Decision ID: 9f0c8fa0-dbb2-5a8d-b482-f4b4282f05d8
Year: 2010
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass der Beschwerdeführer am 11. August 2010 in der Schweiz um Asyl nachsuchte, nachdem er eigenen Angaben zufolge am 7. April 2007 sein Heimatland verlassen hatte und über verschiedene  Länder schliesslich von Libyen aus am 24. Mai 2008 illegal nach Italien gelangt war,
dass er sich seither dort aufgehalten und um Asyl nachgesucht habe, wobei dieses Gesuch abgelehnt worden und auch dem dagegen  Rekurs kein Erfolg beschieden gewesen sei, wie er in der Folge denn auch im Rahmen der Befragung im Empfangs- und  Z._ (EVZ) vom 24. August 2010 auf Frage hin bestätigte (vgl. A1 S. 8),
dass er gegen eine allfällige Wegweisung nach Italien einzuwenden habe, dass er dort keine Unterkunft und keine Arbeit habe und er aus - serdem in Italien des Landes verwiesen würde (vgl. A1 S. 8),
dass bezüglich der weiteren Aussagen beziehungsweise der  des rechtserheblichen Sachverhalts auf das Protokoll bei den  verwiesen wird (vgl. A1),
dass das BFM – gestützt auf die Angaben des Beschwerdeführers und einen Eurodac-Treffer vom 4. Juli 2008 – am 2. September 2010 ein Rückübernahmeersuchen an die italienischen Behörden stellte,  bis zum 17. September 2010 unbeantwortet blieb,
dass das Bundesamt mit Verfügung vom 6. Oktober 2010 in  von Art. 34 Abs. 2 Bst. d des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers vom 11. August 2010 nicht eintrat, die Wegweisung nach Italien verfügte, den Beschwerdeführer – unter Androhung von Zwangsmitteln im Unterlassungsfall – aufforderte, die Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, den Kanton Luzern , die Wegweisungsverfügung zu vollziehen, feststellte, eine allfäl  Beschwerde gegen die vorliegende Verfügung habe keine  Wirkung, und dem Beschwerdeführer die editionspflichtigen  gemäss Aktenverzeichnis aushändigte,
dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen ausführte, gestützt auf die einschlägigen internationalen Abkommen (insbesondere das
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Abkommen vom 26. Oktober 2004 zwischen der Schweizerischen  und der Europäischen Gemeinschaft über die  und Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder in der Schweiz gestellten Asylantrags [Dublin-Assoziierungsabkommen (DAA), SR 0.142.392.68] und das Übereinkommen vom 17. Dezember 2004 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft, der Republik Island und dem  Norwegen über die Umsetzung, Anwendung und Entwicklung des Schengen-Besitzstands und über die Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die Prüfung eines in der Schweiz, in Island oder in Norwegen gestellten Asylantrags [ vom 17. Dezember 2004, SR 0.362.32]) sei Italien für die Durchführung des Asylverfahrens zuständig, und aufgrund des  einer Stellungnahme liege eine stillschweigende Zustimmung Italiens zur Wiederaufnahme des Beschwerdeführers vor,
dass die Rückführung – vorbehältlich einer allfälligen Unterbrechung oder Verlängerung (Art. 19 f. der Verordnung [EG] Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 2003 zur Festlegung von Kriterien und  zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines Asyl - antrags zuständig ist, den ein Staatsangehöriger eines Drittlandes in einem Mitgliedstaat gestellt hat [Dublin-II-VO]) – bis spätestens am 17. März 2011 zu erfolgen habe,
dass der Beschwerdeführer im Rahmen des ihm dazu gewährten rechtlichen Gehörs keine relevanten Gründe darzulegen vermocht , die einer Rückkehr nach Italien entgegenstünden, da Italien ein Rechtsstaat sei und sowohl die Menschenrechte als auch die  internationalen Abkommen respektiere,
dass der Vollzug der Wegweisung nach Italien zulässig, zumutbar und möglich sei,
dass der Beschwerdeführer mit beim BFM eingereichter und von  in der Folge ans Bundesverwaltungsgericht weitergeleiteter  vom 8. Oktober 2010 (Poststempel), einem bekannten Vordruck, gegen diese Verfügung Beschwerde ("RECOURS ADMINISTRATIF") erhob und unter Kosten- und Entschädigungsfolge beantragte, die  Verfügung sei aufzuheben, die Flüchtlingseigenschaft , Asyl zu gewähren, die Unzulässigkeit, Unzumutbarkeit und Unmöglichkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und die vorläufige Aufnahme anzuordnen,
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dass er in verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte, es sei die  Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des  vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) zu gewähren, auf die Erhebung eines  zu verzichten und eventuell die aufschiebende Wirkung der Beschwerde wiederherzustellen,
dass die zuständige Behörde ferner im Sinne einer vorsorglichen Massnahme anzuweisen sei, die Kontaktaufnahme mit dem  sowie jegliche Weitergabe von Daten an denselben zu unter  und den Beschwerdeführer bei einer eventuell bereits erfolgten Datenweitergabe in einer separaten Verfügung zu informieren,
dass er unter der Rubrik "II) Justification" handschriftlich unter  das Rechtsbegehren stellt, der angefochtene Entscheid sei als nichtig zu erklären und die Vorinstanz sei zur Neubeurteilung des  Entscheids anzuweisen,
dass der Beschwerdeführer zur Begründung im Wesentlichen , er wolle nicht nach Italien zurückkehren, weil er dort schon zwei (negative) Entscheide erhalten und (sinngemäss) keine Unterkunft und Arbeit habe,
dass das Bundesverwaltungsgericht den Vollzug der Wegweisung  auf Art. 56 VwVG mit Verfügung vom 14. Oktober 2010  aussetzte,
dass die vollständigen vorinstanzlichen Akten am 15. Oktober 2010 beim Bundesverwaltungsgericht eintrafen,

und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht im Bereich des Asyls endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM  (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-33 des  vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),
dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung  berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung be-
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ziehungsweise Änderung hat und daher zur Einreichung der  legitimiert ist, weshalb – unter Vorbehalt nachfolgender  – auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG),
dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden kann (Art. 106 Abs. 1 AsylG),
dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichter  Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters  wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend – wie  aufgezeigt – um eine solche handelt, weshalb der  nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),
dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel verzichtet wurde,
dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen (Art. 32-35 AsylG), die Beurteilungskompetenz der  grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,
dass sich demnach die Beschwerdeinstanz – sofern sie den  als unrechtmässig erachtet – einer selbständigen  Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen  [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1 S. 240 f.),
dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs indes materiell geprüft hat, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht  grundsätzlich volle Kognition zukommt, wobei sich diese  – namentlich diejenigen hinsichtlich des Bestehens von  (Durchführbarkeit der Überstellung an den zuständigen Staat) – in den Dublin-Verfahren bereits vor Erlass des  stellen,
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dass die Verfügung als Anfechtungsgegenstand in der  den äusseren Rahmen bildet, innerhalb welchem die Parteien der Rechtsmittelinstanz ein Rechtsverhältnis zur  unterbreiten können,
dass der durch die Parteibegehren definierte Streitgegenstand nicht über den Anfechtungsgegenstand hinaus reichen darf, Gegenstand des Beschwerdeverfahrens somit grundsätzlich nur sein kann, was  des erstinstanzlichen Verfahrens war oder nach richtiger  hätte sein sollen (vgl. ANDRÉ MOSER, in: Auer/Müller/Schindler (Hrsg.), Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren (VwVG), Zürich 2008, Rz. 3 zu Art. 52; CHRISTOPH AUER, Streitgegenstand und Rügeprinzip im Spannungsfeld der verwaltungsrechtlichen Prozessmaximen, Bern 1997, S. 63; ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, S. 149),
dass die angefochtene Verfügung vom 6. Oktober 2010 keine  betreffend Flüchtlingseigenschaft und Gewährung von Asyl ,
dass mit den Begehren, es sei die Flüchtlingseigenschaft festzustellen und Asyl zu gewähren, der Streitgegenstand in unzulässiger Weise über den in der angefochtenen Verfügung geregelten  hinaus erweitert wird (vgl. AUER, a.a.O., S. 63; BGE 110 V 51 E. 3c), weshalb auf dieses Begehren nicht einzutreten ist,
dass im vorliegenden Beschwerdeverfahren mithin einzig zu prüfen ist, ob das BFM gestützt auf Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG auf das  des Beschwerdeführers zu Recht nicht eingetreten ist,
dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asyl - suchende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die  des Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich  ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),
dass sich die vorinstanzlichen Erwägungen aufgrund der Akten als  erweisen, weshalb zur Vermeidung von Wiederholungen vorab auf die nicht zu beanstandenden Ausführungen des BFM in der  Verfügung verwiesen werden kann,
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dass die italienischen Behörden innerhalb der festgelegten Frist nicht geantwortet haben und das BFM zu Recht feststellte, dass damit  auf Art. 20 Abs. 1 Bst. c Dublin-II-VO Italien die Wiederaufnahme akzeptiert habe,
dass der Inhalt der Beschwerde offensichtlich zu keiner anderen  führt, zumal die Zuständigkeit Italiens zur Durchführung des Asylverfahrens vom Beschwerdeführer nicht bestritten wird,
dass keine konkreten Anhaltspunkte dafür vorliegen, Italien werde sich als Signatarstaat des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die  der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und  (EMRK, SR 0.101) nicht an die daraus resultierenden  Verpflichtungen, insbesondere an das , halten,
dass Dublin-Rückkehrende und verletzliche Personen betreffend  von den italienischen Behörden bevorzugt behandelt  und sich neben den staatlichen Strukturen auch zahlreiche private Hilfsorganisationen der Betreuung von Asylsuchenden und  annehmen,
dass im Übrigen den Akten keinerlei Hinweise auf eine allfällige  des Beschwerdeführers entnommen werden können,
dass in Italien ein rechtsstaatlich konformes Verfahren zur Prüfung des Asylgesuchs und der Wegweisung garantiert ist und ein dort bereits durchlaufenes Asylverfahren keinen Grund darstellt, ein Asylgesuch in der Schweiz materiell zu behandeln,
dass kein Grund zur Annahme besteht, Personen, die sich im Rahmen eines Asylverfahrens in Italien aufhalten, würden aufgrund der dortigen Aufenthaltsbedingungen in eine existenzielle Notlage versetzt,
dass somit das BFM keine Veranlassung zu einem Selbsteintritt (Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-VO) gehabt hat,
dass auf die zu bestätigenden Erwägungen und Folgerungen in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden kann und die  in der Beschwerde in entscheidwesentlicher Hinsicht offenkundig nicht durchzudringen vermögen,
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dass das BFM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht  ist,
dass sich bei dieser eindeutigen Sachlage weitere Erörterungen ,
dass insbesondere auf das handschriftlich gestellte Rechtsbegehren, wonach der angefochtene Entscheid als nichtig zu erklären und die Vorinstanz zur Neubeurteilung des erwähnten Entscheids anzuweisen sei, nicht einzugehen respektive abzuweisen ist, zumal dieser Antrag überhaupt nicht begründet wird,
dass die Anordnung der Wegweisung nach Italien der Systematik des Dublin-Verfahrens – bei dem es sich um ein Überstellungsverfahren in den für die Prüfung des Asylgesuchs zuständigen Staat handelt – ent - spricht und im Einklang mit der Bestimmung von Art. 44 Abs. 1 AsylG steht, wobei in Verfahren nach Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG die Frage nach der Zulässigkeit und Möglichkeit des Wegweisungsvollzugs – wie oben erwähnt – regelmässig bereits Voraussetzung (und nicht erst ) des Nichteintretensentscheids und demnach hier nicht mehr zu prüfen ist,
dass sich auch die Frage der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in einem Dublin-Verfahren nicht unter dem Aspekt von Art. 83 Abs. 1 und 4 AuG stellt, sondern eine entsprechende Prüfung – soweit not - wendig – vielmehr bereits im Rahmen der Entscheidfindung  der Ausübung des Selbsteintrittsrechts stattfinden muss (vgl.  Erwägungen),
dass vorliegend – wie aufgezeigt – kein Anlass zur Ausübung des Selbsteintrittsrechts (Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-VO) besteht, weshalb der vom BFM verfügte Vollzug der Wegweisung zu bestätigen ist,
dass das BFM gemäss Aktenlage bisher keine Daten an die  Behörden weitergeleitet hat, weshalb der Eventualantrag des , es sei darüber in einer separaten Verfügung zu , hinfällig ist,
dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt
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oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde  ist, soweit auf diese einzutreten ist,
dass der Antrag auf Anordnung vorsorglicher Massnahmen durch das Bundesverwaltungsgericht – solche können nur für die Dauer des  Wirkung entfalten – und die Gesuche um  der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde und Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses aufgrund des direkten  in der Hauptsache gegenstandslos geworden sind, weshalb darüber nicht zu befinden ist,
dass das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG abzuweisen ist, da die Beschwerde – wie sich aus den vorstehenden Erwägungen ergibt – als aussichtslos zu bezeichnen war, weshalb die kumulativen Voraussetzungen für die  der unentgeltlichen Rechtspflege nicht erfüllt sind,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens dessen Kosten von Fr. 600.– (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).
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