Decision ID: 69dc9557-66eb-46a3-ba9e-3458dcaf70ae
Year: 2013
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 27.06.2013 Art. 29 Abs. 1 IVG, Art. 16 ATSG, Art. 43 Abs. 1 ATSG. Invaliditätsbemessung mittels Einkommensvergleich. Ermittlung des massgebenden Sachverhalts (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 27. Juni 2013, IV 2011/284).
Präsident Martin Rutishauser, Versicherungsrichterinnen Christiane Gallati Schneider
und Marie-Theres Rüegg Haltinner; Gerichtsschreiber Ralph Jöhl
Entscheid vom 27. Juni 2013
in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Irja Zuber Hofer, c/o procap, Froburgstrasse 4,
Postfach, 4601 Olten,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._, der eine Anlehre als Bäckerei-Konditor absolviert hatte, wurde von 1994 bis
1996 auf Kosten der Invalidenversicherung zum Autoersatzteil- und
Autozubehörverkäufer umgeschult (IV-act. 38, 47). Ab 2002 unterzog er sich, wiederum
auf Kosten der Invalidenversicherung, einer Umschulung zum Fitness-Instruktor SAFS
(IV-act. 88, 140). Mit einer Mitteilung vom 29. September 2006 brach die IV-Stelle diese
Umschulung ab (IV-act. 151). In einem Schreiben vom 24. Oktober 2007, in dem er sich
auf die Mitteilung vom 29. September 2006 bezog, machte der Versicherte geltend (IV-
act. 162), seine gesundheitliche Situation habe sich so verändert, dass sie eine
Ausbildung dieser Art nicht mehr zulasse. Seit dem 29. Juli 2006 sei er durchgehend im
Krankenstand. Weitere Abklärungen seien notwendig, um die Sachlage neu beurteilen
zu können. Am 3. Dezember 2007 füllte er ein Anmeldeformular aus (IV-act. 165). Dr.
med. B._, Facharzt für Allgemeinmedizin, berichtete der IV-Stelle am 28. Dezember
2007/7. Januar 2008 (IV-act. 173), er habe folgende Diagnosen erhoben: St. n.
Implantation einer Hemiprothese rechte Schulter (1. März 2000 bei St. n.
Schultertrauma 1984 mit Omarthrose und habitueller Schulterluxation),
posttraumatisches Sulcus ulnaris-Syndrom links (bei St. n. Dekompression des N.
ulnaris links 2007) sowie - ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit - Non-Hodgkin-
Syndrom des Ileum, St. n. fibröser Dysplasie oberer Schambeinast,
lumbospondylogenes Schmerzsyndrom links und Narbenschmerz nach Lumbotomie
links (vor drei Jahren). Dr. B._ gab weiter an, der Gesundheitszustand sei stationär.
Der Versicherte klage über Schmerzen im Bereich der rechten Schulter, die weder auf
eine Reduktion der Belastung noch auf perorale Analgetika oder auf eine subacromiale
Infiltration nachhaltig gebessert hätten. Geplant sei eine Totalarthroplastik. Eine
spezialärztliche Nachkontrolle wegen fraglich persistierender Beschwerden nach der
Dekompression des N. ulnaris links habe eine Normalisierung der Impulsleitung
ergeben. Eine schulterschonende Tätigkeit könnte über den ganzen Tag ausgeführt
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werden. Da die Umschulung zum Fitness-Instruktor wenig Sinn gemacht habe, sollte
nochmals eine Berufsberatung erfolgen. PD Dr. med. C._, FMH Orthopädische
Chirurgie, Schulter- und Ellbogenchirurgie, berichtete am 10. April 2008 (IV-act. 176),
der Versicherte sei am 25. Januar 2008 an der rechten Schulter operiert worden.
Durchgeführt worden seien eine Schulterprothesenrevision und eine Implantation einer
Glenoidkomponente. Ausserdem habe ein Low-grade-Infekt nachgewiesen werden
können. Die Rehabilitation werde etwa sechs Monate dauern. Dann werde sich zeigen,
inwieweit die rechte Schulter brauchbar sei. Die Rehaklinik Bellikon hielt in ihrem
Austrittsbericht vom 17. März 2008 fest (IV-act. 178-5 ff.), beim Eintritt habe eine sehr
ausgeprägte Schmerzhaftigkeit der rechten Schulter bestanden. Beim Austritt seien die
Schulterschmerzen nur noch leicht gewesen. Beim Eintritt sei keine Aussenrotation der
rechten Schulter über 0° möglich gewesen. Beim Austritt sei die Beweglichkeit
freigegeben worden. Auch die Innenrotation sei beim Eintritt beschränkt gewesen und
habe bei Austritt freigegeben werden können. Bis 10. März 2008 müsse der Versicherte
ein Ortho-Gilet tragen, danach sei keine Ruhigstellung der rechten Schulter mehr
erforderlich. Die Kribbelparaesthesien sämtlicher Finger der linken Hand seien beim
Austritt regredient gewesen. Der beim Eintritt nur unvollständig mögliche Faustschluss
links sei beim Austritt wieder vollständig möglich gewesen. Die Hyposensibilität am
lateralen Oberarm, Vorderarm dorsal und Handrücken links halte an. Bei weiterhin
gutem Verlauf sei folgende Zumutbarkeit zu erwarten: Leichte bis mittelschwere Arbeit
ganztags ohne Heben und Tragen von Lasten über Brusthöhe und ohne Vibrationen/
Schläge Schulter rechts. In einem Bericht der Rehaklinik Bellikon vom 26. Juni 2008 zur
beruflichen Standortbestimmung wurde ausgeführt (IV-act. 179), realistisch wären eine
Verkaufstätigkeit, eine beratende Funktion, eine Kontrollfunktion, eine Tätigkeit in
einem Call-Center oder als Aufsicht oder Sicherheitswächter. Dr. med. D._ vom RAD
hielt am 9. Juli 2008 fest (IV-act. 181), der weitere Verlauf müsse noch abgewartet
werden. Es sei nämlich noch nicht bekannt, ob und wann eine Totalprothese der
rechten Schulter eingesetzt werde.
A.b Der SUVA-Kreisarzt Dr. med. E._, Facharzt FMH Orthopädische Chirurgie,
berichtete am 4. August 2008 (Fremdakten), es bestehe eine deutlich eingeschränkte
Schulterfunktion rechts mit verminderter Belastbarkeit. Die Hebe- und Tragfähigkeit für
schwere Lasten und Gewichte sei eingeschränkt (bei wiederholtem Heben oder Tragen
über Körper- und Kopfhöhe). Für eine leichte, angepasste und behinderungsgerechte
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Beschäftigung sei der Versicherte ganztägig arbeitsfähig. Dr. E._ empfahl eine
neurologische Verlaufskontrolle spätestens im Januar 2009. Dr. D._ vom RAD
notierte am 2. September 2008 (IV-act. 185), adaptiert bestehe ab sofort eine
Arbeitsfähigkeit von 100%. Mit dem rechten Arm seien keine repetitiven Arbeitsabläufe
möglich. Die Gewichtsbelastungen sollten nur selten bis max. 5 kg erfolgen. Tätigkeiten
über der Horizontalen seien zu vermeiden. Am 27. Januar 2009 erfolgte eine RAD-
Untersuchung. Dr. med. F._, Facharzt für Arbeitsmedizin (FMH, VDBW),
Physikalische Medizin (D), zertifizierter medizinischer Gutachter (SIM), berichtete am 3.
Februar 2009 (IV-act. 193), er habe folgende Diagnosen erhoben:
Belastungsinsuffizienz des dominanten rechten Arms bei posttraumatischer
Omarthrose (fraglicher weiterer therapeutischer Verlauf betreffend Low-grade-Infekt),
chronische rezidivierende lumboischialgiforme Beschwerden mit pseudoradikulärer
Symptomatik, brachialgiforme Beschwerden linksseitig, fragliche Neuralgie im Bauch-
Becken-Bereich sowie - ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit - Neurasthenie bei
Verarbeitungsstörung somatischer Krankheiten bei neurotischer Persönlichkeit mit
narzisstischer Problematik, St. n. Gürtelrose 2006 und St. n. Non-Hodgkin-Symptomen
im Ileumbereich. In seiner zusammenfassenden Beurteilung gab Dr. F._ an, im
Zentrum stehe eine deutliche Belastungsinsuffizienz des dominanten rechten Arms, der
derzeit - mit Ausnahme leichter Zudienfunktionen - für keinerlei erwerbliche Tätigkeit
herangezogen werden könne. Bei manuell ausgerichteten Tätigkeiten seien deshalb nur
noch leichte körperliche Hilfsarbeiten zumutbar. Auch beim Achsenorgan bestünden
von der HWS über die BWS bis zur LWS herunterreichend deutliche
Leistungslimitationen, so dass der Versicherte für mittelschwere und schwere
Tätigkeiten dauerhaft nicht mehr geeignet sei. Aus psychiatrischer Sicht könne nicht
von einer deutlichen Leistungslimitation ausgegangen werden. Aufgefallen sei eine
gewisse narzisstische Problematik (Überschätzung der beruflichen Möglichkeiten).
Therapeutisch könne in Bezug auf den rechten Arm nur noch eine Verbesserung der
Lebensqualität bzw. der Schmerzsituation erreicht werden. Aus arbeitsmedizinischer
Sicht sei der Versicherte demnach prinzipiell als funktionell einarmig anzusehen. Dies
rechtfertige die Annahme einer Arbeitsunfähigkeit von 50%. Da Probleme im
gesamtenn Rücken und im linken Arm hinzukämen, könne der Versicherte
ausschliesslich in einem kognitiv ausgerichteten Beruf eingesetzt werden. Auch in
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einem solchen Beruf würde die Arbeitsfähigkeit aber nur 50-60% betragen,
beispielsweise weil der Versicherte keine Schreibarbeiten leisten könne.
A.c Der Berufsberater der IV-Stelle notierte am 14. Juli 2009 (IV-act. 207-2), gemäss
einer telephonischen Auskunft der Rehaklinik Bellikon sehe der Versicherte den Sinn
der beruflichen Abklärung nicht ein, da er sich als arbeitsunfähig betrachte.
Handwerklich sei nichts mehr machbar, für kopflastige Ausbildungen fehlten dem
Versicherten die Ressourcen. Unter diesen Umständen werde auf eine berufliche
Abklärung in Bellikon verzichtet. Am 21. September 2009 hielt der Berufsberater fest
(IV-act. 210-2), eine Umschulung sei nicht angezeigt. Mit einer Verfügung vom 16.
November 2009 schloss die IV-Stelle die Arbeitsvermittlung ab (IV-act. 220). Bereits am
30. September 2009 hatte der SUVA-Kreisarzt Dr. med. G._, Facharzt FMH für
orthopädische Chirurgie, zertifizierter Gutachter SIM, berichtet (Fremdakten), in der
rechten Schulter habe sich eine schwere Periarthropathie mit einem ausgeprägten
Funktionsdefizit der rechten Schulter (entsprechend annähernd einer funktionellen
Ankylose) eingestellt. Dabei spiele auch der persistierende Infekt eine Rolle. Der
Versicherte sei allerdings noch nicht bereit, sich einer Operation mit unsicherem Erfolg
zu unterziehen. Von Seiten der Armplexusläsion links könne von einer Besserung
ausgegangen werden. Von weiteren Behandlungsmassnahmen der rechten Schulter sei
keine wesentliche funktionelle Verbesserung mehr zu erwarten. Es könne lediglich auf
eine Schmerzlinderung gehofft werden. Für eine leichte Tätigkeit, die der Versicherte
praktisch als Einhänder mit der adominanten Hand ausüben könnte oder bei der er die
rechte Hand körpernah als Haltehand für leichte Kraftanstrengungen einsetzen könnte,
sei der Versicherte ganztags mit zwischenzeitlichen Pausen einsetzbar, so dass die
tägliche Arbeitszeit maximal sechs Stunden betrage. Dr. med. H._ vom RAD
übernahm diese Einschätzung am 10. Dezember 2009. Die Arbeitsfähigkeit wurde auf
75% (sechs von normal acht täglichen Arbeitsstunden) festgelegt (IV-act. 222). Die
SUVA ermittelte den Invaliditätsgrad, indem sie einem Valideneinkommen von Fr.
61'298.-- ein zumutbares Invalideneinkommen von Fr. 34'688.-- (Fr. 56'681.--
entsprechend dem durchschnittlichen Einkommen der Hilfsarbeiter im
Dienstleistungssektor bei einem Arbeitsfähigkeitsgrad von 72% und einem
Tabellenlohnabzug von 15%) gegenüberstellte. Es resultierte ein Invaliditätsgrad von
43%. Auf dieser Grundlage sprach sie dem Versicherten mit einer Verfügung vom 29.
Januar 2010 eine Invalidenrente zu (IV-act. 226).
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A.d Dr. med. H._ vom RAD hielt am 2. November 2010 fest (IV-act. 230), die
Situation präsentiere sich im Wesentlichen gleich wie bei der RAD-Untersuchung vom
3. Februar 2009. Es könne von einer Arbeitsfähigkeit von 50% in einer adaptierten
Tätigkeit (kognitiv ausgerichtet auf eher tiefem Niveau, einarmig mit der adominanten
Hand auszuführend) ausgegangen werden. Die IV-Stelle ging zunächst aus nicht
nachvollziehbaren Gründen von einem Arbeitsfähigkeitsgrad von 55% aus. Sie
ermittelte einen Invaliditätsgrad von 50,43% (IV-act. 232). In einem späteren
Einkommensvergleich ging sie dann von einem Arbeitsfähigkeitsgrad von 50% aus,
was bei einem Tabellenlohnabzug von 10% einen Invaliditätsgrad von 55% ergab (IV-
act. 236). Mit einem Vorbescheid vom 7. Februar 2011 kündigte sie dem Versicherten
die Zusprache einer halben Rente rückwirkend ab 1. Juli 2008 an (IV-act.- 240). Der
Versicherte liess am 7. März 2011 sinngemäss einwenden (IV-act. 241), es sei von
einem höheren Invaliditätsgrad auszugehen, da die Arbeitsfähigkeit nicht nur durch die
Belastungsinsuffizienz des rechten Arms, sondern auch durch die Rückenprobleme
und einen Lagerungsschaden an der linken Schulter beeinträchtigt sei. Im Übrigen sei
festgestellt worden, dass keine berufliche Eingliederung mehr möglich sei. Gemäss
einem dieser Eingabe beigelegten Bericht von Dr. med. I._, Neurologie FMH, vom 8.
Juni 2009 (IV-act. 241-3) bestanden an der linken Schulter ein St. n. Armplexusläsion
links (im Verlauf regredient), ein St. n. Verlagerung des N. ulnaris links bei Sulcus nervi
ulnaris-Syndrom und ein Zervikalsyndrom. Diese Beeinträchtigungen hatten eine
Überempfindlichkeit der Finger I und II links und bereits bei kleinen Anstrengungen eine
Verkrampfung der linken Hand zur Folge. Dr. I._ erwartete von einer Akupunktur eine
Verbesserung der Situation. Mit einer Verfügung vom 12. Juli 2011 sprach die IV-Stelle
dem Versicherten wie angekündigt eine halbe Invalidenrente zu (IV-act. 247).
B.
B.a Der Versicherte liess am 13. September 2011 Beschwerde erheben und die
Zusprache mindestens einer Dreiviertelsrente beantragen; eventualiter sei die
Angelegenheit zur Vornahme weiterer Abklärungen an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen (act. G 1). Die Rechtsvertreterin führte zur Begründung sinngemäss
aus, die Arbeitsfähigkeit sei nicht nur durch die direkten Unfallfolgen (rechte Schulter),
sondern auch durch diverse andere Beschwerden beeinträchtigt. Zudem sei gestützt
auf die Eingliederungsakten davon auszugehen, dass eine allfällige Restarbeitsfähigkeit
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in der freien Wirtschaft gar nicht verwertbar sei, zumal der Beschwerdeführer wegen
fehlender gesundheitlicher Stabilität einem Arbeitgeber gar nicht zumutbar sei. Der
Tabellenlohnabzug müsse das Maximum von 25% ausschöpfen, da der
Beschwerdeführer faktisch einarmig sei, die adominante Hand nur eingeschränkt
einsetzen und nur leichte Tätigkeiten verrichten könne, zusätzliche Pausen benötige,
keine intellektuellen Tätigkeiten ausführen könne und in seiner Leistungsfähigkeit stark
schwanke.
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 5. Oktober 2011 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 5). Zur Begründung wies sie darauf hin, dass die Beschwerden im
Bereich der linken Schulter im Bericht des RAD gewürdigt worden seien. Der
neurologische Bericht von Dr. I._ enthalte nichts Neues. Demnach sei gestützt auf
den Bericht des RAD von einer Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit von 50%
auszugehen. In Frage kämen leichtere Maschinenbedienungs-, Kontroll-, Sortier-, Prüf-
und Verpackungsarbeiten, leichtere Arbeiten bei der Lager- und
Ersatzteilbewirtschaftung oder Kurier- und leichtere Lieferdienste. Da der
Beschwerdeführer zum Verkäufer umgeschult worden sei, müsse von einem
Tabellenlohn für Tätigkeiten mit Berufs- und Fachkenntnissen von Fr. 66'968.--
ausgegangen werden. Angemessen sei ein Tabellenlohnabzug von 20%. Damit
resultiere ein zumutbares Invalideneinkommen von Fr. 26'787.--. Das ergebe einen
Invaliditätsgrad von 55%.
B.c In ihrer Replik vom 27. Oktober 2011 (act. G 7) führte die Rechtsvertreterin des
Beschwerdeführers sinngemäss aus, die Behauptung der Beschwerdegegnerin, bei der
Bemessung des zumutbaren Invalideneinkommens müsse vom Durchschnittslohn im
Anforderungsniveau 3 des Sektors Handel und Reparaturen ausgegangen werden, sei
an den Haaren herbeigezogen. Eine Tätigkeit mit diesen Anforderungen komme
nämlich nicht in Betracht, da der Beschwerdeführer nur leichte Arbeiten mit
zusätzlichen Pausen verrichten könne, intellektuelle Tätigkeiten ausschieden und die
Leistungsfähigkeit stark schwanke. Zumutbar sei nur noch eine Hilfsarbeit in einem
geschützten Rahmen. Angemessen sei ein maximaler Tabellenlohnabzug von 25%.
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 3. November 2011 auf eine Stellung
nahme (act. G 9).
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B.e Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers wurde am 3. Mai 2013 darauf
hingewiesen, dass es zu einer reformatio in peius kommen könnte, wenn es zur
gerichtlichen Beurteilung der Beschwerde kommen sollte (act. G 11). Sie erklärte am
29. Mai 2013, dass sie dennoch an der Beschwerde festhalte (act. G 14).

Erwägungen:
1.
Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG hat eine versicherte Person einen Anspruch auf eine
Invalidenrente, wenn ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wiederhergestellt, erhalten oder verbessert werden kann
(lit. a, sog. Grundsatz "Eingliederung vor Rente", vgl. U. Kieser, ATSG-Kommentar, 2.
A., Vorbemerkungen N. 47), wenn sie während eines Jahres ohne wesentlichen
Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40% arbeitsunfähig gewesen ist (lit. b) und
wenn sie nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid ist (lit. c).
1.1 Der Grundsatz "Eingliederung vor Rente" umfasst nicht nur die berufliche, sondern
auch die medizinische Eingliederung (die nicht auf medizinische Massnahmen
beschränkt ist, die zum Leistungskatalog der Invalidenversicherung gehören). Der
Beschwerdeführer ist bereits zweimal umgeschult worden, zunächst zum
Autoersatzteil- und Autozubehörverkäufer, später dann zum Fitness-Instruktor. Nach
der Operation der rechten Schulter haben sich sowohl die Rehaklinik Bellikon als auch
die Beschwerdegegnerin mit der Möglichkeit einer beruflichen Eingliederung befasst,
wobei jeweils davon ausgegangen worden ist, dass der Beschwerdeführer im erlernten
Beruf als Fitness-Instruktor weitgehend oder vollständig arbeitsunfähig sei. Die frühere
Ausbildung zum Autoersatzteil- und Autozubehörverkäufer scheint gar nicht zur
Kenntnis genommen worden zu sein. Der Berufsberater der Beschwerdegegnerin ist
wohl deshalb davon ausgegangen, dass der Beschwerdeführer nur noch als
Hilfsarbeiter eingesetzt werden könne, weil er weder in einem handwerklichen noch in
einen "kopflastigen" Beruf umgeschult werden könne. Eine berufsberaterische
Evaluation im Hinblick auf die Möglichkeit, das bei der Umschulung zum Autoersatzteil-
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und Autozubehörverkäufer und Fitnesstrainer erworbene Wissen und Können trotz der
aktuellen Behinderung noch zu verwerten, ist unterblieben. Es fehlt sogar eine auf den
möglicherweise behinderungsangepassten Beruf des Autoersatzteil- und
Autozubehörverkäufers bezogene Arbeitsfähigkeitsschätzung. Deshalb steht nicht fest,
ob und gegebenenfalls in welchem Ausmass der Beschwerdeführer diesen Beruf noch
ausüben kann. Damit steht auch nicht fest, dass die berufliche Eingliederung
tatsächlich bereits abgeschlossen sein soll, wie die Beschwerdegegnerin mit der
Zusprache einer Invalidenrente unterstellt hat. Mit den handwerklichen und den
"kopflastigen" Berufen ist das Spektrum der möglichen Berufe nicht abgedeckt. Falls
der Beschwerdeführer auch als Autoersatzteil- und Autozubehörverkäufer in hohem
Ausmass arbeitsunfähig sein sollte, steht nicht fest, dass er nicht durch eine dritte
Umschulung beruflich wieder eingegliedert werden könnte. Es ist nicht nachgewiesen,
dass der Beschwerdeführer tatsächlich unfähig sein sollte, einen Beruf zu erlernen, der
in Bezug auf die "kopflastigen" Anforderungen in etwa dem Autoersatzteil- und
Autozubehörverkäufer entspricht und gleichzeitig in somatischer Hinsicht
behinderungsadaptiert ist. Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin steht
also nicht fest, dass der Grundsatz "Eingliederung vor Rente" in beruflicher Hinsicht
erfüllt wäre. Das gilt auch für die medizinische Eingliederung. Zwar steht fest, dass in
Bezug auf die rechte Schulter ein (unbefriedigender) Endzustand erreicht ist, aber das
gilt insbesondere nicht für die Beeinträchtigung der linken Schulter sowie die daraus
resultierenden Beschwerden im linken Arm und in der linken Hand. Dr. I._ hat in dem
im Beschwerdeverfahren eingereichten Bericht keineswegs auch für die linke Schulter
einen Endzustand angegeben. Sie hat vielmehr eine Weiterführung der Akupunktur
empfohlen, d.h. sie hat mit der Möglichkeit gerechnet, dass noch ein therapeutischer
Handlungsbedarf besteht. Sollte sich die im Verfügungszeitpunkt aktuelle
Beeinträchtigung der linken Schulter tatsächlich dergestalt auswirken, dass die bereits
durch die rechte Schulter bewirkte Arbeitsunfähigkeit (in einer umfassend adaptierten
Tätigkeit) noch erhöht würde, stünde nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit fest, dass medizinisch ein Endzustand erreicht, d.h. dass dem
Grundsatz "Eingliederung vor Rente" auch in medizinischer Hinsicht Rechnung
getragen wäre und ein stabiler Gesundheitszustand bzw. eine stabile Arbeitsunfähigkeit
vorläge. Die in Art. 28 Abs. 1 lit. a IVG geregelte erste Voraussetzung eines allfälligen
Rentenanspruchs ist also (noch) nicht erfüllt bzw. nachgewiesen.
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1.2 Gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf
von sechs Monaten seit der Geltendmachung des Rentenanspruchs. Demnach muss
das in Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG vorgesehene sogenannte Wartejahr spätestens sechs
Monate vor der Anmeldung zu laufen begonnen haben. Die formelle Anmeldung des
Beschwerdeführers datiert vom 3. Dezember 2007. Dieser hat aber bereits im Oktober
2007 - formlos - ein Leistungsbegehren gestellt. Die Anmeldewirkung ist gemäss Art.
29 Abs. 3 ATSG auf diese Eingabe zurück zu beziehen. Die sechsmonatige
Verzögerung gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG wäre demnach im April 2008 abgelaufen, so
dass ab 1. April 2008 ein Rentenanspruch bestehen könnte, falls das Wartejahr zu
diesem Zeitpunkt bereits erfüllt gewesen ist. Zu prüfen ist demnach, ob der
Beschwerdeführer zwischen dem 1. April 2007 und dem 31. März 2008 zu mindestens
40% arbeitsunfähig gewesen ist. Nun ist die aktuelle Fassung des Art. 29 Abs. 1 IVG
aber erst am 1. Januar 2008 in Kraft getreten, d.h. die Anmeldung zum Leistungsbezug
ist zu einem Zeitpunkt erfolgt, in dem noch die frühere Fassung der Bestimmung über
den Rentenbeginn in Kraft gestanden hat. Gemäss aArt. 29 Abs. 1 lit. b IVG entstand
der Rentenanspruch direkt mit der Erfüllung des Wartejahrs, d.h. das Anmeldedatum
war irrelevant. Gemäss aArt. 48 Abs. 2 Satz 1 IVG hatte es nur in Bezug auf den
Nachzahlungsanspruch bei verspäteter Anmeldung zum Rentenbezug eine Bedeutung,
denn die Nachzahlung war auf die zwölf der Anmeldung vorangehenden Monate
beschränkt. Die Erfüllung des Wartejahrs definierte also auch in jenen Fällen den
Beginn des Rentenanspruchs, in denen die Anmeldung zum Rentenbezug mit mehr als
zwölf Monaten Verspätung erfolgt war. Das zeigt sich auch darin, dass aArt. 48 Abs. 2
Satz 2 IVG für gewisse Fälle eine mehr als zwölf Monate dauernde Verwirkungsfrist für
die Nachzahlung angeordnet hat. Nach dem (durch eine lückenfüllende Praxis)
geschaffenen Übergangsrecht ist die "altrechtliche" Regelung in aArt. 29 Abs. 1 lit. b
und Art. 48 Abs. 2 IVG auf jene Fälle weiter anwendbar (bzw. ist der geltende Art. 29
Abs. 1 IVG "ausgeschaltet"), in denen der Versicherungsfall vor dem 1. Januar 2008
eingetreten (d.h. das Wartejahr erfüllt gewesen) ist und die Anmeldung zum
Rentenbezug bis spätestens 30. Juni 2008 eingereicht worden ist (vgl. BGE 138 V 475
E. 3). Der Beschwerdeführer hat sich noch im Jahr 2007 angemeldet, so dass dieses
Element der Übergangsregelung erfüllt ist. Zu prüfen bleibt, wann der Versicherungsfall
eingetreten ist, d.h. - gemäss aArt. 29 Abs. 1 lit. b IVG - wann das Wartejahr erfüllt
gewesen ist bzw. - gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG - ob das Wartejahr im April 2008 oder
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allenfalls später (oder gar nicht) erfüllt gewesen ist. Die Arbeitsfähigkeit einer Person
kann nur bezogen auf eine bestimmte Arbeit bemessen werden, da die
Gesundheitsbeeinträchtigung so beschaffen sein kann, dass sie beispielsweise für eine
körperlich belastende Arbeit keine Leistung mehr zulässt, für eine körperlich leichte
Arbeit aber keine Einschränkung der Leistung bewirkt. Für den Beschwerdeführer
kommen - ohne erneute Umschulung - im Moment drei berufliche Tätigkeiten in Frage:
Fitness-Instruktor, Autoersatzteil- und Autozubehörverkäufer oder Hilfsarbeiter
(behinderungsadaptiert). Dr. D._ vom RAD hat am 2. September 2008 notiert,
anlässlich eines Sturzes 06/06 sei es zu einer Exazerbation der rechtsseitigen
Schulterbeschwerden gekommen, so dass die Tätigkeit als Fitness-Instruktor ab
diesem Zeitpunkt in Frage gestellt gewesen sei. Das dürfte so zu verstehen sein, dass
ab diesem Zeitpunkt in dieser Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit bestanden hat. Selbst
wenn diese Einschätzung von Dr. D._ nicht nur auf den Selbstangaben des
Beschwerdeführers beruhen würde, lässt sich damit der Zeitpunkt der Erfüllung des
Wartejahrs nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit belegen, denn es ist nicht bekannt, ob auch die Tätigkeit als
Autoersatzteil- und Autozubehörverkäufer ab 06/06 wegen Schulterbeschwerden
rechts "in Frage gestellt" war. Ebensowenig ist bekannt, ob es dem Beschwerdeführer
gestützt auf Art. 6 Satz 2 ATSG zumutbar und trotz Schulterbeschwerden rechts
möglich gewesen ist, vollzeitlich eine behinderungsadaptierte Hilfsarbeit auszuüben
oder ob auch eine solche Arbeit "in Frage gestellt" war. Die im Januar 2007
durchgeführte Dekompression des N. ulnaris links lässt nicht mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit auf eine relevante Arbeitsunfähigkeit vor und nach
der Operation schliessen, denn es ist nicht bekannt, wie sich die entsprechenden
linksseitigen Beschwerden in Kombination mit den - ebensowenig spezifizierten -
damaligen Schulterbeschwerden rechts auf die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers als Fitness-Instruktor, als Autoersatzteil-und Autozubehörverkäufer
oder als Hilfsarbeiter "adaptiert" ausgewirkt haben. Mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit steht nur fest, dass der Beschwerdeführer nach der
Prothesenrevision vom 24. Januar 2008 für die Dauer der stationären Rehabilitation für
sämtliche Erwerbstätigkeiten zu 100% arbeitsunfähig gewesen ist. Das reicht aber
nicht aus, um die Frage, ob und gegebenenfalls wann das Wartejahr erfüllt gewesen ist,
zu beantworten. Weil damit auch nicht feststeht, wann der Versicherungsfall
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eingetreten ist, kann nicht einmal die Frage nach dem intertemporal anwendbaren
Recht beantwortet werden. Auch in Bezug auf die Erfüllung des Wartejahrs (Art. 28
Abs. 1 lit. b IVG) stützt sich die angefochtene Verfügung also auf einen unzureichend
abgeklärten, d.h. nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit nachgewiesenen Sachverhalt.
1.3 Der Grad der für den Rentenanspruch massgebenden Invalidität ist gemäss Art.
28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln, bei
dem das Einkommen, das die versicherte Person durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt wird zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Valideneinkommen).
1.3.1 Wichtigstes Element der Bemessung des zumutbaren Invalideneinkommens
- und damit auch des Invaliditätsgrads - ist i.d.R. der Arbeitsfähigkeitsgrad. Die
Beschwerdegegnerin hat sich auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung im Bericht vom 3.
Februar 2009 über die RAD-Untersuchung (50%) abgestützt. Diese Untersuchung ist,
obwohl sie nur von einem Arzt vorgenommen worden ist, polydisziplinär erfolgt. Es sind
nämlich ein internistischer, ein neurologischer, ein rheumatologischer und ein
psychischer Befund erhoben worden. Dr. F._ dürfte als Facharzt für Arbeitsmedizin
und als (deutscher) Facharzt für Physikalische Medizin befähigt gewesen sein, eine
fachübergreifende Abklärung vorzunehmen. Er hat alle gesundheitlichen Probleme des
Beschwerdeführers in seine Untersuchung einbezogen, wie sich insbesondere der Liste
der erhobenen Diagnosen entnehmen lässt. Es ist gestützt auf den entsprechenden
Bericht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer umfassend, fachlich qualifiziert
und objektiv abgeklärt worden ist, so dass die Darstellung der konkreten Auswirkungen
der Beeinträchtigungen (mit der rechten Hand nur noch Zudienfunktion, verminderte
Belastbarkeit des linken Arms, Beeinträchtigung des gesamten Achsenorgans und
damit generelle Beschränkung auf körperlich leichte Arbeiten) mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit richtig ist. In internistischer und psychischer Hinsicht haben sich
keine Beeinträchtigungen gezeigt. Für die Richtigkeit des Untersuchungsergebnisses
spricht auch der Umstand, dass sich die Angaben des Kreisarztes zum
unfallversicherten Gesundheitsschaden im Bereich der rechten Schulter inhaltlich mit
den entsprechenden Ausführungen von Dr. F._ decken. Die dem Gericht
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vorliegenden Akten enthalten keinen Hinweis darauf, dass sich der
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers bis zum Erlass der angefochtenen
Verfügung noch in einem (qualitativ oder quantitativ) relevanten Ausmass verändert
hätte. In Bezug auf die medizinischen Grundlagen der Arbeitsfähigkeitsschätzung
erweist sich der Sachverhalt somit als mit dem erforderlichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt. Für die gestützt darauf von Dr. F._
abgegebene Arbeitsfähigkeitsschätzung trifft das nicht zu. Wie oben bereits dargelegt
worden ist, muss sich eine Arbeitsfähigkeitsschätzung immer auf eine bestimmte Art
von Erwerbstätigkeit beziehen. Eine Arbeitsfähigkeitsschätzung vermag deshalb nur
dann zu überzeugen, wenn die Erwerbstätigkeit, auf die sie sich bezieht, genau
definiert ist. Zudem muss es sich um diejenige Erwerbstätigkeit handeln, die der
massgebenden Invalidenkarriere entspricht. Dr. F._ hat ausgeführt, die
Belastungsinsuffizienz des dominanten rechten Arms erlaube keine erwerbliche
Tätigkeit in einer konkurrenzmässigen Situation mit Ausnahme von leichten
Zudienfunktionen. Wegen der Beeinträchtigung auch des linken Arms seien bei manuell
ausgerichteten Tätigkeiten nur noch körperlich leichte Hilfsarbeiten zumutbar. Seitens
des Achsenorgans bestehe eine Beschränkung auf körperlich leichte Tätigkeiten. Fasst
man diese Angaben zusammen, sieht die behinderungsadaptierte Tätigkeit wohl
folgendermassen aus: Körperlich leicht, wirbelsäulenangepasst und in manueller
Hinsicht für die rechte Hand auf eine Zudienfunktion beschränkt. Dr. F._ scheint
implizit davon ausgegangen zu sein, dass es keine Erwerbstätigkeit gebe, bei der die
Arme und Hände eingesetzt werden müssten und die trotzdem den Beeinträchtigungen
gerecht werden könne. Deshalb hat er eine ausschliesslich kognitiv ausgerichtete oder
eine auf Kontrollaufgaben beschränkte Erwerbstätigkeit als ideal
behinderungsadaptierte Invalidenkarriere genannt. Für die Arbeit als Fitness-Instruktor
hat er eine vollständige Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers angenommen. Das
Gleiche soll seines Erachtens für die Arbeit als Autoersatz- und Autozubehörverkäufer
gelten, wobei allerdings nicht bekannt ist, wie sich Dr. F._ eine solche Tätigkeit in
Bezug auf die manuellen Anteile der Tätigkeit vorgestellt hat. Seine
Arbeitsfähigkeitsschätzung (50%), auf die sich die Beschwerdegegnerin bei der
Ermittlung des zumutbaren Invalideneinkommens abgestützt hat, hat sich jedenfalls
nicht auf eine ideal behinderungsadaptierte, sondern wohl auf eine manuell
ausgerichtete Erwerbstätigkeit bezogen, in der eine funktionelle Einarmigkeit
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zusammen mit einer leicht eingeschränkten Einsatzfähigkeit der anderen Hand
naturgemäss eine erhebliche (50%ige) Leistungseinbusse zur Folge haben muss. Die
Invalidenkarriere als qualitative Grundlage der Bemessung des zumutbaren
Invalideneinkommens kann nicht aus einer körperlich leichten, aber manuell
ausgerichteten Erwerbstätigkeit, sondern nur aus einer ideal behinderungsadaptierten
Tätigkeit bestehen, bei der die rechte Hand entweder gar nicht oder dann nur in einem
zumutbaren Umfang als Zudienhand eingesetzt und die adominante linke Hand nur
leicht belastet werden muss. Ob der Beruf des Autoersatzteil- und
Autozubehörverkäufers diesen Anforderungen an eine ideal behinderungsadaptierte
Erwerbstätigkeit gerecht werden kann, ist nicht bekannt, da entsprechende
Abklärungen berufsberaterischer Art unterblieben sind. Im Bereich der dem
Beschwerdeführer ohne Umschulung offenstehenden behinderungsadaptierten
Hilfsarbeiten gibt es nach der allgemeinen Lebenserfahrung durchaus Arbeitsplätze,
weshalb jedenfalls bei einer Invalidenkarriere in der Form einer Hilfsarbeit nicht von der
funktionellen Einarmigkeit und der leichten Beeinträchtigung der anderen Hand auf eine
hohe Arbeitsunfähigkeit geschlossen werden kann (vgl. etwa das Bundesgerichtsurteil
vom 29. März 2012, 8C_94/2012 m.H.). Das dürfte auch für eine
behinderungsadaptierte, qualifizierte Erwerbstätigkeit gelten, die der Beschwerdeführer
erst nach einer entsprechenden Umschulung ausüben könnte. Bei der Ermittlung des
zumutbaren Invalideneinkommens kann deshalb nicht auf die von Dr. F._
angegebene Arbeitsfähigkeit von lediglich 50% abgestellt werden. Das gilt auch für die
Arbeitsfähigkeitsschätzung des SUVA-Kreisarztes (6 Std. täglich), denn zum einen hat
sich diese auf die Auswirkungen der rechten oberen Extremität beschränkt und zum
andern fehlt eine Umschreibung der Erwerbstätigkeit, auf die sie sich bezieht, so dass
nicht bekannt ist, ob der SUVA-Kreisarzt eine Einschätzung anhand einer ideal
behinderungsadaptierten Erwerbstätigkeit vorgenommen hat. Auf den ersten Blick ist
jedenfalls nicht plausibel, dass der Beschwerdeführer in einer ideal
behinderungsadaptierten Tätigkeit einen so grossen Bedarf nach zusätzlichen Pausen
haben sollte, dass er dafür einen Viertel seiner Tagesarbeitszeit verwenden müsste.
Zusammenfassend fehlt also eine überwiegend wahrscheinlich richtige
Arbeitsfähigkeitsschätzung bezogen auf eine ideal behinderungsadaptierte
Erwerbstätigkeit.
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1.3.2 Zur Ermittlung des Valideneinkommens hat die Beschwerdegegnerin auf
einen statistisch ermittelten Durchschnittslohn der Hilfsarbeiter abgestellt. Sie ist also
davon ausgegangen, dass der Beschwerdeführer, wäre er gesund, als Hilfsarbeiter
tätig wäre. Der Beschwerdeführer hat eine Anlehre als Bäcker-Konditor absolviert und
ist nach Jahren zum Autoersatzteil- und Autozubehörverkäufer und später zum Fitness-
Instruktor umgeschult worden. Unter diesen Umständen ist es wenig plausibel, dass er
im fiktiven "Gesundheitsfall" einer durchschnittlich entlöhnten Hilfsarbeit nachginge.
Gemäss einem Bericht der Regionalstelle Graubünden für die berufliche Eingliederung
vom 18. November 1993 (vgl. IV-act. 27) hat er den erlernten Beruf des Bäcker-
Konditors wegen einer Mehlstauballergie aufgeben müssen. Daraufhin ist er als
Bauhilfsarbeiter und Verkaufschauffeur tätig gewesen, bevor er zum ersten Mal
umgeschult worden ist. Die plausibelste Invalidenkarriere ist deshalb diejenige eines
angelernten Bäcker-Konditors, denn es ist nicht anzunehmen, dass der
Beschwerdeführer aus eigenem Antrieb und ohne den Druck einer krankheitsbedingten
Arbeitsunfähigkeit einen anderen Beruf erlernt hätte. Selbst wenn man die Ursache der
Aufgabe des erlernten Berufs nicht in einem Gesundheitsschaden, sondern in den
wirtschaftlichen und/oder persönlichen Verhältnissen des Beschwerdeführers suchen
würde, müsste davon ausgegangen werden, dass es dem Beschwerdeführer
längerfristig gelungen wäre, seine "Berufskenntnisse" ausserhalb einer formalisierten
Berufsausbildung zu verbessern, um einen Lohn erzielen zu können, der über dem
Durchschnitt der Hilfsarbeiterlöhne läge. Die beiden Umschulungen haben nämlich
gezeigt, dass der Beschwerdeführer Wert darauf gelegt hat, sich beruflich zu
verbessern, und dass er über die dazu notwendigen Ressourcen verfügt hat. Die
Bestimmung der Validenkarriere unter der Prämisse eines Wechsels in eine Hilfsarbeit
würde deshalb eine berufsberaterische Analyse der Ressourcen voraussetzen, die der
Beschwerdeführer - im fiktiven "Gesundheitsfall" - zur Verfügung gehabt hätte, und es
muss untersucht werden, wie er allfällige Ressourcen eingesetzt hätte.
1.3.3 Die Beschwerdegegnerin hat auch das zumutbare Invalideneinkommen
ausgehend von einem Durchschnittseinkommen der Hilfsarbeiter ermittelt, m.a.W. sie
ist davon ausgegangen, dass die Tätigkeit als Bäcker-Konditor, die Tätigkeit als
Autoersatzteil- und Autozubehörverkäufer und die Tätigkeit als Fitness-Instruktor
behinderungsbedingt nicht mehr zumutbar seien und dass es ausgeschlossen sei, den
Beschwerdeführer umzuschulen. Sie hat nicht untersucht, ob eine Tätigkeit als
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Autoersatzteil- und Autozubehörverkäufer an einem adaptierten Arbeitsplatz weiterhin
zumutbar sei, ob dem Beschwerdeführer in einer anderen Branche, in der es adaptierte
Arbeitsplätze gibt, eine Verkaufs-/Verkaufsberatungstätigkeit möglich und zumutbar
wäre, ob eine Umschulung in einen behinderungsadaptierten Beruf möglich und
zumutbar wäre oder ob der Beschwerdeführer immer noch über die Ressourcen
verfügt, die notwendig sind, um an einem Hilfsarbeitsplatz einen
überdurchschnittlichen Lohn zu erzielen. Auch zur Definition der Invalidenkarriere
bedarf es also einer weiteren Abklärung. Die Beschwerdegegnerin hat zwar einen
hohen Tabellenlohnabzug akzeptiert und es besteht grundsätzlich keine Veranlassung,
von diesem Ergebnis ihrer Ermessensausübung abzuweichen, aber dieser Abzug hat
sich auf eine durchschnittliche Hilfsarbeit und auf einen stark reduzierten
Arbeitsfähigkeits- bzw. Beschäftigungsgrad bezogen. Sollte sich in Bezug auf die
Invalidenkarriere und/oder den Arbeitsfähigkeitsgrad aufgrund der nachzuholenden
Sachverhaltsabklärung eine Veränderung ergeben, muss die Höhe der indirekt
behinderungsbedingten Nachteile des Beschwerdeführers gegenüber gesunden
Personen, die derselben Erwerbstätigkeit nachgehen, neu bestimmt werden.
2.
Zusammenfassend ist festzustellen, dass sich der massgebende Sachverhalt als in
verschiedener Hinsicht unzureichend abgeklärt erweist. Die angefochtene Verfügung
stützt sich also auf Sachverhaltsannahmen, die nicht mit dem erforderlichen
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Aus diesem
Grund ist sie als rechtswidrig zu betrachten und aufzuheben. Die Sache ist zur weiteren
Abklärung des Sachverhalts an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Dieser
Verfahrensausgang ist praxisgemäss im Hinblick auf die Kosten des Verfahrens als
vollumfängliches Obsiegen des Beschwerdeführers zu werten. Dieser hat deshalb
einen Anspruch auf eine volle Parteientschädigung. Diese Entschädigung ist
ausgehend von einem als durchschnittlich zu betrachtenden Vertretungsaufwand
praxisgemäss auf Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer)
festzusetzen. Die Beschwerdegegnerin hat für die Kosten des Gerichtsverfahrens
aufzukommen. Da auch der Beurteilungsaufwand als durchschnittlich zu werten ist,
wird die Gerichtsgebühr praxisgemäss auf Fr. 600.-- festgesetzt. Der vom
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Beschwerdeführer geleistete Kostenvorschuss von ebenfalls Fr. 600.-- ist
zurückzuerstatten.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP