Decision ID: 902e318d-e220-5872-8487-a8cf2e9b5f80
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich im Februar 2013 zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 6).
Der im Rahmen einer psychosomatischen Rehabilitation behandelnde Dr. med. B._,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, diagnostizierte eine
Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10: F43.21), eine
psychophysische Erschöpfung (ICD-10: Z73.0) und eine generalisierte Angststörung im
Rahmen einer Störung der Stressmodulationsfähigkeit (ICD-10: F41.11). Es sei von der
Wiederherstellung und Erhaltung der vollen Arbeitsfähigkeit auszugehen (FI-
Gesprächsprotokoll vom 8. April/14. Mai 2013, IV-act. 18; siehe zum Bericht vom
29. April 2013 über den Rehabilitationsaufenthalt in der Klinik C._ vom 18. März bis
12. April 2013 IV-act. 90-6 ff.).
A.b Auf der Grundlage der getroffenen Zielvereinbarung vom 9. Juli 2013 (IV-act. 27)
gewährte die IV-Stelle der Versicherten am 19. Juli 2013 Unterstützung bei der
Stellensuche (IV-act. 32). Am 13. August 2013 erteilte die IV-Stelle der Versicherten als
Frühinterventionsmassnahme eine Kostengutsprache für einen Ausbildungskurs zur
Bewirtschaftungs-Assistentin SB1 in Form von 57 Lektionen für den Zeitraum vom
13. August bis 21. November 2013 (IV-act. 35), den die Versicherte erfolgreich
absolvierte (zum Zertifikat vom 16. Dezember 2013 siehe IV-act. 41). Im Februar 2014
vereinbarten die Versicherte und die IV-Stelle einen Eingliederungsplan für einen
Arbeitsversuch im Bereich der Immobilienbewirtschaftung (IV-act. 42; zur Gewährung
des Arbeitsversuches für den Zeitraum vom 17. Februar bis 16. August 2014 siehe die
Mitteilung vom 24. Februar 2014, IV-act. 45; zu den Taggeldverfügungen vom
28. Februar 2014 und vom 27. Juni 2014 siehe IV-act. 50 und IV-act. 70). Am 26. Mai
2014 musste der Arbeitsversuch per 4. April 2014 abgebrochen werden, da der
Einsatzbetrieb die Versicherte während ihrer vollen Präsenzzeit nicht habe genügend
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auslasten bzw. beschäftigen können (Mitteilung vom 26. Mai 2014, IV-act. 68). Per
1. Dezember 2014 trat die Versicherte eine Festanstellung zu 100% als Mitarbeiterin
eines Möbelgeschäfts an. Mit der Begründung, dass die Versicherte mit dieser
Anstellung angemessen eingegliedert sei, wies die IV-Stelle das Gesuch um berufliche
Massnahmen ab (IV-act. 86; Mitteilung vom 24. April 2015, IV-act. 81).
A.c Am 29. Juni 2015 teilte die Versicherte der IV-Stelle im Rahmen der Rentenprüfung
mit (siehe zur Lohnanfrage der IV-Stelle vom 5. Mai 2015 IV-act. 82), sie sei seit
14. April 2015 zu 100% krankgeschrieben. Ihre Arbeitgeberin habe ihr per 30. Juni
2015 gekündigt (IV-act. 85-2; zur Kündigung vom 29. Mai 2015 siehe IV-act. 86-5).
