Decision ID: e30df214-ff5c-4239-bdb1-5073bd6bef2d
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 18. September 2007 mit Hinweis auf Folgen eines am 21.
Oktober 2006 erlittenen Autounfalls bei der Invalidenversicherung (IV) zum
Leistungsbezug an (IV-act. 1; Unfallmeldung IV-act. 87-156 ff.). Mit Verfügungen vom
29. Dezember 2009 (IV-act. 50, 54) und vom 18. Januar 2010 (IV-act. 50, 58) sprach die
IV-Stelle der Versicherten rückwirkend ab 1. Oktober 2007 eine ganze Rente zu.
A.b Die IV-Stelle erhielt am 11. Januar 2012 Einsicht in die Akten der Helsana
Versicherungen AG (IV-act. 74). Darunter befanden sich unter anderem Berichte über
im Auftrag der Generali Personenversicherungen AG durchgeführte Observationen vom
12. bis 14. Mai 2011 (Observationsbericht vom 10. Juni 2011, IV-act. 75) und vom 4.
und 5. Juli 2011 (Observationsbericht vom 22. Juli 2011, IV-act. 76), ein im Auftrag der
Helsana Versicherungen AG erstelltes Gutachten von Dr.med. B._, Inhaber des
Fähigkeitsausweises Psychosomatische und Psychosoziale Medizin (SAPPM;
Gutachten vom 26. Oktober 2011, IV-act. 78), sowie das Protokoll einer Befragung der
Versicherten durch die Helsana Versicherungen AG vom 19. November 2011 (IV-act.
77).
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A.c Die Progrès Versicherungen AG erstattete am 28. Februar 2012 Strafanzeige
gegen die Versicherte (IV-act. 87-3 ff.). Am 30. April 2012 gewährte die
Staatsanwaltschaft der IV-Stelle Akteneinsicht (IV-act. 86). Diese umfasste unter
anderem einen Bericht der Klinik C._ vom 24. August 2009 über einen dortigen
stationären Aufenthalt der Versicherten vom 19. Mai bis 15. August 2009 (IV-act. 87-60
ff.) sowie die Protokolle der Einvernahme der Versicherten durch die
Staatsanwaltschaft vom 12. April 2012 (IV-act. 90-2 ff.) und der Ergebnisse der
Hausdurchsuchung vom 12. April 2012 (IV-act. 91-77 ff.).
A.d Mit Verfügung vom 8. Juli 2013 hob die IV-Stelle die Verfügungen vom 29.
Dezember 2009 und vom 18. Januar 2010 auf und stellte fest, dass kein Anspruch auf
eine Invalidenrente bestehe. Einer allfälligen Beschwerde entzog die IV-Stelle die
aufschiebende Wirkung. Es hätten neue Beweismittel beigebracht werden können, die
in eindeutiger Weise zeigten, dass die behaupteten Beschwerden im Wesentlichen auf
Aggravation und Simulation beruhten, und dass keine relevante psychische Krankheit
vorliege. Damit lägen qualifiziert neue Tatsachen vor, die eine prozessuale Revision
unumgänglich machen würden. Bei der aktuellen Aktenlage müsse davon
ausgegangen werden, dass weder psychiatrische noch orthopädisch-
rheumatologische Befunde nachgewiesen seien, die eine Arbeitsunfähigkeit seit dem
21. Oktober 2006 rechtfertigen könnten. Eine leidensangepasste Tätigkeit, die jede Art
von Hilfsarbeiterinnentätigkeit sein könne, sei der Versicherten zu 100 % zuzumuten.
Eine relevante Arbeitsunfähigkeit habe nie bestanden. Damit sei es ihr stets möglich
gewesen, ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen. Die zu Unrecht
bezogenen Leistungen seien zurückzuerstatten, worüber eine separate Verfügung
erlassen werde. Es ergebe sich ein insgesamt stimmiges Bild, das sich auf
verschiedene Beweismittel stütze. Es müsse als erwiesen gelten, dass die Versicherte
nie an einer rentenbegründenden Krankheit gelitten habe. Damit bestehe auch kein
Anlass, weitere Abklärungen vorzunehmen (IV-act. 131).
A.e Mit Verfügung vom 11. November 2013 wies die IV-Stelle ein Gesuch der
Versicherten um unentgeltliche Rechtsverbeiständung im Vorbescheidverfahren ab (IV-
act. 142).
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A.f Das Kreisgericht St. Gallen ordnete im Rahmen des Strafverfahrens die
polydisziplinäre Begutachtung der Versicherten durch die MEDAS Interlaken an
(Gutachten vom 20. September 2014, IV-act. 168). Die Gutachter kamen zum Schluss,
zusammenfassend sei in dubio pro reo nicht von Simulation, aber von einer
signifikanten Verbesserung des Gesundheitszustandes und seitheriger Aggravation
auszugehen (IV-act. 168-57 f.). Gestützt darauf sprach das Kreisgericht die Versicherte
mit Entscheid vom 2. März 2015 von der Anklage des Betrugs frei (IV-act. 178).
B.
B.a Die Versicherte hatte bereits am 5. September 2013 gegen die Verfügung vom 8.
Juli 2013 bezüglich rückwirkende Aufhebung der IV-Rente (IV-act. 134-2 ff.) und
danach am 3. Januar 2014 gegen die Verfügung vom 11. November 2013 betreffend
unentgeltliche Rechtsverbeiständung im Vorbescheidverfahren (IV-act. 147-2 ff.)
Beschwerde erheben lassen.
B.b Das Versicherungsgericht vereinigte die Beschwerden. Mit Entscheid vom 25.
August 2015 (IV-act. 186), auf welchen hinsichtlich des detaillierten Sachverhalts
verwiesen wird, wies es die Beschwerde im Verfahren IV 2013/432 betreffend Rente ab
und hiess die Beschwerde im Verfahren IV 2014/11 betreffend unentgeltliche
Verbeiständung im Vorbescheidverfahren gut. Es erwog, zusammenfassend
rechtfertige sich ein auf die Observationsergebnisse und das MEDAS-Gutachten
stützendes Zurückkommen auf die Verfügungen vom 29. Dezember 2009 und vom 18.
Januar 2010 nach den Vorschriften über die prozessuale Revision. Angesichts dessen,
dass erst mit dem MEDAS-Gutachten vom 20. September 2014 (hier: IV-act. 168-2 ff.)
hinsichtlich des Vorliegens eines prozessualen Revisionsgrundes hinreichende
Sicherheit für die Beschwerdegegnerin bestanden habe, seien sowohl die relative als
auch die absolute Verwirkungsfrist (für die prozessuale Revision) gewahrt worden (E.
2.3.4). Die Beschwerdegegnerin habe die ursprünglichen Rentenverfügungen vom 29.
Dezember 2009 und vom 18. Januar 2010 zu Recht mittels prozessualer Revision
aufgehoben und das ursprüngliche Rentengesuch (nachträglich) abgewiesen (E. 4).
Dieser Entscheid erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
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C. Mit Rückerstattungsverfügung vom 5. November 2015 forderte die IV-Stelle St.
Gallen unter Hinweis auf das ergangene Gerichtsurteil für den Zeitraum vom 1. Oktober
2007 bis 31. Juli 2012 (vorsorgliche Renteneinstellung vom 20. Juli 2012, IV-act. 101)
zuviel ausgerichtete Rentenbetreffnisse im Betrage von Fr. 191'919.-- zurück (IV-act.
198-1 f.).
D.
D.a Gegen die Verfügung vom 5. November 2015 lässt A._, vertreten durch
Rechtsanwalt lic.iur. J. Jacober, am 7. Dezember 2015 Beschwerde erheben. Sie
beantragt, die angefochtene Verfügung sei unter Kosten- und Entschädigungsfolge als
nichtig zu erklären. Eventualiter sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und sie zu
verpflichten, die Invalidenrente samt zwei Kinderrenten vom 1. November 2010 bis 31.
Juli 2012 zurückzuerstatten. Sodann beantragt sie die unentgeltliche Rechtspflege und
Rechtsverbeiständung. Die Rückerstattungsverfügung erwecke den Anschein, von der
IV-Stelle St. Gallen ausgestellt worden zu sein. Tatsächlich sei sie aber von der
Ostschweizerischen Ausgleichskasse für Handel und Industrie St. Gallen (im
Folgenden: Ausgleichskasse) erstellt und der Beschwerdeführerin zugestellt worden.
Die Ausgleichskasse sei im Verteiler aufgeführt. Jeder vernünftige Empfänger einer
solchen Verfügung gehe davon aus, dass sie von der IV-Stelle St. Gallen erstellt und
eine Kopie zur Kenntnis an die Ausgleichskasse zugestellt worden sei. Auf telefonische
Nachfrage sei die Mitarbeiterin des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin an die
Ausgleichskasse verwiesen worden. Die Verfügung sei von dieser und nicht von der
Beschwerdegegnerin erstellt und versandt worden. Es fehle an einer gesetzlichen
Grundlage, wonach eine Ausgleichskasse mit dem Briefkopf der Beschwerdegegnerin
eine Verfügung ausstellen dürfe, ohne mit einem Satz über eine allfällige Übertragung
dieser Aufgabe zu informieren. Infolge der Fehlerhaftigkeit könne die vorliegende
Rückerstattungsverfügung keine Wirkung entfalten. Dessen ungeachtet würden zu viele
Invalidenrenten zurückgefordert. Die absolute Verjährungsfrist von fünf Jahren sei nicht
eingehalten. Die Rückerstattungsverfügung datiere vom 5. November 2015. Damit
könnten alle Leistungen zurückgefordert werden, die in den der
Rückerstattungsverfügung vorausgegangenen fünf Jahren ausbezahlt worden seien.
Daraus ergebe sich eine Pflicht zur Rückerstattung aller Rentenleistungen vom 5.
November 2010 bis 5. November 2015 (act. G 1).
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D.b Die Beschwerdegegnerin liess die Ausgleichskasse am 18. Januar 2016 Stellung
nehmen. Diese führte aus, wenn sie schon den gesetzlichen Auftrag habe, die Renten
zu berechnen und auszuzahlen, könne wohl selbstredend davon ausgegangen werden,
dass auch die Rückerstattung von unrechtmässig bezogenen Leistungen in ihren
Zuständigkeitsbereich falle. Die Renten der Monate Oktober 2007 bis Januar 2010
seien am 2. Februar 2010 zur Auszahlung gebracht und die folgenden Monatsrenten
(ab Februar 2010) jeweils zu Beginn des betreffenden Monats ausgerichtet worden.
Aus diesem Grund seien sämtliche bezogenen Leistungen - wie sie in der
Rückerstattungsverfügung vom 5. November 2015 beziffert worden seien -
zurückzuerstatten (IV-act. 203).
D.c Mit Beschwerdeantwort vom 28. Januar 2016 beantragt die Beschwerdegegnerin -
unter Bezugnahme auf die Stellungnahme der Ausgleichskasse vom 18. Januar 2016
(IV-act. 203) - die Abweisung der Beschwerde. Die Ausgleichskasse sei für die
Berechnung der Rückforderung zuständig. Weil es sich um eine Verfügung bezüglich
IV-Leistungen handle, sei für den Erlass der Verfügung die IV-Stelle
(Beschwerdegegnerin) zuständig. Demnach sei sie richtigerweise als verfügende Stelle
in der Rückforderungsverfügung aufgeführt. Sie sei in die Entscheidfindung auch
genügend eingebunden gewesen. So habe sie bereits in der Einstellungsverfügung
darauf aufmerksam gemacht, dass die zu Unrecht ausgerichtete IV-Rente
zurückzuerstatten sei, weshalb auch der Erlass eines Vorbescheides bezüglich der
Rückforderung nicht mehr notwendig gewesen sei. Die Rückforderungsverfügung sei
daher nicht ungültig, weil sie offenbar von der Ausgleichskasse zugestellt worden sei.
Massgeblich sei einzig, dass der Beschwerdeführerin habe klar sein müssen, dass es
sich um eine Verfügung der IV-Stelle handelte. Von der Unterschrift von einer zur
Vertretung der Durchführungsstelle befugten Person könne abgesehen werden, wenn
eine Verfügung über die Zusprache von Versicherungsleistungen mit Hilfe von
automatischen Datenverarbeitungseinrichtungen erstellt werde. Diese Voraussetzungen
seien vorliegend gegeben. Die absolute fünfjährige Frist sei nicht verwirkt. Diese habe
erst am 18. Januar 2010 zu laufen begonnen, als der Beschwerdeführerin erstmals eine
IV-Rente ausbezahlt worden sei. Der bereits fristwahrende Vorbescheid bezüglich der
Einstellung der IV-Rente sei am 5. April 2013 ergangen (IV-act. 127). Demnach sei auch
die fünfjährige Verwirkungsfrist eingehalten (act. G 8).
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D.d Am 1. Februar 2016 heisst die Abteilungspräsidentin das Gesuch um Bewilligung
der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung im beschränkten Umfang von maximal Fr.
2'000.-- gut (act. G 9).
D.e Mit Replik vom 15. März 2016 macht die Beschwerdeführerin geltend, es sei
fraglich, ob die Zuständigkeit der Ausgleichskassen auch die Berechnung der
Rückforderung umfasse. Dessen ungeachtet und unbestritten sei die
Beschwerdegegnerin für die Rückerstattungsverfügung zuständig, habe aber an der
angefochtenen Verfügung nicht mitgewirkt. Als die (angefochtene)
Rückerstattungsverfügung der Ausgleichskasse bei ihr eingegangen sei, sei die
Beschwerdegegnerin (IV-Stelle) weder über deren Zeitpunkt noch über deren Inhalt
informiert gewesen und habe über letzteren keinerlei Auskunft erteilen können. Die
Voraussetzungen für den Verzicht auf eine Unterzeichnung seien nicht erfüllt. Die
Rückerstattungsverfügung habe in Anwendung des Urteils des Versicherungsgerichts
vom 25. August 2015 und in Berücksichtigung der bereits ausbezahlten Invalidenrenten
erstellt werden müssen. Sodann sei es nicht um eine Zusprache, sondern um eine
Rückforderung der Versicherungsleistungen gegangen; diese werde im einschlägigen
Kreisschreiben nicht erwähnt. Die angefochtene Rückerstattungsverfügung sei eine
individuell konkrete Verfügung mit einem deutlich höheren Komplexitätsgrad als
beispielsweise eine Rentenerhöhung aufgrund der Teuerung. Für deren Gültigkeit hätte
sie auf jeden Fall von einer vertretungsberechtigten Person der Beschwerdegegnerin
unterzeichnet werden müssen. Dafür, dass die Verfügung von einer falschen Behörde
ausgestellt worden sei, spreche auch der Umstand, dass die Beschwerdegegnerin für
die Erstellung der Beschwerdeantwort auf die Stellungnahme der Ausgleichskasse
angewiesen gewesen sei und dass die Beschwerdegegnerin im Schreiben an die
Ausgleichskasse vom 17. Dezember 2015 (IV-act. 201) von "ihrer"
Rückerstattungsverfügung (der Ausgleichskasse) spreche. Weil die Verfügung von einer
nicht zuständigen Stelle erstellt und versandt worden sei, sei sie insgesamt als nichtig
zu betrachten. Für die Bestimmung der massgeblichen Frist sei entscheidend, wann
die Beschwerdegegnerin Kenntnis von einem unrechtmässigen Leistungsbezug
erhalten habe. Diese Kenntnis sei erst gegeben, wenn der Entscheid über die
Unrechtmässigkeit des Leistungsbezugs in Rechtskraft trete. Die Fristen seien zudem
nur gewahrt, wenn vor Ablauf eine Rückerstattungsverfügung ergehe und der
rückerstattungspflichtigen Person zugestellt werde. Die absolute fünfjährige Frist sei
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gebunden an die Rückerstattungsverfügung. Diese sei erst am 5. November 2015
erfolgt. Die Pflicht zur Rückerstattung aller Rentenleistungen betreffe die Zeit vom 5.
November 2010 bis 5. November 2015. Die Beschwerdegegnerin habe durch die
vorsorgliche Einstellung der Invalidenrente ihre Möglichkeiten zur Schadensminderung
genutzt. Jener Entscheid sei nicht angefochten worden. Wären die Renten bis zum
rechtskräftigen Entscheid des Versicherungsgerichts weiter ausbezahlt worden,
könnten höchstens die Renten der diesem Entscheid vorausgegangenen fünf Jahre
zurückgefordert werden (act. G 13).
D.f Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G 15).

Erwägungen
1.
Mit rechtskräftig gewordenem Entscheid des Versicherungsgerichts vom 25. August
2015 (IV-act. 186) wurde die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 8. Juli 2013
betreffend rückwirkende Aufhebung der Rentenzusprache (IV-act. 131) gestützt auf Art.
53 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; prozessuale Revision) bestätigt. Darauf gestützt
erging die Rückforderungsverfügung vom 5. November 2015, welche vorliegend
angefochten ist. Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens ist somit nicht
mehr der Rentenanspruch, sondern ausschliesslich der Rückerstattungsanspruch (vgl.
auch Entscheid Versicherungsgericht vom 25. August 2014, IV 2013/432, IV 2014/11,
E. 2.2).
2.
Die Beschwerdeführerin beantragt die Nichtigerklärung der angefochtenen Verfügung.
Als erstes ist zu prüfen, ob die angefochtene Verfügung formell korrekt ergangen ist.
2.1 Gegenstand der angefochtenen Verfügung vom 5. November 2015 (IV-act. 198) ist
eine Rückforderung im Betrage von Fr. 191'919.--. Diese erging korrekt in Form einer
schriftlichen Verfügung, die auch den Umfang der Forderung festlegt (Art. 49 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG,
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SR 830.1] und Art. 3 Abs. 1 der Verordnung über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSV, SR 830.11]).
2.2 Voraussetzung der Annahme der Nichtigkeit ist, dass die betreffende Verfügung
einen besonders schweren Mangel aufweist. Dieser muss offensichtlich oder
zumindest leicht erkennbar sein, wobei das Erkenntnisvermögen eines Laien
massgebend ist. Schliesslich darf die Nichtigkeit die Rechtssicherheit nicht ernsthaft
gefährden (HÄFELIN/
MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Aufl., Zürich 2016, N 1098). Als
Nichtigkeitsgründe fallen unter anderem funktionelle und sachliche Unzuständigkeit
sowie das Fehlen einer Unterschrift in Betracht (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O.,
N 1105 und 1122).
2.3 Gemäss Art. 57 Abs. 1 lit. g des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
(IVG; SR 831.20) und Art. 41 Abs. 1 lit. d der Verordnung über die
Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) sind die IV-Stellen unter anderem für den
Erlass der Verfügungen über die Leistungen der Invalidenversicherung zuständig
(Verfügungszuständigkeit, vgl. auch U. MEYER/M. REICHMUTH, Bundesgesetz über
die Invalidenversicherung [IV], 3. Auf., Zürich 2014, N 2 zu Art. 53-57 IVG). Den
Ausgleichskassen obliegen unter anderem Berechnung und Auszahlung der Renten
(Art. 60 Abs. 1 lit. b und c IVG). Der Wegleitung des BSV über die Renten (RWL) in der
Eidgenössischen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung vom 1. Januar
2003 (Stand 1. Januar 2015) und dem Kreisschreiben des Bundesamtes für
Sozialversicherungen (BSV) über das Verfahren in der Invalidenversicherung (KSVI) vom
1. Januar 2010 (Stand 1. Januar 2015) lässt sich dazu Folgendes entnehmen:
Verfügungen über Renten (und Hilflosenentschädigungen) der IV werden durch die
Ausgleichskasse unter Verwendung des Briefkopfs und Unterschriftenblocks sowie des
von der IV-Stelle erstellten und unterzeichneten Verfügungsteils 2 der zuständigen IV-
Stelle erlassen und versandt (RWL Rz 9002; KSVI Rz 3047 ff.);
Rückforderungsverfügungen werden von der Ausgleichskasse "erstellt" und durch die
zuständige IV-Stelle "erlassen" (RWL Rz 10622). Es wird also ohne weiteres als
gesetzeskonform angesehen, dass die Ausgleichskasse nach Erhalt des Beschlusses
sowie des Verfügungsteils 2 von der IV-Stelle die Rente errechnet und die Verfügung
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anschliessend im Namen der IV-Stelle der versicherten Person zustellt, ohne dass die
IV-Stelle die Berechnung bzw. Rechtsanwendung der Ausgleichsklasse überprüft. Bei
den Rückerstattungsverfügungen verhält es sich analog, mit dem Unterschied, dass es
sich nicht um eine "zusammengesetzte", sondern um zwei separate Verfügungen
handelt: Die IV-Stelle hat mit Verfügung vom 8. Juli 2013 (IV-act. 131) die Rente
eingestellt und somit - wie bei einer Rentenzusprache - über den Rentenanspruch
entschieden. Die Ausgleichskasse hat den Entscheid der IV-Stelle umgesetzt bzw. die
zurückzuzahlenden Rentenbetreffnisse berechnet. Die Mitwirkung der Ausgleichskasse
ergibt sich aus Kreisschreiben und Wegleitung. Das Sozialversicherungsgericht des
Kantons Zürich hat dazu zutreffend ausgeführt, zwar "erstellten" die Ausgleichskassen
im Bereich der Invalidenversicherung die Rentenverfügungen. Die Zuständigkeit zum
Erstellen einer Verfügung sei aber nicht der Kompetenz gleichzusetzen, Verfügungen zu
erlassen. Wenn die Ausgleichskasse eine Verfügung über Renten der
Invalidenversicherung erstelle, müsse sie darauf angeben, dass es sich um eine
Verfügung der IV-Stelle handle, welche anordnende Behörde sei. Dementsprechend
werde in IV-Fällen die Rückforderungsverfügung von der Ausgleichskasse "erstellt" und
durch die zuständige IV-Stelle "erlassen", wobei das Datum auf der Verfügung durch
die IV-Stelle eingesetzt werde (Urteil des Sozialversicherungsgerichts des Kantons
Zürich vom 31. Oktober 2006, E. 1.4; vgl. auch [unveröffentlichter] Beschluss des
Sozialversicherungsgerichts vom 16. Dezember 2002, IV.2002.00555, E. 3.3). Die
vorliegend angefochtene Rückerstattungsverfügung wurde - formell betrachtet - von
der gesetzlich zuständigen IV-Stelle erlassen. Indes erfolgte die Zustellung nicht durch
die IV-Stelle selbst, sondern durch die Ausgleichskasse in deren Namen, was nicht zu
beanstanden ist.
2.4 Zum Erfordernis einer Unterschrift hielt das Bundesgericht in BGE 105 V 252 E. 4a
fest, es stehe den Verwaltungsbehörden offen, für Verfügungen, welche in grosser Zahl
zu erlassen seien und deren Inhalt von Fall zu Fall nur wenig abweiche, gedruckte
Formulare zu verwenden, die keine Unterschrift des zuständigen Beamten trügen. In
einem späteren Urteil führte es aus, die Rechtsprechung habe das Erfordernis der
Schriftlichkeit gemäss Art. 49 Abs. 1 ATSG im Bereich der Massenverwaltung erheblich
relativiert. So stelle die Unterschrift bei Massenverfügungen kein Gültigkeitserfordernis
dar. Vielmehr müsse die verfügende Instanz die Möglichkeit haben, sich gedruckter
Formulare zu bedienen oder Verfügungen auf elektronischem Weg zu erlassen (Urteil
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des Bundesgerichts vom 10. Dezember 2014, 9C_597/2014, E. 4.3). Das KSVI verweist
in Rz 3002 für die Unterzeichnungen von Verfügungen auf Rz 1007 des Kreisschreibens
des BSV über die Rechtspflege in der AHV, der IV, der EO und bei den EL (KSRP) vom
1. Oktober 2005. Danach ist die Verfügung grundsätzlich von einer zur Vertretung der
Durchführungsstelle befugten Person zu unterzeichnen. Davon kann abgesehen
werden bei Beitragsverfügungen sowie bei Verfügungen über die Zusprechung von
Versicherungsleistungen, die mit Hilfe automatischer Datenverarbeitungsanlagen
ausgefertigt werden. Mit der angefochtenen Verfügung wird nicht eine Leistung
zugesprochen, sondern eine betragsmässig erhebliche Leistung zurückgefordert. Sie
missachtet daher die Vorgaben des KSRP. Daran vermag auch nichts zu ändern, dass
nach Rz 9101 RWL die Ausgleichskassen ihre Verfügungen mittels EDV-Ausdruck
"erstellen", denn dem von ihnen - im Namen der IV-Stelle - erstellten Verfügungsteil
wird der von der IV-Stelle erlassene und unterzeichnete Verfügungsteil 2 beigefügt; der
die Rentenberechnung enthaltende Verfügungsteil der Ausgleichskasse bedarf keiner
Unterschrift seitens der Ausgleichskasse (Rz 3046 f. KSVI). Vorliegend hat die
Ausgleichskasse im Namen der IV-Stelle eine Verfügung erlassen, deren Inhalt sich im
Wesentlichen ebenfalls auf die Berechnung - hier der Rückforderung der von der
Beschwerdeführerin insgesamt bezogenen Rentenleistungen - beschränkt. Hinzu
kommt, dass die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort (welche von ihr
unterzeichnet ist) die Abweisung der Beschwerde beantragt und mithin die von ihr ohne
Unterschrift erlassene Rückforderungsverfügung bekräftigt. Somit wiegt das Fehlen der
Unterschrift nicht so schwer, dass es zu deren Nichtigkeit führen müsste.
2.5 Schliesslich schadet auch das Fehlen eines Vorbescheides nicht. Dieser ist
vorgesehen für Entscheide über ein Leistungsbegehren oder den Entzug oder die
Herabsetzung einer bisher gewährten Leistung (Art. 57a IVG). Das Bundesgericht
erwog, es dränge sich von der Sache her nicht auf, für die in der Regel rein
technischen und rechtlichen Fragen der Rentenberechnung ein Vorbescheidverfahren
einzuführen, welches auf die Bereinigung umstrittener und komplexer Sachverhalte
zugeschnitten sei (BGE 134 V 106 E. 2.7). Das angerufene Versicherungsgericht ist der
Ansicht, gemäss Art. 57a Abs. 1 IVG habe (grundsätzlich) jeder Verfügung in IV-Sachen
ein Vorbescheid vorauszugehen. Sofern der Sachverhalt völlig liquide ist und die
Parteien zur Rechtsanwendung klar Stellung nehmen konnten, kann im Beschwerdefall
von einer Rückweisung abgesehen werden (Entscheid vom 12. Februar 2008, IV
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2006/205, E. 1.2, 1.5, bestätigt im unveröffentlichten Entscheid vom 26. Juli 2011, IV
2010/222, E. 3.1; vgl. auch Entscheid vom 17. August 2017, IV 2016/259, E. 2).
Vorliegend wurde zur Frage der Einstellung der Invalidenrente am 5. April 2013 ein
Vorbescheid erlassen (IV-act. 123). Dieser und die daraufhin ergangene
Einstellungsverfügung vom 25. August 2013 befassten sich mit dem Sachverhalt und
dessen rechtlicher Würdigung, wonach ein Revisionsgrund im Sinne von Art. 53 Abs. 1
ATSG gegeben sei und die zu Unrecht bezogenen Renten zurückzuzahlen seien. Somit
kann mit Blick auf die zitierte Rechtsprechung betreffend die Rückforderungsverfügung
von einer Rückweisung zur Durchführung des Vorbescheidverfahrens abgesehen
werden, zumal dies einen formalistischen Leerlauf bedeuten würde, da die
Beschwerdegegnerin bei Aufhebung der angefochtenen Verfügung unverzüglich einen
inhaltlich dieser entsprechenden Vorbescheid und darauf eine neue
Rückforderungsverfügung erlassen würde. Nachdem sowohl Vorbescheid als auch
Rückforderungsverfügung im Hinblick auf die in Art. 25 Abs. 2 ATSG geregelten
Verwirkungsfristen fristwahrende Wirkung zuerkannt werden (vgl. auch E. 3.3
nachstehend), entsteht der Beschwerdeführerin hierdurch auch kein Nachteil (Art. 49
Abs. 3 Satz 3 ATSG).
3.
Als nächstes ist zu prüfen, ob die Verfügung inhaltlich korrekt erging bzw.
insbesondere ob die Verwirkungsfristen beachtet wurden.
3.1 Gemäss Art. 25 Abs. 1 ATSG sind unrechtmässig bezogene Leistungen
zurückzuerstatten. Der Rückforderungsanspruch erlischt mit dem Ablauf eines Jahres,
nachdem die Versicherungseinrichtung davon Kenntnis erhalten hat, spätestens aber
mit dem Ablauf von fünf Jahren nach der Entrichtung der einzelnen Leistung (Abs. 2).
Wird der Rückerstattungsanspruch aus einer strafbaren Handlung hergeleitet, für
welche das Strafrecht eine längere Verjährungsfrist vorsieht, so ist diese Frist
massgebend (Art. 25 Abs. 2 Satz 2 ATSG). In der Rechtsprechung wird für die
Kenntnisnahme der Zeitpunkt als ausreichend bezeichnet, an welchem der
Versicherungsträger bei Beachtung der zumutbaren Aufmerksamkeit hätte erkennen
müssen, dass die Voraussetzungen für eine Rückerstattung bestehen (BGE 119 V 431,
E. 3a; U. KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl., Zürich 2015, N. 56 zu Art. 25). Die Fristen
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des Art. 25 Abs. 2 ATSG sind gewahrt, wenn vor deren Ablauf eine
Rückerstattungsverfügung ergeht und der rückerstattungspflichtigen Person zugestellt
wird (BGE 119 V 431, E. 3c).
3.2 Im den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin betreffenden Entscheid vom 25.
August 2015 führte das Versicherungsgericht aus, dass erst mit dem MEDAS-
Gutachten vom 20. September 2014 hinsichtlich des Vorliegens eines prozessualen
Revisionsgrundes hinreichende Sicherheit der Beschwerdegegnerin bestanden habe.
Damit seien sowohl die relative (90-tägige) als auch die absolute Verwirkungsfrist
gewahrt worden (E. 2.3.4). Bestand erst mit dem MEDAS-Gutachten hinreichende
Sicherheit für das Vorliegen eines prozessualen Revisionsgrundes, kann eine
hinreichende Sicherheit bezüglich der Rückerstattung nicht zu einem früheren
Zeitpunkt vorgelegen haben. Der Beginn der relativen Verwirkungsfrist für die
Rückforderung gemäss Art. 25 Abs. 2 ATSG kann somit nicht auf einen früheren
Zeitpunkt als der Kenntnisnahme des MEDAS-Gutachtens angesetzt werden (vgl. auch
Urteil des Bundesgerichts vom 15. Mai 2014, 8C_203/2014, E. 3.4.2 und 4.2, wonach
in einem ähnlich gelagerten Fall die 90-tägige Revisionsfrist mit der ärztlichen
Beurteilung zu laufen begann und mit deren Wahrung "selbstredend" auch die
Verwirkungsfrist von Art. 25 Abs. 2 ATSG eingehalten wurde). Das MEDAS-Gutachten
ging erst am 7. November 2014 beim Kreisgericht ein (IV-act. 168-1) und wurde von
diesem in der Folge der Beschwerdegegnerin überlassen (IV-act. 169, wonach die
Beschwerdegegnerin dem Versicherungsgericht am 21. November 2014 mitteilte, sie
habe das Gutachten erhalten). Die Beschwerdegegnerin hatte somit erst nach dem 7.
November 2014 Kenntnis vom Gutachten und wahrte folglich mit der angefochtenen
Rückerstattungsverfügung vom 5. November 2015 die einjährige Verwirkungsfrist, was
denn auch nicht umstritten ist (vgl. act. G 1-4).
3.3 Gemäss Art. 25 Abs. 2 ATSG verwirkt der Rückerstattungsanspruch fünf Jahre
nach der Entrichtung der einzelnen Leistung. Die absolute Frist von fünf Jahren setzt
mit dem Bezug der einzelnen Leistungen ein; dabei ist auf den tatsächlichen Bezug der
Leistungen und nicht auf den Zeitpunkt abzustellen, in dem die Leistung hätte erbracht
werden müssen (KIESER, a.a.O., N 63 zu Art. 25 mit Hinweis auf die
bundesgerichtliche Rechtsprechung). Somit sind Rückforderungsansprüche verwirkt,
die Rentenzahlungen betreffen, die mehr als fünf Jahre vor Erlass der
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Rückforderungsverfügung bzw. des entsprechenden Vorbescheides ausgerichtet
wurden. Die Beschwerdegegnerin geht zu Unrecht davon aus, dass die Frist bereits mit
dem Erlass des Vorbescheids bezüglich der Einstellung der IV-Rente vom 5. April 2013
gewahrt werden konnte, weil dort die Rückforderung angekündigt worden sei. In jenem
Zeitpunkt, der vor der Kenntnisnahme des MEDAS-Gutachtens lag, stand der
Rückforderungsanspruch der Beschwerdegegnerin noch nicht ausreichend zuverlässig
fest. Hinzu kommt, dass weder der Vorbescheid vom 5. April 2013 noch die Verfügung
vom 8. Juli 2013 den Rückforderungsanspruch in zeitlicher oder betraglicher Hinsicht
ausreichend präzise umschreiben. Die Festlegung der Rückerstattung sollte vielmehr in
einer späteren Verfügung erfolgen. Auch der von der Beschwerdegegnerin zitierte BGE
119 V 434 E. 3c lässt keinen anderen Schluss zu. Zur Fristwahrung ist eine
Rückerstattungsverfügung bzw. der entsprechende Vorbescheid nötig (vgl. KIESER,
a.a.O., N. 9 und 66 zu Art. 25). Die angefochtene Rückerstattungsverfügung datiert
vom 5. November 2015 (IV-act. 198). Da bezüglich Rückerstattung kein Vorbescheid
erlassen wurde, hemmte erst die Verfügung den Eintritt der Verwirkung. Damit können
die seit November 2010 der Beschwerdeführerin ausbezahlten Renten zurückgefordert
werden. Für die der Beschwerdeführerin zwischen Januar und Oktober 2010
ausbezahlten Renten im Betrag von gemäss angefochtener Verfügung insgesamt Fr.
121'162.-- (Fr. 191'919 - [2 x Fr. 3'316.- + Fr. 64'125]) war zwischen Januar und
Oktober 2015 die Verwirkung eingetreten, weshalb diese nicht mehr zurückgefordert
werden können.
4.
4.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen, die angefochtene
Verfügung vom 5. November 2015 aufzuheben und die Beschwerdeführerin zur
Rückzahlung der seit November 2010 bis 31. Juli 2012 bezogenen Rentenzahlungen im
Betrag von insgesamt Fr. 70'757.-- zu verpflichten.
4.2 Nach Art. 69 Abs. 1 IVG ist das IV-Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen
Versicherungsgericht kostenpflichtig. Da es sich bei Streitigkeiten um eine
Rückforderung nicht um solche Streitigkeiten um eine Bewilligung oder Verweigerung
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von IV-Leistungen handelt, sind vorliegend keine Gerichtskosten zu erheben (Art. 61 lit.
a ATSG).
4.3 Da die Beschwerdeführerin teilweise obsiegt, hat sie einen reduzierten Anspruch
auf eine Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen,
wobei insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu
tragen ist. Bei vollständigem Obsiegen wäre eine Parteientschädigung von Fr. 3‘600.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) angemessen. Wegen des nur teilweisen
Obsiegens zu rund zwei Dritteln erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 2'400.-- als
gerechtfertigt. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin somit eine
Parteientschädigung von Fr. 2'400.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu
bezahlen.
4.4 Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die restlichen
Kosten der Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin. Die bei vollständigem Obsiegen
zu gewährende zusätzliche Parteientschädigung von Fr. 1‘200.-- ist um einen Fünftel
zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 des An waltsgesetzes, sGS 963.70). Somit hat der Staat den
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin pauschal mit Fr. 960.-- (inklusive Barauslagen
und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
4.5 Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur
Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).