Decision ID: 1f1b3833-8da2-4d76-80cd-861b6d585832
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1974 und Mutter dreier in den Jahren 1993, 1999 und 2008 geborener Töchter, hat keine berufliche Ausbildung absolviert.
Ab
Novem
ber 2013 war sie im
Y._
Alters- und Pflegezentrum, als Pflegeassistentin angestellt
, wobei das Arbeitsverhäl
tnis seitens des Arbeitgebers per Ende
Februar 2016 aufgelöst wurde
(
Urk.
6/14, 6/23 und 6/65).
Am 1
6.
Sep
tember 2015 meldete
sich die Versicherte
unter Hinweis auf verschiedene körper
liche und psychische Beschwerden bei der Invalidenversicherung zum Leistungs
bezug an (
Urk.
6/14). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
holte nebst Auszügen aus dem individuellen Konto (IK-Auszug,
Urk.
6/1, 6/13 und 6/19) die Akten des Unfallversicherers ein, da die Versicherte im Dezember 2014 in einen Verkehrsunfall involviert
gewesen war
(Urk. 6/20, vgl. auch
Urk.
6/18/6). Im Weiteren zog sie insbesondere diverse Arztberichte (Urk. 6/21/6, 6/22, 6/24, 6/29, 6/33, 6/46/6 f., 6/54, 6/57/2 ff. und 6/67) sowie
die Akten des Krankentaggeldversicherers bei (
Urk.
6/30, 6/66). Mit Schreiben vom 1
8.
Februar 2016 teilte sie der Versicherten
mit, dass keine beruflichen Ein
gliederungsmassnahmen möglich seien (
Urk.
6/42).
Im weiteren Verlauf gab die IV-Stelle bei der
Z._
AG ein polydisziplinäres Gutachten in Auftrag (
Z._
-Gutachten vom
9.
März 2017,
Urk.
6/78).
Mit Schreiben vom
2
2.
Mai 2017 auferlegte sie der
Versicherten eine Schadenminderungspflicht in Form einer Intensivierung der psychiatrischen Behandlung und regelmässigen Blutspiegelkontrollen (
Urk.
6/80).
Mit Vorbe
scheid vom 2
2.
Mai 2017 stellte sie der Versicherten die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (
Urk.
6/81), wogegen
jene Einwand
erhob (Urk. 6/82, 6/88).
Nach Eingang weiterer Arztberichte (
Urk.
6/85, 6/87, 6/93 f. und 6/99) verfügte die IV-Stelle schliesslich am
8.
Dezember 2017 im angekün
digten Sinne (
Urk.
6/104 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 2
6.
Januar 2018 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr die ihr zustehende Rente der Invalidenversicherung auszurichten. Eventualiter sei ein gerichtliches Gutachten einzuholen oder die Sache zur Neuprüfung an die Vorinstanz zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom
2.
März 2018 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5), worüber die Versicherte mit Verfügung vom
6.
März 2018 orientiert wurde (
Urk.
7).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG]
). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung [IVG]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheits
schaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und
E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausge
wiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin zog in der angefochtenen Verfügung vom
8.
Dezember 2017 (
Urk.
2) zusammengefasst in Erwägung, dass
auf das polydisziplinäre
Z._
-Gutachten vom
9.
März 2017 abgestellt werden könne. Aus somatischer Sicht seien keine Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt worden. In Bezug auf die depressive Störung seien noch diverse Behandlungsoptionen vorhanden, welche den Gesundheitszustand deutlich zu bessern vermögen. Da somit keine Therapieresistenz ausgewiesen sei, bestehe kein Anspruch auf eine Invalidenrente. Dies sei im Übrigen auch
angesichts der von den Gutachtern fest
gestellten Hinweise auf Aggravation sowie der Inkonsistenzen in Bezug auf die Angaben der Versicherten zur Haushaltsführung gerechtfertigt.
2.2
In ihrer Beschwerdeschrift vom 2
6.
Januar 2018 machte die Versicherte im Wesentlichen geltend,
dass gemäss der aktuellen bundesgerichtlichen Praxis die
Indikatorenprüfung
im Sinne von BGE 141 V 281 bei sämtlichen psychischen Leiden durchzuführen sei. Das von der Beschwerdegegnerin angeführte Kriterium der Therapieresistenz sei damit für sich allein nicht mehr entscheidend.
Die Gesamtwürdigung der Indikatoren lasse darauf schliessen, dass ein invalidisie
render Gesundheitsschaden vorliege und Anspruch auf eine ganze, mindestens
aber auf
eine
Dreiviertelsrente
der Invalidenversicherung bestehe.
Eventualiter
sei
eine befristete Rente zuzusprechen.
Falls das Gericht zur Auffassung gelange, dass die notwendige
Indikatorenprüfung
auf der Grundlage der vorhandenen Unter
lagen nicht vorgenommen werden könne, sei ein Gerichtsgutachten einzuholen oder die Sache zur Neubeurteilung an die IV-Stelle zurückzuweisen
(
Urk.
1
S. 6 ff.).
2.3
Mit Beschwerdeantwort vom
2.
März 2018
(
Urk.
5) wies die Beschwerdegegnerin darauf hin, dass die vom psychiatrischen Gutachter erhobenen objektiven Befunde leicht bis maximal mittelgradig ausgeprägt seien. Im Weiteren spreche der sehr geringe Medikamentenspiegel gegen einen hohen Leidensdruck. Eine Behandlungsresistenz sei mit Sicherheit nicht ausgewiesen. Angaben
betreffend
Komorbiditäten seien nicht vorhanden, dafür jedoch Anhaltspunkte für Inkonsis
tenzen und Diskrepanzen. Darüber hinaus seien auch Ressourcen im sozialen Umfeld der Versicherten vorhanden. Insgesamt erreiche
das
Leiden keinen inva
lidisierenden Schweregrad, welcher eine Arbeitsleistung dauerhaft unzumutbar erscheinen lasse. Folglich bestehe kein Rentenanspruch.
3.
3.1
Am
3.
Dezember 2014 war die Beschwerdeführerin in einen Verkehrsunfall involviert,
un
d
leidet seither
gemäss Arztzeugnis von
Dr.
med.
A._
, Fachärztin für Physikalische Medizin und Rehabilitation, vom 1
9.
Dezember 2014
an einem posttraumatischen
lumboradikuläres
Reizsy
ndrom bei Diskushernie L4/5, an einem posttraumatischen
Cervicovertebralsyndrom
sowie
an den Folgen
eine
r
Nie
renkontusion mit Hämaturie
.
Nach einer
stufenweisen Reduktion der anfänglich
attestierten
vollständigen Arbeitsunfähigkeit
ging
Dr.
A._
ab dem 1
8.
September 2015
von
keine
r
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im ange
stammten Tätigkeitsbereich mehr
aus
(vgl.
Urk.
6/24,
6/57/33)
.
3.2
Aufgrund einer funktionellen akuten Paraparese beider Beine wurde die Ver
sicherte vom 2
9.
Juni bis
2.
Juli 2015
in der neurologischen Klinik des
B._
behandelt.
Weder laborchemisch noch bildgebend hätten sich Auffälligkeiten gezeigt. Die initial von der Versicherten beschriebene Hypästhesie
sei
bereits
während des Aufenthalts im Notfall bis auf eine Anästhe
sie ab Patella
regredient
gewesen
. Von psychiatrischer Seite sei eine schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome sowie eine posttraumatische Belastungsstörung diagnostiziert worden
. Eine psychiatrische Behandlung und gegebenenfalls eine psychosoziale Rehabilitation seien indiziert
. Bis zum 3
1.
August 2015
sei von
eine
r
100%ige
n
Arbeitsunfähigkeit
auszugehen
(Urk.
6/30/11,
6/33
, 6/57/27 ff.
).
3.3
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, führte
in ihrem
Bericht vom 1
3.
Juli 2015
aus, dass die Verdachtsdiagnose einer depres
siven Episode
, aktuell mittelgradig,
habe
bestätigt werden könne
n (Urk.
6/57/20). Mit Bericht
en
vom
2
9.
September und 1
9.
Oktober
2015 stellte sie die Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11) und attestierte
bis auf Weiteres
eine 100%ig
e Arbeitsunfähigkeit (Urk. 6/22,
6/30/2 ff.).
3.4
Vom
4.
bis 2
4.
März 2016 befand sich die Versicherte zwecks psychosomatischer Rehabilitation im
D._
, wobei sie zu Beginn ängstlich misstrauisch
, erschöpft und traurig gewirkt habe. Zuletzt sei sie deutlich aufge
hellter, selbstwirksamer und reflektierend ersc
hienen (
Urk.
6/57/10 f.).
3.5
Ab dem 1
4.
November 2015 nahm die Versicherte bei
Dr.
med.
E._
, Fach
ärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, eine ambulante Behandlung in Anspruch. Diese stellte in ihrem Bericht vom 2
8.
April 2016 folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
6/57/2):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1),
-
Agoraphobie (ICD-10 F40.00),
-
posttraumatische (komplexe) Belastungsstörungen mit rezidivierenden Synkopen (ICD-10 F43.1), differentialdiagnostisch dissoziativ/
konversiv
,
vasovagal
,
-
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41).
Diese Erkrankungen hätten Beeinträchtigungen auf der kognitiven, emotionalen, affektiven und körperlichen Ebene zur Folge, weshalb bis auf Weiteres eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe (
Urk.
6/57/5).
In gleichem Sinne äusserte sich
Dr.
E._
sodann mit Bericht
en
vom 2
0.
Mai 2016 und 2
1.
September 2016 (Urk. 6/66/3 ff., 6/67).
3.6
3.6
.1
Dem polydisziplinären
Z._
-Gutachten vom
9.
März 2017
ist folgende Diagnose mit
Auswirkungen
auf die Arbeitsfähigkeit zu entnehmen (
Urk.
6/78/11):
-
mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11).
Einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit sprachen die Sachverständigen demge
genüber folgenden Diagnosen ab:
-
Reaktion auf schwere Belastung, nicht näher bezeichnet (ICD-10 F43.9),
-
psychologische Faktoren und Verhaltensfaktoren bei andernorts klassifi
zierten Krankheiten (ICD-10 F54),
-
dissoziative Störungen, gemischt (ICD-10 F44.7),
-
allergisches Asthma bronchiale (anamnestisch),
-
chronische Spannungskopfschmerzen,
-
leichtes
lumbovertebrales
Syndrom bei geringfügigen degenerativen Veränderungen (MRI Oktober 2016).
3.6
.2
Im Rahmen der Exploration durch
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Psychi
atrie und Psychotherapie, habe die Beschwerdeführerin berichtet, an ständigen Rückenschmerzen, an häufig auftretenden Schmerzen im rechten Knie sowie an Migräne zu leiden.
Darüber hinaus sei sie wenig belastbar, traurig und könne - falls es mal etwas lauter werde - rasch gereizt reagieren. In solchen Situationen könne es auch ungefähr zwei Mal pro Monat passieren, dass
sie zunächst ein merkwürdiges Gefühl im Kopf habe. Danach käme es zu einer Lähmung der Beine. Sie lege sich dann auf den Boden und sei einige Minuten bewusstlos. Belastet sei sie ferner durch schlimme Erlebnisse in ihrer Jugend, als Krieg in Bosnien geherrscht habe. Sie habe viele Leichen gesehen und insbesondere miterleben müssen, wie ihre Mutter erschossen worden sei. Nach der Einreise in die Schweiz habe sie viele Jahre nicht an diese Ereignisse gedacht.
Aktuell sei es so, dass sie nachts manchmal Albträume habe. Tagsüber denke sie in der Regel nicht daran. Wenn sie besonders depressiv sei, dann denke sie an ihre Mutter und sei traurig
darüber
, diese verloren
zu
habe
n
(
Urk.
6/78/26 f.).
Gemäss
Dr.
F._
sei die Versicherte anlässlich der Untersuchung bewusstseinsklar und allseits orientiert gewesen. Ein tragfähiger Kontakt habe gut hergestellt und durchgehend aufrechterhalten werden kön
nen. Das Auffassungsvermögen sei
nicht beeinträchtigt gewesen. Die Konzentration habe sich leicht reduziert darge
stellt. Hinweise für intellektuelle Defizite hätten sich nicht ergeben. Der formale Gedankengang sei geordnet gewesen; anamnestisch habe die Versicherte von häufigem Grübeln berichtet. Inhaltlich habe das Denken
unauffällig imponiert. Die Merkfähigkeit sei leichtgradig reduziert gewesen. Der Antrieb sei ebenfalls reduziert erschienen.
Im Weiteren habe sich die Versicherte in einer deutlich gedrückten Grundstimmung mit verminderter affektiver Schwingungsfähigkeit und verringertem Selbstwertgefühl gezeigt. Zwangssymptome seien nicht erkenn
bar gewesen; auch agoraphobische Ängste im engeren Sinne hätten sich nicht eruieren lassen. Die Versicherte meide aber laute und unruhige Umgebungen aufgrund einer vermehrten Lärmempfindlichkeit
sowie einer reduzierten Stress
belastbarkeit. Von der Persönlichkeit her sei sie übermässig an Ordnung und Sauberkeit orientiert, wobei am ehesten von einer Persönlichkeitsvariante auszu
gehen sei. Im Übrigen bestünden Ein- und Durchschlafstörungen, ein verminder
ter Appetit sowie ein reduziertes sexuelles Interesse (
Urk.
6/78/30 f.).
Aus psychiatrischer Sicht
seien Störungen in den Bereichen Durchhaltefähigkeit, Flexibilität und Umstellungsfähigkeit, Strukturierung von Aufgaben,
Selbstbe
hauptungs
- und Durchsetzungsfähigkeit sowie Interaktions- und Kommunika
tionsfähigkeit
vorhanden.
In der bisherigen Tätigkeit als Pflegeassistentin, die unter anderem eine überdurchschnittliche emotionale Belastbarkeit sowie eine gute Interaktions- und Kommunikationsfähigkeit voraussetze, sei die Arbeits
fähigkeit aufgehoben. Eine optimal angepasste Tätigkeit - insbesondere ohne besonderen Zeitdruck und ohne erhöhte Anforderungen an die emotionale Belastbarkeit - sei zu 40 bis 50
%
zumutbar. Diese Einschätzung gelte seit dem
Auftreten der funktionellen akuten Parese am
2
9.
Juni 2015 (
Urk.
6/78/33, 6/78/37 f.).
3.6
.3
Gegenüber
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, habe die Versicherte über Schmerzen im Kopf, in sämtlichen Gelenken sowie in der gesamten Wirbelsäule geklagt
. Deswegen habe sie auch starke Konzentra
tionsstörungen und könne Stress überhaupt nicht mehr ertragen. Ausserdem leide sie unter Schwindel,
Kollapsneigung
und der Angst, keine Luft mehr zu bekom
men (
Urk.
6/78/42).
Gemäss
Dr.
G._
habe die internistische
Abklärung
keine Krankheiten oder Symptome mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ergeben. In Bezug auf das anamnestisch festgestellte Asthma bronchiale sei die Versicherte bei regelmässigen Inhalationen nach eigenen Angaben beschwerdefrei (
Urk.
6/78/47).
3.6
.4
Dem neurologischen Teilgutachten von
Dr.
med.
H._
, Fachärztin für Neurologie, ist zu entnehmen, dass die Versicherte über Schwindel, Müdigkeit und Kraftlosigkeit geklagt habe. Zudem fühle sie sich auch wegen der anhalten
den Schmerzen erschöpft und sei nicht mehr belastbar (
Urk.
6/78/51).
Die Unter
suchung habe keine Anhaltspunkte für eine Nervenschädigung, weder zentral
noch peripher, ergeben. Die geklagten Beschwerden seien neurologisch nicht erklärbar und der Befund unauffällig. In Bezug auf die Kopfschmerzen seien die Kriterien für eine Migräne nicht erfüllt; am ehesten sei von Spannungskopf
schmerzen auszugehen. Aus neurologischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt (
Urk.
6/78/54 f.).
3.6
.5
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Rheumato
logie, führte in seiner Teilexpertise aus, dass die Versicherte
von
Rückenschmer
zen sowie gelegentliche
n
Beschwerden an den Knien
und
am linken Fuss
berichtet
habe. In Letzterem seien nach einer früheren Mittelfussfraktur noch zwei Schrau
ben vorhanden (
Urk.
6/78/58
, vgl. auch Urk.
6/21/6
). Aus rheumatologischer Sicht lägen die objektiven
muskuloskelettalen
Befunde klinisch und bildgebend im Bereich der Altersnorm und würden keine Erklärung für die limitierenden Rückenschmerzen liefern. Als Ausdruck eines leichten
lumbovertebralen
Syndroms sei eine
Tendomyose
lumbal und eine
Insertionstendinose
am Becken
kamm links objektivierbar. Eine relevante funktionelle Beeinträchtigung im Alltag oder für die Tätigkeit als Spitex-Mitarbeiterin sei dadurch allerdings nicht gegeben (
Urk.
6/78/60).
3.6
.6
Im interdisziplinären Konsens gelangten die Gutachter zur Auffassung, dass
die Beschwerdeführerin seit dem 2
9.
Juni 2015 in der bisherigen Tätigkeit arbeits
unfähig sei. Eine leidensadaptierte, körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit, sei dagegen ab dem genannten Datum zu 40-50
%
zumutbar. Nicht geeignet seien Tätigkeiten in lauter und stark frequentierter Umgebung sowie sehr unregelmäs
sige Arbeitszeiten oder Nachtschichten. Die Tätigkeit sollte überwiegend sach
betont, gut vorstrukturiert, regelmässig, gleichmässig, ohne besonderen Zeitdruck sowie ohne erhöhte Anforderungen an die emotionale Belastbarkeit sein (
Urk.
