Decision ID: 77870d3f-e239-45d5-9f36-55d73c70b029
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ a) X. Y., am 25. November 1967 in Sarajevo geboren, ist Staatsangehöriger von
Bosnien-Herzegowina. Am 30. März 1990 heiratete er eine Schweizerin, weshalb er im
Rahmen des Familiennachzugs eine Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz erhielt. Ein
Jahr später meldete er sich wieder nach Ex-Jugoslawien ab. Im Januar 1994 stellte er
in der Schweiz ein Asylgesuch, drei Monate später wurde seine Ehe geschieden. Am
20. Januar 1995 heiratete er eine in der Schweiz eingebürgerte Landsfrau. Mit der
Heirat erhielt er wiederum eine Aufenthaltsbewilligung. Das hängige Asylgesuch wurde
zufolge Rückzugs abgeschrieben. Am 13. August 1997 kam ihre gemeinsame Tochter
zur Welt.
B./ a) Am 2. April 1996 forderte die Fremdenpolizei (heute das Migrationsamt) X. Y. auf,
seinen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Seine Gesuche um
Niederlassungsbewilligung wies es am 18. Mai 2000 und 2. Mai 2002 wegen
Verschuldung ab. Es folgten weitere Aufforderungen, seine Finanzen in den Griff zu
bekommen. Am 24. April 2007 verwarnte ihn das Migrationsamt, weil zwischenzeitlich
80 Verlustscheine in der Höhe von Fr. 134'107.20 und 13 Betreibungen im Betrag von
Fr. 41'612.05 aufgelaufen waren. Im Jahr 2008 machte es die Verlängerung seiner
Aufenthaltsbewilligung davon abhängig, dass er keine weiteren Schulden mehr mache
bzw. diese abbaue und sich fortan an die Vorgaben der Verwarnung halte. Im Jahr
2009 wurde die Bewilligung ausdrücklich bloss noch auf Zusehen und bei
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Wohlverhalten verlängert. X. Y. blieb davon unbeeindruckt, verschuldete sich weiter
und wies am 4. Februar 2010 114 nunmehr offene Verlustscheine in der Höhe von
Fr. 222'945.45 und offene Betreibungen im Betrag von Fr. 21'053.25 aus. Am 17. Juni
2010 sistierte das Migrationsamt das ausländerrechtliche Verfahren, damit er ein
letztes Mal Gelegenheit habe, seine finanzielle Situation zu verbessern. Statt seine
Überschuldung abzubauen, äufnete er diese jedoch weiter an und wies am 17. Januar
2011 bereits 127 offene Verlustscheine im Betrag von Fr. 239'970.-- sowie
Betreibungen in der Höhe von Fr. 63'302.79 aus.
b) In der Folge verweigerte das Migrationsamt mit Verfügung vom 21. Februar 2011
eine weitere Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung und forderte X. Y. auf, die
Schweiz bis 8. Mai 2011 zu verlassen. Zur Begründung verwies es auf seine horrenden,
stets anwachsenden Schulden und die 14 Strafbescheide, Bussen- und
Strafverfügungen. Nebstdem erinnerte es daran, dass bereits wieder ein Strafverfahren
hängig sei. Seine Rückkehr erachtete es als tragbar und zwar auch für seine Ehefrau
und seine Tochter, die als Schweizerinnen von der Wegweisung bloss insofern
betroffen seien, als sie sich von ihrem Ehemann bzw. Vater trennen müssten, wenn sie
in der Schweiz bleiben wollten.
C./ Gegen die Wegweisungsverfügung liess der Betroffene durch seine damalige
Rechtsvertreterin am 8. März 2011 beim Sicherheits- und Justizdepartement des
Kantons St. Gallen Rekurs erheben. Dieses bestätigte mit Entscheid vom 21. März
2012 die Nichtverlängerung bzw. die Wegweisung. Die Rekursbehörde kam ebenfalls
zum Schluss, dass der Ausländer mit seiner regelmässigen Delinquenz und seiner
massiven und mutwilligen Verschuldung schwerwiegend gegen die öffentliche
Sicherheit und Ordnung verstossen habe. Seine Wegweisung erachtete auch sie als
zumutbar, obgleich der Rekurrent zwischenzeitlich seit 18 Jahren in der Schweiz lebte.
Den Entscheid begründete sie damit, dass er sich hier weder als Arbeitnehmer noch als
Selbstständigerwerbender und Arbeitgeber bewährt habe. Nebst seinen massiven
Schulden habe er sein Geschäft, das er mit seiner Frau führe, drei Mal in den Konkurs
geführt und dabei insbesondere die Ausgleichskasse mutwillig geschädigt.
D./ Dagegen lässt der Rekurrent am 5. April 2012 beim Verwaltungsgericht des
Kantons St. Gallen mit dem Antrag Beschwerde erheben, der Rekursentscheid sei
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kostenpflichtig aufzuheben und die Aufenthaltsbewilligung sei zu verlängern. Mit
Beschwerdeergänzung vom 21. Mai 2012 macht er geltend, bei den begangenen
Delikten handle es sich grossmehrheitlich um blosse Übertretungen. Den
Strafanspruch des Staates habe er mit der Bezahlung der entsprechenden Bussen
anerkannt. Sein Restaurationsbetrieb sei sehr wohl rentabel. In den Jahren 2009 und
2010 habe er damit einen Gewinn erzielt. Die Vorinstanz habe sodann übersehen, dass
er einen Zweitjob ausübe und damit zusätzlich Geld verdiene. Falsch sei auch, dass er
in Bosnien ein Haus besitze. Die Schuldenlast von über Fr. 220'000.- bedinge halt,
dass er länger brauche, wieder schuldenfrei zu werden, was durch laufende
Lohnpfändungen zusätzlich erschwert werde. Der Wegweisungsentscheid verletze
überdies sein Recht auf Schutz des Ehe- und Familienlebens. Aber auch für seine Frau,
seine eigene Tochter und seine Stieftochter sei der Entscheid unzumutbar.
E./ Mit Vernehmlassung vom 25. Mai 2012 beantragt die Vorinstanz, die Beschwerde
kostenpflichtig abzuweisen und verzichtet ansonsten auf eine Stellungnahme.
F./ Auf die weiteren von den Verfahrensbeteiligten vorgebrachten Ausführungen wird,

soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. (...).
2. Die Aufenthaltsbewilligung wird nach Art. 33 des Ausländergesetzes (SR 142.20,
abgekürzt AuG) für Aufenthalte mit einer Dauer von mehr als einem Jahr erteilt. Sie wird
für einen bestimmten Aufenthaltszweck ausgestellt und kann mit weiteren
Bedingungen verbunden werden. Die Aufenthaltsbewilligung ist befristet und kann
verlängert werden, wenn keine Widerrufsgründe nach Art. 62 AuG vorliegen.
2.1. Ist der Ausländer mit einer Schweizerin verheiratet und lebt er mit ihr zusammen,
besteht ein Anspruch auf eine Aufenthaltsbewilligung (Art. 42 Abs. 1 AuG). Dieser
erlischt, wenn Widerrufsgründe nach Art. 63 AuG vorliegen (Art. 51 Abs. 1 lit. b AuG).
Demnach kann die Aufenthaltsbewilligung unter anderem widerrufen werden, wenn der
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Ausländer in schwerwiegender Weise gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in
der Schweiz oder im Ausland verstossen hat oder diese oder die innere oder die
äussere Sicherheit gefährdet (Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG). Ein Verstoss gegen die
öffentliche Ordnung liegt etwa bei Missachtung von gesetzlichen Vorschriften und
behördlichen Verfügungen oder bei mutwilliger Nichterfüllung der öffentlich-rechtlichen
oder privatrechtlichen Verpflichtungen vor (Art. 80 Abs. 1 lit. a und b der Verordnung
über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit [SR 142.201, abgekürzt VZAE]). Dabei
kann der Widerruf auch dann geboten sein, wenn ihn die einzelnen Handlungen für sich
allein noch nicht rechtfertigen, deren wiederholte Begehung aber darauf hinweist, dass
die betreffende Person nicht gewillt ist, sich an die geltende Ordnung zu halten (BGE
137 II 304 E. 3.3; VerwGE B 2011/150 vom 15. Dezember 2011 E. 2.3, abrufbar unter
www.gerichte.sg.ch).
2.2. Ein in schwerwiegender Weise erfolgter Verstoss liegt in erster Linie dann vor,
wenn der Ausländer besonders hochwertige Rechtsgüter wie namentlich die
körperliche, psychische und sexuelle Integrität eines Menschen verletzt oder gefährdet
hat, was hier nicht der Fall ist. Indes können auch vergleichsweise weniger gravierende
Pflichtverletzungen als "schwerwiegend" im Sinn von Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG
bezeichnet werden. So ist der Widerruf der Niederlassungsbewilligung bzw. die
Aufenthaltsbewilligung im Rahmen des Familiennachzugs auch dann möglich, wenn
sich eine ausländische Person von strafrechtlichen Massnahmen nicht beeindrucken
lässt und damit zeigt, dass sie auch zukünftig weder gewillt noch fähig ist, sich an die
Rechtsordnung zu halten. Dies bedeutet, dass auch eine Summierung von Verstössen,
die für sich genommen für einen Widerruf nicht ausreichen würden, einen
Bewilligungsentzug rechtfertigen können. Auch das Bestehen von privatrechtlichen
Schulden kann einen schwerwiegenden Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und
Ordnung darstellen, wenn die Verschuldung mutwillig erfolgt ist (BGer 2C_310/2011
vom 17. November 2011 E. 5.1).
2.3. Vorliegend ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer seit seiner Einreise immer
wieder delinquiert hat. Unabhängig davon, welcher strafrechtlichen Deliktskategorie die
begangenen Straftaten zuzuordnen sind, handelt es sich dabei keinesfalls nur um
Bagatelldelinquenz, wie der Beschwerdeführer geltend macht. Bis Ende des Jahres
2010 wurde er 16 Mal, vorwiegend wegen Strassenverkehrsdelikten bestraft, allerdings
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auch wegen Veruntreuung, Hehlerei und Urkundenfälschung. Am 18. Januar 2011, also
lange nachdem er ausländerrechtlich verwarnt worden war, musste er erneut
strafrechtlich belangt werden, weil er AHV-Beiträge, die er seiner Arbeitnehmerin zwar
vom Lohn abgezogen, aber der Ausgleichskasse nicht abgeliefert hatte. Weitere
Verurteilungen folgten selbst noch während des Rekursverfahrens (zwei Mal wegen
Nichtabgabe von Kontrollschildern trotz behördlicher Aufforderung, erneute
Übertretung im Bereich des Schutzes vor Passivrauchen, mehrfaches Überschreiten
der allgemeinen Höchstgeschwindigkeit sowie wiederum Übertretung des AHV-
Gesetzes). Am 14. Juni 2012, also selbst während des vorliegenden
Gerichtsverfahrens, musste das Polizeikommando Appenzell Ausserrhoden einen
Verhaftungsbefehl für den Beschwerdeführer erlassen, weil er - abermals - eine Busse
nicht bezahlt und die stattdessen verfügte Ersatzfreiheitsstrafe nicht angetreten hatte.
Der Verhaftung entging er wiederum bloss deshalb, weil er die Busse den
Polizeibeamten, die ihn in seiner Bar abholen wollten, auf der Stelle bezahlte. Schon
allein deshalb ist erstellt, dass der Beschwerdeführer nicht willig ist, sich
gesetzeskonform zu verhalten und in schwerwiegender Weise gegen die öffentliche
Sicherheit und Ordnung verstossen hat.
2.4. Nebst seinen zahlreichen strafrechtlichen Verurteilungen hat der Beschwerdeführer
einen gigantischen Schuldenberg angehäuft. Zwar wird er nicht müde, immer wieder zu
beteuern, sich fortan korrekt zu verhalten und seine Schulden begleichen und keine
neuen mehr machen zu wollen. Seinen immer gleichlautenden Versprechen liess er
aber keine Taten folgen. Sein trölerischen Verhalten hat vielmehr dazu geführt, dass er
sich mittlerweile selbst dann nicht mehr aus seiner finanziellen Misere befreien könnte,
wenn er noch wollte. Seine Überschuldung ist zwischenzeitlich derart erdrückend, dass
er sich nicht einmal mehr einen Privatkonkurs leisten könnte, den ihm sein
Schuldenberater als einzigen Ausweg aufgezeigt hat (Akten des Migrationsamtes Nr.
836 f.). Seine Ehefrau hat Schulden im ähnlichen Umfang. Gemäss
Betreibungsregisterauszug vom 17. Februar 2010 ist auch sie mit offenen
Verlustscheinen im Wert von Fr. 155'525.60 und zahlreichen Betreibungen vermerkt.
Über ihre Bar, an der das Ehepaar trotz allem unermüdlich festhält und die sie
mittlerweile erfolgreich zu betreiben glauben, mussten die drei erwähnten Konkurse
allesamt mangels Aktiven wieder eingestellt werden. Ein neues Betriebskonzept, womit
der Restaurationsbetrieb anders geführt und somit anders als in der Vergangenheit
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nachhaltig Gewinn abwerfen soll, haben sie keines. Allein die Tatsache, dass in den
Jahren 2009 und 2010 buchhalterisch ein kleiner Gewinn ausgewiesen werden konnte
und der Beschwerdeführer nebenbei mit Occasionen handelt und Autos abschleppt,
ändert jedenfalls nichts an der Tatsache, dass der Beschwerdeführer seine
gigantischen Schulden nicht abbezahlt und offensichtlich auch nicht kann, sondern im
Gegenteil immer noch neue anhäuft. Bei den wenigen geltend gemachten Abzahlungen
ist keine Konstanz ersichtlich. Mit Blick auf die vorhandenen Schulden fallen sie
ohnehin nicht ins Gewicht. Die bezahlten Mietschulden im erheblichen Umfang, die
noch nicht einmal in den Betreibungsakten aufgeführt sind, wurden offenkundig
deshalb beglichen, damit die unweigerlich drohende Mieterausweisung abgewendet
werden konnte. Und bei den Abzahlungsvereinbarungen, die unter dem
Damoklesschwert des Wegweisungsverfahrens eingegangen wurden, ist unklar, ob der
Beschwerdeführer die in Aussicht gestellten Raten auch tatsächlich bezahlt hat und
dies auch künftig tut. Jedenfalls lässt das bisherige Zahlungsverhalten, das der
Beschwerdeführer bis anhin während seiner gesamten Anwesenheit in der Schweiz an
den Tag gelegt hat, lässt dies jedenfalls nicht vermuten.
2.5. Mit Blick darauf, dass der Beschwerdeführer trotz Verwarnung und mehrmals
angedrohter Wegweisung immer wieder ergebnislos beteuert, seinen finanziellen
Verpflichtungen nachzukommen, zusammen mit seiner Frau zwischenzeitlich im
Gegenteil Schulden von rund Fr. 400'000.-- angehäuft hat und nach wie vor kein
substanzielles Einkommen erzielt - auch seine Frau geht lediglich einem
unselbstständigen Teilzeiterwerb nach, wobei der Beschwerdeführer Lohnpfändungen
geltend macht -, muss ausgeschlossen werden, dass er sein Verhalten und seine
Zahlungsmoral künftig anhaltend ändert wird und kann. Den wenigen beglichenen
Ausstände stehen unter anderem 38 offene Verlustscheine ihrer Krankenkasse
entgegen, die das Sozialamt bzw. die öffentliche Hand im Wert von Fr. 53'246.05
übernehmen musste, damit die Familie Y. den Versicherungsschutz der obligatorischen
Krankenversicherung nicht verliert. Dabei muss angenommen werden, dass die
öffentliche Hand ihnen für diese Krankenkassenprämien individuelle
Prämienverbilligungen ausbezahlt hat. Besonders schwer ins Gewicht fallen auch die
Verlustscheine der Ausgleichskasse, weswegen diese die geschuldeten AHV-Beiträge
als uneinbringlich abschreiben musste, was wiederum auf Kosten der Allgemeinheit
geht. Dabei hat der Beschwerdeführer die der Ausgleichskasse geschuldeten AHV-
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Beiträge sehr wohl dem Lohn seiner Arbeitnehmerin abgezogen, diese statt zu
überweisen dann allerdings selber eingesteckt.
2.6. Während der Beschwerdeführer seit Jahren an seiner selbstständigen Tätigkeit
festhält, obwohl er und seine Familie davon offensichtlich nicht leben können, ohne
dass dabei andere Private und die Allgemeinheit erheblich zu Schaden kommen, wäre
er durchaus in der Lage gewesen, als unselbstständig Erwerbender einen Lohn zu
erzielen, womit er seinen öffentlich- und privatrechtlichen Verpflichtungen hätte
nachkommen können. Jedenfalls wäre der 44-Jährige dazu körperlich und geistig
durchaus in der Lage gewesen. Insbesondere ist er gesund und seine geltend
gemachte Spielsucht bloss vorgeschoben. Die Klinik Teufen für ambulante
psychosomatische Behandlung und Rehabilitation AG jedenfalls hat mit Bericht vom
3. Februar 2012 klar aufgezeigt, dass er nicht behandlungsbedürftig ist. Anders als er
vorbringen liess, geht aus dem fachärztlichen Bericht nicht etwa hervor, dass seine
Krankheit erfolgreich geheilt worden sei, sondern vielmehr, dass eben gerade keine
Krankheit vorgelegen habe bzw. dass keine relevante Psychotherapie und kein klinisch
relevanter Leidensdruck festzustellen seien, der einen psychotherapeutischen Auftrag
nach sich ziehen würde (Akten der Vorinstanz act. 18).
2.7. Damit steht fest, dass der Beschwerdeführer regelmässig und unbelehrbar
delinquiert sowie mutwillig und in erheblichem Umfang seine öffentlich-rechtlichen
Verpflichtungen und privatrechtlichen Pflichten verletzt und auch damit in
schwerwiegender Weise gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung verstossen hat.
Mithin hat er in Anwendung von Art. 51 Abs. 1 lit. b AuG in Verbindung mit Art. 63
Abs. 1 lit. b AuG keinen Anspruch mehr, dass seine Aufenthaltsbewilligung erneut
verlängert werde.
3. Nach Art. 96 Abs. 1 AuG berücksichtigen die zuständigen Behörden bei ihrer
Ermessensausübung die öffentlichen Interessen und die persönlichen Verhältnisse
sowie den Grad der Integration des Ausländers. Mithin beachtet sie, dass sich der
Widerruf bzw. die Nichtverlängerung der Bewilligung nur dann rechtfertigt, wenn die
jeweils im Einzelfall vorzunehmende Interessenabwägung die entsprechende
Massnahme als verhältnismässig erscheinen lässt, wobei namentlich die Schwere des
Verschuldens, die Dauer der Anwesenheit sowie die dem Betroffenen und seiner
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Familie drohenden Nachteile zu berücksichtigen sind (BGer 2C_954/2011 vom 11. Juni
2012 E. 2. mit Hinweisen).
3.1. Als öffentliches Interesse gilt nebst der Verfolgung einer restriktiven
Einwandungspolitik unter anderem die Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und
Ordnung (B. Schindler, Caroni/Gächter/Thurnherr, Handkommentar zum AuG, Bern
2010, N 12 zu Art. 96 AuG). Mit Blick auf das aufgezeigten Fehlverhalten des
Beschwerdeführers liegt die Wegweisung des Beschwerdeführers offensichtlich im
öffentlichen Interesse. Sodann dürfen bei ausländischen Personen, die sich wie der
Beschwerdeführer nicht auf das Freizügigkeitsabkommen vom 21. Juni 1999 (SR
0.142.112.681) berufen können, im Rahmen der Interessensabwägung abgesehen von
der aktuellen Gefährdung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit, die vom fehlbaren
Ausländer ausgeht, auch generalpräventiven Gesichtspunkten Rechnung getragen
werden (BGer 2C_954/2011 vom 11. Juni 2012 E. 3.3.1). Somit kommt es ausserhalb
des Anwendungsbereichs dieses Abkommens nicht in entscheidender Weise darauf
an, dass vermutungsweise keine Rückfallgefahr besteht bzw. sich der Ausländer
künftig wohlverhalten werde (BGer 2C_282/2012 vom 31. Juli 2012 E. 2.5).
3.2. Der Beschwerdeführer lebt wie gesagt seit etlichen Jahren in der Schweiz und
spricht Deutsch. Dennoch stimmt der Grad seiner Integration in die schweizerische
Gesellschaft nicht ansatzweise mit seiner langen Aufenthaltsdauer überein. Auch übt er
als Barbetreiber, Autohändler und Autoabschlepper seit langem eine Erwerbstätigkeit
aus. Allerdings hat er diese Aktivitäten weitgehend auf Kosten der hiesigen
Gesellschaft, der öffentlichen Hand und zahlreicher privater Gläubiger ausgeübt, indem
er seinen daraus folgenden finanziellen Verpflichtungen zu einem erheblichen Teil
mutwillig nicht nachgekommen ist und damit einen beträchtlichen volkswirtschaftlichen
Schaden angerichtet hat. Erschwerend kommt dazu, dass er sich als einen
unbelehrbaren Gewohnheitsdelinquenten gezeigt hat, der unberührt von den
angedrohten Konsequenzen immer wieder die gleichen Straftatbestände erfüllt und
sich selbst während des vorliegenden Wegweisungsverfahrens nicht um die
Begleichung der daraus folgenden Geldstrafen und Bussen kümmerte, bis die Polizei
abermals zum Vollzug der Ersatzfreiheitstrafe ausrücken musste. Damit hat er klar
bewiesen, dass seine wiederholt gezeigte Einsicht und immerwährenden
Beteuerungen, sich zu bessern, sich fortan wohl zu verhalten und seine Schulden
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abzutragen, nichts wert sind. Weder die Verwarnung, noch das Aussetzen des
Widerrufverfahrens, noch das Rechtsmittelverfahren betreffend seine Wegweisung
konnten ihn vor weitere Straftaten und Schulden ab- bzw. ihn dazu anzuhalten, sich
fortan klaglos zu verhalten. Mit Blick auf sein renitentes Verhalten kann somit noch
nicht einmal von einer durchschnittlichen Integration gesprochen werden, weshalb der
geltend gemachten langen Aufenthaltsdauer in der Schweiz und seine Kenntnisse der
örtlichen Sprache kein grosses Gewicht beizumessen ist.
3.3. Zum dauernden Aufenthalt ist der Beschwerdeführer erst mit 27 Jahren in die
Schweiz gekommen. Nach seiner ersten Verheiratung mit einer Schweizerin ist er
freiwillig wieder in sein Heimatland zurückgekehrt. Nach wie vor reist er regelmässig
nach Bosnien, wo seine Mutter lebt und er ein Haus besitzt. Seine Gegenteilige
Behauptung bleibt unbegründet. Weder erklärt er, noch ist sonst ersichtlich, weshalb
die Aussage seiner Ehefrau der Kantonspolizei gegenüber falsch sein soll, dass er in
Sarajevo ein Haus besitze (Akten des Migrationsamtes Nr. 208). Sodann vermittelt er
das Bild eines gewandten Geschäftsmanns. Zumindest früher war er in seinem
Heimatland gut vernetzt. So warb er in einem selbstverfassten Prospekt, den er im Jahr
1994 in Belgrad drucken liess, für Kredite, Leasing jeder Art, Lebens-, Auto- oder
Hauratsversicherungen, für die Organisation von Anlässen, allgemeine Rechtsberatung,
insbesondere für die Einbürgerung in einigen europäischen Ländern wie Holland,
Spanien und Schweden, für ein Arbeitsvisa in den USA, aber auch für Kleider,
Schmuck, Schweizer Uhren, für die Vermittlung für Musiker etc. (Akten des
Migrationsamtes Nr. 199 f.). Ihm ist es somit möglich, in seinem Heimatland erneut
Fuss zu fassen. Das fast immer gegebene Interesse, die besseren wirtschaftlichen
Verhältnisse in der Schweiz bzw. die hiesigen Sozialleistungen nutzen zu können, ist für
die Abwägung der Interessen nicht entscheidend (VerwGE B 2011/16 vom 31. Mai
2011 E. 4.7. mit Hinweis, abrufbar unter: www.gerichte.sg.ch).
3.4. Der Beschwerdeführer ist mit einer Schweizer Bürgerin verheiratet, mit der er eine
gemeinsame unmündige Tochter hat. Soweit ersichtlich führt er ein intaktes
Familienleben. Die Nichtverlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung tangiert somit den
in Art. 8 Ziff. 1 der Europäischen Menschenrechtskonvention (SR 0.101, abgekürzt
EMRK) und Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung (SR 101, abgekürzt BV) garantierten
Schutzbereich des Privat- und Familienlebens im Sinn von Art. 8 Ziff. 1 EMRK.
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3.4.1. Der Beschwerdeführer rügt, dass seine Frau und seine Tochter nicht persönlich
befragt wurden. Anders als im Scheidungsrecht gemäss Art. 297 f. der
Schweizerischen Zivilprozessordnung (SR 272) sind die Eltern und das Kind im
ausländerrechtlichen Verfahren aber nicht grundsätzlich persönlich anzuhören, wenn
ein Elternteil das Land verlassen muss, während das Kind zusammen mit dem anderen
Elternteil in der Schweiz bleiben kann. Nachdem der Beschwerdeführer nichts
vorbringt, weshalb die jugendliche Schülerin auf die ständige Anwesenheit ihres Vaters
in der Schweiz angewiesen sein soll, zumal ihre Mutter wie gesagt weiterhin mit ihr in
der Schweiz bleiben kann, war die Vorinstanz nicht gehalten, Mutter und Tochter
persönlich zu befragen. Aus dem gleichen Grund kann darauf verzichtet werden, den
entsprechenden Beweisantrag im vorliegenden Verfahren abzunehmen.
3.4.2. Art. 8 EMRK schützt im Zusammenhang mit der Bewilligung des Aufenthalts in
erster Linie die Kernfamilie, d.h. die Gemeinschaft der Ehegatten mit ihren
minderjährigen Kindern, die intakt ist und tatsächlich gelebt wird (BGer 2C_954/2011
vom 11. Juni 2012 E. 3.3.2. mit Hinweis, BGer 135 I 143 E. 1.3.2). Die geltend
gemachte Tatsache, dass die erwachsene seiner Frau bzw. seine Stieftochter im
gleichen Haushalt wohne und in gutem Einvernehmen mit ihm stehe, ist in diesem
Zusammenhang deshalb unwesentlich. Der Beschwerdeführer macht nicht geltend,
und es ist auch sonst nicht ersichtlich, inwiefern seine erwachsene Stieftochter seine
ständige Anwesenheit in der Schweiz nötig machen sollte. Ihre familiäre Beziehung
können sie auch vom Ausland aus leben.
3.4.3. Das Recht auf Achtung des Familienlebens gemäss Art. 8 Ziff. 1 EMRK kann
angerufen werden, wenn eine staatliche Entfernungs- oder Fernhaltemassnahme zur
Trennung von Familienmitgliedern führt, die ein ständiges Aufenthaltsrecht in der
Schweiz haben. Dies ist vorliegend hinsichtlich der Ehefrau und der unmündigen
Tochter des Beschwerdeführers zweifelsfrei der Fall. Die Norm begründet aber kein
absolutes Recht auf Aufenthalt in einem Konventionsstaat in dem Sinn, dass dieser
verpflichtet wäre, ausländischen Personen die Einreise, die Erteilung oder Verlängerung
der Aufenthaltsbewilligung vorbehaltlos zu gewähren bzw. die von Ehepaaren
getroffene Wahl des gemeinsamen Wohnsitzes zu respektieren. Art. 13 Abs. 1 BV
gewährt keine darüber hinaus gehenden Ansprüche (BGer 2C_141/2012 vom 30. Juli
2012 E. 4.1).
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3.4.4. Die Ehefrau ihrerseits reiste im Jahr 1988 als 18-Jährige illegal in die Schweiz
ein. Damit hat sie wie der Beschwerdeführer die prägenden Jahre im ehemaligen
Jugoslawien verbracht. Drei Jahre später heiratete sie einen Schweizer, womit sie ihren
Aufenthalt legalisieren und sich in der Folge einbürgern lassen konnte. Wie der
Beschwerdeführer ist sie mit ihrem ursprünglichen Heimatland nach wie vor gut
vertraut und verbunden. Auch sie besitzt dort ein eigenes Haus (Akten des
Migrationsamtes Nr. 208). Als Schweizerin wäre sie zwar nicht verpflichtet, zusammen
mit ihrem weggewiesenen Mann auszureisen. Unter den vorliegenden Umständen wäre
es ihr aber gleichwohl zumutbar, mit ihm nach Bosnien zurückzukehren. Dazu kommt,
dass die Eheleute mit Blick auf ihre jeweiligen Betreibungsregisterauszüge die
Verantwortung für den finanziellen Schlamassel gleichermassen tragen. Somit
überwiegen die ordnungs- und sicherheitspolitischen Interesse an der Wegweisung des
fehlbaren Beschwerdeführers nicht bloss sein eigenes Interesse, seine Ehe zusammen
mit seiner eingebürgerten Ehefrau in der Schweiz zu leben, sondern auch das private
Interessen seiner Frau, die eheliche Gemeinschaft in der Schweiz leben zu können.
Sofern sie gleichwohl in der Schweiz bleiben will, was ihr wie gesagt offen steht, ist es
ihr folglich zuzumuten, die Ehegemeinschaft besuchsweise in Bosnien oder in der
Schweiz sowie über die zahlreichen Medien zu leben. Die 42-jährige Ehefrau ist hier als
Postangestellte beruflich verankert und mit Blick auf das Alter ihrer Tochter und ihr
eigenes in der Lage, ihre Teilzeittätigkeit aufzustocken. Eine finanzielle Abhängigkeit
von ihrem Mann besteht im Sozialstaat Schweiz selbst dann nicht, wenn sie damit
nicht vollends für sich und ihre Tochter aufkommen könnte. Gegenseitige Besuche
werden im Übrigen selbst in der Schweiz möglich sein. Anders als die altrechtliche
Ausweisung stellt ein Bewilligungswiderruf keine Fernhaltemassnahme mehr dar. Ein
allfälliges Einreiseverbot müsste vielmehr zusätzlich vom zuständigen Bundesamt
verfügt werden (Art. 67 AuG). Allein durch die hier streitige Massnahme werden Reisen
in die Schweiz zu Besuchszwecken bei Erfüllung der gesetzlichen
Einreisevoraussetzungen nicht verunmöglicht (VerwGE B 2011/16 vom 31. Mai 2011 E.
4.9.3., abrufbar unter: www.gerichte.sg.ch).
3.4.5. Anders sieht es für die gut 15-jährige Tochter aus. Zwar beherrscht auch sie die
Muttersprache ihrer Eltern und kennt deren Heimatland von zahlreichen
Ferienbesuchen her. Sie ist aber hier aufgewachsen und zur Schule gegangen und
damit allein in der Schweiz verwurzelt. Ihr ist es somit nicht mehr ohne weiteres
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zumutbar, zusammen mit ihren Eltern nach Bosnien zurückzukehren bzw.
auszuwandern. Bei einer Jugendlichen in ihrem Alter gewinnt das soziale Umfeld
gegenüber der Familie zunehmend an Gewicht, derweil die Bedeutung des
Familienlebens gegenüber den selbstgewählten Kontakten mit Freunden und
Schulkollegen gleichermassen an Bedeutung verliert. Dazu kommt, dass die Tochter in
knapp drei Jahren volljährig wird. Mithin wäre es unverhältnismässig, wenn sie für die
kurze Zeit bis zu ihrer Mündigkeit zusammen mit ihren Eltern ins Ausland ziehen und
dort ihre Ausbildung bzw. die fortführende Schule beenden müsste. Als Schweizerin
hat sie hier aber einen eigenen Aufenthaltsanspruch. Dazu kommt, dass ihre Mutter
ebenfalls in der Schweiz bleiben kann. Angesicht dessen ist im konkreten Fall das
öffentlichen Interesse, den Beschwerdeführer von der Schweiz fernzuhalten, stärker zu
gewichten als das private Interesse der Tochter, dass sich ihr Vater weiterhin dauernd
in der Schweiz aufhält, auch wenn ausser Frage steht, dass seine Wegweisung sie
erheblich treffen wird.
3.4.6. Aus dem Gesagten folgt, dass die gegenteiligen Interessen des
Beschwerdeführers, der Ehefrau und seiner Tochter nicht zur Unzulässigkeit der gegen
den Beschwerdeführer verhängten Massnahme führt. Mit Blick auf sein gravierendes
Fehlverhalten, seine zahlreichen und immer wiederkehrenden Straftaten und
insbesondere den erheblichen volkswirtschaftlichen Schaden, den er trotz zahlreicher
Abmahnungen und förmlicher Verwarnung angerichtet hat, erweist sich der Eingriff in
sein Privat- und Familienleben als geeignet und erforderlich und selbst im Hinblick die
Auswirkungen auf das Leben seiner Ehefrau und Tochter als verhältnismässig.
4. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Vorinstanz die Aufenthaltsbewilligung
zu Recht nicht mehr verlängert hat. Da dem Rekurs und der Beschwerde
aufschiebende Wirkung zukommt, war der Beschwerdeführer vorderhand weiterhin
berechtigt, sich in der Schweiz aufzuhalten (Art. 59 Abs. 2 VZAE). Nachdem die
angesetzte Ausreisefrist zwischenzeitlich abgelaufen ist, wird ihm das Migrationsamt
wie von der Vorinstanz angeordnet eine neue angemessene Ausreisefrist ansetzen
(Art. 66 Abs. 2 AuG). Die Beschwerde ist folglich abzuweisen.
5. (...).
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