Decision ID: a7c029d7-0d6b-5869-9505-96d608ff15fa
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. Am Heimspiel des FC St. Gallen gegen den FC Basel vom 6. Mai 2018 spuckte eine
vermummte Person während des Einlasses in den Gästesektor unmittelbar vor dem
Passieren des inneren Drehkreuzes wiederholt gegen einen zivil gekleideten Polizisten
und verschwand anschliessend umgehend durch das Drehkreuz. Kurz darauf wurde
der Polizist von mehreren Fussballfans aus dem Gästesektor heraus von zwei Seiten
mit drei langen Kunststoffstangen angegriffen (vgl. act. 8/7/3, USB-Stick). Der
betroffene Polizist identifizierte X._ als die spuckende Person (vgl. act. 8/7/4) und
erstattete am 27. Juni 2018 Strafanzeige gegen sie wegen Tätlichkeiten (act. 8/7/2).
X._ wurde am 10. Juli 2018 als beschuldigte Person zu den Anschuldigungen
einvernommen. Dabei machte sie von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch,
unter anderem auch bezüglich der Frage, ob sie am Spiel anwesend gewesen sei
(act. 8/7/6). Mit Strafbefehl vom 16. Januar 2019 sprach das Untersuchungsamt
St. Gallen X._ wegen der Spuckattacke vom 6. Mai 2018 der Beschimpfung schuldig
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und bestrafte sie mit einer Geldstrafe von zwanzig Tagessätzen zu je CHF 100, bedingt
aufgeschoben bei einer Probezeit von zwei Jahren, und mit einer Busse von CHF 400
(act. 3/3). Dagegen erhob X._ Einsprache (act. 3/4); das entsprechende Strafverfahren
ist derzeit noch pendent.
B. Bereits am 30. Oktober 2018 hatte die Stadtpolizei St. Gallen gegen X._ ein
Rayonverbot mit Geltung vom 7. November 2018 bis und mit 3. November 2020
verhängt. Dabei wurde ihr der Aufenthalt anlässlich von Fussballspielen der
1. Mannschaft des FC Basel in einem Ort der Schweiz (ausgenommen Orte in den
Kantonen Basel-Landschaft und Basel-Stadt) in den festgelegten örtlichen Rayons, in
denen sich das betreffende Stadion bzw. die betreffende Spielstätte oder ein Bahnhof
befindet, während des Zeitraums von vier Stunden vor bis vier Stunden nach einem
Fussballspiel verboten (act. 8/4/7). Dagegen erhob X._ Rekurs beim Sicherheits- und
Justizdepartment des Kantons St. Gallen, welches mit Entscheid vom 27. Februar 2019
das Rechtsmittel abwies (act. 2).
C. X._ (Beschwerdeführerin) erhob gegen den Entscheid des Sicherheits- und
Justizdepartments (Vorinstanz) vom 27. Februar 2019 mit Eingabe ihres
Rechtsvertreters vom 8. März 2019 Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Sie
beantragte, unter Kosten- und Entschädigungsfolge sei der angefochtene Entscheid
und demgemäss das Rayonverbot gegen die Beschwerdeführerin aufzuheben. Zudem
sei ihr auch für das vorinstanzliche Verfahren eine angemessene Parteientschädigung
auszurichten (act. 1). Die Vorinstanz beantragte mit Vernehmlassung vom 15. April
2019 die Abweisung der Beschwerde und verwies zur Begründung auf die Erwägungen
im angefochtenen Entscheid (act. 7). Dazu nahm die Beschwerdeführerin mit Eingabe
vom 15. Mai 2019 Stellung (act. 10). Die Vorinstanz verzichtete am 28. Mai 2019 auf
eine weitere Stellungnahme (act. 12).
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten und die Akten wird, soweit wesentlich,
in den Erwägungen eingegangen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
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1. (...)
2. Die Beschwerdeführerin wendet zunächst ein, die Videoaufnahmen seien
unverwertbar und daher aus den Akten zu entfernen (act. 10).
2.1. Die Frage, welche Beweismittel zulässig sind und wie das Gericht den relevanten
Sachverhalt feststellt, fällt in den Bereich des Verwaltungsrechts, welches
grundsätzlich durch das kantonale Recht geregelt wird. Gemäss Art. 12 Abs. 1 VRP
ermittelt die Behörde oder das von ihr beauftragte Verwaltungsorgan den Sachverhalt
und erhebt die Beweise von Amtes wegen durch Befragen von Beteiligten,
Auskunftspersonen und Zeugen, durch Beizug von Urkunden, Amtsberichten und
Sachverständigen, durch Augenschein sowie auf andere geeignete Weise. Das
öffentliche Prozessrecht enthält im Gegensatz zum Strafprozessrecht keine explizite
Norm zur Verwertbarkeit rechtswidrig erhobener Beweismittel. Beim Vorliegen
wichtiger öffentlicher Interessen spricht sich die herrschende Lehre jedoch für deren
Verwertbarkeit aus, unter der Voraussetzung, dass der Kerngehalt von Grundrechten
nicht beeinträchtigt wird. Wenn die rechtswidrig erlangten Beweise im Prozess auf
zulässige Weise hätten beigebracht werden können, ist ebenfalls eine Abwägung der
vorliegenden Interessen vorzunehmen. Diese Ansicht stimmt mit der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung überein (BGE 139 II 95 E. 3.1, in: Pra102 [2013]
Nr. 83 mit weiteren Hinweisen; 120 V 435 E. 3b; vgl. auch B. Waldmann, in: Waldmann/
Weissenberger [Hrsg.], VwVG-Praxiskommentar Verwaltungsverfahrensgesetz, 2. Aufl.
2016, N 19 zu Art. 19 VwVG).
2.2. Soweit sich die Beschwerdeführerin auf das Reglement über die
Videoüberwachung im Umfeld der Arena St. Gallen (sRS 412.5) beruft, ist ihr zunächst
entgegenzuhalten, dass vom Reglement lediglich der Videoeinsatz im Umfeld des
Stadions erfasst wird, nicht aber derjenige im Eingangsbereich bzw. im Innern des
Stadions. Innerhalb der Arena St. Gallen gelten für den Veranstalter die Bestimmungen
der Swiss Football League (SFL): Das entsprechende Sicherheitsreglement verlangt
zwecks Beweismittelsicherung denn auch fest installierte oder mobile Videokameras,
wobei die Bildauswertungen zwecks Täteridentifikation der Polizei zu übergeben sind
(vgl. Vorlage Stadtparlament Nr. 3293 vom 3. Juli 2007 Ziff. 1.1; Art. 10 lit. j des
Sicherheitsreglements der SFL, www.sfl.ch/sfl/reglementedokumente). Unter diesen
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Umständen ist nicht weiter zu prüfen, ob vorliegend das Videomaterial rechtswidrig
erlangt wurde, da dieses auf zulässige Weise hätte beigebracht werden können.
Schliesslich dient das Rayonverbot präventiv der Gefahrenabwehr und damit der
öffentlichen Sicherheit. Zweck des Konkordats ist das rasche und effiziente Vorgehen
gegen gewaltbereite Personen und deren Fernhaltung von Sportanlässen (vgl. BGer
1C_88/2011 vom 15. Juni 2011 E. 3.5; vgl. auch die zutreffenden Ausführungen in
E. 2b/aa des angefochtenen Entscheids). Damit liegen wichtige öffentliche Interessen
vor, welche die Verwertung selbst rechtswidrig erlangter Beweismittel rechtfertigen
würden.
2.3. Zusammengefasst ergibt sich, dass im vorliegenden Verfahren auf das vorhandene
Videomaterial abgestellt werden darf.
3. Die rechtliche Grundlage für das Rayonverbot findet sich im Konkordat über
Massnahmen gegen Gewalt anlässlich von Sportveranstaltungen (sGS 451.51,
nachfolgend: Konkordat), welches seit dem 1. Januar 2010 im Kanton St. Gallen in
Kraft ist. Voraussetzung für ein Rayonverbot ist gemäss Art. 4 Abs. 1 des Konkordats,
dass sich eine Person anlässlich von Sportveranstaltungen nachweislich an
Gewalttätigkeiten gegen Personen oder Sachen beteiligt hat. Umstritten ist vorliegend,
ob es sich bei der Spuckattacke auf den Polizisten beim Einlass in den Gästesektor
anlässlich des Heimspiels des FC St. Gallen vom 6. Mai 2018 und dem
anschliessenden Angriff mit Kunststoffstangen auf nämlichen Polizisten um
Gewalttätigkeiten im Sinn der Konkordatsbestimmungen handelte (nachfolgend E. 3.1)
und ob diese Gewalttätigkeiten der Beschwerdeführerin nachgewiesen bzw.
zugerechnet werden können (nachfolgend E. 3.2). Zu Recht nicht bestritten ist, dass
zwischen den Vorkommnissen und der Sportveranstaltung ein zeitlicher
Zusammenhang gegeben ist.
3.1.
3.1.1. Art. 2 Abs. 1 des Konkordats enthält einen nicht abschliessenden Katalog von
Delikten, die als "Gewalttätigkeiten" bzw. "gewalttätiges Verhalten" im Sinne des
Konkordats gelten (VerwGE B 2014/138 vom 11. November 2014 E. 2.1, in: GVP 2014
Nr. 6 und www.gerichte.sg.ch; BGE 140 I 2 E. 8). Als besonderes Polizeirecht ist das
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Konkordat auf die spezifische Erscheinung der Gewalt an Sportveranstaltungen
ausgerichtet. Durch spezielle Massnahmen wie Rayonverbote, Meldeauflagen und
Polizeigewahrsam sollen solche Gewalttaten zu Gunsten einer friedlichen Durchführung
von Sportgrossanlässen verhindert werden (BGE 140 I 2 E. 5.1). Gewalt anlässlich von
Sportveranstaltungen soll frühzeitig erkannt und bekämpft werden. Die präventiven
Massnahmen sind auf Gefährdungen der öffentlichen Sicherheit durch Gewalttaten
unterschiedlichster Art ausgerichtet. Zwar wird für die Definition des "gewalttätigen
Verhaltens", das Massnahmen nach dem Konkordat nach sich ziehen kann, an
Straftatbestände angeknüpft und für den Nachweis der Gefahr von Gewalttaten u.a. auf
entsprechende Gerichtsurteile und Anzeigen abgestellt (Art. 2 und 3 des Konkordats).
Das führt indessen nicht dazu, dass die Massnahmen des Konkordats insgesamt dem
Strafrecht zuzuordnen wären. Sie weisen grundsätzlich keinen pönalen Charakter auf,
werden nicht als Bestrafung wegen der Erfüllung von Straftatbeständen ausgesprochen
und bezwecken nicht die Besserung der betroffenen Person (VerwGE B 2014/138
E. 2.2.1, a.a.O.; BGE 137 I 31 E. 4.3 f.).
3.1.2. Das Anspucken einer Person, insbesondere in deren Gesicht, stellt eine auf den
Körper gerichtete Aggression dar, die massiven Ekel hervorruft. Das Spucken auf die
blosse Haut eines anderen Menschen bewirkt eine zumindest vorübergehende
Beeinträchtigung der körperlichen Integrität des Opfers. Es handelt sich weder um eine
übliche noch um eine gesellschaftlich geduldete physische Einwirkung auf einen
anderen Menschen. Vielmehr überschreitet der Spuckende das Mass an
gesellschaftlich Toleriertem bei weitem. Das Spucken ins Gesicht ist zudem als
besonders ekelerregend zu beurteilen und geeignet, beim Bespuckten ein deutliches
Missbehagen zu verursachen (BGer 6B_883/2018 vom 18. Dezember 2018 E. 1.3). Eine
Spuckattacke auf den bekleideten Oberkörper dürfte dagegen ein weniger deutliches
Ekelgefühl bzw. Missbehagen auslösen als eine solche auf die blosse Haut.
3.1.3. Aus dem Videomaterial geht hervor, dass die erste Spuckattacke den Polizisten
zunächst verfehlte. Beim zweiten Versuch holte die spuckende Person weiter aus und
trat näher an den Polizisten heran. Die Person ging dabei offensichtlich gezielt vor.
Beim ersten Versuch wurde der Polizist entweder nicht oder lediglich am bekleideten
Oberkörper getroffen. Beim zweiten Angriff traf die Spucke sodann die blosse Haut des
linken Arms des Polizisten; gemäss Wahrnehmungsbericht vom 18. Juni 2018 spürte
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der Polizist auch Spucke an der linken Wange (vgl. act. 8/7/4). Gründe, an der
Richtigkeit dieser Wahrnehmung zu zweifeln, sind nicht ersichtlich (dazu auch
nachfolgend E. 3.2). Dem Gesichtsausdruck des Polizisten ist entgegen den
Ausführungen der Beschwerdeführerin ausserdem deutlich zu entnehmen, dass etwas
vorgefallen sein muss, das ihm missfällt. Aus dem Videomaterial geht dabei eindeutig
hervor, dass die Ursache in der Spuckattacke liegen muss, da sich der Polizist nach
dem Treffer umgehend in die Richtung der spuckenden Person umdreht. Im Übrigen ist
eine andere rechtliche Würdigung durch ein Verwaltungsgericht eines anderen Kantons
für das Verwaltungsgericht St. Gallen nicht massgebend. Zu berücksichtigen ist indes
immerhin, dass bei dem von der Beschwerdeführerin zitierten Entscheid des
Verwaltungsgerichts Zürich der Polizist am bekleideten Oberkörper getroffen wurde
und der Beschuldigte in der polizeilichen Befragung angab, er habe den Polizisten
"nicht direkt treffen wollen" (VerwGE ZH VB.2017.00016 vom 15. März 2017 E. 5.1 f.).
Nicht zu beanstanden ist sodann die Schlussfolgerung der Vorinstanz, wonach die
Spuckattacke geeignet war, zu einer Eskalation der Situation zu führen: So unterhielt
sich die Person vor der Spuckattacke mit anderen Fans des FC Basel, welche unter
anderem Kunststoffstangen bei sich hatten, und zeigte mit dem Finger auf den
Polizisten (USB Stick, Video ID_180506_001_02.mp4, Uhrzeit 16:20:26). Kurz nachdem
die Personen mit den Kunststoffstangen das innere Drehkreuz ebenfalls passiert
hatten, wurde der Polizist vom Gästesektor her mit entsprechenden Stangen
angegriffen. Dass es sich bei Letzterem um Gewalttätigkeiten im Sinn der
Konkordatsbestimmungen handelte, liegt dabei auf der Hand und es ist nicht näher
darauf einzugehen.
3.2.
3.2.1. Der Begriff "nachweislich" in Art. 4 des Konkordats ist in Zusammenhang mit
Art. 3 des Konkordats zu verstehen, in welchem der Nachweis gewalttätigen Verhaltens
umschrieben wird. Neben Gerichtsurteilen werden etwa polizeiliche Anzeigen (lit. a)
sowie glaubwürdige Aussagen und Bildaufnahmen der Polizei genannt (lit. b). Dem
präventiven Charakter des Rayonverbots entsprechend sind an das Beweismass
bewusst nicht hohe Anforderungen gestellt worden. Für den Nachweis des
gewalttätigen Handelns ist ein begründeter Verdacht ausreichend. Ein rechtskräftiges
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Strafurteil oder ein Beweis im Sinne der Strafprozessordnung ist jedoch nicht verlangt.
Der Nachweis von Gewalttätigkeiten erfolgt in der Praxis vielmehr durch Aussagen der
Polizei, der Fanbeauftragen oder des Sicherheitspersonals der Stadien sowie durch
Foto- und Filmaufnahmen. Die Regelungen betreffend Gewalt anlässlich
Sportveranstaltungen wurden gezielt als verwaltungsrechtliche, nicht als strafrechtliche
Massnahmen konzipiert. Bezweckt wird, dass durch die Anordnung präventiver
Massnahmen als gewalttätig bekannten Personen die Gelegenheit zur Ausübung von
Gewalt genommen wird, indem sie von Sportanlässen ferngehalten werden. Durch das
Rayonverbot soll eine Person nicht etwa für ein vorgängiges Verhalten bestraft werden,
sondern es soll durch die präventive Anordnung der Fernhaltemassnahme die
öffentliche Sicherheit geschützt werden, indem der betreffenden Person verboten wird,
sich im Umfeld von Sportveranstaltungen aufzuhalten. Dem Rayonverbot ist dem
Gesagten nach kein Strafcharakter eigen, weshalb die Unschuldsvermutung nicht gilt
(vgl. VerwGE B 2012/225 vom 11. Dezember 2012 E. 3.4, www.gerichte.sg.ch; BGer
1C_88/2011 vom 15. Juni 2011 E. 3.5; VerwGE ZH VB.2008.00237 vom 19. Juni 2008
E. 4.3 f.; Botschaft des Bundesrates zur Änderung des Bundesgesetzes über
Massnahmen zur Wahrung der inneren Sicherheit [BWIS] vom 17. August 2005, BBl
2005 5629 zu Art. 24b [Art. 24b BWIS wurde am 1.1.2010 abgelöst durch Art. 4 des
Konkordats]).
3.2.2. Bei der Strafanzeige gegen die Beschwerdeführerin handelt es sich um einen
Nachweis gemäss Art. 3 Abs. 1 lit. a des Konkordats. Weiter ist bei polizeilichen
Aussagen sowie Bildmaterial der Polizei der verlangte Nachweis im Sinn von Art. 3
Abs. 1 lit. b des Konkordats bereits bei Glaubwürdigkeit erbracht. Für die richterliche
Überzeugung genügt in diesem Zusammenhang, dass sich die behauptete Tatsache so
zugetragen hat, ihr Eintritt sich mithin als plausibel erweist. Vorliegend liegen
Videoaufnahmen zweier Kameras vom Eingangsbereich des Gästesektors vor. Die
Bildaufnahmen sollen dabei die Beschwerdeführerin beim Betreten des
Eingangsbereichs zeigen (Uhrzeit ab 16:19:55), wobei unbestrittenermassen dieselbe
Person anschliessend den Polizisten bespuckt hat (Uhrzeit ab 16:20:35; USB Stick,
Video ID_180506_001_02.mp4). In der Rekursvernehmlassung vom 18. Januar 2018
[recte: 2019] an die Vorinstanz hielt der Polizeikommandant sodann fest, dass der
betroffene Polizist am 6. Mai 2018 als Szenenkenner eingesetzt war. In dieser Funktion
verfüge er über langjährige Erfahrung und das damit verbundene Wissen erstrecke sich
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nicht allein auf die (Ultras-)Fanszene des FC St. Gallen, sondern auch auf die
einschlägig bekannten Szenen anderer Fussballclubs, insbesondere auch jener, mit
denen sich der FC St. Gallen regelmässig messe. Weibliche Angehörige der jeweiligen
Fanszenen würden dabei, weil deutlich in der Minderheit, erst recht auffallen. Der
betroffene Polizist habe dabei die Beschwerdeführerin zweifelsfrei identifiziert (vgl.
act. 8/10 S. 2). Unter Berücksichtigung des vorhandenen Bild- und Videomaterials sieht
das Verwaltungsgericht keinen Grund, die Richtigkeit dieser Aussage in Zweifel zu
ziehen. Im Übrigen ist dem Videomaterial zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin
nach dem Passieren des inneren Drehkreuzes zunächst geradeaus und anschliessend
nach rechts wendend wieder in Richtung Drehkreuz geht (USB Stick, Video
ID_180506_001_02.mp4, Uhrzeit ab 16:20:45). Ob sie selbst aktiv am Angriff mit den
Kunststoffstangen beteiligt war, kann dem Videomaterial dagegen nicht entnommen
werden. In Übereinstimmung mit den vorinstanzlichen Erwägungen ist jedoch davon
auszugehen, dass das Verhalten der Beschwerdeführerin zum Angriff mit den
Kunststoffstangen geführt hat (vgl. vorstehend E. 3.1.2).
3.2.3. Die Beschwerdeführerin übersieht, dass das Rayonverbot polizeilicher Natur ist
und der Gefahrenabwehr dient; mit ihm geht kein strafrechtlicher Vorwurf einher. Im
Gegensatz zum Strafverfahren, in dem die Unschuldsvermutung gilt, die Strafbarkeit
einer Handlung oder Unterlassung durch den Staat zudem schlüssig nachzuweisen ist
und sich die beschuldigte Person auf das Aussageverweigerungsrecht berufen kann,
liegt es im Administrativverfahren grundsätzlich an der Verfügungsadressatin gegen sie
bestehende Verdachtsmomente konkret zu widerlegen oder zumindest zu entkräften.
Es kann von ihr erwartet werden, dass sie sich substantiiert äussert, wieso der gegen
sie bestehende Verdacht des gewalttätigen Verhaltens ungerechtfertigt sei (vgl.
VerwGE B 2012/225 E. 3.4.5, a.a.O.). Die Beschwerdeführerin liess es vorliegend dabei
bewenden, den Verdacht gegen sie pauschal zu bestreiten. Anlässlich der polizeilichen
Befragung machte sie von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch; selbst die
Frage, ob sie das Spiel vom 6. Mai 2018 besucht habe, wollte sie nicht beantworten.
Jede Frage beantwortete sie mit "Keine Aussagen" (vgl. act. 8/7/6). Damit gelang es ihr
nicht, die glaubhaften Aussagen des betroffenen Polizisten und die Bild- und
Videoaufnahmen des Stadions zu entkräften.
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3.3. Zusammenfassend gibt es aufgrund der vorliegenden Akten genügend und
plausible Anhaltspunkte, dass die Beschwerdeführerin die Urheberin der Spuckattacke
ist und der anschliessende Angriff mit den Kunststoffstangen auf dieses Verhalten
zurückzuführen ist. Umstände, die Zweifel an diesem Verdacht erwecken würden,
brachte die Beschwerdeführerin nicht vor. Sie hat sich damit im Sinn von Art. 3 Abs. 1
des Konkordats an Gewalttätigkeiten gegen einen Polizisten beteiligt.
4. Zu prüfen bleibt, ob die Massnahme des Rayonverbots verhältnismässig ist.
4.1. Das umstrittene Rayonverbot schränkt die Bewegungsfreiheit der
Beschwerdeführerin ein (vgl. Art. 10 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen
Eidgenossenschaft, SR 101, BV). Grundrechtseingriffe müssen auf einer gesetzlichen
Grundlage beruhen und die Voraussetzungen des öffentlichen Interesses und des
Verhältnismässigkeitsprinzips erfüllen (Art. 36 Abs. 1-3 BV). Im Polizeirecht kommt der
Verhältnismässigkeit besonderes Gewicht zu. Dieses Gebot verlangt, dass eine
Massnahme für das Erreichen des im öffentlichen Interesse liegenden Ziels geeignet
und erforderlich ist und sich für die Betroffenen in Anbetracht der Schwere der
Grundrechtseinschränkung als zumutbar erweist. Dies bedingt eine vernünftige Zweck-
Mittel-Relation. Unverhältnismässig ist eine Massnahme, wenn das angestrebte Ziel mit
einem weniger schweren Grundrechtseingriff zu erreichen ist (VerwGE B 2014/138,
a.a.O. E. 2.3 mit Hinweisen).
4.2. Mit dem Konkordat besteht eine genügende gesetzliche Grundlage, um ein
Rayonverbot auszusprechen. Rayonverbote sind zudem geeignet, Personen, von
denen Gewalttätigkeiten ausgehen könnten, sowohl vom Umkreis der Stadien als auch
von den Bahnhöfen und Örtlichkeiten, welche zur Hin- bzw. Rückfahrt benutzt werden,
fernzuhalten. Damit wird in effizienter Weise verhindert, dass die betroffenen Personen
in jene Gebiete gelangen, wo es erfahrungsgemäss besonders häufig zu
Gewalttätigkeiten kommt (BGE 137 I 31 E. 6.5). Dieses Ziel bildet zweifellos ein
gewichtiges öffentliches Interesse.
4.3. Die Vorinstanz erkennt zu Recht, dass im Polizeirecht der Verhältnismässigkeit
besonderes Gewicht zukommt. Im Vergleich zum privaten Interesse der
Beschwerdeführerin, den Spielen des FC Basel ausserhalb der Kantone Basel-Stadt
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und Basel-Landschaft beizuwohnen, überwiegt das gewichtige öffentliche Interesse an
der Verhinderung von Gewalttätigkeiten anlässlich dieser Sportveranstaltungen. Zu
berücksichtigten ist jedoch, dass die Beschwerdeführerin bisher unauffällig war. Ihr
Verhalten ist zwar nicht zu tolerieren und ist strafrechtlich relevant, wiegt aber nicht
derart schwer, dass ein zweijähriges Verbot bei einer maximal möglichen Dauer von
drei Jahren gerechtfertigt erschiene. Unter Berücksichtigung der
verwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung, welche insbesondere im Zusammenhang
mit pyrotechnischem Material ein zweijähriges Rayonverbot als verhältnismässig
erachtet, ist vorliegend das Rayonverbot auf die Dauer von einem Jahr zu
beschränken.
5. Zusammenfassend erweist sich die Beschwerde insofern als begründet, als dass ein
zweijähriges Rayonverbot unverhältnismässig ist. Das Verbot, wonach der
Beschwerdeführerin der Aufenthalt anlässlich von Fussballspielen der 1. Mannschaft
des FC Basel in einem Ort der Schweiz (ausgenommen Orte in den Kantonen Basel-
Landschaft und Basel-Stadt) in den festgelegten örtlichen Rayons, in denen sich das
betreffende Stadion bzw. die betreffende Spielstätte oder ein Bahnhof befindet,
während des Zeitraums von vier Stunden vor bis vier Stunden nach einem Fussballspiel
verboten ist, ist entsprechend auf die Dauer von einem Jahr zu beschränken. Die
Beschwerde ist diesbezüglich teilweise gutzuheissen. Im Übrigen ist sie indes
abzuweisen.
6.
6.1. Bei diesem Verfahrensausgang sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens der Beschwerdeführerin zu drei Vierteln und der Stadtpolizei
St. Gallen zu einem Viertel aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr in
der Höhe von CHF 1'500 erscheint angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Die auf die Beschwerdeführerin entfallende
Entscheidgebühr von CHF 1'125 wird mit dem geleisteten Kostenvorschuss von
CHF 1'500 verrechnet und der Restbetrag von CHF 375 zurückerstattet. Auf die
Erhebung des Kostenanteils der Stadtpolizei St. Gallen ist zu verzichten (Art. 95 Abs. 3
VRP).
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Bei (teilweiser) Gutheissung eines Rechtsmittels ist zugleich von Amtes wegen über die
amtlichen Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens zu entscheiden. In der Regel erfolgt
die entsprechende Kostenverlegung in Bezug auf die Beteiligten und deren Anteile
analog dem Rechtsmittelentscheid (R. Hirt, Die Regelung der Kosten nach st.
gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, Diss. St. Gallen 2004, S. 103). Die
amtlichen Kosten für das Rekursverfahren vor der Vorinstanz von CHF 1'000 sind somit
ebenfalls zu drei Vierteln der Beschwerdeführerin und zu einem Viertel der Stadtpolizei
St. Gallen aufzuerlegen. Der Kostenvorschuss von CHF 1'000 ist der
Beschwerdeführerin im Umfang von CHF 250 zurückzuerstatten. Auf die Erhebung des
Kostenanteils der Stadtpolizei St. Gallen ist zu verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP).
6.2. Die Beschwerdeführerin hat mangels mehrheitlichen Obsiegens weder im Rekurs-
noch im Beschwerdeverfahren einen Anspruch auf Ersatz der ausseramtlichen Kosten
(Art. 98 in Verbindung mit Art. 98 VRP).