Decision ID: ef2acf9b-bfbc-4e10-b4f6-ad9e28eb3dff
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1966 geborene
X._
meldete sich am 2
3.
Januar 2015 (Eingangs
datum) unter Hinweis auf
eine
Depression
, eine posttraumatische Belastungs
stö
rung sowie Kopfschmerzen
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stell
e, zum Leistungsbezug an (
Urk.
7
/3). Diese zog die
Akten des
Kranken
taggeld
versicherers bei (
Urk.
7
/
33
)
und tätigte beruflich-erwerbliche (
Urk.
7/5,
7/17
, 7/31
) sowie medizinische Abklärungen (
Urk.
7/19, 7/24)
. Mit Vorbescheid vom 2
5.
Mai 2016 kündigte die IV-Stelle dem
Versicherten
an, das Leistungs
be
gehren abzuweisen (
Urk.
7/40), wogegen der
Versicherte
mit Eingabe vom
7.
Juni 2016 Einwand erhob (
Urk.
7/42).
A
m
2
1.
Juli 2016 ergänzte
er
seinen Einwand
(
Urk.
7/50).
Infolgedessen veranlasste d
ie IV-Stelle
am 1
0.
Oktober 2016
(Urk. 7/55
)
eine
bidisziplinäre
(psychiatrisch-neurologische)
Begutachtung
des
Versicherten
durch
Dr.
med.
Z._
, welcher am
9.
Februar 2017 das Gutachten
er
stattete
(
Urk.
7/64).
Zur von der
IV-Stelle
gestellten Rückfrage
(Urk. 7/65)
nahm
der
Gutachter mit Schreibe
n vom 1
0.
Mai 2017 Stellung
(
Urk.
7/69). Am 2
0.
Okto
ber
2017 liess die IV-Stelle die Verhältnisse hinsichtlich der selbstän
digen
Erwerbst
ätigkeit
von
X._
vor Ort abklären (
Urk.
7/78).
Schliess
lich kündigte die IV-Stelle a
m 2
0.
April 2018
dem
Versicherten
erneut an, das Leis
tungsbegehren abzuweisen (
Urk.
7/82), worauf
dieser
mit Schreiben vom 1
6.
Mai 2018 Einwand erhob (
Urk.
7/83). Mit Verfügung vom 2
7.
Juni 2018 verneinte die IV-Stelle
einen Anspruch des
Versicherten
auf
eine
Rente (
Urk.
2 [=
7/88
]
).
2.
Dagegen erhob
X._
mit Eingabe vom
1
9.
Juli 2018
Beschwerde beim hiesigen Sozialversicherungsgericht und beantragte,
es sei der Entscheid der Beschwerdegegnerin aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, dem Beschwerdeführer eine Invalidenrente zuzusprechen (
Urk.
1). Mit Beschwer
de
antwort vom 2
9.
August 2018 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung
der Beschwerde (
Urk.
6), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 3
1.
August
2018 mitgeteilt wurde (
Urk.
8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den
A
llge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts;
ATSG). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung;
IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
1.3.1
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unab
hängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weit
gehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.3.2
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen, nach BGE 143 V 409 namentlich auch leichte bis mittelschwere Depressionen, für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach Massgabe von BGE 141 V 281 zu unterziehen (Änderung der Rechtsprechung). Speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere depressive Störungen hielt das Bundesgericht in BGE 143 V 409 – ebenfalls im Sinne einer Praxisänderung – fest, dass eine invalidenversicherungsrechtlich relevante psychische Gesundheits
schädigung nicht mehr allein mit dem Argument der fehlenden Therapieresistenz auszuschliessen sei (E. 5.1; zur bisherigen Gerichtspraxis vgl. statt vieler: BGE
140 V 193 E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_13/2016 vom 1
4.
April 2016 E. 4
.2). Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sind somit auch bei den leichten bis mittelgradigen depressiven Störungen systematisierte Indikatoren beachtlich, die es – unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits – erlau
ben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1). Die Therapierbarkeit ist dabei als Indiz in die ge
samthaft vorzunehmende allseitige Beweiswürdigung miteinzubeziehen (BGE 143 V 409 E. 4.2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_449/2017 vom
7.
März 2018
E. 4.2.1).
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesund
heit
lichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig
und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrschein
lich
keit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweis
belastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.3.3
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V
281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1
.5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen,
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa
rum
es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Ver
hal
ten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Ausein
andersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolge
rungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechts
anwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog in der angefochtenen Verfügung, sie habe an
lässlich des
Vorbescheidverfahrens
ein ärztliches Gutachten
bei
Dr.
Z._
in Auftrag gegeben. Daraus gehe hervor, dass de
r Beschwerdeführer
aufgrund einer posttraumatischen Belastungsstörung und einer Depression seit dem 1
5.
Novem
ber 2013 in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei. Aus ärzt
licher Sicht sei der Beschwerdeführer
als Kioskbesitzer sowie in einer ander
e
n angepassten Tätigkeit zu 50
% arbeitsfähig
gewesen
. Somit sei es dem
Beschwerdeführer
jederzeit zu
mutbar gewesen, in e
ine angestellte Tätigkeit zu 50
% zu wechseln. Gemäss Ein
kommensvergleich best
ehe
damit
ein Invaliditätsgrad von 11
%
, weshalb kein Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung bestehe
. Zudem
habe
sich die attestierte Arbeitsfähigkeit ab Datum des ärztlichen Gutachtens (1
8.
Januar 2017) auf 80
%
erhöht
, womit keine rentenbegründende Erwerbseinbusse vorliege
(
Urk.
2).
2.2
Der
Beschwerdeführer
machte
demgegenüber
geltend
, er sei seit geraumer Zeit 100
% arbeitsunfähig und nicht – wie von der IV festgehalten w
e
rd
e
– in seiner Arbeitsfähigkeit
bloss
eingeschränkt. Er sei somit auch nicht in ei
ner angepassten Tätigkeit zu 50
% arbeitsfähig, was sich beispielsweise auch aus der Einschätzung der behandelnden Psychiaterin ergebe. Arbeitsleistungen
vermöge er nicht zu er
bringen. Er leide unter anderem unter einer posttraumatischen Belastungs
stö
rung,
einer wiederkehrenden depressiven Störung und chronischen Kopfschmer
zen (
Urk.
1).
3.
3.
1
Im
bidisziplinären
neurologisch-psychiatrischen Gutachten von
Dr.
Z._
vom
9.
Februar 2017 wurde
n
folgende Diagnose
n
mit Auswirkung auf die Arbeits
fähig
keit
angeführt (
Urk.
7/64/
42):
«
Diagnose auf psychiatrischem Fachgebiet:
-
Posttraumatische Belastungsstörung
(PTBS;
ICD-10: F43.1
)
?
-
Rezidivierende depressive Störung, aktuell leicht- bis mittelgradige Epi
sode (ICD-10: F33.1)
-
Dissoziative Sensibilitätsstörung (ICD-10: F44.6)
Diagnose auf neurologischem Fachgebiet:
-
Zustand nach leichtem Schädelhirntrauma, ohne Hirnblutung, ohne
ce
re
brale
Verletzung, ohne Fraktur, ohne
Duraverletzung
am 25.11.2013
»
Die Arbeitsfähigkeit sei durch die Depression
quantitativ
vermindert.
Die
PTBS
reduziere
die Effizie
nz der ausgeübten Tätigkeiten. Während d
ie sozialkommuni
kativen Fähigkeiten noch sehr gut
seien, sei d
ie psychoemotionale Belastbarkeit
aufgrund der Depression und der
PTBS reduziert. In angestammter Tätigkeit als Kioskbetreiber bestehe beim
Beschwerdeführer
eine reduzierte Arbeitsfähigkeit von 80 %. Problematisch bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit von 80
% sei, dass der Betrieb nicht mehr existiere
und der Beschwerdeführer mithin seine angestammte Tätigkeit
nicht
wieder aufnehmen
könne
.
In einer angepassten Tätigkeit bestehe ebenfal
ls eine Arbeitsfähigkeit von 80
%.
Für die Zeit seit dem Unfall bis zur Untersuchung
sei die
Arbeitsfähigkeit
auf
50
% mit deutlicher Fluktuation (
Urk.
7/64/47)
zu schätzen
. Dies gelte auch für eine angepasste Tätigkeit (
Urk.
7/64/48).
Gemäss Aussagen des
Beschwerdeführers sei er in der Türkei aufgewachsen und
dort in jungen Jahren von der Polizei verhaftet und gefoltert worden
(
Urk.
7
/64/12)
.
Er habe regelmässig Albträume
(
Urk.
7/64/14).
Zwar
habe er auch schon vor dem Unfall
an Albträumen gelitten. Da sie nicht so häufig und nicht so stark gewesen seien und er habe arbeiten wollen, habe er sich vor dem Unfall nie psychiatrisch behandeln lassen
(Urk. 7/64/17)
. Sodann erklärte der Beschwer
de
führer, er habe viele Schulden, was ihn belaste. Seine Freunde hätten ihm den Rücken zugekehrt, weshalb auch die sozialen Kontakte nunmehr verändert seien. Zu seinen Interessen befragt gab er an, gerne in den Wald zu gehen und sich für Politik zu interessieren (Urk. 7/64/20). Schliesslich ist dem Gutachten zu ent
nehmen, dass sich der Beschwerdeführer aktuell einmal wöchentlich in psychia
trischer Behandlung befindet
(
Urk.
7/64/21).
3.2
In Bezug auf die Befunderhebung notierte der Gutachter
, dass ein Dolmetscher nicht nötig gewesen sei, da der Beschwerdeführer recht gut Deutsch spreche
(
Urk.
7/64/22)
.
Der Gutachter
erhob folgenden Befund:
Psychiatrisch zeige sich im Wesentlichen eine
euthyme
Stimmung, eine Schwin
g
ungsfähigkeit zum positiven Pol sei vor
handen, es zeige sich jedoch auch ein ausgeprägtes Kränkung
s
- und Enttäusch
ungserleben. Antrieb, Gestik und Psychomotorik seien in der Untersuchung un
auf
fällig, insbesondere der Antrieb sei nicht reduziert
gewesen
. Der Beschwerde
führer sei während der ganzen Untersuchung lebhaft gewesen und habe
aus
führlich berichtet. Es bestünden
eigenanamnestisch eine deutliche
Grübel
nei
gung
,
Ein- und Durchschlafstörungen mit Alb
träu
men mit Traumainhalten und ein Morgentief. Eigenanamnestisch sei die Freud
fähigkeit reduziert. Suizidalität bestehe nicht,
d
er
Beschwerdeführer
würde aber den Gedanken, dass es ihm egal sei, wenn er tot wäre, kennen.
Ängste
habe er nicht. Im Zusammenhang mit
traumabezogener
Symptomatik habe der Beschwer
de
führer über Intrusionen (ungewolltes Wiedererinnern und Wiedererleben von traumatischen Ereignissen) berichtet
(Urk. 7/64/26-27)
.
Der Gutachter erklärte, die Diagnosestellung einer PTBS sei schwierig, da nicht überprüft werden könne, ob die Folterungen tatsächlich stattgefunden hätten. Die Symptomatik spreche aber für das Vorliegen einer PTBS. Wahrscheinlich liege diese seit Jahrzehnten vor und der Beschwerdeführer habe sich in der Vergan
genheit mit den Symptomen arrangiert beziehungsweise die Symptome seien wahr
scheinlich wei
testgehend remittiert
und der Beschwerdeführer habe sie baga
tellisiert oder negiert (Urk. 7/64/34). Des
W
eiter
e
n liege beim Beschwerdeführer eine rezidivierende depressive Erkrankung mit fluktuierender Ausprägung vor. Aus der Aktenlage gehe hervor, dass beim Beschwerdeführer bereits vor dem
Unfall erhebliche psychische Symptome bestanden hätten (Urk. 7/64/35). Neben der Depression und der PTBS bestehe eine zusätzliche, sehr erhebliche Über
lagerung durch psychosoziale Belastungsfaktoren. Hierzu zählten das berufliche Scheitern, die Krankheit der Ehefrau, die unsichere finanzielle Situation mit den hohen Schulden und die Abhängigkeit von der Sozialhilfe. Ein weiterer psycho
sozialer Faktor sei das organische Krankheitsbild des Beschwerdeführers, dem es schwerfalle, seine seelische Symptomatik zu akzeptieren (Urk. 7/64/37).
3.3
Aus n
eurologisch
er Sicht
seien vom Sturz keine relevanten Folgen verblieben. Die
cerebrale
Bildgebung und anschliessende
Kontrollbildgebung
seien unauf
fällig. Im klinischen Befund zeige sich keine relevante Fokalneurologie. Die vom
Beschwerdeführer präsentierte linksseitige Symptomatik sei neurologisch nicht pla
u
sibel. Diesbezüglich bestehe
Übereinstimmung
mit dem MEDAS-Gutachten. Im Arm- und Bein
halte
ver
such
zeig
t
en sich keine Auffälligkeiten. Die ange
gebene Hypästhesie im linken Arm und linken Bein sei pauschal, nicht diffe
ren
ziert nach Qualitäten und folge keiner neuroanatomischen Verteilung (
Urk.
7/64/35)
.
Aus nervenärztlicher Sicht sei daher die vom Beschwerdeführer berichtete Symptomatik als somatoforme Störung der Sensibilität zu sehen, diffe
renzial-diagnostisch als dissoziative Sensibilitätsstörung, die wiederum zu einer PTBS passe.
Der nach dem Unfall berichtete Kopfschmerz sei aus neurologischer Sicht bei fehlender
cerebraler
Läsion, fehlender Fraktur und auch fehlender Verletzung der Hirnhaut als posttraumatischer Kopfschmerz nicht plausibel. Gemäss gängiger Literatur und neurologischer Erfahrung sei bei einem Schädel-Hirn-Trauma ohne Hirnverletzung und ohne Knochen- oder Hirnhautverletzung im Regelfall nicht von der Entwicklung eines posttraumatischen Kopfschmerzes auszugehen. Plau
si
bler sei, dass hier eine somatoforme Schmerzstörung oder ein medikamente
n
induzierter Kopfschmerz vorliege.
Im aktuellen Gutachten seien vom Beschwer
deführer keine Kopfschmerzen themat
isiert worden. In jedem Fall stü
nden sie versicherungstechnisch nicht im Vordergrund. Somit seien
neurologischerseits
rele
vante Funktionseinschränkungen oder neurologisch bedingte Einschrän
kungen
des Restleistungsvermögens
klar zu verneinen (Urk.
7/64/
36).
4.
4.1
Das psychiatrisch-
neurologische Gutachten
von
Dr.
Z._
(
Urk.
7/64)
verm
ag
die an eine beweiskräftige ärztliche Expertise gestellten Anforderungen vollum
fänglich zu erfüllen (E. 1
.5
). So tätigte der Gutachter sorgfältige, umfassende Ab
klä
rungen, berücksichtigte die geklagten Beschwerden und begründete seine
zu den
Vorakten
abweichende
Einschätzung in nachvollziehbarer Weise sowie in
Aus
einandersetzung mit den
Vorakten
. Der Gutachter legte die medizinischen Zu
sammenhänge und die medizinische Situation einleuchtend dar und begrün
dete seine Schlussfolgerung nachvollziehbar. Dem Gutachten kommt somit volle Beweiskraft zu.
4.2
Im Besonderen ist darauf hinzuweisen, dass für die Beurteilung der Arbeits
fähig
keit nicht die Diagnosen
alleine
, sondern die daraus resultierenden funktionellen
Einschränkungen entscheidend sind (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 9C_549
/2017 vom 1
3.
Februar 2018 E. 3.3 mit Hinweis).
Gutachterlich ausgewiesen sind
ein
e
PTBS, eine Depression und eine dis
soziative Sensibilitätsstörung
(
Urk.
7/64/38), deren funktionelle Auswirkungen
anhand der Standardindikatoren ge
mäss BGE 141 V 281 zu
über
prüfen sind
. Da das Gut
achten
eine schlüssige
Beurteilung im Lichte der nunmehr massgeblichen Indi
ka
toren erlaubt, kann es vorliegend als Grundlage für die Rentenprüfung dienen. Es erfolgt anhand eines Katalogs von Indikatoren eine ergebnisoffene Beurteilung des Leistungsvermögens des Beschwerdeführers (BGE 141 V 296):
Zum
Aspekt «funktioneller Schweregrad»
ist
festzuhalten
, dass der Befund mit Ausnahme der Einschränkungen durch die geltend gemachten Folterereignisse weitgehend unauffällig ist
(
vgl. E.
3.2
).
Neurologisch sind vom
Sturz keine Folgen verblieben
(
E. 3.3
).
Die Medikation zeigt Wirkung
,
sodass die Depression teilweise remittiert ist (
Urk.
7/69/2).
Es findet jedoch keine störungsspezifische Psychothe
rapie statt (
Urk.
7/64/43)
, weshalb davon auszugehen ist, dass die
Behandlungs
möglichkeit
en
noch
nicht ausgeschöpft
und
somit
noch ausbaubar
sind.
Hin
sichtlich
Komorbidität
en
gilt es festzuhalten, dass z
war beim Beschwerdeführer
ein narzisstisch gefärbtes Kränkung
s
- und Verbitterungserleben
besteht
(
Urk.
7
/64/37); dafür, dass diesem über die attestierte Arbeitsunfähigkeit hinaus eine zusätzliche ressourcenhemmende Wirkung zukäme, lassen sich den Akten keine Hinweise entnehmen. Gegenteils ist eine Vielzahl psychosozialer Faktoren wie das berufliche Scheitern, die Erkrankung der
Ehef
rau, die unsichere finan
zielle Lage, die Abhängigkeit von der Sozialhilfe sowie die Schulden
aktenkundig (
Urk.
7/64/37, vgl. auch Urk. 7/64/44
, wonach die psychosozialen Belastungsfak
toren wesentlich entscheidend, durch eine psychiatrische Behandlung aber nicht anzugehen sind
)
, welche auszuklammern sind (BGE 141 V 281 E. 4.3.3). Was den Kompl
ex der Persönlichkeit anbelangt
ist sodann darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer
kommunikationsfähig
ist
(
Urk.
7/64/41)
,
über eine gute Koope
ration und Therapiemotivation verfügt
(
Urk.
7/64/21)
und
aus Spaziergängen in
der Natur Kraft schöpft
(
Urk.
7/64/20)
.
Des
W
eiter
e
n lebt er in geordneten Verhält
nissen
(
Urk.
7/64/19),
pflegt
zumindest einige
soziale Kontakte
und interessiert
sich für Politik
(
Urk.
7/64/20)
, was auf mobilisierende Ressourcen hinweist. An
gesichts dieser Gegebenheiten ist insgesamt nicht auf eine Störung mit beacht
lichem Schweregrad zu schliessen.
In Bezug auf den Aspekt «Konsistenz»
ist
auf
die gute Kooperation in
Sachen
Therapien und Therapieaufenthalte hinzuweisen (
Urk.
7/64/21
, 27
), was für einen gewissen Leidensdruck spricht
.
Demgegenüber
sind
Diskrepanzen vorhanden, wie
die vom
Beschwerdeführer
beschriebenen Symptome i
m neurologischen Bereich und die
objektiven Bef
unde
zeigen
(
Urk.
7/64/45).
Zusammenfassend lässt sich mittels strukturierten Beweisverfahrens eine Ein
schrän
kung des Leistungsvermögens des Beschwerdeführers von mehr als 20 %
nicht überwiegend wahrscheinlich nachweisen, weshalb mit dem Gutachter davon
auszugehen ist, dass der Beschwerdeführer in der Lage ist, eine (angepasste) Tätig
keit im Umfang von 80 % auszuüben.
Soweit der Gutachter für die Zeit vor der Begutachtung eine Arbeitsunfähigkeit
von 50
%
attestierte, kann dieser Einschätzung nicht ohne Weiteres gefolgt wer
den
, liess sich doch im Rahmen der Erstellung des MEDAS-Gutachtens vom Septem
ber 2014 eine versicherungsmedizinisch relevante psychiatrische Diagnose nicht erhärten, sondern imponierten vorrangig psychosoziale Faktoren (
Urk.
7/33/72; vgl. auch
Urk.
7/64/32, wonach im Zeitpunkt des MEDAS-Gutachtens eine Besse
rung der psychischen Erkrankung vorgelegen habe). Ferner liesse sich – wie vor
stehend dargelegt – eine über 20
%
hinausgehende Arbeitsunfähigkeit anhand der Standardindikatoren nicht schlüssig nachweisen. Weiterungen hierzu können indes unterbleiben, ist ein Rentenanspruch so oder anders nicht zu begründen (vgl. nachfolgend
Ziff.
5
).
4.3
Soweit der Beschwerdeführer auf Diskrepanzen zwischen der gutachterlichen Beur
teilung und derjenigen der beha
ndelnden Ärzte hinweist (Urk. 1
), ist in Bezug auf Letztere der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass diese mit
unter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in
Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und um
fassende Behandlung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es die unter
schiedliche Natur von Behandlungsauftrag der therapeu
tisch tätigen (Fach-)Per
son einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizini
schen Experten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4) nicht
zu, ein Administrativ- oder Gerichts
gutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen bzw. Therapeuten zu anders
lautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine
abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Ein
schätzungen
wichtige – und nicht rein subjektiver Interpre
tation entspringende – Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_677/2014 vom 29. Oktober 2014 E. 7.2 mit Hin
weisen, u.a. auf SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43 E. 2.2.1
[I 514/06]).
Solche sind im Bericht von
Dr.
med.
A._
vom 21. Juni 2018
(
Urk.
7/86/1), welcher im Wesentlichen die bereits am 2
0.
Juli 2017 ge
äusser
te Einschätzung (
Urk.
7/85/1) wiederholt, nicht zu erkennen. Es kommt hinzu, dass
Dr.
A._
es unterliess, die psychosozialen Faktoren korrekt auszuscheiden (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.3) und sich mit dem Gutachten von
Dr.
Z._
auseinanderzusetzen, weshalb
bereits aus diesem Grund
nicht auf ihren Bericht abzustellen ist.
4.4
Nach dem Gesagten ist erstellt, dass dem Beschwerdeführer
seit der
Begutachtung
eine angepasste Tätigkeit von 80
%
z
umutbar
ist.
5.
5.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE
130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1; 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) be
rech
net werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundesgerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).
5.3
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allen
falls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienst
jahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswir
kung
en auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund die
ser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch
auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurch
schnit
t
lichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 75 E. 5b/
aa
). Der Abzug
soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Ein
zelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nich
t übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
bb
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invaliden
einkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der
medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen ni
cht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (Urteil des Bundesgerichts 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1 mit Hinweisen; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abwei
chende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz
den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichtes
8C_113/20
15 vom 26. Mai 2015 E. 3.2 und
8C_808/2013 vom 14. Februar 2014 E. 7.1.1 mit Hinweisen).
5.4
Es ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer bei guter Gesundheit
seine angestammte Tätigkeit als Kioskbetreiber beibehalten und seinen
Imbiss
stand
weiter
betrieben
hätte, denn er hatte kurz vor dem Unfall im 2013 noch Pläne bezüglich einer Erweiterung der Produktepalette geschmiedet (
Urk.
7/33/67).
Da
zu kommt, dass er be
reits mehr als
zehn
Jahre als
Kioskbetreiber
tätig
gewesen war
(
Urk.
7/33/67)
,
ohne dass sich in
den
Akten
Hinweise
dafür
finden liessen
, dass
er
sich
mit seinem bescheidenen
Einkommen nicht
zufrieden
gegeben
hätte
.
Die
Beschwerdegegnerin
hat
daher
für die Berechnung des
Valideneinkommens
zu Recht
die
Geschäftsj
ahre 2010 bis 2012 berücksichtigt und
auf
ein
Validen
einkommen
von
Fr.
33'567.--
(
Urk.
7/80/1)
abgestellt
.
Da der Beschwerdeführer
seine selbständige Erwerbstätigkeit
im Jahre 2015 auf
gegeben
(
Urk.
7/78/4)
und keine neue Tätigkeit aufgenommen hat (
Urk.
7/78/7)
, sind zur Bemessung des Invalideneinkommens
d
ie Tabellenlöhne der Schweizeri
schen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2014 heranzuziehen.
Dem Beschwerdeführer, der über keine Berufsbildung verfügt, sind
Hilfsarbeiten
zuzu
muten
. Abzust
ellen ist daher auf das standard
isierte monatliche Einkommen für männliche Arbeits
kräfte (LSE 2014, TOTAL in der Tabelle TA1) im Kompetenzniveau 1 von
Fr.
5'31
2.
--
.
Dieses monatliche Einkommen ist unter Berücksichtigung der durch
schnittlichen Arbeitszeit im Jahr 2015 von
41.7 pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen [NOGA 2008], in Stunden pro Woche, 2004-2018, A-S 01-96) sowie der Nominallohn
ent
wick
lung bis ins Jahr 2015 (Indexstand
2220
[2014]
auf 2226
[2015]; vgl. Bundesamt für Statistik, Schweizerischer Lohnindex, Landesindex der Konsumentenpreise, T39, Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, 2010-2018, Nominallöhne Männer) auf ein Jahreseinkommen hochzurechnen.
E
s resultiert somit ein Inv
alideneinkommen von
Fr.
53'306.--
bei einem 8
0
%
Pensum
(
Fr.
5'312.--
x
12 :
40 x 41.7 : 2220 x 2226
x 0.
8
).
5.5
Medizinisch bedingte Einschränkungen, die bereits in der reduzierten Leistungs
fähigkeit berücksichtigt wurden, können nicht zu einem Leidensabzug führen. Lediglich Umstände, die zu einer zusätzlichen Einschränkung auf dem Arbeits
markt führen, sind im Rahmen des Leidensabzugs zu würdigen (vgl. E. 5.3). Die gesundheitlichen Einschränkungen des Beschwerdeführers wurden bereits bei der Einschätzung seiner Arbeitsfähigkeit berücksichtigt, weshalb hierfür ein Abzug - entgegen der Beschwerdegegnerin (Urk. 7/80) - ausser Betracht fällt.
Anhalts
punkte dafür
, dass der Beschwerdeführer seine Restarbeits
fähigkeit
auf dem aus
geglichenen Arbeitsmarkt
nur
un
terdurchschnittlich verwerten kö
nn
te, sind nicht
ersichtlich
. Konkret
rechtfertigt auch das Alter des Beschwerdeführ
ers (Jahrgang
1966) keinen Abzug, da
Hilfsarbeiten auf dem massgebenden ausgeglichenen Stellenmarkt altersunabhängig nachgefragt
werden
(Urteile des Bundesgerichts 8C_403/2017 vom 25. August 2017 E. 4.4.1 und 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.4.3).
Da
sich eine
Teilzeitarbeit
mit einem 80
%
Pensum bei M
ä
nn
er
n
ohne Kaderfunktion
lohnerhöhend auswirkt, ist auch diesbezüglich ein Abzug ni
cht gerechtfertigt (
vgl.
LSE 2014
Tabelle T18, Monatlicher Bruttolohn [Zen
tral
wert] nach Beschäftigungsgrad, beruflicher Stellung und Geschlecht,
ohne Kader
funk
tion
, Männer, Teilzeit
[75 % - 89
%]
).
Mithin würde der Beschwerdeführer in einem Teilzeitpensum von 80 % und angepasster Tätigkeit keine Erwerbseinbusse erleiden (
Valideneinkommen
: Fr. 33'567.--; Invalideneinkommen: Fr. 53'306.--) und wäre selbst unter Zugrun
delegung einer zumutbaren Restarbeitsfähigkeit von bloss 50 % (vgl. E. 4.2) ein Rentenanspruch zu verneinen (
Valideneinkommen
: Fr. 33'567.--; Invalidenein
kommen: Fr. 33'316.--).
Zusammenfassend erweist sich damit die angefochtene Verfügung als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 700.-- festzulegen und ausgangsgemäss vom Beschwerdeführer zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).