Decision ID: 31e2381b-c56d-41f1-95aa-d9f84734d23b
Year: 2013
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_003
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law

Sachverhalt bis zum 6. Altersjahr des Knaben beurteilt worden; für die
Zeit ab dem 31. Januar 2013 würden neue Abklärungen im Rahmen der
Revision der Hilflosenentschädigung (HE) und des
Intensivpflegezuschlags (IPZ) vorgenommen und darüber eine neue
Verfügung erlassen. Die durchgeführten Abklärungen hätten gezeigt,
dass tatsächlich keine intensive Überwachung stattfinde. Es liege bei
A._ kein derart starkes Anfallsleiden vor, dass ausnahmsweise eine
persönliche Überwachung für Kinder vor dem sechsten Altersjahr
erforderlich wäre.
3. Dagegen liess A._ (nachfolgend Beschwerdeführer) am 4. März
2013 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden
erheben mit den Anträgen um Aufhebung der angefochtenen Verfügung
betreffend Nichtgewährung des Intensivpflegezuschlags und Gewährung
des Intensivzuschlags bei einem Betreuungsaufwand von mehr als vier
Stunden pro Tag. Zur Begründung wurde vorgebracht, dass die IV-Stelle
die Erkenntnisse der Abklärungsperson noch medizinisch habe
plausibilisieren lassen. Die Ärzte, Dres. B._ und C._, sowie des
EPI-Zentrums bejahten aber alle die Notwendigkeit einer dauernden
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persönlichen Überwachung. Trotzdem halte die IV-Stelle diese Angaben
für medizinisch ungenügend plausibilisiert und verneine sie weiterhin. Im
Alltag finde eine ständige Überwachung statt. Die tatsächliche
Überwachungssituation im Wohnheim gehe aus dem Abklärungsbericht
der IV-Stelle nicht hervor. Der zuständige Betreuer bestätige, dass der
Beschwerdeführer dauernd überwacht werden müsse und nicht aus den
Augen gelassen werden könne. Gleich intensive Betreuung und
Überwachung sei an den Tagen zuhause notwendig. Die bestehende
Epilepsie sei schwer und habe immer wieder zu mehrwöchigen bzw.
sogar mehrmonatigen Klinikaufenthalten geführt. Seit dem
Abklärungsbericht vom 1. Juni 2012 des Regionalen Ärztlichen Dienstes
(RAD) sei bereits wieder eine gesundheitliche Verschlechterung mit
Aufenthalt in der EPI-Klinik eingetreten. Nach Langzeit-Untersuchungen
der Gehirnströme mittels Elektroenzephalografie (EEG) seien
streckenweise kontinuierliche epilepsietypische Aktivitäten festgestellt
worden. Bei Epilepsieanfällen über drei Minuten seien Medikamente
verabreicht worden. Wegen der Anfallattacken müsse der
Beschwerdeführer permanent überwacht werden, um bei Auftreten und
Anhalten der Epilepsieschübe notfalls weitere Massnahmen einleiten zu
können. Bei diesem Szenario handle es sich nicht nur um eine
„hypothetische Angst“ der Eltern, sondern es bestünden Hinweise auf ein
klar er-ethisches Verhalten (leichte Erregbarkeit) beim Beschwerdeführer.
4. In ihrer Vernehmlassung beantragte die IV-Stelle (nachfolgend
Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde. Den Vorbringen
des Beschwerdeführers hielt sie entgegen, dass die
Überwachungsbedürftigkeit vor Ort in X._ und zuhause bei den
Eltern abgeklärt worden sei. Dabei sei festgestellt worden, dass keine
besonderen Überwachungsmassnahmen betreffend Epilepsie
durchgeführt würden. Das Betreuungsheim N._ bestätige dies
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indirekt, da es dort z.B. keine 1:1 Überwachung oder zusätzliches
Personal für solche Fälle gebe. Die erforderlichen Massnahmen lägen im
Rahmen der normalen Überwachung der Kinder. Vorliegend sei weder
das erethische Verhalten noch die Epilepsie derartig schwer, dass ein
Ausnahmefall anzunehmen bzw. zu bejahen wäre.
5. In der Replik brachte der Beschwerdeführer noch vor, dass die
Heimstruktur für Kinder wesentlich enger geführt werde als für
Erwachsene. Aufgrund der 1:1 Überwachung hätten sich die Eltern des
minderjährigen Beschwerdeführers für den Eintritt ins Kinderheim
entschieden.
6. Auf die Einreichung einer Duplik verzichtete die Beschwerdegegnerin.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Anfechtungsobjekt ist vorliegend die Verfügung vom 1. Februar 2013,
worin die IV-Stelle (Beschwerdegegnerin) eine Erhöhung der bisher
gewährten Hilflosenentschädigung in Form eines zusätzlichen
Intensivpflegezuschlags mit der Begründung ablehnte, die Notwendigkeit
einer dauernden persönlichen Überwachung des Beschwerdeführers vor
Erreichen des sechsten Altersjahrs (am 31. Januar 2013) sei nicht
rechtsgenüglich nachgewiesen und die beantragte Leistungserhöhung
daher unbegründet. Strittig und zu klären ist, ob die von der
Beschwerdegegnerin eingesetzte Abklärungsperson den zeitlichen
Mehraufwand von 3 Stunden und 35 Minuten korrekt ermittelt hat (vgl. Bg-
act. 210-8/9) und dieser Mehraufwand für die persönliche Überwachung
des Beschwerdeführers medizinisch – anhand der vorhandenen Arzt- und
Klinikberichte – plausibel erklärt werden konnte oder ob die ärztlichen
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Beurteilungen zu einer anderen Beurteilung und somit zur Gewährung
des beantragten Intensivpflegezuschlags (IPZ) für den nachweislich seit
Geburt gesundheitlich angeschlagenen Beschwerdeführer hätten führen
müssen.
2. a) Nach Art. 42ter Abs. 3 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) wird die Hilflosenentschädigung
für Minderjährige, die zusätzlich eine intensive Betreuung brauchen, um
einen Intensivpflegezuschlag erhöht; dieser Zuschlag wird nicht gewährt
bei einem Aufenthalt in einem Heim. Der monatliche
Intensivpflegezuschlag beträgt bei einem invaliditätsbedingten
Betreuungsaufwand von mindestens 8 Stunden pro Tag 60 %, bei einem
solchen von mindestens 6 Stunden pro Tag 40 % und bei einem solchen
von mindestens 4 Stunden pro Tag 20 % des Höchstbetrags der
Altersrente nach 34 Abs. 3 und 5 AHVG (SR 831.10). Der Zuschlag
berechnet sich pro Tag. Der Bundesrat regelt im Übrigen die Einzelheiten.
In der bundesrätlichen Vollziehungsverordnung (IVV; SR 831.201) wird in
Art. 39 IVV dazu was folgt geregelt: Eine intensive Betreuung im Sinne
von Art. 42ter Abs. 3 IVG liegt bei Minderjährigen vor, falls diese im
Tagesdurchschnitt infolge Beeinträchtigung der Gesundheit eine
zusätzliche Betreuung von mindestens 4 Stunden benötigen (Abs. 1).
Anrechenbar als Betreuung ist der Mehrbedarf an Behandlungs- und
Grundpflege im Vergleich zu nicht behinderten Minderjährigen gleichen
Alters. Nicht anrechenbar ist der Zeitaufwand für ärztlich verordnete
medizinische Massnahmen, welche durch medizinische Hilfspersonen
vorgenommen werden, sowie für pädagogisch-therapeutische
Massnahmen (Abs. 2). Bedarf eine minderjährige Person infolge
Beeinträchtigung der Gesundheit zusätzlich einer dauernden
Überwachung, so kann diese als Betreuung von zwei Stunden
angerechnet werden. Eine besonders intensive behinderungsbedingte
Überwachung ist gar als Betreuung von vier Stunden anrechenbar (Abs.
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3; dazu vgl. Urteil des Bundesgerichts I 67/05 vom 6. Oktober 2005 E.3-4;
Urteil des Verwaltungsgerichts Graubünden S 08 173 vom 12. Mai 2009
E.1).
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b) Ausgangspunkt für die Klärung des Rechtsbegriffs der Notwendigkeit
einer „dauernden persönlichen Überwachung“ im Sinne von Art. 42ter Abs.
3 IVG müssen die vorhandenen [plausibilisierten] Facharzt- und
Klinikberichte sein:
 Im Bericht vom 4. Mai 2012 hält Dr. med. B._, Leitender Arzt Pädiatrie des Kantonsspitals Graubünden (KSGR), fest, dass der Beschwerdeführer aufgrund des erethischen Verhaltens, der geistigen Behinderung sowie der schlecht einstellbaren Epilepsie praktisch eine ständige Überwachung und Betreuung (also eine 1:1 Betreuung) benötige. Eine Betreuung zu Hause sei aufgrund der Intensität und Überwachung zurzeit nicht möglich. In Anbetracht der Schwere der Behinderung und der Notwendigkeit der Betreuung geht Dr. med. B._ davon aus, dass die Voraussetzungen für die Gewährung des Intensivpflegezuschlags ausgewiesen seien (vgl. Bg-act. 212-1/2).
 Im Verlaufsbericht vom 3. Juli 2012 bestätigte Dr. med. C._, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin FMH, dass der Beschwerdeführer stets überwacht werden müsse, da er nicht ganz klar ersichtliche epileptische Anfälle habe. Seine Epilepsie manifestiere sich in einer muskulären Hypotonie, also einer Tonusverminderung, oder in einer Verschlechterung der Sprache, weshalb es nicht so einfach sei, die Epilepsie sofort zu erkennen (. 224-1/3 Ziff. 1).
 Im Abklärungsklinikbericht vom 2. März 2011 des Schweizerischen Epilepsie-Zentrums (EPI) wird erwähnt, dass für den Beschwerdeführer eine 24-Stunden-Betreuung notwendig sei und die Eltern komplett überfordert seien (Bg-act. 156-2/8).
Angesichts dieser drei eindeutigen fachärztlichen Beurteilungen ist das
Gericht zur Überzeugung gelangt, dass das Kriterium der Notwendigkeit
einer dauernden persönlichen Überwachung vorliegend bejaht werden
kann. Von einer bloss vorübergehenden und somit lediglich periodischen
Überwachung kann wegen des hohen und zeitlich unberechenbaren
Gefahrenpotentials für die Gesundheit des Beschwerdeführers infolge
schwerer und folgenreicher Störungen der Gehirnströme
(Epilepsieattacken) keine Rede sein. Laut geltender Rechtsprechung
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bedeutet „dauernd“ zudem nicht eine Bewachung rund um die Uhr (24
Stunden pro Tag), sondern ist nur als Gegensatz zu „vorübergehend“ zu
verstehen (ZAK 1986 S. 486 E.1a). Das Erfordernis einer dauernden
persönlichen Überwachung kann folglich auch erfüllt sein, wenn Anfälle
zuweilen nur alle zwei bis drei Tage auftreten, aber unvermittelt und oft
auch täglich oder täglich mehrmals erfolgen, sodass tägliche
Überwachung vonnöten ist (ZAK 1986 S. 484 E.3c). Weiter wird nicht
vorausgesetzt, dass die betreuende Person ausschliesslich an die
überwachte Person gebunden ist. Ob Hilfe und persönliche Überwachung
notwendig sind, ist objektiv, nach dem Zustand der versicherten Person
zu beurteilen. Grundsätzlich unerheblich ist aber die Umgebung, in
welcher sich der Versicherte aufhält. Es darf hinsichtlich der Bemessung
der Hilflosigkeit keinen Unterschied ausmachen, ob ein Versicherter allein
oder in der Familie, in der offenen Gesellschaft oder in einem Spital bzw.
in einer Anstalt oder (einem Heim) lebt. Würde anders entschieden, da
heisst die Hilflosigkeit nach der Mühe bemessen, die im Zuge der
jeweiligen Umgebung erwächst, so wären stossende Konsequenzen
unumgänglich, insbesondere dann, wenn ein Wechsel von der
Hauspflege in die Spital-, Klinik- oder Heimpflege stattfände (vgl. Urteil
des Bundesgerichts 9C_608/2007 vom 31. Januar 2008 E.2.2.1). Im
konkreten Fall erachtet das Gericht die erforderliche
Überwachungsbedürftigkeit des Beschwerdeführers im Sinne von Art.
