Decision ID: fd743363-bb77-4d65-a8d7-962ee7c37baa
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SRK
Chamber: ZH_SRK_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: public_law

hat sich ergeben:
A. Die in der Liegenschaftenverwaltung tätige A AG (nachfolgend die Pflichti-
ge) belastete ihrer Erfolgsrechnung 2011 über das Konto "4009 Diverser Aufwand"
einen runden Betrag von Fr. 200'000.-. Im Veranlagungs- bzw. Einschätzungsverfah-
ren der entsprechenden Steuerperiode 1.1. - 31.12.2011 verlangte die Steuerkommis-
särin mit Auflage vom 18. Juni 2014 den diesbezüglichen detaillierten Kontoauszug
sowie den Nachweis der geschäftsmässigen Begründetheit aller über dieses Konto
verbuchten Aufwendungen. Die Pflichtige liess daraufhin am 7. Juli 2014 den verlang-
ten Kontoauszug, einen Auszug des Gegenkontos "1077 Darlehen D" sowie einen
Schuldenerlassvertrag einreichen. Den beiden Kontoblättern liess sich entnehmen,
dass der verbuchte Aufwand von Fr. 200'000.- auf der Abschreibung eines Darlehens
("Darlehen D") beruhte. Aus dem eingereichten Schuldenerlassvertrag ergab sich so-
dann, dass sich die Pflichtige und deren Aktionär E per 28. Februar 2012 gegenüber
der D AG verpflichtet hatten, auf Forderungen im Gesamtbetrag von Fr. 721'070.40 zu
verzichten. Bei der D AG handelte es sich dabei um eine in Zahlungsschwierigkeiten
geratene Mieterin der Pflichtigen. Die Steuerkommissärin stellte sich in der Folge im
Rahmen von Einschätzungsvorschlägen und diversen Schriftenwechseln auf den
Standpunkt, dass die per 2011 verbuchte Darlehensabschreibung einem Drittvergleich
nicht standhalte bzw. geschäftsmässig nicht begründet sei, weil die Sanierung der D
AG nicht Aufgabe der Pflichtigen, sondern von E gewesen wäre, der zur fraglichen Zeit
beide Gesellschaften beherrscht habe. Nachdem die Pflichtige unter Nachreichung von
zusätzlichen Unterlagen jeweils den gegenteiligen Standpunkt hatte vertreten lassen,
blieb die Steuerkommissärin mit Veranlagungsverfügung bzw. Einschätzungsentscheid
vom 18. Februar 2015 bei ihrer Auffassung und rechnete die Darlehensabschreibung
gewinn- und kapitalseitig vollumfänglich auf, sodass folgende Steuerfaktoren resultier-
ten:
Steuerperiode 1.1.-31.12.2012 Direkte Bundessteuer Staats- und Gemeindesteuern
Fr. Fr.
Steuerbarer Reingewinn 471'400.- 471'400.-
Gewinnsteuersatz 8.5% 8%
Eigenkapital per 31.12.2012 8'403'558.-
Steuerbares Eigenkapital 8'403'000.-
Kapitalsteuersatz 0.75‰
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B. Die hiergegen erhobenen Einsprachen, mit welchen die Pflichtige weiterhin
die geschäftsmässige Begründetheit der Darlehensabschreibung hatte vertreten las-
sen, wurden vom kantonalen Steueramt mit Entscheiden vom 30. Juni 2015 lediglich
insoweit teilweise gutgeheissen, als den Aufrechnungen von Fr. 200'000.- noch Steuer-
rückstellungen von Fr. 42'000.- gegenübergestellt wurden; in letzterem Umfang wurden
die Steuerfaktoren gewinn- und kapitalseitig entsprechend reduziert.
C. Mit Beschwerde und Rekurs vom 28. Juli 2015 lässt die Pflichtige an der
verbuchten Abschreibung festhalten und beantragen, Veranlagung und Einschätzung
deklarationsgemäss vorzunehmen; zudem sei ihr eine Parteientschädigung zuzuspre-
chen.
Das kantonale Steueramt schloss mit Vernehmlassung vom 24. August 2015
auf Abweisung der Rechtsmittel. Die Eidgenössische Steuerverwaltung (EStV) liess
sich nicht vernehmen.

Die Kammer zieht in Erwägung:
1. a) Nach Art. 20 Abs. 1 lit. c des Bundesgesetzes über die direkte Bundes-
steuer vom 14. Dezember 1990 (DBG) bzw. § 20 Abs. 1 lit. c des Steuergesetzes vom
8. Juni 1997 (StG) sind u.a. Einkünfte aus beweglichem Vermögen steuerbar, wie Divi-
denden, Gewinnanteile, Liquidationsüberschüsse, Kapitalrückzahlungen für Gratisakti-
en und geldwerte Vorteile aus Beteiligungen aller Art. Zu den letztgenannten Leistun-
gen gehören namentlich auch offene und verdeckte Gewinnausschüttungen sowie
Zuwendungen von Aktiengesellschaften an die Anteilsinhaber oder ihnen nahestehen-
de Dritte, die einem Aussenstehenden nicht oder zumindest nicht in gleichem Masse
gewährt würden. Geldwerte Leistungen in letzterem Sinn sind nach der Rechtspre-
chung immer dann anzunehmen, wenn (a) die Gesellschaft keine oder keine gleichwer-
tige Gegenleistung erhält, (b) der Aktionär bzw. Anteilsinhaber direkt oder indirekt (z.B.
über eine ihm nahestehende Person oder Unternehmung) einen Vorteil erhält, der ei-
nem Dritten unter gleichen Bedingungen nicht zugebilligt worden wäre, die Leistung
also insofern ungewöhnlich ist, und (c) der Charakter dieser Leistung für die Gesell-
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schaftsorgane erkennbar war (vgl. BGE 119 Ib 116 E. 2 S. 119 f.; 115 Ib 274 E. 9b
S. 279; ASA 69 202 E. 2; 68 596 E. 2; 68 246 E. 3a; je mit weiteren Hinweisen).
Der Grund solcher Vorteilszuwendungen liegt nicht in der Geschäftstätigkeit
der Gesellschaft, sondern im Beteiligungsverhältnis. Mit der Ausrichtung von geldwer-
ten Vorteilen kommt die Gesellschaft nicht geschäftlichen Verpflichtungen nach, son-
dern verwendet Gewinn im Interesse ihrer Aktionäre (Art. 660 OR; Markus Reich, Ver-
deckte Vorteilszuwendungen zwischen verbundenen Unternehmen, in: ASA 54, 621 f.).
Ob eine Leistung der Gesellschaft an den Inhaber von Beteiligungsrechten gerade we-
gen dieser Eigenschaft erfolgt ist und einem Dritten nicht erbracht worden wäre, so-
dass sie als eine für jenen steuerbare Zuwendung gelten muss, bestimmt sich danach,
ob die Leistung ungewöhnlich ist und sich mit einem sachgemässen Geschäftsgebaren
nicht vereinbaren lässt, also als geschäftsmässig nicht begründet erscheint (BGE 113
Ib 23 E. 2c). Anzustellen ist dazu ein Drittvergleich. Beim Drittvergleich sind in jedem
Einzelfall alle konkreten Umstände des zwischen der Gesellschaft und dem Anteilseig-
ner abgeschlossenen Geschäfts zu berücksichtigen und es muss davon ausgehend
bestimmt werden, ob das Geschäft in gleicher Weise mit einem der Gesellschaft nicht
Verbundenen auch abgeschlossen worden wäre (BGr, 10. November 2000 = StE 2001
B 24.4 Nr. 58 und ASA 66, 554 und 559).
