Decision ID: 4beef8a4-58d2-5658-ad4a-ee44f3f81884
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherter) war seit dem 1. April 2007 als Bauarbeiter bei
der Stutz AG in St. Gallen tätig und dadurch bei der Schweizerischen
Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten
versichert (Suva-act. I-1, act. G 1.2).
A.a.
Am 13. Oktober 2010 schnitt sich der Versicherte beim Schneiden von Holzleisten
in den rechten Handrücken und in vier Finger (Suva-act. I-1). Die Ärzte der Klinik für
Hand-, Plastische- und Wiederherstellungschirurgie des Kantonsspitals St. Gallen
(KSSG) diagnostizierten eine Fräsverletzung Handrücken rechts mit/bei traumatischer
Arthrotomie MCP-Gelenk II mit ossärer Arrosion Caput MC II und Basis P1 und
kompletter Strecksehnendurchtrennung Dig III und versorgten den Versicherten am
Unfalltag operativ (Wunddébridement, Spülung, Septopalkugeleinlage, Strecksehnen-
und Kapselnaht; Suva-act. I-2 f.).
A.b.
Die Suva anerkannte ihre Leistungspflicht, kam für die erforderlichen
Behandlungsmassnahmen auf und entrichtete Taggelder (Suva-act. I-63 ff.). Am 19.
Januar 2011 wurde der Versicherte zur sekundären Rekonstruktion erneut operiert
(Strecksehnentenolyse, Arthrolyse, Septopalkugelentnahme, Swanson-Prothese; Suva-
act. I-13).
A.c.
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B.
Die geplante Wiederaufnahme der Arbeit als Bauarbeiter ab 2. Mai 2011 zu 50%
kam nicht zustande (Suva-act. I-24 ff.). Am 16. Mai 2011 attestierten die behandelnden
Ärzte des KSSG dem Versicherten keine Arbeitsfähigkeit mehr für körperlich schwere
Tätigkeiten wie die angestammte Arbeit als Bauarbeiter. Eine medizinische
Verbesserung sei aktuell nicht möglich und ein Berufswechsel die einzige Massnahme
zur Verbesserung der Situation. Der Versicherte sei 100% arbeitsfähig für leichte
Tätigkeiten (Suva-act. I-37).
A.d.
Per Ende September 2011 wurde dem Versicherten von der B._ AG gekündigt
(Suva-act. I-56) und die Taggeldleistungen der Suva wurden bei 100%-iger
Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit eingestellt (Suva-act. I-52). Ab 1.
Oktober 2011 bezog der Versicherte Entschädigungen der Arbeitslosenkasse und blieb
dadurch weiterhin bei der Suva versichert. Zur Stellensuche wurde dem Versicherten
auf Kosten der Suva auf freiwilliger Basis bis Ende Mai 2012 erfolglos ein
Stellenvermittler zur Seite gestellt (Suva-act. I-61 ff.).
A.e.
Am 15. Mai 2012 liess der Versicherte der Suva melden, er sei am 11. Mai 2012 in
Rorschach gestürzt (Suva-act. II-2). Er sei auf einem Stein ausgerutscht und habe sich
die rechte Hand verletzt (Suva-act. II-12). Die Ärzte des KSSG diagnostizierten eine
kaum dislozierte periprothetische Fraktur MC II Hand links (gemeint rechts; Suva-act.
II-36). Die Versorgung erfolgte konservativ (Suva-act. II-6, 10). Die Suva erbrachte auch
für diese Verletzungsfolgen die Versicherungsleistungen (Suva-act. II-14, 16).
B.a.
Am 16. Juli 2012 berichteten die Ärzte des KSSG von einer aus handchirurgischer
Sicht mittlerweile konsolidierten periprothetischen Fraktur. Bei Beschwerdepersistenz
wäre gegebenenfalls ein Prothesenwechsel möglich. Einer MCP-II-Gelenksarthrodese
stehe man äusserst zurückhaltend gegenüber (Suva-act. II-34). Mit Bericht des KSSG
vom 15. Oktober 2012 wurde ausgeführt, dass ein Prothesenwechsel und die
Abtragung von Osteophyten nicht indiziert sei. Es werde bei chronischen Schmerzen
nun doch eine Arthrodese empfohlen (Suva-act. II-48). Der empfohlene Eingriff wurde
am 6. März 2013 im KSSG durchgeführt (Suva-act. II-70, 72 [Swansonprothesen-
Entfernung, MCP-Arthrodese mit 12-Loch Gitterplatte Aptus 2.0 winkelstabil in
Funktionsstellung mit kortikospongiösem Beckenkamm-Interponat Hand rechts]). Am
B.b.
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23. August 2013 teilten die Ärzte des KSSG mit, dass die Behandlung abgeschlossen
sei. Es werde dem Versicherten empfohlen, eine Arbeit zu suchen, damit er abgelenkt
sei und nicht konstant über seinen Finger nachdenke (Suva-act. II-100).
Am 23. April 2013 führte der Versicherte anlässlich einer Behandlung, für welche
er die Notfallabteilung des KSSG aufgesucht hatte, aus, dass er mit seiner rechten
Hand eine Flasche habe öffnen wollen, dabei abgerutscht sei und die Hand an der
Wand angeschlagen habe. Diagnostiziert wurde eine undislozierte periprothetische
Fraktur Metacarpale II rechts (Suva-act. II-79) und die Behandlung erfolgte konservativ
mit Ruhigstellung in einer Zweifingerschiene (Suva-act. II-81).
B.c.
