Decision ID: 90907121-29d0-4eb8-84d4-0afb44b44e55
Year: 2009
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
S._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwältin Debora Schlegel-Bilgeri, Advokaturbüro Dähler &
Lippuner, Poststrasse 12, 9000 St. Gallen,
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gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a S._, Jahrgang 1957, meldete sich im Mai 2000 erstmals zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung (IV) an (IV-act. 1). Mit mehreren Verfügungen
sprach ihm die IV-Stelle einen Arbeitsversuch bzw. eine Einarbeitung bei der A._ AG
für den Zeitraum 2. März 2001 bis 30. November 2002 zu (IV-act. 15; 23; 28; 35). Mit
Verfügung vom 22. Juli 2004 erklärte sie die beruflichen Massnahmen für erfolgreich
abgeschlossen, obwohl es bei der A._ AG nicht zu einer Festanstellung gekommen
war (IV-act. 46).
A.b Im April 2005 meldete sich der Versicherte erneut zum IV-Leistungsbezug an und
beantragte Berufsberatung, Umschulung, Arbeitsvermittlung und Rente. Er machte
geltend, sich am 8. April 2005 einer Bandscheibenoperation unterzogen und in der
Nacht nach dieser Operation einen Hirnschlag erlitten zu haben, der eine linksseitige
Hemiplegie ausgelöst habe (IV-act. 47). Dr. med. B._, Facharzt FMH für Allgemeine
Medizin, Wilen, nannte im Arztbericht vom 10. Juni 2005 insbesondere die Diagnosen
lumboradikuläres Schmerzsyndrom links bei Diskushernie L5/S1, residuelle Fuss- und
Grosszehenheberparese links, Status nach PAT L4/5 rechts bei akutem
Schmerzsyndrom 12/04, Status nach Dekompression L4/5 bei engem Spinalkanal und
Diskusprotrusion 1995 sowie ischämischer Hirninfarkt. Der Versicherte sei seit
20. September 2004 und bis auf Weiteres voll arbeitsunfähig (IV-act. 61-3). Im
Arztbericht vom 14. Juni 2005 nannte Dr. med. C._, Neurochirurgie des
Kantonsspitals St. Gallen, insbesondere die Diagnosen ischämischer Hirninfarkt im
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Mediastromgebiet rechts, persistierendes Foramen ovale mit hypermobilem
Vorhofseptum, lumboradikuläres Schmerzsyndrom rechtsbetont und Status nach
zweimaliger Valgisation mit Tibiakopf-Osteotomie links. Seit 7. April 2005 bestehe bis
auf Weiteres eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 60-1). Dr. med. D._ von der
Rheinburg-Klinik, Walzenhausen, zählte im Arztbericht vom 30. Juni 2005 weitgehend
dieselben Diagnosen auf. Der Versicherte sei durch neuropsychologische
Funktionsstörungen und lumboischialgiforme Schmerzsymptomatik eingeschränkt.
Zurzeit bestehe keine Arbeitsfähigkeit (IV-act. 62-5, 62-7). Dr. B._ ging am
25. Oktober 2005 weiterhin von einer vollen Arbeitsunfähigkeit aus (IV-act. 69-3).
A.c Die IV-Stelle gab im Januar 2006 beim servizio accertamento médico (SAM) in
Bellinzona eine polydisziplinäre Begutachtung in Auftrag. Das Gutachten erging am
16. August 2006. Darin werden als Folge des Hirninfarkts vom 9. April 2005 die
Diagnosen Hemisyndrom links, leichte neuropsychologische Defizite, organische
Persönlichkeitsstörung und kardiogene Embolie genannt. Weiter hätten die Diagnosen
Gonarthrose links und chronisches Lumbovertebralsyndrom Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit (IV-act. 76-14). Im angestammten Beruf als Monteur von Rauchfängen
und Kaminen sei der Versicherte nicht mehr arbeitsfähig. Als Solarzellen-Verkäufer
bestehe jedoch insgesamt eine medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit von 50%
(funktionelle Einschränkungen und Leistungen über einen ganzen Arbeitstag; IV-
act. 76-18). Für andere adaptierte Tätigkeiten wird die Arbeitsfähigkeit im
Gesamtgutachten ebenfalls auf 50% geschätzt (IV-act. 76-20).
A.d Mit Vorbescheid vom 5. April 2007 kündigte die IV-Stelle dem Versicherten an, ihm
ab Dezember 2004 eine Viertelsrente, für Februar 2005 eine halbe Rente, ab März 2005
eine Dreiviertelsrente, ab Mai 2005 eine ganze Rente und ab April 2006 wiederum eine
halbe Rente zusprechen zu wollen (IV-act. 94). Trotz widersprechender Einwendungen
von Rechtsanwältin lic. iur. Debora Schlegel-Bilgeri vom 18. Mai 2007 in Vertretung des
Versicherten (IV-act. 103) verfügte die IV-Stelle in fünf Verfügungen vom 12. Juli 2007
gemäss Vorbescheid (act. G 1.1.1).
B.
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B.a Gegen die vier die Zeiträume 1. Dezember 2004 bis 30. April 2005 sowie ab 1. April
2006 betreffenden Verfügungen richtet sich die Beschwerde der Rechtsvertreterin des
Versicherten vom 6. September 2007. Sie beantragt deren Aufhebung. Dem
Beschwerdeführer sei ab 1. Dezember 2004 eine ganze Rente zuzusprechen.
Eventualiter sei eine Umschulung anzuordnen. Es sei eine mündliche Verhandlung
durchzuführen, alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Weiter beantragt sie die
Verpflichtung der Beschwerdegegnerin, die Kosten für die Übersetzung des SAM-
Gutachtens in der Höhe von Fr. 2'000.- zu erstatten. In den angefochtenen
Verfügungen werde nicht dargelegt, auf welche Arztzeugnisse sich die
Rentenabstufungen bis Mai 2005 stützten. Mit der fehlenden Begründung sei der
Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt worden. Die Beschwerdegegnerin lasse
unberücksichtigt, dass der psychiatrische SAM-Teilgutachter Dr. med. E._, Facharzt
FMH für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, eine nahezu vollständige
Arbeitsunfähigkeit attestiert habe. Dr. E._ habe die vom Beschwerdeführer
beschriebenen Einschränkungen als massiv gravierender beurteilt, als sie von diesem
selbst wahrgenommen würden. Dies erstaune einerseits aufgrund der bei
Hirnverletzungen häufig vorkommenden fehlenden Realitätswahrnehmung,
andererseits aufgrund der von der Ehefrau geschilderten Wesensveränderungen des
Beschwerdeführers nicht. Neben der Ehefrau und dem Hausarzt Dr. B._ kenne und
bestätige auch der IV-Berufsberater, der den Beschwerdeführer seit über sieben
Jahren betreue, dessen emotionale und psychische Limitation. Dr. E._ habe eine
vollständige Erwerbsunfähigkeit attestiert, während der Neurologe aus neurologischer
Sicht eine höhere Arbeitsfähigkeit festgestellt habe. Im Gesamtgutachten sei im Sinn
einer "Mischrechnung" eine Arbeitsunfähigkeit von 50% angenommen worden. Diese
Annahme sei unseriös und wissenschaftlich nicht fundiert. Bei der Bestimmung der
Erwerbsunfähigkeit sei von der stärksten Einschränkung auszugehen, unabhängig
davon, ob in anderen Teilbereichen eine gänzliche oder nur schon höhere
Leistungsfähigkeit vorhanden sei. Beim Invalideneinkommen könne im Übrigen nicht
von einem Betrag von Fr. 38'286.- (50% Einkommen eines Verkaufssachbearbeiters für
Solaranlagen) ausgegangen werden, zumal der IV-Berufsberater festgehalten habe, bei
arbeitsanalytischer Betrachtung sei es unvorstellbar, dass der Beschwerdeführer hier
noch etwas Verwertbares zu leisten im Stand sei. Gemäss dem orthopädischen
Teilgutachter könne lediglich unter Annahme der besten Hypothese eine
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Arbeitsfähigkeit von 50% angestrebt werden; im Begutachtungszeitpunkt sei eine
Arbeitsfähigkeit von 50% demnach noch nicht ausgewiesen gewesen. Bei einer
Tätigkeit im geschützten Rahmen, wie sie von Psychiater, Berufsberater und Hausarzt
empfohlen werde, könne der Beschwerdeführer bei optimistischer Betrachtung jährlich
maximal Fr. 12'000.- verdienen, sodass ein Invaliditätsgrad von mindestens 85%
resultiere (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 24. Oktober
2007 die Abweisung der Beschwerde. Es sei festzustellen, dass der Beschwerdeführer
bis Ende Juni 2005 keinen Anspruch auf eine Invalidenrente habe. Die Begutachtung
sei bei der MEDAS in Bellinzona in Auftrag gegeben worden, weil der
Beschwerdeführer gebürtiger Italiener sei. Demnach sei er in der Lage, das MEDAS-
Gutachten zu lesen. Entgegen seiner Ansicht wäre es ihm zumutbar gewesen, einen
Rechtsvertreter zu beauftragen, der sowohl deutsch als auch italienisch könne.
Zutreffend sei, dass die Abstufung der Invalidenrente in den angefochtenen
Verfügungen nicht ausreichend begründet sei. Weil man jedoch hierzu in der
Beschwerdeantwort Stellung nehme, könne praxisgemäss die Verletzung des
rechtlichen Gehörs geheilt werden. Der Invaliditätsbegriff der IV stimme mit demjenigen
der obligatorischen UV überein, weshalb die Invaliditätsschätzung in Bezug auf den
gleichen Gesundheitsschaden im Regelfall zum gleichen Invaliditätsgrad führen müsse.
Gemäss der Verfügung der SUVA vom 24. Januar 2003 betrage der Invaliditätsgrad
des Beschwerdeführers 24%. Sein Gesundheitszustand sei bis zum Zeitpunkt der im
Kantonsspital St. Gallen im Dezember 2004 durchgeführten Periduralanästhesie L4/5
rechts aufgrund der akuten Lumboischialgien stationär geblieben. Erst aufgrund der
Diskushernie vom 8. April 2005 und des Hirninfarkts vom 9. April 2005 habe sich der
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers wesentlich verschlechtert, weshalb
sowohl der Arztbericht der Klinik für Neurochirurgie als auch derjenige der Rheinburg-
Klinik ab 7. bzw. 8. April 2005 von einer vollen Arbeitsunfähigkeit des
Beschwerdeführers ausgehen würden. Entgegen dem MEDAS-Gutachten liege daher
nicht bereits ab September 2004 eine volle Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers
vor. Vielmehr gelte bis Anfang April 2005 der von der UV festgelegte Invaliditätsgrad
von 24%. Somit habe der Beschwerdeführer nach Art. 88a Abs. 2 IVV erst ab Juni 2005
Anspruch auf eine ganze Rente. Laut MEDAS-Gutachten sei etwa ab Januar 2006 von
einer Arbeitsfähigkeit von 50% in einer angepassten Tätigkeit auszugehen, weshalb die
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Rente gemäss Art. 88a Abs.1 IVV zu Recht auf eine halbe herabgesetzt worden sei. Der
psychiatrische Teilgutachter Dr. E._ attestiere dem Beschwerdeführer einzig
organisch/funktionelle Beschwerden seiner Persönlichkeit. Die von Dr. E._
aufgeführten Befunde würden deutlich machen, dass dieser beim Beschwerdeführer
keine eigentliche psychische Erkrankung, sondern vielmehr geistige Defizite
beschreibe, die vom Hirninfarkt verursacht worden seien. Diese Einschränkungen samt
ihren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit seien jedoch durch den Neurologen bzw.
Neuropsychologen festzusetzen. Mangels erheblicher psychopathologischer Befunde
habe die MEDAS beim Beschwerdeführer in der Gesamtbeurteilung zu Recht aus
psychiatrischer Sicht keine Arbeitsunfähigkeit attestiert. Die genannten kognitiven
Einschränkungen habe die MEDAS gestützt auf das neurologische/
neuropsychologische Konsilium nachvollziehbar mit einer Arbeitsunfähigkeit von 50%
bewertet. Offen bleiben könne, ob der Beschwerdeführer auf dem vorausgesetzten
hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt eine Stelle als Verkaufssachbearbeiter für
Solaranlagen erhalten würde und welches Einkommen er mit der umgeschulten
Tätigkeit erzielen würde. Sachgerechter scheine, das Invalideneinkommen gestützt auf
die Tabellenlöhne zu bestimmen, zumal der Beschwerdeführer seine
Restarbeitsfähigkeit nicht im zumutbaren Ausmass verwerte. Entgegen der Ansicht des
Beschwerdeführers sei die Einschätzung des Berufsberaters zu seiner Arbeitsfähigkeit
nicht relevant, weil es ausschliesslich Aufgabe des Arztes sei, zur Frage Stellung zu
nehmen, in welcher Tätigkeit in welchem Ausmass es einem Versicherten zumutbar sei,
zu arbeiten. Für den Beschwerdeführer geeignete Tätigkeiten seien etwa leichtere
Maschinenbedienungs-, Kontroll-, Sortier-, Prüf- sowie Verpackungsarbeiten, leichtere
Arbeiten bei der Lager- und Ersatzteilbewirtschaftung sowie Kurier- und leichtere
Lieferdienste. Weil der Beschwerdeführer über relativ gute berufliche Qualifikationen
verfüge, sei es gerechtfertigt, bei den Tabellenlöhnen 2000 die Anforderungsstufe 3
(Berufs- und Fachkenntnisse vorausgesetzt) zu nehmen. Damit resultiere ein
Invaliditätsgrad von 59%. Die angefochtene Verfügung sei im Ergebnis rechtmässig
(act. G 4).
B.c In der Replik vom 14. November 2007 lässt der Beschwerdeführer an seinen
Anträgen festhalten. Der Antrag der Beschwerdegegnerin, es sei festzustellen, dass der
Beschwerdeführer bis Ende Juni 2005 keinen Anspruch auf ein Invalidenrente habe, sei
verwirrend. Zunächst könnte man meinen, es handle sich um eine reformatio in peius.
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Unter Ziff. 5 der Begründung halte die Beschwerdegegnerin dann aber fest, die
angefochtene Verfügung sei korrekt. Die Beschwerdegegnerin habe die
Beschwerdefrist ungenutzt verstreichen lassen und könne daher keine nachträgliche
Änderung der vom Beschwerdeführer angefochtenen Verfügungen beantragen.
Betreffend Übersetzungskosten macht die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers
geltend, es dürfe als allgemein bekannt bezeichnet werden, dass das Beherrschen der
italienischen Sprache allein nicht ausreichend sei, um ein medizinisches Gutachten
lesen und verstehen zu können, vielmehr sei entsprechendes Fachwissen notwendig.
So nütze es dem Beschwerdeführer denn auch nicht viel, wenn er selbst der
italienischen Sprache mächtig sei, sei er doch aufgrund der vielen Spezialbegriffe auf
fachliche Unterstützung angewiesen. Man habe sich vergeblich bemüht, einen Anwalt
zu finden, der im Sozialversicherungsrecht tätig sei und zudem italienische
medizinische Gutachten für eine juristische Beurteilung ausreichend verstehen könne.
Zudem habe der Beschwerdeführer Anspruch darauf, dass die wesentlichen
Beweismittel in der Amtssprache des Gerichts vorlägen. Materiell lässt der
Beschwerdeführer anbringen, die Beschwerdegegnerin widerspreche sich selbst,
indem sie einerseits das MEDAS-Gutachten als schlüssig, einleuchtend und damit
unanfechtbar bezeichne, andererseits aber festhalte, dass entgegen diesem Gutachten
nicht ab September 2004 eine volle Arbeitsunfähigkeit vorliege, sondern bis April 2005
der von der UV festgelegte Invaliditätsgrad von 24% gelte. Zudem verkenne die
Beschwerdegegnerin bei dieser Behauptung, dass die UV die Rente allein aus
unfallbedingten Beeinträchtigungen der Knie zugesprochen habe. Betreffend
Festlegung der Arbeitsfähigkeit sei die psychiatrische Diagnose derart invalidisierend,
dass eine Kompensation in anderen medizinischen Gebieten ausgeschlossen sei.
Mangels effektiver Umschulung wie auch aufgrund der behinderungsbedingten
Einschränkungen sei undenkbar, dass der Beschwerdeführer die Tätigkeit als Vertreter
für Solarzellen je wieder werde aufnehmen können. Entsprechend sei abzuklären,
welche Tätigkeiten der Beschwerdeführer überhaupt noch ausführen könne. Es sei
weltfremd, bei der Bestimmung des Valideneinkommens (richtig: Invalideneinkommens)
bei den Tabellenlöhnen die Anforderungsstufe 3 heranzuziehen. Diese würden
regelmässig höhere Ausbildungen, aber auch Anforderungen voraussetzen,
insbesondere auf Verhaltens- und Belastbarkeitsebene. Auch gemäss dem von der
Beschwerdegegnerin abgesteckten möglichen Berufsfeld sei vom Anforderungsniveau
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4 auszugehen. Selbst wenn man mit der Beschwerdegegnerin von einer
Arbeitsfähigkeit von 50% ausgehen wollte, würde somit ein Invaliditätsgrad von über
60% resultieren (act. G 6).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 23. November 2007 auf die Einreichung
einer Duplik (act. G 8).
B.e Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers verzichtete mit Schreiben vom
5. Dezember 2007 auf die Durchführung einer mündlichen Verhandlung (act. G 11).

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil
in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei
der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben, und weil bei
der Beurteilung ferner auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen
Verfügungen vom 12. Juli 2007 eingetretenen Sachverhalt abzustellen ist (BGE 132 V
215 Erw. 3.1.1; Urteil 8C_589/2007 vom 14. April 2008, Erw. 3), sind vorliegend die bis
zum 31. Dezember 2007 geltenden materiellen Bestimmungen anzuwenden.
2.
Die rückwirkende Zusprache der Invalidenrente ist von der Beschwerdegegnerin auf
mehrere Verfügungen, alle datiert mit 12. Juli 2007, aufgeteilt worden. Diese Aufteilung
erfolgt praxisgemäss offenbar aus EDV-technischen Gründen. Die rückwirkende
abgestufte Rentenzusprache darf jedoch nicht für bestimmte Perioden je getrennt
verfügt werden (vgl. BGE 131 V 164 ff., Erw. 2.3). Sämtliche Verfügungen vom 12. Juli
2007 bilden deshalb nur Teile ein und derselben Rentenverfügung. Die einzelnen
Verfügungsteile sind für sich allein nicht rechtskraftfähig und damit auch nicht für sich
allein anfechtbar. Obwohl die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers die Verfügung
betreffend den Zeitraum 1. Mai 2005 bis 31. März 2006 (IV-act. 106-5) nicht explizit
anfocht, ist auch dieser Teil im vorliegenden Verfahren zu überprüfen (vgl. etwa den
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Entscheid IV 2007/167 des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom
20. August 2008, Erw. 2.2). Ohnehin ist das Versicherungsgericht an die Anträge der
Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. d ATSG).
3.
3.1 Unter Invalidität wird bei als Gesunden voll erwerbstätigen Personen die
voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist dabei der
durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch
massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG durch einen
Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die versicherte Person
nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der notwendigen und
zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen
könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Einkommen,
das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG (bzw. Art. 28 Abs. 1 IVG in der bis Ende
2007 in Kraft gestandenen Fassung) besteht der Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente, wenn der Versicherte mindestens zu 70%, derjenige auf eine
Dreiviertelsrente, wenn er wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von
mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-Grad
von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
3.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 Erw. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von
Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel
eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten.
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Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für
die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden
ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 Erw. 3a).
3.3 Vorab ist die medizinische Aktenlage zu würdigen.
3.3.1 Dr. C._ gab am 14. Juni 2005 eine vorläufige Beurteilung ab. Der prolongierte
Genesungsprozess aufgrund des postoperativen ischämischen Hirninfarkts vom
8. April 2005 mache derzeit die Ausübung der bisherigen Tätigkeit (Verkauf von
Solaranlagen) weiterhin unmöglich. Die Lumboradikulopathie erlaube dem Versicherten
zudem praktisch keine stehende Tätigkeit. Er sei zur Schmerzreduktion auf häufige
Lagewechsel angewiesen. Autofahren sei aufgrund der Schmerzexazerbation bzw. der
Konzentrationsprobleme aktuell noch nicht möglich (IV-act. 60-3 f.). Am 30. Juni 2005
berichtete Dr. D._, Spitalfacharzt an der Rheinburg-Klinik, von weiteren notwendigen
Eingriffen und Abklärungen. Für eine abschliessende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
sei es derzeit noch zu früh (IV-act. 62-8). Am 22. August 2005 fand ein operativer
Verschluss des persistierenden Foramen ovale (PFO) statt (IV-act. 69-4). Der Hausarzt
Dr. B._ berichtete am 25. Oktober 2005, der Versicherte leide noch unter dem
residuellen sensomotorischen Hemisyndrom links in Remission. Auch seien leichte bis
mittelschwere neuropsychologische Funktionsstörungen festgestellt worden. Die
bisherige Tätigkeit sei aktuell noch nicht zumutbar (IV-act. 69-5).
3.3.2 An der schliesslich vom SAM in Bellinzona durchgeführten Begutachtung
beteiligten sich neben einem Orthopäden, einer Internistin, einem Allgemeinmediziner
und einem Neurologen ein Neuropsychologe und ein Psychiater. Das psychiatrische
Teilgutachten erstattete Dr. E._ am 23. Juni 2006. Er nennt die Diagnose "disturbo
organico di personalità". Die vom Beschwerdeführer grundsätzlich geklagten Probleme
seien Konzentrations- und Aufmerksamkeitsschwierigkeiten und vor allem
Gefühlsschwankungen. Er sei seit dem Hirninfarkt nicht mehr wiederzuerkennen, und
zwar "emozionalmente e anche fisicalmente". Er bezeichne sich selbst als lethargisch,
apathisch und lustlos. Als sehr störend empfinde er seine "labilità emotiva", die ihn
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leicht zum Weinen bringe. Weiter berichte er von verminderter Frustrationstoleranz, er
werde rasch aggressiv, vor allem in innerfamiliären Belangen. Unter heftigem Weinen
habe er gestanden, seine Kinder nicht mehr zu ertragen (IV-act. 76-40). Dr. E._
berichtete, der Kontakt zum Versicherten sei ausreichend herstellbar gewesen.
Räumlich und zeitlich habe er orientiert gewirkt, seine Orientierungsfähigkeit war nach
Ansicht von Dr. E._ jedoch limitiert. Der Versicherte neige dazu, seine Probleme zu
unterschätzen. Er habe "notevoli difficoltà comprensive e concentrative come pure di
memoria". Der Gedankenlauf sei verlangsamt, eingeschränkt und gehemmt durch
abschweifende Ideen. Absurde Ideen oder Wahrnehmungsschwierigkeiten
beobachtete Dr. E._ hingegen nicht. Weiter beschrieb der Gutachter den
Versicherten im Affekt als "nettamente impoverito, scoraggiato, angosciato, teso,
inquieto con un'incapacità di percepire e prevedere il suo avvenire". Nach Ansicht von
Dr. E._ bewertet der Versicherte seine künftigen Kompetenzen/Möglichkeiten zu
hoch und misst der anhaltenden emotionalen Labilität eine zu kleine Bedeutung bei. In
seiner faktischen Initiative sei er nicht vermindert, in der gedanklichen hingegen schon.
Seine Sprache sei charakterisiert durch Unterbrechungen und
Ausdrucksschwierigkeiten von zentraler Bedeutung. Nach Ansicht von Dr. E._ ist der
Versicherte nicht in der Lage, eine Arbeitsaktivität auszuüben. Wenn überhaupt, wäre
ein Einsatz von 15-20% möglich, was jedoch extrem unsicher sei. Auch wenn aus
somatischer Sicht eine Besserung eingetreten sei, so sei dies aus psychiatrischer und
neuropsychologischer Sicht nicht der Fall. Dr. E._ rechtfertigt die attestierte
Einschränkung mit Problemen der Konzentration, der Aufmerksamkeit und vor allem
der emotionalen Labilität und demnach der Gesellschaftsfähigkeit (IV-act. 76-40 ff.).
3.3.3 Die neurologische und neuropsychologische Testung und Beurteilung durch
Dr. med. F._, Facharzt FMH für Neurologie, und G._, Neuropsychologe, ergab
gemäss Teilgutachten vom 7. Juli 2006 auf kognitiver Ebene Restschwierigkeiten, über
längere Zeit aufmerksam zu bleiben. Auf neurologischer Ebene wird von einer
gefühlsmässigen Labilität und erhöhter Reizbarkeit "in seguito a sollecitazioni
importanti" berichtet. Die erhobenen Defizite würden gut mit dem Hirninfarkt
übereinstimmen und eine Konstanz mit den am 19. April 2006 in Zihlschlacht bereits
erhobenen Befunden zeigen (IV-act. 76-28). Im neurologischen Teilgutachten vom
4. August 2006 konstatiert Dr. F._ aufgrund des Hemisyndroms eine diskrete
Einschränkung in physischen Anstrengungen und langen Handlungen unter Belastung.
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Zusätzlich könnten Koordinationsstörungen die Arbeitsqualität in Bezug auf die
Genauigkeit beeinflussen. Zeitliche Einschränkungen werden diesbezüglich jedoch
nicht gesehen. Die leichten neuropsychologischen Defizite würden die
Lernmöglichkeiten und die Zeit beeinflussen, in der der Versicherte seine
Aufmerksamkeit in relativ komplexen Aufgaben aufrecht erhalten könne. Die
gefühlsmässige Instabilität und die erhöhte Reizbarkeit könnten sodann den Kontakt
mit Drittpersonen stören und einschränken. Wenn der Beruf als Verkaufsvertreter von
Solarzellen nicht mehr möglich sei, dann eine einfachere Arbeit mit eingeschränktem
Publikumskontakt, die eine beschränkte physische Belastung beinhalte und an die
Beidhändigkeit nicht zu grosse Anforderungen stelle. Insofern wäre diese Tätigkeit
möglich, dies auch zu 100%. Anfänglich sei jedoch ein Pensum von 50% bis 70% zu
empfehlen, um dem Versicherten die Möglichkeit zu geben, nicht mit einer zu grossen
psychischen Belastung zu beginnen (IV-act. 76-22 ff.).
3.3.4 Dr. med. H._, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie, wies in seinem
Teilgutachten vom 16. Juni 2006 auf die linksseitige Gonarthrose und auf das
chronische Lumbovertrebralsyndrom hin. In einer abwechslungsweise sitzenden und
stehenden Tätigkeit ohne wiederholtes Heben von über zehn kg und unter Vermeidung
gebückter oder kniender Stellungen betrage die Arbeitsfähigkeit 50% "nel caso più
favorevole" (IV-act. 76-37). Im Gesamtgutachten wurde die Arbeitsfähigkeit als
Solarzellen-Verkäufer schliesslich auf 50% festgelegt. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung
von Dr. E._ sei in der Diskussion nicht konsensfähig gewesen. Die Argumente, mit
denen Dr. E._ seine Einschätzung begründe, würden den Ergebnissen der
neuropsychologischen Examination widersprechen. Die Ausführungen von Dr. F._
seien hingegen "ben articolate e basate sull'effettivo riscontro dei test" (IV-act. 76-19).
Die optimal adaptierte Tätigkeit wird wie folgt umschrieben: keine Transporte und
wiederholte Hebetätigkeiten über zehn kg, kein Begehen von unebenen, abschüssigen
und rutschigen Geländen, Vermeidung von gebückten und knienden Stellungen,
Möglichkeit einer abwechselnd sitzenden und stehenden Position, einfache
Verrichtungen mit eingeschränktem Publikumskontakt, keine anspruchsvollen
Tätigkeiten, wenn beidhändige Feinarbeit verlangt werde. In dieser Art von Aktivität sei
der Versicherte seit Januar 2006 50% arbeitsfähig. Ab September 2004 sei eine totale
Arbeitsunfähigkeit aufgrund des Rezidivs der Lumboischialgie mit sukzessiver
subakuter Fussheberparese festzuhalten (IV-act. 76-20).
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3.4 Diese Gesamtbeurteilung erscheint als schlüssig. Dr. E._, der am Rande bemerkt
lediglich über den
Facharzttitel Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie FMH verfügt, nannte
keine spezifischen psychiatrischen Diagnosen, die seine Beurteilung als plausibler als
die im Gesamtgutachten geäusserte erscheinen liessen. Nicht nur der Neurologe und
der Neuropsychologe, sondern auch die Internistin Dr. med. I._, die über den
Fähigkeitsausweis Psychosomatische und Psychosoziale Medizin (SAPPM) verfügt,
konnte der Einschätzung von Dr. E._ nicht beipflichten. Gemäss Dr. E._ neigt der
Beschwerdeführer dazu, seine Probleme zu unterschätzen. Wie er zu dieser
Beurteilung kommt, begründet Dr. E._ nicht. Nicht nur die Selbsteinschätzung des
Beschwerdeführers, sondern auch die neuropsychologischen Tests liegen im Ergebnis
deutlich über der Einschätzung des Psychiaters. Er selbst hat offenbar keine Tests
durchgeführt und sich zu den Ergebnissen der neuropsychologischen Testung auch
nicht geäussert. Wahnideen, absurde Gedanken oder Wahrnehmungsschwierigkeiten
beobachtete Dr. E._ nicht. Er rückte insbesondere die emotionale Labilität des
Versicherten ins Zentrum. Dieses Problem wurde auch in der neuropsychologischen
und der neurologischen Begutachtung aufgegriffen, jedoch in seinen Auswirkungen
nicht als derart zentral beurteilt. Die Ergebnisse der neuropsychologischen Beurteilung
stehen übrigens weitgehend im Einklang mit den Resultaten der neuropsychologischen
Untersuchung von K._ der Humaine Klinik Zihlschlacht vom 19. April 2006. Der
Versicherte habe berichtet, vom Denken her keine Probleme im Alltag festgestellt zu
haben. Er fahre inzwischen auch wieder Auto. Während der ganzen Untersuchung habe
er kooperativ und motiviert mitgearbeitet. Das Instruktionsverständnis sei auch bei
komplexeren Aufgaben nicht beeinträchtigt gewesen. Tests hätten deutlich gemacht,
dass der Versicherte neben feinmotorischen Schwierigkeiten auch Defizite im
räumlichen Vorstellungsvermögen habe. Andererseits habe beobachtet werden
können, dass kleine Hilfestellungen vom Versicherten sofort verwertet worden seien
und zu einem besseren Resultat geführt hätten. Aufmerksamkeit/Konzentration wurden
als unauffällig bezeichnet. Die Messungen der einfachen Reaktionsleistungen auf einen
visuellen Reiz hätten ausreichende Resultate bzgl. der durchschnittlichen Schnelligkeit
und ausreichenden Gleichmässigkeit erbracht. Die exekutiven Funktionen seien leicht
beeinträchtigt. Die Überprüfung der basalen Planungskompetenz sei quantitativ und
qualitativ knapp unauffällig gewesen. Der Versicherte habe bei einer relativ einfachen
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Aufgabenstellung zunächst Schwierigkeiten gezeigt, die sich jedoch im Verlauf
relativiert hätten. Gesamthaft betrachtet könnten die neuropsychologischen Störungen
im Hinblick auf den Schweregrad als leicht eingestuft werden (IV-act. 76-45 f.).
3.5 Freilich können dem Beschwerdeführer keine besonders komplexen Tätigkeiten
mehr zugemutet werden. Die medizinischen Akten liefern jedoch keine überzeugenden
Hinweise darauf, dass er selbst einfache Hilfsarbeiten nicht mehr sollte ausüben
können, sofern eine sorgfältige Einarbeitung stattfindet und auf die körperlichen und
neuropsychologischen Einschränkungen hinreichend Rücksicht genommen wird.
Grundsätzlich erscheint die Gesamtbeurteilung des SAM als nachvollziehbar und
schlüssig, die Widersprüche zur Einschätzung von Dr. E._ werden hinlänglich
ausgeräumt. Folglich ist von einer Arbeitsfähigkeit von 50% in einer optimal adaptierten
Tätigkeit auszugehen. Diese Einschätzung widerspricht entgegen der Meinung des
Beschwerdeführers jener von Dr. H._ nicht. Dieser legte die Arbeitsfähigkeit "nel caso
più favorevole" auf 50% fest, was sich offensichtlich auf eine optimal adaptierte
Tätigkeit bezieht.
4.
4.1 Mit Verfügung vom 22. Juli 2004 wurde dem Beschwerdeführer mitgeteilt, die
beruflichen Massnahmen seien erfolgreich abgeschlossen (IV-act. 46). Diese
rechtskräftige Einstellung der beruflichen Massnahmen muss sich der
Beschwerdeführer im vorliegenden Verfahren nicht entgegenhalten lassen, weil sich
sein Gesundheitszustand seither insbesondere infolge des Hirninfarkts verändert hat
und der Anspruch auf berufliche Massnahmen erneut umfassend geprüft werden muss.
4.2 Der IV-Berufsberater hielt im Schlussbericht vom 31. Januar/1. Februar 2007 fest,
bei arbeitsanalytischer Betrachtung sei es unvorstellbar, dass der Beschwerdeführer
als Verkäufer von Solaranlagen noch etwas Verwertbares zu leisten im Stand sei. Er
verweist auf den hohen Beratungs- und Informationsaufwand. Die Arbeit sei mit viel
Reiseaufwand verbunden. Bei den bestehenden Bauten müssten umfangreiche
Abklärungen vom Dach bis zum Keller vorgenommen werden (IV-act. 85). Diese
Einschätzung des Berufsberaters ist überzeugend. Aufgrund der attestierten
körperlichen sowie neurologischen und neuropsychologischen Einschränkungen kann
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der Beschwerdeführer die qualifizierte, selbstständige Verkaufsarbeit in der
Solarzellenbranche überwiegend wahrscheinlich nicht mehr ausüben. Dies bedeutet
jedoch nicht, dass auch sonst keine Tätigkeiten mehr in Frage kommen.
4.3 Betreffend angepasste Tätigkeiten wies der IV-Berufsberater darauf hin,
handwerklich wie körperlich belastende Berufe könnten nicht mehr ausgeübt werden.
Dasselbe gelte für Berufe, die eine erweiterte Mobilität (Aussendiensttätigkeiten) und
höhere kommunikative oder generell kognitive Fähigkeiten erfordern würden. Bei dieser
Ausgangslage würden keine realistischen Umschulungs- und
Eingliederungsmöglichkeiten bestehen. Auch eine Abklärung in einer BEFAS oder
Eingliederungsstätte könne nicht empfohlen werden, weil kein Ansatzpunkt für eine
berufliche Rehabilitation habe gefunden werden können. Denkbar wäre eine
Beschäftigung in einer geschützten Werkstätte zur besseren Tagesstruktur (IV-act. 85).
Diese Einschätzung vermag nicht restlos zu überzeugen. Den Akten lässt sich nicht
entnehmen, dass eine umfassende berufliche Eingliederungsberatung einschliesslich
sorgfältiger Abklärung der verbleibenden Möglichkeiten des Beschwerdeführers
stattgefunden hätte. Zwar ist durchaus möglich, dass eine berufliche Rehabilitation
(verstanden als Umschulung in eine neue Berufstätigkeit mit anerkanntem
Fähigkeitsausweis) insbesondere wegen der neuropsychologischen Einschränkungen
nicht realisiert werden kann. Dies bedeutet jedoch nicht, dass der Beschwerdeführer
auch keine optimal adaptierte Hilfsarbeit mehr sollte ausführen können, was ihm
grundsätzlich zumutbar wäre (vgl. etwa m.w.H. den Entscheid IV 2007/242 des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 29. September 2008, Erw. 2.2).
Diesbezüglich ist im Übrigen auf die überzeugende Einschätzung der SAM-Gutachter
zu verweisen. Eine berufliche Abklärung in einer Einrichtung der BEFAS oder einer
Eingliederungsstätte ist jedoch nicht nur in Bezug auf die Beantwortung der Frage nach
einer Umschulung von Belang. Vielmehr erscheint eine solche Abklärung insbesondere
dazu geeignet, die effektive Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit zu testen. An dieser
Verwertbarkeit scheint der IV-Berufsberater jedenfalls zu zweifeln. Selbst ohne das Ziel
einer beruflichen Rehabilitation durch Umschulung kann die BEFAS-Abklärung also ein
durchaus sinnvolles Mittel sein. Im Rahmen einer solchen mehrmonatigen Abklärung
erlangt der Beschwerdeführer – der in den Akten verschiedentlich als sehr motiviert
beschrieben wurde (vgl. etwa IV-act. 76-46) – möglicherweise auch wieder neue Ideen
und Zuversicht zur Umsetzung seiner Restarbeitsfähigkeit. Weiter bietet ein solcher
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Abklärungsaufenthalt auch der Beschwerdegegnerin die Chance, Neigungen und
Begabungen des Beschwerdeführers besser zu erkennen, sodass eine gegebenenfalls
im Anschluss vorzunehmende Arbeitsvermittlung gezielter durchgeführt werden könnte.
Arbeitsvermittlung erscheint beim Beschwerdeführer als besonders angezeigt, zumal
potentielle Arbeitgeber auf die Fähigkeiten und Möglichkeiten, aber auch auf die
Probleme des Beschwerdeführers hinzuweisen wären und die Bereitschaft, den
Beschwerdeführer zumindest versuchsweise anzustellen, gegebenenfalls durch die
Bezahlung von Zuschüssen für eine erforderliche Anlern- oder Einarbeitungszeit zu
fördern wäre.
4.4 Sollten die weiteren Abklärungen im Rahmen der BEFAS jedoch ergeben, dass die
Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers tatsächlich nicht mehr verwertbar ist, so
ist dem bei der Rentenbemessung Rechnung zu tragen, indem das
Invalideneinkommen mit Null beziffert wird bzw. gemäss Vorschlag des IV-
Berufsberaters das Einkommen angerechnet wird, das der Beschwerdeführer in einer
geschützten Werkstätte erzielen könnte.
5.
5.1 Die Beschwerdegegnerin hat gemäss den obenstehenden Erwägungen ihre
Eingliederungspflicht verletzt und die Prüfung der beruflichen Massnahmen zu früh
eingestellt. Zum jetzigen Zeitpunkt kann weder überwiegend wahrscheinlich
ausgeschlossen werden, dass die Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nicht
mehr verwertbar ist, noch, dass sich eine allfällige Umschulung oder Einarbeitung
rentensenkend auswirken könnte. Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen
geht in ständiger Praxis davon aus, dass ein (vorläufiger) Rentenanspruch auch für jene
Fälle besteht, in denen die Eingliederung bei Ablauf des Wartejahrs noch nicht
abgeschlossen ist bzw. in denen die Eingliederungsfähigkeit bei Ablauf des Wartejahrs
noch nicht definitiv verneint werden kann (vgl. im Internet publiziertes Urteil IV 2006/58
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 22. Januar 2007, Erw. 1a, mit
Hinweisen auf die kantonale Rechtsprechung). Auch die einen vorläufigen
Rentenanspruch begründende Invalidität ist durch einen Einkommensvergleich zu
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ermitteln. Dieser Einkommensvergleich stützt sich aber – in Abweichung von Art. 16
ATSG – auf die Arbeitsfähigkeit im bisherigen Beruf (Art. 6 Satz 1 ATSG), es sei denn,
der versicherten Person wäre zumutbar, durch die ohne jede Eingliederung mögliche
Ausübung eines anderen Berufes den Eintritt einer rentenbegründenden vorläufigen
Invalidität zu verhindern oder zumindest den Invaliditätsgrad zu reduzieren (Art. 6
Satz 2 ATSG). Objektiv möglich ist dieses "eingliederungslose" Ausweichen auf einen
anderen Beruf, in dem der Arbeitsfähigkeitsgrad höher ist, wenn der Arbeitsmarkt
entsprechende Stellen bereit hält und wenn zwischen der Schadenminderungspflicht in
der Form des Wechsels in den anderen Beruf und der damit erreichten Einsparung der
Invalidenversicherung kein Missverhältnis besteht (vgl. Ueli Kieser, ATSG-Kommentar,
Rz 12 zu Art. 6 ATSG).
5.2 Im vorliegenden Fall ist die Auszahlung dieser Art von "Berufsunfähigkeitsrente"
gerechtfertigt, solange die Eingliederung nicht an die Hand genommen wird und
allenfalls in Taggeldansprüche mündet. Bis zu diesem Zeitpunkt ist dem
Beschwerdeführer eine ganze Rente auszubezahlen. Er kann in seinem angestammten
Beruf nicht mehr tätig sein. Weil die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit zweifelhaft
ist und davon auszugehen ist, dass – sollte nach weiteren Abklärungen eine
Verwertbarkeit bejahrt werden – der Beschwerdeführer wohl nur mit Hilfe der
Beschwerdegegnerin eine Arbeitsstelle finden könnte, kann dem Beschwerdeführer
nicht vorgeworfen werden, seiner Schadenminderungspflicht bisher nicht hinreichend
nachgekommen zu sein. Für den vorliegend massgebenden Zeitraum ist ihm folglich
kein Einkommen anzurechnen. Entsprechend steht ihm zumindest bis zu Beginn der
beruflichen Abklärungs- bzw. Eingliederungsmassnahmen eine ganze Rente zu.
5.3 Der Beschwerdeführer liess zu Recht rügen, die Rentenberechnungen der
Beschwerdegegnerin seien nicht nachvollziehbar. Dies gesteht die
Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort denn auch ein. Sie liefert eine
Begründung nach, die mit der mehrfach abgestuften Rentenzusprache gemäss den
angefochtenen Verfügungen allerdings nicht übereinstimmt. Im Ergebnis kommt diese
Begründung einem Antrag auf eine reformatio in peius gleich, möchte sie einen
Rentenanspruch neu doch erst ab Juli 2005 entstehen lassen. Entgegen ihrer Ansicht
kann jedoch nicht bis April 2005 auf den von der UV festgelegten Invaliditätsgrad von
24% abgestellt werden, zumal grundsätzlich keine Bindungswirkung der IV an die
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Invaliditätsschätzung der UV besteht (vgl. BGE 133 V 549) und im vorliegenden Fall
ohnehin nicht nur unfallbedingte Einschränkungen gegeben sind. Die
Invaliditätsbemessung der Beschwerdegegnerin in den angefochtenen Verfügungen ist
nach wie vor nicht nachvollziehbar. Gemäss der überzeugenden Einschätzung der
SAM-Gutachter (IV-act. 76-20) sowie im Einklang mit der Beurteilung von Dr. B._ (IV-
act. 61-3) ist der Beginn des Wartejahres auf September 2004 festzulegen, was auch
der zuständige RAD-Arzt Dr. med. L._ in seiner Beurteilung vom 23. Oktober 2006
unterstützte (IV-act. 81-2). Die vom zuständigen Mitarbeiter des Rechtsdiensts der
Beschwerdegegnerin dagegen vorgebrachten Argumente überzeugen nicht. Dass die
Ärzte der Klinik für Neurologie des KSSG und der Rheinburg-Klinik erst ab 7. bzw.
8. April 2005 eine volle Arbeitsunfähigkeit attestierten, ist insofern naheliegend, als
dass die Rückenoperation an diesem Datum stattfand und der Beschwerdeführer zuvor
nicht bei diesen Ärzten in Behandlung stand, diese sich also zum Beginn seiner
Arbeitsfähigkeit nicht zuverlässig äussern konnten. Der Rentenbeginn ist somit auf
1. September 2005 festzusetzen.
5.4 Sollten die weiteren Abklärungen ergeben, dass die Restarbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers verwertbar ist, so wäre bei der Invaliditätsbemessung folgendes zu
beachten: Wie erläutert, ist dem Beschwerdeführer insbesondere aufgrund der
neuropsychologischen Einschränkungen sowie der Unzumutbarkeit, im Aussendienst
tätig zu sein und lange Fahrten auf sich nehmen zu müssen, die Tätigkeit als
Solarzellenverkäufer nicht mehr zumutbar. Beim Valideneinkommen wäre das in der
alten Tätigkeit als Monteur erzielte Einkommen massgebend (im Jahr 2000 Fr. 5'600.- x
13; IV-act. 5-2). Weil der Beschwerdeführer nach Eintritt der gesundheitlichen
Probleme weder eine eigentliche Ausbildung zum Solarzellenverkäufer genoss noch in
dieser Branche je im eigentlichen Sinn angestellt wurde, könnte nicht das dort erzielte
Einkommen als Validenlohn beigezogen werden. Für die Bemessung des
Invalideneinkommens wäre auf die Tabellenlöhne der Schweizerischen
Lohnstrukturerhebung (LSE) abzustellen, was auch die Beschwerdegegnerin in der
Beschwerdeantwort als sachgerecht bezeichnet. Entgegen ihrer Ansicht wären jedoch
nicht die Löhne des Anforderungsniveaus 3 beizuziehen, sofern sich zeigen sollte, dass
der Beschwerdeführer höchstens noch einfache Hilfsarbeiten ausführen kann und im
ihm verbleibenden Sektor des Arbeitsmarkts nicht über für ihn noch umsetzbare
Berufs- und Fachkenntnisse verfügt. Somit wäre das tiefste Anforderungsniveau
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massgebend. Weiter wäre gegebenenfalls ein angemessener sog. Leidensabzug zu
berücksichtigen.
5.5 In Bezug auf den späteren Rentenbeginn (1. September 2005 statt 1. Dezember
2004) wird der Beschwerdeführer gegenüber den angefochtenen Verfügungen
schlechter gestellt. Auf die Androhung einer reformatio in peius durch das Gericht kann
jedoch verzichtet werden, da zumindest bis zum Beginn der von der
Beschwerdegegnerin an die Hand zu nehmenden Abklärungs- bzw.
Eingliederungsmassnahmen eine ganze Rente geschuldet ist, sodass die Nachzahlung
die Rückforderung betragsmässig übersteigt und der Beschwerdeführer nicht nur in
Bezug auf die beruflichen Massnahmen, sondern auch in Bezug auf die Rente
bessergestellt wird.
6.
6.1 Zusammenfassend ist die Sache bei teilweiser Gutheissung der Beschwerde und
unter Aufhebung der angefochtenen Verfügungen an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen, damit diese eine sorgfältige berufliche Abklärung des
Beschwerdeführers vornehme und diesen zur Klärung der Frage der Verwertbarkeit der
Restarbeitsfähigkeit einerseits und zur Beantwortung der Frage nach allfälligen
weitergehenden beruflichen Massnahmen (Umschulung, Einarbeitung etc.) andererseits
beispielsweise während einiger Monate in einer Einrichtung der BEFAS unterbringe. Im
Weiteren hat der Beschwerdeführer ab 1. September 2005 Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente, dies bis zum Zeitpunkt, in dem er infolge der durchzuführenden
beruflichen Massnahmen anderweitige Ansprüche (Taggelder) hat bzw. die verwertbare
Restarbeitsfähigkeit feststeht. Vorbehalten ist auch die Rentenrevision.
6.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.- bis
Fr. 1000.- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.- erscheint
als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als volles
Obsiegen (ZAK 1987 S. 268 Erw. 5a). Somit unterliegt die Beschwerdegegnerin
vollumfänglich, sodass ihr als nicht von der Pflicht zur Übernahme amtlicher Kosten
befreiter selbstständiger öffentlich-rechtlicher Anstalt die ganze Gerichtsgebühr
bis
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aufzuerlegen ist. Dem Beschwerdeführer ist der von ihm geleistete Kostenvorschuss
von Fr. 600.- zurückzuerstatten.
6.3 Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer sodann Anspruch auf
eine ungekürzte Parteientschädigung, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den
Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des
Prozesses bemessen wird (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1).
Angemessen erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.- (einschliesslich Bar
auslagen und Mehrwertsteuer).
6.4 Der Beschwerdeführer lässt den Ersatz der Kosten beantragen, die ihm durch die
Übersetzung des SAM-Gutachtens entstanden sind.
6.4.1 Vertretungskosten können grundsätzlich nur dann der Gegenpartei als
Parteikosten auferlegt werden, wenn sie kausal waren, also durch die
Interessenwahrung im betreffenden Prozess entstanden sind. Auch Kosten, die
entstehen, wenn Dritte neben dem Anwalt für spezielle Beratungen beigezogen
werden, sind unter gewissen Voraussetzungen zu übernehmen, so etwa, wenn der
Beizug notwendig oder zweckdienlich war und die Kosten angemessen erscheinen (so
mit dem Beispiel der Kosten eines beigezogenen Patentanwalts in Patentstreitigkeiten
Leuenberger/Uffer-Tobler, Kommentar zur Zivilprozessordnung des Kantons St. Gallen,
1999, S. 560). Zu den ersatzberechtigten Parteikosten zählen im Übrigen im Rahmen
der berufsmässigen Vertretung neben dem Honorar die Barauslagen der Vertretung
(vgl. Art. 28 HonO/SG). Zu diesen zählen praxisgemäss neben den Kosten für Porti,
Telefongespräche, Reisen etc. auch Übersetzungskosten, die erforderlich sind
(Rebecca Hirt, Die Regelung der Kosten nach st. gallischem
Verwaltungsrechtspflegegesetz, 2004, S. 192; Kölz/Bosshart/Röhl, Kommentar zum
Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 2. Aufl., Zürich 1999, § 17 Rz. 14).
6.4.2 Dem Gesuch einer versicherten Person auf Durchführung einer Begutachtung in
einer ihr geläufigen Amtssprache des Bundes ist nach der Rechtsprechung
grundsätzlich zu entsprechen. Andernfalls besteht Anspruch auf den Beizug eines
Dolmetschers und auf eine kostenlose Übersetzung der Expertise (vgl. etwa den
Entscheid I 664/01 vom 16. Januar 2004, Erw. 5.1.1).
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6.4.3 Vorliegend wurde der Beschwerdeführer in seiner Muttersprache begutachtet,
das Gutachten wurde zudem in Italienisch erstellt. Damit allein sind seine aus dem
Grundsatz des rechtlichen Gehörs fliessenden Ansprüche jedoch noch nicht erschöpft.
Im Rahmen der freien Anwaltswahl ist der Beschwerdeführer befugt, zu seiner
Vertretung einen Rechtsanwalt seiner Wahl beizuziehen. Würde man nun von ihm
verlangen, dass er einen Rechtsanwalt mandatieren müsste, der nicht nur ausreichend
Erfahrung im Sozialversicherungsrecht mitbringt, sondern gleichzeitig über derart gute
Italienischkenntnisse verfügt, dass er das mit medizinischen Fachbegriffen gespickte
SAM-Gutachten verlässlich zu verstehen vermag, so würde die freie Anwaltswahl über
Gebühr eingeschränkt. Die Tatsache, dass der Beschwerdeführer selbst italienischer
Muttersprache ist, schliesst die Übernahme der Übersetzungskosten ebenfalls nicht
aus. Offenbar spricht und versteht der Beschwerdeführer nicht gut genug deutsch,
dass die Begutachtung ohne Beizug eines Dolmetschers in der Deutschschweiz
möglich gewesen wäre, weshalb die Beschwerdegegnerin ihn nach Bellinzona
schickte. Dem Beschwerdeführer, der obendrein medizinischer Laie ist, könnte nicht
zugemutet werden, das Gutachten ausreichend zu verstehen, geschweige denn für
seine Anwältin hinlänglich zu übersetzen. Weil er zudem rechtsunkundig ist, ist es ihm
auch nicht möglich, die für die vorliegenden juristischen Fragestellungen wichtigen
Passagen des Gutachtens zu erkennen. Grundsätzlich ist also davon auszugehen, dass
eine Übersetzung des Gutachtens erforderlich war. Zur Wahrung der Interessen des
Beschwerdeführers war die Übersetzung kausal, wäre seiner Rechtsvertreterin eine
seriöse Anfechtung der Verfügungen, die auf den Schlussfolgerungen des SAM-
Gutachtens beruhten, doch nicht möglich gewesen. Die Beschwerdegegnerin
entschied sich übrigens aus freien Stücken, den Beschwerdeführer in Bellinzona
begutachten zu lassen. Anders als bei einer Begutachtung in der Deutschschweiz fielen
ihr somit keine Kosten für einen Dolmetscher an. Die vom Übersetzer in Rechnung
gestellten Fr. 2'000.- bewegen sich im Rahmen branchenüblicher Ansätze und
erscheinen somit als angemessen. Sie sind der Beschwerdegegnerin zusätzlich zur
Parteientschädigung aufzuerlegen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG