Decision ID: 3682453d-c7c8-5d95-91eb-2e4e63a99127
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherte), war seit Januar 2007 mit einem Pensum von
100% als Mitarbeiterin der Verwaltung (Abteilung Zolldienst) bei der B._, tätig (Suva-
act. 124-1 ff.) und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt
(nachfolgend: Suva) gegen die Folgen von Unfällen versichert (Suva-act. 6). Am frühen
Morgen des 13. April 2014 wurde die Versicherte Opfer eines tätlichen Übergriffs, als
ein Mann ihr vor der C._-Bar in D._ zwei Mal die Faust ins Gesicht schlug. Nach
dem ersten Schlag fiel sie zu Boden, konnte aber sogleich wieder aufstehen. Beim
zweiten Schlag fiel die Versicherte rückwärts mit dem Hinterkopf gegen einen Zaun
(Suva-act. 143-13). Sie erlitt dabei eine linksseitige Luxationsfraktur C5/6 mit Lamina
Fraktur und eine Fraktur des Pedikels C5 rechts und wurde gleichentags im
Kantonsspital St. Gallen (KSSG), Klinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie
des Bewegungsapparates, operativ versorgt (offene Reposition und ventrale
Spondylodese mit autologem Beckenkamm C5/6; Suva-act. 2, 4, vgl. ferner CT
Schädel/HWS vom 13. April 2014 in Suva-act. 105). Am 17. April 2014 konnte die
Versicherte das Spital wieder verlassen (Suva-act. 4).
A.a.
Drei Monate postoperativ, am 7. Juli 2014, berichteten die verantwortlichen Ärzte
des KSSG über einen weiter positiven Verlauf. Geblieben sei indes die Hypästhesie im
Bereich des Daumens. Die Arbeitsfähigkeit sei nicht mehr eingeschränkt (Suva-act. 34).
Diese Einschätzung bestätigte die Hausärztin Dr. med. E._, Allgemeine Medizin FMH,
A.b.
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mit ärztlichem Zwischenbericht vom 16. Juli 2014. Der Versicherten gehe es subjektiv
deutlich besser. Sie klage noch über Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich
links. Objektiv bestünden reizlose Narbenverhältnisse cervical ventral rechts. Die Kraft
der oberen Extremität sei symmetrisch und die Motorik der linken Hand unauffällig.
Auch zeige sich eine unveränderte Lage des Osteosynthesematerials bei regelrechtem
Alignement der Halswirbelsäule. Die Behandlung bei ihr sei abgeschlossen und seit 11.
Juli 2014 bestehe wieder eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit (Suva-act. 36).
Nach Erhalt des Polizeirapports vom 3. September 2014 (Suva-act. 44) teilte die
Suva der Versicherten mit Schreiben vom 8. September 2014 mit, dass sie für die
Folgen des Nichtberufsunfalls vom 13. April 2014 die Versicherungsleistungen erhalte
(Suva-act. 45).
A.c.
Bei anhaltenden Beschwerden im Bereich des linken Schulter- und Nackengürtels
sowie gleichbleibendem Taubheitsgefühl an der Fingerkuppe des Daumens links wurde
am 11. Juni 2015 ein MRI der HWS durchgeführt (Suva-act. 56-4). Dieses ergab eine
gute Implantatlage sowie keinen Anhalt für cervicale Spinalkanal- oder
Foramenstenosen. Aus wirbelsäulenchirurgischer Sicht konnte kein pathologisches
Korrelat zur Erklärung der Schmerzen gefunden werden. Der Versicherten wurde
weiterhin Physiotherapie zur Lockerung des Schulter- und Nackengürtels empfohlen
(Suva-act. 56-2 f.).
A.d.
Mit ärztlichem Zwischenbericht vom 11. Februar 2016 führte Dr. E._ aus, dass
subjektiv schmerzhafte Verspannungen im Schulter- und Nackenbereich links sowie
eine taube Fingerkuppe Daumen links bestünden. Objektiv bestehe eine Hypästhesie
an der Fingerbeere des linken Daumens und eine deutliche Druckdolenz über den
Muskeln im Schulter- und Nackenbereich links mehr als rechts (Suva-act. 67).
A.e.
Am 11. Juli 2017 teilte die Versicherte der Suva mit, dass sie Ende September
2016 in ein Burnout gefallen sei. Diesbezüglich sei sie von Januar bis März 2017 in
stationärer Behandlung gewesen. Sie habe weiterhin Nackenschmerzen, die vom
Hinterkopf bis in die Schulter links ausstrahlen würden. Bisher habe sie schon viel
ausprobiert, auch Osteopathie, leider ohne langfristigen Erfolg. Per 30. Juni 2017 habe
sie zudem ihre Arbeit verloren (Suva-act. 83).
A.f.
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Mit Bildgebung vom 17. August 2017 zeigten sich stationäre Stellungsverhältnisse
der ventralen Spondylodese HWK5/6, ein intaktes Spondylodesematerial ohne Hinweis
auf eine Lockerung, ein regelrechtes Wirbelkörperalignement sowie im Übrigen ein
altersentsprechender osteoartikulärer Befund (Suva-act. 97).
A.g.
Am 24. Januar 2018 wurde die Versicherte durch Prof. Dr. med. F._, Facharzt
FMH Neurologie, untersucht. Dabei wurde im Bereich der oberen Extremitäten ein
altersentsprechender Befund erhoben. Insgesamt ergaben sich keine Hinweise auf
neurologische Unfallfolgen (Suva-act. 96).
A.h.
Am 18. Mai 2018 verneinte Kreisarzt Dr. med. G._, Facharzt orthopädische
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, gestützt auf die Akten
strukturell objektivierbare Folgen aus dem Unfall vom 13. April 2014. Wahrscheinlich
handle es sich bei den weiterhin bestehenden Beschwerden um muskuläre Schmerzen.
Das nach der Operation angefertigte MRI biete keinen Anhalt für eine
Nervenwurzelreizung. Von einer weiteren Behandlung sei keine namhafte Besserung
mehr zu erwarten (Suva-act. 106).
A.i.
Mit Verfügung vom 28. Mai 2018 stellte die Suva die Versicherungsleistungen per
Ende Mai 2018 ein (Suva-act. 107). Mit Einsprache vom 15. Juni 2018 machte der
Rechtsvertreter der Versicherten, Rechtsanwalt A. Fiechter, Widnau, auch unfallkausale
psychische Beschwerden geltend und reichte diesbezüglich den Austrittsbericht der
Klinik H._ vom 28. April 2017 ein. Darin war eine mittelgradige bis schwergradige
depressive Episode mit Entwicklung eines Erschöpfungssyndroms nach
multifaktorieller psychosozialer Überlastung auf dem Boden einer posttraumatischen
Belastungsstörung nach Gewalteinwirkung diagnostiziert worden (Suva-act. 108-6 ff.)
Im Weiteren beantragte Rechtsanwalt Fiechter den Beizug der IV-Akten (Suva-act.
108). In der Folge zog die Suva mit Schreiben vom 27. Juli 2018 die Verfügung vom 28.
Mai 2018 zurück (Suva-act. 115-1) und holte die IV-Akten ein (Suva-act. 116 ff.).
A.j.
Am 24. September 2018 untersuchte Kreisarzt Dr. med. I._, Facharzt
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, die Versicherte. Er kam zum Schluss,
dass bezüglich des somatischen Gesundheitszustands ein medizinischer Endzustand
vorliege. Objektiv bestehe ein sehr günstiger Zustand nach der erlittenen Verletzung,
A.k.
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B.
Gegen die Verfügung erhob der Rechtsvertreter der Versicherten mit Eingabe vom 23.
November 2018 Einsprache. Er beantragte die Zusprache einer Rente von mindestens
80% sowie eine Erhöhung des Integritätsschadens auf 32.5%. Eventualiter sei ein
neutrales polydisziplinäres Gutachten, insbesondere inklusive orthopädischem und
psychologischem Teilgutachten, einzuholen (Suva-act. 143). Mit Entscheid vom 17. Mai
2019 wies die Suva die Einsprache ab (Suva-act. 146).
C.
C.a. Gegen den Einspracheentscheid liess die Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführerin), weiterhin vertreten durch Rechtsanwalt Fiechter, am 17. Juni
2019 Beschwerde erheben. Der Einspracheentscheid vom 17. Mai 2019 sei aufzuheben
und es sei gegenüber der Beschwerdeführerin nach Anordnung eines neutralen
polydisziplinären Gutachtens, inklusive eines orthopädischen und psychologischen
Teilgutachtens, eine der unfallbedingten Gesundheitseinschränkung entsprechende,
wobei die Angaben der Versicherten bezüglich Restbeschwerden durchaus
glaubwürdig erschienen. Deshalb werde auch nach Fallabschluss eine Konsultation
beim Hausarzt drei- bis viermal im Jahr weiterhin zu übernehmen sein. Dasselbe gelte
für ein bis zwei Serien Physiotherapie pro Jahr sowie die Medikation (soweit
administrativ möglich). Zu übernehmen wäre auch eine drei- bis viermonatige
Behandlung in einem Schmerzzentrum, wie es früher angedacht worden sei. Aufgrund
der somatischen Unfallfolgen könne eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
ausgeschlossen werden (Suva-act. 136). Den Integritätsschaden schätzte Dr. I._ auf
12% (Suva-act. 135).
Mit Verfügung vom 22. Oktober 2018 lehnte die Suva bei aus somatischer Sicht
uneingeschränkter Arbeitsfähigkeit einen Rentenanspruch ab und sprach der
Versicherten bei einer Integritätseinbusse von 12% eine Integritätsentschädigung von
Fr. 15'120.-- zu. Die seit September 2016 bestehenden psychogenen Störungen
wertete die Suva als nicht adäquat kausal zum erlittenen Unfall. Des Weiteren wurde
ein Anspruch auf Taggeldleistungen über den 9. Juli 2014 hinaus verneint (Suva-act.
139).
A.l.
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mindestens aber 50%-ige UVG-Invalidenrente zuzusprechen. Es sei die
Integritätsentschädigung der Beschwerdeführerin auf mindestens 32.5% zu erhöhen.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Vorinstanz (act. G 1).
C.b. In der Beschwerdeantwort vom 7. November 2019 beantragte die Suva (nach
folgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde. Im Weiteren sei der
Einspracheentscheid aufzuheben, soweit dort eine Integritätsentschädigung für einen
Integritätsschaden von mehr als 5% zugesprochen werde. Im Übrigen sei der
Einspracheentscheid zu bestätigen. Eventuell sei der Einspracheentscheid als Ganzes
zu bestätigen (act. G 8).
C.c. Mit Replik vom 20. Januar 2020 hielt die Beschwerdeführerin unverändert an ihren
Anträgen fest (act. G 12).
C.d. Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine umfassende Duplik und reichte am
5. Februar 2020 eine kurze Stellungnahme ein. An ihren Anträgen hielt sie unverändert
fest (act. G 14).
C.e. Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie die Ausführungen in
den medizinischen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.

Erwägungen
1.
Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung
(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss den Übergangsbestimmungen werden
Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor Inkrafttreten der Änderung ereignet
haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach
bisherigem Recht gewährt. Vorliegend stehen Folgen des Ereignisses vom 13. April
2014 zur Diskussion. Es finden daher die bis 31. Dezember 2016 gültigen
Bestimmungen Anwendung.
2.
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Zu prüfen ist im Folgenden, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht einen
Rentenanspruch verneint hat. Im Weiteren steht die Höhe der Integritätsentschädigung
zur Beurteilung.
3.
3.1. Ist die versicherte Person infolge des Unfalls mindestens zu 10 Prozent invalid, so
hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte
Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen,
geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene
Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). Die vorübergehenden Leistungen
(Heilbehandlung, Taggeld) sind einzustellen und der Anspruch auf eine Invalidenrente
zu prüfen, wenn allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV)
abgeschlossen sind und von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine
namhafte Besserung des Gesundheitszustands der versicherten Person mehr erwartet
werden kann (Art. 19 Abs. 1 UVG). Die Integritätsentschädigung wird mit der
Invalidenrente festgesetzt oder, falls kein Rentenanspruch besteht, bei der Beendigung
der ärztlichen Behandlung gewährt (Art. 24 Abs. 2 UVG).
3.2. Nach Art. 6 Abs. 1 UVG werden Leistungen der Unfallversicherung bei
Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz
nichts anderes bestimmt. Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der
Unfallversicherung bildet die Unfallkausalität. Eine Leistungspflicht des
Unfallversicherers besteht demnach nur für Gesundheitsschäden, die natürlich und
adäquat kausal mit einem versicherten Unfallereignis zusammenhängen (André Nabold,
N 48 ff. zu Art. 6, in: Marc Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], Bundesgesetz über die
Unfallversicherung, Kommentar zum schweizerischen Sozialversicherungsrecht, 2018
[nachfolgend zitiert: KOSS UVG]; Irene Hofer, N 63 ff. zu Art. 6, in: Ghislaine Frésard-
Fellay/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli [Hrsg.], Unfallversicherungsgesetz, Basler
Kommentar, 2019 [nachfolgend zitiert: BSK UVG]; Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre
Holzer, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich Stauffer
(Hrsg.), Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl.
2012, S. 53 ff.). Während es Aufgabe der Ärztin oder des Arztes ist, den natürlichen
Kausalzusammenhang zu beurteilen, obliegt es dem Gericht, die Frage nach dem
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adäquaten Kausalzusammenhang zu beantworten (KOSS UVG-Nabold, N 53 zu Art. 6;
BSK UVG-Hofer, N 66 zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55, 88). Im Bereich klar
ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinn von nachweisbaren strukturellen
Veränderungen spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der aus dem natürlichen
Kausalzusammenhang sich ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine
Rolle (vgl. BGE 117 V 364 f. E. 5d/bb unten mit Hinweisen auf Lehre und
Rechtsprechung; BGE 118 V 291 f. E. 3a). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch
nicht (hinreichend) fassbar, bewirkt die Bejahung der natürlichen Kausalität nicht
automatisch auch die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs. In diesen
Fällen ist eine eigenständige Adäquanzbeurteilung nach der Rechtsprechung gemäss
BGE 115 V 140 E. 6c/aa (sogenannte Psycho-Praxis) vorzunehmen.
3.3. Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Danach haben die
urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln
sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig
davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
gestatten. Bezüglich Beweiswert eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für
die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
der medizinischen Fachperson begründet und nachvollziehbar sind (BGE 125 V 352 E.
3a mit Hinweisen). Nach der Rechtsprechung ist es dem Sozialversicherungsgericht
nicht verwehrt, einzig oder im Wesentlichen gestützt auf die versicherungsinterne
Beurteilung zu entscheiden. In solchen Fällen sind an die Beweiswürdigung jedoch
strenge Anforderungen in dem Sinn zu stellen, dass bei auch nur geringen Zweifeln an
der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen ergänzende
Abklärungen vorzunehmen sind (BGE 135 V 469 f. E. 4.4 mit Hinweis; bestätigt in Urteil
des Bundesgerichts vom 23. November 2012, 8C_592/2012, E. 5.3). Erachtet das
Sozialversicherungsgericht die rechtserheblichen tatsächlichen Entscheid Grundlagen
bei pflichtgemässer Beweiswürdigung als schlüssig, darf es den Prozess ohne
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Weiterungen abschliessen (vgl. BGE 135 V 469 E. 4.3.2, mit Hinweisen). Diesfalls
besteht kein Anspruch auf Beizug versicherungsexterner medizinischer Gutachten
(BGE 122 V 157).
4.
4.1. In somatischer Hinsicht erlitt die Beschwerdeführerin beim Ereignis vom 13. April
2014 eine linksseitige Luxationsfraktur C5/6 mit Laminafraktur und Fraktur des Pedikels
C5. Diese Verletzungen wurden am Unfalltag operativ versorgt (Suva-act. 2, 4). Drei
Monate postoperativ klagte die Beschwerdeführerin noch über Verspannungen im
Nacken- und Schulterbereich links sowie eine Hypästhesie im Bereich des Daumens
links. Es zeigte sich eine unveränderte Lage des Osteosynthesematerials bei
regelrechtem Alignement der Halswirbelsäule. Die Narbenverhältnisse waren reizlos,
die Kraft der oberen Extremität symmetrisch und die Motorik der linken Hand
unauffällig. Aufgrund dieser günstigen Befunde bescheinigten die Ärzte des KSSG und
Dr. E._ in somatischer Hinsicht per 11. Juli 2014 nachvollziehbar wieder eine 100%-
ige Arbeitsfähigkeit (Suva-act. 34, 36). In der Folge hielten die Beschwerden im Bereich
des linken Schulter- und Nackengürtels sowie das Taubheitsgefühl an der linken
Daumenkuppe zwar an (vgl. Suva-act. 56); ein am 11. Juni 2015 durchgeführtes MRI
der Halswirbelsäule zeigte indes eine gute Implantatlage und keinen Anhalt für
cervicale Spinalkanal- oder Foramenstenosen und kein pathologisches Korrelat zur
Erklärung der weiterhin bestehenden Beschwerden. Zur Lockerung des Schulter- und
Nackengürtels wurde weiterhin Physiotherapie empfohlen (Suva-act. 56). Die
Beschwerden hielten im weiteren Verlauf unverändert an (Suva-act. 67). Hinweise auf
neurologische Unfallfolgen (Radikulopathie) liessen sich gemäss Untersuchungsbericht
von Prof. F._ vom 26. Januar 2018 nicht finden (Suva-act. 96) und auch die zuvor
erstellte Bildgebung der Halswirbelsäule vom 17. August 2017 hatte keine neuen
Erkenntnisse ergeben (Suva-act. 97).
4.2. Gestützt auf die vorstehende Schilderung des somatischen Gesundheitsverlaufs
leuchtet es ein, dass Dr. I._ nach der umfassenden kreisärztlichen Untersuchung vom
24. September 2018 mit ebenfalls günstigen Befunden zum Schluss gelangte, dass in
somatischer Hinsicht der medizinische Endzustand erreicht sei (Suva-act. 136). Die
Operation vom 13. April 2014 war erfolgreich verlaufen und die mehrmalige Kontrolle
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des Operationsergebnisses mit Röntgenuntersuchungen und MRI der Halswirbelsäule
hatte keine Auffälligkeiten gezeigt, sodass sich die anhaltenden Beschwerden nicht
vollumfänglich objektivieren liessen (Suva-act. 56). Der Beschwerdeführerin wurde zur
Linderung der (muskulären) Schmerzen lediglich noch Physiotherapie empfohlen.
Therapieoptionen, welche auf eine namhafte Besserung im Sinne des Gesetzes und
der Rechtsprechung (vgl. dazu nebst vielen Urteil des Bundesgerichts vom 22.
September 2016, 8C_306/2016, E. 5.3) abzielten, standen bereits drei Monate
postoperativ nicht mehr im Raum. Es bestehen bezüglich medizinischem Endzustand
damit keine auch nur geringen Zweifel an der kreisärztlichen Beurteilung, weshalb die
Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 22. Oktober 2018 den Fall abschliessen und
den Rentenanspruch beurteilen konnte (vgl. Art. 19 Abs. 1 UVG).
5.
In somatischer Hinsicht wurde der Beschwerdeführerin von den behandelnden Ärzten
bereits per 11. Juli 2014 eine volle Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit in der
Verwaltung bei der B._ bescheinigt (Suva-act. 34, 36). In der Folge veränderte sich
der somatische Gesundheitszustand nicht derart, dass von dieser Einschätzung im
Verlauf abgewichen werden müsste. Entsprechend attestierte auch Dr. I._ trotz noch
bestehender, glaubhaft geltend gemachter linksseitiger muskulärer Restbeschwerden
im Nacken (occipital bis Schultergürtel) nachvollziehbar und schlüssig eine
uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit. Die
Beschwerdeführerin macht in der Beschwerde zwar geltend, sie könne wegen der
Schmerzen nicht mehr als Disponentin im Zollwesen bei der B._ arbeiten (act. G 1 S.
3); sie substantiiert diese Einschätzung indes nicht bzw. kann dies nicht mit
entsprechenden Beurteilungen von Fachpersonen belegen. Damit kann ohne weiteres
auf die Einschätzungen der behandelnden Ärzte und von Dr. I._ abgestellt werden
und es ist seit 11. Juli 2014 medizinisch-theoretisch überwiegend wahrscheinlich von
keiner unfallkausalen, somatisch bedingten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der
angestammten Tätigkeit mehr auszugehen. Dies gilt auch für die geltend gemachte
geplante Tätigkeit als Zolldeklarantin (act. G 1 S. 7, act. G 12 S. 3, 12.1.1). Somit
erleidet die Beschwerdeführerin aus unfallkausaler somatischer Sicht keinen
Erwerbsausfall und es resultiert daraus kein rentenbegründender Invaliditätsgrad.
6.
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6.1. Zu prüfen bleibt, ob die psychische Problematik, welche seit September 2016 zu
Arbeitsunfähigkeiten und zu ambulanten, stationären und teilstationären Behandlungen
führten (vgl. dazu im Sachverhalt lit. A.f und A.j; vgl. ferner Suva-act. 108-6 ff., 122-1 ff.,
122-16 ff., 122-23 ff., 123-3), sowie allfällige organisch nicht hinreichend
objektivierbare Beschwerden (vgl. dazu vorstehende E. 4.1 und Suva-act. 56) mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall zurückzuführen sind. Diesbezüglich
bedarf es, wie in E. 3.2 ausgeführt, einer eigenständigen Adäquanzbeurteilung nach der
sogenannten Psycho-Praxis.
6.2. Ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, wenn dem Unfall eine massgebende
Bedeutung für die Entstehung der Beschwerden zukommt. In objektivierter
Betrachtungsweise werden die Unfälle nach ihrer erfahrungsgemässen Eignung,
psychische Beschwerden zu bewirken, eingeteilt in banale und leichte Unfälle
einerseits, schwere Unfälle andererseits und in einen dazwischenliegenden Bereich der
mittelschweren Unfälle. Bei banalen Unfällen kann der adäquate Kausalzusammenhang
zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsstörungen in der Regel ohne
weiteres verneint werden, weil auf Grund der allgemeinen Lebenserfahrung davon
ausgegangen werden kann, dass ein solcher Unfall nicht geeignet ist, einen
invalidisierenden psychischen Gesundheitsschaden zu verursachen. Bei schweren
Unfällen dagegen ist der adäquate Kausalzusammenhang in der Regel zu bejahen,
denn nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen
Lebenserfahrung sind solche Unfälle geeignet, invalidisierende psychische
Gesundheitsschäden zu bewirken. Dabei gelten als schwer nur solche Unfälle, bei
denen sämtliche Umstände, insbesondere die Dramatik des Unfallereignisses und die
Dauer desselben wie auch die somatischen Unfallfolgen eine für die versicherte Person
aussergewöhnliche Eindrücklichkeit aufweisen (BGE 115 V 139 ff. E. 6a f.).
6.3. Bei Unfällen im mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen dem Unfall und
der psychisch bedingten Erwerbsunfähigkeit ein adäquater Kausalzusammenhang
besteht, nicht aufgrund des Unfalls allein schlüssig beantworten. Vielmehr sind weitere,
objektiv fassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang
stehen oder als direkte bzw. indirekte Folge davon erscheinen, in eine
Gesamtwürdigung einzubeziehen. Die wichtigsten Kriterien sind dabei besonders
dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; die
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Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzung, insbesondere ihre
erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen; ungewöhnlich
lange Dauer der ärztlichen Behandlung; körperliche Dauerschmerzen; ärztliche
Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; schwieriger
Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen sowie Grad und Dauer der physisch
bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 115 V 138 ff. E. 6). Um die adäquate Kausalität
bejahen zu können, müssen nicht alle Umstände gegeben sein. Vielmehr genügt ein
Kriterium, wenn es sich um einen schweren Unfall im mittleren Bereich handelt. Falls
keinem Kriterium besonderes Gewicht zukommt, müssen mehrere unfallbezogene
Kriterien bejaht werden können. Dabei gilt, dass je leichter der Unfall ist, desto mehr
Kriterien erfüllt sein müssen. Diese Würdigung führt zur Bejahung oder Verneinung des
adäquaten Kausalzusammenhangs, ohne dass nach weiteren Ursachen geforscht
werden muss, die eine psychisch bedingte Erwerbsunfähigkeit begünstigt haben
könnten (SVR 1999 UV Nr. 10 S. 32). Mit Urteil vom 29. Januar 2010 (8C_897/2009 E.
4.5) hat das Bundesgericht die Rechtsprechung zur Anzahl der zu erfüllenden
Adäquanzkriterien bei mittelschweren Unfällen insofern präzisiert, als bei
mittelschweren Unfällen im engeren Sinn drei Adäquanzkriterien genügen, auch wenn
sie nicht in besonders ausgeprägter oder auffallender Weise vorliegen. Bei Unfällen im
mittleren Bereich an der Grenze zu den leichten Unfällen sind hingegen vier
Adäquanzkriterien zu erfüllen (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 7. Dezember
2009, 8C_487/2009, E. 5 mit Hinweis).
6.4. Gemäss unbestrittenem Unfall- bzw. Tathergang versetzte ein Angreifer der
Beschwerdeführerin vor der C._-Bar in D._ zwei Faustschläge ins Gesicht. Nach
dem ersten Schlag fiel sie zu Boden, konnte aber sogleich wieder aufstehen. Beim
zweiten Schlag fiel die Versicherte rückwärts mit dem Hinterkopf gegen einen Zaun
(Suva-act. 143-13). Mit der Beschwerdegegnerin ist bei diesem Unfallgeschehen in
Anlehnung an die Rechtsprechung (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts vom 31.
August 2010, 8C_1062/2009, E. 4.2.1) von einem mittelschweren Ereignis im engeren
Sinn auszugehen. Folglich müssen für die Bejahung des adäquaten
Kausalzusammenhangs mindestens drei der relevanten Kriterien oder ein einzelnes
Kriterium in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sein. Bei der Prüfung dieser Kriterien
sind psychische Aspekte bzw. organisch nicht ausreichend ausgewiesene
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Beschwerden ausser Acht zu lassen (BGE 115 V 140 E. 6c/aa; Urteil des
Bundesgerichts vom 28. April 2010, 8C_903/2009, E. 4.6).
6.5. Bei der Beurteilung des Kriteriums der dramatischen Begleitumstände oder der
besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls sind objektive Massstäbe anzuwenden. Nicht
was in der einzelnen betroffenen Person beim Unfall psychisch vorgeht, soll
entscheidend sein, sondern die objektive Eignung solcher Begleitumstände, bei ihr
psychische Vorgänge auszulösen (RKUV 1999 Nr. U 335 S. 209 E. 3b/cc). Zu beachten
ist auch, dass jedem mindestens mittelschweren Unfall – wie auch vorliegend – eine
gewisse Eindrücklichkeit eigen ist, die noch nicht für die Bejahung dieses
Adäquanzkriteriums ausreichen kann (vgl. SVR 2009 UV Nr. 41 S. 142). Von einer
besonderen Eindrücklichkeit oder Dramatik im Sinn der Rechtsprechung kann im
vorliegenden Fall nicht gesprochen werden. Weder dauerte der tätliche Übergriff lange,
noch kam er vollends unerwartet (Suva-act. 44-6 f.). Dieses Kriterium ist damit zu
verneinen. Die Beschwerdeführerin erlitt beim tätlichen Übergriff durch den Aufprall an
einem Zaun eine linksseitige Luxationsfraktur C5/6 mit Laminafraktur und eine Fraktur
des Pedikels C5 rechts. Ob damit das Kriterium der Schwere oder besonderen Art der
erlittenen Verletzung, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische
Fehlentwicklungen auszulösen, in einfacher Form erfüllt ist, kann offenbleiben,
nachdem es als einziges Kriterium erfüllt wäre, jedoch ohnehin nicht in ausgeprägter
Weise. Denn eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich
verschlimmert hätte, ist nicht ersichtlich und bei der Prüfung der übrigen Kriterien –
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung, körperliche Dauerschmerzen,
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen sowie Grad und Dauer der
Arbeitsunfähigkeit – ist von Relevanz, dass diese mit Blick auf die organisch
ausgewiesenen Unfallfolgen bzw. mangels relevanter Beeinträchtigung bereits rund
drei Monate postoperativ aufgrund der zeitlichen Komponente nicht erfüllt sind.
6.6. Da somit höchstens eines der zu berücksichtigenden Kriterien erfüllt ist, dieses
jedoch in nicht besonders ausgeprägter Weise, ist der adäquate Kausalzusammenhang
zwischen dem Unfall vom 13. April 2014 und den geklagten nicht hinreichend
objektivierbaren und den psychischen Beschwerden zu verneinen. Damit erübrigt sich
eine Auseinandersetzung mit dem natürlichen Kausalzusammenhang zwischen diesen
Beschwerden und dem in Frage stehenden Unfallereignis (BGE 135 V 472 E. 5.1). Die
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Beschwerdegegnerin hat diesbezügliche Leistungsansprüche somit zu Recht verneint
bzw. diese Beschwerden bei der Rentenprüfung nicht berücksichtigt. Damit bleibt es
dabei, dass kein unfallkausaler rentenbegründender Invaliditätsgrad vorliegt (vgl. dazu
vorstehende E. 5). Die Beschwerde ist in diesem Punkt abzuweisen.
7.
7.1. Zu prüfen bleibt der Anspruch auf eine Integritätsentschädigung. Die
Beschwerdegegnerin hat in der Verfügung vom 22. Oktober 2018 (Suva-act. 139),
bestätigt im Einspracheentscheid vom 17. Mai 2019 (Suva-act. 146), eine solche auf
Basis einer Integritätseinbusse von 12% für den somatischen Gesundheitsschaden
festgelegt. Dabei stützte sie sich auf die Beurteilung des Kreisarztes Dr. I._ vom 24.
September 2018 (Suva-act. 135).
7.2. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin beantragt eine
Integritätsentschädigung in Höhe von mindestens 32.5%. Dabei entfielen mindestens
17.5% auf den somatischen Gesundheitsschaden und mindestens 15% auf die
psychischen Unfallfolgen (act. G 1 S. 2 und 6 f.). Die Beschwerdegegnerin beantragt in
der Beschwerdeantwort eine reformatio in peius. Der Integritätsschaden der physisch
objektivierbaren Unfallfolgen betrage nur 5% (act. G 2 S. 2 und 7).
7.3. Nach Art. 36 Abs. 2 UVV wird die Integritätsentschädigung gemäss den Richtlinien
des Anhangs 3 zur UVV bemessen. Dieser Anhang enthält eine als gesetzmässig und
nicht abschliessend anerkannte Skala. Die medizinische Abteilung der Suva hat in
Weiterentwicklung der bundesrätlichen Skala zusätzliche Bemessungsgrundlagen in
tabellarischer Form (sogenannte Feinraster) erarbeitet. Diese Tabellen enthalten
Richtwerte, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewährleistet werden
soll; sie sind mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 32 E. 1c mit Hinweis).
Die Schätzung der Integritätseinbusse einer versicherten Person ist ein
Ermessensentscheid. Bei dessen Überprüfung geht es um die Frage, ob der Entscheid,
den die Behörde nach dem ihr zustehenden Ermessen im Einklang mit den allgemeinen
Rechtsprinzipien in einem konkreten Fall getroffen hat, nicht zweckmässigerweise
anders hätte ausfallen sollen. Das Sozialversicherungsgericht darf sein Ermessen nicht
ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss sich auf
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Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als
naheliegender erscheinen lassen (vgl. BGE 126 V 81 E. 6 mit Hinweis).
7.4. Vorab ist festzuhalten, dass die psychische Problematik (inkl. der organisch nicht
hinreichend objektivierbaren Beschwerden) mangels Kausalität (vgl. vorstehende E. 6)
zu keinem Anspruch auf eine Integritätsentschädigung führt. In somatischer Hinsicht
stützt sich Dr. I._ bei seiner Einschätzung von 12% unter anderem auf die Suva-
Tabelle 7 (Integritätsschaden bei Wirbelsäulenaffektionen). Gemäss dessen Punkt 1
(Frakturen LWS/BWS/HWS inkl. Spondylodese) addiert mit Punkt 4 (Status nach
Spondylodese) erachtet er einen Integritätsschaden von 10% (zweimal 5%) als
angemessen. Im Weiteren hält er 2% für die Sensibilitätsstörung an der linken
Daumenbeere mit geringer Funktionsbehinderung bezüglich Feinarbeit für angezeigt
(Suva-act. 135). Diesbezüglich nennt er keine Tabelle. Die linksseitigen muskulären
Restbeschwerden im Nacken sind gemäss Dr. I._ glaubwürdig (Suva-act. 136-6) und
als unfallkausal zu qualifizieren. Sie führen zwar nicht zu einer Arbeitsunfähigkeit,
bestehen indes über den Fallabschluss hinaus. Es leuchtet auch ein, dass nach der
erfolgten Operation gewisse Beeinträchtigungen zurückbleiben. Entsprechend ist
schlüssig und nachvollziehbar, dass Dr. I._ gestützt auf die Suva-Tabelle 7 bei
mässigen (+) bis geringen (++) Schmerzen den Integritätsschaden auf 5% plus
zusätzlich 5% bei Status nach Spondylodese geschätzt hat (https://www.suva.ch/de-
CH/material/Dokumentationen/tabelle-07-integritaetsschaden-bei-
wirbelsaeulenaffektionen; eingesehen am 17. Dezember 2020). Auch die von Dr. I._
zusätzlich veranschlagten 2% aufgrund der unfallkausalen Sensibilitätsstörung an der
linken Daumenbeere mit geringer Funktionsbehinderung bezüglich Feinarbeit sind in
analoger Anwendung von Suva-Tabelle 3 (Integritätsschaden bei einfachen oder
kombinierten Finger-, Hand- und Armverlusten) nicht zu beanstanden, nachdem sich
für den Verlust eines Gliedes des Daumens ein Integritätsschaden von 5% rechtfertigt
(https://www.suva.ch/de-CH/material/Dokumentationen/tabelle-03-
integritaetsschaden-bei-einfachen-oder-kombinierten-finger-hand-und-armverlusten;
eingesehen am 17. Dezember 2020). Gestützt auf das Gesagte rechtfertigt sich weder
eine reformatio in peius noch eine Erhöhung der Integritätsentschädigung. Die
Beschwerde ist auch in diesem Punkt abzuweisen.
8.
https://www.suva.ch/de-CH/material/Dokumentationen/tabelle-07-integritaetsschaden-bei-wirbelsaeulenaffektionen https://www.suva.ch/de-CH/material/Dokumentationen/tabelle-07-integritaetsschaden-bei-wirbelsaeulenaffektionen https://www.suva.ch/de-CH/material/Dokumentationen/tabelle-07-integritaetsschaden-bei-wirbelsaeulenaffektionen https://www.suva.ch/de-CH/material/Dokumentationen/tabelle-03-integritaetsschaden-bei-einfachen-oder-kombinierten-finger-hand-und-armverlusten https://www.suva.ch/de-CH/material/Dokumentationen/tabelle-03-integritaetsschaden-bei-einfachen-oder-kombinierten-finger-hand-und-armverlusten
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Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist der Einspracheentscheid vom 17. Mai 2019
nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen. Gerichts
kosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Ausgangsgemäss hat die
Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.