Decision ID: 313a849b-3b31-5e77-9fc1-7cea06a0fc8c
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich am 8. März 2012 (IV-act. 1, 10) wegen Nachwirkungen eines
Schlaganfalls vom 20. Mai 2011 zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung
an. Er habe im Ausland den Beruf des Kaufmanns erlernt und sei seit Mai 2010 in der
Schweiz. - Am 17. April 2012 (IV-act. 26) gingen diverse Arztberichte ein. In einem
Bericht vom 8. Juli 2011 (IV-act. 26-1 f.) hatte die Klinik für Neurologie am
Kantonsspital St. Gallen unter anderem angegeben, es bestehe der Verdacht auf einen
ischämischen Hirninfarkt im Versorgungsgebiet der A. cerebri media links. Am 20. Mai
2011 sei am Universitätsspital Zürich eine i.v. Thrombolyse vorgenommen worden [vgl.
dazu Fremd-act. 1-1 ff.]. In MRIs (von Mai und Juli 2011) sei keine Ischämie
nachgewiesen worden. - Am 30. April 2012 (IV-act. 29) und 3. Mai 2012 (IV-act. 32) gab
der Versicherte bekannt, er habe am 27. April 2012 einen dritten Schlaganfall erlitten
und befinde sich erneut im Spital. - Die Klinik für Neurologie am Kantonsspital
St. Gallen gab im IV-Arztbericht vom 4. Juni 2012 (IV-act. 39) an, es liege eine
dissoziative Störung mit rezidivierender Sprach-/Sprechstörung und rezidivierendem
sensomotorischem Hemisyndrom rechts vor. Diese Diagnose sei in einem
psychosomatischen Konsil gestellt worden. Auf einen Schlaganfall hätten sich
neurologisch weder klinisch noch bildgebend Hinweise ergeben. Angesichts der
Schwere der Diagnose sei eine psychosomatische Rehabilitation dringend. - Dr. med.
B._, Spezialarzt für Innere Medizin, teilte im IV-Arztbericht vom 22. Mai 2012 (IV-
act. 42) mit, es lägen rezidivierende apoplektische Insulte mit motorischer und
sensorischer Aphasie seit Mai 2011 vor. Am 23. November 2012 (IV-act. 61) erklärte er,
die initiale Diagnose rezidivierender apoplektischer Insulte sei nach repetitiven MRI-
Untersuchungen fallen gelassen worden. Es handle sich bei den
Gesundheitsschädigungen des Versicherten um eine dissoziative Bewegungsstörung
und ein Schlafapnoe-Syndrom. Nach einem Aufenthalt in der Klinik C._ [vgl. dazu
Fremd-act. 6-14 ff.; im Juni 2012] und nachfolgenden psychologischen Behandlungen
sei im Verlauf des Oktobers 2012 (IV-act. 61-2) eine Verbesserung der Gesamtsituation
eingetreten, insbesondere betreffend die Konzentration und den Wortfluss des
A.a.
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Versicherten. Seit 1. November 2012 arbeite der Versicherte zu 50 % bei einer weiteren
Arbeitgeberin. Denkbar sei auf Beginn 2013 eine Steigerung der Leistungsfähigkeit.
Gemäss IK-Auszug (IV-act. 19) hatte der Versicherte in der Schweiz aus je einem
Arbeitsverhältnis von Mai bis Dezember 2010 und von Januar bis Juni 2011
Einkommen erzielt. - In einer Arbeitgeberbescheinigung vom 11. Mai 2012 (IV-act. 36)
war angegeben worden, der Versicherte sei von Januar bis August 2011 vollzeitlich als
[...] angestellt gewesen. Das Arbeitsverhältnis sei ihm aus wirtschaftlichen Gründen
gekündigt worden. Letzter Arbeitstag sei der 19. Mai 2011 gewesen. Der Verdienst
habe Fr. 3'900.-- pro Monat ausgemacht. - Am 5. Juli 2012 (IV-act. 44) teilte der
Versicherte mit, er werde ab 16. Juli 2012 mit einem Pensum von 30 % eine neue Stelle
antreten. - In einer Arbeitgeberbescheinigung vom 17. Oktober 2012 (IV-act. 58) war
angegeben worden, der Versicherte sei vom 16. Juli bis 15. Dezember 2012 befristet
(letzter Arbeitstag 8. August 2012) im Stundenlohn (von Fr. 22.--) als Mitarbeiter [...]
angestellt gewesen.
A.b.
Die IV-Eingliederungsverantwortliche hielt am 5. Februar 2013 (IV-act. 64) fest, da
ein Eingliederungsplan nicht unterzeichnet retourniert und der Arbeitsvertrag nicht
eingereicht worden sei, werde davon ausgegangen, dass der Versicherte keine
Unterstützung bei der beruflichen Eingliederung wünsche. - Am 25. Februar 2013 (IV-
act. 68) erging eine entsprechende Mitteilung. - Auf Anfrage nach diversen Auskünften
(IV-act. 69) gab der Versicherte am 11. April 2013 (IV-act. 70) an, es habe sich soweit
alles erledigt. Er sei seit April 2013 wieder angestellt. In ärztlicher Behandlung sei er
nicht mehr. Am 15. April 2013 (IV-act. 74 f.) reichte er den Arbeitsvertrag
(Arbeitspensum 100 % ab 1. April 2013; Basislohn Fr. 68'039.--; [...]-Erfolgsanteil bei
[...] Fr. 2'041.--; jährlicher [...]lohn Fr. 70'080.--) ein. - Dr. B._ gab am 3. September
2013 (IV-act. 83) an, der Versicherte arbeite seit dem 2. Februar 2013 bei völliger
Beschwerdefreiheit zu 100 % in einem [...]. - Mit Verfügung vom 11. November 2013
(IV-act. 88) lehnte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen einen
Rentenanspruch ab. Eine invaliditätsbedingte Einbusse bestehe nicht (Validen- und
Invalideneinkommen je Fr. 70'080.--).
A.c.
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B.
Am 7./20. Juni 2014 (IV-act. 89, vgl. IV-act. 93) meldete sich der Versicherte
wieder bei der Invalidenversicherung an. Seit dem 8. Mai 2014 bestehe erneut eine
gesundheitliche Beeinträchtigung. Dr. B._ hatte ihm am 14. Mai 2014 für die Zeit vom
3. März bis 30. Juni 2014 eine volle Arbeitsunfähigkeit bescheinigt. Am 18. Juli 2014
(IV-act. 96) reichte der Versicherte auf Anfrage weitere ärztliche Berichte ein (IV-
act. 97). In einem Bericht der Klinik für Neurologie am Kantonsspital St. Gallen vom
7. April 2014 über eine psychologische Untersuchung (IV-act. 97-3 ff.) war angegeben
worden, angesichts der persistierenden Sprechstörung sei die Arbeitsfähigkeit in der
derzeitigen Tätigkeit mit vorwiegend telefonischem Kundenkontakt nicht gegeben.
Ausserdem bestehe eine reduzierte psychophysische Belastbarkeit mit zunehmenden
Kopfschmerzen im Untersuchungsverlauf. Neuropsychologisch bestehe ein
Störungsmuster mit Aufmerksamkeits- und exekutiven Defiziten und
Leistungsschwankungen. Es sei eine psychiatrische Genese anzunehmen.
B.a.
In einer Arbeitgeberbescheinigung vom 28. Juli 2014 (IV-act. 101) wurde
angegeben, der Versicherte sei seit 1. April 2013 und noch bis 30. September 2014 als
[...] angestellt. Sein Lohn betrage pro Jahr Fr. 70'080.15. Sein letzter effektiver
Arbeitstag sei der 3. März 2014 gewesen. Das Arbeitsverhältnis sei ihm gekündigt
worden. Dem beigelegten Kündigungsschreiben vom 13. Juni 2014 war zu entnehmen,
dass der Grund darin liege, dass der Versicherte seit dem 17. Februar 2014 die Arbeit
nicht mehr habe aufnehmen können.
B.b.
Der RAD hielt am 8. September 2014 (IV-act. 103) nach einem Gespräch mit einer
Ärztin an der Klinik für Psychosomatik, Departement Innere Medizin am Kantonsspital
St. Gallen (Dr. med. D._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie; vgl. IV-
act. 96 und Bericht vom 6. Mai 2014, IV-act. 141-24 f.), dafür, die Situation des
Versicherten habe sich seit März 2014 wieder verschlechtert. Es bestehe bei ihm
zurzeit kein Eingliederungspotenzial. - Ab 16. Oktober 2014 (IV-act. 104) versuchte die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle bei der Klinik für Psychosomatik einen Arztbericht
einzuholen.
B.c.
Am 19. März 2015 (IV-act. 112) berichtete der Versicherte, dass ihm im
Kantonsspital St. Gallen (von Dr. D._, Klinik für Psychosomatik) empfohlen worden
B.d.
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sei, einen andern Arzt zu suchen. Dr. med. E._, Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
den er daraufhin konsultiert habe, habe widersprüchliche Angaben gemacht und seine
(des Versicherten) neurologischen Befunde in Abrede gestellt. Seit dem 3. März 2015
leide er (der Versicherte) nun an sehr starken Schmerzen und habe Probleme beim
Sprechen, teilweise auch beim Gehen und Greifen sowie mit der Feinmotorik. Der
deswegen im Ausland aufgesuchte Arzt (Dr. F._) habe den Verdacht auf MS
geäussert, worauf er einen Termin bei einem weiteren Arzt im Ausland (Dr. med. G._)
wahrgenommen habe. - In einem Bericht über eine Untersuchung vom 10. März 2015
(IV-act. 117) hatte Dr. G._ angegeben, die Genese der Beschwerden bleibe nach
einem liquorchemischen Befund ungeklärt, weshalb weitere Abklärungen erforderlich
seien.
Dr. E._ gab am 30. März 2015 (IV-act. 118) an, der Versicherte sei von
November 2014 bis Februar 2015 kurz bei ihm in Behandlung gewesen. Es lägen eine
"sonstige dissoziative Störung" und akzentuierte Persönlichkeitszüge mit
narzisstischen und emotional-instabilen impulshaften Anteilen vor. Die Arbeitsfähigkeit
sei nicht beeinträchtigt. Der Versicherte sei sehr durchsetzungsfähig. Deutlich
geworden seien auch eine erhöhte Kränkbarkeit und Tendenzen zu kurzfristigen
impulshaft-aggressiven Durchbrüchen mit ggf. nicht auszuschliessender
Fremdgefährdung. Seine (des Behandlers) und die Auffassungen des Versicherten über
die Arbeitsfähigkeit seien bei deutlichem Rentenwunsch des Letzteren konträr
gewesen.
B.e.
Am 15. April 2015 (IV-act. 122) teilte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des
Kantons St. Gallen dem Versicherten mit, berufliche Eingliederungsmassnahmen seien
zurzeit nicht möglich. Der Anspruch auf Rentenleistungen werde mit der Einleitung
weiterer Abklärungen geprüft.
B.f.
Der Versicherte gab am 16. April 2015 (IV-act. 123) bekannt, er habe ab 1. Mai
2015 eine Anstellung zu 50 % gefunden (gemäss IV-act. 227-34 erfolgte hernach am
23. Juli 2015 die Kündigung).
B.g.
Am 23. April 2015 (IV-act. 124) ging ein Bericht der Klinik für Neurologie am
Kantonsspital St. Gallen vom 16. April 2015 ein. Es lägen ein akut aufgetretenes und
B.h.
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seither fluktuierendes sensomotorisches Hemisyndrom rechts mit Sprech-/
Sprachstörung und ein leichtgradiges schlaffragmentiertes obstruktives Schlafapnoe-
Syndrom vor. - Die Arbeitslosenversicherung gab auf Anfrage am 28. Mai 2015 (IV-
act. 131) bekannt, der Versicherte sei ab 20. April 2015 bei einer (angegebenen und
anerkannten) vollen Vermittlungsfähigkeit als arbeitslos angemeldet. Zurzeit würden
jedoch noch Krankentaggelder ausgerichtet. - Der Versicherte reichte am 29. Mai 2015
(IV-act. 132) einen Bericht der Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin am
Kantonsspital St. Gallen vom 26. Mai 2015 (IV-act. 133) über ein MRI Neurocranium mit
KM ein, wonach das kraniozerebrale Kernspintomogramm nebst einer kleinen Gliose
zerebellär rechts (DD postischämisch) altersentsprechend normal ausgefallen sei. - In
einem Bericht vom 27. Mai 2015 (IV-act. 135) gab die Klinik für Neurologie am
Kantonsspital St. Gallen an, es bestünden (nebst dem Schlafapnoe-Syndrom) eine
dissoziative Störung - bei Ausschluss einer Multiplen Sklerose - und ein Vitamin D-
Mangel. Auch in den elektrophysiologischen Untersuchungen hätten keine Pathologien
nachgewiesen werden können, welche die klinischen Befunde erklären könnten. -
Dr. B._ gab dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der Invalidenversicherung
gegenüber gemäss dessen Stellungnahme (IV-act. 136) am 26. Juni 2015 an, der
Versicherte arbeite zurzeit in dem von ihm selbst als möglich erachteten und auch
hausärztlich befürworteten Pensum von 50 % auf dem ersten Arbeitsmarkt. Der RAD
sah für den Fall, dass nach den nächsten Wochen noch immer eine möglicherweise IV-
relevante Arbeitsunfähigkeitsbeurteilung des behandelnden Arztes vorliegen sollte, die
Prüfung der Rentenfrage und allenfalls weitere Abklärungen, etwa eine Begutachtung,
vor. - In der Folge wurde am 29. Juni 2015 (IV-act. 137) festgehalten, es sei zu prüfen,
ob eine Unterstützung des Versicherten zur Arbeitsplatzerhaltung angezeigt sei. - In
einem IV-Arztbericht vom 2. August 2015 (IV-act. 141) gab Dr. B._ an, es liege (nebst
der dissoziativen Störung, dem St. n. dissoziativer Aphonie und St. n. intravenöser
Thrombolyse bei V. a. zerebrale Ischämie und wiederholtem Ausschluss im Verlauf)
eine Spondylarthrose LWK4/5 beidseits vor (St. n. erfolgreicher Infiltration). Spätestens
anfangs 2014 sei klar geworden, dass den bisher bekannten, zum Teil als bedrohlich
erscheinenden Symptomen eigentlich immer ein heftiges, vor allem emotionales
Ereignis als auslösendes Element vorangegangen sei. Damit sei die Diagnose der
dissoziativen Störung gesichert worden. Der Versicherte sei vom 3. März bis 31. Juli
2014 zu 100 % arbeitsunfähig gewesen und sei seit August 2015 in wechselnden
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Prozentgraden (angegeben 50 %) arbeitsunfähig. Das Arbeitsverhältnis mit dem 50 %-
Pensum sei gekündigt und stattdessen ein solches im Stundenlohn vereinbart worden.
Eine systematische psychiatrische Behandlung des Versicherten könne zu einer
Stabilisierung führen; ob allerdings damit eine höhere Arbeitsfähigkeit (als 50 %)
erreicht werden könne, sei nicht besonders realistisch. Der Versicherte lehne eine
solche Behandlung strikt ab. Die wichtige regelmässige Logopädie werde vom
Versicherten durchgeführt. - Am 3. August 2015 teilte der Versicherte mit, er habe
keine dauerhafte Anstellung bekommen, doch sei ihm ab August 2015 eine Anstellung
im Stundenlohn angeboten worden (vgl. IV-act. 147).
Am 28. August 2015 (IV-act. 158) erklärte der Versicherte, seit dem Tag zuvor habe
es eine drastische Veränderung gegeben, indem er rechts Krampfanfälle habe, die sich
auf das Gehen und die Sprache auswirkten. Er könne nicht Autofahren und werde
daher im Ausland, wo er sich gerade aufhalte, einen Arzt aufsuchen. In der Folge
reichte er einen Bericht (vorläufiger [...]) der Neurologischen Klinik [...] der Universität
H._ vom 28. August 2015 (IV-act. 168) und einen Bericht der I._, Kliniken für
Psychosomatische Medizin, vom 3. September 2015 (IV-act. 164) ein.
B.i.
Die IV-Eingliederungsverantwortliche hielt am 10. September 2015 (IV-act. 169)
fest, der Versicherte halte sich zurzeit für nicht arbeitsfähig. Er ziehe einen stationären
Aufenthalt in einer psychosomatischen Therapieeinrichtung beruflichen Massnahmen
vor und wünsche eine Rentenprüfung (IV-act. 169-7). Am 7. Oktober 2015 (IV-act. 172)
teilte der Versicherte mit, in Absprache mit dem Psychologen sei vorerst eine stationäre
Behandlung nicht indiziert. Die Situation sei nicht mehr so akut und es sei die
Eingliederung weiterzuverfolgen.
B.j.
Der eidgenössisch anerkannte Psychotherapeut dipl. psych. J._ gab in einem
Formular Arztbericht vom 11. November 2015 (IV-act. 176) an, die bisherige Tätigkeit
sei dem Versicherten noch zu 40 bis 50 % zumutbar mit dem Ziel einer stufenweisen
Steigerung auf 100 %. Der derzeitige Arbeitskontext sei für die Wiedereingliederung
grundsätzlich geeignet; der Arbeitgeber hätte bei Stabilisierung wieder eine
Festanstellung zu 50 % in Aussicht gestellt. - Der RAD erklärte am 23. November 2015
(IV-act. 178), der Versicherte arbeite in wechselndem Pensum ohne feste Anstellung.
Der Psychotherapeut schätze die realisierte Arbeitsfähigkeit auf etwa 30 %. Ab einer
B.k.
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stabil realisierten Arbeitsfähigkeit von 50 % wäre von Seiten des Arbeitgebers eine
Festanstellung denkbar. Der Zustand des Versicherten sei aber noch instabil. Es sei in
sechs Monaten wieder ein Bericht einzuholen.
Die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle teilte der vermeintlichen Rechtsvertretung
des Versicherten am 23. November 2015 (IV-act. 180, 182) mit, zurzeit seien aufgrund
dessen Gesundheitszustands keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich.
B.l.
Gemäss Strategie-Protokoll (IV-act. 193) teilte der Versicherte am 6. April 2016
mit, er sei stundenweise als Chauffeur tätig. Er könne die Arbeitszeit nach
Befindlichkeit individuell einteilen; trotzdem komme er an seine Grenzen. Es wurde
angemerkt, er habe von sich aus den Führerschein gemacht.
B.m.
Der Psychotherapeut J._ gab am 21. April 2016 (IV-act. 190) an, der Versicherte
sei als Chauffeur zu 30 bis 50 % arbeitsfähig. Er könne frei über sein Pensum
entscheiden. Die Lenkung des Fahrzeugs sei aufgrund von dissoziativen (Teil-)
Symptomen beeinträchtigt.
B.n.
Am 13. Mai 2016 (IV-act. 195) teilte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des
Kantons St. Gallen dem Versicherten mit, da er die medizinisch-theoretische
Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit von 30 % in der Arbeit als Chauffeur umsetze,
seien berufliche Massnahmen nicht erforderlich.
B.o.
Dr. med. K._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, gab im IV-Arztbericht
vom 13. Juni 2016 (IV-act. 201) bekannt, der Versicherte versuche seit anfangs April
2016, als Chauffeur zu arbeiten. Mit viel Anstrengung schaffe er zeitweise ein Pensum
von 25 bis 30 % auf Abruf, doch sei das eigentlich zu viel. Sobald er seine Belastung
steigern wolle, träten vermehrt Symptome auf. Realistischerweise sei er seit sicherlich
dem Kalenderjahr 2016 nicht in der Lage, eine selbst geringgradige konsistente
Arbeitsfähigkeit zu erzielen. Belastbarkeit und Konzentrationsleistung seien aufgrund
von kognitiven Störungen schlecht bis aufgehoben. Bei den Diagnosen nannte der Arzt
als Unteraspekt der dissoziativen Störung unter anderem leichte bis mittelschwere
kognitive Funktionsstörungen und eine sonstige organische Persönlichkeits- und
Verhaltensstörung aufgrund einer Krankheit, Schädigung oder Funktionsstörung des
Gehirns (F07.8; DD: kombinierte Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen und
B.p.
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emotional-instabilen Zügen mit dissoziativer Symptomatik). Er beurteile die Prognose
deutlich pessimistischer als Dr. E._. Insbesondere differiere seine diagnostische
Einschätzung als deren Grundlage von der Einschätzung von Dr. E._. Es sei in
Zusammenschau der Vorbefunde und des aktuellen klinischen Eindrucks nämlich nicht
auszuschliessen, dass die psychiatrische Symptomatik des Versicherten im Sinn eines
hirnorganischen Psychosyndroms (statt als Folge einer eigenständigen psychiatrischen
Erkrankung) gewertet werden müsse.
Am 8. Juli 2016 (IV-act. 204) rief der Versicherte gemäss Aktennotiz (zum
wiederholten Mal) während des Autofahrens an. Auf deswegen gestellte Anfrage, ob er
an der Arbeit sei und wieviel er an jenem Tag arbeite, gab er unter anderem an, er sei
auch in der Freizeit oft und gern mit dem Auto unterwegs. - Am 12. Juli 2016 (IV-
act. 205) teilte der Versicherte mit, sein Gesundheitszustand habe sich seit dem letzten
Gespräch drastisch verschlechtert; zurzeit sei es ihm nicht möglich, zu fahren, sich
selbständig zu waschen, zu sprechen oder zu gehen, da die komplette rechte
Körperhälfte nicht reagiere. - In der Folge wurde eine Begutachtung befürwortet (IV-
act. 210) und am 21. Oktober 2016 (IV-act. 218) veranlasst.
B.q.
Im interdisziplinären Gutachten vom 7. März 2017 (IV-act. 227) bezeichnete die
asim Begutachtung, Universitätsspital Basel, als (Haupt-) Diagnose (mit Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit) beim Versicherten eine dissoziative Sprach- und
Bewegungsstörung bei akzentuierten Persönlichkeitszügen mit narzisstischen und
emotional instabilen Anteilen. Eine klinisch relevante Einschränkung der kognitiven
Leistungsfähigkeit bestehe nicht. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien (u.a.,
verkürzt wiedergegeben) ein Halbseitenschmerzsyndrom seit 05/2011 mit 9/9 positiven
Fibromyalgie-Druckpunkten auf der rechten Seite sowie variablen
Bewegungsausmassen bei Verdacht auf Schmerzfehlverarbeitung, nicht einem
rheumatologischen Krankheitsbild entsprechend, eine muskuläre Dysbalance am
Schultergürtel rechts, eine Lumbalskoliose und beginnende Spondylarthrosen, ohne
relevantes klinisches Korrelat, ein leichtgradiges Schlafapnoe-Syndrom, ein St. n.
Muskelvenenthrombose des medianen M. gastrocnemius links 08/2009 und ein
Metallfremdkörper Unterschenkel links. In der derzeitigen Tätigkeit als Chauffeur sei
der Explorand nicht arbeitsfähig. In einer angepassten Tätigkeit - eventuell
administrativer Art, möglichst ohne Kundenkontakte, mit geringen Anforderungen an
B.r.
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C.
Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde vom 5. Juli 2017 (Poststempel:
6. Juli 2017). Der Beschwerdeführer beantragt, die angefochtene Verfügung sei
aufzuheben und es sei ihm eine angemessene Rente zuzusprechen, eventualiter sei die
Beschwerdegegnerin zu verpflichten, weitere Abklärungen vorzunehmen. Auf das asim-
Gutachten könne nicht abgestellt werden, denn es weise teils erhebliche fachliche
Mängel auf und setze sich nicht genügend mit den Vorakten auseinander. In der Folge
Teamarbeit und Kommunikation, ohne zu hohe Anforderungen an kreative Fähigkeiten
und mit der Möglichkeit, Pausen einzulegen - bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 80 %.
Diese Arbeitsfähigkeit sei seit 2014 anzunehmen. Der Versicherte habe damals eine
Tätigkeit beendet. Es sei anzunehmen, dass die Symptomatik sich damals akzentuiert
habe. Die Chronifizierung sei fortgeschritten; Introspektionsfähigkeit fehle dem
Versicherten.
Mit Vorbescheid vom 12. April 2017 (IV-act. 239) stellte die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle dem Versicherten eine Abweisung seines
Leistungsgesuchs in Aussicht.
B.s.
Der Versicherte liess am 3. Mai 2017 (IV-act. 244) beantragen, es sei ihm eine
angemessene Rente zuzusprechen, eventualiter seien weitere Abklärungen zu treffen.
Dr. K._ habe am 27. April 2017 eine (beigelegte, IV-act. 244-5 ff.) detaillierte
Stellungnahme zum Gutachten verfasst. Auf Letzteres könne nicht abgestellt werden.
Selbst im andern Fall sei bei der Bemessung des Invalideneinkommens ein Abzug von
20 % vorzunehmen.
B.t.
Der RAD hielt am 13. Juni 2017 (IV-act. 250) dafür, unterschiedliche Bewertungen
der Arbeitsfähigkeit - aus gutachterlicher und therapeutischer Perspektive - bedeuteten
nicht automatisch fachliche Mängel der einen oder anderen Seite. Bisher nicht
bekannte medizinische Ergebnisse bringe der behandelnde Arzt (Dr. K._) vorliegend
jedoch nicht vor. Seine Auffassung sei in erster Linie juristisch zu würdigen.
B.u.
Mit Verfügung vom 14. Juni 2017 (IV-act. 251) wies die Sozialversicherungsanstalt/
IV-Stelle des Kantons St. Gallen das Gesuch des Versicherten um eine Rente ab. Der
Invaliditätsgrad betrage 24 % (Valideneinkommen Fr. 70'080.--, Invalideneinkommen
Fr. 53'162.--).
B.v.
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davon seien die Schlussfolgerungen nicht schlüssig und nicht nachvollziehbar.
Dr. K._ habe festgehalten, bei einer dissoziativen Störung handle es sich gemäss den
klinisch-diagnostischen Leitlinien um einen auf der Zeitachse sehr wechselhaften
Symptomenkomplex. Auch wenn die vielfältigen Vorbefunde und wiederholt
beschriebenen schweren Beeinträchtigungen zum Begutachtungszeitpunkt nicht
entsprechend oder sogar gar nicht beobachtbar gewesen seien, könne dieser (sc. gute)
Zustand nicht als Dauerfunktionsniveau extrapoliert werden. Die Prognose einer
Arbeitsfähigkeit von 80 % erscheine (seinem behandelnden Arzt) willkürlich. Es sei
nicht am Platz, aus seinem (des Beschwerdeführers) sehr guten Ressourcen-Potenzial
gemäss der Alltagsgestaltung und dem sozialen Umfeld zu schliessen, dass das
funktionelle Niveau nicht gravierend beeinträchtigt sei. Denn er könne auf die sehr
wechselhaften und jeweils sehr schweren Beeinträchtigungen im privaten Umfeld und
im Alltag viel flexibler reagieren als in einem Arbeitsverhältnis. Ein Arbeitsverhältnis
aufrecht zu erhalten, würde ihm nicht gelingen, da ein Arbeitgeber so schwere
Beeinträchtigungen nicht und schon gar nicht wiederholt dulden könne. Dr. K._ halte
ihn für auf dem ersten Arbeitsmarkt weiterhin voll arbeitsunfähig. Selbst wenn aber von
einer Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden könnte, wäre zu prüfen, ob diese
verwertbar wäre. Von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten dürfe nicht ausgegangen
werden. Es sei angesichts seiner Einschränkungen an der Beschwerdegegnerin
aufzuzeigen, welche Arbeitsgelegenheiten sich ihm konkret noch böten. Sie habe
jedoch keine beruflichen Abklärungen vorgenommen. Als Verweisungstätigkeit habe sie
bloss eine Arbeit im Backoffice bezeichnet. Es habe sich jedoch gezeigt, dass er auch
eine solche Tätigkeit bei einer Arbeitgeberin (im Arbeitsverhältnis mit Arbeitsvertrag ab
1. April 2013) nicht mehr richtig habe ausführen können, und das Arbeitsverhältnis sei
aufgelöst worden. Des Weiteren sei nicht nachvollziehbar, dass kein leidensbedingter
Abzug gewährt worden sei. Eine angepasste Tätigkeit müsste selbst gemäss dem
Gutachten unter anderem möglichst ohne Kundenkontakte stattfinden. Da die
Fahreignung in Frage gestellt werde, würden zudem auch Tätigkeiten ausser Betracht
fallen, die Autofahren voraussetzten. Es sei mindestens ein Abzug von 20 %
zuzulassen.
D.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 25. September 2017 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Der RAD-Arzt habe am 13. Juni
2017 zu den Ausführungen von Dr. K._ Stellung genommen. Die Gutachterin der
Psychiatrie habe die Arbeitsfähigkeitsschätzung in Kenntnis des Umstands abgegeben,
dass die Symptome der diagnostizierten dissoziativen Störungsbilder fluktuierend
aufträten und sich in Konfliktsituationen verstärkten. Sie habe das bei der
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Umschreibung der angepassten Tätigkeit berücksichtigt. Bei solchen Störungsbildern
bestünden zwischen subjektiven und objektiven Wahrnehmungen grosse
Diskrepanzen. Dies könnte die im Gutachten vielfach festgestellten Inkonsistenzen
erklären. Das Gutachten entspreche den Anforderungen (für den anzunehmenden
Beweiswert seines Ergebnisses). Rechtsprechungsgemäss seien die Voraussetzungen
für die Annahme einer Unverwertbarkeit einer verbleibenden Restarbeitsfähigkeit
streng. Der ausgeglichene Arbeitsmarkt umfasse auch Nischenarbeitsplätze. Ein
soziales Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers gegenüber der
Limitierung des Beschwerdeführers sei nicht so unrealistisch, dass das Finden einer
passenden Stelle von vornherein als ausgeschlossen gelten müsse. Die Verwertbarkeit
sei deshalb, insbesondere auch weil der Beschwerdeführer noch jung sei, zu bejahen.
Schliesslich hätte der Beschwerdeführer selbst bei einem Abzug vom Tabellenlohn von
20 % keinen Rentenanspruch. Fehlende Teamfähigkeit etwa stelle im Übrigen keinen
Grund für einen Abzug dar.
E.
Mit Replik vom 20./26. Oktober 2017 bringt der Beschwerdeführer vor, seine diversen
Arbeitsversuche hätten gezeigt, dass die Symptome bei einem höheren Pensum - wie
einem solchen von 80 % - nach spätestens zwei Wochen wieder sehr verstärkt zum
Vorschein kämen. Damit verbunden seien jeweils wieder längere Unterbrüche, bis er
wieder mit einem weiteren Arbeitsversuch starten könne. Die Beschwerdegegnerin
habe keine Verweisungstätigkeit als Beispiel für eine angepasste Arbeitsgelegenheit für
ihn angeben können. Er habe diverse Tätigkeiten in verschiedenen Pensen ausprobiert.
Selbst bei flexiblen Zeitmodellen und Tätigkeiten mit eingeschränktem Kundenkontakt
habe er das Arbeitsverhältnis nie längere Zeit aufrechterhalten können. Und selbst bei
sozialem Entgegenkommen könne ein Arbeitgeber nicht mehrmals plötzliche
Totalausfälle eines Arbeitnehmers ausgleichen bzw. tolerieren. Angesichts des selbst
von den Gutachtern aufgestellten engen Zumutbarkeitsprofils sei ihm ein
leidensbedingter Abzug zu gewähren.
F.
Die Beschwerdegegnerin hat am 14. November 2017 auf die Erstattung einer Duplik
verzichtet.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 13/26
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Erwägungen
1.
2.
Im Streit liegt die Verfügung vom 14. Juni 2017, mit welcher die
Beschwerdegegnerin den Leistungsanspruch des Beschwerdeführers (Gesuch vom
7./20. Juni 2014), namentlich auf eine Rente, abwies. Es handelte sich beim Gesuch
um eine Neuanmeldung nach der formell rechtskräftigen Abweisung eines ersten
Antrags (vom 8. März 2012; Abweisung durch Verfügung vom 11. November 2013). -
Dass die Beschwerdegegnerin auf das Gesuch eingetreten ist, ist nicht zu
beanstanden, hatte der Beschwerdeführer doch Arztberichte der HNO-Klinik (vom
9. Mai 2014, IV-act. 97-13 f.), der Klinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie
des Bewegungsapparates (vom 18. Juni 2014, IV-act. 97-11 f.) und der Klinik für
Neurologie (vom 14. März 2014, IV-act. 97-8 ff.), alle am Kantonsspital St. Gallen,
eingereicht, die eine Veränderung hatten glaubhaft erscheinen lassen (nach Episode
vom 3. März 2014 Stotter-Symptome, seit mehreren Wochen Schmerzen im Bereich
der LWS). - Tritt die Verwaltung auf eine Neuanmeldung ein, so hat sie das neue
Leistungsgesuch in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht allseitig zu prüfen (BGE
130 V 253 E. 3.3).
1.1.
Für die (richterliche) Beurteilung sind grundsätzlich die tatsächlichen Verhältnisse
massgebend, wie sie sich bis zum Zeitpunkt der angefochtenen Verwaltungsverfügung
entwickelt haben (BGE 121 V 362 E. 1b; BGE 125 V 150 E. 2c), vorliegend also jene bis
zum 14. Juni 2017.
1.2.
Der Beschwerdeführer beantragt im Hauptstandpunkt einzig, ihm eine
angemessene Rente zuzusprechen (eventualiter sei die Beschwerdegegnerin zu
weiteren Abklärungen zu verpflichten). Streitgegenstand bildet demnach der allfällige
Rentenanspruch. - Ergäbe sich allerdings, dass ohne Eingliederungsmassnahmen ein
Rentenanspruch in Frage stünde, so gehörte zum Streitgegenstand notwendigerweise
auch die Frage, ob die Verwaltung den Grundsatz "Eingliederung vor Rente" beachtet
und eine allfällige Pflicht des Beschwerdeführers zu Massnahmen korrekt in Anspruch
genommen habe.
1.3.
Nach Art. 28 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 %
2.1.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/26
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besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.
Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre
Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen,
erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen
Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen
sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG)
sind (lit. c). Ein wesentlicher Unterbruch der Arbeitsfähigkeit liegt vor, wenn die
versicherte Person an mindestens 30 aufeinanderfolgenden Tagen voll arbeitsfähig war
(Art. 29 IVV; vgl. etwa Bundesgerichtsurteile vom 16. Februar 2018, 8C_633/2017
E. 3.4, und vom 26. März 2004, I 19/04).
2.2.
ter
Nach Art. 29 Abs. 1 IVG (in der Fassung seit 1. Januar 2008) entsteht der
Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung
des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG. Eine allfällige Rentenauszahlung
(im Unterschied zum allfälligen Eintritt des Versicherungsfalls Rente) steht demnach
vorliegend frühestens ab 1. Januar 2015 in Frage.
2.3.
Nach Art. 8 Abs. 1 ATSG gilt als Invalidität die voraussichtlich bleibende oder
längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Diese wird gemäss
Art. 7 Abs. 1 ATSG verstanden als der durch die Beeinträchtigung der körperlichen,
geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung
oder Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt.
Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann entsprechend nur relevant sein, wenn
sie Folge einer fachärztlich einwandfrei diagnostizierten Gesundheitsbeeinträchtigung
ist (vgl. Bundesgerichtsentscheid 9C_125/2015 E. 5.3, BGE 130 V 396). Für die
Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG, vgl. auch BGE 102 V 165).
2.4.
Sämtliche psychischen Erkrankungen sind nach der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung (vgl. BGE 143 V 418 E. 7.1 f.) grundsätzlich (bei Ausnahmen nach dem
jeweiligen Beweisbedarf) einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu
unterziehen. Für die Beurteilung des funktionellen Leistungsvermögens sind gemäss
BGE 141 V 281 (vom 3. Juni 2015) also in der Regel diverse Standardindikatoren
beachtlich, die in zwei Kategorien systematisiert werden, nämlich einerseits in der
2.5.
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Kategorie des funktionellen Schweregrads und anderseits in jener der Konsistenz.
Schon der Arzt bzw. die medizinisch sachverständige Person hat bei der Einschätzung
des Leistungsvermögens den in der Judikatur umschriebenen einschlägigen
Indikatoren zu folgen (vgl. BGE 141 V 281 E. 5.2.2). Zum funktionellen Schweregrad
sind die Komplexe "Gesundheitsschädigung" (mit den Aspekten der Ausprägung der
diagnoserelevanten Befunde, des Behandlungs- und Eingliederungserfolgs oder der
entsprechenden Resistenz und der Komorbiditäten), "Persönlichkeit" (mit
Persönlichkeitsdiagnostik und persönlichen Ressourcen) und "Sozialer Kontext" zu
berücksichtigen. In der Kategorie der Konsistenz geht es um Gesichtspunkte des
Verhaltens, namentlich um eine gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in
allen vergleichbaren Lebensbereichen und um behandlungs- und
eingliederungsanamnestisch ausgewiesenen Leidensdruck (vgl. BGE 141 V 281
E. 4.1.3). Soweit die festgestellte Leistungseinschränkung auf Aggravation oder einer
ähnlichen Erscheinung beruht oder unter dem Einfluss der Folgen der Erzielung eines
sekundären Krankheitsgewinns steht (der rechtlich grundsätzlich unbeachtlich zu
bleiben hat, vgl. BGE 130 V 352), liegt nach der Rechtsprechung regelmässig keine
versicherte Gesundheitsschädigung vor. Hinweise darauf ergeben sich (im
Zusammenhang mit einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung entwickelt)
namentlich, wenn: eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschilderten Schmerzen
und dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese besteht; intensive Schmerzen
angegeben werden, deren Charakterisierung jedoch vage bleibt; keine medizinische
Behandlung und Therapie in Anspruch genommen wird; demonstrativ vorgetragene
Klagen auf den Sachverständigen unglaubwürdig wirken; schwere Einschränkungen im
Alltag behauptet werden, das psychosoziale Umfeld jedoch weitgehend intakt ist (BGE
141 V 281 E. 2.2).
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3.
Der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers ist im Lauf des Verfahrens der
Neuanmeldung vom Juni 2014 polydisziplinär begutachtet worden. Die
Untersuchungen fanden im November und Dezember 2016 statt. Im Gutachten der
asim Begutachtung vom 7. März 2017 wurde dem Beschwerdeführer aufgrund einer
psychiatrischen Diagnose (dissoziative Sprach- und Bewegungsstörung bei
akzentuierten Persönlichkeitszügen mit narzisstischen und emotional instabilen
Anteilen) ab 2014 eine Arbeitsunfähigkeit von 20 % attestiert (bzw. eine auf 80 %
reduzierte Arbeitsfähigkeit angenommen). - Im Einzelnen zeigte sich Folgendes:
3.1.
Bei der neurologischen Untersuchung wurden die Untersuchungsbefunde
erhoben (IV-act. 227-80 f.) und es ergab sich gemäss dem entsprechenden (Teil-)
Gutachten (IV-act. 227-73 ff.), dass eine funktionelle (und damit dem psychiatrischen
Fachgebiet zuzuordnende) sensomotorische Hemisymptomatik rechts ohne Hinweise
auf eine organische Genese der Beschwerden bestehe. Eine primär neurologische
Grunderkrankung, welche die geschilderten und präsentierten Beschwerden zu
erklären vermöchte, sei nicht zu verzeichnen. Zu den Vorbeurteilungen bestehe daher
keine Diskrepanz (IV-act. 227-82, 87). Die Arbeitsfähigkeit betrage aus neurologischer
Sicht 100 % (IV-act. 227-88 f.). Es hätten sich diesbezüglich (neurologisch gesehen)
mehrere Inkonsistenzen zwischen anamnestischen Angaben und objektivierbaren
Untersuchungsbefunden ergeben, die allerdings im Kontext mit der psychiatrischen
Grunderkrankung erklärbar seien (IV-act. 227-88). Die Inkonsistenzen bestanden etwa
darin, dass der Beschwerdeführer einerseits angab, die plötzlich auftretende
Hemisymptomatik nicht kontrollieren, anderseits, uneingeschränkt Autofahren zu
können, oder dass sich in unbeobachteten Momenten bzw. unter Ablenkung eine
(organisch) uneingeschränkte Funktionsfähigkeit des rechten Armes gezeigt habe (vgl.
IV-act. 227-85 f.).
3.1.1.
Bei der rheumatologischen Begutachtung wurde der Rheumastatus (IV-act.
227-67 f.) erhoben und ausgeführt, es habe sich in der klinischen Untersuchung einzig
ein lokalisiertes weichteilrheumatisches Problem im Sinn der muskulären Dysbalance
am Schultergürtel rechts gefunden, das nicht so ausgeprägt sei, dass dadurch die
rheumatologisch betrachtete Arbeitsfähigkeit eingeschränkt wäre (IV-act. 227-69). Für
die lumbal bestehenden Diagnosen fand sich danach (IV-act. 227-68) kein relevantes
klinisches Korrelat. Weder retrospektiv noch zur Zeit der Begutachtung sei die
Arbeitsfähigkeit eingeschränkt gewesen (IV-act. 227-69 f.). Bei der klinischen
Untersuchung seien Inkonsistenzen vorhanden gewesen, die aber nicht im Sinn einer
3.1.2.
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bewussten Aggravation, sondern als Ausdruck der Schmerzfehlverarbeitung zu
verstehen seien (IV-act. 227-69).
Das neuropsychologische Fachgutachten (IV-act. 227-91 ff.) ergab keine klinisch
relevanten Einschränkungen der kognitiven Leistungsfähigkeit. Die testpsychologisch
und verhaltensneurologisch erhobenen Leistungen seien insgesamt unauffällig
gewesen. Die im Aggravations- und Simulationstest erzielten Kennwerte hätten keine
Hinweise auf den Testwert verfälschende Antworttendenzen ergeben (IV-act. 227-105).
In Übereinstimmung mit der neuropsychologischen Vorbefundung (der Klinik für
Neurologie am Kantonsspital St. Gallen) vom 7. April 2014 seien die Befunde am
ehesten im Sinn einer psychogenen Ätiologie zu sehen (vgl. IV-act. 227-105 f.). -
Damals war allerdings noch von leichten bis mittelschweren kognitiven
Funktionsstörungen des Beschwerdeführers berichtet worden (vgl. IV-act. 97-6).
3.1.3.
Aus dem psychiatrischen (Teil-) Gutachten (IV-act. 227-50 ff.) wird ersichtlich,
dass vom Beschwerdeführer die aktuellen Beschwerden und die Ressourcen und
zudem die weiteren anamnestischen Angaben (unter anderem Berufs-, psychiatrische,
Sozial-Anamnese) sowie die Selbsteinschätzung (der Arbeitsfähigkeit, Persönlichkeit,
Krankheitskonzept) erfragt wurden. Es erfolgte eine Befunderhebung
(Verhaltensbeobachtung, psychopathologischer Befund, Aspekte der Persönlichkeit).
Medikamentenspiegel wurden nicht gemessen, weil der Beschwerdeführer keine
Arzneimittel einnahm. Unter dem Titel der psychometrischen Testungen wurde auf das
neuropsychologische Gutachten hingewiesen (vgl. IV-act. 227-59). Es sei davon
auszugehen, dass der Beschwerdeführer auf dem Funktionsniveau hinsichtlich der
Durchhaltefähigkeit und Belastbarkeit sowie der Flexibilität und Umstellungsfähigkeit
im leichten bis mittleren Mass (IV-act. 227-61) bzw. mittelgradig (IV-act. 227-59)
eingeschränkt sei. Ob Fahrtauglichkeit vorliege, solle verkehrsmedizinisch geprüft
werden; die Tätigkeit als Chauffeur scheine zum Teil möglich (vgl. IV-act. 227-59). Das
funktionelle Niveau (wohl: im Sinn des Aktivitätsniveaus) sei nicht gravierend
beeinträchtigt (IV-act. 227-61). In einer angepassten Tätigkeit (unter umschriebenen
Voraussetzungen) liege (unter psychiatrischem Aspekt) seit 2014 eine Arbeitsfähigkeit
von 80 % vor.
3.1.4.
Was den Beweiswert des psychiatrischen (Teil-) Gutachtens im Einzelnen betrifft,
kann darauf hingewiesen werden, dass eine den vorliegenden Gegebenheiten
genügende Auseinandersetzung mit den Standardindikatoren stattgefunden hat.
Aufgrund des vom Beschwerdeführer geschilderten Tagesprofiles wurde geschlossen,
das funktionelle Niveau sei nicht gravierend beeinträchtigt. Berücksichtigt wurden
namentlich die Belastungen und das Ressourcenpotenzial des Beschwerdeführers (IV-
3.2.
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act. 227-61). Auch die Persönlichkeitsfaktoren - die leichten narzisstischen
Persönlichkeitszüge, die emotional instabilen Züge und die leichte Kränkbarkeit -
wurden in die Würdigung einbezogen (IV-act. 227-62). Zur Konsistenzprüfung wurde im
psychiatrischen Teil des Gutachtens angegeben, es hätten sich vielerlei Inkonsistenzen
gezeigt, etwa bei der Ausprägung der Beschwerdesymptomatik (sehr wechselnde
Sprache; anfängliche Wortfindungsstörungen und Stottern hätten sich im Verlauf der
Exploration gelegt; kräftiger Händedruck trotz als paretisch empfundener Hand;
Autofahren bei Angabe diesbezüglicher beschwerdebedingter Einschränkung),
vermutlich aber ohne dass eine bewusste Aggravation vorhanden wäre (IV-
act. 227-62). Nach dem Ergebnis der psychiatrischen Beurteilung sind Belastungs-,
Durchhalte- und Umstellungsfähigkeit des Beschwerdeführers herabgesetzt (IV-
act. 227-61). Nach gutachterlicher Beurteilung war ein Leidensdruck des
Beschwerdeführers spürbar (IV-act. 227-58); er zeigte ausserdem wenig
Krankheitseinsicht (vgl. IV-act. 227-62).
Der Beschwerdeführer erhebt diverse Einwände gegen die Stichhaltigkeit des
Begutachtungsergebnisses. Er stützt sich dabei insbesondere auf eine Stellungnahme
von Dr. K._, der ihn seit April 2016 behandelt (vgl. IV-act. 201-2), vom 27. April 2017.
Dieser beanstandet zunächst, dass die - für die Arbeitsfähigkeitsschätzung sehr
wichtige - Frage nach der (auch von ihm geäusserten) Differenzialdiagnose einer
kombinierten Persönlichkeitsstörung nicht durch eine spezifische testpsychologische
Untersuchung genauer geklärt worden sei. Aus diesem Grund sei unklar geblieben, wie
es zur Diagnose der akzentuierten Persönlichkeitszüge gekommen sei, die nach dem
Gutachten erst noch Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit haben solle, was jedoch
(nur) bei einer Persönlichkeitsstörung zu erwarten sei. Dr. K._ selbst hat in seinem
Bericht vom 13. Juni 2016 ebenfalls eine dissoziative Störung (ohne Benennung der
Klassifikation gemäss ICD) diagnostiziert und als Differenzialdiagnose wie erwähnt eine
kombinierte Persönlichkeitsstörung (F61) erwähnt. Was die Diagnose der dissoziativen
Störung betrifft, besteht demnach Übereinstimmung zwischen Dr. K._ und dem
Gutachten. Inwiefern testpsychologische Mittel die Diagnose oder eben die
Differenzialdiagnose einer kombinierten Persönlichkeitsstörung hätten deutlicher
verifizieren oder ausschliessen lassen sollen, ist nicht ersichtlich. Ein
neuropsychologisches Fachgutachten, das keinen Hinweis auf Unvollständigkeit
enthält, war Bestandteil der polydisziplinären Untersuchung. Wesentlicher als die
Bezeichnung der zutreffenden Diagnose ist invalidenversicherungsrechtlich betrachtet
zudem jedenfalls, welche Auswirkungen eine Erkrankung auf die Arbeitsfähigkeit hat,
also welcher psychopathologische Befund und welcher Schweregrad der Symptomatik
3.2.1.
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vorliegt (vgl. Bundesgerichtsentscheid vom 15. März 2016, 9C_634/2015 und
9C_665/2015 E. 6.1). Die Auswirkungen der psychischen Störung sind im Gutachten
berücksichtigt worden. Eine psychiatrische Untersuchung kann zudem von der Natur
der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen und eröffnet praktisch immer einen
gewissen Spielraum, innerhalb dessen verschiedene medizinisch-psychiatrische
Interpretationen möglich und zulässig und zu respektieren sind, sofern der Experte lege
artis vorgegangen ist (vgl. Bundesgerichtsentscheid vom 5. April 2019, 9C_668/2018
E. 3.5). Die akzentuierten Persönlichkeitszüge des Beschwerdeführers wurden im asim-
Gutachten im Übrigen als Unterkategorie benannt, während es danach die dissoziative
Störung ist, welche die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers einschränkt. Des
Weiteren besteht in diagnostischer Hinsicht, was das Vorliegen einer dissoziativen
Störung und akzentuierter Persönlichkeitszüge des Beschwerdeführers betrifft, auch
Übereinstimmung mit der ebenfalls fachärztlichen Beurteilung durch Dr. E._. - In
seinem Bericht vom 13. Juni 2016 hatte Dr. K._ schliesslich noch erwähnt, es sei
nicht auszuschliessen, dass die psychiatrische Symptomatik beim Beschwerdeführer
im Sinn eines "hirnorganischen Psychosyndroms" (Sammelbezeichnung für psychische
Störungen infolge körperlicher Ursachen bzw. Hirnschädigungen, vgl. Pschyrembel,
267. A. 2017, S. 1489) gewertet werden müsse. Und er selbst hatte bei der von ihm
gestellten Diagnose der dissoziativen Störung als Unteraspekt eine "sonstige
organische Persönlichkeits- und Verhaltensstörung aufgrund einer Krankheit,
Schädigung oder Funktionsstörung des Gehirns" (mit der Klassifikation F07.8) genannt.
Nach Kenntnisnahme vom Gutachten, in der Stellungnahme vom April 2017, erwähnte
er ein mögliches organisches Psychosyndrom des Beschwerdeführers nicht mehr. Bei
der asim-Begutachtung waren denn auch neurologisch keine Hinweise auf eine
organische Genese der Beschwerden gefunden und es war festgestellt worden, es
handle sich um eine funktionelle - und damit dem psychiatrischen Fachgebiet
zuzuordnende - sensomotorische Hemisymptomatik rechts (vgl. IV-act. 227-82 unten).
Auch bei der orientierenden verhaltensneurologischen und umfassenden
neuropsychologischen Fachbegutachtung, die zahlreiche klinisch wissenschaftlich
validierte und standardisiert durchgeführte Testverfahren umfasste, waren nicht nur
keine klinisch relevanten Einschränkungen der kognitiven Leistungsfähigkeit gefunden
worden, sondern es war ausdrücklich festgehalten worden, dass die mit den ansonsten
im Normbereich liegenden Konzentrations- und Arbeitsgedächtnisleistungen
kontrastierende, knapp unterdurchschnittliche Leistung in der verzögerten
Abrufbedingung im verbalen Lerntest klinisch mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
nicht als neuropsychologisches Korrelat einer hirnorganischen Dysfunktion zu
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 20/26
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interpretieren sei (vgl. IV-act. 227-105). Es waren wie erwähnt insgesamt unauffällige
Leistungen festgestellt worden (a.a.O).
Dr. K._ rügt am Gutachten des Weiteren eine - angesichts des auf der
Zeitachse sehr wechselhaften Symptomenkomplexes des Leidens des
Beschwerdeführers - unzulässige Extrapolierung von Beobachtungen zu den
Untersuchungszeitpunkten bei Nichtberücksichtigung konsistenter Vorbefunde. Es
ergibt sich indessen kein Hinweis darauf, dass der Umstand der Wechselhaftigkeit des
Leidens im psychiatrischen Gutachten ungenügend berücksichtigt worden wäre. Die
psychiatrische Krankheitsanamnese wurde detailliert erfasst. Es waren bei der
Begutachtung ferner diverse Symptome (und es war nicht etwa ein nahezu unauffälliger
Zustand) zu verzeichnen gewesen. So hinkte der Beschwerdeführer, sprach - bei
allerdings sehr abwechselnder Sprechweise - stotternd, konnte die Worte teilweise
nicht formulieren und sein rechter Arm sank ab (vgl. IV-act. 227-58). Ausserdem
beklagte er, damals nicht Autofahren zu können (allerdings sei er die kurze Strecke
doch gefahren), und seit sechs Wochen verstärkte Beschwerden zu haben (vgl. IV-
act. 227-55). Auch bei der neurologischen Abklärung gab der Beschwerdeführer eine
Bewegungseinschränkung (ähnlich einer Blockade) und Kraftlosigkeit an (vgl. IV-
act. 227-75; vgl. die - organisch betrachtet - uneingeschränkte Funktionsfähigkeit des
rechten Armes, IV-act. 227-86, -81 f.). Die Gutachterin der Psychiatrie berücksichtigte,
dass das Auftreten der Symptomatik fluktuierend sei und sich in Konfliktsituationen zu
verstärken scheine (IV-act. 227-60). Dass medizinisch unsachgerechte Schlüsse aus
einer blossen Momentaufnahme gezogen worden wären, ist durch keinen Anhaltspunkt
zu erkennen (vgl. auch unten E. 3.2.5).
3.2.2.
Auffällig erscheint gemäss der Aktenlage die wechselvolle Berufsanamnese des
Beschwerdeführers. Nach der dreijährigen Ausbildung hatte der Beschwerdeführer
diverse kürzere Anstellungen. Die Gutachterin hat sich jedoch auch damit
auseinandergesetzt (vgl. IV-act. 227-60 und -61 i.V.m. IV-act. 227-19). Sie würdigte
ausserdem die namhaften Belastungen, die der Beschwerdeführer in der
Familiengeschichte erlitten hat (vgl. IV-act. 227-61, vgl. auch IV-act. 227-22, IV-
act. 141-25; vgl. auch Lebenslauf, IV-act. 55-3 ff.). - Es kann des Weiteren
angenommen werden, dass dem Umstand des möglichen plötzlichen Auftretens der
Symptome (vgl. IV-act. 227-61) mit dem einschränkenden medizinisch als zumutbar
betrachteten Anforderungsprofil (vgl. IV-act. 227-62) begegnet wurde, das darauf
hinzielt, die konflikt- bzw. besonders belastungsträchtigen Situationen im
Arbeitsbereich auszusparen.
3.2.3.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 21/26
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Weiter wird beanstandet, aus dem sehr guten Ressourcen-Potenzial gemäss der
Alltagsgestaltung und dem sozialen Umfeld des Beschwerdeführers sei zu Unrecht auf
ein nicht gravierend beeinträchtigtes funktionelles Niveau geschlossen worden. Zwar
trifft zu, dass auf gesundheitliche Beeinträchtigungen im Alltag ausserhalb einer
Erwerbstätigkeit leichter Rücksicht genommen werden kann, als es in einer Anstellung
möglich ist. Das festgestellte Funktionsniveau wurde jedoch nach der Aktenlage
gutachterlich als so hoch eingeschätzt, dass - in einem teilweisen Ausmass - auch eine
Erwerbstätigkeit als medizinisch zumutbar betrachtet wurde.
3.2.4.
Die Gutachterin der Psychiatrie diskutierte auch die abweichenden
medizinischen Beurteilungen (IV-act. 227-61) und stellte fest, dem Postulat einer vollen
Arbeitsunfähigkeit durch den behandelnden Psychiater könne anhand der Exploration
"nicht gefolgt" werden. Der Beschwerdeführer weise eine regelmässige Tagesstruktur
auf und sei teilweise auch "arbeitsfähig" (ev. gemeint arbeitstätig). Fraglich bleibe die
Art der Arbeitstätigkeit. Der Beschwerdeführer sei immer wieder mindestens zu 50 %
"arbeitsfähig" (ev. wiederum gemeint arbeitstätig). Aktuell scheine es, dass der
Beschwerdeführer unter intensiveren psychotherapeutischen Massnahmen durchaus in
der Lage wäre, einer Arbeit regelmässig nachzugehen, aktuell im 50-prozentigen
Pensum; ob eine Steigerung der Leistungsfähigkeit möglich wäre, bleibe aufgrund der
verhaltenen Prognose mit fortgeschrittener Chronifizierung und praktisch nicht
vorhandener Introspektionsfähigkeit bezüglich der psychosomatischen Genese offen
(oder es könne offen bleiben; vgl. IV-act. 227-61). Im Weiteren legte die Gutachterin der
Psychiatrie dar, der Beurteilung des früher behandelnden Psychiaters, der keine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit beim Beschwerdeführer gesehen habe, könne auch
"nicht vollkommen gefolgt" werden. Der Beschwerdeführer berichte, dass die
Symptomatik unvermittelt auftrete und ein verschiedenes Ausmass zeige, und es
komme immer wieder zu notfallmässigen Konsultationen. Abschliessend hielt die
Gutachterin fest, es sei davon auszugehen, dass die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers dadurch grundsätzlich längerfristig teilweise eingeschränkt sei (vgl.
IV-act. 227-61). Sie beurteilte die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers für eine
diversen Anforderungen entsprechende, angepasste Tätigkeit ihrerseits in der Folge
(nach Prüfung der objektivierenden Indikatoren, einschliesslich Berücksichtigung der
vielerlei Inkonsistenzen, vgl. IV-act. 227-62) mit einem Grad von 80 % (vgl. IV-
act. 227-62), und zwar retrospektiv für die Zeit seit 2014. Nach den Ausführungen im
psychiatrischen Gutachten insgesamt ist anzunehmen, dass sie mit dieser Schätzung
eine über eine längere Zeit hinweg vom Beschwerdeführer zumutbarerweise
erreichbare Arbeitsfähigkeit bezeichnet hat. Dieses Ausmass an Arbeitsfähigkeit von
3.2.5.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 22/26
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4.
80 % wurde denn auch in der polydisziplinären Beurteilung übernommen (vgl. IV-
act. 227-14). Das erscheint angesichts der interdisziplinären Feststellung und
Begründung, wonach das funktionelle Niveau des Beschwerdeführers - nicht
gravierend - beeinträchtigt (und seine Klage über eine herabgesetzte Belastungs-,
Durchhalte- und Umstellungsfähigkeit mit seiner Alltagsfähigkeit nicht ohne weiteres in
Einklang zu bringen) sei (IV-act. 227-12), nachvollziehbar und stichhaltig.
Die Arbeitsfähigkeitsschätzungen der behandelnden Ärzte vermögen gegen die
in Kenntnis der Akten und des Sachverhalts abgegebene polydisziplinäre
gutachterliche Schätzung im Beweiswert nicht anzukommen. Behandelnde Ärzte
haben zwar einerseits die (vorteilhafte) Möglichkeit einer längeren Beobachtungszeit
(vgl. Bundesgerichtsentscheid vom 21. Dezember 2005, 4P.254/2005), anderseits
haben sie aber einen therapeutischen Auftrag (vgl. Bundesgerichtsentscheid vom
25. Mai 2007, I 514/2006) und befinden sich zudem in einer Vertrauensstellung zu ihren
Patienten (vgl. Bundesgerichtsentscheid vom 27. August 2008, 8C_588/2007; BGE
125 V 353 E. 3b/cc), so dass es nicht ihre Sache sein kann, deren Arbeitsfähigkeit
objektiv einschätzen zu müssen (vgl. Bundesgerichtsentscheid vom 22. April 2014,
9C_184/2014). Das ist bei der Beweiswürdigung zu berücksichtigen. Vorliegend ist
diesbezüglich etwa darauf hinzuweisen, dass sich die von Dr. K._ angenommenen
eingeschränkten Konzentrationsleistungen und kognitiven Störungen bei der
Begutachtung nicht hatten objektivieren lassen.
3.2.6.
Zusammenfassend liegen keine Hinweise darauf vor, dass im Gutachten
wesentliche (etwa den Vorakten und namentlich der Beurteilung von Dr. K._ zu
entnehmende) Gesichtspunkte unberücksichtigt geblieben sein könnten, so dass
diesbezüglich keine konkreten Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise
sprechen (vgl. hierzu Bundesgerichtsurteil vom 14. Dezember 2017, 8C_616/2017
E. 6.2.2; BGE 137 V 210 E. 2.2.2 und 1.3.4). Die Voraussetzungen für den (vollen)
Beweiswert des Gutachtens (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a) sind erfüllt.
3.2.7.
Es kann somit wie erwähnt darauf abgestellt werden, dass der Beschwerdeführer
aus medizinischer Sicht in einer den umschriebenen Voraussetzungen entsprechenden
adaptierten Tätigkeit zumutbarer Weise zu 80 % arbeitsfähig ist. Diese Arbeitsfähigkeit
liegt nach gutachterlicher Feststellung seit 2014 vor.
3.3.
Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist rechtsprechungsgemäss
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen
Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als
4.1.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 23/26
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5.
Gesunde tatsächlich verdienen würde. Dabei ist in der Regel am zuletzt erzielten,
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Lohn
anzuknüpfen (vgl. etwa Bundesgerichtsentscheid 9C_422/2015 vom 7. Dezember
2015).
Der Beschwerdeführer hatte zunächst (bis Mai 2010 im Ausland) wie erwähnt in
zahlreichen verschiedenen Anstellungen gearbeitet (als [...] usw.), wobei die im Ausland
erzielten Löhne nicht bekannt sind. - Bei Eintritt des die erste IV-Anmeldung von März
2012 auslösenden gesundheitlichen Ereignisses (vom 20. Mai 2011) war der
Beschwerdeführer gemäss der Arbeitgeberbescheinigung vom 11. Mai 2012 bei einem
Einkommen von monatlich Fr. 3'900.--, entsprechend jährlich (bei 13 Monatslöhnen)
Fr. 50'700.--, angestellt gewesen (vgl. IV-act. 36). Das Arbeitsverhältnis war ihm
gemäss Bescheinigung aus wirtschaftlichen Gründen gekündigt worden. Dem IK-
Auszug nach zu schliessen hatte das Lohnniveau, gemessen am Einkommen von
Januar bis Juni 2011, allerdings bei rund Fr. 54'200.-- pro Jahr gelegen. Dabei handelte
es sich gemäss IK-Auszug (IV-act. 95) um das höchste erreichte Lohnniveau vor
Aufnahme der Anstellung vom April 2013. - Bei Eintritt der mit der Neuanmeldung vom
Juni 2014 geltend gemachten Verschlechterung (am 3. März 2014) stand der
Beschwerdeführer seit knapp einem Jahr in jenem Anstellungsverhältnis, für welches
ihm gemäss Arbeitsvertrag ein Basislohn von Fr. 68'039.-- zustand und bei [...] ein [...]-
Erfolgsanteil von Fr. 2'041.-- pro Jahr in Aussicht gestellt worden war. Gemäss IK-
Auszug wurde ihm für die Zeit von April bis Dezember 2013 der Basislohn ausbezahlt.
Ob das Ausbleiben des Erfolgsanteils damals krankheitsbedingt war, lässt sich nicht
ersehen. Selbst wenn nicht von Fr. 68'039.--, sondern mit der Beschwerdegegnerin
von einem Valideneinkommen von Fr. 70'080.-- - anzunehmen für das Jahr 2014 -
ausgegangen wird, ergibt sich kein rentenbegründender Invaliditätsgrad, wie sich aus
dem Folgenden ergibt.
4.2.
Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. -
Der Beschwerdeführer hat nach der Aktenlage zwar, was im Sinn seiner
Schadenminderungspflicht lag und anerkennend erwähnt werden kann, immer wieder
Erwerbstätigkeiten gesucht und aufgenommen. Er hat demnach auch von sich aus den
Führerschein erworben und war als Chauffeur tätig. Indessen hat er nach der Aktenlage
keine Arbeitsstelle mehr angetreten, deren Entlöhnung für die Bestimmung des
zumutbaren Invalideneinkommens repräsentativ wäre, denn er hat sein von den
Gutachtern als medizinisch zumutbar betrachtetes Pensum nicht ausgeschöpft. Bei
5.1.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 24/26
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solchen Verhältnissen ist für die Bemessung des Invalideneinkommens in der Regel auf
die Tabellenlöhne abzustellen.
Zu klären ist allerdings vorweg, ob anzunehmen sei, dem Beschwerdeführer
stünden realistischerweise noch Arbeitsmöglichkeiten offen. Dabei ist für die
Invaliditätsbemessung aber nicht der tatsächliche, sondern ein ausgeglichener
Arbeitsmarkt relevant. Dieser theoretische und abstrakte Markt (vgl. BGE 134 V 64,
BGE 129 V 480 E. 4.2.2) hat rein hypothetischen Charakter und dient dazu, die Risiken
von Arbeitslosigkeit und Invalidität voneinander abzugrenzen (vgl. Entscheide des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts [seit 1. Januar 2007: Bundesgericht] vom
10. Juli 2006, I 186/05 E. 2.3, vom 3. Juni 2004, I 252/03 E. 2.2.3, und vom 16. Juli
2003, I 758/2002; BGE 110 V 276 E. 4b). Für die Bestimmung des
Invalideneinkommens kommt es demnach nicht darauf an, ob eine invalide Person
unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen tatsächlich vermittelt werden kann,
sondern einzig darauf, ob und in welchem Rahmen sie die ihr verbliebene Arbeitskraft
noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot
an Arbeitskräften entsprächen (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 4. Mai 2018,
9C_294/2017 E. 5.4.2., AHI 1998 S. 287 E. 3b). Ein ausgeglichener Arbeitsmarkt weist,
was die verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch den
körperlichen Einsatz angeht, einen Fächer verschiedenster Tätigkeiten auf (vgl.
Bundesgerichtsentscheide vom 9. Januar 2015, 8C_652/2014, und vom 10. April 2019,
8C_811/2018 E. 4.4.1). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts umfasst er
selbst sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei
welchen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers
rechnen können (vgl. Bundesgerichtsurteile vom 8. Oktober 2015, 8C_582/2015, vom
28. November 2014, 9C_485/2014, und vom 29. August 2013, 8C_514/2013).
Realitätsfremde Einsatzmöglichkeiten dürfen bei der Invaliditätsbemessung aber nicht
berücksichtigt werden. Von einer zumutbaren Tätigkeit im Sinn von Art. 16 ATSG kann
insbesondere dort nicht gesprochen werden, wo sie nur in so eingeschränkter Form
möglich ist, dass sie der allgemeine Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt, oder dass sie
nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers
möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle deshalb von vornherein als
ausgeschlossen erscheint (vgl. Bundesgerichtsurteile vom 8. Oktober 2015,
8C_582/2015, und vom 28. April 2010, 8C_1050/2009; ZAK 1991 S. 318 E. 3b). Von
solchen Verhältnissen ist allerdings vorliegend nicht auszugehen, obwohl für eine
angepasste Tätigkeit wie erwähnt einige einschränkende Kriterien zu erfüllen sind. So
soll eine Tätigkeit, um angepasst zu sein, möglichst ohne Kundenkontakte stattfinden
können, geringe Anforderungen an Teamarbeit und Kommunikation sowie nicht zu
5.2.
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hohe Anforderungen an kreative Fähigkeiten stellen, und die Möglichkeit bieten,
Pausen einzulegen (vgl. IV-act. 227-14). Im Gutachten wird zwar einzig Backoffice-
Arbeit erwähnt. Es kann aber angenommen werden, dass auf einem hypothetischen
ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit verschiedensten Anforderungsprofilen angepasste
Tätigkeiten für den Beschwerdeführer in ausreichender Zahl zu finden sind und das
Finden einer Anstellung nicht geradezu realitätsfremd ist. Die Verwertbarkeit ist an den
Arbeitsmöglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt für Tätigkeiten auf der Stufe des untersten
Kompetenzniveaus (1, einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art) aller
Wirtschaftszweige zu messen. Der Beschwerdeführer hat ausserdem früher bereits in
unterschiedlichen Funktionen gearbeitet und auch wiederholt neue Anstellungen
gefunden. Gemäss dem Ergebnis der Begutachtung ist ihm bei Berücksichtigung der
genannten Voraussetzungen medizinisch gesehen eine teilweise Leistungsfähigkeit auf
dem Arbeitsmarkt - im Umfang von 80 %, also in weitreichendem Umfang - zumutbar.
Im Jahr 2014 lag der durchschnittliche Bruttolohn von Männern für einfache
Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art (Kompetenzniveau 1) im privaten
Sektor bei Fr. 66'453.-- (vgl. Anhang 2 der Textausgabe Invalidenversicherung,
Allgemeiner Teil des Sozialversicherungsrechts, Gesetze und Verordnungen, 2019,
herausgegeben von der Informationsstelle AHV/IV, S. 228, basierend auf der Tabelle
TA1 der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung LSE des Bundesamtes für Statistik).
5.3.
Bestehen im Einzelfall Anhaltspunkte dafür, dass die versicherte Person ihre
gesundheitlich zumutbare verbleibende (Rest-) Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen
Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann, ist
ein Abzug von den Tabellenlöhnen zu machen. Bei der Bestimmung der Höhe des
Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das
Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu
schätzen und insgesamt auf höchstens 25 % des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl.
BGE 134 V 322 E. 5.2 und BGE 126 V 75). - Die gesundheitlich bedingten
Einschränkungen des Beschwerdeführers sind in der medizinisch begründeten
Arbeitsunfähigkeitsschätzung enthalten. Insbesondere berücksichtigt diese den
Pausenbedarf. Der Umstand, dass eine Tätigkeit (des hier relevanten Ausmasses von
80 %) vollzeitlich, aber nur mit eingeschränktem Rendement möglich ist, ist nach der
mehrfach bestätigten Rechtsprechung des Bundesgerichts nicht abzugsrelevant (vgl.
Bundesgerichtsentscheide vom 16. Mai 2019, 8C_705/2018 E. 4.3, vom 13. Februar
2017, 9C_762/2016 E. 5, und vom 8. Mai 2018, 8C_211/2018 E. 4.4). Ein mehr als
10 % ausmachender Abzug fällt bei den vorliegenden Gegebenheiten jedenfalls nicht in
Betracht.
5.4.
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6.