Decision ID: b5c5104c-2251-537c-8bd6-ed9b1f1faced
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der am (...) 1951 geborene, in Deutschland wohnhafte britische Staatsan-
gehörige A._ (nachfolgend: Gesuchsteller) arbeitete in den Jahren
1997/1998 als Steward in der Schifffahrt und entrichtete Beiträge an die
schweizerische Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung
(AHV/IV; SAK-act. 12/2-3).
B.
B.a Am 4. April 2017 beantragte der Gesuchsteller via die Deutsche Ren-
tenversicherung mittels Formular (E 202) bei der Schweizerischen Aus-
gleichskasse (SAK; Eingang: 13. Juni 2017) eine schweizerische Alters-
rente (SAK-act. 8, 9).
B.b Mit Verfügung vom 28. Juni 2017 (SAK-act.17/1) teilte die SAK dem
Gesuchsteller mit, dass sein Rentengesuch abgewiesen werde, da die ein-
jährige Mindestbeitragsdauer nicht erfüllt sei. Es könne ihm nur für sieben
Monate im Jahr 1997 ein Einkommen angerechnet werden. Gegen diese
Verfügung erhob der Gesuchsteller am 23. März 2018 telefonisch (SAK-
act. 19) und per Mail (SAK-act. 21) bei der SAK Einsprache. Er machte
geltend, seine Anstellung auf dem Schiff habe – einschliesslich der Ferien
– 12 Monate gedauert (SAK-act. 19-22).
B.c Die SAK erteilte dem Gesuchsteller mit Schreiben vom 19. Juni 2018
eine Frist von 20 Tagen, um eine handschriftlich unterschriebene, formgül-
tige Einsprache per Post einzureichen (SAK-act. 23). Am 9. Juli 2018 er-
hielt die SAK eine entsprechende Einsprache des Gesuchstellers posta-
lisch zugestellt (SAK-act. 25/1). Die SAK ersuchte den Gesuchsteller da-
raufhin mit Schreiben vom 8. August 2018 – zwecks Nachforschungen –
um weitere Angaben hinsichtlich des bisherigen Arbeitgebers und um Vor-
lage von entsprechenden Dokumenten (SAK-act. 26). Der Gesuchsteller
reichte in der Folge diverse Unterlagen ein (SAK-act. 29, 30) und die SAK
nahm verschiedene Abklärungen vor (SAK-act. 32-34, 36-38, 40).
B.d Mit Einspracheentscheid vom 18. Februar 2019 wies die SAK die Ein-
sprache des Gesuchstellers ab. Sie führte zusammenfassend aus, dass
die von ihr getätigten Nachforschungen keine Beitragszeiten von über sie-
ben Monate ergäben, weshalb die Mindestbeitragsdauer von einem vollen
Jahr nicht erfüllt sei und dem Gesuchsteller keine Altersrente zugespro-
chen werden könne (SAK-act. 42).
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Seite 3
C.
C.a Mit Eingabe vom 26. Februar 2019 (BVGer-act. 1) erhob der Gesuch-
steller (nachfolgend: Beschwerdeführer) beim Bundesverwaltungsgericht
Beschwerde (Eingang: 28. Februar 2019) gegen den erwähnten Ein-
spracheentscheid der SAK (nachfolgend auch: Vorinstanz). Er ersuchte um
Überprüfung seiner "Rentenzeiten".
C.b Die Vorinstanz beantragte mit Vernehmlassung vom 14. März 2019 die
Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung des angefochtenen Ein-
spracheentscheides (BVGer-act. 3).
C.c Mangels Einreichung einer Replik wurde der Schriftenwechsel mit Ver-
fügung des Instruktionsrichters vom 16. Mai 2019 geschlossen, wobei wei-
tere Instruktionsmassnahmen vorbehalten blieben (BVGer-act. 6).
C.d Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten
ist – soweit für die Entscheidfindung erforderlich – in den nachfolgenden
Erwägungen einzugehen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG in Verbindung mit Art. 33 Bst. d VGG und Art. 85bis
Abs. 1 AHVG (SR 831.10) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden von Personen im Ausland gegen Verfügungen der SAK. Da
keine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG vorliegt, ist das Bundesverwal-
tungsgericht somit zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zustän-
dig.
1.2 Aufgrund von Art. 3 Bst. dbis VwVG findet das VwVG keine Anwendung
in Sozialversicherungsrechtssachen, soweit das ATSG anwendbar ist. Ge-
mäss Art. 1 Abs. 1 AHVG sind die Bestimmungen des ATSG auf die im
ersten Teil geregelte Alters- und Hinterlassenenversicherung anwendbar,
soweit das AHVG nicht ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht.
1.3 Der Beschwerdeführer ist durch den angefochtenen Einspracheent-
scheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung
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oder Änderung, so dass er im Sinne von Art. 59 ATSG beschwerdelegiti-
miert ist.
1.4 Da die Beschwerde im Übrigen frist- und formgerecht eingereicht
wurde (vgl. Art. 60 Abs. 1 ATSG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), ist darauf ein-
zutreten.
2.
2.1 Der Beschwerdeführer ist britischer Staatsangehöriger und wohnt in
Deutschland. Er war in den Jahren 1997 und 1998 als Steward auf drei
Schiffen erwerbstätig (SAK-act. 29, 30). Die Vorinstanz geht – gestützt auf
die Angaben des Beschwerdeführers – davon aus, dass die besagten drei
Schiffe auf dem Rhein zum Einsatz gekommen seien (SAK-act. 42/2).
2.2 In der internationalen Schifffahrt ist im Verhältnis zu den Rheinstaaten,
d.h. wenn die Arbeitgeberin und die das Schiff betreibende Gesellschaft
ihren Sitz in Deutschland, Belgien, Frankreich, Luxemburg, Niederlande
oder in der Schweiz haben, das Übereinkommen über die Soziale Sicher-
heit der Rheinschiffer vom 30. November 1979 (nachfolgend: Rheinschif-
ferabkommen, SR 0.831.107) bzw. – bei EU- oder EFTA-Staatsangehörig-
keit der Rheinschifferinnen und Rheinschiffer – die Vereinbarung über die
Bestimmung der anzuwendenden Rechtsvorschriften für Rheinschiffer ge-
mäss Art. 16 Abs. 1 der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 vom 23. Dezember
2010 (nachfolgend: Ausnahmevereinbarung) zu beachten, welche durch
einen Zusatz – rückwirkend ab dem 1. April 2012 – auch für die Schweiz
gilt (vgl. www.ccr-zkr.org  Tätigkeiten  Rechtliche und soziale Fragen,
besucht am 15.7.2020; Wegleitung über die Versicherungspflicht in der
AHV/IV [WVP], Stand: 1.1.2020, Rz. 3011.1). Sowohl das Rheinschifferab-
kommen (Art. 11 Abs. 2) wie auch die Ausnahmevereinbarung (Art. 4 Abs. 2
i.V.m. Art. 1 Bst. c) sehen eine Unterstellung am Sitz der das Schiff betrei-
benden Gesellschaft vor. Damit die für die Rheinschifferinnen und Rhein-
schiffer spezifischen Bestimmungen in der Schweiz Anwendung finden und
zur Unterstellung führen, muss die in der Schweiz ansässige Gesellschaft
die Betreiberin der Schiffe sein. Die Ausgleichskasse muss dieses Krite-
rium auf der Grundlage der von den Schweizerischen Rheinhäfen ausge-
stellten Ausrüsterbescheinigung, welche das massgebende Dokument ist,
überprüfen (WVP Rz. 3011.2). Als Rheinschifferinnen und Rheinschiffer
gelten Arbeitnehmende und Selbstständigerwerbende, die ihre Berufstätig-
keit als fahrendes Personal an Bord eines Rheinschiffes ausüben, welches
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über eine Rheinschifffahrts-Zugehörigkeitsurkunde verfügt (vgl. Art. 1
Bst. a der Ausnahmevereinbarung; WVP Rz. 3011.4 f.).
2.3 Aus den vorliegenden Akten geht hervor, dass der Beschwerdeführer
im Jahr 1997 für die B._ AG (...) an Bord der "C._" (SAK-
act. 30/17, 29/17) sowie für die D._ AG (...) an Bord des Kabinen-
schiffes "E._" (SAK-act. 30/8) erwerbstätig war. Im Jahr 1998 arbei-
tete der Beschwerdeführer – laut Akten (SAK-act. 29) – ausserdem für die
F._ S.A. (...) an Bord der "G._". In den Vorakten finden sich
hinsichtlich der erwähnten Schiffe weder Ausrüsterbescheinigungen (mit
Angaben zur Betreiberin des jeweiligen Schiffes) noch Rheinschifffahrts-
Zugehörigkeitsurkunden. Es bestehen auch keine Hinweise in den Akten,
dass die Vorinstanz solche Urkunden konsultiert hätte. Ausdrückliche Aus-
sagen des Beschwerdeführers, wonach es sich bei den besagten Schiffen,
an deren Bord er in den Jahren 1997 und 1998 erwiesenermassen gear-
beitet hat, um Rheinschiffe gehandelt habe, sind ebenfalls nicht dokumen-
tiert. Allerdings ist eine Bescheinigung der D._ AG vom 2. Novem-
ber 1997 aktenkundig (SAK-act. 30/8), wonach die besagte Anstellung des
Beschwerdeführers unter den Bestimmungen des Rheinschifferabkom-
mens erfolgt sei. Zudem bezahlten sowohl die D._ AG wie auch die
B._ AG im Jahr 1997 bei der schweizerischen AHV/IV Sozialversi-
cherungsbeiträge zugunsten des Beschwerdeführers ein (SAK-act. 12/2-
3). Schliesslich waren die drei genannten, inzwischen erloschenen Unter-
nehmen, welche dem Beschwerdeführer in den Jahren 1997 und 1998 ei-
nen Lohn entrichteten, im damaligen Zeitpunkt in der Schweiz ansässig
(vgl. BVGer-act. 8-10). Die Vorinstanz geht im angefochtenen Entscheid
deshalb von der Anwendung des Rheinschifferabkommens bzw. der
schweizerischen Rechtsvorschriften aus, was seitens des Beschwerdefüh-
rers nicht beanstandet wird. Aufgrund der britischen Staatsangehörigkeit
des Beschwerdeführers wäre zwar (bis Ende 2020) die erwähnte Ausnah-
mevereinbarung zu beachten (vgl. www.eda.admin.ch/europa/brexit), was
im Ergebnis aber nichts ändert, da beide Regelungen eine Unterstellung
am Sitz der das Schiff betreibenden Gesellschaft vorsehen (vgl. E. 2.2). Im
Folgenden ist daher zu prüfen, ob der Beschwerdeführer – unter Annahme
seiner Erfassung vom schweizerischen System der sozialen Sicherheit –
überhaupt einen Anspruch auf eine Altersrente hat.
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Seite 6
3.
3.1 Nach den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln sind in verfah-
rensrechtlicher Hinsicht in der Regel diejenigen Rechtssätze massgebend,
welche im Zeitpunkt der Beschwerdebeurteilung Geltung haben (BGE 130
V 1 E. 3.2), unter Vorbehalt der spezialgesetzlichen Übergangsbestimmun-
gen. In materiellrechtlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechts-
sätze anwendbar, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tat-
bestandes Geltung hatten (BGE 130 V 445 E. 1.2.1; 127 V 466 E. 1; 126
V 134 E. 4b). Der Beschwerdeführer hat das 65. Altersjahr am (...) 2016
vollendet. Sein Anspruch auf eine ordentliche Altersrente wäre demnach
am 1. Dezember 2016 entstanden (vgl. Art. 21 Abs. 1 Bst. a i.V.m. Abs. 2
AHVG). Im Folgenden wird daher jeweils auf die in diesem Zeitpunkt mas-
sgebenden Rechtsgrundlagen Bezug genommen.
3.2 Nach der Rechtsprechung stellt das Sozialversicherungsgericht bei der
Beurteilung einer Streitsache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des
Erlasses des streitigen Entscheides (hier: 18. Februar 2019) eingetretenen
Sachverhalt ab (BGE 129 V 1 E. 1.2 m.H.).
3.3 Die Beschwerdeführenden können im Rahmen des Beschwerdever-
fahrens die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss des Miss-
brauchs oder der Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder un-
vollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes sowie Un-
angemessenheit des Entscheides rügen (Art. 49 VwVG).
4.
Anfechtungsobjekt ist vorliegend der Einspracheentscheid vom 18. Feb-
ruar 2019, mit welchem die Vorinstanz – in Bestätigung ihrer Verfügung
vom 28. Juni 2017 – das Begehren des Beschwerdeführers um Zuspre-
chung einer Altersrente abgewiesen hat. Streitig und zu prüfen ist, ob der
Beschwerdeführer die Mindestbeitragsdauer von einem vollen Jahr erfüllt
hat.
5.
Zunächst sind die relevanten schweizerischen Rechtsgrundlagen darzule-
gen.
5.1 Männer haben – bei Unterstellung unter die schweizerische AHV – An-
spruch auf eine ordentliche Altersrente, sofern sie das 65. Altersjahr voll-
endet haben und ihnen für mindestens ein volles Jahr Einkommen, Erzie-
hungs- oder Betreuungsgutschriften angerechnet werden können (Art. 21
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Abs. 1 Bst. a i.V.m. Art. 29 Abs. 1 AHVG). Der Anspruch auf die Altersrente
entsteht am ersten Tag des Monats, welcher der Vollendung des massge-
benden Altersjahres folgt, und erlischt mit dem Tod (Art. 21 Abs. 2 AHVG).
5.2 Die ordentlichen Renten werden gemäss Art. 29bis Abs. 1 AHVG nach
Massgabe der Beitragsjahre, Erwerbseinkommen sowie der Erziehungs-
oder Betreuungsgutschriften der rentenberechtigten Person berechnet. Sie
gelangen nach Art. 29 Abs. 2 AHVG in Form von Vollrenten für Versicherte
mit vollständiger Beitragsdauer (Bst. a) oder in Form von Teilrenten für Ver-
sicherte mit unvollständiger Beitragsdauer (Bst. b) zur Ausrichtung. Die
Teilrente entspricht dabei einem Bruchteil der Vollrente (Art. 38 Abs. 1
AHVG), für dessen Berechnung das Verhältnis zwischen den vollen Bei-
tragsjahren der Versicherten zu denjenigen ihres Jahrgangs sowie die ein-
getretenen Veränderungen der Beitragsansätze berücksichtigt werden
(Art. 38 Abs. 2 AHVG).
5.3 Für die Bestimmung der Beitragsjahre werden gemäss Art. 29bis AHVG
grundsätzlich nur Zeiten zwischen dem 1. Januar nach Vollendung des
20. Altersjahres und dem 31. Dezember vor Eintritt des Versicherungsfalls
berücksichtigt. Als vollständig gilt folglich die Beitragsdauer, wenn die ren-
tenberechtigte Person zwischen dem 1. Januar nach der Vollendung des
20. Altersjahres und dem 31. Dezember vor Eintritt des Rentenalters gleich
viele Beitragsjahre aufweist wie ihr Jahrgang (Art. 29bis Abs. 1 AHVG i.V.m.
Art. 29ter Abs. 1 AHVG). In Fällen, in denen in einem Kalenderjahr die Bei-
tragsdauer nicht zusammenhängend ist, sind die einzelnen Beitragsperio-
den zusammenzuzählen. Ergibt das Total keine Anzahl ganzer Monate, ist
der Bruchteil eines Monats auf einen ganzen Monat aufzurunden, um
ganze Beitragsperioden zu erhalten (UELI KIESER, Rechtsprechung zur Al-
ter- und Hinterlassenenversicherung, 3. Aufl. 2012, Art. 29ter Rz. 3; BGE
107 V 7 E. 3a). Als Beitragsdauer kann aber lediglich derjenige Zeitab-
schnitt gelten, in dem eine Person versichert und der Beitragspflicht unter-
stellt gewesen ist (Wegleitung über die Renten [RWL] in der Eidgenössi-
schen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung, gültig ab 1. Ja-
nuar 2003, Stand: 1. Januar 2016, Rz. 5005 ff.). Ist jemand nur während
eines Teiles eines Jahres versichert und beitragspflichtig, kann kein volles
Beitragsjahr angenommen werden, selbst wenn der für den anderen Teil
des Jahres entrichtete Beitrag den Mindestbeitrag übersteigt (UELI KIESER,
a.a.O., Art. 29ter Rz. 3; BGE 99 V 24 E. 1; vgl. auch RWL Rz. 5013 mit Ver-
weis auf ZAK 1974 S. 196). Ohne Vorliegen des zivilrechtlichen Wohnsit-
zes in der Schweiz werden für die Ermittlung der Beitragszeiten ab dem
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Jahr 1969 in der Regel die im IK aufgezeichneten Beitragszeiten angerech-
net, auch wenn der Einkommenseintrag keiner vollen Erwerbstätigkeit ent-
spricht (RWL Rz. 5015 m.H. auf ZAK 1982 S. 373). Damit ein Jahr als vol-
les Beitragsjahr angerechnet wird, muss eine Beitragsdauer von mehr als
elf Monaten vorliegen; dies ist nicht der Fall, wenn eine Beitragsdauer von
elf Monaten ohne einen zusätzlichen Bruchteil eines weiteren Monates be-
steht (UELI KIESER, a.a.O., Art. 29ter Rz. 3 m.H. auf ZAK 1971 S. 323 E. 3).
Ausserdem müssen die geschuldeten Beiträge geleistet sein oder noch
entrichtet werden können (Art. 16 Abs. 1 und 2 AHVG), damit ein bestimm-
ter Zeitabschnitt als Beitragsdauer zählen kann (RWL Rz. 5006). Ausländi-
sche Beitragszeiten sind im Verhältnis zur EU nicht anzurechnen (BGE 141
V 246 E. 2.2; 130 V 51 E. 4 f.).
5.4 Hinsichtlich der Dauer der Beitragsleistung und der Höhe der Beiträge
wird grundsätzlich auf die individuellen Konten abgestellt, welche für jeden
beitragspflichtigen Versicherten geführt werden und in welche die entspre-
chenden Daten eingetragen werden (vgl. Art. 30ter AHVG; Art. 137 ff.
AHVV). Der Versicherte hat das Recht, bei jeder Ausgleichskasse, die für
ihn ein individuelles Konto führt, einen Auszug über die darin gemachten
Eintragungen unter Angabe allfälliger Arbeitgeber zu verlangen (Art. 141
Abs. 1 AHVV). Versicherte können innert 30 Tagen seit Zustellung des Kon-
tenauszuges bei der Ausgleichskasse eine Berichtigung verlangen
(Art. 141 Abs. 2 AHVV). Wird kein Kontenauszug oder keine Berichtigung
verlangt, oder wird das Berichtigungsbegehren abgelehnt, so kann bei Ein-
tritt des Versicherungsfalles die Berichtigung von Eintragungen im indivi-
duellen Konto nur verlangt werden, soweit deren Unrichtigkeit offenkundig
ist oder dafür der volle Beweis erbracht wird (Art. 141 Abs. 3 AHVV). Das
gilt nicht nur für unrichtige, sondern auch für unvollständige Eintragungen
im individuellen Konto, wie beispielsweise die Nichtregistrierung tatsäch-
lich geleisteter Zahlungen (BGE 117 V 261 E. 3a). Gemäss Art. 30ter Abs. 2
AHVG sind die von einem Arbeitnehmer erzielten Erwerbseinkommen, von
welchen der Arbeitgeber die gesetzlichen Beiträge abgezogen hat, in das
individuelle Konto (des Arbeitnehmers) einzutragen, selbst wenn der Ar-
beitgeber die entsprechenden Beiträge der Ausgleichskasse nicht entrich-
tet hat. Die Kontenbereinigung erstreckt sich auf die gesamte Beitrags-
dauer des Versicherten, betrifft also auch jene Beitragsjahre, für welche
gemäss Art. 16 Abs. 1 AHVG jede Nachzahlung von Beiträgen ausge-
schlossen ist (BGE 117 V 261 E. 3a). Der volle Beweis kann in der Regel
aber nur durch Urkunden (z.B. Lohnabrechnungen) erbracht werden (vgl.
Urteil des EVG [heute: BGer] H 17/02 vom 30. Oktober 2002 E. 4.2).
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6.
Streitig und zu prüfen ist im Folgenden, ob der Beschwerdeführer die Min-
destbeitragsdauer von einem Jahr für einen Rentenanspruch erreicht.
6.1 Die Vorinstanz verneint die Erfüllung der Mindestbeitragsdauer mit der
Begründung, es seien – aufgrund der vom Beschwerdeführer eingereich-
ten Dokumente (Arbeitsverträge, Lohnabrechnungen) sowie der im Ein-
spracheverfahren amtlich getätigten Nachforschungen – einzig die im indi-
viduellen Konto für das Jahr 1997 eingetragenen Beitragszeiten von sieben
Monaten belegt. Die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Erwerbstä-
tigkeit im Jahr 1998 berücksichtigt die Vorinstanz nicht als Beitragszeit, da
diesbezüglich keine AHV-Beiträge abgezogen bzw. abgerechnet worden
seien. Falls beim unzuständigen (ausländischen) Sozialversicherungsträ-
ger abgerechnet worden sei, könne dies nicht mehr korrigiert werden (SAK-
act. 42; BVGer-act. 3).
6.2 Laut dem aktenkundigen, am 12. Februar 1997 ausgestellten Arbeits-
vertrag (Nr. I._; SAK-act. 30/17, 30/7) zwischen der B._ AG
in (...) (als Arbeitgeberin) und dem Beschwerdeführer (als Arbeitnehmer)
trat Letzterer die Stelle als Oberkellner am 26. Februar 1997 an (Ziff. 1),
wobei als Vertragsdauer die Zeit ab ca. 26. Februar 1997 bis Ende der
Saison, d.h. bis ca. 15. Oktober 1997 festgelegt wurde (Ziff. 3). Vom Brut-
tomonatslohn, welcher DM 3'500 bzw. 116.67 pro Tag betrug, waren – laut
Vertrag (Ziff. 2) – die vorgeschriebenen AHV/IV/EO-Beiträge, die Arbeitslo-
senversicherung, falls nötig der obligatorische BVG-Abzug sowie die anfal-
lenden Quellensteuern abzuziehen. Dass sich der besagte Arbeitsvertrag
auf das Schiff "C._" bezog, ergibt sich aus den bei den Vorakten
liegenden Lohnabrechnungen. Allerdings sind nur Abrechnungen für die
Monate März 1997 (SAK-act. 30/12), Mai 1997 (SAK-act. 30/20) und Juni
1997 (SAK-act. 30/2 = 30/11) aktenkundig. Die Dokumente belegen, dass
die entsprechenden gesetzlichen Sozialversicherungsbeiträge abgezogen
wurden. Im individuellen Konto des Beschwerdeführers sind hinsichtlich
der genannten Arbeitgeberin denn auch Einträge für die Monate März bis
Juni des Jahres 1997 vorhanden (SAK-act. 12/2). Obwohl sich in den Akten
ein undatiertes Schreiben der H._ AG befindet, wonach der er-
wähnte Vertrag Nr. I._ betreffend den Einsatz des Beschwerdefüh-
rers an Bord der C._ wieder gültig sei (SAK-act. 30/4), sind keine
Lohnabrechnungen hinsichtlich der besagten Erwerbstätigkeit für die Zeit
ab Juli 1997 aktenkundig. Die vorinstanzliche Nachfrage bei der zuständi-
gen Ausgleichskasse führte zu keinem anderem Ergebnis (SAK-act. 40).
Auch der massgebliche Lohnausweis für die Steuererklärung nennt eine
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Beschäftigungsdauer vom 1. März 1997 bis 30. Juni 1997 (SAK-act.
29/17). Selbst wenn die besagte Anstellung – entsprechend dem Vertrag
Nr. I._ – jedoch (vom 26. Februar 1997) bis ca. 15. Oktober 1997
(und nicht nur von März bis Juni 1997) gedauert hätte und für die gesamte
Zeit die gesetzlichen Beiträge abgezogen worden wären, was nicht belegt
ist, wäre die Mindestbeitragsdauer von einem vollen Jahr damit (noch)
nicht erfüllt. Laut Arbeitsvertrag (Ziff. 8) wurden mit der Entlöhnung im Üb-
rigen alle Ansprüche auf Ruhe-, Ferien- und Feiertage entschädigt (SAK-
act. 30/7). Auch wenn die Ferien während der Dauer des Arbeitsverhältnis-
ses gemäss schweizerischem Recht grundsätzlich nicht durch Geldleistun-
gen oder andere Vergünstigungen abgegolten werden dürfen (Art. 329d
Abs. 2 OR) und eine Missachtung des Ferienabgeltungsverbots zu einer
nachträglichen Einforderung des Ferienlohns führen kann (vgl. BGE 129 III
493 E. 6.2), bestehen für die vom Beschwerdeführer im Einspracheverfah-
ren zufolge Ferienanspruchs geltend gemachte Vertragsdauer von 12 Mo-
naten (SAK-act. 25) keinerlei Anhaltspunkte.
6.3 Gemäss dem zwischen der D._ AG in (...) (als Arbeitgeberin)
und dem Beschwerdeführer (als Arbeitnehmer) am 1. September 1997 ge-
schlossenen Arbeitsvertrag (SAK-act. 30/15, 30/18, 30/19) war der Be-
schwerdeführer als Servicesteward auf dem Flusskreuzfahrtschiff
"E._" erwerbstätig, wobei der Stellenantritt auf den 11. September
1997 festgelegt wurde (Ziff. 2). Laut Vertrag (Ziff. 5) versicherte die Arbeit-
geberin den Beschwerdeführer gemäss den gesetzlichen Bestimmungen
zur AHV/IV, wobei die Prämien je zur Hälfte von den beiden Vertragspar-
teien zu tragen waren. Der vereinbarte Nettolohn betrug DM 1'700.- pro
Monat (Ziff. 6) und die Beendigung des Arbeitsverhältnisses war ohne Kün-
digung auf das Saisonende vorgesehen (Ziff. 7). In den Vorakten befinden
sich Lohnblätter für die Monate September 1997 (SAK-act. 30/9) und No-
vember 1997 (SAK-act. 30/14), welche den Abzug der gesetzlichen Bei-
träge belegen. Gemäss den aktenkundigen Arbeitsbescheinigungen der
D._ AG vom 2. November 1997 (SAK-act. 30/8, 30/10) sowie
11. November 1997 (SAK-act. 30/5) war der Beschwerdeführer vom
11. September 1997 bis 5. November 1997 bzw. während der "Saison 97"
als Obersteward an Bord der "E._" erwerbstätig. Dementsprechend
enthält das individuelle Konto des Beschwerdeführers hinsichtlich dieser
Anstellung Einträge für die Monate September bis November des Jahres
1997 (SAK-act. 12/3), was – laut Auskunft der zuständigen Ausgleichs-
kasse – mit der Lohnabrechnung 1997 übereinstimmt (SAK-act. 34). Diese
eingetragenen Beitragszeiten von drei Monaten führen – auch unter An-
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rechnung der ausgewiesenen Beitragszeiten gemäss E. 6.2 von vier Mo-
naten – aber nicht zur Erfüllung der Mindestbeitragszeit von einem Jahr.
Der Ferienanspruch des Beschwerdeführers (auch) hinsichtlich dieser An-
stellung, welche knapp zwei Monate dauerte, ändert daran nichts. Laut
dem erwähnten Vertrag (Ziff. 4) betrug der Ferienanspruch – bei einer An-
stellung von mehr als drei Monaten – zwei Tage pro Monat, welche am
Ende der Saison gewährt wurden. Von einer Verlängerung der Vertrags-
dauer infolge eines Ferienanspruchs über den Monat November 1997 hin-
aus kann hier deshalb keine Rede sein.
6.4 Die vom Beschwerdeführer für das Jahr 1998 geltend gemachte An-
stellung bei der F._ S.A. (...) als Obersteward an Bord der
"G._" wird durch aktenkundige Lohnabrechnungen belegt, welche
die Monate Mai (SAK-act. 29/9), Juni (SAK-act. 29/4), Juli (SAK-act. 29/3),
August (SAK-act. 29/6), September (SAK-act. 29/5), Oktober (SAK-act.
29/13) und November (SAK-act. 29/15) betreffen. Darin werden die jeweils
in DM ausbezahlten monatlichen Nettolöhne aufgeführt. In den Akten fin-
den sich zudem die Abrechnungen der Brutto-Netto-Bezüge für die Monate
Juni (SAK-act. 29/12), Juli (SAK-act. 29/11), August (SAK-act. 29/7), Sep-
tember (SAK-act. 29/8), Oktober (SAK-act. 29/10) und November (SAK-
act. 29/14) des Jahres 1998. Es handelt sich hierbei um deutsche DATEV-
Lohnabrechnungen, welche namentlich die vom Bruttolohn vorgenomme-
nen sozialversicherungsrechtlichen Abzüge gemäss deutschem Recht
ausweisen wie Beiträge an die Krankenversicherung (KV), Pflegeversiche-
rung (PV), Rentenversicherung (RV) und Arbeitslosenversicherung (AV).
Mit der Vorlage dieser Abrechnungen ist aber nicht nachgewiesen, dass
von den Einkommen, welche der Beschwerdeführer im Jahr 1998 bei der
F._ S.A. erzielt hat, gesetzliche Beiträge im Sinne von Art. 30ter
Abs. 2 AHVG, d.h. AHV-Beiträge nach schweizerischem Recht abgezogen
worden sind (vgl. dazu E. 5.4). Im individuellen Konto des Beschwerdefüh-
rers sind hinsichtlich dieser Arbeitgeberin jedenfalls keine Einträge vorhan-
den. Die Nachfrage der Vorinstanz bei der für die besagte Arbeitgeberin
örtlich zuständigen kantonalen Ausgleichskasse ergab, dass dort zuguns-
ten des Beschwerdeführers keine Sozialversicherungsbeiträge einbezahlt
worden sind (SAK-act. 38/1). Der Beschwerdeführer räumte im Verwal-
tungsverfahren im Übrigen ein, dass er nicht wisse, ob alle drei Unterneh-
men, für welche er tätig gewesen sei, in der Schweiz Sozialversicherungs-
beiträge abgerechnet hätten (SAK-act. 28). Für den Fall, dass der Be-
schwerdeführer betreffend die besagte Anstellung fälschlicherweise in
Deutschland versichert gewesen sein sollte, ist – aufgrund ihrer Aussagen
im Vor- und Beschwerdeverfahren (vgl. SAK-act. 42/3; BVGer-act. 3 S. 3)
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– von einem sinngemässen Verzicht der Vorinstanz auf eine Rückabwick-
lung auszugehen. Dies ist nicht zu beanstanden, da bei einer falschen Ver-
sicherungsunterstellung grundsätzlich eine Richtigstellung pro futuro er-
folgt, was vorliegend nicht möglich ist, und eine rückwirkende Änderung
der Versicherungsunterstellung nur ausnahmsweise erfolgen soll. Da dem
Beschwerdeführer seit dem 1. Mai 2017 bereits deutsche Versicherungs-
leistungen ausgerichtet werden (SAK-act. 9), wäre eine Rückabwicklung
ohnehin nicht angezeigt (vgl. zur falschen Versicherungsunterstellung:
WVP Rz. 2092 ff.). Für das Jahr 1998 können daher keine schweizerischen
Beitragszeiten berücksichtigt werden.
6.5 Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass der Beschwerdeführer
die Mindestbeitragsdauer gemäss Art. 29 Abs. 1 AHVG nicht erfüllt und
folglich keinen Anspruch auf eine Altersrente der schweizerischen AHV hat.
Der angefochtene Einspracheentscheid vom 18. Februar 2019 erweist sich
demnach als rechtens, weshalb die vom Beschwerdeführer dagegen erho-
bene Beschwerde als unbegründet abzuweisen ist.
7.
Zu befinden bleibt über die Verfahrenskosten und eine allfällige Parteient-
schädigung.
7.1 Das Verfahren ist für die Parteien kostenlos (Art. 85bis Abs. 2 AHVG),
so dass keine Verfahrenskosten zu erheben sind.
7.2 Der obsiegenden Partei kann von Amtes wegen oder auf Begehren
eine Entschädigung für ihr erwachsene notwendige und verhältnismässig
hohe Kosten zugesprochen werden (Art. 64 Abs. 1 VwVG). Als Bundesbe-
hörde hat die SAK jedoch keinen Anspruch auf Parteientschädigung (Art. 7
Abs. 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-
schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR173.320.2]).
Der unterliegende Beschwerdeführer hat ebenfalls keinen Anspruch auf
eine Parteientschädigung (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario).
Das Dispositiv folgt auf der nächsten Seite.
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