Decision ID: 4419df06-8a39-455b-b1af-cf7218effcb4
Year: 2013
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
Schweizerischer Kinderspitex Verein,
Beschwerdeführer,
vertreten durch die Präsidentin
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
medizinische Massnahmen (A._; Tarif)
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Sachverhalt:
A.
A.a Die Eltern von A._ meldeten ihre Tochter am 21. März 2012 zum Bezug von IV-
Leistungen für Minderjährige an (act. G 7.1). Die IV-Stelle erteilte der Versicherten am
26. Juli 2012 Kostengutsprache für die Behandlung des Geburtsgebrechens Ziffer 497
(schwere respiratorische Adaptionsstörungen; act. G 7.12). In der Verordnung für die
Spitex-Behandlungspflege vom 31. Juli 2012 gab der Schweizerische Kinderspitex
Verein einen Aufwand von 22 Stunden pro Woche für Untersuchung und Behandlung
der Versicherten sowie von 50 Stunden für Abklärung und Beratung an (act. G 7.16;
vgl. auch act. G 7.27). Das Ostschweizer Kinderspital teilte der IV-Stelle am
16. Oktober 2012 mit, die Versicherte werde wegen des Geburtsgebrechens Ziffer 247
(Syndrom der hyalinen Membranen) behandelt (act. G 7.23). Mit Arztbericht vom
30. Oktober 2012 meldete das Ostschweizer Kinderspital auch das Geburtsgebrechen
Ziffer 321 (Anämien, Leukopenien und Thrombozytopenien des Neugeborenen) an (act.
G 7.26).
A.b Gestützt auf die RAD-Stellungnahme vom 11. Dezember 2012 (act. G 7.30) erteilte
die IV-Stelle am 12. Dezember 2012 Kostengutsprachen für die Behandlung des
Geburtsgebrechens Ziffer 247 für die Dauer vom 20. März 2012 bis 31. März 2014 (act.
G 7.33) und des Geburtsgebrechens Ziffer 321 (Anämie) für die Dauer vom 20. März bis
30. September 2012 (act. G 7.34).
A.c Nach Rücksprache mit dem RAD (vgl. Stellungnahme vom 9. Januar 2013, act.
G 7.39) stellte die IV-Stelle der Versicherten eine Kostengutsprache für Kinderspitex in
der Zeit vom 12. Juli 2012 bis 30. Juni 2013 im Umfang von höchstens 20 Minuten pro
Einsatz (Beurteilung Allgemeinzustand: 5 Minuten; Atemtherapie [Umgang mit
Aerosolapparat]: 15 Minuten) in Aussicht. Sämtliche Aufwände, die mit der Sonde im
Zusammenhang stünden, könnten nicht von der Invalidenversicherung übernommen
werden, da ein Zusammenhang mit einem Geburtsgebrechen fehle. Gemäss Aussage
des Ostschweizer Kinderspitals bestehe bei der Versicherten eine Trinkschwäche im
Zusammenhang mit dem Geburtsgebrechen Ziffer 494. Dieses sei jedoch nur bis zu
einem Gewicht von 3'000 Gramm gültig. Die Versicherte habe indessen
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erfreulicherweise bereits beim Spitalaustritt diese Grenze überschritten (act. G 7.41).
Am 28. Februar 2013 verfügte die IV-Stelle entsprechend dem Vorbescheid (act.
G 7.47).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 28. Februar 2013 (unbestrittener Posteingang beim
Schweizerischen Kinderspitex Verein: 27. Mai 2013; act. G 1, S. 2) hat der
Schweizerische Kinderspitex Verein (nachfolgend: Kinderspitex Verein) als
Durchführungsstelle am 26. Juni 2013 in eigenem Namen Beschwerde erhoben. Er
beantragt unter Kosten- und Entschädigungsfolge deren Aufhebung und sinngemäss
die Zusprache der gesetzlichen Leistungen. Es sei zudem festzustellen, dass für
Vorkehren, die eine medizinische Qualifikation erforderten, ein "Vollkosten-Tarif"
zugrunde zu legen sei. Die Verweigerung weiterer als die verfügten medizinischen
Massnahmen sei rechtswidrig. Das angerufene Rundschreiben Nr. 308 sei rechtswidrig
(act. G 1). In der ergänzenden Eingabe vom 30. September 2013 macht der
Kinderspitex Verein Ausführungen zur Beschwerdelegitimation. Er sei direkt berührt
und habe ein schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung oder Änderung der
angefochtenen Verfügung. Die medizinische Verantwortung der Behandlungspflege
liege nicht bei den Eltern, sondern bei ihm. Die Beschwerdegegnerin verfüge nicht den
ganzen ermittelten Pflegeaufwand, der durch das Personal mit medizinischer
Qualifikation geleistet werden müsse, sondern bringe den durch die Eltern freiwillig
geleisteten Anteil von Anfang an in Abzug. Diese um den Elternteil gekürzte Verfügung
berühre ihn direkt und bringe ihn in arge Bedrängnis, weil er nicht mehr reagieren
könne, wenn die Mutter ausfalle, aber reagieren müsse, weil die medizinische
Verantwortung seit Pflegebeginn an ihn übertragen worden sei. Bezüglich der Tariffrage
müsse er jede Verfügung anfechten, damit der verfügte Tarif nicht rechtskräftig werde
(act. G 4).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 7. November
2013, auf die Beschwerde sei mangels Legitimation nicht einzutreten. Für die
Überprüfung des anwendbaren Tarifs stehe dem Kinderspitex Verein die Klage ans
Schiedsgericht offen. Eine Beschwerde über die Anwendung des IV-Tarifs sei somit
nicht möglich. Dem Kinderspitex Verein als Durchführungsstelle fehle es im Übrigen an
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der Beschwerdelegitimation, da ihm kein schutzwürdiges Interesse zugebilligt werden
könne (act. G 7).
B.c Die Präsidentin orientiert die Parteien im Schreiben vom 12. November 2013, dass
das Gericht die Frage, ob auf die Beschwerde eingetreten werden könne, vorweg be
urteilen werde (act. G 8).

Erwägungen:
1.
Zunächst ist hinsichtlich der von Amtes wegen zu prüfenden
Sachurteilsvoraussetzungen die Frage zu klären, ob der Kinderspitex Verein im eigenen
Namen zur Beschwerde gegen die Verfügung vom 28. Februar 2013 legitimiert ist.
1.1 Gemäss Art. 59 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) ist zur Beschwerde berechtigt, wer durch
die angefochtene Verfügung berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren
Aufhebung oder Änderung hat.
1.2 Als schutzwürdiges Interesse im legitimationsrechtlichen Sinn von Art. 59 ATSG
gilt jedes praktische oder rechtliche Interesse, das eine von einer Verfügung betroffene
Person an deren Änderung oder Aufhebung geltend machen kann. Das schutzwürdige
Interesse besteht somit im praktischen Nutzen, den die Gutheissung der Beschwerde
dem Verfügungsadressaten verschaffen würde, oder - anders ausgedrückt - im
Umstand, einen Nachteil wirtschaftlicher, ideeller, materieller oder anderweitiger Natur
zu vermeiden, den die angefochtene Verfügung mit sich bringen würde. Das rechtliche
oder auch bloss tatsächliche Interesse braucht somit mit dem Interesse, das durch die
von der beschwerdeführenden Person als verletzt bezeichnete Norm geschützt wird,
nicht übereinzustimmen. Immerhin wird verlangt, dass die Person durch die
angefochtene Verfügung stärker als jedermann betroffen ist und in einer besonderen,
beachtenswerten, nahen Beziehung zur Streitsache steht (BGE 133 V 191 f. E. 4.3.1 mit
Hinweisen).
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1.3 Besondere Bedeutung kommt dem Legitimationserfordernis zu, wenn nicht der
Verfügungsadressat im materiellen Sinn, sondern eine Drittperson den Entscheid
anficht. In dieser Konstellation haben die Legitimationsanforderungen die Funktion, die
Popularbeschwerde auszuschliessen, weshalb bei der Bejahung der Legitimation zur
Drittbeschwerde Zurückhaltung geboten ist (BGE 133 V 192 E. 4.3.3 mit Hinweisen).
Personen, die nicht Adressaten der Verfügung sind, erfüllen die
Legitimationsvoraussetzungen nach Art. 59 ATSG, wenn sie kumulativ einerseits ein
tatsächliches Interesse, und andererseits eine hinreichende Beziehungsnähe bzw. eine
Betroffenheit von genügender Intensität aufweisen. Bei der Beurteilung dieser
Voraussetzungen wird danach unterschieden, ob das Rechtsmittel gegen eine den
Verfügungsadressaten begünstigende Verfügung gerichtet ist (Drittbeschwerde "contra
Adressat") oder ob es zu dessen Gunsten erhoben werden soll (Drittbeschwerde "pro
Adressat"; BGE 134 V 156 E. 5.1 mit Hinweisen).
2.
Aus der Verfügung vom 28. Februar 2013 ergibt sich (act. G 7.47) und es ist zwischen
den Parteien unbestritten, dass der Kinderspitex Verein nicht Adressat des
angefochtenen Leistungsentscheids ist. Bei der Beschwerde handelt es sich daher um
eine Drittbeschwerde, deren Gutheissung sich zugunsten der Versicherten auswirken
würde ("pro Adressat").
2.1 Der im Handelsregister eingetragene Kinderspitex Verein bezweckt die
spitalexterne Pflege kranker, behinderter und sterbender Kinder; individuelle
Pflegeentlastung von Familien, von Spitalpersonal und von Hausärzten durch
spezialisiertes Personal; Unterstützung von Organisationen und anderen an der Pflege
Beteiligten. Als Mittel stehen ihm Pflegeentschädigungen, Schenkungen,
Zuwendungen, Legate, Mitgliederbeiträge sowie Finanzerträge zur Verfügung (vgl.
Handelsregistereintrag, eingesehen am 20. November 2013).
2.2 Eine Legitimation Dritter zur Anfechtung "pro Adressat" kommt, wenn der Ver
fügungsadressat selbst kein Rechtsmittel ergreift, ausserhalb förmlicher gesetzlicher
Anerkennung nur in Betracht, wenn sie ein selbstständiges, eigenes
Rechtsschutzinteresse an der Beschwerdeführung für sich in Anspruch nehmen
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können (BGE 134 V 157 E. 5.3 mit Hinweisen auf die vor dem Inkrafttreten des
Bundesgerichtsgesetzes [BGG; SR 173.110] ergangene Rechtsprechung; vgl. auch
Matthias Suter, Der neue Rechtsschutz in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten vor
dem Bundesgericht, St. Gallen 2007, Rz 171 mit Hinweis; zur restriktiven Praxis siehe
ferner BSK BGG-Waldmann, 2. Auflage, Basel 2011, Art. 89 Rz 12; Ueli Kieser, ATSG-
Kommentar, 2. Auflage, Zürich 2009, Art. 59 Rz 27, der die strenge Rechtsprechung
befürwortet). Ohne weiteres bejaht werden die Legitimationsvoraussetzungen, wenn
der einen Anspruch verneinende Entscheid des verfügenden Versicherers unmittelbar
die prinzipielle Leistungspflicht des anfechtungswilligen Trägers begründet (BGE 134 V
157 E. 5.3.1 mit Hinweisen auf die vor Inkrafttreten des BGG ergangene
Rechtsprechung). Falls sich der anzufechtende Entscheid nicht auf die grundsätzliche
Leistungspflicht einer Drittperson auswirkt, diese jedoch in quantitativer Hinsicht
beeinflusst, ist für die Rechtsmittellegitimation über das daraus resultierende
wirtschaftliche Interesse hinaus erforderlich, dass der Drittperson aus der
angefochtenen Verfügung ein unmittelbarer Nachteil erwächst (BGE 134 V 157 E. 5.3.2
mit Hinweisen auf die vor Inkrafttreten des BGG ergangene Rechtsprechung; Suter,
a.a.O., Rz 147 mit Hinweisen). Es genügt nicht, wenn sie dem Verfügungsadressaten
aus irgendwelchen Gründen beistehen will, sondern der geltend gemachte Nachteil
muss sich unmittelbar für die Drittperson ergeben. Ein bloss wirtschaftliches Interesse
gilt für sich allein nicht als schutzwürdig (BGE 134 V 157 E. 5.3.2 mit Hinweisen auf die
vor Inkrafttreten des BGG ergangene Rechtsprechung). Das damalige Eidgenössische
Versicherungsgericht (EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des
Bundesgerichts) gelangte im Entscheid vom 26. Oktober 1978 zum Schluss, einer
Durchführungsstelle stehe aus eigenem Recht mangels schutzwürdigen Interesses
keine Beschwerdelegitimation hinsichtlich Eingliederungsmassnahmen für Versicherte
zu. Es könne nicht jedem beliebigen Gläubiger gestattet werden, die Rechte der
Versicherten in eigenem Namen geltend zu machen (ZAK 1979 S. 122 f., bestätigt in
BGE 114 V 97 E. 3b; siehe auch BGE 130 V 565 E. 3.5).
2.3 Das Versicherungsgericht hat in der bisherigen Rechtsprechung vereinzelt die
Legitimation eines Hilfsmittelherstellers in Fällen der Drittbeschwerde "pro Adressat"
gegen eine leistungsabweisende Verfügung bejaht, da dieser ein finanzielles Interesse
an deren Aufhebung oder Abänderung habe und stärker als jedermann betroffen sei
(Urteil des Versicherungsgerichts vom 16. November 2010, IV 2010/212, E. 1; vgl. auch
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Urteil des Versicherungsgerichts vom 20. August 2013, IV 2011/176, E. 1.1). Allerdings
setzte es sich nicht mit der vorstehend genannten Rechtsprechung oder Literatur (vgl.
vorstehende E. 2.2) bezüglich der restriktiven Legitimationserfordernisse für
Drittbeschwerden auseinander. Eine gefestigte, grundsätzliche Rechtsprechung des
Versicherungsgerichts in diesem Kontext besteht damit nicht. Aus den nachstehenden
Gründen ist die in den Urteilen IV 2010/2012 und IV 2011/176 vertretene Auffassung für
den vorliegend zu beurteilenden Sachverhalt nicht zu bestätigen.
2.4 Was den vom Kinderspitex Verein gerügten Tarif (act. G 4) anbelangt, so ist vorab
zu bemerken, dass in der angefochtenen Verfügung nicht über den monetären Umfang
der Kostengutsprache befunden wurde, sondern einzig über das Quantitativ und
Qualitativ der von der Kostengutsprache betroffenen Leistungen. Der bemängelte Tarif
bildet daher nicht Gegenstand der angefochtenen Verfügung, weshalb bereits aus
diesem Grund nicht auf die Beschwerde eingetreten werden kann und sich in diesem
Zusammenhang Weiterungen erübrigen. Ohnehin sind die IV-Stellen nicht befugt, ihre
rechtlichen Beziehungen zu den Leistungserbringern verfügungsweise zu regeln (Urteil
des EVG vom 4. April 2005, I 27/05, E. 2.1).
2.5 Hinsichtlich der Legitimationsfrage ist entscheidend, dass der Kinderspitex Verein
durch die angefochtene Verfügung bzw. durch die darin verweigerte Kostengutsprache
über den von der Beschwerdegegnerin anerkannten Kinderspitex-Anteil hinaus nicht
verpflichtet wird, auf eigene Kosten Leistungen zu erbringen. Er trägt ferner keine
subsidiäre Leistungspflicht, wenn die Invalidenversicherung Leistungsgesuche abweist.
Gegenteiliges wird denn auch nicht behauptet.
2.6 Der Kinderspitex Verein bringt vor, die medizinische Verantwortung für die
Behandlungspflege liege bei ihm und die Beschwerdegegnerin anerkenne nicht den
ganzen Pflegeaufwand. Der um den Elternanteil gekürzte Leistungsentscheid berühre
ihn direkt, weil er nicht mehr reagieren könne, wenn die Mutter ausfalle, aber reagieren
müsse, weil die medizinische Verantwortung seit Pflegebeginn an ihn übertragen
worden sei (act. G 4, S. 2).
2.6.1 Diesem Vorbringen ist entgegenzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin dem
Kinderspitex Verein weder eine medizinische Gesamtverantwortung übertragen noch
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eine entsprechende Vertrauensgrundlage geschaffen hat. Die Beschwerdegegnerin hat
dem Kinderspitex Verein als Leistungserbringer nur im Umfang der gewährten
Leistungszusprache eine Verantwortung übertragen.
2.6.2 Des Weiteren kann nicht gesagt werden, das Leistungsangebot des Kinderspitex
Vereins werde durch die angefochtene Verfügung begrenzt. Vielmehr steht es der
Versicherten bzw. deren Eltern frei, über den von der Beschwerdegegnerin
anerkannten Leistungsumfang hinaus Kinderspitex-Leistungen nachzufragen.
Allerdings fällt für diese Leistungen die Invalidenversicherung als Kostenträgerin ausser
Betracht. Das hindert den Kinderspitex Verein nicht, Ansprüche aus nicht von der
angefochtenen Kostengutsprache gedeckten Leistungen gegenüber der Versicherten
bzw. deren Eltern geltend zu machen, weshalb ihm aus der angefochtenen Verfügung
kein unmittelbarer Nachteil erwächst.
2.6.3 Zwar ist verständlich, dass der Kinderspitex Verein mit Blick auf das
Zahlungsausfallrisiko übriger in Frage kommender Kostenträger eine umfassende
Gläubigerschaft gegenüber der Invalidenversicherung bevorzugt. Dabei handelt es sich
indessen um ein reines Gläubigerinteresse, dass gemäss konstanter
bundesgerichtlicher Rechtsprechung für sich allein nicht geeignet ist, ein zureichendes
prozessuales Rechtsschutzinteresse zu begründen (ZAK 1979 S. 123, wo ebenfalls ein
von einer Durchführungsstelle erhobenes Rechtsmittel zu beurteilen war; BGE 130 V
565 E. 3.5 und 134 V 158 E. 5.3.2.3 sowie Urteil des EVG vom 11. Oktober 2004,
I 226/04, E. 3.5 mit Hinweisen).
2.6.4 Der Vollständigkeit halber ist zu erwähnen, dass für die vom Kinderspitex Verein
genannten Fälle (Ausfall der Mutter bei der Betreuung) wohl kein Leistungsanspruch im
Rahmen medizinischer Massnahmen gegenüber der Invalidenversicherung besteht.
Art. 14 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20)
setzt nämlich für eine Leistungspflicht voraus, dass die medizinische Massnahme
durch eine medizinische Fachperson und gerade nicht durch medizinische Laien
durchgeführt wird. Massgebend ist aber nicht allein die Qualifikation der die Pflege
leistenden Person, sondern die Qualität der Pflegeleistung. Diese ist nur dann eine
medizinische Massnahme im Sinn von Art. 13 f. IVG, wenn sie ihrer Natur nach nur von
einer medizinischen Hilfsperson erbracht werden darf, bzw. die Vorkehr grundsätzlich
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einer entsprechenden Berufsqualifikation bedarf, und wenn sie auch tatsächlich von
einer medizinischen Hilfsperson ausgeführt wird (vgl. Urteil des Versicherungsgerichts
vom 16. November 2012, IV 2011/268, E. 3). Es wird aber weder geltend gemacht noch
ist ersichtlich, dass die Mutter über entsprechende fachmedizinische Qualifikationen
verfügt. Die Kompensation eines Leistungsausfalls durch die Mutter könnte daher nicht
mit den von der angefochtenen Verfügung betroffenen Leistungen aus Art. 14 IVG
erfolgen.
2.7 An der fehlenden Legitimation ändert auch nichts, dass dem Kinderspitex Verein
als Durchführungsstelle aufgrund der angefochtenen Verfügung teilweise
Geschäftsmöglichkeiten entgehen könnten. Der Kinderspitex Verein hat aus eigenem
Recht nämlich keinen selbstständigen Anspruch auf die Erbringung von Leistungen
gegenüber der Versicherten zulasten der Invalidenversicherung, zumal vorliegend auch
eine von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Zusicherung für eine weitergehende
Leistungserbringung fehlt. Vielmehr bestimmt sich der Entschädigungsanspruch des
Kinderspitex Vereins gegenüber der Invalidenversicherung einzig mittelbar nach der
von dieser zugunsten der Versicherten getroffenen Leistungszusprache. Der blosse
Umstand, dass der angefochtene Leistungsentscheid Rückwirkungen auf den
Kinderspitex Verein zeitigt, vermag allein nicht zu genügen, um für diesen ein
schutzwürdiges Interesse an der Anfechtung des Leistungsentscheids zu begründen.
Denn bei diesen (Reflex-)Wirkungen handelt es sich um blosse mittelbare, faktische
Interessen an der Aufhebung oder Änderung der Verfügung, die im Fall der
Drittbeschwerde "pro Adressat" keine Beschwerdelegitimation begründen (vgl. ZAK
1979 S. 122 f. sowie die in vorstehender E. 2.2 dargestellte Rechtslage).
2.8 Soweit der Kinderspitex Verein vorbringt, die Beschwerdegegnerin und das
Bundesamt für Sozialversicherungen liessen die in der ganzen Schweiz eingeführte und
"vom Gesetz abgestützte" Pflegefinanzierung unbeachtet (act. G 4), übersieht er, dass
das blosse öffentliche Interesse an der richtigen Durchführung des Rechts nicht
genügt, um die Legitimation zur Drittbeschwerde "pro Adressat" gegen die Verfügung
vom 28. Februar 2013 bejahen zu können (BGE 127 V 83 E. 3a/bb sowie Urteil des
EVG vom 14. Oktober 2004, C 12/04, E. 5.2).
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2.9 Schliesslich erscheint die Bejahung einer Rechtsmittellegitimation von
Durchführungsstellen im Bereich der Invalidenversicherung auch mit Blick auf die damit
verbundenen Parteirechte, etwa bezüglich Akteneinsicht, nicht unproblematisch. So
weisen die mit Beurteilungen von invalidenversicherungsrechtlichen Leistungen
verbundenen Untersuchungen und Ergebnisse ein hohes Mass an
persönlichkeitsrechtlicher Sensibilität und Relevanz auf. Falls eine Relativierung des
persönlichkeitsschutzrechtlichen Gesichtspunkts zugunsten anderer Interessen als
angezeigt erschiene, wäre es Sache des Gesetz- oder allenfalls Verordnungsgebers,
die Rechtsgrundlagen entsprechend auszugestalten (vgl. Urteil des EVG vom
11. Oktober 2004, I 226/04, E. 4.4, worin die Rechtsmittellegitimation eines
Arbeitgebers zu beurteilen war).
2.10 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es dem Kinderspitex Verein an einem
selbstständigen, eigenen Rechtsschutzinteresse an der Beschwerdeführung fehlt. Eine
Beschwerdelegitimation ist daher zu verneinen und auf die Beschwerde nicht
einzutreten (zumal die Verfügungsadressatin vorliegend auf die Erhebung eines
Rechtsmittels gegen die Verfügung vom 28. Februar 2013 verzichtete). Bei diesem
Ergebnis kann offen bleiben, ob der Kinderspitex Verein allein durch die Präsidentin,
die (lediglich) über eine Kollektivzeichnungsberechtigung zu zweien verfügt, im
vorliegenden Beschwerdeverfahren vertreten werden kann.
3.
3.1 Nach dem Gesagten ist auf die Beschwerde vom 26. Juni 2013 nicht einzutreten.
Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im
Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine
Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Ange
legenheit als angemessen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind sie
vollumfänglich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Der von ihm geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihm daran anzurechnen. Ausgangsgemäss fällt ein
Anspruch auf eine Parteientschädigung ausser Betracht.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39