Decision ID: a822edad-4c83-5482-8fca-07d092a10a99
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- Die Eheleute Z wohnen in A und sind beide unselbständig erwerbstätig. In der
Steuererklärung 2014 deklarierten sie Liegenschaftsunterhaltskosten für ihr
Einfamilienhaus von insgesamt Fr. 34‘117.–, wovon Fr. 31‘385.– auf die Sanierung der
Fenster entfielen. Die Veranlagungsbehörde liess die Aufwendungen für die
Fenstersanierung nur teilweise zum Abzug zu und verweigerte die Anerkennung von
zwei im September und Oktober 2013 geleisteten Akontozahlungen von insgesamt Fr.
27‘000.–. Dementsprechend wurde der Abzug für Liegenschaftsunterhalt auf Fr.
7‘017.– reduziert. Die Eheleute Z wurden am 28. Juli 2015 für die Kantons- und
Gemeindesteuern 2014 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 115‘300.– und
einem steuerbaren Vermögen von Fr. 178‘000.– und für die direkte Bundessteuer 2014
mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 105‘900.– veranlagt. Mit Eingabe vom 10.
August 2015 erhoben die Steuerpflichtigen Einsprache und beantragten, der gesamte
Betrag für den Unterhalt bzw. den Austausch der Fenster sei vollumfänglich im Jahr
2014 zu berücksichtigen. Sie hätten mit den Arbeiten im Jahr 2013 begonnen und bei
der Auftragsvergabe die erste Anzahlung und bei der Materiallieferung die zweite
Anzahlung geleistet. Der Einbau der Fenster habe sich verzögert und erst im Jahr 2014
abgeschlossen werden können. So seien sie davon ausgegangen, dass der gesamte
Betrag bei der Steuererklärung 2014 berücksichtigt werden müsse. Sie hätten nicht
gewusst, dass dies nun nicht so sei. Das kantonale Steueramt wies die Einsprache mit
Entscheiden vom 20. Januar 2016 ab. Es erwog, die Pflichtigen seien bereits in der
Veranlagung 2013 darauf hingewiesen worden, dass für Liegenschaftsunterhaltskosten
das Rechnungsdatum massgebend sei. Aus diesem Grund sei schon damals ein Abzug
von Fr. 1‘649.– nicht gewährt worden. Die Regelung, wonach sich die Abzugsfähigkeit
nach dem Rechnungsdatum richte, sei somit bekannt gewesen.
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B.- Mit Eingabe vom 26. Januar 2016 erhoben die Eheleute Z Rekurs und Beschwerde
bei der Verwaltungsrekurskommission und beantragten sinngemäss, die gesamten
Aufwendungen für die Sanierung der Fenster seien bei der Veranlagung 2014 zum
Abzug zuzulassen. Der angefochtene Entscheid sei nicht nachvollziehbar, und sie
würden für ein nichtgewolltes Versäumnis bestraft. Sie hätten den Hinweis in der
Veranlagungsberechnung 2013 nicht so genau beachtet und dieser sei auch vergessen
gegangen. Der Betrag von Fr. 1‘649.– stehe auch nicht in einem Verhältnis zum
vorliegenden Fall. Für sie sei immer die definitive Schlussrechnung von 2014
massgebend gewesen.
Die Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 17. März 2016 die Abweisung
des Rekurses. Die Eidgenössische Steuerverwaltung liess sich zur Beschwerde nicht
vernehmen.
Die Steuerpflichtigen erhielten Gelegenheit, sich zur vorinstanzlichen Vernehmlassung
zu äussern. Dies taten sie mit Eingabe vom 3. April 2016.
Auf weitere Einzelheiten wird, soweit wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen
eingegangen.

Erwägungen:
1.- Betrifft das Verfahren sowohl die Kantons- und Gemeindesteuern als auch die
direkte Bundessteuer, sind zwei Entscheide zu fällen. Diese können zwar beide im
gleichen Dokument enthalten sein; dieses muss jedoch eine getrennte Begründung und
ein getrenntes Dispositiv aufweisen, oder zumindest ein Dispositiv, das die beiden
Steuern auseinanderhält (BGE 130 II 509 = Pra 2005 Nr. 114 E. 8.3). Nach einem
neueren Urteil könne im Dispositiv sogar auf eine Unterscheidung zwischen beiden
Steuern verzichtet werden, wenn die entschiedene Rechtsfrage im Bundesrecht und im
harmonisierten kantonalen Recht gleich geregelt sei und für beide Kategorien von
Steuern gleich begründet werden könne. Aus der Begründung müsse dann aber klar
hervorgehen, dass der Entscheid sowohl für die direkte Bundessteuer als auch für die
Kantons- und Gemeindesteuern gelte (BGE 135 II 260 = Pra 2010 Nr. 37 E. 1.3.1).
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Gleichwohl entscheidet das Bundesgericht auch bei Fragen, die sowohl auf Bundes-
als auch auf kantonaler Ebene übereinstimmend geregelt sind, mit separaten
Dispositiven (vgl. z.B. Urteile [BGer] 2C_560/2014 und 2C_561/2014 vom
30. September 2015, 2C_164/2013 und 2C_165/2013 vom 28. März 2014). Im Einklang
damit werden der Rekurs und die Beschwerde vorliegend in einem einzigen Dokument
behandelt, wobei im gemeinsamen Dispositiv beide Steuern auseinandergehalten
werden.
2.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Entscheid zuständig. Der Rekurs und die
Beschwerde vom 26. Januar 2016 gegen die Einspracheentscheide vom 20. Januar
2016 sind rechtzeitig eingereicht worden und erfüllen in formeller und inhaltlicher
Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 194 Abs. 1 des Steuergesetzes, sGS
811.1; Art. 140 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer, SR 642.11,
abgekürzt: DBG; Art. 7 der Verordnung zum Bundesgesetz über die direkte
Bundessteuer, sGS 815.1; Art. 41 lit. h Ziff. 1 und Art. 48 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP).
3.- Nach Art. 44 Abs. 2 StG können bei Grundstücken des Privatvermögens die
Unterhaltskosten, die Kosten der Instandstellung von neu erworbenen Grundstücken,
die Versicherungsprämien und die Kosten der Verwaltung durch Dritte abgezogen
werden. Den Unterhaltskosten sind Investitionen gleichgestellt, die dem Energiesparen
und dem Umweltschutz dienen, soweit sie bei der direkten Bundessteuer abziehbar
sind. Eine materiell gleichlautende Bestimmung findet sich in Art. 32 Abs. 2 DBG.
a) Streitig ist im vorliegenden Fall ausschliesslich die Frage, ob die im Jahr 2013
geleisteten Akontozahlungen von insgesamt Fr. 27‘000.– bei der Veranlagung 2014
vom Einkommen abgezogen werden können. Im Rekurs- bzw. Beschwerdeverfahren
reichten die Pflichtigen eine Schlussabrechnung der Fenstersanierung ein, welche auf
Fr. 31‘961.50 lautete. Im Veranlagungsverfahren reichten sie zwei Akontorechnungen
vom 10. September und 22. Oktober 2013 über insgesamt Fr. 27‘000.– sowie eine
Schlussrechnung über Fr. 4‘384.– vom 23. Dezember 2014 ein. Streitpunkt ist im
Wesentlichen die Abzugsfähigkeit in zeitlicher Hinsicht. Dazu hat das
Verwaltungsgericht unlängst ein Urteil gefällt, welches den Steuerpflichtigen zur
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Kenntnis gebracht wurde (vgl. VerwGE B 2012/37 vom 13. November 2012, in:
www.gerichte.sg.ch). Das Verwaltungsgericht erwog, das aus dem allgemeinen
Einkommensprinzip des Reinvermögenszugangs stammende Ist-Prinzip bedeute bei
den Aufwendungen nichts anderes, als dass der Zeitpunkt des effektiven Abflusses
beim Steuerpflichtigen massgebend sein müsse. Damit sei es grundsätzlich auch
möglich, Akontorechnungen im Zeitpunkt ihrer Fälligkeit steuerlich zum Abzug zu
bringen. Voraussetzung für die Anrechnung der geltend gemachten Aufwendungen sei
deren Fälligkeit, wobei in der Praxis, insbesondere bei privaten Aufwendungen, auf den
Zeitpunkt der tatsächlichen Zahlung abgestellt werde, allenfalls auf den Zeitpunkt der
Rechnungsstellung. Im Schrifttum werde die Auffassung vertreten, dass bei
Liegenschaftsunterhaltskosten der Zeitpunkt der tatsächlichen Zahlung massgebend
sei. Reine Vorauszahlungen und nicht in Rechnung gestellte Akontozahlungen seien
noch nicht abzugsfähig, gestellte Akontorechnungen seien dagegen abzugsfähig (vgl.
den zit. VerwGE mit Hinweisen auf Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar
zum DBG, 2. Auflage 2009, N 107 zu Art. 210 DGB sowie zahlreiche weitere Urteile und
Literaturzitate).
b) Somit ist nach der dargelegten oberinstanzlichen Rechtsprechung grundsätzlich das
Rechnungsdatum bzw. allenfalls das Zahlungsdatum ausschlaggebend, und zwar
insbesondere auch bei Akontozahlungen. Der Einwand der Steuerpflichtigen, sie hätten
diese Regelung nicht gekannt, ist unbehelflich. Die Rekurrenten und Beschwerdeführer
waren bereits im Rahmen der Veranlagungsberechnung für das Jahr 2014 ausdrücklich
darauf hingewiesen worden, dass sich der Abzug für Liegenschaftsunterhaltskosten
nach dem Rechnungsdatum richtet. Damit wurde die Kürzung des Abzugs in Ziff. 15
der Steuererklärung 2013 explizit begründet. Die Veranlagungsberechnung 2013 datiert
vom 23. September 2014. Die Steuerpflichtigen hätten somit noch Gelegenheit gehabt,
die am 10. September und 22. Oktober 2013 in Rechnung gestellten Akontozahlungen
von insgesamt Fr. 27‘000.– im Rahmen einer Einsprache gegen die Veranlagung 2013
geltend zu machen. Spätestens mit der Zustellung jener Veranlagungsberechnung
musste den Pflichtigen klar sein, dass sie nicht den Gesamtbetrag für die
Fenstersanierung in einem einzigen Jahr zum Abzug bringen können. Ihr Einwand, sie
hätten diesen Hinweis mit der Veranlagung 2013 nicht so genau beachtet und er sei
auch vergessen gegangen, erscheint unbehelflich. In den Veranlagungsberechnungen
sind jeweils die abgeänderten Deklarationen mit einem Stern bezeichnet und in einer
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Fussnote erläutert. Abgesehen davon mussten sich die Steuerpflichtigen bewusst sein,
dass die sich über zwei Jahre erstreckende Fenstersanierung in Bezug auf die
Abzugsfähigkeit der Liegenschaftsunterhaltskosten in zeitlicher Hinsicht Fragen
aufwerfen kann. Das Verwaltungsgericht hat im zitierten Urteil zwar festgehalten, dass
bei der Besteuerung von nicht-buchführungspflichtigen Privatpersonen das
Periodizitätsprinzip nicht gleich streng zu handhaben sei wie bei buchführenden
Steuerpflichtigen. Im Gegensatz zum Sachverhalt, der jenem Urteil zugrunde lag, war
es im vorliegenden Fall jedoch nicht zweifelhaft, dass sowohl die Rechnungstellung als
auch die Zahlung der Akontorechnungen im Jahr 2013 erfolgte und weder in der
Wegleitung zur Steuererklärung noch in den Veranlagungsrichtlinien irgendwelche
Hinweise zu finden sind, dass bei Unterhaltsarbeiten, die sich über mehrere Jahre
erstrecken, die in mehreren Jahren geleisteten Zahlungen in einem einzigen Steuerjahr
abgezogen werden können. Dass es für die Steuerpflichtigen schwierig
nachzuvollziehen ist, dass sie nun einen erheblichen Teil der Unterhaltsaufwendungen
nicht von den Einkünften abziehen können, ist verständlich. Allerdings scheint es wenig
glaubhaft, dass es sich lediglich um ein Versäumnis handelt, nachdem ihnen in der
Veranlagungsberechnung 2013 ein deutlicher Hinweis auf die Massgeblichkeit des
Rechnungsdatums gemacht wurde. Vielmehr dürfte auch eine Rolle gespielt haben,
dass mit einem einmaligen Abzug des Gesamtbetrages eine deutlichere
Steuerreduktion hätte erwirkt werden können als bei einer Aufteilung auf zwei Jahre.
Festzuhalten ist schliesslich, dass eine von der ständigen Praxis gemäss Steuerbuch
und verwaltungsgerichtlicher Rechtsprechung abweichende Veranlagungspraxis in
einzelnen Gemeindesteuerämtern für andere Steuerämter nicht bindend ist, und erst
recht nicht für das Gericht.
c) Zusammenfassend ergibt sich, dass die Veranlagungsbehörde die im Jahr 2013 in
Rechnung gestellten und geleisteten Akontozahlungen von Fr. 27'000.– zu Recht im
Jahr 2014 nicht zum Abzug zugelassen hat. Somit sind der Rekurs und die
Beschwerde abzuweisen.
4.- Dem Verfahrensausgang entsprechend haben die Rekurrenten und
Beschwerdeführer die Verfahrenskosten zu bezahlen (Art. 95 Abs. 1 VRP; Art. 144 Abs.
1 DBG). Eine Entscheidgebühr von je Fr. 600.– ist angemessen (Art. 144 Abs. 5 DBG,
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Art. 7 Ziff. 122 Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Die geleisteten
Kostenvorschüsse von je Fr. 600.– sind zu verrechnen.