Decision ID: 9df8d135-50de-4f1e-bf66-108771dfaea3
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1971, meldete sich am 1
5.
August 2011 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/2). Die
Sozialversiche
rungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, verneinte mit Verfügung vom 1
8.
Juni 2012 einen Leistungsanspruch (
Urk.
7/29).
1.2
Nach erneuter Anmeldung vom 2
8.
Oktober 2013 (
Urk.
7/51) holte die IV-Stelle unter anderem ein Gutachten ein, das von den Ärzten des
Y._
am 1
7.
Juni 2014 erstattet wurde (
Urk.
7/66). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/72,
Urk.
7/74) verneinte sie mit Verfügung vom 2
8.
Oktober 2014 (
Urk.
7/85 =
Urk.
2) einen Leistungsanspruch.
2.
Der Versicherte erhob am
1.
Dezember 2014 Beschwerde gegen die Verfügung vom 2
8.
Oktober 2014 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es seien die gesetzlichen Leistungen zu erbringen; eventuell sei die Sache an die IV-Stelle zurückzuweisen, eventuell seien berufliche Eingliederungsmassnahmen durchzuführen (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
1-3).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
2
6.
Januar 2015 (
Urk.
6) die Abweisung der Beschwerde.
Das Gericht holte bei den
Y._
-Gutachtern eine ergänzende Stellungnahme ein, die am 1
0.
August 2016 erstattet wurde (
Urk.
14).
Am 1
9.
August 2016 nahm d
ie Beschwerdegegnerin dazu Stellung (
Urk.
18)
und
am
5.
September 2016
der Beschwerdeführer
(
Urk.
19), was den Parteien am
8.
September 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
20).
Die am
1.
November 2016 zum Prozess beigeladene
Z._
-Pensionskasse (
Urk.
21) nahm innert der angesetzten Frist keine Stellung (vgl.
Urk.
23).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Fol
gen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Nach Aufgabe des Konzepts der Überwindbarkeitsvermutung, welche durch eine ergebnisoffene Beurteilung des funktionellen Leistungsvermögens als zentralem Beweisgegenstand abgelöst wird, scheint der Begriff des Kriteriums nicht mehr geeignet. Das Bundesgericht spricht fortan von Indikatoren, einem Begriff, der massgebliche Beweisthemen bezeichnet, anhand welcher ein bestimmter Sach
verhalt ermittelt wird (
BGE 141 V 281
E. 4.1.1 und E. 4.1.2).
Die im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren, welche nach gemeinsamen Eigenschaften systematisiert werden können, umschreibt das Bundesgericht i
n
BGE 141 V 281
wie folgt:
„funktioneller Schweregrad" (E. 4.3)
„Gesundheitsschädigung" (E. 4.3.1)
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
(E. 4.3.1.2)
Komorbiditäten
(E. 4.3.1.3)
„Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Ressourcen; E. 4.3.2)
„Sozialer Kontext" (E. 4.3.3)
„Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens; E. 4.4)
gleichmässige Einschränkung des
Aktivi
tätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener
Leidensdruck
(E. 4.4.2)
Die Antworten, welche die medizinischen Sachverständigen anhand der (im Einzelfall relevanten) Indikatoren geben, verschaffen den Rechtsanwendern In
dizien, wie sie erforderlich sind, um den Beweisnotstand im Zusammenhang mit der Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit bei psychosomatischen Störungen zu überbrücken (E. 4.1.3).
1.3
Gemäss
altem V
erfahrensstandard
eingeholte Gutachten
verlieren
nicht per se ihren Beweiswert
, sondern es ist zu prü
fen, ob
sie
eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indika
toren er
lauben oder nicht
; j
e nach Abklärungs
tiefe und -dichte kann unter Um
ständen eine punktuelle Ergänzung genügen (
BGE 141 V 281
E. 8).
1.4
Der Geltungsbereich der zunächst auf die
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) bezogenen Rechtsprechung nach BGE 130 V 352 wurde sukzessive auf weitere
pathogenetisch
-ätiologisch unklare
syndromale
Beschwerdebilder aus
gedehnt
, so z
unächst
auf
die Fibromyalgie (ICD-10 M79.0)
und
sodann die dissoziative Sensibilitäts- und Empfindungsstörung (ICD-10 F44.6), das chro
nische Müdigkeitssyndrom (CFS) und die Neurasthenie, die Folgen von milden Verletzungen der Halswirbelsäule sowie die nichtorganische
Hypersomnie
(BGE 139 V 346 E. 2).
1.
5
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198
E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.6
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbe
zügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung
der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revi
sionsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar.
1.7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vor
akten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein
leuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung davon aus, die weiter anhaltenden psychosomatischen Beschwerden würden als überwiegend psychisch bedingt beurteilt; bei der neu diagnostizierten dissoziativen Störung (Konversionsstörung, ICD-10 F44.7) handle es sich um keinen invalidisierenden Gesundheitsschaden, welcher eine voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Einschränkung der Erwerbsfähigkeit begründe (
Urk.
2 S. 2 Mitte).
In der Beschwerdeantwort (
Urk.
6) führte sie ergänzend aus, ob eine
Kon
versionsstörung
eine anspruchsrelevante Arbeitsunfähigkeit begründe, sei anhand der zu den
somatoformen
Störungen entwickelten Praxis zu prüfen und hier zu verneinen (
Urk.
6 S. 2
Ziff.
3).
Schliesslich machte sie geltend, zu beurteilen sei, ob seit der
anspruchs
verneinenden
Verfügung vom 1
8.
Juni 2012 eine Verschlechterung des Gesund
heitszustandes eingetreten sei
, was nicht der Fall sei (
Urk.
18).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1), gemäss dem psychiatrischen Teilgutachten
liege eine
somatoforme
Schmerz
störung
und eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vor (
Ziff.
21).
Nach Eingang der ergänzenden Stellungnahme des
Y._
-Gutachters führte er aus, dieser bestätigte, dass die funktionellen Auswirkungen der psychoso
matischen Störung seine Leistungsfähigkeit erheblich einschränkten und er deshalb auf dem ersten Arbeitsmarkt zu 10
0
%
arbeitsunfähig sei (
Urk.
19 S. 2).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung eine anspruchsrelevante Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit bestanden hat.
3.
3.1
Dr.
med.
A._
, Fachärztin für Neurologie, nannte in ihrem Bericht vom
1
3.
Mai 2011 (
Urk.
7/10 =
Urk.
7/16/5)
über die Untersuchung vom
9.
Mai 2011 folgende Diagnosen (S. 1 Mitte):
Status nach schwerem Verkehrsunfall
vom
8.
Februar 2011
Diskushernie B
WK
12/L1 und L2/3 (unfallbedingt)
Diskushernie L4/5 und L5/S1 (teilweise degenerativ, wahrscheinlich verstärkt durch Unfall
)
Sie führte unter anderem aus, sie gehe von einer guten Prognose aus (S. 1).
3.2
Vom
9.
Juni bis 2
1.
Juli 2011 weilte der Beschwerdeführer in der
Klinik B._
, wo mit Austrittsbericht
vom
2
7.
Juli 2011 (
Urk.
7/16/7-11)
folgende, hier verkürzt angeführte Diagnosen gestellt wurden (S. 1):
Unfall vom
8.
Februar 2011: schwerer Verkehrsunfall, Kontusion der Lendenwirbelsäule (LWS)
Diskushernien Th2/L1 und L2/3
Diskushernie L4/5 und L5/S1
sensible Störung rechte Schulter
Unfall vom
2.
Juni 2011: Distorsion Oberes Sprunggelenk (OSG) rechts
wiederholtes Aufstossen unklarer Ätiologie
therapieresistente Kopfschmerzen muskulärer Genese, Differential
diagnose (DD) medikamenteninduziert, funktionell im Rahmen einer
Somatisierungsstörung
und innerhalb der Symptomausweitung
undifferenzierte
Somatisierungsstörung
(ICD-10 F45.1)
Aus psychosomatischer Sicht sei die Wiedereingliederung am Arbeitsplatz zu therapeutischen Zwecken vordringlich. Die festgestellte psychische Störung begründe keine arbeitsrelevante Leistungsminderung. Aus unfallkausaler Sicht bestehe für die (bisherige) Tätigkeit als Bäckereimitarbeiter eine Arbeitsun
fähigkeit von 100
%
(S. 2 unten). Mindestens leichte bis mittelschwere Arbeit sei ganztags zumutbar (S. 3 oben).
3.3
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, führte in seinem Bericht vom
4.
Dezember 2011 (
Urk.
7/16/17-20)
unter anderem aus, er behandle den Beschwerdeführer seit dem 1
7.
März 2004 (
Ziff.
1.2), und nannte mit den im Austrittsbericht der
Klinik B._
aufgeführten vergleichbare Diagnosen (
Ziff.
1.1). Theoretisch bestehe seit Anfang November 2011 für leichte Arbeiten eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
(
Ziff.
1.6).
3.4
Gemäss
Feststellungsblatt
vom
7.
Mai 2012
(
Urk.
7/24) führte die Ärztin des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) am
1
9.
Januar 2012 aus, die bisherige
Tätigkeit könne noch zu 50
%
ausgeübt werden und für eine - näher umschriebene - angepasste Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
(S. 3 Mitte
).
Von dieser vollen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit ausgehend
,
ermittelte die Beschwerdegegnerin einen nicht anspruchsbegründenden Invaliditätsgrad (
Urk.
7/
23) und verfügte am
1
8.
Juni 2012
entsprechend
(
Urk.
7/29)
.
4.
4.1
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Chirurgie, führte in seinem Bericht vom
2
4.
Mai 2013 (
Urk.
7/41/3-6)
aus, er behandle den Beschwerdeführer seit dem 1
8.
Mai 2013 (
Ziff.
2.1), und nannte folgende Diagnosen (
Ziff.
1):
Status nach Unfall
vom
8.
Februar 2011 (Zusammenprall mit Lastwagen auf der Autobahn zuerst von hinten, dann
seitlich; keine Frakturen) mit/
bei
Distorsion der Halswirbelsäule (HWS) Grad 2
lumbovertebrales
Syndrom mit/
bei
Bandscheibenprobleme LWS (Angaben des Patienten)
degenerativen Veränderungen Diskushernie Th12/L1, L2/3, L4/5, L5/S1
Schmerzen rechte Schulter mit/
bei
Status nach Schulterdistorsion rechts (November 2008)
Tendinopathie
der langen
Bizepssehne
und
Synovitis
um die
Bizepssehne
und im
Intervertebralbereich
(MRI Februar 2009)
Verdacht auf Überdehnung
N.
axillaris
/ vorderer Armplexus (Mai 2011)
wiederholte OSG-Distorsion rechts
Knick-Senk-Spreizfüsse beidseits
mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1)
anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
Der Arz
t
bericht wurde zur Beurteilung des Anspruchs auf orthopädisch
e
Serien
schuhe
eingeholt (S. 1 oben).
4.2
Die Ärzte des
E._
- darunter wiederum
Dr.
D._
(vorstehend E. 4.1) - nannten in ihrem Bericht vom
4.
Oktober 2013 (
Urk.
7/47 =
Urk.
7/50/9-15)
die folgenden, hier verkürzt angeführten Diagnosen (S. 1 f.):
Status nach Unfall
vom
8.
Februar 2011
chronisches
Zervikalsyndrom
Dorsalgie
lumbovertebrales
Syndrom
Schmerzen rechte Schulter
Knieschmerzen rechts
Status nach rezidivierenden OSG-Distorsionen rechts
Knick-Senk-Spreizfüsse
mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1)
anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
Sie nannten als Konsens-Beurteilung eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
aus soma
tischer Sicht und eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
aus psychiatrischer Sicht (S. 6 unten).
4.3
Am
1
7.
Juni 2014
erstatteten die Ärzte des
Y._
ein Gutachten im Auftrag der Beschwerdegegnerin
(
Urk.
7/66)
. Sie stützten sich auf die ihnen überlassenen Akten (S. 3 ff.), die Angaben
des Versicherten (S. 18 ff.)
und die von ihnen vom 1
2.
bis 1
5.
Mai 2014 ambulant erhobenen Befunde (S. 1) in den Bereichen Innere Medizin, Rheumatologie, Neurologie und Psychiatrie (S. 3 Mitte).
Die Gutachter nannten folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit (S. 50
Ziff.
7
; vgl. S. 46
Ziff.
4.4.4
):
dissoziative Störung gemischt (= Konversionsstörung
; F44.7
) mit
rechtsbetontem funktionellem sensomotorischem
Hemisyndrom
multiplen weiteren pseudoneurologischen Problemen
multifokalem Schmerzsyndrom
ruck- und Tic-artigen Bewegungsstörungen
Schmerzfehlverarbeitung bei
histrionisch
akzentuierten Persönlichkeitszügen
(Z73.1)
und
Anpassungsproblemen bei Veränderung der Lebensumstände
(Z60.0)
und
Schwierigkeiten bei der kulturellen Eingewöhnung
(Z60.3)
Ferner nannten sie verschiedene Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit, darunter das früher diagnostizierte
Lumbovertebralsyndrom
, ein chro
nisches Schulterschmerzsyndrom rechts, die Knick-Senk-Spreizfüsse, und ein komplexes Schmerzsyndrom im Rahmen der Konversionsstörung (S. 51
Ziff.
8).
In ihrer Beurteilung führten sie unter anderem aus,
aus rheumatologischer Sicht (S. 51 unten) sei das
geschilderte Ausmass der Beschwerden am Bewegungs
apparat durch die objektiv
erh
ebbaren
Befunde nicht erklärbar;
o
bjektivierbare
pathologische Befunde f
ä
nden sich
auch
im neurologischen Fachbereich nicht
(S. 52 unten)
.
Die gesamte Problematik sei eindeutig als ein psychiatrisches Problem zu ver
stehen. Wie aus den einzelnen Teilgutachten hervorgehe, lieg
e
ein bunter
Symptomenkomplex mit multipelsten psychosomatischen Symptomen und vegetativen Störungen vor, der an der grundsätzlichen Diagnose einer psycho
somatischen Krankheit keinen Zweifel lasse. Es dominierten auch deutlich pseudoneurologische Phänomene mit einem
Hemisyndrom
, mit
Parästhesien
und
Hypästhesien
, mit Kältegefühlen, Hitzegefühlen und Brennen, sodass
sie - die Gutachter -
im Rahmen von ICD-10, bei Dominanz von
pseudoneuro
logischen
Phänomenen die Diagnose einer dissoziativen Störung im Sinne einer
Konversionsstörung gestellt hätten. Differenzialdiagnostisch würde auch eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung in Frage kommen, dabei würde man eine Dominanz der als muskulär erlebten Schmerzen im Bewegungsapparat in den Vordergrund rücken (S. 52 f.). Gleichzeitig bestehe auch ein deutlich
histrionisches
Verhalten, weswegen sie
auch
histrionisch
akzentuierte
Persön
lichkeitszüge
diagnostiziert hätten. Klinisch-psychiatrisch sei die Beurteilung relativ einfach, es liege eine
ausgeprägteste
Symptomatik vor mit einem derart
histrionischen
Verhalten, dass dieses auch für jeden Laien geradezu grotesk wirke. Eine Arbeitsfähigkeit könne deshalb rein psychiatrisch nicht postuliert werden. Der Versicherte sei höchstens in geschütztem Rahmen arbeitsfähig. Insgesamt beurteilten sie die Einschränkung mit 80
%
(S. 53 oben).
Hauptschwierigkeit sei in diesem Fall auch eine Abgrenzung von kulturellen und sozialen Faktoren, die höchstwahrscheinlich beim gesamten Krankheitsbild eine grosse Rolle spielten. Über die Vorstellungswelten des Versicherten hätten sie sich - auch in Folge der sprachlichen Barriere trotz Dolmetscher - kaum ein Bild machen können, der Versicherte sei nicht introspektionsfähig, er erlebe seine Probleme und Schwierigkeiten alle und ausschliesslich auf körperlicher Ebene und konsultiere einen Arzt nach dem anderen, immer in der Hoffnung, dass ihm jemand auf somatischer Ebene helfen könnte. Des Weiteren sei der Versicherte auch kulturell und sprachlich kaum integriert, er spreche schlecht Deutsch, so dass auch ein therapeutischer Ansatz schwierig zu bewältigen sei (S.
53 Mitte).
Es handle sich um eine Krankheit aus dem Formenkreis der sogenannt
patho
genetisch
und ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebilder (S. 53 unten).
Bezüglich der Fragen der Rechtsprechung betreffend die Beurteilung der Zumutbarkeit einer Willensanstrengung zur Überwindung eines psychoso
matischen Leidens könne angeführt werden, dass zwar eine aussergewöhnlich ausgeprägte Symptomatik, aber keine eigentliche psychiatrische Komorbidität vorliege. Wahrscheinlich müsse man von einem interkulturellen Problem aus
gehen, was zu beurteilen sich aber der Untersucher nicht wage und was auch kein medizinisches Problem sei. Eine körperliche Begleiterkrankung mit mehr
jährigem Krankheitsverlauf bei unveränderter, progredienter Symptomatik ohne
längere Remission liege nicht vor (S. 48 unten). Es liege auch kein ausgewiese
ner, allerdings ein partieller sozialer Rückzug vor; der Versicherte habe
Kon
-
takte innerhalb seiner Familie, gegen aussen ha
b
e
er sich als Folge seiner Reizbarkeit und Unduldsamkeit aber eher zurückgezogen (S. 48 f.). Über einen verfestigten, therapeutisch nicht mehr angehbaren innerseelischen Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung im Sinne eines primären Krankheitsgewinns und/oder einer Flucht in die Krankheit könne leider nichts ausgesagt werden, weil der Versicherte seine Symptomatik und seine Probleme ausschliesslich auf körperlicher Ebene erlebe und nur sekundär psychische Schwierigkeiten infolge seiner Reizbarkeit sehe. In der Vergangenheit liessen sich keine Konflikte nachweisen, die auf dem Hinter
grund der kulturellen Andersartigkeit und divergierenden Vorstellungswelt letztlich kaum beurteilbar seien. Von unbefriedigenden Behandlungsergebnissen trotz konsequent durchgeführter ambulanter oder stationärer
Behand
lungs
be
m
ühungen
könne insofern nicht gesprochen werden, als dass somatische Therapieansätze bei grundsätzlich psychosomatischen Prozessen a
priori höchstens von vorübergehenden Suggestiverfolgen begleitet würden und keine grundsätzliche Besserung der Situation mit sich brächten (S
.
49 oben).
Zu den Auswirkungen der Störung auf die bisherige Tätigkeit führten die Gut
achter unter anderem aus, aus Sicht des Bewegungsapparates
sei
der Versicherte durchaus in der Lage
,
eine leichte bis
mittelschwere Tätigkeit in Wechselh
a
ltung auszuführen.
Zu vermeiden seien l
ediglich wiederholte Arbeiten über
Schulter
höhe rechts sowie
wiederholtes Treppenbegehen
(S. 54
Ziff.
10). Die Anwen
dung eines Amerikanerstockes zur Entlastung links sei aus ihrer Sicht nicht nachvollziehbar. Zusammenfassend sei zu erwähnen, dass der Versicherte im Rahmen seiner dissoziativen Störung seine Beschwerden am Bewegungsapparat auch deutlich betone (S. 54 Mitte).
Rein psychiatrisch sei die Symptomatik sehr ausgeprägt. Sie seien der Auf
fassung, dass durch das mehrfach beobachtete Verhalten eine verwertbare Arbeitsfähigkeit in der freien Wirtschaft auch in somatisch ad
a
ptierten Tätigkeiten rein psychiatrisch beurteilt sozialpraktisch nicht möglich sei. Der Versicherte sei damit auch in allen möglichen Verweisungstätigkeiten als zu 80
%
arbeitsunfähig zu beurteilen (S. 54 unten).
4.4
Am 1
0.
August 2016 beantwortete der Gutachter
Dr.
med.
F._
, Fach
arzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Vorsitzender der Geschäftsleitung des
Y._
, die vom Gericht gestellten zusätzlichen Fragen
(
Urk.
14)
. Zur Begründung der gestellten Diagnosen (S. 2 ff.
lit
. a
) führte er unter anderem aus, im Rahmen von ICD-10 F 44 (F44.0 bis F44.88) würden verschiedenste Unterformen oder
zusammengebündelte Epiphänomene von Symptomen aufgezählt, die dann unter verschiedenen Subdiagnosen dissoziativer oder Konversionsstörungen diagnostiziert würden. Die amerikanische Nomenklatur DSM 5 sei sehr viel klarer strukturiert
und
unterteile psychosomatische Leiden nur no
ch in drei Kategorien
, nämlich
Somatic
Sym
p
tom
Disorder
(alle
somatoformen
Störungen),
lllness
Anxiety
Disorder
(Hypochondrie) und
Conversion
Disorder
(S. 3 Mitte). Die Gutachter hätten im Rahmen der ICD
10
Diagnostik die gemischte dissoziative Störung gewählt, weil verschiedene Symptome, in erster Linie solche pseudoneurologischer sensibler Störungen, im Vordergrund gestanden hätten, assoziiert mit Hitzegefühlen, Kältegefühlen, einem Brennen, aber auch Hörstörungen, unspezifischen Kopfschmerzen,
ungerichteten
Schwindel
gefühlen, Sehstörungen, Luftmangel, einem
Engegefühl
in der Brust und typische
Parästhesien
und
Hypästhesien
sowohl in den Füssen wie in den Beinen, aber auch Fingern, Händen und Armen vorgelegen hätten. Alle diese Symptome seien unter anderem auch wegen fehlender somatischer Erklär
barkeit, aber vielmehr auch von ihrer Charakteristik, Ausprägung und Wechsel
haftigkeit her eindeutig als psychosomatischer Genese zu beurteilen, wobei die Katalogisierung im Rahmen von ICD-10 in dieser Beziehung letztlich arbiträr sei (S. 3 f.).
Zur Frage nach allfälligen Ausschlussgründen im Sinne einer Aggravation oder ähnlicher Erscheinungen (S. 5 Mitte
lit
. b) führte der Gutachter Folgendes aus (S. 5 f.):
Einleitend möchten wir hier festhalten, dass es eine enge Verbindung zwischen den Konversionsstörungen und den
histrionischen
Persönlichkeitsmerkmalen oder Persönlichkeitsstörungen gibt. Früher, in einer vor-ICD-10-Diagnostik, hat man beide Bereiche, die psychosomatischen und die psychischen, unter der Diagnose einer „Hysterie" zusammengefasst. Wie (...) ausgeführt, bedeutet der Begriff
histrio
„der Schauspieler", und damit ist implizit auch ein theatralisches und demonstratives und „unechtes" Verhalten mit in den diagnostischen Kri
terien eingeschlossen. Es ist auch typisch, dass konversionsgestörte Patienten eine sogenannte „belle
indifference
" zeigen, das heisst, dass sie auch schwerste geklagte Schmerzen seelenruhig, ohne irgendein äusseres Anzeichen von Leiden berichten können oder sogar, wie im vorliegenden Falle, geradezu begeistert sind von ihren Leiden (die ja die Aufmerksamkeit der Anderen auf die eigene Person ziehen). Es ist ebenfalls typisch für diese Krankheit, dass sie eine leidende Seite hat, aber auch eine sthenisch-kämpferische und die Umgebung manipulierende. Es handelt sich somit bei dem Versicherten nicht um eine Aggravation oder gar um eine Simulation. Im Gegenteil, ein simulierender oder bewusst
aggravierender
Versicherter würde genau diese Symptome eben nicht zeigen, er würde nicht lebhaft und lachend, oder indifferent über seine multiplen Beschwerden klagen, sondern ganz im Gegenteil, jammernd und klagend und sie in dieser Art betonend. Dass das psychosoziale Umfeld des Versicherten beeinträchtigt ist, haben wir ebenfalls
im Gutachten festgehalten. Die familiären Beziehungen sind, soweit sich aus der Anamnese ableiten lässt, in erheblichem Masse gestört.
Zur Frage nach einzelnen Aspekten der Gesundheitsschädigung nahm
er
auf
die
schon im Gutachten gemachten Ausführungen Bezug (S. 6 Mitte
lit
. c), ebenso zu den Elemente
n
der Persönlichkeit (S. 6 unten
lit
. d) und
d
es sozialen Kontextes (S. 7 oben
lit
. e).
Zur Konsistenz führte
er
unter anderem aus, das Grundleiden des Versicherten bedeute eine gleichmässige Einschränkung. Dass sein
Aktivitätsniveau und Ver
halten deutlich abhängig von äusseren Faktoren sei
en
, hätten
sie, h
offentlich nachvollziehbar
,
dargelegt. Kein psychisches Leiden
sei
eine Konstante, sondern
eben auch
abhängig von äusseren Faktoren;
ein psychisches Leiden ha
be
immer eine, allerdings
pathologisch verze
r
rte, kom
munikative Aufgabe, im Nichts werde
es per se sinnlos.
In aller Regel erreg
t
en solche Patienten in ihrer Umge
bung unterschiedliche, gespaltene
Gegenüber
t
ragungen,
welch
e die beiden Seiten dieser Kranken wie
d
erspiegel
te
n. Ein Teil der
Mitmenschen reagiere
auf d
ie leidende Seite, identifiziere
sich mit dieser, vielleicht überidentifizier
e s
ie sich auch und versuch
e
zu helfen. Ein anderer Teil reagier
e
auf die mani
pula
torische Seite der
Versicherten mit einer negativen Gegenübert
ragung aggressiv und ablehnend (S. 7
lit
. f).
5.
5.1
Die Beschwerdegegnerin hat für ihren ablehnenden Standpunkt wechselnde Begründungen vorgebracht (vorstehend E. 2.1).
Dass eine Konversionsstörung (ICD-10 F44.7) kein invalidisierender
Gesund
heitsschaden
sei,
scheidet angesichts der diesbezüglichen Rechtsprechung (vor
stehend E. 1.4) in Verbindung mit den Erläuterungen des
Y._
-Gutachters (vor
stehend E. 4.4) als Argument klarerweise aus.
Dass im Vergleich zum Sachverhalt bei der Leistungsprüfung im Jahr 2012 (vgl. vorstehend E. 3.4) keine revisionsrelevante Veränderung der Gesundheits
zustandes eingetreten sei, ist nur schon angesichts der deutlich verschiedenen Akzentuierung der somatischen und der psychischen Komponenten sowie deren unterschiedliche
r
Auswirkungen auf die attestierte Arbeitsfähigkeit ebenfalls kein zustimmungsfähiger Standpunkt.
Gefolgt werden kann der Beschwerdegegnerin darin, dass die Relevanz der attestierten Einschränkung anhand der Praxis zu den psychosomatischen Störungen (vorstehen E. 1.2) zu prüfen ist.
5.2
Die
Y._
-Gutachter haben
im Juni 2014 zu den damals noch gebräuchlichen Kriterien Stellung genommen und zusammenfassen
d
darauf hingewiesen, dass ihres Erachtens eine verwertbare Arbeitsfähigkeit auch in somatisch adaptier
t
en Tätigkeiten rein psychiatrisch beurteilt sozialpraktisch nicht möglich sei (vorstehend E. 4.3 am Ende). Damit hätte nach damaliger Praxis die Variante vorgelegen, dass „eine
Schmerzstörung nach Einschätzung des Arztes eine derartige Schwere aufweist, dass der versicherten Person die Verwertung ihrer verbleibenden Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt bei objektiver Betrachtung
(...)
sozial-praktisch nicht mehr zumutbar
“ sei (BGE 130 V 352 E. 2.2.3 Satz 3).
Im Hinblick auf die heute massgebende Praxis hat das Gericht eine ergänzende Stellungnahme eingeholt (vorstehend E. 4.4). Darin wurde einlässlich dargelegt, dass insbesondere keine sogenannten Ausschlussgründe vorliegen, da die Aspekte im Verhalten des Beschwerdeführers, die an solche denken lassen könnten, aus medizinischer Sicht in der gestellten Diagnose ihre Erklärung finden
, was zugleich Rückschlüsse auf die Konsistenz (als Teil der
Standardi
ndi
katoren
) erlaubt. Zu weiteren Standardindikatoren - Ausprägung der
diagno
serelevanten
Befunde, Behandlungs- und Eingliederungserfolg,
Komorbiditäten
, persönliche Ressourcen, sozialer Kontext - finden sich in der ergänzenden Stellungnahme ebenfalls weiterführende Angaben,
teilweise unter Verweis auf
das 2014 erstatte
te Gutachten
, soweit
dort
schon entsprechende Ausführungen gemacht worden waren.
5.3
Insgesamt ist zu konstatieren, dass
die gutachterliche Beurteilung den ein
schlägigen Indikatoren folgt und die massgebenden normativen Rahmen
bedingungen einhält, mithin ausschliesslich funktionelle Ausfälle berücksichtigt hat, die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung sind, und die
versiche
rungsmedizinische
Zumutbarkeitsbeurteilung auf objektivierter Grundlage erfolgt ist (vgl. BGE 141 V 281 E. 5.2.2). Nachdem das Gutachten auch die herkömmlichen Anforderungen an den Beweiswert medizinischer Berichte (vor
stehend E. 1.7) vollumfänglich erfüllt, ist darauf abzustellen.
5.4
Somit ist der medizinische Sachverhalt so erstellt, wie er im Gutachten fest
gehalten wurde, und es ist von einer Arbeitsunfähigkeit von 80
%
in allen Tätigkeiten auszugehen (vorstehend E. 4.3 am Schluss).
Bei diesem Grad der Arbeitsunfähigkeit erübrigt sich ein bezifferter
Ein
kommensvergleich
. Es besteht jedenfalls ein Invaliditätsgrad von mindestens 70
%
und somit Anspruch auf eine ganze Rente.
5.5
Die erneute Anmeldung des Beschwerdeführers datiert vom 2
8.
Oktober 201
3.
Nach Massgabe von
Art.
29
Abs.
1 und 3 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG) besteht der Anspruch auf eine ganze Rente somit ab
1.
April 2014.
Mit dieser Feststellung ist die angefochtene Verfügung, in Gutheissung der dagegen erhobenen Beschwerde, aufzuheben.
6.
6.1
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind ermessensweise auf
Fr.
800.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzu
erlegen.
6.2
Dem obsiegenden und anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer steht eine
Pro
zessentschädigung
zu, die beim praxisgemässen Stundenansatz von
Fr.
220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) ermessensweise auf
Fr.
2‘700.-- (inklusive
Baraus
lagen
und Mehrwertsteuer) festzusetzen und der Beschwerdegegnerin aufzu
erlegen ist.
Der Antrag auf unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung (
Urk.
1 S. 2 oben
Ziff.
5-6) wird damit gegenstandslos.
6.3
Die Beschwerdegegnerin hat dem Gericht die Kosten für die ergänzende gutachterliche Stellungnahme in der Höhe von
Fr.
2‘126.80 (
Urk.
16) zu erstatten.