b) Die verdeckte Gewinnausschüttung kann nicht nur in einem Wertzufluss an
den Aktionär oder eine ihm nahestehende Person liegen, sondern auch in der Verhin-
derung eines entsprechenden Wertabflusses. Eine derartige Vorteilszuwendung wird
insbesondere auch angenommen, wenn eine Gesellschaft den genannten Personen
ohne betrieblichen Grund ein Darlehen gewährt im Bewusstsein, auf eine Rückzahlung
allenfalls verzichten zu müssen (StE 1990 B 24.4 Nr. 25 mit Hinweisen, auch zum Fol-
genden). Unter solchen Umständen erscheint das hingegebene Darlehen als simulier-
tes, ungültiges Rechtsgeschäft (Art. 18 Abs. 1 OR).
c) Die Rechtsprechung hat verschiedene Indizien entwickelt, welche auf die
Simulation eines zwischen Aktiengesellschaft und Aktionär abgeschlossenen Darle-
hensgeschäfts schliessen lassen (ASA 53, 54 ff.; StE 1989 B 24.4 Nr. 17; André Rouil-
ler, Geldwerte Leistungen in Form von Aktionärsdarlehen, ASA 55, 3 ff.; alle auch zum
Folgenden). Derartige Anhaltspunkte bilden beispielsweise folgende Tatsachen:
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– fehlender schriftlicher Darlehensvertrag über Höhe und Rückzahlung des  sowie über dessen Verzinsung;
– fehlende Bonität des Schuldners;
– Kumulierung von Darlehen und Novation der Zinsen in eine zusätzliche ;
– fehlende effektive Rückzahlungen;
– aussergewöhnliche Höhe des Darlehens;
– laufende Erhöhung der Schuldsumme;
– fehlende Dividendenzahlungen;
– fehlender Zusammenhang des hohen Darlehens mit dem statutarischen Zweck der Gesellschaft.
All diese Elemente stellen freilich bloss Teile der erforderlichen Gesamtbe-
trachtung des Einzelfalls dar. Diese hat grundsätzlich aus der Sicht im Zeitpunkt des
Vertragsabschlusses bzw. der Hingabe des Darlehensbetrags zu erfolgen; spätere
Entwicklungen können nur insoweit berücksichtigt werden, als sie zu diesem Zeitpunkt
bereits bekannt oder zumindest absehbar waren (BGr, 3. Februar 1995 = ASA 64, 641
und 646). Bei der in diesem Sinn anzustellenden Gesamtbetrachtung steht im Vorder-
grund, ob die Gesellschaft einem unbeteiligten Dritten unter den nämlichen Bedingun-
gen das zur Diskussion stehende Darlehen ebenfalls gewährt hätte (vgl. VGr,
22. November 2000 = StE 2001 B 24.4 Nr. 60). Ist dies auszuschliessen, ist davon
auszugehen, die Darlehensgewährung bzw. -erhöhung entspreche nicht einem betrieb-
lichen Vorgang, sondern sei im Beteiligungsverhältnis zwischen Gesellschaft und Akti-
onär begründet.
d) Finden geschäftsmässig nicht begründete Vorteilszuwendungen zwischen
Schwestergesellschaften statt, erweisen sie sich als verdeckte Gewinnausschüttungen
der leistenden Gesellschaft an die gemeinsamen Aktionäre einerseits und als verdeck-
te Kapitaleinlagen bei der begünstigten Gesellschaft andrerseits (Dreieckstheorie;
StE 1991 B 24.4 Nr. 27).
e) Liegt eine verdeckte Gewinnausschüttung vor, ist die steuerliche Gewinn-
korrektur bei der leistenden Gesellschaft in jenem Zeitpunkt vorzunehmen, in welchem
sich der Vorgang in ihren Büchern auf den Erfolg der Gesellschaft auswirkt (RB 1976
Nr. 47; Reimann/Zuppinger/Schärrer, Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 3. Band,
1969, § 45 N 86 mit Hinweisen). Das gilt auch dann, wenn sich ein Darlehenskontrakt
im Ergebnis von Anfang an als simuliert erweist, weil etwa mit der Rückzahlung der
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Darlehenssumme aufgrund der gegebenen besonderen Verhältnisse nicht ernsthaft
gerechnet werden kann. Diesfalls hat die gebotene ertragssteuerliche Aufrechnung bei
der leistenden Gesellschaft somit erst im Moment der Verbuchung einer Wertberichti-
gung auf dem Guthaben zu erfolgen (StE 1989 B 24.4 Nr. 17 mit Hinweisen; StRK I,
7. November 1991, I 28/1991). Beim Gesellschafter wird demgegenüber die verdeckte
Gewinnausschüttung grundsätzlich im Zeitpunkt erfasst, in welchem er mit der Abliefe-
rung des Erhaltenen nicht mehr rechnen muss (RB 1981 Nr. 50).
f) Macht die Steuerbehörde geltend, ein Darlehen sei simuliert, hat sie auf-
grund ihrer Untersuchungen den steuerbegründenden Tatbestand der Simulation auf-
zuzeigen, mithin darzutun, dass eine Leistung der Gesellschaft ganz oder teilweise
nicht geschäftsmässig begründet sein kann (vgl. StE 1990 B 24.4. Nr. 25; Reimann/
Zuppinger/Schärrer, § 45 N 82). Dabei dürfen die Anforderungen an den Nachweis der
Steuerbehörde naturgemäss nicht allzu hoch angesetzt werden. Es genügt vielmehr,
dass sie den behaupteten Sachverhalt glaubhaft macht bzw. dass sich dieser in sach-
gemässer Würdigung der Verhältnisse als sehr wahrscheinlich erweist (vgl. StRK I,
16. Dezember 1991, R 148/90). Diesfalls obliegt es alsdann der steuerpflichtigen Ge-
sellschaft bzw. dem begünstigten Aktionär, die begründete Vermutung zu entkräften
und den Gegenbeweis für die geschäftsmässige Begründetheit der streitigen Leistung
zu erbringen (vgl. Reimann/Zuppinger/Schärrer, § 45 N 83 f.). Die Begünstigungsab-
sicht des Leistungserbringers darf bei alledem in der Regel ohne besonderen Nach-
weis der Steuerbehörden vorausgesetzt werden (vgl. VGr, 24. November 1977 =
ZBl 1978, 265 = ZR 1978 Nr. 59; Reimann/Zuppinger/Schärrer, § 45 N 84).
2. a) Umstritten ist hier die geschäftsmässige Begründetheit einer per Ende
2011 verbuchten Teilabschreibung eines Darlehens, welches die Pflichtige der D AG
(ab 2012 F AG) grösstenteils erst kurz zuvor (ab Februar 2011) gewährt hatte. Bei der
D AG handelte es sich zu dieser Zeit um eine Schwestergesellschaft der Pflichtigen,
war doch E gemäss unbestrittener Darstellung der Vorinstanz anfangs 2011 einzel-
zeichnungsberechtigter Aktionär der D AG, ehe er die Gesellschaft offenbar auf seine
Tochter übertrug. Entsprechend ist die Frage nach der geschäftsmässigen Begründet-
heit dieser Abschreibung vorab unter dem Aspekt des Nahestehendenverhältnisses
bzw. des gebotenen Drittvergleichs zu prüfen.
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b) Die steuerbehördliche Sachverhaltsermittlung hat ergeben, dass es sich bei
der D AG um eine Mieterin der in der Immobilienverwaltung tätigen Pflichtigen handelt.
Offenbar geriet die D AG bereits ab dem Jahr 2002 in finanzielle Schwierigkeiten und
türmten sich in den Folgejahren diverse Schulden auf; Ende 2011 schlug sich dies in
einem negativen Bilanzgewinn von Fr. 851'290.- nieder. Aktenkundig ist dabei, dass
per 2008 auch die Pflichtige die D AG für Forderungen in der Höhe von Fr. 108'370.95
betrieben hatte, wogen seinerzeit allerdings Rechtsvorschlag erhoben.
Zur Entstehung des hier im Streit liegenden Darlehens ist sodann Folgendes
bekannt: Ein schriftlicher Darlehensvertrag ist nicht aktenkundig und die Existenz eines
solchen wurde auch nie geltend gemacht. Aufschluss gibt damit primär das Buchhal-
tungskonto "1077 Darlehen D". Der diesbezügliche Kontoauszug 2011 zeigt auf, dass
per Jahresanfang ein Darlehen aus früheren Jahren von lediglich Fr. 20'000.- bestan-
den hat. Zwischen dem 4. Februar und dem 31. Oktober 2011 wurden danach in ver-
schiedenen Tranchen zusätzliche Darlehen von insgesamt Fr. 270'000.- verbucht.
Ebenfalls als Darlehen verbucht wurde dabei ein Betrag von Fr. 86.80, welcher gemäss
Buchungstext eine Rückvergütung des G betroffen hat. Per Jahresende wurde das
Darlehen sodann mit dem Betreff "Abschreibung MZ" um weitere Fr. 170'501.30 aufge-
stockt. Konkret wurden mit dieser Buchung ausstehende Mietzinsen in Darlehen um-
gewandelt. Das dergestalt im Geschäftsjahr 2011 von Fr. 20'000.- auf Fr. 460'588.-
angewachsene Darlehen wurde schliesslich per Jahresende um den hier im Streit lie-
genden Betrag von Fr. 200'000.- auf Fr. 260'588.10 abgeschrieben.
c) Die Steuerkommissärin wies in ihren Veranlagungs- bzw. Einschätzungs-
vorschlägen vom 5. Januar 2015 darauf hin, dass die Abschreibung von Fr. 200'000.-
nicht geschäftsmässig begründet sei, weil die ab Februar 2011 gewährten Darlehen
einem Drittvergleich nicht standhielten. Zu diesem Zeitpunkt sei nämlich die D AG be-
reits massiv überschuldet gewesen. Die zusätzlichen Darlehen von total Fr. 270'000.-
wären folglich von E zu gewähren gewesen, denn es sei Aktionärsaufgabe, bei
schlechter finanzieller Situation das Eigenkapital zu sanieren und Gelder einzuschies-
sen. Als echtes Darlehen anerkannt werde indes ein Betrag von Fr. 190'588.- und hier-
auf könnten auch Abschreibungen vorgenommen werden.
d) Dem liess die Pflichtige mit Schreiben vom 6. Februar 2015 entgegnen,
dass die fragliche Abschreibung nicht bezahlte Mieten 2011 im Betrag von
Fr. 170'501.30 enthalte und insoweit deshalb ohne weiteres zum Abzug zuzulassen
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sei. Sodann habe E als Privater bei der Sanierung der D AG mehr als die Hälfte über-
nommen, obwohl schlussendlich die Pflichtige am meisten profitiert habe, indem da-
nach das Mietverhältnis habe fortgeführt werden können. Bei einem Konkurs der D AG
wäre der Schaden für die Pflichtige erheblich grösser gewesen.
Nachdem die Steuerkommissärin im Veranlagungs- bzw. Einspracheentscheid
an der fehlenden geschäftsmässigen Begründetheit der Darlehensabschreibung von
Fr. 200'000.- festgehalten hatte, liess die Pflichtige in der Einsprache nochmals beto-
nen, dass sie an der Erhaltung der D AG ein eminentes eigenes Interesse gehabt ha-
be. Die von der Letzteren gemieteten Räumlichkeiten der Liegenschaft ...weg 9 in B
seien aufgrund von Ausbau und Beschaffenheit kurz- und mittelfristig nämlich gar nicht
anderweitig vermietbar gewesen. Nach der Sanierung der D AG seien per 2012 und
2013 bereits wieder Mieteinahmen erzielt worden.
e) Die Vorinstanz blieb in der Folge im Rahmen der Einspracheentscheide
ohne Erweiterung der Begründung bei ihrer Sichtweise der fehlenden geschäftsmässi-
gen Begründetheit der Darlehensabschreibung von Fr. 200'000.-.
3. a) Beschwerde- und rekursweise lässt die Pflichtige nun erneut vorbringen,
dass die in Frage stehende Abschreibung von Fr. 200'000.- im Umfang von
Fr. 170'501.30 als Ertrag verbuchte Mietzinse enthalte; letztlich sei ein als Ertrag ver-
buchter Mietzinsertrag storniert worden, da eine entsprechende Einnahme nie erfolgt
sei. Als echte Abschreibung sei damit nur die verbleibende Differenz von Fr. 29'498.70
zu betrachten.
b) Dem hält die Vorinstanz in der Beschwerde- und Rekursantwort entgegen,
dass gemäss Angaben der Pflichtigen das ab Februar 2011 gewährte Zusatzdarlehen
von Fr. 270'000.- im Sinn einer Sanierung dazu gedient habe, die betrieblichen Aktivi-
täten der D AG aufrecht zu erhalten. Dieses Bestreben betreffe indes das Geschäfts-
feld der Letzteren und nicht dasjenige der Pflichtigen als Vermieterin. Dabei sei auch
zu beachten, dass die Sanierungsbeiträge dem Aktionär E zuzuordnen seien, während
die Mietzinsausstände als Drittforderungen qualifizierten. Ein unabhängiger Dritter wä-
re erst nach einem allfälligen Verzicht des Aktionärs bereit gewesen, auf seine Forde-
rungen zu verzichten. Daher sei davon auszugehen, dass die Abschreibung des Darle-
hens über Fr. 200'000.- nicht primär die Mietzinsausstände betroffen habe, sondern die
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zusätzlichen Zuschüsse bzw. Darlehen, welche also der Aktionär hätte leisten müssen.
Sowohl die Mietzinsausstände als auch die restlichen Zuschüsse bzw. Darlehen seien
im Übrigen im Folgejahr weitestgehend abgeschrieben worden.
c) Die Argumentation der Vorinstanz ist nicht nachvollziehbar. Noch im Ein-
spracheentscheid wies sie selber darauf hin, dass die ausstehenden Mietzinszahlun-
gen, welche auf das Darlehenskonto umgebucht worden seien, als echtes Darlehen
qualifizierten. Gleiches stellte sie sodann in Bezug auf die per 1. Januar 2011 bereits
bestehende Darlehensforderung von Fr. 20'000.- (und die kaum ins Gewicht fallende
Rückvergütung G von Fr. 86.80) fest. Insgesamt qualifizierte sie Fr. 190'588.- explizit
als echtes Darlehen, auf dem auch Abschreibungen vorgenommen werden könnten.
Wenn nun die Pflichtige ihre Darlehensforderungen gegenüber der D AG per 2011 im
Umfang von Fr. 200'000.- abgeschrieben hat, ist folglich nicht einzusehen, wieso dies
im Umfang der besagten Fr. 190'588.- nicht geschäftsmässig begründet sein soll. War
die D AG per 2011 wie gesehen derart massiv überschuldet, musste die Pflichtige von
der fehlenden Werthaltigkeit ihrer bestehenden Forderungen gegenüber der D AG aus
Vorjahren (Fr. 20'000.-) sowie aus dem Mietverhältnis (Fr. 170'501.30) ausgehen. Sind
diese Forderungen sodann Bestandteil der im Konto 1077 insgesamt erfassten Aktiv-
darlehen gegenüber der D AG, so lässt sich nicht argumentieren, die Abschreibung
betreffe "nicht primär" die Mietzinsausstände, sondern die ab Februar gewährten Zu-
satzdarlehen, welche die Vorinstanz sinngemäss für simuliert hält. Die Begründung
hierzu, wonach ein unabhängiger Dritter erst nach einem allfälligen Verzicht des Aktio-
närs bereitgewesen wäre, auf seine Forderung zu verzichten, ist zudem rein spekulati-
ver Natur und durch nichts belegt. Bis zum von der Vorinstanz selbst ermittelten Betrag
von Fr. 190'588.- erweist sich damit die Darlehensabschreibung als geschäftsmässig
begründet.
d) Fraglich kann demzufolge allein noch sein, ob der Abschreibung im verblei-
benden Differenzbetrag von Fr. 9'412.- die geschäftsmässige Begründetheit abzuspre-
chen ist.
Es ist mit der Vorinstanz nicht nachvollziehbar, dass die Pflichtige einer ihr
nicht nahestehenden Gesellschaft, welche Mietzinsausstände im sechsstelligen Fran-
kenbereich hat und derart massiv überschuldet ist, noch Darlehen von über
1/4-Million Fr. gewähren sollte. Wohl geht es im vorliegenden Fall auch um eine Kun-
denbeziehung, indem die Darlehensnehmerin auch Mieterin ist und demzufolge die
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Fortführung des Mietverhältnisses mit Blick auf die spezielle Nutzung der vermieten
Räumlichkeiten im Interesse der Vermieterin sein kann. Bei den hier vorliegenden Ver-
hältnissen (Mietzinsausfall von über Fr. 170'000.-; nicht mehr einbringbare Forderung
aus Vorjahren von Fr. 20'000.-, Überschuldung der Mieterin von über Fr. 800'000.-)
hätte ein unabhängiger Dritter gleichwohl die Reissleine gezogen oder allenfalls einen
Schuldenerlass unter Einbezug aller anderen Gläubiger angestrebt; keinesfalls aber
hätte er einer derart notleidenden Mieterin noch Darlehen in solcher Höhe zur Verfü-
gung gestellt und dies ohne Vertrag, ohne jegliche Vereinbarung betreffend Sicherung,
Rückzahlung und Verzinsung sowie im Wissen darum, das "Darlehen" umgehend ab-
schreiben zu müssen. Insoweit kann folglich von einem Darlehen keine Rede sein. Die
ab Februar 2011 als Darlehen verbuchten Geldhingaben an die D AG in der Höhe von
Fr. 270'000.- qualifizieren als à-fonds-perdu-Zuschüsse bzw. als Sanierungsbeiträge,
welche selbstredend allein vom Aktionär der D AG (E) zu leisten gewesen wären. In-
soweit liegt hier folglich ein simuliertes Darlehen vor bzw. hat die Pflichtige mit den
Geldhingaben an die D AG letztlich ihrem Aktionär E verdeckt Gewinn ausgeschüttet,
welchen dieser für verdeckte Kapitaleinlagen bei der D AG verwendet hat (Dreiecks-
theorie). Auf Stufe der Darlehensgeberin ist dies im Moment der Abschreibung zu kor-
rigieren. Im hier betroffenen Geschäftsjahr 2011 erweist sich somit die per Jahresende
verbuchte Darlehensabschreibung im Umfang von Fr. 9'412.- als geschäftsmässig
nicht begründet.
e) Die steuerbehördlichen Aufrechnungen sind damit von Fr. 200'000.- auf
Fr. 9'412.- zu korrigieren. In Anbetracht des verbleibenden geringfügigen gewinnseiti-
gen Aufrechnungsbetrags ist auf die Bildung einer entsprechenden Steuerrückstellung
zu verzichten. Die Steuerfaktoren sind damit – ausgehend vom ursprünglich angefoch-
tenen Veranlagungs- bzw. Einschätzungsentscheid (vgl. vorstehend Ziff. A) – um
Fr. 190'588.- tiefer wie folgt festzusetzen:
Steuerperiode 1.1.-31.12.2012 Direkte Bundessteuer Staats- und Gemeindesteuern
Fr. Fr.
Steuerbarer Reingewinn 280'800.- 280'800.-
Gewinnsteuersatz 8.5% 8%
Eigenkapital per 31.12.2012 8'212'970.-
Steuerbares Eigenkapital 8'212'000.-
Kapitalsteuersatz 0.75‰
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4. a) Gestützt auf diese Erwägungen sind die Beschwerde und der Rekurs
teilweise gutzuheissen.
b) Ausgangsgemäss sind die Kosten des Verfahrens den Parteien anteils-
mässig aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG und § 151 Abs. 1 StG) und ist der Pflichti-
gen eine wegen des nur teilweisen Obsiegens leicht reduzierte Parteientschädigung
zuzusprechen (Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 - 3 des Bundesgesetzes über
das Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968 sowie § 152 StG i.V.m. § 17 Abs. 2
des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997).