A.d Die behandelnde Dr. med. D._, Fachärztin für Innere Medizin, berichtete am
6. September 2015, die Versicherte leide mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit an
einer depressiven Reaktion (Rezidiv seit April 2015) und seit April 2015 an einem
pseudoradikulären, lumbovertebralen Syndrom bei Bandscheibenhernie L5/S1. Sie
bescheinigte ihr für die Zeit vom 14. bis 26. April 2015 für die zuletzt ausgeübte
Tätigkeit in Küchenplanung und Verkauf eine 20%ige und ab 27. April 2015 für jegliche
Tätigkeiten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 90). Im Bericht vom 11. September
2015 nannte die behandelnde Dr. med. E._, Fachärztin für Psychiatrie und
Psychotherapie, folgende Diagnosen, denen sie eine Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit zumass: eine rezidivierende depressive Störung, in der Vergangenheit
schwere Episoden (ICD-10: F33.2), gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischen
Symptomen (ICD-10: F33.11) und eine langandauernde sekundäre Insomnie (nicht
organisch; ICD-10: F51.9). In der Vergangenheit (2013) hätten eine psychophysische
Erschöpfung (ICD-10: Z73.0) und eine generalisierte Angststörung (ICD-10: F41.11)
bestanden. Aus psychiatrischer Sicht sei die Versicherte 100% arbeitsunfähig (IV-
act. 92).
A.e Mit Schreiben vom 2. Oktober 2015 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, der
Rentenanspruch entstehe frühestens nach Ablauf einer einjährigen, durchgehenden
Arbeitsunfähigkeit. Da diese Voraussetzung im heutigen Zeitpunkt noch nicht erfüllt sei,
müsse die Bearbeitung des Rentengesuchs noch zurückgestellt werden (IV-act. 98).
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A.f Im Auftrag des leistungspflichtigen Krankentaggeldversicherers erstattete Dr. B._
am 8. April 2016 ein psychiatrisches Gutachten (IV-act. 112) und die AEH Zentrum für
Arbeitsmedizin, Ergonomie und Hygiene AG am 22. April 2016 ein Gutachten über eine
"Funktionsorientierte Medizinische Abklärung (FOMA)" der Versicherten. Dr. B._
diagnostizierte einen Zustand nach Anpassungsstörung mit längerer depressiver
Reaktion, gegenwärtig vollständig remittiert (ICD-10: F43.21), dem er keine Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit zumass. Seit November 2014 sei die Versicherte aus
psychiatrischer Sicht nicht mehr arbeitsunfähig (IV-act. 112-8 f.). Sie habe lediglich
unter einer einzigen depressiven Episode im Verlauf von 2013 und 2014 gelitten, die
aber auf eine berufliche Überlastung und zwischenmenschliche Probleme am
Arbeitsplatz zurückzuführen sei und damit nicht einer eigenständigen
selbstunterhaltenden depressiven Störung, sondern einer Anpassungsstörung mit
längerer depressiver Reaktion nach ICD-10 zugeordnet werden könne (IV-act. 112-11).
Die Abklärungspersonen der AEH bescheinigten der Versicherten für die angestammte
Tätigkeit als Möbelverkäuferin eine 50%ige Arbeitsfähigkeit, die innerhalb von 3 bis
4 Monaten auf 75% und in 6 Monaten auf 100% gesteigert werden könne. Für
leidensangepasste Tätigkeiten verfüge die Versicherte über eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit. Zur Anpassung an die Arbeit und Umsetzung der empfohlenen
medizinischen Massnahmen werde ein Einstieg halbtags für 4 Monate (50%ige
Arbeitsunfähigkeit) empfohlen (IV-act. 113).
A.g Die RAD-Ärztin Dr. med. F._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, hielt
das Gutachten von Dr. B._ nicht für nachvollziehbar und empfahl die Durchführung
einer bidisziplinären (rheumatologisch-psychiatrischen) Begutachtung (IV-act. 118). Im
Auftrag der IV-Stelle wurde die Versicherte am 23. August 2016 durch Dr. med. G._,
Fachärztin für Rheumatologie, und am 6. September 2016 durch Dr. med. H._,
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, in der SMAB AG begutachtet. Die
Gutachterinnen diagnostizierten: 1. Diskusprotrusionen ohne
Nervenwurzelkompression, mit kleinvolumiger medianer subligamentärer Diskushernie
L5/S1; 2. einen Verdacht auf seronegative Spondylarthropathie mit leichter ISG-Arthritis
beidseits; 3. anamnestisch eine Rippenkontusion am 24. Juni 2016 und 4. eine
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10: F33.4). Keiner der
gestellten Diagnosen massen die Gutachterinnen eine Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit bezogen auf die letzte Tätigkeit zu. Den zurückliegenden Verlauf der
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Arbeitsfähigkeit beschrieben sie wie folgt: Beim akuten Auftreten des
lumbospondylogenen Syndroms im Juli 2015 bestand wohl eine Arbeitsunfähigkeit von
etwa 2 Monaten in der bisherigen Tätigkeit. Beim Auftreten von Rückenschmerzen bei
vermuteter Sakroiliitis im Mai 2016 habe im akuten Stadium wahrscheinlich eine
Arbeitsunfähigkeit von 50% für ca. 4 Monate bestanden. Zwischen diesen Zeiträumen
und danach könne eine 100%ige Arbeitsfähigkeit angenommen werden. Die genaue
Festlegung der vorgängigen Arbeitsunfähigkeiten sei psychiatrischerseits angesichts
des wellenförmigen Verlaufs schwierig. Beschrieben werde eine manifeste depressive
Episode seit dem 5. Dezember 2012. Nach dem Klinikaufenthalt in C._ vom 18. März
bis 12. April 2013 sei eine Besserung mit 50%iger Arbeitsfähigkeit attestiert worden.
Unter jetziger Würdigung könne eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 28. November
2012 bis 12. April 2013 bestätigt werden, wobei hier nach den geschilderten
Symptomen und nach der Befragung der Versicherten eher eine schwere depressive
Episode als eine Anpassungsstörung anzunehmen sei. Zumindest bis zum
31. Dezember 2013 sei weiterhin von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit auf dem
psychiatrischen Fachgebiet auszugehen, da der Gesundheitszustand labil geblieben
sei und keine vollständige Remission habe erreicht werden können. Ab 1. Januar 2014
sei dann wieder von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Im weiteren
Verlauf sei aus psychiatrischer Sicht keine weitere relevante Arbeitsunfähigkeit zu
bescheinigen (IV-act. 125). Die RAD-Ärztin Dr. F._ vertrat in der Stellungnahme vom
25. Oktober 2016 die Auffassung, auf das bidisziplinäre Gutachten der SMAB AG
könne abgestellt werden. Gestützt darauf könne nicht von einer relevant andauernden
Arbeitsunfähigkeit im gesamten Verlauf seit Abschluss der beruflichen Massnahmen
ausgegangen werden (IV-act. 126).
A.h Ausgehend von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit ermittelte die IV-Stelle einen
Invaliditätsgrad von 0% und stellte der Versicherten mit Vorbescheid vom 4. November
2016 die Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht (IV-act. 129). Daraufhin teilte
Dr. E._ der IV-Stelle am 2. Dezember 2016 mit, die Versicherte sei aus ihrer Sicht zu
100% arbeitsunfähig (IV-act. 132). PD Dr. med. I._, Arzt der Klinik für Rheumatologie
am Departement Innere Medizin am Kantonsspital St. Gallen (KSSG), führte im an die
IV-Stelle gerichteten Schreiben vom 30. November 2016 aus, die Arbeitsfähigkeit der
Versicherten sei nur schwierig einzuschätzen. Er schlage daher vor, eine Evaluation der
funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) durchzuführen (IV-act. 134). Am 9. Dezember
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2016 erhob die Versicherte Einwand, reichte weitere Berichte der behandelnden
medizinischen Fachpersonen ein und machte geltend, ihr Gesundheitsbild habe sich
weiter verschlechtert. Sie sei weiterhin nicht in der Lage, eine berufliche Tätigkeit
auszuüben (IV-act. 136). Die RAD-Ärztin Dr. F._ hielt in der Stellungnahme vom
26. Januar 2017 fest, aus den eingereichten Unterlagen ergäben sich weder aus
psychiatrischer noch somatischer Sicht neue Befunde. Von somatischer Seite sei nun
sogar auch aus neurologischer Sicht ein blander Befund gesichert (IV-act. 143). Am
27. Januar 2017 verfügte die IV-Stelle die Abweisung des Rentengesuchs (IV-act. 144).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 27. Januar 2017 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 27. Februar 2017. Die Beschwerdeführerin beantragt darin deren
Aufhebung und die Zusprechung einer ganzen Rente. Im Januar 2017 hätten sich die
Schmerzen akut verschlechtert und sie habe im Spital J._ stationär behandelt
werden müssen. Zur weiteren Behandlung befände sie sich in einer Physio- und einer
Ergotherapie (act. G 1, zu den eingereichten Berichten u.a. von Dr. D._ siehe act.
