Decision ID: c9f4b46d-625f-4145-9f6a-471f68fdf664
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die im Jahre
1956 geborene
X._
besuchte in Mazedonien die Grundschule und war nach ihrer Einreise in die Schweiz im Jahre 1990 stets als Hausfrau tätig; sie ist Mutter von vier Kindern (1976-1984;
Urk.
7/3 S. 1-4,
Urk.
7/6). Im Zusammenhang mit beidseitigen Kniebeschwerden musste sich die Versicherte mehreren operativen Eingriffen unterziehen, zuletzt am 1
6.
September 2016 am linken und am 1
6.
März 2017 am rechten Knie (
Urk.
7/12); die Anmeldung zum Leistungsbezug bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, erfolgte am
4.
Februar 2017 (
Urk.
7/3 S.
6
). Diese klärte in der Folge den Sach
verhalt ab, insbesondere fand am 2
6.
September 2017 eine Abklärung der beein
trächtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt statt (
Urk.
7/18). Mit Vorbe
scheid vom
7.
November 2017 stellte sie die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (
Urk.
7/20) und hielt an diesem Entscheid mit Verfügung vom 1
3.
Februar 2018 fest (
Urk.
7/25 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Vertreter der Versicherten am 1
9.
März 2018 Beschwerde und beantragte, es sei der Beschwerdeführerin eine Invalidenrente zu gewähren. Ver
fahrensrechtlich sei daneben ein zweiter Schriftenwechsel durchzuführen; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 2
6.
April 2018 beantragte die Beschwerdegegnerin unter Hinweis auf die Akten die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6). Mit Replik vom
6.
Juni 2018 hielt der Vertreter der Beschwerdeführerin an den beschwerde
weise gestellten Anträgen fest (
Urk.
10). Die Beschwerdegegnerin verzichtete mit Schreiben vom
6.
Juli 2018 auf eine weitere Stellungnahme (
Urk.
13), was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom
9.
Juli 2018 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
14).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[
ATSG
]
)
.
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung
[
IVG
]
)
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung
der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Die Arbeitsunfähigkeit im Sinne von
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG entspricht der Ein
busse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf oder Aufgaben
bereich (Art. 6 ATSG; BGE 130 V 97 E. 3.2). Bei der Bemessung der Invalidität von im Haushalt tätigen Versicherten ist die Schadenminderungs
pflicht von erheblicher Relevanz. Nach der Rechtsprechung ist dabei vom Grundsatz auszu
gehen, dass einem Leistungsansprecher im Rahmen der Schadenminderungs
pflicht Massnahmen zuzumuten sind, die ein vernünftiger Mensch in der gleichen Lage ergreifen würde, wenn er keinerlei Entschädigung zu erwarten hätte. Für die im Haushalt tätigen Versicherten bedeutet dies, dass sie Verhaltensweisen zu ent
wickeln haben, welche die Auswirkungen der Behinderung im hauswirtschaftli
chen Bereich reduzieren und ihnen eine möglichst vollständige und unabhängige Erledigung der Haushaltarbeiten ermöglichen. Kann die versicherte Person wegen ihrer Behinderung gewisse Haushaltarbeiten nur noch mühsam und mit viel höherem Zeitaufwand erledigen, so muss sie in erster Linie ihre Arbeit einteilen und in üblichem Umfang die Mithilfe von Familienangehörigen in Anspruch nehmen. Ein invaliditätsbedingter Ausfall darf bei im Haushalt tätigen Personen nur insoweit angenommen werden, als die Aufgaben, welche nicht mehr erfüllt werden können, durch Drittpersonen gegen
Entlöhnung
oder durch Angehörige verrichtet werden, denen dadurch nachgewiesenermassen eine Erwerbseinbusse
oder doch eine unverhältnismässige Belastung entsteht. Die im Rahmen der Invaliditätsbemessung bei einer Hausfrau zu berücksichtigende Mithilfe von Familienangehörigen geht daher weiter als die ohne Gesundheitsschädigung üblicherweise zu erwartende Unterstützung. Geht es um die Mitarbeit von Familienangehörigen, ist danach zu fragen, wie sich eine vernünftige Familien
gemeinschaft einrichten würde, wenn keine Versicherungs
leistungen zu erwarten wären. Dabei darf nach der Rechtsprechung unter dem Titel der Schadenminde
rungspflicht nicht etwa die Bewältigung der Haushalt
tätigkeit in einzelnen Funk
tionen oder insgesamt auf die übrigen Familien
mitglieder überwälzt werden mit der Folge, dass gleichsam bei jeder festgestellten Einschränkung danach gefragt werden müsste, ob sich ein Familienmitglied finden lässt, das allenfalls für eine ersatzweise Ausführung der entsprechenden Teilfunktion in Frage kommt. Schliesslich vermag die Tatsache, dass sich die der Rechtsprechung
zugrunde liegenden
, in
Art.
159
Abs.
2 und 3 ZGB zwischen den Ehegatten und in
Art.
272 ZGB zwischen Eltern und Kindern statuierten Beistandspflichten nicht unmittel
bar durchsetzen lassen (d.h. weder klagbar noch vollstreckbar sind), sondern nur freiwillig erfüllt werden können, an der Schadenminderungspflicht der im Haus
halt beschäftigten Versicherten nichts zu ändern. Denn wie auch im Erwerbsbe
reich darauf abzustellen ist, ob die verbleibende Erwerbsfähigkeit auf einem aus
geglichenen Arbeitsmarkt grund
sätzlich verwertbar ist, unabhängig davon, ob eine solche Anstellung rechtlich durchsetzbar ist, ist auch in Bezug auf den Haushaltbereich davon aus
zugehen, was in der sozialen Realität üblich und zumutbar ist, unabhängig davon, ob eine Mithilfe rechtlich durchsetzbar ist (BGE
133 V 504 E. 4.2 mit Hinweisen).
1.4
Die von einer qualifizierten Person durchgeführte Abklärung vor Ort (nach Massgabe des
Art.
69
Abs.
2
der
Verordnung
über die Invalidenversicherung [IVV]
vgl. auch
Rz
. 3084 ff. des Kreisschreibens des BSV über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH]) stellt für gewöhnlich die geeigne
te und genügende Vorkehr zur Bestimmung der gesundheitlichen Einschränkun
g im Haushalt dar (Urteil des Bundesgerichts 9C_201/2011 vom 5. September 2011 E. 2, in: SVR 2012 IV Nr. 19 S. 86). Einer ärztlichen Fachper
son, die sich zu den einzelnen Positionen der Haushaltführung unter dem Gesichtswinkel der Zumutbarkeit zu äussern hat, bedarf es nur in Aus
nahme
fällen, namentlich bei unglaubwürdigen Angaben der versicherten Person, die im Widerspruch zu den ärztlichen Befunden stehen (Urteil des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom 2
8.
Mai 2014 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen
).
Für den Beweiswert eines Berichtes über die Abklärung im Haushalt einer versi
cherten Person sind – analog zur Rechtsprechung betreffend die Beweiskraft von Arztberichten (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweis) – verschiedene Faktoren zu
berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis von den örtlichen und räumlichen Verhältnissen sowie den aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicherten Person zu berück
sichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein und in Überein
stimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Abklärungsbericht voll beweiskräftig (AHI 2003 S. 218 E. 2.3.2 [in BGE 129 V 67 nicht veröffentlichte Erwägung]; Urteil des Bundesgerichts I 733/03 vom
6.
April 2004 E. 5.1.2; vgl. auch BGE 130 V 61 E. 6.2 und 128 V 93 E. 4 betreffend Abklärungsberichte im Zusammenhang mit der Hauspflege und Hilflo
sigkeit). Diese Beweiswürdigungs
kriterien sind nicht nur für die im Abklärungs
bericht enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Behinderung im Haushalt massgebend, sondern gelten analog für jenen Teil eines Abklärungsberichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tätigkeit von teilerwerbstätigen Versicherten mit häuslichem Aufgabenbereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1 mit weiteren Hinwei
sen
).
Der Abklärungsbericht ist seiner Natur nach in erster Linie auf die Ermittlung des Ausmasses physisch bedingter Beeinträchtigungen zugeschnitten, weshalb seine grundsätzliche Massgeblichkeit unter Umständen Einschränkungen erfahren kann, wenn die versicherte Person an psychischen Beschwerden leidet. Grund
sätzlich jedoch stellt er auch dann eine beweistaugliche Grundlage dar, wenn es um die Bemessung einer psychisch bedingten Invalidität geht, das heisst wenn die Beurteilung psychischer Erkrankungen im Vordergrund steht (AHI 2004 S.
137 E. 5.3). Widersprechen sich die Ergebnisse der Abklärung vor Ort und die fachmedizinischen Feststellungen zur Fähigkeit der versicherten Person, ihre gewohnten Aufgaben zu erfüllen, ist aber in der Regel den ärztlichen Stellung
nahmen mehr Gewicht einzuräumen als dem Bericht über die Haushaltsabklä
rung, weil es der Abklärungsperson regelmässig nur beschränkt möglich ist, das Ausmass des psychischen Leidens und der damit verbundenen Einschränkungen zu erkennen (Urteile des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1,
9C_986/2009 vom 11. November 2010 E. 7.2 und 9C_631/2009 vom 2. Dezember 2009 E. 5.1.2, je mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung damit, dass die
Beschwerdeführerin auch im Gesundheitsfall keiner Erwerbstätigkeit nachgehen würde. Aufgrund der Abklärungen vor Ort sei dabei von einem rentenaus
schliessenden Invaliditätsgrad von 25
%
auszugehen (
Urk.
2).
2.2
Demgegenüber machte der Vertreter der Beschwerdeführerin im Wesentlichen geltend, dass
vorliegend die Methodenwahl zutreffend sei und allein die Korrekt
heit der Haushaltsabklärung bestritten werde
. Nach seinen Instruktionen habe die Beschwerdeführerin vor der Erkrankung täglich ihren rund 500 m
2
grossen Garten gepflegt (
Urk.
1 S. 4). Der Bereich Gartenarbeit sei dabei mit durch
schnittlich 30
%
zu gewichten, was zu Lasten der Bereiche Ernährung, Wohnungspflege und Wäsche gehe. Bei der Schadenminderungspflicht sei zu berücksichtigen, dass der Ehemann der Beschwerdeführerin infolge zweier Herz
infarkte eine ganze Rent
e beziehe, sodass in den Bereich
en Ernährung, Wohnungs
pflege, Einkauf und Wäsche von einer Einschränkung von 50
%
aus
zugehen sei; bei der Gartenarbeit sei eine solche von 100
%
ausgewiesen (S. 5 f.). Dies führe zu einem Invaliditätsgrad von 59.5
%
, gerundet 60
%
. Ginge man im Bereich Garten ebenfalls von einer Einschränkung von 50
%
aus, würde dies noch immer zu einem Invaliditätsgrad von 45
%
führen (
Urk.
6 unten).
Im Rahmen der Replik präzisierte der Vertreter der Beschwerdeführerin
die Angaben betreffend die Grösse des Gartens unter Beilage des Grundbuchauszu
ges. Die Gartenanlage sowie der (unbefestigte) Hausumschwung sei
en
dabei auf 356 m
2
zu beziffern, die Angaben in der Haushaltsabklärung (Sitzplatz, 15
m
2
/Rasen) seien somit falsch (
Urk.
10 S. 2).
3.
3.1
Dr.
med.
Y._
, Facharzt FMH für orthopädische Chirurgie, stellte in seinem Bericht vom
4.
Juli 2017 die folgenden Diagnosen:
-
Status nach auswärtiger Implantation einer
Knietotalendoprothese
rechts mit nachfolgenden mehreren Revisionseingriffen wie
Tuberositas
Osteo
tomie sowie
Inlaywechsel
und trotzdem persistierenden Schmerzen und eingeschränkter Flexionsfähigkeit
-
Status nach erfolgreicher Implantation einer
Knietotalendoprothese
links am 1
6.
September 2016 mit von dieser Seite her sehr zufriedener Patientin
-
Status nach
Knietotalendoprothesenwechsel
rechts, Entfernung der
mediacta
Prothese und Implantation einer Next Gene Prothese LCCK am 1
6.
März 2017
Insgesamt sei der Verlauf bei diesem äusserst komplexen Eingriff bisher sehr erfreulich. Die Patientin könne das Knie wieder problemlos etwas über 90 Grad
flektieren und auch aktiv wieder
voll strecken
. Insgesamt sei sie auch subjektiv mit dem erreichten Resultat sehr zufrieden (letzte Kontrolle am 2
6.
Juni 2017). Von Seiten der operierten Kniegelenke wäre eine Wechseltätigkeit von Sitzen zum Aufstehen, kurz herumgehen und wieder sitzen
durchaus möglich, schwer belastende Tätigkeiten seien weder sinnvoll noch realistisch. Eine leichte bis mit
telschwere Wechseltätigkeit sei mindestens zu 50
%
zuzumuten (
Urk.
7/12).
3.2
Die für die Haushaltsabklärung vom 2
6.
September 2017 verantwortliche Fach
person führte insbesondere aus, dass die Beschwerdeführer
in
mit ihrem Ehemann in einem diesem gehörenden Mehrfamilienhaus in
Z._
lebe. Die unteren zwei Wohnungen würden von ihnen und der Familie eines Sohnes (drei Kinder) bewohnt, während die restlichen 3-4 Wohnungen zu einem markt
üblichen Miet
zins an externe Mieter vergeben seien. Die Beschwerde
führer
in
wäre auch bei guter Gesundheit weiterhin als Hausfrau tätig; seit der Einreise in die Schweiz habe sie keine ausserhäusliche Erwerbstätigkeit
ausgeübt
(
Urk.
7/18 S. 3).
Der Ehemann der Beschwerdeführerin sei mehrheitlich zu Hause und beziehe infolge zweier Herzinfarkte eine ganze IV-Rente. Im Haus seien zudem ein Sohn der Beschwerdeführerin wohnhaft, welcher 100
%
erwerbstätig sei, die Schwieger
tochter, welche keiner ausserhäu
s
lichen Erwerbstätigkeit nachgehe, sowie die drei Kinder (Kindergartenalter, Kleinkind; S. 2
f
f.).
Bei guter Gesundheit würden sich die Beschwerdeführerin und die Schwieger
tochter die Arbeiten im Haushalt und der Kinderbetreuung gemeinsam aufteilen. Bei der Schadenminderungspflicht sei zudem die Mithilfe des Ehemannes sowie des Sohnes zu berücksichtigen. Im Bereich Haushaltführung (5 %) würden keine Einschränkungen bestehen, da kognitiv keine Beschwerden bestehen würden. Bei der Ernährung (35
%
) sei zu berücksichtigen, dass die
Beschwerdeführerin bei guter Gesundheit circa 60
%
der Arbeiten ausgeführt habe (S. 5); unter Berück
sichtigung der glaubhaften Einschränkungen bei den Koch- und Reinigungs
ar
beiten sei unter Berücksichtigung der Schadenminderungspflicht des Ehemannes, des Sohnes sowie der Schwiegertochter von einer Einschränkung von 25
%
aus
zugehen. Bei der Wohnungspflege
(20
%
) sei vor der Erkrankung von einer hälf
tigen Aufteilung zwischen Beschwerdeführerin sowie der Schwiegertochter aus
zugehen, was unter Berücksichtigung der Schaden
minderungs
pflicht des Sohnes sowie des Ehemannes zu einer Einschränkung von 25
%
führe. Der Bereich Ein
kauf und weitere Besorgungen sei mit 5
%
zu gewichten. Da die Einkäufe und administrativen Tätigkeiten seit jeher durch den Ehemann sowie den Sohn erle
digt worden seien (mangelnde Deutschkenntnisse) sei von einer Einschränkung von lediglich 10
%
auszugehen (S. 6). Den Bereich Wäsche und Kleiderpflege (20
%
) habe die Beschwerdeführerin vor Eintritt des Gesundheitsschadens mehr
heitlich selber erledigt (S. 6 unten). Eine etappenweise Mithilfe sei ihr weiterhin
zuzumuten, was unter Berücksichtigung der Schadenminderungspflicht zu einer Einschränkung von 30
%
führe.
Im Bereich Kinderbetreuung (15
%
) sei der Beschwerdeführerin eine Aktivität im Freien (Spielplatz, Hallenbad, Zoobesuch) nicht mehr zuzumuten, was zu einer Einschränkung von 30
%
führe. Gemäss den Angaben der Beschwerdeführerin würden im Bereich Verschiedenes keine Arbei
ten anfallen. Insgesamt führe dies zu einer Einschränkung von 24.75
%
. Heute würden praktisch alle Arbeiten im Haushalt durch ihre Schwiegertochter erledigt, die Einkäufe und die administrativen Tätigkeiten durch den Ehemann und den Sohn (S. 7).
4.
4.1
Unbestritten und durch die Akten belegt ist vorliegend, dass die Beschwerde
führerin als zu 100
%
im Haushalt tätig zu qualifizieren ist (vgl.
Urk.
7/18 S. 3,
Urk.
7/6) und aufgrund der beidseitigen Kniebeschwerden bei allen kniebelasten
den Tätigkeiten eingeschränkt ist.
4.2
Strittig ist demgegenüber zunächst die Einschränkung in den Bereichen Ernährung, Wohnungspflege, Einkauf sowie Wäsche/Kleiderpflege, wobei insbe
sondere
das Ausmass der Schadenminderungspflicht in Frage gestellt wurde (
Urk.
1 S. 5). Während die Abklärungsperson in den genannten Bereichen von einer Einschränkung von
10
%
(Einkauf)
,
25
%
(Ernährung, Wohnungspflege)
respektive 30
%
(Wäsche, Kleiderpflege)
ausging, hält der Vertreter der Beschwer
deführerin eine solche von generell 50
%
als angemessen. Bei der Ermittlung der konkreten Einschränkungen handelt es sich um einen typischen Ermessensent
scheid
. Zu beachten gilt es dabei, dass
es b
ei der Unangemessenheit um die Frage
geht
, ob der zu überprüfende Entscheid, den die Behörde nach dem ihr zustehen
den Ermessen im Einklang mit den allgemeinen Rechtsprinzipien in einem konkreten Fall getroffen hat, nicht zweckmässigerweise anders hätte aus
fallen sollen. Allerdings darf das Sozialversicherungsgericht sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss sich somit auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweich
ende Ermessensaus
übung als nahe
liegender erscheinen lassen. Auch ist den Bestrebungen der Ver
waltung beziehungsweise der Versicherer Rechnung zu tragen, die darauf abzielen, durch interne Weisungen, Richtlinien, Tabellen, Skalen usw. eine rechts
gleiche Behandlung der Versicherten zu gewährleisten. Ermessensmissbrauch ist gegeben, wenn die Behörde zwar im Rahmen des ihr eingeräumten Ermessens bleibt, sich aber von unsachlichen, dem Zweck der massge
benden Vorschriften fremden Erwägungen leiten lässt oder allgemeine Rechtsprinzipien, wie das Ver
bot von Willkür und von rechtsungleicher Behandlung, das Gebot von Treu und
Glauben sowie den Grundsatz der Verhältnismässigkeit ver
letzt (BGE 123 V 150 E. 2 mit Hinweisen).
Triftige Gründe, welche ein Abweichen von den vor Ort festgestellten Einschrän
kungen rechtfertigen würden, liegen jedoch nicht vor. So berück
sichtigte die zuständige Abklärungsperson aufgrund der medizinischen Akten (vgl. E. 3.1) zu Recht, dass die Beschwerdeführerin leichtere Tätigkeiten noch immer selber ver
richten kann. Zudem ist von einem Mehrgenerationenhaushalt auszugehen, wobei insbesondere der Schwiegertochter sowie dem Sohn und – auf zumutbare Tätigkeiten beschränkt – dem Ehemann im Rahme
n der Schaden
minderungs
pflicht eine Mithilfe zuzumuten ist. In einer Würdigung der gesamten Umstände erscheint dabei die Festsetzung der Einschränkungen in den Bereichen Ernährung und Wohnungspflege (25
%
), Einkauf (10
%
) und Wäsche/Kleider
pflege (30
%
)
als
zutreffend, zumindest nicht
als
unang
emessen
.
4.3
Was die geltend gemachte Nich
t
berücksichtigung der Gartenarbeit betrifft, ist anzumerken, dass die Angaben in der Haushaltsabklärung nicht unzutreffend sind
. So ist von einem Mehrfamilienhaus mit sechs Wohneinheiten auszugehen, wobei die beiden Parterrewohnung
en
von der Familie
der Beschwerdeführerin bewohnt werden; bei der festgehaltenen Rasenfläche (15 m
2
) handelt es sich um den unmittelbar zur Wohnung gehörenden Sitzplatz. Dass die Beschwerdeführe
rin vor den gesundheitlichen Problemen den ganzen Garten des Mehrfamilien
hauses gepflegt hat, ist denkbar, ergibt sich aber aus den Abklärungen vor Ort nicht. So ist unter Verschiedenes (u. a. Pflanzen- und Gartenpflege;
Urk.
7/18 S.
7) festgehalten, dass gemäss den Angaben vor Ort keine Arbeiten in diesem Bereich anfallen würden.
Praxisgemäss stellen die Gerichte im Bereich des Sozialversicherungsrechts in der Regel auf die «Aussagen der ersten Stunde» ab, denen in beweismässiger Hinsicht grösseres Gewicht zukommt als späteren Dar
stellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versi
cherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E. 2a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis).
Aufgrund der klaren Angaben im Haus
halts
abklärungsbericht ist damit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin vor Eintritt des Gesundheitsschadens nicht berücksichtigungsrelevant im Garten tätig war. Zusammenfassend kann demnach auf die nachvollziehbare und schlüssige Haushaltsabklärung abgestellt werden, was bei einem Invaliditätsgrad von rund 25
%
zur Abweisung der Beschwerde führt.
4.4
Selbst
wenn man entsprechend den Angaben des Vertreters
der Beschwerde
führerin
davon ausgehen w
ürde, dass diese vor Eintritt des Gesundheitsschadens im Umfang von 30
%
im Garten tätig gewesen wäre, würde dies nicht zu einem
rentenbegründenden Invaliditätsgrad führen. Reduziert man –
entsprechend den
Ausführungen
in der Beschwerde
(
Urk.
1 S. 5)
–
die Bereiche Ernährung, Wohnungs
pflege sowie Wäsche/Kleiderpflege
um
je 10
%
führt dies in diesen Bereichen zu den folgenden Behinderungen: Ernährung 6.25
%
(0.25
x 25
%
), Wohnungspflege 2.5 % (0.1 x 25
%
) sowie Wäsche/Kleiderpflege 3
%
(0.1
x 30
%
)
. Z
usammen
mit den Behinderungen in den Bereichen Einkauf (0.5 %) sowie Betreuung von Kindern (4.5
%
)
ergibt sich eine
Teilinvalidität von 16.75
%.
Auch im Bereich Gartenpflege ist nun aber – entsprechend den anderen Tätig
keitsbereiche - zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin die leichteren Arbeiten noch immer selber erledigen kann; weiter gilt auch hier die Schaden
minderungspflicht der Familienangehörigen. Bei einer Einschränkung von 30
%
würde dies zu einer Behinderung von 9
%
und einem Invaliditätsgrad von 25.75
%
führen. Selbst wenn man davon ausginge, dass die Gartenarbeit beson
ders kniebelastend ist,
führte auch
eine Einschränkung von 50
%
noch zu keinem rentenbegründenden Invaliditätsgrad (31.75
%
).
4.5
Zusammenfassend führt dies in Abweisung der Beschwerde zur Bestätigung
der angefochtenen Verfügung vom 1
3.
Februar 2018.
5.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV
Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.