Decision ID: 718d0517-2473-5ed3-91e9-affd7019b64e
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
A.a Der Verein A. _ nachfolgend: Beschwerdeführerin) ist ein poli-
tisch und konfessionell neutraler und wirtschaftlich ungebundener gemein-
nütziger Verein schweizerischen Rechts nach Art. 60 ff. ZGB. Er finanziert
sich über Mitgliederbeiträge, Spenden, sonstige Zuwendungen und andere
Einkünfte. Er hat gemäss seinen Statuten die Ziele, die sexuelle Gesund-
heit zu fördern und für die sexuellen Rechte einzustehen, mit geeigneten
Präventionsmassnahmen sexuell übertragbare Infektionen (STI; inkl. die
HIV-Infektion) zu verhindern, die Verbesserung der Lebensqualität, die
psychische und körperliche Gesundheit von Menschen mit STI (inkl. HIV
und Aids) und ihre Integration zu fördern, die Stigmatisierung und Diskrimi-
nierung von Menschen mit STI (inkl. HIV) zu verhindern und sich gegen die
Tabuisierung und Verdrängung von STI zu engagieren. Der Verein lässt
sich dabei von den anerkannten Grundsätzen der medizinischen Wissen-
schaften und medizinischer Ethik leiten (vgl. Statuten Art. 1, 2 und 17 der
Beschwerdeführerin, Beschwerdeakten Beilage 1 [nachfolgend: BBei-
lage]).
A.b Der Verein B. _ (nachfolgend: Beschwerdegegnerin, Verein o-
der Vereinigung) ist ein Verein schweizerischen Rechts nach Art. 60 ff.
ZBG mit dem prinzipiellen Zweck, die sexuelle und reproduktive Gesund-
heit in der Schweiz zu fördern, indem der Verein u. a. die Stiftung
C._ (nachfolgend Stiftung oder Stiftung C. _) bei deren Auf-
gaben und Projekten unterstützt (vgl. Statuten Art. 1, 4 Ziffer 1 und 2, BBei-
lage 2 S. 1).
A.c Die Beschwerdeführerin richtete am 9. März 2015 und am 16. April
2019 ein Gesuch um Vereinsaufnahme an die Beschwerdegegnerin (vgl.
BBeilage 3 und 5). Die Beschwerdegegnerin lehnte die Vereinsaufnahme
der Beschwerdeführerin jeweils durch Vorstandsbeschluss vom 28. April
2015 und vom 29. März 2019 ab (BBeilage 3-4; vgl. auch Ziff. 7 in fine des
Protokolls der Generalversammlung; B-act. 10 Beilage 2 S. 2). Sie bestä-
tigte gegenüber der Antragstellerin mit Schreiben vom 13. Mai 2019 ihre
Ablehnung der Aufnahme (BBeilage 4 und 6).
A.d Mit Schreiben vom 17. Juni 2019 forderte die Antragstellerin, nunmehr
vertreten durch Rechtsanwalt D. _, die Beschwerdegegnerin «letzt-
mals» auf, sie in den Verein aufzunehmen oder andernfalls eine anfecht-
bare Verfügung zu erlassen. Sie begründete dies damit, dass diese eine
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öffentliche Aufgabe wahrnehme und funktional als Teil der Bundesverwal-
tung zu betrachten sei, und damit deshalb grundrechtsgebunden sei (BBei-
lage 7).
A.e Mit Eingabe vom 4. September 2019 (Poststempel) erhob die Be-
schwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt D. _, Zürich,
und/oder Rechtsanwältin E. _, Zürich, beim Bundesverwaltungsge-
richt Rechtsverweigerungsbeschwerde und beantragte:
"1. Es sei festzustellen, dass die Beschwerdegegnerin der Beschwerdefüh-
rerin das Recht verweigert hat.
2. Es sei die Beschwerdegegnerin anzuweisen, über das Gesuch der Be-
schwerdeführerin um Aufnahme in die Beschwerdegegnerin mittels Ver-
fügung zu entscheiden.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich MwSt. zulasten der
Beschwerdegegnerin.".
Sie begründete ihre Beschwerde im Wesentlichen damit, dass der Be-
schwerdegegnerin öffentlich-rechtliche Aufgaben des Bundes einerseits
hinsichtlich Bekämpfung übertragbarer Krankheiten und andererseits hin-
sichtlich Betreibung eines Online-Verzeichnisses der Schwangerschafts-
beratungsstellen im Auftrag des Bundes übertragen worden sei und diese
deshalb zum Erlass einer Verfügung verpflichtet gewesen wäre. Die Be-
schwerdegegnerin sei dazu ersucht worden, habe aber keine Reaktion ge-
zeigt.
A.f Am 4. Oktober 2019 ging der eingeforderte Kostenvorschuss von
Fr. 3'000.– aufforderungsgemäss in der Gerichtskasse ein (Beschwerde-
akte 6 [nachfolgend: B-act.]).
A.g Am 5. November 2019 nahm die Beschwerdegegnerin zu Handen des
Bundesverwaltungsgerichts Stellung. Sie führte darin aus, es sei ein statu-
tenkonformer Entscheid des Vorstands gegen den Beitritt der Beschwer-
deführerin gefällt worden und letztere sei darüber informiert worden. Der
Verein B. _ sei ein privater Verein nach ZGB. Die von der Be-
schwerdeführerin erwähnten Verfügungen des Bundesamtes für Gesund-
heit seien mit der Stiftung C. _ geschlossen worden. Die Stiftung
sei die Trägerin des Vereins. Dieser verfüge über ein eigenes Budget, das
aus den Mitgliederbeiträgen bestehe (B-act. 10).
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A.h Am 4. Dezember 2019 nahm das angefragte Bundesamt für Gesund-
heit (BAG) aufforderungsgemäss Stellung. Es führte im Wesentlichen aus,
bei den genannten Subventionen an die Stiftung C. _ handle es
sich um Finanzhilfen und nicht um Abgeltungen. Die Stiftung C. _
nehme keine staatliche Aufgabe wahr und sei weder gemäss Art. 35 Abs. 2
BV an die Grundrechte gebunden noch befugt, gestützt auf das VwVG Ver-
fügungen zu erlasen. Sie sei auch in keiner Weise funktionaler Teil des
BAG. Hinsichtlich dem Verzeichnis der kantonal anerkannten Schwanger-
schaftsberatungsstellen sei das BAG verpflichtet, alljährlich ein Gesamt-
verzeichnis zu veröffentlichen. Es handle sich um eine eindeutige staatli-
che Aufgabe, die dem BAG zukomme. Die Stiftung C. _ erstelle das
Verzeichnis zu Handen des BAG und sei damit Erfüllungsgehilfe des BAG.
Beim Vertrag «Schwangerschaftsberatungsstellen» zwischen dem BAG
und der Stiftung C. _ handle es sich um einen Dienstleistungsver-
trag, nicht um einen öffentlich-rechtlichen Vertrag (B-act. 12 S. 2).
A.i Mit Zwischenverfügung vom 24. Januar 2020 wies das Bundesverwal-
tungsgericht das Sistierungsgesuch der Beschwerdeführerin vom 22. Ja-
nuar 2020 ab und gewährte ihr antragsgemäss eine Fristerstreckung zur
Einreichung von Schlussbemerkungen bzw. zu einem allfälligen Rückzug
der Beschwerde (B-act. 15).
A.j Am 17. Februar 2020 reichte die Beschwerdeführerin ihre Schlussbe-
merkungen ein und hielt an ihren Rechtsbegehren fest (B-act. 17).
A.k Mit prozessleitender Verfügung vom 19. Februar 2020 nahm und gab
das Bundesverwaltungsgericht Kenntnis davon, dass die Beschwerdegeg-
nerin innert der angesetzten Frist keine Schlussbemerkungen eingereicht
hatte, übermittelte ein Doppel der Schlussbemerkungen der Beschwerde-
führerin an die Beschwerdegegnerin zur Kenntnis und schloss den Schrif-
tenwechsel ab.
B.
Auf den weiteren Inhalt der Akten sowie der Rechtsschriften ist – soweit
erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen.
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Seite 5

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Gemäss Art. 31 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundes-
verwaltungsgericht (Verwaltungsgerichtsgesetz, VGG, SR 173.32) ist das
Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung von Beschwerden gegen Verfü-
gungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über
das Verwaltungsverfahren (Verwaltungsverfahrensgesetz, VwVG,
SR 172.021) zuständig. Gegen das unrechtmässige Verweigern oder Ver-
zögern einer anfechtbaren Verfügung kann – wie gegen die Verfügung
selbst – gestützt auf Art. 46a VwVG Beschwerde geführt werden. Zustän-
dig zur Beurteilung einer Rechtsverweigerungsbeschwerde ist jene Be-
hörde, die auch zur Beurteilung der unterbliebenen Verfügung zuständig
wäre (BVGE 2008/15 E. 3.1.1; Botschaft des Bundesrates zur Totalrevision
der Bundesrechtspflege vom 28. Februar 2001, BBl 2001 4408; vgl. auch
Urteil des BGer 2C_81/2009 vom 26. Mai 2009 E. 2.1).
2.
2.1 Das Verbot der Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung fliesst als
Teilgehalt aus der allgemeinen Verfahrensgarantie von Art. 29 Abs. 1 BV,
wonach jede Person vor Gerichts- und Verwaltungsinstanzen Anspruch auf
gleiche und gerechte Behandlung sowie auf Beurteilung innert
angemessener Frist hat (MARKUS MÜLLER/PETER BIERI, in:
Auer/Müller/Schindler; Kommentar zum Bundesgesetz über das
Verwaltungsverfahren [VwVG], 2. Aufl. 2019, Rz. 2 zu Art. 46a).
2.2 Anfechtungsobjekt einer Rechtsverweigerungsbeschwerde gemäss
Art. 46a VwVG ist nicht eine Verfügung im Sinne von Art. 5 VwVG, sondern
das unrechtmässige Verweigern einer Verfügung, was dem Erlass einer
anfechtbaren Verfügung gleichzusetzen ist (vgl MARKUS MÜLLER/PETER BI-
ERI, a.a.O., Rz. 20 zu Art. 46a; VPB 2001 Nr. 15 E. 2b). Eine Rechtsver-
weigerungsbeschwerde liegt somit vor, wenn eine Behörde ausdrücklich
ablehnt, eine Entscheidung zu treffen, obwohl sie dazu verpflichtet ist (vgl.
BGE 124 V 130 E. 4; BGE 142 II 451).
2.3 Der Rechtsmittelinstanz wird lediglich die prozedurale Frage vorgelegt,
ob und wenn ja inwieweit die ersehnte Verfügung unrechtmässig verwei-
gert wird (MARKUS MÜLLER/PETER BIERI, a.a.O., Rz. 4). Die Rechtsverwei-
gerungsbeschwerde ist gerade darauf ausgelegt, die Vorinstanz zu veran-
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lassen, über die bei ihr eingereichten Anträge zu befinden. Ihr kommt des-
halb keine Devolutivwirkung in der Sache zu; die Zuständigkeit in der An-
gelegenheit selber verbleibt bei der (angeblich säumigen) Instanz (Urteil
des BGer 2C_81/2009 vom 26. Mai 2009 E. 2.2.3 m.w.H.).
2.4 Rechtverweigerungsbeschwerden richten sich gegen den Nichterlass
einer anfechtbaren Verfügung. Die Beschwerdelegitimation setzt deshalb
voraus, dass bei der zuständigen Behörde zuvor ein Begehren um Erlass
einer Verfügung gestellt wurde und Anspruch darauf besteht. Ein Anspruch
ist anzunehmen, wenn die Behörde verpflichtet ist, in Verfügungsform zu
handeln und der betroffenen Person nach Art. 6 in Verbindung mit Art. 48
Abs. 1 VwVG Parteistellung zukommt (vgl. BVGE 2008/15 E. 3.2 m.w.H.).
3.
Vorliegend stellt sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt, es
handle sich bei der Beschwerdegegnerin um eine dezentrale Verwaltungs-
trägerin nach Art. 1 Abs. 2 lit. e VwVG, deren Verfügungen beim Bundes-
verwaltungsgericht gestützt auf Art. 33 lit. h VGG vom Bundesverwaltungs-
gericht überprüfbar seien (vgl. B-act. 1 S. 3). Demnach ist in formeller Hin-
sicht strittig und zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin eine Instanz oder
Organisation ausserhalb der Bundesverwaltung ist, die in Erfüllung ihr
übertragener öffentlich-rechtlicher Aufgaben des Bundes verfügen darf.
3.1 Gemäss Art. 1 Abs. 2 lit. e VwVG findet das Verwaltungsverfahrensge-
setz auf Instanzen und Organisationen ausserhalb der Bundesverwaltung
Anwendung, soweit sie in Erfüllung öffentlich-rechtlicher Aufgaben verfü-
gen (BGE 123 II 402 E. 2.a). Als staatliche Hoheitsakte ergehen Verfügun-
gen in Ausübung hoheitlicher Funktionen. Sie gehen regelmässig von
staatlichen Organen oder Behörden aus. Eine Ausnahme gilt nur dann,
wenn Private bzw. dezentralisierte Verwaltungsträger in gesetzmässiger
Weise damit betraut werden, hoheitlich zu handeln (BGE 135 II 38 E. 4.4).
3.2 Aufgrund des hoheitlichen und durchsetzbaren Charakters darf nicht
ohne weiteres von der Verfügungsbefugnis ausgegangen werden, sondern
eine solche bedarf einer genügenden gesetzlichen Grundlage. Mit der
Übertragung einer öffentlichen Aufgabe an eine verwaltungsexterne Ein-
heit sind die vom Übertragungsakt abgedeckten hoheitlichen Befugnisse
verbunden, die zur Erfüllung der übertragenen öffentlichen Aufgaben erfor-
derlich sind. Gleich wie die Verfügungsbefugnis bedarf auch die Übertra-
gung einer öffentlichen Aufgabe einer gesetzlichen Grundlage. Die Verfü-
gungsbefugnis reicht daher jedenfalls nur so weit, als wenigstens für die
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Übertragung der Aufgabe eine gesetzliche Grundlage vorliegt und diese
die Berechtigung zu einseitiger verbindlicher Regelung allfälliger Rechts-
verhältnisse mitenthält (BGer 2C_715/2008 vom 15. April 2009 E. 3.2
m.w.H.; siehe auch BGE 138 II 134 E. 5.1 zu den Verfügungen von priva-
ten Organisationen beim Vollzug des Landwirtschaftsgesetzes gestützt auf
Art. 180 in Verbindung mit Art. 166 Abs. 1 LWG).
3.3 Die Beschwerdeführerin stützt ihren Standpunkt auf die Tatsache, dass
die Stiftung nach Art. 50 EpG Finanzhilfen erhält (vgl. Beschwerde vom
4. September 2019 [B-act. 1 S. 5], Finanzhilfeverfügungen vom
24.02.2016 [BBeilage 11], vom 10.11.2017 [BBeilage 10], vom 6.03.2018
[BBeilage 9] und vom 21.11.2018 [BBeilage 8]). Demgegenüber vertritt die
Beschwerdegegnerin die Auffassung, dass nicht die Beschwerdegegnerin
selbst, sondern die Stiftung Adressatin der Finanzhilfeverfügungen sei (vgl.
Stellungnahme vom 17. Oktober 2019 [B-act. 10], Finanzhilfeverfügungen
vom 24.02.2016 [BBeilage 11], vom 10.11.2017 [BBeilage 10], vom
6.03.2018 [BBeilage 9] und vom 21.11.2018 [BBeilage 8]).
3.3.1 Im hier zu beurteilenden Fall richtete die Beschwerdeführerin ihr Ge-
such um Vereinsaufnahme an die Beschwerdegegnerin (BBeilage 4). Aus
der inneren Organisation der Beschwerdegegnerin (Verein) ergibt sich fol-
gendes: Die Stiftung ist gemäss Stellungnahme vom 5. November 2019
Trägerin des Vereins (vgl. B-act. 10 S. 1). An sie gingen die Finanzhilfen
des BAG zur Bekämpfung übertragbarer Krankheiten und Entschädigun-
gen zur Betreibung eines Online-Verzeichnisses der Schwangerschaftsbe-
ratungsstellen. Stiftung und Verein arbeiten gemäss den Vereinsstatuten
Hand in Hand zusammen (vgl. Art. 4 Ziff. 2 Vereinsstatuten: "Die Vereini-
gung fördert diese Prinzipien, indem sie die Stiftung bei deren Aufgaben
und Projekten unterstützt, sei es durch aktive Mitarbeit ihrer Mitglieder oder
bei Bedarf durch finanzielle Mittel.") und sind in organisatorischer Hinsicht
eng miteinander verflochten (Art. 8 Ziff. 4 Vereinsstatuten: Der/die Präsi-
dent/in der Vereinigung ist von Amtes wegen Mitglied des Stiftungsrates
und – gemäss Art. 7 Stiftungsstatuten – Vize-Präsident/in der Stiftung;
Art. 8 Ziff. 5 Vereinsstatuten bzw. Art. 13 Stiftungsstatuten: Alle Mitglieder
der Vereinigung bilden den Beirat der Stiftung). Gemäss dem eingereichten
Protokoll der Generalversammlung des Vereins (B-act. 10 Beilage 1) greift
der Verein zur Realisierung der vom BAG genannten Dienstleistungen auf
das Stiftungsbudget zu (Ziff. 5 des Protokolls) und gehen die Vereinsmit-
gliederbeiträge zu 80% an die Stiftung und zu 20% an den Verein. Schliess-
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lich ist der Vereinszweck mit dem Zweck der gleichnamigen Stiftung weit-
gehend identisch (vgl. Art. 4 der Statuten des Vereins und Art. 3 der Statu-
ten der Stiftung).
3.3.2 Damit ergibt sich – begrenzt auf die eingangs gestellte formelle Frage
der richtigen Vorinstanz gemäss Art. 33 lit. h VGG (s. hiervor E. 3) – zwar
eine Nähe zwischen der Beschwerdegegnerin und der Stiftung. Da dies im
Ergebnis nicht ausschlaggebend ist (s. E. 3.4-3.6; Art. 33 lit. h VGG; Art. 1
Abs. 2 lit. e VwVG), kann diese Frage vorliegend offenbleiben.
3.4 In den vorliegenden Finanzhilfeverfügungen wird jeweils ausgeführt,
mit den Finanzhilfen würden die Tätigkeiten der Gesuchstellerin (Stiftung)
in den Bereichen Information, Sensibilisierung, Prävention und Beratung
der Schweizer Bevölkerung sowie Koordination im Sinne des NPHS 2018-
2021 unterstützt. Es folgt damit keine Abgeltung von staatlichen Aufgaben
(vgl. dazu BGE 142 V 271 E. 7.3 in fine). Mit der Beitragsgewährung
verbinden sich für den Empfänger der Finanzhilfe nach den Grundsätzen
des Subventionsrechts lediglich bestimmte Pflichten: So ist die Stiftung und
allenfalls die Beschwerdegegnerin an den Beitragszweck gebunden und
verpflichtet, die mit der Finanzhilfe unterstützte Aufgabe zu erfüllen (vgl.
Art. 17 Abs. 3 und Art. 25 SuG; Stellungnahme des BAG vom 4.12.2019;
B-act. 12 S. 2). Somit wurde der Stiftung keine öffentliche Aufgabe im
Sinne von Art. 1 Abs. 2 lit. e VwVG übertragen. Die Stiftung nimmt
demzufolge keine staatliche Aufgabe wahr (Stellungnahme des BAG vom
4.12.2019; B-act. 12 S. 2). Eine Verfügungsbefugnis ist demnach nicht zu
prüfen.
3.5 Dem Vertrag vom 14. November 2018 ist zu entnehmen: Laut
Beschreibung der Ausgangslage hat das BAG die ihm obliegende Aufgabe
(Art. 3 Abs. 2 der Verordnung Schwangerschaftsberatungsstellen vom
12. Dezember 1983 [SR 857.51] als Mandat an die Stiftung vergeben
(BBeilage 12 S. 2). Es sei kein öffentlich-rechtlicher Vertrag, sondern ein
Dienstleistungsvertrag geschlossen worden (Stellungnahme des BAG vom
4.12.2019; B-act. 12 S. 2). Ferner enthält weder das Bundesgesetz über
die Schwangerschaftsberatungsstellen vom 9. Oktober 1981 (SR 857.5)
noch die entsprechende Verordnung vom 12. Dezember 1983 (SR 857.51)
eine Übertragung von öffentlichen Aufgaben an die Beschwerdegegnerin.
Mit Vertrag vom 14. November 2018 hat das BAG die Stiftung zur Erfüllung
ihrer öffentlichen Aufgaben beigezogen und die Stiftung agiert demzufolge
in administrativer Hilfstätigkeit in Bezug auf das Verzeichnis der
Schwangerschaftsberatungsstellen (vgl. Stellungnahme des BAG vom
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4.12.2019; B-act. 12 S. 3). Eine gesetzliche Grundlage für eine
Verfügungsbefugnis liegt weder im Bundesgesetz über die
Schwangerschaftsberatungsstellen noch in der entsprechenden
Verordnung vor (siehe E. 3.1 f.). Gegenteiliges wird von der
Beschwerdeführerin nicht behauptet.
3.6 Damit liegt keine gesetzliche Grundlage vor, die die Stiftung und allen-
falls die Beschwerdegegnerin damit betraut, hoheitlich zu handeln, und da-
mit eine Verfügungsbefugnis begründet.
3.7 Die Beschwerdegegnerin hat damit zu Recht keine anfechtbare Verfü-
gung erlassen, wie von der Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 16. Ap-
ril 2019 (BBeilage 5 S. 2) verlangt. Weder die Ablehnung vom 18. Mai 2015
(BBeilage 3) basierend auf dem Beschluss vom 28. April 2015 (BBei-
lage 3) noch die spätere Ablehnung vom 8. April 2019 (BBeilage 4) basie-
rend auf dem Beschluss vom 29. März 2019 (BBeilage 4) sowie das
Schreiben vom 13. Mai 2019 (BBeilage 6) noch eine allfällige, den Unter-
lagen aber nicht zu entnehmende Nichtbehandlung eines Beitrittsgesuchs
bzw. Mitgliedschaftsantrags stellen, mangels Hoheitsbefugnis der Be-
schwerdegegnerin, eine anfechtbare Verfügung im Sinne von Art. 5 VwVG
dar.
3.8 Demnach verkennt die Beschwerdeführerin, dass es sich weder bei der
Beschwerdegegnerin noch bei der Stiftung um eine solche in Art. 1 Abs. 2
lit. e VwVG erwähnte Verwaltungsträgerin ausserhalb der
Bundesverwaltung und damit um eine Vorinstanz des
Bundesverwaltungsgerichts gemäss Art. 33 lit. h VGG handelt. Entgegen
den Behauptungen der Beschwerdeführerin folgt daraus, dass die
Beschwerdegegnerin keinesfalls verfügen darf und ihre –
vereinsrechtlichen Beschlüsse – keineswegs Verfügungscharakter haben
und privatrechtlicher Natur sind. Insofern kann auch nicht wegen
Rechtsverweigerung Beschwerde geführt werden (Urteil des BGer
1B.207/2007 vom 16. November 2007 E. 1.1).
3.9 Auf die Beschwerde ist somit im einzelrichterlichen Verfahren nicht ein-
zutreten (Art. 23 Abs. 1 Bst. b VGG).
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4.
Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2’000.– sind der Beschwerde-
führerin aufzuerlegen, weil die Angelegenheit nicht ohne erheblichen Auf-
wand für das Gericht erledigt werden konnte (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m.
Art. 6 lit. a des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und
Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE,
SR 173.320.2] a contrario). Der geleistete Vorschuss in der Höhe von
Fr. 3'000.– ist mit den Verfahrenskosten zu verrechnen und die Restanz
von Fr. 1'000.– ist der Beschwerdeführerin zurückzuerstatten.
Bei diesem Verfahrensausgang ist der Beschwerdeführerin keine Partei-
entschädigung zuzusprechen (Art. 7 Abs. 1 VGKE a contrario). Auch die
obsiegende, nicht anwaltlich vertretene Beschwerdegegnerin hat keinen
Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 7 Abs. 1 und 3 VGKE).
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