Decision ID: 3d4d8b88-dab7-4ea6-96eb-1c9235d19828
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1969,
leidet seit
frühster Kindheit
unfallbedingt
an einer
hochgradigen
Hörschädigung,
weswegen ihr
Leistungen
der Invalidenversiche
rung im Zusammenhang mit der erstmaligen beruflichen Ausbildung
,
behinde
rungsbedingte
Mehrkosten für berufliche Weiterbildung
en sowie
Hilfsmittel wie Hörgeräte, Schreibtelefone, Signalanlagen
, FM-Anlagen
, SIP-Videophone
und Dienstleistungen Dritter in Form von Dolmetscherkosten zugesprochen wurden
(
Urk.
6/13
,
Urk.
6/31 =
Urk.
6/32,
Urk.
6/35
,
Urk.
6/42,
Urk.
6/45,
Urk.
6/53,
Urk.
6/58
,
Urk.
6/72,
Urk.
6/78,
Urk.
6/82,
Urk.
6/86
,
Urk.
6/92,
Urk.
6/107,
Urk.
6/109
,
Urk.
6/116,
Urk.
6/136,
Urk.
6/140,
Urk.
6/146
,
Urk.
6/157,
Urk.
6/161,
Urk.
6/166
).
1.2
Im April 2015 stellte die Versicherte ein Gesuch um Übernahme der
behin
derungsbedingten
Mehrkosten
in Form
von Gebärden
sprach
dolmetscherkosten im Rahmen
einer
Weiterausbildung zur Berufsbildnerin
(
Urk.
6/168).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/172,
Urk.
6/176) wies die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, das Gesuch mit Ver
fügung vom 19. Januar 2016 (
Urk.
6/178 =
Urk.
2) ab.
2.
Die Versicherte erhob am 18. Februar 2016 Beschwerde gegen die Verfügung vom 19. Januar 2016 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es seien ihr die behinderungsbed
ingten Mehrkosten
in Form
von Gebärden
sprach
d
olmetscherkosten für den Weiter
aus
bildungskurs zur Berufsbildnerin zuzusprechen (
Urk.
1 S. 1). Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 21. März 2016 (
Urk.
5) die Abweisung der Beschwerde. Am 25. April 2016 reichte die Be
schwerdeführerin die Replik ein (
Urk.
9). Mit Schreiben vom 4. Mai 2016 (
Urk.
11) verzichtete die Beschwerdegegnerin auf die Duplik, was der Beschwer
deführerin am 9. Mai 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
12).
Der Einzelrichter

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Da der Streitwert
Fr.
20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der
Beschwerde
in die einzelrichterliche Zuständigkeit (
§
11
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
).
1.2
Invalide o
der von einer Invalidität (Art.
8
des Bundesgesetzes über den Allgemei
nen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG) bedroht
e Versicherte haben gemäss Art.
8
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit
(Abs. 1)
:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelne
n Massnahmen erfüllt sind
.
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Aus
übung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbs
lebens zu berücksichtigen (Abs.
1
bis
). Nach Massgabe der Art.
13 und 21
IVG
besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig von der Möglichkeit einer Eingliede
rung ins Erwerbsleben oder in den Aufg
abenbereich (Abs.
2). Nach Massgabe von Art
.
16 Abs
.
2
lit
.
c
IVG
besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig davon, ob die Eingliederungsmassnahmen notwendig sind oder nicht, um die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, zu er
halten oder zu verbessern (Abs.
2
bis
).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen
gemäss Abs. 3 in
me
dizinischen Mass
nahmen (
lit
. a),
Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die
berufliche Eingliederung (
lit
.
a
bis
),
Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsverm
ittlung, Kapitalhilfe;
lit
. b) und in
der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
.
d).
1.3
Der erstmaligen beruflichen Ausbildung gem
äss
Art.
16
Abs.
1 IVG ist die
berufli
che Weiterausbildung im bisherigen oder in einem anderen Berufsfeld gleichgestellt, sofern sie geeignet und angemessen ist und dadurch die Er
werbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbessert werden kann. Ausge
nommen sind Weiterausbildungen, die von Institutionen oder Organisationen nach den Artikeln 73 und 74 IV
G
angeboten werden. In begründeten, vom Bundesamt für Sozialversicherung umschriebenen Fällen kann von dieser Aus
nahme abgewichen werden
(
Art.
16
Abs.
2
lit
. c IVG)
.
Die Versicherung übernimmt gemäss
Art.
5
bis
der Verordnung über die Invaliden
versicherung (
IVV
)
bei einer beruflichen Weiterausbildung die Kosten, die zusätzlich entstehen, wenn die Aufwendungen der versicherten Person we
gen der Invalidität um jährlich 400 Franken höher sind, als sie ohne Invalidität gewesen wären (
Abs.
1). Die zusätzlichen Kosten werden ermittelt, indem die Kosten der invaliden Person den mutmasslichen Aufwendungen gegenüberge
stellt werden, die bei der gleichen Ausbildung einer nicht invaliden Person not
wendig wären (
Abs.
2). Anrechenbar im Rahmen von Absatz 2 sind die Auf
wendungen für die Vermittlung der erforderlichen Kenntnisse und Fertigkeiten, die Kosten für persönliche Werkzeuge und Berufskleider, die Transportkosten sowie die Kosten bei invaliditätsbedingter auswärtiger Verpflegung und Unter
kunft (
Abs.
3). Die Vergütung der Kosten für auswärtige Verpflegung und Un
terkunft richtet sich vorbehältlich tariflicher Vereinbarungen nach Artikel 5
Abs.
6
lit
. a und b IVV. Fallen bei Weiterausbildungen, die von Institutionen oder Organisationen nach Artikel 73 oder 74 IVG angeboten werden und die vom Bundesamt in einer speziellen Verordnung umschrieben sind,
invaliditäts
bedingte
Kosten für auswärtige Verpflegung und Unterkunft an, so übernimmt die Versicherung diese Kosten (
Abs.
4).
Der Anspruch auf die invaliditätsbedingten Mehrkosten der – der erstmaligen beruflichen Ausbildung gleichgestellten – geeigneten und angemessenen
Wei
terausbildung
gemäss
Art.
16
Abs.
2
lit
. c IVG in Verbindung mit
Art.
8
Abs.
2
bis
IVG besteht unabhängig davon, ob die Eingliederungsmassnahmen notwendig sind oder nicht, um die Erwerbsfähigkeit zu erhalten oder zu ver
bessern. Der Gesetzgeber wollte damit behinderten Personen die berufliche Weiterbildung nicht nur in angestammten Tätigkeiten, sondern auch in neuen Berufsfeldern ermöglichen. Die invaliditätsbedingten Mehrkosten einer
Weiter
ausbildung
sollen auch dann von der Invalidenversicherung übernommen wer
den, wenn die betroffene Person auch ohne diese bereits genügend eingegliedert ist (Botschaft des Bundesrates über die 4. Revision des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
BBl
2001 3256 f.; vgl. auch Amtl. Bull. 2002 S. 755 f.). Unter der geltenden Rechtslage genügt es, dass die versicherte Person mit der Weiterausbildung dazu beiträgt, ihre Erwerbsfähigkeit zu erhalten oder zu ver
bessern; die bisherige Rechtsprechung zu
Art.
16
Abs.
2
lit
. c IVG (vgl. BGE 96 V 32 E. 2; AHI 2001 S. 110 E. 2a, 1998 S. 118 E. 3b, je mit Hinweisen) ist über
holt, soweit damit für den Begriff der Weiterausbildung eine Vertiefung der be
reits erworbenen Kenntnisse eines Berufes im Hinblick auf ein Ziel innerhalb derselben Berufsart im Sinne einer Fortsetzung oder Vervollkommnung der erstmaligen Berufsausbildung verlangt wird (zum Ganzen SVR 2006 IV Nr. 49
S. 179, I 285/05 E. 2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_181/2009 vom 3.
No
-
vember
2009 E. 2.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) fest,
dass
die Beschwerdeführerin
bereits
an
gemessen eingegliedert sei. Aufgrund der
b
isher
erbrachten finanziellen Leistungen im Rahmen der laufenden Weiter
aus
b
ildung zur Kunsttherapeutin würden keine weiteren Kosten für zusätzliche Weiter
aus
bildungen übernommen (S. 1). Die Weiterausbildung stehe nicht mehr im Verhältnis zu den konkreten erwerblichen Möglichkeiten (S. 2).
2.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdefüh
rerin auf den Standpunkt
,
die Arbeit
geberin habe den Besuch der Weiterausbildung zur Berufsbildnerin gefor
dert.
Die Weiter
aus
bildung erfülle die notwendigen Voraussetzungen
.
Ihr
Ar
beitsplatz sei ohne
Besuch dieser
Weiter
aus
bildung auf längere Sicht hin ge
fährdet (
Urk.
1
S. 1 f.
,
Urk.
9
S. 2
f.
).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf
Ersatz der behinderungsbed
ingten Mehrkosten
in Form
von
Gebärden
sprach
d
olmetscher
kost
en
im Rahmen der Weiter
aus
bildung
zur Berufsbildnerin hat.
3.
3.1
Die
Beschwerdeführerin ist seit einem in frühester Kindheit
erfolgten Unfall
hoch
gradig hörgeschädigt (
vgl.
Urk.
6/5/1-2,
Urk.
6/20,
Urk.
6/49
,
Urk.
6/154
-155
). N
ach
Beendigung
der Schulpflicht
an der Gehörlosenschule
konnte sie
durch Unterstützung der Invalidenversicherung (
Urk.
6/13
)
im April 1991
eine
erstmalige berufliche Ausbildung zur Zahntechnikerin
erfolgreich
abschliessen. In der Folge
war sie in einer entsprechenden Anstellung tätig
(
vgl.
Urk.
6/39-40)
.
Danach bildete sich die Beschwerdeführerin
selbständig
zur
diplomierte
n
Sozialpädagogin weiter und arbeitet
e
auch in dieser Tätigkeit
(
vgl.
Urk.
6/48,
Urk.
6/56
,
Urk.
6/61,
Urk.
6/71,
Urk.
6/111,
Urk.
6/125
).
Seit
September 2010
absolviert sie
Module für die Weiterausbildung zur diplomierten
Kunstthera
peutin
, wobei
die Beschwerdegegnerin die
diesbezüglichen
behinderungsbe
dingten
Mehrkosten
in Form
von Gebärden
spr
a
ch
dolmetscherkosten
übernimmt
. Die
se
Weiterausbildung ist bisher noch nicht abgeschlossen
(
vgl.
Urk.
6/116
,
Urk.
6/136
,
Urk.
6/146,
Urk.
6/161
).
Seit
dem Jahr
2013 ist
die Beschwerdefüh
rerin
als Kunsttherapeutin in einem Pensum von 70
%
bei der Stiftung
Y._
angestellt (
vgl.
Urk.
1 S. 1,
Urk.
3/2).
3.
2
Für einen Anspruch
der Beschwerdeführerin auf
Übernahme der – gestützt auf
Art.
16
Abs.
2
lit
. c IVG
-
geltend gemachten
behinderungsbedingten Mehrkos
ten
in Form
von Gebärden
spr
a
ch
dolmetscherkosten
für eine
zusätzliche
berufli
che Weiterausbildung
zur Berufsbildnerin in der Höhe von
Fr.
8‘964.
--
(vgl.
Urk.
6/167-168)
, muss diese geeignet und angemessen sein sowie dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussi
chtlich erhalten oder verbessert werden
. Eine Notwen
digkeit der Massnahme zum Erhalt oder zur Verbesserung der Erwerbsfähigkeit wird
demgegenüber
nicht vorausgesetzt (vorstehend E. 1.3).
3.3
Mit Schreiben vom
28. Dezember 2015 (
Urk.
6/174
=
Urk.
3/2) zuhanden der Beschwerdegegnerin bestätigte die Arbeitgeberin der Beschwerdeführerin, dass diese im Rahmen ihres Arbeitsalltages
als Kunsttherapeutin auch Aufgaben im Bereich Berufsbildung/Praxisanleitung übernehme und
einen gehörlosen Aus
zubildenden be
gleite. Da
die Beschwerdeführerin
für
diese Begleitungen
f
achlich geeignet sei, habe
sie von ihr
auch
den Besuch
der Weiterausbildung
zur
Be
rufsbildnerin
gefordert
. Eine Geeignetheit der Beschwerdeführerin für die ent
sprechende Massnahme
-
wobei die Weiterausbildung den intellektuellen Fähig
keiten der versicherten Person entsprechen muss (Urteil des Bundesge
richts
I 285/05 vom 23. Dezember 2005
E. 3.2.3) -
lässt sich
hieraus ohne Weiteres er
kennen.
A
us den guten Noten anlässlich der Erstausbildung
zur Zahntechnike
rin
(
Urk.
6/21,
Urk.
6/39)
sowie
den wiederholt erfolgreich abgeschlossenen Weiterausbildungen
und
teilweise
leitenden Tätigkeiten im Berufsalltag (
vgl.
Urk.
6/61
,
Urk.
6/79,
Urk.
6/110/11,
Urk.
6/141/9-10,
Urk.
6/144/1
) sind die
all
gemeinen
intellektuellen Fähigkeiten der Beschwerdeführerin ersichtlich.
E
ine
persönliche
sowie
sachliche
Angemessenheit
ist
als gegeben anzusehen. Die
im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung 46-jährige
Beschwerdeführerin wird noch einige Jahre im Berufsalltag stehen, so dass
der angestrebte
Eingliede
rungserfolg
und die lediglich fünftägige Weiterausbildung
auch
in zeitlicher Hinsicht angemessen erschein
en
.
Entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin (vgl.
Urk.
2 S. 2)
stehen die
vorliegend strittigen Mehrkosten
der Weiterausbil
dung zur Berufsbildnerin
in der Höhe von
Fr.
8‘964.--
auch
in einem vernünfti
gen Verhältnis zum er
wartenden Eingliederungserfolg, erhöhen sich dadurch si
cherlich
die
Chancen
und Karrieremöglichkeiten der Beschwerdeführerin
auf dem
allgemeinen
Arbeitsmarkt. Durch die neu übertragenen Aufgaben wäre auch eine allfällige Lohnerhöhung
durchaus realistisch
. Folglich führt di
e
Wei
terausbildung
zur Erhaltung und sogar Verbesserung der Erwerbsfähigkeit, ver
langte die Arbeitgeberin
von der Beschwerdeführerin
doch
ausdrücklich
den Besuch dieser Weiterausbildung
, wobei
die Beschwerdeführerin danach
auch
über eine vielfältigere Einsatzmöglichkeit im Berufsalltag
verfügt
. Eine
konkrete
Gefährdung der
aktuellen
Arbeitsstelle ohne den Besuch der geforderten
Weiter
ausbildung
ist
hingegen nicht
ohne Weiteres
ersichtlich.
Nach dem Gesagten ist die von der Beschwerdeführerin angestrebte berufliche Weiterausbildung zur Berufsbildnerin geeignet und angemessen. Zudem wird dadurch
ihre
Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder sogar verbessert. Demzufolge hat die Beschwerdegegnerin grundsätzlich gestützt auf
Art.
16
Abs.
2
lit
. c IVG für die behinderungsbedingten Mehrkosten aufzukommen.
3.4
Soweit die Beschwerdegegnerin die Abweisung des Gesuchs damit begründet,
dass
sie
bereits für die Weiterausbildung
der Beschwerdeführerin
zur
Kunstthe
rapeutin
rund
Fr.
400
‘000.-- an Mehrkosten übernehme
(
Urk.
2 S. 2)
,
vermag dies nichts an der vorliegenden Beurteilung der finanziellen Angemessenheit der Weiterausbildung zur Berufsbildnerin zu ändern. Bei einer Vermischung der
behinderungsbedingten Mehrkosten der beiden Weiterausbildungen wäre eine Gleichstellung der Beschwerdeführerin mit n
ichtbehinderten
Personen
gefähr
det, welche ebenfalls mehrere Weiterausbildungen absolvieren können.
Sodann übersieht die Beschwerdegegnerin mit dem geltend gemachten Umstand, dass die Beschwerdeführerin
bereits optimal eingegliedert
sei
und keinen Anspruch auf die bestmögliche Eingliederung
habe
(
vgl.
Urk.
2 S. 1 f.
),
dass d
ie
invalidi
tätsbedingten
Mehrkosten einer Weiterausbildung auch dann von der Invali
denversicherung übernommen werden
sollen
, wenn die betroffene Person auch ohne diese bereits genügend eingegliedert ist
. Es handelt sich bei der
Weiter
ausbildung
im Gegensatz zu einer erstmaligen beruflichen Ausbildung gerade nicht um eine eigentliche Eingliederungsmassnahme. Dadurch werden bereits ausgebildete und eingegliederte Personen den Nichtbehinderten bezüglich der Weiterausbildung gleichgestellt, weshalb auch nicht die gleiche Regelung gilt wie bei einer erstmaligen beruflichen Ausbildung
(vorstehend E. 1.3
;
Kreis
schreiben
über die Eingliederungsmassnahmen beruflicher Art, KSBE, Stand
1. Januar 2016,
Rz
3027
).
3.
5
Die behinderungsbedingten Mehrkosten
in der Höhe
von
Fr.
8‘964.-- für die
fünftägige
Weiterausbildung zur Berufsbildnerin wurden mittels Kostenvoran
schlag
der Stiftung
Z._
ermit
telt (vgl.
Urk.
6/167).
Dabei wurde die Tarifvereinbarung zwischen dem Bundes
amt für Sozialversicherung und der
Z._
berücksichtigt
. Einwände gegen die
sen Kostenvoranschlag brachte die Beschwerdegegnerin nicht vor. Die
Er
heblichkeitsschwelle
von
Fr.
400.-- (vgl.
Art.
5
bis
Abs.
1 IVV) wird dadurch deutlich überstiegen, weshalb die behinderungsbedingten Mehrkosten von der Beschwerdegegnerin zu übernehmen sind.
3.
6
Zusammenfassend
ist somit festzuhalten, dass
die Beschwerdeführerin Anspruch auf
Ersatz
der behinderungsbedingten Mehrkosten
in Form
von
Gebärden
sprach
dolmetscherkosten
im Rahmen der Weiter
aus
bildung zur Berufsbildnerin hat. In Anbetracht der bisher insgesamt vergüteten - doch beträchtlichen
–
be
hinderungsbedingten
Mehrkosten für Weiterausbildungen wird sich
für zukünf
tige Weiterausbildungen
die Frage der finanziellen Angemessenheit sicherlich erneut stellen.
Dies ist allerdings im jeweils konkreten Fall zu prüfen.
Zudem wäre allenfalls auch in Betracht zu ziehen, ob
sich im Rahmen der technischen Weiterentwicklung von Spracherkennungssoftware möglicherweise
eine kosten
günstigere Alternative zu einem Gebärden
sprach
dolmetscher
ergeben könnte
,
dank derer
die Beschwerdeführerin
dennoch
Weiter
aus
bildungen wahrnehmen k
önnte
.
Mit dieser Feststellung und in Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung somit aufzuheben.
4.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
600.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerle
gen.
Der Einzelrichter
erkennt:
1.
In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom
1
9.
Januar 2016 aufgehoben und es wird festgestellt, dass die Beschwerdeführerin Anspruch auf Ersatz der behinderungsbedingten Mehr
kosten
in Form
von Gebärden
sprach
dolmetscherkosten im Rahmen der Weiterausbil
dung zur Berufsbildnerin hat.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
600
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt.
Rech
nung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechts
kraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
X._
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.