Decision ID: 0975b836-e3ae-4dd7-a269-3f9a5f3b9067
Year: 2011
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Peter M. Saurer, Wengistrasse 7, Postfach,
8026 Zürich,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente (Wiederanmeldung)
Sachverhalt:
A.
A.a A._, meldete sich am 1. Dezember 2005 zum Bezug von IV-Rentenleistungen an
(act. G 5.1). Dr. med. B._, Facharzt für Physikalische Medizin FMH, berichtete am
14. Dezember 2005, dass die Versicherte mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit an
einem chronischen therapieresistenten lumbovertebralen Schmerzsyndrom, muskulärer
Dysbalance, leichten degenerativen Veränderungen und Dekonditionierung leide.
Ferner bestünden ein Status nach Partialruptur der langen Bicepssehne rechts mit
Tenotomie und Acromionplastik und ein Status nach AC-Gelenksresektion rechts bei
AC-Arthrose. Die bisherige Tätigkeit sei der Versicherten mit vermehrten Pausen von
etwa 10 bis 15% zumutbar. Für leidensangepasste Tätigkeiten bestehe ein vermehrter
Pausenbedarf von "circa 2 - 3 Mal einer halben Stunde" (act. G 5.6-6). Dr. med. C._,
Facharzt für Rheumatologie FMH, bescheinigte der Versicherten im Bericht vom
19. Dezember 2005 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten
(act. G 5.7). Dr. med. D._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, stellte
im Bericht vom 26. Februar 2006 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit die Diagnose
einer Anpassungsstörung mit längerdauernder depressiver Reaktion. Die angestammte
sowie eine leidensangepasste Tätigkeit seien der Versicherten während acht Stunden
täglich zumutbar (act. G 5.21). Mit Verfügung vom 11. Mai 2006 verneinte die IV-Stelle
einen Rentenanspruch der Versicherten (act. G 5.25).
A.b Am 21. Februar 2008 meldete sich die Versicherte erneut zum Bezug von IV-
Rentenleistungen an (act. G 5.26). Der behandelnde Dr. med. E._, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, diagnostizierte im Bericht vom 11. Juli 2008 eine
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10: F33.1).
Vom 4. Februar bis 8. März 2008 habe sich die Versicherte in stationärer
psychiatrischer Behandlung befunden (vgl. Austrittsbericht der Klinik St. Pirminsberg
vom 25. März 2008, act. G 5.32; zur Hospitalisation vom 21. bis 25. November 2007 in
der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich vgl. den Austrittsbericht vom
25. November 2007, act. G 5.43). Dr. E._ bescheinigte der Versicherten für die Dauer
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von März bis Ende Juli 2007 eine Arbeitsunfähigkeit von über 60%. Seit August 2007
bestehe eine 60%ige Arbeitsunfähigkeit. Leidensangepasste Tätigkeiten seien in einem
zeitlichen Rahmen von zwei bis vier Stunden zumutbar. Die darin bestehenden
Einschränkungen seien im Rahmen eines Arbeitsversuchs abzuklären (Bericht vom
11. Juli 2008, act. G 5.39). Vom 8. bis 24. September 2008 war die Versicherte erneut
in stationärer psychiatrischer Behandlung in der Klinik St. Pirminsberg (vgl. act.
G 5.49-10).
A.c Am 23. September 2008 beauftragte die IV-Stelle die Klinik Valens mit einer
bidisziplinären (rheumatologisch-psychiatrischen) Begutachtung (act. G 5.45). Im
Gutachten vom 6. Februar 2009 diagnostizierte der rheumatologische Experte keine
Leiden mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Der psychiatrische Gutachter stellte
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit die Diagnose einer rezidivierenden depressiven
Störung gegenwärtig leichte Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F33.01). Aus
rheumatologisch-orthopädischer, ergonomisch-somatischer und psychiatrischer Sicht
sei die Versicherte aktuell im angestammten Beruf als Reinigungsangestellte im
leichten Bereich ganztags arbeitsfähig mit einer vermehrten Pausenbedürftigkeit von
1 bis 1 1⁄2 Stunden pro Arbeitstag. Für leidensangepasste Tätigkeiten bestehe eine
80%ige Restarbeitsfähigkeit (act. G 5.49). Der Regionale Ärztliche Dienst Ostschweiz
nahm am 20. März 2009 bei der Klinik Valens eine Rückfrage im Zusammenhang mit
dem Beginn der Arbeitsunfähigkeit vor (act. G 5.53). Hierzu nahm der rheumatologische
Gutachter am 31. März 2009 Stellung (act. G 5.55).
A.d Dr. E._ berichtete am 22. Juni 2009, dass der Gesundheitszustand der Ver-
sicherten seit September 2008 stationär geblieben sei. Es bestehe eine bleibende
Einschränkung von mindestens 20%. Das Ausmass sei in Ergänzung zur Begutachtung
in Valens durch einen Arbeitsversuch zu bestimmen (act. G 5.63).
A.e Im von der IV-Stelle angeordneten psychiatrischen Verlaufsgutachten der Klinik
Valens vom 25. Juni 2009 kam der Experte zum Schluss, dass von einer seit etlichen
Monaten stabilen gesundheitlichen Situation auszugehen sei, wie sie im Vorgutachten
vom 6. Februar 2009 beschrieben worden sei. Weiterhin bestehe eine 80%ige
Restarbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten (act. G 5.65). In Ergänzung zum
Verlaufsgutachten gab der psychiatrische Experte am 11. August 2009 an, dass eine
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retrospektive Einschätzung der Arbeitsfähigkeit vor der psychiatrischen
Erstbegutachtung vom 7. Januar 2009 sehr schwierig sei und nicht verlässlich beurteilt
werden könne. Zweifelsohne sei die Versicherte früher des Öfteren höhergradig (bis
100%) arbeitsunfähig gewesen (zuletzt während der stationären Behandlung vom 8. bis
24. September 2008, act. G 5.70).
A.f Mit Vorbescheid vom 24. September 2009 stellte die IV-Stelle der Versicherten in
Aussicht, dass ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 20% bestehe und daher
ein Rentenanspruch verneint werde (act. G 5.75). Dagegen erhob die Versicherte am
28. September 2009 Einwand (act. G 5.77).
A.g Am 5. November 2009 verfügte die IV-Stelle im Sinn des Vorbescheids und lehnte
einen Rentenanspruch ab (act. G 5.80).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 5. November 2009 richtet sich die vorliegend zu
beurteilende Beschwerde vom 7. Dezember 2009. Die Beschwerdeführerin beantragt
darin unter Kosten- und Entschädigungsfolge deren Aufhebung und die Zusprache
einer Invalidenrente. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Die Beschwerdeführerin ersucht, die
Behandlungsunterlagen des ehemals behandelnden Dr. med. F._, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, beizuziehen. Sie hält die interdisziplinäre
Beurteilung durch die Klinik Valens für nicht abschliessend überzeugend (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 9. Februar
2010 die Abweisung der Beschwerde. Sie stellt sich im Wesentlichen auf den
Standpunkt, dass gestützt auf die beweiskräftige gutachterliche Einschätzung zu Recht
ein Rentenanspruch verneint worden sei. Der Gesundheitszustand habe sich seit der
letzten ablehnenden Rentenverfügung vom 11. Mai 2006 nicht relevant verändert (act.
G 5).
B.c Mit Präsidialverfügung vom 12. Februar 2010 wird dem Gesuch der
Beschwerdeführerin um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung (Befreiung von
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Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung)
entsprochen (act. G 6).
B.d In der Replik vom 30. Juni 2010 hält die Beschwerdeführerin unverändert an ihren
Anträgen fest (act. G 15).
B.e Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 18).

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 sind die im Zug der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung über
die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) sowie des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In
materiellrechtlicher Hinsicht gilt der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass
der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des
angefochtenen Entscheids respektive im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den
materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 467
E. 1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung ist am
5. November 2009 (act. G 5.80) ergangen, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der
vor dem Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision begonnen hat.
Demnach ist vorliegend auf den Sachverhalt, wie er sich bis zum 31. Dezember 2007
entwickelt hat, auf die bis 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Bestimmungen
abzustellen. Auf die Sachverhaltsentwicklung danach sind die per 1. Januar 2008 in
Kraft getretenen Rechtsänderungen anwendbar. Diese übergangsrechtliche Lage
zeitigt indessen insofern keine materiellrechtlichen Folgen, als die 5. IV-Revision
hinsichtlich des Begriffs und der Bemessung der Invalidität keine substantiellen
Änderungen gegenüber der bis Ende 2007 gültig gewesenen Rechtslage gebracht hat.
Nachfolgend werden die seit 1. Januar 2008 gültigen Bestimmungen des ATSG und
IVG wiedergegeben.
2.
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2.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 ATSG). Erwerbsunfähigkeit
ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Der Grad der für einen allfälligen
Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG durch einen
Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die versicherte Person
nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der notwendigen und
zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen
könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Einkommen,
das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine
Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von
mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-Grad
von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
2.2 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und
demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung
des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Die Rechtsprechung hat es mit dem
Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte
Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung
aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b). Das im Rahmen des Verwaltungsverfahrens
eingeholte Gutachten von externen Spezialärzten, die aufgrund eingehender
Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht
erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen,
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besitzt bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft, solange nicht konkrete Indizien
gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb).
3.
Im Fall einer rückwirkenden Rentenfestsetzung ist es unter Umständen erforderlich,
den Invaliditätsgrad für verschiedene zurückliegende Zeitabschnitte nach Massgabe
der jeweiligen Erwerbsunfähigkeit unterschiedlich hoch zu bemessen (vgl. BGE 106 V
16 und 109 V 125).
3.1 Zunächst ist ein Rentenanspruch für den von den Gutachtern beurteilten Zeitraum
ab Januar 2009 (vgl. act. G 5.70) zu beurteilen.
3.2 Die Gutachter gingen davon aus, dass die Beschwerdeführerin ab Januar 2009
über eine 80%ige Restarbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten verfüge (act.
G 5.49-33 und G 5.70).
3.3 Gegen die gutachterliche Beurteilung bringt die Beschwerdeführerin vor, dass sie
unvollständig sei, da den Experten die Behandlungsunterlagen des ehemals
behandelnden Dr. F._ nicht zur Verfügung gestanden seien (act. G 1, S. 3). Dieser
behandelte die Beschwerdeführerin ambulant in den Jahren 1999 und 2000 (act.
G 5.39-6 und G 5.49-25). Die daraus gewonnenen medizinischen Erkenntnisse lagen
daher bereits zum Zeitpunkt der Erstbegutachtung durch die Klinik Valens (Ende 2008/
anfangs 2009) schon mehrere Jahre zurück und beschlagen nicht den seit der
letztkräftigen Rentenabweisung (11. Mai 2006, act. G 5.25) eingetretenen Sachverhalt.
Es kann daher davon ausgegangen werden, dass deren Sichtung durch die Gutachter -
welche die übrige medizinische Aktenlage vollständig berücksichtigten - zu keinen
relevanten Erkenntnissen verholfen hätte, zumal der Behandlung durch Dr. F._ auch
in den anderen medizinischen Akten keine wesentliche Bedeutung zugemessen wurde
(so findet diese Behandlung lediglich im Bericht von Dr. E._ vom 11. Juli 2008 sowie
im Gutachten eine kurze Erwähnung; act. G 5.39-6 und G 5.49-25). Im Übrigen legt die
Beschwerdeführerin nicht konkret dar, welche Gesichtspunkte aus den
Behandlungsunterlagen von Dr. F._ entscheidwesentlich gewesen sein könnten.
Insgesamt besteht auch keine Veranlassung, die Behandlungsunterlagen in diesem
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Verfahren beizuziehen, zumal die Beschwerdeführerin bei der ersten Anmeldung
angegeben hatte, dass die gesundheitlichen Probleme ab Februar 2004 bestehen
würden (act. G 5.1-6).
3.4 Die Beschwerdeführerin erachtet die gutachterliche Einschätzung auch deshalb
als nicht aussagekräftig, da der Unfall mit Schulterverletzung im Jahr 2002 ungenügend
dokumentiert sei (act. G 1, S. 4). Bei ihrer Kritik übersieht die Beschwerdeführerin, dass
der rheumatologische Gutachter - wenn auch ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
- einen Status nach AC-Gelenkresektion und Acromionplastik rechts 2003
diagnostizierte (act. G 5.49-12), den schon mehrere Jahre zurückliegenden Unfall sowie
dessen Folgen bei seiner Beurteilung miteinbezog (act. G 5.49-24 und G 5.49-55) und
die oberen Extremitäten in Kenntnis der geschilderten Schulterschmerzen untersuchte
(act. G 5.49-49 und G 5.49-53). Dass den Unfallfolgen keine Relevanz bei der
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit (mehr) zukommt, wird vom ehemals behandelnden
Dr. B._ (welcher der Beschwerdeführerin damals seit 24. Juni 2004 eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit bescheinigte; act. G 5.6-3) bestätigt.
3.5 Einen weiteren Mangel erblickt die Beschwerdeführerin darin, dass die Gutachter
eine "rund" 80%ige Restarbeitsfähigkeit bescheinigt hatten. Bei allem Verständnis für
Rundungen im Prozentbereich erscheine diese Angabe doch zu vage (act. G 1, S. 4).
Das Attribut "rund" findet sich bei den gutachterlichen Einschätzungen zur
Restarbeitsfähigkeit in leidensangepassten Tätigkeiten zwar an vereinzelten Stellen
(vgl. etwa act. G 5.49-28). Mehrheitlich verzichteten die Gutachter auf die Verwendung
eines Zusatzes bei der Definition der Restarbeitsfähigkeit bzw. der Arbeitsunfähigkeit
(vgl. etwa act. G 5.49-33, G 5.49-58 und G 5.55-2). Es kann daher keine Rede von einer
"vagen" Beurteilung sein. Entscheidend ist aber, dass es bei der prozentualen
Schätzung der Restarbeitsfähigkeit von der Natur der Sache her keine prozentgenaue
Richtigkeit gibt. Deshalb kann es einer medizinischen Einschätzung - welche die
rechtsprechungsgemässen Anforderungen erfüllt - nicht zum Nachteil gereichen, wenn
sie die zwangsläufig fehlende Genauigkeit mit entsprechenden Zusätzen wie "rund",
"ca.", "ungefähr" und dergleichen kenntlich macht.
3.6 Bei der Würdigung der gutachterlichen Beurteilung fällt weiter ins Gewicht, dass
sie auf eigenständigen Abklärungen beruht und für die streitigen Belange umfassend
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ist. Die medizinischen Vorakten wurden verwertet und die von der Beschwerdeführerin
geklagten Beschwerden berücksichtigt und gewürdigt. Die Attestierung einer 80%igen
Arbeitsfähigkeit für leidensadaptierte Tätigkeiten leuchtet in der Darlegung der
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation für
die Zeit ab Januar 2009 ein.
3.7 Gestützt auf die beweiskräftige gutachterliche Einschätzung hat die
Beschwerdegegnerin das Bestehen einer rentenbegründenden Invalidität für den
Zeitraum ab Januar 2009 zu Recht verneint. Dabei kann offen gelassen werden, ob für
diesen Zeitraum die in der erstmaligen rentenablehnenden Verfügung vom 11. Mai
2006 vorgenommene Statusqualifikation (63% Erwerb, 37% Haushalt, act. G 5.26)
zutreffend ist. Denn sowohl bei einem reinen Einkommensvergleich wie auch in
Anwendung der gemischten Methode resultiert kein rentenbegründender
Invaliditätsgrad. Vor dem Hintergrund der höchstrichterlichen Rechtsprechung (Urteil
des Bundesgerichts vom 28. Juli 2008, 9C_13/2008, E. 5.1, unter Hinweis auf das Urteil
des Bundesgerichts vom 19. Mai 2008, 9C_596/2007, E. 4.3), wonach bei Anwendung
der gemischten Methode zur Invaliditätsbemessung auf eine Haushaltabklärung
grundsätzlich nicht verzichtet, indessen davon abgesehen werden darf, wenn der zur
Erreichung einer rentenbegründenden Gesamtinvalidität erforderliche Invaliditätsgrad
im Haushaltbereich derart hoch ausfallen müsste, dass eine entsprechende
Einschränkung nach den Grundsätzen der antizipierten Beweiswürdigung
ausgeschlossen werden kann, ist vorliegend nicht zu beanstanden, dass die
Beschwerdegegnerin keine Abklärung im Haushalt vorgenommen hat, zumal die
Gutachter der Beschwerdeführerin für den Haushalt eine 100%ige Leistungsfähigkeit
bescheinigten (act. G 5.49-28).
4.
Zu prüfen verbleibt noch ein Rentenanspruch für den zwischen der erstmaligen
Rentenablehnung vom 11. Mai 2006 und der mit Wirkung ab Januar 2009 gutachterlich
bescheinigten 80%igen Restarbeitsfähigkeit (act. G 5.70) liegenden Zeitraum.
4.1 Die Gutachter vermochten keine zuverlässige retrospektive Einschätzung der
Restarbeitsfähigkeit vorzunehmen und sie verzichteten auf eine retrospektive
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Beurteilung. Der psychiatrische Gutachter hielt zwar fest, dass die Beschwerdeführerin
"zweifelsohne" früher des Öfteren höhergradig (bis zu 100%ig) arbeitsunfähig gewesen
sei (act. G 5.70). Allerdings setzte er diese Aussage in Kontext mit eher kurzen
stationären psychiatrischen Aufenthalten und bezog sie auch nicht auf längerdauernde
Zeitabschnitte. Ferner kann mit Blick auf die von Dr. E._ für die ausserhalb
stationärer Behandlungen bescheinigte höhere Arbeitsunfähigkeit für
leidensangepasste Tätigkeiten (wobei er deren Ausmass nicht hinreichend genau
umschreibt: Restarbeitsfähigkeit von "2 bis 4 Stunden", act. G 5.39-7; "lediglich von
einer Restarbeitsfähigkeit auszugehen", act. G 5.63-2) mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass dieser den von den Gutachtern
festgestellten Sachverhalt lediglich mit Blick auf Diagnose und Leistungsfähigkeit
anders - nämlich vorwiegend aus therapeutischer und nicht
versicherungsmedizinischer Sicht (vgl. hierzu act. G 5.65-7) - beurteilte, zumal der von
ihm erhobene Befund im Wesentlichen den vom psychiatrischen Gutachter erhobenen
entspricht. So bestätigte er nach der Erstbegutachtung im Verlaufsbericht vom 22. Juni
2009 die bisherigen Diagnosen (vgl. hierzu den Bericht vom 11. Juli 2008; act. G 5.39)
und sprach für die Zeit ab September 2008 von einem stationären Gesundheitszustand
(act. G 5.63).
4.2 Insgesamt erscheint es dem Gericht als überwiegend wahrscheinlich, dass die
Beschwerdeführerin in der Zeit vor Januar 2009 verschiedentlich an einer
vorübergehenden Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustands und -
damit einhergehend - an höheren Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit litt, diese
Zustände indessen jeweils weniger als drei Monate andauerten und abgesehen von
diesen Episoden die Beschwerdeführerin über eine 80%ige Restarbeitsfähigkeit
verfügte. Ferner erscheint es fraglich, ob die Beschwerdeführerin die Voraussetzung
des Wartejahres im Sinn von aArt. 29 Abs. 1 lit. b IVG (für die seit 1. Januar 2008
gültige, gleichlautende Regelung vgl. Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG) bis zum Zeitpunkt der
angefochtenen Verfügung vom 5. November 2009 erfüllte. Selbst wenn gestützt auf die
diesbezüglich nicht überzeugenden Angaben (vgl. vorstehende E. 4.1) von Dr. E._
abgestellt und von einem frühestmöglichen Beginn des Wartejahres im März 2007
ausgegangen würde (vgl. act. G 5.39-5), müsste für einen Rentenanspruch im März
2008 ein Invaliditätsgrad von mindestens 40% bestanden haben. Zu dieser Zeit hatte
es aber wegen des Klinikaufenthaltes gerade eine "günstige Entwicklung" gegeben
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(act. G 5.39-6 unten), so dass ein rentenbegründender Invaliditätsgrad auch unter
diesem Aspekt nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bejaht werden kann. Von
weiteren medizinischen Abklärungen ist abzusehen, da hiervon keine neuen
Erkenntnisse zu erwarten sind; dies verstösst weder gegen den
Untersuchungsgrundsatz noch gegen den Anspruch auf rechtliches Gehör (antizipierte
Beweiswürdigung; BGE 134 I 148 E. 5.3; Urteil des Bundesgerichts vom 15. November
2010, 8C_663/2010, E. 5.1). Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass nach der
Rechtsprechung auch in dem vom Untersuchungsgrundsatz beherrschten
Sozialversicherungsprozess (Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 lit. c ATSG) der unbewiesen
gebliebene Sachverhalt zu Ungunsten der versicherten Person ausfallen kann, diese
folglich den Nachteil der Beweislosigkeit zu tragen hat (BGE 117 V 263 f. E. 3b mit
Hinweis; Urteil des Bundesgerichts vom 14. April 2008, 8C_615/2007, E. 2.2.2). Nach
dem Gesagten ist ein rentenbegründender Invaliditätsgrad auch für die Zeit vor der
gutachterlichen Beurteilung zu verneinen.
5.
5.1 Die Beschwerde ist abzuweisen.
5.2 Der Beschwerdeführerin wurde die unentgeltliche Rechtspflege am 12. Februar
2010 (act. G 6) bewilligt. Wenn ihre wirtschaftlichen Verhältnisse es gestatten, kann sie
jedoch zur Nachzahlung verpflichtet werden (Art. 288 Abs. 1 der kantonalen
Zivilprozessordnung [ZPO/SG; sGS 961.2] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1] i.V.m. Art. 404 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung [ZPO/CH; SR 272]).
5.3 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Der
unterliegenden Beschwerdeführerin sind die Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 600.--
aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist sie von der Bezahlung zu
befreien.
bis
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5.4 Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der
Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen
(Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1'000.-- bis
Fr. 12'000.--. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers verzichtete auf das
Einreichen einer Kostennote. In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit
erscheint eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'000.-- angemessen. Diese ist
um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 AnwG). Die Beschwerdeführerin bezahlte
dem Rechtsvertreter einen Kostenvorschuss von Fr. 1'000.-- (act. G 4). Zwar legt die
Leistung eines Kostenvorschusses an den Rechtsvertreter nahe, dass in diesem
Umfang die Anwaltskosten das Lebenshaltungsbudget der rechtsuchenden Person
nicht sprengen und die unentgeltliche Rechtsverbeiständung daher erst im den
Vorschuss übersteigenden Umfang greift (vgl. GVP 1993 Nr. 69, S. 136). Im Fall der
Beschwerdeführerin ist allerdings zu berücksichtigen, dass sie gemäss glaubhaften
Angaben ihres Rechtsvertreters den Kostenvorschusses nicht aus eigenen Mitteln zu
bestreiten vermochte, sondern hierfür ein Darlehen aufnehmen musste. Der
Kostenvorschuss von Fr. 1'000.-- ist daher nicht Ausdruck der eigenen finanziellen
Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin. Vor diesem Hintergrund ist der bereits
geleistete Kostenvorschuss von Fr. 1'000.-- vom Rechtsvertreter an die
Beschwerdeführerin zurückzuerstatten und nicht in die Bemessung des vom Staat zu
bezahlenden Honorars aus unentgeltlicher Rechtsverbeiständung mit einzurechnen.
Somit entschädigt der Staat den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin pauschal
(inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) mit Fr. 2'400.-- ([Fr. 3'000.-- x 0.8]).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP