Decision ID: 3a5d001a-0a0c-48a6-8ac7-50524f2184be
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1958 geborene X._ hat eine Ausbildung zur Coiffeuse absolviert und war zuletzt von 1979 bis 1991 bei der A._ in B._, als Hilfsarbeiterin in der Zylindermontage angestellt (Urk. 8/5/3, 8/12/2 ff., 8/32/6 und 8/130). Unter Hinweis auf eine anfallsweise Schwäche an der rechten Körperseite mit Kontrollverlust und massiver Kraftverminderung meldete sie sich am 22. November 1991 bei der Invalidenversicherung
zum Leistungsbezug an (Urk. 8/5). Nach Beizug diverser Arztberichte (Urk. 8/1, 8/8 f.), eines Arbeitgeberfragebogens (Urk. 8/12) sowie eines Haushaltsab
klärungs
berichtes (Urk. 8/34) sprach die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, der Versicherten mit Verfügung vom 23. September 1992 mit Wir
kung ab Oktober 1991 ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 60 % eine halbe Rente der Invalidenversicherung zu (Urk. 8/2 f.).
1.2
Im Rahmen zweier Revisionsverfahren bestätigte die IV-Stelle am 7. Oktober 1998 und 20. Februar 2001 den Rentenanspruch der Versicherten (Urk. 8/21, 8/27). Im darauffolgenden Revisionsverfahren gelangte die IV-Stelle in den Besitz des Gutachtens des C._ (Gutachten vom 5. April 2002, Urk. 8/32), das nach zwei Verkehrsunfällen vom Haftpflicht
versiche
rer eingeholt worden war. Mit Schreiben vom 1. Oktober 2003 stellte die Ver
sicherte den Antrag auf eine revisionsweise Erhöhung der Rente (Urk. 8/33). Nach Eingang eines aktuellen Haushaltsabklärungsberichts (Urk. 8/42) wies die IV-Stelle das Erhöhungsgesuch bei einem Invaliditätsgrad von 55 % mit Verfügung vom 23. November 2004 ab (Urk. 8/44). Den Anspruch auf eine halbe Rente bestätigte sie im weiteren Verlauf jeweils mit Mitteilung vom 21. Mai 2008 (Urk. 8/53) und 5. Oktober 2010 (Urk. 8/66).
1.3
Am 1. April 2014 ersuchte die Versicherte unter Hinweis auf Schmerzen und Schwellungen an beiden Handgelenken bei Belastung sinngemäss um eine Erhöhung der Invalidenrente (Urk. 8/75). Nach Eingang mehrerer Arztberichte (Urk. 9/78 f.), eines Auszuges aus dem individuellen Konto (IK-Auszug, Urk. 8/87) sowie eines Haushaltsabklärungsberichtes (Urk. 8/90) gab die IV-Stelle bei der D._, ein polydisziplinäres Gutachten in Auftrag (D._-Gutachten vom 9. Oktober 2015, Urk. 8/106). Mit Vorbescheid vom 26. Oktober 2015 stellte sie der Versicherten die Aufhebung der Rente auf Ende des der Zustellung der Ver
fügung folgenden Monats in Aussicht (Urk. 8/109), wogegen diese Einwand erhob (Urk. 8/111, 8/126). Die IV-Stelle erteilte daraufhin Kostengutsprache für eine Potentialabklärung (Urk. 8/155) und richtete Taggelder aus (Urk. 8/160). Am 7. Februar 2017 orientierte sie die Versicherte über den Abschluss der Arbeitsvermittlung, da eine Integration in den Arbeitsmarkt innert angemesse
ner Frist nicht gelungen sei (Urk. 8/174). Am 3. April 2017 verfügte sie schliess
lich im Sinne des Vorbescheids, wobei sie einer allfälligen Beschwerde die auf
schiebende Wirkung entzog (Urk. 8/180 = Urk. 2).
2.
Dagegen erhob X._ am 15. Mai 2017 Beschwerde
(Urk. 1) mit dem Rechtsbegehren, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es seien ihr die gesetzlich geschuldeten Leistungen zuzusprechen. Mit Beschwerdeantwort vom 23. Juni 2017 (Urk. 7) schloss die IV-Stelle auf Abwei
sung der Beschwerde, worüber die Versicherte mit Verfügung vom 29. Juni 2017 (Urk. 9) in Kenntnis gesetzt wurde.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird - soweit erforderlich - im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursach
te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
1.3
1.3.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezü
gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidier
bar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des
Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revi
sionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die
Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Ein
spracheentscheid, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71
E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
1.3.2
Ein Revisionsgrund ist unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt, wobei allerdings nicht ohne zwingende Notwendigkeit von den der ursprünglichen Invaliditäts
schätzung zugrunde gelegten Bemessungskriterien abgewichen werden soll. So hat das Bundesgericht wiederholt entschieden, dass die in einem bestimmten Zeitpunkt massgebende Methode der Invaliditätsschätzung die künftige Rechts
stellung der versicherten Person nicht präjudiziert, sondern dass die alternativen Kriterien der Erwerbsunfähigkeit einerseits und der Unmöglichkeit der Betäti
gung im nicht erwerblichen Aufgabenbereich anderseits im Einzelfall einander ablösen können (BGE 113 V 273 E. 1a mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts I 850/05 vom 21. August 2006 E. 4.1).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in der angefochtenen Verfügung vom 3. April 2017 (Urk. 2) im Wesentlichen auf den Standpunkt, die medizinischen Abklärungen hätten ergeben, dass keine somatischen oder psychischen Funk
tionsstörungen mehr vorlägen, welche die Arbeitsfähigkeit der Versicherten ein
schränken würden. In einer angepassten Tätigkeit ohne Hantieren von Lasten von mehr als zwei bis drei Kilogramm sowie ohne erhöhte Anforderungen an die Geschicklichkeit und Greifkraft der Hände bestehe eine 100%ige Arbeits
fähigkeit. Da sich der Invaliditätsgrad auf 0 % belaufe, bestehe kein Rentenan
spruch mehr. An den angebotenen Eingliederungsmassnahmen habe die Beschwerdeführerin leider mit der Begründung, dies sei ihr aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich, nicht aktiv teilgenommen.
