Decision ID: 149e314f-0869-53c7-88c6-35afe39f250c
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
M._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Josef Jacober, Oberer Graben 44, Postfach,
9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a M._ meldete sich am 15. November 2005 zum Bezug von IV-Leistungen an (act.
G 5.5). Der behandelnde Dr. med. A._, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin,
diagnostizierte im Bericht vom 22. November 2005 mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit ein tendomyotisches cervicobrachial betontes Schmerzsyndrom
rechts, eine CTS-Operation rechts (10/04), eine Überlastungsreaktion mit Epikondylitis
humeri radialis und ulnaris, ein beginnendes CTS links und eine reaktive Depression bei
psychosozialer Belastung (Schmerzen und soziale Familienverhältnisse). Für die zuletzt
ausgeübte Tätigkeit als Reinigungsangestellte (vgl. act. G 5.20) bescheinigte er der
Versicherten für die Dauer vom 18. Oktober 2004 bis 25. Mai 2005 wechselhaft eine
50%ige bis 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Ab dem 25. Mai 2005 bestehe eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit. Die Ausübung einer leidensangepassten Tätigkeit sei der
Versicherten zumutbar (act. G 5.19.1 ff.).
A.b Am 29. Mai 2006 führte die IV-Stelle eine Abklärung an Ort und Stelle durch. Die
Versicherte gab an, im Gesundheitsfall mit einem 50%igen Pensum erwerbstätig zu
sein. Die Abklärungsperson ermittelte für den Haushaltsbereich eine Einschränkung
von 29% (Abklärungsbericht vom 4. Juli 2006, act. G 5.29).
A.c Im Zeitraum vom 2. bis 17. Mai 2007 wurde die Versicherte ambulant in der Klinik
Valens interdisziplinär (internistisch, rheumatologisch und psychiatrisch) begutachtet.
Die dortigen Ärzte stellten folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
ein chronisches unspezifisches weichteilrheumatisches Schmerzsyndrom (ICD-10:
R52.2, M25.5; DD: Fibromyalgie), eine Entwicklung körperlicher Symptome aus
psychischen Gründen (ICD-10: F68.0, F43.23, Z63.0, Z59, F62.1) sowie ein
chronisches Panvertebralsyndrom (ICD-10: M54.8, M35.7). Der Versicherten sei eine
50%ige Tätigkeit als Reinigungsangestellte zumutbar (Arbeitsplatzpräsenz 6 Stunden
täglich, entsprechend einem 75%igen Pensum; effektive Arbeitsleistung 50%).
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Dieselbe Leistungsfähigkeit bestehe auch für leidensangepasste Tätigkeiten (act.
G 5.46).
A.d Vom 13. bis 23. Juni 2007 wurde die Versicherte aufgrund einer
Schmerzexazerbation mit Fibromyalgiesymptomatik und einer Erschöpfungsdepression
stationär im Kantonsspital St. Gallen (KSSG) behandelt. Vom 5. Juli bis 1. August 2007
befand sie sich in der Reha-Klinik Walenstadtberg (vgl. Austrittsbericht vom 27. Juli
2007). Die dort behandelnde Dr. med. B._, Fachärztin FMH für Neurologie,
berichtete, dass die bisherige Tätigkeit sowie leidensangepasste Tätigkeiten der
Versicherten aus somatischer Sicht 6 bis 8 Stunden täglich zumutbar seien. Aus
psychischer Sicht könne die Arbeitsfähigkeit nicht beurteilt werden (act. G 5.57). Der
behandelnde Dr. med. C._, Facharzt FMH für Innere Medizin am KSSG, führte aus,
dass der Versicherten weder die bisherige noch eine leidensadaptierte Tätigkeit
zugemutet werden könne (Bericht vom 30. November 2007, act. G 5.55).
A.e Mit Vorbescheid vom 27. Februar 2008 stellte die IV-Stelle in Aussicht, gestützt auf
den ermittelten Gesamtinvaliditätsgrad von 14% einen Rentenanspruch zu verneinen
(act. G 5.61).
B.
B.a Dagegen erhob die Versicherte am 11. April 2008 Einwand und beantragte die
Einholung eines aktuellen interdisziplinären Gutachtens. Eventualiter sei ihr eine IV-
Rente zuzusprechen (act. G 5.63). In der ergänzenden Begründung vom 25. August
2008 stellt sie sich im Wesentlichen auf den Standpunkt, dass das interdisziplinäre
Gutachten der Klinik Valens vom 24. August 2007 nicht beweistauglich sei. Vielmehr sei
gestützt auf den von ihr beim behandelnden Dr. med. D._, Facharzt FMH für
Psychiatrie und Psychotherapie, eingeholten Bericht vom 14. August 2008 (act. G 5.72)
von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Insgesamt resultiere daher ein
Invaliditätsgrad von 64%, mithin ein Anspruch auf eine Dreiviertelsrente (act. G 5.71).
B.b Gestützt auf eine eingeholte Auskunft beim Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD; vgl.
RAD-Stellungnahme vom 15. Oktober 2008, act. G 5.76) verfügte die IV-Stelle am
3. November 2008 im Sinn des Vorbescheids (act. G 5.80).
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C.
C.a Gegen die Verfügung vom 3. November 2008 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 20. November 2008. Die Beschwerdeführerin beantragt darin unter
Kosten- und Entschädigungsfolge deren Aufhebung und die Einholung eines
Obergutachtens. Eventualiter sei ihr eine Dreiviertelsrente zuzusprechen. Sie bringt vor,
dass das Gutachten der Klinik Valens vom 24. August 2007 nicht beweistauglich sei,
wie sich aus dem Bericht von Dr. D._ vom 14. August 2008 ergebe. Insbesondere
seien verschiedene somatische Anhaltspunkte nicht geklärt. Gestützt auf die
Arbeitsfähigkeitsbeurteilung von Dr. D._ ergebe sich ein Gesamtinvaliditätsgrad von
64% und damit ein Anspruch auf eine Dreiviertelsrente (act. G 1).
C.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 19. Januar
2009 die Beschwerdeabweisung. Zur Begründung führt sie aus, dass das Gutachten
der Klinik Valens vom 24. August 2007 sämtliche Voraussetzungen an ein
beweistaugliches Gutachten erfülle. Der davon abweichende Bericht des
behandelnden Psychiaters sei nicht geeignet, Zweifel an der gutachterlichen
Einschätzung entstehen zu lassen. Indessen könne nicht auf die gutachterlich
attestierte 50%ige Arbeitsunfähigkeit abgestellt werden, da den festgestellten
Diagnosen infolge der fehlenden Objektivierbarkeit keine invalidisierende Wirkung
zukomme. Die Beschwerdeführerin sei daher für leidensangepasste Tätigkeiten als voll
arbeitsfähig zu betrachten (act. G 5).
C.c Mit Präsidialverfügung vom 27. Januar 2009 wird dem Gesuch um Bewilligung der
unentgeltlichen Prozessführung entsprochen (act. G 6).
C.d In der Replik vom 17. Februar 2009 hält die Beschwerdeführerin unverändert an
ihren Anträgen fest. Ergänzend hält sie fest, dass die Beschwerdegegnerin verkenne,
dass neben den psychischen Beschwerden auch körperliche Störungen vorlägen und
dass die psychischen Beschwerden aufgrund der somatischen Beschwerden
entstanden seien. So resultiere aus den somatischen Beschwerden gemäss
gutachterlicher Einschätzung eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit. Die Auffassung der
Beschwerdegegnerin, die gesundheitlichen Beschwerden stellten lediglich einen
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psychischen Gesundheitsschaden ohne invalidisierende Wirkung dar, sei daher
unzutreffend (act. G 8).
C.e Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet (act. G 10).

Erwägungen:
1.
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf Rentenleistungen.
2. Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung
über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In
materiellrechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz,
dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des
angefochtenen Entscheids beziehungsweise im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der
zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V
467 E. 1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung ist am
3. November 2008 (act. G 5.80) ergangen, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der
vor dem Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar
2008 begonnen hat. Daher und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine
Dauerleistung betrifft, über die noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend
den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007
auf die damals geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen
Normen der 5. IV-Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil
des Bundesgerichts vom 7. Juni 2006, I 428/04, E. 1). Diese übergangsrechtliche Lage
zeitigt indessen keine materiellrechtlichen Folgen, da die 5. IV-Revision hinsichtlich des
Begriffs und der Bemessung der Invalidität keine substantiellen Änderungen gegenüber
der bis Ende 2007 gültig gewesenen Rechtslage gebracht hat. Nachfolgend werden die
seit 1. Januar 2008 gültigen Bestimmungen des ATSG und IVG wiedergegeben.
