Decision ID: 9a55f943-939e-51ac-b83e-1f353d389782
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
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A.
a. Zweck des Vereins Sterbekasse X. AG ist die Ausrichtung eines Sterbegeldes an die
Hinterlassenen verstorbener Vereinsmitglieder. Mitglieder des Vereins sind alle in der
Pensionskasse der X. AG versicherten Mitarbeitenden (Art. 2 und 3 der Statuten der
Sterbekasse X. AG [Statuten]; act. G 6/6 II/00). Die Einnahmen des Vereins bestehen
hauptsächlich in Mitgliederbeiträgen (Fr. 141‘336.-- im Geschäftsjahr 2013). Im Jahr
2013 wurden Sterbegelder von Fr. 92‘400.-- ausgerichtet. In der Steuererklärung 2013
zog der Verein vom Gewinn gemäss Erfolgsrechnung 2013 (Fr. 44‘495.65) den
Überschuss der Mitgliederbeiträge über die sonstigen Aufwendungen (Fr. 47‘433.85)
ab und deklarierte so einen Reinverlust von Fr. 2‘938.20. Zusammen mit den
Verlustvorträgen aus den sieben Vorjahren von Fr. 37‘151.-- ergab sich ein
satzbestimmender Reinverlust von Fr. 40‘089.20 (vgl. act. G 6/6 I/00 und 01).
b. Am 30. Juli 2014 veranlagte das Kantonale Steueramt den Verein für die
Kantonssteuer 2013 mit einem steuerbaren Gewinn von Fr. 7‘300.-- und einem
steuerbaren Kapital von Fr. 355‘000.-- sowie für die direkte Bundessteuer 2013 mit
einem Gewinn von Fr. 7‘300.--. Bei der Berechnung des steuerbaren Gewinns zog das
Steueramt die Mitgliederbeiträge nicht von den Einnahmen ab mit der Begründung, die
Mitgliederbeiträge seien mit Blick auf eine Gegenleistung des Vereins oder für die
Förderung persönlicher Interessen des Mitglieds geleistet worden. Von daher seien die
Mitgliederbeiträge nicht steuerfrei (act. G 6/6 IV/00 und 01). Die hiergegen erhobene
Einsprache vom 26. August 2014 wies das Steueramt mit Einspracheentscheid vom 15.
September 2014 ab (act. G 6/6 V/00-02). Die gegen den Einspracheentscheid
eingereichten Rechtsmittel (Rekurs [Kantonssteuer] und Beschwerde [direkte
Bundessteuer]) hiess die Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen mit
Entscheid vom 24. Februar 2015 gut und wies die Angelegenheit zur Neuveranlagung
der Kantonssteuer und der direkten Bundessteuer im Sinn der Erwägungen an das
Steueramt zurück (act. G 2).
B.
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a. Gegen diesen Entscheid erhob das Kantonale Steueramt mit Eingabe vom 30. März
2015 Beschwerde mit dem Antrag, der Entscheid sei aufzuheben und der
Einspracheentscheid vom 15. September 2014 zu bestätigen (act. G 1).
b. In der Vernehmlassung vom 7. April 2015 beantragte die Vorinstanz Abweisung der
Beschwerden. Zur Begründung verwies sie auf die Erwägungen des angefochtenen
Entscheids (act. G 5). In der Beschwerdeantwort vom 30. April 2015 beantragte
Rechtsanwalt lic. iur. Manfred Dähler, St. Gallen, für die Beschwerdegegnerin
Abweisung der Beschwerde und Bestätigung des vorinstanzlichen Entscheids vom 24.
Februar 2015, unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Staates (act. G 8).
Die Beschwerdebeteiligte verzichtete auf eine Stellungnahme (act. G 9).
c. Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten in den Eingaben des vorliegenden
Verfahrens wird, soweit für den Entscheid relevant, in den nachstehenden Erwägungen
eingegangen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Da die steuerrechtlichen Vorschriften des Bundes und der Kantone zur steuerlichen
Behandlung von Mitgliederbeiträgen bei Vereinen vereinheitlicht sind, erledigte die
Vorinstanz den Rekurs betreffend die Kantonssteuer einerseits und die Beschwerde
betreffend die direkte Bundessteuer anderseits zu Recht im gleichen Entscheid, aber
mit getrennten Dispositivziffern; unter diesen Umständen durfte auch der
Beschwerdeführer die Beschwerden in einer gemeinsamen Rechtsschrift erheben (BGE
135 II 260, E. 1.3). Ebenso ist es zulässig, dass das Verwaltungsgericht über die
Beschwerden im gleichen Urteil entscheidet (vgl. BGer 2C_440 und 441/2014 vom 10.
Oktober 2014, E. 1.2).
Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP; Art. 229 in Verbindung
mit Art. 196 Abs. 1 des Steuergesetzes, sGS 811.1, StG; Art. 1 Abs. 3 und Art. 7 Abs. 2
der Verordnung zum Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, sGS 815.1; Art. 145
des Gesetzes über die direkte Bundessteuer, SR 642.11, DBG). Der Beschwerdeführer
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ist zur Beschwerde legitimiert, und die Eingabe vom 30. März 2015 entspricht zeitlich,
formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 229 in Verbindung mit Art.
194 Abs. 1 StG in Verbindung mit Art. 64 und Art. 48 Abs. 1 VRP; Art. 145 in
Verbindung mit Art. 140 Abs. 1 und 2 DBG). Auf die Beschwerden ist somit einzutreten.
2.
2.1. Streitig ist - wie bereits im vorinstanzlichen Verfahren - die Frage, ob die
Vereinnahmung der Mitgliederbeiträge 2013 durch die Beschwerdegegnerin als ein aus
steuerlicher Sicht erfolgsneutraler Vorgang zu behandeln ist. Nach Art. 83 Abs. 1 lit. d
StG entsteht kein steuerbarer Gewinn durch Mitgliederbeiträge bei Vereinen. Art. 26
Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone
und Gemeinden (StHG; SR 642.14) sowie Art. 66 Abs. 1 DBG enthalten inhaltlich
übereinstimmende Regelungen. Sinn dieser Regelungen ist, dass lediglich die vom
Verein neu erwirtschafteten Gewinne als steuerbarer Ertrag erfasst werden sollen, nicht
jedoch die von den Vereinsmitgliedern zugeführten Mittel (G. Lutz, in: Kommentar zum
schweizerischen Steuerrecht, Band I/1, 2. Aufl. 2002, Rz. 7 zu Art. 26 StHG). Soweit
den Beiträgen und Zuwendungen der Mitglieder der Charakter einer Gegenleistung für
empfangene Leistungen oder für die Förderung persönlicher Interessen zukommt,
werden sie dem steuerbaren Ertrag zugerechnet. Das setzt jedoch nach Lehre und
Kommentierung voraus, dass eine statutarische Verpflichtung zur Bezahlung solcher
Beiträge fehlt (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. Aufl.
2009, Rz. 5 zu Art. 66 DBG; Lutz, a.a.O., Rz. 8 zu Art. 26 StHG). Statutarischer Natur
sind alle Beiträge, zu deren Bezahlung die Mitglieder aufgrund der Statuten oder darauf
beruhender Reglemente und Beschlüsse verpflichtet sind (Zigerlig/Oertli/Hofmann, Das
St. Gallische Steuerrecht, 7. Aufl. 2014, III. Rz. 415). Nach der Rechtsprechung ist
ausschlaggebend für die steuerrechtliche Qualifikation als Mitgliederbeitrag, dass die in
den Statuten vorgesehenen Beiträge von allen Verpflichteten gleichmässig erhoben
werden und sie weder auf Gegenleistungen des Vereins beruhen noch für die
Förderung persönlicher Interessen des Mitglieds geleistet werden (BGer 2A.692/2005
vom 13. Juni 2007, E. 3.2). In BGer 2C_494/2011 vom 6. Juli 2012 verneinte das
Bundesgericht die Steuerneutralität der Mitgliederbeiträge. Dem Urteil lag als
Sachverhalt zugrunde, dass ein Verein seinen Mitgliedern versicherungsähnliche
Leistungen, Beratungsleistungen sowie Vermittlungsdienstleistungen anbot, wobei ein
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individuell wählbarer Leistungskatalog bestand (BGer 2C_494/2011, E. 2.3.2). Dabei
deckte sich die tatsächliche Geschäftstätigkeit des Vereins nicht vollumfänglich mit
deren Beschreibung in den Statuten. Das Bundesgericht bestätigte die durch die
Steuerverwaltung vorgenommene Qualifikation der Mitgliederbeiträge als
Quasiversicherungsprämien sowie den Umstand, dass den Beiträgen der Mitglieder
konkrete Gegenleistungen des Vereins im Sinn eines individuell zurechenbaren
Austauschverhältnisses gegenübergestanden hätten (BGer 2C_494/2011, E. 2.4.1 und
E. 3.1.2). Die tatsächliche Geschäftstätigkeit des Vereins entspreche, wiewohl nicht als
Krankenkasse anerkannt, im Wesentlichen diesem Zweck (BGer 2C_494/2011, E.
3.3.2).
2.2. Fest steht vorliegend, dass die Beschwerdegegnerin über eine statutarische
Grundlage zur Erhebung von Mitgliederbeiträgen verfügt, gemäss welcher die Beiträge
in der von der Delegiertenversammlung festgelegten Höhe monatlich (durch
Lohnabzug) erhoben werden (Art. 22 Statuten). Diese werden für die Erreichung des
Vereinszwecks - die Ausrichtung eines Sterbegeldes an die Hinterlassenen
verstorbener Mitglieder (Art. 2 Statuten) - eingesetzt. Das Sterbegeld beträgt einheitlich
Fr. 2‘800.--; überdies wird für jedes unter 20jährige, in Ausbildung befindliche Kind der
verstorbenen Person ein Betrag von Fr. 2‘000.-- ausbezahlt (Art. 24 Statuten). Die
Reihenfolge der Begünstigten ist ebenfalls festgelegt (Art. 25 Statuten). Der Beitritt zur
Beschwerdegegnerin ist insofern an das Arbeitsverhältnis bei der X. AG gekoppelt, als
die Mitarbeiter der X. AG - unter Vorbehalt von individuellen arbeitsvertraglichen
Regelungen - ab Eintritt in die Pensionskasse der Unternehmung Mitglieder der
Beschwerdegegnerin werden (Art. 3 Abs. 1 der Statuten). Mit dem Austritt aus der X.
AG (ausgenommen Pensionierung) erlischt die Mitgliedschaft bei der
Beschwerdegegnerin. Ein Anspruch auf das Vereinsvermögen besteht nicht (Art. 3
Statuten).
2.3.
2.3.1. Die Vorinstanz kam im angefochtenen Entscheid gestützt auf die vorerwähnten
Grundlagen zum Schluss, die Gleichmässigkeit der Beitragserhebung bei allen
Mitgliedern sei gegeben. Die beim X.-Konzern angestellten Personen hätten keine Wahl
in Bezug auf die Mitgliedschaft im Verein. Sie seien ab Eintritt in die Pensionskasse der
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X. AG Mitglieder der Sterbekasse. Ebenso wenig hätten sie bei der Höhe der Leistung
ein Wahlrecht. Die eingenommenen Mittel würden für den Vereinszweck eingesetzt. Die
Leistung im Fall des Ablebens eines Vereinsmitglieds sei klar bestimmt und werde in
einer festgelegten Reihenfolge an die Angehörigen ausgeschüttet. Sterbekassen seien
eine Form der privaten Sozialversicherung. Sie seien im Zug der Industrialisierung
entstanden, in einer Zeit, in der weder eine staatliche Vorsorge (AHV, IV) noch eine
obligatorische berufliche Vorsorge existiert habe. Zahlreiche Gründungen von
Sterbekassen seien in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erfolgt. Es handle sich
um privatrechtliche Selbsthilfeeinrichtungen der Sozialpartner. Die gemäss
Vereinsstatuten anspruchsberechtigten Angehörigen seien nicht dem direkten
persönlichen Interessenbereich des Vereinsmitglieds zuzuordnen. Es handle sich bei
den Beiträgen nicht um Versicherungsprämien. Mit der Mitgliedschaft sei keine
konkrete Gegenleistung für das Vereinsmitglied verbunden. Die Tätigkeit der
Beschwerdegegnerin liege näher bei derjenigen einer Einrichtung der beruflichen
Vorsorge als bei der Tätigkeit einer Krankenkasse oder einer Versicherung. Es
bestünden somit nur wenige Parallelen zum Sachverhalt gemäss BGer 2C_494/2011.
Auch die Nähe zu einer Vorsorgeeinrichtung spreche für eine steuerneutrale
Behandlung der Mitgliederbeiträge. Es sei schwierig nachzuvollziehen, welcher
Charakter der Verein in BGer 2C_494/2011 gehabt habe. Möglicherweise sei es ein
Verein gewesen, bei dem einige wenige Mitglieder profitiert und ein Grossteil der
anderen Mitglieder Beiträge beigesteuert hätten. Auch habe die Geschäftstätigkeit
jenes Vereins gemäss Feststellungen des Bundesgerichts nicht in allen Teilen den
Statuten entsprochen, und die Zahlung des Mitgliederbeitrags habe eine direkte
wirtschaftliche Gegenleistung zur Folge gehabt. Für die Mitglieder jenes Vereins habe
eine Auswahlmöglichkeit hinsichtlich der im Versicherungsfall auszurichtenden
Gegenleistung bestanden. Das Bundesgerichtsurteil rechtfertige es nicht, die im
Rahmen einer Sterbekasse geleisteten Mitgliederbeiträge einer geänderten
Besteuerung zu unterwerfen. Es liege somit kein Ausnahmefall vor, der die
Mitgliederbeiträge der Beschwerdegegnerin als steuerbaren Gewinn erscheinen lassen
würden (act. G 2).
2.3.2. Der Beschwerdeführer begründet seinen gegenteiligen Standpunkt damit, dass
die Gegenleistung der Beschwerdegegnerin primär in der Versicherung des
Todesfallrisikos ihrer Vereinsmitglieder und nicht in der Auszahlung des Sterbegeldes
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liege. Die Mitgliederzahlungen würden somit auf einer Gegenleistung beruhen. Der
Zweck des Hinweises auf die Steuerbefreiung von Vorsorgeeinrichtungen sei nicht
erkennbar. Bei der Beschwerdegegnerin handle es sich unbestritten nicht um eine
steuerbefreite Vorsorgeeinrichtung. Sie habe auch nicht dieselben Pflichten wie eine
Vorsorgeeinrichtung. Ein „Analogieschluss“ sei unzulässig. Im Übrigen sei nicht
nachvollziehbar, weshalb die nächsten Angehörigen eines Vereinsmitglieds nicht zu
dessen persönlichen Interessen gehören sollten. Eine Begründung der Vorinstanz
hierzu fehle vollständig. Der Umstand, dass die Zahlungen der Vereinsmitglieder auf
statutarischer Grundlage beruhen würden, genüge für ihre Steuerfreiheit nicht. Bei den
Zahlungen der Vereinsmitglieder an die Beschwerdegegnerin handle es sich damit
nicht um steuerfreie Mitgliederbeiträge gemäss Art. 83 lit. d StG und Art. 66 Abs. 1
DBG (act. G 1).
2.3.3. Die Beschwerdegegnerin stellt sich auf den Standpunkt, dass der
Beschwerdeführer offenbar eine Auslegung von Art. 83 StG und Art. 26 StHG gegen
den klaren Wortlaut und Sinn dieser Bestimmungen fordere, was zum vornherein
unbehelflich sei. Ein steuerbarer Ertrag sei insbesondere dann zu verneinen, wenn die
Mitgliederbeiträge auf statutarischer Grundlage beruhen und von allen Verpflichteten
gleichmässig erhoben würden. Diese Voraussetzungen seien vorliegend unbestritten
gegeben. Nur wenn eine statutarische Verpflichtung zu Mitgliederbeiträgen fehle, seien
diese Beiträge dem steuerbaren Ertrag zuzurechnen, wenn sie entweder den Charakter
einer Gegenleistung für empfangene Leistungen oder denjenigen der Förderung
persönlicher Interessen habe. Ein direkter Leistungsaustausch (Gegenleistung) sei
schon deshalb ausgeschlossen, weil vorliegend nicht das Mitglied, sondern eine
Drittperson das Sterbegeld erhalte. Das Mitglied könne in keinem Fall einen
„Leistungsaustausch“ in Anspruch nehmen. Im Gegensatz zum Sachverhalt gemäss
BGer 2C_494/2011 würden vorliegend die eingenommenen Mittel ausschliesslich zur
Erfüllung des statutarischen Zwecks eingesetzt, und es komme damit weder zu einer
direkten Leistung an das Mitglied noch könne das Mitglied unter verschiedenen
Leistungsvarianten wählen. Von einem wirtschaftlichen Leistungsaustausch könne
auch deshalb keine Rede sein, weil die bei der X. AG angestellten Personen bezüglich
der Mitgliedschaft bei der Beschwerdegegnerin keine Wahl hätten, sondern mit dem
Eintritt in die Pensionskasse der Unternehmung Mitglieder der Beschwerdegegnerin
würden. Wenn definitionsgemäss die Verwirklichung des Gemeinschaftszwecks der
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Stiftung im Interesse der Mitglieder erfolgen solle und die Mitgliederbeiträge
grundsätzlich steuerbefreit sein sollen, so sei das vom Bundesgericht aufgestellte
Kriterium, wonach Mitgliederzahlungen ausnahmsweise dann nicht steuerbefreit seien,
wenn sie für die Förderung persönlicher Interessen der Mitglieder geleistet würden, nur
zurückhaltend anzuwenden. Dies deshalb, weil letztlich die Verwirklichung des
Gemeinschaftszwecks immer in einem mehr oder weniger weit entfernten Interesse des
beitragspflichtigen Mitgliedes liege und es dem Grundsatz, dass Mitgliederbeiträge
nicht zum steuerbaren Ertrag gerechnet werden dürften, zuwiderlaufen würde, wenn
jede in einem noch so entfernten Interesse des Mitgliedes geleistete Beitragszahlung
dem steuerbaren Ertrag zugerechnet würde. Die Beschwerdegegnerin setze
Mitgliederbeiträge nicht für die Förderung persönlicher Interessen der Mitglieder ein.
Die Leistung der Mitgliederbeiträge erfolge im Interesse der Sozialpartner und in
demjenigen der Hinterbliebenen (act. G 8).
3.
3.1. Nach erfolgtem Beitritt unterliegen die Mitglieder der Beschwerdegegnerin der
statutarischen Beitragspflicht nach Art. 22 der Statuten, wobei Pensionäre und
Lehrlinge von der Beitragspflicht befreit sind. Die Beiträge der Mitglieder werden wie
dargelegt (E. 2.1) dem steuerbaren Ertrag des Vereins zugerechnet, soweit den
Beiträgen der Charakter einer Gegenleistung für empfangene Leistungen oder für die
Förderung persönlicher Interessen zukommt. Dies nach der Lehre, auf welche sich
auch die Beschwerdegegnerin beruft (act. G 8 S. 3 f.), allerdings nur insofern, als die
Beiträge nicht auf einer statutarischen Bestimmung beruhen bzw. eine solche
Bestimmung fehlt (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Rz. 5 zu Art. 66 DBG; Lutz,
a.a.O., Rz. 8 zu Art. 26 StHG). Hiervon ausgehend wäre im Fall, wo - wie vorliegend -
eine klare statutarische Grundlage für die Mitgliederbeitragspflicht gegeben ist, die
Frage, ob die Beiträge lediglich eine Gegenleistung für empfangene Leistungen
darstellen oder der Förderung persönlicher Interessen dienen, zum vornherein nicht zu
prüfen. Vielmehr ginge diesfalls die gesetzliche Befreiung gemäss Art. 26 Abs. 1 StHG
bzw. Art. 66 DBG und Art. 83 StG ohne Weiteres vor (Lutz, a.a.O., Rz. 8 zu Art. 26
StHG). Würde auf dieser Grundlage entschieden, wäre die vorliegende Beschwerde
abzuweisen.
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3.2. In Abweichung zur erwähnten Lehre und Kommentierung stellt nach der
Rechtsprechung das Vorliegen einer zureichenden statutarischen Grundlage für die
Leistung von Mitgliederbeiträgen und die gleichmässige Erhebung derselben bei den
Mitgliedern lediglich eine von mehreren kumulativ zu erfüllenden Voraussetzungen für
die Annahme der Steuerneutralität der Beitragsleistung dar und genügt damit für sich
allein nicht (vgl. BGer 2C_494/2011 a.a.O., E. 3.1.1. und 3.1.2, BGer 2A.692/2005
a.a.O., E. 3.2). Die Frage, ob die Beiträge lediglich eine Gegenleistung für empfangene
Leistungen darstellen oder der Förderung persönlicher Interessen dienen, ist nach
dieser Rechtsprechung somit auch für den Fall des Vorliegens einer zureichenden
statutarischen Grundlage für die Beitragserhebung zu klären. In diesem
Zusammenhang ist festzuhalten, dass der Beitragsleistung an die Beschwerdegegnerin
insofern Risikodeckungs-Charakter zukommt, als sie die Ausrichtung eines
Sterbegeldes beim Tod von Vereinsmitgliedern zum Zweck hat. Abgedeckt ist dabei -
hierauf weist der Beschwerdeführer zu Recht hin (act. G 1) - das Todesfallrisiko des
Vereinsmitglieds und nicht das Sterbekapital (= Leistung bei Eintritt des Risikos) als
solches. Sodann weist die Mitgliederbeitragsleistung an die Beschwerdegegnerin - wie
die Vorinstanz zutreffend festhält - zwar durchaus inhaltliche Parallelen zur
Beitragsleistung an eine Einrichtung der beruflichen Vorsorge auf, indem diese
ebenfalls (unter anderem) das Todesfallrisiko versichert bzw. im Todesfall Leistungen
erbringt und gleichzeitig von direkten Steuern des Bundes und der Kantone sowie von
Erbschafts- und Schenkungssteuern befreit ist (vgl. Art. 80 Abs. 2 des Bundesgesetzes
über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge, BVG; SR 831.40).
Zu beachten ist dabei allerdings auch, dass den von den Destinatären an eine
Vorsorgeeinrichtung geleisteten Prämien eine unmittelbare „Gegenleistung“ in Form
der Abdeckung des Alters-, Invaliditäts- oder Hinterlassenenrisikos bzw. eines
Leistungsversprechens für den Fall des Risikoeintritts gegenübersteht. Im Weiteren hat
eine Vorsorgeeinrichtung, damit sie als solche anerkannt und steuerbefreit ist, die drei
Risiken Tod, Invalidität und Alter zu versichern (Art. 80 Abs. 2 BVG i.V.m. Art. 1 Abs. 1
BVG; vgl. dazu Hans-Ulrich Stauffer, Berufliche Vorsorge, 2. Aufl. 2012, Rz. 1994-1996
und 2005). Eine Vergleichbarkeit einer steuerbefreiten Vorsorgeeinrichtung mit der
Situation der Beschwerdegegnerin, welche ausschliesslich das Todesfallrisiko ihrer
Mitglieder abdeckt und bei Verwirklichung desselben ein Sterbegeld auszahlt, erscheint
von daher - trotz der erwähnten inhaltlichen Parallelen - nur teilweise gegeben.
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3.3. Art. 83 lit. b StG und Art. 66 Abs. 1 DBG nehmen gemäss ihrem Wortlaut bei
Vereinen die Mitgliederbeiträge von der Besteuerung aus. Die Rechtsprechung
interpretiert diese Bestimmungen bzw. die Steuerneutralität der Mitgliederbeiträge
einschränkend in dem Sinn, als letztere nicht auf einer Gegenleistung des Vereins
beruhen und auch nicht der Förderung persönlicher Interessen der Mitglieder dienen
dürfen (BGer 2A.692/2005, a.a.O., E. 3.1, sowie 2C_494/2011, E. 3.1.1, je mit
Hinweisen). Diese nicht durch den Gesetzeswortlaut abgedeckte Interpretation ist darin
begründet, dass ein Verein seiner Natur nach der Verwirklichung eines
Gemeinschaftszwecks im Interesse der Mitglieder dient (vgl. BGer 2C_494/2011,
a.a.O., E. 3.1.1 mit Hinweisen) und nicht rein individuellen Interessen seiner Mitglieder.
Die Abdeckung des Todesfallrisikos zugunsten der Angehörigen oder nahestehender
Personen gehört als solche zwar zu den persönlichen Interessen. Die Übernahme
dieser Einzelrisiken durch das Kollektiv der Mitglieder eines Vereins
(Beschwerdegegnerin) dient jedoch insofern der Verwirklichung eines
Gemeinschaftszwecks im Interesse der Einzelmitglieder, als die Risikotragung
gemeinschaftlich erfolgt bzw. das Risiko auf das Kollektiv verteilt wird. Auch wenn
somit die allfällige Auszahlung des Sterbegeldes sich ausschliesslich im privaten
Bereich oder Umfeld der einzelnen Vereinsmitglieder verwirklicht, so erfolgt doch - und
dies erscheint hier ausschlaggebend - die Risikotragung im kollektiven bzw.
gemeinschaftlichen Rahmen mit dem (sozialen) Zweck der Unterstützung von
Hinterbliebenen. Sodann spricht auch die Beitragsbefreiung der Lehrlinge und Rentner
sowie der Umstand, dass für die Mitarbeiter der X. AG grundsätzlich keine Wahlfreiheit
hinsichtlich des Beitritts zur Beschwerdegegnerin besteht (vgl. Art. 3 Abs. 1 der
Statuten), für das Vorliegen eines Gemeinschaftszwecks im Interesse der Mitglieder.
Die Beitragsleistung der Mitglieder der Beschwerdegegnerin dient auch insofern dem
Kollektiv der Vereinsmitglieder, als beim Tod eines Mitglieds nicht in jedem Fall
Leistungen ausgelöst werden: Bei der Nichtauslösung von Leistungen im Todesfall
„verfallen“ die Beiträge des verstorbenen Mitglieds als eine Art Solidarbeitrag zuhanden
des Mitgliederkollektivs, wobei die Delegiertenversammlung über deren Verwendung
bestimmt (vgl. Art. 25 Ziff. 5 Statuten). Im Übrigen verfolgt die Beschwerdegegnerin
unbestritten keine erwerblichen Zwecke. Im Unterschied zum vorliegenden Sachverhalt
konnten die Vereinsmitglieder gemäss Sachverhalt in BGer 2C_494/2011, a.a.O., E.
2.3.2, unter verschiedenen Versicherungsvarianten wählen; zudem deckte sich die
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tatsächliche Geschäftstätigkeit jenes Vereins nicht vollumfänglich mit der Beschreibung
in den Statuten. Zum weiteren Sachverhalt, insbesondere zum genauen Statuteninhalt
bzw. zum Vereinscharakter, lassen sich dem erwähnten Urteil keine zureichenden
Angaben entnehmen, was einen konkreten Vergleich mit den vorliegenden
Gegebenheiten erschwert bzw. verunmöglicht. Auch aus diesen Gründen lässt sich das
Ergebnis jenes Verfahrens auf die vorliegende Streitigkeit nicht übertragen.
3.4. Hinsichtlich der Frage, ob die Mitgliederbeiträge auf einer Gegenleistung des
Vereins beruhen, ist festzuhalten, dass zwischen der Beitragsleistung des Mitglieds
und der Leistung der Beschwerdegegnerin (= Abdeckung des eigenen Todesfallrisikos
des Mitglieds) ein unmittelbarer sachlicher Konnex besteht. Naturgemäss kommen
dabei nicht die verstorbenen Mitglieder der Beschwerdegegnerin in den Genuss von
Leistungen (Sterbegeld), sondern deren Hinterbliebene. Jedoch hat die Tatsache, dass
den Mitgliedern selbst zum vornherein keine Leistung der Beschwerdegegnerin
zukommen kann, im vorliegenden Zusammenhang auch keine ausschlaggebende
Bedeutung, weil für die Klärung des Vorliegens einer Gegenleistung am versicherten
Risiko (und nicht an der Leistungsausrichtung) anzuknüpfen bzw. die Deckung des
Todesfallrisikos als die Gegenleistung zu betrachten ist. Von daher trifft der Standpunkt
der Beschwerdegegnerin, wonach das Vereinsmitglied in keinem Fall einen
„Leistungsaustausch“ in Anspruch nehmen könne (act. G 8 S. 4), nicht zu. Zutreffend
ist demgegenüber die weitere Feststellung, dass das Sterbegeld jeweils nur einen sehr
geringen Teil der Mitglieder bzw. deren Hinterbliebenen erreicht (act. G 8 S. 5). Dies
liegt jedoch in der (geringen) statistischen Sterbewahrscheinlichkeit begründet und
vermag das Vorliegen einer adäquaten „Gegenleistung“ (= Risikodeckung) nicht in
Frage zu stellen. Adäquat ist sie deshalb, weil sich die Prämie nach dem Sterberisiko
bemisst. Eine Garantie, dass jemals eine Leistung an die Hinterbliebenen zur
Ausrichtung kommt (act. G 8 S. 5), kann vor diesem Hintergrund nicht bestehen, zumal
wie dargelegt ein statistisches (im Einzelfall unwägbares) Sterberisiko abgedeckt ist.
Auch wenn somit von einer „Gegenleistung“ der Beschwerdegegnerin auszugehen ist,
bleibt als entscheidender Aspekt zu beachten, dass die gemeinschaftliche
Zweckverfolgung im Rahmen eines Vereins (vgl. vorstehende E. 3.3) immer in
irgendeiner Form eine materielle oder immaterielle „Gegenleistung“ an die einzelnen
Mitglieder zur Folge hat. Auch vorliegend stellt die Gegenleistung an die
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Vereinsmitglieder (Risikodeckung) lediglich das Ergebnis der Verfolgung eines
gemeinschaftlichen Zwecks durch die Beschwerdegegnerin im Interesse ihrer
Mitglieder dar. Von daher erschiene es sachlogisch nicht konsequent bzw.
widersprüchlich, zum einen zwar die Verfolgung eines gemeinschaftlichen Zwecks zu
anerkennen, dessen Ergebnis jedoch als eine ausschliesslich im Einzelinteresse
ausgerichtete „Gegenleistung“ zu taxieren, welche die Steuerneutralität der
Mitgliederbeiträge aufhebt. Dies, obschon es sich dabei um Mittel handelt, welche von
den Vereinsmitgliedern zugeführt wurden und nicht um Gewinne, welche vom Verein
erwirtschaftet wurden (vgl. vorstehende E. 2.1). Letzteres liesse sich nicht durch
sachliche Gründe rechtfertigen. Vor diesem Hintergrund ist der vorinstanzliche
Entscheid zu bestätigen.
4.
4.1. (...).
4.2. (...).
4.3. (...).