Decision ID: 2178adda-4755-43b0-b72d-fad017ed70bc
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ stellte am 9. November 2016 bei der kantonalen Arbeitslosenkasse Antrag
auf Insolvenzentschädigung, nachdem er für die Zeit vom 13. bis 31. Dezember 2013
sowie vom 1. April bis 12. Juli 2014 von seiner Arbeitgeberin, der B._ GmbH, trotz
geleisteter Arbeit keinen Lohn erhalten hatte (act. G 5.1/131 ff.).
A.b Der Versicherte war bei der B._ GmbH ab 1. Dezember 2013 als Hilfsarbeiter
angestellt (act. G 5.1/140). Mit Schreiben vom 15. Juli 2014 forderte der Versicherte
seine Arbeitgeberin auf, die ausstehenden Löhne innert zehn Tagen zu überweisen,
und verweigerte bis auf weiteres die Arbeit (act. G 5.1/109). Mit Schreiben vom 17. Juli
2014 kündigte die B._ GmbH das Arbeitsverhältnis mit dem Versicherten fristlos, da
dieser unentschuldigt nicht mehr am Arbeitsplatz erschienen sei (act. G 5.1/79). Am 21.
August 2014 leitete der Versicherte eine Betreibung über Fr. 43‘286.75 gegen die B._
GmbH ein (act. G 5.1/89). Am 23. Dezember 2014 reichte der Versicherte schliesslich
bei der zuständigen Stelle ein Vermittlungsbegehren ein (act. G 5.1/96 f.). Nach der
erfolglosen Durchführung des Schlichtungsversuchs vom 3. März 2015 wurde dem
Versicherten die Klagebewilligung erteilt (act. G 5.1/91 f.). Daraufhin erhob der
Versicherte am 3. Juni 2015 Klage beim Kreisgericht C._. Dieses verpflichtete mit
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Entscheid vom 10. Mai 2016 die B._ GmbH zur Bezahlung von Fr. 41‘813.95
zuzüglich Zins zu 5% seit dem 1. September 2014 an den Versicherten und erteilte in
diesem Umfang die definitive Rechtsöffnung in der entsprechenden Betreibung (act. G
5.1/110 ff.). Am 18. Oktober 2016 wurde über die B._ GmbH der Konkurs eröffnet
(vgl. act. G 5.1/136). Am 7. November 2016 wurde das Konkursverfahren gegen die
B._ GmbH mangels Aktiven eingestellt (act. G 5.1/90).
A.c Mit Schreiben vom 11. November 2016 teilte die Arbeitslosenkasse dem
Versicherten mit, dass dieser die offenen Lohnforderungen nicht rechtzeitig geltend
gemacht habe. Ein Arbeitnehmer erwerbe keinen Anspruch auf
Insolvenzentschädigung, wenn er seine Lohnforderungen nicht mit tauglichen Mitteln
durchsetze. Dem Versicherten wurde das rechtliche Gehör gewährt und er wurde
aufgefordert, die Korrespondenz betreffend Lohnausständen beizulegen (act. G
5.1/142).
A.d Mit Schreiben vom 15. Dezember 2016 nahm der Versicherte gegenüber der
Arbeitslosenkasse Stellung. Er beantragte die Ausrichtung einer
Insolvenzentschädigung von total Fr. 26‘498.30 für die Zeit vom 13. bis 31. Dezember
2013 sowie vom 1. April bis 12. Juli 2016 (recte: 2014). Weiter beantragte er die
unentgeltliche Rechtspflege sowie die unentgeltliche Rechtsverbeiständung für das
Verfahren vor der Arbeitslosenkasse. Er habe den Geschäftsführer der B._ GmbH
mehrmals mündlich aufgefordert, den Dezemberlohn 2013 zu bezahlen, woraufhin ihm
dieser im Februar 2014 einen Betrag von Fr. 1‘500.-- überwiesen habe. In den Monaten
Januar bis März 2014 habe er bei der B._ GmbH nicht arbeiten können und habe erst
im April 2014 wieder seine Tätigkeit aufgenommen. Bis zu seinem letzten Arbeitstag
am 12. Juli 2014 habe er den Geschäftsführer mehrmals mündlich aufgefordert, den
ausstehenden Lohn zu bezahlen. Da er einen Teil des Dezemberlohns 2013 nach
seinen mündlichen Interventionen erhalten habe, sei er auch davon ausgegangen, dass
er auch nun wiederum den Lohn erhalten werde. Zudem habe ihm der Geschäftsführer
mehrmals versprochen, den ausstehenden Lohn zu bezahlen. Da die Lohnzahlungen
trotzdem ausgeblieben sein, habe er diese schliesslich am 15. Juli 2014 schriftlich
eingefordert, woraufhin ihm die Stelle fristlos gekündigt worden sei. Anfang August
2014 habe er nochmals persönlich das Gespräch mit dem Geschäftsführer gesucht,
was aber auch nicht den gewünschten Erfolg gebracht hätte. Deshalb habe er am 21.
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August 2014 die Betreibung eingeleitet. Am 23. Dezember 2014 habe er schliesslich
bei der zuständigen Schlichtungsbehörde ein Vermittlungsbegehren eingereicht. Nach
erfolgloser Schlichtungsverhandlung vom 3. März 2015 habe er schliesslich am 3. Juni
2015 Klage eingereicht. Mit Entscheid vom 10. Mai 2016 sei die B._ GmbH
verpflichtet worden, ihm einen ausstehenden Lohn von Fr. 41‘813.95 zuzüglich Zins zu
5% seit dem 1. September 2014 zu bezahlen. Erst mit Entscheid vom 18. Oktober
2016 sei der Konkurs über die damalige Arbeitgeberin eröffnet worden. Bis zum 10.
Mai 2016 sei die B._ GmbH noch tätig gewesen, habe mehrere Arbeitnehmer
beschäftigt und diesen angeblich auch regelmässig den Lohn ausbezahlt. Deshalb
habe er bis zu diesem Zeitpunkt von einer Zahlungsfähigkeit ausgehen können. Dies
zeige, dass er den geforderten Lohn frühzeitig genug und auch mit genügendem
Nachdruck eingefordert habe und dass die ehemalige Arbeitgeberin zumindest bis im
Mai 2016 noch als zahlungsfähig habe taxiert werden müssen (act. G 5.1/80 ff.).
A.e Mit Verfügung vom 28. Dezember 2016 lehnte die Arbeitslosenkasse den Antrag
auf Insolvenzentschädigung vom 9. November 2016 ab. Zur Begründung führte sie aus,
dass der Versicherte im Zeitraum vom 1. Januar bis 15. Juli 2014 nichts in eindeutiger
und unmissverständlicher Weise gegen seine ausstehenden Löhne unternommen habe.
Auch habe er eine ernsthafte Garantie für die ausstehenden Löhne weder verlangt noch
eine solche erhalten. Es genüge nicht, den Arbeitgeber immer wieder mündlich auf die
Lohnausstände aufmerksam zu machen, ohne jemals eine schriftliche Abmahnung, in
eindeutiger und unmissverständlicher Weise, an den Arbeitgeber zu richten (act. G
5.1/100 ff.).
B.
B.a Dagegen erhob der Versicherte am 31. Januar 2017 Einsprache. Er beantragte die
Ausrichtung einer Insolvenzentschädigung in der Höhe von mindestens Fr. 26‘498.30,
die Erteilung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung für das vorinstanzliche
Verfahren sowie die Erteilung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung für das
Einspracheverfahren. Zur Begründung wiederholte er im Wesentlichen die
Ausführungen der Stellungnahme vom 15. Dezember 2016 (act. G 5.1/4 ff.).
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B.b Mit Einspracheentscheid vom 26. April 2017 wies die Arbeitslosenkasse die
Einsprache des Versicherten und damit dessen Antrag auf Insolvenzentschädigung ab.
