Decision ID: d8328281-9b38-4131-8387-096b6640f9d4
Year: 2019
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X erwarb den Führerausweis für Personenwagen am 6. August 1980; ferner besass
er auch den Führerausweis für Lastwagen. Letzterer wurde ihm mit Verfügung des
Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamts des Kantons St. Gallen vom 19. Juni 2015 auf
unbestimmte Zeit entzogen, nachdem er sich der periodischen verkehrsmedizinischen
Kontrolluntersuchung nicht unterzogen hatte. Am 17. Mai 2015 lenkte X auf der
Autobahn ein Motorfahrzeug mit einer Geschwindigkeit von 151 km/h. Am 17. August
2015 war er ausserorts mit 125 km/h und tags darauf innerorts mit 67 km/h unterwegs.
B.- Aufgrund dieser drei Geschwindigkeitsüberschreitungen eröffnete das
Strassenverkehrsamt ein Verfahren zur Abklärung der Fahreignung und ordnete mit
Verfügung vom 20. Oktober 2015 eine verkehrspsychologische Untersuchung an. Im
Gutachten vom 26. November 2015 kam Dr. A, zum Schluss, dass eine abschliessende
Beurteilung der charakterlichen Eignung derzeit nicht möglich sei. Diese könne nach
Vorliegen eines verkehrsmedizinischen Gutachtens, das über das Ausmass der
Stoffwechselstörung und der Art der Muskelerkrankung von X Auskunft geben sollte,
sowie Inanspruchnahme kognitiver Trainingsprogramme erfolgen. Gestützt auf dieses
Gutachten verfügte das Strassenverkehrsamt am 1. Dezember 2015 den vorsorglichen
Entzug des Führerausweises.
Am 18. Februar 2016 fand die verkehrsmedizinische Untersuchung von X am Institut für
Rechtsmedizin des Kantonsspitals St. Gallen, Abteilung Verkehrsmedizin (IRM), statt.
Im Gutachten vom 4. Mai 2016 hielt der Verkehrsmediziner Dr. B fest, dass X an einer
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Muskeldystrophie Typ II, an einem Diabetes mellitus Typ II und einem beidseitigen
Katarakt (grauer Star) leide. Wegen des derzeit unzureichend eingestellten Diabetes
mellitus könne die Fahreignung aus verkehrsmedizinischer Sicht nicht befürwortet
werden. Mit Verfügung vom 11. Juli 2016 entzog das Strassenverkehrsamt X in der
Folge den Führerausweis auf unbestimmte Zeit. Die Sperrfrist wurde auf einen Monat
festgesetzt. Als Bedingungen für eine Aufhebung wurden eine regelmässige und
erfolgreiche hausärztliche und – wenn erforderlich – diabetologische Behandlung des
Diabetes mellitus, das Einreichen eines augenärztlichen Zeugnisses nach der Operation
des grauen Stars, welches die Fahreignung befürwortet, die Komplettierung der
verkehrspsychologischen Diagnostik nach der Inanspruchnahme kognitiver
Trainingsprogramme, eine verkehrsmedizinische Aktenbeurteilung sowie eine
Vorstellung beim Technischen Dienst des Strassenverkehrsamts zwecks Ausschlusses
einer Kraftminderung genannt.
In der Folge lenkte X wiederholt ein Fahrzeug trotz Entzugs des Führerausweises, so
am 22. Januar 2017, 8. Februar 2017, 26. Mai 2017, 26. Februar 2018 und 23. Juni
2018.
C.- Am 15. Mai 2018 liess sich X von Dr. C verkehrspsychologisch untersuchen. Dieser
kam im Gutachten vom 16. Mai 2018 zum Schluss, dass keine charakterliche
Problematik bestehe und die Fahreignung gegeben sei. Das Strassenverkehrsamt
erachtete dieses Gutachten als nicht schlüssig und ordnete mit Verfügung vom 30. Mai
2018 eine weitere verkehrspsychologische Untersuchung bei Dr. D, St. Gallen, an. Die
Untersuchung fand am 21. Juni 2018 statt. Das Gutachten datiert vom 30. Juli 2018.
Dr. D kam darin zum Schluss, dass die Einsicht von X ungenügend sei, weshalb eine
Rückfallgefahr bestehe. Zudem sei die Leistungsfähigkeit für alle Kategorien nicht
gegeben.
Der Rekurrent beantragte mit Schreiben vom 10. September 2018 die Erteilung des
Führerausweises für alle Kategorien, eventualiter zumindest für Traktoren. Das
Strassenverkehrsamt lehnte die Wiedererteilung des Führerausweises für sämtliche
Kategorien mit Verfügung vom 17. September 2018 ab. Gleichzeitig führte es darin aus,
nach Abschluss des Strafverfahrens zu den Fahrten ohne Führerausweis sei die
Verfügung eines Führerausweisentzugs für immer beabsichtigt.
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D.- Mit Entscheid des Kreisgerichts O vom 20. Dezember 2018 wurde X unter anderem
wegen mehrfachen Führens eines Motorfahrzeugs trotz Verweigerung, Entzugs oder
Aberkennung des Ausweises, begangen am 22. Januar 2017, 8. Februar 2017, 26. Mai
2017, 26. Februar 2018 und 23. Juni 2018, schuldig gesprochen. Das Urteil erwuchs
unangefochten in Rechtskraft. Das Verfahren betreffend Führen eines Motorfahrzeugs
trotz Verweigerung, Entzugs oder Aberkennung des Ausweises am 23. August 2016
wurde mit Verfügung des Untersuchungsamts P vom 20. Februar 2019 eingestellt.
Das Strassenverkehrsamt nahm daraufhin das Administrativverfahren wieder auf. X
nahm mit Schreiben vom 14. Januar 2019 Stellung. Er beantragte die sofortige
Herausgabe des Führerausweises ohne Bedingungen oder Auflagen. Am 1. März 2019
verfügte das Strassenverkehrsamt gegenüber X einen Führerausweisentzug für immer
(Ziffer 1 der Verfügung). Es wurde festgestellt, dass ihm seit 1. Dezember 2015 das
Recht aberkannt sei, Motorfahrzeuge aller Kategorien zu führen (Ziffer 2). Davon seien
auch allfällige Lernfahrausweise oder internationale und ausländische Führerausweise
betroffen (Ziffer 3). Die Auflagen der Verfügung vom 11. Juli 2016 wurden widerrufen
(Ziffer 4) und als neue Bedingungen für die Aufhebung des Entzugs eine regelmässige
und erfolgreiche hausärztliche und wenn erforderlich diabetologische Behandlung des
Diabetes mellitus, das Einreichen eines augenärztlichen Zeugnisses nach der Operation
des grauen Stars, das Absolvieren einer Verkehrstherapie von zwölf Stunden im
Zeitraum von sechs Monaten, das Absolvieren eines Neurotrainings der Ergotherapie
über 30 Stunden während sechs Monaten sowie eine verkehrsmedizinische und
verkehrspsychologische Untersuchung genannt (Ziffer 5). Auf die Parteikostennote von
Fr. 11'340.– wurde nicht eingetreten, da die Anträge vollumfänglich abzuweisen seien
und im erstinstanzlichen Verfahren in der Regel keine ausseramtlichen Kosten
zugesprochen würden (Ziffer 6). Einem allfälligen Rekurs wurde die aufschiebende
Wirkung entzogen (Ziffer 7) und die Verfahrenskosten auf Fr. 790.– festgesetzt (Ziffer 8).
E.- Gegen die Verfügung des Strassenverkehrsamts vom 1. März 2019 liess X am 18.
März 2019 durch seinen Rechtsvertreter Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission
des Kantons St. Gallen (VRK) erheben. Er stellte folgende Anträge:
"1. Ziffer 1, 2, 3 und 5 der angefochtenen Verfügung seien aufzuheben und es sei
dem
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Rekurrenten der Führerausweis ohne Bedingungen und ohne Auflagen sofort
wieder
zu erteilen.
2. Eventualanträge zum Rechtsbegehren Ziffer 1 des vorliegenden Rekurses:
2.1 Eventualiter sei dem Rekurrenten der Führerausweis sofort mit folgenden Auflagen
wieder zu erteilen: Regelmässige hausärztliche und wenn erforderlich
diabetologische
Behandlung des Diabetes mellitus.
2.2 Subeventualiter sei dem Rekurrenten der Führerausweis sofort mit folgenden
Auflagen
wieder zu erteilen: Regelmässige hausärztliche und wenn erforderlich
diabetologische
Behandlung des Diabetes mellitus / Absolvieren einer Verkehrstherapie von 12
Stunden
im Zeitraum von 6 Monaten / Absolvieren eines Neurotrainings der Ergotherapie
über
15 Stunden während 3 Monaten, eventualiter über 30 Stunden während 6
Monaten.
2.3 Subsubeventualiter sei von einem Führerausweisentzug für immer abzusehen und
dem
Rekurrenten sei der Führerausweis nach Erfüllung der folgenden Bedingungen
sofort
wieder zu erteilen: Regelmässige hausärztliche und wenn erforderlich
diabetologische
Behandlung des Diabetes mellitus / Absolvieren einer Verkehrstherapie von 12
Stunden
im Zeitraum von 6 Monaten.
2.4 Subsubsubeventualiter sei von einem Führerausweisentzug für immer abzusehen
und
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dem Rekurrenten sei der Führerausweis nach Erfüllung der folgenden
Bedingungen
sofort wieder zu erteilen: Regelmässige hausärztliche und wenn erforderlich
diabetologische Behandlung des Diabetes mellitus / Absolvieren einer
Verkehrstherapie
von 12 Stunden im Zeitraum von 6 Monaten, Absolvieren eines Neurotrainings der
Ergotherapie über 15 Stunden während 3 Monaten, Termin beim technischen
Dienst
des Strassenverkehramtes St. Gallen zur Überprüfung der körperlichen
Leistungsfähigkeit des Rekurrenten.
2.5 Subsubsubsubeventualiter sei von einem Führerausweisentzug für immer
abzusehen
und dem Rekurrenten sei der Führerausweis nach Erfüllung der folgenden
Bedingungen
sofort wieder zu erteilen: Regelmässige hausärztliche und wenn erforderlich
diabetologische Behandlung des Diabetes mellitus / Absolvieren einer
Verkehrstherapie
von 12 Stunden im Zeitraum von 6 Monaten, Absolvieren eines Neurotrainings der
Ergotherapie über 30 Stunden während 6 Monaten, verkehrsmedizinische und
verkehrspsychologische Aktenbeurteilung unter Kostenfolge zu Lasten des
Staates.
2.6 Subsubsubsubsubeventualiter sei von einem Führerausweisentzug für immer
abzusehen und dem Rekurrenten sei der Führerausweis nach Erfüllung der
folgenden
Bedingungen sofort wieder zu erteilen: Regelmässige hausärztliche und wenn
erforderlich diabetologische Behandlung des Diabetes mellitus / Absolvieren einer
Verkehrstherapie von 12 Stunden im Zeitraum von 6 Monaten, Absolvieren eines
Neurotrainings der Ergotherapie über 30 Stunden während 6 Monaten,
verkehrsmedizinische und verkehrspsychologische Untersuchung unter
Kostenfolge
zu Lasten des Staates. Die Verlaufsberichte (Therapiebestätigungen) sind zur
Untersuchung mitzubringen.
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3. Ziffer 6 der angefochtenen Verfügung sei aufzuheben und dem Rekurrenten sei eine
Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 11'340.80 für das Verfahren vor der
Vorinstanz
zuzusprechen.
4. Ziffer 8 der angefochtenen Verfügung sei aufzuheben und die Verfahrenskosten in
der
Höhe von Fr. 790.– seien auf die Staatskasse zu nehmen.
5. Eventualiter zu den Rechtsbegehren gemäss Ziffer 1 bis 4 des vorliegenden
Rekurses
seien die Ziffern 1 bis 8 der angefochtenen Verfügung aufzuheben und die
Angelegenheit

sei zu neuer Verfügung gemäss den Erwägungen an die Vorinstanz zurückzuweisen.
6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Staates."
Am 3. Mai 2019 reichte der Rechtsvertreter innert erstreckter Frist eine umfangreiche
Rekursergänzung samt Beilagen ein. Darin beantragte er in verfahrensrechtlicher
Hinsicht den Beizug der Strafakten zu den Fahrten ohne Führerausweis. Die Vorinstanz
verzichtete mit Schreiben vom 13. Mai 2019 auf eine Stellungnahme zum Rekurs. Am
27. Mai 2019 reichte der Rechtsvertreter seine Honorarnote ein.
Auf die Ausführungen des Rekurrenten wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen
eingegangen.
Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die VRK ist zum
Sach-entscheid zuständig. Die Befugnis zur Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs
vom 18. März 2019 ist rechtzeitig eingereicht worden. Er erfüllt zusammen mit der
Rekursergänzung vom 3. Mai 2019 in formeller und inhaltlicher Hinsicht die
gesetzlichen Anforderungen (Art. 41 lit. g , 45, 47 und 48 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP).
bis
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2.- Der Rekurrent beantragt in prozessualer Hinsicht den Beizug der Strafakten des
Untersuchungsamtes P. Da die angefochtene Verfügung aufzuheben ist (vgl. die
nachfolgenden Erwägungen), besteht dazu indessen keine Veranlassung. In Bezug auf
die fraglichen Vorfälle verfügt die Vorinstanz und damit auch das Gericht zudem über
die massgebenden Akten aus dem Strafverfahren. Zudem hätte der Rekurrent als
Partei jener Strafverfahren diese selber vollständig edieren und in diesem
Rekursverfahren einreichen können.
3.- In formeller Hinsicht rügt der Rekurrent mehrere Verletzungen seines Anspruchs auf
rechtliches Gehör.
a) Der in Art. 29 Abs. 2 BV (SR 101) verankerte Anspruch auf rechtliches Gehör ist das
Recht des Privaten, in einem vor einer Verwaltungs- oder Justizbehörde geführten
Verfahren mit seinen Begehren angehört zu werden, Einblick in die Akten zu erhalten
und zu den für die Entscheidfindung wesentlichen Punkten vorgängig Stellung nehmen
zu können. Der Anspruch auf rechtliches Gehör dient einerseits der Sachaufklärung
und stellt andrerseits zugleich ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht der
Parteien dar. Der Grundsatz verlangt, dass die Behörde die Vorbringen der vom
Entscheid oder der Verfügung in ihrer Rechtsstellung Betroffenen auch tatsächlich hört,
prüft und berücksichtigt und ihren Entscheid oder ihre Verfügung vor diesem
Hintergrund begründet. Dabei ist es nicht erforderlich, dass sie sich mit allen
Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen
ausdrücklich widerlegt. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen
Punkte beschränken. Die Begründung muss so abgefasst sein, dass sich der
Betroffene über die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und ihn in voller
Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann. In diesem Sinn müssen
wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat
leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt (vgl. BGE 143 III 65 E. 5.2;
G. Steinmann, St. Galler Kommentar, 3. Aufl. 2014, N 49 zu Art. 29 BV). Der von einem
Entscheid oder einer Verfügung Betroffene soll wissen, warum die Behörde entgegen
seinem Antrag entschieden hat; die Begründung muss deshalb so abgefasst sein, dass
er den Entscheid oder die Verfügung gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann (BGE
133 III 439 E. 3.3, 129 I 232 E. 3.2; vgl. auch Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines
Verwaltungsrecht, 7. Aufl. 2016, Rz. 1071).
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b) Der Rekurrent macht geltend, das rechtliche Gehör sei schwerwiegend verletzt
worden, indem die Vorinstanz ihm vorgängig nicht mitgeteilt habe, dass sie einen
Führerausweisentzug für immer in Betracht ziehe. Mit Schreiben vom 4. Januar 2019
sei ihm lediglich mitgeteilt worden, dass es sich bei den fünf Fahrten ohne
Führerausweis um schwere Verkehrsregelverletzungen handle und der Führerausweis
für mindestens sechs Monate entzogen werden müsse. Er habe somit keine
Möglichkeit gehabt, dazu Stellung zu nehmen. Die Verletzung sei umso gravierender,
als diese Verfügung ihn erheblich belaste.
Dieser Vorwurf des Rekurrenten trifft nicht zu. Nachdem der Rekurrent des mehrfachen
Führens eines Motorfahrzeugs trotz Entzugs des Ausweises vom Kreisgericht O mit
Urteil vom 20. Dezember 2018 schuldig gesprochen worden war, setzte die Vorinstanz
das Administrativmassnahmeverfahren fort. Mit Schreiben vom 4. Januar 2019 teilte sie
dem Rechtsvertreter des Rekurrenten mit, das sistierte Verfahren werde
wiederaufgenommen. Bei den fünf Fahrten ohne Ausweis handle es sich um mehrere
schwere Verkehrsregelverletzungen. Nach einer schweren Widerhandlung müsse der
Ausweis für mindestens sechs Monate entzogen werden, wenn in den vergangenen
fünf Jahren der Ausweis einmal wegen einer mittelschweren Widerhandlung entzogen
gewesen sei. Sie beabsichtige, die Auflagen der Verfügung vom 11. Juli 2016 zu
widerrufen und neue Wiedererteilungsbedingungen zu verfügen. Eine allfällige
abschliessende Stellungnahme sei innert zehn Tagen einzureichen. Bei unbenützten
Ablauf der Frist werde Verzicht auf eine Stellungnahme angenommen und das
Verfahren mit einem Führerausweisentzug gemäss Schreiben vom 3. August 2018
abgeschlossen (act. 4/425 f.). Im erwähnten Schreiben vom 3. August 2018 war ein
Führerausweisentzug für immer in Aussicht gestellt worden (act. 4/295 f.).
Auch wenn der beabsichtigte Führerausweisentzug für immer im letzten Schreiben der
Vorinstanz vor Erlass der Verfügung nicht mehr ausdrücklich erwähnt wurde, so konnte
und musste der Rechtsvertreter aus dem Verweis auf einen möglichen
Führerausweisentzug gemäss Schreiben vom 3. August 2018 davon ausgehen, dass
der bereits früher beabsichtigte Führerausweisentzug für immer für die Vorinstanz nach
wie vor aktuell war. Da er dazu bereits in seiner Eingabe vom 21. August 2018 Stellung
genommen hatte, ergab sich für ihn auch kein Nachteil.
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c) Weiter rügt der Rekurrent, die Verfügung der Vorinstanz sei kaum begründet. Die
Vorinstanz habe sich weder mit der Schwere der Fahrten ohne Führerausweis, noch
mit den konkreten Umständen und Motiven auseinandergesetzt. Seine persönliche
Situation sei nicht berücksichtigt worden. Auch die Ausführungen in der Stellungnahme
vom 14. Januar 2019 habe die Vorinstanz nicht gewürdigt, insbesondere jene zum
Zeugnis des Hausarztes Dr. E und des Augenarztes Dr. F.
Angesichts der Schwere des Eingriffs durch die Verfügung eines Führerausweisentzugs
für immer und damit für mindestens fünf Jahre (vgl. dazu unter E. 4b) erweist sich die
Begründung der Vorinstanz als ungenügend. In der Verfügung vom 1. März 2019 wird
dazu lediglich ausgeführt, dass der Rekurrent im Zeitraum von ca. eineinhalb Jahren
regelmässig während des laufenden Verfahrens ein Motorfahrzeug trotz Entzugs des
Führerausweises gelenkt habe. In Anbetracht der fortgesetzten Delinquenz gehöre er
zu den unverbesserlichen Personen, die es gelte, für immer vom Strassenverkehr
fernzuhalten. Auch die Würdigung des verkehrspsychologischen Gutachtens von Dr. D,
namentlich, dass es keine offenkundigen Mängel zeige, welche die Richtigkeit und
Schlüssigkeit in Frage zu stellen vermöchten, dass es schlüssig erscheine, keine
Indizien zeige, welche gegen dessen Zuverlässigkeit sprechen würden und dass es
nachvollziehbar begründet sei, ist nicht ausreichend. Insbesondere fehlt jegliche
Auseinandersetzung mit dem verkehrspsychologischen Gutachten von Dr. C, das die
Fahreignung des Rekurrenten bestätigt hatte und worauf sich der Rekurrent in seiner
Stellungnahme vom 14. Januar 2019 berufen hatte. Dass die Vorinstanz sich hingegen
zu den Zeugnissen des Hausarztes Dr. E und des Augenarztes Dr. F nicht näher
äusserte, war angesichts der Verfügung eines Sicherungsentzugs für immer
folgerichtig. Die Verletzung des rechtlichen Gehörs ist im Rahmen der Kostenverlegung
zu berücksichtigen (vgl. dazu unter E. 9).
4.- Im Rekurs ist umstritten, ob die Vorinstanz zu Recht einen Führerausweisentzug für
immer anordnete.
a) Der Rekurrent macht im Wesentlichen geltend, die Voraussetzungen nach Art. 16d
Abs. 3 lit. a des Strassenverkehrsgesetzes (SR 741.01, abgekürzt: SVG) seien klar nicht
erfüllt. Die Bestimmung von Art. 15e SVG, der die Sperrfrist beim Fahren ohne
Führerausweis regle, gehe jener von Art. 16d Abs. 3 lit. a SVG vor, weshalb letztere
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vorliegend nicht anwendbar sei. Gemäss Rechtsprechung der VRK sei nach dem
Fahren ohne Ausweis eine Sperrfrist mit unbegrenzter Dauer nicht notwendig. Die
Sperrfrist müsse nach oben zeitlich begrenzt sein. Sodann gehe auch Art. 16c Abs. 4
SVG der Bestimmung von Art. 16c Abs. 3 lit. a SVG vor. Ein Führerausweisentzug für
immer würde zudem eine einlässliche Prüfung in einem Gutachten erfordern. Der
Rekurrent habe ausführlich zu seinen Beweggründen für die Fahrten ohne
Führerausweis Stellung genommen. Daraus lasse sich keine Unverbesserlichkeit
ableiten. Es sei ihm darum gegangen, seine Tiere zu versorgen. Einmal habe er einen
dringenden Arzttermin wahrnehmen müssen. Er habe ansonsten keine Verkehrsregeln
verletzt und niemanden gefährdet. Es seien weder Alkohol noch Drogen im Spiel
gewesen. Seit den drei Vorfällen im Jahr 2015 sei es nie mehr zu einer
Geschwindigkeitsüberschreitung gekommen. Es sei unhaltbar und unangemessen, aus
ein paar Bagatellfahrten ohne Führerausweis eine Unverbesserlichkeit abzuleiten. Eine
solche gehe auch nicht aus den verkehrspsychologischen Gutachten hervor.
b) Führerausweise sind zu entziehen, wenn festgestellt wird, dass die gesetzlichen
Voraussetzungen zur Erteilung nicht oder nicht mehr bestehen (Art. 16 Abs. 1 SVG).
Nach Art. 16d Abs. 1 SVG wird der Lern- oder Führerausweis einer Person auf
unbestimmte Zeit entzogen, wenn ihre körperliche oder geistige Leistungsfähigkeit
nicht oder nicht mehr ausreicht, ein Motorfahrzeug sicher zu führen (lit. a), wenn sie an
einer Sucht leidet, welche die Fahreignung ausschliesst (lit. b) oder wenn sie aufgrund
ihres bisherigen Verhaltens nicht Gewähr bietet, dass sie künftig beim Führen eines
Motorfahrzeugs die Vorschriften beachten und auf die Mitmenschen Rücksicht nehmen
wird (lit. c). Der Führerausweis wird einer Person für immer entzogen, wenn diese
unverbesserlich ist (Art. 16d Abs. 3 lit. a SVG, der mit Art. 17 Abs. 2 aSVG
übereinstimmt [BBl 1999 4492]) oder wenn ihr der Ausweis in den letzten fünf Jahren
bereits einmal gestützt auf Art. 16c Abs. 2 lit. a SVG (sog. Raserdelikt) entzogen
wurde (Art. 16d Abs. 3 lit. b SVG).
Der Sicherungsentzug nach Art. 16d Abs. 3 SVG dient der Gefahrenabwehr und
bezweckt als "ultima ratio" und in offensichtlichen Fällen ("cas évidents", vgl. Urteil des
Bundesgerichts [BGer] 1C_404/2007 vom 7. März 2008 E. 2.3), immer wieder rückfällig
werdende Fahrzeugführer aufgrund charakterlicher Nichteignung vom Strassenverkehr
fernzuhalten (BGer 1C_21/2016 vom 12. September 2016 E. 3.1 mit Hinweisen). Die
bis
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Bestimmung von Art. 16d Abs. 3 lit. a SVG stellt eine verschärfte Form des
Sicherungsentzugs bei charakterlicher Nichteignung im Sinn von Art. 16d Abs. 1 lit. c
SVG dar, die ohne Gutachten nicht angewendet werden darf ausser in offensichtlichen
Fällen, zum Beispiel wenn der Betroffene eindeutig erklärt hat, dass er die
Verkehrsregeln weiterhin verletzen werde (BGer 1C_496/2018 vom 20. Mai 2019
E. 5.1). Der Gesetzgeber wollte die Administrativmassnahmen im Strassenverkehr bei
Rückfällen deutlich verschärfen. Personen, die wiederholt elementare Verkehrsregeln
verletzen und damit das Leben anderer Verkehrsteilnehmer aufs Spiel setzen, sollen für
lange Zeit (oder sogar für immer) aus dem Verkehr gezogen werden (BGE 141 II 220
E. 3.3.2 S. 226). Gemäss Botschaft bezweckt der Tatbestand von Art. 16d Abs. 3 lit. a
SVG, die kleine Zahl immer wieder rückfällig werdender Fahrzeugführer, die für einen
grossen Teil der Verkehrsunfälle verantwortlich sind, vom Strassenverkehr fernzuhalten
(BBl 1999 4474 Ziff. 121.3). Grund für den Entzug nach Art. 16d Abs. 3 lit. a SVG stellt
eine charakterliche Ungeeignetheit dar. Nach der Lehre gilt als unverbesserlich, wer
trotz Strafen und Administrativmassnahmen innert einer relativ kurzen Zeitspanne
mehrfach gegen Strassenverkehrsvorschriften verstossen hat. Der Versuch des
"Verbesserns" mittels Strafen und Administrativmassnahmen erweist sich als
gescheitert (BSK SVG-Rütsche/D'Amico, Basel 2014, Art. 16d N 59). In der Lehre wird
verschiedentlich die Ansicht vertreten, dass dem Tatbestand von Art. 16d Abs. 3 lit. a
SVG keine eigenständige Bedeutung zukomme, vielmehr könne dieser nur als
Verweisungsnorm auf Art. 16b Abs. 2 lit. f SVG und Art. 16c Abs. 2 lit. e SVG
verstanden werden (Rütsche/D'Amico, a.a.O., Art. 16d N 59 ff. mit Hinweisen; H. Giger,
Kommentar SVG, 8. Aufl. 2014, Art. 16d N 13).
Der Sicherungsentzug für immer gilt, anders als der Wortlaut der Bestimmung
vermuten lässt, nicht auf Lebenszeit des Betroffenen (BGE 106 Ib 328 E. a S. 329). Der
entzogene Führerausweis kann aber nur wiedererteilt werden, wenn die Massnahme
fünf Jahre gedauert hat und glaubhaft gemacht wird, dass die Voraussetzungen für den
Sicherungsentzug weggefallen sind (Art. 17 Abs. 4 Satz 1 in Verbindung mit Art. 23
Abs. 3 SVG). Während der gesetzlichen Sperrfrist von fünf Jahren ist der Beweis der
Fahreignung ausgeschlossen. Da die Aussichten auf Wiedererlangung der Fahreignung
regelmässig besonders schlecht sind, handelt es sich beim Sicherungsentzug gemäss
Art. 16d Abs. 3 lit. a SVG um eine der einschneidendsten Administrativmassnahmen
des Strassenverkehrsgesetzes, die schwer in die Persönlichkeitsrechte und die
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Privatsphäre der betroffenen Person eingreifen kann (BGer 1C_21/2016 vom 12.
September 2016 E. 3.2; in Bezug auf den vorsorglichen Sicherungsentzug BGE 141 II
220 E. 3.1.1).
c) Entgegen der Ansicht des Rekurrenten schliessen weder Art. 15e SVG noch Art. 16c
Abs. 4 SVG die Anwendung von Art. 16d Abs. 3 lit. a SVG aus. Dem zitierten Entscheid
der VRK vom 30. April 2015 lag ein anderer Sachverhalt zugrunde. Es ging um einen
Lenker, der noch nie einen Führerausweis besessen und trotzdem wiederholt ein
Fahrzeug gelenkt hatte. Ihm wurde der Lernfahrausweis gestützt auf Art. 15e SVG für
immer verweigert, was die VRK als nicht zulässig erachtete (vgl. VRKE IV-2014/96 vom
30. April 2015, im Internet abrufbar unter: www.gerichte.sg.ch). Das Lenken eines
Fahrzeugs trotz Entzugs desselben nach Art. 16 ff. SVG wie beim Rekurrenten fällt
hingegen nicht unter Art. 15e SVG, sondern unter Art. 16c Abs. 1 lit. f SVG (BSK SVG-
Bickel, a.a.O., Art. 15e N 5). Art. 16c Abs. 4 SVG regelt die Dauer der Sperrfrist bei
Fahren trotz Sicherungsentzugs. Diese Bestimmung wäre somit auf den Rekurrenten
grundsätzlich anwendbar. Art. 16d Abs. 3 lit. a SVG, der einen Entzug für immer
vorsieht, stellt jedoch eine Spezialnorm zu Art. 16d Abs. 1 in Verbindung mit Art. 16c
Abs. 4 SVG da. Sofern die Voraussetzung der Unverbesserlichkeit gegeben ist, beträgt
die Sperrfrist demnach mindestens fünf Jahre (vgl. Art. 17 Abs. 4 SVG).
d) Die Vorinstanz führte in der angefochtenen Verfügung aus, gemäss Gutachten von
Dr. D müsse dem Rekurrenten die Fahreignung abgesprochen werden. Im Zeitraum
von rund eineinhalb Jahren habe er im laufenden Verfahren regelmässig ein
Motorfahrzeug trotz Entzugs des Führerausweises gelenkt. In Anbetracht der
fortgesetzten Delinquenz gehöre er daher zu den unverbesserlichen Personen, die es
für immer vom Strassenverkehr fernzuhalten gelte. Gestützt auf Art. 16d Abs. 3 lit. a
SVG werde deshalb ein Führerausweisentzug für immer für sämtliche Kategorien
ausgesprochen.
Wie eingangs dargelegt, stellt ein Führerausweisentzug für immer nach Art. 16d Abs. 3
lit. a SVG die letzte Massnahme für Personen dar, die wiederholt elementare
Verkehrsregeln verletzen, damit das Leben anderer aufs Spiel gesetzt haben und immer
wieder rückfällig geworden sind. Nur so lässt sich ein derart langer, allenfalls sogar
dauerhafter Entzug rechtfertigen. Daraus ist einerseits zu schliessen, dass einem
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solchen Entzug entsprechende detaillierte und zur Frage der Unverbesserlichkeit
spezifische Abklärungen vorauszugehen haben, andrerseits bisherige
Administrativmassnahmen keine Besserung des fehlbaren Lenkers bewirkt haben.
Beides ist vorliegend nicht der Fall.
Der Rekurrent unterzog sich am 21. Juni 2018 einer verkehrspychologischen
Untersuchung. Im Gutachten vom 30. Juli 2018 führte Dr. D zwar aus, der Rekurrent
zeige Schwierigkeiten, sein Fehlverhalten einsehen zu wollen oder einsehen zu können.
Er zeige kein ausreichendes Problembewusstsein, keine Veränderung in der Einstellung
und erkenne die eigene Fehleinschätzung nicht, weshalb Rückfallgefahr bestehe. Die
Einsicht sei aktuell ungenügend, die Fahreignung aus charakterlichen Gründen nicht
gegeben (act. 4/290 f.). Von einer Unverbesserlichkeit im verkehrspsychologischen
Sinn ist im Gutachten aber nicht die Rede. Vielmehr empfiehlt der Verkehrspsychologe,
der Rekurrent müsse in einer verkehrspsychologischen Therapie erkennen, dass seine
Einstellung, Einsicht und Erkenntnis der Ursachen bis heute zu wenig erfolgt seien. In
zwölf Stunden im Zeitraum von sechs Monaten solle er sich mit diesen Themen
auseinandersetzen und anschliessend für eine neue verkehrspsychologische
Untersuchung melden (act. 4/291). Diese Empfehlung geht davon aus, dass der
Rekurrent mit einer verkehrspsychologischen Therapie in wenigen Monaten zur nötigen
Einsicht in sein Fehlverhalten kommen kann, was gegen die Annahme einer
Unverbesserlichkeit spricht.
Ferner ist es nicht so, dass gegenüber dem Rekurrenten wiederholt
Administrativmassnahmen verfügt wurden und diese sich im Ergebnis als erfolglos
herausgestellt haben. Der Rekurrent ist seit 1980 im Besitz des Führerausweises. Mit
Verfügung vom 11. Juli 2016 wurde ihm wegen mangelnder körperlicher und geistiger
Leistungsfähigkeit die Fahreignung aberkannt und ein Sicherungsentzug verfügt. Dabei
handelt es sich nach dem vorsorglichen Führerausweisentzug vom 1. Dezember 2015
um die zweite Administrativmassnahme. Seither hat er wiederholt Fahrzeuge ohne
Ausweis gelenkt. Bis zur nun angefochtenen Verfügung vom 1. März 2019 wurde
deswegen keine weitere Administrativmassahme, beispielsweise eine Verlängerung der
Sperrfrist, verfügt. Es kann daher nicht gesagt werden, dass jegliche Massnahmen den
Rekurrenten unbeeindruckt liessen und er deshalb unverbesserlich sei. Hinzu kommt
schliesslich, dass das Fahren trotz Führerausweisentzugs zwar darauf hindeutet, dass
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der Rekurrent sich nicht an behördliche Verbote hält. Dies allein lässt jedoch den
Schluss, dass der Rekurrent deswegen das Leben anderer Personen rücksichtslos
gefährden würde, nicht zu.
e) Zusammenfassend sind die Voraussetzungen für die Verfügung eines
Führerausweisentzugs für immer gestützt auf Art. 16d Abs. 3 lit. a SVG nicht erfüllt. Die
Verfügung der Vorinstanz vom 1. März 2019 ist daher aufzuheben. Bei diesem Ergebnis
kann auf die Abnahme der beantragten Beweise verzichtet werden.
5.- Dies hat zur Folge, dass für die Fahrten trotz Entzugs des Führerausweises eine
Sperrfrist zu verfügen ist.
a) Hat die betroffene Person trotz eines Entzugs nach Art. 16d SVG ein Motorfahrzeug
geführt, so wird eine Sperrfrist verfügt; diese entspricht der für die Widerhandlung
vorgesehenen Mindestentzugsdauer (Art. 16c Abs. 4 SVG). Eine schwere
Widerhandlung begeht, wer ein Motorfahrzeug trotz Ausweisentzugs führt (Art. 16c
Abs. 1 lit. f SVG). Die Mindestentzugsdauer bei einer schweren Widerhandlung beträgt
sechs Monate, wenn der Ausweis in den vorangegangenen fünf Jahren einmal wegen
einer mittelschweren Widerhandlung entzogen war (Art. 16c Abs. 2 lit. b SVG).
b) Der Rekurrent lenkte am 22. Januar, 8. Februar und 26. Mai 2017 sowie am
26. Februar und am 23. Juni 2018 ein Fahrzeug trotz Entzugs des Führerausweises. Für
die Fahrt vom 23. August 2016 wurde das Strafverfahren eingestellt, weshalb diese
nicht mitzuberücksichtigen ist. In der Verfügung vom 11. Juli 2016 war die Sperrfrist auf
einen Monat festgesetzt worden (1. bis 31. Dezember 2016). Damals beging der
Rekurrent zwei leichte und eine mittelschwere Widerhandlung. Nun hat er innerhalb von
fünf Jahren mehrere schwere Widerhandlungen begangen. Die Tatmehrheit – fünf
Fahrten trotz Führerausweisentzugs – führt zu einer Erhöhung der Sperrfrist.
Demgegenüber wirkt sich die erhöhte Sanktionsempfindlichkeit des Rekurrenten
massnahmemindernd aus. Unter Berücksichtigung dieser Kriterien ist die Sperrfrist auf
sieben Monate festzusetzen (1. Dezember 2016 bis 30. Juni 2017).
6.- Die Aufhebung der angefochtenen Verfügung bedeutet indessen nicht, dass der
Führer-ausweis dem Rekurrenten sofort wieder auszuhändigen ist. Dieser ist ihm nach
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wie vor gestützt auf die rechtskräftige Verfügung vom 11. Juli 2016 zu
Sicherungszwecken entzogen. Der Rekurrent hat mit Eingabe vom 14. Januar 2019 die
Wiedererteilung beantragt, worüber die Vorinstanz zu befinden haben wird. Für eine
Wiedererteilung des Führerausweises muss der Nachweis der Fahreignung des
Rekurrenten vorliegen. Beweisbelastet dafür ist der Rekurrent.
a) Der Rekurrent bringt vor, das eingereichte Zeugnis von Dr. E zur Behandlung des
Diabetes mellitus vom 13. Februar 2018 bestätige, dass er seinen Hausarzt
regelmässig aufsuche. Die Erkrankung sei bestens kontrolliert und eingestellt. Er wisse,
wie er sich verhalten müsse und nehme auch die Medikamente regelmässig und
geordnet ein. Das augenärztliche Zeugnis von Dr. F vom 22. März 2018 belege sodann,
dass sein Gesichtsfeld wie auch das Sehvermögen mit Sehhilfe den
Mindestanforderungen für die erste medizinische Gruppe entspreche, die
Augenbeweglichkeit ohne Einschränkungen gegeben sei und es keine Doppelbilder
gebe. Der graue Star am linken Auge sei operiert worden. An beiden Augen bestehe
keine diabetische Retinopathie. Zusätzlich zum kognitiven Trainingsprogramm habe er
eine Verkehrstherapie von zwölf Stunden vom 24. August 2018 bis 28. Februar 2019
absolviert.
b) In der Verfügung vom 11. Juli 2016 wurden als Bedingungen für die Wiedererteilung
des Ausweises aus verkehrsmedizinischer Sicht eine regelmässige und erfolgreiche
hausärztliche und – wenn erforderlich – diabetologische Behandlung des Diabetes
mellitus sowie das Einreichen eines augenärztlichen Zeugnisses nach der Operation
des grauen Stars, welches die Fahreignung aus augenärztlicher Sicht befürworte,
genannt. Der Hausarzt des Rekurrenten, Dr. E, bestätigte mit Schreiben vom
13. Februar 2018, dass jener bei ihm regelmässig in Kontrolle wegen des Diabetes
mellitus, der arteriellen Hypertonie, der koronaren Herzkrankheit und der
rechtsbetonten Polyneuropathie sei. Er sei vollumfänglich arbeitsfähig und komme
regelmässig in die Sprechstunde. Der Diabetes mellitus sei bestens kontrolliert und
eingestellt. Der Patient wisse genau Bescheid, wie er sich verhalten müsse, er nehme
die verordneten Medikamente regelmässig und geordnet ein (act. 4/217). Das
Schreiben ging in Kopie auch an den Rechtsvertreter des Rekurrenten. Gemäss
augenärztlichem Zeugnis von Dr. F vom 22. März 2018 erfüllt der Rekurrent die
Mindestanforderungen für die erste medizinische Gruppe in Bezug auf die Sehschärfe,
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das Gesichtsfeld, die Augenbeweglichkeit und das Fehlen von Doppelbildern. Am
linken Auge wurde am 29. April 2018 der graue Star operiert. An beiden Augen besteht
keine diabetische Retinopathie (act. 4/239).
Da die Arztberichte mittlerweile bereits eineinhalb Jahre alt sind und die
verkehrsmedizinische Untersuchung schon drei Jahre zurückliegt, genügt in
Übereinstimmung mit den Erwägungen der Vorinstanz eine verkehrsmedizinische
Aktenbeurteilung daher heute nicht mehr, sondern es ist eine verkehrsmedizinische
Untersuchung erforderlich. Es wird sich dann auch zeigen, ob sich die Compliance
tatsächlich verbessert hat (vgl. Rekursergänzung, S. 25 Ziff. 1.5); denn im Bericht des
Hausarztes vom 25. April 2016 wurde diese als nicht besonders gut bezeichnet. Der
Rekurrent melde sich, obwohl er an relevanten Erkrankungen leide, nur sehr selten in
der Sprechstunde und komme seinen Terminen nicht immer nach (act. 4/87).
c) In verkehrspsychologischer Hinsicht nannte die Vorinstanz in der Verfügung vom
11. Juli 2016 die Komplettierung der verkehrspsychologischen Diagnostik nach
Inanspruchnahme kognitiver Trainingsprogramme über einen Zeitraum von mindestens
acht Wochen und mindestens drei Behandlungen pro Woche als Bedingung für die
Wiedererteilung. In der Folge absolvierte der Rekurrent mithilfe eines
Computerprogramms ein kognitives Training und unterzog sich anschliessend einer
verkehrspsychologischen Untersuchung.
Im Gutachten vom 16. Mai 2018 kam Dr. C zum Schluss, dass die Testung der
psychisch-funktionalen Leistungsfähigkeit einen positiven Befund ergeben habe. Der
Rekurrent habe seine kognitive Leistung verbessern können. Die Konzentrations- und
Aufmerksamkeitsleistung unter Monotonie, das Stressbelastungsverhalten sowie die
visuelle Orientierungsleistung entsprächen dem im Strassenverkehr nötigen
Leistungsniveau. In charakterlicher Hinsicht sei zwar eine gewisse Eigenwilligkeit und
"Sturheit" festzustellen, doch sei nicht von einer habituellen Regelmissachtung bzw.
von einem verkehrsdelinquenten Verhaltensstil auszugehen. Eine generelle Einsicht
zum illegalen Fahren sei gegeben, auch wenn der Rekurrent zum Teil aus einem
Opferstandpunkt heraus argumentiere. Hinsichtlich der Geschwindigkeitsdelikte zeige
er sich offen und neige nicht zur Beschönigung. In der Gesamtbetrachtung sei bei ihm
nicht von einer problematischen Einstellung gegenüber gesetzlichen Bestimmungen im
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Strassenverkehr auszugehen. Ein grundsätzliches Problembewusstsein bestehe, wenn
auch die Reflexionsfähigkeiten intelligenzbedingt limitiert seien. Eine erhöhte
Risikoneigung sei in der Untersuchung nicht offenkundig geworden. Die Fahreignung
könne aktuell aus verkehrspsychologischer Sicht bejaht werden (act. 4/242 ff.).
Im Schreiben vom 17. Mai 2016 führte die Vorinstanz aus, der Rekurrent habe dreimal
einen Personenwagen und zweimal einen Traktor trotz Führerausweisentzugs gelenkt.
Die letzte Verkehrsregelverletzung habe er während eines laufenden bzw. sistierten
Administra-tivmassnahmeverfahrens begangen. Knapp drei Monate später werde die
Fahreignung befürwortet. Das verkehrspsychologische Gutachten von Dr. C erscheine
als nicht schlüssig. Es sei nicht nachvollziehbar begründet und vermöge in seiner
Gesamtheit nicht zu überzeugen. Die Vorinstanz ordnete daher eine weitere
verkehrspsychologische Untersuchung an.
Dr. D stellte im Gutachten vom 30. Juli 2018 ein mindestens mittelstark bis deutlich
beeinträchtigtes Leistungsverhalten in den Bereichen Verarbeitungstempo,
Reaktionszeit, optische Wahrnehmungsleistung, gerichtete Aufmerksamkeit und
visuelle Orientierung fest. Das psychometrische Verfahren am Testgerät habe sehr viel
Zeit für die Instruktion und die Durchführung benötigt. Der Rekurrent habe deutlich
Mühe mit der Verarbeitungszeit und der Reaktionsgeschwindigkeit gehabt. Aufgrund
der Leistungstests sei die Fahreignung für alle Kategorien nicht gegeben. In Bezug auf
den Charakter beurteilte Dr. D die Einsicht des Rekurrenten als ungenügend. Er könne
sein Problemverhalten nicht richtig erfassen, oder sei nicht gewillt, ein adäquates
Problembewusstsein zu entwickeln. Er sehe seine Fehler nicht ein und zeige keine
Veränderung in der Einstellung. Damit sei Rückfallgefahr gegeben. Seine aktuellen
Lebensverhältnisse zeigten eine teilweise destabilisierende Situation, weil er
beispielsweise nicht wisse, wo er in Zukunft leben werde, wenn er den Bauernhof nicht
mehr habe.
Damit liegen zwei zeitlich nahe beieinanderliegende verkehrspsychologische Gutachten
mit gegenteiligem Ergebnis, sowohl hinsichtlich der Leistung als auch des Charakters,
vor. Das zweite Gutachten nahm zum ersten keine Stellung. Dies war auch nicht die
Aufgabe des zweiten Gutachtens; denn die Vorinstanz ordnete nicht ein
Obergutachten, sondern ein neues Gutachten an. In keinem der beiden Gutachten
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wurde sodann eine differenzierte Beurteilung hinsichtlich der Prognose, ob der
Rekurrent künftig gegen Verkehrsregeln verstossen werde, vorgenommen. Dazu
müssten einerseits die Hintergründe zu den zahlreichen Fahrten trotz
Führerausweisentzugs genau analysiert und diese andrerseits in einen Kontext zum
künftigen Einhalten der Verkehrsregeln im Strassenverkehr durch den Rekurrenten
gesetzt werden. Unter diesen Umständen vermag keines der beiden
verkehrspsychologischen Gutachten restlos zu überzeugen. Der Rekurrent vermochte
sodann nicht nachzuweisen, dass seine Fahreignung hinsichtlich des
Leistungsvermögens und des Charakters gegeben ist. Nur rund einen Monat nach dem
leistungsmässig positiven Abschneiden bei Dr. C hatte der Rekurrent in den
standardisierten psychometrischen Tests bei Dr. D grosse Mühe mit der
Verarbeitungszeit und der Reaktionsgeschwindigkeit, weshalb sein Leistungsverhalten
als mittelstark bis deutlich beeinträchtigt beurteilt wurde.
Aufgrund dieser für verkehrspsychologische Laien nicht nachvollziehbaren
unterschiedlichen Resultate besteht Klärungsbedarf. Im Zeitraum vom 24. August 2018
bis 28. Februar 2019 absolvierte der Rekurrent eine Verkehrstherapie mit zwölf
Sitzungen. Gemäss Bestätigung der Psychologin S wurden dabei die Themen Einsicht
und Problembewusstsein, Ursachen von Fehlverhalten sowie Auseinandersetzung mit
Strategien behandelt. Eine Beurteilung zur Fahreignung wurde indessen nicht gemacht.
Es ist daher eine dritte verkehrspsychologische Begutachtung durch einen bisher noch
nicht involvierten Gutachter durchzuführen. Dazu ist die Streitsache gemäss Art. 56
Abs. 2 VRP an die Vorinstanz zurückzuweisen. Die Kosten für die neuerliche
verkehrspsychologische Begutachtung gehen zu Lasten des Staats. Namentlich wäre
unverhältnismässig, ihn die gesamten Kosten der verkehrspsychologischen
Untersuchungen tragen zu lassen, wenn sich die ersten beiden Gutachter derart uneins
sind.
d) Sobald ein positiv lautendes verkehrspsychologisches Gutachten zur Fahreignung
des Rekurrenten vorliegt, kann die verkehrsmedizinische Untersuchung in Auftrag
gegeben und schliesslich ein Termin für die Abklärung beim Technischen Dienst des
Strassenverkehrsamts (zwecks Ausschlusses einer Kraftminderung in den Beinen)
vereinbart werden. Wenn die erforderlichen Ergebnisse vorliegen, wird die Vorinstanz
neu zu verfügen haben.
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7.- Der Rekurrent beantragt weiter, ihm sei für das vorinstanzliche Verfahren eine
Parteientschädigung von Fr. 11'340.80 zuzusprechen.
a) Der Rekurrent bringt vor, die Vorinstanz hätte auf seinen Antrag eintreten und ihn
entweder gutheissen oder abweisen müssen. Dass sie dies nicht getan habe, stelle
eine Rechtsverweigerung dar. Als juristischer Laie sei er zur Wahrung seiner Interessen
auf eine anwaltliche Vertretung angewiesen gewesen. Die Akten seien sehr
umfangreich, es hätten vier Gutachten gewürdigt werden müssen.
b) Art. 98 Abs. 3 lit. b VRP bestimmt, dass in erstinstanzlichen Verfahren in der Regel
keine ausseramtlichen Kosten zugesprochen werden. Eine ausseramtliche
Entschädigung ist im erstinstanzlichen Verfahren jedoch dann gerechtfertigt, wenn das
Verfahren willkürlich eröffnet wurde oder wenn für die Betroffenen durch die Eröffnung
des Verfahrens zur Wahrung ihrer Rechte der Beizug eines Anwalts unbedingt
erforderlich ist (GVP 1987 Nr. 46). So hielt denn die VRK bereits im Jahre 1987 fest,
dass gerade darin, dass das Gesetz eine ausseramtliche Entschädigung im
erstinstanzlichen Verfahren für den Regelfall ausschliesse, die Befugnis und auch die
Verpflichtung liege, in besonders gelagerten Fällen eine ausseramtliche Entschädigung
dennoch zuzusprechen (GVP 1987 Nr. 46 E. b). Die ausseramtliche Entschädigung wird
bei Zusprechung nach Obsiegen und Unterliegen auferlegt (Art. 98 VRP). Die
zivilprozessualen Vorschriften über die Parteientschädigung gelangen sachgemäss zur
Anwendung (Art. 98 VRP).
Ob der Beizug eines Anwalts notwendig ist, hängt insbesondere von der Schwierigkeit
der sich in einem Verfahren stellenden Fragen, von den Rechtskenntnissen der ins
Verfahren einbezogenen Parteien, von der Tragweite des Entscheids und von einer
allfälligen Rechtsvertretung der Gegenpartei ab (vgl. BGE 104 Ia 72, 77). Die ältere
Rechtsprechung stellte an die Notwendigkeit und Angemessenheit ausseramtlicher
Kosten im erstinstanzlichen Verfahren ausserordentlich hohe Anforderungen. Im Jahre
1987 erklärte die VRK, dass die gesteigerte Massnahmenempfindlichkeit von
Berufschauffeuren für sich allein noch keine Notwendigkeit rechtsanwaltlicher
Vertretung begründe, sondern im Zusammenhang mit den übrigen Kriterien beurteilt
werden müsse. Im erstinstanzlichen Verfahren müssten für den Beizug eines Anwalts
geradezu "bedingende Umstände" vorliegen, insbesondere dann, wenn gegen den
bis
ter
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erstinstanzlichen Entscheid Rekurs erhoben werden könne und die Rekursinstanz über
eine volle Überprüfungsbefugnis verfüge (GVP 1987 Nr. 46 E. b/bb; vgl. auch BGE 111
Ia 5, 10).
In der neueren bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist eine gewisse Lockerung der
Praxis zur Notwendigkeit einer Rechtsverbeiständung ersichtlich, welche insbesondere
im Zusammenhang mit der unentgeltlichen Rechtspflege, die mit Art. 29 Abs. 3 BV
inzwischen verfassungsrechtlich ausdrücklich verankert ist, immer wieder thematisiert
wurde. So hielt das Bundesgericht fest, dass bei einem besonders starken Eingriff in
die Rechtsstellung des Betroffenen eine rechtliche Verbeiständung grundsätzlich
geboten sei (BGE 119 Ia 264 E. 3b; BGE 125 V 32 E. 4b). Die Anwendbarkeit von
Offizialmaxime oder Untersuchungsgrundsatz würde sodann die Notwendigkeit der
anwaltlichen Vertretung nicht ausschliessen (BGE 119 Ia 264 E. 3b). Ferner könne die
Notwendigkeit der Rechtsverbeiständung nicht grundlegend davon abhängig gemacht
werden, dass es sich um ein streitiges Verfahren handle, sondern falle grundsätzlich für
jedes staatliche Verfahren in Betracht (BGE 125 V 32, E. 4a und 4c; BGE 130 I 180
E. 2.2). In BGE 130 I 180 erklärte das Bundesgericht schliesslich, es sei nicht
gerechtfertigt, die Notwendigkeit der Rechtsverbeiständung im erstinstanzlichen
Verfahren generell mit dem Hinweis auf eine umfassende Überprüfungsbefugnis der
Rechtsmittelinstanz zu verneinen. Die Erfahrung zeige, dass es schwierig sei, ein
Verfahren erst in einem späteren Stadium auf die richtige Bahn zu bringen (E. 3.2).
c) Die Vorinstanz trat in Ziffer 6 der Verfügung auf die Parteikostennote in der Höhe von
Fr. 11'340.80 nicht ein, da die Anträge vollumfänglich abzuweisen seien. Auch wenn
die Formulierung falsch ist, so geht daraus klar hervor, dass keine Parteientschädigung
zugesprochen wurde. Eine Rechtsverweigerung liegt entgegen der Auffassung des
Rekurrenten nicht vor. Die Verfügung wird mit dem vorliegenden Entscheid zwar
aufgehoben, trotzdem ist über die Parteientschädigung im vorinstanzlichen Verfahren
materiell zu befinden.
Für eine willkürliche Verfahrenseröffnung ergeben sich vorliegend keine Anhaltspunkte.
Eine solche wird auch nicht geltend gemacht. Der Rekurrent ist aufgrund seiner
selbständigen Erwerbstätigkeit als Landwirt jedoch in hohem Mass auf den
Führerausweis angewiesen. Ein länger dauernder Ausweisentzug stellt für ihn einen
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erheblichen Eingriff in seine Persönlichkeit und Rechtsstellung dar. Dem Rekurrenten
ist der Führerausweis seit 1. Dezember 2015 zu Sicherungszwecken entzogen. Das
Verfahren und die Akten, welche zum Sicherungsentzug im Jahr 2016 geführt hatten,
waren im vorinstanzlichen Verfahren, wo es um die Wiedererteilung ging, nicht zu
würdigen. Es ging vielmehr um zwei verkehrspsychologische Gutachten mit
unterschiedlichen Schlussfolgerungen sowie anstelle der Wiedererteilung um die
Verfügung eines Sicherungsentzugs für immer, einer der schwersten
Administrativmassnahmen des Strassenverkehrsrechts. Die Ausgangslage war damit
sicher nicht einfach und für den Rekurrenten als Landwirt von grosser Bedeutung. Ob
dies jedoch letztlich für den Anspruch auf ausseramtliche Entschädigung ausreicht,
kann offen bleiben. Dem Hauptantrag des Rekurrenten im vorinstanzlichen Verfahren
auf sofortige auflagenfreie Herausgabe des Führerausweises hätte auch ohne
Verfügung des ungerechtfertigten Sicherungsentzugs für immer angesichts der
widersprüchlichen Gutachten nicht entsprochen werden können. Vielmehr hätte ein
weiteres Gutachten erstellt werden müssen. Dies wurde vom Rekurrenten indessen
nicht beantragt. Mangels mehrheitlichen Obsiegens bestand daher gestützt auf
Art. 98 VRP kein Anspruch auf Ersatz der ausseramtlichen Kosten. Es sind keine
Gründe ersichtlich, die ein Abweichen vom Verteilungsgrundsatz nach Obsiegen und
Unterliegen rechtfertigen würden. Was die Verletzung des rechtlichen Gehörs durch die
Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung angeht, so beschlagen diese Rügen das
vorliegende und nicht das vorinstanzliche Verfahren. Dementsprechend ist der Rekurs
in diesem Punkt abzuweisen.
8.- a) Der Rekurrent beantragt, die Kosten für das vorinstanzliche Verfahren von
Fr. 790.– seien vom Staat zu tragen. Die Vorinstanz habe lediglich die Höhe der
Verfahrenskosten festgesetzt, diese aber niemandem auferlegt. Dies stelle eine
Rechtsverweigerung und mangels Begründung eine Verletzung des rechtlichen Gehörs
dar. Zudem seien die Kosten für das unnötige Gutachten von Dr. D vom Staat zu
tragen.
b) Mit Aufhebung der Verfügung fallen auch die Verfahrenskosten von Fr. 790.– gemäss
Ziffer 8 dahin. Dessen ungeachtet hat der Rechtsvertreter zu Recht darauf
hingewiesen, dass im Rechtsspruch unmissverständlich festzuhalten ist, wer die
amtlichen Kosten zu tragen hat. Die Begutachtung bei Dr. D wurde mit Verfügung vom
bis
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30. Mai 2018 angeordnet. Wenn der Rekurrent diese Begutachtung als unnötig
erachtet hätte, hätte er die entsprechende Verfügung anfechten können und müssen.
9.- Zusammenfassend ist der Rekurs teilweise gutzuheissen. Die angefochtene
Verfügung vom 1. März 2019 ist aufzuheben, die Sperrfrist auf sieben Monate
festzulegen, die Sache zu weiteren Abklärungen und neuer Verfügung im Sinn der
Erwägungen an die Vorinstanz zurückzuweisen und für das vorinstanzliche Verfahren
keine Parteientschädigung zuzusprechen. Damit wird weder den Hauptanträgen
gemäss den Ziffern 1, 3 und 4 des Rechtsbegehrens noch dem Eventualantrag gemäss
Ziffer 2, sondern jenem gemäss Ziffer 5 entsprochen. Bei der Kostenverlegung zu
berücksichtigen ist ferner die Verletzung des rechtlichen Gehörs. Unter
Berücksichtigung sämtlicher Umstände sind die Kosten zu zwei Dritteln dem
Rekurrenten und zu einem Drittel dem Staat aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 2'400.– erscheint angemessen (Art. 7 Ziff. 122 der
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der Kostenvorschuss von Fr. 1'600.– ist
damit zu verrechnen.
Ein Anspruch auf Entschädigung der ausseramtlichen Kosten besteht aufgrund der
präjudizierend wirkenden Verlegung der amtlichen Kosten von zwei Dritteln zulasten
des Rekurrenten nicht (Art. 98 VRP; R. Hirt, Die Regelung der Kosten nach
st. gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, Lachen/St. Gallen 2004, S. 183).