Decision ID: d91b69ad-07a0-42e4-ae57-9fbb06730d2a
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 28. August 2012 (Eingang: 18. September 2012) mit
Hinweis auf chronische Rücken-, Gelenks- und Kopfschmerzen, Cluster
Kopfschmerzen und ein Burnout Syndrom zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung bei der IV-Stelle des Kantons St. Galle an (IV-act. 1). Gemäss
telefonischer Auskunft vom 2. November 2012 sei der Versicherte seit 2006 keiner
Erwerbstätigkeit mehr nachgegangen und zu Hause geblieben, während seine Ehefrau
anfänglich noch gearbeitet habe (IV-act. 9). Mit Schreiben vom 5. November 2012 teilte
die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen
angezeigt seien, da er als Hausmann tätig sei (IV-act. 11).
A.b Im Arztbericht vom 17. November 2012 hielt Dr. med. B._, Facharzt FMH
Physikalische Medizin und Rehabilitation, FMH Allgemeine Medizin, als Diagnosen
Clusterkopfschmerzen links, ein zervikobrachiales und lumbospondylogenes Syndrom
bei Fehlhaltung und Haltungsinsuffizienz sowie unspezifische Gelenksschmerzen fest.
Der Versicherte hätte diese Kopfschmerzen schon seit Jahren und er hätte
diesbezüglich schon mehrere Therapien gemacht. Allenfalls bestehe schmerzbedingt
eine verminderte Arbeitsfähigkeit (IV-act. 12). Im Schreiben vom 3. Dezember 2012
fügte Dr. B._ an, dass nach Erhalt der Röntgenbilder vom vormaligen Hausarzt die
Diagnose einer erheblichen Instabilität bei Verdacht auf Spondylolisthesis vera L5 mit
einer ventralen Listhesis von >5mm bestätigt werden müsse. Aufgrund der
Rückenbeschwerden sei er für rückenbelastende Tätigkeiten ungeeignet (IV-act. 15).
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A.c Im Fragebogen zur Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt gab der
Versicherte am 6. Januar 2013 an, dass er zuletzt im Dezember 2006 erwerbstätig
gewesen sei und diese Tätigkeit aus gesundheitlichen und persönlich/familiären
Gründen aufgegeben habe. Auch ohne Behinderung würde er keine Erwerbstätigkeit
ausüben, da seine Frau gesundheitsbedingt weder Haushalt noch Kinderbetreuung
alleine bewältigen könne, so dass es ihm nicht möglich sei, einer geregelten Arbeit
nachzugehen (IV-act. 17).
A.d Mit Vorbescheid vom 10. Januar 2013 wurde dem Versicherten die Abweisung des
Rentenbegehrens in Aussicht gestellt, da im Haushalt keine
invalidenversicherungsrechtlich relevante Einschränkung bestehe und er seit Januar
2007 als Hausmann tätig sei. Zudem werde ebenfalls im Erwerb von einer 100%igen
Arbeitsfähigkeit in einer leichten wechselbelastenden Tätigkeit ausgegangen (IV-act.
20).
A.e Mit Schreiben vom 5. März 2013 teilte der Versicherte mit, dass er den negativen
Entscheid akzeptiere. Bisher sei das Einkommen durch seine Frau erzielt worden.
Diese erhalte inzwischen eine ganze Rente. Die finanzielle Situation erfordere es, dass
er wieder einem Erwerb nachgehe. Er sei daran die familiäre Situation neu zu regeln,
damit eine 100%ige Erwerbstätigkeit möglich sei. Da er seinen Beruf als Lagerist
aufgrund der Rückenproblematik nicht mehr ausführen könne, sei er auf die
Unterstützung der IV-Stelle angewiesen und beantrage berufliche Massnahmen (IV-act.
26).
A.f Mit Verfügung vom 8. März 2013 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren des
Versicherten gemäss Vorbescheid ab (IV-act. 27).