42ter Abs. 3 IVG (Anrechenbarkeit von vier Stunden Mehraufwand wegen
besonders intensiver Betreuungs- bzw. Überwachungstätigkeit) umso
mehr als erfüllt, als die Abklärungsperson ja noch selbst auf einer
medizinischen Plausibilitätskontrolle der persönlichen
Überwachungsbedürftigkeit bei Dr. med. B._ bestand. Dass sie
dessen Einschätzung im Abklärungsbericht vom 4. Mai 2012 (Bg-act.
212-1/2) nun trotzdem nicht folgt, ist für das Gericht – da materiell auch
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nicht begründet – weder sachlich nachvollziehbar noch in medizinischer
Hinsicht überzeugend.
c) Daran ändern auch die tabellarisch festgehaltenen Kontrollangaben der
Stiftung des Kinderwohnheims N._ bezüglich Anspruch auf
Hilflosenentschädigung (evtl. zzgl. IPZ) nichts (vgl. Bg-act. 220-1/4-4/4),
widersprechen die dort aufgeführten Überwachungs- und
Übernachtungszeiten doch nicht den fachärztlichen Beurteilungen
betreffend umfassender und anhaltender Betreuungsbedürftigkeit. Die
Häufigkeit der vielen Sonderschulaufenthalte (Kategorie C1) belegt
vielmehr das Gegenteil und bestätigt demzufolge noch die
spezialärztlichen Befunde und Schlussfolgerungen. Es kann folglich bei
dieser Faktenlage auch nicht gesagt werden, dass der Beschwerdeführer
lediglich im Rahmen einer allgemeinen Aufsicht – will heissen mittels
„kollektiver Betreuung“ wie sie in Heimen üblich ist – beaufsichtigt wird.
Das fragliche Kinderheim führt dazu selber aus, dass der
Beschwerdeführer nicht alleine gelassen werden könne (vgl. dazu
Schreiben vom 6. März 2013 Ziff. 2). Diese Feststellung stellt einen
wesentlichen Unterschied bezüglich des erforderlichen
Betreuungsaufwands im Vergleich zu nichtbehinderten gleichaltrigen
Kindern im Heim dar, was als Massstab für den Mehraufwand für die
Betreuung des Beschwerdeführers genommen werden muss. Auch die
übrigen Angaben im erwähnten Schreiben vom 6. März 2013 lassen
keinerlei Zweifel offen, dass einzig eine direkt auf den Beschwerdeführer
bezogene, also sehr individuelle Betreuung und Überwachung den
behinderungsbedingten Gebrechen und personellen Eigenheiten des
Beschwerdeführers gerecht werden. Nicht anders können auch die
Antworten der Heimleitung in den Ziffern 3, 4, 5, 6 und 7 interpretiert
werden: Die Einschätzung von Gefahren wurde beim Beschwerdeführer
als nicht realistisch bezeichnet, weshalb hier Beobachtung und situatives
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Eingreifen nötig seien. Tagsüber sei es bis vor kurzem immer wieder zu
Schreiattacken gekommen. Das Tempo der Arbeitsabläufe werde dann
individuell angepasst. Der/die Betreuer liessen ihm die erforderliche Zeit
zur Verarbeitung von Reizen. Als Vorsichtsmassnahme gegen
Verletzungen trage er einen Helm, damit er sich bei Stürzen nicht am
Kopf verletze. Zur Esssituation werde der Beschwerdeführer mit einem
Hüftgurt fixiert. Solche gesundheitsbedingten Blackouts würden im
Durchschnitt mehrmals, d.h. 2-3 Mal pro Woche auftreten. Zur Betreuung
sei eine Dauernachtwache mit regelmässigen Rundgängen,
Inkontinenzversorgung, Lagerung und mit Sicherstellen eines
angemessenen Schlaf- und Wachrhythmus notwendig. Zusätzlich sei das
Zimmer mit einem Rufsystem ausgerüstet, das auf Geräusche reagiere.
Untermauert wird die Dringlichkeit einer permanenten Überwachung des
Beschwerdeführers zudem durch die Feststellungen in der EPI-Klinik,
wonach eine dauernde epileptische Aktivität vorliege, die im Not-/Ernstfall
ein rasches Eingreifen mittels pflegerischer Hilfeleistungen oder
Medikamentenabgabe erforderlich machten (vgl. Bg-act. 156-1/8-2/8).
d) Dr. med. B._ des KSGR diagnostizierte dem Beschwerdeführer
überdies ein erethisches Verhalten (leichte Reizbarkeit), womit auch eine
Eigen- oder Fremdgefährdung nicht ausgeschlossen werden darf (vgl. Bg-
act. 212-1/2). Unerheblich ist hingegen, in welcher Umgebung (Familie
oder Heim/Spital) sich der Beschwerdeführer in der Vergangenheit
mehrheitlich aufgehalten hat, da diesem ortsspezifischen Kriterium keine
ausschlaggebende Bedeutung mehr zukommt (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 9C_608/2007 vom 31. Januar 2008 E.2.2.1). Die gesamte
Krankengeschichte des Beschwerdeführers zeigt schliesslich, dass die
Sachdarstellung der Beschwerdegegnerin ebenso nicht zutrifft, wonach
die Eltern quasi „bloss“ eine hypothetische Angst vor Epilepsieanfällen
ihres Sohnes hätten. Vielmehr ist aktenkundig, dass der
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Beschwerdeführer tatsächlich immer wieder solche Anfälle erlitt und
deshalb auch immer wieder über längere Zeit hospitalisiert werden
musste (vgl. Bg-act. 144-1/1). In Würdigung der soeben aufgezählten
Gesichtspunkte in den Erwägungen 2b) bis 2d) ist das Gericht der
Überzeugung, dass die erforderliche Schwere der Epilepsie bzw. der
daraus resultierende Mehraufwand für die Betreuung und Überwachung
des Beschwerdeführers durch die Abklärungsperson der
Beschwerdegegnerin mit ihrer Schätzung von 3 Stunden und 35 Minuten
(vgl. Bg-act. 210-8/9) nicht richtig erfasst wurde, sondern zu tief ausfiel.
Ein zeitlicher Mehraufwand von über vier Stunden pro Tag gemäss Art.
42ter Abs. 3 IVG in Verbindung mit Art. 39 Abs. 1 IVV erscheint dem
Gericht daher ausgewiesen aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse und
aufgrund der ärztlich plausibilisierten persönlichen
Überwachungsbedürftigkeit.
e) Zusammengefasst ergibt sich somit, dass die angefochtene Verfügung
vom 1. Februar 2013 nicht rechtens ist, was zu ihrer Aufhebung und zur
Gutheissung der Beschwerde (Anspruch auf IPZ) führt.
3.a) Nach Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren – in Abweichung
von Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechtes (ATSG; SR 830.1) – bei Streitigkeiten um die
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen
Versicherungsgericht kostenpflichtig. Diese Kosten werden jeweils nach
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert der Sache im
Umfang von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festgelegt. Aufgrund des Ausgangs
dieses Verfahrens rechtfertigt es sich vorliegend, der unterliegenden
Beschwerdegegnerin Kosten von Fr. 700.-- zu überbinden.
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b) Dem Beschwerdeführer steht gemäss Art. 61 lit. g ATSG überdies noch
eine aussergerichtliche Entschädigung zu, wobei das Gericht – in
Ermangelung des Vorliegens einer Honorarnote – ermessenweise die
Parteientschädigung zulasten der Beschwerdegegnerin auf insgesamt Fr.
2‘000.-- (inkl. MWST) festlegt.