Decision ID: f1f89999-7c92-52d5-a49c-7a4b85e80346
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Kreso Glavas, Haus zur alten Dorfbank,
9313 Muolen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
IV-Leistungen
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Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich im Juni 2007 zum Leistungsbezug bei der
Invalidenversicherung an (IV-act. 4). Dr. med. B._, Allgemeine Medizin FMH,
bescheinigte im Bericht vom 2. Juli 2007 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen
Status nach zervikalem Schleudertrauma vom 28. Februar 2005 sowie ein
Plattenepithel-Karzinom im ORL-Bereich. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
bestehe eine arterielle Hypertonie, ein Nikotinabusus, ein Alkoholkonsum, eine
Hyperurikämie mit Gichtanfällen, ein hyperkeratorisches Hand- und Fussekzem sowie
eine Kontaktallergie auf Formaldehyd. Der Versicherte sei in der bisherigen Tätigkeit
(als Servicemonteur) ab 4. März 2005 arbeitsunfähig gewesen (IV-act. 15). Nach
Durchführung von weiteren Abklärungen, insbesondere einer Medas-Begutachtung (IV-
act. 39), eröffnete die IV-Stelle des Kantons St. Gallen dem Rechtsvertreter des
Versicherten, Rechtsanwalt Dr. K. Glavas, Muolen, mit Vorbescheid vom 11. Dezember
2008, der Versicherte habe ab 1. März 2006 Anspruch auf eine Viertelsrente. Einem
Einkommen ohne Behinderung von Fr. 68'102.-- stehe ein solches mit Behinderung
von Fr. 37'966.-- (Tabellenlohn unter Berücksichtigung einer Arbeitsfähigkeit von 70 %
und eines Leidensabzugs von 10 %) gegenüber, woraus ein IV-Grad von 44 %
resultiere (IV-act. 72). Am 12. Dezember 2008 teilte sie dem Rechtsvertreter des
Versicherten mit, berufliche Massnahmen seien zur Zeit nicht angezeigt, da der
Versicherte der Eingliederungsberaterin bekannt gegeben habe, dass er sich nicht
arbeitsfähig fühle (IV-act. 73).
A.b Gegen die vorgesehene Rentenzusprechung reichte der Rechtsvertreter des
Versicherten am 22. Dezember 2008 einen Einwand ein (IV-act. 74, 79). Mit Schreiben
vom 25. Februar 2009 ersuchte er die IV-Stelle um Sistierung des Verfahrens, bis das
Ergebnis der von der Suva in die Wege geleiteten Fahreignungsprüfung vorliege (IV-
act. 85). Mit Verfügung vom 21. April 2009 sprach die IV-Stelle hierauf dem
Versicherten ab 1. März 2006 eine Viertelsrente auf der Basis eines IV-Grades von 48
% zu. Im Vergleich zum Vorbescheid hatte sich eine Erhöhung des IV-Grades wegen
der Zugrundelegung eines höheren Valideneinkommens von Fr. 73'219.-- ergeben (IV-
act. 88). Die Suva hatte dem Versicherten mit Verfügung vom 19. Februar 2009 eine
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Invalidenrente auf der Basis eines IV-Grades von 23 % ab 1. November 2008
zugesprochen (IV-act. 92-12/45).
B.
B.a Gegen die Verfügung der IV-Stelle vom 21. April 2009 erhob Rechtsanwalt Glavas
für den Versicherten am 28. April 2009 Beschwerde mit den Anträgen, die Verfügung
sei aufzuheben und dem Beschwerdeführer sei mindestens eine halbe IV-Rente zu
gewähren. Ihm seien geeignete berufliche Massnahmen - insbesondere die
Wiedereingliederung in eine geeignete Tätigkeit - zu gewähren. Das
Beschwerdeverfahren sei zu sistieren, bis die Ergebnisse der von der Suva initialisierten
Fahreignungsprüfung vorliegen würden. Für das Jahr 2008 sei von der Suva ein
Valideneinkommen von Fr. 74'483.-- errechnet worden. Dieses sei, unter
Berücksichtigung der Teuerung für 2009, auch für das vorliegende Verfahren
anzuwenden. Sodann sei eine Kürzung des Invalideneinkommens um 15 % bzw. 20 %
vorzunehmen.
B.b Am 6. Mai 2009 sistierte der Abteilungspräsident das Verfahren bis zum Vorliegen
des Resultats der Fahreignungsprüfung des Beschwerdeführers.
B.c Am 19. August 2009 reichte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers das
verkehrsmedizinisch-verkehrspsychologische Gutachten des Instituts für
Rechtsmedizin am Kantonsspital St. Gallen vom 31. Juli 2009 ein (act. G 3).
B.d In der Beschwerdeantwort vom 2. Oktober 2009 beantragte die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Zur
Begründung legte sie unter anderem dar, die angefochtene Verfügung habe einzig die
IV-Rente zum Gegenstand. Demnach sei auf den Antrag bezüglich der beruflichen
Massnahmen nicht einzutreten. Der Beschwerdeführer sei zudem subjektiv nicht
eingliederungsfähig. Es stehe ihm jedoch bei einer entsprechenden Bereitschaft, aktiv
bei der Eingliederung mitzumachen, frei, ein neues Gesuch einzureichen. Bei der
Bestimmung des Valideneinkommens könne auf den Eintrag im individuellen Konto für
das Jahr 2004 abgestellt werden. Die Beschwerdegegnerin sei an die Festsetzung des
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Valideneinkommens durch die Suva nicht gebunden. Beim Invalideneinkommen sei ein
höherer Abzug als 10 % nicht gerechtfertigt.
C.
Mit Replik vom 6. Oktober 2009 bestätigte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
seine Anträge und Ausführungen. Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik.

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 traten die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung über
die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft. In materiell-
rechtlicher Hinsicht gilt der übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Beurteilung jene
Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des angefochtenen Entscheids
bzw. im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen
führende Sachverhalt verwirklichte (vgl. BGE 127 V 467 Erw. 1, 126 V 136 Erw. 4b, je
mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung ist am 21. April 2009 ergangen, wobei ein
Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen
der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 begonnen hat. Daher und aufgrund dessen, dass
der Rechtsstreit eine Dauerleistung betrifft, ist für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf
die damals geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen Normen
der 5. IV-Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des
Bundesgerichts [bis 31. Dezember 2006: Eidgenössisches Versicherungsgericht; EVG]
vom 7. Juni 2006 [I 428/04] Erw. 1). Diese übergangsrechtliche Lage zeitigt indessen
keine materiell-rechtlichen Folgen, da die 5. IV-Revision hinsichtlich des Begriffs und
der Bemessung der Invalidität keine substantiellen Änderungen gegenüber der bis
Ende 2007 gültig gewesenen Rechtslage brachte.
2.
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2.1 Streitig ist in materieller Hinsicht, welcher Invaliditätsgrad der ab März 2006
laufenden Rente des Beschwerdeführers zugrunde zu legen ist (Art. 6 bis 8 und 16
ATSG in Verbindung mit Art. 4 und 28 IVG). Als Gesunder wäre er vollzeitlich
erwerbstätig, weshalb sich die Invalidität durch Einkommensvergleich bemisst. Sodann
beantragt der Beschwerdeführer die Zusprechung geeigneter beruflicher Massnahmen
zur Realisierung seiner Restarbeitsfähigkeit.
2.2 In einem Bericht der Klinik Valens vom 25. Juli 2005 wurde festgehalten, für die
bisherige Tätigkeit bestehe keine Arbeitsfähigkeit mehr. Für eine mittelschwere Arbeit
bis 25 kg ohne vorgeneigtes Stehen liege eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit vor
(IV-act. 15-25/27). Suva-Arzt Dr. med. C._, Facharzt FMH für Ohren-, Nasen- und
Halskrankheiten, kam im Bericht vom 11. Januar 2008 zum Schluss, dass beim
Beschwerdeführer als Folge des erlittenen HWS-Traumas eine leicht- bis mittelgradige
Störung des Gleichgewichtsfunktionssystems persistiere. Hieraus ergebe sich ein Inte
gritätsschaden von 20 %. Tätigkeiten mit Sturz- und Absturzgefahr seien nicht mehr
zumutbar. Auch Tätigkeiten, welche extreme Körperstellungen und -haltungen oder das
Herumtragen grösserer Gewichte in unebenem Gelände erfordern würden, seien nicht
mehr zumutbar. Eine relevante zeitliche Einschränkung ergebe sich aus
neurootologischer Sicht nicht (IV-act. 92-10/45). Eine Begutachtung in der Medas
Zentralschweiz ergab gemäss Bericht vom 24. April 2008 die Diagnosen mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eines chronifizierten, therapierefraktären zerviko-
zephalen und zerviko-thorakalen Schmerzsyndroms beidseits, einer Impingement-
Symptomatik beidseits, linksbetont bei erheblicher muskulärer Dysbalance und
Dekonditionierung sowie eines Schwindels wahrscheinlich multifaktorieller Ursache
(Unfallfolgen, Äthylabusus, Hypertonie und Hypertonie-Medikation, phobische
Komponente). Die bisherige Tätigkeit als Tor-Monteur könne der Beschwerdeführer
nicht mehr ausüben. Er könne weder schwere noch mittelschwere Arbeiten ausüben.
Es bleibe eine Restarbeitsfähigkeit von 70 % in einer körperlich ausschliesslich
leichten, wechselbelastenden Tätigkeit, wobei eine Arbeit in sturz- oder
absturzgefährdender Umgebung, auf Leitern, Gerüsten oder Dächern, unebenem
Boden, in häufig oder andauernd stehender oder andauernd sitzender Zwangshaltung
nicht in Frage komme. Die Gewichtslimite betrage ab Boden 7 kg, ab Hüfthöhe 10 kg.
Der Beschwerdeführer bedürfe der Hilfe der IV bei der Suche nach einer geeigneten
Arbeit. Er sei durch den Hausarzt seit dem HWS-Distorsionsunfall vom 28. Februar
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2005 zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben. Er beziehe immer noch 90 % Lohnausfall.
Am 7. Dezember 2006 sei die radikale Neck-Dissection hinzu gekommen. Die
Arbeitsfähigkeit von 70 % in einer adaptierten Tätigkeit werde ab dem 4. April 2008
angesetzt. Die Einschränkung von 30 % sei multifaktorieller Natur; sowohl Unfallfolgen
als auch Krankheitsfolgen (Neck-Dissection) seien mitbeteiligt. Der Alkoholüberkonsum
habe zu keiner kognitiven und psychischen und keiner sicheren körperlichen
Schädigung und somit zu keiner Einschränkung der Arbeitsfähigkeit geführt. Da der
Beschwerdeführer psychisch gesund sei, sei nicht anzunehmen, dass ein sekundärer
Überkonsum vorliege (IV-act. 39). Der RAD stimmte dem Begutachtungsergebnis am 4.
Juni 2008 zu (IV-act. 44). Am 8. Juli 2008 hielten die Medas-Gutachter ergänzend fest,
der Beschwerdeführer sei durch seine vielfältigen Krankheiten etwas verlangsamt. Die
Arbeitsfähigkeit von 70 % in einer leidensadaptierten Tätigkeit werde deshalb in einer
Weise als realisierbar gesehen, dass der Beschwerdeführer den ganzen Tag anwesend
sei, hier aber etwas langsamer oder mit Pausen arbeiten könne. Folglich könne er
ganztags mit reduzierter Leistung arbeiten (IV-act. 49).
2.3 Die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch die Medas-Gutachter wurde
umfassend und nachvollziehbar begründet und es ergeben sich aus den Akten auch
keine konkreten Anhaltspunkte, aufgrund welcher bei der Invaliditätsbemessung nicht
darauf abgestellt werden könnte. Solche werden auch vom Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers nicht geltend gemacht. Der Umstand, dass die Fahreignung des
Beschwerdeführers im verkehrsmedizinisch-verkehrspsychologischen Gutachten des
Instituts für Rechtsmedizin am Kantonsspital St. Gallen vom 31. Juli 2009 nicht
befürwortet wurde (IV-act. 92-33/45), vermag an der Arbeitsfähigkeitsschätzung der
Medas-Gutachter als solcher nichts zu ändern, zumal die medizinischen Feststellungen
in beiden Gutachten inhaltlich nicht voneinander abweichen und sich im Rahmen der
Begutachtung im Kantonsspital keine neuen, nicht bereits anlässlich der Medas-
Begutachtung bekannten Aspekte ergaben (vgl. dazu auch Stellungnahme des RAD-
Arztes Dr. med. D._ (IV-act. 93). Nachstehend ist daher von einer 70 %igen
Arbeitsfähigkeit unter den von den Medas-Gutachtern geschilderten Voraussetzungen
auszugehen. Der Umstand der fehlenden Fahreignung ist gegebenenfalls bei der Frage
des Abzugs vom Invalideneinkommen mit einzubeziehen.
3.
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3.1 Dem individuellen Konto (IK) des Beschwerdeführers ist für das Jahr vor Eintritt
des Gesundheitsschadens (2004) ein Einkommen von Fr. 66'448.-- zu entnehmen (IV-
act. 10-1/3). Demgegenüber führte die ehemalige Arbeitgeberin im Fragebogen vom
5. Juli 2007 für dasselbe Jahr (2004) einen Jahresverdienst von Fr. 71'365.-- auf (IV-
act. 14-3/6) und erklärte überdies, der Beschwerdeführer würde aktuell (2007) ohne
Gesundheitsschaden lediglich Fr. 67'030.-- erzielen. Die Beschwerdegegnerin gelangte
hierauf am 6. Januar 2009 mit einer Anfrage an die ehemalige Arbeitgeberin (IV-act. 76).
In der entsprechenden Stellungnahme vom 13. Februar 2009 wurde das aktuelle
(hypothetische) Einkommen (2009) mit Fr. 73'890.-- angegeben (IV-act. 78). Das
Valideneinkommen 2008 von Fr. 73'219.-- legte die Beschwerdegegnerin in der Folge
jedoch nicht auf dieser Basis, sondern gestützt auf die Rentenverfügung der Suva vom
19. Februar 2009 bzw. den dort errechneten versicherten Jahresverdienst (Einkommen
des Jahres vor dem Unfall, d.h. für die Zeit vom 28. Februar 2004 bis zum 27. Februar
2005; vgl. dazu Berechnung in UV-act. 40 [Fremdakten SVA]) fest. Das
Valideneinkommen errechnete die Suva in der erwähnten Verfügung für das Jahr 2009
mit Fr. 74'483.-- (vgl. IV-act. 92-13/45: Fr. 5'000.-- x 13 + Fr. 350.-- Prämie x 12 +
Überzeit von 180 Stunden x Fr. 29.25); dieser Betrag stimmt nicht mit dem von der
Arbeitgeberin der Beschwerdegegnerin für das gleiche Jahr mitgeteilten
hypothetischen Jahreseinkommen von Fr. 73'890.-- überein (IV-act. 78) und basiert im
Übrigen auf Zahlen für das Jahr 2008 (vgl. IV-act. 92-17/45). Die Suva war bei der
Festlegung des Valideneinkommens gestützt auf entsprechende Arbeitgeberauskünfte
von regelmässig anfallenden Überstunden sowie der Ausrichtung von Montage-
Prämien ausgegangen (vgl. IV-act. 92-13/45, 92-19/45, 92-20/45).
Selbst unter Berücksichtigung der (statistischen) Nominallohnentwicklung in den Jahre
2004 bis 2009 lassen sich diese unterschiedlichen Zahlen nicht ohne weiteres
betraglich in Einklang bringen. Die Abweichungen blieben trotz wiederholter
Nachfragen bei der ehemaligen Arbeitgeberin und entsprechender umfangreicher
Dokumentation in den Akten der Suva sowie der Beschwerdegegnerin teilweise
unerklärt. Weitere diesbezügliche Abklärungen würden überwiegend wahrscheinlich zu
keinem "genaueren" Ergebnis führen. Immerhin kann ohne Willkür davon ausgegangen
werden, dass das Einkommen ohne Gesundheitsschaden für das Jahr 2008 höchstens
bei dem von der Suva für 2009 errechneten Betrag von Fr. 74'483.-- liegen würde.
Auch der Beschwerdeführer erachtet grundsätzlich das der Suva-Verfügung zugrunde
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gelegte Valideneinkommen als korrekt. Wenn der Vorsorge-Versicherer für 2008 von
einem mutmasslich entgangenen Verdienst von Fr. 75'655.-- ausgeht (act. G 8.1), so
stellt dies keinen zureichenden Grund dar, die Festlegung des Valideneinkommens
durch die Suva in Frage zu stellen, zumal die Berechnungs-Grundlagen des Vorsorge-
Versicherers nicht bekannt sind.
3.2 Einig sind sich die Parteien grundsätzlich, dass das zumutbare
Invalideneinkommen anhand der Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für
Statistik zu ermitteln und dabei auf Tabelle 1 (Privater Sektor) Niveau 4 (einfache und
repetitive Tätigkeiten) abzustellen ist. Zugrunde zu legen sind - wie beim
Valideneinkommen - die Zahlen des Jahres 2008. Massgebend sind dabei die
gesamtschweizerischen Werte und nicht diejenigen der Grossregion (vgl. SVR-UV 2007
Nr. 17, 56 Erw. 8.1-8.5). Der Beschwerdeführer ist zwar auf leichte Hilfsarbeiten
beschränkt, aber er wäre in der Lage, seine Restarbeitsfähigkeit in vielen Branchen zu
verwerten, sowohl im Sektor Produktion als auch im Sektor Dienstleistungen.
Auszugehen ist deshalb vom allgemeinen Durchschnittslohn aller Branchen gemäss
LSE 2008 TA 1 Niveau 4 von Fr. 57'672.-- (12 x Fr. 4'806.--). Unter Berücksichtigung
einer wöchentlichen Arbeitszeit von 41.6 Stunden und einer zumutbaren
Arbeitsfähigkeit von 70% resultiert ein Wert von Fr. 41'985.--. Im Fall der Bestätigung
des von der Beschwerdegegnerin angenommenen Leidensabzugs von 10 % bliebe es
somit - bei einem (abgerundeten) IV-Grad von 49 % (Valideneinkommen von Fr.
74'483.-- und Invalideneinkommen von Fr. 37'787.--) - bei der Viertelsrente. Zu prüfen
ist dementsprechend die Höhe des Abzugs.
3.3 Nach der Rechtsprechung ist ein Abzug vom Invalideneinkommen gerechtfertigt,
wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass eine versicherte Person, die
gesundheitsbedingt lediglich noch leichtere Hilfsarbeiten ausführen kann, ihre
Restarbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem
erwerblichen Erfolg zu verwerten in der Lage ist. Zudem können weitere persönliche
und berufliche Merkmale (Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder
Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad) Auswirkungen auf die Lohnhöhe
haben. Bei der Überprüfung des Abzuges, der eine Schätzung darstellt und von der
Verwaltung kurz zu begründen ist, darf das Sozialversicherungsgericht sein Ermessen
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nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen (BGE 126 V
75 Erw. 6).
Der Beschwerdeführer absolvierte gemäss Darlegungen im Medas-Gutachten von
1973 bis 1976 eine Anlehre als Glaser (ohne Fähigkeitsausweis; IV-act. 4-4/8) und
arbeitete in der Folge während 10 Jahren auf diesem Beruf. Von 1987 bis 2000 war er
als Monteur sowie als Hilfs-Zimmermann tätig und arbeitete in der Folge bis zum Unfall
vom 28. Februar 2005 vollzeitlich bei derselben Unternehmung in der Montage von
Toren im Aussendienst (IV-act. 39-12/28f). Ihm ist aufgrund der Befunde am
Bewegungsapparat die bisherige Tätigkeit nicht mehr zumutbar. Eine körperlich
ausschliesslich leichte Tätigkeit kann er lediglich noch zu 70 % ausüben, wobei hier
zusätzlich noch verschiedene Bedingungen hinsichtlich Art der Tätigkeit und der
Gewichtsbelastung zu beachten sind (IV-act. 39-25/28). Vor Eintritt des
Gesundheitsschadens verrichtete der Beschwerdeführer ohne abgeschlossene
berufliche Ausbildung mittelschwere bis schwere manuelle Arbeit und ist nun auch für
leichte Arbeiten erheblich eingeschränkt. Eine zu erwartende lohnmässige
Benachteiligung ergibt sich dabei vorderhand aus dem Umstand, dass in ihrer
Leistungsfähigkeit beeinträchtigte Arbeitnehmer, vor allem auch auf dem Arbeitsmarkt
für ungelernte Tätigkeiten, in aller Regel nicht mit den gesunden Personen
üblicherweise gewährten Lohnansätzen rechnen können. Dieser Umstand wurde in der
angefochtenen Verfügung mit einem Abzug von 10 % berücksichtigt. Mit dem
Leidensabzug sind sodann wie erwähnt an sich "invaliditätsfremde" persönliche und
berufliche Merkmale zu berücksichtigen, die sich zusätzlich zur eingeschränkten
Arbeitsfähigkeit auf den Invalidenlohn auswirken können, wenn dieser anhand von
Durchschnittslöhnen ermittelt wird. Der Beschwerdeführer stand bei Rentenbeginn im
55sten Altersjahr und war im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung 58
Jahre alt. Insbesondere auf dem Arbeitsmarkt für Hilfsarbeiter dürften damit einige
Schwierigkeiten bestanden haben, eine geeignete Teilzeit-Arbeitsstelle für den
Beschwerdeführer zu finden. Im Fall einer Anstellung wäre dadurch auch mit einer
Lohneinbusse zu rechnen gewesen (vgl. dazu auch Entscheid des st. gallischen
Versicherungsgerichts i/S N. vom 31. Juli 2008 [IV 2007/249] Erw. 3.2.4, 3.3 und
dazugehöriges Urteil des Bundesgerichts vom 30. September 2008 i/S N.
[9C_677/2008]). Zu berücksichtigen ist dabei auch der Umstand, dass er während über
15 Jahren ausschliesslich im Bereich der Montage von Toren arbeitete. Hinzu kommt,
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dass die Fahreignung des Beschwerdeführers im verkehrsmedizinisch-
verkehrspsychologischen Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin am Kantonsspital
St. Gallen vom 31. Juli 2009 nicht befürwortet wurde (IV-act. 92-33/45). Kurierdienste
jeglicher Art und Tätigkeiten, bei welchen Autofahrten einen Bestandteil bilden, fallen
damit ausser Betracht. Bei diesen Verhältnissen erscheint ein zusätzlicher Abzug vom
Invalideneinkommen von 5 % bzw. insgesamt ein solcher von 15 % angemessen.
Ergänzend bleibt festzuhalten, dass die reduzierte Arbeitsleistung von 70 % den
Beschwerdeführer für einen möglichen Arbeitgeber bezüglich Arbeitsplatzinfrastruktur
und administrativem Aufwand in gleicher Weise wie Teilzeitangestellte teurer machen
würde, auch wenn die Limitierung auf ein Teilzeitpensum von 70%
rechtsprechungsgemäss keinen weiteren Abzug rechtfertigt, da er vollzeitlich an einem
Arbeitsplatz anwesend sein könnte (vgl. IV-act. 49; Urteil des EVG vom 18. Juli 2005 i/S
A.P.-G. [I 104/05] Erw. 3 mit Hinweisen, und des Bundesgerichts vom 2. November
2007 i/S S.A. [I 69/07] Erw. 5.2).
3.4 Unter den geschilderten Voraussetzungen stehen Valideneinkommen von
mindestens Fr. 73'219.-- und höchstens Fr. 74'483.-- ein Invalideneinkommen von
Fr. 35'687.-- (Leidensabzug von 15 %) gegenüber, woraus sich
Erwerbsunfähigkeitsgrade von 51 und 52 % errechnen. Würde auf den vom Vorsorge-
Versicherer errechneten entgangenen Verdienst von Fr. 75'655.-- als
Valideneinkommen 2008 abgestellt, so ergäbe sich ein IV-Grad von 53 %. Der
Beschwerdeführer hat daher ab März 2006 Anspruch auf eine halbe Rente.
4.
4.1 Am 24. Juli 2008 berichtete die Berufsberaterin der IV unter anderem, der
Beschwerdeführer sehe sich nicht mehr als arbeitsfähig. Der Arbeitsversuch bei der
bisherigen Arbeitgeberin habe abgebrochen werden müssen. Auf den Vorschlag seines
Rechtsvertreters, eine Abklärung im E._ durchzuführen, habe der Beschwerdeführer
geantwortet, er würde dies schon machen, er wisse jedoch nicht, was das bringen
solle. Ihm gehe es aus ihrer Sicht um eine Rente (IV-act. 52). Am 21. August 2008 liess
der Beschwerdeführer mitteilen, er würde gerne eine Abklärung im E._ mitmachen
(IV-act. 53). Im Schlussbericht der Eingliederungsberatung vom 13. November 2008
wurde unter anderem festgehalten, die Prüfung der Rentenfrage stehe für den
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Beschwerdeführer im Vordergrund; er habe auch das Anmeldeformular entsprechend
ausgefüllt. Er habe sich auf ihr Schreiben hin auf eine Stelle als Nachtportier beworben.
Am Vorstellungsgespräch habe er erwähnt, dass er aus gesundheitlichen Gründen
nicht staubsaugen könne. Er fühle sich nicht in der Lage, diese Tätigkeit auszuüben. Es
hätte sich um eine sehr leichte, seinem Leiden angepasste Tätigkeit ohne Zeitdruck
gehandelt (staubsaugen, Telefon- und Auskunftsdienst, Pikettdienst). Berufliche
Massnahmen seien nicht möglich, da sich der Beschwerdeführer in einer adaptierten
Tätigkeit nicht arbeitsfähig fühle (IV-act. 63). Gemäss Telefonnotiz vom 28. November
2008 bestätigte der Beschwerdeführer, dass er nicht arbeiten könne, auch wenn er
wolle. Der Feststellung der Eingliederungsberaterin, dass unter diesen Umständen eine
berufliche Abklärung im E._ keinen Sinn mache, habe er zugestimmt (IV-act. 65).
4.2 Grundsätzlich ist abzuklären, ob vorgängig der Gewährung einer Rente
Eingliederungsmassnahmen durchzuführen sind (Urteil des EVG vom 6. Dezember
2001 i/S J. [I 66/01], Erw. 1b; BGE 108 V 212f., 99 V 48). Wenn aufgrund dieser
Abklärungen konkrete Eingliederungsmassnahmen in Aussicht stehen und der
Beschwerdeführer diese ablehnen sollte, hat die Beschwerdegegnerin die Möglichkeit,
nach durchgeführtem Mahn- und Bedenkzeitverfahren (Art. 43 Abs. 3 ATSG) die
Verweigerung von Versicherungsleistungen zu verfügen. Weder die Tatsache, dass eine
versicherte Person eine Eingliederungsmassnahme abgelehnt hat, noch der Hinweis
auf die Möglichkeit einer späteren Neuanmeldung erlauben den Verzicht auf das Mahn-
und Bedenkzeitverfahren (AHI 1997, 36; BGE 122 V 218).
Gemäss Begründung im Schreiben vom 12. Dezember 2008 erachtete sich der
Beschwerdeführer subjektiv nicht der Lage, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen (IV-
act. 73). Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens erklärte der Beschwerdeführer sich
demgegenüber grundsätzlich zu einer beruflichen Eingliederung bereit bzw. bot
diesbezüglich seine Mitwirkung an (vgl. act. G 8 S. 2). Die Beschwerdegegnerin wird
somit die Möglichkeit der Durchführung von beruflichen Massnahmen erneut zu prüfen
haben. Die Mitteilung vom 12. Dezember 2008, wonach zur Zeit berufliche
Massnahmen nicht angezeigt seien (IV-act. 73), war nicht in Verfügungsform ergangen.
Im vorliegenden Verfahren kann daher auf die Frage der Eingliederungsmassnahmen
mangels Anfechtungsgegenstand nicht eingetreten werden. Die Sache ist
dementsprechend zur Prüfung von geeigneten Eingliederungsmassnahmen an die
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Beschwerdegegnerin zu überweisen. Zumindest bis zur definitiven Klärung der
Eingliederungsmöglichkeiten hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Rente im
vorangehend dargelegten Umfang.
5.
5.1 Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 21. April 2009 in
Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu
verpflichten, dem Beschwerdeführer ab März 2006 eine halbe Rente auszurichten. Auf
die Frage des Anspruchs auf Eingliederungsmassnahmen ist nicht einzutreten; die
Sache ist zur Prüfung des Eingliederungsanspruchs an die Beschwerdegegnerin zu
überweisen. Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint angemessen. Mit Blick auf das Obsiegen des Beschwerdeführers hat die
Beschwerdegegnerin die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet.
5.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Aufgrund des Obsiegens bei der
Rentenfestlegung hat der Beschwerdeführer Anspruch auf Parteientschädigung
gegenüber der Beschwerdegegnerin. Ausgehend von einer "mittleren" Entschädigung
bei vollem Obsiegen von Fr. 3'500.-- erscheint die Zusprechung einer
Parteientschädigung in dieser Höhe (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer)
angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP