Decision ID: fd42a0dd-67cb-47d6-b498-abc89ce6b96a
Year: 2010
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- Am 24. September 2004 genehmigte der Gemeinderat Y die Basiserschliessung I-E
in Y. Das Projekt sieht vor, den westlichen Teil der neu als Gemeindestrasse 1. Klasse
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einzuteilenden E-Strasse zu verbreitern und mit der I-Strasse zu verbinden. Die
Einmündung der E-Strasse in die N-Strasse soll vergrössert und gegen Westen
verschoben werden. Zudem soll die H-Strasse um ca. 30 m verlängert und an die E-
Strasse angeschlossen werden. Im östlichen Teil wird die E-Strasse streckenweise
parallel zur neuen, ebenfalls als Gemeindestrasse 1. Klasse einzuteilenden
Verlängerung der I-Strasse geführt. Die E-Strasse wird im Projektabschnitt – mit
Ausnahme des Abschnitts von der zwischen dem K-Weg und der Einmündung in die I-
Strasse, der als Gemeindestrasse 3. Klasse eingeteilt wird – in einen als Fuss- und
Radweg genutzten Gemeindeweg 1. Klasse umgeteilt. Die neue Strasse soll den
Anwohnern der E-Strasse, H-Strasse, G-Strasse sowie teilweise der N-Strasse als
Verbindung zur Umfahrungsstrasse Y dienen. Zudem soll die Strasse künftig auch die
nordwestlich der Abzweigung N-Strasse/E-Strasse liegenden Baulandreserven
groberschliessen.
Gegen das Projekt erhobene Rekurse wies das Baudepartement des Kantons St.
Gallen am 26. Oktober 2007 ab, soweit es auf sie eintrat. Die Abweisung der dagegen
erhobenen Beschwerden durch das Verwaltungsgericht am 19. Juni 2008 wurde
unangefochten rechtskräftig.
B.- Ebenfalls am 24. September 2004 erliess der Gemeinderat einen Beitragsplan. Mit
persönlicher Anzeige wurden die betroffenen Grundeigentümer, darunter auch A und B
X als je hälftige Miteigentümer des Grundstücks Nr. 1, von der öffentlichen Auflage des
Projekts und vom Beitragsplan "Verlängerung I-Strasse/Ausbau E-Strasse" in Kenntnis
gesetzt. Die dagegen erhobene Einsprache hiess der Gemeinderat am 20. Oktober
2009, soweit er darauf eintrat, teilweise gut, indem er einerseits die Kosten der
Bachöffnung und der Retentionsmassnahmen aus dem Kostenvoranschlag
herausnahm und anderseits das Gebiet H-Strasse in den Beitrags- und
Umgrenzungsplan einbezog. Das Grundstück Nr. 1 mit einer Fläche von 1'114 m
(davon 166 m Strasse) und dem Einfamilienhaus Vers.-Nr. 1 wurde im Beitragsplan mit
103 von insgesamt 16'506 Punkten bzw. mit 0,62 % erfasst (Anteil von Fr. 3'226.-- an
den Beiträgen der Grundeigentümer von Fr. 519'000.-- gemäss Kostenvoranschlag
nach Abzug eines Gemeindeanteils von 75% von den Gesamtkosten des
Strassenprojekts von Fr. 2'076'000.--).
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C.- Gegen diesen Einsprache-Entscheid erhoben A und B X durch ihren
Rechtsvertreter mit Eingabe vom 13. November 2009 und Ergänzung vom
14. Dezember 2009 Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission mit dem Antrag,
unter Kosten- und Entschädigungsfolge sei der angefochtene Entscheid in Bezug auf
dessen Ziff. 1b), insoweit damit die Einsprache der Rekurrenten teilweise abgewiesen
bzw. darauf nicht eingetreten worden sei, sowie in Bezug auf dessen Ziff. 2
aufzuheben. Das Grundstück der Rekurrenten sei als nicht beitragspflichtig aus dem
angefochtenen Beitragsplan zu entlassen und dementsprechend die Streitsache zur
Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.
Mit Vernehmlassung vom 18. Januar 2010 beantragt die Vorinstanz die Abweisung des
Rekurses.
D.- Die Verwaltungsrekurskommission führte am 12. November 2010 im Beisein des
Rekurrenten und seines Vertreters einerseits und des Gemeindepräsidenten, des
Gemeinderatsschreibers und des Grundbuchverwalters der politischen Gemeinde Y
anderseits einen Augenschein im Perimetergebiet durch.
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung der Anträge und das

Ergebnis des Augenscheins wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 13. November 2009 ist rechtzeitig
eingereicht worden. Er erfüllt zusammen mit der Ergänzung vom 14. Dezember 2009 in
formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 81 Abs. 3 des
Strassengesetzes, sGS 732.1, abgekürzt: StrG; Art. 41 lit. e Ziff. 1 sowie 45, 47 und 48
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den
Rekurs ist einzutreten.
2.- Der angefochtene Perimeter und das vorinstanzliche Verfahren sind vorab von
Amtes wegen auf ihre formelle Rechtmässigkeit hin zu überprüfen. Der Gemeinderat Y
hat im Rahmen der Basiserschliessung I-E am 24. September 2004 die Verlängerung
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der I-Strasse und den Ausbau der E-Strasse beschlossen. Mit dem Entscheid des
Verwaltungsgerichts vom 19. Juni 2008, der unangefochten blieb, wurde das Projekt
rechtskräftig. Der Gemeinderat hat unter Festsetzung eines Gemeindebeitrags von
75% an die Ausbaukosten ebenfalls am 24. September 2004 einen Beitragsplan
erstellt. Dazu ist er zuständig (vgl. Art. 43 und 79 Abs. 1 StrG; Art. 136 lit. k des bis zum
31. Dezember 2009 gültig gewesenen Gemeindegesetzes, nGS 36-29;
P. Schönenberger, in: Kurzkommentar zum st. gallischen Strassengesetz vom 12. Juni
1988, St. Gallen 1989, N 3 zu Art. 43 StrG; A. Weder, in: Kurzkommentar zum st.
gallischen Strassengesetz vom 12. Juni 1988, St. Gallen 1989, N 9 und 10 zu Art. 79
StrG). Der Beitragsplan enthält einen Kostenvoranschlag, die beitragspflichtigen
Grundstücke und Gebäude sowie neben dem Anteil der politischen Gemeinde von
75% den Anteil der Grundeigentümer an die Kosten (Art. 78 Abs. 2 StrG). Der
Beitragsplan wurde den Rekurrenten mit persönlicher Anzeige eröffnet (Art. 80 StrG).
Die von den Rekurrenten dagegen mit Eingabe vom 21. November 2004 und
Ergänzung vom 8. Dezember 2009 erhobene Einsprache wurde von der dafür
zuständigen Vorinstanz nach Eintritt der Rechtskraft des Projekts behandelt und am
20. Oktober 2009, soweit darauf eingetreten wurde, teilweise gutgeheissen (Art. 81
StrG). Erstellung und Eröffnung des Beitragsplans sowie das Einspracheverfahren
entsprechen damit den gesetzlichen Vorschriften.
3.- In materieller Hinsicht werden im Rekurs zu Recht weder die Höhe des
Gemeindeanteils von 75% an den Gesamtkosten des Strassenprojekts (vgl. dazu
nachfolgend E. 3a) noch die Umgrenzung des Perimetergebiets (vgl. dazu nachfolgend
E. 3b) und die Umsetzung der Perimetergrundsätze im umstrittenen Beitragsplan im
Grundsatz (vgl. dazu nachfolgend E. 3c) beanstandet.
a) Die E-Strasse, die zurzeit im westlichen Projektabschnitt als Gemeindestrasse
2. Klasse und im östlichen Projektabschnitt als Gemeindestrasse 3. Klasse geführt
wird, wird nach der Realisation des Projektes im westlichen Teil ebenso wie die neu
erstellte Verlängerung der I-Strasse als Gemeindestrasse 1. Klasse eingeteilt werden.
Im östlichen Teil soll sie zwischen der Einmündung des K-Wegs und der Einmündung
in die I-Strasse als Gemeindestrasse 3. Klasse und im restlichen Projektabschnitt als
Gemeindeweg 1. Klasse geführt werden. Der auf die Grundeigentümer verlegte Anteil
der Baukosten von 25% bewegt sich im Rahmen von Art. 72 Abs. 2 lit. a StrG, wonach
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die Grundeigentümer Beiträge bis 50% an die Baukosten von Gemeindestrassen
1. Klasse leisten. Einerseits trägt der Gemeindeanteil von 75% der – im Vordergrund
des Projekts stehenden – übergeordneten Erschliessungsfunktion der Verbindung zur
Umfahrungsstrasse des Dorfes Y Rechnung. Anderseits berücksichtigt der auf die
Grundeigentümer verlegte Anteil von 25% den Umstand, dass die Strasse gleichzeitig
für die im Beitragsplan erfassten Grundstücke eine Basiserschliessung bildet, in
angemessener Weise.
b) Im Perimetergebiet sind sodann nach Art. 78 Abs. 1 StrG die Eigentümer jener
Grundstücke zu erfassen, denen ein Sondervorteil entsteht. Das Strassenprojekt dient
– wie bereits festgestellt – auch der Basiserschliessung des im Perimeter erfassten
grösseren Baugebietes. Für die innerhalb der Umgrenzung des Perimeters liegenden
Grundstücke bewirkt der Ausbau der E-Strasse und die Verlängerung der I-Strasse
eine hinreichende Erschliessung oder leistet dazu zumindest einen wesentlichen
Beitrag, indem die Grundstücke über untergeordnete Erschliessungsstrassen direkt an
die Basiserschliessung angebunden sind. Dass weitere Quartiere – wie beispielsweise
jenes an der G- und der M-Strasse – von der übergeordneten Erschliessungsfunktion
der E- und der I-Strasse profitieren, indem sie indirekt insbesondere über die ebenfalls
als Gemeindestrasse 1. Klasse eingeteilte und eine untergeordnete
Verbindungsfunktion erfüllende N-Strasse mit der Basiserschliessung E/I verbunden
sind, wurde mit dem Gemeindeanteil von 75% berücksichtigt.
c) Der Perimeter baut schliesslich auf der für die Bewertung des Sondervorteils nach
dem Flächen- und Vorteilsprinzip herausgebildeten Formel Fläche x Vorteilsfaktor x
Interessenprozente = Perimeterpunkte auf. Die Umsetzung der einzelnen Faktoren
bewegt sich im Rahmen der Autonomie und damit des weiten Ermessensspielraums,
welcher der politischen Gemeinde bei der Verlegung der Kosten zukommt. Im Bereich
der Autonomie kann sich der Rekurrent vor der kantonalen Rekursinstanz nicht auf die
Unangemessenheit der Verfügung oder des Entscheids berufen (Art. 46 Abs. 2 VRP).
4.- In materieller Hinsicht ist im Rekurs einzig die Bestimmung des Sondervorteils des
Grundstücks Nr. 1 umstritten. Zu prüfen ist unter Berücksichtigung der Vorbringen der
Rekurrenten und der Vorinstanz (vgl. dazu nachfolgend E. 4a), inwieweit die neue
Basiserschliessung für die im Perimeter erfassten Grundstücke im Allgemeinen eine
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Erhöhung des Sondervorteils nach sich zieht (vgl. dazu nachfolgend E. 4b), inwieweit
dem Grundstück des Rekurrenten über diese allgemeine Erhöhung des Sondervorteils
hinaus weitere besondere Vorteile hinzukommen und ob der gesamten Erhöhung des
Sondervorteils überwiegende Nachteile gegenüber stehen (vgl. dazu nachfolgend
E. 4c).
a) Die Rekurrenten machen geltend, die als Gemeindestrasse 3. Klasse eingeteilte E-
Strasse wirke sich in keiner Weise nachteilig auf sein Grundstück aus und genüge im
bisherigen Zustand seit vielen Jahrzehnten zur Erschliessung. Insbesondere bringe sie
auch keine neue Verkehrsverbindung zur W-Strasse. Durch die "Basiserschliessung I-
E" werde sie zu einer übergeordneten nördlichen Hauptverbindung zwischen der N-
Strasse und der Umfahrung Y umfunktioniert und entlaste Strassen im näheren
Dorfgebiet von Y, so dass sich darüber künftig in erheblichem Mass allgemeiner und
insbesondere auch quartierfremder Verkehr, namentlich uneingeschränkt
Schwerverkehr, abwickeln werde. Ein Strassenbau vermöge die wirtschaftliche
Nutzungsmöglichkeit eines Grundstücks zwar zu verbessern, könne aber auch mit
erheblichen Beeinträchtigungen und Immissionen verbunden sein, wenn er weit über
die Bedürfnisse und den Nutzen einer Grundstückserschliessung hinausgehe. Sein
Grundstück erfahre durch den Strassenbau keinerlei Steigerung von Wert und
Nutzungsmöglichkeit, sondern eine den Sondervorteil überwiegende Benachteiligung
für das bisher sehr ruhige Wohngebiet. Die Gemeinde habe deshalb in einer
Projektänderung den Verlauf der Strasse, der weiter westlich geplant gewesen sei,
korrigiert. Unmittelbar beim rekurrentischen Grundstück auf dessen Südseite entstehe
die Einmündung der H-Strasse, was zusätzliche verstärkte Immissionen durch
anfahrende und abbremsende Fahrzeuge ergebe. Die Rekurrenten seien wegen der zu
erwartenden Belastungen mittlerweile ausgezogen und zögen einen Verkauf des
Grundstücks, auf dem zurzeit der Sohn lebe, in Erwägung. Mit der neuen Strasse
werde der Preis des Grundstückes, das bisher durch eine sehr ruhige, in erster Linie
wertbestimmende Mikrolage geprägt gewesen sei, sicher sinken.
Die Vorinstanz hält dem entgegen, die bisherige Strasse stelle keine hinreichende
Erschliessung im Sinn des Baurechts dar. Eine intensivere Überbauung des
Grundstückes sei nach der Realisation des Projektes möglich. Der wirtschaftliche
Sondervorteil beim Grundstück des Rekurrenten sei sicher geringer, da aufgrund der
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tatsächlichen Verhältnisse mit einem höheren Verkehrsaufkommen gerechnet werden
müsse. Diesem Umstand sei mit der Änderung der Klassierung und dem
Grundeigentümerbeitrag von nur 25% an den Baukosten Rechnung getragen worden.
Der Verkehr im Rahmen der zonenüblichen Frequenzen bewirke keinen Nachteil,
welcher bei der Beurteilung des Sondervorteils zu berücksichtigen wäre. Eine starke
Zunahme des effektiven Durchgangsverkehrs sei nicht zu erwarten. Die N-Strasse in
Richtung Dorfzentrum sei in den letzten Jahren ausgebaut worden, womit sich diese
Strasse auch weiterhin als Zubringer zum Dorf und in den südlichen Teil anbiete. Ein
Mehrverkehr könne nicht in Abrede gestellt werden, sei aber durch den minimalen
Anteil an den Baukosten zulasten der Grundeigentümer abgegolten. Der provisorisch
berechnete Kostenanteil ergebe für das Grundstück des Rekurrenten eine Belastung
von Fr. 3.40/m .
b) aa) Der Bau bzw. Ausbau einer Strasse gehört zu den typischen Vorkehren, welche
einen wirtschaftlichen Sondervorteil bewirken, der zur Erhebung eines Beitrages bzw.
zur Auferlegung einer Vorzugslast berechtigt (K. Vallender, Grundzüge des
Kausalabgabenrechts, Bern 1976, S. 102 f.). Ein Grundstück, dessen Zugänglichkeit für
Personen und/oder Fahrzeuge durch den Bau oder Ausbau einer Gemeindestrasse
verbessert wird, steigt im Wert. Der Sondervorteil liegt darin, dass die auf diese Weise
verbesserte strassenmässige Erschliessung den wirtschaftlichen Nutzen der
Grundstücke steigert. Der Wert eines Grundstückes hängt in erster Linie vom Ausmass
der vorhandenen Nutzungsmöglichkeiten ab (GVP 1978 Nr. 5). Tritt eine
Wertvermehrung von vornherein nicht ein oder wird sie durch Nachteile ökonomischer
Art neutralisiert, so fällt ein Sondervorteil ausser Betracht. Nicht von Bedeutung ist
hingegen, ob der Vorteil realisiert wird. Sodann begründen nur erhebliche Vorteile die
Beitragspflicht. Keine Wertsteigerung bewirkt in der Regel der Ausbau einer
Erschliessungsanlage, soweit die Grundstücke bereits durch die vorhandene Anlage
erschlossen sind. Ein Sondervorteil kann hingegen entstehen, wenn durch den Ausbau
einer Anlage die Erschliessung einzelner Grundstücke wesentlich verbessert wird (vgl.
BGE vom 7. Februar 2002, 2P.278/2001, E. 2.2 mit Hinweisen auf A. Ruch, Die
Bedeutung des Sondervorteils im Recht der Erschliessungsbeiträge, in: ZBl 97/1996
S. 532 f.; P.J. Blumer, Abgaben für Erschliessungsanlagen nach dem Thurgauer
Baugesetz, Zürich 1989, S. 33 und 68 f.; B. Staehelin, Erschliessungsbeiträge,
Diessenhofen 1979, S. 137). Ein Sondervorteil im Sinn eines Erschliessungsmehrwertes
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kann auch dadurch bewirkt werden, dass die bestehende Erschliessung besser und
komfortabler wird (vgl. E. Zimmerlin, Baugesetz des Kantons Aargau, Kommentar, 2.
Aufl. 1985, N 2 zu § 31).
bb) Der umstrittene Beitragsplan verlegt die Kosten der Basiserschliessung I-E auf die
betroffenen Grundeigentümer. Wie der Augenschein gezeigt hat, ist die bestehende E-
Strasse, welche die N-Strasse mit der W-Strasse verbindet sehr schmal, so dass
mangels Ausweichstellen über weite Strecken selbst das Kreuzen zweier
Personenwagen nur schwer möglich ist. Sie ist eher schlecht unterhalten. Ihr teilweise
unübersichtlicher Verlauf und das Fehlen eines Trottoirs führen insbesondere
zusammen mit ihrer Funktion eines Schulweges zu einer beträchtlichen Erhöhung des
Gefährdungspotentials. Mit dem Projekt ist einerseits der Ausbau des westlichen
Abschnitts der bestehenden E-Strasse und anderseits die Verlängerung der I-Strasse
verbunden. Mit der Verbreiterung der E-Strasse im östlichen Teil auf eine Breite von 5
Metern und dem Bau von Trottoirs bzw. der Umfunktionierung des westlichen Teils der
E-Strasse im Projektabschnitt in einen Fuss- und Radweg wird die Erschliessung der
im Perimetergebiet liegenden Grundstücke wesentlich verbessert. Indem ab der
Einmündung der H-Strasse der Motorfahrzeugverkehr durch Fuss- und Radwege vom
übrigen Verkehr getrennt wird, wird das bisherige Gefährdungspotential für Kinder und
weitere schwächere Verkehrsteilnehmer gesenkt. Die Verbindung zum Anschluss an die
Umfahrung von Y, die als Autostrasse ausgebaut ist und das Dorf einerseits mit W und
anderseits mit V verbindet, wird verkürzt. Die Verbesserung der Entwässerung wirkt
einer Überflutung und damit im Winter auch einer Vereisung der Fahrbahn entgegen.
Die Umteilung des östlichen Teils der E-Strasse und der I-Strasse führt zudem dazu,
dass die Anstösser zukünftig von der Unterhaltspflicht und den damit verbundenen
Kosten befreit sein werden, da – anders als bei den Gemeindestrassen 3. Klasse – die
politische Gemeinde verpflichtet ist, den Unterhalt der Gemeindestrassen 1. Klasse zu
besorgen (vgl. Art. 54 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 StrG), und diese Kosten entsprechend
Art. 72 StrG vollständig zu ihren Lasten gehen (vgl. Weder, a.a.O., N 8 zu Art. 72 StrG).
Nicht zuletzt ist auch aus Art. 31 Abs. 1 StrG zu schliessen, dass die geplanten
Arbeiten zu einem zusätzlichen Sondervorteil führen. Nach Art. 31 Abs. 1 StrG gilt als
Strassenbau, für dessen Kostentragung gestützt auf Art. 72 StrG die Grundeigentümer
herangezogen werden können, neben dem Ausbau auch die Korrektion einer Strasse.
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Unter den Begriff der Strassenkorrektion fallen neben der Veränderung der
Linienführung einer bestehenden Strasse namentlich die Verbreiterung und selbst die
Verschmälerung einer Strasse (vgl. Germann, a.a.O., N 1 zu Art. 31 StrG).
c) aa) Ob einem Grundstück ein besonderer Vorteil zukommt, ist aufgrund einer
objektiven Betrachtung zu beurteilen (Ruch, a.a.O., S. 533, FN 21). Der durch die
Erschliessung geschaffene Vorteil darf aber nicht nur theoretischer Natur sein, sondern
muss objektiv gesehen realisierbar sein. Ob der betroffene Grundeigentümer den
Mehrwert durch Überbauung oder Verkauf des Grundstückes in Geld umsetzt, ist
unerheblich (Blumer, a.a.O., S. 5). Massgeblich ist einzig, ob eine zonenmässige
Überbauung öffentlich-rechtlich realisierbar ist (Urteil des Bundesgerichts 2P.278/2001
vom 7. Februar 2002, E. 3.2.1 mit Hinweis). Die Sondervorteile müssen derart
bedeutend sein, dass sie allfällige Nachteile übersteigen, die dem Pflichtigen aus dem
Strassenbau oder –ausbau erwachsen, z.B. durch Verlagerung von wesentlichem
Durchgangsverkehr auf die neue oder ausgebaute Strasse, durch Näherrücken
derselben als Immissionsquelle, durch Verschlechterung, Beschränkung oder gar
Ausschluss der Zufahrt. Verkehr im Rahmen quartierüblicher Frequenz und von
Erschliessungsstrassen normalerweise ausgehende Immissionen bedeuten keine
Nachteile. Es fallen nur Nachteile in Betracht, die mit dem Strassenbau oder –ausbau in
einem direkten Zusammenhang stehen (vgl. A. Weder, a.a.O., N 6 zu Art. 78 StrG).
bb) Mit den projektierten Arbeiten kommen die geschilderten allgemeinen
Verbesserungen der Erschliessung auch dem Grundstück Nr. 1 zu. So hat der
Rekurrent, der mittlerweile weggezogen ist, anlässlich des Augenscheins ausgeführt,
dass er für die Wegfahrt mit dem Motorfahrzeug von seinem Grundstück – nicht zuletzt
wegen der beschriebenen Umstände – jeweils den gegen Westen verlaufenden
Abschnitt der E-Strasse, der in die N-Strasse mündet, benutzte. Nach der Realisation
des Projektes wird das Grundstück des Rekurrenten sowohl gegen Osten als auch
gegen Westen gleichermassen erschlossen sein. Die Verbindung ins Dorf und zur
Umfahrungsstrasse wird verkürzt und die Verkehrssicherheit erhöht. Darüber hinaus
wird es – im Gegensatz zum jetzigen Zustand – aufgrund der Verbreiterung der Strasse
möglich sein, den Kehricht wieder an der Grenze des Grundstücks abzunehmen.
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Das Grundstück Nr. 1 weist zurzeit eine Fläche von 1'114 m auf. Davon ist an der
südlichen Grenze im Zusammenhang mit der für die Offenlegung eines der E-Strasse
entlang verlaufenden Gewässers eine Fläche von 166 m abzutreten. Um diesen
Flächenverlust auszugleichen, ist die politische Gemeinde bestrebt, dem Rekurrenten
die Fläche von 122 m des angrenzenden Grundstücks Nr. 2 als Realersatz anzubieten,
indem sie versucht, dem Eigentümer des Grundstücks Nr. 2 seinerseits Realersatz zu
verschaffen. Das Grundstück Nr. 1 liegt in der Zone W2. Zurzeit ist es mit einem älteren
Einfamilienhaus, das unmittelbar am auf der westlichen Grundstücksgrenze
verlaufenden Hinter-E-Weg angrenzt, überbaut. In der Zone W2 gilt gemäss Art. 22 des
Baureglements der politischen Gemeinde Y eine Ausnützungsziffer von 0,5. Dies liesse
bei einer Grundstücksfläche von 1'070 m (1'114 m abzüglich 166 m zuzüglich 122
m ) eine Überbauung mit Wohngebäude(n) mit einer Bruttogeschossfläche von 535 m
zu. Ob sich angesichts der Grösse der Parzelle darauf auch ein Doppeleinfamilienhaus
oder ein Mehrfamilienhaus realisieren liesse, ist für den zusätzlichen Sondervorteil nicht
von Belang. Dieser muss sich anders als im Rekurs ausgeführt, nicht darin zeigen, dass
das – auch bisher schon erschlossene – Grundstück nach der Verbesserung der
Erschliessung wesentlich anders oder intensiver überbaut werden kann.
Mit der neuen Erschliessung wird indessen für das Grundstück Nr. 1 eine Verbesserung
der Nutzung über die Bestandesgarantie hinaus verbunden sein. Die Vorinstanz weist
darauf hin, das Grundstück Nr. 1 verfüge ohne den Ausbau der E-Strasse nicht über
eine genügende strassenmässige Erschliessung im Sinn von Art. 49 Abs. 2 lit. a des
Gesetzes über die Raumplanung und das öffentliche Baurecht (Baugesetz; sGS 811.1,
abgekürzt: BauG). Nach Art. 49 Abs. 2 lit. a BauG ist Land erschlossen, wenn es über
ein hinreichende Zu- und Wegfahrt verfügt. Das Erfordernis der hinreichenden
strassenmässigen Erschliessung ist planerisch sowie verkehrs-, gesundheits- und
feuerpolizeilich begründet. Eine Zufahrt ist dann als hinreichend zu betrachten, wenn
sie tatsächlich so beschaffen ist, dass sei bau- und verkehrstechnisch der
bestehenden und der geplanten Überbauung genügt, den zu erwartenden Fahrzeugen
und Fussgängern sicheren Weg bietet und von den öffentlichen Diensten (namentlich
Feuerwehr, Sanität, Kehrichtabfuhr und Schneeräumung) ungehindert benützt werden
kann, und – wenn sie über fremdes Grundeigentum führt - rechtlich gesichert ist. In
Betracht zu ziehen sind die örtlichen Gegebenheiten sowie die Anlage und die
Zweckbestimmung der Gebäude, denen die Zufahrt zu dienen hat. Auf einer Strasse,
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die einer Mehrzahl von Wohnhäusern dient und auf der mit regelmässigem Verkehr zu
rechnen ist, müssen Kreuzungsmanöver ohne Gefahr möglich sein, wobei
zweckmässig angeordnete Kreuzungsstellen unter Umständen genügen können.
Radfahrern und Fussgängern ist genügend Raum zu lassen. Stets ist das gesamte
Gebiet, welches von einer Strasse erschlossen wird, zu berücksichtigen. Im Hinblick
auf den planerischen Zweck genügt eine Zufahrt nur dann, wenn sie auf die
Baumöglichkeiten der geltenden Zonenordnung abgestimmt ist. Es wäre daher nicht
zulässig, diejenigen Bauherren, welche in einem grösseren Baugebiet zuerst bauen und
für ihre Vorhaben eine genügende Zufahrt haben, zum Bau zuzulassen, während von
einem gewissen Verkehrsaufkommen an die Zufahrt als ungenügend qualifiziert wird
(vgl. B. Heer, St. Gallisches Bau- und Planungsrecht, Bern 2003, Rz. 511 ff.).
Wie dargestellt, ist ein Kreuzen auf der bestehenden E-Strasse selbst für zwei
Personenwagen über weite Strecken mangels Ausweichstellen nur sehr schwer
möglich. Das Fehlen eines Trottoirs bei einer auch als Schulweg dienenden Verbindung
zieht ein beträchtliches Gefahrenpotenzial nach sich. Nach der Realisierung des
Projekts wird die strassenmässige Erschliessung jedenfalls eine vollständige
Ausnützung des Grundstückes des Rekurrenten zulassen, was sich unweigerlich auch
im Wert niederschlagen wird.
cc) Da die Basiserschliessung E-/I-Strasse auch die Funktion einer übergeordneten
Erschliessung erfüllt, wird – was auch die Vorinstanz nicht in Abrede stellt – mit
zusätzlichem Durchgangsverkehr zu rechnen sein. Wachsende Gemeinden und die
Zunahme der Bevölkerung führen unweigerlich auch zu mehr Verkehr, der sich auf alle
Einwohner in mehr oder weniger grossem Ausmass belastend auswirkt. Das
Grundstück des Rekurrenten wird nicht das einzige mit einem Einfamilienhaus
überbaute Grundstück im Perimetergebiet sein, welches unmittelbar an die verbreiterte
E-Strasse angrenzen wird. Insoweit wird das Grundstück nicht mit einem Nachteil
belastet, der andere von der E-Strasse erschlossene Grundstücke nicht ebenfalls trifft.
Der Umstand, dass die H-Strasse verlängert wird und auf der Höhe des Grundstücks
des Rekurrenten in die E-Strasse einmünden wird, wird – vorauf der Rekurrent
zutreffend hinweist – mit zusätzlichen Immissionen durch Abbremsen und
Beschleunigen der vorbeifahrenden Fahrzeuge verbunden sein. Die H-Strasse wird
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nach der Projektrealisation die N-Strasse und die E-Strasse verbinden. Sie erschliesst
ein Quartier mit zurzeit 15 Einfamilienhäusern. Auch wenn für dieses Quartier die
Verbindung ins Dorf Y über die N-Strasse von Bedeutung bleiben wird, wird sich
zumindest ein Teil des Verkehrs – insbesondere jener auf die Umfahrungsstrasse –
über die geschilderte Einmündung abwickeln. Indessen sind die damit verbundenen
Immissionen relativ geringfügig, da sich die Geschwindigkeiten der Fahrzeuge auf der
H-Strasse in einem tiefen Bereich bewegen werden, so dass auch die mit dem
Abbremsen und Beschleunigen verbundene Lärmbelastung geringfügig sein wird.
Die von der Basiserschliessung E/I für das Grundstück Nr. 1 des Rekurrenten
verursachten Beeinträchtigungen liegen im Rahmen der mit einem Strassenbau
üblicherweise verbundenen Folgen. Sie überwiegen deshalb den mit der Realisation
des Projekts auch für das Grundstück des Rekurrenten verbundenen bedeutenden
Sondervorteil nicht. Entgegen der Auffassung des Rekurrenten steht nicht einem
minimalen Sondervorteil ein massiver Nachteil gegenüber. Vielmehr erscheinen die
Gewichte von Vor- und Nachteilen im umgekehrten Verhältnis, so dass es sich nicht
rechtfertigt, das Grundstück Nr. 1 mangels eines Sondervorteils aus dem Perimeter zu
entlassen.
d) Dementsprechend erweist sich der Rekurs als unbegründet und ist abzuweisen.
5.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten den Rekurrenten
aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'000.-- ist
angemessen (vgl. Art. 13 Ziff. 522 des Gerichtskostentarifs, sGS 941.12). Der geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 1'000.-- ist zu verrechnen. Bei diesem Ausgang des
Verfahrens besteht kein Anspruch auf Entschädigung der ausseramtlichen Kosten (vgl.
R. Hirt, Die Regelung der Kosten nach st. gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz,
St. Gallen 2004, S. 182 ff.).