Decision ID: 917982a1-dae9-482b-8258-5ad9abcb3b36
Year: 2016
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_002
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law

werden müsse, um gestützt darauf (erst) sowohl den Sachverhalt
darstellen als auch die Beschwerde eingehend begründen zu können.
7. Mit prozessleitender Verfügung vom 21. März 2016 teilte die
Instruktionsrichterin dem Beschwerdeführer mit, dass seinem Antrag auf
Akteneinsicht nicht entsprochen werde. Sie wies den Beschwerdeführer
daraufhin, dass noch ausreichend Zeit zur Verfügung stehe, während
noch laufender Beschwerdefrist sowohl die Akten bei der Vorinstanz
einzuholen als auch die Beschwerde entsprechend Art. 61 lit. b ATSG zu
ergänzen.
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8. Mit Beschwerdeergänzung vom 1. April 2016 beantragte der
Beschwerdeführer erneut die Aufhebung des Einspracheentscheids und
den Verzicht auf Einstelltage; evtl. um (weitere) Reduktion der auferlegten
Einstelltage. Das Schreiben der Arbeitgeberin vom 1. Oktober 2015
werde – wie schon in der Stellungnahme vom 26. Januar 2016 dargelegt
– bestritten. Seine Arbeitslosigkeit sei nicht selbstverschuldet. Für die
angeblichen Hygienemängel im Betrieb der Arbeitgeberin sei er nicht
verantwortlich. Die abgemahnten Minusstunden seien ausschliesslich auf
die Arbeitsorganisa-tion zurückzuführen, da die ehemalige Arbeitgeberin
zu viel Personal beschäftigt habe. Der Grund für die
Nichtwiederanstellung seien weder die angeblichen Hygienemängel noch
die Minusstunden gewesen, sondern die betrieblichen Umstände bei der
Arbeitgeberin. Aufgrund des Schreibens der Arbeitgeberin vom 2. Februar
2016 entspreche der angegebene (angebliche) Kündigungsgrund in der
Arbeitgeberbescheinigung vom 28. Dezember 2015 nicht den Tatsachen.
Es werde bestritten, dass für die Wintersaison 2015/2016 überhaupt eine
Teilzeitstelle von 40 % zu besetzen gewesen sei. Die Aussichten auf den
Erhalt dieser angeblichen Teilzeitstelle würden deshalb ebenfalls
bestritten.
9. In ihrer Vernehmlassung vom 25. April 2016 beantragte das KIGA
(nachfolgend Beschwerdegegner) die Abweisung der Beschwerde. Der
Beschwerdeführer habe sowohl die Mahnung vom 23. September 2015
als auch das Schreiben vom 1. Oktober 2015 unterzeichnet und damit als
gelesen und akzeptiert bestätigt. Er habe damit offensichtlich
eingestanden, dass seine Reinigungsarbeiten ungenügend gewesen
seien und er in nur gerade vier Monaten fast 100 Minusstunden
"erwirtschaftet" habe. Der Beschwerdeführer habe auch nach der ersten
Abmahnung vom 23. September 2015 nichts unternommen, um die
gegen ihn erhobenen Vorwürfe zu entkräften. Der Beschwerdeführer
habe das Zustandekommen eines befristeten Teilzeitarbeitsverhältnisses
durch sein Verhalten (mangelnde Hygiene in Backstube sowie Anhäufen
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übermässig vieler Minusstunden) schuldhaft vereitelt, was die
Leistungskürzung erforderlich gemacht habe.
10. In seiner (freigestellten) Stellungnahme vom 9. Mai 2016 vertiefte der
Beschwerdeführer nochmals den eigenen Standpunkt. Den Argumenten
des Beschwerdegegners hielt er entgegen, dass die Gegenzeichnungen
vom 23. September 2015 und 1. Oktober 2015 erst erfolgt seien,
nachdem die ehemalige Arbeitgeberin Druck auf ihn ausgeübt habe und
ihm sogar mit der Auflösung des befristeten Arbeitsverhältnisses gedroht
habe. Die Unterzeichnung dieser Dokumente sei erfolgt, obwohl er bereits
damals mit dem Inhalt derselben nicht einverstanden gewesen sei.
11. Am 10. Mai 2016 wurden dem Beschwerdeführer noch einzelne - vom
Beschwerdegegner eingereichte - Aktenschriftstücke zugestellt und ihm
die Möglichkeit geboten, noch allfällige Ergänzungen zu machen, worauf
der Beschwerdeführer in der Folge jedoch verzichtete.
12. Der Beschwerdegegner verzichtete auf die Einreichung einer Duplik.
13. Nach Abschluss des Schriftenwechsels verlangte die Instruktionsrichterin
bei der ehemaligen Arbeitgeberin noch die vom Beschwerdeführer zur
Edition beantragten Dokumente ein. So namentlich die Lohnblätter
sämtlicher Bäckereimitarbeiter für den Zeitraum 1. November 2015 bis
zum 31. März 2016 und den Arbeitsvertrag für Teilzeit-Bäckermitarbeiter.
Der Beschwerdeführer nahm dazu am 22. August 2016 noch Stellung,
während der Beschwerdegegner darauf verzichtete. Am 29. September
2016 äusserte sich der Beschwerdeführer – im Gegensatz zum
Beschwerdegegner – noch ein weiteres Mal zur Sache.
Auf die weiteren Vorbringen und Argumente der Parteien wird, soweit
erforderlich, im Rahmen der Erwägungen noch näher eingegangen.
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Die Einzelrichterin zieht in Erwägung:
1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid
des Beschwerdegegners vom 22. Februar 2016. Gegen
Einspracheentscheide aus dem Bereich der Arbeitslosenversicherung
kann nach Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische
Arbeitslosenversicherung und Insolvenzentschädigung (AVIG; SR 837.0)
i.V.m. Art. 56 und 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) Beschwerde beim
kantonalen Versicherungsgericht eingereicht werden. Örtlich zuständig ist
nach Art. 100 Abs. 3 AVIG i.V.m. Art. 128 Abs. 1 sowie Art. 119 Abs. 1 lit.
a und Abs. 2 der Verordnung über die obligatorische
Arbeitslosenversicherung und Insolvenzentschädigung (AVIV; SR 837.02)
das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, in dem die versicherte
Person zur Zeit des Verfügungserlasses die Kontrollpflicht erfüllt. Da der
Beschwerdeführer die Kontrollpflicht im Kanton Graubünden erfüllt, fällt
die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde somit in die örtliche
Zuständigkeit des angerufenen Gerichts. Die sachliche Zuständigkeit des
Verwaltungsgerichts ergibt sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit.
a des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR
370.100). Als Adressat des angefochtenen Einspracheentscheids ist der
Beschwerdeführer berührt und weist ein schutz-würdiges Interesse an
dessen Aufhebung auf (Art. 59 ATSG). Auf die zudem frist- und
formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten (Art. 60 sowie
Art. 61 lit. b ATSG). Beschwerdethema bildet die Frage, ob der
Beschwerdeführer zu Recht wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit
für 12 Tage in der Anspruchsberechtigung eingestellt wurde.
2. Laut Art. 43 Abs. 3 VRG entscheidet das Verwaltungsgericht in
einzelrichterlicher Kompetenz, wenn der Streitwert Fr. 5'000.-- nicht
überschreitet und keine Fünferbesetzung vorgeschrieben ist. Der
versicherte Verdienst des Beschwerdeführers beträgt Fr. 6'277.-- und wird
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ihm im Umfang von 70 % entschädigt. Dies entspricht nach Art. 23 Abs. 1
AVIG und Art. 40a AVIV einem Taggeld von Fr. 202.50 (Fr. 6'277.-- x 0.7 :
21.7). Mit Einspracheentscheid vom 22. Februar 2016 stellte der
Beschwerdegegner die Anspruchsberechtigung des Beschwerdeführers
auf Arbeitslosentaggelder für 12 Tage ein, womit der massgebende
Streitwert bei Fr. 2'430.-- (12 x Fr. 202.50) liegt. Die Streitwertgrenze für
die Zuständigkeit eines einzelrichterlichen Entscheids gemäss Art. 43
Abs. 3 VRG (Fr. 5'000.--) wird damit nicht überschritten, womit die
Spruchbefugnis zur Streitentscheidung durch die Einzelrichterin gegeben
ist.
3. a) Gemäss Art. 17 AVIG muss der Versicherte, der Versicherungsleistungen
beanspruchen will, mit Unterstützung des zuständigen Arbeitsamtes alles
Zumutbare unternehmen, um seine Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu
verkürzen. Insbesondere ist er verpflichtet, Arbeit zu suchen, nötigenfalls
auch ausserhalb des bisherigen Berufes, und er muss seine Bemühungen
nachweisen können (Abs. 1). Er muss zudem eine ihm vermittelte
zumutbare Arbeit annehmen (Abs. 3); tut er dies nicht, verursacht er
schuldhaft einen Schaden im Sinne des Sozialversicherungsrechts, was
grundsätzlich gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG eine Einstellung in der
Anspruchsberechtigung zur Folge hat. Der Einstellungstatbestand der
Nichtannahme einer zugewiesenen zumutbaren Arbeit ist auch dann
erfüllt, wenn eine versicherte Person die Arbeit zwar nicht ausdrücklich
ablehnt, es durch ihr Verhalten jedoch in Kauf nimmt, dass die
Arbeitsstelle anderweitig besetzt wird (vgl. CHOPARD, Die Einstellung in
der Anspruchsberechtigung, Diss. Zürich 1998, S. 148; NUSSBAUMER,
Arbeitslosenversicherung, in: MEYER [Hrsg.], Schweizerisches
Bundesverwaltungsrecht, Band XIV, Soziale Sicherheit, 3. Aufl., Basel
2016, S. 2519 f., Rz. 850). Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG erfasst neben der
Nichtannahme einer von der zuständigen Amtsstelle zugewiesenen
zumutbaren Arbeit auch die Nichtannahme einer selbst gefundenen oder
von Dritten vermittelten oder angebotenen zumutbaren Stelle (Urteil des
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Bundesgerichts C 17/07 vom 22. Februar 2007 E.2.2 m.w.H.). Arbeitslose
Versicherte haben bei den Verhandlungen mit der künftigen [wie auch
bisherigen] Arbeitgeberin klar und eindeutig die Bereitschaft zum
Vertragsabschluss zu bekunden, um die Beendigung ihrer Arbeitslosigkeit
nicht zu gefährden (BGE 122 V 34 E.3b; Urteil des Bundesgerichts C
191/98 vom 11. Januar 2000 E.2a m.w.H.). Zwecks Schadensminderung
hat ein Versicherter grundsätzlich jede Arbeit anzunehmen (Art. 16 Abs. 1
AVIG), es sei denn, die Arbeit sei aus den in Art. 16 Abs. 2 AVIG
abschliessend aufgeführten Gründen als unzumutbar zu qualifizieren und
daher von der Annahmepflicht ausgenommen.
b) Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung dient dazu, die
Schadenminderungspflicht des Versicherten durchzusetzen. Sie hat die
Funktion einer Haftungsbegrenzung der Versicherung für Schäden,
welche die Versicherten hätten vermeiden oder verhindern können. Als
versicherungsrechtliche Sanktion bezweckt sie die angemessene
Mitbeteiligung der versicherten Person am Schaden, den sie durch ihr
Verhalten der Arbeitslosenversicherung in schuldhafter Weise natürlich
und adäquat kausal verursacht hat (BGE 133 V 89 E.6.2.2). Als
Verwaltungssanktion ist die Einstellung vom Gesetzmässigkeits-,
Verhältnismässigkeits- und Verschuldensprinzip beherrscht. Ein
Selbstverschulden der versicherten Person liegt vor, wenn und soweit der
Eintritt oder das Andauern der Arbeitslosigkeit nicht objektiven Faktoren
zuzuschreiben ist, sondern in einem nach den persönlichen Umständen
und Verhältnissen vermeidbaren Verhalten liegt, für das die Versicherung
die Haftung nicht übernimmt. In beweisrechtlicher Hinsicht muss der
Einstellungstatbestand mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erfüllt sein. Die blosse
Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den
Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener
Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen
Geschehensabläufen für die wahrscheinlichste hält (Urteil des
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Bundesgerichts 8C_38/2012 vom 10. April 2012 E.3.4.1; vgl. auch BGE
125 V 193 E.2, 121 V 45 E.2a). Zwar ist das Sozialversicherungsrecht
vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht, was die Beweislast im Sinne
einer Beweisführungslast begriffsnotwendig ausschliesst. Im
Sozialversicherungsprozess tragen die Parteien jedoch insofern eine
Beweislast, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten
jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt
Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz,
wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des
Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen
Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich
hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 138 V 218 E.6, 117 V 261 E.3b
m.w.H.). Eine Beweislosigkeit liegt namentlich dann vor, wenn auch von
weiteren Beweismassnahmen, insbesondere von der Abnahme der von
den Parteien angebotenen Beweise, keine Erkenntnisse zu erwarten sind,
aufgrund derer sich der rechtserhebliche Sachverhalt mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststellen lässt (zur
antizipierten Beweiswürdigung: siehe BGE 124 V 9 E.4b, 122 V 157 E.1d;
Urteil des Bundesgerichts C 102/06 vom 30. Januar 2007 E.4.2.2 sowie
VGU S 15 95 E.3b).
4. a) Der Beschwerdegegner begründet die Einstellung in der
Anspruchsberechtigung hauptsächlich damit, dass der Beschwerdeführer
die bisherige Arbeitgeberin durch sein Verhalten (mangelnde Hygiene
und zu viele Minusstunden) veranlasst habe, den bisher befristeten
Arbeitsvertrag vom 1. Juni 2015 bis 30. Oktober 2015 nicht weiter auch
für die kommende Wintersaison 2015/2016 zu verlängern, wenn auch neu
bloss noch in einem Teilzeitpensum von 40 %, da inzwischen der eigene
Sohn der Arbeitgeberin zu 100 % in den Betrieb eingestiegen sei und
insgesamt nicht mehr als 140 Stellenprozenten zu besetzen bzw. zu
vergeben gewesen seien.
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b) Aktenkundig ist dazu erstellt, dass das Mahnschreiben der Arbeitgeberin
vom 23. September 2015 (Beilage 5 der Beschwerdegegnerin [Bg-act.5])
mit der Überschrift "Abmahnung betreffend Minusstunden/Sauberkeit in
der Backstube" als auch ihr Schreiben vom 1. Oktober 2015 (Bg-act. 6)
mit der klaren Verzichtserklärung auf einen neuen Vertragsschluss für die
Wintersaison 2015/2016 wegen Nichtbehebung der festgestellten
Ungereimtheiten – trotz mehrerer Gespräche und schriftlicher
Abmahnung – beide vom Beschwerdeführer (handschriftlich bestätigt)
gelesen und akzeptiert wurden. Durch diese Unterschriften hat er die
gegen ihn erhobenen Vorwürfe aber anerkannt. Wenn er nun geltend
macht, dass er diese Unterschriften erst auf Druck der ehemaligen
Arbeitgeberin - nachdem diese gar mit der Auflösung des befristeten
Arbeitsverhältnisses gedroht habe – geleistet habe, so vermag diese
Darstellung nicht zu überzeugen. Das bisher ausdrücklich (ohne
Kündigung) auf fünf Monate befristete Anstellungsverhältnis hat nämlich
mit Ablauf der vereinbarten Zeitspanne geendet und es bedurfte daher
gar keiner Kündigung durch die Arbeitgeberin (vgl. Arbeitsvertrag in
Beilage 3 des Beschwerdeführers [Bf-act.3]). Aus den Akten ergeben sich
auch keine Hinweise, dass sich der Beschwerdeführer gegen die ihm zur
Last gelegten Vorwürfe in irgend einer Weise bei der ehemaligen
Arbeitgeberin zur Wehr gesetzt oder sonst etwas dagegen unternommen
hätte, um diese zu entkräften. Daran ändern die erst mit der
Stellungnahme vom 26. Januar 2016 (Bf-act. 5) und mit der Einsprache
vom 3. Februar 2016 (Bf-act. 8) vorgebrachten Argumente – wonach ein
Abbau der Minusstunden wegen der fehlenden Arbeit nicht möglich
gewesen sei und er für die angeblich mangelhafte Sauberkeit in der
Backstube nicht verantwortlich sei – nichts, da er die gegen ihn
erhobenen Vorwürfe mit Unterzeichnung der zwei eingangs erwähnten
Mahnschreiben (Bg-act. 5/6) vollumfänglich akzeptiert hat und damit
deren Inhalt ohne Vorbehalt bestätigt hat. Aus diesen Mahnschreiben
ergibt sich aber selbstredend mit aller Deutlichkeit, dass das
Arbeitsverhältnis des Beschwerdeführers für die kommende Wintersaison
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2015/2016 nur deswegen nicht zustande kam, weil der Beschwerdeführer
die in den fünf Beschäftigungsmonaten angehäuften Minusstunden weder
abbaute noch für eine Verbesserung der Reinigungsarbeiten in der
Backstube sorgte, wofür ein gelernter Bäcker-Konditor mit eidgenössisch
anerkanntem Diplomabschluss durchaus eine gewisse Mitverantwortung
trägt (Bf-act. 3; Arbeitsvertrag Ziff. 1). Aus diesen beiden Gründen
verzichtete die Arbeitgeberin verständlicherweise auch auf den Abschluss
eines neuen Arbeitsvertrags mit dem Beschwerdeführer. Entgegen der
Behauptung des Beschwerdeführers ist zwischen den erwähnten
Mahnschreiben und der Arbeitgeberbestätigung vom 28. Dezember 2015
(Bf-act. 7) auch kein Widerspruch auszumachen, wurde darin doch –
nebst der Bestätigung einer Vollzeitbeschäftigung vom 1. Juni 2015 bis
31. Oktober 2015 [Ziff. 1] als Bäcker [Ziff. 3] – unter Ziff. 13 nur
festgehalten: Ende des Arbeitsvertrags, aber A._ hatte die
Möglichkeit einen neuen Vertrag für die Wintersaison 2015/2016 zu
bekommen. Leider hatte er kein Interesse (s. beiliegende Verwarnungen).
Diese Angaben stimmen mit dem Inhalt der beiden Mahnschreiben
durchaus überein, was die künftige Stellenbesetzung betraf. Im Weiteren
ist auch dem Informationsschreiben der Arbeitgeberin vom 2. Februar
2016 (Bf-act. 6) an den Beschwerdegegner nichts Gegenteiliges zu
entnehmen, geht daraus doch einzig hervor, dass die frühere
Arbeitgeberin die Backstube nur noch 10 Monate im Jahr offen habe und
deshalb die offene Bäckerei-Stelle mit einem Mitarbeiter in einem 40 %
Pensum besetze, zumal der eigene Sohn diesen Winter im Geschäft
mitarbeite und daher eine (weitere) Vollzeitanstellung nicht mehr möglich
sei. Damit wird bloss bestätigt, dass der Beschwerdeführer aufgrund der
betrieblichen Umstellung für die Wintersaison 2015/2016 keine befristete
Vollzeitstelle mehr erhalten hätte. Gerade diese Begebenheit führte im
angefochtenen Entscheid vom 22. Februar 2016 denn auch dazu, dass
der Beschwerdegegner nicht an der ursprünglich verhängten
Sanktionsdauer von 30 Einstelltagen festhielt, sondern auf 12 Tage
verkürzte, um so dem stets noch möglichen – jedoch selbstverschuldet
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verhinderten – Stellenantritt bei derselben Arbeitgeberin in einem
Teilpensum von 40 % gerecht zu werden.
c) Soweit der Beschwerdeführer mit Verweis auf das (Informations-)
Schreiben vom 2. Februar 2016 (Bf-act. 6) generell bestreitet, dass
überhaupt eine Teilzeitstelle von 40 % in der Wintersaison 2015/2016 zu
besetzen gewesen sei, weshalb gar keine Aussichten auf den Erhalt
dieser Teilzeitstelle bestanden hätten, kann ihm ebenfalls nicht gefolgt
werden. Die auf Antrag des Beschwerdeführers bei der früheren
Arbeitgeberin zur Herausgabe verlangten Unterlagen und Dokumente
betreffend Lohnabrechnungen sämtlicher Angestellten der Bäckerei vom
1. November 2015 bis 31. März 2016 einschliesslich Arbeitsvertrag für
Teilzeitmitarbeiter (vgl. im Sachverhalt Ziff. 13) bestätigen im Gegenteil
gerade nochmals die bereits früher von der Arbeitgeberin gemachten
Angaben, wonach eine organisatorische Umstrukturierung des Betriebs
für die Wintersaison 2015/2016 notwendig wurde und die bisherige
Bäckerstelle des Beschwerdeführers tatsächlich nur noch im Umfang von
40 % neu besetzt wurde (vgl. die edierten Akten). Die vom
Beschwerdeführer in den Stellungnahmen vom 22. August 2016 und 29.
September 2016 in diesem Zusammenhang noch gerügte Verletzung des
rechtlichen Gehörs – da den Parteien nur geschwärzte [anonymisierte]
Lohnblätter und nur ein geschwärzter Arbeitsvertrag vorgelegt worden
seien (Anmerkung: Dem Gericht lagen die vollständigen und
ungeschwärzten editierten Akten vor, worauf die Parteien auch
hingewiesen wurden) – erweist sich ebenso als unbegründet, da die
einzelnen monatlichen Verdienste der jeweiligen Mitarbeiter der
ehemaligen Arbeitgeberin für die Beurteilung der vorliegenden Streitsache
in keiner Art und Weise fallrelevant sind. Dasselbe gilt auch für die vom
Beschwerdeführer in der Stellungnahme vom 29. September 2016 noch
gemachten Ausführungen zu den Ferien- und Krankentagen sowie den
Minusstunden der übrigen Betriebsmitarbeiter, zumal unklar geblieben ist,
was der Beschwerdeführer daraus zu seinen Gunsten ableiten möchte.
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d) Für die Einzelrichterin ist folglich hinreichend erstellt, dass der
Beschwerdeführer das Zustandekommen eines befristeten
Teilzeitarbeitsverhältnisses durch sein (eigenwilliges und uneinsichtiges)
Verhalten - keine erhöhte Sorgfalt bei Reinigung/Hygiene in Backstube
sowie keine nachvollziehbaren Bemühungen für Abbau der [zu] vielen
Minusstunden - schuldhaft selbst vereitelt hat, womit eine Verletzung von
Art. 17 Abs. 1 und Abs. 3 in Verbindung mit Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG (vgl.
E.3a, hiervor) zu bejahen ist und es daher am Bestand [Rechtmässigkeit]
der Leistungs-kürzung durch den Beschwerdegegner auch nichts
auszusetzen gibt. Es bleibt damit immer noch die Höhe der Einstelldauer
(12 Tage) zu klären.
5. a) Gemäss Art. 30 Abs. 3 AVIG bemisst sich die Dauer der Einstellung nach
dem Grad des Verschuldens und beträgt je nach Einstellungsgrund einen
bis 15 Tage bei leichtem, 16 bis 30 Tage bei mittelschwerem und 31 bis
60 Tage bei schwerem Verschulden (Art. 45 Abs. 3 AVIV). Da es sich bei
der Festsetzung der Einstelldauer naturgemäss um einen
Ermessensentscheid handelt, bei welchem den Verfügungs- und
Rechtsmittelinstanzen ein grosser Ermessensspielraum zusteht, hat sich
das Verwaltungsgericht bei dessen Prüfung Zurückhaltung aufzuerlegen
(BGE 126 V 353 E.5d; Urteil des Bundesgerichts 8C_22/2008 vom 5.
März 2008 E.3). Es darf sein Ermessen nicht ohne triftige Gründe an die
Stelle desjenigen der Verwaltung setzen, sondern muss sich bei der
Korrektur auf Gegebenheiten abstützen können, welche eine
abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen
(BGE 126 V 353 E.5d, 123 V 150 E.2).
b) Die im vorliegenden Fall angeordnete Einstelldauer von 12 Tagen bewegt
sich im oberen Bereich des dargelegten Rahmens für ein leichtes
Verschulden. Die Reduktion der ursprünglichen Einstelldauer von 30
Tagen (laut Verfügung vom 1. Februar 2016; im Sachverhalt Ziff. 4,
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hiervor) auf 12 Tage (laut Entscheid vom 22. Februar 2016; Sachverhalt
Ziff. 5) wurde damit begründet, dass der Beschwerdeführer nur noch
Aussichten auf eine Teilzeitanstellung (40 % statt 100 %) gehabt habe.
Die Herabsetzung der Einstelldauer auf 12 Tage entspricht der
Umwandlung von einer Vollzeitstelle in eine Teilzeitstelle von 40 % (30
Tage : 100 = 0.3 x 40 = 12 T). Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass
es hier nur um ein befristetes Arbeitsverhältnis und nicht um eine
unbefristete Festanstellung geht, ist aus Sicht der Einzelrichterin nicht zu
beanstanden, wenn das Verschulden in der erwähnten Skala zwar noch
als leicht eingestuft wurde, innerhalb des Sanktionsrahmens aber bereits
im oberen Bereich angesiedelt wurde. In jedem Fall kann darin aber nicht
schon eine Ermessensüberschreitung oder gar ein willkürliches Vorgehen
des Beschwerdegegners erblickt werden, was zur Konsequenz hat, dass
auch die Sanktionshöhe von 12 Tagen (Einstellung in der
Anspruchsberechtigung) schützenswert ist. Daran ändert nichts, dass die
gemäss den edierten Akten zu besetzende Teilzeitstelle von 40 % als
Bäcker für die Wintersaison 2015/2016 erst ab dem 1. Dezember 2015
und nicht bereits ab dem 1. November 2015 besetzt wurde, weil diese
zeitliche Verschiebung keinen Einfluss auf das Verhalten des
Beschwerdeführers und somit auch nicht auf seine gesetzlich verankerte
Schadensminderungspflicht hatte, weshalb diesem Umstand auch keine
weitere Bedeutung für die Einstelldauer zukommt.
6. a) Der angefochtene Einspracheentscheid vom 22. Februar 2016 ist folglich
in jeder Beziehung rechtmässig, was zur Abweisung der Beschwerde vom
18. März 2016 (inkl. Ergänzung vom 1. April 2016) führt.
b) Laut Art. 61 lit. a ATSG ist das kantonale Beschwerdeverfahren in
Sozialversicherungssachen – ausser im Falle von leichtsinniger oder
mutwilliger Prozessführung – kostenlos, weshalb vorliegend keine Kosten
erhoben werden. Dem obsiegenden Beschwerdegegner steht kein
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Anspruch auf Ersatz der Parteikosten zu (Umkehrschluss aus Art. 61 lit. g
ATSG).