G 1.2; zur ergänzenden Begründung vom 6. April 2017 samt weiteren medizinischen
Unterlagen, einschliesslich eines Kurzaustrittsberichts der Abteilung Allgemeine Innere
Medizin/Hausarztmedizin am Spital J._ vom 16. Februar 2017 bezüglich der
Hospitalisation vom 8. bis 17. Februar 2017, siehe act. G 3).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 1. Juni 2017
die Abweisung der Beschwerde. Im Wesentlichen vertritt sie den Standpunkt, dass der
bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung eingetretene Sachverhalt spruchreif
abgeklärt und gestützt darauf das Rentengesuch zu Recht abgewiesen worden sei. Die
Berichte der behandelnden medizinischen Fachpersonen seien nicht geeignet, Zweifel
an der Beurteilung der SMAB AG zu begründen (act. G 9).
B.c Mit Zwischenentscheid vom 9. Juni 2017 wird dem Gesuch der
Beschwerdeführerin um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von
den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) für das
Verfahren vor Versicherungsgericht entsprochen (act. G 10).
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B.d Die Beschwerdeführerin hält in der Replik vom 5. Juli 2017 unverändert an den
Beschwerdeanträgen fest (act. G 12).
B.e Am 28. August 2017 teilt die Beschwerdegegnerin den Verzicht auf eine Duplik mit
(act. G 14).

Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Rentenanspruch
der Beschwerdeführerin.
1.1 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder
die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a),
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40%
arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40%
invalid sind (lit. c). Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und
Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf
dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für
die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG).
1.2 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung
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gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Art. 16 ATSG).
1.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht
ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40%
ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
1.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des Beweiswerts eines
Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist,
auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V
352 E. 3a).
2.
Zunächst ist zu prüfen, ob der Sachverhalt in medizinischer Hinsicht spruchreif
abgeklärt worden ist und eine verlässliche Grundlage für die Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin besteht. Die Beschwerdegegnerin stützt sich
in der angefochtenen Verfügung (IV-act. 144) auf die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
durch die Gutachterinnen der SMAB AG vom 26. September 2016 (IV-act. 125).
2.1 An der Beurteilung der SMAB AG bemängelt die Beschwerdeführerin, dass darin
die Erkrankung an einem Morbus Bechterew verneint werde (act. G 3, Rz 17 ff.; siehe
auch act. G 12, Rz 6 und Rz 9 ff.). Durch dieses Leiden werde ihre Belastungsfähigkeit
weiter eingeschränkt. Der Gefühlsverlust in den Fingern führe dazu, dass sie keinen
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Computer bedienen könne. Sie sei aus physischer Sicht somit 100% arbeitsunfähig
(act. G 3, Rz 26; siehe auch act. G 12, Rz 15). Ihre Schmerzen hätten sich akut
verschlechtert und sie habe im Spital J._ stationär behandelt werden müssen (act.
G 1, S. 4, und act. G 3, Rz 17; zum Kurzaustrittsbericht der Abteilung Allgemeine Innere
Medizin/Hausarztmedizin am Spital J._ vom 16. Februar 2017 siehe act. G 3.1).
2.1.1 Die rheumatologische SMAB-Gutachterin diskutierte ausführlich die Vorakten
sowie die Laborwerte und hielt die klinisch festgestellten Funktionsbeeinträchtigungen
fest. Sie gelangte zum Schluss, auch wenn eine - in Form einer Verdachtsdiagnose
berücksichtigten (IV-act. 125-28) - seronegative Spondylarthropathie sich im Verlauf
bestätigte, würde dies - ausser im akuten Schmerzschub - nicht zu einer höheren
Arbeitsunfähigkeit führen, aber zu einer Einschränkung der Gewichtsbelastung. Von
einem Morbus Bechterew im eigentlichen Sinn könne noch nicht gesprochen werden.
Die Protrusion und die subligamentäre mediane Diskushernie 2015 spielten bei Fehlen
radikulärer Ausfälle heute wohl keine grosse Rolle mehr (IV-act. 125-28 f.). Diese
Ausführungen werden durch den Kurzaustrittsbericht der Abteilung Allgemeine Innere
Medizin/Hausarztmedizin am Spital J._ vom 16. Februar 2017 nicht in Frage gestellt,
ergeben sich doch daraus keine objektiven Gesichtspunkte, die eine Verschlechterung
eines Morbus Bechterew bzw. einer axialen Spondylarthritis nahelegten. Dies gilt umso
mehr, als die Diagnose des "M. Bechterew (Axiale Spondyloarthritis)" offenbar von der
Erstdiagnose "ED 05/2016" bloss übernommen und lediglich mit dem positiven HLA
B-27 begründet wurde (act. G 3.1, S. 1). Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ist
sodann nicht die genaue diagnostische Beschreibung eines Leidens, sondern sind
dessen konkrete Funktionsbeeinträchtigungen von Bedeutung. Im Übrigen lässt sich
der erstgenannten Diagnose im Kurzaustrittsbericht ("chronisches Schmerzsyndrom
bei pseudoradikulärem, lumbospondylogenem Syndrom L4/L5/S1 und Dg. 2") und den
Ausführungen von Dr. D._ in den Stellungnahmen vom 8. und 21. Februar 2017 (act.
G 3.3) entnehmen, dass die stationäre Schmerztherapie im Spital J._ aufgrund einer
Exazerbation eines Schmerzsyndroms erfolgte, gegen welches die Medikamente nicht
helfen würden (Bericht vom 8. Februar 2017, act. G 3.3, S. 2). Dass diese akute
Schmerzphase zu einer längerdauernden Verschlechterung der Arbeitsfähigkeit geführt
hätte, geht weder aus den Ausführungen der Beschwerdeführerin noch den
medizinischen Berichten hervor. Vielmehr konnte die Beschwerdeführerin offenbar
erfolgreich medikamentös eingestellt werden (Bericht von Dr. D._ vom 21. Februar
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2017, act. G 3.3). Vor diesem Hintergrund kann letztlich offenbleiben, ob sich aus der
Hospitalisation im Spital J._ im Februar 2017 Rückschlüsse auf den vorliegend
massgebenden, bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 27. Januar 2017
eingetretenen Sachverhalt (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 14. November 2018,
8C_562/2018, E. 3.2) ergeben, was die Beschwerdegegnerin bestreitet (act. G 9, III.
Rz 2). Der Vollständigkeit halber ist anzufügen, dass die Beschwerdeführerin ihr
spätestens seit 2015 eingegangenes - physisch sowie psychisch anspruchsvolles -
Engagement für den Tierschutz auszubauen bzw. zu intensivieren vermochte und
inzwischen offenbar sogar ein Tierheim zu leiten vermag. Die SMAB-Gutachterinnen
führten in damit zu vereinbarender Weise bereits aus, die Beschwerdeführerin habe
sich ihren Alltag auch unter Einbeziehung von Tieren gut eingerichtet (IV-act. 125-14).
2.1.2 Die von der Beschwerdeführerin geklagten Gefühlsstörungen liess die
rheumatologische Gutachterin nicht ausser Acht, sondern sie hielt diesbezüglich
plausibel fest: Die "subjektiv angegebenen Gefühlsstörungen" seien nicht segmental.
Es handle sich eher um ein undifferenziertes Quadrantensyndrom (IV-act. 125-29).
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit mass sie den Gefühlsstörungen nicht zu. Die
Beschwerdeführerin legt weder konkret dar noch ist ersichtlich, dass diese
gutachterliche Einschätzung unrichtig ist. Auch aus den Alltagsschilderungen geht
nicht hervor, dass die geklagten Gefühlsstörungen zu einer relevanten
Funktionseinschränkung führten. Insbesondere kann sie ihre Einkäufe selbstständig mit
dem Auto erledigen (IV-act. 125-24). Die Hand- und Fingergelenke zeigten sich zudem
anlässlich der klinischen Untersuchung als gut beweglich, ohne Hinweise auf
Gelenkschwellungen oder Synovitiden (IV-act. 125-26 unten). Auch aus dem
Kurzaustrittsbericht des Spitals J._ vom 16. Februar 2017 (act. G 3.1) oder dem AEH-
Gutachten (IV-act. 113) ergeben sich diesbezüglich keine Einschränkungen.
2.2 Die Beweiskraft des SMAB-Gutachtens wird durch die abweichende Beurteilung
der behandelnden Dr. D._ nicht erschüttert. Diese hält und hielt die
Beschwerdeführerin seit 27. April 2015 (IV-act. 90-2) für jegliche Tätigkeiten als
vollständig arbeitsunfähig (act. G 3.2 f.). Eine schlüssige Begründung für die
bescheinigte vollständige Arbeitsunfähigkeit und die bescheinigten Beeinträchtigungen
praktisch sämtlicher Bewegungsfunktionen (siehe insbesondere IV-act. 90-4) lässt sich
ihren knappen Ausführungen nicht entnehmen. Letztere lassen sich auch nicht mit den
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Alltagsaktivitäten, insbesondere der Pflege mehrerer Hunde (siehe hierzu IV-
act. 125-24), geschweige denn mit dem zunehmend intensiveren Engagement für den
Tierschutz (siehe hierzu vorstehende E. 2.1.1) vereinbaren. Mit diesen Ressourcen der
Beschwerdeführerin hat sich Dr. D._ nicht - zumindest nicht in erkennbarer Weise -
auseinandergesetzt. Aus den Berichten von Dr. D._ geht auch nicht hervor, dass sie
die Leidensangaben und -präsentation der Beschwerdeführerin objektiv-kritisch
überprüft hätte. Für eine aussagekräftige Beurteilung der Arbeitsfähigkeit wäre
vorliegend indessen eine objektiv-kritische Prüfung der geklagten
Funktionsbeeinträchtigungen unter Einbezug der verbliebenen Ressourcen erforderlich
gewesen, da sich anlässlich der in der AEH durchgeführten EFL zahlreiche Hinweise
auf Inkonsistenzen und eine erhebliche Symptomausweitung zeigten (siehe etwa IV-
act. 113-6 und IV-act. 113-12 Mitte; vgl. auch IV-act. 125-29). Auch PD Dr. I._ hielt
diesbezüglich im Schreiben vom 30. November 2016 fest, die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin sei nur schwierig einzuschätzen, und empfahl - in Unkenntnis der
bereits durchgeführten EFL (IV-act. 113) - hierfür gerade eine EFL (IV-act. 134). Im
Gegensatz zur rheumatologischen SMAB-Gutachterin und den AEH-Experten hat
Dr. D._ die EFL-Erkenntnisse nicht, zumindest nicht in erkennbarer Weise
miteinbezogen. Schliesslich verfügt sie weder über eine rheumatologische noch eine
psychiatrische Fachausbildung.
2.3 Ausserdem rügt die Beschwerdeführerin die Auffassung der psychiatrischen
SMAB-Gutachterin, dass die depressive Störung remittiert sei. Zudem habe sich der
psychische Zustand durch die Diagnose des Morbus Bechterew und den
Spitalaufenthalt im Februar 2017 weiter verschlechtert (act. G 3, Rz 27, und act. G 12,
Rz 17 ff.). Hinzu komme die starke Medikation (act. G 3, Rz 28, und act. G 12, Rz 19).
2.3.1 Die psychiatrische SMAB-Gutachterin hat gestützt auf eine ausführliche
persönliche Untersuchung der Beschwerdeführerin und in Würdigung der Vorakten
schlüssig begründet, dass kein psychisches Leiden (mehr) besteht, das zu einer
Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit führt (IV-act. 125-32 ff.). Zur gleichen
Einschätzung gelangte bereits Dr. B._ im Rahmen des vom
Krankentaggeldversicherer in Auftrag gegebenen psychiatrischen Gutachtens vom
8. April 2016 (IV-act. 112).
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2.3.2 Die Beschwerdeführerin benennt keine wesentlichen objektiven Gesichtspunkte,
welche die psychiatrische SMAB-Gutachterin ausser Acht gelassen hätte. Solche
ergeben sich auch nicht aus den Akten, insbesondere der bloss knapp begründeten
Stellungnahme der behandelnden Dr. E._ vom 2. Dezember 2016 (IV-act. 132).
Weder diese Stellungnahme noch deren Bericht vom 11. September 2015 (IV-act. 92)
enthält eine objektiv-kritische Beurteilung von konkreten psychisch bedingten
Funktionsbeeinträchtigungen, die eine vollständige Arbeitsunfähigkeit als plausibel
erscheinen lassen.
2.3.3 Ferner ist weder dargetan noch erkennbar, dass die Medikation zu einer
Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten führt. Eine
relevante dauerhafte Verschlechterung des somatischen Gesundheitszustands
erscheint zumindest bis zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses vom 27. Januar 2017
nicht überwiegend wahrscheinlich (vgl. vorstehende E. 2.1.1). Die Frage, ob die spätere
Hospitalisation im Spital J._ vom 8. bis 17. Februar 2017 eine Verschlechterung des
psychischen Zustands verursachte, betrifft nicht mehr den vorliegend massgebenden
Sachverhalt bis 27. Januar 2017. Gleiches gilt für die seither eingenommene
Medikation bzw. deren allfälligen negativen Folgen auf die Leistungsfähigkeit der
Beschwerdeführerin.
2.4 Bei der Würdigung des SMAB-Gutachtens fällt ausserdem ins Gewicht, dass es auf
umfassenden Untersuchungen beruht und in Auseinandersetzung sowohl mit den
Vorakten als auch mit den Leidensangaben der Beschwerdeführerin erfolgte (siehe
etwa IV-act. 125-13 ff.). Die Ressourcen der Beschwerdeführerin wurden berücksichtigt
(IV-act. 125-17). Die von den Gutachterinnen auf dieser Grundlage gezogenen
Schlussfolgerungen sind nachvollziehbar begründet. Gestützt auf das SMAB-
Gutachten ist deshalb mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass
die Beschwerdeführerin sowohl für die bisherige Tätigkeit (siehe zur Erwerbsbiografie
IV-act. 125-25) als auch für leidensangepasste Tätigkeiten über eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit verfügt (IV-act. 125-14).
2.5 In retrospektiver Hinsicht bescheinigte die rheumatologische SMAB-Gutachterin
lediglich ab Juli 2015 (Auftreten des lumbospondylogenen Syndroms) für 2 Monate
eine Arbeitsunfähigkeit bezogen auf die bisherige Tätigkeit. Beim Auftreten von
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Rückenschmerzen bei vermuteter Sakroiliitis im Mai 2016 habe im akuten Stadium
wahrscheinlich eine Arbeitsunfähigkeit von 50% für ca. 4 Monate bestanden. Zwischen
diesen Zeiträumen und danach könne eine 100%ige Arbeitsfähigkeit angenommen
werden (IV-act. 125-15 oben). Die wegen des Rückenleidens bescheinigten
Arbeitsunfähigkeiten dauerten damit nicht ununterbrochen während eines Jahres im
Sinn von Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG und sind daher von vornherein nicht geeignet, einen
rückwirkend befristeten Rentenanspruch zu begründen.
2.6 Die psychiatrische SMAB-Gutachterin bescheinigte rückwirkend verschiedene
Phasen von Arbeitsunfähigkeiten. Für den Zeitraum vom 28. November 2012 bis
12. April 2013 bescheinigte sie eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Danach sei bis zum
31. Dezember 2013 von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit und ab 1. Januar 2014 von
einer 100%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen (IV-act. 125-15). Dabei kann offenbleiben,
ob die den bescheinigten Arbeitsunfähigkeiten zugrunde liegende psychische
Symptomatik auf einen selbstständigen Gesundheitsschaden zurückzuführen ist oder
bloss in invalidenversicherungsrechtlich irrelevanten psychosozialen Umständen
(berufliche Überlastung und zwischenmenschliche Probleme am Arbeitsplatz) aufgeht,
wie Dr. B._ in seinem Gutachten ausführt (IV-act. 112-11). Denn wie sich aus den
Akten ergibt, absolvierte die Beschwerdeführerin ab August 2013 in anerkennenswerter
Weise eine Ausbildung im Bereich Immobilienbewirtschaftung (vgl. IV-act. 35; zum
erfolgreichen Abschluss im Dezember 2013 siehe IV-act. 41) und bewarb sich
gleichzeitig für eine Praktikumsstelle (IV-act. 39-3 f.). Im Rahmen der
arbeitslosenversicherungsrechtlichen Arbeitsbemühungen bewarb sie sich
hauptsächlich für Vollzeitstellen (IV-act. 38, IV-act. 39-1 f. und IV-act. 40). Hinzu
kommt, dass bereits im Rahmen der im Juli 2013 getroffenen Zielvereinbarung davon
ausgegangen wurde, dass das Arbeitspensum von 50% langsam auf ein volles
Pensum gesteigert werden könne (IV-act. 27-1). Im Übrigen ging Dr. B._ bereits am
14. Mai 2013 davon aus, dass mit der Wiederherstellung und Erhaltung der vollen
Arbeitsfähigkeit gerechnet werden könne (IV-act. 18-3). Eine voraussichtlich bleibende
Beeinträchtigung in der Arbeitsfähigkeit ist damit spätestens ab November 2013 nicht
(mehr) dargetan. Jedenfalls kann unter diesen Umständen spätestens ab November
2013 nicht mehr davon ausgegangen werden, die Beschwerdeführerin sei bei allenfalls
- entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin (IV-act. 98) - bejahter Erfüllung
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des Wartejahres in den Monaten November und Dezember 2013 (zu mindestens 40%)
invalid gewesen (Art. 28 Abs. 1 lit. c IVG).
3.
Ausgehend von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit sowohl für die bisherige Tätigkeit als
auch für leidensangepasste Tätigkeiten hat die Beschwerdegegnerin in der
angefochtenen Verfügung zutreffend einen Invaliditätsgrad von 0% ermittelt, worauf
verwiesen wird. Der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene
Einkommensvergleich an sich ist denn auch zu Recht von der Beschwerdeführerin
nicht beanstandet worden.
4.
4.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Gerichtskosten von Fr. 600.-- erscheinen
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Die vollständig
unterliegende Beschwerdeführerin hat die gesamten Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu
tragen. Zufolge gewährter unentgeltlicher Rechtspflege (act. G 10) ist sie von der
Bezahlung zu befreien.
4.3 Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung. Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung
die Kosten der Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin. Die Parteientschädigung
wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach
der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen
(Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (HonO; sGS 963.75)
pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin
hat keine Kostennote eingereicht. In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit
erscheint mit Blick auf vergleichbare Fälle (vgl. etwa den Entscheid des
Versicherungsgerichts vom 22. März 2019, IV 2018/205, E. 3.3) eine pauschale
bis
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Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- angemessen. Diese ist um einen Fünftel zu kürzen
(Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70). Somit hat der Staat die
Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin pauschal mit Fr. 2'800.-- (inklusive
Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
4.4 Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur
Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).