Decision ID: c5285094-2095-4132-80fa-b1fe66a30cad
Year: 2020
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherte) war aufgrund ihrer Anstellung als
Montagemitarbeiterin bei der B._ GmbH bei der Schweizerischen
Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: Suva) gegen die Folgen von Unfällen und
Berufskrankheiten versichert. Am 14. Mai 2018 meldete die Arbeitgeberin der Suva, die
Versicherte habe am 18. April 2018 eine Fermacellplatte tragen wollen, wobei es ihr
einen "Fitz" in die linke Schulter gegeben habe (Suva-act. 1). Am 24. April 2018 hatte
eine Erstbehandlung durch Dr. med. C._, Fachärztin Innere Medizin FMH,
stattgefunden, die einen Verdacht auf eine Rotatorenmanschettenruptur links
diagnostiziert, eine MR-Arthrographie der linken Schulter veranlasst und der
Versicherten ab 24. April 2018 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt hatte
(Suva-act. 7). In der am 3. Mai 2018 durchgeführten MR-Arthrogaphie der linken
Schulter nativ und mit Kontrastmittel hatte Dr. med. D._, Radiologie E._, als
Befunde eine minimale transmurale Supraspinatus-Sehnenruptur ansatznah ventral
(nah Rotatoren-Intervall) nebst Pulley-Reizung erhoben (Suva-act. 9). Am 12. Juni 2018
verneinte Suva-Kreisarzt Dr. med. F._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates, eine Partialruptur oder gar transmurale
Ruptur, ging von einer massiven Entzündung im Rahmen einer Enthesiopathie/
Tendinopathie aus und verneinte das Vorliegen einer Listenverletzung (Suva-act. 10).
A.a.
Mit Verfügung 15. Juni 2018 verneinte die Suva das Vorliegen eines Unfalls und
einer unfallähnlichen Körperschädigung und lehnte eine Leistungspflicht für das
Ereignis vom 18. April 2018 ab (Suva-act. 11).
A.b.
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B.
Mit Schreiben vom 21. Juni 2018 teilte Dr. med. G._, Facharzt für Allgemeine
Innere Medizin, der Suva mit, dass er die Versicherte für eine Zweitbeurteilung bei Prof.
Dr. med. H._, Chefarzt, Klinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG), angemeldet habe (Suva-
act. 16; vgl. auch Suva-act. 13).
A.c.
Mit Eingabe vom 26. Juni 2018 erhob die Versicherte Einsprache gegen die
Verfügung der Suva vom 15. Juni 2018 (Suva-act. 16).
B.a.
Kreisarzt Dr. F._ empfahl am 3. Juli 2018 das Abwarten der Zweitmeinung,
wiederholte indessen, dass für ihn aufgrund der bildmorphologischen Darstellung ganz
klar die Zeichen einer degenerativ bedingten Ansatzerkrankung überwiegen würden
(Suva-act. 18).
B.b.
Am 10. Juli 2018 wurde die Versicherte durch Dr. H._ untersucht, der im
Untersuchungsbericht vom 17. Juli 2018 die Diagnose einer kleinen transmuralen
Ruptur der Supraspinatussehne Pars anterior, traumatisch bedingt vom 19. April 2018,
festhielt (Suva-act. 20).
B.c.
Aufgrund der unterschiedlich beurteilten radiologischen Befunde empfahl Kreisarzt
Dr. F._ am 31. Juli 2018 eine erneute Kontrolluntersuchung mittels einer MR-
Arthrographie (Suva-act. 22). Diese wurde am 14. August 2018 durch Dr. med. I._,
Leitender Arzt der Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin, Radiologie J._,
durchgeführt. Dr. I._ hielt in der Beurteilung eine AC-Gelenksarthrose, im Übrigen
aber eine normale MR-Arthrographie der linken Schulter - eine intakte
Subscapularissehne, keine Ruptur oder Partialruptur der Supraspinatussehne, keine
Enthesiopathie - fest (Suva-act. 26).
B.d.
Am 31. Juli 2018 reichte Kreisarzt Dr. F._ eine umfassende ärztliche Beurteilung
ein, worin er empfahl, die Anerkennung des Schadenfalls aufgrund des Fehlens eines
Unfallereignisses und einer Listendiagnose abzulehnen (Suva-act. 28).
B.e.
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C.

Erwägungen
1.
Streitig und vorliegend zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin als obligatorischer
Unfallversicherer der Beschwerdeführerin für die Folgen des Ereignisses vom 18. April
2018 leistungspflichtig ist.
2.
Gestützt auf die kreisärztliche Beurteilung vom 31. Juli 2018 wies die Suva die
Einsprache der Versicherten vom 26. Juni 2018 mit Entscheid vom 10. Januar 2019 ab
(Suva-act. 31).
B.f.
Gegen diesen Entscheid erhob die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin),
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Marco Büchel, Oberuzwil, mit Eingabe vom 6.
Februar 2019 Beschwerde mit folgenden Rechtsbegehren: 1. Die Verfügung vom 15.
Juni 2018 sowie der Einspracheentscheid vom 10. Januar 2019 seien aufzuheben. 2.
Die Suva (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) sei zu verpflichten, die gesetzlichen
Leistungen (Heilungskosten, Taggeld etc.) aus der Unfallversicherung zu erbringen. 3.
Eventualiter sei ein externes orthopädisches Gutachten seitens des Gerichts in Auftrag
zu geben. 4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G 1).
C.a.
Mit Beschwerdeantwort vom 13. März 2019 beantragte die Beschwerdegegnerin
Abweisung der Beschwerde und Bestätigung des Einspracheentscheids (act. G 3).
C.b.
Mit Replik vom 2. Mai 2019 hielt der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin
unverändert an seinen Rechtsbegehren fest (act. G 5) und reichte weitere Unterlagen,
unter anderem eine Stellungnahme von Dr. G._ vom 19. Februar 2019 zu
verschiedenen Fragen, ein (act. G 5.1 f.).
C.c.
Mit Duplik vom 6. Juni 2019 hielt die Beschwerdegegnerin an ihrem Antrag auf
Beschwerdeabweisung fest (act. G 7).
C.d.
Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung in der seit 1.
Januar 2017 geltenden Fassung (UVG; SR 832.20) werden Versicherungsleistungen bei
2.1.
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Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz
nichts anderes bestimmt. Als Unfall gilt nach Art. 4 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die plötzliche, nicht
beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den
menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder
psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Dabei bezieht sich das
Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors,
sondern auf den Faktor selbst. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist
somit, dass der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwartete Folgen nach
sich gezogen hat. Ein äusserer Faktor ist aussergewöhnlich, wenn er den Rahmen des
im jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Ob dies zutrifft,
beurteilt sich im Einzelfall, wobei grundsätzlich nur die objektiven Umstände in Betracht
fallen (André Nabold, in: Kommentar zum Schweizerischen Sozialversicherungsrecht,
Bundesgesetz über die Unfallversicherung [UVG], Bern 2018, N 42 zu Art. 6 [UVG
Kommentar]; BSK UVG-Irene Hofer, Basel 2019, N 32 ff. zu Art. 6; Alexandra Rumo-
Jungo/André Pierre Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/
Basel/Genf, S. 31; RKUV 2000 Nr. U 368 S. 99 E. 2b mit Hinweisen; BGE 122 V 233 E.
1, 121 V 38 E. 1a, je mit Hinweisen). Das für den Unfallbegriff wesentliche Merkmal des
ungewöhnlichen äusseren Faktors kann nach Lehre und Rechtsprechung auch in einer
unkoordinierten Bewegung bestehen (RKUV 1999 Nr. U 333 S. 199 E. 3c/aa und Nr. U
345 S. 422 E. 2b; UVG Kommentar-Nabold, a.a.O., N 32 zu Art. 6; BSK UVG-Hofer,
a.a.O., N 37 zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 40; Alfred Maurer,
Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 176 f.). Weiter bejaht
die Rechtsprechung das Vorliegen eines ungewöhnlichen äusseren Faktors dann, wenn
beim Heben oder Verschieben einer Last ein ganz ausserordentlicher Kraftaufwand
erfolgt und zu einer, gelegentlich als Verhebetrauma bezeichneten, Schädigung führt.
Es muss jedoch von Fall zu Fall geprüft werden, ob die Anstrengung im Hinblick auf
Konstitution und berufliche oder ausserberufliche Gewöhnung der betreffenden Person
ausserordentlich war (UVG Kommentar-Nabold, a.a.O., N 33 zu Art. 6; BSK UVG-Hofer,
a.a.O., N 40 zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 40 f.; vgl. BGE 116 V 139 E. 3b;
RKUV 1994 Nr. U 180 S. 38 E. 2). Bei unkoordinierten Bewegungen ist das Merkmal
der Ungewöhnlichkeit erfüllt, wenn ein in der Aussenwelt begründeter Umstand den
natürlichen Ablauf einer Körperbewegung gleichsam „programmwidrig“ beeinflusst hat,
was beispielsweise dann zutrifft, wenn die versicherte Person stolpert, ausgleitet oder
an einen Gegenstand anstösst oder wenn sie, um ein Ausgleiten zu verhindern, eine
reflexartige Abwehrbewegung ausführt oder auszuführen versucht (UVG Kommentar-
Nabold, a.a.O., N 32 zu Art. 6; BSK UVG-Hofer, a.a.O., N 37 zu Art. 6; Rumo-Jungo/
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3.
Zu prüfen ist zunächst, ob das Ereignis vom 18. April 2018 als Unfall zu qualifizieren ist,
und dabei insbesondere, ob im Sinne der Legaldefinition des Unfalls gemäss Art. 4
ATSG vom Vorhandensein eines ungewöhnlichen äusseren Faktors ausgegangen
werden kann.
Holzer, a.a.O., S. 40; Maurer, a.a.O., S. 176 f.; RKUV 2004 Nr. U 502 S. 183 E. 4.1).
Dass es tatsächlich zu einem Sturz kommt, wird mithin nicht vorausgesetzt. Immerhin
ist festzuhalten, dass der Nachweis eines Unfalls bei Schädigungen, die sich auf das
Körperinnere beschränken, insofern strengen Anforderungen unterliegt, als die
unmittelbare Ursache der Schädigung unter besonders sinnfälligen Umständen gesetzt
werden muss; denn ein Unfallereignis manifestiert sich in der Regel in einer äusserlich
wahrnehmbaren Schädigung, während bei deren Fehlen eine erhöhte
Wahrscheinlichkeit rein krankheitsbedingter Ursachen besteht (Rumo-Jungo/Holzer,
a.a.O., S.40; RKUV 1996 Nr. U 253 S. 204 E. 4d).
Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG erbringt die Versicherung ihre Leistungen auch bei den
folgenden, abschliessend aufgelisteten Körperschädigungen (vgl. dazu UVG
Kommentar-Nabold, a.a.O., N 42 zu Art. 6), sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung
oder Erkrankung zurückzuführen sind: a. Knochenbrüche, b. Verrenkungen von
Gelenken; c. Meniskusrisse; d. Muskelrisse, e. Muskelzerrungen; f. Sehnenrisse; g.
Bandläsionen; h. Trommelfellverletzungen.
2.2.
3.1.
Damit beurteilt werden kann, ob das Ereignis vom 18. April 2018 einen Unfall im
Rechtssinn darstellt, ist zunächst festzulegen, von welchem Geschehensablauf
auszugehen ist. Praxisgemäss sind die einzelnen Umstände des Unfallgeschehens vom
Leistungsansprecher glaubhaft zu machen. Kommt er dieser Forderung nicht nach,
indem er unvollständige, ungenaue oder widersprüchliche Angaben macht, die das
Bestehen eines unfallmässigen Schadens als unglaubwürdig erscheinen lassen,
besteht keine Leistungspflicht des Unfallversicherers. Im Streitfall obliegt es dem
Richter zu beurteilen, ob die einzelnen Voraussetzungen des Unfallbegriffs erfüllt sind.
Der Untersuchungsmaxime entsprechend hat er von Amtes wegen die notwendigen
Beweise zu erheben und kann zu diesem Zwecke auch die Parteien heranziehen.
Sofern der Unfallversicherer die tatsächlichen Verhältnisse mittels Fragebogen
detailliert erhoben hat, ist er seiner Verpflichtung zur richtigen und vollständigen
Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts grundsätzlich rechtsgenüglich
3.1.1.
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nachgekommen (Untersuchungsgrundsatz; vgl. BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a).
Der Unfallversicherer ist nicht gehalten, die versicherte Person im Nachgang zu
umfassenden Erhebungen zur weiteren Substantiierung des gemeldeten Geschehens
aufzufordern (Urteile des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 26.
Februar 2004, U 64/2002, E. 2.2.3, und 27. Juni 2002, U 148/01, E. 2b). Wird aufgrund
dieser Massnahmen das Vorliegen eines Unfallereignisses nicht wenigstens mit
Wahrscheinlichkeit erstellt - die blosse Möglichkeit genügt nicht (vgl. Thomas Locher/
Thomas Gächter, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. Bern 2014, § 70 N.
58 f.) -, so hat dieses als unbewiesen zu gelten, was sich zu Lasten des
Leistungsansprechers auswirkt (BGE 114 V 305 f. E. 5b).
Die Arbeitgeberin der Beschwerdeführerin schilderte in der Schadenmeldung
UVG vom 14. Mai 2018, die Beschwerdeführerin habe am 18. April 2018 eine
Fermacellplatte tragen wollen. Dabei habe es ihr einen "Fitz" in die linke Schulter
gegeben (Suva-act. 1). Im Fragebogen der Beschwerdegegnerin zum Ereignis vom 18.
April 2018 hielt die Beschwerdeführerin fest, es habe ihr beim Montieren einer
Fermacellplatte einen Zwick gegeben, so dass sie die linke Schulter bzw. den linken
Arm nicht mehr habe bewegen können. Die Frage, ob sich etwas Besonderes, z.B. ein
Ausgleiten, ein Sturz oder ein Anschlagen, ereignet habe, bejahte die
Beschwerdeführerin und beschrieb dieses als "Beim Anheben der
Fermacellplatte" (Suva-act. 6). In der Beschwerde wiederholte der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin die Sachverhaltsdarstellung in der Schadenmeldung UVG, sprach
also vom Tragen einer Fermacellplatte und einem dabei aufgetretenen "Fitz" in die
Schulter (act. G 1). Laut Angaben der Beschwerdeführerin gegenüber der
erstbehandelnden Ärztin Dr. C._ (Suva-act. 7) wog die Fermacellplatte ca. 20 kg
(Suva-act. 7).
3.1.2.
Mit den Schilderungen in Erwägung 3.1.2 wird noch kein Ereignis beschrieben,
welches als Unfall gemäss Art. 4 ATSG zu qualifizieren wäre. Das Heben bzw. Tragen
einer Fermacellplatte stellt eine normale körperliche, den Rahmen des Alltäglichen oder
Üblichen nicht überschreitende Bewegung dar. Sowohl von der Arbeitgeberin in der
Schadenmeldung UVG als auch von der Beschwerdeführerin im Fragebogen wird ein
durchwegs kontrollierter, bewegungsmässig offensichtlich ungestörter Arbeitsablauf
beschrieben, der keine unkoordinierte Bewegung zeigt. Gestützt auf die aktenkundigen
Sachverhaltsdarstellungen liegt auch kein Unfall in Form einer Überanstrengung vor.
Die höchstrichterliche Rechtsprechung orientiert sich hier insbesondere an Gewichten,
welche von konkreten Personen unter bestimmten Umständen getragen werden
können. Ohne Störung des Bewegungsablaufs durch etwas Programmwidriges wird
3.2.
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bei Überanstrengungen nur selten, d.h. bei sehr hohen Gewichten und allfälligem
Hinzutreten weiterer Umstände - wie eine unglückliche Bewegung, eine nicht optimale
Körperhaltung vor dem Heben einer schweren Last oder ein Heben in hektischer,
unerwarteter Weise -, ein Unfall anerkannt (Urteil des EVG vom 6. Mai 2002, U 477/00,
E. 3b, und 27. Juli 2001, U 7/00, E. 4b/dd; RKUV 1994 Nr. U 180 S. 39 E. 3b und c;
BSK UVG-Hofer, a.a.O., N 40 zu Art. 6; Suva-Jahresbericht 1988 Nr. 8 S. 15; vgl. auch
Maurer, a.a.O., S. 178 Anm. 359). So wurde vom höchsten Gericht eine den
Unfallbegriff erfüllende Überanstrengung nur bei Lasten von mehr als 100 kg bejaht
(Urteil des Bundesgerichts vom 23. Oktober 2009, 8C_319/2009, E. 3.3 mit Hinweis auf
Urteil des EVG vom 9. Oktober 2003, U 360/02). In Fällen, in welchen eine den
Unfallbegriff erfüllende Überanstrengung verneint wurde, waren die zu hebenden
Lasten zwischen 50 und 100 kg schwer (Urteil des EVG, U 360/02, E. 3.4 mit
Hinweisen; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 11. Januar 2010, 8C_1029/2009,
E. 2.1). Selbst gegenüber diesen Sachverhalten stellt eine Fermacellplatte mit ca. 20 kg
ein geringes Gewicht dar. Weiter ist vor allem zu berücksichtigen, dass eine berufliche
Anstrengung, wie sie in einem Betrieb immer wieder vorkommt, nicht als Unfall gilt
(Maurer, a.a.O., S. 178; BGE 116 V 139 E. 3b, mit Hinweisen; RKUV 1994 Nr. U 180 S.
38). Die Beschwerdeführerin war bei der B._ GmbH als Montagemitarbeiterin tätig,
womit davon auszugehen ist, dass im Rahmen ihrer Anstellung das Tragen einer
Fermacellplatte eine gewohnte, berufliche Tätigkeit darstellte und sich ihre Konstitution
nicht negativ auf das vorliegend zu beurteilende Ereignis ausgewirkt hätte. Solches
wird von der Beschwerdeführerin auch nicht behauptet. Mit dem in den
Ereignisschilderungen genannten "Fitz" oder "Zwick" wird offensichtlich der von der
Beschwerdeführerin gegenüber der erstbehandelnden Ärztin Dr. C._ angegebene
plötzliche Schmerz zusammen mit einer Kraftlosigkeit in der linken Schulter
beschrieben (vgl. Arztzeugnis UVG vom 19. Mai 2018 [Suva-act. 7]). Der aufgetretene
Schmerz als solcher ist indessen kein ungewöhnlicher äusserer (schädigender) Faktor
(vgl. Erwägung 2.1; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 31, BGE 129 V 469 E. 4.2.1, 122 V
232 f. E. 1 = Pra 86 415 E. 1, 121 V 38 E. 1a).
Zusammenfassend ergibt sich, dass das Ereignis vom 18. April 2018 den
Unfallbegriff gemäss Art. 4 ATSG nicht erfüllt.
3.3.
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4.
Zu prüfen bleibt, ob eine unfallähnliche Körperschädigung im Sinne von Art. 6 Abs. 2
UVG vorliegt (vgl. Erwägung 2.2).
Entscheidend für die Subsumtion eines Gesundheitsschadens unter die Liste von
Art. 6 Abs. 2 UVG ist die Diagnose. Diese ist durch einen Mediziner zu stellen. Die
Leistungspflicht besteht nur dann, wenn die Listenverletzung der Hauptbefund ist (BGE
122 V 157 E. 1b mit zahlreichen Hinweisen; SZS 2018 S. 343, 357 f.; BSK UVG-Hofer,
a.a.O., N 66 zu Art. 6).
4.1.
Während Dr. D._ bei der Beschwerdeführerin in der MR-Arthrographie der linken
Schulter vom 3. Mai 2018 eine minimale transmurale Supraspinatussehnenruptur erhob
(Suva-act. 9), ersieht Dr. F._ in den kernspintomographischen Bildern keine solche,
auch keine partielle Ruptur, sondern eine ansatznahe massive Entzündung des Supra
spinatussehnengewebes im Rahmen einer Enthesiopathie/Tendinopathie (=
Insertionstendopathie [vgl. Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 267. Aufl. Berlin/
Boston 2017; Roche Lexikon, Medizin, 5. Aufl. München 2003, S. 532]; Suva-act. 10,
28).
4.2.
Zu Art. 6 Abs. 2 lit. f. UVG ist zu sagen, dass nicht alle Sehnenläsionen (Risse,
Zerrungen und Dehnungen) als unfallähnliche Körperschädigungen qualifiziert werden,
sondern nur Sehnenrisse. Ein eigentlicher Sehnenriss besteht dann, wenn die Sehne
vollständig gerissen ist. Teilrupturen können nur unter erschwerten
Nachweisanforderungen unter Art. 6 Abs. 2 lit. f UVG subsumiert werden (BGE 114 V
306 E. 5c). Weil sich die partiellen Sehnenrisse bzw. Teilrupturen in der Regel klinisch
nicht von sekundären entzündlichen Reaktionen (Tendinitis, Peritendinitis,
Paratenonitis, Tendovaginitis) unterscheiden lassen, fällt eine Qualifikation als
unfallähnliche Körperschädigung nur in Betracht, wenn die Teilruptur als solche
medizinisch eindeutig festgestellt ist, sei dies intraoperativ oder durch
Kontrastmitteldarstellung. Kann dieser Nachweis nicht erbracht werden, so hat der
Leistungsansprecher die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (vgl. Rumo-Jungo/
Holzer, a.a.O., S. 4, 29; Locher/Gächter, a.a.O., § 70 N. 56). Während mit dem von Dr.
D._ am 3. Mai 2018 in der MR-Arthrogaphie erhobenen Untersuchungsbefund
unbestrittenermassen eine Listenverletzung im Sinne von Art. 6 Abs. 2 lit. f UVG
angenommen werden könnte, wäre eine solche in Bezug auf die Beurteilung der
kernspintomographischen Bilder durch Dr. F._ zu verneinen. Nachfolgend gilt es zu
beurteilen, von welcher der beiden ärztlich gestellten Diagnosen im vorliegenden Fall
mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit auszugehen ist.
4.3.
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Festzustellen ist zunächst, dass die MR-Arthrographie durch Dr. D._ vom 3. Mai
2018 definitionsgemäss mit Kontrastmittel durchgeführt wurde (vgl. Pschyrembel,
a.a.O., S.152; Alfred M. Debrunner, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. Bern
2005, S. 217; Roche Lexikon, Medizin, 5. Aufl. München 2003, S. 133), womit
grundsätzlich ein beweiskräftiger Untersuchungsbefund vorliegen würde (vgl.
Erwägung 4.3). Allerdings ist zu beachten, dass eine radiologische Untersuchung
zunächst nur Bilder liefert, welche vom Mediziner anschliessend analysiert, d.h.
ausgewertet, werden müssen. Gerade diese Auswertung durch den Mediziner kann
durch unterschiedliche Beurteilungen zu letztlich voneinander abweichenden Befunden
oder Diagnosen führen.
4.4.
Dr. F._ sichtete in den kernspintomographischen Bildern vom 3. Mai 2018 eine
ansatznahe, anterior gelegene Signalerhöhung des Supraspinatussehnengewebes,
welche er in seinen Beurteilungen vom 12. Juni 2018 (Suva-act. 13) und 31. Juli 2018
(Suva-act. 28) - wie bereits erwähnt - nicht als partielle oder transmurale Ruptur,
sondern als röntgenologisches Zeichen einer ausgeprägten ansatznahen Tendinopathie
der Supraspinatussehne interpretierte. Dr. D._ sah laut Untersuchungsbericht vom 3.
Mai 2018 in einer leichten sichelförmigen Flüssigkeitsbetonung der bursa subdeltoidea
subakromial ventral, signaläquivalent zum intraartikulär applizierten Kontrastmittel,
einen Hinweis für eine transmurale Ruptur der Rotatorenmanschette und stellte fest,
dass in diesem Zusammenhang eine kleine Kontinuitätsunterbrechung der Fasern der
Supraspinatussehne ansatznah ventral (nahe Rotatoren-Intervall) bei einer millimeter-
schmalen full thickness-Ruptur erkennbar sei (Suva-act. 9). Dr. F._ stimmte laut
seiner ärztlichen Beurteilung vom 31. Juli 2018 (Suva-act. 28) offenbar mit Dr. D._
darin überein, dass grundsätzlich eine Signaläquivalenz der Signalerhöhung im Bereich
des subacromialen Schleimbeutelkomplexes einen Durchtritt von Kontrastmittel aus
dem intraarticulären Raum durch die Supraspinatussehne und damit einen Hinweis auf
eine transmurale Ruptur signalisieren würde, verneint indessen eine solche
Signaläquivalenz. Zur Begründung führt er an, dass die Signale im bursalen
Gleitgewebe nicht dem Signalverhalten des intraarticulär applizierten Kontrastmittels
entsprechen würden. Die Signaldichte sei deutlich niedriger und entspreche einem
leicht erhöhten Flüssigkeitsgehalt als Hinweis für eine subacromiale Bursitis. Die sich
im anterioren ansatznahen Supraspinatussehnenansatz darstellende Signalerhöhung
sei im Grenzflächenbereich der Supraspinatussehne lokalisiert und stelle eher einen
Grenzflächenartefakt und keine transmurale Schädigung der Rotatorenmanschette dar.
Die ansatznahen Signalerhöhungen der Supraspinatussehne würden Anzeichen für eine
stark entzündliche Tendinopathie darstellen. Hinsichtlich der Signaläquivalenz liegen
damit zwar unterschiedliche Einschätzungen vor. Während es Dr. D._ indessen bei
4.5.
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einer blossen Feststellung einer Signaläquivalenz beliess, begründete Dr. F._
nachvollziehbar und schlüssig, wieso keine solche vorliege. Zunächst ist festzuhalten,
dass auch Dr. D._ - wie Dr. F._ - nur eine leichte sichelförmige
Flüssigkeitsbetonung der Bursa subdeltoidea subakromial ventral festgestellt hat.
Stichhaltig erscheint sodann, dass Dr. F._ die konkrete Lokalisation der
Signalerhöhung im Grenzflächenbereich der Supraspinatussehne als kennzeichnend für
eine Tendopathie bzw. Enthesopathie beurteilt. Immerhin hatte sich Dr. D._ am 3.
Mai 2018 auch eine Pulley-Reizung, also ebenfalls ein entzündliches Geschehen,
gezeigt. Schliesslich fällt auf, dass dieser Arzt zumindest in Bezug auf die zusätzlich
erhobenen hypertrophen Kapselveränderungen im AC-Gelenk eine Überlastung als
Ursache in Erwägung gezogen hat, welche auch eine häufige Ursache von
Enthesopathien bzw. Tendopathien darstellt (vgl. Debrunner, a.a.O., S. 628;
Pschyrembel, a.a.O., S. 877 ("Insertionstendopathie"), 1782; Roche Lexikon, a.a.O., S.
532, 1808).
Die Tatsache, dass Dr. F._ im Gegensatz zu Dr. D._ kein Radiologe ist, vermag
den Beweiswert seiner Beurteilung nicht entscheidend zu mindern. Wie die
Beschwerdegegnerin in ihrer Beschwerdeantwort vom 13. März 2019 (act. G 3)
zutreffend feststellte, ist ein Facharzt der Orthopädischen Chirurgie und Traumatologie
des Bewegungsapparates durchaus befähigt, radiologische Bilder zu interpretieren.
4.6.
Die Beschwerdegegnerin weist weiter zutreffend darauf hin, dass sich die
Richtigkeit der kreisärztlichen Beurteilung letztlich auch mit dem
Untersuchungsergebnis der MR-Arthrographie vom 14. August 2018 (Suva-act. 26)
bestätigte. Unbestritten ist, dass sich in den dabei erstellten Bildern eine intakte
Subscapularissehne und keine Ruptur oder Partialruptur der Supraspinatussehne
zeigte, aber auch keine Enthesiopathie, ausgemacht werden konnte. Der
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin sieht darin keine Bestätigung der Beurteilung
von Dr. F._, wonach nie ein Riss der Supraspinatussehne bestanden habe, sondern
ein Befundergebnis, welches in der zwischenzeitlich eingetretenen Heilung der
transmuralen Supraspinatussehnenruptur begründet sei. Allgemein ist die Beweiskraft
der MR-Arthrographie vom 14. August 2018 derjenigen vom 3. Mai 2018 gleichwertig;
eine MR-Arthrographie wird - wie gezeigt - definitionsgemäss mit Kontrastmittel
durchgeführt (vgl. Erwägung 4.4). Ausgehend von einer grundsätzlich möglichen
Heilung einer Supraspinatussehnenruptur dürfte sodann diese Entwicklung gegenüber
einer Heilung einer entzündlichen Reaktion wie einer Tendinopathie bzw.
Enthesiopathie bei Schonung der Schulter weniger wahrscheinlich sein (vgl. Debrunner,
a.a.O., S. 730; Pschyrembel, a.a.O., S. 1577 "Rotatorenmanschettenruptur, Therapie";
4.7.
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act. G 5.2, Ziff. 3 und 4). Bezeichnend ist in diesem Zusammenhang, dass am 14.
August 2018 gerade auch keine Pulley-Reizung mehr ausgemacht werden konnte
(Suva-act. 26; vgl. demgegenüber MR-Arthrographie vom 3. Mai 2018 [Suva-act. 9]).
Laut Akten wurden der Beschwerdeführerin anlässlich der Erstbehandlung durch Dr.
C._ am 24. April 2018 Medikamente verschrieben (Suva-act. 7). Weiter wurde ihr am
9. Mai 2018 durch Dr. G._ eine Physiotherapie verordnet (Suva-act. 15). Weitere
Therapien sind nicht aktenkundig. Unbestritten ist sodann, dass die
Beschwerdeführerin am 11. Juni 2018, d.h. rund zwei Monate nach dem fraglichen
Ereignis sowie rund einen Monat nach der MR-Arthrographie vom 3. Mai 2018 - aus
deren Bildern Dr. D._ noch einen transmuralen Supraspinatussehnenriss ersah - ihre
schulterbelastende Arbeit wieder zu 100% aufgenommen hat. Gesamthaft erscheint
aufgrund dieser Aktenlage ein Sachverhalt mit einer ausgeheilten transmuralen
Supraspinatussehnenruptur nicht überwiegend wahrscheinlich, sondern allenfalls bloss
möglich. Weitere Abklärungen sind bei Abheilung nicht zielführend. Wie bereits
erwähnt, genügt die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts den
Beweisanforderungen nicht. Ist ein Sachverhalt nicht überwiegend wahrscheinlich
ausgewiesen, hat er als unbewiesen zu gelten. Die Folgen daraus hat die
Beschwerdeführerin zu tragen (vgl. Erwägung 4.3).
Die Zweitmeinung von Dr. H._ vom 17. Juli 2018 (Suva-act. 20) vermag an der
Beurteilung in Erwägung 4.7 nichts zu ändern. Aus dem Hinweis auf die Epidemiologie,
wonach eine Supraspinatussehnenläsion bei der Population unter 60-jährigen nur zu
4% eine degenerative Ätiologie habe, ergeben sich in Bezug auf die vorliegend zur
Diskussion stehende Frage keine weiteren Aufschlüsse. So geht es im vorliegenden
Fall nicht um die Abgrenzung traumatisch oder degenerativ bedingte
Supraspinatussehnenruptur. Wie dargelegt, ist davon auszugehen, dass bei der im
Zeitpunkt des Ereignisses vom 18. April 2018 _-jährigen Beschwerdeführerin gerade
keine Supraspinatussehnenruptur vorgelegen hat. Zu wiederholen ist allerdings an
dieser Stelle, dass Tendinopathien bzw. Enthesiopathien insbesondere
überlastungsbedingt und gerade nicht altersbedingt auftreten (vgl. Erwägung 4.5), und
die Beschwerdeführerin als Montagemitarbeiterin zudem eine bekanntermassen
schulterbelastende Arbeit ausübt. Der Aussage von Dr. H._, die
Supraspinatussehnenläsion der Beschwerdeführerin sei als traumatisch bedingt zu
betrachten, kommt damit keine massgebende Bedeutung zu. Im Übrigen ist
festzustellen, dass Dr. H._ im Zeitpunkt seiner Beurteilung noch keine Kenntnis von
der MR-Arthrographie vom 14. August 2018 (Suva-act. 26) hatte. Er sprach zwar von
einer MR-technisch bestätigten Supraspinatussehnenläsion, stützte sich dabei jedoch
lediglich auf die MR-Arthrographie vom 3. Mai 2018, deren Ergebnis insgesamt nicht
4.8.
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5.
Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist der Einspracheentscheid vom 10. Januar
2019 nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen.
überzeugt (vgl. dazu Erwägung 4.5). Seiner Aussage kann damit von vornherein kein
umfassender Beweiswert zukommen. Die Beurteilung durch Dr. H._ vermag daher
keine auch nur geringen Zweifel an der Einschätzung von Dr. F._ zu wecken.
Schliesslich vermag auch die Stellungnahme von Dr. G._ vom 19. Februar 2019,
worin dieser gestützt auf die Feststellung von Dr. D._ von einer transmuralen
Supraspinatussehnenruptur ausgeht, die Beurteilung von Kreisarzt Dr. F._ nicht in
Frage zu stellen. Dr. G._ hat seine Beurteilung offensichtlich ohne persönliche
Einsicht in die bildgebenden Unterlagen vorgenommen und vertritt im Übrigen nur die
allgemeine Auffassung, dass die Beurteilung eines radiologischen Bildes durch einen
Radiologen schlüssiger sei als eine solche durch einen Orthopäden. Abgesehen davon,
dass dieser Meinung nicht gefolgt werden kann (vgl. Erwägung 4.6), gilt es die gesamte
Sachlage eines konkreten Falles in die Beurteilung miteinzubeziehen, welche
vorliegend die Beurteilung des Orthopäden Dr. F._ stützt (vgl. Erwägung 4.5, 4.7).
Konkrete Gründe, weshalb die kreisärztliche Beurteilung nicht überzeugen sollte,
werden von Dr. G._ nicht angeführt. Sein Einwand, dass Dr. F._ nicht nur auf
Grund der radiologischen Befunde argumentiere, sondern vielmehr feststelle, dass es
sich nicht um ein Unfallereignis gehandelt habe und somit keine unfallbedingte Läsion
vorliegen könne, ist unberechtigt. Die Frage, ob die einzelnen Voraussetzungen des
Unfallbegriffs im Sinne von Art. 4 ATSG erfüllt sind, ist eine Rechtsfrage, die vom
Gericht nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist. Für die
Frage, ob eine unfallähnliche Körperschädigung gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG vorliegt, ist
hingegen die vom Mediziner gestellte Diagnose entscheidend (vgl. Erwägung 4.1). Wie
in Erwägung 4.5 ausgeführt, hat Dr. F._ schlüssig und nachvollziehbar die
radiologischen Bilder interpretiert und dargelegt, aufgrund welcher Fakten und
Überlegungen er bereits anhand der Bilder vom 3. Mai 2018 nicht von einer
transmuralen Supraspinatussehne, sondern von einer Tendinopathie bzw.
Enthesiopathie ausgeht. Schliesslich findet die Aussage von Dr. G._, wonach
bekannt sei, dass bei jüngeren Leuten Sehnenrisse durchaus wieder heilen würden, in
Fachpublikationen keine Stütze (https://gelenk-klinik.de/schulter/rotatorenmanschette-
schulter-muskel-und-sehnenverletzungen.html; https://www.schulter-zentrum.de/
supraspinatus-sehne.html; beide abgerufen am 13. März 2020).
4.9.
Vor dem Hintergrund des Gesagten entfällt auch eine Leistungspflicht des
Unfallversicherers nach Art. 6 Abs. 2 lit. f UVG.
4.10.
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Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Ausgangsgemäss hat die
Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.