Decision ID: 33e90a81-06d9-4b0d-9e89-06084336fe1c
Year: 2010
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
L._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Kurt Gemperli, advokatur am brühl,
Scheffelstrasse 2, 9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
IV-Leistungen
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Sachverhalt:
A.
A.a Die 1965 geborene L._ meldete sich am 21./26. September 2006 zum Bezug
von Leistungen der Invalidenversicherung an und beantragte namentlich
Berufsberatung und Umschulung. Sie habe in ihrer Heimat die Grundschule besucht
und eine Lehre als Verkäuferin gemacht und sei im Jahr 2000 in die Schweiz
gekommen. Seit Juni 2005 leide sie an Rücken- und psychischen Beschwerden.
A.b Der Arbeitgeberbescheinigung vom 29. September 2006 (samt Beilagen) ist zu
entnehmen, dass die Versicherte von September 2004 bis Juni 2005 in einer
D._fabrik tätig gewesen war und selbst gekündigt hatte. Zuvor war sie gemäss einer
Bescheinigung vom 23. Oktober 2006 während etwa eines Monats (Juni/Juli 2004) in
einer Pizzeria tätig gewesen. Danach war sie gemäss einer Arbeitgeberbescheinigung
vom 6. Oktober 2006 ab Juli 2005 wiederum in einer Pizzeria angestellt gewesen
(letzter Arbeitstag 12. September 2005).
A.c Dr. med. A._, FMH Allgemeine Medizin, gab in seinem Arztbericht vom
17. Oktober 2006 (act. 12) folgende Diagnosen an: Chronisches lumbovertebrogenes
und lumboradikuläres Schmerzsyndrom beidseits linksbetont bei medianer Diskus
protrusion L4/5 und medianer Diskusprotrusion sowie leichter Spondylolisthesis L5/S1,
sowie Depression mit Anpassungsstörung. Die Versicherte sei (als Küchengehilfin) seit
dem 16. September 2005 bis auf weiteres voll arbeitsunfähig. Sie sei während eines
Monats mit gewissem Erfolg in einer stationären Therapie in der Klinik Valens gewesen.
Bei Weiterführung der medizinischen Trainingstherapie und regelmässiger
psychiatrischer Behandlung sei mit einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit in den
nächsten Monaten zu rechnen. Jede den Rücken nicht belastende Tätigkeit scheine
sofort (zu einem höheren Prozentsatz) durchführbar zu sein; je nach Tätigkeit rasch
sogar zu 100 %. Die Versicherte sei auch sehr gewillt (und dazu ausreichend
intelligent), eine Umschulung durchzuführen. - Dem Bericht der Klinik Valens vom
14. August 2006 (act. 12-5 bis 10/21) ist zu entnehmen, dass die Versicherte ein
chronisches lumbospondylogenes Syndrom, linksbetont, seit 06/2005, und eine
mittelgradige depressive Episode mit Somatisierung aufweise. Aufgrund der
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psychiatrischen Diagnose sei die Versicherte zu 50 % arbeitsunfähig. Ein Arbeitsplatz
sollte eine leichte, wechselbelastende Arbeit mit einem interessanten intellektuellen
Anforderungsprofil beinhalten. Die Klinik für Neurochirurgie am Kantonsspital St. Gallen
hatte am 23. März 2006 (act. 12-19 f./21) davon berichtet, dass die Versicherte unter
sehr ausgeprägten diffusen Schmerzen leide, die nicht einem Dermatom zugeordnet
werden könnten. Die klinische Untersuchung deute auf klare Überlagerungszeichen.
Eine vertebro-spinale Kernspintomographie (Th10 - S2) vom 24. April 2006
(act. 12-21/21) ergab im Wesentlichen eine degenerative Diskopathie L4/L5,
Osteochondrosen L5/S1; eine medial rechtsseitige flache Diskushernie L4/L5; bei
deutlichen Spondylarthrosen und einer breitflächigen Diskushernie L5/S1 komme es
beidseits zu einer neuroforaminalen Stenose, aber ohne Nachweis einer
Wurzelkompression; in sämtlichen Segmenten bestünden flüssigkeitsgefüllte
Kleingelenke; insgesamt ohne Nachweis einer Kompression nervaler Strukturen.
A.d Dr. med. B._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, gab im
Arztbericht vom 15. November 2006 (act. 17) bekannt, es bestünden eine
Anpassungsstörung und eine längere depressive Reaktion seit ca. Frühjahr 2005 bei
chronischem lumbospondylogenem Schmerzsyndrom. Seit September 2005 sei die
Versicherte zu 100 % arbeitsunfähig. Seit Februar 2006 stehe sie in seiner Behandlung.
Sie sei schmerzbedingt nicht in der Lage, Arbeit im Stehen und mit Körpereinsatz zu
verrichten. Psychisch träten die depressiven Beschwerden hinzu, vor allem eine innere
Unruhe, eine Störung der Vitalgefühle und Insuffizienzgefühle, die sich dysfunktionell
und weiter schwächend auf die Tätigkeit auswirkten. Leichte wechselbelastende
Tätigkeiten möglichst mit einer interessanten intellektuellen Anforderung seien der
Versicherten für vier Stunden täglich zumutbar. Dabei bestehe eine
Leistungsminderung von 50 %.
A.e Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der Invalidenversicherung empfahl am
20. Februar 2007 eine MEDAS-Begutachtung. Am 2. Juli 2007 wurde ein Gutachten in
Auftrag gegeben.
A.f Dr. med. C._, Innere Medizin/Rheumatologie FMH, hatte Dr. A._ am
27. Februar 2007 (act. 39-21 bis 24/40) mitgeteilt, es lägen ein eher leichtes
lumbospondylogenes Syndrom beidseits, generalisierte Muskel- und
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Gelenksschmerzen (DD Somatisierungsstörung, beginnende entzündlich-rheumatische
Erkrankung) mit fraglicher leichter Arthritis des linken Ellbogens, eine Depression
(Somatisierungsstörung anamnestisch) sowie ein St. n. rezidivierender Gastritis vor. Er
empfehle unter Umständen einen dreitägigen Steroidversuch. Auch die Depression und
eine allfällige Somatisierungsstörung hätten sicherlich einen nicht unwesentlichen
Einfluss auf das Beschwerdebild.
A.g Im Gutachten vom 8. Januar 2008 (act. 39-1 bis 19/40) benannte das Ärztliche
Begutachtungsinstitut ABI, Basel, als (Haupt-) Diagnosen:
1. Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte bis mittelgradige Episode
2. Anhaltende somatoforme Schmerzstörung
- zunehmende Schmerzausbreitung, aktuell klinisch und labortechnisch kein
Hinweis für entzündlich rheumatische Erkrankung
3. Chronisches therapieresistentes lumbospondylogenes Schmerzsyndrom, bilateral
linksbetont
- myostatische Insuffizienz mit entsprechenden musculo-ligamentären
Überlastungsreaktionen im Lenden-/Becken-/Hüftbereich
- radiologisch Osteochondrose L5/S1
- degenerative Diskopathie L4/5, Osteochondrose L5/S1, breitflächige Diskushernie
L5/S1 mit neuroforaminaler Stenose ohne Nachweis einer Wurzelkompression (MRI
4/06)
- keine radikuläre Symptomatik
4. Chronisches zervikozephales Schmerzsyndrom
- Dysbalancen der Schultergürtelmuskulatur
- kein Hinweis für radikuläre Symptomatik
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Aufgrund der objektivierbaren rheumatologischen Befunde seien der Versicherten
schwere Tätigkeiten nicht mehr zumutbar. Für leichte bis intermittierend mittelschwere,
wechselbelastende Tätigkeiten bestehe aus rheumatologischer Sicht volle
Arbeitsfähigkeit. Die radiologisch dokumentierten Veränderungen erklärten nicht das
ganze Schmerzausmass. Als Ursache für das verstärkte Schmerzerleben sei bei der
psychiatrischen Untersuchung eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung
festgestellt worden. Diese werde durch die gleichzeitig bestehende depressive Episode
verstärkend beeinflusst. Aufgrund dieser psychischen Komorbidität sei die
Arbeitsfähigkeit für jegliche Tätigkeiten um 30 % vermindert. Polydisziplinär betrachtet
bestehe für eine leichte bis intermittierend mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeit
eine Arbeitsfähigkeit von 70 %. Die Leistungsfähigkeit sei am besten verwertbar in
einem Pensum von zweimal drei Stunden pro Tag. Berufliche Massnahmen könnten
erst durchgeführt werden, wenn die Versicherte nach einer Stabilisierung des
psychischen Leidens hierzu die Motivation aufbringen könne.
A.h Der RAD hielt am 8. Februar 2008 (act. 40) unter anderem dafür, in einer
angepassten Tätigkeit habe von Juni 2006 bis Januar 2008 eine Arbeitsfähigkeit von
50 %, danach von 70 % bestanden.
A.i In einem Fragebogen vom 13. März 2008 erklärte die Versicherte, sie sei nicht
fähig, eine leichte, wechselbelastende Tätigkeit anzunehmen. Ihr Gesundheitszustand
habe sich verschlechtert. Eine neue Krankheit sei dazugekommen (Blasenoperation).
A.j Die IV-Eingliederungsberatung gab am 14. April 2008 (act. 47) bekannt, eine
aktive Arbeitsvermittlung sei nicht möglich.
A.k Am 22. April 2008 teilte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons
St. Gallen der Versicherten mit, Arbeitsvermittlung sei nicht möglich; diese werde
abgeschlossen. Da sie sich nicht in der Lage fühle, zu arbeiten, seien weder die
Voraussetzungen für ein Arbeitstraining noch für eine berufliche Abklärung oder für
Arbeitsvermittlung gegeben.
A.l Mit Vorbescheid vom 23. April 2008 (act. 51 f.) stellte die IV-Stelle der
Versicherten eine Abweisung ihres Rentengesuchs in Aussicht. Der Invaliditätsgrad
mache 30 % aus (Valideneinkommen Fr. 50'881.--, Invalideneinkommen Fr. 35'616.--).
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A.m Die Versicherte liess am 15. Mai 2008 (act. 59) unter Berufung auf Arztzeugnisse
von Dr. A._ und Dr. B._ einwenden, sie sei weiterhin zu 100 % arbeitsunfähig.
A.n Mit einer Stellungnahme vom 16. Juni 2008 (act. 65) liess die Versicherte
ergänzend die Gewährung der gesetzlichen Leistungen, namentlich einer
Invalidenrente, beantragen, ausserdem die unentgeltliche Rechtsverbeiständung. Sie
habe den Willen, sich anzupassen, bewiesen. Leider habe ihre Psyche nicht
mitgemacht, so dass ihr im Gutachten eine ungünstige Prognose auch für die
Eingliederung in eine leichte Tätigkeit gestellt worden sei. Weil der ABI-Psychiater der
Meinung gewesen sei, eine Berentung werde sich ungünstig auf den Krankheitsverlauf
auswirken, habe er die Arbeitsunfähigkeit nicht entsprechend den Vorberichten auf
50 %, sondern lediglich auf 30 % festgesetzt, und zwar entgegen diesen Vorberichten
rückwirkend ab Krankheitsbeginn. Der RAD habe das korrigiert. Es sei ausserdem nicht
seriös, wenn ein Gutachter Motive therapeutischer Art der Feststellung des
medizinischen Sachverhalts voranstelle. Zur therapeutischen Situation sei der
behandelnde Psychiater zu hören, von welchem ein Bericht nachgereicht werde. Der
Untersuch im ABI sei nur wenige Tage nach ihrer ersten Blasenoperation erfolgt, als sie
noch Schmerzen gehabt habe, die fehlinterpretiert worden sein könnten. Die
pathologischen Laborwerte seien mit der Operation erklärt worden, ohne einen
Zusammenhang zu verifizieren. Ferner sei die psychiatrische Begutachtung mangelhaft
ausgefallen. Das Gespräch habe lediglich 20 bis 30 Minuten gedauert, was
ungenügend sei. Sie könne nur mässig gut Deutsch, wie es auch Dr. C._ festgehalten
habe, und nicht gut, wie der Gutachter festgehalten habe. Eine oberflächliche
Auseinandersetzung habe diesem offenbar genügt. Im Zusammenhang mit dem Suizid
ihres ersten Ehemannes und der zweiten Eheschliessung seien Verständnisfehler
aufgetreten. Sie habe sich bei der Untersuchung denn auch arrogant behandelt gefühlt.
Es sei des weiteren zu fragen, ob die Diagnosekriterien (depressive Störung)
festgestellt oder ein Ergebnis herbeigeschrieben worden sei. Mittlerweile habe sie sich
einer dritten Blasenoperation unterzogen. Im Übrigen wäre ein Abzug vom Tabellenlohn
vorzunehmen. Gemäss der RAD-Stellungnahme wäre zumindest ein Rentenanspruch
bis April 2008 begründet.
A.o Am 26. Juni 2008 (act. 70) reichte der Rechtsvertreter der Versicherten die
angekündigten Arztberichte von Dr. A._ vom 16. Juni 2008 und von Dr. B._ vom
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25. Juni 2008 ein. Dr. A._ habe festgestellt, dass die Urologen die Arbeitsfähigkeit
der Versicherten als teilweise eingeschränkt beurteilten. Im Übrigen schliesse er sich
Dr. C._ an und halte fest, die Arbeitsfähigkeit betrage somatisch betrachtet 50 %. Die
lediglich auf einer oberflächlichen Momentaufnahme basierenden Schlussfolgerungen
des Gutachters hielten vor der Beurteilung des behandelnden Psychiaters nicht stand.
Es wäre für den Gutachter unerlässlich gewesen, den klinischen Verlauf im Alltag zu
kennen, und er hätte sich diese nötigen Informationen vor der Beurteilung beschaffen
müssen. - Dr. A._ hatte dem Rechtsvertreter der Versicherten am 16. Juni 2008
(act. 70-3/6) berichtet, bezüglich der somatischen Beschwerden sei dem Bericht von
Dr. C._ vom Februar bzw. Dezember 2007 wenig entgegenzusetzen. Dr. C._
beschreibe diverse somatische Probleme, sei aber der Meinung, dass die
Arbeitsfähigkeit durch die massive psychische Überlagerung mit Depression und
Somatisierungsstörung eingeschränkt sei. Auch von urologischer Seite sei höchstens
eine teilweise Einschränkung der Arbeitsfähigkeit gegeben. Rein somatisch gesehen
wäre wahrscheinlich eine Arbeitsfähigkeit von 50 % in einer adaptierten Tätigkeit
machbar; ergänzend sei die psychische Seite zu beurteilen. Dr. B._ hatte dem
Rechtsvertreter der Versicherten am 25. Juni 2008 (act. 70-4 f./6) berichtet, das
Gutachten stütze sich wesentlich auf den klinischen Eindruck zum Zeitpunkt der
Untersuchung im Januar 2008. Der klinische Verlauf im Alltag lasse sich auf diese
Weise nicht berücksichtigen. Aus der Warte des seit Februar 2006 Behandelnden
könne er sich der Beurteilung des Gutachters nicht anschliessen. Es müssten die
tieferliegenden psychodynamischen Abläufe des Beschwerdebildes als
Diagnosekriterien berücksichtigt werden. Komorbide und die Schmerzverarbeitung
bestimmende Faktoren in Form eines depressiven und eines somatoformen Ablaufs
träten hinzu. Es seien eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig
medikamentös teilkompensierte und therapieresistente mittelgradige bis schwere
depressive Episode, eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung und ein
chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom zu diagnostizieren. Die
Arbeitsfähigkeit liege bei maximal 40 % (3.5 Stunden pro Tag) für eine leichte Tätigkeit,
in welcher ausreichend Pausen eingelegt werden könnten. Die Versicherte unterliege
einer ihr bisher zu wenig zugänglichen, ungenügenden Bewältigungsstrategie. Die
aktive und tüchtige Arbeitshaltung sei ihr eine Quelle für ein positives
Selbstwertempfinden gewesen. Der Schmerz und die Leistungseinbusse stellten für sie
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ein Versagen dar, und damit ein Signal für Gefahr, weshalb sie nicht integriert werden
könnten. Stattdessen überspiele die Versicherte den Schmerz nach aussen und
verstärke das Empfinden innerlich somatoform. Durch den dadurch bewirkten
unlösbaren Konflikt überfordere sie ihre Belastbarkeit ständig. Das möge die
Verschlechterung des Gesundheitszustandes der kooperativen Versicherten mit
verschärfter Ungeduld und latenter Suizidalität trotz Behandlung erklären.
A.p Der RAD setzte sich am 11. August 2008 (act. 71) mit den Einwänden
auseinander. Der psychische Befund könne sich durchaus geändert haben. In der
spezialisierten Klinik Valens habe die Versicherte vier Wochen lang stationär
beobachtet werden können. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung der Klinik mit 50 % leuchte
eher ein als jene von Dr. B._ für die gleiche Zeit (vier Stunden pro Tag mit halber
Leistungsfähigkeit). Das psychiatrische Gutachten habe im November 2007 eine
Arbeitsfähigkeit von 70 % festgestellt, Dr. B._ im Juni 2008 eine solche von maximal
40 %. Auch Dr. B._ sei demnach von einer zwischenzeitlichen Steigerung
ausgegangen. Die prognostische Beurteilung einer möglichen Berentung gehöre zur
Begutachtung. Aus dem Umstand, dass die Versicherte nur mässig gut Deutsch könne,
lasse sich nicht ableiten, die Sprachkenntnisse hätten nicht ausgereicht.
Kommunikationsstörungen seien auch bei Beherrschung der Sprache nicht selten.
Hinweise auf eine Verschlechterung seit dem Gutachten bestünden nicht. Die beiden
Laborwerte, die sich nicht im Referenzbereich befunden hätten, hätten nicht auf eine
Erkrankung hingewiesen, die Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe. Eine weitergehende
Diagnostik sei entbehrlich. Für eine körperlich adaptierte Tätigkeit bestehe gemäss
dem Gutachten ab 8. Januar 2008 eine Arbeitsfähigkeit von 70 %. Es sei ein Bericht
des Urologen einzuholen.
A.q In der Folge wurde ein Arztbericht bei der Klinik für Urologie am Kantonsspital
St. Gallen eingeholt. Dem Bericht vom 3. September 2008 ist zu entnehmen, dass es
keine urologischen, die Arbeitsfähigkeit einschränkenden Diagnosen gebe. Es bestehe
eine Stressinkontinenz Grad I, derentwegen es nötig sei, dass die Versicherte bei der
Arbeit ein WC in der Nähe habe und genügend Pausen machen könne.
A.r Mit Verfügung vom 16. Oktober 2008 (act. 76) wies die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen das Gesuch um eine Rente
bei einem Invaliditätsgrad von 30 % ab.
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B.
Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur. Kurt Gemperli für die
Betroffene am 20. November 2008 erhobene Beschwerde. Der Rechtsvertreter
beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es seien der
Beschwerdeführerin die gesetzlichen Leistungen, namentlich eine Invalidenrente,
zuzusprechen, ausserdem sei ihr die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren. Die
Stellungnahme der RAD-Ärztin ohne Facharzttitel vermöge die Einwendungen,
insbesondere die Ausführungen von Dr. B._, nicht zu entkräften. - In der
Beschwerdebegründung vom 6. Januar 2009 legt der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin dar, der begutachtende Psychiater habe seine Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit entgegen diversen echtzeitlichen höheren
Arbeitsunfähigkeitsschätzungen anderer Ärzte auf eine bis zu nicht weniger als
27 Monate zurückliegende Zeit zurückbezogen. Der RAD sei darüber mit einem
Federstrich hinweggegangen. Ein Gutachter, der sich nicht Rechenschaft über die
Grenzen dessen gebe, was er beurteilen könne, sei nicht brauchbar. Ein Gutachten
müsse einleuchtend und nachvollziehbar begründet sein. Je mehr ein Gutachten von
diesen Standards abweiche, desto kleiner sei sein Beweiswert. Es handle sich somit
nicht nur um einen Fehler, sondern um ein Indiz gegen den Beweiswert des ganzen
Gutachtens. Die Untersuchung habe mit 20 bis 30 Minuten zu wenig lange gedauert.
Der Gutachter habe es ausserdem nicht für erforderlich gehalten, einen Dolmetscher
beizuziehen, obwohl die Beschwerdeführerin nur mässig gut Deutsch spreche. Dass
die Verständigung tatsächlich ungenügend gewesen sei, lasse sich nur anhand dessen
zeigen, was im Bericht geschrieben worden sei, also aus der unzutreffenden
Beschreibung der Zeitpunkte des Todes des Ehemannes und der zweiten
Eheschliessung. Bei der Taxation der Arbeitsunfähigkeit habe beim Gutachter
erklärtermassen das Bestreben eine Rolle gespielt, dass sich kein Rentenanspruch
ergeben sollte, weil sich ein solcher ungünstig auf den weiteren Krankheitsverlauf
auswirken würde. Das sei aber ausschliesslich Sache des behandelnden Psychiaters,
nicht eines Gutachters. Nach Auffassung von Dr. B._ betrage die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin maximal 40 %. Er gehe von einer mittelgradigen bis schweren
Episode der depressiven Störung aus. Seine Beurteilung basiere auf Fakten, die der
Gutachter nicht gekannt habe, habe dieser doch eingeräumt, keine genauen Angaben
über den Verlauf des psychischen Leidens zu haben. Die RAD-Ärztin sei nicht dazu
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befähigt, über die einlässliche Kritik von Dr. B._ zu befinden. Der Gutachter habe
ausserdem die Kriterien zur Zumutbarkeitsfrage bei anhaltenden somatoformen
Schmerzstörungen nicht abgehandelt. Die vom RAD erkannte Arbeitsunfähigkeit der
Beschwerdeführerin von 50 % in der Zeit vom September 2005 bis Januar 2008
begründe einen Rentenanspruch zumindest für diese Zeit. Die Beschwerdeführerin
könne im Übrigen nicht flexibel eingesetzt werden, sodass ein Abzug am Platz sei.
Mindestens der Anspruch auf eine Dreiviertelsrente sei ausgewiesen.
C.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 12. Februar 2009 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Dass die Beschwerdeführerin aus rheumatologischer
Sicht für adaptierte Tätigkeiten zu 100 % arbeitsfähig sei, werde nicht beanstandet.
Aufgrund der Angaben des Gutachters könne die diagnostizierte rezidivierende
depressive Störung als von der somatoformen Schmerzstörung losgelöstes Leiden -
als psychische Komorbidität - betrachtet werden. Dass das Gutachten keine Angaben
zur Dauer der Exploration enthalte, falle nicht entscheidend ins Gewicht, wenn keine
Hinweise auf materielle Mängel bestünden. Die in den Vorakten beschriebene
depressive Symptomatik und die aufgrund der somatischen Untersuchungsbefunde
nahe liegende somatoforme Schmerzstörung hätten in relativ kurzer Zeit diagnostiziert
werden können. Der Gutachter habe die Deutschkenntnisse der Beschwerdeführerin
als gut erachtet, was nicht anzuzweifeln sei. Das Teilgutachten enthalte keine
Anhaltspunkte dafür, dass ein für das Vorliegen eines psychischen
Gesundheitsschadens, für dessen Einordnung oder für die Arbeitsfähigkeitsschätzung
relevanter Gesichtspunkt wegen eines mangelhaften sprachlichen
Ausdrucksvermögens verborgen geblieben wäre. Im Übrigen komme den nonverbalen
Äusserungen, der Spontaneität und dem Tonfall eine nicht zu unterschätzende
Bedeutung zu. Eine lege artis vorgenommene Expertise könne nicht stets dann in
Frage gestellt werden, wenn behandelnde Ärzte zu unterschiedlichen Einschätzungen
gelangten. Objektiv feststellbare Gesichtspunkte, die bei der Begutachtung unerkannt
geblieben wären, bringe Dr. B._ nicht vor. Das Gutachten habe dargelegt, dass eine
psychische Komorbidität vorliege. Weitere qualifizierte Kriterien bestünden nicht. Es
liege zwar ein mehrjähriger chronifizierter Krankheitsverlauf mit weitgehend
unveränderter Symptomatik ohne länger dauernde Rückbildung der
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Schmerzproblematik vor, doch sei dieser Verlauf für die Schmerzstörung
diagnosespezifisch und daher nicht ausschlaggebend. Es bestünden keine Hinweise
auf einen sozialen Rückzug oder auf einen primären Krankheitsgewinn. Die
psychotherapeutischen Behandlungsmöglichkeiten würden als nicht ausgeschöpft
erscheinen. Das Gutachten sei beweiskräftig. Werde der während zehn Monaten bei
der D._fabrik erzielte Verdienst auf ein Jahr umgerechnet, ergebe sich ein Betrag von
Fr. 41'925.--, der im Vergleich zum Durchschnittseinkommen von Frauen im Jahr 2005
von Fr. 49'120.-- deutlich unterdurchschnittlich sei. Die Vergleichseinkommen seien
ausgehend vom selben Tabellenlohn zu bestimmen. Ein Abzug sei nicht begründet. Der
Invaliditätsgrad betrage 30 %. Bei Ablauf der Wartezeit im September 2006 sei die
Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit massgebend. Damit ergebe sich der
rentenausschliessende Invaliditätsgrad von 30 %, so dass ein Rentenanspruch zu
Recht verneint worden sei.
D.
Am 17. Februar 2009 hat die Gerichtsleitung das Gesuch um unentgeltliche
Prozessführung (Befreiung von den Gerichtskosten und unentgeltliche
Rechtsverbeiständung) bewilligt.
E.
Mit Replik vom 25. Mai 2009 stellt sich der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin auf
den Standpunkt, Dr. B._ bringe im Bericht vom 25. Juni 2008 objektiv feststellbare
Gesichtspunkte über den klinischen Verlauf im Alltag und tiefer liegende
psychodynamische Abläufe des Beschwerdebildes vor, die das Gutachten in Frage
stellten. Berichte behandelnder Ärzte hätten dann eine Stärke, wenn sie wegen der
langen, umfassenden Betreuung zu Ergebnissen führten, die bei einer einmaligen
Untersuchung unerkannt geblieben sein könnten. Der Bericht von Dr. B._ vom
25. Juni 2008 sei nicht mit demjenigen vom 15. November 2006 gleichzusetzen. Er
lasse sich nicht mit der Behauptung widerlegen, die affektive Störung sei nicht fixiert
und noch immer modulierbar. Dass die Arbeitsfähigkeit allein auf dieser Grundlage
eingeschätzt worden sei, belege die Oberflächlichkeit des Gutachtens. Die tiefer
liegenden psychodynamischen Abläufe, die zu erfassen gewesen wären, hätten ein
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wesentlich längeres Gespräch erfordert, als es der Gutachter geführt habe. Das Fehlen
von Angaben über die Explorationsdauer falle zwar nach der Rechtsprechung nicht ins
Gewicht, wenn keine Hinweise auf materielle Mängel bestünden. Hier sei aber
angesichts der divergenten Auffassungen von Dr. B._ und anderer Ärzte wie solcher
aus der Klinik Valens wichtig zu wissen, wie sorgfältig der Gutachter die Grundlagen
erhoben habe. Das Bedürfnis der Rechtspflege nach überprüfbaren Angaben sei
offensichtlich, dennoch ignoriere es das ABI. Die Notwendigkeit der Überwindung
sprachlicher Hürden verlängere ein Untersuchungsgespräch. Es bestünden hinreichend
Gründe, ausnahmsweise das Administrativgutachten hinter die Beurteilung des
behandelnden Psychiaters treten zu lassen. Ausserdem seien die zur Lösung der
Zumutbarkeitsfrage entwickelten Kriterien nicht sauber geklärt. Dass die
Beschwerdegegnerin entgegen dem RAD an der Beurteilung gemäss dem Gutachten
festhalten wolle, sei befremdlich.
F.
Die Beschwerdegegnerin hält mit Eingabe vom 4. Juni 2009 an ihrem Antrag fest und
verzichtet im Übrigen auf die Erstattung einer Duplik.

Erwägungen:
1.
1.1 Am 1. Januar 2008 ist die 5. IV-Revision in Kraft getreten. Die
Beschwerdegegnerin hat die angefochtene Verfügung am 16. Oktober 2008, also unter
der Geltung des Rechts dieser Revision, erlassen. Zu beurteilen ist der Sachverhalt, wie
er sich bis zum Zeitpunkt des Erlasses dieser Verfügung entwickelt hat. Dieser
Sachverhalt reicht in eine Zeit vor Inkrafttreten der 5. IV-Revision zurück. Soll auf
bestimmte Sachverhalte nicht neues Recht Anwendung finden, sondern das
aufgehobene Recht massgebend bleiben, muss eine geltende Norm die
Weiteranwendbarkeit aufgehobenen Rechts für bestimmte Sachverhalte anordnen. Die
5. IV-Revision enthält keine die Rente betreffende übergangsrechtliche Bestimmung.
Das Bundesamt für Sozialversicherungen unterstellt aber zu Recht eine
ausfüllungsbedürftige Lücke (vgl. das Rundschreiben Nr. 253 vom 12. Dezember 2007).
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Die Definition der Sachverhalte, auf die noch altes Recht anwendbar sein soll, sollte
durch ein materiellrechtliches, unbeeinflussbares Merkmal erfolgen. In Frage kommen
der Zeitpunkt der Entstehung des Auszahlungsanspruchs oder der Eintritt des
Versicherungsfalls, beide definiert nach dem alten, ausser Kraft getretenen Recht (zum
Ganzen im Detail der Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S
M. vom 28. Oktober 2009, IV 2009/5). Bezüglich des Rentenbeginns sind deshalb
vorliegend angesichts der IV-Anmeldung von September 2006 und des Eintritts der
Arbeitsunfähigkeit im September 2005 die bis zum 31. Dezember 2007 gültig
gewesenen Bestimmungen (im Folgenden angeführt) anzuwenden. Für die
Invaliditätsbemessung hat sich indessen materiell keine Änderung der Rechtslage
ergeben.
1.2 Mit der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin einen
Rentenanspruch der Beschwerdeführerin bei einem Invaliditätsgrad von 30 %
abgelehnt. Die Beschwerdeführerin hatte im Verwaltungsverfahren berufliche
Massnahmen beantragt und lässt in diesem Verfahren die Ausrichtung der gesetzlichen
Leistungen, namentlich einer Rente, beantragen. Die Arbeitsvermittlung war gemäss
einer Mitteilung vom 22. April 2008 eingestellt worden. Strittig ist demnach zunächst
der Rentenanspruch. Ergäbe sich allerdings, dass ohne Eingliederungsmassnahmen
ein solcher in Frage steht, so gehörte zum Streitgegenstand notwendigerweise auch
die Frage, ob die Verwaltung den Grundsatz "Eingliederung vor Rente" beachtet und
eine allfällige Pflicht der Beschwerdeführerin zu Massnahmen korrekt in Anspruch
genommen hat.
2.
2.1 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG (in der vom 1. Januar 2004 bis 31. Dezember 2007 gültig
gewesenen Fassung) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 %
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.
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2.2 Für die Invaliditätsbemessung, welche das Mass der Zurücksetzung der
erwerblichen Leistungsfähigkeit infolge gesundheitlicher Beeinträchtigung ergeben soll,
sind zunächst die medizinischen Vorbedingungen von Bedeutung. Aufgabe des Arztes
oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beschreiben und dazu Stellung zu
nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person
arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind in der Folge eine wichtige Grundlage
für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch
zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4; ZAK 1982 S. 34). Ob die versicherte
Person eine ihr zumutbare Tätigkeit auch tatsächlich ausübt, ist für die
Invaliditätsbemessung hingegen unerheblich (Rz 3046 des vom Bundesamt für
Sozialversicherung erlassenen Kreisschreibens über die Invalidität und Hilflosigkeit in
der Invalidenversicherung = KSIH).
3.
3.1 Dass der Beschwerdeführerin körperlich schwere Tätigkeiten (wie jene in der
D._fabrik) aus rheumatologischen Gründen nicht mehr zumutbar sind, kann als
unbestrittenermassen erstellt betrachtet werden. Zur zumutbaren Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit gehen die ärztlichen Schätzungen
dagegen auseinander. Die Beschwerdegegnerin stützt sich bei der Beurteilung auf das
Ergebnis des Gutachtens des ABI vom 8. Januar 2008. Es handelt sich um ein
multidisziplinäres Gutachten auf der Basis der Vorakten und der zusätzlich
angeforderten Akten. Die Begutachtung umfasste eine internistische, eine
psychiatrische und eine rheumatologische Untersuchung. Unter internistisch/
allgemeinmedizinischer Fallführung wurden die Anamnese und der Status erhoben und
eine Laboruntersuchung gemacht. In der spezialärztlich psychiatrischen Untersuchung
wurden ebenfalls die Anamnese und die Befunde erhoben, ebenso wie bei der
rheumatologischen Begutachtung. Dort wurden ferner aktuelle Röntgenbilder der LWS
angefertigt. Daneben konnte das Ergebnis der vertebro-spinalen Kernspintomographie
vom April 2006 berücksichtigt werden. Insgesamt gelangten die Gutachter miteinander
zum Schluss, die Beschwerdeführerin sei in einer körperlich leichten bis intermittierend
mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeit zu 70 % arbeitsfähig.
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3.2 Die Beschwerdeführerin lässt einwenden, das auf einer oberflächlichen
Momentaufnahme beruhende Ergebnis des Gutachtens halte vor der Beurteilung durch
den behandelnden Psychiater nicht stand. Dieser hat am 25. Juni 2008 dafürgehalten,
das Gutachten stütze sich wesentlich auf den klinischen Eindruck zum Zeitpunkt der
Untersuchung und die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin liege richtigerweise bei
maximal 40 %. Wenn er indessen darlegt, es müssten die tieferliegenden
psychodynamischen Abläufe des Beschwerdebildes (mit komorbiden und die
Schmerzverarbeitung bestimmenden Faktoren in Form eines depressiven und eines
somatoformen Ablaufs) als Diagnosekriterien berücksichtigt werden, so ist ihm
entgegenzuhalten, dass seine Diagnosen (sowohl hinsichtlich des depressiven wie des
somatoformen Teils) grundsätzlich mit denjenigen der Gutachter übereinstimmen.
Allein den Grad der gegenwärtigen Episode der depressiven Störung bezeichnet er als
schwerer (mittelgradig bis schwer; Gutachten: leicht bis mittelgradig). Auch was die
erhobenen Befunde betrifft, ist - abgesehen von der latenten Suizidalität, die er am
25. Juni 2008 (wieder; im November 2006 war sie offenbar nicht mehr vorhanden
gewesen, vgl. act. 17-6/7) angab - ebenfalls keine relevante Divergenz festzustellen.
Aufmerksamkeit und Affekt sind als beeinträchtigt beschrieben worden. Ein
Sachverhaltselement, das dank der längerfristigen, umfassenderen Betreuung durch
den behandelnden Psychiater erkannt, im Gutachten aber zu Unrecht unberücksichtigt
geblieben wäre, lässt sich den Berichten von Dr. B._ nicht entnehmen.
3.3 Der begutachtende Psychiater erläuterte nachvollziehbar, weshalb eine schwere
depressive Störung nicht vorliege: Der depressive Affekt sei nicht fixiert, es bestehe nur
eine leichte psychomotorische Verlangsamung und es lägen gedanklich oder affektiv
keine Blockierungen vor. Ein volles Pensum durchzuhalten, sei die Beschwerdeführerin
indessen affektiv nicht in der Lage, da sie deutlich unkonzentriert sei und sich schlecht
längere Zeit auf eine Tätigkeit einstellen könne. Die Gutachter setzten sich auch mit der
abweichenden Arbeitsfähigkeitsschätzung der Klinik Valens vom August 2006
auseinander. Diese hatte nebst dem chronischen lumbospondylogenen Syndrom eine
mittelgradig depressive Episode mit Somatisierung diagnostiziert und festgehalten,
aufgrund der psychiatrischen Diagnose bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 50 %. Die
Gutachter erachteten diese Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen angesichts
der bei der Begutachtung gegebenen Befunde als zu hoch angesetzt. Bei der leichten
bis mittelgradigen depressiven Episode könne lediglich eine Arbeitsunfähigkeit von
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30 % attestiert werden. Die gutachterliche Einschätzung erscheint überzeugend, zumal
die Klinik Valens ihre Arbeitsfähigkeitsschätzung als behandelnde Institution für den
Zeitpunkt bei Austritt aus der stationären Therapie abgegeben und darauf hingewiesen
hatte, dass der Hausarzt bzw. der behandelnde Psychiater die Arbeitsfähigkeit in der
Folge beurteilen werde. Dr. A._ hatte daraufhin im Oktober 2006 mit einer rasch
erreichbaren Arbeitsfähigkeit von eventuell sogar 100 % in einer angepassten Tätigkeit
gerechnet, während allerdings Dr. B._ im November 2006 eine Arbeitsfähigkeit von
wohl lediglich 25 % angegeben hatte.
3.4 In der Gesamtbeurteilung des Gutachtens wurde festgehalten, dass die
Schmerzstörung durch die gleichzeitig bestehende depressive Episode verstärkend
beeinflusst werde. Aufgrund dieser psychischen Komorbidität sei die Arbeitsfähigkeit
für jegliche Tätigkeit um 30 % vermindert. Diese Beurteilung erscheint nachvollziehbar
und rechtsprechungsgemäss.
3.5 Die Beschwerdeführerin lässt beanstanden, dass der begutachtende Psychiater
die Arbeitsunfähigkeit in Abweichung von den Vorberichten deshalb auf lediglich 30 %
festgelegt habe, weil er der Auffassung sei, eine Berentung würde sich ungünstig auf
den Krankheitsverlauf auswirken. Im Gutachten ist eine entsprechende Ansicht des
Kollegiums wiedergegeben; eine definitive Invalidisierung würde sich ungünstig
auswirken (act. 39-10/40). Die gutachterliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ist, wie
oben dargelegt, sachlich überzeugend begründet. Aus den erwähnten Hinweisen muss
nicht etwa geschlossen werden, dass die Arbeitsfähigkeitsangabe der Experten nicht
der objektiven Einschätzung des vorgefundenen Zustands, sondern einem "gekürzten"
Grad entsprochen hätte.
3.6 Die Beschwerdeführerin lässt gegen den Beweiswert des Gutachtens des
Weiteren vorbringen, es sei zu Unrecht kein Dolmetscher beigezogen worden. Wie sie
erwähnt, hat Dr. C._ beschrieben, sie spreche mässig gut deutsch. Der psychiatrisch
begutachtende Arzt hielt fest, sie verfüge über gute Deutschkenntnisse. Alle drei
Gutachter haben ihre Explorationen durchgeführt, ohne den Beizug eines Übersetzers
für notwendig gehalten zu haben. Es fehlen Hinweise auf eingeschränkte
Verständigungsmöglichkeiten. Im Übrigen erfolgte auch die psychiatrische Behandlung
offenbar in Deutsch ohne Vermittlung. Die Wiedergabe eines unzutreffenden Zeitpunkts
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für den Tod des ersten Ehemannes (und die Wiederverheiratung) gibt keinen Anlass,
die psychiatrische Begutachtung als oberflächlich zu qualifizieren. Im Übrigen könnte
es sich auch um eine versehentlich falsche Angabe der Beschwerdeführerin gehandelt
haben, hat doch auch Dr. B._ in der Anamnese seines Arztberichts vom November
2006 diesbezüglich das Jahr 1997 erwähnt.
3.7 Nach Angaben der Beschwerdeführerin hat das Untersuchungsgespräch des
Psychiaters lediglich 20 bis 30 Minuten und damit zu wenig lange gedauert. Im
Gutachten sind keine Feststellungen zur zeitlichen Dauer zu finden, sodass diese nicht
objektivierbar ist. Wie viel Zeit für eine Exploration erforderlich ist, schwankt nach der
Rechtsprechung in weiten Grenzen und ein genereller Zeitrahmen lässt sich nicht
verbindlich angeben (Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S S. vom
13. Juni 2006, I 58/06 E. 2.2). Der bei einer psychiatrischen Untersuchung zu
betreibende zeitliche Aufwand ist von der Fragestellung und der zu beurteilenden
Psychopathologie abhängig (vgl. Urteil des Bundesgerichts i/S L. vom 14. November
2007, I 1094/06 E. 3.1.1) und muss dieser angemessen sein. Dabei kann nach der
Rechtsprechung des Bundesgerichts bei der Beurteilung einer somatoformen
Schmerzstörung und deren Überwindbarkeit sogar eine zwanzigminütige Untersuchung
ausreichen, wenn keine konkreten Hinweise vorliegen, dass sich die kurze
Untersuchungsdauer negativ auf die Qualität des Gutachtens ausgewirkt hat
(Bundesgerichtsentscheid i/S L. vom 29. März 2010, 8C_942/09). Hier liegen jedenfalls
keine Anhaltspunkte dafür vor, dass die Gutachter bei der Sachverhaltsfeststellung und
der Beurteilung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit nicht fachgerecht oder nicht
ausreichend gründlich vorgegangen wären. Nichts anderes ergibt sich auch aus den
Einwänden betreffend die Begutachtung kurz nach einem Eingriff und betreffend die
Laborwerte.
3.8 Die Beschwerdegegnerin hat zu Recht auf das Ergebnis der polydisziplinären
Abklärung abgestellt, wonach die Beschwerdeführerin für eine leichte bis
intermittierend mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeit zu 70 % arbeitsfähig ist.
4.
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4.1 Was die erwerblichen Auswirkungen der Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
betrifft, wird nach Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person
durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Für die Ermittlung
des ohne Invalidität erzielbaren Einkommens ist nach der Rechtsprechung
entscheidend, was die versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt nach dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen
würde. Es ist in der Regel vom letzten Lohn, welchen die versicherte Person vor Eintritt
der Gesundheitsschädigung erzielt hat, auszugehen (Entscheid des Bundesgerichts i/S
J. vom 28. August 2008, 9C_266/2008; BGE 135 V 58). Bei der Bestimmung des
Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen,
in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität - wie
die Beschwerdeführerin - keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue
Erwerbstätigkeit aus, so können nach der Rechtsprechung statistische Werte
(Tabellenlöhne) beigezogen werden (BGE 129 V 472 E. 4.2.1, Bundesgerichtsentscheid
i/S C. vom 19. Juni 2008, 9C_81/2008).
4.2 Da die Beschwerdeführerin nicht aus freien Stücken unterdurchschnittlich
verdient hat, kann, wie die Parteien
übereinstimmend annehmen, für das Valideneinkommen und für den Ausgangspunkt
zur Bestimmung des Invalideneinkommens vom selben Wert ausgegangen werden. Der
Invaliditätsgrad entspricht unter solchen Verhältnissen dem Grad der Arbeitsunfähigkeit
unter Berücksichtigung des Abzuges vom Tabellenlohn (Entscheide des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S M. vom 8. Juni 2005, I 552/04 E. 3.4, und i/
S Z. vom 19. November 2003, I 479/03 E. 3.1).
4.3 In der Praxis werden die zur Bestimmung des Invalideneinkommens
herangezogenen Tabellenlöhne gekürzt, wenn Versicherte, die in ihrer letzten Tätigkeit
körperliche Schwerarbeit verrichteten, nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für
leichtere Arbeiten nur beschränkt einsatzfähig sind, wenn sie - unabhängig von der
früher ausgeübten Tätigkeit - als gesundheitlich Beeinträchtigte im Rahmen leichter
Hilfsarbeitertätigkeiten nicht mehr voll leistungsfähig sind oder wenn weitere
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persönliche und berufliche Merkmale wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit,
Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die
Lohnhöhe haben. Der Abzug ist nicht schematisch vorzunehmen. Vielmehr ist der
Einfluss aller Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im
Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen. Letztlich ist der
Abzug vom statistischen Lohn unter Berücksichtigung aller jeweils in Betracht fallenden
Merkmale auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen (vgl. BGE 126 V 75). Bei der
Beschwerdeführerin ist zu berücksichtigen, dass sie ihre Leistungsfähigkeit nach
gutachterlicher Empfehlung am besten in einem Pensum von zweimal drei Stunden pro
Tag verwertet und dass sie des Weiteren darauf angewiesen ist, die Arbeit häufig
unterbrechen zu können. Sie bedarf daher leidensbedingt einer gewissen Rücksicht
von Seiten eines potentiellen Arbeitgebers. Es muss damit gerechnet werden, dass sie
die statistisch erhobenen Einkommen, welche die durchschnittlichen Lohnverhältnisse
gesunder Arbeitnehmer widerspiegeln, nicht wird erreichen können. Es rechtfertigt sich
somit, einen Abzug von 10 % von den Tabellenlöhnen vorzunehmen. Zusammen mit
der Arbeitsunfähigkeit von 30 % ergibt sich auf diese Weise ein Invaliditätsgrad von
37 % (30 % zuzüglich 0.1 x 70 %), der nicht rentenbegründend ist.
5.
5.1 Der Eintritt des Rentenfalls wird durch Art. 29 Abs. 1 IVG geregelt. Der
Rentenanspruch entsteht (abgesehen von der hier nicht anwendbaren lit. a) frühestens
in dem Zeitpunkt, in dem die versicherte Person während eines Jahres ohne
wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40 % arbeitsunfähig (Art. 6
ATSG) gewesen war (lit. b). Unter Arbeitsunfähigkeit im Sinne von Art. 29 Abs. 1 lit. b
IVG ist die durch den Gesundheitsschaden bedingte qualitative und/oder quantitative
Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf oder
Aufgabenbereich zu verstehen (BGE 130 V 99 E. 3.2). Im Rahmen des Art. 29 Abs. 1
IVG nicht anwendbar ist nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts der Grundsatz,
dass bei langdauernder Arbeitsunfähigkeit im angestammten Beruf - oder sobald klar
wird, dass die Wiederaufnahme der bisher ausgeübten Tätigkeit nicht mehr in Frage
kommt - nach Ablauf einer gewissen Übergangsfrist auch zumutbare Tätigkeiten in
einem andern Beruf zu berücksichtigen sind. Bei der Anwendung dieser Bestimmung
ist ausschliesslich die Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit zu betrachten
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(Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S S. vom 23. Oktober 2003,
I 392/02, vgl. BGE 130 V 99 E. 3.2, bereits unter Hinweis auf den künftigen Art. 6
ATSG). Die einjährige Wartezeit gilt als eröffnet, sobald eine Arbeitsunfähigkeit von
mindestens 20 % vorliegt (AHI 1998 S. 124 E. 3c). Ein wesentlicher Unterbruch der
Arbeitsfähigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person an mindestens
30 aufeinanderfolgenden Tagen voll arbeitsfähig war (Art. 29 IVV; Entscheid des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S K. vom 26. März 2004, I 19/04). Auch vor
der Anmeldung liegende Zeiten von Arbeitsunfähigkeit sind zu berücksichtigen (ZAK
1966 S. 58; Ulrich Meyer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, S. 238; BGE
117 V 26 E. 3b; BGE 121 V 264; Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts
i/S C. vom 2. März 2000 [I 307/99]).
5.2 Die Beschwerdeführerin ist in ihrer zuletzt (und der davor) ausgeübten Tätigkeit
nach der Aktenlage seit September 2005 vollständig arbeitsunfähig und erfüllt daher
die Wartezeit. Der Rentenanspruch entsteht folglich in dem Zeitpunkt, da sich an diese
Wartezeit eine rentenbegründende Erwerbsunfähigkeit anschliesst. Es gibt keine
Hinweise darauf, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin und ihre
für die Erwerbsunfähigkeit massgebliche Arbeitsfähigkeit (über die bei depressiven
Episoden üblichen kurzen Schwankungen hinaus) im Zeitablauf verändert haben. Es
kann somit diesbezüglich auf die gutachterliche Beurteilung abgestellt werden, wonach
die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin bereits nach Ablauf der Wartezeit ab
September 2006 richtigerweise bei 70 % lag. Ein rentenbegründender Invaliditätsgrad
ergab sich demnach nicht.
5.3 Die angefochtene Verfügung ist demnach nicht zu beanstanden. Sollte sich nach
dem vorliegend zu beurteilenden Zeitraum eine Verschlechterung ergeben, könnte sie
allenfalls Gegenstand einer Neuanmeldung bilden.
6.
6.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
6.2 Nach Art. 69 Abs. 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen
ter
bis
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Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200 bis 1000 Franken festgelegt. Die
Beschwerdeführerin ist im Verfahren unterlegen, weshalb ihr die Gerichtskosten in der
Höhe von Fr. 600.-- aufzuerlegen sind. Zufolge der Gewährung der unentgeltlichen
Prozessführung (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung) am 17. Februar 2009 ist sie jedoch von deren Bezahlung zu
befreien. Wenn ihre wirtschaftlichen Verhältnisse es ihr gestatten, kann sie allerdings
zur Nachzahlung der Gerichtskosten, der Auslagen für die Vertretung und der vom
Staat entschädigten Parteikosten verpflichtet werden (Art. 288 Abs. 1 ZPO/SG i.V.m.
Art. 99 Abs. 2 VRP/SG).
6.3 Der Staat ist zufolge der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung zu verpflichten,
für die Kosten der Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin aufzukommen. Der
Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand angemessen erscheint insgesamt eine
Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).
Diese ist in Anwendung von Art. 31 Abs. 3 des st. gallischen Anwaltsgesetzes (sGS
963.70) um einen Fünftel auf Fr. 2'800.-- zu reduzieren.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG