Decision ID: fef9f578-8c6e-5cbd-9b02-1f4add1c0290
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Die Beschwerdeführerin suchte am 28. November 2008 erstmals in der
Schweiz um Asyl nach. Am 8. September 2009 heiratete sie einen Schwei-
zerbürger, woraufhin ihr der Kanton B._ am 20. November 2009
eine Aufenthaltsbewilligung B erteilte. Mit Verfügung vom 17. August 2010
lehnte das damalige BFM (Bundesamt für Migration; heute: SEM) ihr Asyl-
gesuch ab. Die am 17. September 2010 dagegen erhobene Beschwerde
schrieb das Bundesverwaltungsgericht mit Abschreibungsentscheid
(...) vom 9. März 2011 als durch Rückzug gegenstandslos geworden ab,
nachdem es die schriftliche Erklärung der Beschwerdeführerin vom
10. Februar 2011 als Beschwerderückzug entgegengenommen hatte.
Am 20. April 2015 wurde die Ehe der Beschwerdeführerin geschieden. Mit
Verfügung vom 8. August 2016 lehnte das Migrationsamt des Kantons
C._ die Verlängerung ihrer Aufenthaltsbewilligung B ab und ver-
fügte die Wegweisung aus der Schweiz. Der Rechtsvertreter der Be-
schwerdeführerin rekurrierte dagegen mit Eingabe vom 22. August 2016
beim (...) des Kantons C._. Mit Schreiben vom 21. September 2017
teilte die Rekursinstanz der Beschwerdeführerin mit, ihre im Rahmen des
Verfahrens um (Nicht)Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung gemachten
Aussagen seien als Asylgesuch im Sinne von Art. 18 AsylG zu werten. Mit
Zwischenentscheid vom 27. September 2017 sistierte das (...) des Kan-
tons C._ das ausländerrechtliche Rekursverfahren bis zum rechts-
kräftigen Abschluss eines Asylverfahrens und verpflichtete die Beschwer-
deführerin innert Frist den Nachweis für die Einreichung eines Asylgesuchs
zu erbringen. Daraufhin suchte die Beschwerdeführerin am 13. November
2017 im damaligen Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) in
D._ erneut um Asyl nach. Am 7. Dezember 2017 wurde sie zu ihrer
Person, zu ihrem Reiseweg und summarisch zu ihren Asylgründen befragt
(Befragung zur Person [BZP]). Am 15. Januar 2018 hörte sie das SEM aus-
führlich zu ihren Asylgründen an.
B.
Zu ihrem persönlichen Hintergrund sowie zur Begründung ihres Asylge-
suchs brachte sie im Wesentlichen vor, sie sei türkische Staatsangehörige
kurdischer Ethnie und alevitischen Glaubens und stamme aus Istanbul.
Nach der Matura habe sie ein Fernstudium an der (...)-Universität begon-
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nen, welches sie nach zwei Jahren ohne Abschluss beendet habe. Gear-
beitet habe sie für einige Zeit in einem Spital in Istanbul sowie im Kaffee-
haus ihres Bruders.
Im September 2015 habe sie in der Türkei an den Gezi-Ereignissen teilge-
nommen und bei der Kundgebung Nahrungsmittel verteilt sowie Parolen
skandiert. Anschliessend sei sie auf legalem Wege ausgereist und (wieder)
in die Schweiz gereist. Auch ihre Familie in der Türkei werde aufgrund ihrer
politischen Gesinnung schikaniert. So sei im Rahmen der Suruc-Ereignisse
einer ihrer Neffen festgenommen worden und ein weiterer zu Tode gekom-
men, während ein Onkel verletzt worden sei. Ein Schwager sei im Novem-
ber 2017 während eines Monats inhaftiert worden. Weiter betätige sie sich
in der Schweiz seit Jahren exilpolitisch. So habe sie in den Sozialen Me-
dien regierungskritische Beiträge veröffentlicht und an verschiedenen
Kundgebungen teilgenommen. Zudem sei sie Mitglied des Kulturvereins
(...) in D._.
C.
Mit Verfügung vom 11. April 2018 – eröffnet am 16. April 2018 – stellte das
SEM fest, die Beschwerdeführerin erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht,
lehnte ihr zweites Asylgesuch ab, verfügte die Wegweisung aus der
Schweiz und ordnete den Vollzug an.
D.
Mit Eingabe vom 16. Mai 2018 erhob die Beschwerdeführerin durch ihren
Rechtsvertreter gegen die vorinstanzliche Verfügung Beschwerde beim
Bundesverwaltungsgericht. Sie beantragte die Aufhebung der angefochte-
nen Verfügung, die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft und die Ertei-
lung der vorläufigen Aufnahme. In jedem Fall aufzuheben seien die Ziffern
3 und 4 der angefochtenen Verfügung. In prozessualer Hinsicht ersuchte
sie um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und die unentgelt-
liche Verbeiständung durch den im Rubrum aufgeführten Rechtsvertreter.
Der Beschwerde lagen eine Kopie der angefochtenen Verfügung, ein
Schreiben des SEM vom 2. November 2017 sowie eine Fürsorgebestäti-
gung vom 20. April 2017 bei.
E.
Mit Zwischenverfügung vom 12. Juni 2018 hiess der Instruktionsrichter die
Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung sowie der
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unentgeltlichen Verbeiständung gut und bestellte den rubrizierten Rechts-
vertreter zum amtlichen Rechtsbeistand.
F.
Mit Eingabe vom 21. Juni 2018 liess sich die Vorinstanz zur Beschwerde
vernehmen. Mit Verfügung gleichen Datums kam sie in teilweiser Wieder-
erwägung auf ihren Entscheid vom 11. April 2018 zurück und hob die Dis-
positivziffern 3-5 der angefochtenen Verfügung unter Feststellung der kan-
tonalen Kompetenz zur Regelung des Aufenthaltsstatus auf.
G.
Mit Replik vom 15. August 2018 nahm der Rechtsvertreter der Beschwer-
deführerin zur Vernehmlassung Stellung. Der Eingabe beigelegt waren ein
E-Mail-Ausdruck vom 2. Juli 2018, ein Print Screen unbekannten Datums
sowie ein undatiertes von diversen Vereinen und Privatpersonen unter-
zeichnetes Schreiben.
H.
Am 18. Februar 2019 reichte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin
eine Kostennote zu den Akten.
I.
Mit Eingabe vom 12. Januar 2021 liess sich die Vorinstanz zur Replik vom
15. August 2018 vernehmen. Dazu nahm der Rechtsvertreter der Be-
schwerdeführerin mit einer mit Eingabe vom 11. Februar 2021 respektive
10. März 2021 Stellung. Der Eingabe beigelegt waren diverse Facebook-
Ausdrucke.
J.
Mit Schreiben vom 22. Juni 2021 ersuchte der Rechtsvertreter der Be-
schwerdeführerin das Gericht um beförderliche Behandlung des Verfah-
rens.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG (SR 142.31) in Kraft
getreten (AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige
Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG
vom 25. September 2015).
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1.2 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG und entscheidet auf dem
Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgültig (Art. 83
Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). Die Beschwerdeführerin ist als Verfü-
gungsadressat zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die
frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (aArt. 108
Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG).
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG (vgl. BVGE 2014/26
E. 5).
3.
Die Ablehnung des Asylgesuchs wurde von der Beschwerdeführerin nicht
angefochten. Die Dispositivziffer 2 der angefochtenen Verfügung ist mit Ab-
lauf der Beschwerdefrist in Rechtskraft erwachsen. Mit Verfügung vom
21. Juni 2018 kam die Vorinstanz in teilweiser Wiedererwägung auf ihren
Entscheid vom 11. April 2018 zurück und hob die verfügte Wegweisung
auf. In Bezug auf die Dispositivziffern 3–5 der angefochtenen Verfügung ist
die Beschwerde somit gegenstandslos geworden. Gegenstand des vorlie-
genden Verfahrens bleibt somit lediglich die Prüfung der Flüchtlingseigen-
schaft (Dispositivziffer 1 der angefochtenen Verfügung).
4.
4.1 In der Beschwerde wird sinngemäss die Verletzung des rechtlichen Ge-
hörs gerügt; diese Rüge ist vorab zu beurteilen, da sie gegebenenfalls ge-
eignet ist, eine Kassation der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken. So
rügt die Beschwerdeführerin, indem die Vorinstanz sie nicht weiter zu ihren
Aktivitäten für die Gruppierung (...) bzw. (...) befragt habe, sei der Sach-
verhalt unvollständig festgestellt worden.
