Decision ID: 9329af07-0e12-46fd-a22d-43b8dd9f4f02
Year: 2012
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 17.09.2012 Art. 17 Abs. 2 ATSG, Art. 43 Abs. 3 ATSG, Art. 25 Abs. 4 ELV, Art. 8 Abs. 2 ELV, Art. 11 Abs. 1 lit. a ELG, Art. 16c ELV. Verweigerung der Mitwirkung bei der Sachverhaltsabklärung im Rahmen eines Revisionsverfahrens. Einstellung der laufenden Leistung als Sanktion. Wurde im Rahmen der früheren rechtskräftigen Zusprache einer jährlichen Ergänzungsleistung die Anrechnung eines höheren hypothetischen Erwerbseinkommens nicht geprüft, so kann darauf nur dann zurückgekommen werden, wenn sich der massgebende Sachverhalt nachträglich erheblich ändert. Die Herabsetzung einer laufenden Ergänzungsleistung infolge Anrechnung eines höheren hypothetischen Erwerbseinkommens wird erst sechs Monate nach Zustellung der entsprechenden Verfügung wirksam. Anrechnung des Lehrlingslohnes eines Kindes mit Anspruch auf eine Kinderrente der IV bei der Berechnung der EL eines Elternteils. Die während der Lehre anfallenden Fahr- und Verpflegungskosten können unter Berücksichtigung von gewissen Höchstgrenzen bzw. Pauschalen als Gewinnungskosten in Abzug gebracht werden. Die Mietzinsaufteilung bei mehreren Personen im gleichen Haus ist grundsätzlich nach Anzahl Köpfen vorzunehmen, wobei ein Säugling im ersten Lebensjahr noch nicht mitgezählt wird (Entscheid des Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen vom 17. September 2012, EL 2011/29).Präsidentin Karin Huber-Studerus, Versicherungsrichterin Miriam Lendfers, a.o. Versicherungsrichter Christian Zingg; Gerichtsschreiberin Sibylle BetschartEntscheid vom 17. September 2012in SachenA._,Beschwerdeführer,vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur.  Menge, Quaderstrasse 5, Postfach 26, 7002 Chur,gegenSozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Ausgleichskasse des Kantons St. Gallen, Brauerstrasse 54, Postfach, 9016 St. Gallen,Beschwerdegegnerin,betreffendErgänzungsleistung zur IVSachverhalt:
A.
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A.a A._ bezog seit dem Jahr 1999 Ergänzungsleistungen (EL) zu seiner IV-Rente (IV-
Grad 58 %). Mit Verfügung vom 5. August 2009 sprach ihm die EL-Durchführungsstelle
für die Zeit ab 1. August 2009 monatliche EL im Betrag von Fr. 1‘135.-- zu (EL-act.
46-1 ff.). Auf der Einnahmenseite der Berechnung berücksichtigte sie unter anderem
ein hypothetisches Erwerbseinkommen des Versicherten von Fr. 18‘720.-- sowie ein
solches seiner Ehefrau von brutto Fr. 16‘182.-- (EL-act. 49-1). Die Verfügung erwuchs
unangefochten in Rechtskraft. Aufgrund einer gesetzlichen Erhöhung der jährlichen
Krankenversicherungsprämien per 1. Januar 2010 (EL-act. 42-3) erfolgte die
Anpassungsverfügung vom 28. Dezember 2009, mit welcher die EL-
Durchführungsstelle dem Versicherten für die Zeit ab 1. Januar 2010 neu eine monat
liche EL im Betrag von Fr. 1'235.-- zusprach (EL-act. 42-1 ff.).
A.b Aufgrund eines Wohnungswechsels des Versicherten forderte die zuständige
AHV-Zweigstelle in Mels ihn mit Schreiben vom 26. November 2009 auf, eine Kopie
des neuen Mietvertrages ab 1. Oktober 2009 und einen aktuellen Zahlungsnachweis
über den Mietzins ab 1. Oktober 2009 einzureichen sowie darüber Auskunft zu erteilen,
wieviele Personen in seinem Haushalt lebten (EL-act. 38-5). Trotz Mahnung vom
25. Januar 2010 (mit Folgeandrohung: Rückzahlung von zu Unrecht bezogenen EL-
Leistungen sowie Einstellung der EL zur IV-Rente, EL-act. 38-1) kam der Versicherte
dieser Aufforderung nicht nach. Daher verfügte die EL-Durchführungsstelle am
18. Februar 2010 die Einstellung der Ergänzungsleistung per 1. März 2010 (EL-act.
39-1 f.). Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
B.
B.a Mit Schreiben vom 7. Juli 2010 (EL-act. 36-1) reichte der Versicherte der EL-
Durchführungsstelle den Mietvertrag vom September 2009 (EL-act. 36-2 f.) ein. Der
Mietvertrag legte unter anderem fest, dass der Versicherte ab 1. Mai 2010 neuer Mieter
eines Wohnhauses unter Zahlung eines monatlichen Mietzinses von Fr. 1‘200.--
(inklusiv Garage- und Abstellplatzmiete) sei. Dem Mietvertrag ist zudem zu entnehmen,
dass die Nebenkosten wie Heizung, Warmwasser, Radio/TV, Strom und Serviceabo Lift
vom Mieter zu bezahlen seien (EL-act. 36-2). Die EL-Durchführungsstelle klassierte das
Schreiben des Versicherten vom 7. Juli 2010 als neues Gesuch um
Ergänzungsleistungen und forderte ihn auf, das beigelegte Anmeldeformular ausgefüllt
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und unterzeichnet zusammen mit den nötigen Belegen innert drei Monaten bei der
AHV-Zweigstelle seines Wohnortes einzureichen. Falls die geforderten Unterlagen
innert drei Monaten einträfen, werde als Beginn des Anspruchs auf allfällige
Ergänzungsleistungen das Datum der Gesuchseinreichung (12. Juli 2010) anerkannt
(EL-act. 35-1). Der Versicherte reichte in der Folge am 23. September 2010 das aus
gefüllte und unterzeichnete Anmeldeformular zusammen mit den geforderten Belegen
ein (EL-act. 25 bis EL-act. 33). Mit Schreiben vom 29. November 2010 ersuchte die EL-
Durchführungsstelle den Versicherten um Beantwortung der Fragen bezüglich zu
mutbarem Erwerbseinkommen seiner Ehefrau und um Retournierung des
ausgefüllten sowie unterzeichneten Fragenbogens innert 20 Tagen (EL-act. 23-1 f.). Am
9. Dezember 2010 traf bei der EL-Durchführungsstelle der ausgefüllte Fragebogen des
Versicherten ein (20-2). Darin gab er bekannt, dass seine Ehefrau über keine berufliche
Ausbildung verfüge und bisher keine Erwerbstätigkeit ausgeübt habe, da ihr die
Deutschkenntnisse fehlten, sie über keine Ausbildung verfüge und die Marktchancen
gleich null seien. Seine Ehefrau habe sich zudem in den letzten 12 Monaten nicht um
eine Arbeitsstelle bemüht, da ihre Tätigkeit als Hausfrau mehr als nötig gewesen sei
(EL-act. 20-2).
B.b Mit Verfügung vom 15. April 2011 wurde der Anspruch des Versicherten auf EL für
die Zeit vom 1. Juli 2010 bis 31. Dezember 2010 und ab dem 1. Januar 2011 verneint
(EL-act. 14-1 ff.). Dabei berücksichtigte die EL-Durchführungsstelle unter anderem ein -
im Vergleich mit den Verfügungen vom 5. August 2009 und 28. Dezember 2009 - mehr
als doppelt so hohes hypothetisches Einkommen der Ehefrau sowie einen
verminderten Mietzinsanteil (EL-act. 15-1 ff., 49-1).
B.c Gegen die Verfügung vom 15. April 2011 erhob Dr. Jean-Pierre Menge in
Vertretung des Versicherten am 31. Mai 2011 Einsprache und verlangte die Aufhebung
der Verfügung sowie eine Neuberechnung der EL. Als Begründung führte er im
Wesentlichen aus, der Mietzins sei gemäss Mietvertrag auf Fr. 14‘400.-- pro Jahr plus
vom Mieter direkt zu tragende monatliche Fr. 300.-- Nebenkosten festzulegen. Zudem
sei die Anrechnung eines hypothetischen Einkommens der Ehefrau des Versicherten
von Fr. 35‘844.-- nicht statthaft. Dies daher, da sie sechs Kinder grossgezogen und
zeitlebens als Hausfrau gearbeitet habe. Ausserdem verfüge sie über keinerlei
Ausbildung und spreche kein Wort Deutsch. Sie sei zudem auf einem ausgeglichenen
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Arbeitsmarkt absolut nicht vermittlungsfähig. Wenn überhaupt, müsse das
hypothetische Einkommen daher viel tiefer anzusiedeln sein, da nebst ihrem Alter noch
weitere Komponenten zu berücksichtigen seien. Die Ehegatten hätten im Weiteren
weder Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung geltend machen können noch
aufgrund ihrer Einschränkungen eine entsprechende Anstellung gefunden. Schliesslich
müsse es als unzulässig bezeichnet werden, dass der Bruttolohn des Sohnes B._ als
Einkommen mitberücksichtigt wurde. Unter Berücksichtigung der vorstehenden
Ausführungen resultiere ein Ausgabenüberschuss, weshalb die Verfügung zu
korrigieren sei (EL-act. 3-1 ff.).
B.d Mit Einspracheentscheid vom 27. September 2011 wies die EL-
Durchführungsstelle die Einsprache ab. Als Begründung wurde im Wesentlichen
ausgeführt, vom Mietzins sei der monatliche Betrag von Fr. 150.-- für die
Garagenbenützung abzuziehen. Da nur drei der sieben im Haus lebenden Personen in
der EL-Berechnung zu berücksichtigen seien, dürften nur 3/7 der Kosten von Fr.
13‘440.-- angerechnet werden. Die Mietkosten von Fr. 5‘400.-- seien korrekt. Zudem
stosse das ohne durch Bewerbungsunterlagen untermauerte Pauschalargument des
Versicherten, er habe keine Anstellung aufgrund seiner Einschränkungen gefunden, die
gesetzliche Vermutung der Einkommenserzielung von Fr. 18‘720.-- nicht um. Auch
habe man der Ehefrau bis zur EL-Einstellung per 1. März 2010 jeweils ein
hypothetisches Einkommen von Fr. 16‘182.-- angerechnet. Das jüngste Kind sei bei der
EL-Anmeldung vom Juli 2010 bereits 16 1⁄2 Jahre alt gewesen, habe das erste Lehrjahr
beendet und somit nicht mehr beaufsichtigt werden müssen. Gemäss RAV-Anmeldung
vom 6. Mai 2011 habe die Ehefrau Erfahrung als Fabrik- und Betriebsarbeiterin. Zudem
verfüge sie über mündliche Grundkenntnisse der deutschen Sprache. Eine
Erwerbstätigkeit wäre ihr somit zuzumuten. 2008 verdienten Hilfsarbeiterinnen gemäss
Lohntabelle Fr. 51‘368.--. Das von der EL-Durchführungsstelle angerechnete
Einkommen von Fr. 35‘844.-- könne die Ehefrau sogar in einem reduzierten Pensum
erzielen. Der am 3. Januar 1994 geborene Sohn würde erst ab dem 1. Januar 2012
AHV/IV/EO/ALV- beitragspflichtig. Vom Bruttoeinkommen habe man die
Gewinnungskosten von Fr. 519.-- abgezogen. Der Versicherte mache
Gewinnungskosten von Fr. 600.-- pro Monat bzw. Fr. 7‘200.-- pro Jahr geltend, reiche
jedoch keinen Beleg für Fahrkosten ein. Daher seien diese nicht ausgewiesen. Selbst
wenn die tatsächlichen Fahrkosten leicht höher als die berücksichtigten Fr. 519.-- sein
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sollten, hätte der Versicherte aufgrund des Einnahmenüberschusses von Fr. 12‘662.--
pro Jahr keinen EL-Anspruch. Aufgrund der Schadenminderungspflicht dürften
schliesslich auch keine Verpflegungskosten angerechnet werden (EL-act. 75).
C.
C.a Gegen diesen Entscheid richtet sich die Beschwerde vom 28. Oktober 2011.
Darin werden die Aufhebung des Einspracheentscheids vom 27. September 2011 und
die Neuberechnung der EL beantragt. Der Beschwerdeführer macht geltend, entgegen
den Ausführungen der Beschwerdegegnerin wohnten nicht sieben, sondern sechs
Personen in seinem Haushalt. Auch erachte er es als unangemessen, ein Kleinkind als
vollzählige Person miteinzubeziehen. Der von der Beschwerdegegnerin errechnete
Mietzins von Fr. 13‘440.-- sei somit im Verhältnis 5/3 (Fr. 8‘064.--) ev. 6/3 (Fr. 6‘720.--)
aufzuteilen. Ausserdem müsse bei der Berechnung der Heiznebenkosten für Sohn
B._ zusätzlich ein Betrag von Fr. 840.-- hinzugerechnet werden. Bezüglich
hypothetisches Einkommen der Ehefrau werde auf die diesbezüglichen Ausführungen
in der Einsprache verwiesen. Die RAV-Anmeldung vom 6. November 2010 müsse als
unzutreffend bzw. fehlerhaft bezeichnet werden, da sie nicht den tatsächlichen
Gegebenheiten entspreche. Seine Ehefrau habe auch nie als Fabrik- oder als
Betriebsarbeiterin gearbeitet, wie dies auf der RAV-Anmeldung fälschlicherweise
aufgeführt sei. Zudem sei sie Analphabetin, was für die Vermittelbarkeit auf dem
Arbeitsmarkt ebenfalls von grosser Bedeutung sei. Auch werde in Abrede gestellt, dass
die Ehefrau schon seit Jahren wisse, dass sie einer Erwerbstätigkeit nachgehen sollte.
Sie sei aufgrund ihrer Einschränkungen auf dem Arbeitsmarkt praktisch nicht
vermittelbar. Bezüglich Sohn B._sei aus dem beiliegenden Billet Junior ersichtlich,
dass für die Bahnfahrt jeden Monat ein Betrag von Fr. 208.-- aufgewendet werden
müsse. Hinzu kämen noch jährliche Kosten für die Grundkarte von Fr. 862.--. Somit
müssten die jährlichen Bahnkosten von insgesamt Fr. 3‘358.-- als Gewinnungskosten
in Abzug gebracht werden. Auch müsse mindestens ein jährlicher Betrag von rund
Fr. 1‘300.-- an Verpflegungskosten als Gewinnungskosten berücksichtigt werden (act.
G 1).
C.b Die Beschwerdegegnerin beantragt am 15. November 2011 die Abweisung
der Beschwerde. Als Begründung wird ausgeführt, bei der EL-Anmeldung vom
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24. September 2010 habe der Beschwerdeführer angegeben, acht Personen würden in
seinem Haushalt leben. C._ habe wenige Monate nach der EL-Anmeldung bei der
Abklärung seines IV-Anspruches angegeben, bei seinen Eltern zu wohnen. Für D._
liege keine neuere Mutation als der im Oktober 2009 erfolgte Umzug vor. Kleinkind sei
ebenfalls zu berücksichtigen, da Kleinkinder viel Spielfläche am Boden und somit
überproportional viel Platz in einer Wohnung beanspruchten. Es seien somit nur 3/7
(allenfalls 3/8) der Mietkosten (ohne Garage) anzurechnen. Die Ehefrau sei im Alter von
27 Jahren in die Schweiz eingereist. In der Schweiz sei sie 2003 einige Monate einer
Erwerbstätigkeit nachgegangen. Daher wäre ihr eine Erwerbstätigkeit zumutbar. Durch
die Fahrt des Sohnes B._ von der Schule zum Lehrbetrieb würden jährliche Kosten
von Fr. 703.-- und Fr. 160.-- entstehen. Massgebend im vorliegenden Verfahren seien
die im Juli 2010 gültigen Tarife. Bei einem Einnahmenüberschuss von Fr. 12‘662.--
bestehe so oder anders kein EL-Anspruch (act. G 3).
C.c Der Beschwerdeführer macht am 22. Dezember 2011 in seiner Replik geltend,
anhand der beiliegenden Wohnsitzbescheinigungen könne nachgewiesen werden, dass
D._ und C._ nicht mehr in seinem Haushalt wohnten. Auch wenn seine Ehefrau im
Jahre 2003 einer Erwerbstätigkeit nachgegangen sei, so könne daraus nichts zu deren
Ungunsten abgeleitet werden. Es sei vielmehr davon auszugehen, dass sie aufgrund
der in der Beschwerde bereits aufgeführten Gründe und wegen der Belastung im
Haushalt gar nicht in der Lage gewesen sei, einer dauerhaften Erwerbstätigkeit
nachzugehen. Die Lohnsumme von Fr. 5‘854.30 brutto entspreche zwei Monats
gehältern. Es habe sich dabei um einen Ferienaushilfejob via einer Temporärfirma
gehandelt. Aus sprachlichen Gründen sei seine Ehefrau in der Folge nicht mehr berück
sichtigt worden und habe auch anderswo keine Anstellung gefunden. Nach bald
9 Jahren und zunehmendem Alter falle die fehlende Vermittelbarkeit noch viel mehr ins
Gewicht (act. G 5).
C.d Mit Duplik vom 3. Januar 2012 hält die Beschwerdegegnerin an ihrem Antrag fest.
C._ habe in Übereinstimmung mit der EL-Anmeldung des Beschwerdeführers vom
24. September 2010 angegeben, bei seinen Eltern (somit unter anderem beim
Beschwerdeführer) zu wohnen, was für die IV-Abklärung durchaus relevant gewesen
sei. Es gehe nicht an, nun etwas anderes zu behaupten, weil die für das IV-Verfahren
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des Sohnes vorteilhafte Wohnsituation im EL-Verfahren des Vaters nachteilig sei (act.
G 7).

Erwägungen
1.
1.1 Wer Versicherungsleistungen beansprucht, muss unentgeltlich alle Auskünfte
erteilen, die zur Abklärung des Anspruchs und zur Festsetzung der Versicherungs
leistungen erforderlich sind (Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG, SR 830.1). Die versicherte Person ist also
verpflichtet, bei der Sachverhaltsabklärung mitzuwirken. Kommt die versicherte
Person, die Leistungen beansprucht, ihrer Auskunfts- und Mitwirkungspflicht in
unentschuldbarer Weise nicht nach, so kann die Verwaltung aufgrund der Akten
verfügen oder die Erhebungen einstellen und Nichteintreten beschliessen (Art. 43 Abs.
3 Satz 1 ATSG). Diese beiden Möglichkeiten der Verwaltung, auf eine Verletzung der
Mitwirkungspflicht bei der Sachverhaltsabklärung zu reagieren, der Entscheid aufgrund
der Akten und das Nichteintreten auf ein Leistungsgesuch, beziehen sich nur auf jene
Konstellationen, in denen die Leistungen beanspruchende versicherte Person die
sogenannte materielle Beweislast, d.h. den Nachteil der Beweislosigkeit trägt.
Verunmöglicht die versicherte Person durch die Verweigerung der Mitwirkung bei der
Sachverhaltsabklärung die Ermittlung des leistungserheblichen Sachverhalts, so hat sie
den aus dem Fehlen des Nachweises des behaupteten anspruchsbegründenden
Sachverhalts resultierenden Nachteil zu tragen, d.h. sie erhält keine oder nicht die
vollen Leistungen. In Art. 43 Abs. 3 Satz 1 ATSG fehlt eine Sanktionsmöglichkeit bei
einer Mitwirkungsverweigerung in jenen Konstellationen, in denen die materielle
Beweislast, d.h. der Nachteil der Beweislosigkeit, bei der Verwaltung liegt. Eine solche
Konstellation entsteht insbesondere bei Revisions- oder Wiedererwägungsverfahren,
die aufgrund des Verdachts eröffnet worden sind, dass der objektiv bestehende
Sachverhalt keine oder eine tiefere als die ausgerichtete Leistung rechtfertige. Hier
trägt die Verwaltung den Nachteil der Beweislosigkeit, weil sie nötigenfalls eine formell
rechtskräftige Leistungszusprache revisions- oder wiedererwägungsweise „nach
unten“ korrigieren muss. Da kein Leistungsgesuch zu beurteilen ist, kommt die
Nichteintretensverfügung als Reaktion auf eine Verletzung der Mitwirkungspflicht bei
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der Sachverhaltsabklärung zum vornherein nicht in Frage. Der Entscheid aufgrund der
Akten ist als Sanktion der Mitwirkungsverweigerung untauglich, da es im Revisions-
oder Wiedererwägungsverfahren gerade darum geht, die Akten zu ergänzen, d.h. den
effektiven Sachverhalt zu erheben. Der Entscheid aufgrund der Akten wäre also nur
eine Bestätigung der formell rechtskräftigen Leistungszusprache, von der die
Verwaltung vermutet, dass sie nicht oder nicht mehr richtig sei. Die rechtswidrige
Weigerung der versicherten Person, bei der Sachverhaltsermittlung mitzuwirken, würde
also eine revisions- oder wiedererwägungsweise Korrektur der laufenden Leistung
„nach unten“ verunmöglichen, so dass die versicherte Person in rechtsmiss
bräuchlicher Weise aus ihrer Pflichtverletzung einen Vorteil ziehen könnte. Es ist des
halb zwingend notwendig, der Verwaltung eine Sanktionsmöglichkeit zur Verfügung zu
stellen, mit der die Mitwirkungspflicht der versicherten Person bei der
Sachverhaltsabklärung in jenen Konstellationen durchgesetzt werden kann, in denen
der Nachteil der Beweislosigkeit bei der Verwaltung liegt. Das ATSG weist
diesbezüglich eine ausfüllungsbedürftige Lücke auf, die durch das Gericht zu füllen ist
(vgl. das unveröffentlichte Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom
14. Mai 2001 i.S. W.Sch., EL 2000/61). Dabei kommt nur die Sanktion der teilweisen
oder vollständigen Leistungseinstellung für die Dauer der Mitwirkungsverweigerung in
Frage. Die Gesetzeslücke ist durch die Einräumung einer entsprechenden
Sanktionsmöglichkeit zu füllen. Eine Sanktionsverfügung nach Art. 43 Abs. 3 ATSG
beruht auf einer Verletzung der Mitwirkungspflicht bei der Sachverhaltsabklärung und
hat zum Zweck, die versicherte Person dazu zu bewegen, ihrer Mitwirkungspflicht doch
noch nachzukommen (vgl. Entscheid EL 2011/65 des Versicherungsgerichts des
Kantons St. Gallen). Es handelt sich bei der entsprechenden Leistungseinstellung um
einen Endentscheid mit einer Resolutivbedingung (vgl. BGE 107 V 24 = ZAK 1982 S.
258; Franz Schlauri, Die vorsorgliche Einstellung von Dauerleistungen der
Sozialversicherung, in: René Schaffhauser/Franz Schlauri [Hrsg.], Die Revision von
Dauerleistungen in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 209 f.). Wird die
verweigerte Mitwirkung erbracht, kann sich die Sanktion nur auf diejenige Zeitspanne
beziehen, während der die Mitwirkung verweigert wurde (Ueli Kieser, ATSG-
Kommentar, 2. A. 2009, N 56 zu Art. 43 ATSG, mit Hinweis auf I 988/06).
1.2 Die zuständige AHV-Zweigstelle, welche vom Wohnungswechsel des
Beschwerdeführers Kenntnis erhalten hatte (EL-act. 38-1, 38-5), forderte den
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Beschwerdeführer am 26. November 2009 auf, nach seinem Wohnungswechsel eine
Kopie des neuen Mietvertrages ab 1. Oktober 2009 sowie einen aktuellen
Zahlungsnachweis der Mietzinszahlung einzureichen und zudem Auskunft über die
Anzahl Personen im Haushalt ab genanntem Zeitpunkt zu erteilen. Dieser Aufforderung
ist der Beschwerdeführer nicht nachgekommen. Die zuständige AHV-Zweigstelle setzte
ihm daraufhin mit Schreiben vom 25. Januar 2010 eine Frist bis 11. Februar 2010 an,
um ihrer Aufforderung nachzukommen. Für den Fall, dass er auch diese Frist unbenützt
verstreichen lassen sollte, drohte sie dem Beschwerdeführer eine Rückforderung von
zu Unrecht bezogenen EL-Leistungen bzw. die Einstellung der EL an (EL-act. 38-1). Der
Beschwerdeführer reichte nichts ein bzw. erteilte die nötigen Auskünfte nicht, worauf
die Beschwerdegegnerin am 18. Februar 2010 die angedrohte Einstellung der
Ergänzungsleistung ab 1. März 2010 verfügte (EL-act. 39-1). Bei dieser
Leistungseinstellung handelt es sich nicht um eine revisionsweise materielle
Leistungseinstellung, die einer nachträglichen Veränderung des leistungserheblichen
Sachverhalts Rechnung tragen würde. Vielmehr liegt eine reine Sanktionsverfügung
vor, die ausschliesslich auf einer Verletzung der Mitwirkungspflicht des
Beschwerdeführers bei der Sachverhaltsabklärung beruht und die nur zum Zweck hat,
den Beschwerdeführer dazu zu bewegen, seiner Mitwirkungspflicht bei der
Sachverhaltsabklärung doch noch nachzukommen, damit das Revisionsverfahren
weitergeführt werden kann. Hat die Sanktionsanordnung den angestrebten Erfolg, so
führt dies nicht zu einer Aufhebung der Sanktionsverfügung, sondern zu einer Weiter
führung des angehobenen Revisionsverfahrens.
1.3 Die Beschwerdegegnerin hat im November 2009 aufgrund des
Wohnungswechsels des Beschwerdeführers ein Revisionsverfahren eingeleitet, wie es
dann durchgeführt wird, wenn eine laufende Ergänzungsleistung aufgrund einer
Meldung der Veränderung einer Einnahmen- oder einer Ausgabenposition angepasst
wird. Eine Mitwirkungspflicht des EL-Bezügers bei der Sachverhaltsabklärung im
Rahmen einer Anpassungsüberprüfung der laufenden Ergänzungsleistung besteht nur
in Bezug auf jene Sachumstände, die von der EL-Durchführungsstelle nicht selbst
erhoben werden können, für deren Ermittlung sie also auf die Auskunft und auf Belege
des EL-Bezügers angewiesen ist. Ob der Beschwerdeführer allein gewohnt, seine
Wohnung mit einer anderen Person geteilt hat und welchen Mietzins(anteil) er bezahlt
hat, lässt sich nicht aus anderer Quelle als durch den Beschwerdeführer selbst
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ermitteln. Der Beschwerdegegnerin ist im Rahmen der Überprüfung der laufenden
Ergänzungsleistung gar nichts anderes übrig geblieben, als den Beschwerdeführer
aufzufordern, in Erfüllung seiner Mitwirkungspflicht bei der Sachverhaltsabklärung die
geforderten Unterlagen einzureichen und die geforderten Auskünfte zu erteilen. Die
Beschwerdegegnerin ist mithin zu Recht von einer Mitwirkungspflicht des
Beschwerdeführers ausgegangen.
1.4 Gemäss Art. 43 Abs. 3 Satz 2 ATSG ist die mitwirkungspflichtige Person
schriftlich zu mahnen und auf die Rechtsfolgen der Verletzung der Mitwirkungspflicht
hinzuweisen, bevor aufgrund der Akten entschieden oder Nichteintreten beschlossen
werden kann. Der mitwirkungspflichtigen Person ist ausserdem eine angemessene
Bedenkzeit einzuräumen. Diese Verfahrensbestimmung kommt auch auf die
Leistungseinstellung als Sanktion einer Verweigerung der Mitwirkung bei der
Sachverhaltsabklärung im Rahmen eines Revisionsverfahrens zur Anwendung. Die
Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer am 26. November 2009 und
25. Januar 2010 aufgefordert, eine Kopie Mietvertrag gültig ab 1. Oktober 2009 sowie
aktuelle Zahlungsnachweise der Mietzinszahlung einzureichen und die Anzahl
Personen im Haushalt ab 1. Oktober 2009 bekanntzugeben. Am 25. Januar 2010 hat
sie dem Beschwerdeführer zudem eine Frist bis 11. Februar 2010 angesetzt und ihm
die Einstellung der laufenden Ergänzungsleistung angedroht, wenn er die genannten
Unterlagen bzw. Auskünfte nicht fristgerecht einreiche. Am 18. Februar 2010 hat sie die
Einstellung der laufenden Ergänzungsleistung verfügt. Damit hat die
Beschwerdegegnerin die Anforderungen an eine korrekte Androhung der
sanktionsweisen Leistungseinstellung gemäss Art. 43 Abs. 3 Satz 2 ATSG erfüllt. Sie
hat den Beschwerdeführer zweimal gemahnt, sie hat ihn auf die drohende Rechtsfolge/
Sanktion hingewiesen und sie hat ihm eine angemessene Bedenkzeit eingeräumt. Das
von der Beschwerdegegnerin durchgeführte Verfahren zur Durchsetzung der Erfüllung
der Mitwirkungspflicht bei der Sachverhaltsabklärung erweist sich in jeder Hinsicht als
korrekt.
1.5 Zu prüfen bleibt, ob der Beschwerdeführer in entschuldbarer Weise (Art. 43 Abs.
3 Satz 1 ATSG) seine Mitwirkungspflicht bei der Sachverhaltsabklärung verletzt hat.
Der Beschwerdeführer hat im Schreiben vom 7. Juli 2010 geltend gemacht, er habe
einige Unterlagen verloren und vergessen (EL-act. 36-1). Er hat aber nicht dargelegt,
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wieso er diesen Umstand nicht innert der ihm angedrohten Frist bis spätestens am 11.
Februar 2010 der Beschwerdegegnerin hätte melden und um Fristverlängerung
bezüglich Unterlageneinreichung hätte bitten können. Auch im Beschwerdeverfahren,
in dem er anwaltlich vertreten ist, hat er diesbezüglich keine weiteren Erklärungen
vorgebracht. Es sind denn auch keine Nachteile erkennbar, die eine Verweigerung der
Mitwirkung bei der Sachverhaltsabklärung entschuldigen könnten. Die bei Kenntnis der
wahren Verhältnisse allenfalls drohende revisionsweise Reduktion/Einstellung der
laufenden Ergänzungsleistung kann offensichtlich kein Nachteil sein, der eine
Mitwirkungsverweigerung entschuldigen würde. Unter diesen Umständen muss davon
ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer in unentschuldbarer Weise seine
Mitwirkungspflicht bei der Sachverhaltsabklärung im Rahmen der Überprüfung der
laufenden Ergänzungsleistung verletzt hat. Die sanktionsweise Einstellung der
laufenden Ergänzungsleistung für die Zeit vom 1. März 2010 bis 30. Juni 2010 erweist
sich somit als rechtmässig.
1.6 Mit der Aufforderung an den Beschwerdeführer im November 2009, die
erforderlichen Belege einzureichen bzw. die notwendige Auskunft zu erteilen, hat die
Beschwerdegegnerin das Revisionsverfahren gemäss Art. 17 Abs. 2 ATSG eröffnet. Sie
hat dann aber mit der – formell rechtskräftigen – Einstellungsverfügung vom
18. Februar 2010 (mit Wirkung ab 1. März 2010) nicht dieses Revisionsverfahren
abgeschlossen, sondern gestützt auf Art. 43 Abs. 3 ATSG die laufende
Ergänzungsleistung eingestellt, um den Beschwerdeführer dazu zu bringen, seiner
Mitwirkungspflicht bei der Abklärung des revisionsrechtlich relevanten Sachverhalts
nachzukommen bzw. um das Risiko einer ungerechtfertigten Weiterausrichtung der
Ergänzungsleistungen zu vermeiden. Das verspätete Nachkommen der
Mitwirkungspflicht des Beschwerdeführers im Juli 2010 (EL-act. 36-1 ff.) erwirkte das
Wegfallen des Einstellungsgrundes und die Weiterführung des im November 2009
angehobenen Revisionsverfahrens. Die Verfügung vom 15. April 2011 ist somit als
Anpassungsverfügung zu qualifizieren. Die EL-Durchführungsstelle war gemäss obigen
Erwägungen nicht berechtigt, das Schreiben des Beschwerdeführers vom 7. Juli 2010
als Neugesuch um EL zu behandeln und in der Folge eine umfassende Neuprüfung
vorzunehmen. Sie hätte ausschliesslich eine Anpassung der zuletzt verfügten EL auf
der Grundlage der veränderten Wohnkosten sowie allfälligen anderen sich in der
Zwischenzeit ereigneten Sacherhaltsveränderungen vornehmen dürfen. Eine
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umfassende Sachverhaltsprüfung wie bei einer Neuanmeldung war jedoch vorliegend
nicht zulässig.
2.
Streitig ist zunächst die Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens
der Ehefrau des Beschwerdeführers von neu Fr. 35'844.-- bei der Berechnung der
jährlichen Ergänzungsleistung mit Wirkung ab 1. Juli 2010 (EL-act. 15-1, 16-1).
2.1 Die bis zum 28. Dezember 2009 ergangenen Verfügungen, welche der Ehefrau
des Beschwerdeführers bei der Berechnung seiner jährlichen Ergänzungsleistung ein
hypothetisches Erwerbseinkommen von Fr. 16'182.-- angerechnet haben, sind allesamt
unangefochten in Rechtskraft erwachsen. Dies, obwohl der jüngste Sohn B._,
geboren am 3. Januar 1994, bereits am 1. August 2009 seine Lehre als angetreten
hatte (EL-act. 32-1 f.) und spätestens ab diesem Zeitpunkt die Betreuungspflicht der
Ehefrau des Beschwerdeführers auch für das jüngste Kind weitgehend weggefallen
war. Daher hätte bereits mit Verfügung vom 5. August 2009 eine entsprechende
Anpassung des hypothetischen Erwerbseinkommens der Ehefrau erfolgen können, was
unterblieben ist (EL-act. 49-1). Erst mit der Anpassungsverfügung vom 15. April 2011
erfolgte die effektive Anrechnung eines - gegenüber der Verfügung vom 5. August 2009
- mehr als doppelt so hohen hypothetischen Erwerbseinkommens der Ehefrau bereits
per 1. Juli 2010 (EL-act. 6-4, 6-6). Es stellt sich die Frage, ob dieses Vorgehen der
Beschwerdegegnerin rechtmässig war.
2.2 Die jährliche Ergänzungsleistung ist eine Dauerleistung im Sinne von Art. 17
Abs. 2 ATSG, was bedeutet, dass sie – einmal rechtskräftig zugesprochen – von Amtes
wegen oder auf Gesuch hin erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben wird, wenn sich der
ihr zu Grunde liegende Sachverhalt nachträglich erheblich verändert hat. Solange sich
also die tatsächlichen Verhältnisse (und die Rechtslage) nach rechtskräftiger Zusprache
einer jährlichen Ergänzungsleistung nicht erheblich verändern, fällt eine
Leistungsanpassung gestützt auf Art. 17 Abs. 2 ATSG (eine allfällige Wiedererwägung
vorbehalten) – vornehmlich aus Gründen der Rechtssicherheit – ausser Betracht.
Nachdem die Beschwerdegegnerin die Anrechnung eines höheren hypothetischen
Erwerbseinkommens der Ehefrau im Rahmen der zuletzt erfolgten Leistungszusprache
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(Verfügung vom 5. August 2009, EL-act. 46-1) offenbar nicht geprüft hatte, hätte sie
demnach darauf lediglich bei entsprechender erheblicher Veränderung der
tatsächlichen Verhältnisse zurückkommen dürfen. Im Zeitpunkt, in dem die
Beschwerdegegnerin tatsächlich darauf zurückkam, nämlich am 15. April 2011, war
eine solche Veränderung aber nicht ausgewiesen. Die Beschwerdegegnerin legt nicht
dar, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse in Bezug auf die Person der Ehefrau des
Beschwerdeführers (wie etwa der Gesundheitszustand oder sonstige Faktoren mit
Einfluss auf die Erwerbsfähigkeit auf dem tatsächlichen Arbeitsmarkt) verändert haben.
Denselben Nachweis unterlässt sie in Bezug auf den massgebenden tatsächlichen
Arbeitsmarkt (wie etwa erheblicher Konjunkturanstieg oder relevantes Wachstum der
Nachfrage nach Arbeitnehmern in den in Frage kommenden Bereichen). Daher ist eine
Leistungsanpassung mit Verfügung vom 15. April 2011 gemäss Art. 17 Abs. 2 ATSG
ausser Betracht gefallen.
2.3 Ist eine laufende Ergänzungsleistung in Anwendung von Art. 17 Abs. 2 ATSG
infolge der Erhöhung des bisherigen angerechneten hypothetischen
Erwerbseinkommen des Ehepartners der versicherten Person herabzusetzen, so wird
die Herabsetzung in analoger Anwendung von Art. 25 Abs. 4 ELV erst sechs Monate
nach Zustellung der entsprechenden Verfügung wirksam. Diese Anordnung ist nicht
dahingehend zu verstehen, dass etwa in Abweichung von Art. 17 Abs. 2 ATSG
jederzeit, also auch ohne erhebliche Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse, ein
höheres hypothetisches Erwerbseinkommen angerechnet werden könne; vielmehr
enthält Art. 25 Abs. 4 ELV lediglich eine detaillierte Regelung bezüglich des Vorgehens
im Falle einer Anpassung gemäss Art. 17 Abs. 2 ATSG (vgl. hierzu den Entscheid
EL 2003/39 des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 15. Juni 2004).
Nach Treu und Glauben wäre es nicht angegangen, der Ehefrau des
Beschwerdeführers selbst bei nachträglicher erheblicher Veränderung der
tatsächlichen Verhältnisse direkt ab 1. Juli 2010 ein höheres hypothetisches
Erwerbseinkommen anzurechnen, eine Herabsetzung hätte frühestens sechs Monate
nach der Zustellung der Verfügung vom 15. April 2011 erfolgen können. Mithin hätte
die Ehefrau des Beschwerdeführers frühestens sechs Monate nach der Zustellung der
Verfügung vom 15. April 2011 ihre Erwerbstätigkeit ausdehnen bzw. damit rechnen
müssen, dass ihr hypothetisches Erwerbseinkommen erhöht würde. Somit ist dem
Beschwerdeführer in der Zeitspanne Juli 2010 bis Oktober 2011 bzw. vorliegend bis
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zum Erlass des angefochtenen Einspracheentscheids vom 27. September 2011
weiterhin das bisherige hypothetische Erwerbseinkommen seiner Ehefrau in der Höhe
von Fr. 16'182.-- anzurechnen. Frühestens ab November 2011, d.h. sechs Monate
nach der Verfügung vom 15. April 2011, könnte dem Beschwerdeführer ein höheres
hypothetisches Erwerbseinkommen seiner Ehefrau angerechnet werden. Die
Beschwerdegegnerin wird im Rahmen einer entsprechenden Anpassung allerdings
noch zu prüfen haben, ob die materiellen Voraussetzungen dafür und mithin für eine
Herabsetzung oder Einstellung der Ergänzungsleistungen erfüllt sind.
3.
Streitig ist im Weiteren die Höhe des anrechenbaren Einkommens von B._ ab 1. Juli
2010.
3.1 Kinder, die Anspruch auf eine Kinderrente der AHV oder der IV begründen und
deren anrechenbare Einnahmen die anerkannten Ausgaben erreichen oder übersteigen,
fallen nach Art. 9 Abs. 4 ELG bei der Berechnung der jährlichen Ergänzungsleistung
ausser Betracht. Als Einnahmen anzurechnen sind nach Art. 11 Abs. 1 lit. a ELG unter
anderem Erwerbseinkünfte in Geld oder Naturalien. Gemäss Art. 11a ELV wird das
jährliche Erwerbseinkommen ermittelt, indem vom Bruttoerwerbseinkommen die aus
gewiesenen Gewinnungskosten sowie die einkommensabhängigen obligatorischen
Sozialversicherungsbeiträge abgezogen werden.
3.2 Unbestritten ist vorliegend, dass der Lehrlingslohn von B._ bei der Berechnung
der jährlichen Ergänzungsleistung in Betracht gezogen und ein Abzug der
Gewinnungskosten vom Lehrlingslohn vorgenommen werden muss. B._ war im
Zeitpunkt des Einspracheentscheids 17 Jahre alt, war also nach Art. 3 Abs. 2 lit. a des
Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG; SR 831.10)
von der Leistung von obligatorischen Sozialversicherungsbeiträgen befreit. Somit bleibt
nur zu prüfen, in welcher Höhe abzugsfähige Gewinnungskosten anfallen. Als
Gewinnungskosten gelten grundsätzlich die unmittelbar zur Erzielung des rohen
Einkommens gemachten Aufwendungen. Es sind die Ausgaben, die die Erzielung des
Einkommens mit sich bringt und die sich unmittelbar aus einer Berufstätigkeit ergeben
(BGE 111 V 128).
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3.3 B._ begann im August 2009 seine Lehre (EL-act. 5-1 f.). Im ersten Lehrjahr,
welches vom 1. August 2009 bis 31. Juli 2010 dauerte, erzielte er ein
Monatseinkommen von Fr. 600.-- brutto (x13). Im zweiten Lehrjahr ab 1. August 2010
erzielte er ein Monatseinkommen von Fr. 750.-- brutto (x13). Im dritten Lehrjahr ab
1. August 2011 erzielte er ein Monatseinkommen von Fr. 1'000.-- (x13) (EL-act. 5-2).
Davon sind die Gewinnungskosten und der Freibetrag von Fr. 1'500.-- in Abzug zu
bringen. Vom Rest sind zwei Drittel anzurechnen (Art. 11 Abs. 1 lit. a ELG). Der
Beschwerdeführer lässt in der Beschwerde vom 28. Oktober 2011 geltend machen, es
seien Gewinnungskosten anzuerkennen für die Fahrkosten und auswärtige Verpflegung
von B._.
3.3.1 Abzugsberechtigt als Gewinnungskosten sind die notwendigen Kosten
für Fahrten zwischen Wohn- und Arbeitsstätte. Im Sinne der Schadenminderungspflicht
ist hier grundsätzlich die kostengünstigste Variante zu wählen, im Allgemeinen die
Kosten für den öffentlichen Verkehr (ERWIN CARIGIET/UWE KOCH,
Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, 2. Aufl. Zürich 2009, S. 141). Es ist festzustellen,
dass B._ von seinem Wohnort Mels (Schweiz) nach Schaan (Fürstentum
Liechtenstein) und zurück pendelt (vgl. Lehrvertrag, EL-act. 5-2). Mithin sind sowohl die
Kosten für ein Jahresabonnement (ohne Erfordernis eines Halbtaxabonnements) von
Fr. 702.-- (EL-act. 76) als auch der Zusatzbetrag für ein Jahresabonnement für den
grenzüberschreitenden Verkehr ins Fürstentum Liechtenstein von Fr. 160.-- (EL-act. 78)
als Gewinnungskosten anzurechnen.
3.3.2 Als weitere Gewinnungskosten sind in Anlehnung an die Regelung auf
Bundesebene die notwendigen Mehrkosten für Verpflegung ausserhalb der Wohnstätte
abzugsberechtigt. Da nur die Mehrkosten abzugsberechtigt sind, muss man von den
effektiven Kosten diejenigen abziehen, die auch zu Hause anfallen würden. Da sich die
Mehrkosten nicht mit einem verhältnismässigen Aufwand abklären lassen, werden
hierfür Pauschalen eingesetzt. Die Höhe richtet sich nach den Ansätzen von Art. 11
Abs. 2 der Verordnung über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVV; SR
831.101). Die Ansätze für das Mittagessen betragen gemäss Art. 11 Abs. 2 AHVV
mithin Fr. 10.--(vgl. ERWIN CARIGIET/UWE KOCH, a.a.O., S. 141; BGE 123 V 258 ff.).
Bei 25 Ferientagen pro Jahr (vgl. EL-act. 5-2) ergäbe sich folglich ein jährlicher
Höchstbetrag von Fr. 2'350.-- (Fr. 10.-- x 5 Tage x 47 Wochen).
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3.4 Die Beschwerdegegnerin hat somit die ab Juli 2010 angefallenen Fahr- und Ver
pflegungskosten als Gewinnungskosten vom Lehrlingslohn abzuziehen. Der
Nettobetrag ist gemäss EL-rechtlichen Bestimmungen zu den anrechenbaren
Einnahmen des Beschwerdeführers hinzuzurechnen.
4.
Streitig ist schliesslich die Berücksichtigung der Wohnkosten des Beschwerdeführers
ab 1. Juli 2010 (EL-act. 36-2 f.).
4.1 Die jährliche EL entspricht dem Betrag, um den die anerkannten Ausgaben die
anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 9 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung [ELG;
SR 831.30]). Die anerkannten Ausgaben und die anrechenbaren Einnahmen, worin in
bestimmtem Umfang auch das Vermögen einbezogen ist, werden nach den in
Art. 10 und 11 ELG sowie Art. 11 bis 18 der Verordnung über Ergänzungsleistungen
zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELV; SR 831.301) festgelegten
Bestimmungen ermittelt. Die relevanten Ausgaben und Einnahmen von Personen mit
rentenberechtigten Waisen oder mit Kindern, die einen Anspruch auf eine Kinderrente
der AHV oder IV begründen, werden zusammengerechnet (Art. 9 Abs. 2 ELG).
4.2 Zu den anerkannten Ausgaben zählen der Mietzins einer Wohnung und die damit
zusammenhängenden Nebenkosten, wobei sich der jährliche Höchstbetrag bei Allein
stehenden auf Fr. 13'200.--, bei Ehepaaren auf Fr. 15'000.-- beschränkt (Art. 10 Abs. 1
lit. b Ziff. 1 und 2 ELG). Wird eine Wohnung auch von Personen bewohnt, die nicht in
die EL-Berechnung eingeschlossen sind, ist der Mietzins auf die einzelnen Personen
aufzuteilen. Die Mietzinsanteile der nicht in die Berechnung eingeschlossenen
Personen werden bei der EL-Berechnung ausser Betracht gelassen (Art. 16c Abs. 1
ELV). Die Aufteilung hat grundsätzlich zu gleichen Teilen zu erfolgen (Art. 16c Abs. 2
ELV). Der Zweck der Mietzinsaufteilung liegt darin, die effektiven Wohnkosten der nicht
in die EL-Anspruchsberechnung einbezogenen Personen, die in derselben Wohnung
leben, auszuscheiden, damit die EL nicht auch für Mietanteile von nicht einbezogenen
Personen aufkommen müssen (vgl. die Erläuterungen des BSV zur Änderung der ELV
auf den 1. Januar 1998, in: AHI 1998 S. 27 ff.; BGE 127 V 10 Erw. 5d).
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4.3 Der Beschwerdeführer lebte seit dem 2. Mai 2010 als Mieter zusammen mit
seiner Ehegattin, seinen Söhnen B._, D._ und der Schwiegertochter und deren am
2. Februar 2010 geborenen Tochter im Mietshaus (EL-act. 36-2 f., 25-3). Aktenkundig
ist, dass Sohn C._ gemäss Wohnsitzbescheinigung vom 20. Dezember 2011 (act. G
5.2) seit 5. Juli 2010 nicht mehr in diesem Mietshaus wohnhaft ist. Gemäss EL-
Anmeldeformular des Beschwerdeführers war sein Sohn D._ am 21. September 2010
noch immer dort wohnhaft (EL-act. 25-3). Gemäss telefonischer Anfrage des Gerichts
beim Einwohneramt vom 29. Februar 2010 (act. G 9) wohnte D._ – wie der
Beschwerdeführer in der Replik richtig ausführte – nur bis am 15. Dezember 2010 an in
diesem Mietshaus. Daher muss D._ in die EL-Wohnkostenberechnung in der Zeit
vom 1. Juli 2010 bis 30. November 2010 noch einbezogen werden. Für die EL-
Berechnung ab Dezember 2010 darf er allerdings nicht mehr berücksichtigt werden.
4.4 Vom monatlichen Mietzins im Betrag von Fr. 1'200.-- (EL-act. 36-2) sind Fr. 150.--
als monatliche Garagen- sowie Parkplatzbenützung abzuziehen (EL-act. 30-3). Da die
Heizungs- und Warmwasserkosten gemäss Mietvertrag vom Mieter selber zu bezahlen
sind, erhöhen sich die Wohnkosten zudem um die Pauschale gemäss Art. 16b ELV von
Fr. 70.-- pro Monat. Anzurechnen an die Mietkosten ab 1. Juli 2010 ist daher der
Betrag von monatlich Fr. 1'120.--, jährlich Fr. 13'440.--. Die diesbezügliche
Berechnung der Beschwerdegegnerin erweist sich somit als korrekt.
4.5 Die Beschwerdegegnerin hat die Mietkosten nach Anzahl Köpfen gemäss Vor
gabe der Verordnung aufgeteilt und nur drei Siebtel der Mietkosten von insgesamt
Fr. 13'440.-- bei den Ausgaben berücksichtigt. Diese Aufteilung erscheint dem Gericht
nicht korrekt. Nach allgemeiner Lebenserfahrung braucht ein Säugling in seinem ersten
Lebensjahr nicht viel Platz bzw. kein eigenes Zimmer, so dass sich vom Zeitpunkt der
Geburt bis zur Vollendung des ersten Lebensjahrs des Kindes kaum etwas an der
Nutzungsaufteilung der Wohnung geändert haben wird. Entsprechend erweist sich in
der Zeit von 1. Juli 2010 bis zum Zeitpunkt des Auszuges von D._ anfangs Dezember
2010 eine Aufteilung der Wohnkosten nach Köpfen im Verhältnis 3:3
(Beschwerdeführer, seine Ehefrau sowie B._ einerseits und der Schwiegertochter
sowie seine Ehefrau und D._ andererseits) als angemessen. Als Wohnkosten sind
dem Beschwerdeführer somit in der Zeit vom 1. Juli 2010 bis 30. November 2010 die
Hälfte der Mietkosten und folglich mit Fr. 6'720.-- (1/2 von Fr. 13'440.--) anzurechnen.
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In der Zeit vom 1. Dezember 2010 bis 31. Januar 2011 ist sodann infolge Auszug von
D._ eine Aufteilung der Wohnkosten im Verhältnis von 3:2 vorzunehmen; die anzu
rechnenden Wohnkosten belaufen sich in dieser Zeitspanne somit auf Fr. 8'064.-- (3/5
von Fr. 13'440.--). Ab dem 2. Lebensjahr der Enkelin des Beschwerdeführers, d.h. ab
Februar 2011, erweist sich eine Aufteilung der Wohnkosten nach Köpfen wiederum im
Verhältnis 3:3 (Beschwerdeführer, seine Ehefrau sowie B._ einerseits und der
Schwiegertochter, seine Ehefrau und ihre Tochter andererseits) als angemessen. Als
Wohnkosten ist dem Beschwerdeführer ab 1. Februar 2011 somit wiederum die Hälfte
der Miete von Fr. 13'440.--, folglich Fr. 6'720.--, anzurechnen. Die
Beschwerdegegnerin hat entsprechend die Neuberechnung vorzunehmen.
5.
5.1 Gestützt auf vorstehenden Erwägungen ist der angefochtene
Einspracheentscheid vom 27. September 2011 aufzuheben und die Beschwerde
gutzuheissen. Die Sache ist an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese
den EL-Anspruch des Beschwerdeführers im Sinne der Erwägungen ab 1. Juli 2010
neu berechne.
5.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
5.3 Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Parteientschädigung, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen wird
(Art. 61 lit. g ATSG, vgl. auch Art. 98 VRP/SG, sGS 951.1). Angemessen scheint eine
Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht