Decision ID: d8b687f7-aabd-46c7-aa78-8dc345bb31a7
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1969, erlitt am 3
1.
Juli
2005 einen Unfall (
Urk.
7/
39/227
) und meldete sich am 2
9.
August
2006 bei der Invalidenversi
cherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/
23). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte unter anderem ein polydisziplinäres Gutachten ein, das am
9.
Februar 2009 erstattet wurde (
Urk.
7/
80), und sprach ihm mit Verfügung vom 2
4.
November 2009 bei einem Invaliditätsgrad von 44
%
eine
Viertelsrente
ab Juli 2006 zu (
Urk.
7/
93).
1.2
Nach Eingang eines Rentenrevisionsfragebogen
s
vom 2
9.
September 2011 (
Urk.
7/
104) holte die IV-Stelle unter anderem ein psychiatrisches Gutachten ein, das am
3.
September 2013 erstattet wurde (
Urk.
7/
128)
. Sodann nahm sie
die Einholung
ein
es
weitere
n
psychiatrische
n
Gutachten
s
in Aussicht
, woran sie nach Einwänden des
Versicherten mit
Zwischenverfügun
g vom 2
5.
September 2014 festhielt (
Urk.
7/
154). Die dagegen erhobene Beschwerde (
Urk.
7/
159/3-14) wurde vom hiesigen Gericht mit Urteil vom 2
8.
Januar 2015 im Verfahren Nr. IV.2014.01126 (
Urk.
7/
161
auch Handakten
) teilweise gutgeheissen, dies mit der Feststellung, auf das Gutachten vom
3.
September 2013 könne aus näher dargelegten Gründen nicht abgestellt werden (S. 13 E. 6.2)
,
und mit der Anordnung einer
bidiszipli
nären
Begutachtung (S. 15
Ziff.
1).
In der Folge wurde am 3
0.
September 2015 ein rheumatologisches (
Urk.
7/
183) und am 1
1.
Dezember 2015 ein psychiatrisches Gutachten (
Urk.
7/
190) erstattet.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/
196,
Urk.
7/
200) stellte die IV-Stelle die bisher ausgerichtete Rente mit Verfügung vom 2
9.
März
2016 (
Urk.
7/
207 =
Urk.
2) ein.
2.
Der Versicherte erhob am
2.
Mai
2016
Beschwerde gegen die Verfügung vom 2
9.
März
2016 (
Urk.
2)
und beantragte, diese sei aufzuheben und die
Beschwer
degegnerin
sei zu verpflichten, ihm rückwirkend ab August 2013 eine ganze Rente zuzusprechen (
Urk.
1 S.
2
Ziff.
1); eventuell sei sie zu verpflichten, die Rente im bisherigen Umfang auch ab Mai 2016 auszurichten, und subeventuell sei ein gerichtliches Obergutachten einzuholen beziehungsweise die Sache zwecks Ergänzung des Sachverhalts an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen
und die aufschiebende Wirkung der Beschwerde wiederherzustellen
(
Urk.
1 S. 2
Ziff.
2-3).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
7.
Juni 2016 (
Urk.
6) die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am
8.
Juli
2016 zur Kenntnis gebracht wurde.
3.
Am 3
0.
Januar 2016 erlitt der Beschwerdeführer eine
Distorsion der
Halswirbel
säule
(HWS) Grad II
, worüber am
3.
März 2016 berichtet wurde (
Urk.
7/211 =
Urk.
3/4), worauf er bei der Beschwerdegegnerin am 2
9.
April 2016 eine Ver
schlechterung
des Gesundheitszustandes
geltend machte (
Urk.
7/212). Diese sistierte
sodann - antragsge
mäss -
das
entsprechende
Verfahren
(
Urk.
7/214).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
#BeginnXX001
<
Invaliditätsbegriff bei Erwerbstätigen;
Gesetzestext < letzte Revision: 08/15
#
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die
Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über
wind
bar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
#EndeXX001#
1.
2
#BeginnXX100
<Rentenrevision, Gesetzestext
und Voraussetzungen < letzte Revision: 9/13#
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai
2009 E.
1.2 und I 212/03 vom 28. August
2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswir
kungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurtei
lung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
sprache
ent
scheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Invaliditäts
be
messung
beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
#EndeXX100#
1.3
Bei
somatoformen
Schmerzstörungen und vergleichbaren psychosomatischen Leiden ist von medizinischer Seite die Frage zu beantworten, wie - ausgehend von den einschlägigen Indikatoren - das Leistungsvermögen einzuschätzen ist (BGE 141 V 281 E. 5.2.2). Die genannten Indikatoren beziehen sich auf die fol
genden Aspekte (BGE 141 V 281 E. 4.1.3):
Gesundheitsschädigung:
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz
Komorbiditäten
Persönlichkeit: Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Ressourcen
sozialer Kontext
Konsistenz (Gesichtspunkte des Verhaltens)
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen ver
gleichbaren Lebensbereichen
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener
Leidens
druck
Ferner sollen Gutachten eine einlässliche Begründung der gestellten Diagnose enthalten (BGE 141 V 281 2.1.1) und sich
zu
allfällige
n
Ausschlussgründe
n
im
Sinne einer Aggravation oder ähnlicher Erscheinungen (beispiels
weise erheb
li
che
Diskrepanz zwischen den geschilderten Schmerzen und dem gezeigten Ver
hal
ten oder der Anamnese;
Angabe intensiver Schmerzen, deren Charakte
risie
rung
jedoch vage bleibt; Nichtbeanspruchung medizinischer Be
handlung und Thera
pi
e; demonstrativ vorgetragene, auf den Sachverständigen unglaubwürdig wirkende Klagen; behauptete schwere Einschränkungen im All
tag, jedoch intaktes psy
cho
soziales Umfeld)
äussern (BGE 141 V 281 E. 2.2.1).
1.4
#BeginnUV053
<Beweiswert medizinisches Gutachten, allgemein < letzte Revision: 12/15#
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vor
akten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
#EndeUV053#
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) davon aus,
sie habe die 2009 zugesprochene Rente gemäss den Schlussbestimmungen zu
r
IV-Revision 6a überprüft (S. 1 Mitte). G
emäss den eingeholten Gutachten sei der Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig (S. 3 oben).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1), das psychiatrische Gutachten leide an bestimmten Mängeln (S. 8 f.
Ziff.
4).
E
ine Verbesserung des Gesundheitszustandes sei nicht ausgewiesen, vielmehr bestehe seit der Begutachtung von 2013 aus psychiatrischer Sicht eine vollständige Er
werbsunfähigkeit (S. 9
Ziff.
5).
Es werde bestritten, dass die
Schlussbestimmun
gen
der IV-Revision 6a anwendbar seien (S. 9 f.
Ziff.
1).
Auch fehle eine um
fassende Abklärung des aktuellen medizinischen Sachverhalts (S. 12
Ziff.
2).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, wie es sich mit dem Gesundheitszustand des Beschwer
deführers verhält, und gestützt worauf dieser zu beurteilen ist.
3.
3.1
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Neurologie,
C._
, erstatteten am
9.
Februar
2009 ein polydisziplinäres Gutachten (
Urk.
7
/80).
Die Gutachter nannten
folgende
Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 18
Ziff.
6.1):
leicht- bis mittelgradige depressive Episode ICD-10 F32.01 und
Verdacht auf anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung bei somatischen und psychischen Faktoren ICD-10 F45.4
leicht bis höchstens mässig ausgeprägtes, linksbetontes
Cervicalsyndrom
bei Status nach Heckauffahrkollision am 3
1.
Juli 2005 mit radiologisch radialem Riss im
Anulus
fibrosus
bei C6/7
Der psychiatrische Gutachter führte aus, vergleiche man die
anlässlich der aktuellen Untersuchung erhobenen
Befunde mit jenen der vor-liegenden psychiatrischen Akten, so divergierten diese nicht wesentlich. Auch heute sei es schwierig, ein psychisches Leiden wirklich psychopathologisch ab-gegrenzt feststellen zu können, da die Symptomatik des Exploranden geprägt sei durch seine Passivität, eventuell auch durch eine
Medikamentenüberdosie
rung
und deren Aus
wirkungen sowohl auf die Psycho
motorik wie auch auf die Affektivität. Dennoch bleibe der Eindruck, dass der Explorand leicht bis mittel
gradig depressiv sei.
Er habe wenig Interesse, sei af
fektiv beschränkt
schwin
gungsfähig
, ernsthaft, lebe zurückgezogen, könne ohne Medikamente angeblich nicht schmerzfrei leben, nehme am Familienleben nur zurückhaltend Anteil, kümmere sich kaum um Haushaltarbeiten, habe wenig Initiative und wirke eher bedrückt und niedergeschlagen
. Die Kriterien gemäss ICD-10 für eine an
hal
tende
somatoforme
Schmerzstörung
seien
ebenfalls erfüllt
(S.
16 unten).
So seien die Be
schwerden
durch eine therapeutische Massnahme kaum
angeh
bar
, sie
hätten einen somatischen, aber auch einen psychogenen Ursprung
.
Der Explo
rand zeige auch eine gewisse Verdeutlichungstendenz (S. 16 f.).
Insgesamt müssten die Foerster-Kriterien als erfüllt beurteilt werden (S. 17 oben). Die dis
sozialen Züge des Exploranden seien für die Überwindung der
Beschwerde
symp
tomatik
sicherlich ein erheblicher Belastungsfaktor (S. 17 Mitte).
Die Gutachter kamen zum Ergebnis, dass dem Beschwerdeführer die ange
stammte Tätigkeit in der Gepäckabfertigung nicht mehr zumutbar sei
(S.
21
Ziff.
7.2)
.
A
us neurologischer Sicht bestehe in einer angepassten Tätigkeit mit leichter bis höchstens sporadisch mässiger Körperbelastung der Körperachse und des Schul
tergürtels eine volle Arbeitsfähigkeit. Aus psychiatrischer Sicht sei der Ex
plo
rand arbeits- und leistungsfähig
eingeschränkt im Hinblick auf seine De
pressi
vi
tät und die Schmerzsymptomatik, beides Symptomkreise,
welche
die je
weili
gen
Copingmechanismen
negativ beeinflussten, sodass es zu einem
circulus
vitiosus
komme.
Aus
rein psychiatrischer Sicht
bestehe
für eine angepasste Tä
tigkeit
eine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit von 30
%
. Auch
gesamtmedi
zinisch
müsse von einer Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit von 30
%
in ei
ner ange
passten Tätigkeit ausgegangen werden (S. 21 f.
Ziff.
7.3).
3
.2
Die Beschwerdegegnerin
ging sodann von einer Arbeits
un
fähigkeit in angepass
ter Tätigkeit von 30
%
aus (
Urk.
7/81 S. 8 oben), ermittelte einen
Invaliditäts
grad
von 44
%
(
Urk.
7/88 S. 1)
,
und
sprach dem Beschwerdeführer mit Verfü
gung vom 2
4.
N
ovember 2009 rückwirkend ab
Juli 2006 eine
Viertels
rente
zu (
Urk.
7
/93).
4.
4.1
Am 15./1
9.
Oktober 2012 fand in der Rheumaklinik des
D._
ein Assessment statt
, über das am 2
0.
Dezember 2012 berichtet
wurde (
Urk.
7/117/1-8). Dabei wurden folgende, hier verkürzt an
ge
führte,
ar
beits
relevante
Diagnosen genannt (S. 2
Ziff.
1):
zervikobrachiales
Syndrom links
Verdacht auf CPPD-
Arthropathie
, Erstmanifestation (EM) zirka 2007,
Erst
diagnose
(ED) August 2012
Periarthropathia
humeroscapularis
tendinopathica
links
schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (F32.2)
Als weitere Diagnose wurde eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.0) genannt (S. 2
Ziff.
2).
Es wurde unter anderem berichtet, der Patient habe bei den Tests eine schlechte Leistungsbereitschaft gezeigt; die demonstrierte Belastbarkeit sei nur minimal (S. 2
Ziff.
3).
Mangels exakter Angaben über die letzte berufliche Tätigkeit (Mitarbeiter Gepäck
abfertigung Flughafen) sei es schwierig, die heute verbliebene Arbeits
fähigkeit zu quantifizieren. Unter der Annahme, dass es sich dabei um eine min
destens mittelschwere, vorwiegend gehende und stehende Tätigkeit mit vo
r
übergehenden Zwangspositionen beim Beladen der Flugzeuge handle, dürfte er bestenfalls noch eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
erreichen (S. 4
Ziff.
5.1).
Aus rheumatologischer Sicht gebe es keine Argumente, welche gegen eine ganz
tägige Arbeitsfähigkeit in einer mindestens leichten wechselbelastenden Tät
ig
keit sprächen. Allerdings müsse eine Beschwerdezunahme im Tagesverlauf ange
nommen werden, die eine Leistungsminderung von maximal 20
%
begrün
den könne. Daraus ergebe sich aus rein somatisch-rheumatologischer Sicht eine zumutbare Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit von 80
%
. Zusätzlich
bestehe eine psychische Problematik von Krankheitswert (schwere depressive Episode), aufgrund derer der Patient derzeit nicht arbeitsfähig sei, womit eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestehe (S. 4
Ziff.
5.2).
4.2
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, führte in
seinem Bericht vom
8.
Februar
2013 (
Urk.
7/120) aus, er behandle den Beschwer
deführer seit dem 1
0.
Mai 2006 (
Ziff.
1.2), und nannte folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
rezidivierende depressive Erkrankung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.11)
anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
Verdacht auf sonstige andauernde Persönlichkeitsänderung bei chroni
schem Schmerzsyndrom (ICD-10 F62.8)
Betreffend Behandlung nannte er monatliche, in Krisensituationen wöchent
liche, Termine (
Ziff.
1.5).
Er attestierte eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
in den bisher ausgeübten Tätig
keiten seit Mai 2006 (
Ziff.
1.6) und sinngemäss auch in angepassten Tätig
keiten (
Ziff.
1.9).
4.3
Am
3.
September 2013 erstattete
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Psy
chiatrie und Psychotherapie, ein Gutachten im Auftrag der Beschwerdegegnerin, auf welches diese jedoch nicht abstellte, was vom hiesigen Gericht mit Urteil vom
2
8.
Januar 2015 bestätigt wurde (
Urk.
7/161 S. 13 E. 6.2).
4.
4
Am 3
0.
September 2015 erstattete
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Allge
meine Innere Medizin und für Rheumatologie, Chef der Abteilung für Rehabili
tation und Rheumatologie, Kantonsspital
H._
, ein Gutachten im Auftrag der Beschwerdegegnerin (
Urk.
7/183).
Er nannte folgende Diagnosen (S. 24
Ziff.
4):
Arthrosen der MCP II und III beidseits
, Differentialdiagnose (DD) CPPD-
Arthropathie
Erstsymptome ab zirka 2005, Erstdiagnose 2012 Rheumaklinik
D._
bisher keine Hinweise für eine generalisierte CPPD-Arthritis oder an
dere chronisch entzündlich rheumatische Erkrankung
chronische
Cervicobrachialgie
beidseits
keine Hinweise für neurologische Läsionen
fragliche
Periarthropathia
humeroscapularis
tendinopathica
links
Sonographie August 2012: abgeflachte Sehnenstruktur
Supraspinatus
links
substituierte Hypovitaminose D
In seiner
Beurteilung führte der Gutachter unter anderem aus, die a
ktuelle
Unter
suchung zeige keine wesentlichen Unterschiede zu den Voruntersuchun
gen
vom Sept
ember 20
12 und Mai/Juni
20
13 im
D._
und den aktuellen Un
ter
suchungen in der Klinik
I._
.
Das Bild
sei
über alle Untersuchungen bis
hin zu
r Untersuchung im
C._
2008
kongruent
. Es könnten
kaum objekti
vierbar
e Befunde erhoben werden
, die
Kooperationsmöglichkeiten
seien
eingeschränkt
,
die Widersprüchlichkeit hoch
(S. 25 Mitte)
.
Letztlich liege
als Diagnose
nur eine diskrete Arthrose der MCP II
-
und III
-
Ge
lenke beidseits vor, die sich über die letzten 3 Jahre n
icht wesentlich verändert habe (S. 26 oben).
Der Beschwerdeführer schildere, dass er zuletzt am Flughafen
J._
als
Maschi
nenprüfer
tätig gewesen sei
(nach drei Monaten im Gepäcktransport habe er in die Maschinenprüfung ohne Heben und Tragen schwerer Gegen
stände wechseln können; S. 19 unten).
Aus rheumatologischer Sicht bestehe für Arbeiten ohne repetitives Heben und Tragen von Lasten über 10 kg eine volle Arbeitsfähigkeit (S. 26
Ziff.
6).
Eine Einschränkung von 20
%
infolge Beschwerdezunahme im Tagesverlauf, wie seitens der
Rheumaklinik
D._
am 2
0.
Dezember 20
12
attestiert,
müsse aus heutiger Sicht nicht gemacht werden
. Eine solche Beschwerdezunahme werde bei mehrfachem Nachfragen vom Beschwerdeführer nicht geschildert. Das Feh
len einer Atrophie der Muskulatur im linken Arm bei über mindestens
3 Jahre dokumentierten
Beschwerden lasse darauf schliessen, dass der linke Arm auch nicht geschont werde, weshalb aus heutiger Sicht eine solche Einschränkung nicht gemacht werden müsse (S. 27 oben).
Auf die Frage nach Veränderungen seit November 2009 führte der Gutachter aus, zwischen 2009 und 2012 (Erstbeurteilung Rheumaklinik
D._
) seien neu Schmerzen in den Händen aufgetreten; die im Gutachten beschriebene Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe dokumentiert seit 2012 (S. 27
Ziff.
8.1).
Im
C._
-Gutachten von 2009 seien keine somatischen Gründe für eine Arbeits
unfähigkeit gefunden worden. 2012 sei eine CPPD-
Arthropathie
diagnostiziert worden, ab 2012 liege folglich eine somatische Diagnose mit Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vor. Seit 20 Jahren werde übereinstimmend attestiert, dass eine erhebliche Diskrepanz zwischen den subjektiv empfundenen Beschwerden und den objektivierbaren klinischen Befunden bestehe; dies habe sich bis heute nicht geändert (S. 28
Ziff.
8.2).
4.5
Am 1
1.
Dezember 2015 erstattete
Dr.
med.
K._
, Facharzt für Psychi
a
trie und Psychotherapie, Leitender Arzt Psychiatrisches Zentrum
L._
, ein Gutachten im
Auftrag der Beschwerdegegnerin (
Urk.
7/190).
Er stützte sich auf die ihm überlassenen Akten (S. 5 ff.), telefonische Auskünfte des Hausarztes und der Ehefrau (S. 14 f.), die - unter
Beizug
einer Dolmetsche
rin gemachten (S.
2) - Angaben des Beschwerdeführers (S.
16 f.), und die von ihm am 1
7.
November 2015 erhobenen Befunde (S. 17 ff.).
Der Gutachter nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit (S. 26
lit
. e):
dissoziale Persönlichkeitsstörung (F60.2)
chron
isches
Schmerzsyndrom mit somat
ischen
und psych
ischen
Fakto
ren (F45.41)
Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nannte er (S.
26
lit
.
e):
abnormes Krankheitsverhalten auf dem Boden der abnormen Persönlich
keitsstruktur
(mit diversen Phänomenen der dysfunktionalen
Stressbe
wältigung
)
Onychophagie
(F98.8)
intern = Nägelkauen
Nikotinabhängigkeit
somatische
K
omorbidität
: vgl. rheumatologisches Teilgutachten
In seiner Beurteilung führte er unter anderem aus, beim Exploranden bestehe einerseits eine chronische Schmerzstörung (mit nur sehr diskretem organischem
Substrat) und andererseits eine Persönlichkeitsanomalie, welche die Art und Weise
der Bewältigung seiner Beeinträchtigungen massgeblich beeinflusse (S.
27 oben).
Sodann begründete er, von den Kriterien der ICD-10 ausgehend, die diagnosti
zierte Persönlichkeitsstörung (S. 27 ff.). Die früher verschiedentlich diagnosti
zierten depressiven Episoden könnten - trotz weitgehend fehlender
antidepres
siver
Medikation - für den aktuellen Moment nicht bestätigt werden (S.
30 Mitte). Würde man auf einer separaten Diagnose einer affektiven Störung be
stehen, so würde diejenige einer
Dysthymie
zumindest aus heutiger Sicht die Verhältnisse beim Exploranden recht gut widerspiegeln (S.
31 Mitte). Unter Hin
weis auf massgebende medizinische Literatur und die Angaben in den Akten (S.
32 ff.) führte der Gutachter weiter aus, das über die Jahre präsentierte, zum Teil wechselhafte Beschwerdebild erscheine unter dem Strich als eher wenig
authentisch, wobei zumindest
aggravatorische
Tendenzen vorhanden seien (S. 36
oben). Aus näher dargelegten Gründen (S.
36
f.) kam der Gutachter zum Schluss
, es seien
weder besonders gravierende Begleitfaktoren noch eine ext
reme
Ressourcenschwäche im Spiel (S.
37 Mitte).
Unter Bezugnahme auf die von der Rechtsprechung eingeführten Indikatoren (vorstehend E.
1.
3
) gelangte er ferner
zum Schluss,
dass das präsentierte Aktivitätsniveau nicht dem zumutba
ren Maximum entspreche, das aus med
izinischer
Sicht vertretbar wäre (S. 38 unten).
Betrachte man die zuletzt ausgeübte Tätigkeit des Exploranden als Luftfracht-Mitarbeiter, so seien aus psychiatrischer Sicht bezüglich seiner grundsätzlichen Einsetzbarkeit - über die von somatischer Sicht gemachten Einschränkungen (Heben schwerer Lasten) hinaus - keine Einschränkungen zu machen. Immerhin habe die aktuelle Untersuchung netto 6 1⁄2 Stunden gedauert, dazu komme noch der Reiseweg von
M._
nach
N._
und retour.
In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit wäre ein leicht abgestufter Einstieg bedenkenswert mit
einer
Einstiegs
phase
von 80
%
(S. 39 Mitte).
In einer angepassten Tätigkeit
mit
weniger Hektik,
einem
reizärmere
n
Milieu,
mit etwas reduzierten
physische
n
Kraft- und Ausdauerleistungen
- zu denken wäre an eine vorwiegend sitzende oder wechselbelastende Industrietätigkeit mit hoch
routinisierten
, berechenbaren Arbeitsabläufen und keiner Notwendigkeit von hochdifferenzierter Teamarbeit - w
äre mittelfristig ein 100%iges
Arbeits
pensum
vorstellbar, wobei der vermutlich bestehenden
Dekonditionierung
auf psych
ischer
Ebene allenfalls mit einer 20%igen Leistungsverminderung initial
-
jedoch nur für eine Einstiegsphase von
zirka
drei Monaten
-
Rechnung getragen werden könnte (
S. 39 f.
).
4.6
Dr.
med.
O._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Rheu
matologie, führte in seinem Bericht vom 1
2.
Februar 2016 (
Urk.
7/199) aus, er behandle den Beschwerdeführer seit dem 1
9.
Januar
2016 (S.
1 Mitte), und nannte die folgenden, hier verkürzt angeführten, Diagnosen (S. 1):
chronisches therapieresistentes
cervikobrachiales
Syndrom links
chronische CPPD-
Arthropathie
(Verdacht auf)
Uhrglasnägel unklarer Ätiologie
Depression
Unter Hinweis auf die von ihm veranlasste Bildgebung der Hände (S. 3 f.) führte er unter anderem aus, die Diagnose einer CPPD-
Arthropathie
dürfe ohne den Nachweis von Calciumpyrophosphat-Verkalkungen als Hauptmerkmal nicht gestellt werden; in Ermangelung dieses Nachweises bleibe sie lediglich ein Ver
dacht (S. 4 Mitte).
Die signifikanten
Arthropathie
-Veränderungen stellten für feinmotorische wie auch für mittelschwere Tätigkeiten ein deutliches Hindernis dar. Bezüglich der Hände sehe er keine Diskrepanz zwischen den angegebenen Beschwerden und den von ihm erhobenen Befunden. Aus seiner Sicht sei eine 50%ige Arbeitsun
fähigkeit in einer angepassten leichten Tätigkeit aus rheumatologischer Sicht gerechtfertigt (S. 4 unten).
4.
7
Dr.
med.
P._
, Facharzt für Anästhesiologie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), führte am 1
4.
März 2016 aus, der Bericht von
Dr.
O._
enthalte keine klinischen Befunde, die eine andere Beurteilung der Arbeitsfähigkeit begründen könnten; die in den Vordergrund gestellten Veränderungen der Hände seien im rheumatologischen Gutachten vom September 2015 (S. 22 f.) ausführlich fest
gehalten und in der nachfolgenden Beurteilung berücksichtigt worden (
Urk.
7/205
S. 2 unten).
5.
5.1
Der Beschwerdeführer stellte die Beweistauglichkeit des von der
Beschwerde
gegnerin
eingeholten
bidisziplinären
Gutachtens und insbesondere des psychi
a
trischen Gutachtens in Frage.
Als mangelhaft wurde in der Beschwerde (
Urk.
1)
insbesondere
gerügt, dass das psychiatrische Gutachten in der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sowohl der Einschätzung durch
Dr.
F._
im Gutachten von 2013 (vgl. vorstehend E.
4.3) als auch derjenigen durch den behandelnden Psychiater
Dr.
E._
(vgl. vor
stehend E.
4.2) widerspreche (S.
7
Ziff.
2), dass von den beiden genannten Ärz
ten keine fremdanamnestischen Auskünfte eingeholt worden seien (S.
8
Ziff.
4)
,
und dass eine umfassende Auseinandersetzung mit deren Beurteilung fehle (S. 9
Ziff.
5).
5.2
Die Kritik am psychiatrischen Gutachten ist nicht stichhaltig. So dürfte der Be
schwerdeführer
insbesondere
übersehen haben, dass die Beurteilung durch
Dr.
F._
nicht massgebend ist; auf das von ihm 2013 erstattete Gutachten
wurde richtigerweise nicht abgestellt, was im - unangefochten gebliebenen - Urteil des hiesigen Gerichts vom 2
8.
Januar
2015 ausdrücklich festgehalten wurde. Soweit in der Beschwerde mit Feststellungen von
Dr.
F._
argu
mentiert wird, ist
deshalb
darauf zu verweisen. Dies gilt auch für den Stand
punkt des Beschwerdeführers, es sei eine volle Arbeitsunfähigkeit seit der Be
gutachtung durch
Dr.
F._
anzunehmen (
Urk.
1 S. 9
Ziff.
5).
D
ass der psychiatrische Gutachter
überhaupt
fremdanamnestische Angaben ein
holt
, ist sodann praxisgemäss
nicht zwingend notwendig
(
Urteil
e
des Bundes
gerichts
8C_603/2013
vom
9.
April
2014
E.
4.1, 8C_602/2013
vom
9.
April 2014
E. 3.2,
9C_263/2013 vom 2
8.
November
2013 E.
5.3
,
8C_768/2012 vom 2
4.
Janu
ar 2013 E. 3
). Umso weniger kann ein Mangel darin erblickt werden, dass der Gutachter Auskünfte nicht vom behandelnden Psychiater (der bereits
schriftlich berichtet hat) und auch nicht vom Vorgutachter (dessen Gutachten infolge Mangelhaftigkeit Anlass zur erneuten Begutachtung gegeben hat) ein
ge
holt
hat
.
Soweit schliesslich beschwerdeweise damit argumentiert wurde, die Beurteilung durch den Gutachter decke sich nicht mit derjenigen durch den behandelnden Psychiater, ist an die
Divergenz von medizinischem Behandlungs- und Abklä
rungsauftrag (
Urteil des Bundesgerichts 9C_353/2015 vom 2
4.
November 2015 E. 4.1;
BGE 124 I 170 E. 4
) zu erinnern, womit angesichts der
durch das
auftragsrechtliche Vertrauensverhältnis begründeten Nähe (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/cc) des - vorliegend seit annähernd 10 Jahren - behandelnden Psychiaters zum Patienten eine abweichende Beurteilung wenig überraschend erscheint
und nicht das gleiche Gewicht hat wie die gutachterliche Stellungnahme
.
5.3
Da die beschwerdeweise gegenüber dem
bidisziplinären
Gutachten erhobenen Einwände nicht stichhaltig und auch darüber hinaus keine Mängel ersichtlich sind, bleibt festzuhalten, dass das Gutachten alle praxisgemässen Kriterien (vorstehend E. 1.4) vollumfänglich erfüllt, so dass darauf abzustellen ist.
Damit ist
der
Sachverhalt
dahingehend erstellt,
dass aus psychiatrischer Sicht eine dissoziale Persönlichkeitsstörung und ein chronisches Schmerzsyndrom bestehen, welche sowohl in der früheren Tätigkeit als Maschinenprüfer
in
der Luftfrachtspedition als auch in anderweitig angepasster Tätigkeit
-
abgesehen von einer
Einschränkung von 20
%
in einer dreimonatigen Einstiegsphase
in
folge
Dekonditionierung
- keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zur Folge haben (vorstehend E. 4.5).
Aus rheumatologischer Sicht besteht für Arbeiten ohne repetitives Heben und Tragen von Lasten über 10 kg eine volle Arbeitsfähigkeit (vorstehend E.
4.3). Daran ändert die abweichende Einschätzung durch den seit kurzem behandeln
den Rheumatologen (vorstehend E.
4.6) nichts, denn dafür, dass
die von ihm
angeführte Handproblematik über eine Einschränkung bezüglich
feinmotori
scher
und mittelschwerer Tätigkeiten hinaus zusätzlich den quantitativen Um
fang der Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen soll, ist keine Begründung ersichtlich.
5.4
Der
Rentenzusprache
von
2009
lag die Annahme einer Arbeitsfähigkeit von 70
%
aufgrund einer leicht- bis mittelgradigen
depressiven
Episode und eines Verdachts auf eine
somatoforme
Schmerzstörung zugrunde; aus dem ebenfalls diagnostizier
ten
Cervikalsyndrom
folgte eine volle Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit (vorstehend E. 3.1).
Aktuell wurden in psychiatrischer Hinsicht eine dissoziale
Persönlichkeitsstö
run
g
und ein chronisches Schmerzsyndrom diagnostiziert und eine volle Ar
beits
fäh
ig
keit in nicht allzu anspruchsvollen Tätigkeiten attestiert
(vorstehend E. 4.3)
.
Aus rheumatologischer Sicht besteht aufgrund von 2012 diagnostizierten
Finger
ge
lenksarthrosen
und der
Cervicobrachialgie
eine Beschränkung auf Tä
tigkeiten ohne repetitive Lasten über 10 kg (vorstehend E. 4.2).
Der Vergleich des aktuellen Sachverhalts mit dem 2009 gegebenen führt zum Schluss, dass revisionsrelevante Veränderungen erfolgt sind. In somatischer Hinsicht ist eine Handproblematik hinzugetreten, welche zwar den Umfang der Arbeitsfähigkeit nicht beeinträchtigt, aber das Profil angepasster Tätigkeiten be
einflusst. Psychiatrisch sind heute andere Diagnosen zu stellen als 2009, welche die Arbeitsfähigkeit, jedenfalls in angepasster Tätigkeit, im Unterschied zu 2009 im Umfang nicht mehr beeinträchtigen.
5.5
Angesichts der genannten Änderungen in den tatsächlichen Verhältnissen ist eine erneute Anspruchsprüfung zulässig und geboten (vorstehend E.
1.2). Ein Abstellen auf die Schlussbestimmungen der IV-Revision 6a, wonach bestimmte Rentenzusprachen überprüft und angepasst werden können, ohne dass
revi
sionsrelevante
Veränderungen eingetreten sind, erweist sich damit als entbehr
lich. Wie es sich mit den diesbezüglich unterschiedlichen Parteistandpunkten verhält, kann somit offen bleiben.
5.6
Das
Valideneinkommen
wurde 2009 mit
Fr.
61‘200.-- beziffert (
Urk.
7/88 S.
1). Der zwischenzeitlichen Nominalentwicklung
(
www.bsv.admin.ch
,
Tab.
T 39 Ent
wicklung der Nominallöhne) vom Indexstand (Männer) 2‘136 (2009) auf 2‘226 (2015)
angepasst
,
beläuft es sich auf rund
Fr.
63‘779.-- im Jahr 2015.
5.7
Dem Beschwerdeführer sind gemäss medizinischer Beurteilung nur noch körper
lich leichte (
Gewichtslimite
10 kg) und nicht allzu anspruchsvolle Tätigkeiten
zumutbar. Das Invalideneinkommen ist deshalb unter Verwendung der
Tabel
len
löhne
der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) zu bestimmen. Im Jahr 2014 betrug das mittlere von Männer
n
auf dem tiefsten Kompetenzniveau erzielte Einkommen
Fr.
5‘312.-- pro Monat (
www.bsv.admin.ch
, LSE 2014, Tab. TA1_tirage_skill_level, Niveau 1). Auf ein Jahr umgerechnet sowie
angepasst an die
Nominallohnentwicklung (Indexstand 2014: 2‘220) und
die
durchschnittli
che Arbeitszeit von 41.
7 Wochenstunden (
www.bsv.admin.ch
,
Betriebsübliche Ar
beitszei
t nach Wirtschaftsabteilungen) ergibt dies rund
Fr.
66‘633.-- im Jahr 2015.
Dem Umstand, dass der Beschwerdeführer aufgrund der Fingerarthrosen namen
t
lich bei feinmotorischen Tätigkeiten beeinträchtigt sein könnte, kann mit einem Abzug vom statistischen Tabellenlohn im Umfang von 10
%
zusätz
lich Rech
nung getragen werden, womit sich das hypothetische
Invalidenein
kommen
auf rund
Fr.
59‘969.-- beläuft (
Fr.
66‘633 x 0.9).
5.8
Bei einem
Valideneinkommen
von
Fr.
63‘779.-- (vorstehend E. 5.6) und einem Invalideneinkommen von
Fr.
59‘969.-- (vorstehend E. 5.7) beträgt die
Einkom
menseinbusse
Fr.
3‘810.--, was einen Invaliditätsgrad
von rund 6
%
ergibt.
Dies begründet keinen Rentenanspruch mehr.
Die verfügte Renteneinstellung erweist sich somit als rechtens, was zur Abwei
sung der dagegen erhobenen Beschwerde führt.
6.
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
des Bundesgesetzes über die Inva
li
denversicherung (IVG) sind ermessensweise auf
Fr.
800.-- festzusetzen und ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.