat, zurückzukommen, wenn sich diese als zweifellos unrichtig erweist und ihre Berichtigung von er
heblicher
Bedeutung ist (Art. 53 Abs. 2 ATSG). Sie ist verpflichtet, darauf zu
rückzu
kom
men,
wenn neue Tatsachen oder neue Beweismittel entdeckt werden, die ge
eig
net sind, zu einer andern rechtlichen Beurteilung zu führen (BGE 110 V 176 E. 2a, 292 E. 1 mit Hinweisen). Das Gericht kann eine zu Unrecht ergan
gene
Revi
sionsverfügung
gegebenenfalls mit der substituierten Begründung schützen,
dass die ursprüngliche Rentenverfügung zweifellos unrichtig und die Berich
ti
gung von erheblicher Bedeutung ist (BGE 125 V 368 E. 2 mit Hinwei
sen; vgl. auch
BGE 128 V 272 E. 5b/
bb
; Urteil des Bundesgerichts 9C_562/2008 vom 3. November 2008 E. 2.2 mit Hinweis).
1.
4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Insbesondere gestützt auf verschiedene Berichte der
Klinik A._
sprach die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer mit Verfügungen vom
24. Mai 2006 (Urk. 5/40-41)
von
November 2004 bis Januar 2005 eine
Dreiviertelsrente
sowie ab dem 1. Februar 2005 eine ganze Rente zu (vgl.
Einspracheentscheid
vom 27. September 2006, Urk. 5/56 S. 3 Ziff. II). Mit Mitteilung vom 30. August 2007 (Urk. 5/71) bestätigte die Beschwerdegegnerin einen unveränderten Ren
tenanspruch und stützte sich dabei auf ein vom zuständi
gen BVG-Versicherer veranlasstes
Gutachten des
B._
, Rheumaklinik und Institut für Physikalische Medizin, vom 21. Juni 2007 (Urk. 5/69/3-26, vgl. Urk. 5/73 S. 2).
In der angefochtenen Verfügung vom 6. Januar 2012
(Urk. 2) hielt die
Be
schwer
degegnerin
sodann fest, die Verfügungen vom 24. Mai 2006 seien ge
stützt auf die damals vorhandenen Akten zweifellos unrichtig (S. 1). Die Beur
teilungen der Arbeitsfähigkeit seien immer nur sehr kurzfristig ausgefallen. Keiner der behandelnden Ärzte habe jemals eine umfassende Beurteilung über den gesamten, damals zur Diskussion stehenden Zeitraum abgegeben. Der rechtserhebliche Sachverhalt sei unvollständig und damit nicht korrekt festge
stellt worden. Da eine umfassende Beurteilung der Sachlage fehle und verschie
dene behandelnde Ärzte weitere Abklärungen einer spezialisierten Abteilung als notwendig erachtet hätten, habe sie, die Beschwerdegegnerin bereits im Jahre 2006 die ihr obliegende Abklärungspflicht im Sinne von Art. 43 ATSG verletzt. Eine
Rentenzusprache
gestützt auf die damals vorhandenen Akten lasse sich nicht vertreten und müsse daher als zweifellos unrichtig betrachtet werden. Auch die Mitteilung vom 30. August 2007, mit welcher der Rentenanspruch bestätigt worden sei, erweise sich als zweifellos unrichtig. Der Sachverhalt sei einzig gestützt auf das
B._
-Gutachten beurteilt
worden
. Dieses vermöge
jedoch inhaltlich nicht zu überzeugen, da die Schlussfolgerungen der Gutachter nicht plausibel begründet seien. Auch die Frage
nach einer Arbeitsfähigkeit in ange
passten Tätigkeiten werde von den Experten weder spezifisch aufgeworfen noch beantwortet (S. 2). Zudem habe sich der Gesundheitszustand des Beschwerde
führers gebessert. Das interdisziplinäre Gutachten
C._
vom 1. Februar 2011 sei umfassend. In der periodischen Phase um die Bandscheibenoperation
im Mai 2005 sei ein zeitlich begrenzter Gesundheitsschaden ausgewiesen. Vom 4. April 2005 bis 30. November 2005 sei der Beschwerdeführer sowohl für die bisherige als auch für eine angepasste Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig gewesen. Seit Dezember 2005 bestehe jedoch für angepasste Tätigkeiten wieder eine volle Arbeitsfähigkeit (S. 3 Ziff. 4). Der Einkommensvergleich ergebe einen
renten
ausschliessenden
Invaliditätsgrad von 9 % (S. 3 Ziff. 5).
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer geltend, die Ärzte der
A._
hätten ihn seit der Operation am 9. Mai 2005 zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben. In den Berichten werde auch eine Verschlechterung des Gesund
heitszustandes
festgehalten
. An eine Restarbeitsfähigkeit in einer
Verweistätig
keit
sei aufgrund dieser Beri
chte nicht zu denken (Urk. 1 S. 3 Ziff. 3). Gegen die ursprüngliche Verfügung vom 24. Mai 2006 habe der zuständige BVG-Versi
cherer Einsprache erhoben. Im
Einspracheentscheid
vom 27. September 2006 sei nochmals ausführlich dargelegt worden, weshalb weitere Abklärungen nicht notwendig seien
,
und ausdrücklich auf mindestens fünf Arztberichte verwiesen worden
.
Das in der Folge vom BVG-Versicherer bei Prof.
D._
in Auftrag ge
geben
e
Gutachten lege dar, weshalb keinerlei Erwerbstätigkeit mehr denkbar sei und bestätige damit den Entscheid vom 24. Mai 2006 (S. 3 f. Ziff. 4). Dieses Gutachten, welches im Übrigen von der Versicherung
bezahlt worden sei,
erfülle alle formalen Kriterien und beantworte alle gestellten Fragen. Folgerichtig habe es die Pensionskasse denn auch unterlassen, etwas gegen den Weiterlauf der Rente zu unternehmen (S. 4 Ziff. 5). Eine zweifellose Unrichtigkeit liege damit nicht vor (S. 5 oben). Im Oktober 2010 sei er stationär in der Klinik
C._
be
gutachtet worden.
Die aktuelle Aktenlage im Zeitpunkt der Begutachtung sei äusserst mager gewesen. Der Gutachter habe sich offenbar nur mit den sehr fraglich
en
Angaben der
E._
und den Angaben einer nicht identifizierten Person befasst und damit unbesehen Angaben von Anonymen übernommen. Das Gutachten verfolge einzig den Zweck, die Rente seit Beginn der Verrentung zu vereiteln
(S. 5 f. Ziff. 10).
Im Gutachten werde von einer 100%igen Arbeits
unfähigkeit bis Ende November 2005 a
usgegangen, ab A
nfang
Dezember 2005 erhöhe sich die Arbeitsfähigkeit schlagartig auf
100 %, dies in einer körperlich anstrengenden Tätigkeit im Reinigungssektor oder Getränkemarkt. Diese Ein
schätzung sei äusserst lebensfremd und widerspreche den Berichten aller Ärzte, welche ihn zu dieser Zeit untersucht und eine volle Arbeitsunfähigkeit festge
stellt hätten. Nach einer Bandscheibenoperation erfolge nahezu ständig eine langsame Widereingliederung in den Arbeitsprozess mit Teilarbeitszeiten (S. 7 Ziff. 11).
Beim Einkommensvergleich falle zudem auf, dass beim
Invalidenein
kommen
ein Zusatzverdienst angerechnet worden sei. Gemäss dem
C._
-Gutachten könne er aber nicht mehr als ein 100 %-Pensum leisten (S. 8 Ziff. 12).
2.3
Strittig und zu prüfen ist damit, ob die Beschwerdegegnerin die Verfügungen vom 24. Mai 2006 beziehungsweise den
Einspracheentscheid
vom 27. Septem
ber 2006 sowie die Mitteilung vom 30. August 2007 zu Recht in
Wieder
er
wägung
gezogen und die Rente für die Zukunft aufgehoben hat.
3.
3.
1
Der
damalige
Hausarzt
Dr.
med.
F._
,
FMH Innere Medizin
, diagnos
ti
zierte in seinem Bericht vom 31. Januar 2005
(Urk. 5/4)
eine
diskogene
Spinalkanalstenose LWK3/4 mit sensiblem Ausfallsyndrom L5 rechts und elektrophysiologisch nachgewiesener chronischer Degeneration S1 links
(Ziff. 1). Nach einer vollen Arbeitsunfähigkeit vom 2
7.
bis 31. Oktober 2004 so
wie einer solchen von 50 % vom
1.
bis 9. November 2004 sei der Beschwerde
führer seit dem 10. November 2004 zu 100 % arbeitsunfähig (Ziff. 6). Eine
andere Tätigkeit erachte er als zumutbar, wobei die Arbeitsfähigkeit für leichtere wechselbelastende Tätigkeiten in der
A._
überprüft werde (Ziff. 7 und 9).
Am 11. April 2005 diagnostizierte Dr.
F._
zusätzlich Kontaktekzeme bei
der Hände auf
Calgonit
(Urk. 5/14
lit
. A) und erwähnte weitere Arbeitsunfähig
keiten in den Jahren 2002 bis 2004 (
lit
. B). Dabei wies
Dr.
F._
darauf hin, dass am 5. März 2005 in der
A._
eine bilaterale
Fenestration
L3/4 mit
Diskushernienentfernung
durchgeführt worden sei. Es erscheine daher sinn
voll, die Situation bezüglich der Arbeitsfähigkeit in einem halben Jahr zu beur
teilen, da momentan noch keine definitiven Angaben gemacht werden könnten (
lit
. D.7).
3.
2
Im Austrittsbericht vom 24. Mai 2005 (Urk. 5/17/3-4) diagnostizierten die Ärzte der
A._
, Orthopädische Chirurgie,
eine primäre Spinalkanalstenose und Diskushernie L3/4 rechts mit
radikulärer
Symptomatik L4 rechts. Die am 9. Mai 2005 durchgeführte
Hemilaminektomie
L3/4 mit
Diskushernienentfer
nung
sei ohne Komplikationen und zufriedenstellend verlaufen. Auch der post
operative Verlauf sei komplikationslos bei reizloser Wundheilung (S. 1).
3.3
In seinem Bericht vom 23. Juni 2005 führte
Dr.
med.
G._
, Oberarzt, Wirbelsäulen- und Rückenmarkchirurgie,
A._
, aus, der Beschwer
deführer
klage
über neue seit ungefähr zwei Wochen bestehende Schmerzen. Diese neuen Rücken- und meistens Beinschmerzen könnten eine neue
radiku
läre
Reizsymptomatik
darstellen
. Bis zum 22. Juli 2005 bestehe eine volle Arbeitsunfähigkeit (Urk. 5/22/3).
Am 7. September 2005 (Urk. 5/22/1-2) hielt Dr.
G._
bei unveränderter Diagnose fest, der Beschwerdeführer leide unter aktuell signifikanten Rücken
schmerzen, welche mit der Höhe L3/L4/L5 korrespondierten. Die neurologische Untersuchung zeige keine
radikuläre
Reiz- oder defizitäre Symptomatik, somit sei die Diskushernie L3/L4 aktuell ohne klinische Nervenwurzelkompression. Andererseits seien die degenerativen Veränderungen der Bandscheibe im Seg
ment L3/4 sehr wahrscheinlich die Ursache der Rückenschmerzen. Es bleibe nur die konservative Behandlung mittels Physiotherapie solange bis die Schmerzen unerträglich würden. Dann stelle sich die Frage einer
Spondylodese
L3/L
4.
Der Beschwerdeführer wolle zunächst die konservative Behandlung probieren und gehe nach
H._
zur Badekur (S. 1 f.). Er habe eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % für die Zeit vom 21. August bis 31. Oktober 2005 attestiert (S. 2).
3.
4
Dr.
F._
bezeichnete am 8. September 2005 (Urk. 5/20) den Gesundheits
zustand des Beschwerdeführer
s
bei unveränderter Diagnose
als stationär (
S. 1
Ziff. 1
und 2
)
. Eine sitzende Tätigkeit mit leichter manueller Arbeit sei seit Sep
tember 2005 in einem Pensum von 50 % denkbar (S. 2 Ziff. 5 und S. 4).
3.5
Am 28. November 2005 berichtete
Dr.
G._
, die Rückenkur in
H._
habe keine Verbesserung der Schmerzen gebracht. Seit der Operation im Mai 2005 berichte der Beschwerdeführer über eine ungefähr 80%ige Verbesserung der
radikulären
Beinschmerzen, aber die Rückenschmerzen seien gleich geblie
ben oder sogar noch stärker geworden. Der Beschwerdeführer habe sich derzeit gegen eine erneute Operation entschieden
und er, Dr.
G._
, sei mit diesem Entscheid einverstanden
. Die Arbeitsunfähigkeit dauere an bis 8. Dezember 2005 (Urk. 5/31).
Ergänzend führte Dr.
G._
am 20. Februar 2006 aus, seit der Operation am 9. Mai 2005 gestalte sich der Verlauf mit akzentuierten Rückenschmerzen. Der Beschwerdeführer leide unter persistierenden, starken Rückenschmerzen mit Ausstrahlungen ins rechte Bein. Er habe deswegen eine intensive Physiotherapie verschrieben. Aktuell sei die Arbeitsfähigkeit wegen der persistierenden Rü
cken
schmerzen limitiert (Urk. 5/33
lit
. D.7).
3.
6
Dr.
med.
I._
, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) der
Beschwerdegeg
nerin
, nahm am 7. März 2006 zu den vorliegenden Arztberichten Stellung und führte aus, sinngemäss sei dem Verlaufsbericht der Neurochirurgen vom 24.
[richtig wohl 20.
]
Februar 2006
zu entnehmen, dass von einer vollen
Ar
beits
- und Erwerbsunfähigkeit auszugehen sei (Urk. 5/34 S. 6).
3.
7
In ihrem Bericht vom 28. Februar 2006 (Urk. 5/37/4-5) nannten die verantwort
lichen Ärzte der
A._
, Rheumatologie, folgende Diagnosen (S. 1):
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom und rezidivierende Schmerzen
rechts
betont
bei Status nach
Diskushernienoperation
L3/4 rechts am 9. Mai 2005 und
Diskushernienrezidiv
L3/4 rechts
ISG-Dysfunktion rechts, muskulärer Hypertonus
gluteal
und
Prirformis
rechts, Ausstrahlungsschmerz in den rechten Oberschenkel
schmerzhafte
Insertionstendinose
rechts Ansatz M.
levator
scapulae
beginnende
Coxarthrose
rechtsbetont
Der Beschwerdeführer
berichte
über unveränderte Beschwerden, bisherige kon
servative Behandlungen hätten weder subjektiv noch objektiv zu einer Beschwerdelinderung geführt. Der Beschwerdeführer finde, die Physiotherapie verschlechtere den Zustand weiterhin, was gemäss der Physiotherapeutin jedoch objektiv nicht der Fall sei. Letzte Möglichkeit sei, mittels
Akupunkturbehand
lung
eine Schmerzreaktion zu erreichen (S. 1).
Am
3. März 2006 hielten die verantwortlichen Ärzte
der
A._
, Rheu
matologie,
sodann
fest, die bisherigen konservativen Behandlungsversuche hätten zu keiner anhaltenden Schmerzreduktion geführt. Da der Beschwerde
führer kein erneutes operatives Vorgehen wünsche, zudem jede Art der
Physio
therapiebehandlung
eher eine Schmerzverstärkung verursache
und
infiltrative
Massnahmen aufgrund einer Unverträglichkeit bzw. einer allergischen Reaktion nicht durchgeführt werden könnten, scheine hier eine
nicht beeinflussbare
chronifizierte
Schmerzsymptomatik vorzuliegen. Als letzte Option werde eine Akupunkturbehandlung versucht (Urk. 5/37/2).
3.
8
Im Rahmen des vom BVG-Versicherers erteilten Begutachtungsauftrages führte
Dr.
med.
J._
,
Praktischer Arzt FMH, Vertrauensarzt SGV,
RAD, am 18. November 2006 aus, es sei nicht klar, weshalb Dr.
I._
in seiner Stellungnahme eine vollständige Arbeitsunfähigkeit anerkannt habe. Diese Einschätzung entspreche nicht der damaligen Aktenlage und setze sich nicht mit zumutbaren anderen Tätigkeiten auseinander. Der Beschwerdeführer sei an der Lendenwirbelsäule operiert worden, genau in demjenigen Bereich, welcher alleinig für die aktuelle Schmerzproblematik zur Diskussion stehe. Anschlies
send seien vor allem subjektive Beschwerden des Beschwerdeführers doku
mentiert, nicht aber objektivierte Pathologien und nachvollziehbare schwere
Funk
tionseinschränkungen
. Es stehe ganz klar eine volle Arbeitsfähigkeit in rückenschonenden Tätigkeiten zur Diskussion. Da vom BVG-Versicherer alle üblichen Fragen zu den Diagnosen, zur Arbeitsfähigkeit, zu therapeutischen Optionen sowie der Prognose gestellt worden seien, seien Ergänzungsfragen nicht notwendig (Urk. 5/73 S. 1).
3.
9
Am 17. April 2007 wurde der Beschwerdeführer im Auftrag des zuständigen BVG-Versicherers im
B._
, Rheumaklinik und Institut für Physikalische Medizin, begutachtet. In ihrem Gutachten vom 21. Juni 2007 (Urk. 5/69) nannten die verantwortlichen Ärzte folgende Diagnosen (
S. 18 Ziff. 4):
chronisch
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom mit sensiblem
lumbo
ra
dikulärem
Reizsyndrom L5 rechts bei/mit:
Status nach
Diskushernienoperation
L3/L4 rechts im Mai 2005
Diskushernienrezidiv
L3/L4 rechts
Wirbelsäulenfehlhaltung
m
uskulärer
Dysbalance
Arthritis des
Akromioclaviculargelenkes
rechts
a
llergische Disposition auf multiple Medikamente
Migräne mit Aura
Varikosis
beider Unterschenkel
Die passive Beweglichkeit im Bereich der Halswirbelsäule sei unauffällig. Im Bereich der Lendenwirbelsäule sei die Beweglichkeit
jedoch schmerzbedingt eingeschränkt, 3/3 bei Extension, 2/3 bei Seitenneigung beidseits und 1/3 bei Flexion. Die paravertebrale Muskulatur lumbal sei druckschmerzhaft und stark
hyperton
(rechtsbetont). Der Globaltest der rumpfstabilisierenden Muskulatur zeige eine Einschränkung. Das Zeichen nach
Lasègue
sei beidseits negativ (S. 16 Ziff. 3.2).
Nach der Operation im Mai 2005 berichte der Beschwerdeführer über eine Verän
derung der Schmerzsymptomatik dahingehend, dass die Beinschmerzen deutlich besser geworden seien, die Rückenschmerzen jedoch deutlich zuge
nommen hätten. Die Schmerzen seien permanent, der Nachtschlaf sei gestört. Der Beschwerdeführer sei nicht mehr in der Lage, jegliche körperliche Aktivi
täten ohne Schmerzen durchzuführen. Aufgrund des bisherigen Verlaufes seit dem Jahre 2003, der nicht zufriedenstellenden Schmerzreduktion postoperativ sowie der Limitationen hinsichtlich einer suffizienten Therapie sei die Prognose hinsichtlich einer Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess sehr schlecht (S. 18 f. Ziff. 4.1). In seiner beruflichen Tätigkeit als Anlageführer sei der Be
schwerdeführer nicht arbeitsfähig. Aus rheumatologischer Sicht bestehe derzeit keine Arbeitsfähigkeit für jegliche körperliche Tätigkeiten (S. 20 Ziff. 5). Aufgrund der derzeitigen Situation, der Beschwerdesymptomatik des Beschwer
deführers sowie der objektiven Befunde seien dem Beschwerdeführer derzeit keinerlei Tätigkeiten, die in einem Berufsfeld ausgeführt würden, zumutbar (S. 23 Ziff. 15).
3.
10
Nach Eingang des
B._
-Gutachtens
schloss sich Dr.
J._
am 27. August 2007 der Einschätzung der
B._
-Gutachter an. Alles in allem könne ein relevanter Gesundheitsschaden nicht geleugnet werden. Angesichts der Tatsache, dass be
reits eine Vollberentung erfolgt sei, welche nicht als klar falsch eingestuft wer
den könne, und angesichts der zumindest vom Schweregrad der Behinderung her unveränderten Situation müsse weiterhin von einer vollständigen Arbeits
unfähigkeit ausgegangen werden (Urk. 5/73 S. 2).
3.
11
Die aktuelle Hausärztin
Dr.
med.
K._
, FMH Allgemeinmedizin, nannte in ihrem Bericht
vom
15. April 2009 (Urk. 5/86/9-10) folgende Diagnosen (Ziff. 2):
ausgeprägtes
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom bei Status nach
Rücken
operation
bei Diskushernie 2007
(richtig: 2005, vgl. auch Urk. 5/86/12 Ziff. 1)
mehrfache Allergien, auch medikamentös
Migräne
Status nach
Nephrolithiasis
links
aktuell
Ureterolithiasis
Der Beschwerdeführer beklage immer noch starke Rückenschmerzen, welche es ihm verunmöglichten, einer regelmässigen körperlichen Anstrengung nachzu
gehen (Ziff. 3). Ob die bisherige Tätigkeit
als Anlageführer noch zumutbar sei, sei vom Verlauf abhängig (Ziff. 8). Andere Tätigkeiten seien dem Beschwerde
führer nicht zumutbar (Ziff. 9).
3.
12
In
einem undatierten, nach einer Konsultation am 29. März 2010 erstellten Bericht (Urk. 5/90) nannte Dr.
K._
einzig ein chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom mit
radikulärer
Symptomatik als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1).
Der Beschwerdeführer klage nach wie vor über starke Rückenschmerzen im gesamten lumbalen Bereich, er könne maxi
mal 30 Minuten stehen, danach würden auch die Ausstrahlungen in die Beine wieder auftreten. Der Zustand sei stationär, es sei keine Verbesserung der Symptomatik zu erwarten (Ziff. 1.4). Aufgrund der Rückenschmerzen sei der Beschwerdeführer stark in seiner Lebensqualität eingeschränkt.
Arbeitstätig
keiten
seien nicht möglich und die bisherige Tätigkeit nicht mehr zumutbar (Ziff. 1.7). Mit einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit könne nicht gerechnet werden (Ziff. 1.9).
3.
13
Vom 1
8.
bis 28. Oktober 2010 wurde der Beschwerdeführer
im Rahmen eines stationären Aufenthaltes
in der
Klinik C._
neurologisch, physikalisch-medizinisch und psychiatrisch
begutachtet
sowie einer Evaluation der
funk
tio
nel
len Leistungsfähigkeit
(EFL)
unterzogen
(vgl. Kurzbericht vom 28. Oktober
2010, Urk. 5/103
, sowie Urk. 5/104/10
-38
).
Für ihre
interdisziplinäre Zusam
men
fassung
vom 1. Februar 2011 (Urk. 5/104) stützten sich
die verantwortli
chen Ärzte
auf die vorhandenen Akten
sowie
eigene
(auch
bildgebende
) Untersu
chungen
(Urk. 5/104/10, Urk. 5/104/19, Urk. 5/104/35) und nannten zusam
men
fassend folgende Diagnosen (Urk. 5/104/5 Ziff. 1):
Zustand nach Bandscheibenvorfall L3/4 medial mit
Fenestration
beid
seits Mai 2005 und aktuell
Rezidivhernie
Bandscheibenvorfall L4/5
intraforaminal
rechts mit Kompression der Wur
zel L4 rechts
Neurologischerseits
liessen
sich zwar bildgebend
Bandscheibenvorfälle nachwei
sen
, jedoch zeige der Beschwerdeführer eine gute LWS-Beweglichkeit und sei in der Untersuchungssituation in seiner Mobilität nicht relevant beeinträchtigt. Auch klage der Beschwerdeführer über eine Sensibilitätsstörung im Segment S1, für welches sich kein entsprechender Bandscheibenvorfall nachweisen lasse
. Die Angaben des Beschwerdeführers, dass er nach einer gewissen Zeit nicht mehr gehen oder sitzen könne, w
ü
rden von den entsprechenden klinischen Unter
suchungsbefunden nicht gestützt. Ein gewisses Mass an Schmerzerleben sei aufgrund der degenerativen LWS-Veränderungen erklärbar, nicht jedoch das invalidisierende Ausmass der als erheblich geklagten Beschwerdesymptomatik. Seitens der EFL sei bei einigen Tests eine Selbstlimitierung festgestellt worden, sodass bei der Festlegung der Zumutbarkeit auch medizinisch-theoretische Überlegungen mit einfliessen würden (Urk. 5/104/2).
Während der physikalisch-medizinischen Untersuchung habe der Beschwerde
führer im Vordergrund stehende lumbale Rückenschmerzen mit Ausstrahlung in das rechte Bein geschildert, weshalb er maximal 15 bis 30 Minuten sitzen und
stehen könne. Hier bleibe anzumerken, dass der Beschwerdeführer anlässlich des Anamnesegespräches während 60 Minuten ohne Schmerzbekundung und ohne Aufstehen auf dem Stuhl gesessen
sei
. Im körperlichen Untersuchungsbefund sei eine schmerzbedingt eingeschränkte Wirbelsäulenbeweglichkeit lumbal aufge
fallen, wobei diese in unbeobachtet geglaubten Momenten oder abgelenkt we
sentlich besser und umfangreicher gelungen sei
. Klinisch lasse sich aktuell ein
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom rechts diagnostizieren bei Degeneration der lumbalen Segmente mit Bandscheibenverschmälerung,
Protrusionen
und umschriebenen Bandscheibenvorwölbungen. Sichere Anhaltspunkte für ein
lumbo-radikuläres
Schmerzsyndrom
fänden
sich aufgrund nicht vorhand
ener klinischer Korrelate nicht
. So würden sich die im
B._
-Gutachten gestellten Diagnosen und beschriebenen Befunde aktuell nicht erheben lassen, auch seien die damals beschriebenen Einschränkungen im Freizeit- und beruflichen Bereich aktuell nicht nachvollziehbar. Insbesondere die während der Untersuchung, des stationären Aufenthaltes sowie der EFL beobachteten Inkonsistenzen sowie der athletische muskulöse Habitus des Beschwerdeführers liessen nicht auf ein in äusserst ausgeprägtem Masse eingeschränktes Alltagsleben schliessen. Bei Status nach erfolgter Operation an der LWS und auch den aktuell beschriebenen degenerativen Veränderungen sei ein gewisses Mass an positions- und
belas
tungsabhängigen
Schmerzen nachvollziehbar. Allerdings liessen sich die ge
klagten Beschwerden und Einschränkungen in ihrem Ausmass nicht erklären. Weder die klinischen Befunde noch die (radiologisch und
kernspintomo
graphisch
) objektivierbaren strukturellen Läsionen
würden das geschilderte Ausmass begründen (Urk. 5/104/3).
Aus psychiatrischer Sicht gebe es keine Hinweise auf versicherungsmedizinisch relevante psychische Störungen (Urk. 5/104/4).
Auf somatischer Ebene sei
sodann
aufgrund der strukturellen Schädigung der LWS ein gewisses Mass an Schmerzerleben erklärbar. Aus somatischer Sicht sei der Beschwerdeführer ganzschichtig für körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten arbeitsfähig (Urk. 5/104/5 Ziff. 2 und 3). Es gebe keine Hinweise auf eine verminderte Leistungsfähigkeit. Eine medizinisch begründete Arbeitsun
fähigkeit von 20 % habe allenfalls temporär vor und nach der in Rede stehen
den Bandscheibenoperation bestanden. Es sei davon auszugehen, dass einige Monate nach dem in Rede stehenden operativen Eingriff die Arbeitsfähigkeit bei Beachtung der genannten Zumutbarkeitsgrenzen wieder hergestellt gewesen sei (Urk. 5/104/5-6 Ziff. 3). Ganz offensichtlich habe sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers in den letzten Jahren verbessert. Offensichtlich sei er zum Zeitpunkt der Begutachtung im
B._
insgesamt in einer schlechteren kör
perlichen Verfassung gewesen, wenngleich auf die im neurologischen Gutach
ten genannten Inkonsistenzen im Rahmen der
B._
-Begutachtung hingewiesen werden müsse (Urk. 5/104/7).
In Bezug auf
das
B._
-Gutachten vom 21. Juni 2007 führten die Gutachter aus, bei der Zusammenfassung des klinischen Befundes
zeigten sich gewisse Inkon
sistenzen
. Nicht nachvollziehbar sei, dass der Beschwerdeführer bei gleichzei
ti
ger Angabe einer schweren lumbalen Schmerzsymptomatik, welche von den Gutachtern auf eine Beeinträchtigung der Wurzeln L5 und S1 zurückgeführt worden sei, einen beidseits negativen
Lasègue
aufgewiesen habe. Bei einer der
artigen Beeinträchtigung sei vielmehr zu erwarten, dass das Zeichen nach
Lasègue
positiv sein müsste. Auch wäre ein beeinträchtigtes
Gangbild
zu er
war
ten, was ganz offensichtlich nicht der Fall gewesen sei. Die Einschätzung, dass der Beschwerdeführer vollständig arbeitsunfähig sei, sei also nicht anhand ob
jektivierbarer, fokal neurologischer Beeinträchtigungen erfolgt (Urk. 5/104/1-2). Vielmehr sei den Angaben des Beschwerdeführers gefolgt worden, welcher an
gegeben habe, aufgrund einer lumbalen Schmerzsymptomatik stark in seiner Aktivität limitiert zu sein (Urk. 5/104/2).
Die Angaben, welche sich in den Unterlagen des BVG-Versicherers fänden, doku
mentierten eine normale Alltagsaktivität des Beschwerdeführers. Der Be
schwerdeführer sei dabei beobachtet worden, wie er Gewichte trage und sich unauffällig bewege. Dieses Bild entspreche nach Überzeugung der Gutachter auch dem anlässlich des Aufenthaltes in der
C._
festgestellten medizinischen Zustandsbildes. Der Beschwerdeführer selber beschreibe sich als deutlich weniger leistungsfähig.
Medizinischerseits
sei diese Diskrepanz
nicht erklärbar (Urk. 5/104/8).
4.
4.1
Zu prüfen ist die Frage, ob die ursprüngliche
Rentenzusprache
zweifellos unrich
tig erfolgte.
Zweifellos ist die Unrichtigkeit, wenn kein vernünftiger Zwei
fel daran möglich ist, dass der Entscheid unrichtig war. Es ist nur ein ein
ziger Schluss - derjenige auf die Unrichtigkeit der Verfügung - möglich. Das Erfordernis der zweifellosen Unrichtigkeit ist in der Regel erfüllt, wenn die gesetzeswidrige
Leistungszusprache
aufgrund falscher oder unzutreffender Rechtsregeln erlassen wurde oder wenn massgebliche Bestimmungen nicht oder unrichtig angewandt wurden.
Anders verhält es sich, wenn der Wiedererwägungsgrund im Bereich materieller
Anspruchsvoraussetzungen liegt, deren Beurteilung in Bezug auf gewisse Schritte
und Elemente (z.B. Invaliditätsbemessung, Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit,
Beweiswürdigung, Zumutbarkeitsfragen) notwendigerweise Ermessenszüge auf
weist.
Erscheint die Beurteilung solcher Anspruchsvoraussetzungen (einschliess
lich ihrer Teilaspekte wie etwa die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit) vor dem Hintergrund der Sach- und Rechtslage, wie sie sich im Zeitpunkt der rechts
kräftigen
Leistungszusprache
darbot, als vertretbar, scheidet die Annahme zweifel
loser Unrichtigkeit aus (Urteil des Bundesgerichts 9C_421/2010 vom 1. Juli 2010
E
.
3 mit Hinweisen).
4.2
Der Beschwerdeführer
bezog
seit November 2004 eine Rente der Invalidenversi
cherung, zunächst bei einem Invaliditätsgrad von 66 % eine
Dreiviertelsrente
, seit Februar 2005 bei einem Invaliditätsgrad von 100 % eine ganze Rente, wo
bei die Beschwerdegegnerin verschiedene Berichte der
A._
sowie im Rahmen der Rentenrevision das Gutachten des
B._
für ausschlaggebend hielt. Sowohl die Ärzte der
A._
als auch die Gutachter des
B._
stellten wesentlich auf die subjektiven An
gaben des Beschwerdeführers ab.
Eine
radikuläre
Reiz- oder defizitäre Symptomatik hatten die Ärzte durch neuro
logische Untersuchungen ausschliessen können (vgl. E. 3.
3
), fanden jedoch im weiteren Verlauf keine anderen, objektiv nachweisbaren Ursachen für die vom Beschwerdeführer geklagten Schmerzen (vgl.
E.
3.
3, E. 3.5
, E. 3.
7
). Be
tref
fend
d
i
e Ausführungen der Ärzte der
A._
zur Arbeitsfähigkeit
fällt zudem
insbesondere
auf
, dass
s
ie sich
ausschliesslich
auf die angestammte
n
Tätigkeiten als
Anlageführer sowie Reinigungsangestellter beziehen
, und keine Angaben bezüglich der für eine
Rentenzusprache
wesentlichen
Restarbeitsfähig
keit
in einer behinderungsangepassten Tätigkeit enthalten. Die
Beschwerdegeg
nerin
hätte
entweder bei den Ärzten der
A._
gezielt eine Beurtei
lung der Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit einholen oder eine Begutachtung des Beschwerdeführers veranlassen müssen. Dies umso mehr, als der damalige Hausarzt Dr.
F._
eine sitzende Tätigkeit mit leichter manueller Arbeit in einem Pensum von 50 % für denkbar hielt (vgl.
E. 3.4
) und die Physiotherapeutin die Angaben des Beschwerdeführers, wonach die Physi
otherapie den Zustand weiter verschlechtere, als objektiv nicht zutreffend be
zeichnete (vgl. E. 3.
7
).
Die medizinischen Unterlagen, auf welchen die ursprüng
liche
Rentenzusprache
beruhte, erweisen sich damit als unvollständig, weshalb die Verfügungen vom 24. Mai 2006 als zweifellos u
nrichtig zu qualifizieren sind.
4.3
Ebenso beruht das Gutachten des
B._
vornehmlich auf den subjektiven Anga
ben des Beschwerdeführers.
Zwar
hielten
die Gutachter
fest
, dem Beschwerde
führer seien aufgrund der derzeitigen Situation, der Beschwerdesymptomatik sowie der objektiven Befunde keinerlei Tätigkeiten zumutbar (E. 3.
9
).
Sie
führ
ten jedoch weder überzeugend noch nachvollziehbar begründet aus
, weshalb sie aufgrund der festgestellten Diskushernie L3/L4 selbst nach dem operativen Ein
griff jegliche körperliche
n
Tätigkeiten für nicht zumutbar hielten.
Dies wäre jedoch zwingend nötig gewesen, nachdem sich a
us den gestellten Diagnosen alleine
keine vollständige Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeiten ableiten lässt.
Auch
setzten
sich
die
B._
-Gutachter
nicht
mit der Einschätzung des Hausarztes Dr.
F._
auseinander
, welcher eine sitzende Tätigkeit mit leich
ter manueller Arbeit in einem Pensum von 50 % für denkbar hielt
.
D
azu kommt, dass die Gutachter des
B._
nicht oder zumindest nicht ausrei
chend berücksichtigten, dass es dem Beschwerdeführer nach Lage der Akten offenbar möglich war beziehungsweise ist, zeitweise seinen kleinen Sohn zu betreuen, mit ihm spazieren zu gehen, der Ehefrau und der Tochter beim Ein
kauf zu helfen (
Urk.
5/69 S. 13 unten), während 45 Minuten ununterbrochen in sitzender Position auszuharren und nach 10 Minuten Stehen wieder zu sitzen (
Urk.
5/69 S. 23 oben), ein Auto zu lenken, regelmässigen Kontakt zu seinen Kollegen zu pflegen und sie oft abends im
L._
zu treffen (
Urk.
5/76/2) und sogar mehrmals pro Jahr nach
H._
zu reisen (
Urk.
5/69 S. 13 oben und S. 15 oben,
Urk.
5/76/1).
Entsprechende Tätigkeiten, insbeson
dere
regelmässige ausserhäusliche Treffen mit Kollegen und mehrere jährliche Reisen nach
H._
, ste
hen im klaren Widerspruch zu d
er von
den Gutach
tern des
B._
bescheinigten
vollständigen
Arbeits
un
fähigkeit in sämtlichen
auch leichten
Tätigkeiten.
Damit erfüllt das
B._
-Gutachten die praxisgemässen Kriterien an den
Beweis
wert
medizinischer Unterlagen nicht. Daran vermag auch die Tatsache, dass sich der RAD-Arzt Dr.
J._
dieser Einschätzung
am Ende
anschloss (vgl. E. 3.1
0
), nichts zu ändern. Dies umso mehr, als er im Rahmen des vom BVG-Versicherer erteilten Begutachtungsauftrages
zu Recht darauf hingewiesen hatte, dass an
schliessend an die Wirbelsäulenoperation vor allem subjektive Beschwerden des Beschwerdeführers dokumentiert
worden
seien, nicht aber objektivierbare Pathologien
oder
nachvollziehbare schwere Funktionseinschränkungen, und eine
volle Arbeitsfähigkeit in rückenschonender Arbeit
zur Diskussion stellte (vgl. E. 3.
8
).
Damit erweisen sich auch die der
im Jahre 2007 durchgeführten Rentenrevision
zugrunde liegenden medizinischen Unterlagen als
nicht schlüssig
und die
Mit
teilung vom 30. August 2007 als
zweifellos
unrichtig.
4.4
Insgesamt
lagen sowohl im Zeitpunkt der ursprünglichen
Rentenzusprache
als auch der Rentenrevision keine den praxisgemässen Kriterien genügenden medi
zinischen Unterlagen vor, so dass die Beschwerdegegnerin
sowohl bei der ur
sprünglichen
Rentenzusprache
als auch bei der im Jahre 2007 durchgeführten Revisionsverfahren den Untersuchungsgrundsatz verletzt hat. Damit sind die Voraussetzungen für eine umfassende Neuprüfung des Rentenanspruchs gege
ben.
5
.
Für die aktuelle Beurteilung des Gesundheitszustandes ist auf das nachvollzieh
bar und überzeugend begründete Gutachten der
C._
abzustellen
, welches
die praxisgemässen Kriterien vollumfänglich (vgl. vorstehend E. 1.6)
erfüllt
.
Daran vermag auch die Kritik des Beschwerdeführers am Gutachten nichts zu ändern.
Zutreffend ist, dass die Gutachter zwar eine schmerzbedingt einge
schränkte Wirbelsäulenbeweglichkeit feststellten, darin jedoch keine Einschrän
kungen in der Belastbarkeit oder der Leistungsfähigkeit im Alltag erkannten.
Dabei ist jedoch zu beachten, dass der
Beschwerdeführer während einer Dauer von zehn Tagen stationär begutachtet wurde
und dabei
nicht nur im Rahmen der eigentlichen medizinischen Untersuchungen sondern darüber hinaus auch im alltäglichen Verhalten beobachtet werden konnte
.
Ihre Einschätzung der Arbeitsfähigkeit begründeten die Gutachter denn auch nicht nur mit den medi
zinischen Feststellungen sondern auch mit den Ergebnissen der umfassenden Beobachtungen (vgl. E. 3.13). Als nicht
zutreffend
erweist sich
sodann
die Be
hauptung des Beschwerdeführers, gemäss den Ausführungen im Gutachten hab
e sich die Arbeitsfähigkeit ab A
nfang Dezember 2005 nach einer vollen Arbeits
unfähigkeit bis Ende November 2005 schlagartig auf 100 % erhöht (Urk. 1 S. 7 Ziff. 11). Vielmehr führten die Gutachter aus, vor und nach der
Bandscheiben
operation
habe allenfalls eine medizinisch begründete Arbeitsunfähigkeit von 20 % bestanden. Es sei jedoch davon auszugehen, dass einige Monate nach dem in Rede stehenden operativen Eingriff die Arbeitsfähigkeit bei Beachtung der genannten Zumutbarkeitsgrenzen wieder hergestellt gewesen sei (E. 3.13).
Auch d
ie
weitere Kritik des Beschwerdeführers
betrifft im Wesentlichen die Beurtei
lung des Gesundheitszustandes in den Jahren 2005 und 2006
(Urk. 1 S. 7 f.)
.
D
iesbezüglich
erübrigen sich
jedoch
weitere Abklärungen, nachdem bei einer Rentenaufhebung ex
nunc
et pro
futuro
der aktuelle und nicht der damalige Gesundheitszustand zu beurteilen ist.
Gestützt auf das Gutachten der
C._
ist somit davon auszugehen, dass
dem
Beschwerdeführer
eine körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit zu 100 % zugemutet werden kann.
6.
6
.1
Es bleibt die Prüfung der erwerblichen Auswirkungen der noch bestehenden
Einschränkungen.
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
6
.2
Für die Ermittlung des ohne Gesundheitsschadens erzielbaren Einkommens (
Vali
deneinkommen
) ist entscheidend, was die versicherte Person aufgrund ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit ohne den Gesundheitsschaden, aber sonst bei unveränderten Ver
hältnissen verdienen würde (RKUV 1993 Nr. U 168 S. 100 E. 3b mit Hinweis), wobei für die Vornahme des Einkommensvergleiches grundsätzlich auf die Ge
gebenheiten im Zeitpunkt de
r Rentenüberprüfung
, mithin auf das Jahr
2012
, abzustellen ist (BGE 128 V 174, BGE 129 V 222).
Die Invalidenversicherung gewährt nach der gesetzgeberischen Konzeption grundsätzlich nur Versicherungsschutz im Rahmen eines normalen
Einsatzpen
sums
von 100
%
(Urteil
des Bundesgerichts
9C_45/2008 vom
3.
Juli 2008 E.
4.2). Schon deswegen ist ein Nebeneinkommen nur dann als
Validenlohn
zu berücksichtigen, falls ein solches bereits im Gesundheitsfall erzielt wurde und weiterhin erzielt worden wäre, wenn die versicherte Person keine gesundheit
liche Beeinträchtigung erlitten hätte (Urteil
des Bundesgerichts
8C_491/2011 vom
7.
Oktober 2011 E. 4.1).
Es ist unbestritten, dass
der Beschwerdeführer
die Nebenerwerbstätigkeit im
Reinigungsdienst
weiterhin ausgeübt
hätte, w
eshalb der daraus erzielte Ver
dienst beim
Valideneinkommen
zu berücksichtigen ist.