6/78/14).
4.
4.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch der Versicherten mit Verfügung vom
8.
Dezember 2017 (
Urk.
2) zu Recht verneint hat. Da in erster Linie das polydisziplinäre
Z._
-Gutachten vom
9.
März 2017 (
Urk.
6/78) als medizinische Grundlage für den angefochtenen Entscheid diente, ist vorab auf dessen Beweiswert einzugehen.
Die Expertise beruht auf umfassenden
psychiatrischen, internistischen, neurolo
gischen
sowie
rheumatologischen
Untersuchungen und wurde in detaillierter Kennt
nis der
Vorakten
erstellt (
Urk.
6/78/3 ff
.). Die Versicherte konnte gegenüber den einzelnen Sachverständigen ihrer aktuellen Beschwerden schildern und
wurde von diesen jeweils - soweit fachspezifisch erforderlich - eingehend befragt. Sie konnte sich insbesondere zu verschiedenen Themenbereichen wie dem beruf
lichen Werdegang, dem Krankheitsverlauf und dem gewöhnlichen Tagesablauf äussern (Urk.
6/78/26 ff., 6/78/42 ff., 6/78/51 ff. und 6/78/58 f
.). Die geklagten Leiden fanden sodann im Rahmen der Feststellung der Diagnosen Berücksichti
gung, wobei sowohl diese als auch die aus medizinischer Sicht resultierenden Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit dargelegt und erläutert wurden (
Urk.
6/78/11 ff, 6/78/
32 ff., 6/78/47 f., 6/78/54 f. und 6/78/60 f.
). Soweit möglich erfolgte ausserdem eine Auseinandersetzung mit vorangegangenen ärztlichen Beurteilungen (
Urk.
6/78/
32 ff., 6/78/55 und 6/78/60
). Insgesamt erfüllt das
polydisziplinäre
Gutachten somit die vom Bundesgericht festgelegten formellen Kriterien für eine beweiswerte medizinische Expertise (vgl. E. 1.4), was die Parteien dem Grundsatz nach auch nicht in Frage stellen (vgl. E. 2.1 ff.).
4.2
Ausgehend von den nachvollziehbaren Ausführungen der
Z._
-
Gutachter ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die Beschwerdeführerin
sowohl
die angestammte Tätigkeit als
Pflegeassistentin
als auch andere körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten
aus rein somatischer Sicht
uneingeschränkt ausüben kann.
So verursacht das Asthma bronchiale bei regelmässiger medika
mentöser Behandlung keine Beschwerden (
Urk.
6/78/47). Der neurologische Befund zeigte sich ebenfalls unauffällig; Hinweise auf eine Nervenschädigung liessen sich nicht eruieren (
Urk.
6/78/54 f.). Aus rheumatologischer Sicht lagen die klinischen und bildgebenden Befunde im Übrigen im Bereich der Altersnorm und lieferten keine Erklärung für limitierende Rückenbeschwerden (
Urk.
6/78/60).
Diese Schlussfolgerungen werden - s
oweit ersichtlich
- seitens der Parteien nicht
in Frage gestellt
.
An
d
er somatischen
Beurteilung
ist
auch mit Blick auf die übrige medizinische Aktenlage nicht zu zweifeln
, da keine widersprechenden fachärzt
lichen Berichte vorliegen.
4.3
4.3.1
Uneinigkeit besteht demgegenüber bezüglich der Frage, ob auf die
vom psy
chiatrischen
Sachverständigen
Dr.
F._
vorgenommene
Beurteilung der Arbeits
fähigkeit abgestellt werden kann, oder ob aus Sicht des Rechtsanwenders von einem nicht invalidisierenden Gesundheitsschaden auszugehen ist. In diesem Zusammenhang ist vorab festzuhalten, dass das Bundesgericht zwischenzeitlich erkannt hat, dass nunmehr grundsätzlich sämtliche psychischen Leiden einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind.
In intertemporalrechtlicher Hinsicht ist sinngemäss wie in BGE 137 V 210 (betref
fend die rechtsstaatlichen Anforderungen an die medizinische Begutach
tung) vorzugehen. Nach diesem Entscheid verlieren gemäss altem Verfahrens
standard
eingeholte Gutachten nicht per se ihren Beweiswert. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Ge
gebenhei
ten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vor
handenen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält (BGE a.a.O. E. 6 in
initio
). In sinngemässer Anwendung der nunmehr materiell-beweisrechtlich geänderten Anforderungen ist in jedem einzelnen Fall zu prü
fen, ob
die beigezogenen admi
nistrativen und/oder gerichtlichen Sachverständigen
gutachten – gegebenenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen Berich
ten – eine schlüs
sige Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren er
lauben oder nicht. Je nach Abklärungstiefe und -dichte kann zudem unter Um
ständen eine punktuelle Ergänzung genügen (BGE 141 V 281 E. 8).
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2
018 E. 7.4).
Diese Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung leistungshindern
der äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotenzialen (Ressourcen) andererseits - das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzu
schätzen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; v
gl. Urteil des Bundesgerichts 8C
_260/2017 vom
1.
Dezember 2017 E. 4.2.3). Die Anerkennung eines renten
begründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Aus
wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage
im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit (nach wie vor) die materiell beweisbe
lastete versicherte Person zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; 141 V 547 E. 2).
4.3.2
Zum Komplex «Gesundheitsschädigung» ist festzuhalten, dass Dr.
F._
eine
mittelgradige
depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11)
diagnostizierte.
Dies überzeugt angesichts der
erhobenen Befunde
,
wie unter anderem der deutlich bedrückten Grundstimmung, dem reduziertem Antrieb, den Ein- und Durchschlafstörungen, dem verminderten Appetit mit Gewichtsverlust sowie der verminderten Fähigkeit, Freude zu empfinden (vgl.
Urk.
6/78/30 ff.).
Ebenfalls schlüssig
hergeleitet wurden die übrigen psychischen Erkrankungen
, welche die Arbeitsfähigkeit aus gutachterlicher Sicht nicht beeinflussen.
Dr.
F._
legte in Auseinandersetzung mit vorangegangenen ärztlichen Berichten insbe
sondere dar, weshalb nur
noch
eine posttraumatische Restsymptomatik
vorliege
. In Bezug
auf die aus somatischer Sicht nicht
hinreichend
erklärbaren Schmerzen erläuterte er ferner, weshalb mangels des erforderlichen Mindestschweregrads nicht die Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) gestellt werden könne (
Urk.
6/78/33 f.).
Der vom psychiatrischen Gutachter diagnostizierten depressiven Störung ist ein mittlerer Schweregrad inhärent.
Entscheidend und zusätzlich zu prüfen ist recht
sprechungsgemäss allerdings, ob nach den übrigen Standardindikatoren auf einen funktionellen Schweregrad der psychischen Störung zu schliessen ist, der sich nach dessen konkreten Auswirkungen und insbesondere danach beurteilt, wie stark die versicherte Person in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionsbereichen dadurch beeinträchtigt ist (BGE 143 V 418 E. 5.2.3).
4.3.3
Zum Indikator der Therapieresistenz ist zunächst anzumerken, dass allein die fehlende Ausschöpfung aller Behandlungsmöglichkeiten - entgegen der Auffas
sung der Beschwerdegegnerin (vgl.
Urk.
2) - nicht mehr ausreicht, um einen invalidisierenden Gesundheitsschaden zu verneinen. Allerdings gilt es auch in Nachachtung der aktuellen bundesgerichtlichen Praxis zu berücksichtigen,
dass im konkreten Fall
weder ein
chronifiziertes
Leiden, noch
eine Therapieresistenz vorliegt.
Die Gutachter empfahlen klar eine Intensivierung der psychiatrischen Behandlung. Auch die psychopharmakologischen Therapiemöglichkeiten sind entgegen der Argumentation der Versicherten (vgl.
Urk.
1 S. 5) nicht ausge
schöpft. Offensichtlich wurde dies im polydisziplinären Konsens irrtümlich fest
gehalten («eindeutig ausgeschöpft»;
Urk.
6/78/15), da
Dr.
F._
unter Berücksich
tigung der Ergebnisse der Blutanalyse
explizit
festhielt, dass keine adäquate psychopharmakologische Behandlung erfolge (
Urk.
6/78/32, 6/78/36).
4.3.4
In Bezug auf den Indikator «Komorbiditäten» ist zu bemerken, dass abgesehen von der depressiven Störung aus Sicht der Gutachter keine Erkrankungen vorlie
gen, welche sich limitierend auf die Leistungsfähigkeit der Versicherten auswir
ken. Trotzdem ist naheliegend, dass gewisse Wechselwirkungen zwischen der weitgehend nicht objektivierbaren Schmerzsymptomatik und den depressiven Symptomen bestehen (vgl.
Urk.
6/78/18).
4.3.5
Was den Komplex «Persönlichkeit» anbelangt, gilt es zu beachten, dass keine Persönlichkeitsstörung im engeren Sinne vorliegt.
In Übereinstimmung mit den Berichten der behandelnden Ärzte (vgl. etwa
Urk.
6/67/2 und 6/99
/3)
diagnosti
zierte
Dr.
F._
auch keine akzentuierten Persönlichkeitszüge
. Vielmehr
ging
er
von einer Persönlichkeitsvariante aus
, da die Versicherte
insbesondere
übermäs
sig an Ordnung und Sauberkeit orientiert ist
(
Urk.
6/78/37
).
Der Persönlichkeits
struktur ist
in Anbetracht dieser Umstände
keine ressourcenhemmende Wirkung beizumessen.
4.3.6
Zum sozialen Lebenskontext äusserte sich die Versicherte dahingehend, dass
sie vor dem Verkehrsunfall viele Freunde gehabt und sie sich
infolge
ihre
r
gesund
heitlichen Beschwerden zurückgezogen habe
. Sie fühle sich derzeit häufig wohler, wenn sie für sich allein sei, obwohl sie an sich sehr kontaktfreudig sei (
Urk.
6/
78/27,
6/78/44
). Es finden sich somit Hinweise für einen gewissen krank
heitsbedingten Rückzug.
Zu berücksichtigen ist aber auch, dass die Beschwerde
führerin nach wie vor über ein soziales Beziehungsnetz verfügt. Sie wird nicht nur durch ihren Ehemann, sondern auch durch eine Nachbarin
sowie ein bis drei Mal wöchentlich durch die Spitex
im Haushalt und bei der Kinderbetreuung unterstützt
. Guten Kontakt pflegt
sie ausserdem zu einer weiteren Nachbarin
. Die Abende verbringt sie mit ihren Kindern und ihrem Ehemann (
Urk.
6/18/3,
6/78/27 und
6/78/51
). Vor diesem Hintergrund ist dem psychiatrischen Gutachter beizu
pflichten, dass die soziale Situation der Versicherten relativ stabil ist und begüns
tigende Ressourcen bereithält (vgl. Urk. 6/78/37).
4.3.7
In Bezug auf die beweisrechtlich entscheidende Kategorie «Konsistenz» ist festzu
halten, dass
die Beschwerdeführerin - abgesehen von leicht divergierenden Angaben zur Haushaltstätigkeit (vgl.
Urk.
6/78/27 und 6/78/
58) -
einen
passiven Alltag
mit einem geringen Aktivitätsniveau
geschildert hat.
Zu berücksichtigen ist allerdings, dass gemäss Einschätzung der Gutachter
eine relativ ausgeprägte Beschwerdebetonung vorliegt beziehungsweise eine nicht krankheitsbedingte Selbstlimitierung eine Rolle spielt (
Urk.
6/78/35 und
6/78/37).
Dies legen auch andere ärztliche
Dokumente
nahe, in welchen auf ein
histrionisch
anmutendes Verhalten geschlossen wurde (vgl.
Urk.
6/57/18, 6/57/24 f.).
Die Beschwerdeführerin nahm
seit Juli 2015
regelmässig
eine ambulante psychi
atrische Behandlung wahr
(vgl.
Urk.
6/57/2 ff., 6/67)
, was
grundsätzlich
auf einen nicht zu vernachlässigenden Leidensdruck schliessen lässt
.
Zudem befand sie sich
vom
4.
bis 2
4.
März 2016 zwecks psychosomatischer Rehabilitation im
D._
(vgl.
Urk.
6/57/10 f.).
Auffällig ist jedoch zum einen, dass
sich
der Medikamentenspiegel in Bezug auf die Antidepressiva
gemäss den Gut
achtern
nicht
im Referenzbereich befand (Urk.
6/78/32).
Nach der nachvollzieh
baren
Beurteilung
im Gutachten
(Urk.
6/78/19)
ist
dies
mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit
auf eine mangelhafte Compliance der Versicherten und nicht auf eine
Absorp
tionsstörung (vgl.
Urk.
1 S. 8) zurückzuführen.
Zum anderen
ergibt sich aus den Akten, dass die Versicherte die psychotherapeutische Behandlung trotz
entsprechender gutachterlicher Empfehlung und auferlegter Schadenminde
rungspflicht (vgl. Urk. 6/80)
nicht intensivierte
(vgl.
Urk.
6/94/2).
Ausserdem
unternahm sie ab Juli 2017 einen Arbeitsversuch in der angestammten Tätigkeit
(
Urk.
6/94/2 f.)
, obwohl sie sich dies noch wenige Monate zuvor nicht zutraute
und
die Tätigkeit als Pflegeassistentin
seitens der
Z._
-Gutachter ebenfalls als nicht
mehr
zumutbar erachtet wurde
(vgl. Urk.
6/78/15, 6/78/29
). Im Weiteren war
die Beschwerdeführerin
ab dem genannten Zeitpunkt
als 100
%
arbeitsfähig beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RA
V) gemeldet (vgl.
Urk.
6/99/1).
4.4
Zusammenfassend handelt es sich
bei der depressiven Störung
weder
um ein
chronifiziertes
oder therapieresistentes Leiden, noch liegen namhafte Komorbidi
täten oder Persönlichkeitsmerkmale
vor, die sich ressourcenhemmend auswirken. Des Weiteren ist ein stabiles soziales Netz vorhanden, welches für die Versicherte stützende Ressourcen bereithält. Gegen einen erheblichen Leidensdruck sprechen die ausgeprägte
Beschwerdebetonung und
die
nicht krankheitsbedingte Selbst
limitierung sowie der Umstand, dass die psychotherapeutische Behandlung in der Zeit nach der Begutachtung merklich reduziert
und - wenn auch in geringem Pensum - eine Erwerbstätigkeit in dem aus Sicht der Gutachter
ungeeigneten
Pflegebereich aufgenommen
wurde.
Darüber hinaus meldete sich die Versicherte nur wenige Monate nach der Begutachtung als
uneingeschränkt
arbeitsfähig beim zuständigen RAV an.
Insgesamt ist ein
rechtsgenüglicher
Bezug zwischen den gestellten Diagnosen und deren funktionellen Auswirkungen im Sinne einer eingeschränkten Arbeitsfähigkeit
somit
nicht
mit überwie
gender Wahrscheinlich
keit
ausgewiesen,
wobei
die materiell beweisbelastete versicherte Person die F
olgen zu tragen hat (vgl. E. 4.3.1
).
Mit anderen Worten
liegt keine schwere psychische
Störung mit schweren Auswirkungen in wichtigen Funktionsbe
reichen vor, weshalb in Nachachtung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht von einem invalidisierenden Gesundheitsschaden gesprochen werden kann
(BGE 143 V 418 E.
5.2.2, Urteil des Bundesgerichts 9C_303/2018 vom 3
0.
August
2018 E. 4.1
; zur Zulässigkeit der Abweichung von einer medizinischen Einschät
zung der Arbeitsunfähigkeit aus rechtlicher
S
icht vgl.
Urteil des Bundesgerichts 9C_106/2015 vom
1.
April 2015 E. 6.3 mit Hinweis
).
Nach dem Gesagten
ist
in
Würdigung
der massgebenden Standardindikatoren
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
k
ein invalidisierender
Gesundheitsschaden
a
usgewiesen
.
Eine Erwerbsunfähigkeit liegt damit nicht vor. Auch die seit der Arbeitsniederlegung Ende Juni 2015 mehrfachen stationären Behandlungen, während denen von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit auszugehen ist
(vgl.
Urk.
6/78/10 u. 15), wiesen keine im Sinne von
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG relevante Dauer auf.
Folglich
hat die Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch
der Ver
sicherten
in der
angefochtenen Verfügung vom 8.
Dezember 2017 (
Urk.
2)
zu
Recht
verneint.
Da es anhand der Aktenlage möglich war, die
erforderliche
Prüfung der Standardindikatoren
vorzunehmen
(vgl. E. 4.3 f.
)
,
ist im Übrigen entgegen dem Eventualantrag der Beschwerdeführerin v
on weiteren medizi
nischen Abklärungen
abzusehen, da von diesen
keine anderen
entscheidrelevan
ten
Erkenntnisse zu erwarten
sind
(antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 90 E. 4b, 122 V 157 E. 1d, 136 I 229 E. 5.3
).
Da
die angefochtene Verfügung
somit
nicht zu beanstanden ist
, ist die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen.
5
.
Da die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen zu prüfen war, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfah
rensaufwand sowie unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69 Abs. 1
bis
I
VG) und ermessensweise auf
Fr.
8
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerde
führerin
aufzuerlegen.