Decision ID: 7c7ddbf0-734f-4dce-932b-756c6aaed93a
Year: 2013
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Joseph B. Koch Grämiger & Koch Rechtsanwälte,
Rudenzburg, Toggenburgerstrasse 35, 9500 Wil SG,
gegen
Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG, Postfach, 8085 Zürich,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a A._ war vom 20. August 2011 bis 29. Februar 2012 bei der B._ als
Nachtportier angestellt und dadurch bei der Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG
(nachfolgend: Zürich) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er sich
gemäss Unfallmeldung vom 7. Februar 2012 am 30. Januar 2012 beim Stossen eines
Abfallcontainers an der rechten Schulter verletzte (act. G 9.1/1, 2).
A.b Ein am 6. Februar 2012 durchgeführtes MRI des rechten Schultergelenks ergab
eine Tendopathie der oberen ansatznahen Anteile der Subscapularissehne mit
Enthesiopathie des angrenzenden Tuberculum minus, eine intakte
Supraspinatussehne, eine intakte restliche Rotatorenmanschette, eine normale
Schultermuskulatur, leichtgradige Arthrose des AC-Gelenks mit kleinen caudalen
Arthrophyten und beginnender Einengung des Subacromialraumes, Typ II Form des
Acromions sowie eine regelrechte Cavitas glenoidalis, proximale lange Bizepssehne
und Labrum (act. G 9.2/5). Im Bericht vom 28. Februar 2012 diagnostizierte Dr. med.
C._, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates, einen Status nach wahrscheinlich muskulärer Zerrung im
Bereich des Supraspinatus, eher im Bereich der Fossa supraspinata rechts. Dr. C._
führte im Weiteren aus, seines Erachtens erkläre der MRI-Befund die
Beschwerdesymptomatik nicht, am ehesten liege eine Spannung bzw. costo-vertebrale
blockadeähnliche Symptomatik rechts vor (act. G 9.2/6). Dr. med. E._, ,
Kantonsspital St. Gallen, stellte im Bericht vom 5. April 2012 die Diagnosen Verdacht
auf Bizepstendinopathie/SLAP-Läsion Schulter rechts nach Trauma 01/2012 sowie un
klare Schwäche der Arme mit feinschlägigem Zahnradphänomen (act. G 9.2/7). Dem
Versicherten wurde eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 9. bis zum 19. Februar 2012
attestiert (act. G 9.2/1). Am 26. April 2012 wurde im Kantonsspital St. Gallen eine gle
nohumerale Infiltration der rechten Schulter durchgeführt (act. G 9.2/18).
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A.c Gemäss Unfallprotokoll vom 1. Mai 2012 gab der Versicherte zum Unfallhergang
an, er habe mit einer anderen Person einen mit Abfall beladenen, schweren Rollcontai
ner verschoben. Er habe den Container am vorgesehenen Metallhenkel gehalten und
von hinten geschoben. Es hätten mehrere Abfallcontainer verschoben werden müssen
und ungefähr beim dritten Container habe er plötzlich einschiessende Schmerzen im
rechten Schulterbereich verspürt. Beim Verschieben der Container seien unkontrollierte
Bewegungen auszugleichen; plötzliche Bewegungen würden bei dieser Arbeitsverrich
tung häufig vorkommen. Er habe vermehrt Kraft anwenden müssen, um den Container
zu kontrollieren. Ein Anprall an die rechte Schulter habe nicht stattgefunden (act. G
1.9/15). Gegenüber dem zuständigen Schadeninspektor der Zürich gab der Versicherte
gemäss Bericht vom 3. Mai 2012 am 1. Mai 2012 an, analog dem Vorfall vom 30. Ja
nuar 2012 habe er sich am 8. August 2012 (richtig wohl: 2011) am rechten Oberarm
leicht verletzt. Die anfänglich verspürten Muskelbeschwerden seien binnen weniger
Tage abgeklungen und es sei kein Arztbesuch nötig gewesen (act. G 9.1/16).
A.d Mit Schreiben vom 9. Mai 2012 teilte die Zürich dem Versicherten mit, gemäss
Unfallmeldung und Hergangsschilderung habe sich beim Stossen des Abfallcontainers
nichts Programmwidriges ereignet. Da er die Schulter nicht angeschlagen habe, sei die
äussere Einwirkung auf den Körper nicht ungewöhnlich im Sinne des Unfallbegriffs.
Auch wenn eine unfallähnliche Körperschädigung nachgewiesen würde, sei eine Über
nahme abzulehnen, da es an einem unfallähnlichen Geschehen fehle. Bei dieser Sach-
und Rechtslage könnten keine Leistungen erbracht werden (act. G 1.9/28). Mit Verfü
gung vom 24. Mai 2012 lehnte die Zürich ihre Leistungspflicht auch formell ab (act. G
1.9/36).
A.e Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt lic.
iur. Joseph B. Koch, Wil, am 25. Juni 2012 Einsprache. Zur Begründung wurde
angeführt, der Versicherte habe eine Zerrung des Supraspinatus an der rechten
Schulter erlitten. Eine Zerrung erfolge immer plötzlich durch falsche oder überlastende
Bewegungen. Eine Zerrung, welche in Ausübung der täglichen Arbeit erfolge, stelle ein
unfallmässiges Ereignis dar (act. G 9.1/42).
A.f Mit Einspracheentscheid vom 21. September 2012 wies die Zürich die Einsprache
des Versicherten ab. Gemäss Schilderung des Sachverhalts durch den Versicherten
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liege kein ungewöhnliches äusseres Ereignis vor. Die Schmerzen seien zwar plötzlich
aufgetreten, aber aufgrund der Sachverhaltsschilderung nicht aufgrund eines äusseren
ungewöhnlichen Faktors. Es liege keine Programmwidrigkeit oder ein von aussen direkt
auf den Körper einwirkender Faktor vor. Sodann erfordere das Verschieben eines Ab
fallcontainers zu zweit, auch aufgrund der regelmässigen Übung, keinen ungewöhnli
chen Kraftaufwand. Es liege somit kein Sachverhalt vor, welcher den Unfallbegriff im
Rechtssinn erfülle. Auch die Voraussetzungen für die Annahme einer unfallähnlichen
Körperschädigung seien nicht gegeben, da kein sinnfälliges Ereignis ersichtlich sei,
welches als auslösender Faktor bezeichnet werden könnte. Somit könne auch
offenbleiben, ob die Körperschädigung des Versicherten überhaupt eine unfallähnliche
Körperschädigung gemäss abschliessender gesetzlicher Aufzählung darstelle (act. G
9.1/50).
B.
B.a Gegen diesen Einspracheentscheid liess der Beschwerdeführer mit Eingabe vom
24. Oktober 2012 (act. G 1) und Beschwerdeergänzung vom 15. Januar 2013 (act. G 7)
Beschwerde erheben mit den Anträgen, der Einspracheentscheid vom 21. September
2012 sei aufzuheben und dem Versicherten sei für das Ereignis vom 30. Januar 2012
infolge eines Berufsunfalls Deckung zu gewähren, alles unter Kosten- und Entschädi
gungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin. Darüber hinaus sei dem Beschwerde
führer die Rechtswohltat der unentgeltlichen Prozessführung zu gewähren. Zur Begrün
dung wurde insbesondere auf den Bericht vom 7. Januar 2013 (act. G 7.1/9) verwiesen.
Darin führte Dr. med. D._, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparats, im Wesentlichen aus, in der klinischen
Untersuchung vom 26. Oktober 2012 habe sich eine deutlich eingeschränkte
glenohumerale Beweglichkeit gezeigt, wobei die Bewegungen in der Endphase deutlich
schmerzhaft gewesen seien. Aus medizinischer Sicht sei diese
Bewegungseinschränkung auf eine subacromiale Vernarbung zurückzuführen. Ob ein
plötzliches, nicht beabsichtigtes, äusseres Ereignis stattgefunden habe, welches zu
dieser Situation geführt habe, könne nicht beurteilt werden. Es sei lediglich möglich,
eine aktuelle Befundaufnahme zu machen und festzuhalten, dass eine solche Situation
entzündlich degenerativ entstehen könne, aber auch eine posttraumatische
Komponente vorhanden sein könnte. Im Weiteren liess der Beschwerdeführer
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vorbringen, aufgrund des unbestrittenen Ablaufs könne es sich nur um ein plötzliches,
unfallmässiges Ereignis gehandelt haben, da er bis zu jenem Zeitpunkt zu keiner Zeit
Probleme irgendwelcher Art mit der rechten Schulter gehabt habe.
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 8. Februar 2013 beantragte die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung wurde im Wesentlichen angeführt,
ein Unfall im engeren Sinne liege mangels eines ungewöhnlichen äusseren Faktors
nicht vor und werde vom Beschwerdeführer auch nicht behauptet. Darüber hinaus sei
festzuhalten, dass das Vorliegen einer unfallähnlichen Körperschädigung medizinisch
nicht überwiegend wahrscheinlich erstellt sei. Das Vorliegen einer Zerrung sei unklar
und dem Sachverhalt sei keine Sinnfälligkeit zu entnehmen. Auch das Element der
Plötzlichkeit sei in Frage zu stellen, da der Beschwerdeführer angegeben habe, beim
dritten Container Schmerzen verspürt zu haben. Dies habe er aber nicht einer
bestimmten Bewegung im gesamten Ablauf zuordnen können, sondern er habe einzig
von vielen unkontrollierten Bewegungen gesprochen (act. G 9).
B.c Am 11. Februar 2013 wurde das Gesuch des Beschwerdeführers betreffend
unentgeltliche Rechtsverbeiständung für das vorliegende Verfahren bewilligt (act. G
11).
B.d Der Beschwerdeführer verzichtete auf die Einreichung einer Replik (act. G 12).

Erwägungen:
1.
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin als Unfallversicherer für die
Folgen des Ereignisses vom 30. Januar 2012 leistungspflichtig ist.
2.
2.1 Die Beschwerdegegnerin legt im angefochtenen Entscheid den Unfallbegriff (Art. 4
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG;
SR 830.1]), die Leistungspflicht des Unfallversicherers bei Unfällen (Art. 6 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]) sowie die Recht
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sprechung zum Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors (BGE 134
V 72, 130 V 117) zutreffend dar. Gleiches gilt bezüglich des Begriffs der unfallähnlichen
Körperschädigungen (Art. 6 Abs. 2 UVG in Verbindung mit Art. 9 Abs. 2 der Verordnung
über die Unfallversicherung [UVV; SR 832.202]), die auch ohne ungewöhnliche äussere
Einwirkung Unfällen gleichgestellt sind, wobei das Erfordernis des äusseren Faktors
weiterhin gilt (BGE 129 V 466; Urteil des Bundesgerichts vom 3. Juli 2009,
8C_346/2009, E. 3). Darauf ist zu verweisen.
2.2 Das für die Bejahung eines Unfalls vorausgesetzte Merkmal des ungewöhnlichen
äusseren Faktors kann auch in einer unkoordinierten Bewegung bestehen (RKUV 1999
Nr. U 333 S. 199 E. 3c/aa und Nr. U 345 S. 422 E. 2b; A. Maurer, Schweizerisches
Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 176 f.). In einem solchen Fall ist das
Merkmal der Ungewöhnlichkeit erfüllt, wenn ein in der Aussenwelt begründeter
Umstand den natürlichen Ablauf einer Körperbewegung gleichsam "programmwidrig"
beeinflusst hat, was beispielsweise dann zutrifft, wenn die versicherte Person stolpert,
ausgleitet oder an einen Gegenstand anstösst oder wenn sie, um ein Ausgleiten zu
verhindern, eine reflexartige Abwehrbewegung ausführt oder auszuführen versucht
(RKUV 2004 Nr. U 502 S. 183 E. 4.a; A. Rumo-Jungo/A. Holzer, Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die
Unfallversicherung, 4. Aufl. 2012, S. 40 mit Hinweisen). Dass es tatsächlich zu einem
Sturz kommt, wird mithin nicht vorausgesetzt. Es gilt jedoch festzuhalten, dass der
Nachweis eines Unfalls bei Schädigungen, die sich auf das Körperinnere beschränken,
insofern strengen Anforderungen unterliegt, als die unmittelbare Ursache der
Schädigung unter besonders sinnfälligen Umständen gesetzt werden muss; denn ein
Unfallereignis manifestiert sich in der Regel in einer äusserlich wahrnehmbaren
Schädigung, während bei deren Fehlen eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine
krankheitsbedingte Ursache besteht (RKUV 1996 Nr. U 253 S. 204 E. 4d). Die
Rechtsprechung bejaht das Vorliegen eines ungewöhnlichen äusseren Faktors
ausserdem dann, wenn beim Heben oder Verschieben einer Last ein ganz
ausserordentlicher Kraftaufwand erfolgt und es so zu einer Schädigung kommt. Es
muss jedoch von Fall zu Fall geprüft werden, ob die Anstrengung im Hinblick auf
Konstitution und berufliche oder ausserberufliche Gewöhnung der betreffenden Person
ausserordentlich war (vgl. BGE 116 V 136 E. 3b; RKUV 1994 Nr. U 180 S. 38 E. 2).
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2.3 Gemäss Unfallmeldung vom 7. Februar 2012 (act. G 9.1/1) verletzte sich der Be
schwerdeführer an der Schulter, als er half, Abfallcontainer auf die Strasse zu stossen.
Im Fragebogen zum Unfallhergang vom 22. März 2012 (act. G 9.1/9) gab der Be
schwerdeführer im Zusammenhang mit der Frage, ob sich anlässlich des Ereignisses
vom 30. Januar 2012 etwas Ungewöhnliches zugetragen habe, sinngemäss an, er habe
Abfallcontainer auf die Strasse gestellt; diese seien für zwei Personen schwer gewesen.
Auf die Frage, ob eine unkontrollierte Bewegung (z.B. Ausgleiten, Stolpern, Anstossen,
Sturz) erfolgt sei, antwortete der Beschwerdeführer sinngemäss, er habe die Abfallcon
tainer angestossen. Die Frage, ob er diese oder eine ähnliche Tätigkeit schon früher
verrichtet habe, beantwortete der Beschwerdeführer mit "richtig". Anlässlich der Befra
gung vom 1. Mai 2012 (act. G 9.1/15,16) gab der Beschwerdeführer ergänzend an, er
habe ungefähr beim dritten Container plötzlich einschiessende Schmerzen im rechten
Schulterbereich verspürt. Ein Anprall an die rechte Schulter habe nicht stattgefunden.
Der Beschwerdeführer führte zudem aus, beim Verschieben der Container seien un
kontrollierte Bewegungen auszugleichen und er gab an, vermehrte Kraft angewendet
zu haben, um den Container zu kontrollieren.
2.4 Aufgrund der inhaltlich übereinstimmenden Ausführungen des Beschwerdeführers
zum Hergang des Ereignisses vom 30. Januar 2012 ist festzuhalten, dass der Schmerz
in der rechten Schulter beim Stossen des ungefähr dritten Abfallcontainers und somit
während eines Arbeitsvorgangs auftrat, den der Beschwerdeführer im Rahmen seiner
beruflichen Tätigkeit wiederholt verrichtet hatte. Im Zeitpunkt des Auftretens des
Schmerzes war gemäss seinen Schilderungen weder ein Sturz erfolgt, noch hat der Be
schwerdeführer sich irgendwo angestossen; mithin ist eine von aussen beeinflusste,
unkoordinierte Bewegung, die als programmwidrig bezeichnet werden müsste, nicht
ersichtlich. Dass das Stossen von Abfallcontainern eine gewisse körperliche
Anstrengung erfordert und es dadurch zu einer Krafteinwirkung auf verschiedene
Körperteile kommt, ist vorliegend nicht in Frage zu stellen. Ein ausserordentlicher
Kraftaufwand ist damit allerdings weder ausgewiesen, noch kann er als belegt gelten,
zumal der Beschwerdeführer hinsichtlich des gestossenen Gewichtes keine Angaben
machte und eine Überanstrengung aus den Akten auch nicht ersichtlich ist.
2.5 Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, er habe vor dem Unfall zu keiner Zeit Prob
leme mit der rechten Schulter gehabt, ist darauf hinzuweisen, dass er sich nach
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eigenen Angaben analog dem Vorfall vom 30. Januar 2012 bereits zuvor am rechten
Oberarm verletzt hatte (vgl. den Bericht vom 3. Mai 2012, act. G 9.1/16). In diesem
Zusammenhang ist darüber hinaus festzuhalten, dass eine gesundheitliche Schädigung
nicht schon dann als durch einen Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem
aufgetreten ist ("post hoc ergo propter hoc"-Formel; BGE 119 V 342 E. 2b/bb).
2.6 Zusammenfassend fehlt es damit an einem ungewöhnlichen äusseren Faktor so
wohl in Form einer unkoordinierten Bewegung als auch einer Überanstrengung. Ein
Unfall im Rechtsinne ist damit zu verneinen.
3.
3.1 Zu prüfen bleibt, ob eine unfallähnliche Körperschädigung nach Art. 9 Abs. 2 UVV
vorliegt. Dr. C._ diagnostizierte im Bericht vom 28. Februar 2012 (act. G 9.2/6) im
Wesentlichen einen Status nach wahrscheinlich muskulärer Zerrung im Bereich des
Supraspinatus und führte aus, seines Erachtens erkläre der MRI-Befund (Tendopathie
der oberen ansatznahen Anteile der Subscapularissehne mit Enthesiopathie des an
grenzenden Tuberculum minus, act. G 9.2/5) die Beschwerdesymptomatik nicht. Es
liege am ehesten eine Spannung bzw. costo-vertebrale blockadeähnliche Symptomatik
vor. Dr. E._ stellte im Bericht vom 5. April 2012 (act. G 9.2/7) die Diagnosen Verdacht
auf Bizepstendinopathie/SLAP-Läsion Schulter rechts nach Trauma 01/2012 sowie
unklare Schwäche der Arme mit feinschlägigem Zahnradphänomen. Dr. D._ führte
seinerseits im Bericht vom 7. Januar 2013 (act. G 7.1/9) aus, es habe sich eine deutlich
eingeschränkte glenohumerale Beweglichkeit gezeigt, wobei diese Bewegungsein
schränkung auf eine subacromiale Vernarbung zurückzuführen sei. Diese könne ent
zündlich degenerativ entstehen, jedoch könne auch eine posttraumatische
Komponente vorhanden sein. Bei der vom Beschwerdeführer geltend gemachten
Zerrung handelt es sich somit sowohl gemäss Bericht von Dr. C._ vom 28. Februar
2012 als auch gemäss Bericht von Dr. E._ vom 5. April 2012 lediglich um eine
Verdachtsdiagnose. Darüber hinaus ist eine Tendopathie, wie sie im MRI vom 6.
Februar 2012 erhoben wurde, eine primär nicht entzündliche oder degenerative,
mechanisch bedingte Irritation der Sehnen und Sehnenansätze. Als Ursache werden in
der medizinischen Literatur eine chronische Überlastung, aber auch Mikrotraumen
sowie Stoffwechsel- oder Durchblutungsstörungen angeführt. Die Tendopathie als
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Folge eines Traumas wird hingegen nicht beschrieben (vgl. hierzu Pschyrembel,
Klinisches Wörterbuch 2013, 264. Aufl. Berlin 2012, S. 2065; Roche Lexikon Medizin, 5.
Aufl. München 2003, S. 1808). Schliesslich vermag auch der Bericht von Dr. D._ vom
7. Januar 2013 keine unfallähnliche Körperschädigung nach Art. 9 Abs. 2 lit. a-h UVV
zu bestätigen, zumal dieser lediglich ausführte, dass eine Vernarbung bestehe, deren
Ursache nicht abschliessend bestimmt werden könne.
3.2 Zusammenfassend ist angesichts der dargelegten medizinischen Befunde nicht mit
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der Beschwerde
führer anlässlich des Ereignisses vom 30. Januar 2012 eine unfallähnliche Körperschä
digung erlitten hat. In der Rechtsprechung wurde sodann wiederholt bestätigt, dass der
in Art. 9 Abs. 2 lit. a-h UVV enthaltenen Aufzählung der unfallähnlichen Körperschädi
gungen abschliessender Charakter zukommt (BGE 114 V 302 E. 3d; RKUV 1989 Nr. U
67 S. 165). Unter diesen Umständen kann die Frage, ob die Voraussetzung des Vorlie
gens eines äusseren Faktors zu bejahen ist, offen bleiben. Der Vollständigkeit halber
sei dennoch auf die Rechtsprechung des Bundesgerichtes hinzuweisen, wonach das
Erfordernis des äusseren schädigenden Faktors nicht erfüllt ist, wenn das (erstmalige)
Auftreten von Schmerzen mit einer blossen Lebensverrichtung einhergeht, welche die
versicherte Person zu beschreiben in der Lage ist, und stets ein Geschehen zu
verlangen ist, dem ein gewisses gesteigertes Gefährdungspotenzial innewohnt (vgl.
BGE 129 V 466 E. 2.2 und 4.2). Wie von der Beschwerdegegnerin richtigerweise
dargelegt, ist der Beschwerdeführer vorliegend nicht in der Lage, den verspürten
Schmerz einer bestimmten Bewegung zuzuordnen und auch das Stossen eines
Abfallcontainers kann mit Blick auf die wiederholte Verrichtung nicht als Tätigkeit mit
gesteigerter Gefahrenlage bezeichnet werden.
4.
4.1 Nach dem Gesagten ist der Einspracheentscheid vom 21. September 2012 nicht zu
beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen.
4.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
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4.3 Dem Beschwerdeführer wurde am 11. Februar 2013 die unentgeltliche Rechtsver-
beiständung bewilligt (act. G 11). Er kann indessen, wenn es seine wirtschaftlichen Ver
hältnisse gestatten, zur Nachzahlung der vom Staat entschädigten Parteikosten ver
pflichtet werden (vgl. Art. 123 Abs. 1 der Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO;
SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRP;
sGS 951.1]). Zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung ist der Staat zu ver
pflichten, für die Kosten der Rechtsvertretung des Beschwerdeführers aufzukommen,
wobei dem unentgeltlichen Rechtsbeistand lediglich ein um 20% reduziertes Honorar
zusteht (vgl. Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, [AnwG; sGS 963.70] sowie die Hono
rarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten [HonO; sGS 963.75]). Das Versiche
rungsgericht des Kantons St. Gallen spricht in unfallversicherungsrechtlichen Verfahren
gestützt auf Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO regelmässig eine (ungekürzte) pauschale Ent
schädigung zwischen Fr. 3'500.-- und Fr. 4'500.-- zu. Vorliegend gilt es jedoch den
Umstand zu berücksichtigen, dass der unentgeltliche Rechtsbeistand auf die
Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels verzichtet hat, weshalb die pauschale
Entschädigung entsprechend herabzusetzen ist. In Würdigung aller Umstände ist die
Parteientschädigung auf Fr. 2'400.-- (80% von Fr. 3'000.--, einschliesslich Barauslagen
und Mehrwertsteuer) festzulegen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39