Mit seiner Hauptbeschäftigung als Anlagenführer bei der
Y._
AG erzielte
der Beschwerdeführer
im Jahre 2004 ein monatliches Einkommen von Fr. 4‘900.-- (Urk. 5/15
/
2
Ziff. 12)
bzw. Fr. 63‘700.--
pro Jahr
(Fr. 4‘900.-- x 13, vgl. Urk. 5/15/
9-14
)
. Zusätzlich arbeitete er
während 17.5 Stunden pro Woche
als Reiniger bei der
Z._
AG
(Urk. 5/21
/
2
Ziff. 9). Unter Berücksichtigung von vier Wochen Ferien ergibt dies bei einem Stundenlohn von Fr. 21.23
sowie einem Anteil am 13. Monatslohn von Fr. 200.-- (vgl. Urk. 5/21/4-5, Urk. 5/21/7)
ein Jahreseinkommen in der Höhe von
Fr. 18‘033.20
(
Fr. 21.23 x 17.5 x 48
, zuzüglich Fr. 200.--
)
.
Insgesamt
erzielte der Beschwerdeführer
damit im Jahre 2004
ein Einkommen
von Fr. 81‘733.2
0.
Unter Berücksichtigung der Nominallohnerhöhung seit dem Jahre 2004 (
Schweizerischer Lohnindex insgesamt
[
1939 = 100
]
, Männer, Stand 200
4
:
1975
, Stand
2012
:
2188
; www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Löhne/Erwerbseinkommen, detaillierte Daten, Lohnentwicklung
)
ergibt dies ein
Valideneinkommen
in der Höhe von insgesamt rund Fr. 90‘548.-- (Fr. 81‘733.20 : 1975 x 2188).
6.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, nament
lich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bun
desamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 f. E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standar
disierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom so genannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zugrunde liegt, wes
halb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübliche
Wo
chenarbeitszeit
aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 f. E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
Die IV-Stelle
ging davon aus
, dass d
em Beschwerdeführer die Ausübung eines Nebenerwerbs
nach Eintritt des Gesundheitsschadens nach wie vor zumutbar gewesen wäre
(
Urk.
2 S. 3)
. Deshalb sei der daraus erzielbare Verdienst auch
beim Invalide
neinkommen zu berücksichtigen. Ob d
iese Argumentation stich
haltig
ist
,
muss nicht abschliessend beantwortet werden, da selbst bei
Nichtbe
rücksichtigung
eines Nebenverdienstes auf Seiten des Invalideneinkommens kein rentenrelevanter Invaliditätsgrad resultiert, wie die folgenden Ausführun
gen zeigen.
Nachdem der Beschwerdeführer
seit Ende Februar 2005 keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgeht, sind für die Ermittlung des Invalideneinkommens Tabellenlöhne beizuziehen und es ist vom mittleren Lohn für Männer, die einfache und repeti
tive Arbeiten ausführen, auszugehen. Dieser belief sich im Jahre 2010 auf monatlich Fr. 4‘901.-- (LSE 2010, Bundesamt für Statistik, Neuenburg 2012, TA1, Total, Niveau 4), mithin Fr. 58‘812.-- im Jahr (Fr. 4‘901.-- x 12). Unter Berücksichtigung der Nominallohnerhöhung
(
Schweizerischer Lohnindex ins
gesamt [1939 = 100], Männer, Stand 2010: 2151, Stand 2012: 2188; www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Löhne/Erwerbseinkommen, detaillierte Daten, Lohnentwicklung)
sowie einer wöchentlichen Arbeitszeit von
41.7 Stunden (Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Total; www.bfs.admin.ch, Erwerbstätigkeit und Arbeitszeit, detaillierte Daten) ergibt dies ein Jahreseinkommen von gerundet Fr. 62‘366.-- (Fr. 58‘812.-- : 2151 x 2188 : 40 x 41.7).
6.4
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kür
zen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszu
gehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens
25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der
Vergleichsein
kommen
mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
Der Beschwerdeführer machte einen Leidensabzug von 15 % geltend und
ver
wies
zur Begründung auf
seine Herkunft und Biografie sowie die Einschränkun
gen
aus somatischen Gründen (Urk. 1 S. 9 Ziff. 14).
Nachdem der Beschwerde
führer weiterhin vollzeitig arbeitsfähig ist, jedoch lediglich noch körperlich leichte bis mittelschwere Arbeiten ausführen kann, trägt ein Abzug von 10 % den Gegebenheiten des vorliegenden Falles angemessen Rechnung.
6.5
Bei einem Abzug von 10 % beträgt das Invalideneinkommen
(vorstehend E. 6.3) rund Fr. 56‘129.-- (Fr. 62‘366.-- x 0.9). Bei einem
Valideneinkommen
von Fr. 90‘548.-- (vorstehend E. 6.2) beträgt die Einkommenseinbusse somit Fr. 34‘419.--, was einem rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von rund 38 % entspricht.
Die Aufhebung der bisherigen Rente erweist sich damit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
7.
Soweit der Beschwerdeführer für den Fall der Rentenaufhebung geltend macht, es
sei
ihm berufliche Integrationshilfe sowie eine Übergangszeit bis zum Eintritt in die Erwerbstätigkeit zu gewähren (Urk. 1 S. 9 Ziff. 15), ist
auf die ständige Rechtsprechung des Bundesgerichts zu verweisen, welche für den Regelfall da
von ausgeht, dass eine medizinisch attestierte Verbesserung der Arbeitsfähigkeit grundsätzlich auf dem Weg der Selbsteingliederung verwertbar ist (Ulrich Meyer, Rechtsprechung zum IVG, 2. Auflage, Zürich 2010, S. 383). Als Aus
nahme davon ist eine revisions- oder wiedererwägungsweise Herabsetzung oder Aufhebung der Invalidenrente bei versicherten Personen, welche das 55. Alters
jahr zurückgelegt oder die Rente seit mehr als 15 Jahren bezogen haben, nur dann zulässig, wenn die Beschwerdegegnerin zuvor Eingliederungsmassnahmen durchgeführt hat (Urteil des Bundesgerichts 9C_228/2010 vom 26. April 2011, E. 3.3).
Vorliegend ist
der Beschwerdeführer
erst 44 Jahre alt und
bezog wäh
rend
gut sieben Jahre
n eine Rente. Damit ist
vom Regelfall der
Selbsteinglie
derung
auszugehen. Hinzu kommt, dass die Beschwerdegegnerin den Be
schwerdeführer im September 2010 zu einer Informationsveranstaltung zum beruflichen Wiedereinstieg eingeladen hat (Urk. 5/102)
, sich a
us den Akten
je
doch
keine weiteren Hinweise darauf
ergeben
, dass der Beschwerdeführer dieses Angebot angenommen hätte.
8.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 9
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.