Decision ID: dd60b2bc-04da-4755-929b-2b369ce922d7
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 19
34
,
ist serbische Staatsangehörige (
Urk.
8/222q S. 2
) und bezog
seit
1998
vom
Amt für Zusatz
leistungen zur AHV/IV der Stadt Zürich
(nachfolgend: AZL)
Zusatzleistungen
(
in Form von
Ergänzungs
leistun
gen
, Beihilfe,
Ge
meindezuschüsse
und Einmalzulagen
)
zu ihrer AHV-Rente
(Urk.
8/
V66-78, Urk. 8/
202 S. 2
, Urk. 8/227
-228
).
Im Oktober 2014 nahm das AZL Abklärungen zur Dauer und Häufigkeit der Auslandaufenthalte der Ver
sicherten auf
(
Urk.
8/220-222)
und holte
unter anderem Kontoauszüge
von den Konten der Versicherten
b
ei der
Y._
und bei der
Z._
der Jahre 2009 bis 2014
ein
(Urk.
8/222b-h).
Mit Verfügung vom 12.
März 2015 stellte das AZL die Zusatz
leistungen per
1.
April 2015 mit der Begründung ein, dass die häufigen
Aus
landaufenthalte
der Versicherten einen Lebensmittelpunkt in
A._
aus
schlies
sen würden (Urk.
8/V/80
, Urk. 8/
232
).
D
agegen
erhob die Versicherte
mit Schreiben vom 2
5.
März 2015 und vom 13.
April
2015 (
Urk.
8/235-236)
Einsprache. Mit Schreiben vom 1
8.
Mai 2015 drohte das AZL der Versicherten eine Schlechterstellung mit der Verpflichtung zur Rückerstattung der Zusatz
leistungen
der Jahre 2013 und 2014 im Gesamt
betrag von Fr. 90‘511.-- an und gab ihr Gelegenheit zur Stellungnahme respek
tive zum Rückzug der Einsprache (Urk. 8/238).
Am 2
9.
Mai 2015 nahm die Ver
sicherte dazu Stellung (
Urk.
8/239).
Mit Einspracheentscheid vom 2
1.
Juli 2015 wies das AZL die Einsprache ab und verpflichtete die Versicherte zur Rücker
stattung von
Fr.
90‘511.--
(
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
die
Versicherte mit Eingabe vom
20. August 2015
Beschwerde und beantragte
sinngemäss
, der Einspracheentscheid vom
21. Juli 2015
sei
auf
zuheben und die
Beschwerdegegnerin
sei zu verpflichten, ihr weiterhin Zusatz
leistungen zur AHV
-Rente
auszurichten (
Urk.
1 S. 1).
Die
Beschwerde
geg
nerin
schloss in der
Beschwerdeantwort vom
1. September 2015
auf Abweisung der Be
schwerde (Urk.
7
S. 2).
Mit Schreiben vom
8.
November 2016 teilte die Beschwerdegegnerin dem Gericht mit, dass sich die Beschwerdefüh
rerin laut dem Personenmeldeamt der Stadt Zürich am 2
6.
Oktober 2016 polizeilich abgemeldet habe und ihren Wohnsitz per 2
0.
November 2016 nach
B._
verlegt habe (
Urk.
12).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1
.
1
.1
Der Bund und die Kantone gewähren Personen, welche die gesetzlichen Vor
aussetzungen nach Art. 4-6 des Bundesgesetzes über die Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG) erfüllen, Zusatz
leistungen zur Deckung ihres Existenzbedarfs (Art. 2 Abs. 1 ELG; §§ 1, 13, 15 und 20 Abs. 1 des Gesetzes des Kan
tons Zürich über die Zu
satzleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung, ZLG).
Die jährliche Ergänzungsleistung entspricht dem Betrag, um den die anerkann
ten Ausgaben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 9 Abs. 1 ELG).
1
.2
1
.2.1
Gemäss Art. 4 Abs. 1 ELG setzt der Anspruch auf Ergänzungsleistungen den zivilrechtlichen Wohnsitz und den gewöhnlichen Aufenthalt in der Schweiz im Sinne von Art. 13 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialver
sicherungsrechts (ATSG) voraus.
1
.2.2
Der Wohnsitz einer Person bestimmt sich gemäss Art. 13
Abs.
1 ATSG nach den Art. 23-26 des Zivilgesetzbuches (ZGB
; in der seit
1.
Januar 2013 gültigen Fas
sung
).
Der zivilrechtliche Wohnsitz einer Person befindet sich
danach
an dem Ort, wo sie sich mit der Absicht dauernden Verbleibens aufhält (
Art.
23
Abs.
1 ZGB)
und
den sie sich zum Mittelpunkt ihrer Lebensinteressen gemacht hat (BGE 127 V 237 E. 1; BGE 125 III 100 E. 3). Für die Begründung des Wohn
sitzes müssen somit zwei Merkmale erfüllt sein: ein objektives
äusseres
, der Aufent
halt, sowie ein subjektives inneres, die Absicht dauernden Ver
bleibens. Nach der Rechtsprechung kommt es nicht auf den inneren Willen, sondern darauf an, auf welche Absicht die erkennbaren Umstände objektiv
schliessen
lassen (BGE 127 V 237 E. 1; BGE 125 V 76 E. 2a). Der Wohnsitz bleibt an
einem
Ort bestehen, solange nicht anderswo ein neuer begründet wird (
Art.
24
Abs.
1 ZGB; zum Ganzen: BGE 133 V 309 E. 3.1). Die Absicht, einen Ort später wieder zu ver
las
sen,
schliesst
eine Wohnsitzbegründ
ung nicht aus (BGE 127 V 237 E.
2c).
Nie
mand kann an mehreren Orten zugleich seinen Wohnsitz haben (Art. 23
Abs.
2 ZGB).
Nur - aber immerhin - Indizien für die Beurteilung der Wohnsitzfrage sind die An
meldung und Hinterlegung der Schriften, die Aus
übung der poli
tischen Rechte, die Bezahlung der Steuern,
fremden
polizeiliche
Bewilligungen sowie die Gründe, die zur Wahl eines bestimmten Wohnsitzes veranlassen (RKUV 2005 Nr. KV 344 S. 360; Urteil des Bundes
gerichts 9C_1056/2010 vom 21. März 2011 E. 4).
1
.2.3
Ihren gewöhnlichen Aufenthalt hat eine Person an dem Ort, an dem sie wäh
rend längerer Zeit lebt, selbst wenn diese Zeit zum Vornherein befristet ist (
Art.
13
Abs.
2 ATSG). Nach der Recht
sprechung ist für den "gewöhnlichen Aufenthalt" der tatsächliche Aufenthalt in der Schweiz und der Wille, diesen Aufenthalt
a
ufrecht zu erhalten,
massgebend
; zusätzlich dazu muss sich der Schwerpunkt aller Beziehungen in der Schweiz befinden (
BGE
141 V 530
E. 5.3,
136 V 244
E.
7.2.3;
119 V 98
E. 6c
, 111 E. 7b
;
112 V 164
E. 1a; Urteil
des
Bun
desgerichts 9C_729/2014
vom 1
6.
April 2015 E. 3).
Nach der Rechtsprechung ist der gewöhnliche schweizerische Aufenthalt unter anderem in Fällen zu verneinen, in denen mehrmals hintereinander mit einer gewissen Regelmässigkeit zeitlich kürzere Aufenthalte im Ausland erfolgen, sofern zusätzliche objektive Faktoren vorliegen, welche auf eine mehrheit
liche Lebensführung ausserhalb der Schweiz hindeuten (Urteil des Bundesge
richts
P 25/06
vom 23. August 2007 E. 4.2.2).
1.2.4
Laut Randziffer (
Rz
) 2330.01 der Wegleitung über die Ergänzungsleistungen zur AHV und IV (WEL) des
Bundesamtes für Sozialversicherungen (BSV)
, gültig ab 1. April 2011, Stand 1. Januar 2016, wird, wenn sich eine Person – auch über den Jahreswechsel – mehr als drei Monate (92 Tage) am Stück ohne triftigen oder zwingenden Grund im Ausland aufhält, die Ergänzungsleistung ab dem darauffolgenden Kalendermonat eingestellt. Die Ergänzungsleistung wird ab dem Kalendermonat wieder ausgerichtet, in dem die betreffende Person in die Schweiz zurückkehrt. Die Tage der Ein- und Ausreise gelten nicht als
Aus
land
aufenthalt
.
Ferner
sieht die WEL für den Fall, dass sich eine Person im selben Kalenderjahr insgesamt mehr als sechs Monate (183 Tage) im Ausland aufhält, das Entfallen des Ergänzung
sleistungsan
spruchs für das gesamte Kalenderjahr und
die Zurück
forderung der bereits ausgerichtet
en Ergänzungsleistungen vor (
Rz
2330.02).
Bei Auslandaufent
halten a
us triftigen
Gründen
, unter
denen
berufliche Zwecke oder eine Ausbildung, nicht aber Ferien- oder Besuchszwecke
zu verstehen ist
,
ist
eine Weiterausrichtung der Ergänzungsleistungen für maxi
mal ein Jahr vor
gesehen (
Rz
2340.01-02). I
m Falle von zwingenden Gründen in Form von gesundheitlichen Gründen oder höherer Gewalt
gilt
die Weiterausrichtung für die gesamte Zeitdauer, solange der Schwerpunkt aller
Beziehungen in der Schweiz ver
bleibt (
Rz
2340.03-04).
1.2.5
Die
se
in
der
WEL
enthaltene, nach dem Grund des Auslandaufenthaltes abge
stufte Leistungsbefristung
(E. 1.2.4)
ist
eine
Verwaltungsweisung
und
für das Gericht nicht verbindlich (BGE
133 V 257 E. 3.2
,
126 V 64 E. 4b, 421 E. 5a; Urteil des
Bundesgerichts
P 23/00 vom 2
6.
Juli 2001 E.
3b mit Hinweisen
; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts
9C_151/2014 vom 2
2.
August 2014 E. 5.2
).
1
.3
Nach Art. 28 Abs. 2 ATSG haben Personen, die Versicherungsleistungen
bean
-
spruchen
, unentgeltlich alle Auskünfte zu erteilen, die zur Abklärung des Anspruches und zur Festsetzung der Versicherungsleistungen erforderlich sind. Die Mitwirkungspflicht – als Korrelat zum Untersuchungsgrundsatz – hat all
gemeine Bedeutung und gilt daher auch auf dem Gebiet der
Ergänzungsleistun
gen
(Urteil des Bundesgerichts P 88/02 vom 31. Juli 2003 E. 2.2).
1.4
1.4
.1
Gemäss
Art.
25
Abs.
1 Satz 1 ATSG (in Verbindung mit
Art.
2 ATSG und
Art.
1
Abs.
1 ELG) sind unrechtmässig bezogene Ergänzungsleistungen zurückzu
er
stat
ten.
Die Rückforderung rechtskräftig verfügter Leistungen durch die Verwaltung ist nur unter den für die Wiedererwägung oder die prozessuale Revision mass
ge
benden Voraus
setzungen zulässig (BGE 126 V 23 E. 4b, 42 E. 2b, je mit Hin
weisen). Mit der Wiedererwägung kann der Versicherungsträger auf eine formell rechts
kräftige Verfügung zurückkommen, wenn diese zweifellos un
rich
tig und ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (Art. 53 Abs. 2 ATSG).
Bei der prozessualen Revision gemäss
Art.
53
Abs.
1 ATSG sind formell rechtskräftige Verfügungen und
Einspracheentscheide
in Revision zu ziehen, wenn die ver
sicherte Person oder der Versicherungsträger nach deren Erlass erhebliche neue Tatsachen entdeckt oder Beweismittel auffindet, deren Beibringen zuvor nicht möglich gewesen war.
Bei der Neuberechnung der
Ergänzungsleistungen zur Ermittlung des
Rück
er
stattungsbetrages
ist von den Verhältnissen auszugehen, wie sie im
Rücker
stat
tungszeitraum
tatsächlich bestanden haben. Namentlich sind alle
anspruchs
relevanten
Tatsache
nänderungen zu berücksichtigen (BGE 138 V 298 E. 5,
126 V 23 E. 4b, 42 E. 2b, 122 V 19 E. 5 und E. 5c; Urteil des Bundesgerichts P
63/02 vom 8. Mai 2003 E. 3.3).
1.4
.2
Nach
§
19 ZLG sind
rechtmässig
bezogene Beihilfen in der Regel zurück
zu
erstat
ten,
unter anderem
wenn bisherige oder frühere Bezügerinnen und Be
zü
ger in günstige Verhältn
isse gekommen sind (Abs. 1
lit
.
a).
Ü
ber die Rückerstattung zu Unrecht bezo
gener kantonaler Leistungen
enthält das ZLG keine Be
stimmung, was indessen nicht etwa
den Weg frei
macht
für die (
sinngemässe
) An
wen
dung von
Art.
25
Abs.
1 ATSG.
Gemäss
bundes
ge
r
ichtlicher
Rechtsprechung ist §
19 ZLG
vielmehr
auch auf zu Unrecht bezogene Leistungen anwendbar (Urteil des Bundesgerichts
9C_305/2012 vom
6.
August 2012
E. 3.2).
1.4.3
Nach Art.
12 Ab
s.
2 der Zusatzleistungsverordnung
der Stadt Zürich (AS
831.110
) werden
für die Rückerstattung der unrechtmässig bezogenen Gemeindezuschüsse die für die Ergänzungsleistungen geltenden Bestimmungen des Bundes sinngemäss angewendet (vgl.
Urteil des Bundesgericht 9C_305/2012
vom 6.
August 2012
E. 3.2
).
Art.
25 ATSG gilt somit auch für
Gemeinde
zu
schüsse
.
1.5
1.5.1
Über Leistungen, Forderungen und Anordnungen, die erheblich sind oder mit denen die betroffene Person nicht einverstanden ist, hat der Versicherungsträger
schriftlich Verfügungen zu erlassen (Art. 49 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG).
Gemäss
Art.
49
Abs.
3 ATSG werden die Verfügungen mit einer Rechtsmittel
be
lehrung versehen
. Sie sind zu begründen, wenn sie den Begehren der Parteien nicht voll entsprechen.
Aus einer mangelhaften Eröffnung einer Verfügung darf der betroffenen Partei kein Nach
teil erwachsen.
1.5.2
Leistungen, Forderungen und Anordnungen, die nicht unter
Art.
49
Abs.
1 ATSG fallen, können nach
Art.
51
Abs.
1 ATSG in einem formlosen Verfahren be
han
delt werden.
Nach
Abs.
2 kann die betroffene Person den Erlass einer Ver
fügung verlangen.
Für ein formloses Verfahren kommen insbesondere Ent
schei
dungen, welche nicht erheblich sind oder solche, mit welchen die be
troffene Person ein
verstanden ist, in Frage (
Kieser
,
ATSG-Kommentar, 3. Auflage
2015
,
Art.
51 N 4).
1.5.3
Nach der Rechtsprechung hat die Abgrenzung zwischen Verfügungen im Sinne von
Art.
49 ATSG und Entscheiden im formlosen Verfahren in der Weise zu er
folgen, dass eine Verfügung nur dann vorliegt, wenn das fragliche Schriftstück als solche bezeichnet ist oder zumindest eine Rechtsmittelbelehrung enthält. Weist eine in diesem Sinn verstandene Verfügung einen Mangel auf, bestimmen sich die Konsequenzen nach
Art.
49
Abs.
3 Satz 3 ATSG, wonach der versicherten Person aus einer mangelhaften Eröffnung kein Nachteil entstehen darf. Erfüllt dagegen der Brief, in welchem der Versicherer seinen Standpunkt äussert, die erwähnten Anforderungen nicht und hat er somit nicht als Verfügung zu gelten, muss sich das Verfahren zunächst auf den Erlass einer
Verfügung richten (BGE
134 V 145
E. 3.2).
Art.
51 ATSG bezieht sich nur auf das
zulässige
formlose Ver
fahren. Nach der Rechtsprechung ist
Art.
51
Abs.
2 ATSG
immerhin
analog auch auf den Fall anzuwenden, dass der Versicherer im formlosen Verfahren nach
Art.
51 ATSG einen Entscheid gefällt hat, welcher laut
Art.
49
Abs.
1 ATSG in Verfügungsform hätte ergehen müssen, sodass die versicherte Person auch in diesem Fall
-
grundsätzlich
innerhalb eines Jahres
-
einen Entscheid in Form einer Verfügung
verlangen kann (BGE 134 V 145 E
. 5).
1.5.4
Gegen Verfü
gungen kann
innerhalb von 30 Tagen bei der verfügenden Stelle Einsprache er
hoben
werden; davon ausgenommen sind prozess- und
ver
fahrens
leitende
Ver
fügun
gen
(Art. 52 Abs. 1 ATSG). Der zuständige
Sozial
versiche
rungsträger
hat dar
auf
hin
innert
angemessener
Frist einen Einsprache
entscheid zu erlassen. Der Einspra
che
entscheid ist zu begründen und ist mit einer Rechts
mittelbelehrung zu versehen
(Art. 52 Abs. 2 ATSG).
Einspracheentscheide
sowie die einer Ein
sprache nicht zu
gänglichen prozess- und verfahrensleitenden Verfügungen können beim kan
to
na
len
Versicherungs
gericht
mit Beschwerde angefochten werden (Art. 52 Abs. 1 u
nd Art. 56 Abs. 1 ATSG). Beschwerde kann auch
er
ho
ben werden, wenn der Ver
sicherungsträger entgegen dem Begehren der be
troffenen Partei keine Verfü
gung oder keinen Einspracheentscheid erlässt (Art. 56 Abs. 2 ATSG).
2
.
2
.1
Die Beschwerdegegnerin
stellte sich im angefochtenen Einspracheentscheid auf den Standpunkt,
es sei
überwiegend wahrscheinlich
, dass sich die
Be
schwerde
führerin
in den Jahren 2013 und 2014 während jeweils mehr als 183 Tagen pro Kalenderjahr im Ausland aufgehalten habe. Damit habe sie die Voraussetzungen von Art. 4 Abs. 1 ELG nicht erfüllt, weshalb sämtliche in diesen Jahren ausge
richteten Leistungen, nämlich Fr. 90‘511.-- zurückzufordern seien.
Zudem
seien die künftigen Leistungen ab April 201
5 einzustellen.
Denn z
um einen sei die Karenzfrist
nach
Art.
5 ELG
unterbrochen. Zum anderen dürfte
die
Beschwerde
führerin
auch ihr
en
zivilrechtlichen Wohnsitz spätestens im Jahr 2013 ins Aus
land verschoben haben. Denn
sie
habe sich in den zwei Jahren davor 7,5 res
pektive 8 Monate in ihrem Heimatland aufgehalten
,
ihr Ehemann sei bereits verstorben
und
ihre Kinder würden nicht in der Schweiz wohnen.
Damit sei davon auszugehen
, dass der Lebensmittelpunkt der
Beschwerdeführerin
spätes
tens seit 2013 bei ihren Nachkommen im Ausland sei
(Urk. 2 S.
3
ff.
).
2
.2
Die
Beschwerdeführer
in
bringt dagegen vor,
sie habe ihren Wohnsitz an ihrer Adresse in
A._
und befinde sich mehrheitlich in der Schweiz. Es werde nicht bestritten, dass sie in den Jahren 2013 und 2014 mehrere Male ins Ausland gereist sei und sich dort aufgehalten habe. Jedoch könne sie sich wegen ihres Alters und ihrer Erkrankung kaum erinnern, wann sie (jeweils) ins Ausland gereist und zurückgekehrt sei. Sie sei 81 Jahre alt, sei sehr krank
mit ärztlich bestätigtem stark reduziertem Allgemeinbefinden
, sei fast eine Analphabetin und leide offenbar an Demenz.
Sie gehe in der Schweiz sehr oft von einem Spital ins andere. Der Hausarzt habe sogar einen Antrag auf Hilflosenent
schädi
gung gestellt. Die Beschwerdegegnerin habe nicht bewiesen, dass sie sich mehr
heitlich im Ausland aufgehalten habe und mit überspitztem Formalismus gehandelt.
Sie
, die Beschwerdeführerin,
habe sich
in den letzten Jahren
(im Ausland) darum bemüht, für sich und ihren vor einigen Jahren verstorbenen Ehemann einen Grabstein zu organisieren und zu bezahlen. Daher habe sie auch die Bankkontoangaben ihrem Sohn und ihrer Tochter bekannt gegeben, damit diese das Geld (im Ausland) beziehen und das Monument bezahlen könnten. Der Sohn habe auch die Bankkarte erhalten und diese immer bei sich. Er be
gleite seine Mutter auch in der Schweiz und pflege sie.
Im Übrigen verfüge sie über kein Vermögen und sei nicht in der Lage, die geforderte Summe zurückzu
bezahlen. Die Beschwerdegegnerin sei ferner nicht kompetent und in der Lage festzustellen, ob jemand den Schwerpunkt seiner Lebensbeziehungen in der Schweiz habe oder nicht. Hierfür sei die Migrationsbehörde zuständig.
(Urk. 1).
2
.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht die Zusatz
leistun
gen ab
April 2015
eingestellt hat und die bereits geleisteten Zusatz
leis
tungen für die Jahre 2013 und 2014 zurückgefordert hat.
3.
3.1
Die
Rück
erstattungsverpflichtung
der Zusatzleistungen (Ergänzungsleistungen, Beihilfe, Gemeindezuschüsse) im Gesamtbetrag von Fr.
90‘511.--
verfügte die Beschwerdegegnerin erstmals mit dem ange
foch
tenen Ein
spracheentscheid vom
2
1.
Juli 2015, worin sie auf eine als integrierender Bestandteil und beiliegend erklärte „Rückerstattungsverfügung“ verwies (
Urk.
2 S. 6). Dies
e
Beilage zum Einspracheentscheid besteht aus dem Auszug aus dem Leistungskonto, woraus sich die Zahlungsvorgänge für die Zeit vom 4. Januar 2013 bis am 2
4.
Februar 2015
und das Leistungstotal dieses Zeitraums
ergeben
(
Urk.
2, Anhang
; vgl. auch Urk. 8/V/81
).
Eine zusätzliche eigentliche Rückerstattungsverfügung wurde
weder zusammen mit dem Ein
spracheentscheid noch
zuvor
im
Verwaltungs
verfahren
erstellt (vgl. Urk. 20).
Eine Verfügung im formellen Sinne mit Rechtsmittelbelehrung und der Bezeich
nung
als
Verfügung (
Art.
49
Abs.
1
ATSG; vgl. BGE 134 V 145 E. 3.2-
3.3)
erfolgte
allein
bezüglich der Einstellung der Zusatzleistungen per 1. April 2015 (
Verfügung vom 1
2.
März 2015
,
Urk.
8/V/80
).
Die Rückforderung war nicht Gegenstand dieser Verfügung und wurde erst
im Schreiben
vom 1
8.
Mai 2015
erwähnt
. Damit wies
die
Beschwerdegegnerin
die
Beschwerdeführerin
nach erfolgter Einsprache gegen die Verfügung vom 1
2.
März 2015
im Sinne einer
reformatio
in
peius
auf eine mögliche Schlechterstellung mit der Ver
pflichtung zur Rückerstattung der Zusatz
leistungen der Jahre 2013 und 2014 im Gesamt
betrag von Fr. 90‘511.-- hin
(Urk. 8/238).
Dieses Schreiben ent
spricht
jedoch
weder einer Verfügung im formellen Sinne
(
Art.
49 ATSG)
noch
einer Mittei
lung im formlosen Verfahren
(Art. 51 ATSG)
.
Da es sich
bei der betreffenden Rückforderung von Zusatzleistungen um eine erhebliche Forderung handelt und
ausserdem
aus dem Schreiben der
Be
schwer
de
führerin
vom
29. Mai 2015
hervorging, dass sie
mit einem solchen Entscheid
nicht einverstanden
wäre
(
Urk.
8/239 S. 2
),
hätte dazu eine
einsprachefähige
(
Art.
52
Abs.
1 ATSG)
Verfügung im formellen Sinn
(
Art.
49 ATSG) ergehen müssen
.
Das Verfahren hätte sich daher zunächst auf den Erlass einer Verfügung richten müssen (BGE 134 V 145 E. 3.2). Die Beschwerdegegnerin erliess jedoch unge
achtet dessen direkt einen Einspracheentscheid.
3.2
Daran ändert nichts, dass die
Beschwerdegegnerin
auf die mögliche Ver
pflich
tung zur Rückerstattung als
reformatio
in
peius
im
Einspracheverfahren
betref
fend die Verfügung vom 1
2.
März 2015 hingewiesen hat (Urk. 8/238). Denn Gegenstand dieser Verfügung war
die Leistung
ab April 2015 und betraf nicht die Leistungen der
vergangene
n
Jahre
. Insbesondere angesichts der
Rechts
beständigkeit
einer ZL-Leistungsverfügung jeweils nur für das betreffende
Kalenderj
ahr
(
Art.
9
Abs.
1 ELG; BGE 128 V 39 E. 3b, Urteil des Bun
desgerichts 9C_333/2014 vom 22. August 2014 E. 4.2)
- namentlich bezüglich der Verfü
gung vom 12. Dezember 2012 für das Jahr 2013 (Urk. 8/V/66) und der Verfü
gung vom 12. Dezember 2013 für das Jahr 2014 (Urk. 8/V/74) -
handelt es sich dabei
um ein
en
andere
n
Rechtsgegenstand, weshalb
insofern ohnehin
keine Schlechterstellung der ver
fügten
zukünftigen
Einstellung
im Jahr 2015
möglich war.
3.3
3.3.1
Da dem angefochtenen Einspracheentscheid vom 7. Juli 2015 (Urk. 2) somit
in Bezug auf
die Rückerstattungsverpflichtung
für Zusatzleistungen im Zeitraum vom 4. Januar 2013 bis am 2
4.
Februar 2015
von Fr. 90‘511.--
keine formelle Ver
fügung im Sinne von Art. 49 Abs. 1 ATSG voraus
gegangen ist, liegt
diesbe
züglich
ein erheblicher
,
mit diesem Verfahren
nicht heilbarer
Verfahrens
mangel
vor.
Hinzu kommt, dass auch der Einspracheentscheid vom 7. Juli 2015
bezüglich der Rückforderung
nicht aus
reichend konkret begründet ist. Denn
für eine Rückforderung
gemäss
Art.
25
Abs.
1 Satz 1 ATSG (
bezüglich EL und
Ge
meinde
zuschüsse
)
respektive
gemäss
Art.
19 ZLG (
bezüglich Beihilfe) bedarf es eines
Rück
kommenstitels
im Sinne von
Art.
53 ATSG
(prozessuale Revision,
Wieder
erwägung
)
.
Die
Beschwerdegegnerin
hat
indes
weder hierzu noch zu Art.
25 ATSG etwas ausgeführt. In Bezug auf die ka
ntonalen Beihilfen wäre zudem §
19 ZLG Rechnung zu tragen und
es wäre
im Hinblick auf
Abs.
1
lit
. a dieser Bestimmung
das Vorliegen günstiger
Ver
hältnisse zu prüfen (vgl. E. 1.4.2 hiervor;
Urteil des Bundesgerichts
9C_305/2012 vom
6.
August 2012
E. 3.2
)
.
3.3.2
Der angefochtene Einspracheentscheid kann somit
hinsichtlich der Rückford
erung
nicht als Verfügung gelten und ist
daher diesbezüglich (in Ziffer II. des Dispositivs, Urk. 2 S. 6)
aufzuheben. Die Beschwerde ist folglich in
diesem Um
fang
gut
zu
heis
sen
.
4.
4.1
In diesem Verfahren zu prüfen bleibt, ob die mit Verfügung vom 1
2.
März 2015 erfolgte
(Urk. 8/V/80
) und mit dem angefochtenen Einspracheentscheid (
Urk.
2 S. 6) bestätigte Leistungseinstellung per April 2015 rechtmässig ist.
Es ist unstrittig, dass die Beschwerdeführerin
ursprünglich in der Schweiz Wohn
sitz im Sinne von Art. 13 Abs. 1 ATSG begründet und hier auch ihren gewöhnlichen Auf
enthalt im Sinne von Art. 13 Abs. 2 ATSG hatte.
Zu klären ist, ob die Beschwerdeführerin ihren gewöhnlichen Aufenthalt oder/und ihren Wohnsitz
in der Schweiz als Leistungsvoraussetzung nach
Art.
4 ELG in Verbindung mit
Art.
13 ATSG und
Art.
23-26 ZGB in der Zeit bis April 2015 aufgegeben hat.
Die
von der Beschwerdegegnerin im Ein
spracheentscheid aufgeführte Kare
n
zfrist
nach
Art.
5 ELG (
Urk.
2 S. 4 f.)
ist nicht massgeblich, denn diese ist
nur
ein
Kriterium für die Entstehung des Anspruchs und nicht
geeignet, eine bereits bestehende Bezugsberechtigung erlöschen zu lassen
(Urteil des Bundesgerichts
9C_174/2015 vom 1
0.
August 2015 E. 3.3
).
4.2
4.2.1
Für d
ie
Frage
der
Häufigkeit der Aufenthalte und der
jährlichen Aufenthalts
dauer der Beschwerdeführerin im Ausland
stützt
e
sich die Beschwerdegegnerin unter anderem auf
ihre Abklärungsergebnisse
zu den
ausgewiesenen
Geldbe
zügen
von den beiden
Konti
der Beschwerdeführerin
bei der
Y._
und der
Z._
.
Und zwar
wurden
in den Auszügen der Jahre 2013 und 2014 (Urk. 6/222a, Urk.
6/222g
, Urk. 8/222s) immer wieder Bargeldbezüge
mit der Maestro-Karte
in
der
Fremdwährung
registriert.
Die
Be
schwerde
geg
nerin
rekonstruierte daraus
für das Jahr 2013 Auslandaufent
halte von mindes
tens 242 Tage
(8 Monate)
und für das Jahr 2014 von mindestens
222
Tage (7,5 Monate; Urk. 8/222s).
Die Beschwerdeführerin
bestreitet
nicht,
dass sie
sich in den Jahren 2013 und 2014 mehrere Male im Ausland aufgehalten hat (Urk. 1 S. 2).
Dem Protokoll der Beschwerdegegnerin über die Vorsprache der Beschwerdeführerin vom 24. Feb
ruar 2015 ist zu entnehmen, diese habe erklärt, jeweils nur für ein paar Tage oder eine Woche im Ausland gewesen zu sein und ihre Tochter zu besuchen. Es seien nie monatelange Aufenthalte gewesen. Auch habe ihre Tochter keine Bankkarte von ihr, diese könne nicht Geld von ihrem Konto abheben. Nach Vorlage
der Kontoauszüge habe die Beschwerdeführerin für die daraus sich ergebenden längeren Aufenthalte im Ausland keine Begründung anführen kön
nen, ausser dass es schon vorgekommen sei, dass sie in
C._
oder
D._
habe im
Spital
behandelt werden
müssen, was den Aufenthalt ver
län
gert habe
(Urk. 8/222r).
In der Beschwerde wurde
dagegen
ausgeführt,
sie sei im Ausland gewesen und habe ihre Bankkontoangaben ihrem Sohn und ihrer Tochter angegeben, um für sich und ihren (Ende 2009) verstorbenen Ehemann einen Grabstein zu organi
sieren und zu bezahlen. Ausserdem habe ihr Sohn von ihr eine Bankkarte erhalten, die er immer bei sich habe (Urk. 1 S. 3).
4.2.2
Die Erklärungen der Beschwerdeführerin
sind uneinheitlich und vermögen
die nachweislich jeweils über mehrere Wochen im Ausland getätigten Kontobezüge in den Jahren 2013 und 2014
als
gewichtige
Indizien für ihre insgesamt mehr
monatigen Aufenthalte
in diesen beiden Jahren
nicht zu entkräften
.
Schon in Bezug auf
das Jahr 2012 hatte
die Beschwerdeführerin
gegenüber der Beschwerdegegnerin
schriftlich bestätigt, dass sie in den letzten drei Jahren jeweils drei Monate pro Jahr im Ausland gewesen sei, abhängig von der
Gesundheit und dem Wetter, das heisse in den Sommermonaten meistens von Juni bis August oder von Juli bis September (Urk. 8/201). Betreffend das Jahr 2014 hat sie sodann
bestätigt, dass sie am 15.
Juli 2014
im Auto nach
C._
gereist sei und am
1
8.
Oktober 2014 mit dem Flugzeug in die Schweiz zurückgekehrt sei (
Urk.
8/221).
Damit ist schon allein aufgrund der Bestätigun
gen der Beschwerdeführerin selbst erwiesen, dass sie mindestens einmal
, und zwar
jeweils
in den Sommermonaten
mehrere Wochen
und
bis min
destens drei Monate pro Jahr im Ausland weilte.
Die Kontoauszüge weisen denn auch regelmässige Auslandbezüge in den Som
mermonaten der Jahre 2013 und 2014 aus, und zwar
in
der Zeit
vom 7. Juni bis 12. September 2013
(98 Tage)
sowie vom 19. Juni 2014 bis 1
5.
Oktober 2014 (
119 Tage;
Urk. 8/222s S.
1, Urk. 8/222a
S.
5
f., Urk. 8/222g S. 1 ff.
)
, was auf Aufenthalte von mehr als drei Monate
n
hinweist
.
Denn e
s fällt auf
, dass in
diesen
Zeiten, in denen
zulasten ihrer
Konti
regelmässige
Ausland
bezüge
ver
bucht
wurden
, keine Bezüge in der Schweiz
vorgenommen wurden. Auch in den übrigen Wochen, in denen jeweils an mehreren Tagen und Wochen
Ausland
be
züge
ausgewiesen sind, so insbesondere vom 1
3.
Januar
bis 10
.
Feb
ruar 2014
(
29 Tage;
Urk.
8/
222g S.
5 f., Urk. 8/222a S. 3
)
und vom
9.
April bis 2
2.
Mai 2014
(44 Tage)
, sind keine Inlandbezüge zu finden
, was angesichts der knappen finanziellen Mittel der Beschwerdeführerin, die über kein Vermögen verfügt, darauf hinweist, dass die Beschwerdeführerin
an den Tagen der Bezüge und dazwischen
nicht in der Schweiz war und die Bezüge von ihr
oder zumindest für sie zur Versorgung im Ausland
vorgenommen wurden
.
Die von der Beschwerdeführerin
erwähnte
Organisation und Finanzierung der Grab
steine ist
zwar
mit
Quittung vom 1
5.
Februar 2014 (
Urk.
8/239/2-3)
und vom
1.
Mai 2014 (
Urk.
8/239/14-15)
ausgewiesen. Dies ändert jedoch nichts daran, dass nachweislich bis am 12
.
Februar 2014 im Ausland
Barb
ezüge von beiden
Konti
erfolgt waren und die nächsten Bezüge in der Schweiz erst wieder im März 2014 erfolgten.
Auch in der Zeit vom
9.
April bis 2
2.
Mai 2014 sind keine Inlandbezüge zu finden, weshalb davon auszugehen ist, dass die Beschwerdeführerin nicht in der Schweiz weilte.
Bezüglich der Behauptung
, da
ss die Beschwerdeführerin
wegen
notwendiger
medizinische
r
Versorgung
gezwungen
gewesen sei
, die Aufenthaltsdauer im Ausland
zu verlängern
,
wurde
ein Arztzeugnis von
Dr.
E._
, Arzt für Allgemeine Medizin, vom 2
2.
April 2015 vorgelegt. Danach wa
r die Beschwerdeführerin vom 1. bis 30.
September 2014 nicht reisefähig (Urk. 8/239/6Urk. 8/239/9). Die Rückkehr erfolgt
e
jedoch dennoch erst am 18.
Oktober 2014, mithin fast drei Wochen später
. Die Dauer des
Aufenthalt
es
ist damit
nicht
medizinisch begründ
et
.
Zudem hatte die Beschwerde
führerin bereits
anlässlich
der Vorsprache bei der Beschwerdegegnerin vom
6.
Juni 2014 angekündigt, dass sie bis Ende September 2014 bei ihrer Familie im Ausland weilen werde
(Urk.
AN/4)
. Als sie sich schliesslich erst am 2
0.
Oktober 2014 bei der Behörde in der Schweiz zurück
meldete, erklärte sie
wider
sprüchlich zu
m
Arztzeugnis und den Kontobelegen,
sie habe vergessen, sich Ende September
2014 zurückzumelden (
Urk.
AN/4).
Weitere
medizinische
Beschein
igun
gen
, welche die Notwendigkeit, einen Auslandaufenthalt zu verlängern, zu belegen vermöchte,
legte die Beschwerdeführerin nicht vor.
Sodann wurde auch die
Notwendigkeit
einer
Auslandreise
zwecks spezifischer medi
zinischer Behand
lung weder behauptet noch ausgewiesen. Die Be
schwerdeführerin reiste
jeweils aus sozialen Gründen ins Ausland.
Massgeblich
ist
ferner
auch
die
ausgewiesene
Regelmässigkeit der
Ausland
aufent
halte
.
4.2.
3
Des Weiteren ist bekannt, dass sich die Beschwerdeführerin im Herbst 2016 nun
mehr beim Einwohneramt
A._
ab
ge
meldet hat
und nach
B._
,
C._
,
umgezogen ist
, und zwar an die Adresse, welche schon zuvor auf Rech
nung
en
und einem Arztbericht
en
zu finden ist,
die
für
sie im Jahr
2014
und im Frühjahr 2015
ausgestellt worden waren
(Urk. 8/239/2-4
, Urk. 8/239/6+9
, Urk
.
8/239/15).
In der Schweiz hatte
die
(im April 2015)
80-jährige Rentnerin
bis zu ihrer Abmel
dung
zudem
allein in einer Einzim
merwohnung in
A._
gewohnt (Urk.
8/202 S. 4).
Sie spricht wenig Deutsch
(
Urk.
8/222n
)
und ist
- nach eigener Darstellung
(
Urk.
1 S. 3)
- fast
Analphabetin.
Auch steht
fest
, dass
i
hre
Nach
kommen
in
C._
leben und sie diese regelmässig besucht
(
Urk. 8/236 S. 2
,
Urk.
8/222p S. 2
).
Ihr Ehemann war
Ende 2009
verstorben und
sein Grab liegt in
D._
(
Urk. 8/AN6,
Urk. 8/239/1 S. 1, Urk. 8/239/11-12).
Aus
dem
Bericht
des
F._
vom 19. Februar 2015
geht zudem hervor,
dass eine psychosoziale Belastungssituation unter anderem durch Einsamkeit - „Ehemann verstorben, Kinder leben in
C._
“ - vorliege
und dass
die Beschwerdeführerin
vorhabe, sobald der neue Pass vorliege
- der alte war gestohlen worden (vgl. dazu den
Polizei
rap
p
ort
, Urk. 8/222q) -
, mit dem Sohn definitiv nach
C._
zu gehen (
Urk.
8/222p
S. 2
).
4.2
.4
Damit ist als überwiegend wahrscheinlich erwiesen anzusehen, dass
spätestens ab 2013 mehrmals hintereinander mit einer gewissen Regelmässigkeit zeitlich kürzere und längere Aufenthalte im Ausland von insgesamt über einem halben Jahr erfolgten. Auch liegen aufgrund der Familienverhältnisse zusätzlich objek
tive Faktoren vor, welche auf eine mehrheitliche Lebensführung ausser
halb der
Schweiz hindeuten. Insgesamt ist
ausgewiesen,
dass
der Schwerpunkt aller Beziehungen
in der Schweiz
seit längerem
nicht mehr gegeben war
und der Wille, den gewöhnlichen Aufenthalt in der Schweiz aufrechtzuerhalten, spätes
tens Anfang 2015
aufgegeben worden war
.
Vor diesem Hintergrund
schloss die Beschwerdegegnerin zu Recht darauf, dass der Lebensmittelpunkt der Beschwerdeführerin spätestens
ab
März 2015 nicht mehr in
A._
, sondern im Ausland war
.
Daran ändert auch nichts, dass die formelle Abmeldung
bei der Einwohnerkontrolle
erst im Oktober 2016 erfolgte (
Urk.
13).
4.3
Die Voraussetzungen von
Art.
4
Abs.
1
ELG
waren
somit
spätestens
ab
März 2015 nicht mehr gegeben, weshalb die ZL-Leistungen mit Verfügung vom
12. März 2015
(Urk.
8/V/80
) zu Recht per
1.
April 2015 eingestellt wurden.
Sämtliche weitere
Vorbringen der Beschwerdeführerin
führen zu keiner anderen Betrachtungsweise.
5.
Nach dem Gesagten ist
der angefochtene Einspracheentscheid
vom 2
1.
Juli 2015 (
Urk.
2) in teilweiser Gutheissung der Beschwerde
hinsichtlich der Rückford
e
rung von Fr. 90‘511.-- (Ziffer II. des Dispositivs; Urk. 2 S. 6) aus formellen Gründen
aufzuheben.
Im Übrigen ist der Einspracheentscheid rechtens (Einstellung der Leistungen ab April 2015; Ziffer I. des Dispositivs, Urk. 2 S. 6), weshalb die Beschwerde dies
bezüglich abzuweisen ist.
6.
Der Beschwerdeführerin, die vom
20. August 2015 (Urk. 1) bis am 26. Dezember 2016 von
G._
entgeltlich vertreten wurde (
Urk.
15),
steht
ausgangs
gemäss
eine
reduzierte
Prozess
entschädigung
zu, welche nach Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit §
34 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache,
nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen auf Fr.
600
.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) fest
zusetzen ist.