Decision ID: 831a5d66-97cd-4d35-b67a-7a2e3882f9b1
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Arrest
Beschwerde gegen ein Urteil des Einzelgerichtes Audienz des Bezirksgerichtes Zürich vom 15. Dezember 2015 (EQ150247)
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Arrestbegehren (act. 1 S. 2):
"Es sei im Umfang von CHF 13'226.10 zuzüglich den  (CHF 3'000.00) zu verarrestieren: – der obligatorische Anspruch des Gesuchsgegners gegenüber
Frau C._ gestützt auf das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 29. Oktober 2015
– das Freizügigkeitskonto ... des Gesuchsgegners bei der D._ Freizügigkeitsstiftung 2. Säule, ... [Adresse]
unter Kosten- und Entschädigungsfolge."
Urteil des Einzelgerichts Audienz des Bezirksgerichts Zürich vom 15. Dezember 2015 (act. 5 = act. 8 = act. 10):
"1. Das Arrestgesuch wird abgewiesen. 2. Die Spruchgebühr von Fr. 400.- wird der Gesuchstellerin aufer-
legt. [3.-4. Mitteilung, Rechtsmittel]"
Beschwerdeanträge
der Gesuchstellerin und Beschwerdeführerin (act. 9 S. 2):
"1. Das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 15. Dezember 2015 sei aufzuheben und es sei im Umfang von CHF 13'226.10 zuzüglich den Rechtsverfolgungskosten (CHF 3'000.00) zu verarrestieren:
– der obligatorische Anspruch des Gesuchsgegners gegen Frau C._ gestützt auf das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 29. Oktober 2015
2. Eventualiter: Das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 15.  2015 sei aufzuheben und zur Neubeurteilung an die  zurückzuweisen.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolge."
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Erwägungen:
I.
1. Die Gesuchstellerin und Beschwerdeführerin (nachfolgend Gesuchstel-
lerin) gelangte mit Gesuch vom 11. Dezember 2015 an das Einzelgericht Audienz
des Bezirksgerichts Zürich (fortan: Vorinstanz) und stellte das eingangs erwähnte
Arrestbegehren (act. 1).
2. Mit dem eingangs angeführten Urteil vom 15. Dezember 2015 wies die
Vorinstanz das Arrestgesuch ab (act. 8 = act. 10 = act. 5, nachfolgend zitiert als
act. 8).
3. Die Gesuchstellerin erhob mit Eingabe vom 18. Dezember 2015 (Da-
tum Poststempel; Eingang beim Obergericht am 21. Dezember 2015) rechtzeitig
Beschwerde gegen das Urteil vom 15. Dezember 2015 und stellte die eingangs
angeführten Beschwerdeanträge (act. 9).
4. Mit Verfügung vom 22. Dezember 2015 wurde der Gesuchstellerin Frist
angesetzt, um für die Kosten des Beschwerdeverfahrens einen Vorschuss von
Fr. 700.00 zu bezahlen (act. 13). Der Vorschuss wurde fristgerecht geleistet
(act. 15).
5. Die Akten des erstinstanzlichen Verfahrens wurden beigezogen (act. 1-
16). Eine Beschwerdeantwort wurde aufgrund der Natur des Arrestverfahrens als
Sicherungsmassnahme nicht eingeholt. Das Verfahren erweist sich als spruchreif.
II.
1. Gegen erstinstanzliche Endentscheide in Arrestsachen ist infolge des
Ausschlusses der Berufung die Beschwerde nach Art. 319 ff. ZPO zulässig
(Art. 319 lit. a ZPO i.V.m. Art. 309 lit. b Ziff. 6 ZPO). Dies gilt sowohl für das
Rechtsmittel des Gläubigers gegen den ablehnenden Entscheid über sein Arrest-
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begehren, als auch für das Rechtsmittel gegen den Einspracheentscheid nach
Art. 278 SchKG (ZK ZPO-REETZ/THEILER, 2. Auflage 2013, Art. 309 ZPO N 34).
Auf die rechtzeitig schriftlich und begründet erhobene Beschwerde der Ge-
suchstellerin ist daher einzutreten.
2. Der Arrest setzt das Glaubhaftmachen von Arrestgegenständen, eines
Arrestgrundes und einer Arrestforderung voraus (Art. 272 Abs. 1 SchKG). Das
verlangt zum einen ein schlüssiges Vorbringen und zum anderen, dass die Tatsa-
chendarlegungen dem Gericht als wahrscheinlich erscheinen. Auch wenn die An-
forderungen an den Wahrscheinlichkeitsbeweis nicht zu hoch anzusetzen sind,
vermögen blosse Behauptungen des Arrestgläubigers nicht zu genügen, auch
wenn sie schlüssig sind. Vielmehr müssen objektive Anhaltspunkte vorliegen. In
diesem Sinn ist eine Beweisführung mindestens in den Grundzügen erforderlich
(BSK SchKG II-STOFFEL, 2. Auflage 2010, Art. 272 N 4 ff.; vgl. auch KUKO
SchKG-MEIER-DIETERLE, 2. Auflage 2014, Art. 272 N 14).
Noven sind im Beschwerdeverfahren unzulässig (Art. 326 Abs. 1 ZPO).
Zwar bleiben besondere Bestimmungen des Gesetzes vorbehalten (Abs. 2). So
können in einer Beschwerde gegen den Arresteinspracheentscheid gemäss
Art. 278 Abs. 3 SchKG neue Tatsachen geltend gemacht werden. Für die Be-
schwerde des Gläubigers gegen die Nichtgewährung des Arrestes gilt das jedoch
nicht (vgl. OGer ZH PS150011 vom 18. März 2015, E. II./1.3).
3. Die Vorinstanz verwies zur Begründung ihres Entscheids auf die Prob-
lematik bei Pensionskassenguthaben und Freizügigkeitsleistungen, die (auch im
Falle eines Barauszahlungstatbestandes nach Art. 5 Abs. 1 FZG, insbesondere
Wohnsitzverlegung des Begünstigten ins Ausland) erst verarrestiert werden könn-
ten, wenn der Versicherte die Barauszahlung verlangt habe (Hintergrund dieser
Erwägung ist die Behauptung der Gesuchstellerin, der Gesuchsgegner habe nach
der Scheidung von seiner Ehefrau die Schweiz verlassen; act. 1 S. 2 f.). Mit dem
Anspruch des Gesuchsgegners auf Übertragung des Ausgleichsbetrags im Rah-
men des scheidungsrechtlichen Vorsorgeausgleichs verhalte es sich gleich. Ohne
Anhaltspunkte für ein Auszahlungsbegehren des Gesuchsgegners sei kein Ar-
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restgegenstand glaubhaft, und das Arrestbegehren sei daher ohne Prüfung der
weiteren Voraussetzungen abzuweisen (act. 8 S. 2 f.).
4. Die Gesuchstellerin weist beschwerdeweise an sich richtig darauf hin,
sie habe im Arrestbegehren vom 11. Dezember 2015 als Arrestgegenstände ne-
ben dem vorsorgerechtlichen Anspruch des Gesuchsgegners gemäss Schei-
dungsurteil vom 29. Oktober 2015 (Anspruch auf Überweisung der Ausgleichs-
zahlung auf ein Freizügigkeitskonto) auch seinen obligatorischen Anspruch ge-
genüber der geschiedenen Ehefrau gemäss dem erwähnten Scheidungsurteil ge-
nannt. Das habe die Vorinstanz nicht geprüft (act. 9 S. 3 f.).
5. Dem Arrestbegehren ist allerdings aus einem anderen – von Amtes
wegen zu prüfenden – Grund kein Erfolg beschieden:
5.1 Die Gesuchstellerin beanstandet beschwerdeweise nicht, dass der An-
spruch auf die Übertragung der Ausgleichszahlung im Rahmen des Vorsorgeaus-
gleichs bei Ehescheidung im vorliegenden Fall keinen tauglichen Arrestgegen-
stand darstellt. Daneben macht die Gesuchstellerin als Arrestgrund (einzig) die
erwähnte Forderung des Gesuchsgegners gegenüber seiner früheren Ehefrau
geltend. Die Gesuchstellerin wies in diesem Zusammenhang bereits im Arrestbe-
gehren zutreffend darauf hin, dass der Belegenheitsort bei Forderungen als Ar-
restgrund grundsätzlich am Domizil des Forderungsgläubigers bestehe, ausser
dieser wohne im Ausland. In diesem Fall gelte der Wohnsitz des Drittschuldners
in der Schweiz als Belegenheitsort (act. 1 S. 2; vgl. BGE 140 III 512 E. 3.2).
5.2 Die örtliche Zuständigkeit zum Erlass des verlangten Arrestbefehls
richtet sich – da von einem ordentlichen Betreibungsort des Gesuchsgegners
nicht die Rede ist – nach dem Ort, wo sich die Arrestgegenstände befinden
(Art. 272 Abs. 1 SchKG). Eine örtliche Zuständigkeit der Vorinstanz zum Erlass
eines Arrestbefehls – mit der genannten Forderung als Arrestgrund – kann somit
in zwei Fällen bestehen: Entweder, wenn der Gesuchsgegner im Bezirk Zürich
wohnt (wobei dann auch von einem ordentlichen Betreibungsort in Zürich auszu-
gehen wäre), oder wenn er nicht (mehr) in der Schweiz wohnt (dann ist der Wohn-
sitz der Drittschuldnerin in Zürich massgeblich). Die Frage, wo der Gesuchsgeg-
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ner wohnt, ist somit für die Bestimmung der örtlichen Zuständigkeit der Vorinstanz
von zentraler Bedeutung.
Macht ein Gläubiger, der Arrest auf eine Forderung des Schuldners gegen-
über einem Dritten legen will, geltend, der Arrestschuldner habe in der Schweiz
keinen Wohnsitz mehr (und die Zuständigkeit bestehe daher am Wohnsitz des
Drittschuldners), so obliegt es dem Gläubiger, den entsprechenden Nachweis zu
erbringen bzw. zumindest seine diesbezüglichen Bemühungen aufzuzeigen, sollte
ein konkreter Nachweis nicht möglich sein. Die blosse unbelegte Behauptung, der
Arrestschuldner habe die Schweiz verlassen, genügt nicht (vgl. zum ganzen OGer
ZH PS150011 vom 18. März 2015, E. II./5.3 mit Hinweisen).
5.3 Die Gesuchstellerin hat (wie bereits erwähnt) behauptet, der Gesuchs-
gegner habe die Schweiz verlassen (act. 1 S. 2 f.). Sie bringt dazu aber keine
konkreten Anhaltspunkte vor (auch im Beschwerdeverfahren nicht, wobei Noven
in diesem, wie bereits erwähnt, ohnehin nicht zulässig wären). Das Arrestbegeh-
ren enthält weder Angaben oder Unterlagen dazu, wann genau und unter welchen
Umständen der Gesuchsgegner die Schweiz verlassen haben soll, noch irgend-
welche Hinweise auf entsprechende Abklärungen der Gesuchstellerin. Somit ist
auch nicht ersichtlich, woher die Gesuchstellerin die Information erhalten hat, der
Gesuchsgegner habe die Schweiz verlassen. Die Tatsache alleine, dass die Ehe
des aus Ghana stammenden Gesuchgegners mit einer Schweizerin im Oktober
2015 geschieden wurde (act. 4/4), lässt jedenfalls nicht darauf schliessen. Es fehlt
damit an einem konkreten Vorbringen und an jeglichen sachdienlichen Nachwei-
sen zur örtlichen Zuständigkeit der Vorinstanz. Auf das Arrestbegehren kann da-
her nicht eingetreten werden.
5.4 Dass die Vorinstanz das Arrestbegehren aus einem anderen Grund
abwies, statt einen Nichteintretensentscheid zu erlassen, schadet nicht. Es ver-
steht sich von selbst, dass sich eine Gesuchstellerin vor Einreichung eines Ar-
restbegehrens damit zu befassen und zu klären hat, welches Gericht für ihr Ge-
such örtlich zuständig ist (OGer ZH PS150011 vom 18. März 2015, E. II./5.3). Da
der Gesuchsgegner im Arrestbewilligungsverfahren nicht angehört wird, kann
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auch nicht von Belang sein, dass er die örtliche Zuständigkeit der Vorinstanz nicht
bestritt – er hatte keine Gelegenheit dazu.
Das Gesagte gilt umso mehr, wenn die Gesuchstellerin wie hier (bereits vor
Vorinstanz) anwaltlich vertreten ist.
6. Die Gesuchstellerin dringt somit mit ihren Anträgen im Beschwerdever-
fahren nicht durch. Dass auf das Arrestbegehren nicht einzutreten gewesen wäre,
schadet nicht, zumal auch dem abweisenden Entscheid über das Arrestbegehren
keine materielle Rechtskraftwirkung zukommt (vgl. BSK SchKG II-STOFFEL,
2. Auflage 2010, Art. 272 SchKG N 62; KUKO SchKG-MEIER-DIETERLE, 2. Auflage
2014, Art. 272 SchKG N 20).
Die Beschwerde erweist sich aus den geschilderten Gründen als unbegrün-
det und ist abzuweisen.
III.
1. Ausgangsgemäss wird die Gesuchstellerin für das Beschwerdeverfah-
ren kostenpflichtig (Art. 106 Abs. 1 ZPO).
2. Die Gerichtskosten berechnen sich in betreibungsrechtlichen Summar-
sachen nach den Bestimmungen der GebV SchKG (vgl. dazu BGE 139 III 195
E. 4.2.2), welche streitwertabhängige Gebühren vorsieht. Bei einem Streitwert in
der Höhe von Fr. 10'000.00 bis Fr. 100'000.00 beträgt die Gebühr Fr. 60.00 bis
Fr. 500.00 (Art. 48 GebV SchKG). Das obere Gericht, an das eine betreibungs-
rechtliche Summarsache weitergezogen wird, kann für seinen Entscheid eine Ge-
bühr erheben, die höchstens das Anderthalbfache der für die Vorinstanz zulässi-
gen Gebühr beträgt (Art. 61 Abs. 1 GebV SchKG). Der Streitwert bestimmt sich
nach dem Wert der Arrestforderung und beträgt vorliegend Fr. 16'226.10 (act. 1
S. 2), weshalb die Entscheidgebühr auf Fr. 700.00 festzusetzen ist.
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