2.2
In ihrer Beschwerdeschrift vom 15. Mai 2017 (Urk. 1) brachte die Versicherte zusammengefasst vor, auf das D._-Gutachten vom 9. Oktober 2015 könne nicht abgestellt werden. Weder die neuropsychologische noch die psychiatrische Teilexpertise seien nachvollziehbar. Darüber hinaus seien ihre ausgewiesenen körperlichen Einschränkungen - insbesondere an den Handgelenken - so um
fangreich, dass selbst auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt keine angepasste Tätigkeit gefunden werden könne. Im D._-Gutachten werde im Weiteren aus
drücklich festgehalten, dass sich der Gesundheitszustand seit der letzten Ren
tenrevision nicht wesentlich verändert habe, weshalb es sich um eine einmalige, unterschiedliche Würdigung desselben Sachverhalts handle. Hinzu komme, dass eine Einstellung der Rente gemäss bundesgerichtlicher Praxis ohne vorgängige Eingliederungsmassnahmen nicht möglich sei. Entsprechende von der IV-Stelle vorgenommene Massnahmen seien allerdings aufgrund des schlechten Gesund
heitszustandes gescheitert. Schliesslich dürfe nicht unbeachtet bleiben, dass sie [die Versicherte] beinahe 59 Jahre alt sei und seit 26 Jahren eine Rente beziehe. Unter weiterer Berücksichtigung des komplexen Krankheitsbildes, der mangeln
den sprachlichen und
geistigen Fähigkeiten sowie der mangelnden Ausbildung sei nicht mehr von einer wirtschaftlich verwertbaren Restarbeitsfähigkeit auszu
gehen (zum Ganzen Urk. 1 S. 10 ff.).
3.
3.1
Die IV-Stelle sprach der Beschwerdeführerin erstmals mit Verfügung vom 23. September 1992 eine halbe Rente der Invalidenversicherung zu (Urk. 8/2 f.). Diesen Anspruch bestätigte sie in der Folge mehrfach, wobei als zeitliche Ver
gleichsbasis für die vorliegend strittige Revisionsverfügung die Verfügung vom 23. November 2004 (Urk. 8/44) heranzuziehen ist, da jene unter Berücksichti
gung des polydisziplinären C._-Gutachtens vom 5. April 2002 (Urk. 8/32) auf einer rechtskonformen Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invalidi
tätsbemessung beruhte (vgl. E. 1.3). Der genannten Expertise sind die folgenden Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zu entnehmen (Urk. 8/32/19):
-
Chronifizierte myofasziale Schmerzsymptomatik paracervical und am Schultergürtel beidseits bei
-
muskulärer Dysbalance, muskulärer Insuffizienz, konsekutiver Über
lastung der Kopfgelenke mit reversibler Funktionseinschränkung,
-
Konversionssymptomatik, chronifiziert und fixiert,
-
Mittelschwere Beeinträchtigung der kognitiven Basisfunktionen
-
Konzentrationsschwäche, defizitäre fokussierte Aufmerksamkeit.
Aus dem rheumatologischen Teilgutachten von Dr. med. E._, Fach
arzt für Rheumatologie und Allgemeine Innere Medizin, geht hervor, dass die Untersuchung der Versicherten schwergewichtig eine ausgeprägte muskuläre Dysbalance mit chronifiziert myofaszialer Schmerzsymptomatik paracervical und am Schultergürtel beidseits ergeben habe. Dies löse auch Ausstrahlungen und Projektionen von Schmerzen in die suboccipitale und occipitale Region aus. Hinweise für eine Facettengelenks- oder radikuläre Symptomatik seien nicht
vorhanden gewesen. Ein funktionelles Thoraric-Outlet-Syndrom habe ebenfalls nicht vorgelegen. Die Halswirbelsäule sei praktisch ohne degenerative Verände
rung gewesen, sodass hier ein relevanter vertebrogener Anteil ausgeschlossen werden könne. Die zurzeit suboccipital lokalisierten Funktionsstörungen seien Ausdruck der konsekutiven Überlastung dieses Abschnittes bei Fehlhaltung der Brustwirbelsäule und des cervicothorakalen Überganges. Im Rahmen der Unter
suchung sei eine inkonstante Schmerzangabe mit zeitweiser Tendenz zu demonstrativen Schmerzbekundungen aufgefallen. Zusammen mit der offenbar bisher beurteilten psychogenen Ursache eines rechtsseitigen Hemisyndroms müsse als Ursache für die Chronifizierung der Schmerzen eine psychische Schmerzstörung in Betracht gezogen werden, welche unter Umständen medika
mentös oder aber mittels kognitiven Verhaltenstherapien beeinflusst werden könnte. Aus rein rheumatologischer Sicht seien der Versicherten schwere und mittelschwere Arbeiten aufgrund der muskulären Dysbalance nicht mehr zumutbar. Für leichte Tätigkeiten bestehe jedoch keine Arbeitsunfähigkeit (zum Ganzen Urk. 8/32/13 f.).
Die neuropsychologische Untersuchung habe gemäss Dipl.-Psych. F._ durchgängig formal mittelschwere Beeinträchtigungen der kognitiven Basisfunktionen ergeben. Die Minderfunktionen würden sich in Verlangsamun
gen und Kapazitätsminderungen der sensorischen Reizverarbeitung, Konzent
rationsschwächen und defizitärer fokussierter Aufmerksamkeit darstellen. Die Befundlage dokumentiere weniger Hinweise auf eine strukturelle hirnorganische Läsion als vielmehr eine sekundäre, unspezifische Aufmerksamkeitsstörung im Rahmen protrahierter Krankheitsverarbeitung bei somatoformem Kognitions
muster (Urk. 8/32/29).
Dr. med. G._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, hielt in ihrer Teilexpertise fest, die Versicherte sei bewusstseinsklar und allseits orientiert gewesen. Ihr Auftreten sei generell unsicher gewesen, eine gewisse Ängstlichkeit und Scheu gegenüber Neuem sei
aufgefallen. Sie habe über wech
selnde Symptome geklagt, die mit einem erhöhten Aktivierungszustand des vegetativen Nervensystems im Zusammenhang zu stehen scheinen (unter ande
rem Schweissausbrüche und Verdauungsschwierigkeiten). Die Lähmungen und Schmerzen seien fast konstant vorhanden. Zusätzlich sei sie enorm vergesslich geworden und könne sich kaum längere Zeit auf ein Thema konzentrieren. Sie habe das Gefühl, unter Auffassungsstörungen zu leiden. Im Weiteren traue sie sich aufgrund von Schwindelattacken, manchmal gefolgt von Ohnmacht, kaum mehr alleine aus dem Haus. An Tagen, an denen sie unter starken Migränezu
ständen leide, könne sie gar nichts mehr unternehmen. Auch sonst sei sie oft zu schwach, um Verrichtungen im Haushalt zu erledigen. Die Beschwerdeführerin habe anlässlich der Exploration lebhaft und flüssig gesprochen. Der Affekt sei in Kontrast zu den Defiziten und Problemen gestanden, die ihren Alltag beherrschten und letztlich zu einer weitgehenden Invalidität führten. Die Art, wie die Versicherte berichtet habe, nichts mehr machen zu können - offensicht
lich emotional unbetroffen - sei ein Stück weit irritierend gewesen. Suizidalität sowie Wahn, Sinnestäuschungen und Ich-Störungen habe die Versicherte im Übrigen verneint. Der Schlaf sei durch häufige Aufwachphasen gestört (Urk. 8/32/16 f.). Auf der Befundebene sei insgesamt ein abnormes Krankheits
verhalten aufgefallen. Die Versicherte scheine völlig überzeugt zu sein, schwer krank zu sein und habe sich dementsprechend die letzten zehn Jahre verhalten. Es sei wahrscheinlich, dass bereits seit den frühen 90er Jahren eine Konver
sionssymptomatik vorliege, die sich über all die Jahre chronifiziert und fixiert habe. Eine zusätzliche Verschlechterung habe stattgefunden, nachdem die Ver
sicherte 2001 zwei Auffahrunfälle erlitten habe (vgl. Urk. 8/32/8). Im Rahmen einer pathologischen Unfallverarbeitung hätten sich Zeichen einer Angsterkran
kung sowie einer Verstärkung des zuvor schon vorliegenden charakteristischen Schmerzverhaltens mit Fixierung auf den Schmerz ergeben. Dies habe zu einer
weiteren körperlichen Schonung und Dekonditionierung, verbunden mit sozia
lem Rückzug und vermehrter Inanspruchnahme medizinischer Leistungen sowie unterstützender Massnahmen durch Hilfspersonen geführt. Aus psychiatrischer Sicht ergebe sich aufgrund der Konversionsstörung aktuell eine Arbeitsunfähig
keit von mindestens 70 % für die Tätigkeit als Hilfsarbeiterin. Für die Tätigkeit als Hausfrau bestehe sicherlich eine mindestens 50%ige krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit (Urk. 8/32/17 f.).
3.2
3.2.1
Im Rahmen des zu beurteilenden Rentenrevisionsverfahrens stellte sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin im Wesentlichen wie folgt dar:
Vom 29. September bis 3. Oktober 2012 war die Versicherte im H._ hospitalisiert, nachdem sie gestolpert und auf beide ausgestreckte Hände gefal
len war. Bei beidseits dorsal dislozierter Fraktur an den Handgelenken wurde eine operative Sanierung durchgeführt (Urk. 8/79/12 ff.). Zwecks Behandlung von Restbeschwerden, schnellenden Daumen beidseits sowie bei einem hoch
gradigen Verdacht auf eine Reizung des Nervus medianus mit begleitendem Karpaltunnelsyndrom links erfolgte am 25. Juni 2013 eine weitere Operation (Urk. 8/79/7). Sowohl das Karpaltunnelsyndrom als auch die Triggerfingerprob
lematik hätten sich gemäss Angaben der Versicherten daraufhin deutlich gebes
sert; ulnarseits, zentral über Narbe, sowie im Bereich des medialseitigen Ellbo
gens und der linken Schulter habe sie jedoch noch über Beschwerden geklagt. Radiologisch habe sich allerdings ein schönes Zustandsbild gezeigt, weshalb eine gewisse Schmerzverarbeitung[sstörung] für die Beschwerdesituation als ursächlich erachtet wurde (Urk. 8/79/1).
3.2.2
Gemäss polydisziplinärem D._-Gutachten vom 9. Oktober 2015 würden sich die beidseitigen Handgelenksschmerzen, links mehr als rechts, auf die
Arbeits
fähigkeit der Versicherten auswirken. Folgende Diagnosen seien demgegenüber ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 8/106/56, 8/106/72):
-
Chronifiziertes Ganzkörperschmerzsyndrom mit/bei:
-
Fehlhaltung der Hals- und Brustwirbelsäule mit diskret beginnenden degenerativen Veränderungen und muskulärer Dysbalance,
-
Anteilen einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41),
-
Funktionelles Hemisyndrom beziehungsweise Minderinnervation des rechten Arms und des rechten Beins ohne nachweisbare organisch-neurologische Ursache,
-
Verdacht auf Carpaltunnelsyndrom rechts,
-
Essentielle arterielle Hypertonie, medikamentös eingestellt,
-
Rezidivierende Harnwegsinfektionen mit Stressinkontinenz,
-
Osteoporose.
Dr. med. I._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, gelangte zum Schluss, der internistische Status der Versicherten sei an sich unauffällig ohne Nachweis einer kardiopulmonalen Pathologie. Weder die Hypertonie noch die urologische Problematik würden eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bedingen. Dies gelte ebenfalls für die dokumentierte Osteoporose mit erhöhten Frakturrisiken, die ein behandelbares Leiden sei. Insgesamt bestehe aus internis
tischer Sicht für alle bisherigen Tätigkeitsbereiche eine 100%ige Arbeitsfähig
keit (Urk. 8/106/61, vgl. zudem Urk. 8/106/27-29).
Aus dem rheumatologischen Teilgutachten von Dr. med. J._, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation sowie Rheumatologie, geht hervor, dass die Beschwerdeführerin berichtet habe, überall am Körper gleich starke Schmerzen zu haben. Es sei ein Dauerschmerz tags und weniger auch nachts, unabhängig vom Wetter und der Belastung. Diese Beschwerden bestünden seit 25 Jahren und hätten an Intensität zugenommen. Die Untersuchung habe eine äusserst
schmerzempfindliche Versicherte in gutem Allgemeinzustand gezeigt. Die rheumatologisch-pathologischen Befunde seien sehr mager ausgefallen. Im Bereich der Wirbelsäule hätten sich keine funktionellen Störungen ergeben. Die schmerzhafte Muskulatur sei dem Ganzkörpersyndrom zuzuordnen; die Fehlhal
tung und die degenerativen Veränderungen seien kaum erwähnenswert. Im Bereich der oberen und unteren Extremitäten fehle eine radikuläre oder spondy
logene Symptomatik. Ein entzündlich-rheumatisches Geschehen könne ebenfalls ausgeschlossen werden. Die Beschwerden im Bereich der Hände stünden in Dis
krepanz zu den objektivierbaren, bildgebenden Befunden. Aus rein rheumatolo
gischer Sicht sei die Versicherte in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit in der Zylindermontage zu 100 % arbeitsfähig. Im Haushaltsbereich liege die Ein
schränkung bei maximal 30 %. In einer dem körperlichen Leiden angepassten Verweistätigkeit - ohne Hantieren mit Lasten über zwei bis drei Kilogramm
und ohne erhöhte Anforderungen an die Geschicklichkeit sowie Greifkraft der Hände - bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (Urk. 8/106/35).
Dr. med. K._, Facharzt für Neurologie, hielt in seiner Teilexpertise fest, dass sich die in den aktenkundigen Vorbefunden beschriebene Minderinnerva
tion der rechten Körperhälfte in nur noch sehr leichtem Ausmass wiederfinde. Es sei von einer funktionellen Genese der residuellen Schwäche auszugehen. Die zusätzlich von der Versicherten beklagte, circa zwei Mal pro Jahr auftretende Drehschwindelproblematik sei am ehesten auf eine peripher-vestibuläre Ursache zurückzuführen. Für eine zentralnervöse Ursache gebe es keine Anhaltspunkte. Die beklagte Schmerzsymptomatik beziehe sich auf die Handgelenke und sei nicht neurogen bedingt. Die überlagernd in plausibler Art und Weise auftreten
den Fühlstörungen an der rechten Hand würden anamnestisch gut zu einem Carpaltunnelsyndrom passen. Dieses sei prinzipiell behandelbar und für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht von Relevanz. Aus neurologischer
Sicht sei die Arbeitsfähigkeit insgesamt nicht eingeschränkt (Urk. 8/106/38).
Gegenüber Dr. phil. L._, Neuropsychologin, habe sich die Versicherte dahingehend geäussert, sehr vergesslich zu sein. Seit den zwei Autounfällen sei sie zudem sehr schnell müde. Sie habe deutliche Einschlafschwierigkeiten und wache häufig drei Stunden nach dem Einschlafen auf (Urk. 8/106/41). Anläss
lich der neuropsychologischen Untersuchung hätten sich Leistungs-einbussen im Bereich der Lern- und Gedächtnisfunktionen, der Aufmerksamkeits- und Konzentrationsleistungen, der Exekutiv-Funktionen sowie eine generell deutlich verlangsamte Bearbeitungszeit einiger Aufgaben gezeigt. Das kristalline Intelli
genzniveau habe auf eine niedrige Intelligenz hingewiesen. Gesamthaft würden sich die neuropsychologischen Befunde weitgehend mit denjenigen decken, die Dipl.-Psych. F._ im Jahr 2002 beschrieben habe. Bei länger als sechs Monate persistierenden kognitiven Defiziten müsse angenommen werden, dass psychische Störungen, Medikamentennebenwirkungen, ein sekundärer Krankheitsgewinn oder schwierige psychosoziale Verhältnisse ursächlich seien oder wesentlich zur Aufrechterhaltung der kognitiven Leistungseinbussen bei
tragen. Im Fall der Versicherten könnten die subjektive Schmerzsymptomatik, die eher schlechte Schlafqualität sowie die fremdanamnestisch eher tiefe Stim
mungslage relevante Faktoren darstellen. Die einfache intellektuelle Struktur wirke verstärkend. Das kognitive Leistungsniveau sei wahrscheinlich im Lauf der Jahre im Sinne einer Dekonditionierung deutlich gesunken (Urk. 8/106/46).
Med. pract. M._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, führ
te in ihrer Teilexpertise aus, die Versicherte sei im Rahmen der Exploration wach sowie örtlich, zeitlich, zur Person und situativ voll orientiert gewesen. Beeinträchtigungen der Auffassung, Konzentration, Merkfähigkeit oder des Gedächtnisses hätten sich nicht ergeben. Ängste, Phobien oder Zwänge mit Krankheitswert hätten nicht eruiert werden können.
Das Verhalten sei sozial und situativ adäquat gewesen. Die Stimmungslage sei ausgeglichen gewesen, bei gut erhaltener affektiver Schwingungsfähigkeit und gut herstellbarem Rap
port. Die Beschwerdeführerin habe des Weiteren relativ unbeteiligt über die aktuellen Symptome berichtet; Schmerzäusserungen oder Schmerzgebaren in Mimik und Gestik hätten sich nicht gezeigt. Überdies seien weder inhaltliche noch formale Denkstörungen oder Wahrnehmungsstörungen aufgefallen. Anhaltspunkte für Fremd- oder Selbstgefährdung hätten nicht bestanden (Urk. 8/106/52 f.). Aus rein psychiatrischer Sicht könne keine Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden, sodass eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert werden müsse. Die von der Versicherten noch ange
gebene, ab und zu auftretende Schwäche im rechten Bein entspreche nicht einer Bewegungsstörung, wie sie 2002 von Dr. G._ diagnostiziert worden war. Die Schwäche habe im Rahmen der Begutachtung nicht beobachtet werden können. Die Beschwerdeführerin habe sich auch zu keinem Zeitpunkt in psychi
atrischer Behandlung befunden. Das Vorliegen einer somatoformen Schmerzstö
rung sei ebenfalls zu verneinen. Der Schmerz werde von der Versicherten nicht als schwer und quälend umschrieben. Im Übrigen trete eine solche Erkrankung in Verbindung mit emotionalen Konflikten oder psychosozialen Problemen auf, sodass gewöhnlich eine beträchtliche persönliche oder medizinische Betreuung oder Zuwendung die Folge sei. Dies sei hier allerdings nicht der Fall (Urk. 8/106/54 f.).
Aus interdisziplinärer Sicht sei die Beschwerdeführerin sowohl in ihrer zuletzt ausgeübten als auch in jeder angepassten Verweistätigkeit - ohne Hantieren mit Lasten über zwei bis drei Kilogramm und ohne erhöhte Anforderungen an die Geschicklichkeit sowie die Greifkraft der Hände - zu 100 % arbeitsfähig. Für den Haushaltsbereich liege die Einschränkung bei maximal 30 % (Urk. 8/106/64 ff.). Gesamthaft habe sich der Gesundheitszustand der Versicherten gegenüber der letzten Rentenrevision nicht wesentlich verändert. Neu
hinzugekommen sei
en die Handgelenksfrakturen, welche inzwischen gut verheilt seien. Die leichten Restbeschwerden würden zu qualitativen Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit führen. Die im C._-Gutachten attestierte Arbeitsunfähigkeit von 70 %, welche mit einer Konversionsstörung begründet worden sei, sei nicht mehr gerechtfer
tigt, zumal diese Diagnose aktuell nicht mehr gestellt werden könne und auch sonst keine somatischen oder psychischen Funktionsstörungen vorlägen (Urk. 8/106/75).
4.
4.1
Zwischen den Parteien ist strittig, ob die Beschwerdeführerin weiterhin Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung hat (vgl. E. 2.1 f.). In diesem Zusammenhang ist zunächst zu prüfen, ob ein Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG vorliegt. Die Beschwerdegegnerin erachtete einen solchen gestützt auf das D._-Gutachten vom 9. Oktober 2015 (Urk. 8/106) als gege
ben, da sich der psychische Gesundheitszustand der Versicherten gebessert habe (Urk. 2 S. 2).
Das polydisziplinäre D._-Gutachten basiert auf umfassenden internistischen, rheumatologischen, neurologischen, neuropsychologischen sowie psychiat
rischen Untersuchungen, wobei ergänzend insbesondere auch eine Blutanalyse durchgeführt und radiologische Befunde erhoben wurden (Urk. 8/106/29, 8/106/33). Die Expertise wurde des Weiteren in detaillierter Kenntnis der
Vorak
ten erstellt (Urk. 8/106/2 ff.). Die Versicherte konnte gegenüber den einzelnen Gutachtern ihre aktuellen Beschwerden schildern und wurde von diesen - soweit fachspezifisch erforderlich - eingehend befragt (Urk. 8/106/23 ff., 8/106/31, 8/106/35 ff. und 8/106/50 ff.). Namentlich im Rahmen der psychiat
rischen Exploration konnte sie sich zu diversen Themenbereichen wie ihrem beruflichen Werdegang, dem gewöhnlichen
Tagesablauf und der familiären Situation äussern (Urk. 8/106/50 ff.). Die geklagten Leiden fanden im Zuge der Feststellung der Diagnosen Berücksichtigung, wobei sowohl diese
als auch die aus medizinischer Sicht resultierenden Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit überzeugend dargelegt und erläutert wurden (Urk. 8/106/33 ff., 8/106/38 und 8/106/53 ff.). Soweit möglich erfolgte überdies eine Auseinandersetzung mit vorangegangenen ärztlichen Beurteilungen (Urk. 8/106/46, 8/106/54 f. und 8/106/60 ff.). Insgesamt erfüllt das D._-Gutachten sämtliche praxisgemässen Kriterien an den Beweiswert einer medizinischen Expertise (vgl. E. 1.4).
4.2
4.2.1
Die Beschwerdeführerin macht geltend, auf das Gutachten könne aus verschie
denen Gründen nicht abgestellt werden. Sowohl die Kritik an der neuropsycho
logischen als auch an der psychiatrischen Teilexpertise (Urk. 1 S. 10 f.) erweist sich indes als unsubstantiiert. Die Versicherte zeigt nicht auf, hinsichtlich wel
cher konkreten Gesichtspunkte diese medizinischen Beurteilungen unklar und vage ausgefallen sein sollen. Es liegen insbesondere auch keine (fach-)ärztlichen Stellungnahmen vor, die Anlass geben, an der Beweiskraft der genannten Teil
gutachten zu zweifeln. Insbesondere auf die Berichte der behandelnden Ärzte Dr. med. N._, Facharzt für Rheumatologie und Allgemeine Innere Medizin (Urk. 8/159, 8/172), und Dr. med. O._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin (Urk. 8/171/1-5), kann nicht abgestellt werden, zumal diesen keine objektive Befunderhebung zu entnehmen ist. Bei der von Dr. O._ angeführten chronischen Depression handelt es sich ausserdem um eine fachfremde Diagnose. Aus den Stellungnahmen der behandelnden Ärz
te gehen insgesamt keine wichtigen Aspekte hervor, die bei der D._-Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind. Folglich ist auch die Erfahrungstatsache zu beachten, wonach behandelnde Arztpersonen bezie
hungsweise Therapiekräfte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Ver
trauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc,
Urteil
des Bun
desgerichts
8C_677/2014 vom 2
9.
Oktober 2014 E. 7.2
mit Hinweisen). Hin
sichtlich der übrigen von der Versicherten angeführten ärztlichen Beurteilungen (vgl. Urk. 1 S. 10 Ziff. 3.1) bleibt anzufügen, dass diese bereits mehrere Jahre respektive gar Jahrzehnte zurückliegen (vgl. Urk. 8/8 f., 8/32) und folglich nicht mehr als Grundlage für eine aktuelle Beurteilung des Gesundheitszustandes her
angezogen werden können (vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_551/2015 vom 17. März 2016 E. 6 mit Hinweis).
4.2.2
Die Beschwerdeführerin rügt überdies, im D._-Gutachten sei ausdrücklich festgehalten worden, dass sich ihre gesundheitliche Situation seit der letzten Rentenrevision nicht wesentlich verändert habe. Es handle sich daher um eine einmalige, unterschiedliche Würdigung desselben Sachverhalts (Urk. 1 S. 11).
Der Einwand der Versicherten erweist sich auf den ersten Blick als berechtigt. Der Expertise ist in der Tat zu entnehmen, dass sich der Gesundheitszustand gegenüber der letzten Rentenrevision nicht wesentlich verändert habe. Diese Aussage wird jedoch sogleich im selben Abschnitt relativiert, indem ausgeführt wird, die im C._-Gutachten (Urk. 8/32) attestierte hochgradige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 70 % lasse sich nicht mehr rechtfertigen, da die damals massgebliche Diagnose einer Konversionsstörung zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr gestellt werden könne (Urk. 8/106/75). Med. pract. M._ führte in die
sem Kontext aus, die von der Versicherten noch angegebene Schwäche im rech
ten Bein, welche noch ab und zu auftrete, entspreche nicht einer Konversions
störung, wie sie Dr. G._ 2002 diagnostiziert habe (vgl. Urk. 8/32/17 f.). Die Schwäche habe im Rahmen der Untersuchung auch nicht beobachtet wer
den können. Entsprechend stellte med. pract. M._ keine Diagnose mit Aus
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Den festgestellten Anteilen einer chro
nischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) sprach sie einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ebenfalls ab, was mit Blick auf die diesbezüglich anwendbare bundesgerichtliche Rechtsprechung (BGE 141 V 281; strukturiertes Beweisverfahren) ohne Weiteres überzeugt. Namentlich befand sich die Versicherte zu keinem Zeitpunkt in psychiatrischer Behandlung (Urk. 8/106/25 f., 8/106/51). Die vorhandene Tagesstruktur, das intakte Eheleben, die regen sozialen Kontakte sowie die unternommenen Reisen nach Italien (Urk. 8/106/24,
8/106/49-52 und 8/157/7) sprechen ebenso gegen einen ausgeprägten Leidensdruck. Im Übrigen wiesen die Gutachter darauf hin, dass eine Aggravation nicht ausgeschlossen werden könne und ein dysfunktio
nales Krankheitsverhalten mit Tendenzen zur Selbstlimitierung vorliege
(Urk. 8/106/67, 8/106/69 f.). Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin wird in Anbetracht all dieser Gegebenheiten eine wesentliche Besserung der psychischen Situation deutlich.
In somatischer Hinsicht ist ferner trotz der im Oktober 2012 erlittenen Verlet
zungen an den Handgelenken nicht von einer massgeblichen Verschlechterung des Gesundheitszustandes auszugehen. Die operative Versorgung ergab gemäss den radiologischen Untersuchungen ein zufriedenstellendes Ergebnis; für die weiterhin von der Versicherten beklagten Schmerzen fand sich kein organisches Korrelat (vgl. E. 3.2.1). Die Verletzungen haben ausserdem gemäss der überzeu
genden Beurteilung der Gutachter nur Einschränkungen in Bezug auf die zumutbaren Tätigkeitsgebiete zur Folge, nicht aber auf die Arbeitsfähigkeit an sich (vgl. Urk. 8/106/35, 8/106/64 f.).
Insgesamt ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin angesichts des wesentlich gebesserten psychischen Gesundheitszustandes der Versicherten einen Revisionsgrund bejahte (vgl. E. 1.3.1).
4.2.3
Darüber hinaus ist festzuhalten, dass auch in Anbetracht der Veränderung der sozialversicherungsrechtlichen Qualifizierung von einem Revisionsgrund auszu
gehen ist (vgl. E. 1.3.2). So basierte die als Vergleichsbasis dienende Verfügung vom 23. November 2004 (Urk. 8/44) auf der Annahme, dass die Versicherte im Gesundheitsfall jeweils zu 50 % im Erwerbs- und im Aufgabenbereich (Haus
halt) tätig wäre (Urk. 8/42/6), weshalb der Invaliditätsgrad anhand der gemisch
ten Methode bemessen wurde (Urk. 8/43/3). Zum jetzigen Zeitpunkt wäre die Beschwerdeführerin im
Gesundheitsfall gemäss eigenen Aussagen aus überzeu
genden Gründen (Kinder erwachsen, nur noch 2-Personenhaushalt, geringes Familieneinkommen) zu 100 % erwerbstätig (Urk. 8/90/3), womit der Invalidi
tätsgrad neu mittels eines Einkommensvergleichs im Sinne von Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG zu bestimmen ist (vgl. Urk. 8/107). Das wird seitens der Beschwerdeführerin nicht gerügt (Urk. 1). Der Vollständigkeit halber ist anzumerken, dass weder eine familiär bedingte Statusänderung, noch ein Statuswechsel hin zur Teilerwerbstätigkeit vorliegt, weshalb das Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) in Sachen Di Trizio gegen die Schweiz vom 2. Februar 2016 (Nr. 7186/09) nicht einschlägig ist und einer Rentenrevision somit ebenfalls nicht entgegensteht (vgl. BGE 144 I 28
E. 4.4-4.6).
4.3
Im Sinne eines Zwischenfazits kann nach dem Gesagten festgehalten werden, dass gestützt auf das beweiskräftige D._-Gutachten vom 9. Oktober 2015 (Urk. 8/106) von einem wesentlich gebesserten psychischen Gesundheitszustand der Versicherten auszugehen ist, weshalb ein Revisionsgrund vorliegt. Zusätz
lich stellt der Umstand, dass infolge der Veränderung der sozialversicherungs-rechtlichen Qualifizierung eine andere Art der Bemessung des Invaliditätsgrads zur Anwendung gelangt, einen Revisionsgrund dar. Entsprechend hat eine um
fassende Neuüberprüfung des Rentenanspruchs der Beschwerdeführerin ohne Bindung an frühere Beurteilungen zu erfolgen (BGE 141 V 9 E. 2.3).
5.
5.1
Näher zu prüfen ist demnach, ob die Beschwerdegegnerin bei der Festlegung der Arbeitsfähigkeit der Versicherten zu Recht auf die Einschätzung der D._-Gutachter abgestellt und auf dieser Grundlage den Invaliditätsgrad korrekt bemessen hat.
5.2
Der Beschwerdeführerin ist insofern beizupflichten, als die von den Gutachtern attestierte 100%ige Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit in der Zylindermontage angesichts des individuellen Belastungsprofils nicht über
zeugt. Dieses schliesst aufgrund der Handgelenksproblematik namentlich Arbei
ten aus, die erhöhte Anforderungen an die Geschicklichkeit sowie die Greifkraft der Hände stellen (Urk. 8/106/35, 8/106/64 f.). Gemäss den glaubwürdigen Angaben der Beschwerdeführerin setzte ihre Tätigkeit bei der A._ nebst einer hohen Konzentration aber gerade auch feinmotorisches Geschick voraus, da teilweise mit der Pinzette gearbeitet werden musste (Urk. 8/106/49). Die angestammte Tätigkeit entspricht damit mit überwiegender Wahrscheinlich
keit nicht dem Belastungsprofil, weshalb in dieser Hinsicht jedenfalls nicht von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden kann.
Die Beschwerdegegnerin legte ihrem Einkommensvergleich indes berechtigter
weise eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten, sehr leichten Tätigkeit zugrunde. Soweit die Versicherte in diesem Zusammenhang eine Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit geltend macht (Urk. 1 S. 10 ff.), ist darauf hinzuweisen, dass eine solche nur
in denjenigen Fällen anzunehmen
ist
, in denen die zumutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erschein
t (Urteil des Bundesgerichts 9C_
485/2014 vom 28. November 2014 E. 3.3.1 mit Hinweisen)
.
Massgebend können
in diesem Zusammenhang
die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fer
tigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufs
erfahrung aus dem angestammten
Bereich sein (Urteil des Bundesgerichts 9C_734/2013 vom 13. März 2014 E. 2.1 mit Hinweisen).
Beim ausgeglichenen Arbeitsmarkt handelt es sich
um eine theoretische Grösse, so
dass nicht leichthin angenommen werden kann, die verbliebene Leistungsfähigkeit sei unverwertbar.
An der Massgeblichkeit des theoretisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt
s
vermag selbst der Umstand nichts zu ändern, dass es für die versicherte Person im Ein
zelfall schwierig oder gar unmöglich ist, im tatsächlichen Arbeitsmarkt eine entsprechende Stelle zu finden (vgl. Urteil
des Bundesgerichts
8C_237/2011 vom 1
9.
August 2011 E. 2.3).
Die hohen Anforderungen an die Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit sind unter Würdigung der konkreten persönlichen Umstände nicht erfüllt. Die Beschwerdeführerin war zwar im Zeitpunkt, da die medizinischen Unterlagen eine zuverlässige Feststellung des Sachverhalts erlaubten (vgl. BGE 138 V 457 E. 3.4) - was mit der D._-Begutachtung vom 9. Oktober 2015 der Fall war - bereits rund 57 Jahre alt. Bis zum Erreichen des AHV-Pensionsalters verblieb ihr somit noch eine Aktivitätsdauer von etwa sieben Jahren. Dies allein schliesst eine Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit jedoch nicht aus (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_847/2015 vom 30. Dezember 2015 E. 4.1 und 4.3 mit Hin
weisen). Im Weiteren ist zu berücksichtigen, dass die Versicherte bis Oktober 2015 während 24 Jahren eine halbe Invalidenrente bezog und entsprechend lange vom Arbeitsmarkt abwesend war. Entscheidend ist jedoch, dass der Gesundheitsschaden nicht derart beschaffen ist, dass das Spektrum möglicher Hilfsarbeiten auf ein Minimum eingeschränkt wird. So umfasst der ausgegliche
ne Arbeitsmarkt in diesem Bereich insbesondere auch leichte Überwachungs-, Prüf- und Kontrollarbeiten in der Industrie, die Bedienung und Überwachung von (halb-)automatischen Maschinen respektive Produktionseinheiten oder eine Beschäftigung an einem Empfang oder als Telefonistin (vgl. Urteile des Bundes
gerichts 8C_599/2015 vom 22. Dezember 2015 E. 5.1 und 8C_350/2013
vom 5. Juli 2013 E. 3.3). Der absehbare Einarbeitungsaufwand für einen potentiellen Arbeitgeber wird sich diesbezüglich bei realistischem Entgegenkommen in Grenzen halten, da die Beschwerdeführerin namentlich über sehr gute Schwei
zerdeutschkenntnisse und - wenngleich einige Zeit zurückliegend - über eine abgeschlossene Berufsausbildung sowie mehrere Jahre berufliche Erfahrung als Hilfsarbeiterin verfügt. D
as Finden einer
leidensangepassten Arbeitss
telle
erscheint
daher
insgesamt nicht
von
vornherein als ausgeschlossen (vgl. demge
genüber Urteil des Bundesgerichts 9C_183/2017 vom 30. Oktober 2017 E. 5.2).
5.3
Es ist unbestritten und nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin sowohl das Validen- als auch das Invalideneinkommen gestützt auf die vom Bundesamt für Statistik herausgegebene Schweizerische Lohnstrukturerhebung (LSE) bestimmt hat (Urk. 8/107). Sie hat dabei zwar zu Unrecht auf den Zent
ralwert für Männer (Fr. 5'210.--) statt auf denjenigen für Frauen (Fr. 4'112.--) abgestellt. Da allerdings beide Vergleichseinkommen ausgehend vom selben Tabellenlohn zu berechnen sind, und der Invaliditätsgrad folglich dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung eines allfälligen Abzuges vom Tabel
lenlohn entspricht, erübrigt sich deren genaue Ermittlung rechtsprechungsge
mäss ohnehin (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_365/2012 vom 30. Juli 2012
E. 7). Der Invaliditätsgrad beläuft sich auch unter Berücksichtigung des korrekten Tabellenlohns auf 0 %, zumal der Beschwerdeführerin eine 100%ige Arbeits
fähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit attestiert wurde. Selbst das Zuge
ständnis eines maximalen leidensbedingten Abzuges vom Invalidenein-kommen in der Höhe von 25 % (BGE 126 V 80 E. 5b/cc) hätte demnach keinen rentenan
spruchsbegründenden Invaliditätsgrad von mindestens 40 % zur Folge (vgl. E. 1.2).
Im Ergebnis hat die Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch der Versicherten ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 0 % folglich zu Recht verneint.
6.
Im Zeitpunkt der Renteneinstellung bezog die Versicherte bereits seit über 15 Jahren eine Invalidenrente und war über 55 Jahre alt. Eine revisions- oder wie
dererwägungsweise Herabsetzung oder Aufhebung der Rente ist damit gemäss bundesgerichtlicher Praxis grundsätzlich nur zulässig, wenn die Beschwerde
gegnerin zuvor Eingliederungsmassenahmen durchgeführt hat (Urteil des Bun
desgerichts 9C_228/2010 vom 26. April 2011 E. 3.3).
Die IV-Stelle hat im Rahmen des Vorbescheidverfahrens Eingliederungs-massnahmen geprüft und Kostengutsprache für eine Potentialabklärung erteilt (Urk. 8/155). An dieser nahm die Versicherte jedoch nur an drei Tagen in ver
kürztem Umfang teil; an den übrigen 17 Tagen war sie aus verschiedenen gesundheitlichen Gründen abwesend (Urk. 8/168/1 f.). Sie wurde von
der Beschwerdegegnerin mehrfach auf ihre Mitwirkungspflicht und die Folgen der Verweigerung zumutbarer Eingliederungsmassnahmen hingewiesen (Urk. 8/146/2, 8/163). Mit Mitteilung vom 7. Februar 2017 wurde die Arbeits
vermittlung abgeschlossen, da es nicht gelungen war, die Beschwerdeführerin innert angemessener Frist in den Arbeitsmarkt zu integrieren (Urk. 8/174).
Das Vorgehen der Beschwerdegegnerin erweist sich mit Blick auf die einschlä
gige bundesgerichtliche Rechtsprechung als korrekt, wobei die Versicherte in diesem Kontext auch keine konkreten Rügen erhebt (vgl. Urk. 1 S. 11 f.). Das Scheitern der Eingliederungsmassnahmen ändert nichts an der Zulässigkeit der Rentenaufhebung. Die Beschwerdeführerin hat denn auch mehrfach klar zum Ausdruck gebracht, dass sie sich nicht im Stande fühlt, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen (vgl. Urk. 8/90/2, 8/106/27, 8/106/50 und
8/145). Sie hat insbe
sondere in der Zeit nach der Begutachtung, welche sie mit der konkreten Mög
lichkeit einer Rentenaufhebung konfrontierte, keine Anstrengung zur Selbstein
gliederung unternommen. Im Nachgang zur Mitteilung vom 7. Februar 2017 (Urk. 8/174) verlangte sie überdies keine anfechtbare Verfügung. Da es in Anbe
tracht all dieser Umstände somit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit infolge der subjektiven Krankheitsüberzeugung an einem Eingliederungswillen fehlt, ist das Vorgehen der IV-Stelle nicht zu beanstanden (vgl. Urteile des Bundesge
richts 9C_231/2015 vom 7. September 2015 E. 4.2 und 8C_569/2015 vom 17. Februar 2016 E. 5.2).
7.
Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin die Rente der Versicherten zu Recht revisionsweise aufgehoben, da kein anspruchsbegründender Invaliditäts
grad von mindestens 40 % mehr vorliegt.
Die angefochtene Verfügung vom 3. April 2017 (Urk. 2) erweist sich damit als rechtens, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
8.
Da die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen zu prüfen war, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Sie sind der unterliegenden Beschwerdefüh
rerin aufzuerlegen.