Decision ID: 47222b0b-8590-42ee-800d-1dc968001631
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
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A.- X erlangte den Führerausweis für Personenwagen am 25. Oktober 1965. Dieser
wurde ihm am 7. August 2012 wegen Missachtens des Vortrittsrechts einer
Fussgängerin für einen Monat entzogen. Mit Verfügung vom 16. April 2014 entzog ihm
das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des Kantons St. Gallen den Führerausweis
für weitere vier Monate, nachdem er mit einem vortrittsberechtigten Personenwagen
kollidiert war und seine Fahrt fortgesetzt hatte, ohne sich um die Schadenregulierung
zu kümmern. Einen dagegen erhobenen Rekurs wies die
Verwaltungsrekurskommission mit Entscheid vom 28. August 2014 ab (IV-2014/60).
B.- