Decision ID: f3186a2f-21e2-5847-99ca-063a6ae286ca
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1964,
war seit dem
1.
Januar 2003 bei der
Firma Z._
zu ei
nem Pensum von 23
%
als
Italienischlehrerin
tätig, wobei der letzte Arbeitstag am
2.
Mai 2012 war (
Urk.
10/2
Ziff.
3,
Urk.
10/9
Ziff.
2.1,
Ziff.
2.8-9
).
Unter Hinweis auf eine seit dem 2
5.
Mai 2012 bestehende Depres
sion, Panikattacken und eine
Pyelonep
h
ritis
meldete sich die Versicherte am 1
6.
April 2013
bei der Invalidenversicheru
ng zum Leistungsbezug an (
Urk.
10/1
Ziff.
6.2-3
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbl
iche Situation ab
und holte
ein psychiatrisches Gutachten
, welches am
7.
Juli 2014 (
Urk.
10/37)
,
und ein rheumatologisch-or
tho
pädisches Gutach
ten
, welches am 2
1.
Juli 20
14 erstattet wurde (
Urk.
10/38), ein.
Nach durchgeführt
em
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
10/42,
Urk.
10/48-49)
ver
nein
te
die IV-Stelle
mit Verfügung vom 1
0.
Februar 2015
einen
Leistungsan
spruch
(
Urk.
10/55
=
Urk.
2)
.
2.
Die Versicherte erhob am 1
1.
und am 1
3.
März 2015 Beschwerde gegen die Verfü
gung vom 1
0.
Februar 2015 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr nach rechtsgenügender medizinischer Abklärung eine Rente zu
zusprechen
(
Urk.
1 S. 2
,
Urk.
6 S. 2
).
Die IV-Stelle beantragte mit Besch
werdeantwort vom 1
0.
April 2015 (
Urk.
9
) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Gerichtsverfügung vom 1
7.
April 2015 wurd
e
antragsgemäss (vgl.
Urk.
1 S.
2
,
Urk.
6 S. 2
) die unentgeltliche Prozessführung bewilligt und der Beschwer
deführerin die Beschwerdeantwort zugestellt (
Urk.
11).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
in Verbindung mit
Art.
8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkun
gen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätig
keit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychischen Beeinträchti
gung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (
Art.
7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versicherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.4
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vor
instanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (
§
26
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss ständiger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung - da diese das Verfahren verlängert und verteuert - abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
entscheidrelevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. SVR 1995 ALV Nr. 27 S. 69).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre Verfügung (
Urk.
2) damit, die vorlie
genden Gutachten seien im Hinblick auf die Diagnosestellung vollständig. Aus somatischer Sicht bestehe keine Einschränkung der Arbeits- und Leistungsfä
higkeit
,
und auch aus psychiatrischer Sicht lägen keine Befunde vor, welche einen erheblichen und langandauernden Gesundheitsschaden mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit begründeten. Mit einem stationären Aufenthalt könne sich die Arbeitsfähigkeit erheblich verbessern
,
und es lägen gut behandelbare Befunde vor. Eine mindestens vier- bis sechswöchige Rehabilitation sollte aus medizini
scher Sicht durchgeführt werden. Die Beantwortung der Frage, ob dem vorliegenden Gesundheitsschaden invalidisiere
nde Wirkung zukomme, obliege den
rechtsanwendenden Behörden. Da kein invalidenversicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden vorliege, bestehe auch kein Anspruch auf beruf
liche Massnahmen (S. 1 f.).
2.2
Dagegen machte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde (
Urk.
6) geltend,
auf das
psychiatrische
Gutachten könne nicht abgestellt werden. So habe
d
er
Gutachter
nicht rechtsgenügend begründet, weshalb die Depression remittiert sein solle
und d
iese Annahme stehe im Widerspruch zu sämtlichen vorliegenden Arztberichten und der aktuelle
n Medikamenteneinnahme (S. 6
Ziff.
1
unten
f.
, S. 10
Ziff.
4
).
Zudem habe eine Verständigungsproblematik bestanden und es sei auf damit einhergegangene Fehler hinzuweisen
(S. 9
Ziff.
3).
Es sei reine Spekulation
davon auszugehen, dass anschliessend an einen statio
nä
ren Aufenthalt mit einer vollen Arbeitsfähigke
it zu rechnen sei (S. 8 Mitte)
.
Vielmehr sei es auch nach
dem
stationärem Aufenthalt zu keiner Remis
sion der Beschwerden gekommen (S. 9
Ziff.
2
Mitte).
Die Verfügung sei dem
nach ohne genügende Abklärung des Sachverhaltes und unter Nichtberücksichtigung der attestierten Arbeitsunfähigkeit erstellt worden (S. 9
Ziff.
2
oben).
2.3
Streitig und zu prüfen ist somit der Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin und damit zusammenhängend die Frage, ob die Aktenlage eine zuverlässige Beur
teilung erlaubt.
3.
3.
1
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und für Psychotherapie
,
stellte in seinem Bericht
vom 1
9.
Juli 2013 (
Urk.
10/11)
folgende
seit etwa Mai 2012 bestehende
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
mittelschwere depressive Episode mit somatischen Symptomen in Form e
iner agitierten Depression, ICD-10 F32.11
Panikattacken, ICD-10 F41
Dr.
A._
führte aus, die Beschwerdeführerin sei seit dem
7.
September 2012 bei ihm in Behandlung und die letzte Kontrolle sei am 1
9.
Juli 2013 erfolgt (
Ziff.
1.2).
Es finde eine unterstütz
ende begleitende Psychotherapie
mit wöchentlichen Konsultation
en statt
(
Ziff.
1.5). Die Beschwerdeführerin sei seit dem
7.
September 2012 bis 1
9.
Juli 2013
und weiterhin sowohl in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Italienischlehrerin an der
Firma Z._
in einem Pensum von 23
%
als auch im Haushalt zu 100
%
arbeitsunfähig
(
Ziff.
1.6). Mit der Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit könne vorläufig nicht gerechnet werden (
Ziff.
1.9).
Die Beschwerdeführerin sei zu 100
%
arbeitsunfähig für alle Arbeiten, die irgend
wie Konzentration erforderten, wie Arbeiten am Computer oder an der Kasse. Durch ihr Untergewicht, ihre Diskushernien und den Mangel an allge
meiner Muskelmasse bestehe auch für körperlich anstrengende Arbeiten eine vollständige Arbeitsunfähigkeit.
Dr.
A._
führte aus, es falle ihm keine Tätig
keit
ein
, die die Patientin trotz ihrer Krankheit
zurzeit
ausführen könnte (S. 6 oben).
Dr.
A._
führte aus, es habe sich eine stark niedergeschlagen wirkende, abge
magerte 49-jährige Fr
au gezeigt. Sie spreche ständig,
wirke recht angetrieben,
sei nervös und gespannt. Sie leide unter schweren Konzentrations- und
Auf
merksamkeitsstörungen
. Der Gedankengang sei kreisend und
auf ihre körperli
che Verfassung eingeengt
. Sie leide unter Selbstzweifel
n
und unter Schuldge
fühlen. Sie mache sich grosse Selbstvorwürfe
. Sie leide unter schwerer Erschöpfbarkeit u
nd Lustlosigkeit. Vor allem am M
orgen habe sie ein Zu
viel an Energie, aber diese sei chaotisch und verpuffe in ungezielten Aktivitäten zu Hause. Sie fange sieben Sachen an und bringe keine zu Ende. Sie habe
Libido
verlust
und Tagesschwankungen sowie ein
en völligen
Mangel an Freude und
keine Interessen. Sie könne sich im Moment nicht vorstellen, die Kraft zu haben, als Lehrerin zu arbeiten. Weiterhin leide sie unter düsteren Zukunfts
perspektiven und sei traurig, verzweifelt und hoffnungslos. Gelegentlich habe sie immer noch Suizidgedanken. Es bestehe ein massiver sozialer Rückzug
,
und die Beschwerdeführe
rin habe eine sehr grosse Angst
,
aus dem Haus zu gehen. Der Schlaf sei
unter Medikation
besser geworden
und auch
an Gewicht habe sie etwas zugenommen (47 kg auf 161 cm, statt 39 kg wie im März 2013). Sonst h
ab
e
es im Laufe der Behandlung seit September 2012 kaum Verbesserungen gegeben (S. 5 Mitte).
In Anbetracht dessen, dass sich die Symptome, abgesehen von Schlaf und Gewicht, trotz adäquater psychiatrischer Behandlung seit Sep
tember 2012 kaum verändert hätten, sei die Prognose als eher ungünstig zu bewerten (S. 6 Mitte).
3.2
Dr.
A._
stellte in seinem
psychiatrischer Verlaufsbericht vom 3
1.
Dezember 2013 (
Urk.
10/16
/2-5
)
die gleichen Diagnosen wie in seinem Bericht
vom Juli 2013 (vorstehend E. 3.1
),
ergänzte diese jedoch durch die Differenzialdiagnose
einer
schwere
n
depressive
n
Episode
(
ICD-10 F. 32
.
2
)
.
Dr.
A._
führte aus, die Depression sei therapieresistent und es bestehe die Gefahr einer
Chronifizierung
(S. 1
Ziff.
1).
Die Beschwerdeführerin sei als Italienischlehrerin seit Mai 2012 zu 100
%
arbeits
unfähig. Meistens
sei sie auch nicht fähig, sich um den Haushalt zu kümmern. Die Einkäufe müsse der Ehemann besorgen,
da die Beschwerdeführe
rin Panik habe, in ein Geschäft oder in einen Supermarkt
zu gehen (S. 2
Ziff.
5).
Weiter führte
Dr.
A._
aus, trotz Medikation bestünden weiterhin schwere Ein- und Durchschlafstörungen. Die Beschwerdeführerin sei nun zusätzlich besorgt über die seit Januar 2013 bestehende Arbeitslosigkeit des Ehemannes. Sie mache sich grosse Selbstvorwürfe und denke, es sei ein Fehler gewesen, ihren Ehemann, der auch unter Depressionen leide, geheiratet zu haben. Der Appetit sei stark vermindert
,
und sie
wiege heute noch 39 kg
. Gelegentlich leide sie unter massiven Ängsten, zum Teil mit Panik und Zittern, Schwitzen, Herzrasen und Schwindel. Diese Krisen dauerten etwa eine halbe Stunde (S. 2
Ziff.
3). Es bestehe weiterhin ein
massiver sozialer Rückzug und es bestünden nur noch Kontakte mit der Mutter und mit dem Eheman
n. Mit ihren
Freundinnen treffe sie sich nicht mehr (S. 2
Ziff.
4).
Anfänglich habe es so ausgesehen, dass die Beschwerdeführerin wegen ihrer sehr schweren Depression mit Schlafmangel und völligem Appetitverlust in eine psychiatrische Klinik hätte eingewiesen werden müssen. Dies habe dank der ambulanten Therapie verhindert werden können. Die Panikattacken seien seit der ambulanten Therapie etwas weniger häufig
,
und der Schlaf habe sich unter
Medikation leicht verbessert. Leider hätten äussere Umstände für zusätzliche grosse Sorgen bei der Patientin geführt. Einerseits die seit Januar 2013 beste
hende Arbeitslosigkeit des Ehemannes ohne Anspruch auf
Arbeitslosentaggel
der
, was zu Schulden und zur Abhängigkeit vom Sozialamt geführt habe, ande
rerseits sei im November 2013 bei ihrer Mutter ein Rezidiv eines Mamma-Karzi
noms entdeckt worden. Die zusätzlichen Belastungen verschärften jeweils die De
pres
sion bei der Patientin (S. 3
Ziff.
7).
Dr.
A._
führte aus, oberstes Ziel der Behandlung sei, dass sich
die schwere Depression
der Beschwerdeführerin bes
sere und wenn möglich ganz verschwinde. Ein weiteres Ziel sei natürlich
die Vermeidung einer psychiatrischen
Ho
spital
isation
, vor welcher die Beschwer
deführerin
Angst
habe
(S. 3
Ziff.
11).
3.3
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und für Psychotherapie,
stellte in seinem psychiatrischen Gutachten vom
7.
Juli 2014 (
Urk.
10/37) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 8
Ziff.
5.1):
mittelgradige depressive Episode mit somatischen Symptomen (ICD-10 F32.11), gegenwärtig remittiert
generalisierte Angststörung (ICD-10 F41.1)
Dr.
B._
hielt fest
, die Beschwerdeführerin sei in ihrer angestammten Tätig
keit zu 100
%
arbeitsunfähig (S. 9
Ziff.
7.1). Man könne von einem Beginn der 100%igen Arbeitsunfähigkeit seit Mai 2012 ausgehen. Auch in einer adaptierten Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin zu 100
%
arbeitsunfähig. Es bestehe kein Bedarf nach adaptierten Tätigkeiten. Die Beschwerdeführerin könne ihre ange
stammte Tätigkeit erst nach den durchgeführten stationären therapeutischen Massnahmen aufnehmen (S. 10
Ziff.
7.2-4).
Dr.
B._
führte aus, er habe die Explorandin am
2.
Juli 2014 untersucht, wobei si
e
in psychopathologischer Hinsicht Konzentrationsstörungen, formale Denkstörungen, eine massive Ängstlichkeit und allgemeine Unsicherheit, eine ausgeprägte Affektlabilität sowie eine innere und motorische Unruhe aufge
wiesen habe.
Unter Mitberücksichtigung der anamnestischen Angaben und dem Krankheitsverlauf
könne der Explorandin gegenwärtig eine schwere generali
sierte Angststörung diagnostiziert werden
. Eine generalisierte Angststörung werde manifest durch anhaltende Sorgen, Anspannungen, Konzentrationsstö
rungen, unbegründete Ängstlichkeit, motorische Anspannung, Schlafstörungen und vegetative Beschwerden, die bei der Explorandin festzustellen seien.
Anlässlich der Exploration habe sie aber keine depressiven Symptome mehr aufgewiesen
, weshalb von einer Remission derselben ausgegangen werden könne, was auf die fachgerechte psychiatrisch-psychotherapeutische Behand
lung zurückzuführen sei. Die festgestellten psychopathologischen Befunde
schränkten die Anpassungsfähigkeit, die geistige Flexibilität, die Entschei
dungs
fähigkeit, die allgemeine Ausdauer und psychische Belastbarkeit und die sozia
len Fertigkeiten der Beschwerdeführerin ein,
weshalb ihr weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeit auf dem freien Arbeitsmarkt attestiert werden könne
. Die festgestellte generalisierte Angststörung und
die
von der Explorandin geschilderten intermittierend
en Erschöpfungsphasen seien aus
seiner
Sicht auf eine schwere Störung der Stressmodulationsfähigkeit zu
rückzuführen, weshalb der Beschwerdeführerin dringend eine psychosomatische Rehabilitation im stationären Setting zu empfehlen wäre
. Die ambulanten
The
rapieoptionen
seien als ausgeschöpft zu betrachten
,
und deren Weiterführung, wenngleich fachgerecht, würden die
Chronifizierung
des psychischen Leidens der Beschwerdeführerin nicht verhindern können (S. 9 Mitte
Ziff.
6).
Unter den stationären therapeutischen Massnahmen sei mit einer deutlichen Angstlinderung und Wiederherstellung der vollen Arbeitsfähigkeit in der ange
stammten Tätigkeit auszugehen. Bei festgestellter innerer Unruhe und phasen
weise motorischer
Angetriebenheit
könne eine medikamentöse Therapie mit einem niedrig dosierten Neuroleptikum evaluiert werden. Die berufliche Einglie
derung könne erst nach den durchgeführten stationären Massnahmen in die Wege geleitet werden. Es seien bei der Beschwerdeführerin keine Tatbestände festzustellen, welche gegen eine Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit sprächen (S. 10
Ziff.
8.1-3).
Die attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit sei ausschliesslich auf ein psychoso
matisches Leiden mit Krankheit
swert zurückzuführen. Bei fehlen
den Hinweisen auf schwerwiegend
e bewusste oder unbewusste emotionale Konflikte oder
auf
eine schwerwiegend
belastende
psychosoziale Situation könne der Beschwer
deführerin keine Diagnose aus dem
somatoformen
Formenkreis attestiert wer
den (S. 10
Ziff.
8.4).
Weiter führte
Dr.
B._
aus, die Explorandin fühle sich nicht arbeitsfähig, was auch mit den objektiven Befunden übereinstimme (S. 10
Ziff.
8.5).
Eine depressive Störung im Rahmen einer Anpassungsstörung könne bestätigt werden. Panikattacken habe er während seiner Exploration nicht eruieren kön
nen, wobei es nicht auszuschliessen sei, dass die Beschwerdeführerin an inter
mittierenden Panikattacken gelitten habe, die aber ihre Arbeitsfähigkeit nie nachhaltig eingeschränkt hätten.
Dazu leide die Beschwerdeführerin aus
seiner
Sicht vordergründig unter einer schweren generalisierten Angststörun
g. Trotz leichter diagnostischen
Unstimmigkeiten könne die von
Dr.
A._
attestierte Arbeitsunfähigkeit bestätigt werden
(S. 10
Ziff.
8.6).
3.4
Die Fachpersonen des
Zentrums
C._
stellten in ihrem orthopädisch-rheumatologischen Gutachten vom 2
1.
Juli 2014 unter Einbezug der Einschätzung
durch
Dr.
B._
(vorstehend E.
3.3
) folgende Diagnose
n (S. 8 oben):
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom, Differe
nzialdiagnose rezidivierende
Iliosakralgelenk
-Blockade rechts bei/mit:
aktenanamnestisch Diskushernie L3/4 beidseits mit möglichem Kon
tak
t zur Nervenwurzel L3 beidseits (
Bericht vom 2
1.
Januar 2013
)
muskuläre Insuffizienz
Zervikovertebralsyndrom
bei/mit:
protrahierter Kopf-/Nackenhaltung
breitbasiger
Diskusprotrusion
C6/7 (MRI 1
6.
Januar 2013)
geringgradigem
Diskusbulging
C4/5, C5/6
geringgradigen
multisegmentalen
Spondylarthrosen
C5/6 geringe
osteodiskale
beidseitige
Neuroforameneinengungen
aktenanamnestisch leichtes bis mässiges Karpaltunnelsyndrom rechts und links (nicht operiert)
anamnestisch Status nach
Teilmeniskektomie
Knie rechts (unklar, welche Seite, medial oder lateral)
aktenanamnestisch mögliches, distales rein sensibles Loge de
Guyon
-Syn
drom
psychiatrische Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit: mit
telgradige depressive Episode mit somatischen Symptomen (ICD-10 F32.11), gegenwärtig remittiert; general
isierte Angststörung (ICD-10 F41
.1).
Die Fachpersonen des
Zentrums C._
führten aus, es hätten bei der Evaluation der funktio
nellen Leistungsfähigkeit (EFL) keine funktionellen Einschränkungen eruiert werden können. Die Klientin habe sich bei allen Tests bis zur funktio
nellen Leistungsgrenze belasten lassen. Einzig beim Test „Arbeit über Schulter
höhe“
habe
sie Mühe gehabt. Ihre Leistungsbereitschaft werde als zuverlässig beurteilt und die Konsistenz bei den Tests sei gut gewesen. Die Belastbarkeit liege allgemein im Bereich einer leichten bis mittelschweren Arbeit mit selten
en Gewichtsbelastungen bis 17.
5 kg (S. 8
Ziff.
4.1).
Aus rein orthopädisch-rheumatologischer Sicht sei die Versicherte für die Tätig
keit als Italienischlehrerein in ihrem angestammten Pensum, aber auch in einem Pen
sum von 100
%
,
als vollschichtig ohne Leistungseinbusse
arbeitsfähig zu betrachten. Aus psychiatrischer Sicht bestehe ab
Mai 2012 eine 100%ige Arbeits
fähigkeit
.
A
us interdisziplinärer Sicht
bestehe somit eine 100%ige Arbeits
fähigkeit (S. 9
Ziff.
5.1).
Aus rein rheumatologisch-orthopädischer Sicht sei die Versicherte für eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit mit selten
en
Gewichtsbelastungen bis 17.
5 kg zu 100
%
arbeitsfähig. Arbeiten über Schulterhöhe sollten nur manchmal und Tätigkeiten mit hohen Anforderungen an das Gleichgewicht sollten nicht vor
kommen. Aus psychiatrischer Sicht bestehe in angepasster Tätigkeit seit
Mai 2012 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit.
A
us interdisziplinärer Sicht
bestehe somit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit
(S. 9
Ziff.
4.1.3 und
Ziff.
5.2).
3.5
Dr.
A._
führte in seiner Stellungnahme
vom 3
1.
Dezembe
r 2014 (
Urk.
10/48
=
Urk.
3/3
) zum Gutachten von
Dr.
B._
aus, laut der Beschwerdeführerin sei das Gespräch zwischen ihr und
Dr.
B._
sehr stark geprägt gewesen durch ihre eigenen Ängstlichkeit, Agitiertheit und Ungeduld, was so von
Dr.
B._
auch beschrieben worden sei. Das Gespräch sei nicht ruhig
,
sondern hektisch und chaotisch verlaufen. So hätten sowohl die Beschwerdeführerin als auch
Dr.
B._
die Übersetzung nicht abgewartet, sondern seien sich öfters ins Wort gefallen, was wahrscheinlich mehrere Ungenauigkeiten und Missverständnisse im Gutachten erkläre (S. 1 unten).
Es gebe auch deutlichere Fehler im Gutachten. So werde der Ehemann der Beschwerdeführerin als „Deutscher“
bezeichnet, obwohl er
Schweizer
sei
. Dies sei ein Fehler des Gutachters, welcher durch die Ängstlichkeit und Ungeduld der Versicherten oder durch die Übersetzungsprobleme nicht entschuldbar sei, ins
besondere in der aufgeheizten politischen Migrationsdiskussion von 201
4.
Auch die Beschwerdeführerin sei Schweizerin, da sie sich eingebürgert habe. Die Erwähnung dieser Tatsache fehle im Gutachten völlig (S. 2 oben).
Der Gutachter
Dr.
B._
habe verschiedene psychologische Tests durch eine italienisch sprechende Psychologin ausführen lassen, habe die Bewertung der Tests jedoch unterlassen
.
So bestehe ein nicht erklärter Widerspruch zwischen dem Resultat des
Beck Depression Inventar
s
, welches auf eine schwere depressive Symptomatik hin
weise
,
und der Diagnose
einer
mittelgradige
n
und nicht schwere
n
depressive
n
Episode. Merkwürdig sei die Bemerkung, die Depres
sion sei gegenwärtig remit
tiert
,
als
o
ausgeheilt
,
und die Ausführungen, dass die Versicherte keine depres
siven Symptome mehr aufweise.
Dies stehe im Gegensatz dazu, dass die Beschwerdeführer
in
täglich
drei Antidepressiva in relativ hoher
Dosierung
ein
nehme. Nur
wenn die Antidepressiva weggelassen und dann keine depressiven Symptome mehr auftreten würden, könne von einer remittierten Depression die Rede sein
(S. 2 Mitte)
.
Zudem sei es zu Missverständnissen in Bezug auf den Klinikaufenthalt gekom
men und
Dr.
B._
habe die Beschwerdeführerin soweit verunsichert, dass sie
geglaubt habe, die Krankenkasse könne die Kosten eines Klinikaufenthaltes nicht übernehmen (S. 2 unten).
Dass sie dringend in eine Klinik sollte
,
sei der Versicherten nicht klar mitgeteilt worden, weder von
Dr.
B._
noch von der IV-Stelle. Dies, obwohl diese Empfehlung seit Juli 2014 bekannt
sei
. Wegen ihrer depressiven Blockade sei es der Versicherten nicht möglich, selber etwas zu unternehmen, um Missver
ständnisse zu klären. Die IV-Stelle habe am
1.
Dezember 2014
einen Vorbe
scheid
erlassen, ohne abzuklären, ob und mit welchem Erfolg die Versicherte in einer Klinik behandelt worden sei. Dieser Vorbescheid sei rein auf der Spekula
tion aufgebaut, dass mit einem stationären Aufenthalt sich auch die Arbeitsfä
higkeit erheblich verbessern könn
t
e.
Dr.
A._
führte aus, er nenne es darum eine Spekulation, weil bekannt sei, dass schwere psychische Krankheiten, be
sonders im Bereich der Affektivität, wie eine Depression, unerwartete und sehr individuelle Verläufe zeigten und dass Prognosen nur mit äusserster Vorsicht gemacht werden sollten (S. 3 oben).
Die Versicherte könne sich nun vorstellen, einen vier
-
bis sechswöchigen Klini
kaufenthalt durchzuführen. Erst nach durchgeführtem Klinikaufenthalt und Einholung eines Berichtes bei den d
ort behandelnden Ärzten sollte e
in Ent
scheid gefällt werden (S. 3 unten).
3.6
Die Ärzte des Sanatoriums
D._
führten in ihrem Bericht vom
3.
März 2015 (
Urk.
3/4) aus, die Beschwerdeführerin befinde sich seit dem 2
7.
Januar 2015 in stationärer Behandlung und der Austritt sei auf Mitte des Monats anvi
siert. Angesicht anamnestischer Informationen - auch und gerade hinsichtlich Krankheitsdauer bis dato - und den Beobachtungen auf der Station sei aktuell nicht mit einer spontanen Remission der Beschwerden
zu rechnen. Ihrer Ein
schätzung nach sei
die Möglichkeit
einer Erwerbstätigkeit unmittelbar nach Austritt nicht gegeben. Es könne derzeit nicht gesagt werden, ob in Zukunft eine Wiederherstellung der ursprünglichen Arbeitsfähigkeit möglich sei. Zu empfehlen sei die Fortführung der ambulanten psychiatrischen Therapie. I
n
deren
Rahmen sollte im Verlauf eine Re-Evaluation hinsichtlich der Arbeits
fähigkeit erfolgen.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin zog aus dem psychiatrischen Gutachten von
Dr.
B._
(vorstehend E. 3.
3
) und aus dem Gutachten des
Zentrums C._
(vorstehend E.
3.4)
den Schluss
, dass
bei der Beschwerdeführerin
aus
invalidenversiche
rungs
rechtlicher
Sicht
kein
erheblic
her Gesundheitsschaden vorliege, zumal aus
somatischer Sicht keine Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit bestünden und die aus psychiatrischer Sicht vorliegenden Befunde gut behandelbar seien (vor
stehend E. 2.1
).
4.2
Das Gutachten von
Dr.
B._
erfüllt die an eine beweiskräftige Expertise gestell
ten Anforderungen (vorstehend E. 1.
3
) nicht. So lassen sich die vom be
handelnden Psychiater
Dr.
A._
in seiner Stellungnahme vom Dezember 2014 (vorstehend E. 3.5)
aufgezeigten Widersprüche
, insbesondere hinsichtlich der Diagnostik
,
nicht von der Hand weisen.
Wie
Dr.
A._
zu Recht bemängelte
, kann nicht
mehr oder weniger
kommentarlos
von einer
Remission der Depres
sion
ausgegangen
werden,
während
die
Explorandin
noch hochdosiert
An
tide
pressiva
einnimmt
(vgl.
Urk.
10/37 S. 7 oben)
und auch die durchgeführten
psychologischen Test
s teilweise
auf eine
gravierende
depressive Problematik hin
deute
te
n
(vgl.
Urk.
10/
37 S. 7 f.
Ziff.
4.2
)
.
Obwohl die Beschwerdegegnerin in der Stellungnahme von
Dr.
A._
vom Dezem
ber 2014
auf diese Ungereimtheiten und
insbesondere
darauf
aufmerksam gemacht wurde, dass sich die Beschwerdeführerin nun einem stationären Klini
kaufenthalt
unterziehen werde,
wurde
davon ab
gesehen
,
Dr.
B._
zum
Bericht von
Dr.
A._
Stellung
nehmen zu lassen
oder das Resultat des
Klini
k
aufenthaltes
abzuwarten. Stattdessen wurde
der Beschwerdeführerin am 1
0.
Februar 2015 eine Schadenminderungspflicht
auferlegt
(
Urk.
10/54)
und gleichentags erging die
leistungsverneinende Verfügung
(
Urk.
2)
.
Die Beschwerdegegnerin schloss aufgrund der Aussage von
Dr.
B._
, dass sich die gesundheitliche Situation der Beschwerdeführerin durch einen statio
nären mehrwöchigen Aufenthalt verbessern könnte
,
auf
ein vorübergehende
s
Leiden, das
die Arbeitsfähigkeit nicht relevant einschränke.
Diesbezüglic
h lässt die Beschwerdegegnerin
ausser Acht, dass bereit
s
seit Mai 2012
vom behandelnden Psychiater
im Wesentlichen eine 100%ige Arbeitsun
fähigkeit atte
stiert wurde
(vorstehend E. 3.1-2)
, die im Übrigen auch von
Dr.
B._
bestätigt wird (vgl. S. 10 Ziff. 8.6).
Sie
verkennt
zusätzlich
, dass
ü
ber die Auferlegung
einer Schadenminderungspflicht
Leistungen der Invali
denversicherung nicht allein vom theoretisch möglichen Erfolg einer prognos
tisch als sinnvoll erachteten Behandlung abhängig gemacht werden
dürfen
. Rechtsprechungsgemäss sagt die Therapierbarkeit einer psychischen Störung für sich allein betrachtet nichts über deren invalidisierenden Charakter aus (BGE 127 V 294).
Dr.
A._
sah die
vollständige
Arbeitsunfähigkeit -
im Gegensatz zu
Dr.
B._
-
in einer seit Mai 2012 bestehenden
mittelschwere
n
depressive
n
Episode mit
somatischen Symptomen in Form einer agitierten Depression
(
ICD-10 F32.11
) und in den Panikattacken
(ICD-10 F41)
begründet.
Hinsichtlich der von
Dr.
A._
gestellten Diagnosen ist unklar, weshalb er trot
z der bereits seit Frühjahr 2012 bestehender
depressiver
Problematik
zuletzt in seinem Bericht vom Dezember 2013
nach wie vor von einer depressiven „Epi
sode“ sprach, handelt es sich dabei doch definitionsgemäss um ein lediglich vorübergehendes Leiden, indem solche Episoden im Mittel etwa sechs Monate, selten länger als ein Jahr dauern, länger dauernde Störungen aber anderweitig zu subsumieren sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts I 510/06 vom 2
6.
Januar 2007 E. 6.3, mit Hinweis auf
Dilling
/
Mombour
/Schmidt [Hrsg.], Internationale Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10,
5.
Aufl., S. 142 ff.).
Auch der
Bericht des Sanatoriums
D._
vom März 2015 (vorstehend E. 3.6)
verschafft betreffend Diagnostik keine Klarheit,
jedoch geht daraus hervor, dass es auch
nach mehrwöchigem stationären Aufenthalt
zu
keine
r
Remission der psychischen Beschwerden
gekommen ist
, und nach wie vor eine vollständige Arbeitsunfähigkeit
besteht
.
Weiter hat es die Beschwerdegegnerin trotz Hinweisen des behandelnden Psychi
aters
Dr.
A._
(vorstehend E. 3.1-2)
, dass die Beschwerdeführerin auch in der Haushaltsführung eingeschränkt sei, unterlassen
,
entsprechende Abklä
rungen zu tätigen. In diesem Zusammenhang wird sie sich auch erneut mit der Frage der Qualifikation auseinanderzusetzen haben, zumal
ebenfalls von einer seit Anfang 2013 bestehenden Arbeitslosigkeit
und Erkrankung
des Ehemannes der Beschwerdeführerin
(vgl. vorstehend E. 3.2)
die Rede war.
4.3
Auf das Gutachten des
Zentrums C._
(vorstehend E. 3.4) kann insoweit abgestellt werden, als dort die Arbeitsfähigkeit aus somatischer Sicht beurteilt wurde. Die - vorliegend entscheidende - Einschränkung aus psychiatrischer Sicht wurde darin nicht eigenständig beurteilt, so dass auch das Gutachten des
Zentrums C._
an der unvollständigen medizinischen Sachverhaltsabklärung nichts zu ändern ver
mag. Unter diesen Umständen kann auch offen bleiben, ob es sich bei der darin mehrmals attestierten vollen Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht um einen Verschrieb oder ein eigenwillige Interpretation des psychiatrischen Gut
achtens handelte.
4.
4
Insgesamt
fehlt es somit an verlässlichen me
dizinischen Grundlagen zur Beur
teilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin und an der Grundlage für einen Entscheid.
Zur Beurteilung der invalidenversicherungsrechtlichen Ansprüche der Beschwer
deführerin bedarf es daher zusätzlicher medizinischer Grundlagen und
allenfalls einer Haushaltsabklärung, wobei auch die Qualifikation der Beschwer
deführerin festzusetzen ist. Die
angefochtene Verfügung vom 1
0.
Februar 2015
(
Urk.
2) ist folglich aufzuheben und die Sache zur Vornahme weiterer Abklä
rungen im Sinne der Erwägungen und zu erneutem Entscheid über den
Leis
tungsanspruch
der Beschwerdeführerin an die Beschwerdegegnerin zurückzu
weisen.
5.
5.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 8
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
Unter diesen Umständen erweist sich das Gesuch der Beschwerdeführerin um unentgeltliche Prozessführung
(
Urk.
1 S. 2
,
Urk.
6 S. 2
)
als gegenstandslos.
5.2
Die Beschwerdeführerin hat eine Prozessentschädigung beantragt (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
5).
Im Verfahren der Verwal
tungsgerichtsbeschwerde darf obsiegenden Behörden oder mit öf
fentlichrechtlichen Aufgaben betrauten Organisationen in der Re
gel keine Parteientschädigung zugesprochen werden (vgl. BGE 112 V 356 E. 6
,
128 V 124 E. 5b, 126 V 143 E. 4a, 118 V 158 E. 7, 117 V 349 E. 8).
Rechtsprechungsgemäss hat die durch die Sozialen Dienste ihrer Wohngemeinde vertretene Beschwerdeführerin somit keinen Anspruch auf eine
Prozessentschä
digung
.