Der Versicherte habe angegeben, dass er bis zur ersten schriftlichen Lohnforderung
vom 15. Juli 2014 ausschliesslich mündlich bei der Arbeitgeberin den ausstehenden
Lohn abgemahnt hätte. Für die Erfüllung der Schadenminderungspflicht genüge es in
der Regel nicht, wenn Lohnausstände lediglich mündlich gemahnt würden. Nach den
mündlichen Abmahnungen sei lediglich eine Teilzahlung von Fr. 1‘500.-- (Valuta 17.
Februar 2014) erfolgt. Nachdem der Versicherte das Arbeitsverhältnis per 31.
Dezember 2013 beendet hätte, da die Arbeitgeberin für die Monate Januar bis März
2014 keine Arbeit für ihn gehabt hätte, sei er am 1. April 2014 erneut ein
Arbeitsverhältnis mit der B._ GmbH eingegangen. Es sei nicht nachvollziehbar,
weshalb der Versicherte in diesen drei Monaten nichts in eindeutiger und
unmissverständlicher Weise gegen seine Lohnausstände unternommen habe und
trotzdem per 1. April 2014 wieder ein Arbeitsverhältnis mit derselben Arbeitgeberin
eingegangen sei. Auch in den folgenden Monaten habe er nie einen Lohn erhalten und
bis zum 15. Juli 2014 keine unmissverständlichen Zeichen (Mahnung, Einleitung der
Betreibung usw.) gesetzt, aus denen die Ernsthaftigkeit seiner Lohnforderung zu
erkennen gewesen wäre. Der Versicherte sei damit seiner Schadenminderungspflicht
nicht nachgekommen, weshalb die Ablehnung des Anspruchs auf
Insolvenzentschädigung zu Recht erfolgt sei. Da sich im vorliegenden Fall keine
besonders schwierigen Rechtsfragen stellen würden, die den Beizug eines
Rechtsanwalts notwendig machen würden, seien die Voraussetzungen für die
unentgeltliche Prozessführung nicht gegeben (act. G 5.1/75 ff.).
C.
C.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die vorliegende Beschwerde vom
29. Mai 2017. Der Beschwerdeführer beantragt dessen Aufhebung und die Ausrichtung
einer Insolvenzentschädigung in der Höhe von total Fr. 26‘498.30 für die Zeit vom 13.
bis 31. Dezember 2013 sowie vom 1. April bis 12. Juli 2014. Weiter sei die
Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihm für das Stellungnahmeverfahren sowie für
das Einspracheverfahren die unentgeltliche Rechtsverbeiständung zu gewähren.
Infolge Mittellosigkeit sei ihm auch für das vorliegende Verfahren die unentgeltliche
Rechtspflege sowie die unentgeltliche Rechtsverbeiständung zu erteilen; alles unter
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Kosten- und Entschädigungsfolge. Er sei seiner Schadenminderungspflicht konsequent
und kontinuierlich nachgekommen. Er habe seinen Arbeitgeber immer wieder mündlich
aufgefordert, den ausstehenden Lohn zu bezahlen. Zudem habe er nicht mit einem
Lohnverlust rechnen müssen, da die B._ GmbH anderen Angestellten die Löhne noch
bis ins Jahr 2016 bezahlt habe und er somit von einer Zahlungsfähigkeit habe
ausgehen können (act. G 1).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 10. Juli 2017 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verweist sie auf die Verfügung vom 28.
Dezember 2016 sowie auf den Einspracheentscheid vom 26. April 2017 (act. G 5).
C.c Am 19. Juli 2017 wird dem Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung für das Beschwerdeverfahren entsprochen (act. G 6).
C.d Mit Schreiben vom 19. September 2017 verzichtet der Beschwerdeführer auf eine
Stellungnahme zu den von der Beschwerdegegnerin mit der Beschwerdeantwort
eingereichten Akten (act. G 10).
C.e Am 19. Dezember 2017 reicht der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers eine
Kostennote über Fr. 2‘639.50 (Honorar 11.75 Stunden à Fr. 200.--, total Fr. 2‘350.--
zuzüglich 4% Barauslagen und 8% Mehrwertsteuer) ein (act. G 12).

Erwägungen
1.
1.1 Vorliegend wird dem Beschwerdeführer eine Verletzung der
Schadenminderungspflicht vorgeworfen, weil er sich nicht in ausreichendem Masse um
die Einforderung seiner Lohnausstände bemüht habe. Es ist daher zu prüfen, ob dieser
Vorwurf zu Recht erfolgte oder ob ein Anspruch auf Insolvenzentschädigung gegeben
ist.
1.2 Beitragspflichtige Arbeitnehmende von Arbeitgebern, die in der Schweiz der
Zwangsvollstreckung unterliegen oder in der Schweiz Arbeitnehmende beschäftigen,
haben unter anderem Anspruch auf Insolvenzentschädigung, wenn gegen ihren
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Arbeitgeber der Konkurs eröffnet wird und ihnen in diesem Zeitpunkt Lohnforderungen
zustehen (Art. 51 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die obligatorische
Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung [AVIG; SR 837.0]). Die
Insolvenzentschädigung deckt die Lohnforderungen für die letzten vier Monate des
Arbeitsverhältnisses vor der Konkurseröffnung sowie allenfalls Lohnforderungen für
Arbeitsleistungen nach der Konkurseröffnung, für jeden Monat jedoch nur bis zum
Höchstbetrag nach Art. 3 Abs. 2 AVIG (Art. 52 Abs. 1 Satz 1 AVIG).
1.3 Die Arbeitnehmenden müssen im Konkurs- oder Pfändungsverfahren alles
unternehmen, um ihre Ansprüche gegenüber dem Arbeitgeber zu wahren, bis die
Kasse ihnen mitteilt, dass sie an ihrer Stelle in das Verfahren eingetreten ist (Art. 55
Abs. 1 Satz 1 AVIG). Gemäss der Rechtsprechung des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts (EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des
Bundesgerichts) müssen versicherte Personen nicht nur im Konkurs- oder
Pfändungsverfahren und nach Auflösung des Arbeitsverhältnisses die Lohnansprüche
innert nützlicher Frist geltend machen, sondern es obliegt ihnen bereits vor Auflösung
des Arbeitsverhältnisses eine Schadenminderungspflicht, wenn die Arbeitgeberschaft
der Lohnzahlungspflicht nicht oder nur teilweise nachkommt und die Arbeitnehmenden
mit einem Verlust rechnen müssen (ARV 2002 Nr. 30 S. 192 E. 1b).
1.4 Die Bestimmung von Art. 55 Abs. 1 AVIG bezieht sich gemäss Wortlaut auf das
Konkurs- und Pfändungsverfahren. Sie bildet jedoch Ausdruck der allgemeinen
Schadenminderungspflicht, welche auch dann Platz greift, wenn das Arbeitsverhältnis
vor der Konkurseröffnung aufgelöst wird (ARV 2010 Nr. 1 S. 48 E. 3.2; ARV 2007 Nr. 3
S. 50 E. 2.1). Eine Ablehnung der Insolvenzentschädigung infolge Verletzung der
Schadenminderungspflicht im Sinne von Art. 55 Abs. 1 AVIG setzt voraus, dass der
versicherten Person ein schweres Verschulden, also vorsätzliches oder
grobfahrlässiges Handeln oder Unterlassen vorgeworfen werden kann (Urteil des
Bundesgerichts vom 20. Oktober 2010, 8C_534/2010, E. 3.1; Urteil des EVG vom 19.
Oktober 2006, C 144/06, E. 3.1 mit Hinweisen). Das Ausmass der vorausgesetzten
Schadenminderungspflicht richtet sich nach den Umständen des Einzelfalls (ARV 2007
Nr. 3 S. 51 E. 2.1; Urteil des Bundesgerichts vom 20. Oktober 2010, 8C_534/2010, E.
3.1). Es hat eine Gesamtbetrachtung der Bemühungen des Arbeitnehmers bzw. der
Arbeitnehmerin Platz zu greifen (URS BURGHERR, Die Insolvenzentschädigung, Diss.
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Zürich 2004, S. 166). Dabei ist es ausreichend, wenn die arbeitnehmende Person
zunächst unmissverständliche Zeichen (Mahnung, Einleiten der Betreibung usw.) setzt,
aus denen die Ernsthaftigkeit ihrer Lohnforderung zu erkennen ist. Sie darf allerdings
nicht untätig bleiben und zuwarten, bis der Arbeitgeber bzw. die Arbeitgeberin in
Konkurs fällt (Urteil des EVG vom 15. Oktober 2001, C 194/01, E. 2b mit Hinweisen;
BURGHERR, a.a.O., S. 166).
1.5 Nach konstanter Rechtsprechung genügt es für die Erfüllung der
Schadenminderungspflicht in der Regel nicht, wenn Lohnausstände lediglich mündlich
gemahnt werden. Dies gilt beispielsweise, wenn es um eine lang andauernde, das
heisst über zwei bis drei Monate hinaus andauernde Nichterfüllung der vertraglichen
Verpflichtung des Arbeitgebers geht; wenn überhaupt keine, also auch keine Akonto-
oder Teilzahlung erfolgt; wenn aus der Sicht der versicherten Person nicht mit guten
Gründen damit gerechnet werden kann, dass sich bald eine Besserung der Situation
ergibt, und wenn nicht andere, im Einzelfall verständliche Gründe vorliegen, die ein
Zuwarten mit zielgerichteten Schritten aus objektiver Sicht verständlich erscheinen
lassen (Bundesgerichtsurteile vom 29. August 2011, 8C_61/2011, E. 4.2, und vom 23.
Oktober 2009, 8C_682/2009, E. 4, veröffentlicht in ARV 2010 S. 46).
2.
2.1 Dem Beschwerdeführer wird für seine Untätigkeit während der Zeit vom 1. Januar
2014 bis 15. Juli 2014 eine Verletzung der Schadenminderungspflicht vorgeworfen.
Insbesondere habe er in dieser Zeit seine Arbeitgeberin nie schriftlich aufgefordert, den
ausstehenden Lohn vollständig zu bezahlen. Dadurch sei er der
Schadenminderungspflicht nicht in genügendem Masse nachgekommen.
2.2 Der Beschwerdeführer nahm das Arbeitsverhältnis mit der Arbeitgeberin gemäss
Arbeitsvertrag vom 27. November 2013 erstmals am 1. Dezember 2013 auf. Er wurde
als Hilfsarbeiter bei einem monatlichen Bruttogehalt von Fr. 3‘950.-- eingestellt (act. G
5.1/140). Bereits im Dezember 2013, also im ersten Monat seiner Anstellung, erhielt er
keinen Lohn ausbezahlt. Nach mehrfach (geltend gemachter) mündlicher Mahnung
erhielt er von der Arbeitgeberin am 17. Februar 2014 (Valutadatum) eine Teilzahlung
von Fr. 1‘500.--. Nachdem der Versicherte mangels Arbeit von Januar bis März 2014
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nicht bei der Arbeitgeberin arbeiten konnte, nahm er im April 2014 die Tätigkeit dort
wieder auf. In der Folge erhielt der Beschwerdeführer weder den ausstehenden
Lohnanspruch für den Dezember 2013 noch wurden die laufenden Löhne ab April 2014
ausbezahlt. Gemäss eigenen Angaben habe der Beschwerdeführer beim
Geschäftsführer seiner Arbeitgeberin mehrfach mündlich interveniert. Da ihm dieser
mehrmals versprochen habe, den ausstehenden Lohn zu bezahlen, und da er
schliesslich im Februar 2014 bereits eine Teilzahlung geleistet hatte, habe er
weitergearbeitet. Zudem habe die damalige Arbeitgeberin meistens die Auslagen für
das Mittagessen und auch für die stattgefundenen Pausen übernommen, wobei die
Mittagsentschädigung gestützt auf den Landesmantelvertrag für das Schweizerische
Bauhauptgewerbe (LMV) ein Teil des Arbeitsvertrages und somit geschuldet gewesen
sei. Weiter habe er den Worten des Geschäftsführers Glauben geschenkt, da er diesen
gekannt habe und beide aus der gleichen Gegend stammen würden (vgl. act. G 1, S. 7
f.). Erst am 15. Juli 2014 forderte der Beschwerdeführer seine Arbeitgeberin schriftlich
auf, die ausstehenden Löhne innert zehn Tagen zu überweisen, und verweigerte bis auf
weiteres die Arbeit (act. G 5.1/109). Mit diesem langen Zuwarten während sechseinhalb
Monaten seit dem ausstehenden Dezemberlohn 2013 und zweieinhalb Monaten seit
dem ausstehenden Aprillohn 2014 kam er seiner Schadenminderungspflicht nicht in
genügendem Masse nach. Nachdem der Beschwerdeführer bereits im ersten Monat
seines Arbeitsverhältnisses mit der Arbeitgeberin nur einen Teil seines Lohnes, und
auch diesen nur auf wiederholtes Nachfragen mit erheblicher Verspätung erhielt,
konnte er auch in der Folge nicht mehr gutgläubig davon ausgehen, dass die
Arbeitgeberin ihren angeblichen Versprechungen nachkommen würde. Dass er und der
Geschäftsführer der Arbeitgeberin aus der gleichen Gegend stammen und sich kennen,
ist diesbezüglich nicht relevant. Auch daraus, dass die Arbeitgeberin „meistens“ die
Auslagen für das Mittagessen übernommen habe, kann der Beschwerdeführer nichts
zu seinen Gunsten ableiten, da es sich diesbezüglich im Vergleich zu den
ausstehenden Lohnzahlungen lediglich um marginale Beträge handelt. Aus der
einmaligen Zahlung von Fr. 1‘500.-- im Februar 2014 konnte er ebenso wenig darauf
schliessen, dass weitere Zahlungen erfolgen würden. Entsprechende Zusicherungen
seitens der Arbeitgeberin sind nicht ausgewiesen. Da es sich zudem um ein neues
Arbeitsverhältnis handelte, bei welchem ab dem ersten Monat die Lohnzahlungen mit
Ausnahme einer Teilzahlung nicht erfolgt sind, gab es auch keinen besonderen Anlass,
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auf die angeblichen Zusicherungen der Arbeitgeberin zu vertrauen. Insgesamt hat der
Beschwerdeführer im Sinne der angeführten Rechtsprechung die
Schadenminderungspflicht in einer Weise verletzt, dass der Anspruch auf eine
Insolvenzentschädigung verneint werden muss. Somit ist die verfügte
Leistungsverweigerung nicht zu beanstanden.
3.
3.1 Zu prüfen bleibt die Frage der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung im
Verwaltungs- bzw. im Einspracheverfahren.
3.2 Gemäss Art. 29 Abs. 3 der Bundesverfassung (BV; SR 101) hat jede Person, die
nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und deren Rechtsbegehren nicht
aussichtslos erscheint, Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege. Falls es zur Wahrung
ihrer Rechte notwendig ist, hat sie ausserdem Anspruch auf unentgeltlichen
Rechtsbeistand.
3.3 Der gesuchstellenden Person wird im Sozialversicherungsverfahren ein
unentgeltlicher Rechtsbeistand bewilligt, wo die Verhältnisse es erfordern (Art. 37 Abs.
4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[ATSG; SR 830.1]). Rechtsprechungsgemäss besteht im Einspracheverfahren, welches
Elemente eines streitigen Verfahrens aufweist, ein Anspruch auf unentgeltliche
Verbeiständung, soweit die Voraussetzungen der Bedürftigkeit der Partei, der
fehlenden Aussichtslosigkeit der Rechtsbegehren und die sachliche Gebotenheit im
konkreten Fall erfüllt sind. Hinsichtlich der sachlichen Gebotenheit der unentgeltlichen
anwaltlichen Verbeiständung im Einspracheverfahren sind die Umstände des
Einzelfalls, die Eigenheiten der anwendbaren Verfahrensvorschriften sowie die
Besonderheiten des jeweiligen Verfahrens zu berücksichtigen. Dabei fallen neben der
Komplexität der Rechtsfragen und der Unübersichtlichkeit des Sachverhalts auch in
der Person des Betroffenen liegende Gründe in Betracht, wie etwa seine Fähigkeit, sich
im Verfahren zurechtzufinden. Falls ein besonders starker Eingriff in die Rechtsstellung
des Bedürftigen droht, ist die Verbeiständung grundsätzlich geboten, andernfalls bloss,
wenn zur relativen Schwere des Falls besondere tatsächliche oder rechtliche
Schwierigkeiten hinzukommen, denen der Gesuchsteller auf sich alleine gestellt nicht
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gewachsen ist, und wenn auch eine Verbeiständung durch Verbandsvertreter,
Fürsorger oder andere Fach- und Vertrauensleute sozialer Institutionen nicht in
Betracht fällt. Die sachliche Notwendigkeit wird nicht allein dadurch ausgeschlossen,
dass das in Frage stehende Verfahren von der Offizialmaxime oder dem
Untersuchungsgrundsatz beherrscht wird, die Behörde also gehalten ist, an der
Ermittlung des rechtserheblichen Sachverhalts mitzuwirken. Die Offizialmaxime
rechtfertigt es jedoch, an die Voraussetzungen, unter denen eine anwaltliche
Verbeiständung sachlich geboten ist, einen strengen Massstab anzulegen (Urteil des
Bundesgerichts vom 10. April 2015, 8C_48/2015, E. 2.2 mit Hinweisen).
3.4 Im vorliegenden Fall handelte es sich bezüglich des Gesuchs um
Insolvenzentschädigung um einen klaren, im Wesentlichen unbestrittenen Sachverhalt,
welcher überdies auch im Entscheid des Kreisgerichts C._ vom 10. Mai 2016 zu
einem grossen Teil festgehalten wurde (vgl. act. G 5.1/110 ff.). Es wäre dem
Beschwerdeführer ohne weiteres zumutbar gewesen, den Sachverhalt ohne die
Unterstützung seines Rechtsvertreters anzugeben und die entsprechenden Unterlagen
dazu einzureichen. Weiter sind auch weder eine besondere Komplexität der
Rechtsfragen oder besondere Eigenheiten der anwendbaren Verfahrensvorschriften zu
erkennen, die eine Rechtsverbeiständung bereits im Verwaltungs- bzw. im
Einspracheverfahren notwendig gemacht hätten. Somit mangelt es insgesamt an der
sachlichen Gebotenheit der unentgeltlichen anwaltlichen Verbeiständung, an welche in
diesem Verfahrensstadium rechtsprechungsgemäss strenge Anforderungen zu stellen
sind. Demnach ist die Abweisung des entsprechenden Gesuchs durch die
Beschwerdegegnerin nicht zu beanstanden.
4.
4.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.
4.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).
4.3 Aufgrund der Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung im Verfahren
vor Versicherungsgericht ist der Staat zu verpflichten, für die Kosten der
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Rechtsvertretung des Beschwerdeführers aufzukommen. Die Parteientschädigung wird
vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art.
61 lit. G ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte
und Rechtsagenten (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Mit
Kostennote vom 19. Dezember 2017 machte der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers ein im Sinne von Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes (sGS 963.70)
um einen Fünftel herabgesetztes Honorar von Fr. 2'350.-- zuzüglich 4% Barauslagen
und 8% Mehrwertsteuer, total Fr. 2'639.50 geltend. Diese Kostenrechnung erscheint
angemessen. Demzufolge hat der Staat den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
mit Fr. 2'639.50 zu entschädigen.
4.4 Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtsverbeiständung gewährt wurde, ist zur
Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).