Decision ID: 70343f2c-cee8-44fd-8ec3-2ec3baba9455
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1968 und tätig als Reinigungsmitarbeitern,
meldete sich erstmals am
1.
Juli 2009 (Eingangsdatum) bei der
Sozialversicherungsan
stalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Hinweis
auf
eine Hörminderung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/2). Nach medizinischen Abklärungen erteilte die
IV-Stelle Kostengutsprache für ein Hörgerät (Mitteilung vom
2
3.
November 2009,
Urk.
7/7). Mit Gesuch vom
7.
Februar 2013 (Eingangsdatum,
Urk.
7/8) bean
tragte
die Versicherte bei der IV-Stelle
ein Hörgerät
für das rechte Ohr
.
Die IV-Stelle tätigte wied
erum Abklärungen und erteilte mit Schreiben vom
1
4.
März 2013 eine Gutsprache für eine Hörgerätepauschale (
Urk.
7/11).
Die Versicherte meldete sich am 1
7.
Februar 2014 (Eingangsdatum) unter Hin
weis auf Arthrose, Migräne,
zahlreiche
Operationen (Ohr, Knie, beide Hände, Abszesse
) sowie
eine
grosse psychische Belastung und Depressionen durch die vielen Krankheiten und Schmerzen zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/13).
Nach erwerblichen und medizinischen Abklärungen sowie durchgeführtem
Vorbe
scheidverfahren
(Vorbescheid vom 1
9.
Januar 2016,
Urk.
7/50) wies die
Be
-
schwerdegegnerin
das Leistungsbegehren mit Verfügung vom
9.
März 2016 ab (
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob die Versicherte am 2
5.
April 2016 Beschwerde und beantragte, es sei die angefocht
ene Verfügung aufzuheben und
die Beschwerdegegnerin
sei
zu verpflichten, ergänzende Abklärungen vorzunehmen und hernach neu über den Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin zu befinden (
Urk.
1). Mit
Be
-
schwerdeantwort
vom 3
0.
Mai 2016 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6 unter Beilage ihrer Akten,
Urk.
7/1-65), was der Beschwerdeführerin am 3
1.
Mai 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Die Beschwerdegegnerin hielt im Wesentlichen dafür, dass
die
Beschwer
-
deführe
rin
ab Dezember 2013 in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt gewesen sei. Der Gesundheitszustand habe sich danach wieder verbessert und
ab Mai 2014
sei der Beschwerdeführerin
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit (überwiegend sitzend mit leichter Wechselbelastung, teils sitzend, teils
ebenerdig gehend, auch mit gelegentlichem Heben und Tragen bis 15 kg körpernah)
möglich
. Gestützt auf einen Einkommensvergleich resultiere ein Invaliditätsgrad von 8
%
. Die im August
2015
durchgeführte Knieo
peration habe eine vorübergehende Arbeitsunfähigkeit hervorgerufen, eine dauerhafte Verschlechterung bestehe allerdings nicht (
Urk.
2).
Die Beschwerdeführerin brachte demgegenüber im Wesentlichen vor, dass die Ärztin des Regionalen Ärztlichen Dienstes
(RAD)
am 3
0.
September 2014 einzig die beidseitigen Knie-Arthrosen und deren Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit berücksichtigt habe, die weiteren von ihr zitierten Diagnosen
habe sie als
ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
eingeschätzt
. Nach der Knieoperation im August 2015 sei das Dossier erneut dem RAD vorgelegt worden und
med.
pract
.
Y._
, Fachärztin für
Allgemeine
Innere Medizin/Prävention und Gesundheitswesen
,
habe als fachfremde Ärztin eine Beurteilung de
r Arbeitsfä
higkeit vorgenommen
.
Die Einschätzung der fachfremden Ärztin tauge aller
dings nicht zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit. Danach sei d
i
e zuständige Kunde
n
beraterin
ohne weitere Abklärungen davon ausgegangen, dass seit Mai 2014 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit angepasst
vorliege. Da der Sachverhalt aber zu wenig abgeklärt sei, seien weitere medizinische Abklärungen und gegebe
nenfalls auch eine Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit durchzufüh
ren und danach der Invaliditätsgrad neu festzusetzen
(
Urk.
1).
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.3
Für die Beurteilung der Gesetzmässigkeit der angefochtenen Verfügung oder des
Einspracheentscheides
ist für das Sozialversicherungsgericht in der Regel der Sachverhalt massgebend, der zur Zeit des Erlasses des angefochtenen Verwal
tungsaktes gegeben war. Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung bilden (BGE 130 V 138 E. 2.1 mit Hinweis). Sie können indessen, unter Wah
rung des rechtlichen Gehörs, berücksichtigt werden, wenn sie kurze Zeit nach dem Erlass des angefochtenen Entscheids eingetreten sind, sich ihre Beachtung aus prozessökonomischen Gründen unbedingt aufdrängt und sie hinreichend klar feststehen (BGE 105 V 156 E. 2d; ZAK 1984 S. 349 E. 1b). Dies ist der Fall, wenn sie mit dem Streitgegenstand in engem Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des
Entscheiderlasses
zu beeinflus
sen (BGE 99 V 98 E. 4 mit Hinweisen).
2.4
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrelevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundes
gerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
3.
Die medizinische Aktenlage präsentiert sich im Wesentlichen folgendermassen:
3.1
Dr.
med.
Z._
, Praktischer Arzt FMH, hielt in seinem von der
Beschwerde
gegnerin
eingeholten Arztbericht vom
4.
April 2014 folgende Diag
nosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit fest (
Urk.
7/20):
Gonarthrose beidseits seit ca. 2007
Epicon
d
ylitis
humeri
(
medialis
) beidseits seit ca. 2007
Lumbovertebrales
Schmerzsyndrom der unteren Lendenwirbelsäule (LWS) seit ca. 1997
Psychische Belastungsreaktion
wegen Todesfall seit 2013
Chronifiziertes
multimodales Kopfschmerzsyndrom seit 2012
Als
Reinigungsmitarbeiterin sei die Beschwerdeführerin
vom
5.
bis zum 1
9.
Juli 2013 zu 50
%
und vom 2
6.
November bis zum
7.
Dezember 2013 vollumfäng
lich arbeitsunfähig gewesen. Die bisherige Tätigkeit sei noch 2-4 Stunden täg
lich zumutbar.
Die Beschwerdeführerin
sei limitiert durch
chronifizierte
Bewe
gungsschmerzen
an
den
Knien,
den
Ellenbogen und
der
LWS mit je nach Schmerzintensität auch bestehenden Bewegungseinschränkungen.
3.2
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und
lic
. phil.
B._
diagnostizierten in ihrem von der Beschwerdegegnerin eingeholten Arztbericht vom 1
4.
April 2014 einen Status nach mittelgradiger depressiver Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.1) ohne Auswir
kungen auf die Arbeitsfähigkeit.
Es bestünden keine psychischen Einschränkun
gen mehr, die eine verminderte Arbeitsfähigkeit begründen würden. Bezüglich der körperlichen Einschränkungen werde auf die Berichte der entsprechenden Spezialisten verwiesen (
Urk.
7/21).
3.3
Dr.
med.
C._
, Oberarzt
an
der
D._
, hielt in seinem von der Beschwerdegegnerin eingeholten Arztbericht vom
8.
Juli 2014 folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit fest (
Urk.
7/26/2):
Symptomatische, vorwiegend retropatellare Gonarthrose beidseits
anamnestisch St
atus nach
Meniskektomie
links im
Jahre
2000
rezidivierend
e
Blockaden im Bereich des rechten Knies
St
atus nach bilateraler
Kenacort
-I
nfiltration Knie beidseits 03/2014 mit vollständiger Verbesserung der Schmerzen, jedoch nur für maxi
mal eine Woche Dauer
Status nach drei
Ostenil
-I
njektionen Mai 2014 in
wöchentlichem Abstand ohne the
rapeutischen Erfolg
Epicondylitis
humeri
medialis
und
lateralis
beidseits
differentialdiagnostisch
Schmerzen im Rahmen
der folgenden Diag
nose
Verdacht auf sekundäre Schmerzausweitung im Sinne einer Fibromyal
gie
widespread
pain
index
(WPI
) 4 Punkte, Symptom
severity
scal
e
score (SSSS)
10 Punkte
chronisches
cervicovertebrogenes
sowie
l
umbovertebrales
Schmerzsyn
drom
MRT LWS 04/2014: Keine signifikanten pathologischen Befunde
unklare
Dysästhesien
Grosszehen beidseits, unklare
Dysästhesien
Zeige
finger beidseits
Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit notierte er folgende Diagnosen:
Status nach
Carpaltunnelsyndrom(
CTS
)
-Operation beidseits
Status nach Leistenabszess-Operation 01/2014 links
Status nach Blasen-Operation 2009 bei Belastungsinkontinenz
Status nach Kontakt-Ekzem Ellbogen beidseits, am e
hesten auf
Ultraschall
gelanwendu
ngen
im Rahmen
der
Physiotherapie
Als Reinigungsfachfrau sei sie
bezogen auf das
80%-Pensum vom 1
5.
April bis zum
6.
Mai 2014 zu 50
%
, vom
7.
bis zum
9.
Mai 2014
zu
100
%
und vom 2
9.
Mai bis zum 2
7.
Juni 2014
zu
50
%
arbeitsunfähig gewesen.
Aufgrund der deutlichen
Gonarthrosen
sei ihr eine vollzeitig stehende, respek
tive im Laufen durchgeführte Tätigkeit sowie das Besteigen von Leitern und Laufen auf unebenem Untergrund, ebenso wie kniende und kauernde Positionen nicht zumutbar. Da all diese Bewegungen zum Arbeitsalltag einer
Reinigungs
fachfrau
dazu gehörte
n
, sei die gegenwärtige Tätigkeit nicht zumutbar.
Aufgrund der objektivierba
ren bilateralen
Gonarthrosen
sei
eine behinderungs
-
an
gepasste Tätigkeit mit vorwiegend sitzendem Profil mit gele
gentlicher
Mög
-
lichkeit
aufzustehen durchaus ab sofort vorstellbar. Eine sitzende Tätigkeit
kön
-
nte
dann auch langsam auf den vollen zeitlichen Umfang gestei
gert werden (8 h pro Tag).
3.
5
Am 1
6.
und 2
4.
September 2014 wurde in der Rehaklinik
E._
im Auf
trag der zuständigen Krankenversicherung
ein ambulantes Assessment zur Abklärung der Eingliederungsfähigkeit erstellt. Die Ärzte hielten
in ihrem Bericht vom 1
0.
Oktober 2014 (
Urk.
7/35/8)
dafür
, dass a
ktuell
maximal
eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
unter Berücksichtigung der
dargestellten
Anpassun
gen aus rheumatologisch-orthopädischer Sicht
zumutbar sei
. Bei einer ange
passten Tätigkeit sollte eine sukzessive Steigerung der Arbeitsfähigkeit um jeweils 10
%
mit offenem Zeitrahmen und abhängig von den jeweiligen Beschwerden sowie selbstverständlich vom Resultat einer allfälligen operativen Intervention und einer in
dizierten stationären Rehabilitation
sbehandlung sowie der weiterführenden ambulanten Therapie
erfolgen. Eine konsequent
e
medizi
nische Trainingstherapie sollte begleitend von der Beschwerdeführerin durch
geführt werden. Unklar sei
zur Zeit
, ob sie sich einer operativen
Kniegelenksin
tervention
stellen müsse, so dass die Empfehlungen in Absprache mit den jeweils behandelnden Ärzten erfolgen sollte
n
.
3.6
Vom 2
5.
Februar bis zum 1
7.
März 2015 befand sich die Beschwerdeführerin in der
F._
zur stationären Rehabilitation im Rahmen des interdisziplinären Schmerzprogramms (
Urk.
7/42).
Dr.
med.
G._
, Fach
arzt für Allgemeine Innere Medizin und physikalische Medizin und Rehabilita
tion,
notierte im Austrittsbericht folgende
Diagnosen:
Symptomatisch
e
, vor allem retropatellare Gonarthrose beidseits,
rechtsbe
tont
Rezidivierende Blockaden im Bereich des rechten Knies
anamnestisch Status nach
Meniskektomie
links im
Jahr
2000
Status nach
Kenacort
-I
nfiltration Knie beidseits mit nur kurzfrist
iger Verbesserung der Schmerzen
Status nach drei
Ostenil
-I
njektionen 5/2014 ohne therapeutischen Erfolg
Röntgen-Knie 02.07.14: Subluxation Patella bei lateraler Arthrose links
grösser als
rechts
Röntgen-Knie beidseits
25.02.2014: rechts
Pan
gonarthrose
medialbe
tont
, mittel
schwere Retropatellararthrose, Patella
alta
, links schwere
Femoropa
tellararthrose
bei Patella
alta
,
medialbetonte
Gonarthrose
Chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom
MRI 14.
05.14: keine Nervenwurzelko
mpression, geringe
Bandschei
ben
dehydratation
L1
/2 und L4/5 und kleine lokale Diskushernie (DH)
L4/5
Röntgen 27.12.2010: minimale degenerative Veränderungen,
Iliosakral
gelenks
(
ISG
)
-Arthrose rechts
Status nach
Facettengelenksinfiltration L4/5 und L5/S1 31.01.11
Chronisches
cervicovertebrogenes
Schmerzsyndrom
Mittelgradige depressive
Episode mit somatischem Syndrom,
Erstdiag
nose
11/2013
Verdacht auf sekundäre Schmerzausweitung im Sinne einer Fibromyal
gie
wides
pread
pain
Index (WPI) 4 Punkte
Symptom
severity
scale
score (SSSS) 10 Punkte
un
klare
Dysästhesien
Grosszehen b
eidseits
Epicondylitis
humeri
medialis
und
later
alis
beidse
its
differentialdiagnostisch
Schmerzen im Rahmen
des chronischen
cer
vicovertebrogenen
Schmerzsyndroms
Chronische Bronchitis anamnestisch
persi
s
tierender
Nikotinabusus
Statu
s nach CTS-Operation beidseits
u
nklare
Dysästhesien
Zeigefinger beidseits
Status nach Leistenabszess-Operation 01/2014 links
Status nach Blasen-Operation 2009 bei Belastungsinkontinenz
Status nach Kontakt-Ekzem Ellbogen beidsei
ts, am ehesten auf Ultra
schall-
Gelanwendungen im Rahmen Physiotherapie
Die Assessmen
ts bezüglich angstbedingtem Verm
eidungsverhaltens (FABQ), Angst und Depression (HADS)
seien
entsprechend dem klinischen Aspekt
erhöht
gewesen
.
Die Beschwerdeführerin habe im Rahmen der psychologisch
en Behandlung an drei verhaltenstherapeutischen und ressourcenorientierten
Ein
zelgesprächen
und an drei Gruppentherapiesitzungen des Davoser interdiszi
pli
närem Schmerzprogrammes DISP
sowie an der Entspannungsgruppe progressive Muskelrelaxation nach Jakobson teilgenommen. Die
Beschwerdeführerin habe
in Ansätzen vom stationären Setting und den interdisziplinären
Schmerzbewäl
tigungsangeboten
profitiert
. Zur weitere
n Stabilisierung empfä
hlen
sie
die Fort
-
führung der Psychotherapie.
Die Beschwerdeführerin befinde
sich bereits in Behandlung bei Frau
B._
, welche sie weiterführen w
e
rd
e
.
Die B
eschwerdeführerin habe
auch regelmässig an der Ergo- und Gestaltungs
-
the
rapie
teilgenommen. Sie sei
gut im familiären
Verbund integriert, drei
Töchter leb
ten noch bei ihr, der Ehemann sei
zu 100
%
berufstätig. Schmerz
-
bedingt sei
es aber zu
einem
soziale
n
Rückzug gekommen, da sie sich auch für ihr Gangbild sch
äme. Sie erhalte
Unterstützung durc
h die Familie. Beruflich sei sie im 50%-
Pens
um als Reinigungskraft tätig, we
rd
e
dort flexibel eingeplant, was auf Grund wechselnder Arbeitszeiten auch schwierig
sei. Sie habe
einen erhöhten Erholungsbedarf und
kö
nn
e
über die Arbeit hinaus nicht mehr aktiv werden.
Im Rahmen der Feinmotorik bestünd
en Defizite beidseits durch die CTS-
Symptomatik, die Handkraft liege
rechts bei 17 kg, links bei 27 kg. W
ä
hrend der
Erlebnisgruppe sei
sie ca. 10 Minuten mobil mit dann vor allem rechtsseitig starken Knieschmerzen. Sie
habe
dabei guten Kon
takt zu den Mitpatienten und sei
freundlich und sozial integriert.
In der Gestaltungstherapie zeige
sich, dass
sie
geric
htet und qualitativ gut arbeite; sie mü
ss
e
aber auf Pau
sen und Haltungswec
hsel hingewiesen werden. Sie sei
an der Reintegration an ihrem alten Arbeitsplatz in
teressiert
, obschon das Arbeitsprofil als Reinigungs
kraft natürlich auf Grund der Strukturpathologie nicht optimal
sei
. Unterstüt
zend
wäre dabei zumindest eine regel
mässige Tätigkeit mit der Möglichkeit zu Kurzpause
n nach gewissen Zeiten.
O
b eine Reduktion
der Arbeitsquantität möglich sei, scheine
fraglich. In der Physiotherapie
sei
an der körperlichen Leistungsfähigkeit und Mobilität gearbeitet
worden
, wobei vor allem durch die Knieschmerzen deutlich
Limiten
gesetzt
gewesen seien
. Die Ziele
hätten
nur teilweise erreicht werden
können
, die Schulter-
und Ellenbogenschmerzen seien
zwar gelinde
rt, d
ie Knieschmerzen hingegen nicht
.
D
iesbezüglich
dränge sich
sicherlich die Evaluation eines prothetischen Gelenksersatzes auf.
Sie hätten vom 2
5.
Februar bis zum 2
2.
März 2015
eine vollumfängliche Arbeits
fähigkeit (wohl richtig: Arbeitsunfähigkeit)
attestiert mit anschliessender Reintegration im 50%-Pensum.
3.7
3.7.1
Vom 2
0.
bis zum 2
6.
August 2015 war die Beschwerdeführerin
zwecks
Knieopera
tion
in der Klinik für Orthopädie und Traumatologie des
H._
hospi
talisiert. Die behandelnden Ärzte hielten im Austrittsbericht vom 2
5.
August 2015 fest, dass am 2
1.
August 2015 eine
patello-femorale
Prothese rechts ein
gesetzt worden sei (
Urk.
7/48/4 f.).
3.7.2
Anlässlich der Verlaufskontrolle vom 2
6.
November 2015 hielten die behandeln
den Ärzte fest, dass die Beschwerdeführerin berichte, es habe trotz geplanter Physiotherapie mit Muskeldehnungsübungen und antiphlogistischen Massnahmen eine
Schmerzexacerbation
stattgefunden. Es sei anamnestisch eine Röntgenuntersuchung in die Wege geleitet worden und zudem sei intraartikulär Kortison appliziert worden.
Der etwas protrahierte und aus subjektiver Sicht schwierige Verlauf erstaune bei der Beschwerdeführerin nicht. Aufgrund der chronischen ubiquitären Schmer
zen hätten sie sich mit der Indikationsstellung für diesen Eingriff schwer getan. Die Beschwerdeführerin sei sich präoperativ absolut bewusst gewesen, dass die Rehabilitation Zeit beanspruche und dass mit der Implantation dieses „Teil-Gelenksersatzes“ nicht alle Probleme gelöst würden. Objektiv finde sich sowohl klinisch wie auch radiologisch ein schönes Ergebnis nach
patello-femoralem
Gelenksersatz. Das
patello-femorale
Tracking sei gut, ein „patellar
clunk
“, wie dies gelegentlich nach diesem Eingriff auftrete, finde sich nicht. Sie hätten der Beschwerdeführerin erklärt, dass sich die Kniefunktion bis circa ein Jahr posto
perativ
noch verbessern könne. Weitere intraartikuläre Steroidinfiltrationen sollte
n
aufgrund der Infektionsgefahr bei liegender Knieprothese mit höchster Zurückhaltung durchgeführt werden. Eine klinisch-radiologische Kontrolle sei ein Jahr postoperativ geplant (
Bericht vom 2. Dezember 2015,
Urk.
7/48/6 f.).
4.
Gestützt auf die im Recht liegenden Arztberichte kann die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
- insbesondere in einer angepassten Tätigkeit -
nicht hin
reichend beurteilt werden.
4.1
4.1.1
Die Ärzte der Rehaklinik
E._
attestierten der Beschwerdeführerin eine 50%ige
Arbeitsfähigkeit in einer den somatischen Beschwerden angepassten Tätigkeit.
Dabei sollte eine sukzessive Steigerung um jeweils 10
%
erfolgen, mit offenem Zeitrahmen und abhängig von den jeweiligen Beschwerden der Beschwerdeführerin sowie abhängig vom Resultat einer allfälligen operativen Intervention und einer indizierten sta
t
ionären Rehabilitationsbehandlung sowie der weiterführenden ambulanten Massnahmen (vgl. E. 3.5)
. Diese
Einschätzung erfolgte noch vor der Knieoperation und unter ausdrücklichem Hinweis, dass die Steigerung von weiteren Faktoren abhängig sei, womit dieser Bericht keine abschliessende Beurteilung zulässt.
4.
1.
2
Die Ärzte der
F._
konstatierten, dass die Beschwerdefüh
rerin vom 2
5.
Februar bis zum 2
2.
März 2015 vollumfänglich arbeitsunfähig gewesen sei mit anschliessender Reintegration im 50%-Pensum (
Urk.
7/42/4).
Eine genauere Ausführung zu einem allfälligen Belastungsprofil oder einer angepassten Tätigkeit fehlen allerdings.
4.1.3
Die behandelnden Ärzte der Klinik für Orthopädie und Traumatologie
des
H._
äusserten sich im Verlaufsbericht vom
2.
Dezember 2015 nicht zur Arbeitsfä
higkeit oder zum Belastungsprofil (vgl. E. 3.7.2).
4.2
Auch
die
RAD-
Beurteilungen
von
med.
pract
.
I._
, Fachärztin für orthopädische Chirurgie und Traumatologie, vom 3
0.
September 2014 und v
on med.
pract
.
Y._
vom 1
2.
Januar 2016
lassen
keine abschliessende Beurteilung zu:
Med.
pract
.
I._
nahm
am 3
0.
September 2014 zum Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin
Stellung
und
mass
lediglich d
er
Gonarthrose
eine
Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit
zu
. Der Status nach mittelgradiger depressiver Episode, die
Epicondylitis
radialis
beidseits und der Verdacht auf sekundäre Schmerzausweitung im Sinne einer Fibromyalgie
seien
ohne Auswirkungen.
Eine Begründung für ihre – von derjenigen der Ärzte der Rehaklinik
E._
und der
F._
abweichende – Einschätzung, wonach seit Mai 2014 eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit
in angepasster Tätigkeit bestehe
, hat sie nicht
geliefert
.
Med.
pract
.
Y._
äusserte sich
am 12. Januar 2016
lediglich in Bezug auf die
Knieoperation
und konstatierte, dass nach der Opera
tion eine vorübergehende Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen sei, eine dauerhafte Verschlechterung
aber nicht
bestehe
-
zur Dauer der allfälligen Verschlechte
rung äusserte sie sich nicht
(Feststellungsblatt vom
8.
März 2016,
Urk.
7/51).
Hinzu kommt, dass die Beschwerdeführerin bereits anlässlich des stationären Aufenthaltes in der
F._
über Schmerzen von den Knien bis in die Füsse klagte (
Urk.
7/42/2). Die Fussbeschwerden
wurden mittlerweile genauer abgeklärt und im Bericht vom
5.
April 2016
, mithin lediglich rund einen Monat nach Verfügungserlass,
diagnostizierten die behandelnden Ärzte des Instituts für
Radiologie und Nuklearmedizin des
H._
eine
hoch aktive Arthrose vor allem im linken Fuss zwischen
Nacivulare
und
Cuneiforme
laterale und intermedium, weniger ausgeprägt auch zwischen
Naviculare
und
Cuneiforme
mediale und
talonavikulär
. Am rechten Fuss konnte ebenfalls ein degenerativer Prozess im medialen
Chopart
und zwischen
Cuneiforme
interme
dium
und laterale festgestellt werden, wenn auc
h weniger aktiv als links.
Diff
e
rentialdiagnostisch
käme allerdings auch das Müller-Weiss-Syndrom in Frage
(
Urk.
3/3).
Zusammenfassend
bestehen
entsprechend
zumindest geringe Zweifel an der Schlüssigkeit und Zuverlässigkeit
der RAD-Berichte
von med.
pract
.
I._
und med.
pract
.
Y._
, so dass gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung nicht darauf abgestellt werden kann
(Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7)
.
4.3
Weitere aktuelle Arztberichte, die sich zur Arbeitsfähigkeit in der angestammten und in einer angepassten Tätigkeit sowie dem entspre
chenden Belastungsprofil äuss
e
r
n, liegen nicht vor.
Damit
erweist sich die medizinische Aktenlage für eine abschliessende Beurteilung des Leistungsanspruchs als unzulänglich. Die Sache ist daher an die IV-Stelle zurückzuweisen, damit sie den Gesundheitszu
stand und die Arbeitsfähigkeit
in geeigneter Weise
genauer
abklär
e
und anschliessend über den Leistungsanspruch neu verfüg
e
.
Entsprechend ist die Beschwerde gutzuheissen.
5.
5.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
6
00.-- anzusetzen.
Ausgangsgemäss
sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (B
GE 137 V 57 E. 2.2), weshalb die
vertretene Beschwerdeführer
in
Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat. Diese ist gestützt auf Art. 61
lit
. g ATSG in Ver
bindung mit § 34 Abs. 1 und 3
GSVGer
unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses auf Fr.
1‘
7
00
.-- (inklusive Barauslagen und
MWSt
) festzusetzen.