Decision ID: 9ef11708-c7af-5f77-88ec-4135b98fd697
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1978
,
Mutter dreier K
inder (Jahrgänge 2000, 2002 und 2004
),
ist seit
4.
Dezember 2000 als Fachverkäuferin bei der
Y._
tätig.
Mit am
9.
März 2017
bei der Invalidenversicherung eingegangener Anmel
dung beantragte sie unter Hinweis auf
starke Schulterschmerzen
Leistungen d
er Invalidenversicherung (
Urk.
12/2
Ziff.
3, 5.4,
6.1
).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab
und hielt mit Mitteilung vom 1
7.
Oktober 2017 fest, dass zurzeit keine beruf
lichen Massnahmen möglich seien
(
Urk.
12/13)
.
Am 2
2.
Februar 2018 erteilte sie eine Kostengutsprache für eine Ergonomie-Schulung am Arbeitsplatz zum Arbeitsplatzerhalt (
Urk.
12/24)
und
teilte der Versicherten am
2
7.
März 2018
mit
, dass weitere Eingliederungsmassnahmen zurzeit nicht möglich seien (
Urk.
12/27).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
12/37-38,
Urk.
12/45), in wel
chem die Versicherte einen weiteren medizinischen Bericht einreichte (
Urk.
12/4
4), sprach
ihr
die IV-Stelle mit Verfügung vom
2
6.
März 2019 eine halbe Invaliden
rente ab
1.
September 2017 bis 2
8.
Februar 2018 zu
(
Urk.
12/52,
Urk.
12/49 =
Urk.
2).
2.
Die Versicherte erhob am
9.
Mai 2019
Beschwerde gegen die Verfügung vom 2
6.
März 2019 (
Urk.
2)
und beantragte, es sei ihr eine unbefristete halbe Rente zuzusprechen (S. 2).
Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2
2.
August 2019 die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
11)
, was der Be
schwerdeführerin am 2
6.
August 2019 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
13).
Mit Eingabe vom 2
7.
April 2020 (
Urk.
14) reichte die Beschwerdeführerin einen
Be
richt der behandelnden Psychiaterin
ein (
Urk.
15).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrech
ts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
1.4
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung (BGE 125 V 413 E. 2d; Urteil des Bundesgerichts 8C_780/2007 vom 27. August 2008 E. 2.3; vgl.
Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
11 zu Art. 30–31). Rechtsprechungsgemäss bildet eine solche Verfügung ins
ge
samt den Anfechtungs- und Streitgegenstand und unterliegt integral der ge
richtlichen Prüfung, selbst wenn nur einzelne Punkte davon bestritten sind (vgl.
BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_440/2017 vom 25. Juni 2018 E. 5.1 [in BGE 144 V 153 nicht publiziert] und 9C_50/2011 vom 25. Mai 2011 E. 2.1).
Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine abgestufte oder befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Abstufung oder die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert blieben. Die gerichtliche Prü
fung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise gere
gel
ten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Abstufung oder Aufhebung der Rente zu erfassen (BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; Urteile des Bundesgerichts 8C_765/2007 vom 11. Juli 2008 E. 2 und I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen). Dabei ist in anfechtungs- und streitge
gen
ständlicher Hinsicht irrelevant, ob eine rückwirkende Zusprechung einer abg
e
stuften oder befristeten Invalidenrente in einer oder in mehreren Verfü
gungen gleichen Datums eröffnet wird (BGE 131 V 164 Regeste; Urteil des Bun
desge
richts 8C_489/2009 vom 23. Oktober 2009 E. 4.1 mit Hinweis).
1.5
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Bestim
mung
en (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a
der Verordnung
über die Invaliden
ver
sicherung, IVV
) analog anzuwenden (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_399/2016 vom 18. Januar 2017 E. 4.8.1). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse ein
getreten und damit der für die Abstufung oder Befristung erforderliche Revisions
grund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt des Rentenbeginns mit demjenigen im – nach Massgabe des analog anwendbaren Art. 88a Abs. 1 IVV festzusetzenden – Zeitpunkt der Anspruchsänderung (vgl.
BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis).
1.6
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu
Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2
,
Urk.
12/
49
) davon aus, dass die Beschwerdeführerin seit September 2016 in ihrer Arbeits
fähigkeit eingeschränkt sei. Da sie ihrer bisherigen Tätigkeit in einem
50%-Pen
sum habe nachgehen können, ergebe sich eine Erwerbseinbusse von 50
%
, was dem Invaliditätsgrad entspreche. Inzwischen habe sich der Gesundheits
zu
stand verbessert.
Aus versicherungsmedizinischer Sicht sei ab 2
7.
November 2017 eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit im Vollzeitpensum zumutbar. Gestützt auf statistische Lohnangaben sei davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in einer solchen ihren Beschwerden angepassten Tätigkeit ein mindestens gleich hohes Einkommen erzielen könne wie bisher als Verkäuferin. Da also keine Er
werbseinbusse mehr entstehe, sei die Bedingung für eine Invalidenrente nicht mehr erfüllt
. Entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen sei die Renten
ände
rung drei Monate nach Verbesserung des Gesundheitszustands zu berücksich
tigen, weshalb die Rentenleistung bis zum 2
8.
Februar 2018 zu befristen sei (
Urk.
12/49/1
)
. Fest stehe, dass für schulterschonende Tätigkeiten keine Ein
schrän
kungen vorliegen würden. Die Beschwerdeführerin schöpfe ihre Restar
beits
fähigkeit somit mit der aktuellen Anstellung nicht aus
. Möglicherweise könne mit medizinischen Massnahmen eine weitere Besserung erzielt werden. Daraus könne allenfalls eine höhere Arbeitsfähigkeit auch für ein breiteres Zumutbarkeitsprofil folgen. Dies ändere jedoch nichts an der Beurteilung, dass eine schulterschonende Tätigkeit bereits unter den aktuellen Bedingungen mög
lich wäre. Vor diesem Hintergrund könne auf weitere medizinische Abk
lärungen verzichtet werden (
Urk.
12/49/2
)
.
2.2
Demgegenüber wandte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen ein (
Urk.
1),
dass
Dr.
Z._
ihr auch bezüglich einer Verweistätigkeit eine eingeschränkte Arbeitsfähigkeit attestiere. Aufgrund der Schuler- und HWS-Problematik bestün
den gemäss ihrer Einschätzung bezüglich einer angepassten Tätigkeit deutliche funktionelle Defizite. Hinzu komme, dass ihr Einkommen bezüglich einer Hilfs
arbeitertätigkeit erheblich geringer wäre als jenes, das sie als Fachverkäuferin erzielt habe. Zusammenfassend ergebe sich, dass sich ihr Gesundheitszustand seit Oktober 2018 nicht mehr verbessert habe. Eine Terminierung der Frist der zugesprochenen Rente widerspreche der Aktenlage (S. 8)
.
2.3
Streitig und zu prüfen ist
demnach insbesondere die Rentenbefristung bis Ende Februar 2018 respektive der Verlauf der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin.
3.
3.1
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
führte in seinem Bericht vom
3.
Februar 2017 (
Urk.
12/3/8-9) aus, dass er die Beschwerde
führerin am
2.
September 2016 aufgrund einer Tendovaginitis mit Schwellung am Handgelenk und Unterarm rechts ambulant behandelt habe (
Ziff.
1). Grund
sätzlich könne der Gesundh
eitszustand gebessert werden, es
brauche intensive Physiotherapie und gegebenenfalls weitere Massnahmen durch einen Orthopäden wie beispielsweise Infiltrationen. Diese Art von Erkrankung brauche vor allem viel Zeit zur Ausheilung. Bezüglich der angestammten Tätigkeit als Verkäuferin sei aktuell eine Teilzeittätigkeit nötig, die
voraussichtlich in 3-6 Monaten
wieder auf ein 100%-Pensum gesteigert werden könne. Eine Einschränkung bestehe ferner in allen Tätigkeiten mit längerer körperlicher Belastung des rechten Armes (
Ziff.
5).
3.2
Dr.
med.
B._
, Fachärztin für
Oto
-Rhino-Laryngologie,
berichtete am 2
4.
November 2017 über die Verlaufskonsultation vom 2
3.
November 2017 (
Urk.
12/33/5-6) und nannte die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
bekanntes
Cervicobrachial
-S
yndrom rechts
-
Kraftdedizit
bei Status nach Carpaltunnelsyndrom beidseits mit Carpal
tunnel-Release link im Oktober 2017
-
leichte
Narbenhypertrophie
-
Carpaltunnel-Release rechts im August 2017
-
bekanntes
Schulterimpingement
rechts mit chronischer
Rotatorenman
schetten-Tendinopathie
-
Verdacht auf Knochenzyste am Humeruskopf rechts
-
Status nach Magenband-OP mit derzeit 32 kg Gewichtsverlust
Die Beschwerdeführerin
sei nach
dem beidseitigen Carpaltunnel-Release
sehr zufrieden. Die Kribbelparästhesien beziehungsweise das Einschlafen der Hände nachts seien komplett weg und sie könne wieder durchschlafen. Allerdings beklage sie noch ein ausgeprägtes Kräftedefizit in beiden Händen sowie die Be
schwerden im Sinne des bekannten
Cervicobrachial
-Syndroms rechts
. Vom behan
delnden Chirurgen sei sie bis zum 2
6.
November 2017
zu
100
%
krank
geschrieben worden
(S. 1).
3.3
Am 2
1.
Februar 2018 (
Urk.
12/26/3-4) berichtete
Dr.
med.
Z._
, Fachärztin für
Physikalische Medizin und Rehabilitation
,
dass sie die Beschwer
deführerin seit 2
3.
Januar 2018 ambulant behandle, und nannte als Diagnose therapieresistente Schulterschmerzen rechts und als Differentialdiagnose (DD) eine neuralgische
Schulteramyotrophie
. Sämtliche aktiven Schultergelenksbe
wegungen rechts seien stark schmerzhaft und eingeschränkt
(
Ziff.
1)
. Die Be
schwerdeführerin sei aktuell
noch in der Ergotherapie und werde
für ein neuro
lo
gisches Konsilium zur Beurteilung hinsichtlich einer neuralgischen
Schulteram
yo
trophie
überwiesen. Sollte diese ausgeschlossen werden können, werde noch
mals eine gezielte
Steroidinfiltration versucht. Ansonsten müss
e eine operative suba
cromiale Dekompression diskutiert werden (
Ziff.
2). Ihrer Ansicht
nach bestehe noch Rehabilitationspotenzial
. Die weiteren Abklärungen und therapeutischen Möglichkeiten seien aber noch im Gange (
Ziff.
3). Bezüglich der angestammten Tätigkeit als Verkäuferin liege die Arbeitsfähigkeit weiterhin bei
50
%
, welche sie vorläufig bis Mitte März attestiert habe.
Bis dahin liege allenfalls der neuro
lo
gische Bericht schon vor und es könne hinsichtlich nochmaliger Infiltration entschieden werden (
Ziff.
4).
Die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit sei durch sie nicht beurteilt worden, da ihrer Ansicht nach noch kein Endzustand vorliege (
Ziff.
5).
In ihrem Bericht vom 2
7.
Februar 2018 (
Urk.
12/31/7-8) zuhanden des Hausarztes nannte
Dr.
Z._
dieselbe Diagnose wie im Bericht vom 2
1.
Februar
2018 (vgl.
Urk.
12/26/3-4). Ein
Arthro
-MRI im Januar 2017 habe eine leichte Bursitis gezeigt,
jedoch keine grössere
Rotatorenmanschettenläsion
. Daraufhin sei eine subacromiale
Stereoidinfiltration
durchgeführt worden, was aber zu keiner Besse
rung geführt habe. Ein MRI der Halswirbelsäule im März 2017 habe keine Neu
rokompression gezeigt
(S. 1). Die Beschwerdeführerin stehe seit mehr als einem Jahr in Behandlung wegen Schulterschmerzen rechts. Es zeige sich eine hart
näcki
ge Therapieresistenz und es bestehe
eine anhaltende Belastungsintoleranz. Aktuell persistiere eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit. Ein
Arthro
-MRI der Schulter sei wiederholt worden
(vgl.
Urk.
12/31/9)
, wobei sich ein unveränderter Befund mit Bursitis,
Tendinopothie
der Bizepssehne, Partialruptur der Infraspinatus- und
Subscapularissehne
gezeigt habe
(S. 2).
3.4
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Neurologie, nannte in seinem Bericht vom 1
5.
Mai 2018 über die Verlaufskontrolle vom 1
1.
Mai 2018 (
Urk.
12/31/11-12) die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
lokale Schulterproblematik rechts mit
Tendinopathien
und
Impingement
-
mässiges bis schweres Karpaltunnelsyndrom beidseits linksbetont
-
Status nach CTS
(Carpaltunnelsyndrom)
-Release rechts im August 2017 und links im Oktober 2017
-
Adipositas per magna
-
Status nach Magenbypass 2005 und Magenband am Magenausgang im März 2017
-
Status nach erstmaliger
Synkope mit Autoselbstunfall am
8.
Mai 2017
Nach dem CTS-Release beidseits im Herbst 2017 stehe wieder die lokale Schmerz
problematik im Bereich der rechten Schulter im Vordergrund. Im MRI der Hals
wirbelsäule vom 2
4.
März 2017 zeige sich eine rechts
mediolaterale
Bandschei
ben
protrusion, was möglicherweise die diskrete Fühlstörung am rechten Unter
arm erkläre. Ansonsten würden sich aber klinisch und nadelmyographisch keine Hinweise auf eine klinisch relevante Mitbeteiligung der cervikalen Wurzeln oder im Bereich des Plexus
cervikobrachialis
rechts, insbesondere auch nicht für eine neuralgische
Schulteramyotrophie
, zeigen. Aus neurologischer Sicht würden sich deshalb keine spezifischen Empfehlungen ergeben (S. 2).
3.5
In ihrem Verlaufsbericht vom 1
0.
Juli 2018 (
Urk.
12/4-6) nannte
Dr.
Z._
(vorstehend E. 3.3
)
dieselbe Diagnose wie im Bericht vom 2
1.
Februar 2018 (vgl.
Urk.
12/26/3-4). Im Zeitpunkt
der letzten Konsultation im Februar 2018 habe eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bestanden. Die Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit sei nicht beurteilt worden (
Ziff.
2.1). Bisher hätten durch sie nur zwei Konsul
tationen im Januar und Februar
2018
stattgefunden (
Ziff.
3.1).
3.6
Am
8.
Okt
ober 2018 nahm
Dr.
med.
D._
, Facharzt
für Chirurgie und für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), Stellung zum medizinischen Sachverhalt (
Urk.
12/35/5-6).
Als Diagnosen mit dauerhafter Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er ein
cervicobrachiales
Syndrom rechts sowie ein Kraftdefizit bei Status nach beid
seitigem Karpaltunnelsyndrom. In Bezug auf die bisherige Tätigkeit bestehe eine Einschränkung der Beweglichkeit und Belastbarkeit des rechten Schultergelenks. Arbeiten über Brust- und Schulterhöhe, in häufiger Armvorhalte, insbesondere repetitive Tätigkeiten und das Anheben und Tragen von Lasten von über 10 kg oder unter ungünstigen Hebeln seien zu vermeiden. Tätigkeiten, die einen flexi
blen körperfernen Einsatz der Hand insbesondere üb
er Schulterhöhe erfor
dern,
seien ebenfalls nur eingeschränkt zumutbar. Kraftvolle Zug-, Stoss-, D
reh
bewe
gungen im
Schultergelenk
sowie
das
Bedienen von vibrierenden oder schla
gen
den Werkzeugen und Maschinen seien zu vermeiden. Leicht
e
und mittelschwere Tätigkeiten ohne häufige Bewegung und Belastung im linken Schultergelenk unter Vermeidung von Überkopfarbeiten seien hingegen zumutbar. Aufgrund nur mässig
er
degenerativer Veränderungen von Schulter und Halswirbelsäule könne eine Verbesserung der Symptomatik erwartet werden. Die Handbeschwerden seien nach den Operationen wohl deutlich rückläufig. Bei instabilem und besse
rungsfähigem Gesundheitszustand könne noch keine sichere Einschätzung der dauerhaften Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit vorgenommen werden
. Die letzten Untersuchungsbefunde seien von Februar und Mai 201
8.
In einer angepassten, schulterschonenden Tätigkeit könne medizinisch-theoretisch seit spätestens Dezember 2017 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit angenommen werden (S. 5 f.).
3.7
Dr.
Z._
nannte in ihrem Bericht vom
6.
Januar 2019 über die Kon
sul
tation vom 2
0.
Dezember 2018 (
Urk.
12/44) als Diagnose anhaltende Schmer
zen und funktionelle Einschränkungen der Schulter rechts bei einer
Impinge
ment
problematik
(S. 2). Die Arbeitsfähigkeit in der aktuellen Tätigkeit liege aktuell bei maximal 50
%
. Ob eine nochmalige Physiotherapie oder Steroidinfiltration zu einer Erhöhung der Arbeitsfähigkeit führe, erachte sie als fraglich. Höchstens eine operative Dekompression könne das mechanische Problem nachhaltig beheben. Die Zumutbarkeit einer Operation sei mit der Vorgeschichte von diversen Ein
griffen in den letzten Jahren aber nicht selbstverständlich, zumal damit auch keine Garantie für weniger Beschwerden und Einschränkungen bestehe
. In einer angepassten Tätigkeit
,
beispielsweise eine wechselbelastende leichte körperliche Tätigkeit ohne repetitive Armbewegungen und ohne Arbeiten auf oder über der Schulterebene,
wäre die Beschwerdeführerin wahrscheinlich in einem höheren Pensum arbeitsfähig, was die Schulterproblematik betreffe. Eine derartige Tätig
keit wäre aber möglicherweise mit einer Abstufung verbunden. Andere Problem
kreise wie die Restbeschwerden der Hände oder andere Erkrankungen habe sie nicht beurteilt und seien ihr zu wenig bekannt (S. 1). Es liege eine anhaltende chronische
Impingementproblematik
bei strukturell engem
Subacromialraum
des rechten Schultergelenks vor. Im letzten MRI anfangs Jahr habe sich eine Bursitis und ein Osteophyt am Acromion ohne Zeichen einer höhergradigen Rotatoren
manschettenruptur gezeigt und somit stehe eine
Impingement
problematik
im Vordergrund. In der Untersuchung hätten sich einerseits eine anhaltende ausge
prägte Fehlhaltung und zusätzlich deutliche funktionelle Defizite gezeigt
. Sono
gra
phisch bestehe ein Reizzustand der Bursa
subdeltoidea
mit wenig Flüssigkeit. Sollten weitere therapeutische Massnahmen nicht helfen, müsse eine operative Intervention mit
subakromialer
Dekompression evaluiert werden (S. 3).
3.8
Pract
. med.
E._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psycho
thera
pie, berichtete am
3.
März 2020 (
Urk.
15) und mithin nach Erlass der strittigen Verfügung vom
2
6.
März 2019 (
Urk.
2)
, dass sie die Beschwerdeführerin seit 3
0.
August 2019 ambulant behandle. Als Diagnose nannte sie eine depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F32.1;
Ziff.
2).
Da die Arbeit
be
i der
Y._
bereits auf die Bedürfnisse der Beschwer
de
führerin angepasst worden sei, sei zu vermuten, dass die Leistungsfähigkeit auch in einer anderen angepassten Tätigkeit maximal 50
%
betragen würde (
Ziff.
3). Aktuell arbeite sie vier Stunden pro Tag, was aus psychiatrischer Sicht auch in einer angepassten Tätigkeit als Grenze zu sehen sei (
Ziff.
5). Damit liege aus psychiatrischer Sicht eine generelle Leistungseinschränkung von 50
%
vor (
Ziff.
6).
4.
4.1
D
ie Beschwerdegegnerin
ging
in ihrer Verfügung vom 2
6.
März 2019
(
Urk.
2)
gestützt auf die Beurteilung durch RAD-Arzt
Dr.
D._
vom Oktober 2019 (vor
stehend E. 3.6
)
davon aus
, dass die Beschwerdeführerin
seit September 2016 in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei. Inzwischen habe sich ihr Gesundheitszu
stand verbessert. Ab 2
7.
November 2017 sei ihr aus versicherungsmedizinischer Sicht eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit im Vollzeitpensum zumutbar.
Ge
stützt auf die statistischen Lohnangaben sei davon auszugehen, dass die Be
schwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit ein mindestens gleich hohes Einkommen erzielen könne wie als Verkäuferin. Entsprechend bestehe keine Erwerbsei
n
busse m
ehr und die Bedingungen für eine
Invalidenrente seien nicht mehr erfüllt
(
Urk.
2,
Urk.
12/49
)
.
Es ist aufgrund d
er Akten (vgl. vorstehend E. 3.1-3.7
) sowie unter den Parteien unbestritten, dass die Beschwerdeführerin
ab September 2016 und bei Ablauf des Wartejahres im September 2017 in jeder Tätigkeit zu 50
%
arbeitsunfähig war. Mithin ist der Rentenbeginn und die Zusprache einer halben Rente unbestritten. Zu prüfen ist jedoch die Befristung und Aufhebung der
halben
Rente per Ende Februar 2018.
4.2
Vorab ist festzustellen, dass der Bericht von RAD-Arzt
Dr.
D._
v
om Oktober 2018 (vorstehend E. 3.6
)
die an eine beweiskräftige ärztliche Entschei
dungs
grundlage gestellten Anforderungen (vorstehend E.
1.7
) vollumfänglich erfüllt und ihm folglich
voller Beweiswert zukommt.
Er erging
in Kenntnis sämtlicher ärztlicher
Untersuchungsberichte, leuchtet
in der Beurteilung der medizinis
chen Situation ein und enthält
nachvollziehbar begründete Schlussfolgerungen, wes
halb
grundsätzlich darauf abgestellt werden kann.
Gestützt
auf die medizinische Aktenlage
diagnostizierte
er
ein
cervicobrachiales
Syndrom rechts sowie ein Kraftdefizit bei einem Status nach b
eidseitigem Karpal
tunnelsyndrom mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
,
wobei er
hinsichtlich der bisherigen Tätigkeit als Verkäuferin
die
Beweglichkeit und Belastbarkeit des rechten Sch
ultergelenks als eingeschränkt erachtete
.
Aufgrund nur mässiger dege
nerativer Veränderungen von Schulter und Halswirbelsäule
erwartete er
prognostisch
jedoch
eine
Verbesserung der Symptomat
ik
.
Die Handbeschwerden
beurteilte er
gestützt auf die vorhandenen medizinischen
Berichte nach den CTS-Operationen als deutlich rückläufig. In einer angepassten, schulterschonenden Tätigkeit
ging
er seit spätestens Dezember 2017
von
eine
r
100%ige Arbeitsfähig
keit
aus
.
Aufgrund des instabilen und besserungsfähigen Gesundheitszustands
konnte er keine
sichere Einschätzung der dauerhaften Arbeitsfähigkeit in ange
stammter Tätigkeit
vornehmen
.
4.3
Bezüglich der Handbeschwerden ist d
em Bericht von
Dr.
B._
vom No
vember 2017 (vorstehend E. 3.2
; vgl. auch
Urk.
12/18/8
)
zu entnehmen, dass die Be
schwerdeführerin nach den CTS-Operationen sehr zufrieden
gewesen
sei. Die Kribbelparästhesien beziehungsweise das Einschlafen der Hände nachts seien komplett weg
gewesen
und die Beschwerdeführerin habe
wieder durchschlafen
können
.
Auch
der behandelnde Neurologe
Dr.
C._
berichtete
im Mai 2018
(vor
stehend E. 3.4
), dass nach den CTS-Operationen kein Einschlafen der Hände mehr beobachtbar gewesen sei. Nach dem Gesagten ist nicht zu beanstanden, dass RAD-Arzt
Dr.
D._
nach den erfolgreichen CTS-Operationen
von einer wesent
lichen Verbesserung des Gesundheitszustands
ausging.
Ferner fand da
s
von der Beschwerdeführerin geklagte Kräftedefizit bei Status nach Karpaltunnelsyndrom beidseits in seiner Beurteilung
vollumfängliche
Berücksichtigung.
Die
durch ihn
seit spätestens Dezember 2017
attestierte 100%ige Arbeitsfähigkeit für angepasste
Tätigkeiten
erweist sich des Weiteren
auch
deshalb
als
nachvollziehbar,
da
auch
die Krankschreibung durch den behandelnden Chirurgen
gemäss Aktenlage bi
s zum 2
6.
November 2017 erfolg
t war
(vgl. vorstehend E. 3.2
).
4.4
Was die lokale Schulterproblematik rechts mit
Tendinopathien
und
Impingement
anbelangt, so konnte in neurologischer Hinsicht
eine neuralgische
Schulter
amyo
trophie
ausgeschlossen werden
(vgl. vorstehend E, 3.4
). Das
MRI der H
alswirbel
säule vom
März 2017 hat sodann
keine Neurokompression gezeigt
(vgl. vor
ste
hend
E. 3.3
).
Aufgrund
der
nur mässig
ausgeprägten degenerativen
Verän
derung
en von Schulter und Halswirbelsäule
ging RAD-Arzt
Dr.
D._
von
eine
r
zukünftigen
Verbesserung der Symptomatik
aus
.
Dies
stimmt mit
der Einschätzung
von
Dr.
Z._
überein, welche in ihrem Bericht vom Februar 2018
ebenfalls
weiteres Rehabilitationspot
enzial sah (vgl. vorstehend E. 3.3
).
In der
Beurteilung
der
Arbeitsfähigkeit durch RAD-
Ar
zt
Dr.
D._
ist ferner kein Widerspruch zu
der medizinischen Aktenlage
zu erblicken
, denn
keinem der Berichte der behan
delnden Ärzte ist
explizit e
ine
Arbeitsunfähigkeit
für angepasste Tätigkeiten ab Dezember 2017
zu entnehmen. So berichtete
Dr.
Z._
im Februar
und Juli
2018, dass sie die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit nicht beur
teilt habe (vgl. vorstehend E. 3.3
und E.
3.5
).
Im
Bericht
vom Januar 2019 (vorstehend E. 3.7
)
führte sie
sodann
aus, dass die Beschwerdeführerin
bezüglich der Schulter
problematik
in
einer angepassten Tätigkeit
wahrscheinlich
in einem höheren Pensum arbeitsfähig
sei
.
Beispielhaft erwähnte sie wechselbelastende leichte körperliche Tätigkeiten ohne repetitive Armbewegungen und ohne Arbeiten auf oder über der Schulterebene.
Dass die von ihr angegebene angepasste Tätigkeit möglicherweise eine berufliche Abstufung
zur Folge hätte,
findet
indes
einzig
bei der Ermittlung des Invaliditätsgrads anhand eines Einkommensvergleichs
Be
rücksichtigung
(vgl. vorstehend E. 1.3
).
Nach dem Gesagten
erweisen
sich das von
RAD-Arzt
Dr.
D._
genannte zumut
bare Belastungsprofil, welches sämtliche schulterschonenden Tätigkeiten umfasst
, sowie seine Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit in Bezug auf die geklagten Be
schwerden und vorhandenen Befunde als umfassend
dargelegt
und schlüssig
begründet
.
4.5
Der Gesundheitszustand und die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit sind aufgrund der medizinisc
hen Akten der behandelnden Fach
personen und der zu
verlässigen
medizinischen
Beurteilung
durch den RAD-Arzt hinreichend abge
klärt. Von weiteren Untersuchungen wären diesbezüglich keine neuen Erkennt
nisse zu erwarten
.
Daran ändert auch der erst nach Verfügungserlass am
2
6.
März 2019 (
Urk.
2)
verfasste Bericht der behandelnden Psychiateri
n vom März 2020 (vorstehend E. 3.8
)
nichts
, zumal
f
ür die Beurteilung der Gesetzmässigkeit der angefochtenen Verfügung od
er des
Einspracheentscheides
für das Sozialversiche
rungsgericht in der Regel der Sachverhalt massgebend
ist
, der zur Zeit des Erlasses des angefochtenen Verwaltungsaktes gegeben war. Tatsachen, die jenen Sachver
halt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Ver
waltungsverfügung bilden (BGE 130 V 138 E. 2.1 mit Hinweis).
Aufgrund dessen, dass die im Bericht genannte depressive Störung erst rund
ein Jahr nach Verfü
gungserlass diagnostiziert wurde, ist dieser nicht geeignet, eine
für das vorlie
gen
de Verfahren relevante
allfällige Verschlechterung des Gesundheitszustands der Be
schwerdeführerin zu begründen.
Überdies stehen die neu geltend gemach
ten Tat
sachen nicht hinreichend klar fest,
weshalb eine Berücksichtigung im vor
liegen
den
Verfahren nicht möglich ist. Eine allfällige diesbezügliche Verschlech
terung wäre vielmehr im Rahmen einer Neuanmeldung bei der Beschwerdegeg
nerin geltend zu machen.
4.6
Der medizinische Sachverhalt ist dahingehend erstellt, dass für alle schulter
schonenden Tätigkeiten ab 2
7.
November 2017 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit ausge
wiesen ist.
Sollte sich der
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin ins
be
son
dere in psychiatrischer Hinsicht
in der Zwischenzeit beziehungsweise nach Verfü
gungserlass
verschlechtert haben, hätte sie
dies anhand neuer medizinischer Unterlagen im Rahmen einer Neuanmeldung glaubhaft zu machen.
5.
5.1
Es bleibt die Prüfung der erwerblichen Auswirkungen der bestehenden Einschrän
kungen
anhand eines
Einkommensvergleich
s
.
Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs
massgebend, wobei Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grund
lage zu erheben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichsein
kommen bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3, 129 V 222 E. 4.1 und E. 4.2, 128 V 174).
Im Rahmen von Revisions
ver
fahren ist der Zeitpunkt der Anpassung des Rentenanspruchs massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_486/2019 vom 18. September 2019 E. 7.4).
Als unstreitig erweist sich die
Zusprache einer halben Rente vom
1.
Sept
ember 2017 bis 2
8.
Februar 201
8.
Seit
Ende November 2017
ist wie soeben dargelegt von
eine
r
100%ige
n
Arbeitsfähigkeit für angepasste Tätigkeite
n
auszugehen
(vor
stehend E. 4.6
),
weshalb für die Zeit ab
März 2018
(drei Monate nach Verbesse
rung, vgl.
Art.
88a
Abs.
1 IVV) ein Einkommensvergleich vorzunehmen ist.
5.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls relevanten
persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenver
siche
rung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 f. zu Art.
28a
).
Die Beschwerdeführerin ist
zurzeit
als Verkäuferin bei der
Y._
in einem 50%-Pensum tätig.
I
m Gesundheitsfall
würde sie
mit überwiegender Wahrschein
lich
keit
ihrer bisherigen Tätigkeit
in einem
Vollzeitpensum
nachgehen
. Die Be
schwerdegegnerin stellte für die Berechnung des
Valideneinkommens
auf den von der Beschwerdeführerin vor der gesundheitlichen Einschränkung zuletzt erzielten Verdienst als Verkäuferin in einem 100%-Pensum ab (
Urk.
12/34), was sich als nachvollziehbar erweist und seitens der Beschwerdeführerin nicht beanstandet wurde.
Gemäss Auszug
aus dem individuellen Konto (IK-Auszug) vom 3
1.
März 2017 (
Urk.
12/9)
erzielte die Beschwerdeführerin
im Jahr 2016
ei
n Einkommen von
Fr.
50'445.--.
Dieser Betrag ist an die Nominallohnentw
icklung - vom Indexstand (Frauen) von 2’709 im Jahr 2016
auf den I
ndexstand von 2'732 im Jahr 2018
(www.bsf.ad
min.ch, Entwicklung der Nominallöhne, Tabelle T 39) - anzupassen, womit e
in
Valideneinkommen
von
Fr.
50’873.-- resultiert (
Fr.
50’445.--: 2'709 x 2'732
).
5.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausge
gebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne ist subsidiär, das heisst deren Beizug erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth,
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Der Beschwerdeführerin
ist zurzeit in einem 50%-Pensum tätig. Aus medizinisch-theoretischer Sicht
ist
ihr hingegen
eine angepasste Tätigkeit in einem 100%-Pensu
m zumutbar (vgl. vorstehend E. 4.6
),
womit sie mit dem derzeitigen Teilzeit
pensum ihre Restarbeitsfähigke
it nicht voll ausschöpft. Es ist demnach nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin für die Ermittlung des Invalidenein
ko
mmens
die medizinisch-theoretisch attestierte Arbeitsfähigkeit von 100
%
zu
grunde legte
.
Sie
errechnete das Invalideneinkommen anhand des
gemäss
Lohn
strukturerhebung
(LSE)
2016
,
Tabelle TA1, von Frauen über den Durchschnitt aller Wirtschaftszweige im
Kompetenzniveau 2
erzielte
n
Einkommen
s
, was
die Beschwerdeführerin nicht beanstandete
.
Dieses
belief sich
im
Jahr 201
6
auf Fr
.
4’
832
.-- pro Monat
, woraus
unter Berücksichtigung der durchschnittlichen
Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden (www.bfs.admin.ch, Betriebsübliche Arbei
ts
zeit nach Wirtschafts
abteilungen, T03.02)
und
der Entwick
lung der Nominallöhne (von
2
'
709
Punkten
im Jahr 2016
auf
2'732
Punkte im Jah
r 2018
;
www.bsf.ad
min.ch, Entwicklung der Nominallöhne, Tabelle T 39
),
aufgerechnet auf ein Jahr
bei einer Arbeitsfähigkeit von 100
%
ein
Invalideneinkommen von rund
Fr.
60’962
.--
resultiert (
Fr.
4
'832
.
-- x 12 : 40.0
x 41.7
: 2'709 x 2’732
)
.
5.4
Bei einem
Valideneinkommen
von
Fr.
50'873.-- und einem I
nvalideneinkommen von
Fr.
60’962
.--
erleidet die Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit demnach keine
Erwerbseinbusse, woran auch
eine Parallelisierung nichts ändern würde.
Selbst wenn für die Berechnung des Invalideneinkommens
auf das von Frauen
im Kompetenzniveau 1 erzielte Einkommen abgestellt würde,
ergäbe sich bei einem Invalideneinkommen von
Fr.
55’045
.--
(
Fr.
4'
363
x 12 : 40.0 x 41.7
: 2'709
x 2’732
)
kein Rentenanspruch.
5.5
Nach dem Gesagten ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin
der Beschwerdeführerin
eine befristete halbe Rente
ab
1.
September
2017 bis 2
8.
Februar 2018
zusprach
.
Dementsprechend erweist sich d
ie angefochtene Ver
fügung vom
2
6.
März 2019 (
Urk.
2) als rechtens, was zur Abweisung der Be
schwerde führt.
6.
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
I
VG sind ermessensweise auf
Fr.
6
00.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzuer
legen.