Decision ID: 422d2379-d787-5561-8083-b639cc0a4330
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 4. Februar 2014 wegen Polyarthrose, Tenosynovitis,
Metatarsalgien bei Spreizfüssen, Hammerzehen, Periarthropathia coxae beidseits und
Verdacht auf beginnende Kollagenose zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 4 f.
und 2). Am 13. Februar 2014 reichte der damalige Hausarzt der Versicherten, Dr. med.
B._, Facharzt für Allgemeinmedizin, der IV-Stelle ein ärztliches Zeugnis sowie einen
Auszug aus der Krankengeschichte ein. Eine MEDAS-Abklärung sei erforderlich (IV-act.
17).
A.b Auf dem Fragebogen für Arbeitgebende gab die C._ AG an, die Versicherte habe
vom 1. April 2003 bis 30. April 2009 für sie gearbeitet und ab 2007 Fr. 49'400.-- pro
Jahr verdient. Kost und Logis sei zusätzlich mit Fr. 179.-- pro Monat vergütet worden
(IV-act. 18). Die D._ GmbH gab auf dem Fragebogen für Arbeitgebende an, die
Versicherte habe vom 1. Januar 2013 bis 31. Dezember 2013 für sie gearbeitet. Sie
habe gekündigt, weil sie mehr habe verdienen wollen. Von einem Gesundheitsschaden
bzw. einer "Einschränkung" bei der Arbeit sei der D._ nichts bekannt. Die Versicherte
habe ca. 20 Stunden pro Woche bei einer allgemeinen Wochen-Arbeitszeit von 45
Stunden gearbeitet. Der Jahreslohn habe Fr. 20'267.-- betragen (IV-act. 19).
A.c In den fallstrategischen Überlegungen vom 27. Februar 2014 notierte die IV-Stelle,
gemäss telefonischer Rückfrage würde die Versicherte 100% arbeiten, wenn sie
gesund wäre (IV-act. 21-3). Gemäss RAD-Notiz vom 28. Februar 2014 bestehen die
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Beschwerden seit 2009, für die Arbeitsfähigkeit relevant seien sie gestützt auf die
Krankengeschichte des Hausarztes ab Dezember 2012. In der angestammten Tätigkeit
im Service bestehe eine maximal 50%ige Arbeitsfähigkeit aus rheumatologischer Sicht.
In einer adaptierten Tätigkeit könne eine Arbeitsfähigkeit von mehr als 50% erwartet
werden (IV-act. 26).
A.d Am 21. Mai 2014 unterzeichneten die Versicherte und der
Eingliederungsverantwortliche der IV-Stelle einen Eingliederungsplan
Arbeitsvermittlung (IV-act. 34). Am 3. Juni 2014 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit,
dass ihr Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche durch die
Eingliederungsberatung gewährt werde (IV-act. 36). Am 18. August 2014 bot das
Regionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) der Versicherten einen Einsatzplatz in der
Cafeteria E._ im Umfang eines 80%-Pensums an. Am 19. August 2014 teilte die
Versicherte mit, sie habe bei F._ eine Anstellung im Umfang von 40% erhalten
(Bewerbung vom 11. Juli 2014; IV-act. 52, 50 und 54). Am 3. September 2014 löste die
Versicherte das Arbeitsverhältnis mit F._ wegen gesundheitlicher Probleme fristlos
auf (IV-act. 66).
A.e Mit Bericht vom 1. Oktober 2014 hielt med. pract. G._, Facharzt für Allgemeine
Medizin, fest, die bisherige Tätigkeit sei der Versicherten laut Rheumatologe noch im
Umfang von 50% zumutbar. Es bestehe eine verminderte Belastbarkeit der Hände,
Arme und Muskulatur (IV-act. 75-2 f.).
A.f Mit Bericht vom 21. November 2014 hielt Dr. med. H._, Innere Medizin und
Rheumatologie FMH, fest, die Versicherte leide seit zwei bis drei Jahren unter
Schmerzen des Bewegungsapparates. Aufgrund der multiplen Beschwerden am
Rücken und der Extremitäten erachte er die Versicherte aus rheumatologischer Sicht
vorderhand als maximal 50% arbeitsfähig für eine leichte Arbeit (IV-act. 79-6 ff.). Mit
Bericht an die IV-Stelle vom 21. November 2014 attestierte Dr. H._ der Versicherten
eine volle Arbeitsunfähigkeit als Serviceangestellte seit mindestens 30. Oktober 2014
bis auf Weiteres. Leichte Arbeiten in Wechselbelastung ohne Heben von Lasten, ohne
regelmässiges Bücken, ohne Arbeiten über Schulterhöhe und ohne stereotype Arbeiten
seien der Versicherten aus rheumatologischer Sicht ab Anfang Dezember maximal vier
Stunden pro Tag zumutbar (IV-act. 79-1 ff.). Der RAD konnte die rheumatologische
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Arbeitsfähigkeitsbeurteilung nur teilweise nachvollziehen. Für eine leidensadaptierte
Tätigkeit liege eine mindestens 50%ige Arbeitsfähigkeit mit Steigerungspotential vor
(IV-act. 81 und 89).
