Decision ID: 93457a3a-c3a3-4ee4-89e9-db1edd1e3796
Year: 2012
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rentenrevision
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Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 12. Dezember 1995 erstmals wegen einer seit 1979
bestehenden Hepatitis zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung
(Berufsberatung und Umschulung) bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen an (IV-
act. 1).
A.b Im Auftrag der IV-Stelle erstattete Dr. med. B._, Chefarzt des Kantonalen
Spitals C._, am 17. September 1996 ein fachärztliches Gutachten, in welchem er
festhielt, die Versicherte leide an einer chronisch aktiven Hepatitis C und sei deswegen
zu 50 % in ihrer Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt (IV-act. 18).
A.c Mit Verfügung vom 12. Oktober 1998 verneinte die IV-Stelle für Versicherte im
Ausland einen Rentenanspruch (IV-act. 39).
B.
B.a Am 29. November 2000 meldete sich die Versicherte erneut zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung an. Sie leide an einer chronischen Leberent
zündung mit „extremen Nebenwirkungen“, wobei sich ihr Gesundheitszustand zu
sehends verschlechtere (IV-act. 50).
B.b Am 18. Dezember 2000 erstatteten die behandelnden Ärzte der Fachstelle für
Sozialpsychiatrie und Psychotherapie Sargans einen Arztbericht. Darin hielten sie fest,
die Versicherte befinde sich seit Oktober 2000 in psychiatrisch-psychotherapeutischer
Behandlung; sie leide an einer mittelgradigen depressiven Episode mit somatischem
Syndrom, an einer Opiat-Abhängigkeit (sie nehme an einem ärztlich überwachten
Ersatzdrogenprogramm mit Methadon teil) sowie an einer chronischen Hepatitis C. In
ihrer Arbeitsfähigkeit sei sie zu 50 % beeinträchtigt (IV-act. 52). Bezugnehmend auf
eine entsprechende Anfrage der IV-Stelle führten die Ärzte in einem weiteren Schreiben
vom 25. Mai 2001 aus, zur Frage der Entwicklung der Arbeitsfähigkeit könne noch nicht
zuverlässig Stellung genommen werden (IV-act. 56). Mit Bericht vom 16. August 2001
teilten sie schliesslich mit, der Zustand der Versicherten sei insgesamt stationär; die
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depressive Symptomatik habe sich zwar etwas zurückgebildet, doch habe sich
gleichzeitig gezeigt, dass die Versicherte an einer emotional instabilen
Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typus leide. Sie sei nach wie vor zu 50 %
arbeitsunfähig (IV-act. 57).
B.c Nachdem der zuständige Berufsberater zuhanden der IV-Stelle ausgeführt hatte,
es empfehle sich, der als Englischlehrerin tätigen Versicherten eine pädagogische
Zusatzausbildung zu finanzieren, und dass von einem Valideneinkommen von etwa
Fr. 62’400.-- und einem Invalideneinkommen von etwa Fr. 27’600.-- (nach Abschluss
einer – empfohlenen – Aus- bzw. Weiterbildung in Pädagogik) auszugehen sei (IV-
act. 59), verfügte die IV-Stelle am 14. November 2002 die Zusprache einer halben
Rente mit Wirkung ab 1. Juli 2001 (IV-act. 64).
C.
C.a Im Rahmen einer Überprüfung des Rentenanspruchs von Amtes wegen teilte die
Versicherte am 6. Mai 2004 mit, ihr Gesundheitszustand habe sich weiter ver
schlechtert. Ihre körperliche Energie und Ausdauer würden stetig abnehmen, zudem
leide sie an vermehrter morgendlicher Übelkeit, an Erbrechen und an Durchfall (IV-
act. 67).
C.b Mit Verlaufsbericht vom 31. August 2004 teilte Dr. med. D._, Facharzt FMH für
Allgemeinmedizin, mit, der Gesundheitszustand sei stationär. Im Vordergrund stünden
die depressiven Verstimmungen (IV-act. 73).
C.c Im Auftrag der IV-Stelle erstatteten die Ärzte der Fachstelle für Sozialpsychiatrie
und Psychotherapie Sargans am 15. September 2005 ein fachärztliches Gutachten.
Darin diagnostizierten sie eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom Border
line-Typus, ein Abhängigkeitssyndrom mit multiplem Substanzgebrauch und Konsum
anderer psychotroper Substanzen bzw. Teilnahme an einem ärztlich überwachten
Methadon-Programm, eine rezidivierende depressive Störung mit mittelgradiger
Episode und somatischem Syndrom sowie eine chronisch aktive Hepatitis C und
attestierten eine Arbeitsfähigkeit von 50 % (IV-act. 81).
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C.d Am 10. Oktober 2005 teilte die IV-Stelle mit, dass die Rente nicht angepasst
werde (IV-act. 84).
D.
D.a Am 13. Mai 2008 liess die Versicherte um Erhöhung der Rente ersuchen; ihre
Gesundheit habe sich seit Sommer 2006 erheblich verschlechtert (IV-act. 89). Ihrem
Schreiben legte sie unter anderem ein Schreiben des Psychiatrie-Zentrums Werden
berg-Sargans (entspricht der Fachstelle für Sozialpsychiatrie und Psychotherapie
Sargans) vom 22. April 2008 bei, in welchem ausgeführt worden war, die Persönlich
keitsstörung sei zwischenzeitlich stärker hervorgetreten, und die depressive Störung
habe sich intensiviert, weshalb die Arbeitsfähigkeit seit August 2007 gesamthaft
lediglich noch 10 % betrage (IV-act. 91).
D.b Am 25. August 2008 teilte Dr. med. E._, Facharzt FMH für Chirurgie, mit, der
Gesundheitszustand der Versicherten habe sich deutlich verschlechtert; sie sei
psychisch und physisch erschöpft, leide an Angstgefühlen und Schlafstörungen und
benötige die doppelte Dosis Methadon. Konzentrationsschwäche und Angstzustände
wirkten sich auf die bisherige Tätigkeit aus; diese sei ihr zu circa zwei Stunden pro Tag
zumutbar (IV-act. 104).
D.c Am 26. August 2008 teilten die behandelnden Ärzte des Psychiatrie-Zentrums
Werdenberg-Sargans mit, der Gesundheitszustand der Versicherten habe sich ver
schlechtert. Sie könne lediglich noch zwei Unterrichtslektionen pro Tag erteilen und
benötige einen Tag Erholung (entsprechend einer Arbeitsfähigkeit von 10 %). Die Aus
übung einer anderen Tätigkeit sei nicht zumutbar (IV-act. 106).
D.d Am 16. Oktober 2009 erstatteten die Dres. med. F._, Facharzt FMH für Innere
Medizin, Pneumologie, Arbeits- und Sozialmedizin, und G._, Facharzt FMH für
Psychiatrie und Psychotherapie sowie Kinder- und Jugendpsychiatrie, vom IV-internen
regionalen ärztlichen Dienst (RAD) einen bidisziplinären Untersuchungsbericht. Darin
hielten sie fest, weder aus psychiatrischer noch aus internistischer Sicht sei eine
erhebliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes festzustellen; die
Arbeitsfähigkeit betrage weiterhin 50 % (IV-act. 122).
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D.e Mit Vorbescheid vom 23. Oktober 2009 teilte die IV-Stelle mit, dass die
Abweisung des Rentenerhöhungsgesuchs vorgesehen sei (IV-act. 127).
D.f Dagegen liess die Versicherte am 20. November 2009 Einwand erheben (IV-
act. 128). Ihrer Eingabe liess sie ein Schreiben der behandelnden Ärzte des Psychiatrie-
Zentrums Werdenberg-Sargans vom 12. November 2009 beilegen. Darin war aus
geführt worden, im Vergleich zum Zustand im Jahr 2002 seien neu eine Zwangs
symptomatik sowie soziale Ängste zu beobachten. Die Ängste hätten insbesondere seit
dem Jahr 2006 erheblich zugenommen. Während die Versicherte damals noch gerne
unterrichtet habe, sei die Arbeit zwischenzeitlich zur Belastung geworden; sie habe zu
letzt nur noch unter Zuhilfenahme von Tranquilizern unterrichten können (IV-act. 129).
D.g Mit Verfügung vom 5. Januar 2010 wies die IV-Stelle das
Rentenerhöhungsgesuch ab; gemäss dem überzeugenden Untersuchungsbericht vom
16. Oktober 2009 sei eine relevante Verschlechterung des Gesundheitszustandes zu
verneinen (IV-act. 131).
E.
E.a Dagegen richtet sich die am 30. Januar 2010 erhobene Beschwerde, mit der die
Zusprache einer ganzen Invalidenrente beantragt und zur Begründung im Wesentlichen
ausgeführt wird, der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin habe sich so sehr
verschlechtert, dass ihr die Ausübung einer beruflichen Tätigkeit nicht mehr möglich sei
(act. G 1).
E.b Die Beschwerdegegnerin schliesst auf Abweisung der Beschwerde. In ihrer
Beschwerdeantwort vom 25. März 2010 führte sie zur Begründung im Wesentlichen
aus, es sei auf den Untersuchungsbericht vom 16. Oktober 2009 der RAD-Ärzte
Dres. F._ und G._ abzustellen und damit eine relevante Verschlechterung des
Gesundheitszustandes zu verneinen (act. G 5).
E.c Die Beschwerdeführerin verzichtete auf eine Replik.

Erwägungen:
1.
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Eine formell rechtskräftig zugesprochene Rente der Invalidenversicherung kann nur
unter engen Voraussetzungen abgeändert werden, namentlich, wenn sich die
ursprüngliche Verfügung als qualifiziert fehlerhaft erweist (vgl. Art. 53 Abs. 1 und 2 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG;
SR 830.1]) oder sich die der Verfügung zugrunde liegenden Tatsachen zwischenzeitlich
derart verändert haben, dass sich die Verfügung als nachträglich nicht mehr zutreffend
erweist (vgl. Art. 17 Abs. 1 ATSG). Vorliegend steht eine qualifizierte Fehlerhaftigkeit der
rentenzusprechenden Verfügung vom 14. November 2002 nicht zur Diskussion; viel
mehr ist streitig, ob sich seit deren Erlass bzw. seit der Anspruchsüberprüfung im Jahr
2005 (vgl. IV-act. 81 und 84) der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin derart
verschlechtert hat, dass sie Anspruch auf eine höhere Rente der Invalidenversicherung
hat. Namentlich macht die Beschwerdeführerin geltend, ihr Gesundheitszustand habe
sich derart verschlechtert, dass sie nicht mehr zu 50 % bzw. überhaupt nicht mehr
erwerbstätig sein könne.
2.
Die rentenzusprechende Verfügung vom 14. November 2002 stützte sich in medi
zinischer Hinsicht hauptsächlich auf die Berichte der Fachstelle für Sozialpsychiatrie
und Psychotherapie Sargans vom 18. Dezember 2000 (IV-act. 52) und vom 16. August
2001 (IV-act. 57). In beiden Berichten war ausgeführt worden, die Beschwerdeführerin
sei seit Juli 2000 zu 50 % in ihrer Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt. Zunächst sei
diesbezüglich eine depressive Störung im Vordergrund gestanden (vgl. IV-act. 52); im
Verlauf der Behandlung habe sich dann aber herausgestellt, dass als psychiatrisches
Grundleiden eine Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typus zu diagnostizieren sei,
sodass trotz teilweiser Rückbildung der depressiven Symptomatik nach wie vor eine
50%ige Arbeitsunfähigkeit zu attestieren sei (vgl. IV-act. 57). Zum Zustand wurde
ausgeführt, die Beschwerdeführerin leide seit etwa Frühling 2000 an einem
zunehmenden depressiven Zustandsbild mit gedrückter, freudloser Stimmungslage,
Antriebsmangel, sozialem Rückzug und unkonkreten Todeswünschen. In den letzten
Jahren sei sie zunehmend energielos geworden, mit schneller körperlicher und
geistiger Erschöpfbarkeit bereits nach leichten Tätigkeiten. Sie leide an anhaltender
Freudlosigkeit, vermindertem Selbstwertgefühl, Zukunftsängsten und Antriebsmangel,
starken Konzentrationsschwierigkeiten sowie Verlust von Libido und Vitalität.
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Ausserdem verspüre sie gelegentliche Angstattacken (vgl. IV-act. 52). Auch nach
Rückbildung der depressiven Symptomatik seien ausgeprägte Antriebslosigkeit,
Affektlabilität mit kurzzeitigen depressiven Zustandsbildern bis hin zur Suizidalität,
Konzentrationsstörungen und schneller Ermüdbarkeit aufgefallen (vgl. IV-act. 57). Im
Rahmen der Begutachtung im Frühjahr 2005 durch dieselbe Stelle wurde der Zustand
im Wesentlichen unverändert beschrieben. Zusätzlich vermerkt wurde, dass gemäss
internistischem Gutachten von Dr. B._ aus dem Jahr 1996 die Auswirkungen der
Hepatitis C die Arbeitsfähigkeit als Englischlehrerin um 50 % einschränken würde (vgl.
IV-act. 81). Diese Ergebnisse wurden im Untersuchungsbericht des RAD-Arztes
Dr. G._ zusammengefasst und als nachvollziehbar gewertet (vgl. IV-act. 122–23). Für
die Beantwortung der Frage, ob sich die tatsächlichen Verhältnisse erheblich verändert
haben, sind die aktuellen Verhältnisse mit jenen bei Erlass der Mitteilung vom
10. Oktober 2005 zu vergleichen, ging dieser Mitteilung doch – wie dargelegt – eine
umfassende materielle Prüfung des Rentenanspruchs voraus (vgl. BGE 133 V 108);
mangels Einwendungen gegen diese Mitteilung ist sie rechtsverbindlich geworden,
ähnlich einer Verfügung (vgl. BGE 134 V 145).
3.
In ihrem Bericht vom 26. August 2008 (IV-act. 106) und in ihrer Stellungnahme vom
22. April 2008 (IV-act. 91) führten die Ärzte des Psychiatrie-Zentrums Werdenberg-
Sargans zwar an, der psychische Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin habe
sich seit Mitte 2006 erheblich verschlechtert, doch schilderten sie weitgehend ähnliche
Beschwerden und Befunde wie bereits in den oben erwähnten vorherigen Berichten:
wechselnde, instabile Stimmung, häufig auftretende depressive Episoden, gedrückte
Stimmung, Interessenverlust, Freudlosigkeit, Antriebsverminderung, Beeinträchtigung
des Selbstwertgefühls, Schlafstörungen und soziale Ängste. Der RAD-Arzt Dr. G._
führte in seiner Gegenüberstellung insofern nachvollziehbar aus, eine relevante
Veränderung sei angesichts dessen nicht ausgewiesen (vgl. IV-act. 122–23 f.). In
Entgegnung darauf führten die behandelnden Ärzte in ihrer Stellungnahme vom
12. November 2009 (IV-act. 129) aus, die Zwangssymptomatik und die sozialen Ängste
hätten seit 2006 stetig zugenommen; der Zustand der Beschwerdeführerin habe sich
insgesamt verschlechtert (vgl. IV-act. 129). – Auffällig ist, dass die Beschwerdeführerin
zwar bereits im Rahmen der Begutachtung im Jahr 2005 äusserte, die Arbeit sei für sie
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äusserst anstrengend und belastend, gleichzeitig aber auch grundsätzliche Freude an
der Lehrtätigkeit zum Ausdruck brachte (vgl. IV-act. 81–2); demgegenüber beschrieb
sie im Rahmen der späteren Untersuchungen die Arbeit lediglich noch als belastend
und unzumutbar (vgl. IV-act. 106, 122–18 und insb. 129–2). Gesamthaft lassen sich den
Akten zwar nur wenige konkret fassbare Indizien für eine relevante Verschlechterung
des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin entnehmen, doch erwecken die
Berichte der behandelnden Ärzte den Eindruck, die psychischen Beeinträchtigungen
hätten sich im Verlauf der Jahre 2005–2009 weiter intensiviert, was angesichts der ge
stellten Diagnosen nicht ungewöhnlich wäre. Diese Intensivierung scheint zwar durch
aus wahrnehmbar und fassbar zu sein, aber offensichtlich nur schwer beschreibbar.
Jedenfalls kann aufgrund der Tatsache, dass in den verschiedenen Berichten und
Stellungnahmen der behandelnden Ärzte im massgebenden Zeitraum sowohl Be
schwerden als auch Befunde und Diagnosen weitgehend unverändert geschildert bzw.
gestellt wurden, nicht ohne Weiteres darauf geschlossen werden, der Zustand der
Beschwerdeführerin sei insgesamt gleich geblieben. Insofern bestehen Zweifel am an
sonsten nachvollziehbaren Untersuchungsbericht der RAD-Ärzte Dres. F._ und
G._. Da bereits geringe Zweifel an einem versicherungsinternen medizinischen
Bericht rechtsprechungsgemäss dazu führen, dass eine versicherungsexterne Begut
achtung anzuordnen ist (vgl. BGE 135 V 465), ist die angefochtene Verfügung auf
zuheben und die Sache zur Einholung eines psychiatrischen Gutachtens und an
schliessender Neuverfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Dabei ist
besonderes Augenmerk auf die Veränderung des Zustandes seit Oktober 2005 zu
legen.
4.
Die Rückweisung zur Einholung eines psychiatrischen Gutachtens rechtfertigt sich vor
allem auch mit Blick auf die Erwerbssituation der Beschwerdeführerin. Bereits im Jahr
2002 hatte der Berufsberater berufliche Massnahmen zur Verbesserung der Rest
erwerbsfähigkeit der Beschwerdeführerin empfohlen (vgl. IV-act. 59). Zudem ist durch
aus nachvollziehbar, dass es der Beschwerdeführerin insbesondere aufgrund ihrer
Angstzustände schwer fällt, zu unterrichten. Es sind allerdings andere Tätigkeiten
denkbar, bei denen die Beschwerdeführerin ihre Qualifikationen verwerten könnte,
ohne einem zu intensiven Kontakt mit anderen Menschen ausgesetzt zu sein;
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namentlich Übersetzungstätigkeiten scheinen geeignet. Da die Beschwerdeführerin
zwischenzeitlich nicht mehr unterrichtet, sind die bislang unterbliebenen beruflichen
Massnahmen nachzuholen. Diese Massnahmen sind so rasch als möglich anhand zu
nehmen, also insbesondere nicht erst nach Eintreffen des psychiatrischen Gutachtens.
Unter Umständen können die Erfahrungen der beruflichen Eingliederung wertvolle
Erkenntnisse für die Begutachtung liefern; jedenfalls besteht kein Grund, mit den
beruflichen Massnahmen noch länger zuzuwarten.
5.
Demnach ist die Beschwerde insofern gutzuheissen, als die angefochtene Verfügung
vom 5. Januar 2010 aufzuheben ist. Da die Aufhebung einer Verfügung und die Rück
weisung zu weiteren Abklärungen praxisgemäss hinsichtlich Kostenfolgen als voll
ständiges Obsiegen der Beschwerde führenden Partei zu qualifizieren ist, hat die
Beschwerdegegnerin die gemäss Art. 69 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) zu erhebenden und angesichts des durch
schnittlichen Aufwandes auf Fr. 600.-- festzulegenden Gerichtskosten zu bezahlen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP