Decision ID: 4a9ba0be-218b-4d8d-993c-59b52008541f
Year: 2021
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A. Mit öffentlicher Urkunde vom 2. August 1967 wurde unter dem Na-
men «Stiftung B._», mit Wirkung ab 1. Juli 1967 eine Stiftung im Sinn von
Art. 80 ff. des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (SR 210; abgekürzt ZGB),
insbesondere von Art. 87 ZGB, mit Sitz in X._ errichtet. Sie bezweckt, die ihr
vom Stifter geschenkte Liegenschaft ausschliesslich für religiöse Zwecke, d.h.
zur Abhaltung von christlichen Gottesdiensten und rein religiösen Unterwei-
sungen zu verwenden (vgl. Art. 2 der Stiftungsurkunde vom 2. August 1967).
Die Stiftung ist seit dem 24. Mai 2019 im Handelsregister eingetragen und steht
seit dem 18. Juli 2019 unter der Aufsicht der Ostschweizer BVG- und Stiftungs-
aufsicht. Am 16. Dezember 2002 wurde ausserdem der Verein C._, gegrün-
det. Gemäss Art. 2 Abs. 1 der Statuten ist der Verein eine christliche Gemein-
schaft, die mit dem Verein der Christlichen Gemeinde D._ im Ausland un-
trennbar verbunden ist.
Am 10. Februar 2020 verfügte die Ostschweizer BVG- und Stiftungsaufsicht
(nachfolgend Aufsicht) betreffend die an sie gerichtete Stiftungsaufsichtsbe-
schwerde von A._ eine Abweisung der diversen Anträge, soweit auf diese
einzutreten war (act. 0.1). Dies mit der Begründung, dass der Stiftungsrat sein
Ermessen nicht überschritten und sich in der Zeit seit der Unterstellung unter
die staatliche Aufsicht kooperativ und transparent gezeigt habe. Sämtliche Un-
terlagen seien vorgelegt und sämtliche Empfehlungen und Anordnungen frist-
gerecht umgesetzt worden. Für die beantragten Massnahmen bestehe daher
kein Anlass.
In der Folge beantragte A._ Einsicht in diverse Akten, welche die Stiftung
B._ bei der Aufsicht im Rahmen der Aufsichtsbeschwerde eingereicht hatte,
er aber vor der Verfügung vom 10. Februar 2020 nicht zugestellt erhalten habe.
Am 19. Februar 2020 verfügte die Aufsicht, dass A._ Einsicht in die Akten
erhält, wobei aber die act. 49 und 51–57 gemäss Beilagenverzeichnis des
Schreibens der Stiftung B._ vom 5. Dezember 2019 sowie das Stiftungsreg-
lement in Überarbeitung davon ausgenommen wurden (act. 0.2).
B. Mit Eingabe vom 25. Februar 2020 erhob A._, vertreten durch
Rechtsanwalt Dr. Thomas Rohner, Rekurs sowohl gegen die Verfügung vom
10. Februar 2020 wie auch die Verfügung vom 19. Februar 2020 und stellte
folgende Rechtsbegehren:
1. a) Ziffer 1 Satz 2 des Dispositivs der angefochtenen Verfügung vom 19. Februar
2020 sei aufzuheben.
b) Es sei dem Rekurrenten vollumfängliche Akteneinsicht zu gewähren in alle
Verfahrensakten und Dokumente, welche die Vorinstanz im Zusammenhang
mit und als Folge der am 15. Oktober 2014 ihr von A._ gestellten Anträge
verfasst, erhalten und/oder beigezogen hat.
c) Insbesondere seien dem Rekurrenten folgende Akten auszuhändigen und
es sei dem Rekurrenten Gelegenheit zur Stellungnahme dazu bereits schon in
diesem Rekursverfahren zu gewähren:
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- Nutzungsvereinbarung (überarbeitet am 16. April 2015)
- in Überarbeitung befindliches Stiftungsreglement
- Revisionsberichte für Jahresrechnungen 2007 und 2008
- Aktenstücke 49 sowie 51 bis und mit 57 gemäss Beilagenverzeichnis des
Schreibens der Rekursgegnerin vom 5. Dezember 2019
- Details der Jahresrechnungen der Stiftung 2007–2018, insbesondere betr.
gegenseitige Forderungen zwischen Stiftung B._, Verein C._, Stiftung
D._ in der Schweiz und Organen, Stiftungen, Gesellschaften, Trusts der
D._ im Ausland, und die Kontiblätter der Jahresrechnungen 2007–2018
von Stiftung B._ und Verein C._ betreffend ihres gegenseitigen Konto-
korrentverkehrs.
2. a) Ziffer 1 des Dispositivs der angefochtenen Verfügung vom 10. Februar 2020
sei aufzuheben.
b) Die Vorinstanz sei anzuweisen, ihre Aufsichtstätigkeit gegenüber der Re-
kursgegnerin wie folgt aufzunehmen, auszudehnen und zu intensivieren:
(1) Die Stiftungsaufsicht habe, allenfalls unter Beizug eines sachverständi-
gen Rechnungsprüfers oder mittels Einsetzung eines Sachwalters, die fi-
nanziellen Verflechtungen und Geldflüsse zwischen der Rekursgegnerin
und dem Verein C._ sowie der Stiftung D._ in der Schweiz und Orga-
nen, Stiftungen, Gesellschaften, Trusts der D._ im Ausland abzuklären
und hinsichtlich richtiger Verbuchung, Überprüfung der Belege, damit für die
Stiftung eingegangenen Risiken oder fehlenden Sicherheiten sowie deren
Rechtmässigkeit zu überprüfen.
(2) Die Stiftungsaufsicht habe, allenfalls unter Beizug eines sachverständi-
gen Rechnungsprüfers oder mittels Einsetzung eines Sachwalters, Geld-
flüsse und Kontiführungen im Zusammenhang mit der Nutzung der Grund-
stücke der Stiftung B._ durch den Verein C._ und Dritten abzuklären –
auch hinsichtlich der Belege, der richtigen Verbuchung, der für die Stiftung
eingegangenen Risiken und Sicherheiten sowie deren Rechtmässigkeit.
(3) Die Stiftungsaufsicht habe, allenfalls unter Beizug eines sachverständi-
gen Rechnungsprüfers oder mittels Einsetzung eines Sachwalters, Geld-
flüsse (Einnahmen, Umleitungen auf Konti von anderen Vereinen oder Stif-
tungen in der Schweiz und Abflüsse auf Konti von Organen, Stiftungen, Ge-
sellschaften, Trusts im Ausland) und Konti- und Bilanzführungen in den
Buchhaltungen der Rekursgegnerin, des Vereins C._, der Stiftung D._
in der Schweiz im Zusammenhang mit der Spendeaktion E._ abzuklären
und diesbezügliche Vereinbarungen und Belege, die richtige Verbuchung,
die Rechtmässigkeit und die für die Stiftung eingegangenen Risiken und
von dieser geleisteten Sicherheiten zu prüfen. Dies insbesondere auch be-
züglich der Konti in den Jahresrechnungen 2007–2018 von Stiftung B._
und Verein C._ bezüglich ihres gegenseitigen Kontokorrentverkehrs.
c) Die Stiftungsaufsicht habe, allenfalls durch entsprechende Einsetzung eines
Sachwalters, zur Sicherung der Forderungen und Schadenersatzforderungen
der Stiftung B._ gegenüber deren früheren und/oder gegenwärtigen Stif-
tungsratsmitgliedern, für verjährungsunterbrechende Massnahmen besorgt zu
sein; ebenso für Forderungen und Schadenersatzforderungen der Stiftung
B._ gegenüber dem Verein C._, gegenüber der Stiftung D._ in der
Schweiz und gegenüber ausländischen Zentrale der Glaubensgemeinschaft
D._ beherrschten Stiftungen, Gesellschaften, Trusts, Vereinen sowie deren
Organen.
d) Die Stiftungsaufsicht habe das gegenüber dem Rekurrenten und weiteren
Personen im Herbst 2013 schriftlich erlassene Recht auf Zutritt zu den Grund-
stücken der Stiftung aufzuheben.
e) Weitere Anträge nach Akteneinsichtnahme vorbehalten.
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3. Antrag zum Verfahren: Es sei dem Rekurrenten Gelegenheit zu geben, in die-
sem Rekursverfahren zur Eingabe der Rekursgegnerin vom 5. Dezember 2019
an die Vorinstanz (mitsamt allen Beilagen) Stellung zu nehmen.
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Rekursgegnerin und/o-
der des Kantons.
Zur Begründung seines Rekurses führte A._ u.a. sinngemäss aus, sein An-
spruch auf rechtliches Gehör sei einerseits dadurch verletzt, dass ihm vor Er-
lass der Verfügung vom 10. Februar 2020 durch die Vorinstanz die Rechts-
schrift der Stiftung B._ vom 5. Dezember 2019 samt Beilagen nicht zu Stel-
lungnahme zugestellt worden sei, sowie andererseits dadurch, dass ihm mit-
tels Verfügung vom 19. Februar 2020 die Einsicht in wesentliche Akten verwei-
gert worden sei, was ihn an der Begründung seines Rekurses hindere. Zudem
habe die Aufsicht ihre Aufsichtstätigkeit nicht richtig aufgenommen, da sie die
Argumente der Stiftung der Rechtsschrift vom 5. Dezember 2019 unkritisch
übernommen habe. Dahingehend sei die von der Stiftung B._ dargelegte
und von A._ bestrittene Entstehungsgeschichte der Stiftung für die Beurtei-
lung der vorliegenden Streitpunkte nicht relevant. Entsprechend bestehe keine
organische Beziehung zwischen der Stiftung und einer bestimmten Glaubens-
gemeinschaft. Eine solche gehe auch nicht aus der Stiftungsurkunde hervor.
Aufgrund diverser Hinweise von Seiten von A._, dass der Stiftungsrat der
Stiftung B._ die Verwendung des in Immobilien bestehenden Stiftungsver-
mögens und den wirtschaftlichen Nutzen daraus faktisch einer anderen, von
ihm nicht beherrschten juristischen Person (Verein C._) überlassen habe
und dass zahlreiche Geldflüsse, die dem Stiftungsvermögen zugutekommen
sollten, nicht in der Buchhaltung der Stiftung ersichtlich seien, sei der Antrag
auf nähere Abklärung betreffend der Geldflüsse legitim. Es sei zu befürchten,
dass diese Mittel an Dritte geflossen seien und es erstaune, dass die Stiftung
nicht dazu angehalten werde, eine eigene Kasse zu führen. Weiter würden die
Ausführungen der Vorinstanz aufgrund von pauschalen Aussagen der Pflicht
zur Begründung einer Verfügung nicht genügen. Es sei unzulässig, dass der
Stiftungsrat die Nutzung der Liegenschaften vollständig einem Dritten, dem
Verein C._, exklusiv überlasse. Es bleibe Aufgabe der Stiftung, über die
zweckkonforme Nutzung der Grundstücke als einziges Stiftungsvermögen zu
entscheiden und sich dafür die Handlungsfreiheit der Stiftung zu bewahren.
Eine Verbuchung der Mieteinnahmen für die Nutzung der Liegenschaft durch
den Verein C._ nur über ein Kontokorrent, das unverzinst und ungesichert
sei, sei ungenügend. Es sei ausserdem willkürlich, dass die Vorinstanz die Ar-
gumentation der Stiftung B._, die Spendenaktion E._ sei durch den Verein
und nicht die Stiftung durchgeführt worden, einfach übernommen habe. Auf-
grund der Vermischung von Verein und Stiftung könne daraus, ob und dass
die Spendenaktion vom Verein (oder der Stiftung) durchgeführt worden sei,
nicht zuverlässig darauf geschlossen werden, wem das Resultat der Spenden-
aktion zukommen solle (act. 1).
C. Mittels Rekurserklärung vom 25. Februar 2020 reichte die Stiftung
B._, vertreten durch Rechtsanwalt lic.iur. Thomas Kern, ebenfalls Rekurs
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gegen die Verfügung vom 10. Februar 2020 ein und ersuchte um eine Nachfrist
zur Stellung des Rechtsbegehrens, zur Darstellung des Sachverhalts, zur Be-
gründung des Rekurses und zur Einreichung von Beweismitteln, die ihr ge-
währt wurde (act. 2 und 3). Mit Rekursergänzung vom 26. März 2020 stellte
die Stiftung B._ folgende Rechtsbegehren:
1. Ziffer 1 des Dispositivs der Verfügung der Vorinstanz vom 10. Februar 2020 sei
aufzuheben und es sei auf sämtliche Anträge des Rekursgegners vom 29. Au-
gust 2019 nicht einzutreten;
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich Mehrwertsteuer zulasten
des Rekursgegners und/oder der Vorinstanz.
Zur Begründung ihres Rekurses führte die Stiftung B._ u.a. sinngemäss aus,
das vorliegende Verfahren habe seinen Ursprung nicht in der Eingabe von
A._ vom 16. Oktober 2014, sondern erst im Schreiben von A._ vom 16.
Oktober 2015, da die Eidgenössische Stiftungsaufsicht mit Schreiben vom 20.
Februar 2015 das Verfahren in Bezug auf die Beschwerde vom 16. Oktober
2014 abgeschrieben habe. Im Weiteren sei es nicht genügend, wenn die Vo-
rinstanz die Legitimation von A._ nur mit einem pauschalen Hinweis bejahe.
Legitimiert sei nur, wer in die Lage kommen könne, eine Leistung oder einen
anderen Vorteil von der Stiftung zu erlangen. Zu diesem Kreis gehöre A._
seit dem 15. September 2013, als aufgrund krasser und provokativer
Verstösse von A._ gegen gemeinsam gehandhabte Haltungen, Regeln und
ethische Massstäbe ein Platzverbot gegen ihn ausgesprochen habe werden
müssen, nicht mehr. Mit dem Platzverbot einher gehe auch ein implizit verbun-
dener Ausschluss von A._ aus der «Gemeinde». Entsprechend komme
A._ auch keine Legitimation zur Aufsichtsbeschwerde mehr zu. Es sei zu-
dem nie Zweck der Stiftung gewesen, anderen Religionsgemeinschaften oder
Personen zu dienen, die nicht zur «Glaubensgemeinschaft F._» gehörten.
A._ sei daher insbesondere auch weitere Einsichtnahme in die Akten zu ver-
wehren, weil das Akteneinsichtsrecht nicht weitergehen könne als die Legiti-
mation in der Sache selber (act. 5).
D. Mit Schreiben vom 12. Mai 2020 teilte die Ostschweizer BVG- und
Stiftungsaufsicht mit, an ihren Verfügungen vom 10. Februar 2020 und 19. Feb-
ruar 2020 festzuhalten. Zudem fügte sie an, es sei nicht ersichtlich, inwiefern
A._ am rechtlichen Gehör gehindert worden sei. Vielmehr erhärte sich der
Eindruck, A._ wolle selbst die Aufsicht über die Stiftung B._ wahrnehmen.
Auch die Anschuldigung, die Aufsichtsbehörde übe ihre Aufsichtspflicht nicht
oder nur widerwillig aus, sei in aller Form zurückzuweisen. Der gerichtlichen
Anordnung sei unverzüglich Folge geleistet und eine wirksame Aufsichtstätig-
keit ausgeübt worden. Die Anträge von A._ vom 25. Februar 2020 seien da-
her vollumfänglich abzuweisen (act. 7).
Die Rekursantwort von A._ datiert vom 13. Mai 2020. In Bezug auf den Re-
kurs der Stiftung B._ stellte er nachfolgende Rechtsbegehren:
1. a) Auf die Rekurserklärung vom 25. Februar 2020 und die Rekursergänzung
vom 26. März 2020 sei nicht einzutreten.
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b) Evtl. sei der Rekurs abzuweisen.
2. Prozessualer Antrag: Die Verfügung des Finanzdepartements, mit welcher der
Stiftung B._ zur Einreichung einer Begründung des Rekurses eine Nachfrist
bis zum 26. März 2020 gesetzt worden sein soll, sei in Wiedererwägung zu
ziehen und zu widerrufen.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt) zu Lasten der Stiftung
B._.
Zur Begründung brachte A._ im Wesentlichen vor, die Rekurserhebung sei
nicht fristgerecht erfolgt, weil sie nicht den zwingenden gesetzlichen Anforde-
rungen an einen Rekurs entspreche. Die Stiftung B._ sei durch die ange-
fochtene Verfügung nicht beschwert und habe daher kein Rechtsschutzinte-
resse, da die Anträge von A._ von der Vorinstanz, soweit darauf eingetreten
wurde, abgewiesen worden seien. Die Stiftung lege nicht dar, inwiefern sie bei
einem zweitinstanzlichen vollständigen Nichteintreten bessergestellt wäre.
Überdies seien die Vertretungsverhältnisse der Stiftung unklar. Für die Legiti-
mation von A._ zur Stiftungsaufsichtsbeschwerde sei relevant, dass er Des-
tinatär oder potentieller Destinatär sei, aber auch eine andere persönliche
Nähe zur Stiftung oder zum Stiftungszweck könne genügen. Entscheidend sei
das eigene berechtigte Interesse. Der Platzverweis sei zudem nicht einem
Ausschluss aus dem Destinatärskreis gleichzusetzen, zumal er ein Vorbehalt
der Rücknahme enthalte. Entsprechend bleibe A._ zumindest potentieller
Destinatär und sei dadurch legitimiert (act. 8).
E. Mit Schreiben vom 13. Mai 2020 reichte die Stiftung B._ nachfol-
gende Verfahrensanträge ein:
1. a) Das Rekursverfahren sei vorerst auf den von der Stiftung B._ eingereich-
ten Rekurs vom 25. Februar 2020 / 26. März 2020 und damit auf die Frage zu
beschränken, ob die Vorinstanz mit Verfügung vom 10. Februar 2020 auf die
Anträge von A._ vom 29. August 2019 hätte eintreten dürfen (vgl. Rechtsbe-
gehren der Rekursergänzung vom 26.03.2020);
b) Der Stiftung B._ sei hierzu vorläufig die mit Schreiben des Finanzdeparte-
ments vom 16. April 2020 angesetzte Frist zur Einreichung einer Stellung-
nahme zum Rekurs von A._ vom 25. Februar 2020 abzunehmen;
2. Eventualiter sei der Stiftung B._ die Frist zur Einreichung einer Stellung-
nahme zum Rekurs von A._ vom 25. Februar 2020 zumindest bis zum 15.
Juni 2020 zu erstrecken.
Als Gründe führte die Stiftung B._ im Wesentlichen an, dass sich die um-
fangreiche und aufwendige Beurteilung des Rekurses von A._ vom 25. Feb-
ruar 2020 erübrigen würde, wenn ihre Rechtsbegehren gemäss Rekursergän-
zung vom 26. März 2020 gutgeheissen würden (act. 9).
Das Finanzdepartement hatte daraufhin der Stiftung B._ mittels Schreiben
vom 9. Juni 2020 vorerst die Frist zur Stellungnahme zum Rekurs von A._
vom 25. Februar 2020 abgenommen, um sich einen Überblick über die Sach-
lage zu verschaffen und die Legitimation der Parteien zu überprüfen (act. 10).
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Mit Schreiben vom 12. Juni 2020 machte A._ darauf aufmerksam, dass eine
selbstständige Eröffnung einer Verfügung allein zur Frage der Legitimation von
A._ das Risiko mit sich bringe, dass ein weiterer Verfahrensgang über zwei
weitere Rechtsmittelinstanzen unausweichlich werde, bis sich die Stiftungsauf-
sichtsbehörde erneut vom Bundesgericht aufgefordert sehe, endlich ihrer ge-
setzlichen Aufsichtsverantwortung in dieser Angelegenheit nachzukommen.
Deshalb beantragte er, dass das Finanzdepartement ohne weiteren Aufschub
(allenfalls zeitgleich mit der Frage der Legitimation) die Beanstandungen von
A._ betr. Verletzungen der Aufsichtspflichten der Stiftungsaufsichtsbehörde
materiell prüfe – vorerst unabhängig davon, ob diese Beanstandungen als Be-
schwerde oder blosse «Anzeige» behandelt werden müssen. Die Beanstan-
dungen in der Rekursschrift vom 25. Februar 2020 seien jedenfalls derart gra-
vierend, dass es für ein Eingreifen des Finanzdepartementes keine Rolle spie-
len sollte, ob sie als Aufsichtsbeschwerde oder als Anzeige zu behandeln seien
(act. 11).
In der Folge wurde den Parteien mitgeteilt, dass die Absicht bestehe, über die
Legitimation der Parteien zusammen mit der Hauptsache zu entscheiden. Der
Stiftung B._ wurde eine neue Frist zur Stellungnahme zum Rekurs von A._
vom 25. Februar 2020 angesetzt (act. 12).
F. Die Rekursantwort der Stiftung B._ zum Rekurs von A._ vom
25. Februar 2020 datiert vom 24. August 2020. In der Sache stellte die Stiftung
die nachfolgenden Rechtsbegehren:
1. Auf den Rekurs (Rekursanträge Ziffer 1–4) sei nicht einzutreten;
2. a) Eventualiter seien die Rekursanträge Ziffer 1 a) – c), Ziffer 2 b) – e) sowie
Ziffern 3 und 4 vollumfänglich abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist;
b) Des Weiteren sei eventualiter der Rekursantrag Ziffer 2 a) im Sinne des Re-
kurses der Rekursgegnerin vom 25.02.2020 gutzuheissen, soweit auf diesen
Rekursantrag einzutreten ist, und es sei damit Ziffer 1 des Dispositivs der vor-
instanzlichen Verfügung vom 10.02.2020 aufzuheben und auf sämtliche An-
träge des Rekurrenten vom 29.08.2019 nicht einzutreten;
3. Sollte die Rekursinstanz entgegen den obigen Rekursantwortanträgen den Re-
kursantrag 1 ganz oder teilweise gutheissen, sei die Angelegenheit vollumfäng-
lich an die Vorinstanz zur erstinstanzlichen Beurteilung zurückzuweisen; even-
tualiter sei der Rekursgegnerin eine Frist zur Einreichung einer ergänzten Stel-
lungnahme anzusetzen;
In prozessualer Hinsicht stellte die Stiftung B._ die nachfolgenden Rechts-
begehren:
4. Das Verfahren sei vorerst auf den Rekurs der Rekursgegnerin vom 25.02.2020
und damit auf die Frage der Beschwerdelegitimation des Rekurrenten zu be-
schränken und es sei bis auf Weiteres dem Rekurrenten insbesondere die vor-
liegende Eingabe samt act. 49 und 51 bis 57 sowie die vorliegend eingereichten
act. 80–87 nicht zur Kenntnis zu bringen;
5. Sollte die Beschränkung des Verfahrens gemäss obigem Rekursantwortantrag
4 abgelehnt werden und die Beschwerdelegitimation des Rekurrenten in der
Folge wider Erwarten bejaht werden, sei das Verfahren im Weiteren vorerst auf
den gestellten Rekursantrag 1 und damit auf die Frage des Bestandes und Um-
fangs eines Akteneinsichtsrechts des Rekurrenten zu beschränken, und es sei
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bis zu deren Beurteilung dem Rekurrenten die von der Rekursgegnerin einge-
reichten act. 49 und 51 bis 57 sowie die vorliegend eingereichten act. 82–87
nicht zur Kenntnis zu bringen;
Das Ganze 6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich Mehrwert-
steuer zulasten des Rekurrenten und/oder der Vorinstanz. Als Begründung
führte die Stiftung B._ sinngemäss an, dass mangels Legitimation in der Sa-
che selbst, auch keine Akteneinsicht zu gewähren sei. Die Beschwerdefrist für
eine allfällige Beschwerde gegen das Platzverbot vom 15. September 2013 sei
abgelaufen. Bezüglich der einzelnen durch A._ eingeforderten Dokumente
betreffend Jahresrechnungen, Kontoblättern und Forderungen sei zu wenig
dargelegt, warum an den Buchungen Zweifel bestünden, würden doch diese
durch eine renommierte Wirtschaftsprüfungsfirma revidiert. Diese offenkun-
dige «fishing expedition» (Ausforschung) sei rechtsmissbräuchlich und zu ver-
bieten. Der Persönlichkeitsschutz der beteiligten Personen sei zu wahren. Die
Vorwürfe, Stiftungsvermögen sei geschädigt oder gefährdet worden sowie die
Stiftung sei nicht mehr in der Lage, durch ihre Organe selbständig zu handeln,
würden bestritten. Die Liegenschaft der Stiftung sei nicht einfach dem Verein
zur Nutzung überlassen worden, sondern das Rechtsverhältnis sei mietver-
traglich ausgestaltet. Auch seien der Stiftung keine Mittel aus Spenden vorent-
halten worden. Es gebe daher keine Anhaltspunkte für weitergehende Mass-
nahmen durch die Stiftungsaufsicht (act. 14).
G. Mit Schreiben vom 15. September 2020 wurde den Parteien mitge-
teilt, dass zunächst separat über den Bestand und den Umfang des Aktenein-
sichtsrechtes von A._ entschieden werde. Den Parteien wurde eine Frist zur
allfälligen Stellungnahme zu diesem Verfahrensablauf gewährt (act. 15).
H. Die Vorinstanz teilte mittels Schreiben vom 24. September 2020 mit,
dass sie auf weitere inhaltliche Ausführungen verzichte, jedoch die Absicht,
vorerst separat über den Bestand und den Umfang des Akteneinsichtsrechts
von A._ zu entscheiden, begrüsse (act. 16).
Am 28. September 2020 reichte die Stiftung B._ eine Stellungnahme zur
Rekursantwort von A._ vom 13. Mai 2020 ein und aktualisierte darin das mit
der Rekursergänzung vom 26. März 2020 gestellte Rechtsbegehren wie folgt:
1. Ziffer 1 des Dispositivs der Verfügung der Vorinstanz vom 10. Februar 2020 sei
aufzuheben und es sei auf sämtliche Anträge des Rekursgegners vom 29. Au-
gust 2019 nicht einzutreten;
2. Das Schreiben des Finanzdepartements vom 15. September 2020, wonach
vorerst über den Bestand und den Umfang des Akteinsichtsrechts des Rekurs-
gegners entschieden werden soll, sowie das Schreiben des Finanzdeparte-
ments vom 26. Juni 2020, wonach über die Beschwerdelegitimation des Re-
kursgegners mit der Hauptsache entschieden werden soll, seien in Wiederer-
wägung zu ziehen und zu widerrufen. Das Verfahren sei vorerst auf den Rekurs
der Rekurrentin vom 25. Februar 2020 und damit auf die Frage der Beschwer-
delegitimation des Rekursgegners zu beschränken und es sei bis auf Weiteres
dem Rekursgegner insbesondere die von der Rekurrentin eingereichten act. 49
und 51 bis 57 sowie die act. 80–87 nicht zur Kenntnis zu bringen;
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Eventualiter sei vorfrageweise im Rahmen der vom Finanzdepartement in Aus-
sicht gestellten separaten vorgängigen Beurteilung des Bestandes und des
Umfangs eines Akteneinsichtsrechts des Rekursgegners über dessen Be-
schwerdelegitimation und damit über den Rekurs der Rekurrentin vom 25. Feb-
ruar 2020 zu entscheiden und es sei bis auf Weiteres dem Rekursgegner ins-
besondere die von der Rekurrentin eingereichten act. 49 und 51 bis 57 sowie
die act. 82–87 nicht zur Kenntnis zu bringen;
3. Alle anderslautenden Anträge des Rekursgegners seien abzuweisen, soweit
auf diese einzutreten ist;
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich Mehrwertsteuer zulasten
des Rekursgegners und/oder der Vorinstanz.
Die Stiftung B._ macht im Wesentlichen geltend, es sei aus prozessökono-
mischen Gründen vorerst über die Beschwerdelegitimation von A._ zu ent-
scheiden. Sollte die Legitimation gutgeheissen werden, sei die Angelegenheit
vollumfänglich an die Vorinstanz zur erstinstanzlichen materiellen Beurteilung
zurückzuweisen, da die Stiftung sonst eine beurteilende Instanz mit freier ma-
terieller Sachverhaltsprüfung verlöre. In Bezug auf die eigene Legitimation und
der rechtmässigen Einreichung des Rekurses entspreche es der kantonalen
Praxis, dass innert Rekursfrist eine blosse Rekurserklärung eingereicht werden
könne. Aus der Rekursschrift habe lediglich der Wille hervorzugehen, dass Re-
kurs erhoben werde. Die Rekursfrist sei damit sehr wohl gewahrt. Die Stiftung
sei durch die vorinstanzliche Verfügung nicht nur formell, sondern auch mate-
riell beschwert, da sie durch die unzutreffende Bejahung der Legitimation von
A._ und den damit verbundenen Parteirechten gezwungen wäre, auch in
materieller Hinsicht weiter Stellung zu nehmen und stiftungsinterne und per-
sönlichkeitsrechtlich geschützte Informationen auch gegenüber Drittpersonen
wie A._ offen zu legen. Ausserdem habe die Stiftung auch ein wirtschaftli-
ches Interesse an der Verneinung der Legitimation, da dadurch ungerechtfer-
tigte und kostspielige Aufwendungen durch von nicht legitimierter Seite ange-
strengte Verfahren vermieden würden. Ein schutzwürdiges Interesse an der
Anfechtung des Entscheids der Vorinstanz sei daher bei der Stiftung gegeben.
Der Vorwurf von A._, dass die Vorinstanz die Aufsichtstätigkeit nicht erfülle,
ohne dabei nur eine einzige Unstimmigkeit bei der Stiftung mit Belegen darle-
gen zu können, sei anmassend. Das Vortragen unbegründeter und falscher
materieller Behauptungen vermöge selbsterklärend keine Beschwerdelegiti-
mation zu begründen. Eine gültige Vollmacht des Rechtsvertreters der Stiftung
liege vor. Die diesbezüglichen Vorbringen von A._ seien unbegründet.
Zudem habe die Glaubensgemeinschaft bereits vor der Stiftung bestanden,
während die Stiftung B._ (wie später auch der Verein C._) für die «Ge-
meinde» geschaffen worden sei und ihr zudienen solle. Destinatärin der Stif-
tung sei immer die Glaubensgemeinschaft F._ gewesen und werde es auch
immer sein. Daran ändere auch die Gründung des Vereins C._ nichts. Zumal
die Stiftung stets Herrin ihrer Liegenschaften geblieben sei. Destinatär könne
daher aber nur sein, wer sich aus Überzeugung der «Gemeinde» zugehörig
fühle und die gemeinsam getragenen Werte und Regeln einhalte. Die Stif-
tungsliegenschaft habe seit 1965 nie einer anderen religiösen Gruppe oder
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nicht der «Gemeinde» zugehörigen Personen offen gestanden. Auf ein die Le-
gitimation von A._ begründendes persönliches Interesse könne zudem auch
nicht aus einem ideellen oder familiären Bezug zur Stiftung und zum Stifter
geschlossen werden (act. 18).
Mit Schreiben vom 5. Oktober 2020 reichte A._ eine Stellungnahme zum
Schreiben des Finanzdepartementes vom 15. September 2020 ein. Er stellte
darin die nachfolgenden Rechtsbegehren:
1. Auf die von der Stiftung B._ mit deren «Rekursergänzung» vom 26. März
2020 (S. 2 oben) und mit der Rekursantwort vom 24. August 2020 (Seite 2)
gestellten Anträge sei nicht einzutreten, evtl. seien sie abzuweisen, unter Kos-
ten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt) zu Lasten der Stiftung B._
und/oder des Kantons. Auch an den übrigen in den Rechtsschriften von A._
(Rekursschrift vom 25. Februar 2020 und Rekursantwortschrift vom 13. Mai
2020) gestellten Anträgen, Beweisanträgen und Ausführungen wird vollum-
fänglich festgehalten.
2. Zusätzlich beantragt A._, dass ihm und seinem Rechtsvertreter ebenfalls
Einsicht in die act. 80–87, welche die Stiftung B._ mit ihrer Rekursantwort-
schrift vom 24. August 2020 neu eingereicht hat, gewährt und Gelegenheit zur
Stellungnahme dazu geboten wird.
Zur Begründung bringt A._ sinngemäss vor, ohne die beantragte Aktenein-
sicht sei es ihm nicht möglich, sich näher mit der Begründung der angefochte-
nen Verfügung vom 10. Februar 2020 auseinanderzusetzen. Die Berufung auf
Persönlichkeitsrechte oder Geschäftsgeheimnisse könne nicht einfach pau-
schal erfolgen, sondern es müsse von der Stiftung B._ dargelegt werden,
inwiefern die Einsicht in ein bestimmtes Aktenstück gegen Persönlichkeits-
rechte oder Geschäftsgeheimnisse verstosse. Eine ausnahmsweise zulässige
Akteneinsichtsverweigerung müsse zudem proportional, nach Verhältnismäs-
sigkeitsprüfung erfolgen. Die Vorinstanz habe aber keinerlei Verhältnismässig-
keitsprüfung vorgenommen. Die Verquickung der Vermögenswerte und der
laufenden Erträge zwischen Stiftung und Verein liessen es als offensichtlich
unzulässig und rechtsmissbräuchlich erkennen, wenn angebliche Persönlich-
keitsrechte des Vereins C._ oder der Stiftung B._ bezüglich der einseitig
durch den Verein geführten Buchhaltung geltend gemacht würden. Dass der
Antrag auf Verweigerung der Akteneinsichtnahme von der Stiftung B._ auch
weiterhin missbräuchlich gestellt werde, zeige sich darin, dass die Stiftung
B._ in ihrer Rekursantwortschrift vom 24. August 2020 neue Aktenstücke
act. 82–87 einreiche und wiederum beantrage, diesbezüglich A._ keine Ak-
teneinsicht zu gewähren. Dabei begründe die Stiftung B._ mit keinem Wort
konkret, warum die Einsicht in die neuen Akten act. 82–87 verweigert werden
dürfe (act. 19).
I. Mit Schreiben vom 8. Oktober 2020 wurde den Parteien der Ab-
schluss des Schriftenwechsels mitgeteilt. Ausserdem wurden sie darüber in-
formiert, dass nun beabsichtigt sei, über die Legitimation zur Rekursführung
sowie über den Bestand und den Umfang des Akteneinsichtsrechts von A._
zu entscheiden (act. 20).
Seite 11/36
J. Mit Datum vom 19. Oktober 2020 reichte die Stiftung B._ eine
weitere Eingabe zum Schreiben des Finanzdepartementes vom 8. Oktober
2020 sowie zur Eingabe von A._ vom 5. Oktober 2020 ein, wobei sie nach-
folgende ergänzende Rechtsbegehren stellte:
1. Nicht einzutreten sei auch auf sämtliche gestellten Anträge der vorliegenden
Eingabe von A._ vom 05.10.2020, eventualiter seien sie abzuweisen. An den
in den Rechtsschriften der Stiftung B._ (insbesondere Rekursergänzung vom
26.03.2020, Rekursantwort vom 24.08.2020 sowie Stellungnahme vom
28.09.2020) gestellten Anträgen, Ausführungen und Beweisanträgen wird im
Übrigen vollumfänglich und unverändert festgehalten;
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich Mehrwertsteuer zulasten
von A._ und/oder der Vorinstanz.
Die Stiftung B._ macht im Wesentlichen geltend, A._ habe sich aus eige-
nem Entschluss aus dem Destinatärskreis der Stiftung entfernt und habe sich
seither nie um eine Wiederannäherung bemüht. Er habe daher offensichtlich
kein schutzwürdiges Interesse in der Sache mehr. Insbesondere Buchhal-
tungsunterlagen der Stiftung B._ und Dritter wie dem Verein C._ würden
in die Geheim- und Privatsphäre fallen und seien damit vom Persönlichkeits-
schutz juristischer Personen erfasst. Das Interesse an der Geheimhaltung be-
treffend Unterlagen, welche die finanzielle Situation abbilden, wiege gegen-
über nicht legitimierten Dritten selbsterklärend sehr hoch (act. 21).
K. Auf die weiteren Ausführungen der Parteien wird, sofern notwendig,
nachfolgend eingegangen.
Seite 12/36

Erwägungen
1
1.1 Vorliegend wurde einerseits die Verfügung der Vorinstanz vom
10. Februar 2020 von beiden Parteien sowie andererseits von A._ auch
noch die Verfügung der Vorinstanz vom 19. Februar 2020 angefochten. Bereits
mittels Schreiben vom 3. März 2020 wurde den Parteien mitgeteilt, dass das
Finanzdepartement eine Vereinigung der Verfahren beabsichtige. Die Aufsicht
hat mittels Schreiben vom 12. Mai 2020 mitgeteilt, dass sie eine Vereinigung
der Verfahren begrüsse. A._ teilte mit, dass er einer Vereinigung nicht grund-
sätzlich entgegenstehe, da sich die Anfechtungsobjekte nicht ganz decken
würden, dürfe die Stiftung aber nicht so behandelt werden, wie wenn sie die
Verfügung vom 19. Februar 2020 auch angefochten hätte. Auf jeden Fall sei
zu vermeiden, dass die von der Stiftung mit ihrem Rekurs aufgeworfene Frage
der Sachlegitimation von A._ mit einem separat anfechtbaren Zwischenent-
scheid vorweg beurteilt werde, da dies zu weiterer Verzögerung führen könnte.
Auch die Stiftung B._ hat grundsätzlich nichts gegen eine Vereinigung der
Verfahren, regt aber generell an, dass zunächst über die Legitimation von
A._ zur Stiftungsaufsichtsbeschwerde zu entscheiden sei, da sich bei deren
Verneinung die übrigen Punkte erübrigen würden.
1.2 Eine Vereinigung von Verfahren ist aus prozessökonomischen
Gründen möglich, wenn mehrere Begehren den gleichen Sachverhalt betreffen
und dieselben Rechtsfragen aufwerfen (Entscheid des Verwaltungsgerichts
des Kantons Zürich VB.2016.00052 vom 10. August 2016 Erw. 1). Vorliegend
stehen sich in beiden Rekursen dieselben Parteien gegenüber und es liegt
auch beiden Rekursen derselbe Sachverhalt zu Grunde. Auch wenn A._ zu-
sätzlich noch die Verfügung vom 19. Februar 2020 angefochten hat, betrifft die
darin behandelte Akteneinsicht dennoch das Verfahren, das auch den Inhalt
der Verfügung vom 10. Februar 2020 darstellt. Denn die Vorinstanz hat erst
mit der Verfügung vom 19. Februar 2020 über das Akteneinsichtsrecht von
A._ bezüglich der Aktenstücke entschieden, auf welche sie die materielle
Beurteilung in der Verfügung vom 10. Februar 2020 gestützt hat. Die Frage der
Legitimation von A._, welche die Stiftung B._ in ihrem Rekurs aufwirft, ist
zudem ohnehin als Prozessvoraussetzung im Rekurs von A._ zu klären. Es
rechtfertigt sich daher, den Rekurs von A._ einerseits und denjenigen der
Stiftung B._ andererseits, zu vereinigen.
2.
2.1 Ob auf einen Rekurs einzutreten ist, ist vorweg von Amtes wegen
zu prüfen. Zu den Eintretens- oder Prozessvoraussetzungen, die allesamt vor-
handen sein müssen, gehören u.a. die Zuständigkeit der Rekursinstanz, ein
taugliches Anfechtungsobjekt, die Legitimation und Beschwer des Rekurrenten
sowie ein form- und fristgerechtes Rekursschreiben (U. P. Cavelti / Th. Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St.Gallen, 2. Aufl., St.Gallen 2003).
Seite 13/36
2.2 Angefochten sind zwei Verfügungen der Vorinstanz, mit der diese
die Anträge von A._ soweit darauf eingetreten wurde, abgewiesen hat bzw.
nicht vollständige Akteneinsicht gewährt hat.
Nach Art. 6 Abs. 2 der Interkantonalen Vereinbarung über die Ostschweizer
BVG- und Stiftungsaufsicht (sGS 355.01) können Verfügungen der Ostschwei-
zer BVG- und Stiftungsaufsicht im Bereich der klassischen Stiftungen nach
Massgabe der Rechtspflegebestimmungen des Vereinbarungskantons, in dem
sich der Sitz der Stiftung befindet, angefochten werden. Der Sitz der Stiftung
B._ ist in X._, Kanton St.Gallen (Art. 1 Abs. 2 Stiftungsurkunde). Demnach
kommt auf dieses Verfahren das st.gallische Gesetz über die Verwaltungs-
rechtspflege (sGS 951.1; abgekürzt VRP) zur Anwendung. In Anwendung von
Art. 24 Bst. gbis des Geschäftsreglements der Regierung und der Staatskanzlei
(sGS 141.3) in Verbindung mit Art. 43bis VRP ist das Finanzdepartement zum
Entscheid über den Rekurs zuständig.
Beide Rekurse sind frist- und formgerecht erhoben worden (Art. 47 Abs. 1 und
Art. 48 Abs. 1 VRP). Ein Rekurrent kann sich darauf beschränken, innert Re-
kursfrist nur Rekurs zu erheben, wobei aus der Rekursschrift zumindest der
Wille hervorzugehen hat, dass Rekurs erhoben wird (S. Staub / J. Günthardt,
Praxiskommentar, Zürich und St.Gallen 2020, N 5 zu Art. 48 VRP). Die Ge-
währung einer Nachfrist für die Rekursergänzung der Stiftung B._ war daher
rechtmässig.
2.3 Strittiger ist hingegen die Frage der Legitimation beider Parteien
zum Rekurs. Was die Legitimation der Stiftung B._ zur Rekursführung be-
trifft, ist A._ der Meinung, dass die Stiftung durch die Verfügung der Vo-
rinstanz vom 10. Februar 2020 nicht beschwert sei und daher kein schutzwür-
diges Interesse an der Anfechtung habe. Die Stiftung ihrerseits sieht sich sehr
wohl beschwert, da sie durch die unzutreffende Bejahung der Legitimation von
A._ und den damit verbundenen Parteirechten gezwungen sei, auch in ma-
terieller Hinsicht weiter Stellung zu nehmen und stiftungsinterne und persön-
lichkeitsrechtlich geschützte Informationen auch gegenüber Drittpersonen wie
A._ offen zu legen. Ausserdem habe die Stiftung auch ein wirtschaftliches
Interesse an der Verneinung der Legitimation, da dadurch ungerechtfertigte
und kostspielige Aufwendungen durch von nicht legitimierter Seite ange-
strengte Verfahren vermieden würden.
Ob ein genügendes Rechtsschutzinteresse für einen Rekurs vorliegt bzw. ob
jemand Beschwert ist, beurteilt sich durch einen Vergleich des Rechtsbegeh-
rens des Betroffenen mit dem Dispositiv des vorinstanzlichen Entscheids (U. P.
Cavelti / Th. Vögeli, a.a.O., Rz. 403). Vor der Vorinstanz hatte die Stiftung
B._ mittels Schreiben vom 5. Dezember 2019 primär beantragt, dass auf die
Anträge von A._ mangels Legitimation nicht einzutreten sei. Nur soweit den-
noch eingetreten werde, seien die Anträge abzuweisen. Zudem sei bevor über-
haupt über Anträge von A._ entschieden werde, zunächst eine generelle
Seite 14/36
Prüfung der Stiftungstätigkeit vorzunehmen. Die Stiftung B._ hat zu jedem
Zeitpunkt im Verfahren immer klar dargelegt, dass sie der Meinung ist, dass
A._ keine Legitimation zur Stiftungsaufsichtsbeschwerde zukommt und da-
her auf diese nicht einzutreten sei. Die Vorinstanz hat die Legitimation von
A._ allerdings bejaht. Der Stiftung ist zudem in ihrer Argumentation zu fol-
gen, wonach sie durch die Verfügung der Vorinstanz vom 10. Februar 2020
auch materiell beschwert ist. Es macht für sie definitiv einen Unterschied, ob
die Anträge von A._ abgewiesen wurden oder ob auf seine Beschwerde gar
nicht eingetreten wurde. Denn nur im ersten Fall muss sich die Stiftung B._
mit den materiellen Punkten der Beschwerde auseinandersetzen, was in die-
sem Fall ein grosser Aufwand darstellt. Die Stiftung B._ ist daher als Partei,
auf deren Vorbringen nicht (vollständig) eingetreten wurde, durch die Verfü-
gung der Vorinstanz unbestrittenermassen beschwert und folglich zum Rekurs
legitimiert (Art. 45 VRP).
Wesentlich strittiger und komplexer ist dagegen die Beurteilung, ob A._ zum
Rekurs bzw. zur Stiftungsaufsichtsbeschwerde berechtigt ist bzw. war. Diese
Frage bildet den Hauptpunkt des Rekurses der Stiftung und ist als Prozessvo-
raussetzung des Rekurses von A._ sowie als Voraussetzung für ein allfälli-
ges Akteneinsichtsrecht von A._ im nachfolgenden zu prüfen.
3 Vorab ist zu beurteilen, ob A._ zur Stiftungsaufsichtsbeschwerde
legitimiert war und entsprechend die Vorinstanz überhaupt auf die Beschwerde
hat eintreten dürfen.
3.1 Die Stiftung B._ macht dahingehend geltend, die Legitimation
von A._ sei durch die Vorinstanz lediglich pauschal und mit einem kurzen
unbegründeten Hinweis auf den langjährigen finanziellen, ideellen und familiä-
ren Bezug von A._ zur Stiftung bejaht worden, was zu kurz greife und nicht
haltbar sei. Jede Person, die wirklich einmal in die Lage kommen könne, eine
Leistung oder einen anderen Vorteil von der Stiftung zu erlangen, sei gemäss
Bundesgericht zur Beschwerde legitimiert. A._ habe aber bis längstens 15.
September 2013, als gegen ihn ein Platzverbot ausgesprochen werden
musste, zum Destinatärskreis der Stiftung gehört. Die Beschwerdebefugnis
setze voraus, dass A._ in naher Zukunft mit einer gewissen Wahrscheinlich-
keit Leistungen oder andere Vorteile der Stiftung beanspruchen könne. Dies
sei aber nicht der Fall, da der Zweck der Stiftung darin bestehe, die Liegen-
schaft ausschliesslich denjenigen Personen, die sich der Glaubensgemein-
schaft F._ zugehörig fühlen und sich an die gemeinsam getragenen Regeln
halten würden, zur Verfügung zu stellen. Dieser Personenkreis bilde die Des-
tinatäre der Stiftung. Zu diesem Kreis gehöre A._ selbstverschuldet nicht
mehr. Es sei nie Zweck der Stiftung gewesen, anderen Religionsgemeinschaf-
ten oder Personen zu dienen, die nicht zur «Gemeinde» gehörten. Dies ergebe
sich aus der Entstehungsgeschichte der Stiftung und aus den Tagebucheinträ-
gen des Stifters. Die Verbindung des Stifters und der aus dem Kreis des Stifters
Seite 15/36
entstandenen «Gemeinde» mit der weltweiten D._ sei daher urkundlich be-
legt. Der Stifter sei auch aus der Landeskirche ausgetreten und aus seinen
Tagebucheinträgen gehe klar hervor, dass die Stiftung der «Gemeinde» im
Sinne der D._ dienen solle. Der Stiftungsweck – die Liegenschaft G._ der
«Gemeinde» zur Verfügung zu stellen – habe mit Blick auf die Tagebuchein-
träge beim Stifter eine so grosse Selbstverständlichkeit genossen, dass er sich
für eine explizite Erwähnung der «Gemeinde» als Destinatärin nicht veranlasst
habe sehen müssen.
Das Platzverbot gegen A._ und damit der Verlust der Destinatärsstellung sei
eingehend begründet, so habe A._ in einem erfolglosen Klageverfahren ehr-
verletzende Vorwürfe gegenüber dem in der «Gemeinde» an leitender Stelle
tätigen ausländischen Staatsangehörigen erhoben. Zudem habe er dem Stif-
tungsrat wider besseres Wissen absichtliches Verlotternlassen von Gebäuden
unterstellt. Schliesslich habe er die Zahlung der für die Teilnahme an den ver-
schiedenen vom Verein C._ als treuhänderischem Geschäftsführer der «Ge-
meinde» organisierten und finanzierten Familien-, Freizeit- und Sportprogram-
men geforderten festen Beitrages verweigert, habe aber dennoch in zuneh-
mend provokativer Weise an den Anlässen teilgenommen. Im Interesse der
übrigen Gemeindemitglieder habe daher eingeschritten und das Platzverbot
erteilt werden müssen. Es sei keiner Stiftung zuzumuten, eine Person, die sich
so verhalte, weiterhin als Destinatär zu behandeln. Das Platzverbot enthalte
zwar die Möglichkeit, dass es zurückgezogen werde, sofern A._ glaubhaft
bekunden würde, sich wieder an die gemeinsam getragenen Werte und Hal-
tungen sowie die Glaubensinhalte der «Gemeinde» zu halten und die aktuellen
Regeln zu respektieren. Allerdings habe sich A._ nie um eine konstruktive
Auseinandersetzung oder gar um eine Wiederannäherung an die «Gemeinde»
bemüht. Stattdessen führe er nun mit einer Gruppe von 150 Leuten gesonderte
Versammlungen durch. Die Beurteilung des Zutritts zur Stiftungsliegenschaft
sei ausserdem, wie die Vorinstanz richtig festhalte, im Zuständigkeitsbereich
des Zivilrichters. Weitere Nachteile, die A._ zugefügt worden wären, wie
dass von ihm geleistete Spenden zweckentfremdet worden seien, lege er da-
gegen nicht dar. Daher liege bei A._ kein schutzwürdiges Interesse und da-
mit keine Legitimation zur Beschwerde vor.
A._ seinerseits bringt vor, dass es gegen Treu und Glauben verstosse, wenn
ihm nun, nachdem ihm bereits während einem sechsjährigen Verfahren die
Sachlegitimation von allen Instanzen zugesprochen wurde, diese plötzlich ab-
gesprochen würde. Zur Begründung der Legitimation bringt A._ das gleiche
Zitat des Bundesgerichtes vor wie auch die Stiftung, wonach jeder ein Inte-
resse habe, der wirklich einmal in die Lage kommen könne, eine Leistung oder
einen anderen Vorteil von der Stiftung zu erlangen. Er zieht daraus aber an-
dere Schlüsse, indem er ausführt, dass die Stiftung selbst bestätige, dass er
zum Destinatärskreis gehöre, indem sie aussage, dass er bis zum Zeitpunkt
als er sich mit den Verantwortlichen überwarf Zugang zur Stiftungsliegenschaft
gehabt habe. Das Platzverbot vom 15. September 2013 sei nicht einem Aus-
schluss aus dem Destinatärskreis gleichzusetzen und sei zudem unter dem
Seite 16/36
Vorbehalt der Rücknahme ausgesprochen worden. Somit bleibe er potentieller
Destinatär. Zudem vertrete die Stiftung offenbar die Auffassung, er könne wie-
der Destinatär werden, wenn er z.B. seine Beschwerdetätigkeit einstelle –
dann wäre er wieder beschwerdelegitimiert, aber die Beschwerde zurückgezo-
gen. Dies seien missbräuchliche Verhaltensweisen, die nicht honoriert werden
dürften. Ausserdem genüge für die Beschwerdelegitimation schon eine eigene
persönliche Beziehung bzw. ein eigenes Interesse an der Einhaltung des Stif-
tungszwecks. A._ habe die Stiftungsliegenschaft seit Kindsbeinen immer ge-
nutzt und ihm sei nicht gleichgültig, wenn der Verein C._ über die Nutzung
der Liegenschaften bestimme, Gelder aus der Aufstockung der Hypotheken
dem Verein zukommen würden sowie die Stiftung ihre Autonomie weitgehend
aufgebe.
Es komme hinzu, dass sich ein Bezug der Stiftung oder des Stiftungszwecks
zur D._ oder einer «Gemeinde» im Sinne der D._ oder zum Verein C._
weder aus der Stiftungsurkunde noch aus dem Stifterwillen ergebe. Entspre-
chend sei auch die von der Stiftung B._ vorgebrachte Entstehungsge-
schichte der Stiftung für die Beurteilung der vorliegenden Sache nicht relevant.
Der Stiftungszweck sei nach der Stiftungsurkunde und dem darin zum Aus-
druck gekommenen Stifterwillen im Jahr 1967 zu verstehen, und nicht beliebig
nach Interessen einer ausländischen Religionsgemeinschaft in den Jahren
2003–2020.
Der Stiftungsrat verweigere A._ gerade im Konnex seiner Bemühungen um
eine rechtliche Klärung nicht offen gelegter, intransparenter finanziellen Geld-
flüsse ab der Stiftung den Zutritt zu den Gebäulichkeiten und zwar aus unsach-
lichen Gründen. A._ habe nie Gebäulichkeiten beschädigt oder Versamm-
lungen oder gar religiöse Veranstaltungen gestört. Als Begründung werde der
«Prozess gegen die Stiftung» aufgeführt. Die entsprechenden Vorbringen der
Stiftung zum Platzverbot gegen ihn bestreitet A._ vollumfänglich. Es treffe
unter anderem nicht zu, dass er die Beitragszahlungen für die Nutzung der
Angebote nicht bezahlt habe. Der Verein C._ habe die Zahlungen auf das
Bankkonto der Stiftung B._ ab dem 1. April 2012 nicht annehmen wollen und
daher zurückvergütet.
Auch habe er ein Recht zu erfahren, was mit den von ihm und seiner Frau im
Rahmen der Spendenaktion E._ gespendeten Fr. 10'180.00 passiert sei. Da-
hingehend sei entscheidend, wem die Spenderinnen und Spender ihre Spende
hätten zukommen lassen wollen. Aufgrund der Bezeichnung der Spendenak-
tion mit E._ und der Zweckangabe «Ausbau G._» könne nichts Anderes
gemeint gewesen sein, als der Um- oder Ausbau der Liegenschaft der Stiftung
B._ in der Schweiz. Dafür habe er auch spenden wollen, das Geld sei aber
wohl nicht dafür verwendet worden.
Die Stiftung B._ führt zum letzten Punkt der Spendenaktion aus, dass von
Beginn an klar der Verein C._ Spenden gesammelt habe. Dies mit Blick auf
die hiesigen Bedürfnisse der «Gemeinde F._» und zugleich den internatio-
nalen Versammlungsplatz. Rein aus dem Wort «G._» lasse sich kein Fokus
Seite 17/36
auf die Stiftung allein ableiten, da der Name «G._» eine mehrfache Bedeu-
tung habe. Einerseits trage wohl die gestiftete Liegenschaft den Namen
«G._», aber andererseits sei im Sprachgebrauch aufgrund der Nutzung der
Liegenschaft dann aber auch die «Gemeinde» so genannt worden. Wenn von
«G._» gesprochen werde, sei daher in erster Linie die «Gemeinde» gemeint.
Es sei daher rechtmässig und sachgerecht gewesen, dass der Verein und nicht
die Stiftung die Sammlung durchgeführt habe. Diese Mittel ausschliesslich an
die Stiftung und deren Zwecke zu binden, würde eine Zweckverengung bedeu-
ten, die den Bedürfnissen der «Gemeinde» und den Intentionen der damaligen
Spender zuwiderlaufen würde.
3.2 Gemäss Bundesgericht ist klar, dass jeder am Einschreiten der
Stiftungsaufsichtsbehörden Interessierte auf dem Beschwerdeweg an die je-
weilige Behörde gelangen kann (BGE 107 II 385 Erw. 3). Dies leitet sich aus
dem Art. 84 Abs. 2 ZGB ab. Die Legitimation zur Beschwerdeführung ist dabei
gemäss Lehre weit zu fassen und insbesondere den tatsächlichen und poten-
tiellen Destinatären zuzuerkennen. Konkret soll jede Person, die wirklich ein-
mal in die Lage kommen kann, eine Leistung oder einen anderen Vorteil der
Stiftung zu erlangen, zur Beschwerde legitimiert sein. Die Person muss dazu
bereits heute konkrete Angaben über die Art ihres zukünftigen Interesses ma-
chen können. Ein nicht näher bezeichnetes persönliches Interesse an den mit
der Beschwerde angestrebten Massnahmen genügt nicht (BGE 107 II 385 Erw.
4). Es genügt auch nicht, die Vergangenheit im näheren Umfeld des Stifters
verbracht zu haben (Urteil des Bundesgerichts 9C_823/2011 vom 23. März
2012 Erw. 2.1). Zur Beschwerde ist legitimiert, wer der Stiftung besonders na-
hesteht, entweder indem er in seiner Betätigung mit ihr ideell verbunden ist
oder indem er als potentieller Destinatär mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit
in die Situation kommt, das Stiftungsvermögen zu nutzen. Ungenügend ist eine
lediglich emotionale innere oder geistige Verbundenheit mit dem Stifter oder
der Stiftungstätigkeit. Auch die Erbenstellung allein vermag die Legitimation
nicht per se zu begründen (R. Baumann Lorant, Die Stiftungsaufsichtsbe-
schwerde, in SJZ 109 [2013], S. 517 ff.).
3.3
3.3.1 Es gilt vorliegend konkret zu prüfen, ob A._ ein ausreichendes
persönliches Interesse an der Aufsichtsbeschwerde besitzt bzw. ob ihm eine
potentielle Destinatärstellung zukommt. Dazu ist zunächst zu klären, wer als
Destinatär der Stiftung gilt. Art. 2 der Stiftungsurkunde besagt, dass deren
Zweck darin besteht, die ihr vom Stifter geschenkte Liegenschaft ausschliess-
lich für religiöse Zwecke, d.h. zur Abhaltung von christlichen Gottesdiensten
und rein religiösen Unterweisungen zu verwenden. Im Weiteren soll gemäss
Art. 5 der Stiftungsurkunde bei einer Liquidation der Stiftung das noch vorhan-
dene Stiftungsvermögen der Gemeinde X._ zur Verwendung für gemeinnüt-
zige Zwecke zukommen. Weitergehende Ausführungen zur Nutzung des Stif-
tungsvermögens finden sich in der Stiftungsurkunde keine.
Seite 18/36
Der Stiftungszweck der ursprünglichen Stiftungsurkunde von 1967, der so
auch im Handelsregister eingetragen ist, besagt entsprechend nichts darüber,
welche Glaubensgemeinschaft konkret die Stiftungsliegenschaft nutzen darf.
Denkbar ist nach dem Wortlaut des Zwecks jede christliche Glaubensgemein-
schaft. Dabei ist auch nicht auszuschliessen, dass die Stiftungsliegenschaft
von mehr als einer Glaubensgemeinschaft gleichzeitig genutzt werden kann.
Die Stiftung B._ ist allerdings der Meinung, dass der Zweck der Stiftung
schon von Beginn an immer nur darin bestanden hat, der Glaubensgemein-
schaft F._, die der D._ zugewandt ist, die Liegenschaft zur Verfügung zu
stellen. Die Begründung sieht sie in der durch die Tagebucheinträge des Stif-
ters belegten Zuwendung desselben zur D._.
3.3.2 Die Stiftungsurkunde ist nach dem Willen des Urhebers auszule-
gen. Soweit die Urkunde diesen Willen eindeutig zum Ausdruck bringt, ist der
so geäusserte Wille massgebend. Zur Ermittlung des Sinns von Bestimmun-
gen, die mehr als eine Deutung zulassen, dürfen ausserhalb der Urkunde lie-
gende Tatsachen, z.B. durch andere Schriftstücke oder durch Zeugen bewie-
sene Äusserungen des Urhebers, herangezogen werden (BGE 93 II 439 Erw.
2; siehe auch Entscheid des Verwaltungsgerichts C-6590/2010 vom 2. Januar
2013 Erw. 4.6).
Die von der Stiftung B._ geltend gemachte und von A._ bestrittene bereits
bei der Stiftungsgründung bestehende besondere Nähe des Stifters zur heuti-
gen D._ ist in der Stiftungsurkunde nicht erkennbar; weder findet sich im
Zweckartikel noch in der Bestimmung zur Organisation oder an anderer Stelle
in der Gründungsurkunde eine entsprechende Verbindung zur D._. Auch die
von der Stiftung B._ eingereichten diversen Unterlagen, u.a. ein Auszug aus
dem (transkribierten) Tagebuch des Stifters, vermögen einen schlüssigen
Nachweis der Anbindung der Stiftung an ebendiese Religionsgemeinschaft
nicht hinreichend zu belegen. Schliesslich hat der Stifter in der Stiftungsur-
kunde, sollte die Stiftung aufgelöst und liquidiert werden, die Gemeinde X._
als Begünstigte eingesetzt und gerade nicht die D._ bzw. eine deren vorbe-
stehende Glaubensgemeinschaft in der Schweiz oder im Ausland, was bei be-
sonderer Nähe zu dieser Religionsgemeinschaft zu erwarten gewesen wäre.
Fehlen in der Stiftungsurkunde jedwelche Hinweise auf eine Verbindung zu
einer (bestimmten) Religionsgemeinschaft, so steht dies auch einem «dynami-
schen» Stiftungsverständnis – nämlich dass beispielsweise bei Änderung der
äusseren Umstände bereits die ordnungsgemässe Auslegung des (hypotheti-
schen) Stifterwillens sowie die ordnungsgemässe Ermessensausübung erfor-
dert, dass der Stiftungsrat den Stifterwillen nicht in Starrheit «verdorren» lässt,
sondern einer dynamischen Weiterentwicklung zuführt, was so lange möglich
ist, als dass dies innerhalb der reinen Ermessensausübung und im Bereich der
dem Stiftungsrat zustehenden Handlungsautonomie geschieht, mithin sich die
Fortentwicklung innerhalb der identitätsbestimmenden Grundentscheide des
Stifters bewegt (D. Jakob, Der Schutz des Stifterwillens, in: Der Stifterwille: Ein
Phänomen zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Ewigkeit, Schriften zur
Seite 19/36
Rechtspsychologie Band 14, Bern 2014, S. 67) – entgegen und schliesst eine
spätere organisatorische Eingliederung in eine bestimmte Religionsgemein-
schaft grundsätzlich aus. Zumal sich hier die äusseren Umstände in Bezug auf
den Kreis möglicher Religionsgemeinschaften nicht geändert hat bzw. der ur-
sprüngliche Stifterwille nicht an seine Grenzen gestossen ist. Selbst wenn der
Stifter in seinem Tagebucheintrag vom 5. August 1967 schreibt: «Die G._
offiziell der Gemeinde übergeben», bedeutet dies nicht, dass die Liegenschaf-
ten der Stiftung bis in alle Ewigkeit nur der mit der D._ verbundenen Glau-
bensgemeinschaft F._ zukommen sollen. Da der Zweck einer Stiftung nur
schwer geändert werden kann, sollte er grundsätzlich so offen formuliert wer-
den, dass er möglichst auch unter anderen Umständen und in fernen Zeiten
sowie nach absehbaren und nicht absehbaren Entwicklungen, noch sinnvoll
umsetzbar bleibt (T. Sprecher, Stiftungsrecht, Zürich und St.Gallen 2017, S.
47). Es ist davon auszugehen, dass der Stifter den Stiftungszweck vorliegend
im Hinblick auf diesen Grundsatz formuliert und daher auf die Nennung einer
bestimmten Glaubensgemeinschaft bewusst verzichtet hat. Aber auch dies än-
dert nichts daran, dass die Stiftungsliegenschaft durch andere Glaubensge-
meinschaften ebenfalls genutzt werden kann.
Somit ist festzustellen, dass die Stiftung B._ gemäss Wortlaut ihres Zweck-
artikels nicht bereits seit ihrer Gründung untrennbar mit einer bestimmten Re-
ligionsgemeinschaft verbunden war, sondern mehreren Religionsgemein-
schaften offenstehen kann. Allein schon aus diesem Grund ist A._ als po-
tentieller Destinatär der Stiftung zu betrachten. Zumal er offenbar mit einer ei-
genen Gruppe noch religiöse Versammlungen abhält, die demnach durchaus
in den Liegenschaften der Stiftung abgehalten werden könnten.
3.3.3 Weiter begründet die Stiftung B._ die fehlende Legitimation von
A._ vor allem damit, dass er spätestens seit dem Platzverweis vom 15. Sep-
tember 2013 seine Stellung als Destinatär verloren habe. Unbestritten ist aller-
dings die Tatsache, dass das Platzverbot nicht unwiderruflich ausgesprochen
wurde. Die Stiftung macht den Widerruf davon abhängig, dass A._ glaubhaft
bekunde, sich wieder an die gemeinsam getragenen Werte und Haltungen so-
wie die Glaubensinhalte der «Gemeinde» zu halten und die aktuellen Regeln
zu respektieren. Allerdings habe sich A._ seither nie um eine Wiederannä-
herung an die «Gemeinde» bemüht.
Aufgrund des aktuell noch bestehenden Rechtsstreites ist es nur verständlich,
dass sich A._ noch nicht wieder an die Glaubensgemeinschaft F._ («Ge-
meinde») annähern konnte, da die von ihm vermuteten Unstimmigkeiten in den
Finanzen der Stiftung B._ noch nicht abschliessend geklärt werden konnten.
Es erscheint tatsächlich rechtsmissbräuchlich, wenn die Stiftung B._ einen
Rückzug des Platzverweises implizit davon abhängig macht, dass A._ seine
Beschwerdetätigkeit aufgibt und ihm ab diesem Zeitpunkt die Legitimation zur
Beschwerde, die dann allerdings aufgrund des Rückzugs nicht mehr möglich
ist, wieder zusprechen will. Es erscheint stossend, wenn eine Person, die sich
Seite 20/36
gegen das Verhalten eines Stiftungsrates auflehnt, mit einem Platzverbot be-
legt wird und ihm dann anschliessend gerade aufgrund dieses Platzverbotes
die Legitimation, sich gegen die möglichen nicht korrekten Verhaltensweisen
in der Stiftung zur Wehr zu setzen, abgesprochen werden soll. Die Tatsache,
dass sich A._ in den letzten sieben Jahren der Glaubensgemeinschaft F._
nicht wieder angenähert hat, kann vor diesem Hintergrund keine Rolle spielen.
Zumal gemäss Bundesgericht dem Umstand, dass ein Beschwerdeführer in
einem angespannten Verhältnis zu den Stiftungsorganen steht und dass die
von ihm erhobenen Vorwürfe davon möglicherweise nicht unbeeinflusst sind,
nicht bei der Prüfung der Beschwerdebefugnis, sondern bei der materiellen
Beurteilung der Beschwerde angemessen Rechnung zu tragen ist (BGE 107 II
385 Erw. 5). Zusätzlich handelt es sich beim Platzverbot ohnehin lediglich um
ein Zutrittsverbot zur Stiftungsliegenschaft und nicht um einen Ausschluss aus
der Gemeinde. Auch aus dieser Perspektive ist A._ weiterhin als potentieller
Destinatär der Stiftung zu betrachten, da (nach Erledigung der Streitigkeit)
durchaus mit gewisser Wahrscheinlichkeit die Möglichkeit besteht, dass er wie-
derum einen Vorteil der Stiftung nutzen kann und auch wird. Zumal er sich
immer mit der Stiftung und deren Liegenschaft verbunden gefühlt hat. Dem-
nach kann vorliegend offenbleiben, ob das Platzverbot zu Recht erfolgt ist und
welches Gericht für dessen Beurteilung zuständig ist.
3.3.4 A._ hat überdies nachweislich und unbestritten im Rahmen der
Spendenaktion E._ einen Beitrag von Fr. 10'180.00 geleistet. Dahingehend
gehen die Meinungen auseinander, ob diese Spende rechtmässig der Stiftung
B._ oder dem Verein C._ zustehen würde. Diese Frage ist vorliegend nicht
zu klären. Allerdings hat A._ als Spender ein Recht und ein Interesse zu
erfahren, wofür seine Spende effektiv gebraucht wurde. Die entstandene Strei-
tigkeit zeigt bereits, dass die Verwendung der Spende nicht eindeutig war. Da
gerade in diesem Verfahren die Frage geklärt werden soll, inwiefern allenfalls
Vermögen der Stiftung zweckwidrig verwendet wurde, kommt A._ auch auf-
grund seiner geleisteten Spende ein Interesse zur Aufsichtsbeschwerde zu.
3.3.5 Zusammenfassend kann daher festgehalten werden, dass A._
in mehrfacher Hinsicht potentieller Destinatär der Stiftung B._ ist und aus-
serdem aufgrund seiner geleisteten Spende ein Interesse an einer Aufklärung
der finanziellen Sachverhalte hat. Entsprechend ist die Legitimation von A._
zur Stiftungsaufsichtsbeschwerde gegeben und die Vorinstanz zurecht auf
diese eingetreten. Offenbleiben kann nach dem Gesagten, ob allein schon die
vorherige Destinatärstellung während mehreren Jahrzehnten oder die familiäre
Verbindung zum Stifter zur Beschwerde legitimiert hätten.
3.4 Da die Legitimation von A._ zur Stiftungsaufsichtsbeschwerde
bei der Vorinstanz gegeben ist, ist ohne weiteres auch die Legitimation im vor-
liegenden Rekursverfahren, das sich gegen die Verfügungen der Vorinstanz
zur Beurteilung der Aufsichtsbeschwerde richtet, gegeben, da darin seine An-
träge abgewiesen wurden. Auf den Rekurs von A._ ist daher einzutreten.
Seite 21/36
4. Als weiterer Punkt ist vorab zu beurteilen, ob durch die Einschrän-
kung des Akteneinsichtsrechts von A._ sein Anspruch auf rechtliches Gehör
verletzt wurde und ob ihm Einsicht in die beantragten Unterlagen zu gewähren
ist.
4.1 A._ bringt dazu vor, dass sein rechtliches Gehör durch die bei-
den Verfügungen der Vorinstanz in zweifacher Hinsicht verletzt worden sei und
er dadurch daran gehindert worden sei, die Chancen eines Rekurses gegen
die Verfügung vom 10. Februar 2020 abzuschätzen und einen solchen Rekurs
zu begründen. Nachdem A._ mittels Eingabe vom 29. August 2019 seine in
den Jahren 2014 und 2015 gestellten Anträge und Begründungen nach Auffor-
derung durch die Vorinstanz nochmals aktualisiert habe, sei die Stellungnahme
der Stiftung B._ zur Stiftungsaufsichtsbeschwerde samt 28 neu eingereich-
ten Urkunden am 5. Dezember 2019 erfolgt. Anschliessend habe die Vo-
rinstanz mit Ausnahme der Legitimation von A._ vollständig die rechtliche
Sichtweise der Stiftung gemäss Eingabe vom 5. Dezember 2019 samt Sach-
verhaltsdarstellung unkritisch übernommen und die Verfügung vom 10. Feb-
ruar 2020 erlassen. Dies, ohne dass A._ vorgängig die Stellungnahme der
Stiftung B._ vom 5. Dezember 2019 samt Beilagen zugestellt worden sei.
Auch sei A._ nicht mitgeteilt worden, dass die Vorinstanz nun beabsichtige,
das Verfahren abzuschliessen. Er sei dadurch an seinem Replikrecht gehindert
worden und habe nicht vor Erlass der Verfügung vom 10. Februar 2020 die
Möglichkeit gehabt, die Argumente und Behauptungen der Stiftung zu widerle-
gen. Erst nachträglich – zusammen mit der Verfügung vom 19. Februar 2020
– sei A._ die Stellungnahme der Stiftung B._ vom 5. Dezember 2019 mit
einem Teil der Beilagen zugestellt worden. Aber auch diese Zwischenzeit von
vier Tagen seit Erhalt der Stellungnahme bis zum Ablauf der Rekursfrist der
Verfügung vom 10. Februar 2020 sei nicht ausreichend gewesen, um die um-
fangreichen Akten in der Rekursschrift zu verarbeiten. Zudem sei mit der Ver-
fügung vom 19. Februar 2020 weiterhin die Einsicht in einen Teil der Akten
verweigert worden. Auch dabei handle es sich um eine Verletzung des rechtli-
chen Gehörs und eine Hinderung an der Begründung des Rekurses. Die Ver-
weigerung der Akteneinsicht, insbesondere in konkret im Rahmen des Verfah-
rens von der Stiftung eingereichte Akten, verletze zudem die Waffengleichheit
und die Gleichbehandlung der Parteien im Verfahren. Dies laufe auf ein eigent-
liches Geheimverfahren hinaus. Zumal die Vorinstanz nicht einmal in Grund-
zügen die Inhalte der Dokumente, in die sie die Einsicht verweigert habe, wie-
dergegeben habe, zugleich aber in der Begründung auf diese Aktenstücke ab-
gestellt habe. Vollumfängliche Einsicht in alle Aktenstücke für Verfahrensbe-
teiligte sei der Normalfall. Abweichungen würden sich nur in sehr engem, ge-
setzlich geregeltem Umfang rechtfertigen und müssten spezifisch und sachlich
begründet, verhältnismässig und nicht willkürlich sein. Die Vorinstanz nenne
keine gesetzliche Grundlage für die teilweise Verweigerung der Akteneinsicht.
Bei den act. 49, 51–57 handle es sich um Beilagen zur Eingabe der Stiftung
vom 5. Dezember 2019 als Beantwortung der Eingabe von A._ vom 29. Au-
gust 2019, also Akten, die Teil der Verfahrensauseinandersetzung seien und
Seite 22/36
von der Stiftung zur Begründung ihres Antrags auf Abweisung der Anträge von
A._ vorgebracht worden seien. Weder die Stiftung noch die Vorinstanz wür-
den konkret darlegen, worin die Persönlichkeitsrechte bestünden, die durch
das Akteneinsichtsrecht verletzt würden. Eine pauschale Berufung auf Persön-
lichkeitsrechte oder Geschäftsgeheimnisse genüge nicht. Konkrete Geschäfts-
geheimnisse seien aber nicht geltend gemacht worden. Bei der Anwendung
von Art. 28 Abs. 1 ZGB auf Stiftungen und Vereine sei zudem Zurückhaltung
am Platz, zumal wenn sie gemäss ihrem Zweck Öffentlichkeit suchen, in der
Öffentlichkeit tätig sind und für einen bestimmten Kreis von Destinatären bzw.
Mitgliedern sozial tätig sind sowie aktiv Gelder zu ihrer Zweckverwendung
sammeln. Auch würden keine gewichtigen öffentlichen Interessen an der Ak-
teneinsichtsverweigerung geltend gemacht und solche seien auch nicht er-
sichtlich. Ausserdem müsse eine ausnahmsweise zulässige Akteneinsichts-
verweigerung proportional, nach Verhältnismässigkeitsprüfung erfolgen. Die
Vorinstanz habe aber keinerlei Verhältnismässigkeitsprüfung vorgenommen.
Die Stiftung B._ legt dar, dass A._ bereits mangels Beschwerdelegitima-
tion keine weitere Akteneinsicht zukommen könne, da das Akteneinsichtsrecht
nicht weitergehen könne, als die Legitimation in der Sache selber. Mangels
Anspruch von A._ auf rechtliches Gehör, liege entsprechend auch keine Ge-
hörsverletzung vor. Insbesondere Buchhaltungsunterlagen der Stiftung B._
sowie Dritter (namentlich: Verein C._) würden in die Geheim- und Pri-
vatsphäre fallen und seien damit vom Persönlichkeitsschutz juristischer Perso-
nen erfasst. Die Belege des Vereins C._ seien darüber hinaus bereits des-
halb besonders schutzwürdig, weil der Verein nicht Gegenstand des vorliegen-
den Stiftungsaufsichtsverfahrens sei. Die Behauptung von A._, eine Abhän-
gigkeit der Stiftung vom Verein legitimiere ihn zur Akteneinsicht in Vereinsun-
terlagen, sei haltlos. Verein und Stiftung würden über eine getrennte sowie re-
vidierte Buchhaltung verfügen. Einer Akteneinsicht stünden daher gewichtige
private Interessen entgegen, während auf Seiten von A._ nicht einmal an-
satzweise ein schutzwürdiges Interesse an der Gewährung der Akteneinsicht
belegt sei.
Die Vorinstanz stellt in ihrer Verfügung vom 19. Februar 2020 zunächst gene-
rell klar, dass A._ kein Recht auf Einsicht in sämtliche Akten betreffend die
Stiftung zukomme. Dies gelte namentliche für die Akten, die sich in Überarbei-
tung befänden, und Akten, die im Zusammenhang mit der jährlichen Prüfung
der Berichterstattung stünden. Die act. 49 und 51–55 würden die Persönlich-
keitsrechte des Vereins C._ betreffen, der nicht Gegenstand der Stiftungs-
aufsichtsbeschwerde sei, weshalb die Unterlagen vom Akteneinsichtsrecht
ausgeschlossen seien. Die act. 56 und 57 würden in das aufsichtsbehördliche
Verfahren zur Prüfung der Jahresberichterstattung 2018 fallen und seien daher
von der Akteneinsicht ausgeschlossen. Die Stiftung B._ schliesst sich dieser
Argumentation der Vorinstanz an.
Seite 23/36
4.2 Bei der Stiftungsaufsichtsbeschwerde handelt es sich um ein
Rechtsmittel sui generis mit Anspruch auf Eintreten und Einräumung von Par-
teirechten (BGE 107 II 385 Erw. 4 und 5). A._ hat demnach aufgrund seiner
vorgängig festgestellten Legitimation zur Beschwerde grundsätzlich ein Recht
auf vollständige Einsicht in die Verfahrensakten. Der Anspruch auf Aktenein-
sicht ergibt sich in diesem Fall aus der Parteistellung sowie der Verfahrensbe-
teiligung; er gilt voraussetzungslos und ohne Nachweis eines besonderen In-
teresses. Eine Verfügungs- oder Entscheidempfängerin soll zu den wesentli-
chen Punkten Stellung nehmen können, bevor der Entscheid gefällt wird. Dazu
muss sie vorweg auch in die massgeblichen Akten Einsicht nehmen können
(S. Rizvi / S. Risi, Praxiskommentar, Zürich und St.Gallen 2020, N 18 zu Art.
15–17 VRP).
Art. 16 VRP besagt betreffend Akteneinsicht, dass die Beteiligten Anspruch auf
Einsicht in die Akten haben, soweit nicht wichtige öffentliche oder schutzwür-
dige private Interessen entgegenstehen. Gemäss Abs. 2 muss dann aber der
wesentliche Inhalt eines Aktenstückes, in das die Einsicht verweigert wird, so
weit mitgeteilt werden, als dies ohne Verletzung des zu schützenden Interes-
ses möglich ist. Dem Interesse an der Akteneinsicht kann demnach ein Ge-
heimhaltungsinteresse des Staates oder anderer Personen entgegenstehen.
Zwischen dem Interesse an der Einsicht und dem Geheimhaltungsinteresse ist
abzuwägen. Geht das Geheimhaltungsinteresse vor, darf die Behörde entwe-
der das betreffende Schriftstück auch nicht beachten oder muss dem Betroffe-
nen den wesentlichen Inhalt bekannt geben (U. Häfelin / G. Müller / F. Uhl-
mann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Aufl., Zürich und St.Gallen 2016, Rz.
1019 ff.). Das Akteneinsichtsrecht bezieht sich auf sämtliche verfahrensbezo-
genen Akten, die geeignet erscheinen, Grundlage des Entscheids zu bilden.
Die Akteneinsicht ist auch zu gewähren, wenn dies den Entscheid in der Sache
nicht zu beeinflussen vermag. Die Akteneinsicht ist die Regel, deren Ein-
schränkung bildet die Ausnahme (S. Rizvi / S. Risi, a.a.O., N 44 zu Art. 15–17
VRP).
Wichtige private Interessen, die für eine Geheimhaltung sprechen, sind der
Persönlichkeitsschutz und die Wahrung von Geschäfts- und Berufsgeheimnis-
sen. Für das Vorliegen eines Geschäftsgeheimnisses werden ein Mangel an
Offenkundigkeit sowie ein subjektiver und objektiver Geheimhaltungswille vor-
ausgesetzt. Beispiele sind Informationen, die Einkaufs- und Bezugsquellen,
Betriebsorgansation, Preiskalkulation, Offertunterlagen etc. bekanntgeben.
Geschützt werden einzig jene Tatsachen, die den kaufmännischen und be-
triebswirtschaftlichen Bereich eines Geschäfts oder Unternehmens betreffen
(S. Rizvi / S. Risi, a.a.O., N 49 zu Art. 15–17 VRP). Entscheidend ist, ob die
geheimen Informationen Auswirkungen auf das Geschäftsergebnis haben kön-
nen, ihnen also ein wirtschaftlicher Wert zukommt (Entscheid des Bundesver-
waltungsgerichtes B-3588/2012 vom 15. Oktober 2014 Erw. 6.4).
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Die Verfahrensbeteiligten haben dem Gericht jene Teile der Akten konkret zu
bezeichnen, die nach ihrer Auffassung Geschäftsgeheimnisse enthalten und
deshalb nicht offengelegt werden sollen (Entscheid des Verwaltungsgerichtes
B 2015/181 [Präsidialverfügung] vom 1. Oktober 2015 Erw. 5). Die Aktenein-
sicht darf nur so weit beschränkt werden, als Geheimhaltungsgründe vorliegen
(S. Rizvi / S. Risi, a.a.O., N 49 zu Art. 15–17 VRP). Die Einschränkungen müs-
sen zudem in jedem Fall verhältnismässig sein, das heisst, die sich gegenüber-
stehenden Interessen an der Einsicht und an deren Verweigerung sind im Ein-
zelfall sorgfältig abzuwägen (S. Rizvi / S. Risi, a.a.O., N 45 zu Art. 15–17 VRP).
4.3 Zunächst ist zu klären, inwiefern allenfalls das rechtliche Gehör von
A._ dadurch verletzt wurde, dass die Vorinstanz ihm die Stellungnahme der
Stiftung B._ vom 5. Dezember 2019 nicht vor ihrer Verfügung vom 10. Feb-
ruar 2020 zugestellt hat.
4.3.1 Die Akteneinsicht kommt denjenigen Personen zu, die unmittelbar
in ein förmliches Verfahren einbezogen sind (U. P. Cavelti / Th. Vögeli, a.a.O.,
Rz. 1124). Der Anspruch auf Akteneinsicht ist für die Verfahrensbeteiligten
grundsätzlich umfassend. Sie dürfen sämtliche prozessbezogenen Akten ein-
sehen (U. P. Cavelti / Th. Vögeli, a.a.O., Rz. 1128). Vorliegend handelt es sich
um das Verfahren einer Stiftungsaufsichtsbeschwerde. Wie vorstehend fest-
gestellt, war A._ zu dieser Stiftungsaufsichtsbeschwerde legitimiert und hat
damit im Verfahren Parteistellung. Aus diesem Grund sind ihm grundsätzlich
sämtliche Verfahrensakten zuzustellen, soweit nicht wichtige öffentliche oder
schutzwürdige private Interessen entgegenstehen.
4.3.2 Bei der Stellungnahme der Stiftung B._ vom 5. Dezember 2019
handelt es sich klar um eine Eingabe im Rahmen der Stiftungsaufsichtsbe-
schwerde. Zwar nimmt die Stiftung im ersten Teil auf die Fragen der Aufsicht
im Schreiben vom 20. September 2019 Stellung, aber ab Seite 19 wird eindeu-
tig zur Stellungnahme von A._ vom 29. August 2019 und damit im Rahmen
der Stiftungsaufsichtsbeschwerde Stellung genommen. Es findet sich dabei im
gesamten Schreiben der Stiftung vom 5. Dezember 2019 kein Hinweis darauf,
dass irgendwelche Aussagen oder Beilagen nicht an A._ ausgehändigt wer-
den dürften. Im Gegenteil wird im Bereich der expliziten Stellungnahme zu den
Aussagen von A._ sogar auf die vorherigen Ausführungen zu den Fragen
der Stiftungsaufsicht Bezug genommen bzw. darauf verwiesen. Die Stiftung
B._ beantragt einzig, dass die Stiftungsaufsicht zunächst das Verfahren auf
die von ihr aufgeworfenen Fragen beschränken und erst anschliessend dar-
über befinden soll, ob und inwieweit sie auf die abermals deutlich weitergehen-
den Anträge des Beschwerdeführers eintrete. Begründet werden diese An-
träge mit der Prozessökonomie sowie mit dem Persönlichkeitsschutz des Ver-
eins C._, der Stiftung D._ und der weltweiten Gemeinde. Auf diesen An-
trag ist die Aufsicht aber nicht eingegangen, sondern ist in ihrer Verfügung vom
10. Februar 2020 grundsätzlich auf die Anträge von A._ eingetreten, auch
Seite 25/36
wenn sie diese abgewiesen hat. Die Verfügung wurde denn auch explizit als
Entscheid über die Stiftungsaufsichtsbeschwerde von A._ betitelt.
4.3.3 Vor diesen Hintergründen ist die Stellungnahme der Stiftung B._
von 5. Dezember 2019 eindeutig als Rechtsschrift im Rahmen der Stiftungs-
aufsichtsbeschwerde zu qualifizieren und sie hätte A._ vor der Verfügung
vom 10. Februar 2020 zugestellt werden müssen. Der Anspruch auf rechtliches
Gehör beinhaltet einen allgemeinen Anspruch darauf, sich in einem Verfahren
angemessen äussern zu können, bevor die Entscheidung getroffen wird, und
mit dem Geäusserten auch angehört zu werden (U. P. Cavelti / Th. Vögeli,
a.a.O., Rz. 77). Dieser Anspruch wurde A._ vorliegend verweigert und er
wurde dadurch gehindert, seine Parteirechte wahrnehmen zu können. Die Vo-
rinstanz hat entsprechend, indem sie mittels Verfügung vom 10. Februar 2020
über die Aufsichtsbeschwerde von A._ entschieden hat, ohne dass ihm vor-
gängig die Stellungnahme der Stiftung B._ vom 5. Dezember 2019 zugestellt
wurde, seinen Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt.
4.3.4 Diese Gehörsverletzung hat auch nicht dadurch geheilt werden
können, dass A._ die Stellungnahme der Stiftung B._ vom 5. Dezember
2019 (mit einem Teil der Beilagen) zusammen mit der Verfügung vom 19. Feb-
ruar 2020 zugestellt wurde. Die Zeit bis zum Ende der Rekursfrist war mit vier
Tagen eindeutig zu kurz.
4.4 Als nächstes ist zu klären, inwiefern A._ ein Anspruch hat, in die
von ihm begehrten Akten Einsicht zu nehmen.
4.4.1 A._ verlangt zuerst generell vollumfängliche Akteneinsicht in alle
Verfahrensakten und Dokumente, welche die Vorinstanz im Zusammenhang
mit und als Folge der am 15. Oktober 2014 ihr von A._ gestellten Anträge
verfasst, erhalten und/oder beigezogen hat. Als zweites verlangt er insbeson-
dere Einsicht in die nachfolgenden Akten: Nutzungsvereinbarung (überarbeitet
am 16. April 2015), in Überarbeitung befindliches Stiftungsreglement, Revisi-
onsberichte für Jahresrechnungen 2007 und 2008, Aktenstücke 49 sowie 51
bis und mit 57 gemäss Beilagenverzeichnis des Schreibens der Stiftung vom
5. Dezember 2019, Details der Jahresrechnungen der Stiftung 2007–2018, ins-
besondere betreffend gegenseitige Forderungen zwischen Stiftung B._, Ver-
ein C._, Stiftung D._ in der Schweiz und Organen, Stiftungen, Gesell-
schaften, Trusts der D._ im Ausland, und die Kontiblätter der Jahresrech-
nungen 2007–2018 von Stiftung B._ und Verein C._ betreffend ihres ge-
genseitigen Kontokorrentverkehrs sowie in die act. 80–87, welche die Stiftung
B._ mit ihrer Rekursantwortschrift vom 24. August 2020 neu eingereicht hat.
Was die generell geforderte vollumfängliche Akteneinsicht betrifft, so ist die
Stiftung B._ der Meinung, dass diese frühestens ab dem 16. Oktober 2015
erfolgen dürfe, da das vorliegende Verfahren erst zu diesem Zeitpunkt einge-
leitet worden sei. Die Vorinstanz geht in ihrer Verfügung vom 10. Februar 2020
Seite 26/36
allerdings davon aus, dass die Stiftungsaufsichtsbeschwerde vom 16. Oktober
2014 datiert. Da A._ sämtliche Akten, die zwischen dem 16. Oktober 2014
und dem 16. Oktober 2015 im Rahmen des Verfahrens eingereicht wurden,
bereits erhalten hat, kann die Frage der Einleitung des Verfahrens zu diesem
Zeitpunkt offenbleiben. Nebst denjenigen Akten, in welche A._ explizit Ein-
sicht verlangt bzw. in welche ihm die Einsicht explizit verwehrt wurde, gibt es
keine weiteren Akten, die im Recht liegen, in die A._ aber noch keine Ein-
sicht erhalten hat. Aus diesem Grund ist im Folgenden lediglich auf diejenigen
Akten einzugehen, in die A._ explizit eine Einsicht verlangt hat. Es sind auch
nur diese Akten, die ihm allenfalls zuzustellen wären, sofern das Recht auf eine
Akteneinsicht besteht. Soweit A._ bereits über die Akten verfügt, besteht
keine Notwendigkeit, ihm diese nochmals zuzustellen.
4.4.2 Bezüglich der explizit mittels Verfügung vom 19. Februar 2020 von
der Akteneinsicht ausgenommenen Dokumente act. 49 und 51–57 gemäss
Beilagenverzeichnis der Stiftung vom 5. Dezember 2019 sowie das Stiftungs-
reglement in Überarbeitung ist zunächst in allgemeiner Weise festzuhalten,
dass bei der Beurteilung eines Akteneinsichtsrechtes eine Interessenabwä-
gung zwischen dem Interesse an der vollständigen Einsicht in die Verfahrens-
akten einerseits und dem Geheimhaltungsinteresse andererseits vorzuneh-
men ist. Aus der Verfügung der Vorinstanz vom 19. Februar 2020 geht aber in
keiner Weise hervor, dass eine solche Interessenabwägung durchgeführt wor-
den wäre. Ausserdem muss, wenn die Einsicht in ein Aktenstück verweigert
wird, aber bei der Entscheidung dennoch auf dieses abgestellt wird, der Inhalt
des Aktenstücks so weit zusammengefasst werden, als dass das Geheimhal-
tungsinteresse dies ermöglicht. Auch eine solche Zusammenfassung hat die
Vorinstanz in ihrer Verfügung nicht vorgenommen. Auch dahingehend wurde
das rechtliche Gehör von A._ verletzt.
4.4.3 Im Folgenden ist auf die einzelnen von A._ begehrten Unterla-
gen einzugehen:
- Nutzungsvereinbarung (überarbeitet am 16.04.2015):
Diese überarbeitete Nutzungsvereinbarung ist in act. 22 der Rekursergän-
zung der Stiftung B._ vom 26. März 2020 enthalten und wurde A._
entsprechend in diesem Rekursverfahren nochmals zugestellt. Dieser
Punkt hat sich entsprechend erledigt. Inwiefern der Inhalt der überarbeite-
ten Nutzungsvereinbarung dem Stiftungszweck entspricht, ist an dieser
Stelle nicht zu prüfen.
- in Überarbeitung befindliches Stiftungsreglement:
Die Vorinstanz verweigert die Akteneinsicht, da sich das Stiftungsregle-
ment in Überarbeitung befinde und solche Dokumente grundsätzlich vom
Akteneinsichtsrecht ausgeschlossen seien. Die Stiftung B._ ergänzt
dazu, dass das Stiftungsreglement unabhängig vom vorliegenden Verfah-
ren in Absprache mit der Vorinstanz überarbeitet werde und A._ folglich
Seite 27/36
schlicht nichts angehe. Die Aufsichtstätigkeit habe sich ausserdem im
Sinne des Verhältnismässigkeitsgrundsatzes auf das Notwendigste zu be-
schränken und dem Stiftungsrat sei der nötige Entscheidungsspielraum zu
belassen. So könne auch nicht einfach jeder Sachgegenstand zum Be-
standteil des vorliegenden aufsichtsrechtlichen Verfahrens gemacht wer-
den.
A._ bringt dazu vor, die Begründung der Verfügung vom 10. Februar
2020, mit der seine Beanstandungen materiell abgewiesen worden seien,
beruhe gerade darauf, dass das Stiftungsreglement und auch die Ände-
rung 2015 der Nutzungsvereinbarung seine Beanstandungen beheben o-
der gegenstandslos machen würden. Durch Verweigerung der Einsicht in
diese Akten verwehre die Vorinstanz eine Überprüfung der Abweisung der
Anträge von A._. Der Beizug des Stiftungsreglementes und der Nut-
zungsvereinbarung sei ein zentrales Element, um die Anträge von A._
auf verstärkte Aufsicht, Ersetzung der jetzigen Stiftungsräte, Einsetzung
eines Sachwalters usw. materiell zu beurteilen.
Grundsätzlich besteht ein Anspruch auf vollständige Akteneinsicht. Dazu
gehören beispielsweise Stellungnahmen, Berichte, Gutachten, Zeichnun-
gen, Skizzen, Ergänzungen, Korrespondenzen, Aktennotizen, E-Mails
Pläne usw. (S. Rizvi / S. Risi, a.a.O., N 44 zu Art. 15–17 VRP). Demnach
gelten Dokumente, die sich in Überarbeitung befinden nicht als grundsätz-
lich vom Akteneinsichtsrecht ausgenommen. Diese in Überarbeitung be-
findliche Version des Stiftungsreglementes in act. 15 der Vorakten der Vo-
rinstanz unterscheidet sich vom Stiftungsreglement vom 15./16. März 2003
lediglich darin, dass es handschriftliche Notizen und Streichungen enthält,
die vorwiegend die Aufsichtsbehörde betreffen. Es ist nicht ersichtlich, in-
wiefern der Stiftung B._ ein Nachteil daraus entstehen würde, wenn
A._ in dieses Dokument Einsicht erhält. Auch ein besonderes Geheim-
haltungsinteresse an diesem Aktenstück ist nicht ersichtlich und wird auch
nicht konkret von Seiten der Stiftung oder der Vorinstanz dargelegt. Nur
weil es sich in Überarbeitung befindet, ist es nicht vom Akteneinsichtsrecht
ausgenommen. Da dem Stiftungsreglement bei der Prüfung der Anträge
von A._ gemäss seinen Ausführungen eine gewisse Relevanz zukommt
und im Hinblick auf den Anspruch einer vollständigen Akteneinsicht, ist da-
her A._ die Einsicht in das in Überarbeitung befindliche Stiftungsregle-
ment zu gewähren.
- Revisionsberichte für die Jahresrechnungen 2007–2008:
Dahingehend führt die Stiftung B._ aus, dass die Vorinstanz lediglich die
Jahresrechnungen 2009–2017 verlangt habe und alle anderen Rechnun-
gen daher nicht von Belang seien.
Unabhängig davon, ist die Jahresrechnung 2008 inkl. Revisionsbericht mit
den Zahlen des Vorjahres 2007 in act. 2a der Rekursergänzung der Stif-
tung B._ vom 26. März 2020 enthalten und wurde A._ entsprechend
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in diesem Rekursverfahren nochmals zugestellt. Dieser Punkt hat sich ent-
sprechend erledigt.
- act. 49: «alle Kontoblätter Stiftung B._ 2009–2018 (inkl. Kontokorrent mit
Verein; Konto 1160)»:
A._ bringt vor, Gegenstand des Aufsichtsverfahrens sei zu einem gros-
sen Teil der Vorhalt, dass der Verdacht bestehe, dass das Vermögen und
die laufenden Mittel der Stiftung B._ unzulässigerweise zu Gunsten des
Vermögens oder der laufenden Mittel des Vereins C._ abgebaut würden,
und dass diese Vorgänge weder rechtlich noch wirtschaftlich gerechtfertigt
seien. Kontoauszüge aus den Buchführungen sowohl der Stiftung als auch
des Vereins seien die zentralen Dokumente zur Prüfung dieser Vorbringen.
Soweit Unterlagen als Beilagen mit der Rechtsschrift vom 5. Dezember
2019 eingereicht wurden, könne zudem keine Persönlichkeitsverletzung
des Vereins C._ vorliegen, da anzunehmen sei, dass die Stiftung im le-
galen Besitz der Dokumente gewesen sei. Die Stiftung B._ führt dage-
gen an, dass dies sowohl ihre eigenen als auch die Persönlichkeitsrechte
des Vereins C._ verletzen würde.
Es ist unbestritten, dass juristische Personen durchaus ihre Geheim- und
Privatsphäre haben und Schutz ihrer geschäftlichen und beruflichen Ehre
geniessen (P. Nobel, Gedanken zum Persönlichkeitsschutz juristischer
Personen, in: Festschrift für Mario M. Pedrazzini, Bern 1990, S. 411 ff.).
Allerdings muss in einem Verfahren bei der Geltendmachung einer Be-
schränkung der Akteneinsicht anderer Verfahrensbeteiligter konkret darge-
legt werden, inwiefern das Geheimhaltungsinteresse bei der Gewährung
der Akteneinsicht verletzt würde. Ein pauschaler Verweis auf Persönlich-
keitsrechte genügt dieser Anforderung nicht. Auch die Argumentation der
Stiftung, die Buchhaltungsunterlagen seien eindeutig vom Persönlichkeits-
schutz erfasst, genügt nicht zur Verweigerung der Akteneinsicht. Selbst
wenn dies so wäre, muss dennoch eine Interessenabwägung stattfinden,
da der Persönlichkeitsschutz nicht absolut gilt und daher nicht jede Verlet-
zung der Persönlichkeit auch widerrechtlich ist (vgl. Art. 28 Abs. 2 ZGB).
Zudem gilt eine gewisse Zurückhaltung in Bezug auf Persönlichkeitsrechte,
wenn die betreffende juristische Person nicht einen wirtschaftlichen, son-
dern einen ideellen Zweck verfolgt.
Es handelt sich bei diesem Aktenstück um die Kontoblätter der Stiftung
B._ der Jahre 2009 bis 2018 und zwar nur der Stiftung, die in diesem
Verfahren direkt Partei ist. Da die meisten Ein- und Ausgaben der Stif-
tungsliegenschaft über den Verein C._ laufen, ist aus diesen Unterlagen
nicht viel mehr ersichtlich, als aus den Jahresrechnungen in act. 50 der
Stellungnahme der Stiftung vom 5. Dezember 2019, die A._ ohne Wei-
teres ausgehändigt wurden. Ein konkretes Geheimhaltungsinteresse der
Stiftung ist nicht ersichtlich und wurde auch nicht explizit dargelegt. Diese
Dokumente sind aber gerade wesentlich bei der Beurteilung, ob tatsäch-
Seite 29/36
lich, wie von A._ vermutet, eine Zweckentfremdung des Stiftungsvermö-
gens stattgefunden hat sowie ob noch eine genügende Autonomie der Stif-
tung insbesondere gegenüber dem Verein C._ besteht.
Im Hinblick auf eine Interessenabwägung ist daher das Interesse von
A._, Einsicht in diese Unterlagen nehmen zu können, höher zu gewich-
ten, als ein allfälliges Geheimhaltungsinteresse bzw. ein Persönlichkeits-
schutz der Stiftung B._, da es in der Beschwerde gerade darum geht,
allfällige Unregelmässigkeiten in den Finanzen zu ergründen. A._ ist da-
her Einsicht in das Aktenstück 49 der Stellungnahme der Stiftung vom 5.
Dezember 2019 zu gewähren.
- act. 51: «Kontokorrent mit Stiftung B._ (Konto 2220)» des Vereins von
2009–2018:
Dieses Konto stellt die Gegenbuchung zum Konto 1160 bei der Stiftung
dar, welches bereits aus act. 49 ersichtlich ist. Es resultiert daraus, dass
die Verbindung zwischen Verein und Stiftung so gewählt wurde, dass es
anstelle eines Bankkontos der Stiftung dieses Kontokorrentkonto gibt. Da
aus diesen Dokumenten die gleichen Informationen ersichtlich sind, wie sie
bereits in act. 49 enthalten sind, ist A._ auch die Einsicht in das Akten-
stück 51 der Stellungnahme der Stiftung vom 5. Dezember 2019 zu ge-
währen. Bezüglich der Geheimhaltungsinteressen wird auf die Ausführun-
gen zu Aktenstück 49 verwiesen.
- act. 52: «Liegenschaftsunterhalt etc. (Konti 4000 ff; nicht aktiviert) und Lie-
genschaftsausbau, Planung etc. (Konto 4100 ff.; aktiviert)» des Vereins
von 2009–2018:
Dadurch, dass sämtliche Ausgaben betreffend Liegenschaften G._, so-
wohl was den Unterhalt als auch was den Ausbau betrifft, über den Verein
laufen, obschon sich die Liegenschaft im Besitz der Stiftung befindet, sind
auch diese Unterlagen für das vorliegende Verfahren, um zu prüfen, ob der
Stiftungszweck eingehalten wird und die Stiftung genügend unabhängig ist,
von entscheidender Bedeutung. Zumal der Stiftungszweck direkt mit der
Liegenschaft in Zusammenhang steht. Gerade durch die selbst gewählte
enge Verbindung von Stiftung und Verein ist es zur Klärung der Rechtslage
unumgänglich, dass auch Dokumente des Vereins einbezogen werden.
Dies insbesondere, da die Verbindung von Stiftung und Verein einer der
strittigen Punkte darstellt. Deshalb besteht ein legitimes Interesse daran,
dass auch Unterlagen betreffend den Verein in das Verfahren einbezogen
werden und auch dahingehend Akteneinsicht besteht, soweit diese direkt
mit der Stiftung und deren Liegenschaft im Zusammenhang stehen. Die
Geltendmachung des besonderen Persönlichkeitsschutzes nicht involvier-
ter Dritter kann hier nicht gehört werden. Entsprechend ist ein Interesse an
der Überprüfung allfälliger Unregelmässigkeiten höher zu gewichten als ein
allfälliges Geheimhaltungsinteresse des Vereins oder der Stiftung, das zu-
dem nicht im Detail dargelegt wurde. Aus diesem Grund ist A._ auch die
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Einsicht in das Aktenstück 52 der Stellungnahme der Stiftung vom 5. De-
zember 2019 zu gewähren.
- act. 53: «Hypothek (Konto 2401–2407)» des Vereins von 2009–2018:
Auch bezüglich der Hypothek besteht die spezielle Konstellation, dass
diese zwar auf der Liegenschaft der Stiftung lastet, aber in der Buchhaltung
des Vereins geführt wird bzw. wurde und auch der Verein für die Hypothe-
karzinsen aufkommt und Amortisationen leistet. Aus dieser Verbindung
ergibt sich, dass auch diese Kontoauszüge für den vorliegenden Fall von
Relevanz sind. Im Übrigen wird auf die Ausführungen zum Aktenstück 52
verwiesen. Daher ist A._ auch die Einsicht in das Aktenstück 53 der
Stellungnahme der Stiftung vom 5. Dezember 2019 zu gewähren.
- act. 54: «Verein: Konto 2220» [Kontokorrent]
Es handelt sich bei diesem Aktenstück um die Weiterführung der Doku-
mente aus act. 51 für das Jahr 2019. Was bereits für die Jahre 2009 bis
2018 gilt, muss auch für das Jahr 2019 gelten. Es wird daher auf die Aus-
führungen zu act. 51 vorstehend verwiesen. A._ ist die Einsicht in das
Aktenstück 54 der Stellungnahme der Stiftung vom 5. Dezember 2019 zu
gewähren.
- act. 55: «Stiftung: Konto 1160» [Kontokorrent]
Bei diesem Aktenstück handelt es sich um die Weiterführung eines Teils
der Dokumente aus act. 49 für das Jahr 2019. Was bereits für die Jahre
2009 bis 2018 gilt, muss auch für das Jahr 2019 gelten. Es wird daher auf
die Ausführungen zu act. 49 vorstehend verwiesen. A._ ist die Einsicht
in das Aktenstück 55 der Stellungnahme der Stiftung vom 5. Dezember
2019 zu gewähren.
- act. 56: «Rahmenvertrag Stiftung B._/Bank H._ vom 10.11.2019»:
Dieses Aktenstück betrifft einen standardmässigen Rahmenvertrag für
eine Hypothek zwischen der Stiftung selbst und der Bank H._. Da der
aktuelle Stand der Hypothek bereits in Ziff. I.C.18 Bst. c auf S. 12 der Stel-
lungnahme der Stiftung vom 5. Dezember 2019 bekannt gegeben wurde
sowie auch in Ziff. I.D.22 Bst. e auf Seite 15 derselben Stellungnahme dar-
gelegt wurde, dass seit November 2019 wieder die Stiftung B._ selbst
Kreditnehmerin der Hypothek ist, enthält der betreffende Rahmenvertrag
nebst den allgemeinen Vertragsklauseln keine Informationen, die nicht be-
reits bekannt wären. Entsprechend ist nicht ersichtlich, inwiefern durch
eine Einsicht in dieses Aktenstück Geheimhaltungsinteressen tangiert sein
sollen, womit dem Anspruch auf vollständige Akteneinsicht Vorrang zu ge-
ben ist. A._ ist daher die Einsicht in das Aktenstück 56 der Stellung-
nahme der Stiftung vom 5. Dezember 2019 zu gewähren.
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- act. 57: «Bankbeleg Stand Hypothek 24.11.2019»:
Der hier fragliche Bankbeleg weist lediglich den Stand der Hypothek zum
angegebenen Zeitpunkt aus. Diese Informationen sind bereits aus dem act.
56 bekannt bzw. ergeben sich bereits aus der Stellungnahme der Stiftung
B._ vom 5. Dezember 2019. Im Weiteren wird auf die Ausführungen zu
Aktenstück 56 verwiesen. A._ ist die Einsicht in das Aktenstück 57 der
Stellungnahme der Stiftung vom 5. Dezember 2019 zu gewähren.
- Details der Jahresrechnungen der Stiftung 2007–2018, insbesondere be-
treffend gegenseitige Forderungen zwischen Stiftung B._, Verein C._,
Stiftung D._ in der Schweiz und Organen, Stiftungen, Gesellschaften,
Trusts der D._ im Ausland, und die Kontiblätter der Jahresrechnungen
2007–2018 von Stiftung B._ und Verein C._ betreffend ihres gegen-
seitigen Kontokorrentverkehrs:
Die Stiftung B._ führt zu diesem Punkt aus, dass A._ die Herausgabe
dieser Dokumente verlange, indem er einzig pauschal behaupte, es be-
stehe der «Verdacht», dass Vermögen der Stiftung zugunsten des Vereins
C._ abgebaut werde. A._ vermöge diese Behauptung aber mit keinem
einzigen Beleg darzutun. Zudem würden sämtliche Jahresrechnungen der
Stiftung und des Vereins durch eine renommierte Wirtschafsprüfungsfirma
revidiert. Es sei daher geradezu anmassend implizit zu behaupten, die Bu-
chungen bei Stiftung und Verein würden nicht übereinstimmen. A._ ver-
möge die Notwendigkeit zur Vorlage weiterer Buchungsunterlagen nicht zu
begründen und dies sei auch mit Blick auf den Persönlichkeitsschutz der
weiteren juristischen Personen und der Glaubensgemeinschaft nicht ge-
rechtfertigt.
Die Kontoblätter der Stiftung B._ der Jahre 2009 bis 2018 liegen in act.
49 vor, weshalb auf die vorstehenden Ausführungen dazu verwiesen wird.
Gleiches gilt für die Blätter des Kontokorrentverkehrs (vgl. act. 49 und 51).
Inwiefern eine Nachforderung weiterer Unterlagen im Verfahren noch not-
wendig ist, kann vorliegend nicht beurteilt werden, sondern ist im Rahmen
der materiellen Prüfung der Beschwerde zu entscheiden. Eine generelle
Einforderung sämtlicher Unterlagen mehrerer (juristischer) Personen ginge
zu weit.
- act. 82: «Beschwerde in Zivilsachen der Stiftung B._ vom 28.05.2018;
Ziff. II/3 und III/12 S. 17 ff.; mit jeweiligen Beweisanträgen (inkl. Verwei-
sen)»:
Bei diesem Aktenstück handelt es sich um die Beschwerde ans Bundes-
gericht, mit der die Stiftung den Entscheid des Verwaltungsgerichtes des
Kantons St.Gallen vom 22. März 2018 betreffend Zuständigkeit der Auf-
sicht angefochten hat. In diesem Verfahren war A._ grundsätzlich eben-
falls Partei und diese Beschwerde wäre ihm schon damals zugestellt wor-
den, wenn das Bundesgericht nicht aufgrund formeller Punkte gar nicht
erst auf die Beschwerde eingetreten wäre und daher auf einen Schriften-
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wechsel verzichtet hätte. Warum jetzt an dieser Beschwerdeschrift ein Ge-
heimhaltungsinteresse bestehen und dieses A._ vorenthalten werden
soll, legt die Stiftung B._ nicht konkret dar und ist daher nicht ersichtlich.
Es wird auch nicht klar, wie dadurch Persönlichkeitsrechte der Stiftung be-
troffen sein könnten. Entsprechend ist mangels gegenteiliger Interessen
dem Anspruch auf vollständige Akteneinsicht Vorrang zu geben. A._ ist
daher die Einsicht in das Aktenstück 82 der Rekursantwortschrift der Stif-
tung vom 24. August 2020 zu gewähren.
- act. 83: «Aufstellung zur Entwicklung der Teilnehmerzahl von 1965 bis 2005
vom 17.04.2005»:
Dabei handelt es sich um eine Aufstellung der Anzahl Mitglieder der Ge-
meinde F._ per 17. April 2005 aufgeteilt nach Gemeinden sowie eine
Auflistung der totalen Anzahl Mitglieder von 1965 bis 2005 jeweils in 5-
Jahres-Schritten. Die Zahlen enthalten dabei keine Namen der jeweiligen
Mitglieder. Eine Zusammenfassung dieser Zahlen nach Kantonen befindet
sich bereits in act. 30 der Stiftung. Weshalb diese Zahlen einem Geheim-
haltungsinteresse unterliegen sollen, ist weder ersichtlich noch konkret
dargetan. Entsprechend ist mangels gegenteiliger Interessen dem An-
spruch auf vollständige Akteneinsicht Vorrang zu geben. A._ ist daher
die Einsicht in das Aktenstück 83 der Rekursantwortschrift der Stiftung vom
24. August 2020 zu gewähren.
- act. 84: «Rahmenvertrag Verein B._/Bank H._ vom 01.07.2014»:
Es handelt sich hierbei wiederum um einen standardmässigen Rahmen-
vertrag, der diesmal die bereits bekannte Situation abbildet, dass zeitweilig
der Verein C._ Kreditnehmerin der Hypothek war, während die Stiftung
B._ als Pfandgeberin fungierte. Auch dieser Vertrag enthält demnach
keine bisher unbekannten Informationen. Entsprechend ist mangels ge-
genteiliger Interessen dem Anspruch auf vollständige Akteneinsicht Vor-
rang zu geben. A._ ist daher die Einsicht in das Aktenstück 84 der Re-
kursantwortschrift der Stiftung vom 24. August 2020 zu gewähren.
- act. 85: «Rechtsgutachten von Prof. Dr. I._»:
Bei diesem Aktenstück handelt es sich um ein Rechtsgutachten, das durch
die Stiftung in Auftrag gegeben wurde und eine allgemeine Einschätzung
der rechtlichen Situation betreffend verschiedener Punkte in Bezug auf die
Aufsicht und die Zweckänderung der Stiftung enthält. Der darin enthaltene
Sachverhalt ist bereits eingehend bekannt. Inwiefern eine Einsicht von
A._ in dieses Gutachten Geheimhaltungsinteressen oder Persönlich-
keitsrechte tangieren soll, ist weder ersichtlich noch konkret dargelegt. Ent-
sprechend ist mangels gegenteiliger Interessen dem Anspruch auf voll-
ständige Akteneinsicht Vorrang zu geben. A._ ist daher die Einsicht in
das Aktenstück 85 der Rekursantwortschrift der Stiftung vom 24. August
2020 zu gewähren.
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- act. 86: «Auszug Bankkonto / Renovation (14.04.2015–03.05.2016)»:
Die aus diesem Kontoauszug ersichtlichen Buchungen sind bereits aus der
Kontoaufstellung in act. 52 der Stiftung ersichtlich. Daher wird diesbezüg-
lich auf die Ausführungen zum Aktenstück 52 verwiesen. A._ ist die Ein-
sicht in das Aktenstück 86 der Rekursantwortschrift der Stiftung vom 24.
August 2020 zu gewähren.
- act. 87: «Schätzung vom 29.05.2020»:
Es handelt sich dabei um eine standardmässige Kurzbeurteilung des Ver-
kehrs- und Marktwertes der Stiftungsliegenschaften. Da der ermittelte Wert
in Ziffer III.B.43 auf Seite 32 der Rekursantwort der Stiftung vom 24. August
2020 bereits erwähnt und damit A._ bekannt ist, ist nicht ersichtlich, in-
wiefern die Schätzung noch weiter einem Geheimhaltungsinteresse unter-
liegen könnte. Ein solches wurde von Seiten der Stiftung auch nicht konkret
dargelegt. Entsprechend ist mangels gegenteiliger Interessen dem An-
spruch auf vollständige Akteneinsicht Vorrang zu geben. A._ ist daher
die Einsicht in das Aktenstück 87 der Rekursantwortschrift der Stiftung vom
24. August 2020 zu gewähren.
Zusammenfassend kann entsprechend festgestellt werden, dass A._ ein
Recht auf Einsicht in sämtliche bisher im Verfahren explizit als Beilagen zu
Rechtsschriften eingebrachte Unterlagen zusteht.
4.5 In Bezug auf die Verletzung des rechtlichen Gehörs von A._ ist
zu entscheiden, ob dieses durch die Rechtsmittelinstanz geheilt werden kann
oder eine Rückweisung an die Vorinstanz zu erfolgen hat. Eine Heilung der
Verletzung des rechtlichen Gehörs im Rechtsmittelverfahren ist grundsätzlich
möglich, wenn der Rechtsmittelinstanz die gleiche Kognition wie der Vo-
rinstanz zusteht und dem Beschwerdeführer kein Nachteil erwächst. Die Ver-
letzung darf ausserdem nicht besonders schwer wiegen. Die Heilung soll die
Ausnahme bleiben (U. P. Cavelti / Th. Vögeli, a.a.O., Rz. 81; U. Häfelin / G.
Müller / F. Uhlmann, a.a.O., Rz. 1175; S. Rizvi / S. Risi, a.a.O., N 11 zu Art.
15–17 VRP; BGE 127 V 431 Erw. 3d). Andererseits ist gemäss Bundesgericht
auch bei einer schwerwiegenden Verletzung des Anspruchs auf rechtliches
Gehör von einer Rückweisung der Sache an die Vorinstanz abzusehen, wenn
und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu
unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem Interesse der betroffenen
Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wä-
ren (S. Rizvi / S. Risi, a.a.O., N 11 zu Art. 15–17 VRP). Zu beachten ist aber
auch, dass dem Rechtssuchenden durch die Heilung gegebenenfalls eine In-
stanz verloren geht. Dem Betroffenen darf der Instanzenzug nicht in unzuläs-
siger Weise abgeschnitten werden (U. P. Cavelti / Th. Vögeli, a.a.O., Rz. 1032).
In der Literatur wird die Heilung an verschiedener Stelle kritisch beurteilt, weil
der Instanzenzug verkürzt wird und die Behörde den Betroffenen durch die Ge-
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hörsverweigerung zum Verfahrensobjekt gemacht und nicht als Partner behan-
delt hat, was nicht geheilt werden kann, sondern sanktioniert werden muss (U.
Häfelin / G. Müller / F. Uhlmann, a.a.O., Rz. 1178).
Vorliegend hat die Vorinstanz über die Aufsichtsbeschwerde von A._ ent-
schieden, ohne dass ihm vorgängig die wesentliche Stellungnahme der Ge-
genseite zugestellt wurde und entsprechend ohne dass er sich dazu äussern
konnte, obschon in der Verfügung wesentlich auf dieses Schriftstück samt sei-
nen Beilagen abgestellt wurde. Diese Missachtung des Replikrechts ist als
schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs zu qualifizieren (vgl. BGE
137 I 195 Erw. 2.6). Eine Rückweisung führt im vorliegenden Fall auch nicht
zu einem formalistischen Leerlauf, da es die Vorinstanz ist, die über das nötige
Fachwissen verfügt, um die von A._ bemängelten Punkte im Detail zu beur-
teilen (vgl. BGE 127 V 431 Erw. 3d.bb). Aus diesen Gründen ist im Hinblick auf
die Gewährung des vollen Instanzenzuges auf eine Heilung zu verzichten und
die Angelegenheit an die Vorinstanz zur materiellen Beurteilung zurückzuwei-
sen. Vorgängig ist A._ durch die Vorinstanz das rechtliche Gehör zu gewäh-
ren.
4.6 Da das Recht angehört zu werden, formeller Natur ist, führt die Ver-
letzung des rechtlichen Gehörs ungeachtet der Erfolgsaussichten in der Be-
schwerde in der Sache selbst zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung.
Es kommt dabei nicht darauf an, ob die Anhörung im konkreten Fall für den
Ausgang der materiellen Streitentscheidung von Bedeutung ist (BGE 127 V
431 Erw. 3d). Die Verfügung der Vorinstanz vom 10. Februar 2020 ist daher in
jedem Fall aufzuheben.
4.7 Zusammenfassend ist festzustellen, dass nach dem Gesagten auf
den Rekurs von A._ einerseits als auch der Stiftung B._ andererseits ein-
zutreten ist. Wie sich gezeigt hat, kommt A._ in der Sache eine Beschwerd-
elegitimation zu, weshalb ihm auch das Recht auf vollständige Akteneinsicht
zusteht. Dieses Recht und damit der Anspruch auf rechtliches Gehör von A._
wurde von der Vorinstanz in mehrfacher Hinsicht verletzt. Demzufolge sind so-
wohl der angefochtene Entscheid der Vorinstanz vom 10. Februar 2020 über
die Aufsichtsbeschwerde als auch derjenige vom 19. Februar 2020 zur Akten-
einsicht aufzuheben.
Die Parteien haben grundsätzlich Anspruch auf Einhaltung des Instanzenzu-
ges. Betreffend die Rekursbegehren in der Sache sind diese somit an die Vo-
rinstanz als gesetzliche fachkundige Sachbehörde zur materiellen Beurteilung
zurückzuweisen. Die Vorinstanz hat A._ nach Rechtskraft dieses Entscheids
vollständige Einsicht in die erwähnten Akten sowie Gelegenheit zur Stellung-
nahme sowohl zu den für ihn neuen Akten als auch zur Stellungnahme der
Stiftung B._ vom 5. Dezember 2019 zu gewähren.
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5.1 Nach Art. 95 Abs. 1 VRP hat in Streitigkeiten jener Beteiligte die
Verfahrenskosten zu tragen, dessen Begehren ganz oder teilweise abgewie-
sen werden.
Entsprechend dem Verfahrensausgang des vorliegend auf die Legitimation
und die Akteneinsicht von A._ beschränkten Verfahrens unterliegen die Stif-
tung B._ und die Vorinstanz, wobei in analoger Anwendung von Art. 95 Abs.
3 VRP vorliegend von der Vorinstanz keine Kosten zu erheben sind. Dement-
sprechend sind die amtlichen Kosten der Stiftung B._ aufzuerlegen. Diese
sind gestützt auf Nr. 10.01 des Gebührentarifs für die Kantons- und Gemein-
deverwaltung (sGS 821.5) auf Fr. 1'500.00 festzusetzen. Dieser Betrag wird
mit dem Kostenvorschuss der Stiftung B._ von Fr. 1'000.00 verrechnet, wo-
mit noch ein Betrag von Fr. 500.00 offen ist.
A._ ist der von ihm geleistete Kostenvorschuss zurückzuerstatten.
5.2 Die ausseramtliche Entschädigung wird, sofern darauf ein An-
spruch nach Art. 98 Abs. 2 VRP besteht, gemäss Art. 98bis VRP den am Ver-
fahren Beteiligten gleich den amtlichen Kosten nach Obsiegen und Unterliegen
auferlegt.
Beide Parteien stellen Antrag auf Entschädigung der ausseramtlichen Kosten.
Die Notwendigkeit der anwaltlichen Vertretung ist aufgrund der sich aus tat-
sächlicher und rechtlicher Sicht stellenden Fragen in Bezug auf beide Parteien
zu bejahen. Allerdings sind der Stiftung B._ entsprechend dem Verfahrens-
ausgang keine ausseramtlichen Kosten zu entschädigen. Das diesbezügliche
Begehren ist abzuweisen.
Weil der Rechtsvertreter von A._ keine Kostennote eingereicht hat, ist die
Entschädigung nach Ermessen zuzusprechen (Art. 6 der Honorarordnung,
sGS 963.75; abgekürzt HonO). Im Rekursverfahren vor dem Finanzdeparte-
ment beträgt das Honorar gemäss Art. 22 Abs. 1 Bst. a HonO pauschal Fr.
500.00 bis Fr. 6'000.00. Innerhalb dieses Rahmens ist das Grundhonorar nach
den besonderen Umständen, namentlich nach Art und Umfang der Bemühun-
gen, der Schwierigkeit des Falles und den wirtschaftlichen Verhältnissen der
Beteiligten, zu bemessen (Art. 19 HonO). Aufgrund der genannten Bemes-
sungskriterien und in Anbetracht dessen, dass das Verfahren auf die Legitima-
tion und die Akteneinsicht beschränkt wurde, hat die Stiftung B._ A._ mit
insgesamt Fr. 2'000.00 (inkl. Barauslagen und MWST) ausseramtlich zu ent-
schädigen.
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