Decision ID: d9e06e43-ff51-46b5-8465-b8acddfde4d2
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1974
,
Mutter von vier Kindern (Jahrgänge 1994, 1996, 1997 und 2000
),
war vom
1.
April 2010
bis
am 3
1.
Dezember 2013
bei
der Krippe
Y._
als
Betriebsangestellte
in einem Pensum von 60
%
ang
e
stellt
, w
obei der letzte Arbeitstag am
7.
Juni 2013
war
(
Urk.
18/15,
Urk.
18/18
Ziff.
2.1-3,
Ziff.
2.7
und
Ziff.
2.9
).
Unter Hinweis auf
seit etwa vier Jahren bestehende
Rückenprobleme und eine Diskushernien-Operation
meldete
sich
die Versicherte am
2
0.
August 2013
bei der Invaliden
versicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
18/10
Ziff.
6.2-3
). Die
Sozialversi
cherungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinisch
e und erwerbliche Situation ab,
und holte
beim Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) ein psychiatrisches
und ein orthopädisches
Gutachten ein
, welche
am
1
5.
und
2
5.
Juli 2014
erstattet wurde
n (
Urk.
18/37 und
Urk.
18/39
).
Sodann führte sie eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt durch, über welche am 1
1.
September 2014 Bericht erstattet wurde (
Urk.
18/49).
Nach
durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(
Urk.
18/47;
Urk.
18/48
) verneinte die IV-Stelle
mit Verfügung vom
8.
Dezember 2014
einen Rentenanspruch (
Urk.
18/53
=
Urk.
2)
2.
Die Versicherte erhob am 1
2.
Januar 2015 (Datum Poststempel) direkt bei der IV-Stelle
Beschwerde
(
Urk.
1,
Urk.
3-4)
gegen die Verfügung vom
8.
Dezember 2014
(
Urk.
2)
.
Mit Gerichtsverfügung vom 1
5.
Januar 2015
(
Urk.
5)
wurde die Versicherte aufgefordert,
ihre Beschwerde zu verbessern. Dem kam
sie mit Ein
gabe vom 2
2.
Januar 2015,
ergänzt
am
6.
März 2015
,
nach. Sie beantragte, die angefochtene Verfügung
(
Urk.
2)
sei aufzuheben
,
und ihr seien die gesetzlichen Leistungen zuzusprechen (
Urk.
7,
Urk.
13 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
2
4.
März 2015
(
Urk.
17
) die Abweisung der Beschwerde.
Am
5.
Mai 2015 reichte die Beschwerdeführerin die Replik ein
und beantragte, di
e angefochtene Verfügung sei auf
zuheben und
es
sei
ihr
ab
1.
Juni 2014 eine ganze Rente zuzusprechen. Eventuell sei die Sache zu weiteren Abklärungen des Sachverhalts und zur Neuentscheidung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (
Urk.
23
S. 2
). D
ie Beschwerdegegnerin verzichtete am 1
8.
Mai 2015 auf die Duplik (
Urk.
25).
Mit Gerichtsverfügung vom
9.
Juli 2015
wurden antragsgemäss (vgl.
Urk.
1
3
S.
2
) die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung bewilligt und
der Beschwerdeführerin der Verzicht auf die Duplik vom 1
8.
Mai 2015 zur Kennt
nisnahme
zugestellt (
Urk.
26
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetz
es über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
).
Sie kann Folge von
Geburts
gebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
träch
tigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu
mindestens 40 % invalid
(
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz
der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mens
vergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unent
geltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerbs
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter anderem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozi
alen und erwerblichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode bestimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittel
ten und gewichteten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 E. 3.3 mit Hin
weisen; vgl. BGE 134 V 9).
1.5
Die Arbeitsunfähigkeit im Sinne von
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG (bis 31. Dezember 2007:
Art.
29
Abs.
1
lit
. b IVG) entspricht der Einbusse an funktionellem Leis
tungsvermögen im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich (
Art.
6 ATSG; BGE 105 V 156 E. 2a). Bei der Bemessung der Invalidität von im Haushalt tätigen Versicherten ist die Schadenminderungspflicht von erheblicher Relevanz. Nach der Rechtsprechung ist dabei vom Grundsatz auszugehen, dass einem
Leis
tungs
ansprecher
im Rahmen der Schadenminderungspflicht Massnahmen zuzumuten sind, die ein vernünftiger Mensch in der gleichen Lage ergreifen würde, wenn er keinerlei Entschädigung zu erwarten hätte. Für die im Haushalt tätigen Ver
si
cherten bedeutet dies, dass sie Verhaltensweisen zu entwickeln haben, welche die Auswirkungen der Behinderung im hauswirtschaftlichen Bereich reduzieren und ihnen eine möglichst vollständige und unabhängige Erledigung der
Haus
haltarbeiten
ermöglichen. Kann die versicherte Person wegen ihrer Behinderung gewisse Haushaltarbeiten nur noch mühsam und mit viel höherem Zeitaufwand erledigen, so muss sie in erster Linie ihre Arbeit einteilen und in üblichem Umfang die Mithilfe von Familienangehörigen in Anspruch nehmen. Ein
invali
ditätsbedingter
Ausfall darf bei im Haushalt täti
gen Personen nur insoweit angenommen werden, als die Aufgaben, welche nicht mehr erfüllt werden kön
nen, durch Drittpersonen gegen
Entlöhnung
oder durch Angehörige verrichtet werden, denen dadurch nachgewiesenermassen eine Erwerbseinbusse oder doch eine unverhältnismässige Belastung entsteht. Die im Rahmen der
Invaliditäts
bemessung
bei einer Hausfrau zu berücksichti
gende Mithilfe von Familienange
hörigen geht daher weiter als die ohne Gesundheitsschädigung üblicherweise zu erwartende Unterstützung. Geht es um die Mitarbeit von Familienangehörigen, ist danach zu fragen, wie sich eine ver
nünftige Familiengemeinschaft einrichten würde, wenn keine Versicherungs
leistungen zu erwarten wären. Dabei darf nach der Rechtsprechung unter dem Titel der Schadenminderungspflicht nicht etwa die Bewältigung der
Haushalttä
tigkeit
in einzelnen Funktionen oder insgesamt auf die übrigen Familienmit
glieder überwälzt werden mit der Folge, dass gleichsam bei jeder festgestellten Einschränkung danach gefragt werden müsste, ob sich ein Familienmitglied fin
den lässt, das allenfalls für eine ersatzweise Ausführung der entsprechenden Teilfunktion in Frage kommt. Schliesslich ver
mag die Tatsache, dass sich die der Rechtsprechung zugrunde liegenden, in
Art.
159
Abs.
2 und 3 ZGB zwischen den Ehegatten und in
Art.
272 ZGB zwi
schen Eltern und Kindern statuierten Beistandspflichten nicht unmittelbar durchsetzen lassen (d.h. weder klagbar noch vollstreckbar sind), sondern nur freiwillig erfüllt werden können (
Honsell
/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommen
tar,
3.
Aufl., Basel 2006,
N.
9 zu
Art.
272 ZGB;
Bräm
/
Hasenböhler
, Zürcher Kommentar,
3.
Aufl., Zürich 1998,
N.
168 zu
Art.
159 ZGB), an der
Schaden
min
derungspflicht
der im Haushalt beschäftigten Versicherten nichts zu ändern. Denn wie auch im Erwerbsbereich darauf abzustellen ist, ob die verbleibende Erwerbsfähigkeit auf einem ausgegli
chenen Arbeitsmarkt grundsätzlich ver
wertbar ist, unabhängig davon, ob eine solche Anstellung rechtlich durch
setzbar ist, ist auch in Bezug auf den
Haus
haltbereich
davon auszugehen, was in der sozialen Realität üblich und zumut
bar ist, unabhängig davon, ob eine Mithilfe rechtlich durchsetzbar ist (BGE 133 V 504 E. 4.2 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_729/2009 vom 3
0.
November 2009 E. 4.1-3).
1.6
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.7
Die von einer qualifizierten Person durchgeführte Abklärung vor Ort (nach Mass
gabe des
Art.
69
Abs.
2
der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV]
; vgl. auch
Rz
. 3084 ff. des Kreisschreibens des BSV über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH]) stellt für gewöhnlich die geeignete und genügende Vorkehr zur Bestimmung der gesundheitlichen Ein
schränkung im Haushalt dar (Urteil des Bundesgerichts 9C_201/2011 vom 5. September 2011 E. 2, in: SVR 2012 IV Nr. 19 S. 86). Einer ärztlichen
Fach
person
, die sich zu den einzelnen Positionen der Haushaltführung unter dem Gesichtswinkel der Zumutbarkeit zu äussern hat, bedarf es nur in Ausnahme
fällen, namentlich bei unglaubwürdigen Angaben der versicherten Person, die im Widerspruch zu den ärztlichen Befunden stehen (Urteil des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom 2
8.
Mai 2014 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen
).
Für den Beweiswert eines Berichtes über die Abklärung im Haushalt einer versi
cherten Person sind – analog zur Rechtsprechung betreffend die Beweiskraft von Arztberichten (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweis) – verschiedene Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis von den örtlichen und räumlichen Verhält
nissen sowie den aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beein
trächtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicher
ten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein und in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Abklärungsbericht voll beweiskräftig (AHI 2003 S. 218 E. 2.3.2 [in BGE 129 V 67 nicht veröffentlichte Erwägung]; Urteil des Bundesgerichts I 733/03 vom
6.
April 2004 E. 5.1.2; vgl. auch BGE 130 V 61 E.
6.2 und 128 V 93 E. 4 betreffend Abklärungsberichte im Zusammenhang mit der Hauspflege und Hilflosigkeit). Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im Abklärungsbericht enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der
Behinderung im Haushalt massgebend, sondern gelten analog für jenen Teil eines Abklärungsberichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tätigkeit von teilerwerbstätigen Versicherten mit häuslichem Aufgabenbereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen
).
Der Abklärungsbericht ist seiner Natur nach in erster Linie auf die Ermittlung des Ausmasses physisch bedingter Beeinträchtigungen zugeschnitten, weshalb seine grundsätzliche Massgeblichkeit unter Umständen Einschränkungen erfah
ren kann, wenn die versicherte Person an psychischen Beschwerden leidet. Grund
sätzlich jedoch stellt er auch dann eine beweistaugliche Grundlage dar, wenn es um die Bemessung einer psychisch bedingten Invalidität geht, das heisst wenn die Beurteilung psychischer Erkrankungen im Vordergrund steht (AHI 2004 S. 137 E. 5.3). Widersprechen sich die Ergebnisse der Abklärung vor Ort und die fachmedizinischen Feststellungen zur Fähigkeit der versicherten Person, ihre gewohnten Aufgaben zu erfüllen, ist aber in der Regel den ärztli
chen Stellungnahmen mehr Gewicht einzuräumen als dem Bericht über die Haushaltsabklärung, weil es der Abklärungsperson regelmässig nur beschränkt möglich ist, das Ausmass des psychischen Leidens und der damit verbundenen Einschränkungen zu erkennen (Urteile des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1,
9C_986/2009 vom 11. November 2010 E. 7.2 und 9C_631/2009 vom 2. Dezember 2009 E. 5.1.2, je mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre Verfügung (
Urk.
2) damit, die Beschwer
deführerin sei seit dem 1
0.
Juni 2013 (Beginn der einjährigen Warte
zeit) in ihrer Arbeitsfähigkeit erheblich eingeschränkt. Die angestammte Tätig
keit als Köchin sei
ihr
nicht mehr zumutbar. Aus ärztlicher Sicht sei die Ausübung einer angepassten Tätigkeit ab April 2014 zu 100
%
zumutbar. Im Haushaltsbereich bestehe eine Einschränkung von 27
%
. Ausgehend von einer Qualifikation als zu 60
%
Erwerbstätige und zu 40
%
im Aufgabenbereich Tätige, resultiere unter Berücksichtigung eines lohnmindernden Faktors von 5
%
ein rentenanspruchsausschliessender Invaliditätsgrad von 11
%
. Auf die Gutachten des RAD könne abgestellt werden (S. 2 f.).
2.2
Dagegen machte die Beschwerdeführerin
geltend,
a
uf die RAD-Gutachten könne
nicht abgestellt werden. So stünd
en dem orthopädischen RAD-Gutachten sowohl ihre Aussagen, als auch diejenige des Hausarztes entgegen. Der Einfluss der Adipositas auf ihre Leiden sei gänzlich unberücksichtigt geblieben.
Auch wenn sie bis anhin nicht in psychiat
rischer Behandlung gewesen sei,
sei sie
angesichts ihrer Lage, welche n
o
ch lange andauern werde, erheblich seelisch beeinträchtigt
(
Urk.
23 S. 4 f.
Ziff.
10-12).
Ihre Restarbeitsfähigkeit sei nicht mehr verwertbar
,
und es seien
ihr
nur noch fas
t
ausschliesslich sitzende Tätig
keiten zuzumuten
(
Urk.
23 S. 5 f.
Ziff.
14-16). Sofern nicht davon ausgegangen werde, sei ein Abzug von 20
%
vom Invalideneinkommen vorzunehmen (S. 6
Ziff.
17). Auch die Haushaltsführung sei praktisch unmöglich
,
und auf den Abklärungsbericht könne nicht abgestellt werden
. So habe die
Abklärungsper
son
nicht alle medizinischen Fakten berücksichtigt und die
Mitwirkungspflich
t
en
der
zum Te
il noch schulpflichtigen Kinder
und des Ehemannes, der selbst IV-Rentner sei,
sei
en
zu hoch gewichtet worden. Zudem sei nicht davon auszu
gehen, dass sie ihre Antworten in der aufgezeichneten Art und Weise gegeben habe
(S. 6 f
f
.
Ziff.
18-
27).
2.3
Strittig und zu prüfen ist vorliegend, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht einen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin verneint hat und i
n diesem Zusam
men
hang, ob der medizinische Sachverhalt genügend abgeklärt wurde und zudem, ob der Haushaltabklärungsbericht eine verlässliche Grundlage zur Beurteilung allfälliger Einschränkungen im Aufgabenbereich darstellt.
3
.
3.
1
Dr.
med. Z._
, Leitender Oberarzt Neurologie,
A._
,
stellte in sei
nem Bericht vom 1
7.
September 2013 (
Urk.
18/23/30-31) folgende Diagnosen (S. 1):
Status nach ventraler Diskektomie und
foraminaler
Sequesterektomie
links C6/7 und Cage- und
Plattenspondylodese
Juni 2013 mit/bei:
klinisch wie auch
bildgeberisch
vorangehend progredientem C7-Aus
fallsyndrom links
klinisch aktuell Entwicklung eines links
hemikorporellen
Schmerzsyn
droms
vorwiegend
myofaszialer
Zuordnung
Als Nebendiagnosen nannte er eine Adipositas per magna und einen St
atus nach Magenbypass-Operation (S. 1).
Dr.
Z._
führte aus, nach Dekompression auf Höhe C6/7 bei progredientem C7-Ausfallsyndrom links könne formal und im Hinblick auf das MRI ein perfektes Ergebnis konstatiert werden. Die vormals bestanden habenden
radikulären
Schmerzen
seien weitgehend verschwunden. D
er
funktionelle Zustand sei aller
dings leider unbefriedigend mit nun Entwickeln eines links
hemikorporellen
bis kranialen Schmerzsyndroms nicht neurogener sondern
myofaszialer
Ursache. Zudem bestehe ungünstiger Weise eine soziale Belastungssituation mit Verlust der Arbeit und geplanter Operation beim Ehemann. In dieser Konstellation sei trotz des relativ frühen postoperativen Verlaufes möglichst bald eine stationäre
Behandlung durchzuführen, um einer
Chronifizierung
zuvorzukommen (S. 2 unten).
3.2
Die Ärzte der
B._
stellten in ihrem Austrittsbericht vom 1
1.
November 2013 (
Urk.
18/31/43-45) folgende Diagnosen (S. 1):
anhaltendes
myofasz
iales
Schmerzsyndrom Schulter/Armregion links mit/bei:
Status nach ventraler Diskektomie und
foraminaler
Sequesterektomie
links C6/7 und Cage- und
Plattenspondylodese
Juni 2013 (
Dr.
C._
,
A._
) mit/bei:
klinisch wie auch bildgebe
nd
progredientem C7-Ausfallsyndrom
links
Adipositas per magna
Status nach Magenbypass-Operation November 2011 mit Gewichts
verlust von 30 kg
Verdacht auf zentralen
Schmerzwindup
mit Halbseitenschmerz linke Kör
perhälfte
anhaltend hohe
Schmerzscores
um VAS 8-10/10
nächtliche Hypoxämie mit repetitiven
Desaturationen
, D
ifferenzial
diagnose (D
D
)
Adipositas-Hypoventilationssyndrom, DD
obstruktive
s
Schlafapnoe-Syndrom
(
OSAS
)
Status nach
Continuous
Positive
Airway
Pressure
(
CPAP
)
, Versuch vor zwei Jahren, gestoppt wegen Maskenunverträglichkeit nach einem Monat
Mallampati
III
anamnestisch Asthma und Tierhaarallergie
psychosoziale Belastungssituation
Kündigung erhalten, erkrankter Ehemann
Hypertonie
DD im Rahmen OSAS
Die Ärzte führten aus, die Patientin sei vom 2
0.
Oktober bis
9.
November 2013
zur stationären Rehabilitation im Rahmen des Davoser interdisziplinären Schmerzprogrammes DISP hospitalisiert gewesen. Ziel sei eine physische
Rekon
ditionierung
und Schmerzreduktion gewesen (S. 1 unten). Die Assess
ments hät
ten stark erhöhte Werte für angstbedingtes Vermeidungsverhalten sowie eine grenzwertige Erhöhung für Angst und eine deutliche Erhöhung des
Scores
für Depression gezeigt, dies entsprechend auch der Wahrnehmung des Teams. Bei
des sei vor dem Hintergrund chronischer Schmerzen als prognostisch ungünstig zu werten. Bei der Patientin bestünden schmerzrelevante
Kontext
faktoren
, bei
spielsweise in Form eines
schwer
depressiven Ehemanns. Das fami
liäre Umfeld scheine aber intakt und biete mit der Unterstützung auch wichtige Ressourcen.
Die Ärzte führten aus, im Verlauf habe gesamthaft am Schmerzerleben keine messbare Änderung erreicht werden können und die Schmerzen seien kontinu
ierlich auf VAS 8-10/10 quantifiziert worden. Leider blieben auch die Assess
ments in der Austrittskontrolle praktisch unverändert, lediglich die
Scores
im HADS-Test für Angst und Depression sei
en
regredient
gewesen (S. 2 unten).
Die Beschwerdeführerin habe am
9.
November 2013 in gutem Allgemeinzustand und nur gering verbesserter Belastbarkeit in die gewohnte häusliche Umgebung entlassen werden können (S. 3 oben).
3.
3
Dr.
med. D._
, Oberärztin Orthopädie
Untere Extremitäten,
A._
, stellte in ihrem Bericht vom
2
6.
Februar 2014 (
Urk.
18/31/22-23)
fol
gende Diagnosen (S. 1)
:
chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom mit
Pseudoradikulo
pathie
L5 links
Status nach ventraler Diskektomie
foraminaler
Sequesterektomie
links C6/7 und Cage- und
Plattenspondylodese
Juni 2013 mit/bei:
klinisch wie auch
bildgeberisch
vorangehend progredientem C7-Aus
fallsyndrom links
persistierende Knieschmerzen links bei
:
Zustand nach Kniegelenksarthroskopie links, mit partieller lateraler
Meniskektomie
und Resektion einer
Plica
synovialis
am 2
9.
Okto
ber 2012 (Spital
E._
) bei
Partialläsion
des vorderen Kreuzbandes (VKB)
bei Zustand nach Kniedistorsion links 2011
klinische Entwicklung eines links
hemikorporellen
Schmerzsyndroms vor
wiegend
myofaszialer
Zuordnung
Als Nebendiagnose
nannte
Dr.
D._
eine Adipositas per magna und einen Status nach Magenbypass-Operation.
Dr.
D._
führte aus,
von Seiten des linken Kniegelenkes klage die Patientin unverändert über Beschwerde
n
, wie auch
über
eine Kraftlosigkeit des Beines. Die durchgeführte diagnostisch/therapeutische Kniegelenksinfiltration habe zu keiner Beschwerdereduktion geführt. Die durchgeführte komplexe Knietestung habe eine deutlich verminderte Kraft im Bereich beider Beine gezeigt. Diesbe
züglich sollte Physiotherapie in Form von Kraft- und Stabilisationstraining für den Rumpf und die Beine fortgeführt werden. Eine Indikation für ein operatives Vorgehen von Seiten des linken Kniegelenkes sei aktuell als nicht vorrangig zu sehen, zumal die Patientin vorrangig Beschwerden im Bereich der
Halswirbel
säule
(
HWS
)
und der
Lendenwirbelsäule (
LWS
)
beklage. Diesbezüglich sei eine Vorstellung bei den Kollegen der Rheumatologie, die ebenfalls die persistieren
den Knieschmerzen mitbehandeln könnten, vorgeschlagen worden. Dies sei von der Patientin aktuell nicht gewünscht worden (S. 2).
3.
4
Dr.
med.
C._
, Leitender Oberarzt Wirbelsäulenchirurgie,
und
Dr.
med. F._
, Assistenzarzt Wirbelsäulenchirurgie,
A._
,
stellten in ihrem Bericht vom
8.
April 2014 (
Urk.
18/31/27-29)
folgende Diagnosen (S. 1)
:
linksseitige
Zervikobrachialgie
und
Lumboischialgie
Status nach ventraler Diskektomie und
foraminaler
Sequesterektomie
links, sowie Cage- und
Plattenspondylodese
auf Höhe C6/7 am 1
0.
Juni 2013 bei C7 motorischem Ausfallsyndrom links
chronisches
lumboischialgieformes
Schmerzsyndrom beidseits
persistierende Knieschmerzen links bei
Zustand nach Kniegelenk
sarthroskopie links, mit partie
ller lateraler
Meniskektomie
und Resektion einer
Plica
synovialis
am 2
9.
Oktober 2012 (Spital
E._
) bei VKB-Partialläsion bei Zustand nach
Knie
distorsion
links 2011
klinische Entwicklung eines links
hemikorporellen
Schmerzsyndroms vorwiegend
myofaszialer
Zuordnung
Als Nebendiagnosen nannten die Ärzte eine Adipositas per magna und einen Status nach Magenbypass-Operation
(S. 1)
. Die Beschwerdeführerin habe über die gleichen Beschwerden wie im Sommer 2013 im Rahmen der Vorstellung bei
Dr.
C._
und der neurologischen Untersuchung berichtet, jedoch mit Progredi
enz. Einerseits beschreibe sie ein
zerviko
-brachiales Schmerzsyndrom mit Aus
strahlung ungefähr ins C7
Dermatom
links mit
Kribbelparästhesien
am Zeige
finger links. Zudem beklage sie starke lumbale Schmerzen mit Ausstrahlung beidseits über den lateralen Ober- und Unterschenkel und links auch in die grosse Zehe. Zudem werde ein Taubheitsgefühl im rechten Bein dorsal angege
ben. Paresen seien keine aufgetreten (S. 1 unten).
Die Ärzte führten
aus, die von der Beschwerdeführerin beschriebenen zervikalen Beschwerden mit Ausstrahlung in den linken Arm seien von der Lokalisation her unverändert zu denen im Sommer 2013, nun jedoch mit
Kribbelparästhesien
am radialen Unterarm und im Bereich des
Dig
. II links. Die Kraftprüfung sei als nicht vollständig
reliabel
zu werten.
Radiologisch bestehe nach wie vor eine
leicht
gradige
foraminale
Enge C5/6 links, die aber die Beschwerden der Patien
tin in ihrem Ausmass nicht erklären könne.
Nichtsdestotrotz werde der Kollege der Neurologie gebeten, die Patientin für eine C6 Wurzelinfiltration (Segment C5/6) links aufzubieten. Die lumbalen Beschwerden könnten nicht eindeutig einer
radikulären
Komponente zugeordnet werden und die angegebene Hypäs
thesie sei nicht klar
dermatomentsprechend
. Zudem finde sich kein
Nervenwur
zeldehnungsschmerz
. Ebenso wenig fänden sich in den LWS MRI-Aufnahmen vom September 2013 Hinweise für eine entsprechend degenerative Veränderung oder eine Neurokompression. Damit könnten sie aus wirbelsäulenchirurgischer Sicht betreffend der LWS keine Therapieempfehlung geben (S. 2 unten).
3.5
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Innere Medizin, stellte in seinem Bericht
vom
2
9.
April 2014 (
Urk.
18/31/1-5)
folgende Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1)
:
linksseitige
Zervikobrachialgie
und
Lumboischialgie
Status nach ventraler Diskektomie und
foraminaler
Sequesterektomie
links, Cage- und
Plattenspondylodese
C6/7 bei C7 motorischem Aus
fallsyndrom links, 1
0.
Juni 2013
Knieschmerzen links bei Status nach Arthroskopie links.
Links, p
artielle laterale
Meniskektomie
und Resektion einer
Plica
synovialis
am 2
9.
Oktober 2012, vordere Kreuzband-Partialläsion bei Zustand nach Kniedistorsion links im Jahr 2011
Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er einen Status nach Magenbypass-Operation im Januar 2012
(
Ziff.
1.1)
.
Dr.
G._
führte aus, die Beschwerdeführerin sei seit dem Jahr 2009 bei ihm in Behandlung und die letzte Kontrolle habe am 2
4.
April 2014 stattgefund
en (
Ziff.
1.2). Es habe sich
links
ein
hemikorporelles
Schmerzsyndrom
myofaszialer
Zuordnung entwickelt. Daneben finde eine depressive Entwicklung statt (S. 2). In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Köchin bestehe seit dem 1
0.
Juni 2013 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (
Ziff.
1.6). Die Beschwerdeführerin könne zuhause nicht viel machen. Waschen und teils Staubsa
ugen; das
Bügeln und der Abwasch w
ü
rde
n
durch die Kinder respektive die Tochter
erledigt
. Kochen m
it Pfannen heben und hantieren sei nicht möglich. Die bisherige Tätigkeit sei ihr aus medizinischer Sicht nicht mehr zumutbar
,
und auch eine
behinderungsan
gepasste
Tätigkeit sei nicht möglich (
Ziff.
1.7). Es sei diesbezüglich eine ergo
nomische Abklärung nötig (
Ziff.
3).
3.
6
Am 1
5.
Juli 2014 erstattete
med.
pract
.
H._
,
Facharzt für Psychiatrie und für Psychotherapie, RAD, sein psychiatrisches Gutachten
(
Urk.
18/37). Er konnte keine psychiatrischen Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit nach ICD-10 nennen. Als psychiatrische Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nannte er Migrationsprobleme und familiäre Probleme (S. 4
Ziff.
9). Die
B._
habe in ihrem Bericht vom 1
1.
November 2013 eine psychosoziale Belastungssituation (Kündigung erhalten, e
rkrankter Ehe
mann) erwähnt.
Dr.
G._
habe in seinem Bericht vom 2
9.
April 2014 von einer depressiven Entwicklung gesprochen, ohne nähere Befundangabe. Eine Depres
sion nach ICD-Kriterien sei nicht diagnostiziert worden. Med.
pract
.
H._
führte aus, bei der heutigen zweistündigen Untersuchung hätten sich keine Symp
tome gefunden, die zur Diagnose einer Depression führten. Dabei sei unver
kennbar, dass mehrere Belastungen vorlägen: eine gewisse
Lebensunzu
friedenheit
sowie Probleme mit dem Ehemann und der ältesten, wohl lernbehin
derten Tochter (S. 4
Ziff.
10).
Zum Tagesablauf habe die Beschwerdeführerin ausgeführt, sie stehe um 7.00
Uhr auf und trinke Kaffee. Danach
unternehme sie einen halbstündigen
Hun
de
spaziergang
mit d
em Ehemann und sei anschliessend
zu Hause. Mittags koche si
e etwas Kleines und treffe sich
mit einer Kollegin zum Laufen. Die Kinder würden im Haushalt mithelfen. Sie gehe täglich kleinere Mengen im nahen Geschäft einkaufen. Um 19.00
Uhr
würde sie
Abendessen
, scha
ue
TV und gehe nochmals mit dem Hund laufen. Zu Bett gehe sie um 24.00 oder um 1.00 Uhr. Der Schlaf sei schmerzgestört (S. 2
Ziff.
4). Sie habe zahlreiche Schmerzen und die Kinder würden sie im Haushalt unterstützten. Ihr Mann sei seit Jahren krank. Er sei zu Hause und dann plötzlich wochenlang weg, ohne etwas zu sagen. Ihr Mann komme aus
I._
, wo sie einmal im Jahr 11 Stunden lang
mit dem Auto hinfahren würden
(S. 2
Ziff.
3).
Zum psychopathologischen Befund führte med.
pract
.
H._
aus,
die Beschwerdeführerin sei pünktlich erschienen und von ihrem Man
n im Auto gebracht worden. Es hätten
sich ein flüssiger und zusammenhängender Gedankengang, kein Anhalt für Sinnestäuschungen, Ich
störungen und inhaltliche Denkstörungen ergeben. Die Beschwerdeführerin sei affektiv schwingungsfähig. Sie sei unauffällig in Mimik und Antrieb
,
und es bestehe eine leicht vermehrte Gestik. Die Antworten seien prom
p
t erfolgt mit
eigeninitiativen
Schilderungen. Sie sei aufmerksam und konzentriert
,
und es bestünden keine auffälligen Gedächtnisstörungen. Sie sei glaubhaft nicht suizi
dal (
S. 3
Ziff.
8).
3.
7
Am 2
5.
Juli 2014 erstattete med.
pract
.
J._
, Fachärztin für Ortho
pädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, RAD, ihr orthopädisches Gutachten (
Urk.
18/39). Sie stellte folgende Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 9
Ziff.
8):
Cervicobrachialgie
nach
cervicaler
Dekompressionsoperation ohne Hin
weis auf
rad
ikuläre
Ausfälle
Lumbalgie mit
pseudoradikulärer
Ausstrahlung bei Adipositas
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte med.
pract
.
J._
eine Adipositas, BMI 39, eine beginnende Retropatellararthrose links und Senk- Spreizfüsse.
Med.
pract
.
J._
führte aus, bei der 40-jährigen Köchin sei anhand der vor
liegenden medizinischen Berichterstattung und der körperlichen Untersu
chung vom 1
4.
Juli 2014 ein somatischer Gesundheitsschaden ausgewiesen, der die Arbeitsfähigkeit beeinträchtige. In ihrer bisherigen Tätigkeit als Köchin bestehe sei
t
Juni 2013 keine Arbeitsfähigkeit mehr.
In angepasster Tätigkeit (mit körperlich leichter wechselbelastender Tätigkeit, ohne re
ge
lmässig
e Hebe- und Tragebelastungen über 10 kg, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüste
n
und ohne häufiges Treppensteigen, ohne häufige
wirbel
säulenbelastende
und kniegelenksbelastende Zwangshaltungen und Tätigkeiten wie Bücken, Hocken, Knien, Überkopfarbeit und Arbeiten in Armvorhalte, ohne häufiges Gehen auf unebenem Gelände und ohne andauernde
Vibrationsbelas
tungen
des Schultergürtels und Nässe-/Kälteexposition) sei eine
100%ige Arbeits
fähigkeit spätestens seit April 2014 gegeben
(S. 9
Ziff.
10).
Med
.
pract
.
J._
führte aus,
der Befund der neurologischen Untersuchung
von
Dr.
Z._
,
A._
,
vom 1
7.
September 2013
mit
Symptomauswei
tung
auf die gesamte linke Körperhälfte h
abe nachvollzogen werden können. Auch habe
weiterhin kein Hinweis auf
manifeste Ausfallerscheinungen
bestan
den.
Der klinische Untersuchungsbefund und die geschilderten Beschwerden hätten dem von
Dr.
C._
mitgeteilten Befund vom
8.
April 2014 entsprochen. Die durchgeführte
Laboruntersuchung habe einen therapeutischen Spiegel für Tramadol im Serum gezeigt. Im Urin hätten jedoch keine Abbauprodukte von Opiaten nachgewiesen werden können, was auf einen unregelmässigen Gebrauch schliessen lasse (S. 9
Ziff.
9).
Die Beschwerdeführerin habe bei der Untersuchung der HWS bereits bei leich
tem Beklopfen der Schädelkalotte über starke Schmerzen im Bereich der HWS und der Nackenregion geklagt.
Bei der Bewegungsprüfung der HWS habe sie ein stark eingeschränktes Bewegungsausmass demonstriert, das im Rahmen der spontanen Bewegung deutlich überschritten worden sei. Bei allen
Bewegungs
prüfungen
habe die Beschwerdeführerin über starke Schmerzen geklagt (S. 4 f.
Ziff.
7)
Die
geklagten Sensibilitätsstörungen seien keiner einzelnen Nervenwurzel zuzu
ordnen.
Im Bereich der linken Hand habe die Beschwerdeführerin eine Hypäs
thesie des
1.
bis 3 Fingers bei allgemeiner Sensibilitätsstörung des gesamten Armes angegeben. Von fünf
Waddell
-Zeichen seien
fünf positiv (S. 8 Mitte).
Med.
pract
.
J._
führte aus, die Beschwerdeführerin habe eine CD mit Bil
dern der HWS, der LWS und des linken Kniegelenks vorgelegt. Die Aufnahmen der HWS vom 1
2.
Juli 2013 und vom
4.
April 2014 zeigten einen regelrechten Befund nach Operation mit
Spondylodese
C6/7, sowie beginnende
Osteochond
rosen
C4/5 und C5/6 bei erhaltenen Bandscheibenräumen. Die Aufnahmen der LWS vom
4.
April 2014 zeigten eine fünfteilige LWS, in der
anterior
posterior
Aufnahme
eine
leichte
skoliotische
Seitausbiegung mit Rotationsfehler, in der seitlichen Hyperlordose seien die Bandscheibenräume erhalten, diskrete
Osteo
chondrosen
L3/4 bis L5/S
1.
Die Aufnahmen des Kniegelenks vom
9.
Januar 2014 zeigten beginnende
Aus
ziehungen
des proximalen
Patellapols
, der lateralen
Patellafacette
und des medialen
Patellagleitlagers
sowie eine diskrete Ausziehung des medialen
Kon
dylus
zur
interkondylären
Notch
hin (S. 8 unten).
4.
4.1
Unstrittig und aufgrund der medizinischen Aktenlage ausgewiesen ist, dass die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer Einschränkungen in ihrer angestammten Tätigkeit als
Betriebsangestellte/Köchin in der Kindertagesstätte
sowie in ande
ren körperlich schweren und mittelschweren Tätigkeiten nicht mehr arbeitsfähig ist. Zu prüfen ist die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer behinderungsangepassten Tätigkeit
. Die Beschwerdegegnerin ging diesbezüglich gestützt auf die Einschätzung der RAD-Gutachter
vom
Juli 2014 (vorstehend E.
3.
6-7
) davon aus, dass seit April 2014
eine 100
%
ige
Arbeitsfähigkeit
bestehe (vorstehend E. 2.1).
4.2
Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
S. 353 f.). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Ein
holung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die
Beweis
wür
digung
strenge Anforderungen zu stellen. Es würde einen Verstoss gegen die Waffengleichheit und somit eine Verletzung von
Art.
6
Ziff.
1 der Konven
tion vom
4.
November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfrei
heiten (EMRK) bedeuten, die Relevanz der Berichte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte von zu hohen Anforderungen abhängig zu machen. Bestehen auch nur geringe Zweifel in Hinblick auf die Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit einer versicherungsinternen ärztlichen Feststellung, so sind ergänzende Abklärungen mittels unabhängiger Begutachtung vorzunehmen (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 470 mit Hinweis).
4.3
Die RAD-Gutachten von med.
pract
.
J._
und med.
pract
.
H._
(vorste
hend E. 3.6-7
) berücksichtigen die von der Beschwerdeführerin
geklagten Beschwerden und setz
en
sich mit diesen und ihrem Verhalten umfassend ausei
nander. Die Gutachten wurden sodann in Kenntnis der wesentlichen
Vorakten
abgegeben, leuchten in der Darlegung der medizinischen Situation ein, und die Schlussfolgerungen sind in nachvollziehbarer Weise begründet, womit sie
die
Anforderungen an eine beweiskräftige Expertise (vorstehend E. 1.6)
erfüllen
.
Daran vermag auch die anderslautende
subjektive
Einsc
hätzung der Beschwe
rdeführerin
und diejenige ihres Hausarztes
Dr.
G._
(vorstehend E. 3.5)
nichts zu
ändern. Abgesehen davon, dass
sich
Dr.
G._
nicht abschliessend zu einer Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit äusserte, hat das Gericht i
n Bezug auf Berichte v
on Hausärztinnen und Hausärzten
der Erfahrungstatsache Rechnung
zu
tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc
).
Med.
pract
.
J._
konnte anlässlich ihrer
orthopädischen
Untersuchung die von den Ärzten der
A._
festgestellten Befunde
(vgl. vorstehend E.
3.1 und E. 3.4
)
bestätigen.
Letztere
konnten sich im Übrigen die dargebotene Beschwerdeproblematik trotz eingehender radiologischer Abklärungen nicht erklären (vgl. vorstehend E. 3.4)
. Auch med.
pract
.
J._
konnte anlässlich ihrer Untersuchung keine
Ausfallsymptomatik feststell
en
.
Dass der Beschwerdeführerin
- wie sie geltend machte -
lediglich noch sitzende Tätigkeit
en
zumutbar wären
, lässt sich dem von med.
pract
.
J._
formu
lierten Belastungsprofil
nicht entnehmen
. Auch äusserte die
Orthopädin
Dr.
D._
im Zusammenhang mit der Knieproblematik
nichts dergleichen.
Sie empfahl betreffend die festgestellte verminderte Kraft in den Beinen eine Physiotherapie in Form von Kraft- und Stabilisationstraining (vgl. vorstehend E.
3.3).
Soweit
die Beschwerdeführerin geltend machte, med.
pract
.
J._
habe die Auswirkungen der Adipositas
auf ihre Leiden
nicht berücksichtigt
,
ist zu bemer
ken, dass sie diese
r Diagnose keinen Einfluss
auf die Arbeitsfähigkeit
zumass
, was aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht grundsätzlich korrekt ist.
Fettleibigkeit begründet grundsätzlich keine leistungsbegründende Invalidität, wenn sie keine körperlichen, geistigen oder psychischen Schäden bewirkt und nicht die Auswirkung von solchen Schäden ist. Hingegen muss sie unter Berücksichtigung der besonderen Gegebenheiten des Einzelfalles als invalidi
sierend betrachtet werden, wenn sie weder durch geeignete Behandlung noch durch zumutbare Gewichtsabnahme auf ein Mass reduziert werden kann, bei welchem das Übergewicht in Verbindung mit allfälligen Folgeschäden keine voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit beziehungsweise der Betätigung im bisherigen Aufgabenbe
reich zur Folge hat (ZAK 1984 S. 345 f. E. 3; Urteile des Bundesgerichts I 839/06 vom 17. August 2007 E. 4.2.3 und I 745/06 vom 21. März 2007 E. 3).
Vorliegend verlor die Beschwerdeführerin
nach eingesetztem Magenband im
November 2011
bereits rund 30 kg
(vgl. vorstehend E. 3.2)
. Allfällige medizi
nisch begründete Ursachen, die einer weiteren Reduktion des Gewichtes im Wege stehen würden, lassen sich den Akten nicht entnehmen.
In psychiatrischer Hinsicht legte med.
pract
.
H._
in seinem Gutachten in nach
vollziehbarer Weise dar, weshalb er zum Schluss kam, dass keine psychiat
rische Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit vorliege.
Indes wurde von
verschiedener Seite auf die bestehende psychosoziale Belas
tungssituation hingewiesen
(vgl. vorstehend E. 3.1-2)
, welche auch von med.
pract
.
H._
thematisiert wurde
.
Z
ur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG
ist
– auch bei psychischen Erkrankungen – in jedem Fall ein medizini
sches Substrat unabdingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosoziale und soziokulturelle Faktoren wie bei
spielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich fest
gestellte psychische Störung von Krankheitswert vorhanden sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, bestehen darf, son
dern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit ver
gleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokulturellen Belas
tungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbständigte psy
chische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentlichen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinrei
chende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisieren
der psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E.
5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
Demnach genügt das Vorbringen der Beschwerdeführerin,
sie sei durch ihre Lage erheblich seelisch beeinträchtig
t
(vorstehend E. 2.2)
,
vorliegend
nicht,
um
entgegen der fachärztlichen Einschätzung
von med.
pract
.
H._
- bei im Übri
gen unauffälligem Tagesablauf und
unauffälliger
psychopathologischer
Befund
lage
-
ein invalidisierendes psychiatrisches Leiden glaubhaft zu machen
.
4.
4
Nach dem Gesagten wurde der rechtserhebliche Sachverhalt im
Verwaltungsver
fahren
hinreichend festgestellt. Die versicherungsinternen ärztlichen Feststel
lungen
des RAD
sind zuverlässig und schlüssig.
Demnach ist
g
estützt auf die Einschätzung des RAD
davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin ab
April 2014 in einer behinderungsangepassten Tätigkeit zu
100
%
arbeitsfähig ist.
5.
5.1
Die Beschwerdegegnerin ging gestützt auf den Ha
ushaltabklärungsbericht vom September 2014 (
Urk.
18/49
)
von einer Qualifikation der Beschwerdeführerin als
zu
60
%
Erwerbstätige und zu 40
%
im Haushalt Tätige und
davon aus, dass bei der Beschwerdeführerin
gemäss
der Beurteilung der einzelnen Tätigkeiten im Haushaltsb
ereich eine Einschränkung von 27
%
bestehe
(vorstehend E. 2.1)
.
Die Beschwerdeführerin bestritt nicht die Qualifikation an
sich, machte
aber
geltend, die Einschränkungen im Haushalt seien höher zu gewichten und die
Mitwirkungspflicht der teilweise noch
schulpflichtigen
Kinder
und des Eheman
nes
sei in zu
grossem
Ausmass
berücksichtigt
worden.
Die medizinische Situa
tion sei ungenügend gewürdigt worden
,
und es sei nicht davon auszugehen, dass sie die Antworten in der aufgezeichneten Form gegeben habe
(
vorstehend E. 2.2
).
5.
2
Nach der Rechtsprechung stellt der durch die IV-Stelle eingeholte Bericht über die Abklärung vor Ort eine geeignete und im Regelfall genügende Grundlage zur Ermittlung des Invaliditätsgrades von im Haushalt tätigen Versicherten dar.
W
ie ausgeführt (vorstehend E. 1.5
), ist für die Feststellung der Behinderung Nicht
erwerbstätiger im anerkannten Aufgabenbereich nicht die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit ausschlaggebend, sondern wie sich der Gesund
heitszustand in der nichterwerblichen Betätigung konkret auswirkt, was durch die Abklärung an Ort und Stelle im Haushalt der versicherten Person erhoben wird.
Für den Beweiswert eines entsprechenden Berichtes ist analog auf die Recht
sprechung zur Beweiskraft von Arztberichten (BGE 125 V 352 E. 3a und b, BGE 122 V 160 E. 1c) zurückzugreifen. Sind die entsprechenden Kriterien (vorste
hend E. 1.5) erfüllt, ist der Abklärungsbericht voll beweiskräftig. Das Gericht greift
diesfalls
in das Ermessen der Abklärungsperson nur ein, wenn klar fest
stell
bare Fehleinschätzungen oder Anhaltspunkte für die Unrichtigkeit der Abklärungsresultate (zum Beispiel infolge von Widersprüchlichkeiten) vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die fachlich kompetente
Abklä
rungs
person
näher am konkreten Sachverhalt steht als das im Beschwerdefall zuständige Gericht
(vgl. vorstehend E. 1.7)
.
5.
3
Die zuständige Abklärungsperson führte am
28
. August
201
4
die
Haushaltab
klärung
an Ort und Stelle durch. Sie hat dabei unter Berücksichtigung der von der Beschwerdeführerin geklagten Leiden und Behinderungen sowie der
Famili
engrösse
, der Wohnverhältnisse, der technischen Einrichtungen und der örtli
chen Lage eine Einschränkung der Beschwerdefüh
rerin im Haushaltsbereich von 27
.20
%
festgestellt.
Der von der Abklärung
sperson verfasste Bericht vom 11. September 2014
(
Urk.
18/49)
befasst sich umfassend mit den einzelnen Haushaltsbereichen und deren prozentualer Gewichtung und umschreibt die zu verrichtenden Tätigkei
ten sowie die an Ort und Stelle festgestellten Einschränkungen in diesen Berei
chen.
Sowohl
der
medizinischen Situation
der Beschwerdeführerin
als auch jener des rentenbeziehenden Ehemannes
w
urde genügend Rechnung getragen, indem Letzterem nur eine begrenzte Mitwirkung im Haushalt zugemutet wurde (vgl. S. 1
Ziff.
1 f., S. 4
Ziff.
2.3, S. 6
Ziff.
6).
Zudem war das jüngste im Haushalt lebende Kind zum Zeitpunkt der Abklärung bereits 1
4
Jahre alt, sodass
diesem
z
u Recht im Rahmen der
Schadenminde
rungspflicht
(vgl. vorstehend E. 1.
5
)
eine gewisse
Mitwirkungspflicht
zuge
mutet
wurde
(vgl. S. 6 ff.
Ziff.
6)
.
Das Vorbringen der Beschwerdeführerin, sie habe alles nicht so gesagt, wie es protokolliert worden sei,
ist schon
mangels Sub
stantiiertheit
nicht stichhaltig
.
Auch in Anbetracht der festgestellten 100%igen Arbeitsfähigkeit in behinderungsangepasster Tätigkeit (vgl. vorstehend E. 4.4) erscheint die
von der Abklärungsperson ermittelte
Einschränkung von 27
%
für angemessen.
Eine weitergehende Einschränkung lässt sich auch dem
Bericht von
Dr.
G._
vom
April 2014 (vorstehend E. 3.5) nicht entnehmen,
zumal darin
im Wesentlichen
wohl die
subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin
wiedergegeben wurden
.
Der Abklärungsbericht ist sodann schlüssig und in nachvollziehbarer Weise begründet. Es sind vorliegend keine besonderen Umstände gegeben, welche den Abklärungsbericht als mangelhaft oder ungeeignet erscheinen
liessen
; vielmehr entspricht dieser den an ihn gestellten Anforderungen, so dass für die
Ent
scheidfindung
grundsätzlich darauf abgestellt werden kann.
5
.4
Zusammenfassend bestehen somit keine Anhaltspunkte für Fehleinschätzungen
oder Falschdokumentationen
der Abklärungsperson, welche eine gerichtliche Ermessenskorrektur der vor Ort erhobenen gesundheitsbedingten Beeinträchti
gungen rechtfertigen, und es kann
auf den Abklärungsbericht vom 11
.
September 2014 abgestellt
und demnach
von einer Einschränkung von 27.2
0
%
im Haushaltsbereich aus
gegangen werden
.
6.
6.1
Da die Beschwerdeführerin bei der Invaliditätsbemessung als Teilerwerbstätige zu behandeln ist, ist die
gemischte
Methode
der Invaliditätsbemessung anwend
bar. Damit ist zunächst die Invalidität im erwerblichen Bereich zu prüfen. Nach der Rechtsprechung (
vorstehend E. 1.4
) ist die Einschränkung im erwerblichen Bereich nach der
Methode
des Einkommensvergleiches auf Grundlage der Teilerwerbstätigkeit, welche die Beschwerdeführerin ohne Behinder
ung ausüben würde (vorliegend: 6
0
%
), zu ermitteln. Diese Einschränkung im erwerblichen Bereich ist
anschliessend
bei der Festsetzung der Gesamtinvalidität nicht voll in Anschlag zu bringen, sondern gewichtet mit dem hypothetischen
Teilzeitpen
sum
ents
prechenden Anteil (vorliegend: 6
0
%
) mit zu berücksichtigen (BGE 125 V 152 E. 4 mit Hinweisen).
6.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frü
hestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkommensent
wicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung ent
spricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt wor
den wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen).
6.3
Für die Vornahme des Einkommensvergleiches ist grundsätzlich auf die Gege
benheiten im Zeitpunkt des (hypothetischen) Rentenbeginns, mithin auf das Jahr 2014, abzustellen (BGE 128 V 174, BGE 129 V 222).
Gemäss
Angaben der Arbeitsgeberin hätte die Beschwerd
eführerin im Jahr 2013 ein
Valideneinkommen
von
Fr.
29‘900.-- erzielt (vgl.
Urk.
18/18
Ziff.
2.10).
Dies ergibt unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung im Jahr 2014 von 1.6
%
(vgl. Schweizerischer Lohnindex
nach Branche; Index und Veränderun
gen auf der Basis 2010 = 100
%
,
www.bfs.admin.ch
, Bereich Erziehung und Unterricht,
lit
. P
Ziff.
85) ein
massgebendes
hypothetisches
Valideneinkommen
von rund
Fr.
30‘378.--
im Jahr 2014 (
Fr.
29‘900
.--
x 1.016).
6.4
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E.
4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom sogenannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zu
grunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübliche Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
6
.5
Das im Jahr 2010 von
Frauen
im Durchschnitt aller einfachen und repetitiven Tätigkeiten erzielte Einkommen betrug pro Monat Fr. 4‘225.-- (LSE 2010, S. 26,
Tabelle
TA1, Niveau 4). Unter Berücksichtigung der durchschnittlichen wöchent
lichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden (Normalarbeitszeit; www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Erwerbstätigkeit und Arbeitszeit, detail
lierte Daten, betriebsübliche Wochenarbeitszeit), der Nominallohnentwicklung
von 1
%
im Jahr 2011, von 0.8
%
im Jahr 2012, von 0.7
%
im Jahr 2013 und von 0.8
%
im Jahr 2014
(
vgl. Schweizerischer Lohnindex nach Branche; Index und Veränderungen auf der Basis 2010 = 100
%
,
www.bfs.admin.ch
, Total
) und des Arbeitspensums
von 60 %
ergibt sich ein
massgebendes
hypothetisches In
valideneinkommen
von rund Fr.
32‘772
.-- (
Fr. 4‘225
.
x 12 :
40 x 41.7 x 1.010
x 1.008 x 1.007 x
1.008
x 0.6)
für das Jahr 2014.
6.6
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kür
zen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punk
te dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allge
meinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen verwerten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in
Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der
Vergleichsein
kommen
mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen. Es ist nicht von dem von der IV-Stelle vorgenommenen Abzug auszugehen und dieser ange
messen zu erhöhen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E.
3
.
2 mit Hinweis auf
SVR 2011 IV Nr. 31 S. 90, 9C_728/2009 E. 4.1.2).
Vorliegend rechtfertigt sich aufgrund der konkreten Einschränkungen der Beschwerdeführerin ein leidensbedingter Abzug von 10
%
.
6.7
Unter Berücksichtigung eines lohnmindernden Faktors von 10
%
ergibt sich ein Invalideneinkommen in der Höhe von rund
Fr.
29‘495.-- (Fr. 32‘772
.--
x 0.9
). Bei einem
Valideneinkommen
von
Fr.
30‘378.--
(vgl.
vorstehend E.
6.3
) resul
tiert somit eine
E
inkommenseinbusse
von
Fr.
883
.--, w
as einer Einschränkung von 2.
91
%
entspricht. Bei einem Anteil
des erwerblichen Bereichs von 6
0
%
ergibt dies einen Teilinvalidität
sgrad von rund 1
.75
%
(2.
91
%
x 0.6
).
Betreffend den
Haushalt
sbereich ist von ein
er Einschränkung von insgesamt 27
.20
%
auszugehen (vorstehend
E. 5.4
). Bei der vorliegenden Gewichtung des
Haushalt
sbereiches mit 4
0
%
ergibt sich damit ein Teilinvali
ditätsgrad von 10.8
8
%
(27
.20
%
x 0.4
).
Durch Addition der Teilinvaliditätsgrade im Erwerbs- und
Haushalt
sbereich resul
tiert ein Invaliditätsgrad von r
und
12.63
%
(1
.75
%
+ 10.8
8
%
= 12.38
%
). Demzufolge besteht kein Anspruch auf eine Rente.
Die angefochtene Verfügung erweist sich damit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
7.
7.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der
unterliegenden Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen, zufolge Gewährung der unentgeltlichen
Pro
zessführung
jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
7.2
Mit Kostennote vom 1
6.
Juli 2015
(
Urk.
29
) machte der un
entgeltliche Rechts
vertreter der
Beschwerdeführer
in
einen
Aufwand von insgesamt
11.30
St
unden und Barauslagen von
Fr.
101.70
geltend, was als angemessen erscheint (
§
34
Abs.
3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Demgemäss ist
er mit
Fr.
2'794.70
(inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) aus der Gerichts
kasse zu entschädigen.