Decision ID: 15479fbc-1282-5f14-80ec-8863cb7dfa94
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ war seit dem _ 2008 bei der B._ AG in C._ als Betriebsmitarbeiter
angestellt (vgl. IV-act. 25). Ab Mitte Oktober 2009 wurde der Versicherte aufgrund von
Rückenschmerzen zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben (IV-act. 1 S. 7; 14 S. 5, 25 S. 2
und 57 S. 2). Am 21. Oktober 2009 angefertigte MRI-Bilder zeigten eine Spondylolyse
auf der Höhe LWK 5 sowie eine deutliche Degeneration der Bandscheibe LWK5/S1 mit
Osteochondrose (IV-act. 14 S. 13 und 14 S. 11). Am 11. Januar 2010 stellte sich der
Versicherte wegen einer Verschlechterung der Rückenbeschwerden nach einem
Hustenanfall vom 10. Januar 2010 in der zentralen Notfallaufnahme (ZNA) des Spitals
X._ vor (IV-act. 14 S. 15). Nach einer diagnostischen Infiltration der Facettengelenke
L5/S1 (vgl. IV-act. 14 S. 13 f.) unterzog sich der Versicherte am 3. Mai 2010 im X._
einer Operation, einer sogenannten TLIF L5/S1 bei isthmischer Lyse L5/S1 und
Spondylarthrose L5/S1 (vgl. IV-act. 14 S. 9). Anlässlich einer postoperativen
Verlaufskontrolle vom 29. Juni 2010 beklagte der Versicherte lediglich noch leichte
Restbeschwerden (IV-act. 14 S. 9). Bei einer Verlaufskontrolle am 17. August 2010 gab
der Versicherte an, bis zu seinen Ferien habe ein problemloser Verlauf bestanden.
Danach seien jedoch erneut Schmerzen, insbesondere im Bereich der linken
Gesässbacke bis zu den Füssen und unterhalb der Knie beidseits, aufgetreten. Er gab
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diffus über das ganze Bein verteilte Schmerzen an (IV-act. 14 S. 8). Aufgrund eines
Schmerzes im Dermatom L5 (vgl. IV-act. 14 S. 8) erfolgte am 16. September 2010 eine
neurologische Kontrolle bei Dr. med. D._, FMH Neurologie, Ambulatorium der Klinik
E._. Dieser berichtete gleichentags, dass bei den anamnestischen Angaben und den
durchwegs normalen neurologischen Befunden keine fokal neurologischen Ausfälle
nachgewiesen werden könnten. Leider habe der Versicherte die elektrodiagnostische
Untersuchung nicht toleriert (IV-act. 14 S. 5).
A.b Am 23. September 2010 meldete sich der Versicherte bei der IV-Stelle des
Kantons St. Gallen (nachfolgend: IV-Stelle) zum Bezug von Leistungen an (IV-act. 1)
A.c Am _ Oktober 2010 nahm der Versicherte an einem Arbeitsversuch bei seiner
Arbeitgeberin teil, welcher jedoch scheiterte (vgl. IV-act. 15 S. 2, 25 S. 2).
A.d Vom _ bis _ Dezember 2010 war der Versicherte im Rehabilitationszentrum
Valens stationär hospitalisiert. Im Austrittsbericht vom _ Dezember 2010 wurde der
Verdacht auf eine mechanische Reizung im Bereich des linken oberen
Spondylodesematerials geäussert. Die Ärzte empfahlen die Evaluation einer operativen
Schraubenentfernung (IV-act. 35; vgl. ferner IV-act. 31).
A.e Im Rahmen einer CT-Untersuchung vom 18. Januar 2011 wurde der Verdacht auf
eine Pseudoarthrosenbildung bei nicht durchgebauten dorsalen Anteilen sowie
fraglichem Durchbau im Bereich des Cages geäussert (vgl. IV-act. 41 S. 2), weshalb
anlässlich einer Nachkontrolle vom 25. Januar 2011 in der Klinik Y._ des X._ eine
operative Revision diskutiert wurde, wobei der Versicherte einer solchen negativ
gegenüberstand (IV-act. 41 S. 1 f.).
A.f Am _ Februar 2011 startete ein neuer Arbeitsversuch bei der B._ AG, den der
Versicherte am _ Februar 2011 wegen zu starken Schmerzen abbrach (vgl. IV-act. 42
und 43). Am 31. März 2011 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass aufgrund
seines Gesundheitszustandes zurzeit keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen
möglich seien (IV-act. 52 S. 1).
A.g Anlässlich eines Kontrolltermins im X._ vom 19. April 2011 zeigte der Versicherte
keine Pseudoarthroseschmerzen, sondern eher Implantatschmerzen. Im
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durchgeführten CT war ein nicht vollständiger Durchbau des TLIF sichtbar. Auf eine
Schraubenentfernung wollten die behandelnden Ärzte zu diesem Zeitpunkt verzichten
(IV-act. 55).
A.h Bereits am 14. März 2011 hatte sich der Versicherte in eine ambulante Behandlung
bei Dr. med. F._, Äztin und stellvertretende Leiterin des Ambulatoriums der
Tagesklinik des psychiatrischen Zentrums G._, begeben. Diese beendete er laut dem
Therapiebericht vom 24. Juni 2011 am 30. Mai 2011 mit der Begründung, das
Besprechen seiner Erkrankung bringe nichts. Weiter führte Dr. F._ im Bericht aus,
dass der Versicherte zwei verordnete Antidepressiva selber abgesetzt habe. Zur
ambulanten Kunsttherapie sei er nach zweimaliger Teilnahme nicht mehr erschienen
(IV-act. 57 S. 2). Als Diagnosen nannte Dr. F._ eine schwere depressive Episode
ohne psychotische Symptome seit mindestens einem halben Jahr und eine kombinierte
Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen, paranoiden und querulatorischen Zügen,
bestehend seit mindestens drei Jahren, sowie ein chronisches Schmerzsyndrom
bestehend seit 2010 (IV-act. 57 S. 1 ff.).
A.i Am 9. Mai 2011 war der Versicherte für eine Probebehandlung bei Dr. med. H._,
Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, gewesen. Dieser hatte am 10. Mai 2011 berichtet,
der Versicherte sei sehr steif in die Praxis gekommen und habe sich extrem vorsichtig
bewegt. Er habe zwar klare Dysfunktionen, welche sich auch behandeln liessen, jedoch
würde es ihm nach einer Behandlung nicht besser gehen als vorher. Der Versicherte
habe die Applikation einer Nadel in den musculus gluteus minimus mit einem
Aufspringen von der Liege beantwortet. Der Körper des Versicherten habe sich sofort
verkrampft, obwohl die Nadel nur einen Zentimter in das Subkutangewebe eingeführt
worden sei. Es liege ein klarer Fall einer Abkoppelung der zentralen
Schmerzverarbeitung vom peripheren Prozess vor. Er, Dr. H._, könne dies nicht
erfolgreich behandeln (IV-act. 73 S. 9; vgl. ferner IV-act. 73 S. 1 ff.).
A.j Am 29. Juni 2011 erfolgte eine Konsultation im Z._ des X._ bei Oberärztin Dr.
med. I._. Diese berichtete am 7. Juli 2011, der Versicherte leide an einer
chronifizierten Schmerzerkrankung. Er sei einerseits sehr zuvorkommend und
versuche, alles zu machen, um sich zu verbessern, andererseits lehne er aber die
meisten der Therapien ab und wirke teilweise aggressiv. Er zeige narzisstisch
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gekränkte und teils paranoide Züge. Beispielsweise traue er sich nicht, über alles zu
reden. Ausserdem zeige er depressive Züge mit kompletter Machtlosigkeit, Hilflosigkeit
und vermindertem Selbstwertgefühl. Sie empfehle eine psychologische,
schmerztherapeutische Begleitung. Insbesondere müsse daran gearbeitet werden,
dem Versicherten zu zeigen, dass die Medizin nicht alle seine Probleme lösen könne
und dass nur er selber durch Einsicht etwas bewegen könne (IV-act. 84).
A.k Am _ August 2011 kündigte die B._ AG das Arbeitsverhältnis mit dem
Versicherten per _ 2011 (IV-act. 70).
A.l In einem Verlaufsbericht der Klinik Y._ des X._ vom 27. Oktober 2011 hielt der
behandelnde Arzt fest, bei einer MRI-Untersuchung hätten sich die bekannten
degenerativen Veränderungen der LWS sowie eine korrekte Lage ohne konkret
raumfordernde Anteile im Spondylodeseareal gezeigt. Rechtsseitig sei die
Dekompression ausgeheilt. Linksseitig bestünden noch vorbekannte, leichte foraminale
Engen. Bei dem Versicherten bestehe eine exazerbierte und wahrscheinlich im
Verhältnis zu den morphologischen Veränderungen unproportionale Schmerzsensation.
Der Versuch, die erkannten Schmerzpunkte im Ansatzbereich der Rückenmuskulatur
auszuschalten, sei gescheitert, da der Versicherte fast panische Angst vor Injektionen
gezeigt und sich von dieser Therapieoption distanziert habe (IV-act. 95 S. 2 f.).
A.m Am 7. November 2011 nahm der Versicherte an einem Programm des Z._ des
X._ teil. Oberärztin Dr. med. J._ führte dazu am 23. Januar 2012 aus, der
Versicherte sei regelmässig und pünktlich zu den Kurseinheiten erschienen, jedoch
habe er sich schlecht in die Gruppe einfügen und kein Verständnis für die
Pathophysiologie des Schmerzes erlangen können. Er habe sich geweigert, den
wöchentlichen Fragebogen auszufüllen und das Angebot des Feedbacks in der Gruppe
habe er ebenfalls ausgeschlagen. Immer wieder habe er betont, dass jeder Mensch
verschieden sei und dass die Erklärungen im Kurs nicht für alle gelten würden (IV-act.
100 S. 1 f.).
A.n Anlässlich einer Konsultation in der Klinik Y._ des X._ vom 10. Januar 2012
wurde dem Versicherten eine Infiltration angeboten, welche dieser jedoch ablehnte (IV-
act. 86).
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A.o Ab dem 13. Januar 2012 begab sich der Versicherte in eine psychiatrische
Behandlung bei Dr. med. K._. Diese nannte am 6. Juni 2012 als Diagnose mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine depressive Episode mittelschwerer
Ausprägung mit somatischem Syndrom. Die bisherige Tätigkeit sei dem Versicherten
nicht mehr zumutbar, zurzeit sei auch keine behinderungsangepasste Tätigkeit
zumutbar (IV-act. 102).
A.p Vom 10. September bis 5. November 2012 nahm der Versicherte in der
psychiatrischen Tagesklinik G._ an einer Behandlung mit einem multimodalen
Programm teil. In einem Bericht an die IV-Stelle vom 14. November 2012 hiess es,
zurzeit sei nicht beurteilbar, inwiefern eine behinderungsangepasste Tätigkeit möglich
sei. Als psychiatrische Diagnosen wurden eine mittelgradige depressive Episode, eine
anhaltende somatoforme Schmerzstörung und akzentuierte Persönlichkeitszüge mit
paranoiden und narzisstischen Anteilen genannt (IV-act. 114).
A.q Am 19., 20. und 25. März 2013 wurde der Versicherte im Auftrag der IV-Stelle vom
Zentrum W._ AG polydisziplinär (internistisch, orthopädisch-chirurgisch, neurologisch
und psychiatrisch) untersucht (IV-act. 125 S. 1). Der orthopädische Gutachter Dr. med.
L._ führte in seinem Teilgutachten aus, der Versicherte habe vorwiegend Schmerzen
im Bereich der LWS mit Ausstrahlung in die linke untere Extremität angegeben. Weiter
habe er berichtet, dass er nur ca. 600 Meter gehen könne, bis er schmerzbedingt
pausieren müsse. Da seine Wohnung im 4. Stock ohne Lift liege, habe er Probleme,
diese zu erreichen. Er verlasse die Wohnung nur noch selten. Er könne weder sitzen
noch liegen und müsse sehr häufig seine Position wechseln. Dr. L._ hielt weiter fest,
dass bei der klinischen Untersuchung ein kurzschrittiges, verlangsamtes Gangbild und
eine heftige Gegeninnervation bei der Untersuchung der gesamten Wirbelsäule
bestanden hätten. Konkrete motorische Defizite im Bereich der unteren Extremitäten
hätten sich nicht finden lassen. Die Beschwerden seien mit einer übermässigen
Schmerzreaktion demonstriert worden. Teilweise hätten leichteste Berührungen der
LWS ein massives Einknicken ausgelöst, welches klinisch nicht nachvollziehbar
gewesen sei. Objektive Gründe für die Schmerzsymptomatik hätten sich in der
Bildgebung nicht finden lassen. Für eine leichte, wechselbelastende, vorwiegend
sitzende Tätigkeit bestehe aus orthopädisch-chirurgischer Sicht keine Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit (IV-act. 125 S. 28 ff.). Auch die neurologische Gutachterin Dr. med.
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M._ konnte aus der Sicht ihres Fachgebiets keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
feststellen (IV-act. 125 S. 32). Der psychiatrische Gutachter Dr. med. N._
diagnostizierte eine schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome und
attestierte dem Versicherten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Er gab an, der
Versicherte sei in seiner gedanklichen Flexibilität deutlich eingeschränkt. Die
Anpassungsfähigkeit und die Belastbarkeit seien deutlich reduziert (IV-act. 125 S. 39).
Auf der Hamilton-Depressionsskala habe der Versicherte 28 Punkte erreicht, was einer
schweren depressiven Episode entspreche (IV-act. 125 S. 36). Zur Verbesserung der
Situation empfahl Dr. N._ eine medikamentöse Anpassung sowie eine Erhöhung der
Frequenz der therapeutischen Gespräche. Mit diesen Massnahmen sei eine
Verbesserung der Symptomatik mit einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit zu erwarten,
weshalb er eine Wiederbegutachtung in 12 Monaten empfehle (IV-act. 125 S. 39). In
der polydisziplinären Konsensbeurteilung kamen die Gutachter zum Schluss, dass der
Versicherte in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit seit seiner Rückenoperation im Mai
2010 dauerhaft zu 100 % arbeitsunfähig sei. Aufgrund der schweren depressiven
Symptomatik sei der Versicherte zurzeit jedoch auch in einer optimal angepassten
Verweistätigkeit nicht arbeitsfähig (IV-act. 125 S. 49).
A.r In einer Stellungnahme vom 2. Oktober 2013 führte RAD-Arzt Dr. med. O._ aus,
dass das Ausfüllen eines Selbstbeurteilungsbogens bei einer depressiven Symptomatik
ein problematisches diagnostisches Instrument sei, da aus der Art der gestellten
Fragen leicht deren Intention erkannt werden könne. Der Schmerz- und
Symptomausweitung sei im Gutachten nicht näher nachgegangen worden. Er
empfehle, die tatsächlichen körperlichen Aktivitäten kritisch zu überprüfen (IV-act. 126
S. 2).
A.s Am 27. März 2014 erstattete der Ermittlungs- und Observationsdienst P._ im
Auftrag der IV-Stelle einen Ermittlungsbericht über eine verdeckte Observation des
Versicherten an fünf Tagen im Zeitraum vom 25. Februar bis 6. März 2014. Der Bericht
hielt fest, dass die Mimik des Versicherten keine Schmerzen gezeigt habe, dass jedoch
teilweise vorsichtige und langsame Bewegungen hätten festgestellt werden können.
Das Einsteigen in ein Auto bzw. das Aussteigen aus einem Auto hätten dem
Versicherten keine Probleme bereitet. Auch habe sich der Versicherte mit Kollegen
getroffen und sei sehr kommunikativ gewesen. Zudem habe sich der Versicherte in
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einem Café mit Personen, die er augenscheinlich nicht gut gekannt habe, unterhalten.
An einem Tag habe der Versicherte gesamthaft eine Strecke von ca. 1.5 Kilometer, an
drei anderen Tagen von ca. 1.2 Kilometer zu Fuss zurückgelegt (vgl. IV-act. 135).
A.t Dr. med. Q._, Mitarbeiterin der IV-Stelle, führte in einer Stellungnahme vom 10.
April 2014 aus, aufgrund des Observationsmaterials habe ein höheres Aktivitätsniveau
beobachtet werden können, als aufgrund der geltend gemachten Einschränkungen
anzunehmen gewesen wäre. Das videographisch festgehaltene Gangbild wirke
vorsichtig und steif, stärker ausgeprägt bei nasskaltem Wetter, was mit Beschwerden
im Bereich der LWS gut vereinbar sei. Die anlässlich der Begutachtung im Juli 2013
angegebenen Einschränkungen mit einer maximal möglichen Gehstrecke von 600
Metern oder stärkster Schmerzen bei etwas längerem Sitzen könnten anhand des
Observationsmaterials nicht bestätigt werden. Eine Schmerz- und Symptomausweitung
sei bereits im orthopädischen Teilgutachten aus dem Jahr 2013 beschrieben worden.
Eine schwere depressive Symptomatik mit sozialer Isolation lasse sich aufgrund der
videographischen Aufzeichnungen nicht vermuten. Der Versicherte erscheine
kommunikativ, treffe sich mit Bekannten, unterhalte sich aber auch mit weniger gut
bekannten Personen. Das beobachtete Verhalten sei freundlich, zugewandt und
situationsadäquat. Teilweise erscheine der Versicherte gut gelaunt. Das
Observationsmaterial lege eine signifikante Verbesserung der im letzten Sommer
diagnostizierten schweren depressiven Episode nahe, weshalb sich eine neue
Begutachtung aufdränge (vgl. IV-act. 143 S. 2 f.).
A.u Mit Schreiben vom 4. Juli 2014 informierte die IV-Stelle den Versicherten über die
durchgeführte Überwachung und zeigte ihm eine weitere medizinische Begutachtung
an (IV-act. 144).
A.v Am 14. Juli 2014 beauftragte die IV-Stelle das R._ mit einer bidisziplinären
Begutachtung des Versicherten (vgl. IV-act. 151 S. 1 und 173 S. 2). Die psychiatrische
Untersuchung fand am 3. September 2014 (vgl. IV-act.153 S. 1 und 173 S. 2) und die
orthopädische Untersuchung am 23. September 2014 statt (vgl. IV-act. 153 S. 1 und
174 S. 1). Am 24. September 2014 teilte der Versicherte der IV-Stelle telefonisch mit,
dass er den orthopädischen Gutachter Dr. med. S._ nie mehr sehen wolle. Anlässlich
einer Röntgenuntersuchung habe er, der Versicherte, sich über Probleme beklagt.
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Daraufhin habe Dr. S._ ihn angeschrien und ihm mit der Hand auf den Rücken
geschlagen (IV-act. 156 S. 1). Zu dieser Anschuldigung äusserte sich Dr. S._ am 17.
Oktober 2014 dahingehend, dass der Versicherte bei der vorletzten Röntgenaufnahme
mit einem Schrei und einem heftigen Stöhnen auf den Boden gefallen sei. Der
Versicherte habe die Augen geschlossen und massiv gehustet, sodass der Eindruck
entstanden sei, er bekomme keine Luft. Aus diesem Grund habe er dem Versicherten
von hinten auf die Lunge geklopft. Er habe ihn nicht angeschrien, sondern ihn in einem
lauten Ton angesprochen, um zu sehen, ob er noch bei Bewusstsein sei. Der
Versicherte habe die Augen relativ schnell wieder geöffnet und habe sich dann mit Hilfe
nach oben aufrichten können (IV-act. 158 S. 1). Im bei der IV-Stelle am 1. Oktober 2015
eingegangen Gutachten kamen die Gutachter im bidisziplinären Konsens zum Schluss,
dass der Versicherte ab dem Zeitpunkt der Erstellung des psychiatrischen Gutachtens
vom 26. Juli 2015 sowohl in seiner bisherigen Tätigkeit als auch in einer adaptierten
Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig sei (vgl. IV-act. 174 S. 16 ff.). Dr. S._ hielt in seinem
Teilgutachten fest, dass der Versicherte aus orthopädischer Sicht sowohl in seiner
bisherigen als auch in einer adaptierten Tätigkeit ab sofort zu 100 % arbeitsfähig sei
(IV-act. 174 S. 14 f.). Der psychiatrische Gutachter Dr. med. T._ führte in seinem
Teilgutachten aus, mit hinreichender Sicherheit könne gesagt werden, dass eine
relevante depressive Symptomatik spätestens zum Zeitpunkt der ersten
Videoüberwachung nicht mehr bestanden habe und somit spätestens ab dem
Untersuchungsdatum vom 3. September 2014 eine volle Arbeitsfähigkeit sowohl in der
bisherigen als auch in einer adaptierten Tätigkeit bestehe (IV-act. 173 S. 22 f.). Dr.
S._ konnte in seiner Untersuchung keine Diagnosen mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit finden (IV-act. 174 S. 11). Er führte aus, dass das An- und Auskleiden
beim Versicherten sehr dramatisch erfolgt sei und dass jede Bewegung mit
Schmerzäusserungen bekundet worden sei (vgl. IV-act. 174 S. 9). Aufgrund der
klinischen und radiologischen Befunde könne er die vom Versicherten angegebenen
Beschwerden nicht nachvollziehen (IV-act. 174 S. 13). Auch die unkooperative
Verhaltensweise des Versicherten nach dem operativen Eingriff an der LWS lasse die
Vermutung aufkommen, dass der vorgegebene Leidensdruck nicht bestehe. Aus den
radiologischen Befunden lasse sich ableiten, dass das Krankheitsbild vollständig
ausgeheilt sei (IV-act. 174 S. 13 f.; vgl. ferner IV-act. 174 S. 8 ff.). Auch der
psychiatrische Gutachter Dr. T._ konnte keine Diagnosen mit Auswirkung auf die
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Arbeitsfähigkeit erheben. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
nannte er eine depressive Episode, gegenwärtig unvollständig remittiert, bei einer
Persönlichkeitsakzentuierung mit narzisstischen und paranoiden Zügen sowie eine
anhaltende somatoforme Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
(IV-act. 173 S. 14). Er führte aus, dass er sich den Ausführungen im interdisziplinären
Vorgutachten anschliesse, wonach sich beim Versicherten keine
Persönlichkeitsstörung finden lasse (IV-act. 173 S. 14 f.; vgl. ferner IV-act. 173 S. 16).
Das Vorliegen einer schweren depressiven Episode, wie im psychiatrischen
Vorgutachten beschrieben, könne derzeit hingegen nicht bestätigt werden. Bei genauer
Betrachtung unterscheide sich der bei der psychiatrischen Vorbegutachtung erhobene
Befund nur unwesentlich vom aktuellen Befund, wobei auffalle, dass die
Eingangskriterien einer depressiven Episode, nämlich eine anhaltende und signifikante
Beeinträchtigung in den Bereichen Affektivität, Hedonie und Psychomotorik, auch zum
Zeitpunkt der Untersuchung des psychiatrischen Vorgutachters analog zu jetzt nicht
erfüllt gewesen seien. In der aktuellen Untersuchung hätten keine relevanten
funktionellen Einschränkungen nachgewiesen werden können.
Behandlungsanamnestisch sei zwar ein erheblicher Leidensdruck dokumentiert, jedoch
sei dieser überwiegend in den Situationen präsentiert worden, in denen sich der
Versicherte direkt oder indirekt in einem medizinisch relevanten Kontext befunden
habe. Aus den Observationsergebnissen gehe ein weitgehend intaktes psychosoziales
Umfeld hervor. Zudem habe der Versicherte seine Klagen demonstrativ vorgetragen
und es bestehe eine erhebliche Diskrepanz zwischen der Inanspruchnahme von
Therapien und den geschilderten Beschwerden (IV-act. 173 S. 17). Auch in der
gutachterlichen Untersuchung habe sich der Versicherte mit diversen Auffälligkeiten
präsentiert, zu einem grossen Teil hätten diese im Bereich des sozialen Verhaltens
gelegen. Beispielsweise sei in der Untersuchung eine behutsame, empathische
Ansprache notwendig gewesen, um das Gespräch fortsetzen zu können. Die
Überwachungsaufnahmen lieferten ein anderes Bild. Die aufgezeichnete nonverbale
Kommunikation lasse nicht auf erhebliche Schwierigkeiten im Sinne einer
psychomotorischen Anspannung, wie sie es gewöhnlich bei einem Versuch, Defizite zu
überwinden, vorkomme, schliessen. Der Versicherte wirke in den Videos gelassen,
entspannt und zeige durchwegs positive affektive Regungen. Zwar könne aus den
Videosequenzen nicht zweifellos abgeleitet werden, dass der Versicherte in den
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Situationen das gleiche affektive Erleben, wie er es nach aussen hin präsentiert habe,
gehabt habe. Allerdings lasse sich daraus eine prinzipielle Modulierbarkeit des
Verhaltens ableiten. Von einer Person, welche spontan und unaufgefordert problemlos
an sozialen Interaktionen teilnehme und keine wesentlichen Einschränkungen in der
Beweglichkeit zeige, könne erwartet werden, dass sie eine Arbeitssituation mit
umschriebenen Anforderungen an das Bewegungsspektrum und das soziale Verhalten
umso besser bewältigen könne. Bei fehlender Motivation seien die Defizite in der
subjektiv als belastend wahrgenommenen Arbeitssituation allerdings schlechter zu
bewältigen als in der angenehm und ungezwungen erlebten Situation der spontanen
sozialen Kommunikation. Eine psychische Störung, welche die Fähigkeit zur freien
Willensbildung sowie die Fähigkeit, eine motivationale Grundlage zu entwickeln und
entsprechend zu agieren, beeinträchtige, liege beim Versicherten jedoch nicht vor (IV-
act. 173 S. 15 f.). Zu den Gründen für die Dynamik des diskrepanten Verhaltens bei den
ärztlichen Untersuchungen und den aufgezeichneten Situationen habe in der
Exploration vor allem aufgrund der stark eingeschränkten Mitwirkung des Versicherten
nichts in Erfahrung gebracht werden können. So sei am ehesten anzunehmen, dass die
vom Versicherten beklagte Symptomatik den bisherigen therapeutischen
Interventionen in einem grösseren Umfang zugänglich gewesen sei, als vom
Versicherten bisher angenommen (vgl. IV-act. 173 S. 17). Denkbar sei, dass die
Flexibilität des Verhaltens im Zeitpunkt der Vorbegutachtung durch das Vorliegen einer
depressiven Episode eingeschränkt gewesen sei. In der vorliegenden Untersuchung
habe sich der Versicherte zwar dysphorisch, jedoch frei von anderen relevanten
Defiziten gezeigt, sodass die Diagnose einer depressiven Episode nicht mehr habe
gestellt werden können. Die überzeichnete Schmerzpräsentation sowie andere in den
vorliegenden Akten beschriebenen Auffälligkeiten seien am ehesten einer starken
Identifizierung mit der Krankenrolle zuzuordnen, was auf der Grundlage der
Persönlichkeitsakzentuierung das Entstehen eines Abnormal-Illness-Behaviour bedingt
habe. Dabei handle es sich um keine gesundheitliche Störung von Krankheitswert,
sondern um eine abnorme Reaktionsweise auf eine länger dauernde belastende
Symptomatik. Ausserhalb von ärztlichen Untersuchungen werde der Versicherte
scheinbar bedeutend weniger Stressoren ausgesetzt, sodass er es nicht nötig habe,
seine übermässige Identifizierung mit der Krankenrolle zu betonen. Insofern sei das
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Vorliegen einer Simulation eher wenig wahrscheinlich. Ein aggravatorisches Verhalten
sei viel wahrscheinlicher (IV-act. 173 S. 18).
A.w Mit einem Vorbescheid vom 27. Juni 2016 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit,
dass sie beabsichtige, das Rentenbegehren abzuweisen. Aufgrund der medizinischen
Abklärungen gehe sie davon aus, dass der Versicherte angestammt voll arbeitsfähig
sei, weshalb ein Invaliditätsgrad von 0 % resultiere (IV-act. 183 S. 1 ff.).
A.x Am 26. August 2016 wandte der Versicherte gegen den Vorbescheid ein, er leide
nach wie vor sehr unter seinen Schmerzen. Diese hielten ihn den ganzen Tag gefangen,
weshalb er nur langsam gehen könne, wie auf den Überwachungsvideos deutlich
werde. Er sei weiterhin bei Dr. K._ in psychiatrischer Behandlung. Er empfinde es als
widersprüchlich, dass der psychiatrische Gutachter Dr. T._ die depressive Episode
als unvollständig remittiert bezeichnet habe, aber gleichwohl davon ausgegangen sei,
dass spätestens ab dem Zeitpunkt der Videoüberwachung keine depressive Episode
mehr vorhanden gewesen sei. Er beantrage eine ganze Rente, zumindest habe er bis
März 2014 einen Anspruch auf eine ganze Rente (IV-act. 187 S. 1).
A.y Mit einer Verfügung vom 17. November 2016 (vgl. ferner act. G 2) wies die IV-Stelle
das Rentenbegehren bei einem Invaliditätsgrad von 0 % ab (IV-act. 189). Zum Einwand
des Versicherten führte sie aus, dass im Gutachten des R._keine Diagnosen mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt worden seien. Ob vor dem
Observationszeitraum Einschränkungen psychischer Natur vorgelegen hätten, könne
nicht beurteilt werden (IV-act. 189 S. 4).
B.
B.a Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer)
am 25. November 2016 Beschwerde mit einer im Wesentlichen gleichen Begründung
wie in seinem Einwand vom 26. August 2016. Ergänzend hielt er fest, er habe die
Therapie im Psychiatrischen Zentrum im Mai 2011 nicht von sich aus abgebrochen.
Überdies beanstandete er die Unabhängigkeit der Gutachtenserstellung und er warf
dem rheumatologischen (gemeint: orthopädischen) Gutachter vor, ihn geschlagen zu
haben. Die durchgeführte Observation könne seine innerste psychische Befindlichkeit
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und seine Schmerzen nicht widerlegen. Er beantragte, seine Arbeitsfähigkeit und seine
Invalidität erneut zu überprüfen und ihm mindestens bis März 2014 eine ganze Rente
auszurichten (act. G 1). Weiter stellte er ein Gesuch um unentgeltliche Prozessführung
(act. G 1, 5 und 11.2).
B.b In ihrer Beschwerdeantwort vom 20. Februar 2017 beantragte die IV-Stelle
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung
führte sie im Wesentlichen aus, die durchgeführte Observation sei als rechtmässig zu
betrachten. Das Observationsmaterial sei in einem detailliert ausgestalteten IV-
Verfahren erhoben worden. Die Observation an sich sei durch den allgemeinen
gesetzlichen Abklärungsauftrag abgedeckt. Für das invalidenversicherungsrechtliche
Verfahren bestehe mit Art. 59 Abs. 5 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) eine zusätzliche spezialgesetzliche Grundlage
zur Bekämpfung des ungerechtfertigten Leistungsbezugs. Selbst eine ungenügende
gesetzliche Grundlage würde nicht zur Unverwertbarkeit des Observationsmaterials
führen (act. G 8).
B.c Am 27. Februar 2017 wurde die unentgeltliche Rechtspflege für das Verfahren vor
dem Versicherungsgericht bewilligt (act. G 9).
B.d Am 24. März 2017 zeigte Rechtsanwältin MLaw M. Benz die Übernahme der
Vertretung des Beschwerdeführers an und sie stellte ein Gesuch um unentgeltliche
Rechtsverbeiständung (act. G 11).
B.e Am 30. März 2017 wurde das Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung für das Verfahren vor dem Versicherungsgericht gutgeheissen
(act. G 12).
B.f In seiner Replik vom 15. Mai 2017 liess der Beschwerdeführer durch seine
Rechtsvertreterin die Anträge stellen, die Verfügung vom 28. Oktober 2016 sei
aufzuheben und es sei ihm eine ganze Invalidenrente ab dem 1. Mai 2011
zuzusprechen. Das verfassungs- und gesetzeswidrig beschaffte Datenmaterial sei aus
den Akten zu entfernen. Eventualiter sei ein psychiatrisches Obergutachten einzuholen
und der begutachtenden Person sei eine gesetzeskonform zustande gekommene
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Voraktenlage zu unterbreiten. Subeventualiter sei die Sache zur Einholung eines
solchen Gutachtens an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge (act. G 14 S. 2). Zur Begründung wurde im Wesentlichen
ausgeführt, die Observation sei unrechtmässig gewesen, da hierfür im schweizerischen
Recht eine hinreichende gesetzliche Grundlage fehle. Ohne Observation hätte der
Beschwerdeführer gestützt auf das erste Gutachten eine ganze Invalidenrente erhalten,
woran festzuhalten sei. Dessen ungeachtet zeige das Observationsvideo ein sehr
einförmiges und eingeschränktes Leben, das mit der Diagnose einer schweren
Depression in Einklang stehe (act. G 14).
B.g In ihrer Duplik vom 22. Juni 2017 hielt die Beschwerdegegnerin an den bereits
gestellten Anträgen fest (act. G 16).

Erwägungen
1.
Im vorliegenden Verfahren strittig und zu prüfen ist der Anspruch des
Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente.
2.
2.1 Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die ihre
Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch
zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern
können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu
mindestens 40 % invalid sind (Art. 28 Abs. 1 IVG; SR 831.20). Invalidität ist gemäss Art.
8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung
der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach
zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG).
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2.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung - und im
Beschwerdefall das Gericht - auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es dabei, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu
Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die
versicherte Person arbeitsfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4; BGE 115 V 134 E. 2). Für das
gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach haben die urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne
Bindung an förmliche Beweisregeln sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen
und alle Beweismittel unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen
und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige
Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts
eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben
worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der
Fachperson begründet sind (zum Ganzen BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).
2.3 Die Parteien tragen im Sozialversicherungsrecht in der Regel eine Beweislast nur
insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei
ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte.
Beweislosigkeit ist jedoch erst anzunehmen, wenn es sich als unmöglich erweist, im
Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen
Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der
Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 138 V 221 f. E. 6 mit Hinweisen; vgl. ferner
ALEXANDRA RUMO-JUNGO/ANDRÉ PIERRE HOLZER, Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die
Unfallversicherung 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf, S. 4 und 55).
3.
3.1 Zur Beurteilung des Anspruchs auf eine Invalidenrente ist demnach zunächst zu
prüfen, ob aufgrund der medizinischen Aktenlage der Arbeitsfähigkeitsgrad des
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Beschwerdeführers mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
feststeht. Dazu ist zunächst die Zulässigkeit der von der Beschwerdegegnerin in
Auftrag gegebenen Observation zu prüfen.
3.2 Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung enthält das schweizerische
Sozialversicherungsrecht bis zum Inkrafttreten des neuen Art. 43a des Bundesgesetzes
über den allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) keine
genügende gesetzliche Grundlage für die Erteilung eines Observationsauftrages durch
die Invalidenversicherung; namentlich stellt Art. 59 Abs. 5 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) entgegen der von der Beschwerdegegnerin
vertretenen Auffassung keine ausreichende gesetzliche Grundlage dar (BGE 143 I 377).
Demnach muss die hier zur Diskussion stehende Observation grundsätzlich als
rechtswidrig bezeichnet werden. Nun ist die Observation aber bereits durchgeführt
worden. Zu prüfen bleibt somit, ob es zulässig ist, die Ergebnisse der Observation zu
verwerten. Ein absolutes Verwertungsverbot ist gemäss der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung grundsätzlich nur insoweit anzunehmen, als es sich um Beweismittel
handelt, die im nicht öffentlich frei einsehbaren Raum zusammengetragen worden sind
(vgl. BGE 143 I 386 E. 5.1.3). Die Verwertbarkeit anderer rechtswidrig erlangter Beweise
ist in sozialversicherungsrechtlichen Verfahren grundsätzlich zulässig, sofern die
tangierten privaten Interessen die öffentlichen nicht überwiegen (vgl. BGE 143 I 386 E.
5.1; Urteil des Bundesgerichts vom 22. Oktober 2018, 9C_908/2017 und 9C_3/2018, E.
5.2). Bei der Interessenabwägung wird entsprechend der bundesgerichtlichen Praxis
dem Interesse der Versichertengemeinschaft an der Aufdeckung respektive
Vermeidung von unrechtmässigen Leistungsbezügen in aller Regel ein höheres
Gewicht als dem Interesse der betroffenen Person an der Wahrung ihrer Privatsphäre
eingeräumt, sofern sich die Observation hinsichtlich ihrer Art und ihres Umfangs als
verhältnismässig erweist (vgl. insbesondere BGE 143 I 386 E. 5.1). Mit Blick auf die
bundesgerichtliche Praxis muss die Verwertung der Observationsergebnisse im
vorliegenden Fall als zulässig qualifiziert werden, da der Beschwerdeführer nur an fünf
Tagen observiert worden ist und da sich die Observation auf den öffentlichen Raum
oder zumindest auf den von jedermann ohne Weiteres einsehbaren Privatbereich wie
den Innenraum von Geschäften oder eines Cafés beschränkt hat (vgl. IV-act. 135). Das
Eindringen in die Privatsphäre ist demnach als geringfügig zu betrachten. Überdies hat
ein klarer Anfangsverdacht bezüglich eines aggravatorischen Verhaltens bzw. des
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Versicherungsmissbrauchs bestanden, welcher ohne Observation kaum überprüfbar
gewesen wäre (vgl. IV-act. 126 und 131). Folglich besteht keine Notwendigkeit, die
Entfernung des Observationsmaterials aus den Akten anzuordnen (zum Ganzen vgl.
Entscheid des Versicherungsgerichts vom 18. Dezember 2018, IV 2016/361, E. 2). Die
medizinischen Akten, namentlich das Gutachten des R._, welche in Kenntnis des
Observationsmaterials erstellt worden sind, können zur Beurteilung des
Arbeitsfähigkeitsgrads berücksichtigt werden.
4.
4.1 Die Beschwerdegegnerin stützt sich für die Ablehnung des Rentenanspruchs in
erster Linie auf das Gutachten des R._, in welchem dem Beschwerdeführer eine
100%ige Arbeitsfähigkeit bescheinigt worden ist (vgl. act. G 1.1 S. 3 und G 8).
Demgegenüber beruft sich der Beschwerdeführer auf das W._-Gutachten sowie auf
die Einschätzung seiner behandelnden Ärztin Dr. K._, wonach er aus psychiatrischer
Sicht zu 100 % arbeitsunfähig ist. Überdies bezeichnet er die Einschätzung von Dr.
T._, wonach die depressive Episode im Untersuchungszeitpunkt unvollständig
remittiert, spätestens aber ab dem Zeitpunkt der Videoüberwachung keine depressive
Episode mehr vorhanden gewesen sei, als widersprüchlich. Auch kritisiert er eine
fehlende Unabhängigkeit der Gutachter des R._, zumal er von Dr. S._ schlecht
behandelt worden sei (act. G 1 und 14).
4.2 Der orthopädische Gutachter Dr. S._ hat den Beschwerdeführer körperlich und
röntgenologisch untersucht und befragt. Auch die geklagten Beschwerden sowie die
Voraktenlage hat er bei seiner Beurteilung berücksichtigt und im Gutachten dargelegt
(vgl. IV-act. 174 S. 2 ff.). Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hat er in seiner
Untersuchung nicht feststellen können (IV-act. 174 S. 11). Vielmehr ist er in der
Untersuchung und in den Vorakten auf zahlreiche Inkonsistenzen in der
Beschwerdeschilderung des Beschwerdeführers und auf eine Diskrepanz zwischen den
vorgetragenen Beschwerden und den in Anspruch genommenen Therapien gestossen
(vgl. insbesondere IV-act. 174 S. 13). Aufgrund seiner Untersuchungen ist Dr. S._
zum Schluss gekommen, dass beim Beschwerdeführer keine
Funktionseinschränkungen mehr bestünden und dass das orthopädische
Krankheitsbild, welches zur Operation geführt hatte, ausgeheilt sei (vgl. IV-act. 174 S.
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12 f.). Folgerichtig ist Dr. S._ zur Beurteilung gelangt, der Beschwerdeführer sei
sowohl in seiner bisherigen Tätigkeit als auch in einer adaptierten Tätigkeit zu 100 %
arbeitsfähig. Zum zeitlichen Verlauf der Arbeitsfähigkeit bzw. zum Beginn der
100%igen Arbeitsfähigkeit hat sich Dr. S._ leider nicht deutlich ausgesprochen.
Allerdings hat er im Gutachten festgehalten, dass die festgestellte Arbeitsfähigkeit ab
sofort gelte (vgl. IV-act. 174 S. 15), weshalb davon auszugehen ist, dass er den
Beschwerdeführer spätestens ab dem Untersuchungstermin vom 23. September 2014
(vgl. IV-act. 174 S. 1) als voll arbeitsfähig eingestuft hat. Auch Dr. L._, der
orthopädische Gutachter des W._, ist in seinem Untersuchungsbericht vom 15. März
2013 (vgl. IV-act. 125 S. 24; richtig wohl 25. März 2013, vgl. IV-act. 125 S. 1 und 121 S.
1) bereits zum Schluss gelangt, dass aus orthopädisch-chirurgischer Sicht für eine
optimal adaptierte Tätigkeit keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe (IV-act.
125 S. 30 und 45). Übereinstimmend mit Dr. S._ hat auch Dr. L._ auf Diskrepanzen
und Inkonsistenzen hingewiesen (vgl. IV-act. 125 S. 24 ff.). Demnach ist mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer aus
orthopädischer Sicht spätestens seit dem 25. März 2013 in einer optimal adaptierten
Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig ist. Ergänzend sei an dieser Stelle anzumerken, dass
der Vorwurf des Beschwerdeführers, Dr. S._ habe ihn schlecht behandelt, weshalb
es ihm an Unparteilichkeit fehlen könnte (vgl. act. G 1 S. 2 und IV-act. 156), vorliegend
zu keiner anderen Einschätzung führen kann. Dr. S._ hat nämlich ausführlich und
überzeugend dargelegt, dass der vom Beschwerdeführer erhobene Vorwurf nicht
zutreffe (vgl. IV-act. 158 S. 1 f.)
4.3 Der psychiatrische Gutachter Dr. T._ hat bei seiner Beurteilung sowohl die
Voraktenlage als auch die seitens des Beschwerdeführers angegebenen Beschwerden
berücksichtigt (vgl. IV-act. 173 S. 3 ff.). Er hat den Beschwerdeführer in seiner
Untersuchung vom 3. September 2014 (zum Untersuchungsdatum vgl. IV-act. 173 S. 2)
eingehend exploriert (vgl. IV-act. 173 S. 9 ff.). Dabei hat er keine relevanten
funktionellen Einschränkungen feststellen und keine psychiatrischen Diagnosen mit
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit erheben können (IV-act. 173 S. 14 und 17). Er hat in
seinem Teilgutachten eingehend begründet, weshalb die von anderen Ärzten teilweise
gestellte Diagnose der Persönlichkeitsstörung nicht gegeben sei (vgl. IV-act. 173 S. 14
f.). Auch hat er nachvollziehbar aufgezeigt, dass beim Beschwerdeführer im
Untersuchungszeitpunkt keine anderen psychischen Störungen oder Zustände
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vorgelegen haben, welche die Fähigkeit zur freien Willensbildung oder die Fähigkeit,
eine motivationale Grundlage zu entwickeln und entsprechend zu handeln,
beeinträchtigen würden (IV-act. 173 S. 16 und S. 23). Dr. T._ ist ein stark
divergierendes Verhalten des Beschwerdeführers in medizinischen
Untersuchungssituationen und im Alltag, wie ihn die Observationsergebnisse gezeigt
haben, aufgefallen (IV-act. 173 S. 17 f.). Dr. T._ hat in seinem Teilgutachten detailliert
und schlüssig dargelegt, dass beim Beschwerdeführer mit hinreichender Sicherheit
zum Zeitpunkt der ersten Videoüberwachung, also ab dem 25. Februar 2014 (vgl. IV-
act. 135), keine relevante depressive Symptomatik mehr bestanden habe (vgl. IV-act.
173 S. 15 ff. und 22 f.). Mit der Einschätzung des psychiatrischen Vorgutachters Dr.
N._, wonach beim Beschwerdeführer eine schwere depressive Symptomatik
vorgelegen habe, hat sich Dr. T._ ebenfalls hinreichend auseinandergesetzt. Er hat
die Unterschiede zwischen seiner Diagnosestellung bzw. Arbeitsfähigkeitsschätzung
und derjenigen des Vorgutachters in erster Linie damit erklärt, dass sich der
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der letzten Begutachtung wohl am
ehesten verbessert haben müsse (vgl. IV-act. 173 S. 17, 18 und 21). Aus diesem Grund
und weil er anlässlich der Untersuchung teilweise noch ein leicht dysphorisches
Verhalten des Beschwerdeführers festgestellt hat, ist er von einer noch nicht
vollständig remittierten depressiven Episode ausgegangen, welcher er jedoch keinen
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zugemessen hat (vgl. IV-act. 173 S. 18 i.V.m. S. 14).
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (vgl. act. G 1 S. 1) ist es nicht
widersprüchlich, dass Dr. T._ von einer noch nicht gänzlich remittierten depressiven
Episode ausgegangen ist, diese für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit jedoch als nicht
mehr relevant eingestuft hat. Insgesamt ist es verständlich, dass Dr. T._ zur Erklärung
der Divergenzen zwischen seiner Einschätzung und derjenigen des Vorgutachters die
Option einer Verbesserung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers in
Betracht gezogen hat. Gleichzeitig geht aus der Beurteilung von Dr. T._ auch hervor,
dass er gewisse Zweifel gehegt hat, ob beim Beschwerdeführer überhaupt je eine
relevante depressive Symptomatik vorgelegen habe (vgl. insbesondere IV-act. 173 S.
17). Jedenfalls hat Dr. T._ schlüssig dargelegt, dass beim Beschwerdeführer mit
hinreichender Sicherheit zum Zeitpunkt der ersten Videoüberwachung keine relevante
depressive Symptomatik mehr bestanden hat. Diese Beurteilung passt auch zur
Einschätzung von Dr. Q._ vom 10. April 2014, wonach die videographischen
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Aufzeichnungen keine schwere depressive Symptomatik mit sozialer Isolation vermuten
liessen. Der Beschwerdeführer erscheine kommunikativ, treffe sich mit Bekannten,
unterhalte sich aber auch mit weniger gut bekannten Personen. Das beobachtete
Verhalten sei freundlich, zugewandt und situationsadäquat (IV-act. 143 S. 2 f.). Unter
Berücksichtigung des beweiskräftigen Gutachtens des R._, des
Observationsmaterials und der Einschätzung von Dr. Q._ kann mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer ab dem
Zeitpunkt der ersten Videoüberwachung, also ab dem 25. Februar 2014, in einer
optimal angepassten Tätigkeit auch psychisch zu 100 % arbeitsfähig gewesen ist.
4.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit aus orthopädischer Sicht seit dem 25. März 2013 und aus
psychiatrischer Sicht seit dem 25. Februar 2014 in einer adaptierten Tätigkeit zu 100 %
arbeitsfähig ist (vgl. Art. 56 Abs. 2 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege
[VRP; sGS 951.1]). Der im bidisziplinären Konsens des Gutachtens des R._
festgehaltene und von den Beurteilungen der Teilgutachten abweichende Beginn der
Arbeitsfähigkeit überzeugt nicht, da nicht ersichtlich ist, warum erst die Erstellung des
psychiatrischen Gutachtens für den Beginn der Arbeitsfähigkeit relevant sein soll (vgl.
IV-act. 173 S. 18).
4.5 Zum psychischen Gesundheitszustand des Beschwerdeführers vor der ersten
Videoüberwachung vom 25. Februar 2014 hat sich Dr. T._ nicht explizit geäussert.
Weder hat er für die Zeit vor der Observation eine eigene Arbeitsfähigkeitsschätzung
abgegeben (vgl. IV-act. 173 S. 22 f.), noch hat er den Beweiswert des Vorgutachtens,
welches dem Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit attestiert hatte, ausdrücklich verneint (vgl. IV-act. 173 S. 21).
Allerdings kann für die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit vor dem
Observationszeitpunkt nicht auf die Beurteilung des W._-Gutachtens abgestellt
werden. Denn zum einen hat Dr. T._ nachvollziehbare Zweifel an den im
Vorgutachten enthaltenen psychiatrischen Diagnosen geäussert (vgl. IV-act. 173 S. 17).
Zum anderen hat bereits der RAD-Arzt Dr. O._ am 2. Oktober 2013 den Beweiswert
des psychiatrischen W._-Gutachtens in Frage gestellt (vgl. IV-act. 126 S. 2).
Schliesslich hat Dr. N._ in seinem Teilgutachten festgehalten, dass eine
Neubegutachtung in einem Jahr angezeigt sei, weil sich die gesundheitliche Situation
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des Beschwerdeführers verbessern könnte (vgl. IV-act. 125 S. 49). Demnach kann
zumindest für den Zeitraum nach der Begutachtung durch das W._ aufgrund allfällig
eingetretener Verbesserungen der psychischen Gesundheitssituation des
Beschwerdeführers ohnehin nicht auf die psychiatrische Arbeitsfähigkeitsschätzung
des W._ abgestellt werden. Da das psychiatrische W._-Gutachten einerseits nicht
beweiskräftig ist, andererseits sich auch nicht über den ganzen zur Diskussion
stehenden Zeitraum ausspricht, und da auch Dr. T._ vom R._ keine retrospektive
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit vorgenommen hat, liegt für den Zeitraum zwischen der
Anmeldung bei der Beschwerdegegnerin bzw. des Ablaufs der Wartefrist (vgl. Art. 28
und 29 IVG) und der Durchführung der ersten Videoüberwachung vom 25. Februar
2014 keine gutachterliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht
vor. Auch aus den anderen sich in den Akten befindenden psychiatrischen und
schmerztherapeutischen Berichten der behandelnden Ärzte lässt sich der
Arbeitsfähigkeitsgrad des Beschwerdeführers für diesen Zeitraum nicht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit festlegen. Demnach ist es nachvollziehbar, dass Dr.
T._ keine retrospektive Beurteilung der Arbeitsfähigkeit vorgenommen, sondern
angedeutet hat, dass ihm eine solche aufgrund der aktuellen Aktenlage nicht möglich
sei. Er hat nämlich ausgeführt, dass in Anbetracht der geschilderten Inkonsistenzen in
der Beschwerdepräsentation mit hinreichender Sicherheit lediglich gesagt werden
könne, dass eine relevante depressive Symptomatik spätestens zum Zeitpunkt der
ersten Videoüberwachung nicht mehr bestanden habe (vgl. IV-act. 173 S. 22 f.). Die
Beschwerdegegnerin ist in ihrer Verfügung vom 17. November 2016 sodann zum
Schluss gelangt, dass sich nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachvollziehen
lasse, ob vor dem Observationszeitraum Einschränkungen psychischer Natur
vorgelegen hätten (vgl. IV-act. 189 S. 4). Sinngemäss ist sie somit von einer objektiven
Beweislosigkeit ausgegangen, weshalb sie einen Rentenanspruch in der Zeit vor der
Observation verneint hat. Beweislosigkeit darf jedoch nicht leichthin angenommen
werden. Vielmehr liegt eine Beweislosigkeit grundsätzlich erst dann vor, wenn es sich
als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes einen Sachverhalt
zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu
entsprechen (vgl. E. 3.4). Weder Dr. T._ noch RAD-Ärztin Dr. Q._, welche zum
Gutachten des R._ am 15. Oktober 2015 Stellung genommen hat (vgl. IV-act. 175),
haben explizit erwähnt, dass der Zeitraum vor der Observation medizinisch nicht
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beurteilt werden könne. Bei Vorliegen einer vollständigeren Aktenlage kann demnach
nicht ausgeschlossen werden, dass Dr. T._ oder ein anderer Mediziner eine
retrospektive Beurteilung der Arbeitsfähigkeit hätte vornehmen können. Aus den Akten
geht hervor, dass sich der Beschwerdeführer vor dem 25. Februar 2014 bei
verschiedenen Ärzten in psychiatrische bzw. schmerztherapeutische Behandlung
gegeben hat. Zwar hat die Beschwerdegegnerin bei zahlreichen behandelnden Ärzten
bereits Berichte eingeholt, aber sie hat darauf verzichtet, auch die jeweiligen
Krankengeschichten beizuziehen. Möglicherweise werden diese Hinweise auf die
Arbeitsfähigkeit bis zum 25. Februar 2014 liefern und dadurch eine retrospektive
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in der angestammten und in
einer adaptierten Tätigkeit erlauben. Auch wenn diese Hoffnung klein ist, gebietet der
Untersuchungsgrundsatz doch, dass diese Beweismittel eingeholt werden, bevor zum
Nachteil des Beschwerdeführers von einer objektiven Beweislosigkeit ausgegangen
wird. Die Beschwerdegegnerin hat es unterlassen, die psychiatrischen/
schmerztherapeutischen Krankengeschichte bei den behandelnden Ärzten für den
Zeitraum bis zum 25. Februar 2014 sowie eine ärztliche Aktenbeurteilung der
Arbeitsfähigkeit für diesen Zeitraum unter Vorlage der ergänzten Akten einzuholen,
weshalb die angefochtene Verfügung in Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes
(Art. 43 Abs. 1 ATSG) ergangen ist und somit als rechtswidrig aufzuheben ist. Da es
nicht die Sache des Versicherungsgerichtes sein kann, die ureigenste Aufgabe der
Beschwerdegegnerin – die Sachverhaltsabklärung – zu übernehmen, ist die Sache
diesbezüglich zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.6 Orthopädischerseits ist der Zeitraum vor dem 25. März 2013 gutachterlich noch
überhaupt nicht abgeklärt worden. Dr. L._ hat sich im W._-Gutachten zum
Zeitraum davor nicht geäussert und auch Dr. S._ hat retrospektiv keine Schätzung
der Arbeitsfähigkeit abgegeben. Da die Anmeldung des Beschwerdeführers bereits am
23. September 2010 bei der Beschwerdegegnerin eingegangen ist (vgl. IV-act. 1) und
der frühestmögliche Beginn des Rentenanspruchs somit auf den 1. März 2011 fällt (vgl.
Art. 29 Abs. 1 i.V.m. Abs. 3 IVG), kann der Zeitraum zwischen Oktober 2009
(behaupteter Beginn der Arbeitsunfähigkeit) und dem 25. März 2013 für einen
Rentenanspruch medizinisch relevant sein. Zwar hat die Beschwerdegegnerin in
diesem Zeitraum verschiedene medizinische Berichte von behandelnden Ärzten
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eingeholt, jedoch ist sie zur Auffassung gelangt, dass sich aufgrund dieser Berichte der
Arbeitsfähigkeitsgrad des Beschwerdeführers nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit feststellen lasse, weshalb sie zunächst bei Dr. L._ und
anschliessend bei Dr. S._ eine orthopädische Begutachtung in Auftrag gegeben hat.
Da sich die Gutachter jedoch zur Arbeitsfähigkeit vor dem 25. März 2013 nicht
geäussert haben, wäre für diesen Zeitraum eine Nachfrage bei den Gutachtern oder die
Einholung einer Schätzung der Arbeitsfähigkeit bei einem anderen Mediziner angezeigt
gewesen. Dies hat die Beschwerdegegnerin in Verletzung des
Untersuchungsgrundsatzes unterlassen, weshalb sie dies nachzuholen haben wird. Bei
Beweisschwierigkeiten gebietet der Untersuchungsgrundsatz auch hier gegebenenfalls
die Einholung der orthopädischen Krankengeschichte. Insbesondere fehlen in den
Akten aber ärztliche Berichte bzw. Arztzeugnisse von der Zeit, in welcher die
Arbeitsunfähigkeit gemäss dem Beschwerdeführer eingetreten ist.
5.
5.1 In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung
aufzuheben und die Sache ist zur Vornahme weiterer Abklärungen und zur
anschliessenden neuen Verfügung im Sinne der Erwägungen an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Praxisgemäss ist die
Rückweisung an die Verwaltung zur weiteren Abklärung als volles Obsiegen des
Beschwerdeführers zu werten (vgl. BGE 132 V 215 E. 6.2). Dementsprechend ist die
Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Person
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Auch hier gilt, dass eine Rückweisung zur
weiteren Abklärung als volles Obsiegen des Beschwerdeführers zu betrachten ist. Die
Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht
auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des
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Prozesses bemessen (vgl. Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt
das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für
Rechtsanwälte und Rechtsagenten (HonO; sGS 963.75; in der vorliegend
anwendbaren, seit 1. Januar 2019 gültigen Fassung, siehe Art. 30bis HonO) pauschal
Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. Unter Berücksichtigung des Umstandes, dass der
Beschwerdeführer im Beschwerdeverfahren nicht von Beginn an von seiner
Rechtsanwältin vertreten worden ist, erscheint im hier zu beurteilenden,
durchschnittlich aufwändigen Fall eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 2'500.--
als angemessen. Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer deshalb mit Fr.
2'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.