Decision ID: 22955875-1581-47a9-ba36-bb620728a979
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1971 geborene
X._
arbeitete seit dem
6.
Februar 2014 bei der
Y._
GmbH, und war gestützt auf dieses Arbeits
verhältnis obligatorisch bei der Suva gegen die Folgen von Berufs- und Nicht
berufsunfällen versichert, als sie am 1
7.
Juli 2014 als Beifahrerin im Lieferwa
gen ihrer Arbeitgeberin in einen Verkehrsunfall verwickelt
wurde
. Ein entge
genkommendes Auto fuhr beim lin
ks
Abbiegen
in die Fahrerseite.
Die Versi
cherte erlitt unbestimmte Verletzungen in mehreren Bereichen der oberen
Ex
-
t
remitäten
(vgl. Bagatellunfall-Meldung vom 1
8.
Juli 2014,
Urk.
11/1).
Die Erstbehandlung erfolgte gleichentags im Stadtspital
Z._
,
(
Urk.
11/13,
Urk.
11/39)
, wo
eine
Halswirbelsäulen
(
HWS
)
-Distorsion Grad 0 (gemäss QTF-Klassifikation) diagnostiziert wurde (
Urk.
11/65
). Die Suva er
brachte die gesetzlichen Leistungen
(
Urk.
11/30)
.
Vom
1.
bis 1
0.
September 2014 erfolgte eine konservative Schmerzthera
pie sowie eine multimodale rheumatologische Komplexbeh
andlung im Stadt
spital
A._
(
Urk.
11/43
). Anschliessend fand vom 1
0.
September
bis
3.
Oktober
2014 eine stationäre Rehabilitation in der Reha
B._
statt (
Urk.
11/71
).
Am 2
7.
Januar
2015 nahm
die Versicherte
bei
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, eine ambulante psychiatrische und psychother
apeutische Behandlung auf (
Urk.
11/106)
.
Die Suva veranlasste daraufhin Aktenbeurteilungen durch Kreisarzt
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Chirurgie (Bericht vom
2.
Juni 2015, Urk. 11/131), und durch die Psychiater ih
rer Abteilung Versicherungsmedizin (Bericht vom
3.
Juni 2015,
Urk.
11/132).
1.2
Mit Verfügung vom
2.
September 2015 (
Urk.
11/150) stellte die Suva die Versi
cherungsleistungen per 2
6.
August 2015 ein und verneinte den Anspruch der Versicherten auf weitere Geldleistungen in Form einer Invalidenrente und/oder einer Integritätsentschädigung mit der Begründung, dass zwischen den aktuell geklagten, organisch nicht hinreichend nachweisbaren Beschwerden und dem Ereignis vom 1
7.
Juli 2014 kein adäquater Kausalzusammenhang bestehe. Auf Einsprache vom 2
8.
September 2015 (
Urk.
11/158) hin, welche am
8.
Oktober 2015 (
Urk.
11/160) ergänzend begründet wurde, hielt die Suva mit
Einsprache
entscheid
vom
7.
Dezember 2015 (
Urk.
2) an der Verfügung vom
2.
September 2015 fest.
2.
Hiergegen erhob die Versicherte am 2
5.
Januar 2016 (
Urk.
1) Beschwerde mit den Anträgen, es sei der
Einspracheentscheid
der Beschwerdegegnerin vom
7.
Dezember 2015
aufzuheben und es seien ihr weiterhin die gesetzlichen Leis
tungen nach
dem Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG;
insbesondere Taggelder und Heilungskosten) auch nach dem 2
6.
August 2015
auszurichten. Eventualiter sei ein neutrales polydisziplinäres Gutachten unter Federführung eines Neurologen zu erstellen (S. 2). Mit Eingabe vom 1
2.
April 2016 (
Urk.
7) reichte sie einen medizinischen Bericht vom
7.
April 2016 (
Urk.
8) nach. Die Beschwerdegegnerin beantragte in ihrer Beschwerdeantwort vom 1
7.
Mai 2016 (
Urk.
10) die Abweisung der Beschwerde. Mit Replik vom 2
1.
September 2016 (
Urk.
15)
erneuerte
die Beschwerdeführerin
ihre Rechtsbegehren
. Innert der mit Verfügung vom 2
2.
September 2016 (
Urk.
17) angesetzten Frist
ging
keine Dup
lik ein, was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom
3.
November 2016 (
Urk.
19) zur Kenntnis gebracht wurde.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. Novem
ber 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des
UVG und der Verordnung über die Unfall
versicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sach
ver
halt ver
wirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hin
weisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Ände
rung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufs
krankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich
am 1
7.
Juli 2014
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts [ATSG]), so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % inva
lid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversi
cherung (IV) abge
schlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbe
handlung und die Tag
geldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG).
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, In
va
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten ge
dacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es ge
nügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Stö
rung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs
recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befin
den hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Be
gründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.4
Nach der Rechtsprechung setzt der Leistungsanspruch aus der obligatorischen Unfallversicherung nebst einem natürlichen auch einen adäquaten Kausalzu
sam
menhang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus (BGE
129 V 177 E. 3.1 und 3.2 mit Hinweisen). Dabei spielt im Sozial
ver
si
cherungs
recht die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natür
lichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversiche
rers im Be
reich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausa
lität deckt. An
ders
ver
hält es sich bei natürlich unfallkausalen, aber organisch nicht objektiv aus
ge
wiesenen Beschwerden. Hier ist bei der Beurteilung der Adäquanz vom augen
fälligen Geschehensablauf des geltend gemachten Un
fallereignisses aus
zugehen, und es sind je nachdem weitere unfallbezogene Kriterien einzubezie
hen. Bei psychischen Fehlentwicklungen nach Unfall werden diese Adäquanz
kriterien unter Ausschluss psychischer Aspekte ge
prüft (sogenannte Psycho-Praxis; BGE 115 V 133), während nach der bei Schleudertraumen und äquiva
lenten Verlet
zungen der Halswirbelsäule (HWS) sowie Schädel-Hirntraumen anwendbaren so
ge
nannten Schleu
der
trauma-Pra
xis auf eine Differenzierung zwischen physi
schen und psychi
schen Kompo
nenten verzichtet wird (zum Ganzen: BGE 134 V 109 E. 2.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_258/2013 vom 16. Oktober 2013 E. 4.3.1).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
ak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medi
zinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zu
verlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die be
fragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversiche
rungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gut
achterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/
ee
, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt
im angefochtenen Entscheid
dafür (Urk. 2),
ge
mäss
der
kreisärztliche
n
Beurteilung vom
2.
Juni 2015 handle es sich bei den gestützt auf die
Magnetresonanz (
MR
)
-Aufnahmen der HWS und der oberen
Brustwirbelsäule (
BWS
)
beschriebenen Pathologien um degener
ative/krankhafte Veränderungen
(S. 8). Da
die von der Beschwerdeführerin noch geklagten Be
schwerden nicht auf einem unfallbedingten, objektivierbaren organischen Sub
strat im Sinne einer strukturellen Veränderung
beruhten
,
habe eine spezifische Adäquanzprüfung zu erfolgen (S. 9).
Weil
das Vorliegen des typischen bunten Beschwerdebildes verneint werden müsse, sei die Adäquanzprüfung nicht nach der Schleudertrauma-Praxis, sondern nach der sogenannten Psycho-Praxis vor
zunehmen (S. 11). Eine nachhaltige erhebliche Verbesserung des Gesundheits
zustandes sei aus physischer Sicht nicht mehr zu erwarten, womit der medizi
nische Endzustand erreicht w
orden sei. D
er Zeitpunkt des Fallabschlusses und damit der Adäquanzprüfung
sei somit
nicht zu beanstanden (S. 12). Zwischen den jetzt noch geklagten, organisch nicht hinreichend nachweisbaren Be
schwerden und dem Unfall vom 1
7.
Juli 2014 bestehe kein adäquater
Kausal
zusammenhang, da keines der in diesem Zusammenhang erforderlichen Krite
rien
erfüllt sei
. Mangels Adäquanz
seien die Leistungen zu Recht eingestellt worden; es
bestehe folglich weder ein Anspruch auf eine Invalidenrente noch auf eine Integritätsentschädigung (S. 15).
In der Vernehmlassung (
Urk.
10) stellte sie im Weiteren in
Abrede
dass organische Unfallfolgen im Sinne eines komplexen regionalen Schmerz
-
syndroms
(CRPS) vorlägen (S. 4). Zur Anwendung der Psycho-Praxis ergänzte sie, die Diagnose einer HWS-Dis
torsion sei mehr als fraglich, zudem sei die Psyche bereits kurze Zeit nach dem Unfall klar im Vordergrund gestanden
(
S. 5).
2.2
Demgegenüber brachte die Beschwerdeführerin vor,
bei ihr liege klar ein orga
nisch feststellbarer Schaden (CRPS) vor, der bis heute nicht abgeheilt sei; wei
tere Abklärungen und Behandlungen seien dringend indiziert (
Urk.
1 S. 12 f.,
Urk.
7 S. 2). Die Beschwerdegegnerin könne nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit beweisen, dass der medizinische Endzustand bereits per 2
6.
August 2015 eingetreten sei.
Da vorliegend
bildgebend ein orga
nisch feststellbarer unfallbedingter Gesundheitsschaden vorliege, bestehe ge
mäss aktueller höchstrichterlicher Rechtsprechung kein Raum für ein
e
Adä
quanzprüfung; insbesondere finde die sogenannte „Psychopraxis“ von Anfang an keine Anwendung. Selbst bei Anwendung dieser Praxis sei die Adäquanz
prüfung verfrüht vorgenommen worden (
Urk.
1 S. 13 f.). Der medizinische Sachverhalt sei absolut mangelhaft abgeklärt worden, weshalb die Beschwerde
gegnerin gegen die Untersuchungsmaxime gemäss
Art.
43 ATSG verstossen habe (
Urk.
1 S. 15,
Urk.
15).
3.
3.1
Auf Zuweisung des Hausarztes
Dr.
med.
E._
erfolgte bereits am 17. Dezember 2013 die radiologische Abklärung einer Diskushernie bezie
hungsweise einer Kompression im Zusammenhang mit einem chronischen
Zer
vikalsyndrom
(CSS).
Dr.
med.
F._
, Facharzt FMH Radiologie,
kam g
estützt auf die MR-Untersuchung der H
WS sowie der oberen BWS
in seinem Bericht
vom 1
7.
Dezember
2013
(
Urk.
11/124)
zu folgender Beurteilung:
-
C4/C5: Kleine mediane Diskushernie mit minimaler Impression des Duralsa
ckes und leichter Abtragung des
Myelons
bei beginnender Seg
mentdegeneration
-
C5/C6: Etwas grössere paramedian rechtsseitige Diskushernie mit um
schriebener Impression des Duralsackes
-
C6/C7 und C7/Th
1
: Kleine flachbogige mediane Diskushernie mit leichter Impression des Duralsackes
3.2
3.2.1
Die Erstbehandlung fand am Unfalltag im Stadtspital
Z._
statt.
P
ract
. med.
G._
, Assis
tenzärztin
,
stellte laut
Dokumentationsbogen f
ür Erstkonsultation nach
kranio
zervikalem
Beschleunigungstrauma
vom 1
7.
Juli
2014
(
Urk.
11/65)
keine äusseren Verletzungen fest und diagnostizierte eine HWS-Distorsion Grad 0 (keine Nackenbeschwerden, keine somatischen Befunde) gemäss QTF-Klassif
i
kation
.
3.
2.2
Im Arztzeugnis vom 2
6.
August
2014
(
Urk.
11/39)
hielt
pract
. med.
G._
fe
st,
bei der Erstbehandlung vom 1
7.
Juli
2014 habe die
Beschwerdeführerin
eine Bewusstlosigkeit, Am
nesie sowie Schwindel verneint. Aktuell
, mithin am Un
falltag,
klage sie über Kopfschmerzen
. Bezüglich Befund führte die Ärztin aus, es würden sich keine äusseren Prellmarken zeigen. Die Pupillen seien beidseits
isokor
und beidseits bestehe eine prompte und
konsensuelle
Lichtreaktion. Ein Thorax- oder Beckenkompressionsschmerz liege nicht vor. Über der gesamten Lunge finde sich ein vesikuläres Atemgeräusch. Das Ab
dom
en sei weich, es be
stehe keine Abwehrspannung und keine
Druckdolenz
und die Nierenlager seien nicht klopfschmerzhaft. Auch die Wirbelsäule sei nicht klopfschmerzhaft und die HWS schmerzfrei frei beweglich.
Der übrige
Bodycheck
sei unauffällig (S. 1). Die Ä
rztin empfahl eine körperliche Schonung für einige Tage sowie
eine Anal
gesie bei Bedarf und b
ei Beschwerdepersistenz oder -progredienz sowie
bei
Neuauftreten w
eiterer Symptome eine Wie
dervorstellung. Sie attestierte eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 1
7.
bis 1
9.
Juli 2014
(S. 2)
.
3.
3
PD
Dr.
med.
H._
, Facharzt
FMH
Radiologie und Neuroradiologie,
führte im
Bericht zur MR-Untersuchung der
cer
vicothorakalen
Wirbelsäule vom 1
2.
August 2014
(
Urk.
11/18)
aus
, es zeige sich eine
Kyphosierungsfehlstellung
im Segment HW 5/6, progredient zur Vorun
tersuchung vom Dezember 2013
,
sowie eine leichte Zunahme des
rechts
reces
salen
Bulgings
mit möglichem Nervenwurzelkontakt der austretenden Nerven
wurzeln bei HW 5/6 rechts.
3.
4
D
ie Ärzte vom Stadtspital
A._
, wo die Beschwerdeführerin v
om
1.
bis 1
0.
September
2014 hospitalisiert
war
,
diagnostizierten
im Kurzaustrittsbericht vom
5.
September 2014 (
Urk.
11/43)
neben einem Problem am
Femur
ein
cer
vicobrachiales
Syndrom rechts mit/bei differentialdiagnostisch beginnendem CRPS und Status nach lateralem HWS-Distorsionstrauma am 1
7.
Juli
201
4.
Aufgrund
dieser Diagnosen
empfahlen sie
der Beschwerdeführerin eine
muskuloskelettale
Rehabilitation in einer Rehaklinik
.
Sie
attestierten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
(S. 2)
.
3.
5
Die Ärzte der Reha
B._
, wo sich die Beschwerdeführerin vom 1
0.
September bis
3.
Oktober
2014
für
eine stationäre Rehabilitation
aufhielt
,
übernahmen in ihrem
Bericht vom 2
1.
Oktober
2014
(
Urk.
11/71)
die im Stadt
spital
A._
gestellten Diagnosen
(S. 1)
.
Sie
führten
weiter
aus, zum Ein
tritts
zeitpunkt habe die
Beschwerdeführerin
starke, konstant anhaltende Schmerzen in der HWS und der rechten Schulter mit Ausstrahlung in den rechten Arm und in den Kopf sowie die rechte Gesichtshälfte angegeben. Der rechte Arm und die rechte Hand seien m
ä
ssig geschwollen
gewesen und hätten Bewegungsschmer
zen ausg
elöst.
Im Verlauf hätten die Schmerzen im
zervikothorakalen
Übergang durch Weichteiltechniken und manuelle Therapie verbessert werden können, sodass diese nur noch sporadisch am Morgen aufgetreten seien. Die Kopf-
und Gesichtsschmerzen hätten durch Bindegewebsmassage und
Kinesiotaping
gröss
-
tenteils
beseitigt werden können. Die Schwellung des rechten Arms und der rechten Hand habe mit Lymphdrainage beseitigt und die Schmerzen hätten mit Weichteiltechniken, manueller Therapie und Neuromobilisation gelindert werden können
(S. 2)
.
3.
6
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Neurologie FMH,
unt
ersuchte die Beschwerde
-
führe
rin
am 1
6.
Januar
2015
auf kreisärztliche Zuweisung hin
und
gab
im Bericht vom 2
2.
Januar
2015
(
Urk.
11/90)
an
, aufgrund der durchge
führten klinisch-neurologischen Untersuchung und der
zur Verfügung gestellten medizinischen Berichte könne die Diagno
se eines (
myofaszialen
)
zerviko
brachi
alen
Schmerzsyndroms rechts gestellt werden. Die
Beschwerdeführerin habe am 1
7.
Juli
2014 ein HWS-Distorsionstrauma als Folge eines PW-Auff
ahrunfalls erlitten. In der kli
nisch-neurologischen Untersuchung finde er keine richtungs
weisenden pathologischen Befunde, insbesondere keine Anhaltspunkte für eine
zervikoradikuläre
o
der
myeläre
Schädi
gung. Klinisch und ele
k
trophysiologisch würden sich momentan auch keine eindeutigen Hinweise auf ein CRPS ergeben. Zum Ausschluss einer Schädigung im Bereich des peripheren Nervensystems (unter anderem
Sulcus
ulnaris
-
oder Carpaltunnelsyndrom) seien noch Neuro
graphien rech
ts
durchgeführt worden. Bei diesen habe sich ein Normalbefund gezeigt. Eine MRI-Untersuchung der HWS sei am 1
2.
August
2014 durchgeführt worden. Bei dieser Untersuchung würden sich dege
nerative Verän
derungen der
mittleren HWS-Segmente zeigen. B
eschrieben werde eine
Kyphosierungsfehl
stellung
im Segment HWK5/
6.
Ungewöhnlich für ein HWS-Distorsionstrauma sei der sehr protrahierte Heilungsverlauf. Eine somatoforme Symptomauswei
tung sei aus seiner Sicht möglich. Eine bleibende Beeinträchtigung als Folge des Unfalls (HWS-Distorsionstrauma) sei aus neurologischer Sicht nicht zu erwar
ten. Therapeutisch empfehle er eine aktive Physiotherapie, eine schmerzdistan
zierende
Medikation (mit
einem Antidepressiva
) und einen zeitnahen Arbeits
versuch
(S. 2
).
3.
7
Dr.
med.
C._
, Fachärztin FMH Psychiatrie und Psychotherapie, führte im Be
richt vom
2.
März
2015
(
Urk.
11/106)
aus, die
Beschwerdeführerin stehe seit dem 2
7.
Januar
2015 aus sprachlichen Gründen wegen psychischer Problematik
im Rahmen einer posttraumatisc
hen Belastungsstörung und Schleudertrauma als Folge eines Autounfalls vom 1
7.
Juli
2014 in ihrer ambulanten psychiatri
schen und psychotherapeutischen Behandlung. Bis und mit heute hätten drei Sitzungen stattgefunden. Die
Beschwerdeführerin
berichte
über Kopfschmerzen, Ängste, Alpträume, häufiges Weinen, Schreckhaftigkeit sowie Ein- und Durch
schlafstörungen. In der Nacht weine sie und wache verängstigt auf, als ob je
mand in ihrem Zimmer sei und als ob ihr jemand diktiere, wie sie was machen solle. Danach verstumme sie aus Angst.
Ihren Mund könne sie nicht öffnen. Sie spüre Angst und Depression, Schmerzen im rechten Arm und ber
ichte von einer Isolation (S. 1).
Dr.
C._
diagnosti
zierte eine posttraumatische Be
lastungsstö
rung als Folge des Autounfalls vom 1
7.
Juli
2014 mit Angst- und Panikattacken (ICD
-1
0
F
43.1) sowie Kopfschmerzen als Folge eines Schleudertraumas (Unfall
vom 1
7.
Juli
2014
). Aus psychiatrischer Sicht
bescheinigte sie eine volle
A
r
beitsunfähig
keit
(
S. 2
).
3.
8
J._
, Dipl. Physiotherapeut,
gab i
m physiot
herapeutischen Bericht vom 2
7.
Mai
2015
(
Urk.
11/129)
an, die Beweglichkeit der HWS/BWS, vor allem
rotatorisch
, sei stark eingeschränkt. Es bestehe ein muskulärer Hartspann dor
sal/ventral.
In der rechten Hand habe
die Beschwerdeführerin
50
%
weniger Kraft als links und
Schmerzen bei Belastung. Er empfahl die Fortführung der Therapien, ansonsten sich die Beweglichkeit massiv verschlechtern würde.
3.
9
Kreisarzt
Dr.
med.
D._
führte in der
Aktenb
eurteilung vom
2.
Juni 2015 (
Urk.
11/131) aus, eine traumatisch bedingte Läsion habe ausgeschlossen wer
den k
önnen. Bei den beschriebenen Pa
thologien in den MR-Aufnahmen handle es sich um deg
enerative/krankhafte Veränderun
gen. Die Beschwerdeführerin sei in allen relevanten Fachrichtungen abgeklärt worden. Eine fachärztliche neu
rologische Untersuchung sei am 1
6.
Januar 2015 durch
Dr.
I._
erfolgt. Wie
dessen
Bericht vom 2
2.
Januar 2015 zu entnehmen sei, habe er in der klinisch-neurologischen Untersuchung keine richtungsweisenden pathologischen Be
funde, insbesondere keine Anhaltspunkte für eine
zervikoradikuläre
oder
myeläre
Schädigung gefunden. Klinisch und auch elektrophysiologisch hätten sich keine eindeutigen Hinweise auf ein CRPS ergeben
. Gemäss dem ausführli
chen Bericht des Physiotherapeuten
J._
habe sich mittlerweile ein statio
närer Zustand etabliert. Eine nachhaltige erhebliche Verbesserung sei nicht mehr zu erwarten
(S. 2).
3.
10
M
ed.
pract
.
K._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, und
Fach
arzt
L._
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
Abteilung Versicherungs
medizin der Suva,
schilderten in ihrer psychiatrische
n
(Akten-)
Beurteilung vom
3.
Juni 2015
(
Urk.
11/132)
,
es seien durchaus Zweifel angebracht,
ob die Be
schwerdeführerin tatsächlich an einer posttraumatischen
Belastungsstörung (PTBS) leide
.
Bei noch verhältnismässig kurzer zeitlicher Distanz zum Unfaller
eignis - vor allem wegen weiterer belastender Lebensereignisse wie Migration, Wegfall des sozialen Netzes, Befürchtungen einer anderen schweren Erkrankung - seien auch andere Diagnosen möglich, deren Bestehen zunächst
verifiziert werden sollte.
Aus psychiatrischer Sicht
liege noch kein Endzustand vor. Der psy
chische Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin sei
zu
m gegenwärtigen
Zeitpunkt
noch
in
stabil. Es sollte z
u
nächst noch eine sorgfältige Diagnostik durchgeführt werden mit dann
entsprechend konsequenter Therapie. Unabhän
gig von der diagnostischen Feineinschätzung
sei
sowohl bei Vorliegen einer Anpassungsstörung als auch
bei einer
von der
Behandlerin
so beurteilten post
traumatischen Belastungsstörung durch Weiterbe
h
andlung noch eine Verbes
serung der psychischen G
esundheitsstörung zu erwarten (
S. 5).
3.1
1
Dr.
med.
M._
, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation, stellte in seinem
zu
Handen
des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin verfassten
Bericht vom
1
6.
Januar 2016
(
Urk.
3/4)
eine massive Schwellung des rechten Armes und der Finger am rechten Handgelenk
fest
.
Er führte aus, d
ie Beschwer
deführerin
habe sehr wahrscheinlich ein CRPS I des rechten Handgelenks. Im
neurologischen Bericht vom Sommer 2014 sei eine neurologische Abklärung erwähnt worden, welche einen Morbus
Sudeck
ausschliesse. Ob dies überhaupt möglich sei, könne er nicht beurteilen und überlege sich, genau diese Frage ei
nem Neurologen zu stellen (S. 2).
3.1
2
Auf Zuweisung von
Dr.
M._
untersuchte
Dr.
med.
N._
, Facharzt FMH für Chirurgie und Handchirurgie, die Beschwerdeführerin. Im Bericht vom 7. April 2016 (
Urk.
8) diagnostizierte er einen Status nach Kontusion der rech
ten oberen Extremität mit unter anderem CRPS-artiger Schmerzausbreitung an der entsprechenden Extremität. Weiter führte er aus,
die Befunde würden für ein CRPS sprechen, welches jedoch, zumindest beim Anfang der Untersuchung, gar nicht sehr ins Auge falle und erst
nach seinen Manipulationen zum Tragen komme. Seines Erachtens würde eine weitergehende neurologische Abklärung Sinn machen, vor allem mit der Fragestellung nach einem
Thoracic
Outlet Syn
drom und ganz speziell auch nach dem
Supinator
Syndrom rechts (S. 2).
In
seinem Bericht vom 3
1.
August 2016 (
Urk.
16/1)
erwähnte
Dr.
N._
, subjek
tiv seien die Schmerzen tendenziell schlimmer geworden. Die Beschwerdeführe
rin
berichte
über eigentlich ganz ähnliche Symptome, wie sie sie bereits gehabt habe. Um aber die Frage nach einem CRPS zu beantworten, habe er sich an die Budapester Kriterien
gehalten. Die Beschwerdeführerin erfüll
e
die Kriterien für ein CRPS zweifelsfrei (S. 1).
Therapeutisch würde aus seiner Sicht ein stationärer Aufenthalt Sinn machen
für beispielsweise eine Dauerplexus-Therapie in Kom
bination mit entsprechender Ergotherapie. Die Beschwerdeführerin sei verzwei
felt und sehe eigentlich nirgends einen Ausweg. Die Arbeitsfähigkeit sei mit Si
cherheit nicht gegeben (S. 2).
3.13
Dr.
C._
bestätigte am 1
9.
August 2016 ihre früher gestellten psychiatrischen Diagnosen und berichtete von einer leichten Besserung des psychischen Zu
standsbildes unter medikamentöser und therapeutischer Therapie. Aus rein psy
chiatrischer Sicht sei die Beschwerdeführerin für leichte Arbeiten ohne Stress (beschützender Rahmen) etwa zu 40
%
arbeitsfähig (
Urk.
16/2).
4.
4.1
Zunächst ist zu prüfen, ob bei der Beschwerdeführerin organisch nachweisba
re Unfallfolgeschäden bestehen
.
Die bil
dgebende Untersuchung vom 1
2.
August 2014
der HWS
ergab
keinen Anhalt für frische traumatische
ossäre
Läsionen, jedoch zeigte sich eine
Kyphosierungsfehlstellung
sowie ein rechts
recessale
s
Bulging
mit möglichem Nervenwurzelkontakt
(E. 3.3
hievor
).
4.
1.1
Kreisarzt
Dr.
D._
legt überzeugend dar, dass es sich bei den gestützt auf die MR-Aufnahmen der HWS und der oberen BWS beschriebenen Pathologien um degenerative Veränderungen handelt und keine strukturellen unfallkausalen Schädigungen vorliegen.
Auf
seine
Beurteilung vom
2.
Juni 2015
ist abzustel
len
. Der Bericht ist für die streitigen Belange umfassend, berücksichtigt die be
klagten Beschwerden und erfolgte in Kenntnis der
Vorakten
(ärztliche Berichte, bildgebende Abklärungen etc.).
Die Stellungnahme von
Dr.
D._
ist in der Be
urteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Darlegung der mediz
i
nischen Situation einleuchtend. Er
begründet seine Schlussfolgerungen nach
vollziehbar u
nd schlüssig.
Seine
Beurteilung deckt sich
auch
mit den übrigen
medizinischen Berichten.
So
wurden
bereits vor dem Unfall vom 1
7.
Juli
2014 anlässlich der MR-Untersu
chung der H
WS und der oberen BWS vom 1
7.
Dezember
2013
erhebliche
dege
nerative Veränderungen erwähnt (
E. 3.1
hievor
)
. Diese wurden bei der MR-Un
tersuchung der
cervic
othorakalen
Wirbelsäule vom 1
2.
August
2014 als progre
dient beschrieben. Eine Fraktur fand sich nicht (
E. 3.3
hievor
). Bei der Erstbe
handlung am 1
7.
Juli
2014 konnten keine äusseren Verletzungen festgestellt werden und
pract
. med.
G._
diagnostizierte eine HWS-Distorsion Grad 0 ge
mäss QTF-K
l
assifikation,
was keine Nackenbeschwer
den und keine somatischen Befunde
bedeutet
(
E. 3.2.1
-2
hievor
).
Dr.
I._
konnte so
dann bei der kli
nisch-neurologischen Untersuchung kei
ne richtungsweisenden pathologi
s
c
hen Befunde, insbesondere keine Anhaltspunkte für eine
zerviko-radikuläre
oder
mye
l
äre
Schädigung, finden.
Er beschrieb einzig
degenerative Veränderungen der mittleren HWS-Segmente (
E. 3.6
hievor
).
Die festgestellten Bewegungseinschränkungen der HWS/BWS
und
der musku
läre Hartspann dorsal/ventral (
vgl. E. 3.8
hievor
) sind zwar klinisch fassbar,
es fehlt
ihnen
indes
ein durch apparative/bildgebende, wissenschaftlich anerkannte Untersuchungsmethoden erhobenes organisches Substrat im Sinne einer struk
turellen Veränderung (Urteil
e
des
Bundesgerichts 8C_343/2010 vom 3
1.
Mai
2010 E. 3.2; 8C_806/2007 vom
7.
August
2008 E.
8.2-
3).
4.1.2
Die Beschwerdeführerin machte
sodann
geltend, sie leide an der rechten Extremi
tät an einem CRPS (
Urk.
1 S. 7).
Anlässlich der Erstbehandlung am 1
7.
Juli 2014 im Stadtspital
Z._
klagte die Beschwerdeführerin weder über Schmerzen im rechten Arm noch waren ent
sprechende äussere Verletzungen sichtbar (
Urk.
11/39). Ebenso wenig erwähnte der Hausarzt im Zwischenbericht vom 1
9.
August 2014 eine Verletzung der rechten Extremität, sondern sprach vielmehr von
Zervikalgien
und Schmer
z
-
ausstrahlung
in den rechten Arm nach der erlittenen HWS-Distorsion (
Urk.
11/44).
Die Ärzte
vo
m Stadtspital
A._
diagnostizierten
am
5.
September 2014
unter anderem
ein
cervicobrachiales
Syndrom rechts mit
–
differenti
aldiagnostisch
-
beginnendem CRPS
, ohne eine entsprechende
Symtomatik
zu beschreiben
. Die Ärzte von der Reha
B._
übernahmen die entsprechende Diagnose und hielte
n
fest,
dass der rechte Arm und die rechte Hand im Eintrittszeitpunkt m
ässig geschwol
len
gewesen seien
und Bewegungsschmerzen ausgelöst
hätten
. Im Verlauf konnte die Schwellung mit Lymphdrainage beseitigt und die Schmerzen mit Weichteiltechniken, manueller Therapie und Neuromobilisation gelindert werden (
E. 3.5
hievor
).
Was daran aktenwidrig sein soll und durch den Bericht „Besprechung auf der Agentur
O._
vom 2
2.
Januar 2015“
(
Urk.
11/94) habe
widerlegt werden
können
(vg
l
.
Urk.
1 S. 6), ist nicht ersicht
lich,
da eine erneute
Schwellung
nicht ausgeschlossen wird
.
Die am
2
2.
Januar 2015
stattgehabte
neurologische Untersuchung bei
Dr.
I._
ergab keine richtungsweisen
den pathologischen Befunde, insbeson
dere keine Anhaltspunkte für eine
zervikoradikuläre
oder
myeläre
Schädigung. Klinisch
wie
auch elektrophysiologisch
ergaben
sich keine eindeutigen Hinweise auf ein CRPS.
Die durchgeführten
Neurographien
zeigten einen Normalbefund (E. 3.6
hievor
).
Er zog
lediglich die Möglichkeit
eines CRPS in Betracht
, aber
aus fachärztlicher, neurologischer Sicht
konnte er
die
se
Diagnose nicht bestätig
en
.
Daran ändert auch die im Beschwerde
verfahren aufgelegte Beurteilung von
Dr.
M._
nichts, zumal auch er nicht mit Sicherheit die Diagnose eines CRPS
zu stellen vermochte und für die entsprechende Beurteilung an einen Neurolo
gen verwies.
Auch
aus
de
m
im
Beschwerdeverfahren eingereichten Bericht
vom
7.
April 2016
von
Dr.
N._
vermag die Beschwerdeführerin
nichts zu ihren Gunsten
a
b
zu
leite
n
.
Darin dia
gnostizierte er eine CRPS-artige Schmerzausbrei
tung an der rechten oberen Extremität und
erachtete ein CRPS gestützt auf die Befunde bloss als möglich. Dieses sei aber erst nach seinen Manipulationen zu Tragen gekommen und am Anfang der Untersuchung nicht ins Auge gefallen. Auch er erachtete eine neurologische Abklärung
für
angezeigt (E. 3.12).
In An
betracht dieser vom Arzt selbst geäusserten Zweifeln kann nicht gesagt werden
,
Dr.
N._
sei
klar und unmissverständlich zum Ergebnis gelangt, dass e
in un
fallbedingtes CRPS vorliege
(
vgl.
Urk.
7 S. 2)
.
Vier Monate später
- am 3
1.
August 2016
(
Urk.
16/1)
-
beantwortete
Dr.
N._
schliesslich gestützt auf die Budapester Kriterien selber die Frage nach einem CRPS und hielt dazu fest, dass die Beschwerdeführerin die Kriterien
für ein solches
zweifelsfrei erfülle.
Allerdings legte
Dr.
N._
, der seine Berichte in Unkenntnis der
Vorakten
ver
fasste (vgl.
Urk.
16/1 S. 1), nicht dar, weshalb er die zuvor lediglich als CRPS-artig umschriebenen und weiter abklärungsbedürftigen Schmerzen nunmehr zweifelsfrei als CRPS fasste. Zudem fällt ins Gewicht, dass er weder vom zwi
schenzeitlich offenbar angefertigten, aber nicht aktenkundigen Bericht des Neurologen noch von den abweichenden Beurteilungen von
Dr.
I._
Kennt
nis hatte und somit auch nicht erläuterte, weshalb er,
Dr.
N._
, zu einem ab
weichenden Schluss gelangt ist. Ihm kann unter diesen Umständen nicht gefolgt werden.
Nach dem Gesagten verneinte die Beschwerdegegnerin
somit
das Vorliegen ei
nes
CRPS, mithin eines unfallbedingten
organisch nachweisbaren Ge
sundheits
schaden
s
zu Recht
. Da keine organisch nachweisbaren Unfallfolgen vorliegen, ist somit
eine
spezifische
Adäquanz
prüfung
zwischen dem Unfallereignis und den geltend gemachten Beschwerden
vorzunehmen
(Urteil des Bundes
gerichts 8C_170/2015 vom 29. September 2015 E. 5.2). Dabei kann praxisgemäss
die Frage
nach einer natürlichen Kausalität der
entsprechenden
Beschwerden zum versicherten Unfallereignis offen bleiben, wenn ein allfälliger Kausalzu
sammen
hang nicht adäquat und damit nicht
rechtsgenüglich
wäre (BGE 135 V 465 E. 5.1).
4.2
4.2.1
Bei der Adäquanzprüfung stellt sich
zunächst
die Frage, ob nach der soge
nann
ten Psycho-Praxis oder der sogenannten Schleudertrauma-Praxis vor
zugehen ist (vgl. E. 1.4
hievo
r
).
Die Anwendung der „Schleudertrauma-Praxis“ setzt voraus, dass ein Schleuder
trauma der HWS (HWS-Distorsion)
, eine dem Sch
l
eudertrauma äquivalente Verletzung (SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67 E. 2) oder ein Schädelhirnt
rauma
diag
nostiziert wurde
. Hat die ver
unfallte Person eine solche Verletzung erlitten, muss be
urteilt werden, ob die zum typi
s
c
hen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrat
ions- und Gedächtnisstörungen, Ü
belkeit, rasche Ermüd
barkeit,
Visusstörungen
, Reizbarkeit, Affektlabilität
, Depression, Wesensverän
derung
innerhalb von 72 Stunden
nach dem Unfallereignis
- zumindest die Ma
nifestation erster Beschwerden -
vorliegen (BGE
119 V
335 E. 1
; 117 V 369
E. 4b;
117 V 359 E.
4b
; Urteil des
Bundesgerichts U 65/07 vom 1
4.
Dezember 2007 E.
2.2 und 4.5
; vgl. auch
Rumo-Jungo
/Holzer, Rechtsprechung des Bundesge
richts zum UVG, 4. Aufl., Zürich 2012, S. 59
f.
).
4.
2
.2
Im Stadtspital
Z._
wurde
am Unfalltag
eine HWS-Distorsion Grad 0 gemäss QTF-Klassifikation diagnostiz
iert (E.
3.2.1
hievor
). Die
Beschwerdeführerin
ver
neinte
sowohl
eine Bewusstlosigkeit, Amnesie,
Schwindel
, Übelkeit, Erbrechen, Hör- sowie Sehstörungen als auch
Kopf
-
und
Nacken
schmerzen
(
Urk.
11/65)
.
Bei der Erstuntersuchung vom
1
7.
Juli
2014 war
en
die Wirbelsäule nicht klopf
schmerzhaft und die HWS schmerzfrei frei beweglich. Äussere Prellmarken fan
den sich keine (
E. 3.2.2
hievor
).
Wenn die Beschwerdeführerin nun geltend macht
, dem Erhebungsblatt vom 2
2.
Januar 2015 (
Urk.
11/94) könne entnommen werden, unmittelbar nach dem Unfallereignis habe sie unter Nacken-, Kopf-, Arm- und Schulterschmerzen rechts gelitten und die rechte Hand sei
ebenfalls rasch angeschwollen,
vermag dies - mit Blick auf die echtzeitlichen Berichte (
E. 3.2
hievor
) - nicht zu über
zeugen.
Es geht nicht an, von der Situation, wie sie sich möglicherweise am 2
2.
Januar 2015 präsentierte, zu schliessen (vgl.
Urk.
1 S. 5), dass die Beschwer
den bereits im Juli 2014 vorhanden gewesen wären.
Auch wenn nach der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung nicht vorausgesetzt
wird
, dass
die
zum
sogenannten
typi
sc
hen Beschwerdebild einer HWS-Di
stor
sion gehörenden Symptome in
nert der massgeblichen Latenzzeit von 24 bis höchstens 72 auftreten müssen,
so ist indes wie bereits erwähnt erforderlich
, dass sich innert dieser Latenzzeit zumindest HWS- oder Nackenbeschwerden manifestieren
.
Den Akten ist zu entnehmen, dass die
Beschwerdeführerin
im Rahmen der
Erstbe
handlung am Unfalltag und somit echtzeitlich nicht über HWS- oder
Na
ckenbeschwerden klagte und die HWS schmerzfrei frei beweglich war
(
E. 3.2.2
hievor
). Entsprechend wurde eine HWS-Distorsion Grad 0
diagnos
-
tiziert
(
E. 3.2.1
hievor
).
Damit im Einklang steht, dass in der Bagatellunfall-Meldung le
diglich Verletzungen an den oberen Extremitäten angegeben wurden (
Urk.
11/1).
Nackenbeschwerden wurden erstmals rund einen Monat nach dem Unfallereignis erwähnt
(vgl. Bericht von
Dr.
E._
,
Urk.
11/25)
und gleich
zeitig festgehalten, die
Beschwerdeführerin
sei be
reits im Dezember 2013 wegen Na
ckenschmerzen in Behandlung gewesen
beziehungsweise es
seien entspre
chende Abklärungen vorgenommen worden (
Urk.
11/
12).
Gestützt auf die medizi
nischen Berichte ist
demnach
innert der massgebli
chen Latenzzeit
kein
typisches buntes
Beschwerdebild
au
sgewiesen
.
Die Adäquanzprüfung ist somit nicht nach der Schleudertrauma-Praxis (BGE 134 V 109
und 117 V 359), son
dern nach der sogenann
ten Psycho-Praxis (BGE 115 V 133) vorzunehmen.
4.3
4.3.1
Der Fallabschluss und damit die Adäquanz sind erst dann zu prüfen, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besseru
ng des Ge
sundheitszustandes
mehr erwartet werden kann (vgl.
Art.
19
Abs.
l UVG; BGE 134 V 109 E. 4.1).
Entgegen der Annahme der Beschwerdeführerin (vgl.
Urk.
1
S. 8 ff. und 13 f.
;
Urk.
15 S. 7 f.
) ist g
emäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung eine Adäquanzprüfung nach der
Psycho-Praxis
zulässig,
wenn von der Fortset
zung der auf die somatischen Leiden gerichteten ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr zur erwarten ist
(Urteile des Bundesgerichts 8C_465/2011 vom
7.
November 2011 E. 5.1; 8C_1004/2009 vom 13 April 2010 E. 4.2;
Rumo-Jungo
/Holzer,
a.a.O.
,
S. 144 f.
)
.
4.3.2
In der ärztlichen Beurteilung vom
2.
Juni
2015 kam
Dr.
D._
zum Schluss, von weiteren Behandlungen sei keine nachhaltige erhebliche Verbesserung mehr zu erwarten
(E. 3.9
hievor
)
. Diese Beurteilung deckt
sich mit den übrigen Akten. So ist dem physiotherapeutischen Bericht vom 2
7.
Mai
2015 zu entneh
men, dass die durchgeführte Therapie in erster Linie dem Erhalt des bisherigen Zustands dient und es bei einem Therapiestopp zu einer Verschlechterung der Beweglichkeit gekommen sei
(E. 3.8
hievor
)
.
Die Behandlung dient somit in erster Linie der Stabilisierung des erreichten Zustandes sowie der Linderung der Beschwerden, was nicht mit einer zu erwartenden namhaften
Besserung des Gesundheitszustan
des gleichzusetzen ist (
Urteil des Bundesgerichts
8C_4
02/2007 vom 2
3.
April 2008).
Dass von der Weiterbehandlung mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit noch eine namhafte Besserung des Gesundheits
zustands der
Beschwerdeführerin
erwartet werden kann,
ist nicht erstellt
. Dies stimmt auch mit den eigenen Angaben der
Beschwerdeführerin
anlässlich der Besprechung vom 2
2.
Januar
2015 überein, wonach ihr auch die Physiotherapie keine merkliche Verbesserung bringe und es ihr seit dem Unfall nicht gross
besser gehe
(vgl.
Urk.
11/94 S. 2
).
Nach Ge
sagtem
w
ar im Zeitpunkt der Leistungseinstellung
der
medizinische
Endzustand
erreicht
. Der Zeitpunkt des Fallabschlusses und damit der Adä
quanzprüfung
erfolgte
demnach
nicht
verfrüht
.
Wie bereits erwähnt ä
ndert
die Tatsache
, dass
der medizinische Endzustand aus psychiatrischer Sicht noch nicht erreicht ist
(
vgl
. E. 3.10
hievor
),
daran
nichts
(BGE 134 V 109 E. 6.1).
4.4
4.4
.1
Für die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs ist nach der
Psycho
-Praxis an das (objektiv erfassbare) Unfallereignis anzuknüpfen. Zu prüfen ist im Rahmen einer objektivierten Betrachtungsweise, ob der Unfall eher als leicht, als
mittelschwer oder als schwer erscheint, wobei im mittleren Bereich gegebenen
falls eine weitere Differenzierung nach der Nähe zu den leichten oder schweren Unfällen erfolgt. Massgebend ist der augenfällige Geschehensablauf mit den sich dabei entwickelnden Kräften, nicht jedoch d
ie
Folgen des Unfalles oder Be
gleitumstände, die nicht direkt dem Unfallgeschehen zuge
ordnet werden können (BGE 134 V 109 E. 10.1; 115 V 133 E. 6).
4.4.2
Gemäss den Akten war die Beschwerdeführerin am 1
7.
Juli 2014 als Beifahrerin im Firmenauto unterwegs. In einer Kreuzung übersah die Lenkerin des entge
genkommenden Wagens beim Linksabbiegen das Fahrzeug, in welchem sich die Beschwerdeführerin befand, und es kam zu einer schrägfrontalen Kollision (vgl.
Urk.
11/1;
Urk.
11/94
).
In der Biomechanischen Kurzbeurteilung (Triage) der
P._
vom 2
9.
Oktober
2014
(
Urk.
11/64)
wurde festgehalten, im Zuge eines Anpralls vorne links habe der Citro
ë
n, in welchem sich die
Beschwerdeführerin
befunden habe, eine Beschleunigung in Querrichtung zum Fahrzeug (nach rechts) erfahren. Die daraus resultierende Geschwindigkeitsänderung (delta-v) dürfte gesamthaft un
terhalb oder innerhalb eines Bereichs von 20 bis 30 km/h gelegen haben. Die
Beschwerdeführerin
habe sich dadurch relativ zum Fahrzeug nach vorne und nach links bewegt
(S. 3)
.
Mit Blick auf die Rechtspre
chung ist
der einfache Unfall
vom 1
7.
Juli
2014 als mittelschwerer Unfall im Grenzbereich zu den leichten Unfällen zu qualifizieren (vgl. Urteil des
Bundesgerichts
8C_
571
/20
10
vom
2
3.
Dezember
20
11
E. 6.
1
). Dies deckt sich auch mit den Ausführungen in der
entsprechenden biomecha
nischen Kurzbeurteilung
, wonach man von der Biomechanik her weitgehend davon ausgehe, dass der Harmlosigkeitsbereich für nicht unerhebli
c
he HWS-Beschwerden auch nach schrägfrontalen Kollisionen im „Normalfal
l“ bei Ver
wen
d
u
ng von Sicherheitsgurten in einem Bereich der kollisionsbedingten
Ge
schwindigkeitsänderung des verzögerten Fahrzeugs (delta-v) von etwa dem doppelten Wert desjenigen bei Heckkollisionen (10 bis 15 km/h)
liege, also bei 20 bis 30 km/h
(S. 3).
4.4.3
Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalles allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Ge
samtwürdigung einzubeziehen.
Die wichtigsten entsprechenden Kriterien sin
d besonders dramatische Begleit
umstände oder besondere Eindrücklichkeit des
Unfalles, die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbeson
dere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulö
sen, ungewöhnlich lange Dauer
der ärztlichen Behandlung, kör
perliche Dauer
schmerzen, ärztliche Fehlbehandlung, welche
die Unfallfolgen erheblich ver
schlimmert, schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen sowie Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE
134 V 109
E. 6.1;
124 V 44 E. 5c/
bb
; 115 V 133
; Urteil des
Bundesgerichts 8C_806/2009 vom 1
5.
Januar
2010 E. 4.1.1).
Kommt keinem Einzelkriterium besonderes beziehungsweise ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Kriterien herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem Grenzbereich zu den leichten Unfällen zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu berücksichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann. Diese Würdigung des Unfalles zusammen mit den objektiven Kri
terien führt zur Bejahung oder Verneinung der Adäquanz. Damit entfällt die Notwendigkeit, nach andern Ursachen zu forschen, die möglicherweise die psy
chisch bedingte Erwerbsunfähigkeit mitbegünstigt haben könnten (BGE 115 V 133 E. 6c/
bb
, vgl. auch BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., Nr. U 449 S. 53 ff., 1998 Nr. U 307 S. 448 ff., 1996 Nr. U 256 S. 215 ff.; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
Ist kein Kriterium in ausgeprägter Weise erfüllt, müssen vier Kriterien erfüllt sein (Urteil des Bundesgerichts 8C_487/2009 vom
7.
Dezember 2009 E. 5).
4.4.
4
Ob
besonders dramatische Begleitumstände oder eine besondere Eindrücklich
keit des Unfalls vorliegen, beurteilt sich objektiv und nicht aufgrund des sub
jektiven Empfindens
beziehungsweise
Angstgefühls der versicherten Person.
Besonders dramatische Begleitumstände sind vorliegend zu verneinen. Der Ver
kehrsunfall war objektiv betrachtet auch nicht besonders eindrücklich. Zu be
achten ist in diesem Zusammenhang, dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit eigen ist, welche somit noch nicht für eine Bejahung des Kriteriums ausreichen kann (Urteil des
Bundesgerichts
8C_398/2012 vom
6.
November 2012
).
Im Stadtspital
Z._
wurde eine HWS-Distorsion Grad 0 gemäss QTF-Klassifika
tion diagnostiziert (
E. 3.2.1
hievor
). Dabei handelt es sich nicht um eine schwere Verletzung oder eine solche von besonderer Art, zumal es zu keinen äusseren Verletzungen kam und auch Frakturen verneint werden konnten (
E. 3.2-3
hie
vor
).
Zudem
gen
ügt die Diagnose einer HWS-Dist
o
r
sion für sich allein nicht zur
Bejahung dieses Kriteriums (BGE 134 V 109 E. 10.2.2
).
Besondere Umstände sind nicht ersichtlich.
Sodann
liegen keine Anhaltspunkte vor
,
dass die
relativ geringe
Gesundheitsschädigung geeignet wäre, p
sychische Fehlentwicklungen aus
zulösen
(vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_568/2015 vom 1
5.
Januar 2016; 8C_308/2014 vom 1
7.
Oktober 2014)
.
In
den Akten finden sich keine
Hinweise
für eine ärztliche Fehlbehandlung, ei
nen schwierigen Heilungsverlauf
oder erhebliche Komplikationen, wobei die Behandlung der organisch nicht hinreichend nachweisbaren Beschwerden
nicht in die Prüfung der Krite
rien miteinzubeziehen ist (Urteil des
Bundesgerichts 8C_533/2008 vom 2
6.
November
2008 E. 5
.2
). Nach der ambulanten Behand
lung im Stadtspital
Z._
vom 1
7.
Juli 2014 erfolgte vom
1.
bis
1
0.
September
2014 eine kurze stationäre Behandlung im St
adtspital
A._
sowie vom 1
0.
September bis
3.
Oktober
2014 eine dreiwöchige stationäre Rehabilitation in der Reha
B._
(
E. 3.4-5
hievor
).
Daneben fand
unter anderem
lediglich eine p
hysiotherapeutische Behandlung sowie eine fach
ärztlich-neurologische Untersuchung statt (
E. 3.6 und E. 3.8
hievor
; vgl.
Urk.
11/94
).
Da bei der Prü
fung der Adäquanzkriterien nach BGE 115 V 133 die Folgen organisch nicht ausgewiesener Beschwerden nicht in die Beurteilung miteinzubeziehen sind (Urteil des
Bundesgerichts
8C_903/2
009 vom 2
8.
April
2010 E. 4.6), i
st das Kri
terium
der ungewöhnlich la
nge dauernden ärztlichen Behand
lung
somit zu ver
neinen.
Anzeichen
von
körperliche
n
Dauerschmerzen
sind vorliegend nicht er
sichtlich
.
D
er
Beschwerdeführerin wurde
zwar
ab dem 1
7.
Juli
2014 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert.
Gestützt auf die
kreisärztliche
Beurteilung vom
2.
Juni
2015
waren die noch vorhan
denen Beschwerden
rein somatisch
je
doch
nicht erklärbar, womit
die weitere Arbeitsunfähigkeit durch die organisch nicht hinreichend nachweisbaren Beschwerden bedingt war. Das Kriterium des Grades und der Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit ist deshalb ebenfalls nicht gegeben
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_362/2014 vom 2
5.
Juni 2014 E. 4.2.7)
.
Nach dem Gesagten ist
keines der e
rforderlichen Kriterien erfüllt
,
womit
der adäquate Kausalzusammenhang zwischen den organisch nic
ht hinreichend nachweisbaren Be
schwerden und dem Unfall vom 1
7.
Juli
2014 zu verneinen
ist.
4.5
Zusammenfassend
ist
die adäquate Unfallkausali
tät
zwischen den von der Be
schwerde
führerin über den Zeit
punkt des Fallabsch
lusses hinaus geltend ge
machten,
organisch nicht hinreichend nachweisbaren
Beschwerd
en und dem Unfall vom 1
7.
Juli
2014
zu verneinen
. Die Einstellung der
Versicherungsleis
tungen
per 2
6.
August
2015
erfolgte zu
Recht.
Vor diesem Hintergrund können weitere Abklärungen (vgl. Urk.
1 S. 14 f.
;
Urk.
15 S. 8
) unterbleiben.
Mangels Adäquanz
der verbliebenen Beeinträchtigungen
steht auch kein
An
spruch auf eine
Invalidenrente und/oder
Integritätsentschädigung
im Raum.
Der
Einspracheentscheid
vom
7.
Dezember 2015
erweist sich somit als zutref
fend.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.