Decision ID: 74aa751e-8c46-5ee1-b812-ad1e934200a6
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1980, arbeitete zuletzt seit dem
1.
Dezember 2008 bei der
Y._
in
Z._
als Kurier/Reprograf, ehe er am 1
3.
März 2010 einen Snowboard-Unfall erlitt und arbeitsunfähig wurde. Am
7.
Mai 2010 mel
dete sich der Versicherte wegen Beschwerden infolge dieses Unfalls bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug (Massnahmen für die berufliche Eingliederung) an (
Urk.
10/2).
Die IV-Stelle holte den Bericht von
A._
, Facharzt für Allge
meine Medizin FMH, vom 3
0.
Mai 2010 (
Urk.
10/6/1-4), die Akten der zustän
digen Unfallversicherung, Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft AG (A
lli
anz Suisse), (
Urk.
10/7), einen
Auszug aus dem indi
viduellen Konto
(IK-Auszug
vom
3.
Juni 2010
;
Urk.
10/8), den Arbeitgeberbericht der
Y._
vom
3.
Juni 2010 (
Urk.
10/10/1-6), den Bericht der Klinik für Unfallchirurgie des
B._
vom
2.
August 2010 (
Urk.
10/11/1-3) und die Stellungnahme der Allianz Suisse vom 2
0.
Oktober 2010 (
Urk.
10/14) ein. Mit Vorbescheid vom 2
9.
Oktober 2010 stellte sie
X._
die Abwei
sung seines Begehrens um berufliche Massnahmen in Aussicht (
Urk.
10/16). Hiergegen erhob der Versicherte am
9.
November (
Urk.
10/18) respektive 3
0.
Dezember 2010 (
Urk.
10/27) Einwand, insbesondere unter Beilage der Stel
lungnahme der Klinik für Unfallchirurgie des
B._
vom 1
0.
Dezember 2010 (
Urk.
10/21). In der Folge zog die IV-Stelle den Bericht von
A._
vom 2
7.
Februar 2011 (
Urk.
10/29) bei, lud
X._
zu einem Gespräch zwecks Abklärung der beruflichen Situation ein, das am
6.
Mai 2011 stattfand (
Urk.
10/34), und holte die Stellungnahme der Allianz Suisse vom 2
0.
Juni 2011 (
Urk.
10/38) ein. Mit Verfügung vom 2
9.
Juni 2011 wies sie das Begehren des Versicherten um berufliche Massnahmen ab (
Urk.
10/43). Mit Vorbescheid vom 3
0.
Juni 2011 stellte sie
X._
die
Zusprache
einer
Dreiviertelsrente
mit Wirkung ab
1.
März 2011 in Aussicht
(
Urk.
10/44). Am
1
3.
September 2011 teilte die Allianz Suisse der IV-Stelle mit, dass sie mit dem vorgesehenen Ent
scheid nicht einverstanden sei (
Urk.
10/51) und reichte die nachgeführten Akten des Verfahrens betreffend Unfallversicherung (
Urk.
10/52) ein. Daraufhin erliess die IV-Stelle den Vorbescheid vom
6.
Oktober 2011, der denjenigen vom 3
0.
Juni 2011 ersetzte, und stellte dem Versicherten neu eine von März bis Oktober 2011 befristete
Dreiviertelsrente
i
n Aussicht (
Urk.
10/57), wogegen
X._
am 1
5.
Dezember 2011 Einwand
erhob
(
Urk.
10/64). Wie ange
kündigt sprach die IV-Stelle ihm mit Verfügung vom 1
7.
Februar 2012 – aus
gehend von einem Invaliditätsgrad von 63
%
- mit Wirkung ab
1.
März bis 3
0.
Oktober 2011 eine befristete
Dreiviertelsrente
zu (
Urk.
2).
Hiergegen erhob
X._
, vertreten durch Rechtsanwalt
Dr.
Daniel Rich
ter, am 1
6.
März 2012 Beschwerde mit folgenden Anträgen:
„
1.
In Aufhebung des angefochtenen Entscheids sei dem Beschwerdeführer eine
angemesse
ne Invalidenrente zuzusprechen;
2.
e
ventualiter sei der angefochtene Entscheid unter Durchführung eines
fachchirurgischen Gutachtens und anschliessendem neuen Leistungsentscheid
aufzuheben;
3.
es sei
en
die vollständigen Akten des UVG-Versicherers,
Schadennr
. 2010
7307457 (Allianz Suisse) im
vorliegenden Verfahren beizuziehen;
4.
es sei ein zwei
ter Schriftenwechsel anzuordnen;
u
nter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdegegnerin.
“
Mit Eingabe vom 1
9.
April 2012 (
Urk.
7) legte der Beschwerdeführer das Schrei
ben der Allianz Suisse vom 1
6.
April 2012 (
Urk.
8) ins Recht. Die
Beschwerde
gegnerin
ersuchte mit Beschwerdeantwort vom
7.
Mai 2012 um Abweisung der Beschwerde (
Urk.
9). Mit Replik vom
7.
Juni 2012 hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen fest (
Urk.
13). Am 1
8.
Juni 2012 teilte die
Beschwerdegeg
nerin
mit, dass sie auf das Einreichen einer Duplik verzichte (
Urk.
16), was dem Beschwerdeführer angezeigt wurde (
Urk.
17). Am 2
4.
Mai 2013 reichte die Beschwerdegegnerin die Verfügung der Allianz Suisse vom 1
6.
Mai 2013 ein (
Urk.
18).
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung
:
1.
1.1
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invali
denrente.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1 des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Be
tracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog anwendbaren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen)
Art.
88a der Ver
ordnung über die Invalidenversicherung (IVV) festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Ände
rung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstufung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Ver
gleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des
Renten
beginns
mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung bzw. Herabsetzung der Rente (BGE 125 V 413 E. 2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E. 1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5). Spricht die Verwaltung der versi
cherten Person eine befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des
Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die un
bestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert bleiben (BGE 125 V 413 f. E. 2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfassen (Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorlie
gen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledi
gen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gut
achtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beantwor
tung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt
was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist
, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer
Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
A._
stellte in seinem Bericht vom 3
0.
Mai 2010 als Diagnose mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit eine Berstungsfraktur Brustwirbelkörper 9 sowie eine Deckplatten-Impressionsfraktur Brustwirbelkörper 7 mit dorsaler
Spondy
lodese
Brustwirbelkörper 8 bis 1
0.
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit nannte er keine.
Der Beschwerdeführer sei in d
er zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Chauffeur seit dem 1
3.
März 2010 bis auf
Weiteres
zu 100
%
ar
beitsunfähig. Ab nächster/übernächster Woche sei ihm die bisherige Tätigkeit evtl. wieder zu 30
%
zumutbar (
Urk.
10/6/1-2).
2.2
Die behandelnden Ärzte der Klinik für Unfallchirurgie des
B._
(nachfolgend: Ärzte des
B._
) hielten in ihrem Bericht vom
2.
August 2010 als Diagnosen mit Auswirkunge
n auf die Arbeitsfähigkeit den
Snowboard-Sturz vom 1
3.
März 2010 mit (1) einem leichten Schädelhirntrauma,
Monokelhämatom
, (2) einer
Thoraxkontusion
und (3) einem Wirbelsäulentrauma mit kompletter
Bers
tungs
spaltfraktur
Brustwirbelkörper 9 sowie Deckplatten-Impressionsfraktur
Brust
wir
belkörper
7 fest. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit se
i ein
Monokel
hämatom
links. Seit
dem
7.
Juni 2010 sei der Beschwerdeführer
wieder
zu 100
%
arbeitsfähig (
Urk.
10/11/1-2).
2.3
Im Bericht vom
3.
Dezember 2010 zuhanden von
A._
diagnostizierten die Ärzte des
B._
(1) einen Status nach dorsaler
Spondylodese
Brustwirbelkör
per
8 auf
Brustwirbelkörper
10 mit USS II, System und DBX-mix am 1
4.
März 2010 bei Berstungsspaltfraktur Brustwirbelkörper 9 sowie
Deckplatten-Impres
sionsfraktur
Brustwirbelkörper 7 am 1
3.
März 2010 und (2) einen Status nach Osteosynthese-Materialentfernung dorsal am 2
2.
Oktober 2010 (
Urk.
10/22/1). In der Stellungnahme vom 1
0.
Dezember 2010
zuhanden der IV-Stelle
teilten die Ärzte des
B._
mit, dass die für den Beschwerdeführer festgelegte Arbeits
unfähigkeit in ihrem Bericht vom
2.
August 2010 nicht korrekt wiedergegeben worden sei. Die Arbeitsunfähigkeiten seien durch
A._
sowie das
B._
wie folgt zu korrigieren (
Urk.
10/21):
100
%
vom 1
3.
März bis 2
1.
April 2010 (
B._
)
100
%
vom 2
0.
April bis
6.
Juni 2010 (
B._
)
70
%
vom
7.
Juni bis 3
0.
Juni 2010 (
A._
)
70
%
vom
1.
Juli bis 3
1.
Juli 2010 (
A._
)
60
%
vom
1.
August bis 3
1.
August 2010 (
A._
)
60
%
vom
1.
September bis 3
0.
September 2010 (
A._
)
60
%
vom
1.
Oktober bis 2
0.
Oktober 2010 (
A._
)
100
%
vom 2
1.
Oktober bis
5.
Dezember 2010 (
B._
und
A._
)
2.4
A._
nannte in seinem Bericht vom 2
7.
Februar 2011 die gleichen Diag
nosen wie die Ärzte des
B._
in deren Bericht vom
3.
Dezember 2010 (
vgl. E.
2.3). Er gab an, in d
er zuletzt ausgeübten Tätigkeit im Auslieferdienst eines Kopiergeschäfts sei der Beschwerdeführer seit dem 1
3.
März 2010 zu 100
%
ar
beitsunfähig. In einer leichten, wechselbel
astenden Tätigkeit bestehe
folgende Arbeitsfähigkeit (richtig wohl: Arbeitsunfähigkeit;
Urk.
10/29/1-5):
100
%
ab dem 2
2.
Oktober 2010
80
%
ab dem
1.
Februar 2011
70
%
ab dem
1.
März 2011
60
%
ab dem
1.
April 2011
50
%
ab dem
1.
Mai 2011
2.5
C._
, Assistenzarzt
in
der Klinik für Unfallchirurgie
am
B._
,
berichtete am 2
0.
Mai 2011 zuhanden der Allianz Suisse,
dass
am 2
7.
April 2011 eine klinische und radiologische Verlaufskontrolle sechs Monate post
operativ erfolgt sei. Er gab an, dass
der Beschwerdeführer
als
Grafikdesigner weiterhin zu 100
%
arbeitsunfähig
sei
. Aufgrund seiner persistierenden Be
schwerden im Rückenbereich wäre
eine
intensive,
stationäre
Physiotherapie, zum Beispiel in der
D._
,
sinnvoll
. A
b dem
2.
Mai 2011
sei
eine 100%ige Wiederaufnahme der Arbeit vorgesehen
(
gewesen;
Urk.
10/52/99
).
2.6
Im Austrittsbericht der
D._
vom 1
8.
Juli 2011 z
uhanden der Allianz Suisse hielten die behandelnden Ärzte
die bekannten
Diagnose
n
sowie Restbeschwerden im
thorakolumbalen
Übergang
fest
(
Urk.
10/52/83)
. Sie
erklär
ten
,
dass dem Beschwerdeführer die
Tätigkeit als Kurier-Chauffeur
und
wechselbelastende leichte b
is mittelschwere Arbeiten ohne
wirbelsäulen
belas
tende
Zwangshaltungen, ohne häufig wiederholtes Bücken und ohne länger dauernde v
orgeneigte Tätigkeiten zumutbar seien
(
Urk.
10/52/83-84).
2.7
A._
berichtete am
1.
November 2011 zuhanden der Allianz Suisse, dass der Beschwerdeführer (nach wie vor) an instabilitätsbedingten Schmerzen der mittleren Wirbelsäule leide. Die Arbeitsfähigkeit betrage im Moment noch 50
%
(
Urk.
10/64/6).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin
ging in der
angefochtenen Verfügung vom 1
7.
Februar 2012
davon aus, dass der Beschwerdeführer seit dem 1
3.
März 2010 (Beginn der einjährigen Wartezeit) erheblich in seiner Ar
beitsfähigkeit eingeschränkt gewe
sen sei
. Nach Ablauf der Wartezeit
(
1
3.
März 2011
)
sei
ihm
die Ausübung einer behinderungsangepassten Tätigkeit im Umfang von 50
%
zumutbar gewe
sen
(
Urk.
2). Die
Beschwerdegegnerin
stützte sich dabei auf die Stellungnahme
des
E._
,
F._
, Fach
arzt für Orthopädi
sch
e
Chirurgie
un
d Traumatologie FMH,
vom
8.
März 2011
, der
ausgeführt
hatte
,
dass
die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
für
rein sitzende, wechselbelastende, ohne vorwiegend im Gehen ausgeübte Tätigkeiten, ohne Bücken, ohne Überkopfarbeiten, ohne Kauern, ohne Knien, ohne Rotation im Sitzen, Heben und Tragen körpernah/-fern
Gewichtslimite
2-5 kg, ohne Besteigen von Leitern und
Gerüsten, ohne Treppen steigen
ab d
em 2
7.
Februar 2011
50
%
betragen habe
(
Urk.
10/41/3).
Dies
e Einschätzung
F._
s ist plausibel,
aufgrund der vorliegenden medizinischen Akten ausgewiesen
Hausarzt
A._
ging fü
r den Zeitraum vor Mai 2011
noch
von einer
höhergradigen
Arbeitsunfähigkeit aus, begründete
diese jedoch nicht hinrei
chend (vgl.
Urk.
10/29/5
)
und im Übrigen unbestritten.
3.2
3.2.1
Weiter erklärte die Beschwerdegegnerin
in der angefochtenen Verfügung
, dass dem Beschwerdeführer die Ausübung einer behinderungsangepassten Tätigkeit spätestens nach dem Aufenthalt in der
D._
, das heisst ab dem 1
8.
Juli 2011, wieder zu 100
%
zumutbar sei (
Urk.
2).
Diesbezüglich stützte sie
sich auf die
Stellungnahmen des
E._
-Arztes
G._
, Fach
arzt Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, vom 2
1.
September 2011 (
Urk.
10/55/2) und 2
0.
Januar 2012 (
Urk.
10/65/1-2)
, der die
bisherige Tätig
keit als Kurierfahrer sowie
leichte bis mittelschwere Arbeit
en
ab dem 1
8.
Juli 201
1
als
zu 100
%
zumutbar
erachtet hatte.
3.2.2
Die Beurteilung von
E._
-Arzt
G._
basiert
insbesondere
auf
dem
Aus
trittsbericht
der
D._
vom 1
8.
Juli 2011
(
Urk.
10/52/83-90
)
. Die
behandelnden Ärzte
der
D._
beschrieben darin
bereits bei
Klinike
intritt des Beschwerdeführers
am 1
6.
Juni 2011
weitgehend unauffällige objektive Befunde.
So hielten sie
damals
hinsich
tlich
des
Bewegungsapparates fest
, dass die Kopfhaltung und der Schulterstand unau
ffällig sowie der Beckenstand g
rade seien.
Auch die
Wirbelsäule sei in Form und Haltung
unauffällig. D
ie Nar
ben
im Bereich des
thorako
lumbalen
Übergangs
seien
bland
und reizlos
, wobei sich
dort ein sensorisches Defizit
finde
. Der Finger-Boden-Abstand betrage 25 cm, die Zeichen nach Ott 30/30
cm
, die Zeichen nach Schober 10/17 cm. Die Beinachsen seien gerade, der Gang unauffällig,
der
Zehen- und Ferseng
ang
sowie die tiefe Hocke problemlos,
der
Einbein
stand
beidseits gut möglich und
das Fussgewölbe unauffällig
.
E
ndgradi
g
werde
an der Wirbelsäule
jeweils
ein Zie
hen
verspürt. Die
Waddell
-Zeichen seien negativ. Die Lateralflexion der Wir
belsäule sei beidseits in der Norm, die Rotation beidseits frei
.
Betreffend
Neu
rostatus
seien Sensibilität, Kraft und Koordination allgemein kursorisch geprüft unauffällig (Ausnahmen siehe Wirbelsäule). Kraft und Koordination seien sym
metrisch und unauffällig,
die
Muskeleigenreflexe
seien ebenfalls
symmetrisch und seitengleich
provozi
erbar
(
Urk.
10/52/87-88).
Nach Abschluss der vierwöchigen
Behandlung
kamen d
ie Ärzte der
D._
zum Schluss, dass
sich im Vergleich zur Eintrittsuntersuchung keine wesentliche Befundänderung gezeigt habe (
Urk.
10/52/88). Die
präsentierten Beschwerden und Funktionseinschränkungen
würden sich
in der Lokalisation und auch in
der Intensität aufgrund
der Diagnose
n sowie
der klinischen und radiologischen Befunde nicht gänzlich erklären
lassen
.
Ihre
-
unter Berücksich
tigung der
Vorakten
–
bei Klinikaustritt
abgegebene
Einschätzung,
wonach
dem
Beschwerdeführer
die
berufliche Tätigkeit als Kurierfahrer sowie leichte bis mittelschwere Tätigkeiten
(wechselbelastend, ohne wirbelsäulenbelastende Zwangshaltungen, ohne häufig wiederholtes Bücken, ohne länger dauernde vorgeneigte Tätigkeiten)
ganztags zumutbar seien
(
Urk.
10/52/83-84)
, ist ange
sichts der genannten Befunde
und der dazugehörigen Erläuterungen
ohne Weiteres nachvollziehbar.
3.2.3
Aufgrund
der
sehr
diskreten objektiven Befunde bei
Klinike
intritt
kann die Aussage im Austrittsbericht
der
D._
, es habe
keine wesentliche Verbesserung der Rückenproblematik erreicht und di
e Rumpfstabilität nur minim
gesteigert werden könne
n
(
Urk.
10/52/85)
,
im Übrigen nur
so
verstanden werden,
dass dem im Zeitpunkt des Klinikaufenthalts
erst
31-jährigen Be
schwerdeführer
auch nach Austritt aus der Klinik keine körperlich schweren
Tätigkeiten mehr zumutbar waren.
Des Weiteren
erklärte der Beschwerdeführer am Ende seines Aufenthalts
in der
D._
, dass er mit der festgelegten Zu
m
u
tbarkeit bzw. Arbeitsfähigkeit nicht einverstanden sei
. Dies wurde
im
A
us
tritt
sbericht
auch festgehalten
.
Die gleich
daran anschliessende
Bemerkung der Ärzte, die Prognose für eine
erfolgreiche berufliche Wiedereingliederung
sei eher schlecht
,
ist
in diesem Kontext
zu sehen – und
somit
ebenfalls
schlüssig
.
D
er
Austrittsbericht der
D._
stellt sodann
kein
Gutachten im
Sinne von
Art.
44 ATSG dar
, sondern
ist
als üblicher
, eher ausführlicher
Bericht
von behandelnden Ärzten
zu qualifizieren.
Der Beschwerdeführer schreibt selber, dass der vierwöchige Aufenthalt in der
D._
vom Case Ma
nager der Unfallversicherung - nach Besprechung mit dem Beschwerdefüh
rer - unter anderem zwecks Abklärung der medizinischen Situation und Arbeitsfähigk
eit initiiert worden war (Urk. 1
S. 4), weshalb er in der Folge nicht überrascht und dadurch auch nicht in seinem Gehörsanspruch verletzt sein konnte, als die
D._
sich zu seiner Arbeitsfähigkeit dann auch tatsächlich äusserte.
Das rechtliche Gehör wurde dem Beschwerdeführer im Rahmen des
Vorbescheidverfahrens
gewährt.
Zudem ist zu beachten, dass
H._
von der
D._
, der über den
Facharzt
titel
Physikalische Medizin und Rehabilitation FMH verfügt, bezüglich des
vor
liegenden Beschwerdebildes –
ebenfalls
entgegen dem Vorbringen des Be
schwer
deführers
(
Urk.
1 S. 8) - sehr wohl als fachkompetent zu b
etrachten ist (vgl
.
http://www.fmh.ch/files/pdf9/physikalische_medizin_version_internet_d.pdf
.
,
besucht am 2
7.
August 2013).
Ferner
ist darauf hinzuweisen, dass
n
ebst dem Austrittsbericht der
D._
auch
ein
an die Allianz Suisse gerichtete
r
Bericht der Klinik für Unfall
chirurgie des
B._
vom 2
0.
Mai 2011
aktenkundig ist
, in dem
von einer vorgesehenen 100%igen
Wiederaufnahme der Arbeit (
gemeint war wohl eine
behin
derungsangepasste
Tätigkeit)
bereit
s per
2.
Mai 2011 die Rede war (
Urk.
10/52/99).
Dies deutet darauf hin, dass man offenbar seitens des
B._
ebenfalls von
eine
r
Verbesserung des Gesundheitszustands
des Beschwerdefüh
rers
aus
ging
.
Auch d
er Ei
nwand des Beschwerdeführers, der Beurteilung der
Beschwerdegegnerin
hinsichtlich des Revisionsgrundes
liege
ausschliesslich
der
Austrittsbericht der
D._
zugrunde
(
Urk.
1 S. 8)
, erweist sich d
aher
als unzutreffend.
Betreffend den Bericht
von
A._
vom
1.
November 2011 legte
E._
-Arzt
G._
schliesslich
–
ohne
Weiteres
nachvollziehbar - dar, dass darin als einziger Untersuchungsbefund eine schmerzhafte Bewegung von
Brustwirbel
körper
11 gegenüber Brustwirbelkörper 10 angeführt sei. Eine 50%ige Arbeits
unfähigkeit lasse sich damit jedenfalls nicht begründen. Die Beurteilung des
E._
vom 2
1.
September habe daher weiterhin Bestand (
Urk.
10/65/2).
3.2.
4
Zusammenfassend ist somit
festzuhalten, dass
auch auf die Stellungnahme
n
des
E._
-Arztes
G._
abgestellt werden kann.
Zu prüfen bleibt, wie sich die eingeschränkte Arbeitsfähigkeit des Beschwerde
führers in wirtschaftlicher Hinsicht auswirkt.
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
Im
Zeitpunkt des Rentenbeginns, das heisst im März 2011,
ergibt sich
folgender Einkommensvergleich:
Gemäss Kündigungsschreiben der
Y._
vom
9.
November 2010 wurde das Arbeitsverhältnis mit dem Beschwerdeführer per Ende Januar 2011 infolge einer umfassenden betrieblichen Reorganisation
– und
nicht
wegen dessen gesundheitlicher
Probleme -
aufgelöst (
Urk.
10/52/69
).
Es ist deshalb davon auszugehen,
dass d
er Beschwerdeführer seine Stelle auch ohne
Gesund
heitsschaden
verloren
hätte
. Sein
Valideneinkommen
ist folglich
anhand der Tabellenlöhne gemäss der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE 2010)
zu bestimmen
. Aus der LSE 2010 ergibt sich für Arbeitnehmer des
Anforderungs
niveaus
4 (einfache und repetitive Tätigkeiten) im privaten Sektor ein
Brutto
monatslohn
von
Fr.
4‘901.-- (Tabelle TA1 S. 26). Unter Berücksichtigung der betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit im Jahr 2011 für alle Sektoren von 41,7 Stunden (vgl. Die Volkswirtschaft 7/2013, S. 94, Tabelle B 9.2) und der Nominallohnentwicklung von 1
%
(
Bundesamt für Statistik, Schweizerischer Lohnindex, Entwicklung der Nominallöhne 1976-2012, T39, Männer
)
resultiert
für das
Jahr 2011
ein mutmassliches jährliches
Valideneinkommen
von
Fr.
61‘924.65 (
Fr.
4‘901.-- x 12 : 40 x 41,7 x 1,01).
Da der Beschwerdeführer nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat,
ist
das Invalideneinkommen
ebenfalls
an
hand der
Tabellenl
ö
hne
gemäss LSE 2010
zu bestimmen
. Demgemäss
kann
ein sogenannter Proze
ntvergleich vorgenommen werden. Das
ohne Invalidität er
zielbare hypothetische Erwerbseinkommen
ist
dabei
mit 100
%
zu bewerten, während das Invalideneinkommen auf
einen entsprechend kleineren Prozent
satz zu veranschlagen ist, so dass sich aus der Prozentdifferenz der
Invaliditäts
grad
ergibt
(BGE 114 V 313
E. 3a
mit Hinweisen
;
Urteile des Bundesgerichts I
850/05 vom 2
1.
August 2006 E. 4.2 und
I 375/05 vom
2.
Dezember 2005 E.
3.2
).
Vorliegend ist
zunächst
von einer 50%igen Einschränkung
des Beschwerde
führers
in einer
behinderungsangepassten Tätigkeit
auszugehen
.
Von diesen 50
%
ist
daraufhin
noch
ein
sogenannte
r
Leidensabzug vorzunehmen. Dieser Leidensabzug wurde von der
Beschwerdegegnerin
in der angefochtenen Verfü
gung
vom 1
7.
Februar 2012
äusserst grosszügig auf
25
%
festgelegt, was
i
m Lichte
der vom hiesigen Gericht
zu beachtenden
„Ohne-Not-Praxis“
(wonach
nicht „ohne Not“ in Ermessensentscheide unte
rgeordneter Behörden eingegrif
fen werden soll
[
vgl.
Häfelin
/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht,
6.
Auflage, Zürich/St.
Gallen 2010, N 473 f.
]
)
und angesichts des kurzen Zeit
raums der Berentung
als
gerade noch
vertretbar erscheint
.
Damit
resultiert
ein
e dem
Invaliditätsgrad
entsprechende Lohneinbusse
von 63
%
(100
%
- [50
%
x 0,75])
.
Der Beschwerdeführer hat ab
dem
1.
März 2011 daher Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
(vgl. E. 1.3
)
.
4.3
Für den im
Zeitpunkt des Eintritts des Revisionsgrundes, das heisst im
Juli 2011
,
vorzunehmenden Einkommensvergleich st
ellt sich die Situation
wie folgt dar:
Auch
hier
ist
sowohl seitens des
Validen
- als auch
seitens
des
Invalideneinkom
mens
von
einem hypothetischen Jahreseinkommen von
Fr.
61‘924.65 auszu
gehen (vgl. E.
4.2
) und
sodann
ein Prozentvergleich
durchzuführen
.
Da dem Beschwerdeführer die Tätigkeit als Kurierfahrer sowie leichte bis mittelschwere Arbeiten ab dem 1
8.
Juli 2011 wieder in einem Voll
zeitpensum zumutbar waren,
ergibt sich
, dass sich selbst
bei Berücksichtigung des von der
Beschwer
degegnerin
wiederum gewährten,
allerdings nicht mehr zu rechtfertigenden,
maximal zulässigen Leidensabzugs
in
der Höhe von 25
%
, welcher
dem
Invali
ditätsgrad
entspricht
, kein
Rentenanspruch begründen lässt
. Somit entfällt der Rentenanspruch des Beschwerdeführers im November 2011 (
vgl. E. 1.4).
4.4
Zusammenfassend erweist sich die
angefochtene Verfügung der
Beschwerde
gegnerin
vom 1
7.
Februar 2012
damit als rechtens
, weshalb die
dagegen erho
bene
Beschwerde abzuweisen ist.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Ver
fah
rensaufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf
Fr.
800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.