Decision ID: 39a1b659-67c9-4cb4-967b-a92afde15188
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1958, ist seit
August 2007
in einem Pensum von rund 80
% als Fachfrau
Betreuung
in einem
Pflege
heim
tätig
(
Urk.
6/16)
und meldete sich
am 2
4.
Oktober 2017
unter Hinweis auf
eine depressive Störung sowie ver
schiedene somatische Beschwerden
bei der Invalidenversicherung zum Leistungs
bezug an
(
Urk.
6/8
Ziff.
5.4
und
6.1)
. Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab
.
Mit Vorbescheid vom 1
2.
Dezember 2018 stellte sie in Aussicht, einen Renten
anspruch zu verneinen (
Urk.
6/44). Dagegen erhob die Versicherte am 24.
Januar und am 2
2.
Februar 2019 Einwände (
Urk.
6/45,
Urk.
6/50).
Mit Verfügung vom 1
2.
März 2019 verneinte die IV-Stelle einen Rentenanspruch (
Urk.
6/55 =
Urk.
2).
2.
Die Versicherte erhob am
2.
April 2019 Beschwerde gegen die Verfügung vom 1
2.
März 2019 (
Urk.
2) mit den Anträgen (
Urk.
1 S. 2), diese sei aufzuheben (Ziff. 1)
und
es sei ihr ab Juni 2018 mindestens eine
Dreiviertelsrente
auszurichten (
Ziff.
2), eventuell sei ein polydisziplinäres Gutachten zu veranlassen (
Ziff.
3).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2
6.
April 2019 (
Urk.
5) die Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am 2
9.
April 2019 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
7).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen
einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen (E. 7.2
; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.1). Diese Abklärungen enden laut Bundesgericht stets mit der Rechtsfrage, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeits
un
fähigkeit schliessen lassen (BGE 143 V 418 E. 7.1; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.
3).
Aus Gründen der Verhältnismässigkeit kann dort von einem strukturierten Be
weisverfahren abgesehen werden, wo es nicht nötig oder auch gar nicht geeignet ist. Daher bleibt es entbehrlich, wenn im Rahmen beweiswertiger fachärztlicher Berichte (vgl. BGE 125 V 351) eine Arbeitsunfähigkeit in nachvollziehbar be
gründeter Weise verneint wird und allfälligen gegenteiligen Einschätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen Gründen kein Beweiswert beigemessen werden kann
(BGE 143 V 409 E. 4.5.3).
1.3
Zur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG ist – auch bei psychischen Erkran
kungen – in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)ärzt
licherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosoziale und sozio
kulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fach
ärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vorhanden sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare an
dauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleich
ba
ren
psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokulturellen Belastungssi
tuation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Per
son dagegen im Wesentlichen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
Wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren zu einer eigent
li
chen Beeinträchtigung der psychischen Integrität führen, indem sie einen ver
selb
ständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad seiner – unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden – Folgen ver
schlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend auswirken (Urteil des Bundesgerichts 9C_537/2011 vom 2
8.
Juni 2012 E. 3.2 mit Hinweisen).
1.
4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) davon aus, dass aus medizinischer Sicht von keiner wesentlichen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auszugehen sei. Die bisherige Tätigkeit als Fachfrau Betreuung beinhalte viele Tätigkeitsbereiche, welche auch mit den vorhandenen Beein
träch
tigungen ausgeführt werden könnten (S. 1 unten).
Obwohl der Regionale Ärzt
liche Dienst
(RAD)
die Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit in Frage stelle, sei eine angepasste Arbeitsfähigkeit von 80 bis 100
%
festgestellt worden. Da die bis
he
rige weitgehend einer angepassten Tätigkeit entspreche, sei die vorhandene Ein
schränkung mit dem Invaliditätsgrad gleichzusetzen. Damit liege der Invalidi
tätsgrad unter den für einen Rentenanspruch relevanten 40
%
(S. 2).
2.2
D
ie Beschwerdeführerin
stellte sich demgegenüber
im Wesentlichen
auf den Standpunkt
(
Urk.
1),
dass sie aufgrund ihrer somatischen und seelischen Leiden ihre angepasste Tätigkeit als Teamleiterin bloss noch in einem
Pensum von
maxi
mal 40
%
verrichten könne und dieses Pensum trotz Wegfalls der psychosozialen Belastungen seither nicht habe steigern könne (S. 10 f.
Ziff.
5.16). Da sie ihre Resterwerbsfähigkeit von 40
%
bestmöglich ausschöpfe, müsse davon ausge
gangen werden, dass der Invaliditätsgrad 60
%
betrage, weshalb sie Anspruch auf mindestens eine Dreiviertelrente habe (S. 12
Ziff.
7.3).
2.3
Strittig ist der Umfang der Arbeitsfähigkeit
und damit der Invaliditätsgrad
.
3.
3.1
Vom 2
8.
Juli bis 2
4.
August 2017 weilte die Beschwerdeführerin stationär im
Rehazentrum
Y._
, worüber mit Austrittsbericht
vom
7.
September 2017 (
Urk.
6/28/47-51 =
Urk.
6/28/54-58) beziehungsweise
vom 1
1.
Mai 2018 berichtet wurde (
Urk.
6/22). Es wurden die folgenden, hier leicht verkürzt angeführten Diagnosen gestellt (S. 1):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradig (ICD-10 F33.1)
-
nicht
erosive
Refluxösophagitis
-
Asthma bronchiale seit Kindheit
-
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom rechts mit/bei
Osteochondrose
L4/
5
-
mediale und
retropatelläre
Gonarthrose rechts
-
pVAK
Stadium 1
-
D-Hypovitaminose
-
Obstipationsneigung
-
Verdacht auf Panikstörung
Anamnestisch wurde ausgeführt, die Beschwerdeführerin habe über einen Zusam
menbruch vor 2 Jahren nach familiären Krisensituationen berichtet (S. 1 unten).
Es sei eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bis zum
3.
September 2017 attestiert worden. Empfohlen werde ein Wiedereinstieg im Pensum von 40
%
halbtags für die ersten 2-3 Wochen, dann Re-Evaluation (S. 4 oben).
3.2
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
führte mit Bericht vom
5.
März 2018 (
Urk.
6/19)
aus,
er behandle die Beschwerdeführerin seit dem 2
3.
Juli 2014 (
Ziff.
1.1), und
berichtete über rezidivierende Krisen
situa
tionen/Zusammenbrüche bei psychosozialer Belastungssituation mit rezidivie
render Depression (
Ziff.
2.1). Er
nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
2.5):
-
rezidivierende depressive Störungen, gegenwärtig mittelgradig (ICD-10 F33.1), Verdacht auf Panikstörung
-
Asthma bronchiale
-
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom L4/5
-
symptomatische Gonarthrose rechts
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine
Reflux
ösophagitis
, eine periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK) Stadium I und eine Obstipationsneigung (
Ziff.
2.6).
Er attestierte eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
vom 1
9.
Juni
bis
3
1.
Juli 2017, von 50
%
vom 1
1.
September bis 3
1.
Dezember 2017, von 100
%
vom
1.
bis 1
1.
Januar 2018 und von 50
%
vom 1
2.
Januar bis 3
1.
M
ärz 2018 (
Ziff.
1.3). Die Prognose zur Arbeitsfähigkeit bezeichnete
er
als eingeschränkt, 40
%
bis maximal 80
%
(
Ziff.
2.7).
3.3
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Rheumatologie,
nannte in seinem Bericht vom
1
2.
April 2018
folgende Diagnose
(
Urk.
6/25/4)
:
-
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom links mit/bei
-
Osteochondrose
L3/4, L4/5,
foraminaler
Stenose L4/5 linksseitig, S1 beidseits
rezessale
(MRI Lendenwirbelsäule 2
3.
Januar 2018)
Am 1
9.
März 2018 sei eine
epidurale
Steroidinfiltration auf Niveau L5/
Sacrum
erfolgt. Anlässlich der Nachkontrolle am
3.
April 2018 habe die Patientin eine deutliche Abnahme der lumbalen Rückenschmerzen geschildert. Vorerst habe er die Behandlung der Patientin abgeschlossen.
3.4
Dr.
Z._
nannte im Bericht vom
1.
Juni 2018 (
Urk.
6/25/1-3)
die gleichen Diagnosen wie im März 2018 (vorstehend E. 3.
2
) und führte zur Arbeitsfähigkeit aus, die Beschwerdeführerin
bewältige zurz
eit ein Pensum von 50
%
von 80
%
als Psychiatriepflegerin in einem Pflegeheim (
Ziff.
2.1).
Ferner erwähnte er einen an Frühdemenz erkrankten, von der Patientin engagiert versorgten Ehemann und einen an diversen psychischen Erkrankungen leidenden Sohn, um den sie sich auch kümmere (
Ziff.
4.4).
3.5
Dr.
A._
(vorstehend E.
3.3
) führte im Bericht vom
8.
Juni 2018 (
Urk.
6/27)
aus, er behandle die Beschwerdeführerin seit März 2018 zirka 1 x pro Monat (Ziff. 1.2). Die Prognose zur Arbeitsfähigkeit bezifferte er mit maximal 40-50
%
(
Ziff.
2.7).
3.6
Vom 2
7.
Juli bis
6.
September 2018 weilte die Beschwerdeführerin ein weiteres Mal im
Rehazentrum
Y._
, worüber a
m
1
6.
Oktober 2018
berichtet wurde
(
Urk.
6/37)
. Es wurden wieder die 2017 gestellten Diagnosen (vorstehend E. 3.1) genannt (S. 1). Die Patientin mit einem depressiven Erschöpfungssyndrom am ehesten im Rahmen ausgeprägter psychosozialer Belastungen habe sich während des Klinikaufenthalts
rekonditionieren
können (S. 3 Mitte).
Es sei eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
vom 2
7.
Juli bis 1
4.
September 2018 attestiert worden. Danach sei ein beruflicher Wiedereinstieg mit einem Pensum von 20
%
geplant. Im Verlauf sollte das Arbeitspensum langsam gesteigert werden, wobei langfristig eine Tätigkeit in einem Pensum von 40
%
realistisch erscheine (S. 4 oben).
3.7
Med.
pract
.
B._
, Facharzt für Arbeitsmedizin,
RAD
,
nannte in
seiner Beurteilung vom
5.
Dezember 2018 (
Urk.
6/43 S. 5 f.)
folgende
Diagnosen mit dauerhafter Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit (S. 5 Mitte)
:
-
Gonarthrose
beidseits
-
l
umbospondylogenes
Schmerzsyndrom
Als
Diagnosen ohne
dauerhafte Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine r
ez
idivierende
depressive Störung, aktuell mittelgradige Episode
(ICD-10
F33.1 bei
Status nach
akuter
Alkoholintoxikation
, ein Asthma bronchiale und eine a
rterielle Hypertonie
(S. 5 Mitte).
Zu den
Einschränkungen in Bezug auf die bisherige T
ätigkeit als Fachfrau
Be
treuung
führte er aus, a
uf Grund der durch die somatischen Diagnosen besteh
ende
n
verminderte
n
Belastbarkeit des
Achsenskelettes sowie der Kniegelenke
sei
die eingeschränkte funktionelle
Leistungsfähigkeit
/Arbeitsfähigkeit
der Versi
cherten in bisheriger Tätigkeit aus arbeitsmedizinischer Sicht
plausibel nachvoll
ziehbar. Die depressive Erschöpfungssymptomatik im Rahmen ausgeprägter psy
chosozialer Belastungen habe im Rahmen des Reha-Aufenthaltes
rekonditioniert
werden können (S. 5).
Er nannte folgendes
Belastungsprofil:
Körperlich leichte, überwiegend sitzende oder wechselbelastende Tätigkeiten mit der
Möglichkeit
,
sich bei Bedarf zu setzen
, k
ein Heben/Tragen von Lasten, keine Tätigkeiten in ergonomisch ungünstigen
Körperhaltungen
, ke
ine dauerhaft stehenden/gehenden Tätigkeiten, kein häufi
ges Treppensteigen
(S. 5 unten).
Die bisherige Tätigkeit
sei
aus arbeitsmedizinischer Sicht auf Grund der besteh
enden
Einschränkungen sicherlich nicht ideal, schein
e
aber aktuell in dem ange
gebenen Pensum
weiterhin möglich
(S
.
6 oben).
Zur Arbeitsfähigkeit in einer gemäss Belastungsprofil
angepasste
n
Tätigkeit
fü
hrte er aus, a
uf
g
rund des Alters der Versicherten, der langjährigen Tätigkeit in der Pflege und der damit
einhergehenden anzunehmenden Einschränkung der Flexi
bilität und Umstellungsfähigkeit in
Verbindung mit den weiterhin bestehenden häuslichen Belastungen (
beispielsweise
Ehemann im
Pflegeheim wegen Demenz
erkrankung)
sei
es aus arbeitsmedizinischer Sicht fraglich, ob eine
Arbeitsfähig
keit
in angepasster Tätigkeit überhaupt verwertbar/umsetzbar
sei
.
Inwieweit diese
Aspekte zu berücksichtigen s
eien
,
müsste vo
n der R
echtsanwend
ung
entschieden
werden.
Aus rein medizin-theoretischer Sicht abgestützt auf die medizinischen Diagnosen und die sich hierdurch ergebenden funktionellen Einschränkungen sei in
einer angepassten Tätigkeit nicht von einer wesentlichen Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit
auszuge
h
en
und diese betrage
geschätzt aus
arbeitsmedizinischer Sicht
zirka
80-100
%
(S. 6)
.
4.
4.1
In somatischer Hinsicht ist von einem
lumbospondylogenen
Syndrom (vor
steh
end E. 3.3) und einer Gonarthrose auszugehen (vorstehend E. 3.2). Diesbezüglich bezifferte der zirka einmal monatlich behandelnde Rheumatologe die Arbeits
fähigkeit mit «maximal 40-50
%
» (vorstehend E. 3.5).
Demgegenüber benannte der RAD-Arzt ein differenziertes Zumutbarkeitsprofil und
beziff
erte - unter Ausklammerung des Alters der Beschwerdeführerin, ihrer langjährigen Tätigkeit im gleichen Berufsfeld und näher genannter häuslicher Belastungen - die Arbeitsfähigkeit mit 80-100
%
(vorstehend E. 3.7).
Bezüglich der somatischen Beeinträchtigungen ist die RAD-Beurteilung weit plausibler als diejenige des behandelnden Rheumatologen. Dieser legte insbeson
dere nicht
dar
, aus welchen Gründen die somatischen Beeinträchtigungen die Arbeitsfähigkeit auch quantitativ im von ihm postulierten Umfang einschränken sollten. Dass sie qualitative Einschränkungen nach sich ziehen, ist hingegen ein
leuchtend, und dies ist im entsprechenden Belastungsprofil denn auch nachvoll
ziehbar abgebildet.
In somatischer Hinsicht ist demnach von einer Arbeitsfähigkeit von 80-100
%
in gemäss dem Belastungsprofil angepasster Tätigkeit auszugehen.
4.2
Hinsichtlich allfälliger psychischer Beeinträchtigung
en
ist von Bedeutung, dass solche
zwar
vom behandelnden Allgemeinmediziner
im März 2018 (vorstehend E. 3.2) und im Juni 2018 (vorstehend E. 3.4) festgehalten
, nicht aber fachärztlich diagnostiziert oder gar behandelt wurden
. Nach dem zweiten Rehabilitations
auf
enthalt im Sommer 2018 wurde im Austrittsbericht
wohl
eine rezidivierende, gegenwärtig mittelgradig ausgeprägte depressive Störung als Diagnose genannt, zugleich aber berichtet, die Patienten mit einem depressiven Erschöpfungs
syn
drom (
am ehesten im Rahmen ausgeprägter psychosozialer Belastungen
)
habe sich während des Klinikaufenthalts
rekonditionieren
können
(vorstehend E. 3.6).
Vor diesem Hintergrund sind keine substantiellen Anhaltspunkte ersichtlich, die auf eine psychisch begründete Arbeitsunfähigkeit schliessen liessen. Insbesondere ist keine fachärztliche Beurteilung solchen Inhalts ersichtlich. Dementsprechend besteht auch keine Veranlassung zur Anwendung des strukturierten Beweisver
fahrens unter Einbezug der Standardindikatoren (vorstehend E. 1.2).
4.3
Der behandelnde Allgemeinmediziner bezifferte
im März 2018
die Arbeits
fähig
keit prognostisch
mit 40
%
bis maximal 80
%
(vorstehend E. 3.2), und im Juni 2018 führte er dazu aus, die Beschwerdeführer
in
bewältige derzeit ein Pensum von (umgerechnet) 40
%
(vorstehend E. 3.4). Dies lässt erkennen, dass er sich zur verwerteten und seines Erachtens verwertbaren Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit äusserte und nicht zu derjenigen in angepasster Tätigkeit.
Ferner berichtete er im März 2018 anamnestisch über
rezidivierende Krisen
situa
tionen
und
Zusammenbrüche bei psychosozialer Belastungssituation
(vorstehend E. 3.2), und im Juni 2018
erwähnte er einen an Frühdemenz erkrankten, von der Patientin engagiert versorgten Ehemann und einen an diversen psychischen
Erkrankungen leidenden Sohn, um den sie sich auch kümmere (vorstehend E. 3.
4). Dies macht deutlich, dass
- wie schon im Bericht über
die
erfolgte Rehabilitation ausdrücklich formuliert (vorstehend E. 3.6) - ausgeprägte psychosoziale Belas
tungen eine entscheidende Rolle spielen. Dies ist zwar aus dem Zusammenhang heraus durchaus nachvollziehbar, muss jedoch rechtsprechungsgemäss hinsicht
lich des Bestehens einer Invalidität ausser Betracht bleiben (vorstehend E. 1.3).
4.4
Die führt zum Schluss, dass sachverhaltsmässig von einer Arbeitsfähigkeit von 80-
10
0
%
in angepasster Tätigkeit auszugehen ist.
5.
5.1
Dass die Beschwerdegegnerin hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit vom Mittelwert von 90
%
ausgegangen ist (
Urk.
6/4
2 S. 1), ist nicht zu beanstanden, und damit entgegen der beschwerdeweise erhobenen Kritik keineswegs «willkürlich» (
Urk.
1 S. 9
Ziff.
5.11 am Ende).
5.2
Gemäss den Angaben der Arbeitgeberin vom 1
2.
Dezember 2017 (
Urk.
6/16/1-6) besteht die angestammte Tätigkeit der Beschwerdeführerin darin, als Fachfrau Betreuung hilfsbedürftige Menschen in der Psychiatrie zu begleiten,
zu
pflegen und
zu
betreuen, sowie in der Mithilfe bei allen anfallenden und pflegerischen Aufgaben (
Ziff.
3 am Ende). Als oft auszuführen genannt wurden die Pflege und Betreuung sowie die Alltagsgestaltung, als manchmal auszuführen
die
Führung der Pflegedokumentation sowie das Richten und Verteilen von Medikamenten (Ziff. 3 am Anfang).
Die so beschriebene Tätigkeit ist mit dem vom RAD-Arzt genannten Belastungs
profil - was
diese
m entgangen zu sein scheint - (vorstehend E. 3.7) durchaus vereinbar.
Damit erweist sich auch die Annahme der Beschwerdegegnerin, für die Be
stimmung des Invalideneinkommens könne vom bisher erzielten Lohn (und der
leicht eingeschränkten Arbeitsfähigkeit) ausgegangen werden (
Urk.
6/42), als zu
lässig, womit ein Invaliditätsgrad von 10
%
resultiert. Würde die Arbeitsfähigkeit mit lediglich 80
%
angenommen, betrüge der Invaliditätsgrad dementsprechend 20
%
.
Selbst wenn man annähme, dass die Beschwerdeführerin aufgrund des Belas
tungsprofils nicht mehr sämtliche bisher wahrgenommenen Aufgaben ganz unei
n
geschränkt übernehmen könne, und dies -
analog dem Leidensabzug beim Ab
stellen auf Tabellenlöhne - als lohnmindernden Faktor in Rechnung stellen würde, ist offensichtlich, dass der anspruchsbegründende Mindestinvaliditätsgrad von 40
%
nicht erreicht würde.
5.3
Dies führt zusammengefasst zum Schluss, dass die angefochtene Verfügung nicht zu beanstanden ist, so dass die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist.
6.
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
des Bundesgesetzes über die Inva
lidenversicherung (IVG) sind ermessensweise auf
Fr.
600.-- festzusetzen und aus
gangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.
Das Gericht
erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
600
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zu
gestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Tobias
Figi
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.