Decision ID: 8fce100a-b58a-4c34-82b1-d3ea69bd2e60
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a Nachdem der seit 16. Juni 2005 fortlaufend behandelnde Dr. med. B._, Facharzt
für Psychiatrie und Psychotherapie, die Versicherte A._, geboren 1967, am 6. Juli
2010 zur Früherfassung angemeldet hatte (IV-act. 1), forderte die IV-Stelle diese auf,
sich bei der Invalidenversicherung anzumelden (Schreiben vom 9. Juli 2010, IV-act. 3).
In der Anmeldung vom 14. Juli 2010 führte sie aus, an Depressionen zu leiden (IV-act.
4). Dr. B._ berichtete am 9. August 2010, die Versicherte leide an sonstigen
Reaktionen auf schwere Belastung (ICD-10: F43.8) und an einer rezidivierenden
depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10: F33.1). Er
bescheinigte ihr deshalb eine eingeschränkte Arbeitsfähigkeit von 50 bis 70%, führte
aber aus, die Versicherte werde im Rahmen ihres bisherigen Pensums (90%) als
Angelernte in der Hotellerie eines Spitals und als Zeitungsverträgerin in den frühen
Morgenstunden weiterhin arbeiten wollen bzw. mehr arbeiten wollen, als gesundheitlich
vertretbar erscheine (IV-act. 16).
A.b Im Auftrag der IV-Stelle wurde die Versicherte am 25. Oktober 2010 bidisziplinär
von Dr. med. C._, Facharzt FMH für Innere Medizin, speziell Rheumaerkrankungen,
und Dr. med. D._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, begutachtet.
Die Gutachter diagnostizierten: eine chronisch rezidivierend depressive Störung,
derzeit etwa mittelgradig (seit 2005; ICD-10: F33.1), und ein lumboradikuläres sensibles
Restsyndrom nach Diskushernienoperation L5/S1 links (1999; ICD-10: M51.1, M51.3
und M41.2). Diesen Leiden massen sie Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zu. Die
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Versicherte arbeite wieder im Hausdienst des Spitals und als Zeitungsverträgerin. Sie
arbeite aus finanziellen Gründen mehr als ihr eigentlich langfristig zumutbar sei mit der
Wahrscheinlichkeit, ihre Kräfte zu überfordern und mittelfristig erneut dekompensierend
auszufallen. Die Gutachter bescheinigten für die angestammte Tätigkeit und andere
leidensangepasste Tätigkeiten eine 70%ige Arbeitsfähigkeit, wie sie seit 1. Juli 2008
verwertet worden sei. Aus psychiatrischer Sicht sei längerfristig allerdings nur eine
60%ige Arbeitsfähigkeit vertretbar (Gutachten vom 20. November 2010, IV-act. 29;
zum psychiatrischen Teilgutachten vom 27. Oktober 2010 siehe IV-act. 28).
A.c Mit der Begründung, die Versicherte fülle ihre angestammten Arbeitspensen im
Spital und als Zeitungsverträgerin wieder aus, teilte ihr die IV-Stelle am 17. Januar 2011
die Abweisung des Gesuchs um berufliche Massnahmen mit (IV-act. 34). Nach
durchgeführtem Vorbescheidverfahren (zum Vorbescheid vom 16. März 2012 siehe IV-
act. 44) verfügte die IV-Stelle am 22. Mai 2012 die Abweisung des Rentengesuchs.
Ausgehend von einem 90%igen Erwerbsanteil und einem 10%igen Haushaltsanteil
ermittelte sie im Rahmen der gemischten Methode einen Invaliditätsgrad von 0% (IV-
act. 45). Dagegen erhob die Versicherte am 25. Mai 2012 Beschwerde und brachte
darin vor, ihr Gesundheitszustand habe sich verschlechtert. Sie sei seit drei Monaten
krankgeschrieben (IV-act. 49; siehe auch die ergänzende Beschwerdebegründung vom
6. September 2012 samt diversen medizinischen Berichten, u.a. den Austrittsbericht
des Psychiatrischen Zentrums E._ vom 15. Mai 2012 betreffend die Hospitalisation
vom 3. April bis 7. Mai 2012 und den Austrittsbericht der Psychiatrischen Klinik F._
vom 6. Juli 2012 betreffend die Hospitalisation vom 9. bis 27. März 2012, IV-act. 59 f.).
Am 29. Oktober 2012 widerrief die IV-Stelle die Verfügung vom 22. Mai 2012 und stellte
weitere Abklärungen in Aussicht (IV-act. 65; zum Abschreibungsbeschluss des
Versicherungsgerichts vom 20. November 2012, IV 2012/202, siehe IV-act. 76).
A.d G._, Sachbearbeiterin bei der IV-Stelle, meldete am 21. November 2012 intern
„Verhaltensweisen/Tätigkeiten/Umstände, welche den Gesundheitsschaden in Frage
stellen“, u.a. mit Hinweis darauf, dass der Ehemann im EL-Verfahren seine BVG-Rente
nicht angegeben habe und die Eheleute eine Eigentumswohnung gekauft hätten,
obwohl beide psychisch schwer angeschlagen sein sollen (IV-act. 73). Dr. B._ teilte
am 26. Dezember 2012 mit, er halte die Versicherte seit mindestens 2008 für die meiste
Zeit für 100% arbeitsunfähig. Sie habe sich unter grossem Leid und grosser
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Anstrengung gezwungen, zu funktionieren; aus ärztlicher Sicht immer wieder kaum
verantwortbar (IV-act. 80). Im Auftrag der IV-Stelle führten die Dres. C._ und D._
am 9. April 2013 eine bidisziplinäre (rheumatologisch-psychiatrische)
Verlaufsbegutachtung durch. Die Gutachter diagnostizierten als Leiden, welchen sie
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beimassen: ein lumboradikuläres sensibles
Restsyndrom L5/S1 links nach Diskushernienoperation 1999 (ICD-10: M51.1, M51.3,
M41.2); eine funktionell wirkende linksseitige diffuse Armhypaesthesie bei erhaltener
Armkraft und Reflexen bei klinisch frei beweglicher, indolenter, radiologisch
unauffälliger HWS; eine chronisch rezidivierende depressive Störung, derzeit
mittelgradig bis schwer, einzelne psychotische Symptome (ICD-10: F33.1/F33.2) seit
2005, zur Zeit hospitalisiert. Der psychische Gesundheitszustand der Versicherten habe
sich seit der Erstbegutachtung verschlechtert. Aus somatischer Sicht sei der
Gesundheitszustand unverändert geblieben. Die Gutachter bescheinigten der
Versicherten eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Aufgrund des instabilen
Gesundheitszustands empfahlen sie, in einem halben Jahr einen psychiatrischen
Verlaufsbericht einzuholen (Verlaufsgutachten vom 9. April 2013, IV-act. 90; zum
psychiatrischen Teilverlaufsgutachten vom 13. April 2013 siehe IV-act. 88). Die RAD-
Ärztin Dr. med. H._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, vertrat in der
Stellungnahme vom 13. Juni 2013 die Auffassung, es sei nicht damit zu rechnen, dass
in absehbarer Zeit eine relevante Steigerung der Arbeitsfähigkeit möglich sein werde.
Hinweise auf das Bestehen von suboptimalem Leistungsverhalten bzw. auf relevante
Inkonsistenzen verneinte sie (IV-act. 91). Dr. med. I._, Mitarbeiter der IV-Stelle,
gelangte am 9. August 2013 demgegenüber zur Auffassung, die im Verlaufsgutachten
„monierte Verschlechterung“ sei unbegründet. „Wir stehen heute vor stark
divergierenden funktionellen Einschätzungen des gleichen medizinischen
Sachverhalts“ (IV-act. 99).
A.e Am 20. August 2013 erhielt die IV-Stelle den Austrittsbericht der Klinik J._ vom
5. August 2013, wo sich die Versicherte vom 4. April bis 31. Mai 2013 zur stationären
Trauma-Behandlung befunden hatte. Die dort behandelnden medizinischen
Fachpersonen diagnostizierten eine komplexe posttraumatische Belastungsstörung
(ICD-10: F43.1), eine rezidivierende depressive Störung, derzeit mittelgradige Episode
(ICD-10: F33.1), und episodisch einen schädlichen Substanzgebrauch (Analgetika,
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Sedative, Hypnotika; ICD-10: F19.26). Die Versicherte sei arbeitsunfähig entlassen
worden (IV-act. 107).
A.f Am 25. Oktober 2013 führte die IV-Stelle ein Standortgespräch mit der Versicherten
durch und befragte sie zu ihren Leiden und Alltagsaktivitäten (IV-act. 112; zum vom
Rechtsvertreter der Versicherten unterzeichneten Exemplar des Protokolls siehe IV-act.
121 sowie zu dessen Ergänzungen vom 25. November 2013, IV-act. 120). Im Zeitraum
vom 4. September bis 16. Dezember 2013 wurde die Versicherte im Auftrag der IV-
Stelle observiert (zum Observationsbericht vom 28. Januar 2014 siehe IV-act. 124; zur
Würdigung der Observationsergebnisse durch Dr. med. K._, Mitarbeiterin der IV-
Stelle, vom 28. Februar 2014 siehe IV-act. 127). Anlässlich eines weiteren
Standortgesprächs vom 19. März 2014 konfrontierte die IV-Stelle die Versicherte mit
den Observationsergebnissen (IV-act. 129).
A.g Im Verlaufsbericht vom 28. März 2014 gab der behandelnde Dr. B._ an, der
Gesundheitszustand der Versicherten habe sich verschlechtert. Sie befinde sich aktuell
in stationärer Behandlung. Er sei informiert gewesen, dass die Versicherte Auto fahre
(sei sie gesundheitlich dazu nicht in der Lage, was öfter vorkomme, lasse sie sich von
einer ihrer Töchter in die Sprechstunde fahren), das Ehepaar regelmässig den Enkel
betreue (oft eine Überforderung) und die Versicherte in die Türkei fahre. Er habe in der
Vergangenheit Reisen und Ferienaufenthalte gefördert. Er habe auch ausdrücklich
ausgedehnte Spaziergänge gefördert. Er habe mit der Versicherten über „EXIT“ als
Möglichkeit zum begleiteten Suizid gesprochen. Gemeinsam mit dem Hausarzt kämpfe
er seit Jahren um das Überleben der Versicherten. Ein weiterer Suizidversuch habe
noch vor der Konfrontation mit der Observation stattgefunden (IV-act. 136; zur im
Spital L._ vom 12. bis 13. März 2014 erfolgten Behandlung infolge
Tablettenintoxikation in suizidaler Absicht am 11. März 2014 siehe IV-act. 143; zu der
daran anschliessenden stationären Behandlung vom 13. März bis 4. April 2014, der
tagesklinischen Behandlung vom 7. bis 8. April 2014 und der neuerlichen stationären
Behandlung vom 9. bis 17. April 2014 in der Psychiatrischen Klinik F._ siehe den
Austrittsbericht vom 9. Mai 2014, IV-act. 144; vgl. auch den Verlaufsbericht von Dr.
B._ vom 13. November 2014, IV-act. 153).
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A.h Im Auftrag der IV-Stelle wurde die Versicherte am 9. und 10. März 2015 durch
med. pract. M._, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, begutachtet.
Diese diagnostizierte keine Leiden, denen sie eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
beimass. Es bestünden: eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig (voll)
remittiert (ICD-10: F33.4); akzentuierte Persönlichkeitszüge mit histrionischen Anteilen
(ICD-10: Z73.1); psychische und Verhaltensstörungen durch Sedativa oder Hypnotika,
Abhängigkeitssyndrom, ständiger Substanzgebrauch (ICD-10: F13.25). Die
Arbeitsfähigkeit sei dadurch aber nicht beeinträchtigt. Aufgrund der unklaren und
widersprüchlichen Aktenlage sei es nicht möglich, retrospektiv die bei ihr von den
behandelnden Ärzten attestierte, bzw. die vom psychiatrischen Vorgutachter beurteilte
andauernde Arbeitsunfähigkeit nachzuvollziehen und zu bestätigen. Eine andauernde
Arbeitsunfähigkeit lasse sich retrospektiv nicht bestätigen. Es habe aus „gutachterlich-
psychiatrischer“ Sicht noch nie eine andauernde Arbeitsunfähigkeit vorgelegen
(Gutachten vom 25. April 2015, IV-act. 161). Noch bevor die Versicherte bzw. deren
Rechtsvertreter Kenntnis vom Inhalt des Gutachtens erhalten hatten, monierte sie die
Art und Weise der Begutachtung durch med. pract. M._ (Schreiben vom 29. April
2015, IV-act. 162). Hierzu nahm die Gutachterin am 19. Juni 2015 Stellung und bestritt
die Vorwürfe der Versicherten (IV-act. 165).
A.i Mit Vorbescheid vom 11. August 2015 stellte die IV-Stelle der Versicherten die
Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht (IV-act. 170). Dagegen erhob die
Versicherte am 14. September 2015 Einwand (IV-act. 172; zur Stellungnahme von Dr.
B._ vom 23. September 2015 siehe IV-act. 175). Med. pract. M._ äusserte sich
hierzu am 13. Oktober 2015 (IV-act. 177). Am 16. Oktober 2015 verfügte die IV-Stelle
die Abweisung des Rentengesuchs. Dem ermittelten 32%igen Invaliditätsgrad legte sie
eine somatisch bedingte Arbeitsunfähigkeit von 40%, ein 90%iges Erwerbspensum
und ein 10%iges Haushaltspensum im Gesundheitsfall zugrunde (IV-act. 178).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 16. Oktober 2015 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 16. November 2015. Die Beschwerdeführerin beantragt darin deren
Aufhebung. Sie sei im Fachbereich Psychiatrie einer erneuten unabhängigen
Begutachtung zu unterziehen. Die Expertenstelle sei direkt durch das angerufene
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Gericht zu bestimmen. Eventualiter sei ihr basierend auf einem 43%igen
Invaliditätsgrad rückwirkend ab 1. April 2011 eine Viertelsrente auszurichten. Im
Wesentlichen rügt sie, dass med. pract. M._ voreingenommen und ihre Beurteilung
deshalb sowie aufgrund weiterer Mängel nicht beweiskräftig sei (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 26. Januar
2016 die Abweisung der Beschwerde. Sie vertritt den Standpunkt, dass die Kritik der
Beschwerdeführerin an der gutachterlichen Beurteilung nicht zutreffe und die
Einschätzung von med. pract. M._ beweiskräftig sei (act. G 4).
B.c In der Replik vom 31. März 2016 hält die Beschwerdeführerin unverändert an ihren
Beschwerdeanträgen fest (act. G 8). Sie hat mit der Replik eine unvollständige (es
fehlen die Seiten mit gerader Nummerierung) Stellungnahme von Dr. B._ zum
Gutachten vom 7. Januar 2016 (act. G 8.1) und den Austrittsbericht des Spitals L._
vom 24. Oktober 2015 betreffend die Hospitalisation vom 22. bis 23. Oktober 2015
infolge Mischintoxikation (act. G 8.2) eingereicht.
B.d Die Beschwerdegegnerin hat am 11. Mai 2016 ihren Verzicht auf eine Duplik
mitgeteilt (act. G 10). Am 14. Dezember 2016 hat sie sich zum Urteil des Europäischen
Gerichtshofs für Menschenrechte vom 18. Oktober 2016 i.S. Vukota-Bojic gegen die
Schweiz (61838/10) geäussert (act. G 12).
B.e Auf Aufforderung des Gerichts reichte die Beschwerdeführerin am 27. Februar
2018 ein vollständiges Exemplar der Stellungnahme von Dr. B._ vom 7. Januar 2016
nach (act. G 15).
B.f Nach der Gewährung des rechtlichen Gehörs an die Parteien (act. G 18 ff.)
beauftragte das Versicherungsgericht die asim Begutachtung, Universitätsspital Basel,
am 28. Mai 2018 mit einer psychiatrischen Begutachtung (einschliesslich einer
neuropsychologischen Abklärung, act. G 29). Am 9. August 2018 wurde die
Beschwerdeführerin von Prof. Dr. med. N._, Facharzt u.a. für Psychiatrie und
Psychotherapie, und am 20. August 2018 von Prof. Dr. rer. nat. med. habil. Dipl.-Psych.
O._, Neuropsychologe, untersucht. In der Konsensbeurteilung für ein bidisziplinäres
Gutachten vom 30. Oktober 2018 vertraten die Gerichtsgutachter die Auffassung, die
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Beschwerdeführerin leide an folgenden Diagnosen, welche sich auf die Arbeitsfähigkeit
auswirken würden: 1. eine rezidivierende depressive Störung, aktuell remittiert (ICD-10:
F33.4); 2. sonstige Reaktionen auf schwere Belastung mit somatoformer Komponente
(ICD-10: F43.8); DD anamnestisch "Komplexe posttraumatische Belastungsstörung",
gutachterlich nicht zu validieren (ICD-10: F43.1); 3. psychische und
Verhaltensstörungen durch Sedativa oder Hypnotika, Abhängigkeitssyndrom, ständiger
Substanzgebrauch (ICD-10: F13.25). Sowohl bezogen auf die bisherigen als auch
leidensangepasste Tätigkeiten bescheinigte der psychiatrische Gerichtsgutachter eine
um etwa 20% eingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Darüber hinaus bestehe keine
zusätzliche neuropsychologisch bedingte Arbeitsunfähigkeit. Unter Berücksichtigung
des Längsschnittes sei aber eine unverzügliche Umsetzung dieser Arbeitsfähigkeit als
prospektiv kontraproduktiv anzusehen. Die aktuell eingeschätzte Arbeitsfähigkeit
bestehe aus bidisziplinärer Sicht zumindest seit anderthalb Jahren, vielleicht auch
etwas länger durch die zumindest partielle psychosoziale Entlastung durch die
Trennung vom Ehegatten (Konsensbeurteilung vom 30. Oktober 2018, act. G 30.1; zum
psychiatrischen Gerichtsgutachten siehe act. G 30.2 und zum neuropsychologischen
Gutachten act. G 30.3).
B.g In der Stellungnahme vom 12. Dezember 2018 beantragt die Beschwerdeführerin
die Ausrichtung einer Viertelsrente ab 1. April 2011 vorläufig bis 30. Juni 2019 sowie
die Durchführung eines Rentenrevisionsverfahrens ab Juli 2019. Die Gerichtsgutachter
würden den Wiedereinstieg in eine Erwerbstätigkeit mit einem Pensum von 30 bis 40%
empfehlen, wobei vorher die Medikamentenabhängigkeit in einem stationären Setting
evaluiert werden solle. Daraus gehe hervor, dass die bescheinigte 80%ige
Arbeitsfähigkeit derzeit (noch) nicht realisierbar sei (act. G 33).
B.h Die Beschwerdegegnerin beantragt am 4. Februar 2019, der Antrag um
Zusprechung einer Viertelsrente sei abzuweisen und auf den Antrag auf die
Durchführung einer Rentenrevision ab Juli 2019 sei nicht einzutreten. Die Frage nach
einer zukünftigen Rentenrevision bilde nicht Gegenstand des Beschwerdeverfahrens.
Der psychiatrische Gerichtsgutachter betone, die rezidivierenden depressiven
Episoden seien sehr wahrscheinlich psychosozial ausgelöst worden. Psychosoziale
Belastungsfaktoren würden invalidenversicherungsrechtlich einen Ausschlussgrund
darstellen, weshalb die durch sie verursachten und unterhaltenen Einschränkungen der
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Arbeitsfähigkeit nicht berücksichtigt werden dürfen. Vor diesem Hintergrund
rechtfertige es sich vorliegend nicht, eine relevante Arbeitsunfähigkeit anzunehmen.
Der Gerichtsgutachter erachte es als ausgesprochen schwierig, den Verlauf der
Arbeitsfähigkeit zu beurteilen. Allenfalls sei es möglich, nicht jedoch überwiegend
wahrscheinlich, dass früher eine relevante Arbeitsunfähigkeit bestanden habe. Damit
sei davon auszugehen, dass bei der Beschwerdeführerin noch nie eine andauernde
Arbeitsunfähigkeit vorgelegen habe. Die Beschwerdeführerin habe ihre gutachterlich
ausgewiesene Arbeitsfähigkeit seit Jahren nicht mehr verwertet. Damit habe sie ihre
Schadenminderungspflicht verletzt. Die Notwendigkeit einer schrittweisen
Wiedereingliederung wäre nicht entstanden, wenn sie ihrer Schadenminderungspflicht
nachgekommen wäre. Damit sei sie so zu stellen, wie wenn sie ihre Arbeitsfähigkeit seit
Jahren vollumfänglich verwerten würde. Wegen der Parallelisierung der
Vergleichseinkommen resultiere selbst bei Annahme einer 40%igen Arbeitsfähigkeit
kein rentenbegründender Invaliditätsgrad. Die Beschwerdeführerin anerkenne zudem,
dass sie als Gesunde nur in einem Teilpensum von 90% erwerbstätig wäre, was zu
einem noch tieferen Invaliditätsgrad führe (act. G 36).

Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Rentenanspruch
der Beschwerdeführerin. Wie die Beschwerdeführerin bereits im Einwand vom 14.
September 2015 zutreffend dargelegt hat (IV-act. 172-2), ist die das Rentengesuch
abweisende Verfügung vom 22. Mai 2012 (IV-act. 45) am 29. Oktober 2012 von der
Beschwerdegegnerin widerrufen worden (IV-act. 65). Diese Verfügung hat somit keine
rechtliche Bedeutung mehr. Sie hat deshalb auch keine Auswirkung auf die Prüfung
des vorliegend Gegenstand bildenden, am 14. Juli 2010 angemeldeten Rentengesuchs
(IV-act. 4). Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin (IV-act. 178-3) ist folglich
nicht massgebend, ob seit der Verfügung vom 22. Mai 2012 eine wesentliche
Veränderung eingetreten ist. Vielmehr ist eine umfassende Beurteilung eines
erstmaligen Rentengesuchs vorzunehmen. Nicht Gegenstand der vorliegend
erstmaligen Prüfung des Rentengesuchs bilden allfällige spätere Revisionen, weshalb
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auf den entsprechenden Antrag der Beschwerdeführerin (act. G 33, Antrag lit. b) nicht
einzutreten ist.
1.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die Invalidität kann Folge von
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor,
wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige
Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten
Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Für das
gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben die Versicherungsträger und
das Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). Bezüglich Gerichtsgutachten hat
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die Rechtsprechung ausgeführt, das Gericht weiche "nicht ohne zwingende Gründe"
von den Einschätzungen der medizinischen Experten ab. Auch der Europäische
Gerichtshof für Menschenrechte hat diesbezüglich erwogen, der Meinung eines von
einem Gericht ernannten Experten komme bei der Beweiswürdigung vermutungsweise
hohes Gewicht zu (BGE 135 V 469 f. E. 4.4 mit Hinweisen).
2.
Zwischen den Parteien ist zunächst die Frage umstritten, ob der Sachverhalt in
psychiatrischer Hinsicht im Verwaltungsverfahren spruchreif abgeklärt wurde. Die
Beschwerdegegnerin stützt die angefochtene Verfügung auf das psychiatrische
Gutachten von med. pract. M._ vom 25. April 2015 (IV-act. 161; siehe auch deren
Stellungnahmen vom 19. Juni 2015, IV-act. 165, und vom 13. Oktober 2015, IV-act.
177). Die Beschwerdeführerin hält dieses aus verschiedenen Gründen nicht für
beweiskräftig (act. G 1 und G 8).
2.1 Bei der Würdigung der Beurteilung von med. pract. M._ fällt zunächst auf, dass
sie die Beschwerdeführerin komplett anders als die mit der Beschwerdeführerin zuvor
befassten medizinischen Fachpersonen wahrgenommen hat. Der Eindruck einer
Dissimulation habe sich „mit Sicherheit“ nicht ergeben. Vielmehr sei bei der
Beschwerdeführerin über Verdeutlichungstendenzen der Beschwerden hinausgehend
auch der Eindruck von ausgeprägten Aggravationstendenzen und darüber hinaus -
zumindest in Bezug auf einige der geschilderten Beschwerden - auch von bewussten
Täuschungstendenzen entstanden (IV-act. 161-38 oben). Die aktenkundigen
fachärztlichen Angaben zur Dissimulation hält sie für eine Fehlinterpretation (IV-act.
161-46). Med. pract. M._ sprach zudem von einer auffallenden Dramatisierung (IV-
act. 161-39 unten), theatralischem sowie manipulativem Verhalten und einer
Suggestibilität (IV-act. 161-45).
2.1.1 Die Ausführungen von med. pract. M._ setzen sich inhaltlich kaum mit den
davon abweichenden Angaben der zuvor mit der Beschwerdeführerin befassten
medizinischen Fachpersonen auseinander. Insbesondere beinhalten sie keine
Auseinandersetzung mit der seit 16. Juni 2005 fortlaufend durchgeführten
psychiatrischen Behandlung durch Dr. B._ und dessen Einschätzung. Im Bericht vom
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9. August 2010 führte er aus, die Beschwerdeführerin leide seit Jahren an schweren
bestehenden Spannungszuständen, „psychisch mit schwersten Schlafstörungen,
Alpträumen, verfolgende halluzinatorische Erlebnisse [...]“ sowie an einer chronischen
Suizidalität. Die Beschwerdeführerin sei „mit äusserster Konsequenz bemüht, ihre
Schwäche zu überspielen, voller Scham- und Schuldgefühle“. Sie neige zur
Selbstüberforderung. „Verzweifelte Grundstimmung, die sie nach Möglichkeit
überspielt“. Die Beschwerdeführerin habe grosse Angst, den Arbeitgeber über die
Einschaltung der IV zu informieren. Sie werde bis auf Weiteres das volle Pensum
arbeiten wollen (zum Ganzen IV-act. 16-1 f.; vgl. auch die Angaben von Dr. B._ in IV-
act. 80-3). Trotz dieser seit Jahren bestehenden Einschränkungen (siehe IV-act. 16-4)
und entgegen dem von med. pract. M._ unterstellten manipulativen Verhalten liess es
die Beschwerdeführerin offenbar an einem Interesse nach dauerhaften
sozialversicherungsrechtlichen Ersatzeinkünften fehlen. Vielmehr strebte sie den
Verbleib im Erwerbsleben an. Dies wird durch die bis dahin geringe Anzahl
krankheitsbedingter Absenzen bestätigt, worauf Dr. B._ im Bericht vom 9. August
2010 hingewiesen hat („bisher mit vorübergehender Arbeitsunfähigkeit; insgesamt
bemerkenswert wenig“, IV-act. 16-2). Hinzu kommt, dass diese Sichtweise im
bidisziplinären Erstgutachten vom 20. November 2010 bestätigt wurde (IV-act. 29-9
und IV-act. 28-5), insbesondere auch unter dem Aspekt der Dissimulation verbunden
mit dem Hinweis „Arbeit als Flucht von zu Hause“ (IV-act. 29-12 Mitte; siehe auch IV-
act. 29-13 und IV-act. 29-14 je Mitte). Aus dem Austrittsbericht des Psychiatrischen
Zentrums E._ vom 15. Mai 2012 ergibt sich ausserdem, dass die Beschwerdeführerin
ungeregelt Temesta in Mengen bis zu 12 mg pro Tag eingenommen hatte, „um ihren
übermässigen Arbeitsanforderungen stand zu halten“ (IV-act. 60-8; zum zusätzlichen
erheblichen Laxantien-Abusus siehe IV-act. 60-8 Mitte; zum hohen
Medikamentenkonsum, um funktionsfähig zu bleiben, siehe auch IV-act. 80-3). Im
Rahmen der Verlaufsbegutachtung vom 9. April 2013 stellte Dr. D._ ein „starkes
Bemühen, angepasst und freundlich aufzutreten“ fest. Innerlich sei die
Beschwerdeführerin angespannt, freudlos, ihre Beschwerden „offensichtlich
dissimulierend“ (IV-act. 88-7). Schliesslich wurde das dissimulierende Verhalten der
Beschwerdeführerin versicherungsmedizinisch von der RAD-Ärztin Dr. H._ bestätigt
(Stellungnahme vom 13. Juni 2013, IV-act. 91). Die damals von den medizinischen
Fachpersonen einhellig festgestellte dissimulierende Tendenz lässt sich auch mit dem
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subjektiven Eindruck der Eingliederungsverantwortlichen anlässlich des Gesprächs
vom 16. September 2010 vereinbaren (die Beschwerdeführerin sei „sehr freundlich und
zuvorkommend gewesen“ und habe mit Freude wieder von der Arbeit im Bürgerspital
und als Zeitungsverträgerin erzählt; sie wünsche keinen Kontakt zu ihrem Arbeitgeber
und möchte ihre Vorgesetzten nicht noch mehr mit ihrer Situation strapazieren, IV-act.
32-3). Hingegen ergeben sich aus diesen Vorakten keine Hinweise für eine
dramatisierende oder gar eine manipulierende Leidenspräsentation. Solche benennt
denn auch med. pract. M._ nicht konkret. Vielmehr erweist sich nach dem Gesagten
deren nicht näher begründete Aussage, weder Dr. B._ noch Dr. D._ „hätten bei der
Explorandin eine verringernde und/oder herunterspielende Darstellung von
Beschwerden“ beschrieben, als aktenwidrig. Med. pract. M._ legt ferner auch nicht
konkret dar, welches Verhalten der Beschwerdeführerin als „theatralisch“ zu werten ist
(IV-act. 161-45).
2.1.2 Fragen an der Einschätzung von med. pract. M._ werfen des Weiteren die
Eindeutigkeit und zweifellosen Formulierungen auf, mit der sie sich ausdrückt (der
Eindruck einer Dissimulation von Beschwerden ergab sich „mit Sicherheit nicht“, IV-
act. 161-38 oben; bei der angenommenen „Dissimulationsneigung“ müsse also von
einer „Fehlinterpretation“ des Begriffs „Dissimulation“ ausgegangen werden, IV-act.
161-46). Das verträgt sich schlecht mit der Tatsache, dass eine ganze Reihe - allesamt
ebenfalls fachkompetenter, zum Teil im Rahmen stationärer oder langjähriger
Behandlungen mit der Beschwerdeführerin befasste - psychiatrische Fachpersonen
einhellig und begründet zu gegenteiligen Schlüssen gelangt sind (siehe vorstehende E.
2.1.1). Med. pract. M._ täuscht gerade auch bezüglich der retrospektiven
Einschätzung eine Sicherheit vor, die es in solchen Belangen von der Natur der Sache
her nicht geben kann (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit
1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 9. August 2006,
I 391/06, E. 3.2.2).
2.1.3 Zwar bestehen teilweise diskrepante anamnestische Angaben etwa bezüglich
der Umstände der Eheschliessung oder der Todesursache eines der Brüder der
Beschwerdeführerin (vorsätzliche Tötung oder Suizid), worauf med. pract. M._
zutreffend hinweist (IV-act. 161-39). Allerdings ist nicht ersichtlich, dass diese
Umstände eine relevante Stellung in der Leidenspräsentation der Beschwerdeführerin
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einnehmen würden. Die Beschwerdeführerin leidet - wie aus den Vorakten hervorgeht -
namentlich an den Auswirkungen der psychischen Erkrankung des Ehemannes (IV-act.
161-24 f.), wofür dieser offenbar seit 2000 eine IV-Rente bezieht (IV-act. 161-27). Von
Bedeutung ist ausserdem, dass die Angaben der Beschwerdeführerin anlässlich der
Begutachtung durch med. pract. M._ eine eher entdramatisierende Tendenz
aufweisen. So machte sie von sich aus darauf aufmerksam, dass sich das Verhalten
des Ehegatten verbessert habe (IV-act. 161-25 und IV-act. 161-30 oben) und die
Eheschliessung ohne äusseren Zwang erfolgt sei bzw. sie sich gegen die ablehnende
Haltung der Mutter durchgesetzt habe (IV-act. 161-27).
2.2 Die Auffassung von med. pract. M._, die in den Vorakten festgehaltene Anorexie
habe gemäss den Kriterien der ICD-10 bei der Beschwerdeführerin „noch nie“
vorgelegen (IV-act. 161-48), hält einer näheren Prüfung nicht stand. Zum einen
begründet sie nicht, weshalb die in den Vorakten auftauchende Diagnose "Anorexie",
die lediglich einen Appetitverlust voraussetzt (ICD-10: R63.0; <http://www.icd-code.de/
icd/code/R63.0.html>; abgerufen am 15. Februar 2019), damals falsch gewesen wäre.
Andererseits wird die Anorexie bzw. ein Appetitverlust in mehreren Vorakten plausibel
beschrieben. So gab Dr. B._ im Bericht vom 5. April 2014 an, seit ca. Anfang 2013
sei eine schleichende anorektische Symptomatik eingetreten, die sich im Dezember
2013 verschärft habe (IV-act. 136-5). Im Austrittsbericht der Klinik J._ vom 5. August
2013 wurde festgehalten, es lägen Ekelgefühle und Appetitstörungen vor (IV-act.
138-5). Dr. Keller berichtete am 11. August 2014 u.a. von einem Gewichtsverlust und
einer Inappetenz unklarer Ätiologie (IV-act. 150-2; siehe auch den Bericht des Spitals
L._ vom 17. März 2014, IV-act. 143-1). Der kategorische Ausschluss einer früher
vorliegenden Anorexie durch med. pract. M._ ist im Licht dieser Umstände nicht
nachvollziehbar, auch wenn der von der Beschwerdeführerin angegebene hohe
Gewichtsverlust von 30 bzw. 33 kg nicht dokumentiert ist.
2.3 Med. pract. M._ stellt auch die Suizidalität der Beschwerdeführerin in Frage und
führte aus, gemäss der Aktenlage sei lediglich ein Suizidversuch „dokumentiert“ und
zwar ein Suizidversuch mit Tabletten im März 2014 (IV-act. 161-42). Diese Aussage
erweist sich insoweit als aktenwidrig, als Dr. B._ am 12. Juni 2012 berichtete, die
suizidgefährdete Beschwerdeführerin habe kürzlich in einer suizidalen Krise versucht,
sich die Pulsadern zu öffnen (IV-act. 60-10). Des Weiteren wies er bereits am 27.
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Dezember 2005 darauf hin, dass die Neigung der Beschwerdeführerin gross sei, auf
zwischenmenschliche Konflikte in der Familie mit schweren Selbstvorwürfen und
suizidalen Phantasien zu reagieren (IV-act. 14-18). Im Verlaufsbericht vom 13.
November 2014 gab er an, die Beschwerdeführerin sei "hochsuizidal" (IV-act. 153-1).
Die während der Hospitalisation im Psychiatrischen Zentrum E._ vom 3. April bis 7.
Mai 2012 behandelnde Oberärztin berichtete, es sei mehrfach spontan und unerwartet
zu suizidalen Krisen gekommen, in denen die Beschwerdeführerin intensiv den Drang
verspürt habe, aus dem Fenster zu springen (IV-act. 60-8). Des Weiteren legt med.
pract. M._ nicht konkret dar, inwiefern die von der Beschwerdeführerin geschilderten
Suizidversuche (siehe etwa IV-act. 107-2) an inneren Widersprüchen leiden bzw. aus
anderen Gründen nicht glaubhaft sind. Vielmehr decken sie sich mit den Angaben im
psychiatrischen Gutachten (IV-act. 161-26). Im Übrigen hat sich die
Beschwerdeführerin in besseren Gesundheitsphasen von Suizidgedanken distanziert
(IV-act. 107-4 unten).
2.4 Nachdem in den medizinischen Vorakten wiederholt Einschränkungen der
Konzentrationsfähigkeit und des Auffassungsvermögens berichtet wurden (siehe etwa
IV-act. 16-4, IV-act. 28-7 und IV-act. 88-7), ist nicht verständlich, dass med. pract.
M._ auf eine umfassende Abklärung von kognitiven Einschränkungen allein mit der
Begründung verzichtet hat, dass sich anlässlich der jeweils rund zweistündigen
Untersuchung innerhalb von zwei Tagen keine kognitiven Defizite gezeigt hätten (IV-
act. 161-38 oben) und daher von weiteren Untersuchungen kein Zugewinn an
Erkenntnissen hätte erwartet werden können (IV-act. 161-38 unten; siehe auch IV-act.
161-54). Dies gilt vorliegend umso mehr, als sich bei der Erstbegutachtung durch Dr.
D._ erst im Rahmen von Zusatzuntersuchungen Hinweise auf kognitive
Einschränkungen gezeigt hatten (IV-act. 28-5 und IV-act. 28-6 unten; siehe auch die
damit einhergehenden Feststellungen anlässlich der Verlaufsbegutachtung in IV-act.
88-5). Die von med. pract. M._ unterstellten Inkonsistenzen und Diskrepanzen stehen
im Widerspruch zu den Vorgutachten und den Einschätzungen der - teilweise stationär
- behandelnden medizinischen Fachpersonen. Wie die Beschwerdeführerin zu Recht
rügt (act. G 1, Rz 35k), erweckt deshalb vorliegend der gänzliche Verzicht auf
Zusatzuntersuchungen und symptomvalidierende Tests Zweifel an der Aussagekraft
des psychiatrischen Gutachtens.
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2.5 Nach dem Gesagten bestehen erhebliche, von der Beschwerdeführerin bereits im
Einwand vom 14. September 2015 (IV-act. 172) zu Recht geäusserte Zweifel an der
Beurteilung von med. pract. M._, weshalb darauf nicht abgestellt werden kann. Es
kann offen bleiben, ob die weitere Kritik der Beschwerdeführerin zutreffend ist.
3.
Zu prüfen ist des Weiteren, ob nunmehr durch das psychiatrisch-neuropsychologische
Gerichtsgutachten vom 30. Oktober 2018 (act. G 30.1) die von der Beschwerdeführerin
geklagten psychischen Leiden spruchreif abgeklärt worden sind.
3.1 Bei der Würdigung des Gerichtsgutachtens fällt ins Gewicht, dass es auf
eigenständigen gründlichen Abklärungen beruht und für die streitigen psychischen
Belange umfassend ist. Die medizinischen Vorakten wurden verwertet und diskutiert.
Insbesondere haben sich die Gerichtsgutachter ausführlich und schlüssig mit
abweichenden Beurteilungen auseinandergesetzt. Die von der Beschwerdeführerin
geklagten Leiden wurden berücksichtigt und nachvollziehbar im Rahmen u.a. einer
ausführlichen Konsistenz- und Ressourcenprüfung gewürdigt. Die vorgenommene
Arbeitsfähigkeitsschätzung leuchtet in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein. Des Weiteren
bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass objektiv wesentliche Tatsachen nicht
berücksichtigt worden wären. Die Parteien bringen denn auch keine Mängel am
Gerichtsgutachten vor (vgl. act. G 33 und act. G 36). In medizinischer Hinsicht ist
deshalb davon auszugehen, dass die psychischen Leiden der Beschwerdeführerin zu
einer 20%igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führen.
3.2 Hinsichtlich des retrospektiven Verlaufs führte der psychiatrische
Gerichtsgutachter aus, es sei im Jahr 2012 zu einem "Switch" gekommen von einer in
das Normalpsychologische reichenden Erschöpfungssymptomatik mit dann auch
dokumentierten depressiven Episoden im Rahmen von Krisen zu einer schwerer
wiegenden psychischen Störung mit einer breiteren Beschwerdesymptomatik, die aus
psychiatrischer Sicht anhand der vorliegenden Dokumente und Informationen jedoch
nicht ausreichend nachvollziehbar sei. Des Weiteren verwies der psychiatrische
Gerichtsgutachter auf teilweise Diskrepanzen zwischen der Selbsteinschätzung der
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Beschwerdeführerin und der Einschätzung vereinzelter psychiatrischer Fachpersonen.
Zudem berücksichtigte er Hinweise auf Ressourcen, die sich aus den zahlreichen
Echtzeitdokumenten ergäben. In Berücksichtigung der mit retrospektiven
Einschätzungen zwangsläufig verbundenen Unsicherheiten gelangte er zum Schluss,
dass die aktuell geschätzte Arbeitsfähigkeit "zumindest seit anderthalb Jahren"
bestehe (act. G 30.1, S. 7 f.). Das Ausmass der bis heute ausgestellten
Krankschreibungen sei insgesamt nicht nachvollziehbar und nach allen vorliegenden
Informationen eher kontraproduktiv, zumal die Berufstätigkeit in der Vergangenheit
immer auch Stabilität geschafft habe (act. G 30.1, S. 11). Mit Blick darauf, dass der
psychiatrische Gutachter nach dem Gesagten u.a. eine tiefe Selbsteinschätzung der
Beschwerdeführerin sowie mehrere Unklarheiten in den medizinischen Vorakten
erkannte, kann mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden,
dass - abgesehen von kürzeren, vorübergehenden Krisen - keine höhere
Arbeitsunfähigkeit bestand. Zumindest benennt der psychiatrische Gerichtsgutachter
plausibel Zweifel an den in den Vorakten bescheinigten Arbeitsunfähigkeiten.