Am 29. August 2013 teilte die Suva dem Versicherten mit, dass ab 23. August
2013 bei 100%-iger Arbeitsfähigkeit die Taggeldleistungen eingestellt würden (Suva-
act. II-101). Die Kreisärztin med. pract. C._, Fachärztin für Chirurgie FMH, kam
anlässlich der ärztlichen Abschlussuntersuchung vom 14. Oktober 2013 zum Schluss,
dass subjektiv zum einen die Bewegungseinschränkung, zum anderen die
belastungsabhängig zunehmende Schmerzsituation im Vordergrund stünden. Es könne
von weiteren Behandlungen keine namhafte Besserung des unfallbedingten
Gesundheitszustands erwartet werden. Der erlittene Integritätsschaden erreiche die
Erheblichkeitsgrenze für eine Integritätsentschädigung nicht. Die Tätigkeit als
Bauarbeiter sei nicht mehr zumutbar, da zu belastend und zu schwer. Eine leichte bis
mittelschwere Tätigkeit sei jedoch vollschichtig möglich und zumutbar. Es würden
Einschränkungen in feinmechanischer Hinsicht und auch bei schweren Arbeiten
bestehen, die den vollen Faustschluss und den Einsatz der kompletten Hand
erforderlich machten. Vibrationsbelastungen sollten vermieden werden (Suva-act.
II-111).
B.d.
Bei anhaltenden Schmerzen in der Arthrodeseregion liess sich der Versicherte in
der Folge durch Dr. med. D._, FMH Chirurgie und Handchirurgie, behandeln. Mit
Bericht vom 28. November 2013 diagnostizierte die Ärztin eine Pseudarthrose MCP II
rechts. Die Platte sei gemäss CT noch nicht gebrochen; dies dürfte aber eine Frage der
Zeit sein. Im Moment sei der Versicherte mit dieser Problematik auch auf dem
allgemeinen Arbeitsmarkt nicht einsetzbar. Es müsste sicher eine allfällige Re-
B.e.
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Operation diskutiert werden (Re-Arthrodese versus erneute prothetische Versorgung;
Suva-act. II-117).
Am 26. März 2014 wurde der Versicherte auf Veranlassung der Suva (Suva-act.
II-130) zur Re-Evaluation der therapeutischen Möglichkeiten im KSSG untersucht. Der
untersuchende Arzt diagnostizierte im Bericht vom 27. März 2014 einen Verdacht auf
eine Pseudarthrose Grundgelenkarthrodese Zeigefinger rechts. Radiologisch zeige sich
eine intakte Platte und kein Hinweis auf einen Plattenbruch oder eine
Materiallockerung. Auf den aktuellen Aufnahmen sei eine knöcherne Durchbauung
letztendlich nicht beurteilbar. Im November 2013 sei die letzte Computertomographie
durchgeführt worden. Daraus ergebe sich distal der Verdacht auf eine nicht durchbaute
Arthrodese. Mit einer erneuten Computertomographie sei zu beurteilen, ob eine
Durchbauung vorliege oder nicht. Sofern diese vollständig sei, werde die
Metallentfernung empfohlen. Ansonsten helfe nur eine erneute Verplattung mit
Spongiosaplastik (Suva-act. II-134). Mit Bericht des KSSG vom 24. April 2014 wurden
eine Pseudarthrose Grundgelenk und eine Arthrodese Zeigefinger rechts diagnostiziert.
Trotz intakter Plattenosteosynthese bei Arthrodese sei die knöcherne Heilung noch
nicht erfolgt und es liege eine Pseudarthrose vor. Es werde eine Revision des Gelenks
mit nochmaliger Arthrodese, eventuell in einer etwas anderen Stellung des Gelenks,
vorgeschlagen. Alternativ käme auch eine Zeigefingerstrahlresektion in Frage. Diese
würde vom Versicherten aber vehement abgelehnt (Suva-act. II-137). Am 6. Mai 2014
führte med. pract. C._ aus, dass der erneute Eingriff dringend zu empfehlen sei,
nachdem weiterhin keine Durchbauung der Arthrodese vorliege und der Versicherte
nicht beschwerdefrei sei. Eine wesentliche Verbesserung sei durch die Operation zu
erhoffen (Suva-act. II-140).
B.f.
In der Folge holte der Versicherte eine Zweitmeinung bei Dr. med. E._,
Spezialarzt FMH für Chirurgie, speziell Handchirurgie, ein. Mit Bericht vom 19.
September 2014 diagnostizierte dieser eine Pseudarthrose am rechten Zeigefinger-
Grundgelenk nach Arthrodese sowie ein Schmerzsyndrom der rechten Hand mit
weitgehender Gebrauchsunfähigkeit. Es handle sich um einen komplizierten und
protrahierten Verlauf einer zweimaligen Verletzung der rechten dominanten Hand mit
persistierender Pseudarthrose des Grundgelenks am Zeigefinger bei Zustand nach
Arthrodese mit dorsaler Platte und einem Schmerzsyndrom, welches nicht allein durch
B.g.
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den Zustand der Pseudarthrose bedingt sei, sondern einem neuropathischen oder
somatoformen Zustand zuzuschreiben sei. Die Verletzungs- und Operationsfolgen und
der Schmerzzustand hätten zu erheblichen funktionellen Beeinträchtigungen geführt,
so dass die Hand als weitgehend gebrauchsunfähig bezeichnet werden könne. Die
Hand könne knapp als Halte- oder Hilfshand eingesetzt werden, wobei das
Schmerzsyndrom auch diese Funktion erheblich einschränke. Es stünden die
erwähnten Operationsoptionen zur Verfügung. Die Beurteilung und Planung des
weiteren Vorgehens sei recht schwierig. Der Versicherte sei bezüglich weiterer
operativer Eingriffe äusserst skeptisch. Diese Tatsache schmälere auch die
Voraussetzungen für eine rasche und erfolgreiche Nachbehandlung und berufliche
Rehabilitation, da auch die Motivation für weitere Behandlungsmassnahmen
weitgehend fehle. Er hadere mit dem Schicksal ohne Bereitschaft, aktiv bei der
Verbesserung mitzuwirken. Die Prognose sei ungünstig, bestehe doch
realistischerweise die Gefahr einer bleibenden vollständigen Invalidisierung,
unabhängig vom gewählten Verfahren. Der Versicherte sei aktuell nicht arbeitsfähig und
vermittelbar (Suva-act. II-158).
Am 30. März 2015 reichte Dr. E._ einen weiteren Arztbericht ein. Von einer
Operation werde in Absprache mit dem Versicherten abgesehen. Der Versicherte sei
einverstanden, den Fall mit Prüfung einer Integritätsentschädigung und Rente
abzuschliessen. An einer geeigneten Arbeitsstelle könnte er eine adaptierte leichte
einhändige Arbeit in einem nahezu vollen zeitlichen Pensum ausführen. In der
bisherigen Tätigkeit sei er voll arbeitsunfähig (Suva-act. II-165).
B.h.
Mit ärztlicher Abschlussuntersuchung vom 26. Juni 2015 kam med. pract. C._
zum Schluss, dass durch weitere Therapie und Behandlung keine namhafte Besserung
des unfallbedingten Gesundheitszustands mehr zu erzielen sei, insbesondere, da der
Versicherte einer erneuten operativen Revision überaus skeptisch gegenüberstehe. Die
Tätigkeit als Bauarbeiter sei nicht mehr zumutbar. Leichte Tätigkeiten seien unter
Berücksichtigung des Belastungsprofils ganztags möglich und zumutbar. Die rechte
Hand könne deutlich mehr als nur als Hilfshand eingesetzt werden, unter anderem
aufgrund der fehlenden neuropathischen Beschwerden (Suva-act. II-174). Der
Integritätsschaden sei auf 7.5% festzusetzen (Suva-act. II-175).
B.i.
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C.
Mit Entscheid vom 10. Januar 2018 wies die Suva die Einsprache ab (Suva-act. II-216).
Zusammengefasst kam sie zum Schluss, dass entgegen der Verfügung dem
Versicherten wegen der Folgen der beiden Unfälle bei höherem Invalideneinkommen
nach LSE und 10%-igem Abzug vom Tabellenlohn (Suva-act. II-216 S. 10 ff.)
grundsätzlich bloss eine Invalidenrente von 12% zustehe. Ein Anspruch auf eine
Integritätsentschädigung bestehe nicht (Suva-act. II-216 S. 22 ff.). Bei allfälliger
gerichtlicher Weiterung behalte man sich vor, Anträge auf entsprechende
Leistungsanpassungen zu stellen. Weiter sei der adäquate Kausalzusammenhang
zwischen den geklagten psychischen Beschwerden und dem Berufsunfall vom 13.
Oktober 2010 zu verneinen, weshalb diesbezüglich keine Leistungspflicht bestehe
(Suva-act. II-216 S. 26 f.).
D.
D.a Gegen den Einspracheentscheid liess der Versicherte (nachfolgend:
Mit Verfügung vom 16. November 2015 sprach die Suva dem Versicherten mit
Wirkung ab Juli 2015 eine Invalidenrente gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 14%
(Valideneinkommen: Fr. 67'873.--; Invalideneinkommen gemäss Dokumentation von
Arbeitsplätzen [DAP]: Fr. 58'598.80) zu. Im Weiteren verfügte sie eine
Integritätsentschädigung von Fr. 9'450.-- (Integritätsschaden 7.5%; Suva-act. II-188).
Dagegen liess der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin Saila Ruibal, St. Gallen,
am 17. Dezember 2015 Einsprache erheben. Sinngemäss machte die Rechtsvertreterin
geltend, dass dem Versicherten aufgrund von geeigneten Arbeitsplätzen ein tieferer
Invalidenlohn anzurechnen sei, womit ein höherer Invaliditätsgrad resultiere. Im
Weiteren sei die Integritätsentschädigung angemessen zu erhöhen (Suva-act. II-196).
Mit Schreiben vom 10. Januar 2017 reichte Rechtsanwältin Ruibal zwei Arztberichte
von Dr. med. F._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 2.
Dezember 2015 und 4. Januar 2017 ein (Suva-act. II-211 f.). Dieser bescheinigte dem
Versicherten aus psychiatrischer Sicht bei mittelgradiger bis schwerer depressiver
Störung mit somatischem Syndrom in sämtlichen Tätigkeiten eine 100%-ige
Arbeitsunfähigkeit.
B.j.
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Beschwerdeführer) am 12. Februar 2018 durch seine Rechtsvertreterin Beschwerde
erheben und beantragen, der Einspracheentscheid vom 10. Januar 2018 sei
aufzuheben. Sinngemäss beantragte er weiter, dass ihm eine höhere Invalidenrente
und Integritätsentschädigung zuzusprechen seien. Eventualiter sei er erneut zu
begutachten. Für das vorliegende Verfahren werde die Gewährung der unentgeltlichen
Rechtpflege beantragt. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G 1).
D.b In der Beschwerdeantwort vom 4. April 2018 beantragte die Suva (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin), vertreten durch Rechtsanwalt Reto Bachmann, Luzern, die
Abweisung der Beschwerde vom 12. Februar 2018 sowie die Bestätigung des
Einspracheentscheids vom 10. Januar 2018 (act. G 5).
D.c Mit Schreiben vom 9. April 2018 wurde dem Gesuch des Beschwerdeführers
um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege, umfassend die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung, entsprochen (act. G 6).
D.d Mit Replik vom 4. Juni 2018 liess der Beschwerdeführer an seinen Anträgen und
deren Begründungen unverändert festhalten (act. G 10). Die Beschwerdegegnerin hat
auf die Einreichung einer Duplik verzichtet (act. G 12).
D.e Am 21. März 2019 reichte die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers die
Verfügung der IV-Stelle des Kantons St. Gallen vom 11. Februar 2019 ein (act. G 13.1).
Gestützt darauf sei die Invalidenrente bis auf 30% zu erhöhen (act. G 13). Die Eingabe
samt Beilage wurde der Beschwerdegegnerin zur Kenntnis gebracht (act. G 14).
D.f Mit E-Mail vom 3. März 2020 ersuchte das Versicherungsgericht des Kantons
St. Gallen die IV-Stelle um Zusendung der Akten (act. G 15). Nach Erhalt der IV-Akten
(act. G 16; nachfolgend: IV-act., inklusive dem bidisziplinären Gutachten des IME
[Interdisziplinäre Medizinische Expertisen] vom 4. Dezember 2018, IV-act. 65) erhielten
die Parteien Gelegenheit zur Einsicht und Stellungnahme (act. G 17). Davon machte die
Beschwerdegegnerin Gebrauch und reichte am 19. März 2020 eine Eingabe ein (act. G
19). Diese wurde dem Beschwerdeführer am 25. März 2020 zur Kenntnis gebracht (act.
G 20).
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D.g Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der
übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.

Erwägungen
1.
Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung
(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss den Übergangsbestimmungen werden
Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor Inkrafttreten der Änderung ereignet
haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach
bisherigem Recht gewährt. Vorliegend stehen Folgen der Unfälle aus den Jahren 2010,
2012 und 2013 zur Diskussion. Es finden daher die bis 31. Dezember 2016 gültigen
Bestimmungen Anwendung.
2.
Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens (zum Anfechtungsgegenstand
siehe BGE 131 V 164 f. E. 2.1) bildet der Einspracheentscheid vom 10. Januar 2018
(Suva-act. II-216). Diesem liegt die Verfügung vom 16. November 2015 zugrunde
(Suva-act. II-188). Mit der Verfügung sprach die Beschwerdegegnerin dem
Beschwerdeführer mit Wirkung ab Juli 2015 eine Invalidenrente gestützt auf einen
Invaliditätsgrad von 14% (Valideneinkommen: Fr. 67'873.--; Invalideneinkommen
gemäss Dokumentation von Arbeitsplätzen [DAP]: Fr. 58'598.80) zu. Im Weiteren
verfügte sie eine Integritätsentschädigung von Fr. 9'450.-- (Integritätsschaden 7.5%;
Suva-act. II-188). Im Einspracheentscheid vom 10. Januar 2018 hat die
Beschwerdegegnerin die Einsprache abgewiesen, damit die Verfügung vom 16.
November 2015 bestätigt, indes Ausführungen dazu gemacht, dass grundsätzlich
lediglich eine Invalidenrente gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 12% (nach LSE) und
keine Integritätsentschädigung geschuldet wären. Im Falle eines Weiterzugs behalte
man sich entsprechende Anträge vor. Solche wurden im Beschwerdeverfahren aber
nicht gestellt. Nachfolgend ist mithin die Höhe der Invalidenrente und der
Integritätsentschädigung zu prüfen. Der Beschwerdeführer beantragt deren Erhöhung
(act. G 1), die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde und die
Bestätigung des Einspracheentscheids (act. G 5).
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3.
Ist die versicherte Person infolge des Unfalls mindestens zu 10 Prozent invalid, so
hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte
Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen,
geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene
Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). Die vorübergehenden Leistungen
(Heilbehandlung, Taggeld) sind einzustellen und der Anspruch auf eine Invalidenrente
zu prüfen, wenn allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV)
abgeschlossen sind und von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine
namhafte Besserung des Gesundheitszustands der versicherten Person mehr erwartet
werden kann (Art. 19 Abs. 1 UVG). Die Integritätsentschädigung wird mit der
Invalidenrente festgesetzt oder, falls kein Rentenanspruch besteht, bei der Beendigung
der ärztlichen Behandlung gewährt (Art. 24 Abs. 2 UVG).
3.1.
Nach Art. 6 Abs. 1 UVG werden Leistungen der Unfallversicherung bei
Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz
nichts anderes bestimmt. Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der
Unfallversicherung bildet die Unfallkausalität. Eine Leistungspflicht des
Unfallversicherers besteht demnach nur für Gesundheitsschäden, die natürlich und
adäquat kausal mit einem versicherten Unfallereignis zusammenhängen (André Nabold
in: Kommentar zum schweizerischen Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die
Unfallversicherung [UVG], Bern 2018, N 48 ff. zu Art. 6; BSK UVG-Irene Hofer, Basel
2019, N 63 ff. zu Art. 6; Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Rechtsprechung
des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die
Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012, S. 53 ff.). Während es Aufgabe der
Ärztin oder des Arztes ist, den natürlichen Kausalzusammenhang zu beurteilen, obliegt
es dem Gericht, die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang zu beantworten
(UVG Kommentar-Nabold, a.a.O., N 53 zu Art. 6; BSK UVG-Hofer, a.a.O., N 66 zu Art.
6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55, 88). Im Bereich klar ausgewiesener organischer
Unfallfolgen im Sinn von nachweisbaren strukturellen Veränderungen spielt die
Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der aus dem natürlichen Kausalzusammenhang
sich ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine Rolle (vgl. BGE 117 V
359, E. 5d/bb, unten, mit Hinweisen auf Lehre und Rechtsprechung; BGE 118 V 286, E.
3a). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) fassbar, bewirkt die
Bejahung der natürlichen Kausalität nicht automatisch auch die Bejahung des
adäquaten Kausalzusammenhangs. In diesen Fällen ist eine eigenständige
3.2.
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4.
Adäquanzbeurteilung nach der Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 133 E. 6c/aa
(sogenannte Psycho-Praxis) vorzunehmen (vgl. dazu nachfolgende E. 5).
Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben die urteilenden Instanzen die
Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln sowie umfassend und
pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig davon, von wem sie
stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren
Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten.
3.3.
Es ist unbestritten und medizinisch ausgewiesen, dass der Beschwerdeführer im
Zeitpunkt des Fallabschlusses im Juni 2015 (auch dieser blieb unbestritten und ist
ausgewiesen; Suva-act. II-165-3, 174-5) weiterhin an einer persistierend schmerzhaften
MCP-Arthrodese Zeigefinger rechts bei Pseudarthrose, herrührend von den Unfällen
aus den Jahren 2010 (vgl. im Sachverhalt lit. A.b), 2012 (vgl. im Sachverhalt lit. B.a) und
2013 (vgl. im Sachverhalt lit. B.c) bzw. den damit einhergehenden Eingriffen (vgl. dazu
den Sachverhalt lit. A und B), litt (Suva-act. II-138, 158-1, 174-5). Diese Diagnose und
die damit zusammenhängenden unfallkausalen Beschwerden (belastungsabhängige
Schmerzen, Bewegungs- und funktionelle Einschränkungen der rechten Hand) sind
unbestrittenermassen in die Leistungsbeurteilung miteinzubeziehen.
4.1.
Uneinig sind sich die Parteien bezüglich des Ausmasses der somatischen
Einschränkungen und des daraus resultierenden Invaliditätsgrads. Die
Beschwerdegegnerin stützt sich bei ihrer Beurteilung auf die ärztliche
Abschlussuntersuchung vom 26. Juni 2015 durch die Kreisärztin med. pract. C._,
welche eine leichte Tätigkeit ganztags für möglich und zumutbar erachtet und lediglich
qualitative Einschränkungen anführt (Suva-act. II-174; vgl. im Sachverhalt lit. B.i). Der
Beschwerdeführer verweist demgegenüber auf die Beurteilung der IV-Stelle und damit
auf das von dieser eingeholte bidisziplinäre (orthopädische/psychiatrische) Gutachten
des IME vom 4. Dezember 2018 (act. G 13, IV-act. 65), welches dem Beschwerdeführer
gemäss orthopädischer Beurteilung und im Konsens in somatischer Hinsicht in
angepassten Tätigkeiten eine Leistungsfähigkeit von 70% bei vollschichtiger Tätigkeit
attestiert. Die Einschränkung von 30% ergebe sich aufgrund der reduzierten
Belastbarkeit mit vermehrten Pausen sowie reduzierter Arbeitsschnelligkeit und einer
erhöhten körperlichen Erschöpfung (IV-act. 65 S. 15 und 18).
4.2.
Arztberichte unterliegen wie sämtliche Beweismittel in
sozialversicherungsrechtlichen Verfahren der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c des
4.3.
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Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG;
SR 830.1]). Der Beweiswert der ärztlichen Stellungnahmen hängt nach der
Rechtsprechung davon ab, ob sie für die streitigen Belange umfassend sind, auf
allseitigen Untersuchungen beruhen, die geklagten Beschwerden berücksichtigen, in
Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben wurden, in der Beurteilung der
medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchten und in
den daraus gezogenen Schlussfolgerungen zu überzeugen vermögen.
Ausschlaggebend für den Beweiswert ärztlicher Stellungnahmen ist folglich
grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch dessen Bezeichnung als
Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 232 E. 5.1). Dennoch hat es das Bundesgericht mit
dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf
bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die
Beweiswürdigung aufzustellen. So ist rechtsprechungsgemäss den im Rahmen des
Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von versicherungsexternen
Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen
sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde
zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft
zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit sprechen.
Nur wenn die Schlüssigkeit eines solchen Gutachtens in wesentlichen Punkten
zweifelhaft erscheint, sind ergänzende Beweisvorkehren in Betracht zu ziehen und
nötigenfalls anzuordnen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4, 125 V 353 E. 3b/bb).
Beim bidisziplinären IME-Gutachten bzw. dessen orthopädischem Teilgutachten,
erstellt von Dr. med. G._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie
des Bewegungsapparates FMH, Facharzt für Orthopädie und Facharzt für
Unfallchirurgie, handelt es sich um ein im Rahmen des Verwaltungsverfahrens
eingeholtes Administrativgutachten von versicherungsexternen Experten. Unerheblich
ist dabei, dass es im Rahmen der Abklärung eines invalidenversicherungsrechtlichen
Anspruchs erging, zumal in somatischer Hinsicht einzig die Handproblematik rechts zu
Einschränkungen führt (IV-act. 65 S. 114 und 159) und diese Problematik ohne weiteres
und unbestrittenermassen als unfallkausal zu qualifizieren ist. Die Beurteilung von Dr.
G._ erging nach einer ausführlichen persönlichen Untersuchung (IV-act. 65 S. 127 ff.),
scheint für die streitigen Belange umfassend, beantwortet die Frage nach den
gesundheitlichen Beeinträchtigungen und der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
(IV-act. 65 S. 164 ff.) und berücksichtigt die geklagten Beschwerden (IV-act. 65 S. 114).
Trotz auf den ersten Blick umfassender und ganzheitlicher Abklärung vermag jedoch
die abschliessende Arbeitsfähigkeitsbeurteilung in adaptierter Tätigkeit von 70% nicht
zu überzeugen. So spricht der Gutachter von einer bewusstseinsnahen
4.4.
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Verdeutlichungstendenz bei der Überprüfung der Handfunktion (IV-act. 65-16, 162).
Auch wird festgehalten, dass – entgegen den Angaben des Beschwerdeführers, die
Medikation regelhaft einzunehmen – gemäss Blutserum das Analgetikum nur knapp
oberhalb der Nachweisgrenze und weit ausserhalb des therapeutischen Bereichs liege
(IV-act. 65-16). Zu dieser schlechten Compliance äussert sich Dr. G._ nicht weiter,
zieht keine Rückschlüsse auf den Leidensdruck und macht keine
Zumutbarkeitsüberlegungen. In dem Sinne fand keine objektiv kritische Prüfung der
geltend gemachten Beschwerden/Schmerzen und Einschränkungen statt. Liest man
seine ausführliche Testwiedergabe der rechten Hand (IV-act. 65-136 ff.), wirkt,
abgesehen von der Flexionsstellung des Zeigefingers, alles weitgehend unauffällig,
inklusive Ausprägung der Muskulatur. In Würdigung dieser Ausführungen ist kaum
nachzuvollziehen, warum Dr. G._ eine Einschränkung von 30% attestiert. Eine derart
hohe Beeinträchtigung lässt sich mit der geschilderten Beeinträchtigung der rechten
Hand nur schwer in Einklang bringen, zumal die reduziert mögliche Belastbarkeit im
Zumutbarkeitsprofil berücksichtigt ist. Eine erhöhte körperliche Erschöpfung, wie es Dr.
G._ attestiert, ist bei diesem Beschwerdebild in adaptierter Tätigkeit kaum
nachvollziehbar. Aufgrund des Gesagten ist der von Dr. G._ gezogene Schluss einer
lediglich 70%-igen Leistungsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit mit erheblichen Zweifeln
behaftet, weshalb darauf nicht abgestellt werden kann.
Zu prüfen bleibt, ob den Einschätzungen der Kreisärztin med. pract. C._ gefolgt
werden kann. Sie attestiert dem Beschwerdeführer, wie bereits erwähnt, aufgrund der
Handproblematik rechts keine quantitativen Einschränkungen in angepasster Tätigkeit.
Ihre Beurteilungen (Suva-act. II-111, 174) beruhen auf einer eingehenden persönlichen
Untersuchung (Suva-act. II-174-4), sind für die streitigen Belange umfassend und
ergingen in Kenntnis der Vorakten (Suva-act. II-174-1 f.) sowie in Würdigung der
geklagten Beschwerden (Suva-act. II-174-3 f.). Sie berücksichtigt im
Zumutbarkeitsprofil die Beeinträchtigungen an der rechten Hand, indem sie repetitiv
feinmechanische Tätigkeiten für nicht mehr zumutbar erachtet. Dasselbe gelte für das
repetitive Tragen von Lasten von über 5 Kilogramm sowie für mittelschwere und
schwere Arbeiten, die den vollen Faustschluss und den Einsatz der kompletten Hand
erforderlich machten. Schläge und Vibrationen auf die rechte obere Extremität sollten
vermieden werden. Die rechte Hand könne dennoch deutlich mehr als nur als Hilfshand
eingesetzt werden, unter anderem aufgrund der fehlenden neuropathischen
Beschwerden. Beim vorgenannten Zumutbarkeitsprofil wird den Beeinträchtigungen an
der rechten Hand umfassend Rechnung getragen und es ist einleuchtend, dass bei
Einhaltung desselben eine volle Arbeitsfähigkeit zumutbar sein sollte. Begründet
widerspricht auch Dr. G._ dieser Einschätzung nicht. Ihm war oder hätte die andere
4.5.
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5.
Die seitens des Beschwerdeführers nebst der somatischen Problematik geltend
gemachte psychische Beeinträchtigung (vgl. dazu insbesondere die Berichte von Dr.
F._ vom 2. Dezember 2015 und 4. Januar 2017 [Suva-act. II-211 f.]) führt zu keinen
zusätzlichen Einschränkungen, unabhängig eines natürlichen und adäquaten
Kausalzusammenhangs zu den erlittenen Unfällen. Diesbezüglich kann auf das IME-
Gutachten bzw. das psychiatrische Teilgutachten von Prof. med. habil. H._, FMH
Neurologie, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, SSIPM Interventionelle
Schmerztherapie, SGV Vertrauensarzt und SIM Zertifizierter Medizinischer Gutachter,
abgestellt werden (IV-act. 65 S. 21 bis 104). Die psychiatrische Beurteilung entspricht
den Anforderungen der Rechtsprechung. Das Teilgutachten erging unter Einbezug und
Diskussion der Vorgeschichte bzw. der vorhandenen (medizinischen) Aktenlage (IV-act.
65 S. 27 bis 77). Anlässlich der Exploration konnte sich der Beschwerdeführer zu
seinen Beschwerden und deren Entwicklung äussern (IV-act. 65 S.83). Die
psychiatrische Befunderhebung erfolgte in Anlehnung an das anerkannte AMDP-
System (IV-act. 65 S. 87 ff.). Auf der Basis der erhobenen Befunde stellte der Gutachter
in Würdigung der früheren diagnostischen Einschätzungen (IV-act. 65 S. 92 ff.)
Leistungsbeurteilung von med. pract. C._ bekannt sein müssen, erging diese doch
bereits im Juni 2016 (das IME-Gutachten datiert vom 4. Dezember 2018). Eine
Auseinandersetzung findet sich in seinem orthopädischen Gutachten indes nicht,
wobei zweifelhaft ist, ob Dr. G._ überhaupt zur Kenntnis genommen hat, dass med.
pract. C._ die Arbeitsfähigkeit adaptiert als nicht einschränkend qualifiziert hat.
Bezüglich Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit schreibt er denn ausdrücklich, dass
er mit der Einschätzung der Beschwerdegegnerin und damit mit derjenigen von med.
pract. C._ uneingeschränkt einiggehe (IV-act. 65-18, 166).
Zusammengefasst ist festzuhalten, dass der Beurteilung von Dr. G._ in Bezug
auf die quantitative Arbeitsfähigkeit erhebliche Zweifel anhaften, während die
Einschätzung von med. pract. C._, welche sich im Übrigen mit derjenigen des
behandelnden Dr. E._ deckt ("an einer geeigneten Arbeitsstätte könnte eine
adaptierte leichte einhändige Arbeit in einem nahezu vollen zeitlichen Pensum
ausgeführt werden" [Suva-act. II-165-3]; "Ich bin mit der Beurteilung der Kreisärztin
absolut einverstanden" [Suva-act. II-176]), aufgrund des vorliegenden Beschwerdebilds
schlüssig und überzeugend erscheint. Weitere Abklärungen erübrigen sich, nachdem
keine auch nur geringen Zweifel an der Einschätzung von med. pract. C._ bestehen,
weshalb mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen ist, dass dem
Beschwerdeführer in adaptierter Tätigkeit ein Vollpensum zumutbar ist.
4.6.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 15/19
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nachvollziehbar die Diagnosen chronifizierte rezidivierende depressive Störung, reaktiv
auf multiple psychosoziale Probleme, gegenwärtig mittelgradig (ICD-10: F 33.8), mit/bei
Problemen in Verbindung mit Ausbildung und Bildung, Problemen in Verbindung mit
Berufstätigkeit und Arbeitslosigkeit, Problemen in Verbindung mit ökonomischen
Verhältnissen, Schwierigkeiten bei der kulturellen Eingewöhnung und Problemen in der
Beziehung zum Ehepartner (Z-Diagnosen; IV-act. 65 S. 96). Die abschliessende
Arbeitsfähigkeitsbeurteilung beruht auf einer objektiv-kritischen Prüfung der geltend
gemachten Beschwerden und Funktionseinschränkungen und erfolgte korrekterweise
in Ausserachtlassung der etlichen, unbestrittenermassen bestehenden psychosozialen
Belastungsfaktoren. Das psychiatrische Teilgutachten erscheint gestützt auf das
Gesagte umfassend sowie medizinisch nachvollziehbar und schlüssig begründet,
weshalb auf die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit abgestellt werden kann
(100%-ige Arbeitsfähigkeit seit der Antragstellung im Sommer 2013; IV-act. 65 S. 101
f.). Insbesondere fällt auch auf, dass der Beschwerdeführer selbst seine
Arbeitsunfähigkeit ausschliesslich aufgrund seiner somatischen Problematik begründet
sieht und sich psychisch in der Lage fühlt zu arbeiten. So führte er anlässlich der
Exploration aus, dass er psychisch nur betroffen sei, weil er kein Geld habe, allein sei
und seit Jahren keine Stelle finde. Sonst fehle ihm psychisch nichts (IV-act. 65 S. 83).
Im Weiteren stellte der Beschwerdeführer auch im Beschwerdeverfahren das IME-
Gutachten insgesamt nicht in Frage bzw. verwies in der Eingabe vom 21. März 2019
ausdrücklich auf dessen Beurteilung (act. G 13).
6.
Zur Beurteilung steht als nächstes die Höhe des Invaliditätsgrads bei 100%-iger
Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten.
Der Grad der für den Rentenanspruch massgebenden Invalidität ist gemäss Art. 16
ATSG durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln, bei dem das Einkommen, das
die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Erwerbseinkommen, das sie
erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
6.1.
Gemäss den Angaben der früheren Arbeitgeberin des Beschwerdeführers (B._
AG) ist das Valideneinkommen für das Jahr 2015 auf Fr. 67'853.-- (Fr. 5'221.-- x 13)
festzulegen (Suva-act. II-179).
6.2.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 16/19
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Bezüglich Invalideneinkommen können – wie die Beschwerdegegnerin im
Einspracheentscheid vom 10. Januar 2018 richtig ausführt – mangels genügend
geeigneter DAP-Plätze jene Kennzahlen nicht zur Berechnung des
Invalideneinkommens herangezogen werden (vgl. dazu die schlüssigen Ausführungen
in Suva-act. II-204-3 f., II-216-10 letzter Abschnitt). Damit ist für die Bestimmung des
Invalideneinkommens gestützt auf das Belastungsprofil des Beschwerdeführers der
statistische Hilfsarbeiterlohn massgebend (BGE 129 V 475 E. 4.2.1). Dieser hat im Jahr
2015 Fr. 66'633.-- betragen (vgl. Anhang 2: Lohnentwicklung, IVG-Gesetzesausgabe
der Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2019). Zu prüfen bleibt, ob von diesem
Tabellenlohn ein Abzug vorzunehmen ist. Mit dem Tabellenlohnabzug ist zu
berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten
Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und
entsprechend einsetzbaren arbeitnehmenden Personen lohnmässig benachteiligt sind
und deshalb mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Sodann wird
dem Umstand Rechnung getragen, dass weitere persönliche und berufliche Merkmale
einer versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder
Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben
können (BGE 129 V 481 E. 4.2.3). Die lange Abwesenheit vom Arbeitsmarkt dürfte sich
vorliegend – wenn auch bei einer Tätigkeit mit Kompetenzniveau 1 (einfache
Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art) nur geringfügig – lohnsenkend
auswirken (vgl. u.a. Urteile des Bundesgerichts vom 10. Februar 2011, 9C_617/2010,
E. 4.3, vom 15. Juli 2009, 9C_524/2008, E. 4 und 4.2, und vom 4. Mai 2012,
9C_22/2012, E. 3.2). Lohnsenkend dürfte ausserdem der Umstand ins Gewicht fallen,
dass auch die leichte Verweistätigkeit mit erheblichen zusätzlichen Einschränkungen
der rechten Hand einhergeht. Insgesamt erweist sich ein Abzug von 10% (vgl. dazu
aber nachfolgende E. 6.4) als angemessen. Das Invalideneinkommen ist daher mit Fr.
59'969.70 (Fr. 66'633.-- x 0.9) zu bemessen.
6.3.
Bei einem Valideneinkommen von Fr. 67'853.-- und einem Invalideneinkommen
von 59'969.70 ergibt sich eine Erwerbseinbusse von Fr. 7'883.30 (Fr. 67'853.-- -
Fr. 59'969.70) und ein Invaliditätsgrad von aufgerundet 12% (Fr. 7'883.30 /
Fr. 67'853.--). Bei richtiger Betrachtung ist damit der Invaliditätsgrad tiefer als der am
16. November 2015 verfügte (14%; Suva-act. II-188). Dies würde grundsätzlich eine
reformatio in peius bedeuten. Nachdem die Beschwerdegegnerin aber entgegen ihren
Ausführungen im Einspracheentscheid vom 10. Januar 2018 (vgl. vorstehende E. 2) im
Beschwerdeverfahren keinen tieferen Invaliditätsgrad als den verfügten beantragte und
nach der Rechtsprechung von der Möglichkeit einer reformatio in peius zurückhaltend
Gebrauch zu machen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 6. August 2007, H 161/06,
6.4.
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7.
E. 5.6; vgl. dazu auch Kieser, Kommentar ATSG, 4. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2020, Art.
61 N 166), ist vorliegend von einer solchen abzusehen. Dies zumal die Differenz von
2% nicht allzu gross ins Gewicht fällt und nicht von einer offensichtlichen Unrichtigkeit
auszugehen ist, wenn man bedenkt, dass der Tabellenlohnabzug ermessenweise
erfolgt und sich im vorliegenden Fall durchaus auch ein Abzug zwischen 10% und 15%
rechtfertigen liesse. Eine Invalidenrente gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 14% ist
damit ohne weiteres vertretbar und die Beschwerde in diesem Punkt abzuweisen.
Weiter ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Integritätsentschädigung zu
beurteilen. Die Beschwerdegegnerin sprach ihm in der Verfügung vom 16. November
2015, bestätigt durch den Einspracheentscheid vom 10. Januar 2018, eine solche
basierend auf einem Integritätsschaden von 7.5% zu (Suva-act. II-175, 188). Der
Beschwerdeführer beantragt bei Gebrauchsunfähigkeit der rechten Hand und damit
faktischer Einhändigkeit eine angemessene Erhöhung (act. G 1).
7.1.
Die Integritätsentschädigung wird gemäss Art. 25 Abs. 1 UVG entsprechend der
Schwere des Integritätsschadens abgestuft. Bei gleichem medizinischem Befund ist
der Integritätsschaden für alle Versicherten gleich; er wird abstrakt und egalitär
bemessen. Spezielle Behinderungen der betroffenen Person bleiben dabei
unberücksichtigt (BGE 124 V 35 E. 3c, 113 V 221 E: 4b). Die Bemessung des
Integritätsschadens hängt somit nicht von den besonderen Umständen des Einzelfalls
ab; es geht vielmehr um die medizinisch-theoretische Ermittlung der Beeinträchtigung
der körperlichen und/oder geistigen Integrität, wobei subjektive Faktoren ausser Acht
zu lassen sind (BGE 115 V 147 E. 1). Nach Art. 36 Abs. 2 UVV wird die
Integritätsentschädigung gemäss den Richtlinien des Anhangs 3 zur UVV bemessen.
Dieser Anhang enthält eine als gesetzmässig und nicht abschliessend anerkannte
Skala. Die medizinische Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der
bundesrätlichen Skala zusätzliche Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form
(sogenannte Feinraster) erarbeitet. Diese Tabellen enthalten Richtwerte, mit denen die
Gleichbehandlung aller Versicherten gewährleistet werden soll; sie sind mit dem
Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 32 E. 1c mit Hinweis).
7.2.
Med. pract. C._ führte mit Beurteilung vom 26. Juni 2015 aus, dass gemäss
Suva-Tabelle 5 die Fingergelenksarthrodese nicht entschädigungspflichtig sei.
Aufgrund der funktionellen Einschränkungen werde aber dennoch in Anlehnung an die
7.3.
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8.