Decision ID: eb3fe2dc-5aea-415d-b06e-287dd071366a
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X (geb. 1975) ist ledig und lebt zusammen mit seiner geschiedenen Lebenspartnerin
und deren zwei Zwillingstöchtern (geb. 2005) in Schmerikon. Er ist unselbständig
erwerbend und arbeitet bei der Y AG in Rapperswil.
Mit Verfügungen vom 21. April 2010 wurde er mit einem steuerbaren Einkommen von
Fr. 46'300.-- für die direkte Bundessteuer 2009 und Fr. 45'200.-- für die Staats- und
Gemeindesteuer 2009 sowie keinem Vermögen veranlagt. Daraus ergaben sich für das
Jahr 2009 Staats- und Gemeindesteuern und direkte Bundessteuern in der Höhe von
Fr. 6'492.25 bzw. Fr. 398.20.
B.- Am 17. Mai 2010 stellte X beim Kantonalen Steueramt ein Gesuch um Erlass der
Staats- und Gemeindesteuern 2009 sowie der direkten Bundessteuern 2009. Mit
Entscheiden vom 28. Mai 2010 lehnte das Kantonale Steueramt beide Gesuche ab.
C.- Mit Eingabe vom 22. Juni 2010 erhob X gegen die Erlassentscheide Rekurs bzw.
Beschwerde und beantragte, die Steuern für das Jahr 2009 seien zu erlassen. Am 2.
Juli 2010 ergänzte er den Rekurs und die Beschwerde und reichte das Formular zur
Darstellung der wirtschaftlichen Verhältnisse ein. Die Vorinstanz reichte die Vorakten
am 30. August 2010 ein.
Mit verfahrensleitender Verfügung vom 13. September 2010 wurde der Rekurrent und
Beschwerdeführer aufgefordert, einen Kostenvorschuss von Fr. 500.-- zu leisten. Er
bezahlte den Betrag am 27. September 2010.
Mit Vernehmlassung vom 21. Februar 2011 beantragte die Vorinstanz die Abweisung
des Rekurses bzw. der Beschwerde. Die Beschwerdebeteiligte verzichtete
stillschweigend auf eine Vernehmlassung.
Auf die von den Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge gemachten
Ausführungen und die Akten wird, soweit notwendig, in den nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.
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Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurs- und Beschwerdeerhebung ist gegeben. Der Rekurs bzw. die Beschwerde vom
22. Juni 2010 ist rechtzeitig eingereicht worden. Er bzw. sie erfüllt in formeller und
inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 194 Abs. 1 und Art. 224
Abs. 4 des Steuergesetzes, sGS 811.1, abgekürzt: StG; Art. 48 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP, bzw. Art. 6 der Verordnung des
Eidgenössischen Finanzdepartements über die Behandlung von Erlassgesuchen für die
direkte Bundessteuer, SR 642.121, abgekürzt: Steuererlassverordnung, in Verbindung
mit Art. 2 lit. f und Art. 7 Abs. 1 der Verordnung zum Bundesgesetz über die direkte
Bundessteuer, sGS 815.1, abgekürzt: Verordnung zum DBG; zur 30-tägigen Frist vgl.
VRKE I/2-2009/22 + 53 vom 30. März 2010, E. 1). Auf den Rekurs und die Beschwerde
ist einzutreten.
2.- a) Gemäss kantonalem Steuergesetz kann Steuerpflichtigen, die in Not geraten sind
oder für welche die Bezahlung der Steuern, der Zinsen, der Bussen oder der Kosten
eine grosse Härte bedeutet, der geschuldete Betrag gestundet oder ganz oder
teilweise erlassen werden (Art. 224 Abs. 1 StG). Auch das Bundesgesetz über die
direkte Bundessteuer (SR 642.11, abgekürzt: DBG) kennt den Steuererlass. Dem
Steuerpflichtigen, für den infolge einer Notlage die Bezahlung der Steuer, eines Zinses
oder einer Busse wegen Übertretung eine grosse Härte bedeuten würde, können die
geschuldeten Beträge ganz oder teilweise erlassen werden (Art. 167 Abs. 1 DBG). Dem
Wesen nach handelt es sich beim Steuererlass um den nachträglichen Verzicht des
Gemeinwesens auf einen ihm zustehenden steuerrechtlichen Anspruch. Anlass dazu
geben vor allem Rücksichten auf die Person des Schuldners. Dieser soll aus
humanitären, sozialpolitischen oder volkswirtschaftlichen Gründen nicht in seiner
wirtschaftlichen Existenz gefährdet werden. Die Grundsätze einer gesetzmässigen
Verwaltung und der Rechtsgleichheit legen es allerdings nahe, dass der Gesetzgeber
klare Vorgaben schafft. Die Tendenz, den Steuererlass nicht mehr bloss dem freien
Ermessen der zuständigen Behörde anheim zu stellen, sondern von näher
umschriebenen Voraussetzungen abhängig zu machen und dann auch einen
eigentlichen, durchsetzbaren Rechtsanspruch zu begründen, setzt sich immer mehr
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durch. Aus Gründen der rechtsgleichen Behandlung der Steuerpflichtigen muss der
Steuererlass jedoch eine seltene Ausnahme bleiben, welche nur unter bestimmten
Voraussetzungen gewährt wird (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 11. Juni
2009, A-3663/2007, E. 2.2, publiziert in StR 2009 S. 672 ff.).
Während im Kanton St. Gallen keine näheren Vollzugsvorschriften auf Gesetzes- oder
Verordnungsstufe existieren, wird die Behandlung der Erlassgesuche auf Bundesebene
in der Steuererlassverordnung geregelt. Im Kanton St. Gallen sind weitere
Erläuterungen dem St. Galler Steuerbuch zu entnehmen (StB 224 Nr. 1).
Ziel und Zweck des Erlassverfahrens ist gemäss Art. 1 Steuererlassverordnung eine
langfristige und dauernde Sanierung der wirtschaftlichen Lage der steuerpflichtigen
Person. Der Erlass hat der steuerpflichtigen Person und nicht ihren Gläubigern zugute
zu kommen. Der Steuererlass ist ausschliesslich im Zusammenhang mit der
Steuervollstreckung zu verstehen. Es kann nicht darum gehen, die Begründetheit einer
Steuerforderung zu prüfen und allenfalls die Veranlagung zu korrigieren. Das
Erlassverfahren ersetzt weder das Rechtsmittel-, noch das Revisionsverfahren (Art. 1
Abs. 2 Steuererlassverordnung). Falls die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind,
besteht ein Anspruch auf Erlass der Steuerforderung (Art. 2 Abs. 1
Steuererlassverordnung). Dabei ist unerheblich, aus welchem Grund die
steuerpflichtige Person in die geltend gemachte Notlage geraten ist (Art. 2 Abs. 2
Steuererlassverordnung, vorbehältlich Art. 10 Abs. 2 Steuererlassverordnung). Die
Erlassbehörde berücksichtigt bei ihrem Entscheid die gesamten wirtschaftlichen
Verhältnisse der steuerpflichtigen Person. Massgebend ist dabei in erster Linie die
Situation im Zeitpunkt des Entscheides, daneben auch die Entwicklung seit der
Veranlagung, auf die sich das Erlassbegehren bezieht, sowie die Aussichten für die
Zukunft (Art. 3 Abs. 1 Steuererlassverordnung). Übliche Schwankungen in den
Einkommensverhältnissen der steuerpflichtigen Person werden in der Veranlagung
periodisch erfasst und bilden keinen Erlassgrund. Hat sich die steuerpflichtige Person
freiwillig ihrer Einkommensquellen oder Vermögenswerte entäussert, so wird ein
solcher Einkommens- oder Vermögensrückgang bei der Beurteilung des Erlassgesuchs
nicht berücksichtigt (Art. 12 Steuererlassverordnung). Die Behörde überprüft, ob für die
steuerpflichtige Person Einschränkungen in der Lebenshaltung geboten und zumutbar
sind oder gewesen wären. Solche gelten grundsätzlich als zumutbar, wenn die
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Auslagen die nach den Ansätzen für die Berechnung des betreibungsrechtlichen
Existenzminimums (Art. 93 des Bundesgesetzes über Schuldbetreibung und Konkurs,
SR 281.1, abgekürzt: SchKG) sich ergebenden Lebenshaltungskosten übersteigen.
Wäre eine fristgerechte Zahlung im Zeitpunkt der Fälligkeit möglich gewesen, so ist
dies im Erlassentscheid zu berücksichtigen (Art. 3 Abs. 2 und 3
Steuererlassverordnung).
Eine Notlage liegt vor, wenn der ganze geschuldete Betrag in einem Missverhältnis zur
finanziellen Leistungsfähigkeit der steuerpflichtigen Person steht. Bei natürlichen
Personen ist ein Missverhältnis insbesondere dann gegeben, wenn die Steuerschuld
trotz Einschränkung der Lebenshaltungskosten auf das Existenzminimum in
absehbarer Zeit nicht vollumfänglich beglichen werden kann. In jedem Fall liegt eine
Notlage vor bei Einkommens- und Vermögenslosigkeit oder wenn die öffentliche Hand
für die Lebenshaltungskosten der steuerpflichtigen Person und deren Familie
aufkommen muss (Art. 9 Steuererlassverordnung).
Der Begriff der grossen Härte wird in der Verordnung nicht näher definiert. Er lässt sich
indessen von der Notlage nicht scharf abgrenzen. Art. 9 Steuererlassverordnung
erwähnt unter dem Titel der Notlage auch Punkte, welche gleichzeitig als Element der
grossen Härte bezeichnet werden könnten, etwa das Missverhältnis zwischen dem
geschuldeten Betrag und der finanziellen Leistungsfähigkeit der steuerpflichtigen
Person (Zweifel/Athanas, Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bd. I/2b, 2.
Aufl. 2008, N 18 zu Art. 167 DBG). Im Unterschied zum DBG nennt Art. 224 Abs. 1 StG
die grosse Härte als selbständige Erlassvoraussetzung. Während das Kriterium der
Notlage einzig die wirtschaftliche Lage der steuerpflichtigen Person berücksichtigt,
können unter dem Aspekt der grossen Härte auch andere Umstände massgebend sein,
namentlich die Unbilligkeit (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG,
2. Aufl. 2009, N 30 zu Art. 167 DBG).
b) Der Rekurrent und Beschwerdeführer macht im Wesentlich geltend, mit dem Einzug
in die Wohnung seiner Freundin und ihrer beiden Töchter habe er sich verpflichtet, für
einen wesentlichen Teil des finanziellen Unterhalts aufzukommen. Seine
Lebenspartnerin habe damals Leistungen vom Sozialamt bezogen. Dieses habe nach
seinem Einzug das Budget von Fr. 3'000.-- auf Fr. 1'700.-- mit der Begründung
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gekürzt, er habe nun für die drei Personen aufzukommen. Seit Februar 2009 sei seine
Freundin nun aber mit einem 60-Prozent-Pensum bei Z angestellt. Gleichzeitig habe er
die Stelle gewechselt. Er arbeite nun nicht mehr im Schichtbetrieb und verdiene
deshalb monatlich rund Fr. 500.-- weniger als früher. Es sei ihm unerklärlich, wie die
Vorinstanz angesichts der hohen Kosten für die Kinder ein monatliches Plus von Fr.
2'000.-- errechnen könne. Er lebe mit seiner Partnerin und den Kindern nicht in Luxus
und bezahle monatlich Fr. 500.-- an die Gemeinde Rapperswil-Jona, um die Schulden
abzubauen. Es sei ihm deshalb nicht möglich, die Steuern des Jahres 2009 zu
bezahlen.
Entgegen ihren Ausführungen in den Entscheiden vom 28. Mai 2010 ging die
Vorinstanz in der Vernehmlassung von einem Grundbedarf von Fr. 890.-- aus. Dabei
stützte sie sich auf das Fehlen von Vereinbarungen, welche den Rekurrenten zur
Unterstützung der Konkubinatspartnerin und ihrer Kinder aus geschiedener Ehe
verpflichtete. Mangels gemeinsamer Kinder legte sie ihren Berechnungen einen
Grundbedarf zugrunde, welcher der Hälfte des Ehegatten-Grundbetrages entsprach.
Zudem brachte sie die Aufwendungen für die Kinder nicht in Abzug. Ihre Berechnungen
ergaben einen verfügbaren Betrag von Fr. 2'349.--.
c) Entscheidend für das Vorliegen einer Notlage ist, ob der Rekurrent und
Beschwerdeführer in der Lage ist - trotz Einschränkung der Lebenshaltungskosten auf
das Existenzminimum - die noch offene Steuerschuld 2009 von Fr. 6'890.45 mit seinen
Einkünften in absehbarer Zeit vollumfänglich zu tilgen. Abzustellen ist dabei
praxisgemäss auf das betreibungsrechtliche Existenzminimum nach Art. 93 SchKG
(Art. 3 Abs. 2 Steuererlassverordnung; StR 2009 S. 677). Das Existenzminimum
errechnet sich nach den Richtlinien für die Berechnung des betreibungsrechtlichen
Existenzminimums (Notbedarf) nach Art. 93 SchKG der Konferenz der Betreibungs-
und Konkursbeamten Schweiz (KS BKB CH) beziehungsweise dem Kreisschreiben
über die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums (Notbedarf) der
Aufsichtsbehörde für Schuldbetreibung und Konkurs des Kantons St. Gallen (KS AB
SG). Demnach setzt sich das Existenzminimum zur Hauptsache aus einem monatlichen
Grundbetrag, aus den konkreten Wohn- und Heizungskosten, den Kosten für
Krankenkasse, Berufsauslagen, Ausbildungskosten sowie für Unterhaltsleistungen
zusammen.
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Der Grundbetrag enthält Aufwendungen für Nahrung, Kleidung, Wäsche, Körper- und
Gesundheitspflege, Unterhalt der Wohnungseinrichtung, Auslagen für Beleuchtung,
Kochenergie, Radio-, TV- und Telefongebühren sowie für kulturelle Bedürfnisse und
Freizeitgestaltung (Ziff. 3 KS AB SG). Für in Wohngemeinschaft lebende
(unverheiratete) Personen ohne Kinder beträgt er im Kanton St. Gallen Fr. 1'050.--. Für
unverheiratete Paare mit Kindern, die in einer Wohngemeinschaft leben (faktische
Familiengemeinschaft/Konkubinat) wird, gleich wie bei Ehepaaren und eingetragenen
Partnerschaften, ein Grundbetrag von Fr. 1'780.-- eingetragen. Unter den Wohnkosten
ist der effektive Mietzins für eine Wohnung oder ein Zimmer zu verstehen. Ein den
wirtschaftlichen Verhältnissen und persönlichen Bedürfnissen nicht angemessener
Mietzins ist nach Ablauf des nächsten Kündigungstermins auf ein ortsübliches
Normalmass herabzusetzen (Ziff. 4.1 KS AB SG). Dabei ist jedoch auch zu beachten,
dass bei einem Wohnungsumzug weitere Kosten entstehen. Bei einer geringen
Differenz zwischen dem effektiven Mietzins und dem ortsüblichen Normalzins kann
sich eine Herabsetzung daher unter Umständen als nicht verhältnismässig erweisen.
Bei der Krankenversicherung werden nur die Prämien für die Grundversicherung
angerechnet (Ziff. 4.3 KS AB SG). Die unter die Jahresfranchise fallenden und vom
Schuldner tatsächlich zu bezahlenden Gesundheitskosten sind in voller Höhe zu
berücksichtigen (Ziff. 4.3 KS AB SG). Gemäss Ziff. 10.1 KS AB SG werden die
laufenden Steuern bei der Berechnung des Existenzminimums berücksichtigt, wenn
diese bisher bezahlt wurden und auf einer Veranlagung beruhen (vgl. auch GVP 2002
Nr. 108).
Zu prüfen ist, ob der Notbedarfsrechnung der Grundbedarf für faktische
Familiengemeinschaften, derjenige für in Wohngemeinschaft lebende unverheiratete
Schuldner ohne Kinder oder der hälftige Ehegattengrundbetrag zu Grund zu legen ist.
Das Konkubinat wird betreibungsrechtlich nur dann der Ehe bzw. der eingetragenen
Partnerschaft gleichgesetzt, wenn daraus Kinder hervorgegangen sind, die im Haushalt
der Konkubinatspartner leben. Sind aus der Verbindung keine Kinder hervorgegangen,
so kann betreibungsrechtlich nicht von einem der Ehe bzw. der eingetragenen
Partnerschaft vergleichbaren Tatbestand ausgegangen werden. Insbesondere die
fehlende gegenseitige Unterhaltspflicht rechtfertigt es nicht, der Berechnung des einen
Partners den Unterhaltsbedarf für zwei Personen zugrunde zu legen (Ziff. 4.1 KS AB
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SG). Dies entspricht der bundesgerichtlichen Rechtsprechung. Danach ist nur das
Konkubinatsverhältnis, aus dem Kinder hervorgegangen sind, unter dem Gesichtspunkt
der Notbedarfsermittlung im Wesentlichen gleich zu behandeln wie ein eheliches
Familienverhältnis (vgl. BGE 130 III 765 E. 2.2 und BGE 106 III 11 E. 3c; Hausheer/
Geiser/Aebi-Müller, Das Familienrecht des Schweizerischen Zivilgesetzbuches,
4. Auflage 2010, Rz. 03.55 ff.).
Folglich muss im Fall des Rekurrenten und Beschwerdeführers von einem Grundbedarf
von Fr. 1'050.-- für in Wohngemeinschaft lebende (unverheiratete) Schuldner
ausgegangen werden. Die Kosten für die Wohnung sind entsprechend zu kürzen (Ziff.
3.1.3 u. 4.1 KS AB SG).
d) Die Vorinstanz berechnete den Notbedarf wie folgt (act. 17):
Einkommen X Fr. 4'580.00
anrechenbarer Grundbedarf Fr. 890.00
anrechenbare Mietzinsen, inkl. Nebenkosten Fr. 595.00
anrechenbare Krankenkassenkosten Fr. 231.00
Erweiterter Notbedarf
auswärtige Verpflegung Fr. 265.00
Pauschale für besondere Aufwendungen Fr. 250.00
Zwischentotal Fr. 2'231.00 Fr. 4'580.00
Monatliche freie Quote Fr. 2'349.00
Total Fr. 4'580.00 Fr. 4'580.00
Aus diesem Ergebnis folgert die Vorinstanz, es stehe ein realisierbarer monatlicher
Teilzahlungsbetrag von Fr. 2'349.-- zur Verfügung. Die ausstehenden Steuern könnten
folglich in drei Monaten bezahlt werden.
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Der Rekurrent und Beschwerdeführer ist von einem Konkubinat bzw. einer faktischen
Familiengemeinschaft ausgegangen und rechnete mit einem Gesamteinkommen von
Fr. 7'370.-- und monatlichen Ausgaben von Fr. 8'085.--. Aus den Akten ergibt sich
folgendes Bild:
Einkommen X Fr. 4'580.00
Einkommen W Fr. 2'790.00
anrechenbarer Grundbedarf Fr. 2'100.00
zusätzlicher Grundbedarf Fr. 1'500.00
anrechenbare Mietzinsen, inkl. Nebenkosten Fr. 1'190.00
anrechenbare Krankenkassenprämien Fr. 637.00
Gesundheitskosten (innerhalb Jahresfranchise) Fr. 50.00
Erweiterter Notbedarf
Arbeitsweg Fr. 215.00
auswärtige Verpflegung Fr. 350.00
Telefon/Internet Fr. 320.00
Kindertagesstätte Fr. 823.00
Steuerraten Fr. 500.00
Kosten des eigenen Autos Fr. 400.00
Zwischentotal Fr. 8'085.20 Fr. 7'370.00
Monatlicher Fehlbetrag Fr. 715.20
Total Fr. 8'085.20 Fr. 8'085.20
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e) Nachdem bereits festgestellt wurde, dass in der Notbedarfsberechnung für den
Rekurrenten und Beschwerdeführer nicht von einer faktischen Familiengemeinschaft
ausgegangen werden darf, ist der Berechnung der Grundbedarf für in
Wohngemeinschaft lebende (unverheiratete) Schuldner ohne Kinder zugrunde zu legen.
Die gemeinsame Haushaltsführung ermöglicht jedoch beiden Parteien Einsparungen.
Die Wohnkosten abzüglich der im Grundbedarf enthaltenen Stromkosten von Fr. 56.--
sind auf die Partner in der Regel aufzuteilen. Eine einseitige Berücksichtigung der
gesamten Kosten bei einem Partner ist zumindest solange nicht gerechtfertigt, als es
beiden Partner objektiv zumutbar wäre, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen (Ziff. 4.1
KS AB SG). Nachdem die Partnerin des Rekurrenten und Beschwerdeführers zu 60%
erwerbstätig ist, erscheint es angebracht, die Wohnkosten von Fr. 1'134.-- im
Verhältnis ihrer Einkommen (Fr. 4'578.-- bzw. Fr. 2'715.--) aufzuteilen. Der Rekurrent
und Beschwerdeführer beteiligt sich folglich zu 63% bzw. Fr. 714.-- an den Kosten.
Da das Konkubinat im Fall des Rekurrenten und Beschwerdeführers nicht einer Ehe
gleichzusetzen ist, sind sein Einkommen und seine Auslagen von denjenigen seiner
Partnerin getrennt zu betrachten. Daher können Auslagen seiner Lebenspartnerin sowie
solche für die Kinder nicht in der Berechnung seines Notbedarfs berücksichtigt werden.
Dies gilt für die geleistete Prämie an die Krankasse, welche für ihn Fr. 231.-- betragen
(act. 6/14, Ziff. 4.3 KS AB SG). Ebenso werden als Fahrtkosten für die Erreichung des
Arbeitsplatzes einzig seine monatlichen SBB-Billettkosten von Fr. 65.-- hinzugerechnet
(act. 2/3 sowie 5). Bei Benützung von öffentlichen Verkehrsmitteln sind die effektiven
Auslagen einzusetzen, weshalb diese entgegen den Berechnungen der Vorinstanz im
ausgewiesenen Umfang in die Berechnung mit einzubeziehen sind (Ziffer 4.4.4 KS AB
SG). Auch die Kosten der auswärtigen Verpflegung werden nur im Umfang, in welchem
sie dem Rekurrenten und Beschwerdeführer erwachsen – vorliegend Fr. 200.-- pro
Monat berücksichtigt (act. 9/Ie, Ziff. 4.4.2 KS AB SG).
Der Rekurrent und Beschwerdeführer führt in seiner Bedarfsrechnung Fr. 320.-- für
Telefon und Internet auf (act. 2/3). Dabei verkennt er, dass die Kosten für TV- und
Telefongebühren bereits im Grundbedarf enthalten sind (Ziff. 3.1 KS AB SG). Der
Internetanschluss wird nicht ausdrücklich erwähnt. Da diesem Kommunikationsmedium
heute eine ähnliche Bedeutung zukommt wie Telefon und TV, ist es angebracht, diese
Kosten mit maximal Fr. 40.-- pro Monat zu berücksichtigen.
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Laufende, nicht rückständige Steuern dürfen bei der Berechnung des
Existenzminimums berücksichtig werden, sofern die Steuern bis anhin vom Schuldner
bezahlt wurden und auf einer Veranlagung beruhen. Zudem muss der laufende Bezug
sichergestellt sein. Bei dem vom Rekurrenten und Beschwerdeführer eingesetzten
Betrag von Fr. 500.-- handelt es sich um monatliche Raten zu Abzahlung der
Steuerschulden 2007 und 2008, welche nicht berücksichtigt werden können (BGE
5A_764/2007, E. 2.1). Somit sind die Voraussetzungen zur Berücksichtigung der
Steuerzahlung im Existenzminimum nicht erfüllt.
Der Rekurrent und Beschwerdeführer gibt an, er benötige ein Auto, um die Kinder
täglich zwei- bis viermal in die Tagesstätte zu fahren bzw. von dort abzuholen. Da sein
Konkubinat jedoch einer Ehe nicht gleichzusetzen ist, kann der Rekurrent keine
Auslagen für die Kinderbetreuung geltend machen, weshalb weder das Auto noch die
Kosten für den Hütedienst zu berücksichtigen sind.
f) Zusammenfassend ergibt sich folgende Berechnung:
Einkommen X Fr. 4'578.00
anrechenbarer Grundbedarf Fr. 1'050.00
anrechenbare Mietzinsen, inkl. Nebenkosten Fr. 714.00
anrechenbare Krankenkassenprämien Fr. 231.00
Gesundheitskosten (innerhalb Jahresfranchise) Fr. 50.00
Erweiterter Notbedarf
Arbeitsweg Fr. 65.00
auswärtige Verpflegung Fr. 200.00
Telefon/Internet Fr. 40.00
Steuerraten Fr. --
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Kosten des eigenen Autos Fr. --
Zwischentotal Fr. 2'350.00 Fr. 4'578.00
Monatliche freie Quote Fr. 2'228.00
Total Fr. 4'578.00 Fr. 4'578.00
Aus dieser Berechnung resultiert eine freie Quote von Fr. 2'228.--. Sie ermöglicht die
Bezahlung der ausstehenden Staats- und Gemeindesteuern 2009 sowie der direkten
Bundessteuer 2009 in der Höhe von insgesamt Fr. 6'890.-- innert drei Monaten. Selbst
wenn die monatlichen Raten von Fr. 500.-- (act. 9-I/i) zur Abbezahlung der gestundeten
Staats- und Gemeindesteuern 2007 und 2008 berücksichtigt würden, ist eine
Rückzahlung in absehbarer Zeit möglich.
Aus diesem Grund kann nicht von einer Notlage gesprochen werden. Deshalb ist von
einem Steuererlass abzusehen und der Rekurs bzw. die Beschwerde sind abzuweisen.
3.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten dem Rekurrenten
und Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Angemessen ist eine
Entscheidgebühr von Fr. 500.-- (vgl. Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung,
sGS 941.12). Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 500.-- ist zu verrechnen.