Decision ID: de1b08f2-906f-560a-b39b-f1671496e0c6
Year: 2013
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ D., geboren im September 1945, Staatsangehörige von Kosovo, heiratete am 17.
August 1965 im Herkunftsland T. Aus der Ehe gingen acht Kinder hervor: A., geboren
im Juli 1966, Z., geboren im Januar 1968, F., geboren im April 1970, V., geboren im
September 1971, H., geboren im September 1975, W., geboren im September 1980,
K., geboren im Januar 1982, L., geboren im November 1984. Sie leben alle in der
Schweiz. Gemäss eigenen Angaben hat D. nur eine Schwester, die ebenfalls in der
Schweiz wohnhaft ist. D. ist seit dem 9. September 2008 verwitwet und lebt in Prizren.
Am 13.Oktober 2011 reiste D. mit einem Touristenvisum in die Schweiz ein und stellte
am 17. Oktober 2011 ein Gesuch um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung zum
Verbleib bei der Tochter Z. und dem Schwiegersohn N. in B. Am 27. Oktober 2011 wies
das Migrationsamt das Gesuch um Erlass einer vorsorglichen Massnahme bezüglich
des vorübergehenden Aufenthalts D.s während der Dauer des Gesuchsverfahrens ab
und wies sie an, die Schweiz bis spätestens 13. Januar 2012 zu verlassen. Am 12.
Januar 2012 reiste D. aus der Schweiz aus. Am 9. März 2012 wies das Migrationsamt
das Gesuch um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung für D. ab. Zur Begründung
wurde im Wesentlichen ausgeführt, sie sei nicht in der Lage, für ihren Lebensbedarf in
der Schweiz aufzukommen.
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B./ Am 26. März 2012 erhoben Z. und D., beide vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur.
Stephanie Bialas, St. Gallen, Rekurs beim Sicherheits- und Justizdepartement. Sei
beantragten, die Verfügung des Migrationsamtes vom 9. März 2012 sei aufzuheben
und D. sei die Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei der Tochter Z. und dem
Schwiegersohn N. zu erteilen. Am 12. November 2012 wies das Sicherheits- und
Justizdepartement den Rekurs ab.
C./ Am 27. November 2012 erhoben Z. und D. durch ihre Rechtsvertreterin gegen den
Entscheid des Sicherheits- und Justizdepartements vom 12. November 2012
Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Sie beantragten, der angefochtene Entscheid
sei aufzuheben (Ziff. 1), es sei D. die Einreise und die Übersiedlung in die Schweiz zu
bewilligen und es sei ihr eine Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei der Tochter Z.
und beim Schwiegersohn N. zu erteilen (Ziff. 2). Eventualiter sei D. die
Aufenthaltsbewilligung unter der Auflage zu erteilen, zum Nachweis des Eingangs der
Leibrentenzahlungen jährlich Kontoauszüge einzureichen (Ziff. 3), unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen auch für das Verfahren vor der Vorinstanz (Ziff. 4).
Das Sicherheits- und Justizdepartement verzichtete am 20. Dezember 2012 auf eine
Vernehmlassung und beantragte, die Beschwerde sei unter Kostenfolge abzuweisen.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. (...).
2. Nach Art. 28 des Bundesgesetzes über Ausländerinnen und Ausländer (SR 142.20,
abgekürzt AuG) können Ausländerinnen und Ausländer, die nicht erwerbstätig sind,
zugelassen werden, wenn sie: ein vom Bundesrat festgelegtes Mindestalter erreicht
haben (lit. a); besondere persönliche Beziehungen zur Schweiz besitzen (lit. b); und
über die notwendigen finanziellen Mittel verfügen (lic. c). Nach Art. 25 Abs. 1 der
Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (SR 142.201, abgekürzt
VZAE) beträgt das Mindestalter für die Zulassung von Rentnerinnen und Rentnern 55
Jahre. Besondere persönliche Beziehungen zur Schweiz liegen nach Abs. 2 dieser
Vorschrift insbesondere vor, wenn enge Beziehungen zu nahen Verwandten in der
Schweiz bestehen (Eltern, Kinder, Enkelkinder oder Geschwister). Im In- oder Ausland
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darf mit Ausnahme der Verwaltung des eigenen Vermögens keine Erwerbstätigkeit
ausgeübt werden (Art. 25 Abs. 3 VZAE).
Art. 28 AuG ist eine "Kann-Bestimmung". Dies bedeutet, dass Ausländerinnen und
Ausländer keinen Rechtsanspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung haben,
selbst wenn sie die in Art. 28 AuG und Art. 25 VZAE statuierten Voraussetzungen
erfüllen bzw. dass den Behörden ein erheblicher Ermessenspielraum zukommt (GVP
2009 Nr. 24 E. 2.1). Sodann bedarf die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung der
Zustimmung des Bundesamtes für Migration (Art. 85 Abs. 1 lit. a VZAE und Weisung
des Bundesamtes für Migration, Verfahren und Zuständigkeiten, Version 01.02.13., Ziff.
1.3.1.2.2, abrufbar unter www.admin.ch).
3. Die Vorinstanz stellt nicht in Frage, dass die Voraussetzungen nach Art. 28 AuG und
Art. 25 VZAE insoweit erfüllt sind, als die Beschwerdeführerin 2 das Mindestalter
erreicht hat, enge Beziehungen zu ihren Kindern und Enkeln in der Schweiz pflegt und
keiner Erwerbstätigkeit nachzugehen gedenkt.
4. Strittig ist, ob die Beschwerdeführerin 2 über die notwendigen finanziellen Mittel
verfügt, um ihren Lebensunterhalt in der Schweiz zu finanzieren.
4.1. Die Beschwerdeführerinnen machen geltend, bei der Prüfung der Frage, ob die
Beschwerdeführerin 2 über die notwendigen finanziellen Mittel verfüge, hätte die
Vorinstanz berücksichtigen müssen, dass ihr neben einer Rente von Fr. 470.-- bis
Fr. 480.-- je Monat Leibrenten in der Höhe von Fr. 1'470.-- zufliessen würden, weshalb
sie über monatliche Einkünfte in der Höhe von Fr. 1'940.-- bzw. Fr. 1'950.-- verfügen
könnte. Sie führen aus, keines der acht Kinder der Beschwerdeführerin 2 sei für sich
allein in der Lage, für den finanziellen Unterhalt der Mutter aufzukommen. Aus diesem
Grund hätten sich sieben der acht Kinder mittels Leibrentenvertrag verpflichtet,
Beiträge von je Fr. 210.-- je Monat an ihre Unterhaltskosten in der Schweiz zu leisten.
Die Beschwerdeführerin 1 und sechs andere Kinder der Beschwerdeführerin 2 hätten
sich für ein Unterstützungsmodell entschieden, welches der Mutter nicht zu Almosen,
sondern zu einem zweiten Renteneinkommen verhelfe.
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4.2. Ältere ausländische Verwandte hier lebender Personen verfügen dann über die
notwendigen finanziellen Mittel im Sinn von Art. 28 lit. c AuG, wenn ihnen diese Mittel
mit grosser Sicherheit bis ans Lebensende im erforderlichen Mass zufliessen. Mit
dieser Zulassungsvoraussetzung soll das Risiko, dass übersiedelnde Senioren und
Seniorinnen in der Schweiz von Sozialhilfe abhängig werden, als vernachlässigbar
gering eingestuft werden können (Caroni/Ott, in: Caroni/Gächter/Thurnherr,
Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer, Bern 2010, N 14 zu Art. 28 AuG
mit Hinweisen, VerwGE B 2008/71 vom 17. Juni 2008 E. 3.3., abrufbar unter
www.gerichte.sg.ch). Nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts können die
notwendigen finanziellen Mittel auch von Dritten zur Verfügung gestellt werden,
vorausgesetzt die Geldquelle bietet dem Senior oder der Seniorin die erforderliche
finanzielle Sicherheit (vgl. dazu aber Caroni/Ott, in: a.a.O., N 16 zu Art. 28 AuG, wonach
die Praxis dazu in den Kantonen uneinheitlich ist; und Praxisharmonisierung der
Vereinigung der Fremdenpolizeichefs Ostschweiz und Fürstentum Lichtenstein, VOF,
vom 17. November 2011 Ziff. 2.3.4., abrufbar unter www.vof.ch/neu.php.28, wonach
der Rentner oder die Rentnerin selbst über genügend Mittel verfügen muss).
Versprechen und schriftliche Garantieerklärungen von Verwandten, für den
Lebensunterhalt des Seniors oder der Seniorin aufkommen zu wollen, können die
Anforderungen an die Sicherheit in der Regel aber nicht im gleichem Mass
gewährleisten wie eigene Mittel (vgl. Bundesamt für Migration, Weisung betreffend
Aufenthalt ohne Erwerbstätigkeit, aus wichtigen öffentlichen Interessen und als
schwerwiegender persönlicher Härtefall, Version 01.02.13, Ziff. 5.3, abrufbar unter
www.admin.ch und VerwGE 2003/210 vom 19. Februar 2004 E. 2 d bb). Das
Verwaltungsgericht hat es deshalb als zulässig erachtet, den Nachweis zu verlangen,
dass unterstützungswillige Verwandte im Sinn von Art. 328 Abs. 1 des Schweizerischen
Zivilgesetzbuches (SR 201, abgekürzt ZGB) in günstigen Verhältnissen leben und
deshalb verpflichtet sind, Verwandte in auf- und absteigender Linie zu unterstützen, die
ohne ihren Beistand in Not geraten würden (VerwGE B 2008/71 vom 17. Juni 2008 E.
3.3. mit Hinweis auf VerwGE B 2008/9 vom 3. April 2008 mit zahlreichen Hinweisen,
abrufbar unter www.gerichte.sg.ch).
4.3. Nicht in Frage gestellt wird, dass die Beschwerdeführerin 2 eine Altersrente der
Deutschen Rentenversicherung von € 390.70 je Monat bezieht und dass diese bei
weitem nicht ausreicht, um ihren Lebensunterhalt in der Schweiz zu bestreiten. Die
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Beschwerdeführerinnen haben deshalb sieben mit "Leibrentenvertrag" bezeichnete
Dokumente ins Recht gelegt (act. 91-104 des Migrtionsamtes), mit denen sich jeweils
ein in der Schweiz lebendes Kind der Beschwerdeführerin 2 "ausgehend von einem
mutmasslichen Mankobetrag von Fr. 17'508.40 im Jahr" verpflichtet, der Mutter
monatlich den Betrag von Fr. 210.-- auf ein noch zu bezeichnendes Bankkonto zu
überweisen, "solange sie in der Schweiz wohnhaft ist" (Ziff. 1) bzw. bis sie stirbt
(Ziff. 3).
Unbestritten ist, dass keine der sieben Personen, die sich verpflichtet haben, die
Beschwerdeführerin 2 regelmässig finanziell zu unterstützen, in "günstigen
Verhältnissen" im Sinn von Art. 328 Abs. 1 ZGB lebt. Die Beschwerdeführerinnen halten
in diesem Zusammenhang fest, keines der Kinder der Beschwerdeführerin 2 sei derart
wohlhabend, dass es in der Lage wäre, alleine für den finanziellen Unterhalt der Mutter
in der Schweiz aufzukommen. Was die finanziellen Verhältnisse der sieben Söhne und
Töchter der Beschwerdeführerin 2 anbetrifft, führen die Beschwerdeführerinnen im
Weiteren lediglich aus, sie seien ohne weiteres in der Lage, ihrer Mutter in der Schweiz
einen guten Lebensstandard zu sichern. Aktenkundig ist aber einzig, dass die
Beschwerdeführerin 1 im Jahr 2010 gemäss Veranlagungsverfügung Einkünfte von
Fr. 23'572.-- erzielt hat (act. 12 des Migrationsamtes) und dass sie als
Reinigungsangestellte mit einem Stundenlohn von Fr. 19.95 tätig ist (act. 13-16 des
Migrationsamtes). Offen ist somit, ob und wenn ja in welchem Umfang und über welche
Zeitspanne hinweg es den sieben Kindern der Beschwerdeführerin 2 aufgrund der
finanziellen Verhältnisse, in denen sie jeweils leben, überhaupt möglich wäre, ihren
Verpflichtungen der Beschwerdeführerin 2 gegenüber nachzukommen und ihre zur Zeit
rund 68 Jahre alte Mutter über eine gegebenenfalls lange Zeitspanne hinweg
regelmässig mit Fr. 210.-- je Monat finanziell zu unterstützen. Hinzu kommt, dass
Abmachungen wie die vorliegenden durch staatliche Behörden, so auch durch
Sozialämter, gerichtlich nicht durchgesetzt und durch formlose Übereinkunft jederzeit
aufgehoben werden können (Th. Bauer, in: Honsell/Vogt/Wieland, Basler Kommentar
zum Obligationenrecht I, (SR 220, abgekürzt OR), 5. Aufl., Basel 2011, N 2 zu Art. 517
OR). Die Beschwerdeführerinnen wenden zwar ein, Leibrentenverträge seien nicht
weniger durchsetzbar als andere vertragliche Verpflichtungen, so beispielsweise solche
aus Arbeitsverträgen, weshalb es nicht gerechtfertigt sei, derartigen Verträgen unter
dem Aspekt der finanziellen Absicherung des Aufenthalts in der Schweiz weniger
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Gewicht beizumessen. Zutreffend ist zwar, dass Pflichten aus Arbeitsverträgen der
Durchsetzbarkeit durch staatliche Behörden ebenfalls entzogen sind. Ein Unterschied
besteht aber darin, dass ausländische Personen, welche das Einkommen dadurch
verlieren, dass ein Arbeitsverhältnis aufgelöst wird, in der Lage sind, sich auf dem
Arbeitsmarkt eine neue Arbeitsstelle bzw. eine neue Existenzgrundlage zu suchen.
Diese Möglichkeit haben Rentner und Rentnerinnen nicht, zumal sie gemäss Art. 28
AuG nicht erwerbstätig sein dürfen. Daher müssen die notwendigen finanziellen Mittel
aus anderen Quellen stammen. Auf den konkreten Fall bezogen bedeutet dies, dass die
Beschwerdeführerin 2 unweigerlich von Sozialhilfe abhängig würde, sobald eines oder
mehrere ihrer sieben Kinder nicht mehr bereit oder nicht mehr in der Lage wären, je
Monat einen Unterstützungsbeitrag an ihre Lebenshaltungskosten in der Schweiz zu
leisten. Daran ändert nichts, dass die Beschwerdeführerin 2 geltend macht, es würde in
ihrem Interesse liegen, ihr geschuldete Geldleistungen einzufordern, weil sie andernfalls
von Sozialhilfe abhängig werden und den Widerruf der Aufenthaltsbewilligung riskieren
würde.
4.4. Zusammenfassend ergibt sich somit, dass die Vorinstanz die Leibrentenverträge
im Zusammenhang mit der Frage, ob die Beschwerdeführerin 2 über die notwendigen
finanziellen Mittel im Sinn von Art. 28 lit. c AuG verfüge, ohne Recht zu verletzen
unberücksichtigt lassen durfte. Die Erklärungen der sieben Kinder der
Beschwerdeführerin 2 sind nicht geeignet, mit grosser Sicherheit zu gewährleisten,
dass der Beschwerdeführerin 2 die für den Lebensunterhalt in der Schweiz
erforderlichen Mittel regelmässig bis an ihr Lebensende zufliessen. Aus diesem Grund
ist es im Sinn einer milderen Massnahme auch nicht möglich, der
Beschwerdeführerin 2 eine Aufenthaltsbewilligung mit der Auflage zu erteilen, sie habe
dem Migrationsamt zum Nachweis, dass die Zahlungen ihrer Kinder eingegangen
seien, jährlich Kontoauszüge einzureichen. Bei dieser Sachlage kann offen bleiben, ob
die Beschwerdeführerin 2 mit dem Betrag, der ihr monatlich bei Eingang aller
Zahlungen zur Verfügung stehen würde (gemäss eigenen Berechnungen handelt es
sich um Fr. 1'940.-- bis Fr. 1'950.--), überhaupt in der Lage wäre, ihren Lebensunterhalt
in der Schweiz zu finanzieren.
5. Die Beschwerdeführerinnen stellen sich weiter auf den Standpunkt, im
Zusammenhang mit der Interessenabwägung hätte die Vorinstanz berücksichtigen
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müssen, dass das private Interesse an der Übersiedlung der Beschwerdeführerin 2 in
die Schweiz gegenüber dem öffentlichen Interesse an ihrer Fernhaltung überwiege
bzw. dass auch ein öffentliches Interesse an ihrer Übersiedlung in die Schweiz bestehe.
5.1. Das Verwaltungsgericht hat entschieden, dass es sachlich gerechtfertigt ist, die
Zuwanderung nicht erwerbstätiger Personen in die Schweiz restriktiv zu handhaben.
Nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts besteht kein öffentliches Interesse,
beim Nachzug älterer ausländischer Verwandter hier lebender Personen einen
grosszügigen Massstab anzusetzen, weil die Schweiz bereits heute eine
Bevölkerungsstruktur aufweist, in der sich das Verhältnis von erwerbstätigen Personen
zu Rentnern stetig zu Lasten der Erwerbstätigen verschiebt. Es ist zulässig, die
persönlichen Verhältnisse zu berücksichtigen und die Erteilung einer
Aufenthaltsbewilligung lediglich dann in Betracht zu ziehen, wenn die Merkmale eines
Härtefalls erfüllt sind (GVP 2009 Nr. 24 E. 2.1; vgl. dazu aber Caroni/Ott, in: a.a.O., N 7
zu Art. 28 AuG).
Nach Art. 96 Abs. 1 AuG berücksichtigen die zuständigen Behörden bei der
Ermessensausübung die öffentlichen Interessen und die persönlichen Verhältnisse
sowie den Grad der Integration der Ausländerinnen und Ausländer (vgl. auch GVP 2009
Nr. 24 E. 2.1).
5.2. Aus Sicht der Beschwerdeführerinnen sprechen die privaten Interessen der
Beschwerdeführerinnen und der anderen Familienangehörigen für eine Übersiedlung
der Beschwerdeführerin 2 in die Schweiz. Sie begründen dies damit, alle Kinder der
Beschwerdeführerin 2 seien mit ihren Familien in der Schweiz wohnhaft, ebenso wie
die einzige Schwester. Im Kosovo habe sie keine Verwandten mehr und sie lebe allein,
weshalb in Anbetracht des hohen Stellenwerts, der dem Familienleben zukomme - die
Generationensolidarität werde in ihrer Familie vorbildlich gelebt - von einem Härtefall
auszugehen sei. Kinder und Enkelkinder würden sich wünschen, dass die
Beschwerdeführerin 2, solange es ihr gesundheitlich noch gut gehe, im Kreise ihrer
Familienangehörigen leben könne.
Wer in ein anderes Land übersiedelt, hat grundsätzlich die Konsequenzen zu tragen,
die sich für die Pflege familiärer Beziehungen ergeben (BGE 129 II 17 E. 34). Die
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mittlerweile rund 68 Jahre alte Beschwerdeführerin 2, die nie in der Schweiz wohnhaft
war, hat unbestrittenermassen keine gesundheitlichen Probleme. Die
Beschwerdeführerinnen machen aber geltend, als alleinstehende Frau benötige sie die
moralische Unterstützung ihrer Familie. Zutreffend ist, dass die Beschwerdeführerin 2
seit September 2008 verwitwet ist. Dadurch unterscheiden sich ihre Lebensumstände
aber nicht von denjenigen zahlreicher anderer älterer Landsleute, deren Kinder mit
ihren Familien nicht mehr in unmittelbarer Nachbarschaft leben. Die Tatsache allein,
dass die Beschwerdeführerin 2 Witwe ist, rechtfertigt ihre Übersiedlung in die Schweiz
jedenfalls noch nicht. Hinzu kommt, dass aufgrund allgemeiner Lebenserfahrung nicht
anzunehmen ist, sie lebe in Prizren sozial isoliert, auch wenn ihre Nachkommen mit
ihren Familien in der Schweiz wohnhaft sind. Ein Härtefall liegt deshalb nicht vor, und
es ist der Beschwerdeführerin 2 und ihren in der Schweiz lebenden Kindern und
Enkelkindern zumutbar, die familiären Beziehungen wie bis anhin im Rahmen von
Besuchsaufenthalten und mittels telefonischem und brieflichem Kontakt zu pflegen.
5.3. Die Beschwerdeführerinnen stellen sich weiter auf den Standpunkt, es treffe nicht
zu, dass kein öffentliches Interesse an der Übersiedlung der Beschwerdeführerin 2 in
die Schweiz bestehe. Sie begründen dies damit, mit Art. 28 AuG sei eine
Rechtsgrundlage geschaffen worden, welche die erwerbslose Wohnsitznahme von
Rentnern und Rentnerinnen erlaube. Sodann sei die Übersiedlung der
Beschwerdeführerin 2 unter demographischen Aspekten neutral und sie würde eine
Bereicherung für die katholische Gemeinde an ihrem Wohnort darstellen.
Zutreffend ist, dass Ausländerinnen und Ausländer, die nicht mehr erwerbstätig sind,
zu einem Aufenthalt in der Schweiz zugelassen werden können, wenn bestimmte
Voraussetzungen erfüllt sind. Dazu gehört, dass sie über die notwendigen finanziellen
Mittel verfügen (Art. 28 lit. c AuG). Wie dargelegt (vgl. Ziff. 4 hiervor) ist diese
Voraussetzung im vorliegenden Fall nicht erfüllt. Weil die Beschwerdeführerin 2 nicht
über die notwendigen finanziellen Mittel verfügt, die ihr mit grosser Sicherheit bis ans
Lebensende zufliessen, liegt es bereits aus diesem Grund im öffentlichen Interesse,
dass sie nicht in die Schweiz übersiedelt. Offen bleiben kann bei dieser Sachlage,
inwieweit auch demographische Gründe nach wie vor eine restriktive Zulassung von
erwerbslosen älteren Personen zu rechtfertigen vermögen. Kein öffentliches Interesse
an der Wohnsitznahme der Beschwerdeführerin 2 in der Schweiz vermag allerdings die
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Tatsache zu begründen, dass sie geltend macht, sie wäre als gläubige Katholikin in der
Lage, die katholische Kirchgemeinde am neuen Wohnort zu bereichern.
5.4. Somit überwiegt das öffentliche Interesse daran, der Beschwerdeführerin 2 den
Aufenthalt ohne Erwerbstätigkeit in der Schweiz zu verweigern, gegenüber dem
privaten Interesse an einer Familienzusammenführung in der Schweiz.
6. (...).
7. (...).
Demnach hat das Verwaltungsgericht