Decision ID: 8b6cd4f6-111e-44dc-9d95-82bfa6783a06
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1962,
ist
seit September 1990 als Administrator Post Distri
bution
bei der
Z._
angestellt. Daneben war er
seit November 2003
als Verteilbote
für die
A._
in
B._
tätig
(
Urk.
7/21/2
Ziff.
2.1 und 2.7,
Urk.
7/11/2
-3
Ziff.
2.1,
2.7
und 2.9
).
Der Versicherte
war über die
Z._
bei der
axa
Versicherungen AG (nachfolgend:
axa
) gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert, als er sich am 19. Au
gust 2007
bei einem Verkehrsunfall
ein Polytrauma zuzog (
vgl.
Urk.
7/15/11 unten).
Die
axa
erbrach
te die gesetzlichen Leistungen.
1.2
Der Versicherte meldete sich a
m 16. April 2008
wegen der Folgen des Unfalles vom 19. August 2007
bei der Invali
denversicherung an (
Urk.
7/9
Ziff.
7.2
).
Die Sozialversicherungsanstalt d
es Kantons Zürich, IV-Stelle, holte medizinische
Berichte (
Urk.
7/19,
Urk.
7/22
), Arbeitgeberberichte (
Urk.
7/11
,
Urk.
7/21
,
Urk.
7/41
) und
Auszüge aus de
m individuellen Konto (IK-Auszüge
,
Urk.
7/8,
Urk.
7/12) ein und zog Akten der
axa
(
Urk.
7/14-15,
Urk.
7/
28-29) bei. Mit V
erfügung vom 6. Mai 2009
(
Urk.
7/42,
Urk.
7/34) sprach die IV-Stelle dem Versicherten ab dem 1. August 2008 eine ganze Rente zu.
Mit Verfügung vom 31. August 2009
(
Urk.
7/56)
sprach d
ie
Y._
dem Versicherten ab dem 1. September 2009 eine 50%i
ge Invalidenrente zu
.
Mit Verfügung vom 10. Juni 2010 (
Urk.
7/80) setzte die IV-Stelle die ganze auf eine halbe Rente
der Invalidenversicherung
herab.
1.
3
M
it Verfügung vom 28. Januar 2011
stellte die
axa
die ausgerichteten
Unfallt
ag
gelder
per 31. Dezember 2010
ein und sprach dem Versicherten ab dem 1. Januar 2011 eine Invalidenrente
basierend auf einem Invaliditätsgrad
von 41
%
sowie
eine Integritätsentschädigung zu (
Urk.
7/88 S. 6).
1.
4
Mit Vorbescheid vom
2.
Februar 2011 (
Urk.
7/93) stellte die IV-Stelle dem Versi
cherten die Einstellung der Invalidenrente in Aussicht.
Im
September 2011
wurde
in der
C._
eine Evaluation der funktionellen Leistungsfä
higkeit
durchgeführt
(
Urk.
7/107). Am
2.
Februar 2012 (
Urk.
7/122) stellte die IV-Stelle dem Versicherten den korrigiert
en Vorbescheid (
Urk.
7/123) zu, woge
gen dieser am 1. März 2012 Einwände vorbrachte (
Urk.
7/126).
Mit Verfügung vom 27. März 2012 (
Urk.
7/131 =
Urk.
2) setzte die IV-Stelle die
bisherige
halbe
Rente
bei einem Invaliditätsgrad von neu 48
%
auf eine
Vier
telsrente
herab.
2.
Gegen die Verfügung vom 27. März 2012 (
Urk.
2) erhob der Versicherte am
2.
Mai 2012 Beschwerde mit den Anträgen, diese sei aufzuheben
,
und es sei ihm ab 9. März 2011 eine
Dreiviertelsrente
zuzusprechen (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
1 oben). Die IV-Stelle beantragte am 8. Juni 2012 die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6). Dieses Schreiben wurde dem Beschwerdeführer am 27. Juni 2012 zu
gestellt (
Urk.
8).
Mit Gerichtsverfügung vom 30. Oktober 2012 wurde die
Y._
zum Prozess beigeladen (
Urk.
9 Dispositiv
Ziff.
1), welche am 5. November 2012 auf eine Stellungnahme verzichtete (
Urk.
11).
3.
G
egen den
im
unfallversicherungsrechtlichen Verfahren
ergangenen
Ein
-
sprache
entscheid
der
axa
vom 29. Februar 2012
erhob der Beschwerdeführer
am 13. März 2012
ebenfalls Beschwerde beim hiesigen Gericht.
Das Verfahren ist unter der Nummer
UV.2012.00065 angelegt. Über die Beschwerde wurde mit Urteil vom heutigen Tag entschieden.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs.
1 des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von Art. 17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71
E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
ging davon aus, dass dem Beschwerdeführer eine
behin
derungsangepasst
e
Tätigkeit
mit einem Pensum von 75
%
zumutbar sei
.
Sie
bestimmte das Invalideneinkommen
anhand von Tabellenlöhnen, wobei sie
ausgehend von einer
qualifizierten Tätigkeit im Dienstleistungssektor
ein
Inva
lideneinkommen
von Fr. 50‘125.80
und einen Invaliditätsgrad von 48
%
ermit
telte
(
Urk.
2, Verfügungsteil 2 S. 2).
2.
2
Der Beschwerdeführer
brachte vor, er arbeite seit dem
1. September 2009 wieder mit einem Pensum
von 50
%
bei der
Z._
. Seit
dem 1. März 2012
ar
beite er dort
im Sinne eines
Arbeitsversuches mit einem 60
%
-Pensum (
Urk.
1
S.
3
f.
Ziff.
1.2-1.4).
Der Beschwerdeführer beanstandete
im Weiteren
den von der Beschwerdegegnerin verwendeten Tabellenlohn
. Er machte geltend, bei den ausgeübten Tätigkeiten als Zustellbote und Postbearbeiter bei der
D._
, der
Z._
und der
A._
handle es sich nicht um qualifizierte Tätigkeiten
, sondern um reine Hilfstätigkeiten, die keine besonderen beruflichen Qualifikationen oder Fachkenntnisse erforderten
(
Urk.
1 S. 6
Ziff.
2.2.1).
2.3
Streitgegenstand bildet die Frage
, ob die Beschwerdegegnerin die bisherige halbe Invalidenrente zu Recht auf eine
Viertelsrente
herabgesetzt hat. Zwischen den Parteien ist namentlich die Höhe des Invalideneinkommens strittig.
3.
3.1
Der Beschwerdeführer
erlitt am 19. August 2007
bei einem Verkehrsunfall
ein Polytrauma mit Beckenringverletzung,
Femurschaftfraktur
links,
Vorderarm
fraktur
links und Daumensattelgelenksfraktur links (
Urk.
7/15/11 unten).
Dr.
med.
E._
, Spezialarzt FMH Innere Medizin, stellte in einem Bericht vom 15. Februar 2009 (
Urk.
7/44/2-4) die Diagnosen (S. 1):
Status nach Polytrauma durch Motorradunfall im August 2007 mit:
Beckenfraktur
Oberschenkelfraktur links mit Gefässverletzung
Vorderarm- und Daumenfraktur links
Status nach Osteosynthese
Status nach arteriellem Bypass linker Oberschenkel am 11. Mai 2008
Mu
skeldefizit linker Oberschenkel
3.2
Dr.
E._
gab in
einem weiteren Bericht
vom 23. August 2009 an
,
der
Be
-
schwer
deführer
arbeite
seit der letzten Beur
teilung mit einem Pensum von 50 %
. Mittel- bis langfristig
erhoffe man sich
eine Steigerung der Arbeitsfähig
keit auf 70 - 75
%
bei angepasster Tätigkeit (
Urk.
7/53/2).
3.
3
PD
Dr.
med.
F._
, Spezialarzt für Chirurgie FMH, erstattete am
14. Sep
tember 2010
zuhanden des Unfallversicherers ein
medizinisches Gut
-
achten
(
Urk.
7/85).
PD
Dr.
F._
führte aus,
s
ämtliche Frakturen, die sich der Beschwerdefüh
rer im Rahmen des Verkehrsunfalles zugezogen habe,
seien
komplikationslos abgeheilt und knöche
rn konsolidiert (S. 6
Ziff.
5).
D
er Beschwerdeführer arbeite aktuell im Rahmen eines 50
%
-Pensum
s
in seiner angestammten Tätigkeit, die bereits bis zu einem gewissen Grad entsprechend seinen Möglichkeiten adaptiert worden sei. Gestützt auf die klinisch
e
Untersuchung halte
der Gutachter
eine Steigerung der Gesamtarbeitsfähigkeit auf 75 bis 80
%
für zumutbar, dies im Quervergleich
mit ähnlich gelagerten Patienten
. Im Rahmen eines 75 oder 80
%
-Pensums bei intern zusätzlich adaptierter Tätigkeit verbleibe dem Be
schwerdeführer genügend Zeit für vermehrte Pausen
und eine verlängerte Er
holung
(S. 11
Ziff.
7.1).
3.
4
PD
Dr.
F._
führte
in
einem Schreiben
an die Beschwerdegegnerin
vom 17. September 2010 (
Urk.
7/84)
ergänzend aus
, er teilte die Meinung
von Prof.
Dr.
med.
G._
, wonach der Beschwerdeführer kaum mehr in der Lage sein dürfte,
in der angestammten Tätigkeit ein Arbeitspensum von 100
%
zu leisten, wogegen
ihm
bei gut adaptierter Tätigkeit -
körperlich leichtere, wechselnd be
lastende, vorwiegend sitzend geleistete Arbeit - ein Pensum von 75
%
, allenfalls bis zu 100
%
,
zumutbar sein sollte
. Es bestehe eine Gesamtarbeitsfähigkeit mit einer Obergrenze zwischen 75 und 80
%
, verteilt auf fünf Wochentage à sechs bis sieben Stunden. Auf dieser Basis sollte es dem Beschwerdeführer möglich sein, gelegentliche Pausen und Erholungszeiten einzuschalten (S. 2).
3.
5
Am 8./9. September 2011
wurde
in der
C._
eine Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL)
durchgeführt
. Der Bericht vom 14. No
vember 2011 (
Urk.
7/107) ist von
H._
, Therapeutin
Ergonomie, med.
pract
.
I._
, Facharzt
für
Physikalische Medizin und Rehabilita
tion,
Oberarzt,
und
Dr.
med.
J._
, Facharzt
für
Physikalische Medizin und Rehabilitation FMH,
Medizinischer Leiter,
unterzeichnet (S. 4).
Die Fachleute
führten aus, die gezeigte Leistungsfähigkeit sei in Anbetracht des stattgehabten Traumas als gut und adäquat zu beurteilen (S. 3 unten). Die be
rufliche Tätigkeit als Postbearbeiter sei
dem Beschwerdeführer
ganztags zumut
bar, wobei
er
zusätzliche Pausen von zirka zwei Stunden pro Tag (kumulierende Schmerzen im Tagesverlauf) benötige.
W
iederholte
s Hantieren mit schweren Lasten
sei nicht möglich
.
Der Beschwerdeführer
könne maximal zwei S
tunden am Stück Sitzen.
Zu vermeiden seien Gehen auf unebenem Gelände, Ersteigen von Leitern, Einnehmen
einer
H
ockeposition
sowie
Kriechen und Knien (
S. 4).
3.
6
Dr.
med.
K._
, Orthopädische Chirurgie und Traumatologie FMH, Regionalärztlicher Dienst der Beschwerdegegnerin (RAD),
nahm am
29. November 2011 (
Urk.
7/121 S. 4)
zu d
en medizinischen Akten Stellung. Er
führte aus
,
nach
dem Bericht
zur
EFL
bestehe
für die berufliche Tätigkeit als Postbearbeiter eine ganztägige Arbeitsfähigkeit mit zusätzlichen Pausen von insgesamt zirka zwei Stunden pro Tag.
Der RAD sei i
n
einer
Stellungnahme vom 25. Oktober 2010 (vgl.
Urk.
7/91 S. 4) von einer Besserung des Gesund
heitszustandes des Beschwerdeführers respektive der funktionellen Leistungsfä
higkeit ausgegangen. Diese sei nun mittels EFL objektiviert worden. Danach gelte in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Postbearbeiter respektive in einer
angepassten Tätigkeit
seit
dem 1. September 2010 eine Arbeitsfähigkeit von 75
%
(Pensum von 100
%
abzüglich zwei Stunden zusätzlicher Pausenbedarf).
3.7
Dr.
E._
gab
in einem
weiteren
Bericht vom 15. Januar 2012 (
Urk.
7/117) an, der Beschwerdeführer klage nach ein
er Arbeitstätigkeit von 50
%
über Er
schöpfung mit anhaltendem Erholungsbedürfnis (
Ziff.
1).
Er
sei mit einer Ar
beitstätigkeit von 50
%
als Postmitarbeiter glaubhaft bis an seine Grenzen be
lastet. Eine Steigerung auf 60
%
könne als Arbeitsversuch getestet werden. Es scheine nicht ausgeschlossen, dass
der Beschwerdeführer
a
uch dieses Pensum schaffe
(
Ziff.
2). Bei der Tätigkeit im Postbereich handle es sich unter Rücksicht auf die nicht mehr möglichen Arbeiten bereit
s um eine angepasste Tätigkeit (
Ziff.
3).
4.
4.1
Vergleichszeitpunkt für eine massgebliche
Verä
nderung der Verhältnisse ist die
am 10. Juni 2
010 verfügte Rentenherabsetzung
. Der Beschwerdeführer
verrich
tete
zu diesem Zeitpunkt in der angestammten Tätigkeit
bei der
Z._
ein
P
ensum von 50
%
(
Urk.
7/80/5 unten).
Im
Vergleich mit d
er Verfügung vom 10. Juni 2010
ist
im Rahmen der aktuellen Revision
gemäss der in der
C._
durchgeführten
EFL
und
mit dem
RAD der Beschwerdegegnerin davon auszugehen, dass in einer
behinde
rungsangepassten
Tätigkeit seit dem 1. September 2010 eine zumutbare Ar
beitsfähigkeit von 75
%
besteht.
Ist dem Beschwerdeführer eine
angepasste Tä
tigkeit
möglich,
muss
nicht weiter darauf eingegangen werden,
inwieweit er
in der angestammten
Tätigkeit bei der
Z._
e
in höheres Arbeitspensum
bewältigen kann
.
Nachfolgend ist daher von
einer zumutbaren Arbeitsfähigkeit von 75
%
in einer angepassten
Tätigkeit auszugehen.
4.2
4.2.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
Bei der Ermittlung des ohne invalidisier
enden Gesundheitsschaden erziel
baren Einkommens (
Valideneinkommen
) ist entscheidend, was die versicherte Person aufgrund ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit ohne den Gesundheitsschaden, aber sonst bei un
veränderten Verhältnissen verdienen würde (RKUV 1993 Nr. U 168 S. 100 E. 3b mit Hinweisen).
Da nach
empirischer Feststellung in der Regel die bisherige Tä
tigkeit im Gesundheitsfall weitergeführt worden wäre, ist Anknüpfungspunkt für die Bestimmung des
Valideneinkommens
grundsätzlich der zuletzt erzielte, der Teuerung sowie der realen Einkommensentwicklung angepasste Verdienst (RKUV 1993 Nr. U 168 S. 101 E. 3b am Ende, ZAK 1990 S. 519 E. 3c).
4.2.2
Nach
höchstrichterlicher
Rechtsprechung ist ein Nebenerwerbseinkommen beim
Valideneinkommen
zu berücksichtigen, wenn es im Gesundheitsfall mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit weiterhin erzielt worden wäre (RKUV 2003 U 476 S. 107).
Daher
ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin den
Ne
benverdienst des Beschwerdeführers
bei der
A._
beim
Vali
deneinkommen
berücksichtigte, da davon auszugehen ist, dass
der Beschwer
deführer
den
Nebenerwerb im Gesundheitsfall
beibehalten hätte.
4.2.3
Die Beschwerdegegnerin stellte für den
vor dem Unfall
aus den Haupterwerb bei der
Z._
erzielten Verdienst auf das gemäss IK-Auszug in den Jahren 2004 bis
2006 erzielte Einkommen ab
(vgl.
Urk.
7/120 S. 1)
.
Dabei
werden
für 2004
Fr.
78‘478.--, für 2005
von
Fr.
76‘672.-- und für 2006
Fr.
77‘785.--
aus
gewiesen
(
Urk.
7/8 S. 2). Das
durchschnittliche Einkommen
der genannten Jahre beläuft sich daher auf
Fr.
77‘645.-- (
Fr.
78‘478.-- +
Fr.
76‘672.-- +
Fr.
77‘785.-- : 3)
. Bei einer Nominallohnentwicklung von 1.6
%
im Jahr 2007 (Die Volkswirtschaft, 6-2012, S. 95 Tabelle B10.2
) resultiert entsprechend der weiteren Lohnentwicklung (
Die Volkswirtschaft, 11-2013, S. 87 Tabelle B10.3
)
für 2012
für die Tätigkeit bei der
Z._
ein Einkommen von
Fr.
84‘239
.-- (
Fr.
7
7‘645.-- x 1.016 :
2049 x 2188
).
Für den
bei der
A._
erzielten Verdienst
ist
wiederum auf den IK-Auszug ab
zustellen
.
Demnach erzielte der Beschwerdeführer
im Jahr
2004 ein Einkommen von
Fr.
11‘050.--,
im Jahr
2005 von
Fr.
12‘698.-- und
im Jahr
2006 von
Fr.
13‘180.-- (
Urk.
7/8 S. 2).
Dies führt
für den genannten Zeitraum
zu einem durchschnittlichen Einkommen von
Fr.
12‘309.-- (
Fr.
11‘050.-- +
Fr.
12‘698.-- +
Fr.
13‘180.--: 3) und
a
ngepasst an die seitherige
Lohnentwick
lung
für
das Jahr
2012
zu einem Einkommen von
Fr.
13‘354
.-- (
Fr.
12‘309.-- x
1.016 :
2049 x 2188
). Das
Valideneinkommen
beläuft sich
somit
auf
Fr.
97‘59
3.-- (
Fr.
84‘239.-- +
Fr.
13‘354
.--).
4.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-er
werblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, na
mentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 f. E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom so genannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zu
grunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende
be
triebsübliche
Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 f. E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen
Durch
-
schnitts
werten
ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ur
sprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen
und insgesamt auf höchstens 25
% des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei
ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der
Vergleichsein
kommen
mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
4.4
Der Beschwerdeführer arbeitet
seit
der Wiederaufnahme der Arbeit
mit einem reduzierten Pensum in der angestammten Tätigkeit
bei der
Z._
.
Nach
medizinische
r
Einschätzung
besteht
indes
für eine behinderungsangepasste
Tä
tigkeit
eine höhere
Arb
eitsfähigkeit
von 75
%
.
Das Invalideneinkommen ist da
her anhand von Tabellenlöhnen zu bestimmen.
Nach den vorinstanzlichen Akten
besuchte
der Beschwerdeführer
sechs Jahre die Grund- und drei Jahre die Realschule. 1979 absolvierte er eine einjährige Lehre als Zustellbeamter bei der
D._
, wo er
in der Folge bis
1988 tätig war
(
Urk.
7/63 S. 2 unten,
Urk.
7/47).
Obschon der Beschwerdeführer seit September 1990 bei der
Z._
als Postbearbeiter tätig ist
,
dürfen
für eine andere
als die derzeitige
Tätigkeit
, in welcher der Beschwerdeführer über
Berufserfahrung verfügt,
nicht unbesehen Berufs- und Fachkenntnisse vorausgesetzt werden.
Entgegen der Beschwerdegegnerin ist vom
Total aller Wirtschaftszeige und
da
bei von
Anford
erungsniveau vier
und nicht von Niveau drei
auszugehen, was
zu
einem Tabellenlohn
von
Fr.
4‘901.--
führt
(LSE 2010, S. 26 Tabelle TA1)
.
Zusätzlich ist
ein Abzug vom Tabellenlohn von 10
%
gerechtfertigt
.
Ein höherer
Abzug von 20
%
, wie vom Beschwerdeführer
geltend gemacht
(
Urk.
1 S. 8 f.
Ziff.
2.3
.2
), ist nicht ausgewiesen.
Bei einer Nominallohnentwicklung von 1
%
im Jahr 2011 und 0.8
%
im Jahr 2012 (Die Volkswirtschaft, 11-2013,
S.
87 Ta
belle B10.2)
resultiert
angepasst an
eine
wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden
im Jahr 2012
(Die Volkswirtschaft, a.a.O., S. 86 Tabelle B9.2)
ein Ein
kommen von
Fr.
42‘134
.--
(
Fr.
4‘901
.--
x
0.75
x 12 x 1.01 x 1.008
: 40 x 41.7 x 0.9).
Bei einem
Valideneinkommen
von
Fr.
97‘593
.
--
(vgl. vorn E.
4.2.3)
und ei
nem Invalideneinkommen von
Fr.
42‘134
.--
ergibt sich
ein
e Erwerbseinbusse von
Fr.
55‘459
.--, w
as einem Invaliditätsgrad von
rund 57
%
entspricht.
4.5
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer bei ei
nem
Inva
-
lidi
tätsgrad
von rund 57
%
weiterhin Anspruch auf eine halbe Rente
hat
.
Die angefochtene Verfügung vom 2
7.
März 2012 ist daher aufzuheben und die Beschwerde teilweise gutzuheissen.
5.
5.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist
das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69
Abs.
1
bis
IVG).
Vorliegend
sind die Kosten auf Fr. 700.--
anzusetzen.
Ausgangsgemäss sind sie der
Beschwerde
gegnerin
aufzuerlegen.
5.2
Der Beschwerdeführer hat gestützt auf Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit
§
34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Gestützt auf die genannten Kriterien ist dem Beschwerdeführer eine Prozess
-
entschädigung von
Fr. 2
‘
0
00
.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwert
steuer) zuzusprechen.