Decision ID: 2d85fcaa-6caa-459b-9e53-f4fba68e57ba
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1961, ist geschieden und Vater von drei inzwischen volljährigen Kindern. Seit 1997 lebt er in der Schweiz
. Er hatte in
verschie
denen Branchen als ungelernte Arbeitskraft
gearbeitet
(Gastgewerbe,
Produktion, Bauge
werbe; Urk. 10
/1-2,
Urk. 10/4, Urk. 10
/31 S. 2
), als er sich a
m 27. September
2005
unter Hinweis auf Rückenbeschwerden
und psychische Probleme
bei der Inva
li
denversicherung zum Renten
bezug
an
meldete (Urk. 10
/1).
Unter anderem gestützt
auf das
polydisziplinäre Gutachten der
Y._
vom 2
1.
Mai 2007 (
Urk.
10/31-33) ermittelte die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
einen Invaliditätsgrad von 41
%
(
Urk.
10/35-36) und sprach dem Versicherten mit
Verfügungen
vom 26. Oktober 2007
ab 1. Feb
ruar 2005
eine
Viertelsrente
zu
(Urk. 10
/51-53). Die
vom Versicherten
dagegen er
hobene Beschwerde
(
Urk.
10/
54/3-4)
wies das
Sozialversicherungsg
ericht mit
dem
Urt
eil
IV.2007.01419
vom 1
0.
Juni 2009 ab (Urk. 10
/58).
1.2
Im
Oktober 2009
leitete
die IV-Stelle ein Revisionsverfahren
ein
(vgl. U
rk. 10
/59)
.
Nach ersten medizinischen (Urk. 10/
62, Urk. 10
/68
) und
erwerblichen Abklärun
gen (Urk. 10
/60)
liess sie den Versicherten zusätzlich
rheumatologisch
begutachten (Expertise
von
Dr.
Z._
, Facharzt für Rheumatologie, Physikalische Medizin und Rehabilitation,
vom 3
0.
August 2010
[
Urk.
10/72
]
). Aufgrund der Abklärungs
ergebnisse gelangte sie zur Beurteilung, dass
keine wesentliche Änderung einge
treten sei
(
Urk. 10
/73
/3-5
)
.
Am 1
5.
November 2010
teilte
sie
dem Versicherten
mit, er habe weiterhin An
spruc
h auf eine
Viertelsrente
bei einem Invaliditätsgrad von 41
%
(Urk. 10
/74).
1.3
I
m März 2011
ersuchte der Versicherte unter Beilage aktueller Arztberichte sinn
ge
mäss um Erhöhung der Rente aufgrund ei
ner Verschlechterung
seiner
gesund
heit
lichen Si
tuation (Urk. 10/80, Urk. 10/87-90
).
Die IV-Stelle
liess
ihn
daraufhin erneut interdisziplinär
begutachten.
Gestützt auf die Ergebnisse
des rheumatolo
gisch-psychiatrischen Gutachtens
vom 2
2.
August 2011
(Urk. 10
/108-
109
,
Urk.
10/112
)
und
den Vergleich des Validen- und des Invalideneinkommens
er
mittelte die IV-Stelle erneut einen
Invaliditätsgrad
von 41
%
(Urk. 8/132-
133
). Mit Verfügung vom 12. Septemb
er 2012 wies sie das Rentenerhö
hungsgesuch ab (Urk. 8/134).
Die vom Versicherten dagegen erhobene Beschwerde (
Urk.
10/142/3) wies das
Sozialversicherungsgericht
mit
dem
Urteil
IV.2012.01090
vom 1
0.
Dezember 2013
ab (Urk. 10/
152
).
1.4
Am
8.
April 2014 meldete sich der Versicherte bei der IV-Stelle zum Bezug von Eingliederungsmassnahmen an (
Urk.
10/153,
Urk.
10/159)
. Die IV-Stelle über
nahm die Kosten für eine Potentialabklärung (
Urk.
10/163-164) vom 2
4.
Novem
ber bis 1
9.
Dezember 201
4.
Da
diese aus gesundheitlichen Gründen
kurz vor Ende abgebrochen wurde (
Urk.
10/168)
-
der Versicherte hatte einen Suizidversuch un
ternommen (
Urk.
10/170/5) -, teilte die IV-Stelle dem Versicherten am 2
2.
Januar 2015 den Abschluss der beruflichen Eingliederungsmassnahmen mit (
Urk.
10/169).
Am 2
5.
Juni 2016 stellte der Versicherte zusätzlich das Gesuch um Erhöhung seiner Invalidenrente
unter Hinweis auf eine gesundheitliche Ver
schlechterung
(
Urk.
10/173-174).
Die IV-Stelle traf daraufhin erneut berufliche Abklärungen (
Urk.
10/178) und
zog
bei den behandelnden Ärzten Berichte
bei
(
Urk.
10/
190,
Urk.
10/194
,
Urk.
10/199/5
,
Urk.
10/200,
Urk.
10/203
,
Urk.
10/216,
Urk.
10/219). Danach holte sie bei der Gutachtenstelle
Y._
Begutachtung ein weiteres
bidisziplinäres
rheumatologisch
-psychiatrisches Gutachten ein
(
Urk.
10/225)
. Aufgrund der
Expertise vom 2
5.
Januar 2018
(
Urk.
10/236) ging die IV-Stelle davon aus, dass sich der Gesundheitszustand nicht wesentlich ver
ändert habe (
Urk.
10/240/10), und wies das Rentenerhöhungsgesuch nach durch
geführtem
Vor
bescheidverfahren
(
Urk.
10/237)
mit Verfügung vom 2
1.
März 2018 ab
(
Urk.
2).
2.
Dagegen
erhob der Versicherte
, vertreten durch Rechtsanwalt Samuel
Teindel
, mit Eingabe vom
7.
Mai 2018
Beschwerde mit dem Rechtsbegehr
en, es sei die ange
fochtene Ver
fügung
aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihm die gesetzlichen Leistungen, mindestens aber eine halbe Invalidenrente, zu gewähren. Zudem sei ein polydisziplinäres Gerichtsgutachten einzuholen. Even
tuell sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ein verwaltungsexternes Gut
achten einzuholen. In prozessualer Hinsicht beantragte der Beschwerdeführer die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und Bestellung eines unentgelt
lichen Rechtsvertreters in der Person von Rechtsanwalt Samuel
Teindel
sowie die Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels (
Urk.
1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom
1
3.
Juni 2018 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
9).
Mit Verfügung vom 21
.
Juni
2018 gewährte das Gericht dem Beschwer
deführer die unentgeltliche Prozessführung
und bestellte ihm einen unentgeltli
chen Rechtsvertreter in der Person von Rechtsanwalt Samuel
Teindel
. Gleichzeitig stellte es dem Beschwerdeführer die Beschwerdeantwort zu mit dem Hinweis, dass das Gericht die Anordnung eines weiteren Schriftenwechsels nicht als erforderlich erachte, es ihm aber unbenommen bleibe, sich nochmals zur Sache zu vernehmen (
Urk.
11).
In der Folge ging keine weitere Stellungnahme ein.
Auf
die
Vorbringen
der Parteien und
die
eingereichten Unterlagen wird,
soweit
für
die
Entscheidfindung
erforderlich, nachfolgend eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des
Bundesge
setz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des
Bun
desgesetz
es
über die Invalidenversicherung [IVG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kom
menden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei Vorliegen psychischer Krankheiten,
nach BGE 143 V 409 namentlich auch leichter bis mittelschwerer Depressionen,
sind Indikatoren be
achtlich, die das Bundesgericht wie folgt systematisiert hat (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad»
-
Komplex «Gesundheitsschädigung»
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
-
Komorbiditäten
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichke
itsdiagnostik, persönliche
Res
sourcen)
-
Komplex «Sozialer Kontext»
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des
A
ktivitätenniveaus
in allen
ver
-
gleichbaren
Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungs
anamnestisch ausgewiesener Lei
-
densdruck
Diese
Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung leistungshindern
der äusserer Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotenzialen (Ressourcen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzu
schätzen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_534/2015 vom 1. März 2016 E. 2.2.1).
1.3
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
tels
rente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Ver
bindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu be
stimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Ein
tritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Er
werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.5
Ändert sich der Invaliditätsgrad ei
nes Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Ge
such hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbeson
dere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes re
vidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs-
oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner
kann ein Revisionsgrund unter Um
ständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methoden
wahl massgeblichen (hypothetischen) Sachver
halts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im We
s
entli
chen gleich gebliebenen Sachver
halts im revisionsrechtlichen Kontext unbe
acht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hin
weisen).
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachver
haltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensver
gleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkun
gen des Gesundheitszustands) beruht (BGE 133 V 108 E. 5.4).
2.
2.1
Die IV-Stelle begründete die Abweisung des Rentenerhöhungsgesuchs des Be
schwerdeführers in der angefochtenen Verfügung damit, gestützt auf das einge
holte rheumatologische und psychiatrische Gutachten
der Gutachtenstelle
Y._
vom 2
5.
Januar 2018 stehe fest, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwer
deführers seit der letzten Beurteilung des Rentenanspruchs mit Verfügung vom 1
2.
September 2012 nicht verändert habe. Deshalb habe der Beschwerdeführer bei einem Invaliditätsgrad von 41
%
weiterhin Anspruch auf eine
Viertelsrente
(
Urk.
2
; vgl. auch
Urk.
9,
Urk.
10/240/9-10
).
2.2
Der Beschwerdeführer macht demgegenüber
im Wesentlichen
geltend, das
Y._
-Gutachten sei keine beweiskräftige Grundlage zur Beurteilung der Frage nach einer Verschlechterung seines Gesundheitszustandes.
Der psychiatrische Befund sei nicht in AMDP-konformer Weise erhoben worden, wie dies von den aktuell gültigen Qualitätsleitlinien für versicherungspsychiatrische Gutachten der SGPP aus dem Jahr 2016 vorgeschrieben werde. Von den AMDP-Items der Kategorie Affektivität würden im
psychiatrischen Teilgutachten
nur wenige diskutiert, ob
wohl diese Kategorie 21 verschiedene Items vors
ehe.
Der psychiatrische Gutachter habe seine Diagnose einer rezidivierenden depressiven Episode, gegenwärtig leichte Episode, nicht lege
artis
gestützt auf aktuelle umfassende Befunde herge
leitet.
Da
seine Beurteilung massiv von derjenigen des
behandelnden
Therapeuten
abweiche
,
hätte
d
er
Y._
-Psychiater
laut den Leitlinien eine fremdanamnestische Auskunft beim Behandler einholen müssen. Ferner
seien d
ie Persönlichkeitsstruk
tur und die Ausprägung der affektiven Störungen nicht mit anerkannten Testver
fahren objektiviert worden, und er sei nicht neurop
sychologisch untersucht wor
den; mit einer solchen Abklärung hätten
Aussagen über seine kognitive Leis
tungsfähigkeit gemacht werden können.
D
as psychiatrische Teilgutachten
sei
wi
dersprüchlich, soweit ihm darin eine mittelgradige psychische Störung attestiert werde, gleichzeitig aber nur eine leichte depressive Episode diagnostiziert werde. Entgegen der Behauptung des begutachtenden Psychiaters sei, mit Ausnahme des Austrittsberichts der
i
ntegrierte
n
Psychiatrie
A._
vom 1
0.
Februar 2015
,
in keinem der Austritts- oder sonstigen Facharztberichte
von einer Remis
sion seiner rezidivierenden depressiven Störung die Rede.
Nach Einschätzung der behandelnden Psychiater und Psychologen bestünden nach wie vor eine rezidi
vierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, und eine kom
binierte
Persönlichkeitsstörung
(
Urk.
1 S. 8-11)
.
Das
Y._
-Gutachten sei auch mangelhaft, weil die Gutachter sich nicht mit seinen beruflichen Eingliederungs
bemühungen, insbesondere den Resultaten der vom 2
4.
November bis 1
9.
Dezem
ber 2014 absolvierten Potentialabklärung, auseinandergesetzt hätten. Diese wi
dersprächen der medizinisch-theoretischen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch die
Y._
-Gutachter.
Die
Eingliederungsfachleute
seien zur Einschätzung gelangt
, dass auf dem ersten Arbeitsmarkt keine relev
ante Leistungsfähigkeit be
stehe. Dabei
hätten
sie ihm gleichzeitig ein durchwegs einwandfreies Arbeitsver
halten im Rahmen der beruflichen Abklärung bescheinigt. Auch dies
zeige, dass die gutachterliche Arbeitsfähigkeits-Ein
schätzung nicht zutreffen könne
(
Urk.
1 S. 13 ff.).
Eine relevante gesundheitliche Verschlech
t
erung sei mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit ausgewiesen.
Dies ergebe sich bereits aus dem von den
Y._
-Gut
achtern definierten Zumutbarkeitsprofil
:
Dieses
erfülle
die psychischen und kör
perlichen Anforderungen
, welche die
angestammte Tätigkeit als Kellner
an die Berufsleute stelle,
teilweise nicht
; die
s
gelte
etwa bezüglich
der benötigten
Kon
fliktfähigkeit und dem notwendigen Tragen von Lasten über 5 kg. Dass im ange
stammten Beruf keine Arbeitsfähigkeit mehr bestehe, stelle eine klare gesundheit
liche Verschlechterung dar.
Eine mittlerweile eingetretene Verschl
immer
ung sei
nes
körperlichen
Gesundheitszustand
s
l
asse sich auch daraus erschliessen, dass der
Y._
-Rheumatologe im Gegensatz zum Vorgutachter im Jahr 2011 mit dem chronischen
lumbospondylogenen
Schmerzsyndrom eine rheumatologische Di
agnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt habe (
Urk.
1 S. 11 f.).
Aufgrund der
aufgezeigten
Mängel des
Y._
-Gutachtens könne nicht darauf ab
gestellt werden; vielmehr sei ein Gerichtsgutachten einzuholen (
Urk.
1 S. 13).
Beim Einkommensvergleich sei unter Berücksichtigung seiner Nationalität, des Aufenthaltsstatus, der behinderungsbedingten Einschränkungen und der Teilzeit
arbeit ein leidensbedingter Abzug von 25
%
zu berücksichtigen. Unter diesen Umständen müsse ihm mindestens eine halbe Rente zugesprochen werden (
Urk.
1 S. 15).
3.
3.1
Zeitliche Vergleichsbasis zur Beurteilung der Frage, ob eine relevante Verände
rung des Gesundheitszustandes eingetreten ist, bildet die letzte materielle Beur
teilung des Rentenanspruchs mit
Verfügung vom 12. September 2012
(
Urk.
10
/134). Die Verfügung beruht nämlich auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung
sowie
Durchführung eines Einkommensvergleichs
(
Urk.
10
/132-133) und ist nach
Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde (Urteil des Sozialversicherungs
gericht
s
IV.2012.01090 vom 1
0.
Dezember 2013 [Urk. 10/152]) in Rechtskraft er
wachsen
(vgl. vorstehend Erwägung 1.5)
.
3.2
Die
Verfügung vom 12. September 2012
(
Urk.
10/1
3
4
)
b
asiert
in medizinischer
Hinsicht auf dem
bidisziplinären
Gutachten vom 2
2.
August 2011 (
Urk.
10/108-109
,
Urk.
10/112
) von
Dr.
B._
, Facharzt für Innere Medizin und Rheuma
er
krankungen
,
sowie
Dr.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
(
vgl.
Urk.
1
0/133/4-7
)
. Diese Expertise wurde auch vom Sozialversicherungsge
richt im Urteil IV.2012.01090 vom 1
0.
Dezember 2013 E. 7 als für die damalige Beurteilung des Rentenanspruchs massgeblich bezeichnet (
Urk.
10/152/8-12).
In seinem Teil des Gutachtens vom 22. August 2011 führte der Rheumatologe Dr.
B._
aus, in der klinischen Untersuchung habe er in keinem axialen Bewe
gungssegment eine Bewegungseinschränkung oder eine Fehlhaltung feststellen können.
Anamnestisch und klinisch lägen keine
Anhaltspunkte für ein
radikulä
res
Reiz- oder Ausfallsyndrom vor. Auch die
vom Beschwerdeführer
ge
schilder
ten
Schmerzen im unteren Rückenbereich, welche diffus in das linke Bein ausstrahl
ten,
liessen
keine Rückschlüsse darauf zu.
Deshalb müsse davon ausgegangen werden, dass die
im Bericht der MRI-Untersuchung der Lendenwirbelsäule vom 2
4.
Januar 2011 erwähnte
n
Kompression
en
der Wurzel
n
L4 links, L5 links und S1 links
asymptomatisch seien.
Mit der durchgeführten Röntgenuntersuchung der Lendenwirbelsäule habe ein Normalbefund dokumentiert werden können, ohne Hinweise auf ins Gewicht fallende
Degenerationen. Verglichen mit den Befunden von 2010 zeige sich
nunmehr eine Verbesserung des Zustandes. Die seinerzeit beschriebene
linkskonvexe lumbale
Kyphosenskoliose
sei klinisch und radiolo
gisch nicht mehr
nachweisbar. Überdies bestehe keine verstärkte Lendenlordose mehr. Die angegebenen lumbalen Beschwerden seien stets als gleich schmerzhaft eingestuft worden, unabhängig davon, ob die Untersuchung in aufrechter, ste
hender oder sitzender Haltung, in der die Bewegungssegmente belastet seien, oder in ent
spannter, liegender Körperhaltung, in der die Bewegungssegmente entlastet seien,
erfolg
t s
e
i
. In diagnostischer Hinsicht sei von einem chronischen
lumbospondylogenen
Schmerzsyndrom mit einer nicht
dermatombezogenen
Hyposensi
bilität des ganzen linken Beines auszugehen
(
Urk.
10/108/2,
Urk.
10/108/7,
Urk.
10
/108/9
-11
). Insgesamt seien aus somatischer Sicht die angegebenen
Be
schwerden bezüglich Intensität und Umfang höchstens partiell auf die objekti
vierbaren somatisch-pathologische
n Befunde abstützbar (
Urk.
10
/108/13).
Trotz des ungünstigen Übergewichts sei der Beschwerdeführer aus rheumatologischer Sicht hinsichtlich der zuletzt ausgeübten Tätigkeit im Gastgewerbe nicht mehr eingeschränkt. Zumutbar seien auch alle anderen angepassten Tätigkeiten, das heisst Tätigkeiten in einem temperierten Raum mit Beschränkung auf körperlich
leicht- bis mittelgradig belastende Arbeiten
(10-15 kg)
in wechselnden Haltun
gen.
Ungünstig hinsichtlich einer Wiedereingliederung seien in erster Linie inva
liditätsfremde Faktoren (anhaltende Arbeitsabstinenz, fehlende Berufsausbildung, Alter, ungünstige Arbeitsmarktsituation und möglicherweise limitierte Motiva
tion [
Urk.
10/108
/16-17]).
Der Psychiater
Dr.
C._
führte
in seinem Teil des Gutachtens
vom 22. August 2011 aus, Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit habe eine rezidivierende depres
sive Störung mit gegenwärtig leichter Episode. Ohne Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit sei die somato
forme Schmerzstörung (
Urk.
10
/109
/25-26
). Seit einem Arbeitsunfall im Jahr 1989 klage der Beschwerdeführer über persistierende Schmerzen im unteren Rückenbereich und im Bereich des linken Beins. Trotz Be
handlung der Problematik (physika
lisch und medikamentös) hätten sich die Be
schwerden im Lauf der Zeit verstärkt
. Dazu gekommen sei ab 2000 eine depressive Symptomatik. Von einer eigentlichen depressiven Störung sei seit 2004 auszuge
hen. Das depressive Zustandsbild
dauere aktuell an. Hauptsymptome seien eine deprimierte Stimmung, leichte Auf
merksamkeits- und Konzentrationsdefizite, ein stark eingeengtes und etwas verlangsamtes Denken, zeitweise Gefühle der Freud-, Hoffnungs- und Wertlosigkeit, Interesseverlust und eine Reduktion des Antriebs.
Daneben bestünden aber auch eine Verdeutlichungstendenz sowie eine deutliche Tendenz zur Selbstlimitierung und zur Schonung. Es entstehe der Eindruck, dass der Beschwerdeführer sich mit durchaus grossem Engagement für den Erhalt einer Rente einsetze, anstatt sich um einen beruflichen Wiedereinstieg zu bemühen. Diese Haltung behindere eine Rehabilitation und Reintegration, obschon durch
aus ein Rehabilitationspotential bestehe. Die Äusserungen des Beschwerdeführers in Bezug auf Selbstmordideen wirkten demonstrativ und auch
appellativ
.
Weil sich die Ausprägung der geklagten Schmerzen somatisch nicht ausreichend er
klären lasse, da die Schmerzsymptome in Bezug auf die Intensität fluktuierten, und weil zu
sätzlich
ausgeprägte psychosoziale Belastungsfaktoren bestünden (Konflikte in der
Partnerschaft, Trennung und Scheidung, ausgeprägte Probleme mit den Kindern, die keine Ausbildung absolviert, aber zum Teil Drogenprobleme hätten und auch straffällig geworden seien) sei aus psychiatrischer Sicht von ei
ner anhaltenden somatoformen Schmerzstörung auszugehen. Diese respekti
ve die Folgen der Störung könnte der Beschwerdeführer jedoch überwinden. Die dazu nötigen Ressourcen (Erkenntnisfähigkeit, Wertungsfähigkeit, Willensbildungsfä
higkeit, Fähigkeit zur Affektsteuerung und Fähigkeit zur Selbstkritik) seien vor
handen
, zumal Hinweise auf auffällige pathologische Persönlichkeitsstrukturen fehlten
.
Bei der Zumutbarkeit der Schmerzüberwindung sei zu beachten, dass mit
der rezidivierenden depressiven Störung eine Komorbidität bestehe. Ferner liege ein gewisser sozialer Rückzug vor und es bestehe ein zwar verfestigter, jedoch
grundsätzlich noch therapierbarer Verlauf der K
onfliktbewältigung. Die Begleit
umstände der Schmerzproblematik führten aber von ihrer Ausprägung her nicht zu einer grundsätzlichen Unzumutbarkeit
einer Schmerzüberwindung (
Urk.
10/109
/25-32). Aus psychiatrischer Sicht sei aufgrund der depressiven Stö
rung von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auszugehen. Dem Beschwer
deführer sei ein Arbeitspensum von 7 Stunden pro Tag zumutbar, unter Berück
sichtigung einer um 20-25 % reduzi
erten Leistungsfähigkeit (
Urk.
10/109
/35).
Die beiden Gutachter führten in der gemeinsamen Beurteilung vom 2
6.
August
2011 aus, aus rheumatologischer Sicht liege im Vergleich zur Situation von 2007
eine Verbesserung vor. Sowohl die angestammte als auch andere angepasste Tä
tigkeiten könnten ohne Einschränkung
zumutbarerweise
ausgeübt werden. Im Vergleich zum Jahr 2007 sei auch aus psychiatrischer Sicht eine Veränderung zu verzeichnen. Diesbezüglich bestehe aber weiterhin eine gewisse Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im Ausmass, das im Gutach
ten angegeben worden sei (
Urk.
10
/
112
).
4.
4.1
Nach mehreren stationären Aufenthalten i
m
Zentrum
D._, i
ntegrierte Psychiat
rie
A._
(vgl.
Urk.
10/195/9-11)
,
erfolgte vom
2.
bis 2
6.
Mai 2014
erneut
eine stationäre akutpsychiatrische Behandlung in der
A._
zur Krisenin
tervention und Anpassung der Medikation sowie zum Aufbau der Tagesstruktur. Nach motivierter Teilnahme an den Therapien hellte sich die Stimmung des Be
schwerdeführers auf und er konnte in stabilisiertem Zustand entlassen werden. Als Austrittsdiagnosen nannten die Ärzte eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode
,
sowie eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (
Urk.
10/195/6-7).
Laut
B
ericht
der Institution
E._
vom 2
3.
Dezember 2014 wurde vom 2
4.
November 2014 bis zum Abbruch am 1
6.
Dezember 2014
daselbst
eine Po
tentialabklärung durchgeführt. Der Beschwerdeführer habe regelmässig über Schmerzen im Bein, Kopfschmerzen, ein sehr schlechtes psychisches Befinden, starke soziale Ängste sowie ein grosses Misstrauen anderen gegenüber berichtet und mehrfach suizidale Gedanken geäussert. Deshalb seien Gruppenarbeiten und die Arbeit mit mehreren Personen in einem Raum kaum möglich gewesen. Wegen einer geringen Frustrationstoleranz und erheblichen Konzentrationsstörungen habe er sich nicht länger mit einer Aufgabe beschäftigen können.
Da seine Be
lastbarkeit sehr gering gewesen sei, sei die Präsenzzeit auf
maximal
drei Stunden pro Tag
– mit mehreren Pausen -
reduziert worden. Am 1
4.
Dezember 2014 (
Urk.
10/168/1,
Urk.
10/170/
4-
5) sei er aufgrund eines Selbstmordversuchs in
eine psychiatrische Klinik eingewiesen worden, und die Potentialabklärung sei abgebrochen wo
rden. Hinsichtlich der kognitiv
en Kompetenzen sei eine allge
mein eingeschränkte Auffassun
gsfähigkeit festge
stellt worden, ausser
b
ei prakti
schen Aufgaben
. Die Merkfähigkeit sei unterdurchschnittlich gewesen. Ein Test zur Erhebung der kognitiven Fähigkeiten habe unterdurchschnittliche Werte er
geben.
Aufgrund des schlechten psychischen Befindens bestehe aktuell kein Ein
gliederungspotential.
Der Beschwerdeführer habe Arbeitsmotivation
und grossen Durchhaltewillen
gezeigt,
was aber
von seinem schlechten Befinden überschattet worden
sei
. Wegen des sehr schlechten und instabilen psychischen Befindens be
stehe derzeit keine relevante Arbeitsfähigkeit bezogen auf den ersten Arbeits
markt (
Urk.
10/168).
4.2
Dem
B
ericht
der
ak
u
t
psychiatrischen Abteilung der
A._
vom 1
6.
Januar 2015 ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer
am 1
4.
Dezember 2014
notfallmässig wegen einer Mischintoxikation (Alkohol und Tabletten) eingewiesen wurde. Nach seinem Geburtstag habe er sich entschieden, sich das Leben zu nehmen, da er von seinen Angehörigen kein Telefonat erhalten habe. Nach mehreren Gesprächen in der Klinik sei der Beschwerdeführer deutlich aufgehellter gewesen. Nach einer kurzen Stabilisierungsphase habe er in deutlich gebessertem Zustand in die vor
bestehenden Verhältnisse entlassen werden können. Als Austrittsdiagnosen nannten die Ärzte
wiederum
eine rezidivierende depressive Störung mit gegen
wärtig mittelgradiger Episode und eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung
(
Urk.
10/195/4-5). Vom 1
2.
Januar bis 1
0.
Februar 2015
hielt sich
der Beschwer
deführer
freiwillig mit dem Wunsch nach einer stützend-stabilisierenden Umge
bung erneut in der
A._
auf. Dem Austrittsbericht vom 1
0.
Februar 2015 ist zu entnehmen, dass
er
sich dank optimierter medikamentöser Therapie und
unter
stützenden
psychoedukativen
Gesprächen nach anfänglichen Problemen besser ins Stationsmilieu integrieren konnte. Laut den Ärzten stand immer w
ieder die soziale Problematik (Trennung von der Frau, Einsamkeit) im Vordergrund. Der Beschwerdeführer habe wenig eigene Problemlösungsstrategien
gezeigt. Zur Ver
besserung der Tagesstruktur hätten die Ärzte eine weitere Therapie in der Tages
klinik empfohlen, was der Beschwerdeführer aber unter Hinweis auf eigene Pläne zu Hause (Musik in einem Chor, Physiotherapie, Schwimmen) abgelehnt habe. Durch
die Therapie habe sich der psychische Zustand gebessert, so dass er mit einer leichten depressiven Episode in Remission habe entlassen werden können (
Urk.
10/195/1-2).
Am
1.
und
6.
Juli 2016
berichteten d
ie Ärzte der p
sychiatr
ischen
K
li
nik
F._
der IV-Stelle über die bei ihnen erfolgte stationäre Behandlung des Beschwerdeführers vom 1
7.
April bis
9.
Juni 2016
(
Urk.
10/190,
Urk.
10/200/1)
.
Laut den Ärzte
n
stellte
er
sich bei ihnen
freiwillig auf Zuweisung eines
Notfallarztes
mit
mittel- bis
schwergradigen
depressiven Symptomen vor.
Er habe ange
geben, verzweifelt zu sein, Suizidgedanken zu haben und nicht
mehr weiter zu wissen.
Durch den Klinikeintritt sei er sehr erleichtert gewesen und habe sich glaubhaft von Suizidalität distanziert
(
Urk.
10/190/3,
Urk.
10/200/2-3)
. In anamnestischer Hinsicht
habe
er
über traumatisc
he Kindheitserfahrungen mit p
h
ys
ischer und p
sych
ischer Gewalt sowie vereinzelt sexueller Gewalt u
nd dies
bezüglich fortbestehende
Alb
trä
u
me und Erinnerungen berichtet.
In den Ver
laufsgesprächen sei auch das schwierige Verhältnis zu seiner Familie immer wie
der Thema gewesen
(
Urk.
10/190/3,
Urk.
10/200/3-5)
. Unterstützung bei der Kon
taktaufnahme mit der Familie oder ein Standortgespräch habe er abgelehnt, ebenso die Organisation einer betreuten Wohnform und die Einrichtung eines psychosozialen Spitex-Dienstes
(
Urk.
10/200/6)
.
In diagnostischer
Hinsicht sei von
einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig schwere Episode, ei
ner kombinierten Persönlichkeitsstörung (emotional-instabil, paranoid
)
, einer komplexen posttraumatischen Belastungsstörung und einem schädlichen Ge
brauch von Alkohol auszugehen
(
Urk.
10/190/10,
Urk.
10/200/2)
. Funktionell werde der Beschwerdeführer
hauptsächlich
durch
eine
Störung der Emotionsre
gulation
– er habe angegeben, unter unkontrollierbaren Gefühlen zu leiden -
und der interpersonellen Schemata
, welche deutlich ins Paranoide verzerrt seien,
be
e
i
nträchtigt. Er könne nicht mit Stresssituationen im Alltag umgehen und zeige eine niedrige Frustrationstoleranz.
Während der stationären Behandlung habe diesbezüglich nur eine geringfügige Verbesserung erreicht werden können.
Zu
dem leide er unter Konzentrationsstörungen, die ihm die Durchführung einer Ar
beit während längerer Zeit verunmöglichten, und
an
einer deutlichen Antriebs
minderung, weshalb er die Motivation für eine Arbeit nicht über grössere Zeit
räume aufrechterhalten könne. Daraus resultiere ein hohes Konfliktpotential.
Be
reits alltägliche Belastungen führten beim Beschwerdeführer zu Krisen mit Suizi
dalität und potentiell mit Fremdaggressivität.
Deshalb sei
nicht damit zu rechnen, dass er
auf dem
ersten Arbeitsmarkt arb
eiten könne
(
Urk.
10/190
/5
,
Urk.
10/200
/6
; vgl. auch
Urk.
10/199/5-10
).
Gemäss Kurzaustrittsbericht vom 2
8.
April 2017 hatte sich der Beschwerdeführer vom 2
0.
bis 2
4.
April 2017 stationär in der
A._
aufgehalten. Er sei freiwillig auf Zuweisung durch einen Notfallpsychiater in die Klinik eingetreten. In der Nacht des Eintritts habe er das Gefühl gehabt, dass eine fremde Person in der Wohnung sei, was ihn sehr verängstigt habe. Er habe Suizidgedanken glaubhaft verneint. Ziel des Aufenthalts sei die Stabilisierung gewesen.
Der Austritt sei in gegensei
tigem Einvernehmen erfolgt. Nebst Weiterführung der ambulanten
Behandlung werde der Aufbau einer Tagesstruktur empfohlen
(
Urk.
10/219).
Dr.
G._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, behandelte den Versicherten seit dem Jahr 2013 mit Psychotherapie
(
Urk.
10/173/1)
. In Verlaufs
berichten vom 2
5.
Januar und
3.
Juni 2016 sowie
in einem Bericht über die letzte Kontrolle vom 1
5.
Mai 2017
diagnostizierte er eine kombinierte Persönlichkeits
störung mit paranoiden,
dependenten
und emotional-instabilen Zügen, eine re
zidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode mit psychotischen Symptomen (Stimmenhören), eine posttraumatische Belastungsstörung sowie eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung
(
Urk.
10/173/1,
Urk.
10/194/1,
Urk.
10/216/1-2)
. Weiter hielt
Dr.
G._
fest, im Verlauf der bisherigen Be
handlung habe er eine Verschlechterung de
r Symptomatik beobachten können
(
Urk.
10/194/1)
;
d
ie schwere Depression bestehe ungefähr seit Dezember 201
5.
Hinzu kämen mittel- bis
schwergradige
neuropsychologische Defizite in den Bereichen des Gedächtnisses,
der Konzentration, der A
ufmerksamkeit und der Exekutive mit einer deutlich verlangsamten Informationsverarbeitungsgeschwin
digkeit.
Die Prognose
sei schlecht
(
Urk.
10/173/2)
. Der Beschwerdeführer sei seit mindestens 2013 für sämtliche Tätigkeiten zu 100
%
arbeitsunfähig
. Deshalb
un
terstütze er den Antrag auf
eine
Erhöhung der Invalidenrente auf 100
%
(
Urk.
10/
173
/3
,
Urk.
10/194
/2-3
,
Urk.
10/2
16
/2-5
).
4
.3
Im Auftrag der IV-Stelle wurde der Beschwerdeführer am 1
3.
und 1
4.
September 2017 von zwei Fachärzten der
Y._
, nämlich
Dr.
H._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Neurologie, und
Dr.
I._
, Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie,
bidisziplinär
begutachtet. Am 1
3.
Sep
tember 2017 erfolgte
n
zusätzlich eine Laboruntersuchung und eine MRI-Untersuchung der Lendenwirbelsäule
.
Die Expertise wurde am 2
5.
Jan
u
a
r 2018 fertiggestellt
(
Urk.
10/236/
2
-3).
Dem Gutachten ist in anamnestischer Hinsicht zu entnehmen, dass der bei der Begutachtung 55jährige Beschwerdeführer aus der Türkei stammt, über keine ab
geschlossene Berufsausbildung verfügt
(
Urk.
10/236/6)
und
in seiner Heimat be
reits als zwölfjähriger als Lastwagenbelader arbeiten musste, um Geld zu verdie
nen. N
ach der Einreise in die Schweiz 1977
war er
als ungelernte Arbeitskraft tätig. 1988 kam es nach dem Aufladen eines 30 kg schweren Zementsacks erst
mals zu Rückenbeschwerden mit einer Arbeitsunfähigkeit von einem Jahr. Z
uletzt war
er bis 2000 als Kellner tätig, seither arbeitete er nicht mehr. Er war von 1982 bis 2005 verheiratet und hat aus dieser Ehe drei Söhne im Alter von 29, 34 und 36 Jahren
(
Urk.
10/236/5)
.
Zu den Söhnen besteht praktisch kein Kontakt
(
Urk.
10/236/41)
.
Er lebt allein und erhält aktuell nebst
der
Viertelsrente
der In
validenversicherung wirtschaftliche
H
ilfe
(
Urk.
10/236/5).
Der psychiatrische Gutachter
diagnostizierte
eine
chronifizierte
Verbitterungs
problematik als Folge der aus Sicht des Beschwerdeführers erfahrenen schweren Benachteiligung in der Kindheit
,
der familiären
Situation
mit Ausgrenzung des Beschwerdeführers und
unglücklicher Entwicklung seiner Söhne sowie
der aktu
ellen Auseinandersetzung mit den Behörden/Versicherungen, welche
nach An
s
icht des Beschwerdeführers
die Ausrichtung der
ihm zustehende
n
Leistungen verweigerten. Der
Y._
-Psychiater diagnostizierte zudem akzentuierte Persön
lichkeitszüge mit hauptsächlich ängstlich-vermeidenden, selbstunsicheren und abhängigen Zügen
(
Urk.
10/236/6-7)
.
Narzisstische Anteile würden dadurch er
kennbar, dass der Beschwerdeführer durchgehend Schuld anderen attribuiere, ei
gene Anteile kaum erkennen könne und auch in therapeutischen Verhältnissen letztlich nur scheinbar kooperiere, da er doch erkennbar ein
e eigene, eher regres
sive Agenda
verfolge.
Die Kriterien für das Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung seien nicht erfüllt.
Der Beschwerdeführer habe sich jahrelang in Arbeitsverhält
nisse einfügen können, habe sich einen Freundeskreis aufbauen können und könne angesichts der langjährigen Tätigkeit als Kellner offensichtlich auch sozial gut interagieren, was auch im Rahmen der aktuellen Exploration erkennbar sei.
Die
in den letzten Ja
hren überdauernden Verhaltensmus
te
r
liessen
sich sehr viel plausibler
als Ma
n
i
festation oder Folge der
Verbitterungsstörung
erklären (
Urk.
10/236/61).
Zudem bestehe
wahrscheinlich seit dem Jahr 2000
eine rezidi
vierende depressive
Störung. Dabei handle es sich weniger um eine depressive
Störung aus sich heraus – früher als endogen bezeichnet -, sondern um ein klar reaktives Geschehen infolge verschiedener psychosozialer Belastungen. Gegen
wärtig bestehe eine leichtgradige depressive
Symptomatik, deren Abgrenzung ge
genüber einer erkennbaren Verdeutlichungstendenz nicht einfach sei
(
Urk.
10/236/7)
.
Die ebenfalls erhobene somatoforme Symptomatik sei
unter die depr
essive Störung zu subsummieren
(
Urk.
10/236/9)
. Im Vordergrund stehe auch eine unspezifische Angstsymptomatik, begleitet von einer ängstlich-vermeiden
den Grundhaltung.
Da trotz der in den letzten Jahren zunehmenden Thematisie
rung von traumatischen Ereignissen in der Kindheit keine hinreichenden Hin
weise für das Bestehen einer posttraumatische
n
Belastungsstörung vorlägen, und die gelegentlich
attackenartig
auftretenden Angstzustände anamnestisch nicht die Kriterien
einer Panikstörung erfüllten, könne die Diagnose einer anderen ge
mischten Angststörung (ICD-10: F41.3) im Sinne einer Restkategorie gestellt wer
den. Zudem bestehe der Verdacht auf schädlichen Alkoholgebrauch
(
Urk.
10/236/7).
Zu funktionellen Einschränkungen führten zum einen die offen
sichtlich völlig desolate psychosoziale Situation und zum anderen die diagnosti
zierten krankheitswerten Reaktionsbildungen. Anhand des Mini-ICF beurteilt müssten leichte bis mittelgradige Einschränkungen in der Ausdauerfähigkeit
und
in der Selbstbehauptungsfähigkeit
wegen der depressiven Störung und der Angst
störung m
it Eine
ngung auf sich kreisende Gedanken
sowie
eine reduzierte Stresstoleranz angenommen werden
(
Urk.
10/236/7-8,
Urk.
10/236/47-49)
. Die krankheitsbedingten funktionellen Einschränkungen seien jedoch nicht so aus
geprägt und verwurzelt, dass sie nicht durch eine Veränderung des Umfeldes re
lativ rasch massiv abgemildert werden könnten.
Die vielen stationären Behand
lungsberichte zeigten sehr deutlich, dass die psychischen Funktionsstörungen
durch strukturierende
Interventionen gut und rasch beeinflusst werden könnten.
Wegen seiner Rigidität habe er
die Angebote zur Strukturierung jeweils nach kur
zer Zeit abgelehnt
, wobei nicht einzus
ehen sei, weshalb ihm mit den geleisteten Hilfestellungen der Aufbau einer Tagesstruktur nicht möglich sein sollte.
Medizi
nisch-theoretisch könne nicht nachvollzogen werden, dass die mehreren Versu
che, den Beschwerdeführer über eine zunächst geschützte
Arbeit
in eine einfache Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt einzugliedern, gescheitert seien (
Urk.
10/236/7
-8
,
Urk.
10/236/55,
Urk.
10/236/65
; vgl. auch
Urk.
10/236/2-3
).
Die rigide, regressive Grundhaltung, die kaum einen konstruktiven Umgang mit der eigenen Situation zulasse, bilde nebst der psychosozialen Situation
und der geringen Bildung
einen Belastungsfaktor
(
Urk.
10/236/8)
.
Ein eigentliches thera
peutisches Bündnis sei zu keinem Zeitpunkt erkennbar
(
Urk.
10/236/71)
.
Als Res
sourcen
zu nennen
seien die interaktionellen Fähigkeiten des Beschwerdeführers mit guter Anpassungsfähigkeit und die auch im therapeutischen Kontext immer wieder gesehene Ansprechbarkeit
, Sorgfalt und Motivierbarkeit zumindest in Ein
zelaspekten
(
Urk.
10/236/8)
. Die deutlich abweichende Diagnosestellung durch die Ärzte der
F._
sei nicht nachvollziehbar.
Auch zu anderen vorbehandelnden Institutionen bestehe eine partielle Diskrepanz in dem Sinne, dass hier
– unter Berücksichtigung der reduzierten Ressourcen -
lediglich eine mittelgradige psy
chische Störung attestiert werde
. Dies könne damit erklärt werden, dass die be
handelnden Ärzte kaum auf die in den Berichten über die stationären Aufenthalte ebenfalls dokumentierten Ressourcen des Beschwerdeführers eingegangen seien. Auch seien die Verbitterungsproblematik mit ihren normalpsychologischen An
teilen, die in diesem Zusammenhang bestehende Dramatisierung und die auf
rechterhaltenden psychosozialen Bedingungen nicht gegenüber krankheitswer
ten, schwer beeinflussbaren depressiv
en Symptomen abgegrenzt worden
(
Urk.
10/236/
9
,
Urk.
10/236/65
,
Urk.
10/236/71)
.
Aus psychiatrischer Sicht sei der
Beschwerdeführer in einer den körperlichen Beeinträchtigungen angepassten Tä
tigkeit zu etwa 60
%
arbeitsfähig
, wobei die entsprechende Leistung allenfalls auch bei einer etwas höheren Präsenzzeit erbracht werden könne
. Denkbar seien einfache Tätigkeiten in einem Umfeld ohne hohes Potential für Konflikte, ohne
Stressspitzen, mit einer klaren Aufgabenstellung und der Möglichkeit,
nötigen
falls
Pausen einzulegen
. Diese Arbeitsfähigkeit bestehe wahrscheinlich bereits seit 201
1.
Die leichte Abweichung gegenüber der Vorbegutachtung im Jahr 2011 rühre wahrscheinlich daher, dass der psychiatrische Gutachter die eingeschränk
ten Ressourcen des Beschwerdeführers bei einem ähnlichen klinischen Befund erheblicher
g
ewichtet habe, wodurch ein mittelgradiger Schweregrad der Störung resultiere. Zu einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes sei es seit der letzten Beurteilung des Rentenanspruchs nicht gekommen (
Urk.
10/236/10-11,
Urk.
10/236/70
-71).
Der rheumatologische Gutachter diagnostizierte
im Wesentlichen
ein
chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom mit möglicher intermittierender
irritati
ver
, nicht progredienter
Radikulopathie
L5 linksseitig.
Der Beschwerdeführer habe hauptsächlich über Rückenschmerzen im
lumbosakralen
Übergang mit linksseiti
ger Ausstrahlung nach unten über die Gesässregion
dorsolateralseits
bis zum lin
ken Fuss geklagt.
Die MRI-Untersuchung vom 1
3.
September 2017 habe breitba
sige, linksbetonte
Diskusprotrusionen
und eine Facettengelenksarthrose in den Segmenten L3 bis S1 mit leichten
foraminalen
Engen ergeben. Auf Höhe L4/5 links bestehe Kontakt zur L5-Wurzel, jedoch ohne Wurzelkompression, und es bestehe keine Spinalkanalstenose
(
Urk.
10/236/83)
. Gegenüber der Voruntersu
chung vom 2
4.
Januar 2011
(
Urk.
10/236/81)
habe auf der Höhe L4/5 keine Pro
gression erhoben werden können.
Die subjektiven Beschwerden korrelierten nicht vollständig mit den radiomorphologischen Befunden.
Insgesamt fänden sich we
der klinisch noch kernspintomografisch
Hinweise für eine relevante Progression der degenerativen Veränderungen und für eine Verschlechterung der Klinik
im
rund 30jährigen Verlauf dieser Problematik (
Urk.
10/236/84).
Funktionell wirk
e sich die Beeinträchtigung in dem Sinne aus, dass eine verminderte Belastbarkeit des axialen Skeletts für körperlich schwere Tätigkeiten bestehe.
Relevante funk
tionelle Einschränkungen der peripheren Gelenke bestünden nicht
(
Urk.
10/236/8)
. Der Gesundheitszustand h
abe sich
mit Blick auf den Bewegungs
apparat
s
eit Erlass der letzten Rentenverfügung im Jahr 2011 nicht verändert (
Urk.
10/236/
8
-11)
.
Zu beachten bleibe allerdings
, dass der Beschwerdeführer mittlerweile 56 Jahre alt geworden sei, eine vorzeitige Alterung aufweise und wegen der degenerativen Veränderungen der Lendenwirbelsäule Lasten von mehr als 5 kg nicht mehr tragen könne. Zusätzlich besteh
e eine quantitative Einschrän
kung der Leistungsfähigkeit von maximal 20
%
.
In diesem Rahmen könne der Beschwerdeführer die bisherige Tätigkeit als Kellner ausüben. Auch in jeder an
deren körperlich leichten wechselbelastenden Arbeit ohne Heben von Gewichten
über Kopfhöhe bestehe eine Restarbeitsfähigkeit von 80
%
. Die attestierte Arbeits
fähigkeit entspreche derjenigen gemäss Gutachten
des Rheumatologen
Dr.
Z._
vom 3
0.
August 2010 (
Urk.
10/72;
Urk.
10/236/87).
Aus interdisziplinärer Sicht bescheinigten die Gutachter de
m
Beschwerdeführer eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 60
%
in leidensangepassten Tätigkeiten; bei erhöhtem Pausenbedarf könne die Leistung allenfalls
bei
einer höheren Prä
senzzeit erbracht werden.
Die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit sei hauptsäch
lich psychisch bedingt (
Urk.
10/236/10).
5.
5.1
Das
bidisziplinäre
Y._
-Gutachten vom 2
5.
Januar 2018
ist
für die streitigen Be
lange umfassend,
beruht
auf allseitigen Untersuchungen,
berücksichtigt
die ge
klagten Beschwerden
(
Urk.
10/236/32-34
,
Urk.
10/236/76-79),
ist
in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden
(
Urk.
10/236)
,
leuchtet
in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein
und
enthält begründete
Schlussfolgerungen
(
Urk.
10/236/6-11,
Urk.
10/236/50-73,
Urk.
10/236/83-88)
. Es ist damit grundsätzlich voll beweis
kräftig
(BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c)
.
Dabei ist auch von Belang, dass die rechtsprechungsgemäss
f
ür die Beurteilung der Arbeitsfä
higkeit bei Vorliegen psychischer Krankheiten
massgeblichen Standardindikato
ren (vorstehend E. 1.2) im psychiatrischen Teilgutachten berücksichtigt wurden (
Urk.
10/236/52-69)
; zudem wird in der Expertise zur relevanten Frage, ob s
eit Erlass der letzten Rentenverfügung vom 1
2.
September 2012
eine
wesentliche
Änderung des Gesundheitszustandes eingetreten ist,
klar
Stellung
bezogen
(
Urk.
10/236/10-11,
Urk.
10/236/70,
Urk.
10/236/
86-87)
.
5.2
Die Kritik, der psychiatrische Befund sei nicht in AMDP-konformer Weise erho
ben worden, läuft ins Leere. Der psychiatrische Teilgutachter
hat die erhobenen Befunde detailliert und differenziert dargelegt
(
Urk.
10/236/45-49).
Dass er dabei ni
cht ausdrücklich auf die AMDP-I
tems einging, tut der Nachvollziehbarkeit sei
ner Erhebungen keinen Abbruch
(Urteil des Bundesgerichts 8C_466/2017 vom
9.
November 2017 E. 5.1)
.
Mit Blick auf die überzeugende, äusserst umfassende Herleitung der Diagnosen
(
Urk.
10/236/52-60)
kann auch keine Rede davon sein, der Sachverständige habe die diagnostizierte depressive Störung nicht
einleuch
tend
begründet.
Dass er trotz abweichender Einschätzung keine fremdanamnes
tische Auskunft beim behandelnden Psychiater einholte, ist ebenfalls nicht ge
eignet, die Beweiskraft seiner Beurteilung zu erschüttern
(Urteil des Bundesge
richts 9C_65/2012 vom 2
8.
Februar 2012 E.
4.3)
. In seinem Teil des Gutachtens hat er
ausführlich
dargelegt, weshalb die teilweise abweichenden Beurteilungen
der behandelnden Ärzte, insbesondere auch der
F._
, nicht überzeugen (
Urk.
10/236/66-68). Die Einholung ergänzender Auskünfte bei den Behandlern stand in seinem Ermessen. Sie ist nicht zwingend erforderlich und ist etwa dann sinnvoll, wenn sie neue Erkenntnisse über die zu explorierende Person erwarten lässt
(Urteil des Bundesgerichts 8C_738/2011 vom
3.
Februar 2012 E. 5.3), wovon der Psychiater
offensichtlich
ausging, was nicht zu beanstanden ist
. Auch aus den Qualitätsleitlinien für versicherungspsychiatrische Gutachten der schweize
rischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (
SGPP;
3.
Auflage vom 1
6.
Juni 2016) ergibt sich in dieser Hinsicht nichts
anderes
(Urteil des Bundesge
richts 8C_318/2019 vom 1
4.
Oktober 2019 E. 4.2.2.1 mit
weiteren Hinweisen
)
.
Bei seinem Vorwurf, die Persönlichkeitsstruktur und die Ausprägung der affektiven Störungen seien nicht mit anerkannten Testverfahren objektiviert worden, ver
kennt der Beschwerdeführer
ebenfalls
, dass es im Ermessen der medizinischen Fachperson liegt, ob sie psychologische Tests durchführen will.
Einem testmässi
gen Erfassen der Psychopathologie im Rahmen der psychiatrischen Exploration kann generell nur ergänzende Funktion beigemessen werden, während die klini
sche Untersuchung mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltens
beobachtung ausschlaggebend bleibt
(Urteil des Bundesgerichts
9C_276/2016 vom 1
9.
August 2016 E. 3.2)
.
Auch
die vom Beschwerdeführer verlangte neuropsychologische Untersuchung
stellt lediglich eine Zusatzuntersuchung dar, welche bei begründeter Indikation in Erwägung zu ziehen ist
(Urteil
e
des Bundesgerichts 9C_302/2018 vom 1
2.
Juli 2018 E. 4.2.1
sowie 9C_566/2017 vom 2
0.
November 2017 E. 2.1
).
Der psychiat
rische
Y._
-Gutachter hat den Beschwerdeführer während mehr als drei Stunden untersucht und sein Augenmerk auch auf die vom Beschwerdeführer angegebe
nen kognitiven Einschränkungen
gerichtet. Dabei konnte er während der ganzen Exploration keine Abnahme der Konzentration feststellen (
Urk.
10/236/46-48). M
it Ausnahme
geringfügiger mnestischer Defizite fielen ihm keine kognitiven Defizite auf
(
Urk.
10/236/46). Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die
Y._
-Gutachter auf eine zusätzliche neuropsychologische Abklärung des Beschwerde
führers verzichteten.
Generell ist zudem zu beachten, dass
weder Gesetz noch Rechtsprechung den Psychiatern eine Begutachtung nach den Qualitätsleitlinien für psychiatrische Gutachten der SGPP vorschreiben. Ein Gutachten verliert nicht automatisch seine Beweiskraft, wenn es sich nicht an die fraglichen Qualitäts
richtlinien anlehnt (Urteil des Bundesgerichts 9C_273/2018 vom 2
8.
Juni 2018 E.
5.4 mit Hinweisen).
Die Leitlinien verstehen sich als Empfehlung, von welcher im begründeten Einzelfall abgewichen werden kann (Urteile des Bundesgerichts 8C_260/2017 vom
1.
Dezember 2017 E. 3.3 sowie 9C_276/2016 vom 1
9.
August 2016 E. 3.2).
D
er vom Beschwerdeführer im psychiatrischen Teilgutachten erblickte Wider
spruch, dass einerseits nur eine leichte depressive Episode diagnostiziert wurde, gleichzeitig aber von einer mittelgradigen psychischen Störung die Rede ist, lässt sich
bei genauer Betrachtung
zwanglos auflösen:
Der Gutachter mass dem ge
samten psychischen Leidensbild unter Berücksichtigung sämtlicher Diagnosen
, also etwa auch der Angststörung,
einen
mittleren Schweregrad zu. Zudem veran
lassten ihn
erklärtermassen
auch die eingeschränkten Ressourcen des Beschwer
deführers zu dieser Beurteilung (
Urk.
10/236/9,
Urk.
10/236/11,
Urk.
10/236/64-65,
Urk.
10/236/70).
Für die gestützt auf die medizinischen
Vorakten
gemachte Beobachtung, dass die depressive Störung jeweils im Rahmen stationärer
Hospi
talisationen
zurückging, hat der begutachtende Psychiater zahlreiche Belege an
geführt
(
Urk.
10/236/54-60,
Urk.
10/236/62-63)
.
G
leichzeitig
hat er
aufgezeigt, dass die behandelnden
Fachpersonen
für die Einordnung des Schweregrades
de
r
regelmässig als mittelgradig bis schwer eingestuften depressiven Episoden
haupt
sächlich
auf
die
subjektiv ang
egeb
enen Beschwerden
ab
stellten
, wobei
der in den Berichten beschriebene
günstige
Verlauf
ihrer Einschätzung teils deutlich wider
sprach (
Urk.
10/236/57,
Urk.
10/236/62-63)
. Unzutreffend ist deshalb die Kritik des Beschwerdeführers, eine Remission
der rezidivierenden depressiven Störung
sei ledig
lich im Austrittsbericht der
A._
vom 1
0.
Februar 2015
(
Urk.
10/195/1-2)
dokumentiert.
E
ntgegen der Behauptung des Beschwerdeführers
hat sich der psychiatrische Sachverständige der
Y._
durchaus auch mit den Ergebnissen der absolvierten beruflichen Massnahmen auseinandergesetzt
.
Zu Beginn der Expertise wird die Ende 2014 eingeleitete Potentialabklärung, welche aus gesundheitlichen Gründen abgebrochen wurde, ausdrücklich erwähnt (
Urk.
10/236/2-3).
An anderer Stelle werden weitere,
in den Jahren 2006 und 2011 durchgeführte Massnahmen
auf
geführt
;
deren wiederholtes Scheitern
wird
überzeugend
erklärt
mit der negativen Prognose durch den Behandler in einem frühen Stadium der Erkrankung,
welche kontraproduktiv gewesen sei,
dem rigiden Krankheitskonzept d
es Beschwerde
führers
und dem drohenden Gesichtsverlust gegenüber der Familie bei einem Ab
weichen von diesem Krankheitskonzept (
Urk.
10/236/55,
Urk.
10/236/65).
Zwar bezieht sich der
Y._
-Psychiater in seinen Ausführungen nicht ausdrücklich auf die
Ende 2014 abgebrochene Potentialabklärung.
Dies vermag die Beweiskraft seiner Beurteilung aber aufgrund folgender Überlegungen nicht einzuschränken:
Während der Potentialabklärung in der Institution
E._
vom 2
4.
November bis zum 1
6.
Dezember 2014 kam es
für den Beschwerdeführer
zu einer psyc
hosozia
len Belastungssituation
,
als
seine
engsten
Familie
nmitglieder
sich
an seinem Ge
burtstag
(am 1
2.
Dezember;
Urk.
10/195/4)
nicht
bei ihm meldeten
. Die damit
einhergehende Verschlechterung der psychischen Befindlichkeit mit einem Sui
zidversuch führte zum Abbruch der Massnahme
(
Urk.
10/168
)
. Die Einschätzung der Eingliederungsfachleute, dass der
Beschwerdeführer
auf dem ersten Arbeits
markt keine relevante Arbeitsfähigkeit aufwies,
erfolgte wohl zu einem grossen Teil unter dem Eindruck
des
aus invaliditätsfremden Gründen vorübergehend ver
schlechterten Gesundheitszustand
es
. Dass danach rasch wieder eine Verbesserung eintrat, ergibt sich aus dem Austrittsbericht der
A._
vom
1
0.
Februar 2015
und
dem psychiatrischen
Y._
-Gutachten. In diesen medizinischen Stellungnahmen wird die depressive Störung nur noch als leicht eingestuft (
Urk.
10/195/1)
.
Der Gutachter hat durch seine Analyse des gesundheitlichen Verlaufs aufgezeigt, dass es in der Vergangenheit nach ähnlichen psychosozialen Belastungssituationen jeweils zu einer Exazerbation der depressiven Symptomatik kam und es in diesem Zusammenhang auch Phasen der vollständigen Arbeitsunfähigkeit gab
, dass sich die Symptomatik in der Folge aber
durch strukturierende
Interventionen gut und rasch beeinflussen liess (
Urk.
10/236/9,
Urk.
10/236/67-68).
Dass
die
Ei
nschät
zung der
Eingliederungsfachleute
nicht Ausdruck einer
anhaltenden
gesundheit
liche
n
Verschlechterung ist
, folgt auch daraus, dass
bereits
eine Arbeitsabklärung im Jahr
2006
eine
relativ geringfügige
Arbeitsfähigkeit von lediglich 30
%
ergab
– gemessen an der deutlich optimistischeren medizinisch-theoretischen Einschät
zung im Gutachten der
Y._
vom 2
1.
Mai 2007 (
Urk.
10/33/13)
-
und ab
dem Jahr 2000 sämtliche Eingliederungsbemühungen scheiterten
(
Urk.
10/236/65).
Auch der psychiatrische Vorgutachter
Dr.
C._
wies in seinem Teil des Gut
achtens vom 2
2.
August 2011 darauf hin, dass die kontraproduktive Haltung des Beschwerdeführers einem beruflichen Wiedereinstieg im Weg stehe, und nicht ein fehlendes Rehabilitationspotential (
Urk.
10/109/28-29).
Rechtsprechungsgemäss ist
im Weiteren
die Frage nach den noch zumutbaren Tätigkeiten und Arbeits
leistungen nach Massgabe der objektiv feststellbaren Gesundheitsschädigung in erster Linie durch die Ärzte und nicht durch die Eingliederungsfachleute auf der Grundlage der von ihnen erhobenen, subjektiven Arbeitsl
eistung zu beantworten (Urteile des Bundesgerichts
8C_801/2018 vom 1
3.
Februar 2019 E. 4.3 und 9C_646/2015 vom 1
9.
Mai 2016 E. 4.4
).
5.3
Auch die Beurteilungen des Gesundheitszustandes durch die behandelnden Ärzte vermögen die Beweiskraft des
bidisziplinären
Y._
-Gutachtens vom 2
5.
Januar 2018 nicht zu erschüttern.
Die Psychiater der
A._
behandelten den Beschwerdeführer
wiederholt
stationär
im Mai und
Ende 2014/Anfang 2015
sowie
im April 2017 im Anschluss an psy
chosoziale Belastungssituationen (
Urk.
10/195,
Urk.
10/219
)
.
I
m Austrittsbericht vom 1
0.
Februar 2015
erwähnten sie bei den Diagnosen
eine leichte
d
epressive
Episode in Remission (
Urk.
10/195/1). Insofern besteht keine wesentliche Abwei
chung von der Beurteilung im
Y._
-Gutachten.
Im Austrittsbericht vom 2
8.
April 2017 diagnostizierten sie nach einer Exazerbation der depressiven Symptomatik und
Kurzhospitalisation
von vier Tagen eine mittelgradig depressive Episode (
Urk.
10/219). Diese Einschätzung liegt ebenfalls noch im Rahmen des vom
Y._
-Psychiater gezeichneten Krankheitsbildes mit gelegentlichen, eher kurzzeitigen Exazerbationen der grundsätzlich leichtgradigen rezidivierenden depressiven Symptomatik.
Die von den Ärzten der
F._
in
ihrem Berichten vom
1.
und
6.
Juli 2016
(
Urk.
10/190/2,
Urk.
10/200/2)
diagnostizierte Persönlichkeitsstörung stellt eine revisionsrechtlich unbeachtliche andere Beurteilung des insofern gleichgebliebe
nen Gesundheitszustandes dar. Eine Persönlichkeitsstörung beginnt nämlich im
mer in der Jugend und manifestiert sich auf Dauer im (frühen) Erwachsenenalter
(
vgl.
Dilling
/
Mombour
/Schmidt [Hrsg.],
Internationale
Klassifikation
psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisc
h-diagnostische Leitlinien, 1
0.
Auflage 2015, Bern 2
015, S. 277). Der psychiatrische Gutachter
Dr.
C._
,
auf dessen Expertise vom 2
2.
August 2011
die letzte Rentenverfügung vom
12. September 2012
basiert, verneinte indes das Bestehen einer
Persönlichkeitsstörung
(
Urk.
10/109/32)
.
Mit dieser abweichenden Einschätzung haben sich die Fachleute der
F._
nicht auseinandergesetzt.
Die in den Berichten der
F._
gestellte Diagnose einer schweren depressiven Epi
sode widerspricht den von diesen Ärzten bei den Eintrittsbefunden erwähnten lediglich mittel- bis
schwergradigen
depressiven Symptomen und der
be
-
schrie
benen
Stabilisierung der Situation (
Urk.
10/190/2-3
,
Urk.
10/200/2,
Urk.
10/200/5), weshalb die Diagnosestellung nicht nachvollziehbar ist.
Der Um
stand, dass in den Berichten der
F._
und ebenso in den Verlaufsberichten des
behandelnden
Dr.
G._
– anders als im
Y._
-Gutachten und
im
Vorgutachten der
Dres
.
B._
und
C._
-
Diskrepanzen zwischen den objektivierbaren Befun
den und den subjektiven Angaben des Beschwerdeführers
und
seinen
Verdeutli
chungstendenzen
nicht thematisiert werden
, respektive nicht zur Konsistenz sei
nes Verhaltens Stellung genommen wird
, schmälert ihre Beweiskraft
; es kann nämlich nicht ausgeschlossen werden, dass diese Ärzte die Angaben des Be
schwerdeführers ungeprüft übernommen haben
.
Dies gilt auch für die Diagnose einer
auf Ereignisse in der Jugend zurückgehenden
posttraumatischen Belas
tungsstörung, welche soweit ersichtlich
nur
von den Ärzten der
F._
gestellt wurde (
Urk.
10/200/2,
Urk.
10/200/5).
Ferner fehlt in diesen Berichten eine Aus
einandersetzung damit, dass der Beschwerdeführer immer wieder therapeutische Hilfeleistungen zur Verbesserung der Tagesstruktur ablehnte. Dies wirkt sich ebenfalls negativ auf die Beweiskraft aus.
Mit seiner Einschätzung, der Beschwerdeführer leide seit Anfang 2015 an einer schweren depressiven Episode (
Urk.
10/173/1
; vgl. auch
Urk.
10/194
), weicht der behandelnde Psychiater
Dr.
G._
in seinem Bericht vom 2
5.
Januar 2016
zu
dem
deutlich
von der
Einschätzung
der
den Beschwerdeführer zeitnahe
vor- und nachbehandelnden
Ärzte der
A._
ab. Diese diagnostizierten
in ihrem Bericht vom 1
6.
Januar
2015
über die Behandlung vom 1
4.
bis 2
9.
Dezember 2014
eine mit
telgradige und im Austrittsbericht vom 1
0.
Februar 2015
über die Behandlung vom 1
2.
Januar bis 1
0.
Februar 2015
nur noch eine leichte depressive
Episode
in Remission (
Urk.
10/195/1-4). Da
Dr.
G._
der IV-Stelle gleichzeitig empfahl, dem Beschwerdeführer eine ganze Rente zuzusprechen (
Urk.
10/173/1-2),
sind
seine Berichte
unter Berücksichtigung
der
Erfahrungstatsache
dass Hausärzte
und behandelnde Arztpersonen
mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Pa
tienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc),
nicht
geeignet,
die Expertise
zu entkräften
.
5.4
Aus diesen Ausführungen folgt, dass auf das
bidisziplinäre
Y._
-Gutachten vom 2
5.
Januar 2018 abgestellt werden kann, da dieses voll beweiskräftig ist. Die vom Beschwerdeführer beantragte weitere Begutachtung ist nicht erforderlich
(antizi
pierte Beweiswürdigung
, BGE 122 V 157 E. 1d)
.
6.
6.1
Der rheumatologische
Y._
-Gutachter hielt in der Expertise vom 2
5.
Januar 2018 fest, der somatische Gesundheitszustand habe sich seit Erlass der letzten Renten
verfügung nicht verändert (
Urk.
10/236/8-11).
Die
im Rahmen der Begutachtung
veranlasste
MRI-Bildgebung der Lendenwirbelsäule
brachte
im Vergleich zum Vorbefund vom
2
4.
Januar 2011
keine Änderungen zur Darstellung
(
Urk.
10/108/9-11,
Urk.
10/236/81,
Urk.
10/236/83-84)
.
Auch hinsichtlich der im
Y._
-
Gutachten dokumentierten klinischen Befunde
und subjektiven Beschwer
den im unteren Rückenbereich mit Ausstrahlung in das linke Bein
(
Urk.
10/236/83-84)
besteht im Vergleich zum rheumatologischen Teilgutachten
des
Vorgutachter
s
Dr.
B._
vom 2
2.
August 2011
keine wesentliche Veränderung
(
Urk.
10/108/2,
Urk.
10/108/7)
.
In beiden Gutachten wird zudem im Wesentlichen ein lumbospondylogenes Schmerzsyndrom diagnostiziert.
Bei der im
Y._
-Gut
achten vom 2
5.
Januar 2018 erwähnten möglichen intermittierenden
irritativen
, nicht progredienten
Radikulopathie
L5 linksseitig handelt es sich nicht um einen neuen Befund, sondern bloss um eine andere diagnostische
Erfassung (
Urk.
10/108/7,
Urk.
10/236/83). Die Beurteilung des
Y._
-Rheumatologen, dass sich der Gesundheitszustand hinsichtlich des
Bewegungsapparates nicht verän
dert habe,
ist
folglich
nachvollziehbar.
Die gilt umso mehr, als die blosse Mög
lichkeit eine
Radikulopathie
nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit er
stellt
ist
(BGE 138 V 218 E. 6).
Wie der Beschwerdeführer zu Recht geltend macht, gelangte der rheumatologi
sche Sachverständige des
Y._
allerdings zu einer vergleichsweise pessimistische
ren Einschätzung der Arbeitsfähigkeit, indem er dem Beschwerdeführer kein Voll
zeitpensum mehr (
Urk.
10/108/16), sondern nur noch ein 80%iges Beschäfti
gungspensum zumutete. Ferner bescheinigte er dem Beschwerdeführer ein einge
schränkteres Belastbarkeitsprofil, da er nur noch das Tragen leichter Lasten bis 5 kg als zumutbar erachtete. Diese
zurückhaltendere
Einschätzung führte der rheu
matologische
Experte
aber explizit auf die zwischenzeitliche Alterung des Be
schwerdeführers, und nicht auf eine eigentliche gesundheitliche Verschlechte
rung, zurück
(
Urk.
10/236/86-87)
. Beim fortschreitenden Alter handelt es sich um eine Sachverhaltsänderung, welche auch ohne gesundheitliche Bee
inträchtigun
gen eintreten würde.
Deshalb stellt die vom
Y._
-Rheumatologen bescheinigte qualitative und quantitative Verschlechterung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit
keine
n
Revisionsgr
und dar
(
vgl.
Meyer/
Reichmuth
, Rechtsprechung des Bundes
gerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Invalidenversiche
rung,
3.
Auflage, Zürich 2014,
Art.
30-31
Rz
34 mit Hinweis).
Es ergibt sich, dass eine wesentliche Verschlechterung des somatischen Gesund
heitszustandes nicht ausgewiesen ist.
6.2
Der psychiatrische Teilgutachter der
Y._
stellte, ebenso wie der psychiatrische Vorgutachter
Dr.
C._
in seinem Teil des
bidisziplinären
Gutachtens vom 2
2.
August 2011
,
die Hauptdiagnose
eine
r
rezidivierende
n
depressive
n
Störung mit gegenwärtig leichtgradiger Symptomatik. Die unter anderem vom Vorgut
achter
diagnostizierte somatoforme
Schmerzstörung bestätigte er nicht, sondern subsum
m
ierte die
von ihm
ebenfalls erhobene somatoforme Symptomatik unter die anderen Diagnosen. Dabei wies er ausdrücklich darauf hin, diese unterschied
liche diagnostische Einordnung sei nicht von versicherungsmedizinischer Rele
vanz, sondern eher von akademischem Interesse
(
Urk.
10/109/25-26,
Urk.
10/236/6,
Urk.
10/236/9)
. Ebenso wie der psychiatrische Vorgutachter
Dr.
C._
bemerkte er eine Verdeutlichungstendenz
und eine
unkonstruktive
Haltung des Beschwerdeführers, welcher überzeugt sei, einen Anspruch auf (hö
here) Leistungen der Invalidenversicherung zu haben (
Urk.
10/109/28-29,
Urk.
10/236/9-10)
.
Bei den Di
ag
nosen mit Auswirkung auf die Arbe
itsfähigkeit erwähnte der
Y._
-P
sychiater neu eine andere gemischte Angststörung, akzentuierte Persönlich
keitszüge mit hauptsächlich ängstlich-vermeidenden, selbstunsicheren und ab
hängigen Zügen sowie – als
Unter
diagnose
zur depressiven Störung
– eine
chro
nifiz
i
erte
Verbitterungsproblematik
(
Urk.
10/109/25-26,
Urk.
10/236/49-50)
.
B
ei den akzentuierten Persönlichkeitszügen und der
chronifizierten
Verbitterungs
problematik handelt es sich um langfristig s
tabile Zustände. Hier liegt offensicht
lich
ebenfalls eine andere diagnostische Einordnung des seit der letzten Begut
achtung
unveränderten Gesundheitszustandes vor
.
I
m
psychiatrische
n
Y._
-Gut
achte
n
wird
wiederholt darauf hin
ge
w
iesen
,
dass das vom Gutachter
erhobene klinische Beschwerdebild verglichen mit der gutachterlichen psychiatrischen Be
urteilung aus dem Jahr 2011 sehr ähnlich
sei
und es seit der letzten Rentenver
fügung nicht zu einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes ge
kommen sei
(
Urk.
10/236/9-11)
.
Indirekt kann daraus geschlossen werden, dass auch die neu diagnostizierte andere gemischte Angststörung keine wesentliche gesundheitliche Verschlechterung darstellt.
Aus den weiteren Angaben im
Y._
-Gutachten folgt
denn auch
, dass die Angstsymptomatik insgesamt nur ein leichtes Ausmass
hatte: Als konkrete Symptome nannte der
Y._
-Psychiater
bloss
eine ängstlich-vermeidende Grundhaltung und gelegentliche
attackenartige
Angstzu
stände, welche anamnestisch nicht die Kriterien einer Panikstörung erfüllten.
Zu
dem wird
die Angststörung
im Gutachten
nicht
in den
Vorder
grund gestellt; viel
mehr wird die leichte depressive Störung als
Hauptdiagnose
aufgeführt
(
Urk.
10/236/
6-
7).
Im Vorgutachten vom
2
2.
August 2011
wird
dem Beschwerdeführer unter Be
rücksichtigung seines psychischen Leidens
in angepassten Tätigkeiten ein Ar
beitspensum von 7 Stunden pro Tag mit einer um 20-25
%
reduzierten Leistungs
fähigkeit zugemutet (
Urk.
10/109/35). B
ei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 8,4 Stunden pro Tag und 42 Stunden pro Woche
entspricht dies
einer Arbeitsfä
higkeit von
etwa
62,5
%
(7 geteilt durch 8,4 x 0.75)
.
Im aktuellen
Y._
-Gutachten
wird
ihm
aus psychiatrischer Sicht eine
Restarbeitsfähigkeit von 60
%
in leidens
angepassten Tätigkeiten (mit klarer Aufgabenstellung ohne hohes Konfliktpoten
tial)
bescheinigt.
Und selbst diese geringfügige Abweichung
zum Vorgutachten
begründete der
Y._
-Psychiater damit, er habe
die (seit langem bestehenden) ein
geschränkten Ressourcen des Beschwerdeführers
- bei ähnlichem klinischen Be
fund -
erheblicher
g
ewichtet als der Vorgutachter
(
Urk.
10/236/10)
.
Damit steht auch fest, dass die neu diagnostizierte
Angststörung keine wesentliche Ver
schlechterung der Arbeitsfähigkeit zur Folge hat.
Nach dem Gesagten
ist
mit dem massgeblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
ausgewiesen
, dass auch der psychische Gesundheitszustand
im massgeblichen Beurteilungszeitraum bis zum Erlass der angefochtenen Verfü
gung keine wesentliche Ver
schlechterun
g erfahren hat.
Die
a
bweichenden
diag
nostischen Einordnungen des im Wesentlichen
gleich gebliebenen Gesundheits
zustandes stellen keinen Revisionsgrund dar (vorstehend E. 1.5).
6.3
Da nach
dem Gesagten keine wesentliche Sachverhaltsänderung ausgewiesen
ist
, ist nicht zu beanstanden, dass die IV-Stelle mit der angefochtenen Verfügung einen Anspruch des Beschwerdeführers auf Erhöhung der laufenden
Viertelsrente
verneint hat. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
7.
7.1
Ausgangsgemäss gehen die Verfahrenskosten von
Fr.
800.-- zulasten des unter
liegenden Beschwerdeführers (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG).
I
nfolge der gewährten un
entgeltlichen Prozessführung
(Urk. 11
)
sind die Verfahrenskosten
jedoch
einst
weilen
auf
die
Gerichtskasse zu nehmen.
7.2
Mit Verfügung vom 21
.
Juni
2018 wurde dem Beschwerdeführer Rechtsanwalt
Samuel
Teindel
als unentgeltlicher Rechtsvertreter bestellt. Da
die
ser
trotz ent
sprechendem Hinweis in der Verfügung
von der Möglichkeit, eine Honorarnote einzureichen (
Urk.
11
S. 2
), keinen Gebrauch gemacht hat, ist
die
Entschädigung ermessensweise ohne Rücksicht
auf
den Streitwert nach der Bedeutung der Streit
sache und der Schwierigkeit des Prozesses festzulegen (§ 34 Abs. 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Unter Berücksichtigung der ge
nannten Kriterien ist
die
Entschädigung von Amtes wegen
auf
Fr. 1'9
00.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.
7.3
Der
Beschwerdeführer wird auf
§
16
Abs.
4
GSVGer
aufmerksam gemacht, wo
nach
er
zur Nachzahlung der einstweilen zulasten der Gerichtskasse genommenen Kosten verpflichtet werden kann, sofern
er
dazu in der Lage ist.