Decision ID: a199d693-db2d-4248-bb16-e8cf222fcb9c
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherte) war durch ihre Tätigkeit als Maschinenbedienerin
bei der B._ AG bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend:
Suva) gegen die Folgen von Unfällen versichert. Mit Schadenmeldung UVG vom 27.
März 2015 meldete die Arbeitgeberin der Suva einen Unfall. Die Versicherte habe sich
am 11. März 2015 einen Holzsplitter eingefangen, als sie einen beschädigten Besen in
die Hand genommen habe (Suva-act. 2).
A.b Die Versicherte hatte sich am 16. März 2015 ins Landeskrankenhaus C._
begeben, dessen diensthabende Ärztin im Rahmen einer klinischen Untersuchung im
Bereich des rechten Ringfingers am Grundglied volar eine deutliche Schwellung, eine
leichte Rötung und eine Druckdolenz sowie eine kleine oberflächliche Wunde, dies
wohl die Eintrittspforte für den Fremdkörper, festgestellt hatte. Die Funktion der tiefen
und oberflächlichen Beugesehne sowie der Strecksehne sowie die Sensibilität und
Durchblutung bis ins Endglied waren intakt, die Motorik des Ringfingers war jedoch
schmerzbedingt, vor allem bei Beugung, etwas eingeschränkt gewesen. Nach der
zusätzlichen Durchführung einer Röntgenuntersuchung ohne Hinweis auf eine frische
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knöcherne Fraktur und einer Sonographie, bei welcher sich im Grundglied des rechten
Ringfingers (Digitus [nachfolgend: Dig.] IV) ein Fremdkörper von ca. 7 mm Länge und 1
mm Durchmesser hatte nachweisen lassen, war die Diagnose "Holzfremdkörper
Ringfinger rechts" gestellt worden. Der Fremdkörper war gleichentags unter
Lokalanästhesie entfernt worden und man hatte der Versicherten vom 16. bis 25. März
2015 eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (Suva-act. 1/3, 21/1-3, 26/1 ff., act. G
1.5 S. 1 ff.). Die Suva anerkannte ihre Leistungspflicht und erbrachte Heilkosten- und
Taggeldleistungen (Suva-act. 6 f.).
A.c Am 18. März 2015 war im Landeskrankenhaus C._ eine erste Wundkontrolle
erfolgt. Abgesehen davon, dass die Versicherte angeblich manchmal ein leichtes
Kribbeln im Wundbereich spürte, hatten sich die Befunde in der klinischen
Untersuchung der diensthabenden Ärztin unauffällig gezeigt. Diese hatte davon
Kenntnis genommen, dass die Nahtentfernung am 25. März 2015 durch den Hausarzt
erfolgen würde und hatte mit der Versicherten eine jederzeitige Wiedervorstellung bei
Auftreten von Entzündungszeichen oder von Beschwerden vereinbart. In der
"Krankengeschichte" hatte die diensthabende Ärztin demgemäss einen
Behandlungsabschluss per 25. März 2015 eingetragen. Im Weiteren hatte sie
festgehalten, dass die Patientin angeblich "schon seit einiger Zeit" Beschwerden im
Sinne eines schnellenden Fingers am Mittelfinger rechts habe (Suva-act. 26/6 f., act. G
1.5 S. 5 f.).
A.d Am 27. April, 28. Mai sowie am 2. und 3. Juni 2015 folgten weitere
Kontrolluntersuchungen im Landeskrankenhaus C._, welche ebenfalls das
Phänomen schnellender bzw. schnappender Finger zum Inhalt hatten (Suva-act. 26/7,
26/11, act. G 1.5 S. 6, act. G 1.6 S. 4). Am 10. Juni 2015 wurde der Mittelfinger (Dig. III)
der Versicherten im Landeskrankenhaus C._ durch Dr. med. D._, Oberarzt der
Abteilung für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie, mittels einer Spaltung des
Ringbandes A1 operativ versorgt (Suva-act. 21/1, 26/3, 26/12, 46/5, 59/2, act. G 1.6 S.
5, act. G 11.1 S. 7).
A.e Nach einer Kontrolluntersuchung am 23. Juli 2015 (Suva-act. 26/7, act. G 1.5 S. 6
f.) wurde die Versicherte am 3. August 2015 mit persistierenden Beschwerden im
Bereich der rechten Hand erneut im Landeskrankenhaus C._ vorstellig. Sie berichtete
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über brennende Schmerzen im Bereich des Mittelfingers von der Narbe der
Ringbandspaltung ausgehend nach distal sowie im Bereich des Ringfingers rechts
(Suva-act. 26/8, act. G 1.5 S. 7, act. G 1.16). Die Versicherte wurde am 12., 20. und 24.
August 2015 erneut kontrolliert, wobei sich bei der Untersuchung vom 24. August 2015
eine deutliche Flüssigkeitsansammlung im Bereich der Sehnenscheide des Dig. III,
erkennbar bis zur Höhe Ringband, zeigte (Suva-act. 26/8, 26/10, act. G 1.5 S. 7 f.). Am
27. August 2015 wurden bei der Versicherten im Landeskrankenhaus C._ bei der
Diagnose "Phlegmone in der Sehnenscheide 3. Finger rechts (Status post Fremdkörper
4. Finger rechts, Status post Ringbandspaltung 3. Finger rechts, Status post Infiltration
durch Hausarzt)" eine offene Revision, Synovektomie und Spaltung der
Ringbandvernarbungen vorgenommen (Suva-act. 38/4).
A.f Die Suva hatte der Versicherten zwischenzeitlich mit Schreiben vom 18. August
2015 mitgeteilt, dass das Leiden "schnellender Finger", aufgrund dessen am 10. Juni
2015 eine Ringbandspaltung vorgenommen worden sei, in keinem Zusammenhang
zum Ereignis vom 11. März 2015 stehe. Die unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit sei
lediglich vom 16. bis 25. März 2015 bestätigt. Eine weitere begründete unfallbedingte
Arbeitsunfähigkeit liege nicht vor, weshalb die Angelegenheit als erledigt betrachtet
werde (Suva-act. 24).
A.g Nachdem sich die Versicherte am 14. September 2015 mit der Ablehnung der
Suva, für die Beschwerden im Sinne eines schnellenden Fingers
Versicherungsleistungen zu erbringen, nicht einverstanden erklärt hatte (Suva-act. 27),
ersuchte diese ihre Kreisärztin med. pract. E._, Fachärztin für Chirurgie FMH, zur
Unfallkausalität des schnellenden Fingers Stellung zu nehmen (Suva-act. 28). Am
16./17. September 2015 reichte med. pract. E._ ihre ärztliche Beurteilung ein, worin
sie zum Schluss gelangte, dass die Ringbandproblematik selbst nicht als überwiegend
kausal zur Holzsplitterverletzung vom 10. März 2015 sei. Dass eine
Holzsplitterverletzung vom März 2015 am Ringfinger einhalbes Jahr später eine
Hohlhandphlegmone am Mittelfinger verursachen solle, wo zwischenzeitlich genau in
diesem Bereich eine Ringbandspaltung erfolgt sei, sei ebenfalls nicht als überwiegend
wahrscheinlich zu betrachten (Suva-act. 29).
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A.h Gestützt auf die kreisärztlichen Ausführungen eröffnete die Suva der Versicherten
mit Verfügung vom 17. September 2015, dass zwischen dem Ereignis vom 11. März
2015 und dem schnellenden Finger kein sicherer oder überwiegend wahrscheinlicher
Kausalzusammenhang bestehe (Suva-act. 30).
B.
Die am 12. Oktober 2015 gegen diese Verfügung von der Versicherten erhobene
Einsprache (Suva-act. 31) wies die Suva mit Einspracheentscheid vom 3. Februar 2016
ab (Suva-act. 40).
C.
C.a Gegen diesen Einspracheentscheid erhob die Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführerin), vertreten durch Rechtsanwalt Mag. iur. E. M. Lang, Widnau,
Beschwerde mit dem Antrag, der Einspracheentscheid der Suva (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin) vom 3. Februar 2016 sei aufzuheben, es sei festzustellen, dass
die Beschwerden der Beschwerdeführerin an der rechten Hand, insbesondere im
Bereich des rechten Mittelfingers und Ringfingers auf den Unfall vom 11. März 2015
zurückzuführen seien und es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der
Beschwerdeführerin beginnend ab Antragstellung die gesetzlichen
Versicherungsleistungen auszurichten. Eventualiter sei die Angelegenheit zur Vornahme
weiterer Abklärungen, insbesondere zur Einholung eines Sachverständigengutachtens
aus dem Fachbereich der Unfallchirurgie und Handchirurgie an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G
1). Zusammen mit der Beschwerde wurden verschiedene, teilweise neue Akten
eingereicht (act. G 1.1 - G 1.16).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 25. April 2016 beantragte die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde (act. G 3). Sie stützte sich dabei auf eine von PD Dr.
med. F._, Facharzt für Chirurgie FMH, von der Abteilung Versicherungsmedizin der
Suva am 22. April 2016 erstellte chirurgische Beurteilung (Suva-act. 59).
C.c In der Replik vom 25. Mai 2016 hielt der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin
unverändert am Beschwerdeantrag fest (act. G 7) und reichte unter anderem einen
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ärztlichen Befundbericht des Hausarztes der Beschwerdeführerin, Dr. med. G._, ein
(act. G 7.2).
C.d Mit Duplik vom 9. Juni 2016 bestätigte die Beschwerdegegnerin ihrerseits ihren
Antrag auf Beschwerdeabweisung (act. G 9).
C.e Mit Schreiben vom 21. Juni 2016 schloss das Versicherungsgericht den
Schriftenwechsel ab (act. G 10).
C.f Mit Schreiben vom 22. März 2017 reichte der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin eine weitere Eingabe samt monodisziplinärem handchirurgischem
Gutachten von Dr. med. H._, Chirurgie FMH, Spez. Handchirurgie, vom 12. Januar
2017 ein (act. G 11.1).
C.g Mit Schreiben vom 28. März 2017 erhielt die Beschwerdegegnerin das Gutachten
zur Kenntnis und allfälligen Stellungnahme (act. G 12). Mit Eingabe vom 13. April 2017
gab diese eine solche ab (act. G 13).
C.h Nachdem das Versicherungsgericht den Schriftenwechsel mit Schreiben vom 19.
April 2017 erneut abgeschlossen hatte (act. G 14), reichte der Rechtsvertreter der
Versicherten mit Schreiben vom 26. Oktober 2017 (act. G 15) ergänzende Unterlagen
ein (act. 15.1 f.), welche der Beschwerdegegnerin am 30. Oktober 2017 zur Kenntnis
gebracht wurden (act. G 16).
C.i Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie die Ausführungen in
den medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden

Erwägungen eingegangen.
Erwägungen
1.
1.1 Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin in Bezug auf die bei der
Beschwerdeführerin am 10. Juni 2015 wegen eines sogenannten schnellenden Fingers
durchgeführte Spaltung des Ringbandes A1 des rechten Mittelfingers sowie die am 27.
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August 2015 infolge einer Phlegmone im rechten Mittelfinger vorgenommene offene
Revision, Synovektomie sowie Spaltung der Ringbandvernarbungen leistungspflichtig
ist. Die Beschwerdeführerin sieht in der Ringbandproblematik und der Phlegmone bzw.
in den in diesem Zusammenhand durchgeführten Operationen zwar keine
unmittelbaren Unfallverletzungen, jedoch sekundäre Folgeschäden, d.h. mittelbare
traumatische Gesundheitsschäden der von der Beschwerdeführerin
unbestrittenermassen am 11. März 2015 erlittenen Holzsplitterverletzung am rechten
Ringfinger (Dig. IV), welche am 16. März 2015 die operative Entfernung des
Holzspiesses, eine Wundreinigung und einen Wundverschluss erforderlich gemacht
hatte. Hierfür hatte die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht als Unfallversicherer
anerkannt. Ausgehend vom Standpunkt der Beschwerdeführerin würde mithin eine
Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin nicht nur in Bezug auf die primäre
Holzsplitterverletzung, sondern auch hinsichtlich der Ringbandproblematik und der
Phlegmone bestehen.
1.2 Mit Schreiben vom 26. Oktober 2017 (act. G 15) reichte der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin dem Versicherungsgericht Unterlagen bezüglich einer psychischen
Problematik ein - eine Bestätigung betreffend eine stationäre Aufnahme der
Beschwerdeführerin am 13. März 2018 zu einem 42tägigen Therapieprogramm im
Departement für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie des LKH Hohenems
(A) (act. G 15.1) sowie ein Befundergebnis von Dr. med. I._, Fachärztin für Psychiatrie
und Psychotherapeutische Medizin, vom 28. September 2017 mit der Diagnose
"anhaltende Schmerzstörung ICD-10 F 45.4" (act. G 15.2). Nachdem gemäss der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung die richterliche Überprüfung einer
Verwaltungsverfügung, hier des angefochtenen Einspracheentscheids, grundsätzlich
auf den Zeitraum bis zum Erlass der Verfügung bzw. des angefochtenen
Einspracheentscheids beschränkt ist, d.h. nachträgliche Sachverhalts- und
Rechtsänderungen nicht berücksichtigt werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 21.
September 2010, 9C_728/2009, E. 1 mit Hinweisen), und Gegenstand des
angefochtenen Einspracheentscheids nur ein Leistungsanspruch der
Beschwerdeführerin in Bezug auf ihre Fingerproblematik rechts bildete (vgl. dazu BGE
131 V 164 f. E. 2.1), sind die obgenannten Unterlagen nicht in die rechtliche Würdigung
des Sachverhalts einzubeziehen. Entsprechend hält der Rechtsvertreter der
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Beschwerdeführerin offensichtlich auch unverändert an seinen Beschwerdeanträgen
(vgl. act. G 1, vgl. insbesondere Rechtsbegehren, Ziff. 2) fest.
2.
Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung
(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur
Änderung vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die
sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem
Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden
daher, nachdem ein Ereignis aus dem Jahr 2015 zur Debatte steht, die bis 31.
Dezember 2016 gültigen Bestimmungen Anwendung.
3.
3.1 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG werden die Versicherungsleistungen, soweit das Gesetz
nichts anderes bestimmt, bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und
Berufskrankheiten gewährt. Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt voraus,
dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein natürlicher und
adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 129 V 181 E. 3.1 ff. mit Hinweisen;
ALEXANDRA RUMO-JUNGO/ANDRÉ PIERRE HOLZER, Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die
Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012, S. 53 ff.). Für die Beantwortung
der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der
Medizin ist das Gericht in der Regel auf Angaben ärztlicher Experten und Expertinnen
angewiesen. Die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber
eine Rechtsfrage, die vom Gericht nach den von Doktrin und Praxis entwickelten
Regeln zu beurteilen ist (BGE 129 V 181 E. 3.1, 123 III 110, 112 V 30; PVG 1984 Nr. 82,
174). Bei physischen Unfallfolgen hat indessen die Adäquanz gegenüber dem
natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 118 V
291 f. E. 3a). Ob ein natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist, beurteilt sich nach
dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden
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Wahrscheinlichkeit; die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die
Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1).
3.2
3.2.1 Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht,
auch die beklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
des Experten oder der Expertin begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert
eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels
noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als
Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a mit Hinweis).
3.2.2 Den Berichten versicherungsinterner Ärzte oder Ärztinnen kann
rechtsprechungsgemäss gleichfalls Beweiswert beigemessen werden, sofern sie
schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind
und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (RKUV 1991 Nr. U 133 S. 312 f.
E. 1b). Auch ärztliche Beurteilungen aufgrund der Akten, wie sie vorliegend von med.
pract. E._ am 16./17. September 2015 (Suva-act. 29) und von PD Dr. F._ am 22.
April 2016 (Suva-act. 59) erstellt wurden, sind nicht an sich unzuverlässig. Für die
Beweistauglichkeit entscheidend ist, dass genügend Unterlagen von persönlichen
Untersuchungen vorliegen (PVG 1996, 265 E. 3b; RKUV 1988 Nr. U 56 S. 371). An
dieser Stelle ist bereits vorweg zu nehmen, dass dem Einwand des Rechtsvertreters
der Beschwerdeführerin in der Beschwerde vom 4. März 2016 (act. G 1, Ziff. 3.1.1.4) -
med. pract. E._ hätten nicht alle Unterlagen (konkret der Operationsbericht von Dr.
D._ vom 28. August 2015 [Suva-act. 38] sowie die hausärztlichen Unterlagen
["Ärztliches Attest" vom 7. Dezember 2015, act. G 1.10; "Karteikarteneintragungen"
vom 3. März 2016, act. G 1.15]) vorgelegen -, in Übereinstimmung mit der
Beschwerdegegnerin (vgl. act. G 3 Ziff. 5.4), zumindest gesamthaft betrachtet keine
massgebende Bedeutung zukommt. Jedenfalls hat PD Dr. F._ seine chirurgische
Beurteilung in Kenntnis aller Akten bzw. gestützt auf die vollständige Anamnese
abgegeben.
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3.3 Der im Sozialversicherungsprozess herrschende Untersuchungsgrundsatz (BGE
125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a, je mit Hinweisen; vgl. auch BGE 130 I 183 f. E. 3.2)
schliesst die Beweislast im Sinn der Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im
Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien die Beweislast nur insofern, als
im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus
dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Da es dem
Leistungsansprecher obliegt, das Vorliegen eines (leistungsbegründenden) natürlichen
Kausalzusammenhangs zwischen dem neuen Beschwerdebild und dem Unfall
nachzuweisen, liegt die entsprechende Beweislast bei ihm. Diese Beweisregel greift
jedoch erst Platz, wenn im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes kein
wahrscheinlicher (die blosse Möglichkeit genügt nicht; BGE 117 V 360 E. 4a mit
Hinweisen; THOMAS LOCHER/THOMAS GÄCHTER, Grundriss des
Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. Bern 2014, § 70 N. 58 f.) Sachverhalt ermittelt
werden kann (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b, 119 Nr. U 86 S. 50; RUMO-JUNGO/
HOLZER, a.a.O., S. 4 f.).
4.
4.1 Die Beschwerdegegnerin liess den medizinischen Sachverhalt bzw. die sich
konkret stellenden Kausalitätsfragen zunächst durch ihre Kreisärztin med. pract. E._
prüfen und verneinte ihre Leistungspflicht mit Verfügung vom 17. September 2015
(Suva-act. 30) bzw. angefochtenem Einspracheentscheid vom 3. Februar 2016 (Suva-
act. 40) gestützt auf deren Beurteilung vom 16./17. September 2015 (Suva-act. 29).
Erst nach Beschwerdeerhebung reichte sie, zusammen mit der Beschwerdeantwort
vom 25. April 2016 (act. G 3), die versicherungsmedizinische chirurgische Beurteilung
von PD Dr. F._ vom 22. April 2015 (Suva-act. 59) zu den ihm gestellten
Kausalitätsfragen ein. Grundsätzlich kommt der Beschwerde an das kantonale
Versicherungsgericht als ordentlichem Rechtsmittel Devolutiveffekt zu; die Behandlung
der Sache geht also mit Einreichung der Beschwerde auf die Beschwerdeinstanz über.
Insoweit ist es dem Versicherungsträger grundsätzlich verwehrt, nach Einreichung der
Beschwerde weitere oder zusätzliche Abklärungen vorzunehmen; nach der
Rechtsprechung sind lediglich punktuelle Abklärungen (wie z.B. das Einholen von
Bestätigungen, Bescheinigungen oder auch Rückfragen) zugelassen. Wegleitende
Gesichtspunkte für die Beantwortung der Frage, was im kantonalen Verfahren noch
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zulässiges Verwaltungshandeln darstellt, bilden die inhaltliche Bedeutung der
Sachverhaltsvervollständigung und die zeitliche Intensität allfälliger weiterer
Abklärungsmassnahmen (vgl. BGE 136 V 6 E. 2.7 mit Hinweis auf BGE 127 V 231 ff. E.
2b/aa und bb; UELI KIESER, ATSG-Kommentar, Zürich/Basel/Genf 2015, Art. 61 Rz
123).
4.2 Bei der 15-seitigen versicherungsmedizinischen chirurgischen Beurteilung von PD
Dr. F._ handelt es sich zwar um eine umfassende und umfangreiche Stellungnahme.
Nachdem jedoch die Beschwerdegegnerin den massgeblichen medizinischen
Sachverhalt bereits vor Erlass ihrer Verfügung kreisärztlich abklären liess und damit die
notwendigen Abklärungsmassnahmen nicht in ein späteres Verfahren verschoben hat,
die interne versicherungsmedizinische Aktenbeurteilung sodann ohne Mitwirkung der
Beschwerdeführerin erstellt wurde und keine namhafte zeitliche Verzögerung des
Beschwerdeverfahrens verursachte, war die Einholung der fraglichen Beurteilung
zulässig (vgl. Urteile des Bundesgerichts [bis 31. Dezember 2006 Eidgenössisches
Versicherungsgericht, EVG] vom 16. Dezember 2014, 8C_284/2014, E. 5.5, und 15.
Januar 2014, 8C_410/2013, E. 5). Die Aktenbeurteilung wurde der Beschwerdeführerin
bzw. ihrem Rechtsvertreter zusammen mit der Beschwerdeantwort der
Beschwerdegegnerin zugestellt und sie bzw. er konnten sich im Rahmen der Replik
dazu äussern, weshalb auch nicht von einer Verletzung des rechtlichen Gehörs
ausgegangen werden kann. So ist die versicherungsmedizinische chirurgische
Beurteilung von PD Dr. F._ vom 22. April 2015 im vorliegenden Beschwerdeverfahren
zu berücksichtigen, was auch aus verfahrensökonomischen Gründen als gerechtfertigt
erscheint.
5.
Im Folgenden gilt es den materiellen Standpunkt zu prüfen, ob die
Beschwerdegegnerin zu Recht ihre Leistungspflicht für die Ringbandproblematik sowie
die Phlegmone im Bereich des Dig. III rechts abgelehnt hat, indem sie deren Kausalität
zum Unfallereignis vom 11. März 2015 verneint hat.
5.1
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5.1.1 Ein massgebender Ausgangspunkt bei der Beurteilung traumatischer
Folgeschäden bzw. der Ursächlichkeit einer Gesundheitsschädigung bildet
insbesondere der gesundheitliche Zustand einer versicherten Person vor dem Unfall.
Lag die zu beurteilende Gesundheitsschädigung vor dem Unfall in der gegebenen Form
im Sinne eines Vorzustandes bereits vor, vermag sie selbstredend weder eine primäre
Unfallverletzung noch einen sekundären traumatischen Folgeschaden darzustellen.
Sowohl med. pract. E._ als auch PD Dr. F._ nehmen zu dieser Frage Stellung;
erstere, indem sie bezüglich der Beschwerden im Sinne eines schnellenden Fingers am
Mittelfinger rechts einen Vorzustand bejahte, letzterer indem er die Kausalitätsfrage in
Bezug auf beide Sachverhalte - die Beschwerdeführerin litt vor dem Unfall vom 11.
März 2015 noch nicht bzw. litt bereits an einem schnellenden Mittelfinger rechts -
beantwortete. Selbst für den Fall, dass kein Vorzustand anzunehmen wäre, sieht PD Dr.
F._ eine Unfallkausalität für die Symptomatik eines schnellenden Fingers als nicht
gegeben an (Suva-act. 59/15; vgl. nachfolgende Erwägung 5.3), insofern die Frage
eines diesbezüglichen Vorzustands grundsätzlich offen gelassen werden könnte.
5.1.2 Der Vollständigkeit halber ist dennoch anzufügen, dass aufgrund der
vorliegenden Akten ein Sachverhalt ohne Vorzustand zumindest gleich wahrscheinlich
erscheint wie ein solcher mit Vorzustand. Die Formulierung der behandelnden Ärztin
des Landeskrankenhauses C._ in der "Krankengeschichte" bezüglich der von ihr nur
eine Woche nach dem Unfall (am 18. März 2015) durchgeführten Kontrolluntersuchung
- die Patientin gebe an, "schon seit einiger Zeit" Beschwerden im Sinne eines
schnellenden Fingers am Mittelfinger rechts zu haben (Suva-act. 26/7) - spricht eher für
eine längere Zeitphase und damit für einen Vorzustand; dies insbesondere auch im
Vergleich zur nachfolgenden Aussage - sie habe "seit einigen Tagen" zusätzlich
Schmerzen sowie ein Defizit bei der endgradigen Flexion in den Fingern (Suva-act.
26/7). Es handelt sich zwar in zeitlicher Hinsicht um eine unbestimmte Formulierung,
bedeutet aber wohl - entgegen der Auffassung des Rechtsvertreters - nicht nur "zwei
oder drei Tage" (vgl. act. G 1 Ziff. 3.1.1.3). Dennoch darf ihr entsprechend der
Einschätzung des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin in der Replik vom 25. Mai
2016 (act. G 7 Ziff. 8, 15) nicht - wie es die Beschwerdegegnerin getan hat (act. G 3
Ziff. 5.3) - die Bedeutung einer beweisbildenden "Aussage der ersten Stunde"
beigemessen werden. Einer solchen wäre gegenüber einer mit Wissen um die
rechtlichen Konsequenzen nachfolgenden abweichenden Sachverhaltsdarstellung der
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Vorzug zu geben (vgl. dazu BGE 121 V 45 E. 2a; RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 5).
Zwar findet sich in der Einsprache vom 12. Oktober 2015 eine abweichende
Sachverhaltsdarstellung (Suva-act. 31: "..., da ich nachweislich bis zu diesem Zeitpunkt
[Unfall vom 11. März 2015] keinerlei Beschwerden, weder Schmerzen, noch einen
schnellenden Finger noch irgendeine Beeinträchtigung, in meinem Mittel- und
Ringfinger meiner rechten Hand hatte."). Die "Krankengeschichte" wurde jedoch von
der behandelnden Ärztin verfasst. Dass die Formulierung "schon seit einiger Zeit" exakt
den von der Beschwerdeführerin verwendeten Worten entspricht und den von ihr
gemeinten Sinngehalt treffen, ist insofern fraglich, als die weiteren Formulierungen "im
Sinne eines schnellenden Fingers" und "Defizit bei der endgradigen Flexion in den
Fingern" kaum von der Beschwerdeführerin stammen, gegen eine wortgetreue
Anamnese sprechen und auf eine "schriftstellerische" Mitwirkung der behandelnden
Ärztin hindeuten. Im Übrigen ist festzuhalten, dass Dr. D._ am 27. April 2015, d.h.
bevor die Beschwerdeführerin Kenntnis von der am 18. August 2015 mitgeteilten
Leistungsablehnung bezüglich der Ringbandspaltung (Suva-act. 24) haben konnte,
unvereinbar mit einem Vorzustand in der "Krankengeschichte" schrieb, die
Symptomatik sei vor dem gegenständlichen Unfall mit Fremdkörper nicht vorhanden
gewesen; diese trete auch nur paroxysmal (anfallsartig) auf (Suva-act. 26/7). Auch
anlässlich eines Telefongesprächs mit der Beschwerdegegnerin vom 1. Juni 2015 hatte
die Beschwerdeführerin geäussert, dass kein Vorzustand bestehe (Suva-act. 12/1).
5.2
5.2.1 Ein weiteres Beurteilungskriterium für die Kausalität bildet der zeitliche Ablauf
oder Heilverlauf der Unfallverletzung. Med. pract. E._ sowie PD Dr. F._ weisen in
ihren Beurteilungen sinngemäss übereinstimmend darauf hin, die Behandlung des
Holzsplitters habe Ende März abgeschlossen werden können (Suva-act. 29/2) bzw. der
lokale postoperative Verlauf am Ringfinger sei mit Fadenentfernung neun Tag nach der
Fremdkörperentfernung unauffällig gewesen (Suva-act. 59/13).
5.2.2 Der mit der Erstellung des Arztzeugnisses UVG vom 23. Juli 2015 betraute
Arzt des Landeskrankenhauses C._ hielt bezüglich der Holzsplitterentfernung vom
16. März 2015 einen Behandlungsabschluss per 25. März 2015 entsprechend dem
Datum der bis dahin bestätigten 100%-igen Arbeitsunfähigkeit fest (Suva-act. 21/3,
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26/4). Nach der Fremdkörperentfernung war die Holzsplitterverletzung letztmals Thema
der Wundkontrolluntersuchung vom 18. März 2015. Damals zeigten sich blande
Wundverhältnisse, kein Hinweis auf lokale oder fortgeleitete Entzündungszeichen,
keine Rötung, Schwellung, Überwärmung oder Sekretion, eine unauffällige Sensibilität
und Durchblutung peripher, eine freie Beweglichkeit der Finger, kein Krankheitsgefühl
und kein Fieber. Die Beschwerdeführerin gab einzig an, im Wundbereich manchmal ein
leichtes Kribbeln zu verspüren. Eine Wiedervorstellung wurde nur noch bei allenfalls
auftretenden Entzündungszeichen oder Beschwerden vereinbart (Suva-act. 26/5 f.). Am
30. März 2015 erfolgte noch die Nahtentfernung in der Hand-Ambulanz des
Landeskrankenhauses C._, wobei keine Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde (Suva-
act. 26/11, 22). Laut Unfallschein UVG stellte das Landeskrankenhaus C._ erst ab 4.
Mai 2015 weitere 100%-ige Arbeitsunfähigkeitsbestätigungen aus (Suva-act. 22/1, act.
G 1.12). Die neuerliche Vorstellung der Beschwerdeführerin im Landeskrankenhaus
C._ vom 27. April 2015 war jedoch wegen des schnappenden Phänomens im
Bereich des III. und IV. Fingers erfolgt (Suva-act. 26/7) und auch die nachfolgenden
Kontrolluntersuchungen fanden laut Eintragungen in der "Krankengeschichte" der
behandelnden Ärzte bzw. Ärztinnen offensichtlich wegen der Ringbandproblematik und
der Phlegmone statt. In der "Krankengeschichte" wurde zwar bezüglich der
Kontrolluntersuchung vom 27. April 2015 noch festgehalten, im Bereich des IV. Fingers
sei an der Grundphalanx volarseitig eine leicht teigige Resistenz feststellbar, vermehrt
gegen die Unterlage verschlieblich und leicht druckdolent; dort scheine die subkutane
Vernarbung noch nicht abgeschlossen zu sein; man warte in den nächsten Wochen
noch zu und führe am 28. Mai 2015 eine klinische Kontrolle durch (Suva-act. 26/7, act.
G 1.5). In der "Krankengeschichte" ist jedoch weder eine entsprechende klinische
Kontrolle vermerkt noch ist aktenkundig, dass das Thema in den weiteren
Kontrolluntersuchungen nochmals aufgenommen worden wäre.
5.2.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die vorliegenden Akten für einen
überwiegend wahrscheinlich problemlosen postoperativen Verlauf der
Holzsplitterverletzung am Ringfinger (Dig. IV) sprechen und damit ein massgebender
Umstand vorliegt, der gegen eine Unfallkausalität der nachfolgenden gesundheitlichen
Beschwerden - der Ringbandproblematik und der Phlegmone - spricht.
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5.3 Am natürlichen Kausalzusammenhang zwischen den neuen Beschwerden und der
Holzsplitterverletzung kann auch deshalb gezweifelt werden, weil sie erst nach einer
gewissen Latenzzeit aufgetreten sind und ein neues Beschwerdebild im Bereich eines
anderen Fingers darstellen, der vom Unfall nicht direkt tangiert war.
5.3.1 Med. pract. E._ weist in ihrer ärztlichen Beurteilung vom 16./17. September
2015 triftig darauf hin, dass es sich bei der Holzsplitterverletzung bzw. den dadurch
aufgetretenen Beschwerden und der Ringbandproblematik im Grundsatz um zwei
verschiedene Beschwerdebilder handelt. Es entspricht zwar der medizinischen
Erfahrung, dass infolge von primären traumatischen Gesundheitsschäden sekundäre
bzw. indirekt unfallkausale Gesundheitsschäden, degenerativer oder anderweitig
pathologischer Natur, als (Spät-)Folge auftreten können (beispielsweise degenerative
Veränderungen infolge einer traumatisch verursachten strukturellen Verletzung oder
Entzündungen infolge der operativen Versorgung einer traumatischen Verletzung; vgl.
dazu ALFRED M. DEBRUNNER, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. Bern
2005, S. 735; PSCHYREMBEL, Klinisches Wörterbuch, 266. Aufl. Berlin 2014, S. 176;
ROCHE LEXIKON, Medizin, 5. Aufl. München 2003, S. 134, 534). PD Dr. F._ nimmt in
seiner chirurgischen Beurteilung vom 22. April 2016 (Suva-act. 59) zur überwiegenden
Wahrscheinlichkeit eines solchen Verlaufs im konkreten Fall - mit anfänglicher
Holzsplitterverletzung und nachfolgender Ringbandproblematik sowie Phlegmone -
ausführlich Stellung, verneint jedoch eine solche Kausalitätskette und damit eine
(indirekte) Unfallkausalität der hier streitigen Gesundheitsschäden
(Ringbandvernarbung und Phlegmonie). Seine Ausführungen sind schlüssig und
überzeugend, weshalb auf sie abgestellt werden kann.
5.3.2 PD Dr. F._ geht zunächst allgemein anhand der medizinischen Literatur auf
das Krankheitsbild eines schnellenden Fingers (klinische Manifestation und
Terminologie), die Anatomie der Ringbänder in gesundem Zustand sowie die
Physiologie eines pathologischen Ringbandes ein. Bezüglich letzterem weist er auf die
Veränderung der histologischen Struktur der inneren Schicht des Ringbandes infolge
einer Druckerhöhung im Ringbandkanal sowie den daraus folgenden mechanischen
Konflikt zwischen Beugesehne und Ringband hin und hält fest, dass der Finger dann
springe, wenn sich die lokal verdickte Beugesehne durch das verengte Ringband
"quetsche". Weiter folgen - ebenfalls unter Hinweis auf die medizinische Literatur -
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Ausführungen betreffend Inzidenz und Ätiologie eines Springfingers, wonach sich
Springfinger bei Patienten mit verschiedenen konkreten Erkrankungen (Diabetes,
Hypothereose [Unterfunktion der Schilddrüse], Niereninsuffizienz, Amyloidose
[Anreicherung von verändertem Protein in Zwischenzellenräumen], rheumatoide
Arthritis, Gicht, erhöhter Body mass index (BMI), Operation eines
Karpaltunnelsyndroms) häufiger finden als bei Patienten ohne diese Erkrankungen. Der
Grund für das Auftreten von Springfingern sei meist unklar (idio¬pathisch). Ein Trauma
ist laut PD Dr. F._ bzw. der von ihm angeführten medizinischen Literatur selten ein
Grund für eine Verengung eines Ringbandes, respektive eines Konflikts des
Durchmessers der Flexorsehnen und des entsprechenden Ringbandkanals. Meist seien
es Schnittwunden, bei denen es zu einer partiellen Verletzung der Beugesehnen
gekommen sei, ohne dass man dies bei der Wundversorgung bemerkt habe. Seltene
Fallberichte seien publiziert. Das Intervall zwischen Verletzung und Auftreten der
Symptomatik betrage 3 Wochen bis 4 Monate. In der Ultraschalluntersuchung könne
eine solche Sehnenverletzung eventuell präoperativ bereits diagnostiziert werden. Das
Auftreten eines schnellenden Fingers nach einer Fremdkörperverletzung sei in der
Literatur nicht beschrieben.
5.3.3 Die von PD Dr. F._ anhand bestimmter Rubriken (Anatomie,
Pathophysiologie, Inzidenz und Ätiologie) gemachten Ausführungen bilden eine
nachvollziehbare und schlüssige Grundlage für seine - nach Darstellung einer
lückenlosen Anamnese - vor-genommene Wahrscheinlichkeitsbeurteilung der
Ringbandproblematik der Beschwerdeführerin als Folge des versicherten Ereignisses
vom 11. März 2015. Diese Vorgehensweise erscheint zuverlässig, ist nachvollziehbar
und ermöglicht durch die Einordnung des konkreten Falls die Überprüfung der
ärztlichen Schlussfolgerung. PD Dr. F._ beantwortet in Bezug auf den konkreten Fall
einleuchtend einerseits die Frage der Wahrscheinlichkeit des Auftretens einer
Ringbandproblematik durch die Holzsplitterverletzung vom 11. März 2015 am
Ringfinger (Dig. IV), andererseits die Frage der Wahrscheinlichkeit eines
Kausalzusammenhangs zwischen der Holzsplitterverletzung am Ringfinger und der
Ringbandproblematik am Mittelfinger (Dig. III), d.h. dort wo am 10. Juni 2015 die
Ringbandspaltung vorgenommen wurde, und wo später, d.h. am 27. August 2015, eine
Phlegmone operativ behandelt werden musste.
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5.3.4 Hinsichtlich der Thematik - Unfallverletzung und Ringbandproblematik an
demselben Finger bzw. Ringbandproblematik verursacht durch die
Holzsplitterverletzung hält PD Dr. F._ fest, dass es in der Literatur keinen case-report
zu einem Ereignis gebe, wo eine Verletzung mit einem Fremdkörper im weiteren Verlauf
zu einer Veränderung des Ringbandes geführt habe. Man könnte theoretisch davon
ausgehen, dass ein okkulter (verborgener) Infekt in der Region des Ringbandes vom
Ringfinger vorgelegen haben könnte, der zu einer "Schrumpfung" des Ringbandes A1
geführt habe. Dies sei aber mit den in der medizinischen Literatur vorgestellten,
pathophysiologischen Veränderungen nicht kompatibel. Bei einer
Ringbandveränderung komme es zu einer Veränderung der inneren Gleitschicht und
nicht zu einer von der äusseren Schicht ausgehenden Vernarbung. Die beschriebene
fibrocartilaginäre Metaplasie spiele sich in der inneren Schicht ab. Auch wenn der
Begriff "Tendovaginitis" und weitere Symptome, welche auf -itis enden, eine
Entzündung bezeichneten, so habe diese Veränderung nichts mit einer wirklichen
bakteriellen Entzündung zu tun. Eine traumatische Eröffnung der Sehnenscheide mit
einem Fremdkörper durch das Ringband hindurch würde zu einer
Sehnenscheidenentzündung des entsprechenden Fingers führen, was klinisch gut
erkennbar sei. Hinweise für eine Sehnenscheidenentzündung an Dig. IV würden in den
vorliegenden Dokumenten keine gefunden, worin ihm beizupflichten ist. Anlässlich der
echtzeitlich durchgeführten klinischen Untersuchung im Landeskrankenhaus C._
zeigte sich bei der Beschwerdeführerin im Bereich des rechten Ringfingers eine intakte
Funktion der tiefen und oberflächlichen Beugesehne sowie der Strecksehne.
Insbesondere ergab die echtzeitlich durchgeführte Sonographie des rechten
Ringfingers, mit der sich Sehnenveränderungen gut darstellen lassen (vgl. dazu
DEBRUNNER, a.a.O., S. 242 ff.), offensichtlich keinen Hinweis auf eine Verletzung der
Beugesehne oder eine traumatische Eröffnung der Sehnenscheide wegen des
Holzsplitters durch das Ringband hindurch (Suva-act. 21/1, 26/4, act. G 1.5). PD Dr.
F._ zeigt somit anhand der Grundsätze der pathophysiologischen Veränderung eines
Ringbandes und der konkreten von der Beschwerdeführerin am 10. März 2015
erlittenen Unfallverletzung überzeugend und schlüssig auf, weshalb zwischen diesen
beiden Komponenten keine Verbindung bzw. kein Kausalzusammenhang bestehen
kann. Im konkreten Fall kann mithin nicht von einer am 11. März 2015 erlittenen
Unfallverletzung im Umfang einer Sehnenscheidenverletzung ausgegangen werden,
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welche eine Sehnenscheidenentzündung mit nachfolgender Ringbandproblematik zur
Folge haben könnte. Die Ringbandproblematik am Ringfinger stellt mithin ein von der
Holzsplitterverletzung unabhängiges, neues Beschwerdebild dar.
5.3.5 Hinsichtlich der Kausalitätsfrage - Ringbandproblematik am Mittelfinger
verursacht durch eine Holzsplitterverletzung am Ringfinger - ist nochmals zu
wiederholen, dass eine Ringbandproblematik laut "Krankengeschichte" des
Landeskrankenhauses C._ besonders im Bereich des Ringbandes A1 des Dig. III
rechts, teilweise auch des Dig. IV und Dig. II, beide rechts, besprochen und sodann nur
am Dig. III eine Ringbandspaltung durchgeführt worden war (Suva-act. 20/1, 24, 46/5,
59/9), wo auch die Phlegmone aufgetreten ist (Suva-act. 26/7, 38, act. G 1.5). Die
Holzsplitterverletzung hatte hingegen bekanntlich den Dig. IV betroffen (Suva-act. 26/7,
act. G 1.5). Grundsätzlich stellt eine nachkommende Gesundheitsschädigung im
Bereich eines vom Unfall nicht direkt betroffenen, konkret benachbarten, Körperteils
eine Ausgangslage dar, welche gegen eine Unfallkausalität der nachgefolgten
Gesundheitsschädigung spricht. PD Dr. F._ räumt dennoch ein, dass eine Verletzung
an einem angrenzenden Finger im Fall einer Infektion in den Sehnenscheiden aufgrund
der Anatomie mit den in der Hohlhand kommunizierenden Beugesehnenscheiden in der
Tat auf einen benachbarten Finger übergreifen könne. Es komme in einem solchen Fall
einer Sehnenscheidenentzündung an einem Finger zu einer Hohlhandphlegmone, die
dann im weiteren Verlauf zu einer Sehnenscheidenentzündung von weiteren Fingern
führen könne. Solche Verläufe seien schwerwiegend. Im konkreten Fall gehe es aber
um die Symptomatik eines schnellenden Fingers an einem benachbarten Finger. Der im
weiteren Verlauf nach der durchgeführten Ringbandspaltung am Dig. III vermutete
Infekt habe nichts mit der früheren, infektlos abgeheilten Verletzung zu tun und der
Infekt sei bakteriologisch und laborchemisch bei nicht erhöhten
Entzündungsparametern und einer negativen Bakteriologie im Abstrich nicht bewiesen.
Hingegen sei die leichte Niereninsuffizienz mit dem grenzwertigen Kreatinin und einer
erniedrigten glomerulären Filtration ein interessanter Nebenbefund, der einen als
Prädisposition für eine Tendovaginitis stenosans (Triggerfinger/schnellender Finger)
beschriebenen Faktor betreffe. Als zusätzlich prädisponierende Faktoren seien bei der
Beschwerdeführerin aus den vorliegenden Dokumenten das Alter (59 Jahre), das
weibliche Geschlecht, eine Adipositas mit BMI 34.9 sowie die Betroffenheit des Dig. III,
des am häufigsten befallenen Fingers, eruierbar. PD Dr. F._ legt schlüssig und
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nachvollziehbar anhand der konkreten Aktenlage dar, weshalb bei der
Beschwerdeführerin der besondere Fall einer Phlegmone im Bereich eines vom Unfall
nicht betroffenen, benachbarten Fingers nicht überwiegend wahrscheinlich erscheint.
Heilt eine Verletzung, wie im vorliegenden Fall (vgl. dazu Erwägung 5.2) - ohne Infektion
ab, leuchtet es ein, wenn bezüglich einer neuen Infektion, die mehr als fünf Monate
nach der Holzspriessenverletzung auftritt, von einem unfallunabhängigen Vorgang
ausgegangen wird. Ein Sachverhalt mit einer (sekundären) traumatischen Entstehung
der Phlegmone erscheint zumindest nicht wahrscheinlicher als eine solche mit einer
unfallfremden Ätiologie, womit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
nicht entsprochen ist. Das Vorliegen prädisponierender Faktoren mindert die
Wahrscheinlichkeit eines unfallfremden Prozesses zusätzlich.
5.3.6 Die Feststellung von PD Dr. F._ betreffend ein Trauma als Ursache für eine
Schnellende-Finger-Symptomatik im Bereich des Mittelfingers - die Fallbeschreibungen
in der medizinischen Literatur würden okkulte Sehnenverletzungen betreffen, die
anlässlich einer Wundversorgung nicht bemerkt worden seien - erscheint logisch. So
wird eine Verletzung entweder echtzeitlich festgestellt und diagnostiziert oder sie bleibt
verborgen und wird nicht diagnostiziert. Im vorliegenden Fall finden sich - wie von PD
Dr. F._ festgehalten - keine Hinweise für eine anlässlich der Holzsplitterverletzung
vom 11. März 2015 erlittene Beugesehnenverletzung am Dig. IV (vgl. dazu Erwägung
5.3.4) und schon gar nicht am Dig. III.
5.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass aufgrund der überzeugenden und
umfassenden Darlegungen von PD Dr. F._ weder in Bezug auf eine
Ringbandproblematik am Dig. III bzw. die am 10. Juni 2015 durchgeführte
Ringbandspaltung am Dig. III noch auf die am 27. August 2015 vorgenommene
Phlegmoneausräumung mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
von einem natürlich kausalen Zusammenhang zur Holzsplitterverletzung vom 11. März
2015 ausgegangen werden kann.
5.5 Die Aussagen von Dr. D._ in der "Krankengeschichte" betreffend die
Kontrolluntersuchung vom 7. September 2015 (act. G 1.5 S. 8 f.) - bei der operativen
Revision des III. Fingers (die Beugesehnen scheiden bis über die Hohlhand hinaus)
habe sich narbig verändertes Gewebe gezeigt; der Abstrich sei negativ und die
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Synovitis bis über die Mittelphalanx und zum Sehnenscheiden-Blindsack evident
gewesen; es dürfte sich daher um eine Folge eines externen Traumas handeln,
vermutlich in Zusammenhang zu bringen mit dem Holzsplitter, den sich die Patientin im
Frühjahr eingezogen habe - vermag keinen überzeugenden Wahrscheinlichkeitsbeweis
für eine indirekte Unfallkausalität zu erbringen. Seine Aussagen sind als Vermutung
formuliert und stellen damit nur eine mögliche Sachlage dar. Die Schlussfolgerung von
Dr. D._ beschränkt sich eigentlich darauf, bestimmte Fakten im Zusammenhang mit
der Ringbandoperation und der Phlegmoneausräumung (es zeigte sich narbig
verändertes Gewebe, der Abstrich war negativ und die Synovitis bis über die
Mittelphalanx und zum Sehnenscheiden-Blindsack evident) festzuhalten, um dann
ohne weitere Begründung die Holzspriessenverletzung als Ursache heranzuziehen. Die
genauen medizinischen Zusammenhänge und Überlegungen werden jedoch von ihm
nicht aufgezeigt. Mit der zwischenzeitlich wegen der Ringbandproblematik am III.
Finger (vgl. dazu Suva-act. 46/4, 59/2, act. G 1.6 S. 4) erfolgten Injektion mit Cortison
bringt Dr. D._ ausserdem eine weitere mögliche Kausalitätsvariante ein, womit er die
von ihm angesprochene Kausalität zur Holzsplitterverletzung selbst aufweicht. In
Erwägung 5.3.5 wurde bereits dargelegt, dass gestützt auf die überzeugende
chirurgische Beurteilung von PD Dr. F._ vom 22. April 2016 zwischen der
Phlegmoneausräumung des III. Fingers einerseits bzw. der von DD._ erwähnten
Synovitis und der Holzsplitterverletzung des Ringfingers andererseits kein überwiegend
wahrscheinlicher Kausalzusammenhang besteht. Dies auch wenn - wie von Dr. D._
festgehalten und von PD Dr. F._ bestätigt - die Beugesehnen bis über die Hohlhand
hinaus scheiden.
5.6
5.6.1 Das auf einer persönlichen Untersuchung der Beschwerdeführerin vom 9.
Januar 2017 basierende monodisziplinäre handchirurgische Gutachten von Dr. H._
vom 12. Januar 2017 (act. G 11.1) vermag ebenfalls nicht zu einer anderen Beurteilung
zu führen. Dr. H._ stellt bei Bejahung der Budapester-Kriterien (vgl. dazu https://
www.crps-netzwerk.org/cms/wp-content/uploads/2014/12/
diagnose_crps_kriterien.pdf, abgerufen am 30. Oktober 2017) die zusätzliche Diagnose
eines posttraumatischen Komplexen Regionalen Schmerz-Syndroms (CRPS Typ I),
welches ursprünglich offensichtlich nicht erkannt worden sei. Während die anfangs bei
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der Beschwerdeführerin aufgetretenen Symptome für ein CRPS sehr typisch seien und
durch kein anderes plausibles Krankheitsbild besser erklärt werden könnten, habe
keines der Symptome mit Sicherheit zu einer Tendovaginitis stenosans oder einer
Phlegmone gepasst (act. G 11.1 S. 27 ff.). Aus der Retrospektive müsse mithin sowohl
die Diagnose eines Schnellenden Fingers wie auch der Bestand einer Mittelfingerstrahl-
Phlegmone ernsthaft in Frage gestellt werden, insbesondere im Hinblick auf die damit
verbundene Kausalitätsfrage und Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin. Die sich
primär entzündlich präsentierenden und gegen jede Erwartung nicht abklingenden
lokalen Zeichen, die sich ausbreitenden Gefühlsstörungen und permanent bleibenden
Schmerzen mit Ausstrahlungen und zunehmender Empfindlichkeit auf jegliche
mechanische Reize wären genug Anlass gewesen, die Diagnose CRPS nach kritischer
Anwendung der Budapester-Kriterien schon sehr früh bei einem offensichtlich
ungewöhnlichen Heilverlauf zu stellen. Unter diesen Umständen hätten der
Beschwerdeführerin bis zu drei operative Eingriffe erspart bleiben können (act. G 11.1
S. 31).
5.6.2 Selbst wenn bei der Beschwerdeführerin von einem CRPS ausgegangen
würde, erscheint ein CRPS, welches - wie von Dr. H._ vertreten - ohne Annahme
einer Ringbandproblematik und einer Phlegmone auf die Holzsplitterverletzung vom 11.
März 2017 zurückgeführt werden könnte, nicht überwiegend wahrscheinlich. Das
CRPS ist zwar ein anerkanntes unfallkausales organisches Schmerzsyndrom, das
eintritt, obwohl die Verheilung einer strukturellen Läsion grundsätzlich günstig verlaufen
ist (DEBRUNNER, a.a.O., S. 695 ff.; ROCHE LEXIKON, a.a.O., S. 1779 "Sudeck";
PSCHYREMBEL, a.a.O., S. 1914 "Schmerzsyndrome, komplexe regionale"). Wie von
der Beschwerdegegnerin erklärt, treten jedoch die Beschwerden innerhalb kurzer Zeit
nach einem auslösenden Ereignis auf. Nach der Rechtsprechung wird für eine
Leistungspflicht des Unfallversicherers eine Latenzzeit von höchstens sechs bis acht
Wochen vorausgesetzt (vgl. Urteil des EVG vom 6. September 2006, U 23/06, E. 2.3
mit Hinweis). Bei der nach der Holzsplitterentfernung am 18. März 2015 durchgeführten
Kontrolluntersuchung zeigten sich am verletzten Ringfinger der Beschwerdeführerin
normale Verhältnisse bzw. keine CRPS-typischen Symptome (kein Hinweis auf lokale
oder fortgeleitete Entzündungszeichen, keine Rötung, keine Schwellung, keine
Überwärmung, keine Sekretion, Sensibilität und Durchblutung peripher unauffällig
(Suva-act. 26/6 f.). Auch bezüglich der am 27. April 2015 und damit innerhalb der
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erforderlichen Latenzzeit durchgeführten Kontrolluntersuchung durch Dr. D._ -
immerhin einem Arzt der Hand-Ambulanz des Landeskrankenhauses C._ - sind keine
solchen in der "Krankengeschichte" vermerkt. Von der Beschwerdeführerin beklagt
wurde hingegen ein schnappendes Phänomen im Bereich des II. und IV. Fingers rechts
(Suva-act. 26/7). Dr. D._ führte sodann - wie bereits erwähnt - bei der
Beschwerdeführerin am 10. Juni 2015 eine Ringbandspaltung und am 27. August 2015
eine Phlemoneausräumung durch. Die Annahme, die beiden operativen Eingriffe seien
ohne entsprechende Indikation bzw. aus einer Fehldiagnose heraus erfolgt, kommt
lediglich einer Vermutung gleich. Dies auch wenn sich der im Rahmen der
Phlegmoneausräumung abgenommene Abstrich (Suva-act. 38) - worauf Dr. H._
konkret hinweist (act. G 11.1 S. 28 Ziff. 5.1) - letztlich negativ zeigte (Suva-act. 48/13).
Dr. D._ erhob in sämtlichen im Zusammenhang mit den beiden vorgenannten
Operationen durchgeführten Kontrolluntersuchungen - trotz fortdauernder
Beschwerden - nie den Verdacht auf ein CRPS. Die Beschwerdeführerin beklagte zwar
fortdauernde Schmerzen und eine Schwellung, doch liess sich letztere klinisch nicht
erhärten, Entzündungszeichen waren keine ersichtlich und die periphere Durchblutung
und Sensibilität war nicht gestört (Suva-act. 26/7 ff., 48/7 ff., act. G 1.5). Dr. H._
erstellte sein Gutachten rückblickend, erst zwei Jahre nach dem Unfall vom 11. März
2015. Innerhalb dieses Zeitraums wurden bei der Beschwerdeführerin zwei
Fingeroperationen durchgeführt. Selbst wenn davon ausgegangen würde, dass sie nie
unter einer Ringbandproblematik und einer Phlegmone gelitten hätte, wird dadurch ein
überwiegend wahrscheinlich indirektes, durch die Holzsplitterverletzung verursachtes,
traumatisches CRPS insofern nochmals relativiert, als ein CRPS laut medizinischer
Literatur auch durch eine Operation ausgelöst werden kann (vgl. DEBRUNNER, a.a.O.,
S. 695). Zusammenfassend ist festzuhalten, dass - auch wenn an dieser Stelle ein
CRPS im Zeitpunkt der Untersuchung durch Dr. H._ nicht in Abrede gestellt werden
kann - zumindest ein auf die Holzsplitterverletzung zurückzuführendes CRPS
angesichts der dargestellten Sachlage nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist.
5.7 Angesichts der Darlegungen in den Erwägungen 5.1 - 5.6 ist nicht zu beanstanden,
dass die Beschwerdegegnerin den Anspruch der Beschwerdeführerin auf Leistungen in
Bezug auf die Ringbandproblematik und die Phlegmone mangels eines natürlichen
Kausalzusammenhangs zum Unfallereignis vom 11. März 2015 abgelehnt hat. Da nicht
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zu erwarten ist, dass weitere Abklärungen den erforderlichen Nachweis liefern können,
ist auf solche zu verzichten (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 122 V 157 E. 1d). Von
einer Prüfung des adäquaten Kausalzusammenhangs kann unter den genannten
Umständen abgesehen werden.
6.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gegen den angefochtenen
Einspracheentscheid vom 3. Februar 2016 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a ATSG).