Decision ID: 6cbb4a38-9dbb-415e-929b-694bea140398
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1977,
verfügt über eine Ausbildung als H
uman Res
ources
(HR)
Assista
nt
(
Urk.
6/8 S. 3
Ziff.
3). Seit
dem
1.
August 2012
war sie
bei der
Y._
angestellt
(
Urk.
6/11/2
Ziff.
1-
3
).
Nachdem
sie
seit August 2015 krankgeschrieben war, kündigte die Arbeitge
berin das Arbeitsverhältnis
mit ihr
per Ende Oktober 2015 (
Urk.
6
/11/2
Ziff.
3-
5).
1.2
Die Versicherte meldete sich am 1
6.
Januar 2016 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/2).
Ab dem 1
8.
April 2016 war
sie
temporär
als HR
Assistant
bei der
Z._
angestellt
(
Urk.
6/24).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
tätigte erwerbliche (
Urk.
6/1,
Urk.
6/9,
Urk.
6/24
-25
) und medizinische (
Urk.
6/17,
Urk.
6/
22-
23
,
Urk.
6/27
) Abklärungen und zog Akten des Krankentaggeldversicherers (
Urk.
6/11) zum Verfahren bei.
Am
4.
Dezember 2017
erliess die IV-Stelle
den Vorbescheid (
Urk.
6/45).
Die Versicherte brachte dagegen Einwände (
Urk.
6/49,
Urk.
6/58-59) vor. Mit Verfügung vom
9.
November 2018 (
Urk.
6/66 =
Urk.
2) verneinte die IV-Stelle einen Rentenanspruch.
2.
2.1
Die Versicherte erhob am 1
3.
Dezember 2018 Beschwerde gegen die Verfügung vom
9.
November 2018 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr ab
1.
August 2016 eine Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen (
Urk.
1 S. 2 oben).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2
2.
Januar 2019 (
Urk.
5) die Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am 2
3.
April 2019 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
7 Dispositiv
Ziff.
3). Die Beschwerdegegnerin reichte dem Gericht
in der Folge
einen Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug,
Urk.
13) ein.
Am
4.
Juni 2019 (
Urk.
14)
reichte die Beschwerdeführerin
einen Arztbericht (
Urk.
15) ein.
2.2
Mit Verfügung vom 2
5.
Juni 2019 ersuchte das Gericht die
Z._
um die Beantwortung von Fragen betreffend
das Arbeitsverhältnis
mit der Beschwerdeführerin (U
rk.1
6 Dispositiv
Ziff.
1).
Der Verantwortliche der
Z._
antwortete am 2
8.
Juni 2019 (
Urk.
18) auf die Fragen des Gerichts. Die Parteien nahmen am 2
9.
und 3
1.
Juli 2019 (
Urk.
23-24) dazu Stellung. Die Stellungnahmen wurden der jeweiligen
Gegenp
artei am
9.
August 2019
zugestellt
(
Urk.
25).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und
E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der
Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausge
wiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinwe
isen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Die Wartezeit im Sinne von
Art.
28
Abs.
1 lit. b IVG gilt in jenem Zeitpunkt als eröffnet, in welchem eine deutliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit einge
treten ist. Als erheblich in diesem Sinne gilt bereits eine Arbeitsunfähigkeit von 20 % (AHI 1998 S. 124 E. 3c; Urteil des Bundesgerichts I 10/05 vom 14. Juni 2005 E. 2.1.1 in
fine
mit Hinweisen). Unter relevanter Arbeitsunfähigkeit im Sinne dieser Bestimmung ist eine Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zu verstehen. Das heisst, es muss arbeitsrechtlich in Erscheinung treten, dass die versicherte Person an Leistungs
vermögen eingebüsst hat, so etwa durch einen Abfall der Leistungen mit entspre
chender Feststellung oder gar Ermahnung des Arbeitsgebers oder durch gehäufte, aus dem Rahmen fallende gesundheitlich bedingte Arbeitsausfälle. Mit anderen Worten: Die Leistungseinbusse muss in aller Regel dem seinerzeitigen Arbeitgeber aufgefallen sein. Eine erst nach Jahren rückwirkend festgelegte medizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit genügt nicht. Umgekehrt ist eine in der beruf
lichen Tätigkeit im Vergleich zu einer gesunden Person tatsächlich nur reduziert erbrachte Leistung für sich allein gesehen in aller Regel ebenso wenig ausreichend für die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit im Sinne des Gesetzes. Vielmehr bedarf es dazu regelmässig zusätzlich einer (überzeugenden) medizinischen Einschät
zung, die
ordentlicherweise
echtzeitlicher Natur ist. Der
Zeitpunkt des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Dieser Nachweis darf nicht durch nachträgliche erwerbliche oder medizinische Annah
men und spekulative Überlegungen ersetzt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_204/2012 vom 19. Juli 2012 E. 3.2 mit weiteren Hinweisen).
1.5
Ein
wesentlicher Unterbruch der Arbeitsunfähigkeit im Sinne von
Art.
28
Abs.
1 Buchstabe b IVG liegt vor, wenn die versicherte Person an mindestens 30 aufei
nanderfolgenden Tagen voll arbeitsfähig war (
Art.
29
ter
Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV).
Ein Unterbruch kann nur dann angenommen werden, wenn während mindestens 30 aufeinanderfolgenden Tagen eine wirtschaftlich verwertbare Arbeitsfähigkeit bestand, ohne Rücksicht auf die
Entlöhnung
(Meyer/
Reichmuth
, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG,
3.
Aufl.,
Art.
28
Rz
34, S. 303).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
hielt
im angefochtenen Entscheid
fest
,
die Beschwerde
führer
in
sei
seit dem
5.
August 2015 zu 100
%
arbeitsunfähig
geschrieben worden
.
V
om
1.
Februar bis 1
8.
September 2016
sei
keine Arbeitsunfähigkeit attestiert worden.
W
ährend dieser Zeit
sei folglich
v
on einer vollständigen Arbeits
fähigkeit auszugehen. Das Wartejahr habe
somit
erst per 1
9.
September 2016 begonnen, da die Beschwerdeführerin ab diesem Datum wieder zu 100
%
arbeitsunfähig
gewesen
sei (
Urk.
2
S. 2 Mitte).
Die Beschwerdegegnerin verneinte daher die Voraussetzung der Erfüllung des Wartejahres
nach
Art.
28
Abs.
1 lit. b IVG
.
Weiter vertrat sie den Standpunkt, dass aus medizinischer Sicht kein Grund für eine
medizinische
Begutachtung bestehe (
Urk.
2
S. 2 unten).
2.2
A
m 2
9.
Juli 2019
nahm die Beschwerdegegnerin
Stellung zum Schreiben der
Z._
vom 2
8.
Juni 2019
(
Urk.
18)
. Sie führte aus, die Arbeitgeberin bestätige
darin
, dass vom 1
8.
April bis 1
8.
September 2016 keine wesentliche Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20
%
bestanden habe. Die Beschwerdeführerin habe über die gesamte Zeit ein Arbeitspensum von über 80 % geleistet. Das tiefere Arbeitspensum habe dabei dem Arbeitsanfall entsprochen und erweise sich nicht als gesundheitlich begründet. Das Wartejahr habe daher nicht vor dem 1
9.
September 2016 zu laufen begonnen (
Urk.
23).
2.3
Die Beschwerdeführerin
brachte vor,
sie habe am 1
9.
September 2016 eine Hirn
blutung erlitten, welche zahlreiche Bes
chwerden nach sich gezogen und
die Arbeitsfähigkeit negativ beeinflusst h
abe
(
Urk.
1 S. 2
Ziff.
2).
Weiter bestünden seit Jahren erhebliche Schm
erzen im linken Handgelenk, das
sie im Jahr 1989 verletzt habe (S. 3
Ziff.
6). Die Beschwerdegegnerin übersehe, dass ab dem
1.
Feb
ruar 2016 keineswegs eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert worden sei. Die Arbeitsunfähigkeit habe im Gegenteil weiter fortbestanden (S. 6
Ziff.
10 Mitte). Sie sei während des gesamten Zeitraumes von Oktober 2016 bis November 2017 gerade nicht uneingeschränkt arbeitsfähig gewesen. Aufgrund dreier vorherr
schender Beschwerdekomplexe
(orthopädisch, neurologisch, psychiatrisch)
sei sie bedeutend in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt gewesen (S. 9
Ziff.
18).
Der medizinische Sachverhalt sei ungenügend abgeklärt worden, weshalb eine poly
disziplinäre Begutachtung anzuordnen sei, falls gestützt auf die vorliegenden Akten
nicht bereits ein Rentenanspruch beurteilt werden könne (S. 9
Ziff.
19).
Der Arbeitsvertrag mit der
Z._
sei von Beginn an nicht
mit einem
Vollzeitpensum bei uneingeschränkter Leistungsfähigkeit ausgestaltet gewesen. Das vereinbarte Pensum habe sodann nicht eingehalten werden können. Unzutreffend sei, dass über die gesamte Präsenz am Einsatzort ein Arbeitspensum von 80
%
geleistet worden sei. Sie sei insbesondere ab dem 1
9.
September 2016 infolge einer Hirnblutung
zu
100
%
arbeitsunfähig gewesen (
Urk.
24
S. 1
Ziff.
2).
2.4
Streitig ist, ob ein Rentenanspruch besteht. Zunächst ist zu prüfen,
auf welchen Zeitpunkt der
Beginn des Wartejahres anzusetzen ist und
ob
dieses durch die temporäre Anstellung der Beschwerdeführerin bei der
Z._
un
terbrochen
worden ist
.
Des Weiteren ist zu prüfen
, ob auf die vorliegenden medizinischen Akten abgestellt werden kann.
3.
3.1
Vorweg ist die Frage des Wartejahres zu klären. Diesbezüglich relevant sind die folgenden Akten.
Dr.
med.
A._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
und
für Handchirurgie
,
B._
, stellte im Bericht vom 2
6.
August 2015
(
Urk.
6/11/7-8)
die handchirurgische Diagnose Status nach multiplen Voroperationen am distalen
Radioulnargelenk
links, zuletzt Entfernung einer
E
clipse-Hemiprothese
.
Dr.
A._
führte weiter aus,
bei Belastung komme es noch zu
Restbeschwerden
(S. 1 Mitte). Die Situation sei
ins
gesamt eigentlich auf einem guten Weg. Die linke Hand werde im Alltag zuneh
mend
reintegriert
. Die Arbeitsf
ähigkeit werde im Moment bei 80
% belassen
. Nach einer Verlaufskontrolle
in zwei Monaten
werde wahrscheinlich eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit erfolgen
(
S. 1
unten).
3.2
Dr.
med. C._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
nannte im Schreiben
vom
4.
Oktober
2015 (
Urk.
6/11/4)
an den Krankentaggeldversicherer
als Diagnosen eine reaktive depressive Episode und thorakale Verspannungen (
Ziff.
4).
Dr.
C._
attestierte
vom
5.
bis
zum
3
0.
August 2015 eine Arbeitsun
fähigkeit von 100
%
(
Ziff.
5).
3.3
Dr.
med. D._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin
,
nannte im Bericht vom 2
5.
Oktober 2015 (
Urk.
6/11/5-6) als Diagnosen einen Verdacht auf eine reaktive psychosoziale Belastungsstörung
und eine Somatisierungsstörung. Er attestierte
ab
3
1.
August 2015 voraussichtlich
für
drei Wochen eine Arbeits
unfähigkeit
von 100
%
(S. 2 Mitte).
Dr.
D._
gab
an
,
nach den Angaben der Beschwerdeführerin sei sie aufgrund der langwierigen Behandlung der linken Hand und der daraus folgenden Arbeitsun
fähigkeit
vom Arbeitgeber
freigestellt worden (S. 1 unten). Die
Beschwerdeführe
rin
spüre wieder
Thoraxschmerzen
und
habe Angstgefühle, wenn sie nur schon an den Arbeitgeber denke. Er habe ihr erklärt, dass er als Hausarzt aus psycho
sozialen Gründen für maximal drei Wochen eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
attestieren könne (S. 2 oben).
3.4
Dr.
med. E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, nannte
im Bericht vom 2
7.
Januar 2016 (
Urk.
6/11/10-11)
als Diagnose eine Anpas
sungsstörung bei beruflicher Belastungssituation (ICD-10 F43.2) mit depressiven Symptomen (S. 2
Ziff.
4).
Er gab zur Anamnese an
, dass die Beschwerdeführerin an ihrer letzten Arbeitsstelle zunehmend überfordert gewesen sei und
sie sich
in ihrem Arbeitsumfeld zunehmend isoliert und abgelehnt gefühlt
habe
. Sie habe Ängste, Panikattacken, Schlafstörungen und zunehmend eine depressive Symp
tomatik entwickelt
. Im März 2015 sei eine angstlösende und antidepressive Therapie begonnen worden mit nur zögerlicher Stabilisierung
(S. 1
Ziff.
2).
Dr.
E._
attestierte aus psychiatrischer Sicht
seit dem 2
1.
September 2015 eine Arbeitsunfähi
gkeit von 100
%
(S. 2
Ziff.
5).
Gegenwärtig bestehe nach wie vor eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
.
G
rundsätzlich könne mit einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit bis 100
%
gerechnet werden. Voraussetzung sei aber ein Wechsel des
Arbeitsumfeldes.
Die
Wiederaufnahme der angestammten Arbeits
tätigkeit in einer anderen Arbeitsumgebung und eine Steigerung der Arbeits
fähigkeit auf das ursprüngliche Pensum sei vorgesehen und werde von der Patientin gewünscht
.
Ein
Arbeitsversuch
sollte ab März 2016
möglich sein. Die Arbeitsfähigkeit könne innerhalb von drei bis sechs Monaten auf 100
%
gestei
gert werden
(S. 2
Ziff.
6 und
7).
3.5
Gemäss
einer Aktennotiz der Beschwerdegegnerin vom 2
8.
Juni 2016 (
Urk.
6/15) meldete sich die Beschwerdeführerin an diesem Tag telefonisch bei der
Beschwer
degegnerin und berichtete über die aktuelle Arbeitstätigkeit (Bürotätigkeit im Bereich HR)
. D
ie Beschwerdeführerin habe angegeben, dass
ihr
das Arbeitspen
sum
von 70-100
%
viel zu hoch sei. Es gehe ihr nur schlecht. Bei der nächsten Operation werde sie das linke Handgelenk versteifen lassen müssen. Danach werde sie voraussichtlich wieder längere Zeit arbeitsunfähig sein.
3.6
Nach dem Zwischenzeugnis von
F._
, Personalberater,
Z._
,
vom 2
9.
August 2016 (
Urk.
6/24)
erfolgte
ab dem 1
8.
April 2016 ein Arbeitseinsatz der Beschwerdeführerin
als Human Re
sources
Assistant
bei der
G._
.
Der Personalberater gab an, dass ein Arbeitspensum von 70-100
%
bestehe
.
Der Einsatz sei bis zum
7.
Oktober 2016 vorgesehen.
3.7
Herr
F._
antwortete am 2
8.
Juni 2019 (
Urk.
18) auf die Fragen des Gerichtes betreffend den Arbeitseinsatz der Beschwerdeführerin bei der
G._
. Er gab an, der Arbeitseinsatz habe vom 1
8.
April bis
7.
Oktober 2016 gedau
ert (
Ziff.
1). Das vertraglich vereinbarte Arbeitspensum habe zwischen 70 und 100
%
betragen
. In der Realität habe das Pensum zwischen 55 und 100
%
geschwankt
. Über die gesamte Präsenz am Einsatzort sei ein Arbeitspensum von über 80
%
geleistet worden. Die Gestaltung des Arbeitspensums sei je nach Arbeitsanfall erfolgt (
Ziff.
2).
Auf die Frage nach krankheitsbedingten Absenzen (
Urk.
16 Dispositiv
Ziff.
1.3) antwortete der Personalberater, vom 1
9.
September bis zum 3
1.
Oktober 2016 habe eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestanden.
Vom
1.
November
bis zum 1
7.
Dezember 2016
habe
die
Arbeitsunfähigkeit 40
%
betragen
(
Ziff.
3). Herr
F._
gab weiter an, die Beschwerdeführerin sei im Rahmen der versiche
rungstechnischen Abwicklung sowie bezüglich der allgemeinen Kommunikation nicht kooperativ gewesen. Dokumente seien nicht beziehungsweise sehr spät eingereicht worden und es habe eine schlechte Erreichbarkeit bestanden. Die Beschwerdeführerin habe dies
mit ihrem schlechten Gesundheitszustand begrün
det. Zudem habe sie ein Durcheinander mit den Arztzeugnissen angegeben (
Ziff.
5).
Der Personalberater reichte dem Gericht zudem eine Kopie des individuellen Einsatzvertrages vom 1
4.
April 2016 (
Urk.
19/1) ein.
4.
4.1
Nach den
erwähnten
Arztberichten
war
die Beschwerdeführerin
für die
ange
stammte
Tätigkeit
seit
dem
5.
August 2015 zu 100
%
krankgeschrieben.
Die Krankschreibung erfolgte im Wesentlichen aufgrund psychischer Beschwerden. Den Beginn der Krankschreibung per
5.
August 2015
bestreitet auch die Beschwerdegegnerin nicht (vgl.
Urk.
2 S. 2 Mitte).
Der Beginn des Wartejahres ist daher auf den
5.
August 2015 festzusetzen.
4.2
Für eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus gesundheitlichen Gründen
während des Arbeitseinsatzes bei der
G._
sprechen die Angaben von Herrn
F._
über eine schlechte Kooperation mit der Beschwerdeführerin, was diese mit ihrem schlechten Gesundheitszustand begründet habe (vorstehend E. 3.7). Der Personalberater
der
Z._
reichte dem Gericht
indes
keine Zusammenstellung
über die an den einzelnen Arbeitstagen
geleisteten Arbeitsstunden
und die Absenzen
der Beschwerdeführerin
ein.
Die von ihm angegebene
durchschnittliche Arbeitsfähigkeit von über 80
%
in der Zeit vom 1
8.
April bis
7.
Oktober 2016 würde
eine
Arbeitsfähigkeit von 100
%
an 30 Tagen rechnerisch nicht ausschliessen.
Gemäss IK-Auszug verdiente die Beschwerdefüh
rerin in den Monaten April bis November 2016 bei der
Z._
Fr.
32'920.--
(
Urk.
13 S. 1).
Das erzielte
Einkomme
n
schliesst eine uneinge
schränkte Arbeitsfähigkeit während 30 Tagen ebenfalls nicht aus
, nachdem die Beschwerdeführerin ab dem 1
9.
September 2016 wieder zu 100
%
arbeitsunfähig war
.
Die Auskunft von Herrn
F._
vom 2
8.
Juni 2019
lässt eine abschlies
sende Beurteilung der Frage, ob die Beschwerdeführerin an 30 aufeinanderfol
genden Tagen
uneingeschränkt arbeitsfähig
war,
jedoch
nicht zu. Die Sache ist
daher bereits aus diesem Grund an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit
sie nach ergänzenden Abklärungen prüfe
, ob die Wartezeit durch den Arbeitseinsatz der Beschwerdeführerin bei der
G._
unterbrochen worden ist.
Nachfolgend
ist auf die weiteren medizinischen Abklärungen einzugehen.
5.
5.1
Die Beschwerdegegnerin
forderte
bei der
B._
, Handchirurgie,
Akten
betreffend die Behandlung
am linken Handgelenk
an (
Urk.
6/52).
Die Behandlung
ist
seit November 2004 dokumentiert (vgl.
Urk.
6/52/1).
Dr.
A._
führte im Bericht vom 2
0.
Januar 2016 (
Urk.
6/52/69-70) aus,
auf der rechten Seite finde sich eine klassische
Epicondylitis
-Situation
mit einer Druck
empfi
ndlichkeit über dem Ursprung des
Extensor
carpi
radialis
brevis
und des Extensor
carpi
radialis
longus
. A
m distalen
Radioulnargelenk
der linken Seite
zeigten sich klinisch
bei einer freien Pro-/Supination deutliche Krepitationen im Bereich der Vernarbungssituation. Diese seien zum Teil
en
dgradig
und rest
schmerzhaft. Aufgrund der Einschränkungen werde die
Arbeitsunfähigkeit
(
richtig:
Arbeitsfähigkeit
)
bei 80
% belassen (S. 1 unten).
5.2
Dr.
A._
gab im Bericht vom 3
1.
Mai 2016 (
Urk.
6/52/71-72 =
Urk.
6/17/7-8) an, in der klinischen Untersuchung zeige sich auf der linken Seite auf Höhe der
Ulnaspitze
eine Region, die bei gezielten Drehbewegungen und zum Teil bei der Flexion/Extension ein leichtes Knacken hinterlasse, das die Patientin als Schmerz angebe. Eine eigentliche Instabilität der
Ulna
lasse sich nicht nachweisen
. Die
Ulnarduktion
sei etwas eingeschränkt
(S. 1 Mitte). Er gehe davon aus, dass eine gewisse Restinstabilität der
Ulna
vorliege, die die Beschwerden durchaus erklären könnte. Zusammen mit einer zystischen Veränderung im Bereich der
Ulnaspitze
sei von einer chronischen Reizung auszugehen.
5.3
Die Beschwerdeführerin war
aufgrund einer Hirnblutung
vom
1
9.
bis 2
9.
Septem
ber 2016 in der Klinik für Neurologie,
H._
, hospitali
siert (
Urk.
6/23/1). Die Ärzte
der Klinik für Neurologie
nannten im Austritts
bericht vom 2
9.
September 2016 (
Urk.
6/23/1-6) als Diagnosen
(S. 1 f.):
-
sekundäre Einblutung nach therapeutischer
Heparinisierung
am 1
9.
Sep
tember 2016 bei Diagnose zwei
-
klinisch
nuchale
und rechts-zervikale Schmerzen, Doppelbilder beim Blick nach rechts, ansonsten keine fokal-neurologischen Defizite
-
diagnostisch
cMR
I
extern vom 1
9.
September 2016
,
0.5-1.5 cm grosse Einblutung temporal rechts
-
Dissektion
der ICA rechts, Erstdiagnose 1
8.
September 2016
-
ätiologisc
h
Verdacht auf
F
ibromuskuläre
Dysplasie
-
anamnestisch
initial seit Samstag bestehende
nuchale
, zervikale und faziale Schmerzen rechts, Vorstellung im
I._
-
klinisch
Doppelbilder beim Blick nach rechts, Hypäs
thesie der rechten Gesichtshälfte
-
d
iagnostisch
CT-
Angi
o
extern vom 1
8.
September 2019:
Dissektion
der distalen
Arteria
carotis
interna
rechts mit konsekutiver hochgradiger
luminaler
Einengung, konventionelle Angiographie: Verdacht auf
Fibromuskuläre
Dyplasie
Die Ärzte
attestierten
im ärztlichen Zeugnis vom 2
9.
September 2016
für die Zeit vom 1
9.
September bis
9.
Oktober 2016 eine Arbeitsunfäh
igkeit von 100
%
(
Urk.
6/23/7; vgl. auch
Urk.
6/22)
.
5.4
Dr.
E._
attestierte in einem ärztlichen Zeugnis vom
4.
November 2016 (
Urk.
6/30/3) für die Zeit vom 1
0.
bis 3
1.
Oktober 2016 eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
. Ab dem
1.
November 2016
attestierte er eine
Arbeitsunfähigkeit von 40 %.
Der Psychiater gab an, dass
Ende November 2016 eine Neubeurteilung
der Arbeitsfähigkeit erfolgen werde.
5.5
Im Bericht vom 3
0.
Dezember 2016 (
Urk.
6/27) gab
Dr.
E._
an
, die Patientin sei aus psychiatrischer Sicht arbeitsfähig.
Nach dem Ereignis vom Sep
tember 2016 stehe die
Beurteilung aus somatischer Sicht
im Vordergrund
(S. 2
Ziff.
5).
5.6
Die Ärzte der Klinik für Neurologie,
H._
,
berichtete
n
am
1
5.
Mai 2017
(
Urk.
6/43/6-9)
über eine neuropsychologische
Untersuchung
vom gleichen Tag
. Sie stellten
folgende Diagnosen
(S. 1 f.):
-
passagere
Hemikranie
und Hypästhesie im Gesichtsbereich rechts im Rahmen eines Linienfluges vom 2
1.
Januar 2017
-
ätiologisch
am ehesten druckbedingt bei subklinischer Sinusitis
-
anamnestisch beim Steigflug Druckgefühl im Gesicht und Kopfschmer
zen rechts, gefolgt von Taubheitsgefühl am Mundwinkel und Zahn
fleisch rechts, wieder rückläufig beim Sinkflug
-
klinisch
kein fokal-neurologisches Defizit
-
sekundäre Einblutung
temporobasal
rechts nach therapeutischer
Hepa
rinisierung
am 1
9.
September 2016
-
Dissektion
der ICA rechts
Zur Anamnese wurde ausgeführt, die Beschwerdeführerin habe berichtet, dass sie unter rechtsseitigen Schmerzen am Kopf leide, ung
efähr dort
, wo die Blutung gewesen sei. Kopfschmerzen habe sie nicht.
Es bestehe aber ein permanenter Druck und ein Ziehen immer an der gleichen Stelle.
Weiter höre sie ein rhythmi
sches Klopfen. Nachts erwache sie und könne deshalb nicht mehr einschlafen.
Es komme
zu Panikattacken mitten in der Nacht
.
Nach dem Spitalaufenthalt im Sep
tember 2016 habe sie ihr
Partner verlassen.
Die Arbeitsstelle als HR Managerin sei ihr nach dem Ereignis vom September 2016 gekündigt worden, unter anderem weil sie längere Zeit nicht arbeitsfähig gewesen sei
. Manchmal bemerke sie, dass sie kleine Ereignisse vergesse
(S. 2 Mitte).
Es bestehe eine altersentsprechende visuell-räumliche und eine leicht verminderte verbal-auditive Kapazität des Arbeitsgedächtnisses (S. 3 Mitte).
Bis auf eine leicht verminderte verbale Kapazität des Arbeitsgedächtnisses zeige sich ein durchwegs unauffälliges kognitives Leistungsprofil. Nach der Verhaltensbeobachtung und den Aussagen der Patientin selbst habe während der letzten Monate aber eine psychische Ausnahmesituation bestanden
. Die Beschwerdeführerin befinde sich
deshalb
wieder in einer psychotherapeutischen Behandlung. Die bezüglich des Alltages geschilderten mnestischen Probleme sei
en
am ehesten im Rahmen der
aggravierten
Belastungssituation zu interpretieren. Hinweise auf hirnorganische Dysfunktionen nach den Ereignissen im September 2016 bestünden nicht
. Eine
Chronifizierung
der Beschwerden und eine längerfristige Arbeitsunfähigkeit
durch reduzierte Belastbarkeit
sollten
verhindert werden
(S. 3 unten).
5.7
Dr.
E._
nannte im Verlaufsbericht vom 1
7.
September 2017 (
Urk.
6/42) als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1
Ziff.
1)
:
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1)
-
Dissektion
der ICA rechts, Erstdiagnose am 1
8.
September 2016
-
sekundäre
cerebrale
Einblutung nach
Heparinisierung
vom 1
9.
September 2016
Dr.
E._
führte weiter aus, die Beschwerdeführerin habe nach dem Ereig
nis vom September 2016 noch unter diversen somatischen Beschwerden gelitten
,
wie starke
n
Kopfschmerzen, nächtlichem klopfendem
Rauschen im Hinterkopf, Müdigkeit, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Schwindel und
einem
Hustenreiz. Psychisch habe sie jedoch durch eine Beschwingtheit, Aktivität, Unternehmenslust und einem verstärkten sozialen Austausch imponiert sowie
durch eine manchmal eher euphorische
Stimmung. Dieser Zustand sei im Früh
sommer 2017 gekippt und es
sei
seither
zu einer
andauernden depressiven Episode gekommen mit einer gedrückten Stimmung,
dem Gefühl
der Leere, einer Motivations- und Hoffnungslosigkeit, G
edächtnisstörungen und einer Vergess
lichkeit bei einer für die Patientin sehr untypischen, apathischen Grundstimmung.
Die Patientin habe die somatische Medikation sistiert und habe keine Kontroll
termine mehr wahrgenommen.
Neben dem
depressiven Zustandsbild bestünden auch ausgeprägte existenzielle Ängste (S. 1
Ziff.
1 Mitte).
Nach
dem
cerebrovas
kulären
Ereignis im September 2016 habe sie im August dieses Jahres wieder eine temporäre Stelle als HR-Verantwortliche in einer Anwaltskanzlei angenommen (S. 1
Ziff.
1 unten).
Die Beschwerdeführerin befinde sich
aktuell im angestammten Bereich
in einem Anstellungsverhältnis mit einem Pensum von 60
%
. Sie könne die Arbeit mit grosser Mühe bewältigen. Aus psychiatrischer Sicht bestehe in der angestammten Tätigkeit aktuell eine Arbeitsfähigkeit von 50-60
%
. Die Bewältigung der gefor
derten Leistung sei nur mit grosser Mühe und starker Erschöpfung möglich. Die Beschwerdeführerin benötige danach mindestens einen T
ag Erholungszeit (
S. 5
Ziff.
2).
5.8
Die Ärzte der Klinik für Neurologie,
H._
, führten im Bericht vom
6.
Oktober 2017 (
Urk.
6/56/11-14) aus, die Zuweisung sei aufgrund einer rezidivierenden Schwin
delsympt
omatik bei einem Status nach ICA
-
Dissektion
im Sept
e
mber 2016 erfolgt.
Bis auf rezidivierende Schmerzen im Nacken rechtsseitig und eine vermutlich verminderte Belastbarkeit und Konzentration bestünden
nach
der
Dissektion
vor gut einem Jahr keine Residuen. Der Schwindel lasse sich ätiolo
gisch nicht klar einordnen. Hinweise auf eine peripher oder zentral vestibuläre Ursache hätten sich klinisch nicht ergeben.
In einem
MRI des Schädels habe sich die bekannte
dissektionsbedingte
Kaliberschwankung der rechten ICA gezeigt bei einem ansonsten unauffälligen Gefässbefund
und fehlendem Hinweis auf neue Ischämien oder sonstige strukturelle Läsionen
. Es könne sich um eine einmalige (spontane)
Dissektion
der rechten ICA gehandelt haben (S. 3 unten).
5.9
Dr.
med. J._
, Fachärztin für Neurologie,
nannte im Bericht vom 3
1.
Oktober 2017 (
Urk.
6/43/1-5) als Diagnosen mit Auswirkun
g auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
-
depressive Stimmungslage (gemäss
Dr.
E._
)
-
Status nach Handgelenksverletzung links bei Unfall 1999, seither sieben Operationen, bleibende Einschränkungen durch Schmerzen
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte sie eine spon
tane
Dissektion
der rechten A.
carotis
interna
, Erstdiagnose 1
8.
September 2016,
mit im Verlauf unter therapeutischer
Liquiminisierung
Encephalorhagie
re
chts
temporo
-polar
mesial
, einem
Verdacht auf eine
fibromuskuläre
Dy
s
plasie,
beim
vaskuläre
n Risikofaktor
eine
r
arterielle
n
Hypertonie (
Ziff.
1.1).
Dr.
J._
gab an,
die neurologische Untersuchung habe einen normalen Befund ergeben (
Ziff.
14). F
ür die Tätigkeit als KV-Angestellte
bestehe
aus neurologisch-somatischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.6).
5.10
Dr.
med.
K._
, Facharzt für Chirurgie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin
,
nahm am 2
3.
November 2017 (
Urk.
6/44 S. 6) Stellung zu den medizinischen Akten. Er führte aus,
bezüglich der Verletzung des
Radioulnargelenkes
links bestehe nach dem Unfall von 1999 ein Zustand nach sieben Operationen am Handgelenk und bleibende Einschränkungen durch Schmerzen (S. 6 oben
).
I
n der bisherigen kaufmännischen Tätigkeit habe vom
5.
August 2015 bis 2
9.
Februar 2016 eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestanden. Vom 1
9.
Sep
tember bis
9.
Oktober 2016 und
erneut
vom 1
0.
November 2016 bis 3
1.
Juli 2017 habe eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestanden. Seit dem
1.
August 2017 bestehe bis auf Weiteres eine Arbeitsunfähigkeit von 0
%
. Nicht mehr zumutbar seien Tätigkeiten mit häufigen Schlägen und Vibrationen auf das
linke Handge
lenk,
Überkopfarbeiten und Arbeiten in ständiger Vorhalteposition der Arme und insbesondere repetitive Tätigkeiten. Beim Heben, Tragen und Tr
ansportieren von Lasten sei ein Gewichtslimit
von 5-8 kg (unter günstigen Hebeln) zu beachten
(S. 6 Mitte).
Die Tätigkeit als kaufmännische Angestellte sei als angepasst anzusehen (S. 6 unten).
5.11
Dr.
med.
L._
, Ass
istenzärztin, und PD
Dr.
med.
M._
,
Fach
arzt für Neurologie,
Oberarzt,
N._
,
H._
, berichteten am 2
1.
März 2018 (
Urk.
6/56/7-10) über eine Untersuchung
vom gleichen Tag.
Die Ärzte
stellten folgende Hauptdiagnosen (S. 1 f.):
-
episodischer Schwindel und Kopfschmerzen seit September 2016, Exazer
bation im Februar 2017
-
ätiologisch am ehesten einer vestibulären Migräne entsprechend
-
cMRI
vom 1
9.
September 2017: bei bekannter
kurzstreckiger
Dissektion
der zervikalen ICA rechts keine akuten Ischämien
, regelrechte Kontras
tierung der grossen basalen Hirnarterien intrakraniell
, singuläre
demyelinisierende
Läsion paraventrikulär um das Vorderhorn des rechten Seitenventrikels
-
Dissektion
der ICA rechts
-
passagere
Hemikranie
und Hypästhesie im Gesichtsbereich rechts im Rahmen eines Linienfluges vom 2
1.
Januar 2017
-
EDTA-Pseudothrombozytopenie
(Erstdiagnose 1
3.
September 2017)
-
bekannte Migräne mit visueller Aura
-
Verdacht auf Medikamentenübergebrauch-Kopfschmerz
Zur Anamnese wurde ausgeführt, zehnmal im Monat komme es zu einem Schwin
del, der teils Minuten, Stunden oder sogar mehr als 24 Stunden persistiere. Es handle si
ch immer um einen Drehschwindel.
Zudem bestünden seit
der Kindheit
Kopfschmerzen. Aktuell komme es weiterhin an vier bis fünf Tagen pro Woche zu Migräne (S. 2 oben).
Die von der Patientin geschilderten Kopfschmerzen
entsprächen
semiologisch einer Migräne mit Aura. Zusätzlich bestünden teilweise Kriterien eines Medika
mentenübergebrauch-Kopfschmerzes
bei Schmerzen und Medikamentenein
nahme an mehr als zehn Tagen pro Monat über eine Zeit von mehr als drei Monaten
. Es werde empfohlen, die Schmerzmitteleinnahme zu reduzieren (S. 3 Mitte).
5.12
Dr.
E._
nannte im Bericht vom
9.
April 2018 (
Urk.
6/55)
nebst der bereits genannten depressiven Störung
neu als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Persönlichkeitsstruktur mit emotional instabilen Anteilen, rezidivierende migräneartige Kopfschmerzen und Schwindelattacken (S. 1
Ziff.
1.2). Den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin bezeichnete er als stationär (S. 1
Ziff.
1.1).
Der Psychiater gab an, seit dem letzten Bericht sei es eher zu einer Verschlechte
rung des psychiatrischen Befundes gekommen. Die Patientin schildere vermehrt Zustände der Verzweiflung und der Lebensmüdigkeit wegen der nach wie vor bestehenden somatischen Beschwerden
. Es handle sich um
rezidivierende starke Kopfschmerzen, nächtliches, klopfendes Rauschen im Hinterkopf,
Müdigkeit, Konzentra
tions- und Gedächtnisstörungen und
Schwindel. Das Stimmungsbild schwanke zwischen den bereits beschriebenen Zuständen von apathischer Gedrücktheit, Rückzug, Motivations- und Antriebslosigkeit und Zuständen von Aktivität mit einem verstärkten sozialen Austausch und manchmal übertriebener euphorischer Stimmung. Die Patientin habe nur wenige Bekannte über ihren Gesundheitszustand und ihre Beschwerden
informiert
. Im Alltag und im Arbeitsalltag sei sie bemüht, sich nichts anmerken zu lassen. Subjektiv fühle sie sich immer wieder überfordert von der Arbeits- und Lebenssituation. Die Zukunftsperspektiven seien äusserst unklar (S. 1
Ziff.
1.3).
Aus psychiatrischer Sicht bestehe in der angestammten Tätigkeit maximal eine Arbeitsfähigkeit von 50-60
%
(S. 2
Ziff.
1.3). Die Patientin habe wiederum eine Arbeitsstelle als HR Verantwortliche mit einem Pensum von 60
%
angenommen.
Sie
beschreibe
, dass sie das Pensum bewältigen könne. Nach der Arbeit sei sie
aber
jeweils müde und erschöpft (S. 2
Ziff.
2.1).
Seit der seit 2006 bestehenden Behandlung sei es zu diversen depressiven Episo
den gekommen im Rahmen familiärer und partnerschaftlicher Belastungssitua
tionen. Daneben sei es immer wieder zu Phasen der Remission
und zum Abschluss der Behandlung g
ekommen.
Die Behandlung finde aktuell mit Terminen alle zwei Wochen statt
(S. 3
Ziff.
3.1).
5.13
RAD-Arzt
Dr.
K._
führte in der Stellungnahme vom 1
9.
Juni 2018 (
Urk.
6/65 S. 5
ff.) aus, nach einem teilweise dramatischen Krankheitsverlauf sei die Beschwerdeführerin aus versicherungsmedizinischer und theoretischer Sicht wieder im Stand, in der bisherigen Tätigkeit, die einer angepassten Tätigkeit ent
spreche, zu 100
%
zu arbeiten. Aus neuropsychologischer Sicht bestehe keine Beeinträchtigung.
Nach Durchsi
cht
der gesamten Aktenlage ergebe sich, dass der Grund für den Stellenverlust und die verminderte Arbeitsfähigkeit aus psyc
hoso
zialen Gründen erfolgt sei, was
als nicht IV-relevant anzuse
hen
sei
(S. 6 unten). Aus medizinsicher Sicht sei nicht nachvollziehbar, weshalb im Bereich einer HR-Tätigkeit
für die Verrichtung diverser Aufgaben
spezifisch die linke Hand erfor
derlich sei
n soll
. Bei einer Bürotätigkeit bestehe durchaus Spielraum
für eine leidensbedingte
Anpassung des Arbeitsplatzes, zumal in den Akten die Rede von einer gewissen schmerzbedingten Bewegungseinschränkung sei und nicht von einem kompletten Verlust des Armes (S.
6
f.).
Der Aktenlage sei weiter zu ent
nehmen, dass die Beschwerdeführerin eine langjährige Arbeitsstelle aufgrund eines Rechtsstreites selbst gekündigt und sie diese nicht primär aufgrund der Handproblematik verloren habe (S. 7 oben).
5.14
Die Ärzte der Klinik für Neurologie,
H._
, führten im Bericht vom 2
7.
August 2018 (
Urk.
6/60 =
Urk.
15) über eine
neuroangiologische
Sprechstunde
vom gleichen Tag aus, die Beschwerdeführerin habe berichtet, dass sie weiterhin unter Schwin
del und Kopfschmerzen leide. Die Beschwerden hätten von der Intensität und der Frequenz her minim abgenommen und bestünden ansonsten unverändert. Sie nehme weiterhin an über 10 Tagen im Monat Schmerzmittel ein (S. 3 oben). Subjektiv stünden Schmerzen und der Schwindel im Vordergrund, welche bisher medikamentös nur unzureichend angesprochen hätten. Die erfolgten Unter
suchungen bestätigten insgesamt die Verdachtsdiagnose einer
fibromuskulären
Dysplasie
. Bezüglich der Kopfschmerzen und der Schwindelproblematik sei über einen stationären Medikamentenentzug gesprochen worden
(S. 3 unten).
5.15
Dr.
E._
führte im Bericht vom 2
3.
September 2018 (
Urk.
6/62) aus,
die Beschwerdeführerin
verricht
e
seit Anfang 2018 im Bereich HR eine Stellvertre
tung mit einem Pensum von 60
%
. Es habe sich rasch gezeigt, dass die Bewälti
gung der
Arbeitslast mit einem solchen Pensum nicht realistisch gewesen sei.
Dabei sei es zu einer
zunehmenden Belastungssituation mit vermehrter Müdigkeit und Erschöpfungszuständen gekommen.
D
ie Patientin leide seit zwei Jahren an einer bezüglich des Verlaufs sehr unklaren Erkrankung mit neurologischen und vaskulären Befunden. Dies wirke sich auf ihr Selbstverständnis
sowie
ihr
e
psychische und somatische Belastbarkeit aus. Dass sie in der angestammten Tätigkeit ein Arbeitspensum von 60
%
gut bewältigen könne, habe sie im vorhergehenden Arbeitsverhältnis unter Beweis gestellt (S. 1
Ziff.
1). Es bestünden depressive Symptome mit Bedrücktheit, Erschöpfung, Kraft
losigkeit, einer Verringerung der Vitalgefühle, Verzweiflung, Enttäuschung, verstärkte Kopfschmerzen und verstärkter Schwindel, Schlafstörungen und existenzielle Ängste (S. 1
Ziff.
2).
Dr.
E._
nannte als psychiatrische Diagnose eine Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion im Rahmen einer beruflichen Belastungssituation und Angstzustände (S. 2
Ziff.
4 oben). Die Beschwerdeführerin sei aus psychiatrischer Sicht bis zu einer Dekompensation im Juli dieses Jahres zu 60
%
arbeitsfähig gewesen. Bei einem s
tabilen Verlauf der somatisch-
neurologischen Grundproble
matik sei nach der Remission der Anpassungsstörung wieder eine Arbeitsfähigkeit von 60
%
anzustreben und zu erwarten (S. 2
Ziff.
5).
Die Symptome der Anpas
sungsstörung sollten sich bei Entspannung der Belastung am Arbeitsplatz innert weniger Wochen zurückbilden. Dann sollte im angestammten Bereich wieder eine Arbeitsfähigkeit im bisherigen Rahmen möglich sein (S. 2
Ziff.
6).
Die Beschwerdeführerin habe im Vorfeld der beruflichen Belastungssituation am aktuellen Arbeitsplatz schon ein Arbeitspensum von 60
%
bewältigen können. Dies trotz unklarer Prognose des Verlaufs der vorbestehenden neurologischen Erkrankung. Dieses Pensum sei aus psychiatrischer Sicht sinnvoll
, da die Patien
tin im Rahmen der aus der Erkrankung resultierenden existenziellen Verunsiche
rung und Ängsten an einer depressiven Stimmungslage gelitten habe und sie schneller ermüdet sei als gewohnt
(S. 3
Ziff.
1
1
).
6.
6.1
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen, nach BGE 143 V 409 namentlich auch leichte bis mittelschwere Depressionen, für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach Massgabe
von BGE 141 V 281 zu unterziehen (Änderung der Rechtsprechung). Speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere depressive Störungen hielt das Bundesgericht in BGE 143 V 409 – ebenfalls im Sinne einer Praxisänderung – fest, dass eine invalidenversicherungsrechtlich relevante psychische Gesundheits
schädigung nicht mehr allein mit dem Argument der fehlenden Therapieresistenz auszuschliessen sei (E. 5.1; zur bisherigen Gerichtspraxis vgl. statt vieler: BGE 140 V 193 E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_13/2016 vom 1
4.
April 2016 E. 4.2). Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sind somit auch bei den leichten bis mittelgradigen depressiven Störungen systematisierte Indikatoren beachtlich, die es – unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits – erlau
ben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1). Die Therapierbarkeit ist dabei als Indiz in die gesamthaft vorzunehmende allseitige Beweiswürdigung miteinzubeziehen (BGE 143 V 409 E. 4.2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_449/2017 vom
7.
März 2018 E. 4.2.1).
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheit
lichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüs
sig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
6.2
Die Beschwerdeführerin erlitt am 1
9.
September 2016 eine Hirnblutung. Nach der stationären Behandlung in der Klinik für Neurologie,
H._
, bestand bis zum
9.
Oktober 2016 eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
(vorstehend E. 5.
3
).
D
ie Beschwerdeführerin klagte v
on somatischer Seite
ausserdem
über Beschwerden am linken Handgelenk (E. 5.1 und 5.2) und zuletzt über eine Migräne und über Schwindel (E. 5.14).
Der behandelnde Psychiater
Dr.
E._
diagnostizierte eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärt
ig mittelgradige Episode, beziehungsweise eine Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion im Rahmen einer beruflichen Belastungssituation
mit
Angstzuständen. Im April 2018 diagnostizierte er zudem eine Persönlichkeitsstruktur mit emotional instabilen Anteilen
(
vorstehend
E. 5.7, 5.12 und 5.15
; vgl. auch E. 3.4
).
Dr.
E._
attestierte bis zum 3
1.
Oktober 2016 eine
Arbeitsunfähigkeit von 100
%
und ab dem
1.
November 2016 eine solche von 40
%
(E. 5.4).
6.3
Die Beschwerdeführerin hat
nach dem Beginn der
Krankschreibung
ab
August 2015 wiederholt versucht,
in der
angestammten Tätigkeit im Bereich HR
zu arbeiten.
Nach den Angaben von
Dr.
E._
konnte sie in
diesem Bereich
gesundheitsbedingt
zuletzt
lediglich ein Arbeitspensum von rund 60
%
verrichten (vorstehend E. 5.15).
Angesichts der erlittenen Hirnblutung, einer allfälligen Schmerzproblematik (Handgelenk) und im Raum stehender
depressiver
Erkrankung kann der Gesund
heitszustand der Beschwerdeführerin anhand der vorliegenden Akten nicht abschliessend beurteilt werden. Insbesondere ergeben d
ie Berichte
von
Dr.
E._
kein
eindeutiges Bild
über den Gesundheitszustand
und die Arbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführerin.
Auf die Berichte kann daher nicht
unbesehen
abgestellt werden.
Die Beschwerdegegnerin hat es
unterlassen, ein psychiatrisches Gutachten einzuholen.
In Anbetracht der von
Dr.
E._
beschrieben depressiven Symptomatik
(
gedrückte Stimmung, Gefühl der Leere, Motivations- und Hoffnungslosigkeit, Gedächtnisstörungen und Vergesslichkeit bei einer für die Patientin sehr untypischen, apathischen Grundstimmung
,
vermehrt Zustände der Verzweiflung und der Lebensmüdigkeit
,
Bedrücktheit, Erschöpfung, Kraftlosigkeit, einer Verringerung der Vitalgefühle, Verzweiflung, Enttäuschung, verstärkte Kopfschmerzen und verstärkter Schwindel, Schlafstö
rungen und existenzielle Ängste
; vgl. vorstehend E. 5.7
, 5.12
, 5.15
)
und
für die
Durchführung eines strukturierten Beweisverfahrens
und die Prüfung der Standardindikatoren
ist
eine psychiatrische Begutachtung der Beschwerdeführe
rin
erforderlich.
Der medizinische Sachverhalt erweist sich daher als ungenügend abgeklärt
(vgl.
Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2
)
. Dabei kann es
der IV-Stelle
überlassen werden, ob auch die Beschwerden am linken Handgelenk und die geklagten neurologischen Beschwerden gutachter
lich
abzuklären sind.
6.4
Zusammenfassend ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie abkläre, ob die Wartezeit durch den temporären Arbeitseinsatz der Beschwerdeführerin bei der
G._
im Jahr 2016
unterbrochen worden
ist
. Zudem hat die Beschwerdegegnerin ein psychiatrisches Gutach
ten einzuholen. Anschliessend hat sie erneut über den Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin zu verfügen. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzu
heissen.
7
.
7.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Vor
liegend sind die Kosten auf
Fr.
800.-- festzusetzen und der unterliegenden
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
7.2
Nach
§
34
Abs.
1
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Partei
kosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemes
sen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Nach
ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
die
vertretene Beschwer
deführer
in
Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
Die
anwaltlich vertretene
Beschwerdeführerin ist vorliegend bei einem praxisge
mässen Stundenansatz von
Fr.
220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) mit
Fr.
2'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.