A.g Im Strategie-Protokoll vom 29. April 2013 hielt die IV-Stelle fest, dass der
Versicherte in der angestammten Tätigkeit als Lagerist zu 0% arbeitsfähig sei. Für
leichte wechselbelastende Tätigkeiten, ohne häufiges Bücken, sowie ohne relevante
Zwangshaltungen bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit, wobei dies auch für die
früher ausgeübte Tätigkeit als DJ gelte. Ein Anspruch auf Arbeitsvermittlung bestehe
nicht, da eine adaptierte Tätigkeit voll zumutbar sei (IV-act. 32).
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A.h Am Assessmentgespräch vom 17. April 2013 gab der Versicherte gegenüber der
Eingliederungsverantwortlichen an, dass er sich zwar momentan für Stellen als Lagerist
und als Chauffeur bewerbe, eine solche Tätigkeit jedoch nicht antreten könne, da er
aufgrund der Überforderung seiner Frau zu Hause bleiben müsse. Er suche eine
Heimarbeit (IV-act. 34). Mit Schreiben vom 7. Mai 2013 teilte die IV-Stelle dem
Versicherten mit, dass das Leistungsbegehren um berufliche Massnahmen abgewiesen
werde. Er sei in der Stellensuche nicht eingeschränkt und werde diesbezüglich vom
RAV unterstützt und suche zurzeit eine Heimarbeit. Es bestehe deshalb kein Anspruch
auf berufliche Massnahmen (IV-act. 37).
A.i Mit Schreiben vom 5. Juni 2013 teilte der Versicherte mit, dass er den Entscheid der
IV-Stelle nicht nachvollziehen könne. Weder bei der Tätigkeit als Lagerist noch bei der
als DJ handle es sich um eine adaptierte Tätigkeit. Es sollten die Möglichkeiten für eine
Umschulung oder für einen Einarbeitungszuschuss geprüft werden (IV-act. 39).
A.j Die IV-Stelle informierte den Versicherten am 12. Juni 2013 telefonisch, dass kein
Anspruch auf Umschulungen oder Einarbeitungszuschüsse bestünden. Dass er sich
keine neuen CD’s und kein Auto leisten könne, um als DJ zu arbeiten, sei
invalidenversicherungsrechtlich nicht relevant (IV-act. 40). Da der Versicherte entgegen
seiner Ankündigung keine beschwerdefähige Verfügung verlangte, wurde der Fall am
13. August 2013 abgelegt (IV-act. 41).
A.k Mit Formular vom 24. April 2015 (Eingang bei der IV-Stelle am 7. Mai 2015)
meldete sich der Versicherte erneut zum Bezug von Leistungen bei der IV-Stelle an (IV-
act. 44).
A.l Ab 4. August 2014 arbeitete der Versicherte bei der Stifung C._ als Mitarbeiter im
D._ im Elektroladen in einem Pensum von 50%. Dabei handelte es sich um einen
Arbeitsplatz im alternativen Arbeitsmarkt, welcher auf ein Jahr befristet war (IV-act. 58;
vgl. auch IV-act. 53-5 f.). Ende Juli 2015 wurde diese Anstellung auf unbefristete Zeit
verlängert (IV-act. 78). Der Versicherte löste diese Anstellung anfangs September 2015
auf, da er sich ungerecht behandelt gefühlt habe (vgl. IV-act. 83-2).
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A.m Im Rahmen der Frühintervention wurde dem Versicherten am 6. August 2015 der
Anspruch auf Arbeitsvermittlung zugestanden. Mit der Arbeitsvermittlung wurde die
D._ beauftragt (IV-act. 74 und 80). Im Rahmen der bewilligten Unterstützungsstunden
konnte keine Anstellung gefunden werden. Aufgrund der Vorarbeit mit der D._ könne
sich der Versicherte zudem auch selbständig für eine Anstellung für eine leichte
adaptierte Tätigkeit bewerben, weshalb der Auftrag am 23. Februar 2016
abgeschlossen wurde (IV-act. 84).
A.n Mit Schreiben vom 25. Februar 2016 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass
das Leistungsbegehren um berufliche Massnahmen abgewiesen werde. Der
Versicherte sei seit der Mitteilung vom 12. August 2015 von der IV im Rahmen der
Arbeitsvermittlung bei der Stellensuche begleitet worden. Trotz dieser Unterstützung
sei es nicht gelungen, ihn innert angemessener Zeit in den Arbeitsmarkt zu integrieren
(IV-act. 87). Eine anfechtbare Verfügung wurde nicht verlangt.
A.o Im Arztbericht vom 10. April 2016 gab Dr. B._ an, dass sich der
Gesundheitszustand seit dem letzten IV-Antrag im Jahr 2013 mit der Entwicklung eines
chronischen Schmerzsyndroms, einer Anpassungsstörung, Diabetes mellitus und einer
Tendinits calcarea links zunehmend verschlechtert habe (IV-act. 90-2 ff.).
A.p In der Stellungnahme vom 20. Mai 2016 gab RAD-Ärztin Dr. med. E._,
Praktische Ärztin, an, dass sich der Gesundheitszustand des Versicherten seit der
Referenzsituation (Arztzeugnis vom Dezember 2012) verändert habe. In einer körperlich
leichten, wechselbelastenden und rückenadaptierten Tätigkeit ohne Zwangshaltungen
der Wirbelsäule sei eine 75%ige Arbeitsfähigkeit vorhanden. Eine ganztätige Präsenz
mit vermehrten Erholungspausen sei aus rein medizinischer Sicht möglich (IV-act. 91).
A.q Im Fragebogen zur Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit / Haushalt gab
der Versicherte am 31. Mai 2016 an, dass er ohne Behinderung in einem Ausmass von
50 bis 100% als Lagerist arbeiten würde (IV-act. 93).
A.r Mit Vorbescheid vom 14. Juni 2016 stellte die IV-Stelle die Abweisung des
Leistungsbegehrens in Aussicht (IV-act. 96). Dagegen erhob der Versicherte, neu
vertreten durch die procap, Rechtsanwältin Gabriela Grob Hügli, mit Schreiben vom 16.
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August 2016 Einwand und machte eine gesundheitliche Verschlechterung nach dem
Erlass des Vorbescheids aufgrund einer erlittenen Diskushernie linksseitig geltend.
Weiter gab er an, dass er ohne Behinderung nicht nur 50%, sondern bis 100%
erwerbstätig wäre (IV-act. 100). In der Folge tätigte die IV-Stelle weitere Abklärungen
und holte Arztberichte ein (IV-act. 101 ff.). Mit Verfügung vom 27. April 2017 wies die
IV-Stelle den Rentenanspruch des Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 0% ab.
Dabei ging sie davon aus, dass der Versicherte zu 50% einer beruflichen Tätigkeit
nachgehen würde und die restlichen 50% auf den Aufgabenbereich Haushalt entfallen.
Aus ärztlicher Sicht wurde bei einer körperlich leichten, wechselbelastenden und
rückenadaptierten Tätigkeit von einer 75%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen (IV-act.
110). Die Verfügung erwuchs in Rechtskraft.
B.
B.a Mit Schreiben vom 29. Mai 2017 stellte der Versicherte ein Gesuch um berufliche
Massnahmen, zumindest in Form von Arbeitsvermittlung. Aufgrund seiner
gesundheitlichen Beeinträchtigungen sei er auf fachliche Unterstützung angewiesen
(IV-act. 111). Daraufhin teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass bei einer
Wiederanmeldung ein veränderter oder sich verschlechternder Gesundheitszustand
glaubhaft gemacht werden müsse (IV-act. 112). Mit Schreiben vom 27. Juni 2017
bestritt der Versicherte diese Ansicht. Vorausgesetzt sei eine Arbeitsunfähigkeit sowie
eine Behinderung, die Probleme bei der Stellensuche verursache. Beides sei vorliegend
gegeben (IV-act. 113). Mit Schreiben vom 6. Juli 2017 stellte die IV-Stelle fest, dass
keine relevante Änderung des rechtserheblichen Sachverhalts seit dem Abschluss der
beruflichen Massnahmen und des Gesuchs um Rentenleistungen ausreichend
dokumentiert sei. Eine wesentliche Veränderung sei damit noch nicht glaubhaft
gemacht (IV-act. 114).
B.b Mit Schreiben vom 10. August 2017 hielt der Versicherte fest, dass es nicht um
eine Wiederanmeldung infolge eines veränderten Gesundheitszustandes gehe, sondern
dass er aufgrund seiner Restarbeitsfähigkeit von 75% in rückenadaptierten Tätigkeiten
auf fachliche Unterstützung bei der Stellensuche angewiesen sei (IV-act. 121). Zudem
wurde am 8. August 2017 eine neue Anmeldung zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung eingereicht (IV-act. 119).
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B.c In der Stellungnahme vom 17. August 2017 hielt die RAD-Ärztin Dr. E._ fest,
dass sich der Gesundheitszustand seit Februar 2016 nicht verändert habe und dass
keine Einschränkung bei der Stellensuche aus medizinischen Gründen vorliege (IV-act.
124).
B.d Mit Vorbescheid vom 21. August 2017 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in
Aussicht, dass sie auf das Leistungsbegehren um berufliche Massnahmen und
Rentenleistungen nicht eintreten werde. Das Leistungsbegehren sei mit Mitteilung vom
25. Februar 2016 und Verfügung vom 27. April 2017 abgewiesen worden. Mit dem
neuen Gesuch sei nicht glaubhaft dargelegt, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse
wesentlich verändert hätten (IV-act. 127).
B.e Mit Einwand vom 21. September 2017 beantragte der Versicherte das Eintreten
auf das neue Leistungsgesuch. Zudem seien die notwendigen Abklärungen in die
Wege zu leiten und die gesetzlichen Leistungen, insbesondere berufliche Massnahmen,
seien zuzusprechen. Die Arbeitsfähigkeit sei nicht gleich wie bei der erstmaligen
beruflichen Massnahme und die gesundheitlichen Beeinträchtigungen würden
nachweislich erhebliche Probleme bei der Stellensuche verursachen. Er sei insofern auf
fachliche Unterstützung angewiesen, als einem potentiellen Arbeitgeber die Grenzen
seiner Leistungsfähigkeit sowie die Kriterien an einen adaptierten Arbeitsplatz konkret
aufgezeigt werden müssten. Zudem würde der Versicherte bei voller Gesundheit heute
aufgrund der Invalidität seiner Ehefrau aus finanziellen Gründen einer 100%igen
Erwerbstätigkeit nachgehen (IV-act. 128).
B.f Mit Vorbescheid vom 4. Oktober 2017 ersetzte die IV-Stelle den Vorbescheid vom
21. August 2017 und wies das Leistungsbegehren um berufliche Massnahmen und
Rentenleistungen ab. Die medizinischen Abklärungen hätten ergeben, dass in einer
leidensadaptierten Tätigkeit nach wie vor eine 75%ige Arbeitsfähigkeit bestehe. Eine
Einschränkung in der Stellensuche liege nicht vor und für die Hilfe bei der Stellensuche
sei das RAV zuständig. Ein Anspruch auf eine Umschulung sei ebenfalls nicht
ausgewiesen (IV-act. 133).
B.g Mit Einwand vom 19. Oktober 2017 kritisierte der Versicherte, dass die IV-Stelle
überhaupt nicht auf die Statusänderung und den damit vorliegenden Revisionsgrund
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eingegangen sei. Weiter sei die Invalidität mittels Einkommensvergleichs zu ermitteln,
was einen Invaliditätsgrad von über 20% ergebe. Zudem sei selbst das RAV bei der
Stellensuche an seine Grenzen geraten, da kein Plan bestehe, inwiefern der Versicherte
mit seinen Beeinträchtigungen vermittelt werden könne. Eine fachliche Unterstützung
durch die Invalidenversicherung sei deshalb angezeigt (IV-act. 136).
B.h Mit Verfügung vom 21. November 2017 wies die IV-Stelle das Begehren um
berufliche Massnahmen und Rentenleistungen ab. Die Statusänderung habe keinen
Einfluss auf die vorliegende Arbeitsfähigkeit von 75%. Der Versicherte sei in der
Stellensuche bereits durch die IV-Stelle und durch Dritte unterstützt worden, eine
weitere Unterstützung durch die IV-Stelle sei nicht angezeigt. Auch wenn sich die
Stellensuche schwierig gestalte, sei es dem Versicherten aus medizinischer Sicht
möglich, seiner Stellensuche selbständig nachzugehen (IV-act. 137).
C.
C.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 6. Januar
2018. Der Beschwerdeführer beantragt deren Aufhebung und die Gewährung der
gesetzlich vorgesehenen beruflichen Massnahmen. Aufgrund seiner gesundheitlichen
Probleme sei er in seinem gelernten Beruf als Lagerist/Logistiker zu 0% arbeitsfähig.
Auch in der Tätigkeit als DJ, welche er über einen Zeitraum von zehn Jahren ausgeübt
habe, sei eine Arbeitsfähigkeit von 0% attestiert. Trotzdem beharre die
Beschwerdegegnerin auf einer Arbeitsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt in einer
„leichten, rücken-adaptierten Tätigkeit“ von 80%. Seine Einwände gegen die
Vorschläge Webdesign und Veranstaltungstechnik im Rahmen des Job-Coaching seien
nicht gehört worden, und sämtliche Bewerbungen seien erfolglos geblieben. Auch die
Mitarbeiter des RAV hätten ihn aufgrund seiner medizinischen Situation als nicht
vermittelbar eingestuft, aber dennoch versucht, ihm behilflich zu sein. Er brauche Hilfe,
da er nicht wisse, für welche Stellen er sich bewerben könne. Er habe alle Berufsfelder
angeschaut und entweder würden ihm wichtige Qualifikationen fehlen oder er sei
gesundheitlich nicht in der Lage, die Anforderungen zu erfüllen (act. G 1).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 24. Januar 2018 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Sie habe dem Beschwerdeführer am 12. August 2015
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eine Arbeitsvermittlung zugesprochen und am 25. Februar 2016 mitgeteilt, dass es
trotz der Unterstützung und Begleitung nicht gelungen sei, ihn in den Arbeitsmarkt zu
integrieren. Es sei nicht ersichtlich, inwiefern sich der rechtserhebliche Sachverhalt seit
dieser Mitteilung erheblich verändert haben sollte. Zudem sei auch nicht ersichtlich,
inwiefern der Beschwerdeführer bei der Suche nach einer geeigneten Stelle
behinderungsbedingte Schwierigkeiten haben sollte (act. G 4).
C.c In der undatierten Replik (Postaufgabe: 26. Februar 2018) führte der
Beschwerdeführer aus, dass insofern eine wesentliche Veränderung stattgefunden
habe, dass er zum Zeitpunkt der Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche
durch die Eingliederungsberatung als zu 100% arbeitsfähig eingeschätzt worden sei
und aus den aktuellen Unterlagen eine Arbeitsfähigkeit von 75% in einer
leidensadaptierten Tätigkeit hervorgehe(act. G 7).
C.d Am 2. März 2018 wurde dem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung
von den Gerichtskosten) entsprochen (act. G 8).
C.e Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (vgl. act. G
10).

Erwägungen
1.
1.1 Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen sind die Ansprüche
des Beschwerdeführers auf berufliche Massnahmen.
1.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Die Invalidität gilt als eingetreten, sobald sie die für
die Begründung des Anspruchs auf die jeweilige Leistung erforderliche Art und
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Schwere erreicht hat (Art. 4 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
[IVG; SR 831.20]).
1.3 Invalide oder von einer Invalidität bedrohte Versicherte haben gemäss Art. 8 Abs. 1
IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und geeignet
sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern (lit. a), und die Voraussetzungen für
den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b). Die versicherte Person
hat in der Regel nur Anspruch auf die dem jeweiligen Eingliederungszweck
angemessenen, notwendigen Massnahmen, nicht aber auf die nach den gegebenen
Umständen bestmöglichen Vorkehren. Das Gesetz will die Eingliederung lediglich so
weit sicherstellen, als diese im Einzelfall notwendig, aber auch genügend ist (BGE 132
V 225 E. 4.3.1 und 131 V 19 E. 3.6.1 mit Hinweisen). Die Eingliederungsmassnahmen
bestehen gemäss Art. 8 Abs. 3 IVG unter anderem aus Massnahmen beruflicher Art
(Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung
sowie Kapitalhilfe; Art. 8 Abs. 3 lit. b IVG).
2.
2.1 Die Beschwerdegegnerin kündigte zunächst mit Vorbescheid vom 21. August 2017
an, dass – nachdem das ursprüngliche Leistungsbegehren mit Verfügung vom 27. April
2017 abgelehnt worden sei – auf das neue Leistungsbegehren nicht eingetreten werde,
da nicht glaubhaft dargelegt worden sei, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse seit
dieser Verfügung wesentlich verändert hätten (IV-act. 127-2). Nachdem der
Beschwerdeführer dagegen Einwand erhoben hatte, ersetzte die Beschwerdegegnerin
den Vorbescheid vom 21. August 2017 durch jenen vom 4. Oktober 2017 (IV-act. 133)
und trat in der vorliegend angefochtenen Verfügung auf das neue Leistungsgesuch ein
und wies dieses ab (IV-act. 137). In der Beschwerdeantwort führte die
Beschwerdegegnerin trotzdem wieder aus, dass eine Veränderung des
rechtserheblichen Sachverhalts seit der Mitteilung vom 25. Februar 2016 (IV-act. 87)
nicht ersichtlich sei und dass deshalb das Gesuch zu Recht abgewiesen worden sei
(act. G 1).
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2.2 Wie der Beschwerdeführer im Einwand durch die procap korrekt ausführen liess
(vgl. IV-act. 128), ging die Beschwerdegegnerin beim Abschluss der beruflichen
Massnahmen am 25. Februar 2016 von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers aus (vgl. IV-act. 87). Gestützt auf die RAD-Stellungnahme vom 20.
Mai 2016 ging die Beschwerdegegnerin bei der nachfolgenden Rentenprüfung jedoch
nur noch von einer Arbeitsfähigkeit von 75% aus (vgl. IV-act. 91 und 110). Somit war
insbesondere mit Bezug auf die beruflichen Massnahmen eine wesentliche
Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse glaubhaft gemacht und die
Beschwerdegegnerin ist zu Recht auf das neue Leistungsbegehren eingetreten.
3.
3.1 Zunächst ist zu prüfen, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Umschulung
auf eine neue Erwerbstätigkeit hat.
3.2 Die versicherte Person hat Anspruch auf Umschulung auf eine neue
Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und dadurch
die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbessert werden kann (Art. 17 Abs.
1 IVG). Der Anspruch auf Umschulung setzt voraus, dass die versicherte Person wegen
der Art und Schwere des Gesundheitsschadens in den bisher ausgeübten und in den
für sie ohne zusätzliche berufliche Ausbildung offen stehenden zumutbaren
Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbseinbusse von
etwa 20% erleidet, wobei es sich um einen blossen Richtwert handelt (BGE 139 V 399
E. 5.3; BGE 130 V 488 E. 4.2; Urteil des Bundesgerichts vom 15. Oktober 2015,
9C_511/2015, E. 3). Abweichungen rechtfertigen sich namentlich, wenn mit der
Umschulung günstigere erwerbliche Aussichten bestehen als ohne bzw. in einer
Hilfsarbeitertätigkeit; die voraussichtlich künftige Entwicklung der
Erwerbsmöglichkeiten ist somit von Bedeutung (vgl. dazu SILVIA BUCHER,
Eingliederungsrecht der Invalidenversicherung, Bern 2011, N 726 f.). Die konkrete
Umschulungsmassnahme muss notwendig und geeignet sein, dem vor Eintritt der
Invalidität bereits erwerbstätig gewesenen Versicherten eine seiner früheren annährend
gleichwertige Erwerbsmöglichkeit zu vermitteln (vgl. dazu BGE 130 V 488 E. 4.2).
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3.3 Der Beschwerdeführer absolvierte 1990 eine dreijährige Lehre als Lagerist und
arbeitete im Anschluss ca. ein Jahr in diesem Beruf. Von 1994 bis 2004 war er als
selbstständiger DJ tätig und danach bis 2007 als Verkaufschauffeur. Ab 2007
übernahm er die Rolle des Hausmanns (vgl. Lebenslauf; IV-act. 53-1). Bei der
Ausübung dieser Tätigkeiten erzielte der Beschwerdeführer jedoch ausschliesslich
Einkommen, welche weit unter dem Einkommen eines Hilfsarbeiters gemäss der
schweizerischen Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE) lagen (vgl.
IK-Auszug; IV-act. 57, 115). Es ist somit davon auszugehen, dass er bereits bei einer
(Hilfsarbeiter-)Tätigkeit, die dem medizinischen Anforderungs- und Belastungsprofil
entspricht (vgl. A.p vorstehend) und welche ihm von der Ausbildung sowie beruflichen
Erfahrung her zumutbar ist, im Durchschnitt nicht schlechter entlohnt werden würde als
in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit. Die Beschwerdegegnerin hat damit den Anspruch
auf eine Umschulung zu Recht abgewiesen.
4.
4.1 Weiter zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer einen Anspruch auf
Arbeitsvermittlung hat.
4.2 Arbeitsunfähige (Art. 6 ATSG) Versicherte, welche eingliederungsfähig sind, haben
Anspruch auf aktive Unterstützung bei der Suche eines geeigneten Arbeitsplatzes (Art.
18 Abs. 1 lit. a IVG). Durch die mit der 5. IV-Revision erfolgte Änderung des die
Arbeitsvermittlung betreffenden Art. 18 IVG wurde der anspruchsberechtigte
Personenkreis von "eingliederungsfähigen invaliden Versicherten" auf "arbeitsunfähige
(Art. 6 IVG) Versicherte, welche eingliederungsfähig sind" ausgeweitet. Diesem
Umstand ist durch die Rechtsprechung Rechnung zu tragen (vgl. auch Urteil des
Bundesgerichts vom 20. Oktober 2010, 9C_839/2010, E. 2.2.3, wonach die
leistungsspezifische Invalidität nach Art. 18 IVG schon aufgrund einer relativ
geringfügig erschwerten Suche nach einer Arbeitsstelle gegeben sei, solange diese
Erschwernis auf gesundheitliche Gründe zurückzuführen sei). Ist die Arbeitsfähigkeit
einzig insoweit betroffen, als der versicherten Person nur leichte Tätigkeiten voll
zumutbar sind, ist jedoch eine spezifische Einschränkung gesundheitlicher Art für die
Begründung des Anspruchs auf Arbeitsvermittlung notwendig. Die leistungsspezifische
Invalidität des Anspruchs liegt vor, wenn die Behinderung Probleme bei der
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Stellensuche verursacht. Dies trifft z.B. zu, wenn wegen Stummheit oder mangelnder
Mobilität kein Bewerbungsgespräch möglich ist oder dem potenziellen Arbeitgeber die
besonderen Möglichkeiten und Grenzen der versicherten Person erläutert werden
müssen (z.B. welche Tätigkeiten trotz Sehbehinderung erledigt werden können), damit
sie überhaupt eine Chance hat, den gewünschten Arbeitsplatz zu erhalten (Urteil des
Bundesgerichts vom 12. Januar 2016, 8C_641/2015, E. 2 mit Hinweisen).
4.3 Als leidensadaptierte Tätigkeit wurde vom RAD eine körperlich leichte,
wechselbelastende, rückenadaptierte Arbeit mit Ausschluss stark schulterbelastender
und Über-Kopf-Arbeiten festgehalten und es wurde am 20. Mai 2016 neu gegenüber
der Stellungnahme vom 25. Februar 2016 eine Arbeitsfähigkeit von 75% attestiert (IV-
act. 85, 87, 91 sowie nach Würdigung neuer Arztberichte am 15.11.2016 und
15.12.2016 bestätigt IV-act. 106 und 109). Beim trotz Gesundheitsschaden erzielbaren
Invalideneinkommen ging die Beschwerdegegnerin von einfachen Hilfstätigkeiten aus
(vgl. IV-act. 110-2). Obwohl die RAD-Ärztin das Bestehen von Einschränkungen bei der
Stellensuche aus medizinischen Gründen verneinte (vgl. Stellungnahmen vom
17.08.2017 und 25.09.2017; IV-act. 124 und 130), genügt dies vorliegend nicht, um
einen Anspruch auf Arbeitsplatzvermittlung zu verneinen. Dies wäre nur der Fall, wenn
der Beschwerdeführer in der Arbeitsfähigkeit nur insoweit betroffen wäre, dass ihm nur
leichte Tätigkeiten voll zumutbar wären. Vorliegend sind jedoch weitere qualitative
Einschränkungen an eine leichte Tätigkeit (insb. Ausschluss stark schulterbelastender
und Über-Kopf Arbeiten) zu berücksichtigen und es liegt selbst unter Berücksichtigung
der Adaptionskriterien keine vollständige, sondern lediglich eine eingeschränkte (75%)
Arbeitsfähigkeit vor. Überdies hatte die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer –
als dessen Arbeitsfähigkeit noch bei 100% lag – bereits mit Arbeitsvermittlung
unterstützt und ist folglich auch von einem entsprechenden Bedarf sowie Anspruch
ausgegangen. Nachdem die Leistungsfähigkeit nun gesunken ist und sich überdies
herausgestellt hat, dass eventuell ein anderes Betätigungsfeld geprüft werden muss, ist
eine weitere Arbeitsvermittlung angezeigt (vgl. den eingereichten Bericht des Berufs-
und Laufbahnberaters vom 21.01.2015; act. G 7.1). Der Beschwerdeführer ist demnach
krankheitsbedingt in seiner Stellensuche beeinträchtigt. Mithin handelt es sich um
einen Fall, für den der Gesetzgeber die Ausweitung des Anspruchs gemäss Art. 18 IVG
vorgesehen hat (vgl. dazu auch Entscheid des Versicherungsgerichts vom 7.
September 2017, IV 2016/396, E. 4). Der Anspruch des Beschwerdeführers auf
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Arbeitsvermittlung setzt voraus, dass der Beschwerdeführer aktiv bei der
Arbeitsvermittlung mitwirkt und sich nicht auf den Standpunkt stellt, er hätte gemäss
seiner behandelnden Ärzte Anspruch auf eine Rente (vgl. Beschwerdeschrift; act. G 1,
S. 2), was den Arztberichten auch nicht zu entnehmen ist (vgl. beispielhaft IV-act. 90-5,
8, 17).
5.
5.1 Nach dem Gesagten ist in Gutheissung der Beschwerde die angefochtene
Verfügung vom 21. November 2017 aufzuheben und dem Beschwerdeführer
Arbeitsvermittlung zuzusprechen. Die Angelegenheit ist zur Durchführung der
beruflichen Eingliederung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des
Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.