4.2 Das Verwaltungs- respektive Asylverfahren wird vom Untersuchungs-
grundsatz beherrscht (Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG), wonach die Be-
hörde von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des
rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen, die für das Verfahren notwen-
digen Unterlagen zu beschaffen, die rechtlich relevanten Umstände abzu-
klären und ordnungsgemäss darüber Beweis zu führen hat (BVGE 2015/10
E. 3.2 m.w.H.). Die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhalts bildet somit einen Beschwerdegrund (Art. 106
Abs. 1 Bst. b AsylG). Unrichtig ist sie, wenn der Verfügung ein falscher und
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aktenwidriger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch ge-
würdigt worden sind; unvollständig ist sie, wenn nicht alle für den Entscheid
rechtswesentlichen Sachumstände berücksichtigt werden (vgl. KÖLZ/
HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des
Bundes, 3. Aufl. 2013, Rz. 1043; statt vieler: Urteil des BVGer E-3615/2020
vom 18. Mai 2021 E. 3.2.3). Der Untersuchungsgrundsatz gilt nicht unein-
geschränkt, zumal er sein Korrelat in der Mitwirkungspflicht des Asylsu-
chenden findet (Art. 13 VwVG und Art. 8 AsylG; vgl. AUER/BINDER, Kom-
mentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG],
2. Aufl. 2019, Art. 12 Rz. 9; BVGE 2012/21 E. 5.1).
4.3 Vorliegend erweist sich die Rüge der unvollständigen Sachverhaltsfest-
stellung als unbegründet. Den Akten sind keinerlei Hinweise zu entneh-
men, dass die Vorinstanz die Vorbringen der Beschwerdeführerin nicht
sorgfältig und ernsthaft geprüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt
hätte. So hat sie denn auch nachvollziehbar und hinreichend differenziert
aufgezeigt, dass sie sich mit sämtlichen zentralen Vorbringen der Be-
schwerdeführerin auseinandergesetzt hat. Dabei durfte sich das SEM auf
die wesentlichen Gesichtspunkte beschränken. Im Rahmen der Anhörung
befragte sie die Vorinstanz sodann auch zu ihren Vereinstätigkeiten. Die
Beschwerdeführerin unterliess es jedoch, nähere Ausführungen zu allfälli-
gen Aktivitäten für die Gruppierung (...) bzw. (...) zu machen (vgl. B18/14
F62 ff.). Die Frage, ob sie sich zu ihren wesentlichen Gesuchsgründen
habe äussern können, bejahte die Beschwerdeführerin denn auch aus-
drücklich (vgl. B18/14 F77 f.). Die Vorinstanz musste sich somit nicht ver-
anlasst sehen weitere Abklärungen vorzunehmen.
4.4 Die Rüge erweist sich demnach als unbegründet und es besteht keine
Veranlassung, die Verfügung aus formellen Gründen aufzuheben und die
Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen.
5.
5.1 Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in
dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zuge-
hörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politi-
schen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begrün-
dete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG).
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5.2 Eine Gesuchstellerin muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder
zumindest glaubhaft machen. Sie ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde
ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält.
Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu
wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht
entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismit-
tel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaubhaft-
machen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt
dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE
2015/3 E. 6.5.1 m.w.H.).
5.3 Die Beschwerdeführerin macht subjektive Nachfluchtgründe geltend.
Solche sind anzunehmen, wenn eine asylsuchende Person erst durch die
Flucht aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat oder wegen ihres Verhaltens
nach der Ausreise eine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG zu befürchten
hat. Wesentlich ist, ob die heimatlichen Behörden das Verhalten einer
Person als staatsfeindlich einstufen und diese deswegen bei einer
Rückkehr eine Verfolgung befürchten muss. Personen mit subjektiven
Nachfluchtgründen erhalten zwar kein Asyl, werden jedoch als Flüchtlinge
vorläufig aufgenommen (Art. 54 AsylG; vgl. BVGE 2009/28 E. 7.1).
6.
6.1 Ihren ablehnenden Entscheid begründet die Vorinstanz im Wesentli-
chen damit, dass die Beschwerdeführerin über kein politisches Profil ver-
füge, welches sie bei einer Rückkehr in die Türkei konkret einer flüchtlings-
relevanten Gefahr aussetzen würde. Ihre Teilnahme an den Gezi-Ereignis-
sen im Jahr 2015 in der Türkei vermöge alleine keine begründete Furcht
vor künftigen Verfolgungshandlungen zu bewirken. Ebenso wenig sei da-
von auszugehen, dass sie aufgrund ihrer Familie in den Fokus der türki-
schen Behörden geraten sei. Gleiches gelte für ihr exilpolitisches Engage-
ment. Die Facebook-Einträge, datiert von 2014 bis 2016, genügten nicht,
um aus der grossen Masse der Regimekritiker hervorzutreten, zumal sie
nicht öffentlich seien, sondern nur für ihre Kontakte auf Facebook einseh-
bar. Zudem lasse ihr Profil keine Rückschlüsse auf ihre Person zu und der
Name des Profils sei in der Türkei ohnehin weit verbreitet. Der Kulturverein
(...), der der HDP Partei nahestehe, sei in der Türkei legal und das Sam-
meln von Spenden bei Solidaritätsanlässen sowie die Nennung als Ange-
hörige eines Märtyrers könne von der türkischen Regierung nicht als dro-
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hender Angriff auf das Regime gewertet werden. Gegen ihre Furcht spre-
che darüber hinaus auch, dass sie sich während Telefonaten mit ihrer in
der Türkei lebenden Familie abfällig über die Regierung geäussert habe,
obwohl sie habe vermuten müssen, das Telefon werde abgehört.
6.2 Die Beschwerdeführerin hält dem in der Rechtsmitteleingabe im We-
sentlichen entgegen, sie stamme aus einer sozialistischen Familie und sei
bereits vor ihrer Ausreise wegen ihrer Aktivitäten belästigt worden. Mehrere
ihrer in der Türkei lebenden Verwandten befänden sich in Haft oder würden
durch die Polizei überwacht. Insbesondere bestehe ein Interesse der türki-
schen Behörden an ihr und ihrer Familie, da ihr Neffe bei einem Bomben-
attentat ums Leben gekommen sei und oppositionelle Gruppierungen die
Opfer als Märtyrer verehren würden. Abgesehen davon, dass ihr exilpoliti-
sches Engagement durchaus genüge, um sie aus der Masse der Regime-
kritiker hervorheben zu lassen, seien nicht nur höherrangige Politiker von
Repressionen durch den türkischen Staat betroffen, sondern auch nicht ex-
ponierte Personen, sofern sie sich in den sozialen Medien regimekritisch
geäussert hätten. Dass die heimatlichen Behörden Kenntnis von ihren Bei-
trägen auf Facebook hätten, stehe fest, da sie Freundschaftsanfragen von
Militärangehörigen erhalten habe.
6.3 In den Vernehmlassungen hält die Vorinstanz an ihren Erwägungen
fest und führt ergänzend aus, bei dem Vorbringen, dass die Beschwerde-
führerin auf Facebook diverse Freundschaftsanfragen durch Militärbehör-
den erhalten habe, handle es sich um eine nicht weiter belegte Parteibe-
hauptung. Ohnehin sei nicht nachvollziehbar, warum sich die Militärbehör-
den hätten zu erkennen geben sollen, führe dies doch zur Ablehnung der
Freundschaftsanfrage und vereitle somit den Zweck, sich in den Account
einzuschleichen.
6.4 Die Beschwerdeführerin repliziert dazu, der mit der Replik zu den Akten
gereichte Ausdruck ihres WhatsApp Accounts belege durchaus, dass sie
von Polizei- und Militärangehörigen angefragt worden sei. So hätten sich
diese auf Nachfrage hin als Polizisten zu erkennen gegeben respektive mi-
litärische Profilbilder und Symbole verwendet. Durch diese offene Überwa-
chung solle einer Zielperson angezeigt werden, dass sie beobachtet werde
und ein Zugriff jeder Zeit erfolgen könne. Auch werde die Familie in der
Türkei weiterhin schikaniert. So sei ihr zweitältester Bruder verhaftet wor-
den, während der älteste Bruder von Zivilpolizisten zur Beschwerdeführerin
befragt worden sei.
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6.5 Auch in ihrer Duplik hält die Vorinstanz an ihren Erwägungen fest und
führt ergänzend aus, der mit Replik vom 15. August 2018 zu den Akten
gereichte Auszug aus WhatsApp lasse keinen Bezug zur Beschwerdefüh-
rerin erkennen. Auch ihr Vorbringen die Verhaftung respektive Befragung
ihrer Brüder betreffend sei nicht belegt worden, womit es sich um eine reine
Parteibehauptung handle.
6.6 In der Triplik räumt die Beschwerdeführerin ein, sie habe bislang nicht
gewusst, dass die Verhaftung ihres zweitältesten Bruders nicht politisch
motiviert gewesen sei. Aufgrund des politischen Hintergrundes ihrer Fami-
lie habe jedoch Anlass bestanden, ein politisches Motiv dahinter zu vermu-
ten. Zudem sei sie auf Facebook nun unter dem Profil «(...)» exilpolitisch
aktiv, was die zu den Akten gereichten Auszüge aus Facebook von Oktober
2019 bis Oktober 2020 belegen würden. Den Account «(...)» habe sie ge-
löscht.
7.
7.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Durchsicht der Akten zum
Schluss, dass die Vorinstanz in ihren Erwägungen zutreffend festgehalten
hat, die Vorbringen der Beschwerdeführerin genügten den Anforderungen
an die Flüchtlingseigenschaft nicht. Auf die betreffenden Ausführungen in
der angefochtenen Verfügung und den Vernehmlassungen (vgl. E. 6.1, 6.3
und 6.5 hiervor) kann mit den nachfolgenden Ergänzungen verwiesen
werden. Die Ausführungen auf Beschwerdeebene, welche sich
mehrheitlich auf die Wiedergabe des Sachverhaltes beschränken, und die
eingereichten Beweismittel führen zu keiner anderen Betrachtungsweise.
7.2 Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie habe unter dem Profilna-
men «(...)» ab 2014 begonnen regierungskritische Beiträge auf Facebook
zu veröffentlichen. Dass dies für sie in der Türkei Konsequenzen gehabt
hätte, ist den Akten jedoch nicht zu entnehmen. Selbst ihre Teilnahme an
den Gezi-Ereignissen im Jahr 2015 blieb trotz Auflösung der Kundgebung
durch die Polizei folgenlos (vgl. B18/14 F5; F67, F71 ff.). Hinweise darauf,
sie könnte bis zu ihrer legalen Ausreise aus der Türkei respektive Rück-
reise in die Schweiz im September 2015 (vgl. B4/14 F5.2) allfälligen ernst-
haften Nachteilen seitens der heimatlichen Behörden ausgesetzt gewesen
sein, finden sich ebenso wenig in den Akten, womit nicht davon auszuge-
hen ist, sie sei von den Behörden als Regimegegnerin identifiziert worden.
Bezeichnenderweise ficht die Beschwerdeführerin die Ablehnung des Asyl-
gesuchs auch nicht an, sondern beschränkt sich auf Beschwerdeebene auf
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das Vorbringen subjektiver Nachfluchtgründe zufolge exilpolitsicher Tätig-
keit.
7.3 Auch die geltend gemachte Reflexverfolgung aufgrund des politischen
Engagements ihrer Familienangehörigen in der Türkei scheint wenig wahr-
scheinlich. So gab die Beschwerdeführerin zwar zu Protokoll, dass insbe-
sondere ihre Brüder und die Familien der Schwestern politisch aktiv seien
und von der Polizei unter Druck gesetzt würden, doch vermochte sie dieses
pauschale Vorbringen nicht zu substantiieren (vgl. B18/14 F16, F36 ff.).
Vielmehr ist den Akten zu entnehmen, dass insbesondere die Probleme
ihrer Brüder mit den türkischen Behörden nicht politischer Natur sind. So
geht denn die polizeiliche Schikane des ältesten Bruders offensichtlich auf
eine Messerstecherei vor rund zehn Jahren zurück (vgl. B18/14 F48). Dass
auch die Verhaftung ihres zweitältesten Bruders nicht politisch motiviert ge-
wesen sei und es sich bei diesem Vorbringen lediglich um eine Vermutung
ihrerseits gehandelt habe, räumt die Beschwerdeführerin im Verlauf des
Beschwerdeverfahrens sodann selbst ein (vgl. Triplik vom 10. März 2021,
S. 2). Auch die Tötung des Neffen der Beschwerdeführerin und die (angeb-
lich) nach dessen Tod veröffentlichten Fotografien, vermögen nicht ohne
Weiteres den Fokus der Behörden auf die Beschwerdeführerin und ihre
Angehörigen zu lenken. Zwar lässt sich nicht gänzlich ausschliessen, dass
die Familie der Beschwerdeführerin sich in der Türkei politisch betätigt, wo-
mit für die Beschwerdeführerin eine subjektive Furcht vor künftiger Verfol-
gung nachvollziehbar erscheint. Aus objektiver Sicht sind aufgrund der le-
diglich behaupteten Schikanen und Massnahmen der türkischen Behörden
jedoch keine tatsächlichen Hinweise auf eine Reflexverfolgung der Be-
schwerdeführerin zu erkennen.
7.4 Gemäss Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichtes kann da-
von ausgegangen werden, dass die Aktivitäten kurdischer Exilorganisatio-
nen oder einzelner Exponentinnen und Exponenten eines gewissen For-
mats von regimetreuen Bürgern oder im Ausland lebenden Behördenver-
tretern der Türkei beobachtet werden. Um eine tatsächliche Gefährdung im
Falle der Rückkehr in die Türkei als wahrscheinlich erscheinen zu lassen,
müssen jedoch konkrete Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass exilpolitisch
aktive Staatsangehörige der Türkei tatsächlich das Interesse der heimatli-
chen Behörden auf sich gezogen haben respektive als regimefeindliche
Personen namentlich identifiziert und registriert wurden (vgl. Urteil des
BVGer D-2759/2020 vom 29. September 2021 E. 8.2 m.w.H.).
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7.4.1 Wie unter E. 7.2 hiervor ausgeführt, ist die Beschwerdeführerin vor
ihrer Ausreise im September 2015 nicht als regimefeindliche Person in Er-
scheinung getreten. Die Beschwerdeführerin macht sodann geltend, in der
Schweiz exilpolitisch tätig zu sein. So sei sie Mitglied des Vereins (...) und
für die (...) respektive das (...) tätig gewesen (vgl. B4/14 F7.1 und B18/14
F62 ff.). Auch an Kundgebungen habe sie teilgenommen, wo sie Transpa-
rente und Plakate getragen habe (vgl. B18/14 F53 ff.). Im November 2017
habe sie an einer Veranstaltung zum 100. Jahrestag der Oktoberrevolution
in (...) teilgenommen und an einem Stand ausgeholfen (vgl. B18/14
F36 ff.). Dass die heimatlichen Behörden Kenntnis von all diesen Veran-
staltungen respektive vom Beitrag der Beschwerdeführerin genommen ha-
ben, erscheint bei der der grossen Anzahl regimekritischer Aktivitäten von
türkischen Staatsangehörigen in ganz Westeuropa unwahrscheinlich. Die
Teilnahme der Beschwerdeführerin an solchen Protesten wie auch ihre
pauschale Behauptung, sie sei dabei fotografiert und geheimdienstlich er-
fasst worden, ist im Übrigen weder belegt noch substantiiert worden. Die
am 4. Oktober 2016 von der Beschwerdeführerin auf Facebook veröffent-
lichte Fotografie, die sie ein Plakat in Händen haltend zeigt (vgl. B15/94
S. 13), ist diesbezüglich ebenfalls unbehelflich, zumal daraus nicht hervor
geht, wo und in welchem Zusammenhang die Aufnahme entstanden ist. Es
ist somit nicht davon auszugehen, die Beschwerdeführerin habe aufgrund
ihrer allfälligen Beteiligung an – in der Art und Form als niederschwellig und
massentypisch zu bezeichnenden – Protestaktionen das Missfallen der tür-
kischen Regierung auf sich gezogen.
7.4.2 Auch das Vorbingen, die heimatlichen Behörden hätten die Person
der Beschwerdeführerin durch ihren Auftritt in den sozialen Medien als Re-
gimekritikerin identifiziert, erscheint unwahrscheinlich. So lassen die sich
bei den Akten befindenden Ausdrucke nicht auf eine öffentliche Exponiert-
heit ihrer Person schliessen. Während der ursprünglich von ihr verwendete
Profilname «(...)» bereits kaum Rückschlüsse auf ihre Person zuliess, er-
scheint es noch unwahrscheinlicher, dass sie anhand des nun verwende-
ten Profilnamens «(...)», welcher noch weniger Bezug zu ihrer Person auf-
weist, zu identifizieren ist. Es fällt zudem auf, dass die auf Beschwerde-
ebene eingereichten Beiträge kaum respektive gar nicht «geliked» oder
«geteilt» wurden (vgl. beispielsweise Triplik vom 10. März 2021, Beilage
7,9,11-22), weshalb davon auszugehen ist, dass die Beiträge (wenn über-
haupt) nur einem ausgewählten Kreis zugänglich gemacht wurden. Die Be-
schwerdeführerin bestreitet die von der Vorinstanz geäusserte Vermutung,
dass ihre Beiträge bei Facebook nicht öffentlich einsehbar sind, sodann
auch nicht. Wie die türkischen Behörden dennoch Kenntnis von diesen und
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Seite 12
ihrer Person erhalten haben sollen, vermag die Beschwerdeführerin nicht
zu erklären. Es ist somit nicht davon auszugehen, dass die heimatlichen
Behörden von den Aktivitäten der Beschwerdeführerin in den sozialen Me-
dien Kenntnis genommen hätten, zumal sich in den Akten keine Hinweise
dafür finden, dass für die türkischen Behörden Anlass bestand, wegen ihrer
politischen Anschauungen gegen sie Massnahmen zu ergreifen.
Bezüglich der zu den Akten gereichten Auszüge von WhatsApp stellt die
Vorinstanz zu Recht fest, dass diese keinen Zusammenhang zu der Be-
schwerdeführerin erkennen lassen. So geht aus dem Ausdruck vom 3. Juli
2018 weder hervor, ob es sich tatsächlich um den WhatsApp Account der
Beschwerdeführerin handelt, noch lassen die anfragenden Accounts da-
rauf schliessen, dass türkischen Behörden dahinter stünden. Alleine der
Umstand, dass sich die Personen teilweise auf ihren Profilbildern in Ca-
mouflage zeigen respektive mit Profilnamen wie «(...)» allenfalls auf die
Polizei anspielen könnten (vgl. Replik vom 15. August 2018, Beilage 1),
genügen nicht, das Vorbringen der Beschwerdeführerin, die türkischen Be-
hörden hätten versucht sie über ihren WhatsApp Account auszuspionieren
und einzuschüchtern, wahrscheinlich erscheinen zu lassen. Darüber hin-
aus blockierte die Beschwerdeführerin die (angeblichen) Anfragen im Jahr
2018 (vgl. Replik vom 15. August 2018 respektive 10. März 2021) und
machte nicht geltend, zu einem späteren Zeitpunkt erneut kontaktiert wor-
den zu sein. Wäre sie tatsächlich identifiziert worden und hätten die türki-
schen Behörden versucht sie durch besagte Anfragen einzuschüchtern,
wäre zu erwarten gewesen, dass die Beschwerdeführerin weitere Anfragen
erhält respektive anderweitige Massnahmen gegen sie ergriffen werden.
Der Vollständigkeit halber ist sodann festzuhalten, dass die geltend ge-
machte Bedrohungslage zusätzlich fraglich erscheint, wenn der Rechtsver-
treter der Beschwerdeführerin mehrfach betont, die Beschwerdeführerin
habe gar nie ein Asylgesuch einreichen wollen und dies lediglich auf Ge-
heiss der kantonalen Behörden getan (vgl. Eingabe vom 11. Februar 2021
respektive 22. Juni 2021).
7.4.3 Weiter ist festzustellen, dass das auf Beschwerdeebene eingereichte
Schreiben «An die sensible schweizerische Öffentlichkeit» die (angebliche)
Bedrohungslage ebenfalls nicht glaubhaft zu machen vermag, fasst die Be-
schwerdeführerin darin doch lediglich ihre Gesuchsgründe zusammen
(vgl. Replik vom 15. August 2018, Beilage 2). Dass das Schreiben durch
zahlreiche Organisationen und Privatpersonen unterzeichnet worden ist,
ist als reine Gefälligkeit zu würdigen, weshalb dem Schreiben keine hohe
Beweiskraft zukommt.
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Seite 13
7.5 Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin keine
asylrechtlich relevante Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen konnte und die Vorinstanz zu Recht die
Flüchtlingseigenschaft verneint hat.
8.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist
(Art. 106 Abs. 1 AsylG und Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist abzuweisen,
soweit sie nicht gegenstandslos geworden ist.
9.
9.1 Die Kosten des Beschwerdeverfahrens und die Parteientschädigung
sind der Beschwerdeführerin grundsätzlich nach dem Verhältnis von
Obsiegen und Unterliegen aufzuerlegen beziehungsweise zuzusprechen
(Art. 63 Abs. 1 und Art. 64 Abs. 1 VwVG). Die Beschwerdeführerin ist
bezüglich ihres Antrags auf Feststellung der Flüchtlingseigenschaft
unterlegen. Hingegen hat sie zufolge der wiedererwägungsweisen
Aufhebung der Wegweisung bezüglich ihres Begehrens um Aufhebung der
Dispositivziffern 3 und 4 der angefochtenen Verfügung obsiegt.
Praxisgemäss bedeutet dies ein hälftiges Obsiegen.
9.2 Die Kosten des Verfahrens wären im Umfang des Unterliegens – mithin
zur Hälfte – der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Da jedoch mit Zwi-
schenverfügung vom 12. Juni 2018 die unentgeltliche Prozessführung ge-
mäss Art. 65 Abs. 1 VwVG gewährt wurde, sind keine Verfahrenskosten zu
erheben.
9.3
9.3.1 Mit derselben Verfügung wurde das Gesuch um amtliche Verbeistän-
dung gutgeheissen (aArt. 110a Abs. 1 AsylG) und der Beschwerdeführerin
ihr Rechtsvertreter als Rechtsbeistand bestellt. Soweit die Beschwerdefüh-
rerin – hälftig – unterliegt, ist dem Rechtsvertreter ein Honorar zu Lasten
der Gerichtskasse auszurichten. Im Umfang ihres Obsiegens – ebenfalls
zur Hälfte – ist sie zu Lasten der Vorinstanz für die ihr erwachsenen not-
wendigen Kosten zu entschädigen (Art. 64 Abs. 1 VwVG; Art. 7 ff. VGKE
[SR 173.320.2]).
9.3.2 Der Rechtsvertreter reichte am 18. Februar 2019 eine Honorarnote
zu den Akten, die einen zeitlichen Vertretungsaufwand von insgesamt
11.25 Stunden zu einem Stundenansatz von Fr. 250.– sowie Auslagen in
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der Höhe von Fr. 51.30 ausweist. Der geltend gemachte zeitliche Aufwand
erscheint angesichts der konkreten Verfahrensumstände und nach Berück-
sichtigung der in der Kostennote vom 18. Februar 2019 nicht aufgeführten
Triplik vom 10. März 2021 als angemessen.
Entsprechend den vorgängigen Erwägungen und unter Berücksichtigung
des vom Rechtsvertreter geltend gemachten und für die Parteientschädi-
gung zu berücksichtigenden Stundenansatzes von Fr. 250.– (vgl. Art. 10
Abs. 2 VGKE) beläuft sich die von der Vorinstanz auszurichtende Partei-
entschädigung auf Fr. 1'432.– (inklusive hälftige Auslagen und Mehrwert-
steuerzuschlag).
Nach Praxis des Bundesverwaltungsgerichts werden amtlich eingesetzte
anwaltliche Vertreterinnen und Vertreter mit einem Stundenansatz von
Fr. 200.– bis 220.– entschädigt (vgl. Art. 12 i.V.m. Art. 10 Abs. 2 VGKE).
Der mit Honorarnote vom 18. Februar 2019 geltend gemachte Stundenan-
satz ist entsprechend auf Fr. 220.– herabzusetzen. In Anbetracht des
massgebenden Stundenansatzes von Fr. 220.– und unter Berücksichti-
gung des vorstehenden Aufwands ist dem Rechtsbeistand zulasten des
Gerichts ein amtliches Honorar von insgesamt Fr. 1'263.– (inklusive hälf-
tige Auslagen und Mehrwertsteuerzuschlag) zuzusprechen.
(Dispositiv nächste Seite)
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