Decision ID: 68fbc522-5ccd-5fb3-a612-79228caefa2c
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer reichte am 24. Dezember 2021 im Bundesasylzent-
rum Zürich ein Asylgesuch ein. Ein Abgleich mit dem zentralen Visa-Infor-
mationssystem (CS-VIS) ergab, dass die deutsche Vertretung in Doha/Ka-
tar ihm am 27. Oktober 2021 unter den Personalien B._ ein vom
1. November 2021 bis 29. Januar 2022 gültiges Schengenvisum ausge-
stellt hatte (vgl. Akten der Vorinstanz [SEM act.] 6).
B.
Im Rahmen des Dublin-Gesprächs gewährte das SEM dem Beschwerde-
führer am 18. Januar 2022 im Beisein der zugewiesenen Rechtsvertretung
das rechtliche Gehör zur Zuständigkeit Deutschlands für die Durchführung
des Asyl- und Wegweisungsverfahrens, zu einer allfälligen Rückkehr dort-
hin sowie zum medizinischen Sachverhalt. Hierbei bestätigte er, dass sein
richtiger Name A._ sei. Das auf B._ ausgestellte Visum
habe ihm ein Onkel beschafft, mehr wisse er darüber nicht. Er sei auf dem
Landweg von Afghanistan über mehrere Länder bis nach Deutschland ge-
reist und von dort aus in die Schweiz gelangt. Den Pass mit dem deutschen
Visum habe er unterwegs nirgends vorgewiesen. Er wolle in der Schweiz
bleiben und seine Familie nachziehen. Zum Gesundheitszustand gab er
an, dass es ihm nicht gut gehe. Er leide an Rückenproblemen und sei des-
wegen beim Arzt gewesen. Dieser habe ihm eine Salbe gegeben, was aber
nicht geholfen habe. Am 26. Januar 2022 sei der nächste Arzttermin. Er
mache sich Sorgen um seine schwangere Frau und die Kinder, welche sich
aktuell in Pakistan aufhielten. Ohne Familie mache das Leben keinen
Spass und er wünsche sich, dass sie schnell zu ihm hierhin kämen (SEM
act. 12).
C.
Ebenfalls am 18. Januar 2022 ersuchte das SEM die deutschen Behörden
um Übernahme des Beschwerdeführers gemäss Art. 12 Abs. 2 i.V.m.
Abs. 5 der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments
und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfah-
ren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von ei-
nem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat ge-
stellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend:
Dublin-III-VO).
D.
Am 20. Januar 2022 lehnten die deutschen Behörden das Ersuchen ab und
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forderten die Vorinstanz auf, ihnen einen Identitätsnachweis zukommen zu
lassen (SEM act. 17).
E.
Nachdem das SEM den deutschen Behörden am 21. Januar 2022 im Rah-
men eines Remonstrationsersuchens zusätzliche Informationen übermittelt
hatte, hiessen diese das Ersuchen am 26. Januar 2022 gut (SEM act. 18
und 19).
F.
Mit Verfügung vom 26. Januar 2022 (eröffnet tags darauf) trat die Vorin-
stanz in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf das
Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein, verfügte seine Überstellung
nach Deutschland und forderte ihn auf, die Schweiz am Tag nach Ablauf
der Beschwerdefrist zu verlassen. Gleichzeitig beauftragte das SEM den
Kanton Zürich mit dem Vollzug der Wegweisung, händigte dem Beschwer-
deführer die editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis aus und
stellte fest, dass einer allfälligen Beschwerde gegen den Entscheid keine
aufschiebende Wirkung zukomme (SEM act. 23).
G.
Mit Rechtsmitteleingabe an das Bundesverwaltungsgericht vom 3. Februar
2022 beantragte der Beschwerdeführer, die angefochtene Verfügung sei
aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen, auf sein Asylgesuch einzutre-
ten sowie ein nationales Asylverfahren zu eröffnen. Eventualiter sei das
SEM anzuweisen, sich gestützt auf Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1
vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) für zuständig zu erklären, sub-
eventualiter sei die Sache wegen Verletzung des rechtlichen Gehörs an die
Vorinstanz zurückzuweisen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er
um Erlass vorsorglicher Massnahmen, Gewährung der unentgeltlichen
Prozessführung und Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses
(BVGer act. 1).
H.
Am 4. Februar 2022 setzte die Instruktionsrichterin gestützt auf Art. 56
VwVG den Vollzug der Überstellung per sofort einstweilen aus (BVGer
act. 2). Gleichentags lagen dem Bundesverwaltungsgericht die Akten der
Vorinstanz in elektronischer Form vor (Art. 109 Abs. 3 AsylG).
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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist zuständig für die Beurteilung von
Beschwerden gegen Verfügungen des SEM (Art. 105 AsylG, Art. 31 und 33
Bst. b VGG). Auf dem Gebiet des Asyls entscheidet es in der Regel – und
so auch vorliegend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG,
soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).
1.3 Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-
men, ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat ein schutzwür-
diges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist da-
her zur Einreichung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 105 AsylG und
Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-
schwerde ist einzutreten (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG).
2.
Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet und ist im Ver-
fahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten
Richters oder einer zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Durch-
führung eines Schriftenwechsels und mit summarischer Begründung, zu
behandeln (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG).
3.
3.1 Mit Beschwerde in Asylsachen kann die Verletzung von Bundesrecht
(einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die
unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sach-
verhalts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).
3.2 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das
SEM ablehnt, ein Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen
(Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer-
deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu
Recht auf ein Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1).
4.
4.1 Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-
chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des
Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a
Abs. 1 Bst. b AsylG). Zur Bestimmung des staatsvertraglich zuständigen
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Staates prüft das SEM die Zuständigkeitskriterien gemäss Dublin-III-VO.
Führt diese Prüfung zur Feststellung, dass ein anderer Mitgliedstaat für die
Prüfung des Asylgesuchs zuständig ist, tritt das SEM, nachdem der betref-
fende Mitgliedstaat einer Überstellung oder Rücküberstellung zugestimmt
hat, auf das Asylgesuch nicht ein (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 6.2).
4.2 Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem
einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III als
zuständiger Staat bestimmt wird. Das Verfahren zur Bestimmung des zu-
ständigen Staates wird eingeleitet, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals
ein Asylantrag gestellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO). Im Fall eines so-
genannten Aufnahmeverfahrens («take charge») sind die in Kapitel III
(Art. 8–15 Dublin-III-VO) genannten Kriterien in der dort aufgeführten
Rangfolge (Prinzip der Hierarchie der Zuständigkeitskriterien; vgl. Art. 7
Abs. 1 Dublin-III-VO) anzuwenden, und es ist von der Situation im Zeit-
punkt, in dem die betreffende Person erstmals einen Antrag in einem Mit-
gliedstaat gestellt hat, auszugehen (Art. 7 Abs. 2 Dublin-III-VO). Im Rah-
men eines Wiederaufnahmeverfahrens («take back») findet demgegen-
über grundsätzlich keine (erneute) Zuständigkeitsprüfung nach Kapitel III
statt (vgl. zum Ganzen BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1 m.H.).
4.3 Gemäss Art. 12 Abs. 2 Dublin-III-VO ist im Normalfall derjenige Mit-
gliedstaat für die Prüfung des Antrags auf internationalen Schutz zustän-
dig, welcher der antragstellenden Person ein Visum erteilt hat, das seit we-
niger als sechs Monaten abgelaufen ist, wobei im betreffenden Staat nicht
zusätzlich ein Asylgesuch gestellt worden zu sein braucht. Der Umstand,
dass ein Visum aufgrund einer missbräuchlich verwendeten oder falschen
Identität erteilt wurde, hindert nicht daran, dem Mitgliedstaat, der das Vi-
sum erteilt hat, die Zuständigkeit zuzuweisen (Art. 12 Abs. 5 Dublin-III-VO).
5.
5.1 Gemäss einem Abgleich mit dem CS-VIS wurde dem Beschwerdefüh-
rer von der deutschen Vertretung in Doha am 27. Oktober 2021 unter der
falschen Identität B._ ein Schengenvisum ausgestellt, welches vom
1. November 2021 bis 29. Januar 2022 gültig war (SEM act. 6). Die deut-
schen Behörden hiessen ein Remonstrationsersuchen des SEM am
26. Januar 2022 gestützt auf Art. 12 Abs. 2 Dublin-III-VO gut (SEM act. 19).
Die grundsätzliche Zuständigkeit Deutschlands ist somit gegeben und wird
vom Beschwerdeführer nicht bestritten.
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5.2 Nachfolgend ist demnach im Lichte von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO zu
prüfen, ob es wesentliche Gründe für die Annahme gibt, das Asylverfahren
und die Aufnahmebedingungen für Asylsuchende in Deutschland würden
systemische Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmensch-
lichen oder entwürdigenden Behandlung im Sinne des Artikels 4 der EU-
Grundrechtecharta mit sich bringen würden und ob nach Art. 17 Abs. 1
Dublin-III-VO das Selbsteintrittsrecht auszuüben ist.
6.
6.1 Deutschland ist Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom
10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche
oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Ab-
kommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK,
SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967
(SR 0.142.301) und kommt seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Ver-
pflichtungen nach. Es darf davon ausgegangen werden, dieser Staat aner-
kenne und schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richt-
linien des Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom
26. Juni 2013 zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aber-
kennung des internationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie
2013/33/EU vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Auf-
nahme von Personen, die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnah-
merichtlinie) ergeben.
6.2 Unter diesen Umständen ist die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Dublin-
III-VO nicht gerechtfertigt.
7.
7.1 Jeder Mitgliedstaat kann abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO
beschliessen, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staa-
tenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn
er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prü-
fung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO; sog. Selbsteintritts-
recht). Dieses Selbsteintrittsrecht wird im Landesrecht durch Art. 29a
Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311)
konkretisiert. Erweist sich die Überstellung einer asylsuchenden Person in
einen Dublin-Mitgliedstaat als unzulässig im Sinne der EMRK oder einer
anderen die Schweiz bindenden, völkerrechtlichen Bestimmung, muss die
Vorinstanz die Souveränitätsklausel anwenden und das Asylgesuch in der
Schweiz behandeln (BVGE 2015/9 E. 8.2.1; 2010/45 E. 7.2).
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7.2 Wie erwähnt, bestehen keine Hinweise darauf, dass Deutschland sei-
nen völkerrechtlichen Verpflichtungen aus der EMRK, der FoK und der FK
sowie dem Zusatzprotokoll der FK nicht nachkommt. Dem Beschwerdefüh-
rer steht es nach erfolgter Überstellung nach Deutschland offen, dort um
Asyl nachzusuchen und damit Zugang zu den asylrechtlichen Aufnah-
mestrukturen zu erhalten. Anzumerken gilt es an dieser Stelle, dass die
Dublin-III-VO den Schutzsuchenden kein Recht einräumt, den ihren Antrag
prüfenden Staat selber auszuwählen (vgl. BVGE 2010/45 E. 8.3).
7.3 Was den medizinischen Sachverhalt angeht, so kann eine zwangs-
weise Rückweisung von Personen mit gesundheitlichen Problemen nur
ganz ausnahmsweise einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK darstellen. Ein
solcher würde voraussetzen, dass eine bereits schwer kranke Person
durch die Abschiebung mit dem realen Risiko konfrontiert würde, einer
ernsten, raschen und unwiederbringlichen Verschlechterung ihres Gesund-
heitszustandes ausgesetzt zu werden, die zu intensivem Leiden
oder einer erheblichen Verkürzung der Lebenserwartung führen würde
(vgl. Urteil des EGMR Paposhvili gegen Belgien 13. Dezember 2016,
Grosse Kammer 41738/10, §§ 180–193 m.w.H.). Eine solche Situation liegt
in casu nicht vor.
7.4 Der Beschwerdeführer klagte anlässlich des Dublin-Gesprächs vom
18. Januar 2022 über Rückenschmerzen. Deswegen unterzog er sich in
der Schweiz einer ärztlichen Untersuchung. Aus einem Arztbericht des
Stadtspitals X._ vom 21. Januar 2022 geht hervor, dass an diesem
Tag eine Röntgenuntersuchung durchgeführt wurde. Hierbei konnten we-
der eine Fraktur noch sonstige Auffälligkeiten festgestellt werden (SEM
act. 20). Auf Beschwerdeebene erwähnte der Beschwerdeführer beiläufig
auch noch Nacken- und Kopfschmerzen. Ausserdem sei er vom Leben in
Afghanistan traumatisiert. Medizinische Betreuung benötigte er deswegen
bislang nicht. Unabhängig davon leidet er nicht an gesundheitlichen Be-
schwerden, die einer Überstellung nach Deutschland entgegenstünden. Im
Übrigen verfügt dieses Land über eine ausreichende medizinische Infra-
struktur. Die Mitgliedstaaten sind verpflichtet, den Antragstellenden die er-
forderliche medizinische Versorgung, die zumindest die Notversorgung
und die unbedingt erforderliche Behandlung von Krankheiten und schwe-
ren psychischen Störungen umfasst, zugänglich zu machen (Art. 19 Abs. 1
Aufnahmerichtlinie). Es liegen keine Hinweise vor, wonach Deutschland
dem Beschwerdeführer eine adäquate medizinische Behandlung verwei-
gern würde.
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8.
Gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts verfügt das SEM bei der
Anwendung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 über einen Ermessensspielraum
(vgl. BVGE 2015/9 E. 7 f.). Die angefochtene Verfügung ist unter diesem
Blickwinkel nicht zu beanstanden; insbesondere sind den Akten keine Hin-
weise auf einen Ermessensmissbrauch oder ein Über- respektive Unter-
schreiten des Ermessens zu entnehmen. Das Gericht enthält sich deshalb
in diesem Zusammenhang weiterer Äusserungen.
9.
Nach dem Gesagten besteht kein Grund für eine Anwendung der Ermes-
sensklauseln von Art. 17 Dublin-III-VO. Somit bleibt Deutschland der für die
Behandlung des Asylgesuches des Beschwerdeführers zuständige Mit-
gliedstaat gemäss Dublin-III-VO.
10.
Das SEM ist zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG auf
das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten. Da er nicht im
Besitz einer gültigen Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung ist,
wurde die Überstellung nach Deutschland in Anwendung von Art. 44 AsylG
ebenfalls zu Recht angeordnet (Art. 32 Bst. a AsylV 1).
11.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen und die Verfügung
des SEM zu bestätigen.
12.
Der am 4. Februar 2022 angeordnete Vollzugsstopp fällt mit vorliegendem
Urteil dahin.
13.
Das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der unentgeltli-
chen Rechtspflege und Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschus-
ses ist abzuweisen, da die Begehren – wie sich aus den vorstehenden Er-
wägungen ergibt – als aussichtslos zu bezeichnen sind, weshalb die Vor-
aussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG nicht erfüllt sind. Die Verfahrens-
kosten sind daher dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1
VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1 – 3 des Regle-
ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor
dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).
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