Decision ID: 60431651-a1cb-5ee1-8abc-a9228aa800fa
Year: 2013
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Kläger,
vertreten durch Rechtsanwalt Antonius Falkner, Mag. iur., Lettstrasse 18,
FL-9490 Vaduz,
gegen
Personalstiftung der B._
Beklagte,
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betreffend
Invalidenrente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherter) war seit 15. Mai 2000 bei der B._ als Schlosser
angestellt und dadurch bei der Personalstiftung der B._ (nachfolgend:
Personalstiftung) vorsorgeversichert, als er sich am 1. Dezember 2008 aufgrund einer
Aortendissektion einer notfallmässigen Operation unterziehen musste (IV-act. 1, 6,
28-50 ff.).
A.b Am 5. Mai 2009 meldete sich der Versicherte zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (IV-act. 1).
A.c Mit Schreiben vom 24. Juni 2009 kündigte die B._ das Arbeitsverhältnis auf den
30. September 2009 (IV-act. 15-8).
A.d Am 1. Juli 2009 wurde aufgrund eines progredienten Aneurysma der Aorta eine
aorto-biliacale Prothese implantiert (IV-act. 41).
A.e Am 9. September 2009 wurde dem Versicherten von Dr. med. C._, Arzt für
Allgemeinmedizin, eine Arbeitsunfähigkeit vom 1. Dezember 2008 bis 30. September
2009 attestiert (IV-act. 44).
A.f Gemäss Abklärung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 28. Oktober
2009 (IV-act. 31) eignete sich die bisherige schwere Tätigkeit, welche der Versicherte
als angelernter Schweisser und Schlosser wahrnehmen musste, angesichts seines
Gesundheitsschadens eindeutig nicht mehr. In einer körperlich leichten Tätigkeit aber
weise der Versicherte ab sofort eine vollumfängliche Arbeitsfähigkeit auf.
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A.g Mit Bescheid vom 4. Februar 2010 lehnte die Pensionsversicherungsanstalt,
Landesstelle Vorarlberg, Dornbirn (nachfolgend: Pensionsversicherungsanstalt), den
am 13. November 2009 gestellten Antrag auf Zuerkennung einer österreichischen
Invaliditätspension ab (IV-act. 57).
A.h Mit Vorbescheid vom 5. Februar 2010 stellte die Sozialversicherungsanstalt, IV-
Stelle St. Gallen (nachfolgend: IV-Stelle), die Abweisung des Rentenbegehrens in
Aussicht. Mit Verfügung vom 12. April 2010 verneinte die IV-Stelle für Versicherte im
Ausland nach Einwand des Versicherten vom 6. März 2010 den Rentenanspruch bei
einem Invaliditätsgrad von 8%, da der Versicherte in einer körperlich leichten Tätigkeit
voll arbeitsfähig sei (act. G 1.5; IV-act. 55, 56, 61).
A.i Mit Vorbescheid vom 1. März 2010 hatte die Liechtensteinische
Invalidenversicherung dem Versicherten eine Ablehnung des bei ihr am 2. Dezember
2009 eingegangenen Rentengesuchs in Aussicht gestellt (IV-act. 64). Dagegen hatte
der Versicherte am 6. März 2010 Einwand erhoben (V-act. 65).
A.j Am 3. Mai 2010 erstellte Dr. med. D._, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie,
im Rahmen eines beim Landgericht Feldkirch gegen den österreichischen
Versicherungsträger angehobenen Klageverfahrens ein nervenfachärztliches
Sachverständigen-Gutachten und diagnostizierte beim Versicherten einen Zustand
nach cerebraler Hypoxie (Sauerstoffmangelversorgung des Gehirns), bei
Kreislaufstillstand über 32 Minuten mit mittelgradigem organischem Psychosyndrom
(Hirnfunktionsstörung), eine Anpassungsstörung mit Angststörung sowie eine
demyelinisierende Polyneuropathie, am ehesten als critical illness Polyneuropathie
einzustufen (act. G 1.4; IV-act. 69 [S. 10 fehlt], Fremdakten act. G 8.2). Aufgrund der
erheblichen Funktionsstörung der Hirnleistung und der daraus resultierenden
kognitiven Einbussen bestehe Arbeitsunfähigkeit. Mit internfachärztlichem Gutachten
vom 19. Mai 2010 stellte Dr. med. E._, Facharzt für Innere Medizin, Endokrinologie/
Stoffwechsel – Nuklearmedizin, fest, dass aus internistischer Sicht keine Invalidität
gegeben sei und leidensadaptierte Arbeiten vollschichtig möglich seien (Fremdakten
act. G 8.2). Mit orthopädischem Gutachten vom 17. Juni 2010 erachtete Dr. med.
F._, Facharzt für Orthopädie, eine volle Arbeitsfähigkeit in einer angepassten
Tätigkeit aus orthopädischer Sicht als gegeben (Fremdakten act. G 8.2).
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A.k Mit Bescheid vom 2. September 2010 wurde von der
Pensionsversicherungsanstalt, Landesstelle Vorarlberg, Dornbirn, auf Grundlage des
vor Gericht am 10. August 2010 gestützt auf das Gutachten von Dr. D._
geschlossenen Vergleichs für die Zeit vom 1. September 2010 bis 29. Februar 2012 der
Anspruch auf eine österreichische Invalidenpension anerkannt (IV-act. 70, 74,
Fremdakten act. G 8.2).
A.l Am 7. September 2010 meldete sich der Versicherte erneut bei der IV-Stelle des
Kantons St. Gallen zum Leistungsbezug an (IV-act. 68, 73).
A.mMit Vorbescheid vom 23. Februar 2011 stellte diese gestützt auf den Bericht des
Regionalen Ärztlichen Diensts (RAD) vom 20. November 2010 (IV-act. 80) eine ganze
Rente ab April 2011 in Aussicht (IV-act. 87). Dagegen liess der Versicherte am 4. März
2011 bezüglich des Beginns der Wartefrist bzw. Rentenzahlung Einwand erheben (IV-
act. 88).
A.n Mit Schreiben vom 27. Juni 2011 (act. G 1.7) verneinte die Personalstiftung den bei
ihr zufolge Eintritts eines Vorsorgefalls geltend gemachten Anspruch des Versicherten
auf Pensionskassenleistungen, der Invaliditätsgrad betrage nur 8%. Im April 2010 habe
sich der Invaliditätsgrad zwar auf 100% erhöht, dies sei jedoch nicht auf die gleiche
Ursache zurückzuführen, so dass sie für diesen Vorsorgefall nicht zuständig sei. Sie
berief sich dabei auf den erwähnten RAD-Bericht.
A.o Mit Verfügung vom 25. August 2011 wurde dem Versicherten von der IV-Stelle für
Versicherte im Ausland mit Wirkung ab 1. April 2011 eine ordentliche (ganze)
Invalidenrente in Höhe von Fr. 984.-- zuerkannt (IV-act. 97).
A.p Mit Verfügung vom 21. Dezember 2011 anerkannte auch die Liechtensteinische
Alters- und Hinterlassenenversicherung ihre Leistungspflicht. Sie sprach dem
Versicherten mit Wirkung ab 1. September 2010 bis 31. Dezember 2010 eine
Nachzahlung von Fr. 5'247.-- und ab 1. Januar 2011 eine ganze Invalidenrente in Höhe
von monatlich Fr. 531.-- bei einem Invaliditätsgrad von 100% zu (act. G 1.11).
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A.q Mit Bescheid vom 9. Februar 2012 wurde die von der
Pensionsversicherungsanstalt bis 29. Februar 2012 befristet zuerkannte österreichische
Invalidenpension bis 31. August 2013 weitergewährt (IV-act. 99).
B.
B.a Mit Klage vom 20. April 2012 beantragte der Versicherte, vertreten durch
Rechtsanwalt Mag. jur. Antonius Falkner, dass die Pensionskasse der B._ zu
verpflichten sei, ihm beginnend ab 1. Oktober 2009 eine überobligatorische
Invalidenrente der beruflichen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge bei einem
Invaliditätsgrad von 100% gemäss Reglement der Beklagten auszurichten; unter
Kostenfolge zu Lasten der Beklagten (act. G 1). Zur Begründung liess er im
Wesentlichen vorbringen, dass es insbesondere aufgrund des Gutachtens von
Dr. D._ ausser Zweifel stehe, dass der Kläger anlässlich der Notoperation vom
1. Dezember 2008 einen Kreislaufstillstand von 32 Minuten durchlebt habe, welcher zu
einer Sauerstoffunterversorgung und Schädigung seines Gehirns geführt habe. Daher
sei der Kläger für jegliche Arbeitstätigkeit zu 100% arbeitsunfähig. Die Beklagte sei
damit rechtlich und moralisch verpflichtet, dem Kläger die versicherten Leistungen zu
erbringen. Zudem liess der Kläger die unentgeltliche Rechtspflege beantragen.
B.b Mit Klageantwort vom 18. Juni 2012 schloss die Beklagte auf vollumfängliche
Abweisung der Klage unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Klägers
(act. G 6). Zur Begründung führte sie im Wesentlichen an, es sei vorliegend
unbestritten, dass die Arbeitsunfähigkeit, welche der ablehnenden Verfügung der IV-
Stelle vom 12. April 2010 zugrunde gelegen habe, während der Zeit eingetreten sei, als
der Kläger bei der Beklagten versichert gewesen sei. Dass diese Verfügung
unangefochten in Rechtskraft eingetreten sei, spreche dafür, dass diese
Arbeitsunfähigkeit nicht zu einer Invalidität geführt habe. Der RAD habe den Kläger am
28. Oktober 2009 bidisziplinär untersucht und in einer angepassten Tätigkeit ab sofort
eine vollumfängliche Arbeitsfähigkeit festgestellt. Die psychiatrische Untersuchung
habe keine Störungen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ergeben. Nach erneuter
Abklärung am 20. November 2010 sei der RAD zum Schluss gekommen, dass seit April
2010 eine Verschlechterung des Gesundheitszustands bestehe. Dies sei jedoch nicht
wie von Dr. D._ dargelegt auf einen hypoxischen Hirnschaden, sondern auf eine
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schwergradig ausgeprägte depressive Störung zurückzuführen. Dasselbe ergebe sich
ebenfalls aus dem Bericht des RAD vom 7. Januar 2011. Da der Kläger nach
Versicherungsaustritt per 30. September 2009 nicht mehr bei der Beklagten beruflich
vorsorgeversichert gewesen und der RAD bei der Untersuchung vom 28. Oktober 2009
zum Schluss gekommen sei, dass in psychiatrischer Hinsicht keine Arbeitsunfähigkeit
bestehe, sei die Arbeitsunfähigkeit, welche in der Folge zur Invalidität geführt habe,
ausserhalb der Versicherungsdeckung eingetreten und die Beklagte sei für die
Leistungen aus der beruflichen Vorsorge nicht zuständig. Falls die
Versicherteneigenschaft des Klägers doch bejaht werden sollte, fehle es am zeitlichen
Zusammenhang, und auch der sachliche Konnex sei zu beanstanden.
B.c Das Versicherungsgericht zog die Akten der Invalidenversicherung bei der IV-Stelle
bei (act. G 9) und gab den Parteien Gelegenheit zur Einsicht- und Stellungnahme.
B.d Mit Replik vom 16. August 2012 (act. G 12) befand der Kläger die Untersuchungen
durch den RAD als höchst mangelhaft und ungenügend, da kein neurologischer
Sachverständiger beigezogen worden sei, der die massiven neurologischen
Hirnschäden des Klägers hätte feststellen können. Entgegen den Feststellungen des
RAD vom 7. Januar 2011 gehe aus den beigezogenen IV-Akten klar hervor, dass
aufgrund der komplizierten Verhältnisse ein Kreislaufstillstand von 32 Minuten
notwendig gewesen sei.
B.e Mit Duplik vom 6. September 2012 (act. G 14) hielt die Beklagte fest, dass gemäss
ärztlichem Bericht vom 18. Januar 2010 von Dr. G._, Pensionsversicherungsanstalt
Wien, kein Anhalt für neurologische Defizite bestehe. Es sei davon auszugehen, dass,
sollten neurologische Defizite tatsächlich vorhanden gewesen sein, dies den
zahlreichen behandelnden Ärzten hätte auffallen müssen. Der 32-minütige
Kreislaufstillstand habe zwar nachgewiesenermassen stattgefunden, dies schliesse
jedoch eine Sauerstoffzufuhr durch Beatmung nicht aus. Nach neun Minuten fehlender
Sauerstoffzufuhr hätte der klinische Hirntod eingesetzt. Ein Sauerstoffmangel sei im
Operationsbericht ebensowenig erwähnt wie eine fehlende Sauerstoffzufuhr.
B.f Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen holte mit Schreiben vom
10. Dezember 2012 (act. G 19) bzw. mit Schreiben vom 22. Mai 2013 (act. G 22) beim
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operierenden Arzt Dr. med. H._, Chefarzt Herzchirurgie, eine kurze Stellungnahme
vom 5. Juli 2013 ein zu den Fragen, ob die künstliche Beatmung durch eine Herz-
Kreislauf-Maschine auch während des Kreislaufstillstands von 32 Minuten aufrecht
erhalten worden sei und zur ärztlichen Aussage, dass bei diesem operativen Eingriff ein
hypoxischer Hirnschaden gesetzt worden sei (cerebrale Hypoxie; act. G 24) und stellte
diese den Parteien am 9. Juli 2013 zur Kenntnisnahme zu (act. G 25).
B.g Mit der auf den 5. Juli 2012 datierten Eingabe (Posteingang: 13. August 2013)
nahm der
Kläger hierzu Stellung (act. G 26). Diese Stellungnahme wurde der Beklagten am
20. August 2013 zur Kenntnisnahme zugestellt (act. G 27).

Erwägungen:
1.
1.1 Die sachliche Zuständigkeit des angerufenen Versicherungsgerichts geht aus
Art. 73 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und
Invalidenvorsorge (BVG; SR 831.40) in Verbindung mit Art. 65 Abs. 1 lit. e des
Gesetzes über die Verwaltungspflege (VRP; sGS 951.1) hervor, die örtliche
Zuständigkeit folgt aus Art. 73 Abs. 3 BVG.
1.2 Streitig ist, ob die Beklagte dem Kläger für die Zeit ab 1. Oktober 2009
Invalidenleistungen auszurichten hat.
2.
2.1 Anspruch auf Invalidenleistungen haben gemäss Art. 23 BVG unter anderem
Personen, die im Sinn der Invalidenversicherung zu mindestens 40 % invalid sind und
bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert
waren (lit. a). Auf Art. 23 lit. a BVG ist jedoch nur abzustellen, soweit ihm neben den
reglementarischen Regelungen der Beklagten eine eigenständige Bedeutung zukommt
bis
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(vgl. BGE 130 V 445 ff.; Urteile vom 24. August 2006, B 14/06, E. 3.1.1 und 3.1.2 [mit
Hinweis] und vom 30. November 2005, B 41/05, E. 2).
2.2 Aus der engen Verbindung zwischen dem Recht auf eine Rente der Invalidenver
sicherung und demjenigen auf eine Invalidenleistung nach BVG wie auch aus der
einheitlichen Definition in Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) ergibt sich, dass der Invaliditätsbegriff
im obligatorischen Bereich der beruflichen Vorsorge und in der Invalidenversicherung
grundsätzlich der gleiche ist. Aufgrund von Art. 6 BVG steht es den
Vorsorgeeinrichtungen frei, den Invaliditätsbegriff bereits in der obligatorischen
Versicherung zugunsten des Versicherten zu erweitern oder Invalidenrenten schon bei
einem Invaliditätsgrad von weniger als 40% auszurichten. Die Vorsorgeeinrichtungen
sind frei in der Wahl des Invaliditätsbegriffs; sie haben sich aber an eine einheitliche
Begriffsanwendung zu halten. Gehen sie ausdrücklich oder unter Hinweis auf das
Gesetz vom gleichen Invaliditätsbegriff aus wie die Invalidenversicherung, sind sie
hinsichtlich des versicherten Ereignisses an die Invaliditätsbemessung der IV-Stellen
(der Kantone und des Bundes) gebunden, es sei denn, dass diese sich als
offensichtlich unhaltbar erweist (vgl. BGE 126 V 308; 115 V 208; 115 V 215; 118 V 35
E. 2b/aa; 120 V 106 E. 3c). Stellt die Vorsorgeeinrichtung auf die
invalidenversicherungsrechtliche Betrachtungsweise ab, muss sich die versicherte
Person diese grundsätzlich entgegenhalten lassen, soweit diese für die Festlegung des
Anspruchs auf eine Invalidenrente entscheidend war (vgl. Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des
Bundesgerichts] vom 14. August 2000, B 50/99, E. 2b), und zwar ungeachtet dessen,
ob der Vorsorgeversicherer im IV-Verfahren beteiligt war oder nicht (vgl. dazu Urteil des
EVG vom 9. Februar 2004, B 39/03, E. 3.1).
2.3 Invalidenleistungen nach BVG werden von derjenigen Vorsorgeeinrichtung
geschuldet, der die anspruchsberechtigte Person bei Eintritt des versicherten
Ereignisses angeschlossen ist. Dieser Zeitpunkt fällt mit dem Eintritt der
Arbeitsunfähigkeit zusammen, deren Ursache zur Invalidität geführt hat. Die
Versicherteneigenschaft muss nur bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit gegeben sein,
dagegen nicht notwendigerweise auch im Zeitpunkt des Eintritts oder der
Verschlimmerung der Invalidität. Für eine einmal aus – während der
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Versicherungsdauer aufgetretenen – Arbeitsunfähigkeit geschuldete Invalidenleistung
bleibt die Vorsorgeeinrichtung somit leistungspflichtig, selbst wenn sich nach
Beendigung des Vorsorgeverhältnisses der Invaliditätsgrad ändert. Entsprechend bildet
auch der Wegfall der Versicherteneigenschaft keinen Erlöschungsgrund (BGE 118 V 35
E. 5; BGE 123 V 262 E. 1a). Auf diese Weise wird dem Umstand Rechnung getragen,
dass die versicherte Person meistens erst nach einer längeren Zeit der
Arbeitsunfähigkeit invalid wird. Damit kommt der Schutz der zweiten Säule zum
Tragen, wonach das Invaliditätsrisiko auch dann gedeckt sein muss, wenn es rechtlich
gesehen erst nach einer langen Krankheit eintritt, während der die leistungsbegehrende
Person unter Umständen dem Obligatorium nicht mehr unterstanden hat (BGE 118 V
35 E. 2a/bb; BGE 120 V 113 E. 2b). Damit die frühere Vorsorgeeinrichtung jedoch
leistungspflichtig bleibt, ist allerdings nicht nur erforderlich, dass die Arbeitsunfähigkeit
zu einer Zeit einsetzte, als die versicherte Person ihr angeschlossen war, sondern auch,
dass zwischen dieser Arbeitsunfähigkeit und der Invalidität sowohl ein sachlicher als
auch ein zeitlicher Zusammenhang besteht (BGE 120 V 112 E. 2b und c).
3.
3.1 Gemäss Art. 11.1 des Reglements der Personalstiftung der B._ gültig ab:
1. Januar 2005 (nachfolgend: Reglement; act. G 1.2) haben Anspruch auf eine
Invalidenrente diejenigen Versicherten, die im Sinn der Eidgenössischen
Invalidenversicherung invalid sind und die bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren
Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert waren. Der Anspruch auf eine
Invalidenrente besteht, solange die Invalidität dauert, längstens aber bis zum
ordentlichen Rücktrittsalter (Art. 11.3 des Reglements). Der Grad der Invalidität wird
gemäss Art. 11.4 des Reglements aufgrund des vom Arbeitnehmer erlittenen
Erwerbsausfalls ermittelt. Im Fall von Teilinvalidität werden die Invaliditätsleistungen
wie folgt bestimmt: ein Invaliditätsgrad von weniger als 25% begründet keinen
Anspruch auf Leistungen. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 25% und weniger
als 60% werden die Leistungen entsprechend dem Invaliditätsgrad festgesetzt. Bei
einem Invaliditätsgrad von 60% bis 69.9% besteht ein Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von 70% und mehr besteht Anspruch auf
die vollen Leistungen. Bei voller Erwerbsunfähigkeit beträgt die jährliche Invalidenrente
6.8% des projizierten Altersguthabens gemäss BVG ohne Zins. Die Aufnahme erfolgt
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mit Antritt des Arbeitsverhältnisses, für die Risiken Tod und Erwerbsunfähigkeit
frühestens auf den 1. Januar nach Vollendung des 17. Altersjahres und zusätzlich für
die Altersvorsorge spätestens auf den 1. Januar nach Vollendung des 24. Altersjahres
(Art. 4.1 des Reglements). Die Versicherungspflicht endet, wenn der Anspruch auf eine
Altersleistung entsteht, das Arbeitsverhältnis aufgelöst oder die Unterstellung unter das
BVG beendet wird (Art. 4.2 des Reglements). Die zum Zeitpunkt der Auflösung des
Vorsorgeverhältnisses versicherten Leistungen bei Tod und Invalidität bleiben
unverändert versichert bis zum Beginn eines neuen Vorsorgeverhältnisses, längstens
jedoch während eines Monats (Art. 26 des Reglements).
3.2 Im Konkreten ist die Frage zu prüfen, ob beim Kläger während des vom 15. Mai
2000 bis 31. Oktober 2009 dauernden Vorsorgeverhältnisses mit der Beklagten eine
Arbeitsunfähigkeit aufgetreten ist, welche in einem sachlichen und zeitlichen
Zusammenhang zu der von der IV-Stelle mit Verfügung vom 25. August 2011 (IV-
act. 97) anerkannten Invalidität steht. Unter Arbeitsunfähigkeit ist die gesundheitlich
bedingte Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf zu
verstehen (vgl. BGE 134 V 20 E. 5.3). Diese muss erheblich, offensichtlich und
dauerhaft sein. Die Erheblichkeit wird in der Regel dann bejaht, wenn die
Einschränkung mindestens 20% beträgt (vgl. Bundesamt für Sozialversicherung,
Mitteilungen über die berufliche Vorsorge, Nr. 44 N 258 mit Hinweis auf Urteil des EVG
vom 7. Oktober 1998, B 48/97). Die Beklagte wurde in das
Invalidenversicherungsverfahren mit einbezogen und stellt auf den von der IV-Stelle
verfügungsweise angesetzten Beginn der Wartefrist bzw. Eintritt der massgeblichen
Arbeitsunfähigkeit beim Kläger im April 2010 ab (vgl. IV-act. 89f.). Demzufolge ist das
Gericht mit Vorbehalt der offensichtlichen Unrichtigkeit an die Feststellungen der
Invalidenversicherung gebunden.
3.3 Bereits beim Gespräch vom 16. Juni 2009 mit Dr. med. I._, Facharzt für Innere
Medizin und Kardiologie und bei der RAD-Abklärung vom 28. Oktober 2009 hielt
Dr. med. J._, Facharzt für Innere Medizin, zertifizierter Gutachter SIM, fest, dass der
Versicherte sich eindeutig nicht mehr für die bisherige schwere Tätigkeit als angelernter
Schweisser und Schlosser eigne und seine Arbeitsfähigkeit in diesem Bereich 0%
betrage (IV-act. 19 und 31-4). Auch aus dem Bericht vom 14. Januar 2010 von Dr. med.
G._ geht hervor, dass der Versicherte seine (letzte) angestammte Tätigkeit als
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Schlosser nicht mehr verrichten könne (IV-act. 58, 60). Dr. med. F._, Facharzt für
Orthopädie und Dr. med. E._, Facharzt für Innere Medizin, Endokrinologie/
Stoffwechsel-Nuklearmedizin gingen in ihren Gutachten vom 17. Juni 2010 und vom
19. Mai 2010 ebenfalls davon aus, dass der Versicherte lediglich in einer adaptierten
Tätigkeit arbeitsfähig sei (Fremdakten act. G 8.2). Ab April 2010 bestand gemäss RAD
aufgrund der Annahme einer Verschlechterung bis auf weiteres überhaupt keine
verwertbare Arbeitsfähigkeit, weder in der angestammten noch in einer anderen
Tätigkeit (IV-act. 80, 82). Damit steht aufgrund der medizinischen Aktenlage fest, dass
während des Vorsorgeverhältnisses zur Beklagten eine erhebliche, offensichtliche und
dauerhafte Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit aufgetreten ist. Die
Versicherteneigenschaft als solche ist damit zu bejahen. Die Arbeitsfähigkeit in einer
adaptierten Tätigkeit ist hierbei nicht relevant (vgl. BGE 134 V 20 E. 5.3).
3.4
3.4.1 Die sachliche Konnexität ist gegeben, wenn der invalidisierende
Gesundheitsschaden der gleiche ist, wie er sich bereits während der Zugehörigkeit zur
früheren Vorsorgeeinrichtung manifestierte (BGE 120 V 112 E. 2b und c).
3.4.2 Dr. D._ erachtet die Operation vom 1. Dezember 2008 als Ursache für die
spätere Einschränkung. Beim Kreislaufstillstand von 32 Minuten sei es trotz
Unterkühlung zu einer Hirnschädigung durch Sauerstoffmangel gekommen
(hypoxischer Hirnschaden) und es bestehe nun ein organisches Psychosyndrom (IV-
act. 69). Der RAD hingegen vertritt die Auffassung, dass seit April 2010 eine
Verschlechterung des Gesundheitszustands eingetreten sei, die sich in Form einer
schwergradig ausgeprägten depressiven Störung manifestiere (IV-act. 80); gestützt auf
diese Beurteilung erfolgte die Rentenzusprache der Invalidenversicherung mit
Verfügung vom 25. August 2011. Im ersten Fall – bei Annahme einer erheblichen
organisch/neurologischen Schädigung als Folge des operativen Eingriffs vom
1. Dezember 2008 – wäre der sachliche Konnex klarerweise zu bejahen. Es ist davon
auszugehen, dass Dr. D._ als Facharzt für Neurologie und Psychiatrie eine
depressive Störung erkannt hätte. In psychiatrischer Hinsicht erhob er einzig die
Diagnose einer Anpassungsstörung mit Angststörung und führte die vom Kläger
beklagten Beschwerden auf ein mittelgradiges organisches Psychosyndrom bei
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Zustand nach cerebraler Hypoxie zurück. Doch selbst wenn man dem RAD – der den
Kläger im Übrigen nie einer neurologischen Begutachtung unterzogen hat – folgte und
von einer schwergradigen depressiven Störung ausginge, wäre eine psychische
Beeinträchtigung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als Folge der beiden
Operationen bzw. des Verlusts der Arbeitsstelle und der körperlichen
Leistungsfähigkeit aufgetreten, so dass auch diesfalls der Kausalzusammenhang bejaht
werden müsste. Denn der Kläger hatte bereits im Frühjahr 2009 über psychische
Probleme und gelegentliche frontale Kopfschmerzen geklagt (Medikation mit Fluoxetin,
vgl. IV-act. 17-2). Im Austrittsbericht der Rehaklinik K._ vom 13. Januar 2009, worin
über die stationäre Behandlung vom 11. Dezember 2008 bis 1. Januar 2009 berichtet
wurde, wird als Begleiterkrankung eine reaktive Depression aufgeführt. Nach der
zweiten Operation am 1. Juli 2009 berichtete Dr. I._ im September 2009 trotz guter
Restitution aus somatischer Sicht über einen ungünstigen Verlauf mit Erschöpfung,
gedrückter Stimmung, Mutlosigkeit, Schlaffheit sowie über Konzentrationsstörungen
(mit Differentialdiagnose Depression), welche er auf eine Kränkung durch die wider
Erwarten erfolgte Kündigung zurückführte (IV-act. 20). Auch im Bericht vom
9. September 2009 hielt Dr. I._ die vom Kläger subjektiv empfundene
leistungsmässige Einschränkung, neurokognitive Defizite (insbesondere
Vergesslichkeit), sowie rasche Ermüdbarkeit und Nervosität des Klägers fest. Dr. med.
L._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Vertrauensarzt SGV, zertifizierter
Gutachter (SIM), diagnostizierte bei der RAD-Abklärung vom 28. Oktober 2009 eine
Anpassungsstörung ohne Krankheitswert oder Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit.
Damit liefern die Akten genügend Beleg dafür, dass selbst dann, wenn die psychischen
Probleme als im Zentrum stehend betrachtet werden, mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit ein sachlicher Zusammenhang zur von der IV ab April 2011
anerkannten Invalidität mit der ab Dezember 2008 eingetretenen Arbeitsunfähigkeit des
Klägers gegeben ist.
3.5
3.5.1 Der zeitliche Zusammenhang setzt voraus, dass zwischen der früheren
Arbeitsunfähigkeit und der späteren Invalidität keine längere Periode der
Arbeitsfähigkeit liegt. Er ist unterbrochen, wenn erst nach mehreren Jahren
Arbeitsfähigkeit plötzlich ein gesundheitlicher Rückfall eintritt, nicht aber, wenn eine
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Periode vorübergehender Arbeitsfähigkeit nur gerade einige Monate betrug (BGE 120 V
112 E. 2b und c). Die zeitliche Konnexität zwischen der Arbeitsunfähigkeit im Sinn von
Art. 23 BVG und der später eingetretenen Invalidität beurteilt sich nach der
Arbeitsunfähigkeit resp. Arbeitsfähigkeit in einer der gesundheitlichen Beeinträchtigung
angepassten zumutbaren Tätigkeit. Darunter fallen auch leistungsmässig und vom
Anforderungsprofil her vergleichbare Tätigkeiten. Diese Tätigkeiten müssen jedoch
bezogen auf die angestammte Tätigkeit die Erzielung eines rentenausschliessenden
Einkommens erlauben (BGE 134 V 20 E. 5.3).
3.5.2 Der Verfügung vom 12. April 2010 lag gestützt auf die RAD-Beurteilung vom
11. November 2009 die Annahme einer vollen Arbeitsfähigkeit in adaptierten
Tätigkeiten ab Berichtsdatum des RAD (11. November 2009) zugrunde (IV-act. 31;
82-2). In der Verfügung vom 25. August 2011 stellte die IV-Stelle auf eine volle
Arbeitsunfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten ab 29. April 2010 ab (IV-act. 82-2). Eine
Begründung für dieses Datum findet sich nicht; offensichtlich hat sich der RAD dabei
am Untersuchungsdatum bei Dr. D._ orientiert (28. April 2010; IV-act. 69-1 und 80-4)
und ab dem nächsten Tag eine volle Arbeitsunfähigkeit anerkannt. Dies ist nicht
plausibel, zumal der RAD die Beurteilung von Dr. D._ gerade nicht für beweiskräftig
und die neurokognitiven Einschränkungen für nicht so gravierend hält. Damit erscheint
die Beurteilung der IV hinsichtlich des Beginns des Wartejahres als offensichtlich
unzutreffend; eine Bindungswirkung an die Verfügung vom 25. August 2011 ist zu
verneinen. Im Übrigen sind auch die weiteren Arbeitsfähigkeitsangaben des RAD
zeitlich nicht wahrscheinlich: die IV geht von einer Arbeitsunfähigkeit von 100% vom
1. Dezember 2008 bis 11. November 2009, von einer Arbeitsfähigkeit von 100% vom
12. November 2009 bis 28. April 2010 und dann erneut von einer vollen
Arbeitsunfähigkeit ab 29. April 2010 aus (IV-act. 82-2). Dieser Verlauf ist mit Blick auf
die medizinischen Akten sowie die Empirie offensichtlich unzutreffend, da nicht
vorstellbar ist, dass die vom RAD als relevant bezeichnete schwere depressive Störung
die Arbeitsfähigkeit von einem Tag auf den anderen von 100% auf 0% reduziert und
sich danach ebenso kurzfristig wieder mit gegenteiliger Wirkung bemerkbar gemacht
haben soll. Nachdem keinerlei Hinweise auf solch erhebliche Veränderungen an und
zwischen den besagten Daten vorliegen, muss überwiegend wahrscheinlich davon
ausgegangen werden, dass auch in diesem Zeitraum zumindest eine relevante
Arbeitsfähigkeit bestanden hat. Somit ist auch die zeitliche Konnexität zu bejahen.
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3.6 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache
zur vom RAD anerkannten Invalidität des Klägers ab April 2011 führte, bereits während
des Vorsorgeverhältnisses zur Beklagten ihren Anfang genommen hatte. Daraus ergibt
sich die grundsätzliche Leistungspflicht der Beklagten.
4.
4.1 Der Anspruchsbeginn richtet sich gemäss Art. 26 Abs. 1 BVG nach den
Bestimmungen der Invalidenversicherung. Nach Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes
über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) besteht Anspruch auf Rente im
Zeitpunkt, in dem die versicherte Person entweder zu mindestens 40% dauernd
erwerbsunfähig geworden ist (lit. a) oder während mindestens einem Jahr dauernd zu
mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen war und nach Ablauf dieses Jahres zu
mindestens 40% invalid ist (lit. b und c). In der weitergehenden Vorsorge beginnt die
Leistungspflicht der Beklagten mit derjenigen der Invalidenversicherung, frühestens
aber nach Ablauf der vollen Lohnfortzahlung bzw. mit Erschöpfung allfälliger, vom
Arbeitgeber mindestens zur Hälfte mitfinanzierter Taggelder in der Höhe von
mindestens 80% des entgangenen Lohns (Art. 11.2 des Reglements). Beim Kläger
bestand seit 1. Dezember 2008 eine dauernde Arbeitsunfähigkeit; der Beginn des
Wartejahrs ist aufgrund der offensichtlichen Unrichtigkeit der
invalidenversicherungsrechtlichen Feststellungen bezüglich Arbeitsunfähigkeit auf
diesen Zeitpunkt festzulegen, weshalb eine Invalidität frühestens ab Dezember 2009
gegeben ist. Gemäss dem ebenfalls analog anwendbaren Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht
der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach
Geltendmachung des Leistungsanspruchs. Der Kläger hat seinen Leistungsanspruch
erstmals im Mai 2009 gegenüber der IV geltend gemacht. Damit ist der Rentenbeginn
grundsätzlich auf den 1. Dezember 2009 festzusetzen. Allerdings ist im Sinne des
Art. 11.2 des Reglements die vorliegend nicht aktenkundige Erschöpfung allfälliger
Krankentaggeldleistungen der Visana abzuwarten.
4.2 Hinsichtlich des Leistungsumfangs der Beklagten steht aufgrund der
medizinischen Aktenlage mit überwiegender Wahrscheinlichkeit fest, dass ab Ende der
Wartezeit, d.h. ab 1. Dezember 2009, eine Arbeitsunfähigkeit zu 100% in der
angestammten, wie auch in einer adaptierten Tätigkeit besteht (IV-act. 69, 80), weshalb
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der Kläger ab diesem Datum grundsätzlich Anspruch hat auf eine ganze Invalidenrente,
gründend auf einem Invaliditätsgrad von 100%.
4.3 Der Kläger hat im vorliegenden Verfahren lediglich die Ausrichtung
überobligatorischer Leistungen beantragt. Gemäss Art. 73 Abs. 2 BVG gilt zwar der
Untersuchungsgrundsatz und der Richter stellt den Sachverhalt von Amtes wegen fest.
Aufgrund des im Recht der beruflichen Vorsorge auf kantonaler Ebene
vorgeschriebenen Klageverfahrens ergibt sich jedoch der Streitgegenstand einzig aus
den Rechtsbegehren der Klage (BGE 135 V 23 E. 3.1; 129 V 450 E. 3.2, je mit
Hinweisen). Der Untersuchungsgrundsatz kann nicht dazu dienen, den
Streitgegenstand auf nicht eingeklagte Punkte auszudehnen (BGE 129 V 450 E. 3.2).
Der klägerische Anspruch beschränkt sich somit auf die überobligatorische
Invalidenrente.
5.
5.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Klage dahingehend gutzuheissen,
dass die Beklagte zu verpflichten ist, dem Kläger frühestens ab 1. Dezember 2009,
jedenfalls aber danach ab einem allfälligen Ablauf der Krankentaggeldberechtigung
gegenüber der Visana, eine überobligatorische Invalidenrente auf der Basis eines
Invaliditätsgrads von 100% auszurichten. Die Angelegenheit ist zur Berechnung des
Anspruchs an die Beklagte zu überweisen (vgl. dazu BGE 129 V 450 E. 3.4).
5.2 Im Bereich der beruflichen Vorsorge anerkennt die Rechtsprechung die Pflicht zur
Entrichtung von Verzugszinsen bei einer verspäteten Überweisung von
Freizügigkeitsleistungen sowie bei verspäteter Auszahlung eines Alterskapitals oder bei
Invalidenrenten (Hans-Ulrich Stauffer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zur
beruflichen Vorsorge, 2. Aufl. 2006, S. 63f. mit Hinweisen). Enthalten die Statuten bzw.
das Reglement – wie im vorliegenden Fall – keine Bestimmung über die Höhe des
Verzugszinses, beträgt dieser 5% (Art. 104 Abs. 1 OR). Der Beginn der Zinspflicht
richtet sich nach Art. 105 Abs. 1 OR (BGE 119 V 133 E. 4 = Pra 83 (1994) Nr. 67),
wonach ein Schuldner, der mit der Entrichtung von Renten im Verzug ist, erst vom Tag
der Anhebung der Betreibung oder der gerichtlichen Klage an Verzugszinsen zu
bezahlen hat. Im vorliegenden Fall hat der Kläger am 20. April 2012 die Klage
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eingeleitet; somit schuldet ihm die Beklagte ab diesem Zeitpunkt Verzugszins zu 5%
auf die ausstehenden Leistungen.
5.3 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 73 Abs. 2 BVG). Hingegen hat der
Kläger bei diesem Verfahrensausgang (nur geringgradiges Unterliegen in Bezug auf den
Beginn des Leistungsanspruchs) Anspruch auf eine Parteientschädigung durch die
Beklagte. Die am 27. April 2012 gewährte unentgeltliche Rechtsverbeiständung
(act. G 3) wird damit gegenstandslos. In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das
Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b Honorarordnung für
Rechtsanwälte und Rechtsagenten (HonO; sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis
Fr. 12'000.--. In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit erscheint die in
vergleichbaren Fällen mit doppeltem Schriftenwechsel übliche pauschale
Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer)
angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP