Decision ID: e161136a-6a30-5794-8a81-f51599ad9061
Year: 2018
Language: de
Court: BE_VG
Chamber: BE_VG_001
Canton: BE
Region: Espace_Mittelland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
A._ ersuchte am 2. Juni 2016 um Erlass der rechtskräftig veranlagten Kantons- und Gemeindesteuern des Jahres 2015 in der Höhe von Fr. 4'973.45. Mit Verfügung vom 19. August 2016 – eröffnet durch die Steuerverwaltung des Kantons Bern – wies die Einwohnergemeinde (EG) B._ das Gesuch als Erlassbehörde ab.
B.
Hiergegen gelangte A._ am 25. August 2016 an die Steuerrekurskommission des Kantons Bern (StRK), welche den Rekurs mit Entscheid vom 9. März 2017 abwies.
C.
Mit Eingaben vom 29. und 31. März 2017 hat A._  erhoben. Sinngemäss beantragt sie, den  der StRK aufzuheben und ihr die Kantons- und Gemeindesteuern 2015 zu erlassen.
Am 10. April 2017 hat sie zudem um unentgeltliche Rechtspflege ersucht.
Die StRK und die Steuerverwaltung schliessen mit Vernehmlassung vom 20. April 2017 bzw. Beschwerdeantwort vom 10. Mai 2017 je auf  der Beschwerde.
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 07.03.2018, Nr. 100.2017.97U, Seite 3

Erwägungen:
1.
1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) zuständig (vgl. auch Art. 201 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 21. Mai 2000 [StG; BSG 661.11]). Die Beschwerdeführerin hat am  Verfahren teilgenommen, ist durch den angefochtenen  besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG; vgl. auch Art. 201 Abs. 2 StG). Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist unter  von E. 1.2 einzutreten.
1.2 An die Begründung einer Laienbeschwerde werden praxisgemäss keine hohen Anforderungen gestellt; es reicht aus, wenn aus dem  ersichtlich ist, in welchen Punkten und weshalb der angefochtene Entscheid beanstandet wird (vgl. BVR 2006 S. 470 E. 2.4; Merkli//Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 32 N. 15). Die Begründung braucht zwar nicht zuzutreffen, muss aber insofern  sein, als sie sich wenigstens in minimaler Form mit dem  Entscheid auseinandersetzt und sinngemäss darauf schliessen lässt, inwiefern dieser unrichtig sein soll. Mit Blick auf den Ausgang des Verfahrens kann offenbleiben, ob die Beschwerdeschrift diesen  genügt.
1.3 Für den Erlass der Kantonssteuer ist grundsätzlich die kantonale Steuerverwaltung zuständig (vgl. Art. 240 Abs. 3 StG). Die Finanzdirektion kann die entsprechende Entscheidbefugnis jedoch einer Gemeinde  (Art. 240 Abs. 3 Bst. b StG). So wurde bezüglich der EG B._ verfahren, welcher die Erlasskompetenz (auch) für die auf ihrem Territorium erhobenen Kantonssteuern zukommt und die deshalb für den erstinstanzlichen Erlassentscheid verantwortlich zeichnet (vgl. Bst. A vorne). Die einschlägige Vereinbarung sieht aber offenbar vor, dass in einem allfälligen Rechtsmittelverfahren die kantonale Steuerverwaltung ihre Rechte selber wahrt.
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 07.03.2018, Nr. 100.2017.97U, Seite 4
1.4 Neben dem Erlass der Kantonssteuer ist auch jener der  2015 streitig. Für den diesbezüglichen Entscheid ist die Gemeinde zuständig, wobei sie ihre Erlasskompetenz der für den Erlass der  zuständigen kantonalen Behörde übertragen kann (vgl. Art. 240 Abs. 4 StG). Die EG B._ hat am 19. August 2016 den anbegehrten Erlass der Kantons- und Gemeindesteuern 2015 abgelehnt und damit  selber über den Erlass ihrer Steuerforderung befunden (vgl. Bst. A vorne). Gleichzeitig hat sie aber ihre «Kompetenz zur Wahrung der Interessen der Gemeinde» in einem allfälligen Steuerjustizverfahren an die Steuerverwaltung abgetreten bzw. delegiert (vgl. Vorakten  [act. 8B] pag. 21). Aufgrund dieser steuergesetzlich ausdrücklich vorgesehenen «Kompetenzdelegation» (so Erläuterungen zum  2001, S. 303) ist die Steuerverwaltung befugt, anstelle der materiell berechtigten EG B._ das Rechtsmittelverfahren in eigenem Namen (auch) hinsichtlich des Erlasses der Gemeindesteuer zu führen (vgl. BVR 2014 S. 197 [VGE 2013/184/185 vom 29.1.2014] nicht publ. E. 1.3 mit Hinweisen). Damit erübrigt es sich, die EG B._ als notwendige Partei in das Verfahren einzubeziehen.
1.5 Der vorliegende Entscheid fällt in die einzelrichterliche Zuständigkeit (Art. 57 Abs. 2 Bst. a des Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die  der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]).
1.6 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG).
2.
2.1 Die jährliche Veranlagung des steuerbaren Einkommens stellt sicher, dass jede steuerpflichtige Person entsprechend ihrer aktuellen  Leistungsfähigkeit in Anspruch genommen wird (Art. 104 Abs. 1 der Verfassung des Kantons Bern [KV; BSG 101.1]; vgl. auch Art. 127 Abs. 2 der Bundesverfassung [BV; SR 101]). Es ist deshalb  davon auszugehen, dass den Steuerpflichtigen die Bezahlung der
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veranlagten Steuern sowohl möglich als auch zumutbar ist. Dennoch können gemäss Art. 240 Abs. 1 StG rechtskräftig festgesetzte Kantons-, Gemeinde- und Kirchensteuern sowie Zinsen, Gebühren und allenfalls (gewisse) Bussen ganz oder teilweise erlassen werden, wenn ihre Zahlung in Ausnahmefällen mit einer erheblichen Härte verbunden wäre. Bei  Gegebenheiten soll ein Steuererlass zur langfristigen Sanierung der wirtschaftlichen Lage der steuerpflichtigen Person beitragen (vgl. Art. 240a Abs. 1 StG; BVR 2014 S. 197 E. 2.1).
2.2 Sind die einschlägigen gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt, räumt das kantonale Steuergesetz der steuerpflichtigen Person einen  auf Steuererlass ein; allerdings kann dessen Gewährung an  wie Abzahlungen oder die Leistung von Sicherheiten geknüpft werden (Art. 240 Abs. 5 StG). Vorbehältlich der gesetzlichen  gemäss Art. 240c StG kommt es dabei nicht darauf an, weshalb die steuerpflichtige Person in die geltend gemachte Notlage geraten ist (vgl. Art. 35 Abs. 2 der Verordnung vom 18. Oktober 2000 über den Bezug und die Verzinsung von Abgaben und anderen zum Inkasso übertragenen , über Zahlungserleichterungen, Erlass sowie Abschreibungen infolge Uneinbringlichkeit [Bezugsverordnung, BEZV; BSG 661.733]). Ob ein Härtefall im Sinn von Art. 240 Abs. 1 StG vorliegt, beurteilt sich mit Blick auf die gesamten wirtschaftlichen Verhältnisse der steuerpflichtigen , wie sie sich im Entscheidzeitpunkt präsentieren, wobei auch den  Rechnung zu tragen ist (Art. 240a Abs. 2 Satz 1 StG). Wäre der steuerpflichtigen Person im Zeitpunkt der Fälligkeit eine  Zahlung möglich gewesen, so ist dies beim Erlassentscheid zu berücksichtigen (Art. 240a Abs. 2 Satz 2 StG; BVR 2014 S. 197 E. 2.2).
2.3 Entscheidend für das Vorliegen eines Härtefalls im Sinn von Art. 240 Abs. 1 StG ist, ob Einschränkungen in der Lebenshaltung geboten und zumutbar sind, was grundsätzlich immer dann der Fall ist, wenn die verfügbaren Mittel der steuerpflichtigen Person deren  Existenzminimum gemäss Art. 93 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 11. April 1889 über Schuldbetreibung und Konkurs (SchKG; SR 281.1) übersteigen (Art. 240a Abs. 3 StG). Dementsprechend ist das Bestehen einer finanziellen Notlage gesetzlich umschrieben: Gemäss Art. 240b
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Abs. 1 Bst. b StG setzt eine Notlage voraus, dass die Steuerschuld in einem Missverhältnis zur finanziellen Leistungsfähigkeit der  Person steht, sodass diese den geschuldeten Betrag trotz  der Lebenshaltungskosten auf das betreibungsrechtliche  in absehbarer Zeit nicht vollständig begleichen kann (BVR 2014 S. 197 E. 2.3).
2.4 Allerdings ist trotz Vorliegens eines Härtefalls ganz oder teilweise von einem Steuererlass abzusehen, wenn einer der in Art. 240c StG  gesetzlichen Ausschlussgründe gegeben ist (BVR 2014 S. 197 E. 2.4).
3.
3.1 Die Beschwerdeführerin (geb. 1966) ist bei der C._ und der D._ je in einem Teilzeitpensum angestellt; zusätzlich bezieht sie eine volle Rente der Invalidenversicherung und Ergänzungsleistungen. Sie lebt zusammen mit ihrer Mutter und ihrem Bruder in einer 41/2- in ... . Die StRK hat ihren abschlägigen Entscheid damit begründet, dass die Bezahlung der Steuerschuld für die Beschwerdeführerin nicht mit einer erheblichen Härte verbunden sei. Den monatlichen Einkünften von insgesamt Fr. 3'591.-- stehe ein betreibungsrechtlicher Zwangsbedarf von Fr. 2'916.-- gegenüber, womit die Beschwerdeführerin über eine freie Einkommensquote von Fr. 675.-- pro Monat verfüge. Dieser Betrag erlaube es ihr, die ausstehenden Kantons- und Gemeindesteuern 2015 innert sieben bis acht Monaten und damit in absehbarer Zeit zu begleichen (vgl. angefochtener Entscheid E. 6.3). – Die Beschwerdeführerin beanstandet in verschiedener Hinsicht die Ermittlung ihres Zwangsbedarfs durch die StRK und geht selber bloss von frei verfügbaren Mitteln in der Höhe von Fr. 105.85 pro Monat aus. Die Bezahlung der ausstehenden Kantons- und Gemeindesteuern 2015 sei ihr damit nicht zumutbar, weshalb ihr steuerbares Einkommen bisher denn auch stets gestützt auf Art. 41 StG durch einen besonderen Abzug auf Null festgesetzt worden sei.
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3.2 Es ist anhand einer Gegenüberstellung von Einkünften und  zu beurteilen, ob die Tilgung einer offenen Steuerschuld aus wirtschaftlichen Gründen mit einer erheblichen Härte im Sinn von Art. 240b Abs. 1 Bst. b StG verbunden wäre. Eine entsprechende Notlage besteht, wenn es der steuerpflichtigen Person trotz gebotener  ihrer Lebenshaltung nicht möglich ist, den streitbetroffenen  innert absehbarer Zeit zu begleichen. Als massgebende Grösse für die zumutbare Einschränkung bezeichnen die einschlägigen  das betreibungsrechtliche Existenzminimum gemäss Art. 93 Abs. 1 SchKG (vgl. vorne E. 2.3).
3.3 Hier fällt zunächst auf, dass die Beschwerdeführerin in ihrer eigenen Berechnung von einem etwas tieferen monatlichen Erwerbseinkommen ausgeht als die Vorinstanz. Aus den von ihr beigebrachten Unterlagen (Beilagen zum Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege, act. 5A) ergibt sich dazu Folgendes: Die Beschwerdeführerin verdient in ihrer Anstellung bei der C._ Fr. 1'041.30 und in jener bei der D._ Fr. 648.--, wobei zu beiden Gehältern ein anteilmässiger 13. Monatslohn hinzuzurechnen ist (vgl. die Lohnabrechnung März 2017 bzw. Art. 3 der Personalverordnung der D._ vom 11. März 2013, einsehbar unter: ...). Ihr monatliches Erwerbseinkommen ist deshalb um insgesamt Fr. 140.80 zu erhöhen und macht rund Fr. 1'830.-- aus. Unstrittig sind die weiteren Einkünfte der Beschwerdeführerin, also die IV-Rente (Fr. 1'572.--) und die Ergänzungsleistungen (Fr. 200.--), wobei aus den Beilagen zum Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ersichtlich ist, dass letztere ab 1. Januar 2017 neu Fr. 221.-- betragen (Schreiben der Ausgleichskasse des Kantons Bern vom 29.12.2016). Der Beschwerdeführerin stehen damit monatliche Einkünfte von insgesamt Fr. 3'623.-- zur Verfügung.
3.4 Diesen Einkünften ist der betreibungsrechtliche Zwangsbedarf der Beschwerdeführerin gegenüberzustellen. Er ist aufgrund des  Nr. B1 (nachfolgend: KS B1) der Aufsichtsbehörde in Betreibungs- und Konkurssachen für den Kanton Bern vom 1. Januar 2011 zu ermitteln, das inhaltlich den Richtlinien entspricht, welche die Konferenz der - und Konkursbeamten der Schweiz am 1. Juli 2009 beschlossen hat (Beilage 1 zum KS B1), sowie aufgrund der zugehörigen Ergänzungen und
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Präzisierungen der kantonalen Aufsichtsbehörde (Beilage 2 zum KS B1; alles einsehbar unter: <www.justice.be.ch>, Rubriken «/Verwaltungsgericht/Downloads&Publikationen»). Die  hat den Zwangsbedarf der Beschwerdeführerin im Einzelnen wie folgt berechnet (vgl. angefochtener Entscheid E. 6.3):
Grundbetrag Fr. 1'100.00 Wohnkosten (inkl. Nebenkosten) Fr. 741.00 Krankenkasse KVG Fr. 458.00 Mehrkosten auswärtige Verpflegung Fr. 540.00 Fahrkosten Fr. 77.00
----------------------
Zwangsbedarf Fr. 2'916.00
3.5 Für eine alleinstehende Person sieht Ziff. I der Beilage 1 zum KS B1 einen monatlichen Grundbetrag von Fr. 1'200.-- vor, wobei dieser im Fall einer kostensenkenden Wohn- oder Lebensgemeinschaft in der Regel auf die Hälfte des Grundbetrags eines Ehepaares, also auf Fr. 850.--, reduziert wird (vgl. BGE 130 III 765 E. 2.4). Die Vorinstanz hat indes zu Recht den Umstand berücksichtigt, dass die Beschwerdeführerin nicht in einer Paarbeziehung, sondern zusammen mit ihrer Mutter und ihrem Bruder lebt. Nur bei einer partnerschaftlichen Hausgemeinschaft ist nämlich , dass beide Personen nicht bloss an die Wohnkosten, sondern etwa auch an die Aufwendungen für Nahrung oder Kulturelles beitragen, sodass es sich rechtfertigt, bei der Festlegung des Grundbedarfs die  als Ganzes zu behandeln und vom entsprechenden  auszugehen. Die Wohngemeinschaft einer Mutter mit ihrer  und erwerbstätigen Tochter lässt sich insoweit nicht mit einem Konkubinat vergleichen (BGE 132 III 483 E. 4.2). Das KS B1 regelt nicht, ob und inwiefern beim Grundbetrag den Einsparungen Rechnung zu tragen ist, die sich auch ausserhalb von Paarbeziehungen durch das  zweier erwachsener Personen ergeben; Ziff. IV/2 der Beilage 1 bestimmt einzig, dass beim Zusammenleben mit volljährigen Kindern eine angemessene Aufteilung der Wohnkosten vorzunehmen ist. Die StRK hat im angefochtenen Entscheid eine Reduktion des Grundbetrags für eine alleinstehende Person um Fr. 100.-- auf Fr. 1'100.-- vorgenommen, was die
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Beschwerdeführerin angesichts des grossen Ermessensspielraums, der den Behörden gemäss Art. 93 Abs. 1 SchKG bei der Ermittlung des  Existenzminimums zukommt, zu Recht nicht  (vgl. auch Georges Vonder Mühll, in Basler Kommentar, 2. Aufl. 2010, Art. 93 SchKG N. 24 2. Abschnitt a.E.).
3.6 Auslagen für Privatversicherungen sowie für Stromkosten sind im Grundbetrag enthalten (Ziff. I der Beilage 1 zum KS B1). Die von der  zusätzlich zu diesem geltend gemachten Beträge von Fr. 35.-- für Strom bzw. Fr. 24.30 für die Privathaftpflichtversicherung sind demnach nicht im Zwangsbedarf zu berücksichtigen.
3.7 Da die Prämien für die obligatorische Krankenversicherung seit  allgemein gestiegen sind, ist der Zwangsbedarf der Beschwerdeführerin diesbezüglich zu aktualisieren. Für dieselbe  Krankenversicherung wie im Jahr 2017 (Versicherungsdeckung vom 12.10.2016, aber ohne Unfalldeckung, zumal das Unfallrisiko im Rahmen des Arbeitsverhältnisses für die C._ versichert ist; vgl. act. 5A) hat die Beschwerdeführerin gemäss Prämienübersicht des Bundesamts für Gesundheit im Jahr 2018 monatlich Fr. 494.-- zu bezahlen (einsehbar unter: <www.priminfo.admin.ch>, Rubriken «Prämienübersichten/Bern», S. 24). Demgegenüber ist der Prämienaufwand für private Versicherungen grundsätzlich nicht zum monatlichen Grundbedarf hinzuzurechnen (vgl. Ziff. II/3 der Beilage 1 zum KS B1; BGE 134 III 323 E. 3). Anders verhält es sich nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts, wenn die steuerpflichtige Person ohne privatrechtliche Zusatzversicherung höhere medizinische Behandlungskosten selber tragen müsste, welche bei der Berechnung ihres monatlichen Zwangsbedarfs zu berücksichtigen wären (BVR 2013 S. 506 E. 4.4). Bei Personen, die an einer chronischen oder zu Rückfällen neigenden Krankheit leiden, kann eine Berücksichtigung der Zusatzversicherung zudem gerechtfertigt sein, wenn es durch deren Kündigung zu einer unzumutbaren und irreversiblen  Schlechterstellung kommen würde (VGE 2014/202/203 vom 23.4.2015 E. 4.2.2; 2013/86/87 vom 27.12.2013 E. 3.6, je mit Hinweis auf Alfred Bühler, Betreibungs- und prozessrechtliches Existenzminimum, in AJP 2002 S. 644 ff., S. 651). Die Beschwerdeführerin bringt vor, ihre Zu-
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satzversicherung übernehme die Kosten für gewisse Medikamente, die ein Hinausschieben von anstehenden Operationen erlaubten. Auch wenn diese Übernahme von Kosten für Medikamente, welche nicht von der  Krankenversicherung erstattet werden, nicht rechtsgenüglich belegt ist, rechtfertigt sich angesichts der unbestritten gesundheitlichen  der Beschwerdeführerin (Bezügerin einer vollen IV-Rente) die Berücksichtigung der Prämien für die «Krankenpflege-Plus-» von Fr. 12.50 pro Monat (vgl. Versicherungsdeckung vom 12.10.2016, act. 5A). Anders sieht es aber bezüglich der  von monatlich Fr. 141.10 bzw. der  von monatlich Fr. 11.40 aus: Die Spitalkostenversicherung ermöglicht der Beschwerdeführerin hauptsächlich die Überwälzung der Kosten für einen Aufenthalt in der halbprivaten Abteilung der Listenspitäler. Die Zahnbehandlungsversicherung ist für die Beschwerdeführerin nicht erforderlich, da ihr als Bezügerin jährlicher Ergänzungsleistungen die Kosten für die zahnärztliche Behandlung vergütet werden (vgl. Art. 14 Abs. 1 Bst. a und Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2006 über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und  [ELG; SR 831.30]; Art. 14 der Einführungsverordnung vom 16.  2009 zum Bundesgesetz über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung [EV ELG; BSG 841.311]). Im Zwangsbedarf sind demnach nur die Kosten für die «Krankenpflege-» von Fr. 12.50 pro Monat zu berücksichtigen.
3.8 Die Vorinstanz hat mit Blick auf den Ausgang des Verfahrens , ob eine Anrechnung der geltend gemachten Mehrkosten für auswärtige Verpflegung von Fr. 540.-- monatlich gerechtfertigt sei ( Entscheid E. 6.2.3). – Gemäss Ziff. II/4 Bst. b der Beilage 1 zum KS B1 kann als Zuschlag zum monatlichen Grundbedarf bei Nachweis  Mehrauslagen für auswärtige Verpflegung ein Betrag  Fr. 9.-- und Fr. 11.-- für jede auswärtige Hauptmahlzeit als  Berufsauslagen angerechnet werden. So könnten bei einem 100 % Pensum der Beschwerdeführerin monatlich maximal Fr. 200.-- berücksichtigt werden (220 Arbeitstage x Fr. 11.-- / 12 Monate; vgl. VGE 2014/202/203 vom 23.4.2015 E. 4.2.3). Die Beschwerdeführerin ist bei zwei verschiedenen Arbeitgebern in einer Teilzeitanstellung tätig (vorne
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E. 3.1), wobei sie weder zu ihren Arbeitspensen noch zu allfälligen  am Arbeitsplatz Angaben gemacht hat. Mit Blick auf den Ausgang des Verfahrens können der Beschwerdeführerin  Fr. 200.-- für auswärtige Verpflegung angerechnet werden, obschon sie keine entsprechenden Auslagen dargetan hat. Weitergehende  sind auch dann nicht zu berücksichtigen, wenn – was  geblieben ist – die Beschwerdeführerin tatsächlich wegen ihrer gesundheitlichen Einschränkungen nicht in der Lage sein sollte, zuhause selber zu kochen.
3.9 Des Weiteren macht die Beschwerdeführerin Autokosten von monatlich Fr. 246.50 geltend (Fr. 115.30 für Leasingraten, Fr. 53.20 für Versicherung, Fr. 33.-- für Service und Fr. 45.-- für Benzin). Gemäss Ziff. II/4 Bst. d der Beilage 1 zum KS B1 können als unumgängliche  die Kosten für die Fahrten zum Arbeitsplatz angerechnet , soweit die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber nicht dafür aufkommt. Auslagen für ein privates Automobil können jedoch nur berücksichtigt , falls dem Fahrzeug Kompetenzcharakter im Sinn von Art. 92 SchKG zukommt; trifft dies nicht zu, sind auch bei Benützung eines  nur jene Auslagen einzurechnen, die bei Benützung der  Verkehrsmittel anfallen würden. Kompetenzcharakter hat ein Privatfahrzeug, wenn seine Benützung für den Erwerbszweck unumgänglich ist. Gegebenenfalls sind die Aufwendungen für einen Personenwagen im Privatgebrauch auch dann zu berücksichtigen, wenn die betroffene Person das Auto aus gesundheitlichen Gründen zur Lebensführung benötigt, insbesondere als Transportmittel zum Ort von medizinischen Behandlungen oder zur Aufrechterhaltung von sozialen Kontakten (BVR 2013 S. 506 E. 4.5.4; BGE 106 III 104; VGE 2012/408/409 vom 21.2.2014 E. 3.3.1; Georges Vonder Mühll, a.a.O., Art. 92 SchKG N. 11 sowie Art. 93 SchKG N. 28 zur Bemessung der Kosten). – Angesichts ihres kurzen Arbeitswegs von rund 6 km (...) bzw. 9 km (...) und der guten Erschliessung ihres Wohnorts durch die öffentlichen Verkehrsmittel stellen die Fahrzeugkosten bei der Beschwerdeführerin keine unumgänglichen Berufsauslagen dar. Zudem verpasst es die Beschwerdeführerin, die Notwendigkeit eines Autos aus gesundheitlichen Gründen zu belegen. Trotz der im Schreiben vom 22. August 2016
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geschilderten gesundheitlichen Einschränkungen, ist davon auszugehen, dass sie die rund 300 Meter bis zum nächsten Bahnhof zu Fuss zurücklegen kann (vgl. Vorakten StRK [act. 8A] pag. 10). Insgesamt ist nicht dargetan, inwiefern dem Auto Kompetenzcharakter zukommen sollte. Die StRK hat die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Autokosten somit zu Recht nicht in die Berechnung des Zwangsbedarfs aufgenommen. Als unumgängliche Berufsauslagen sind daher einzig die Kosten für die Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel zu berücksichtigen. Ein entsprechendes «Libero-Abonnement» kostet jährlich Fr. 790.--, womit monatliche Kosten von Fr. 66.-- anfallen (einsehbar unter: <www.mylibero.ch>, Rubriken «Abos & Billette/Abos/Preise für »).
3.10 Nach dem Gesagten ist von folgendem aktualisierten und  Zwangsbedarf der Beschwerdeführerin auszugehen:
Grundbetrag Fr. 1'100.00 Wohnkosten (inkl. Nebenkosten) Fr. 741.00 Krankenkasse KVG Fr. 494.00 Krankenkasse VVG Fr. 12.50 Mehrkosten auswärtige Verpflegung Fr. 200.00 Fahrkosten Fr. 66.00
----------------------
Zwangsbedarf Fr. 2'613.50
Werden dem Zwangsbedarf von Fr. 2'613.50 die Einkünfte von Fr. 3'623.-- gegenübergestellt, so resultiert eine frei verfügbare Quote von Fr. 1'009.50 pro Monat. Da sich die unbezahlt gebliebenen Kantons- und  des Jahres 2015 auf insgesamt Fr. 4'973.45 (exkl. Verzugszinsen) belaufen, ist es der Beschwerdeführerin grundsätzlich möglich, ihre  innert rund fünf Monaten und mithin in absehbarer Zeit zu . Damit liegt kein wirtschaftlicher Härtefall vor, weshalb der  – wie die StRK zutreffend erkannt hat – kein Steuererlass zu gewähren ist. Daran vermag der Umstand, dass die EG B._ in früheren Steuerjahren gestützt auf Art. 41 StG das Einkommen der Beschwerdeführerin auf Null festgelegt hat, nichts zu ändern: Die
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Gewährung eines besonderen Abzugs nach Art. 41 Abs. 1 StG ist Teil des Veranlagungsverfahrens. Veranlagungen vorangehender oder nachfolgender Steuerjahre präjudizieren weder andere Veranlagungs- noch Erlassverfahren (vgl. VGE 2016/197/198 vom 13.6.2017 E. 4.7, 2014/279/280 vom 23.5.2016 E. 3.4.2). Aus den Steuerveranlagungen vor 2015 vermag die Beschwerdeführerin daher nichts zu ihren Gunsten abzuleiten. Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass die Veranlagung für das Steuerjahr 2015 im Rahmen des Erlassverfahrens nicht auf ihre Richtigkeit überprüft werden kann (Art. 240a Abs. 5 StG). Die Beschwerde erweist sich damit als unbegründet und ist abzuweisen.
4.
4.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die Beschwerdeführerin kostenpflichtig (Art. 151 StG i.V.m. Art. 108 Abs. 1 VRPG). Sie hat jedoch um unentgeltliche Rechtspflege ersucht.
4.2 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von den Verfahrenskosten, wenn diese nicht über die erforderlichen Mittel  und ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 111 Abs. 1 VRPG; vgl. auch Art. 117 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 [Zivilprozessordnung, ZPO; SR 272]). Ein Prozess ist nicht aussichtslos, wenn berechtigte Hoffnung besteht, ihn zu gewinnen, also wenn Gewinnaussichten und Verlustgefahren sich ungefähr die Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Als aussichtslos sind demgegenüber Prozessbegehren anzusehen, bei denen die  beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren und die  kaum als ernsthaft bezeichnet werden können. Massgebend ist dabei, ob eine Partei, die über die nötigen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen oder aber davon absehen würde; eine Partei soll einen Prozess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht deshalb austragen können, weil er sie nichts kostet (BVR 2015 S. 487 E. 7.1; BGE 139 III 475 E. 2.2).
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4.3 Angesichts der klaren Verhältnisse, die schon im angefochtenen Entscheid zum Ausdruck gekommen sind, muss die Prozessführung vor dem Verwaltungsgericht als von vornherein aussichtslos betrachtet werden, da die Gewinnaussichten deutlich geringer waren als die Verlustgefahren. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist daher abzuweisen, ohne dass die Prozessarmut der Beschwerdeführerin noch zu prüfen wäre. Dem Umstand, dass das Gesuch nicht vorab, sondern erst zusammen mit der Hauptsache beurteilt wird, ist praxisgemäss mit einer Reduktion der  Rechnung zu tragen. Parteikosten sind keine zu sprechen (Art. 151 StG i.V.m. Art. 108 Abs. 3 und 104 Abs. 3 VRPG).