Decision ID: 7ebd0c1e-4d9c-4a32-bc0d-1903063e3d37
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._, geboren 1962, meldete sich am 2. Juli 2012 bei der Invali
den
versicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 9/2). Die Sozialversiche
rungs
an
stalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte unter anderem ein polydiszipli
näres Gut
achten ein, das von den Ärzten der A._ am 30. April 2014 erstattet wurde (Urk. 9/35).
Mit Vorbescheid vom 8. Mai 2014 (Urk. 9/37) stellte sie dem Versicherten in Aus
sicht, einen Rentenanspruch zu verneinen. Nach dagegen erhobenen Ein
wänden (Urk. 9/39) holte die IV-Stelle unter anderem ein polydisziplinäres Gutachten ein, das von Ärzten der B._ am 17. Januar 2017 erstattet wurde (Urk. 9/82).
Mit Verfügung vom 16. Februar 2017 verneinte die IV-Stelle einen Renten
an
spruch (Urk. 9/86 = Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am 20. März 2017 Beschwerde gegen die Verfügung vom 16. Februar 2017 (Urk. 2) mit den Anträgen (Urk. 1 S. 2), sie sei aufzuheben (Ziff. 1), die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihm Leistungen der Invali
denversicherung zuzusprechen (Ziff. 2), eventuell sei sie zu verpflichten, ihm eine befristete ganze Rente von Januar 2014 bis August 2016 zuzusprechen (Ziff. 3), subeventuell sei sie zu verpflichten, ihm berufliche Massnahmen zuzusprechen (Ziff. 4.).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 11. Mai 2017 (Urk. 8) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Gerichtsverfügung vom 17. Mai wurden antragsgemäss (vgl. Urk. 1 S. 2 unten) die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung bewilligt (Urk. 10).
Am 16. August 2017 erstattete der Beschwerdeführer eine Replik (Urk. 14). Am 28. August 2017 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf eine Duplik (Urk. 17), was dem Beschwerdeführer am 30. August 2017 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 18).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen
Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleiben
de ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Fol
gen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
un
fähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
).
1.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b).
1.4
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass per
sönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäf
ti
gungs
grad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 75 E. 5b/
aa
). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
bb
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesund
heitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbeding
ten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichts
punkts führen
dürfen (Urteile des Bundesgerichts 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1 und 8C_805/2016 vom 22. M
ärz 2017 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) auf den Standpunkt, gemäss dem A._
-Gutachten vom 3
0.
April 2014
lägen
keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
vor
(S. 1). Gemäss den vor
liegenden medizinischen Beurteilungen
sei von einem seither unveränderten Zustand auszugehen.
Es lägen
aus psychiatrischer Sicht keine ICD-Diagnosen und keine
körperliche
n
Krankheitsgeschehen vor, welche eine dauerhafte
,
erhebliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründen könnten. Es seien sämtliche Tätigkeiten zumutbar, welche das Aufsuchen einer Toilette und eine regelmässige Nahrungsaufnahme ermöglichten. Damit sei weiterhin nicht von einer Invalidität auszugehen (
S. 2 oben
).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1), aus näher dargelegten Gründen sei davon auszugehen, dass sich sein Zustand seit der A._-Begutachtung (April 2014) verschlechtert habe (S. 7 f. Ziff. 16 ff.). Das B._-Gutachten sei aus näher dargelegten Gründen (S. 10 ff. Ziff. 27 ff.) nicht uneingeschränkt beweistauglich (S. 10 Ziff. 26). Schliesslich äusserte er sich zu einem allfälligen
Einkommensvergleich
(S. 14 f. Ziff. 37 ff.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist mithin, wie es sich mit dem Gesundheitszustand, der Arbeitsfähigkeit und einem allfälligen Rentenanspruch des Beschwerdeführers verhält.
2.4
Nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist, da darüber nicht verfügt wurde, ein allfälliger Anspruch auf berufliche Massnahmen. Auf den diesbe
züg
lichen Subeventualantrag ist deshalb nicht einzutreten.
3.
3.1
Dr. C._, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, führte in ihrem Bericht vom 17. September 2012 (Urk. 9/12) aus, sie behandle den Beschwerdeführer seit März 2011 (Ziff. 1.2), und nannte folgende Diagnosen (Ziff. 1.1):
-
depressive Störung
-
akzentuiert im Frühjahr 2012
-
morbide Adipositas
-
Status nach Magen-Bypassoperation Mai 2004
-
chronisches
thorakolumbales
Schmerzsyndrom
-
Raucherbronchitis
Es finde eine psychiatrische Behandlung statt (Ziff. 1.5).
Sie habe vom 14. Juni bis 13. Juli 2012 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert, seither könne sie die Arbeitsunfähigkeit nicht mehr beurteilen (Ziff. 1.6).
Zur bisherigen Tätigkeit führte sie aus, der Patient habe laut eigenen Angaben seine Tätigkeit als Autohändler schon vor mehreren Jahren mangels Aufträgen aufgeben müssen (Ziff. 1.7).
3.2
D._, Psychologin, und E._, Oberärztin, Sanatorium F._, führten in ihrem Bericht vom 9. November 2012 (Urk. 9/15) aus, sie behandelten den Beschwerdeführer seit 12. Juli 2012 (Ziff. 1.2), und nannten als Diagnose eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1;
Ziff. 1.1).
Sie attestierten eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % ab 12. Juli 2012 (Ziff. 1.6). Sie erachteten eine Tätigkeit in einem geschützten Rahmen als unter tages
struktu
rieren
den Aspekten sinnvoll (Ziff. 1.7) und als fraglich, ob mit Mass
nahmen die Arbeitsfähigkeit wieder hergestellt werden könne (Ziff. 1.8).
3.3
In ihrem Verlaufsbericht vom 26. Juni 2013 (Urk. 9/22) führte Dr. C._ (vorstehend E. 3.1) aus, aus ihrer Sicht würden körperlich anstrengende Tätig
kei
ten wegen der
Diskushernienproblematik
mit chronischem Schmerz
syndrom sowie wegen der morbiden Adipositas ausscheiden. Für die Beurteilung der mentalen Belastbarkeit verwies sie auf die behandelnde Psychiaterin.
3.4
In ihrem Bericht vom 8. Juli 2013 (Urk. 9/23) nannten die Fachpersonen des Sanatoriums F._ bei im Übrigen gleichen Angaben wie im November 2012 (vorstehend E. 3.2) nebst der schon gestellten Diagnose zusätzlich als Differen
tial
diagnose (DD) eine andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembe
lastung (ICD-10 F62.0; Ziff. 1.1).
3.5
Am 30. April 2014 erstatteten die Ärzte der A._ ein Gutachten im Auftrag der Beschwerdegegnerin (Urk. 9/35). Sie stützten sich auf die ihnen überlassenen Akten (S. 2 ff.), die Angaben des Beschwerdeführers (S. 4 ff., S. 9 f., S. 15, S. 19 ff.) und ihre am 3. und 12. Februar 2014 erfolgte internistische, neurologische, orthopädische und psychiatrische Untersuchung (S. 1 unten).
Sie nannten keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sowie die fol
genden, hier verkürzt angeführten Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit (S. 27 Ziff. 3):
-
morbide Adipositas Grad II, BMI von 39.4 kg/m
2
-
COPD (
chronic
obstructive
pulmonal
disease
; chronisch obstruktive Lungenerkrankung)
-
Status nach
Cholezystektomie
-
kein ausreichender Anhalt für eine psychiatrische Erkrankung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit, allenfalls mögliche posttraumatische Belastungs
störung (ICD-10 F43.1)
In der zusammenfassenden Konsensbeurteilung führten sie aus, die Arbeits
fähig
keit des Versicherten in der zuletzt ausgeübten sowie jedweder vergleich
baren Tätigkeit oder auch einer anderen, körperlich leichten, wechsel
belastend oder über
wiegend sitzend ausgeübten Tätigkeit des allgemeinen Arbeitsmarkts sei per sofort als zu 100 % gegeben anzusehen. Eine namhafte somatische Erkrankung, die der oben definierten Arbeitsfähigkeit entgegenstünde, sei nicht hinreichend wahrscheinlich. Die aktenkundig attestierte somatische spinale Einschränkung habe sich nicht objektivieren lassen und auch die leichtgradige Gonarthrose sei nicht ausreichend, um die wie angegeben definierte Arbeitsfähigkeit zu mindern (S. 26 oben).
Eine psychiatrische Erkrankung sei als allenfalls möglich einzuschätzen, deren Ausmass jedoch zumindest zweifelhaft, die aktenkundige Einschätzung einer schwerwiegenden posttraumatischen Psychopathologie beruhe auf einer unkriti
schen einfachen Extrapolation reklamierter Klagen mit mangelhafter Plausibili
tätsprüfung, sei also zumindest versicherungsmedizinisch nicht haltbar (S. 26 Mitte).
Therapeutisch seien eine Nikotinkarenz und eine Gewichtsreduktion vorrangig, die medizinisch gut zumutbare Mitarbeit des Versicherten sei dabei auch als Mass des Leidensdrucks interpretierbar und dürfe erwartet werden. Hinsichtlich der reklamierten
psychischen Beschwerden sei eine motivierte Teilnahme an psycho
therapeutischen Massnahmen ebenfalls medizinisch gut zumutbar und bei einem entsprechenden Leidensdruck zu erwarten. Die Therapie könne dabei durchaus neben einer vollschichtigen Arbeitstätigkeit erfolgen (S. 26).
In allen Teilgutachten sei ein erheblicher, als bewusstseinsnah imponierender demonstrativer Beschwerdevortrag deutlich geworden, was in der bisherigen Bewertung der Klagen eine unzureichende Berücksichtigung gefunden habe (S. 26 unten).
Im psychiatrischen Teil des Gutachtens wurde ausgeführt, im psychischen Befund sei ein Wechsel von
euthymer
Stimmungslage mit einem dysphorischen Verhal
ten, Unwilligkeit, Reizbarkeit und Aggressivität zu beobachten, wobei die gesamte Präsentation erheblich verdeutlichend wirke. Eine affektive Beteiligung bei den geschilderten Beschwerden und Erlebnissen sei nicht überzeugend zu erkennen (S. 25 oben).
Die anamnestisch geschilderten Ereignisse wären zwar grundsätzlich geeignet, eine posttraumatische Belastungsstörung zu begründen, aus Sicht des Gutachters verblieben jedoch angesichts von näher bezeichneten Diskrepanzen erhebliche Zweifel, so dass die genannte Diagnose allenfalls als möglich zu bezeichnen sei. Dabei sei auch zu berücksichtigen, dass die somatischen Teilgutachten deutliche Hinweise auf eine bewusstseinsnahe demonstrative Darbietung von Einschrän
kungen und Beschwerden böten, wie auch eine lineare Übernahme der reklamier
ten psychischen Beeinträchtigungen nicht in Betracht komme. Die langjährige erfolgreiche Erwerbsbiographie spreche ebenfalls zumindest gegen die Annahme einer die Arbeitsfähigkeit namhaft mindernden psychiatrischen Erkrankung. Überzeugende Brückensymptome mit minderndem Einfluss auf die Arbeitsfähig
keit fehlten, vielmehr sei der Versicherte über lange Jahre auch unternehmerisch selbständig erfolgreich tätig und offensichtlich leistungsfähig gewesen (S. 25).
Die anderslautenden aktenkundigen Einschätzungen der Behandler hätten die vorgetragenen psychischen Störungen aus Sicht des Gutachters ohne hinreichend kritische Plausibilitätsprüfung übernommen und auch den fehlenden Effekt ihrer Therapie (was eine Überprüfung der diagnostischen Grundannahme erfordert hätte) und die geringe therapeutische Motivation des Versicherten nicht ausrei
chend reflektiert. Schon aufgrund des verdeutlichenden Beschwerdevortrages und der Hinweise auf bewusstseinsnahe Überlagerungen sei die Attestierung einer
gravierenden Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit nicht mit der gebotenen Wahrscheinlichkeit möglich (S. 25 unten).
3.6
Am 19. Februar 2015 erstattete Dr. C._ einen weiteren Bericht, den sie zugleich als Wiedererwägungsgesuch zum am 8. Mai 2015 ergangenen Vor
be
scheid bezeichnete (Urk. 9/61). Darin nannte sie als neue Diagnose einen Status nach
Distalisierung
der
Jejuno-Jenunostomie
mit Verlängerung des
biliopan
kreatischen
Schenkels am 6. Januar 2014. Bei der psychologischen Behandlung sei es infolge mutterschaftsbedingten Weggangs von D._ zu einer Lücke gekommen.
3.7
Dr. G._, Klinik für Endokrinologie und Diabetologie, Universitäts
spital H._, führte in ihrem Bericht vom 23. März 2015 (Urk. 9/64/1-6) aus, der Beschwerdeführer werde seit 24. April 2014 behandelt (Ziff. 1.2), und nannte folgende Diagnosen (Ziff. 1.1):
-
Status nach Anlage proximaler Magenbypass Mai 2004 bei Adipositas Grad III (BMI 48 kg/m
2
)
-
Status nach
Distalisierung
der
Jejuno-Jenunostomie
mit Verlängerung des
biliopankreatischen
Schenkels am 6. Januar 2014 bei sekundärer Gewichts
zunahme (BMI 42 kg/m
2
)
-
aktuell BMI 35 kg/m
2
-
persistierende
Steatorrhoe
, teils mit Stuhlinkontinenz
-
Eiweissunterversorgung
Zur Arbeitsunfähigkeit (als Autohändler) führte sie aus, die Therapiemöglich
kei
ten seien zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht voll ausgeschöpft (Ziff. 1.6).
Mit einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit könne je nach Therapieerfolg und Willen des Patienten, die Therapieempfehlungen umzusetzen, gerechnet wer
den (Ziff. 1.9).
3.8
Dr. I._, Assistenzärztin, und Dr. J._, Oberarzt, Sana
to
rium F._, nannten in ihrem Bericht vom 14. Januar 2016 (Urk. 9/68) fol
gende Diagnosen (S. 1):
-
posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
-
DD andauernde Persönlichkeitsstörung (richtig: -änderung) nach Extrem
belastung (ICD-10 F62.0)
-
Opfer von Verbrechen und Terrorismus einschliesslich Folterung (ICD-10 Z65.4)
Sie führten unter anderem aus, seit dem letzten Bericht im Juli 2013 (vorstehend E. 3.4) habe sich die psychische Situation des Patienten verschlechtert (S. 1 Mitte).
Seit dem 18. März 2015 erscheine er in 1-2 wöchentlichen Abständen zur The
ra
pie (S. 2 oben).
Die im Gutachten (vorstehend E. 3.5) beschriebene geringe affektive Beteiligung des Patienten bei der Exploration sei aus ihrer Sicht nicht aufgrund einer man
gelhaften Schwere der Symptomatik zu begründen, sondern aufgrund des nicht vorhandenen Vertrauensverhältnisses zwischen ihm und dem Gutachter. Sie sähen die - näher genannten - Kriterien für eine posttraumatische Belastungsstö
rung als voll erfüllt (S. 2 Mitte).
3.9
Vom 13. bis 21. Januar 2016 weilte der Beschwerdeführer im Stadtspital K._, wo am 14. Januar 2016 eine diagnostische
Laparaskopie
, eine
Laparatomie
und ein
Mesolückenverschluss
vorgenommen wurde (vgl. Urk. 9/82 S. 16 Ziff. 2.1.2).
3.10
Am 17. Januar 2017 erstatteten die Ärzte der B._ ein Gutachten im Auf
trag der Beschwerdegegnerin (Urk. 9/82). Sie stützten sich auf die ihnen über
lassenen und vom Beschwerdeführer mitgebrachte Akten (S. 5 ff.), dessen Anga
ben (S. 18 ff.) und die von ihnen am 5./6. Dezember 2016 (S. 1 Mitte) erhobe
nen internistischen, orthopädischen und psychiatrischen Befunde.
Sie nannten folgende Hauptdiagnosen mit Einschränkung der zumutbaren Arbeits
fähigkeit (S. 38 Ziff. 7.1.1):
-
Abszesse ventral im Bereich des Lebersegmentes 6 und 8, sowie am Leberunterrand bei
-
Status nach
Mesolückenverschluss
am 14. Januar 2016 bei einer Brolin-Hernie mit mechanischem Ileus
-
Status nach
laparaskopischem
Magen-Bypass mit
antekolischem
Jejunum-
Hochzug
und 150 cm proximaler Schenkellänge Mai 2004 (H._) bei morbider Adipositas Grad III
-
Status nach
Distalisierung
der
Jejuno-Jenunostomie
mit Verlängerung des
biliopankreatischen
Schenkels Januar 2014 (H._)
-
aktuell: sonographisch persistierende Abszesse, Leukozytose,
Thrombozytose
,
normochrome
normozytäre
Anämie
Sie nannten folgende Nebendiagnosen ohne wesentliche Einschränkung der Arbeits
fähigkeit (S. 38 Ziff. 7.1.2):
-
Lumboischialgie
rechts bei degenerativen Veränderungen der LWS, ohne neurologische Befunde
-
leichte
Impingement
-Symptomatik Schulter rechts
-
COPD bei persistierendem Nikotinabusus und Status nach mindestens 50 p/y
-
anamnestisch Asthma bronchiale
-
normochrome
,
normozytäre
Anämie mit/bei latentem Eisenmangel
-
Arbeitslosigkeit (ICD-10 Z56.0)
-
Status nach Teilnahme im Bürgerkrieg (ICD-10 Z65.5)
-
Verdacht auf Rentenbegehren (ICD-10 F68.0)
Anamnestisch wurde unter anderem festgehalten, der aus dem Libanon stammende Mann habe bereits im Alter von 13 Jahren im libanesischen Bürger
krieg aktiv teilgenommen. Als Angehöriger der libanesischen Armee sei er inhaf
tiert und gefoltert worden. Ein Jurastudium habe er nach einem Jahr abbrechen müssen. 1990 sei ihm die Flucht in die Schweiz gelungen. Hier habe er sich den Lebensunterhalt mit Hilfsarbeitertätigkeiten bestritten, bis er sich 1998 als Auto
händler selbständig gemacht habe. Er mache geltend, dass er wegen multiplen somatischen Beschwerden nicht mehr arbeiten könne (S. 39 unten). Er habe auf Druck des Sozialamts seine Firma aufgegeben. In der Zeit ohne Arbeit, sowie auch während der
Hospitalisationen
, habe er viel über das frühere Leben nachgedacht, so dass Kriegs- und Foltererlebnisse ins Bewusstsein gedrungen seien und er nachts davon geträumt habe. Auf Veranlassung seines Hausarztes sei er ab 2012 ambulant im Sanatorium F._ behandelt worden, wobei, was er beklage, oft ein Therapeutenwechsel stattgefunden habe und er seine Lebensgeschichte daher oft habe wiederholen müssen. Schliesslich habe er diese Behandlung nach einem Aufenthalt im Spital K._ 2016 von sich aus abgebrochen (S. 40 oben).
Als gemeinsame Beurteilung wurde ausgeführt, aus somatischer Sicht bedinge die
Steatorrhoe
mit teilweiser Inkontinenz und häufigem Stuhlgang eine Minderung der Leistungsfähigkeit. Die Leberabszesse seien lege
artis
behandelt worden, müssten jedoch weiterhin kontrolliert und gegebenenfalls
viszeralchirurgisch
/
infektio
logisch
neu beurteilt werden bei sicherer Persistenz (Bildgebung); insofern sei der Gesundheitszustand des Versicherten instabil. Da aber der Allgemein
zu
stand des Versicherten gut sei und die Laborwerte auf keinen akuten Infekt deuteten, werde die Leistungsfähigkeit dahin beurteilt, dass angestammt keine Leistungsfähigkeit und adaptiert eine leicht verminderte Leistungsfähigkeit bestehe (S. 41 Mitte Ziff. 7.2.3).
Aus orthopädischer Sicht bestehe eine
Lumboischialgie
rechts bei degenerativen Veränderungen der Lendenwirbelsäule (LWS), ohne neurologische Befunde (eine Diskushernie sei im MRI nie nachgewiesen worden). Zudem bestehe eine leichte
Impingement
-Symptomatik der Schulter rechts. Die klinische Untersuchung sei von Inkonsistenzen geprägt gewesen (S. 41).
Aus psychiatrischer Sicht spreche die Lebensgeschichte des Versicherten, ein
schliesslich Erwerbstätigkeit als Autohändler (Geschäft mit der Heimat und Afrika, also Kriegsgebieten) für ein völlig unbehindertes Bewegungsniveau. Die geltend gemachten Symptome, die unter einer posttraumatischen Belastungsstö
rung subsumiert werden könnten, hätten ihn über Jahre weder bei der Ausübung einer Erwerbstätigkeit noch bei sonstigen sozialen Verpflichtungen behindert (S. 41 unten).
Gegen eine Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung spreche das recht hohe Funktionsniveau des Versicherten bis zum Auftritt der somatischen Beschwerden. Bis dahin sei er in psychischer Hinsicht beschwerdefrei gewesen. Es bestünden bei ihm aufgrund der aktuell erhobenen Anamnese und des aktuellen psychopathologischen Befundes keine psychiatrischen Diagnosen, die mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt würden (S. 41 f.). Wie im psychiatrischen Teil des Gutachtens dargestellt werde, könnten, nicht zuletzt basierend auf dem früheren Gutachten von 2014, die Diagnosen einer posttrau
matischen Belastungsstörung und einer Persönlichkeitsänderung nach Extrembe
lastung nicht bestätigt werden. Diese hätten auch keine Auswirkungen auf die Lebensgestaltung oder auf die Arbeitsfähigkeit gehabt. Die sehr hohe Anspruchs
haltung des Versicherten und die leichte querulatorische Tendenz schlössen einen sekundären Krankheitsgewinn nicht aus (S. 42 oben).
Polydisziplinär bestehe Einigkeit über das demonstrative Verhalten des Versicher
ten. Es sei aber aufgrund der internistischen Erkrankung von einer Reduktion der Leistungsfähigkeit auszugehen (S. 42 vor Ziff. 7.2.4).
Bezüglich der letzten Tätigkeit in der eigenen Autotransport-Firma bestehe aus allgemein-internistischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 0 % (S. 42 Ziff. 8.1.1). Dies gelte ab 24. April 2014. Aufgrund der Therapie der Abszesse in den Leber
segmenten - Eingriff vom 14. Januar 2016 - habe eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % vom 14. Januar 2014 (richtig: 2016) bis 30. Mai 2016 (
Hospitalisation
plus 2 Monate Rekonvaleszenz) bestanden (S. 43 Ziff. 8.1.2).
Bezüglich Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit wurde ausgeführt, es bestehe die Notwendigkeit eines stetigen Zugangs zu einer arbeitsplatznahen Toilette sowie die Möglichkeit einer regelmässigen Nahrungszufuhr (3-5 Mahlzeiten täg
lich). Aufgrund dessen bestehe eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit, um dem Versi
cherten die zusätzlichen Pausen zu ermöglichen (S. 43 Ziff. 8.2.2).
Aus orthopädischer und aus psychiatrischer Sicht bestehe eine 100%ige Arbeits
fähigkeit bezogen auf ein Pensum von 100 %. Aus allgemein-internistischer Sicht
bestehe eine 80% Arbeitsfähigkeit bezogen auf ein Pensum von 100 %, dies auf
grund der internistischen Erkrankung mit
Steatorrhoe
, imperativem Stuhl
drang und teilweiser Stuhlinkontinenz. Polydisziplinär bestehe eine 80%ige Arbeits
fä
higkeit bezogen auf ein Pensum von 100 %, dies aufgrund der internistischen Erkrankung. Auch diese Einschätzung gelte seit 24. April 2014 (S. 43 Ziff. 8.2.1).
Gegenüber dem A._-Gutachten sei von allgemein-internistischer Seite der beklagten
Steatorrhoe
mehr Gewicht zugestanden worden. Aufgrund dessen seien in Übereinstimmung mit den behandelnden Endokrinologen die Notwendigkeit einer schnellen Erreichbarkeit einer arbeitsplatznahen Toilette sowie die ver
mehrte Zeit für die Toilettengänge und die regelmässige Nahrungseinnahme zugestanden worden. Als Konsequenz davon bestehe für die angestammte Tätig
keit keinerlei Arbeitsfähigkeit mehr. Für eine adaptierte Tätigkeit betrage die Leistungsfähigkeit 80 %.
Aus orthopädischer Sicht sei der Versicherte in seiner zuletzt ausgeführten Tätigkeit als Auto-Transporteur seit 2012 voll arbeitsfähig. Dies decke sich mit der Beurteilung des orthopädischen Gutachters im Gutachten der A._. Aus psychiatrischer Sicht, auch unter Berücksichtigung der Schluss
folgerungen des A._-Gutachtens, könne keine anhaltende Arbeitsunfähigkeit erhoben werden (S. 44 Ziff. 9.1)
Der Gesundheitszustand des Versicherten habe sich seit der letzten psychiatri
schen Begutachtung nicht relevant verändert (S. 44 Ziff. 9.2).
4.
4.1
Gegen das B._-Gutachten wurde beschwerdeweise (Urk. 1) eingewandt, es sei keine neurologische Beurteilung erfolgt, was nachzuholen sei (S. 10 Ziff. 26). Sodann bestehe eine massive Divergenz in psychiatrischer Hinsicht zwi
schen
den Beurteilungen
des Gutachters und jenen
der behandelnden Ärzte (S.
10
Ziff. 27
).
Gemäss den
von der Schweizerischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie erlassenen Qualitätsleitlinien für versicherungspsychiatrische Gut
achten sei
bei massiv anderslautender Beurteilung empfohlen,
beim behan
delnden Arzt
e
ine fremdanamnestische Auskunft
einzuhol
en
(S. 11 Ziff. 29)
. Das psychiatrische Teilgutachten beschränke sich darauf, das Vor
handen
sein der von den behandelnden Ärzten gestellten Diagnosen zu beurteilen
, und ver
harmlose
die stattgehabten Erlebnisse
(S. 11
f. Ziff. 30
).
Auch habe sich der Beschwerde
führer
bereits im Jahr 2012 in regelmässige psychiatrische Behandlung begeben
(S. 12 Ziff. 31).
4.2
Eine neurologische Beurteilung erfolgte im Rahmen der A._-Begutachtung im April 2014, welche keine die Arbeitsfähigkeit einschränkenden Diagnosen ergeben hatte (vorstehend E. 3.5). Dass bis zur Begutachtung im Dezember 2016 in neurologischer Hinsicht eine Veränderung eingetreten sei, wurde vom Beschwerdeführer weder behauptet noch belegt, und auch aus den Akten ergeben sich keine diesbezüglichen Anhaltspunkte.
Gemäss den vom Beschwerdeführer angeführten Leitlinien wird gegebenenfalls das Einholen
fremdanamne
stischer
Auskünfte
«beim aktuell behandelnden Arzt» empfohlen. Da der Beschwerdeführer die
diesbezügliche Behandlung gemäss eigenen Angaben 2016 abgebrochen hat, wäre dies im Begutachtungszeitpunkt (Dezember 2016) gar nicht mehr möglich gewesen. Überdies unterliegt der Ent
scheid, fremdanamnestische Auskünfte einzuholen oder nicht, der
Fach
kenntnis und dem Ermessensspielraum des
Gutachters
(Urteil
des Bundesgerichts 9C_
275/201
6 vom 19. August 2016 E. 4.3.2).
Im psychiatrischen Teil des Gutachtens wurden Ausführungen zur allgemeinen Anamnese und zum Tagesablauf (S. 26 f. Ziff. 5.2.1), zur Schul- und beruflichen Anamnese (S. 27 Ziff. 5.2.2) und zur Familien- und Sozialanamnese (S. 27 f. Ziff. 5.2.3) gemacht, es wurden die erhobenen Befunde dargestellt (S. 28 Ziff. 5.3) und schliesslich eine Beurteilung abgegeben (S. 29 ff. Ziff. 5.4). Im Rahmen dieser Beurteilung wurde ausgeführt, dass keine psychiatrische Diagnose mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden könne (S. 30 unten), und es wurde zu früher gestellten Diagnosen Stellung genommen (S. 29 Ziff. 5.4.2). Es trifft somit nicht zu, dass im Gutachten lediglich die früher gestellten Diagnosen beurteilt worden seien. Dass (auch) zu ihnen Stellung genommen wurde, gehört andererseits zu den hier notwendigen Bestandteilen eines Gutachtens. Insbe
son
dere fällt dabei ins Gewicht, dass mit einlässlicher Begründung dargelegt wurde, dass sich die früher gestellten Diagnosen nicht bestätigen liessen. Bezogen auf diese inhaltliche Ebene wurde denn auch beschwerdeweise nichts vorge
bracht.
4.3
Zusammengefasst erweisen sich die gegenüber dem B._-Gutachten erho
benen Einwände aus den dargelegten Gründen als nicht stichhaltig. Es erfüllt sodann alle praxisgemässen Kriterien (vorstehend E. 1.5) vollumfänglich, so dass darauf abzustellen ist.
Damit ist der Sachverhalt dahingehend erstellt, dass seit 24. April 2014 zwar in der angestammten Tätigkeit keine Arbeitsfähigkeit mehr besteht, in einer ange
passten
Tätigkeit jedoch eine solche von 80 %, wobei eine solche dadurch gekennzeichnet ist, dass eine arbeitsplatznahe Toilette schnell erreichbar sein muss und dem Versicherten regelmässig mehrmals täglich Mahlzeiten erlaubt.
4.4
Im Gutachten wurde nebst der schon attestierten vollen Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit eine ebensolche
zusätzlich für die Zeit einer
Hospita
lisa
tion
im Januar 2016 plus 2 Monate Rekonvaleszenz attestiert (S. 43 Ziff. 8.1.2). Dies lässt sich nur so verstehen, dass sich die zweitgenannte Feststellung auf die Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten bezogen hat. Die
Hospitalisation
dau
erte vom 13. bis 21. Januar 2016 (vorstehend E. 3.9). Somit bestand während 2 Monaten und 9 Tagen eine Arbeitsfähigkeit von 0 % statt 80 %.
Eine Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit ist zu berücksichtigen, wenn sie ohne wesentlichen Unterbruch drei Monate gedauert hat (Art. 88a Abs. 2 der Verord
nung über die Invalidenversicherung, IVV). Dies ist hier nicht der Fall.
4.5
Der in der Begründung der angefochtenen Verfügung von der Beschwerde
gegne
rin vertretene Standpunkt, es seien in der Zeit zwischen dem A._-Gutachten und dem B._-Gutachten keine Veränderungen eingetreten, ist nicht
ent
scheidrelevant
, ist doch nicht eine Revisionsfragestellung zu prüfen, sondern eine erstmalige
Zusprache
.
4.6
Angesichts der Erwerbsbiographie des Beschwerdeführers ist der Invaliditäts
be
messung ein Tabellenlohn zugrunde zu legen. Auch das Invalideneinkommen ist vorliegend gestützt auf einen - den gleichen - Tabellenlohn festzulegen (vgl. vor
stehend E. 1.3).
Dass ein Abzug (vgl. vorstehend E. 1.4) zu gewähren wäre, weil der Beschwerde
führer einem Arbeitgeber mitteilen muss, welchem Anforderungs
profil er gewachsen ist (Urk. 1 S. 15 Ziff. 41), ist ein Standpunkt, der in der Recht
spre
chung zum Leidensabzug keine Stütze findet, so dass ihm nicht gefolgt werden kann. Nachdem die Erschwernisse, die sich für den Beschwerdeführer aufgrund der gastroenterologischen Problematik ergeben, bereits bei der (redu
zierten) Arbeitsfähigkeit berücksichtigt wurden, besteht kein Raum für einen zusätzlichen Abzug (vgl. Urteil des Bundesgerichts
9C_280/2018
vom 8.
Juni 2018 E. 6.4.2
).
Somit entspricht die attestierte Einbusse der Arbeitsfähigkeit dem Invaliditäts
grad, der demnach 20 % beträgt. Dies begründet keinen Rentenanspruch (vgl. vorstehend E. 1.2).
Die angefochtene Verfügung erweist sich damit als rechtens, was zur Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde führt.
5.
5.1
Die Verfahrenskosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
des Bundesgesetzes über die Inva
lidenversicherung (IVG) sind ermessensweise auf Fr. 700.-- festzusetzen, aus
gangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen und einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen, dies unter Hinweis auf § 16 Abs. 4 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
).
5.2
Die unentgeltliche Rechtsvertreterin hat von der ihr eingeräumten Möglichkeit, eine Honorarnote einzureichen (Urk. 18 S. 2 Ziff. 2 Abs. 2), keinen Gebrauch gemacht. Sie ist somit ermessensweise beim praxisgemässen Stundenansatz von Fr. 220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) mit Fr. 2'700.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) aus der Gericht
s
kasse zu entschädigen.