Decision ID: d9aa3d43-5b57-4d73-a378-3d56634a8bd2
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ H. A., indischer Staatsangehöriger, geboren am 3. Mai 1960, heiratete am 6. Juni
1985 in Bombay/Mumbai (Indien) die Landsfrau G. H. A., geboren am 21. Januar 1959.
Aus dieser Ehe gingen zwei Kinder hervor: Sohn R. A., geboren am 26. März 1986, und
Tochter M. H. A., geboren am 12. Dezember 1992.
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Am 23. Januar 2001 erteilte des Bundesamt für Ausländerfragen (heute: Bundesamt für
Migration) H. A. eine auf 48 Monate befristete Jahresaufenthaltsbewilligung als
Konzernmitarbeiter bzw. als Food & Beverage Manager I. Ltd.. Am 20. April 2001 reiste
H. A. in die Schweiz ein, und am 1. Juni 2003 verlegte er seinen Wohnsitz von W. nach
B., wo er als Gesellschafter und Geschäftsführer der G. GmbH tätig ist. Das
Ausländeramt (heute: Migrationsamt) verlängerte die Aufenthaltsbewilligung letztmals
bis 19. April 2011.
Am 5. März 2010 stellte H. A. ein Gesuch um Familiennachzug für seine Ehefrau G. H.
A. und für die Tochter M. H. A.. Der Sohn R. A. verfügte zu diesem Zeitpunkt bereits
über eine selbständige Aufenthaltsbewilligung. Am 8. Juni 2010 teilte das
Ausländeramt H. A. mit, das Gesuch müsste bezüglich seiner Tochter abgewiesen
werden, weil es verspätet eingereicht worden sei und weil die Aufnahme einer
Erwerbstätigkeit im Vordergrund stehe. Am 29. Juni 2010 wurde das Gesuch
betreffend M. H. A. zurückgezogen.
B./ Am 28. September 2010 erneuerte H. A., nunmehr vertreten durch Rechtsanwalt lic.
iur. O. G., S., das Gesuch betreffend Familiennachzug von Ehefrau und Tochter. Das
Ausländeramt lehnte es am 12. November 2010 ab, den Familiennachzug von M. H. A.
zu bewilligen. Für G. H. A. wurde die Einreiseerlaubnis erteilt.
C./ Am 29. November 2010 erhob H. A., wiederum vertreten durch Rechtsanwalt lic.
iur. O. G., gegen die Verfügung des Ausländeramtes vom 12. November 2010 Rekurs
beim Sicherheits- und Justizdepartement. Er stellte die Rechtsbegehren, die
angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei der Familiennachzug von M. H. A.
zu bewilligen. Am 22. Februar 2011 wies das Sicherheits- und Justizdepartement den
Rekurs ab. Die Rekursinstanz gelangte zum Ergebnis, das Gesuch sei verspätet gestellt
worden und es würden keine wichtigen familiären Gründe vorliegen, die den
nachträglichen Nachzug der Tochter des Rekurrenten erforderlich machen könnten.
D./ Am 9. März 2011 erhob H. A., wiederum vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. O. G.,
gegen den Rekursentscheid vom 22. Februar 2011 Beschwerde beim
Verwaltungsgericht. Er stellte die Rechtsbegehren, der angefochtene Entscheid sowie
die Verfügung des Ausländeramtes vom 12. November 2010 seien aufzuheben und der
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Familiennachzug von M. H. A. sei zu bewilligen. Das Sicherheits- und
Justizdepartement verzichtete am 30. März 2011 auf eine Stellungnahme und
beantragte, die Beschwerde sei abzuweisen.
Am 3. Mai 2011 reichte H. A. die Bescheinigung ein, wonach er seit dem 19. April 2011
im Besitz der Niederlassungsbewilligung ist. Das Sicherheits- und Justizdepartement
wurde zur Stellungnahme aufgefordert und verwies am 9. Mai 2011 auf die Erwägung
4b im angefochtenen Entscheid und verzichtete auf weitere Bemerkungen.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. (...).
2. Der Beschwerdeführer erklärt die Stellungnahme vom 3. November 2010 an das
Ausländeramt und die Rekurseingabe vom 29. November 2010 zum integrierenden
Bestandteil der Beschwerde und bittet das Verwaltungsgericht, diese beiden
Dokumente vor dem Studium der Beschwerdeschrift einzusehen. Sodann erklärt er, der
Sachverhalt ergebe sich auch aus dem Gesuch vom 28. September 2010 und aus der
Verfügung des Ausländeramtes vom 12. November 2010.
Das Verwaltungsgericht hat es in ständiger Rechtsprechung abgelehnt, dass anstelle
einer Begründung pauschal auf vorinstanzliche Eingaben verwiesen wird. Ein solcher
Verweis ist ungenügend, weil aus ihm nicht hervorgeht, in welchen Punkten und
weshalb der Entscheid der Vorinstanz angefochten wird. Es ist nicht Aufgabe des
Verwaltungsgerichts, in erst- oder vorinstanzlichen Eingaben nach Gründen zu suchen,
weshalb der angefochtene Entscheid unrichtig sein könnte (Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 921 mit
Hinweisen).
3. Der Beschwerdeführer erklärt unter Berufung auf Art. 47 Abs. 3 des
Ausländergesetzes (SR 142.20, abgekürzt AuG) und Art. 73 Abs. 3 und Art. 74 Abs. 4
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der Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (SR 142.201,
abgekürzt VZAE), seine Tochter sei gerne bereit, dazu angehört zu werden, dass sie mit
ihren Eltern in der Schweiz leben wolle bzw. dazu, dass es ihr als alleinstehender junger
Frau aufgrund der gesellschaftlichen Gegebenheiten in Indien unmöglich sei, ohne
familiäres Umfeld allein in der Heimat zu leben.
Der Beschwerdeführer kann sich nicht auf das Übereinkommen über die Rechte des
Kindes (SR 0.107, abgekürzt KRK) berufen, weil M. H. A. am 12. Dezember 2010 das
achtzehnte Lebensjahr vollendet hat (vgl. Teil I Art. 1 KRK). Sowohl Art. 73 Abs. 3 VZAE
betreffend den nachträglichen Familiennachzug von Personen mit
Aufenthaltsbewilligung als auch Art. 74 Abs. 4 VZAE betreffend den nachträglichen
Familiennachzug bei vorläufiger Aufnahme sehen vor, dass Kinder über 14 Jahren zum
Familiennachzug angehört werden, sofern dies erforderlich ist und dass die Anhörung
in der Regel bei der Schweizerischen Vertretung am Aufenthaltsort stattfindet. Im
vorliegenden Fall ist die persönliche Anhörung der Tochter des Beschwerdeführers
indessen nicht erforderlich, weil davon ausgegangen werden kann, dass der anwaltlich
vertretene Beschwerdeführer ihren Standpunkt zum Ausdruck bringt.
4. Strittig ist, ob dem Gesuch des Beschwerdeführers um Familiennachzug seiner
Tochter M. H. A. wegen des Vorliegens wichtiger familiärer Gründe im Sinn von Art. 47
Abs. 4 AuG und unter dem Gesichtspunkt von Art. 8 Ziff. 1 der Europäischen
Menschenrechtskonvention (SR 0.101, abgekürzt EMRK) hätte entsprochen werden
müssen.
4.1. Art. 8 Ziff. 1 EMRK und Art. 13 der Bundesverfassung (SR 101) gewährleisten das
Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens und haben dieselbe Tragweite
(Spescha, in: Spescha/Thür/Zünd/Bolzli, Kommentar zum Migrationsrecht, Zürich
2009, N 12 in Nr. 18 mit Hinweisen). Die Garantien verschaffen kein Recht auf
Anwesenheit, können aber verletzt sein, wenn einer Ausländerin oder einem Ausländer
mit Familienangehörigen in der Schweiz die Anwesenheit untersagt und damit das
Familienleben vereitelt wird (BGE 130 II 285 E. 3.1 mit zahlreichen Hinweisen). Der sich
hier aufhaltende Angehörige muss über ein gefestigtes Aufenthaltsrecht verfügen. Dies
trifft zu, wenn die verwandte Person das Schweizer Bürgerrecht oder eine
Niederlassungsbewilligung besitzt oder über eine Aufenthaltsbewilligung verfügt, die
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ihrerseits auf einem gefestigten Rechtsanspruch beruht. Sodann ist der Anspruch auf
Achtung des Familienlebens nicht absolut. Er verpflichtet die Behörde nicht in jedem
Fall, eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen (BGE 126 II 342 E. 3a). Der Schutz des
Familienlebens kann weiter nur angerufen werden, wenn die Beziehung tatsächlich
gelebt wird (VerwGE vom 25. Januar 2005 i.S. D.H., in: www.gerichte.sg.ch).
4.2. Der Beschwerdeführer verfügte zum Zeitpunkt, als der angefochtene Entscheid
gefällt wurde, über eine Aufenthaltsbewilligung. Im Verlauf des Beschwerdeverfahrens,
am 19. April 2011, ist ihm die Niederlassungsbewilligung erteilt worden. Nach Art. 43
Abs. 1 AuG haben ausländische Ehegatten und ledige Kinder unter 18 Jahren von
Personen mit Niederlassungsbewilligung Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit diesen zusammenwohnen. Der Beschwerdeführer
hat somit grundsätzlich Anspruch darauf, mit seiner Ehefrau und der Tochter, die zum
Zeitpunkt, als das Gesuch um Familiennachzug eingereicht wurde, das 18. Altersjahr
noch nicht erreicht hatte, in der Schweiz zusammenzuwohnen.
4.3. Das innerstaatliche Recht kennt Nachzugsfristen. Sodann soll der Nachzug von
Kindern möglichst rasch vollzogen werden, um eine optimale und rasche Integration zu
fördern. In Umsetzung der früheren bundesgerichtlichen Rechtsprechung zum späten
Familiennachzug kurz vor Erreichung des Mündigkeits- bzw. Erwerbstätigkeitsalters
wird der Familiennachzug von Kindern ab zwölf Jahren erschwert (Uebersax/Rudin/
Hugi Yar/Geiser, Aus-länderrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 16.7 mit Hinweis). Der
Anspruch auf Familiennachzug muss nach Art. 47 Abs. 1 AuG innerhalb von fünf
Jahren geltend gemacht werden. Kinder über zwölf Jahre müssen innerhalb von zwölf
Monaten nachgezogen werden. Nach der übergangsrechtlichen Regelung von Art. 126
Abs. 3 AuG beginnen die Fristen nach Artikel 47 Abs. 1 AuG mit dem Inkrafttreten
dieses Gesetzes (1. Januar 2008, AS 2007 5489), sofern vor diesem Zeitpunkt die
Einreise erfolgt oder das Familienverhältnis entstanden ist. Der Beschwerdeführer hat
erstmals am 5. März 2010 ein Gesuch um Familiennachzug seiner Tochter gestellt, das
in der Folge zurückgezogen worden ist. Das zweite Gesuch datiert vom 28. September
2010. Beide Gesuche sind nach Ablauf der gesetzlichen Frist und somit verspätet
eingereicht worden.
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Ein nachträglicher Familiennachzug wird nach Art. 47 Abs. 4 AuG nur bewilligt, wenn
wichtige familiäre Gründe geltend gemacht werden. Der nachträgliche Familiennachzug
soll im Interesse einer guten Integration zurückhaltend angewendet werden. Er muss
aber möglich sein, wenn das Kindeswohl es gebietet, wobei sich die Gründe aus den
konkreten Umständen des Einzelfalls er-geben müssen. So kann der Wegfall der
notwendigen Betreuung im Herkunftsland oder eine Behinderung des Kindes den
Nachzug erforderlich machen (Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser, a.a.O., Rz. 16.11 mit
Hinweisen und BFM, Familiennachzug, Version 1.7.09, Ziff. 6.10.4). Leben die in der
Schweiz anwesenheitsberechtigten Ausländerinnen und Ausländer viele Jahre getrennt
von ihren Kindern, ist ein nachträglicher Familiennachzug nur dann gerechtfertigt, wenn
es das Kindeswohl gebietet, dass die Familiengemeinschaft nachträglich in der
Schweiz hergestellt wird. Dabei ist auch in Betracht zu ziehen, in welchem Grad die
nachzuziehenden Kinder in ihrem Heimatland integriert und wie im Vergleich dazu die
Integrationsmöglichkeiten bzw. -schwierigkeiten in der Schweiz einzuschätzen sind.
Sodann dürfen weder wirtschaftliche Gründe (wie bessere Berufs- und Lebenschancen
in der Schweiz) noch die politische Lage im Herkunftsland im Vordergrund stehen
(BFM, Familiennachzug, Version 1.7.09, mit Hinweisen auf die bundesgerichtliche
Praxis, insbesondere auch auf ein unveröffentlichtes Urteil des Bundesgerichts vom 29.
Oktober 1998 i.S. Y, 2A.92/1998).
4.4. Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, dass er das Gesuch um Familiennachzug
seiner Tochter verspätet eingereicht bzw. dass er die dafür nach innerstaatlichem
Recht vorgesehene Frist nicht eingehalten hat. Er hält aber dafür, die Vorinstanz habe
die Pflicht zur Prüfung des Einzelfalls verletzt, weil sie davon ausgegangen sei, es
spiele keine Rolle, welche Gründe dazu geführt hätten, dass er die Frist verpasst habe
bzw. die Vorinstanz hätte den Umstand, dass nachvollziehbare Gründe dazu geführt
hätten, bei der Prüfung der Frage, ob wichtige familiäre Gründe vorliegen würden, nicht
ausser acht lassen dürfen. Er habe zum einen geltend gemacht, er habe von einer
gesetzlichen Nachzugsfrist zu spät Kenntnis erhalten. Zum andern habe er sich darauf
berufen, er habe mit dem Nachzug seiner Ehefrau und seiner Tochter solange zuwarten
müssen, weil die Pflege und Betreuung seiner kranken Mutter die Anwesenheit seiner
Ehefrau in Indien erforderlich gemacht habe. Es sei in seiner Heimat traditionellerweise
gesellschaftliche Pflicht, Eltern bei Pflegebedürftigkeit beizustehen. Hinzu komme, dass
M. H. A. bei der Mutter habe verbleiben müssen, weil die kindergerechte Betreuung
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einer Tochter in der indisch geprägten Familiengemeinschaft die Anwesenheit der
Mutter erfordere, abgesehen davon, dass er beruflich international tätig sei und
deshalb nicht in der Lage gewesen wäre, seine Tochter in der Schweiz zu betreuen.
Im Gegensatz zur Auffassung des Beschwerdeführers kann der Vorinstanz nicht
vorgeworfen werden, sie hätte im Zusammenhang mit der Frage, ob wichtige familiäre
Gründe für den Familiennachzug seiner Tochter vorliegen, berücksichtigen müssen,
dass er sich darauf berufe, er habe nicht gewusst, dass der Anspruch auf
Familiennachzug innert gesetzlich festgelegten Fristen geltend gemacht werden
müsse. Sonst würde mit dieser Behauptung die Anwendbarkeit dieser Bestimmung aus
den Angeln gehoben. Hinzu kommt, dass es dem Beschwerdeführer zumutbar
gewesen wäre, sich bei den zuständigen Behörden nach den gesetzlichen Vorgaben
für den Familiennachzug zu erkundigen. In Betracht fällt weiter, dass auch die
Tatsache, dass achtbare Beweggründe, wie die Betreuung eines pflegebedürftigen
Familienmitglieds durch die Mutter des nachzuziehenden Kindes in der Heimat, nicht
dazu führen, dass an das Gesuch um Familiennachzug eines Kindes weniger hohe
Anforderungen bezüglich der wichtigen familiären Gründe zu stellen sind. Vielmehr
bringt der Gesuchsteller mit diesem Vorgehen zum Ausdruck, dass er anderen
familiären Anliegen gegenüber der Herstellung der Familiengemeinschaft in der
Schweiz vorerst Priorität eingeräumt hat. Im vorliegenden Fall ist zudem nicht belegt,
dass die Angaben des Beschwerdeführers zutreffen, wonach seine Ehefrau ihre auf
Pflege angewiesene Schwiegermutter bis zu deren Tod entsprechend der indischen
Tradition in der Heimat gepflegt und betreut hat und dass aus diesem Grund zudem
keine andere Wahl blieb, als die Tochter bei der Mutter in Indien und nicht beim Vater
in der Schweiz aufwachsen zu lassen. Unabhängig davon, ob es auch in der indischen
Gesellschaft Pflicht ist, pflegebedürftigen Eltern beizustehen erscheint es nicht
glaubwürdig, dass bei ernsthaftem Bemühen weder für die Betreuung der Mutter des
Beschwerdeführers in Indien noch für diejenige von M. H. A. in der Schweiz eine
Lösung hätte gefunden werden können.
Es ergibt sich somit, dass die Rüge des Beschwerdeführers unbegründet ist, die
Vorinstanz wäre gehalten gewesen, zu seinen Gunsten in die Erwägungen
miteinzubeziehen, dass er das Gesuch um Familiennachzug seiner Tochter aus
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familiären Anliegen in der Heimat nicht innert der gesetzlichen Frist habe stellen
können.
4.5.Der Beschwerdeführer macht geltend, für den nachträglichen Familiennachzug
seiner mittlerweile über 18 Jahre alten Tochter würden wichtige familiäre Gründe
sprechen bzw. es liege ein Härtefall vor, weil nicht davon ausgegangen werden könne,
sie sei weitgehend selbständig und bedürfe in Anbetracht der gesellschaftlichen und
kulturellen Gegebenheiten in Indien keiner Betreuung durch Erwachsene mehr. Als
alleinstehende junge Frau ohne familiäres Umfeld wäre M. H. A. in Indien von der
Gesellschaft ausgeschlossen. Das Kindeswohl gebiete es deshalb, den nachträglichen
Familiennachzug zu bewilligen, zumal es seiner englisch sprechenden Tochter -
eingebettet und unterstützt durch die Familiengemeinschaft - leicht fallen werde, sich in
die schweizerische Gesellschaft zu integrieren und keine Anhaltspunkte bestehen
würden, wonach der Familiennachzug missbräuchlich geltend gemacht werden könnte.
Der Beschwerdeführer lebt seit gut zehn Jahren freiwillig getrennt von seiner Ehefrau
und seiner Tochter, die er in Indien zurückgelassen hat und die dort sesshaft und
verwurzelt sind. Der Sohn, der heute über 25 Jahre alt ist, verfügt seit dem 28. Januar
2010 über eine selbständige Aufenthaltsbewilligung bzw. über eine
Aufenthaltsbewilligung, die nicht im Rahmen des Familiennachzugs erteilt worden ist.
Zutreffend ist, dass der Ehefrau des Beschwerdeführers die Einreiseerlaubnis in die
Schweiz erteilt worden ist, weil die gesetzlichen Voraussetzungen dafür erfüllt waren.
Wie das Verwaltungsgericht entschieden hat (VerwGE vom 26. Januar 2011 B
2010/221 i.S. A.A.) kann daraus indessen nicht geschlossen werden, es sei in jedem
Fall von wichtigen familiären Gründen für den nachträglichen Nachzug von
gemeinsamen Nachkommen auszugehen. Andernfalls würde dies in einem Fall wie
dem vor-liegenden, wo die gesetzlichen Voraussetzungen zum Nachzug der Ehefrau,
nicht aber der Tochter, erfüllt sind, zur Umgehung der gesetzlichen Nachzugsfristen
gemäss Art. 47 Abs. 1 AuG führen. Die unterschiedlichen Nachzugsfristen und die
damit verbundenen Konsequenzen sind vom Gesetzgeber gewollt. Daran ändert nichts,
dass sich der Beschwerdeführer darauf beruft, mit der Fristenregelung habe der
Gesetzgeber im Sinn einer glaubwürdigen Ausländerpolitik rechtsmissbräuchlichen
Familiennachzug unterbinden wollen, wovon im Fall des Nachzugs von M. H. A. aber
nicht auszugehen sei, weil hier eine Familiengemeinschaft angestrebt werde. Die
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Ehefrau des Beschwerdeführers hat gemäss eigenen Angaben in der Heimat die
gemeinsame Tochter, die ihr ganzes bisheriges Leben in Indien verbracht hat,
grossgezogen, und sie hat die Schwiegermutter während Jahren gepflegt und betreut.
Auch wenn die Schwiegermutter nun verstorben ist, ist G. H. A. nicht gezwungen, M.
H. A. in Indien zurückzulassen und ihren Lebensmittelpunkt zum Beschwerdeführer in
die Schweiz zu verlegen. Sodann hat der Beschwerdeführer darauf verzichtet,
darzulegen, dass dort, wo seine Ehefrau und seine Tochter in Indien leben, kein
familiäres Umfeld bestehe, das in der Lage wäre, M. H. A. in Abwesenheit der Mutter
zu betreuen, sofern dazu überhaupt eine Notwendigkeit besteht. In Betracht fällt weiter,
dass die Tochter des Beschwerdeführers zum Zeitpunkt, als das Gesuch eingereicht
wurde, fast 18 Jahre alt war (vgl. BGE 136 II 407 ff.), und dass er nicht geltend macht,
sie habe gesundheitliche Probleme, die einen Familiennachzug in die Schweiz trotz des
fortgeschrittenen Alters im Interesse des Kindeswohls erforderlich machen könnten.
Andernfalls bedarf eine junge Frau von fast 19 Jahren keiner umfassenden Betreuung
durch Eltern oder andere Erwachsene mehr. Sodann kann dem Beschwerdeführer
nicht gefolgt werden, wenn er den Standpunkt vertritt, seine Tochter würde sich ohne
grosse Probleme in die hiesige Gesellschaft integrieren können, weil sie in
Familiengemeinschaft leben und von ihren Eltern unterstützt und betreut würde. In
Betracht fällt als erstes, dass der hier seit Jahren aufenthaltsberechtigte
Beschwerdeführer vorerst aus anderen familiären Gründen darauf verzichtet hat, die
Familienzusammenführung mit seiner Ehefrau und der gemeinsamen Tochter in der
Schweiz anzustreben bzw. dass M. H. A. zum Zeitpunkt, als das Gesuch um
Familiennachzug gestellt wurde, bereits fast 18 Jahre alt war. Mit diesem Vorgehen hat
er nicht nur in Kauf genommen, dass dem Gesuch nicht mehr entsprochen werden
kann, weil das Kindeswohl den Familiennachzug nicht mehr gebietet, sondern auch,
dass die Integration seiner Tochter in die hier herrschenden kulturellen und
gesellschaftlichen Verhältnisse ausserordentlich schwierig wäre. Ein früherer
Familiennachzug hätte die Integration wesentlich vereinfacht, zumal eine Schulbildung
in der Schweiz die unabdingbaren sprachlichen Fähigkeiten vermittelt. Hinzu kommt im
vorliegenden Fall, dass M. H. A. gemäss Angaben des Beschwerdeführers in Indien in
traditioneller Weise erzogen worden ist bzw. dass sie mit ihrer Mutter dort in indisch
geprägter Gemeinschaft lebt. Dies hat gemäss Angaben des Beschwerdeführers zur
Folge, dass sie, trotz des Alters von heute knapp 19 Jahren, weitgehend unselbständig
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ist. Der Beschwerdeführer führt in diesem Zusammenhang aus, seine Tochter werde
jeden Tag ins College gebracht und dort wieder abgeholt, weil sich ein Mädchen in
ihrem Alter an ihrem Wohnort nicht gefahrlos und schon gar nicht alleine auf den
Strassen bewegen könne. Abgesehen davon, dass nicht behauptet wird, M. H. A.
könne sich in der Schweiz sprachlich verständigen, wäre sie hier deshalb unweigerlich
erheblichen Integrationsproblemen ausgesetzt. Die hier herrschenden
gesellschaftlichen und kulturellen Gepflogenheiten wären ihr völlig fremd und sie wäre
nicht in der Lage, sich hier ihrem Alter entsprechend selbständig zu bewegen und
zurechtzufinden. Hinzu kommt, dass sie in dieser Hinsicht kaum auf die Unterstützung
ihrer Mutter zählen könnte, weil diese hier ebenfalls mit Integrationsproblemen
konfrontiert wäre. Auch G. H. A. hat ihr bisheriges Leben im indischen Kulturkreis
verbracht und der Beschwerdeführer behauptet nicht, seine Ehefrau könne sich hier
verständigen und sie sei mit den gesellschaftlichen und sozialen Verhältnissen, die sie
hier vorfinden würde, vertraut. Schliesslich beruft sich der Beschwerdeführer darauf, er
sei beruflich stets international tätig gewesen und habe viel herumreisen müssen, was
es ihm verunmöglicht habe, bereits zu einem früheren Zeitpunkt ein Gesuch um
Familiennachzug seiner Tochter zu stellen. Somit ist anzunehmen, dass auch der
Beschwerdeführer selber, nicht zuletzt aus zeitlichen Gründen, nicht in der Lage wäre,
M. H. A. bei Integrationsbemühungen entscheidend zu unterstützen.
5. Zusammenfassend ergibt sich, dass sich der angefochtene Entscheid als recht- und
verhältnismässig erweist. Es liegt kein Härtefall vor, der es ausnahmsweise
rechtfertigen würde, den nachträglichen Familiennachzug der Tochter des
Beschwerdeführers in die Schweiz zu bewilligen. Es ist dem Beschwerdeführer
zumutbar, den Kontakt mit seiner Tochter weiterhin mittels Telefonkontakten und
Besuchen zu pflegen. Das öffentliche Interesse an ihrer Fernhaltung überwiegt somit
gegenüber dem privaten Interesse des Beschwerdeführers, seiner Tochter zu einem
Aufenthaltsrecht in der Schweiz zu verhelfen. Demzufolge ist die Beschwerde
abzuweisen.
Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Art. 7, Ziff. 222 der
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Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Sie wird mit dem geleisteten
Kostenvorschuss in gleicher Höhe verrechnet.
Ausseramtliche Entschädigungen sind nicht zuzusprechen (Art. 98 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 98bis VRP).
Demnach hat das Verwaltungsgericht