Decision ID: 610138ab-7620-4c84-9090-9a9850f66934
Year: 2011
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Werner Bodenmann, Waisenhausstrasse 17,
Postfach, 9001 St. Gallen,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
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Beschwerdegegnerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Reto Bachmann, Schwanenplatz 4, 6004 Luzern,
betreffend
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a Der 1954 geborene A._ war als Abkanter bei der B._ angestellt und dadurch
bei der Suva gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er sich am 27. März 2009
bei der Arbeit den linken Daumen einklemmte (Suva-act. 1), wobei ihm die Fingerkuppe
bzw. ca. 1/3 - 1/2 des Endglieds abgetrennt wurde. Die Verletzung wurde am Unfalltag
in der Klinik für Orthopädische Chirurgie des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) operativ
mit einer Nagelbettausrottung und einer VY-Plastik behandelt. Da sich im
Operationsgebiet eine Nachblutung entwickelte, wurde am 1. April 2009 eine weitere
Operation bzw. eine Verödung mittels Bipolar vorgenommen (Suva-act. 2, 3). Die Suva
erbrachte Taggeldleistungen und kam für die Heilungskosten auf.
A.b Im ärztlichen Zwischenbericht vom 17. April 2009 informierte der Hausarzt des
Versicherten, Dr. med. C._, FMH Allgemeine Medizin, die Suva darüber, dass im
Anschluss an die Nachblutung bzw. deren Behandlung an sich eine problemlose
Wundheilung erfolgt sei, doch klage der Versicherte über immer stärker werdende
Schmerzen, möglicherweise Phantomschmerzen. Im Heilungsverlauf spielten
unfallfremde Faktoren, nämlich ein Diabetes mellitus mit. Der Zeitpunkt der
Wiederaufnahme der Arbeit sei noch offen. Ein bleibender Nachteil sei aber nicht zu
erwarten. Der Versicherte habe schon vor dem Unfall immer wieder angetönt, auf
Grund seiner Gesamtsituation die Arbeit sistieren zu wollen. Er werde zunehmend
kraftloser und müde. Der Diabetologe habe den Verdacht auf eine Polyneuropathie,
Nephropathie und Retinopathie erhoben. Im Weiteren bestehe eine arterielle
Hypertonie mit hypertensiver Herzkrankheit. Es sei sinnvoll, die Daumenschmerzen
möglichst schnell kreisärztlich abzuklären (Suva-act. 6).
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A.c Suva-Kreisarzt Prof. Dr. med. D._, FMH Orthopädische Chirurgie, untersuchte
den Versicherten am 15. Mai 2009. Im Untersuchungsbericht vom 26. Mai 2009 wies er
auf eine problematische Fallentwicklung hin und empfahl einen Aufenthalt in der
Rehaklinik Bellikon (Suva-act. 13). Am 17. Juni 2009 trat der Versicherte in die Klinik
ein. Am 24. Juni 2009 wurde er auf eigenen Wunsch vorzeitig entlassen. Laut dem
gleichentags erstelltem Austrittsbericht war unter den durchgeführten Therapien keine
wesentliche Beschwerdelinderung eingetreten. Die Klinik diagnostizierte eine
Fingerkuppenamputation Dig. I Hand links, einen Verdacht auf CRPS (= komplexes
regionales Schmerzsyndrom und Synonym für Morbus Sudeck), eine arterielle
Hypertonie (seit 1999 bekannt und medikamentös eingestellt) sowie einen
insulinpflichtigen Diabetes mellitus Typ II (seit 1998 bekannt). Die Tätigkeit als
Maschinenschlosser/Abkanter erachtete die Klinik als aktuell nicht zumutbar und
attestierte dem Versicherten eine Arbeitsunfähigkeit von 100% ab 24. Juni 2009 (Suva-
act. 20). Gestützt auf das Ergebnis eines durch die SIZ Care AG durchgeführten Case-
Managements (Suva-act. 24) sowie nach Rücksprache mit Prof. D._ (Suva-act. 28)
und Vorsprache bei der Arbeitgeberin (Suva-act. 31) teilte die Suva dem Versicherten
mit Schreiben vom 28. August 2009 mit, dass ihm ab 2. September 2009 eine 50%-ige
Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit zumutbar sei. Seine Arbeitgeberin
werde ihn jedoch entgegenkommenderweise nicht am angestammten Arbeitsplatz
einsetzen, sondern ihm eine leichte Alternativtätigkeit zuweisen (Suva-act. 39). Den
Arbeitsversuch vom 2. September 2009 brach der Versicherte noch am selben Tag
wieder ab (Suva-act. 33), worauf ihm die Suva mit Schreiben vom 15. September 2009
mitteilte, sie halte an ihrer Arbeitsfähigkeitsschätzung fest (Suva-act. 34). Einen
zweiten, am 18. September 2009 begonnenen Arbeitsversuch, brach der Versicherte
am 21. September 2009 ab (Suva-act. 39). Am 6. Oktober 2009 fand eine weitere
kreisärztliche Untersuchung durch Prof. D._ statt. Im Untersuchungsbericht vom 7.
Oktober 2009 hielt dieser an der zumutbaren Arbeitsfähigkeit von 50% ab 2.
September 2009 fest und wies auf eine geplante MRT-Untersuchung des linken
Daumens zum Ausschluss eines Neuroms hin (Suva-act. 43). Bei der
kernspintomographischen Untersuchung im Rodiag Diagnostic Center St. Gallen vom
7. Oktober 2009 zeigte sich ein diskretes kleinfleckiges Ödem in der Basophalanx und
der Telephalanx mit umgebender Weichteilschwellung und mehr diffusem Enhance
ment nach Gadolinium-Applikation. Ein Neurom liess sich nicht nachweisen.
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Aspektmässig wurden jedoch die Befunde als mit einem Morbus Sudeck/CRPS
vereinbar betrachtet (Suva-act. 44), worauf am 17. Dezember 2009 eine
rheumatologische Untersuchung im Departement Innere Medizin, Rheumatologie/
Rehabilitation des KSSG (nachfolgend Rheumatologie des KSSG) durchgeführt wurde.
Sowohl die klinische als auch die röntgenologische Untersuchung ergaben jedoch
keine wegweisenden Befunde für ein CRPS. Als Verdachtsdiagnose wurde wegen der
klinisch vorhandenen Druckdolenz im Bereich des MCP III palmar bei Streckdefizit des
Kleinfingers und der Begleitdiagnose eines Diabetes mellitus hingegen ein Morbus
Dupuytren der linken Hand gestellt (Suva-act. 57). Am 5. Februar 2010 nahm Prof.
D._ zu den Fragen einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit sowie der Durchführung
weiterer medizinischer Behandlungen Stellung (Suva-act. 58). Gestützt darauf teilte die
Suva dem Rechtsvertreter, Rechtsanwalt lic. iur. W. Bodenmann, St. Gallen, mit
Schreiben vom 8. Februar 2010 mit, dass in Bezug auf die Fingerverletzung links einer
Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 100% nichts im Wege stehe. Von Seiten der reinen
Unfallfolgen sei dem Versicherten ab 15. Februar 2010 eine volle Arbeitsfähigkeit
zumutbar (Suva-act. 59).
A.d Nachdem sich der Rechtsvertreter des Versicherten mit Schreiben vom 23.
Februar 2010 gegen diese Arbeitsfähigkeitsschätzung stellte (Suva-act. 62), nahm die
Suva nochmals mit Prof. D._ Rücksprache (Suva-act. 63). Gestützt auf dessen
Beurteilung vom 9. März 2010 stellte die Suva mit Verfügung vom 1. April 2010 die
Versicherungsleistungen für die Folgen des Unfalls vom 27. März 2009 per 15. Februar
2010 ein. Eine weitere medizinische Behandlung der Unfallfolgen sei nicht mehr
notwendig. Die jetzt noch geklagten Beschwerden seien organisch als Folge des
erlittenen Unfalls nicht mehr erklärbar. Allenfalls seien psychische Gründe dafür
verantwortlich. Hinsichtlich solcher sei jedoch ein adäquater Kausalzusammenhang mit
dem Unfall zu verneinen. Mangels Vorliegens kausaler Unfallfolgen bestehe auch kein
Anspruch auf weitere Geldleistungen der Suva in Form einer Invalidenrente und/oder
Integritätsentschädigung (Suva-act. 66).
B.
Die gegen diese Verfügung erhobene Einsprache vom 11. Mai 2010 (Suva-act. 68) wies
die Suva mit Einspracheentscheid vom 16. Juli 2010 ab (Suva-act. 72).
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C.
C.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die von Rechtsanwalt Bodenmann
für den Versicherten am 13. September 2010 erhobene Beschwerde. Er beantragt die
Aufhebung der Verfügung vom 1. April 2010 bzw. des Einspracheentscheids vom
16. Juli 2010 sowie die Verpflichtung der Beschwerdegegnerin zur Ausrichtung der
dem Beschwerdeführer auch ab dem 16. Februar 2010 zustehenden Leistungen und
einer Integritätsentschädigung von mindestens 5%. Eventualiter sei die
Beschwerdegegnerin zu verpflichten, weitere medizinische Abklärungen in die Wege zu
leiten, unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 17. November 2010 beantragte die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde.
C.c Mit Replik vom 9. Dezember 2010 bestätigte der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers seine Anträge. Die Beschwerdegegnerin verzichtete mit Schreiben
vom 21. Dezember 2010 auf die Einreichung einer Duplik.
C.d Auf die weiteren Begründungen und Ausführungen in den einzelnen
Rechtsschriften bzw. medizinischen Akten wird, soweit erforderlich, in den

nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.
Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet der Einspracheentscheid
vom 16. Juli 2010 (Suva-act. 72). Diesem liegt die Verfügung vom 1. April 2010 zu
Grunde (Suva-act. 66). Die Beschwerdegegnerin stellt darin insbesondere fest, dass
aufgrund der Abklärungen die noch geklagten Beschwerden organisch als Folge des
erlittenen Unfalls nicht hinreichend nachweisbar seien. Für allfällige psychische Gründe
verneint die Beschwerdegegnerin sodann nach Prüfung der massgebenden Kriterien
nach BGE 115 V 133 die Adäquanz und stellt daher die Versicherungsleistungen per
15. Februar 2010 ein. Eingestellt werden die bisher erbrachten
Versicherungsleistungen, wobei es sich um Heilkosten- und Taggeldleistungen
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handelte. Die Einstellung bezieht sich mithin konkret auf diese Leistungsarten. Die
Verfügung bzw. der Einspracheentscheid enthält aber auch die Ablehnung einer
allfälligen Berentung und Integritätsentschädigung. So hat die Beschwerdegegnerin im
Weiteren verfügt, dass kein Anspruch auf weitere Geldleistungen der
Beschwerdegegnerin in Form einer Invalidenrente und/oder Integritätsentschädigung
bestehe. Begründet wird dies - zumindest in der Verfügung - mit der Verneinung der
(adäquaten) Kausalität zwischen den geklagten Beschwerden und dem Unfallereignis
vom 27. März 2009, welche es nachfolgend materiellrechtlich zu prüfen gilt. Sollte im
Beschwerdeverfahren die Kausalität bzw. das Vorliegen unfallkausaler
Gesundheitsschäden bejaht werden, wäre im Weiteren zu prüfen, welche Leistungen
dem Beschwerdeführer zuzusprechen wären.
2.
2.1 Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der Unfallversicherung bildet die
Unfallkausalität. Der Unfallversicherer ist demnach nur für Gesundheitsschäden
leistungspflichtig, die natürlich- und adäquatkausal mit einem versicherten
Unfallereignis zusammenhängen (A. Rumo-Jungo, Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die
Unfallversicherung, 3. Aufl. Zürich 2003, S. 42 ff.). Während es Aufgabe der Ärztin oder
des Arztes ist, den natürlichen Kausalzusammenhang zu beurteilen, obliegt es dem
Gericht, die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang zu beantworten (PVG
1984 Nr. 82, 174). Bei physischen Unfallfolgen spielt die Adäquanz als rechtliche
Eingrenzung der aus dem natürlichen Kausalzusammenhang sich ergebenden Haftung
des Unfallversicherers praktisch keine Rolle (SVR 2000 UV Nr. 14 S. 45). Besondere
Regeln hat die Rechtsprechung für die Beurteilung der Adäquanz psychischer
Fehlentwicklungen nach einem Unfall aufgestellt. Danach ist die Frage nach der
generellen Eignung eines Unfallereignisses, eine psychisch bedingte Arbeits- bzw.
Erwerbsunfähigkeit zu bewirken, aufgrund einer Würdigung der Gesamtheit der
Umstände vor und nach dem Unfall zu beurteilen (BGE 115 V 136 E. 4d). Die
Beschwerdegegnerin hat die diesbezüglichen Grundsätze in E. 4a des angefochtenen
Einspracheentscheids zutreffend dargelegt. Im konkreten Fall massgebend sind die
Adäquanzkriterien bei psychischen Unfallfolgen, da weder ein Schleudertrauma noch
eine vergleichbare Verletzung vorliegt (BGE 115 V 140 E. 6c/aa).
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2.2 Die Beschwerdegegnerin erbrachte die gesetzlichen Leistungen für die Folgen
des Unfalls vom 27. März 2009 und anerkannte ihre Leistungspflicht für die Amputation
des Endglieds des linken Daumens. Wenn sie nun geltend macht, ab dem 16. Februar
2010 sei der Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 27. März 2009
und den geklagten Beschwerden nicht mehr gegeben, so ist darauf hinzuweisen, dass
die Leistungspflicht des Unfallversicherers erst entfällt, wenn das Dahinfallen jeder
kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit
dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist. Die blosse Möglichkeit gänzlich fehlender
Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich hierbei um eine
anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast beim Unfallversicherer
(RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b).
3.
3.1 Streitig ist zunächst die Frage, inwieweit beim Beschwerdeführer über das Datum
der Leistungseinstellung (15. Februar 2010) hinaus organische Unfallrestfolgen
vorliegen. Während die Beschwerdegegnerin solche verneint, macht der
Beschwerdeführer eine schmerzhafte Überempfindlichkeit des linken Daumens,
Beschwerden in der linken Hohlhand sowie ein Streckdefizit des kleinen Fingers der
linken Hand geltend.
3.2
3.2.1 Für die Annahme unfallkausaler somatischer Restfolgen wird im Regelfall
eine strukturelle Läsion bzw. eine schlecht verheilte strukturelle Läsion als
objektivierbares Korrelat verlangt. Liegt kein solches vor, wird häufig davon
ausgegangen, dass der Schmerz durch eine psychische Komponente unterhalten wird.
Darüber hinaus gibt es aber auch anerkannte unfallkausale Schmerzsyndrome, wie das
CRPS bzw. den Morbus Sudeck, die auftreten, obwohl die Verheilung einer
strukturellen Läsion grundsätzlich günstig verlaufen ist (vgl. dazu Alfred M. Debrunner,
Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. Bern 2002, S. 695 ff.).
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3.2.2 Unbestritten und in den medizinischen Akten belegt ist, dass dem
Beschwerdeführer beim Unfall vom 27. März 2009 ca. 1/3 - 1/2 des Endglieds des
linken Daumens abgetrennt wurde (Suva-act. 3). Grundsätzlich stellt die Verkürzung
eines Fingers eine strukturelle Unfallrestfolge, insbesondere auch im Bereich der
Weichteile, dar, die jedoch nicht zwingend von einer Schmerzproblematik begleitet sein
muss. Aus den medizinischen Akten geht einheitlich hervor, dass die
Amputationsverletzung des Endglieds Dig. I der linken Hand ordentlich verheilt ist. Rein
strukturell konnten offensichtlich keine Verletzungsfolgen erhoben werden, die
ursächlich für die geklagte Hypersensibilität wären (Suva-act. 3, 6, 9, 43). Entsprechend
hielt Prof. D._ in seiner Beurteilung vom 9. März 2010 fest, dass - nachdem eine
Heilung der Weichteilwunden und des Knochens der Endphalange eingetreten sei -
regelhaft von einer Heilung auszugehen sei, es sei denn, Komplikationen hätten sich
eingestellt. Solche Komplikationen bzw. entscheidende Schmerzgeneratoren, die im
Bereich von Fingerverletzungen bekannt seien, wären zum Beispiel eine
Neuromentwicklung oder der Morbus Sudeck. Beides konnte jedoch - wie von Prof.
D._ bestätigt - durch entsprechende Untersuchungen - eine kernspintomographische
und eine rheumatologische - ausgeschlossen werden (Suva-act. 44, 57, 63).
3.2.3 Zusammenfassend ist demnach davon auszugehen, dass zwischen dem
Unfall und der geklagten Hypersensibilität der Daumenkuppe aufgrund der
vorliegenden Akten kein überwiegend wahrscheinlicher natürlicher
Kausalzusammenhang besteht. Da die Beschwerdegegnerin nicht den Nachweis zu
erbringen hat, welche unfallfremden Ursachen für die anhaltenden Beschwerden
verantwortlich sind, kann von weiteren Abklärungen abgesehen werden (RKUV 1994
Nr. U 206 S. 329 E. 3b; Urteile des Bundesgerichts [bis 31. Dezember 2006
Eidgenössisches Versicherungsgericht; EVG] vom 29. April 2008 i/S T., E. 3.1
[8C_465/200], vom 16. August 2007 i/S G., E. 4.1 [U 104/06] und vom 18. Dezember
2003 i/S Z., E. 3.2 [U 258/02]).
3.3 Hinsichtlich der Beschwerden in der Hohlhand sowie des Streckdefizits des
linken Kleinfingers kann ebenfalls nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit von Unfallfolgen gesprochen werden. Solche lassen sich auch nicht
aus der von der Rheumatologie des KSSG im Bericht vom 17. Dezember 2009
gestellten Verdachtsdiagnose eines Morbus Dupuytren ableiten (Suva-act. 57). Eine
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Verdachtsdiagnose stellt lediglich eine Vermutung dar und ist eine Form von Diagnose,
die nicht auf abgesicherten Fakten beruht, sondern auf unvollständigen oder nicht
verifizierten Informationen, die vom Arzt z.B. im Rahmen der Anamnese gesammelt
werden. Insofern vermag sie bereits definitionsgemäss nicht dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu genügen. Entsprechend verhält es sich auch mit
der Erklärung der Rheumatologie des KSSG, wonach die klinisch vorhandene
Druckdolenz im Bereich des MCP III palmar bei vorhandenem Streckdefizit des
Kleinfingers sowie der Begleitdiagnose eines Diabetes mellitus auch an einen
beginnenden Morbus Dupuytren habe denken lassen. Als mögliche Ursache wird nicht
das Trauma vom 27. März 2009, sondern die unfallfremde Gesundheitsstörung des
Diabetes mellitus angeführt. Eine traumatische Ursache liegt bei einem Morbus
Dupuytren auch in keiner Weise im Vordergrund. Dessen genaue Ursache ist unklar. Er
wird aber oft vererbt. Auch ist insbesondere gerade ein Zusammenhang mit der beim
Beschwerdeführer vorliegenden Zuckerkrankheit bekannt (Pschyrembel, Klinisches
Wörterbuch 2011, 262. Aufl., S. 505 f.; http://www.iatrum.de/dupuytren.html, Abfrage
vom 24. März 2011). Die Wahrscheinlichkeit einer Unfallkausalität des Morbus
Dupuytren ist damit sowohl angesichts des Vorliegens einer blossen
Verdachtsdiagnose als auch des Umstands, dass eine traumatische Verursachung in
keiner Weise belegt ist, nicht erstellt. Die Empfehlung der Rheumatologie des KSSG zur
Vorstellung in einer Schmerzsprechstunde wurde sodann mit Blick auf die
Gesamtsituation erteilt, um interdisziplinär die Beschwerdekonstellation des
Beschwerdeführers - also nicht nur die Beschwerden in der Hohlhand - anzugehen.
Eine ursächliche Zuordnung bzw. ein Hinweis auf die Notwendigkeit der Abklärung
allfälliger Unfallrestfolgen ist daraus nicht abzuleiten. Es ist eine Tatsache, dass der
Beschwerdeführer eine Schmerzproblematik beklagt, für welche eine Vorstellung in
einer Schmerzsprechstunde durchaus zweckmässig erscheint. Dabei steht nicht die
Prüfung der Ursächlichkeit der Schmerzen, sondern deren Behandlung im
Vordergrund. Gegen einen natürlichen Kausalzusammenhang sprechen ausserdem die
unmittelbaren Verletzungsfolgen des Unfallereignisses. Sowohl in der Unfallmeldung
vom 3. April 2009 (Suva-act. 1) als auch in den echtzeitlichen medizinischen Akten ist
einzig von einem Einklemmen des linken Daumens und der
Daumenkuppenamputationsverletzung bzw. diesbezüglicher Schmerzen die Rede.
Dass beim Unfall vom 27. März 2009 auch die Mittelhand eingeklemmt gewesen sein
http://www.iatrum.de/dupuytren.html
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soll, wurde vom Beschwerdeführer erstmals anlässlich der kreisärztlichen
Untersuchung vom 15. Mai 2009 erkennbar gemacht. Sie sei damals blau verfärbt
gewesen (Suva-act. 13). Ein entsprechender Befund ist den ereignisnahen
medizinischen Akten jedoch nicht zu entnehmen. Anlässlich der Untersuchung in der
Rheumatologie des KSSG vom 17. Dezember 2009 wurde die linke Hand
röntgenologisch untersucht, wobei sich ein normales Handskelett ohne Nachweis
weiterer ossärer Läsionen zeigte (Suva-act. 57). Soweit der Beschwerdeführer geltend
macht, er habe bis zum besagten Ereignis während 15 1⁄2 Jahren bei der B._
gearbeitet, ohne dass er jemals auch nur annähernd unter identischen Beschwerden
gelitten hätte, ist festzuhalten, dass sich daraus nichts ableiten lässt, denn es handelt
sich um eine beweismässig untaugliche "post hoc ergo propter hoc"-Begründung. Eine
gesundheitliche Schädigung kann gemäss ständiger Praxis nicht schon deshalb als
durch einen Unfall verursacht gelten, weil sie nach diesem aufgetreten ist (BGE 119 V
341 f. E. 2b/bb; Alfred Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, Bern 1989,
S. 460 N 1205). - Insgesamt ist mithin die Wahrscheinlichkeit eines Zusammenhangs
des Unfallereignisses mit den geklagten Beschwerden in der linken Hohlhand und dem
Streckdefizit des linken Kleinfingers nicht erstellt.
3.4 Aufgrund der obigen Erwägungen können die geklagte Hypersensibilität des
linken Daumens, die Beschwerden in der linken Hohlhand sowie das Streckdefizit des
linken Kleinfingers nicht als überwiegend wahrscheinliche Unfallrestfolgen anerkannt
werden. Als organische Restfolge ist im Zeitpunkt der Leistungseinstellung einzig die
Abtrennung eines Teils des Endglieds des linken Daumens nachgewiesen.
4.
4.1 Zu prüfen bleibt sodann, ob die Beschwerdegegnerin für eine psychische
Gesundheitsschädigung leistungspflichtig ist.
4.2 Im Untersuchungsbericht der Rheumatologie des KSSG ist zwar eine psychische
Problematik in Form einer seit dem Unfall progredienten Traurigkeit und eines Gefühls
des Gestresstseins umschrieben (Suva-act. 57). Eine psychiatrische Beurteilung dieser
Problematik oder ihrer - auch unter Berücksichtigung des im ärztlichen
Zwischenbericht von Dr. C._ vom 17. April 2009 ausgedrückten Vorzustands (Suva-
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act. 6) - natürlichen Kausalität zum Unfallereignis vom 27. März 2009, liegt jedoch nicht
vor. Nachdem aber - wie nachfolgend zu zeigen sein wird - das Bestehen des
adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen allfälligen psychischen Beschwerden und
dem Unfall vom 27. März 2009 ohnehin zu verneinen ist, ergibt sich diesbezüglich kein
Klärungsbedarf.
4.3 Laut Unfallmeldung (Suva-act. 1) und Arztberichten (Suva-act. 2, 3) klemmte sich
der Beschwerdeführer am 27. März 2009 beim Abkanten den linken Daumen ein, wobei
ihm die Fingerkuppe bzw. ca. 1/3 - 1/2 des Endglieds abgetrennt wurde. Ein solcher
Unfall ist nach der Praxis des EVG bzw. Bundesgerichts aufgrund des augenfälligen
Geschehensablaufs klarerweise den mittelschweren Unfällen zuzuordnen (vgl. zur
Kasuistik Alexandra Rumo-Jungo, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 3. Aufl. Zürich
2003, S. 57 ff.). Diese Einstufung wird auch von den Verfahrensparteien vertreten.
4.4
4.4.1 Der Umstand, dass sich der Beschwerdeführer laut Unfallmeldung nicht
mehr daran erinnern kann, wie der Unfall vom 27. März 2009 genau passierte, lässt
gerade nicht auf besonders dramatische Begleitumstände oder eine besondere
Eindrücklichkeit des Unfalls schliessen. Eine posttraumatische psychische Belastung
zeichnet sich insbesondere durch ein häufiges und intensives Wiedererleben des
Unfallgeschehens bzw. ein Erinnern aus (vgl. dazu auch Pschyrembel, a.a.O., S. 247:
posttraumatische Belastungsstörung). Insofern erscheint die gegenteilige
Argumentation des Beschwerdeführers wenig nachvollziehbar.
4.4.2 Was die beim Unfall erlittene Verletzung anbelangt, so lag mit Bezug auf
den rechten Daumen sicher keine leichte, aber auch keine ausgesprochen schwere
Verletzung vor. Gewisse Unfallrestfolgen sind wohl nachgewiesen bzw. werden
eingeräumt, doch können auch diese nicht als schwer bezeichnet werden.
Insbesondere können ihre Auswirkungen nicht als gravierend gelten (vgl. E. 3 und
nachfolgende E. 6.3). Der Verlust eines Teils einer Fingerkuppe kann zudem
schliesslich nicht als erfahrungsgemäss geeignet bezeichnet werden, psychische
Fehlentwicklungen auszulösen.
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4.4.3 Die versicherte Person hat solange Anspruch auf die zweckmässige
Behandlung (Art. 10 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG; SR
832.2]) der Unfallfolgen, als von ihrer Fortsetzung noch eine namhafte Besserung des
Gesundheitszustands erwartet werden kann (Art. 19 Abs. 1 UVG e contrario). Am
Unfalltag vom 27. März 2009 erfolgte die operative Behebung der unmittelbaren
Unfallfolgen mit einer Nagelbettausrottung sowie einer VY-Plastik. Im Anschluss an die
Operation stellte sich aus dem Operationsgebiet eine Nachblutung ein, die am 1. April
2009 durch Verödung problemlos gestoppt werden konnte (Suva-act. 2). Nachfolgend
befand sich der Beschwerdeführer zunächst unter Kontrolle in den Kliniken für
Orthopädische Chirurgie sowie für Hand-, Plastische- und Wiederherstellungschirurgie
(nachfolgend Klinik für Handchirurgie) des KSSG und anschliessend seines Hausarztes.
Die Klinik für Handchirurgie des KSSG ging in ihrem Arztzeugnis vom 20. April 2009
von einem wahrscheinlichen Behandlungsabschluss Mitte Mai 2009 aus (Suva-act. 12).
Anlässlich seiner Untersuchung vom 15. Mai 2009 stellte Prof. D._ dem
Beschwerdeführer sodann den möglichen Aufenthalt in der Rehaklinik Bellikon vor, der
dann auch angetreten, aber bekanntlich auf Wunsch des Beschwerdeführers vorzeitig
wieder abgebrochen wurde (Suva-act. 13, 20). Dr. C._ führte im ärztlichen
Zwischenbericht vom 5. August 2009 keine Therapievorschläge an; allenfalls sei
nochmals eine kreisärztliche Untersuchung notwendig. Dass er bei der Frage nach der
voraussichtlichen Dauer der Behandlung "dauernd" anmerkte, kann angesichts der
fehlenden Therapievorschläge sowie der Angabe des im Heilungsverlauf mitspielenden
unfallfremden Faktors Diabetes mellitus nicht als Aussage mit Bezug auf die
unfallkausale Daumenverletzung betrachtet werden (Suva-act. 27). Für die Bemessung
der unfallbedingten Behandlungsbedürftigkeit können lediglich die unfallkausalen
somatischen Beeinträchtigungen mit einbezogen werden. Anlässlich der Untersuchung
vom 6. Oktober 2009 machte zwar auch Prof. D._ keine Therapievorschläge, doch
war ihm zum damaligen Zeitpunkt noch nicht klar, ob der Beschwerdeführer allenfalls
unter einem Neurom oder einem Morbus Sudeck leiden würde. Diese beiden
Gesundheitsschäden konnten jedoch später durch entsprechende Untersuchungen
ausgeschlossen werden (Suva-act. 43, 44, 45, 57). Im ärztlichen Zwischenbericht vom
6. November 2009 sprach Dr. C._ erneut von einer wahrscheinlich noch
monatelangen Dauer der Behandlung, führte dafür jedoch wiederum unfallfremde
Faktoren - psychosoziale Gründe und Diabetes mellitus - an (Suva-act. 49). Am 18.
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November 2009 vermerkte Prof. D._ eine Zuweisung an die Rheumatologie des
KSSG, um in Zusammenarbeit mit dem Hausarzt Therapievorschläge zu veranlassen
(Suva-act. 50). Dem Untersuchungsbericht der Rheumatologie des KSSG vom 17.
Dezember 2009 sind als Therapievorschläge bzw. -empfehlungen die Vorstellung in der
Schmerzsprechstunde sowie die Abklärung der vom Beschwerdeführer seit dem Unfall
beschriebenen progredienten Traurigkeit und des Gefühls des Gestresstseins zu
entnehmen (Suva-act. 57). Nachdem jedoch in die Adäquanzbeurteilung weder
unfallfremde somatische noch psychische Gesundheitsschäden einbezogen werden
dürfen (vgl. dazu BGE 123 V 99 E. 2a), sind diese Therapieempfehlungen nicht zu
berücksichtigen. Prof. D._ hielt schliesslich in seinen Beurteilungen vom 5. Februar
und 9. März 2010 fest, dass der Endzustand erreicht bzw. knapp elf Monate nach einer
vergleichsweise geringen Verletzung im Daumenendgliedbereich der linken Hand und
nach Eintreten einer Heilung der Weichteilwunden und des Knochens der Endphalange
von einer regelhaften Heilung auszugehen sei, wobei der abgebrochene
Rehabilitationsaufenthalt in Bellikon zweifelsohne eine Beschleunigung des Prozesses
hätte bewirken können (Suva-act. 58, 63). - Angesichts der obigen Erwägungen liegt
kein Sachverhalt mit einer ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung vor.
Die Behandlung erschöpfte sich schon bald nach dem Unfall in der Durchführung einer
ambulanten Ergotherapie sowie der hausärztlichen Medikamentenabgabe.
Abklärungsmassnahmen und blossen ärztlichen Kontrollen kommt nicht die Qualität
einer regelmässigen, zielgerichteten Behandlung zu (Urteil des EVG vom 27. April 2006
i/S S., E. 8.2.4 [U 393/05]). Insgesamt ist damit davon auszugehen, dass die
Heilbehandlung spätestens rund elf Monate nach dem Unfall abgeschlossen war. Diese
Zeitspanne kann zwar nicht ohne weiteres als kurz, aber eben auch nicht als
ungewöhnlich lange bezeichnet werden, wie es für die Bejahung dieses Kriteriums
praxisgemäss erforderlich wäre.
4.4.4 Sodann lag - entgegen der Auffassung des Rechtsvertreters des
Beschwerdeführers - auch kein schwieriger Heilungsverlauf vor. Aus dem Umstand,
dass der Beschwerdeführer nach wie vor über eine Hypersensibilität des linken
Daumens sowie Beschwerden in der linken Hohlhand klagt und ein Streckdefizit des
linken Kleinfingers aufweist, kann ein solcher nicht abgeleitet werden. Hierbei handelt
es sich, wie in E. 3 dargelegt, um gesundheitliche Störungen, die nicht mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit auf den Unfall vom 27. März 2009
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zurückzuführen sind. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers leitet daraus, dass im
konkreten Fall ein Rehabilitationsaufenthalt in Bellikon habe durchgeführt werden
müssen, einen schwierigen Heilungsverlauf ab. Ein solcher sei bei der Amputation
eines Fingerendglieds normalerweise nicht erforderlich. Nachdem der
Beschwerdeführer den Rehabilitationsaufenthalt bereits nach wenigen Tagen
abgebrochen hat, vermag er daraus nichts abzuleiten. Die Aussage von Prof. D._ im
Untersuchungsbericht vom 7. Oktober 2009, die Amputationsverletzung vom 27. März
2009 habe einen komplizierten Verlauf genommen (Suva-act. 43), ist sodann als reine
Tatsachenfeststellung zu betrachten, die unberücksichtigt lässt, inwieweit hierfür der
Unfall eine Ursache bildet. Prof. D._ verbindet seine Aussage einzig mit dem
Umstand, dass die Kuppe auch bei abgeheilten Weichteilverletzungen sehr empfindlich
sei. Hierbei handelt es sich jedoch um eine gesundheitliche Störung, die mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit keine Unfallrestfolge bildet (vgl. dazu E. 3). Selbst
wenn das Kriterium eines schwierigen Heilungsverlaufs zu bejahen wäre, wäre es bei
obiger Sachlage zumindest nicht in ausgeprägter Weise erfüllt. Es ist davon
auszugehen, dass der Heilungsverlauf mit der Zeit durch eine allfällige psychische
Komponente und/oder durch unfallfremde Gesundheitsbeeinträchtigungen beeinflusst
war. Insofern können auch körperliche (unfallbedingte) Dauerschmerzen nicht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit bejaht werden. Die geklagten Beschwerden können
aus rein traumatischer Sicht nicht im geltend gemachten Ausmass erklärt werden. Eine
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hat, liegt
nicht vor.
4.4.5 Dem Grad und der Dauer der physisch bedingten Arbeitsfähigkeit kommt
schliesslich ebenfalls kein besonderes Gewicht zu, nachdem diesbezüglich in einer
dem Leiden angepassten Tätigkeit ab 15. Februar 2010 wieder von einer vollen
Arbeitsfähigkeit ausgegangen wurde (siehe auch nachfolgende E. 6.3).
4.5 Da somit kein einzelnes der für die Beurteilung massgebenden Kriterien in
besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist und sie auch nicht in gehäufter oder
auffallender Weise gegeben sind, ist die Adäquanz des Kausalzusammenhangs zu
verneinen. Dies hat zur Folge, dass der Unfall zwar unter Umständen eine natürlich
kausale Teilursache einer zusätzlich aufgetretenen psychischen Gesundheitsstörung
darstellt, diese ihm aber rechtlich nicht zugerechnet werden kann.
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5.
5.1 Im Folgenden stellt sich die Frage, welche konkreten
unfallversicherungsrechtlichen Leistungen dem Beschwerdeführer zustehen. Ist die
versicherte Person infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR
830.1]), so hat sie Anspruch auf ein Taggeld (Art. 16 Abs. 1 UVG). Sie hat zudem
Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Art. 10 UVG). Ist die
versicherte Person infolge des Unfalls mindestens zu 10 Prozent invalid, so hat sie
Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person
durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen oder geistigen
Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24
Abs. 1 UVG). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen
Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands der versicherten
Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der
Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die
Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). Eine
Integritätsentschädigung wird gemäss Art. 24 Abs. 2 UVG mit der Invalidenrente
festgesetzt oder, falls kein Rentenanspruch besteht, bei der Beendigung der ärztlichen
Behandlung gewährt.
5.2 Zu prüfen ist zunächst, ab welchem Zeitpunkt über einen möglichen
Rentenanspruch des Beschwerdeführers zu entscheiden bzw. ein allfälliger Anspruch
auf ein Taggeld erloschen ist. Das Erreichen des medizinischen Endzustands bildet die
Voraussetzung für die Prüfung der Rentenfrage. Sinngemäss geht die
Beschwerdegegnerin davon aus, der medizinische Endzustand sei am 15. Februar
2010 erreicht gewesen. Entsprechend den Ausführungen in E. 4.4.3 ist dieser
Standpunkt nicht zu beanstanden, und es kann vorliegend ein medizinischer
Endzustand für die unfallkausale Gesundheitsschädigung am linken Daumen per 15.
Februar 2010 als erreicht betrachtet werden. Fortdauernde Schmerzen ändern daran
nichts. Sie geben der versicherten Person keinen Anspruch, die Weiterführung der
Therapie zu verlangen (Rumo-Jungo, a.a.O., S. 145). Im Folgenden gilt es somit den
Invalidenrenten- und Integritätsentschädigungsanspruch des Beschwerdeführers zu
prüfen.
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6.
6.1 Als invalid gilt nach Art. 8 Abs. 1 ATSG, wer voraussichtlich bleibend oder für
längere Zeit in seiner Erwerbsfähigkeit beeinträchtigt ist. Erwerbsunfähigkeit ist der
durch die Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des
Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt
der unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung
und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Valideneinkommen; Art. 16 ATSG). Das Ausmass der Invalidität wird
mithin durch einen Einkommensvergleich ermittelt (vgl. dazu Ueli Kieser, ATSG-
Kommentar, 2. Aufl. Zürich 2009, Rz 6 zu Art. 16).
6.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung - und im
Beschwerdefall das Gericht - auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes
oder der Ärztin ist es dabei, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4, 115 V 134 E. 2).
6.3 In die Zumutbarkeitsbeurteilung sind, wie bereits mehrmals erwähnt, lediglich die
unfallkausalen Gesundheitsschäden einzubeziehen. Als Unfallrestfolge sind der um 1/3
- 1/2 des Endglieds verkürzte linke Daumen zu berücksichtigen. Hinsichtlich der
geklagten Hypersensibilität des linken Daumens, der Beschwerden in der linken
Hohlhand sowie des Streckdefizits des kleinen Fingers der linken Hand ist die
Kausalität zum Unfall vom 27. März 2009 zu verneinen. Gemäss Beurteilung von Prof.
D._ vom 9. März 2010 steht der Arbeitsaufnahme bei einem nicht eingeschränkten
Rendement nichts im Wege. Zumutbar seien somit alle Arbeiten, die manuell ausgeübt
werden könnten mit Ausnahme solcher, bei denen Gegenstände beidhändig (kräftig)
umfasst werden müssten, sowie von Tätigkeiten, die im Freien mit Kälteexposition
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einhergingen (Kälteempfindlichkeit des Daumens), bei denen Material in irgendeiner Art
und Weise beidhändig geknetet und mit dem Flaschengriff umfasst werden müsste und
ähnliches. Die linke Hand, die nur im Bereich des Daumenendglieds verletzt worden
sei, könne für die meisten Tätigkeiten vollumfänglich herangezogen werden,
insbesondere wenn sie nur als Gegenhalt genutzt werde. Bei groben Arbeiten könnte
der Daumen überdies durch das Anziehen eines Arbeitshandschuhs geschützt werden
(Suva-act. 63). Der Kreisarzt räumt damit doch gewisse gesundheitliche Defizite im
Bereich des linken Daumens in Form einer Überempfindlichkeit und
Funktionseinschränkung ein, die eine angepasste Tätigkeit und Schonung erfordern.
Den Arbeitsfähigkeitsgrad als solchen sieht er nicht als eingeschränkt. Angesichts der
Unfallrestfolgen erscheint die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Prof. D._ schlüssig und
ohne weiteres nachvollziehbar. Durch die übrigen medizinischen Akten ist eine
Arbeitsfähigkeit von 100% nicht in Frage gestellt. Im ärztlichen Zwischenbericht vom 6.
November 2009 hielt Dr. C._ zwar fest, der Beschwerdeführer sei aus medizinischen
Gründen zu 50% arbeitsunfähig (Suva-act. 49). Seiner Feststellung lag die frühere
Arbeitsfähigkeitsbeurteilung von Prof. D._ vom 7. Oktober 2009 zu Grunde (Suva-act.
43). Diese wiederum basierte auf einer Funktionalitäts- bzw. Beweglichkeitsprüfung der
linken Hand und den vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden. Im damaligen
Zeitpunkt standen jedoch noch mögliche Unfallfolgen - ein eventuelles Neurom und ein
Morbus Sudeck - zur Diskussion, die es abzuklären galt und die in der Folge im
Rahmen medizinischer Untersuchungen ausgeschlossen wurden. Sie rechtfertigen
deshalb keine 50%-ige Arbeitsfähigkeitseinschränkung mehr. Der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers erachtet es als überraschend, dass der Beschwerdeführer noch
Monate nach dem Unfallereignis zu lediglich 50% arbeitsfähig geschrieben worden sei,
und sodann trotz fehlender Hinweise für eine wesentliche Verbesserung seiner
gesundheitlichen Situation sozusagen von einem Tag auf den andern wiederum eine
volle Arbeitsfähigkeit gegeben sein solle. Der Umstand allein, dass eine versicherte
Person nach einem Unfallereignis über unveränderte Beschwerden klagt, begründet
jedoch nicht auch eine andauernde, unveränderte Leistungspflicht des
Unfallversicherers. Die Voraussetzung hierfür bildet die Unfallkausalität der geklagten
Beschwerden. Der Übergang von der Leistungspflicht des Unfallversicherers und ihrem
Dahinfallen ist immer fliessend und damit letztlich ein Stück weit theoretisch. Im
vorliegenden Fall war indessen der Abschluss der medizinischen Untersuchungen der
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möglichen Unfallrestfolgen massgeblich. Nach dem Gesagten ist beim
Beschwerdeführer somit in einer adaptierten Tätigkeit, wie sie von Prof. D._ definiert
wurde, von einer 100%-igen Arbeitsfähigkeit auszugehen.
6.4 Der Beschwerdeführer erleidet durch die Unfallrestfolgen keine Erwerbseinbusse,
die einen Rentenanspruch begründet. Bei der Ermittlung des Valideneinkommens ist
entscheidend, was die versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt nach dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit im Gesundheitsfall tatsächlich
verdienen würde. Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen.
Es ist in der Regel vom letzten Lohn, welchen die versicherte Person vor Eintritt der
Gesundheitsschädigung erzielt hat, auszugehen (Urteil des EVG vom 16. Mai 2001 i/S
S. [I 42/01], E. 3a, mit Hinweisen). Diese Praxis wird mit der empirischen Feststellung
begründet, dass die bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall in der Regel weitergeführt
worden wäre (Urteil des EVG vom 29. August 2002 i/S .S. [I 97/00], E. 1.2). Dem
Einkommensvergleich ist mithin aufgrund der Angaben der B._ vom 3. April 2009 ein
Valideneinkommen von Fr. 63'700.-- (13 x Fr. 4'900.--) zugrunde zu legen (Suva-act. 2).
Für den Einkommensvergleich sind zwar grundsätzlich die Verhältnisse im Zeitpunkt
des allfälligen Beginns des Rentenanspruchs (hier: 16. Februar 2010) massgebend
(BGE 128 V 174 übersetzt in: Pra 2003 Nr. 62). Bei der Ermittlung der
Vergleichseinkommen auf einer zeitidentischen Grundlage kann jedoch auf das Jahr
2009 abgestellt werden (vgl. dazu BGE 129 V 222, 128 V 174). Für die Bestimmung des
trotz Gesundheitsschädigung zumutbarerweise noch realisierbaren Einkommens
(Invalideneinkommen), ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen,
in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes
Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des
Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue
Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung
Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75, 117 V 8; ZAK
1991 S. 321). Nachdem der Beschwerdeführer offensichtlich seit Februar 2010 nicht
mehr bei der B._ tätig ist und den Akten keine Hinweise auf ein neues
Arbeitsverhältnis zu entnehmen sind, ist im konkreten Fall von den Tabellenlöhnen
auszugehen. Prof. D._ hielt in seiner Beurteilung vom 9. Oktober 2009 gestützt auf
die von ihm durchgeführte Untersuchung nachvollziehbar fest, dass die Funktion der
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linken Hand sogar exklusive linkem Daumen für viele Verrichtungen ausreichend sei
(Suva-act. 43, 45). Zu berücksichtigen ist dabei, dass die Unfallrestfolgen einen
paarigen und damit grundsätzlich teilweise kompensierbaren Körperteil betreffen, eine
Kompensation auch durch die restlichen vier Finger der linken Hand stattfinden kann
und letztlich die adominante Hand betroffen ist. In Anbetracht dieser Umstände sowie
der vom Beschwerdeführer vor dem Unfall ausgeübten, grundsätzlich ebenfalls
zumutbaren Tätigkeit als Abkanter - laut B._ handelt es sich dabei um eine einfache
Tätigkeit, bei der der linke Daumen nicht belastet wird; ca. 6 - 7 kg schwere Metallteile
werden zum Abkanten in die Maschine eingeführt (Suva-act. 31) - ist für die
Bestimmung des Invalideneinkommens auf die Werte der LSE 2009 des Bundesamtes
für Statistik und dabei auf die Tabelle (TA) 1 (Privater Sektor), Niveau 4 (einfache und
repetitive Tätigkeiten), Total für Männer, bzw. auf ein Monatssalär von Fr. 4'906.-- (Fr.
4'806.-- [2008] x 1.021 [Nominallohnentwicklung 2009]) abzustellen. Im Bereich dieses
Anforderungsniveaus stehen dem Beschwerdeführer auf dem ausgeglichenen
allgemeinen Arbeitsmarkt eine Vielzahl von Beschäftigungsmöglichkeiten offen und er
vermag seine Arbeitsfähigkeit in vielen Branchen zu verwerten, sowohl im Sektor
Produktion als auch im Sektor Dienstleistungen. Das hieraus errechnete Jahressalär
von Fr. 58'872.-- basiert auf 40 Wochenstunden und ist auf die betriebsübliche
durchschnittliche Arbeitszeit 2009, d.h. auf 41.7 Stunden, aufzurechnen, woraus sich
ein Betrag von Fr. 61'374.-- ergibt. Ein sogenannter Leidensabzug ist hier nicht
geschuldet. Weder ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer seine
Erwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen allgemeinen Arbeitsmarkt wegen der
unfallbedingten Einschränkungen lediglich mit unterdurchschnittlichem Erfolg
verwerten kann, noch haben weitere persönliche und berufliche Merkmale (Alter, Dauer
der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie
Beschäftigungsgrad) Auswirkungen auf die Lohnhöhe (vgl. dazu BGE 126 V 75). Aus
der Gegenüberstellung des Invalideneinkommens von Fr. 61'374.-- auf der einen und
des Valideneinkommens von Fr. 63'700.-- auf der anderen Seite ergibt sich somit ein
Mindereinkommen von Fr. 2'326.-- und ein Invaliditätsgrad von 4%, der keine
Zusprechung einer Rente rechtfertigt.
7.
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7.1 Zu prüfen bleibt der Anspruch auf eine Integritätsentschädigung. Die
Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen Einspracheentscheid (E. 5a) die
rechtlichen Voraussetzungen der Ausrichtung von Integritätsentschädigungen
zutreffend dar; darauf kann verwiesen werden. Während der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers die Zusprechung einer Integritätsentschädigung von mindestens
5% beantragt, verneint die Beschwerdegegnerin einen Anspruch auf eine
Integritätsentschädigung.
7.2 In seiner Beurteilung vom 5. Februar 2010 führte Prof. D._ aus, es liege ein
Integritätsschaden von 0% vor, da Teile des knöchernen Endglieds des linken
Daumens noch vorhanden seien. Der Kreisarzt gewichtet damit den Teilverlust des
Daumenendglieds im Umfang von 1/3 - 1/2 (Suva-act. 3) in Analogie zu einem Verlust
des gesamten Endglieds. Erst ein solcher wird als erheblich gewertet und hat einen
Integritätsschaden von 5% zur Folge (Suva-Feinrastertabelle 3 bei einfachen oder
kombinierten Finger-, Hand- und Armverlusten). Im Hinblick auf die Erheblichkeit des
Integritätsschadens ist von wesentlicher Bedeutung, ob noch ein frei beweglicher
Stumpf des Endglieds besteht oder dieser gänzlich fehlt (vgl. Urteil des EVG vom 12.
Januar 2004 i/S T. [U 134/03]; RKUV 1997 Nr. U 278 S. 207 ff). Im Übrigen beurteilt
sich die Schwere eines Integritätsschadens allein nach dem medizinischen Befund;
allfällige individuelle Besonderheiten der versicherten Person bleiben unberücksichtigt
(BGE 115 V 147 E. 1, 113 V 221 E. 4b mit Hinweisen). Im konkreten Fall liegt damit ein
Bruchteil eines Integritätsschadens von 5% vor, womit mangels Erreichens der
Erheblichkeitsgrenze kein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung besteht. Mit
Bezug auf die geklagte, über das übliche Mass hinausgehende Hypersensiblität, die
Beschwerden in der linken Hohlhand, das Streckdefizit des kleinen Fingers der linken
Hand sowie eine allfällige psychische Komponente entfällt mangels natürlicher bzw.
adäquater Kausalität auch ein unfallbedingter Integritätsschaden. Anders gesagt, liegen
damit keine konkreten Umstände vor, welche davon ausgehen liessen, dass der
Richtwert von 5 % erreicht wäre.
8.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten
sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
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Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP