Decision ID: 96b0efc4-dd6f-4315-b644-72627d17ab3a
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Ehescheidung (vorsorgliche Massnahmen)
Berufung gegen eine Verfügung des Einzelgerichts im ordentlichen Verfahren am Bezirksgericht Andelfingen vom 1. Juli 2019 (FE180010-B)
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Rechtsbegehren:
A. Massnahmebegehren betreffend Unterhalt:
Des Beklagten (Urk. 25 S. 2):
1. Es seien im Rahmen vorsorglicher Massnahmen die Ziffern 5 und 6 des eheschutzrichterlichen Entscheids vom 19. September 2016 (Verfahren Nr. Z2.2016.138) des Bezirksgerichts , welche mit Urteil und Verfügung des Bezirksgerichts  vom 27. Dezember 2017 bestätigt wurden, aufzuheben und auf die Festsetzung eines Ehegattenunterhalts zu verzichten.
2. Es seien die Kosten bei der Hauptsache zu belassen. Eventualiter seien die Kosten der Klägerin aufzuerlegen und es sei die  zu verpflichten, den Beklagten im Umfang seiner  prozessual zu entschädigen.
Der Klägerin (Urk. 35 S. 2 i.V.m. Urk. 68 S. 2, sinngemäss):
1. Die Anträge des Beklagten vom 26. September 2018 seien  abzuweisen.
2. Eventualiter sei der Beklagte zu verpflichten, der Klägerin für sich und die Tochter C._ folgende Unterhaltsbeiträge zu :
- ab 1. Oktober 2018 bis 31. Dezember 2018 Fr. 4'669.40 - ab 1. Januar 2019 bis 31. März 2019 Fr. 4'218.– - ab 1. April 2019 bis auf weiteres Fr. 4'398.80 3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. 7.7% MwSt.
zu Lasten des Beklagten.
B. Massnahmebegehren betreffend Kinderbelange:
Der Klägerin (Urk. 43 S. 2 i.V.m. Urk. 70 S. 1 f.):
1. Es sei im Rahmen vorsorglicher Massnahmen die Ziffer 3. des  des Bezirksgerichtes Andelfingen vom 27. Dezember 2017 (Verfahren EE170003-B) aufzuheben und wie folgt neu : "Der Beklagte sei für berechtigt zu erklären und gleichzeitig zu verpflichten, die Tochter C._ auf eigene Kosten an  mit gerader Kalenderzahl von Samstag 10.00 Uhr bis
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Sonntag 18.00 Uhr zu sich und mit sich auf Besuch zu nehmen und in dieser Zeit persönlich zu betreuen."
2. Es sei im Rahmen vorsorglicher Massnahmen eine  wie folgt festzusetzen: "Der Beklagte sei für berechtigt zu erklären und gleichzeitig zu verpflichten, die Tochter C._ auf eigene Kosten
a) in Jahren mit ungerader Jahreszahl über Ostern von  18.00 Uhr bis Ostermontag 18.00 Uhr sowie vom 24. Dezember 18.00 Uhr bis 26. Dezember 10.00 Uhr sowie
b) in Jahren mit gerader Jahreszahl über Pfingsten von Freitag 18.00 Uhr bis Pfingstmontag 18.00 Uhr sowie vom 31. Dezember 18.00 Uhr bis 2. Januar 18.00 Uhr zu sich und mit sich auf Besuch zu nehmen und in dieser Zeit  zu betreuen."
3. Es sei im Rahmen vorsorglicher Massnahmen das  wie folgt zu regeln: "Der Beklagte sei für berechtigt zu erklären und gleichzeitig zu verpflichten, die Tochter C._ auf eigene Kosten wie folgt mit sich und zu sich auf Besuch zu nehmen und in dieser Zeit  zu betreuen:
- in ungeraden Jahren während der einen Woche .
- jährlich während den ersten zwei Wochen der .
- jährlich während der ersten Woche der Herbstferien." 4. Es sei eine Besuchsrechtsbeistandschaft im Sinne von Art. 308
ZGB anzuordnen. 5. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Be-
klagten.
Des Beklagten (Urk. 54 S. 2 f., sinngemäss):
1. Es seien die mit Eingabe vom 20. Dezember 2018 im Rahmen vorsorglicher Massnahmen gestellten Anträge abzuweisen,  sie nachfolgend nicht ausdrücklich anerkannt werden, resp. mit den Anträgen und Ausführungen des Beklagten .
2. Es sei die Tochter C._ im Rahmen des  unter die Obhut des Beklagten zu stellen.
3. Es sei der Klägerin ein gerichtsübliches Besuchsrecht für die Zeit bis zum Scheidungsurteil einzuräumen.
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4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der .
5. Eventualiter für den Fall, dass C._ nicht unter die Obhut des Beklagten gestellt wird, seien die mit Eingabe vom 20.12. 2018 gestellten Anträge abzuweisen, sowie sie nachfolgend nicht  anerkannt werden, resp. mit den Anträgen und  des Beklagten übereinstimmen.
6. Es sei eventualiter folgendes Ferienbesuchsrecht festzulegen: Jedes Jahr: - 24. Dezember ab 12.00 Uhr bis 25. Dezember 12.00 Uhr
(Klägerin) - 25. Dezember ab 12.00 Uhr bis 27. Dezember 18.00 Uhr
(Beklagter) - Die Klägerin wird berechtigt, während dem Allerheiligen die
Tochter zu betreuen. - Der Beklagte wird berechtigt, die Tochter an ihrem Geburts-
tag den tt.mm. jeweils über Mittag zu betreuen. Start jeweils 12.00 Uhr bis 14.00 Uhr.
In geraden Jahren: - Der Beklagte wird berechtigt, die Tochter während den Os-
tern zu betreuen. Start ist der Donnerstag vor Karfreitag um 18 Uhr bis Ostermontag um 18 Uhr.
- Die Klägerin wird berechtigt, die Tochter während der  zu betreuen. Start ist der Mittwoch vor Auffahrt um 18 Uhr bis Sonntag 18 Uhr.
- Der Beklagte wird berechtigt, die Tochter an Pfingsten zu betreuen. Start ist der Freitag vor Pfingstmontag zwei  nach Schulschluss bis Pfingstmontag um 18 Uhr.
- Der Beklagte wird berechtigt, die Tochter während des  1. August zu betreuen. Start ist der 31. Juli um 18 Uhr bis am 2. August um 18 Uhr.
- Die Klägerin wird berechtigt, die Tochter während den  vom 31. Dezember um 12 Uhr bis am 2. Januar um 18 Uhr zu betreuen. Es sei vorzumerken, dass in ungeraden Jahren die  umgekehrt gilt.
7. Es sei eventualiter folgende Ferienregelung festzulegen: - Erste Woche Sportferien beim Beklagten. - Letzte zwei Wochen Sommerferien beim Beklagten. - Zweite Woche Herbstferien beim Beklagten.
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- Letzte Woche im Jahr: Start am 25. Dezember um 12 Uhr bis am 31. Dezember 12 Uhr beim Beklagten. Es sei vorzumerken, dass die Ferien jeweils am Freitag zwei Stunden nach Schulschluss beginnen, resp. um 12 Uhr, falls der Ferienbeginn auf einen freien Tag fällt. Es sei , dass die gleiche Hol- und Bring-Regelung gilt, wie bei den Besuchstagen.
8. Es sei durch das Bezirksgericht Andelfingen ein  Gutachten einzuholen.
9. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der .
Verfügung des Einzelgerichts im ordentlichen Verfahren am Bezirksgericht Andelfingen vom 1. Juli 2019:
1. Der Antrag des Beklagten um Aufhebung der Ziffern 5 und 6 des Ehe-
schutzentscheids des Bezirksgerichts Frauenfeld vom 19. September 2016
(Verfahren Nr. Z2.2016.138) und um Verzicht auf die Festsetzung eines
Ehegattenunterhalts im Rahmen vorsorglicher Massnahmen wird für die Zeit
bis 31. Dezember 2019 abgewiesen.
Die Klägerin wird darauf hingewiesen, dass sie sich für die Zeit bis
31. Dezember 2019 ein Nettoerwerbseinkommen/Erwerbsersatzeinkommen
zur Hälfte an die Unterhaltsrente anrechnen zu lassen hat, sofern und soweit
dieses im Jahresdurchschnitt Fr. 1'000.– pro Monat übersteigt.
Für die Zeit ab 1. Januar 2020 werden die Dispositiv-Ziffern 4, 5 und 6 des
Urteils vom 19. September 2016 (Verfahren Nr. Z2.2016.138) des Bezirks-
gerichts Frauenfeld aufgehoben und durch folgende Fassung ersetzt:
"Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin monatliche Unterhaltsbeiträge
ab 1. Januar 2020 von insgesamt Fr. 2'835.– (zuzüglich der Kinderzulagen
von Fr. 200.–), nämlich Fr. 778.– für sie persönlich und Fr. 2'057.– für
C._ (wobei Fr. 602.– auf den Betreuungsunterhalt entfallen), zu zahlen.
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Die Unterhaltsbeiträge sind zahlbar im Voraus jeweils auf den Ersten eines
jeden Monats."
Die anderslautenden Anträge der Parteien zum Unterhalt werden abgewie-
sen.
2. Die Unterhaltsbeiträge ab 1. Januar 2020 gemäss Ziffer 1 basieren auf fol-
genden finanziellen Verhältnissen (Nettolohn pro Monat inkl. Anteil 13. Mo-
natslohn und Bonus, exkl. Kinderzulagen):
- Ehefrau: Fr. 3'000.– (50% Pensum) hypo-
thetisches Einkommen
- Ehemann: Fr. 7'795.– (100% Pensum)
- Kind: die Kinderzulage von derzeit Fr. 200.–
- Notbedarf Ehefrau: Fr. 3'602.–
- Notbedarf Ehemann: Fr. 3'791.–
- Barbedarf C._: Fr. 1'006.–
- Betreuungsunterhalt C._: Fr. 602.–
3. Der Antrag des Beklagten um Zuteilung des Kindes unter seine Obhut im
Rahmen von vorsorglichen Massnahmen wird abgewiesen.
4. In Abänderung von Ziffer 3 des Eheschutzurteils vom 27. Dezember 2017
(EE170003) wird bezüglich der dem Beklagten zustehenden Besuchswo-
chenenden folgendes angeordnet:
Für den Fall, dass C._ am Freitagnachmittag Kindergarten- respektive
Schulfrei hat, gilt folgende Regelung: Der Beklagte wird für berechtigt und
verpflichtet erklärt, die Betreuungsverantwortung an den Besuchswochen-
enden für die Tochter C._ jeweils am ersten, dritten und vierten Wo-
chenende, jeweils von Freitag, 16.00 Uhr, bis Sonntag, 18.00 Uhr, eines je-
den Monats auf eigene Kosten zu übernehmen.
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Für den Fall, dass C._ am Freitagnachmittag den Kindergarten respek-
tive die Schule besuchen muss, gilt folgende Regelung: Der Beklagte wird
für berechtigt und verpflichtet erklärt, die Betreuungsverantwortung an den
Besuchswochenenden für die Tochter C._ jeweils am ersten, dritten
und vierten Wochenende, jeweils von Freitag, 18.00 Uhr, bis Sonntag, 18.00
Uhr, eines jeden Monats auf eigene Kosten zu übernehmen.
Die Klägerin wird entsprechend der vorstehenden Ziffer 3 Abs. 2 und Abs. 3
verpflichtet, die Tochter C._ an den Besuchsrechtswochenenden des
Beklagten jeweils am Freitag, 16.00 Uhr, oder 18.00 Uhr (jeweils zu den an-
gegebenen Zeiten von 16.00 Uhr oder 18.00 Uhr, eintreffend beim Beklag-
ten), auf Kosten der Klägerin zum Beklagten zu bringen.
Der Beklagte wird verpflichtet, die Tochter C._ nach seinen Besuchs-
rechtstagen jeweils am Sonntagabend um 18.00 Uhr (18.00 Uhr, eintreffend
bei der Klägerin) auf Kosten des Beklagten zur Klägerin zurückzubringen.
5. In Abänderung, Ergänzung und Präzisierung von Ziffer 3 des Eheschutzur-
teils vom 27. Dezember 2017 (EE170003-B) wird das Ferienbesuchs- und
Feiertagsbesuchsrecht des Beklagten für die weitere Dauer des Schei-
dungsverfahrens folgendermassen geregelt:
Im Rahmen des Feiertagsbesuchsrechts wird der Beklagte berechtigt , die Tochter C._ auf eigene Kosten wie folgt zu sich oder mit sich
auf Besuch zu nehmen:
in Jahren mit ungerader Jahreszahl:
- über Ostern von Gründonnerstag, 18.00 Uhr, bis Ostermontag, 18.00
Uhr,
- über Weihnachten vom 24. Dezember, 12.00 Uhr, bis 26. Dezember,
12.00 Uhr,
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- über Auffahrt von Mittwoch, 18.00 Uhr, bis Donnerstag, 18.00 Uhr, so-
fern C._ am darauffolgenden Freitag Kindergarten oder Schule hat
oder die Auffahrt unmittelbar vor einem Wochenende liegt, an welchem
dem Beklagten kein Wochenendbesuchsrecht zusteht,
über Auffahrt von Mittwoch, 18.00 Uhr, bis Sonntag, 18.00 Uhr, sofern
C._ am darauffolgenden Freitag keinen Kindergarten oder Schule
hat und die Auffahrt unmittelbar vor einem Wochenende liegt, an wel-
chem dem Beklagten ein Wochenendbesuchsrecht zusteht.
in Jahren mit gerader Jahreszahl:
- über Pfingsten von Freitag, 16.00 Uhr (wenn Kindergarten- respektive
Schulfrei von C._ am Freitagnachmittag), oder 18.00 Uhr (wenn
Kindergarten respektive Schule von C._ am Freitagnachmittag),
bis Pfingstmontag, 18.00 Uhr,
- über den Jahreswechsel vom 31. Dezember, 12.00 Uhr, bis 2. Januar,
18.00 Uhr.
Im Rahmen des Ferienbesuchsrechts wird der Beklagte berechtigt erklärt, die Tochter C._ auf eigene Kosten wie folgt zu sich oder mit sich in die
Ferien zu nehmen:
in Jahren mit ungerader Jahreszahl:
- in der ersten Woche der Wintersportferien,
- in der letzten Woche der Frühlingsferien,
- in den zwei letzten Wochen der Sommerferien,
- in der letzten Woche der Herbstferien.
in Jahren mit gerader Jahreszahl:
- in der ersten Woche der Frühlingsferien,
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- in den zwei ersten Wochen der Sommerferien,
- in den zwei ersten Wochen der Herbstferien.
Eine Ferienwoche dauert von Freitag, 16.00 Uhr (wenn Kindergarten- res-
pektive Schulfrei von C._ am Freitagnachmittag) respektive 18.00 Uhr
(wenn Kindergarten respektive Schule von C._ am Freitagnachmittag),
bis am Samstag der Folgewoche, 18.00 Uhr. Fällt der Beginn einer Ferien-
woche auf ein Besuchsrechtswochenende, so beginnt die Ferienwoche (je
nach Kindergarten/Schule von C._ am Freitagnachmittag) am Freitag,
16.00 Uhr respektive 18.00 Uhr. Fällt das Ende einer Ferienwoche auf ein
Besuchsrechtswochenende, so endet sie am Sonntag, 18.00 Uhr. Fallen der
Beginn und das Ende der Ferienwochen auf ein Besuchsrechtswochenende,
so beginnen die Ferienwoche am Freitag, 16.00 Uhr respektive 18.00 Uhr,
und endet am Sonntag, 18.00 Uhr.
Weitergehende oder abweichende Feiertags- und/oder Ferienkontakte nach
gegenseitiger Absprache der Eltern bleiben vorbehalten. Die Eltern haben
sich über Abweichungen von der vorstehenden Regelung mindestens drei
Monate im Voraus abzusprechen. Kommt diesbezüglich keine Einigung zu-
stande, bleibt es bei den Feiertags- und/oder Ferienkontakten gemäss vor-
stehender Regelung.
Die Klägerin wird sodann verpflichtet, die Tochter C._ bei den Ferien-
und Feiertagsbesuchen beim Beklagten auf eigene Kosten zur festgelegten
oder abgesprochenen Zeit zum Beklagten zu bringen. Kommt keine Abspra-
che zustande, bleibt es bei den vorstehend angeordneten Zeiten.
Der Beklagte ist im Gegenzug verpflichtet, die Tochter C._ nach Aus-
übung seines Ferien- und Feiertagsbesuchsrechts auf eigene Kosten zur
festgelegten oder abgesprochenen Zeit zur Klägerin zurückzubringen.
Kommt keine Absprache zustande, bleibt es bei den vorstehend angeordne-
ten Zeiten.
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6. Die anderslautenden Anträge der Parteien zum Besuchsrecht (Wochenend-
besuchsrecht, Feiertagsbesuchsrecht, Ferienbesuchsrecht, Geburtstag)
werden abgewiesen.
7. Für das Kind C._, geb. tt.mm.2013, wird für die Dauer des Eheschei-
dungsverfahrens eine Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB ange-
ordnet. Dem Beistand werden dabei für die Dauer des Ehescheidungsver-
fahrens die folgenden Aufgaben übertragen:
– als neutrale Drittperson das Besuchsrecht zu überwachen,
positiv auf die Eltern einzuwirken sowie als deren Ratgeber und Ver-
mittler zu amten,
– die für die korrekte Durchführung des Besuchsrechts (Wochenend-,
Feiertags- und Ferienbesuchsrecht) erforderlichen Einzelheiten bei
Uneinigkeit der Parteien verbindlich festzulegen,
– die Eltern in ihrer Sorge um die Tochter C._ generell mit Rat und
Tat zu unterstützen,
– das Gericht über besondere Ereignisse im Zusammenhang mit dem
Kindswohl des Kindes C._ zu informieren und Anträge zu stellen,
wenn eine andere Massnahme als notwendig erscheint. Gegebenen-
falls ist auch die zuständige KESB zu informieren.
8. Die KESB Region D._, ... [Adresse], wird ersucht, zeitnah einen Bei-
stand/eine Beiständin gemäss Dispositiv Ziff. 7 zu ernennen.
9. Der Antrag der Klägerin auf Sistierung des Besuchsrechts des Klägers bis
zum Vorliegen der Berichte (Kinderanhörung, Psychologin und Kinderärztin)
wird infolge Gegenstandslosigkeit erledigt abgeschrieben.
10. Die übrigen Anträge der Parteien werden abgewiesen.
11. Über die Kosten- und Entschädigungsregelung wird im Rahmen des Haupt-
verfahrens entschieden.
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12. (Mitteilung)
13. (Rechtsmittel)
Berufungsanträge:
A. Erstberufung
Der Klägerin, Erstberufungsklägerin und Zweitberufungsbeklagten (Urk. 1 S. 2 ff.):
" 1. In Abänderung von Ziffer 1 Abs. 3 und 4 der Verfügung vom 1. Juli 2019 des Bezirksgerichtes Andelfingen sei der Beklagte zu verpflichten, der Klägerin bis zum 31. Dezember 2020 die  Unterhaltsbeiträge, und ab 1. Januar 2021 monatliche  von insgesamt CHF 4'234.– (zuzüglich der  von CHF 200.–), nämlich CHF 591.– für sie persönlich und CHF 3'643.– für C._ (wobei CHF 2'222.– auf den  entfallen), zu bezahlen.
2. In Abänderung von Ziffer 2 der Verfügung des Bezirksgerichtes Andelfingen vom 1. Juli 2019 seien folgende finanzielle  zu berücksichtigen:
- Einkommen Ehefrau: CHF 2'500.– - Lebenshaltungskosten Ehefrau: CHF 4'722.– - Notbedarf Ehemann: CHF 2'970.– - Barbedarf C._: CHF 1'325.– - Betreuungsunterhalt M.: CHF 2'222.– 3. In Abänderung von Ziffer 4 und 6 der Verfügung des Bezirksge-
richtes Andelfingen vom 1. Juli 2019 sei bezüglich der dem  zustehenden Besuchswochenenden folgendes :
a) In Abänderung von Ziffer 3 des Eheschutzurteils des  Andelfingen vom 27. Dezember 2017 (EE170003) sei der Beklagte für berechtigt und verpflichtet zu erklären, die Betreuungsverantwortung für die Tochter C._ alle 14 Tage von Samstag, 10.00 Uhr bis Sonntag 18.00 Uhr auf eigene Kosten zu übernehmen.
b) In Abänderung von Ziffer 3 des Eheschutzurteils des  Andelfingen vom 27. Dezember 2017 (EE170003) sei der Beklagte zu verpflichten, die Tochter C._ an seinen Besuchsrechtswochenenden auf eigene
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Kosten jeweils am Samstag, 10.00 Uhr an deren Wohnsitz in E._ abzuholen und am Sonntagabend jeweils um 18.00 Uhr an deren Wohnsitz der Klägerin zurück zu bringen.
eventualiter: Der Beklagte sei zu verpflichten, die Tochter C._ an
seinen Besuchsrechtswochenenden jeweils am Freitag 18.00 Uhr an deren Wohnsitz in E._ abzuholen und im Gegenzug sei die Klägerin zu verpflichten, die Tochter C._ an den Besuchsrechtswochenenden des Beklagten jeweils am Sonntag um 17.00 Uhr am Wohnsitz des  in F._ abzuholen.
Subeventualiter für den Fall, dass es bei der 3  bleiben sollte, sei festzuhalten, dass während der Schulferien von C._ die Wochenendregelung nicht gilt, und die Tochter lediglich während der festgesetzten  die Zeit beim Beklagten verbringen muss.
4. In Abänderung von Ziffer 5 der Verfügung des Bezirksgerichtes Andelfingen vom 1. Juli 2019 sei
a) der Beklagte in Abänderung von Ziff. 5 Abs. 5 für berechtigt zu erklären, das Feiertags- und Ferienbesuchsrechts derart auszuüben, dass er die Tochter C._ jeweils zu den  oder abgesprochenen Zeiten am Wohnsitz der  abholt bzw. dorthin zurück bringt.
b) der Beklagte für berechtigt zu erklären, die Tochter C._ auf eigene Kosten über Pfingsten von Freitag 18.00 Uhr bis Pfingstmontag 18.00 Uhr mit sich auf Besuch zu nehmen.
c) Es sei der Beklagte für berechtigt zu erklären, die Tochter C._ in ungeraden Jahren während der einen Woche Winterferien und jährlich während den ersten zwei Wochen der Sommerferien sowie der ersten Woche der Herbstferien mit sich und zu sich in die Ferien zu nehmen.
5. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich 7.7% Mehrwertsteuer zu Lasten des Beklagten."
Des Beklagten, Erstberufungsbeklagten und Zweitberufungsklägers (Urk. 13 S. 2):
" 1. Es seien die Anträge der Klägerin abzuweisen, soweit sie nicht mit den Anträgen des Beklagten übereinstimmen.
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2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der ."
B. Zweitberufung
Des Beklagten, Erstberufungsbeklagten und Zweitberufungsklägers (Urk. 10/1 S. 2 ff.):
" 1. Es sei die Verfügung des Bezirksgerichts Andelfingen vom 1. Juli 2019 aufzuheben und es sei
a. der mit Verfügung des Bezirksgerichts Frauenfeld  Trennungs- und Kinderunterhaltsbeitrag an die  aufzuheben.
b. die gemeinsame Tochter C._ unter die alleinige Obhut des Berufungsklägers zu stellen.
c. der Berufungsbeklagten ein Betreuungsrecht für die , Ferien und Feiertage einzuräumen, wie es das Bezirksgericht Andelfingen in der angefochtenen Verfügung vom 1. Juli 2019 dem Berufungskläger eingeräumt hat.
d. davon Vormerk zu nehmen, dass der Berufungskläger  verzichtet, für die Dauer des Massnahmeverfahren die Berufungsbeklagte zur Zahlung eines  zu verpflichten.
2. Eventualiter sei für den Fall, dass die gemeinsame Tochter nicht unter die Obhut des Berufungsklägers gestellt wird, die Ziffern 1 (teilweise), Ziffer 2, Ziffer 4 (teilweise) und Ziffer 5 (teilweise)  und wie folgt neu festzulegen:
Ziffer 1: Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin monatliche Barunterhaltsbeiträge für C._ von Fr. 1'000.00, zuzüglich allfällige Kinderzulagen zu überweisen.
Ziffer 2: Die Unterhaltsbeiträge gemäss Ziffer 1 basieren auf folgenden finanziellen Verhältnissen (Nettolohn pro Monat inkl. Anteil 13. Monatlohn und Bonus, exkl. ):
- Ehefrau: Fr. 4'000.00 (hypothetisch) - Ehemann Fr. 5'436.00 (80%) - Kind: Fr. 200.00 (Kinderzulage) - Notbedarf Ehefrau: Fr. 2'952.00 - Notbedarf Ehemann: Fr. 3'791.00 - Barbedarf C._: Fr. 1'082.00 Ziffer 4 Absätze 1 und 2:
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Für den Fall, dass C._ am Freitagnachmittag - resp. schulfrei hat, gilt folgende Regelung: Der Beklagte wird für berechtigt und verpflichtet erklärt, die Betreuungsverantwortung an den  für die Tochter C._ jeweils am ersten,  und vierten Wochenende, jeweils von Freitag 14.00 Uhr, bis Sonntag 18.00 Uhr, eines jeden Monats auf eigenen Kosten zu übernehmen.
Für den Fall, dass C._ am Freitagnachmittag den Kindergarten- resp. die Schule besucht, gilt folgende Regelung: Der Beklagte wird für berechtigt und  erklärt, die Betreuungsverantwortung an den Besuchswochenenden für die Tochter C._ jeweils am ersten, dritten und vierten Wochenende, jeweils von Freitag 18.00 Uhr, bis Sonntag 18.00 Uhr, eines jeden Monats auf eigenen Kosten zu übernehmen.
Die Klägerin wird verpflichtet, gemäss den  Ziffern, die Tochter C._ an den  des Beklagten jeweils am Freitag, 14.00 Uhr oder 18.00 Uhr (jeweils zu den angegebenen  14.00 Uhr und 18.00 Uhr, eintreffend beim ), auf Kosten der Klägerin zum Beklagten zu .
Im Übrigen sei Ziffer 4 unverändert zu belassen. Ziffer 5 (Ferienbesuchsrecht Absatz 2): Eine Ferienwoche dauert von Freitag, 14.00 Uhr (wenn
kindergarten-, resp. schulfrei von C._ am ), resp. 18.00 Uhr (wenn Kindergarten, resp. Schule von C._ am Freitagnachmittag), bis  der Folgewoche 18.00 Uhr. Fällt der Beginn einer Ferienwoche auf ein Besuchsrechtswochenende, so beginnt die Ferienwoche (je nach Kindergarten/Schule von C._ am Freitagnachmittag) am Freitag, 14.00 Uhr resp. 18.00 Uhr. Fällt das Ende einer Ferienwoche auf ein Besuchsrechtswochenende, so endet sie am Sonntag, 18.00 Uhr. Fallen der Beginn und das Ende der Ferienwochen auf ein Besuchsrechtswochenende, so beginnt die Ferienwoche am Freitag 14.00 Uhr, resp. 16.00 Uhr und endet am Sonntag 18.00 Uhr.
Im Übrigen sei Ziffer 5 unverändert zu belassen. 3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der
Berufungsbeklagten."
Der Klägerin, Erstberufungsklägerin und Zweitberufungsbeklagten (Urk. 16 S. 2):
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" 1. Die Zweitberufung von B._ vom 13. September 2019 sei vollumfänglich abzuweisen.
2. Die Erstberufung von A._ vom 12. September 2019 sei  gutzuheissen.
3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich 7.7% Mehrwertsteuer zu Lasten des Zweitberufungsklägers."

Erwägungen:
A. Sachverhalt und Prozessgeschichte
1. Die Parteien sind seit dem tt. September 2011 miteinander verheiratet. Aus
der Verbindung ist die gemeinsame Tochter C._, geboren am tt.mm.2013,
hervorgegangen. Am 19. September 2016 regelte das Bezirksgericht Frauenfeld
das Getrenntleben der Parteien. Das Eheschutzgericht stellte die Tochter
C._ unter die Obhut der Klägerin, Erstberufungsklägerin und Zweitberu-
fungsbeklagten (fortan Klägerin) und erklärte den Beklagten, Erstberufungsbe-
klagten und Zweitberufungskläger (fortan Beklagter) für berechtigt, die Tochter an
drei Wochenenden pro Monat von Donnerstagabend bis Sonntagabend sowie
während fünf Wochen Ferien pro Jahr zu betreuen. Zudem wurde der Beklagte
verpflichtet, für die Tochter C._ einen Kinderunterhaltsbeitrag von Fr. 1'200.–
und für die Klägerin einen Ehegattenunterhaltsbeitrag von Fr. 2'500.– zu bezahlen
(Urk. 7/3/7/1).
2. Am 2. März 2017 verlangte der Beklagte beim Bezirksgericht Andelfingen
(fortan Vorinstanz) die Abänderung des Eheschutzentscheides. Er beantragte in
erster Linie die Umteilung der Obhut an ihn, eventualiter eine Anpassung des Be-
suchsrechts, da die Klägerin zusammen mit C._ im Dezember 2016 ins
60 km entfernte G._ gezogen war. Zudem verlangte der Beklagte eine An-
passung seiner Unterhaltsverpflichtung, da er sein Arbeitspensum auf 80% redu-
ziert habe. Mit Urteil vom 27. Dezember 2017 wurde das Begehren des Beklagten
um Umteilung der Obhut abgewiesen. Das Besuchsrecht wurde dahingehend ab-
geändert, dass das Besuchswochenende nicht bereits am Donnerstag, sondern
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erst am Freitag im Anschluss an den Kindergarten beginnen würde. Konkretisie-
rend wurden die Wochenenden bestimmt und der Beklagte für berechtigt erklärt,
die Betreuung von C._ am ersten, dritten und vierten Wochenende im Monat
zu übernehmen. Zudem wurde die Klägerin neu verpflichtet, die Hälfte der Trans-
portfahrten zwischen G._ und F._ zu übernehmen und C._ jeweils
am Freitag zum Beklagten zu bringen, während dem Beklagten die Verpflichtung
auferlegt wurde, die Tochter am Sonntag zur Klägerin zurückbringen. Im Übrigen
wurde das Eheschutzurteil des Bezirksgerichts Frauenfeld unverändert belassen
(Urk. 7/3/66).
3. Mit Eingabe vom 1. März 2018 leitete die Klägerin bei der Vorinstanz das
Scheidungsverfahren ein (Urk. 7/1). Beide Parteien stellten im Laufe des Verfah-
rens vorsorgliche Massnahmebegehren. Während der Beklagte erneut die An-
passung seiner Unterhaltspflicht beantragte (Urk. 7/25 S. 2), verlangte die Kläge-
rin zusammengefasst eine Reduktion der Betreuungszeiten des Beklagten auf
zwei Wochenenden pro Monat und drei Wochen Ferien pro Jahr (Urk. 7/43
S. 2 f.). Der Beklagte antwortete hierauf mit einem Antrag um Umteilung der Ob-
hut an ihn (Urk. 7/54 S. 2 f.). Die Vorinstanz fällte nach Durchführung des Mass-
nahmeverfahrens inklusive delegierter Kinderanhörung durch lic. phil. H._
vom I._ (Urk. 7/78) sowie der Einholung eines Berichts der Kinderärztin Dr.
med. J._ (Urk. 7/75) und der Kindertherapeutin lic. phil. K._ (Urk. 7/76)
den eingangs wiedergegebenen Massnahmeentscheid (Urk. 2).
4. Hiergegen erhoben beide Parteien mit Eingaben vom 12. September 2019
(Urk. 1) bzw. 13. September 2019 (Urk. 10/1) innert Frist Berufung, wobei sie
oben angeführte Anträge stellten. Die Erstberufung der Klägerin wurde unter der
Prozessnummer LY190043 und die Zweitberufung des Beklagten unter der Pro-
zessnummer LY190044 angelegt.
5. Mit Beschluss vom 27. September 2019 wurden die beiden Verfahren verei-
nigt (Urk. 9). Die jeweiligen Berufungsantworten der Parteien datieren vom
11. und 18. November 2019 (Urk. 13 und Urk. 16) und enthalten die ebenfalls
eingangs wiedergegebenen Anträge. Die Eingaben wurden der Gegenseite je-
weils zugestellt (Prot. S. 5 f.).
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6. Das Verfahren erweist sich als spruchreif.
B. Vorbemerkungen
1. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens sind die Obhut und das Besuchs-
recht bezüglich der Tochter C._ sowie die Ehegatten- und Kinderunterhalts-
beiträge. Die Dispositiv-Ziffern 7 und 8 (Beistandschaft) sowie 9 (Abweisung Sis-
tierungsantrag) der Verfügung des Einzelgerichts am Bezirksgericht Andelfingen
vom 1. Juli 2019 blieben unangefochten, weshalb sie in Rechtskraft erwachsen
sind (Art. 315 Abs. 1 ZPO). Dies ist vorzumerken.
2. Mit der Berufung können unrichtige Rechtsanwendung und unrichtige Fest-
stellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die Beru-
fungsinstanz verfügt über eine umfassende Überprüfungsbefugnis der Streitsa-
che, d.h. über unbeschränkte Kognition bezüglich Tat- und Rechtsfragen, ein-
schliesslich der Frage richtiger Ermessensausübung (Angemessenheitsprüfung;
BGer 5A_184/2013 vom 26. April 2013, E. 3.1). In der schriftlichen Berufungsbe-
gründung (Art. 311 ZPO) ist hinreichend genau aufzuzeigen, inwiefern der erstin-
stanzliche Entscheid in den angefochtenen Punkten als fehlerhaft zu betrachten
ist bzw. an einem der genannten Mängel leidet (BGE 142 I 93 E. 8.2; BGE 138 III
374 E. 4.3.1). Was nicht oder nicht in einer den gesetzlichen Begründungsanfor-
derungen genügenden Weise beanstandet wird, ist – abgesehen von offensichtli-
chen Mängeln – von der Rechtsmittelinstanz grundsätzlich nicht zu überprüfen
(BGE 142 III 413 E. 2.2.4).
3. Bei Verfahren betreffend Kinderbelange ist der Sachverhalt nach Art. 296
ZPO von Amtes wegen zu erforschen. Infolgedessen können die Parteien im Be-
rufungsverfahren auch dann neue Tatsachen und Beweismittel vorbringen, wenn
die Voraussetzungen nach Art. 317 Abs. 1 ZPO nicht erfüllt sind (BGE 144 III 349
E. 4.2.1).
C. Kinderbelange
1. Ausgangslage
- 18 -
1.1 Die Klägerin verlangte vor Vorinstanz eine Reduktion des persönlichen Ver-
kehrs auf ein zweiwöchentliches Besuchsrecht von Samstag, 10:00 Uhr, bis
Sonntag, 18:00 Uhr, sowie vier Wochen Ferien pro Jahr (Urk. 43 S. 2 i.V.m.
Urk. 70 S. 1 f.). Der Kläger auf der anderen Seite forderte erneut eine Obhutsum-
teilung an ihn (Urk. 54 S. 2 f.). Beide Parteien begehrten zudem eine konkrete
Festsetzung der einzelnen Ferienwochen sowie die Installierung einer Feiertags-
regelung (Urk. 43 S. 2 i.V.m. Urk. 70 S. 1 f.; Urk. 54 S. 2 f.).
1.2 Die Vorinstanz hat das Begehren des Beklagten um Umteilung der Obhut
abgewiesen und sein Betreuungsrecht von drei Wochenenden pro Monat sowie
fünf Wochen Ferien pro Jahr bestätigt. Konkretisierend hat sie festgelegt, dass
das Besuchswochenende am Freitag um 18:00 Uhr beginne, wenn C._ den
Kindergarten bzw. die Schule besuche, andernfalls um 16:00 Uhr. Mit Blick auf
das Ferienbesuchsrecht wurden die einzelnen Wochen konkret bestimmt und die
Dauer der Ferienwoche definiert (Freitag, 18:00 Uhr, wenn C._ den Kinder-
garten resp. die Schule besucht, andernfalls 16:00 Uhr, bis Samstag der Folge-
woche, 18:00 Uhr, ausser das Ende der Ferienwoche fällt auf ein Besuchsrechts-
wochenende, dann Sonntag, 18:00 Uhr). Zudem wurde ein Feiertagsbesuchs-
recht für Ostern, Auffahrt, Pfingsten, Weihnachten und den Jahreswechsel festge-
legt. Sowohl bei den Besuchswochenenden wie auch bei den Feiertags- und Fe-
rienbesuchen wurde die Klägerin verpflichtet, C._ zu Beginn des Besuchs-
rechts zum Beklagten zu bringen, während Letzterer verpflichtet wurde, C._
nach dem Besuchsrecht wieder zur Klägerin zurückzubringen (Urk. 2, Dispositiv-
Ziffer 3, 4 und 5).
2. Obhut
2.1 Die Vorinstanz hat von einer Umteilung der Obhut an den Beklagten abge-
sehen. Zur Begründung hat sie zusammengefasst angeführt, bereits im Dezem-
ber 2017 sei eine Obhutsumteilung abgelehnt worden, da gestützt auf die schriftli-
che Auskunft der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Horgen (fortan KESB
Horgen) sowie den Bericht zur delegierten Kinderanhörung von C._ durch
das I._ (vgl. Urk. 7/3/50) keine Anhaltspunkte für die vom Beklagten behaup-
tete eingeschränkte Erziehungsfähigkeit der Klägerin bestanden hätten. Bei intak-
- 19 -
ter Erziehungsfähigkeit beider Parteien habe die Klägerin mit ihrem Teilzeitpen-
sum von damals 20% besser Gewähr für eine persönliche Betreuung von
C._ bieten können, weshalb die Obhut bei der Klägerin belassen worden sei.
Hieran habe sich in der Zwischenzeit nichts Relevantes geändert. Zwar sei die
Klägerin mittlerweile zusammen mit C._ von G._ nach E._ gezogen
und habe ihr Arbeitspensum auf 40% erhöht. Dies ändere aber nichts daran, dass
die Klägerin im Vergleich zum Beklagten eine grössere persönliche Betreuung
von C._ übernehmen könne. Mit Blick auf die Erziehungsfähigkeit der Kläge-
rin sei festzuhalten, dass ihr Dr. med. J._ attestiere, eine gesunde/normale
Mutter zu sein, die sich gut um C._ kümmere. Auch C._ habe sich an-
lässlich der (erneuten) Anhörung durch das I._ vom 22. März 2019 (vgl. Urk.
7/78) positiv über die Klägerin geäussert und erklärt, dass sie sehr gerne mit ihr
zusammen sei. Hinweise auf eine physische Misshandlung durch die Klägerin
seien in der Anhörung von C._ nicht zu Tage gefördert worden. Zwar seien
gewisse Verhaltensweisen der Klägerin kritisch anzumerken. So seien die Dar-
stellungen der Klägerin, wonach C._ nach den Besuchswochenenden beim
Beklagten regelmässig krank, übermüdet und völlig erschöpft zurückkehre und
vom Beklagten betreffend die Ausübung des Pferde-Turnens unter Druck gesetzt
werde, im Verlauf des Verfahrens durch die schriftliche Auskunft von Dr. med.
J._ und die Anhörung von C._ relativiert worden. Weiter hinterlasse es
einen zwiespältigen Eindruck, dass die Klägerin im Wissen um die geltende Be-
suchsrechtsregelung eine zweiwöchentliche Teilnahme von C._ in der örtli-
chen Pfadi implementieren wolle und die rechtskräftigen Gerichtsentscheide und
den Beklagten für die Nichtverwirklichung dieses Planes verantwortlich mache.
Die Klägerin sei als obhutsberechtigter Elternteil gehalten, dafür besorgt zu sein,
dass das Besuchsrecht ausgeübt werden könne, und nicht, Hindernisse zu schaf-
fen. Schliesslich gehe aus der schriftlichen Auskunft der Kindertherapeutin lic.
phil. K._ vom 5. März 2019 (Urk. 7/76) hervor, dass die Klägerin während der
Therapie häufig stellvertretend für die Tochter geantwortet habe und diese wie-
derholt als "Sprachrohr" für die belastende Auseinandersetzung mit dem Beklag-
ten eingesetzt habe. Aus diesem Grund habe C._ im Beisein der Klägerin
nicht mehr direkt mit der Therapeutin gesprochen, im Gegensatz zu den Sitzun-
- 20 -
gen mit C._ alleine, bei welchen sie offen, freudig und positiv über die schö-
nen gemeinsamen Erlebnisse bei dem jeweiligen Elternteil, jedoch auch über die
Konflikte, die die Eltern untereinander hätten, berichtet habe. Auch diese Darstel-
lung der Kindertherapeutin erwecke den Eindruck, dass sich die Klägerin im Zu-
sammenhang mit dem Befinden von C._ und der "Tochter - Mutter - Bezie-
hung" und der "Tochter - Vater - Beziehung" persönlich sehr stark und emotional
einbringen müsse, was die Beurteilung des objektivierbaren Gehalts ihrer Anga-
ben wesentlich erschwere und deren Überzeugungsgehalt relativiere. Trotz dieser
exemplarisch genannten kritischen Punkte seien aber bei keinem Elternteil so
starke Anzeichen ersichtlich, die auf eine relevante Gefährdung des Kindeswoh-
les schliessen lassen würden. Die Erziehungsfähigkeit beider Parteien sei damit
nach wie vor zu bejahen, was gegen eine Veränderung der bestehenden Verhält-
nisse durch Umteilung der Obhut an den Beklagten spreche. Allfälligen Bedenken
hinsichtlich des Umgangs zwischen den Kindeseltern, dessen Auswirkungen auf
C._ und der Organisation des Besuchsrechts würden durch die Anordnung
einer Beistandschaft Rechnung getragen (Urk. 2 S. 23-35).
Der Beklagte beharrt im Berufungsverfahren auf seinem Standpunkt, ihm sei die
Obhut über C._ zuzuteilen.
2.2 Ist im Rahmen eines Abänderungsverfahrens streitig, ob die Obhut über ein
Kind neu zugeteilt werden soll, hat sich das Gericht am Kindeswohl und allen da-
für notwendigen Umständen zu orientieren. Das Gericht hat demnach nach Wür-
digung aller konkreten Umstände zu entscheiden, ob eine Neuzuteilung der Obhut
für das Kind die bestmögliche Lösung ist (Hinderling/Steck, Das schweizerische
Ehescheidungsrecht, 4. Aufl., Zürich 1995, S. 406). In grundsätzlicher Hinsicht
folgt aus der Maxime des Kindeswohls, dass nicht das Interesse der Eltern, son-
dern dasjenige des Kindes für die Zuteilung der Obhut massgebend ist (Sut-
ter/Freiburghaus, Kommentar zum neuen Scheidungsrecht, Zürich 1999, N 10 zu
Art. 133 ZGB). Das Bundesgericht hat im Übrigen versucht, eine gewisse Hierar-
chie in die Zuteilungskriterien zu bringen: Dabei stehen die persönlichen Bezie-
hungen der Eltern zu den Kindern, ihre erzieherischen Fähigkeiten und ihre Be-
reitschaft, die Kinder in eigener Obhut zu haben und sie weitgehend persönlich zu
- 21 -
betreuen und zu pflegen, im Vordergrund. Auch dem Bedürfnis der Kinder nach
der für eine harmonische Entfaltung in körperlicher, seelischer und geistiger Hin-
sicht notwendigen Stabilität der Verhältnisse ist Rechnung zu tragen (BGE 114 II
200 E. 3; BGE 112 II 381 E. 3). Unter Umständen kann die Möglichkeit der per-
sönlichen Betreuung auch hinter das letztgenannte Kriterium zurücktreten (BGer
5C.212/2005 vom 25. Januar 2006 E. 4.2 und 4.4.1, in: FamPra.ch 2006 S. 753).
Demnach besitzt derjenige Elternteil den Vorrang, der nach den gesamten Um-
ständen die bessere Gewähr dafür bietet, dass sich das Kind in geistig-
psychischer, körperlicher und sozialer Hinsicht altersgerecht optimal entfalten
kann. Steht fest, dass diese Voraussetzungen und sodann die Möglichkeiten, das
Kind persönlich zu betreuen, auf beiden Seiten ungefähr in gleicher Weise gege-
ben sind, ist dem Moment der örtlichen und familiären Stabilität und – je nach Al-
ter des Kindes – seinem eindeutigen Wunsch Rechnung zu tragen (BGE 115 II
209 mit weiteren Hinweisen). Von Bedeutung ist auch die Fähigkeit zur Koopera-
tion mit dem anderen Elternteil in erzieherischen Belangen sowie die Beziehung
des Kindes zu den Eltern und damit – namentlich in zerstrittenen Verhältnissen –
die Gewährleistung der Normalisierung der persönlichen Beziehungen zwischen
dem Kind und den Eltern (Sutter/Freiburghaus, a.a.O., N 11 ff. zu Art. 133 ZGB;
BGE 117 II 355). Die Vorinstanz hat diese für die Obhutszuteilung massgeblichen
Kriterien geprüft und - wie nachfolgend zu zeigen sein wird - sachgerecht beur-
teilt.
2.3 Im Vordergrund steht die Erziehungsfähigkeit der Eltern. Diesbezüglich
brachte die Vorinstanz mit Blick auf die Klägerin gewisse Vorbehalte an, kam aber
zum Schluss, dass derzeit nicht von einer Einschränkung der Erziehungsfähigkeit
ausgegangen werden könne. Dem widerspricht der Beklagte im Berufungsverfah-
ren. Konkret bringt er vor, im vorinstanzlichen Urteil werde aufgezeigt, wie die
Klägerin die gemeinsame Tochter vorsätzlich in Situationen bringe, die einen Lo-
yalitätskonflikt hervorrufen würden, dass sie die Tochter als Sprachrohr missbrau-
che, um ihre eigenen Interessen zu verfolgen, und dass sie der Tochter Krankhei-
ten und Einschränkungen andichte, um sie als Opfer der herrschenden Betreu-
ungsregelung darzustellen. Diese kritischen Anmerkungen der Vorinstanz hätten
zur Erkenntnis führen müssen, dass die Erziehungsfähigkeit der Klägerin in er-
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- 22 -
heblichem Ausmass eingeschränkt sei. Zudem habe die Vorinstanz die Wohn-
ortswechsel der Klägerin nicht in die Erwägungen miteinbezogen. Die Klägerin
habe mit den nicht abgesprochenen Umzügen nach G._ und E._, wel-
che in Verletzung von Art. 301 ZGB erfolgt seien, das Kind dem Beklagten ent-
fremdet und mute Letzterem stundenlange Autofahrten zu. Auch der Umstand,
dass die Klägerin wichtige Angelegenheiten in Bezug auf C._ nicht mit ihm
abspreche, zeige ein Defizit in der Erziehungsfähigkeit. So habe die Klägerin
C._ ohne Absprache Mitte August 2019 eingeschult und ihn weder über den
Schuleintritt noch über den ersten Schultag informiert. Informationen der Schule
würden nicht oder sehr verspätet zugestellt. Auch über Termine und Therapien
bei Ärzten und Psychologen entscheide die Klägerin eigenmächtig. Von der The-
rapie bei Frau K._ habe er erst im Laufe des Scheidungsverfahrens erfahren.
Mit all diesen Taten verletze die Klägerin ihre Loyalitätspflicht, weshalb die Obhut
neu zuzuteilen sei (Urk. 10/1 S. 6 f.).
Der Ansicht des Klägers kann nicht gefolgt werden. Aus dem Bericht der Kinder-
ärztin und dem Befragungsprotokoll der delegierten Kinderanhörung lassen sich
keinerlei Anhaltspunkte über ein potentiell kindsgefährdendes Verhalten der Par-
teien entnehmen. Im Gegenteil berichtet die Kinderärztin von einem guten Ge-
sundheitszustand von C._ und schildert ihre Wahrnehmung der Klägerin als
gesunde/normale Mutter, welche sich gut um die Tochter kümmere (Urk. 7/75).
Aus der Befragung von C._ durch lic. phil. H._ vom I._ geht hervor,
dass sie sich bei beiden Elternteilen wohl fühle und mit Beiden gerne Zeit verbrin-
ge. Sie erlebe bei keinem der Elternteile Schlechtes. H._ erlebte C._ als
zufrieden mit ihrer Situation mit den getrennt lebenden Eltern. C._ getraue
sich, einzelne Anliegen zu äussern, in der für sie nicht unberechtigt erscheinen-
den Hoffnung, dass die Eltern ihre Argumente und Anliegen aufnähmen und pas-
sende Antworten darauf finden würden. C._ sei eine gewisse Gerechtigkeit
bei der Verteilung der Betreuungszeit wichtig, was verständlich und passend er-
scheine, wenn man bedenke, dass C._ sich emotional auf beide Eltern be-
zogen zeige (Urk. 7/78 S. 3 f.). Aus diesem Bericht der beiden mit C._ be-
trauten Fachpersonen erhellt, dass C._ von beiden Elternteilen gut betreut
wird, sich sicher fühlt und eine gute Beziehung zu beiden Elternteilen pflegt. Zwar
- 23 -
ist dem Beklagten wie auch der Vorinstanz zuzustimmen, dass der Bericht der
Kindertherapeutin lic. phil. K._ vom 5. März 2019 (Urk. 7/76) aufhorchen
lässt. Im Gegensatz zur Vorinstanz und der Darstellung des Beklagten ist dieser
aber nicht nur mit Blick auf die Erziehungsfähigkeit der Klägerin kritisch zu würdi-
gen. Die Kindertherapeutin berichtet, auf der Elternebene lasse sich ein ausge-
prägtes "Kampfgeschehen" mit gering ausgebildeten Kommunikationsfähigkeiten,
gekoppelt mit einer stark verminderten Fähigkeit zur Lösung von Konflikten be-
obachten. Es bestünden bei den Parteien unterschiedliche Wertvorstellungen be-
züglich des familiären Wohlbefindens und der Erziehung. Bis jetzt habe keine
gemeinsame Lösung oder ein Kompromiss erarbeitet werden können. Dagegen
habe der Ärger zu- und die Frustrationstoleranz abgenommen. In dieser Situation
leide C._ und es bestehe die Gefahr, dass sie Schaden nehme, wenn zwi-
schen den Kindseltern viel und heftig gestritten werde. Inwieweit sich die Konflikte
zwischen den Kindseltern auf die Eltern-Kind-Ebene auswirken würden, sei un-
klar, jedoch zeige sich, dass das Defizit auf der Elternebene die Aufmerksamkeit
für das Kind stark erhöhe, sozusagen als defizitäre Kommunikation auf der Eltern-
Ebene. C._ sei die "Gefangene" der elterlichen Streitigkeiten und rätsele
über die gegenseitigen Vorwürfe und Anklagen. Sie werde seit Jahren einem Lo-
yalitätskonflikt ausgesetzt. C._s Fähigkeit, die Lebensereignisse adäquat
einzuordnen und zu interpretieren, sei aufgrund ihres Alters begrenzt. Da sie nicht
selten Inhalt der Streitereien sei, habe sie Angst, nach Ursachen und Auswirkun-
gen zu fragen. Demzufolge fühle sie sich verantwortlich. Aufgrund der starken,
aber altersgemässen Verhaftung im Egozentrismus sei C._ nur sehr be-
schränkt in der Lage, einen "Perspektivenwechsel" einzunehmen. Somit hinter-
lasse sie den Eindruck, dass sie sich als Hauptverantwortliche für den Konflikt der
Eltern sehe. Sie reagiere stark verunsichert und verängstigt, als würde sie von
Schuldgefühlen geplagt. Angesichts dessen sei die Entwicklung C._s zu
Selbstkompetenz, Kontrolle und Selbstvertrauen bedroht. Leider seien die belas-
teten Eltern nicht immer in der Lage, ihre eigenen Gefühle und Sorgen von denje-
nigen C._s zu unterscheiden. In den einzelnen Gesprächen sowohl mit der
Mutter als auch mit dem Vater würden sie dem anderen Elternteil vorwerfen, kein
adäquates "Modell" darzustellen, wenn es darum gehe, unangenehme Gefühle
- 24 -
konstruktiv zu bewältigen. Somit sei es für C._ kaum möglich, über sensible
Themen zu sprechen. Ansonsten müsse sie damit rechnen, dass der Konflikt zu
eskalieren drohe. Folglich schweige C._ lieber und wirke hilflos. Das extreme
Spannungsfeld, in dem sich C._ befinde, zeige sich v.a. in den unterschiedli-
chen Verhaltensweisen des Mädchens im Beisein der Mutter oder wenn es alleine
in der Therapiesitzung sei. Die Mutter habe häufig stellvertretend für ihre Tochter
geantwortet, so dass C._ im Beisein der Mutter nicht mehr direkt zur Thera-
peutin gesprochen habe. In den weiteren Sitzungen mit dem Kind alleine habe
sich C._ demgegenüber unaufgefordert und direkt geäussert und habe aus
ihrem Alltag erzählt (Urk. 7/76 S. 2 f.). Aus diesem Bericht erhellt, dass es die
Parteien trotz der mittlerweile über dreieinhalbjährigen Trennungszeit nicht ge-
schafft haben, geeignete Strategien zur Bewältigung des Konflikts auf der Eltern-
ebene zu finden. Dieser andauernde Elternkonflikt beeinträchtigt das Wohl von
C._. Sie wird nach der Einschätzung der Kindertherapeutin K._ seit Jah-
ren einem Loyalitätskonflikt ausgesetzt, da sie keinen der Elternteile enttäuschen
wolle und sich selber häufig als Ursache der Streitereien wahrnehme. C._
müsse sich aufgrund der Elternstreitigkeiten bewusst
oder unbewusst mit der Frage beschäftigen, wer gut, wer böse sei und mit wem
sie sich identifizieren könne oder solle. Gleichzeitig sei sich C._ bewusst,
dass sie über Eigenschaften von beiden Elternteilen verfüge, was für sie auch zu
Verwirrungen führe, weil ihr bewusst werde, dass auch sie über Anteile des bösen
Elternteils verfüge. Die Entwicklung, was "gut" beziehungsweise was "böse" sei,
sei erschwert. Es sei für C._ schwierig, ihre Eltern sowohl als gut als auch
böse zu erfahren. Dies könne C._s emotionale Entwicklung stark beeinträch-
tigen (vgl. Urk. 7/76 S. 3). Es liegt auf der Hand, dass beide Parteien in den an-
haltenden Elternkonflikt involviert sind und ihren Teil dazu beitragen. Dies zeigt
sich in den gegenseitigen Strafanzeigen (vgl. exemplarisch Urk. 7/3/23/10), der
fehlenden Kompromissbereitschaft beider Parteien im Umgang mit dem Besuchs-
recht, der massiv gestörten Kommunikation (vgl. exemplarisch Urk. 7/3/21/36;
Urk. 7/93/6-8; Urk. 10/4/9), der Involvierung von diversen Behörden und Fachper-
sonen (KESB Horgen [Urk. 7/3/16/1-30], kjz Horgen [Urk. 7/16/16], Klinik für Kin-
der- und Jugendtherapie und Psychotherapie der Psychiatrischen Universitätskli-
- 25 -
nik Zürich [Urk. 7/16/21], Kindertherapeutin lic. phil. K._) sowie der von bei-
den Parteien breit und unerbittlich geführten Familienrechtsverfahren. Schliesslich
widerspiegelt sich dies auch im Bericht von lic. phil. K._, wonach es in Ge-
sprächen mit den Parteien sowohl bei der Klägerin als auch beim Beklagten zu
gegenseitigen Anschuldigungen des jeweiligen anderen Elternteils komme und
beide sich gegenseitig vorwerfen würden, kein adäquates "Modell" darzustellen,
wenn es darum ginge, unangenehme Gefühle konstruktiv zu bewältigen. Dieses
Verhalten der Parteien ist inakzeptabel und dem Wohlergehen von C._ alles
andere als zuträglich. Daraus aber einzig Rückschlüsse auf die Erziehungsfähig-
keit der Klägerin zu ziehen, geht fehl. Beide Parteien müssen sich bewusst sein,
dass eine Weiterführung des elterlichen Konflikts sowie eine weitere Verhärtung
der Fronten C._ früher oder später in ihrer Entwicklung behindern wird. Mit
anderem Worten ist das Verhalten beider Parteien kritisch zu würdigen und die
Parteien sind daran zu erinnern, dass sie als Eltern für eine gedeihliche Entwick-
lung ihrer Tochter zu sorgen und hierfür ihre eigenen Interessen hinten anzustel-
len haben.
Unabhängig davon ist der Vorinstanz zuzustimmen, dass das von der Kinderthe-
rapeutin geschilderte Verhalten der Klägerin, welche in Aussage und Handlung
zeitweise sehr emotional sei, in eine überbehütete Kommunikation mit C._
verfalle und diese als Sprachrohr für die belastende Auseinandersetzung mit dem
Beklagten eingesetzt habe, darauf schliessen lässt, dass die Klägerin derzeit zu
wenig zwischen ihren eigenen Bedürfnissen und denjenigen von C._ diffe-
renziert. Es scheint, als projiziere die Klägerin ihre negativen Gefühle dem Be-
klagten gegenüber auf C._, was dazu führt, dass die Klägerin nicht mehr in
der Lage ist, das Befinden von C._ objektiv einzuschätzen. Dies zeigt sich
u.a. daran, dass die Klägerin auch noch im Berufungsverfahren daran festhält,
C._ reagiere mit körperlichen Symptomen auf die vorherrschende Betreu-
ungssituation (vgl. Urk. 1 S. 35), obwohl die Kinderärztin Dr. med. J._ bestä-
tigt hat, dass der Gesundheitszustand von C._ gut sei und die Infektionser-
krankungen des Mädchens im üblichen Rahmen in diesem Alter und nicht von
besorgniserregender Natur seien (Urk. 7/75). Es ist aber im Auge zu behalten,
dass die Kindertherapeutin C._ nur im direkten Kontakt mit der Klägerin er-
- 26 -
lebt hat, weshalb sich ihr Bericht über das Verhalten von C._ auf diese Inter-
aktion mit einem Elternteil beschränkt. Aussagen über das Verhalten des Beklag-
ten in der Interaktion mit C._ können daher keine gemacht werden. Es kann -
gerade mit Blick auf den von beiden Elternteilen gleichermassen geführten Eltern-
konflikt - nicht ausgeschlossen werden, dass sich C._ auch in Anwesenheit
des Beklagten der Therapeutin gegenüber verschliessen würde. Zum anderen ist
der Vorinstanz zuzustimmen, dass aus den kritisch angemerkten Verhaltenswei-
sen der Klägerin derzeit (noch) nicht auf eine aktuelle Gefährdung des Kindes-
wohls geschlossen werden muss. Dagegen sprechen die Berichte der Kinderthe-
rapeutin K._ sowie der Psychologin H._ vom I._. Die Kinderthera-
peutin geht bei C._ trotz des elterlichen Konflikts von einer altersentspre-
chenden Entwicklung aus und berichtet, dass C._ in der Lage sei, die ihr ge-
stellten Fragen zu reflektieren und differenziert zu beantworten. Auch könne sie
unmissverständlich kundtun, wenn sie zu einer Frage keine Stellung nehmen
möchte. Sie berichte offen, freudig und positiv über die schönen gemeinsamen
Erlebnisse bei dem jeweiligen Elternteil (Urk. 7/76 S. 2). Aus der Kinderanhörung
durch lic. phil. H._ vom I._ geht hervor, dass C._ sich mit der aktu-
ellen Situation mit den getrennt lebenden Eltern zufrieden zeige und sie den El-
ternkonflikt als abnehmend wahrnehme. C._ traue sich, ihre Wünsche be-
züglich mehr Zeit mit beiden Elternteilen zu äussern, und sie lebe in der Überzeu-
gung, dass Eltern generell gut für ihre Kinder schauten, so wie sie das für sich
selber auch in Anspruch nehme (Urk. 7/78 S. 3 f.). Anzeichen dafür, dass das
Verhalten der Klägerin (sowie des Beklagten) derzeit eine bestehende Kindes-
wohlgefährdung darstellt, liegen damit in Übereinstimmung mit der Vorinstanz
nicht vor. Der Beklagte legt auch nicht dar, inwiefern diese Schlussfolgerung un-
zutreffend sei. Er begnügt sich damit, den gegenteiligen Standpunkt einzuneh-
men, ohne aufzuzeigen, welche von der Vorinstanz exemplarisch aufgezählten
Verhaltensweisen der Klägerin inwiefern zu einer konkreten Kindswohlgefährdung
führen würden.
Was die weiteren Vorwürfe des Beklagten betrifft, ist festzuhalten, dass der Um-
zug der Klägerin mit C._ von L._ nach G._ bereits im Abände-
rungsverfahren im Jahr 2017 Thema war. Die Vorinstanz kam damals zum
- 27 -
Schluss, dass der Wegzug aufgrund der geschaffenen Distanz zwar eine Anpas-
sung des Besuchsrechts rechtfertige, aber kein Grund für eine Obhutsumteilung
darstelle (vgl. Urk. 7/3/66 S. 17, 20 f.). Hierauf kann nicht in einem erneuten Ab-
änderungsverfahren zurückgekommen werden. Mittlerweile ist die Klägerin erneut
umgezogen und lebt seit dem 1. April 2018 zusammen mit C._ in E._
(vgl. Urk. 7/10/11). Die Distanz zum Wohnort des Beklagten hat sich mit diesem
Umzug nicht wesentlich vergrössert. Die Fahrstrecke von F._ nach E._
beträgt - wie die Strecke von F._ nach G._ - immer noch rund 56 Kilo-
meter und ist in rund 55 Minuten zurückzulegen (Urk. 7/26/3;
www.google.ch/maps). Für die Ausübung des Besuchsrechts haben sich damit im
Vergleich zum Abänderungsentscheid vom 27. Dezember 2017 keine relevanten
Veränderungen ergeben. Weshalb der Umzug nach E._ unter diesen Um-
ständen zu einer Entfremdung von C._ vom Beklagten führen soll, wenn dies
beim Wegzug nach G._ nicht der Fall gewesen ist, ist nicht ersichtlich und
wird vom Beklagten auch nicht ausgeführt. Mit Blick auf die Einschulung von
C._ oder die nicht abgesprochenen Arzt- und Therapiebesuche erhebt der
Beklagte keine inhaltlichen Rügen. Er macht weder geltend, die Einschulung sei
verfrüht oder am falschen Ort erfolgt, noch, die medizinischen Konsultationen sei-
en nicht notwendig gewesen. Die Kritik betrifft im Wesentlichen den fehlenden In-
formationsfluss. Dieser bestrittene Vorwurf lässt sich gestützt auf die Akten nicht
erhärten. Einzig eine E-Mail der Klassenlehrerin von C._ vom 2. September
2019 (Urk. 10/4/3) lässt darauf schliessen, dass der Beklagte nicht über den am
3. September 2019 stattfindenden Elternabend informiert war. Weitere Anhalts-
punkte für einen fehlenden Informationsfluss zwischen den Parteien liegen nicht
vor. Im Gegenteil wird aus den eingereichten Kurznachrichten und E-
Mailverläufen ersichtlich, dass die Kommunikation zwischen den Parteien - wenn
auch angespannt, teilweise sogar gehässig - stattfindet und Informationen wie die
Durchführung eines Elternbesuchstags im Kindergarten (Urk. 7/44/59), die Kon-
sultation des Hausarztes wegen einer in die Nase gesteckten Bügelperle (Urk.
7/44/61) oder die Anmeldung bei der Kindertherapeutin K._ (Urk. 10/4/3)
ausgetauscht werden. Auch der Vorwurf, die Klägerin vereitle regelmässig Be-
treuungstermine des Beklagten, ist nicht dargetan. Der Beklagte nennt exempla-
- 28 -
risch das Besuchswochenende vom 30. August 2019 bis 1. September 2019,
welches nicht habe stattfinden können, und reicht zum Beleg einen Auszug des
Nachrichtenverlaufs zwischen den Parteien ein (Urk. 10/4/4). Daraus geht hervor,
dass sich die Parteien nicht einig waren, ob es sich um das vierte oder fünfte Wo-
chenende des Monats handelt. Beide Standpunkte lassen sich vertreten, da der
Freitag und Samstag noch im Monat August waren, während der Sonntag bereits
in den Monat September zu liegen kam. Von einer böswilligen Verweigerung des
Betreuungswochenendes kann damit keine Rede sein. Vielmehr zeigt sich an die-
sem Beispiel exemplarisch, wie wenig kompromissbereit die Parteien im Zusam-
menhang mit dem Betreuungsrecht sind und wie unzureichend die diesbezügliche
Kommunikation funktioniert. Rückschlüsse auf die Erziehungsfähigkeit der Kläge-
rin lassen sich gestützt darauf nicht ziehen. Die von der Vorinstanz angeordnete
Beistandschaft zielt darüber hinaus darauf ab, in dieser Hinsicht Abhilfe zu schaf-
fen und die Parteien in der Umsetzung des Besuchsrechts zu unterstützen.
Zusammenfassend ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass bei keinem der bei-
den Elternteile so starke Anzeichen ersichtlich sind, die eine relevante Gefähr-
dung des Kindeswohls aktuell erscheinen lassen. Die Erziehungsfähigkeit beider
Parteien ist damit grundsätzlich zu bejahen. Wie die Vorinstanz ebenfalls zutref-
fend ausgeführt hat, wird allfälligen Bedenken - was das Verhältnis der Parteien
zueinander, die Auswirkungen des elterlichen Umgangs auf C._ und die Or-
ganisation des Besuchsrechts anbelangt - durch die Anordnung einer Beistand-
schaft Rechnung getragen.
2.4 Als weiteres Kriterium bei der Obhutszuteilung an einen Elternteil ist die
Möglichkeit zur persönlichen Betreuung des Kindes zu prüfen. C._ bedarf
aufgrund ihres Alters von sechs Jahren noch einer intensiven Betreuung, welche
sich allerdings mit dem Schuleintritt zumindest tagsüber ein wenig reduziert hat.
Die Klägerin ist derzeit auf Stundenbasis in einem Kleinstpensum erwerbstätig
(Urk. 5/10-11), wobei sie dieses Pensum per 1. Januar 2020 auf 50% wird erhö-
hen müssen (vgl. Erw. D.3 nachstehend). Beim Beklagten ist - entgegen seiner
Darstellung im Berufungsverfahren (vgl. Urk. 10/1 S. 7 f. mit Verweis auf
Urk. 10/4/7) - weiterhin von einer Vollzeitstelle auszugehen (vgl. Erw. D.2 nach-
- 29 -
stehend). Dem Beklagten ist zuzustimmen, dass sich die Verhältnisse mit Blick
auf die Erwerbstätigkeit der Klägerin seit dem Abänderungsentscheid vom
27. Dezember 2017 geändert haben. Der Ausdehnung ihrer Erwerbstätigkeit auf
ein 50%-Pensum geht folgerichtig eine reduzierte Verfügbarkeit für die persönli-
che Kindesbetreuung einher. Dies ändert aber nichts daran, dass die Klägerin mit
ihrem Teilzeitpensum naturgemäss mehr Möglichkeiten für die Kindesbetreuung
hat als der Beklagte mit seinem Vollzeitpensum. Wie der Beklagte in seinem im
Berufungsverfahren erstellten Betreuungsplan selber aufzeigt (Urk. 10/4/7), ist er
selbst bei einem 80%-Pensum und trotz flexiblen Arbeitszeiten nicht in der Lage,
C._ über Mittag und nach Schulschluss bis am Abend persönlich zu be-
treuen. Da auf seiner Seite nach wie vor von einem Vollzeitpensum auszugehen
ist, ist auch die von ihm geplante persönliche Betreuung von C._ am Mitt-
woch- und Freitagnachmittag nicht möglich. Es ist damit offensichtlich, dass die
Klägerin selbst unter Berücksichtigung des ihr zumutbaren 50%-Pensums besser
in der Lage ist, C._ persönlich zu betreuen. Die diesbezügliche Rüge des
Beklagten ist daher unbegründet.
2.5 Mit Blick auf die Stabilität und Kontinuität der familiären und örtlichen Ver-
hältnisse macht der Beklagte geltend, die Klägerin sei seit dem Auszug aus der
ehelichen Wohnung am 1. März 2016 dauernd umgezogen und habe damit das
soziale Umfeld von C._ mehrfach gewechselt. Dies laufe dem Kindeswohl
zuwider. Darüber hinaus habe die Klägerin keine Familienangehörigen in Europa,
während auf seiner Seite seine Eltern und die Schwester in unmittelbarer Nähe
wohnten. Seine Familie biete C._ eine stabile soziale Umgebung (Urk. 10/1
S. 8 f.).
Im Zeitpunkt des Eheschutzentscheids vom 19. September 2016 wohnte die Klä-
gerin mit C._ in L._. Am selben Tag zog sie mit der Tochter nach
G._, wo C._ den 1. Kindergarten besuchte. Rund eineinhalb Jahre spä-
ter im März 2018 zog die Klägerin mit C._ nach E._, wo diese den Kin-
dergarten und ab August dieses Jahres die 1. Primarklasse besucht. Offensicht-
lich erfolgte per 1. April 2019 ein erneuter Umzug der Klägerin mit C._ inner-
halb von E._ von der M._-strasse 1 an die M._-strasse 2. Es trifft
- 30 -
nach dem Gesagten zu, dass C._ gewisse Wohn- und Schulortwechsel mit-
erlebt hat. Es bestehen jedoch keine Anzeichen dafür, dass dies eine wesentliche
Instabilität in C._s Leben zur Folge gehabt hätte. Eine Trennung geht häufig
mit einer Veränderung der örtlichen Verhältnisse einher. Die Klägerin wohnt nun-
mehr seit mehr als eineinhalb Jahre in E._, wo C._ nach ihrer Darstel-
lung in der delegierten Kinderanhörung viele Kinder als Spielkameraden habe,
während es beim Beklagten nur ein einziges Kind namens N._ gebe (Urk.
7/78 S. 3). Mit der Einschulung von C._ im August dieses Jahres wird sich
das soziale Umfeld von C._ in E._ noch weiter verdichtet haben. Es be-
stehen keinerlei Anzeichen dafür, dass in absehbarer Zeit weitere Schul- oder
Wohnortswechsel geplant oder notwendig wären, zumal die Klägerin eine Woh-
nung mit einer Mindestmietdauer von fünf Jahren bewohnt (vgl. Urk. 7/69/76).
Hingegen wäre eine Umteilung der Obhut an den Beklagten mit einem Wechsel
dieses nunmehr geschaffenen Lebensumfeldes von C._ verbunden. Weiter
ist anzumerken, dass C._ sowohl vor wie auch nach der Trennung der Eltern
im Jahr 2016 in erster Linie von der Klägerin betreut wurde. Die Klägerin ist ohne
Zweifel C._s Hauptbezugsperson. Dies ergibt sich bereits aus dem Umstand,
dass der Beklagte bis ins Jahr 2017 vollzeitig erwerbstätig war, während die Klä-
gerin seit der Geburt von C._ lediglich (wenn überhaupt) Teilzeitpensen in-
nehatte. Es ist zutreffend, dass sich der Beklagte stets aktiv an der Erziehung und
Betreuung von C._ beteiligt hat. Vor diesem Hintergrund ist auch das ausge-
dehnte Betreuungsrecht des Beklagten von drei Wochenenden pro Monat und
fünf Wochen Ferien pro Jahr zu verstehen. Dies ändert aber nichts an der Tatsa-
che, dass eine hauptsächliche Betreuung durch die Klägerin der seit Jahren ge-
lebten Betreuungssituation entspricht. Die Klägerin nimmt diese Betreuungsfunk-
tion auch heute wahr und es ist nicht ersichtlich, inwiefern - wie der Beklagte gel-
tend macht (Urk. 10/1 S. 9) - instabile familiäre Verhältnisse vorliegen sollten,
bloss weil die Klägerin über keine Familienangehörigen in Europa verfügt. Dies ist
nicht von Belang. Die wünschbare Stabilität der äusseren Lebensverhältnisse
spricht entgegen dem Beklagten für einen Verbleib von C._ unter der Obhut
der Klägerin.
- 31 -
2.6 Schliesslich ist in die Beurteilung miteinzubeziehen, inwiefern die Eltern in
der Lage sind, mit dem anderen Elternteil in erzieherischen Belangen zu koope-
rieren und die Entwicklung einer tragfähigen Beziehung zum jeweils anderen El-
ternteil zu fördern (sog. Bindungstoleranz). Der Beklagte moniert in diesem Zu-
sammenhang, die Vorinstanz sei nicht bzw. nicht ausreichend darauf eingegan-
gen, dass die Klägerin nicht in der Lage sei, in genügender Weise den Kontakt
zum anderen Elternteil sicherzustellen. Er führt eine Aufstellung von zehn Be-
suchswochenenden an, welche die Klägerin in der Zeit von Oktober 2016 bis April
2019 vereitelt habe (Urk. 10/1 S. 8).
Der Ansicht des Beklagten kann nicht gefolgt werden. Zum einen betreffen sieben
der von ihm aufgelisteten Besuchswochenenden die Zeitspanne vor dem ersten
Abänderungsentscheid vom Dezember 2017. Damals waren seine Besuchswo-
chenenden noch nicht konkret bestimmt, sodass nicht abschliessend beurteilt
werden kann, ob es sich bei den aufgelisteten Daten um Betreuungswochenen-
den des Beklagten gehandelt hat. Nach Erlass des genannten Abänderungsent-
scheides hat der Beklagte drei angeblich vereitelte Besuchswochenenden aufge-
listet. Mit Blick auf die nach Darstellung des Beklagten vereitelte Betreuungszeit
vom 15. April bis 17. April 2019 ist festzuhalten, dass es sich dabei - wie die Klä-
gerin zutreffend ausführt (vgl. Urk. 16 S. 11) - um eine Zeitspanne von Montag bis
Mittwoch handelt. Der Beklagte geht entsprechend davon aus, ihm sei sein Feri-
enbesuchsrecht vereitelt worden. Da im Abänderungsentscheid vom Dezember
2017 die Ferienwochen nicht konkret bestimmt wurden, kann nicht beurteilt wer-
den, ob die genannten Daten in die Betreuungszeit des Beklagten fielen oder
nicht. Es verbleiben damit aus der Auflistung einzig die Wochenenden vom
21. Dezember 2018 bis 23. Dezember 2018 sowie vom 15. bis 17. März 2019, bei
welchen es sich unzweifelhaft um Besuchswochenenden des Beklagten handelte.
Hierzu reicht der Beklagte aber keine Belege ein. Es kann damit nicht überprüft
werden, ob diese Besuchswochenenden stattgefunden haben und wenn nein,
weshalb nicht. Dem Beklagten ist es damit nicht gelungen, glaubhaft zu machen,
dass die Klägerin das Besuchsrecht zwischen ihm und C._ systematisch
vereitelt.
- 32 -
Unabhängig davon ist in Bezug auf den Vorwurf der vereitelten Betreuungszeit
Folgendes festzuhalten: Es ist aktenkundig, dass die Parteien seit Erlass des
Eheschutzurteils des Bezirksgerichts Frauenfeld darüber im Streit liegen, wie die
getroffene Besuchsrechtsregelung umzusetzen ist. Dies führte dazu, dass diese
Regelung zunächst im Abänderungsentscheid vom 27. Dezember 2017 und
schliesslich auch im angefochtenen Massnahmeentscheid immer weiter konkreti-
siert werden musste. Die ursprüngliche Formulierung im Eheschutzurteil, wonach
der Beklagte berechtigt wurde, C._ an drei Wochenenden pro Monat zu be-
treuen, erwies sich für die Verhältnisse der Parteien augenscheinlich als zu offen,
sodass die Wochenenden konkret bezeichnet werden mussten. Gleiches erfolgte
im angefochtenen Massnahmeentscheid mit der konkreten Festlegung der einzel-
nen Ferienwochen und der Fixierung der Übergabemodalitäten. Die vom Beklag-
ten als Beleg für die Vereitelung des Besuchsrechts eingereichten Textnachrich-
ten widerspiegeln genau diese Unfähigkeit der Parteien, das gerichtlich festgeleg-
te Betreuungsrecht des Beklagten umzusetzen. Entweder waren sich die Parteien
über die geltende Hol- und Bringpraxis nicht einig oder sie lagen darüber im Streit,
ob es sich um das vierte oder fünfte Wochenende im Monat handelte. Dieses
Verhalten zeigt eindrücklich, wie wenig die Parteien in der Lage sind, ihre persön-
lichen Differenzen beiseite zu lassen, um als Eltern zum Wohl von C._ kon-
struktiv zusammenzuarbeiten. Vielmehr beharren beide Parteien ohne Einschrän-
kung auf ihren jeweiligen Standpunkten und machen C._ damit zum Opfer ih-
res untereinander geführten Machtkampfes. Exemplarisch sei an dieser Stelle er-
wähnt, dass das Besuchsrecht verschiedentlich nicht umgesetzt werden konnte,
weil die Parteien sich nicht darüber einigen konnten, wer für die Rückreise von
C._ vom Beklagten zur Klägerin zuständig sei (vgl. Urk. 10/4/9), oder der Be-
klagte auf einer Umsetzung des Besuchsrechts bestand, obwohl C._ krank
im Bett lag (Urk. 7/93/1-4). Wie bereits erwähnt ist dieses Verhalten, welches bei-
den Parteien anzulasten ist, geeignet, C._ in ihrer Entwicklung zu beeinträch-
tigen.
2.7 Abschliessend ist in Übereinstimmung mit der Vorinstanz festzuhalten, dass
derzeit bei beiden Parteien von der Erziehungsfähigkeit auszugehen ist. Mit Blick
auf die bessere Möglichkeit der Klägerin, C._ persönlich zu betreuen, und
- 33 -
den Grundsatz der Stabilität und Kontinuität ist eine Umteilung der Obhut an den
Beklagten nicht im Sinne des Kindeswohles. Die Rügen des Beklagten erweisen
sich damit als unbegründet.
3. Besuchsrecht
3.1 Im Eheschutzentscheid vom 19. September 2016 wurde der Beklagte für be-
rechtigt erklärt, C._ an drei Wochenenden pro Monat von Donnerstagabend
bis Sonntagabend sowie während fünf Wochen Ferien pro Jahr zu betreuen (Urk.
7/3/7/1). Nach dem Wegzug der Klägerin mit C._ nach G._ wurde das
Besuchsrecht mit Entscheid vom 27. Dezember 2017 angepasst und der Beklagte
neu für berechtigt erklärt, C._ am ersten, dritten und vierten Wochenende pro
Monat von Freitag nach dem Kindergarten bis Sonntagabend zu betreuen. Das
Ferienbesuchsrecht von fünf Wochen pro Jahr wurde belassen (Urk. 7/3/66). Die
Klägerin hat vor Vorinstanz eine Reduktion der Betreuungszeit des Beklagten auf
ein zweiwöchentliches Besuchsrecht von Samstag, 10:00 Uhr, bis Sonntag, 18:00
Uhr, sowie vier Wochen Ferien pro Jahr verlangt (Urk. 43 S. 2 i.V.m. Urk. 70 S. 1
f.).
3.2 Die Vorinstanz hat dieses Begehren im Grundsatz abgewiesen. Zur Begrün-
dung hat sie angeführt, die Klägerin habe keine Abänderungsgründe glaubhaft
gemacht. Bereits der Eheschutzrichter im ersten Abänderungsverfahren vom De-
zember 2017 habe sich mit der Frage des Kindergarteneintritts von C._ so-
wie der Distanz zwischen den Wohnorten der Parteien auseinandergesetzt. Dies-
bezüglich habe sich an der Situation der Parteien nichts Grundlegendes geändert.
Ebenso sei bereits im Eheschutzentscheid vom 27. Dezember 2017 ausgeführt
worden, dass die Konflikte unter den Parteien wohl bestehen würden, diese aber
keinen Grund für die Einschränkung des Besuchsrechts des nicht obhutsberech-
tigten Elternteils darstellen würden. Wenn die Klägerin vorbringe, C._ könne
wegen des geltenden Besuchsrechts nicht in die Pfadi oder an Geburtstagen und
anderen Aktivitäten am Wochenende teilnehmen, verkenne sie, dass es sich bei
den Wochenendbesuchen um einen Anspruch des Beklagten auf persönlichen
Verkehr mit seiner Tochter handle und der Beklagte dabei diese Zeit gestalte. Die
Darstellung von C._ in der delegierten Kinderanhörung, wonach sie an den
- 34 -
Wochenenden mehr Zeit bei der Klägerin respektive anderen Kindern respektive
in der Pfadi verbringen wolle, sei angesichts des Umstandes, dass die Klägerin
C._ gemäss der Kindertherapeutin lic. phil. K._ als Sprachrohr benutze,
mit Vorsicht zu geniessen. Immerhin habe C._ auch geäussert, dass sie ger-
ne genau so viel Zeit mit dem Beklagten wie mit der Klägerin verbringen wolle.
Vor diesem Hintergrund könne nicht mit Sicherheit davon ausgegangen werden,
dass C._ Besuche im bisherigen Ausmass tatsächlich verweigern wolle und
dass für eine allfällige Verweigerung triftige Gründe vorliegen würden. Hinzu
komme, dass das Besuchsrecht letztmals am 27. Dezember 2017 geregelt wor-
den sei und damit noch nicht von einer dauernden, relevant gefestigten und aus-
reichend belegten Veränderung gesprochen werden könnte (Urk. 2 S. 35 f.).
3.3 Wochenendbesuchsrecht
3.3.1 Die Klägerin hält im Berufungsverfahren an ihrem Begehren fest und
macht geltend, die Begründung der Vorinstanz sei haltlos, schädige das Kindes-
wohl und widerspreche der bundesgerichtlichen Rechtsprechung. Konkret bringt
sie vor, die Verhältnisse hätten sich entgegen der Darstellung der Vorinstanz sehr
wohl geändert. C._ sei neu in einem Alter, in dem sie ihre Bedürfnisse zu-
nehmend selber äussern könne. Dies habe sie sowohl in der delegierten Kinder-
anhörung wie auch gegenüber der Kindertherapeutin gemacht und klar zum Aus-
druck gebracht, dass sie gleich viel Zeit - auch am Wochenende - bei Vater und
Mutter verbringen wolle. Sie habe klar den Wunsch geäussert, nur noch jedes
zweite Wochenende zum Beklagten zu gehen. Auch habe sie den Wunsch ge-
äussert, die Pfadi in E._ zu besuchen. Dabei handle es sich um einen legiti-
men Aufbau von Kontakten der Tochter an ihrem Wohnort. Die
Vorinstanz habe auf dieses Vorbringen der Klägerin keinen Bezug genommen
(Urk. 1 S. 36).
In der Tat hat C._ in der delegierten Anhörung erklärt, sie hoffe, bald zwei
Wochenenden bei der Klägerin verbringen zu dürfen, damit sie in dieser Zeit zu
den Pfadfindern gehen könne (Urk. 7/78 S. 3). Ebenso führte sie aus, eine ge-
rechte Aufteilung der Betreuungszeit zu wünschen und beispielsweise an Feierta-
gen mehr Zeit mit dem Beklagten verbringen zu können (Urk. 7/78 S. 3). In die-
- 35 -
sem Sinne folgerte die Fachpsychologin H._, dass C._ eine gewisse
Gerechtigkeit bei der Verteilung der Betreuungszeit wichtig sei, was verständlich
und passend erscheine, wenn man bedenke, dass C._ sich auf beide Eltern
emotional sehr bezogen zeige (Urk. 7/78 S. 3). Wie die Klägerin selber ausführt
(Urk. 1 S. 36), hat C._ ganz grundsätzlich zum Ausdruck gebracht, dass sie
gleich viel Zeit bei beiden Elternteilen verbringen möchte. Dieser Wunsch von
C._ scheitert aber daran, dass eine Betreuung durch beide Eltern zu glei-
chen Teilen aufgrund der grossen Distanz zwischen den Wohnorten der Parteien
nicht möglich ist. C._ verbringt nicht gleich viel Zeit bei beiden Elternteilen,
sondern wird jede Woche von Sonntagabend bis Freitagabend sowie an einem
Wochenende pro Monat von der Klägerin betreut, während der Beklagte die Be-
treuung von C._ bloss an drei Wochenenden pro Monat übernimmt. Würde
die Betreuungszeit des Beklagten auf ein zweiwöchentliches Besuchsrecht am
Wochenende reduziert, würde sich dieses Ungleichgewicht noch weiter verstär-
ken. Vor diesem Hintergrund hat der von C._ ebenfalls geäusserte Wunsch,
die Pfadfinder zu besuchen, in den Hintergrund zu treten. Zum einen wäre dies
nur auf Kosten der Besuchszeit beim Beklagten möglich, was entgegen dem Wil-
len von C._ einer gerechten Aufteilung der Betreuungszeit zuwiderlaufen
würde. Zum anderen sind Hobbywünsche eines Kleinkindes erfahrungsgemäss
noch nicht unverrückbar und können sich innert kürzester Zeit ändern. Dies gilt
umso mehr, als vorliegend nicht die Beibehaltung einer seit Jahren ausgeübten
Freizeitbeschäftigung, welche zum festen Bestandteil im Alltag des Kindes ge-
worden und für die Aufrechterhaltung der stabilen Lebensumstände wichtig wäre,
in Frage steht. C._ hat die Pfadfinder noch nie besucht. Vor diesem Hinter-
grund kann der Vorinstanz beigepflichtet werden, dass nicht auszuschliessen ist,
dass C._ in dieser Hinsicht mehr den Wunsch der Klägerin wiedergibt. Eine
Reduktion der Betreuungszeit des Beklagten kann daher nicht mit Verweis auf die
Willensäusserung von C._ begründet werden.
3.3.2 Weiter macht die Klägerin geltend, der vorinstanzliche Entscheid verletze
das Kindeswohl. C._ sei am 12. August 2019 in die Schule eingetreten, was
zu einer weitergehenden Trennung von der Mutter führe. Dies sei ein grosser
Schritt im Leben eines Kindes. In den ersten Monaten solcher neuer Lebenssitua-
- 36 -
tionen seien Kinder unsicher und müssten gestärkt und nicht wie eine heisse Kar-
toffel hin- und hergeschoben werden. C._ werde mit den drei Wochenenden
beim Beklagten zu viel zugemutet. Die Klägerin habe darauf hingewiesen, dass
C._ von Juni 2018 bis Februar 2019 sieben Mal krank gewesen sei und bei
der Kinderärztin als Ursache für die Krankheiten auch die familiäre Situation zur
Sprache gekommen sei. C._ sei von diesem emotionalen Stress zu befreien,
damit sie nicht immer wieder krankheitsbedingt zu Hause bleiben müsse. Auch
habe die Klägerin darauf hingewiesen, dass C._ gemäss der Kinderthera-
peutin unter dem ausgeprägten Kampfgeschehen zwischen den Eltern, welche zu
keiner Kommunikation und Konfliktlösung fähig seien, leide und die Gefahr beste-
he, dass sie Schaden nehme. H._ vom I._ habe explizit darauf hinge-
wiesen und empfohlen, dass bei der Verteilung der Betreuungszeit eine Gerech-
tigkeit im Sinne von gleich vielen Wochenenden bei der Mutter wie beim Vater
geschaffen werde. Dies habe sie als passend empfunden, da C._ sich emo-
tional auf beide Eltern sehr bezogen zeige. Zu all diesen Argumenten habe die
Vorinstanz keine Stellung bezogen, sondern stelle sich einfach auf den Stand-
punkt, das Besuchsrecht sei erst gerade geregelt worden, weshalb von keiner
dauernden und ausreichend belegten Veränderung gesprochen werden könne.
Diese Argumentation sei erschreckend und stelle die Kompetenz der Vorinstanz,
die Interessen des Kindes zu wahren, stark in Frage. Unter Berücksichtigung der
klaren Feststellungen der Fachpersonen verstosse die Vorinstanz mit ihrem Ent-
scheid klar gegen das Kindeswohl (Urk. 1 S. 38 f.).
C._ wurde im August 2019 eingeschult. Es ist der Klägerin zuzustimmen,
dass dies im Leben eines Kindes einen bedeutenden Schritt darstellt. Die Ein-
schulung leitet einen neuen Lebensabschnitt ein und der Tagesablauf des Kindes
wie auch die Ansprüche an ein Kind und die Eltern verändern sich. Damit ein Kind
dieser neuen Herausforderung gewachsen sein kann, bedarf es der Fürsorge und
Unterstützung der Eltern. Nicht gefolgt werden kann der Klägerin demgegenüber,
wenn sie davon ausgeht, die Zeit von C._ mit dem Beklagten stehe einer
solchen gedeihlichen Entwicklung und Förderung von C._ im Wege. Gerade
weil sich im Leben von C._ mit dem Eintritt in die Primarschule einiges än-
dert, ist es wichtig, dass ihr äusseres Lebensumfeld stabil bleibt. Hierzu gehören
- 37 -
seit nunmehr über drei Jahren drei Wochenendbesuche pro Monat beim Beklag-
ten. Der Beklagte nimmt eine wichtige Rolle in der Betreuung und Erziehung von
C._ ein und es ist nicht ersichtlich, weshalb sich dies mit Eintritt in die Schule
ändern sollte. Wenn die Klägerin suggerieren will, die gelebte Wochenendbe-
suchsregelung mache C._ krank, ist erneut auf den Bericht der Kinderärztin
Dr. med. J._ hinzuweisen. Sie bestätigt zwar, dass die Klägerin bei einer
Konsultation die familiäre Situation zur Sprache gebracht habe. Einen Zusam-
menhang zwischen dem Gesundheitszustand von C._, welchen die Kinder-
ärztin als gut beurteilt, und der gelebten Besuchsrechtsregelung wird in dem Be-
richt aber nicht hergestellt. Vielmehr bestätigt Dr. med. J._, dass die Infekti-
onserkrankungen des Mädchens im üblichen Rahmen in diesem Alter und nicht
von besorgniserregender Natur seien (Urk. 7/75). Weshalb die Klägerin unter die-
sen Umständen daran festhält, dass die Besuchsrechtsregelung C._s Ge-
sundheit gefährde, ist nicht klar. Ebenso wenig kann nachvollzogen werden, was
die Klägerin aus ihrem Hinweis, C._ leide gemäss der Kindertherapeutin un-
ter dem Kampfgeschehen der Eltern, zu ihren Gunsten abzuleiten versucht. Es
wurde bereits einlässlich ausgeführt, dass das Kindeswohl in der Tat durch den
herrschenden Elternkonflikt gefährdet werden könnte (vgl. Erw. C.2.3). Dies hat
aber mit der gelebten Besuchsrechtsregelung nichts zu tun. Schliesslich geht
auch der Hinweis der Klägerin, die Fachpsychologin lic. phil. H._ vom
I._ habe eine Reduktion der Betreuungszeit auf ein zweiwöchentliches Be-
suchsrecht empfohlen, fehl. Lic. phil. H._ spricht keine solche Empfehlung
aus, sondern gibt den Wunsch von C._ nach Gerechtigkeit in der Verteilung
der Betreuungszeit wieder. Wie dies zu werten ist, wurde bereits ausgeführt (Erw.
C.3.3.1). Ausserdem erstaunt es doch, dass die Klägerin das Kindeswohl verletzt
sieht, weil C._s Wunsch nach gleich vielen Wochenenden bei beiden Eltern-
teilen nicht entsprochen wird, gleichzeitig aber entgegen dem Wunsch von
C._ nach mehr Ferien mit dem Beklagten eine Reduktion des Ferienbe-
suchsrechts beantragt wird. Offenbar ist die Klägerin nur gewillt, den Willen von
C._ zu berücksichtigen, wenn sich dieser mit ihren eigenen Interessen deckt.
3.3.3 Schliesslich bringt die Klägerin vor, der angefochtene Entscheid stehe im
Widerspruch zur höchstrichterlichen Rechtsprechung. In BGer 5A_888/2016 habe
- 38 -
das Bundesgericht eine Regelung als willkürlich beurteilt, bei welcher ein Kind die
Wochenenden immer nur bzw. mehrheitlich bei einem Elternteil verbringen dürfe.
Die Wochenenden hätten im familiären Zusammenleben eine zentrale Bedeutung,
weshalb dem Kind gleich viel dieser wichtigen Zeit mit beiden Elternteilen zuzu-
gestehen sei. C._ dürfe lediglich alle vier Wochen ein Wochenende bei der
Klägerin verbringen, was einen überwiegenden Ausschluss der Wochenendbe-
treuung darstelle. Dies sei willkürlich (Urk. 1 S. 40).
Dem von der Klägerin angeführten Bundesgerichtsentscheid lag eine Betreuungs-
regelung zugrunde, welche dem Vater des Kindes ein Betreuungsrecht in den ge-
raden Kalenderwochen ab Freitag, 18:00 Uhr, bis Dienstag, 18:00 Uhr, und in den
ungeraden Kalenderwochen ab Samstag, 18:00 Uhr, bis Dienstag, 18:00 Uhr, ein-
räumte. Das Kind verbrachte damit nie ein ganzes Wochenende resp. einen
Sonntag bei der Mutter. Dies hat das Bundesgericht als stossend erachtet, da no-
torischerweise sonntags Kontakt zur erweiterten Familie gepflegt werde und sons-
tige Familienaktivitäten unternommen würden (BGer 5A_888/2016 vom 20. April
2018, E. 4.1). Vorliegend kommt der Klägerin jedes zweite - und sofern vorhan-
den, jedes fünfte - Wochenende im Monat das Recht zu, C._ das ganze Wo-
chenende zu betreuen. Sie wird damit nicht kategorisch von der Wochenendbe-
treuung ausgeschlossen. Auch kann sie in regelmässigen Abständen den Sonn-
tag mit C._ verbringen. Damit ist die vorliegende Konstellation nicht mit dem
Sachverhalt, welcher dem zitierten Bundesgerichtsentscheid zugrunde lag, ver-
gleichbar. In der Tat wäre es wünschenswert, wenn die Betreuungsanteile der
Parteien gleichmässiger unter der Woche und am Wochenende verteilt wären,
damit der Beklagte C._ auch im Kindergartenalltag erleben und betreuen
könnte. Dies ist aufgrund der von der Klägerin geschaffenen Distanz zwischen
den Wohnorten der Parteien aber nicht mehr möglich. Dieser Umstand kann nicht
auf Kosten des Umgangsrechts zwischen C._ und dem Beklagten gehen,
stellt doch das Betreuungsrecht des Beklagten einen wichtigen Anspruch auch
von C._ dar. Anders zu beurteilen wäre die Sachlage nur, wenn das gelebte
Betreuungsrecht an drei Wochenenden pro Monat dem Kindeswohl zuwiderlaufen
würde. Dies ist - wie bereits ausgeführt - nicht der Fall. Es liegt im Interesse des
Kindes, eine Beziehung zu beiden Elternteilen leben und pflegen zu dürfen.
- 39 -
3.3.4 Weiter kritisiert die Klägerin im Berufungsverfahren die Dauer des Wo-
chenendbesuchsrechts. Sie hält an ihrem Antrag fest, wonach das Betreuungs-
recht des Beklagten erst am Samstag, 10:00 Uhr, beginnen solle. Damit habe
C._ etwas mehr Zeit, um die Kindergarten- bzw. Schulwoche mental abzu-
schliessen und sich auf die Besuche bei ihrem Vater vorzubereiten. Darüber hin-
aus arbeite der Beklagte am Freitagnachmittag, sodass er C._ zu dieser Zeit
gar nicht betreuen könne (Urk. 1 S. 41 ff.).
Von einer Kürzung des Besuchsrechts auf eine Übernachtung pro Wochenende
ist abzusehen. Die Klägerin bringt nichts vor, was gegen ein Wochenendbesuchs-
recht mit zwei Übernachtungen spricht. Inwiefern C._ mehr Zeit für die Vor-
bereitung auf das Wochenende bei ihrem Vater braucht, ist nicht ersichtlich und
wird von der Klägerin auch nicht näher dargelegt. Der Umstand, dass der Beklag-
te eine Erwerbstätigkeit in einem 100%-Pensum auszuüben hat (vgl. Erw. D.2
nachstehend), steht dem festgesetzten Besuchsrecht ebenfalls nicht entgegen.
Der Beklagte hat während des ganzen Verfahrens darauf hingewiesen, seine Ar-
beitszeit flexibel einteilen zu können (vgl. Urk. 7/3/7/9 S. 3; Urk. 7/3/3/3 S. 26; Urk.
10/1 8). Vor diesem Hintergrund wurde ihm im Abänderungsentscheid vom
27. Dezember 2017 trotz Vollzeitstelle ein Besuchsrecht mit Beginn am Freitag im
Anschluss an den Kindergarten zugestanden (Urk. 3/7/66). Weshalb der Beklagte
diese Flexibilität nun nicht mehr haben sollte, erläutert die Klägerin nicht. Es bleibt
damit beim vorinstanzlichen Entscheid, wonach das Wochenendbesuchsrecht des
Beklagten am Freitagabend um 18:00 Uhr beginnt, wenn C._ die Schule be-
sucht, ansonsten um 16:00 Uhr.
3.3.5 Schliesslich stört sich die Klägerin an den im angefochtenen Entscheid
festgesetzten Übergabemodalitäten. Die Vorinstanz hat daran festgehalten, dass
die Klägerin C._ am Freitag zum Beklagten zu bringen habe, während der
Beklagte C._ am Sonntag wieder an ihren Wohnort zurückzubringen habe.
Die Klägerin macht im Berufungsverfahren geltend, die Vorinstanz habe die Klä-
gerin seinerzeit im Abänderungsentscheid vom Dezember 2017 für ihren Umzug
nach G._ bestraft, indem sie ihr die Verpflichtung auferlegt habe, C._
am Freitag zum Beklagten zu bringen. Einen Grund für eine solche Strafaktion
- 40 -
habe nicht bestanden. Die vorinstanzliche Begründung, wonach die Klägerin die
grössere Distanz zwischen den Wohnorten geschaffen habe und deshalb die Auf-
teilung der Fahrten gerecht sei, sei unhaltbar und verstosse gegen die Niederlas-
sungsfreiheit der Klägerin. Die von der Vorinstanz im Abänderungsentscheid vom
Dezember 2017 eingeführte Bringpraxis habe sich nicht bewährt, da sie einen
ständigen Streitpunkt zwischen den Parteien darstelle, worunter letztlich C._
leide. Die Regelung verstosse damit gegen das Kindeswohl. Dass die Vorinstanz
die ganze Sache nun noch verschärfe, indem sie die Klägerin verpflichte, einer-
seits 50% zu arbeiten, und andererseits zwinge, am Freitagabend zu einer be-
stimmten Zeit in F._ einzutreffen, sei nicht nachvollziehbar und gleiche einer
willkürlichen Schikane. Dass ursprünglich keine Eintreffenszeit am Freitagabend
fixiert worden sei, habe seinen Grund in der Tatsache, dass der Verkehr zwischen
E._ und F._ unberechenbar sei und es immer wieder zu Stau komme
(Urk. 1 S. 41 ff.).
Wie im Abänderungsentscheid vom Dezember 2017 zutreffend ausgeführt wurde,
hat die Klägerin mit ihrem Umzug nach G._ eine beträchtliche Distanz zwi-
schen den Wohnorten der Parteien geschaffen, was zu einem nicht unerheblichen
zeitlichen Mehraufwand im Zusammenhang mit der Ausübung des beklagtischen
Besuchsrechts geführt hat. Weshalb die vom Abänderungsrichter daraufhin ver-
fügte Aufteilung der Wegstrecken von einem Elternteil zum anderen unangemes-
sen sein sollte, leuchtet nicht ein. Mit dieser Regelung wird eine gerechte Auftei-
lung der Lasten, welche mit der Ausübung des Besuchsrechts im Zusammenhang
stehen, erreicht. Die Niederlassungsfreiheit der Klägerin wurde dadurch selbstre-
dend nicht tangiert, wurde der Klägerin doch nicht untersagt, nach G._ zu
ziehen. Vielmehr wurde von der Klägerin ein Beitrag zur Umsetzung des durch
den Umzug erschwerten Besuchsrechts verlangt. Unabhängig davon wäre es der
Klägerin offengestanden, die im Abänderungsentscheid festgesetzten Übergabe-
modalitäten mit dieser Argumentation anzufechten. Dies hat sie versäumt und sie
kann dies nun nicht in einem weiteren Abänderungsverfahren nachholen. Eine
Abänderung wäre nur dann ins Auge zu fassen, wenn sich die Verhältnisse seit
dem Abänderungsentscheid vom 27. Dezember 2017 geändert hätten. Das von
der Klägerin in diesem Zusammenhang vorbrachte Argument, die Bringpraxis ha-
- 41 -
be sich nicht bewährt, da es immer wieder zu Streitigkeiten zwischen den Partei-
en wegen den Übergaben gekommen sei, zielt dabei ins Leere. Die Klägerin gibt
selbst an, dass die Streitigkeiten vorwiegend die Frage betroffen haben, wann sie
C._ am Freitag beim Beklagten abzuliefern habe (vgl. Urk. 1 S. 41). Diesem
Umstand hat die Vorinstanz Rechnung getragen, indem sie den Übergabezeit-
punkt konkret bestimmt hat. Diskussionsspielraum besteht damit nicht mehr. Auch
der von der Klägerin ins Feld geführte Umstand, dass sich ihre Bringpflicht nicht
mit dem ihr zugemuteten Arbeitspensum von 50% vereinbaren lasse, verfängt
nicht. Zum einen macht die Klägerin nicht einmal geltend, aktuell am Freitag-
nachmittag zu arbeiten. Zum anderen hat sich die Klägerin ihre Arbeitszeit wenn
möglich so einzurichten, dass das geltende Besuchsrecht umgesetzt werden
kann. Dies kann von ihr verlangt werden, zumal sie im Wissen um das geltende
Besuchsrecht die von ihr verlangte Pensumserhöhung auf 50% nicht am Freitag-
nachmittag vollziehen muss. Schliesslich ist auch das Argument, es könne wegen
der unberechenbaren Verkehrssituation zwischen E._ und F._ keine
Eintreffenszeit fixiert werden, zu verwerfen. Die Klägerin kann sich im Vorfeld
über die Stausituation informieren und ihre Abfahrtszeit dementsprechend anpas-
sen. Darüber hinaus wird dem Beklagten umgekehrt auch eine fixe Eintreffenszeit
zugemutet. Ebenfalls abzulehnen ist der Eventualantrag der Klägerin, wonach ei-
ne Holpraxis zu installieren sei (vgl. Urk. 1 S. 45). Zum einen begründet die Klä-
gerin nicht, inwiefern der Beklagte bessere Möglichkeiten haben soll, am Freitag
um 18:00 Uhr in E._ zu erscheinen. Zum anderen ist es - wie der Beklagte
korrekt ausführt (vgl. Urk. 13 S. 8) - aus kinderpsychologischer Sicht empfehlens-
wert, wenn bei der Besuchsausübung jeweils der eine Elternteil das Kind zum an-
dern bringt. Dies trägt dazu bei, dass das Kind erkennen kann, dass beide Eltern
die Besuchsregelung mittragen und beide mitbeteiligt sind und weiterhin (zumin-
dest) entsprechende Kontakte haben (Reinhart Lempp, Gerichtliche Kinder- und
Jugendpsychiatrie: ein Lehrbuch für Ärzte, Psychologen und Juristen, Bern 1983,
S. 145, ebenso Hinweis in FamKomm Scheidung/Büchler, Art. 273 ZGB N 30, auf
Spangenberg, Kind Prax 2004 S. 56 f.). Im Gegensatz dazu wird mit dem Holen
des Kindes gleichsam ein Entreissen des Kindes aus seinem momentanen Le-
- 42 -
bensumfeld bewirkt, was ein ungleich weniger positives Zeichen für das Kind
setzt. Ein Wechsel von der Bring- zur Holpraxis erscheint daher nicht angezeigt.
3.3.6 Abschliessend erweisen sich die Rügen der Klägerin hinsichtlich des von
der Vorinstanz angeordneten Wochenendbesuchsrechts als unbegründet. Es
bleibt damit dabei, dass der Beklagte berechtigt ist, die Betreuungsverantwortung
für C._ jeweils am ersten, dritten und vierten Wochenende im Monat von
Freitag, 16:00 Uhr (falls schulfrei) bzw. 18:00 Uhr (im Falle des Schulbesuchs) bis
Sonntag, 18:00 Uhr, zu übernehmen. Es ist daran festzuhalten, dass die Klägerin
C._ am Freitag zum Beklagten zu bringen und der Beklagte C._ am
Sonntag zur Klägerin zurückzubringen hat.
3.4 Ferienbesuchsrecht
3.4.1 Die Vorinstanz hat die bisher geltende Regelung, wonach dem Beklagten
fünf Wochen Ferien pro Jahr mit C._ zustehen, bestätigt und die Ferienwo-
chen konkret festgelegt. Die Klägerin wurde wiederum verpflichtet, C._ bei
den Ferienbesuchen zum Beklagten zu bringen, während der Beklagte im Gegen-
zug verpflichtet wurde, die Tochter nach Ausübung des Ferienbesuchsrechts wie-
der zur Klägerin zurückzubringen (Urk. 2 S. 61).
3.4.2 Die Klägerin verlangt im Berufungsverfahren zunächst eine Reduktion der
Anzahl Ferienwochen. Sie will dem Beklagten nur vier Wochen Ferien pro Jahr
einräumen. Zur Begründung führt sie an, der Beklagte habe im gesamten Verfah-
ren nicht widersprochen, dass er nicht mehr als vier Wochen Ferien pro Jahr be-
ziehen könne. Die fünfte Ferienwoche könne der Beklagte damit nicht mit
C._ verbringen, sondern er habe eine Fremdbetreuung durch eine Drittper-
son zu arrangieren. Dies könne aber nicht der Sinn des Ferienbesuchsrechts
sein. Dieses solle dazu dienen, dass der nicht obhutsberechtigte Elternteil und
das Kind Zeit miteinander verbringen könnten und so die Beziehung intensiviert
werden könne. Vorliegend könne dies aber nicht umgesetzt werden, womit nicht
Vater-Kind-Zeit geschaffen, sondern Mutter-Kind-Zeit verunmöglicht werde (Urk. 1
S. 50).
- 43 -
Der Beklagte hat im vorinstanzlichen Verfahren mehrfach darauf hingewiesen,
dass er fünf Wochen Ferien pro Jahr beziehen und sich in dieser Zeit um die
Tochter kümmern könne (Urk. 7/50 S. 9; VI-Prot. S. 29 f.). Wie die Klägerin darauf
kommt, dass der Beklagte bloss vier Wochen Ferien hat, ist nicht ersichtlich. Ins-
besondere haben sich die Parteien im Eheschutzverfahren vor dem Bezirksge-
richt Frauenfeld auf ein Ferienbesuchsrecht des Beklagten von fünf Wochen ge-
einigt (vgl. Urk. 7/3/7/2). Es ist davon auszugehen, dass dieser Übereinkunft ein
Ferienanspruch des Beklagten von fünf Wochen pro Jahr zu Grunde lag. Der Be-
klagte ist nach wie vor beim selben Arbeitgeber angestellt, womit auch heute von
einem Ferienanspruch von fünf Wochen ausgegangen werden kann. Unabhängig
davon ist anzumerken, dass eine Reduktion des Ferienbesuchsrechts des Be-
klagten auch dann nicht in Frage kommen würde, wenn er bei seiner Arbeitsstelle
bloss vier Wochen Ferien beziehen könnte. Zwar wäre in diesem Fall in der Tat
mit einer Fremdbetreuung von C._ tagsüber zu rechnen. Die Klägerin wird
aber mit ihrem 50%-Pensum auch auf Fremdbetreuung während der verbleiben-
den acht Schulferienwochen von C._ angewiesen sein. Es leuchtet nicht ein,
weshalb dies auf Seiten des Beklagten eine Verletzung des Kindeswohls bedeu-
ten soll und umgekehrt nicht. Die Ferienwoche beim Beklagten ist auch bei einer
Fremdbetreuung tagsüber wertvoll und zur Intensivierung der Vater-Kind-
Beziehung geeignet, da der Beklagte und C._ trotzdem die Möglichkeit ha-
ben, eine Woche am Stück die Morgen- und Abendstunden miteinander zu ver-
bringen.
3.4.3 Die Klägerin ist ferner mit der Anordnung der Ferienwochen nicht einver-
standen. Die Vorinstanz hat den Beklagten dazu berechtigt, C._ in Jahren
mit ungerader Jahreszahl in der ersten Woche der Sportferien, der letzten Woche
der Frühlingsferien, den letzten beiden Wochen der Sommerferien und der letzten
Woche der Herbstferien zu betreuen. In den Jahren mit gerader Jahreszahl wurde
dem Beklagten das Ferienbetreuungsrecht in der ersten Woche der Frühlingsferi-
en, den zwei ersten Wochen der Sommerferien und den zwei ersten Wochen der
Herbstferien eingeräumt (Urk. 2 S. 38 f.).
- 44 -
Die Klägerin beantragt, mit Blick auf die Sommerferien seien dem Beklagten die
ersten beiden Wochen zuzusprechen. C._ brauche im Anschluss an die Fe-
rien beim Beklagten genügend Zeit, um sich zu erholen und sich wieder auf den
Schulbeginn vorzubereiten. Darüber hinaus habe sich der Beklagte im
vorinstanzlichen Verfahren mit dem entsprechenden Antrag der Klägerin einver-
standen erklärt (Urk. 1 S. 52 f.). Dem Ansinnen der Klägerin ist nicht stattzuge-
ben. Es ist nicht ersichtlich, inwiefern C._ nach den Ferien beim Beklagten
Erholung und Vorbereitungszeit für den Schulbeginn braucht, zumal dies bei
sämtlichen übrigen Ferienwochen des Beklagten nicht von Nöten zu sein scheint.
Entgegen der Klägerin konnten die Parteien im vorinstanzlichen Verfahren keine
Einigung über die konkreten Wochen der Sommerferien finden. Die Vorinstanz
hat beide Anträge der Parteien berücksichtigt und dem Beklagten alternierend
entweder die beiden ersten oder die beiden letzten Wochen der Sommerferien
zugesprochen. Der Entscheid erscheint angemessen.
Mit Blick auf die Herbstferien begehrt die Klägerin, dem Beklagten sei jeweils die
erste Woche der Herbstferien zuzusprechen. Auf diese Weise sei es der Klägerin
möglich, in den Herbstferien eine Reise mit C._ zu unternehmen (Urk. 1
S. 53). Auch dieser Antrag ist nicht begründet. C._ hat drei Wochen Herbst-
ferien (vgl. Urk. 5/49). Mit der vorinstanzlichen Regelung ist die Klägerin berech-
tigt, jedes zweite Jahr zwei Wochen der Herbstferien mit C._ zu verbringen,
was ihr erlaubt, in regelmässigen Abständen im Herbst eine Reise mit C._ zu
unternehmen.
Bezüglich der Frühlingsferien macht die Klägerin geltend, der Beklagte habe kei-
ne Frühlingsferien beantragt, weshalb nicht ersichtlich sei, weshalb die Vorinstanz
ihm solche zugestanden habe (Urk. 1 S. 53). Es stimmt zwar, dass der Beklagte
vor Vorinstanz keine Frühlingsferien beantragt hat (vgl. Urk. 7/54 S. 3). Im Bereich
der geltenden Offizialmaxime ist das Gericht indes nicht an die Anträge der Par-
teien gebunden (Art. 58 Abs. 2 ZPO i.V.m. Art. 296 Abs. 3 ZPO). Es erscheint na-
heliegend, dass die verbleibende fünfte Ferienwoche des Beklagten in den Früh-
lingsferien bezogen wird, nachdem die Sport-, Sommer- und Herbstferien bereits
geregelt wurden.
- 45 -
3.4.4 Schliesslich beanstandet die Klägerin zusammengefasst, dass das fest-
gesetzte Ferienbesuchsrecht in Kombination mit dem geltenden Wochenendbe-
suchsrecht dazu führe, dass sie C._ in den Ferien äusserst selten mehr als
vier Tage am Stück betreuen könne. Oftmals führe es sogar dazu, dass C._
während eines ganzen Monats gar kein Wochenende bei ihr verbringen könne.
Dies sei stossend, werde es ihr doch damit verunmöglicht, längere Ferien mit
C._ zu machen. Entweder sei dazu das Ferienbesuchsrecht auf vier Wochen
pro Jahr zu reduzieren oder eventualiter festzuhalten, dass die Wochenendrege-
lung während der Schulferien der Tochter keine Geltung habe und in dieser Zeit
nur die Ferienregelung bestehe. Auf diese Weise könne C._ während ihrer
Ferien in etwa gleich viel Zeit ohne Wochenendunterbrüche bei beiden Parteien
verbringen (Urk. 1 S. 45 f., 50 ff.).
Der Klägerin ist zuzustimmen, dass das von der Vorinstanz angeordnete Ferien-
besuchsrecht des Beklagten in Kombination mit dem Wochenendbesuchsrecht
dazu führt, dass die Klägerin praktisch nie mehr als eine Woche Ferien am Stück
mit C._ verbringen kann. Dies rührt daher, dass die Ferienzeit, welche
C._ nicht mit dem Beklagten verbringt, immer wieder vom Wochenendbe-
suchsrecht des Beklagten unterbrochen wird (vgl. Urk. 5/50). Dies geht nicht an.
Beide Parteien sollen das Recht haben, ein bis zwei Wochen Ferien am Stück mit
C._ zu verbringen. Hierfür ist es erforderlich, dass die Ferienzeit, welche
C._ nicht beim Beklagten verbringt, nicht durch Wochenendbesuche bei ihm
beschnitten wird. Vor diesem Hintergrund ist der Eventualantrag der Klägerin gut-
zuheissen, wonach das Ferienbesuchsrecht gegenüber dem Wochenendbe-
suchsrecht (nicht aber dem Feiertagsbesuchsrecht) Vorrang hat. Mit anderen
Worten ist die Klägerin berechtigt zu erklären, die Betreuung von C._ in den-
jenigen Ferienwochen, in welchen dem Beklagten kein Ferienbetreuungsrecht zu-
kommt, zu übernehmen, ohne dass dem Beklagten ein Wochenendbesuchsrecht
zusteht. Eine Ausnahme ist nur bezüglich dem Feiertagsbesuchsrecht zu ma-
chen.
- 46 -
3.5 Feiertagsbesuchsrecht
3.5.1 Die Klägerin kritisiert das von der Vorinstanz für Pfingsten festgesetzte
Besuchsrecht des Beklagten. Sie macht geltend, es leuchte nicht ein, weshalb
über Ostern und Auffahrt jeweils eine Übergabezeit von 18:00 Uhr festgesetzt
worden sei und bei Pfingsten plötzlich eine solche von 16:00 Uhr, wenn C._
schulfrei hat, verfügt worden sei. Eine Begründung liefere die Vorinstanz nicht
(Urk. 1 S. 49).
Es ist zutreffend, dass die Vorinstanz die verfügte Übergabezeit an Pfingsten
nicht begründet hat. Der Hintergrund dieser Regelung liegt aber auf der Hand. Die
Übergabe vor Pfingsten findet an einem Freitag statt, womit es Sinn macht, die
bereits beim Wochenendbesuchsrecht geltenden Übergabezeiten anzuwenden,
welche C._ und die Parteien gewohnt sind und in ihren gelebten Alltag pas-
sen. Die Übergabe vor Ostern und Auffahrt betreffen hingegen die Wochentage
Mittwoch und Donnerstag, bei welchen keine Übung besteht, sodass aufgrund
des Schul- und des Arbeitsalltages sämtlicher Beteiligter vorsichtshalber eine
Übergabezeit von 18:00 Uhr angemessen ist.
3.5.2 Ferner wehrt sich die Klägerin auch mit Blick auf das Feiertagsbesuchs-
recht gegen die festgesetzten Übergabemodalitäten. Dass die von der Vorinstanz
bestätigte Bringpraxis schlicht haltlos sei, zeige sich zum Beispiel dann, wenn der
24. Dezember ein Arbeitstag der Klägerin sei und sie verpflichtet werde, ihre
Tochter um 12:00 Uhr in F._ abzuliefern (Urk. 1 S. 49).
Generell kann zur Frage der Übergabemodalitäten auf die unter Ziff. C.3.3.5 ge-
machten Ausführungen verwiesen werden. Das von der Klägerin ins Feld geführte
Beispiel mit dem 24. Dezember ändert daran nichts. Diese Regelung betrifft die
Klägerin nur alle zwei Jahre, womit von ihr verlangt werden kann, sich zu organi-
sieren.
3.6 Zusammenfassung
Abschliessend kann festgehalten werden, dass einzig der Eventualantrag der
Klägerin betreffend Ferienregelung gutzuheissen und festzuhalten ist, dass wäh-
- 47 -
rend der Schulferien von C._ das Wochenendbesuchsrecht des Beklagten
(im Gegensatz zum Feiertagsbesuchsrecht) keine Geltung hat. Im Übrigen erwei-
sen sich die Rügen der Parteien als unbegründet, weshalb die Berufungen in die-
sem Umfang abzuweisen sind.
D. Unterhalt
1. Ausgangslage
1.1 Im Abänderungsentscheid vom 27. Dezember 2017 wurde die Unterhaltsre-
gelung gemäss Eheschutzurteil vom 16. September 2016 bestätigt, wonach der
Beklagte monatlich einen Kinderunterhaltsbeitrag von Fr. 1'200.– sowie einen
Ehegattenunterhaltsbeitrag von Fr. 2'500.– zu leisten habe (Urk. 7/3/66, Disposi-
tiv-Ziffer 5). Der Beklagte verlangt im vorliegenden Verfahren (erneut) die Aufhe-
bung seiner Verpflichtung zur Bezahlung von Ehegattenunterhaltsbeiträgen. Er
begründet dieses Begehren damit, dass er sein Arbeitspensum von 100% auf
80% habe reduzieren müssen, um die gemeinsame Tochter weiterhin im verein-
barten Umfang betreuen zu können. Sein monatliches Netto-Einkommen sei des-
halb von Fr. 7'795.– auf Fr. 5'783.15 gesunken. Weiter hätten sich die Bedarfspo-
sitionen der Klägerin wegen des Zusammenzugs mit ihrem Partner reduziert.
Schliesslich sei der Klägerin unter Hinweis auf das Schulstufenmodell neu ein hy-
pothetisches Einkommen von Fr. 4'000.– für eine 50%-Tätigkeit anzurechnen (vgl.
Urk. 7/25 S. 4 ff.; Urk. 7/66 S. 2 ff. ).
1.2 Die Vorinstanz hat dieses Begehren teilweise gutgeheissen und die Unter-
haltspflicht des Beklagten - auch mit Blick auf das neue Unterhaltsrecht - ab
1. Januar 2020 neu berechnet. Im Ergebnis hat sie ab 1. Januar 2020 einen Kin-
derunterhaltsbeitrag von Fr. 2'057.– festgesetzt, wobei Fr. 602.– auf den Betreu-
ungsunterhalt entfallen. Den Ehegattenunterhaltsbeitrag hat sie auf Fr. 778.–
festgesetzt (Urk. 2, Dispositiv-Ziffer 1). Ausgegangen ist sie dabei unverändert
von einem Einkommen des Beklagten von Fr. 7'795.– für ein 100%-Pensum. Auf
Seiten der Klägerin legte sie der Unterhaltsberechnung ab 1. Januar 2020 ein hy-
pothetischen Einkommen für ein 50%-Pensum von Fr. 3'000.– pro Monat zu
Grunde. Bedarfsseitig ging die Vorinstanz von einem Bedarf der Parteien von
- 48 -
Fr. 3'602.– (Klägerin) bzw. Fr. 3'791.– (Beklagter) bzw. Fr. 1'006.– (C._) aus
(Urk. 2, Dispositiv-Ziffer 2).
1.3 Beide Parteien verlangen im Berufungsverfahren die Aufhebung des
vorinstanzlichen Unterhaltsentscheides. Umstritten sind sämtliche Parameter der
Unterhaltsberechnung.
2. Einkommen Beklagter
2.1 Die Vorinstanz hat zum Einkommen des Beklagten ausgeführt, die von ihm
geltend gemachte Pensumsreduktion auf 80% sei bereits im Abänderungsverfah-
ren vom Dezember 2017 beurteilt worden. Damals sei eine Abänderung mit dem
Hinweis abgewiesen worden, dass der Beklagte weder glaubhaft gemacht habe,
dass er die Reduktion seines Arbeitspensums nicht eigenmächtig verursacht ha-
be, noch dass er ausreichende Bemühungen getätigt habe, um wieder einen sei-
nem ursprünglichen Arbeitspensum entsprechenden Lohn zu erzielen. Diese Aus-
führungen - so die Vorinstanz - würden nach wie vor zutreffen. Der Beklagte habe
im Rahmen seiner Befragung selber ausgeführt, es habe sich seit dem letzten
Abänderungsverfahren nichts geändert. Es sei weder ein Stellenwechsel geplant
und er habe auch keine Bemühungen für einen anderen Job oder einen Nebenjob
unternommen. Dem Beklagten sei daher unverändert ein monatliches Nettoein-
kommen von Fr. 7'795.– pro Monat für ein 100%-Pensum anzurechnen (Urk. 2
S. 50 f.).
2.2 Der Beklagte beharrt im Berufungsverfahren auf seinem Standpunkt, es sei
bei ihm von einem 80%-Pensum auszugehen. Er habe sein Pensum reduziert, um
die gemeinsame Tochter zu betreuen. Sein Arbeitgeber habe bestätigt, dass eine
Steigerung des Pensums nicht mehr möglich sei (Urk. 10/1 S. 12).
2.3 Wie die Vorinstanz zutreffend ausgeführt hat, wurde die Frage der vom Be-
klagten vorgenommenen Pensumsreduktion bereits im Abänderungsverfahren
vom Dezember 2017 behandelt (Urk. 7/3/66, S. 26 f.). Hierauf kann nicht in einem
neuen Abänderungsverfahren zurückgekommen werden. Sofern der Beklagte vor
Vorinstanz und auch im Berufungsverfahren auf die Bestätigung seines Arbeitge-
- 49 -
bers hinweist, wonach er sein Pensum nicht wieder steigern könne, ist zu bemer-
ken, dass die Vorinstanz zu Recht ausgeführt hat, der Beklagte habe auch keine
Suchbemühungen für eine neue Stelle oder einen Nebenjob aufgezeigt. Mit die-
sen Erwägungen setzt sich der Beklagte nicht auseinander. Nicht zielführend ist
sodann das Vorbringen des Beklagten, wonach der Klägerin ein 70%-Pensum
anzurechnen sei, wenn ihm zugemutet werde, C._ trotz 100%-Pensum den
ganzen Freitag zu betreuen. Zum einen betreut der Beklagte C._ nicht den
ganzen Freitag, sondern erst ab Kindergartenschluss und dies wurde so gehand-
habt, weil der Beklagte ausdrücklich angegeben hat, sich seine Arbeitszeit flexibel
einrichten zu können. Rückschlüsse auf das mögliche Pensum der Klägerin kön-
nen daraus nicht gezogen werden.
2.4 Abschliessend erweisen sich die Rügen des Beklagten als unbegründet und
es ist in Übereinstimmung mit der Vorinstanz von einem monatlichen Nettolohn
des Beklagten von Fr. 7'795.– für ein 100%-Pensum auszugehen.
3. Einkommen Klägerin
3.1 Die Vorinstanz hat der Klägerin ab 1. Januar 2020 ein Einkommen von
Fr. 3'000.– angerechnet. Zur Begründung hat sie angeführt, gemäss neuster bun-
desgerichtlicher Rechtsprechung sei mit der obligatorischen Beschulung des
jüngsten Kindes eine Erwerbsarbeit von 50% zumutbar. Das derzeit von der Klä-
gerin erzielte Erwerbseinkommen für ein 40%-Pensum von Fr. 1'842.10 entspre-
che nicht dem, was sie mit Blick auf ihre akademische Ausbildung sowie ihre Eng-
lischkenntnisse zu erzielen in der Lage wäre. Angemessen erscheine ein Er-
werbseinkommen von Fr. 3'000.– für ein 50%-Pensum, welches die Klägerin nach
Ablauf einer Übergangsfrist bis Ende 2019 zu erzielen habe (Urk. 2 S. 50, 51).
3.2 Beide Parteien bestreiten im Berufungsverfahren die Höhe des angerechne-
ten Einkommens.
Die Klägerin hält dafür, ihr sei lediglich ein hypothetisches Einkommen von
Fr. 2'500.– pro Monat anzurechnen. Dies entspreche ihrem letzten Verdienst als
Jugendarbeiterin bei der katholischen Kirche E._, "wenn auf ein 50%-
- 50 -
Pensum hochgerechnet würde". Es sei nicht haltbar, von der Klägerin während
laufendem Scheidungsverfahren nicht nur eine Erhöhung ihres Pensums, sondern
auch noch einen Sprung im Lohnniveau zu erwarten. Die Vorinstanz verkenne,
dass die Klägerin mit der Betreuung ihrer Tochter nicht völlig frei sei und nicht ir-
gendwo in der Schweiz eine 50%-Stelle im Museumsbereich antreten könne (Urk.
1 S. 20 f.). Der Beklagte wiederum hält an einem hypothetischen Einkommen der
Klägerin für eine 50%-Anstellung im Betrag von Fr. 4'000.– pro Monat fest. Dies
entspreche dem Einkommen, welches die Klägerin laut Lohnstatistik des Bundes
erzielen könne (Urk. 10/1 S. 12).
Bei der Berechnung der Leistungsfähigkeit ist in erster Linie vom effektiven Netto-
einkommen auszugehen, soweit dieses auch dem entspricht, was in guten Treuen
beziehungsweise bei gutem Willen als Einkommen erzielt werden kann, andern-
falls ist ein hypothetisches Einkommen hinzuzurechnen. Voraussetzung für die
Anrechnung eines hypothetischen Einkommens ist, dass eine entsprechende Ein-
kommenssteigerung möglich und zumutbar ist (BGE 117 II 17). In diesem Zu-
sammenhang ist Rechtsfrage, welche Tätigkeit aufzunehmen zumutbar ist; Tat-
frage bildet hingegen, ob die als zumutbar erkannte Tätigkeit möglich und das an-
genommene Einkommen effektiv erzielbar ist (BGE 137 III 118 Erw. 2.3 S. 212
mit Hinweisen).
Im vorliegenden Fall ist in rechtlicher Hinsicht festzuhalten, dass die Klägerin ge-
mäss ihrem Profil auf LinkedIN (vgl. Urk. 15/19) im Jahr yy an der Universität Zü-
rich ein Studium der ... (...) mit einem Master abgeschlossen hat, nachdem sie an
den Universitäten St. Ambrose (Iowa) und Wien einen Bachelorabschluss in ...
und ... sowie in ... (...) erworben hat. Weiter verfügt sie über einen CAS der HTW
Chur in Museumsarbeit. Während und nach dem Studium absolvierte sie diverse
Praktika im Museumsbereich und arbeitete bei O._ in Zürich, der P._ in
St. Gallen, dem Q._ der Stadt Winterthur sowie im R._ .... Zuletzt war
sie im S._ Museum als wissenschaftliche Mitarbeiterin, Tourguide und Pro-
jektleiterin tätig, wo sie schliesslich auch ein Mandat als Stiftungsrätin angenom-
men hat (VI-Prot. S. 23). Mit Blick auf diesen Lebenslauf ist es der Klägerin zu-
mutbar, im entsprechenden Bereich (Museum) beruflich Fuss zu fassen. Ihr En-
- 51 -
gagement im Rahmen von Praktika und ehrenamtlicher Arbeit in diesem Bereich
wie auch der Umstand, dass sie zusätzlich einen CAS in Museumspraxis (Urk.
7/3/7/9 S. 3) absolviert hat, zeigen, dass auch die Klägerin selber den Berufsein-
stieg in der Museumsbranche ins Auge gefasst hat.
In tatsächlicher Hinsicht ist davon auszugehen, dass die heute 36-jährige Klägerin
mit Blick auf ihre gute Gesundheit und die Betreuungsaufgaben hinsichtlich der
Tochter C._ eine Teilzeitanstellung versehen kann. Gemäss neuster bun-
desgerichtlicher Rechtsprechung ist mit der obligatorischen Beschulung des
jüngsten Kindes eine Erwerbsarbeit von 50%, ab dessen Eintritt in die Sekundar-
stufe eine solche von 80% und ab dessen Vollendung des 16. Lebensjahres ein
Vollzeiterwerb zumutbar (BGE 144 III 481, E. 4.7.6). Mit Blick auf das Alter von
C._, welche sechs Jahre alt ist und die erste Primarschulklasse besucht, ist
der Klägerin eine Erwerbstätigkeit von 50% zuzumuten. Die Klägerin konnte nicht
plausibel darlegen, weshalb in ihrem Fall von dieser bundesgerichtlichen Recht-
sprechung abgewichen werden sollte. Die Begründung, C._ müsse sich be-
reits mit den Veränderungen wegen des Schuleintrittes arrangieren, weshalb eine
Ausdehnung der Erwerbstätigkeit nicht möglich sei (vgl. Urk. 1 S. 18), verfängt
nicht. Weshalb bei C._ die Einschulung zu mehr Veränderungen geführt ha-
ben sollte als bei allen anderen Kindern, bei welchen das Schulstufenmodell eine
50%-Tätigkeit des betreuenden Elternteils für zumutbar erachtet, ist nicht ersicht-
lich. Die von der Klägerin als Beweismittel offerierten Einschätzungen der Fach-
personen besagen nichts über Anpassungsschwierigkeiten von C._ im Zu-
sammenhang mit der Einschulung in den Kindergarten, sondern zeigen - wie be-
reits mehrfach erwähnt -, dass C._ durch den Konflikt auf der Elternebene
aufgrund eines drohenden Loyalitätskonflikts gefährdet werden könnte. Die Vor-
instanz ist damit zu Recht von einem zumutbaren Pensum von 50% ausgegan-
gen.
Gemäss Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik ist bei einer 36-
jährigen Schweizerin bei einer Beschäftigung als Museumsangestellte im Raum
Zürich im Falle eines Universitätsstudiums und einem Wochenpensum von 20
Stunden ohne Kaderfunktion und ohne nennenswerte Berufserfahrung mit einem
- 52 -
durchschnittlichen Bruttolohn (Zentralwert) von Fr. 3'567.– (inkl. 13. Monatslohn)
zu rechnen (Lohnstrukturerhebung, www.gate.bfs.admin.ch/salarium; Profil: Regi-
on Zürich, Branche 91, Berufsgruppe 26, Stufe 5, Wochenstunden 20, Ausbildung
Universitäre Hochschule, Alter 36, Dienstjahre 0, 20 - 49 Beschäftigte, 13. Mo-
natslohn, keine Sonderzahlungen, Monatslohn). Bei einer Anstellung in der Zent-
ralschweiz ist ein leicht tieferer Bruttolohn von Fr. 3'449.– zu erwarten. Nach Ab-
zug der üblichen Sozialabgaben einschliesslich der Beiträge an die obligatorische
Unfallversicherung und die Pensionskasse im Umfang von ca. 14% resultiert ein
durchschnittliches Nettoeinkommen von rund Fr. 3'000.–. Angesichts dieser Aus-
führungen ist der Vorinstanz zuzustimmen, dass die Klägerin mit ihrer letzten An-
stellung als Jugendarbeiterin mit einem Verdienst von Fr. 1'842.10 für ein 40%-
Pensum und erst recht mit ihrer derzeitigen Anstellung als Empfangsmitarbeiterin
mit einem durchschnittlichen Verdienst von Fr. 360.– pro Monat ihre Leistungsfä-
higkeit nicht optimal ausschöpft. Dies ist aber von ihr zu erwarten. Dass keine
Möglichkeit besteht, eine Anstellung in einem Museum zu finden, da die Stellen
rar seien (vgl. Urk. 1 S. 18), ist dabei nicht dargetan. Zwar liegen mittlerweile Un-
terlagen zu den Stellensuchbemühungen der Klägerin im Recht (Urk. 5/52-56;
Urk. 18/67-69). Dokumentiert sind acht Absagen, welche die Klägerin vom 1. Juli
bis 8. Oktober 2019 erhalten hat. Die Bewerbungsschreiben und - soweit vorhan-
den - die Stellenausschreibungen liegen nicht vor. Es kann damit nicht überprüft
werden, inwiefern die Suchbemühungen der Klägerin geeignet waren. Aus den
acht Absagen kann mithin nicht geschlossen werden, dass es der Klägerin nicht
möglich sei, eine 50%-Anstellung in einem Museum zu finden. Ihr ist damit ein
hypothetisches Einkommen von Fr. 3'000.– netto pro Monat als Museumsange-
stellte anzurechnen.
3.3 Beide Parteien kritisieren im Berufungsverfahren die der Klägerin von der
Vorinstanz gewährte Übergangsfrist von sechs Monaten.
Der Beklagte stellt sich auf den Standpunkt, die Scheidung sei im März 2018 an-
hängig gemacht worden. Die Klägerin habe seit diesem Zeitpunkt gewusst, dass
die Ehe definitiv gescheitert sei. Seit September 2018 wisse die anwaltlich vertre-
tene Klägerin um das vom Bundesgericht eingeführte Schulstufenmodell. Sie ha-
- 53 -
be entsprechend über ein Jahr Zeit gehabt, um sich an die neuen Verhältnisse
anzupassen. Eine Übergangsfrist bis Ende 2019 sei unter diesen Umständen
sachlich nicht gerechtfertigt (Urk. 10/1 S. 11; Urk 13 S. 3). Die Klägerin macht
hingegen geltend, die Übergangsfrist sei unangemessen kurz und beachte das
Kindeswohl nicht. C._ sei in der Vergangenheit zu einem Grossteil durch sie
betreut worden, weshalb die Übergangsfrist grosszügig zu bemessen sei. Es wer-
de nicht berücksichtigt, dass die Klägerin ohne Verpflichtung schon früher wieder
gearbeitet habe und ihr Pensum erst gerade Anfang 2019 von 20% auf 40% er-
höht habe. Bereits dies sei für C._ zu viel gewesen (Urk. 1 S. 19; Urk. 16 S.
17 f.).
Bei der Frage nach dem Zeitpunkt, ab wann der Klägerin ein hypothetisches Ein-
kommen angerechnet werden kann, gilt es zu berücksichtigen, dass dem Ver-
pflichteten eine angemessene Übergangsfrist einzuräumen ist, um die rechtlichen
Vorgaben in die Wirklichkeit umzusetzen (BGE 129 III 417 E. 2.2 m.H.; BGer
5P.388/2003 vom 7. Januar 2004, E. 1.1). Dabei muss die Übergangsfrist ihrem
Zweck und den Umständen angemessen sein (vgl. BGer 5C.138/2006 vom 18.
Juli 2006, E. 3 mit Hinweisen insbes. auf BGE 129 III 417 E. 2.2). In der Regel be-
trägt die Übergangsfrist drei bis sechs Monate. Sie beginnt frühestens mit der
erstmaligen richterlichen Eröffnung der Umstellungsfrist zu laufen.
Dem Beklagten ist damit zu widersprechen, wenn er die Anrechnung eines hypo-
thetischen Einkommens ohne Übergangsfrist verlangt. Die Klägerin muss genü-
gend Zeit haben, um die rechtlichen Vorgaben umzusetzen. Die Verpflichtung zur
Ausdehnung ihres Arbeitspensums wurde der Klägerin erstmals mit dem ange-
fochtenen Entscheid verbindlich mitgeteilt. Die von der Vorinstanz eingeräumte
Frist von sechs Monaten bewegt sich mit Blick auf die gemachten Ausführungen
im Rahmen des Üblichen. Die Klägerin hat nicht dargetan, weshalb im konkreten
Fall von einer längeren Übergangsfrist auszugehen wäre. Dass C._ unter der
Pensumsausdehnung von 20% auf 40% gelitten hätte, ist nicht belegt. Auch ist
nicht ersichtlich, was die Klägerin aus dem Umstand, dass sie früher als nötig
wieder ins Erwerbsleben eingestiegen ist, zu ihren Gunsten ableiten will. Fakt ist,
dass sie bereits seit geraumer Zeit wieder einer Erwerbstätigkeit nachgeht, wes-
- 54 -
halb die Umstellung für sie wie auch für C._ weniger einschneidend sein wird
wie bei einem Wiedereinstieg. Indem die Vorinstanz die Übergangsfrist mit sechs
Monaten bemessen hat, hat sie dem Umstand, dass eine Pensumsausdehnung
der Hauptbezugsperson von C._ zu beurteilen war, ausreichend Rechnung
getragen. In Würdigung der gesamten Umstände erscheint eine Übergangsfrist
bis 31. Dezember 2019 angemessen. Insbesondere der Umstand, dass die Klä-
gerin bezüglich der Arbeitszeiten wenig flexibel ist - die Arbeitszeiten sollten zur
Schulzeit der Tochter C._ passen - rechtfertigt diese Übergangsfrist in zeitli-
cher Hinsicht.
3.4 Zusammenfassend ist auf Seiten der Klägerin derzeit von ihrem effektiven
Einkommen als Jugendarbeiterin von Fr. 1'842.10 bzw. ab 1. September 2019
von Fr. 360.– als Empfangsmitarbeiterin auszugehen. Ab 1. Januar 2020 ist der
Klägerin ein Einkommen von Fr. 3'000.– als Museumsangestellte in einem 50%-
Pensum anzurechnen.
4. Bedarf der Klägerin
4.1 Die Vorinstanz ging auf Seiten der Klägerin von einem Bedarf von
Fr. 3'602.– aus (Urk. 2 S. 52). Beide Parteien kritisieren diesen Betrag. Auf ihre
Vorbringen zu den einzelnen Bedarfspositionen ist in der Folge einzugehen.
- 55 -
4.2 Grundbetrag
Die Vorinstanz hat im Bedarf der Klägerin den Grundbetrag für einen alleinerzie-
henden Schuldner in Hausgemeinschaft von Fr. 1'250.– eingesetzt. Zur Begrün-
dung führte sie an, die Klägerin wohne erst seit April 2019 mit ihrem neuen Le-
benspartner zusammen. Dieses kurze Zusammenleben rechtfertige noch keine
Reduktion des Grundbetrages auf den hälftigen Ehegattengrundbetrag (Urk. 2
S. 53).
Der Beklagte hält im Berufungsverfahren an seinem Standpunkt fest, wonach bei
der Klägerin lediglich der hälftige Ehegattengrundbetrag zu berücksichtigen sei.
Der Umstand, dass die Klägerin erst seit April 2019 mit ihrem Partner zusammen-
lebe, sei nicht von Belang. Fakt sei, dass sie wegen der Wohngemeinschaft Ein-
sparungen habe. Es sei nicht davon auszugehen, dass die Klägerin und ihr Le-
benspartner sich im Verlauf des Massnahmeverfahrens trennen würden
(Urk. 10/1 S. 13).
Die Klägerin erachtet die vom Beklagten beantragte Reduktion des Grundbetra-
ges als haltlos und falsch. Die Einsparungen durch die Lebensgemeinschaft wür-
den sich bei den weiteren Bedarfspositionen gemäss der mit ihrem neuen Partner
getroffenen Regelung ergeben (Urk. 16 S. 20).
Die Rechtsprechung unterscheidet zwischen der einfachen Wohn- und Lebens-
gemeinschaft und dem sog. qualifizierten oder gefestigten Konkubinat. Erfolgt
keine finanzielle Unterstützung oder sind entsprechende Leistungen des neuen
Partners nicht nachweisbar, kann immerhin eine sog. (einfache) Wohn- und Le-
bensgemeinschaft ("communauté de toit et de table"; "comunione di tetto e di
tavola") vorliegen, die Einsparungen in den Lebenshaltungskosten mit sich bringt.
Entscheidend ist dabei entgegen der Vorinstanz nicht die Dauer der Partner-
schaft, sondern der wirtschaftliche Vorteil, der daraus gezogen wird. In Anlehnung
an die betreibungsrechtlichen Richtlinien tragen die Partner die gemeinschaftli-
chen Kosten (Grundbetrag, Miete usw.) anteilsmässig, selbst wenn die tatsächli-
che Beteiligung geringer sein sollte. Diese Kostenersparnis ist im Bedarf des un-
terhaltsberechtigten wie im Übrigen auch des unterhaltspflichtigen Ehegatten zu
- 56 -
berücksichtigen (BGE 138 III 97 E. 2.3.2.; BGer 5P.90/2002 vom 1. Juli 2002, E.
2b, zusammengefasst in: FamPra.ch 2002 S. 813; seither: BGer 5D_94/2009 vom
16. September 2009, E. 2.2; BGer 5A_453/2009 vom 9. November 2009, E. 4.2.3,
in: FamPra.ch 2010 S. 160, und BGer 5A_433/2013 vom 10. Dezember 2013,
E. 3). Im Lichte dieser Rechtsprechung ist bei der Klägerin - auch wenn sie erst
seit wenigen Monaten mit ihrem neuen Lebenspartner zusammenwohnt - von ei-
ner einfachen Wohn- und Lebensgemeinschaft auszugehen, weshalb in ihrem
Bedarf der halbe Ehegattengrundbetrag von Fr. 850.– einzusetzen ist. Weshalb
die Einsparungen bloss bei den durch Vereinbarung geregelten Positionen anfal-
len sollte, hat die Klägerin nicht dargetan. Darüber hinaus ist eine solche Verein-
barung - wie oben ausgeführt - nicht von Belang, da nach bundesgerichtlicher
Rechtsprechung unabhängig von der effektiven Beteiligung von einer anteilsmäs-
sigen Tragung der Kosten auszugehen ist.
4.3 Wohnkosten
Die Vorinstanz hat im Bedarf der Klägerin Wohnkosten von Fr. 1'000.– berück-
sichtigt. Zusammen mit dem Wohnkostenanteil von C._ von Fr. 380.– ent-
spricht dies dem hälftigen Mietzins für die 6.5-Zimmer-Maisonette-Wohnung, wel-
che die Klägerin zusammen mit ihrem Partner bewohnt. Eine Berücksichtigung
von zwei Drittel der Mietkosten, wie von der Klägerin geltend gemacht, lehnte die
Vorinstanz ab. Ein Mietzinsanteil für die Klägerin und C._ von Fr. 1'960.– sei
den finanziellen Verhältnissen der Parteien nicht angemessen. Hinzu komme,
dass C._ zwar ihr eigenes Zimmer habe, aber der Partner der Klägerin auf-
grund der Tatsache, dass er im Rollstuhl sitze, mehr Platz benötige. Aus diesem
Grund erscheine eine hälftige Aufteilung des Mietzinses als angebracht (Urk. 2 S.
53).
Die Klägerin macht geltend, es sei mindestens ein Wohnkostenanteil von
Fr. 1'690.– zu berücksichtigen. Dies entspreche dem Mietzins, welchen die Kläge-
rin für ihre Vorgängerwohnung in E._ bezahlt habe. Die Mietverträge seien
ins Recht gereicht worden und die interne Kostenaufteilung mit ihrem Partner sei
auch belegt worden (Urk. 1 S. 22; Urk. 16 S. 20). Der Beklagte auf der anderen
Seite verlangt die Berücksichtigung eines Betrages für Wohnkosten von
- 57 -
Fr. 1'000.– für die Klägerin und C._ zusammen. Dies entspreche den Kosten,
welche die Klägerin für ihre Wohnung auf dem G._ aufgewendet habe. Es
stehe der Klägerin nicht frei, Wohnkosten nach Belieben zu generieren (Urk. 10/1
S. 13).
Die Kosten für die von der Klägerin derzeit bewohnte Wohnung sind mit
Fr. 2'760.– ausgewiesen (Urk. 7/69/76). Die Vorinstanz hat hiervon zu Recht die
Hälfte im Bedarf der Klägerin und von C._ angerechnet. Ein Betrag von
Fr. 1'380.– für beide zusammen erscheint mit Blick auf die finanziellen Verhältnis-
se der Parteien sowie die Mietkosten des Beklagten von Fr. 1'174.– für eine Per-
son alleine angemessen. Eine überhälftige Beteiligung der Klägerin und von
C._ an den Wohnkosten ist demgegenüber abzulehnen. Es steht nicht im
Belieben der Parteien, ihren Bedarf durch interne Vereinbarungen ohne Not zu
erhöhen. Wie die Vorinstanz zutreffend (und im Berufungsverfahren unkommen-
tiert) ausgeführt hat, besteht kein Anlass zu einer überhälftigen Kostenbeteiligung,
wenn der Lebenspartner der Klägerin nach ihrer eigenen Darstellung (vgl. VI-Prot.
S. 38) mehr Platz benötigt. Dass die Klägerin für ihre alte Wohnung in E._
Fr. 1'690.– bezahlt hat, ist sodann nicht von Belang. Auszugehen ist von den tat-
sächlichen Verhältnissen.
4.4 Krankenkasse
Die Vorinstanz hat im Bedarf der Klägerin lediglich die ausgewiesenen Kosten der
Grundversicherung von Fr. 384.– angerechnet (Urk. 2 S. 54).
Die Klägerin macht geltend, aus der Unterhaltsberechnung resultiere ein Über-
schuss, weshalb es sich rechtfertige, die Kosten für die Zusatzversicherung zu
berücksichtigen. Es seien daher Kosten für die Krankenkasse von gesamthaft
Fr. 516.40 anzurechnen (Urk. 1 S. 22).
Der Beklagte bringt in diesem Zusammenhang vor, die Klägerin habe ausgeführt,
C._ habe Anspruch auf eine individuelle Prämienverbilligung. Daraus müsse
geschlossen werden, dass auch der Klägerin eine Verbilligung zustehe, weshalb
ihre Krankenkassenprämien um Fr. 200.– zu reduzieren seien (Urk. 13 S. 5).
- 58 -
Ausgewiesen sind Kosten für die Grundversicherung von Fr. 384.– sowie die Zu-
satzversicherung von Fr. 132.– (Urk. 5/18). Angesichts der finanziellen Verhält-
nisse der Parteien rechtfertigt es sich, diese im Bedarf der Parteien zu berück-
sichtigen. Gesamthaft belaufen sich die Kosten der Klägerin für die Krankenkasse
damit auf Fr. 516.–. Dass der Klägerin eine Prämienverbilligung zusteht, ist nicht
anzunehmen. Bei der Frage nach der Anspruchsberechtigung für eine Prämien-
verbilligung kommt es auf das nach kantonalem Steuerrecht ermittelte Reinein-
kommen an (vgl. Art. 12 der Verordnung zum Einführungsgesetz zur Bundesge-
setzgebung über die Krankenversicherung vom 12. Dezember 1995). Die Ober-
grenze des Reineinkommens zur Verbilligung der Referenzprämien beträgt ge-
mäss Art. 6 Abs. 1 des Regierungsbeschlusses über die Prämienverbilligung
2019 für Personen im Kanton St. Gallen vom 11. Dezember 2018 für Alleinste-
hende mit einem Kind Fr. 45'000.–. Die Klägerin deklarierte im Jahr 2018 ein
Reineinkommen von Fr. 48'967.– (Urk. 5/28), womit sie über der massgebenden
Grenze liegt. Ausgehend von einem Einkommen von Fr. 3'000.– pro Monat und
Unterhaltsbeiträgen für sich und C._ von monatlich Fr. 2'940.– (vgl. Erw. D. 7
nachstehend) resultiert unter Berücksichtigung von geschätzten Abzügen von Fr.
10'000.– auch in Zukunft ein Reineinkommen von mehr als Fr. 45'000.–. Ein Ab-
zug - wie ihn der Beklagte verlangt - ist nicht vorzunehmen.
4.5 Gesundheitskosten
Die Vorinstanz hat Gesundheitskosten von Fr. 80.– berücksichtigt. Sie verweist
zur Begründung auf die von der Klägerin eingereichte Steuerbescheinigung des
Jahres 2018 sowie die Versicherungspolice für das Jahr 2019 (Urk. 2 S. 54).
Die Klägerin rügt, die von ihr geltend gemachten Gesundheitskosten von
Fr. 100.– seien belegt worden. Weshalb nicht von diesem Betrag ausgegangen
worden sei, begründe die Vorinstanz nicht (Urk. 1 S. 22).
Der Klägerin ist zuzustimmen, dass aus der Steuerbescheinigung des Jahres
2018 ungedeckte Gesundheitskosten inkl. Kosten für die Franchise und den
Selbstbehalt von Fr. 100.– hervorgehen (vgl. Urk. 7/10/15). Dieser Betrag ist ent-
sprechend zu berücksichtigen.
- 59 -
4.6 Serafe-Beiträge
Die Vorinstanz hat im klägerischen Bedarf unter Verweis auf das Zusammenleben
mit ihrem Lebenspartner Fr. 19.– für die Fernsehgebühren angerechnet (Urk. 2
S. 54).
Die Klägerin moniert, der Beitrag der Klägerin mit C._ betrage Fr. 21.–. Die
Vorinstanz verhalte sich aktenwidrig, wenn sie trotz vorliegender Vereinbarung
über die Kostenverteilung andere Zahlen einsetze (Urk. 1 S. 23).
Wie bereits ausgeführt, steht es nicht im Belieben der Klägerin, durch interne
Vereinbarungen mit ihrem Lebenspartner ihren Bedarf über Gebühr zu erhöhen.
Es leuchtet nicht ein, weshalb die Klägerin zwei Drittel der Fernsehgebühren be-
zahlen sollte, zumal bei C._ angesichts ihres Alters von einem sehr geringen
Nutzen des Fernsehers auszugehen ist. Die Serafe-Gebühren von jährlich
Fr. 365.– sind damit korrekterweise hälftig zwischen der Klägerin und ihrem Le-
benspartner aufzuteilen, womit ein Anteil der Klägerin von monatlich Fr. 15.– re-
sultiert.
4.7 Auswärtige Verpflegung
Die Vorinstanz hat der Klägerin ausgehend von ihrem 50%-Pensum Auslagen für
die auswärtige Verpflegung von Fr. 100.– angerechnet (Urk. 2 S. 55).
Die Klägerin kritisiert, sie werde diskriminiert, wenn sie bei einem 50%-Pensum
einen Betrag von Fr. 100.– zugesprochen erhalte, beim Beklagte aber bei einem
Vollpensum Fr. 320.– angerechnet würden. Dies könne so nicht akzeptiert wer-
den, zumal der Beklagte selber ausführe, am Freitag von zu Hause aus zu arbei-
ten (Urk. 1 S. 23).
Der mittlere Verpflegungssatz (22x Fr. 10.–) gemäss Kreisschreiben der Verwal-
tungskommission des Obergerichts des Kantons Zürich über die Richtlinien für die
Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums vom 16. September
2009 (fortan Richtlinien) beträgt für ein Vollzeitpensum Fr. 220.– pro Monat. Bei
- 60 -
einem 50%-Pensum sind entsprechend Fr. 110.– für die auswärtige Verpflegung
einzusetzen.
4.8 Mobilitätskosten
Die Vorinstanz hat der Klägerin mit Verweis auf das von ihr erwartete 50%-
Pensum sowie den Umstand, dass sie C._ zur Besuchsrechtsausübung von
E._ nach F._ zu bringen habe, Mobilitätskosten von Fr. 300.– ange-
rechnet. Darüber hinausgehende Mobilitätskosten seien nicht ausgewiesen (Urk.
2 S. 55).
Die Klägerin beharrt im Berufungsverfahren auf Mobilitätskosten von Fr. 500.– pro
Monat. Sie müsse C._ mindestens drei Mal pro Monat von E._ nach
F._ bringen, womit ihr für diese sechs Fahrten bereits Kosten von mindes-
tens Fr. 235.20 entstünden. Hinzu komme die Strassenverkehrsabgabe von Fr.
38.– , die Versicherungskosten von Fr. 80.– und die Leasingraten von Fr. 144.–,
womit ihre Mobilitätskosten schon ohne zusätzliche Arbeitswegsfahrten den Be-
trag von Fr. 500.– übersteigen würden (Urk. 1 S. 11, 23).
Die Vorinstanz hat bei beiden Parteien wegen der Transportfahrten von C._
Kosten für ein Automobil im Bedarf aufgenommen. Dieser Standpunkt lässt sich
vertreten. Ausgehend von drei Transportfahrten pro Monat von 55 Kilometer pro
Weg à Fr. 0.70/km resultieren Mobilitätskosten von rund Fr. 230.–. In den Kilome-
terkosten von 70 Rappen sind aber entgegen der Klägerin bereits sämtliche fes-
ten und variablen Betriebskosten wie Abschreibungen, Verkehrssteuer, Haft-
pflichtversicherung, Teilkasko, Nebenauslagen, Treibstoff- und Unterhaltskosten
enthalten (vgl. www.tcs.ch). Unter Berücksichtigung von künftigen Arbeitswegs-
fahrten der Klägerin bei Ausübung der 50%-Erwerbstätigkeit erscheinen die von
der Vorinstanz berücksichtigten Mobilitätskosten von Fr. 300.– sachgerecht.
- 61 -
4.9 Steuern
Die Vorinstanz hat im Bedarf beider Parteien einen Steuerbetrag von Fr. 200.–
berücksichtigt (Urk. 2 S. 55).
Die Klägerin macht geltend, ausgehend von den zu versteuernden Unterhaltsbei-
trägen sowie dem von ihr zu erzielenden Einkommen sei von einer Steuerlast von
Fr. 400.– pro Monat auszugehen (Urk. 1 S. 23 f.).
Ausgehend von einem Einkommen von Fr. 3'000.– pro Monat und monatlichen
Unterhaltsbeiträgen von Fr. 2'906.– (vgl. Erw. D.7 nachstehend) ist unter Berück-
sichtigung der üblichen Abzüge von einem steuerbaren Einkommen von rund
Fr. 62'000.– auszugehen, woraus eine Steuerlast von Fr. 4'620.– pro Jahr bzw.
rund Fr. 400.– pro Monat resultiert (www.steueramt.sg.ch). Dieser Betrag ist im
klägerischen Bedarf zu berücksichtigen.
4.10 Die restlichen Bedarfspositionen blieben unangefochten. Gesamthaft ist da-
mit von folgendem klägerischen Bedarf auszugehen:
Position Klägerin
a) Grundbetrag Fr. 850.00
b) Wohnkosten Fr. 1'000.00
c) Krankenkasse Fr. 516.00
d) Zus. Ges. Kosten Fr. 100.00
e) Versicherung Fr. 29.00
f) Serafe Fr. 15.00
g) Kommunikation Fr. 120.00
h) Mobilität Fr. 300.00
i) Verpflegung Fr. 110.00
- 62 -
j) Steuern Fr. 400.00
k) Parkplatz Fr. 120.00
Total Fr. 3'560.00
5. Bedarf des Beklagten
5.1 Die Vorinstanz ging auf Seiten des Beklagten von einem Bedarf von
Fr. 3'791.– aus (Urk. 2 S. 52). Beide Parteien kritisieren diesen Betrag. Auf ihre
Vorbringen zu den einzelnen Bedarfspositionen ist in der Folge einzugehen.
5.2 Grundbetrag
Die Vorinstanz hat im Bedarf des Beklagten den Grundbetrag für einen alleinste-
henden Schuldner ohne Hausgemeinschaft von Fr. 1'200.– eingesetzt. Zur Be-
gründung führte sie an, der Beklagte habe zwar einen Untermieter. Es sei aber
nicht dargetan, dass dieses Untermietverhältnis als Hausgemeinschaft im Sinne
des Kreisschreibens zu qualifizieren sei (Urk. 2 S. 53).
Die Klägerin macht geltend, der Beklagte lebe neu auch mit seiner Partnerin zu-
sammen. Damit lebe er nun definitiv in Hausgemeinschaft mit einer erwachsenen
Person, weshalb der Grundbetrag auf Fr. 1'100.– zu reduzieren sei (Urk. 1 S. 24).
Der Beklagte bestreitet, mit seiner Freundin zusammenzuleben. Er führt aus, an
seinen Wohnverhältnissen habe sich seit der Trennung nichts verändert (Urk. 13
S. 5)
Dass der Beklagte mit seiner neuen Partnerin zusammenlebt, ist in keiner Weise
glaubhaft gemacht. Dass die Lebenspartnerin des Beklagten einmal die Türe ge-
öffnet hat, als die Klägerin C._ am Wochenende vorbeibrachte, bedeutet
nicht, dass der Beklagte in Hausgemeinschaft mit seiner Partnerin lebt. Weitere
Rügen bringt die Klägerin nicht vor, womit es beim von der Vorinstanz eingesetz-
ten Grundbetrag von Fr. 1'200.– sein Bewenden hat.
- 63 -
5.3 Krankenkasse
Die Vorinstanz hat im Bedarf des Beklagten Krankenkassenkosten von Fr. 350.–
berücksichtigt (Urk. 2 S. 52).
Der Beklagte macht geltend, neu würden sich die Kosten für die Krankenkasse
auf Fr. 365.50 belaufen (Urk. 10/1 S. 13).
Die Klägerin bringt vor, der Beklagte habe im Massnahmeverfahren selber den
Betrag von Fr. 350.– für die Krankenkasse geltend gemacht, obwohl die Versiche-
rungsprämien 2019 anlässlich der Verhandlung vom 18. Februar 2019 bereits be-
kannt gewesen seien. Die im Berufungsverfahren neu vorgebrachte Erhöhung der
Krankenkassenkosten sei daher nicht zu berücksichtigen (Urk. 16 S. 21).
Mit Verweis auf die Ausführungen in B.3 sind neue Tatsachen und Beweismittel
im vorliegenden Verfahren aufgrund des geltenden unbeschränkten Untersu-
chungsgrundsatzes auch dann zulässig, wenn die Voraussetzungen nach Art. 317
Abs. 1 ZPO nicht erfüllt sind. Die vom Beklagten eingereichte Krankenkassenpoli-
ce 2019 ist daher zu berücksichtigen und die Kosten für die Krankenkasse sind
auf gerundet Fr. 365.– zu bemessen.
5.4 Versicherungen
Die Vorinstanz hat im Bedarf des Beklagten für Versicherungen den Betrag von
gerundet Fr. 29.– angerechnet (Urk. 2 S. 54).
Die Klägerin kritisiert, ausgewiesen seien bloss Fr. 28.20. Die Vorinstanz habe
ohne Begründung auf Fr. 29.– aufgerundet, was falsch und schlicht unhaltbar sei.
Es zeige das diskriminierende Verhalten der Vorinstanz gegenüber der Klägerin
(Urk. 1 S. 25).
Angesichts der Geringfügigkeit des beanstandeten Betrages - die Klägerin stört
sich an einer Rundungsdifferenz von 80 Rappen - wird nicht weiter auf diese Be-
darfsposition eingegangen.
- 64 -
5.5 Serafe
Die Vorinstanz hat dem Beklagten einen Betrag von Fr. 38.– für die Billag-
Gebühren angerechnet (Urk. 2 S. 54).
Die Klägerin macht geltend, seit dem Wechsel von der Billag zu Serafe würden
die Fernsehgebühren notorischerweise nur noch Fr. 365.– pro Jahr und damit
Fr. 30.– pro Monat betragen (Urk. 1 S. 25). Dies ist zutreffend, weshalb im Bedarf
des Beklagten Fr. 30.– für die Serafe-Gebühr einzusetzen ist.
5.6 Mobilität
Für Mobilitätskosten hat die Vorinstanz im beklagtischen Bedarf einen Betrag von
Fr. 250.– eingesetzt (Urk. 2 S. 55).
Die Klägerin moniert, der Beklagte geniesse eine unentgeltliche Beförderung an
den Arbeitsplatz, weshalb ihm berufsbedingt keine Auslagen für Mobilität entstün-
den. Die Vorinstanz habe dies ignoriert und ihm antragsgemäss Fr. 250.– für den
Arbeitsweg und Fr. 110.– für einen Parkplatz angerechnet, obwohl dafür keine
Kosten anfielen (Urk. 1 S. 25). Der Beklagte macht demgegenüber geltend, ihm
sei für Mobilität der gleiche Betrag wie der Klägerin im Bedarf anzurechnen, da er
dieselben Transportfahrten von C._ nach E._ und wieder zurück zu ma-
chen habe. Die private Nutzung des Fahrzeuges werde von der Arbeitgeberin
nicht vergütet (Urk. 10/1 S. 12; Urk. 13 S. 5)
Bei der Klägerin wurden aufgrund der Transportfahrten von C._ Mobilitäts-
kosten im Bedarf berücksichtigt. Der Beklagte hat im selben Ausmass Transport-
fahrten zu machen. Es ist nicht anzunehmen, dass er für die anfallenden Kosten
dieser Transportfahrten von seinem Arbeitgeber entschädigt wird. Aus diesem
Grund ist es angemessen, die von ihm im vorinstanzlichen Verfahren geltend ge-
machten Mobilitätskosten von Fr. 250.– im Bedarf zu berücksichtigen. Dies ent-
spricht, wie unter Erw. D.4.8 ausgeführt, in etwa den Auslagen für die sechs
Transportfahrten pro Monat. Entgegen der Darstellung des Beklagten rechtfertigt
sich hingegen nicht, dieselben Kosten wie im Bedarf der Klägerin einzusetzen.
Auf Seiten der Klägerin fallen neben den Kosten für die Transportfahrten auch
- 65 -
Auslagen für den Arbeitsweg an, was auf Seiten des Beklagten von seinem Ar-
beitgeber finanziert wird. Dass der Arbeitgeber des Beklagten ihm einen Parkplatz
für das Geschäftsfahrzeug finanziert, ist hingegen nicht dargetan. Angesichts des
Umstandes, dass der Beklagte wegen der Transportfahrten für C._ genauso
wie die Klägerin auf ein Auto angewiesen ist und im Bedarf der Klägerin ebenfalls
ein Parkplatz berücksichtigt wird (vgl. Urk. 2 S. 52), besteht kein Anlass, diesen
Betrag aus dem beklagtischen Bedarf zu streichen.
5.7 Die Vorinstanz hat im Bedarf des Beklagten mit Verweis auf Ziff. 3.2 der
Richtlinien Fr. 320.– für auswärtige Verpflegung berücksichtigt (Urk. 2 S. 52).
Die Klägerin kritisiert, der Beklagte selber habe bloss Fr. 168.– für die auswärtige
Verpflegung geltend gemacht und dabei berücksichtigt, dass er am Freitag von zu
Hause aus arbeite. Es sei nicht verständlich, wie die Vorinstanz ohne jegliche Be-
gründung den vom Beklagten selber geforderten Betrag auf Fr. 320.– erhöht habe
(Urk. 1 S. 25 f.).
In der Tat geht aus dem vorinstanzlichen Urteil nicht hervor, weshalb im Bedarf
des Beklagten unüblich hohe Verpflegungskosten berücksichtigt wurden. Der mitt-
lere Verpflegungssatz für ein Vollzeitpensum beläuft sich gemäss Richtlinien auf
Fr. 220.– pro Monat. Dieser Betrag ist im Bedarf des Beklagten einzusetzen. Der
Beklagte hat im vorinstanzlichen Verfahren bloss Fr. 168.– für die auswärtige
Verpflegung beantragt, weil er selber von einem 80%-Pensum ausgegangen ist.
Da ihm aber entgegen seinem Antrag ein 100%-Pensum angerechnet wird, ist der
mittlere Verpflegungssatz ungekürzt zu übernehmen.
5.8 Steuern
Die Vorinstanz hat im Bedarf des Beklagten Fr. 200.– für Steuern berücksichtigt
(Urk. 2 S. 52).
Die Klägerin macht geltend, im Notbedarf seien im Gegensatz zu den Lebenshal-
tungskosten, welche auf ihrer Seite für den Betreuungsunterhalt zu bestimmen
seien, keine Steuern zu berücksichtigen (Urk. 1 S. 26).
- 66 -
Der Klägerin ist zu widersprechen. Die Auslagen für Steuern werden im familien-
rechtlichen Bedarf aufgenommen, sofern kein Mankofall vorliegt. In der vorliegen-
den Unterhaltsberechnung resultiert kein Manko, sondern vielmehr ein Über-
schuss. Damit sind die Steuern im Bedarf des Beklagten zu berücksichtigen. Aus-
gehend von einem Einkommen von Fr. 7'795.– pro Monat ist unter Berücksichti-
gung der abzugsfähigen Unterhaltsbeiträge sowie der üblichen Abzüge von einem
steuerbaren Einkommen von rund Fr. 48'000.– auszugehen, woraus sich eine
Steuerlast von rund Fr. 4'150.– pro Jahr bzw. rund Fr. 345.– pro Monat ergibt
(www.steueramt.zh.ch). Dieser Betrag ist im beklagtischen Bedarf zu berücksich-
tigen.
5.9 Die restlichen Bedarfspositionen blieben unangefochten. Gesamthaft ist da-
mit von folgendem beklagtischen Bedarf auszugehen:
Position Beklagter
a) Grundbetrag Fr. 1'200.00
b) Wohnkosten Fr. 1'174.00
c) Krankenkasse Fr. 365.00
d) Zus. Ges. Kosten Fr. 0.00
e) Versicherung Fr. 29.00
f) Serafe Fr. 30.00
g) Kommunikation Fr. 120.00
h) Mobilität Fr. 250.00
i) Verpflegung Fr. 220.00
j) Steuern Fr. 345.00
k) Parkplatz Fr. 110.00
Total Fr. 3'843.00
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6. Bedarf von C._
6.1 Die Vorinstanz ist bei C._ von einem Barbedarf von Fr. 1'006.– ausge-
gangen (Urk. 2 S. 52). Beide Parteien kritisieren diese Bedarfsberechnung.
6.2 Wohnkosten
Mit Blick auf die Wohnkosten ist auf die Ausführungen unter Ziff. D.4.3 zu verwei-
sen. Es ist damit der von der Vorinstanz berücksichtigte Betrag von Fr. 380.– zu
bestätigen.
6.3 Krankenkasse
Die Vorinstanz hat im Bedarf von C._ für die Krankenkasse den Betrag von
Fr. 16.– berücksichtigt und zur Begründung auf die Krankenkassenpolice für das
Jahr 2018 verwiesen (Urk. 2 S. 54).
Die Klägerin macht geltend, die Krankenkassenkosten für C._ würden sich
auf Fr. 115.70 belaufen, was nach Abzug der individuellen Prämienverbilligung
von Fr. 94.– pro Monat zu verbleibenden Auslagen von Fr. 21.– führe (Urk. 1
S. 27).
In der Tat sind aktuelle Krankenkassenkosten von Fr. 115.70 ausgewiesen
(Urk. 5/19). Mit Verweis auf die Ausführungen zur Anspruchsberechtigung für die
Prämienverbilligung bei der Klägerin (vgl. Erw. D.4.4) kann auch bei C._ kei-
ne Prämienverbilligung in Abzug gebracht werden, weshalb die vollen Kosten zu
berücksichtigen sind.
6.4 Fremdbetreuungskosten
Die Vorinstanz hat im Bedarf von C._ für den Mittagstisch einen Betrag von
Fr. 80.– angerechnet (Urk. 2 S. 54).
Die Klägerin macht geltend, C._ besuche den Mittagstisch derzeit zwei Mal
pro Woche, was Fr. 80.– koste. Wenn sie 50% arbeiten müsse, habe C._
- 68 -
den Mittagstisch je nach Arbeitsort mindestens an einem weiteren Mittag zu be-
suchen, womit Kosten von Fr. 120.– anfallen würden (Urk. 1 S. 27).
Es ist derzeit noch unklar, wo die Klägerin eine Anstellung finden wird. Einzig ge-
stützt auf Mutmassungen können keine Kosten berücksichtigt werden. Dem Be-
klagten ist vor diesem Hintergrund zuzustimmen, dass keine höheren Kosten für
den Mittagstisch belegt sind (vgl. Urk. 13 S. 6), weshalb an dem von der
Vorinstanz berücksichtigten Betrag festzuhalten ist.
6.5 Kommunikationskosten
Die Vorinstanz hat C._ Kommunikationskosten von Fr. 30.– angerechnet
(Urk. 1 S. 54).
Der Beklagte moniert, gemäss der Zürcher Kinderkosten-Tabelle seien für ein
Einzelkind im Alter von sieben bis zwölf Jahren keine Kosten für Telefonie und In-
ternet zu veranschlagen. Aus diesem Grund sei der Betrag ersatzlos zu streichen
(Urk. 10/1 S. 13).
Die Klägerin macht geltend, dass C._ mit Eintritt in die Primarschule einen
minimalen Betrag für Kommunikation anzurechnen sei. Die Eltern seien erst kürz-
lich darüber in Kenntnis gesetzt worden, dass alle Kinder der 1. Klasse regelmäs-
sig mit einem Rechentrainingsprogramm im Internet arbeiten sollten. Auch Haus-
aufgaben seien mit diesem internetbasierten Programm zu machen (Urk. 16 S.
22)
Dem Beklagten ist zuzustimmen, dass es nicht einleuchtet, weshalb ein sechsjäh-
riges Kind Ausgaben für Telefonie und Internet haben sollte. Selbst wenn
C._ für gewisse Hausaufgaben das Internet benutzen wird, ist es kaum an-
zunehmen, dass für die Tochter hierfür ein separater Internetzugang vonnöten ist.
Vielmehr ist davon auszugehen, dass C._ den Computer zu Hause nutzen
kann und die Kosten für das Internet, welche bereits im Bedarf der Klägerin ent-
halten sind, dadurch nicht erhöht werden. Die von der Vorinstanz im Bedarf von
C._ berücksichtigten Kosten für Kommunikation sind damit aus dem Bedarf
zu streichen.
- 69 -
6.6 Zusätzliche Kinderkosten
Die Vorinstanz hat unter dem Titel "zusätzliche Kinderkosten" einen Betrag von
Fr. 100.– im Bedarf von C._ berücksichtigt. In den Erwägungen hat sie die-
sen Betrag mit zusätzlichen Gesundheitskosten begründet und auf die Versiche-
rungspolicen der Jahre 2018 und 2019 (Urk. 7/10/14; Urk. 7/69/80) verwiesen.
Der Beklagte moniert, es sei nicht klar, wofür die Vorinstanz den Betrag von
Fr. 100.– eingesetzt habe. Dieser sei entsprechend ersatzlos zu streichen (Urk. 1
S. 14).
Dem Beklagten ist zuzustimmen, dass nicht klar ist, wofür die Vorinstanz
Fr. 100.– für zusätzliche Kinderkosten eingesetzt hat. Aus den von ihr zum Beleg
angeführten Versicherungspolicen gehen jedenfalls keine ungedeckten Gesund-
heitskosten hervor. Im Gegenteil ist den Versicherungspolicen zu entnehmen,
dass C._ keine Jahresfranchise hat. Auch die Klägerin erklärt in der Beru-
fungsantwort nicht, wofür der Betrag eingesetzt wurde. Sie führt einzig aus, die
zusätzlichen Kinderkosten von Fr. 100.– seien belegt, weshalb sie im Bedarf zu
berücksichtigen seien. Damit bleibt unklar, was der Hintergrund dieser Bedarfspo-
sition ist. Der Betrag von Fr. 100.– ist entsprechend aus dem Bedarf von C._
zu streichen.
6.7 Die restlichen Bedarfspositionen blieben unangefochten. Gesamthaft ist da-
mit von folgendem Bedarf von C._ auszugehen:
Position C._
a) Grundbetrag Fr. 400.00
b) Wohnkosten Fr. 380.00
c) Krankenkasse Fr. 116.00
d) Fremdbetreuung Fr. 80.00
Total Fr. 976.00
- 70 -
7. Konkrete Unterhaltsberechnung
7.1 Gestützt auf die gemachten Ausführungen ist die Unterhaltspflicht konkret zu
berechnen. Dabei ist ein Ehegatten- und ein Kinderunterhaltsbeitrag zuzuspre-
chen, wobei Letzterer wiederum in Bar- und Betreuungsunterhalt zu unterteilen
ist.
7.2 Kinderunterhaltsbeitrag
7.2.1 Der Barunterhalt von C._ ergibt sich aus ihrem Barbedarf abzüglich
der Kinderzulagen von derzeit Fr. 200.–. Es resultiert mithin ein Barunterhaltsbei-
trag von Fr. 776.–. Hierzu ist die Überschussbeteiligung von C._ im Betrag
von Fr. 523.– (vgl. Erw. D.7.3.4) zu addieren.
7.2.2 Neben dem Barunterhalt steht dem Kind seit 1. Januar 2017 auch ein
sog. Betreuungsunterhalt zu. Grundlage dafür bildet Art. 285 Abs. 2 ZGB. Danach
dient der Unterhaltsbeitrag "auch der Gewährleistung der Betreuung des Kindes
durch die Eltern oder Dritte". Der Betreuungsunterhalt soll die bestmögliche Be-
treuung (unter dem Blickwinkel des Kindeswohls) ermöglichen (Botschaft Kinder-
unterhalt, in BBl 2014 554; nachfolgend "Botschaft"). Der Betreuungsunterhalt soll
die Lebenshaltungskosten des betreuenden Elternteils umfassen, soweit er auf-
grund der Betreuung nicht selbst für diese Kosten aufkommen kann (Botschaft
S. 551, 552 oben, 554, 555 unten f.). Die Lebenshaltungskosten umfassen das
familienrechtliche Existenzminimum (Grundbetrag, angemessene Wohnkosten,
inkl. Nebenkosten, Hausrat- und Haftpflichtversicherung, bereinigte Kosten KVG,
Kommunikationskosten, berufsbedingte Auslagen wie Arbeitsweg und auswärtige
Verpflegung) – bei entsprechenden finanziellen Verhältnissen ergänzt um erwei-
terte Bedarfspositionen, wie etwa VVG-Prämien sowie die auf den Lebenshal-
tungskosten berechneten Steuern. Von den Lebenshaltungskosten ist das eigene
Einkommen der Hauptbetreuungsperson in Abzug zu bringen. Die Differenz zwi-
schen Lebenshaltungskosten und eigenem Einkommen stellt den theoretisch ge-
schuldeten Betreuungsunterhalt dar.
- 71 -
Unter Ziff. D.4 wurden die Lebenshaltungskosten der Klägerin auf Fr. 3'560.– be-
stimmt. Ihr fehlen als betreuendem Elternteil zur Deckung ihrer Lebenshaltungs-
kosten monatlich Fr. 560.–. Dieser Betrag ist durch den Beklagten in Form von
Betreuungsunterhalt zu decken.
7.2.3 Gesamthaft ist C._ ein Kinderunterhaltsbeitrag von (gerundet)
Fr. 1'860.– zuzusprechen, wovon Fr. 560.– auf den Betreuungsunterhalt entfallen.
7.3 Ehegattenunterhalt
7.3.1 Schliesslich ist der persönliche Unterhalt der Klägerin zu errechnen. An-
gesichts der Tatsache, dass ihre Lebenshaltungskosten durch den Betreuungsun-
terhalt gedeckt werden, ergibt sich der Ehegattenunterhalt einzig aus der Über-
schussbeteiligung. Der Überschuss des Beklagten beträgt nach Abzug seines ei-
genen Bedarfs sowie des Kinderunterhaltsbeitrages Fr. 2'616.– (Fr. 7'795.– abzgl.
Fr. 776.– [Barunterhalt C._] abzgl. Fr. 560.– [Betreuungsunterhalt] abzgl. Fr.
3'843.– [Bedarf Beklagter]).
7.3.2 Die Vorinstanz hat den Überschuss zu 45% dem Beklagten, zu 30% der
Klägerin und zu 25% an C._ verteilt. Zur Begründung hat sie angeführt, an-
gesichts der Höhe des Überschusses sei dem Aspekt der Vermögensbildung an-
gemessen Rechnung zu tragen (Urk. 2 S. 55 f.).
7.3.3 Die Klägerin kritisiert das Vorgehen der Vorinstanz und macht geltend, es
bestehe kein Grund, von der bundesgerichtlichen Praxis abzuweichen, wonach
der Überschuss nach dem Prinzip der grossen und kleinen Köpfe, zu verteilen sei.
Mit dem Aspekt der Vermögensbildung habe diese Verteilung jedenfalls nichts zu
tun (Urk. 1 S. 29).
7.3.4 Der Klägerin ist zuzustimmen, dass kein Grund ersichtlich ist, weshalb
von der praxisgemässen Überschussaufteilung nach grossen und kleinen Köpfen
abgewichen werden sollte. Insbesondere verfängt das Argument der allfälligen
Vermögensbildung nicht, zumal nicht ersichtlich ist, dass die Klägerin angesichts
der trennungsbedingten Mehrkosten mit ihrem Einkommen in der Lage wäre, Er-
sparnisse zu bilden. Solches wurde vom Beklagten auch nicht behauptet. Es ist
- 72 -
damit praxisgemäss der Überschuss zu je 40% den Parteien und zu 20%
C._ zuzusprechen. C._ ist ein Anteil von Fr. 523.– aus dem Überschuss
zuzuweisen und ihr Barunterhaltsbeitrag entsprechend um diesen Betrag zu er-
höhen. Der Klägerin ist damit ein Ehegattenunterhaltsbeitrag von Fr. 1'046.– zu-
zusprechen.
7.4 Fazit
7.4.1 Resümierend ist der Beklagte zu verpflichten, der Klägerin ab 1. Januar
2020 an die Kosten des Unterhalts und der Erziehung von C._ einen Unter-
haltsbeitrag von Fr. 1'860.– (Barunterhalt von gerundet Fr. 1'300.– zuzüglich Be-
treuungsunterhalt von Fr. 560.–) zu bezahlen. Darüber hinaus hat der Beklagte
der Klägerin ab 1. Januar 2020 persönliche Unterhaltsbeiträge von Fr. 1'046.– pro
Monat zu bezahlen. Mit Verweis auf Art. 282 Abs. 1 ZPO sind die finanziellen
Grundlagen der Unterhaltsberechnung anzugeben.
7.4.2 Für die Zeit bis zum 1. Januar 2020 ist die bisherige Unterhaltsregelung
unverändert zu belassen. Mit dem dazumal festgesetzten Ehegattenunterhaltsbei-
trag von Fr. 2'500.– pro Monat war die Klägerin damals wie auch heute nicht in
der Lage, ihren gebührenden Bedarf zu decken. Die Veränderungen in ihrem Be-
darf zufolge des Zusammenzugs mit ihrem Lebenspartner (April 2019) sind bis
zum 1. Januar 2020 daher nicht von Relevanz. Die Vorinstanz hat das Abände-
rungsbegehren daher zu Recht für die Zeit bis zum 31. Dezember 2019 abgewie-
sen. Dies ist zu bestätigen.
E. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Abschliessend ist über die Kosten- und Entschädigungsfolgen des Beru-
fungsverfahrens zu befinden.
2. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr ist in Anwendung von § 2 lit. a, c und d
sowie § 12 Abs. 1 in Verbindung mit Abs. 2, § 5 Abs. 1 und § 6 Abs. 2 lit. b der
Gebührenverordnung des Obergerichts (GebV OG) auf Fr. 6'000.– festzusetzen.
- 73 -
Gegenstand des Berufungsverfahrens sind die Obhut und das Besuchsrecht be-
züglich der Tochter C._ sowie die Unterhaltsfrage. Die Kinderbelange (Ob-
hut, Besuchsrecht) und die Unterhaltsfrage sind je mit 50% der Kosten zu gewich-
ten. Beide Parteien unterliegen mit ihren Anträgen zu den Kinderbelangen gross-
mehrheitlich. Mit Bezug auf die Unterhaltsfrage unterliegt der Beklagte zu rund
drei Viertel. Gesamthaft rechtfertigt es sich, dem Beklagten zwei Drittel der zweit-
instanzlichen Verfahrenskosten aufzuerlegen. Darüber hinaus ist er zu verpflich-
ten, der Klägerin entsprechend dem Ausgang des Verfahrens eine auf einen Drit-
tel reduzierte Parteientschädigung von Fr. 2'000.– zzgl. 7.7% Mehrwertsteuer,
mithin Fr. 2'154.–, zu bezahlen.
3. Beide Parteien ersuchen im Berufungsverfahren um Zusprechung eines
Prozesskostenvorschusses, eventualiter um Gewährung der unentgeltlichen
Rechtspflege (Urk. 1 S. 4; Urk. 13 S. 2).
Bei der Beurteilung der Leistungsfähigkeit der Parteien mit Blick auf das Armen-
recht kommt es auf die tatsächlichen Verhältnisse an. Die Klägerin erzielt derzeit
als Empfangsmitarbeiterin im Stundenlohn ein Einkommen von rund Fr. 360.–
(Urk. 5/10 f.). Damit ist sie nicht in der Lage, die auf sie entfallenden Gerichts- und
Rechtsvertretungskosten aus eigener Tasche zu finanzieren. Über massgeben-
des Vermögen verfügt sie nicht (vgl. Urk. 5/28). Sie hat daher als mittellos zu gel-
ten. Gleiches gilt für den Beklagten. Er erzielt derzeit ein Einkommen von
Fr. 5'350.– (vgl. Urk. 10/4/12). Nach Abzug seiner Unterhaltspflicht von Fr. 3'000.–
ist der Beklagte mit diesem Einkommen nicht in der Lage, seinen eigenen Bedarf
von Fr. 3'820.– zu decken. Auch er verfügt nicht über Vermögen (vgl.
Urk. 10/4/16 f.; Urk. 7/18/11 [Wertschriften- und Guthabenverzeichnis 2017]). An-
gesichts der fehlenden Leistungsfähigkeit auf beiden Seiten sind die Begehren
um Zusprechung eines Prozesskostenvorschusses abzuweisen. Da das Verfah-
ren für beide Seiten nicht aussichtslos erscheint und beide Parteien zur Bewälti-
gung des Prozesses auf die Unterstützung eines Rechtsvertreters angewiesen
sind, ist die unentgeltliche Rechtspflege im Sinne von Art. 117 ZPO zu gewähren.
Die den Parteien auferlegten Gerichtskosten sind demnach unter Hinweis auf das
Nachforderungsrecht des Staats gemäss Art. 123 ZPO einstweilen auf die Ge-
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richtskasse zu nehmen. Die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege entbin-
det nicht von der Bezahlung der Parteientschädigung.