A.g Nachdem med. pract. G._ die Versicherte vom 2. September 2014 bis 31.
Januar 2015 zu 100% arbeitsunfähig geschrieben hatte (vgl. IV-act. 63, 73, 83 und 88)
und diese sich auch subjektiv nicht in der Lage sah, mehr als fünf Stunden pro Woche
zu arbeiten (IV-act. 91-5), teilte die IV-Stelle der Versicherten am 26. Februar 2015 mit,
dass kein Anspruch auf (weitere) berufliche Massnahmen bestehe (IV-act. 94). Am 14.
Juli 2015 gab die IV-Stelle ein rheumatologisches Gutachten bei Dr. med. I._,
Rheumathologie FMH, in Auftrag (IV-act. 99).
A.h Im internistisch-rheumatologischen Gutachten vom 8. Januar 2016 stellte Dr. I._
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: Chronische
Polyarthralgien, vor allem Finger-/Zehengelenke DD unspezifisch, entzündliche
Komponente bei HLA-B27-Positivität (IV-act. 103-12). Radiologisch hätten sich im
Hand- und Fussskelett keine degenerativen oder entzündlichen Veränderungen
dargestellt. In Übereinstimmung mit den früheren rheumatologischen Einschätzungen
hätten sich keine Hinweise für das Vorliegen einer entzündlichen rheumatischen
Erkrankung gefunden. Klinisch seien keine Synovitiden oder Tenosynovitiden palpabel
gewesen. Gegenüber der früheren Einschätzung hätten keine Tenovaginitiden
nachgewiesen werden können. Die von Dr. med. J._, Rheumatologie, Physikalische
Medizin und Rehabilitation FMH, beschriebenen leichten Gelenkspaltverschmälerungen
könnten anhand der aktuellen Röntgenaufnahmen nicht bestätigt werden.
Anamnestisch und klinisch seien keine Kollagenosezeichen eruierbar. Entzündliche
Veränderungen des Achsenskeletts seien aktuell radiologisch nicht nachweisbar. Die
von Dr. H._ beschriebenen multilokulären muskuloskelettalen
Weichteilpalpationsbefunde und muskulären Dysbalancen seien aktuell nicht fassbar.
Es zeige sich einzig eine segmentale Dysfunktion C5/6 links (IV-act. 103-15 f.).
Gegenüber den von den vorbeurteilenden Rheumatologen erhobenen
rheumatologischen Befunden zeige sich eine Verbesserung. Die früheren
rheumatologischen Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit (Dr. J._: 50% in der
angestammten Tätigkeit als Serviceangestellte, Dr. H._: 50% in körperlich leichten,
wechselbelastenden Berufstätigkeiten) seien aufgrund der damals beschriebenen
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Befunde nachvollziehbar. Spätestens ab dem aktuellen Begutachtungszeitpunkt sei
eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50% in der früher ausgeführten Tätigkeit
als Serviceangestellte nachvollziehbar. In körperlich leichten, wechselbelastenden
beruflichen Tätigkeiten ohne überwiegendes oder ausschliessliches Gehen/Stehen
sowie ohne kraftanfordernde manuelle Tätigkeiten lasse sich aus aktueller
rheumatologischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von 30% begründen. Arbeiten in
Nässe und Kälte sollten aufgrund des aktenanamnestisch beschriebenen
Raynaudsyndroms vermieden werden. Die verminderte Leistungsfähigkeit sei bedingt
durch über das betriebliche Mass hinausgehende Pausen (IV-act. 103-16 und 18). Für
die von der Versicherten als invalidisierend geschilderten Polyarthralgien habe sich
aktuell kein fassbares adäquates organisches Korrelat gefunden. Gemäss Akten sei
von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit ab der Erstuntersuchung durch Dr. J._ (24.
Juni 2013) auszugehen. Eine passagere volle Arbeitsunfähigkeit in der angestammten
Tätigkeit als Serviceangestellte sei aufgrund der von Dr. H._ am 30. Oktober 2014
erhobenen Befunde möglich. Behandlungen, von welchen eine wesentliche
Verbesserung der Arbeits-/Leistungsfähigkeit der Versicherten zu erwarten wäre,
könnten aus rheumatologischer Sicht nicht empfohlen werden (IV-act. 103-16 ff.).
A.i Mit Vorbescheid vom 26. Februar 2016 stellte die IV-Stelle der Versicherten die
Ablehnung ihres Rentengesuchs in Aussicht (IV-act. 107). Mit Einwand vom 6. April
2016 beantragte die Beschwerdeführerin, nun vertreten durch Rechtsanwältin
Stephanie Schwarz, die Zusprache einer Rente (IV-act. 113).
A.j Mit Verfügung vom 21. Juni 2016 lehnte die IV-Stelle den Antrag auf Invalidenrente
ab. In einer leidensangepassten Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 70%. Der
Invaliditätsgrad betrage 27%. Dass die Versicherte ihre Anstellung bei der C._ AG
wegen einer Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes, welche sich wesentlich auf
ihre Arbeitsfähigkeit auswirkte, gekündigt habe, sei nicht belegt. Relevant sei einzig der
Zeitpunkt, ab dem sich die Beschwerden auf die Arbeitsfähigkeit auswirkten. Dies
könne mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erst ab Dezember 2012 angenommen
werden. Wie es der Versicherten möglich gewesen sei, nach der Anstellung bei der
C._ AG trotz der geltend gemachten Beschwerden über Jahre in körperlich
mindestens gleich anstrengenden Tätigkeiten zu funktionieren, lasse sich nicht
plausibel nachvollziehen. Die D._ habe keine Einschränkung bei der Arbeit bemerkt.
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Für die Bemessung des Valideneinkommens könne somit auf das zuletzt erzielte
Einkommen als Serviceangestellte bei der D._ abgestellt werden. Selbst wenn das
Einkommen bei der C._ AG als Valideneinkommen herangezogen würde, würde kein
rentenbegründender IV-Grad resultieren. Ein Leidens- oder Teilzeitabzug sei nicht
geschuldet, da die Beschwerden der Versicherten bereits in der
Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. I._ berücksichtigt seien und Frauen in einer
Teilzeitbeschäftigung im Verhältnis zu einer Vollbeschäftigung mehr verdienen würden.
Für die Berechnung des Invalideneinkommens sei auf die Zahlen der
Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik abgestellt worden. Betreffend
Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit sei auf den ausgeglichenen Arbeitsmarkt
abzustellen. Invaliditätsfremde Faktoren seien nicht zu berücksichtigen (IV-act. 119).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 21. Juni 2016 richtet sich die Beschwerde vom 19.
August 2016. Die Beschwerdeführerin lässt darin unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Zusprache
einer Invalidenrente beantragen sowie ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege
stellen. Zur Begründung lässt sie ausführen, sie sei als Gesunde zuletzt von 2003 bis
2009 im Betriebsrestaurant von C._ tätig gewesen. Wegen zunehmender
Fussbeschwerden habe sie am 21. April 2008 und am 13. November 2009 Dr. K._
konsultiert, ohne sich aber zur vorgeschlagenen Operation entschliessen zu können.
Nachdem Hand- und Fingergelenkschmerzen zu den Fussschmerzen hinzugetreten
seien, habe sie sich nicht mehr in der Lage gesehen, eine Vollbeschäftigung beim
Tagblatt auszuüben, und habe ihre Stelle gekündigt. Krankheitsbedingt habe sie
unterschiedliche andere Stellen in tieferen Pensen nicht längere Zeit ausüben können.
In Kenntnis des ausserordentlich lange dauernden IV-Verfahrens des Ehemannes habe
sie sich jahrelang nicht an eine eigene IV-Anmeldung gewagt. Erst am 4. Januar 2014
habe sie ein Gesuch eingereicht und dieses im Februar 2014 ergänzt. Dr. I._
attestiere erst ab dem Gutachtenszeitpunkt ausgehend von einer leichten
Verbesserung der Situation eine 70%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit.
Davor sei auf die Beurteilung der behandelnden Ärzte abzustellen, wonach lediglich
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bestanden habe. Für die erste Periode sechs Monate ab
IV-Anmeldung sei damit jedenfalls ein rentenerheblicher Invaliditätsgrad ausgewiesen.
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Die Beschwerdegegnerin gehe zudem von einem zu tiefen Valideneinkommen aus. Die
Beschwerdeführerin habe ihre gut bezahlte langjährige Stelle bei C._ aus seit 2008
bestehenden gesundheitlichen Gründen aufgeben müssen. Das gehe aus ihren
Angaben und ihrer Krankengeschichte hervor, aus welcher der chronifizierte schlechte
Gesundheitszustand ersichtlich sei. Ausserdem bestätige auch der Umstand, dass sie
nach der krankheitsbedingten Kündigung selbst leichtere Stellen im Service nicht mehr
vollzeitig habe ausüben können, ihre Sachverhaltsdarstellung. Deshalb sei das
Einkommen von Fr. 52'848.-- für das Jahr 2008 als Grundlage für die Bemessung des
Valideneinkommens heranzuziehen, angepasst an die Nominallohnentwicklung. Die
Arbeitgeber-Angaben des Restaurants D._ vom 20. Februar 2014 seien nicht
verwendbar, da sie dort nur in Teilzeit gearbeitet und es vermieden habe, ihre
Beschwerden Aussenstehenden zu zeigen. Zudem habe dieser Arbeitgeber ihr den
GAV-garantierten Lohn nicht bezahlt, sodass es zu einer arbeitsrechtlichen Streitigkeit
gekommen sei. Der Beginn der Wartezeit sei auf die Zeit nach der Beendigung der
Stelle bei C._ anzusetzen. In den später angenommenen Hilfstätigkeiten habe sie viel
weniger verdient, sodass ein Invaliditätsgrad von mindestens 20% bereits ab Mai 2009
überwiegend wahrscheinlich sei. Obwohl sie sich sehr bemühe und auch diverse
Teilzeitstellen angenommen habe, sei es ihr aufgrund des Zusammenspiels der
diversen Beschwerden (Schwellungen und Schmerzen im Kniebereich, in den Beinen,
Füssen und Händen, Störung der Feinmotorik), ihres Alters und der fehlenden
Berufsausbildung nicht gelungen, die Restarbeitsfähigkeit umzusetzen. Die
Restarbeitsfähigkeit sei daher nicht mehr verwertbar, eventualiter sei ein Abzug von
25% beim Invalideneinkommen zu berücksichtigen. Sie verfüge über eine
Rechtsschutzversicherung mit einem Maximalbetrag von Fr. 5'000.--, der aktuell
bereits überschritten sei. Sie beantrage deshalb unentgeltliche Rechtspflege (act. G1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 9. September 2016 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verweist sie auf
die angefochtene Verfügung (act. G5).
B.c Am 21. September 2016 bewilligt die Abteilungspräsidentin das Gesuch um
unentgeltliche Rechtspflege einzig bezüglich der Befreiung von der Leistung eines
Kostenvorschusses bzw. der Gerichtskosten (act. G6). Am 16. Februar 2018 reicht die
Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin eine Kostennote ein (act. G8).
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Erwägungen
1.
1.1 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) versicherte Personen, die ihre
Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch
zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern
können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu
mindestens 40% invalid sind. Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die
voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der
körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer
Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich
die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen.
Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist
(Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht
ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40%
ein Anspruch auf eine Viertelsrente. Der Rentenanspruch entsteht frühestens nach
Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG).
1.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
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Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des Beweiswertes eines
Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist,
auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in
Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der
medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob
die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit
Hinweisen).
1.4 Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz und der Grundsatz
der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Verwaltung und
Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a).
Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den
streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben
Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen
stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). Im Sozialversicherungsrecht hat
das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht,
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V
360 E. 5b; BGE 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen).
2.
2.1 Das internistisch-rheumatologische Gutachten Dr. I._s vom 8. Januar 2016
berücksichtigt die geklagten Beschwerden und die aktenkundigen Befunde. Objektive
Gesichtspunkte, welche an der gutachterlichen Beurteilung Zweifel erwecken, werden
nicht dargetan. Mit dem RAD (Stellungnahme vom 12. Februar 2016, IV-act. 104) ist
daher darauf abzustellen und von einer Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit im
Umfang von 70% auszugehen.
2.2 Wie die Beschwerdeführerin zutreffend ausführt, geht Dr. I._ von einer
Arbeitsunfähigkeit von 50% in der angestammten Tätigkeit als Serviceangestellte ab
der Erstuntersuchung durch Dr. J._ vom 24. Juni 2013 aus (IV-act. 103-17). Gestützt
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auf die gutachterliche Einschätzung war das Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG
somit am 24. Juni 2014 erfüllt.
2.3 Die Beschwerdeführerin hat sich am 4. Februar 2014 zum Bezug von IV-
Leistungen angemeldet. Da der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs
Monaten entsteht (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG), hat die Beschwerdeführerin frühestens ab
August 2014 Anspruch auf eine Invalidenrente, vorausgesetzt, es liegt ein
Invaliditätsgrad von mindestens 40% vor.
2.4 Die Beschwerdeführerin weist zu Recht darauf hin, dass Dr. I._ eine
Arbeitsfähigkeit von lediglich 50% auch in adaptierter Tätigkeit ab 30. Oktober 2014
gemäss dem Arztbericht von Dr. H._ aufgrund der damaligen weichteilrheumatischen
Beschwerden und Polyarthralgien als nachvollziehbar erachtet, wobei der Gutachter
von einer Verbesserung spätestens ab dem aktuellen Begutachtungszeitpunkt ausging.
Damit ist eine Arbeitsunfähigkeit in adaptierter Tätigkeit im Umfang von 50% für diese
Periode zumindest überwiegend wahrscheinlich, womit das nötige Beweismass erfüllt
ist.
2.5 Die Beschwerdeführerin beruft sich sodann auf Art. 88a Abs. 1 der Verordnung
über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201). Gemäss dieser Norm ist eine
Verbesserung der Erwerbsfähigkeit für die Herabsetzung der Leistung von dem
Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie
voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen,
nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und
voraussichtlich weiterhin andauern wird (vgl. Art. 88a Abs. 1 IVV). Die Verbesserung der
Erwerbsfähigkeit ist deshalb erst drei Monate nach der Begutachtung vom 4.
November 2015, mithin ab 1. März 2016, zu berücksichtigen.
3.
3.1 Die Beschwerdeführerin bringt vor, aufgrund ihrer diversen Beschwerden, ihres
Alters und der fehlenden Berufsausbildung sei ihre Restarbeitsfähigkeit nicht mehr
verwertbar.
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3.2 Referenzpunkt für die Verwertung der Restarbeitsfähigkeit ist der hypothetisch
ausgeglichene Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Nach der Rechtsprechung handelt es
sich dabei um einen theoretischen und abstrakten Begriff, der dazu dient, den
Leistungsbereich der Invalidenversicherung von demjenigen der
Arbeitslosenversicherung abzugrenzen. Der Begriff umschliesst einerseits ein
bestimmtes Gleichgewicht zwischen dem Angebot von und der Nachfrage nach
Stellen; anderseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen
Fächer verschiedenartiger Stellen offen hält und zwar sowohl bezüglich der dafür
verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des
körperlichen Einsatzes. Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob
die invalide Person die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu verwerten,
und ob sie ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen vermag oder nicht (BGE
110 V 273 E. 4b; ZAK 1991 S. 320 f. E. 3b). Daraus folgt, dass für die
Invaliditätsbemessung nicht darauf abzustellen ist, ob eine invalide Person unter den
konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob
sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die
verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (AHI-
Praxis 6/1998 S. 291). Der ausgeglichene Arbeitsmarkt umfasst auch sogenannte
Nischenarbeitsplätze, also Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen
Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können. Von einer
Arbeitsgelegenheit kann dann nicht mehr gesprochen werden, wenn die zumutbare
Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene
Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt, oder sie nur unter nicht realistischem
Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden
einer entsprechenden Stelle daher von vornherein ausgeschlossen erscheint (siehe
zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts vom 24. April 2012, 8C_869/2011, E. 4.3.5 mit
Hinweisen).
3.3 Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Faktor, in
der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren
persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer
versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen
Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr nachgefragt wird und dass ihr deren
Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungslast nicht mehr zumutbar ist. Der
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Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leistungsvermögen auf
dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen
Regel bemessen, sondern hängt von den Umständen des Einzelfalls ab. Massgebend
können die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der
absehbare Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang
auch Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung,
beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem
angestammten Bereich sein (BGE 138 V 457 E. 3.1 mit Hinweisen). Von Bedeutung für
die Beurteilung der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit sind namentlich deren
Ausmass und die verbleibende berufliche Aktivitätsdauer im Zeitpunkt des Feststehens
der medizinischen Zumutbarkeit einer (Teil-)¬Erwerbstätigkeit. Der für die Beurteilung
relevante Zeitpunkt ist gegeben, sobald die medizinischen Unterlagen eine zuverlässige
Sachverhaltsfeststellung erlauben (vgl. BGE 138 V 457 E. 3.3 f.; Urteil des
Bundesgerichts vom 25. Juli 2016, 8C_324/2016, E. 4.4).
3.4 Mit Blick auf die Massgeblichkeit des theoretisch ausgeglichenen Arbeitsmarktes
ist eine Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit nicht leichthin anzunehmen (Urteil
des Bundesgerichts vom 28. November 2014, 9C_485/2014, E. 3.3.1). Hilfsarbeiten
werden auf dem hypothetisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt grundsätzlich
altersunabhängig nachgefragt (Urteil des Bundesgerichts vom 29. Juni 2018,
9C_862/2017, E. 3.3.3 mit Hinweis). Angesichts der strengen Bundesgerichtspraxis
sind die Hürden für die Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit auch bei älteren
Arbeitnehmenden hoch (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 28. Mai 2009,
9C_918/2008, E. 4.3; zur Rechtsprechung des Bundesgerichtes vgl. auch Entscheid
des Versicherungsgerichts vom 7. Dezember 2017, IV 2015/384, E. 3.3.2)
3.5 Die Beschwerdeführerin ist zu 70% arbeitsfähig und damit in quantitativer Hinsicht
nur leicht eingeschränkt. In qualitativer Hinsicht kann sie körperlich leichte,
wechselbelastende Tätigkeiten ohne überwiegendes oder ausschliessliches Gehen/
Stehen sowie ohne kraftanfordernde manuelle Tätigkeiten unter Vermeidung von
Arbeiten in Nässe/Kälte ausführen. Ihre Einschränkungen sind damit nicht derart
gravierend, dass geeignete Stellen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht mehr
denkbar wären. Konkret zumutbar wären etwa die Kontrolle von Ware, die
Überwachung von voll- oder halbautomatischen Maschinen oder Hilfsarbeiten im
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Montage-, Sortierungs- und Verpackungsbereich in Produktionsbetrieben. Dafür
benötigt die Beschwerdeführerin keine besonderen Berufskenntnisse.
3.6 Massgeblicher Zeitpunkt für die verbleibende berufliche Aktivitätsdauer ist
vorliegend derjenige des Gutachtens vom 8. Januar 2016. Damals war die
Beschwerdeführerin 59 Jahre und 4 Monate alt. Sie stand somit noch rund viereinhalb
Jahre vor der ordentlichen Alterspensionierung. Damit ist sie zwar nicht leicht
vermittelbar, Hilfsarbeiterinnen werden gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung
jedoch altersunabhängig nachgefragt, und die verbleibende Zeit bis zur Pensionierung
ist nicht so kurz, dass eine Verwertung der Restarbeitsfähigkeit angesichts der
konkreten quantitativen und qualitativen Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit nicht
mehr möglich gewesen wäre (vgl. zur Rechtsprechung des Bundesgerichts zur
Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit in fortgeschrittenem Alter auch Entscheid des
Versicherungsgerichts St. Gallen vom 7. Dezember 2017, IV 2015/384, E. 3.3.2 mit
Hinweisen). Nach dem Gesagten ist von einer Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführerin auszugehen.
4.
4.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen; Art. 16 ATSG).
4.2 Die Beschwerdeführerin bestreitet die Berechnung des Invaliditätsgrades durch die
Beschwerdegegnerin. Validen- und Invalideneinkommen sind deshalb nachfolgend zu
prüfen.
5.
5.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte
Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte, nicht aber,
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was sie bestenfalls hätte verdienen können. Dabei wird in der Regel am zuletzt
erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die
bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Relevant ist
grundsätzlich das tatsächlich bezogene Einkommen (nicht etwa der vertraglich
vereinbarte höhere Lohn). Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
erstellt sein (BGE 129 V 222 E. 4.3.1 und BGE 131 V 51 E. 5.1.2). Zulässig ist auch, aus
dem nach Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigung noch erzielten Einkommen auf
das Valideneinkommen zu schliessen, sofern anzunehmen ist, dass die betreffende
Person ohne Gesundheitsschaden in einem Vollpensum prozentual hochgerechnet den
gleichen Lohn erzielen würde (vgl. UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Auflage, Bern/
St. Gallen/Zürich 2015, Art. 16 N 22 ff.).
5.2 Bei Annahme eines wesentlich unterdurchschnittlichen Einkommens gebietet der
Grundsatz der Parallelität der Einkommensermittlung, beide Vergleichseinkommen
unter Annahme gleicher Verhältnisse zu ermitteln. Dies bringt beispielsweise mit sich,
dass bei einem bisher erzielten deutlich unterdurchschnittlichen Einkommen das
Valideneinkommen (wie auch das Invalideneinkommen) unter Abstützung auf
Tabellenlöhne zu bestimmen ist. Die Unterdurchschnittlichkeit ist indes nicht
massgebend, wenn sich die betreffende Person aus freien Stücken mit einem
bescheideneren Einkommensniveau begnügt hat (UELI KIESER, a.a.O., Art. 16 N 44 f.).
5.3 Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Beschwerdegegnerin habe auf ein zu
tiefes Valideneinkommen abgestellt. Nicht der bei der D._ erzielte Lohn sei
massgebend, sondern das Einkommen, welches sie zuletzt bei C._ erzielt habe. Sie
habe jene Anstellung aus gesundheitlichen Gründen gekündigt, weil sie sich nicht mehr
in der Lage gesehen habe, eine Vollbeschäftigung in der Kantine auszuüben.
5.4 Diese Argumentation vermag indes nicht zu überzeugen. Es liegen keinerlei
medizinische Unterlagen im Recht, welche eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin für das Jahr 2009 belegen würden. Entsprechende Dokumente
können offenbar auch nicht mehr erhältlich gemacht werden. Bereits Dr. H._
erwähnte im Bericht vom 21. November 2014, die Beschwerdeführerin wisse nicht, wo
die früheren Röntgenbilder seien, und er habe nicht herausfinden können, wo diese zu
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suchen wären (IV-act. 79-8 f.). Die Beschwerdeführerin selbst hat in ihrer Beschwerde
geäussert, sie bemühe sich aktuell um weitere Unterlagen von Dr. K._ und werde
diese dem Gericht nachreichen (act. G1-11). Nachdem das bis heute nicht geschehen
ist, ist davon auszugehen, dass die Bemühungen der Beschwerdeführerin erfolglos
blieben. Sodann liegen keine Hinweise darauf vor, dass das Tagblatt mit den
Leistungen der Beschwerdeführerin nicht zufrieden gewesen wäre. C._ hat ihr im
Gegenteil ein gutes Arbeitszeugnis ausgestellt, welches sie als pünktlich, selbständig
und pflichtbewusst ausweist und ihr "jederzeit gute Leistungen" attestiert (IV-act. 30).
Nicht C._ hat das Arbeitsverhältnis beendet, sondern die Beschwerdeführerin.
Abmahnungen des Arbeitgebers, Korrespondenz über Absenzen oder ein Nachweis
über Leistungen des Krankentaggeldversicherers wegen krankheitsbedingter
Arbeitsausfälle fehlen gänzlich. Hinzu kommt, dass das subjektive Empfinden der
Beschwerdeführerin wesentlich von den objektiven medizinischen Befunden abweicht.
So gab sie beispielsweise im Rahmen der beruflichen Massnahmen an, nicht mehr als
fünf Stunden pro Woche (ca. 10%) arbeiten zu können, während Dr. H._ eine
Arbeitsfähigkeit von maximal 50% in einer adaptierten Tätigkeit als zumutbar erachtete
(IV-act. 91-5 i.V.m. IV-act. 79-9). Auch Dr. I._ spricht im Gutachten von einer
ausgesprochen tiefen Selbsteinschätzung der körperlichen Leistungsfähigkeit im
PACT-Test, die aufgrund der aktuellen Befunde nicht erklärt werden könne (IV-act.
103-16). Nach dem Gesagten ist nicht überwiegend wahrscheinlich, dass der
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin bereits 2009 einen massgeblichen
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hatte, auch wenn er sich möglicherweise seit der
Operation 2002 verschlechtert hatte. Die Beschwerdeführerin war deshalb nicht
objektiv gezwungen, ihre Stelle bei C._ aufzugeben. Dass sie anschliessend nur noch
in Teilzeit arbeitete, vermag daran nichts zu ändern. Wiederum war es die
Beschwerdeführerin, welche die Arbeitsverhältnisse jeweils auflöste, und für das
längere Arbeitsverhältnis erhielt sie wiederum ein gutes Arbeitszeugnis (IV-act. 31).
Zudem wich die subjektive Selbsteinschätzung der Beschwerdeführerin wohl von dem
objektiv Zumutbaren ab. Für die Festsetzung des Valideneinkommens kann deshalb
nicht auf den Jahreslohn bei C._ abgestellt werden.
5.5 Die Beschwerdegegnerin zieht für das Valideneinkommen das zuletzt erzielte
Einkommen als Serviceangestellte heran (IV-act. 105-2). Gemäss Fragebogen für
Arbeitgebende der D._ vom 20. Februar 2014 betrug dieses für 949.75 Stunden Fr.
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20'267.-- für das Jahr 2013 (IV-act. 19-3). Die Beschwerdegegnerin lässt bei ihrer
Berechnung ausser Acht, dass die Beschwerdeführerin Lohnstreitigkeiten mit der D._
hatte und diese ihr eine Nachzahlung leistete. Diese Nachzahlung ist für das
tatsächliche Jahreseinkommen 2013 zu berücksichtigen. Auch das von der
Beschwerdegegnerin angenommene Arbeitspensum (44%) ist nicht ganz korrekt. Unter
Berücksichtigung von Ferien und Feiertagen arbeitete die Beschwerdeführerin
gerundet 46% (vgl. IV-act. 57).
5.6 Eine detaillierte Berechnung des Jahreseinkommens 2013 erübrigt sich indes,
denn die Beschwerdeführerin hat die Arbeitsstelle bei der D._ gekündigt, weil sie
mehr verdienen wollte (siehe IV-act. 19-1; act. G1.4). Sie hat zudem belegt, dass sie in
der Lage ist, ein höheres Einkommen zu erzielen. Einerseits hat sie bei C._ während
Jahren mehr Lohn erhalten. Wird der Lohn der angebrochenen Jahre jeweils auf das
ganze Jahr hochgerechnet, so konnte die Beschwerdeführerin während ihrer gesamten
Anstellung bei C._ ein Einkommen erzielen, das in etwa dem durchschnittlichen
Jahreslohn einer Hilfsarbeiterin (Anforderungsniveau 4 / Kompetenzniveau 1) gemäss
den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebungen (LSE) entsprach (vgl. Auszug aus dem individuellen Konto, IV-
act. 16-1 f.). Andererseits hat die Beschwerdeführerin nach ihrer IV-Anmeldung auch
eine Stelle bei F._ mit einem Stundenlohn von Fr. 22.-- zuzüglich 13.04%
Ferienentschädigung gefunden (IV-act. 54). Gemäss dem L-GAV 2011-2014 bei F._
haben Mitarbeitende Anspruch auf einen 13. Monatslohn, die Wochenarbeitszeit
beträgt bei einem Vollpensum 41 Stunden und Mitarbeitende, die über 50 Jahre alt
sind, haben einen Ferienanspruch von sechs Wochen. Bei einem Vollpensum hätte die
Beschwerdeführerin also mindestens Fr. 50'811.10 pro Jahr verdient (Fr. 22.-- x 1.1304
[Ferienentschädigung] x 41 [Wochenstunden] x 46 [Arbeitswochen] x 1.0833% [13.
Monatslohn]). Dieser Betrag liegt zwar noch unter dem Tabellenlohn für
Hilfsarbeiterinnen für das Jahr 2014 (Fr. 53'793.--; siehe Anhang 2 der vom Bundesamt
für Sozialversicherungen herausgegebenen Textausgabe, Ausgabe 2018, S. 222,
basierend auf der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung LSE des Bundesamtes für
Statistik). Es ist aber zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin zum Zeitpunkt
des Vertragsschlusses bereits gesundheitlich eingeschränkt war. Es ist folglich davon
auszugehen, dass die Beschwerdeführerin als Gesunde eine besser bezahlte Stelle
gesucht und gefunden hätte, zumal ihre Arbeitgeber mit ihren Leistungen und ihrem
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Verhalten jeweils zufrieden waren. Somit ist nicht auf das Einkommen bei der D._
abzustellen. Nachdem die Beschwerdeführerin gezeigt hat, dass sie willens und in der
Lage war, durchschnittlich etwa den Lohn einer Hilfsarbeiterin zu erzielen, ist als
Valideneinkommen der Jahreslohn einer Hilfsarbeiterin gemäss LSE, mithin Fr.
53'793.--, anzunehmen.
6.
6.1 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist
kein effektives Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person
nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich
zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der
Rechtsprechung statistische Werte, insbesondere die Tabellenlöhne gemäss den vom
Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE),
beigezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3).
6.2 Die Beschwerdeführerin ist nicht mehr oder nur noch marginal berufstätig. Da sie
nur noch beschränkt im angestammten Bereich tätig sein kann und über keine
Berufsausbildung verfügt, ist für das Invalideneinkommen auf statistische Werte für
Personen mit dem Kompetenzniveau 1 abzustellen. Der Jahreslohn 2014 beläuft sich,
wie bereits erwähnt, auf Fr. 53'793.--.
7.
7.1 Die Beschwerdeführerin fordert einen Tabellenlohnabzug von 25%. Mit dem
Tabellenlohnabzug ist zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte
Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu
voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren arbeitnehmenden Personen
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen
rechnen müssen. In BGE 126 V 75 ff. hat das Bundesgericht festgestellt, dass es von
sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalls
(leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität, Aufenthaltskategorie
und Beschäftigungsgrad) abhängt, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne
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herabzusetzen sind. Bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit
enthaltene gesundheitliche Einschränkungen dürfen nicht zusätzlich in die Bemessung
des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung
desselben Gesichtspunkts führen. Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das
Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, d.h.
dass nicht für jedes Merkmal der entsprechende Abzug zu quantifizieren ist und die
einzelnen Abzüge zusammenzuzählen sind. Der Abzug ist auf höchstens 25% begrenzt
(Urteil des Bundesgerichts vom 20. April 2018, 9C_833/2017, E. 2.2; BGE 134 V 327 E.
5.2).
7.2 Vorliegend rechtfertigt sich wegen des Alters der Beschwerdeführerin ein
Tabellenlohnabzug. Arbeitnehmende über 50 sehen sich mit zahlreichen
lohnwirksamen Nachteilen konfrontiert, etwa hohe Lohnnebenkosten, längere
gesundheitliche Absenzen oder schlechtere Anpassungs- und Angewöhnungsfähigkeit.
Weil Hilfsarbeiterinnen in leichten Tätigkeiten definitionsgemäss keine Ausbildung
benötigen und somit betreffend Erfahrungswissen und Dienstjahren nicht von
vornherein wesentlich weniger als ihre jüngeren Kolleginnen verdienen, ist beim
Tabellenlohnabzug indes Zurückhaltung geboten. Da Teilzeit arbeitende Frauen
statistisch gesehen nicht schlechter verdienen als vollzeitig arbeitende, ist ein
"Teilzeitabzug" nicht gerechtfertigt. Die Einschränkungen der Beschwerdeführerin,
insbesondere ein erhöhter Pausenbedarf, wurden bereits von Dr. I._ im Gutachten
berücksichtigt und können für den Tabellenlohnabzug nicht erneut beigezogen werden.
Insgesamt ist deshalb maximal ein Tabellenlohnabzug von 10% vorzunehmen.
8.
8.1 Für die erste Berechnungsperiode ab Oktober 2014 war die Beschwerdeführerin zu
50% arbeitsunfähig. Dem Valideneinkommen von Fr. 53'793.-- steht demnach ein
Invalideneinkommen von Fr. 24'206.85 ([Fr. 53'793.-- / 100 x 50] /100 x 90) gegenüber.
Daraus resultiert ein Invaliditätsgrad von 55%. Somit hat die Beschwerdeführerin für
diesen Zeitraum Anspruch auf eine halbe Rente der Invalidenversicherung. Insofern ist
die vorliegende Beschwerde gutzuheissen.
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8.2 Für die zweite Berechnungsperiode ab März 2016 ist eine Arbeitsfähigkeit in
adaptierter Tätigkeit von 70% massgebend. Dem Valideneinkommen von Fr. 53'793.--
steht demnach ein Invalideneinkommen von Fr. 33'889.60 ([Fr. 53'793.-- / 100 x 70] /
100 x 90) gegenüber. Daraus resultiert ein Invaliditätsgrad von 37%. Die Beschwerde
ist demnach abzuweisen, soweit und sofern eine Invalidenrente ab März 2016
beantragt wurde.
9.
9.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit angemessen. Da die Sache bezüglich
eines befristeten Rentenanspruchs gutgeheissen und im Weiteren abgelehnt wird, ist
von einem teilweisen Obsiegen der Beschwerdeführerin auszugehen. Die
Gerichtsgebühr ist den Parteien daher in der Höhe von je Fr. 300.-- aufzuerlegen,
wobei die Beschwerdeführerin aufgrund der bewilligten unentgeltlichen Rechtspflege
von der Bezahlung ihres Anteils zu befreien ist.
9.2 Da die Beschwerdeführerin teilweise obsiegt, hat sie einen reduzierten Anspruch
auf eine Parteientschädigung. Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin hat eine
Honorarnote über Fr. 2'732.80 eingereicht (Zeitaufwand 11 Stunden 10 Minuten à Fr.
220.--, Barauslagen Fr. 73.70 plus Mehrwertsteuer; act. G8). In der
Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22
Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten (HonO; sGS
963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Nachdem die Honorarnote angemessen
erscheint, kann darauf abgestellt werden. Einem hälftigen Obsiegen entsprechend hat
die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin mit Fr. 1'366.40 zu entschädigen.
9.3 Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur
Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).