Jedenfalls können nach Vorliegen des umfassenden Gerichtsgutachtens von
neuerlichen psychiatrischen Abklärungen keine weitergehenden Erkenntnisse mehr
erwartet werden (antizipierende Beweiswürdigung; vgl. Urteil des Bundesgerichts vom
2. April 2015, 8C_924/2014, E. 4.3). Selbst wenn davon ausgegangen würde, der
Sachverhalt liesse den mit überwiegender Wahrscheinlichkeit gezogenen Schluss, dass
retrospektiv keine andauernde höhere Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht
bestanden habe, nicht zu, hätte die Beschwerdeführerin die Folgen der Beweislosigkeit
zu tragen.
3.3 Die Beschwerdeführerin bringt vor, die Gerichtsgutachter hätten den
Wiedereinstieg in die Erwerbstätigkeit mit einem Pensum von 30 bis 40% empfohlen,
wobei vorher die Medikamentenabhängigkeit in einem stationären Setting evaluiert
werden solle. Daraus gehe hervor, dass die bescheinigte 80%ige Arbeitsfähigkeit
derzeit (noch) nicht realisierbar sei (act. G 33, Rz 3). Diesbezüglich gilt es das Folgende
zu beachten:
3.3.1 Der Gerichtsgutachter führte aus, unter Berücksichtigung des Längsschnitts in
Kenntnis der sehr wahrscheinlich psychosozial ausgelösten rezidivierenden
depressiven Episoden sehe er eine unverzügliche Umsetzung der bescheinigten
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Arbeitsfähigkeit als prospektiv kontraproduktiv an, zumal der Eindruck entstehe, dass
die Beschwerdeführerin nach der Trennung vom Ehemann erstmalig mit einer
psychosozialen Förderung eine Stabilität erreichen könne. Diese Stabilität könne die
Entstehung neuer depressiver Episoden verhindern. Nach oder sogar parallel zu einer
solchen Stabilisierung durch psychosoziale Massnahmen würde dann eine Umsetzung
der oben gesehenen Arbeitsfähigkeit in ambulant-psychiatrischer Begleitung möglich
sein. Eine schrittweise Umsetzung der Arbeitsfähigkeit, beginnend vielleicht mit der von
der Beschwerdeführerin selbst aktuell gesehenen Arbeitsfähigkeit in der angestammten
Tätigkeit von 30 bis zu 40% könnte auch hilfreich sein (act. G 30.1, S. 6). Bei diesen
zentral mit Blick auf die psychosozialen Umstände (Verhältnis zum Ehegatten)
vorgenommenen Ausführungen handelt es sich im Wesentlichen um die Beschreibung
möglichst günstiger Verhältnisse für einen optimalen Wiedereinstieg in den realen
Arbeitsmarkt bzw. für die Umsetzung der Resterwerbsfähigkeit der Beschwerdeführerin
in einer Anfangsphase. Im beschränkt auf den vorübergehenden Zeitraum eines
beruflichen Wiedereinstiegs aus psychosozialen Gründen empfohlenen Umfang der
zunächst umzusetzenden Arbeitsfähigkeit kann keine voraussichtlich bleibende oder
längere Zeit dauernde Erwerbsunfähigkeit im Sinn von Art. 7 Abs. 1 und Art. 8 Abs. 1
ATSG erblickt werden. In damit zu vereinbarender Weise gab der Gerichtsgutachter an,
berufliche Massnahmen seien nicht zielführend, da die Beschwerdeführerin
grundsätzlich in der Lage sei, ihrer Ausbildung entsprechende Tätigkeiten auf dem
freien Arbeitsmarkt durchzuführen (act. G 30.1, S. 10). Von Bedeutung ist ausserdem,
dass gerade die "Berufstätigkeit" der Beschwerdeführerin in der Vergangenheit "immer
auch" - gerade im Verhältnis zum Ehegatten (IV-act. 161-29 Mitte) - Stabilität schaffte
(act. G 30.1, S. 11). Deshalb ist nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon
auszugehen, dass die Verwertung der bescheinigten 80%igen Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin nicht zugemutet werden könnte bzw. destabilisierende Wirkungen
verursachen würde. Nicht leichthin nachvollziehbar ist in diesem Zusammenhang, dass
der Gerichtsgutachter bezüglich des optimalen Wiedereinstiegs auf die
Selbsteinschätzung der Beschwerdeführerin abstellt, äusserte er sich doch kritisch
gegenüber den Arbeitsfähigkeitsschätzungen der behandelnden medizinischen
Fachpersonen. So gab er an, das Ausmass der bis heute durchgeführten
Krankschreibungen sei insgesamt nicht nachvollziehbar und nach allen vorliegenden
Informationen eher kontraproduktiv (act. G 30.1, S. 11). Ob - wie die
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Beschwerdegegnerin vorbringt (act. G 36) - bezüglich des Wiedereinstiegs in eine
Erwerbstätigkeit eine Schadenminderungspflichtverletzung seitens der
Beschwerdeführerin vorliegt, kann nach dem Gesagten offenbleiben.
3.3.2 Des Weiteren empfahl der Gerichtsgutachter, vor der Umsetzung einer jeglichen
Arbeitsfähigkeit die Medikamentenabhängigkeit in einem stationären Setting zu
evaluieren. Auch wenn die Beschwerdeführerin aktuell im Querschnitt adaptiert
erscheine, sei eine solche Klärung medizinisch indiziert. Eine Entzugsbehandlung solle
fachärztlich evaluiert werden. Insbesondere bei der Nutzung von Maschinen und bei
Exposition in Gefahrenbereichen sei dies zwingend erforderlich (act. G 30.1, S. 6).
Weder aus diesen Ausführungen noch dem übrigen Gerichtsgutachten geht hervor,
dass der Medikamentenkonsum der Beschwerdeführerin über die bescheinigte
Arbeitsunfähigkeit hinaus zu einer zusätzlichen quantitativen Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit führt. Aufgrund der Ergebnisse der neuropsychologischen
Begutachtung kann namentlich nicht davon ausgegangen werden, dass relevante
kognitive Defizite bestehen (siehe das neuropsychologische Teilgutachten vom 12.
September 2018, act. G 30.3, S. 14 am Schluss). Die empfohlene Abklärung der
Medikamentenabhängigkeit steht im Zusammenhang mit der Einstellung des nach der
Sicht der beiden Gerichtsgutachter nicht (mehr) indizierten, quantitativ nicht
einzuschätzenden Benzodiazepingebrauchs durch die Beschwerdeführerin (act. G
30.1, S. 10). Sie zielt damit nicht auf die Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit ab.
3.3.3 Nach dem Gesagten ist somit davon auszugehen, dass die aus psychiatrischer
Sicht bescheinigte 80%ige Arbeitsfähigkeit ohne weitere befähigende Massnahmen auf
dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt erwerblich umgesetzt werden könnte. Ob diese
Arbeitsfähigkeit invalidenversicherungsrechtlich für die Beurteilung der
Erwerbsunfähigkeit relevant ist, was die Beschwerdegegnerin unter Hinweis auf
psychosoziale Umstände in Abrede stellt (act. G 36), kann offenbleiben. Denn selbst
wenn dies bejaht würde, führte dies nicht zu einer Erhöhung der von Dr. C._
bescheinigten Arbeitsunfähigkeit (siehe hierzu nachstehende E. 4).
4.
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Gemäss der rheumatologischen Beurteilung von Dr. C._ verfügt die
Beschwerdeführerin über eine 60%ige Arbeitsfähigkeit (Verlaufsgutachten vom 9. April
2013, IV-act. 90-11). Dieser Beurteilung schloss sich Dr. K._ an (Stellungnahme vom
12. Mai 2015, IV-act. 163-3). Wie sich der Stellungnahme von Dr. K._ vom 12. Mai
2015 (IV-act. 163-3) entnehmen lässt, führen die jeweils psychiatrisch bzw.
rheumatologisch bescheinigten Arbeitsunfähigkeiten im Rahmen einer
Gesamtbetrachtung nicht zu einer (teil-)additiven Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit.
Auszugehen ist damit von einer mindestens 60%igen Arbeitsfähigkeit bezogen auf
leidensangepasste Tätigkeiten. Dabei kann offenbleiben, ob die von Dr. C._ -
hauptsächlich wegen eines syndromalen Leidens (lumboradikuläres sensibles
Restsyndrom L5/S1 links sowie funktionell wirkende linksseitige diffuse
Armhypaesthesie) - bescheinigte Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 90-8) überhaupt eine
Erwerbsunfähigkeit im Sinn von Art. 7 Abs. 1 und 2 ATSG zu begründen vermag (vgl.
hierzu BGE 141 V 281), da selbst bejahendenfalls kein rentenbegründender
Gesamtinvaliditätsgrad resultiert (siehe nachstehende E. 5).
5.
Ausgehend von einer höchstens 40%igen Arbeitsunfähigkeit verbleibt die Bestimmung
des Invaliditätsgrads. Zwischen den Parteien ist unbestritten, dass die
Beschwerdegegnerin als zu 90% Erwerbstätige und zu 10% im Haushalt tätige zu
qualifizieren ist (act. G 1, S. 19, IV-act. 172-6, act. G 36 und IV-act. 178).
5.1 Die im Gerichtsgutachten aus psychischen Gründen (act. G 30.1, S. 6 und S. 10
Mitte) und auch die von Dr. C._ bescheinigte Arbeitsfähigkeit (IV-act. 90-10 f.; siehe
auch die Stellungnahme von Dr. K._, IV-act. 163-2 sowie die Ausführungen der
Beschwerdeführerin in act. G 1, Rz 38) bezog sich sowohl auf die angestammte als
auch eine leidensangepasste Tätigkeit. Da sich die Grundlagen für die Bestimmung des
Valideneinkommens und des Invalideneinkommens demnach entsprechen, kann auf
eine konkrete betragliche Bestimmung verzichtet und für den Erwerbsbereich ein
Prozentvergleich vorgenommen werden. Nachdem der Beschwerdeführerin die
bisherige Tätigkeit weiterhin offensteht und damit für die Verwertung der
Restarbeitsfähigkeit kein Berufswechsel erforderlich ist, besteht kein Anlass für einen
Tabellenlohnabzug. Die Beschwerdeführerin macht denn auch im Rahmen der von ihr
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vorgenommenen Invaliditätsgradberechnung nichts Gegenteiliges geltend (act. G 1, S.
19 f.). Somit resultiert für den Erwerbsbereich ein Invaliditätsgrad von 40%. Angepasst
an das 90%ige Erwerbspensum resultiert ein im Rahmen der
Gesamtinvaliditätsgradbemessung zu berücksichtigender Invaliditätsgrad von 36%.
5.2 Dr. K._ vertrat die Auffassung, dass die Beschwerdeführerin im Haushaltsbereich
nicht eingeschränkt sei (IV-act. 163-3). Aus den übrigen medizinischen Akten lässt sich
nichts Gegenteiliges entnehmen. Die Beschwerdeführerin macht ebenfalls keine
Einschränkungen für den Haushaltsbereich geltend (IV-act. 172-6 und act. G 1, S. 20),
womit ein nicht rentenbegründender Gesamtinvaliditätsgrad von (höchstens) 36%
(36% + 0%) resultiert.
6.
6.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
6.2 Die Vergütung der Kosten für ein Gerichtsgutachten durch die IV-Stelle stützt sich
nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung auf Art. 45 Abs. 1 ATSG. Dies gilt
namentlich in Fällen, wo zur Durchführung der vom Gericht als notwendig erachteten
Beweismassnahme an sich eine Rückweisung in Frage käme, eine solche indessen mit
Blick auf die "Wahrung der Verfahrensfairness entfällt" (BGE 137 V 266 E. 4.4.2;
bestätigt in BGE 143 V 277 E. 3.7 und E. 6.2.1; siehe auch anstatt vieler das Urteil des
Bundesgerichts vom 10. August 2017, 9C_348/2017, E. 2).
6.2.1 Gemäss Art. 45 Abs. 1 Satz 2 ATSG hat der Versicherungsträger die Kosten für
eine nicht von ihm angeordnete Abklärungsmassnahme zu übernehmen, wenn die
Massnahmen für die Beurteilung des Anspruchs unerlässlich waren oder Bestandteil
nachträglich zugesprochener Leistungen bilden. Die gesetzliche Regelung setzt für eine
Kostenübernahme keine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes voraus.
Leistungsbegründend ist allein der Umstand fehlender Spruchreife bzw. dass die nicht
vom Versicherungsträger angeordnete Abklärungsmassnahme unerlässlich war. Nicht
relevant ist daher, ob der Umstand der fehlenden Spruchreife auf ein Versäumnis des
Versicherungsträgers zurückzuführen ist (siehe zu den Voraussetzungen für eine
Kostenübernahme ohne Anordnung der Massnahme seitens des Versicherungsträgers
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UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Auflage, Zürich 2015, Rz 16 ff. zu Art. 45). Die vom
Bundesgericht mit BGE 137 V 210 grösstenteils den Versicherungsgerichten
abgesprochene, vom Gesetz vorgesehene Kompetenz (Art. 61 Ingress ATSG i.V.m. Art.
56 Abs. 2 Satz 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]),
bei fehlender Spruchreife die Sache an den Versicherungsträger zurückzuweisen,
setzte ebenfalls keine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes voraus. Es gilt somit
im Anwendungsbereich von Art. 45 Abs. 1 ATSG insbesondere kein Verursacherprinzip.
Die gesetzliche Bestimmung setzt für eine Kostenübernahme ausserdem nicht voraus,
dass die versicherte Person materiell obsiegt. Soweit die Rechtsprechung für eine
Kostentragung nach Art. 45 Abs. 1 ATSG einen Zusammenhang zwischen dem
Untersuchungsmangel seitens der Verwaltung und der Notwendigkeit, eine
Gerichtsexpertise anzuordnen, verlangt (BGE 143 V 273 E. 3.3 mit Hinweis auf BGE
139 V 502 E. 4.4), setzt sie sich in Widerspruch zu Art. 45 Abs. 1 ATSG. Denn diese
Bestimmung gewährleistet, dass sämtliche Kosten für Abklärungen, die für die
Herstellung der Spruchreife erforderlich sind, zulasten des Versicherungsträgers gehen
und zwar unabhängig davon, ob diese nun vom Versicherungsträger angeordnet
wurden oder nicht. Dabei besteht keine sachliche Rechtfertigung für eine
unterschiedliche Handhabung der Abklärungskosten, je nachdem, ob sie noch im
Vorbescheid-, Verfügungs-, Einsprache- oder Beschwerdeverfahren angefallen sind.
Eine andere Handhabung führte dazu, dass die an sich von den Trägern der
Bundessozialversicherungen vorzunehmenden und zu bezahlenden Abklärungskosten
(Art. 45 Abs. 1 ATSG), die u.a. mit den sozialversicherungsrechtlichen Beiträgen und
vom Bund finanziert werden (Art. 77 Abs. 1 IVG), entgegen der gesetzlichen Konzeption
in das Beschwerdeverfahren und damit zulasten der Kantone verschoben würden,
mithin mit kantonalen Steuermitteln finanziert würden.
6.2.2 Im vorliegenden Fall kann letztlich offenbleiben, ob die Auferlegung der Kosten
für das Gerichtsgutachten zulasten der Beschwerdegegnerin zwingend einen von ihr
verschuldeten Untersuchungsmangel voraussetzt, da ein solcher vorliegend zu bejahen
ist. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts liegt ein Untersuchungsmangel
namentlich in folgenden Fällen vor: bei einem manifesten Widerspruch zwischen den
verschiedenen ärztlichen Beurteilungen, ohne dass der Versicherungsträger diesen
durch objektiv begründete Argumente entkräftet hat; wenn zur Klärung der
medizinischen Situation notwendige Aspekte unbeantwortet geblieben sind oder auf
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eine Expertise abgestellt wurde, die den Anforderungen an den Beweiswert ärztlicher
Gutachten nicht genügt (Urteil des Bundesgerichts vom 10. August 2017,
9C_348/2017, E. 2.1 ff.). Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin auf ein
Administrativgutachten abgestellt, gegen das die Beschwerdeführerin bereits im
Verwaltungsverfahren begründete Kritik vorbrachte (zum Einwand vom 14. September
2015 siehe IV-act. 172), die dessen Beweiskraft hinlänglich erschütterte (siehe
vorstehende E. 2.1 ff.). Zudem lag ein manifester Widerspruch zwischen dem
Administrativgutachten von med. pract. M._ und den übrigen medizinischen Akten,
insbesondere den vorangegangenen Administrativgutachten, vor (siehe vorstehende E.
2.1), ohne dass dieser von der Beschwerdegegnerin mit schlüssigen Argumenten
entkräftet wurde. Diese Mängel hätte die Beschwerdegegnerin bei einer sorgfältigen,
objektiven Beweiswürdigung ohne weiteres erkennen können und zum Anlass für ein
neuerliches Administrativgutachten nehmen müssen. Sie ist daher den Erfordernissen
des Untersuchungsgrundsatzes im Verwaltungsverfahren nicht genügend
nachgekommen. Dabei gilt es bereits im Verwaltungsverfahren dem Umstand
Rechnung zu tragen, dass angesichts des hohen Stellenwerts, der medizinischen
Gutachten im Sozialversicherungsprozess zukommt, an deren Qualität entsprechend
hohe Anforderungen zu stellen sind (Urteil des Bundesgerichts vom 11. November
2010, 9C_986/2009, E. 4.5.1). Es kommt einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG
eingeholten Gutachten deshalb schon dann kein voller Beweiswert zu, wenn Indizien
gegen seine Zuverlässigkeit sprechen (BGE 135 V 470 E. 4.4); es muss nicht
feststehen, dass das Gutachten effektiv nicht den Tatsachen entspricht (vgl. Urteil des
EVG vom 16. Oktober 2002, I 779/01, E. 4.2, bestätigt im Urteil des Bundesgerichts
vom 20. November 2007, I 142/07, E. 3.2.1). Dies hat unabhängig davon zu gelten, ob
das Gutachten ein für die Leistungsansprüche der Versicherten günstiges oder
ungünstiges Ergebnis beinhaltet.
6.2.3 Im Licht der vorstehenden Ausführungen hat die Beschwerdegegnerin die für das
Gerichtsgutachten angefallenen Kosten von Fr. 11'429.40 vollumfänglich zu tragen
(act. G 34).
6.3 Abweichend von Art. 61 lit. a ATSG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten
um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen
Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand
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und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt
(Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 1'000.-- erscheint in der vorliegend
zu beurteilenden Angelegenheit mit Rücksicht auf das erforderliche Gerichtsgutachten
als angemessen. Das anwendbare kantonale Verfahrensrecht (siehe Art. 61 Ingress
ATSG) kennt als allgemeinen Grundsatz bei der Kostenauferlegung das
Verursacherprinzip (Art. 94 VRP). In Streitigkeiten hat jener Beteiligte die Kosten zu
tragen, dessen Begehren ganz oder teilweise abgewiesen werden (Art. 95 Abs. 1 VRP).
Kosten, die ein Beteiligter, sein Rechtsbeistand oder sein Vertreter durch Trölerei oder
anderes ungehöriges Verhalten oder durch Verletzung wesentlicher
Verfahrensvorschriften veranlasst, gehen zu seinen Lasten. Ferner hat jeder Beteiligte,
sein Rechtsbeistand oder sein Vertreter die Kosten zu übernehmen, die durch
nachträgliches Vorbringen von Begehren, Tatsachen oder Beweismitteln entstehen,
deren rechtzeitige Geltendmachung ihm möglich und zumutbar gewesen wäre (Art. 95
Abs. 2 VRP). Vorliegend liegt im Sinn der bundesgerichtlichen Rechtsprechung eine
Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes durch die Beschwerdegegnerin vor (siehe
vorstehende E. 6.2.2), die nach neuerer Rechtsprechung bei der Kostenverteilung
zulasten des Versicherungsträgers auch bei vollständigem Unterliegen der versicherten
Person zu beachten ist, wenn - wie vorliegend - im kantonalen Recht das
Verursacherprinzip gilt (Urteil des Bundesgerichts vom 8. Januar 2019, 9C_605/2018,
E. 7.2). In Nachachtung dieses Prinzips sind allerdings lediglich diejenigen Kosten der
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen, die durch die Verletzung des
Untersuchungsgrundsatzes entstanden sind. Der Untersuchungsmangel wurde mit der
Erstattung des Gerichtsgutachtens geheilt. Die danach entstandenen Aufwände des
Gerichts sind nicht mehr darauf zurückzuführen, sondern durch das Festhalten der
Beschwerdeführerin an der Beschwerde aus materiellen Gründen. Aufgrund der
Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes bezahlt die Beschwerdegegnerin einen
Anteil von Fr. 600.-- (vgl. zur Höhe der Gerichtsgebühr bei zu weiteren medizinischen
Abklärungen zurückweisenden Kollegialentscheiden etwa die Entscheide des
Versicherungsgerichts vom 9. April 2018, IV 2015/336, und vom 15. Februar 2016, IV
2014/144) und die Beschwerdeführerin infolge vollständigen materiellen Unterliegens
von Fr. 400.-- an der Gerichtsgebühr. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist
der Beschwerdeführerin im Umfang von Fr. 400.-- daran anzurechnen und im Umfang
von Fr. 200.-- zurückzuerstatten.
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6.4 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf Ersatz der
Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht
auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des
Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). Das kantonale Recht sieht auch bei den
ausseramtlichen Kosten bzw. der Parteientschädigung das Verursacherprinzip vor (Art.
98ter VRP i.V.m. Art. 108 der Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272]),
weshalb die Beschwerdegegnerin trotz materiellen Obsiegens entschädigungspflichtig
wird (Urteil des Bundesgerichts vom 8. Januar 2019, 9C_605/2018, E. 7.2). Allerdings
sind von ihr - wie bei den Gerichtskosten - bloss diejenigen Aufwände der
Beschwerdeführerin nach dem Verursacherprinzip zu ersetzen, die bis zur Heilung des
Untersuchungsmangels im Gerichtsverfahren und damit bis zur Erstattung des
Gerichtsgutachtens angefallen sind. Die danach der Beschwerdeführerin entstandenen
Aufwände (insbesondere die Prüfung des Gerichtsgutachtens und die sich darauf
abstützenden materiellen Vorbringen) liegen nicht mehr im Untersuchungsmangel
begründet, sondern sind erst nach dessen Heilung angefallen. Sie wären auch
angefallen, wenn das weitere Gutachten bereits im Verwaltungsverfahren nach dem
Einwand der rechtskundig vertretenen Beschwerdeführerin erstattet worden wäre.
Deshalb ist der Anspruch auf eine allfällige Parteientschädigung für diesen Teil des
Aufwands auch nicht nach dem Verursacherprinzip (Art. 98ter VRP i.V.m. Art. 108
ZPO), sondern nach Art. 98bis VRP und damit nach Obsiegen und Unterliegen zu
beurteilen und vorliegend nicht von der Beschwerdegegnerin zu entschädigen. Wäre
anstelle des Einholens eines Gerichtsgutachtens die Sache zur Vornahme weiterer
medizinischer Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen worden,
erschiene eine Parteientschädigung von pauschal Fr. 3'500.-- (einschliesslich
Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen (vgl. zur Höhe der
Parteientschädigung im Fall von Rückweisungen der Sache zur Vornahme weiterer
medizinischer Abklärungen etwa die Entscheide des Versicherungsgerichts vom 9.
April 2018, IV 2015/336, und vom 15. Februar 2016, IV 2014/144). Dieser Umfang ist
deshalb für bis zur Heilung des Untersuchungsgrundsatzes durch ein
Gerichtsgutachten anfallende Aufwände als angemessen zu bezeichnen (vgl.
entsprechend auch den Entscheid des Versicherungsgerichts vom 22. Februar 2019, IV
2016/327, E. 5.2 ff.).