Decision ID: df2d3889-f77c-51ea-a8ef-edca1a5f6bd8
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
E._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Willi Füchslin, Zürcherstrasse 49, Postfach 644,
8853 Lachen SZ,
gegen
Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft, Hohlstrasse 552, Postfach, 8048 Zürich,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Invalidenrente und Integritätsentschädigung
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St.Galler Gerichte
Sachverhalt:
A.
A.a E._ war im Gasthaus A._ tätig und dadurch bei der Helvetia Unfall (später
Elvia Schweizerische Versicherungs-Gesellschaft; heute: Allianz Suisse
Versicherungen; nachstehend als Allianz bezeichnet) unfallversichert, als sie sich am
27. Juli 1985 bei einem Autounfall im Ausland eine Commotio cerebri, eine distale
Stauchungsfraktur des rechten Unterschenkels sowie Frakturen der Ossa metatarsalis
III-V und des Os cuboidei zuzog (UV-act. 1, 4). Nach dem Unfall und erneut im Juni
1986 erfolgten Operationen am rechten Unterschenkel, wobei sich nach dem ersten
Eingriff Frakturheilungsprobleme mit schwerer Algodystrophie ergeben hatten. Nach
dem zweiten Eingriff im Juni 1986 bestand eine Versteifung im rechten oberen und
unteren Sprunggelenk mit leichter Beinverkürzung (UV-act. 7, 12, 14-16, 18, 19, 25,
27). Dr. med. B._, FMH für Neurologie, bescheinigte am 18. April 1988 ein cervico-
cephales Schmerzsyndrom, dessen Ursache nicht eindeutig bestimmbar sei. Am
wahrscheinlichsten sei es im Rahmen des Unfalls 1985 zu Zerrungen der
Nackenstrukturen gekommen; ein Peitschenhiebtrauma im eigentlichen Sinn sei
unwahrscheinlich. Für ein postcommotionelles Kopfweh liege das Schädelhirntrauma
zu weit zurück (UV-act. 38). Am 10. Oktober 1988 und 25. April 1989 hielt Dr. med.
C._, Bezirksspital March-Höfe, fest, nach Korrektur der Arthrodese rechts mit
Schuhversorgung sei der bisherige Verlauf sehr zufriedenstellend. Im HWS-Bereich
habe der Zustand gebessert werden können (UV-act. 42f). Am 8. Februar 1991
berichtete Dr. med. D._, Neurologische Klinik des Universitätsspitals Zürich, über
eine seit Auftreten der Kopfschmerzen eingeschränkte Hirnleistungsfähigkeit und
Konzentrationsstörungen. Er attestierte eine 25 %ige Arbeitsunfähigkeit (UV-act. 48).
Seit Mai 1991 war die Versicherte zu 75 % als kaufmännische Mitarbeiterin tätig (UV-
act. 62). Im Juni 1992 wurde sie wegen Überlastung der Metatarsale-Köpfchen II bis IV
am rechten Fuss operiert (UV-act. 69f, 76).
A.b Nach Durchführung von weiteren medizinischen Behandlungen und Abklärungen
sprach die Allianz der Versicherten mit Verfügung vom 4. März 1996 eine Invalidenrente
auf der Basis eines IV-Grads von 20 % zu (UV-act. 87). Im April 1996 wurde die
Versicherte erneut wegen einer Überbelastung der Metatarsale Köpfchen II und III im
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Regionalspital Lachen operiert (UV-act. 89, 92). Mit Verfügung vom 24. Mai 1996
gewährte die Allianz der Versicherten eine Integritätsentschädigung auf der Basis einer
Integritätseinbusse von 20 % (UV-act. 96). Am 18. Januar 1997 stürzte die Versicherte
und verdrehte sich dabei den rechten Fuss, wodurch sich Belastungs- und
Ruheschmerzen im Bereich der Arthrodese ergaben. Die notwendig gewordene
Behandlung wurde am 12. März 1997 abgeschlossen (UV-act. 98; vgl. auch UV-act.
101).
A.c Am 13. September 2005 teilte die Versicherte der Allianz telefonisch mit, dass
starke Schmerzen im rechten Fussgelenk bestünden (UV-act. 102). Am 23. Januar
2006 erstattete die F._ als Arbeitgeberin der Versicherten eine Rückfallmeldung zum
Unfall vom 27. Juli 1985 (UV-act. 110f). Nach Durchführung eines operativen Eingriffs
im Februar 2006 und einer Begutachtung durch den beratenden Arzt Dr. med. G._,
Orthopädische Chirurgie FMH, im Juni 2008 (UV-act. 148) stellte die Allianz der
Versicherten mit Schreiben vom 13. August 2008 den Fallabschluss auf Ende August
2008 in Aussicht. Ausser den notwendigen Schuheinlagen würden keine weiteren
Heilungskosten mehr gewährt. Die mit Verfügung vom 4. März 1996 zugesprochene
Invalidenrente werde wegen Wegfalls der Erwerbseinbusse aufgehoben. Die
Integritätsentschädigung werde hingegen von 20 auf 30 % erhöht (UV-act. 149). Am
19. September 2008 reichte der neue Rechtsvertreter der Versicherten hierzu eine
Stellungnahme ein (UV-act. 155). Am 30. September 2008 verfügte die Allianz die
Renteneinstellung per 1. September 2008. Bei der seinerzeitigen Rentenzusprache sei
von einer Bürotätigkeit ausgegangen worden, welche die Versicherte damals auch
effektiv ausgeübt habe. Aufgrund der Beurteilung von Dr. G._ sei ihr trotz der
Unfallfolgen eine vollzeitige Ausübung dieser Tätigkeit trotz möglich. Wegen Erreichens
des Endzustands würden die Übernahme der Heilungskosten (unter Vorbehalt der
notwendigen Schuheinlagen und des Rückfallmelderechts) sowie die
Taggeldleistungen per Ende August 2008 eingestellt. Die Integritätsentschädigung
werde auf 30 % erhöht (UV-act. 160). Die hiergegen von Rechtsanwalt lic. iur. W.
Füchslin, Lachen, mit Eingabe vom 30. Oktober 2008 erhobene (UV-act. 161)
Einsprache (UV-act. 165) wies die Allianz nach Einholung eines Zusatzberichts bei Dr.
G._ (UV-act. 171, 173) mit Einspracheentscheid vom 18. Mai 2009 ab; auf die
Einspracheergänzung vom 14. November 2008 trat sie nicht ein (UV-act. 175).
B.
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B.a Gegen diesen Einspracheentscheid erhob Rechtsanwalt Füchslin für die
Versicherte mit Eingabe vom 12. Juni 2009 Beschwerde mit den Anträgen, der
Entscheid sei dahingehend abzuändern, dass der Beschwerdeführerin (weiterhin) eine
Invalidenrente gestützt auf einen Invaliditätsgrad von mindestens 20 % und eine
Integritätsentschädigung aufgrund einer Integritätseinbusse von mindestens 45 %
zustehe. Eventualiter sei die Sache in Aufhebung des angefochtenen Entscheids zu
ergänzenden Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Zur
Begründung legte der Rechtsvertreter unter anderem dar, es sei unhaltbar, gestützt auf
die Berichte von Dr. G._ von einer 100 %igen Arbeitsfähigkeit in einer sog.
leidensangepassten Tätigkeit ausgehen zu wollen. Es sei sicher keine (wesentliche)
Verbesserung des Gesundheitszustands eingetreten. Vielmehr sei von einer
Verschlechterung auszugehen. Zudem werde die cerebrale Situation gänzlich ausser
Acht gelassen. Für die Bestimmung der Restarbeitsfähigkeit dürfe keine ideal
angepasste Tätigkeit herangezogen werden, insbesondere wenn eine solche gar nicht
konkretisiert werde. Entgegen dem Vorbringen der Beschwerdegegnerin seien die
Beschwerden der Beschwerdeführerin auch nicht rein belastungsabhängig. Das RAV
halte die Beschwerdeführerin übrigens lediglich im Umfang eines anrechenbaren
Arbeitsausfalls von maximal 75 % für vermittlungsfähig (act. G 1.3), wobei korrigierend
darauf hinzuweisen sei, dass die Beschwerdeführerin im Antrag nie angegeben habe,
bereit und in der Lage zu sein, 100 % zu arbeiten. Es sei immer noch eine
Einschränkung von mindestens 20 % gegeben, weshalb die Beschwerdeführerin
weiterhin Anspruch auf eine Invalidenrente aufgrund eines IV-Grads von 20 % habe.
Sollten daran wider Erwarten Zweifel bestehen, wären zumindest ergänzende
Abklärungen anzuordnen. Für die Bemessung des Valideneinkommens könne nicht das
Einkommen als Kellnerin herangezogen werden. Die Beschwerdeführerin habe in
Österreich eine dreijährige Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau absolviert. Sie sei nur
vorübergehend im Service tätig gewesen. Auch habe die Beschwerdeführerin die
weitergehende kaufmännische Umschulung (in der Schweiz) nicht von sich aus
abgebrochen. Es sei klarerweise davon auszugehen, dass sie im Gesundheitsfall im
Büro tätig wäre. Auch im Büro bestehe eine Einschränkung von mindestens 20 %.
Selbst wenn aber zu Unrecht von einem zumutbaren Pensum von 100 % ausgegangen
würde, so wäre jedenfalls von einer beträchtlichen, invaliditätsbegründenden
Leistungseinbusse auszugehen und dementsprechend ein Leidensabzug zu gewähren.
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Bei der Bürotätigkeit habe es sich um die angestammte Tätigkeit gehandelt, deren
Ausübung nicht erst durch die nach dem Unfall in die Wege geleitete Umschulung
möglich geworden sei. Demnach sei die Zusprechung einer Invalidenrente sicher nicht
zweifellos unrichtig gewesen. Schliesslich sei die Beschwerdegegnerin zu Unrecht auf
die Einsprache betreffend Integritätsentschädigung nicht eingetreten.
B.b In der Beschwerdeantwort vom 29. Juli 2009 beantragt die Beschwerdegegnerin
Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verweist sie auf die Darlegungen im
angefochtenen Entscheid und führt unter anderem aus, in einer ideal angepassten, d.h.
leichten, hauptsächlich im Sitzen ausgeführten Tätigkeit ohne Heben schwerer Lasten
wie zum Beispiel in einem Bürojob sei von einer 100 %igen Arbeitsfähigkeit
auszugehen. Das beweiskräftige Gutachten von Dr. G._ und seine ergänzenden
Ausführungen vom 26. Februar 2009 liessen nur diesen Schluss zu. Zwar sei durch die
Versteifung weiterer Gelenke die medizinisch-theoretische Funktionseinschränkung des
Fussgelenkes erhöht worden, jedoch seien gleichzeitig die Gehfähigkeit und die
Schmerzsituation verbessert worden, so dass sich der Integritätsschaden zwar
vergrössert, die Arbeitsfähigkeit sich aber gleichzeitig verbessert hätten. Zudem wäre
selbst bei Annahme einer 20 %igen Arbeitsunfähigkeit als Büroangestellte ein
Rentenanspruch wegen Erzielens eines rentenausschliessenden Einkommens zu
verneinen. Aufgrund des Umstands, dass die Beschwerdeführerin eigentlich nie im von
ihr in Österreich erlernten Beruf gearbeitet habe und auch anlässlich der Umschulung
zur Sekretärin nicht von dem ihr in dieser Ausbildung vermittelten Wissen habe
profitieren können, müsse davon ausgegangen werden, dass sie, selbst wenn sie seit
ihrer Einreise in die Schweiz tatsächlich einen Bürojob hätte ausüben wollen - was
bestritten werde -, den Sprung in diesen Bereich ohne Umschulung nicht geschafft
hätte und weiterhin im Gastgewerbe tätig gewesen wäre.
B.c Mit Replik vom 2. September 2009 und Duplik vom 6. Oktober 2009 bestätigten
die Parteien ihre Standpunkte.

Erwägungen:
1.
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1.1 Zu prüfen ist vorweg die Frage, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht auf die
Einspracheergänzung betreffend die Integritätsentschädigung nicht eingetreten ist. Die
Verfügung vom 30. September 2008 (gleichentags der Post übergeben [UV-act. 158];
Zugang beim Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin "frühestens am 1. Oktober
2008"; vgl. UV-act. 160 S. 2) enthält für den Rentenanspruch und für die
Integritätsentschädigung je eine eigene Dispositiv-Ziffer (UV-act. 160). Mit der
Einsprache vom 30. Oktober 2008 wurden sowohl im Antrag als auch in der
Begründung ausschliesslich die verfügte Renteneinstellung bzw. die Frage der
Restarbeitsfähigkeit thematisiert. Auch der Eventualantrag auf Rückweisung der
Streitsache zu ergänzenden Abklärungen bezog sich einzig auf die Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit (UV-act. 161). Erst mit der Einspracheergänzung vom 14. November
2008 beantragte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin zusätzlich die
Abänderung der Verfügung vom 30. September 2008 mit Bezug auf die
Integritätsentschädigung, und zwar dahingehend, dass der Beschwerdeführer eine
Integritätsentschädigung aufgrund einer Integritätseinbusse von mindestens 45 %
zuzusprechen sei (UV-act. 165). Diese Einspracheergänzung wurde erst nach Ablauf
der dreissigtägigen Rechtsmittelfrist (vgl. Art. 52 Abs. 1 sowie Art. 38 Abs. 1 und 3
ATSG; SR 830.1) der Post übergeben, weshalb hinsichtlich der Frage der
Integritätsentschädigung die Verfügung in (Teil-)Rechtskraft getreten ist (BGE 119 V
347 Erw. 1b; U. Kieser, ATSG-Kommentar, 2. A., Rz 26 zu Art. 52) und die Einsprache
in diesem Umfang als verspätet erhoben zu gelten hat. Letzteres würde im Übrigen
auch bei Anwendung der Zustellfiktion gelten (vgl. BGE 134 V 49); diesfalls hätte die
dreissigtägige Frist am 9. Oktober 2008 zu laufen begonnen und wäre am 7. November
2008 (Freitag) abgelaufen. Der Nichteintretensentscheid der Beschwerdegegnerin
bezüglich der Integritätsentschädigung erweist sich somit als korrekt. Diesbezüglich ist
die Beschwerde somit abzuweisen. Soweit der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin
darüber hinaus auch noch eine inhaltliche Überprüfung des Anspruchs auf
Integritätsentschädigung verlangt, kann auf die Beschwerde mangels
Anfechtungsgegenstand nicht eingetreten werden. Eine Ausdehnung des Verfahrens
auf einen in Rechtskraft erwachsenen Aspekt, wie dies die Beschwerdeführerin
beantragen lässt (act. G 1 S. 14), kann nicht in Betracht kommen, zumal eine solche
Prozessausdehnung zum vornherein nicht geeignet wäre, die eingetretene Rechtskraft
zu beseitigen.
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1.2 Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die
Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht,
herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt
nach der Rechtsprechung jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen
Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu
beeinflussen. Die Invalidenrente ist nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des
Gesundheitszustands, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen
Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich
verändert haben (BGE 130 V 349 f. Erw. 3.5). Eine bloss unterschiedliche Beurteilung
eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts stellt dagegen praxisgemäss
keine revisionsbegründende Änderung dar (BGE 112 V 372 E. 2b; SVR 1996 IV Nr. 70
S. 203). Vielmehr bedarf es neuer Elemente tatsächlicher Natur, die nach der
ursprünglichen Rentenverfügung eingetreten oder zum damaligen Sachverhalt
hinzugekommen sind oder diesen verändert haben (vgl. SVR IV 2004 Nr. 17, 53). Bei
der Rentenrevision (auf Gesuch hin oder von Amtes wegen) bildet zeitlicher
Ausgangspunkt für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des
Invaliditätsgrads die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen
Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung,
Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht (BGE 133 V
108 Erw. 5). Zum Vergleich heranzuziehen ist der Sachverhalt zur Zeit der streitigen
Revisionsverfügung (BGE 125 V 369 Erw. 2; ZAK 1984 S. 350 Erw. 4a; ZAK 1987 S. 36)
bzw. des Einspracheentscheids.
2.
2.1 Im Gutachten der MEDAS Zentralschweiz vom 11. September 1992 wurde unter
anderem ausgeführt, es bestünden Residuen nach operativ versorgter
Unterschenkelfraktur rechts und ein leichtes Zervikalsyndrom bei Instabilität in den
Segmenten C3/4 bis C5/6. Die neuropsychologische Abklärung ergebe eine
Aufmerksamkeitsstörung wahrscheinlich als Folge der Vollnarkosen für die
unfallbedingten Operationen. In den früheren Tätigkeiten als Service-Angestellte und
Verkäuferin werde die Arbeitsfähigkeit auf 50 % geschätzt; limitierend würden sich hier
die Unfallresiduen, besonders am linken Bein auswirken. Eine Tätigkeit in einem Büro
sei ihr zu 75 % zumutbar. Hier sei die Beschwerdeführerin in erster Linie durch die
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Aufmerksamkeitsstörung bzw. das eingeschränkte Konzentrationsvermögen, in zweiter
Linie durch die Veränderungen am Bewegungsapparat behindert. Auch in anderen ihr
angepassten Tätigkeiten sei von den gleichen Arbeitsfähigkeitsgraden auszugehen.
Wenn sich die Beschwerdeführerin sowohl am Arbeitsplatz wie im privaten Bereich vor
Überforderungen schützen könne, sei mit einer günstigen Prognose zu rechnen (act. G
5.2). Eine Begutachtung durch den orthopädischen Chirurgen Dr. C._ ergab gemäss
Bericht vom 22. Februar 1996 unter anderem, dass die Beschwerdeführerin trotz
Angewöhnung an die Unfallfolgen von Seiten der cerebralen Situation (Status nach
Autounfall mit Contusio cerebri mit rezidivierenden Kopfschmerzen und
Vergesslichkeit) in der Arbeitsfähigkeit für Bürotätigkeit um 20 % eingeschränkt sei.
Von Seiten des Fusses (mit OSG-Arthrodese rechts in leichter Spitzfussstellung,
arthrotischen Veränderungen USG und Mittelfuss, schmerzhafter Überbelastung
Metatarsale Köpfchen II rechts und Status nach Fraktur Met. II bis IV) könne sie eine
Bürotätigkeit zwischen 75 und 85 % leisten. Für eine Tätigkeit im Service betrage die
Arbeitsfähigkeit nur 60 %. Auch für Tätigkeiten mit viel Stehen und Herumgehen müsse
eine Grenze unter 75 % angenommen werden. In einer abwechselnd stehend/
sitzenden Tätigkeit könne eine Arbeitsfähigkeit zwischen 75 und 85 % realisiert
werden. Heben von schweren Lasten sei nicht möglich. Wenn die Überbelastung des
Met. II ausser Acht gelassen werde, sei der Endzustand des OSG mehr oder weniger
erreicht. Im neurologischen und neuropsychologischen Gutachten des
Universitätsspitals Zürich vom 13. Mai 1996 wurde als Ergebnis unter anderem
festgehalten, bei der Beschwerdeführerin bestehe ein Status nach PW-Unfall 1985 mit
traumatischer Hirnverletzung wahrscheinlich leichten Grades, Unterschenkel-
Trümmerfraktur rechts und Fussfrakturen links mit residuell orthopädischen
Beschwerden im Bereich des rechten Beins, episodischen Kopfschmerzen vom
Spannungstyp mit Übergang zur Migräne ohne Aura, leichtem Zervikalsyndrom bei
radiologisch diskreter HWS-Instabilität und subjektiv kognitiven Defiziten
flukturierenden Ausmasses (nicht objektivierbar). Die aktuelle neuropsychologische
Untersuchung ergebe durchwegs normale Befunde. Die subjektiv seit 1985
bestehenden fluktuierenden Defizite (Konzentrations- und Gedächtnisstörungen) hätten
in der neuropsychologischen Untersuchung nicht verifiziert werden können.
Hinsichtlich des episodischen Kopfschmerzes finde sich im neurologischen Status kein
Korrelat. Es liege keine psychische Erkrankung vor, welche auf eine durch den Unfall
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verursachte organische Erkrankung des Nervensystems zurückzuführen sei. Aus
neurologischer und neuropsychologischer Sicht sei der Endzustand wahrscheinlich
erreicht; es könne allenfalls versucht werden, die Kopfschmerzproblematik
medikamentös zu behandeln. Es seien keine unfallfremden Faktoren vorhanden,
welche das Beschwerdebild negativ beeinflussen würden. Aus neurologischer und
neuropsychologischer Sicht hätten die reinen Unfallverletzungen zu keiner bleibenden
Schädigung der Integrität geführt (UV-act. 93).
2.2 Nach dem Behandlungsabschluss im März 1997 (UV-act. 98, 101) traten im Jahr
2005 erneut Schmerzen im Bereich des rechten Fusses auf, wodurch sich eine
Einschränkung in der Erwerbstätigkeit ergab (UV-act. 106). Am 15. Februar 2006 wurde
die Beschwerdeführerin im Regionalspital Einsiedeln operiert (insbesondere Revision
der Arthrodese subtalar sowie Panarthrodese im Mittelfuss rechts; UV-act. 112).
Wegen schlechten postoperativen Verlaufs wurde im Juli 2006 eine Metatarsale I-
Osteotomie vorgenommen. Im Februar 2007 erfolgte die Entfernung des
Osteosynthesematerials am rechten Fuss sowie eine Rearthrodese des USG mit
Korrektur der Spitzfussstellung (vgl. UV-act. 117, 127, 129, 132). Dr. med. H._,
Orthopädische Chirurgie FMH, Spital Lachen, berichtete am 14. September 2007 über
einen sehr erfreulichen Verlauf. Die jetzige Arbeitsfähigkeit entspreche 50 % der
Tätigkeit, die die Beschwerdeführerin vor den Korrekturen im Februar 2006 habe
durchführen können. Sie sei ausgebildete Kauffrau und Buchhalterin, habe jedoch
keine Möglichkeit mehr, auf ihrem Beruf zu arbeiten (UV-act. 138). Am 12. März 2008
bestätigte Dr. H._, dass die Korrektur vor einem Jahr eine deutliche Besserung der
Stellung und der Gehfähigkeit erbracht habe. Es bestünden Restbeschwerden im
rechten Fuss. Als Hausabwartin könne sie Arbeiten in einem steilen Hang oder auf
unebenem Boden nicht verrichten. Entsprechend bestehe eine 50 %ige
Arbeitsfähigkeit für die Hauswartarbeiten (UV-act. 142). Die Beschwerdeführerin
kündigte hierauf die Hauswart-Tätigkeit auf Ende März 2008 (UV-act. 143). Im
Gutachten vom 25. Juni 2008 kam der beratende Arzt der Beschwerdegegnerin,
Dr. med. G._, unter anderem zum Schluss, die heutige pantalare Arthrodese
entspreche einem weitgehend versteiften rechten Fuss, was eine erhebliche
Gehbehinderung bedeute. Der Barfussgang sei praktisch nicht mehr möglich. Es
kämen daher nur noch leichte, vorzugsweise sitzende Tätigkeiten in Frage. Es sei keine
weitere medizinische Behandlung mehr notwendig. Der rechte Fuss erfordere eine
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dauernde Schuh- und Einlagenversorgung. Die Tätigkeit als Hauswartin sei für die
Beschwerdeführerin zu sportlich. Das Besteigen von Treppen und Leitern und Gehen
auf unebenem Gelände sei stark erschwert; vermehrte Belastung (Heben, Tragen)
könne jederzeit Beschwerden auslösen. Am geeignetsten sei eine mehrheitlich sitzende
Tätigkeit (Büro, Lager, Kasse), sofern dabei nicht zu viel gehoben und getragen werden
müsse. Im Vergleich zur Beurteilung durch Dr. C._ im Jahr 1996 sei eine wesentliche
Veränderung eingetreten.
2.3 Dr. H._ teilte in der Stellungnahme vom 11. November 2008 unter anderem mit,
die ärztliche Behandlung müsse insbesondere bei Exazerbation der Restbeschwerden
in den folgenden Monaten bis Jahren fortgesetzt werden. Zur Zeit sei kein weiterer
Eingriff geplant. Zur Arbeitsfähigkeit für rein sitzende Tätigkeit im Büro habe er sich
bisher nie geäussert. Er könne sich vorstellen, dass HWS-Beschwerden oder cerebrale
Beschwerden einen Einfluss auf die Konzentration haben könnten. Für eine Hauswart-
Tätigkeit sei die Patientin mindestens 75 % arbeitsunfähig. Auch in einem Büro müsse
im Verlauf des Tages immer wieder eine Gehstrecke zurückgelegt werden, so dass hier
eine Einschränkung von mindestens 20 % (bezogen auf die Gehfähigkeit) bestehe. Im
Zusatzbericht vom 26. Februar 2009 führte Dr. G._ aus, grundsätzlich sei heute
davon auszugehen, dass die Patientin mit ihrem weitgehend versteiften rechten Fuss
dauernd angepasste Schuhe und Einlagen tragen müsse. Sie könne darin ohne
Schmerzen stehen; ihre Gehstrecke habe sich auf ca. eine Stunde erhöht. Sie könne
noch Velofahren; andere sportliche Aktivitäten und Barfussgehen seien jedoch stark
erschwert bis unmöglich. In einer leichten, angepassten Tätigkeit könne die
Beschwerdeführerin mindestens zu 50 % arbeiten, bei ideal angepasster Tätigkeit auch
bis gegen 100 %. Es müsse auch der Arbeitsweg in Betracht gezogen werden, da sich
dort die Gehbehinderung fast am meisten auswirken könne. Durch die letzten
Operationen seien vor allem folgende wesentlichen Veränderungen erreicht worden:
Der Fuss habe eine plantigrade Stellung bekommen, d.h. im Stehen berühre er auf
einer grossen Kontaktfläche den Boden. Dies verhindere punktuelle Überlastungen und
entsprechende Beschwerden. Mehrere schmerzhafte Gelenke seien versteift und
dadurch schmerzfrei geworden. Während die Patientin beim Barfussgehen immer noch
stark gehbehindert sei, könne jetzt das für den Alltagsgebrauch nahezu normale
Abrollen des Fusses durch angepasste Schuhe und Einlagen ermöglicht werden (UV-
act. 171).
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3.
3.1 Streitig ist, ob die der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 4. März 1996
zugesprochene Rente auf der Basis eines IV-Grads von 20 % zu Recht per
1. September 2008 mit der Begründung einer gesundheitlichen Verbesserung am
rechten Fuss aufgehoben wurde. Hierfür ist der medizinische Sachverhalt, wie er zur
Zeit der Verfügung vom 4. März 1996 bestanden hatte, mit demjenigen zu vergleichen,
wie er im Zeitpunkt der rentenaufhebenden Verfügung vom 30. September 2008 vorlag,
wobei zeitliche Grenze der Überprüfungsbefugnis im vorliegenden Verfahren das
Datum des angefochtenen Entscheids (18. Mai 2009) bildet. Anlässlich des Autounfalls
von 1985 (vgl. zum Hergang UV-act. 38 S. 1 unten) hatte sich die Beschwerdeführerin
neben den Verletzungen am Bewegungsapparat auch eine Commotio cerebri bzw. ein
leichtes Schädelhirntrauma zugezogen, und der Neurologe Dr. B._ brachte das
überdies bestehende cervico-cephale Schmerzsyndrom mit unfallbedingten Zerrungen
der Nackenstrukturen in Verbindung (vgl. UV-act. 4, 38). Nachdem der Neurologe Dr.
D._ bereits im Februar 1991 eine 25 %ige Arbeitsunfähigkeit wegen eingeschränkter
Hirnleistungsfähigkeit und Konzentrationsstörungen attestiert hatte (UV-act. 48), kamen
die MEDAS-Gutachter im September 1992 zu demselben Schluss, indem sie die für
eine Bürotätigkeit bestehende Arbeitsunfähigkeit von 25 % in erster Linie mit
Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen und in zweiter Linie mit den
Einschränkungen am Bewegungsapparat begründeten (act. G 5.2). Ähnlich lautete
auch die Schlussfolgerung im Gutachten Dr. C._ vom Februar 1996 mit einer durch
die cerebrale Situation (neuropsychologisch und HWS) begründeten Arbeitsunfähigkeit
von 20 % in einer Bürotätigkeit, wobei der Arzt von Seiten des Fusses die zumutbare
Arbeitsfähigkeit im Büro mit 75-85 % bezifferte (UV-act. 82). Die letztgenannte
medizinische Schätzung, welche den cerebralen Gesundheitszustand und denjenigen
am Bewegungsapparat für eine Bürotätigkeit gleichermassen als einschränkend
erachtete, bildete Ausgangslage für die Zusprechung der 20 %-Unfallrente im März
1996 (UV-act. 87).
3.2 Während im Gutachten des Universitätsspitals Zürich vom Mai 1996 - und damit
nach Erlass der rentenzusprechenden Verfügung - unter Bestätigung einer
unfallbedingten leichten traumatischen Hirnverletzung dauerhafte neurologische und
neuropsychologische Einschränkungen im Gegensatz zu den früheren Gutachten
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durchwegs verneint wurden (UV-act. 93), kamen cerebrale Beschwerden und deren
Einfluss auf die Konzentrationsfähigkeit im Bericht von Dr. H._ vom 11. November
2008 erneut zur Sprache, wobei der Arzt lediglich festhielt, er könne sich vorstellen,
dass HWS-Beschwerden oder cerebrale Beschwerden einen Einfluss auf die
Konzentration haben könnten (UV-act. 164 S. 2). Diesbezüglich waren vor
Renteneinstellung keine weiteren einschlägigen Abklärungen mehr vorgenommen
worden, obschon unter anderem auch die cerebralen bzw. neuropsychologischen
Einschränkungen Grund für die ursprüngliche Rentenzusprache gebildet hatten.
Allerdings war damals implizit davon ausgegangen worden, dass sich die cerebralen
Einschränkungen und diejenigen am Bewegungsapparat (vgl. UV-act. 82 S. 7) in ihrer
Auswirkung überschneiden, was zur Annahme einer insgesamt 20 %igen
Arbeitsunfähigkeit führte. Was die - unbestrittenermassen (UV-act. 175 S. 9 oben) -
unfallbedingten Einschränkungen am Bewegungsapparat betrifft, so bescheinigte Dr.
G._ im Gutachten vom Juni 2008 eine wesentliche Veränderung im Vergleich zur
Beurteilung durch Dr. C._ im Jahr 1996. Damals habe es sich um ein in Spitzfuss-
Stellung versteiftes OSG gehandelt. Heute seien nicht nur das OSG, sondern auch alle
subtalaren Gelenke (USG, Chopart) versteift, allerdings, verglichen mit vorher, in etwas
verbesserter Stellung (vgl. UV-act. 148 S. 6). Eine eigentliche gesundheitliche
Verbesserung bestätigte der beratende Arzt der Beschwerdegegnerin damit aber nicht,
zumal er im selben Gutachten auch festhielt, dass sich hinsichtlich des
Integritätsschadens am rechten Fuss eine wesentliche Verschlechterung aufgrund der
Behandlung seit 2005 eingestellt habe. Die dauerhafte Versteifung aller grösseren
Fussgelenke bedeute eine erhebliche Gehbehinderung, eine verminderte Belastbarkeit
und gleichzeitig eine erhöhte Unfallgefährdung (vgl. UV-act. 148 S. 6f). Eher auf eine
gesundheitliche Verschlechterung als auf eine Verbesserung deutet im Übrigen auch
die Integritätsschadenschätzung von Dr. H._ vom 11. November 2008 hin (UV-act.
164), auch wenn der Integritätsschaden selbst in diesem Verfahren aus formellen
Gründen keine Rolle spielt. Und schliesslich bescheinigte Dr. G._ auch im
Zusatzbericht vom Februar 2009 keine gesundheitliche Verbesserung in Bezug auf die
Situation am rechten Fuss; wiederum spricht er auschliesslich von wesentlichen
Veränderungen (vgl. UV-act. 171). Ohne klare Kontur bleibt sodann seine Formulierung
der Arbeitsfähigkeitsschätzung: Er bestätigte lediglich, dass für die Beschwerdeführerin
nur leichte Arbeiten in Frage kämen, bei denen sie nicht zu viel gehen und stehen
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müsse. Am geeignetsten erachtete er eine mehrheitlich sitzende Tätigkeit (Büro, Lager,
Kasse), sofern dabei nicht zuviel gehoben und getragen werden müsse. Zum Grad der
Arbeitsfähigkeit äusserte er sich nicht (UV-act. 148 S. 6). Auf erneute Anfrage der
Beschwerdegegnerin erklärte Dr. G._ nur, in einer leichten, angepassten Tätigkeit
könne die Beschwerdeführerin "mindestens zu 50 %" arbeiten, bei ideal angepasster
Tätigkeit "auch bis gegen 100 %", wobei auch der Arbeitsweg in Betracht gezogen
werden müsse. Wenn eine Patientin ohne Schmerzen stehen und eine Stunde gehen
könne, und überdies keine Behandlung benötige, könne sie "als bis zu 100 %
arbeitsfähig" gelten (UV-act. 171 S. 2).
Der Umstand, dass Dr. G._ - bei im Übrigen fundiert erscheinenden Ausführungen im
Gutachten - auch auf erneute Anfrage nicht explizit und klar eine Verbesserung der
gesundheitlichen Situation und der Arbeitsfähigkeit bescheinigte, spricht dafür, dass
sich eine solche seit der Rentenzusprache insgesamt auch tatsächlich nicht ergeben
hat. Die Einschätzung einer "mindestens 50 %igen" bzw. "bis gegen 100 %igen"
Arbeitsfähigkeit (UV-act. 171) vermag keine quantitative Veränderung im Vergleich zur
80 %igen Arbeitsfähigkeit zu belegen, welche zur ursprünglichen Rentenzusprechung
geführt hatte. In diesem Sinn bescheinigte auch Dr. H._ im Bericht vom 11.
November 2008 nach wie vor eine mindestens 20%ige Arbeitsunfähigkeit für eine
Bürotätigkeit (UV-act. 164). Beim geschilderten Sachverhalt kann eine eigentliche
Verbesserung der unfallbedingten Einschränkungen am Bewegungsapparat der
Beschwerdeführerin mit entsprechender Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nicht als
belegt gelten. Von weiteren Abklärungen wären - bezogen auf den hier streitigen
Zeitraum - überwiegend wahrscheinlich keine neuen bzw. "besseren" Erkenntnisse zu
erwarten, so dass solche unterbleiben können.
4.
4.1 Die Beschwerdegegnerin stellt sich auf den Standpunkt, dass selbst bei
Annahme einer Arbeitsunfähigkeit von 20 % kein Anspruch auf eine Rente mehr
bestehen würde, da die Beschwerdeführerin gleichwohl ein rentenausschliessendes
Einkommen zu erzielen vermöchte (UV-act. 175 S. 14f). Sie legte im angefochtenen
Entscheid (S. 10f) die rechtlichen Grundlagen der Invaliditätsbemessung zutreffend dar;
hierauf ist zu verweisen. Vorweg zu prüfen ist die Feststellung im angefochtenen
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Entscheid, wonach die Beschwerdeführerin vor dem Unfall als Kellnerin gearbeitet
habe und es daher gerechtfertigt sei, als Validenlohn dasjenige Einkommen zugrunde
zu legen, das sie im Zeitpunkt der Rentenrevision (2008) im Gastgewerbe hätte erzielen
können (UV-act. 175 S. 14). Dazu ist festzuhalten, dass es sich bei der Annahme,
wonach die Beschwerdeführerin ohne Unfall weiterhin als Kellnerin tätig gewesen wäre,
nicht um eine nach Erlass der Rentenverfügung vom 4. März 1996 eingetretene
Sachverhaltsänderung im Sinn von Art. 17 ATSG handelt. Eine Revision im Sinn dieser
Bestimmung fällt damit ausser Betracht. Zu prüfen ist jedoch, ob diesbezüglich die
Wiedererwägungsvoraussetzungen nach Art. 53 Abs. 2 ATSG, d.h. insbesondere eine
zweifellose Unrichtigkeit der ursprünglichen Verfügung, erfüllt sind. Im Rahmen einer
zweiten Eventualbegründung macht die Beschwerdegegnerin denn auch geltend, die
Rentenverfügung vom 4. März 1996 sei zweifellos unrichtig im Sinn von Art. 53 Abs. 2
ATSG gewesen. Damals sei verkannt worden, dass es sich bei der Bürotätigkeit nicht
um die angestammte, sondern um eine leidensangepasste Tätigkeit gehandelt habe,
deren Ausübung überhaupt erst durch die nach dem Unfall in die Wege geleitete
Umschulung zur Sekretärin möglich geworden sei. Es hätte zwingend ein Vergleich des
Valideneinkommens als Kellnerin mit dem Invalideneinkommen als Sekretärin/
Büroangestellte erfolgen müssen (UV-act. 175 S. 16). Ob dies zutrifft, ist nachstehend
zu prüfen.
4.2 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte
Person im Zeitpunkt des Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am
zuletzt erzielten, der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten
Verdienst angeknüpft; dies in der Annahme, dass die bisherige Tätigkeit ohne
Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre (BGE 129 V 224, Erw. 4.3.1, mit
Hinweisen). Anderseits können konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die
versicherte Person ihre Tätigkeit tatsächlich gewechselt hätte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre. Dies kann etwa gegeben sein, wenn die Tätigkeit zur Zeit des Unfalls
nur vorübergehend oder unfreiwillig gewählt wurde. Eine Rückkehr zum gelernten Beruf
anzunehmen ist gerechtfertigt, solange noch eine gewisse Bindung zu bejahen ist, so
dass eine reale Rückkehrmöglichkeit besteht. Sie ist eher als unwahrscheinlich zu
betrachten, wenn der Weggang von der beruflichen Tätigkeit einige Zeit zurückliegt und
die konkreten Umstände ein Zurück nicht ohne weiteres erwarten lassen (vgl. Peter
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Omlin, Die Invalidität in der obligatorischen Unfallversicherung, Diss. Freiburg 1995, S.
168 ff). - Die Beschwerdeführerin absolvierte in Graz eine einjährige
Hauswirtschaftsschule und daran anschliessend eine dreijährige Ausbildung zur
Einzelhandelskauffrau (act. G 1.4), bevor sie 1979 in der Schweiz eine Tätigkeit als
Verkäuferin in einem Konfektionsgeschäft aufnahm. Ab 1983 arbeitete sie als Service-
Angestellte, wo sie am 14. Juli 1985 - kurz vor dem Unfall - vom Arbeitgeber die
Kündigung erhielt. Im April 1988 begann sie eine Umschulung zur Sekretärin in einer
Handelsschule, welche sie im August 1989 mit einem Diplom abschloss (act. G 1.5).
Das zweite Ausbildungsjahr in dieser Schule brach sie mit Hinweis auf zunehmende
Kopfschmerzhäufigkeit ab. Hierauf trat sie im September 1989 eine Tätigkeit bei der
I._ an, welche sie wegen Überforderung (Namen und Telefonaufträge vergessen bzw.
nicht notiert) im April 1990 selbst gekündigt habe. Auch bei der daran anschliessenden
Stelle bei der J._ seien zunehmend Kopfschmerzen und Konzentrationsprobleme
aufgetreten, so dass ihr auf Ende Dezember 1990 gekündigt worden sei. Die 75 %-
Stelle in der Buchhaltung der K._ habe sie gut bewältigen können; sie sei mit der
Arbeitssituation sehr zufrieden gewesen. Dort habe bis vor der Geburt ihres Sohnes
gearbeitet und sei dann als Hausfrau tätig gewesen (UV-act. 93 S. 5).
4.3 Bei der Ermittlung des hypothetischen Valideneinkommens ist davon
auszugehen, was die versicherte Person aufgrund ihrer beruflichen Fähigkeiten und
persönlichen Umstände zu erwarten gehabt hätte (RKUV 1992 Nr. U 168, Erw. 3b).
Angesichts der geschilderten, bereits vor dem Unfall erworbenen beruflichen
Voraussetzungen und der vierjährigen Tätigkeit im Verkauf erscheint das Vorbringen
der Beschwerdeführerin plausibel, dass die zweijährige Tätigkeit im Service vor dem
Unfall lediglich vorübergehenden Charakter gehabt habe und es immer ihr Ziel
gewesen sei, eine Stelle im Büro zu finden (act. G 1 S. 12). Als sie 1979 in die Schweiz
gekommen sei, habe sie als Saisonnière keine Chance gehabt, im Bürobereich etwas
zu finden. Die Jahresaufenthaltsbewilligung habe sie erst 1984 erhalten, wobei sie sich
habe verpflichten müssen, ein Jahr im Restaurant A._ zu arbeiten (act. G 5 S. 3). Mit
Blick darauf, dass die Beschwerdeführerin bereits im Unfallzeitpunkt über ein
österreichisches Diplom als Handelskauffrau verfügte, kann nicht mit guten Gründen
behauptet werden, dass erst durch die im Nachgang zum Unfall begonnene
Umschulung im kaufmännischen Bereich eine Bürotätigkeit möglich geworden sei,
zumal diese "Umschulung" lediglich in einer einjährigen Handelsschule bestanden
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hatte und die geplante Fortsetzung - aus welchen Gründen auch immer (vgl. act. G 1 S.
12 unten; act. G 5.1) - abgebrochen wurde. Ein nachfolgender Stellenantritt im
kaufmännischen Bereich (bei der I._) war aber offensichtlich dennoch möglich. Die
Voraussetzungen für eine Bürotätigkeit in der Schweiz lassen sich zweifellos auch
durch eine dreijährige österreichische kaufmännische Ausbildung erfüllen, zumal die
diesbezüglichen inhaltlichen Anforderungen zumindest im deutschsprachigen Raum
länderübergreifend sein und sich höchstens in der Ausgestaltung unterscheiden
dürften. Insbesondere aber kann nicht überwiegend wahrscheinlich angenommen
werden, dass Beschwerdeführerin mit einem ausländischen Diplom als
Einzelhandelskauffrau ohne Eintritt des Unfalls während ihres ganzen Erwerbslebens
Kellnerin geblieben wäre. Dies umso weniger, als sie im Unfallzeitpunkt in gekündigter
Stellung tätig war und somit ohne Eintritt des Unfalls auf jeden Fall eine neue Arbeit
hätte suchen müssen. Auf das vor dem Unfall erzielte Einkommen kann daher nicht
abgestellt werden. Für die Bemessung des Valideneinkommens ist vielmehr von einer
Bürotätigkeit auszugehen, für welche die Beschwerdeführerin im Unfallzeitpunkt über
Berufs- und Fachkenntnisse verfügte. Eine zweifellose Unrichtigkeit der Verfügung vom
4. März 1996 liegt damit nicht vor. Gemäss der Lohnstrukturerhebung des
Bundesamtes für Statistik (LSE) 2008 verdienten Frauen im Dienstleistungssektor,
Anforderungsniveau 3, durchschnittlich Fr. 5'023.-- bzw. Fr. 60'276.-- pro Jahr.
4.4 Nachdem auch für das Invalideneinkommen eine Bürotätigkeit mit denselben
Anforderungen zugrunde zu legen ist, bleibt es aufgrund der 20%igen
Arbeitsfähigkeitseinschränkung bei der bisherigen 20 %-Rente. Ein Anlass für einen
zusätzlichen leidensbedingten Abzug ist bezogen auf den in Betracht kommenden
Tätigkeitsbereich nicht ersichtlich, zumal die Einschränkung in der Gehfähigkeit bereits
durch die Annahme einer 20 %igen Arbeitsunfähigkeit berücksichtigt wurde. Sodann
rechtfertigt die Limitierung auf ein Teilzeitpensum von 80 % bei Frauen nach der
Rechtsprechung keinen Abzug (Urteil des EVG vom 18. Juli 2005 i/S A.P.-G. [I 104/05]
Erw. 3 mit Hinweisen).
5.
5.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde in dem Sinn teilweise
gutzuheissen, dass die Beschwerdegegnerin verpflichtet wird, der Beschwerdeführerin
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die mit Verfügung vom 4. März 1996 zugesprochene Rente auch nach dem 1.
September 2008 weiterhin auszurichten; in diesem Umfang ist der
Einspracheentscheid vom 18. Mai 2009 aufzuheben. Hinsichtlich
Integritätsentschädigung ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
5.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Beim dargelegten
Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf Parteientschädigung (Art.
61 lit. g ATSG). Es rechtfertigt sich, wie in vergleichbaren Verfahren üblich, diese
ausgehend von einer Pauschalentschädigung von Fr. 4'000.-- bei vollem Obsiegen
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) und unter Zugrundelegung eines
weitgehenden Obsiegens im konkreten Fall auf Fr. 3'000.-- festzulegen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG