Decision ID: 480480eb-fa79-4e85-9dd1-4b28498c92b3
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
A._, geb. 1945, war im Jahr 2013 als selbständig erwerbender Rechtsanwalt tätig und
zudem Alleinaktionär und Mitglied des Verwaltungsrats der am 7. Juni 1989 ins
Handelsregister eingetragenen X._ S.A. mit Sitz in B._ (nachstehend X._ S.A.). Am
14. März 2017 wurde er für die Kantons- und Gemeindesteuern 2013 mit einem
satzbestimmenden steuerbaren Einkommen von CHF 360'800 und einem
satzbestimmenden steuerbaren Vermögen von CHF 1'318'000 sowie für die direkte
Bundessteuer 2013 mit einem steuerbaren Einkommen von CHF 361'200 veranlagt. Die
Veranlagungsbehörde hatte den Einkünften eine im Jahr 2013 bei der X._ S.A.
eingegangene Zahlung der M._ AG (nachfolgend: M._ AG) von CHF 300'000 als
Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit (Honorarertrag aus anwaltlicher
Tätigkeit) sowie Ertrag aus Eigennutzung von Immobilien von CHF 727 hinzugerechnet.
Aufgrund des dadurch erhöhten Nettoeinkommens wurde der deklarierte Abzug für
Krankheits- und Unfallkosten von CHF 3'943 nicht zugelassen. Im Weiteren legte die
Veranlagungsbehörde den Steuerwert der X._-Aktie auf CHF 4'400 fest (deklariert:
CHF 1'000), was eine Erhöhung des steuerbaren Vermögens um CHF 340'000 zur
Folge hatte (act. G 8/6 3/8 f.). Die von A._ dagegen erhobenen Einsprachen (act. G 8/6
3/10) hiess das kantonale Steueramt mit Entscheid vom 24. Mai 2018 hinsichtlich der
Kantons- und Gemeindesteuern 2013 teilweise gut mit der Begründung, der
Honorarertrag von CHF 300'000 sei dem Einzelunternehmen des Einsprechers
zuzurechnen und nicht der X._ S.A., weshalb der Steuerwert der X._-Aktie nicht
CHF 4'400, sondern nur noch CHF 1 betrage. Für die Kantons- und Gemeindesteuern
2013 wurde A._ mit einem satzbestimmenden steuerbaren Einkommen von
CHF 360'800 und einem satzbestimmenden steuerbaren Vermögen von CHF 878'000
(CHF 1'318'000 minus CHF 440'000) veranlagt. Die Einsprache gegen die Veranlagung
der direkten Bundessteuer 2013 wurde demgegenüber abgewiesen und das in der
Veranlagung festgelegte steuerbare Einkommen bestätigt (act. G 8/6 3/16 f.). Die
Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen (VRK) hiess die dagegen
erhobenen Rechtsmittel mit Entscheiden vom 20. Juni 2019 teilweise gut mit der
Begründung, der Sachverhalt sei nicht ausreichend geklärt. Namentlich sei unklar, auf
welchem Weg die CHF 300'000 A._ zugeflossen sein sollen. Die Angelegenheit wurde
zur Klärung des Sachverhalts und zu neuem Entscheid (in Fortführung des
Einspracheverfahrens) an das Steueramt zurückgewiesen (VRKE I/1-2018/133 f.).
A.a.
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B.
Mit Schreiben vom 18. September 2019 forderte das Steueramt A._ auf, verschiedene
Kontoauszüge einzureichen; diese gingen am 12./13. November 2019 bei der
Veranlagungsbehörde ein (act. G 8/6 3/27 bis 3/36). Mit Entscheiden vom 5. Februar
2020 hiess das Steueramt die Einsprachen insofern teilweise gut, als es - wie bereits in
den Entscheiden vom 24. Mai 2018 - die X._-Aktien mit einem reduzierten Steuerwert
von CHF 1 berücksichtigte. An den Aufrechnungen von CHF 300'000 (Einkünfte aus
selbständiger Erwerbstätigkeit), CHF 727 (Ertrag aus Eigennutzung von Immobilien)
und CHF 3'943 (Wegfall Krankheitskostenabzug) hielt es jedoch fest und veranlagte
A._ mit einem steuerbaren Einkommen von CHF 360'800 (Kantons- und
Gemeindesteuern 2013) bzw. CHF 361'200 (direkte Bundessteuer 2013) und einem
steuerbaren Vermögen 2013 von CHF 878'000 (act. G 8/6 3/37 f.). Die hiergegen von
A._ am 9. März 2020 erhobenen Rechtsmittel (act. G 8/1; Rekurs und Beschwerde)
hiess die VRK mit Entscheid vom 17. Juni 2021 teilweise gut und hob die
Einspracheentscheide vom 5. Februar 2020 auf. Sie wies die Angelegenheit zu neuer
Veranlagung der Kantons- und Gemeindesteuer sowie der direkten Bundessteuer 2013
an das Steueramt zurück (act. G 2).
A.b.
Gegen diesen Entscheid erhob das kantonale Steueramt (Beschwerdeführer) mit
Eingaben vom 14./16. Juli 2021 Beschwerde mit dem Antrag, der Entscheid sei
aufzuheben und der Einspracheentscheid vom 5. Februar 2020 sei zu bestätigen (act.
G 1 und 5).
B.a.
Die Vorinstanz beantragte in der Vernehmlassung vom 20. Juli 2021 Abweisung der
Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die Erwägungen des angefochtenen
Entscheids (act. G 7). Die Beschwerdebeteiligte stellte in ihrer Eingabe vom 12. August
2021 den Antrag auf Gutheissung der Beschwerde unter Kostenfolge zulasten des
Beschwerdegegners (act. G 14).
B.b.
Der Beschwerdegegner A._ äusserte sich in den Eingaben vom 21. Juli 2021 (act. G
10) und 17. September 2021 (act. G 18) zur Beschwerde und zur Stellungnahme der
Beschwerdebeteiligten und beantragte die Abweisung der Beschwerde, unter Kosten-
und Entschädigungsfolge. Die Vorinstanz gab am 21. September 2021 den Verzicht auf
eine weitere Äusserung bekannt (act. G 20).
B.c.
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Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Da die steuerrechtlichen Vorschriften des Bundes und der Kantone zur Veranlagung
und zur Besteuerung von Einkommen und Vermögen vereinheitlicht sind, erledigte die
Vorin-stanz den Rekurs betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern einerseits und
die Beschwerde betreffend die direkte Bundessteuer anderseits zu Recht im gleichen
Entscheid, aber mit getrennten Dispositivziffern; unter diesen Umständen durfte auch
der Beschwerdeführer die Beschwerden in einer gemeinsamen Rechtsschrift erheben
(BGE 135 II 260 E. 1.3). Ebenso ist es zulässig, dass das Verwaltungsgericht über die
Beschwerden im gleichen Urteil entscheidet (vgl. BGer 2C_440 und 441/2014 vom 10.
Oktober 2014 E. 1.2). Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben
(Art. 59 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP;
Art. 229 in Verbindung mit Art. 196 Abs. 1 des Steuergesetzes, sGS 811.1, StG; Art. 1
Abs. 3 und Art. 7 Abs. 2 der Verordnung zum Bundesgesetz über die direkte
Bundessteuer, sGS 815.1; Art. 145 des Gesetzes über die direkte Bundessteuer, SR
642.11, DBG). Der Beschwerdeführer ist zur Beschwerde legitimiert, und die Eingaben
vom 14./16. Juli 2021 entsprechen zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen
Anforderungen (Art. 229 in Verbindung mit Art. 194 Abs. 1 StG in Verbindung mit
Art. 64 und Art. 48 Abs. 1 VRP; Art. 145 in Verbindung mit Art. 140 Abs. 1 und 2 DBG).
Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.
2.
Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten in den Eingaben des vorliegenden
Verfahrens wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den nachstehenden
Erwägungen eingegangen.
B.d.
Streitig ist vorliegend, ob die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid für die
Veranlagung des steuerbaren Einkommens 2013 des Beschwerdegegners die
Vereinnahmung zusätzlicher Honorarerträge (Zahlung X._ S.A. von CHF 300'000) zu
Recht als nicht erstellt erachtete und einzig den vom Beschwerdegegner in dieser
Steuerperiode von den X._ S.A. bezogenen Betrag von CHF 10'910.40 dem
steuerbaren Einkommen zurechnete, was gemäss angefochtenem Entscheid zur Folge
hat, dass auch der Abzug für Krankheits-, Unfall- und Invaliditätskosten (CHF 3'943)
und der Steuerwert der X._-Aktien neu zu berechnen sind.
2.1.
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Nach Art. 18 Abs. 1 DBG und Art. 31 Abs. 1 StG sind alle Einkünfte aus einem
Handels-, Industrie-, Gewerbe-, Land- und Forstwirtschaftsbetrieb, aus einem freien
Beruf sowie aus jeder anderen selbständigen Erwerbstätigkeit steuerbar. Das
Reineinkommen der selbständigerwerbenden Person ist der sogenannte
Vermögensstandsgewinn. Es entspricht dem Unterschiedsbetrag zwischen dem dem
Unternehmen dienenden Eigenkapital am Schluss des vorangegangen und demjenigen
am Schluss des abgeschlossenen Geschäftsjahrs, vermehrt um die nicht
abzugsfähigen Verminderungen des Geschäftsvermögens (Privatentnahmen usw.; vgl.
Richner/ Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 3. Aufl. 2016, N 70 ff. zu
Art. 18 DBG). Art. 16 DBG und Art. 29 StG bringen im Bereich der Besteuerung des
Einkommens natürlicher Personen das Konzept der Reinvermögenszugangstheorie
zum Ausdruck. Danach unterliegen aufgrund der Generalklausel von Art. 16 Abs. 1
DBG bzw. Art. 29 Abs. 1 StG und des nicht abschliessenden Positivkatalogs
(Art. 17-23 DBG, Art. 30-36 StG) alle wiederkehrenden und einmaligen Einkünfte der
direkten Bundessteuer bzw. der Einkommenssteuer. Vorbehalten bleiben die
Kapitalgewinne aus der Veräusserung von Privatvermögen (Art. 16 Abs. 3 DBG, Art. 29
Abs. 3 StG) und die im Negativkatalog von Art. 24 DBG und Art. 37 StG abschliessend
aufgezählten Fälle (BGE 139 II 363 E. 2.1). Die subjektive Zuordnung von Einkommen
und Vermögen natürlicher Personen ist ein ungeschriebenes Element des
Steuertatbestandes. Sie bildet ebenso Voraussetzung wie Schranke einer allgemeinen,
auf Generalklauseln (Art. 16 Abs. 1 DBG bzw. Art. 29 Abs. 1 StG) beruhenden
Besteuerung des Reinvermögenszugangs. Allgemein gilt, dass die subjektive
Zuordnung im Steuerrecht mit der zivilrechtlichen Sichtweise übereinstimmt, es sei
denn, das Gesetz sehe eine eigenständige steuerrechtliche Zurechnungsregel vor oder
verfolge eine wirtschaftliche Betrachtungsweise (BGer 2C_95/2013 vom 21. August
2013 E. 2.1 m.H.).
Die Steuerbehörde trägt die Beweislast für die steuerbegründenden und -erhöhenden
Tatsachen, wohingegen die steuerpflichtige Person für die steueraufhebenden und -
mindernden Tatsachen beweisbelastet ist (vgl. statt vieler BGer 2C_678/2012 vom
17. Mai 2013 E. 3.6). Mit Blick auf die Gesamteinkommensbesteuerung ist nach der
Rechtsprechung zu folgern, dass die (von der Steuerbehörde zu beweisenden)
Einkünfte, die als Entgelt für die Arbeit oder die Dienste einer Person anfallen,
vermutungsweise derselben Person zuzuordnen sind. Macht die steuerpflichtige
natürliche Person geltend, das Entgelt stehe nicht ihr, sondern einer anderen
natürlichen oder juristischen Person zu, behauptet sie eine aus ihrer Optik
steuermindernde Tatsache. Ihr obliegt es, die gesetzliche Vermutung anhand des
2.2.
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Beweises des Gegenteils zu entkräften, solange sich dies nicht bereits aus einer
anderslautenden gesetzlichen Anordnung ergibt (BGer 2C_95/2013 a.a.O. E. 2.2). Der
zivilrechtlichen Vertragsfreiheit steht die steuerrechtliche Gestaltungsfreiheit bzw.
Organisationshoheit der Unternehmen gegenüber (BGE 139 II 78 E. 3.2.1 S. 88 f.). Auch
Aktionär und Aktiengesellschaft können sich auf die steuerliche Gestaltungsfreiheit
berufen. Dies entbindet sie freilich nicht davon, die angestrebte Wirkung vertraglich
auszugestalten und - für steuerliche Zwecke - hinreichend zu belegen (BGer
2C_95/2013 a.a.O. E. 2.3). Gerade in Kleinstverhältnissen - wie z.B. einer
Kapitalgesellschaft mit einem Alleinaktionär, der als einziger oder nahezu einziger
Arbeitnehmer für sie tätig wird - ist es von besonderer Bedeutung, Rechtsklarheit und
Rechtssicherheit dadurch zu schaffen, dass (schriftliche) vertragliche Grundlagen
gelegt werden. Es liegt auch im Interesse des Aktionärs, klare Verhältnisse zu schaffen,
will er den haftungsbegrenzenden Schutz der Kapitalgesellschaft nutzen oder die
steuerliche Abrechnung über die Gesellschaft vornehmen können (BGer 2C_95/2013
a.a.O. E. 2.4).
Im Zivil- und im Steuerrecht wird vom Grundsatz ausgegangen, dass sich eine
juristische Person aufgrund ihrer eigenen Rechtsfähigkeit von der natürlichen Person
unterscheidet bzw. ein eigenes Rechtssubjekt und Steuersubjekt ist (Trennungsprinzip).
Die rechtliche Selbständigkeit juristischer Personen von den wirtschaftlich daran
berechtigten natürlichen Personen bleibt nur ausnahmsweise, unter dem
Gesichtspunkt des so genannten Durchgriffs, unbeachtet. Dieser setzt Identität der
wirtschaftlichen Interessen zwischen juristischer und dahinterstehender natürlicher
Person voraus, und insbesondere, dass die rechtliche Berufung auf die Selbständigkeit
der juristischen Person der Umgehung von Gesetzesvorschriften oder der Missachtung
der Rechte Dritter dient; es geht der Sache nach um eine rechtsmissbräuchliche
Verwendung der juristischen Person durch die sie beherrschende natürliche Person
(BGE 136 I 65 E. 5.4). Die Annahme eines Rechtsmissbrauchs wird dabei insbesondere
an das Erfordernis einer Massierung unterschiedlicher und ausserordentlicher
Verhaltensweisen im Sinn eigentlicher Machenschaften geknüpft (vgl. BGer
5A_330/2012 vom 17. Juli 2012 E. 3.2 m.H.).
Die Vorinstanz führte im angefochtenen Entscheid unter anderem aus, sie habe bereits
im Entscheid vom 20. Juni 2019 (VRKE I/1-2018/133 f.) festgehalten, dass die
Steuerveranlagung der X._ S.A. nicht Verfahrensgegenstand sei. Mittlerweile sei
erstellt, dass die umstrittene Vergütung der M._ AG an die X._ S.A. (von
CHF 300'000) von der X._ S.A. verbucht worden sei. Über die Art der
2.3.
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=2C_95%2F2013&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F139-II-78%3Ade&number_of_ranks=0#page78
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Geschäftsbeziehung zwischen der X._ S.A. und der M._ AG bestehe jedoch nach wie
vor Unklarheit, da die entsprechenden Steuerunterlagen nicht vorlägen. Insbesondere
lasse sich nicht feststellen, welche Aktivitäten die X._ S.A., allenfalls in
Zusammenhang mit der M._ AG zwecks Erwerbs einer Beteiligung, entwickelt habe,
um im "Fortbewegungsmarkt" Fuss zu fassen. Weiter sei anhand der Akten nicht
nachvollziehbar, wie das in den Büchern der X._ S.A. geführte Darlehen des
Beschwerdegegners verwendet worden sei. Aus der Steuererklärung 2013 der
X._ S.A. sei einzig ersichtlich, dass in den Jahren 2007 bis 2012 jeweils Verluste
deklariert worden seien (act. G 8/6 3/22), was auf eine geschäftliche Tätigkeit
schliessen lasse. Diese Frage sei jedoch im Veranlagungsverfahren der X._ S.A. zu
prüfen, zumal der Beschwerdeführer kein rechtsmissbräuchliches Handeln
nachgewiesen habe. Somit sei kein Rechtfertigungsgrund für eine Durchbrechung des
Trennungs- oder Sphärenprinzips (Rechtsmissbrauch) nachgewiesen. Selbst wenn ein
solcher vorläge und der Beschwerdegegner und die X._ S.A. als wirtschaftliche Einheit
zu betrachten wären, würde dies bedeuten, dass vorerst der Gewinn der X._ S.A.
nach der allgemeinen handels- und steuerrechtlichen Ordnung korrekt zu ermitteln und
dieser anschliessend dem Beschwerdegegner zuzuordnen wäre. Die X._ S.A. würde in
diesem Fall nicht als unabhängiges Steuersubjekt anerkannt (act. G 2 S. 8). Gemäss
Jahresrechnung des Einzelunternehmens des Beschwerdegegners habe der in die
Steuererklärung 2013 (Ziffer 2.1) übertragene Jahresgewinn (Vermögensstandsgewinn)
per 31. Dezember 2013 CHF 14'824.84 betragen. Sodann sei im
Wertschriftenverzeichnis ein Darlehen an die X._ S.A. von CHF 85'471 aufgeführt
worden (act. G 8/6 3/2); es habe per 31. Dezember 2012 noch CHF 374'502 betragen
(act. G 8/6 3/22), was einer Amortisation von CHF 289'031 während des Steuerjahres
2013 entspreche. Die 100 Inhaberaktien der X._ S.A. seien zum Nennwert von
CHF 100'000 deklariert worden. Weiter habe der Beschwerdegegner im
Wertschriftenverzeichnis neu ein Darlehen an die Q._ AG von CHF 100'000 aufgeführt
(act. G 8/6 3/2). In tatsächlicher Hinsicht sei unbestritten, dass die M._ AG der
X._ S.A. am 5. September 2013 CHF 300'000 auf das Kontokorrentkonto bei der F._-
bank mit dem Vermerk "X._ AG-Aktienanteile" überwiesen habe (act. G 8/6 3/39).
Dieses Konto sei im Jahr 2013 eröffnet und wieder saldiert worden. Jedenfalls seien in
den Jahresabschlüssen 2012 und 2013 keine Bankkonten bilanziert worden, ebenso
keine Post- und Bargeldkonten (act. G 8/6 3/22). Den grössten Teil dieses Geldes habe
die X._ S.A. im selben Jahr an den Beschwerdegegner weitergeleitet. So habe dieser
am 13. und 23. September 2013 jeweils Barbezüge von je CHF 10'000 getätigt und am
26. September 2013 CHF 100'000 (mit Gebühr von CHF 10) an die Q._ AG
überweisen lassen (Darlehen; act. G 8/6 3/2). Der Saldo des KK-Kontos bei der F._-
bank von CHF 179'941.40 sei am 4. Dezember 2013 auf dem bei der Raiffeisenbank
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Y._ geführten Liegenschaftskonto des Beschwerdegegners gutgeschrieben worden.
Insgesamt seien diesem somit CHF 299'941.40 zugeflossen. Der streitige
wirtschaftliche Vorgang sei somit zweigeteilt gewesen: Er habe einerseits die Zahlung
an die X._ S.A. und anderseits die nahezu vollumfängliche Weiterleitung an den
Beschwerdegegner umfasst. Der erste Teil der Transaktion sei als formlose Vergütung
zulässig. Dieser Sachverhalt knüpfe beim steuerbaren Reingewinn an, da der Betrag in
der Buchhaltung der X._ S.A. als Ertrag verbucht worden sei (Kto. Nr. 601: Erlös aus
Arbeiten). Auch der zweite Teil des Geschäftsvorfalls erscheine aus privatrechtlicher
Sicht nachvollziehbar. Gemäss Beschwerdegegner sei damit ein der X._ S.A.
gewährtes Darlehen teilweise zurückbezahlt worden (act. G 2 S. 7-9).
Die Darlehensschuld der X._ S.A. gegenüber dem Beschwerdegegner sei sowohl in
den Büchern der X._ S.A. als auch in der Steuererklärung des Beschwerdegegners per
31. Dezember 2013 mit CHF 85'471 deklariert und vom Beschwerdeführer
entsprechend veranlagt worden. Der Beschwerdegegner habe das Darlehen auch in
früheren Steuererklärungen anerkannt. So habe es per Ende 2012 noch CHF 374'502
betragen und sei demnach im Jahr 2013 um CHF 289'031 reduziert worden. Für die
Darlehensamortisation hätten einzig die dem Beschwerdegegner 2013 von der
X._ S.A. zugeflossenen CHF 299'941.40 verwendet werden können, da dieser keine
Bezüge bei der X._ S.A. getätigt habe. Damit falle eine Qualifizierung der Zuflüsse als
Einkommen aus selbständiger Tätigkeit nur in dem die Amortisation übersteigenden
Betrag von CHF 10'910.40 in Betracht. Dies spreche dafür, dass der streitige Betrag
tatsächlich der X._ S.A. vergütet worden sei, andernfalls die Gesellschaft nicht in der
Lage gewesen wäre, die Darlehensschuld in diesem Umfang zu reduzieren. Gegen eine
Qualifizierung als Anwaltshonorar spreche auch, dass der Beschwerdegegner in den
Jahresrechnungen 2012 und 2013 Honorarerträge von CHF 112'415.90 und
CHF 56'938.65 ausgewiesen habe. Ein Honorar von CHF 300'000 entspreche bei
einem mittleren Stundenansatz von CHF 250 einem Mandat von mehreren hundert
Stunden. Es sei nicht ersichtlich, inwiefern der Beschwerdegegner in derart grossem
Umfang für die M._ AG hätte anwaltlich tätig sein sollen. Insbesondere habe der
Beschwerdeführer nicht dargelegt, dass der Beschwerdegegner im Investmentgeschäft
ein Spezialist sei, was eine anwaltliche Tätigkeit in diesem Bereich eher nahegelegt
hätte (vgl. BGer 2C_95/2013, 2C_96/2013 vom 21. August 2013 E. 2).
Zusammenfassend sei nicht erstellt, dass der Beschwerdegegner 2013 zusätzliche
Honorarerträge von CHF 300'000 vereinnahmt habe. Hingegen sei der in dieser
Steuerperiode von der X._ S.A. erfolgte Bezug des Beschwerdegegners von
CHF 10'910.40 dem steuerbaren Einkommen zuzurechnen. Dies führe dazu, dass der
Abzug für Krankheits-, Unfall- und Invaliditätskosten sowie der Steuerwert der X._-
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Aktien neu zu berechnen seien. Der Beschwerdeführer habe sich dazu nicht
substantiiert geäussert, weshalb darüber nicht entschieden werden könne, ohne den
Rechtsmittelweg zu verkürzen (act. G 2 S. 9 f.).
Der Beschwerdeführer legt hierzu unter anderem dar, das Vorliegen der
Voraussetzungen eines Durchgriffs sei zu Recht verneint und von ihm auch nie geltend
gemacht worden. In den Jahren 2009 bis 2013 habe die X._ S.A. ausser der fraglichen
Zahlung keine Erlöse aus Geschäftstätigkeit realisiert, weder über Personal noch
eigene Geschäftsräumlichkeiten (c/o-Adresse) verfügt und keine anderweitigen
Aufwendungen ausgewiesen, die auf eine aktive Geschäftstätigkeit schliessen lassen
würden. Der Verlust der X._ S.A. im Jahr 2011 sei auf die Abschreibung der Forderung
gegen die nahestehende Z._ zurückzuführen, über die 2010 der Konkurs eröffnet
worden sei. Die Feststellung der Vorinstanz, die X._ S.A. habe in den Jahren 2009 bis
2013 eine aktive Geschäftstätigkeit ausgeübt, sei unzutreffend. Mit ihrer Feststellung,
dass die Geschäftstätigkeit der X._ S.A. im Veranlagungsverfahren jener Gesellschaft
zu prüfen sei, verkenne die Vorinstanz, dass der steuerlich relevante Sachverhalt bei
den Steuersubjekten jeweils separat und vollständig zu ermitteln sei. Es bestehe keine
Regelung, welche die Reihenfolge der Veranlagung vorschreiben würde. Eine geldwerte
Leistung sei grundsätzlich erst bei der Veranlagung der juristischen Person ersichtlich,
weshalb eine solche im Veranlagungsverfahren der natürlichen Person regelmässig
vorliege. Zwar stelle sich vorliegend nicht die Frage, ob die Kapitalgesellschaft an ihren
Gesellschafter eine geldwerte Leistung erbracht habe, sondern ob die direkte
Vereinnahmung des Entgelts durch die X._ S.A. als verdeckte Kapitalanlage des
Beschwerdegegners zu qualifizieren sei. Die Ausführungen zur geldwerten Leistung
seien jedoch auf dessen Pendant, die verdeckte Kapitaleinlage, sinngemäss
anwendbar (act. G 5 S. 2 f.). Es gehe um die steuerrechtliche Zuordnung eines
Reinvermögenszuganges. Es stelle sich die Frage, wer die Gegenleistung für den
Reinvermögenszugang erbracht habe bzw. wem der Rechtsanspruch auf das Entgelt
zustehe. Welcher Person das Entgelt letztlich zugeflossen sei, sei aus steuerlicher Sicht
nicht relevant (BGE 2C_95/2013 a.a.O. E. 2.2). Mit Blick auf die
Gesamteinkommensbesteuerung sei zu folgern, dass die (von der Steuerbehörde zu
beweisenden) Einkünfte, die als Entgelt für die Arbeit oder die Dienste einer Person
anfallen würden, vermutungsweise derselben Person zuzuordnen seien. Mache der
Beschwerdegegner geltend, das Entgelt stehe nicht ihm, sondern einer juristischen
Person (X._ S.A.) zu, behaupte er eine steuermindernde Tatsache. Ihm obliege es, die
gesetzliche Vermutung mit dem Beweis des Gegenteils zu entkräften (BGer
2C_95/2013 a.a.O. E. 2.2). Die im Zusammenhang mit dem Entgelt der M._ AG
2.4.
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3.
erbrachten Leistungen seien frühestens seit 2011 erfolgt. Die X._ S.A. sei in den
entsprechenden Jahren jedoch inaktiv gewesen. Der Beschwerdegegner habe somit
die fraglichen Leistungen der M._ AG persönlich erbracht. Die M._ AG habe
aktenkundig weder mit der X._ S.A. noch mit dem Beschwerdegegner einen
schriftlichen Vertrag abgeschlossen. Die Einkünfte über CHF 300'000 beruhten auf
einer persönlichen Leistung des Beschwerdegegners (act. G 5).
Unbestritten und belegt ist vorliegend, dass einerseits die M._ AG im Jahr 2013 an die
X._ S.A. eine Zahlung von CHF 300'000 mit dem Vermerk "X._ AG - Aktienanteile"
leistete und anderseits die X._ S.A. im gleichen Jahr den grössten Teil dieses Betrages
- nach den Feststellungen der Vorinstanz insgesamt CHF 299'941.40 (vgl. vorstehende
E. 2.3) - an den Beschwerdegegner überwies und entsprechend verbuchte. Indem der
Beschwerdegegner sich auf sein Darlehens-Guthaben bei der X._ S.A. beruft, macht
er bezüglich des Vermögenszuflusses von CHF 300'000 einen gleichzeitigen
Vermögensabgang (Darlehensrückzahlung) und damit eine steuermindernde Tatsache
geltend; hierfür ist er beweisbelastet (vgl. vorstehende E. 2.2). Der Vermerk "X._ AG -
Aktienanteile" im entsprechenden Bankbeleg (act. G 8/6 3/39) deutet vom Wortlaut her
auf eine Entschädigung im Zusammenhang mit einem Anteilsgeschäft hin. Der
Beschwerdegegner bestätigte indes am 1. Dezember 2015 in seiner Funktion als
einzelzeichnungsberechtigter Verwaltungsrat der X._ S.A. die Feststellung der
M._ AG, dass die Entschädigung für Projektbearbeitungen, Beratungen und
Interventionen geleistet worden sei (act. G 8/6 3/26), ohne dies näher zu
dokumentieren. Die Feststellung der M._ AG lässt sich inhaltlich nicht in Einklang
bringen mit dem erwähnten Vermerk auf dem Bankbeleg. In der Einsprache vom
13. April 2017 führte der Beschwerdegegner unter anderem aus, der Fokus der
X._ S.A. sei auf Komponenten und Entwicklungen, insbesondere Elektroantriebe,
gerichtet gewesen, was zur Kooperation mit der M._ AG geführt habe. Da die M._ AG
vorerst Verluste aus der Tätigkeit erwartet habe, seien von der X._ S.A. keine
Forderungen aktiviert worden. Es sei ihm (dem Beschwerdegegner) damals darum
gegangen, ein zweites berufliches Standbein (neben dem Advokaturbereich)
aufzubauen (act. G 8/6 3/10). Mit Eingabe vom 28. Juni 2018 im Rechtsmittelverfahren
führte der Beschwerdegegner sodann unter anderem sinngemäss aus, die Zahlung von
CHF 300'000 sei getätigt worden, um eine jahrelange Zusammenarbeit vorläufig
abzuschliessen und eine prozessuale Auseinandersetzung zu vermeiden. Von ihm (dem
Beschwerdegegner) könnten nicht Unterlagen verlangt werden, welche aufgrund des
3.1.
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Charakters der Geschäftstätigkeit der X._ S.A. nicht vorgelegen hätten (act. G 8/6 II/3).
Die Art der Geschäftsbeziehung/Zusammenarbeit zwischen der X._ S.A. und der
M._ AG blieb in der Folge nicht nachvollziehbar dokumentiert. Dies änderte sich auch
im vorliegenden Beschwerdeverfahren nicht. Insbesondere ist die konkrete
Leistungserbringung und der Zahlungsgrund nicht aus Verträgen und Rechnungen
erkennbar, obschon nicht unerhebliche Beträge in Frage stehen und der
Beschwerdegegner wie erwähnt offenbar sogar eine prozessuale Auseinandersetzung
(zur Einbringung der bei der M._ AG bestehenden Ausstände) als denkbar erachtete.
Letzteres hätte selbstredend entsprechender Unterlagen bedurft. Die vom
Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang in Betracht gezogene
Mitwirkungspflichtverletzung (act. G 5 Ziffer 4.3 S. 6) braucht angesichts der
gegebenen Umstände jedoch nicht weiter eruiert zu werden. Offen bleiben kann auch,
ob - wie die Beschwerdebeteiligte vermutet - durch eine Umwandlung von
steuerbarem Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit in eine steuerfreie
Amortisation (des Darlehens) eine Steuerumgehung gegeben wäre (act. G 14 S. 4 unten
mit Hinweis auf BGer 2C_187/2017 vom 19. Februar 2020).
Gleich wie die Geschäftsbeziehung X._ S.A./M._ AG ist auch die Art der Verwendung
des der X._ S.A. vom Beschwerdegegner gewährten Darlehens bzw. die Funktion des
letzteren im Unternehmen nicht im Einzelnen aus den Akten ersichtlich. Das Darlehen
selbst bzw. der entsprechende zivilrechtliche Anspruch der X._ S.A. auf
Darlehensgewährung ist nicht weiter (etwa in Form eines Vertrages) dokumentiert. Aus
der Steuererklärung 2013 der X._ S.A. ergibt sich einzig, dass in den Jahren 2007 bis
2012 jeweils Verluste deklariert wurden (act. G 8/6 3/22). Sodann ist mit dem
Beschwerdeführer festzuhalten, dass die X._ S.A. in den Jahren 2009 bis 2013 mit
Ausnahme der fraglichen Zahlung von CHF 300'000 keine Erlöse aus
Geschäftstätigkeit und keine anderweitigen Aufwendungen (insbesondere für Personal
und Geschäftsräumlichkeiten) auswies, die auf eine Geschäftstätigkeit hinweisen
würden. Den Hauptaufwandposten der X._ S.A. bildete gemäss den
Erfolgsrechnungen der erwähnten Jahre die Verzinsung der Darlehensforderung des
Beschwerdegegners (vgl. act. G 8/6 3/22 und 3/23). Zwischen der X._ S.A. und dem
Beschwerdegegner bestand sodann in den massgebenden Perioden unbestritten kein
Arbeitsverhältnis. Ebenso wenig besteht ein Auftragsverhältnis, denn sonst wären
angefangene Arbeiten oder Debitoren zu Gunsten des Beschwerdegegners verbucht
worden bzw. hätten verbucht werden müssen; macht doch der Beschwerdegegner
geltend, dass er über mehrere Jahre Arbeiten geleistet habe. Auch ist nicht ersichtlich
oder geltend gemacht, dass weitere Personen für die X._ S.A. Tätigkeiten ausgeübt
hätten, so dass sich die Frage stellt, wer (ausser dem Beschwerdeführer) in der
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X._ S.A. für die M._ AG hätte arbeiten sollen. Das Vorbringen des
Beschwerdegegners, wonach der Zahlungseingang zugunsten der X._ S.A. unsicher
gewesen sei, weshalb es auch nicht indiziert gewesen sei, die von der X._ S.A.
getroffenen Vorkehren "minutiös aufzulisten" (act. G 18 S. 3), hilft hier nicht weiter.
Nachdem aufgrund der geschilderten Gegebenheiten nicht als dargetan gelten kann,
dass die X._ S.A. (als juristische Person) gegenüber der M._ AG eine
geschäftsmässig begründete Leistung erbrachte bzw. dies mangels angestelltem
Personal (Lohnkosten) nicht möglich war, verbleibt als Möglichkeit einzig die direkte
Leistungserbringung an die M._ AG durch den Beschwerdegegner persönlich. Bereits
der erwähnte Hinweis des Beschwerdegegners in der Einsprache vom 13. April 2017
auf die Schaffung eines zweiten beruflichen Standbeins deutet auf eine
Leistungserbringung durch ihn persönlich hin. Sodann gab der Beschwerdegegner an,
dass die Geschäftsbeziehungen mit der M._ AG seit Jahrzehnten bestünden, wobei
letztere am Erwerb von Firmen (im Automobilbereich) interessiert gewesen sei (Rekurs
vom 9. März 2020 Ziffer IV. S. 6 [act. G 8/1], vgl. auch Schreiben E._ vom 11. Mai
1985 [act. G 8/6 II/16 Beilage]). Insgesamt lässt sich das von der M._ AG erbrachte
Entgelt entgegen der Auffassung der Vorinstanz nicht einer (vertraglichen) Leistung der
X._ S.A. zuordnen. Zur Frage, welche Leistungen vom Beschwerdegegner gegenüber
der M._ AG erbracht wurden, lässt sich den Akten ebenfalls nichts entnehmen. Wenn
der Beschwerdeführer von einer Entschädigung im Zusammenhang mit dessen
selbständiger Tätigkeit als Anwalt ausgeht (act. G 5 S. 6), lässt sich dies - mangels
anderslautenden Anhaltspunkte - nicht beanstanden. Auch wenn der Rechtsgrund des
Vermögenszuflusses nicht in einer anwaltlichen Tätigkeit des Beschwerdegegners
liegen würde, so läge in jedem Fall im Sinn der Generalklausel nach Art. 16 DBG und
Art. 29 StG ein Reinvermögenszugang von CHF 300'000 an den Beschwerdegegner
vor.
Zu den Ausführungen der Vorinstanz hinsichtlich der im Einzelunternehmen des
Beschwerdegegners bestehenden Verhältnissen (vorstehende E. 2.3) ist festzuhalten,
dass diese eine Leistungserbringung der X._ S.A. gegenüber der M._ AG nicht zu
belegen vermögen. Dies gilt insbesondere für die Tatsache, dass die Zahlung an die
X._ S.A. (als formlose Vergütung) zulässig und deren Weiterleitung an den
Beschwerdeführer (Darlehensrückzahlung) aus privatrechtlicher Sicht nachvollziehbar
erscheint. Eine formlose Vergütung und anschliessende Verbuchung stellt - wie die
Beschwerdebeteiligte zu Recht anmerkt (act. G 14 S. 7 Ziffer 5.1 zweiter Absatz) - nicht
ohne Weiteres einen zureichenden Beleg für das Bestehen eines privatrechtlichen
Schuldverhältnisses dar; dies zumal dann, wenn es - wie vorliegend - an
3.2.
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entsprechenden Unterlagen fehlt, welche das privatrechtliche Verhältnis zu klären
vermöchten. Der Begriff der Einkommensrealisation ist zudem nicht streng zivilrechtlich
zu verstehen. Ein Vermögenszufluss liegt vor, wenn die steuerpflichtige Person
wirtschaftliche Verfügungsmacht über die Vermögenswerte hat. Insofern findet die
wirtschaftliche Betrachtungsweise ihre Grundlage und Grenze im Gesetz (vgl. BGer
2C_692/2013 vom 24. März 2014 E. 4.2 dritter Absatz mit Hinweisen). Zur weiteren
Feststellung der Vorinstanz, wonach gegen eine Qualifizierung als Anwaltshonorar auch
der Umstand spreche, dass der Beschwerdeführer in den Jahresrechnungen 2012 und
2013 Honorarerträge von CHF 112'415.90 und CHF 56'938.65 ausgewiesen habe und
ein Honorar von CHF 300'000 bei einem mittleren Stundenansatz von CHF 250 einem
Mandat von mehreren hundert Stunden entspreche (act. G 2 S. 10), ist anzumerken,
dass die Vergütung der M._ AG soweit ersichtlich einen Zeitraum von mehreren
Jahren betraf und deshalb auch der Aufwand über mehrere Jahre verteilt angefallen
sein dürfte (vgl. Schreiben des Beschwerdegegners vom 4. Dezember 2015, act. G 8/6
3/5). Wenn von diesem Sachverhalt auszugehen wäre, wäre dennoch der
Vermögenszufluss dem Jahr 2013 zuzurechnen, da keinerlei Anhaltspunkte für eine
periodisierte Zurechnung an andere Steuerjahre vorliegen. Insgesamt ist festzuhalten,
dass die auf einer (unbekannten) persönlichen Leistung des Beschwerdegegners
beruhenden Einkünfte steuerlich ihm selbst zuzurechnen sind, soweit - wie vorliegend -
kein Nachweis erbracht wird, dass die Leistung der X._ S.A. zusteht und dass der
Vermögenszugang dem Steuerjahr 2013 zuzuordnen ist. Es hätte am
Beschwerdegegner gelegen, als Alleinaktionär der X._ S.A. transparente Verhältnisse
zu schaffen und einen Rechtsanspruch der X._ S.A. auf das Entgelt der M._ AG von
CHF 300'00 darzulegen und zu belegen, um so eine steuerliche Abrechnung über die
X._ S.A. vornehmen zu können (vgl. vorstehende E. 2.2 zweiter Absatz mit Hinweis auf
BGer 2C_95/2013 E. 2.2. bis E. 2.4). Dass dies der Beschwerdegegner nicht getan hat,
legt die Vermutung nahe, dass es ihm vorliegend darum gegangen ist, die Verluste per
31. Dezember 2013 mit angeblichen Gewinnen zu verrechnen. Hätten die Forderungen
des Beschwerdegegners tatsächlich schon über Jahre hinweg bestanden, wie er
geltend macht, ist es umso weniger verständlich, dass sie nicht jährlich eingebucht
wurden; denn auch dann wären diese angefangenen Arbeiten/Debitoren mit Verlusten
verrechenbar gewesen (vgl. vorstehende E. 3.1 letzter Absatz). Insofern hat der
Beschwerdegegner die Folgen einer intransparenten Gestaltung von beruflichen
Aktivitäten und einer unzureichenden Dokumentation zivilrechtlicher Verhältnisse bzw.
die daraus resultierende Beweislosigkeit seines Standpunktes zu tragen. Die
Feststellung des Beschwerdeführers und der Beschwerdebeteiligten, wonach die
Zahlung der M._ AG beim Beschwerdeführer Einkommen aus selbständiger
Erwerbstätigkeit oder zumindest einen Reinvermögenszugang im Sinn von Art. 16 DBG
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4.
und Art. 29 StG darstellt, erweist sich als begründet. Die Feststellung, dass der
vorliegende Sachverhalt bei der X._ S.A. als eine verdeckte Kapitaleinlage zu
qualifizieren sei, bildet nicht Gegenstand dieses Verfahrens. Der angefochtene
Entscheid lässt sich dementsprechend nicht aufrechterhalten.
Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist der angefochtene Entscheid der
Verwaltungsrekurskommission in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und die
Einspracheentscheide vom 5. Februar 2020 sowohl betreffend Kantons- und
Gemeindesteuern als auch direkte Bundessteuer 2013 sind zu bestätigen. Dem
Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdegegner aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP).
Eine Entscheidgebühr für die Beschwerdeverfahren von insgesamt CHF 3‘000
(B 2021/157 CHF 1'800, B 2021/158 CHF 1'200) erscheint angemessen (Art. 7 Abs. 1
Ingress und Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12).
4.1.
Bei Gutheissung eines Rechtsmittels ist gleichzeitig von Amtes wegen über die
amtlichen Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens zu entscheiden. In der Regel erfolgt
die entsprechende Kostenverlegung analog dem Rechtsmittelentscheid (R. Hirt, Die
Regelung der Kosten nach st. gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, Diss.
St. Gallen 2004, S. 103). Die amtlichen Kosten für das Rekurs- und
Beschwerdeverfahren vor der Vorinstanz von je CHF 800 gehen somit ebenfalls
vollumfänglich zulasten des Beschwerdegegners, unter Verrechnung mit dem von ihm
in jenen Verfahren geleisteten Kostenvorschüssen.
4.2.
Zufolge Unterliegens besteht weder für das Beschwerdeverfahren vor
Verwaltungsgericht noch für das vorinstanzliche Verfahren ein Anspruch des
Beschwerdegegners auf ausseramtliche Entschädigung. Vorinstanz, Beschwerdeführer
und Beschwerdebeteiligte haben ebenfalls keinen Anspruch auf ausseramtliche
Entschädigung (Art. 98 Abs. 1 VRP in Verbindung mit Art. 98 VRP; A. Linder, in: Rizvi/
Schindler/Cavelti [Hrsg.], Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege, Praxiskommentar,
Zürich/St. Gallen 2020, N 20 zu Art. 98 VRP) und zu Recht auch keine solche
beantragt.
4.3.
bis
bis
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