3.
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3.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn
sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50%
besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40% ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
3.2 Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 ATSG die ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit, es sei denn, eine versicherte Person sei vor dem Eintritt der
Gesundheitsbeeinträchtigung nicht erwerbstätig gewesen und es habe ihr auch nicht
zugemutet werden können, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. In diesem Fall gilt
gemäss Art. 8 Abs. 3 ATSG die Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
als Invalidität. Die Invalidität im Sinn von Art. 8 Abs. 1 ATSG wird durch einen
Einkommensvergleich ermittelt (Art. 16 ATSG). Die Methode zur Bemessung der
konkreten Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wird vom ATSG nicht
geregelt. Diese Lücke füllt Art. 28a Abs. 2 IVG: Es ist darauf abzustellen, in welchem
Mass die betreffende Person behindert ist, sich im Aufgabenbereich zu betätigen. Als
Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen Person gelten insbesondere die übliche
Tätigkeit im Haushalt, die Erziehung der Kinder sowie gemeinnützige und künstlerische
Tätigkeiten (Art. 27 IVV). Die Bestimmung von Art. 28a Abs. 3 IVG regelt die so
genannte gemischte Methode der Invaliditätsbemessung bei Personen, die zum Teil
erwerbstätig und zum Teil im Aufgabenbereich tätig sind. In einem solchen
"gemischten" Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im
Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad ist entsprechend der
Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen.
3.3 Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie
körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinn von Art. 4 Abs. 1 IVG in
Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant
gelten nach der Rechtsprechung Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die
versicherte Person bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende
Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird
dabei weitgehend objektiv bestimmt (BGE 131 V 50 E. 1.2 mit Hinweisen).
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3.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von
Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel
eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten.
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für
die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden
ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a).
4.
Die Statusfrage sowie die von der Beschwerdegegnerin für den Haushaltsbereich
ermittelte Invalidität von 29% waren von den Parteien im Verwaltungsverfahren
unbestritten geblieben (vgl. act. G 5.80 und act. G 1, S. 9). Unter der nicht mit der
gutachterlichen Einschätzung (vgl. die bescheinigte 50%ige Arbeitsunfähigkeit bei
75%iger Arbeitsplatzpräsenz, act. G 5.46-27) zu vereinbarenden Annahme, dass die
Beschwerdeführerin uneingeschränkt arbeitsfähig sei, erschien der
Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort die anlässlich der Abklärung an Ort
und Stelle ermittelte 29%ige Einschränkung als zu hoch (act. G 5, S. 8). Es ergeben
sich aus den Akten jedoch keine Hinweise, die gegen die von der zuständigen
Abklärungsperson ermittelte Einschränkung von 29% sprechen, zumal diese von den
Gutachtern bestätigt wird (act. G 5.46-27).
5.
Zu prüfen bleibt damit die im Erwerbsbereich bestehende Invalidität. Gestützt auf das
Gutachten der Klinik Valens vom 24. August 2007 ermittelte die Beschwerdegegnerin
eine Arbeitsunfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten von 50% (act. G 5.80). Die
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Beschwerdeführerin erachtet diese gutachterliche Einschätzung aus verschiedenen
Gründen als nicht zuverlässig.
5.1 Die Beschwerdeführerin bringt vor, dass verschiedene somatische Anhaltspunkte
gutachterlich nicht geklärt worden seien (unklares Empty-Stella Syndrom, Status nach
unklarem Hirninfarkt der linken Hemisphäre, unklares Wirbelsäulenleiden, unklare
neurologische Syndrome; act. G 1, Rz 15 am Schluss).
5.1.1 Dem ist zu entgegnen, dass die Beschwerdeführerin in der Klinik Valens
insbesondere einlässlich internistisch abgeklärt und das von ihr geklagte
Beschwerdebild vollumfänglich berücksichtigt worden ist (vgl. act. G 5.46.4 ff.). Weiter
ist darauf hinzuweisen, dass der "Hirnschlag" und die Feststellung des Empty-Sella-
Syndroms im Zeitpunkt der Begutachtung bereits 14 Jahre zurücklagen (vgl. act.
G 5.46-4) und aus den Akten nicht entnommen werden kann, dass daraus gegenwärtig
noch gesundheitliche Einschränkungen resultieren. Der Gutachter schloss nach
eigenen Untersuchungen auch Hinweise auf eine neurologische Pathologie aus (act.
G 5.46-14).
5.1.2 Hinzu kommt, dass der rheumatologische Gutachter zahlreiche bildgebende
Untersuchungen (kraniozervikal, HWS, BWS, LWS, Hände, Füsse und Knie) durchführte
(act. G 5.46-22). Insgesamt kann daher keine Rede davon sein, anlässlich der
Begutachtung seien wesentliche Gesichtspunkte ausser Acht geblieben.
5.2 Gegen die gutachterliche Beurteilung führt die Beschwerdeführerin weiter ins Feld,
dass sie nicht mit derjenigen des behandelnden Psychiaters übereinstimme (act. G 1,
Rz 19).
5.2.1 Vorweg ist mit der Beschwerdegegnerin darauf hinzuweisen, dass ein den
Beweisanforderungen grundsätzlich genügendes medizinisches Gutachten (BGE 125 V
351 E. 3a und b S. 352) nicht in Frage gestellt werden kann und Anlass zu weiteren
Abklärungen besteht, wenn und sobald die behandelnden Ärzte nachher zu einer
unterschiedlichen Beurteilung gelangen. Anders verhält es sich nur, wenn objektiv
feststellbare Gesichtspunkte vorgebracht werden, die im Rahmen der Begutachtung
unerkannt geblieben waren und die geeignet sind, zu einer anderen Beurteilung zu
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führen (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007:
Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 2. August 2006, U 58/06,
E. 2.2).
5.2.2 Der ärztliche Bericht vom behandelnden Dr. D._ vom 14. August 2008 setzt
sich nicht mit der gutachterlichen Einschätzung auseinander und zeigt damit nicht auf,
inwiefern die von den Gutachtern gezogenen Schlüsse unzutreffend sind. Dr. D._
macht auch nicht geltend, dass sich im Vergleich zur Begutachtung der
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin verschlechtert habe. Das
rheumatologische Gutachten lag ihm gar nicht vor (vgl. act. G 5.72-3). Die
Einschätzung des behandelnden Psychiaters ist damit nicht geeignet, das
interdisziplinäre Gutachten in Frage zu stellen und weiteren Abklärungsbedarf zu
begründen.
5.3 Weiter rügt die Beschwerdeführerin, dass die Gutachter das Problem der
Fibromyalgie und der somatoformen Schmerzstörung nicht thematisiert hätten (act.
G 1, Rz 19). Dieses Vorbringen ist aktenwidrig. So wurde anlässlich der
rheumatologischen Begutachtung die Druckdolenz der Fibromyalgietenderpoints
untersucht (act. G 5.46-15) und der rheumatologische Experte setzte sich mit der Frage
nach dem Vorliegen einer Fibromyalgie auseinander (act. G 5.46-25). Der
psychiatrische Gutachter diskutierte das mögliche Vorliegen einer somatoformen
Schmerzstörung (act. G 5.46-18). Die Gutachter stellten denn auch ausdrücklich die
Differentialdiagnose einer Fibromyalgie (act. G 5.46-24).
5.4 Bei der Würdigung des Gutachtens der Klinik Valens vom 24. August 2007 fällt
weiter ins Gewicht, dass es auf eigenständigen Abklärungen beruht und für die
streitigen Belange umfassend ist. Die medizinischen Vorakten wurden verwertet und
die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden berücksichtigt und gewürdigt.
Die bescheinigte Restarbeitsfähigkeit für leidensadaptierte Tätigkeiten leuchtet in der
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation ein. Weiter bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass objektiv
wesentliche Tatsachen nicht berücksichtigt worden wären.
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5.5 Nach dem Gesagten hat die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung
bei der Bestimmung der Restleistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin zu Recht auf
das Gutachten der Klinik Valens vom 24. August 2007 abgestellt. Gestützt darauf ist
davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin bei einem 75%igen Pensum über
eine effektive 50%ige Arbeitsleistung verfügt (act. G 5.46-33).
6.
Gestützt auf die gutachterliche Arbeitsfähigkeitsschätzung bleiben damit die
erwerblichen Auswirkungen der beeinträchtigten Leistungsfähigkeit zu beurteilen.
6.1 Vorweg ist klarzustellen, dass dem von der Beschwerdegegnerin - allerdings erst
im Beschwerdeverfahren (act. G 5, S. 5) und in offenem Widerspruch zur Auffassung im
Verwaltungsverfahren - vertretenen Standpunkt, dass der von den Gutachtern
bescheinigten Arbeitsunfähigkeit keine invalidisierende Wirkung zukomme, nicht
gefolgt werden kann. Dabei kann offen gelassen werden, ob überhaupt die von der
höchstrichterlichen Rechtsprechung im Bereich der somatoformen Schmerzstörungen
entwickelten Grundsätze bei der Würdigung des invalidisierenden Charakters (BGE 132
V 70 E. 4.1) im vorliegend zu beurteilenden Fall Anwendung finden. Denn gemäss
gutachterlicher Einschätzung besteht mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nicht
bloss ein chronisches unspezifisches weichteilrheumatisches Schmerzsyndrom,
sondern auch ein chronisches Panvertebralsyndrom (act. G 5.46-24). Zusätzlich
besteht auch noch eine erhebliche psychische Komorbidität (Depression, Angst,
Anpassungsstörung). Der psychiatrische Gutachter kommt denn auch nachvollziehbar
zum Schluss, dass die Kompensationsressourcen der Beschwerdeführerin ab 2001
"höchstwahrscheinlich definitiv überfordert" waren (act. G 5.46-56). Da somit eine
erhebliche psychische Komorbidität ausgewiesen ist, kann selbst bei Anwendung der
Rechtsprechung von BGE 132 V 65 eine Invalidität nicht ausgeschlossen werden (vgl.
Urteil des Bundesgerichts vom 10. Oktober 2007, 9C_89/07, E. 4.1 f.). Dies umso
weniger als vorliegend chronifizierte Krankheitsverläufe ohne länger dauernde
Rückbildung bestehen.
6.2 Bei der Bemessung der Invalidität im Erwerbsbereich ist daher auf die
gutachterliche Einschätzung abzustellen.
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6.2.1 Für den Erwerbsbereich ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 28 IVG aufgrund
eines Einkommensvergleichs zu bestimmen (Art. 16 ATSG). Dazu wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sogenanntes Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (sogenanntes Valideneinkommen).
6.2.2 Die Beschwerdegegnerin berücksichtigte bei der Bestimmung des Validen- sowie
des Invalideneinkommens dieselbe Lohngrundlage (act. G 5.80-2). Es ergeben sich aus
den Akten keine Hinweise, die gegen diese Vorgehensweise sprechen würden. Sie
blieb darüber hinaus auch von der Beschwerdeführerin unbestritten. Das
Bundesgericht nimmt in derartigen Fällen, wo zur Bestimmung des Validen- und
Invalideneinkommens dieselbe Vergleichsgrösse herangezogen wird, einen
Prozentvergleich vor. Diesfalls entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der
Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung des Abzuges vom Tabellenlohn (Urteil des
Bundesgerichts vom 9. März 2007, I 697/05, E. 5.4 mit Hinweis).
6.2.3 Vorliegend ist zu beachten, dass die Beschwerdegegnerin die vom Bundesgericht
praktizierte - vom hiesigen Gericht kritisierte (vgl. etwa Urteil des Versicherungsgerichts
des Kantons St. Gallen vom 9. August 2005, IV 2005/21) - sogenannte gemischte
Methode zur Invaliditätsbemessung vornahm. Bei dessen Anwendung wird zur
Bestimmung der Vergleichseinkommen auf dasjenige Erwerbspensum abgestellt, das
die versicherte Person im Gesundheitsfall ausüben würde. Im Gegensatz zur Praxis
etwa in der Unfallversicherung wird damit nach der bundesgerichtlichen Methode bei
teilzeitlich Erwerbstätigen das Valideneinkommen im Bereich der Invalidenversicherung
nicht auf ein 100%iges Pensum aufgerechnet, was auch unter dem Blickwinkel des
Grundsatzes der Einheitlichkeit der Invaliditätsbemessung (vgl. hierzu BGE 126 V 291
E. 2a) nicht unbedenklich scheint.
6.2.4 Die Beschwerdegegnerin rechnete der Beschwerdeführerin beim
Invalideneinkommen die bei einem 75%igen Erwerbspensum verbleibende
Restleistungsfähigkeit an. Da die Beschwerdeführerin aber im Gesundheitsfall
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unbestrittenermassen lediglich mit einem Beschäftigungsgrad von 50% erwerbstätig
sein würde, ist dieses Vorgehen mit der vom Bundesgericht praktizierten gemischten
Methode nicht zu vereinbaren und damit unzulässig. Vielmehr darf im Rahmen der
Invaliditätsbemessung lediglich die bei einem - im Gesundheitsfall ausgeübten -
50%igen Pensum bestehende Restleistungsfähigkeit berücksichtigt werden. Die
Gutachter hielten fest, dass die Beschwerdeführerin über ein vermindertes
Arbeitstempo verfüge und zur Erreichung einer 50%igen Arbeitsleistung ungefähr
sechs Arbeitsstunden bzw. die Ausübung eines 75%igen Beschäftigungsgrads
benötige. Da die Beschwerdeführerin somit unabhängig vom ausgeübten Pensum über
ein vermindertes Arbeitstempo und einen vermehrten Pausenbedarf verfügt, sinkt ihre
Leistungsfähigkeit entsprechend der Reduktion des Beschäftigungsgrades. Bei dem
von der Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall ausgeübten 50%igen
Beschäftigungsgrad entspricht demnach ihre erwerbliche Restleistungsfähigkeit
33,33% ([50%/75%] x 50%) und die Invalidität im Erwerbsbereich 33,34% ([{50 -
33,33} / 50] x 100). Die Frage, ob und gegebenenfalls in welchem Umfang ein Abzug
vom Tabellenlohn vorzunehmen ist, kann vorliegend offen gelassen werden. Denn
vorliegend fiele - wenn überhaupt - höchstens ein Abzug von 15% in Betracht. Selbst
bei dessen Gewährung resultierte eine erwerbliche Restleistungsfähigkeit von 28,34%
(33,34% x 0,85) und bezüglich des Erwerbsbereichs ein Invaliditätsgrad von 43,32%
([{50 - 28,34} / 50] x 100) bzw. an das Pensum gewichtet von gerundet 22% (43,32%
x 0,5). Zusammen mit dem im Haushaltsbereich gewichteten Invaliditätsgrad von
gerundet 15% (29% x 0,5) ergibt sich damit ein nicht rentenbegründender
Gesamtinvaliditätsgrad von 37% (22% + 15%). Die angefochtene Verfügung vom
3. November 2008 erweist sich daher im Ergebnis als richtig.
7.
7.1 Die Beschwerde vom 20. November 2008 ist nach dem Gesagten abzuweisen.
7.2 Der Beschwerdeführerin wurde die unentgeltliche Prozessführung am 27. Januar
2009 bewilligt (act. G 6). Wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse der
Beschwerdeführerin es gestatten, kann sie jedoch zur Nachzahlung der
Gerichtskosten, der Auslagen für die Vertretung und der vom Staat entschädigten
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Parteikosten verpflichtet werden (Art. 288 Abs. 1 ZPO/SG i.V.m. Art. 99 Abs. 2 VRP/
SG).
7.3 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Der
unterliegenden Beschwerdeführerin sind die Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 600.--
aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist sie von der Bezahlung zu
befreien.
7.4 Der Staat ist zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung zu verpflichten, für die
Kosten der Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin aufzukommen. Die
Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht
auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des
Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das
Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1'000.--
bis Fr. 12'000.--. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin verzichtete auf das
Einreichen einer Kostennote. In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit
erscheint mit Blick auf vergleichbare Fälle eine pauschale Parteientschädigung von
Fr. 3'500.-- angemessen. Diese ist um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 AnwG).
Somit hat der Staat den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin pauschal (BGE 125 V
201) mit Fr. 2'800.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG