Decision ID: e7c5a216-efd5-4c8c-bb76-2321cdb81a0a
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1947, wurde von der Schweizerischen Unfallver
sicherungsanstalt (SUVA)
mit Verfügung vom
9.
Oktober 2009
für die ver
blie
bene Beeinträchtigung aus dem Unfall vom 2
9.
Juli 2007 (Ausrutschen auf eine
r
Felsplatte) bei einem Invaliditätsgrad von 31 % und einem versicherten
Jahres
verdienst
von Fr. 90‘832.-- eine monatliche Invalidenrente von Fr. 1‘931.65 sowie bei einer Integritätseinbusse von 16 % eine Integritätsentschädigung von Fr. 17‘088.-- zu
gesprochen
(
Urk.
10/94).
Mit
Einspracheentscheid
vom 22. Juni 2011 änderte die SUVA die Verfügung vom 9. Oktober 2009 dahingehend ab,
als
dass
sie den
Invaliditätsgrad von 31 % auf 34 % erhöht
e
. Im Übrigen wies
s
ie die Ein
sprache ab (
Urk.
10/140
).
Die dagegen vom Versicherten am 29. August 2011 erhobene Beschwerde (
Urk.
10/145) wies das hiesige Gericht mit Urteil
UV.2011.00221
vom 2
2.
Oktober 2012 ab (
Urk.
10/189).
Die in der Folge geführte Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten (Urk.
10/194) wurde vom Bundesgericht
mit Urteil
8C_1005/2012
vom 4.
Februar 2013
abgewiesen
(
Urk.
10/195).
1.2
M
it Eingabe vom 2
5.
Februar 2013
gelangte
der Versicherte
an
die SUVA
und ersuchte sie,
seinen aktuellen Gesundheitszustand
be
züglich linker Hand und Gehörschaden abzuklären und, falls eine Ver
schlech
terung verglichen mit dem von den Gerichten beurteil
t
en Zustand bei Erlass des
Einspracheentscheids
vom 22. Juni 2011
festgestellt
werde
,
eine neue Verfü
gung zu erlassen
(
Urk.
10/197,
Urk.
11/32).
Die SUVA tätigte
daraufhin
Abklärungen bei den Ärzten des Versi
cherten (
Urk.
10/199)
und
zog
den Bericht von PD Dr. med.
Y._
,
Facharzt FHM Ohren-, Nasen-, Halskrankheiten sowie Hals- und
Gesichtschi
rurgie
, vom 2
3.
Juni 2013 (
Urk.
11/
34) sowie die ärztliche Beur
teilung der Abteilung Arbeitsmedizin der SUVA vom 1
7.
Juni 2013 (Urk. 11/37) bei.
Sie
veranlasste im Institut für Radiologie des
Z._
die
bildge
bende
Unter
suchung der linken Hand des Beschwerdeführers vom 1
8.
Juli 2013 (Urk.
10/201),
erkundigte sich
beim
Ver
sicher
ten
nach
dessen
behandelnden
Ä
rzt
en
(
Urk.
10/203-205) und
holte die Beurteilung ihrer
Kreisärz
tin
vom 15.
August
2013
(Urk. 10/210)
ein
.
Da
nach ver
fügte sie am 4.
September 2013, dass der Vers
icherte w
eiter
hin Anspruch auf eine In
validen
rente bei einem Invaliditätsgrad von 34
% habe
und
keine höhere
Integritätsent
schädigung
geschuldet sei
(
Urk.
10/206)
.
Dagegen
erhob der Ver
sicherte am 7. Oktobe
r 2013 Einsprache (
Urk.
10/212), welche die
SUVA
mit Entscheid vom 1
2.
November 2013 abwies (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am
2.
Dezember 2013 Beschwerde und bean
tragte, in Aufhebung
des angefochtenen
Einspracheentscheids
vom 1
2.
Novem
ber 201
3
s
ei die Integritätsentschädigung
von 16
%
auf 80
%
zu erhöhen, even
tualiter seien medizinische Gerichtsgutachten einzuholen,
subeventualiter
sei die Beschwerdegegnerin zu verpfli
chten, externe medizinische Gutachten einzu
holen. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, die erwerblichen Aus
wir
kungen der aus dem Gutachten von
Dr.
A._
und dem Bericht von
PD
Dr.
Y._
hervorgehenden Verschlechterung des Gesundheitszustandes bezie
hungsweise deren Auswirk
ungen auf den Invaliditätsgrad abzuklären, even
tua
liter seien medizinische Gerichtsgutachten einzuholen,
subeventualiter
sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, externe medizinische Gutachten einzu
ho
len
(
Urk.
1 S. 1)
.
Mit Beschwerdeantwort vom
2
4.
März 2014
beantragte die Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde (
Urk.
9, unter Beilage ihrer Akten [
Urk.
10/1-219,
Urk.
11/1-38]
)
, was dem Beschwerdeführer mit Mitteilung vom 2
7.
März 2014 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
12).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen
.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden
–
soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt
–
die Versicherungs
leistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten ge
währt (
Abs.
1).
1.2
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10
%
invalid (Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialver
sicherungs
rechts
[ATSG]), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für die Bestim
mung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zu
mutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
1.
3
Die Revision einer Invalidenrente der Unfall
versicherung richtet sich nach Art. 17 Abs. 1 ATSG (vgl. Art 1 Abs. 1 UVG). Gemäss dieser Norm wird die
Rente dann von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft ent
spre
chend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben, wenn sich der
Invaliditätsgrad einer Rentenbe
zügerin oder eines Rentenbezügers erhe
blich ändert.
Zeitlicher Ausgangspunkt für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades ist die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruches beruht (BGE 134 V 131 E. 3 mit Hinweis).
In Abweichung von
Art.
17
Abs.
1 ATSG kan
n die Invalidenrente der Unfall
ver
sicherung
gemäss
Art.
22 UVG (in der ab
1.
Januar 2012 gültigen Fassung)
ab dem Monat in dem die berechtige Person eine Altersrente der AHV bezieht, spätestens jedoch ab Er
reichen der Alter
s
grenze gemäss
Art.
21 des Bundes
ge
setzes über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
(AHVG)
nicht mehr revidiert werden. Gemäss
Art.
21
Abs.
1
lit
. a AHVG haben Männer, welche das 6
5.
Alters
jahr vollendet haben
, Anspruch auf eine Altersrente.
1.
4
1.
4
.1
Erleidet der Versicherte durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat er Anspruch auf angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). Die Entschädigung wird mit der Invalidenrente festgesetzt oder, falls kein Rentenanspruch besteht, bei der Beendigung der ärztlichen Behandlung gewährt (Art. 24 Abs. 2 UVG).
1.
4
.2
Ein Integritätsschaden gilt als dauernd, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperlich, geistige oder psychische Integrität, unabhängig von der Erwerbs
fähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird (
Art.
36
Abs.
1
der Verord
nung über die Unfallversicherung [UVV]
)
. Voraussehbare Verschlim
me
rungen des Integritätsschadens werden angemessen berücksichtigt. Revisionen sind nur im Ausnahmefall möglich, wenn die Verschlimmerung von grosser Tragweite ist und nicht vorauss
ehbar war (
Art.
36
Abs.
4 UVV).
1.
5
1.
5
.1
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.
5
.2
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im
Sozialversiche
rungsrecht
zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gut
achterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S.
572; BGE 122 V 157 E. 1c; vgl. auch 123 V 331 E. 1c).
1.
5
.3
D
er Umstand allein, dass eine ärztliche Stellungnahme von einer Partei einge
holt und in das Verfahren eingebracht wird, rechtfertigt nicht Zweifel an ihrem Beweiswert
(BGE 125 V 351 E. 3b/
dd
mit Hinweis).
Auch ein Parteigutachten enthält Äusserungen eines Sachverständigen, welche zur Feststellung eines medizinischen Sachverhalts beweismässig beitragen können. Daraus folgt in
des
sen nicht, dass ein solches Gutachten den gleichen Rang wie ein vom Ge
richt oder vom Versicherungsträger nach geltendem Verfahrensrecht eingeholtes Gutachten besitzt. Es verpflichtet indessen das Gericht zu prüfen, ob das
Partei
gutachten
die Auffassungen und Schlussfolgerungen des vom Gericht oder Ver
sicherungsträger förmlich bestellten Gutachters in rechtserheblichen Fragen derart zu erschüttern vermag, dass darauf nicht mehr abgestellt werden kann
(BGE 125 V 351 E. 3c).
2.
2.
1
Die Beschwerdegegnerin führte im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom 12. November 2013 (
Urk.
2) im Wesentlichen aus, dass der Beschwerdeführer erst am 2
5.
Februar 2013 ein Rentenrevisionsgesuch gestellt habe (
Urk.
2 S. 7). Da er jedoch bereits am 3
0.
Juli 2012 das AHV-Alter erreicht habe, sei die Vor
nahme einer Rentenrevision gestützt auf
Art.
22 UVG ab August 2012 nicht me
hr möglich gewesen (
Urk.
2 S. 7-
8).
B
ezüglich der geltend ge
machten Ver
schlechterung des Hörvermögens
sei
gestützt auf die
ärztliche
Beur
teilung von
Dr.
B._
vom 1
7.
Juni 2013
davon auszugehen, dass die weitere Verschlech
terung nicht mehr in kausalem Zusammenhang mit der anerkannten
Berufs
lärmschwerhörigke
it
stehe, sondern vielmehr
endodegenerative
Innenohr
prozesse
klinisch die Hauptrolle spielen würden
. Demnach seien die Voraus
setzungen für eine Erhöhung der Invalidenrente aufgrund der
Berufslärm
schwerhörigkeit
nicht gegeben
(
Urk.
2 S. 9).
Hinsicht
lich des Anspruchs auf
Inte
gritätsentschädi
gung
sei auf die Beurteilung der
Kreisärztin
vom
1
5.
August 2013
abzustellen,
wonach bezüglich der linken Hand keine wesentlichen radio
logisch
en
Veränderungen bestünden, weshalb sich der Zustand der linken Hand nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit verändert habe (
Urk.
2 S. 11).
Auf
grund der fehlenden Zunahme der Berufslärmschwerhörigkeit habe
auch keine zusätzliche Inte
gritätseinbusse entstehen können (
Urk.
2 S. 12).
2.
2
Der Beschwerdeführer bringt demgegenüb
er im Wesentlichen vor, er habe
eine Rentenanpassung erst nach Erhalt des Urteils des Bundesgerichts vom 4. Fe
bruar 2013 beantragen können, da vorher noch keine rechtskräftige Be
ur
teilung vorgelegen habe. Die Beschwerdegegnerin hätte jedoch bereits vor
her, als sie Anfang Juli 2012 und somit bevor der Beschwerdeführer am 3
0.
Juli 2012 das AHV-Rentenalter
erreicht habe, die Gutachten von
Dr.
C._
und Dr.
A._
erhalten habe, von Amtes wegen eine Rentenrevision
ab Januar beziehungs
weise Februar 2012 prüfen müssen. Die Rente müsse auch heute noch rückwirkend angepasst werden, wenn sich herausstellen sollte, dass sich der Invaliditätsgrad bis spätestens zum Erreichen des AHV-Rentenalters am 30. Juli 2012 geändert haben sollte (
Urk.
1 S. 5). Gestützt auf das Gutachten von
Dr.
A._
sei am
2.
Februar 2012 eine Verschlechterung der Funktion der linken Hand eingetreten (
Urk.
1 S. 5
, S. 8
).
Gemäss
Dr.
A._
betrage die Integritätseinbusse der linken Hand 30
%
. PD
Dr.
Y._
schätze die
Inte
gritäts
einbusse
hinsichtlich der Schwerhörigkeit auf 50
%
(
Urk.
1 S. 9).
Der
Integri
tätsschaden
betrage somit 80
%
(
Urk.
1 S. 10)
.
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin änderte mit
Einspracheentscheid
vom 22. Juni 2011 ihre Verfügung vom 9. Oktober 2009
(
Urk.
10/94)
dahingehend ab, als dass sie dem Be
schwerdeführer
mit Wirkung ab
1.
Juni 2009 eine Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 34 %
zusprach
(
Urk.
10/144 S. 18), was mit Urteil
des
hiesigen Gerichts
UV.2011.00221
vom
2
2.
Oktober 2012 bestätigt wurde (
Urk.
10/189).
Die da
gegen vom
Beschwerdeführer
erhobene Beschwerde
wies das
Bun
desgericht (
Urk.
10/194)
mit Urteil
8C_1005/2012
vom
4.
Februar 2013 ab (
Urk.
10/195).
Der am 3
0.
Juli 1947 geborene Beschwerdeführer hat am 30.
Juli 2012 das 65. Altersjahr vol
lendet. Gemäss
Art.
22 UVG in Verbindung mit
Art.
21
Abs.
1
lit
. a AHVG
ist
ab diesem Zeitpunkt eine Revision der In
va
li
denrente der Un
fall
versicherung nicht mehr möglich.
Es genügt
indes
, wenn das Revisionsgesuch der versicherten Person oder die Mitteilung des Versiche
rungs
trägers, er habe ein Revisionsverfahren eingeleitet
,
vor diesem Zeitpunkt,
gestellt wird beziehungsweise erfolgt; die Revisionsverfügung kann auch nach Ablauf der Frist ergehen
(vgl. BGE 103 V 30 E. 2, wonach spätestens am letzten Tag der Revisionsfrist eine schriftliche Mitteilung an die versicherte Person zu erfolgen hat; SVR 2012 UV Nr. 24 S. 87, zu der bis 3
1.
Dezember 2011 in Kraft gewesenen Fassung von
Art.
22 UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_481/2013 vom
7.
November 2013 E. 4.1 [in BGE 139 V 585 nicht wiedergegebene Erwä
gung];
Rumo-Jungo
/Holzer,
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozial
ver
sicherungsrecht
–
Bundesgesetz über die Unfallversicherung,
4.
Auf
lage, Zürich/Basel/Genf 2012,
S. 156).
Es ist daher
vorab z
u prüfen, ob der Beschwer
deführer
rechtzeitig ein
Revi
sions
gesuch
gestellt hat
.
3.
2
Mit Eingabe vom 2
5.
Februar 2013, welche beim
damaligen
Rechtsvertreter der Beschwerdegegnerin am 2
6.
Februar 2013 eingegangen ist, beantragte der Beschwerdeführer, dass die Beschwerdegegnerin seinen aktuellen Gesundheits
zu
stand be
züglich der linken Hand und de
s
Gehör
schadens abkläre und neu
verfüge (
Urk.
10/
197,
Urk.
11/32). Bei dieser Eingabe handelt es sich wohl
um
ein Rentenrevisionsgesuch, doch wurde es erst gestellt, nachdem der Beschwer
de
führer am 3
0.
Juli 2012 das AHV-Rentenalter erreicht hatte, mithin zu einem Zeitpunkt, als gemäss
Art.
22 UVG eine Revision der Rente der Unfallversiche
rung nicht mehr möglich war.
Zuvor hatte der
Beschwerdeführer mit einem bei der Beschwerdegegnerin am
5.
September 2011 eingegangen For
mular „An
mel
dung für Erwachsene: Hilfsmittel“ der Eidgenössischen In
validenversicherung ein neues Hörgerät für die noch nicht versorgte Seite (rechts) als Hilfsmittel
beantragt
(Urk. 11/24).
Eine Rentenrevision wurde mit dieser Eingabe nicht beantragt. Gleiches gilt auch für die im Zusammenhang mit den Beschwerden an der linken Hand beantragte Kostengutsprache für Ergotherapie und Schmerzmittel, welche die Beschwerdegegnerin mit Schreiben vom 2
9.
März 2012 (
Urk.
10/153) und
3.
Juli 2012 (
Urk.
10/155) jeweils ablehnte
.
Vor dem 3
0.
Juli 2012 hat der Beschwerdeführer s
omit kein
Rentenrevisionsge
such
gestellt
.
3.3
Der Beschwerdeführer bringt vor, dass die Beschwerdegegnerin bereits ab An
fang Juli 2012 und somit bevor er am 3
0.
Juli 2012 das Rentenalter erreicht habe,
die
Gutachten von
Dr.
med.
C._
, Facharzt
für orthopädische Chirurgie FMH, vom 2
5.
Juni 2012 (
Urk.
10/165)
und
Dr.
med.
A._
, Facharzt FMH für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewe
gungsapparats, vom
2.
Februar 2012 (
Urk.
10/164)
erhalten habe und
daher
von Amtes wegen eine Rentenanpassung ab Januar beziehungsweise Februar 2012
hätte
prüfen müssen (Urk. 1 S. 5).
Nach den allgemeinen Regeln des
Sozialver
si
cherungsrechts
hat
der Versiche
rungsträger den rechtserheblichen Sachverhalt abzuklären. Er ist nach dem in
Art.
43
Abs.
1 ATSG statuierten
Untersuchungs
grundsatz
verpflichtet, die notwendigen Abklärungen von A
mtes wegen vor
zu
nehmen und die erforderlichen Auskünfte einzuholen, wobei mündlich erteilte Aus
künfte schriftlich festzuhalten sind.
Das Rentenrevisionsverfahren kann
–
unter Vor
behalt von
Art.
22 UVG
–
vom
Versicherung
sträger
jederzeit von Amtes wegen eingeleitet werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_481/
2013 vom 7.
November 2013 E.
2.1
und E. 3.1
[in BGE
139 V 585 nicht wieder
gege
bene Erwägungen
]).
Zur Wahrung der Frist gemäss
Art.
22 UVG ist indes erfor
derlich, dass die Versicherung der versicherten Person mitteilt, dass sie ein Revisionsverfahren eingeleitet habe
(E.
3.1)
.
Mit Eingabe vom
2.
Juli 2012 reichte der Beschwerdeführer
dem hiesigen Gericht
im Prozess
Nr.
UV.
2011.00221 die Gutachten von
Dr.
C._
vom 25.
Juni 2012 (
Urk.
10/165) und
Dr.
A._
vom
2.
Februar 2012 (Urk.
10/164) ein. Von einer Verschlech
terung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers ist in dieser Eingabe nicht die Rede. Das hiesige Gericht stellte diese Eingabe und die Gutachten der Beschwerdegegnerin mit Verfügung
4.
Juli 2012 zur Stellungnahme zu (Urk.
10/167). Die Verfügung vom
4.
Juli 2012 ging bei der Beschwerdegegnerin am 1
3.
Juli 2012 ein (
Urk.
10/167). Sie veranlasste die ärztliche Beurteilung ihres
Ver
sicherungs
mediziners
Dr.
med.
D._
,
Facharzt für Orthopä
dische Chirurgie FMH, vom
9.
August 2012 (
Urk.
10/168), welcher
fest
hielt, dass sich die Einschätzung der Arbeits
fähigkeit von verschiedenen Unter
suchern, vor allem von Kreisarzt Dr.
E._
– auf welche die
Be
schwerde
gegnerin
mit
Einspracheentscheid
vom 2
2.
Juni 2011 abstellte (Urk. 10/140 S. 13)
und
Dr.
A._
, in Bezug auf die linke Hand
wahr
scheinlich auf die gleichen (nicht erheblich veränderten) Befunde ab
ge
stützt
habe
, wobei sich
Dr.
A._
sehr stark oder vollständig auf die Selbs
teinstufung des Be
schwerdeführers ver
lassen respektive
sich
daran orientiert ha
be
(Urk. 10/168
S. 5
). Es ist
demnach
nicht zu beanstanden, dass die
Beschwerde
gegnerin
nach Erhalt der Gutachten von
Dr.
C._
2
5.
Juni 2012 (
Urk.
10/165) und
Dr.
A._
vom 2.
Februar 2012 (
Urk.
10/164) am 13.
Juli 2012 nicht von Amtes wegen den Rentenan
spruch des Beschwerde
führers überprüfte.
Bezüglich des
geklagten Hörverlusts
hat die Beschwerdegegnerin – nachdem ihr der Be
schwer
deführer mitteilen liess, dass sich sein Gehör seit der letzten Unter
suchung vom 25. August 2010 verschlechtert habe (
Urk.
1
1
/27) – den Bericht von PD Dr.
Y._
vom 2
3.
November 2011 (
Urk.
11/28)
eingeholt
. Nach durch
geführten Abklärungen erteilte die Beschwerdegegnerin dem Beschwer
deführer Kosten
gut
sprache für eine mon
aurale
Hörgeräteversorgung (rechtes Ohr) der
Indi
kationsstufe
3 (Urk. 11/29).
Eine Mitteilung der Beschwerdegegnerin an den Beschwerdeführer vor dem 30.
Juli 2012, dass sie ein Revisionsverfahren eingeleit
et habe, ist nicht akten
kundig.
3.4
Wie schon in seinem Revisionsgesuch vom 2
5.
Februar 2013 (
Urk.
10/197) ver
weist der
Beschwerdeführer im vorliegenden Verfahren auf E. 3.2 und E. 4.3 des Bundesgerichts
urteils
8C_1005/2012 vom
4.
Februar 2013 in Sachen der Par
teien
(
Urk.
10/195)
. Das Bundesgericht hat
in E. 3.2 dieses Urteils
erwogen, dass die Beschwerdegegnerin zur Frage, ob sich aus der von
PD
Dr.
Y._
gemäss Bericht vom 2
3.
November 2011 (
Urk.
11/28)
festgehaltenen Ver
schlechterung des Hörvermögens ein weiterer Leistungsanspruch ergebe, nach der unbestritte
nen Feststellung des hiesigen Gerichts nicht mittels Verfügung verbindlich Stellung genommen
habe
. Im
ver
waltungsgerichtlichen
Beschwerdeverfahren seien nur Rechtsverhältnisse zu überprüfen und
zu
beurteilen
,
zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer Verfü
gung – Stellung genommen habe. Insoweit bestimme die Verfügung den beschwerdeweise weiterziehbaren
An
fechtungsgegenstand
. Die Beschwerde sei daher in diesem Punkt abzuweisen. In E. 4.3 des Urteils erwog das Bundesge
richt
sodann
, das hiesige Gericht habe dargelegt, dass, soweit der
Privatgutach
ter
Dr.
C._
auf eine „Ver
schlechterung der Funktion der Hand“ hinweise, dies allenfalls
im Rahmen eines Rückfalls oder von Spätfolgen berück
sichtigt werden könne. Eine Ver
letzung von Bundesrecht sei im Vorgehen der Vorinstanz nicht zu erkennen. Entgegen der Ansicht des Be
schwerdeführers (
Urk.
1 S. 4-5) kann er daraus
nicht
s
zu seinen Gunsten ableiten. Ein
Rentenre
visionsgesuch
, mit welchem die Ver
schlechterung des Hörvermögens und der Funktion der linken Hand geltend gemacht wird, hätte vorliegend so oder anders vor dem 3
0.
Juli 2012
gestellt werden
müssen.
Da gemäss
Art.
17
Abs.
1 ATSG die Rente im Revisionsfall für die Zukunft angepasst wird, kann den Vor
bringen des Be
schwerdeführers, wonach die Rentenrevision ab Januar be
zie
hungsweise Fe
bruar 2012
zu
prüfen sei und die Rente rückwirkend bis zum Erreichen des AHV-Rentenalters an
zupassen sei (
Urk.
1 S. 5), nicht gefolgt wer
den.
3.5
Nach dem Gesagten
hat die Beschwerdegegnerin die
beantragte
Rentenerhö
hung
zu Recht nicht gewährt.
Im Übrigen
ist zu beachten
, dass
der Beschwerdeführer neben der Invalidenrente der Beschwerdegeg
nerin
, eine Altersrente der AHV, welche per 1. August 2012 die bisherige
ganze
Invalidenrente der Eidgenössischen Invaliden
ver
sicherung ablöste,
sowie
Invalidenleistungen der Pensionskasse bezieht. Letztere kürzte die Pensionskasse wegen Überentschädigung
(vgl. Sachverhalt des Urteils des Sozialversicherungsgerichts
des Kantons Zürich
BV.2012.00093 vom 2
8.
Mai
201
4
)
.
Bei einer Erhöhung der Invalidenrente der
Unfallversicherung
könnte
die Pensions
kasse ihre Invalidenleistungen weiter kürzen (vgl.
Art.
24
Abs.
2 Satz 1 BVV 2), womit auch das Rechtsschutzinteresse des Beschwerdeführers an einer Erhöhung der Rente der Unfallversicherung zu verneinen wäre. Wie es sich
letztlich
da
mit verhält,
kann indes offenbleiben
.
4.
4.1
Zu prüfen
ist
weiter
,
ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine höhere
Integri
tät
sentschädigung
hat.
4.2
4.2.1
Mit Verfügung vom
9.
Oktober 2009
sprach die Beschwerdegegnerin dem
Beschwerdeführer für
die verbliebene
Beeinträchtigung der linken Hand
(vgl.
Beurteilung des
Inte
gritätsschadens
durch den SUVA-Kreisarzt vom 1
5.
Dezember 2008 [Urk. 10/56] sowie dessen
Bericht zur
Kreisarztu
ntersuchung vom
2
6.
Au
gust 2009
[Urk.
10/84
S. 7
]
) bei eine
r
Integritätseinbusse von 16
%
eine
Integritätsent
schä
digung
von
Fr.
17‘088.--
zu
(
Urk.
10/94)
.
M
it
Einsprache
entscheid
vom 22.
Juni 2011 (Urk.
10/140)
bestätigte die Beschwerdegegnerin die zugespro
chene Integritätsentschädigung
(
Urk.
10/144 S. 17)
. Massgebender
Vergleichs
zeitpunkt
für die Frage, ob eine revisionsbegründe
nde
Veränderung hinsichtlich des
Inte
gritätsschadens
der linken Hand eingetreten ist, ist mithin der
Einsprache
ent
scheid
vom 2
2.
Juni 2011 (E.
1.2, E. 3.1 vorstehend; vgl. Urteil des Bundes
ge
richts U 148/02 vom 1
3.
De
zember 2002 E.
2.1 mit weiteren Hin
weisen).
4.2.2
Das hiesige Gericht erwog
in
E. 6.3 des Urteils UV.2011.00221 vom 22. Okto
ber 2012, das Gutachten von Dr.
A._
vom 2. Februar 2012 (Urk.
10/164)
ver
möge
keine Zweifel an der Einschätzung von SUVA-Kreis
arzt Dr.
E._
vom 15. Dezember 2008
zu begründen
(Urk. 10/56 S. 1), weshalb auf die Be
ur
teilung des SUVA-Kreisarztes abzustellen sei (
Urk.
10/189 S. 22-23).
Gemäss der Beurteilung von
Dr.
E._
vom 1
5.
Dezember 2008 war die Situation bezüglich der linken Hand definitiv (
Urk.
10/56
S. 1
). In ihrer Beurteilung vom
15
. August 2013 führte SUVA-Kreisärztin
Dr.
med.
F._
aus
, dass sich
der
Zustand bezüglich der linken Hand seit der
Kreisarzt
unter
suchung
vom 19. April 2011 (
Urk.
10/137) – bei welcher der SUVA-Kreisarzt festhielt, dass bezüglich der linken Hand keine Verschlechterung seit der Untersuchung vom 1
5.
Dezember 2008 zu beobachten gewesen sei (Urk. 10/137 S. 6) – nicht verän
dert habe (
Urk.
10/210).
Sie
wies
darauf hin, dass keine gravierenden radio
lo
gischen Veränderungen zwischen Januar
2008
u
nd Juli 2013 sichtbar seien. Be
züglich
der linken Hand hätten seit längerem keine ärztliche
n
Konsul
tationen beziehungsweise Behandlungen stattgefunden (
Urk.
10/210). Bezüglich der
Beurteilung der
ra
diologischen Veränderungen ist zu berücksichtigen, dass dem Institut für Ra
diologie des
Z._
für die Beurteilung des Rön
t
genbefunds vom 2
1.
Juli 2013 die Voraufnahmen nicht vorgelegen haben (
Urk.
10/201).
Was die ärztlichen Behandlungen betrifft,
teilte die Praxis von
Dr.
G._
,
FMH Handchirurgie und orthopädische Chirurgie, der Sachbear
beiterin der Beschwerdegegnerin auf
deren
Anfrage
hin
mit, dass die letzte Kon
sultation des Beschwerdeführers
bei
Dr.
G._
am
5.
Juli 2010 stattge
fun
den habe (Urk.
10/199). Gemäss den Angaben des Beschwerdeführers fand im September 2012 letztmals eine physiotherapeutische Behandlung des linken Handgelenks beziehungsweise der linken Hand statt
(
Urk.
10/204)
. Einzelheiten zu dieser Therapie, welche – laut Beschwerdeführer – von
Dr.
med.
H._
, Allgemeine Innere Medizin FMH, für „
Suddek
linker Arm und Lymphödem“ verschrieben wurde
(Urk.
10/204)
, sind jedoch nicht bekannt. Wie der Beschwerdeführer am 13.
August 2013 weiter ausführte, fanden wegen der linken Hand seither auch
beim Nachfolger seines Hausarztes
keine Kon
sultatio
n
en
statt (
Urk.
10/204). Die Beurteilung
von
Dr.
F._
vom 15. August 2013
(
Urk.
10/2010)
ist mithin
schlüssig und
nachvollziehbar begründet.
Der Beschwerdeführer bringt vor, dass sich der Zustand bezüglich seiner linken Hand erheblich verschlechtert habe (
Urk.
1 S. 7)
. Er habe Anspruch auf eine Integritätsentschädigung bei einer Integritätseinbusse von 30 % (
Urk.
1 S. 9). Er stützt sich hierbei ausschliesslich auf das Gutachten von
Dr.
A._
vom 2.
Februar 2012 (
Urk.
10/164)
. Dem Gutachten von Dr.
A._
vom 2. Feb
ruar 2012 (
Urk.
10/164)
hat
das hiesige Gericht mit
Urteil
UV.2011.00221 vom 22. Oktober 2012
aus den folgenden Gründen keinen Beweiswert zuer
kannt:
Dr.
A._
„
folgt in seiner kurzen zusammenfassenden Beurteilung
indes
im Wesentlichen den Darstellungen des Beschwerdeführers, beschreibt die Ein
schränkun
gen der linken Hand als massiv mit deutlichen Einschränkungen sowohl in den sensiblen wie auch in den motorischen Funktionen der Hand. Dem Beschwerde
führer seien, so Dr.
A._
, weder belastende Tätigkeiten mit einer Kraftentwicklung über wenige 100 g, noch repetitive oder schnelle Be
we
gungen zuzumuten. Bei der Beurteilung des Integritätsschadens sei somit eine nahezu gebrauchslose Hand in Rechnung zu stellen, was einen
Integritäts
scha
den
von 30 % gemäss SUVA-Tabelle ent
spreche (Urk. 38/2 S. 3). Mit diesen SUVA-Tabellen setzt sich Dr.
A._
allerdings nicht auseinander. Gemäss SUVA-Tabelle 1 – Integritätsschaden bei Funktionsstörungen an den oberen Extremitäten besteht erst, wenn eine Hand in Beugung oder Streckung von
45° steif ist, ein Integritäts
schaden von 30 %
“
(
Urk.
10/189 S. 22 bis 23)
.
Es kommt
hinzu, dass
Dr.
A._
keinen Bezug auf
Vorakten
nimmt
und sich in seiner Beurteilung auch
nicht
zum Beschwerdeverlauf geäussert hat.
Von einer Ver
schlechterung spricht er in seiner Beurteilung nicht. Verglichen mit den vor
gängigen Beurteilungen des SUVA-Kreisarztes liegt
bloss
eine
ab
weichende Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhaltes vor. Davon geht etwa auch
Dr.
D._
in seiner Beurteilung
vom 9.
August 2012
aus
(Urk.
10/168
S. 5
)
. Die
abweichende Be
ur
tei
lung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhaltes
stellt rechtsprechungsgemäss indes
keine
revisions
rechtlich
relevante Änderung
im Sinne von
Art.
17 ATSG
dar (BGE 112 V 371 E. 2b;
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 9C_603/2008 vom 4. Februar 2009 E. 2.2 mit weiteren Hinweisen).
Für die
Revision der Integritätsentschädigung gilt es zu berücksichtigen
, dass
eine solche
gemäss dem Wortlaut von Art. 36
Abs.
4 UVV nur im Ausnahmefall möglich ist, wenn die Verschlim
merung von grosser Tragweite ist und bei der Bemessung des Integritätsschadens nicht voraussehbar war (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 326/03 vom 17. Januar 2005 E. 1.3).
D
as Gutachten von
Dr.
A._
vom 2. Feb
ruar 2012 (
Urk.
10/164) und die übrigen Vorbringen des Beschwerdeführers vermögen
daher
keine Zweifel an der Beurteilung von
Dr.
F._
vom
1
5.
August 2013 (
Urk.
10/210) zu begrün
den.
Es ist demnach nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin
dar
auf abgestellt hat.
Eine höhere Integritätse
n
t
schädigung bezüglich des linken Fusses ist nicht geschuldet.
4.3
4.3.1
Zu prüfen bleibt, ob der Beschwerdeführer
aufgrund
des geklagten
Hörverlusts
Anspruch auf eine Integritätsschädigung hat.
4.3.2
Dem Berufsunfall gleichgestellt ist nach
Art.
9
Abs.
3 UVG die Berufskrankheit. Als solche gelten nach
Art.
9
Abs.
1 UVG Krankheiten, die bei der beruflichen Tätigkeit ausschliesslich oder vorwiegend durch schädigende Stoffe oder bestimmte Arbeiten verursacht worden sind. Leidet ein Versicherter an einer Krankheit, die in
Ziff.
2 des Anhangs 1 zur UVV aufgeführt ist und hat er
–
kumulativ
–
alle oder dort besonders umschriebene Tätigkeiten verrichtet, liegt in der Regel eine Berufskrankheit vor, sofern die Arbeit die Krankheit zumindest zu 50
%
verursacht hat (sogenannte Listenkrankheiten). Dazu gehören unter anderem erhebliche Schädigungen des Gehörs bei Arbeiten im Lärm. Die Zusammenhangsfrage ist in diesem Bereich der arbeitsbedingten Erkrankungen
–
auf
g
rund arbeitsmedizinischer Erkenntnisse
–
weitgehend durch den
Verord
nungsgeber
vorentschieden. Von dieser Regel, welche auch als dem (schlüssi
gen) Gegenbeweis weichende natürliche Vermutung bezeichnet werden kann, ist abzugehen, wenn konkrete Umstände des Einzelfalles klar gegen eine berufliche
Verursachung sprechen
(Urteil des Bundesgerichts U 598/06 vom 31. Januar 2008 E. 4.1 mit Hinweis auf BGE 126 V 183 E. 4a).
4.3.
3
In seiner ärztlichen Beurteilung vom 2
9.
Januar 2010 führte
der
SUVA-Arbeits
mediziner
Dr. med.
B._
,
Facharzt FMH für Ohren-, Nasen- und Hals
krankheiten, Hals- und Gesichtschirurgie, Allergologie, klinische Im
muno
logie und Arbeitsmedizin,
aus, beim Beschwerdeführer bestehe eine linksbetonte Innen
ohr
schwerhörigkeit beidseits
, nicht erheblichen Grades, die allerdings vor
wiegend durch die berufliche Lärmarbeit verursacht worden sei. Eine apparative Hörgeräteversorgung sei aus ORL-ärztlicher Sicht durchaus indiziert. Einen
be
rufslärmbedingten
, entschädigungspflichtigen Integritätsschaden verneinte er (
Urk.
11/7).
Die
Beschwerde
gegnerin
teilte dem Beschwerdeführer am 22.
Februar 2010 mit, dass sie die Schwerhörigkeit als Berufskrankheit aner
kenne und erteilte Kostengutsprache für ein Hörgerät (
Urk.
11/8).
Am 16. September 2010 führte
Dr.
B._
aus, die Schlussexpertise von PD
Dr.
Y._
vom 2
6.
August 2010 (
Urk.
11/15) widerspiegle nach Anpassung eines Hörapparates links sowohl subjektiv als auch objektiv ein optimales Resultat. Die Kosten
könnten
zu Lasten der Berufslärmschwerhörigkeit über
nommen wer
den. Im Übrigen würden sich keine weiteren Konsequenzen erge
ben und das Dossier könne ad acta gelegt werden (
Urk.
11/17).
Dr.
B._
hielt in seiner ärztlichen Beurteilung vom 2
0.
September 2011 fest, dass der Beschwerdeführer nu
n
um eine apparative Hörgeräteversorgung auf dem
Gegenohr
rechts ersuche. Aus ORL-ärztlicher Sicht könne jetzt die Ver
sor
gung rechts zu Lasten der Berufslärmschwerhörigkeit nachgeholt werden. Ein entschädigungspflichtiger Integritätsschaden bestehe nicht (
Urk.
11/25).
In seinem Bericht vom 2
3.
November 2011 schrieb PD
Dr.
Y._
, nach CPT AMA betrage der prozentuale Hörverlust rechts 62,4
%
im Vergleich zu 12
%
im Jahre 2010 und links 72,9
%
im Vergleich zu 34
%
im Jahre 201
0.
Dem Beschwerdeführer sei mitgeteilt worden, dass die ausgeprägte Verschlechterung des Hörvermögens in
nert
19 Monaten auf beiden Seiten einer sofortigen, inten
siven
otoneurologischen
, radiologische und serologischen Abklärung bedürfe (Urk. 11/28 S. 2).
Mit Schreiben vom
2
7.
Mai 2013 bat die Beschwerdegegnerin PD
Dr.
Y._
um eine Beurteilung des Integritätsschadens (
Urk.
11/33). Dieser hielt in seinem Bericht vom 2
3.
Juni 2013 fest, auffallend sei, dass sich die Hörkurve
n
rechts und links im Vergleich zur Untersuchung vom 2
3.
November 2011 etwas ver
schlechtert hätten. Nach CPT AMA betrage der prozentuale Hörverlust rechts 71
% im Vergleich zu 62,4
%
im Jahre 2011 und links 83,1
%
im Vergleich zu 72,9
% %
im Jahre 201
1.
Nach der Integritätsschaden-Tabelle der SUVA betrage
der Integritätsschaden 50
%
(
Urk.
11/34).
Dr.
B._
führte
in seiner Beurteilung vom 1
7.
Juni 2013
aus,
der Beschwerdeführer
werde
sei
t
2010 nicht mehr gegenüber gehörgefährdendem Lärm am Arbeitsplatz exponiert. Das
Rein
tonau
diogramm
vom 1
3.
April 2010
habe
eine
n
binauralen
Hörschaden von 35
% (das intakte Gesamtgehör mit 200
%
veran
schlagt)
ergeben
, was die
Erheblich
keitsgrenze
von 70
%
bei weitem nicht erreich
t habe
. Gemäss gegen
wärtigem Stand des Wissens sei eine Berufslärmschwerhörigkeit nach Sistieren des
gehör
gefährdenden
Lärms nicht mehr progredient.
D
a der Versicherte seit 2010 nicht mehr gegenüber gehörgefährdendem Lärm exponiert werde, stehe die
weitere
Verschlechterung mit Sicherheit nicht mehr in kausalem Zusam
men
hang mit der anerkannten Berufs
lärm
schwerhörigkeit. Bei einer weiteren Ver
schlechte
rung des Gehörs würden
endodegenerative
Innenohrprozesse klinisch die Haupt
rolle spielen, welche nicht in kausalem Zusammenhang mit der aner
kannten Berufslärmschwerhörigkeit stehen würden (
Urk.
11/37 S. 1
). Es sei keine berufslärmbedingte Integritätsentschädigung geschuldet
(
Urk.
11/37
S.
2).
4.3.4
PD
Dr.
Y._
nahm z
ur Frage, ob
de
r
von ihm festgestellte
Hörverlust
in einem kausalen Zusammenhang zur Berufs
krankheit steh
t,
keine Stellung, weshalb seinem Bericht vom
2
3.
Juni 2013
(
Urk.
11/34)
kein Beweiswert
für den Stand
punkt des Beschwerdeführers
zukommt.
Der Beschwerde
führer bringt vor, es hätten sich keinerlei Anzeichen für eine andere Ursache der Verschlechterung und somit auch kein Anzeichen für einen fehlenden
Kausal
zusammenhang zwischen dem früher vorhanden Lärm und dem aktuellen Gesundheitszustand ergeben (
Urk.
1 S. 9).
Die
Rechtsfigur „
post
hoc
,
ergo
propter
hoc“, bei der eine Schädigung bereits deshalb als durch einen Unfall verursacht erachtet wird, weil sie nach diesem aufgetreten ist (vgl. Alfred Maurer, Schweizerisches Unfallver
sicherungsrecht, 2.
Auflage
,
Bern 1989, S.
460, Anm. 1205), genügt nach der Recht
sprechung indes nicht für die An
nahme eines Kausal
zusammenhangs (BGE 119 V 335 E.
2b/
bb
).
Der Bericht von PD
Dr.
Y._
vom 2
3.
Juni 2013 (
Urk.
11/34)
und die Vorbringen des Be
schwerdeführers vermögen somit keine Zweifel an der schlüssigen und über
zeugenden Beurteilung von
Dr.
B._
vom 1
7.
Juni 2013 (
Urk.
11/37
) zu begründen.
Der Beschwerdeführer ist seit
Novem
ber 2008 nicht mehr berufstätig (
Urk.
11/5
,
Urk.
11/36
). Die Tatsache, dass der massive Hörverlust
zwischen 2010 und 2011
sowie die seitherige Verschlechte
rung
in einen Zeitraum gefallen ist, in dem der
Beschwerdeführer
keinem Berufslärm mehr
ausgesetzt
war, weist darauf hin, dass die berufs
bedingte Lärmexposition nicht kausal für die von PD Dr.
Y._
festgestellte
Hörver
schlechterung
ist
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_652/2007 vom 1
8.
August 2008 E. 2.1 u. E. 2.2).
Gestützt auf die Beurteilung von
Dr.
B._
vom 1
7.
Juni 2013 (
Urk.
11/37) ist somit davon auszugehen, dass kein berufslärmbedingter
Integritätsschaden besteht. Damit erübrigen sich weitere medizinische Abklä
rungen.
5.
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde.