Decision ID: f102438f-23b5-5cf1-8688-45d58ac1c18a
Year: 2008
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
U._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Giovanni Schramm, St. Leonhardstrasse 32,
9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
IV-Leistungen
Sachverhalt:
A.
U._ erlitt am 3. November 2002 einen Unfall. Er stürzte aus ca. 80 cm Höhe auf die
linke Körperseite. Die Klinik für orthopädische Chirurgie des Kantonsspitals St. Gallen
teilte Dr. med. A._ am 24. Juni 2004 mit, nach der Arthroskopie und der
arthroskopischen subacromialen Dekompression der linken Schulter am 10. Mai 2004
gebe der Versicherte keine wesentliche Verbesserung der Beschwerden an. Am 21.
Februar 2005 berichtete das Kantonsspital St. Gallen, eine subacromiale Infiltration am
5. August 2004 habe nur für zwei Tage eine Beschwerdefreiheit bewirkt. Danach habe
sich wieder vollständig die Beschwerdesymptomatik wie vor der Infiltration eingestellt.
Nach einer MRI-Untersuchung der linken Schulter teilte das Kantonsspital St. Gallen
am 31. März 2005 mit, es bestehe keine Möglichkeit einer operativen Verbesserung.
Die konservative Therapie sollte möglichst ausgeschöpft werden. Für leichte
körperliche Arbeiten unterhalb des Schulterniveaus sei der Versicherte arbeitsfähig. Der
Kreisarzt der SUVA hielt in seinem Abschlussbericht vom 22. November 2005 fest, es
bestehe eine mässige Schulterperiarthropathie links bei St. n. Schulterkontusion vor
drei Jahren ohne knöcherne Läsion und ohne Insuffizienz der Rotatorenmanschette bei
St. n. operativer Behandlung eines Impingementsyndroms. Neurologische Ausfälle
seien nicht vorhanden. Die Kraftentfaltung und die Belastbarkeit der linken Schulter
seien auf und über der Horizontalen vermindert. Die Schulterelevation sei
schmerzhafter als die Vorwärtselevation. Die aktiven Bewegungseinbussen seien nicht
sehr ausgeprägt und es zeige sich keine trophische Störung. Das Rückenleiden und die
psychosozialen Probleme seien keine Unfallfolgen. Bezogen ausschliesslich auf die
linke Schulter sei eine leichte bis mittelschwere körperliche Tätigkeit ganztags
zumutbar, sofern der linke Arm nicht während längerer Zeit auf oder über der
Horizontalen eingesetzt und belastet werden müsse.
B.
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Der Versicherte meldete sich am 28. Juli 2005 zum Bezug einer Invalidenrente an. Die
B._ AG teilte der IV-Stelle am 15. August 2005 mit, sie habe den Versicherten vom
12. September 2000 bis 31. August 2003 als Hilfsarbeiter beschäftigt. Der Monatslohn
habe Fr. 4150.- betragen. Dr. med. C._ berichtete der IV-Stelle am 22. August 2005,
der Versicherte leide an chronischen Schulterbeschwerden links (St. n. frozen shoulder,
St. n. arthroskopischer subacromialer Dekompression bei subacromialem
Impingement, St. n. subacromialer Infiltration), an einem chronischen panvertebralen
Schmerzsyndrom und - ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit - an einem St. n.
rezidivierender Urolithiasis links und rechts. Der Versicherte klage über
Schulterbeschwerden links bei Belastung, v.a. bei Abduktion über teils ausstrahlende
Schmerzen bis in die linke Hand, und über belastungsabhängige Rückenschmerzen v.
a. thorakal und lumbal. Dr. med. C._ führte weiter aus, in der linken Schulter bestehe
eine diffuse Druckdolenz im ventromedialen Gelenkanteil und die Schulterabduktion sei
schmerzhaft eingeschränkt (aktiv bis 90°). Es träten aber keine Sensibilitätsstörungen
auf. In bezug auf die Wirbelsäule gab Dr. med. C._ an, er habe eine diffuse Dolenz
der BWS und der LWS sowie der paravertebralen Weichteile festgestellt. Die
Beweglichkeit sei zu einem Drittel schmerzhaft eingeschränkt. Die BWS weise eine
leichte linkskonvexe skoliotische Fehlhaltung auf, die LWS eine Streckhaltung. Es
zeigten sich keine radikulären Ausfallerscheinungen. Als Schweisser sei der Versicherte
seit dem 21. Januar 2005 zu 50% arbeitsunfähig. In einer körperlich leichten,
abwechselnd sitzenden und gehenden Tätigkeit könnte der Versicherte ca. vier
Stunden täglich eingesetzt werden. Dabei sei eine volle Leistung möglich.
C.
Dr. med. D._ und Dr. med. E._ vom Kantonsspital St. Gallen berichteten der IV-
Stelle am 25. August 2005, der Versicherte gebe Schulterschmerzen links bei einer
Abduktion ab 45° an. Das Schulterrelief sei symmetrisch, die Abduktion links bis 100°
aktiv durchführbar, die Flexion aktiv bis 170°, wobei letztere deutlich weniger
schmerzhaft sei. Der Nacken- und der Schürzengriff seien durchführbar. Das
Impingementzeichen sei deutlich positiv, der Jobetest sei ebenfalls positiv und das
Yergasonzeichen negativ. Die Innen- und die Aussenrotation seien gegen Widerstand
kräftig durchführbar. Für leichte körperliche Tätigkeiten unterhalb des Schulterniveaus
sei die Arbeitsfähigkeit zu 100% vorhanden. Der Orthopäde Dr. med. A._ führte in
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seinem Bericht vom 21. September 2005 aus, der Versicherte klage über Schmerzen
im linken Arm vom Hals über die Schulter bis in den Kleinfingerbereich. Die Schmerzen
seien bewegungs- und v.a. belastungsabhängig. Der Versicherte könne gemäss seinen
eigenen Angaben keine schwereren Lasten aufheben und er könne beispielsweise nicht
über längere Zeit das Telephon am linken Ohr halten. Die Rückenschmerzen seien den
ganzen Tag in derselben Intensität vorhanden. Der Versicherte habe Schmerzen im
LWS- und im unteren BWS- sowie im ISG-Bereich beidseits angegeben. Dr. med.
A._ führte weiter aus, die Inklination bis zu einem FBA von 15 cm sei unter
Schmerzen möglich gewesen. Vor allem beim Wiederaufrichten habe der Versicherte
über Schmerzen geklagt. Bei Drehbewegungen habe er Schmerzen im lumbosakralen
Übergang angegeben. Die aktive Elevation des linken Arms sei ordentlich gut möglich
gewesen, die seitliche Elevation nur bis 90°, passiv bis 160°. Das Drop-sign sei um die
110-90° sehr schmerzhaft gewesen. Auch die Aussenrotation am um 90° abduzierten
Oberarm sei in den letzten 15° sehr schmerzhaft, die Innenrotation hingegen gut
möglich gewesen. Tätigkeiten fast ausschliesslich ohne Überkopfstellung der Arme,
sitzend und stehend (2/3 zu 1/3) seien ganztags zumutbar. Je nach Art der Arbeit
könne die Verminderung der Leistungsfähigkeit sehr unterschiedlich ausfallen, nämlich
zwischen 20% und 50%. Realistisch geschätzt wäre die Arbeitsfähigkeit wohl um 30%
eingeschränkt. Der Psychiater Dr. med. F._ berichtete am 29. November 2005, der
Versicherte leide an einer dysphorisch-depressiven Verstimmung und an einer Neigung
zu Gereiztheit und Wutausbrüchen. Der Versicherte habe gut auf Saroten
angesprochen. Der Schlaf sei genügend geworden und die Schmerzen würden unter
der trizyklischen Behandlung besser toleriert. Aus psychiatrischer Sicht bestehe keine
Arbeitsunfähigkeit.
D.
D.a Dr. med. G._ vom RAD Ostschweiz hielt am 31. Januar 2006 fest, die
unterschiedliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit resultiere aus der Tatsache, dass
nicht alle Ärzte die lumbalen Rückenschmerzen berücksichtigt hätten. Der Hausarzt
und Dr. med. A._ hätten eine Gesamtbeurteilung vorgenommen, während die
Orthopädie des Kantonsspitals St. Gallen nur zur Schulter Stellung genommen habe.
Problematisch sei, dass die Einschätzung von Dr. med. A._ ein breites Spektrum von
Angaben zur Arbeitsunfähigkeit beinhalte. Diese Widersprüche liessen sich nicht durch
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Rückfragen aus der Welt schaffen. Deshalb sei eine neutrale orthopädische
Gesamtbeurteilung notwendig.
D.b Die IV-Stelle beauftragte Dr. med. H._ mit dieser Abklärung. Er führte in seinem
Gutachten vom 12. Juni 2006 aus, er habe neue Röntgenaufnahmen der LWS und der
linken Schulter angefertigt. Der Versicherte habe angegeben, früher habe er den linken
Arm nur am Oberkörper angelegt tragen können bei sehr schlechter Beweglichkeit. Das
habe sich inzwischen deutlich gebessert. Geblieben seien ein Dauerschmerz der Stärke
5 (VAS 0-10) und eine verminderte Kraft im linken Arm. Die Schmerzen seien dorsal an
der linken Schulter lokalisiert. Ein zweiter Schmerz ziehe vom linken Hinterkopf bis in
die Finger IV und V der Hand. Dort verspüre der Versicherte ein leichtes Elektrisieren.
Bei einer falschen oder einer schnellen Bewegung werde dieses Gefühl stärker. Der
linke Arm fühle sich an, wie wenn er zwei Kilogramm schwerer wäre. Beim Anheben
und beim raschen Fallenlassen des linken Arms bestünden Schmerzen am Ellbogen
und in der Achselhöhle. Zum Teil könnten auch leichte Lasten wie beispielsweise ein
volles Glas nicht gehoben werden. Die schon früher gelegentlich auftretenden
Rückenschmerzen seien im Januar 2005 deutlich stärker geworden. Auch dank der
physikalischen Therapie sei nun eine Besserung eingetreten. Der Versicherte könne
eine Stunde spazieren, wobei die Schmerzen in der letzten Viertelstunde stärker seien.
Das Autofahren sei mehr als eine Stunde möglich. Mit übergebeugtem Oberkörper
könne der Versicherte schlecht gehen und stehen. Die Schmerzen seien bandförmig im
Kreuz lokalisiert, manchmal auch höher, über dem Scheitel der Rückenkrümmung.
Gelegentlich träten Schmerzen an der Innenseite des linken Oberschenkels auf.
D.c Gestützt auf die klinische Untersuchung und die neuen Röntgenbilder führte Dr.
med. H._ in seiner Beurteilung aus, der Versicherte habe bei seinem Sturz im
November 2002 vermutlich eine nicht dislozierte Abrissfraktur des Tuberculum maius
an der linken, nicht dominanten Schulter erlitten. Trotz der konservativen Behandlung
habe sich ein Impingementsyndrom entwickelt, das mit der operativen Erweiterung des
Subacromialraumes deutlich gebessert habe. Es würden aber immer noch Schmerzen
angegeben. Die Funktion sei ordentlich, über der Horizontalen schmerzhaft
eingeschränkt. In der Zwischenzeit seien neue Symptome aufgetreten, die auf eine
Schmerzausweitung hinwiesen. Eine neurologische Abklärung habe keine Ursache
eruieren können. Die seit anfangs 2005 angegebenen Rückenschmerzen entsprächen
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im Ausmass dem, was bei der Bevölkerung in diesem Lebensabschnitt oft anzutreffen
sei. Die Inklination des Oberkörpers sei eingeschränkt möglich. Bildgebend hätten
keine pathologischen Befunde erhoben werden können. Therapeutisch seien für die
Schulter entzündungshemmende Medikamente nötig. Für den Rücken wäre eine
Kräftigung der paravertebralen Muskulatur und eine Gewichtsreduktion günstig. Bei der
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit müsse berücksichtigt werden, dass mit dem linken
Arm keine Überkopfarbeit ausgeführt werden könne. Die Kreuzbeschwerden seien
insofern zu berücksichtigen, dass eine verminderte Steh- und Sitzfähigkeit attestiert
werde. Dies wirke sich auf die Arbeitsfähigkeit so aus, dass Wechselhaltungen
eingenommen werden müssten. Diese Einschätzung decke sich mit derjenigen von Dr.
med. A._ vom September 2005, wobei damals zusätzlich zur qualitativen eine
zeitliche Einschränkung unbekannten Ausmasses vermutet worden sei, dies im
Unterschied zum Hausarzt, der trotz qualitativer Einschränkungen nur einen
vierstündigen Einsatz als möglich erachtet habe.
E.
Dr. med. G._ vom RAD Ostschweiz hielt am 27. Juli 2006 fest, gemäss Dr. med.
H._ sei eine adaptierte Tätigkeit vollschichtig zumutbar. Die IV-Stelle ging von einem
Valideneinkommen von Fr. 55'749.- und von einem zumutbaren Invalideneinkommen
von Fr. 58'310.- aus, so dass keine Invalidität resultierte. Deshalb teilte sie dem
Versicherten in einem Vorbescheid vom 7. August 2006 mit, dass sie sein
Leistungsbegehren abweisen werde, da weder eine eingliederungs- noch eine
rentenspezifische Invalidität bestehe. Der Versicherte beantragte am 9. September/4.
Oktober 2006 die Zusprache einer ganzen Rente, die Durchführung einer
gesamtheitlichen interdisziplinären Beurteilung (orthopädisch und psychiatrisch) und
eine Kostengutsprache für berufliche Massnahmen. Zur Begründung führte er aus, als
Folge der sehr widersprüchlichen Aussagen zu seiner Arbeitsfähigkeit sei eine
interdisziplinäre Begutachtung unabdingbar. Die Höhe des von der IV-Stelle
angenommenen Valideneinkommens sei nicht nachvollziehbar. Bei der Ermittlung des
zumutbaren Invalideneinkommens hätte ein Abzug von mindestens 15% vom
Tabellenlohn vorgenommen werden müssen. Bei der von Dr. med. A._ festgestellten
Erwerbsunfähigkeit von 30% und einem Leidensabzug von 15% resultiere ein
Invaliditätsgrad von 45%. Er sei nach wie vor sehr motiviert, wieder eine Arbeit
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anzunehmen. Mit einer Verfügung vom 30. November 2006 wies die IV-Stelle das
Leistungsbegehren des Versicherten ab, da er nicht invalid sei. Das Gutachten von Dr.
med. H._ sei in sich schlüssig und widerspruchsfrei. Es enthalte eine klare
Arbeitsfähigkeitsschätzung. Das Valideneinkommen sei anhand der Lohnangaben des
letzten Arbeitgebers und der Teuerung bis 2006 ermittelt worden. Ein Leidensabzug sei
nicht gerechtfertigt, weil eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit bestehe. Mangels einer
Erwerbseinbusse von mindestens 20% bestehe kein Anspruch auf berufliche
Eingliederungsmassnahmen. Invaliditätsfremde Faktoren könnten bei der
Invaliditätsbemessung nicht berücksichtigt werden.
F.
Der Versicherte erhob am 22. Januar 2007 Beschwerde gegen diese Verfügung. Er
beantragte deren Aufhebung und die Rückweisung an die IV-Stelle zur weiteren
Abklärung der tatsächlichen Arbeitsunfähigkeit. Er reichte eine Stellungnahme von Dr.
med. A._ vom 18. Dezember 2006 ein. Dr. med. A._ hatte ausgeführt, Dr. med.
H._ habe nicht klar zur qualitativen Einschränkung Stellung genommen. Seine
Interpretation des Berichts vom 21. September 2005 sei nicht richtig. Und schliesslich
nehme er nicht klar Stellung zur Einschätzung des Hausarztes. Die Diskrepanz
zwischen den beiden orthopädischen Einschätzungen sei wohl darauf zurückzuführen,
dass Dr. med. H._ einen ganztägigen Arbeitseinsatz als zumutbar erachte, die
qualitative Einschränkung aber nicht beziffere, während er am 21. September 2005 für
eine konkrete Arbeitssituation von einem Leistungsausfall von 20-50%, im Schnitt 30%
ausgegangen sei. Der Versicherte machte in der Beschwerdebegründung gestützt auf
diese Stellungnahme von Dr. med. A._ geltend, es lägen unüberwindbare
Diskrepanzen bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit vor. Der Gutachter Dr. med.
H._ habe den an und für sich unbestrittenen Leistungsausfall nicht präzisiert. Insofern
seien die Akten unvollständig.
G.
Die IV-Stelle beantragte am 30. März 2007 die Abweisung der Beschwerde. Sie machte
geltend, vor der Begutachtung sei eine zuverlässige Bestimmung der Arbeitsfähigkeit
aus orthopädischer Sicht nicht möglich gewesen. Aufgrund der divergierenden
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Auffassungen sei vorher bereits klar gewesen, dass das Ergebnis der Begutachtung
teilweise im Widerspruch zu den bisherigen Einschätzungen stehen werde. Entgegen
der Auffassung von Dr. med. A._ sei das Gutachten vom 12. Juni 2006 in sich
widerspruchsfrei. Es komme zum klaren Ergebnis, dass wechselbelastende Tätigkeiten
ohne Überkopfarbeit mit dem linken Arm voll zumutbar seien. Es seien keine weiteren
Abklärungen nötig.
H.
Der Versicherte wandte am 3. Mai 2007 insbesondere ein, Dr. med. H._ habe sich
nicht klar zur qualitativen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit geäussert. Dr. med. A._
habe eine Einschränkung von 20-50%, im Schnitt von 30% angegeben. Dr. med. H._
habe die Frage nach der Arbeitsfähigkeit nicht beantwortet.
I.
Die IV-Stelle verzichtete am 10. Mai 2007 auf eine Stellungnahme zur Replik.

Erwägungen:
1.
1.1 Der Grad der für den Rentenanspruch massgebenden Invalidität ist gemäss Art. 16
ATSG durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln, bei dem das Einkommen, das
der Beschwerdeführer nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihm
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Erwerbseinkommen, das er
erzielen könnte, wenn er nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Grundlage
der Bemessung des Invalideneinkommens bilden die Arbeitsfähigkeitsschätzung und
die Umschreibung der trotz der Gesundheitsbeeinträchtigung noch möglichen und
zumutbaren Tätigkeiten.
1.2 Die Frage, wie eine Erwerbstätigkeit beschaffen sein muss, damit der
Beschwerdeführer trotz seiner Gesundheitsbeeinträchtigung seine verbliebene
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Arbeitsfähigkeit bestmöglich verwerten kann, ist von den an der Abklärung beteiligten
Ärzten weitgehend gleich beantwortet worden. Zusammengefasst muss es sich um
eine körperlich leichte Tätigkeit handeln, bei welcher der Beschwerdeführer seine
Körperhaltung frei wechseln kann, und der Einsatz des linken Arms muss auf Arbeiten
unter der Horizontalen, mit Heben und Tragen von ganz leichten Gewichten, ohne
heftige oder ungünstige Bewegungen beschränkt sein. Diese qualitative Einschränkung
in der Art der Erwerbstätigkeit hat zur Folge, dass dem Beschwerdeführer nicht mehr
der gesamte - allgemeine und ausgeglichene - Markt für Hilfsarbeiten offen steht. Nur
noch ein Ausschnitt aus diesem Arbeitsmarkt kommt in Frage. Dieser Ausschnitt weist
aber noch eine ausreichende Zahl von Arbeitsplätzen auf, an denen sich die
Behinderung des Beschwerdeführers nicht nachteilig auf die Arbeitsleistung auswirken
würde. Es ist also nicht so, dass es überhaupt keine geeigneten Arbeitsplätze gäbe, so
dass die verbleibende Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers wirtschaftlich nicht
mehr verwertbar wäre. Auch für den noch in Frage kommenden Ausschnitt gilt, dass es
ein allgemeiner und ausgeglichener Arbeitsmarkt ist, dass es also irrelevant ist, ob die
entsprechenden Stellen besetzt oder offen sind. Die qualitative behinderungsbedingte
Einschränkung des Beschwerdeführers wirkt sich nicht auf den Arbeitsfähigkeitsgrad
aus, weil die Behinderung in einer bestmöglich adaptierten Erwerbstätigkeit gar nicht
zum Tragen kommt.
1.3 Sollten die Ausführungen von Dr. med. A._ so zu verstehen sein, dass die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers durch diese qualitative behinderungsbedingte
Einschränkung auf 50-80%, im Schnitt auf 70% reduziert sei, worauf der Verweis auf
die Anforderungen an eine adaptierte Tätigkeit im Bericht vom 21. September 2005
hindeutet, so ist diese Schätzung unbrauchbar. Die in einer Prozentzahl ausgedrückte,
der Ermittlung des zumutbaren Invalideneinkommens zugrunde zu legende
Arbeitsfähigkeit beruht nämlich ausschliesslich auf der verbliebenen Leistungsfähigkeit
in einer der Behinderung bestmöglich angepassten Erwerbstätigkeit. Ein
Arbeitsfähigkeitsgrad von weniger als 100% kann deshalb nur bedeuten, dass eine
versicherte Person auch in einer der Gesundheitsbeeinträchtigung angepassten
Erwerbstätigkeit behinderungsbedingt keine volle Leistung erbringen kann. Die
quantitative, in einer Prozentzahl ausgedrückte Arbeitsfähigkeit ist als Grundlage der
Bemessung des zumutbaren Invalideneinkommens solange unbrauchbar, als nicht
definiert wird, auf welche Art von Erwerbstätigkeit sie sich bezieht. Es muss also immer
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zusätzlich angegeben werden, welche Art von Erwerbstätigkeit (bisherige Arbeitsstelle,
erlernter Beruf, adaptierte Arbeitsstelle) gemeint ist. Nur wenn sie sich auf die
adaptierte Arbeitsstelle bezieht, ist sie geeignet, der Ermittlung des zumutbaren
Invalideneinkommens zu dienen.
1.4 Die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. med. A._ kann auch so gemeint gewesen
sein, dass der Arbeitsfähigkeitsgrad des Beschwerdeführers davon abhänge, wie weit
eine Erwerbstätigkeit der qualitativen Einschränkung, d.h. der behinderungsbedingten
Anforderungen gerecht werde. In einer völlig ungeeigneten Erwerbstätigkeit wäre der
Beschwerdeführer also nach der Ansicht von Dr. med. A._ zu 50%, in einer der
Behinderung gerecht werdenden Erwerbstätigkeit zu 80% arbeitsfähig. Massgebend ist
nicht die durchschnittliche Arbeitsfähigkeit in allen, ungeeigneten und idealen
Erwerbstätigkeiten, sondern nur die Arbeitsfähigkeit in der adaptierten Erwerbstätigkeit.
Dr. med. A._ schätzt diese Arbeitsfähigkeit auf 80%. Entgegen der Auffassung von
Dr. med. H._, des zuständigen Arztes des RAD Ostschweiz und der
Beschwerdegegnerin hat Dr. med. A._ also doch eine präzise
Arbeitsfähigkeitsschätzung abgegeben. Allerdings hat Dr. med. A._ weder in seinem
Bericht vom 21. September 2005 noch in seiner Stellungnahme vom 18. Dezember
2006 eine Begründung dafür geliefert, dass der Beschwerdeführer in einer seiner
Behinderung Rechnung tragenden Erwerbstätigkeit nicht voll arbeitsfähig sein soll. Dr.
med. A._ hat weder einen vermehrten Pausenbedarf noch ein generell reduziertes
Arbeitstempo oder eine ähnliche Ursache für die angegebene Arbeitsfähigkeit von
lediglich 80% angegeben. Die Art und das Ausmass der Gesundheitsbeeinträchtigung,
an welcher der Beschwerdeführer leidet, vermag keine derartige Einschränkung zu
rechtfertigen, denn in einer adaptierten Erwerbstätigkeit wirken sich weder die Rücken-
noch die Armbeschwerden leistungsbeschränkend aus, weil ungünstige
Körperhaltungen und Armbewegungen ganz vermieden werden können.
1.5 Der Sachverständige Dr. med. H._ hat ebenfalls eine Arbeitsfähigkeitsschätzung
abgegeben. Diese Schätzung ist entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers
präzis, auch wenn im Gutachten vom 12. Juni 2006 keine Prozentzahl erscheint. Dr.
med. H._ hat nämlich in seiner Beurteilung klar zum Ausdruck gebracht, dass die
Gesundheitsbeeinträchtigung des Beschwerdeführers nur eine qualitative
Einschränkung, aber keine Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten Erwerbstätigkeit zur
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Folge habe. Er hat also eine Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers von 100%
angegeben. Anders als die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. med. A._ deckt sich
diese Schätzung mit den Diagnosen und dem objektiven Ausmass der Beschwerden.
Damit erweist sich die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. med. H._ als die
überzeugender begründete. Hinzu kommt, dass Hausärzte und behandelnde Fachärzte
erfahrungsgemäss dazu neigen, die pessimistische und oft über lange Zeit
demonstrierte Krankheits- und Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung ihrer Patienten zu
übernehmen und der IV-Stelle entsprechend Bericht zu erstatten (vgl. dazu etwa
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz
über die Invalidenversicherung, Ulrich Meyer-Blaser, S. 230). Im Gegensatz zu den
medizinischen Sachverständigen sind sie nicht verpflichtet, völlig unbefangen und
objektiv zu berichten und dem Versicherten nötigenfalls zu widersprechen. Fehlen klare
Hinweise darauf, dass sich ein Hausarzt oder ein behandelnder Facharzt objektiv und
unvoreingenommen zur Arbeitsfähigkeit seines Patienten geäussert hätte, weist die
Arbeitsfähigkeitsschätzung zum vornherein eine geringere Überzeugungskraft auf als
diejenige eines unabhängigen Sachverständigen. Dies trifft auch auf den vorliegenden
Sachverhalt zu. Es ist deshalb davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer in einer
seiner Gesundheitsbeeinträchtigung angepassten Erwerbstätigkeit uneingeschränkt
arbeitsfähig ist.
2.
2.1 Der Beschwerdeführer geht seit Jahren keiner Erwerbstätigkeit mehr nach. Sein
zumutbares Invalideneinkommen kann deshalb nicht anhand eines effektiv erzielten
Lohnes ermittelt werden. Es muss auf statistisch erhobene Lohnzahlen abgestellt
werden. Hilfsarbeiten, die den Anforderungen des Beschwerdeführers an eine
behinderungsadaptierte Arbeitsstelle gerecht werden, dürften überwiegend im
Produktionssektor und kaum im Dienstleistungssektor erbracht werden. Innerhalb des
Produktionssektors beschränkt sich die Einsatzfähigkeit des Beschwerdeführers auf
das verarbeitende Gewerbe und die Industrie. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass eine
bestimmte Branche dieses Bereiches typischerweise viele geeignete Arbeitsplätze
aufwiese. Abzustellen ist deshalb auf den Durchschnittslohn aller Branchen des
Bereichs verarbeitendes Gewerbe und Industrie. Der massgebende Durchschnittslohn
beträgt gemäss der Tabelle TA1 im Anhang zur schweizerischen Lohnstrukturerhebung
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2004, Resultate auf nationaler Ebene, Fr. 4854.-. Allerdings beruht dieser Betrag auf
einer standardisierten Wochenarbeitszeit von 40 Std. Effektiv hat die durchschnittliche
Wochenarbeitszeit im Jahr 2004 aber 41,6 Std. betragen. Deshalb muss von einem
Durchschnittslohn von Fr. 5048.- bzw. Fr. 60'576.- ausgegangen werden.
2.2 Dass körperlich leichte Hilfsarbeiten im Durchschnitt schlechter entlöhnt würden
als körperlich beanspruchende, ist statistisch nicht ausgewiesen. Ökonomisch
betrachtet ist eine derartige Abweichung auch nicht zu erwarten, denn das
Wertschöpfungspotential eines Hilfsarbeitsplatzes hängt nicht davon ab, in welchem
Ausmass körperlich beanspruchende Arbeit geleistet wird. Eigenschaften wie Sorgfalt,
Aufmerksamkeit, Zuverlässigkeit, Einsatzwille und Qualitätsbewusstsein sind an
entsprechenden Arbeitsplätzen genauso wertvoll wie eine hohe körperliche
Leistungsfähigkeit an einem Arbeitsplatz, der dies erfordert. Da der Beschwerdeführer
aufgrund seiner früheren Beschäftigung als Weber und als Punktschweisser viele der
obgenannten wertvollen Eigenschaften mitbringt, besteht keine Veranlassung, zur
Ermittlung seines zumutbaren Invalideneinkommens das Durchschnittseinkommen von
Fr. 60'576.- zu reduzieren. Da keine Gefahr überdurchschnittlicher Krankheitsabsenzen
besteht, weil eine adaptierte Arbeitsstelle rücken- und armgerecht auszugestalten
wäre, und da auch keine anderen Nachteile des Beschwerdeführers gegenüber
gesunden Konkurrenten für geeignete Arbeitsplätze bestehen, rechtfertigt sich kein -
fälschlicherweise so genannter - "Leidensabzug". Der Beschwerdeführer könnte
vollzeitlich und mit voller Leistung arbeiten. Er würde also auch keinen Teilzeitnachteil
erleiden. Demnach kann auch unter diesem Titel kein Abzug vorgenommen werden.
Das zumutbare Invalideneinkommen beträgt somit Fr. 60'576.-. Da der
Beschwerdeführer ohne die Gesundheitsbeeinträchtigung kein höheres Einkommen
erzielen könnte, ist auch das Valideneinkommen mit Fr. 60'576.- zu beziffern. Der
Beschwerdeführer erleidet also keine behinderungsbedingte Erwerbseinbusse, d.h. er
ist nicht im Sinne der Art. 8 ATSG und 28 IVG invalid. Die Beschwerdegegnerin hat sein
Rentengesuch zu Recht abgewiesen.
3.
3.1 Der Beschwerdeführer hat in seiner Stellungnahme vom 4. Oktober 2006 zum
Vorbescheid ausdrücklich die Erteilung der Kostengutsprache für berufliche
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Eingliederungsmassnahmen beantragt. Die Beschwerdegegnerin hat mit der
angefochtenen Verfügung vom 30. November 2006 das "Leistungsbegehren" des
Beschwerdeführers abgewiesen. In der Verfügungsbegründung hat sie darauf
hingewiesen, dass kein Anspruch auf berufliche Eingliederungsmassnahmen bestehe,
weil keine mindestens 20%ige Erwerbseinbusse vorliege. Mit der Beschwerde ist die
Aufhebung der Verfügung vom 30. November 2006 und die Rückweisung der Sache
zur Abklärung der tatsächlichen Arbeitsunfähigkeit beantragt worden. Anders als in der
Stellungnahme zum Vorbescheid hat der Beschwerdeführer hier also nicht mehr
ausdrücklich die verlangten Leistungen spezifiziert. Die Interpretation des
Beschwerdebegehrens ergibt aber doch, das sowohl Renten- als auch
Eingliederungsleistungen verlangt werden. Der Beschwerdeführer hat nämlich die
Aufhebung der Verfügung vom 30. November 2006 beantragt. Er hat also nicht
ausdrücklich nur die Aufhebung der verfügten Abweisung seines Rentenbegehrens
verlangt. Darin liegt kein Widerspruch zum Begehren, die Sache zur Abklärung der
tatsächlichen Arbeitsunfähigkeit an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, denn
auch ein allfälliger Eingliederungsanspruch setzt ja ein Mindestmass an
Arbeitsunfähigkeit als leistungsspezifische Invalidität voraus. Der Anspruch auf
Eingliederungsmassnahmen hängt also ebenfalls vom Ausmass der tatsächlichen
Arbeitsunfähigkeit ab. Darauf hat die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen
Verfügung hingewiesen, indem sie sich auf die Behauptung gestützt hat, es bestehe
keine behinderungsbedingte Erwerbseinbusse von mindestens 20%. Zu beurteilen ist
somit neben einem allfälligen Rentenanspruch auch ein allfälliger Anspruch des
Beschwerdeführers auf berufliche Eingliederungsmassnahmen.
3.2 Invalide oder von einer Invalidität unmittelbar bedrohte Versicherte haben einen
Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind,
die Erwerbsfähigkeit wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern (Art. 8 Abs. 1
IVG). Dazu gehören auch die Massnahmen beruflicher Art, u.a. die Umschulung (Art. 8
Abs. 3 lit. b IVG). Ein Anspruch auf eine Umschulung in eine neue Erwerbstätigkeit
besteht, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und dadurch die
Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbessert werden kann (Art. 17 Abs. 1
IVG). Die umschulungsspezifische Invalidität besteht in der durch eine
Gesundheitsbeeinträchtigung bedingten Unfähigkeit, im bisherigen Beruf, allenfalls
auch in einem anderen, ohne berufliche Massnahmen zugänglichen Beruf zumutbare
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Arbeit zu leisten (Art. 6 ATSG). Der Beschwerdeführer hat in der Anmeldung zum
Leistungsbezug angegeben, er habe keinen Beruf erlernt. Dr. med. H._ hat er dann
erzählt, er habe zweieinhalb Jahre lang den Beruf eines Webers erlernt und sei dann
Webermeister gewesen. In der Anmeldung hat der Beschwerdeführer auch angegeben,
er sei von 1962 bis 1999 als Weber tätig gewesen. Wäre er tatsächlich als
ausgebildeter Weber zu qualifizieren, bemässe sich seine umschulungsspezifische
Invalidität nicht nach der Arbeitsunfähigkeit in irgendeiner der
Gesundheitsbeeinträchtigung angepassten Hilfsarbeit, sondern nach der
Arbeitsunfähigkeit als Weber. Diese Arbeitsunfähigkeit wäre erheblich, denn die linke
Hand müsste beim Weben oft eingesetzt werden. In diesem Fall hätte also auch die
Arbeitsunfähigkeit im Beruf als Weber medizinisch abgeklärt werden müssen. Die
Beschwerdeführerin hat entsprechende Abklärungen unterlassen, weil sie offensichtlich
davon ausgegangen ist, dass der Beschwerdeführer nicht über eine qualifizierte
Berufsausbildung als Weber verfüge, sondern von 1962 bis 1999 nur als Hilfsweber
tätig gewesen sei. Der Beschwerdeführer dürfte zwar tatsächlich in seinem
Herkunftsland in irgendeiner Form eine Ausbildung im Bereich Weberei durchlaufen
haben. Erfahrungsgemäss ist aber davon auszugehen, dass es sich dabei nicht um
eine Berufsausbildung nach schweizerischen Massstäben gehandelt hat, dass diese
Ausbildung also in der Schweiz keine Beschäftigung als gelernter Weber zuliesse. Der
Beschwerdeführer besitzt deshalb mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht jene
beruflichen Kenntnisse und Fähigkeiten, die ihn zu einem qualifizierten Berufsmann
machen würden. Als Hilfsarbeiter käme nur eine sogenannt höherwertige Umschulung,
d.h. faktisch eine erstmalige Berufsausbildung in Frage. Diese würde nicht nur am
Fehlen der notwendigen schulischen Voraussetzungen scheitern, sondern sie wäre
auch unverhältnismässig, da die nach der Umschulung verbleibende Aktivitätsphase
des 1949 geborenen Beschwerdeführers zu kurz wäre. Die Beschwerdegegnerin hat
deshalb zu Recht einen Umschulungsanspruch verneint.
3.3
3.3.1 Gemäss Art. 18 Abs. 1 Satz 1 IVG (in der auf den vorliegenden Fall anwendbaren
Fassung der 4. IV-Revision, vgl. etwa das Bundesgerichtsurteil vom 24. März 2006, I
427/05, Erw. 4) haben eingliederungsfähige Versicherte einen Anspruch auf eine aktive
Unterstützung bei der Suche eines geeigneten Arbeitsplatzes. Da auch die
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Arbeitslosenversicherung Arbeitsvermittlungsleistungen erbringt, die
Invalidenversicherung aber vorrangig für die Arbeitsvermittlung bei invaliden
Versicherten zuständig ist, hat das Bundesgerichts bei der Interpretation des Art. 18
Abs. 1 Satz 1 IVG bzw. bei der Umschreibung der leistungsspezifischen Invalidität
diesem Koordinationsproblem Rechnung getragen. Es ist dabei nicht vom an sich
massgebenden sozialen Risiko, d.h. von der Arbeitslosigkeit ausgegangen, sondern es
hat die leistungsspezifische Invalidität
- im Hinblick auf eine Lösung des Koordinationsproblems durch eine starke Einengung
des Kreises der Leistungsberechtigten - über den durch eine
Gesundheitsbeeinträchtigung bedingten Nachteil bei der Stellensuche im Vergleich zu
den stellensuchenden gesunden Arbeitslosen definiert. Das bedeutet, dass nicht jede
Person, die aufgrund einer bleibenden oder voraussichtlich länger dauernden
Gesundheitsbeeinträchtigung arbeitslos geworden ist, i.S. von Art. 18 Abs. 1 Satz 1
IVG invalid ist. Sie muss vielmehr zusätzlich eine durch die
Gesundheitsbeeinträchtigung bedingte Benachteiligung gegenüber gesunden
Arbeitslosen aufweisen. Wer also beispielsweise nach einer Umschulung gemäss Art.
17 Abs. 1 IVG arbeitslos ist, aber gegenüber gesunden Arbeitslosen keinen besonderen
durch die Gesundheitsbeeinträchtigung bewirkten Nachteil aufweist, hat keinen
Anspruch auf Arbeitsvermittlung gemäss Art. 18 Abs. 1 Satz 1 IVG; seine berufliche
Wiedereingliederung endet mit dem Abschluss der Umschulung (vgl. etwa AHI-Praxis
2000 S. 69 ff.).
3.3.2 Eine relevante Benachteiligung und damit eine leistungsspezifische Invalidität
liegt gemäss der höchstrichterlichen Rechtsprechung dann vor, wenn eine behinderte
arbeitslose Person beispielweise stumm oder nicht mobil ist und deshalb kein
Bewerbungsgespräch führen kann, wenn einem potentiellen Arbeitgeber die
besonderen Möglichkeiten oder Grenzen der behinderten arbeitslosen Person erläutert
werden müssen, damit eine Chance auf eine Anstellung besteht, oder wenn
behinderungsbedingt besondere Anforderungen an einen Arbeitsplatz gestellt werden
müssen (z.B. Sehhilfe, besondere Ruhezeitenregelung). Nach der Auffassung des
Bundesgerichts ist nur in diesen besonderen Fällen das Fachwissen und die
qualifizierte Hilfe der Berufsberater der Invalidenversicherung notwendig.
Invaliditätsfremde Nachteile wie beispielsweise das Fehlen ausreichender
Sprachkenntnisse erfordern kein IV-spezifisches Fachwissen bei der
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Arbeitsvermittlung. Sie sind deshalb nicht geeignet, eine leistungsspezifische Invalidität
zu bewirken. All diese besonderen Voraussetzungen, die zusätzlich zu der durch eine
bleibende oder voraussichtlich länger dauernde Gesundheitsbeeinträchtigung
bewirkten Arbeitslosigkeit hinzukommen müssen, damit eine leistungsspezifische
Invalidität entstehen kann, sind nach der Ansicht des Bundesgerichts dann nicht
erforderlich, wenn die arbeitslose behinderte Person in einer adaptierten
Erwerbstätigkeit nicht zu 100% arbeitsfähig ist (vgl. zum Ganzen etwa AHI-Praxis 2003,
S. 268 ff. Erw. 2c). Sucht also beispielsweise eine in einer adaptierten Tätigkeit nur zu
50% arbeitsfähige Person eine geeignete Teilzeitstelle, dann ist sie i.S. von Art. 18 Abs.
1 Satz 1 IVG invalid, selbst wenn sie gegenüber gesunden Arbeitslosen, die eine
Halbtagsstelle suchen, keinen der oben angeführten Nachteile aufweist, weil sie ihre
50%ige Arbeitsfähigkeit problemlos umsetzen kann. Warum eine Teilarbeitsfähigkeit
allein ohne weiteres den Einsatz des besonderen Fachwissens und die qualifizierte
Hilfe der Berufsberater der Invalidenversicherung erforderlich macht, damit erfolgreich
eine Stelle vermittelt werden kann, ist vom Bundesgericht bisher nicht erklärt worden.
Aus der Definition der leistungsspezifischen Invalidität anhand besonderer Nachteile
lässt sich dies jedenfalls nicht ableiten, denn es gibt keine Indizien dafür, dass es
erheblich schwieriger wäre, Teilzeit- statt Vollzeitstellen zu vermitteln. Die
Widersprüchlichkeit der höchstrichterlichen Praxis beruht auf dem zum Scheitern
verurteilten Versuch, die Koordination zwischen der Arbeitslosenversicherung und der
Invalidenversicherung nicht durch eine Koordinationsbestimmung, sondern durch die
Definition der leistungsspezifischen Invalidität des Art. 18 Abs. 1 Satz 1 IVG zu lösen,
ohne dabei den allgemeinen Invaliditätsbegriff aufzugeben.
3.3.3 Das Bundesgericht hat mit seiner Interpretation des Art. 18 Abs. 1 Satz 1 IVG (in
seiner früheren Fassung) weder dem Sinn und Zweck der IV-spezifischen
Arbeitsvermittlung noch der systematischen Einordnung dieser Leistungskategorie
Rechnung getragen und es hat ein Koordinationsproblem im Rahmen einer
Gesetzesbestimmung zu lösen versucht, die nur die materiellen
Leistungsvoraussetzungen regeln will. Diese langjährige höchstrichterliche
Rechtsprechung ist konsequent gegen jede Kritik unterer Instanzen abgeschottet
worden. Es ist davon auszugehen, dass sich daran nichts mehr ändern wird, zumal die
Regelung der Arbeitsvermittlung mit der 5. IV-Revision eine völlige Neufassung
erfahren hat, so dass nur noch eine beschränkte Zahl von Anwendungsfällen des alten
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Art. 18 Abs. 1 Satz 1 IVG auftreten werden. Unter diesen Umständen muss die
höchstrichterliche Rechtsprechung aus Gleichbehandlungsgründen auch auf den
vorliegenden Fall Anwendung finden. Der Beschwerdeführer ist in einer adaptierten
Erwerbstätigkeit zu 100% arbeitsfähig. Er erleidet gegenüber gesunden Arbeitslosen,
die eine entsprechende Vollzeitstelle suchen, keinen relevanten behinderungsbedingten
Nachteil auf. Es fehlt somit einer leistungsspezifischen Invalidität. Die
Beschwerdegegnerin hat zu Recht einen Anspruch des Beschwerdeführers auf
Arbeitsvermittlungsbemühungen verneint.
4.
Im Sinne der vorstehenden Ausführungen ist die Beschwerde abzuweisen. Der
Beschwerdeführer unterliegt vollumfänglich und hat deshalb keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG). Auch das entsprechende Begehren ist
abzuweisen. Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die unterliegende Partei hat
für die Kosten aufzukommen. Die Gerichtsgebühr bemisst sich nach dem
Verfahrensaufwand. Sie beträgt zwischen Fr. 200.- und Fr. 1000.- (Art. 69 Abs. 1
IVG). Im vorliegenden Fall rechtfertigt der Aufwand einer Gerichtsgebühr von Fr. 600.-,
die durch den Beschwerdeführer zu bezahlen ist. Die Gerichtsgebühr ist durch den
vom Beschwerdeführer geleisteten Vorschuss von Fr. 600.- gedeckt.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG