Decision ID: 5b21feca-4b21-5997-9754-4bedac841f31
Year: 2009
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A. Der Beschwerdeführer – ein aus B._ stammender irakischer Staatsangehöriger kurdischer Ethnie – stellte am 24. September 2004 ein erstes Asylgesuch. Dieses wurde mit Verfügung vom 5. Oktober 2004 durch das damals zuständige Bundesamt für Flüchtlinge (BFF) abgelehnt und der Vollzug der Wegweisung angeordnet. Mit Verfügung des BFF vom 11. Oktober 2005 wurde der Beschwerdeführer wiedererwägungsweise vorläufig aufgenommen. Mit Beschluss vom 17. Oktober 2005 wurde eine Beschwerde vom 27. Oktober 2004 gegen den Asylentscheid vom 24. September 2004 durch die damals zuständige Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) als gegenstandslos geworden abgeschrieben.
B. Der Beschwerdeführer reichte am 30. August 2007 eine als  bezeichnete Eingabe ein. Diese wurde durch das BFM als zweites Asylgesuch registriert und behandelt. Der  machte zur Begründung seines Asylgesuches in seiner  vom 30. April 2007 beziehungsweise anlässlich der  vor dem BFM am 11. September 2008 im Wesentlichen geltend, er sei politisch nicht tätig gewesen und habe bis Ende 2003 keine Probleme mit den heimatlichen Behörden gehabt. Weil sein Vater, den er 1997 zum letzten Mal gesehen habe, ein Mitglied der Jash ( Saddam Husseins) gewesen sei, sei er von Angehörigen der Asaish (Sicherheitsdienst der Demokratischen Partei Kurdistans [KDP]) im Jahre 2004 zwei Mal festgenommen und verhört worden. Auf Anraten der Mutter habe er den Irak verlassen und sei im  2004 in die Schweiz gelangt. Er reichte mit seiner Eingabe drei zwischen September 2006 und Juni 2007 ausgestellte Haftbefehle ein, die belegen sollen, dass er weiterhin von den kurdischen Behörden verfolgt werde. Das BFM ist auch im Besitz eines auf den  lautenden irakischen Passes, eines Ausdrucks einer  und einer Bestätigung, dass sich seine Mutter in C._ medizinisch behandeln liesse.
C. Mit Verfügung vom 6. Oktober 2008 – eröffnet am 8. Oktober 2008 – lehnte das BFM das Asylgesuch des Beschwerdeführers vom 30.  2007 ab und ordnete seine Wegweisung aus der Schweiz an. Da
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der Beschwerdeführer gemäss Verfügung vom 11. Oktober 2005 in der Schweiz vorläufig aufgenommen sei, habe er bei Aufhebung der  Aufnahme die Schweiz – unter Androhung von Zwangsmitteln im Unterlassungsfall – zu verlassen. Der Kanton D._ werde mit der Umsetzung, respektive Fortführung der vorläufigen Aufnahme . Zur Begründung führte das Bundesamt im Wesentlichen aus, der Beschwerdeführer lasse rudimentäre Kenntnisse über das Lebens seines Vaters und die Lebensweise der Jash vermissen. Da er so  über die geltend gemachte Tätigkeit seines Vaters wisse, sei es zweifelhaft, ob sein Vater jemals als Kollaborateur von Saddam  gearbeitet habe. Überdies fehle den Schilderungen des  betreffend die Festnahmen im Jahre 2004 der  Anstrich, die Detailgenauigkeit und deshalb seien diese nicht glaubhaft. Die eingereichten Haftbefehle würden Fälschungsmerkmale aufweisen. Der beigelegte Internetauszug betreffe seinen Vater und das Arztzeugnis seine Mutter, weshalb diesen beiden Dokumenten der persönliche Anstrich fehle und sich diesbezüglich keine spezifische Verfolgung des Beschwerdeführers ableiten lasse. Somit hielten die Vorbringen des Beschwerdeführers den Anforderungen an die  gemäss Art. 7 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) nicht stand, so dass ihre Asylrelevanz nicht geprüft  müsse. Demzufolge erfülle der Beschwerdeführer die  nicht, so dass das Asylgesuch abzulehnen sei.
D. Diese Verfügung focht der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 5.  2008 (Poststempel) beim Bundesverwaltungsgericht an Er  die Aufhebung der Verfügung des BFM vom 6. Oktober 2008. Zwecks materieller Prüfung sei das Asylgesuch an die Vorinstanz , die Flüchtlingseigenschaft sei festzustellen und ihm sei Asyl zu gewähren. Überdies sei von der Erhebung eines  abzusehen. Zur Begründung seiner Beschwerde verwies er auf die allgemeine angespannte Sicherheitslage im Irak, liess  aufleben, berichtete über die Gefühlslage seiner kranken Mutter und von Anschlägen in der irakischen Hauptstadt . Er werde in seinem Heimatland aus politischen und ethnischen Gründen verfolgt. Die Lage im Irak sei nach wie vor von allgemeiner Gewalt geprägt, auch in kurdischen Regionen gebe es nach wie vor Ausschreitungen, denen immer wieder Menschen zum Opfer fielen. Auf den Strassen der Provinzen begegne man nur den US-Patrouillen. Dies sei ein Zeichen dafür, dass die politische und militärische Lage in
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seiner Heimat immer noch nicht stabil sei. Ein tragfähiges, soziales Netz finde er im Irak nicht vor. Sein Vater sei verschwunden und niemand wisse, wo und wie oder ob er überhaupt noch lebe. Bei einer Rückkehr in sein Heimatland müsse er sich vor Verfolgung und Schikane fürchten und sogar damit rechnen, verhaftet zu werden. Zur Untermauerung seiner Beschwerdevorbringen reichte er verschiedene Unterlagen seiner Exilaktivitäten (Verfassen von Texten und Gedichten) und eine Arbeitsbestätigung ein.
E. Mit Zwischenverfügung vom 11. November 2008 lehnte der zuständige Instruktionsrichter des Bundesverwaltungsgerichts das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ab und forderte den Beschwerdeführer unter Hinweis auf die Säumnisfolge auf, bis zum 2. Dezember 2008 einen Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- einzuzahlen. Innert Frist leistete der Beschwerdeführer den .

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das  Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des  vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet in  Bereich endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des  vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).
1.2 Die Beschwerde ist form- und fristgerecht eingereicht. Der  ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Der Beschwerdeführer ist daher zur Einreichung der  legitimiert (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 50 und 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
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2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).
3. Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in  Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters  einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).
Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die  des Schriftenwechsels verzichtet.
4.
4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person , wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu  bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen  ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG).
4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft  oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender  für gegeben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich  sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
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5.
5.1 Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung unter Angabe der jeweiligen Fundstellen im Protokoll der Bundesanhörung  die diversen Unglaubhaftigkeitselemente in den Aussagen des  dargelegt und vor diesem Hintergrund festgestellt, dessen Vorbringen genügten den Anforderungen gemäss Art. 7 AsylG nicht. Für das Bundesverwaltungsgericht besteht nach Überprüfung der Akten keine Veranlassung, die Erwägungen des BFM zu . Um Wiederholungen zu vermeiden, kann daher auf die  zutreffenden vorinstanzlichen Ausführungen in der  Verfügung verwiesen werden (vgl. Art. 4 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG und Art. 109 Abs. 3 BGG).
5.2 Die Vorbringen in der Rechtsmitteleingabe sind nicht geeignet, eine Änderung der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken. Der  des BFM werden keine stichhaltigen Gründe entgegen . Eine Auseinandersetzung mit den dem Beschwerdeführer  Unglaubhaftigkeitselementen unterbleibt grundsätzlich. Der Beschwerdeführer stützt seine Asylvorbringen lediglich auf allgemeine Ausführungen zur Situation im Irak und deren unstabile politische und wirtschaftliche Lage oder versucht seine Argumentationsschiene auf Umstände aufzubauen, die nicht ihn, sondern seinen Vater oder seine Mutter betreffen, weshalb auch diesbezüglich keine spezifische  des Beschwerdeführers abgeleitet werden kann.
5.3 Zusammenfassend ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer nicht darzutun vermochte, dass er einer Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt war oder begründete Furcht hat, einer solchen  werden zu können. Er kann daher nicht als Flüchtling  werden. Die Vorinstanz hat das Asylgesuch des  demnach zu Recht abgelehnt.
6.
6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der  der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).
6.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine  Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung ei-
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ner solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; Entscheidungen und Mitteilungen der  Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21).
6.3 Die Vorinstanz ordnete mit Verfügung vom 11. Oktober 2005 in Würdigung aller Umstände, namentlich aufgrund der allgemeinen  im Irak und unter Berücksichtigung der Aktenlage wegen Unzumutbarkeit des Vollzuges der Wegweisung die vorläufige  des Beschwerdeführers an. Ob im aktuellen Zeitpunkt der  zumutbar ist, kann offen bleiben, da diese Frage nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist. Somit erübrigen sich  Ausführungen hinsichtlich der Durchführbarkeit des .
7. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die  ist nach dem Gesagten abzuweisen.
8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem  aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG) und auf insgesamt Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem  [VGKE, SR 173.320.2]) und mit dem am 18. November 2008 in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen.
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