Decision ID: 7325d41d-571c-58ce-b5b2-f3710baa2c8a
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 20. Dezember 1990 zum Bezug von IV-Leistungen
(Umschulung auf eine neue Tätigkeit) an. Er gab an, seit April 1990 an Schmerzen in
der rechten Hand sowie im rechten Arm zu leiden. Die Chirurgie B._ habe ihm
geraten, den Beruf zu wechseln (IV-act. 1). Der Versicherte war zwischen 1979 und
1983 bei der Firma C._ und danach - nach einer einjährigen Arbeitsunfähigkeit infolge
einer Kieferoperation - bei D._ AG als Stahlbau-Monteur angestellt gewesen (IV-act.
11). In der Folge klärte die IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Regionalstelle für
berufliche Eingliederung Behinderter, die beruflichen Eingliederungsmöglichkeiten ab
(IV-act. 10). Im Bericht vom 6. November 1991 hielt sie fest, es habe für den
Versicherten ab 1. Juli 1991 eine seiner Behinderung entsprechende Arbeitsstelle bei
E._ AG gefunden werden können; der Versicherte habe mitgeteilt, dass die Tätigkeit
bei dieser Firma seinen Einschränkungen in der Schulter angepasst sei. Er werde bei
E._ AG als Apparatebauer angelernt. Da der Versicherte sehr zufrieden mit seiner
Arbeit sei, könne der Fall geschlossen werden (IV-act. 11). Daraufhin zog der
Versicherte am 11. Mai 1992 die IV-Anmeldung vom 10. Dezember 1990 zurück (IV-act.
12).
A.b Am 19./20. April 2001 meldete sich der Versicherte erneut zum Bezug von IV-
Leistungen an (Berufsberatung). Dabei gab er an, an einer dreifachen Diskushernie
sowie an Beschwerden an der rechten Schulter zu leiden (IV-act. 13-5). Der
behandelnde Arzt, Dr. med. F._, Facharzt für Innere Medizin FMH, diagnostizierte ein
chronisches lumbospondylogenes Syndrom beidseits linksbetont bei medianer
Diskusprotrusion L4/L5 und Spondylarthrose L5/S1, ein chronisches cervikobrachiales
Syndrom bei kleiner rechtsparamedianer Diskushernie C6/C7 mit Wurzelkontakt C7
rechts, und eine AC-Gelenksarthrose rechts (Arztbericht vom 12. Februar 2002, IV-act.
26). Er bescheinigte dem Versicherten eine Arbeitsfähigkeit von weniger als 30 % auch
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in leidensangepasster Tätigkeit; die bisherige Tätigkeit als Schlosser sei nicht mehr
zumutbar (IV-act. 28, S. 2). Mit Wirkung ab 1. November 2001 sprach die IV-Stelle dem
Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 75 % eine ganze IV-Rente zu (Verfügungen
vom 3. und 23. Oktober 2002, IV-act. 36 und 38; vgl. auch den Vorbescheid vom 9.
August 2002, IV-act. 32).
A.c Im August 2003 leitete die IV-Stelle eine ordentliche Rentenrevision ein (IV-act. 39).
Dr. F._ bescheinigte einen stationären Gesundheitszustand (Verlaufsbericht vom 21.
Oktober 2003, IV-act. 41). Darauf gestützt teilte die IV-Stelle dem Versicherten am 30.
Oktober 2003 mit, es bestehe ein unveränderter Anspruch auf eine ganze IV-Rente (IV-
act. 42).
A.d Auf Grund eines anonymen Hinweises, wonach sich der Versicherte hauptsächlich
im Ausland aufhalte und dort womöglich einer Arbeitstätigkeit nachgehe (vgl. IV-act.
44, 46, 47 und 48), leitete die IV-Stelle im Frühjahr 2005 eine vorgezogene
Rentenrevision ein (IV-act. 47, 50). Den Auftrag zu einer interdisziplinären Abklärung
erteilte die IV-Stelle am 8. April 2005 dem Zentrum für Arbeitsmedizin, Ergonomie und
Hygiene (AEH) GmbH, Zürich (IV-act. 51; vgl. auch IV-act. 59 und 61). Der Versicherte
wurde am 8./9. Dezember 2005 im AEH untersucht. Die Gutachter diagnostizierten ein
chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom mit Ausstrahlung rechtsseitig (mit/bei
BWS-Kyphose und LWS-Lordose, rechtsseitiger Diskushernie L5/S1,
Übergangsanomalie mit Nearthrose, und allgemein verminderter Kraftausdauer) und ein
Schmerzsyndrom beim rechten Arm (mit/bei Periarthropathia humero-scapularis,
Epicondylopathia humero-radialis, ohne klinischen Hinweis für eine radikuläre Reiz-
oder sensomotorische Ausfallsymptomatik bei anamnestisch bekannten Diskushernien
C5/C6 und C6/C7). Zumutbar sei eine mittelschwere Arbeit ganztags mit einer
Belastungsgrenze (Heben vom Boden bis zu Taillenhöhe bis max. 17.5 kg; Heben von
der Taille zu Kopfhöhe bis max. 12.5 kg; Heben horizontal bis max. 20 kg). Betreffend
Arbeitsfähigkeit bestehe für eine körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit eine volle
Arbeitsfähigkeit (Gutachten vom 6. Februar 2006, IV-act. 63). Der Regionale Ärztliche
Dienst der Invalidenversicherung (RAD) nahm zum AEH-Gutachten am 17. Februar
2006 Stellung. Er befand, ein „Revisionsgrund“ liege nicht vor, da der
Gesundheitszustand unverändert mit gleicher Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei.
Ein IV-Grad von 75 % bei einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit sei
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nicht nachvollziehbar (IV-act. 64). Am 27. Februar 2006 teilte die IV-Stelle dem
Versicherten mit, bei der Überprüfung des IV-Grades sei keine Änderung festgestellt
worden, die sich auf die IV-Rente auswirke. Es bestehe deshalb weiterhin Anspruch auf
die bisherige IV-Rente bei einem IV-Grad von 75 % (IV-act. 67).
A.e Im Rahmen eines am 10. Dezember 2007 von Amtes wegen eingeleiteten
Rentenrevisionsverfahrens (vgl. IV-act. 79) stellte Dr. F._ im Verlaufsbericht vom 28.
Januar 2008 einen stationären Zustand fest. Er sehe den Patienten nur sporadisch; in
den letzten zwei Jahren hätten keine rückenspezifischen Abklärungen und
Behandlungen stattgefunden (IV-act. 76, S. 2 und 4). Die IV-Stelle hielt unter Verweis
auf das Feststellungsblatt vom 24. (richtig: 23.). Februar 2006 (IV-act. 65) und den
Verlaufsbericht von Dr. F._ vom 28. Januar 2008 (IV-act. 76) fest, ein Revisionsgrund
liege nicht vor. Es bestehe weiterhin Anspruch auf die bisherige IV-Rente
(Feststellungsblatt vom 19. März 2008, IV-act. 77), was sie dem Versicherten am 19.
März 2008 mitteilte (IV-act. 78).
A.f Am 16. März 2011 stellte die IV-Stelle dem Versicherten einen Fragebogen für eine
weitere Rentenrevision zu, den dieser am 20. Juli 2011 ausfüllte und einen nach wie vor
unveränderten Gesundheitszustand festhielt (IV-act. 83 und 84). Der neue Hausarzt, Dr.
med. G._, nahm am 5. November 2011 dahingehend Stellung, der
Gesundheitszustand habe sich nicht geändert, die Prognose sei schlecht. Tätigkeiten,
bei denen der Patient keine Schmerzen verspüre, seien ihm zumutbar (IV-act. 90, S. 1
und 4). Am 9. März 2012 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass zur Klärung der
Leistungsansprüche eine polydisziplinäre medizinische Untersuchung (Innere Medizin,
Orthopädie, Psychiatrie) notwendig sei (IV-act. 92). Die Academy of Swiss Insurance
Medicine (asim), Basel, wurde mit der Erstellung des polydisziplinären Gutachtens
beauftragt (IV-act. 97). Die asim teilte in der Folge der IV-Stelle mit, der Versicherte sei
für eine Terminvereinbarung bzw. für eine Begutachtung weder per Post noch
telefonisch erreichbar (IV-act. 99; vgl. auch die Telefonnotiz vom 16. Mai 2012, wonach
der Versicherte in H._ lebe, IV-act. 100). Am 29. Mai 2012 orientierte sie die IV-Stelle,
dass der Versicherte zum vorgesehenen Termin nicht bei der asim erschienen sei (IV-
act. 102).
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A.g Mit Schreiben vom 4. Juni 2012 leitete die IV-Stelle ein Mahn- und Bedenkzeit
verfahren ein (IV-act. 105) mit der Aufforderung an den Versicherten, sich einer
Begutachtung durch die asim zu unterziehen, und sich spätestens bis 22. Juni 2012 mit
der asim in Verbindung zu setzen, um einen Begutachtungstermin zu vereinbaren,
ansonsten die IV-Stelle auf Grund der Akten verfügen und die Rentenleistung auf den
nächstmöglichen Termin einstellen werde (IV-act. 105). Der Versicherte leistete dieser
Aufforderung keine Folge (IV-act. 110). Daraufhin verfügte die IV-Stelle am 27. Juli 2012
die Einstellung der Rentenleistungen auf Grund fehlender Mitwirkung. Der Versicherte
wurde aufgefordert, sich bei der IV-Stelle schriftlich zu melden, wenn er bereit sein
sollte, seine Mitwirkungspflicht zu erfüllen (IV-act. 111). Wegen Adressunklarheiten (IV-
act. 114) wurde die gleiche (nicht abgeholte: IV-act. 109) Verfügung vom 27. Juli 2012
am 24. September 2012 nochmals verschickt (IV-act. 115).
A.h Am 10. Oktober 2012 erkundigte sich der Versicherte telefonisch über den Stand
der Dinge bezüglich seiner IV-Rente (IV-act. 116). Am 16. Oktober 2012 teilte das
Einwohneramt I._ der Stadt J._ der IV-Stelle mit, dass der Versicherte nach wie vor
Wohnsitz an K._ in J._ habe (IV-act. 119). Die IV-Stelle nahm daraufhin das
Abklärungsverfahren betreffend Rentenrevision und die Ausrichtung der
Rentenleistungen ab Oktober 2012 wieder auf (Feststellungsblatt vom 17. Oktober
2012, IV-act. 120; Verfügung vom 19. November 2012, IV-act. 127; vgl. auch IV-act.
121).
A.i Der Versicherte teilte der IV-Stelle am 18. Oktober 2012 telefonisch mit, dass
Untersuchungen der Rückenbeschwerden im Kantonsspital St. Gallen (KSSG)
stattfinden würden (IV-act. 122). Die IV-Stelle holte die dazu ergangenen medizinischen
Informationen ein (IV-act. 122, 123 und 124). Die Ärzte der Neurochirurgie des KSSG
diagnostizierten eine Lumboischialgie links (Bericht vom 8. und 16. Oktober 2012, IV-
act. 125) und liessen am 11. Oktober 2012 in der Radiologie des KSSG ein MRT der
LWS durchführen (IV-act. 125, S. 4). Dieses ergab leichtgradige mehrsegmentale
Spondylarthrosen der unteren LWS und eine moderate Diskusdegeneration L4/L5 ohne
sicheren Nachweis einer Kompression neuraler Strukturen (IV-act. 125, S. 1).
A.j Dr. G._ attestierte dem Versicherten am 5. November 2012 einen stationären
Zustand; die bisherige Tätigkeit sei nicht mehr zumutbar, hingegen sei eine
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wechselbelastete Tätigkeit ohne Heben und Tragen von Lasten zumutbar
(Verlaufsbericht vom 5. November 2012, IV-act. 126). Der RAD-Arzt Dr. med. L._,
Facharzt für Arbeitsmedizin, beurteilte am 17. Dezember 2012 die medizinische Lage
dahingehend, es sei verglichen mit der Situation zum Zeitpunkt des rheumatologischen
Gutachtens des AEH vom 6. Februar 2006 davon auszugehen, dass sich die
gesundheitliche Situation seither nicht wesentlich und anhaltend geändert bzw.
verschlechtert habe. Bereits damals sei die von der Neurochirurgie des KSSG im Jahr
2000 gestellte Diagnose eines chronischen lumbovertebralen Schmerzsyndroms
bestätigt worden; zusätzlich habe damals ein Schmerzsyndrom im Bereich der rechten
Schulter und des rechten Arms bestanden. Der Versicherte sei als in angepasster
Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig befunden worden, während die ursprüngliche Tätigkeit
als Schlosser als nicht mehr zumutbar eingestuft worden sei. Diese Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit könne aus medizinischer Sicht auf Grund der vorliegenden
medizinischen Akten „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ bestätigt werden. Somit sei die
Situation auch betreffend Arbeitsfähigkeit verglichen mit derjenigen im Jahr 2006 als
unverändert zu betrachten. Es sei unwahrscheinlich, dass ein rheumatologisches
Gutachten zu einem wesentlich anderen Ergebnis führen würde. Eine weitere
Abklärung erscheine demnach aus medizinischer Sicht nicht angezeigt (IV-act. 128).
A.k Die IV-Stelle stellte dem Versicherten mit Vorbescheid vom 21. Februar 2013 die
wiedererwägungsweise Aufhebung des Rentenanspruchs in Aussicht (IV-act. 132).
Dem Versicherten wurde daraufhin die gewünschte Fristerstreckung zur Einreichung
eines schriftlichen Einwandes sowie von medizinischen Unterlagen bis 6. Mai 2013
gewährt (Fristerstreckung vom 3. April 2013, IV-act. 135, basierend auf persönlicher
Besprechung vom gleichen Tag, IV-act. 134).
A.l Mit Eingabe vom 25. April 2013 erhob der Versicherte einen Einwand gegen den
Vorbescheid vom 21. Februar 2013. Er machte geltend, sein Gesundheitszustand habe
sich seit 2011 bedeutend verschlechtert und reichte dazu medizinische Unterlagen ein
(in M._ verfasster medizinischer Bericht vom 30. Mai 2012 samt Übersetzung, IV-act.
136; Berichte des KSSG vom 16. März 2013, IV-act. 137, S. 13; vom 21. März 2013, IV-
act. 137, S. 5, und vom 25. März 2013, IV-act. 137, S. 7). Als er (ursprünglich)
arbeitsunfähig geworden sei, habe er sich für eine Umschulung und gegen eine IV-
Rente geäussert; ihm sei jedoch eine Rente zugesprochen worden. Er sei bereit, sich
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einer ärztlichen Untersuchung zu unterziehen (IV-act. 137, S. 1 f.). Die IV-Stelle prüfte in
der Folge, ob von einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes auszugehen sei
(vgl. Stellungnahme von Dr. L._, RAD, vom 6. Juni 2013, IV-act. 139, wonach beim
Schmerzzentrum des KSSG ein Bericht einzuholen und bei Bestätigung der
Verschlechterung gegenüber 2006 eine medizinische Abklärung vorzunehmen sei).
A.m Dr. med. N._, Schmerzzentrum des KSSG, empfahl zu den Fragen der
Arbeitsunfähigkeit die Erfassung der Leistungsfähigkeit durch die Kollegen der
Abteilung Rheumatologie und Rehabilitationsmedizin des KSSG, Physiotherapie
(undatierter Arztbericht, eingegangen bei der IV-Stelle am 3. Juli 2013, IV-act. 141).
A.n Am 10. Juli 2013 leitete die IV-Stelle erneut ein Mahn- und Bedenkzeitverfahren ein,
nachdem sich herausgestellt hatte (IV-act. 142), dass der Versicherte nicht mehr an der
bisherigen Adresse wohne und nun unbekannten Aufenthaltes sei. Der Versicherte
wurde aufgefordert, bis spätestens 31. Juli 2013 den aktuellen Aufenthaltsort
mitzuteilen, ansonsten auf Grund der Akten verfügt und die Rentenleistung auf den
nächstmöglichen Termin eingestellt würde (IV-act. 143). Eine Reaktion seitens des
Versicherten blieb aus (IV-act. 144).
A.o Am 8. August 2013 verfügte die IV-Stelle die wiedererwägungsweise Aufhebung
der Verfügungen vom 3. Oktober und 23. Oktober 2002 und stellte die
Rentenleistungen per Ende September 2013 ein (IV-act. 145).
B.
B.a Die Beschwerde vom 4. September 2013 (act. G 1) richtet sich gegen diese
Verfügung. Der Beschwerdeführer beantragt deren Aufhebung und die Rückweisung an
die IV-Stelle zu weiterer medizinischer Abklärung sowie die Gewährung der
unentgeltlichen Prozessführung. Zur Begründung führt er aus, er habe die
Korrespondenz der IV-Stelle mit der Aufforderung, den Aufenthaltsort bekanntzugeben,
nicht erhalten.
B.b Die Beschwerdegegnerin hielt in der Beschwerdeantwort vom 2. Oktober 2013 an
ihrer Leistungseinstellung fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde (act. G
5). Die Verfügung vom 3. Oktober 2002 sei zweifellos unrichtig und ihre Berichtigung
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sei von erheblicher Bedeutung. Die IV-Stelle habe im Zeitpunkt der fraglichen
Leistungszusprechung fälschlicherweise auf den Bericht des behandelnden Arztes Dr.
F._ abgestellt, obwohl er fachärztlich nicht qualifiziert gewesen sei, und seine
Schlussfolgerungen betreffend Arbeitsfähigkeit bei gleicher Diagnose diametral
denjenigen der Klinik Valens widersprochen hätten. Gegebenenfalls hätten weitere
medizinische Abklärungen stattfinden sollen. Eine zweifellose Unrichtigkeit im Sinne
von Art. 53 Abs. 2 ATSG könne bereits vorliegen, wenn der relevante Sachverhalt nicht
richtig festgestellt worden sei. Für die Zulässigkeit einer Wiedererwägung sei somit
nicht erforderlich, dass die Verfügung auch im Ergebnis rechtsfehlerhaft sei. Die
Wirkung der Wiedererwägung sei aber nicht rückwirkend vorzunehmen.
B.c Am 29. Oktober 2013 (act. G 7) und 5. November 2013 (act. G 10) bewilligte die
Verfahrensleitung das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von
Gerichtskosten sowie Beizug eines Rechtsanwalts).
B.d Am 11. November 2013 zeigte Rechtsanwalt lic. iur. Thomas Hubatka, Altstätten,
an, dass er mit der Wahrung der Interessen des Beschwerdeführers beauftragt worden
sei (act. G 11). Seinem Schreiben legte er eine Operationsanmeldung vom 4. November
2013 bei, wonach der Beschwerdeführer sich am 21. November 2013 einer Operation
an der Klinik O._ AG bei degenerativer Diskopathie L4/L5 unterziehen werde (act. G
11, Beilage vom 4. November 2013).
B.e Mit Replik vom 11. Dezember 2013 hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen
fest (act. G 13). Selbst wenn ihm eine Verletzung seiner Auskunfts- und
Mitwirkungspflicht vorgeworfen werden könnte, würde sich dies nur auf diejenige
Zeitspanne beziehen, während welcher die Mitwirkung verweigert worden sei. Ob die
Auskunfts- und Mitwirkungspflicht durch den Beschwerdeführer in unentschuldbarer
Weise verweigert worden sei, könne offen bleiben, denn der Beschwerdeführer sei am
23. August 2013 seiner Auskunftpflicht nachgekommen und die Beschwerdegegnerin
habe die Rentenleistungen bis September 2013 erbracht. Würde demnach ein zu einer
IV-Rente berechtigender IV-Grad festgestellt, so wäre die IV-Rente ab Oktober 2013
geschuldet. Im Weiteren sei es unzutreffend, dass sein Gesundheitszustand
unverändert geblieben sei, wie dies das AEH-Gutachten, auf welches die
Beschwerdegegnerin abstelle, festhalte. Schliesslich gab er bekannt, dass die
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erwähnte Operation am Rücken inzwischen stattgefunden habe. Da die nachteiligen
Folgen einer Verletzung der Auskunfts- und Mitwirkungspflicht nur für die Dauer der
Verletzung zulässig seien, seien medizinische Abklärungen vorzunehmen, und dabei
seien die Ergebnisse der genannten Rückenoperation vom November 2013 und der
daraus resultierende Gesundheitszustand miteinzubeziehen (act. G 13). Am 13. Januar
2014 reichte der Beschwerdeführer den Operationsbericht des Wirbelsäulenzentrums
P._ vom 6. Januar 2014 ein (act. G 16.1).
B.f Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (act. G 18).

Erwägungen
1.
1.1 In formeller Hinsicht bildet die Verfügung der IV-Stelle vom 8. August 2013
Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens. Mit dieser zog die
Beschwerdegegnerin zwei rentengewährende Verfügungen vom 3. und 23. Oktober
2002 in Wiedererwägung und stellte den Rentenanspruch unter Verzicht auf eine
Rückforderung bereits geleisteter Rentenzahlungen ein. Einer Beschwerde entzog sie
die aufschiebende Wirkung (IV-act. 145). Beide in Wiedererwägung gezogenen
Verfügungen sprachen dem Beschwerdeführer eine ganze IV-Rente zu, die Verfügung
vom 23. Oktober für die Zeit vom 1. November 2001 bis 30. September 2002 (IV-act.
38), die Verfügung vom 3. Oktober 2002 mit Wirkung ab 1. Oktober 2002 (IV-act. 36).
1.2 Zu prüfen ist zunächst, ob die angefochtene Verfügung vom 8. August 2013 wie
von der Beschwerdegegnerin geltend gemacht als Wiedererwägung im Sinne vom Art.
53 Abs. 2 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) zu verstehen ist oder ob sie im Hinblick
auf das zuvor eingeleitete Mahn- und Bedenkzeitverfahren als Sanktionsverfügung (Art.
43 Abs. 3 ATSG) zu qualifizieren ist.
1.2.1 Mit Vorbescheid vom 21. Februar 2013 stellte die Beschwerdegegnerin dem
Beschwerdeführer die wiedererwägungsweise Aufhebung der rentenzusprechenden
Verfügungen vom 3. und 23. Oktober 2002 in Aussicht (IV-act. 132). Obwohl der
Beschwerdeführer am 25. April 2013 einwendete, sein Gesundheitszustand habe sich
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verschlechtert, hat die Beschwerdegegnerin an der Leistungseinstellung festgehalten.
Gemäss Dispositiv betrifft die Verfügung vom 8. August 2013 die
wiedererwägungsweise Aufhebung der Verfügungen vom 3. und 23. Oktober 2002. In
den Erwägungen weist die Beschwerdegegnerin darauf hin, dass zur Bestimmung des
Aufenthaltsortes des Beschwerdeführers ein Mahn- und Bedenkzeitverfahren
eingeleitet worden sei, welchem der Beschwerdeführer jedoch keine Folge geleistet
habe (IV-act. 145, S. 2).
1.2.2 Ob die Voraussetzungen für die Einleitung eines Mahn- und
Bedenkzeitverfahrens erfüllt waren, kann vorliegend offen gelassen werden. Denn die
angefochtene Verfügung beschlägt in materieller und grundsätzlicher Hinsicht
zweifellos den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine IV-Rente. Entgegen der in der
Replik geäusserten Auffassung wirft die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer
nicht bloss eine Verletzung seiner Mitwirkungs- und Meldepflicht vor, die - wie er richtig
festhält - nur diejenige Zeitspanne betreffen würde, während welcher der Vorwurf
zutrifft. Verhielte es sich so, würde der Rentenanspruch wiederaufleben, sobald die
versicherte Person ihrer Mitwirkungs- und Meldepflicht nachkäme. Vorliegend wäre
damit fraglich, ob der Beschwerdeführer, angesichts der am 23. August 2013
geäusserten Bereitschaft, seiner Pflicht nachzukommen, und der tatsächlich bis Ende
September 2013 erbrachten Rentenleistungen überhaupt ein Rechtsschutzinteresse an
der Prüfung der Rechtmässigkeit der Einleitung des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens
geltend machen könnte. Es ist auf der Grundlage des Verfügungsinhalts vielmehr
davon auszugehen, dass die Absicht der Beschwerdegegnerin darin bestand, die
Rentenleistungen wiedererwägungsweise gänzlich einzustellen. Strittig ist somit nicht
die (temporäre) Einstellung der Rentenleistungen, sondern deren Aufhebung.
2.
Gegenstand dieses Verfahrens bildet nach dem Gesagten die Frage, ob die
Verfügungen vom 3. und 23. Oktober 2002 zu Recht in Wiedererwägung gezogen
worden sind. Es ist m.a.W. zu prüfen, ob die Zusprechung einer ganzen Invalidenrente
im Jahr 2002 mit Wirkung ab 1. November 2001 auf Grund der damaligen Sach- und
Rechtslage offensichtlich unrichtig war, wie dies die Beschwerdegegnerin geltend
macht.
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2.1 Nach Art. 53 Abs. 2 ATSG kann der Versicherungsträger auf formell rechtskräftige
Verfügungen oder Einspracheentscheide zurückkommen, wenn diese zweifellos
unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist. Die
Wiedererwägung dient der nachträglichen Korrektur einer ursprünglich unrichtigen
Rechtsanwendung oder Sachverhaltsfeststellung durch die Verwaltung. Die
Wiedererwägung fällt nur in Betracht, wenn es um die Korrektur grober Fehler der
Verwaltung geht. Grundsätzlich ist die Verwaltung befugt, jederzeit von Amtes wegen
auf formell rechtskräftige Verfügungen, welche nicht Gegenstand materieller
richterlicher Beurteilung gebildet haben, zurückzukommen, wenn sie zweifellos
unrichtig sind und ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist. Das Erfordernis der
zweifellosen Unrichtigkeit ist in der Regel erfüllt, wenn eine Leistungszusprache auf
Grund falsch oder unzutreffend verstandener Rechtsregeln erfolgt ist oder wenn
massgebliche Bestimmungen nicht oder unrichtig angewandt wurden. Anders verhält
es sich, wenn der Wiedererwägungsgrund im Bereich materieller
Anspruchsvoraussetzungen liegt, deren Beurteilung notwendigerweise Ermessenszüge
aufweist. Erscheint die Beurteilung einzelner Schritte bei der Feststellung solcher
Anspruchsvoraussetzungen (Invaliditätsbemessung, Arbeitsunfähigkeitsschätzung,
Beweiswürdigung, Zumutbarkeitsfragen) vor dem Hintergrund der Sach- und
Rechtslage, wie sie sich im Zeitpunkt der rechtskräftigen Leistungszusprache darbot,
als vertretbar, scheidet die Annahme zweifelloser Unrichtigkeit aus. Zweifellos ist die
Unrichtigkeit, wenn kein vernünftiger Zweifel daran möglich ist, dass die Verfügung
unrichtig war. Es ist nur ein einziger Schluss – derjenige auf die Unrichtigkeit der
Verfügung – denkbar. Eine vor dem Hintergrund der seinerzeitigen Rechtspraxis
vertretbare Beurteilung der (invaliditätsmässigen) Anspruchsvoraussetzungen kann
nicht zweifellos unrichtig sein (Urteile des Bundesgerichts 9C_396/2012 vom 30.
Oktober 2012 E. 2; 8C_920/2009 vom 22. Juli 2010 E. 2.4; 8C_1012/2008 vom 17.
August 2009 E. 2).
2.2 Das Erfordernis der zweifellosen Unrichtigkeit darf die Wiedererwägung indessen
rechtsprechungsgemäss nicht zum Instrument einer voraussetzungslosen Neuprüfung
von Dauerleistungen werden lassen. Es entspricht nicht dem Sinn der
Wiedererwägung, laufende Ansprüche zufolge nachträglich gewonnener besserer
Einsicht der Durchführungsorgane jederzeit einer Neubeurteilung zuführen zu können.
Einer einmal in Rechtskraft erwachsenen Leistungszusprache muss schon im Hinblick
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auf die Rechtssicherheit eine gewisse Beständigkeit zuerkannt werden, weshalb ein
späteres Zurückkommen auf früher gefällte Entscheide von vornherein nur bei
Vorliegen triftiger Gründe in Betracht fallen darf (Urteil des Bundesgerichts
8C_1012/2008 vom 17. August 2008 E. 4.1)
2.3 Die Beschwerdegegnerin begründet ihre Wiedererwägung damit, dass die
Zusprechung einer ganzen Invalidenrente im Jahr 2002 unter Berücksichtigung
medizinischer Unterlagen des damaligen Hausarztes, Dr. F._, erfolgt sei, und dies
ohne weitere Abklärungen zur Rentenzusprache geführt habe und im Rahmen weiterer
Revisionsverfahren bestätigt worden sei, was den Rentenentscheid zweifellos unrichtig
erscheinen lasse. Nach den aktuellen Unterlagen könne aus medizinischer Sicht
verglichen mit dem Zeitpunkt des rheumatologischen Gutachtens des AEH vom 6.
Februar 2006 davon ausgegangen werden, dass sich die Gesundheit des
Beschwerdeführers nicht geändert bzw. nicht verschlechtert habe. Bereits zum
damaligen Zeitpunkt sei die Diagnose eines chronischen lumbovertebralen
Schmerzsyndroms bestätigt worden, nachdem schon im Jahr 2000 erstmals diese
Diagnose aktenkundig geworden sei (zusätzlich habe damals ein Schmerzsyndrom im
Bereich der rechten Schulter und des rechten Armes bestanden). Damals sei für die
angestammte Tätigkeit als Schlosser aus medizinischer Sicht eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit attestiert worden. Die körperlich schwere Tätigkeit als Schlosser
werde aus medizinischer Sicht weiterhin als nicht zumutbar erachtet. Gemäss
abschliessender Stellungnahme des RAD könne aber aus medizinischer Sicht davon
ausgegangen werden, dass dem Beschwerdeführer eine dem Leiden angepasste
Tätigkeit weiterhin vollumfänglich (100 % Arbeitsfähigkeit) zumutbar sei (IV-act. 145, S.
1 f.)
2.4 In medizinischer Hinsicht hatten sich die Verfügungen vom 3. und 23. Oktober
2002 in der Tat allein auf die Angaben des behandelnden Arztes Dr. F._ gestützt.
Dieser hatte im Arztbericht vom 12. Februar 2002 festgehalten, der
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers sei stationär; die Prognose sei miserabel.
Ein stationärer Rehabilitationsversuch in der Klinik Valens vom 27. Februar bis 27. März
2001 habe keine Besserung gebracht. Zur Arbeitsfähigkeit in angestammter und
allenfalls in angepasster Tätigkeit äusserte sich Dr. F._ im Rahmen des Arztberichtes
nicht (IV-act. 26). Auf Anfrage teilte er dazu am 19. März 2002 mit, die Arbeitsfähigkeit
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des Beschwerdeführers betrage „weniger als 30 %, auch in leidensangepasster
Tätigkeit“. Eine Tätigkeit als Schweisser sei nicht mehr möglich (IV-act. 28, S. 2). Die
Beschwerdegegnerin hatte darauf gestützt eine Arbeitsunfähigkeit von 70 %
angenommen (maximal 30 % Arbeitsfähigkeit gemäss IV-act. 30, bei einem
Invaliditätsgrad von 75 %, vgl. IV-act. 34-36 und 38).
2.5 Gänzlich ausser Acht gelassen wurde im Zeitpunkt der Rentenzusprache im Jahr
2002 der Bericht der Rehaklinik Valens betreffend den stationären
Rehabilitationsaufenthalt vom 27. Februar bis 27. März 2001, der sich zum
gesundheitlichen Zustand des Beschwerdeführers in der fraglichen Zeit kurz vor Erlass
der Rentenverfügungen im Jahr 2002 sowie zu seiner Arbeitsfähigkeit äussert.
Diagnostiziert wurde damals ein chronisches lumbospondylogenes Syndrom beidseits
linksbetont, ein residuelles zervikobrachiales Syndrom sowie eine Gelenksarthrose
rechts. Bestätigt wurde sodann, dass der Beschwerdeführer in angestammter Tätigkeit
zu 100 % arbeitsunfähig, in angepasster Tätigkeit jedoch zu 100 % arbeitsfähig sei (für
leichte bis maximal mittelschwere Tätigkeiten mit Maximalgewichten von 15 kg ohne
Zwangshaltung, vgl. Austrittsbericht vom 17. April 2001, IV-act. 16, S. 4).
2.6 Angesichts dieser hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste
Tätigkeiten widersprüchlichen Aktenlage überzeugt das alleinige Abstellen auf die
Stellungnahme von Dr. F._ im Jahr der Rentenzusprache nicht. Sein Bericht fiel recht
kurz aus. Eine Begründung, warum davon auszugehen sei, dass der Beschwerdeführer
in jeglicher Tätigkeit maximal 30 % arbeitsfähig gewesen sei, findet sich nirgends.
Genauso wenig lassen sich seinem Bericht die konkreten funktionellen
Einschränkungen entnehmen, die seiner Meinung nach zur attestierten
Arbeitsunfähigkeit führen sollen. Sodann war Dr. F._ fachärztlich nicht qualifiziert, die
Arbeitsfähigkeit in rheumatologischer bzw. orthopädischer Hinsicht zu beurteilen, dies
im Gegensatz zu den Fachärzten der Rehaklinik Valens, die dem Beschwerdeführer für
leidensangepasste Tätigkeiten eine 100 %ige Arbeitsfähigkeit bescheinigten. Im
Übrigen fühlte sich der Beschwerdeführer selbst offensichtlich nicht erheblich
eingeschränkt, war er doch gewillt und motiviert, wieder eine Vollzeittätigkeit
auszuüben (Verlaufsprotokoll vom 6. Dezember 2001, IV-act. 24). Warum die IV-Stelle
die Stellungnahme der Rehaklinik Valens völlig ausser Acht liess, ist gesamthaft
betrachtet nicht verständlich. Jedenfalls erscheint die Arbeitsfähigkeitsschätzung der
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Rehaklinik Valens medizinisch fundiert. Die Beschwerdegegnerin hat es unterlassen,
sich mit dem Widerspruch zwischen den beiden Beurteilungen von Dr. F._ und der
Rehaklinik Valens auseinanderzusetzen und ihn durch weitere medizinische
Abklärungen aufzulösen. Damit hat sie in Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes
(Art. 61 lit. c ATSG) den Sachverhalt nicht richtig abgeklärt. Eine auf ungenügenden
oder nicht nachvollziehbaren ärztlichen Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit beruhende
Invaliditätsbemessung ist nicht rechtskonform und die entsprechende Verfügung ist
zweifellos unrichtig im Sinne von Art. 53 Abs. 2 ATSG (Urteile des Bundesgerichts
8C_920/2009 vom 22. Juli 2010 E. 2.4; 9C_290/2009 vom 25. September 2009 E.
3.1.3). Folglich führt die wiedererwägungsweise Prüfung der Aktenlage zum Ergebnis,
dass die Verfügungen vom 3. und 23. Oktober 2002 als zweifellos unrichtig zu
qualifizieren sind. Ihre Aufhebung durch die Beschwerdegegnerin ist demnach nicht zu
beanstanden.
3.
Zu beurteilen gilt es weiter die Frage, ob der medizinische Sachverhalt eine
rechtsgenügliche Beurteilung des Gesundheitszustands über den Rentenanspruch ex
nunc im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (Urteil des Bundesgerichts
9C_215/2007 vom 2. Juli 2007 E. 6.1 mit Hinweis; kritisch dazu Urteil des
Versicherungsgerichts St. Gallen IV 2012/322 vom 14. Mai 2013 E. 1.2) - im vorliegend
massgebenden Zeitpunkt des Verfügungserlasses vom 8. August 2013 - erlaubt. In
medizinischer Hinsicht lag der angefochtenen Verfügung die Stellungnahme des RAD-
Arztes Dr. L._ vom 17. Dezember 2012 zugrunde (IV-act. 128).
3.1 Einem ärztlichen Bericht kommt Beweiswert zu, wenn er für die streitigen Belange
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden
berücksichtigt und in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, wenn
die Beschreibung der medizinischen Situation und der Zusammenhänge einleuchtet
und die Schlussfolgerungen begründet sind (BGE 125 V 352 W. 3a). Den diesen
Anforderungen genügenden Berichten des RAD kommt ebenfalls Beweiswert zu (Urteil
des Bundesgerichts 9C_8/2011 vom 21. Februar 2011 E. 4.1.2 mit Hinweisen). Nach
der Rechtsprechung ist es dem Sozialversicherungsgericht nicht verwehrt, einzig oder
im Wesentlichen gestützt auf die (versicherungsinterne) Beurteilung des RAD zu
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entscheiden. In solchen Fällen sind an die Beweiswürdigung jedoch strenge
Anforderungen in dem Sinne zu stellen, dass bei auch nur geringen Zweifeln an der
Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen ergänzende
Abklärungen vorzunehmen sind (BGE 135 V 465 E. 4.4).
3.2 Bei der Stellungnahme des RAD-Arztes Dr. L._ ist zunächst festzustellen, dass er
als Facharzt für Arbeitsmedizin fachärztlich nicht berufen war, in orthopädischer bzw.
rheumatologischer Hinsicht Stellung zu nehmen. Im Weiteren fällt auf, dass er den
Beschwerdeführer nicht persönlich befragt und untersucht hat. Auch in dieser Hinsicht
ist der Beweiswert seiner Stellungnahme fraglich. Schliesslich stellt Dr. L._ fest, dass
sich der Gesundheitszustand verglichen mit der Situation zum Zeitpunkt des
rheumatologischen Gutachtens vom 6. Februar 2006 nicht wesentlich und anhaltend
verändert bzw. verschlechtert habe (IV-act. 128). Damit geht er von einer
unveränderten Situation aus. Da aber die medizinische Situation wie gesagt von Anfang
an nicht ausreichend abgeklärt wurde, leistet seine Stellungnahme zur Kompensation
der festgestellten Abklärungsdefizite keinen Beitrag. Es bleibt damit bei der
Feststellung, dass die bestehenden Akten zur Prüfung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom 8. August
2013 nicht ausreichend sind, weshalb die medizinische Situation nicht als umfassend
abgeklärt angesehen werden kann.
4.
4.1 Die ungenügende Sachverhaltsfeststellung führt zur Aufhebung der angefochtenen
Verfügung vom 8. August 2013. Die Sache ist zur Vornahme von ergänzenden
medizinischen Abklärungen und zu neuer Verfügung im Sinne der Erwägungen an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (vgl. IV-act. 144).
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Angesichts des durchschnittlichen
Aufwandes erscheint eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- als angemessen. Die
Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als volles Obsiegen (BGE 132 V
bis
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215 E. 6.2). Somit unterliegt die Beschwerdegegnerin vollumfänglich. Ihr sind die
Gerichtskosten in Höhe von Fr. 600.-- aufzuerlegen.
4.3 Die Rückweisung der Sache zu weiteren Abklärungen und zur Neuverfügung gilt
praxisgemäss als Obsiegen des Beschwerdeführers, weshalb er zulasten der
Beschwerdegegnerin Anspruch auf eine Parteientschädigung hat. Diese ist vom
Gericht ermessensweise und ohne Rücksicht auf den Streitwert festzusetzen, wobei
insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen
ist (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Der Rechtsvertreter
des Beschwerdeführers hat am 14. Februar 2014 eine Honorarnote in Höhe von Fr.
2‘687.05 (wovon Fr. 2‘488.-- Honorar; Fr. 199.05 Mehrwertsteuer) eingereicht. Die
geltend gemachte Parteientschädigung von Fr. 2‘687.05 (inkl. Barauslagen und
Mehrwertsteuer; act. G 19) erscheint dem Aufwand der Streitsache angemessen. Bei
diesem Ausgang erübrigt sich die Festsetzung einer Entschädigung aus unentgeltlicher
Rechtsverbeiständung.