Decision ID: d57db72a-3bb0-5c5a-a458-cea3086af2e7
Year: 2014
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
a. B.A. (geb. 1998) legte vom 10. bis 12. März 2014 die Aufnahmeprüfung für das
Gymnasium an der Kantonsschule Burggraben, St. Gallen, ab. Am 14. März 2014
verfügte der Rektor der Kantonsschule, mit der erreichten Notensumme von 14
Punkten (Deutsch = 3.4; Französisch = 4.0; Mathematik 1 = 3.6; Mathematik 2 = 3.0)
habe B.A. die Aufnahmeprüfung für den Eintritt in das Gymnasium nicht bestanden (vi-
act. 1a/1, Anlage 7).
b. Bereits Ende Dezember 2013 hatten die damaligen Mathematik- und
Sprachlehrkräfte des Sekundarschülers bei der Kantonsschule Burggraben
nachgefragt, ob dieser die Aufnahmeprüfung, mindestens aber den Aufsatz im Fach
Deutsch mit Computer absolvieren könne. In Stresssituationen sei B.A.s Schrift
dermassen unleserlich, dass niemand sie entziffern könne (vi-act. 1a/1, Anlage 2).
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Gleiches hatte der Vater, A.A., beantragt, als er B.A. am 1. Februar 2014 zur Prüfung
anmeldete. Seinem Antrag verlieh er mit einem Bericht des Zentrums für
Schulpsychologie und therapeutische Dienste des Kantons Appenzell Ausserrhoden
(SPD/AR) vom 29. Januar 2014 Nachdruck (vi-act. 1a/1, Anlage 4). Darin wird
empfohlen, B.A. als Nachteilsausgleich bei der Aufnahmeprüfung sowie bei allen
künftigen schriftsprachlichen Prüfungen an der Kantonsschule die Verwendung eines
Computers zu ermöglichen. Der Schulpsychologe attestierte B.A. Probleme mit seiner
Handschrift und der Umsetzung von Ideen auf Papier. Der Computer ermögliche ihm,
sich besser auf die inhaltliche Arbeit zu konzentrieren und rücke seine
visuomotorischen Probleme in den Hintergrund. Der Computer sei indessen nur eine
Erleichterung, das Problem an sich seien «black outs», von denen B.A. berichte und die
ihn teilweise «drausbringen» würden. Diese dürften auch mit Computer nicht
verschwinden, allenfalls aber weniger werden, weil ein grosser Druck wegfalle und
umso mehr Energie für die inhaltliche Arbeit übrig bleibe. Durch die computergestützte
Arbeit könne es gelingen, die Leistungen bis zum «black out» zu verbessern. Aus
schulpsychologischer Sicht sei eine weitere Untersuchung dieser «black outs» sinnvoll.
c. Am 28. Februar 2014 - 10 Tage vor der Prüfung - eröffnete der Kantonsschulrektor
den Eltern und B.A. anlässlich einer mündlichen Besprechung, B.A. dürfe weder den
Computer benützen noch bekomme er zusätzliche Zeit für das Lösen der Aufgaben.
Die prüfenden Lehrpersonen würden jedoch über die Schreibschwäche informiert und
seien angehalten, das Geschriebene zu entziffern. In der Folge wurde B.A. ermöglicht,
den Aufsatz im Fach Deutsch im Anschluss an die Prüfung auf Tonträger (iPhone)
aufzunehmen.
B. Mit Rekurs vom 30. März 2014 gelangte A.A. an den Erziehungsrat. Er
beantragte, die Verfügung vom 14. März 2014 sei aufzuheben und die gesamte Prüfung
sei unter Gewährung normaler, international anerkannter Nachteilsausgleiche
(Computerbenützung, mehr Zeit) innert einvernehmlicher Frist, spätestens aber vor
Ende Mai 2014, zu wiederholen. Eventualiter beantragte er den Erlass einer Verfügung,
wonach B.A. die Aufnahmeprüfung bestanden habe. Das Verfahren sei kostenlos zu
führen (vgl. vi-act. 1a/1, S. 2 f.).
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Nachdem die Kantonsschule in ihrer Vernehmlassung vom 8. April 2014 sinngemäss
beantragt hatte, das Rechtsmittel sei abzuweisen (vi-act. 4), der Rekurrent erneut
Stellung genommen (vi-act. 6) und unaufgefordert weitere Unterlagen eingereicht hatte
(vi-act. 10), wies der Erziehungsrat den Rekurs am 21. Mai 2014 kostenpflichtig ab
(act. 2).
C. Dagegen erhob A.A. (Beschwerdeführer) mit Eingabe vom 9. Juni 2014
Beschwerde beim Verwaltungsgericht (act. 1). Er beantragte, der angefochtene
Rekursentscheid und die Verfügung der Kantonsschule vom 14. März 2014 seien
aufzuheben; die Verfügung der Kantonsschule sei durch eine Verfügung zu ersetzen,
wonach B.A. die Aufnahmeprüfung bestanden habe; es seien keine Gebühren oder
Kosten zu erheben; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
Der Erziehungsrat (Vorinstanz) beantragte am 30. Juni 2014 die Abweisung der
Beschwerde. Zur Begründung verwies er auf den angefochtenen Entscheid (act. 5).
Der Beschwerdeführer nahm am 9. Juli 2014 erneut Stellung (act. 8).
Auf die Vorbringen des Beschwerdeführers und die Erwägungen des angefochtenen
Entscheids wird - soweit erforderlich - nachstehend weiter eingegangen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
1.1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis
Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1; VRP). Als
gesetzlicher Vertreter seines Sohnes ist der Beschwerdeführer zur Ergreifung des
Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die
Beschwerdeeingabe vom 10. Juni 2014 (Datum Poststempel) entspricht zeitlich, formal
und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1
und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist grundsätzlich einzutreten.
1.2. Der Beschwerdeführer beantragt u.a. die Aufhebung der Verfügung der
Kantonsschule vom 14. März 2014. Diese ist durch den Entscheid der Vorinstanz
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ersetzt worden und gilt als inhaltlich mitangefochten (sog. «Devolutiveffekt»; vgl. z.B.
BGE 129 II 438 E. 1 mit Hinweisen; VerwGE B 2012/239 vom 16. April 2014 E. 1,
www.gerichte.sg.ch). Die selbständige Anfechtung dieser Verfügung ist
ausgeschlossen, weshalb auf den entsprechenden Antrag nicht einzutreten ist. Als in
der Hauptsache angefochten hat - wie auch aus dem Entscheid der Vorinstanz
hervorgeht - ohnehin nicht die Verfügung vom 14. März 2014 betreffend Nichtbestehen
der Aufnahmeprüfung zu gelten, sondern der vorgängig mündlich eröffnete Entscheid
des Rektorats, wonach der in Form eines Computers beantragte Nachteilsausgleich
nicht gewährt werde.
2.
2.1. Die Kantonsschule Burggraben St. Gallen ist staatlich (Art. 4 Abs. 1 lit. a des
Mittelschulgesetzes, sGS 215.1; MSG). Für die Aufnahme in die erste Klasse des
Gymnasiums ist eine Prüfung abzulegen, wenn nicht zuvor das Untergymnasium
besucht worden ist (Art. 3 Abs. 1 und 2 des Aufnahmereglements der Mittelschule, sGS
215.110; Aufnahmereglement). Prüfungsfächer sind Deutsch, Französisch und
Mathematik. Geprüft wird grundsätzlich schriftlich. In Mathematik finden zwei
schriftliche Prüfungen statt. Bleibt ein Bewerber in den schriftlichen Prüfungen unter
einer Notensumme von 16 Punkten, wird er in den Fächern Deutsch und Französisch
zusätzlich mündlich geprüft (Art. 9 Abs. 1 und 2 Aufnahmereglement). Aufgenommen
wird, wer eine Prüfungspunktzahl von wenigstens 16 erreicht. Wer darunter liegt, wird
abgewiesen (vgl. Art. 21 Abs. 1 und 2 Aufnahmereglement). Vorbehalten bleiben
Prüfungsresultate in der sog. «Bandbreite». Dies betrifft Bewerberinnen und Bewerber
aus der zweiten Klasse der Oberstufe, welche eine Prüfungspunktzahl von mindestens
15 erreicht haben (vgl. Art. 22 Abs. 1 lit. a Aufnahmereglement). Die Prüfungskonferenz
berücksichtigt den Eignungsbericht - gemäss Art. 35 Abs. 2 MSG ist für die Aufnahme
die Beurteilung der Schülerin oder des Schülers durch die bisherigen Lehrpersonen zu
berücksichtigen -, die Dauer der Vorbildung und besondere Umstände.
2.2. Die Aufnahmeprüfung von B.A. wurde wie folgt bewertet:
Deutsch
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Sprachprüfung 4.1
Mündlich 4.0
Total 3.4
Französisch
Hörverstehen/Textverständnis 4.6
Wortschatz/Grammatik/Freie Textproduktion 3.4
Mündlich 4.0
Total 4.0
Mathematik 1 3.6
Mathematik 2 3.0
Total 14.0
Mit einer Gesamtpunktzahl von 14 hat B.A. die Aufnahmeprüfung nicht bestanden. Das
Resultat liegt auch ausserhalb der «Bandbreite». Die Kantonsschule hielt in ihrer
Stellungnahme an die Vorinstanz fest, auch die Vorschule erachte B.A. sowohl im
sprachlichen wie auch im mathematischen Bereich nur bedingt geeignet für das
Gymnasium (vi-act. 4, S. 2), was nicht als Empfehlung für die Aufnahme gewertet
werde.
3. Der Beschwerdeführer macht geltend, sein Sohn sei behindert und habe
Anrecht auf Nachteilsausgleich. Die Aufnahmeprüfung sei in einer Art und Weise
durchgeführt worden, die es B.A. verunmöglicht habe, sein intellektuelles Wissen und
Können zu beweisen. Die Kantonsschule habe jeglichen Nachteilsausgleich verweigert.
Weder die Warnung an die prüfenden Lehrpersonen, seine Schrift sei schwer leserlich,
noch das nachträgliche Vorlesen des Deutschaufsatzes würden seiner Behinderung
gerecht. Offensichtlich habe die Kantonsschule gar nie einen Nachteilsausgleich
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bezweckt; dies habe die Vorinstanz erst im Rekursverfahren hineininterpretiert. Die
Kantonsschule habe ihr Ermessen unterschritten.
4. Zu entscheiden ist zunächst, ob sich die Vorinstanz bei der Prüfung dieser
Frage zu Recht Zurückhaltung auferlegte, was letztlich in eine Willkürprüfung mündete
(vgl. Erw. 2 des angefochtenen Entscheids).
4.1. Gemäss Art. 46 Abs. 1 VRP können mit dem Rekurs alle Mängel der
angefochtenen Verfügung oder des angefochtenen Entscheids geltend gemacht
werden, darunter namentlich auch die Unangemessenheit des Inhaltes. Steht indes die
materielle Bewertung von Prüfungsleistungen (Benotung) in Frage, darf die
Überprüfung nach der Rechtsprechung zurückhaltend erfolgen, soweit das Gesetz
nichts anderes bestimmt (vgl. BGer 2D_32/2013 vom 23. Juli 2013 E. 1.2 mit Hinweis
auf BGE 136 I 229 E. 5.4.1; BGE 131 I 467 E. 3.1; VerwGE B 2013/250 vom 8. Juli 2014
E. 2; Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. Aufl. 2003,
Rz. 632). Darauf hat sich die Vorinstanz im vorliegenden Fall jedoch zu Unrecht berufen
(vgl. Erw. 2 des angefochtenen Entscheids). Aus der auch von ihr zitierten
Rechtsprechung geht nämlich hervor, dass Rügen, die organisatorische oder
verfahrensrechtliche Gesichtspunkte betreffen, ohne diese Zurückhaltung zu prüfen
sind (vgl. auch BGer 2P.44/2007 vom 2. August 2007 E. 2.1; 2D_7/2011 vom 19. Mai
2011 E. 1.2). Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist nicht das Ergebnis der
Aufnahmeprüfung an sich, sondern formale Erleichterungen in Bezug auf deren Ablauf
und Durchführung.
4.1.1. Im Gegensatz zur Rechtslage bei Examensleistungen ist die Kognition der
Vorinstanz vorliegend nicht auf eine Rechts- oder Willkürkontrolle beschränkt. Diese
hatte vielmehr auch die Angemessenheit des Nachteilsausgleichs zu überprüfen.
Beschränkt sich eine mit voller Kognition ausgestattete Rechtsmittelinstanz auf eine
reine Rechtskontrolle oder gar auf blosse Willkürprüfung, so begeht sie eine formelle
Rechtsverweigerung. Freilich darf auch eine Rechtsmittelbehörde, welcher volle
Kognition zusteht, in Ermessensfragen einen Entscheidungsspielraum der Vorinstanz
respektieren. Sie hat eine unangemessene Entscheidung zu korrigieren, kann aber der
Vorinstanz die Wahl unter mehreren angemessenen Lösungen überlassen (vgl. BGE
127 II 238 E. 3.b/aa; BGE 123 II 210 E. 2.c). Wenn die Beurteilung von Spezialfragen
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streitig ist, in denen die Vorinstanz über ein besonderes Fachwissen verfügt, kann der
Rechtsmittelinstanz zugebilligt werden, nicht ohne Not von der Auffassung der
Vorinstanz abzuweichen (BGE 116 Ib 270 E. 3.b). Dies gilt allerdings dort nicht, wo von
der Rechtsmittelinstanz - wie hier - verlangt werden kann, über vergleichbare
Fachkenntnisse wie die Vorinstanz zu verfügen (BGE 116 Ib E. 3.c; vgl. auch BGE 131 II
680 E. 2.3.2 mit Hinweisen). Eine Fach-Rekursinstanz darf den Entscheid der
Vorinstanz nur dann schützen, wenn sie geprüft hat, ob sich keine zweckmässigere,
angemessenere Lösung anbietet (BGE 130 II 449 E. 4.1).
4.1.2. Der Erziehungsrat leitet und beaufsichtigt die Mittelschulen (Art. 70 Abs. 1 des
Mittelschulgesetzes, sGS 215.1; MSG). Er ist Rekursinstanz gegen Verfügungen und
Entscheide der Rektorin oder des Rektors, der Rektoratskommission sowie gegen
Verfügungen über Aufnahme, Zeugnisnoten, Beförderung, Übertritt und Abschluss
(Art. 80 Abs. 1 lit. a-c MSG). Als Rechtsmittelbehörde ist der Erziehungsrat für wenige
Spezialgebiete im Bereich des Volks- und Mittelschulwesens zuständig und verfügt
zweifellos über die hierfür notwendige Fachkenntnis. Für eine besondere
Einschränkung der Kognition besteht demnach kein Grund.
4.2. Zwar wird in Erw. 5.b)aa) des angefochtenen Entscheids eingangs ausgeführt,
der besonderen Ausgangslage von B.A. sei «angemessen» Rechnung getragen
worden. Eine eigentliche Ermessenskontrolle fand dennoch nicht statt. Mit Blick auf die
gewährte Erleichterung wird im Entscheid lediglich festgehalten, es stelle sich die
Frage, ob es nicht «ökonomischer» gewesen wäre, B.A. gewisse Prüfungsteile - z.B.
den Aufsatz - wegen seines nur schwer lesbaren Schriftbildes auf dem PC absolvieren
zu lassen. Das Vorgehen der Kantonsschule, B.A. anstelle der beantragten
Erleichterung den Deutschaufsatz nachträglich diktieren zu lassen, sei aber nicht als
willkürlich zu werten. Ebenfalls sei die Kantonsschule nicht inWillkürverfallen, als sie
B.A. die Konsequenzen daraus habe tragen lassen, dass er beim Diktat die eigene
Schrift nicht mehr habe lesen können. An anderer Stelle wird ausgeführt, die von der
Kantonsschule getroffenen Massnahmen seien «ausreichend» gewesen; immerhin
seien die Lösungen nur vereinzelt nicht lesbar gewesen. Die Annahme der
Kantonsschule, dass B.A. selbst mit einer computerunterstützten Lösung der
schriftlichen Sprachprüfungen kaum ein Resultat in der Bandbreite erzielt hätte, sei
«nicht willkürlich».
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Die Prüfung der Vorinstanz erweist sich als zu oberflächlich. Das gelegentliche
Einstreuen von Begriffen wie «angemessen» oder «ausreichend» kann nicht darüber
hinwegtäuschen, dass die Vorinstanz den Entscheid der Kantonsschule höchstens
einer Rechts-, wohl aber sogar nur einer Willkürkontrolle unterzogen hat. Sie handelte
mithin so, wie sie es in Erw. 2 des angefochtenen Entscheids zu Unrecht in Aussicht
gestellt hat.
4.3. Die durch den Erziehungsrat zu Unrecht sich auferlegte
Kognitionsbeschränkung stellt eine Verweigerung des rechtlichen Gehörs bzw. eine
formelle Rechtsverweigerung dar (BGE 133 II 35 E. 3; M. Donatsch, in: A. Griffel [Hrsg.],
Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 2. Aufl., Zürich
2014, N 54 zu § 20 VRG). Dieser Mangel ist grundsätzlich nicht heilbar, da die
Kognition des Verwaltungsgerichts gegenüber derjenigen der Vorinstanz beschränkt ist
(vgl. Art. 61 Abs. 1 VRP). Von einer Aufhebung des Entscheids und der Rückweisung
an die Vorinstanz zu neuer Entscheidung gemäss Art. 64 in Verbindung mit Art. 56
Abs. 2 VRP ist aber hier ausnahmsweise abzusehen. Die Rückweisung würde einem
formalistischen Leerlauf gleichkommen, nachdem die in der Beschwerde
vorgebrachten Argumente - wie noch aufzuzeigen ist - aus verschiedenen Gründen
nicht stichhaltig sind.
5. Der Beschwerdeführer bringt vor, die Vorinstanz habe das Bundesgesetz über
die Beseitigung von Benachteiligungen von Menschen mit Behinderungen
(Behindertengleichstellungsgesetz, SR 151.3; BehiG) zu Unrecht nicht als anwendbar
erachtet.
5.1. Art. 3 lit. f BehiG unterstellt die "Aus- und Weiterbildung" dem
Geltungsbereich des Behindertengleichstellungsgesetzes. Eine Benachteiligung bei
Inanspruchnahme der Bildung liegt gemäss Art. 2 Abs. 5 BehiG vor, wenn die
Verwendung behindertenspezifischer Hilfsmittel oder der Beizug notwendiger
persönlicher Assistenz erschwert werden (lit. a) oder die Dauer und Ausgestaltung des
Bildungsangebotes sowie Prüfungen den spezifischen Bedürfnissen Behinderter nicht
angepasst werden (lit. b).
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5.2. Gemäss Art. 62 Abs. 1 der Bundesverfassung (SR 101; BV) sind die Kantone
für das Schulwesen zuständig. Sie sorgen für einen ausreichenden, an öffentlichen
Schulen unentgeltlichen Grundschulunterricht, der obligatorisch ist und allen Kindern
offen steht (Abs. 2). Diese Pflicht beschränkt sich auf die Primar-, Real- und
Sekundarschule (BGE 133 I 156 E. 3). Weiterführende kantonale Schulen werden vom
Begriff «Grundschulunterricht» nicht erfasst, obschon deren Besuch noch in die
obligatorische Schulzeit fallen mag (ebd.).
5.3. Nach Art. 8 Abs. 4 BV sieht das Gesetz Massnahmen zur Beseitigung von
Benachteiligungen der Behinderten vor. Die Gesetzgeber von Bund und Kantonen sind
gehalten, in ihren Zuständigkeitsbereichen tätig zu werden. Der Bundesgesetzgeber
hat dies im Bereich seiner Zuständigkeit mit Erlass des
Behindertengleichstellungsgesetzes getan. Indessen kann aus Art. 8 Abs. 4 BV keine
allgemeine Bundeskompetenz zur Regelung des entsprechenden Bereichs abgeleitet
werden (BGE 132 I 82 E. 2.3.2 mit Hinweisen; M. Bigler-Eggenberger, in: Ehrenzeller/
Mastronardi/Schweizer/Vallender [Hrsg.], Die schweizerische Bundesverfassung,
Kommentar, 2. Aufl., St. Gallen/Zürich 2008, N 101 zu Art. 8 BV). Das
Behindertengleichstellungsgesetz erfasst somit nur Bildungsangebote im
Zuständigkeitsbereich des Bundes. Auf die kantonalen Bildungsangebote ist das
Gesetz - vom Bereich der Grundschule abgesehen (vgl. BGE 133 I 156 E. 3.6.4 mit
Hinweis) - dagegen nicht anwendbar (zum Ganzen vgl. BGer 2D_7/2011 vom 19. Mai
2011 E. 2.4 mit weiteren Hinweisen; VerwGE B 2012/231 vom 27. August 2013 E. 4.1,
www.gerichte.sg.ch; VerwGE ZH VB.2010.00696 vom 6. April 2011 E. 4.2 mit
Hinweisen, www.vgr.zh.ch).
5.4. Im Kompetenzbereich der Kantone liegt die Bedeutung des
Behindertengleichstellungsgesetzes primär darin, dass seine Bestimmungen den
Gehalt des Diskriminierungsverbotes von Art. 8 Abs. 2 BV bzw. von Art. 2 lit. b der
Kantonsverfassung (sGS 111.1; KV) konkretisieren (BGE 132 I 82 E. 2.3.2; VerwGE B
2012/231 vom 27. August 2013 E. 4.1). Die zum Behindertengleichstellungsgesetz
entwickelte Rechtsprechung kann dabei als Leitlinie herangezogen werden, direkt
anwendbar ist das Gesetz nach dem Gesagten hingegen nicht. Gegen
Diskriminierungen haben behinderte Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule
deshalb Art. 8 Abs. 1 und 2 BV anzurufen.
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5.5. Der Beschwerdeführer beantragt unter anderem, Dispositiv-Ziff. 2 des
angefochtenen Entscheids, wonach er eine Entscheidgebühr von Fr. 1'000.-- zu
entrichten hat, sei aufzuheben. Zur Begründung verweist er auf Art. 10 Abs. 1 BehiG.
Da der vorliegende Rechtsstreit nicht unter den Anwendungsbereich des
Behindertengleichstellungsgesetzes fällt, ist diese Begründung nicht stichhaltig. Die
Beschwerde erweist sich in diesem Punkt als unbegründet.
6. Am 15. April 2014 ist die Schweiz dem Übereinkommen über die Rechte von
Menschen mit Behinderungen (UN-Behindertenrechtskonvention; SR 0.109)
beigetreten. Das Übereinkommen trat am 15. Mai 2014 in Kraft. Es richtet sich in erster
Linie an die Gesetzgeber des Bundes und der Kantone (vgl. Art. 1 der Konvention).
Klagbare Individualrechte verschafft die UN-Behindertenrechtskonvention hingegen
keine, so auch nicht im Bildungsbereich (vgl. Art. 24 der Konvention). An der
massgeblichen Rechtslage ändert das Übereinkommen vorderhand nichts; der
entsprechende Hinweis des Beschwerdeführers in seiner Stellungnahme vom 9. Juli
2014 geht fehl.
7. Nach Ansicht des Beschwerdeführers ist sein Sohn B.A. behindert und wurde
bei der Aufnahmeprüfung an die Kantonsschule diskriminiert.
7.1. Eine Diskriminierung gemäss Art. 8 Abs. 2 BV stellt eine qualifizierte Art der
Ungleichbehandlung von Personen in vergleichbaren Situationen dar, indem sie eine
Benachteiligung eines Menschen bewirkt, die als Herabwürdigung oder Ausgrenzung
einzustufen ist, weil sie an ein Unterscheidungsmerkmal anknüpft, das einen
wesentlichen und nicht oder nur schwer aufgebbaren Bestandteil der Identität der
betreffenden Person ausmacht. Eine (hier zu prüfende) mittelbare Diskriminierung ist
demgegenüber gegeben, wenn eine Regelung, die keine offensichtliche
Benachteiligung spezifisch gegen Diskriminierung geschützter Gruppen enthält, in ihren
tatsächlichen Auswirkungen Angehörige einer solchen Gruppe besonders stark
benachteiligt, ohne dass dies sachlich begründet wäre (BGE 129 I 217 E. 2.1 mit
Hinweisen).
Das allgemeine Diskriminierungsverbot beinhaltet zwar ein Herabwürdigungs- oder
Ausgrenzungsverbot, hingegen kein faktisches Gleichstellungsgebot (BGE 134 I 105
E. 5 mit Hinweisen).
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7.2. Im hier interessierenden Bereich der Aus- und Weiterbildung bedeutet das
Diskriminierungsverbot insbesondere, dass bei behinderten Prüfungskandidaten
spezielle formale Prüfungserleichterungen zu gewähren sind (BVGE 2008/26 E. 4.5 mit
Hinweisen). Die Anpassung des Prüfungsablaufs an spezifische
Behinderungssituationen kann auf verschiedene Arten geschehen, wobei jeweils Art
und Grad der Behinderung zu berücksichtigen sind. Zu denken ist namentlich an
Prüfungszeitverlängerungen, an längere oder zusätzliche Pausen, eine stärkere
Prüfungsgliederung, die Abnahme der Prüfung in mehreren Etappen, andere
Prüfungsformen oder an die Benutzung eines Computers (VerwGE ZH VB.2010.00696
E. 4.3; www.vgrzh.ch).
7.2.1. Beim Nachteilsausgleich ist stets zu beachten, dass ein behinderter Kandidat
durch die besondere Prüfungsausgestaltung gegenüber den übrigen Kandidaten nicht
bevorzugt werden darf. Die Anpassungen der Prüfungsausgestaltung dürfen sich nur
als Ausgleich der aus der Behinderung resultierenden Schlechterstellung, nicht aber als
Besserstellung auswirken. Die fachlichen Anforderungen dürfen nicht mit Rücksicht auf
die Behinderung herabgesetzt werden (BVGE 2008/26 E. 4.5). Der Staat ist nicht
verpflichtet, sämtliche faktischen Ungleichheiten zu beheben. Verschiedene
Ausbildungen erfordern besondere Eigenschaften und Fähigkeiten, die nicht alle
Menschen im gleichen Ausmass besitzen. Der blosse Umstand, dass einzelne
Personen diese Fähigkeiten ohne eigenes Verschulden nicht besitzen, kann nicht dazu
führen, dass die Anforderungen gesenkt werden müssten (BGE 122 I 130 E. 3c/aa;
BGer 2P.140/2002 vom 18. Oktober 2002).
7.2.2. Das Bundesgericht hielt im Zusammenhang mit einer Aufnahmeprüfung an die
Mittelschule fest, eine Ungleichbehandlung gegenüber anderen Prüfungskandidaten sei
zu verneinen, wenn ein behinderter Kandidat wie alle anderen Kandidaten nach der
anwendbaren Prüfungsordnung beurteilt werde. Werde der Eintritt in die Mittelschule
nicht wegen vorhandener Gebrechen, sondern mangels Erfüllung der
Zulassungsanforderungen verwehrt, liege jedenfalls keine direkte Diskriminierung im
Sinne von Art. 8 Abs. 2 BV vor. Der Besuch eines Gymnasiums, der zum Erwerb der
Hochschulreife diene, stelle höhere Anforderungen als der Besuch einer Volks- oder
Sekundarschule. Dazu gehöre unter anderem auch die Fähigkeit, unter
Stressbedingungen Gedankengänge richtig zu erfassen und in einer korrekten
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Formulierung zum Ausdruck zu bringen, zumal dies in allen Schulfächern wichtig sei.
Diese Fähigkeit dürfe auch von Behinderten erwartet werden. Daher stelle es auch
keine indirekte Diskriminierung dar, wenn es auf Grund einer Behinderung abgelehnt
werde, die Anforderungen an eine Aufnahmeprüfung zu senken oder die Bewertung
einer Arbeit zu verbessern (BGer 2P.140/2002 vom 18. Oktober 2002 E. 7.4 f.).
7.3. Der Prüfungsbehörde kommt beim Entscheid darüber, ob und in welcher Form
Prüfungserleichterungen gewährt werden, ein weiter Ermessenspielraum zu.
Vorausgesetzt wird regelmässig ein rechtzeitiges Gesuch. Die Notwendigkeit der
beantragten Erleichterung muss schliesslich durch eine behördliche oder ärztliche
Bestätigung angezeigt sein. Der Kandidat muss ferner die erforderlichen und sachlich
gerechtfertigten Anpassungen des Prüfungsablaufs beantragen (VerwGE B 2012/231
vom 27. August 2013 E. 4.3.1 mit Hinweisen auf BVGE 2008/26 E. 5.1 und VerwGE ZH
VB.2007.00564 vom 25. Juni 2008 E. 3.2, www.gerichte.sg.ch; vgl. auch BVGer
B-2597/2010 vom 24. Februar 2011 E. 2.6.1, www.bvger.ch, sowie VerwGE ZH VB.
2010.00696 vom 6. April 2011 E. 4.5 mit Hinweis auf VerwGE ZH VB.2010.00525 vom
12. Januar 2011 E. 2.8 und 3.3, www.vgr.zh.ch).
7.4. Der Beschwerdeführer macht geltend, die Kantonsschule hätte B.A. für die
Aufnahmeprüfung einen Computer als Hilfsmittel zulassen müssen. Er verweist dazu
auf die Empfehlung des SPD/AR vom 29. Januar 2014 (vi-act. 1a, Anlage 4), die er
unbestrittenermassen zusammen mit der Anmeldung vor der Prüfung dem zuständigen
Prorektor zur Kenntnis gebracht hat (vgl. vi-act. 1a/1, Anlage 1).
7.4.1. Im Schreiben des SPD/AR wird ausgeführt, B.A. könne seine Überlegungen nur
mit sehr grossem Energieaufwand und in beinahe unleserlicher Form auf Papier
bringen. Der Computer erleichtere die Umsetzung schriftsprachlicher
Aufgabenstellungen und entlaste ihn, weil er sich so besser auf die inhaltliche Arbeit
konzentrieren könne. Die visuomotorischen Umsetzungsprobleme zu bewältigen
strenge ihn an und stresse ihn. Das Problem an sich bestehe aber in «black outs». Der
Schulpsychologe führt dazu folgendes aus: «Durch die PC unterstützte Arbeit dürften
diese nicht verschwinden, allenfalls aber weniger werden, weil ein grosser Druck
wegfällt und so mehr Energie für die inhaltliche Arbeit übrig bleibt. Was aber durch die
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Arbeit mit dem PC gelingen kann, ist die qualitative Verbesserung der gezeigten
Leistungen bis zu dem "black out", wie er (B.A.) das nennt.»
7.4.2. Die Sekundarlehrer von B.A. führten am 20. Dezember 2013 aus, in
Stresssituationen sei seine Schrift so unleserlich, dass niemand sie entziffern könne.
Mindestens den Aufsatz sollte er mit elektronischer Hilfe schreiben können (vi-act. 1a/
1, Anlage 2). Der Beschwerdeführer führt zwar auf S. 4 der Beschwerdeschrift (act. 1)
aus, er habe zwei Kinder, die hinsichtlich Lesen und Schreiben «schwerbehindert»
seien. An gleicher Stelle räumt er jedoch ein, B.A. könne mittlerweile mit elementarem
Nachteilsausgleich - dem Gebrauch eines Computers für längere Texte - in der
Regelschule gut mithalten.
7.4.3. Sowohl die Angaben zur Behinderung als auch zu den benötigten
Massnahmen zu deren Ausgleich sind nicht konsistent. Während der
Beschwerdeführer heute betont, B.A. sei schwer schreibbehindert und sei bei allen
Prüfungsfächern auf einen Computer und eine Zeitverlängerung angewiesen, führt der
Schulpsychologe aus, B.A. leide primär an «black outs». Deren Auswirkungen könnten
durch computergestütztes Arbeiten abgemildert werden. In der Sekundarschule
erledigt B.A. offenbar nur längere schriftliche Arbeiten am Computer, und seine
dortigen Lehrer sahen das Problem lediglich in der Unleserlichkeit seiner Schrift.
7.4.4. Entgegen der Darstellung des Beschwerdeführers kann nicht von einem
Ermessensfehler (und damit von einer Rechtsverletzung) gesprochen werden, wenn die
Kantonsschule bei dieser Ausgangslage lediglich beim Aufsatz als Korrekturhilfe die
nachträgliche Aufnahme auf Tonträger zuliess. Die Fähigkeit, unter
Prüfungsbedingungen Gedankengänge zu erfassen und in einer korrekten
Formulierung zum Ausdruck zu bringen, muss von Kandidaten der gymnasialen
Aufnahmeprüfung erwartet werden können. Wenn B.A. an «black outs» leidet und
dadurch in seiner Konzentrationsfähigkeit eingeschränkt ist, so kann dies nicht dazu
führen, die Anforderungen an die Aufnahme an die Kantonsschule in seinem Fall zu
lockern. Dieses Defizit betrifft gerade den Kernbereich der Fähigkeiten, die für die
Erlangung der Hochschulreife unabdingbar sind. Eine indirekte Diskriminierung ist nicht
ersichtlich, zumal ihm ermöglicht wurde, die direkten Auswirkungen seiner in der Tat
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schwer lesbaren Schrift durch Vorlesen auf Tonträger zu beseitigen. B.A. wurde nach
dem Gesagten nicht ohne sachlichen Grund besonders schwer benachteiligt.
7.4.5. Im Übrigen ist notorisch, dass das computergestützte Verfassen von längeren
Texten gegenüber handschriftlichem Arbeiten mit einer anderen, erleichterten
Arbeitsmethodik und höherer Arbeitsgeschwindigkeit einhergeht. Wäre einzig B.A. ein
Computer zur Verfügung gestellt worden, hätte er gegenüber den anderen Kandidaten
einen nicht statthaften Vorteil erlangt. Ein Nachteilsausgleich darf nicht auf die
Besserstellung des behinderten Kandidaten hinauslaufen.
7.4.6. Aufgrund der Prüfungsergebnisse steht zudem fest, dass B.A. selbst mit
Bestnote im Aufsatz lediglich ein Resultat in der «Bandbreite» hätte erzielen können. In
zulässiger antizipierter Beweiswürdigung ergibt sich daher, dass die computergestützte
Aufsatzarbeit nichts Entscheidendes am Prüfungsergebnis hätte ändern können. Selbst
wenn das Resultat in die «Bandbreite» zu liegen gekommen wäre, hätte B.A. nicht
aufgenommen werden können. Die Sekundarschule hat ihn nämlich lediglich bedingt
für die Kantonsschule empfohlen.
7.4.7. Was die Forderung des Beschwerdeführers anbelangt, es sei für die ganze
Prüfung ein Computer zur Verfügung zu stellen und es sei B.A. mehr Zeit zu gewähren,
ist nicht einzusehen, weshalb die Kantonsschule B.A. beim Ablegen der
Aufnahmeprüfung umfassendere Massnahmen hätte zugestehen müssen als er in der
Regelschule beansprucht. Dort benützt er offenbar nur für längere Texte den
Computer. Nach Aussage seiner Lehrer und des Beschwerdeführers kommt er damit
gut zurecht (act. 1, S. 4). Im übrigen hat der Beschwerdeführer für die
Mathematikprüfungen keinen Nachteilsausgleich beantragt. Entgegen seiner heutigen
Ansicht (act. 1, S. 16) bestand für die Kantonsschule kein Anlass, von Amtes wegen
einen Ausgleich zu gewähren. Aus der Empfehlung des SPD/AR geht nämlich nichts
dergleichen hervor.
7.5. Nachdem B.A. durch die Ausgestaltung der Prüfung weder direkt noch indirekt
diskriminiert worden ist, besteht kein Raum für eine reformatorische Feststellung,
wonach er die Aufnahmeprüfung bestanden habe. Ob eine solche überhaupt in der
Kompetenz des Verwaltungsgerichts liegen würde, kann daher offen bleiben. Die vom
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Beschwerdeführer verlangte Aufwertung der Prüfungspunkte um 22% (act. 1, S. 18)
verfängt nicht. B.A. hat offenbar generell Mühe, sich zu konzentrieren, was er als «black
outs» beschreibt. Seine Probleme betreffen den Kernbereich der für den
Gymnasiumsbesuch vorauszusetzenden Eigenschaften. Die Anforderungen an diese
Ausbildung können in seinem Fall nicht gesenkt werden. Aus den fast durchwegs
schlechten Prüfungsresultaten - namentlich auch in den mathematischen Fächern -
ergibt sich, dass B.A. derzeit nicht zur gymnasialen Ausbildung zugelassen werden
kann. Daran ändern auch die guten Resultate der Stellwerkprüfungen nichts.
8. Der Beschwerdeführer macht schliesslich geltend, der Rektor der
Kantonsschule habe gegen Treu und Glauben verstossen. Obwohl er von Anfang an
gewusst habe, dass der beantragte Nachteilsausgleich nicht gewährt würde, habe er
seinen Entscheid erst an einer Besprechung vom 28. Februar 2014 und damit 10 Tage
vor der Prüfung mitgeteilt. Dadurch sei B.A. sämtlicher Alternativen beraubt worden,
etwa der Anmeldung für die Prüfung an der Kantonsschule Trogen.
8.1. Der in Art. 9 BV verankerte Grundsatz von Treu und Glauben verleiht einer
Person Anspruch auf Schutz des berechtigten Vertrauens in förmliche behördliche Akte
oder sonstiges bestimmte Erwartungen begründendes Verhalten der Behörden.
Vorausgesetzt ist zunächst, dass die Behörde in einer konkreten Situation mit Bezug
auf bestimmte Personen handelt und dadurch bestimmte Erwartungen begründet.
Mithin muss eine sog. «Vertrauensgrundlage» geschaffen worden sein (Wiederkehr/
Richli, Praxis des allgemeinen Verwaltungsrechts, Bd. 1, Bern 2012, Rz. 1970 mit
Hinweisen; Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl., Zürich
2010, Rz. 631). Blosses Schweigen einer Behörde vermag grundsätzlich keinen
Vertrauenstatbestand zu schaffen (BGer 2C_277/2012 vom 11. Mai 2012 E. 5.2). Ob
die Behörde infolge Untätigkeit ausnahmsweise eine Vertrauensgrundlage geschaffen
hat, bestimmt sich danach, ob ihr Stillschweigen bei objektiver Betrachtungsweise
geeignet war, beim Beschwerdeführer eine entsprechende Erwartung zu wecken (ebd.,
mit Hinweisen).
8.2. Es ist aktenmässig belegt, dass sowohl der Beschwerdeführer als auch die
Sekundarschule bereits vor der Prüfungsanmeldung mit dem zuständigen Prorektor der
Kantonsschule in Kontakt getreten sind (vi-act. 1a/1, Anlage 3a). In der Folge liess der
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Beschwerdeführer beim SPD/AR eine Empfehlung erstellen (dazu vgl. ebd., Anlage 3b),
welche er am 1. Februar 2014 der Prüfungsanmeldung beilegte. Am 26. Februar 2014
meldete sich der Prorektor per E-Mail beim Beschwerdeführer und lud zu einem
persönlichen Gespräch «in Sachen Nachteilsausgleich» ein. Dieses fand schliesslich
am 28. Februar 2014 statt.
8.3. Das Gesuch des Beschwerdeführers mag zwar nicht gerade beförderlich
behandelt worden sein. Die Kantonsschule hatte aber weder in der Zwischenzeit noch
je zuvor einen Beitrag geleistet, der den Schluss zugelassen hätte, dass die
Gutheissung des Gesuchs bevorstehe. Der Beschwerdeführer durfte aus der
Verfahrensdauer nicht folgern, es werde in seinem Sinne entschieden. Diese Erwartung
ist nicht objektiv zu begründen und genügt nicht, um einen Vertrauenstatbestand zu
setzen. Wie lange der negative Entscheid des Rektors tatsächlich schon vorbestanden
hat, ist unerheblich. Der Beschwerdeführer durfte sich zu keinem Zeitpunkt auf eine
positive Gesuchsantwort verlassen. Vielmehr hätte er während der Bearbeitungsdauer
von den noch zur Verfügung stehenden Alternativen Gebrauch machen müssen, um
B.A. diese offenzuhalten.
8.4. Nach dem Gesagten erweist sich das Verhalten des Rektors nicht als
treuwidrig. Aus dem Umstand, dass erst kurz vor der Prüfung über den beantragten
Nachteilsausgleich entschieden worden ist, durfte der Beschwerdeführer kein
Vertrauen auf einen positiven Bescheid schöpfen. Daran ändert nichts, dass ein
rascherer Entscheid des Rektorats den Interessen des Beschwerdeführers natürlich
besser Rechnung getragen hätte.
9. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde abzuweisen ist, soweit
darauf eingetreten werden kann. B.A. wurde durch die Ausgestaltung der
Aufnahmeprüfung nicht diskriminiert. Auch die übrigen Rügen sind nicht stichhaltig.
10.
10.1. In Streitigkeiten hat jener Beteiligte die Kosten zu tragen, dessen Begehren
ganz oder teilweise abgewiesen werden. Kosten, die ein Beteiligter durch Trölerei oder
anderes ungehöriges Verhalten oder durch Verletzung wesentlicher
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Verfahrensvorschriften veranlasst, gehen zu seinen Lasten (vgl. Art. 95 Abs. 1 und 2
VRP).
In der Sache unterliegt der Beschwerdeführer vollständig. Indem die Vorinstanz die
Verfügung der Kantonsschule lediglich einer Willkür- statt einer Ermessenskontrolle
unterzogen hat, beging sie einen schweren Verfahrensfehler. Diesem ist bei der
Kostenverlegung des Rechtsmittelverfahrens angemessen Rechnung zu tragen. Wird -
wie hier - ausnahmsweise von einer Rückweisung abgesehen, sind die Kosten des
Beschwerdeverfahrens anteilsmässig jener Instanz aufzuerlegen, welche die
Verfahrensvorschriften verletzt und berechtigten Anlass zur Beschwerde gegeben hat
(vgl. R. Hirt, Die Regelung der Kosten nach st. gallischem
Verwaltungsrechtspflegegesetz, Diss. St. Gallen 2004, S. 90).
Der Beschwerdeführer beantragt, für das verwaltungsgerichtliche Verfahren seien ihm
keine amtlichen Kosten aufzuerlegen. Zur Begründung verweist er auf Art. 10 Abs. 1
BehiG. Den gleichen Antrag hat er für das vorinstanzliche Verfahren gestellt, weshalb
auf das in Erw. 5 Gesagte verwiesen werden kann. Seine Begründung ist nicht
stichhaltig; der vorliegende Rechtsstreit fällt nicht in den Anwendungsbereich des
Behindertengleichstellungsgesetzes. Andere Gründe, die zur unentgeltlichen
Prozessführung berechtigen würden, sind weder dargetan noch sonstwie ersichtlich.
Im vorliegenden Fall rechtfertigt es sich daher, die amtlichen Kosten je zur Hälfte dem
Staat und dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Eine Entscheidgebühr in der Höhe von
Fr. 2'000.-- erscheint angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung, sGS
941.12, GKV).
Der Beschwerdeführer hat eine anteilsmässige Verfahrensgebühr von Fr. 1'000.-- zu
bezahlen. Auch die Vorinstanz hat sich mit Fr. 1'000.-- an den amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens zu beteiligen. Auf die Erhebung dieses Anteils ist zu verzichten
(Art. 95 Abs. 3 VRP).
10.2. Der Beschwerdeführer beantragt angemessenen Ersatz seiner ausseramtlichen
Kosten.
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Im Beschwerdeverfahren besteht Anspruch auf Ersatz der ausseramtlichen Kosten
(Art. 98 Abs. 1 VRP). Die ausseramtliche Entschädigung wird den am Verfahren
Beteiligten nach Obsiegen und Unterliegen auferlegt (Art. 98bis VRP). Die Vorschriften
der Schweizerischen Zivilprozessordnung (SR 272; ZPO) finden sachgemässe
Anwendung (Art. 98ter VRP). Hat keine Partei vollständig obsiegt, so werden die
Prozesskosten nach dem Ausgang des Verfahrens verteilt (Art. 106 Abs. 2 ZPO). Bei
gleichmässigem Obsiegen werden die Kosten wettgeschlagen. Das Begehren des
Beschwerdeführers um Ersatz der ausseramtlichen Kosten ist deshalb abzuweisen.