Decision ID: c94ff0b6-c7ca-435d-90a6-b78962dac6e7
Year: 2020
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X erhielt am 14. September 1978 den Führerausweis für die Kategorien B, C, BE,
CE und die Unterkategorien D1 und D1E sowie am 19. September 2008 für die
Kategorie A erteilt. Am 16. Februar 2001 verursachte er in Rorschach infolge
Missachtens eines Stoppsignals einen Verkehrsunfall. Aufgrund dieses Vorfalls sprach
das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt am 24. September 2001 eine Verwarnung
gegen X aus. Am 19. März 2003 fuhr er einen Fussgänger auf dem Fussgängerstreifen
an, weshalb er am 20. August 2003 erneut verwarnt wurde. Am 2. Dezember 2003
überschritt er die Höchstgeschwindigkeit innerorts um 20 km/h, worauf ihm der
Führerausweis für die Dauer eines Monats entzogen wurde. Am 6. März 2007 lenkte er
ein Motorfahrzeug in nicht betriebssicherem und nicht vorschriftsgemässem Zustand
(vereiste Scheiben), weshalb ihm der Führerausweis erneut für die Dauer eines Monats
entzogen wurde. Am 17. Mai 2009 überschritt er mit einem Motorrad die allgemeine
oder signalisierte Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h um 26 km/h. Der Führerausweis
wurde ihm am 7. Juli 2009 für die Dauer von vier Monaten entzogen. Am
26. September 2009 überschritt er mit einem Motorfahrzeug die erlaubte
Höchstgeschwindigkeit innerorts um 22 km/h. Am 16. Dezember 2009 lenkte er trotz
Führerausweisentzugs ein Motorfahrzeug. Am 26. März 2010 wurde ihm der
Führerausweis für die Dauer von 12 Monaten entzogen. Am 30. September 2012
überschritt X mit einem Motorfahrzeug die Höchstgeschwindigkeit innerorts um 21 km/
h. Am 1. Mai 2013 wurde ihm der Führerausweis deshalb auf unbestimmte Zeit, jedoch
mindestens für zwei Jahre entzogen. Im verkehrspsychologischen Gutachten vom
15. Juni 2015 kam der Sachverständige zum Schluss, dass die Fahreignung von X aus
verkehrspsychologischer Sicht zu verneinen sei. Im nach einer Therapie durchgeführten
Gutachten vom 12. Oktober 2015 zog der Sachverständige den Schluss, dass die
Fahreignung aus verkehrspsychologischer Sicht wieder gegeben sei. Am 21. Oktober
2015 wurde ihm der Führerausweis wiedererteilt.
B.- Am Montag, 23. Oktober 2017, um 6.38 Uhr, hielt X seinen Lastwagen gemäss
Polizeirapport vom 25. Februar 2018 nach einer Streifkollision mit einem anderen
Fahrzeug auf der rechten Spur der dreispurigen Autobahn A3 im Bereich des
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Eingangsportals des Uetlibergtunnels an, stieg aus und tauschte mit dem anderen
Unfallfahrzeuglenker die Personalien aus, bevor er seine Fahrt fortsetzte. Mit
Strafbefehl vom 30. Januar 2019 wurde X der groben Verletzung von Verkehrsregeln
sowie der einfachen Verletzung von Verkehrsregeln für schuldig befunden und mit einer
bedingten Geldstrafe von 75 Tagessätzen zu je Fr. 60.– sowie einer Busse von
Fr. 900.– bestraft. Am 10. Mai 2019 gewährte das Strassenverkehrsamt X das
rechtliche Gehör zum in Aussicht gestellten Führerausweisentzug auf unbestimmte Zeit
und entzog ihm gleichzeitig den Führerausweis vorsorglich ab sofort. Der Rekurs gegen
den vorsorglichen Führerausweisentzug wurde mit präsidialer Verfügung der
Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen (VRK) vom 30. August 2019
abgewiesen. Mit Verfügung vom 16. September 2019 entzog das Strassenverkehrsamt
X den Führerausweis für immer (mindestens für fünf Jahre ab dem 10. Mai 2019) und
entzog einem allfälligen Rekurs die aufschiebende Wirkung.
C.- Dagegen erhob X am 27. September 2019 durch seinen Rechtsvertreter Rekurs bei
der VRK. Er stellte die Anträge, die vorinstanzliche Verfügung vom 16. September 2019
sei aufzuheben (Ziffer 1); eventualiter sei ihm der Führerausweis für die Dauer von drei
Monaten zu entziehen (Ziffer 2); unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Das
Strassenverkehrsamt verzichtete mit Schreiben vom 18. Oktober 2019 auf eine
Vernehmlassung.

Auf die Ausführungen im Rekurs wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen
eingegangen.
Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die VRK ist zum
Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs
vom 27. September 2019 ist rechtzeitig eingereicht worden und erfüllt in formeller und
inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 41 lit. g , 45, 47 und 48 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den
Rekurs ist einzutreten.
2.- Im Rekurs ist umstritten, ob die Vorinstanz zu Recht einen Sicherungsentzug für
immer gegen den Rekurrenten verfügt hat.
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a) Motorfahrzeugführer müssen über Fahreignung und Fahrkompetenz verfügen (Art. 14
Abs. 1 des Strassenverkehrsgesetzes, SR 741.01, abgekürzt: SVG). Über Fahreignung
verfügt, wer das Mindestalter erreicht hat (Art. 14 Abs. 2 lit. a SVG), die erforderliche
körperliche und psychische Leistungsfähigkeit zum sicheren Führen von
Motorfahrzeugen hat (lit. b), frei von einer Sucht ist, die das sichere Führen von
Motorfahrzeugen beeinträchtigt (lit. c) und nach seinem bisherigen Verhalten Gewähr
bietet, als Motorfahrzeugführer die Vorschriften zu beachten und auf die Mitmenschen
Rücksicht zu nehmen (lit. d). Über Fahrkompetenz verfügt, wer die Verkehrsregeln
kennt (Art. 14 Abs. 3 lit. a SVG) und Fahrzeuge der Kategorie, für die der Ausweis gilt,
sicher führen kann (lit. b). Ausweise und Bewilligungen sind zu entziehen, wenn
festgestellt wird, dass die gesetzlichen Voraussetzungen zur Erteilung nicht oder nicht
mehr bestehen (Art. 16 Abs. 1, 1. Halbsatz SVG). Nach einer schweren Widerhandlung
wird der Führerausweis für immer entzogen, wenn in den vorangegangenen fünf Jahren
der Ausweis nach lit. d oder Artikel 16b Abs. 2 lit. e SVG entzogen war (Art. 16c Abs. 2
lit. e SVG).
b) Zuerst ist zu prüfen, ob der Rekurrent eine schwere Widerhandlung gegen die
Strassenverkehrsvorschriften gemäss Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG begangen hat. Eine
schwere Widerhandlung entspricht einer groben Verkehrsregelverletzung gemäss
Art. 90 Abs. 2 SVG. Dessen objektiver Tatbestand ist nach der Rechtsprechung dann
erfüllt, wenn der Täter eine wichtige Verkehrsvorschrift in objektiv schwerer Weise
missachtet und dadurch die Verkehrssicherheit ernstlich gefährdet. Die Bestimmungen
über das Anhalten gehören gemäss Bundesgericht zu den wichtigen bzw.
grundlegenden Verkehrsvorschriften. Dem Kriterium der objektiv schweren Weise
kommt kaum eine eigenständige Bedeutung zu. Vielmehr ist der objektive Tatbestand
der groben Verkehrsregelverletzung bei einer konkreten Gefährdung der körperlichen
Unversehrtheit grundsätzlich regelmässig zu bejahen, sofern der Gefährdung nicht
ausnahmsweise ein geringerer Intensitätsgrad zukommt. Subjektiv erfordert der
Tatbestand ein rücksichtsloses oder auf andere Art schwerwiegend
verkehrsregelwidriges Verhalten, das heisst ein schweres Verschulden. Ein (subjektiv)
rücksichtsloses Verhalten wird von der Rechtsprechung dann bejaht, wenn der Täter
sich der konkreten oder auch nur allgemeinen Gefährlichkeit seiner
verkehrsregelwidrigen Fahrweise bewusst gewesen ist oder sonst ein bedenkenloses
Verhalten gegenüber fremden Rechtsgütern offenbart hat. Ob eine Rücksichtslosigkeit
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vorlag, ist aufgrund der gesamten Umstände zu ermitteln. Je schwerer die
Verkehrsregelverletzung objektiv wiegt, desto eher wird auch bei unbewusster
Fahrlässigkeit die Rücksichtslosigkeit zu bejahen sein, sofern nicht besondere
Gegenindizien vorliegen (Ph. Weissenberger, Kommentar Strassenverkehrsgesetz und
Ordnungsbussengesetz, 2. Aufl. 2015, Art. 90 SVG N 62 ff.).
Das Gesetz bestimmt, dass Fahrzeuge dort nicht angehalten oder abgestellt werden
dürfen, wo sie den Verkehr behindern oder gefährden könnten (Art. 37 Abs. 2 SVG). Auf
Strassen, die den Motorfahrzeugen vorbehalten sind, dürfen nur die vom Bundesrat
bezeichneten Arten von Motorfahrzeugen verkehren. Der Zutritt ist untersagt (Art. 43
Abs. 3 SVG). Auf Autobahnen und Autostrassen gelten die Sonderregeln, dass
Pannenstreifen und signalisierte Abstellplätze für Pannenfahrzeuge nur für Nothalte
benützt werden dürfen. Zudem dürfen die Fahrzeuginsassen die Fahrbahn nicht
betreten (Art. 36 Abs. 3 der Verkehrsregelnverordnung, SR 741.11, abgekürzt: VRV).
Auf der Autobahn verkehren die Fahrzeuge mit hoher Geschwindigkeit. Zudem
herrschte am Montag, 23. Oktober 2017, um 6.38 Uhr, reger Morgenverkehr auf der A3
im Bereich der Westumfahrung Zürich. Das auf dem rechten Fahrstreifen der Autobahn
angehaltene Fahrzeug stellte dementsprechend für die nachfolgenden
Verkehrsteilnehmer eine hohe konkrete Gefährdung dar. Der objektive Tatbestand der
schweren Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften ist damit erfüllt.
Als Nächstes stellt sich die Frage, wie schwer das Verschulden war. Anlässlich der
Einvernahme durch die Kantonspolizei Zürich zwei Tage nach dem Vorfall führte der
Rekurrent aus, die Streifkollision sei im Verzweigungsbereich mit der von Luzern
herkommenden Autobahn passiert. Er sei etwas weitergefahren und habe dann im
Tunnel auf dem Pannenstreifen angehalten. Er kenne die Strecke gut, da er sie täglich
fahre. Im Uetlibergtunnel habe es zwei Fahrstreifen sowie einen breiten Pannenstreifen.
Angehalten habe er, weil er nicht gewusst habe, wohin der andere fahre und er
befürchtet habe, der andere würde einfach weiterfahren. Es habe viel Verkehr gehabt.
Die Polizei hielt ihm vor, dass sich im Uetlibergtunnel drei Fahr- und kein
Pannenstreifen befinden würden, was auch durch im Internet abrufbare Fotos bestätigt
wird (act. 8/118; www.autobahnen.ch: Foto zur A 3 in Richtung Sarganserland mit
Beschriftung Uetlibergtunnel). Nach seiner Einsprache gegen den Strafbefehl führte er
gegenüber der Staatsanwältin am 29. Januar 2019 aus, das andere Fahrzeug habe ihn
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auf der Höhe des Dieseltanks gestreift. Er habe an jenem Morgen 400 Liter Diesel
getankt und habe Angst gehabt, dass der Diesel auf der Autobahn auslaufen würde.
Bei der Polizei habe er vergessen, dies zu erwähnen. Eingangs des Tunnels sei die
Strasse dreispurig. Nach etwa 200 Metern löse sich der rechte Fahrstreifen auf und
werde zum Pannenstreifen. Er habe bis dorthin fahren wollen, der hinter ihm fahrende
Unfallgegner habe jedoch die Warnblinker eingeschaltet, weshalb er dies ebenfalls
gemacht und unmittelbar auf dem rechten Fahrstreifen angehalten habe. Er habe
umgehend nachgesehen, ob der Dieseltank in Ordnung sei und habe gesehen, dass
lediglich der Kotflügel beschädigt gewesen sei. Bei der polizeilichen Einvernahme sei er
etwas durcheinander gewesen. Er habe auch nur kurz Name und Kontrollschildnummer
des anderen Unfallbeteiligten notiert und sei dann wieder weitergefahren. Anlässlich
der Einvernahme erklärte die Staatsanwältin, dass auf dem Unfallvideo – welches sie
dem Rekurrenten auch abspielte – klar zu sehen sei, dass er nicht auf dem
Pannenstreifen, sondern auf einem Fahrstreifen angehalten habe. Zudem sei er
entgegen seinen Ausführungen nicht sofort zum Dieseltank gegangen. Der Rekurrent
zog die Einsprache gegen den Strafbefehl noch an der Einvernahme zurück (act. 8/157
ff.). Im Rekurs stützte er sich auf die vor der Staatsanwaltschaft gemachten
Ausführungen.
Die Aussagen des Rekurrenten vor der Polizei und der Staatsanwaltschaft sind
widersprüchlich. Aufgrund sowohl der Strassenmarkierungen als auch des Umstands,
dass ihm die Strecke gut bekannt war, musste ihm bewusst sein, dass er nicht auf dem
Pannenstreifen, sondern auf dem rechten Fahrstreifen angehalten hatte. Sodann
erklärte er gegenüber der Staatsanwältin erstmals, dass er angehalten habe, um den
Dieseltank seines Fahrzeugs zu kontrollieren. Es ist unglaubwürdig, dass er gegenüber
der Polizei vergessen hatte, dies zu erwähnen. Wäre die Betriebssicherheit seines
Fahrzeugs für ihn tatsächlich im Zentrum gestanden, so hätte dies bei der Befragung
kaum vergessen gehen können. Da die ersten Aussagen am nächsten am Geschehen
liegen, kommt ihnen zudem regelmässig ein höheres Gewicht zu als den späteren
Aussagen. Insgesamt muss davon ausgegangen werden, dass dem Rekurrenten
bewusst war, dass er im dichten Morgenverkehr auf dem rechten Fahrstreifen und
nicht auf dem Pannenstreifen anhielt, und dass er dadurch eine grosse Gefährdung der
übrigen Verkehrsteilnehmer schaffte. Aus seinen eigenen Aussagen, die er vor der
Polizei machte, muss gefolgert werden, dass es ihm dabei hauptsächlich darum ging,
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die Personalien mit dem Lenker des anderen Unfallfahrzeugs auszutauschen. Ein
Motorfahrzeug lediglich mit dieser Veranlassung bei regem Verkehr auf einem
Fahrstreifen einer Autobahn anzuhalten, erscheint als ein gegenüber den anderen
Verkehrsteilnehmern sehr rücksichtsloses Verhalten, weshalb das Verschulden schwer
wiegt und der subjektive Tatbestand damit ebenfalls erfüllt ist. Es ergibt sich somit
keine Veranlassung, vom im Strafverfahren festgestellten Sachverhalt oder der dortigen
rechtlichen Würdigung abzuweichen. Es liegt eine schwere Widerhandlung gegen die
Strassenverkehrsvorschriften vor. Dass der Rekurrent zudem verbotenerweise die
Fahrbahn betreten hat, fällt bei dieser Ausgangslage nicht mehr zusätzlich ins Gewicht.
Mit dem Rückzug der Einsprache anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme
vom 29. Januar 2019 akzeptierte der Rekurrent den mittlerweile in Rechtskraft
erwachsenen Strafbefehl. Einwände dagegen hätten im Strafverfahren vorgebracht
werden müssen und sind im Administrativverfahren verspätet. Dies musste ihm
aufgrund von früheren Verfahren – in denen er teilweise ebenfalls rechtlich vertreten
war – bereits bekannt sein.
c) Weiter ist zu prüfen, ob mit der schweren Widerhandlung die Voraussetzungen für
einen dauerhaften Führerausweisentzug vorliegen. Nach einer schweren
Widerhandlung wird der Führerausweis für immer entzogen, wenn in den
vorangegangenen fünf Jahren der Ausweis nach Art. 16c Abs. 2 lit. d oder Art. 16b
Abs. 2 lit. e SVG entzogen war (Art. 16c Abs. 2 lit. e SVG). Massgebender Zeitpunkt für
die Berechnung der Zeitspanne ist der Tag, an dem die frühere Massnahme endete
(Bundesgerichtsurteil [BGer] 1C_180/2010 vom 22. September 2010 E. 2;
Weissenberger, a.a.O., Art. 16c SVG N 46).
Am 1. Mai 2013 entzog das Strassenverkehrsamt dem Rekurrenten den Führerausweis
gestützt auf Art. 16b Abs. 2 lit. e SVG auf unbestimmte Zeit, mindestens jedoch für
zwei Jahre, nachdem er innert weniger Jahre mehrere Ausweisentzüge aufgrund
mindestens mittelschwerer Widerhandlungen gegen die Strassenverkehrsvorschriften
zu gewärtigen hatte (act. 8/30 f.). Der Vollzug dauerte bis zum 20. Oktober 2015; die
Fünfjahresfrist war damit im Zeitpunkt des Vorfalls im Uetlibergtunnel vom 23. Oktober
2017 noch nicht abgelaufen. Die Voraussetzungen von Art. 16c Abs. 2 lit. e SVG sind
erfüllt. Es handelt sich dabei um eine Bestimmung mit zwingendem Charakter (Dähler/
Schaffhauser, Handbuch Strassenverkehrsrecht, Basel 2018, § 4 N 227). Der Rekurrent
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hat einen erheblich getrübten automobilistischen Leumund. Die Folge der zwingenden
Bestimmung ist für ihn zwar einschneidend, mit der Kaskadenordnung vom
Gesetzgeber aber so gewollt. Für die anwendenden Behörden besteht
dementsprechend kein Spielraum. Folglich hat die Vorinstanz dem Rekurrenten den
Führerausweis zu Recht für immer (mindestens für 5 Jahre ab 10. Mai 2019; ab diesem
Tag war der Führerausweis vorsorglich entzogen) entzogen. Der Rekurs ist
abzuweisen.
3.- Mit dem Sicherungsentzug soll sichergestellt werden, dass der Rekurrent zum
Schutz der Sicherheit der übrigen Verkehrsteilnehmer vom Strassenverkehr
ferngehalten wird. Dieser Zweck wäre gefährdet, wenn er während eines
Beschwerdeverfahrens als Motorfahrzeugführer zum Strassenverkehr zugelassen
würde. Einer allfälligen Beschwerde ist deshalb die vom Gesetz vorgesehene
aufschiebende Wirkung zu entziehen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 51 VRP).
4.- Bei diesem Verfahrensausgang sind die amtlichen Kosten dem Rekurrenten
aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'500.– erscheint
angemessen (vgl. Art. 7 Abs. 1 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12).
Der Kostenvorschuss von Fr. 1'500.– ist damit zu verrechnen. Ausseramtliche Kosten
werden nicht entschädigt.