Decision ID: 3f2d30ba-592c-43c9-83fa-068ae8012e4d
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1966, war seit dem
1.
August 1993
als
Head
Underwriting
Centre
FinPro
bei der
Y._
Ltd.,
Z._
, angestellt und aufgrund dieses Arbeitsverhältnisses bei der
Elips
Versicherungen AG (nachfolgend:
Elips
) gegen die Folgen von Berufs- und N
ichtberufsunfällen versichert.
Gemäss
am 3
1.
März 2020 bei der
Elips
eingegange
r
Bagatellunfall-Meldung UVG rutschte
der Versicherte
am 1
9.
Februar 2020 auf einer eisigen Stelle auf dem Trottoir aus und habe aus Reaktion/Reflex seinen rechten Arm hochgerissen
,
um das Gleichgewicht zu halten. Der rechte Arm sei immer noch l
ä
diert gewesen
, der Fast-Sturz habe es aber wieder verschlimmert, so dass er wieder starke Schmer
zen bekommen habe
. Als Art der Schädigung wurde eine Zerrung am Oberarm angegeben (
Urk.
9/1
Ziff.
3-4,
Ziff.
6 und
Ziff.
9
, da unvollständig ergänzt durch
Urk.
9/16 S. 1
Ziff.
1.1
).
Mit Verfügung vom
3.
Juni 2020
stellte die
Elips
gestützt auf die Aktenbeur
te
ilung durch
den beratenden Arzt
Dr. med.
A._
, Facharzt
für
Allge
meine Innere Medizin, vom
2
8.
Mai 2020
(vgl. Urk. 9/10
), wonach der Status quo sine
spätestens am
9.
April 2020 erreicht gewesen sei
und kein begründeter Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und den
noch vorliegenden Beschwerden bestehe,
die Leistungen rückwirkend per
9.
April 2020
ein (Urk. 9/
11
)
.
Die dagegen vom Versicherten
am
3.
Juli 2020
vorsorglich
und
am
1
0.
Sep
tember
2020
begründet
erhobene Einsprache (
Urk.
9/17
,
Urk.
9/24
)
wies
die
Elips
gestützt auf eine weitere versicherung
smedizinische Stellungnahme von
Dr.
A._
und
Dr. med.
B._
, Facharzt für Orthopädische Chirur
gie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom
1
9.
Juni 2020 (Urk. 9/16)
mit Einspracheentscheid vom
3.
August 2021 ab (
Urk.
2).
2.
Der Versicherte erhob am 1
4.
September 2021 Beschwerde gegen den Einsprache
entscheid vom
3.
August 2021 (
Urk.
2) und beantragte, dieser sei aufzuheben und es seien i
h
m für die Folgen des Unfalls vom 1
9.
Februar 2020 auch nach dem
9.
April 2020 weiterhin die Leistungen aus der Unfallversicherung (Heilbehand
lungskostenersatz und Taggeld)
auszurichten und es seien ihm die Kosten der
Stellungnahmen von
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
im Betrag von
Fr.
450.-- zu erstatten.
Mit Beschwerdeantwort vom 1
7.
November 2021 (
Urk.
8) beantragte die
Elips
die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 2
4.
November 2021 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
11). Am 3
0.
November 2021 äusserte sich der
Beschwerdeführer erneut (
Urk.
12), was der Beschwerde
gegnerin am
6.
Dezember 2021 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
13).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ein Unfall ist gemäss Art. 4
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss
des Bundesgesetzes
über die Unfallversicherung (UVG)
setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausal
zusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammen
hangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschrei
bung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheit
licher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann
als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 402 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.4
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, das heisst rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang prak
tisch keine selbständige Bedeutung (Urteil des Bundesgerichts 8C_75/2016 vom 18. April 2016 E. 2.2 mit Hinweis auf BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.
5
Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nach
gewiesen, entfällt die deswegen anerkannte Leistungspflicht des Unfallversi
che
rers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate Ursache des Gesund
heitsschadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfall
fremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krank
hafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schick
sals
mässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist. Ebenso wie der leis
tungs
begründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausa
len Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nun
mehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatsache handelt, liegt die entspre
chende Beweis
last
–
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausal
zusammenhang gegeben ist
–
nicht beim Versicherten, sondern beim Unfall
versicherer. Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten mass
gebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_669/2019 vom 25. März 2020 E. 2.2 mit Hin
weisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch dieser Zustand noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG Leis
tungen zu erbringen (Urteil des Bundesgerichts 8C_589/2017 vom 21. Februar 2018 E. 3.2.3 mit Hinweisen).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
1.
7
Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kommt nach der Rechtsprechung Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis auf BGE 125 V 351 E.
3b
/ee). Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseignung kommt den Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger veranlassten Gutachten unabhängiger Sach
ver
ständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutach
tens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüs
sig
keit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1; 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4.4 und E.
4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in ihrem Einspracheentscheid (
Urk.
2) gestützt auf die Beurteilungen ihrer Vertrauensärzte
Dr.
A._
und
Dr.
B._
davon aus, dass der Status quo sine beim Beschwerdeführer am
9.
April 2020 erreicht gewesen
und die Leistungseinstellung
auf dieses Datum zu Recht erfolgt
sei
(S
.
14
Ziff.
2.1)
.
D
ie festgestellte Pathologie an der rechten Schulter
sei
überwiegend wahrscheinlich degenerativ bedingt. Das zweite relevante Ereignis vom 1
9.
Feb
ruar 2020 habe lediglich zu einer vorübergehenden Verschlimmerung geführt. Die Behandlungen inklusive arthroskopische Operation durch
Dr.
C._
habe der Behan
dlung des Vorzustandes gedient
(S. 10 oben).
Anzufügen bleibe, dass die von
Dr.
C._
erwähnte Literatur wissen
schaftlichen Kriterien nicht genüge (S. 14
Ziff.
2.1 unten). Insoweit weitere Abklärungen beantragt worden seien, könne hiervon in antizipierter Beweis
würdigung abgesehen werden (S. 15
Ziff.
2.2).
2.2
Dagegen machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde (
Urk.
1) geltend,
dass für die Annahme des Status quo sine per
9.
April 2020 jegliche Begründung
der beratenden Ärzte fehle
(S. 9 lit. b). Die Beurteilung der beratenden Ärzte beruhe weder auf einer eigenen klinischen Untersuchung noch auf der Kennt
nis
der vollständigen Akten. Es sei vielmehr auf die
Stellungnahmen
von
Dr.
C._
vom
1.
September 2020 und
8.
September 2021
abzustellen
, worin die Unfallkausalität der nach dem
9.
April 2020 anhaltenden Beschwerden überzeugend begründet werde und insbesondere auch die Fehlerhaftigkeit der medizinischen Aktenbeurteilung der beratenden Ärzte der Beschwerdegegnerin
,
insbesondere auch der Beurteilung durch
Dr.
med.
D._
,
Facharzt für Radiologie,
detailliert aufgezeigt worden seien
(S. 9
f
f
.
lit. c
-d
).
2.3
In ihrer Beschwerdeantwort (
Urk.
8) führte die Beschwerdegegnerin aus, dass die erneute Stellungnahme von
Dr.
C._
vom
8.
September 2021 die versiche
rungsmedizinischen Stellungnahmen der
Dres
.
A._
und
B._
nicht in Zweifel zu ziehen vermö
ge
(S. 11 Rz. 25).
Die vom Beschwerdeführer genannte Fach
literatur sei keinesfalls unumstritten (S. 11 f. Rz. 27). Die Parteistellung
nahmen von
Dr.
C._
seien nicht notwendig und für die Beurteilung dieses Falls nicht unerlässlich gewesen, weshalb sie nicht zu übernehmen seien (S. 12 Rz. 30).
2.
4
Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer am
1
9.
Februar 2020
einen Unfall erlitt und dabei seine
rechte
Schulter ver
letzte, indem er auf einer eisigen Stelle auf dem Trottoir ausrutschte und
,
um nicht zu fallen, den rechten Arm reflexarti
g hochriss (
Urk.
9/1 und
Urk.
9/
4
S. 1
).
Strittig ist die Frage,
ob die nach dem
9
.
April
2020, dem Datum der Leistungseinstellung durch die Beschwerdegeg
nerin, verbleibenden Schulterbeschwerden
rechts
nur noch auf unfallfremden Ursachen beruhen oder der Unfall weiterhin
–
zumindest teilweise – kau
sal
für das Schulterleiden ist.
Es ist entsprechend zu prüfen, ob mit dem notwendigen Beweisgrad der überwiegenden W
ahrscheinlichkeit erstellt ist, dass das
Unfall
ereignis vom
1
9.
Februar 2020 keine kausale Bedeutung
für die über den
9.
April 2020 hinaus bestehenden Schulterbeschwerden
hat.
3
.
3
.
1
Dr.
med.
E._
, Fachärztin für Rheumatologie,
stellte in ihrem
Bericht vom
5.
März
respektive 2
0.
März 2020
(
Urk.
9/2/
8-9
)
nach
rheumatologischer Beurteilung
des Beschwerdeführers
vom
2.
März 2020
folgende Diagnosen (S. 1):
-
Rotatorenmanschettenläsion
rechts
, fragliche kleine Teilruptur des Delta
muskels am Ansatz am lateralen Oberarm rechts
-
Status
nach Zerrung Schulter
rechts
durch plötzliche Bewegung des rechten Armes in Abduktion/Aussenrotation beim Badmintonspiel
am 1
7.
Oktober 2019
-
Status nach
Ausrutschen auf dem Eis
mit erneut ruckartiger Bewegung des rechten Armes nach oben am 1
9.
Februar
2020
-
Sonographie vom
2.
März 2020:
E
twa 1 cm me
ssende
hypo
e
chogene
Zone in der Subscapulariss
ehne ansatznahe, etwa 70
%
der Dicke der Sehne
einnehmend
, kleine wenige Millimeter grosse
hypoechogene
Zone in der Supraspinatussehne knochennahe, zudem etwas inhomo
gene Sehnenstruktur (
hyperechogen
) am Ansatz der Delta Muskulatur am lateralen Oberarm rechts
-
leichte Bursitis
subacromialis
links
-
Status nach Kontusion
der
Schulter links am
3.
Januar 2020 (Sturz
beim Skifahren
)
Dr.
E._
führte
unter anderem nach durchgeführter funktioneller Ultraschall
untersuchung beider Schultergelenke
aus,
dass sich e
ine hochgradige, nahezu
transmurale
Ruptur der
Subscapularissehne
ansatznahe rechts zeige sowie eine kleinste (funktionell nicht relevante) knochennahe Partialruptur der Supraspi
natussehne rechts. Links
habe
sich eine unauffällige Supraspinatussehne
und
Subscapularissehne
gezeigt.
Jedoch finde sich eine Bursitis
subacromialis
links. Zudem bestehe eine fragliche kleine Teilruptur des Deltamuskels am Ansatz am lateralen Oberarm rechts (S. 2 oben).
3.2
Gemäss undatierter Bagatellunfall-Meldung UVG (Urk. 9/1; eingetroffen bei der
Beschwerdegegnerin am 3
1.
März 2020) war der Beschwerdeführer am 1
9.
Februar 2020 auf dem Trottoir auf einer eisigen Stelle ausgerutscht aber nicht gefallen und habe aus Reaktion/Reflex seinen rechten Arm hochgerissen, um das Gleichgewicht zu halten. Der rechte Arm sei immer noch l
ä
diert gewesen, der Fast-Sturz habe den Arm/die Schulter wieder verschlimmert, sodass er starke Schmerzen bekommen habe. Als Verletzung wurde eine Zerrung am rechten Oberarm genannt (
Urk.
9/1
Ziff.
4,
Ziff.
6 und
Ziff.
9; da unvollständig ergänzt durch
Urk.
9/16 S. 5 Mitte).
3
.
3
Dr.
C._
stellte in seinem
Bericht vom
9.
April 2020 (
Urk.
9/2/2-
3)
folgende
Diagnosen:
-
symptomatische
Rotatorenmanschettenruptur
(Subscapularis oberes Drittel) mit
Pulley
-Ruptur und Subluxation der
Bicepssehne
Schulter rechts
-
Status nach Zerrung der rechten Schulter beim Badmintonspiel am 1
7.
Oktober 2019
-
Status nach Sturz beim Skifahren mit erneut ruckartiger Bewegung des rechten Armes nach oben am 1
9.
Februar 2020
-
leichte Bursitis
subacromialis
links
-
Status nach Kontusion Schulter links am
3.
Januar 2020 (Sturz)
Dr.
C._
führte
nach Konsultation des Beschwerdeführers am
9.
April 2020
aus, dass er
am
1
7.
Oktober 2019 beim Badmintonspiel eine Zerrung
an der rechten Schulter erlitte
n habe
, welche sich rasch wieder vollständig gebessert habe
.
Im Februar 2020 sei
er dann
auf dem Eis ausgerutscht, wobei es zu einer
ruckartigen Aussenrotations- und Abduktionsbewegung nach oben mit ein
schiessenden und plötzlichen Schmerzen der rechten Schulter im rechten Ober
arm gekommen se
i. Die Schmerzen
seien diesmal jedoch
persistierend gewesen.
Die Schmerzen
seien bei leichten Anstrengungen
ventralseits
sowie
lateralseits
der Schulter
immer vorhanden
(S. 1 Mitte).
Dr.
C._
hielt fest, die Beschwerden des Patienten wie die klinische Unter
such
ung
fänden ein klares
patho
-anatomisches Korrelat im MRI.
Der Patient habe eine Oberrandl
äsion des Subscapularis mit Subluxation der langen
Bicepssehne
wie auch eine Ansatzläsion des Bizepses (SLAP II-Läsion). Die SLAP II-Läsion sei nach
einer
Studie mit hoher Wahrscheinlichkeit traumatisch bedingt
. Auch der Unfallmechanismus passe zur entsprechenden Läsion. Nach Ausschöpfen der kon
servativen Massnahmen und Persistenz der Beschwerden vor allem bei kör
perlichen Anstrengungen
,
bestehe als nächste Behandlungsoption die Schulter
arthroskopie mit
Rotatorenma
n
s
chettenrekonstruktion
und
Bicepstenodese
(S. 2
oben).
3
.
4
Am 2
8.
Mai 2020 erstattete
Dr.
A._
seine versicherungsmedizinische Stellung
nahme und Aktenbeurteilung (Urk. 9/10).
Zusammengefasst hielt er fest, dass das Ereignis vom 1
9.
Februar 2020
einen Zufalls- oder Gelegenheitsanlass
darstelle
, welche
r
biomechanisch völlig ungeeignet gewesen se
i, eine Schädigung
der Schulter
zu bewirken
(S. 1
Ziff.
1 lit. a). Am
3.
Januar 2020 habe der Beschwer
deführer eine Schulterkontusion bei einem Sturz erlitt
en. Einzig für dieses Ereig
nis
seien die Kriterien des gesetzlichen Unfallbegriffes
erfüllt (S. 1
Ziff.
1 lit.
b
)
.
Ein Teil des Schädigungsbildes
passe vielleicht zum
Ereignis vom
3.
Januar 2020
,
obschon gemäss Bericht vom 1
9.
April 2020
[richtig wohl
9.
April 2020]
gerade die Aussenrotation seitengleich vermindert gewesen sei. Das sei wiederum ein Hinweis darauf, dass
die
Subscapularisruptur
entweder schon lange bestehe und kompensiert sei, oder
dass es auf der Gegenseite gleich ausschaue
. Das spreche für eine deg
enerative E
ntwicklung, die vorübergehend durch das Ereignis vom
3.
Januar 2020 aktiviert worden sei
. Oberrandläsionen am
Subskapularis
seien in der Regel abnützungsbedingt
(S. 1
Ziff.
1 lit. c).
Dr.
A._
führte aus, dass unfallfremde
degenerative
Ursachen mindestens mit überwiegender Wahrscheinlichkeit an den d
erzeitigen Störungen mitwirk
t
en
(S.
1
Ziff.
2-3). Bezogen auf das alleinige Unfallereignis vom
3.
Januar 2020 sei der Status quo sine per
9.
April 2020 erreicht (S. 2
Ziff.
4).
Anzumerken sei weiter,
dass das Lebensalter des Versicherten und der von ihm ausgeübte schulter
belastende Sport mit der Degeneration an der rechten Schulter korrelierten. Es
werde empfohlen, die Kostengutsprache für die geplante Operation am
3.
Juni 2020 abzulehnen (S. 2
Ziff.
5).
3
.
5
Dr.
A._
und Dr.
B._
führten in ihrer versicherungsmedizinischen Aktenbeurteilung vom 19.
Juni
20
20
(Urk. 9/
16
/1-16
)
zur Frage, ob die Beschwerden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit durch das Ereignis vom 1
9.
Februar 2020 (1
7.
Oktober 2019,
3.
Januar 2020) verursacht worden seien
,
aus, dass es im vorliegenden Fall um die rechte Schulter gehe. Das Ereignis vom
3.
Januar 2020 habe die linke Schulter betroffen und sei somit nicht relevant.
Die Beschwerden, welche nach
dem Ereignis vom 1
7.
Oktober 2019 aufgetreten seien, seien einige Tage danach bemerkt worden und nach Sportkarenz rasch wieder zur
ückgegangen. Dieses Ereignis habe
mit den Beschwerden, die nach dem 1
9.
Februar 2020 geklagt worden seien, folglich nichts mehr zu tun.
Das Ereignis vom 1
9.
Februar 2020 habe zu einer vorübergehenden Verschlimmerung an der degenerativ veränderten rechten Schulter geführt (S. 15
Ziff.
4.1). Zu mitwir
kenden unfallfremden Ursachen führten
Dr.
A._
und Dr.
B._
aus, dass beim Beschwerdeführer anlagebedingt ein sehr enger
Subakromialraum
bei weit ausladendem
Akromion
bestehe. Ausserdem finde sich eine degenerative bedingte
SLAP-Läsion I
nach Snyder sowie eine fortgeschrittene
Bizepssehnen
tendi
n
opathie
bei
Pulley
-Läsion und eine geringe
re
Tendinopathie
der Supra
spi
natussehne rechts. Die
Subskapu
larissehne
sei am
Tuberculum
minus teilweise abgelöst, wodurch es zu einer U
nterbrechung der
Rotatoreninter
v
allschlinge
mit Luxation der langen
Bizepssehne
aus der kranialen Hälfte des
Sulcus
intertuber
cularis
nach medial k
omme (S. 16
Ziff.
4.3)
.
Per Erreichen des Status quo sine am
9.
April 2020 mit der Untersuchung bei
Dr.
C._
wirkten nur noch unfall
fr
emde Ursachen (S. 16
Ziff.
4.5).
Die sorgfältige und unabhängige radiologische Zweitbeurteilung der Bilder der
MR-Arthrografie
vom 1
6.
März 2020 durch
Dr.
D._
habe anatomische Beson
derheiten ergeben. Insbesondere bestünden beim Versicherten ein sehr gestrecktes,
kaudalseitig
flaches
Akromion
mit ungünstigem
Akromionindex
und ungünstigem kritischem Schulterwinkel. Ausserdem sei der
Subakromialraum
bei einem
akromiohumeralen
Abstand von 6 mm deutlich zu eng. Es zeige sich eine geringere
Tendinopathie
an der Supraspinatussehne und eine fortgeschrittene
Tendino
pathie
an der langen
Bizepssehne
. Weiter finde sich eine SLAP-Läsion Typ I nach Snyder, welche gemäss unfallchirurgisch-orthopädischer Lehre stets degenerativer Natur sei. Ebenfalls zeige sich eine Ablösung eines Teils der
Subskapularisssehne
vom
Tuberculum
minus. Hinweise auf einen Gelenkerguss,
ein Knochenkontusionsödem oder sonstige traumatische Marker hätten sich hin
gegen nicht gefunden. Weiter bestehe eine Bu
rsitis
subacromialis
und eine
Acro
mioclavicular
(AC) Gelenks
-Arthrose.
Dr.
A._
und
Dr.
B._
führten aus, dass sämtliche Befunde bei bestehender Atrophie des
Muscul
us
subscapularis
rechts eindeut
ig degenerativer Natur seien und es bildgebend keine objektivierten Hinweise auf eine traumatische V
erursachung geb
e
(S. 13 Mitte).
Auch die
Pulley
läsion
entstehe in der Regel im Zusammenhang mit einer Verletzung der Teile der
Subskapularissehne
. Durch ein Aussenrotations- beziehungsweise Hyperflexions
trauma entstehe eine Überlastung der Bandeinfassung der
Bizepssehne
, die im ungünstigsten Fall zu einem Abriss der
Subskapularissehne
mit vollständiger Zerstörung des
Pulleysystems
führe. Bei älteren Patienten sei die Ursache für die
Pulleyläsion
meist eine schleichende Schwächung des im Alter spröde gewor
denen Sehnenansatzes. Aus diesem Grund könne es hier auch ohne ursächlichen Unfall zu einem schrittweisen Abriss der Subscapularissehne und einer daraus folgenden Instabilität der langen
Bizepssehne
kommen (S. 14 Mitte).
Dr.
A._
und
Dr.
B._
hielten fest, dass das reflexartige plötzliche Hoch
reissen der Arme weder zu einem
unphysiologischen
Sehnenzug noch zu einer exzentrischen Muskelbelastung des
Musculus
subscapularis
führe. Das Ereignis vom 1
9.
Februar 2020 könne demzufolge nicht Ursache der Pathologie an der
Subskapularissehne
sein. Gleiches gelte auch für die
Pulley
-Läsion, welche mittelbare Folge der
Subskapularispathologie
sei. Hätte es sich um eine trauma
tisch bedingt kombinierte
Subskapulariszerreissung
und
Pulley
-Läsion gehandelt, wäre eine blutige
Imbibierung
, mindestens aber ein kräftiges intramuskuläres Ödem im langen
Bizepsmuskelkopf
sowie im
Muskulus
subscapularis
in der Kern
spintomografie zu sehen gewesen. Dies sei aber nicht der Fall (S. 14 unten). Es handle sich um eine schleichende Zusammenhangstrennung, welche alle typi
schen Marker einer Abnützung aufweise. Solche
Subskapularisoberrandläsionen
seien typischer Weise degenerativ (S. 14 unten f.). Das Beschwerdebild sei ab Status quo sine per
9.
April 2020 überwiegend wahrscheinlich auf die vorbe
stehende, offensichtlich vor dem ersten Ereignis vom 1
7.
Oktober 2019 noch nicht symptomatische, altersentsprechende Degeneration der
Subskapularissehne
in der rechten Schulter zurückzuführen (S. 15 Mitte).
3.
6
Dr.
C._
stellte in seine
r
Stellungnahme
vom
1.
September 2020 (
Urk.
7/23) folgende Diagnose (S. 1):
-
Status nach Schulterarthroskopie rechts,
Bicepstenodese
,
Rotatorenman
schettenrekonstruktion
(Subscapularis)
-
symptomatische
Rotatorenmanschettenruptur
(Subscapularis oberes Drittel) mit
Pulley
-Ruptur und Subluxation der
Bicepssehne
Schulter rechts
-
Status nach Zerrung Schulter rechts beim Badmintonspiel am 1
7.
Okto
ber 2019
-
Status nach Ausrutschen auf
dem
Eis mit erneut ruckartiger Bewegung des rechten Armes nach oben am 1
9.
Februar 2020
Dr.
C._
führte zu der von
Dr.
D._
beschriebene
n
relative
n
Enge im
subcoracoidalen
Raum
aus
,
dass
ein Zusammenhang zwischen den Rupturen des Subscapularis und der Enge nie konklusiv nachgewiesen worden
sei
. Hinsichtlich der vom Radiologen zitierten
Fachliteratur
, welche Hinweise für ein intraartiku
läres
Impingement
liefere, sei diese
nicht repräsentativ
. Ein Zusammenhang zum Sport werde nicht beschrieben, was vom Radiologen erwähnt und als Grund für die degenerative Natur der R
uptur verwendet werde (S. 1 unten f.).
Hinsichtlich des von
Dr.
D._
aufgeführten
Akromionindex
und
der
laterale
n
Überdachung sei darauf hinzuweisen,
dass er
–
Dr.
C._
–
selbst an der Entwicklung des
Akromionindex
mitgearbeitet und die Studie dazu mit weiteren Ärzten publiziert habe. Der
Akromionindex
sei auf dem Röntgen validiert worden und nicht auf dem MRI.
Zudem habe er einen direkten Zusammenhang mit
bursaseitigen
Ruptu
ren des
Supraspinatus
, jedoch nicht des Subscapularis.
Dr.
C._
führte zum von
Dr.
D._
gemessenen
coraco-acromialen
Abstand von 6
mm aus, dass eine solche Messung in einem klar definierten Röntgenbild und nicht im MRI gemacht werde, weshalb die Aussage über die
subacromiale
Enge und Ruptur nicht belegt und somit falsch sei (S. 2 oben). Somit sei der Kausalzusammenhang zwischen
subcoracoidaler
Enge und
Acromionindex
wie auch der
acromio-humeralen
Distanz der Partialruptur des Subscapularis absolut falsch, wie dies der Radiologe zur Festlegung der Unfallkausalität verwende.
Auch dessen Aussa
gen bezüglich der SLAP-II Läsion beruh
t
e
n
auf einer falschen Interpretation einer Studie.
Soweit
Dr.
D._
erwähne, dass posttraumatische Zeichen wie Ödeme fehlten, stellten letztere gemäss der Stellungnahme von Swiss
Orthopaedics
unzuver
lässige Kriterien zur Festlegung eines Kausalzusammenhangs dar (S. 2 Mitte). Entgegen der Ansicht
der
Dres
.
A._
und
B._
könnten
e
ine plötz
liche, unbeabsichtigte Abduktion und Aussenrotation sehr wohl eine Ruptur des Oberrandes des Subscapularis auslösen
.
Zudem sei
gestützt auf die Aktenlage
unzutreffend, dass der Subscapularis eine Atrophie habe. Man könne höchstens von einer Verfettung in allen Muskeln Grad I nach
Goutallier
sprechen. Jedoch sei absolut falsch daraus zu
folgern, dass es sich um eine d
egenerative Ruptur handle (S.
2
unten).
Dr.
C._
hielt fest, dass die beurteilenden Ärzte
selbst einen Mechanismus beschrieben
hätten
, wie es zu einer traumatischen Ruptur der Subscapularissehne kommen könne und zwar mit einer Hyperflexion und Aussenrotation. Genau dies
sei die Bewegung gewesen, welche der Patient beim Ausrutschen gehabt habe.
Zudem werde in der Expertengruppe für Schulter der Swiss
Orthopaedics
(
Lädermann
et al.)
genau diese Bewegung als Unfallmechanismus beschrieben (S.
3 oben).
Z
usammenfassend
handle es sich
bei den Beurteilungen um eine falsche Interpretation der Literatur. Es würden für Messungen der
Acromion
morphologie
, der
subacromialen
und
subcoracoidalen
Lä
n
ge das MRI und nicht das etablierte Röntgen verwendet. Deshalb lasse sich daraus keine Konklusion ziehen. Zudem werde eine Atrophie des Subscapularis erwähnt, die nicht im MRI sichtlich sei. Somit sei
en
mit inkorrekten Interpretationen der Bilder, falscher Anwendung von Messmethoden und inkorrekter Interpretation der Literatur Schlüsse gezogen worden, die aus seiner Sicht nicht reproduziert werden könnten. Aus den erwähn
ten Gründen sei für ihn das zweite Ereignis vom 1
9.
Februar 2020 mit überwie
gender Wahrscheinlichkeit eine U
rsache für die erwähnten
patho
ana
tomischen
Veränderungen
(S. 3 Mitte).
3
.7
Dr.
A._
und
Dr.
B._
führte
n
in ihrer zweiten versicherungsmedizi
nischen Stellungnahme/Aktenbeurteilung vom 1
7.
November 2020 (
Urk.
9/25) aus,
sie seien entgegen
Dr.
C._
der Ansicht, dass die vorgebrachte Studie sehr wohl für die degenerative Natur der
Subskapularisläsion
spreche
(S. 2
Ziff.
2.1 Mitte).
Bei der von
Dr.
C._
erwähnte
n
Arbeit von Swiss
Ortho
paedics
zu den revidierten Unterscheidungskriterien, ob es sich um eine degene
rative oder traumatische Läsion der
Rotatorenmanschette
handle, handle es sich zusammengefasst nicht um eine wissenschaftliche Abhandlung, sondern um eine von ökonomischen Interessen gesteuerte Stellungnahme, welche mittelbar die Abrechenbarkeit der Behandlung von Schulterpathologien gegenüber der Unfall
versicherung begründen soll
t
e (S. 2
Ziff.
2.1
unten f.).
Gemäss dieser Studie wäre als MRI-Kriterium für ein Trauma zumindest ein Muskelödem erforderlich, was beim Versicherten nicht objektiviert worden sei.
Dies habe
Dr.
C._
übersehen. Was den
von
Dr.
C._
beschriebenen Ereignishergang anbe
lange
, stehe dem entgegen, dass der Versicherte selbst diesen Hergang nicht auf diese W
eise beschrieben habe
. Es handle sich nicht um eine Hyperflexion.
Dr.
C._
gehe von einem Hergang aus, der echtzeitlich so nicht dokumen
tiert
worden
sei
(S. 3 unten f., S. 4 unten f.)
.
Was die von
Dr.
C._
festgestellte Verfettung der Muskeln der
Rotatoren
mansch
ette
Grad
Goutailler
1 anbelang
e, sei zu konstatieren, dass
Muskelverfet
tungen
nach Mindergebrauch entst
ünden
und Zeichen einer beginnenden Dege
ne
ration sein könnten. Auf die Muskelverfettung erfolge die Atrophie des Muskels mit einer unbestimmten zeitlichen Verzögerung (S. 4 unten).
Der teil
weise persön
lich angriffige Ton
von
Dr.
C._
überschreite eine interfach
lich kollegiale Grenze. Es gehe nicht an, die Interpretationen des Radiologen als «absolut falsch» zu bezeichnen, dies, zumal
Dr.
C._
nicht über eine formal strukturierte fachärztlich-ra
diologische Ausbildung verfüge
(S. 5 Mitte). Im Weitern gaben die
Dres
.
A._
und
B._
verschiedene medizinische Lehrmeinungen zum Sachverhalt
wieder
(S. 5 ff.
Ziff.
2.2).
Darauf Bezug nehmend führten
Dr.
A._
und
Dr.
B._
aus, dass das Lebensalter des Versicherten prima
vista
gegen ein Trauma und eher für eine Degeneration spreche. Auch das Badminton-Spielen könne eine erhöhte Abnützung der Weich
teilstrukturen in der Schult
er
beding
en (S. 8
Ziff.
2.3).
3.
8
Dr.
C._
führte in seiner Stellungnahme vom
8.
September 2021 (
Urk.
3
/3
)
aus, dass es hinsichtlich der Studie der Swiss
Orthopaedics
nicht angehe, diese einfach zu d
if
famieren, indem die
Dres
.
A._
und
B._
die Arbeit als «ökonomisch interessiert» bezeichneten
(S. 2 oben)
. Er
–
Dr.
C._
–
halte nach erneuter Durchsicht der entsprechenden Passage daran fest, dass ein Ödem in den Muskeln nicht beweisend sei für ein Trauma (S.
2 Mitte). Weiter sei er in Anbetracht seiner Ausbildung und beruflichen Tätigkeit sehr wohl in der Lage, den Bericht von
Dr.
D._
zu interpretieren (S. 2 unten f.). Zudem sei in einer Studie wissenschaftlich dargelegt worden, dass das Alter unter 60 Jahren sogar protektiv sei gegen
Rotatorenmanschettenrupturen
(S. 3 unten f.)
.
Er habe zudem in seiner Stellungnahme vom Jahr 2020 eine Arbeit zitiert,
dass ab SLAP-Läsion Grad III die Wahrscheinlichkeit
einer traumatischen Läsion deutlich erhöht sei. Dies sei unkommentiert geblieben.
Es sei zutreffend, dass eine blutige-ödematöse Anschwellung ein eindeutiges Indiz in der sehr initialen Phase sei, was sich aber nach einer gewissen Latenz, wie sie bei seinem Patienten vor
gelegen habe, nicht mehr nachweisen lasse. Die beiden Ärzte würden den
Trauma
mechanismus
gerne auf ihre Weise interpretieren.
Dr.
C._
führte aus, dass er daran festhalte, dass eine plötzliche, schnelle Aussenrotation und Abduktion den Subscapularis und das
Pulley
auf Spannung br
ächten
, weshalb eine rekonstruierte Subscapularissehne postoperativ durch Vermeidung genau dieser Bewegungen geschützt werde (S. 4 Mitte).
Zusammenfassend basierten die
Argumen
te von
Dr.
A._
und
Dr.
B._
auf
veralteten Studien, die in der modernen Schulterchirurgie wissen
schaftlich überarbeitet worden seien. Insbesondere zur SLAP-Läsion Grad III, die von allen Läsionen mit grosser Wahrscheinlichkeit unfallbedingt sei, hätten die Ärzte keine
Argumente bringen können. Ihre Schlussfolgerungen mit Bezug auf
Alter und sportliche Aktivität seien ebenfalls wissenschaftlich überholt. Er
–
Dr.
C._
–
bleibe daher bei seiner ursprünglichen Beurteilung (S. 5
Ziff.
II).
4
.
4
.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei ihrem
per
9.
April 2020
vorgenommenen
Fallabschluss
auf die Beurteilungen ihrer beratenden Ärzte
Dr.
A._
vom
2
8.
Mai 2020
(vorstehend
E. 3.4)
und von
Dr.
A._
und Dr.
B._
vom
1
9.
Juni
und vom 1
7.
November 2020 (vorstehend E. 3
.
5
und E.
3
.
7). Demnach sei
es
durch
das Ereignis vom 1
9.
Februar 2020 lediglich zu einer vorübergehen
den Verschlimmerung eines degenerativen Vorzustandes gekommen
(
vorstehend E.
2.1
).
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer gestützt auf die
Stellung
nahmen
seines behandelnden Arztes
Dr.
C._
vom
1.
September 2020 und vom
8.
September 2021
(vorstehend E.
3.6 und E. 3.8
) auf den Standpunkt, dass
auf
die Beurteilung der beratenden Ärzte der Beschwerdegegnerin
nicht abgestellt werden könne
. Die
pathoanatomischen
Veränderungen am Schultergelenk seien mit überwiegender Wahrscheinlichkeit durch den Unfall vom 1
9.
Februar 2020 verursacht worden
(vorstehend E. 2.2)
.
4
.
2
Vorab festzuhalten ist, dass hinsichtlich der hier zu beurteilenden Beschwerden an der rechten Schulter des Beschwerdeführers lediglich das Ereignis vom 1
7.
Oktober 2019 betreffend das Badmintonspiel sowie jenes vom 1
9.
Februar 2020 von Relevanz
sind
, während der Sturz beim Skifahren am
3.
Januar 2020 die linke Schulter betraf und nicht die rechte (vgl. auch
Urk.
7/16 S. 7 unten). Dieser Umstand entging
Dr.
A._
in seiner ursprünglichen Aktenbeurteilung vom 2
8.
Mai 2020 (vorstehend E.
3.
4
, vgl.
Urk.
9/16
/1-16 S. 7 unten, S. 8 Mitte).
Abgesehen davon, dass es sich als fraglich erweist, eine komplexe Schulterver
letzung einem Internisten zu unterbreiten, schloss
Dr.
A._
auch aktenwidrig auf eine seitengleiche Degeneration an der linken Schulter, obwohl dies durch die Ultraschalluntersuchung durch
Dr.
E._
(vorstehend E. 3.
1
) nicht bestätigt wurde
(vgl. auch
Urk.
9/16/1-16 S. 3 Mitte)
.
An seiner versicherungsinternen Beurteilung bestehen damit mehr als erhebliche
Zwe
ifel an der Zuverlässigkeit, weshalb ihr ein Beweiswert ohne weiteres abzusprechen ist (vorstehend E. 1.6-7).
4.3
Was die von
Dr.
A._
in der Folge
zusammen mit
Dr.
B._
am 1
9.
Juni 2020
und
am 1
7.
November 2020
verfasste
n
versic
herungsmedizinische
n
Beur
teilungen (vorstehend E. 3.
5
und E. 3.
7
)
anbelangt
, vermögen die ausführlichen und detaillierten Stellungnahmen von
Dr.
C._
vom
1.
September 2020 und vom
8.
September 2021
(vorstehend E. 3.
6 und E. 3.8)
zumindest Zweifel
hieran
zu wecken
.
Als divergierend erwiesen sich die Meinungen vorab dazu,
ob das Unfallereignis vom 1
9.
Februar 20
20
, namentlich das reflexartige Hochreissen des rechten Armes bei einem Ausrutschen auf dem Eis
, um
einen Sturz zu vermeiden
(vgl. vorstehend E. 3.2 und
Urk.
9/4)
,
an sich
als geeignet anzusehen ist, die beim Beschwerdeführer anlässlich der Bildgebung vom 1
6.
März 2020 (
Urk.
9/3
) objektivierten Läsionen an der rechten Schulter zu verursachen.
Entgegen der Ansicht
der
Dres
.
A._
und
B._
ging
Dr.
C._
in seiner Stellungnahme vom
1.
September 2020 (vorstehend E. 3.
6
) davon aus, dass
eine plötzliche, unbeabsichtigte Abduktion und Aussenrotation sehr wohl eine Ruptur des Oberrandes des Subscapularis auslösen
könnten
.
Demgegenüber verneinten die
Dres
.
A._
und
B._
einen solchen Unfallhergang
(vorstehend E.
3.7)
.
Auch in Bezug auf die tatsächlich beim Beschwerdeführer bestehende Schulter
anatomie besteht Unklarheit.
In
seiner Stellungnahme vom
1.
September 2020 (vor
stehend E. 3.
6
)
legte
Dr.
C._
detailliert
dar
, weshalb er den
von
Dr.
D._
festgestellte
n
und von
Dr.
A._
und
Dr.
B._
in ihrer Argumentation für eine vorbestehende degenerative Problematik übernommenen
engen
Subakromialraum
für das vorliegende Beschwerdebild als nicht ursäch
lich
betrachtete.
Einerseits stellte
Dr.
C._
die Messungsmethode von
Dr.
D._
in Frage, indem eine Messung per klar definiertem Röntgenbild und nicht via MRI zu erfolgen habe, anderer
seits
verneinte er generell einen Zusam
menhang zwischen Rupturen der Subscapularissehne und einer Enge und hielt fest, dass ein solcher nie nachgewiesen worden sei.
Zum
von
Dr.
D._
respek
tive
Dr.
A._
und
Dr.
B._
vorgebrachten
Ak
romionindex
führte
Dr.
C._
aus, dass er an dieser Studie selbst mitgearbeitet habe und legte sodann dar, dass dieser im Falle des Verletzungsbildes des Beschwerdeführers nichts aussage, zumal der
A
kr
omionindex
lediglich in einem direkten Zusam
menhang mit
bursaseitigen
Rupturen des
Supraspinatus
stehe.
Diesen klaren Kritikpunkten vermochten die
Dres
.
A._
und
B._
sodann in ihrer Stellungnahme vom 1
7.
November 2020 (vorstehend E. 3.
7
) nichts Handfestes mehr entgegen zu halten, sondern sie zweifelten generell die Kompetenz von
Dr.
C._
zur Beurteilung der Ausführungen des Radiologen
Dr.
D._
an.
Auch verwies
Dr.
C._
darauf, dass die von den beratenden Ärzten
vorge
brachte Atrophie
des Subscapularis in den bildgebenden Akten nicht ersichtlich sei.
Dem widersprachen die
Dres
.
A._
und
B._
in ihrer Stellung
nahme vom 1
7.
November 2020 (vorstehend E. 3.
7
) denn auch nicht, sondern führten aus, dass eine Muskelverfettung die Vorstufe zur Atrophie sei, was
vor
liegend
dafürspricht
, dass tatsächlich keine Atrophie vorgelegen hat.
Auch kann nach den Ausführungen von
Dr.
C._
nicht
einfach
davon ausgegangen werden, dass
das Lebensalter des Beschwerdeführers sowie seine sportliche Akti
vität gegen eine traumatische Ursache der Beschwerden sprechen würden.
Aufgrund all dieser weitgehend bis zuletzt umstritten gebliebenen Gesichtspunkte
erscheint es nicht ohne weiteres als nachvollziehbar, dass sämtliche bildgebend festgestellte Befunde
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
degenerativer Genese seien
sollen,
und selbst wenn durch das Ereignis vom 1
9.
Februar 2020 lediglich eine vorübergehende Aktivierung eines krankhaften Vorzustande
s
ange
nommen würde,
lässt sich auch das Erreichen des
Status quo sine per
9.
April 2020 nicht ohne weiteres nachvollzieh
en
.
Es wird
damit
nicht
schlüssig begründet, weshalb das Unfallereignis vom
1
9.
Februar 2020
ohne kausale Bedeutung für die ab
9.
April 2020
weiterhin bestehenden Schul
terbeschwerden
rechts
sein soll.
Dies müsste jedoch angesichts der Beweislastverteilung seitens der Beschwer
degegnerin nachgewiesen werden.
Das Gericht kann einen medizinischen
Expertenstreit
nicht beurteilen. Damit kann der einen oder anderen Einschätzung nicht ohne abschliessende gutachter
liche Beurteilung der Vorzug gegeben werden.
4.
4
Aufgrund des Gesagten erscheint
es zwecks fundierter Beurteilung der Sachlage angezeigt, die Sache zur unabhängigen externen Begutachtung an die Beschwer
degegnerin zurückzuweisen. Dabei ist insbesondere zu prüfen, ob die nach dem
9.
April 2020 verbleibenden
Beschwerden an der
rechten Schulter auf den
Unfall vom
1
9.
Februar 2020
zurückzuführen
sind. Falls die Schulterbe
schwerden als vorbestehe
nd qualifiziert würden, wäre weiter zu klären, ob das
genann
te
Unfallereignis
zu einer richtungsgebenden Verschlimmerung geführt hat, die bestehenden Beschwerden allein auf den Vorzustand zurückzuführen sind oder auch noch durch die unfallbedingten Schädigungen unterhalten werden.
5
.
5.
1
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständi
ges Obsiegen (BGE 137 V 57). Dem
Beschwerdeführer steht ausgangsgemäss eine Prozessent
schädigung zu, welche vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeit
aufwand und den Barauslagen festgesetzt wird (§ 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes
über das Sozialversicherungsgerich
t, GSVGer). Entsprechend ist ihm
eine Pro
zessentschädigung von Fr.
3’
0
00
.-- (inkl. Barauslagen und MWSt) auszurichten.
5.2
Der Beschwerdeführer
beantragte weiter die
Übernahme
der von ihm veranlassten
ergänzenden
Stellungnahme
n
von
Dr.
C._
im Umfang von
Fr.
450.--
(Urk.
1 S.
2
,
Urk.
3/4
).
Nach ständiger Rechtsprechung werden die notwendigen Expertenkosten als Bestandteil des Parteientschädigungsanspruches betrachtet. Voraussetzung ist stets, dass die Privatbegutachtung notwendig und einen unerlässlichen Bestand
teil der materiellen Beurteilung bildete (Urteil des Bundesgerichts 9C_178/2010 vom 14. April 2010 E. 2 mit Hinweis auf BGE 115 V 62).
Vorliegend erweckten
die Stellungnahmen von
Dr.
C._
doch
erhebliche Zweifel an der Schlüssigkeit der vers
icherungsinternen Beurteilungen und zeigten detailliert Ungereimtheiten auf, aufgrund derer das Gericht zu seiner Beurteilung der Sachlage kam.
Damit handelt es sich bei den Kosten für die
Stellungnahmen von
Dr.
C._
um notwendige Kosten im Sinne der Rechtsprechung, die von der Beschwerdegegnerin zu tragen sind. Demnach hat die Beschwerdegegnerin die Kosten für die
Stellungnahmen von
Dr.
C._
im Umfang von insge
samt Fr.
450.--
(Urk.
3/4
) zu übernehmen.