Decision ID: cbc18ed3-927c-5375-9308-40b56430a739
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Am 29. September 1994 erteilte der Gesundheitsrat Dr. X. Y., die unbefristete
Ausnahmebewilligung zur selbständigen Berufsausübung als Zahnarzt im Kanton St.
Gallen.
Am 8. Dezember 2010 teilte das Gesundheitsdepartement Dr. X. Y. mit, man habe
Kenntnis erhalten, dass eine unzureichende Versicherungsdeckung bestehen könnte.
Er wurde aufgefordert, den Versicherungsnachweis bis spätestens 14. Dezember 2010
zu erbringen. Am 17. Dezember 2010 setzte das Gesundheitsdepartement Dr. X. Y.
davon in Kenntnis, aufgrund des fehlenden Nachweises einer ausreichenden
Versicherungsdeckung und in Anbetracht zahlreicher aktenkundiger Beschwerden, so
auch derjenigen in Sachen A. B. (kurz: Fall B.), werde in Erwägung gezogen, ihm die
Berufsausübungsbewilligung vorsorglich zu entziehen. Dr. X. Y. erhielt Gelegenheit,
sich bis 28. Dezember 2010 vernehmen zu lassen.
Am 21. Dezember 2010 reichte der Rechtsvertreter von Dr. X. Y., Rechtsanwalt Dr. iur.
K. G., eine bis 31. Dezember 2012 gültige Police der "T.-Versicherung" bezüglich einer
Berufshaftpflichtversicherung ein. Innert erstreckter Frist nahm er am 16. Januar 2011
Stellung und gab eine vom 1. Januar 2011 bis 1. Januar 2016 gültige Police der "P.-
Versicherung" bezüglich einer "Geschäftsversicherung KMU" sowie zahlreiche
Fortbildungsnachweise zu den Akten. Er beantragte, das Verfahren sei zu sistieren, bis
das Gericht den Fall B. rechtskräftig beurteilt habe und bis das Gutachten von Prof. Dr.
med. C. D., E., vorliege, der den Auftrag habe, die Qualität der Arbeit von Dr. X. Y. zu
beurteilen.
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Am 17. Februar 2011 übermittelte das Gesundheitsdepartement dem Rechtsvertreter
von Dr. X. Y. die Beschwerdeunterlagen im Fall B. und teilte mit, aufgrund der Sachlage
sei davon auszugehen, dass sein Mandant nicht über ausreichende fachliche
Fähigkeiten zur Ausübung des Zahnarztberufes verfüge und dass zumindest zeitweise
kein Versicherungsschutz bestanden habe. Sodann sei der Nachweis bezüglich
aktueller Versicherungsdeckung und genügender Fortbildung nicht erbracht worden.
Es bestehe der Verdacht, dass Dr. X. Y. seinen Informationspflichten gemäss Art. 6 des
Versicherungsvertragsgesetzes (SR 221.229.1) gegenüber der "P.-Versicherung" nicht
nachgekommen sei. Hinzu komme, dass er offenbar die Titelbezeichnung "Dr. med.
dent." verwende, was nicht rechtmässig sei, und dass es am vertrauenswürdigen
Verhalten fehle (überhöhte Honorarforderung, Missachtung eingeschriebener
Korrespondenz, Verletzung der Mitwirkungspflicht gegenüber der
Berufshaftpflichtversicherung).
Am 31. März 2011 liess sich Dr. X. Y. durch seinen Rechtsvertreter vernehmen und
beantragte, bevor einschneidende Massnahmen angeordnet würden, sei seine
Facharbeit als Ganzes zu begutachten. Was die Berufshaftpflicht anbetrifft, teilte er mit,
er habe die "P.-Versicherung" angefragt, ob sie sich auf eine Verletzung der
Anzeigepflicht berufen werde. Die Antwort sei noch ausstehend.
Am 29. April 2011 teilt das Gesundheitsdepartement dem Rechtsvertreter von Dr. X. Y.
mit, die Aktenlage gestatte es nun, in der Angelegenheit zu entscheiden. In Anbetracht
der von verschiedenen Fachpersonen bestätigten Befunde könne auf die Einholung
eines Fachgutachtens verzichtet werden, abgesehen davon, dass im Fall B.
Studienmodelle verschwunden und die Krankengeschichte sowie die Röntgenbilder bis
heute nicht eingereicht worden seien. Es werde in Erwägung gezogen, gegen Dr. X. Y.
ein definitives, uneingeschränktes Berufsverbot mit Wirkung für die ganze Schweiz
auszusprechen, ihm die Berufsausübungsbewilligung zu entziehen und ihm eine
disziplinarische Busse aufzuerlegen. Es wurde Frist zur Stellungnahme zu den
Ausführungen und den in Aussicht gestellten Massnahmen bis 30. Mai 2011 gesetzt.
Am 30. Mai 2011 nahm der Rechtsvertreter von Dr. X. Y. Stellung und schlug vor,
gegenüber seinem Mandanten sei auf die Anordnung von Massnahmen zu verzichten.
Dr. X. Y. sei bereit, die Praxis entsprechend den Kündigungsfristen auf Ende des
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Jahres 2012 zu schliessen. Er gab eine Bestätigung der "P.-Versicherung" vom 30. Mai
2011 zu den Akten, wonach keine falsche Antragsdeklaration angezeigt werden müsse.
Am 29. August 2011 reichte der Rechtsvertreter von Dr. X. Y. zusätzliche
Fortbildungsnachweise ein.
Am 13. September 2011 überliess das Gesundheitsdepartement dem Rechtsvertreter
von Dr. X. Y. die seit 30. Mai 2011 geführte Korrespondenz und gewährte ihm Frist zur
Stellungnahme bis 3. Oktober 2011. Am 3. Oktober 2011 liess er sich vernehmen und
bat um Berücksichtigung der Tatsache, dass sein Mandant den Mietvertrag frühestens
auf Ende des Jahres 2012 auflösen könne.
Am 22. November 2011 sprach das Gesundheitsdepartement gegen Dr. X. Y. ein
definitives, uneingeschränktes Verbot der selbständigen Berufsausübung als Zahnarzt
für das ganze Tätigkeitsspektrum gemäss Art. 43 Abs. 1 lit. e des Bundesgesetzes über
die universitären Medizinalberufe (SR 811.11, abgekürzt MedBG) aus (Ziff. 1). Dr. X. Y.
wurde die am 29. September 1994 erteilte Berufsausübungsbewilligung als Zahnarzt
entzogen (Ziff. 2). Sodann wurde angeordnet, Dr. X. Y. habe den Betrieb seiner Praxis
an der B-strasse 2 in Z. unverzüglich einzustellen (Ziff. 3). Weiter wurde gegen ihn eine
Busse in der Höhe von Fr. 4'000.-- gemäss Art. 42 Abs. 1 lit. c MedBG ausgesprochen
(Ziff. 4), und einer allfälligen Beschwerde gegen die Verfügung wurde die
aufschiebende Wirkung entzogen (Ziff. 5). Bezüglich Widerhandlungen gegen die
Verfügung wurde schliesslich Art. 292 des Schweizerischen Strafgesetzbuches (SR
311.0) zitiert und Dr. X. Y. wurde eine Gebühr von Fr. 3'500.-- auferlegt.
B./ Am 2. Dezember 2011 erhob Dr. X. Y., wiederum vertreten durch Rechtsanwalt Dr.
iur. K. G., gegen die Verfügung des Gesundheitsdepartements vom 22. November
2011 Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Dr. X. Y. stellte folgende Rechtsbegehren:
die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die bisherige
Berufsausübungsbewilligung sei ihm zu bestätigen (Ziff. 1); eventualiter sei die
angefochtene Verfügung aufzuheben und es sei eine fachmedizinische Expertise über
seine gesamte Tätigkeit in Auftrag zu geben, worauf neu zu entscheiden sei (Ziff. 2); der
Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu gewähren (Ziff. 3), und es sei eine
öffentliche Verhandlung mit Befragung des Beschwerdeführers und den von ihm noch
zu nennenden Zeugen/Patienten durchzuführen (Ziff. 4).
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Am 22. Dezember 2011 lehnte es der Präsident des Verwaltungsgerichts ab, dem
Gesuch um Widerherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde zu
entsprechen. Die Verfügung wurde damit begründet, die aktenkundigen Vorkommnisse
würden ein vorsorgliches Berufsverbot rechtfertigen, auch wenn es für den
Beschwerdeführer mit wirtschaftlichen Nachteilen verbunden sei. Am 27. Januar 2012
trat das Bundesgericht auf eine gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde nicht
ein.
Das Gesundheitsdepartement nahm am 9. Januar 2012 Stellung und beantragte, die
Beschwerde sei abzuweisen. Der Beschwerdeführer liess sich am 19. Januar 2012
vernehmen und beantragte subeventualiter, im Sinn des Verhältnismässigkeitsprinzips
sei ihm die Tätigkeit als Zahnarzt zu gestatten.
Mit Schreiben vom 9. August 2012 teilte der Rechtsvertreter von Dr. X. Y. mit, dass auf
eine öffentliche Verhandlung verzichtet werde.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. (...).
2. Der Beschwerdeführer beantragt, er und noch zu benennende Personen,
Patientinnen und Patienten, die mit seiner fachlichen und persönlichen Leistung
zufrieden gewesen seien, seien zur Sache zu befragen.
Der Anspruch auf rechtliches Gehör gebietet, dass rechtzeitig und formrichtig
angebotene Beweismittel abzunehmen sind, es sei denn, diese betreffen eine nicht
erhebliche Tatsache oder seien offensichtlich untauglich, über die streitige Tatsache
Beweis zu erbringen (BGE 124 I 242 E. 2; 117 Ia 268 E. 4b). Nach Art. 12 Abs. 2 VRP
sind nur die von den Beteiligten angebotenen und leicht zugänglichen Beweise über
erhebliche Tatsachen aufzunehmen, wenn zur Wahrung des öffentlichen Interesses
keine besonderen Erhebungen nötig sind.
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Die rechtserheblichen Tatsachen ergeben sich aus den Akten, weshalb auf die
Abnahme der Beweise verzichtet werden kann. Hinzu kommt, dass Personen ohne
fachspezifische Kenntnisse nicht in der Lage sind, die fachliche Qualität
zahnmedizinischer Dienstleitungen zu beurteilen. Die Befragung von Personen, die sich
beim Beschwerdeführer einer zahnärztlichen Behandlung unterzogen haben, zur
Qualität seiner Arbeit ist deshalb nicht tauglich, Beweis dafür zu erbringen, dass der
Beschwerdeführer über ausreichende fachliche Fähigkeiten verfügt, um die
Behandlungen, die er angeboten hat, durchzuführen, und ob er gewissenhaft und
sorgfältig gearbeitet und die Behandlungen jeweils ordnungsgemäss dokumentiert hat.
Wie noch zu zeigen sein wird, müssen dem Beschwerdeführer mehrere, zum Teil
schwerwiegende Fehlleistungen zur Last gelegt werden, die für sich allein dagegen
sprechen, dass er fachlich und persönlich in der Lage ist, die Tätigkeit als selbständiger
Zahnarzt klaglos auszuüben.
3. Für die selbständige Ausübung eines universitären Medizinalberufs bedarf es einer
Bewilligung des Kantons, auf dessen Gebiet der Medizinalberuf ausgeübt wird (Art. 34
MedBG in Verbindung mit Art. 43 Abs. 1 lit. a des Gesundheitsgesetzes, sGS 311.1,
abgekürzt GesG). Nach Art. 3 Abs. 1 lit. c GesG ist das Gesundheitsdepartement zur
Erteilung und zum Entzug derartiger Bewilligungen zuständig.
Die selbständige Ausübung der medizinischen Berufe richtet sich nach der
Bundesgesetzgebung über die Medizinalberufe (Art. 44 Abs. 1 GesG). Die Erteilung der
Bewilligung setzt u.a. voraus, dass der Gesuchsteller vertrauenswürdig ist sowie
physisch und psychisch Gewähr für eine einwandfreie Berufsausübung bietet (Art. 36
Abs. 1 lit. b MedBG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung dürfen an die
Vertrauenswürdigkeit hohe Anforderungen gestellt werden (BGer 2P.231/2006 vom 10.
Januar 2007, E. 9.2). Die Bewilligung wird gemäss Art. 38 MedBG entzogen, wenn ihre
Voraussetzungen nicht mehr erfüllt sind oder nachträglich Tatsachen festgestellt
werden, auf Grund derer sie hätte verweigert werden müssen (vgl. dazu W. Fellmann,
in: Ayer/Kieser/Poledna/Sprumont, Kommentar zum Medizinalberufegesetz, Basel
2009, N 37 zu Art. 40 MedBG).
Personen, die einen universitären Medizinalberuf ausüben, haben gemäss Art. 40
MedBG Berufspflichten. Bei Verletzung der Berufspflichten, der Vorschiften dieses
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Gesetzes oder von Ausführungsbestimmungen zu diesem Gesetz kann die
Aufsichtsbehörde gestützt auf Art. 43 Abs. 1 MedBG folgende Disziplinarmassnahmen
anordnen: eine Verwarnung (lit. a); einen Verweis (lit. b); eine Busse bis zu 20 000
Franken (lit. c); ein Verbot der selbständigen Berufsausübung für längstens sechs
Jahre, befristetes Verbot (lit. d); ein definitives Verbot der selbständigen
Berufsausübung für das ganze oder einen Teil des Tätigkeitsspektrums (lit. e).
Disziplinarmassnahmen knüpfen an die schuldhafte Verletzung von Berufspflichten
gemäss MedBG an. Die disziplinarische Verantwortlichkeit setzt entweder Vorsatz oder
Fahrlässigkeit voraus. An die Sorgfaltspflicht wird ein objektiver Massstab gelegt.
Verlangt wird die durchschnittliche Sorgfalt, die in guten Treuen verlangt werden darf
und muss, wobei die Beweislast der Disziplinarbehörde obliegt (T. Poledna, in: Ayer/
Kieser/Poledna/Sprumont, a.a.O., N 3 zu Art. 43 MedBG).
Die in Art. 43 MedBG vorgesehenen Disziplinarmassnahmen finden nach Art. 67 Abs. 1
MedBG keine Anwendung auf Vorfälle, die sich vor Inkrafttreten dieses Gesetzes - das
MedBG ist seit dem 1. September 2007 in Vollzug [AS 2007 4053] - ereignet haben. Auf
Grund der Verletzung von Berufspflichten gemäss Art. 40 lit. a MedBG, die sich vor
Inkrafttreten dieses Gesetzes ereignet hat, kann ein befristetes oder definitives Verbot
der selbständigen Berufsausübung ausgesprochen werden, wenn es zum Schutz der
öffentlichen Gesundheit unabdingbar erscheint (Art. 67 Abs. 2 MedBG). Bei Verhalten,
das über den Zeitpunkt des Inkrafttretens des MedBG andauert, kommt das neue
Recht zur Anwendung (B. Etter, Kurzkommentar zum MedBG, Bern 2006, Rz. 2 zu Art.
67 MedBG; T. Eichenberger, in: Ayer/Kieser/Poledna/Sprumont, a.a.O., N 4 zu Art. 67
MedBG). Diese Massnahme hat präventiven Charakter, indem durch sie verhindert
wird, dass die öffentliche Gesundheit durch das Verhalten einer Person gefährdet wird
(Etter, a.a.O., Rz. 5 zu Art. 67 MedBG mit Hinweis). Wird gegen eine Person ein
Disziplinarverfahren durchgeführt, so kann die Aufsichtsbehörde zur Beurteilung der
von dieser Person ausgehenden Gefährdung der öffentlichen Gesundheit aber auch
Sachverhalte berücksichtigen, die verjährt sind (Art. 46 Abs. 5 MedBG). Die
Berücksichtigung von verjährten Sachverhalten darf somit nur der Beurteilung der
Gefährdung der öffentlichen Gesundheit durch eine Person dienen. Praktisch ist sie nur
relevant, wenn schwerwiegende Vorfälle stattgefunden haben bzw. wenn ein Verbot
der selbständigen Berufsausübung zur Diskussion steht (Etter, a.a.O., Rz. 12 und 13 zu
Art. 46 MedBG).
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4. Die Vorinstanz wirft dem Beschwerdeführer vor, er habe verschiedene
Berufspflichten missachtet, weshalb es gerechtfertigt sei, ihm gestützt auf Art. 43 Abs.
1 lit. e MedBG die selbständige Berufsausübung als Zahnarzt zu verbieten und ihm
gestützt auf Art. 43 Abs. 1 lit. c in Verbindung mit Art. 43 Abs. 3 MedBG eine Busse
von Fr. 4'000.-- aufzuerlegen.
4.1. Gemäss Art. 40 lit. a MedBG ist die Medizinalperson verpflichtet, den Beruf
sorgfältig und gewissenhaft auszuüben. Sodann halten sich die Medizinalpersonen an
die Grenzen der Kompetenzen, die sie im Rahmen der Aus-, Weiter- und Fortbildung
erworben haben. Es geht darum, ein Übernahmeverschulden, d.h. die Übernahme einer
Tätigkeit, für die man nicht qualifiziert ist, und eine daraus allenfalls resultierende
Haftung zu vermeiden (Etter, a.a.O., Rz. 5 zu Art. 40 MedBG).
4.1.1. Die Vorinstanz kommt zum Ergebnis, die Unregelmässigkeiten bei der
Behandlung von A. B. würden belegen, dass der Beschwerdeführer seine ärztlichen
Kompetenzen überschritten und elementare Regeln der ärztlichen Kunst verletzt habe.
Sie begründet dies damit, A. B. habe eine seit 4. Juli 2007 dauernde
kieferorthopädische Behandlung beim Beschwerdeführer am 18. März 2008
abgebrochen (act. 14 der Vorinstanz). Der unmittelbar nachbehandelnde Zahnarzt, Dr.
W. F., habe den Patienten unverzüglich an den Facharzt für Kieferorthopädie SSO,
Dr. H. I., L., überwiesen, um die Gefahr einer Sepsis abzuwenden. Am 3. September
2008 habe Dr. H. I. bestätigt, seines Erachtens hätten im Unterkiefer auf keinen Fall
zwei Zähne gezogen werden dürfen, weil durch das Vorkippen der unteren Frontzähne
genügend Platz für alle Zähne hätte gewonnen werden und der Deckbiss zur Hälfte
hätte korrigiert werden können. Zur anderen Hälfte wäre der Deckbiss dadurch
korrigiert worden, dass das Vorkippen der unteren Frontzähne ein Vorkippen der
oberen Frontzähne vorausgesetzt hätte. Jetzt - mit vier gezogenen Zähnen - müsse
eine Klasse I bei den Molaren eingestellt werden, was nur mit einem enorm grossen
apparativen und finanziellen Aufwand möglich sei (act. 1.19. der Vorinstanz). Auch
Dr. M. N., Facharzt der Kieferorthopädie CH und Facharzt der L.-Versicherung, der
Versicherung von A. B., habe in seiner Beurteilung zu Handen der L.-Versicherung vom
14. September 2009 festgehalten, die Situation sei vor allem durch die Extraktion im
Unterkiefer von A. B. verschlimmert worden. In dieser Situation wären wenigstens
kieferorthopädische Begleitmassnahmen, d.h. Stützung der Frontzähne, Korrektur der
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Klasse II etc. mit entsprechenden Apparaten zwingend erforderlich gewesen, was aber
offensichtlich unterblieben sei. Dr. M. N. halte ausdrücklich fest, in Anbetracht der
rudimentären Krankengeschichte, die dem Standard der Schweizerischen
Zahnärztegesellschaft (SSO) nicht entspreche, müsse von einer Fehlentscheidung des
damaligen Zahnarztes ausgegangen werden (act. 1.15 der Vorinstanz). Aufgrund der
Diagnose "Dental und skelettal Klasse II mit Deckbiss" habe Dr. H. I. A. B. an Dr. P. Q.,
Facharzt für Oralchirurgie, S., mit der Indikation überwiesen, es müsse ein
Gaumenimplantat als Anker für die orthopädische Zahnstellungskorrektur eingesetzt
werden (vgl. act. 24 der Vorinstanz). Schliesslich habe nach der Extraktion von vier
Zähnen eine weitere Zahnspange angefertigt werden müssen, ein unnötiger
Behandlungsaufwand, der bei sachgerechtem Vorgehen nicht entstanden wäre.
4.1.2. Der angefochtene Entscheid wird auch damit begründet, der Beschwerdeführer
habe R. T. fachlich unzureichend behandelt, indem er an einem Arbeitsgang durch die
Brücke hindurch in die Zahnwurzel gebohrt, das Implantat eingesetzt und dieses
sogleich mit dem Rest des Eckzahns verbunden habe, obschon üblicherweise
zugewartet werde, bis das Implantat vollständig eingewachsen sei, was Wochen oder
sogar Monate dauern könne. Durch chronische Entzündung habe sich der Knochen
teilweise abgebaut und ein Spezialist habe die Brücke teilweise herausnehmen und das
Implantat entfernen müssen (act. 8 der Vorinstanz). Aktenkundig sei zudem, dass der
Beschwerdeführer im Fall von U. V. seine Berufspflichtenin erheblichem Mass
vernachlässigt habe. Der Gesundheitsrat habe dem Beschwerdeführer, der dem
Patienten im Oberkiefer eine zehngliedrige Kunststoffbrücke auf Goldbasis fixiert und
sieben Implantate einzementiert hatte, am 13. September 2005 empfohlen, auf eine
Honorarforderung zu verzichten (act. 0.2 der Vorinstanz). Dieser Entscheid sei damit
begründet worden, bei einem Patienten mit derart massiven Hygiene-Defiziten, wie sie
der Beschwerdeführer selber beschreibe und wie sie aus der Krankengeschichte
ersichtlich seien, müsse eine derart kostspielige und komplizierte Behandlung als
kontraindiziert bezeichnet werden. Auch beim Betrachten der Orthopantomographien
sei die unsorgfältige Arbeit klar ersichtlich. Der Eindruck bezüglich der unsorgfältigen
Behandlung werde beim Lesen des Gutachtens von Dr. M. W., U., eindeutig bestärkt.
Im Weiteren sei festgestellt worden, dass der Beschwerdeführer einige Positionen auf
der Rechnung falsch aufgeführt und den Tarif meistens mit der maximalen Punktezahl
verwendet habe, was für eine Landpraxis nicht Usance sei. In Betracht falle weiter,
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dass sich C. V. im Jahr 2007 via Ombudsstelle der Zahnärzte-Gesellschaft (ZGSG) über
die zahnärztliche Behandlung des Beschwerdeführers beklagt habe. Die
Rechtsvertreterin von Frau V. habe dem Gesundheitsdepartement angezeigt, dass sie
Strafanzeige wegen Körperverletzung erstattet und den Beschwerdeführer gebeten
habe, den Schaden seiner Berufshaftpflichtversicherung zu melden. Auch D. und E. T.
seien im Jahr 2007 bezüglich des Beschwerdeführers vorstellig geworden. Der
eingeschriebene Brief, mit welchem der Beschwerdeführer aufgefordert worden sei, die
Patientenunterlagen einzureichen, sei nicht abgeholt worden. Der nachbehandelnde
Zahnarzt, Dr. F. I., S., habe dem Beschwerdeführer empfohlen, auf das Honorar für die
Krone zu verzichten. Erst nach Intervention des Zahnärztlichen Beauftragten habe sich
der Beschwerdeführer bereit erklärt, Fr. 500.-- zurückzuerstatten. Weiter habe L. Q. im
Jahr 2006 mitgeteilt, der Beschwerdeführer habe in Anwesenheit ihres Ehemannes
zugegeben, es sei ihm ein "Kunstfehler" unterlaufen, den er seiner
Berufshaftpflichtversicherung melden werde. Der Beschwerdeführer habe sich bei der
Ombudsstelle des ZGSG aber nicht mehr gemeldet und eingeschriebene Briefe nicht
abgeholt. Schliesslich habe R. P. im Jahr 2005 die Qualität der Arbeit des
Beschwerdeführers beanstandet.
4.1.3. Die Feststellungen der Vorinstanz machen deutlich, dass der Beschwerdeführer
die Gesundheit von Patienten widerholt und zum Teil erheblich gefährdet hat und dass
sein Verhalten nicht als vertrauenswürdig bezeichnet werden kann.
4.1.4. Der Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpunkt, die Vorinstanz mache ihm
"einseitige und pauschale Vorwürfe". Er begründet dies im Wesentlichen damit, die
ZGSG trachte seit Jahren danach, ihn als Konkurrenten zu eliminieren, indem sie ihm
alle erdenklichen Hindernisse in den Weg lege. Er verzichtet aber darauf, konkret zu
begründen, auf welche Weise die ZGSG sein berufliches Wirken als Zahnarzt behindert
haben soll, und macht lediglich geltend, ein verstorbener Berufskollege namens Q., der
ebenfalls aus dem Balkan stamme, habe vor Bundesgericht gegen die ZGSG obsiegt.
Abgesehen davon, dass der Beschwerdeführer darauf verzichtet, näher auf das von
ihm erwähnte Verfahren einzugehen, vermag er mit dem pauschalen Vorwurf, die
ZGSG diskriminiere Zahnärzte aus dem Balkan, nicht darzutun, die Vorinstanz habe
ihm die fachlichen und persönlichen Fähigkeiten, die das Gesetz für die Ausübung des
Berufs als Zahnarzt voraussetzt, zu Unrecht abgesprochen. Demzufolge ist es nicht
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erforderlich, seinem Antrag zu entsprechen, der Rechtsvertreter des Berufskollegen Q.
sei zu befragen und es seien die Akten des Falls Q. zu edieren.
4.1.5. Der Beschwerdeführer wirft der Vorinstanz sinngemäss weiter vor, sie habe sein
rechtliches Gehör verletzt, weil sie seinem Antrag auf Erstellung eines
fachmedizinischen Gutachtens nicht entsprochen habe. Er begründet dies damit, die
Vorinstanz lege ihm einige wenige nicht schwerwiegende Einzelfälle zur Last, die
überdies alle bereinigt worden seien, weshalb es sich nicht rechtfertige, ihn persönlich
und wirtschaftlich zu ruinieren. Die Frage, ob er in der Lage sei, als Zahnarzt
ordnungsgemäss und klaglos tätig zu sein, könne nur anhand eines fachmedizinischen
Gutachtens bezüglich seiner gesamten beruflichen Tätigkeit beurteilt werden. In
diesem Zusammenhang sei zu berücksichtigen, dass die Zahnheilkunde eine diffizile
Angelegenheit sei, bei der man im Einzelfall über die Behandlungsmethode (Prothese,
Brücke, Implantat) geteilter Meinung sein könne. In Betracht falle weiter, dass es
während 36 Jahren Berufstätigkeit lediglich zu fünf bzw. sechs Reklamationen
gekommen sei.
Der Beschwerdeführer verzichtet darauf, näher und substantiell zu begründen, warum
den an seine Adresse gerichteten Vorwürfen aus seiner Sicht keine schweren
fachlichen Fehlleistungen zugrunde liegen sollen. Er beruft sich lediglich darauf, im Fall
B. handle es sich um "reine Stimmungsmache", abgesehen davon, dass Dr. H. I., L.,
ein Konkurrent sei und nur von der abstrakten Gefahr einer Sepsis gesprochen werde.
Damit vermag der Beschwerdeführer nicht zu widerlegen, dass er im Fall B. elementare
Berufspflichten verletzt hat und dass er in einem fachlichen Bereich tätig war, wo es
ihm offensichtlich an der dafür erforderlichen beruflichen Qualifikation fehlte. In
Betracht fällt weiter, dass der Beschwerdeführer den Beruf als selbständiger Zahnarzt
seit dem Jahr 1994, somit seit rund 18 und nicht seit rund 36 Jahren, ausübt. Sodann
lässt sich aus der Tatsache allein, dass die berechtigten Beschwerden von
Patientinnen und Patienten über schwerwiegende Behandlungsfehler des
Beschwerdeführers aus den letzten Jahren stammen, nicht folgern, es handle sich um
ein paar wenige Einzelfälle, die es in Anbetracht der langen beruflichen Tätigkeit als
selbständiger Zahnarzt nicht rechtfertigen würden, im öffentlichen Interesse
einschneidende disziplinarische Massnahmen zu verfügen. Vielmehr lässt die Häufung
von aktenkundigen Fehlleistungen des Beschwerdeführers die Folgerung zu, er sei seit
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einiger Zeit nicht mehr in der Lage, die zahnärztlichen Leistungen, die er anbietet, so zu
erbringen, dass Patientinnen und Patienten nicht zu Schaden kommen. Die Vorinstanz
war deshalb nicht gehalten, die gesamte Tätigkeit des Beschwerdeführers über die
Jahre hinweg fachmedizinisch begutachten zu lassen, und es erübrigt sich, dem Antrag
auf Begutachtung der zahnärztlichen Leistungen des Beschwerdeführers im Rahmen
des Beschwerdeverfahrens zu entsprechen. Zu erwähnen bleibt, dass das Gutachten,
das der Beschwerdeführer der Vorinstanz am 16. Januar 2011 in Aussicht gestellt hat,
nie eingereicht worden ist.
4.1.6. Zusammenfassend ergibt sich somit, dass die Vorinstanz mit Recht davon
ausgeht, der Beschwerdeführer habe seinen Beruf in den letzten Jahren wiederholt
nicht sorgfältig und gewissenhaft ausgeübt und er verfüge über keine ausreichenden
fachlichen Fähigkeiten zur Tätigkeit als selbständiger Zahnarzt, weshalb er nicht nur in
den Fachbereichen Implantologie und Kieferorthopädie, sondern auch im Bereich der
konservierenden Zahnheilkunde eine Gefahr für die Gesundheit der Patientinnen und
Patienten darstelle.
4.2. Gemäss Art. 40 lit. b MedBG vertiefen, erweitern und verbessern Personen, die
einen universitären Medizinalberuf selbständig ausüben, ihre beruflichen Kenntnisse,
Fähigkeiten und Fertigkeiten durch lebenslange Fortbildung. Die Anforderungen an die
Fortbildung sind im MedBG nicht geregelt (Etter, a.a.O., Rz. 10). Weil Regelungen
bezüglich des Fortbildungsumfangs fehlen, zieht die Vorinstanz die Regelungen der
SSO als Richtwert heran (vgl. sachgemäss GVP 2009 Nr. 95). Unbestritten geblieben
ist, dass gemäss Art. 15 des Tarifvertrags SSO der Richtwert des Fortbildungsumfangs
für einen Zahnarzt insgesamt 80 Stunden pro Kalenderjahr (50 Stunden strukturierte
und kontrollierte Fortbildung, 30 Stunden Selbststudium) entspricht. Die
Kontrollperiode beträgt zwei Jahre. Die Vorinstanz wirft dem Beschwerdeführer vor, er
habe gegen die Fortbildungspflicht verstossen, weil er für das Jahr 2008 nur
29 Stunden Fortbildung belegen könne und weil für das Jahr 2009 kein
Fortbildungsnachweis erbracht worden sei.
Der Beschwerdeführer stellt nicht in Abrede, dass er die Richtwerte für
Fortbildungsveranstaltungen der SSO nicht erfüllt und dass er für das Jahr 2008
lediglich 29 Stunden Fortbildung belegen könne. Er stellt sich aber auf den Standpunkt,
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wenn man alle Jahre im Durchschnitt nehme, habe er mehr als genügend
Weiterbildungskurse besucht. Hinzu komme, dass für das Jahr 2009 eine
Kursanmeldung für "Schablonengeführte Implantologie" vom 23. Juni 2009 vorhanden
sei. Zutreffend ist, dass sich in den Akten des Beschwerdeführers, die mit keinem
Aktenverzeichnis versehen und nicht numeriert sind, die Anmeldung für einen Kurs
"Schablonengeführte Implantologie: Alle 3 Systeme !" vom 23. Juni 2009 befindet (vgl.
auch act. 13.33 der Vorinstanz). Der Kurs dauerte von 17.00-21.00 Uhr. Abgesehen
davon, dass der Nachweis, dass der Beschwerdeführer diese Veranstaltung tatsächlich
besucht hat, fehlt, steht somit fest, dass er sich im Jahr 2009 höchstens auf vier
Stunden Fortbildung beschränkt hat. Damit ist er der Pflicht zur Fortbildung nach
Art. 40 lit. b MedBG nicht nachgekommen.
4.3. Gemäss Art. 40 lit. c MedBG wahren die Personen, die einen universitären
Medizinalberuf selbständig ausüben, die Rechte von Patientinnen und Patienten.
Die Vorinstanz wirft dem Beschwerdeführer vor, er habe es unterlassen, den Patienten
A. B. bzw. dessen Vater in ausreichendem Mass über die Risiken der vorgesehenen
Behandlung aufzuklären. Sodann würden jegliche Planungsüberlegungen betreffend
die Extraktion der vier Prämolaren fehlen, ebenso wie das schriftliche Einverständnis
der Eltern (act. 1.11 der Vorinstanz). Die kieferorthopädische Behandlung sei nie
thematisiert worden (act. 1.6 der Vorinstanz). Weiter habe die Rechtsvertreterin des
Patienten und seines Vaters den Beschwerdeführer am 7. April 2010 aufgefordert, alle
Studienmodelle, Zahnabdrücke und Röntgenbilder zur Verfügung zu stellen und den
Schadenfall bei der Berufshaftpflichtversicherung anzumelden (act. 1.6 der Vorinstanz).
In der Folge habe der Beschwerdeführer belegen können, dass er am 22. März 2011
(richtig: 22. März 2010) gegenüber seiner Berufshaftpflichtversicherung, der "R.-
Versicherung", auf ein Schreiben der L.-Versicherung - der Versicherung von A. B. -
vom 15. Juli 2009 Stellung genommen habe (act. 1.8 der Vorinstanz). Dem Schreiben
könne entnommen werden, dass er Dr. W. H. "drei OPT und zwei Röntgenbilder" habe
zukommen lassen. Was die Studienmodelle anbetreffe, habe der Beschwerdeführer am
17. Januar 2001 mitgeteilt, dass diese aus unerklärlichen Gründen entsorgt worden
seien (act. 14 der Vorinstanz). Der Vertrauensarzt der L.-Versicherung, Dr. M. N., O.,
habe am 14. September 2009 denn auch festgehalten, weiterhin würden Unterlagen
wie Studienmodelle, Krankengeschichte, Planungsüberlegungen, die zur Extraktion der
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vier Prämolaren geführt hätten, fehlen (act. 1.15 der Vorinstanz). Nachdem die
Rechtsvertreterin des Patienten und seines Vaters am 14. April 2010 gegenüber der
"R.-Versicherung" Schadenersatzansprüche geltend gemacht habe, habe die "R.-
Versicherung" den Beschwerdeführer am 3. Mai 2010 aufgefordert, sämtliche
Unterlagen einzureichen und zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen (act. 20.15 der
Vorinstanz). Am 5. Mai 2010 habe der Beschwerdeführer gegenüber seiner
Berufshaftpflichtversicherung lediglich auf eine Stellungnahme vom 22. März 2010
verwiesen (act. 20.16 der Vorinstanz). Am 24. November 2010 habe die
Rechtsvertreterin von A. B. und seines Vaters mitgeteilt, von Seiten der "R.-
Versicherung" sei eine "Mandatsniederlegung" erfolgt, weil der Beschwerdeführer
seinen Mitwirkungspflichten in keiner Weise nachgekommen sei, was eine Abklärung
der Haftpflicht zum vornherein verunmöglicht habe (act. 1.2. der Vorinstanz).
Mit diesem Vorgehen hat der Beschwerdeführer die Pflicht zur Wahrung der Rechte
von Patientinnen und Patienten in grober Weise verletzt. Er ist seiner Informations- und
Mitwirkungspflicht im Fall B. im Zusammenhang mit der Feststellung des Schadens
weder gegenüber der L.-Versicherung und der Rechtsvertreterin des Patienten und
seines Vaters noch gegenüber seiner Berufshaftpflichtversicherung, der "R.-
Versicherung", nachgekommen und hat damit auch die finanzielle Schädigung der
Familie B. in Kauf genommen. Seine Behauptung, der Fall B. sei ordnungsgemäss
abgewickelt worden bzw. er habe, soweit zumutbar, bei der Schadenabklärung
mitgewirkt und seine damalige Berufshaftpflichtversicherung, die "R.-Versicherung",
habe den Schaden übernommen, soweit eine Haftung bestanden habe, trifft
offensichtlich nicht zu. Sodann bestehen keine Anhaltspunkte, wonach der Vater von A.
B. versucht haben könnte, den Beschwerdeführer "via Versicherungen und Advokaten"
einzuschüchtern. An der Beurteilung, wonach der Beschwerdeführer Art. 40 lit. c
MedBG verletzt hat, ändert im Übrigen nichts, dass Haftpflichtfragen in die
Zuständigkeit der Zivilgerichte fallen.
4.4. Gemäss Art. 40 lit. d MedBG machen Personen, die einen universitären
Medizinalberuf selbständig ausüben, nur Werbung, die objektiv ist, dem öffentlichen
Bedürfnis entspricht und weder irreführend noch aufdringlich ist. Das Erfordernis der
Objektivität verlangt, dass sie objektiv richtig, somit wahr ist. Es verbietet jegliche
Täuschung und wird durch das Verbot der Irreführung ergänzt (W. Fellmann, in: Ayer/
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Kieser/Poledna/Sprumont, a.a.O., N 105 und N 108 zu Art. 40 MedBG). Sodann
gewährleistet Art. 23 des Bundesgesetzes über den unlauteren Wettbewerb (SR 241)
den Schutz vor unrichtigen und irreführenden Angaben bezüglich Titeln und
Berufsbezeichnungen.
Die Vorinstanz wirft dem Beschwerdeführer vor, er habe in unzulässiger Weise für seine
Tätigkeit als selbständiger Zahnarzt geworben, indem er den Titel "Dr. med. dent."
verwendet habe. Nach konstanter Verwaltungspraxis im Kanton St. Gallen seien
ausländische akademische Titel, die von staatlich anerkannten Universitäten im
Rahmen eines regulären Studiums verliehen worden seien, in der Originalform ihrer
Vergabe zu tragen. Der Beschwerdeführer habe im Jahr 1986 an der Universität M. den
akademischen Grad des "Doktor Stomatologije" erworben (act. 0.1 der Vorinstanz),
weshalb er den Titel "Dr. stom." verwenden müsste.
Der Beschwerdeführer wendet ein, der Titel "Dr.med. dent." sei ihm von der Universität
M. verliehen worden, zumal Doktor Stomatoligije" gemäss Wikipedia "Doktor der
Zahnmedizin" bedeute. Es gehe der Vorinstanz darum, Verwirrung zu erzeugen und ihn
zu schädigen.
Die Frage, ob der Beschwerdeführer mit der Verwendung des Titels "Dr. med. dent."
Art. 40 lit. d MedBG verletzt, kann offen bleiben. Zutreffend ist aber, dass bei
(potentiellen) Patientinnen und Patienten mit der Verwendung des Titels "Dr. med.
dent." der Eindruck erweckt wird, es handle sich um einen Zahnarzt, der in der Schweiz
ausgebildet worden sei, was entscheidende Auswirkungen auf seinen Marktwert haben
dürfte.
4.5. Gemäss Art. 40 lit. h MedBG haben Personen, die einen universitären
Medizinalberuf selbständig ausüben, eine Berufshaftpflichtversicherung nach
Massgabe der Art und des Umfangs der Risiken, die mit ihrer Tätigkeit verbunden sind,
abzuschliessen oder andere, gleichwertige Sicherheiten zu erbringen.
Aus Sicht der Vorinstanz ist erwiesen, dass der Beschwerdeführer über keine gültige
und ausreichende Berufshaftpflichtversicherung verfügt. Sie begründet dies damit, am
8. Dezember 2010 sei er aufgefordert worden, den diesbezüglichen Nachweis bis zum
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14. Dezember 2010 zu erbringen (act. 7 der Vorinstanz). Am 21. Dezember 2010 habe
der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers eine bis 31. Dezember 2012 gültige Police
der "T.-Versicherung" eingereicht (act. 10 der Vorinstanz). Am 16. Januar 2011 habe
der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers aber angezeigt, der Vertrag "gelte nicht
mehr", und er habe eine Police der "P.-Versicherung" zu den Akten gegeben (act. 13
der Vorinstanz). Weil der Verdacht bestanden habe, dass die Police der "P.-
Versicherung" keine ausreichende Gültigkeit haben könnte, sei der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers mit Schreiben vom 17. Februar 2011 aufgefordert worden, den
Nachweis zu erbringen, dass der Versicherer über frühere Schadenersatzforderungen
informiert worden sei (act. 16 der Vorinstanz). Am 15. März 2011 habe dieser einen
vom Beschwerdeführer ausgefüllten Fragenkatalog der "P.-Versicherung" eingereicht.
Unter der Rubrik "Hatten oder haben Sie bei einer anderen Versicherungsgesellschaft
Versicherungspolicen der gleichen Art wie die beantragten Versicherungen ?" habe der
Beschwerdeführer lediglich die "T.-Versicherung" aufgeführt, nicht aber die "R.-
Versicherung", die von Seiten des Versicherers ausser Kraft gesetzt worden sei. Somit
stehe fest, dass die "P.-Versicherung" insbesondere über den Fall B. nicht umfassend
informiert worden sei. Der Beschwerdeführer habe diesbezüglich unvollständige
Angaben gemacht. Die Bestätigung der "P.-Versicherung" vom 30. Mai 2011, wonach
keine falsche Antragsdeklaration vorliege (act. 22 der Vorinstanz), beruhe auf einem
Irrtum.
Demgegenüber vertritt der Beschwerdeführer den Standpunkt, er verfüge über einen
ausreichenden Versicherungsschutz. Er beruft sich darauf, die "P.-Versicherung" habe
dies am 30. Mai 2011 ausdrücklich bestätigt. Im Zweifelsfall sei die "P.-Versicherung"
über Bestand und Umfang der Versicherung zu befragen. Für den Fall, dass die "P.-
Versicherung" ihre Zusicherung wider Erwarten widerrufen sollte, sei ihm Frist zu
setzen, damit er den erforderlichen Versicherungsschutz beschaffen könne.
Aktenkundig ist, dass der Beschwerdeführer am 9. Dezember 2012 bei der "P.-
Versicherung" Antrag auf Abschluss einer Betriebs- und Berufshaftpflichtversicherung
gestellt und bestätigt hat, die "vorstehenden Fragen vollständig und wahrheitsgemäss"
beantwortet zu haben (act. 18 der Vorinstanz). Am 16. Januar 2011 hat er zudem eine
Police der "P.-Versicherung" für eine Geschäftsversicherung KMU zu den Akten
gegeben, die bis 1. Januar 2016 Gültigkeit hat (act. 13 der Vorinstanz). Am 30. Mai
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2011 hat die "P.-Versicherung" dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers im
Weiteren per E-Mail bestätigt, der Beschwerdeführer habe die "Antragsfragen" korrekt
beantwortet bzw. es liege keine falsche Antragsdeklaration vor. Diese Auskunft wird
damit begründet, gemäss Fragebogen werde danach gefragt, ob der
Versicherungsnehmer in den letzten drei Jahren Schäden verursacht habe und gemäss
Auskunft des Beschwerdeführers würden die Schäden, die er verursacht habe, länger
als drei Jahre zurückliegen (act. 22 des Vorinstanz). Wie ausgeführt, wird im
Fragebogen aber auch danach gefragt, ob der Antragsteller bei einer anderen
Versicherungsgesellschaft Versicherungspolicen der gleichen Art gehabt habe oder
habe. Der Beschwerdeführer hat nur die "T.-Versicherung" angegeben und darauf
verzichtet, die "R.-Versicherung" aufzuführen. Somit ist zumindest fraglich, ob die "P.-
Versicherung" den Versicherungsschutz noch gewähren würde, wenn sie vom
Beschwerdeführer vollständig und wahrheitsgemäss informiert worden wäre. Diese
Frage kann aber offen bleiben, zumal das Vorgehen des Beschwerdeführers in dieser
Angelegenheit ebenfalls dafür spricht, dass er nicht über die Vertrauenswürdigkeit
verfügt, die für die selbständige Ausübung des Zahnarztberufs erforderlich ist (Art. 36
Abs. 1 lit. b in Verbindung mit Art. 38 MedBG).
4.6. Zusammenfassend ergibt sich somit, dass der Beschwerdeführer Berufspflichten
in schwerwiegender Weise verletzt hat, und dass er keine Gewähr für eine einwandfreie
Berufsausübung als selbständig tätiger Zahnarzt bietet.
5. Die Vorinstanz wirft dem Beschwerdeführer weiter vor, er sei nicht vertrauenswürdig
bzw. er biete bei der Berufsausübung keine Gewähr für ein integres persönliches
Verhalten, weshalb ihm auch die Berufsausübungsbewilligung für den Kanton St.
Gallen entzogen werden müsse. Zur Begründung führt die Vorinstanz aus, aktenkundig
sei, dass sich der Beschwerdeführer gegenüber Patientinnen und Patienten und dem
Zahnärztlichen Beauftragten einverstanden erklärt habe, eingestandene Schadenfälle
seiner Berufshaftpflichtversicherung zu melden oder vergleichsweise finanziell zu
bereinigen. Er sei diesen Zusagen aber nicht nachgekommen bzw. der Zahnärztliche
Beauftragte habe ihn wiederholt daran erinnern müssen. Auch habe er eingeschriebene
Briefe von Patientinnen und Patienten sowie des Zahnärztlichen Beauftragten nicht
entgegengenommen. Weiter habe der Beschwerdeführer das Gesundheitsdepartement
am 17. Januar 2011 um Rücküberweisung von Röntgenbildern im Fall B. ersucht, damit
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er ein kieferorthopädisches Gutachten erstellen lassen könne, obschon dem
Gesundheitsdepartement zu keinem Zeitpunkt derartige Röntgenbilder zugestellt
worden seien. In der Folge sei das Patientendossier inklusive Röntgenbilder im Fall B.
beim Beschwerdeführer angefordert worden. Der Beschwerdeführer sei dieser
Aufforderung aber bis heute nicht nachgekommen. Schliesslich hält die Vorinstanz fest,
der Beschwerdeführer habe massive gesundheitliche Probleme des Patienten B.
verkannt und dementsprechend keine Gegenmassnahmen eingeleitet, sondern den
Abbruch der Behandlung "gutmütigen Kollegen" zugeschrieben, weshalb ihm jegliche
Vertrauenswürdigkeit abgesprochen werden müsse.
Der Beschwerdeführer bestreitet diese Vorwürfe, die eindrücklich belegen, dass er
nicht als vertrauenswürdiger selbständig tätiger Zahnarzt bezeichnet werden kann,
nicht. Er macht aber sinngemäss geltend, das Fehlverhalten, das ihm zur Last gelegt
werde, falle in Anbetracht von zahlreichen zufriedenen Patientinnen und Patienten nicht
ins Gewicht. Die Vorinstanz habe es unterlassen, seine Praxis zu besuchen und die
Zufriedenheit von Personen, die er behandelt habe, zu erfragen. Die Mund-zu-Mund-
Werbung, die beste und billigste Propaganda, funktioniere trotz widriger Umstände
immer noch.
Wie ausgeführt (vgl. Ziff. 3 hievor), ist die Befragung von Personen, die sich beim
Beschwerdeführer einer zahnärztlichen Behandlung unterzogen haben, nicht tauglich,
Beweis dafür zu erbringen, dass er fachlich und persönlich in der Lage ist, die
zahnärztlichen Dienstleistungen, die er anbietet, zum Wohl der Patientinnen und
Patienten ordnungsgemäss zu erbringen. Hinzu kommt, dass im vorliegenden Fall
feststeht, dass der Beschwerdeführer Berufspflichten wiederholt in schwerwiegender
Weise verletzt hat. Es kann deshalb darauf verzichtet werden, die drei vom
Beschwerdeführer genannten Personen als Zeugen zu befragen. Nicht ersichtlich ist
schliesslich, warum es erforderlich sein sollte, die Praxis des Beschwerdeführers, die
zur Zeit zufolge des Entzugs der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde nicht in
Betrieb sein darf, in Augenschein zu nehmen und eine betriebswirtschaftliche Analyse
erstellen zu lassen.
6. Der Beschwerdeführer stellt sich weiter auf den Standpunkt, die angeordneten
disziplinarischen Massnahmen und der Entzug der Bewilligung seien
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unverhältnismässig. Er begründet dies damit, die Vorinstanz habe es unterlassen,
mildere Massnahmen in Erwägung zu ziehen, was den Versicherten (richtig wohl: den
Beschwerdeführer) und erst recht seine Patientinnen und Patienten in eine
offensichtliche Notlage versetzt habe. Das öffentliche Interesse könne nicht derart hoch
sein, zumal zahlreiche Patientinnen und Patienten mit seinen Leistungen zufrieden
seien. Die Vorinstanz wälze zufolge Beweisnotstands den Fall B. breit, bei dem es sich
um einen Einzelfall handle. Sodann sei die Busse im Verhältnis zu den "möglichen
schlimmen Verletzungen" nicht sehr hoch. Sie sei aber dennoch unverhältnismässig,
weil seine Arbeit in der Regel zu keinen Beanstandungen Anlass gebe. Wenn es
zutreffe, dass ausnahmsweise einzelne Fälle vorgekommen seien, seien diese
zivilrechtlich bereinigt worden. Im übrigen habe sein Rechtsvertreter weit schlimmere
Fälle zu vertreten, die aber nicht zu derart einschneidenden Massnahmen geführt
hätten.
6.1. Der Grundsatz der Verhältnismässigkeit erfordert, dass die
Verwaltungsmassnahmen zur Verwirklichung des im öffentlichen Interesse liegenden
Ziels geeignet und notwendig sind. Ausserdem muss der angestrebte Zweck in einem
vernünftigen Verhältnis zu den Belastungen stehen, die den Privaten auferlegt werden
(Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl., Zürich/St. Gallen
2010, Rz. 581).
6.2. Fest steht, dass der Beschwerdeführer nicht über die erforderlichen fachlichen
Fähigkeiten verfügt, um von ihm angebotene Dienstleistungen ordnungsgemäss zu
erbringen, und dass sein Verhalten gegenüber Patientinnen und Patienten, die die
Qualität seiner Arbeit in Frage stellen, sowie gegenüber seiner Versicherung und der
Vorinstanz nicht für seine Vertrauenswürdigkeit sprechen. Er hat das Wohl von
Patientinnen und Patienten mehrfach in schwerwiegender Weise gefährdet. Das
öffentliche Interesse daran, Patientinnen und Patienten vor gesundheitsgefährdenden
Behandlungen zu schützen, indem dem heute 66 Jahre alten Beschwerdeführer nicht
mehr gestattet wird, selbständig als Zahnarzt zu arbeiten, ist deshalb ausgewiesen.
Sodann ist es höher zu gewichten, als das private Interesse des Beschwerdeführers an
der Wiedereröffnung seiner Praxis, deren Betrieb zur Zeit zufolge des Entzugs der
aufschiebenden Wirkung der Beschwerde eingestellt ist. Dies gilt unabhängig davon,
ob und wenn ja wie Schadenfälle, die der Beschwerdeführer verursacht hat,
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zivilrechtlich bereinigt worden sind. Auch vermag an der Verhältnismässigkeit des
Berufsverbots und der Busse im Betrag von Fr. 4'000.-- - weil unter der gesetzlich
möglichen Höchstlimite - nichts zu ändern, dass gegen den Beschwerdeführer bisher
noch nie aufsichtsrechtliche Massnahmen angeordnet worden sind und dass
Patientinnen und Patienten zufolge der Aufgabe der selbständigen zahnärztlichen
Tätigkeit des Beschwerdeführers eine andere Zahnärztin oder einen anderen Zahnarzt
konsultieren müssen. Schliesslich wäre eine mildere Massnahme im Sinn eines
teilweisen Berufsverbots nicht zielführend, zumal es dem Beschwerdeführer an der
Vertrauenswürdigkeit fehlt, über die ein Zahnarzt, der seinen Beruf selbständig ausübt,
verfügen muss.
6.3. Somit ist die Beschwerde auch abzuweisen, soweit geltend gemacht wird, die
angefochtenen Anordnungen seien aufzuheben, weil sie sich als unverhältnismässig
erweisen würden.
7. (...).
Demnach hat das Verwaltungsgericht