Decision ID: 7cd738ab-8027-49e0-8982-a972a56bf672
Year: 2011
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rentenrevision
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Sachverhalt:
A.
A._ erlitt am 6. Februar 1987 einen Arbeitsunfall beim Heben eines schweren
Gewichts (UV-act. 20). Eine Computertomographie vom 19. März 1987 ergab eine
grosse Diskushernie L5/S1 mit Wurzelkompression (UV-act. 23). Die schweizerische
Unfallversicherungsanstalt (Suva) erbrachte die gesetzlichen Leistungen. Die
konservative Behandlung der Diskushernie brachte keine Besserung, weshalb am
29. Mai 1987 eine Dekompression und Spondylodese L5/S1 durchgeführt wurde (UV-
act. 27).
B.
Der Versicherte meldete sich am 21. November 1987 wegen Rücken- und
Fussbeschwerden zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (IV-act. 29).
Die IV-Stelle des Kantons St.Gallen teilte ihm am 2. August 1989 mit, er habe Anspruch
auf eine ganze Invalidenrente von 7. Februar 1988 bis 30. April 1989. Seit 1. Mai 1989
sei er wieder voll arbeitsfähig (IV-act. 39).
C.
C.a Am 4. Juli 1994 meldete sich der Versicherte erneut zum Leistungsbezug an (IV-
act. 41). Dr.med. B._, Facharzt für Innere Medizin FMH, berichtete der IV-Stelle am
29. Juli 1994, der Versicherte sei seit 29. März 1994 bis auf Weiteres 100%
arbeitsunfähig. Er leide an einer Diskopathie der Lendenwirbelsäule bei St. n. dorsaler
Spondylodese L5/S1 wegen Diskushernie 1987 und Instabilitätsbeschwerden L3/4 und
L4/5 mit intermittierender Wurzelkompression links und belastungsabhängigen
lumboradikulären Ausstrahlungen. Wegen der deutlich belastungsabhängigen
Symptomatik könne der Versicherte seine selbständige Tätigkeit in einem Umbau- und
Renovationsgeschäft nicht mehr ausüben und müsse umgeschult werden (IV-act. 45).
Die IV-Stelle sprach dem Versicherten mit Verfügung vom 12. Januar 1995 berufliche
Massnahmen in Form einer Ausbildung zum Sicherheitsbeamten zu (IV-act. 60). Die
Umschulung musste wegen Geschäftsaufgabe der Ausbildungsfirma abgebrochen
werden (IV-act. 69).
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C.b In einem undatierten Verlaufsbericht (Eingang 27. Juni 1995) gab Dr. B._ der IV-
Stelle an, der Gesundheitszustand sei stationär (IV-act. 79). Am 7. Juli 1995 teilte er der
IV-Stelle mit, er halte den Versicherten bei entsprechender Motivation für durchaus
arbeitsfähig. Es sei aber möglich, dass eine unabhängige Stelle den Sachverhalt anders
beurteilen würde. Deshalb bitte er um die Veranlassung einer Begutachtung (IV-act.
82).
C.c Die MEDAS Ostschweiz erstattete am 26. April 1996 ein polydisziplinäres
Gutachten. Der Versicherte war orthopädisch, psychiatrisch und kardiologisch
untersucht worden. Als Diagnosen gaben die Ärzte eine chronische Lumboischialgie
bei Osteochondrose und leichter Spondylarthrose L5/S1 (St. n. Diskektomie und
dorsaler Spondylodese L5/S1 5/87) sowie L4/5 und L3/4, eine leichte Aorteninsuffizienz
sowie einen St. n. Perikarditis 1990 ohne Konstriktion und mit einer geringen
belastungsabhängigen, ventrikulären Extrasystolie an. Für körperlich schwere
Tätigkeiten sei der Versicherte 100% arbeitsunfähig. Bei einer rückendadaptierten
Tätigkeit mit der Möglichkeit von Haltungswechseln, ohne repetitives Heben von
schweren Lasten über 15 kg und ohne erforderliche Haltung in nach vorne geneigter
Stellung betrage die Verminderung der Arbeitsfähigkeit 50%. Bei dieser Einschätzung
sei auch die kardiale Situation mitberücksichtigt. Von der psychischen Seite her
bestehe keine Beeinträchtigung (IV-act. 92).
Mit Verfügung vom 7. Februar 1997 sprach die IV-Stelle dem Versicherten ab 1. Juni
1995 bei einem Invaliditätsgrad von 53% eine halbe Rente zu (IV-act. 107). Mit
Verfügung vom 8. Februar 1999 (IV-act. 124) und Mitteilungen vom 19. März 2001 (IV-
act. 128) und 7. Mai 2007 (IV-act. 136) bestätigte die IV-Stelle einen unveränderten
Invaliditätsgrad von 53%. Im letzten Revisionsverfahren hatte Dr. B._ von einem
stationären Gesundheitszustand trotz weiterer Rückenoperation im Oktober 2004
berichtet (IV-act. 132).
D.
D.a Am 19. März 2008 ersuchte der Hausarzt des Versicherten um Neubeurteilung /
Rentenrevision und Einschätzung der Situation durch den Regionalen Ärztlichen Dienst
(RAD) Ostschweiz. Nach einem weiteren Bandscheiben-Rezidiv L4/5 im März 2007 sei
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am 30. Januar 2008 eine Renukleotomie durchgeführt worden. Der Versicherte sei seit
März 2007 zu 100% arbeitsunfähig (IV-act. 137). Dr. B._ reichte zahlreiche
medizinische Berichte ein. Der Versicherte stellte am 7. April 2008 seinerseits ein
Gesuch um Neubeurteilung (IV-act. 140). Der Hausarzt bestätigte am 16. Mai 2008 eine
Verschlechterung des Gesundheitszustandes (IV-act. 144).
D.b Der RAD erachtete in seiner Stellungnahme vom 29. Mai 2008 eine orthopädische
Verlaufsbegutachtung als angezeigt (IV-act. 145). Die IV-Stelle beauftragte am 10. Juni
2008 Dr.med. C._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates FMH, mit der Begutachtung des Versicherten (IV-act. 148).
D.c Mit undatiertem Gutachten (Eingang 8. Oktober 2008) attestierte Dr. C._ dem
Versicherten für eine Tätigkeit mit Wechselpositionen im Sitzen / Stehen und Gehen
ohne Lastenheben über 10 kg, ohne Überkopfarbeiten und ohne das Verharren in
Zwangspositionen wie Inklination oder Reklination eine Arbeitsfähigkeit von 50%. Der
Gesundheitszustand habe sich betreffend Rücken seit 1997 unwesentlich
verschlechtert. Neu sei eine Bewegungsbehinderung im rechten Schultergelenk, die
aber erst seit einigen Monaten bestehe und bisher lediglich mit
entzündungshemmenden Medikamenten angegangen worden sei. Hier könnte eine
Besserung mit intensiveren Massnahmen erwartet werden (IV-act. 149).
D.d Mit Vorbescheid vom 26. Januar 2009 stellte die IV-Stelle die Abweisung des
Rentenerhöhungsgesuchs in Aussicht. Aufgrund der vorliegenden medizinischen
Unterlagen sei seit der letzten Rentenzusprache keine wesentliche Veränderung des
Gesundheitszustandes eingetreten. Somit liege kein Revisionsgrund vor. Der
Invaliditätsgrad betrage nach wie vor 53% (IV-act. 155). Der Versicherte wendete
dagegen am 15. Februar 2009 ein, sein Gesundheitszustand habe sich seit der letzten
Rentenzusprache sehr verschlechtert (IV-act. 156). Mit Verfügung vom 23. Februar
2009 wies die IV-Stelle das Rentenerhöhungsgesuch ab (IV-act. 157).
E.
E.a Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte am 18. März 2009 Beschwerde. Er
verlangt sinngemäss die Aufhebung der Verfügung vom 23. Februar 2009 und eine
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nochmalige Überprüfung und Beurteilung seines Gesundheitszustands. Seit der letzten
Rentenzusprache im Jahr 1995 habe sich sein Gesundheitszustand sehr
verschlechtert. Er habe in den letzten Jahren mehrere Schmerztherapien und
Rückenoperationen gehabt und sei ständig in medikamentöser Behandlung. Zusätzlich
seien nun beidseitige Schulterschmerzen aufgetreten und er leide unter
Schlafstörungen. Er habe einen Nebenjob von etwa 10% als Hauswart und sei in
diesem teilweise auf die Hilfe seiner Frau angewiesen. Daher sei für ihn unverständlich,
dass es heisse, sein Gesundheitszustand habe sich nicht verändert. Das Gutachten
von Dr. C._ sei nicht datiert (act. G 1). In der Beilage reichte der Beschwerdeführer
zwei Berichte seines Hausarztes Dr. B._ vom 4. März 2009 und vom 19. März 2008
ein, wonach im August 2004 ein Rezidiv der Diskushernie L4/5 mit Nukleotomie, eine
periradikuläre Infiltration im Juni 2006, eine grosse Rezidivdiskushernie L4/5 mit
leichter Psoaparese, eine zweimalige periradikuläre Infiltration und im Januar 2008 eine
Renukleotomie der Höhe L4/5 stattgefunden habe. Aufgrund der Erkrankung sei nicht
mit einer wesentlichen Verbesserung zu rechnen. Die Schmerzmedikation habe
verdoppelt werden müssen. Im Bericht vom 19. März 2008 hatte Dr. B._ eine
Arbeitsunfähigkeit von 100% seit 7. März 2007 bescheinigt, im Bericht vom 4. März
2009 hatte er sich zur Arbeitsfähigkeit nicht geäussert (act. G 1.2 und 1.3).
E.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 14. Mai 2009
die Abweisung der Beschwerde. Der Beschwerdeführer sei durch Dr. C._ ausführlich
untersucht worden. Es sei nicht ersichtlich und werde auch vom Beschwerdeführer
nicht geltend gemacht, inwiefern das Gutachten rechtsfehlerhaft sein sollte. Es sei zwar
nicht datiert. Dieser Mangel schade jedoch nicht, weil das Untersuchungsdatum im
Gutachten erwähnt (23. September 2008) und das Gutachten am 8. Oktober 2008
eingegangen sei. Demnach sei vollumfänglich auf das Gutachten abzustellen und von
einer 50%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Weil beim Beschwerdeführer keine
repräsentative Einkommensbasis zur Verfügung stehe, sei auf die schweizerische
Lohnstrukturerhebung (LSE) abzustellen. Im Jahr 2006 hätten Männer im Niveau 4
durchschnittlich Fr. 59'197.-- erzielt. Da sich Validen- und Invalideneinkommen etwa
gleich entwickelten, könne eine Aufwertung unterbleiben. Der Beschwerdeführer
arbeite nicht mehr. Daher sei das Invalideneinkommen anhand der LSE zu berechnen.
Hilfsarbeitern stünde nach Eintritt der Invalidität eine Vielzahl von Stellen im
Produktions- und Dienstleistungssektor zur Verfügung. Der entsprechende Wert für das
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Jahr 2006 betrage Fr. 59'197.--. Der Beschwerdeführer könne nur noch leichte
Hilfstätigkeiten ausführen, weshalb ein zusätzlicher Abzug von 10% zu gewähren sei.
Das Invalideneinkommen betrage somit Fr. 26'639.--, woraus ein Invaliditätsgrad von
55% resultiere. Der Beschwerdeführer habe daher Anspruch auf eine halbe IV-Rente
(act. G 4).
E.c Der Beschwerdeführer liess sich innert Frist nicht vernehmen, weshalb der
Schriftenwechsel abgeschlossen wurde (act. G 6).

Erwägungen:
1.
Angefochten ist die Verfügung vom 23. Februar 2009, die das im April 2008 eingeleitete
Revisionsverfahren abgeschlossen hat. Ändert sich der Invaliditätsgrad einer
Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes
wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder
aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Anlass zur Rentenrevision gibt nach der
auch unter dem ATSG massgeblichen Rechtsprechung jede wesentliche Änderung in
den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den
Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist nicht nur bei einer wesentlichen
Veränderung des Gesundheitszustands, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die
erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustands
erheblich verändert haben (BGE 130 V 349 f. E. 3.5). Eine bloss unterschiedliche
Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts stellt dagegen
praxisgemäss keine revisionsbegründende Änderung dar (BGE 112 V 372 E. 2b). Ob
eine revisionsbegründende Änderung eingetreten ist, beurteilt sich durch Vergleich des
Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der letzten (der versicherten Person eröffneten)
rechtskräftigen Verfügung bestand, die auf einer umfassenden materiellen Prüfung des
Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in
den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht (BGE 133 V 108),
mit dem Sachverhalt zur Zeit der streitigen Revisionsverfügung (BGE 125 V 369 E. 2).
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Seit der hier massgebenden ursprünglichen Rentenzusprache mit Verfügung vom
7. Februar 1997 hat keine umfassende Prüfung mehr stattgefunden. Die von den
behandelnden Ärzten eingeholten Verlaufsberichte sind knapp und wiesen nicht auf
relevante Veränderungen hin. Sie führten daher nicht zu umfassenden weiteren
Abklärungen (vgl. IV-act. 114, 122, 127, 132 und 135). Vielmehr ist die halbe Rente
jeweils lediglich gestützt auf diese Berichte bestätigt worden. Entsprechend der
zitierten Bundesgerichtspraxis ist daher der Sachverhalt bei Erlass der Verfügung vom
23. Februar 2009 zu vergleichen mit dem Sachverhalt, wie er sich bis zur
ursprünglichen Rentenzusprache 1997 zugetragen hat.
2.
2.1 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte
Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens
zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch
auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% Anspruch auf
eine Viertelsrente. Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten
ist gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG Art. 16 ATSG anwendbar. Danach wird für die
Bestimmung des Invaliditätsgrads das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person
nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre.
2.2 Die Beschwerdegegnerin stellt auf das Verlaufsgutachten von Dr. C._ vom
Oktober 2008 ab. Der Beschwerdeführer macht demgegenüber geltend, sein
Gesundheitszustand habe sich sehr verschlechtert. Er habe in den letzten Jahren
mehrere Schmerztherapien und Rückenoperationen gehabt und sei ständig in
medikamentöser Behandlung. Zusätzlich habe er beidseitige Schulterschmerzen und
Schlafstörungen. In seinem Nebenjob von 10% sei er teilweise auf die Hilfe seiner Frau
angewiesen. Daher sei für ihn unverständlich, dass sich sein Gesundheitszustand nicht
verändert haben sollte. Das Gutachten von Dr. C._ sei nicht datiert.
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2.3 Vorab ist festzuhalten, dass für den Beweiswert eines Gutachtens das Datum im
Gegensatz beispielsweise zur Unterzeichnung des Gutachtens eine untergeordnete
Rolle spielt. Die zeitliche Zuordnung ist vorliegend ohne Weiteres möglich, ist doch das
Gutachten am 8. Oktober 2008 bei der Beschwerdegegnerin eingegangen und trägt
den entsprechenden Eingangsstempel. Da der Beschwerdeführer am 23. September
2008 von Dr. C._ untersucht worden ist, ist es in jedem Fall innerhalb von zwei
Wochen nach diesem Untersuch entstanden. Unter Berücksichtigung des Gutachtens
von Dr. C._ ist nachfolgend die gesundheitliche Entwicklung seit dem MEDAS-
Gutachten vom 26. April 1996 zu betrachten.
2.4 Dem Beschwerdeführer war mit Verfügung vom 7. Februar 1997 gestützt auf das
MEDAS-Gutachten vom 26. April 1996 eine halbe Rente zugesprochen worden. Wie
aus dem MEDAS-Gutachten hervorgeht, litt der Beschwerdeführer bereits damals
hauptsächlich an Rückenbeschwerden. Der begutachtende Orthopäde hatte in seinem
Konsiliargutachten vom 9. April 1996 angegeben, bei einem Arbeitsunfall mit plötzlicher
Belastung der Wirbelsäule am 6. Februar 1987 sei eine Diskushernie L5/S1 akut
geworden. Es sei zur operativen Behandlung mit Diskushernien-Resektion und dorsaler
Distraktionsspondylodese L5/S1 gekommen. In der Folge hätten sich die Beschwerden
deutlich gebessert, jedoch belastungsabhängig hätten sie angedauert. Der
Beschwerdeführer habe aufgrund wiederholter Arbeitsausfälle mehrere Stellen verloren.
Ein Arbeitsversuch als selbständiger Umbau-Unternehmer sei an den
Rückenschmerzen gescheitert. Klinisch liessen sich eine endgradig schmerzhafte,
kaum eingeschränkte Beweglichkeit des Rumpfes sowie ein fehlender ASR rechts bei
ansonsten normalem neurologischem Befund erheben. Als Diagnose hatte der
Orthopäde eine chronische Lumboischialgie bei Osteochondrose und leichter
Spondylarthrose L5/S1 genannt. Die lumbovertebrale Computertomographie vom
28. Dezember 1995 hatte eine leichte mediane Diskusprotrusion auf Höhe L3/4 ohne
Beeinträchtigung des Duralschlauchs und auf Höhe L4/5 eine diskrete
Bandscheibenprotrusion mit Verdrängung des Duralschlauchs nach dorsal, aber ohne
Beeinträchtigung der Nervenwurzel gezeigt. Für einen körperlich schwer belastenden
Beruf sei der Beschwerdeführer nicht mehr einsetzbar. In einem rückengerechten
Beruf, bei dem die Möglichkeit zum Positionswechsel zwischen stehender, gehender
und sitzender Tätigkeit bestehe und bei dem keine grösseren Lasten gehoben werden
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müssten und Arbeiten in vorgeneigten Stellung vermieden werden könne, sei ein
50%iger Einsatz möglich (IV-act. 92-34/37 f.).
2.5 Bereits am 12. Mai 2006 hatte der Beschwerdeführer im Fragebogen zur Revision
der Invalidenrente angegeben, nach seiner zweiten Operation (2004) wäre eine IV-
Abklärung angebracht, da sich der Zustand fortgehend verschlimmere. Er leide
vermehrt an stärkeren Rückenschmerzen, Schlaf- und Gefühlsstörungen (IV-act. 129).
Der Hausarzt Dr. B._ hatte in seinem Bericht vom 23. Mai 2006 ein Rezidiv einer
Diskushernie L4/5 mit Zehenheberschwäche links durch Sequester bestätigt. Im
August 2004 sei eine Nukleotomie durchgeführt worden. Der Gesundheitszustand sei
stationär (IV-act. 132). In seinem Bericht vom 1. Mai 2007 hatte der Hausarzt vom
Auftreten eines erneuten Rezidivs L4/5 im März 2007 berichtet. Der
Gesundheitszustand sei stationär. Der Beschwerdeführer gehe keiner geregelten Arbeit
nach. Gelegentlich würden Haushaltsarbeiten, Gärtnern und Rasenmähen ausgeübt.
Eine sitzende Tätigkeit ohne Rückenbelastung in wechselnden Haltungen sei etwa zu
50% zumutbar (IV-act. 135). Der Invaliditätsgrad ist deshalb von der
Beschwerdegegnerin am 7. Mai 2007 als unverändert beurteilt worden (IV-act. 136).
Der Beschwerdeführer hat sich gegen diese Beurteilung nicht gewehrt.
2.6 Erst mit Bericht vom 19. März 2008 hat der Hausarzt retrospektiv eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit seit März 2007 attestiert (IV-act. 137). Am 30. Januar 2008 war der
Beschwerdeführer erneut am Rücken wegen eines Bandscheiben-Rezidivs L4/5
operiert worden. Die konservative Behandlung der am 20. Juni 2006 und 25. Mai 2007
mit einer vertebo-spinalen Kernspintomographie festgestellten grossvolumigen
Diskushernie L4/5 (IV-act. 138-10/17 und 11/17) mittels Nerveninfiltration (IV-act. 138-
9/17, 10/17, 12/17, 13/17) und Medikation (IV-act. 138-6/17) hatte zu keiner
Verbesserung der Schmerzen geführt. Der Beschwerdeführer hatte vor der Operation
leichte Schmerzen im Lumbalbereich links und ausstrahlende Schmerzen im dorsalen
und medialen Oberschenkel, im lateralen Oberschenkel und im lateralen Fussrist
angegeben (IV-act. 138-3/17). Gemäss Bericht der Neurochirurgie des Kantonsspitals
St. Gallen vom 16. Februar 2008 ist die Operation komplikationslos verlaufen. Die
Schmerzen seien postoperativ regredient und bei Austritt sei der Beschwerdeführer mit
oralen Analgetika nahezu schmerzfrei gewesen. Neurologische Defizite waren nach
dem Eingriff keine zu verzeichnen (IV-act. 138-4/17). Am 13. März 2008 hat der
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Beschwerdeführer den Ärzten der Neurochirurgie des Kantonsspitals St. Gallen
berichtet, dass es ihm gut gehe. Er habe nur abends gelegentlich ein leichtes Ziehen
und noch Muskelverkrampfungen im Bereich des linken Gesässes sowie paravertebral.
Neurologisch haben die Ärzte keine Paresen im Bereich der unteren Extremitäten mehr
festgestellt. Die Behandlung wurde abgeschlossen (IV-act. 138-17/17). Gemäss Bericht
des Hausarztes vom 16. Mai 2008 traten schliesslich aber wieder ziehende Schmerzen
in der linken Wade auf. Der Beschwerdeführer habe angegeben, dass trotz Operation
der erreichte Zustand bezüglich Schmerzen unbefriedigend sei und dass sich seine
Einschränkungen im Alltag verstärkt hätten. Der Hausarzt hat die Frage, ob in einer
rückenadaptierten Tätigkeit eine verminderte Leistungsfähigkeit bestehe, mit "ja"
beantwortet und "über 50%" ergänzt (IV-act. 144).
2.7 Dem Verlaufsgutachten von Dr. C._ (Posteingang 8. Oktober 2008) lässt sich
entnehmen, dass der Beschwerdeführer angegeben hat, dass sich nach der Operation
am 30. Januar 2008 im weiteren Verlauf wieder ein Ziehen im linken Unterschenkel und
Zuckungen im Fuss und über dem Rist bemerkbar gemacht hätten und er wiederum an
lumbalen Rückenschmerzen leide. Zwischendurch komme auch ein Kribbeln im
Oberschenkel vor. Daneben habe er Krämpfe im rechten Bein. Gelegentlich bestehe ein
Taubheitsgefühl. Die Nachtruhe sei gestört (IV-act. 149-4/10). Sodann hat der
Beschwerdeführer seit vier bis fünf Monaten stärkere Schulterschmerzen auf der
rechten dominanten Seite vor allem beim Rückführen des Armes und Anheben über der
Horizontale erwähnt (IV-act. 149-2/10). Gemäss der Berufsanamnese hat der
Beschwerdeführer nach der ersten Rückenoperation 1988 als Hauswart und Chauffeur
gearbeitet. Seit gut 15 Jahren arbeite er zu 10% als Hauswart in zwei Häusern mit je
vier Wohnungen, wo er die wöchentlichen Treppenhausreinigen,
Umgebungsreinigungen und gelegentlich kleinere Reparaturen ausführen müsse (IV-
act. 149/2/10 f.). Dr. C._ hat von einer Spondylodese L5/S1, einer zweimaligen
Diskushernienoperation L4/5 2004 und 1/08, einer Osteochondrose der LWS, nicht
komprimittierenden Diskushernien L2 bis L4, einer verheilten OSG-Fraktur links sowie
einem angeborenen Herzfehler (Pulmonalstenose) berichtet. In seiner Beurteilung hat er
ausgeführt, seit der letzten Begutachtung habe im Segment L4/5 zweimal eine
Diskushernie operiert werden müssen. Dies müsse allerdings keine Verschlechterung
des Gesundheitszustandes bedeuten. Wichtig für das Beschwerdebild seien auch die
übrigen Bandscheiben, wo im Januar 2008 eine Osteochondrose festgestellt worden
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sei. Die therapeutischen Möglichkeiten seien begrenzt. Es lägen keine Anhaltspunkte
für eine früher diskutierte Instabilität vor. Die Beschwerdeursache seien die
degenerativen Veränderungen der ganzen Wirbelsäule, wie sie schon anlässlich der
ersten Operation in Form von Höhenminderungen der Bandscheiben vermutet worden
seien. Für den Beschwerdeführer sei belastend, dass trotz geringster Arbeitstätigkeit
zweimal Beschwerdezunahmen mit nachfolgender Operation erfolgt seien. Dies
scheine ihn davon abzuhalten, eine höhere Leistung zu erbringen. Eine grössere
Belastung der Wirbelsäule bedeute kein rascheres Fortschreiten der Abnützungen (IV-
act. 149-8/10 f.). Die Nachtruhe sei möglicherweise durch die Schulterbeschwerden
gestört (IV-act. 149-2/10). Bezüglich Arbeitsfähigkeit seien die gleichen Forderungen an
den Rücken zu stellen wie früher: Keine Arbeiten in Zwangshaltungen in Inklination
oder Reklination, kein wiederholtes Lastenheben über 10 kg und keine Immobilisierung
im Stehen oder Sitzen über eine Stunde. Neu seien jetzt Überkopfarbeiten mit dem
rechten dominanten Arm nicht mehr möglich. Dadurch entstehe bei der jetzigen
Tätigkeit aber keine zusätzliche Einschränkung. Bei Beschwerdezunahme müsste aber
eine Abklärung mit Kernspintomographie oder diagnostischer Infiltration erfolgen. Die
früher ausgeübte Tätigkeit als Isolierer sei nicht möglich. Hingegen könne eine
Hauswarttätigkeit zu 50% zugemutet werden, wenn die Arbeiten zeitlich
beschwerdeangepasst ausgeführt werden könnten (IV-act. 149-9/10).
2.8 Wie aus den Akten hervorgeht, waren bereits im MEDAS-Gutachten von 1996
eine chronische Lumboischialgie bei Osteochondrose sowie eine leichte
Diskusprotrusionen auf der Höhe L3/4 und L4/5 ohne Nervenwurzelkompressionen
festgestellt worden. Die Osteochondrose sowie geringe, nicht kompromittierende
Diskushernien L2/3 und L3/4 sind im Januar 2008 bestätigt worden (IV-act. 138-8/17).
Die 2004 und 2006 festgestellte Diskushernie L4/5 ist zweimal operativ behandelt
worden. Mit den Operationen konnten die mit den Diskushernien zusammen
auftretenden Nervenkompressionen offenbar jeweils aufgehoben werden. Für eine
kurze Zeit ist der Beschwerdeführer nach der Operation zu 100% arbeitsunfähig
gewesen (IV-act. 138-4/17). Der Gesundheitszustand hat sich nach der Operation vom
30. Januar 2008 insofern gebessert, als durch die Entfernung der
Nervenwurzelkompression eine Schmerzfreiheit erreicht werden konnte. Aktuell beklagt
der Beschwerdeführer wieder mehr Schmerzen. Nach der gutachterlichen Beurteilung
sind dafür die degenerativen Veränderungen der Wirbelsäule auslösend. Neurologisch
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konnten keine Defizite mehr festgestellt werden. Der Gesundheitszustand präsentiert
sich daher, wie der Gutachter kurz, aber nachvollziehbar darlegt, nur unwesentlich
schlechter als zum Zeitpunkt der Referenzbegutachtung im April 1996.
2.9 Im Gegensatz zum subjektiven Schmerzempfinden einer versicherten Person mit
daraus allenfalls resultierender Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung bezieht der
begutachtende Arzt die Zumutbarkeit der willentlichen Schmerzüberwindung in seine
Arbeitsfähigkeitsschätzung ein, das heisst, er beurteilt, ob trotz der vorhandenen
Schmerzen unter Berücksichtigung von qualitativen Einschränkungen wie
Gewichtsbeschränkung oder Wechselbelastung eine, allenfalls auch nur teilweise,
Arbeitstätigkeit zugemutet werden kann. Vorliegend ist auch bei fortschreitender
Degeneration der Lendenwirbelsäule die zumutbare Arbeitsfähigkeit in einer
leidensangepassten Tätigkeit auf 50% geschätzt worden. Auch der Hausarzt hatte in
seinen Berichten vom 1. Mai 2007 (IV-act. 135) und 16. Mai 2008 die Arbeitsfähigkeit in
einer rückenadaptierten Tätigkeit auf 50% festgesetzt (IV-act. 144). Einzig im Bericht
vom 19. März 2008 hat der Hausarzt eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit März 2007
angegeben (IV-act. 137), ohne jedoch zu bezeichnen, ob er damit die Arbeitsfähigkeit in
der angestammten körperlich schweren Tätigkeit oder in einer rückenadaptierten
Tätigkeit gemeint hat. Da der Hausarzt bereits im Verlaufsbericht vom 16. Mai 2008
wiederum eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit als
zumutbar erachtet hat, ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen,
dass sich die im März 2008 bescheinigte 100%ige Arbeitsunfähigkeit auf eine
körperlich schwere Tätigkeit beziehen muss. Die zusätzlichen Schulterbeschwerden hat
Dr. C._ in die Arbeitsfähigkeitsschätzung einbezogen. Neu sind auch
Überkopfarbeiten nicht mehr zumutbar. Dies schränkt den Beschwerdeführer jedoch
nur qualitativ in der Arbeitsfähigkeit ein, indem sich der Fächer an geeigneten
Tätigkeiten etwas mehr einengt. Eine zusätzliche quantitative Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit auf über 50% kann damit aber nicht begründet werden. Auch die
ständige Medikamenteneinnahme, die gemäss Bericht des Hausarztes vom 4. März
2009 hat verdoppelt werden müssen (act. G 1.2), bedingt keine 50% übersteigende
Arbeitsunfähigkeit. Die gutachterliche Arbeitsfähigkeitsschätzung, der Dr. B._ in
seinen Feststellungen vom 4. März 2009 übrigens nicht widersprach, erweist sich als
schlüssig.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 13/13
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St.Galler Gerichte
2.10 Zusammenfassend kann auf das Gutachten von Dr. C._ abgestellt werden. Es
ist sorgfältig abgefasst und in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden. Es
berücksichtigt die geklagten Beschwerden, ist nachvollziehbar und leuchtet in seinen
Schlussfolgerungen ein. Somit erfüllt es die Anforderungen an ein medizinisches
Gutachten (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a). Demgemäss ist der Beschwerdeführer in der
bisherigen und in anderen schweren Tätigkeiten zu 100% arbeitsunfähig und in einer
leidensadaptierten Tätigkeit nach wie vor zu 50% arbeitsfähig. Eine relevante
Verschlechterung des Gesundheitszustandes hat bis auf die Schulterbeschwerden,
welche aber die Arbeitsfähigkeit quantitativ nicht zusätzlich einschränken, nicht
objektiviert werden können. Somit liegt kein Revisionsgrund vor. Der Invaliditätsgrad
beträgt daher unverändert 53%. Ein neuer Einkommensvergleich ist nicht
durchzuführen. Die Abweisung des Rentenerhöhungsgesuches ist daher zu Recht
erfolgt.
3.
Demzufolge ist die Beschwerde abzuweisen. Das Beschwerdeverfahren ist
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom
Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG).
Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint als angemessen. Dem unterliegenden
Beschwerdeführer sind die Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 600.-- aufzuerlegen.
Diese sind mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe gedeckt.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP