Decision ID: 85466f0f-67a8-513a-89a3-6b56bd062dfe
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1990 geborene
X._
arbeitete
ab
1.
November 2012 für die Bar
Y._
GmbH als Küchenhilfe/
Pizzaiolo
(
Urk.
7/15). Seine Arbeitgeberin kündigte das Arbeitsverhältnis
ordentlich
am 3
1.
Mai per 3
0.
Juni 2014 (
Urk.
7/14). Am
7.
Juni 2014 entliess sie ihn sodann fristlos (vgl.
Urk.
2 S. 3
Ziff.
6,
Urk.
7/8) Ab
5.
Oktober 2014 (
Urk.
7/7/11-12) bean
tragte der Versicherte Leistungen der Arbeitslosenversicherung. Daraufhin wurde vom
5.
Oktober 2014 bis
4.
Oktober 2016 eine Rahmenfrist eröffnet.
Nachdem sich die
Unia
Arbeitslosenkasse mit Schreiben vom 2
8.
November 2014 (
Urk.
7/9) bei der ehemaligen Arbeitgeberin
(
Urk.
7/8)
nach den kon
kreten Kündigungsgründen erkundigt hatte
und
im Rahmen des rechtlichen Gehörs (
Urk.
7/7) die Stellungnahme des Versicherten
vom 1
2.
Januar 2015
(
Urk.
7/6) eingeholt hatte, stellte sie mit Verfügung vom 1
3.
Februar 2015 (
Urk.
7/5) dies
en wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit ab
1.
Juli 2014 für die Dauer von 26 Tagen in der Anspruchsberechtigung ein. Der Versicherte erhob gegen diese Verfügung, vertreten durch die Gewerkschaft
Unia
, mit Eingabe vom 1
7.
März 2015 (
Urk.
7/2) Einsprache. Daraufhin for
derte die Arbeitslosenkasse die ehemalige Arbeitgeberin mit Schreiben vom 2
8.
Mai 2015 (
Urk.
7/4) auf, konkretere
Angaben zur Kündigung zu machen.
Dem kam
diese mit Stellungnahme vom
9.
Juni 2015 (
Urk.
7/3) nach. Mit
Einspracheentscheid
vom 1
2.
Juni 2015 (
Urk.
2) wies die Arbeitslosenkasse die Einsprache ab.
2.
Gegen diesen
Einspracheentscheid
erhob der Versicherte, nun vertreten durch Rechtsanwältin Christine Fleisch, mit Eingabe vom 1
7.
August 2015 (
Urk.
1) Beschwerde und beantragte, es seien ihm die Leistungen aus der Arbeitslo
senversicherung ungeschmälert zuzusprechen, eventualiter sei er ab dem
1.
Juli 2014 lediglich für die Dauer von 16 Tagen in der
Anspruchsberechti
gung
einzustellen (
Urk.
1 S. 2). In der Beschwerdeantwort vom 1
0.
September 2015 (
Urk.
6) schloss die Arbeitslosenkasse auf Abweisung der Beschwerde. Mit Eingabe vom
2.
November 2015 (
Urk.
13) reichte der Beschwerdeführer seine Replik ein, wonach die Arbeitslosenkasse mit Duplik vom 1
6.
November 2015 (
Urk.
15) am
Abweisung
santrag
festhielt.
Die Einzelrichterin

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Da der Streitwert Fr. 20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der
Beschwerde
in die einzelrichterliche Zuständigkeit (§ 11 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).
1.2
Nach Art. 30 Abs. 1
lit
.
a des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeits
losen
versicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) ist die versicherte Person in der Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn sie durch eigenes Verschulden arbeitslos ist. Die Arbeitslosigkeit gilt namentlich dann als selbst verschuldet, wenn die versi
cherte Person durch ihr Verhalten, insbesondere wegen Verletzung arbeitsvertraglicher Pflichten, dem Arbeitgeber Anlass zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses gegeben hat (Art. 44 Abs. 1
lit
.
a der Ver
ordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die
Insolvenz
entschädigung
, AVIV).
1.3
Ein Selbstverschulden im Sinne der Arbeitslosenversicherung liegt vor, wenn und soweit der Eintritt der Arbeitslosigkeit nicht objektiven Faktoren zuzu
schreiben ist, sondern in einem nach den persönlichen Umständen und Ver
hältnissen vermeidbaren Verhalten der versicherten Person liegt, für das die Arbeitslosenversicherung die Haftung nicht übernimmt (ARV 1998 Nr. 9 S.
41, C 334/95 E. 2b; 1982 Nr. 4 S. 37, C 50/81 E. 1a; Urteil 8C_12/2010 vom
4.
Mai 2010 E. 2.2 mit Hinweis.
Die Einstellung in der
Anspruchsbe
rechtigung
setzt keine Auflösung des Arbeitsverhältnisses aus wichtigem Grund gemäss
Art.
337 bzw.
Art.
346
Abs.
2 OR voraus. Es genügt, dass das allgemeine Verhalten der versicherten Person Anlass zur Kündigung bzw. Entlassung gegeben hat; Beanstandungen in beruflicher Hinsicht müssen nicht vorgelegen haben (BGE 112 V 242 E. 1 S. 245 mit Hinweisen).
Eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung kann jedoch nur verfügt wer
den, wenn das dem Versicherten zur Last gelegte Verhalten in
beweism
ässi
ger
Hinsicht klar feststeht
. Das vorwerfbare Verhalten muss zudem nach
Art.
20
lit
. b des Übereinkommens Nr. 168 der Internationalen
Arbeitsorga
nisation
(IAO) über Beschäftigungsförderung und den Schutz gegen Arbeits
losigkeit vom 2
1.
Juni 1988 vorsätzlich erfolgt sein, wobei Eventualvorsatz genügt (BGE 124 V 234 E. 3a und b S. 236; ARV 2012 S. 294, 8C_872/2011 E. 4.1 mit Hinweisen). Eventualvorsatz liegt vor, wenn die versicherte Person vorhersehen kann oder damit rechnen muss, dass ihr Verhalten zu einer Kündigung durch den Arbeitgeber führt, und sie dies in Kauf nimmt
(zum
Gan
zen: Urteil des Bundesgerichts 8C_22/2016 vom
3.
März 2016 E. 4 mit Hinweisen
).
1.4
Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach
dem Grad des Verschuldens (
Art.
30
Abs.
3 AVIG) und beträgt 1 bis 15 Tage bei leichtem, 16 bis 30
Tage bei mittelschwerem und 31
bis 60 Tag
e bei schwerem Verschulden (
Art.
45
Abs.
3 AVIV).
2.
2.1
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer zu Recht wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit für 26 Tage in der
Anspruchs
berechtigung
eingestellt hat.
2.2
Die Beschwerdegegnerin begründete die verfügte Sanktion damit, mit seinem Verhalten habe der Beschwerdeführer der ehemaligen Arbeitgeberin Anlass zur Kündigung gegeben. Auch habe er gewusst, dass bei
Nichtunterzeich
nung
der Verwarnung vom 3
1.
Mai 2014 die Kündigung ausgesprochen würde. Hätte er sich einsichtig gezeigt und die Verwarnung akzeptiert, wäre es nicht zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses gekommen. Somit stehe sein Fehlverhalten fest (
Urk.
2 S. 3
Ziff.
6).
2.3
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer zusammengefasst auf den Standpunkt, bis zum 2
4.
Mai 2014 habe sein Verhalten zu keiner Beanstan
dung Anlass geboten. Erst in jenem Zeitpunkt seien konkrete Beanstandun
gen gemacht worden. Eine schriftliche Verwarnung habe es am 3
0.
Mai 2014 gegeben, in welcher er wegen angeblichen Zuspätkommens am 2
8.
Mai und am 3
0.
Mai 2014 gerügt worden sei, was er in Frage stelle, da er bei einem Arbeitstag von 10 Stunden immer Überstunden gemacht habe. Er habe die ihm unterbreitete schriftliche Verwarnung aufgrund mangelnder
Deutsch
kenntnisse
nicht verstanden und daher auch nicht unterzeichnen wollen.
Z._
, der Geschäftsleiter, vertrete die Interessen der Arbeitgeberin, weshalb es nachvollziehbar sei, weshalb er nicht an Ort und Stelle ohne weiterge
hende Abklärungen durch eine Person des Vertrauens die Verwarnung habe unterschreiben wollen. Auch sei ihm nicht mitgeteilt worden, die
Nichtunter
zeichnung
hätte eine Kündigung zur Folge. Da die Verwarnung wegen Ver
spätung ausgesprochen worden sei, die Arbeitgeberin aber wegen bestritte
nem respektlosem Verhalten gekündigt habe, fehle ein Kausalzusammenhang zwischen dem Verhalten des Beschwerdeführers und der Kündigung. Viel
mehr sei es so, dass die ehemalige Arbeitgeberin am 3
1.
Mai 2014 bereits
eine neue Arbeitskraft für den Beschwerdeführer eingestellt habe und man ihm deshalb gleichentags gekündigt habe.
Da gestützt auf die Verwarnung vom 3
0.
Mai 2014 davon auszugehen sei, dass die Arbeitgeberin trotz seinerseits bestrittenen
Kommunikationsproble
men
und seinerseits bestrittenen
uneinsichtigen Verhalten
s
das Arbeitsver
hältnis habe weiterführen wollen, habe er nicht damit rechnen müssen, dass die Nichtunterzeichnung der Verwarnung zu einer Kündigung führen würde, weshalb nicht von einer selbstverschuldeten Arbeitslosigkeit auszugehen sei (
Urk.
1).
3.
3.1
Die schriftliche Kündigung vom 3
1.
Mai 2014 begründete
Z._
von der
Y._
GmbH nicht (
Urk.
3). Erst in der Stellungnahme vom 1
5.
Dezember 2014 hielt
Z._
fest, zur Kündigung habe das respektlose Verhalten des Beschwerdeführers gegenüber seinen direkten Vorgesetzten (Küchenchefin und Geschäftsleiterin) geführt, wobei er sich stets u
neinsichtig gezeigt habe. So hätt
e
n
sie ihn weder mündlich noch schriftlich verwarnen können, da er es nicht akzeptiert habe. Mehrmals sei es zu verbalen Eskalati
onen gekommen, wobei die Geschäftsleiterin ihn
–
Z._
- zu Hilfe geholt habe. Er habe mehrmals nach dem Service im Restaurant
Y._
, wo der Versicherte gearbeitet habe, vorbei gehen müssen, um den Versicher
ten auf sein respektloses Verhalten aufmerksam zu machen. Der Versicherte habe Kritik nie akzeptiert. Als
Pizzaiolo
sei der Beschwerdeführer zwar sehr fähig, man habe ihm mit Bedauern gekündigt. Er habe aber ein Problem mit Frauen als Vorgesetzte. Daher sei es zwischenmenschlich nicht mehr gegan
gen (
Urk.
7/8).
3.2
Dem Beschwerdeführer waren diese Punkte vorgehalten worden und er äus
serte sich dazu im Schreiben vom 1
2.
Januar 2015 (
Urk.
7/6). Der Auslöser für die Kündigung sei eine Auseinandersetzung mit der Geschäftsleiterin am Abend des 3
0.
Mai 2014 gewesen. Anstatt Verständnis für seine strenge Arbeitssituation zu zeigen habe sie unangemessene Forderungen gestellt so etwa, dass er nach erwähntem Feierabend noch die
mise
en
place
machen müsse. So sei es zu einer Diskussion mit Missverständnissen gekommen, nicht zuletzt auch wegen mangelnden Deutschkenntnissen seinerseits. Die im Schreiben gemachten Vorwürfe träfen nicht zu. Er habe keine Probleme mit weiblichen Vorgesetzten, wenn sie sich fair verhalten würden (
Urk.
7/6).
3.3
Nach der Verfügung vom 1
3.
Februar 2015 (
Urk.
7/5), welche 26 Einstelltage vorsah und der durch den Beschwerdeführer dagegen erhobenen Einsprache (
Urk.
7/2), holte die Beschwerdegegnerin weitere Erkundigungen und Unter
lagen bei der ehemaligen Arbeitgeberin ein, wobei sie Letztere um konkretere Angaben zur Kündigung bat. Diese hielt in der Stellungnahme vom
9.
Juni 2015 (
Urk.
7/3) nun detaillierte Vorkommnisse fest, zu denen sich der Versi
cherte vor Erlass des
Einspracheentscheids
nicht mehr äussern konnte. Indem jedoch die Beschwerdegegnerin auf diese Angaben im
Einspracheentscheid
abgestellt und ihre Einstellung bestätigt hat, verletzte sie das rechtliche Gehör des Versicherten (Urteil C 120/03 vom 1
3.
November 2003 E.3.2). Die Gehörsverletzung kann aber als im gerichtlichen Verfahren geheilt gelten. Der Beschwerdeführer beantragt denn auch selber nicht, die Sache sei zur Gewährung des rechtlichen Gehörs und zu neuen Verfügung an die Verwal
tung zurückzuweisen.
4.
4.1
Aufgrund der Akten ist zweifelsfrei erstellt, dass es am 3
0.
Mai 2014 zu einer Auseinandersetzung zwischen dem Beschwerdeführer und seiner direkten Vorgesetzten
A._
gekommen ist, weil er sich geweigert hatte, nach seinem Arbeitstag die
mise
en
place
für den Folgetag zu machen, was unbe
strittenermassen die Aufgabe des Versicherten als
Pizzaiolo
war (
Urk.
7/6,
Urk.
7/8), welche Aufforderung er jedoch nach einem strengen Arbeitstag als unangemessen bezeichnete (
Urk.
7/6). Dass dieser Konflikt ein wichtiger Grund für die Kündigung war, wurde vom Beschwerdeführer selber so dar
gestellt und wurde von ihm auch als Auslöser für die Kündigung erkannt (
Urk.
7/6). In der Stellungnahme der Arbeitgeberin wurde sodann dargelegt, dass dies nicht die erste verbale Auseinandersetzung mit dem Beschwerde
führer gewesen sei. Es habe während vieler Monate viele mündliche Bean
standungen mit dem Versicherten über sein Verhalten und auch über seine Arbeitsweise gegeben. Der Beschwerdeführer habe sich bei Kritik häufig res
pektlos gegenüber den Vorgesetzten gezeigt, was dazu geführt habe, dass
Z._
, Teil der Geschäftsleitung, der sehr gut italienisch spreche, mehrmals von der Geschäftsführerin des Restaurants
Y._
habe beige
zogen werden müssen, um diesen zu rügen (
Urk.
7/8). Dass
Z._
mehrmals als weiterer Vorgesetzter zur Konfliktlösung hatte beigezogen wer
den müssen und dass er aufgrund seiner guten Sprachkenntnisse dem Versi
cherten jeweils die Vorwürfe unterbreitet hatte, wurde vom Beschwerdeführer nicht bestritten
und hat deshalb als erstellt zu gelten.
Z._
war dem Versicherten durchaus auch wohl gesinnt, führte er doch im Schreiben vom 1
5.
Dezember 2014 sein Bedauern über die Auflösung des Arbeitsverhältnis
ses an, da der Beschwerdeführer ein sehr guter
Pizzaiolo
gewesen sei, der sein Handwerk verstehe, zwischenmenschlich jedoch sei es nicht mehr gegangen (
Urk.
7/8). Diese Umstände lassen es deshalb als glaubwürdig erscheinen, dass zwar sprachliche Schwierigkeiten und auch Missverständ
nisse zwischen dem Beschwerdeführer und seinen direkten weiblichen Vor
gesetzten im Restaurant
Y._
vorkamen, es musste aber durch die Inter
ventionen von
Z._
in der Muttersprache des Versicherten dem Beschwerdeführer bekannt und klar sein, dass sein Verhalten und die gerügte Arbeitsweise Grund für Unzufriedenheit bei seinen Vorgesetzten war. Festge
halten in einer Aktennotiz der direkten Vorgesetzten vom 2
4.
Mai 2014 über Rügen waren denn auch unangebrachte Kommunikation, die Ansicht des Versicherten, dass nich
t er sondern die Küche für die
m
ise
en
p
lace
verant
wortlich sei, die Ordnung in der Küche und dass er andere für seine Fehler verantwortlich mache (so geschehen am 2
4.
Mai, als er eine
Servicemitar
beiterin
dafür verantwortlich gemacht habe, dass sein Pizzateig nicht in der Kühlzelle versorgt worden sei (
Urk.
7/3). Anders als den nur allgemein gehaltenen
Bestreitungen
des Beschwerdeführers und den allgemeinen Hin
weisen auf Missverständnisse – ohne diese jedoch näher zu schildern – ist den Ausführungen der Arbeitgeberin Glauben zu schenken, dass dies nicht zum ersten Mal am 2
4.
Mai geschehen war und dass das Verhalten des Beschwerdeführers während mehrerer Monate davor zu Beanstandungen Anlass gegeben hatte (
Urk.
7/3,
Urk.
1 S. 5).
Richtig ist, dass die einzige schriftliche Verwarnung vom 3
0.
Mai 2014 datierte und festhielt, dass der Beschwerdeführer am Mittwoch dem 2
8.
Mai und am Freitag dem 3
0.
Mai 2014 zu spät gekommen sei, weshalb er schrift
lich verwarnt werde (
Urk.
7/3). Nach übereinstimmender Darstellung der Parteien wollte der Beschwerdeführer den Empfang dieses Schreibens nicht bestätigen, nach Darstellung des Versicherten habe er dessen Inhalt nicht verstanden, weshalb er es nicht habe unterzeichnen wollen (
Urk.
1 S.
6). Dass er tatsächlich an den beiden Tagen zu spät gekommen war, bestritt der Beschwerdeführer noch in der Beschwerde nicht wirklich, denn mit der Aus
sage, er habe doch bei einem Arbeitstag von 10 Stunden immer Überstunden geleistet (
Urk.
1 S. 6), ist nichts über die Rechtzeitigkeit des Arbeitsbeginns gesagt.
Ob er dieses Schreiben tatsächlich gänzlich missverstanden hat, ist fraglich, denn schwierig war dessen Inhalt nicht und übergeben worden war es – wie der Beschwerdeführer darlegte (
Urk.
1 S. 6) – von
Z._
, der gut italie
nisch sprach. Die Arbeitgeberin sah in der Weigerung, den Empfang der schriftlichen Verwarnung zu unterzeichnen, ein renitentes Verhalten des Versicherten und in Berücksichtigung der dargestellten vergangenen Kon
flikte sah sich veranlasst, das Arbeitsverhältnis ordentlich zu kündigen.
Auch wenn nicht auszuschliessen ist, dass es sprachlich gewisse Missver
ständnisse gegeben hat, kann bei dieser Sachlage nicht davon gesprochen werden, dass die Kündigung auf objektiven, vom Versicherten unabhängigen Gründen beruhte und er wegen seines Verhaltens nicht mit einer Kündigung hatte rechnen müssen. Dafür, wie der Versicherte in der Beschwerde andeu
tete, dass die Arbeitgeberin ihm unabhängig von seinem Verhalten gekündigt hatte, weil sie nämlich am 3
1.
Mai 2014 einen neuen
Pizzaiolo
anstellte (
Urk.
1 S. 6), spricht nichts, im Gegenteil hatte
Z._
ausdrücklich die sehr guten handwerklichen Fähigkeiten des Versicherten betont (
Urk.
7/8) und er hatte dies dem Beschwerdeführer gegenüber offenbar auch zum Aus
druck gebracht, führte der Beschwerdeführer doch in seinem Schreiben vom 1
2.
Januar 2015 an, dass seine Arbeit von
Z._
Anerkennung fand (
Urk.
7/6). Dass bei einem neuen Konflikt mit einer Vorgesetzten, wie es vor
liegend am 3
0.
Mai 2014 mit der Weigerung zur
mise
en
place
am Abend geschehen war, nachdem es vorgängig immer wieder mal zu Konflikten mit Interventionen seitens des Geschäftsleiters
Z._
gekommen war, sei
tens des Beschwerdeführers mit einer Kündigung zu rechnen war, steht aus
ser Frage und musste auch vom Beschwerdeführer in seiner Situation so gesehen werden. Damit ist die Kündigung aus Sicht der Arbeitslosenversi
cherung als selbstverschuldet anzusehen und der Beschwerdeführer ist zu Recht in der Anspruchsberechtigung einzustellen.
4.2
Die Beschwerdegegnerin verfügte mit den 26 Einstelltagen eine Sanktion im oberen Bereich eines mittleren Verschuldens (
Urk.
2). Es ist zu Gunsten des Beschwerdeführers dafür zu halten, dass beidseitige sprachliche Verständi
gungsschwierigkeiten bestanden, die sich auf die Klarheit der Anweisungen und damit auf die Einsicht des Versicherten hinsichtlich des genau Erwarte
ten ausgewirkt haben könnten. Damit ist ein verschuldensreduzierender Umstand zu berücksichtigen und es ist dem Eventualantrag zu folgen (
Urk.
1 S. 7). Der Versicherte ist im Rahmen eines mittleren Verschuldens für 16 Tage in der Anspruchsberechtigung einzustellen.
5.
Der teilweise obsiegende Beschwerdeführer hat Anspruch auf eine reduzierte Prozessentschädigung. Diese ist auf Fr. 800.-— festzulegen und von der Beschwerdegegnerin zu bezah
len.
Die Einzelrichterin
erkennt:
1.
In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der
Einspracheentscheid
vom 12. Juni 2015 in dem Sinne aufgehoben als festgestellt wird, dass der Beschwer
deführer für 16 Tage in der Anspruchsberechtigung eingestellt wird.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Dem Beschwerdeführer wird eine Prozessentschädigung von
Fr.
800.
- (inkl. Mehr
wertsteuer und Barauslagen) zugesprochen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
Rechtsanwältin Christine Fleisch
Unia
Arbeitslosenkasse
seco
- Direktion für Arbeit
Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA)
5.