Decision ID: 6a5570b4-5ad1-57d2-bec1-5101d713efa9
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich am 21. Juni 2002 zur Berufsberatung bei der IV-Stelle des
Kantons B._ an (Datum Posteingang). Damals war er für die C._ AG als Magaziner
tätig (IV-act. 1). Der behandelnde Dr. med. D._, Facharzt für Allgemeine Medizin
berichtete am 12. August 2002, der Versicherte leide an einem MELAS-Syndrom (IV-
act. 7-5; siehe hierzu auch den ausführlichen Bericht von Prof. Dr. med. E._, Facharzt
für Neurologie vom 4. Juli 2002, IV-act. 7-12 ff.). Die C._ AG gab der IV-Stelle am
28. August 2002 zur Auskunft, dass der Versicherte, nachdem er vom 26. März bis
A.a.
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7. Juni 2002 zu 100% und vom 10. Juni bis 28. Juni 2002 zu 50% arbeitsunfähig
gewesen war, seit 1. Juli 2002 wieder voll arbeite und die entsprechende Leistung
erbringe (IV-act. 8). Mit Verfügung vom 14. Oktober 2002 wies die IV-Stelle des
Kantons B._ das Gesuch des Versicherten um berufliche Massnahmen ab, da er in
seiner bisherigen Tätigkeit als Lagerist wieder voll arbeitsfähig sei (IV-act. 14).
Seit dem 24. März 2005 (IV-act. 27-1) bzw. 1. April 2005 (IV-act. 31-4) arbeitete
der Versicherte als Lagerist bei der F._ AG (deren Rechtsnachfolgerin die am
_2012 [Datum Tagebucheintrag] gegründete F._ AG ist), und war bei der BVG-
Stiftung der G._ AG vorsorgeversichert (act. G 1, S. 6 unten). Auf Gesuch des
Versicherten vom 18. September 2006 hin (IV-act. 18) erteilte die IV-Stelle eine
Kostengutsprache für zwei Hörgeräte (IV-act. 26).
A.b.
Die F._ AG wurde per 1. Dezember 2012 von der O._ übernommen (bis zur
Löschung im Handelsregister am _2016 [Datum Tagebucheintrag] bestand die
F._ AG noch fort). Die Angestellten der O._ waren und sind bei der N._
vorsorgeversichert (act. G 1, S. 7). Diese übernahm auf den 1. Januar 2014 das
Vorsorgevermögen und die Vorsorgeverpflichtungen der BVG-Stiftung der G._ AG
(Übernahmevereinbarung vom 18./23. Juli 2014, act. G 1.10). Im Übernahmevertrag
wurde u.a. vereinbart, dass die BVG-Stiftung der G._ AG Vorsorgefälle von
Arbeitnehmenden der F._ AG, «welche nach dem 31. Dezember 2013 gemeldet
werden, deren Ursache aber vor dem 1. Januar 2014 liegt, übernimmt». In der Folge
wurde die BVG-Stiftung der G._ AG aufgelöst. Deren Rentner und (für die Zeit bis
31. Dezember 2013) deren Versicherten schlossen sich als H._ AG der Asga
Pensionskasse Genossenschaft, St. Gallen, an (act. G 1.11, S. 2).
A.c.
Die F._ AG meldete den Versicherten am 30. September 2014 zur Früherfassung
bei der IV-Stelle des Kantons B._ an. Sie brachte vor, er leide an einem MELAS-
Syndrom, einer Schwerhörigkeit und einer Epilepsie. Die Arbeitsunfähigkeit sei im Jahr
2009 eingetreten. Der Versicherte arbeite als Logistikmitarbeiter in einem 100%igen
Pensum, erbringe «aktuell» aber nur eine hälftige Leistung. Die Hälfte des ausbezahlten
Lohns stelle Soziallohn dar (IV-act. 27; vgl. auch den am 20. November 2014 von der
Arbeitgeberin ausgefüllten Fragebogen, IV-act. 37). Der Versicherte meldete sich am
24. Oktober 2014 (Datum Dokumenteingang) bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an
A.d.
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(IV-act. 31). Die seit Mai 2011 behandelnde Dr. med. I._, Fachärztin für
Allgemeinmedizin führte im Bericht vom 13. November 2014 aus, der Versicherte leide
seit Geburt an einer mitochondrialen Zytopathie mit/bei: MELAS-Syndrom; bilateraler
vestibulo-cochleärer Funktionsstörung (Hörgeräteversorgung Stufe 3 beidseits);
Kleinwuchs und psychomotorischer Retardation; Kardiopathie mit konzentrischer
Hypertrophie und normaler systolischer Funktion. Der Verlauf sei stabil. Der Versicherte
sei «sicher gut arbeitsfähig». Dr. I._ verneinte das Vorliegen einer Arbeitsunfähigkeit
(IV-act. 35; zur ausführlichen Darstellung der gesundheitlichen Leiden siehe den Bericht
der Klinik für Neurologie am Universitätsspital B._ vom 5. Juli 2012, IV-act. 35-6 ff.).
Der Versicherte meldete sich am 3. Dezember 2014 bei der IV-Stelle zum Bezug
eines Hilfsmittels (Hörgeräte) an (IV-act. 40).
A.e.
Am 16. Dezember 2014 orientierte die Arbeitgeberin die IV-Stelle des Kantons
B._ darüber, «es werde von der Geschäftsleitung Druck gemacht, dass eine
Teilberentung geprüft» werde. Sie bitte darum, dass das Dossier schnellstmöglich
bearbeitet werde, damit es nicht zu einer Entlassung komme (IV-act. 41).
A.f.
Dr. med. J._, Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenkunde berichtete am 26. Januar
2015 (Datum Posteingang), die ärztliche Untersuchung des Versicherten habe eine an
Taubheit grenzende Schwerhörigkeit gezeigt. Verglichen mit der Hörgeräteversorgung
von 2007 zeige sich eine dramatische Verschlechterung des Gehörs (IV-act. 48). Die IV-
Stelle des Kantons B._ erteilte daraufhin eine Gutsprache für eine
Hörgerätepauschale (Mitteilung vom 3. März 2015, IV-act. 49).
A.g.
Mit Verfügung vom 22. Juni 2015 sprach die IV-Stelle des Kantons B._ dem
Versicherten eine halbe Rente ab April 2015 zu. Bei der Ermittlung des Rentenbetrags
ging sie von einem Arbeitsunfähigkeitsbeginn im Jahr 2009 aus (IV-act. 58). Am 17. Mai
2017 ersuchte der Versicherte aufgrund stark progredienter kognitiver und
intellektueller Einbussen um Ausrichtung einer ganzen Rente (IV-act. 70). Die IV-Stelle
des Kantons B._ wies das Rentenerhöhungsgesuch mit Verfügung vom 23. April
2018 ab (IV-act. 96). Das Sozialversicherungsgericht des Kantons B._ hiess die
dagegen vom Versicherten erhobene Beschwerde vom 25. Mai 2018 (IV-act. 97-3 ff.)
gut und sprach ihm ab Mai 2017 eine ganze Invalidenrente zu (Urteil vom
A.h.
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B.
18. September 2018, IV.2018.00499, IV-act. 102; siehe auch die Verfügung der IV-
Stelle des Kantons B._ vom 22. Juni 2015, IV-act. 112).
Seit dem 1. Mai 2019 erbrachte die N._ Vorleistungen an den Versicherten in
Form einer monatlichen Invalidenrente von Fr. 894.-- (act. G 1, S. 3).
A.i.
Am 28. August 2019 erhob die N._ Klage gegen die Asga Pensionskasse
Genossenschaft (Beklagte 1), die Swiss Life AG und die Basler Leben AG (Beklagte 3).
Sie stellte folgende Anträge: 1. Die Beklagte 1 oder die Swiss Life AG sei im Sinn von
Art. 23 BVG für die Leistungsausrichtung nach BVG als zuständig zu erklären. 2. Die
Beklagte 1 oder die Swiss Life AG sei zu verpflichten, A._ ab reglementarischem
Rentenbeginn die gemäss Reglement zu leistende Invalidenrente der beruflichen
Vorsorge auszurichten. 3. Die Beklagte 1 oder die Swiss Life AG sei zu verpflichten, ihr
(der Klägerin) die an A._ erbrachten Vorleistungen in der Höhe von Fr. 894.-- pro
Monat ab 1. Mai 2019 zuzüglich Verzugszins von 5% ab Klageerhebung
zurückzuerstatten. 4. Eventualiter sei die Beklagte 3 für die Leistungsausrichtung nach
BVG als zuständig zu erklären und zu verpflichten, A._ ab reglementarischem
Rentenbeginn die gemäss Reglement zu leistenden Invalidenrenten der beruflichen
Vorsorge auszurichten sowie ihr (der Klägerin) die an A._ erbrachten Vorleistungen in
der Höhe von Fr. 894.-- pro Monat ab 1. Mai 2019 zuzüglich Verzugszins von 5% ab
Klageerhebung zurückzuerstatten; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. In
verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte die Klägerin u.a., es sei der
Rückversicherungsvertrag zwischen der Beklagten 3 und der BVG-Stiftung der G._
AG (bzw. deren Rechtsnachfolgerin) einzuholen. Zur Begründung brachte die Klägerin
im Wesentlichen vor, A._ sei seit 2009 zu 50% in seiner Arbeitsfähigkeit
beeinträchtigt. Im Jahr 2009 sei er bei der G._ AG angestellt und bei der BVG-
Stiftung der G._ AG vorsorgeversichert gewesen. Gestützt auf den
Übernahmevertrag vom 23. Juli 2014 sei für die Leistungsausrichtung die Beklagte 1
zuständig. Würde das Versicherungsgericht zum Schluss kommen, dass A._ bereits
seit dem Jahr 2002 mehr als 20% in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt gewesen sei
und er trotz der Tätigkeiten bei der C._ AG und der F._ AG nie mehr eine 80%ige
Arbeitsfähigkeit erreicht habe, sei die Swiss Life AG für die Leistungsausrichtung
B.a.
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zuständig. Die Beklagte 3 sei die Rückversicherung der Rechtsvorgängerin der
Beklagten 1. Ihr (der Klägerin) sei nicht bekannt, wer im Leistungsfall für die
Ausrichtung der Leistungen zuständig gewesen sei. «Richtet(e) die Beklagte 1 (bzw.
ihre Vorgängerin, die BVG-Stiftung der G._ AG) ihre Leistungen selber aus oder
erfolgte die Abwicklung und Auszahlung der Invalidenleistungen von am 31.12.2013
pendenten IV-Fällen durch den Rückversicherer und damit die Beklagte 3? Zur Klärung
dieser Frage stellt die Klägerin den prozessualen Antrag 3 (Einholen der damals
gültigen Rückversicherungsverträge) » (act. G 1).
Die BVG-Sammelstiftung Swiss Life, Zürich (nachfolgend: Beklagte 2), beantragte
in der Klageantwort vom 24. September 2019, die Klageanträge Ziff. 1, 2 und 3 seien
hinsichtlich der ihr gegenüber behaupteten Leistungspflicht vollumfänglich abzuweisen;
unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Sie wies darauf hin, dass die strittige Frage
der leistungspflichtigen Vorsorgeeinrichtung sich auf sie (die Beklagte 2) beziehe, da
A._ im Rahmen seiner Tätigkeit bei der C._ AG vom 1. Februar 2000 bis zum
31. Mai 2003 bei ihr vorsorgeversichert gewesen sei. Sie (die Beklagte 2), für welche
die Swiss Life AG als Geschäftsführerin fungiere, nehme daher die Klage als
passivlegitimierte Partei entgegen. Die Beklagte 2 vertrat den Standpunkt, dass A._
in der Zeitspanne vom 1. Juli 2002 bis zum 31. Dezember 2008, mithin während
sechseinhalb Jahren, über eine volle Arbeitsfähigkeit verfügt habe. Damit sei ein
zeitlicher Zusammenhang zwischen der im März 2002 erstmals eingetretenen
Arbeitsunfähigkeit von A._ und der seit 2010 bestehenden Invalidität unterbrochen.
Eine Leistungspflicht gegenüber ihr (der Beklagten 2) bestehe folglich nicht, da das
Vorsorgeverhältnis bei ihr vom 1. Februar 2000 bis zum 31. Mai 2003 gedauert habe
(act. G 4).
B.b.
In der gemeinsamen Klageantwort vom 28. November 2019 beantragten die
Beklagte 1 und die Beklagte 3, die gegen sie erhobenen Klagen seien vollumfänglich
abzuweisen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Die Beklagte 1 bestritt, dass die
beim Anschluss der H._ AG pendenten und latenten Versicherungsfälle von ihr
übernommen worden seien. Die Beklagte 3 machte geltend, dass sie als
Rückversicherer im vorliegenden Prozess nicht passivlegitimiert sei. Eine
vorleistungspflichtige Vorsorgeeinrichtung habe lediglich ein Rückgriffsrecht auf die
«leistungspflichtige Vorsorgeeinrichtung», nicht aber auf einen allfälligen
B.c.
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Rückversicherer. Da A._ gar keine direkten Ansprüche gegen den Rückversicherer
habe, könne die vorleistungspflichtige Vorsorgeeinrichtung auch keine
Regressforderung gegen den Rückversicherer geltend machen. Die Klage gegen sie
(die Beklagte 3) sei daher bereits aus diesem Grund abzuweisen. Unter diesen
Umständen sei auch der verfahrensrechtliche Antrag der Klägerin auf Einholung des
Rückversicherungsvertrags abzuweisen. Die Beklagten 1 und 3 vertraten den
Standpunkt, dass bis Ende 2013 keine Arbeitsunfähigkeit bescheinigt worden sei. Die
damaligen Arztberichte würden einen stabilen Verlauf und eine gute Arbeitsfähigkeit
attestieren. Es könne nicht davon ausgegangen werden, dass eine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit bereits vor 2014 vorgelegen habe (act. G 10).
Die Klägerin räumte in der Replik vom 12. März 2020 ein, insoweit die Beklagte 1
darauf hinweise, dass sie (die Klägerin) die Leistung an den Versicherten nicht
beantragen könne, sei ihr beizupflichten. Im Übrigen hielt sie an den Klageanträgen fest
und beantragte zusätzlich: 1. Es sei der Übernahmevertrag zwischen der Beklagten 1
und der BVG-Stiftung der G._ AG als Beweismittel bei der Beklagten 1 einzuholen
und 2. Es seien die medizinischen Akten bei Dr. I._ einzuholen. Sie wies darauf hin,
dass in der Übernahmevereinbarung zwischen der BVG-Stiftung der G._ AG und der
N._ geregelt sei, dass die pendenten und latenten Vorsorgeansprüche von der
übertragenden Stiftung zu übernehmen seien: Der BVG-Stiftung der G._ AG bzw. der
Rechtsnachfolgerin, der Beklagten 1. Die Übernahmevereinbarung zwischen der
Beklagten 1 und der BVG-Stiftung der G._ AG liege nicht vor. Weil von ihr
entscheidwesentliche Tatsachen zu erwarten seien, nämlich wie es sich mit den
pendenten und latenten Invalidenfällen bei jener Übernahme verhalten habe, werde um
deren Einforderung als Beweismittel ersucht. Die Klägerin hielt am Standpunkt fest,
dass der Beginn der massgebenden Arbeitsunfähigkeit im Jahr 2009 liege. Die
Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen sei spätestens seit 2009 in Erscheinung
getreten, namentlich durch die Angaben, dass seit 2009 die Zahlung eines Soziallohns
von 50% erfolge. Der gleiche Schluss sei auch im invalidenversicherungsrechtlichen
Verfahren gezogen worden (act. G 16).
B.d.
Die Beklagte 2 hielt in der Duplik vom 23. April 2020 an den Anträgen in ihrer
Klageantwort vom 24. September 2019 unverändert fest. Sie ergänzte, dass eine
definitiv leistungspflichtige Vorsorgeeinrichtung der vorleistungspflichtigen
B.e.
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Erwägungen
1.
Vorab zu prüfen ist die Frage, ob auf die Klage einzutreten ist. Für
berufsvorsorgerechtliche Klagen zwischen Vorsorgeeinrichtungen bildet der
Gerichtsstand der schweizerische Sitz oder Wohnsitz der beklagten Partei oder der Ort
des Betriebs, bei dem die versicherte Person angestellt wurde (Art. 73 Abs. 1 und
Abs. 3 des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und
Invalidenvorsorge [BVG; SR 831.40]). Die Beklagte 1 hat ihren Sitz im Kanton
St. Gallen, womit der Gerichtsstand für die gegen sie erhobene Klage im Kanton
St. Gallen liegt. Die passive subjektive Klagenhäufung ist im Anwendungsbereich von
Art. 73 Abs. 3 BVG rechtsprechungsgemäss zulässig. Deshalb ist das
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen auch für die Beurteilung der Klagen gegen
die Beklagten 2 und 3 zuständig (Urteil des Bundesgerichts vom 12. März 2012,
9C_41/2012, E. 3.4 mit Hinweisen). Die örtliche Zuständigkeit des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen sowie die weiteren
Eintretensvoraussetzungen sind denn auch zu Recht von den Beklagten nicht bestritten
worden.
2.
Die Vorsorgeeinrichtung, die Vorleistungen erbracht hat, kann unmittelbar von
Gesetzes wegen (Art. 26 Abs. 4 BVG) in diesem Umfang einen Regressanspruch gegen
Vorsorgeeinrichtung auf dem zurückzuerstattenden Betrag mangels eines vertraglichen
Verhältnisses keinen Verzugszins zu bezahlen habe. Des Weiteren erhebe sie
vorsorglich die Einrede der Verjährung. Sämtliche vor dem 28. August 2014 fällig
gewordenen Rentenansprüche seien verjährt (act. G 19).
In der Duplik vom 10. Juni 2020 hielten die Beklagten 1 und 3 unverändert an den
Anträgen gemäss ihrer Klageantwort vom 28. November 2019 fest. Die Beklagte 1
bestritt das Vorbringen der Klägerin, sie sei die Rechtsnachfolgerin der BVG-Stiftung
der G._ AG (act. G 22).
B.f.
Das Versicherungsgericht lud A._ mit Schreiben vom 1. Juli 2020 zum
Klageverfahren bei (act. G 23). Er verzichtete stillschweigend auf eine Stellungnahme
(act. G 24).
B.g.
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die leistungspflichtige Vorsorgeeinrichtung geltend machen (BGE 136 V 140 E. 3.6). Die
Klägerin ist daher zur Geltendmachung der eingeklagten Regressansprüche
aktivlegitimiert.
3.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist zunächst die Frage,
ob eine und gegebenenfalls welche der Beklagten für den dem eingeklagten
Regressanspruch zugrunde liegenden Anspruch von A._ auf eine
berufsvorsorgerechtliche Invalidenrente leistungspflichtig ist.
Nach Art. 23 lit. a BVG haben Personen Anspruch auf Invalidenleistungen, die im
Sinn der Invalidenversicherung zu mindestens 40% invalid sind und bei Eintritt der
Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert waren.
Entscheidend im Rahmen von Art. 23 BVG ist einzig der Eintritt der relevanten
Arbeitsunfähigkeit, unabhängig davon, in welchem Zeitpunkt und in welchem Mass
daraus ein Anspruch auf Invalidenleistungen entsteht. Die Versicherteneigenschaft
muss nur bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit gegeben sein, dagegen nicht
notwendigerweise auch im Zeitpunkt des Eintritts oder der Verschlimmerung der
Invalidität. Der Wegfall der Versicherteneigenschaft bildet keinen Erlöschungsgrund.
Umgekehrt entsteht im Anwendungsbereich von Art. 23 lit. a BVG keine
Leistungspflicht einer Vorsorgeeinrichtung, wenn die massgebliche Arbeitsunfähigkeit
bereits vor der Entstehung des Versicherungsverhältnisses eingetreten ist (vgl. das
Urteil des Bundesgerichts vom 21. Juni 2018, 9C_52/2018, E. 3.2 mit Hinweisen).
3.1.
Für die Bestimmung der Leistungszuständigkeit ist eine erhebliche und dauerhafte
Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf oder
Aufgabenbereich massgebend. Diese muss mindestens 20% betragen (Urteil des
Bundesgerichts vom 21. Juni 2018, 9C_100/2018, E. 2.1 mit Hinweisen). Der Anspruch
auf Invalidenleistungen setzt einen engen sachlichen und zeitlichen Zusammenhang
zwischen der während des andauernden Vorsorgeverhältnisses (einschliesslich der
Nachdeckungsfrist nach Art. 10 Abs. 3 BVG) bestehenden Arbeitsunfähigkeit und der
allenfalls erst später eingetretenen Invalidität voraus. Der sachliche Konnex ist
gegeben, wenn der Gesundheitsschaden, der zur Arbeitsunfähigkeit geführt hat, im
Wesentlichen derselbe ist, welcher der Erwerbsunfähigkeit zugrunde liegt. Die
Annahme eines engen zeitlichen Zusammenhangs setzt voraus, dass die versicherte
Person nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat,
nicht während längerer Zeit wieder arbeitsfähig war (BGE 134 V 22 E. 3.2 und E. 3.2.1).
Bei der Prüfung dieser Fragen sind die gesamten Umstände des konkreten Einzelfalls
3.2.
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zu berücksichtigen, namentlich die Art des Gesundheitsschadens, dessen
prognostische Beurteilung durch die medizinische Fachperson sowie die
Beweggründe, welche die versicherte Person zur Wiederaufnahme oder
Nichtwiederaufnahme der Arbeit veranlasst haben (siehe zum Ganzen Urteil des
Bundesgerichts vom 21. Juni 2018, 9C_100/2018, E. 2.2 mit Hinweisen). Zu den für die
Beurteilung des zeitlichen Konnexes relevanten Umständen zählen ausserdem die in
der Arbeitswelt nach aussen in Erscheinung tretenden Verhältnisse, wie etwa die
Tatsache, dass eine versicherte Person über längere Zeit hinweg als voll
vermittlungsfähige Stellensuchende Taggelder der Arbeitslosenversicherung bezieht.
Allerdings kann solchen Zeiten nicht die gleiche Bedeutung beigemessen werden wie
Zeiten effektiver Erwerbstätigkeit (Urteil des Bundesgerichts vom 21. Juni 2018,
9C_100/2018, E. 4.1.2 mit Hinweisen). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
bedarf es zum rechtsgenüglichen Nachweis einer berufsvorsorgerechtlich relevanten
Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen nicht zwingend einer echtzeitlich
attestierten Arbeitsunfähigkeit. Eine zuverlässige Einschätzung des zeitlichen
Zusammenhangs ist nur möglich, wenn die Entwicklung gesamthaft betrachtet wird;
wobei die Frage, ob eine nachhaltige Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit möglich
war, auch im Licht von erst später gewonnenen Erkenntnissen zu beurteilen ist (siehe
zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts vom 21. Juni 2018, 9C_100/2018, E. 4.2.2 mit
Hinweisen). Eine Unterbrechung des zeitlichen Konnexes ist dann anzunehmen, wenn
während mehr als dreier Monate eine Arbeitsfähigkeit von über 80% in einer
angepassten Erwerbstätigkeit gegeben ist (Urteil des Bundesgerichts vom 21. Juni
2018, 9C_100/2018, E. 2.2 mit Hinweisen).
Eine Würdigung der medizinischen Akten hinsichtlich des Verlaufs der Gesundheit
und Arbeitsfähigkeit von A._ bis zum 31. Dezember 2013 ergibt folgendes Bild:
3.3.
Aus den Beurteilungen der behandelnden medizinischen Fachpersonen ergeben
sich keine Hinweise, dass im Nachgang zu den vorübergehenden Arbeitsunfähigkeiten
vom 26. März bis 28. Juni 2002 (siehe hierzu die ELAR-Notiz vom 28. August 2002, IV-
act. 8) vor dem 1. Januar 2014 eine gesundheitliche Beeinträchtigung vorlag, die
(ununterbrochen im Sinn der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zum zeitlichen
Konnex; siehe vorstehende E. 3.2 am Schluss) eine mindestens 20%ige
Arbeitsunfähigkeit bezogen auf eine leidensangepasste Tätigkeit begründete.
3.3.1.
Im Bericht der Klinik für Neurologie am Universitätsspital B._ vom 5. Juli 2012
wurde ausgeführt, seit der letzten Vorstellung 12 Monate zuvor zeige sich insgesamt
ein stabiler Verlauf. Die zuletzt aufgetretenen Kopfschmerzen seien zurückgegangen.
3.3.2.
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Im letzten Sommer sei wie vorgesehen die Marcoumar-Therapie gestoppt worden, die
nach der Sinusvenenthrombose für 2 Jahre weitergeführt worden sei. Initial zeige sich
ein guter Verlauf. Im Februar 2012 habe sich allerdings eine Thrombose am linken
Unterschenkel entwickelt. Seither sei die Therapie mit Marcoumar wiederaufgenommen
worden. Die Gehörfunktion und die sonstigen körperlichen Funktionen seien
zwischenzeitlich stabil. Weiterhin würden sich ca. einmal pro Monat fokale epileptische
Anfälle zeigen: Meist am Samstag würde ein plötzliches «Ameisenlaufen» der rechten
oder linken Hand auftreten. Dem folge eine kurzzeitige Lähmung. Eine
Bewusstseinsstörung oder Bewusstseinsveränderung sei in den vergangenen Monaten
nicht mehr aufgetreten. Postiktale Müdigkeit wurde verneint. Ansonsten sei A._
weiterhin körperlich gut leistungsfähig (IV-act. 35-7 oben; zum bezüglich der fokalen
Anfälle geringen Leidensdruck von A._ siehe IV-act. 35-7 unten). Insgesamt
berichteten die neurologischen Fachpersonen des Universitätsspitals B._, bezüglich
der Grunderkrankung habe sich in den vergangenen 12 Monaten erfreulicherweise ein
mehrheitlich stabiler Verlauf mit unveränderten kognitiven und neurologischen
Einschränkungen ohne neue Exazerbationen oder schleichende Verschlechterung
gezeigt (IV-act. 35-7 unten). Aus dem Neurostatus gehen - abgesehen von einer
kognitiven Retardierung - keine relevanten Befunde hervor. Vielmehr wurde ein guter
Allgemeinzustand von A._ festgehalten. Er sei wach und voll orientiert (IV-act. 35-7
Mitte). Eine Arbeitsunfähigkeit, schon gar nicht eine andauernde (mindestens) 20%ige,
wurde nicht bescheinigt.
Die seit Mai 2011 behandelnde Dr. I._ berichtete am 13. November 2014, dass
sich beim Befund ein stabiler Verlauf gezeigt habe. A._ sei «sicher gut arbeitsfähig».
Sie verneinte das Vorliegen einer Arbeitsunfähigkeit. Betreffend die
krankheitsbedingten Einschränkungen beliess sie es bei den Angaben
«Auffassungsgabe vermindert, eher langsam». Diese Befunde würden sich lediglich
«leicht einschränkend» auswirken (IV-act. 35-2). Bei einem «Rücksicht-nehmenden
Arbeitgeber» bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit (IV-act. 35-3 oben). In damit zu
vereinbarender Weise beschränkten sich die ärztlichen Kontakte von A._ auf
regelmässige Kontrollen (IV-act. 35-2 oben), ohne dass ein besonderer Therapiebedarf
dokumentiert wäre, der eine (dauerhafte) gesundheitliche Verschlechterung - jedenfalls
vor dem 1. Januar 2014 - nahelegen würde. Da sich Dr. I._ im Bericht vom
13. November 2014 bereits ausführlich zum Gesundheitszustand und der
Arbeitsfähigkeit von A._ im vorliegend massgeblichen Zeitraum äusserte, sind von
einer Edition der bei ihr liegenden medizinischen Akten keine weiteren Erkenntnisse zu
3.3.3.
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erwarten. Das entsprechende Gesuch der Klägerin ist daher abzuweisen (act. G 16,
S. 1 unten).
Bereits im Jahr 2002 hatten die medizinischen Fachpersonen der Abteilung
Neurorehabilitation der K._ Klinik L._ Feststellungen getroffen, die mit der später
von Dr. I._ bescheinigten 100%igen Arbeitsfähigkeit gut vereinbar sind. Denn im
Bericht vom 28. August 2002 wurden im Wesentlichen die gleichen
Funktionsbeeinträchtigungen beschrieben wie von Dr. I._ (siehe etwa zur
eingeschränkten psychophysischen Belastbarkeit, zur Hörminderung beidseits und zur
Intelligenzminderung IV-act. 9-1 bzw. IV-act. 35-2 und zum eingeschränkten
psychischen Funktionsniveau IV-act. 9-4 bzw. IV-act. 35-5). Der Bericht wurde in einer
Zeit erstattet, in der auch die damalige Arbeitgeberin ausdrücklich eine
uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit von A._ für die Tätigkeit als Lagerist bzw. eine
erfolgreiche vollumfängliche Wiedereingliederung bestätigte (siehe die ELAR-Notiz vom
28. August 2002, IV-act. 8), wie sie ärztlicherseits prognostiziert worden war (IV-
act. 9-2 oben). Schliesslich ergeben sich auch aus den im Bericht der Klinik für
Neurologie am Universitätsspital B._ vom 16. Januar 2017 im Rahmen der
Krankengeschichte erwähnten Abklärungsergebnissen betreffend die Jahre 2009 und
2013 keine Hinweise auf einen in jener Zeit (dauerhaft) verschlechterten
Gesundheitszustand bzw. eine relevante andauernde Arbeitsunfähigkeit.
3.3.4.
Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen zu den medizinischen Akten
(E. 3.3.1 ff.) ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die
gesundheitsbedingten Einschränkungen von A._ jedenfalls betreffend die Zeit vom
1. Juli 2002 bis 31. Dezember 2013 nicht zu einer ununterbrochenen Arbeitsunfähigkeit
von wenigstens 20% bezogen auf eine leidensangepasste Tätigkeit führten. Daran
vermag die abweichende Beurteilung der Arbeitgeberin nichts zu ändern.
3.4.
Zunächst weckt die Widersprüchlichkeit der Aussagen der Arbeitgeberin zur
retrospektiven Verlaufsbeurteilung erhebliche Zweifel an deren Überzeugungskraft. Im
Meldeformular vom 30. September 2014 gab sie zum Beginn der Arbeitsunfähigkeit
«Start 2009» an. «Aktuell» betrage die Leistung 50% (IV-act. 27-1). Im Jahr 2009 habe
es angefangen, dass die Leistungsfähigkeit von A._ kontinuierlich abgenommen habe
(IV-act. 27-2). Demgegenüber führte sie am 20. November 2014 im Fragebogen für
Arbeitgebende aus, A._ habe bereits seit «ca. 2009» bloss noch die hälftige Leistung
erbracht (IV-act. 37-2 unten), wobei sie allerdings im Widerspruch hierzu davon
ausging, dass die Arbeitsunfähigkeit in einer Zeit eingetreten sei, als A._ bei der
N._ versichert gewesen sei (IV-act. 37-4), was erst ab 1. Januar 2014 der Fall war.
3.4.1.
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Gleich widersprüchlich äusserte sich die Arbeitgeberin anlässlich des am 2. Dezember
2014 mit der IV-Stelle des Kantons B._ geführten Gesprächs. Einerseits gab sie an,
die Leistungsfähigkeit von A._ habe seit 2009 kontinuierlich abgenommen. In
Widerspruch hierzu behauptete sie, dass die Leistungseinschränkung seit 2009
unverändert 50% betragen haben soll (IV-act. 43-4).
Zudem lässt sich der von der Arbeitgeberin für die Zeit ab dem Jahr 2009
behauptete 50%ige Soziallohn bzw. die damit geltend gemachte 50%ige
Arbeitsunfähigkeit nicht mit der Entwicklung des Lohns von A._ vereinbaren. Denn
einerseits wurde der Jahreslohn von A._ im Jahr 2010 um knapp Fr. 3'000.-- erhöht
(Jahr 2009: Fr. 55'570.--; Jahr 2010: Fr. 58'329.--) und andererseits waren sämtliche
Jahreslöhne in den Jahren 2010 bis 2013 höher als in den Jahren zuvor (IV-act. 45-2).
Die Arbeit von A._ wurde gemäss der Personalverantwortlichen auch vom Leiter
Logistik sehr geschätzt (Angabe von Dezember 2014, IV-act. 43-5). Zudem gilt es zu
beachten, dass ausbezahlte Löhne in der Regel das Äquivalent einer entsprechenden
Arbeitsleistung darstellen und an den Nachweis von Soziallohn hohe Anforderungen zu
stellen sind (BGE 141 V 353 E. 4.2). Vorliegend erschöpfen sich die Aktenhinweise für
einen 50%igen Soziallohn seit 2009 in wie erwähnt nicht hinreichend konsistenten
Aussagen von Seiten der Arbeitgeberin, die nicht eingehender konkretisiert wurden und
sich insbesondere weder mit der medizinischen Aktenlage noch der tatsächlichen
Lohnentwicklung vereinbaren lassen, was für den Nachweis eines Soziallohns -
insbesondere in einem Umfang von mindestens 20% - nicht genügt.
3.4.2.
Von Bedeutung ist ausserdem, dass die Arbeitgeberin die Meldung zur
Früherfassung erst am 30. September 2014 vorgenommen hatte (IV-act. 27). Bis dahin
erfolgte ihrerseits weder ein Antrag um Unterstützung durch die Invalidenversicherung
noch prüfte sie Umplatzierungsmöglichkeiten (IV-act. 28-2). Dieses Verhalten deutet
ebenfalls darauf hin, dass sich die Leistungsfähigkeit von A._ erst im Verlauf des
Jahres 2014 - jedenfalls noch nicht dauerhaft bis zum 31. Dezember 2013 - erheblich
verschlechterte. Vorliegend sind denn auch keine Gründe für ein langjähriges Zuwarten
der Arbeitgeberin ersichtlich. Wäre die Arbeitsunfähigkeit tatsächlich bereits im Jahr
oder ab dem Jahr 2009 eingetreten, so wäre zu erwarten gewesen, dass sie sich viel
früher um einen Leistungs- bzw. Arbeitsplatzerhalt von A._ gekümmert bzw. eine
Früherfassungsmeldung gemacht hätte.
3.4.3.
Im Übrigen fällt auf, dass die Geschäftsleitung der Arbeitgeberin Druck auf eine
(Teil) Berentung von A._ machte (IV-act. 41; siehe auch IV-act. 43-5) und die
Einleitung eines invalidenversicherungsrechtlichen Verfahrens auf ihr Bestreben und
3.4.4.
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4.
unter Entlassungsdrohung hin erfolgte (siehe die Anmeldung zur Früherfassung bei der
IV-Stelle des Kantons B._ am 30. September 2014; IV-act. 27). Diese Druckausübung
erfolgte in einer Zeit, in der die Mitarbeitenden der F._ AG vermehrt in die Struktur
der O._ und der N._ eingebunden wurden. Gegen einen Eintritt der relevanten
Arbeitsunfähigkeit vor dem 31. Dezember 2013 spricht ausserdem, dass ein
Gesundheitsvorbehalt seitens der N._ gegenüber dem Vorzustand von A._ nicht
ersichtlich ist und auch nicht geltend gemacht wurde.
In Anbetracht der vorstehenden Ausführungen (siehe vorstehende E. 3.4.1 ff.)
vermögen die Angaben der Arbeitgeberin zur Arbeitsunfähigkeit nicht zu überzeugen.
Der RAD-Arzt med. pract. M._, Facharzt für Neurologie, übernahm deren Angaben in
seiner kurzen, lediglich auf den Akten beruhenden Stellungnahme vom 23. Februar
2015 (IV-act. 51-3) vorbehaltlos und ohne erkennbare Diskussion der davon
abweichenden medizinischen Beurteilungen (siehe hierzu vorstehende E. 3.3.1 ff.),
weshalb sie zwangsläufig - zumindest betreffend den Beginn der andauernden
Arbeitsunfähigkeit - ebenfalls nicht zu überzeugen vermag. Dass die IV-Stelle des
Kantons B._ die Frage der Entstehung und Entwicklung der Arbeitsunfähigkeit nicht
genügend abklärte, sondern sich dabei einzig auf die (widersprüchlichen) Angaben der
Arbeitgeberin stützte, liegt im Umstand begründet, dass der Beginn der
Arbeitsunfähigkeit für den Beginn des invalidenversicherungsrechtlichen
Rentenanspruchs wegen verspäteter Anmeldung (siehe hierzu Art. 29 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]) irrelevant war. Der
Vollständigkeit halber ist zu ergänzen, dass die Klägerin zu Recht einräumt, den
entsprechenden Feststellungen der IV-Stelle des Kantons B._ komme keine
Bindungswirkung für das berufsvorsorgerechtliche Verfahren zu (act. G 16, Rz 4).
3.4.5.
Unter den vorstehend ausgeführten Umständen ist nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit ausgewiesen, dass bis zum 31. Dezember 2013 eine andauernde
Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20% eintrat. Deshalb scheidet eine Leistungspflicht
sämtlicher Beklagten aus. Unter diesen Umständen sind der Antrag der Klägerin um
Edition des Übernahmevertrags zwischen der Beklagten 1 und der BVG Stiftung G._
AG und sämtliche Klagen abzuweisen. Bei diesem Ergebnis kann offenbleiben, ob die
Passivlegitimation der Beklagten 3 gegeben ist, was diese bestritt (act. G 10, Rz 22), da
die allenfalls fehlende Passivlegitimation ebenfalls zu einer Abweisung - und nicht etwa
zu einem Nichteintreten - führen würde (zur amtlichen Publikation vorgesehenes Urteil
des Bundesgerichts vom 3. September 2020, 9C_615/2019, E. 3.2.1 mit Hinweisen).
3.5.
Die Klage gegen die Beklagte 1 ist abzuweisen.4.1.
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