Decision ID: 96115dc7-5714-44e2-bec3-3643945f5224
Year: 2013
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Karl Gehler, LL.M., Hofmann + Partner,
Hanfländerstrasse 67, Postfach 1539, 8640 Rapperswil SG,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
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Sachverhalt:
A.
A.a A._ kollidierte mit ihrem Personenwagen auf der Autobahn mit einem Reh,
worauf das Fahrzeug an die Böschung prallte, sich überschlug und auf dem Dach
liegen blieb. Die Versicherte wurde vom 19. September 2005 bis 22. September 2005
im Spital B._ hospitalisiert; gemäss Austrittsbericht erlitt sie beim Unfall ein stumpfes
Thorako-Abdominaltrauma, eine Commotio cerebri, multiple Kontusionen BWS,
Hemithorax rechts, Schulter rechts und eine HWS-Distorsion (vgl. act. G 4.1.7). Bereits
im Jahre 1984 hatte sich die Versicherte in der Türkei eine Humerusfraktur zugezogen,
welche mit einer Plattenosteosynthese versorgt worden war (act. G 6.1.20 und act. G
6.1.25-19).
A.b Die Versicherte war über ihre Arbeitgeberin bei der Swica unfallversichert. Diese
anerkannte ihre Leistungspflicht. Am 21. November 2005 wurde die ärztliche
Behandlung abgeschlossen und die Versicherte nahm ihre Arbeitstätigkeit bei
uneingeschränkter Arbeitsfähigkeit wieder vollumfänglich auf (act. G 6.1.42-29 und
act. G 6.1.69).
A.c Die Versicherte wurde von der Swica am 23. März 2009 zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung angemeldet, nachdem ab Oktober 2008 erneut
eine unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit aufgetreten war. Die Versicherte wurde im April
2009 an der rechten Schulter operiert (act. G 6.1.1).
A.d Die Versicherte hielt sich zwischen dem 3. Juni 2009 und 30. Juni 2009 in der
Klinik Valens zur Rehabilitation auf. Gemäss Austrittsbericht vom 14. Juli 2009 von Dr.
med. C._ und Dr. med. D._, Rheumatologie, hatte eine intensive Rehabilitation
stattgefunden. Nach dem Autounfall im September 2005 seien erstmals Schmerzen im
Bereich des rechten Ellbogens aufgetreten, welche auf eine kubital abstehende
Osteosyntheseplatte zurückgeführt worden seien. Im Mai bzw. Juli 2007 sei es zu einer
zweiseitigen Metallentfernung gekommen. Unter der Armbelastung seien erneut
massive Schmerzen aufgetreten, welche durch eine leichte Ellbogenarthrose nicht
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erklärbar gewesen seien. Im Bereich des Ellbogens sei es im Oktober 2008 bei
Verdacht auf posttraumatische Vernarbung und beginnende Arthrose zu einer
arthroskopischen Gelenkstoilette gekommen. Am 14. Mai 2009 sei ein MRI des
Ellbogens durchgeführt worden (mit Normalbefund). Weitere Abklärungen hätten ein
dolentes AC-Gelenk gezeigt. Im MRI habe man eine AC-Arthrose mit Subacromial-
Impingement nachgewiesen. Nach zweimaliger BV-kontrollierter Infiltration des AC-
Gelenks im Januar und Februar 2009 habe jeweils eine mehrtägige völlige
Beschwerdefreiheit resultiert. Nach erneutem Auftreten von Schmerzen sei am 3. April
2009 eine Schulterarthroskopie rechts mit Acromioplastik und AC-Gelenksresektion
durchgeführt worden. In gutem und objektiv deutlich verbessertem Allgemeinzustand
und Bewegungsumfang des rechten Armes habe die Patientin am 30. Juni 2009 die
Klinik Valens verlassen. Bis zur Nachkontrolle beim Operateur Dr. E._ sei die
Versicherte zu 100% arbeitsunfähig. Aufgrund der langen Arbeitsunfähigkeit werde
danach ein langsamer Wiedereinstieg mit zunächst 50% ab dem 9. Juli 2009 für 1
Woche mit Steigerung auf 75% und 100% an einem geeigneten Arbeitsplatz ohne
Überanstrengung des rechten Armes empfohlen (act. G 6.1.25-16 ff.).
A.e Dr. med. E._, Orthopädische Chirurgie FMH, hielt mit Arztbericht vom 21. Juli
2009 ein seit 2008 bestehendes protrahiertes Schulter-Arm-Schmerzsyndrom fest. Die
bisherige Tätigkeit als Produktionsmitarbeiterin sei aus medizinischer Sicht allenfalls in
einem zeitlichen Rahmen von 3 bis 4 Stunden pro Tag zumutbar, aktuell bestehe eine
verminderte Leistungsfähigkeit von mindestens 50%. Dr. E._ verwies auf die
konsiliarische Beurteilung durch die Uniklinik Balgrist (act. G 6.1.25-1 ff.).
A.f Am 19. Oktober 2009 fand eine Arbeitsplatzabklärung durch die IV-Stelle statt.
Gemäss Bericht der Eingliederungsberaterin vom 21. Oktober 2009 seien
abwechslungsreiche Tätigkeiten auszuführen. Es gebe viel Handarbeit, tendenziell für
Rechtshänder eingerichtet. Nur wenig könnte ganz auf links ausgerichtet werden, was
die Versicherte versucht habe. In geistiger, psychischer Hinsicht bestünden bei der
Versicherten keine Einschränkungen. Sie scheine eine sehr motivierte, interessierte und
lernbereite Person zu sein. Die Versicherte werde auch im Lager und in der
Produktionszuführung eingesetzt, da sie Stapler fahren könne (act. G 6.1.34).
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A.g Am 28. Juli 2010 berichtete F._, Dipl. Sozialarbeiterin FH, die Versicherte habe
einen therapeutischen Arbeitsversuch (1 Stunde pro Tag, Arbeiten unter 5 kg) nach drei
Wochen abbrechen müssen, da sich die Schmerzen in der Schulter noch verstärkt
hätten und sie den Arm kaum mehr habe heben können. Da die Abklärungen und
Therapien gemäss Dr. med. G._, Arzt für Allgemeine Medizin FMH, abgeschlossen
seien und der Arbeitsversuch gescheitert sei, sei eine Eingliederung der Versicherten
nicht mehr möglich. Es sei daher entsprechend die Rentenprüfung zu veranlassen
(act. G 6.1.49).
A.h Das vom Unfallversicherer in Absprache mit der IV-Stelle am 15. Januar 2010 in
Auftrag gegebene AEH-Gutachten wurde am 9. September 2010 durch Dr. med. H._,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Dr. med. I._, FMH Innere Medizin/
Rheumatologie, Dr. med. J._, FMH Physikalische Medizin und Rehabilitation/
Rheumatologie sowie Frau K._, Physiotherapeutin, erstellt (act. G 6.1.51/1-33). Die
Ärzte stellten die Diagnosen: protrahiertes Schulter-/Arm-Schmerzsyndrom
rechtsseitig, Status nach stumpfem Thorako-Abdominal-Trauma, Commotio cerebri,
HWS-Distorsion und Schulterkontusion bei Autounfall am 19. September 2005,
dysfunktionales Schmerz- und Krankheitsverhalten, ohne Hinweise für psychiatrische
Erkrankung von Krankheitswert. Zurzeit könne sich die Versicherte die Aufnahme einer
beruflichen Tätigkeit nicht mehr vorstellen, sie könne auch die Haushaltsarbeiten nicht
mehr verrichten. Die operativen Interventionen am Ellbogen und an der Schulter hätten
die Situation eher verschlechtert. Das arbeitsbezogene relevante Problem bestehe in
einer verminderten Belastungstoleranz des gesamten Schulterbereiches rechts und des
Ellbogens rechts. Aufgrund der somatischen Befunde sei die zuletzt ausgeübte
Tätigkeit als Produktionsmitarbeiterin wahrscheinlich auf Dauer nicht mehr zumutbar.
Einschränkend seien dabei einerseits die geforderten Gewichtsbelastungen als auch
die repetitiven Arbeiten mit dem rechten Arm. Die angestammte Tätigkeit sei wegen
den zu hantierenden Gewichten auch aufgrund der "alleinigen" Schulterprobleme
wesentlich reduziert. In einer leidensangepassten körperlich leichten bis knapp
mittelschweren Tätigkeit bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit (act. G 6.1.51/9-16,-22). Im
psychiatrischen Teilgutachten vom 25. Februar 2010 stellte Dr. H._ keine Diagnose
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Bei der Explorandin bestehe keine familiäre
Belastung und es könne keine genetische Vulnerabilität für psychiatrische
Erkrankungen festgestellt werden. Sie habe am 19. September 2005 einen Autounfall
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erlitten, wobei sie offensichtlich einen psychischen Schock bei einer zweistündigen
Befreiungsaktion aus dem Auto gut habe verarbeiten können, was auf viele
Persönlichkeitsressourcen von Seiten der Explorandin hindeute. Der Versicherten
könne in der angestammten wie in leidensadaptierten Tätigkeiten eine 100%-ige
Arbeitsfähigkeit attestiert werden, aus psychiatrischer Sicht sei sie nie arbeitsunfähig
gewesen (act. G 6.1.51-5).
A.i Gemäss FI-Gesprächsprotokoll des RAD vom 24./27. November 2010 berichtete
Dr. G._, dass ein Arbeitsversuch der Versicherten im Sommer gescheitert sei. Sie
habe die Kündigung per 31. November 2010 erhalten. Die Versicherte sei
leidensadaptiert ab sofort 50% arbeitsfähig, steigerbar; aufgrund des dysfunktionalen
Krankheitsverhaltens sei das Erreichen einer vollen Arbeitsfähigkeit eher nicht
realistisch (act. G 6.1.55/58).
A.j Nach Abklärung der Möglichkeiten einer beruflichen Eingliederung (act. G 6.1.57
und 60), teilte die IV-Stelle der Versicherten am 20. April 2011 mit, der Anspruch auf
berufliche Massnahmen werde abgewiesen. Insbesondere fühle sich die Versicherte
gesundheitsbedingt nicht in der Lage, an Eingliederungsbemühungen aktiv
mitzuwirken. Unter diesen Voraussetzungen könnten keine erfolgsversprechenden
Massnahmen durchgeführt werden (act. G 6.1.64).
A.k Mit Arztbericht vom 14. Mai 2011 berichtete Dr. G._ über den
Gesundheitszustand der Versicherten. Als Ursache für eine Arbeitsunfähigkeit sehe er
eine Affektlabilität, eine depressive Entwicklung und unklare Schulter-/Arm-Schmerzen
rechts. Es bestehe auf die Dauer eine nicht nachvollziehbare Reaktion auf die wohl
vorhandenen Schulter-/ Arm-Schmerzen rechts. Es könne mit einer Wiederaufnahme
der beruflichen Tätigkeit gerechnet werden, sobald die Patientin dazu psychisch bereit
sei (act. G 6.1.69).
A.l Mit Arztbericht vom 31. August 2011 stellte Dr. med. L._, Fachärztin für
Psychotherapie und Psychiatrie FMH, die Diagnose einer reaktiven Depression, die seit
ca. 2009 bestehe, aber keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit habe. Als
therapeutische Massnahme seien eine antidepressive Medikation und
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psychotherapeutische Gespräche in ca. 2-wöchentlichen Intervallen ergriffen worden
(act. G 6.1.72).
A.m Mit Vorbescheid vom 3. Oktober 2011 wurde der Versicherten mitgeteilt, dass kein
Anspruch auf eine Invalidenrente bestehe, da ihr die angestammte Tätigkeit als
Produktionsmitarbeiterin sowie eine leidensadaptierte Tätigkeit zu 100% zumutbar
seien (act. G 6.1.76).
A.n Mit Schreiben vom 6. Oktober teilte die Versicherte mit, dass sie mit dem
vorgesehenen Entscheid nicht einverstanden sei. Sie habe in den letzten 3 Jahren
diverse Operationen und Therapien durchgemacht. Ihr Zustand habe sich dadurch
nicht verbessert, sondern eher verschlechtert. Da sie wegen Schmerzen nicht mehr
habe arbeiten können, sei sie durch ihren Arbeitgeber zur IV angemeldet worden.
Unterdessen sei ihr auch gekündigt worden. Ihr eigener Arzt sowie die Uniklinik Balgrist
hätten ihr klar gesagt, dass sie diese Schmerzen ihr ganzes Leben lang haben werde.
Es sei sogar die Rede von einem künstlichen Schultergelenk gewesen. Sie habe am 7.
November 2011 einen Termin in der Uniklinik Balgrist für weitere Abklärungen. Wenn
sie mit diesen Schmerzen trotzdem einer Arbeit nachgehen müsse, so bitte sie um
entsprechende Hilfe auf der Suche nach einer ihr zumutbaren Tätigkeit oder um
entsprechende Eingliederungsmassnahmen (act. G 6.1.77).
A.o Mit Schreiben vom 14. November 2011 orientierte Dr. med. M._, Uniklinik
Balgrist, dass die Versicherte am 7. November 2011 in einer Schulter-/
Ellbogensprechstunde ambulant untersucht worden sei. Bei der Versicherten zeige sich
eine schwierige Situation. Sie habe eine diffuse Druckdolenz und Schmerzen in der
gesamten Schulter vor allem über dem AC-Gelenk sowie im vorderen Schulterbereich.
Sie habe bereits 2009 eine Abklärung in der Uniklinik Balgrist gehabt mit Infiltration.
Damals sei die Symptomatik auf das AC-Gelenk gerichtet gewesen. Nun werde erneut
eine diagnostisch sequenzielle Infiltration AC, subacromial und glenohumeral und ein
Arthro-MRI durchgeführt. Die Versicherte sage ausdrücklich, dass sie keine Operation
möchte (act. G 6.1.82).
A.p Mit Stellungnahme vom 20. Dezember 2011 teilte die Versicherte der IV-Stelle mit,
dass die Unfallversicherung (Swica) die Taggeldleistungen mit Verfügung vom 16. Juni
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2011 per 31. August 2011 eingestellt und einen Rentenanspruch abgelehnt habe. Sie
habe daraufhin Beschwerde beim Versicherungsgericht gegen die Verfügung der Swica
eingereicht. Da es sich bei ihrem Leiden und der daraus folgenden Arbeitsunfähigkeit
um reine Unfallfolgen handle, ersuche sie, den Entscheid betreffend Rentenanspruch
aus der Invalidenversicherung bis zum Abschluss des Verfahrens beim
Versicherungsgericht zurückzustellen. Da sie ihre Teilarbeitsfähigkeit gerne umsetzen
möchte, bitte sie die IV-Stelle bei der Suche nach einer geeigneten Arbeit behilflich zu
sein. Gerne erwarte sie diesbezüglich eine baldige Kontaktaufnahme eines
Eingliederungsspezialisten (act. G 6.1.86).
A.q Mit Verfügung vom 29. Februar 2012 lehnte die IV-Stelle den Anspruch auf
Leistungen der Invalidenversicherung ab. Die angestammte Tätigkeit als
Produktionsmitarbeiterin sowie eine leidensadaptierte Tätigkeit seien der Versicherten
zu 100% zumutbar. Demzufolge könne sie ohne weiteres das gleiche
Jahreseinkommen erzielen wie bisher. Wie die nochmalige Durchsicht der Akten durch
den RAD zeige, könne an der Arbeitsfähigkeit von 100% festgehalten werden. Es lägen
keine Berichte, Diagnosen oder Befunde vor, die auf eine Verschlechterung des
Gesundheitszustandes hinweisen würden. Aufgrund des Einwandes vom 20. Dezember
2011 habe die IV-Stelle auch den Anspruch auf berufliche Massnahmen erneut geprüft.
Auf aktive Arbeitsvermittlung bestehe nur Anspruch, wenn eine gesundheitsbedingte
Einschränkung bei der Stellensuche bestehe. Dies sei bei der Versicherten nicht der
Fall, weshalb das RAV zuständig sei (act. G 6.1.95).
A.r Mit Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 16. April
2012, UV 2011/60 [nachfolgend: UV 2011/60]), wurde die gegen die Einstellung der
Versicherungsleistungen des Unfallversicherers erhobene Beschwerde vom 18. August
2011 abgewiesen. Der Entscheid erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
B.
B.a Mit Beschwerde vom 17. April 2012 verlangt die Beschwerdeführerin die
Aufhebung der Verfügung vom 29. Februar 2012. Es sei ihr auf der Basis einer
medizinisch theoretischen Arbeitsunfähigkeit von 100% eine ganze IV-Rente
auszurichten. Das Gutachten AEH attestiere sehr wohl eine erhebliche Einschränkung
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in der Arbeitsfähigkeit. So werde im Gutachten festgestellt, dass aufgrund der Befunde
die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Produktionsmitarbeiterin wahrscheinlich auf Dauer
nicht mehr zumutbar sei. Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb die
Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung das Gegenteil behaupte und von
einer Zumutbarkeit der Fortführung der angestammten Tätigkeit sowie einer
leidensadaptierten Tätigkeit von 100% ausgehe. Die Beschwerdegegnerin verschweige
die erheblichen Einschränkungen, welche zu berücksichtigen seien. Zu denken sei hier
an einen Leidensabzug, aber auch an eine deutliche Einkommenseinbusse. Mit solchen
Einschränkungen könne nicht davon ausgegangen werden, dass die
Beschwerdeführerin das gleiche Einkommen erzielen würde, wie dies ein
durchschnittlicher gesunder Arbeitnehmer könne. Dabei könne bei diesen
Einschränkungen von einer Einkommenseinbusse in der adaptierten Tätigkeit von über
40% ausgegangen werden. Zur konkreten Berechnung des Invalideneinkommens
könne allerdings nicht Stellung genommen werden, da es die Beschwerdegegnerin
willkürlich und rechtswidrig verpasst habe, überhaupt eine Berechnung des
Invalideneinkommens vorzunehmen. Schliesslich müsste sich die Beschwerdegegnerin
auch mit der Frage auseinandersetzen, ob in einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
überhaupt Arbeiten vorhanden seien, die vorwiegend mit der linken, schwächeren
Hand ausgeführt werden können (act. G 1).
B.b In der Beschwerdeergänzung vom 21. Mai 2012 rügt die Beschwerdeführerin
zusätzlich, die Ellbogenproblematik sei bisher nicht korrekt dargestellt bzw. zu wenig
ermittelt worden. Auch die AEH-Gutachter hätten die Ellbogenbeschwerden zu Unrecht
nicht näher abgeklärt. Die Angaben des operierenden Arztes Dr. E._ könnten nicht
genügen. Es sei ein Obergutachten nötig (act. G 4).
B.c Mit Beschwerdeantwort vom 20. Juni 2012 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde. Im Abschnitt Beurteilung/Diagnose im Gutachten werde
der Ellbogenproblematik über eine halbe Seite gewidmet und diese umfassend
gewürdigt. Es sei keinesfalls so, dass die Beschwerden am rechten Ellbogen nicht
genügend untersucht und gewürdigt worden seien. Vielmehr seien sich die Gutachter
der Problematik bewusst gewesen und hätten ihre Arbeitsfähigkeitsschätzung in deren
Kenntnis abgegeben. Das Gutachten erfülle alle Kriterien der Beweistauglichkeit.
Irrelevant sei, ob die angestammte Tätigkeit noch zumutbar sei oder nicht. Bei ihrem
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letzten Arbeitgeber habe die Beschwerdeführerin gemäss Auszug aus dem
Individuellen Konto einen Jahresverdienst von Fr. 40'997.-- (2008) erzielt, was unter
dem gemäss LSE erzielbaren Durchschnittslohn für Hilfsarbeiterinnen liege. Abzüge
vom Invalideneinkommen seien vorliegend kaum gerechtfertigt. Selbst wenn man
jedoch den maximal zulässigen Tabellenlohnabzug von 25% vornehmen würde, reiche
dies nicht, um einen rententangierenden Invaliditätsgrad zu erreichen. Die faktische
Einhändigkeit begründe zwar praxisgemäss eine erheblich erschwerte Verwertbarkeit
der Arbeitsfähigkeit, doch habe die Rechtsprechung wiederholt bestätigt, dass auf dem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt genügend realistische Betätigungsmöglichkeiten für
Personen, welche funktionell als Einarmige zu betrachten seien, zu finden seien. Es
bleibe anzumerken, dass eine Gewichtsbelastung des rechten Arms bis zu 10 bis 12 kg
möglich sein sollte (act. G 6).
B.d In der Replik vom 14. August 2012 hält die Beschwerdeführerin unverändert an der
Beschwerde fest. Die Gutachter hätten sich bei der Beurteilung der
Ellbogenproblematik auf veraltete Vorakten gestützt und weder eigene Abklärungen
noch eine eigene Würdigung vorgenommen (act. G 8).
B.e Auf die Einreichung einer Duplik hat die Beschwerdegegnerin verzichtet (act. G
10).

Erwägungen:
1.
In der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin sowohl einen
Rentenanspruch wie den Anspruch auf berufliche Massnahmen abgewiesen. Letzteres
ist von der Beschwerdeführerin nicht angefochten worden. Umstritten ist einzig, ob die
Beschwerdegegnerin den Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente zu
Recht verneint hat. Sollte sich allerdings ergeben, dass ein Rentenanspruch in Frage
steht, wäre auch die berufliche Eingliederung erneut zu prüfen.
2.
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2.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 ATSG). Erwerbsunfähigkeit
ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch
auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, auf
eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad
von mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-
Grad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
2.2 Im Sozialversicherungsprozess gelten die Grundsätze der Untersuchungspflicht
und der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Demgemäss hat der
Versicherungsträger bzw. im Beschwerdefall das Gericht den rechtserheblichen
Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären, ohne dabei an die Anträge der Parteien
gebunden zu sein. Verwaltungsbehörden und Sozialversicherungsgerichte haben
zusätzliche Abklärungen stets vorzunehmen, wenn hierzu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 110 V 53 E. 4a in fine).
2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des
Beweiswerts eines ärztlichen Berichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).
3.
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3.1 Es stellt sich zuerst die Frage, ob das vorliegende AEH-Gutachten vom 9.
September 2010 (act. G 6.1.51) als medizinische Grundlage für die Bemessung des
Invaliditätsgrades ausreicht. Die Beschwerdegegnerin stützte die angefochtene
Verfügung im Wesentlichen auf das AEH-Gutachten, worin für leidensadaptierte
Tätigkeiten eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit bescheinigt wurde. Gegen deren
Beweiskraft bringt die Beschwerdeführerin mehrere Einwände vor.
3.2 Die Gutachter kamen zum Schluss, das arbeitsbezogene Problem bestehe in einer
verminderten Belastungstoleranz des gesamten Schulterbereichs rechts und des Ell
bogens rechts aufgrund von Schmerzen. Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als
Produktionsmitarbeiterin sei auf Dauer wahrscheinlich nicht mehr zumutbar; hingegen
sei eine leidensadaptierte Tätigkeit vollumfänglich zumutbar. Wie die
Beschwerdeführerin zu Recht rügt, wird diese Einschätzung in der angefochtenen
Verfügung nicht korrekt berücksichtigt, soweit auch die angestammte Tätigkeit als zu
100% zumutbar erachtet wird. Indessen ist für die Beurteilung des Rentenanspruchs
nicht die angestammte Tätigkeit massgebend, sondern die Erwerbsunfähigkeit in einer
leidensadaptierten Tätigkeit.
3.3 Die Gutachter haben die Vorakten, insbesondere die diversen Röntgenbefunde
berücksichtigt und eigene somatische und psychiatrische Abklärungen gemacht (vgl.
act. G 6.1.51-13 f.). Das Gutachten setzt sich sodann nicht nur mit den unfallrelevanten
Tatsachen und Folgen auseinander. Vielmehr werden generelle Aussagen über die
Arbeitsfähigkeit und die funktionelle Leistungsfähigkeit gemacht. Es wurden diverse
unfallfremde Aspekte – mithin das gesamte geklagte Leidensbild - in die Beurteilung
mit einbezogen. Aus psychiatrischer Sicht wurde kein Leiden mit Krankheitswert
festgestellt. Die Experten setzten sich auch mit dem dysfunktionalen
Krankheitsverhalten auseinander und hielten fest, dass dieses keine Arbeitsunfähigkeit
begründe. Die begutachtenden Ärzte Dr. I._ und PD Dr. J._ haben sich eingehend
mit den vorhandenen Arztberichten und wesentlichen Tatsachen der
Krankengeschichte auseinandergesetzt und diese im AEH-Gutachten gewürdigt. Sie
haben zahlreiche Untersuchungen durchgeführt und die Klagen der
Beschwerdeführerin berücksichtigt. Die medizinischen Überlegungen wirken schlüssig
und sind überzeugend begründet.
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3.4 Die Beschwerdeführerin rügt, dass die Ellbogenproblematik nicht korrekt
dargestellt bzw. zu wenig abgeklärt wurde (act. G 1 und act. G 4). Diesbezüglich finden
sich im Gutachten auf S. 6 f. Untersuchungsbefunde und Hinweise auf zahlreiche
Vorakten. Im Abschnitt "Beurteilung/Diagnose" wird ausführlich auf die genannte
Problematik in ihrem Verlauf eingegangen. So wird festgehalten, dass gemäss
Anamnese die von der Beschwerdeführerin im Jahr 1984 erlittene Humerusfraktur nach
deren Versorgung folgenlos verheilte und sich akute Beschwerden im rechten Ellbogen
erstmals nach dem Aufstehen und Abstützen auf einen Gehstock nach einer
arthroskopischen Intervention am linken Knie vom 17. Februar 2007 zeigten. Es werden
die von Dr. E._ vorgenommenen operativen Schritte aufgeführt und auf dessen
arthroskopische Untersuchung vom 7. Oktober 2008 hingewiesen, wo sich im
Wesentlichen am distalen Humerus Knorpelulzerationen und Ulzerationen am Rand des
Radiusköpfchens sowie eine mässige Chondromalazie an der Spitze des Prozessus
coracoideus gezeigt hatten. Bei dieser Untersuchung erfolgte zugleich die Behandlung
der erhobenen Befunde mit einer arthroskopischen Gelenkstoilette und Débridement
der Vernarbungen (act. G 6.1.30-12). Das scheint die Beschwerdeführerin zu
übersehen, wenn sie auf diese Befunde hinweist und geltend macht, es wären weitere
Abklärungen nötig gewesen (Replik S. 4). Nachdem auch nach den Behandlungen
durch Dr. E._ die Beschwerden im rechten Ellbogen anhielten, ersuchte dieser die
Uniklinik Balgrist um eine konsiliarische Beurteilung und organisierte einen
Rehabilitationsaufenthalt in der Klinik Valens (act. G 6.1.30-8 und 10). Entgegen der
Behauptung der Beschwerdeführerin liegt damit nicht allein eine Beurteilung durch den
Operateur Dr. E._ vor. In der Uniklinik Balgrist erfolgten auch weitere Behandlungen;
dabei konnte mittels Infiltrationen lediglich vorübergehend eine Schmerzfreiheit erzielt
werden. Im Zeitpunkt des Gutachtens war sodann die Aufnahme der
Beschwerdeführerin im ambulanten interdisziplinären Schmerzprogramm der
Rheumaklinik des Universitätsspitals Zürich vorgesehen, wie im Gutachten festgehalten
ist (act. G 6.1.51-11 und 16). All diese Behandlungsschritte werden aufgeführt und
zusammen mit der eigenen klinischen Untersuchung gewürdigt. Aus dem Umstand,
dass die Gutachter aufgrund der nach dem Unfall aufgenommenen Röntgenaufnahmen
die Lage des Osteosynthesematerials projektionsbedingt nicht mit ausreichender
Sicherheit beurteilen und den weiteren Verlauf nicht mit Sicherheit rekonstruieren
konnten, lässt sich entgegen der Behauptung der Beschwerdeführerin nicht einfach
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schliessen, das Gutachten sei ungenügend. Es ist vielmehr ein Qualitätszeichen, wenn
Unsicherheiten explizit angegeben werden. Im Übrigen ist für die Beurteilung der
Restarbeitsfähigkeit nicht ein einzelner Befund bzw. ein detaillierter Verlauf
massgebend, sondern hauptsächlich der selber erhobene Befund bzw. dessen
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit im Zeitpunkt der Begutachtung. Nach
Auffassung der Gutachter verbleibt im rechten Ellbogen eine "strukturelle"
Einschränkung, die aber wegen des maladaptiven Schmerzverhaltens der
Beschwerdeführerin schwierig (von diesem Verhalten) abzugrenzen sei. Die Gutachter
gehen letztlich von einer somatisch bedingten Einschränkung des rechten Arms aus,
die sich qualitativ in der Arbeitsfähigkeit auswirkt, indem der Beschwerdeführerin vor
allem repetitive Tätigkeiten mit dem rechten Arm (nebst Arbeiten auf Kopf- bzw.
Überkopfhöhe und Gewichtsbelastungen über 10-12.5 kg) als nicht mehr zumutbar
erachtet werden (vgl. act. G 6.1.51-22). Entgegen der Behauptung der Beschwerde
führerin begnügen sich die Gutachter nicht allein in der Wiedergabe der medizinischen
Vorakten, sondern würdigen diese zusammen mit ihren eigenen Untersuchungen. Von
einer ungenügenden Abklärung der Ellbogenproblematik kann nicht gesprochen
werden.
3.5 Dr. med. N._, Facharzt für Orthopädie vom Spital O._, erstattete mit
Schreiben vom 14. März 2009 gegenüber dem Unfallversicherer Bericht (act. G 4.3).
Ebenso legte die Beschwerdeführerin einen weiteren Arztbericht von Dr. E._ vom
3. März 2009 vor (act. G 4.2). Beide Berichte vermögen aber keine abweichende
gesundheitliche Beurteilung darzulegen, auch wenn sie im AEH-Gutachten nicht
erwähnt sind. Der Bericht von Dr. N._ enthält im Wesentlichen eine Anamnese, die im
AEH-Gutachten auch in dieser Form wiedergegeben wurde. Zudem erstattete Dr. N._
diese Aktenbeurteilung zur Frage, ob der anfangs 2009 geltend gemachte Rückfall
Folge des Unfalls aus dem Jahr 2005 oder jenem aus dem Jahr 1984 sei (vgl. Anfrage
des Unfallversicherers vom 12. März 2009 in act. G 6.2). Der Bericht von Dr. E._ vom
3. März 2009 an den Unfallversicherer enthält im Wesentlichen dieselben
Feststellungen, wie er sie in weiteren zahlreich vorhandenen Berichten gemacht hat
und die im AEH Gutachten berücksichtigt worden sind. Aus diesen Gründen vermögen
auch diese Arztberichte bzw. deren Nichterwähnung im Gutachten die Beweiskraft des
AEH-Gutachtens nicht zu erschüttern.
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3.6 Das AEH-Gutachten vom 9. September 2010 steht schliesslich auch im Einklang
mit den weiteren Abklärungen der Uniklinik Balgrist. Im Arztbericht vom 14. November
2011 betreffend die ambulante Untersuchung vom 7. November 2011 führt Dr. med.
M._, Uniklinik Balgrist, praktisch dieselben Diagnosen bezüglich des protrahierten
Schulter-Arm-Syndroms rechts auf. Es zeige sich eine schwierige Situation. Die
Beschwerdeführerin habe eine diffuse Druckdolenz und Schmerzen in der gesamten
Schulter. Auch der Ellbogen rechts weise eine deutliche Druckdolenz über der
Flexionsseite auf. Nach der letzten Abklärung im Jahr 2009 werde nun erneut eine
Abklärung und Behandlung mit Infiltrationen durchgeführt (act. G 6.1.82). Im folgenden
Arztbericht vom 5. Januar 2012 (act. G 6.1/88) mit denselben Diagnosen hält Dr. med.
P._, Uniklinik Balgrist, fest, das MRI der Schulter rechts vom 21. Dezember 2011
habe eine tendinopatische, aber intakte Supraspinatussehne gezeigt. Es bestehe eine
leichte dorsale Subluxationsstellung des Humeruskopfes und allseits gute
Muskelqualität. Auf die therapeutischen Infiltrationen habe die Beschwerdeführerin gut,
aber nicht vollständig angesprochen; weitere (Schmerz-)Behandlungen seien nicht
geplant. Die Beschwerdeführerin sei zurzeit ohne Arbeit; er habe sie zur Arbeitssuche
ermuntert. Wie RAD-Ärztin Dr. Q._ in ihrer Aktenbeurteilung vom 29. Februar 2012
festhält, ergeben sich aus diesen Arztberichten zudem keine Hinweise für eine
Verschlechterung des Gesundheitszustandes (act. G 6.1.94).
3.7 Die Beschwerdeführerin selbst macht eine Verschlechterung des Gesundheits
zustandes geltend. Sie sei nervlich total am Ende. Die Schmerzen würden immer
unerträglicher und das Ganze belaste sie auch psychisch. Daher befinde sie sich in
psychiatrischer Behandlung bei Dr. med. L._, Fachärztin für Psychiatrie und
Psychotherapie FMH. Aus dem Bericht vom 31. August 2011 von Dr. L._ geht
allerdings keine Arbeitsunfähigkeit hervor. Die von ihr festgestellte reaktive Depression
(ICD-10:F32.1) führte sie unter Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit an
(vgl. act. G 6.1.72 und act. G 6.1.86). Einzig Dr. G._ kommt in seinem ärztlichen
Zeugnis vom 19. Januar 2012 zu einer abweichenden Beurteilung. Er bescheinigt neu
eine 50%-ige Arbeitsunfähigkeit ab 15. Dezember 2011 mit Vollentlastung der Schulter
(act. G 6.1.91). Allerdings fehlt eine Begründung für die attestierte Einschränkung von
50%. Sie steht zudem in ungeklärtem Widerspruch zu dessen früherem Arztbericht
vom 14. Mai 2011, wo aus seiner Sicht das Schulter-Arm-Syndrom keine
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hatte (act. G 6.1.69). Von daher ist das nicht
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weiter begründete Arztzeugnis vom 19. Januar 2012 weder geeignet, auf eine
Verschlechterung hinzuweisen, wie RAD-Ärztin Dr. Q._ festhielt (act. G 6.1/94), noch
geeignet, Zweifel an der gutachterlichen Beurteilung zu wecken.
3.8 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die von der Beschwerdeführerin gegen
das AEH-Gutachten vorgebrachten Einwände keine Zweifel an der Beweiskraft des
Gutachtens entstehen lassen. Des Weiteren bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass
objektiv wesentliche Tatsachen nicht berücksichtigt worden wären oder dass seither
eine Verschlechterung eingetreten wäre. Es ist daher gesamthaft auf die Feststellungen
des AEH-Gutachtens abzustellen. Mithin ist von einer 100%-igen Arbeitsfähigkeit in
einer adaptierten Tätigkeit auszugehen, während die angestammte Tätigkeit nicht mehr
zumutbar ist. Einschränkungen bestehen seit Oktober 2009 vorab bei repetitiven
Arbeiten mit dem rechten Arm, bei Arbeiten auf Kopf- resp. Überkopfhöhe und bei
Gewichtsbelastungen von mehr als 10-12.5 kg. Keine Einschränkungen bestehen bei
Sitzen, Stehen an Ort, Stehen und Gehen und auch beim Gehen und Treppensteigen
(act. G 6.1.51-22).
4.
Die Beschwerdeführerin weist darauf hin, dass es eine Arbeitstätigkeit, die auf das
Leistungsprofil zutreffen würde, nicht gebe. Es stellt sich somit die Frage nach der
Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit (vgl. act. G 4, Ziff. 13 ff.). Referenzpunkt für die
Verwertung der Restarbeitsfähigkeit ist der hypothetische ausgeglichene Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Nach der Rechtsprechung handelt es sich dabei um einen
theoretischen und abstrakten Begriff, der dazu dient, den Leistungsbereich der
Invalidenversicherung von demjenigen der Arbeitslosenversicherung abzugrenzen. Der
Begriff umschliesst einerseits ein bestimmtes Gleichgewicht zwischen dem Angebot
von und der Nachfrage nach Stellen; anderseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der
von seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen offen hält und zwar
sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen
wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Nach diesen Gesichtspunkten
bestimmt sich im Einzelfall, ob die invalide Person die Möglichkeit hat, ihre restliche
Erwerbsfähigkeit zu verwerten und ob sie ein rentenausschliessendes Einkommen zu
erzielen vermag oder nicht (BGE 110 V 276 E. 4b; ZAK 1991 S. 320 f. E. 3b). Daraus
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folgt, dass für die Invaliditätsbemessung nicht darauf abzustellen ist, ob eine invalide
Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern
einzig darauf, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte,
wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen
würden (AHI 1998 S. 291). Für die Beschwerdeführerin stehen - trotz ihrer
gesundheitlichen Einschränkungen - auf diesem hypothetischen ausgeglichenen
Arbeitsmarkt genügend leichte Hilfs-, Kontroll- und Überwachungstätigkeiten offen,
sodass nicht von realitätsfremden und in diesem Sinn unmöglichen oder unzumutbaren
Einsatzmöglichkeiten auszugehen ist. Denn die zumutbare Tätigkeit (vgl. hierzu act. G
6.1.51-21 f.) ist vorliegend nicht nur in so eingeschränkter Form möglich, dass sie der
allgemeine Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder nur unter nicht realistischem
Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers ausgeübt werden kann (ZAK
1989 S. 322 E. 4a). Wie die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort zutreffend
hinweist, hat die Rechtsprechung wiederholt bestätigt, dass die faktische Einarmigkeit
zwar die Verwertbarkeit erheblich erschwert, aber auf dem ausgeglichenen
Arbeitsmarkt genügend realistische Betätigungsmöglichkeiten zu finden sind. Darauf ist
zu verweisen.
5.
5.1. Die Beschwerdeführerin rügt, dass die Beschwerdegegnerin keinen konkreten
Einkommensvergleich vorgenommen habe. Es trifft zu, dass in der angefochtenen Ver
fügung einzig festgehalten wird, die Beschwerdeführerin könnte "ohne weiteres" das
gleiche Jahreseinkommen erzielen wie bisher. Gemäss den Einträgen im Individuellen
Konto erzielte die Beschwerdeführerin im Jahr 2007 Fr. 37'303.-- und im Jahr 2008
Fr. 40'997.-- (act. G 6.1/18); von letzterem ging die Beschwerdegegnerin in der
Beschwerdeantwort aus. Indessen erhielt die Beschwerdeführerin in diesen Jahren
Kranken- bzw. Unfalltaggelder (vgl. Angaben der R._ vom 29. Mai 2009, act. G
6.1.23-4), weshalb die Einträge in diesen Jahren nicht als massgebendes
Valideneinkommen angenommen werden können. Die Arbeitgeberin erklärte im
erwähnten Bericht, die Beschwerdeführerin würde als Gesunde im Jahr 2009
Fr. 55'120.-- verdienen (act. G 6.1.23-4). Selbst wenn auf die Zahlen abgestellt würde,
die dem Entscheid in der Unfallversicherung zugrundeliegen (vgl. UV 2011/60, S. 14:
Valideneinkommen von Fr. 54'462.-- für 2010, zurückgerechnet auf 2009: Fr.
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53'892.--), so würde kein unterdurchschnittliches Einkommen resultieren, wie die
Beschwerdegegnerin annimmt. Für dieses Verfahren spricht nichts dagegen, auf die
Angaben der Arbeitgeberin abzustellen und ein Valideneinkommen von Fr. 55'120.-- für
2009 anzunehmen.
5.2 Damit bleibt die Höhe des Invalideneinkommens zu ermitteln. Für die Bestimmung
dieses Einkommens ist auf Erwerbstätigkeiten abzustellen, die der versicherten Person
angesichts ihrer Ausbildung und ihrer physischen sowie intellektuellen Eignung
zugänglich wären. Rechtsprechungsgemäss werden hierzu die Tabellenlöhne gemäss
den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen (BGE 129 V 475 f. E. 4.2.1). Abzustellen
ist auch im vorliegenden Fall auf die LSE-Tabellenlöhne, da die Beschwerdeführerin
keine ihr zumutbare Tätigkeit ausübt. Im Jahr 2009 betrug der Tabellenlohn der Tabelle
TA1, Frauen, Anforderungsniveau 4, angepasst an die betriebsübliche wöchentliche
Arbeitszeit Fr. 52'457.--.
5.3 Nach der Rechtsprechung hängen die Fragen, ob und in welchem Ausmass
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen und beruflichen
Umständen des konkreten Einzelfalls ab (etwa leidensbedingte Einschränkung, Alter
und Beschäftigungsgrad), die nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu
schätzen sind, wobei der maximal zulässige Abzug auf 25% festzusetzen ist. Eine
schematische Vornahme des Tabellenlohnabzugs ist unzulässig (BGE 126 V 79 E. 5b
und 129 V 481 E. 4.2.3 mit Hinweisen). Der Beschwerdeführerin ist nur noch ein
eingeschränktes Spektrum an leidensangepassten Tätigkeiten zumutbar (körperlich
leichte Tätigkeit, unter weitgehender Schonung des rechten dominanten Arms). Die
Höhe des konkreten Leidensabzugs kann allerdings offen bleiben. Selbst wenn wegen
der faktischen Einarmigkeit vom maximalen Abzug von 25% ausgegangen wird, so
resultiert ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von 29% (55'120.-- ./.
(52'457.-- x 0,75) = 15'777.-- Erwerbsausfall oder 28.6% von 55'120.--).
6.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Das Beschwerdeverfahren ist
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom
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Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG).
Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden
Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind sie
vollumfänglich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Der von ihr geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihr daran anzurechnen. Ausgangsgemäss hat die
Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP