Decision ID: 09385f6b-e562-4547-8dce-4b15bff3e0f4
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1984,
erlernte nach der obligatorischen Schulzeit den Beruf des Automonteurs und ging dann viele Jahre wechselnden Tätigkeiten ausserhalb des erlernten Berufs nach. Zuletzt war er Türsteher in einem Nachtclub (vgl. Urk. 8/48/21).
Am 3
1.
Mai 2016 (Eingangsdatum)
meldete sich de
r Versicherte bei der Sozial
ver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Hinweis auf
ein
en Hirn
tumor (recte:
links frontales kavernöses Angiom)
zum Bezug von L
eistungen der Invalidenversiche
rung an (
Urk.
8/3
). Die IV-Stelle
holte die Berichte der behan
delnden Ärzte (
Urk.
8/9,
Urk.
8/16 und
Urk.
8/33) sowie einen Auszug aus dem Individuellen Konto des Versicherten (IK-Auszug;
Urk.
8/10) ein.
Ferner teilte die IV-Stelle dem Versicherten mi
t Schreiben vom 1
7.
November 2016 mit, dass auf
grund des Gesundheitszustands zurzeit keine beruf
lichen Eingliederungs
mass
na
hmen angezeigt sind (
Urk.
8/19) und veranlasste i
n der Folge eine poly
diszip
linäre Begutacht
ung bei der
Y._
(Gutachten vo
m 5.
April 2018;
Urk.
8/48).
Ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 28 % stellte die IV-Stelle mit Vorbescheid vom
3.
Mai 2018 die Abweisung des Leistungs
begehrens in Aus
sicht (
Urk.
8/51). Dage
gen erhob der Versicherte am 4.
Juni 2018 (Urk.
8/54) sowie ergänzend am 1
0.
September 2018 (
Urk.
8/63) unter Beilage eines neuen Arztberichts (
Urk.
8/62) Einwand. Mit Verfügung vom
9.
November 2018 ver
neinte die IV-Stelle wie vorbeschieden einen Anspruch auf Leistungen der Inva
lidenversicherung (
Urk.
2)
2.
Hiergegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 1
3.
Dezember 2018 Be
schwerde und beantragte, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und es seien
ihm geeignete berufliche Massnahmen sowie ein entsprechendes Taggeld zu gewähren. Eventualiter sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zur erneuten Beurteilung zurückzuweisen, subeventuell sei ihm eine volle Rente der Invaliden
versicherung zuzusprechen. In prozessualer Hinsicht beantragte er, es sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege sowie die unentgeltliche
Rechts
verbeiständung
zu gewähren. Ausserdem sei ein zweiter Schriftenwechsel
durch
zuführen
(
Urk.
1).
Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 1
8.
Januar
2018 (
richtig: 2019,
Urk.
7) auf Abweisung der Beschwerde. Mit Verfügung vom 2
9.
Januar 2019 wurde dem Beschwerdeführer die Beschwerdeantwort zugestellt sowie
mitgeteilt, dass die Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels für nicht not
wendig erachtet werde
(
Urk.
10).
Am 1
4.
Februar 2019 reichte der Beschwer
de
führer eine kurze freiwillige Stellungnahme (
Urk.
11)
sowie die
Hororarnote
(
Urk.
12) ein.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebre
chen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 Bundesgesetz über die Invaliden
versicherung [IVG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der kör
perlichen, geistigen oder
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumut
barer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Er
werbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte haben ge
mäss Art. 8 Abs. 1 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
wieder herzustellen
, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen
für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind.
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen gemäss Abs. 3 in medizinischen Mass
nahmen (
lit
. a), Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Ein
gliederung (
lit
.
a
bis
), Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe;
lit
. b) und in der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
. d).
1.4
Versicherte, die seit mindestens sechs Monaten zu mindestens 50 % arbeitsunfä
hig (Art. 6 ATSG) sind, haben Anspruch auf Integrationsmassnahmen zur Vorbe
reitung auf die berufliche Eingliederung (Integrationsmassnahmen), sofern dadurch die Voraussetzungen für die Durchführung von Massnahmen beruflicher Art geschaffen werden können (Art. 14a Abs. 1 IVG). Als Integrationsmassnah
men gelten gemäss Abs. 2 gezielte, auf die berufliche Eingliederung gerichtete Massnahmen zur sozialberuflichen Rehabilitation (
lit
. a) und Beschäftigungs
massnahmen (
lit
. b). Es geht darum, bei denjenigen Versicherten, die aktuell nicht eingliederungsfähig sind oder deren Eingliederungsfähigkeit verloren zu gehen droht, die Eingliederungsfähigkeit herzustellen oder zu erhalten (
BBl
2005 4521 ff., 4564; Erwin
Murer
, Invalidenversicherung: Prävention,
Früh
erfassung und Integration, Bern 2009, N. 4 und 31 zu Art. 14a IVG; Silvia Bucher, Die In
tegrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung nach Art. 14a IVG, in: Soziale Sicherheit – Soziale Unsicherheit, Festschrift für Erwin
Murer
zum 65. Geburtstag, 2010, S. 111). Ist aber jemand in einer anderen zumutbaren Tätigkeit arbeitsfähig, so ist er (in dieser anderen Tätigkeit) bereits ein
gliederungsfähig; er braucht keine Integrationsmassnahmen mehr, um die Ein
gliederungsfähigkeit herzustellen. Es gibt keinen Grund, Massnahmen zur Ermög
lichung einer beruflichen Eingliederung durchzuführen, wenn auch ohne solche Massnahmen eine berufliche Eingliederung bereits umgesetzt werden kann (BGE 137 V 1 E. 7.2.3).
1.5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestell
ten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen be
ruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychi
schen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Aus
einandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfol
gerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich
D._
, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
1.6
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (
§
26
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung vom
9.
November 2018 (
Urk.
2) hielt die Be
schwerdegegnerin fest, die
medizinische
Abklärung habe ergeben, dass
der Be
schwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit seit November 2016 zu 80 % arbeitsfähig sei und ein
en
Invaliditätsgrad von 28 % aufweise, weshalb kein An
spruch auf eine Invalidenrente bestehe.
Berufliche Massnahmen seien nicht ziel
führend und abzulehnen.
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführ
er in seiner Beschwerde vom 13.
Dezember 2018 (
Urk.
1) zusammengefasst geltend,
er sei vollständig arbeits
unfähig und eine leidensangepasste Tätigkeit könne erst nach
Durchführung
einer Integ
rations
massnahme in Betracht gezogen werden.
Dies werde auch im psy
chiatri
schen und neuropsychologischen Fachgutachten so festgehalten
, was die Be
schwerdegegnerin ausser Acht gelassen habe.
3.
3.1
Der Beschwerdeführer begab sich am
3.
November 2015 wegen eines Drucks im Kopf, extremer innerer Unruhe, Konzentrationsstörungen und Vergesslichkeit ins Institut für Psychosomatische und Psychosoziale Medizin zur Behandlung (Arzt
bericht vom 2
1.
Oktober 2017,
Urk.
8/33/1-8).
Nachdem es beim Beschwerde
führer vermehrt zu Verhaltensauffälligkeiten im Sinne von Angespanntheit und Agitiertheit gekommen
war
,
veranlasste die behandelnde Psychiaterin,
Dr.
med
.
Z._
,
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Fachärztin für Innere Medizin
,
eine Magnet
resonanz
tomographie (MRI)
des Schä
dels
.
Die Bildgebung
zeigte
ein
grosses linksfrontales Kavernom (vgl. Arztbericht vom 2
5.
November 2
015;
Urk.
8/33/13), welches
PD
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Neurochirurgie, a
m 1
9.
Dezember 2015 in der
Klinik
B._
ope
rativ
entfernte
(links
pterionale
Kraniotomie und Exstirpation des Kavernoms)
.
Postoperativ
habe
initial
eine ausgeprägte
Dysphasie
be
standen, welche sich im Verlauf jedoch deutlich zurückgebildet habe. Senso
motorische Defizite habe es keine gegeben
. Das
Computertomogramm
(CT) zeige im Bereich des Kopfes des linken Nucleus
caudatus
eine kleine Hypodensität im Sinne einer kleinen ischä
mischen Zone
(vgl. Austrittsberi
cht vom 2
8.
Dezember 2015; Urk.
8/33/10f.).
Im Rahmen einer postoperativen Kontrolle
habe der Beschwerde
führer angegeben, sich gut von der Operation erholt zu haben. Er fühle sich wesentlich ruhiger und ausgeglichener und sei praktisch kopfschmerzfrei
. Neue bildgebende Befunde würden einen regelrechten Befund zeigen (vgl. Arztbericht
e
vom 11.
April 2016
[
Urk.
8/16/8
] und vom 1
7.
Juni 2016 [
Urk.
8/16/6f.]
).
3.2
Im Rahmen eines gegen den Beschwerdeführer laufenden Strafverfahren
s wurde der Beschwerdeführer i
m Universitätsspital
C._
bidisziplinär
(neuro
lo
gisch und neuropsychologisch) begutachtet.
D
ie Untersuchungen fanden am 26.
Oktober und am 1
6.
und 2
5.
November 2016 statt.
Der neurologische Gutachter hielt fest, anamnestisch zeige sich ein seit Anfang 2015 bestehendes Frontalhirnsyndrom. Die geschilderten Symptome (Impuls
kon
trollstörung, K
onzentrations-, Merkfähigkeits- und Gedächtnis
störungen, innere Unruhe, depressive Symptome) seien gut mit einer strukturellen Läsion im linken Frontallappen vereinbar (
Urk.
8/33/39).
Der neuropsychologische Gutachter führte aus,
aktuell
liege eine isolierte
Auf
merksamkeits
- und Gedächtnisstörung vor, im Gedächtnisbereich betont für ver
bale Inhalte.
Sie sei als insgesamt
leicht bis mittelschwer zu beurteilen. Die Funk
tionsbereiche Sprache,
Praxie
und Wahrnehmung seien intakt. Die kognitiven Frontalhirnfunktionen der Interferenzkontrolle, Konzeptfindung, spontanen Fle
xibilität und Umstellfähigkeit sowie der Affekt- und Impuls
k
ontrolle seien eben
falls intakt. Ebenso
liege keine neuropsychologisch begründete Störung der «sozialen
Kognition» vor; Emotionserkennung und
Empathiefähigkeit
seien
gege
ben
,
P
erspektivenübernahme und das Bewerten von sozialen Regeln gelinge, die sozi
ale Distanz werde im Untersuchungskontext vollumfänglich gewahrt.
Die
posto
perativ aufgetretenen Störungen seien durch Irritationen des umliegenden hirn
eigenen Gewebes während des Operations
vorganges (die postoperative CT
Kontrolle zeige eine kleine Hypodensität im Operationsbereich im Sinne einer ischämischen
Zone; vgl. Arztbericht vom 28.
Dezember 2015 [
Urk.
8
/33/10f.
])
zu
interpretieren
und es sei von einer vollständigen Erholung auszugehen. Eine leicht erhöhte Risikobereitschaft werde als vor
bestehend erachtet (
Urk.
8/33/57
59).
3.
3
3.3
.1
Im Auftrag der
Beschwerdegegnerin
führten die
Y._
-Gutachter eine
poly
dis
ziplinäre
Begutachtu
n
g
(neuro
logisch, psychiatrisch und neuropsycho
logisch)
durch. Die Gutachter berichteten am
5.
April 2018 (
Urk.
8/48)
über die
Explora
tionen
, die
am
8.
und 3
1.
Januar sowie am
5.
Februar 2018 statt
fanden
.
3.3
.2
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Neurologie,
hielt fest,
der Heilungsverlauf
n
ach der chirurgischen
Entfernung
des Kavernoms im Dezember 2015 sei gut
verlaufen
.
Postoperativ zeige sich im CT einzig
frontobasal
links und im Caput
nuclei
caudati
eine kleine Hypointensität (wahrscheinlich ischämisch bedingt).
Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit seien insbesondere die Erkenntnisse der Neuropsychologie und Psychiatrie massgebend.
Aus k
linisch neurologisch
er Sicht
sei während einem Jahr nach der Operation keine Arbeitsfähigkeit anzunehmen, anschliessend sei
aus neurologischer Sicht
jedoch wieder eine 100%ige Arbeits
fähigkeit gegeben
(Urk.
8/48/2
3f.
)
.
3.3
.3
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
konstatierte, das psychopathologische Bild nach der Operation im Dezember 2015 sei geprägt durch affektive Labilität, umständliches Denken, reduzierten Antrieb, reduzierte Schwingungsfähigkeit sowie eine nachlassende Konzentration. Darüber hinaus zeig
t
e
n
sich im Verhalten
des Beschwerdeführers
eine Reduktion des
Aktivitäten
niveaus
, sozialer Rückzug, teilweise psychotisches Erleben und optische Hallu
zi
nationen.
Der psychiatrische Gutachter
verwies auf die Zeit vor der Operation und die sehr widersprüchlichen Befunde, sei es doch aktenkundig,
dass der Be
schwerdeführer bis zur Operation impulsiv, aggressiv, hyperaktiv, ohne Störung der kogni
tiven Fähigkeiten
beziehungswei
se der Aufmerksamkeit un
d der Kon
zentration gewesen sei, sein
Verhalten
eher dissozial
und
eine
kriminelle Seite gehabt
habe
.
Der begutachtende Psychiater führte weiter aus,
a
ngesichts der Fol
gen der Operation und der aktuellen Bildgebung könne das erfasste Störungs
bild mit einem Frontalhirnsyndrom erklärt werden. Die affektiven Symptome seien im Sinne einer Pseudo-Depression zu verstehen (depressiv
inhibitorischer
Sympto
men
komplex). Aufgrund der linksfrontalen Lokalisation de
r Raum
forderung und
der Grösse
seien Störungen im Bereich des Antriebs, des Affekts und der Motiva
tion (im Sinne von Herabsetzung) theoretisch durchaus möglich. Darüber hinaus
bestünden
eine vermehrte Ablenkbarkeit, Konzentrations- und Aufmerksamkeits
störungen sowie auch eine verminderte Flexibilität im Denken und Handeln. Auch im Bereich der sozialen Kognition seien Defizite nachvoll
ziehbar
(
Urk.
8/48/32f.)
.
Der negative Einfluss des Frontalhirnsyndroms auf die Fähigkeit des Beschwerdeführers
,
seinen Alltag selbständig zu strukturieren, würden eine erfolgreiche berufliche Wiedereingliederung erschweren. Auch eine medikamen
töse Behandlung könne aufgrund der strukturellen Störung nicht helfen. Über
z
w
e
i Jahre nach dem chirurgischen Eingriff sei mit dauerhaft bleibenden Beein
trächtigungen zu rechnen. Entsprechend sinnvoll wäre eine Integration im ge
schützten Rahmen, sowohl was das Wohnen betreffe als auch eine berufliche Wiedereingliederung. Nach der tagesstrukturierenden Wiedereing
liederung im geschützten Rahmen
werde sich der Beschwerdeführer beruflich integrieren kön
nen (
Urk.
8/48/36).
3.3
.4
L
ic
. phil.
F._
, Fachpsychologe für Neuropsychologie FSP,
hielt in seinem Teil
gutachten fest, beim Beschwerdeführer bestehe eine mittelgradige neuro
psy
chologische Störung
bei Status nach Exstirpation eines Kavernoms links frontal am 1
9.
Dezember 2015 sowie im Rahmen von zusätzlichen möglichen negativen Einflussfaktoren auf die kognitive Leistungsfähigkeit (psychiatrische Komorbidi
täten, Cannabiskonsum,
Temestaeinnahme
).
Dabei würden ins
besondere
eine Be
einträchtigung der Antriebs- und Auf
merksamkeits
regulation und teilweise dar
aus resultierende Defizite in
atten
tionalen
, mnestischen
und exekutiven Teilbe
reichen im Vordergrund stehen.
Der begutachtende Neuropsychologe konstatierte, im emotionalen und Persön
lich
keitsbereich sei der Beschwerdeführer im sozialen Kontakt der Situation angepasst und zeige sich freundlich und kooperativ. Es würden sich in der Verhal
tensbeobachtung keine Hinweise für Enthemmung, Distanzminderung oder allgemein Schwierigkeiten beim Einhalten sozialer Regeln ergeben. Die Grund
stim
mung sei leicht reduziert aber insgesamt stabil, die affektive Schwingungs
fähig
keit sei gegeben. Sein Antrieb scheine leicht vermindert und schwankend, die Belastbarkeit leicht reduziert. Im subjektiven Erleben habe der Beschwerde
führer eine traurige Stimmung bejaht
,
Durchschlafstörungen
jedoch
verneint. Er habe angegeben, sich seit der Operation verändert zu fühlen. Er sei sensibler geworden. Zudem habe er psychotische Symptome geschildert (visuelle Hallu
zi
nationen, übermenschliche Fähigkeiten) und angegeben, dass er zwei Nächte vor der Be
gutachtung Cannabis konsumiert und am Morgen vor der Be
gut
achtung
Temesta
eingenommen habe
(
Urk.
8/48/45)
.
Lic
. phil.
F._
äusserte, gegenüber dem neuropsychologischen Gutachten des
C._
(vgl. E. 3.2)
zeige sich auf Befundebene ein weitgehend übereinstimmen
des neuropsycho
logisches Störungsprofil. Beeinträchtigte beziehungsweise in
takte Funktions
bereiche würden weitgehend übereinstimmen. In der aktuellen Untersuchung würden sich jedoch in den beeinträchtigten Bereichen Aufmerk
samkeit und Lernen/Gedächtnis schlechtere Leistungen zeigen.
Zudem liessen sich auch Minderleistungen in exekutiven Teilbereichen objektivieren. Dies in Testverfahren, die im neuropsychologischen Vorgutachten nicht zur Anwendung gekommen seien.
Entsprechend sei die abweichende Einschätzung im Schwere
grad (neu mittelgradig) der neuropsycho
logischen Störung zu erklären.
Das vor
liegende neuropsycho
logische Störungs
muster mit vordergründigem Defizit in der Antriebs- und Aufmerksamkeits
regulation sowie Beein
trächtigungen des Ar
beitsgedächtnisses und verbal be
tonten mn
estischen Minderleistungen sei
mit dem Status nach Exstirpation eines Kavernoms links frontal gut zu vereinbaren. Dazu passend seien auch der im Verhalten beobachtete, leicht reduzierte und schwankende Antrieb sowie insbesondere die eigenanamnestisch als verändert wahrgenommene Persönlich
keit in diesem Bereich (ruhiger, reduzierte Aggressi
vität), was sich zumindest teilweise auch aktenanamnestisch nachvollziehen lasse. Die vom Beschwerde
führer ge
schilderten kognitiven Beschwerden, welche in den Bereichen Aufmerksamkeit und Gedächtnis angegeben worden seien, seien mit den erhobenen Befunden u
nd dem Status nach chirurgischem
Eingriff links frontal zu vereinbaren
(Urk. 8/48/46)
.
Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit äusserte
lic
. phil.
F._
,
in der an
gestammten Tätigkeit als Automonteur (heute Automobilfachmann EFZ)
sei
aufgrund der ins
gesamt mittelgradigen neuropsychologisc
hen Störung von einer Leistungs
fähig
keit von 50
%
auszugehen.
Wegen der leicht verminderten Belastbarkeit und dem deswegen erhöhten Pausenbedarf sei dem Beschwerdeführer eine Arbeits
fähigkeit von 45 % bei 90 % zeitlicher Präsenz zuzumuten. In einer leidens
angepassten Tätigkeit sei mit einer rund 20%igen Einschränkung der Leistungs
fähigkeit zu rechnen. Die leidensangepasste Tätigkeit solle eine mehrheitlich einfache bis mäs
sig komplexe, vor allem klar strukturierte Tätigkeit vorwiegend praktischer oder technischer Art sein mit geringen Anforderungen an das Arbeitsgedächtnis und das Aufnehmen, Behalten und Weitergeben von mündlicher Information. Auch in einer derartig angepassten Tätigkeit sei wegen Defiziten in der Daueraufmerk
samkeit, Verlangsamung und allgemein schwankenden Arbeitsleistungen mit einer leichten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu rechnen, so dass er aus rein neuropsychologischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit zwischen 70 und 75 % attestie
ren könne
.
Der begutachtende Neuropsychologe hielt ausserdem fest, im Zusam
menhang mit einer leidensangepassten Tätigkeit empfehle er aus rein neuropsy
chologischer Sicht den beruflichen Wiedereinstieg im geschützten Rahmen durchzuführen. Möglicherweise könne der geschützte Rahmen im weiteren Ver
lauf nach erfolgreicher Etablierung einer Arbeitsroutine und aufgebauter Belast
barkeit weggelassen werden. Im zeitlichen Verlauf
sei davon auszugehen, dass in der Akutphase der Symptomatik aufgrund des Kavernoms ab Ende Oktober
2015 sowie im Zeitraum der medizinischen Abklärungen, der Operation und der nach
folgenden Rehabilitationsphase bis Mitte Januar 2016
keine Arbeitsfähigkeit bestanden habe.
Im nachfolgenden Zeitraum bis zur neurologisch-neuropsycho
lo
gischen Begutachtung im
C._
würden keine neuro
psycho
logischen Befunde vor
liegen, die eine differenzierte Einschätzung der Arbeits
fähigkeit erlauben würden. Gestützt auf die Befunde und deren Be
urteilung im neuropsycho
logi
schen Gut
achten des
C._
sei
ab Januar 2017 von einer 50%igen Arbeits
fähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Automonteur (heute Automobil
fachmann EFZ)
res
pektive 80%igen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit
auszuge
hen
(Urk. 8/48/48f.).
3.3.5
Die
Y._
-Gutachter hielten folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Ar
beitsfähigkeit fest (
Urk.
8/48/7):
-
Status nach Operation eines grossen raumfordernden kavernösen Angi
oms links frontal am 1
9.
Dezember 2015 mit mittelgradigen neuropsycho
logischen Defiziten
-
Organische Persönlichkeitsstörung (Frontalhirnsyndrom; ICD-10: F07.0)
Im Rahmen der polydisziplinären Konsensbesprechung
fassten sie zusammen, das Belastungsprofil sei geprägt durch eine deutliche Reduktion der Stresstoleranz, der Umstellungsfähigkeit, mangelnde Flexibilität, reduzierte Fähigkeit unter Zeit
druck zu arbeiten und zu strukturieren. Gestört sei ausserdem die Fähigkeit
,
sich an Regeln anzupassen. Die Arbeit solle deshalb überwiegend einfach bis mässig komplex und vor allem klar strukturiert sein und geringe Anforderungen an das Arbeitsgedächtnis und das Aufnehmen, Behalten und Weitergeben von mündli
cher Information stellen. Die
Y._
-Gutachter
attestierten dem Beschwerde
führer ab Januar 2017 eine 40%ige Arbeits
fähigkeit in der an
gestammten Tätigkeit als Automonteur. In einer Verweis
tätigkeit sei der Beschwerde
führer nach einer An
passungsphase
zu
80 % arbeits
fähig. Es sei davon auszugehen, dass ab November 2015 (Diagnose
stellung) bis ein Jahr nach der Operation (Dezember 2016) keine Arbeitsfähigkeit bestanden habe. Eine Änderung der Situation sei aus klinisch neurologischer sowie psychiatrischer Sicht nicht zu erwarten. Ebenso würden die neuropsycho
logischen Defizite bleiben (
Urk.
8/48/8f.).
3.4
Im
Zuge
des
Einwandverfahrens
legte der Beschwerdeführer einen aktuellen Bericht seiner behandelnden Psychiaterin
Dr.
Z._
zu den Ankten (Arzt
bericht vom
1.
Juli 2018;
Urk.
8/62).
Dr.
Z._
attestierte dem Be
schwerdeführer aufgrund der zunehmenden depressiven Symptomatik eine voll
ständige Arbeitsunfähigkeit
und verwies auf das
Y._
-Gutachten
und die darin geäusserte Empfehlung
,
den beruflichen Wiedereinstieg im geschützten Rahmen durchzuführen.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte in ihrer angefochtenen Verfügung vom 9. November 2018 (
Urk.
2) sämtliche Leistungen der Invalidenversicherung mit der Be
gründung, es liege keine langandauernde gesundheitliche Beeinträchtigung im invalidenversicherungsrechtlichen Sinn vor. Sie stützte sich bei ihrer Ent
schei
dung auf die Einschätzung der
Y._
-Gutachter (vgl. E.
3.3
).
4.2
Auf das poly
disziplinäre Gutachten der
Y._
vom
5.
April 2018
(
Urk.
8/48
) kann abgestellt werden. Dieses erfüllt die Anfor
derungen an den Beweiswert medi
zini
scher Berichte im Sinne
der Rechtsprechung (vgl. E.
1.5
) vollumfänglich. Es setzt sich mit allen Aspekten der gesundheitlichen Beeinträchtigungen
aus
einander und berücksichtigt insbesondere auch sämtliche bis dahin angefallenen ärztlichen Untersuchungsberichte. Insgesamt ist das Gutachten umfassend und vermag zu überzeugen.
4.3
4.3.1
Der hier zu prüfende
Renten
anspruch
kann
gemäss
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG
früh
estens nach Ablauf des sogenannten Wartejahrs (aktenkundige Arbeitsun
fähig
keit seit November 2015
,
Urk.
8/33/13
), mithin
früh
estens im November 201
6
entstanden sein
.
4.3.2
Aus den medizinischen Akten ergibt sich, dass beim Beschwerdeführer
spätestens
seit der Exstirpation des
grossen raumfordernden kavernösen Angioms links frontal eine mittelgradige neuropsychologische Störung sowie eine organische Persönlich
keits
störung (Frontalhirnsyndrom; ICD-10: F07.0) besteht (vgl.
E.
3.3.5).
Laut Beurteilung
der
Y._
-Gutachter bestand bis Ende Dezember 2016 keine Arbeitsfähigkeit. Ab Januar 2017 ist dem Beschwerdeführer in seiner an
ge
stammten Tätigkeit als Automonteur wieder ein 40%-Pensum zuzumuten, in einer leidensangepassten Tätigkeit ein 80%-Pensum, wobei
mit einem solchen Pensum
erst nach einer Anpassungsphase gerechnet werden
kann
(vgl. E.
3.3.5
).
Soweit die Beschwerde
gegner
in
dem Beschwerdeführer die im
Y._
-Gutachten festgehaltene Arbeitsfähigkeit
grundsätzlich
bereits ab November 2016 - und
damit nach Ablauf des Wartejahrs - anrechnete, ist dies nicht zu beanstanden, ver
weist das
Y._
-Gutachten doch auf die Exploration am
C._
, welche im Novem
ber 2016 stattgefunden hat (vgl.
E. 3.2
), und
auf
ein übereinstimmendes neu
ropsycho
logisches Störungsbild (vgl. E.
3.3.4
).
Soweit die
Beschwerdegegnerin
hingegen
davon ausg
ing
, der Beschwerdeführer könne das ihm
von den
Y._
-Gutachter
n
attestierte funktionelle Leistungs
ver
mögen sogleich in
rentenausschliessender Weise
auf dem Weg der Selbst
einglie
derung erwerblich verwerten
,
ist dem entgegen
zuhalten, dass
die in der ärztlichen Beurteilung attestierte Leistungsfähigkeit
aufgrund der neuropsycho
logischen Störung
unter de
n
ausdrücklichen Vorbehalt der
beruflichen Wieder
eingliederung im geschützten Rahmen gestellt wurde (vgl. E.
3.3.4 in
fine
und E.
3.3.5
).
Ist die Eingliederungsmassnahme bereits aus medizinischer Sicht
conditio
sine qua non für die Umsetzung des funktionellen Leistungs
vermögens, darf ein auf der medi
zinisch/theoretischen Arbeitsfähigkeit be
ruhendes In
validen
einkommen (noch) nicht angerechnet werden (vgl. Urteil des Bundes
gerichts 9C_668/2015 vom 17. Februar 2016 E. 4.3 mit Hinweisen).
Mithin
kann sich die Beschwerde
gegnerin für die Berechnung des Invaliditätsgrads nicht ohne Weiteres auf den Tabellen
lohn der vom Bundesamt für Statistik
periodisch herausgegebenen Lohnstruktur
er
hebungen (LSE)
abstützen (vgl.
Urk.
8/49).
Ausserdem hätte die Beschwerde
gegnerin, da dem
Beschwerdeführer
leidens
angepasste Tätigkeiten im ersten Arbeitsmarkt nicht voraussetzungslos offen
stehen
und
vielmehr
aus medi
zi
nischer Sicht
ein Arbeitsaufbau, vorerst in einem geschützten Rahmen
,
angezeigt ist,
vorab
geeignete
berufliche Eingliederungsmassnahmen
prüfen müssen. Die Akten erlauben weder
die Beurteilung der
zweckmässigen
,
in Betracht fallenden
Einglie
derungsm
assnahmen
,
noch
der erforderlichen Einarbeitungs- oder An
gewöh
nungszeit
noch des zu erwartenden Erwerbs während der Anpassungs
phase
. Je
denfalls ist bis zum massgeblichen Zeitpunkt des Ver
fügungserlasses am
9.
No
vember
2018
die
rentenausschliessende
erwerbliche Verwertbarkeit des medi
zi
nisch ausgewiesenen Leistungsvermögens von
8
0
%
in einer leidensange
passten Tätigkeit
auf dem in Betracht fallenden
(
anfänglich
geschützten)
Arbeits
markt nicht ausgewiesen.
Die Sache ist
daher
an die Beschwerde
gegnerin zurückzuwei
sen, damit sie zur erwerblichen Verwertbarkeit der
medizinisch-theoretischen
Ar
beits
fähigkeit die erforderlichen Abklärungen treffe und allfälli
ge
notwendige
Massnahmen durch
führe. Einer
etwaigen
Verletzung der Mitwir
kungs
pflichten (
Art.
7 IVG)
ist mit dem Mahn- und
Bedenk
zeitverfahren
nach
Art.
21
Abs.
4 ATSG zu begegnen
(
Art.
76
Abs.
1 IVG)
. Anschliessend hat die Beschwerde
geg
nerin über den Rentenanspruch neu zu verfügen
unter Berück
sichtigung von E. 4.3.1
.
5.
5.1
Das vorliegende Verfahren geht um die Bewilligung oder Verweigerung von Ver
sicherungsleistungen, es ist daher kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind dabei nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzule
gen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 600.-- anzusetzen. Ausgangsgemäss sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Ver
wal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb der vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine Parteientschädigung hat. Letztere ist nach Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34
Abs.
1
des
Gesetz
es
über das Sozialversicherungsgericht
(
GSVGer
) ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit
sache, d
er Schwierig
keit des Prozesses sowie nach Einsicht in die Honorarnote vom 14. Febr
uar 2019 (
Urk.
12) auf
Fr.
1'600.--
(inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer)
festzusetzen.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird das Gesuch betreffend Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung sowie der unentgeltlichen Rechtsvertretung ge
genstandslos.