Decision ID: bcdfb5c9-2944-560d-80e2-9bebbcfc98a5
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1963, meldete sich am 24. März 2010
unter Hinweis auf
seit 1992 bestehende
Rücken
beschwerden
und eine
seit 2004 bestehende Aller
gie auf Silikon,
bei der Invalidenversicherun
g zum Leistungsbezug an (Urk. 5/9
Ziff.
6.2
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
ver
neinte mit Verfügung vom 9. Juni 2011 einen Rentenanspruch (
Urk.
5/62). Die dagegen erhobene Beschwerde wies das hi
esige Gericht mit Urteil vom 9.
Januar 2012 im Verfahren IV.2011.00723 (
Urk.
5/68) ab.
1.2
Am 16. April 2012 meldete sich der Versicherte erneut bei der Invalidenversiche
rung und machte eine Verschlechterung seines Gesundheits
zustandes
geltend (
Urk.
5/83
).
Die IV-Stelle
klärte
in der Folge
die medizinisch
e und erwerbliche Situation ab und verneinte nach
durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(
Urk. 5/140, Urk.
5/143-
147
)
mit Verfügung vom 29. August 2013
einen Rentenanspruch (
Urk.
5/157
=
Urk.
2)
.
2.
Der
Versicherte erhob am 24. September 2013
Beschwerde gegen die Verfügung vom
29. August 2013
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und
die Sache
sei
an die IV-Stelle zurückzuweisen, damit diese die er
forderlichen Abklärungen treffe; i
hm sei mindestens eine
Viertelsrente
zuzusprechen (
Urk. 1
S. 2
).
Die IV-Stelle beantra
gte mit Beschwerdeantwort vom 28. Oktober 2013 (
Urk.
4
) die Abweisung der Beschwerde.
Dies w
urde dem Beschwerdeführer am 6.
November 2013
zur Kenntnis geb
racht (
Urk.
6
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die
Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Ändert
sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für
die
Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder au
fgehoben (Art. 17
Abs. 1
ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheits
zustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheits
zustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von Art. 17
Abs.
1 ATSG dar.
1.3
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkom
mensvergleichs
(bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Recht
sprechung zur Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 134 V 131
E. 3 und 133 V 108 E. 5.4 mit Hinweis).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte
in ihrer Verfügung
(
Urk.
2)
einen Rentenan
spruch des Beschwerdeführers mit der Begründung
,
dass
ihm weiterhin eine behinderungsangepasste leichte Tätigkeit
zu 100 % zumutbar sei. Nach wie vor
ein
schränkend bleibe die Allergie.
Die
neu geltend gemachten Erkrankungen
führten lediglich dazu, dass sich das Belastungsprofil für eine angepasste Tätig
keit an den neuen Gegebenheiten orientieren müsse. Den Arztberichten könne nicht entnommen werden, dass auch eine zeitliche Reduktion der Arbeitsfähig
keit oder eine Reduktion des Rendements vorliege (S. 2 f. unten).
Auf die
Einschätzung der Arbeitsfähigkei
t im Abschlussbericht der
Beruflichen Abklärungsstelle (BEFAS)
Y._
könne nicht abgestellt
werden. So sei die quantitativ eher geringe Arbeitsleistung mit der Motivation und der Einstellung des Beschwerdeführers und nicht mit seinen gesundheitlichen Einschränkungen im Zusammenhang zu sehen (
Urk.
4
S. 2
Ziff.
2).
Ein zusätzlicher
leidensbe
dingter
Abzug vom Tabellenlohn sei vorliegend nicht gerechtfertigt (
Urk. 4 S. 2
f.
Ziff.
3
,
Urk.
2 S. 3
).
2.2
Dagegen
macht
e
der Beschwerdeführ
er in seiner Beschwerde
(
Urk.
1)
geltend,
durch die zusätzlichen Knie
- und Sprunggelenks
beschwerden h
abe
sich seine körperliche Belastbarkeit erheblich
vermindert,
und es liege eine
,
von ärztlicher Seite her bestätigte
,
lediglich
reduzierte Arbeitsfähigkeit vor. Auch die
BEFAS
Y._
sei zum Schluss gekommen, dass er nicht mehr
zu
100 %
,
sondern lediglich
zu
80 % arbeitsfähig sei. Die Ansicht der Beschwerdegegnerin, dass keine zeitliche Reduktion des Rendements vorliege, sei daher unzutreffend
(
S.
3
f.
Ziff.
2.1-3). Zudem leide er an weiteren Beschwerden. So habe er seit längerer Zeit Rückenschmerzen über die gesamte Wirbelsäule und es seien im Juni 2011 Schwindelbeschwerden bestätigt worden. Auch bestehe die Allergie auf Gum
mi nach wie vor
.
Es sei
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass eine beschränkte Arbeitsfähigkeit auch für ei
ne angepasste Tätigkeit bestehe, weshalb die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen an die Vorin
stanz zurückzuweisen sei (S. 5
Ziff.
2.4
).
Unabhängig davon sei bei der
Invaliditäts
bemessung
von einem leidensbedingten Abzug von 25 % aus
zugehen, was einen Anspruch auf eine
Viertelsrente
begründe (S. 6
Ziff.
3.1-2).
3.
3.1
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchsrelevanten Änderung bildet d
ie
im Urt
eil des hiesigen Gerichts vom 9. Januar 2012
überprüfte Verfü
gung vom 9. Juni 2011 (
Urk.
5/62).
Die medizinischen Abklärungen ergaben, dass
der Beschwerdeführer einerseits durch die bekannten Allergien, andererseits durch Rückenbeschwerden in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist.
Z
usammenfassend
wurde
festgehalten, dass
ihm
eine behinderungsangepasste Tätigkeit mit einer
Gewichtslimite
bis 5 kg und ohne Kontakt mit allergieauslösenden Stoffen zu 100
% zumutbar sei (
Urk.
5/68 E. 4.1-5
).
Im Folgenden ist daher zu p
rüfen, ob seither
eine
anspruchs
relevante Verschlech
ter
ung des Gesundheitszustandes
eingetreten ist.
3.2
Zum Zeitpunkt der vorliegend angefochtenen Verfügung (
August
2013
) präsen
tierte sich die relevante medizinische Aktenlage wie folgt:
Hausarzt
Dr.
med.
Z._
, Facharzt
für Allgemeinmedizin
,
führte in seinem
Bericht vom 21. März 2012 (
Urk.
5/82)
aus, bis am 9. Juni 2011 sei der Beschwerdeführer vor allem durch die chronischen Rückenschmerzen mit stark verminderter körperlicher Belastbarkeit invalidisiert gewesen sowie durch eine Polyallergie auf Gummiinhaltsstoffe.
Seither komme neu eine radiologisch nachgewiesene
Gonarthrose
mit
Chondromal
a
cia
patellae
beidseits dazu,
welche
die körperliche Belastbarkeit des Patienten zusätzlich in erheblichem Mass redu
ziere. In Kombination mit der ebenfalls ausgeprägter gewordenen Adipositas wirkten sich die Rücken- und die Kniebeschwerden auf die Arbeitsfähigkeit und somit auf die Invalidität sehr negativ aus und hätten zu einer wesentlichen Verschlechterung des Gesundheitszustandes geführt.
3.3
Die Fachpersonen der
BEFAS
Y._
erstatteten nach den vom 8. Okt
ober bis 1. November 2012
erfolgten
Abklärungen am 15. November 2012 ihren Schlussbericht (
Urk.
5/120).
Zum Verlauf führten sie
aus, der Beschwerdeführer sei am 8. Oktober 2012 zur Abklärung eingetreten. Die Abklärung sei während der vierten
Abklärungs
woche
abgebrochen worden, da der
Klient leichte Allergieanzeichen
auf
gewiesen habe.
Er
habe anlässlich des
berufsberaterischen
Erstgespräches am Eintrittstag erklärt, es gehe im gesundheitlich nicht perfekt, aber es gehe einigermassen. Nun sei eine neue Krankheit hinzugekommen, weshalb er sich bei der IV gemel
det habe. Das MRI habe klare Aussagen zu den Knieschmerzen gemacht. Er wolle keine Rente
,
sondern einen Job. Er wünsche eine Arbeit im Lagerbereich oder i
n der Industrie
.
Er sehe sich als zu 100 % arbeitsfähig, allerdings ohne langes Stehen und ohne mehr als 10 kg heben zu müssen. Er könne etwa eine Stunde stehend und umhergehend arbeiten, dann müsse er wegen der Knie
schmerzen absitzen
(S. 4 f. unten)
.
Die Fachpersonen
der BEFAS
führten
zusammenfassend
aus, die Ergebnisse der verschiedenen Tests
hätten
auf
knappe kognitive Fähigkeiten
hin
gewiesen
. Der Beschwerdeführer habe hierzu gemeint, dass seine Schulzeit schon lange her sei. Der zuständige
Arbeitsagoge
habe während der Durchführung der Tests den Eindruck gehabt,
dass sich der Beschwerdeführer keine grosse Mühe gegeben habe.
Bei den Einstiegsarbeiten sei der Klient recht umständlich und unge
schickt vorgegangen. So sei die Qualität der ersten drei genannten Werkstücke knapp genügend gewesen und die Drahtbiegeübung habe sich als sehr fehler
haft erwiesen. Die
quantitative Leistung habe bei etwa 50 %
gelegen
,
dies
bei guter Qualität
(S. 8
f.
Mitte
).
Die vorliegende Minderbelastbarkeit beider Knie müsse berufsbezogen berück
sich
tigt werden, so dass eine körperlich leichtere und rückenadaptierte Tätigkeit zudem auch keine relevanten Kniebelastungen fordern dürfe. Insbe
sondere seien Tätigkeiten in kniender oder kauernder Körperposition zu vermei
den. Arbeitseinsätze in
Hockestellung
seien nicht mehr möglich. Längerfristig sei eine Körpergewichtsreduktion anzustreben.
Bei körperlich leichten und behinderungsangepassten Tätigkeiten, überw
iegend sitzend, bei Möglichkeit
von Positionswechseln sowie bei manuellen Verrich
tungen weitgehend auf Tischhöhe
,
habe der Beschwerdeführer das uneinge
schränkte Zeitpensum eingehalten (S. 10 f. unten). Dabei seien den R
ücken oder die Knie belastende
A
rbeitseinsätze vermieden worden
(S. 11 oben).
Bei optimal behinderungsgerechten Tätigkeiten sei dem
Beschwerdeführer
ein zeitlich uneingeschränktes Vollzeitpensum zumutbar (behinderungsangepasste Kontr
oll- oder
Überwachungsaufgaben),
wobei eine 80%ige
Gesamtarbeitsleis
tung
erwartet werden könne
. Dabei könne eine graduelle
Leistungseinschrän
kung
durch eine behinderungsbedingte Verlangsamung des Arbeitstempos unter Berücksichtigung der Einschränkung von Seiten der Knie und des Rückens
erklärt werden
(S
.
12 unten).
Der Beschwerdeführer bringe einen guten Sinn für Qualität mit. Diesen könne er für serielle visuelle Qualitätskontrollen an Werkstücken einsetzen. Auch
für
Kleingerätemontage
mit Materialien aus Metall, Plastik und Kunststoff und für Tätigkeiten in einem Kleinteilelager (Kommissionieren, Staplerfahren) wäre
er
einsetzbar. Besprochen worden sei auch ein Einsatz für den Kurierdienst, bei
spielsweise Apothekenbelieferungen. Der Beschwerdeführer habe erklärt, mit ei
nem Auto mit automatischer Schalt
ung wäre ihm dies möglich (S. 12 f.
unten
).
Die Fachpersonen führten aus, auf den ersten Eindruck habe der Beschwerdefüh
rer arbeitswillig gewirkt
. Er habe auf gute Qualität seiner Werk
stücke geachtet und bei den eher einfachen seriellen Arbeiten betont, wie gerne
er diese ausführe. Sie hätten daher vermutet, dass er durchaus anpacken würde, wenn ihm eine Arbeitsstelle präsentiert würde. Hingegen hätten die gegen Schluss der Abklärung erfolgten Diskussionen, nachdem ihnen ein bedauerli
cher Fehler unterlaufen sei, den Beschwerdeführer eine Tätigkeit mit Werkstü
cken ausführen zu lassen, die Gummianteile enthalten hätten, an seinem Eingliederungswillen zweifeln lassen. Sein Einsatz, diesen Fehler zu betonen und auszukosten, habe um einiges grösser gewirkt, als sein Einsatz, mit der Berufsberaterin Arbeitsmöglichkeiten zu eruieren. Daher sei zu bezweifeln, dass beim Beschwerdeführer der Gedanke an die berufliche Eingliederung im Vor
dergrund gestanden habe (S. 13 Mitte).
3.
4
Dr.
Z._
(vorstehend E. 3.2)
führte in seinem
Bericht vom 25. März 2013 (
Urk.
5/145)
aus, es bestünden drei Problemkreise. Erstens sei der Beschwerdeführer in seiner körperlichen Leistungsfähigkeit durch ein chroni
sches Rückenleiden aufgrund degenerativer Veränderungen der Hals
-
und der Lendenwirbelsäule
behindert
. Therapeutisch kämen vorderhand nur ambulante Physiotherapie und allenfalls Medikamente in Frage. Der Beschwerdeführer könne deshalb nur Arbeiten durchführen, bei denen er weniger als 5 kg heben müsse. Das Heben und Tragen schwerer Lasten führe unweigerlich zu einer Zunahme mit entsprechenden Arbeitsausfällen.
Zweitens leide der Beschwerdeführer an einer Allergie auf Gummi- und
Latexin
haltsstoffe
sowie auf andere Chemikalien. Die SUVA habe ihn deshalb für sämtliche Arbeiten
arbeitsunfähig geschrieben
, bei denen er in Kontakt mit Gummi, Latexinhaltsstoffen oder mit reizenden Chemikalien komme. Drittens bereite
ten
ihm die Arthrose
n
in beiden Knie und beiden Sprunggelenken zunehmend Schmerzen und behinderten ihn im Alltag. Dies schränke seine kör
perliche Belastungsfähigkeit zusätzlich ein.
Dr.
Z._
führte aus, der Beschwerdeführer sei
im Grunde genommen arbeitswillig
,
und es liege kein Rentenbegehren vor. Andererseits seien seine Angaben über Schmerzzunahmen er
n
st zu nehmen
,
und Arbeiten, die diese Beschwerden auslösten
,
seien strikte zu meiden.
3.
5
Dr.
med.
A._
,
Facharzt für Orthopädische Chirurgie, stellte in seinem
Bericht vom 13. Mai 2013 (
Urk.
5/153)
folgende Diagnosen (S. 1)
:
beidseitige schwere
Chondropathia
patellae
bis beginnende Patella-Arthro
sen
beginnende medial betonte
Gonarthrosen
beidseits
Sprunggelenksbeschwerden li
nks bei
Chondropathie
der
t
ibialen
Gelenkflä
che
allgemeine
Bandlaxität
Dr.
A._
führte aus, der Beschwerdeführer habe seine Praxis ab Ende April 2012 aufgesucht, mit dem klaren Auftrag zur Abklärung und Behandlung seiner beidseitigen Kniegelenksbeschwerden, sowie der Beschwerden seitens seines lin
ken Sprunggelenkes.
Die Kniegelenksbeschwerden
seien
eindeutig als
anterior
lokalisiert angegeben
worden
und korrespondierten mit den mitgebrachten MRI-Befunden beider Kniegelenke vom 27. Februar 201
2.
Diese zeigten schwere
Knorpelveränderun
gen
der Kniegelenksscheiben,
dies
nebst beginnenden medial betonten Gelenksdegenerationen. Die Veränderungen erklärten die Beschwerden zur Genüge und seien durch konservative Massnahmen äusserst schwer bis kaum zu beeinflussen (S. 1).
Intraartikuläre Kortison-Injektionen hätten den Reizzustand der Gelenke für einige Wochen nur partiell reduzieren können,
ebenso wenig wie die im Ver
laufe eines Jahres durchgeführten physiotherapeutischen Behandlungen. Anzu
merken sei, dass der Muskelzustand des Patienten, speziell der unteren Extre
mitäten bezüglich Kraft sehr gut sei.
Bekannterweise
könnten jedoch
fehlende
ligamentä
re
Stabilisationen der Gelenke
wie
die
Bandlaxität
nur partiell
und nie vollumfänglich muskulär
kompensiert werden (S. 2 oben).
D
ie beim Patienten vorliegende spezielle
Problematik, vergesellschaftet
mit und weitgehend verursacht durch die angebor
ene
Bandlaxitäten
,
sei
weder durch konservative Massnahmen noch durch Operationen wesentlich und nachhaltig zu beeinflussen.
Die Gel
enke, wie sie der Beschwerdeführer
aufweise
,
seien schlichtweg reduziert belastungsfähig und ungeeignet für längerdauernde körperliche Beanspruchung.
Von
operativen Behandlungen müsse in dieser Situation
absolut abge
raten wer
den, nicht nur aufgru
nd des Jahrganges des Patienten. D
urch teilweisen oder vollständigen Kunstgelenkersatz
könne nie eine vollständige
Belastungsfähig
keit
dieser Gelenke erreicht werden. Sehr wohl könnten aber neue Probleme eingehandelt werden (S. 2 Mitte).
Im Wesentlichen gelte
dasselbe für die vom Patienten geklagten
Sprunggelenks
beschwerden
links.
Dr.
A._
führte abschliessend aus
,
bezüglich der von ihm abgeklärten, versuchsweise behandelten beidseitigen Kniegelenke und der Sprunggelenke links müsse er ganz eindeutig verminderte Belastungsfähigkeiten und damit eine reduzierte Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers festhalten, ohne dass selbstverständlich zahlenmässige prozentuale Angaben hierzu mög
lich seien (S. 2 unten).
3.
6
Dr.
med.
B._
,
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatolo
gie des Bewegungsapparates, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD)
, führte in seiner Stellungnahme vom 27. August 2013 (
Urk.
5/156/2-3) aus, dass die neu hinzugekommenen Erkrankungen, die Arthrose der Knie- und Sprung
gelenke laut
Dr.
A._
und
Dr.
Z._
,
mit einer Reduktion de
r
Belas
tungsfähigkeit
einhergingen
.
Dieser Einschätzung könne insofern gefolgt werden, als sich das neue
Belastungs
profil
für eine angepasste Tätigkeit an den neuen Gegebenheiten ori
entieren müsse. Den Arztberichten könne keine zeitliche Reduktion der Arbeitsfähigkeit oder eine Reduktion des Rendements entnommen werden. Es liege also in angepasster Tätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit vor, wobei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine leichte, wechselbelastende, überwiegend sitzende Tätigkeit ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne häufiges Trep
pensteigen, ohne häufig wirbelsäulenbelastende, kniegelenksbelastende und sprung
g
elenksbelastende Zwangshaltungen und Tätigkeiten (bücken,
hocken, knien, Überkopfarbeit
, Arbeiten in weiter Armvorhalte)
,
ohne häufige
Rum
pf
rotationen
, ohne häufiges Gehen auf unebenem Gelände ausgeübt werden könne seit Februar 2012 (Datum MRI Kniegel
enke). Die Einschränkungen bezüglich
der Allergien blieben unverändert bestehen
(S. 2 unten)
.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Festlegung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers au
f die Einschätzung durch
Dr.
B._
(vorstehend E. 3
.6
), welcher im August 2013 davon ausging, dass dem Beschwerdeführer trotz neu hinzugekommener Arthrose der Knie- und Sprunggelenke eine
behinderungsan
gepasste
Tätigkeit weiterhin im Umfang von 100 % zumutbar sei.
4.2
Auf die Einschätzung
durch
Dr.
B._
kann abgestellt werden.
In seiner Umschreibung des Belastungsprofils in angepasster Tätigkeit hat er den beste
henden und neu hinzugekommenen Einschränkungen des Beschwerdefüh
rers genügend Rechnung getragen, zumal diese Tätigkeit als überwiegend sitzende Tätigkeit beschrieben wurde.
Seine Einschätzung erfolgte zudem
in Kenntnis der Akten
und
ist
in nac
hvollziehbarer Weise begründet.
Im Übrigen
gab
der Beschwerdeführer
selbst
anlässlich der
Eingliederungsbera
tung
an
, er sehe sich subjek
tiv als zu 100 % arbeitsfähig
, allerdings ohne schwer
heben und ohne lange stehen
zu müssen
(
Urk.
5/97/3 Mitte).
Dies bestätigte er auch
im Rahmen der Abklärung bei der
BEFAS
Y._
(vorstehend E.
3.3).
Nicht gefolgt werden kann daher der Einschät
zung der Fachpersonen der BEFAS
Y._
,
welche dem Beschwerdeführer eine
Leistungsfähigkeit
von lediglich 80 % in angepasster Tätigkeit attestierten. Hier
ist zu beachten,
dass es sich dabei
nicht um
eine fachärztliche Expertise
handelt
und sich
weder die
anlässlich der Abklärung
festgestellte
knappe kognitive Leistung noch der Umstand, dass die quantitative Leistung
teilweise
bei lediglich 50 % lag, durch die gesundheitlichen Defizite des Beschwerdeführers erklären
lassen
.
Die auch
von
Seiten der Fachleute der BEFAS
Y._
geäusserte Ver
mutung
der man
gelnden Motivation
ist insgesamt nicht von der Hand zu weisen
.
Eine weitergehende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in angepasster
Tätigkeit lässt sich a
uch den Berichten des Hausarztes
Dr.
Z._
(vorstehend E.
3.2
und E. 3.4
)
und dem Bericht von
Dr.
A._
(vorstehend E.
3.5
) nicht
ent
nehmen.
So bezog
Letzterer
die verminderte Belastungsfähigkeit ausdrücklich auf die Knie- und Sprunggelenke des Beschwerdeführers.
Soweit
der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde auf bereits zum Zeitpunkt des Urteils vom 9. Januar 2012 bekannte
und gewürdigte
medizinische Berichte verweist (vgl.
Urk.
1 S. 5
Ziff.
2.3
, vgl.
Urk.
5/143-144
)
,
ist insbesondere betref
fend den Bericht von
Dr.
med.
C._
, Facharzt für
Oto
-
Rhino
-Laryn
gologie,
vom
28. Juni 2011
(
Urk.
5/144)
zu erwähnen
, dass dieser Bericht
schon im Rahmen des damaligen Urteils aus den dort genannten Gründen nicht weiter berücksichtigt werden konnte
(vgl.
Urk.
5/68 E. 4.3)
und im Übrigen
die dort geltend gemachten Schwindelbesch
werden
auch anlässlich der Abklärung
bei der BEFAS
Y._
nicht
auf
getreten sind
.
Die Minderbelastbarkeit der Wir
belsäule wie auch die Gummiallergie wurden sowohl im Urteil vom 9. Januar 2012 als auch anlässlich der vorliegenden Festlegung des Betätigungsprofils in angepasster Tätigkeit von
Dr.
B._
umfassend gewürdigt.
4
.
3
Aufgrund des Gesagten ist der Beschwerdegegnerin folgend davon auszugehen, dass in einer behinderungsangepassten Tätigkeit eine Leistungsfähigkeit von 100 % besteht.
5.
Betreffend den Einkommensvergleich ist anzumerken, dass
für die vom Beschwer
deführer geforderte Erhöhung des leidensbedingten Abzuges von 20 % auf 25 % kein Raum besteht, da
der leidensbedingte Abzug
schon anlässlich
des Urteils
vom 9. Januar 2012
äussert grosszügig bemessen wurde
(vgl.
Urk.
5/68
E.
5.7-8).
Es bleibt damit bei der nach wie vor bestehenden Arbeitsfähigkeit in
behinde
rungsangepasster
Tätigkeit von 100 % bei dem
im Urteil vom
9. Januar 2012 vorgenommenen Einkommensvergleich und damit dem
rentenausschliessenden
Invaliditätsgrad von 34 % (vgl.
Urk.
5/68
Ziff.
5).
Demnach erweist sich die Verfügung vom
2
9.
August 2013
als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
des Bundesgesetzes über die Invaliden
versicherung
) und auf
Fr.
7
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerd
eführer aufzuerlegen.