Decision ID: 100761fa-b1f8-4309-bff0-f71f5c594952
Year: 2010
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
T._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Rainer Niedermann, St. Leonhard-Strasse 20,
Postfach, 9001 St. Gallen,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Invalidenrente/Integritätsentschädigung
Sachverhalt:
A.
A.a T._ erlitt am 9. Oktober 2003 bei der Arbeit einen Unfall. Zum Unfallhergang gab
der Versicherte an, dass beim Entfernen von Betonschalungselementen drei davon mit
einem Gewicht von 2,5 Tonnen aus unerklärlichen Gründen auf ihn gestürzt seien. Zum
Glück sei ein Arbeitskollege in der Nähe gewesen, der das ihn erdrückende Element
habe anheben können. Es seien dann noch drei andere Kollegen zur Hilfe geeilt (act.
G 8.31, S. 2; vgl. zum Unfallhergang auch act. G 8.33 und G 8.94). Vom 9. bis
11. Oktober 2003 wurde der Versicherte im Kantonsspital St. Gallen (KSSG), Klinik für
Orthopädische Chirurgie, stationär behandelt. Die behandelnden Ärzte diagnostizierten
eine Scapulafraktur mehrfragmentär rechts und eine Acromioclavicular-Gelenksluxation
rechts, eine Fraktur Processus transversus 3/5 LWS links, eine Rippenfraktur rechts 3/4
sowie eine Hämaturie (unfallfremd). Sie bescheinigten dem Versicherten bis
9. November 2003 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (act. G 8.4).
A.b Der Kreisarzt Dr. med. A._, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie,
berichtete am 18. März 2004, im Vordergrund stehe das umfassende Schmerzbild,
getragen auch von der körperlichen Inaktivität des Versicherten. Dieser sehe keine
Möglichkeit mehr, jemals wieder ins Berufsleben einsteigen zu können. Der Kreisarzt
empfahl eine stationäre Rehabilitation (act. G 8.20, S. 3). Vom 5. Mai bis 2. Juni 2004
befand sich der Versicherte hierfür in der Rehaklinik Bellikon. Die dort behandelnden
Ärzte führten im Austrittsbericht vom 7. Juni 2004 aus, dass in der LWS
Restbeschwerden bestünden, aber mit einer weiteren Verbesserung zu rechnen sei.
Die Behandlung der rechten Schulter sei noch nicht abgeschlossen; eine weitere
physiotherapeutische Begleitung des Belastungsaufbaus sei indiziert. Die
Mikrohämaturie müsse weiter abgeklärt werden. Insgesamt befinde sich der
Versicherte noch in der medizinischen Phase. Bei Austritt bestehe eine
Arbeitsunfähigkeit von 100% (act. G 8.32). Im psychosomatischen Konsilium vom
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14. Mai 2004 wurde zusätzlich zu den bisherigen somatischen Diagnosen eine
Anpassungsstörung, Angst und depressive Reaktion gemischt mit spezifischer
psychotraumatischer Symptomatik (ICD-10: F43.2) diagnostiziert (act. G 8.31).
A.c Am 20./21. September 2004 wurde der Versicherte in der Zentrum für
Arbeitsmedizin, Ergonomie und Hygiene GmbH (AEH) begutachtet. Die Gutachter
diagnostizierten ein chronisches Schmerzsyndrom des Nacken-/Schultergürtelbereichs
rechts und des rechten Hemithorax, eine Anpassungsstörung, Angst und depressive
Reaktion, gemischt mit psychotraumatischer Symptomatik (gemäss Diagnose der
Rehaklinik Bellikon vom Mai 2004) sowie eine Mikrohämaturie unklarer Ätiologie. Die
Gutachter kamen zum Schluss, der Versicherte verfüge aus rein rheumatologisch-
orthopädischer Sicht für eine leichte bis knapp mittelschwere Tätigkeit unter
Vermeidung des Hantierens über Kopf medizinisch-theoretisch über "eine
Arbeitsfähigkeit ganztags mit Pausen, insgesamt 2 Std. pro Tag, entsprechend einer
75%igen Arbeitsfähigkeit". Eine zusätzliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit durch
eine psychische Komponente erscheine sehr wahrscheinlich. Die Gutachter empfahlen
eine zusätzliche psychiatrische Reevaluation im Rahmen des Fallabschlusses (act.
G 8.49).
A.d Am 11. Januar 2005 nahm Kreisarzt Dr. med. B._, Facharzt FMH für Chirurgie,
die ärztliche Abschlussuntersuchung vor. Darin verwies er bezüglich der zumutbaren
Arbeitsfähigkeit auf die im Gutachten vom 19. Oktober 2004 enthaltene Einschätzung
der AEH-Experten (act. G 8.74). Den Integritätsschaden des Versicherten bezifferte er
mit 10% (act. G 8.75).
A.e Die Suva nahm am 9. Juni 2005 eine Untersuchung des Unfallhergangs vor und
kam im Unfallrapport vom 11. Juli 2005 zum Schluss, dass ein falscher
Demontagevorgang durch den Versicherten als Unfallursache zu betrachten sei (act.
G 8.94).
A.f Mit Verfügung vom 11. April 2006 sprach die Suva dem Versicherten gestützt auf
eine 35%ige Erwerbsunfähigkeit eine Invalidenrente und gestützt auf eine 10%ige Inte
gritätseinbusse eine Integritätsentschädigung zu. Dabei berücksichtigte sie die aus
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ihrer Sicht unfallfremden psychischen Beschwerden nicht. Zur Bestimmung des
Invalideneinkommens zog sie DAP-Löhne heran (act. G 8.118.1).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 11. April 2006 erhob der Versicherte am 23. Mai 2006
Einsprache und beantragte deren vollumfängliche Aufhebung. Die Angelegenheit sei
zur weiteren Abklärung an die Vorinstanz zurückzuweisen und alsdann neu zu
verfügen. Bis zur abschluss- und entscheidreifen Feststellung des ungenügend
abgeklärten Sachverhalts habe die Suva Taggeldzahlungen zu erbringen (act. G 8.123).
B.b Im Auftrag der IV-Stelle des Kantons St. Gallen erstellte die MEDAS Ostschweiz
am 7. Mai 2007 ein interdisziplinäres (orthopädisch-psychiatrisches) Gutachten. Die
MEDAS-Gutachter diagnostizierten mit Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit
Restbeschwerden nach unfallbedingter mehrfragmentärer Scapulafraktur rechts, nach
Acromioclavicular-Gelenksluxation rechts, nach Frakturen der Processi transversi
LWK 3-5 links, nach Rippenfraktur IV und V rechts sowie eine Dysthymia.
Psychiatrischerseits sei aufgrund der Dysthymia von einer rund 20%igen
Arbeitsunfähigkeit in einer dem körperlichen Leiden angepassten Tätigkeit auszugehen.
Orthopädischerseits bestehe für eine leidensangepasste Tätigkeit eine 30%ige
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Polydisziplinär sei von einer rund 40%igen
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auszugehen. Das Ausmass dieser Einschränkung
bestehe seit der AEH-Begutachtung vom Oktober 2004 (IV-act. 42 im Verfahren
IV 2008/196). Gestützt auf das MEDAS-Gutachten ermittelte die IV-Stelle des Kantons
St. Gallen eine Invalidität von 41% und sprach dem Versicherten mit Wirkung ab
1. Oktober 2004 eine Viertelsrente zu (Verfügung vom 6. März 2008; act. G 8.131).
B.c Die Suva hiess die Einsprache vom 23. Mai 2006 mit Entscheid vom 1. Juli 2008
teilweise gut und sprach dem Versicherten eine Invalidenrente gestützt auf eine
Erwerbsunfähigkeit von 36% zu (act. G 8.133).
C.
C.a Gegen den Einspracheentscheid vom 1. Juli 2008 richtet sich die Beschwerde
vom 4. September 2008. Der Beschwerdeführer beantragt darin unter Kosten- und
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Entschädigungsfolge dessen Aufhebung, insofern darin ein Anspruch auf eine
Invalidenrente von mehr als 36% sowie auf eine Integritätsentschädigung von mehr als
10% verneint werde. Die Bemessung der Invalidenrente und der
Integritätsentschädigung habe nach Vorliegen des von ihm bei Dr. med. C._,
Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, in Auftrag gegebenen
fachpsychiatrischen Gutachtens sowie von gegebenenfalls weiteren medizinischen
Abklärungen neu zu erfolgen. Bezüglich der Bestimmung des Invalideneinkommens
rügt der Beschwerdeführer, dass vorliegend wegen der persönlichen Verhältnisse des
Beschwerdeführers vom Minimaleinkommen der DAP-Löhne ausgegangen werden
müsse (act. G 1). In der Beschwerdeergänzung vom 27. Oktober 2008 erweitert der
Beschwerdeführer seine bisherigen Begehren um den Antrag, dass ihm entsprechend
einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit eine ganze Invalidenrente zuzusprechen sei.
Dr. C._ habe im Gutachten vom 14. Oktober 2008 folgende Diagnosen gestellt: eine
chronifizierte depressive Entwicklung mit gegenwärtig mittelschwerem depressivem
Zustandsbild mit somatischem Syndrom (ICD-10: F32.11), eine generalisierte
Angststörung (ICD-10: F41.1), eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10:
F43.1), eine selbstunsichere Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.6) sowie Probleme in
Verbindung mit Berufstätigkeit und Arbeitslosigkeit. Aus psychiatrischer Sicht habe er
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (vgl. zum Gutachten von Dr. C._ vom
14. Oktober 2008 act. G 5.3). Darauf sei bei der Invaliditätsbemessung abzustellen.
Zwischen den psychischen Beschwerden und dem Unfallereignis bestehe ein
natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang (act. G 5).
C.b In der Beschwerdeantwort vom 24. November 2008 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Beschwerdeabweisung. Zur Begründung führt sie aus, dass
bezüglich der Bemessung der Restarbeitsfähigkeit auf das beweistaugliche AEH-
Gutachten vom 19. Oktober 2004 abzustellen sei, das nur geringfügig von der MEDAS-
Einschätzung abweiche. Gestützt auf die Schätzung der AEH-Experten habe sie der
Bestimmung des Invalideneinkommens zu Recht eine Restarbeitsfähigkeit von 80%
zugrunde gelegt. Da die Löhne der DAP-Arbeitsplätze gestützt auf die ärztliche
Zumutbarkeitsbeurteilung und damit bereits leidensangepasst ausgewählt worden
seien, rechtfertige sich kein zusätzlicher Abzug nebst der Berücksichtigung der
reduzierten Arbeitsfähigkeit. Was die psychischen Beschwerden anbelange, so sei sie
dafür mangels adäquater Kausalität nicht leistungspflichtig. Bei der Beurteilung der
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Adäquanz sei von einem höchstens mittelschweren Ereignis auszugehen. Von den für
die Adäquanzbeurteilung massgeblichen Kriterien sei keines erfüllt (act. G 8).
C.c Der Beschwerdeführer beantragt in der Replik vom 20. März 2009, die
Beschwerdeantwort sei vollumfänglich abzuweisen und die Beschwerde gutzuheissen.
Zur Beurteilung der somatischen Beschwerden sei nicht auf das AEH-Gutachten,
sondern auf das orthopädische MEDAS-Teilgutachten abzustellen und es sei von einer
70%igen Restarbeitsfähigkeit auszugehen (act. G 16).
C.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (vgl. act.
G 18).

Erwägungen:
1.
In der Beschwerdeergänzung vom 27. Oktober 2008 stellte der Beschwerdeführer den
Verfahrensantrag, dass die Beschwerde vom 25. April 2008 (act. G 1 im Verfahren
IV 2008/196) gegen die Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen betreffend
IV-Rentenverfügung vom 6. März 2008 sowie in gleicher Beschwerdesache die Replik
vom 27. Oktober 2008 (act. G 12 im Verfahren IV 2008/196) als integrierender
Bestandteil der Beschwerdeergänzung vom 27. Oktober 2008 entgegen zu nehmen
seien (act. G 5, S. 2). Gemäss Art. 61 lit. b Satz 1 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) muss die
Beschwerde an das kantonale Versicherungsgericht eine gedrängte Darstellung des
Sachverhalts, ein Rechtsbegehren und eine kurze Begründung enthalten. Art. 61 lit. c
ATSG betont die Mitwirkungspflicht der Parteien im Beschwerdeverfahren. Diese
besteht im Wesentlichen in der Begründungs- und der Rügepflicht (vgl. Kieser, ATSG-
Kommentar, 2. Auflage 2009, N 67 zu Art. 61). Der vom Beschwerdeführer gestellte
Verfahrensantrag, seine Eingaben im IV-Beschwerdeverfahren seien als integrierender
Bestandteil im vorliegenden Beschwerdeverfahren entgegenzunehmen, ist mit der ihm
obliegenden Begründungs- und Rügepflicht nicht vereinbar. Von einem rechtskundig
vertretenen Beschwerdeführer ist zu erwarten, dass er in Nachachtung der ihm
obliegenden Begründungs- und Rügepflicht nicht pauschal auf Eingaben in einem
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anderen Sozialversicherungsverfahren verweist, sondern mindestens jene Punkte aus
den Rechtsschriften konkret bezeichnet, die auch in der unfallversicherungsrechtlichen
Streitigkeit aus seiner Sicht von Belang sind. Dies hat umso mehr zu gelten als in der
(finalen) Invalidenversicherung im Vergleich zur (kausalen) Unfallversicherung
unterschiedliche Rechtsfragen zu beantworten sind. Dem genannten Verfahrensantrag
ist daher nicht zu folgen.
2.
Streitgegenstand bilden der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente
und eine Integritätsentschädigung, wobei jeweils nur die Anspruchshöhe streitig ist.
3.
3.1 Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG;
SR 832.20) werden bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten
Versicherungsleistungen gewährt. Der Unfallversicherer hat jedoch für einen
Gesundheitsschaden nur insoweit Leistungen zu erbringen, als dieser nicht nur in
einem natürlichen, sondern auch in einem adäquaten Kausalzusammenhang zu einem
versicherten Ereignis steht (BGE 119 V 338 E. 1). Ob zwischen einem schädigenden
Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang
besteht, ist eine Tatfrage, worüber das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden
Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines
Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129
V 181 E. 3.1). Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus,
dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater
Kausalzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als
adäquate Ursache eines Erfolgs zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der
Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von
der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt des Erfolgs also durch das
Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 181 E. 3.2).
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3.2 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt
der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und
Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das
Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle
Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und
danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige
Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts
eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der
Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Experten
begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder
die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a
mit Hinweisen).
4.
Aus den medizinischen Akten geht hervor, dass die vom Beschwerdeführer geltend
gemachten organischen Beschwerden (Status nach mehrfragmentärer Scapulafraktur
rechts und Acromioclavicular-Gelenkluxation Tossi I rechts, Fraktur der Processi
transversi III und IV an der LWS links sowie Rippenfrakturen IV und V rechts) sowohl
natürlich als auch adäquat unfallkausal sind (vgl. kreisärztliche Abschlussuntersuchung
vom 11. Januar 2005, act. G 8.74), was von der Beschwerdegegnerin anerkannt ist.
5.
Was die Beurteilung der Adäquanz bezüglich der vom Beschwerdeführer geltend
gemachten psychischen Leiden anbelangt, ist zwischen den Parteien unbestritten,
dass diese nach der in BGE 115 V 133 ergangenen Rechtsprechung zu den psychisch
bedingten Folgeschäden zu erfolgen hat (vgl. act. G 5, S. 7, act. G 8, S. 5 f.). Aus den
Akten ergeben sich keine Anhaltspunkte, die gegen diese Auffassung sprechen.
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5.1 Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall
und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem
Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit eine
massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse
Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (BGE 115 V 141
E. 7). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen. Folgen
des Unfalls oder Begleitumstände, die nicht direkt dem Unfallgeschehen zugeordnet
werden können, sind hingegen ausser Acht zu lassen (Urteil des Bundesgerichts vom
10. Juni 2008, 8C_524/07, E. 5.1 mit Hinweisen). Dabei wird - ausgehend vom
augenfälligen Geschehensablauf - folgende Einteilung vorgenommen: banale
beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und schliesslich
der dazwischen liegende mittlere Bereich (BGE 115 V 139 E. 6; vgl. auch BGE 134 V
116 E. 6.1).
5.1.1 Bei banalen Unfällen wie etwa bei geringfügigem Anschlagen des Kopfes
oder Übertreten des Fusses und bei leichten Unfällen wie einem gewöhnlichen Sturz
oder Ausrutschen kann der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und
psychischen Gesundheitsstörungen in der Regel ohne weiteres verneint werden, weil
aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung aber auch unter Einbezug
unfallmedizinischer Erkenntnisse davon ausgegangen werden darf, dass ein solcher
Unfall nicht geeignet ist, einen erheblichen Gesundheitsschaden zu verursachen (BGE
115 V 139 E. 6a). Bei schweren Unfällen ist der adäquate Kausalzusammenhang
zwischen Unfall und psychisch bedingter Erwerbsunfähigkeit in der Regel zu bejahen.
Denn nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen
Lebenserfahrung sind solche Unfälle geeignet, invalidisierende psychische
Gesundheitsschäden zu bewirken (BGE 120 V 355 E. 5b/aa, 115 V 140 E. 6b). Bei
Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und
psychischen Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des
Unfalls allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare
Umstände, die unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte
bzw. indirekte Folge davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Als
wichtigste Kriterien sind zu nennen: besonders dramatische Begleitumstände oder
besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; die Schwere oder besondere Art der erlittenen
Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische
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Fehlentwicklungen auszulösen; ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
körperliche Dauerschmerzen; ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen
erheblich verschlimmert; schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 134 V 116 E. 6.1; 115
V 140 E. 6c/aa).
5.1.2 Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist
nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die
Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genügen.
Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, der zu den
schweren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem
schweren Unfall zu qualifizieren ist. Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein
einziges Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist.
Kommt keinem Einzelkriterium ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere
unfallbezogene Kriterien herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der
Unfall ist (vgl. BGE 115 V 140 E. 6c/bb).
5.2 Umstritten ist als Erstes die Unfallschwere. Die Beschwerdegegnerin hat das
Ereignis vom 9. Oktober 2003 als mittelschweren Unfall qualifiziert (act. G 8.133), was
der Beschwerdeführer für unzutreffend hält (act. G 5, S. 8).
5.2.1 Nach Angaben des Beschwerdeführers sind drei an die Wand gelehnte
Betonschalungselemente mit einem Gewicht von ungefähr 2,5 Tonnen auf ihn gestürzt.
Dabei gilt es aber zu berücksichtigen, dass er von lediglich einem davon "links" erfasst
und auf den Boden geschleudert wurde. Er wurde im Rahmen des Unfalls nicht am
ganzen Körper, offenbar auch nicht am Kopf getroffen (vgl. zur nicht vollständigen
Erfassung des Beschwerdeführers durch die Betonschalungselemente act. G 8.81).
Ferner vermochte er einen Arbeitskollegen um Hilfe zu rufen, war nicht bewusstlos und
stets ansprechbar (act. G 8.81). Der Arbeitskollege war in der Lage, das erdrückende
Betonschalungselement anzuheben (vgl. zum Ganzen act. G 8.31, S. 2). Aus dieser
Hilfestellung ist zu schliessen, dass nicht das gesamte Gewicht des Elements auf den
Körper des Beschwerdeführers drückte. Andernfalls wäre der herbeigeeilte
Arbeitskollege wohl nicht in der Lage gewesen, das Schalungselement mit einem
Gewicht von ungefähr 350 kg (vgl. zum Gewicht act. G 8.94) anzuheben, so dass der
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Beschwerdeführer befreit werden konnte. Beim Sturz der Betonschalungselemente
befand sich der Beschwerdeführer in einer Baugrube nahe einer Böschung, auf die er
mit den Betonschalungselementen fiel (act. G 8.94). Auch diese topographische
Situation spricht dafür, dass das Schalungselement nicht mit dem vollen Gewicht auf
den Beschwerdeführer drückte, sondern zumindest teilweise auf der Böschung und
dem Baugrubenboden aufzuliegen kam. Die von der Beschwerdegegnerin
vorgenommene Qualifikation dieses Ereignisses vom 9. Oktober 2003 als
mittelschwerer Unfall, nicht im Grenzbereich zu den schweren Unfällen liegend, ist mit
Blick auf den genannten Geschehensablauf und mit den sich dabei entwickelnden
Kräften (SVR 2008 UV Nr. 8 S. 26, E. 5.3.1) nicht zu beanstanden. Diese Beurteilung
hält sich ferner im Rahmen der Rechtsprechung zur Adäquanzbeurteilung bei ähnlichen
Ereignissen. Die Rechtsprechung hat in einem Fall, wo ein Versicherter zwischen einem
Traktor und einem rund 1,5 Tonnen schweren Maishäcksler eingeklemmt wurde und
sich eine 8 Zentimeter lange Rissquetschwunde an der rechten Ellenbeuge sowie eine
Thoraxkontusion zuzog auf einen mittelschweren Unfall (nicht im Grenzbereich zu den
schweren Unfällen) erkannt (Urteil des Bundesgerichts vom 18. Dezember 2009,
8C_981/09; vgl. zum Sachverhalt auch das vorinstanzliche Urteil des
Versicherungsgerichts des Kantons Zürich vom 24. September 2009, UV.2007.00532).
Die gleiche Qualifikation wurde bei einem Unfallereignis vorgenommen, wo ein
Versicherter in einer Höhe von 18 Metern über einem Hallenboden zwischen der oberen
Kante der Korbumwehrung einer Hebebühne sowie einer unter der Hallenwand
montierten Kabeltragschiene eingeklemmt wurde und während 20 bis 40 Sekunden
fürchtete, dass er auf den Betonboden bzw. "in den Tod fallen würde". Beim
Unfallhergang erlitt er eine LWS-Kontusion (Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des
Bundesgerichts] vom 6. September 2005, U 270/05, E. 3 ff.). Auch bei einem Unfall, bei
dem ein Versicherter überraschend von hinten angefahren und erfasst, zu Boden
geschleudert, eingeklemmt, überrollt, ungefähr 15 Meter mitgeschleift, ein weiteres Mal
überrollt wurde und sich dabei eine vordere Kreuzbandruptur, Seitenbandriss,
Meniskusabriss medial, eine akute exogene Reaktion mit rezidivierenden Flash-backs
sowie weitere Verletzungen zuzog, ging das Bundesgericht von einem mittelschweren
Unfallereignis, nicht im Grenzbereich zu den schweren Unfällen liegend, aus (Urteil des
Bundesgerichts vom 10. Juni 2008, 8C_524/07, E. 5.2).
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5.3 Aus der Beurteilung des Ereignisses vom 9. Oktober 2003 als mittelschwerer
Unfall folgt, dass zur Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs eines der
relevanten Adäquanzkriterien in besonders ausgeprägter oder mehrere dieser Kriterien
in gehäufter Weise erfüllt sein müssten.
5.3.1 Der Beschwerdeführer bringt vor, dass der Unfall durch besonders
dramatische Begleitumstände und besondere Eindrücklichkeit gekennzeichnet sei und
die Schwere der erlittenen Verletzungen geeignet sei, psychische Fehlentwicklungen
auszulösen. Er habe Todesangst gehabt und den Unfall als lebensbedrohlich
empfunden. Dies werde durch die Diagnose der posttraumatischen Belastungsstörung
bestätigt (act. G 5, S. 8). Dem Unfallereignis ist eine gewisse Eindrücklichkeit nicht
abzusprechen. Der Sturz des Betonschalungselements auf den Beschwerdeführer war
geeignet, Empfindungen von (Todes-)Angst und Erschrecken hervorzurufen. Es ist
auch gestützt auf die Angaben der Retter davon auszugehen, dass der
Beschwerdeführer ohne deren schnelles Eingreifen erdrückt worden wäre (vgl. act.
G 8.33 sowie die Stellungnahme des Bauführers: "Sicher hatte er auch grosses
Glück.", act. G 8.81). Unter Würdigung der gesamten Umstände ist das Kriterium der
besonders dramatischen Begleitumstände und besonderen Eindrücklichkeit zu
bejahen, nicht zuletzt auch mit Blick auf die Aussage des orthopädischen MEDAS-
Gutachters, dass Voraussetzung für die multiplen Frakturen ein schweres Trauma
gewesen sei (IV-act. 42-30 im Verfahren IV 2008/196). Allerdings ist das Kriterium nicht
in speziell ausgeprägter Weise erfüllt. Denn jedem mindestens mittelschweren Unfall ist
eine gewisse Eindrücklichkeit eigen, die somit noch nicht für eine Bejahung der
besonderen Ausgeprägtheit des Kriteriums ausreichen kann (vgl. Urteil 8C_799/2008
vom 11. Februar 2009 E. 3.2.3 mit Hinweis). Der Beschwerdeführer hat auch keine
schweren Verletzungen erlitten. Er war nicht bewusstlos und jederzeit ansprechbar.
Soweit sich der Beschwerdeführer auf diagnostizierte psychische Beschwerden beruft,
verkennt er, dass zur Beurteilung der Adäquanzkriterien nach BGE 115 V 133 ff. allein
die physischen Komponenten des Gesundheitsschadens zu berücksichtigen sind (BGE
134 V 116 E. 6.1).
5.3.2 Das Kriterium Dauerbeschwerden ist zu verneinen. Denn die vom
Beschwerdeführer geltend gemachten Beschwerden treten nach seinen eigenen
Angaben "wechselhaft", "in unregelmässigen Abständen" auf und sind grösstenteils
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belastungsabhängig. Kopfschmerzen treten zwar "wiederholt", aber nicht täglich auf
(IV-act. 42-29 im Verfahren IV 2008/196). Des Weiteren berichtet der
Beschwerdeführer, dass er meist ausgeschlafen und selten müde sei. Eine
Tagesmüdigkeit bestehe nicht. Da es ihm oft langweilig sei, müsse er spazieren gehen
und sich mit Kollegen treffen (IV-act. 42-25 im Verfahren IV 2008/196). Er vermag auch
häufig mit seinen im gleichen Haushalt lebenden Enkelkindern zu spielen (act. G 8.49).
Die Beeinträchtigung im Alltag, die der Beschwerdeführer durch seine Beschwerden
erfährt, besteht damit nicht in einem Ausmass, um das Kriterium der
Dauerbeschwerden zu bejahen. Zudem ist davon auszugehen, dass die Schmerzen
zumindest teilweise auch einen psychischen Hintergrund haben. So stellte der
orthopädische MEDAS-Gutachter fest, dass die geltend gemachten Beschwerden,
nicht allein auf die körperlichen Verletzungen zurückgeführt werden können und das
vom Beschwerdeführer angegebene Ausmass der Funktionseinschränkungen nicht
objektiviert werden könne (IV-act. 42-30 im Verfahren IV 2008/196).
5.3.3 Das Kriterium von Grad und Dauer der physisch bedingten
Arbeitsunfähigkeit erachtet der Beschwerdeführer als erfüllt. Zur Begründung führt er
an, dass er seit dem Unfall vom 9. Oktober 2003 dauernd zu 100% arbeitsunfähig bzw.
laut MEDAS-Gutachten zu 40% arbeitsunfähig gewesen sei. Dr. C._ habe ihm jedoch
dauerhaft eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt (act. G 5, S. 9). Bei der
Beurteilung dieses Kriteriums ist lediglich die durch körperliche Beeinträchtigungen
bedingte Arbeitsunfähigkeit zu berücksichtigen, weshalb der Hinweis des
Beschwerdeführers auf die psychiatrische Einschätzung von Dr. C._ ins Leere stösst.
Ferner gründet die Arbeitsunfähigkeit in leidensangepassten Tätigkeiten zu einem
wesentlichen Teil auf psychische Beschwerden und wird durch diese mitbestimmt (IV-
act. 42-18 im Verfahren IV 2008/196; vgl. auch act. G 8.49, S. 7). Vor diesem
Hintergrund ist das Kriterium erfüllt, allerdings nicht in ausgeprägter Weise.
5.3.4 Aus den Akten ergeben sich keine Anhaltspunkte für eine ärztliche
Fehlbehandlung, eine ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung, einen
schwierigen Heilungsverlauf oder erhebliche Komplikationen. Der Beschwerdeführer
macht denn auch nicht geltend, die entsprechenden Kriterien seien erfüllt.
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5.3.5 Zusammengefasst sind lediglich zwei nicht besonders ausgeprägte
Kriterien (dramatische Begleitumstände und Eindrücklichkeit des Unfalls sowie Grad
und Dauer der physischen Arbeitsunfähigkeit) gegeben. Damit ist der adäquate
Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 9. Oktober 2003 und der psychischen
Fehlentwicklung zu verneinen. Da die Unfalladäquanz bezüglich der geltend gemachten
psychischen Beschwerden zu verneinen ist, kann die Frage nach deren natürlicher
Unfallkausalität offen gelassen werden.
6.
Zu prüfen ist nachfolgend, welche rentenrelevanten erwerblichen Auswirkungen die
unfallkausalen somatischen Beschwerden haben.
6.1 Ist der Versicherte infolge des Unfalles zu mindestens 10% invalid (Art. 8 ATSG),
so hat er Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Die Invalidenrente
beträgt bei Vollinvalidität 80% des versicherten Verdienstes; bei Teilinvalidität wird sie
entsprechend gekürzt (Art. 20 Abs. 1 UVG).
6.2 Die Beschwerdegegnerin ging von einem versicherten Verdienst von Fr. 58'306.--
aus (act. G 8.118.1; zur Berechnung vgl. act. G 8.107), was vom Beschwerdeführer
nicht bestritten wurde.
6.2.1 Als versicherter Verdienst gilt der nach der Bundesgesetzgebung über die
AHV massgebende (Brutto-)Lohn (Art. 22 Abs. 2 Satz 1 der Verordnung über die
Unfallversicherung [UVV; SR 832.202]). Als massgebender Lohn gilt jedes Entgelt für in
unselbstständiger Stellung auf bestimmte oder unbestimmte Zeit geleistete Arbeit
(Art. 5 Abs. 2 Satz 1 des Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung [AHVG; SR 831.10]). Der massgebende Lohn umfasst auch
Teuerungs- und andere Lohnzulagen, Provisionen, Gratifikationen, Naturalleistungen,
Ferien- und Feiertagsentschädigungen und ähnliche Bezüge, ferner Trinkgelder, soweit
diese einen wesentlichen Bestandteil des Arbeitsentgeltes darstellen (Art. 5 Abs. 2 Satz
2 AHVG).
6.2.2 Bei der Berechnung des versicherten Verdienstes haben die Parteien
übersehen, dass dem Beschwerdeführer monatlich eine pauschale "Mittagszulage"
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ausgerichtet wurde. Diese betrug im Oktober 2002 Fr. 253.--, im November 2002
Fr. 220.--, im Dezember 2002 Fr. 121.--, im Januar und Februar 2003 je Fr. 88.--, im
März 2003 Fr. 231.--, im April und Mai 2003 Fr. 220.--, im Juni 2003 Fr. 165.--, im Juli
2003 Fr. 99.--, im August 2003 Fr. 165.-- und im September 2003 Fr. 143.--. Im
Unfallmonat Oktober 2003 wurde dem Beschwerdeführer keine Mittagszulage
entrichtet (vgl. das Lohnkonto der Jahre 2002 und 2003, act. G 8.103). Bei der
Bestimmung des versicherten Verdienstes kann lediglich der den Zeitraum nach dem
9. Oktober 2002 betreffende Anteil der Mittagszulage im Umfang von Fr. 188.--
(Fr. 253.-- / 31 x 23) angerechnet werden. Insgesamt erhielt der Beschwerdeführer im
Jahr vor dem Unfall ab dem 9. Oktober 2002 eine Mittagszulage von Fr. 1'948.--. Unter
deren Berücksichtigung resultiert ein versicherter Verdienst von Fr. 60'254.--
(Fr. 58'306.-- + Fr. 1'948.--).
6.3 Gestützt auf die Lohnangabe der Arbeitgeberin für das Jahr 2005 berücksichtigte
die Beschwerdegegnerin ein Valideneinkommen von Fr. 59'800.-- (Fr. 4'600.-- x 13). Da
die Beschwerdegegnerin diesem Valideneinkommen als Invalideneinkommen DAP-
Löhne aus dem Jahr 2006 gegenüberstellt, ist das Valideneinkommen unter
Berücksichtigung der im Jahr 2006 gegenüber dem Vorjahr eingetretenen
Nominallohnentwicklung zu erheben und damit an die gleiche zeitliche Grundlage
anzupassen. Bei Männern stieg der Nominallohn im Jahr 2006 gegenüber dem Vorjahr
um 1,1% an (vgl. Bundesamt für Statistik, Entwicklung der Nominallöhne). Daraus
resultiert ein Einkommen für das Jahr 2006 von Fr. 60'458.-- (Fr. 59'800.-- x 1.011).
Hinzu zu zählen sind weiter die pauschalen Mittagszulagen, die der Beschwerdeführer
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auch im Gesundheitsfall erhalten hätte. Werden
die im Januar bis September 2003 ausgerichteten Zulagen auf ein ganzes Jahr
hochgerechnet, so resultiert eine jährliche pauschale Mittagszulage von Fr. 1'892.--
(Fr. 1'419.-- / 9 x 12). Unter Einbezug der pauschalen Mittagszulage von Fr. 1'892.--
resultiert für das Jahr 2006 insgesamt ein Valideneinkommen von Fr. 62'350.--
(Fr. 60'458.-- + Fr. 1'892.--).
6.4 Bezüglich der Bestimmung des Invalideneinkommens ist einerseits die Höhe der
medizinisch bescheinigten Restarbeitsfähigkeit, andererseits die Höhe der zu
berücksichtigenden DAP-Löhne umstritten.
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6.4.1 Der Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpunkt, dass zur
somatischen Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit auf das orthopädische MEDAS-
Teilgutachten vom 18. April 2007 (IV-act. 42-28 ff. im Verfahren IV 2008/196)
abzustellen sei. Demgegenüber hält die Beschwerdegegnerin die im AEH-Gutachten
vom 19. Oktober 2004 (act. G 8.49) enthaltene Einschätzung für einschlägig. Beide
gutachterlichen Einschätzungen beruhen auf eingehenden Untersuchungen, erfolgten
in Kenntnis der Vorakten und vermögen die festgestellten Einschränkungen schlüssig
zu begründen. Es bestehen keine Mängel, die deren Beweistauglichkeit zu erschüttern
vermöchten. Die Gutachten weichen bezüglich der Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit
denn auch nur marginal voneinander ab (Arbeitsfähigkeit für leidensadaptierte
Tätigkeiten gemäss AEH-Gutachten 75% [act. G 8.49], gemäss orthopädischen
MEDAS-Teilgutachten 70% [IV-act. 42-30 im Verfahren IV 2008/196]). Mit Blick darauf,
dass das AEH-Gutachten im Zeitpunkt des Einspracheentscheids vom 1. Juli 2008 (act.
G 8.133) bereits knapp 4 Jahre zurücklag, der orthopädische MEDAS-Gutachter
Kenntnis des AEH-Gutachtens sowie - im Rahmen der interdisziplinären Begutachtung
- der (unfallfremden) psychischen Leiden besass und sich auf aktuelle Röntgenbilder
stützte, erscheint dem Gericht die orthopädische MEDAS-Einschätzung
überzeugender. Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdegegnerin
selbst die im AEH-Gutachten angegebene prozentuale Restarbeitsfähigkeit im Ergebnis
für nicht zutreffend hielt und diese nach oben korrigierte (vgl. hierzu act. G 8.116, S. 2).
Gestützt auf die orthopädische Beurteilung des MEDAS-Gutachtens ist davon
auszugehen, dass der Beschwerdeführer für leidensadaptierte Tätigkeiten über eine
70%ige Arbeitsfähigkeit verfügt.
6.4.2 Es ergeben sich vorliegend keine Anhaltspunkte dafür, dass die von der
Beschwerdegegnerin ausgewählten DAP-Löhne nicht den Anforderungen gemäss
BGE 129 V 472 ff. (Repräsentativität, Angaben über Höchst-, Tiefst- und
Durchschnittslöhne etc.) entsprechen würden. Der Beschwerdeführer macht auch
nichts Entsprechendes geltend. Er wendet lediglich ein, dass vorliegend nicht auf den
ausgewählten Durchschnittslohn, sondern angesichts der konkreten Umstände
(Teilzeitarbeit, Alter, Anzahl Dienstjahre, Aufenthaltsstatus "etc.") auf den ermittelten
Minimallohn der DAP-Löhne abzustellen sei (act. G 1, S. 5). Vorliegend gilt es zu
beachten, dass die Beschwerdegegnerin bei der Bestimmung des
Invalideneinkommens nicht auf den Durchschnittslohn der dem Anforderungsprofil des
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Beschwerdeführers entsprechenden DAP-Stellen von Fr. 50'445.-- (act. G 8.115)
abstellte, sondern auf den darunter liegenden Durchschnitt von 5 ausgewählten DAP-
Löhnen von Fr. 48'526.-- (dies im Gegensatz zum Sachverhalt des vom
Beschwerdeführer ins Feld geführten Urteils des Verwaltungsgerichts des Kantons
Thurgau als Versicherungsgericht; act. G 19.1). Durch diese Auswahl hat sie sämtlichen
massgebenden persönlichen und beruflichen Aspekten hinreichend Rechnung
getragen. Unter Berücksichtigung eines Valideneinkommens von Fr. 62'350.-- und
eines an die Restarbeitsfähigkeit angepassten Invalideneinkommens von Fr. 33'968.--
(Fr. 48'526.-- x 0.7) resultiert eine unfallbedingte Erwerbseinbusse von Fr. 28'382.--
(Fr. 62'350.-- - Fr. 33'968.--) und damit ein Invaliditätsgrad von gerundet (vgl. zu den im
Rahmen des Einkommensvergleichs zu beachtenden Rundungsregeln BGE 130 V
121 ff.) 46% ([Fr. 28'382.-- / Fr. 62'350.--] x 100). Dass die Beschwerdegegnerin bei
der Bestimmung des bei der Bemessung des Invalideneinkommens herangezogenen
DAP-Durchschnittlohns den konkreten Umständen gerecht wurde, geht im Übrigen aus
einer Vergleichsrechnung auf der Grundlage der LSE-Löhne hervor, woraus ein tieferer
Invaliditätsgrad resultieren würde. Dabei kann auf das den Beschwerdeführer
betreffende Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 13. Januar
2010, IV 2008/196, E. 4.1 ff. verwiesen werden, worin der Einkommensvergleich unter
Einbezug eines Valideneinkommens für das Jahr 2003 von Fr. 60'384.-- und eines
Invalideneinkommens gestützt auf die LSE-Löhne (2003, TA1, Männer, Niveau 4:
Fr. 57'745.--) unter Berücksichtigung einer teilweise auch durch nicht UVG-versicherte
Gesundheitsschäden beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit für leidensadaptierte Tätigkeiten
von 60% vorgenommen wurde. Dabei wurde bei der Bestimmung des
Invalideneinkommens ein Leidensabzug von 15% berücksichtigt, woraus sich ein
Invaliditätsgrad von 51% ergab. Auf dieser Grundlage ergäbe sich unter
Berücksichtigung der aus unfallversicherungsrechtlicher Sicht verbliebenen 70%igen
Arbeitsfähigkeit für leidensadaptierte Tätigkeiten ein Invalideneinkommen von
Fr. 34'358.-- (Fr. 57'745.-- x 0.7 x. 0.85), eine Erwerbseinbusse von Fr. 26'026.--
(Fr. 60'384.-- - Fr. 34'358.--) und ein Invaliditätsgrad von 43%.
7.
Der Beschwerdeführer bestreitet weiter die Höhe der von der Beschwerdegegnerin
anerkannten 10%igen Integritätseinbusse und verlangt eine höhere
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Integritätsentschädigung als die zugesprochene (act. G 1). Er begründete weder im
Einsprache- noch im Beschwerdeverfahren, weshalb er den verfügten
Integritätsschaden für unzutreffend hält. Der Kreisarzt Dr. B._ begründete in der
Beurteilung des Integritätsschadens vom 12. Januar 2005 unter Einbezug sämtlicher
diagnostizierten somatischen Unfallfolgen schlüssig seine Schätzung von 10%. Aus
den Akten ergeben sich keine Anhaltspunkte, dass diese Schätzung unzutreffend und
nicht mit Art. 24 f. UVG vereinbar wäre, weshalb darauf abzustellen ist.
8.
8.1 Nach dem Gesagten ist der Einspracheentscheid vom 1. Juli 2008 in Gutheissung
der Beschwerde insoweit aufzuheben, als dem Beschwerdeführer aufgrund einer
46%igen Invalidität eine Unfallrente zuzusprechen ist. Zur Rentenfestsetzung
(einschliesslich Teuerungszulage) ist die Sache an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.
8.2 Es werden keine Gerichtskosten erhoben (Art. 61 lit. a ATSG).
8.3 Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer einen Anspruch auf eine
Parteientschädigung für die Kosten der Vertretung und Prozessführung (Art. 61 lit. g
ATSG) Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei insbesondere der
Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen ist. In der
Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22
Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten (HonO;
sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Mit Blick auf vergleichbare Fälle
erscheint eine Parteientschädigung von pauschal Fr. 4'000.-- (einschliesslich
Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG