Decision ID: 7ebbe529-c47e-4d4c-aee9-a3f853c5c46f
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1957, war seit September 1984 als
Betriebsmitarbeite
rin
in
einem Personalrestaurant tätig
. Infolge krankheitsbedingter Abwesenheit
kün
digte die Arbeitgeberin diese Anstellung auf den 31. März 2005
(Urk. 12/1/2
3).
Am 23. März 2005 meldete sich die Versicherte bei der
Sozialversicherungsan
stalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen der Invaliden
versicherung an (Urk. 12/4). Nach medizinischen und erwerblichen Abklärungen verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 29. November 2005 (Urk. 12/19) einen Rentenanspruch, wobei sie ihrem Entscheid eine vollständige Arbeitsfä
higkeit der Beschwerdeführerin in angepasster Tätigkeit zugrunde legte. Auf die dagegen erhobene Einsprache wurde nicht eingetreten (
Einspracheentscheid
vom 26. Januar 2006, Urk. 12/28).
Am 30. Januar 2006 meldete sich die Versicherte erneut zum Leistungsbezug an und ersuchte um Ausrichtung einer halben Rente (Urk. 12/30). Nach medizini
schen und erwerblichen Abklärungen wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren von
X._
abermals ab
. Die IV-Stelle erwog
, dass sich keine erhebliche Veränderung des medizinischen Sachverhaltes ergeben habe (Verfügung vom 15.
September 2006, Urk. 12/40). Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
In der Folge meldete sich die Versicherte bei der Arbeitslosenversicherung an und bezog
bei einer Vermittlungsfähigkeit von 90
%
von Mitte Oktober 2006 bis Mitte Oktober 2007 Taggelder (Urk. 12/45/1), wobei ihr von ihrem Hausarzt Dr. med.
Y._
, Allgemeine Medizin FMH, ab Mitte Oktober 2006 eine vollständige Arbeitsfähigkeit attestiert worden war (Urk. 12/45/4).
1.2
Am 9. Mai 2008 meldete sich die Versicherte mit dem Hinweis, sie leide an ei
ner Behinderung in der Bewegung, Verstopfung der Arterien sowie an Zucker
krankheit, erneut bei der IV-Stelle zum Bezug von Leistungen an (Urk. 12/41). Im Rahmen der medizinischen und erwerblichen Abklärungen
liess
die IV-Stelle
die Versicherte durch Dr. med.
Z._
, FMH Rheumatologie und Innere Medizin,
A._
, begut
achten (Expertise vom 22. Mai 2009, Urk. 12/63) und erstellte am 27. Oktober 2009 einen
Abklärungsbericht hinsichtlich der Beeinträchtigung der Arbeitsfä
higkeit in Beruf und Haushalt
(Urk. 12/65). Nach durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(Urk. 12/67-72) sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Verfügung vom 22. März 2010 eine
Viertelsrente
der Invalidenversicherung mit Wirkung ab 1. Oktober 2008 (Urk. 12/
78
) zu.
1.3
Die von der Versicherten dagegen erhobene Beschwerde (Urk. 12/82/3-5) hiess das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich mit Urteil vom 14. Juni 2010 (Urk. 12/85) in dem Sinne gut, dass es die angefochtene Verfügung aufhob und die IV-Stelle zu ergänzenden medizini
schen Abklärungen verpflichtete.
1.4
I
n der Folge
liess
die IV-Stelle
die Versicherte
a
m 11. April bzw. 5. Mai 2011 durch die MEDAS
B._
polydisziplinär begutachten (Expertise vom 22. Juni 2011, Urk. 12/112).
Gestützt auf die
se
weiteren
Abklärungen stellte sie der Versicherten m
it Vorbescheid vom 7. Oktober 2011 erneut
die Ausrichtung
eine
r
Viertelsrente
mit Wirkung ab 1. Oktober 2008 in Aussicht (Urk. 12/121). Dagegen erhob die Versicherte Einwände (Urk. 12/123, Urk. 12/126-127). Mit Schreiben vom 21. Dezember 2011 (Urk. 12/135) teilte die IV-Stelle der
zustän
digen
Ausgleichskasse mit, dass der Versicherten eine
Viertelsrente
mit Wirkung ab 1. Oktober 2008 zugesprochen werde und ersuchte um Berechnung der Geldleistung sowie um Zustellung der Ve
rfügung an die Versicherte.
Nachdem die IV-Stelle festgestellt hatte, dass über den Rentenanspruch der Versicherten im Anschluss an das Rückweisungsurteil des Sozialversicherungsgerichts
des Kantons Zürich
vom 14.
Juni 2010 versehentlich
nie neu verfügt worden war (Urk. 11/3), sprach sie der Versicherten mit Verfügung vom 27. März 2014 - wie
mit
Vorbescheid vom 7. Oktober 2011 angekündigt
- mit Wirkung ab 1. Oktober 2008 eine
Viertelsrente
zu (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 29. April 2014 Beschwerde (Urk. 1) und bean
tragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr eine
Dreiviertelsrente
zuzusprechen. In prozessualer Hinsicht ersuchte sie um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (Urk. 1 S. 1). Mit undatierter Ein
gabe (eingegangen am 12. Juni 2014, Urk. 10) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am 13. Juni 2014 mitgeteilt wurde (Urk. 13).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung davon aus, dass die Beschwerdeführerin ohne Gesundheitsschaden zu 90 % einer Erwerbstätig
keit nachgehen würde und zu 10 % im Haushalt tätig wäre. Sie kam zum Schluss, dass im Haushaltsbereich eine Einschränkung von 5,4 % bestehe, was einen Teilinvaliditätsgrad von 0,54 % ergebe. Im Erwerbsbereich ging sie gestützt auf die medizinischen Abklärungen davon aus, dass die Beschwerde
führerin seit Oktober 2007 nur noch zu 50 % in leidensangepasster Tätigkeit arbeitsfähig sei und errechnete eine
Erwerbseinbusse
von 51 % respektive einen Teilinvaliditätsgrad von 46,35 %. Aufgrund des daraus resultierenden
Gesamt
invaliditätsgrades
von gerundet 47 % (46,35 % + 0,54 %) sprach
sie
der Beschwer
deführerin ein
Viertelsrente
ab 1. Oktober 2008
(Ablauf der einjähri
gen Wartezeit)
zu (Urk. 2).
1.2
Demgegenüber liess die Beschwerdegegnerin
im Wesentlichen
vorbringen, das im Jahr 2011 erstellte MEDAS-Gutachten wiederspiegle nicht den aktuellen Gesundheitszustand, ausserdem seien die Einschätzungen der MEDAS-Gutachter nicht nachvollziehbar (Urk. 1).
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder tei
lweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
2.2
Fettleibigkeit begründet grundsätzlich keine leistungsbegründende Invalidität, wenn sie keine körperlichen, geistigen oder psychischen Schäden bewirkt und nicht die Auswirkung von solchen Schäden ist. Hingegen muss sie unter Berücksichtigung der besonderen Gegebenheiten des Einzelfalles als invalidi
sierend betrachtet werden, wenn sie weder durch geeignete Behandlung noch durch zumutbare Gewichtsabnahme auf ein Mass reduziert werden kann, bei
welchem das Übergewicht in Verbindung mit allfälligen Folgeschäden keine voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit beziehungsweise der Betätigung im bisherigen Aufgabenbe
reich zur Folge hat (ZAK 1984 S. 345 f. E. 3; Urteile des Bundesgerichts I
839/06 vom 17. August 2007 E. 4.2.3 und I 745/06 vom 21. März 2007 E. 3).
2.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.4
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
,
bis 31.11.2011
:
Abs.
4
)
, so ist im
Beschwerdever
fahren
zu prüfen, ob im Sinne von
Art.
17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
2.5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt
was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist
, in Kenntnis der und
gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE
134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer
Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
3.
3.1
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkom
mens
vergleichs
(bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht.
Mithin
ist zu prüfen
, in welchem Ausmasse sich der Gesundheitszustand respek
tive die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin seit der letzten in Rechtskraft erwachsenen Verfügung vom 15. September 2006 (Urk. 12/40) bis zum Erlass des hier angefochtenen Entscheides vom 27. März 2014 (Urk. 2)
verändert
hat
.
3.2
3.2.1
Am 20. Oktober 2004 wurde eine
Repositionsspondylodese
L5/S1 durchgeführt (Urk. 12/13/11)
, die anfänglich gute Resultate zeitigte und eine 100%ige Arbeitsfähigkeit erwarten liess (Bericht der
C._
vom 18. Januar 2005, Urk. 12/13/9).
Der Hausarzt der Beschwerdeführerin, Dr.
Y._
, berichtete zuhanden der Beschwerdegegnerin ausserdem über ein
e chronische rezidivierende
PHS der linken Schulter, sowie
über
eine
Stamm
v
a
rikosis
an beiden Unterschenkeln und ein metabolisches Syndrom
(Bericht vom 26. August 2005, Urk.
12/12/1).
In
seiner
Stellungnahme
vom 31. Oktober 2005
(
Urk. 12/18/2)
hielt
der Regionale Ärztliche Dienst
dafür
, die Beschwerde
führerin
sei
in angepasster Tät
igkeit vollständig arbeitsfähig
,
worauf
hin
die Beschwerdegegnerin dementsprechend verfügte (
Sachverhalt E. 1.1
)
.
3.2.2
Am 10. Januar 2006
berichtete Dr. med.
D._
, Facharzt FM
H für Orthopä
dische Chirurgie
(Urk.
12
/29), es liege eine unklare Ischialgie ohne Hin
weise auf eine Kompression neuraler Strukturen vor. Bis Ende März 2006 bestehe noch eine
vollständige Arbeitsunfähigkeit. Danach sei eine Arbeitsauf
nahme mit einem Pensum von 50 % in einer körperlich leichten Tätigkeit rea
listisch (Urk. 12/29/1). Einen Status nach
Repositionsspondylodese
L5/S1 bei
Spondylolyse
mit
Listhesis
L5/S1 mit persistierender
Lumboischialgie
beidseits, eine PHS der linken Schulter mit Schmerzen bei Abduktion und Rotation sowie eine
Stammvarikosis
an beiden Beinen diagnostizierend hielt demgegenüber Dr.
Y._
am 16./26. April 2006 (Urk. 12/33) jegliche Tätigkeit für nicht mehr zumutbar (Urk. 12/33/
4
).
Nachdem der
Regionale Ärztliche Dienst
in sei
ner Stellungnahme vom 7. Juni 2006 (Urk. 12/34/2) dafürgehalten hatte
, dass sich der medizinische Sachverhalt seit der rentenabweisenden Verfügung nicht erheblich verändert habe (Stell
ungnahme vom 7. Juni 2006, Urk.
12/34/2),
wies
die Beschwerdegegnerin das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 15. Sep
tember 2006 erneut ab
(Sachverhalt E. 1.1).
4.
4.1
Zu den von der Beschwerdegegnerin nach der erneuten Anmeldung vom 9. Mai 2008 eingeholten medizinischen Berichte zum physischen Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin sowie dem veranlassten rheumatologischen Gutachten von Dr.
Z._
erwog das hiesige Gericht mit Urteil vom 14. März 2010
(Urk. 12/85), diese Unterlagen
liessen
keine
abschliessende
Beurteilung der
gesund
heitsbedingten
Einschränkungen zu. Zwar erhelle sich, dass die Beschwer
deführerin an vielfältigen gesundheitlichen Problemen leide. Wie weit sie dadurch in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt sei, lasse sich den verfüg
baren Akten indes nicht mit der erforderlichen Klarheit entnehmen (Urk. 12/85 E. 4.1). Die Sache wurde deshalb an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit diese die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin weiter abkläre. Darauf kann verwiesen werden (Urk. 12/85 E.
3.3
-4.2).
4.2
Im Anschluss an den Rückweisungsentscheid (E. 4.1) reichte die Beschwer
deführe
rin einen Bericht von Dr. med.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
vom 1. August 2010 zu den Akten (Urk. 12/86), mit welchem Dr.
E._
eine
redizivierende
depressive Störung bei Persönlich
keit mit passiv-abhängigen Zügen (ICD-10 F33.8, F60.7) diagnos
tizierte und dafürhielt, die Beschwerdeführerin sei in ihrer Arbeitsfähigkeit be
reits aus psychiatrischer Sicht zu 50 % eingeschränkt.
4.3
4.3.1
Die Beschwerdegegnerin
liess
die Beschwerdeführerin in der Folge am 11. April bzw. 5. Mai 2011 durch die MEDAS
B._
polydisziplinär
(inter
nistisch/psychiatrisch/rheumatologisch/kardiologisch)
begutachten. Die Gut
achter erstatteten ihre Expertise
a
m
22. Juni 2011
(Urk. 12/112)
.
4.3.2
Gegenüber dem rheumatologischen Gutachter beklagte die Beschwerdeführerin Schmerzen in der Lendenwirbelsäule mit Ausstrahlung in die beiden
Gesäss
hälften
und die Oberschenkel sowie Schulterschmerzen. Ausserdem gab sie an, manchmal
träten
in nahezu allen Gelenken Schmerzen
auf
(Urk. 12/112/63-64). Der Rheumatologe diagnostizierte ein
chronifiziertes
,
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom (ICD-10 M54.4), eine PHS
tendopathica
rechts (ICD-10 M75.0) sowie unspezifische
Gonalgien
beidseits (ICD-10 M17.9; Urk. 12/112/69). Er führte aus, die Ursachen für die Schmerzen in der Lendenwirbelsäule lägen vorwiegend in der Fehlbelastung bei einer muskulären
Dysbalance
/Insuffizienz der rumpfstabilisierenden Muskulatur sowie in einer Fehlhaltung bei einer
Tor
sionsskoliose
und einer LWS-Streckfehlhaltung. Bei Status nach einer
Repo
sitionsspondylodese
L5/S1 mit
interko
r
poreller
Abstützung bei einer Spondylose mit
Listhesis
vom Oktober 2004
lasse sich zusätzlich eine Seg
mentdysfunktion vermuten. Daraus resultierten belastungsinduzierte Beschwerden der unteren Lendenwirbelsäule. Die geklagten Schmerzausstrahlungen in den rechten Ober
schenkel hätten eher einen
pseudoradikulären
Schmerzcharakter. Die Symptome seien diffus, eine eindeutige
Dermatomzuordnung
lasse sich nicht erbringen und es lägen keine motorischen Defizite vor. Klinisch hätten sich keine Anhalts
punkte auf eine Beteiligung der neuronalen Strukturen im Sinne einer
Myelon
- oder Wurzelaffektion ergeben. Passend dazu hätten sich auch die postoperati
ven Befunde in der bildgebenden Diagnostik gezeigt. Die Funktion der unteren Wirbelsäule sei gegenwärtig deutlich eingeschränkt, wobei die muskuläre Kom
ponente führend sei. Durch konservative Therapie
l
ie
sse
n
sich der Zustand ver
bessern und auch die beklagte Schmerzproblematik lindern. In Anbetracht der Gesamtsituation, insbesondere im Hinblick auf den stattgefundenen operativen Eingriff
,
müsse jedoch mit Restbeschwerden gerechnet werden (Urk. 12/112/69).
Der Gutachter hielt weiter fest, i
n der rechten Schulter liege eine bereits radiolo
gisch gesicherte nicht-
transmurale
Ruptur der
Supraspinatussehne
vor
(MRI des rechten Schultergelenkes vom 19. September 2007, Urk. 12/112/68)
. Dadurch seien auch die Beschwerden und ein
e
Funktionseinschränkung im
Gleno-Humeralgelenk
erklärbar. Einen operativen Eingriff habe die Beschwerdeführe
rin vor zwei Jahren jedoch aus Angst abgelehnt. Sie habe gemäss eigenen Angaben gelernt, den rechten Arm zu schonen und mit ihren Beschwerden gut umzugehen (Urk. 12/112/70).
Die beklagten, rechtsbetonten
Gonalgien
seien
sodann
hauptsächlich auf eine statische Fehlbelastung
-
bei einer deutlichen
Valgusstellung
und einer
retro
patellaren
Problematik
-
zurückzuführen. Erschwerend für die Knieproblematik komme noch eine deutliche Adipositas hinzu. Hinweise auf einen klinisch rele
vanten Knie-Binnenschaden hätten sich nicht ergeben. Die radiologisch beschriebenen, beginnenden degenerativen Veränderungen seien allenfalls moderat ausgeprägt. Eine wesentliche Funktionsstörung in den Kniegelenken liege nicht vor. Durch entsprechende Massnahmen, insbesondere durch die Dehnung der
ischiokruralen
Muskulatur, sowie durch eine Kräftigung der
Quadricepsmuskulatur
könne die Problematik durchaus erfolgreich behandelt werden (
Urk.
12/112/70).
Die Angaben der Beschwerdeführerin zur diffusen Gelenkproblematik, insbeson
dere unter einer nass-kalten Wetterlage, seien unspezifisch und liessen sich nicht eindeutig zuordnen. Aktuell sei die Beschwerdeführerin bezüglich der Gelenke beschwerdefrei. Ein pathologischer Befund an den grossen und kleinen Gelenken habe bei der aktuellen Exploration nicht objektiviert werden können und Hinweise auf eine entzündliche Erkrankung aus dem rheumatischen
For
menkreis
oder auf andere Systemaffektion lägen nicht vor (Urk. 12/112/70).
Bezüglich Arbeitsfähigkeit kam der Gutachter zum Schluss, dass
eine körperlich schwer belastende Arbeit für das Achsenskelett und für die rechte Schulter ungünstig bzw. kontraindiziert
sei
und hielt fest, dass
d
ie Beschwerdeführerin deshalb aus rheumatologischer Sicht in ihrem zuletzt ausgeübten Beruf dauer
haft zu 100 % arbeitsunfähig
sei
.
W
echselbelastende Tätigkeiten, welche die Situation der Lendenwirbelsäule und der rechten Schulter mitberücksichtigten, sei
en
der
Beschwerdeführerin
hingegen zu einem Pensum von
50 %,
zumutbar, wobei
keine zusätzliche Verminderung der Leistungsfähigkeit
bestehe
. Die Ein
busse von 50 % leite sich aus der allgemeinen
Dekonditionierung
und aus der noch nicht suffizient eingestellten Schmerzproblematik ab. Durch medizinisch-therapeutische Massnahmen, insbesondere durch eine allgemeine Aktivierung und eine suffiziente analgetische Einstellung
,
könne die Leistungsfähigkeit gesteigert werden (Urk. 12/112/71).
4.3.3
Der psychiatrische Gutachter hielt
dafür
,
d
ie von Dr.
E._
am 1. August 2010 gestellte Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung (ICD-10 F33.9) könne nicht nachvollzogen werden.
Es lägen keine depressiven Episoden vor. Die Beschwerdeführerin habe sich sodann auch selber für den Zeitraum der Berichterstattung durch Dr.
E._
nicht als depressiv erachtet.
Zudem habe Dr.
E._
einerseits dafürgehalten, dass eine rein psychiatrische Sicht der Arbeitsfähigkeit unsinnig sei, andererseits aus rein psychiatrischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % attestiert. Der Bericht von Dr.
E._
sei weder formal noch inhaltlich nachvollziehbar. Die beschriebenen Befindlichkeiten der
Niedergestimmtheit, die Schlafprobleme oder das Gefühl, sich nicht kon
zentrieren zu können oder rasch zu ermüden, die im Bericht von Dr.
E._
festgehaltenen Gedächtnisprobleme und das Gefühl der Angst und der Antriebsminderung sei
en
einer chronischen, jahrelang andauernden depressiven Verstimmung im Sinne einer
Dysthymia
(ICD-10 F34.1) zuzuordnen, die jedoch weder von ihrem Verlauf her noch von ihrem Schweregrad her einer mittelgra
digen depressiven Störung entspreche. Es handle sich um anhaltende, auch fluktuierende Stimmungsstörungen, die durchaus beträchtliches subjektives Leiden und Beeinträchtigungen nach sich ziehen würden. Andererseits habe die Beschwerdeführerin erklärt, dass sie überhaupt keinen Grund hätte, nicht zu arbeiten, wenn sie körperlich wieder gesund wäre (Urk. 12/112/56-57). Auch die von Dr.
E._
diagnostizierte Persönlichkeitsstörung könne nicht bestätigt werden, da keinerlei Symptome dieses Beschwerdebildes ersichtlich seien (Urk. 12/112/58).
Der Gutachter hielt dafür, die Arbeitsfähigkeit der Beschwer
deführerin sei aus psychiatrischer Sicht a
ufgrund der
Dysthymie
zu maximal 20 % eingeschränkt (Urk. 12/112/58).
4.3.4
Der kardiologische Gutachter führte als Diagnosen eine koronare,
hypertensive
und
valvuläre
Herzkrankheit, eine periphere arterielle Verschlusskrankheit (Stadium I) sowie eine chronische venöse Insuffizienz rechts auf
(Urk. 12/112/76)
. Er führte aus, anamnestisch habe die Beschwerdeführerin eine Leistungseinschränkung beim aufwärts gehen erwähnt sowie eine phasenweise auftretende Dyspnoe beim Liegen oder bei schlechtem Wetter. Im Belastungstest habe sich eine leicht eingeschränkte Leistungsfähigkeit ergeben. Eine Angina
pectoris
sei nicht aufgetreten und weder im EKG noch echokardiographisch hätten sich Hinweise auf eine belastungsinduzierte Ischämie finden lassen. Zusätzlich habe sich die diastolische Funktion unter Belastung nicht ver
schlechtert.
Gestützt auf diese Befunde kam d
er Gutachter zum Schluss, die Leistungseinschränkung der Beschwerdeführerin müsse demnach vor allem
mit der
Adipositas und ein
er
damit verbundene
n
Dekonditionierung
erklärt werden und hielt dafür, die kardiologischen Erkrankungen führten zu keiner direkten Verminderung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in ihrer bisherigen Tätigkeit. Durch eine konsequente Gewichtsabnahme und ein regelmässiges Training unter Anleitung könne die Leistungsfähigkeit
im Übrigen
verbessert werden (Urk. 12/112/76-77).
4.3.5
Aus internistischer Sicht wurde berichtet, die Beschwerdeführerin leide an einem metabolischen Syndrom mit Adipositas, arterieller Hypertonie, Diabetes mellitus Typ II sowie
Hyperlipidämie
. Ein Teil der von der Beschwerdeführerin beschriebenen Leistungseinschränkungen sei in der nicht unbeträchtlichen Adi
positas (111 kg) zu sehen. Es sei deshalb dringend notwendig, das Gewicht auf
65-70 kg zu reduzieren. Das metabolische
Syndrom sei behandelbar und
schränke
somit
weder die Arbeitsfähigkeit
in der bisherigen noch in einer ange
passten Tätigkeit
in signifikanter Weise ein
(Urk. 12/112/38).
Aufgrund der
periphere
n
arterielle
n
Verschlus
skrankheit (Stadium I) sowie der
venöse
n Insuffizienz sei die Beschwerdeführerin sodann
zumindest in angepassten leichten Tätigkeit
en
vollständig arbeitsfähig
(Urk. 12/112/39).
4.3.6
Interdisziplinär kamen die Gutachter zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin in der bisherigen Tätigkeit seit Oktober 2007 nicht mehr arbeitsfähig sei.
Eine
angepasste leichte
T
ätigkeit
sei d
er
Beschwerdeführerin jedoch zu 50 %
zumut
bar
(Urk. 12/112/39).
Dabei müsse es sich um eine vorwiegend sitzende Tätig
keit handeln mit der Möglichkeit zu gelegentlichem Positionswechsel. Zu ver
meiden seien Tätigkeiten, die eine langdauernde Zwangshaltung des Rückens oder des Kopfes erfordern würden. Das Heben der Arme über Schulterhöhe sei ebenfalls zu vermeiden. Kontraindiziert seien Tätigkeiten im Knien, Kauern oder auf unebenem Boden sowie auf Leitern und Gerüsten (Urk. 12/112/
41-42). Die Gutachter hielten sodann fest, die Arbeitsfähigkeit könne durch medizinisch zumutbare Massnahmen verbessert werden. Dringend indiziert sei eine konti
nuierliche Gewichtsabnahme auf ein Normgewicht. Ausserdem könne davon ausgegangen werden, dass die Beschwerden im LWS-Bereich und in den Knie
gelenken durch konservative medizinische Massnahmen reduziert werden könnten. Erfreulicherweise profitiere die Beschwerdeführerin von der Aqua-Fit-Therapie und von den Masssagen, die sie seit einiger Zeit regelmässig in Anspruch nehme. Neben diesen Massnahmen
hielten die Gutachter
auch
eine gezielte Physiotherapie für die Lendenwirbelsäule
als angezeigt
. Ziel sei eine
Detonisierung
und Kräftigung der Rumpfmuskulatur und eine Funktionsver
besserung und Haltungskorrektur im Achsenskelett. Darüber hinaus empfahlen die Gutachter, Therapieformen mit dem Schwerpunkt in der Steigerung der all
gemeinen Kraft und der Ausdauer einzuleiten (Urk. 12/112/42).
Ausserdem erachteten sie e
in
en
orthopädischer Eingriff an der
Supraspinatussehne
rechts
im Hinblick auf eine Verbesserung der
Beweglichkeit
am rechten Schultergelenk respektive
zur
Linderung der Schmerzen als indiziert
(Urk. 12/112/44).
Stel
lungnehmend
zu den in den Akten liegenden medizinischen Berichte
n
hielten sie fest, ihre Einschätzung decke sich mit derjenigen gemäss rheumatologischem Gutachten vom Mai 200
9.
Die kardiologische Beurteilung stimme sodann mit jener des behandelnden Kardiologen, Dr.
F._
, überein. Nicht nachvollziehbar sei
en
jedoch die Angaben des behandelnden Psychiaters Dr.
E._
; seine psy
chiatrischen Diagnosen hätten anlässlich der Begutachtung nicht verifiziert werden können. Ausserdem s
ei
die vom Hausarzt attestierte vollständige
Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeit sei
t
dem Jahr 2004 interdisziplinär
ebenfalls
nicht na
chvollziehbar (Urk. 12/112/44).
5.
5.1
Das MEDAS-Gutachten beruht auf den erforderlichen und allseitigen Untersu
chungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden und ist in Kenntnis der relevanten
Vorakten
abgegeben worden. Die Einschätzung der Gutachter, wonach die Beschwerdeführerin aus somatischer Sicht lediglich noch zu 50 % in angepasster Tätigkeit arbeitsfähig sei, wurde nachvollziehbar sowie in Ausei
nandersetzung mit den
Vorakten
begründet. Mithin ist mit den MEDAS-Gut
achtern davon auszugehen, dass der Beschwerdeführerin ab Oktober 2007 lediglich noch eine leidensangepasste Tätigkeit zu 50 % zumutbar ist.
Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, sie sei entgegen der Einschätzung der MEDAS-Gutachter aufgrund ihrer kardiologischen Beschwerden in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt (Urk. 1 S. 4), kann ihr nicht gefolgt werden. Der kardiologische Gutachter legte nach durchgeführten Testungen nachvollziehbar dar, dass die Leistungsfähigkeit nicht aufgrund kardiologischer Beschwerden, sondern wegen der bestehenden Adipositas eingeschränkt sei (E. 4.3.4). Begrün
det Fettleibigkeit grundsätzlich keine Invalidität (E. 2.2), gingen die MEDAS-Gutachter zu Recht davon aus, dass dieses Leiden zu keiner
versicherungsrecht
lich
relevanten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führt. Die Beurteilung des kardiologischen Gutachters deckt sich im Übrigen mit jener von Dr.
med.
F._
, Facharzt für Kardiologie FMH
, der in seinem Bericht vom 11. November 2010
(Urk. 12/94)
zuhanden der Beschwerdegegnerin dafürgehalten hatte, die Beschwerdeführerin sei aus kardiologischer Sicht normal belastbar und die Arbeitsfähigkeit sei dementsprechend nicht eingeschränkt (Urk. 12/94/7).
Was die Einschränkungen aus psychischer Sicht betreffen, so kann der Ein
schätzung de
s
MEDAS-Gutachter
s
, wonach aufgrund einer
Dysthymie
die Arbeitsfähigkeit um
höchstens
20 % eingeschränkt sei (E. 4.3.3), aus
versiche
rungsrechtlicher
Sicht nicht gefolgt werden.
Rechtsprechungsgemäss kommt eine
Dysthymie
, welche nicht zusammen mit anderen Befunden - wie etwa einer ernsthaften Persönlichkeitsstörung - auftritt, nicht einem Gesundheits
schaden im Sinne des IVG gleich. S
ie ist somit allein nicht invalidisierend
(Urteil des Bundesgerichts 8C_33/2014 vom 21. Februar 2014 E. 3.2.3 mit Hinweisen). Legte der psychiatrische Gutachter schlüssig dar, dass entgegen der Beurteilung des behandelnden Psychiaters weder depressive Episoden noch eine
Persönlich
keitsstörung
vorlägen (E. 4.3.3), bestehen demnach vorliegend keine Anhalts
punkte, dass die
Dysthymie
ausnahmsweise invalidisierenden Charakter hätte.
5.2
Mithin ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführerin aufgrund einer Ver
schlechterung ihres somatischen Gesundheitszustandes
seit
Oktober 2007
nur
noch eine angepasste Arbeitstätigkeit in einem 50%-Pensum zumutbar ist und sie in der angestammten Tätigkeit vollständig arbeitsunfähig ist.
Entgegen der Ansicht der
Beschwerdeführerin
(Urk. 1 S. 5) vermag auch der von ihr
eingereichte Bericht des
G._
vom 5. Dezember 2011 (Urk. 12/139)
an dieser Einschätzung nichts zu ändern
. Bereits die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch die Ärzte
des
G._
ist nicht schlüssig. Einerseits hielten sie dafür,
die Beschwerdeführerin sei seit Oktober 2004 vollständig arbeitsunfähig (Urk. 12/139/3, 6), andererseits führten sie aus,
sie
habe im Jahr 2008 für sechs Monate gearbeitet, was gut gegangen sei (Urk. 12/139/4).
Äusserten
sich die Ärzte nicht zu dieser Diskrepanz, verbietet es sich schon aus diesem Grunde
, auf deren Einschätzung abzustellen. Im Übrigen legten
die
Ärzte des
G._
auch nicht dar, gestützt auf welche Diagnosen sie die Beschwerdeführerin als vollständig arbeitsunfähig erachteten. So führten sie lediglich aus, dass aus „WS-chirurgischer“, „orthopädisch-chirurgischer“ und „rheumatologischer“ Sicht eine Arbeitstätigkeit von 50 % zumutbar sei, aus „
anästhesistischer
“ Sicht jedoch aufgrund
muskuloskelettaler
und
kardio
vasculärer
Komorbidität
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bestehe (Urk. 12/139/6). Aufgrund welcher Diagnosen die Ärzte zu diesem Schluss kamen, hielten sie nicht fest. Sie setzten sich im Übrigen auch nicht mit der Beurteilung der MEDAS-Gutachter, wonach aus kardiologischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit und aus
angiologischer
Sicht zumindest eine vollständige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit bestehe, auseinander.
5.3
5.3.1
Die Beschwerdeführerin wandte in der Beschwerdeschrift ein, das MEDAS-Gut
achten wiederspiegle nicht den aktuellen Gesundheitszustand (Urk. 1 S. 3). Ist das MEDAS-Gutachten im Frühjahr 2011 erstellt worden, die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin jedoch bis
im
März 2014 zu beurteilen (E. 3.1), stellt sich die Frage, ob nach Gutachtenserstellung eine Änderung der tatsächlichen Verhältnisse eingetreten ist.
5.3.2
Am 23. Januar 2013 resp. 8. Februar 2013 (Urk. 12/155, Urk. 12/157) berichtete Dr.
med.
H._
,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und
Pra
xisnachfolger
von Dr.
E._
(vgl. Urk. 12/127/1),
die Beschwerdeführerin leide an einer rezidivierende depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradig mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.11), einer andauernden
Persönlichkeitsän
derung
(ICD-10 F62.8) mit Schmerzsyndrom mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) bei
p
anvertebralem Syndrom bei Status nach
Spon
dylodese
L5/S1, und attestierte eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Dr.
H._
führte zwar aus, der gesundheitliche Zustand der Beschwerdeführerin habe sich verschlechtert (Urk. 12/155/4).
Ist der
von Dr.
H._
erhobene Befund jedoch exakt derselbe wie jener
gemäss
Bericht vom 1. August 2010 (E. 4.2; vgl.
Urk. 12/86/3 und Urk. 12/155/4), ist eine Veränderung nicht ersichtlich und liegt lediglich eine andere Beurteilung der Arbeitsfähigkeit vor
, zumal
Dr.
H._
die genannten psychischen Störungen als
seit
Behandlungsaufnahme - mithin seit November 2006 - bestehend bezeichnete
(Urk. 12/155/2-3)
. Hatten die MEDAS-Gut
achter aber eingehend zum Bericht vom 1. August 2010 Stellung genommen und nachvollziehbar dargelegt, dass abgesehen von einer
Dysthymie
keine psy
chiatrische Diagnose gestellt werden könne, kann auf die
(unveränderte)
Beur
teilung
durch
Dr.
H._
nicht abgestellt werden.
In diesem Zusammenhang ist auch darauf hinzuweisen, dass das Gericht der Erfahrungstatsache, dass Haus
ärzte und behandelnde Spezialärzte (so etwa Urteil des damaligen Eidgenössi
schen Versicherungsgerichts in Sachen H. vom 21. Februar 2005, I 570/04, E.
5.1 mit Hinweisen) mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrau
ensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen, Rech
nung tragen soll und darf (BGE 125 V 353 E. 3b/cc)
.
Mithin
ist davon auszugehen
, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwer
de
führerin im Nachgang zur MEDAS-Begutachtung
nicht in relevanter Weise
verschlechtert h
at
.
5.4
Zusammenfassend ist somit gestützt auf das MEDAS-Gutachten mit dem
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der Beschwer
deführerin ab Oktober 2007 noch eine angepasste Arbeitstätigkeit in einem 50%-Pensum zumutbar ist, in der angestammt
en
Tätigkeit jedoch eine vollstän
dige Arbeitsunfähigkeit besteht.
6.
6.1
6.1.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
6.1.2
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerbs
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter anderem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozi
alen und erwerblichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode bestimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittel
ten und gewichteten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 ff. E. 3.3 mit Hin
weisen; vgl. BGE 134 V 9).
6.2
Zu klären ist vorliegend, in welchem Ausmass die Beschwerdeführerin ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre. Die Beschwerdeführerin arbeitete seit Februar 1992 bis zur Kündigung Ende März 2005
in
einem 90%
Pensum (Bericht der Arbeitgeberin vom 11. April 2005, Urk. 12/8/1-2). Stellungnehmend zu diesem Teilzeitpensum führte die Beschwerdeführerin anlässlich des Gesprächs zur Abklärung ihrer beruflichen Situation im Novem
ber 2005 aus, das 90%-Pensum sei ihr sehr entgegengekommen, da es ihr ein bisschen mehr Zeit für den Haushalt gegeben habe (Urk. 12/17/3). Auch als sie sich im Jahr 2006 bei der Arbeitslosenversicherung anmeldete, gab sie eine Vermittlungsfähigkeit von 90 % an (Urk. 12/45/1). Bei dieser Sachlage erscheint die von der Abklärungsperson anlässlich der Haushaltsabklärung vom 21. Oktober 2009 vorgenommene Einschätzung, wonach die Beschwerdeführe
rin ohne gesundheitliche Einschränkung weiterhin zu 90 % erwerbstätig und zu 10 % im Haushalt tätig wäre (Urk. 12/65/3), als plausibel, weshalb darauf abge
stellt werden kann.
6.3
6.3.1
Im Erwerbsbereich ist der Invaliditätsgrad durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln (E. 6.1.1). Da die Beschwerdeführerin zuletzt bei der Arbeitslosenversi
cherung Taggelder bezogen hatte (Urk. 12/45), sind zur Bestimmung des
Vali
deneinkommens
die Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) heranzuziehen. Die Beschwerdeführerin war bis zu der Kündigung ihrer Arbeitsstelle im Jahre 2005 in der Gastronomie tätig
(Urk. 12/1/2-3)
, ohne jedoch eine diesbezügliche Aus
bildung absolviert zu haben (Urk. 12/4/4-5). Während dem Bezug von Taggel
dern der Arbeitslosenversicherung arbeitete sie sodann in einer Cafeteria (Urk. 12/63/6). Aufgrund dieser Erwerbsbiographie ist auf den Tabellenlohn (Median) gemäss LSE 2008 TA1 Ziff. 55 (Gastgewerbe) für Hilfstätigkeiten (Anforderungsniveau 4) von Fr. 3‘647.-- abzustellen. Aufgerechnet auf die durchschnittliche betriebsübliche Arbeitszeit von 42 Stunden pro Woche (Die Volkswirtschaft 12-2013 S. 90 Tabelle B9.2) ergibt sich ein Bruttoeinkommen von Fr. 45‘952.0
0.
Da mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegan
gen werden kann, dass die Beschwerdeführerin ohne Gesundheitsschaden zu einem Pensum von 90 % arbeiten würde (E. 6.2), resultiert somit ein Einkom
men von
Fr.
41‘357.--.
6.3.2
Da die Beschwerdeführerin ihre Restarbeitsfähigkeit nicht verwertet, sind für die Bestimmung des Invalideneinkommens ebenfalls Tabellenlöhne heranzuziehen. Die Beschwerdegegnerin ist dabei zu Recht vom nicht nach Branchen differen
zierten Lohn für von weiblichen Arbeitskräften verrichtete Hilfstätigkeiten (Anforderungsniveau 4) von Fr. 4‘116.-- ausgegangen (Tabelle TA1 der LSE 2008, S. 26). Aufgerechnet auf die durchschnittliche betriebsübliche Arbeitszeit von 41,6 Stunden pro Woche (Die Volkswirtschaft 12-2013 S. 90 Tabelle B9.2) ergibt sich ein Bruttoeinkommen von Fr. 51‘368.--. Bei einem der Beschwerde
führerin zumutbaren 50%-Pensum (E. 5.4) ergibt dies ein Einkommen von Fr. 25‘684.--.
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest
)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der
Vergleichsein
kommen
mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt, ha
t die Beschwerdeinstanz
den Abzug gesamthaft neu zu schätzen. Es ist nicht von dem von der IV-Stelle vorgenommenen Abzug auszugehen und dieser ange
messen zu erhöhen (
vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E
.
3
.
2 mit Hinweis auf
SVR 2011 IV Nr. 31 S. 90, 9C_728/2009 E. 4.1.2).
U
nter Berücksichtigung des eingeschränkten Zumutbarkeitsprofils
(E.
4.3.6
)
und
des fortgeschrittenen Alters
(Urk. 12/
41/1
) erscheint ein leidensbedingter Abzug von 10 % als gerechtfertigt. Das Invalideneinkommen beträgt somit Fr. 23'115.
.
6.3.3
Bei einem solchermassen
ermittelten
Invalideneinkommen von Fr. 23’115.-- resultiert im Vergleich zum
Valideneinkommen
von 41‘357.-- eine
Erwerbsein
busse
von Fr. 18‘242.--, was einer Einschränkung von 44
,1
% und einem gewichteten Teilinvaliditätsgrad im Erwerbsbereich von 39,7 % (0,9 x 44
,1
%) entspricht.
6.4
Was die Einschränkungen im Haushaltsbereich betreffen, so ist ein
Betätigungs
vergleich
vorzunehmen (E. 6.1.2). Hierzu wurde am 21. Oktober 2009 eine Haushaltabklärung durchgeführt (Urk. 12/65). Die Abklärungsperson ermittelte eine gewichtete Einschränkung von 1,9
%
für den Bereich Wäsche und
Kleider
pflege
, sowie von 3,5 % für Verschiedenes und errechnete eine Einschränkung von insgesamt 5,4 % beziehungsweise bei einem Anteil der Haushaltstätigkeit von 10 % von 0,54 % (Urk. 12/65/5-7). Der Bericht befasst sich einlässlich mit
den einzelnen Haushaltsbereichen und deren prozentualen Gewichtung und umschreibt die zu verrichtenden Tätigkeiten sowie die an Ort und Stelle festge
stellten Einschränkungen in diesen Bereichen; er ist ausreichend begründet und erscheint plausibel, weshalb darauf abgestellt werden kann.
6.5
Der Gesamtinvaliditätsgrad ergibt sich aus der Addierung der in beiden Berei
chen ermittelten und gewichteten Teilinvalidität (E. 6.1.2). Ab Oktober 200
8
resultiert damit eine Gesamtinvalidität von gerundet 40 % (Erwerb: 39,7 %, Haushalt: 0,54 %).
Abschliessend ist darauf hinzuweisen, dass sich entgegen der Einschätzung der Beschwerdegegnerin (
Urk.
12/119/3) die Leistungsfähigkeit der Beschwerde
führerin durch eine konsequente Gewichtsreduktion und Aktivierung (
Urk.
12/112/71, 77) sehr wohl steigern lässt, wozu sie mithin im Sinne der Schadenminderungspflicht anzuhalten ist.
7.
Zusammengefasst hat damit die Beschwerdegegnerin zu Recht mit Wirkung ab 1. Oktober 2008 (Ablauf der Wartefrist, E. 2.3) eine
Viertelsrente
zugesprochen, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
8.
8.1
Da
vorliegend die Voraussetzungen zur Bewilligung der unentgeltlichen
Pro
zess
führung
gemäss
§
16 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgeri
cht (
GSVGer
) erfüllt sind (Urk. 8, Urk. 9/1), ist der
Beschwerdeführer
in – antrags
gemäss (Urk. 1 S.
1) – die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren.
8.2
Die Kosten des Verfahrens sind auf
Fr.
600.-- festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG), der Beschwerdeführerin aufzuerlegen, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
8.3
D
i
e Beschwerdeführer
in
ist auf
§
16
Abs.
4
GSVGer
hinzuweisen, wonach sie zur Nachzahlung der Gerichtskosten verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist.