Decision ID: 6f2e55db-e860-449a-a98d-5edf2d54c321
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1961, war seit
1.
Januar 2009 im Umfang eines teilzeitlichen Arbeitspensums als Kursleiterin (Springerin) bei der
A._
tätig, als sie sich am 3
0.
Januar 2012 bei der Invalidenver
sicherung zum Leistungsbezug anmeldete (
Urk.
7/8).
Die
Sozialversicherungs
anstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach der Versicherten mit Mitteilung vom 1
0.
April 2013 (
Urk.
7/30) Integrationsmassnahmen im Sinne eines
Belast
barkeitstrainings
und mit Mitteilung vom 1
9.
Juni 2013 (
Urk.
7/34) solche im Sinne eines Aufbautrainings zu. Mit Mitteilung vom 2
7.
September 2013 (
Urk.
7/43) stellte die IV-Stelle der Versicherten den Abschluss der Eingliede
rungsmassnahmen per
5.
Oktober 2013 in Aussicht.
Nach durchgeführtem
Vor
bescheidverfahren
(
Urk.
7/69
,
Urk.
7/72,
Urk.
7/78
)
sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Verfügungen vom 2
4.
September 2014
(Urk. 2/1-2 = Urk. 8/2/1-2 = Urk. 7/88-101) bei einem Invaliditätsgrad von 55 % für die Zeit vom 1. Januar bis 30. April 2013 (Urk. 2/1) sowie mit Wir
kung ab 1. Oktober 2013 (Urk. 2/2) eine halbe Rente zu.
2.
2.1
Mit Eingabe vom 24. Oktober 2014 (Urk. 1) erhob die Versicherte gegen die Verfü
gungen der IV-Stelle vom 24. September 2014 (Urk. 2/1-2) Beschwerde und beantragte, es seien ihr die gesetzlichen Leistungen und insbesondere eine ganze Rente zuzusprechen.
2.2
Ebenfalls m
it Eingabe vom 24. Oktober 2014 (Prozess Nr. IV.2014.01116; Urk. 8/1) erhob die Stadt
Y._
, Soziale Dienste, welche die Versicherte im Rahmen der Sozialhilfe unterstützt, gegen die Verfügungen der IV-Stelle vom 24. September 2014 (Urk. 8/2/1-2) Beschwerde und beantragte, es seien
der Versicherten
die ihr zustehenden Leistungen, namentlich eine ganze IV-Rente zuzusprechen.
2.3
Mit Beschwerdeantwort vom 1. Dezember 2014 (Urk. 6 = Urk. 8/6) beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerden sowie die Vereinigung der beiden Verfahren.
2.4
Mit Beschluss vom 2
2.
Dezember 2014 (Ur. 9) wurde der Prozess Nr. IV.2014.01116 mit dem vorliegenden Prozess Nr. IV.2014.01111 vereinigt und unter dieser Prozessnummer weitergeführt (
Urk.
8/0-7) und es wurde den
Beschwerdeführer
innen
die Gelegenheit eingeräumt, um zu der vom Gericht in Aussicht gestellten Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin zur ergänzenden Abklärung und der damit verbundenen möglichen Abänderung der angefochtenen Verfügung zu
ihrem
Nachteil (
reformatio
in
peius
) Stellung zu
nehmen oder die Beschwerde
n
zurückzuziehen.
Dazu nahmen die Beschwerde
führerin 2 mit Eingabe vom
5.
Februar 2015 (
Urk.
13) und die Beschwerdefüh
rerin 1 mit Eingabe vom
2.
März 2015 (
Urk.
14) Stellung. Am
3.
März 2015 wurde
n
der Beschwerdegegnerin je eine Kopie der Eingaben der Beschwerde
führerinnen, der Beschwerdeführerin 1 eine Kopie der Eingabe der Beschwer
deführerin 2 und der Beschwerdeführerin 2 eine Kopie der Eingabe der Beschwerdeführerin 1 zugestellt (
Urk.
16).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
in Verbindung mit
Art.
8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkun
gen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätig
keit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychischen Beeinträchti
gung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (
Art.
7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versicherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3
Zur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG ist - auch bei psychischen Erkran
kungen - in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosozi
ale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vor
handen sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven
Verstimmungs
zuständen
klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokulturellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die
Ar
beits
- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentli
chen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
Wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren zu einer eigentli
chen Beeinträchtigung der psychischen Integrität füh
ren, indem sie einen ver
selbst
ändigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad seiner - unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden - Fol
gen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend auswirken (Urteil
des Bundesgerichts
9C_
537/2011
vom
2
8.
Juni 20
12
E. 3.2
mit Hinwei
sen
).
1.4
Nach der Rechtsprechung werden leicht- bis mittelgradige Episoden einer De
pres
sion und selbst mittelgradige depressive Episoden
regelmässig
nicht als von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depre
s
sion im Sinne eines verselbst
ändigten Gesundheitsschadens betrachtet, die es der betroffenen Person verunmöglicht, die Folgen der bestehenden
Schmerz
problematik
zu überwinden. Daran ändert nichts, wenn die depressive Episode vor dem Hintergrund einer rezidivierenden depressiven Störung diag
nostiziert worden ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_104/2014 vom 2
6.
Juni 2014 E. 3.3.4 mit Hinweisen
; vgl. auch U
rteil
9C_856/2013 vom 8.
Oktober 2014
E. 5.1.2
).
Zwar ist eine invalidisierende Wirkung einer mittelschweren depressiven Stö
rung nicht schlechthin
auszuschliessen
, indes bedingt deren Annahme, dass es sich nicht
bloss
um eine Begleiterscheinung einer Schmerzkr
ankheit, sondern um ein selbst
ändiges, vom psychogenen Schmerzsyndrom losgelöstes depressi
ves Leiden handelt und im Weiteren, dass eine konsequente Depressionstherapie befolgt wird, deren Scheitern das Leiden als resistent ausweist (
Urteil des Bun
desgerichts 8C_774/2013 vom
3.
April 2014 E.
4.2 mit Hinweisen).
1.5
Alkoholismus (wie auch Drogensucht und Medikamentenabhängigkeit) begrün
det für sich allein keine Invalidität im Sinne des Gesetzes. Vielmehr wird er
inva
lidenversicherungsrechtlich
erst relevant, wenn er eine Krankheit oder einen Unfall bewirkt hat, in deren Folge ein körperlicher, geistiger oder psychi
scher, die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigender Gesundheitsschaden eingetreten ist, oder wenn er selber Folge eines körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesund
heitsschadens
ist, dem Krankheitswert zukommt (Urteil des Bundesge
richts 8C_694/2008 vom 5. März 2009 E. 2). Dabei ist das ganze für die Alko
holsucht massgebende Ursachen- und Folgespektrum in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen, was impliziert, dass einer allfälligen Wechselwirkung zwischen Suchtmittelabhängigkeit und psychischer Begleiterkrankung Rechnung zu tra
gen ist (Urteile des Bundesgerichts I 758/01 vom 5. November 2002 E. 3.2, und I 390/01 vom 19. Juni 2002 E. 2b). Was die krankheitsbedingten Ursachen der Alkoholsucht betrifft, ist für die invalidenversicherungsrechtliche Relevanz der Abhängigkeit erforderlich, dass dem Alkoholismus eine ausreichend schwere und ihrer Natur nach für die Entwicklung einer Suchtkrankheit geeignete
Ge
sundheitsstörung
zugrunde liegt, welche zumindest eine erhebliche Teilursache der Alkoholsucht darstellt (Urteil des Bundesgerichts I 192/02 vom 23. Oktober 2002 E. 1.2.2 mit Hinweis); es genügt nicht, wenn es sich nur um eine ganz untergeordnete Teilursache handelt (nicht veröffentlichtes Urteil des Bundesge
richts I 130/93 vom 29. August 1994). Mit dem Erfordernis des Krankheitswerts einer allfälligen verursachenden psychischen Krankheit wird verlangt, dass diese die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit einschränkt (BGE 99 V 28 E. 2; Urteil des Bundesgerichts I 940/05 vom 10. März 2006 E. 2.2; erwähntes Urteil I 758/01 E. 3.1). Wenn der erforderliche Kausalzusammenhang zwischen Alko
holsucht und krankheitswertigem psychischem Gesundheitsschaden besteht, sind für die Frage der noch zumutbaren Erwerbstätigkeit die psychischen und die suchtbedingten Beeinträchtigungen gesamthaft zu berücksichtigen. Um diese Frage beantworten zu können, sind Verwaltung und Gericht auf möglichst detaillierte medizinische Auskünfte über die Verhältnisse zur Zeit der Entste
hung der Alkoholsucht auf der einen und der allfälligen psychiatrischen Komorbidität auf der andern Seite sowie über den allfälligen ursächlichen Zu
sammenhang zwischen den beiden Aspekten angewiesen (vgl. zur Bedeutung medizinischer Auskünfte zur Bestimmung der Invalidität BGE 115 V 133 E. 2; BGE 124 V 265 E. 3c mit Hinweis, 99 V 28 E. 2; SVR 2001 IV Nr. 3 S. 7 E. 2b; AHI 2002 S. 30 E. 2a, 2001 S. 228 f. E. 2b mit Hinweisen; Urteile des Bundes
gerichts I 169/06 vom 8. August 2006 E. 2.2 und 4.2 mit Hinweisen und 8C_672/2010 vom 27.
September 2010 E. 2).
1.6
Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches als auch anlässlich einer Rentenrevision (
Art.
17
Abs.
1 ATSG) stellt sich unter dem Ge
sichtspunkt des
Art.
28a
Abs.
3 IVG in Verbindung mit
Art.
16 und 7
Abs.
2 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditätsbemessungsmethode.
Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, führt je zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich,
Betätigungs
ver
gleich
, gemischte Methode) und ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beein
trächtigung bestünde. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstä
tigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch,
das heisst
ohne
Gesundheitsscha
den
, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbstätig wäre (
Art.
27
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV
). Die gemischte Methode bezweckt damit eine möglichst wirklichkeitsgerechte Bemessung des
Invalidi
täts
grades
(BGE 133 V 504 E. 3.3 mit Hinweisen).
Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben. Dabei sind die kon
krete Situation und die Vorbringen der versicherten Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Er
werbs
tätigkeit ist der im Sozial
versicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich (
BGE 137 V 334
E. 3.2,
130 V 393
E. 3.3,
125 V 146
E. 2c, je mit Hinweisen).
Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl.
Art.
27 IVV) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie all
fällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigun
gen und Begabungen zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 9C_915/2012 vom 1
5.
Mai 2013 mit Hinweisen auf BGE 133 V 504 E. 3.3).
Die gemischte Methode findet auch Anwendung, wenn der (in einem Aufgaben
bereich tätigen) versicherten Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung eine
vollzeitliche Erwerbstätigkeit zumutbar wäre, sie aber trotzdem eine solche nicht ausüben würde (vgl. BGE 133 V 504 E. 3.3 in
fine
).
Ist
jedoch
anzuneh
men, die versicherte Person wäre ohne gesundheitliche Beeinträchtigung teiler
werbstätig oder sie arbeitete unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mit, ohne daneben in einem andern Aufgabenbereich nach
Art.
5
Abs.
1 IVG
tätig zu sein, ist die Invalidität
ausschliesslich
nach den Grundsät
zen für Erwerbstätige, somit nach
Art.
16 ATSG zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3
e
contrario
). Die gemischte Methode gelangt hier ebenso wenig zur Anwendung wie bei ohne Gesundheitsschaden voll Erwerbstätigen (
Art.
27
bis
IVV). Das
Vali
deneinkommen
ist nach
Massgabe
der ohne Gesundheitsschaden ausgeübten Teilerwerbstätigkeit festzulegen. Entscheidend ist, was die versicherte Person als Gesunde tatsächlich an Einkommen erzielen würde, und nicht, was sie besten
falls verdienen könnte. Wäre sie gesundheitlich in der Lage, voll erwerbstätig zu sein, reduziert sie aber das Arbeitspensum aus freien Stücken, insbesondere um mehr Freizeit zu haben, oder ist die Ausübung einer Ganztagestätigkeit aus Gründen des Arbeitsmarktes nicht möglich, hat dafür nicht die Invalidenversi
cherung einzustehen (
BGE 125 V 157
E. 5c/
bb
mit Hinweisen; ZAK 1992 S. 92 E. 4a). Das Invalideneinkommen bestimmt sich entsprechend den gesetzlichen Vorgaben danach, was die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung allfälliger
Eingliederungsmassnahmen
durch eine
ihr zu
mut
bare
Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte. Dabei kann das - vom Arzt festzulegende - Arbeitspensum unter Umständen grösser sein als das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung geleistete (vgl. BGE 131 V 51 E. 5.1.2).
Bei der Bestimmung der im konkreten Fall anwendbaren
Invaliditäts
be
mes
sungs
methode
und damit der Beantwortung der entscheidenden Statusfrage handelt es sich um eine hypothetische Beurteilung, die auch hypothetische
Wil
lensentschei
dungen
der versicherten Person berücksichtigen muss.
Dies gilt auch für die Frage,
in welchem
Ausmass
die versicherte Person ohne gesund
heitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre
.
Diese
inneren Tatsachen
sind indessen einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in aller Regel aus
äusseren
Indizien erschlossen werden. Die Beurteilung hypothetischer Geschehensabläufe ist eine Tatfrage, soweit sie auf Beweiswürdigung beruht, selbst wenn darin auch Schlussfolgerungen aus der allgemeinen Lebenserfah
rung mitberücksichtigt werden. Rechtsfragen sind hingegen Folgerungen, die
ausschliesslich
- losgelöst vom konkreten Sachverhalt - auf die allgemeine Lebenserfahrung gestützt werden oder die Frage, ob aus festgestellten Indizien mit Recht auf bestimmte Rechtsfolgen geschlossen worden ist (
vgl.
Urteil
e
des
Bundesgerichts 9
C_287/2013 vom
8.
November 2013
E.
3.5
und
8C_511/2013 vom 3
0.
Dezember 2013
,
je
mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom
2
4.
September 2014
(
Urk.
2
/2
, Verfügungsteil
2
) davon aus, dass die Beschwer
deführerin
1 ohne Gesundheitsschaden
weiterhin
im Umfang eines Beschäfti
gungs
grades von
50
%
eine Erwerbstätigkeit
als Kursleiterin ausüben
und im restlichen Umfang von
50
%
im Aufgabenbereich
des
Haushalt
s
tätig
sein würde, dass der Beschwerdeführerin 1 die Ausübung einer Erwerbstätigkeit nicht mehr zuzumuten sei, und dass eine Einschränkung im Haushalt von 10
%
bestehe, woraus gemäss der gemischten Methode der Invaliditätsbemessung ein Invaliditätsgrad von 55
%
resultiere, weshalb ein
Anspruch auf eine halbe Rente ausgewiesen sei.
2.2
Die
Beschwerdeführerin
1 bringt
hiegegen
vor, dass sie auf Grund des Umstan
des, dass sie in der Vergangenheit teilweise obdachlos gewesen sei, nicht als eine Hausfrau zu qualifizieren sei, dass sie ohne Gesundheitsschaden vielmehr im Umfang eines Arbeitspensum von 100
%
eine Erwerbstätigkeit ausüben
würde, weshalb bei der Invaliditätsbemessung gemäss der für Erwerbstätige geltenden Einkommensvergleichsmethode vorzugehen sei
(
Urk.
1 S. 7 f.). Da sie auf Grund einer
bereits in der Adoleszenz aufgetretenen Persönlichkeitsstörung keine zureichenden beruflichen Kenntnisse habe erwerben können und
ausser einem im Jahre 2011 abgeschlossenen Diplomkurs des Schweizerischen Verban
des für Erwachsenenbildung keine
Ausbildung
habe abschliessen können
,
sei
bei der Invaliditätsbemessung
gemäss
Art.
26 IVV vorzugehen und ihr ein
Vali
den
einkommen
von
Fr.
77‘000.-- anzurechnen (Urk. 1 S. 6). Bei einer auf diese Weise vorgenommenen Invaliditätsbemessung resultiere ein Anspruch au
f eine ganze Rente.
In der Stellungnahme zu einer vom Gericht als möglich erachteten Rückweisung der Sache an die IV-Stelle zu weiteren Abklärungen (vgl.
Urk.
9) führte die Beschwerdeführerin 1 an, der medizinische Sachverhalt sei eindeutig und schlüssig, weshalb eine Rückweisung zu weiteren Abklärungen nicht zulässig sei. Vielmehr würde dies eine „
Fising-Expodition
“ (richtig wohl: „
fishing
expe
dition
“) beziehungsweise eine unzulässige „
second
opinion
“ darstellen. Sinnge
mäss führte die Beschwerdeführerin 1 weiter aus, dürfe sich das Gericht nicht damit begnügen, aufgrund - nach einer ersten summarischen Prüfung des Sach
ver
halts festgestellter - allfälliger ungenügend aussagekräftiger Akten in gene
reller Weise auf die Möglichkeit einer Rückweisung zu weiteren Abklärun
gen
und eine möglicherweise damit einhergehende Schlechterstellung hinzu
weisen. Das Gericht müsse begründen, weshalb es der Ansicht sei, dass der Sachverhalt ungenügend abgeklärt worden sei, ansonsten das rechtliche Gehör verletzt werde. Im Übrigen sei die sozialversicherungsrechtliche Qualifikation als (teil
weise) Hausfrau völlig abwegig. Falls das Gericht weitere Abklärungen trotzdem für nötig erachte, werde beantragt, dass das Gericht diese selbst tätige bezie
hungsweise in Auftrag gebe. Schliesslich sei ihr im Falle einer
Rückwei
sung
zu weiteren Abklärungen mittels vorsorglicher Massnahmen die zugespro
chene halbe Rente für die Dauer des Abklärungsverfahrens weiterhin auszu
richten, zumal sie gar nicht Streitgegenstand darstelle (
Urk.
14).
2.3
Die Beschwerdeführerin 2 macht geltend,
dass die Beschwerdeführerin 1 ohne Gesundheitsschaden im Umfang eines Arbeitspensums von 100
%
eine Erwerbs
tätigkeit ausüben würde, und
dass
sie lediglich
auf Grund einer seit der Jugend bestehenden schweren psychiatrischen Erkrankung
bisher nicht vollzeitlich erwerbstätig gewesen sei, weshalb
die Invalidität gemäss der
Einkommensver
gleichsmethode
zu bemessen sei.
Dabei resultiere ein Anspruch auf eine ganze Rente (
Urk.
8/1
,
Urk.
13
).
3.
3.1
Mit Bericht vom 2
2.
Februar 2011 (
Urk.
7/61/7-9) erwähnten die Ärzte der
B._
,
dass die Beschwerdeführerin vom 2
3.
Dezember 2010 bis 1
1.
Februar 2011 stationär behandelt worden sei und diagnostizierten ein Alkoholabhängigkeitssyndrom und eine mittelgradige depressive Episode. Die Beschwerdeführerin habe bei Klinikeintritt an einem depressiven Syndrom mit deutlich gestörter
Grundstim
mung
, Antriebsverlust, Vernachlässigungs- und
Verwahrlosungs
tendenzen
bei niedrigem Selbstwertgefühl gelitten. Eine vegetative Entzugssymptomatik habe nicht bestanden
(S. 2)
.
Im Austrittsbericht vom 1
1.
Mai 2011 betreffend die
Hospitalisation
vom 1
1.
bis 2
6.
April 2011 (
Urk.
7/61/10-12) stellten die Ärzte der
B._
fest, dass die Beschwerdeführerin
auf Grund eines zunehmenden Alkoholkonsums von vier bis sechs Flaschen Bier im Tag sowie auf Grund einer zunehmenden depressiven Symptomatik hospitalisiert worden sei (S. 1). Im Vordergrund der Behandlung sei ein stationärer Alkoholentzug mit psychischer und körperlicher Stabilisie
rung gestanden. Während der
Hospitalisation
sei die Beschwerdeführerin ihren beruflichen Verpflichtungen als Deutschlehrerin nachgekommen (S. 2).
3.2
Die Ärzte
der
C._
stellte
n
in ihrem Beric
ht vom
6.
Januar 201
2 (
Urk.
7/9/11-13) fest, dass sich die Beschwer
deführerin 1 seit dem 3
1.
Oktober 2011 für
voraussichtlich ungefähr vier bis sechs Monate
in stationärer Behandlung befunden hab
e und diagnostizierten eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom
Borderline
-Typus und ein Alkoholabhängigkeitssyndrom bei gegenwärtiger Abstinenz in beschützender Umgebung. Sie erwähnten, dass die emotionale Instabilität der Beschwerdefüh
rerin 1 sie im Klinikalltag nicht selten in Schwierigkeiten bringe. Da sie an ihrem bisherigen Arbeitsplatz in Streitigkeiten mit einer anderen Mitarbeiterin
involviert gewesen sei und deshalb eine Kündigungsandrohung erhalten habe, sei es vor dem Klinikeintritt zu einer Erhöhung des Alkoholkonsums gekommen (S. 2).
Mit Bericht vom
1
2.
März 2012 (
Urk.
7/15/1-5) führten die Ärzte der
C._
aus, dass die Beschwerdeführerin seit ihrem 1
4.
Lebensjahr Bier und Wein kon
sumiere, um ihr Leben zu bewältigen. Sie leide an schweren
Lebensfüh
rungs
problemen
mit einer Unfähigkeit, eine Arbeitsstelle, eine Familie oder einen Wohnort während einer längeren Zeit aufrechtzuerhalten. Auf Grund einer Mobbing
-Situation und Streitigkeiten betreffend
ihre
r
Genos
sen
schafts
woh
nung
sei ihr diese
im Dezember 2011
gekündigt worden. Zudem habe man ihr wegen Streitigkeiten am Arbeitsplatz
die Kündigung des Arbeitsverhältnisses angedroht. Infolgedessen habe sie begonnen, übermässig Alkohol zu trinken. Auf Grund der Persönlichkeitsstörung
und
eines seit 40 Jahren bestehenden Alkoholabusus sowie auf Grund einer Unfähigkeit, richtig mit Emotionen um
zugehen,
müsse
eine schlechte Prognose
gestellt werden
. Da die Beschwerde
führerin erstmals nach 40 Jahren alkoholabstinent sei, bestehe die Gefahr einer Dekompensation. In der bisherigen Tätigkeit als
Deutschlehre
rin
bestehe seit dem
1.
Januar 2012 bis auf
Weiteres
eine vollständige Arbeits
unfähigkeit (S. 3).
3.
3
Die Ärzte der
psychiatrischen
Klini
k
D._
stellten i
n
ihrem Bericht vom 1
5.
Mai 2012 (
Urk.
7/17/5-10)
die folgenden Diagnosen (
Ziff.
1.1):
Störungen durch Alkohol,
Abhängigkeitssyndrom, gegenwärtig abstinent in beschützender Umgebung
Verdacht auf eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung
Die Ärzte erwähnten,
dass die Beschwerdeführerin bereits als Kind und während der Pubertät unter Suizidgedanken gelitten habe. Gegenwärtig empfinde sie pha
senweise zwar Lebensüberdruss
,
jedoch keine Suizidgedanken. Erstmals habe sie im Alter von 14 Jahren Alkohol konsumiert. Alkohol werde von ihr zur Problemlösung und im Umgang mit Emotionen gebraucht. In den Jahre
n
2010 und 2011 sei sie an ihrem Arbeitsplatz wegen des Konsums von Alkohol ver
warnt worden und es sei ihr die Kündigung des Arbeitsverhältnisses angedroht worden.
Obwohl sie aus diesem Grunde
eine stationär
e
Entzugs- und
Entwöh
nungstherapie
angetreten
habe, sei ihr die Arbe
itsstelle auf Mitte März 2012 ge
kündigt worden. Bezüglich der Einhaltung der Alkoholabstinenz sei der Be
schwerdeführerin eine schlechte Prognose zu stellen, da
sie
nach Klinikaustritt einen kontrollierten Alkoholkonsum wünsche (
Ziff.
1.4). Bei einer Einhaltung der Alkoholabstinenz sei die Beschwerdeführerin in der Ausübung der bisheri
gen Tätigkeit als Deutschlehrerin nicht eingeschränkt. Allenfalls könnte ihre emotionale Instabilität zu Einschränkungen in der Stresstoleranz führen (
Ziff.
1.7).
3.4
Die Ärztin des Regionalen Ärztlichen Dienstes der Beschwerdegegnerin (RAD),
Dr.
med.
E._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, erwähnte in ihrer Stellungnahme vom 2
3.
Mai 2012 (
Urk.
7/66/2-3), dass mit den durch die Ärzte der
C._
und der Klinik
D._
gestellten Diagnosen eines Abhängigkeitssyndroms und einer Persönlichkeitsstörung vom emotional instabilen Typ ein Gesundheitsschaden ausgewiesen sei. Auf Grund der in den medizinischen Akten dokumentierten Anamnese inklusive
Sucht
anam
nese
und Symptombildung
sowie der ab Oktober 2009 bestehenden Arbeitsunfähigkeit von 100
%
(
bezogen auf ein Arbeitspensums von 30
%
)
s
e
i
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Beschwer
deführerin in der bisher ausgeübten Tätigkeit als Kursleiterin keine adäquate Arbeitsleistung mehr werde erbringen können. Ob
die Beschwerdeführerin
in einer angepassten Tätigkeit eine höhere Arbeitsfähigkeit, beispielsweise eine solche im Umfang von 50
%
innerhalb eines Jahres,
erreichen könn
e,
sei im Rah
men von In
tegrationsmassnahmen zu prüfen. Bei einer angepassten Tätig
keit handelte es sich
vorliegend
um eine solche in einem kleinen, überschauba
ren Team, ohne Kundenkontakte. Gegenwärtig sei mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit von einer Belastung von mindestens 2 Stunden an vier Tagen in der Woche auszugehen (S. 2).
3.5
Im Austrittsbericht vom 1
7.
Oktober 2012 betreffend die
Hospitalisation
vom 1
3.
Juli bis 1
6.
August 2012 (
Urk.
7/61/4-6) stellten die Ärzte der
B._
die fol
genden Diagnosen (S. 1):
Alkoholabhängigkeitssyndrom, gegenwärtig abstinent in beschützender Umgebung
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode
emotional instabile Persönlichkeitsstörung,
Borderline
Typ
Kontaktanlässe mit Bezug auf das Berufsleben
Kontaktanlässe mit Bezug auf das Wohnumfeld oder die wirtschaftliche Lage
Die Ärzte führten aus, dass die Beschwerdeführerin auf Grund von
situationsbe
zogenen
Ängsten und Panikattacken hospitalisiert worden sei (S. 1). Bei
Klinik
eintritt
habe ein durch Verlangsamung im formalen Denken,
mittelgradige
Depri
miertheit
und Affektlabilität gekennzeichnetes klinisches Zustandsbild bestanden (S. 2).
3.
6
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, stellte in dem mit der Psychologin
lic
. phil.
G._
verfassten Bericht vom 2
9.
Oktober 2013 (
Urk.
7/50) die folgenden Diagnosen (
Ziff.
1.1):
Borderline
-Persönlichkeitsstörung, seit dem Jugendalter
rezidivierende depressive Störung, seit dem Jugendalter
Alkoholabhängigkeitssyndrom, Suchtentwicklung seit dem Jugendalter
Die
Beschwerdeführerin
1
sei
seit ihrem jungen Erwachsenenalter wiederholt in ambulanter psychiatrischer Behandlung gestanden (
Ziff.
1.2)
. Seit
der Pubertät
leide sie
an einer
Borderline
-Persönlichkeitsstörung.
In ihrer Berufsbiographie seien Ausbildungsabbrüche und häufige Stellen
wechsel beziehungsweise län
gere Phasen von
Erwerbslosigkeit
zu finden. Im Jahre 2010 sei es bei ihr zu einer Dekompensation nach einem Stellenverlust wegen Alkoholkonsums und zugespitzte
r interpersoneller
Schwieri
gkeiten gekommen. Die Beschwerdeführe
rin leide weiterhin unter einer emotionalen Instabili
t
ät mit depressiven Verstim
mungen, sozialem Rückzug und instabilen Selbst- und Fremdbildern. In Bezug auf die Abhängigkeitserkrankung sei es nach einer ungefähr einjährigen
Absti
nenzphase
wieder zu einem regelmässigen Alkoholkonsum gekommen
(
Ziff.
1.4)
.
Auf Grund der Chronizität der Erkrankung und der ausgeprägten strukturellen Problematik im Sinne einer Persönlichkeitsstörung sowie der Such
t
erkrankung mit Beginn im Jugendalter sei längerfristig mit relevanten psychisch bedingten Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit zu rechnen. Mittelfristig sei höchstens mit der Erlangung einer Teilarbeitsfähigkeit zu rechnen (
Ziff.
1.4). Gegenwärtig bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Es müsse auch
auf längere Sicht wegen der psychischen Instabilität mit einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit gerechnet werden. Im Haushaltbereich bestehe eine schwankende Beeinträchti
gung, da die Beschwerdeführerin in diesem Bereich autonom arbeiten könne (
Ziff.
1.11).
3.
7
Im Austrittsbericht vom 2
5.
Juni 2013 betreffend die
Hospitalisation
vom
8.
bis 1
9.
März 2013 (
Urk.
7/61/1-3) erwähnten die Ärzte der
B._
, dass die Beschwer
deführerin wegen eines erneuten, vermehrten Alkoholkonsums im Rahmen einer zunehmenden psychosozialen Belastung hospitalisiert worden sei,
mit dem Ziel eines stationären Alkoholentzugs (S. 1).
Bei Klinikeintritt habe eine depressive Symptomatik bestanden und die Beschwerdeführerin habe sich im Alltag über
fordert gefühlt (S. 2). Bei Klinikaustritt sei der Beschwerdeführerin eine Weiter
füh
rung einer ambulanten psychothera
peutischen Behandlung
empfohlen wor
den
. Zur Aufrechterhaltung der Tagesstruktur sei eine Weiterführung des Besuchs der Malwerkstatt
H._
(fünfmal in der Woche) und der
Freiwilli
gen
arbeit
bei der
I._
und im Rahmen von Hunde Ausführen (einmal in der Woche; S. 3)
angezeigt
.
3.8
Dipl. med.
J._
, Facharzt für Neurologie sowie für Psychiatrie und Psychotherapie, RAD, nannte in seiner Stellungnahme vom 2
0.
November 2013 die bekannten Diagnosen einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung,
Borderline
-Typ, einer rezidivierenden depressiven Störung und einer
Alkohol
ab
hängigkeit
; alle Diagnosen seit der Jugend bestehend. Es bestünden
Funkti
ons
einschränkungen
hinsichtlich einer reduzierten Belastbarkeit, einer ausge
präg
ten emotionalen Instabilität, Schwierigkeiten in interpersonellen Kontakten und eine reduzierte Frustrationstoleranz. Seit Januar 2012 sei eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit in der bisherigen aber auch in einer Verweistätigkeit anzu
neh
men. Zumutbar erscheine eine vierstündige Präsenz im geschützten Rahmen (
Urk.
7/66 S. 4).
4.
4.1
Den obenerwähnten medizinischen Akten ist zu entnehmen, dass die beteiligten Ärzte übereinstimmend davon ausgingen, dass die Beschwerdeführerin an einem Alkoholabhängigkeitssyndrom und
– möglicherweise im Verlauf
an einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung vom
Borderline
Typus leide. Während die Ärzte
des
B._
(vorstehende E.
3.5
) und
Dr.
F._
(vorstehende E.
3.6
) neben einem Alkoholabhängigkeitssyndrom und einer emotional insta
bile
n
Persönlichkeits
störung
vom
Borde
rline
Typus eine rezidivierende
depres
sive Störung, bei gegenwärtig mittelgradiger Episode,
diagnostizierten,
gingen
die Ärzte der
Klinik
D._
(vorstehende E.
3.3
) und diejenigen der
C._
(vorstehende E.
3.2
)
davon aus, dass die Beschwerdeführerin 1 nicht an einer rezidivierenden
depressi
ven
Störung
leide
.
Die
Ärzte der
C._
stellten
in ihrem Bericht vom 1
2.
März 2012 (vorstehende E.
3.2
) fest, dass die Beschwerdeführerin seit ihrem 1
4.
Lebensjahr Bier und Wein konsumiere, und seit 40 Jahren Alkoholabusus
be
treibe
. Damit übereinstimmend gingen die
Ärzte der Klinik
D._
davon aus, dass die Beschwerdeführerin erstmals
im Alter von 14 Jahren Alkohol konsumiert
habe. Demgegenüber stellte
Dr.
F._
(vorstehende E.
3.6
) fest, dass die
Beschwerdeführerin seit ihrem jungen Er
wach
senenalter wiederholt in ambulanter psychiatrischer Behandlung gestan
den sei
, dass sie seit der Pubertät an einer
Borderline
-Persönlichkeitsstörung leide, und dass in ihrer Berufsbiographie Ausbildungsabbrüche und häufige Stellen
wechsel beziehungsweise längere Phasen von Erwerbslosigkeit zu finden seien.
4.2
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vor
instanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss der Rechtsprechung ist eine Rückweisung an die IV-Stelle möglich, wenn sie in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten Frage begründet ist, oder wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergän
zung von gutachtlichen Ausführungen erforderlich ist (BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4 mit Hinweisen).
4.3
Den medizinischen Akten lässt sich vorliegend entnehmen, dass die Beschwer
deführerin offensichtlich
erstmals
mit 14
Jahren
Alkohol konsumierte und
ge
gen
wärtig
bereits seit 40 Jahren Alkoholabusus
betrieb
. Gemäss der Beurteilung durch
Dr.
F._
habe die Beschwerdeführerin sodann seit der Pubertät an einer
Borderline
-Persönlichkeitsstörung gelitten und
sie
sei seit ihrem jungen Erwachsenenalter wiederholt ambulant psychiatrisch behandelt worden.
Es befin
den sich indes keine echtzeitlichen medizinischen Unterlagen zum psychi
schen Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin
aus dieser Zeit
bei den Akten.
Des Weiteren liegt
gemäss
der Einschätzung der
RAD-Ärzte (E. 3.4 und 3.8) zum jetzigen Zeitpunkt mit dem Alkoholabhängigkeitssyndrom und der
Per
sön
lich
keits
störung
ein invalidenversicherungsrechtlich relevanter
Gesund
heits
schaden
vor.
Trotz dieser Einschätzung und entgegen der Auffassung der Beschwerdeführe
rin
1 (vgl.
Urk.
14) erscheint die medizinische Aktenlage - unter anderem auch was die Verhältnisse vor dem mutmasslichen Rentenbeginn betrifft, welche vor
allem im Zusammenhang mit der sozialversicherungsrechtlichen Qualifikation von Bedeutung sind - als ungenügend abgeklärt. So wurde in den ersten beiden Berichten der
B._
betreffend die Klinikaufenthalte vom 2
3.
Dezember 2010 bis 1
1.
Februar 2011 sowie vom 1
1.
bis 2
6.
April 2011 (vgl. E. 3.1) und somit trotz rund zweimonatigem Untersuchungszeitraum keine Persönlichkeitsstörung diagnostiziert. Eine solche wurde in den Berichten der
B._
erst nach der
Diag
no
sestellung
durch die Klinik
C._
ebenfalls diagnostiziert (vgl. E. 3.2 und E
.
3.5). In den früheren Berichten der
B._
war vor allem ein depressives Syn
drom mit deutlich gestörter Grundstimmung, Antriebsverlust,
Vernachlässi
gungs
- bis Verwahrlosungstendenzen, Ein- und Durchschlaf
störungen, ein aus
geprägtes Insuffizienzerleben sowie Rückzugstendenzen bei niedrigem Selbst
wertgefühl festgehalten worden, weshalb ein Übertritt auf die Depressions- und Angststation empfohlen worden war. Im Verlauf sei jedoch eine zunehmende Stimmungsaufhellung und Antriebssteigerung beobachtet worden. Die Versi
cher
te habe guten Kontakt zu Mitpatienten gefunden, sei im Patientenkreis beliebt und hilfsbereit gewesen (
Urk.
7/61 S. 8 f. sowie S. 10 f.). Es sei ihr äus
serst wichtig gewesen, ihre beruflichen Pflichten auch während des
Klinikau
fenthaltes
wahrzunehmen. Dies habe sie auch getan und habe sich dabei äus
serst selbstständig gezeigt. Eine stationäre Weiterbehandlung auf der
Depressi
ons
- und Angststation habe die Versicherte gegenwärtig abgelehnt, um weiter
hin arbeiten zu können und den Arbeitsplatz nicht zu gefährden (
Urk.
7/61 S.
11 f.). Dies im Gegensatz zu den Ausführungen im Bericht der
C._
vom
6.
Januar 2012, wo beschrieben wurde, dass die emotionale Instabilität sowie die Impulsivität die Versicherte im Klinikalltag nicht selten in Schwierig
keiten brächten. In der Kommunikation mit Mitpatienten fühle sie sich sehr schnell verletzt und nicht verstanden. Die darauf folgenden Reaktionen von ihrer Seite könnten in solchen Situationen sehr verletzend sein und würden auf Unverständnis in der Patientengruppe stossen (
Urk.
7/9 S. 12). Die Ärzte der Klinik
D._
stellten sodann lediglich eine entsprechende
Verdachts
diagnose
(vgl. E. 3.3). Damit stellt sich die - unter anderem auch für die sozial
versicherungsrechtliche Qualifikation relevante - Frage, seit wann eine allfällige Persönlichkeitsstörung besteht beziehungsweise ob die Persönlichkeitsstörung tatsächlich seit der Jugend vorlag und ob diese (unter anderem zusammen mit allfälligen weiteren psychischen Störungen) für die geltend gemachte (im Übri
gen aber ebenfalls unklare) Erwerbsbiographie verantwortlich ist. Hilfreich könnten dabei möglicherweise auch
echtzeitliche
medizinische
Dokumente
bei
spielsweise der Gesprächstherapie von 1993-1997 sein (vgl.
Urk.
7/8 S. 5).
Im Weiteren wurde - wie bereits erwähnt - in Berichten der
B._
geschildert, die Versicherte arbeite gern und wolle die Arbeit nicht verlieren (vgl. oben). Ent
sprechend wurde im Bericht der Klinik
D._
geschildert, bei Einhal
tung der Alkoholabstinenz seien keine Einschränkungen für die Tätigkeit als Deutschlehrerin bekannt. Die emotionale Instabilität könne zu Einschränkungen in der Stresstoleranz führen (vgl. E. 3.3). Gemäss einer Telefonnotiz vom
7.
November 2012 riet der behandelnde Psychiater
Dr.
F._
sodann aufgrund der Abstinenz und des stabilen psychischen Gesundheitszustands dringend zu beruflichen Massnahmen. Kurzfristig sei die Versicherte zwar in der bisherigen Tätigkeit nicht arbeitsfähig, in einer angepassten Tätigkeit jedoch allenfalls
teil
arbeitsfähig
(
Urk.
7/26). Unter anderem diese Einschätzungen führten in der Folge zur Gewährung beruflicher Massnahmen, was zumindest die Frage auf
wirft, ob tatsächlich durchwegs eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in jeglichen Tätigkeiten bestand (vgl.
Urk.
7/34). In der Folge habe die Versicherte im Rah
men der beruflichen Massnahmen eine Ambivalenz gegenüber dem Themenbe
reich Arbeit und Beruf gezeigt (
Urk.
7/40 S. 2 f.; vgl. auch die Telefonnotiz im Verlaufsprotokoll Eingliederungsberatung vom
8.
April 2013,
Urk.
7/44 S. 5;
Urk.
7/46 S. 3). Später wurde im Bericht
Dr.
F._
von Oktober 2013 zudem auf eine mittelfristig möglicherweise zu erreichende Teilerwerbsfähigkeit hin
gewiesen (E. 3.6). Auch
Dr.
E._
liess die Frage nach einer Arbeitsfähigkeit in leidensangepasster Tätigkeit offen (E. 3.4). Insgesamt stellt sich somit die - auf
grund der vorliegenden Akten nicht abschliessend
beantwortbare
- Frage, ob möglicherweise (zeitweise) eine verwertbare Restarbeitsfähigkeit in
leidensan
ge
passter
Tätigkeit bestand, zumal diese Frage kaum Gegenstand vertiefter Abklä
rungen war.
Zu klären und insbesondere bei der Beurteilung der Folgen einer allfälligen relevanten psychischen Erkrankung auszuklammern wäre sodann, ob und wel
che psychosozialen Faktoren (beispielsweise die Belastung durch die Betreuung und Erziehung ihres Sohnes und das Spannungsverhältnis zum Kindsvater, vgl. beispielsweise
Urk.
7/40 S. 2) vorliegen. Von fachärztlicher Seite zu beurteilen wäre schliesslich das in diversen medizinischen Berichten festgehaltene (Com
puter)Spielverhalten der Versicherten.
4.4
Auf Grund der unvollständigen medizinischen Aktenlage lässt sich
sodann
nicht mit der notwendigen Klarheit und insbesondere nicht
mit dem massgebenden Beweisgrad
der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit ermessen, aus welchen Grün
den die Beschwerdeführerin
1
bis anhin
lediglich im Umfang teilzeitlicher
Arbeit
s
spensen
erwerbstätig war und
keine
Erwerbstätigkeiten im Umfang eines vollzeitlichen Pensum ausübte.
Insbesondere lässt sich den Akten nicht entneh
men
, ob die Beschwerdeführerin 1 aus gesundheitlichen Gründen, aus
Sucht
grün
den
oder aus anderen Gründen davon absah, vollzeitliche Erwerbstätigkei
ten aus
zu
üben
.
Insbesondere ergeben sich aus
dem
Haushaltab
klärungsbericht
vom
4.
Fe
bruar 2014 (
Urk.
7/64) widersprüchliche Angaben, sodass gestützt darauf weder mit der IV-Stelle von einer
sozialvers
i
cherungs
rechtlichen
Qualifi
kation als zu 50
%
Erwerbstätige (
Urk.
2)
noch mit der Beschwerdeführerin 1 von einer sol
chen als zu 100
%
Erwerbstätige (
Urk.
1
,
Urk.
8/1,
Urk.
14) ausge
gangen wer
den kann.
So habe die Versicherte einerseits angegeben, sie habe das zuletzt inne gehabte Pensum von 50
%
aus freien Stücken gewählt, da sie Zeit für den noch zu Hause wohnhaften und betreuungsintensiven Sohn haben wolle – sie habe kein grösseres Arbeitspensum gesucht (
Urk.
7/64 S. 2 Ziff. 25).
Andererseits habe sie ausgeführt, sie kenne nur den Zustand als gesundheitlich eingeschränkte Person und könne die Frage nach der
sozialversicherungsrecht
lichen
Qualifikation nicht beurteilen. Am liebsten wäre sie gesund und würde am Tag und in der Nacht arbeiten (
Urk.
7/64 S. 3
Ziff.
2.5). An dieser Unklarheit
vermag auch der Hinweis, der Sohn lebe beim Kindsvater (
Urk.
14 S. 3), nichts zu ändern, da die Versicherte gemäss Abklärungsbericht das gemeinsame Sor
gerecht besitzt, sie den Sohn an zwei Tagen in der Woche zu Besuch hat, immer
wieder an Gesprächen teilnimmt und mit Fachstellen in Kontakt steht (
Urk.
7/64
S. 6).
Auch aus dem Verlaufsprotokoll Eingliederungsberatung vom 2
7.
September 2013 (
Urk.
7/44) ergeben sich keine aufschlussreichen Angaben, kann doch die Antwort auf die Frage „Wo sind Sie in einem Jahr“ nicht ohne
Weiteres
auf das hypothetische Arbeitspensum im Gesundheitsfall bezogen werden (S. 3)
In diesem Zusammenhang ist sodann zu erwähnen, dass betreffend die
Erwerbs
biographie
der Versicherten wenig bekannt ist, und was bekannt ist, nicht aus
rei
chend aussagekräftig insbesondere in Bezug auf die Frage nach den Gründen
der Erwerbsunterbrüche, nach den geringen Einkommen und den Stellenwech
seln ist. So liegen lediglich die IK-Auszüge, die medizinischen Berichte (insbe
sondere
der Bericht von
Dr.
F._
mit den wenig aussagekräftigen Anga
ben häufiger Stellenwechsel und Ausbildungsabbrüche, vgl. E. 3.6; vgl. auch E. 3.2) sowie die
Angaben in der Anmeldung bei der Invaliden
ver
sicherung vor. Aus letzt
ge
nann
tem Dokument geht unter anderem hervor, dass die Versicherte von August 2003 bis ungefähr Februar 2008 - mithin im Alter von 42 bis 47 - stu
dierte (
Urk.
7/8 S.
4
Ziff.
5.3).
Nicht bekannt ist jedoch bei
spielsweise, um wel
che
Studienrich
tung
es sich handelte, in welchem zeit
lichen Ausmass das Stu
dium wahrge
nom
men wurde, weshalb es zum Abbruch kam, welche Prüfungen in jener Zeit abgelegt wurden, wie die Studienzeit finanziert wurde, wie die Kinderbetreuung geregelt war und weshalb das Studium erst im fortgeschritte
nen Alter begonnen wurde. Dabei handelt es sich um einen doch längeren Zeitraum, welcher nicht allzu lange vor der Anmeldung bei der Invali
denversi
cherung lag, weshalb die aufgeworfenen Fragen sowohl betreffend den Gesund
heitszustand wie auch be
treffend den erwerblichen Bereich von Interesse sind. Ebenfalls aus der Anmel
dung zum Leistungsbezug ersichtlich wird, dass die Versicherte im Jahr 2011 von Januar bis Juni einen Diplomkurs belegte und abschloss (
Urk.
7/8 S. 4
Ziff.
5.3). Auch diesbezüglich stellen sich - insbesondere aufgrund der zeitlichen Nähe zur Anmeldung bei der Invalidenversicherung im Jahr 2012 - beispiels
weise die Fragen, ob und inwiefern die nunmehr geltend gemachten Beschwer
den sie in der Arbeitsfähigkeit einschränkten.
Insgesamt
lässt sich
somit
auf Grund der vorhandenen Akten die
zentrale
Frage nach dem Umfang der von der Beschwerdeführerin ohne Gesundheitsschaden ausgeübten Erwerbstätigkeit beziehungsweise die Frage nach
ihrer
Qualifikation als teil- oder vollzeitlich Erwerbstätige
beziehungsweise
als im Aufgabenbereich des Haushalts Tätige nicht abschliessen beantworten.
4.5
Unklar ist somit - nebst der Erwerbsbiographie als solchen -, an welchen psy
chi
schen Störungen die Versicherte im Verlauf litt, ob und seit wann eine
Per
sönlichkeitsstörung
besteht, ob die allfälligen seit der Jugend bestehenden Stö
rungen sie am Abschluss einer Ausbildung oder an der Ausübung einer hoch
prozentigen Erwerbstätigkeit hinderten, wie die doch länger dauernde Stu
dien
zeit und der Kursabschluss im Jahr 2011 im Lichte einer allfälligen Erkran
kung zu sehen sind, an welchen psychischen Störungen sie im zu beurteilenden Zeit
punkt der Verfügung vom 2
4.
September 2014 leidet und ob beziehungs
weise inwiefern diese Störungen die Versicherte in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Deutschlehrerin oder in einer angepassten Tätigkeit behindern.
Nach dem Gesagten bestehen diverse wesentliche Unklarheiten in medizinischer Hinsicht betreffend die Diagnosen und die Arbeitsfähigkeit im
Verfügungszeit
punkt
(2
4.
September 2014) sowie betreffend den Krankheitsverlauf seit der
Ju
gend, was insbesondere für die strittige Frage der
sozialversicherungsrechtli
chen
Qualifikation und der Höhe des
Valideneinkommens
Bedeutung haben wird. In
so
fern kann - entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin 1 (
Urk.
14 S.
2)
kei
ne Rede davon sein, es werde mit dem Veranlassen weiterer Abklä
run
gen eine „
fishing
expedition
“ veranstaltet oder eine unzulässige
second
opinion
ein
ge
holt
. Weder werden aufs Geratewohl Daten durchsucht oder wird eine unzu
läs
sige Beweisausforschung vorgenommen (ganz abgesehen davon, dass es sich vorliegend nicht um ein Strafverfahren handelt, BGE
137 I
218
E. 2.3.2) noch wird eine unzulässige
second
opinion
eingeholt, zumal im Wesentlichen ledig
lich diverse und sich teilweise widersprechende
Austrittsbe
richte
psychiat
ri
scher Kliniken sowie Berichte behandelnder Ärzte vorliegen. Ein Gutachten war nicht eingeholt worden, womit es bereits an einer verwertbaren
first
opinion
fehlt.
Für die nunmehr zu veranlassenden Abklärungen ist die Sache zudem an die IV-Stelle zurückzuweisen, zumal trotz bestehender Unklarheiten kein Gutachten veranlasst worden war. Es ist kein Gerichtsgutachten anzuordnen und der ent
sprechende Antrag der Beschwerdeführerin 1 (
Urk.
14 S. 3) ist abzuweisen. Dies umso mehr als die IV-Stelle vor Einholen des Gutachtens eine
Erwerbsbiogra
phie
zu erstellen haben wird, wofür es am hiesigen Gericht an den entsprechen
den Fachleuten fehlt.
Entgegen der weiter geäusserten Ansicht der Beschwerdeführerin 1 (
Urk.
14 S.
2
f.) war das Gericht sodann im Beschluss vom 2
2.
Dezember 2014 (
Urk.
9) nicht gehalten, genau anzugeben, gestützt auf welche Akten beziehungsweise
Unklarheiten eine Rückweisung (mit der damit einhergehenden Möglichkeit einer Schlechterstellung) in Erwägung gezogen wird. Vielmehr war die Be
schwer
deführerin 1 nach einer ersten summarischen Prüfung der Akten auf die Möglichkeit einer Rückweisung (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_ 765/2013 vom
3.
März 2014 E. 3.1, 3.2.1 und 3.2.3; vgl.
Urk.
9 S. 3) und damit einherge
hend auf die blosse Möglichkeit einer Schlechterstellung sowie die Möglichkeit des Beschwerderückzugs aufmerksam zu machen (
BGE 137 V 314
, Urteil des Bun
desgerichts 8C_454/2013 vom 2
4.
September 2013 E. 7.2), was das Gericht mit genanntem Beschluss getan hat.
4.6
Ebenfalls abzuweisen ist schliesslich der Antrag der Beschwerdeführerin 1, es seien vorsorgliche Massnahmen im Sinne der Weiterausrichtung der zugespro
chenen halben Rente für die Dauer der Rückweisung anzuordnen (
Urk.
14 S. 3 f.).
Gemäss der Rechtsprechung dauert der mit der revisionsweise verfügten Herabsetzung verbundene Entzug der aufschiebenden Wirkung einer Beschwer
de bei Rückweisung der Sache an die Verwaltung auch noch für den Zeitraum dieses Abklärungsverfahrens bis zum Erlass der neuen Verwaltungsverfügung an (
Urteil des Bundesgerichts
8C_983/2012
vom
8.
Mai 2013 E. 4 mit Hinwei
sen
).
Dieser Grundsatz ist auf die vorliegende Situation ohne
Weiteres
zu über
nehmen, so dass für die Dauer der Abklärungen keine vorsorgliche
Zusprache
einer halben Rente zu erfolgen hat. Zum einen bestehen aufgrund der bislang vorliegenden Unterlagen
Unklarheiten
in medizinischer und erwerblicher Hin
sicht
,
womit unklar ist, ob und in welchem Ausmass ein Rentenanspruch besteht. Zum anderem wird die
Versicherte von den Sozialen Diensten unter
stützt (
Urk.
3
)
. Damit verbunden ist das nicht unerhebliche
R
isiko der IV-Stelle der
Uneinbringlichkeit
allenfalls zu Unrecht ausbezahlter Renten. Es besteht daher kein Raum für die vorsorgliche
Zusprache
von Rentenleistungen.
4.
7
Zusammenfassend wird die
Beschwerdegegnerin
daher
- falls
sich dies gegen
wärtig
überhaupt
noch als
möglich
erweisen sollte
-
medizinische Akten zum psychischen Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin während
der Zeit
ihrer Jugend und als junge Erwachsene sowie geeignete Unterlagen zu
den
allfälligen von der Beschwerdeführerin abge
b
rochenen Berufsausbildungen einholen und
anschliessend - insbesondere zu den in E. 4.3
und 4.4
aufgeworfenen Fragen - eine psychiatrische Begutachtung der Beschwerdeführerin veranlassen.
Unter diesen Umständen
kann
auch
die Statusfrage offen bleiben. Die
Be
schwer
degegnerin
wird nach Durchführung der Abklärungen auch die Frage, ob
und allenfalls in welchem Umfang die Beschwerdeführerin ohne
Gesund
heits
schaden
eine Erwerbstätigkeit ausüben beziehungsweise im Aufgabenbe
reich tätig sein würde, neu prüfen und anschliessend über den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin neu verfügen.
In diesem Sinne sind die Beschwerden daher gutzuheissen.
Im Übrigen werden die Anträge der Beschwerdeführerin
1 abge
wiesen.
5.
Gestützt auf Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kan
to
na
len Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Ver
weigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind
nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert
unter Berücksichti
gung des
gesetzlichen Rahmens (Fr. 20
0.-- bis Fr. 1'000.--) auf Fr. 7
00.-- fest
zusetzen und
der unterliegenden
Beschwerde
gegnerin
aufzuerlegen.
6.
Nach
§
34
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der
Partei
kosten
. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens be
mes
sen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
die
berufsmässig
vertretene Beschwerdeführer
in
1 Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat, welche in Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses sowie beim praxisgemässen Stundenansatz von
Fr.
200.-- (
ab
1.
Januar 2015
Fr.
220.--;
zuzüglich Mehrwertsteuer) mit Fr.
2‘400
.-- (inklusive Barauslagen und Mehr
wert
steuer) zu bemessen ist.
Der nicht berufsmässig vertretenen Beschwerdeführerin 2 ist keine
Prozessent
schädigung
zuzusprechen, da ihr Arbeitsaufwand und ihre Umtriebe im vorlie
genden Verfahren nicht den Rahmen dessen überschritten, was
eine Partei
zumutbarerweise
nebenbei zur Besorgung
ihrer
persönlichen Angelegenheiten auf sich zu nehmen
hat.