Decision ID: c2244495-0945-5099-94e2-2b428e476729
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Emil Nisple, Oberer Graben 26, 9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 14. November 2007 (Eingang SVA: 8. Juli 2008) auf Grund
seiner chronischen Magen-Darm-Beschwerden zum Bezug von IV-Leistungen an (act.
G 7.1/2). Zwischen 2002 bis 2008 war der Versicherte diverse Male wegen
rezidivierender Abdominalschmerzen mit Erbrechen und Diarrhoe untersucht und
hospitalisiert worden (act. G 7.1/14). Mittels einer Oesophago-Gastro-Duode-noskopie
wurden im April 2002 eine nicht ulzeröse Dyspepsie und eine helicobacter-pylori-
positive chronische Gastritis festgestellt (act. G 7.1/14-54f.), wobei letztere mit einer
HP-Eradikationstherapie behandelt wurde (act. G.1/14-56). Im September 2004 wurde
eine Laktoseintoleranz diagnostiziert (act. G 7.1/14-65f., G 7.1/14-50). In der Folge
wurde der Versicherte mehrmals bezüglich einer laktosefreien Ernährung beraten und
seine Beschwerden medikamentös behandelt (act. G 7.1/14-50f. bzw. 44f., G
7.1/14-24). Nachdem er seine Stelle als Hilfsgipser auf Ende Januar 2005 verloren
hatte, arbeitete er nicht mehr. Nach seinen Angaben war die Berufstätigkeit nicht mit
der Krankheit vereinbar (act. G 7.1/12-14f., G 7.1/28-11). Am 10. Dezember 2005 nahm
Dr. med. B._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, eine psychiatrische
Beurteilung des Versicherten vor. Der Arzt stellte die Diagnose eines Verdachts auf
Persönlichkeitsstörung vom impulsiven Typus (ICD-10: F 60.30) mit narzisstischen
Zügen (ICD-10: F 60.8), eines Verdachts auf ein larviertes depressives Zustandsbild bei
rezidivierenden depressiven Episoden (ICD-10: F 33.1) und eines Verdachts auf
Somatisierungsstörungen im Sinn eines Colon irritabiles (ICD-10: F 45.32). Auf eine
psychotherapeutische Begleitung wurde jedoch auf Grund mangelnder
Introspektionsfähigkeit des Versicherten verzichtet (act. G 7.1/14-42f.). Im weiteren
Verlauf der Krankheit betonten verschiedene Ärzte, dass neben der
Laktoseunverträglichkeit auch ein psychosomatischer Anteil der Erkrankung vorläge
(act. G 7.1/14-60 und 76, G 7.1/14-50f., G 7.1/14-35f., G 7.1/14-24f., G 7.1/14-1f.).
Zudem wurde auf einen möglichen Zusammenhang der Problematik mit dem
Cannabis- und Alkoholabusus verwiesen (act. G 7.1/14-22f., G 7.1/14-9f.).
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A.b Am 28. April 2009 untersuchte Dr. med. C._, Facharzt für Innere Medizin,
Pneumologie, Arbeitsmedizin, Sozialmedizin (D), vom IV-internen Regionalen Ärztlichen
Dienst (RAD) den Versicherten internistisch. Der Arzt diagnostizierte eine bekannte
Laktoseintoleranz sowie eine Psoriasis (ICD-10:C 40.9 [richtig: L 40.9]) und wies in
einem Drogenschnelltest Cannabis- und Kokain-Metaboliten im Urin nach. Er führte
aus, dass sich aus internistischer Sicht die beklagten Beschwerden sehr gut mit dem
bekannten Laktasemangel vereinbaren liessen. Die konsequente Meidung
milchzuckerhaltiger Lebensmittel sei dem Versicherten zumutbar. Gegebenenfalls sei
zur Verbesserung der Compliance eine entsprechende Ernährungsberatung
erforderlich. Hinsichtlich des scheinbar regelmässigen Drogenkonsums wäre eine
Anbindung an eine Drogenberatungsstelle sinnvoll (act. G 7.1/28-1ff.).
A.c Tags darauf erfolgte eine psychiatrische Untersuchung durch den RAD-Arzt Dr.
med. D._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie (D) und Facharzt für Kinder-
und Jugendpsychiatrie. Dieser diagnostizierte eine somatoforme autonome
Funktionsstörung und eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit unreifen,
psychoneurotischen, passiv-aggressiven und antisozialen Anteilen. In der Beurteilung
führte Dr. D._ aus, dass beim Versicherten eine Reihe psychiatrischer Störungen
vorlägen. Diese wirkten sich zwar auf die Lebensführung aus, sie begründeten jedoch
keine Arbeitsunfähigkeit. Denn die gemischte Persönlichkeitsstörung sei in ihrer
Ausprägung keinesfalls derart gravierend und auch die alltäglichen Belange des
Lebens betreffend, dass hier Rückwirkungen auf die Arbeitsleistungsfähigkeit oder
Unzumutbarkeit für einen Arbeitgeber abgeleitet werden könnten. Es stelle sich keine
psychiatrische Erkrankung dar, die einer Motivationsumsetzung und Verwertung der
Leistungsfähigkeit entgegenstehe (act. G 7.1/28-10ff.). In ihrer gemeinsamen
interdisziplinären Stellungnahme befanden die RAD-Ärzte, dass keine Diagnosen mit
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit objektiviert werden konnten, weder in
internistischer noch in psychiatrischer Hinsicht (act. G 7.1/28-19).
A.d Mit Vorbescheid vom 28. Juli 2009 informierte die IV-Stelle den Versicherten, dass
die Abweisung des Rentengesuchs vorgesehen sei (act. G 7.1/32).
B.
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Mit Verfügung vom 28. September 2009 entschied die IV-Stelle im Sinn des
Vorbescheids und wies das Leistungsbegehren des Versicherten ab. Sie stellte sich auf
den Standpunkt, dass kein Gesundheitsschaden bestehe, welcher die Arbeitsfähigkeit
beeinträchtige, und daher keine Invalidität vorläge (act. G 7.1/38).
C.
C.a Dagegen richtet sich die Beschwerde vom 29. Oktober 2009. Der
Beschwerdeführer beantragt darin, die Verfügung sei aufzuheben und es sei ihm eine
ganze Rente auszurichten, rückwirkend ab dem 14. November 2007. Zudem
beantragte der Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege (act. G 1).
C.b In der Beschwerdeantwort vom 23. Dezember 2009 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (act. G 7).
C.c Die Verfahrensleitung des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen bewilligte
mit Zwischenentscheid vom 26. Januar 2010 das Gesuch um unentgeltliche
Prozessführung (act. G 11).
C.d In der Replik vom 18. Februar 2010 hielt der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers im Wesentlichen an seinen Ausführungen fest und beantragte
zudem die Einholung eines medizinischen Gutachtens (act. G 14).
C.e Mit der Eingabe vom 8. März 2010 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf die
Einreichung einer Duplik (act. G 16).

Erwägungen:
1.
Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer einen Anspruch auf
Rentenleistungen der Invalidenversicherung hat.
1.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes
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über den allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).
Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder
geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
1.2 Die Rentenabstufungen des Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) geben bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40% Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 50% Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 60% Anspruch auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 70% Anspruch auf eine ganze Rente.
1.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige
Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten
Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit Hinweisen).
1.4 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt
der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben die Versicherungsträger und
das Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweisen).
2.
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2.1 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der angefochtenen Verfügung vom 28.
September 2009 auf den interdisziplinären internistisch-psychiatrischen RAD-Bericht
vom 7. Juli 2009 gestützt. In diesem Bericht ist dem Beschwerdeführer eine volle
Arbeitsfähigkeit bescheinigt worden, da keine Diagnose mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit objektiviert werden könne. Der Bericht führt weiter aus, die
psychiatrisch gestellten Diagnosen seien nicht derart gravierend, dass sie sich auf die
Arbeitsfähigkeit limitierend auswirkten. Auch aus internistischer Sicht bestehe kein
Gesundheitsschaden, der eine nennenswerte, dauerhafte Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit begründe.
2.2 Einem ärztlichen Bericht kommt Beweiswert zu, wenn er für die streitigen Belange
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden
berücksichtigt und in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, wenn
die Beschreibung der medizinischen Situation und Zusammenhänge einleuchtet und
die Schlussfolgerungen begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a). Den diesen
Anforderungen genügenden Berichten der regionalen ärztlichen Dienste der IV-Stellen
(RAD; Art. 59 IVG und 47 ff. IVV) kommt ebenfalls Beweiswert zu (Urteil des
Bundesgerichts vom 21. Februar 2011, 9C_8/2011, E. 4.1.2 mit Hinweisen). Nach der
Rechtsprechung ist es dem Sozialversicherungsgericht nicht verwehrt, einzig oder im
Wesentlichen gestützt auf die (versicherungsinterne) Beurteilung des RAD zu
entscheiden. In solchen Fällen sind an die Beweiswürdigung jedoch strenge
Anforderungen in dem Sinn zu stellen, dass bei auch nur geringen Zweifeln an der
Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen ergänzende
Abklärungen vorzunehmen sind (BGE 135 V 465).
2.3 Sowohl der Bericht von Dr. C._ wie auch der Bericht von Dr. D._ sind für die
streitigen Belange umfassend, beruhen auf allseitigen Untersuchungen,
berücksichtigen die geklagten Beschwerden und sind in Kenntnis der Vorakten
abgegeben. Beide Ärzte sind Fachärzte auf den durch sie beurteilten Gebieten.
2.4 Der Beschwerdeführer kritisiert hauptsächlich den inhaltlichen Teil des Berichts.
Obwohl ein durch verschiedene Hospitalisationen und ärztliche Behandlungen belegter
Gesundheitsschaden vorhanden sei, werde im Bericht nicht erklärt, wieso die
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erhebliche Beeinträchtigung des Beschwerdeführers keine nennenswerte
Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit nach sich ziehe.
2.4.1 In seinem Bericht hat der RAD-Arzt Dr. C._ ausgeführt, dass sich aus
internistischer Sicht die geklagten Beschwerden sehr gut mit dem bekannten
Laktasemangel erklären liessen und dass ausser dem Laktasemangel kein
objektivierbarer Befund vorhanden sei. Die Laktoseintoleranz könne aber gut mittels
einer entsprechenden Diät behandelt werden. Diese Ausführungen decken sich mit den
Einschätzungen in den vorangehenden Arztberichten, denn auch dort ist die
Laktoseunverträglichkeit als Ursache der Symptomatik angegeben worden (act. G
7.1/14-51, G 7.1/14-24, G 7.1/14-22, G 7.1/14-9). Die Ärzte haben dem
Beschwerdeführer mehrmals zur laktosefreien Diät geraten, und er wurde durch die
Ernährungsberatung auch dahingehend instruiert (act. G 7.1/14-51, G 7.1/14-24, G
7.1/14-23). Der Beschwerdeführer verweist auf die Berichte von Prof. Dr. med. E._,
Facharzt FMH Innere Medizin, Magen- und Darmkrankheiten, aus welchen hervorgehe,
dass die Beschwerden nicht einzig und allein auf die Laktoseintoleranz zurückzuführen
seien. Tatsächlich hat aber Prof. E._ in seinen Berichten vom 16. Januar 2007 (act. G
7.1/14-22), 31. August 2007 (act. G 7.1/14-7f.) und 5. September 2007 (act. G
7.1/14-9f.) nur den Verdacht geäussert, dass nebst der Laktoseintoleranz auch der
beträchtliche Cannabis- und Alkohol-Konsum eine Rolle spiele. Zudem hat er
festgestellt, dass er sich über das Ausmass der psychosozialen Problematik nicht im
Klaren sei. Diese Aussagen lassen sich gut mit den Ausführungen von Dr. C._
vereinbaren, welcher in seinem Bericht ebenfalls den Drogenkonsum des
Beschwerdeführers thematisiert hat. Die Einschätzung von Dr. C._, wonach weder
eine Laktoseunverträglichkeit noch regelmässiger Cannabiskonsum eine
Arbeitsunfähigkeit begründen, ist durchaus nachvollziehbar und schlüssig.
2.4.2 Im Bericht über die psychiatrische Untersuchung vom 29. April 2010 hat
der RAD-Arzt Dr. D._ beim Beschwerdeführer eine somatoforme autonome
Funktionsstörung und eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit unreifen,
psychoneurotischen, passiv-agressiven und antisozialen Anteilen diagnostiziert. Er hat
weiter ausgeführt, die Störungen würden sich zwar auf die Lebensführung auswirken,
jedoch keine Arbeitsunfähigkeit begründen. Denn die gemischte Persönlichkeitsstörung
sei in ihrer Ausprägung keinesfalls derart gravierend und auch die alltäglichen Belange
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des Lebens betreffend, dass hier Rückwirkungen auf die Arbeitsleistungsfähigkeit oder
Unzumutbarkeit für einen Arbeitgeber abgeleitet werden könnten. In der gemeinsamen
interdisziplinären Stellungnahme wurde zudem von den RAD-Ärzten darauf
hingewiesen, dass eine Psychotherapie zur Erarbeitung geeigneter Strategien zum
Umgang mit stressierenden Situationen sinnvoll wäre.
2.4.3 In der Beschwerde bemängelt der Beschwerdeführer, dass im RAD-Bericht
der psychischen Komponente zu wenig Gewicht beigemessen werde. In nahezu allen
Berichten werde auf die psychische Komponente der Krankheit hingewiesen. Es sei
widersprüchlich, wenn einerseits festgehalten werde, dass eine Psychotherapie nötig
sei, andererseits aber behauptet werde, die psychiatrisch gestellten Diagnosen hätten
keinen Einfluss auf seine Arbeitsfähigkeit.
2.4.4 Es ist anhand des psychiatrischen Berichts tatsächlich nicht unmittelbar
ersichtlich, auf Grund welcher Tatsachen Dr. D._ zur Einschätzung gelangt ist, dass
weder die somatoforme Funktionsstörung noch die Persönlichkeitsstörung zu einer
Arbeitsfähigkeitseinbusse führen. Allerdings ergeben sich aus der Krankengeschichte
des Beschwerdeführers keine Anhaltspunkte, die dieser Einschätzung entgegenstehen
würden. So hat der Beschwerdeführer bezüglich der somatoformen Funktionsstörung
und der Häufigkeit der auftretenden Beschwerden folgende Angaben gemacht: "Es
vergehe keine Woche, in der er von Montag bis Freitag keine Bauchbeschwerden
habe" (act. G 7.1/28-12), "2 - 3 x pro Monat kolikartige Bauchschmerzen mit
Erbrechen" (act. G 7.1/14-3). Um eine Teil-Invalidenrente zu erhalten, muss eine
Invalidität von mindestens 40 % vorliegen. Wenn nun auf Grund der obigen Angaben
davon ausgegangen wird, dass beim Beschwerdeführer, ohne dass er sich streng an
die Lactosediät hält, ungefähr einmal pro Woche die Bauchbeschwerden auftraten,
kann trotzdem nicht auf eine 40 %ige Arbeitsunfähigkeit geschlossen werden. Auch
dass der Beschwerdeführer ungefähr 2 x jährlich für 1 - 8 Tage hospitalisiert wurde,
spricht für sich alleine noch nicht für eine generell erhöhte Arbeitsunfähigkeit. Der
Beschwerdeführer macht geltend, dass er seine letzte Arbeit infolge seiner Krankheit
verloren habe, weil er dauernd gefehlt habe. Aus dem Kündigungsschreiben des letzten
Arbeitgebers vom 30. November 2004 ist jedoch zu entnehmen, dass nicht die
Absenzen, sondern die Arbeitsqualität und -quantität sowie die fehlende Motivation des
Beschwerdeführers der Grund für die Kündigung war. Auf Grund dieser äusseren
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Umstände ist es nicht überwiegend wahrscheinlich, dass die somatoforme
Funktionsstörung derart ausgeprägt ist, dass sie einen erheblichen Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers hat. Auch hinsichtlich des Ausmasses der
Persönlichkeitsstörung deutet nichts darauf hin, dass sie schwerer wäre, als vom
Psychiater angenommen. Der im Bericht von Dr. D._ erhobene psychische Befund
deckt sich weitgehend mit dem Befund, wie ihn Dr. B._ schon 2005 beschrieben hat.
Beide Berichte beschreiben keine ausgeprägte psychische Störung. Auch im Alltag
lassen sich keine solchen Hinweise erkennen. Der Beschwerdeführer scheint fähig zu
sein, alleine zu wohnen und soziale Kontakte zu pflegen. In Anbetracht all dieser
Umstände kann die Angabe des Psychiaters, die gemischte Persönlichkeitsstörung sei
in ihrer Ausprägung nicht derart gravierend, dass die Arbeitsfähigkeit beeinflusst
werde, nachvollzogen werden.
2.4.5 Sowohl der internistische wie auch der psychiatrische Teil des RAD-
Berichts überzeugen und sind beweistauglich. Es kann vollumfänglich auf die
Arbeitsfähigkeitseinschätzung im Bericht abgestützt werden. Auf ein externes
Gutachten, wie dies vom Beschwerdeführer gefordert wird, kann verzichtet werden. Da
der Beschwerdeführer auch in seiner angestammten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig
ist, kann zum vornherein kein Anspruch auf eine IV-Rente nach Art. 28 IVG bestehen.
3.
Auf Grund der obigen Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
4.
4.1 Dem Beschwerdeführer ist am 26. Januar 2010 die unentgeltliche Prozessführung
(Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbei-
ständung) bewilligt worden. Wenn es seine wirtschaftlichen Verhältnisse gestatten,
kann er jedoch zur Nachzahlung der Gerichtskosten und der Auslagen für die
Vertretung verpflichtet werden (Art. 123 Abs. 1 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).
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4.2 Dem unterliegenden Beschwerdeführer sind die Gerichtskosten in der Höhe von
Fr. 600.-- aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist er von der Bezahlung
zu befreien.
4.3 Der Staat ist zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung zu verpflichten, für die
Kosten der Rechtsvertretung des Beschwerdeführers aufzukommen. Der
Rechtsvertreter hat keine Kostennote eingereicht. Die Entschädigung ist deshalb
pauschal auf Fr. 3’500.-- festzulegen und gemäss Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes
(AnwG; sGS 963.70) um einen Fünftel zu kürzen. Somit hat der Staat den
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers mit Fr. 2’800.-- (inkl. Barauslagen und
Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP