Decision ID: f0d64229-aed1-4d4d-8320-b639f368fbed
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1956 geborene X._ wurde am 28. April 2009 bei der Sozialversi
cherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zur Früherfassung an
gemeldet (Urk. 7/4). Am 19. Mai 2009 meldete er sich – unter Hinweis auf eine Polyarthritis der Hände – zum Bezug von Leistungen (Massnahmen für die be
rufliche Eingliederung) der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) an (Urk. 7/8). Die IV-Stelle traf daraufhin berufliche, erwerbliche sowie medizini
sche Abklärungen und zog die Akten des Krankentaggeldversicherers (Urk. 7/18) bei. Nachdem sie die Arbeitsvermittlung auf ent
sprechenden Wunsch des Versicherten hin am 24. Juni 2010 abgeschlossen hatte (Urk. 7/31), teilte sie ihm mit Vorbescheid vom 3. August 2010 (Urk. 7/37) – unter Hinweis auf einen Invaliditätsgrad von 31 % – mit, dass er keinen Anspruch auf eine Rente habe. Daran hielt sie auf Einwand des Versicherten (Urk. 7/38, Urk. 7/42) mit Verfü
gung vom 13. Dezember 2010 (Urk. 7/46) fest. Die von diesem hiegegen am 17. Januar 2011 im Prozess Nr. IV.2011.00040 erhobene Beschwerde (Urk. 7/47 S. 3 ff.) wies das hiesige Gericht mit Urteil vom 29. August 2012 (Urk. 7/68) ab.
1.2
Am 2. Juli 2013 stellte X._ – unter Hinweis auf eine Verschlechte
rung seines Gesundheitszustands – erneut ein Rentengesuch (Urk. 7/72). Nach
dem die IV-Stelle ihm mit Vorbescheid vom 24. Juli 2013 (Urk. 7/75) noch Nichteintreten auf das neue Leistungsbegehren in Aussicht gestellt hatte, traf sie auf hiegegen erhobenen Einwand (Urk. 7/76, Urk. 7/79) hin einschlägige Ab
klärungen und liess den Versicherten im Februar 2015 von den Ärzten der Y._ polydisziplinär untersuchen (vgl. Gutachten vom 7. April 2015, Urk. 7/108). In der Folge verfügte sie am 8. Juli 2015 – in Bestätigung ihres Vorbescheids vom 11. Mai 2015 (Urk. 7/113) – mit Wirkung ab 1. Januar 2014 eine auf einem Invaliditätsgrad von 56 % beru
hende halbe Rente (Urk. 2).
2.
Gegen diese Verfügung (Urk. 2) liess X._ am 10. September 2015 mit folgenden Anträgen Beschwerde erheben (Urk. 1 S. 2):
"1.
Es sei die Verfügung vom 08.07.2015 insoweit aufzuheben, als dem Be
schwerdeführer höhere als die zugesprochenen Rentenleistungen verwei
gert werden.
2.
Es seien dem Beschwerdeführer die gesetzlichen Leistungen, insbeson
dere eine ganze Invalidenrente auszurichten.
3.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolge.“
Die IV-Stelle schloss am 14. Oktober 2015 auf Abweisung der Beschwerde (vgl. Beschwerdeantwort, Urk. 6). Mit Eingabe vom 18. November 2015 (Urk. 11) er
klärte der Beschwerdeführer seinen Verzicht auf eine Duplik, was der IV-Stelle am 18. November 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 12).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die Entscheidfindung erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen ein
zugehen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog
enanntes
Invalidenein
kommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog
enanntes
Valideneinkom
men). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkom
mensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
1.4.1
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3
der Verordnung über die Invalidenversicherung
(
IVV), so ist im Beschwerdeverfah
ren zu prüfen, ob im Sinne von
Art.
17 ATSG eine für den Rentenanspruch re
levante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezü
gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art.
17 Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidier
bar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisi
onsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Ein
spracheentscheid, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71
E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
1.4.2
Nach Art. 88a IVV ist ei
ne Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähig
keit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, oder eine Verminderung der Hilflo
sigkeit, des invaliditätsbedingten Betreuungs
aufwandes oder Hilfebedarfs
für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berück
sichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und voraussichtlich wei
terhin andauern wird
(Abs. 1)
.
Eine Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, oder eine Zunahme der Hilflosigkeit oder Erhöhung des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwandes oder Hilfebedarfs ist zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbre
chung drei Monate gedauert hat. Art
.
29
bis
IVV
ist sinngemäss anwendbar
(Abs. 2)
.
2.
2.1
Die IV-Stelle begründete die Zusprache der halben Rente – unter Hinweis auf die Expertise der Y._ vom 7. April 2015 (Urk. 7/108) – damit, dass der Be
schwerdeführer noch in der Lage sei, im Pensum von 50 % einer behinderungs
angepassten Tätigkeit nachzugehen und – unter Berücksichtigung eines leidens
bedingten Abzugs von 10 % - ein 56 % unter dem Validenlohn liegendes Ein
kommen zu erzielen. Die Verwertung seiner Restarbeitsfähigkeit sei ihm trotz seines schon fortgeschrittenen Alters durchaus zumutbar (Urk. 2 S. 3 f., Urk. 6 S. 1 f.).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt, ange
sichts der Tatsache, dass er im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfü
gung (Urk. 2) fünf Jahre vor der Pensionierung gestanden habe, sei ihm die Verwertung der 50%igen Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit nicht mehr zumutbar und er sei folglich zu 100 % invalid. Gehe man von Gegenteiligem aus, so habe die IV-Stelle es angesichts der erheblichen funktionellen Ein
schränkungen jedenfalls zu Unrecht unterlassen, konkrete ihm noch mögliche Arbeitstätigkeiten zu bezeichnen (Urk. 1 S. 7 f.). Bei der Bemessung des Invali
ditätsgrads sei ihm sodann unter Berücksichtigung sämtlicher relevanter Gege
benheiten ein leidensbedingter Abzug von 25 % zu gewähren, womit er ab 1. Januar 2014 zumindest Anspruch auf eine Dreiviertels- und – aufgrund der gänzlichen Arbeitsunfähigkeit vom 20. Oktober 2014 bis 15. Februar 2015 – für die Periode vom 1. Januar bis 31. April 2015 auf eine ganze Rente habe (S. 9 f.).
3.
3.1
Im Zeitpunkt der von der IV-Stelle am 13. Dezember 2010 verfügten und mit Urteil des hiesigen Gerichts vom 29. August 2012 (Urk. 7/68) bestätigten Ren
tenverweigerung (Urk. 7/46) litt der Beschwerdeführer gemäss den diesbezüglich übereinstimmenden medizinischen Akten an – seine Leistungsfähigkeit ein
schränkenden – beidseitigen Hand- und rechtsseitigen Schulterbeschwerden or
ganischer Genese. In der angestammten Tätigkeit war er deswegen dauerhaft zu 100 % arbeitsunfähig und in einer leichten repetitiven Tätigkeit, welche die Hände nicht sonderlich beansprucht und kein Hantieren mit Gewichten über 5 kg erfordert, zu 100 % arbeitsfähig (vgl. insbesondere Bericht Dr. Z._ vom 5. Juni 2009 [Urk. 7/20 S. 3 ff.] und Berichte Dr. A._ vom 4. September 2009 [Urk. 7/22 S. 4] und vom 1. Dezember 2009 [Urk. 7/27 S. 1]).
3.2
Die Verfügung der IV-Stelle vom 8. Juli 2015 (Urk. 2) beruht im Wesentlichen auf dem polydisziplinären Gutachten der Ärzte der Y._ vom 7. April 2015. Diese stellten gestützt auf die Ergebnisse ihrer fundierten internistischen, psy
chiatrischen, rheumatologischen sowie kardiologischen Untersuchung, in Kenntnis der Vorakten und unter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/108 S. 28):
Aktive CPPD-Arthritis der Hände beidseits mit sekundär degenerativen Veränderungen (ICD-10 M11.1) bei/mit
radiologisch Chondrokalzinose TFC links
CRP 17,2 mg/l (9. Februar 2015)
klinisch Schwellungen MCP- und PPIP-Gelenke
MRI Hände 2009: STT-Arthrose rechts, subchondrale Zystenbildung Köpfchen Metatarsale II und III
Status nach Methotrexat-Therapie Januar bis September 2009
Verdacht auf Rotatorenmanschetten-Läsion rechts mit Impingementsyn
drom und Bursitis subacromialis (ICD-10 M71.4)
Lumbospondylogenes und radikuläres Schmerz- und Ausfallsyndrom (ICD-10 M54.4)
MRI der Lendenwirbelsäule (LWS) vom 9. April 2013: Osteo
chondrose L5/S1 mit medio-rechts paramedianer Diskushernie, tan
gierende Nervenwurzel S1 rechts; nach kaudal zunehmende Spon
dylarthrose, Punctum maximum L5 bis S1; mässiggradige Einengung des Spinalkanals
mikrochirurgische Dekompression L5/S1 mit Neurolyse L5 und S1 so
wie Sequesterektomie rechts am 1. Oktober 2013
aktuell radikuläres Schmerzsyndrom S1 rechts, erloschene deutlich ab
geschwächte Reflexe PSR und ASR rechts
Hypertensive Herzkrankheit
TTE vom 20. Februar 2015: konzentrisch hypertropher linker Ventri
kel mit normaler systolischer Funktion (LVEF biplan 63 %), ohne re
gionale Wandbewegungsstörungen; diastolische Dysfunktion Grad I (Relaxationsstörung); keine relevanten Klappenvitien
Spiroergometrie vom 16. Februar 2015: eingeschränkte Leistungsfähig
keit von 92 Watt (60 %) bei einer maximalen Sauer
stoffaufnahme von 15 ml/min/kg (69 %) bei pulmonaler Limitation
Dezember 2012: Ergometrie klinisch und elektrisch normal
cvRF: arterielle Hypertonie
Myokardperfusionsszintigraphie vom 19. März 2015: kein Hinweis für Narbe oder Ischämie, normale linksventrikuläre Pumpfunktion in Ruhe und Post-Stress
Keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten nachstehende Diagnosen (S. 28):
Dysthymia (ICD-10 F34.1)
Adipositas Grad II (BMI 38,1 kg/m
2
)
Status nach infiziertem Hämatom Oberschenkel links bei
Status nach Crossektomie Vena saphena magna beidseits am 9. Januar 2015
Status nach Abszessinzision Leiste links am 13. Januar 2015
Nicht erosive Refluxerkrankung mit/bei
2 cm grosser axialer Hiatushernie und gleichzeitiger Kardia-Insuffizi
enz
Status nach Heliobacter pylori Eradikation
Die Gutachter der Y._ gelangten mit überzeugender Begründung zum Schluss, dass die angestammte Tätigkeit dem Beschwerdeführer aufgrund der seit zirka 2008 bestehenden beidseitigen Handbeschwerden nicht mehr zumutbar sei. Un
ter Berücksichtigung der seit Anfang 2013 anhaltenden lumbalen Rücken
schmerzen beziehungsweise des radikulären Schmerzsyndroms S1 bei Status nach mikrochirurgischer Dekompression L5/S1 und der Beschwerden in der rechten Schulter bei Verdacht auf Rotatorenmanschettenläsion und Bursitis acromialis sei der Explorand in einer wechselbelastenden körperlich leichten Tätigkeit ohne längeres Sitzen oder Stehen (über 20 Minuten), ohne Heben und Tragen von Lasten über 5 kg und ohne Arbeiten über Kopf oder in gebeugter oder kniender Haltung seit Juni 2013 noch zu 50 % arbeitsfähig. Aus kardiolo
gischer Sicht bestehe für eine körperlich leichte Tätigkeit keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (S. 29 f.). Nach dem operativen Eingriff an der LWS im Oktober 2013 sei der Beschwerdeführer noch während acht Wochen und im Zusammenhang mit der Varizenoperation mit Folgekomplikationen vom 20. Oktober 2014 bis Mitte Februar 2015 gänzlich arbeitsunfähig gewesen (S. 30).
3.3
3.3.1
Die IV-Stelle ging demnach zu Recht davon aus, dass sich der Gesundheitszu
stand seit der am 13. Dezember 2010 verfügten Rentenverweigerung (Urk. 7/46) wesentlich verschlechtert hat und der Beschwerdeführer deshalb seit Juni 2013 – abgesehen von zwei Perioden gänzlicher Arbeitsunfähigkeit – in einer behin
derungsangepassten Tätigkeit lediglich noch zu 50 % arbeitsfähig ist (Urk. 2). Ein in diesem Umfang noch bestehendes Leistungsvermögen anerkannte – zu
mindest implizit – auch der Beschwerdeführer (Urk. 1 S. 7 ff.). Strittig ist indes, ob sich diese Restarbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt realistischer- und zumutbarerweise noch verwerten lässt.
3.3.2
Rechtsprechungsgemäss ist das
trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung zumutbarerweise erzielbare Einkommen
be
zogen auf einen ausgeglichenen Ar
beitsmarkt zu ermitteln, wobei an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten
(Urk. 1 S. 8)
keine übermässigen Anforderungen zu stellen sind. Das fortgeschrittene Alter
(Urk. 1 S. 8 f.)
wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, wel
ches zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähig
keit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr nach
gefragt wird und ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliede
rungslast nicht mehr zumutbar ist. Fehlt es an einer wirtschaftlich verwertbaren Resterwerbsfähigkeit, liegt eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vor, die einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente begründet. Der Einfluss des Lebensal
ters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leistungsvermögen auf dem ausgegli
chenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Re
gel bemessen, sondern hängt von den Umständen des Einzelfalls ab. Massge
bend können die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeits
struktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Be
rufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein (
vgl. etwa
Urteil
e des Bun
desgerichts 9C_734/2013 vom
13.
März 2014
E. 2.1 und 9C_650/2015 vom 11. August 2016 E. 5.3, je mit Hinweisen).
Entgegen den einschlägigen Ausführungen des Beschwerdeführers (Urk. 1 S. 5 ff.) ist seine Arbeitsfähigkeit nicht derart eingeschränkt, dass sie auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht mehr verwertbar ist. So bietet dieser durch
aus (genügend) Stellen, die sich mit den vorhandenen gesundheitlichen Beein
trächtigungen beziehungsweise dem von den Gutachtern der Y._ definierten Belastungsprofil (wechselbelastende leichte Tätigkeiten ohne längeres Sitzen oder Stehen, ohne Heben und Tragen von Lasten über 5 kg und ohne Arbeiten über Kopf oder in gebeugter oder kniender Haltung [Urk. 7/108 S. 29 f.]) ver
einbaren lassen und dem Beschwerdeführer noch zumutbar sind (vgl. hiezu etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_657/2010 vom 19. November 2010 E. 5.2.1 mit Hinweisen).
Daran ändert auch das schon fortgeschrittene Alter (Urk. 1 S. 7 f.) nichts. So wies der Beschwerdeführer im für die Frage der Verwertbarkeit der Restarbeits
fähigkeit massgebenden (vgl. BGE 138 V 457 E. 3.3) Zeitpunkt der Arbeitsfähig
keitseinschätzung durch die Gutachter der Y._ am 7. April 2015 (Urk. 7/108) noch eine Resterwerbszeit von sechseinhalb (und entgegen seinen einschlägigen Ausführungen nicht lediglich von fünf [Urk. 1 S. 8]) Jahren auf. Der Beschwerde
führer, der über keine Berufsausbildung verfügt (Urk. 7/8 S. 6), liess sich nach anfänglichen Einsätzen als Saisonnier 1985 in der Schweiz nieder und war dann bis 30. Juni 2013 als Betriebsmitarbeiter einer Kunststeinfabrik tätig (Urk. 7/13, Urk. 7/26, Urk. 7/108 S. 29). Da
Hilfsarbeiter
auf dem hypothe
tisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt grundsätzlich altersunabhängig nachgefragt werden
und angesichts der relativ hohen Hürden, die das Bundesgericht für die Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit älterer Menschen entwickelt hat, ist ein invalidenversicherungsrechtlich erheblich fehlender Zugang zum Arbeits
markt zu verneinen (vgl. hiezu Urteil des Bundesgerichts 8C_657/2010 vom 19. November 2010 E.
5.2.3
in fine
mit Hinweisen).
3.4
Bei der Ermittlung des Invaliditätsgrades ging die IV-Stelle gestützt auf die ent
sprechenden Angaben der früheren Arbeitgeberin des Beschwerdeführers für das Jahr 2009 (Urk. 7/13 S. 3) und unter Berücksichtigung der bis 2014 eingetrete
nen Nominallohnentwicklung für das – angesichts der am 2. Juli 2013 erfolgten Neuanmeldung (Urk. 7/72) massgebende (Art. 29 Abs. 1 IVG) – Jahr 2014 von einem Einkommen von Fr. 66‘458.90 aus. Bei der Berechnung des Invalidenein
kommens von Fr. 29‘329.70 stellte sie auf den sich aus der LSE 2012 ergeben
den Tabellenwert für Hilfsarbeiten ab und gelangte so – unter Berücksichtigung der betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit sowie der Nominallohnentwick
lung, der Arbeitsfähigkeit von 50 % und eines leidensbedingten Abzugs von 10 % – zu einem Invaliditätsgrad von rund 56 % (Urk. 7/110). Dies ist nicht zu beanstanden. Entgegen den diesbezüglichen Ausführungen des Beschwerdefüh
rers (Urk. 1 S. 9 ff.) trug die IV-Stelle den konkreten potentiell lohnmindernden Faktoren mit dem leidensbedingten Abzug in Höhe von 10 % angemessen Rechnung. Hinzuweisen ist in diesem Zusammenhang namentlich darauf, dass der Beschwerdeführer in einer behinderungsangepassten Tätigkeit im Rahmen des ihm noch zumutbaren Pensums von 50 % voll leistungsfähig ist. Zu beach
ten ist auch, dass die angestammte Tätigkeit als Betriebsmitarbeiter einer Kunststeinfabrik zwar auch gewisse physisch belastende Aufgaben beinhaltete, insgesamt indes nicht als körperlich schwere Arbeit bezeichnet werden kann (vgl. hiezu Urk. 7/13 S. 7 f., Urk. 7/110 S. 2), und dass
der Tabellenlohn
für Hilfsarbeitertätigkeiten
bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst.
Dass der Beschwerdeführer in ein Tätigkeitsgebiet wechseln muss, in dem er noch über keine Erfahrung verfügt (Urk. 1 S. 10), ist angesichts der Tatsache, dass es sich sowohl bei der angestammten als auch bei einer ihm noch zumutbaren Verweistätigkeit um Hilfsarbeitertätigkeiten handelt, nicht als lohnmindernd zu berücksichtigen.
3.5
Die Zusprache einer halben Rente mit Wirkung ab 1. Januar 2014 erweist sich demnach als rechtens. Die Beschwerdegegnerin hat indes ausser Acht gelassen, dass ab 20. Oktober 2014 für knapp vier Monate eine gänzliche Arbeitsunfähig
keit in jeglicher Tätigkeit bestand (Urk. 7/108 S. 30, Urk. 7/111 S. 8). Da die – mit einer Varizenoperation und nachfolgenden Komplikationen zu erklärende – gesundheitliche Verschlechterung spätestens im Zeitpunkt der Untersuchung durch die Ärzte der Y._ Mitte Februar 2015 wieder gänzlich behoben war (Urk. 7/108 S. 30), sich der Gesundheitszustand mithin bis dahin wieder vor
aussichtlich dauerhaft verbessert hatte, hat der Beschwerdeführer für die Zeit vom 1. Januar bis 28. Februar 2015 (Art. 88a Abs. 1 Satz 1 IVV) Anspruch auf eine ganze und ab März 2015 wieder auf eine halbe Rente (E. 1.4.2). Die Be
schwerde ist folglich in diesem Sinne teilweise gutzuheissen.
4.
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen abweichend von Art. 61 lit. a ATSG vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit
wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Angesichts des weit
gehenden Unterliegens des Beschwerdeführers in diesem Verfahren sind die Ge
richtskosten in Höhe von Fr. 800.-- zu drei Vierteln dem Beschwerdeführer und zu einem Viertel der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.
In Anbetracht seines teilweisen Obsiegens in diesem Verfahren ist dem anwalt
lich vertretenen Beschwerdeführer gestützt auf § 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer) eine reduzierte Prozessentschädi
gung zuzusprechen, wobei ein Betrag von Fr. 500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen erscheint.