Decision ID: 1de08161-2f6f-4a4e-b540-91d32aad462c
Year: 2013
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Daniel Ehrenzeller, Engelgasse 214, 9053 Teufen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 23. März 2007 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen an. Sie gab an, seit Ende
Juli 2006 unter Bandscheibenproblemen zu leiden, weswegen sie auch habe operiert
werden müssen (IV-act. 1).
A.b Gemäss einem Arbeitgeberbericht der B._ vom 12. April 2007 war die
Versicherte seit 9. Juli 1990 als Reinigungsmitarbeiterin bis zum Eintritt des Ge
sundheitsschadens am 6. August 2006 im Umfang von 16 Stunden pro Woche
arbeitstätig gewesen (IV-act. 11). Am 5. Mai 2007 erstattete die C._ einen
Arbeitgeberbericht und gab an, die Versicherte seit dem 30. Oktober 1991 als Raum
pflegerin mit einem Pensum von 70% beschäftigt zu haben. Nach Eintritt des Gesund
heitsschadens am 9. August 2006 sei der Versicherten aufgrund einer
langandauernden Krankheit gekündigt worden (IV-act. 19).
A.c Gemäss einem Bericht des Hausarztes Dr. med. D._, Allgemeine Medizin FMH,
vom 3. April 2007, war bei der Versicherten am 30. August 2006 eine Sequest
erektomie / Nukleotomie L4/L5 links durchgeführt worden. Als Diagnosen mit Einfluss
auf die Arbeitsfähigkeit nannte Dr. D._ eine medio-links-laterale Diskushernie L4/L5
mit Fusshebeschwäche, mit progredienter Kreuzschmerzsymptomatik und mit L5
Symptomatik ab September 2006 sowie eine progressive Depression und eine Futu
rophobie. In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Raumpflegerin bestehe eine 100%-
ige Arbeitsunfähigkeit ab 1. August 2006. In leichter rückenschonender Arbeit mit
wechselnder Körperhaltung werde die Versicherte in naher Zukunft voraussichtlich
teilweise arbeitsfähig sein (IV-act. 7). Gemäss einer Stellungnahme des Regionalen
Ärztlichen Dienstes (RAD) der IV-Stelle vom 24. April 2007 hatte Dr. D._ telefonisch
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konkretisiert, dass die Versicherte ab Juli 2007 in einer adaptierten leichten wechsel
belastenden Tätigkeit zu 30% arbeitsfähig sei. Zur Klärung der zumutbaren
Arbeitsfähigkeit veranlasste der RAD eine orthopädische/psychiatrische Begutachtung
(IV-act. 13).
A.d Am 4. und 20. Juni 2007 wurde die Versicherte bidisziplinär von Dr. med. E._,
Spezialarzt Orthopädische Chirurgie FMH, und Dr. med. F._, Psychiatrie und
Psychotherapie FMH, begutachtet. Gemäss dem Gutachten vom 24. Juli 2007 wurden
folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit erhoben: Mässige
Spondylarthrose L3 bis S1 mit Bandscheibenprotrusion L3/4 und L4/5 mit mässiger
linksbetonter foraminaler Enge ohne Nervenwurzelkompression und Entzündung des
linken Intervertebralgelenks L4/5 bei Status nach Sequestrektomie / Nukleotomie L4/5
links 08/06, Präadipositas und leichte depressive Episode mit somatischen
Symptomen im Rahmen einer Anpassungsstörung, schleichend entwickelt seit
September 2006. Zur Beurteilung hielten die Gutachter fest, dass aus somatischer
Sicht die lumbalen Schmerzen und die abnormen Untersuchungsbefunde der LWS mit
den im MRI sichtbaren degenerativen Veränderungen vereinbar seien. Die Prognose sei
bei mehretagigem Befall und gleichzeitigem Übergewicht und dadurch vermehrter
Belastung der abgenützten Wirbelsäule ungünstig. Aus psychiatrischer Sicht sei die
leichte depressive Episode durch die persistierenden Schmerzen nach der Operation,
durch den Verlust der Tagesstruktur sowie durch schmerzbedingte Schlafstörungen
und durch den Verlust der sozialen Kontakte im Rahmen einer Anpassungsreaktion
ausgelöst worden. Die Prognose bei dieser Diagnose sei insbesondere ohne familiäre
Belastung und neurotische Fehlentwicklung in der Regel sehr gut. Zur Arbeitsfähigkeit
der Versicherten hielten die Gutachter fest, dass diese in der bisherigen Tätigkeit als
Raumpflegerin 40% bei voller Stundenpräsenz ab 1. August 2006 betrage. In einer
adaptierten körperlich leichten wechselbelastenden Tätigkeit sei die Versicherte bei
voller Stundenpräsenz zu 80% arbeitsfähig (IV-act. 25, 26). Gemäss einer
Stellungnahme des RAD vom 28. August 2007 konnte auf das Gutachten abgestellt
werden (IV-act. 28).
A.e Im Schlussbericht zur Eingliederungsberatung vom 19. September 2007 hielt der
zuständige Sachbearbeiter fest, die Versicherte fühle sich nicht in der Lage zu arbeiten,
weshalb Eingliederungsmassnahmen in Form von Arbeitsvermittlung und Einarbeitung
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nicht umzusetzen seien (IV-act. 32). Dem entsprechend wurden die beruflichen
Eingliederungsbemühungen mit einer Mitteilung vom 5. Dezember 2007 eingestellt (IV-
act. 39).
A.f Am 5. Dezember 2007 erging ein Vorbescheid, mit welchem der Versicherten ge
stützt auf eine 80%-ige Arbeitsfähigkeit und einen Invaliditätsgrad von 27% die Ab
lehnung ihres Rentengesuchs in Aussicht gestellt wurde (IV-act. 41). Die Versicherte
wendete am 20. Dezember 2007 ein, sie sei in höherem Umfang arbeitsunfähig (IV-
act. 42). Die IV-Stelle erliess am 30. Januar 2008 eine dem Vorbescheid entsprechende
Verfügung und wies das Leistungsbegehren ab (IV-act. 46).
A.g Der Rechtsvertreter der Versicherten, Rechtsanwalt lic. iur. Daniel Ehrenzeller,
machte am 5. Juni 2008 eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes der Ver
sicherten geltend und ersuchte um Wiedererwägung der Verfügung vom 30. Januar
2008. Eventualiter beantragte er, sein Schreiben sei als Neuanmeldung zu behandeln.
Zur Begründung des Wiedererwägungsgesuchs führte er an, das Beschwerdebild habe
sich erheblich ausgedehnt, was objektiv nachzuvollziehen sei (IV-act. 55). Er legte
Berichte des Kantonspitals St. Gallen (KSSG), Neurochirurgie, vom 2. und 23. Mai 2008
bei. Gemäss diesen waren ein deutlicher paravertebraler Muskelhartspann,
degenerative Veränderungen in der HWS mit begleitender Aufhebung der Bandscheibe
und ventraler Duralschlaucheinengung im gesamten thorakalen Bereich sowie eine
ausgeprägte Bandscheibendegeneration im Segment L4/5 nach einem
vorangegangenem operativen Eingriff festgestellt worden. Die behandelnden Ärzte
hatten eine relative Indikation für eine Diskektomie LWK4/5 mit Cage-Implantation und
Spondylodese L4/5 angegeben (IV-act. 55-3 ff.). Der RAD veranlasste daraufhin die
Einholung eines Berichts beim KSSG, Neurochirurgie, welcher sich zur Arbeitsfähigkeit
der Versicherten in einer adaptierten Tätigkeit äussern sollte (IV-act. 56). Gemäss
diesem Bericht vom 18. August 2008 mache eine Arbeitsfähigkeitsschätzung aus
neurochirurgischer Sicht erst Sinn, wenn eine stationäre Rehabilitation mit
psychologischer und psychosomatischer Unterstützung absolviert worden sei (IV-act.
65).
A.h Der behandelnde Arzt der Klinik für Neurologie des KSSG berichtete am 15. Juni
2009, er habe die Versicherte im Rahmen der Betreuung durch die Schmerzsprech
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stunde untersucht. Er hielt fest, es bestehe seit Jahren ein chronifiziertes lumbover
tebrales Schmerzsyndrom mit Status nach lumbaler Diskushernieoperation L4/5 links
08/06. Im Verlauf der Krankheit sei es zudem zu einer somatoformen Schmerzstörung
mit Schmerzausweitung gekommen, was zu einer insgesamt schmerzbedingten Ein
schränkung der körperlichen Tätigkeit und Belastbarkeit geführt habe. Die Frage, in
welchem Umfang die Versicherte in der bisherigen Tätigkeit in ihrer Arbeitsfähigkeit
eingeschränkt sei, solle interdisziplinär gutachterlich geklärt werden. Die Prognose
hänge massgeblich von einer erfolgreichen Schmerztherapie ab, welche durch die
Schmerzambulanz des KSSG durchgeführt werde (IV-act. 86).
A.i Am 24. Juni 2009 berichtete das Palliativzentrum des KSSG, die Versicherte sei
schmerzbedingt zum Zeitpunkt der Konsultation am 17. August 2008 zu 100% arbeits
unfähig gewesen. Sie sei durch die Schmerzen massiv in ihrer Aktivität und Funktion
eingeschränkt. Die Alltagsaktivitäten in der Wohnung müssten zum Grossteil von ihrem
Partner übernommen werden. Die bisherige Arbeitstätigkeit sei der Versicherten nicht
mehr zumutbar (IV-act. 90).
A.j Am 5. August 2009 berichtete Dr. med. G._, Neurochirurgie FMH, dass bei der
Versicherten eine Rückenoperation mit Dekompression L3/4 und L2/3 sowie
dorsolateraler semirigider Stabilisation L2-5 mit Cage-Einlage L4/L5 geplant sei. Die
Versicherte sei aktuell zu 100% arbeitsunfähig. Aufgrund der Operation und der an
schliessenden Rehabilitation werde sie sicher bis zum 31. Dezember 2009 zu 100%
arbeitsunfähig bleiben (IV-act. 92). Der Eingriff erfolgte gemäss einem
Operationsbericht am 28. August 2009 (IV-act. 96-4). Anlässlich der
Kontrolluntersuchung am 17. September 2009 stellte Dr. G._ einen
zufriedenstellenden Verlauf drei Wochen postoperativ fest. Die ischialgieformen
Beschwerden seien komplett verschwunden. Die Versicherte klage noch über
lumbosakrale Kreuzschmerzen (IV-act. 96-3).
A.k Dr. D._ hielt in seinem Bericht vom 28. Dezember 2009 fest, dass es nach der
zweiten Operation vom 28. August 2009 zu einer leichten Abnahme der lokalen
Rückenschmerzen gekommen sei. Die übrigen Schmerzen seien jedoch bestehen
geblieben. Die Versicherte leide nach wie vor an diffusen Ganzkörperschmerzen mit
Bewegungseinschränkung. Weiter bestünden vegetative Zusatzsymptome mit
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Unwohlsein und Kreislaufstörungen. Da eine ausgesprochene somatoforme
Schmerzverarbeitungsstörung kombiniert mit einer depressiven Anpassungsstörung
bestehe, sei die Prognose bezüglich Verminderung der Beschwerden sowie bezüglich
der Reintegration ungünstig. Aufgrund der starken Einschränkung in der allgemeinen
Beweglichkeit und Belastbarkeit seien zurzeit keine Tätigkeiten möglich (IV-act. 98).
A.l Gemäss einem Bericht von Dr. G._ vom 20. Januar 2010 war der Verlauf gut vier
Monate postoperativ zufriedenstellend. Nachdem alle konservativen Massnahmen
keinen Erfolg gehabt hätten, sei es durch die Operation am 28. August 2009 zu einer
klaren Schmerzlinderung gekommen. Einschränkungen bei der Arbeitsfähigkeit
ergäben sich vor allem aus somatischer Sicht aufgrund der rezidivierenden
Beschwerden, aber auch teilweise aus psychiatrischer Sicht aufgrund von depressiven
Phasen. Die Versicherte leide immer wieder an akuten Schmerzexazerbationen, die
hauptsächlich muskulärer Natur seien. In der bisherigen Tätigkeit im Reinigungsdienst
bestehe bis auf Weiteres eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit. In einer körperlich leichten
rückengerechten und leidensangepassten Tätigkeit betrage die Arbeitsfähigkeit
höchstens 50%, dies jedoch frühestens ab 1. März 2010 (IV-act. 101).
A.m Am 27. Januar 2010 stellte der RAD fest, dass der Gesundheitszustand der
Versicherten weitgehend stabil sei. Es könne folglich zur Abklärung der Arbeitsfähig
keit eine orthopädische/psychiatrische Verlaufsbegutachtung durchgeführt werden (IV-
act. 102). Der Rechtsvertreter der Versicherten wendete u.a. ein, die Beschwerdebilder
der Versicherten seien primär dem neurologischen/rheumatologischen Fachgebiet und
nicht der Orthopädie zuzuordnen (IV-act. 105). Der RAD führte dazu am 17. Februar
2010 aus, dass eine rheumatologische Begutachtung angesichts der von Dr. G._
gestellten Diagnosen (chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom, Fibro
myalgie, immer wieder akute Schmerzexazerbationen muskulärer Natur) gerechtfertigt
sei. Er veranlasste daher eine rheumatologische/psychiatrische Begutachtung im
Medizinischen Gutachtenzentrum St. Gallen (MGSG) (IV-act. 106).
A.n Gemäss dem bidisziplinären Verlaufsgutachten vom 21. Oktober 2010 hatten die
Gutachter Dr. med. H._, Rheumatologie FMH, und Dr. med. I._, Psychiatrie und
Psychotherapie sowie Neurologie FMH, folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit gestellt: Ein generalisiertes muskuloskelettales Schmerzsyndrom
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mit zervikozephaler, zervikobrachialer und lumbospondylogener Ausprägung beidseits
sowie mit Symptomausweitung und -verdeutlichung, eine chronifizierte leichtgradige
depressive Episode und eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung, vorhanden
seit Sommer 2006. Aus rheumatologischer Sicht wurde ausgeführt, dass sich ein
Gesundheitsschaden im Bereich der Lendenwirbelsäule sowie der Halswirbelsäule
objektivieren lasse, welcher eine dauerhafte Einschränkung der Belastbarkeit des
Achsenskelettes zu begründen vermöge. Das generalisierte muskuloskelettale
Schmerzsyndrom lasse sich aus rein rheumatologischer Sicht nicht nachvollziehen und
begründe keine relevante Funktionseinschränkung. Gegenüber der Begutachtung vom
Juli 2007 sei bei naturgemäss progredientem Verlauf der degenerativen Veränderungen
an der Lendenwirbelsäule überwiegend wahrscheinlich ab Mai 2008 mit dem
Hinzutreten eines zervikocephalen und zervikobrachialen Schmerzsyndroms eine
Verschlechterung des Gesundheitszustandes eingetreten. Im Bereich der
Lendenwirbelsäule sei es im Verlauf nachvollziehbar zu einer leichten Verschlechterung
aufgrund einer degenerativ bedingten mehrsegmentalen Instabilität sowie zu einer
Beeinträchtigung der Nervenwurzel L5 rechts gekommen. Durch die letzte
dekomprimierende und stabilisierende Operation an der Lendenwirbelsäule vom 28.
August 2009 sei es aber überwiegend wahrscheinlich ab spätestens dem 1. März 2010
wieder zu einer Verbesserung in einen stabilen Zustand vergleichbar mit demjenigen
zur Zeit der medizinischen Referenzsituation gekommen. Für die bisherige Tätigkeit als
Mitarbeiterin in der Reinigung sei die Versicherte bleibend zu 100% arbeitsunfähig.
Diese Arbeitsunfähigkeit bestehe aufgrund der erwähnten Verschlechterung des
Gesundheitszustandes durch das Hinzukommen eines Gesundheitsschadens an der
Halswirbelsäule, überwiegend wahrscheinlich seit Mai 2008. Eine aus
rheumatologischer Sicht ideal leidensangepasste berufliche Tätigkeit sei der
Versicherten zu 100% zumutbar. Aus psychiatrischer Sicht führe die vorliegende
leichtgradige depressive Episode in Kombination mit der chronischen Schmerzstörung
zu einer herabgesetzten zentralen Belastbarkeit. Im Vergleich zum psychiatrischen
Gutachten von 2007 sei die depressive Störung nicht stärker geworden, habe sich aber
weiter chronifiziert, gekennzeichnet durch gedrückte Stimmungslage, Lustlosigkeit und
Interessensverlust, Affektlabilität und negative Zukunftsperspektiven. Aus
psychiatrischer Sicht bestehe für die bisherige Tätigkeit eine 30%-ige
Arbeitsunfähigkeit und in einer angepassten Tätigkeit eine 20%-ige Arbeitsunfähigkeit.
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In interdisziplinärer Hinsicht hielten die Gutachter fest, die Versicherte sei in der
bisherigen Tätigkeit zu 100% arbeitsunfähig. In einer leidensangepassten Tätigkeit
bestehe eine 80%-ige Arbeitsfähigkeit, wobei die Einschränkung der Leistungsfähigkeit
psychisch bedingt sei. Diese Einschätzung gelte spätestens ab dem Zeitpunkt der
psychiatrischen Begutachtung am 8. April 2010 (IV-act. 118). Gemäss seiner
Stellungnahme vom 25. Oktober 2010 stellte der RAD auf die gutachterliche
Einschätzung ab (IV-act. 120).
A.o Ausgehend von einer 80%-igen Arbeitsfähigkeit der Versicherten nahm die IV-
Stelle am 13. Juli 2011 einen Einkommensvergleich vor. Daraus resultierte ein
Invaliditätsgrad von rund 22% (IV-act. 130). Mit einem Vorbescheid vom 18. Juli 2011
wurde der Versicherten die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht gestellt (IV-
act. 132). Der Rechtsvertreter der Versicherten wendete am 14. September 2011
dagegen ein, es sei der Versicherten mindestens eine halbe IV-Rente mit Wirkung ab
August 2007, jedoch spätestens ab Juni 2008 zuzusprechen. Eventualiter seien
ergänzende medizinische Abklärungen, subeventuell eine neue Begutachtung
anzuordnen. Zur Begründung führte er an, auf das Gutachten vom 21. Oktober 2010
könne nicht abgestellt werden. Die Gutachter hätten nämlich den aktuellen
Gesundheitszustand der Versicherten mit demjenigen von 2007 verglichen, ohne dass
gleichwertige bildgebende Mittel vorhanden gewesen seien. Für einen Vergleich wäre
es aber unabdingbar gewesen, neue MRI-Aufnahmen von der LWS und HWS
anzufertigen. Die geklagten Beschwerden der Versicherten seien von den Gutachtern
nicht ernst genommen worden, sondern es sei auf ein neuropathisches
Schmerzsyndrom sowie auf ein selbstlimitierendes Verhalten verwiesen worden.
Obwohl die Gutachter eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes ab März 2008
anerkannt hätten, sei diese bei der prozentualen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
nicht berücksichtigt worden (IV-act. 135). Der RAD stellte zu den Einwänden des
Rechtsvertreters am 24. Oktober 2011 fest, dass seit der Begutachtung von 2007
weitere bildgebende Wirbelsäulenabklärungen durchgeführt worden seien, deren
Ergebnisse dem Gutachter bekannt gewesen seien. Für die Verlaufsbegutachtung
seien keine erneuten Kernspintomografien erforderlich gewesen, da die Arbeitsfähigkeit
nicht anhand eines MRI festgelegt werde, sondern anhand des klinischen Befundes
und der funktionellen Einschränkungen. Bei Hinweisen auf Symptomausweitung und -
verdeutlichung, wie es bei der Versicherten anlässlich der Begutachtung der Fall
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gewesen sei, seien Tests zur Symptomvalidierung und Beobachtungen von
inkonsistenten Befunden aus gutachterlich-medizinischer Sicht sehr wichtig, um die
beklagten Beschwerden und gezeigten Funktionseinschränkungen richtig interpretieren
zu können. Aus rheumatologischer Sicht seien mehrere Inkonsistenzen dokumentiert
worden (IV-act. 136). Am 25. Oktober 2011 verfügte die IV-Stelle entsprechend dem
Vorbescheid und wies das Rentengesuch ab (IV-act. 137).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 25. Oktober 2011 richtet sich die vorliegende Be
schwerde vom 25. November 2011. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin
beantragt die Aufhebung der Verfügung sowie die Zusprache einer mindestens halben
IV-Rente mit Wirkung spätestens ab Juni 2008. Eventualiter seien ergänzende
medizinische Abklärungen, subeventuell eine neue Begutachtung anzuordnen. Zur
Begründung bringt er im Wesentlichen vor, es könne nicht auf das bidisziplinäre
Gutachten vom 21. Oktober 2010 abgestellt werden. Aus rheumatologischer Sicht
werde rein hypothetisch von einer Verbesserung des Gesundheitszustandes nach der
zweiten Operation, d.h. ab 1. März 2010, ausgegangen. Um den aktuellen Zustand mit
demjenigen des medizinischen Referenzzeitpunkts vergleichen zu können, wäre es
zweifellos notwendig gewesen, die diagnostischen Mittel auszuschöpfen. Dazu gehöre
ein MRI der LWS sowie der HWS. Die von den Gutachtern beschriebenen angeblichen
Inkonsistenzen seien damit zu erklären, dass Schmerzpatienten ein eigenes
Bewegungsmuster einübten, welches ihnen die Alltagsfähigkeit möglichst ohne
Schmerzausweitungen erhalte. Die Alltagsfähigkeit habe jedoch nichts mit der
Arbeitsfähigkeit zu tun. Wenn ein Gutachter der Ansicht sei, Inkonsistenzen beobachtet
zu haben, so sei es umso wichtiger, dass er sich auf bildgebende Untersuchungen
abstütze und nicht wie vorliegend nur Mutmassungen anstelle. Die Gutachter hätten im
Weiteren eine Verschlechterung seit 2007 bestätigt, was sich aber in den
Schlussfolgerungen nicht niederschlage. Gänzlich ausgeblendet worden sei
schliesslich die HWS-Problematik (IV-act. G 1).
B.b Am 9. Januar 2012 beantragt die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Be
schwerde. Der rheumatologische Gutachter habe bei seiner Untersuchung mehrere
neuere Bildaufnahmen zur Verfügung gehabt, namentlich eine Röntgen- und CT-
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Aufnahme vom Juli 2009 bezüglich der LWS, ein Röntgenbild vom September 2009
und vom Januar 2010 bezüglich der LWS und ein solches vom April 2010 bezüglich der
HWS. Er sei damit in der Lage gewesen, das Ergebnis der am 28. August 2009
durchgeführten Operation bei der LWS auch gestützt auf zwei Röntgenbilder zu
beurteilen. Ausschlaggebend seien indessen die Ergebnisse der klinischen
Untersuchung und die festgestellten funktionellen Einschränkungen unter
Berücksichtigung der Inkonsistenzen. Es gebe keine Hinweise darauf, dass der
Gutachter den Rücken der Beschwerdeführerin nicht kompetent und gründlich
untersucht hätte. Dabei sei er zudem im Besitz der relevanten medizinischen Vorakten
gewesen. Dass nach der Operation vom 28. August 2009 spätestens ab 1. März 2010
wieder von einer Verbesserung des Gesundheitszustandes ausgegangen werden
könne, sei nachvollziehbar. Aufgrund der nach der Operation einzig noch bestehenden
degenerativen Rückenleiden sei die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin aus
somatischer Sicht nur qualitativ eingeschränkt. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung aus
rheumatologischer Sicht sei somit schlüssig. Die aus psychiatrischer Sicht festgestellte
leichte depressive Episode sei nicht invalidisierend, da ein solch relativ harmloses
psychisches Leiden als überwindbar gelte. Das zusätzlich diagnostizierte
Schmerzsyndrom stelle ebenfalls keine psychische Komorbidität dar. Im Weiteren
lägen auch keine anderen Faktoren vor, welche die zumutbare Willensanstrengung für
die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit behindern könnten. Zudem habe die
Beschwerdeführerin weder eine psychiatrische Therapie absolviert noch nehme sie
Psychopharmaka ein, was dafür spreche, dass sie sich selbst nicht als besonders
psychisch beeinträchtigt erlebe. Es sei daher in Abweichung vom psychiatrischen
Gutachten von einer vollen Arbeitsfähigkeit auszugehen, ohne dass diesem deshalb im
restlichen Teil der Beweiswert abgesprochen werden müsse. Die Beschwerdeführerin
sei somit in einer adaptierten Tätigkeit voll arbeitsfähig. Weitere medizinische
Abklärungen seien unnötig, da die Gutachter die geltend gemachten Einschränkungen
der Beschwerdeführerin ausführlich abgeklärt hätten (act. G 4).
B.c Mit einer Replik vom 15. Februar 2012 hält der Rechtsvertreter der Beschwerde
führerin an den gestellten Rechtsbegehren fest. Er führt aus, dass entgegen der
Ansicht der Beschwerdegegnerin nicht davon ausgegangen werden könne, die
Operation vom 28. August 2009 sei erfolgreich verlaufen. Die Aussage des
rheumatologischen Gutachters, wonach ab 1. März 2010 überwiegend wahrscheinlich
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von einer Verbesserung des Gesundheitszustandes vergleichbar mit demjenigen zur
Zeit der medizinischen Referenzsituation auszugehen sei, belege die Inkonsistenz des
Gutachtens. Dem Gutachter seien keine ebenbürtigen diagnostischen Mittel (MRI von
LWS und HWS) zur Verfügung gestanden. Der Hinweis auf die vorhandenen
Röntgenbilder helfe nicht weiter. Die Fazidilität der MRI-Aufnahmen kämen auf den
Röntgenbildern nicht zum Ausdruck. Auch das CT der LWS führe nicht weiter, da
dieses vor der zweiten Operation entstanden sei. Im Gutachten von 2007 sei
festgehalten worden, dass die abnormen Untersuchungsbefunde in der Wirbelsäule mit
den Schmerzen der Beschwerdeführerin vereinbar seien. Es sei nicht ersichtlich,
weshalb dies drei Jahre später nicht mehr so gelte. Die vom rheumatologischen
Gutachter festgestellten angeblichen Inkonsistenzen seien nicht genauer beschrieben
worden. Die Beschwerdegegnerin übersehe im Weiteren, dass die Beschwerdeführerin
eine mindestens halbe Rente beantragt habe und ihr somit die Verrichtung gewisser
Dinge noch möglich erscheine. Das Gutachten stütze sich - ohne auf objektivierbare
Diagnosemittel zurückzugreifen - auf nicht weiter nachvollziehbare oder verifizierte
Inkonsistenzen bei der Untersuchung. Somit könne auf dieses nicht abgestellt werden
(act. G 6).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf die Einreichung einer Duplik (IV-act. G 8).

Erwägungen:
1.
1.1 Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat mit seinem Schreiben vom 5. Juni
2008 beantragt, die Verfügung vom 30. Januar 2008 sei in Wiedererwägung zu ziehen.
Andernfalls sei sein Schreiben als Neuanmeldung zu betrachten (vgl. IV-act. 55-2).
1.2 Die Wiedererwägung einer formell rechtskräftigen Verfügung ist gemäss Art. 53
Abs. 2 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
(ATSG; SR 830.1) möglich, wenn diese Verfügung zweifellos unrichtig und wenn ihre
Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist. Zweifellos unrichtig ist eine Verfügung,
wenn kein vernünftiger Zweifel daran möglich ist, dass eine Unrichtigkeit vorliegt (vgl.
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Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl., Art. 53 ATSG, N 26). Die Wiedererwägung einer
Verfügung setzt voraus, dass der damals massgebende Sachverhalt nachträglich
soweit abgeklärt worden ist, dass kein vernünftiger Zweifel an der Unrichtigkeit der
formell rechtskräftigen Verfügung mehr bestehen kann. Deshalb geht der
Wiedererwägung einer formell rechtskräftigen Verfügung üblicherweise ein
Verwaltungsverfahren voraus, dessen Zweck darin besteht, den damaligen Sachverhalt
nachträglich doch noch mit dem erforderlichen Beweisgrad zu erheben, um so die
Unrichtigkeit der formell rechtskräftigen Verfügung zu belegen und diese Verfügung
wiedererwägungsweise aufheben zu können. Beweisthema eines solchen
Verwaltungsverfahrens ist also der Sachverhalt bis zum Zeitpunkt, an dem die formell
rechtskräftige Verfügung erlassen worden ist.
1.3 Im vorliegenden Fall hat die Beschwerdegegnerin weder ausdrücklich noch
konkludent ein solches Wiedererwägungsverfahren eröffnet. Das der Verfügung vom
25. Oktober 2011 vorausgegangene Verwaltungsverfahren hat die Ermittlung des
aktuellen Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin und die daraus resultierende
Invalidität zum Gegenstand gehabt. Die Beschwerdegegnerin hat zwar im Rahmen der
bidisziplinären Begutachtung von 2010 auch nach dem Verlauf des
Gesundheitszustandes bzw. der Arbeitsfähigkeit seit der Rentenabweisung im Januar
2008 gefragt (vgl. IV-act. 118-21 f.), jedoch ist der Fokus des Verfahrens auf die
aktuelle Sachverhaltssituation gerichtet geblieben. Nach dem gesundheitlichen
Zustand der Beschwerdeführerin bis zum Januar 2008 ist nicht gefragt worden und es
sind auch keine anderweitigen diesbezüglichen Sachverhaltsabklärungen
vorgenommen worden. Die Beschwerdegegnerin hat also kein
Wiedererwägungsverfahren eröffnet, um die Richtigkeit der formell rechtskräftigen
Verfügung vom 30. Januar 2008 zu prüfen. Das Schreiben des Rechtsvertreters vom 5.
Juni 2008 ist vielmehr als Neuanmeldung behandelt worden.
1.4 Bei einer Neuanmeldung ist in Anwendung von Art. 87 der Verordnung über die
Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) erforderlich, dass mit dem neuen Renten
gesuch glaubhaft gemacht wird, dass sich der Grad der Invalidität in anspruchser
heblicher Weise geändert hat (Abs. 2). Gemäss den vom Rechtsvertreter mit seinem
Schreiben vom 5. Juni 2008 eingereichten Berichten des KSSG, Neurochirurgie, vom
2. und 23. Mai 2008 ist eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes der Be
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schwerdeführerin gegenüber dem Verfügungszeitpunkt vom 30. Januar 2008 ausge
wiesen und eine anspruchserhebliche Änderung des Sachverhalts glaubhaft gemacht
worden (vgl. IV-act. 55-3 ff.). Die Beschwerdegegnerin ist somit zu Recht auf die Neu
anmeldung, welche Gegenstand der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 25. Ok
tober 2011 bildet, eingetreten.
2.
2.1 Streitig und zu prüfen ist im Folgenden der Anspruch der Beschwerdeführerin auf
eine Rente der Invalidenversicherung.
2.2 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte
Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens
zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht ein
Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein
Anspruch auf eine Viertelsrente. Gemäss Art. 16 ATSG ist zur Bemessung des
Invaliditätsgrades das Einkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der
Invalidität und nach der Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung zu setzen zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen). Das ausschlaggebende Element der Bemessung des zumutbaren
Invalideneinkommens – und damit indirekt des Invaliditätsgrades – ist grundsätzlich der
Grad der verbliebenen Arbeitsfähigkeit, so dass dessen Ermittlung normalerweise den
ersten Schritt bei der Erhebung des massgebenden Sachverhalts bildet.
2.3 Um den Grad der Arbeitsunfähigkeit, der Erwerbsunfähigkeit und der Invalidität
bemessen zu können, sind Verwaltung und Gericht auf Unterlagen angewiesen, die
ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben.
Aufgabe der ärztlichen Sachverständigen ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen
und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten
die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen).
Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die
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streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden
ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).
3.
3.1 Vorab zu klären ist die Frage, ob die medizinische Aktenlage eine rechtsgenügliche
Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin erlaubt.
3.2 Die Beschwerdeführerin macht geltend, es könne nicht auf das bidisziplinäre Gut
achten vom 21. Oktober 2010 und insbesondere nicht auf die rheumatologische Be
urteilung abgestellt werden. Ein Vergleich mit der Situation zum Zeitpunkt der Erstbe
gutachtung vom Juli 2007 sowie eine aktuelle Einschätzung der Arbeitsfähigkeit seien
ohne die erneute Durchführung von bildgebenden Untersuchungen nicht möglich. Der
rheumatologische Gutachter stütze sich nur auf Hypothesen und Vermutungen.
3.3 Im Folgenden ist zunächst die Beweiskraft des somatischen Teilgutachtens von
Dr. H._ zu beurteilen. Dieser hat festgestellt, dass sich die ausgedehnten musku
loskelettalen Beschwerden der Beschwerdeführerin nur zu einem gewissen Teil anhand
der aktuellen klinisch-rheumatologischen Untersuchungsbefunde sowie der früher und
aktuell objektivierbaren radiologischen Befunde erklären liessen. Die Beschwerden und
Funktionseinschränkungen im Bereich der LWS und beider Beine seien anhand von
degenerativen und postoperativen Wirbelsäulenveränderungen im Sinne eines
multifaktorellen, teilweise neuropathischen Schmerzsyndromes erklärbar. Die übrigen
geklagten Beschwerden und die gezeigten Funktionseinschränkungen seien in der
gutachterlich klinisch-rheumatologischen Untersuchung nicht konstant gewesen. Die
Beweglichkeit verschiedener peripherer Gelenke, teilweise auch der Wirbelsäule, sei
unter Ablenkung deutlich besser und schmerzärmer bis schmerzfrei gewesen als in
einer der Beschwerdeführerin bewussten Untersuchungssituation. Zudem sei die
Passivbeweglichkeit mehrerer Gelenks- und Wirbelsäulenregionen höhergradig
eingeschränkt gewesen als die bereits hochgradig eingeschränkte Aktivbeweglichkeit
(vgl. IV-act. 118-13). Bei der Befunderhebung hat der Gutachter die einzelnen
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beobachteten Inkonsistenzen festgehalten (vgl. IV-act. 118 f.). Das von ihm
beobachtete symptomverdeutlichende und selbstlimitierende Verhalten der
Beschwerdeführerin hat im Ansatz auch schon der Vorgutachter Dr. E._ beschrieben,
indem er angegeben hat, die Beschwerdeführerin weise eine tiefe Schmerzschwelle auf
(vgl. IV-act. 25-3). Der im KSSG, Neurochirurgie, neu festgestellte HWS-Befund in Form
einer minimalen degenerativen Anteropositionierung von C3 gegenüber C4 mit
begleitender Aufhebung der Bandscheibe und ventraler Duralschlaucheinengung (vgl.
Berichte des KSSG, Neurochirurgie, vom 2. und 23. Mai 2008, IV-act. 55-1) ist von Dr.
H._ bestätigt und als Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin aufgenommen worden (vgl. IV-act. 118-12). Bezüglich des
Krankheitsverlaufs seit der Erstbegutachtung vom 24. Juli 2007 hat er ausgeführt, dass
es bei naturgemäss progredientem Verlauf der degenerativen Veränderungen an der
LWS überwiegend wahrscheinlich ab Anfang Mai 2008 mit Hinzutreten der im KSSG,
Neurochirurgie, festgestellten zervikozephalen und zervikobrachialen
Schmerzsymptomatik zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes
gekommen sei. Betreffend der nachvollziehbaren leichten Verschlechterung im Bereich
der LWS durch eine degenerativ bedingte mehrsegmentale Instabilität sowie eine
Beeinträchtigung der Nervenwurzel L5 sei es durch die Operation vom 28. August 2009
wieder zu einer Besserung gekommen. Es sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ab
1. März 2010 von einem Gesundheitszustand auszugehen, welcher vergleichbar sei mit
demjenigen zum Zeitpunkt der Erstbegutachtung im Juli 2007. Seitdem habe sich der
Gesundheitszustand aus rheumatologischer Sicht stabilisiert (vgl. IV-act. 118-14). Zur
Arbeitsfähigkeit hat der Gutachter ausgeführt, es bestehe in der bisherigen Tätigkeit als
Reinigungsmitarbeiterin aufgrund der objektivierbaren Störungen an der LWS und HWS
eine bleibende 100%-ige Arbeitsunfähigkeit, welche aufgrund der erwähnten
Verschlechterung durch das Hinzutreten des Gesundheitsschadens an der HWS
überwiegend wahrscheinlich seit Mai 2008 bestehe. In einer aus rheumatologischer
Sicht ideal leidensangepassten Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin bei
uneingeschränkter Leistungsfähigkeit zu 100% arbeitsfähig (vgl. IV-act. 118-15). In
einer solchen Tätigkeit dürfte bisher keine längerfristige Arbeitsunfähigkeit bestanden
haben. Davon ausgenommen seien die postoperativen Phasen, welche überwiegend
wahrscheinlich maximal drei bis vier Monate angedauert haben dürften (vgl. IV-act.
118-15). Zu den früheren ärztlichen Einschätzungen hat Dr. H._ festgehalten, dass
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die gutachterliche Beurteilung durch den Orthopäden Dr. E._ plausibel und nach
vollziehbar erscheine. Den übrigen medizinischen Berichten könne keine
nachvollziehbare fachärztliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit entnommen werden. Die
aktuellste fachärztliche Einschätzung durch Dr. G._ im Januar 2010 sei hinsichtlich
der Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit nachvollziehbar, hinsichtlich der
Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit (50% ab 1. März 2010) hingegen
zu pessimistisch. Es sei davon auszugehen, dass dieser bei seiner Einschätzung die
versicherungsmedizinisch nicht relevante somatoforme Schmerzverarbeitungsstörung
und Schmerzausweitung miteinbezogen habe (vgl. IV-act. 118-20 f.).
3.4 Die Ausführungen von Dr. H._ erscheinen nachvollziehbar, widerspruchsfrei und
schlüssig. Er hat seine Beurteilung auf sämtliche relevante medizinischen Vorakten
(inklusive der aktuellen bildgebenden Untersuchungen) sowie auf eine eingehende
Befragung und Untersuchung der Beschwerdeführerin gestützt. Aufgrund der
detaillierten Befunderhebung sind die beschriebenen Inkonsistenzen nachvollziehbar
und glaubhaft. Eine erneute Anfertigung von MRIs der HWS und LWS erscheint vor
dem Hintergrund der ausführlichen klinischen Untersuchung, welche für die Beurteilung
der Arbeitsfähigkeit massgebend ist, nicht erforderlich. Die Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit und deren Verlauf seit der Erstbegutachtung von 2007 erscheinen
ebenfalls als nachvollziehbar. Dass es nach der Operation vom 28. August 2009 zu
einer Besserung gekommen ist, hat auch der behandelnde Arzt Dr. G._ in seinem
Bericht vom 20. Januar 2010 festgehalten (vgl. IV-act. 101-3). Angesichts der
Schwierigkeit, rückwirkend Arbeitsfähigkeiten festzulegen, erscheint der von Dr. H._
beschriebene überwiegend wahrscheinliche Verlauf als plausibel. Die aus
rheumatologischer Sicht durch die vorangeschrittenen degenerativen Veränderungen
eingetretene Verschlechterung ist bei der Arbeitsfähigkeit berücksichtigt worden. In der
bisherigen Tätigkeit hat Dr. H._ aufgrund dieser Verschlechterung eine bleibende
volle Arbeitsunfähigkeit attestiert und in einer leidensangepassten Tätigkeit hat er
qualitative Einschränkungen festgehalten. Zu abweichenden ärztlichen Einschätzungen
der Arbeitsfähigkeit hat er Stellung genommen und seine Einschätzung nachvollziehbar
begründet. Auf das rheumatologische Teilgutachten und die Einschätzung einer vollen
Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit kann somit abgestellt werden.
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3.5 Aus psychiatrischer Sicht hat Gutachter Dr. I._ eine chronifizierte leichtgradige
depressive Episode sowie zusätzlich eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung
diagnostiziert. Er hat festgehalten, dass im Vergleich zum Gutachten von Dr. Kalabic
vom 30. Juli 2007 die depressive Störung zwar nicht stärker geworden sei, diese sich
aber bei anhaltend verspürten körperlichen Schmerzen weiter chronifiziert habe. In
diesem Sinn sei es zu einer leichtgradigen Verschlechterung der Arbeitsfähigkeit ge
kommen. In der bisherigen Tätigkeit sei von einer 30%-igen Einschränkung, in einer
angepassten Tätigkeit von einer 20%-igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
auszugehen (vgl. IV-act. 117-10 ff.). Die gutachterlichen Ausführungen erscheinen
nachvollziehbar und plausibel. Die Beschwerdegegnerin hat auf das psychiatrische
Gutachten abgestellt, ist aber mit Verweis auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung
von einer willentlichen Überwindbarkeit der diagnostizierten psychischen Leiden und
damit von einer vollen Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht ausgegangen (vgl. act.
G 4). Dazu ist festzuhalten, dass die Verwaltung sich weder über die den
beweisrechtlichen Anforderungen genügenden medizinischen Tatsachenfeststellungen
hinwegsetzen noch sich die ärztlichen Einschätzungen und Schlussfolgerungen
bezüglich der Restarbeitsfähigkeit zu eigen machen darf (vgl. BGE 130 V 352 E. 2.2.5).
Dr. I._ hat die Arbeitsfähigkeitsschätzung explizit unter Berücksichtigung der
zumutbaren Willensanstrengung zur Überwindung der psychiatrischen Beschwerden
getroffen (vgl. IV-act. 117-11). Aus diesem Grund ist an der gutachterlich attestierten
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20% festzuhalten.
3.6 Zusammengefasst vermag die Kritik des Rechtsvertreters die Beweiskraft des
Gutachtens vom 21. Oktober 2010 nicht zu erschüttern. Es ist auf die interdisziplinär
festgestellte Arbeitsfähigkeit von 80% abzustellen.
4.
4.1 Die Beschwerdeführerin erhebt Anspruch auf eine halbe Rente mit Wirkung ab
spätestens Juni 2008 für unbestimmte Dauer. Es ist folglich zu prüfen, ob und wann die
Voraussetzungen für einen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin gegeben sind.
4.2 Nach Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG entsteht ein Rentenanspruch frühestens in dem
Zeitpunkt, in dem die versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen
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Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40% arbeitsunfähig gewesen war. Unter
Arbeitsfähigkeit im Sinne von Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG ist die durch den
Gesundheitsschaden bedingte qualitative und/oder quantitative Einbusse an
funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zu
verstehen (BGE 130 V 99 E. 3.2). Im Rahmen des Art. 28 Abs. 1 IVG nicht anwendbar
ist nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts der Grundsatz, dass bei
langdauernder Arbeitsunfähigkeit im angestammten Beruf – oder sobald klar wir, dass
die Wiederaufnahme der bisher ausgeübten Tätigkeit nicht mehr in Frage kommt –
nach Ablauf einer gewissen Übergangsfrist auch zumutbare Tätigkeiten in einem
anderen Beruf zu berücksichtigen sind. Bei der Anwendung dieser Bestimmung ist
ausschliesslich die Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit zu betrachten
(Entscheid des EGV vom 23. Oktober 2003, I 392/02; vgl. BGE 130 V 99 E. 3.2, bereits
unter Hinweis auf den künftigen Art. 6 ATSG). Die einjährige Wartezeit gilt als eröffnet,
sobald eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20% vorliegt (AHI 1998 S. 124 E. 3c).
Ein wesentlicher Unterbruch der Arbeitsunfähigkeit liegt vor, wenn die versicherte
Person an mindestens dreissig aufeinanderfolgenden Tagen voll arbeitsunfähig war
(Art. 29 IVV). Auch vor der Anmeldung liegende Zeiten von Arbeitsunfähigkeit sind zu
berücksichtigen (ZAK 1966 S. 58; BGE 117 V 26 E. 3b; BGE 121 V 264; Entscheid des
EGV vom 2. März 2000, I 307/99).
4.3 Gemäss dem Gutachten der Dres. E._ und F._ vom 24. Juli 2007, worauf
vorliegend abzustellen ist, hat seit dem 1. August 2008 eine 60%-ige Arbeitsunfähigkeit
in der angestammten Tätigkeit als Reinigungsmitarbeiterin vorgelegen (vgl. IV-act.
25-7). Das Wartejahr hat demnach erstmals am 1. August 2007 ablaufen können. Nebst
der durchschnittlichen Arbeitsunfähigkeit während des Wartejahres ist für einen
Rentenanspruch erforderlich, dass anschliessend eine rentenbegründende Invalidität
vorliegt. Gemäss dem Gutachten vom 24. Juli 2007 ist die Beschwerdeführerin bei
Ablauf dieses Jahres zu 80% in einer leidensangepassten Tätigkeit arbeitsfähig
gewesen. Der von der Beschwerdegegnerin für diesen Zeitpunkt vorgenommene
Einkommensvergleich hat keine rentenbegründende Erwerbsunfähigkeit ergeben (vgl.
IV-act. 38-2). Daher ist das Leistungsgesuch mit Verfügung vom 30. Januar 2008
abgelehnt worden (vgl. IV-act. 46). Gestützt auf das MGSG-Verlaufsgutachten vom 21.
Oktober 2010 ist die Beschwerdegegnerin zu Recht weiterhin von einer 80%-igen
Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit ausgegangen. Jedoch hat sie die
ter
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Feststellung Dr. H._ nicht berücksichtigt, wonach aus rheumatologischer Sicht
während den maximal 3 - 4 Monaten angedauerten postoperativen
Rehabilitationsphasen eine längerfristige Arbeitsunfähigkeit in angepassten Tätigkeiten
bestanden habe (vgl. IV-act. 118-15). Zur Höhe der Arbeitsunfähigkeit hat sich der
Gutachter nicht geäussert, jedoch ist überwiegend wahrscheinlich davon auszugehen,
dass die Beschwerdeführerin während dieser Regenerationszeit vollständig
arbeitsunfähig war, wofür auch der Bericht des Operateurs Dr. G._ vom 20. Januar
2010 spricht (vgl. IV-act. 101-4). Dr. H._ hat der Einschätzung von Dr. G._ nicht
grundsätzlich widersprochen, sondern hält diese bezüglich der Dauer der
Arbeitsunfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit nachvollziehbar als zu pessimistisch.
Es ist somit nach der Operation im August 2009 eine vorübergehende 100%-ige
Arbeitsunfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit bis Dezember 2009 anzunehmen.
4.4 Da für den Zeitraum von August bis Dezember 2009 eine vollständige Arbeitsun
fähigkeit in sämtlichen Tätigkeiten vorgelegen hat, hat die Beschwerdeführerin als
gesundheitlich Beeinträchtige kein Einkommen erzielen können. Das Invalidenein
kommen liegt daher bei Null. Unabhängig von der Höhe des Valideneinkommens ist
daher im Sinne eines verkürzten Einkommensvergleichs von einer vollständigen
Erwerbseinbusse auszugehen, was einem Invaliditätsgrad von 100% entspricht. Damit
hat die Beschwerdeführerin gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG einen Anspruch auf eine ganze
Rente.
4.5 Ab Januar 2010 ist gestützt auf das MGSG-Gutachten wieder eine 80%-ige
Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit anzunehmen. Auch für diesen Zeitpunkt
ist der Invaliditätsgrad im Folgenden anhand eines Einkommensvergleichs zu
bemessen.
4.6 Für die Bestimmung des Valideneinkommens hat sich die Beschwerdegegnerin an
den beiden letzten Arbeitsstellen der Beschwerdeführerin orientiert. Dies ist aufgrund
des überdurchschnittlichen Lohns der Beschwerdeführerin sowie der Tatsache, dass
es keine Hinweise auf eine bevorstehende Änderung ihrer Validenkarriere gegeben
hat, nicht zu beanstanden. Die Beschwerdeführerin ist an zwei Arbeitsstellen als
Reinigungskraft tätig gewesen. Bei der B._ hätte sie gemäss Arbeitgeberbericht im
Jahr 2007 ein monatliches Einkommen von Fr. 1‘540.-- erzielt (vgl. IV-act. 61-3), was
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einem jährlichen Verdienst von Fr. 20‘020.-- entsprochen hätte (Fr. 1‘540.-- x 13). Bei
der C._ hat sie gemäss Arbeitgeberbericht im Jahr 2006 einen Monatslohn von Fr.
2‘786.-- gehabt (vgl. IV-act. 19-2). Hochgerechnet auf ein Jahr und unter
Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung gemäss der Tabelle 39 des
Bundesamtes für Statistik ergibt dies für 2007 einen Jahresverdienst von Fr. 36'761.27
([Fr. 2'786.-- x 13] + 1.5%). Insgesamt ist im Jahr 2007 von einem tatsächlichen
Einkommen in Höhe von Fr. 56'781.27 (Fr. 20'020.-- + Fr. 36'761.27) auszugehen.
Unter Anrechnung der Nominallohnerhöhungen bis ins Jahr 2010 (2008: + 1.8%, 2009:
+ 2.1%, 2010: + 1.1%) beträgt der Jahresverdienst für 2010 Fr. 59'666.39.
4.7 Das Invalideneinkommen hat die Beschwerdegegnerin zu Recht anhand der
Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik ermittelt und hat dabei
entsprechend der Qualifikation der Beschwerdeführerin als Hilfsarbeiterin auf die
Tabelle 1 (Privater Sektor) Niveau 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten) abgestellt.
Gemäss den Erhebungen für das Jahr 2010 haben Frauen im Niveau 4 durchschnittlich
Fr. 52'790.-- verdient (vgl. Anhang 2 [Lohnentwicklung] zu der von der
Informationsstelle AHV/IV herausgegebenen Gesetzestextausgabe 2012). Ausgehend
von einer 80%-igen Arbeitsfähigkeit liegt das vorläufige Invalideneinkommen bei Fr.
42'232.-- (Fr. 52'790.-- x 0.8).
4.8 Die für die Bestimmung des Invalideneinkommens herangezogenen statistischen
Löhne können gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung um bis zu 25%
gekürzt werden, wenn absehbare Schwierigkeiten bei der erwerblichen Umsetzung des
verbliebenen Leistungsvermögens bestehen bzw. damit einhergehende
Verminderungen des zu erwartenden Entgelts bei der Anwendung des genannten
Tabellenlohns bestehen. Mit dem Tabellenlohnabzug wird namentlich berücksichtigt,
dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten
Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und
entsprechend einsetzbaren Arbeitskräften lohnmässig benachteiligt sind und deshalb
mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Sodann wird damit dem
Umstand Rechnung getragen, dass weitere persönliche und berufliche Merkmale einer
Person Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 129 V 472 E. 4.2.3).
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4.9 Gemäss dem MGSG-Gutachten ist der Beschwerdeführerin nur noch eine
sehr leichte wechselbelastende Tätigkeit zumutbar, wobei aus rheumatologischer Sicht
spezielle Einschränkungen zu berücksichtigen sind. Namentlich sind Tätigkeiten mit
repetitiven oder gehaltenen rückenergonomisch ungünstigen Zwangshaltungen mit
protrahiertem Kopf, Vornüberneigen des Rumpfes, Rumpfrotationen, Überstrecken der
Hals- und Lendenwirbelsäule sowie Kauern und Knien nicht mehr zumutbar (vgl. IV-
act. 118-14). Im Weiteren ist die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Verfügung
63 Jahre alt. Das fortgeschrittene Alter wird sich bei der Verwertung der
Restarbeitsfähigkeit in anderen Tätigkeiten mit zahlreichen lohnwirksamen Nachteilen
auswirken, insbesondere in Bezug auf die hohen Lohnnebenkosten für die Arbeitgeber,
der zu erwartenden längeren gesundheitsbedinge Absenzen sowie der kürzeren
Beschäftigungsdauer. Angesichts des noch verbleibenden engen Spektrums an
möglichen Tätigkeiten auf dem Arbeitsmarkt sowie der zu erwartenden altersbedingten
Lohnnachteile erscheint ein Abzug vom Tabellenlohn in Höhe von 10% gerechtfertigt.
4.10 Das Invalideneinkommen mit einem Tabellenlohnabzug von 10% beträgt
Fr. 38'008.80 (Fr. 42'232.-- -10%). Wird das Invalideneinkommen in Beziehung gesetzt
zum Valideneinkommen in Höhe von Fr. 59'666.39, resultiert eine Erwerbseinbusse von
Fr. 21'657.59. Dies entspricht einem Invaliditätsgrad von 36.3%. Ein Invaliditätsgrad
unter 40% vermag keinen Rentenanspruch zu begründen (vgl. Art. 28 Abs. 2 IVG).
4.11 Bei der rückwirkenden Zusprache einer abgestuften und/oder befristeten
Invalidenrente finden gemäss Rechtsprechung die für die Rentenrevision geltenden
Normen (Art. 17 Abs. 1 ATSG in Verbindung mit Art. 88a IVV) analog Anwendung (Urteil
des Bundesgerichts 8C_93/2013 vom 16. April 2013, E. 2;BGE 121 V 264 E. 6b/dd mit
Hinweis). Gemäss Art. 88a IVV ist bei einer Verbesserung (Abs. 1) oder
Verschlechterung (Abs. 2) der Erwerbsfähigkeit die anspruchsbeeinflussende Änderung
zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate
angedauert hat.
4.12 Die Beschwerdeführerin hat in Anwendung der gemäss Art. 88a IVV zu be
achtenden Anpassungszeit von 3 Monaten für den Zeitraum vom 1. August 2009 bis
31. März 2010 Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung. Ab Januar
2010 besteht mit einem unter 40% liegenden Invaliditätsgrad kein Rentenanspruch
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mehr. Der Beschwerdeführerin ist somit eine befristete ganze Rente vom 1. August
2009 bis 31. März 2010 auszurichten. Die angefochtene Verfügung vom 25. Oktober
2011 ist folglich aufzuheben.
5.
5.1 Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde dahingehend
gutzuheissen, dass der Beschwerdeführerin vom 1. August 2009 bis 31. März 2010
eine ganze Rente zugesprochen wird. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.
5.2 Da die Anfechtung durch die Beschwerdeführerin unumgänglich war, um zu
erreichen, dass die Verfügung vom 25. Oktober 2011 aufgehoben und der
rechtmässige Zustand hergestellt wird, muss in Bezug auf die Bezahlung der
Parteientschädigung von einem vollen Obsiegen der Beschwerdeführerin ausgegangen
werden. Daher ist der Beschwerdegegnerin die Bezahlung der Parteientschädigung im
Gesamten aufzuerlegen. Die Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht
festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache
und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der
Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor dem Versicherungsgericht nach
Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1‘000.-- bis Fr. 12‘000.--. Der
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin verzichtete auf das Einreichen einer
Kostennote. Der durchschnittliche Vertretungsaufwand rechtfertigt in der vorliegenden
Angelegenheit eine praxisgemäss pauschale Parteientschädigung von Fr. 3‘500.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer).
5.3 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint bei dem vorliegenden durchschnittlichen Beurteilungsaufwand angemessen.
Der unterliegenden Beschwerdegegnerin sind die Gerichtskosten von Fr. 600.--
aufzuerlegen. Der von der Beschwerdeführerin geleistete Kostenvorschuss von Fr.
600.-- (vgl. act. G 3) ist ihr zurückzuerstatten.
bis
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Demgemäss hat das Versicherungsgericht