Decision ID: 7db79690-5336-51b1-94c0-65cb3bd440f7
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A
a. Der Gesundheitsrat des Kantons St. Gallen erteilte Dr. med. dent. X.Y. am
19. September 1991 eine örtlich und zeitlich eingeschränkte und am 19. September
1996 eine für den ganzen Kanton gültige unbefristete Bewilligung zur selbständigen
Berufsausübung als Zahnarzt (act. G 11/25). Im Jahr 2012 prüfte das
Gesundheitsdepartement (GD) die Eröffnung eines Disziplinarverfahrens gegen X.Y.
und entzog ihm am 27. November 2012 vorsorglich die Berufsausübungsbewilligung
für die Dauer des Verfahrens (act. G 11/155). Am 11. November 2013 wies das GD das
Gesuch von X.Y. um Erteilung einer (neuen) Berufsausübungsbewilligung mangels
Vertrauenswürdigkeit ab und trat auf das Begehren um Wiedererwägung des
vorsorglichen Bewilligungsentzugs nicht ein (act. G 11/220). Am 19. Juni 2014 ersuchte
X.Y. um Ausschluss des Kantonszahnarztes Dr. med. dent. E.F. vom Verfahren (act. G
11/266). Dieses Ausstandsbegehren wies das GD mit Zwischenverfügung vom
15. September 2014 ab (act. G 11/279). Gegen diese Zwischenverfügung erhob
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Rechtsanwalt PD Dr. Peter Reetz, Küsnacht, für X.Y. am 30. September 2014
Beschwerde beim Verwaltungsgericht (B 2014/197). Mit Verfügung vom 10. November
2015 wies das GD ein von X.Y. gestelltes Ausstandbegehren gegen den
Verfahrensleiter G.H. ab (Ziff. 1). Sodann wies es ein Gesuch um Einsicht in die nicht zu
den Akten genommenen Patientenbeschwerden ab (Ziff. 2). Es stellte fest, dass die
Vertrauenswürdigkeit von X.Y. nicht gegeben und seine berufliche Eignung nachhaltig
in Frage gestellt sei (Ziff. 3). Im Weiteren trat es auf die Gesuche um Wiedererwägung
der Verfügungen vom 27. November 2012 (vorsorglicher Entzug der
Berufsausübungsbewilligung) und vom 11. November 2013 (Verweigerung der Erteilung
einer Berufsausübungsbewilligung) nicht ein (Ziff. 4 f.) und büsste X.Y. disziplinarisch
mit CHF 10‘000 (Ziff. 6; act. G 11/369). Gegen diese Verfügung erhob X.Y. Beschwerde
beim Verwaltungsgericht (B 2015/307).
b. Am 1. Dezember 2015 erhob der Rechtsvertreter von X.Y. bei der Anklagekammer
Strafanzeige gegen A.S. (nachstehend: ehemaliger Generalsekretär) und K.T.
(nachstehend: ehemaliger Leiter Rechtsdienst) des GD mit jeweils der Begründung, die
beiden hätten in einem Interview gegenüber der Obersee Nachrichten AG
schützenswerte Personendaten von X.Y. offenbart und damit das Amtsgeheimnis
verletzt (act. G 11/378.1). Mit Verfügung vom 24. Dezember 2015 wies das GD ein
Gesuch der S. GmbH um Erteilung einer Betriebsbewilligung für die Führung einer
Zahnarztpraxis in der Liegenschaft von X.Y. in Q. ab. Gegen diese Verfügung erhob die
S. GmbH Beschwerde beim Verwaltungsgericht (B 2016/14). Mit Entscheid vom
30. März 2016 erteilte die Anklagekammer im Zusammenhang mit beiden Anzeigen
wegen Amtsgeheimverletzungen gegen den ehemaligen Generalsekretär und den
ehemaligen Leiter Rechtsdienst die notwendige Ermächtigung zur Eröffnung von
Strafverfahren (vgl. act. G 11/406). Am 4. Juli 2016 nahm RA lic. iur. Z.P., derzeitiger
Leiter Rechtsdienst (nachstehend: Leiter Rechtsdienst) des GD, zu einem Gesuch von
X.Y. betreffend Einsicht in persönliche und amtliche Daten von Kantonszahnarzt Dr.
E.F. Stellung. Er hielt fest, dass die Anfrage dem Sinn des Gesetzes über das
Öffentlichkeitsprinzip der Verwaltung (Öffentlichkeitsgesetz; sGS 140.2, ÖffG)
widerspreche, da der Eindruck entstehe, dass es X.Y. lediglich um persönliche Rache
gegen Dr. E.F. gehe (act. G 11/423.1). Mit Eingabe vom 27. Juli 2016 ersuchte der
Rechtsvertreter von X.Y. um „offizielle Rücknahme“ der vorerwähnten Feststellung des
Leiters Rechtsdienst, wobei er mit Hinweis auf mögliche Ausstandsgründe die Frage
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stellte, ob der Leiter Rechtsdienst seine Funktion in X.Y. betreffenden Verfahren noch
unvoreingenommen erfüllen könne (act. 11/424.1). Am 4. August 2016 stellte der
Rechtsvertreter ein Ausstandsbegehren gegen den Leiter Rechtsdienst mit der
Begründung, dass sich dieser zu den Beweggründen von X.Y. betreffend dessen
Verhalten gegenüber dem ehemaligen Kantonszahnarzt in unangebrachter Weise
geäussert habe (act. G 11/425).
c. Im Nachgang zu einer weiteren Strafanzeige von X.Y. gegen ehemalige und aktuelle
Mitarbeitende des GD mit dem Vorwurf, diese hätten seine Akten jahrelang an Dr. E.F.
ohne rechtliche Grundlage zur Einsicht weitergegeben, beschloss die Anklagekammer
am 8. November 2016, keine Ermächtigung zur Eröffnung eines weiteren
Strafverfahrens zu erteilen (act. G 11/437 und 437.1). Mit Eingabe vom 6. Januar 2017
machte der Rechtsvertreter von X.Y. demgegenüber beim GD weitere
Ausstandsgründe gegen den Leiter Rechtsdienst geltend, so insbesondere weil dieser
zu Unrecht Akten aus dem Disziplinarverfahren herausgegeben habe, damit der
ehemalige Leiter Rechtsdienst seine Verteidigungsrechte im Strafverfahren betreffend
Amtsgeheimnisverletzung wahrnehmen könne (act. G 11/441). Mit Verfügung vom
4. April 2017 wies das GD indes das Ausstandsbegehren gegen den Leiter
Rechtsdienst ab (Ziff. 1) und sistierte das Revisionsverfahren bis zur Rechtskraft der
Verfügung (Ziff. 2; act. G 2/2).
Mit Entscheid vom 24. August 2017 hiess das Verwaltungsgericht die Beschwerde B
2015/307 (Disziplinarverfahren) gut, soweit darauf einzutreten oder das Verfahren nicht
gegenstandslos geworden war. Die Disziplinarverfügung vom 10. November 2015
wurde aufgehoben. Mit nämlichem Entscheid wurde die Beschwerde B 2014/197
(Zwischenverfügung vom 15. September 2014 betreffend Ausstand Kantonszahnarzt)
zufolge Gegenstandslosigkeit abgeschrieben.
B.
a. Gegen die Verfügung vom 4. April 2017 betreffend Ausstandsbegehren gegen den
Leiter Rechtsdienst hatte der Rechtsvertreter von X.Y. mit Eingabe vom 4. Mai 2017
Beschwerde erhoben mit den Rechtsbegehren, Dispositiv-Ziff. 1 der Verfügung sei
aufzuheben und das Ausstandsgesuch sei gutzuheissen (Ziff. 1); eventualiter sei das
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Verfahren zur Neubeurteilung des Ausstandsgesuchs an die Vorinstanz zurückzuweisen
(Ziff. 2); die in Dispositiv-Ziffer 2 verfügte Sistierung des Revisionsverfahrens sei
aufzuheben (Ziff. 3). Dispositiv- Ziffer 3 der angefochtenen Verfügung sei aufzuheben
und die amtlichen Kosten seien auf die Staatskasse zu nehmen, unter Zusprechung
einer ausseramtlichen Entschädigung an den Beschwerdeführer für das vorinstanzliche
Verfahren (Ziff. 4). Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (Ziff. 5; act. G 1). Mit
Eingabe vom 15. Juni 2017 stellte der Beschwerdeführer ferner Antrag auf raschen
Entscheid betreffend Sistierung; ferner sei innert 14 Tagen über die Aufhebung der
Sistierung der Revisionsverfahren zu entscheiden; ferner sei die Vorinstanz
anzuweisen, sein Akteneinsichtsgesuch zu bearbeiten und ihm die gewünschte
Akteneinsicht zu erteilen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (act. G 8).
b. In der Vernehmlassung vom 20. Juni/16. August 2017 beantragte die Vorinstanz, die
gestellten Rechtsbegehren seien, soweit darauf einzutreten sei, abzuweisen (act. G 10
und 17).
c. Am 18. August 2017 reichte der Beschwerdeführer eine Noveneingabe betreffend
Erteilung der Ermächtigung durch die Anklagekammer vom 22. Juni 2017 (act. G 22)
zur Eröffnung eines Strafverfahrens gegen den derzeitigen Leiter Rechtsdienst des GD
ein (act. G 19). In einer Eingabe vom 4. Oktober 2017 nahm der Beschwerdeführer
Stellung zur Vernehmlassung der Vorinstanz und bestätigte seine Anträge und
Ausführungen (act. G 23). Am 27. Februar 2018 ersuchte der Beschwerdeführer um
separate Behandlung der in Dispositiv-Ziffer 2 der angefochtenen Verfügung verfügten
Sistierung des Revisionsverfahrens (act. G 25).
d. Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten in den Eingaben des vorliegenden
Verfahrens wird - soweit für den Entscheid relevant - in den nachstehenden
Erwägungen eingegangen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Die Beschwerde wurde am 4. Mai 2017 eingereicht (act. 1) und war damit im
Zeitpunkt des Inkrafttretens der revidierten Bestimmungen zur Zuständigkeit in
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gesundheitsrechtlichen Angelegenheiten (vgl. Art. 41 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP) am 1. Juni 2017 hängig. Damit stellt sich die
Frage, welches Verfahrensrecht Anwendung findet. Eine übergangsrechtliche Regelung
findet sich in der Übergangsbestimmung Ziff. III/1 des V. Nachtrags zum VRP vom
23. Januar 2007 (nGS 42-55) sowie in Art. 133 Abs. 1 VRP. Danach schliesst die nach
bisherigem Recht zuständige Instanz Verfahren, die bei Vollzugsbeginn bei ihr hängig
sind, nach bisherigem Recht ab (vgl. Botschaft und Entwurf der Regierung vom
28. Februar 2006, ABl 2006 S. 819 ff., S. 846). Demzufolge sind vorliegend in
verfahrensrechtlicher Hinsicht die Normen im VRP in der Fassung vom 25. Januar 2011
massgebend.
Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59 Abs. 1
VRP). Der Beschwerdeführer ist zur Beschwerde berechtigt (Art. 64 in Verbindung mit
Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingabe vom 4. Mai 2017 entspricht zeitlich,
formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 47 Abs. 1 in Verbindung mit
Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist (grundsätzlich; vgl. nachstehende E. 2.1)
einzutreten.
2.
2.1. Das Verwaltungsgericht wies mit Zwischenverfügung im Verfahren B 2015/307
vom 12. Juli 2016 ein im Beschwerdeverfahren eingereichtes Gesuch um vorsorgliche
Erteilung der Berufsausübungsbewilligung ab (act. G 11/418). Die dagegen erhobene
Beschwerde wies das Bundesgericht mit Urteil vom 18. Januar 2017 ab (act. G
11/449). Mit (seinen zeitlich früher eingereichten) Eingaben vom 29. April 2016 (act. G
11/406) und 29. Juli 2016 (act. G 11/422) hatte der Beschwerdeführer bei der
Vorinstanz die Wiederaufnahme der Verfügung vom 27. November 2012 (vorsorglicher
Entzug der Berufsausübungsbewilligung; act. G 11/155) sowie der Verfügung vom
11. November 2013 (Nichterteilung der Berufsausübungsbewilligung; act. G 11/220)
beantragt. Mit unangefochten in Rechtskraft erwachsenem Entscheid vom 24. August
2017 hiess das Verwaltungsgericht die Beschwerde B 2015/307 (Disziplinarverfahren)
gut, soweit darauf einzutreten oder das Verfahren nicht gegenstandslos geworden war.
Zur Begründung hielt es unter anderem fest, die Frage, ob die Verfügung vom
11. November 2013 betreffend Nichterteilung der Berufsausübungsbewilligung in
quater
bis
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Wiedererwägung zu ziehen sei, brauche angesichts der Möglichkeit des
Beschwerdeführers, jederzeit beim GD ein neues Gesuch um Erteilung der
Berufsausübungsbewilligung stellen zu können, gar nicht geklärt zu werden. Aus
demselben Grund fehle es auch an einem Interesse des Beschwerdeführers an der
Prüfung seines Gesuchs um Wiederaufnahme. Auf dieses sei daher mangels
Rechtsschutzinteresse nicht einzutreten (VerwGE B 2015/307, a.a.O., E. 12.3). Wenn es
aber dem Beschwerdeführer im Lichte des Dargelegten an einem
Rechtsschutzinteresse an der Beurteilung des Revisionsgesuchs fehlt, hat er
offenkundig auch kein (aktuelles oder virtuelles) Rechtsschutzinteresse an einem
Entscheid über die Sistierung hängiger Revisionsverfahren bis zur Rechtskraft der
vorliegend zur Beurteilung stehenden Frage des Ausstandes des Leiters Rechtsdienst.
Das Gesagte gilt ohne weiteres auch mit Bezug auf seine Rüge der Verletzung des
Anspruchs auf Beurteilung des Revisionsbegehrens innert angemessener Frist (Verbot
der Rechtsverzögerung, act. G 1 S. 27-29; zu den Ursachen der langen Dauer der
Verfahren betreffend den Beschwerdeführer vgl. im Übrigen VerwGE B 2015/307, E.
13.2) und die im Zusammenhang mit dem Revisionsbegehren gestellten und nur in
diesem Zusammenhang zu würdigenden Akteneinsichtsbegehren (act. G 8).
Diesbezüglich ist auf die Beschwerde nicht einzutreten.
2.2. Thema des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet ausschliesslich die Frage,
ob der Leiter Rechtsdienst mit Äusserungen und/oder Handlungen Ausstandsgründe
setzte oder nicht. Soweit der Beschwerdeführer sich auf Einzelheiten des (indes mit
Entscheid B 2015/307 vom 24. August 2017 rechtskräftig abgeschlossenen)
Disziplinarverfahrens, der laufenden Strafverfahren gegen den ehemaligen Leiter
Rechtsdienst und den ehemaligen Generalsekretär, auf die Funktion des
Kantonszahnarztes (vgl. z.B. act. G 1 S. 5-7) sowie die Betriebsbewilligung für die S.
GmbH bezieht (vgl. act. G 1 S. 13), ist hierauf - wenn überhaupt - lediglich insoweit
näher einzugehen, als ein konkreter Bezug zu der im vorliegenden
Beschwerdeverfahren streitigen und eben skizzierten Frage besteht.
3.
3.1. Das Erfordernis der Vertrauenswürdigkeit des Arztes (Art. 36 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die universitären Medizinalberufe [Medizinalberufegesetz],
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MedBG; SR 811.11) dient dem Schutz der öffentlichen Ordnung und Gesundheit. Diese
Voraussetzung muss nicht nur im Verhältnis zwischen Arzt und Patienten, sondern
auch zwischen dem Arzt und den Behörden erfüllt sein (BGer 2C_848/2009 vom
11. Mai 2010, E. 2 und 3.4 mit Hinweisen). Aufgabe der Vorinstanz und ihrer Mitarbeiter
ist es unter anderem, ein aus ihrer Sicht nicht vertrauenswürdiges Verhalten eines
Arztes zu beanstanden. Im weitverstandenen Kontext der Beanstandung allenfalls nicht
vertrauenswürdigen Verhaltens einer Medizinalperson steht auch die vorliegend zu
beurteilende Streitfrage des Ausstandes des Leiters Rechtsdiensts.
3.2. Die Garantie einer durch Gesetz geschaffenen, zuständigen, unabhängigen und
unparteiischen Rechtsmittelinstanz ergibt sich aus Art. 30 Abs. 1 BV, Art. 6 Ziff. 1 der
Europäischen Menschenrechtskonvention (SR 0.101) und Art. 14 Abs. 1 UNO-Pakt II
sowie für Verwaltungsbehörden aus Art. 29 Abs. 1 BV. Nach Art. 29 Abs. 1 BV hat jede
Person auch in Verfahren vor Verwaltungsinstanzen Anspruch auf gleiche und gerechte
Behandlung. Es gilt das Gebot des fairen Verfahrens (BGE 139 I 124 E. 4.2.1 mit
Hinweis auf BGE 133 I 4 E. 5.3.1). Die Grundsätze der richterlichen Unabhängigkeit
können indes nicht unbesehen auf nicht richterliche Behörden bzw. auf Art. 29 Abs. 1
BV übertragen werden (BGE 127 I 198 E. 2b mit Hinweisen, G. Steinmann, in:
Ehrenzeller/Mastronardi/Schweizer/Vallender [Hrsg.], St. Galler Kommentar BV, 2. Aufl.
2008, N 18 zu Art. 29 BV). Verwaltungsbehörden sind nicht nur zur neutralen
Rechtsanwendung berufen, sie haben auch öffentliche Aufgaben zu erfüllen. Von daher
können sie nicht im eigentlichen Sinn als unparteilich bezeichnet werden (Steinmann,
in: a.a.O., Rz. 18 zu Art. 29 BV mit Hinweisen; vgl. auch Benjamin Schindler, Die
Befangenheit der Verwaltung, Diss. Zürich 2002, S. 150 ff., vgl. auch Kölz/Häner/
Bertschi, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl.,
Zürich/Basel/Genf 2013, Rz. 432 mit Hinweisen). Im verwaltungsinternen Verfahren
bejaht das Bundesgericht eine Ausstandspflicht in der Regel nur dann, wenn das
betreffende Behördenmitglied oder der Beamte ein persönliches Interesse an dem zu
behandelnden Geschäft hat. Im Zusammenhang mit Vorabklärungen bei
Verwaltungsbehörden, für die bei komplexen Sach- und Rechtsfragen ein Bedürfnis
bestehen kann, dürfen die Äusserungen der Behörde aber nicht den Eindruck
erwecken, diese habe sich bereits ihre Meinung in Bezug auf ein konkretes Vorhaben
gebildet. Äusserungen dürfen nicht einer abschliessenden Beurteilung gleichkommen
(BGer 1C_150/2009 vom 8. September 2009, in: ZBl 2011 S. 478 ff. E. 3.5.2. und
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Schindler, a.a.O., S. 136 f.). In jedem Fall ist eine Beurteilung aller konkreten Umstände
nötig. Massgebend sind sowohl die behördliche Organisation als auch die Funktionen,
welche die Betreffenden wahrzunehmen haben, sowie ihre Stellung im konkreten
Verfahren (Kölz/Häner/Bertschi, a.a.O., Rz. 431 mit Hinweisen). Eine Ausstandspflicht
besteht nach der verwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung in Fällen wie dem
vorliegenden demnach dann, wenn die Person selbst Partei des Verfahrens ist oder ein
persönliches Interesse am Verfahrensgegenstand hat und insoweit in "eigener Sache"
entscheidet (VerwGE B 2012/128 und B 2012/137 E. 3.3 und VerwGE B 2011/182 vom
3. Juli 2012 E. 3.2., www.gerichte.sg.ch, mit Hinweisen). Bei Wahrung öffentlicher
Interessen besteht grundsätzlich keine Ausstandspflicht (VerwGE B 2011/152 vom
24. Januar 2013 E. 5.2.2. mit Hinweis auf BGer 1P.96/2007 vom 26. März 2008 E. 5.4
mit Hinweisen, www.gerichte.sg.ch).
Art. 7 Abs. 1 VRP (in der hier anwendbaren, bis 30. Mai 2017 gültig gewesenen
Fassung) bestimmt, dass Behördemitglieder sowie öffentliche Angestellte und amtlich
bestellte Sachverständige von sich aus in den Ausstand zu treten haben, wenn sie oder
eine ihnen nahestehende Person an der Angelegenheit persönlich beteiligt sind (lit. a),
wenn sie Vertreter, Beauftragte, Angestellte oder Organe einer an der Angelegenheit
beteiligten Person sind oder in der Sache Auftrag erteilt haben (lit. b) oder wenn sie
"aus anderen Gründen" befangen erscheinen (lit. c). Es genügt, dass das betroffene
Mitglied befangen sein könnte oder befangen erscheint. Ein ausschliesslich
persönliches Empfinden einer Partei reicht dafür jedoch nicht aus. Vernünftige Gründe
müssen das Misstrauen in die Unabhängigkeit und Unparteilichkeit objektiv
rechtfertigen. Eine Beeinträchtigung der Unparteilichkeit ist in der Regel nicht gegeben,
wenn eine Person in einer anderen Sache derselben Partei bereits früher entschieden
hat oder wenn über eine sich stellende Rechtsfrage schon einmal ein Entscheid
getroffen wurde (Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St.
Gallen 2003, Rz. 175, 191 und 194). Das Verwaltungsgericht hat sodann den Vorwurf
der Befangenheit grundsätzlich verneint, wenn im Rekursverfahren seitens der Behörde
die Erfolgsaussichten des Rechtsmittels erörtert werden. Dies gilt insbesondere, wenn
der Rekurssachbearbeiter den Verfahrensbeteiligten mitteilt, dass er den Rekurs
aufgrund einer vorläufigen Beurteilung als aussichtslos einstufe (VerwGE B 2011/213
vom 31. Mai 2012, E. 2, abrufbar unter www.gerichte.sg.ch).
3.3.
http://www.gerichte.sg.ch http://www.gerichte.sg.ch
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3.3.1. Am 4. Juli 2016 hielt der Leiter Rechtsdienst im Rahmen einer Stellungnahme
zum Gesuch des Beschwerdeführers betreffend Einsicht in persönliche und amtliche
Daten des damaligen Kantonszahnarztes fest, dass die gestellte Anfrage im
Widerspruch zum Sinn des ÖffG stehe, weil der Eindruck entstehe, dass es dem
Beschwerdeführer um persönliche Rache gegen den die Funktion ausübenden
Zahnarzt gehe (act. G 11/423.1). In der angefochtenen Verfügung führte die Vorinstanz
hierzu unter anderem aus, dass diesbezüglich nicht von einer abschätzigen,
persönlichkeitsverletzenden Äusserung ausgegangen werden könne. Mit der
Feststellung von Rachemotiven habe sich der Leiter Rechtsdienst lediglich auf einen
gewöhnlichen Beweggrund für menschliche Handlungen bezogen. Beanstande das GD
das Verhalten einer Medizinalperson, sollte diese nicht das Gefühl haben, dass die
Massregelung eine Art persönlicher Geringschätzung darstelle. Wenn der
Beschwerdeführer ausführe, dass der Vorwurf der Rachemotive jeglicher Grundlage
entbehre, dürften die zahlreichen Angriffe, die der Beschwerdeführer oder ihm
nahestehende juristische Personen gegen den Kantonszahnarzt verübt hätten, nicht
ausser Acht gelassen werden. Sie zeigten vielmehr die emotional betonte, aggressive
Argumentationslinie des Beschwerdeführers. Dieser habe sich zur Person des die
Funktion ausübenden Zahnarztes respektlos geäussert, nenne ihn gar den angeblichen
Kantonszahnarzt, schreibe seine Funktion in Anführungszeichen, stelle die
Rechtsgrundlage für seine Tätigkeit in Frage und unterstelle ihm zudem, Straftaten
begangen zu haben. Aktenkundig seien mehrere Vorfälle (vgl. Aufzählung in act. G 2/2
S. 10-12). Mit der Stellungnahme vom 4. Juli 2016 habe das GD zur Gewährung des
rechtlichen Gehörs angekündigt, welche Argumentationslinie eine abweisende
Verfügung enthalten hätte. Beim Gesuch des Beschwerdeführers sei es soweit
ersichtlich nicht um Informationen über die Tätigkeit des öffentlichen Organs im Sinn
von Art. 5 ÖffG gegangen bzw. sei das Gesuch im Sinn von Art. 6 Abs. 1 und 3 lit. a
ÖffG teilweise geeignet gewesen, die Persönlichkeitsrechte des mit der Funktion
betrauten Zahnarztes zu beeinträchtigen (act. G 11/423.1). Der Leiter Rechtsdienst
habe die Anfrage vom 23. April 2016 daher teilweise als unzulässig erachtet und
lediglich seine Bedenken dargelegt, womit er seine Begründungspflicht erfüllt habe. Es
sei nicht ersichtlich, inwiefern dessen Einschätzung auf sachfremden Motiven beruhe.
Der Vorwurf einer vermuteten Geringschätzung des Beschwerdeführers lasse
obendrein ausser Acht, dass für die Beurteilung der Vertrauenswürdigkeit auch das
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Verhalten ausserhalb der eigentlichen Berufstätigkeit massgebend sei (BGE
2C_68/2009 vom 14. Juli 2009; BGer 2C_389/2012 vom 12. November 2012, E. 7.1).
Objektiv gerechtfertigte Zweifel an der Unparteilichkeit würden sich aus der
Feststellung des Leiters Rechtsdiensts betreffend das mutmassliche Bestehen von
Rachemotiven beim Beschwerdeführer nicht ergeben. Der Leiter Rechtsdienst habe
vielmehr eine Würdigung des Verhaltens des Beschwerdeführers nach den
Gesichtspunkten der Vertrauenswürdigkeit vorgenommen und auf eine nicht
gesetzeskonforme Berufung auf das ÖffG hingewiesen (act. G 2/2 S. 8-16).
3.3.2. Der Beschwerdeführer hält hierzu unter anderem fest, das völlig unbegründete
und deplatzierte Verhalten des Leiters Rechtsdienst bringe zum Ausdruck, dass dieser
ihm gegenüber und damit in Bezug auf die ihn betreffenden Verfahren gar nicht mehr
unvoreingenommen und daher nicht mehr in der Lage sei, im hängigen
Revisionsverfahren einen fairen Entscheid zu treffen. Vergeltung sei kein
schmeichelhaftes Motiv, sondern abschätzig und objektiv geeignet, den Eindruck der
Befangenheit zu erwecken. Der Beschwerdeführer habe den Rachevorwurf nicht
provoziert. Das Kriterium der Vertrauenswürdigkeit könne zwar für die Erteilung einer
Berufsausübungsbewilligung vorausgesetzt werden, nicht jedoch für die Erteilung einer
Auskunft gestützt auf das ÖffG. Was als einmaliger Ausrutscher noch hätte akzeptiert
werden können, müsse angesichts der Nicht-Rücknahme des Vorwurfs der
persönlichen Rache als klarer Befangenheitsgrund gewertet werden (act. G 1 S. 7 f.
und S. 15-20).
3.3.3. Eine unangebrachte Äusserung der Verfahrensleitung kann den Anschein der
Befangenheit erwecken, wenn sie eine schwere Verfehlung darstellt. Hierbei geht es
aber um besonders krasse oder wiederholte Rechtsfehler (BGer 1B_116/2017 vom
16. Mai 2017, E. 4.2 und 4.4, mit Hinweis auf BGE 141 IV 178, E. 3.2.3 und BGer
1B_1/2017 vom 7. März 2017, E. 2.1; BGer 2C_583/2011 vom 25. Oktober 2011, E. 4.2
und 6). Zu Recht weist die Vorinstanz vorab darauf hin, dass Vergeltung (als Synonym
für Rache) ein legitimes menschliches Bedürfnis und zudem Strafzweck darstellt (act. G
10 S. 2). Der Vorwurf eines niederen Beweggrundes (act. G 1 Rz. 48) war mit der
Vermutung des Vorliegens von Rachemotiven von daher aber nicht verbunden. Wenn
der Leiter Rechtsdienst seinen Eindruck über die (Vergeltungs-)Motive des
Beschwerdeführers schriftlich festhielt, so mochte dies nicht unbedingt „geschickt“
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=Befangenheit+%C4usserung&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F141-IV-178%3Ade&number_of_ranks=0#page178
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gewesen sein, stellte jedoch bei objektiver Betrachtungsweise jedenfalls keine schwere
Verfehlung dar, sondern brachte lediglich zum Ausdruck, dass der rechtlichen
Argumentation des Beschwerdeführers bzw. seines Rechtsvertreters seiner Ansicht
nach nicht zu folgen bzw. das auf das ÖffG gestützte Gesuch nicht berechtigt sei. Der
Beschwerdeführer verlangte denn auch im Nachgang an die damalige Stellungnahme
des Leiters Rechtsdienst auch keine anfechtbare Verfügung bzw. liess die 14-tägige
Frist nach Art. 17 Abs. 2 ÖffG unbenützt ablaufen. Dass der Leiter Rechtsdienst sich
mit seiner Stellungnahme bereits in einem Mass festgelegt hätte, das ihn nicht mehr als
im Sinn der zitierten Lehre und Rechtsprechung betrachtet unvoreingenommen
erscheinen liesse, ist nach dem Ausgeführten nicht zu erkennen. Vielmehr fehlt es an
den erforderlichen objektiven Anhaltspunkten für eine Feindschaft bzw. ein
schwerwiegendes Zerwürfnis zwischen ihm und dem nunmehrigen
Beschwerdeführer. Im Übrigen ist zur Vertrauenswürdigkeit des Beschwerdeführers
bzw. zu seinem (unzutreffenden) Vorbringen, dass er sich gegenüber dem GD nie
unverfroren oder unangebracht verhalten habe (act. G 1 Rz. 51), auf die einschlägigen
Ausführungen des Verwaltungsgerichts im VerwGE B 2015/307, E. 6.3 („... Seine
diversen Äusserungen hinsichtlich der Qualifikation von Mitarbeitern der Vorinstanz
erfolgten sowohl von der Wortwahl her als auch inhaltlich wiederholt in nicht
gerechtfertigter und verletzender Art. ... “ usw.), zu verweisen.
3.4.
3.4.1. Nach Art. 2 lit. a Ziff. 1 der Ermächtigungsverordnung (ErmV, sGS 141.41;
erlassen gestützt auf Art. 27 des Staatsverwaltungsgesetzes, sGS 140.1) handelt der
Leiter Rechtsdienst für die vorgesetzte Behörde, wenn das Departement die Regierung
in Verwaltungsverfahren vertritt. Er ermächtigt nach Art. 2 lit. d ErmV zur Aussage und
Aktenedition nach Art. 170 Abs. 2 und 3 und Art. 194 Abs. 2 der Schweizerischen
Strafprozessordnung (StPO; SR 312.0). Mitarbeitende des Kantons bedürfen für die
Herausgabe amtlicher Akten und für die Erteilung von Auskünften über Tatsachen, die
dem Amtsgeheimnis unterstehen, der Zustimmung der vorgesetzten Behörde, wenn
sich die Untersuchung nicht gegen sie selbst richtet. Vorbehalten bleiben abweichende
gesetzliche Bestimmungen (Art. 37 des Einführungsgesetzes zur schweizerischen
Straf- und Jugendstrafprozessordnung, sGS 962.1, EG-StPO). - Mit Schreiben vom
21. Dezember 2015 hatte Rechtsanwalt Martin E. Looser als Rechtsvertreter des
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ehemaligen Leiters Rechtsdienst in einem - durch den Beschwerdeführer gegen den
Genannten und den ehemaligen Generalsekretär in Gang gesetzten - Ermächtigungs-
und Strafverfahren betreffend Amtsgeheimnisverletzung die Vorinstanz um
Kostengutsprache für die Anwalts- und Prozesskosten (vgl. Art. 31 Abs. 1 des
Personalgesetzes [PersG], sGS 143.1, und Art. 13 der Personalverordnung [PersV],
sGS 143.11) sowie um Einsicht in sämtliche Akten der Verfahren betreffend den
Beschwerdeführer ersucht, soweit diese für die Wahrung der Rechte im Strafverfahren
erforderlich seien (act. G 2/5). Am 7. Januar 2016 nahm der ehemalige Leiter
Rechtsdienst in den Räumen des GD Einsicht in diese Akten, liess einige Kopien
anfertigen und leitete diese an seinen Rechtsvertreter (RA Looser) weiter (vgl. act. G
2/7, 2/16). Mit E-Mail vom 19. Januar 2016 ersuchte RA Looser das GD um Zusendung
bestimmter Aktenstücke und Ermächtigung zur Weitergabe an die Anklagekammer
(act. G 2/9). Mit Schreiben vom 21. Januar 2016 stellte das GD dem Rechtsvertreter die
Akten zu (act. G 2/10). Per E-Mail vom 25. Januar 2016 an den (derzeitigen) Leiter
Rechtsdienst zitierte RA Looser aus der vorgesehenen Eingabe an die Anklagekammer
und ersuchte gestützt darauf um Erlass einer „Entbindungserklärung an“ den
ehemaligen Leiter Rechtsdienst (act. G 2/11). Gleichentags ersuchte der (derzeitige)
Leiter Rechtsdienst die Vorsteherin des GD um Entbindung vom Amtsgeheimnis und
legte einen entsprechenden Verfügungsentwurf bei (act. G 2/12). Am 26. Januar 2016
erteilte die Vorsteherin des GD schriftlich die „Entbindung vom Amtsgeheimnis
gegenüber“ dem ehemaligen Leiter Rechtsdienst „in Sachen Disziplinarverfahren gegen
X.Y.“ (act. G 2/13). Sowohl gegen diese Verfügung als auch gegen eine den
ehemaligen Generalsekretär vom Amtsgeheimnis entbindende Verfügung liess der
nunmehrige Beschwerdeführer beim Verwaltungsgericht ebenfalls Beschwerde
erheben (B 2016/134 und B 2016/173); beide Verfahren sind noch hängig.
3.4.2. Soweit im vorliegenden Verfahren von Belang führte die Vorinstanz zum Vorwurf
des Beschwerdeführers, der Leiter Rechtsdienst habe sich im Rahmen der
geschilderten Aktenherausgabe parteiisch bzw. nicht neutral verhalten, in der
angefochtenen Verfügung vom 4. April 2017 unter anderem aus, die Mitwirkung des
Leiters Rechtsdienst bei der Überprüfung des Gesuchs um Übernahme der
Anwaltskosten durch den Kanton sei nicht zu beanstanden. Die Akten aus dem den
Beschwerdeführer betreffenden Disziplinarverfahren seien im Rechtsdienst des GD
aufbewahrt, weshalb die Akteneinsichtsgewährung gemäss Art. 16 VRP grundsätzlich
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in die Zuständigkeit des Leiters Rechtsdiensts als Verfahrensleiter falle. Die
Aktenherausgabe sei für die Prüfung der Aussagen des Beschwerdeführers durch die
Strafbehörden im Strafverfahren gegen den ehemaligen Leiter Rechtsdienst
unerlässlich gewesen. Der (derzeitige) Leiter Rechtsdienst habe ausschliesslich eine
gesetzliche Aufgabe erfüllt, indem er die nötigen Informationen für die Erledigung eines
Gesuchs einverlangt habe. Es liege auch im öffentlichen Interesse, dass ein
beanstandetes Verhalten ehemaliger Mitarbeitender des GD von der Strafbehörde
abgeklärt werde. Die Ansicht des Beschwerdeführers, wonach die Aktenherausgabe
und Ermächtigung zur Weitergabe an die Anklagekammer entgegen seinen Interessen
erfolgt sei (act. G 11/441 Rz. 26 und 28), verstosse gegen Treu und Glauben, weil sie
die Erwartung impliziere, dass die Strafbehörde ohne Aktenkenntnis über seine
Strafanzeige gegen den ehemaligen Leiter Rechtsdienst und den ehemaligen
Generalsekretär befinden solle. Der Beschwerdeführer habe mit den Strafanzeigen in
Kauf genommen, dass die Strafbehörde auch von den vom GD gegen ihn erhobenen
Vorwürfen erfahren würde. Die Staatsanwaltschaft und die Gerichte zögen Akten
anderer Verfahren bei, wenn dies für den Nachweis des Sachverhalts erforderlich sei
(Art. 194 Abs. 1 StPO). Verwaltungs- und Gerichtsbehörden wiederum stellten einander
die Akten zur Einsichtnahme zur Verfügung, wenn der Herausgabe keine
überwiegenden öffentlichen oder privaten Geheimhaltungsinteressen entgegenstehen
würden (Art. 194 Abs. 2 StPO). Mit Zustimmung der vorgesetzten Behörde dürfe der
Mitarbeiter des Kantons amtliche Akten herausgeben und Auskünfte erteilen über
Tatsachen, die dem Amtsgeheimnis unterstehen würden (Art. 170 Abs. 2 StPO).
Ehemalige Mitarbeiter, welche im Strafverfahren beschuldigt würden, dürften
umfassende Auskünfte über ihre Amtsführung gegenüber der Strafbehörde erteilen
(vgl. Art. 157 Abs. 2 StPO). Zudem hätten sie als Beteiligte Anspruch auf Einsicht bei
der Staatsverwaltung in Bezug auf die Akten, die sie im Lauf ihrer Amtsführung
bearbeitet hätten (Art. 16 Abs. 1 VRP; act. G 2/2 S. 17-21).
Als beschuldigte Person könne sich der ehemalige Leiter Rechtsdienst auf Art. 37 EG-
StPO berufen. Da der Aktenbeizug im Sinn von Art. 194 StPO eine
Untersuchungshandlung darstelle, die grundsätzlich erst nach Eröffnung des
Strafverfahrens zu tätigen sei, habe sich der ehemalige Leiter Rechtsdienst
entschieden, Aktenstücke aus dem damaligen Disziplinarverfahren als Beweise im
Ermächtigungsverfahren bei der Anklagekammer einzureichen und habe um
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entsprechende schriftliche Ermächtigung des GD ersucht. Der (derzeitige) Leiter
Rechtsdienst wäre gestützt auf Art. 37 EG-StPO befugt gewesen, ihm die Weiterleitung
zu gestatten. Er habe sich jedoch dafür entschieden, die Vorsteherin des GD
miteinzubeziehen, indem er um eine Verfügung der vorgesetzten Behörde ersucht
habe. Ein schutzwürdiges Interesse des Beschwerdeführers, welches dem Erlass der
Verfügung vom 26. Januar 2016 (Ermächtigung durch die Departementsvorsteherin zur
Weiterleitung von Akten an die Strafbehörde) entgegengestanden hätte, sei nicht
ersichtlich. Es habe aufgrund von Art. 194 Abs. 2 StPO auch eine Pflicht zur
Aktenweiterleitung beanstanden. Der ehemalige Leiter Rechtsdienst habe die ihm
zugestellten Akten aufgrund seiner vormaligen Führungsfunktion gekannt und sei nach
wie vor an die Geheimhaltungspflicht gebunden (Art. 67 Abs. 2 PersG, Art. 320 Ziff. 1
zweiter Satz StGB). Daher habe er die einverlangten Akten denn auch zweckgebunden
erhalten. Die Zustellung von Verwaltungsakten an die Anklagekammer oder die
Staatsanwaltschaft verletze das Amtsgeheimnis nicht. Der Leiter Rechtsdienst könne
die Ermächtigung zur Weitergabe der Akten nach der einschlägigen Lehre auch
mündlich erteilen. Für die Gewährung der Akteneinsicht sei eine Verfügung der
Departementsvorsteherin nicht erforderlich gewesen (act. G 2/2 S. 17-22).
3.4.3. Der Beschwerdeführer wendet hierzu - wie bereits im vorinstanzlichen Verfahren
- ein, die vorgängige Aktenherausgabe an den ehemaligen Leiter Rechtsdienst durch
den derzeitigen Leiter Rechtsdienst im Rahmen des Ermächtigungsverfahrens vor der
Anklagekammer sei rechtswidrig gewesen. Es habe eine vorzeitige, gestaffelte,
unkontrollierte und nicht nachvollziehbar dokumentierte Aktenherausgabe an den
ehemaligen Leiter Rechtsdienst sowie eine unzulässige „Beratung“ desselben durch
den Leiter Rechtsdienst stattgefunden. Die Vorinstanz habe offenbar keine Ahnung, in
welche Aktenstücke aus höchst sensiblen Verfahrensakten betreffend den
Beschwerdeführer der ehemalige Leiter Rechtsdienst Einsicht erhalten habe. Es liege
eine gravierende Verletzung der Amtspflichten und eine unzulässige Offenbarung des
Amtsgeheimnisses vor. Art. 37 EG-StPO sei im vorliegenden Fall auf den Leiter
Rechtsdienst nicht anwendbar. RA Looser sei von diesem im Übrigen im Rahmen der
getätigten Durchsicht der vorgesehenen Anträge in unzulässiger Weise beraten
worden. Es liege sodann kein treuwidriges Verhalten des Beschwerdeführers vor. Die
Art. 170 und 194 StPO seien auf den vorliegenden Fall nicht anwendbar. Erforderlich
wäre eine vorgängige schriftliche Ermächtigung der vorgesetzten Behörde zur
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Offenbarung des Amtsgeheimnisses gewesen. Angesichts des vom Leiter Rechtsdienst
im Ermächtigungsverfahren vor der Anklagekammer gezeigten Verhaltens sei nicht
mehr anzunehmen, dass er als Leiter Rechtsdienst noch genügend unabhängig und
unvoreingenommen sei (act. G 1 S. 8-11 und S. 20-27).
3.4.4. Vorab ist festzuhalten, dass ein persönliches Interesse der Leiters Rechtsdienst
am Ausgang des Strafverfahrens gegen den ehemaligen Leiter Rechtsdienst und den
ehemaligen Generalsekretär als Voraussetzung für eine Ausstandspflicht (vgl.
vorstehende E. 3.2) - wie auch die ihm vom Beschwerdeführer unterstellte „beratende
Durchsicht der Anträge“ von RA Looser (act. G 1 S. 23) an die Anklagekammer -
aufgrund der geschilderten Umstände weder dargetan ist noch als mit Blick auf die
sich stellende Ausstandsfrage plausibel gelten kann. Im Gegenteil: Mit der an den
Leiter Rechtsdienst erfolgten Zustellung des Entwurfs von Beweisanträgen an die
Anklagekammer belegte RA Looser lediglich, aus welchem Grund er Akten des
Disziplinarverfahrens benötigte. Der vom Beschwerdeführer im Weiteren angeführte
Umstand, dass mit der Verfügung vom 26. Januar 2016 der (derzeitige) Leiter
Rechtsdienst und nicht der ehemalige Leiter Rechtsdienst zur Aktenherausgabe
ermächtigt worden sei (act. G 1 S. 21 Rz. 63), trifft zu. Etwas anderes machte aber
auch die Vorinstanz gar nicht geltend. Sie hielt in der angefochtenen Verfügung
lediglich fest, dass der Leiter Rechtsdienst gestützt auf Art. 37 EG-StPO befugt
gewesen wäre, dem ehemaligen Leiter Rechtsdienst (und nicht etwa sich selbst) die
Weiterleitung zu gestatten (vgl. vorstehende E. 3.4.2 zweiter Absatz).
Das Gesuch des Rechtsvertreters des ehemaligen Leiters Rechtsdienst vom
21. Dezember 2015 um Akteneinsicht im Ermächtigungs- und Strafverfahren betreffend
Amtsgeheimnisverletzung erfolgte wie dargelegt im Zusammenhang mit dem - vom
Rechtsvertreter des ehemaligen Leiters Rechtsdienst beim GD eingereichten - Gesuch
um Kostengutsprache für die Anwalts- und Prozesskosten zur rechtlichen
Unterstützung in dem vom Beschwerdeführer angehobenen Strafverfahren (vgl. Art. 31
Abs. 1 PersG und Art. 13 PersV; vorstehende E. 3.4.1), und damit in einem
Verwaltungsverfahren im Sinn von Art. 1 Abs. 1 lit. a VRP. Der (amtierende) Leiter
Rechtsdienst ist aufgrund von Art. 2 lit. d ErmV für die Ermächtigung zur Weitergabe
der Akten an andere Behörden zuständig; der Rechtsdienst ist gestützt auf Art. 16 Abs.
1 VRP für die Gewährung der Einsicht in die bei ihm aufbewahrten Akten zuständig.
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Aus Art. 170 Abs. 2 und 3 sowie Art. 194 Abs. 2 StPO in Verbindung mit Art. 2 lit. d
ErmV ergibt sich lediglich, dass der jeweilige Leiter Rechtsdienst als vorgesetzte
Behörde im Namen der Departementsvorsteherin Mitarbeitende zur Aussage und
Aktenedition gegenüber den Strafbehörden ermächtigt. Der ehemalige Leiter
Rechtsdienst benötigte jedoch als beschuldigter (ehemaliger) Mitarbeiter der
Verwaltung anerkanntermassen keine solche Ermächtigung bzw. Zustimmung der
vorgesetzten Behörde, um den Strafbehörden ein Dossier abzugeben und ihnen
Auskünfte über seine (frühere) Tätigkeit zu erteilen (vgl. Art. 37 EG-StPO, Art. 157 Abs.
2 StPO). Der ehemalige Leiter Rechtsdienst hatte als ehemaliger Mitarbeiter im
laufenden Verwaltungsverfahren betreffend Art. 31 PersG Anspruch darauf, die
einschlägigen - ihm aufgrund seiner früheren Tätigkeit bekannten und für das
Strafverfahren relevanten - Akten einzusehen. Ohne Zugang zu diesen Akten bzw.
Akteneinsichtsgewährung durch das GD bzw. durch den amtierenden Leiter
Rechtsdienst hätte der ehemalige Leiter Rechtsdienst seine Verteidigungsrechte im
Strafverfahren gar nicht wahrnehmen können. Im Übrigen blieb er auch als
ausgeschiedener Mitarbeiter der Staatsverwaltung an das Amtsgeheimnis gebunden
(Art. 67 Abs. 2 PersG; Art. 320 Ziff. 1 zweiter Satz StGB); dies jedenfalls für die hier in
Frage stehenden Akten, welche er während seiner Tätigkeit als Leiter Rechtsdienst
bearbeitet oder von denen er Kenntnis hatte.
Die Einsichtsgewährung durch den amtierenden Leiter Rechtsdienst zur rechtlichen
Unterstützung eines (ehemaligen) Mitarbeiters in einem Strafverfahren war zur Erfüllung
einer gesetzlichen Aufgabe (Art. 31 PersG) im Sinn der Art. 5 Abs. 2 lit. b, Art. 11 Abs. 1
lit. a und d sowie Art. 13 Abs. 1 lit. a des Datenschutzgesetzes (sGS 142.1; DSG) -
unentbehrlich und dementsprechend zulässig. Keiner Entbindung durch die
vorgesetzte Behörde bedarf es ferner, wenn unter anderem gesetzliche
Informationsrechte (N. Oberholzer, Grundzüge des Strafprozessrechts, 2. Aufl. 2005,
Rz. 870) bzw. gesetzliche Offenbarungspflichten (Trechsel/Vest, in: Trechsel/Pieth,
Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 2. Aufl., Rz. 11 zu Art. 320 StGB)
bestehen. Art. 31 PersG beinhaltet implizit ein solches Informationsrecht bzw. eine
Offenbarungspflicht insofern, als nur bei Vorliegen der letzteren die rechtliche
Unterstützung durch die ehemalige Arbeitgeberin überhaupt gewährleistet werden
kann. Damit war die vor Erlass des Schreibens vom 26. Januar 2016 erfolgte
Einsichtsgewährung durch den Leiter Rechtsdienst an seinen Amtsvorgänger im
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laufenden Verwaltungsverfahren betreffend Art. 31 PersG gestützt auf Art. 16 VRP
zulässig. Es war daher gar nicht nötig, eine (an sich auch nachträglich mögliche;
Trechsel/Vest, a.a.O., Rz. 11 zu Art. 320 StGB) schriftliche Zustimmung für die
Weitergabe der Akten durch den (derzeitigen) Leiter Rechtsdienst an den ehemaligen
Leiter Rechtsdienst durch die Departementsvorsteherin verfügungsweise zu erteilen.
Der Umstand, dass die Strafbehörde in diesem Rahmen umfassende Aktenkenntnis mit
Bezug auf das Disziplinarverfahren erhielt, soweit die Akten mit der Tätigkeit des
ehemaligen Leiters Rechtsdienst zu tun hatten (vgl. dazu die Auflistungen in act. G 2/7
und G 2/16 Beilage), lässt sich insofern nicht beanstanden, als sich die strafrechtliche
Relevanz der Akten im Strafverfahren gegen den ehemaligen Leiter Rechtsdienst und
den ehemaligen Generalsekretär - entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers
(act. G 1 S. 24) - angesichts der gegebenen komplexen Verhältnisse nicht zum
vornherein festlegen liess, sondern sich erst aufgrund des Aktenstudiums im
Strafverfahren ergeben konnte. Es war denn auch nicht Sache der Vorinstanz, als
Verwaltungsbehörde eine strafrechtliche „Vorsondierung“ der Akten vorzunehmen.
Inwiefern die Herausgabe der Akten relevante Geheimhaltungsinteressen des
Beschwerdeführers verletzt haben könnte, ist nicht ersichtlich und wird von ihm auch
konkret nicht dargelegt, sondern einzig mit einem Pauschalhinweis auf den Schutz
seiner Privatsphäre und Achtung seines Berufsgeheimnisses begründet (act. G 23 S. 8
f.). Als Strafanzeiger musste er mit der Weitergabe der ihn betreffenden einschlägigen
Akten an die Strafbehörde rechnen. Das öffentliche Interesse an der
Datenbekanntgabe (Wahrheitsfindung im Strafverfahren) liegt klar zu Tage. Besonders
krasse oder wiederholte Amtspflichtverletzungen (vgl. vorstehende E. 3.3.3) durch den
(derzeitigen) Leiter Rechtsdienst zulasten des Beschwerdeführers sind im vorliegenden
Zusammenhang weder ersichtlich noch belegt: Aus einer fehlenden genauen Auflistung
der weitergebenen Akten (vgl. act. G 2/16 Beilage) lässt sich jedenfalls im vorliegend
interessierenden Zusammenhang kein schwerer Verfahrensfehler ableiten. Wenn der
Beschwerdeführer davon ausgeht, dass eine ohne seine Zustimmung erfolgte
Verwendung und Weitergabe der ihn betreffenden Daten eine
Amtsgeheimnisverletzung darstellen, so trifft dies angesichts der geschilderten
rechtlichen Gegebenheiten nicht zu. Hieran vermag auch die Erteilung der
Ermächtigung zur Eröffnung eines Strafverfahrens gegen den (derzeitigen) Leiter
Rechtsdienst wegen möglicher Verletzung des Amtsgeheimnisses (act. G 20) nichts zu
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ändern. Selbst wenn es - was jedoch nicht der Fall ist - zuträfe, dass der Leiter
Rechtsdienst vor der Herausgabe der Akten dem Beschwerdeführer Gelegenheit zur
Stellungnahme hätte geben und den Erlass einer (schriftlichen) Ermächtigung durch die
Departementsvorsteherin hätte abwarten müssen, könnte aus dem Umstand, dass dies
nicht erfolgt war, im konkreten Kontext keine krasse oder wiederholte
Amtspflichtverletzung abgeleitet werden. Dies umso weniger, als allfällige
Rechtsverletzungen vorab auf dem ordentlichen Rechtsmittelweg zu rügen und nicht in
Form eines Ausstandsgesuchs einzubringen gewesen wären. Die Vorinstanz nahm im
Übrigen in der angefochtenen Verfügung zu den entsprechenden Einwänden des
Beschwerdeführers einlässlich und nachvollziehbar Stellung. Die (wiederholten)
Vorbringen des Beschwerdeführers im vorliegenden Verfahren liefern keinen Grund für
eine veränderte Beurteilung.
4.
4.1. (...).
4.2. (...).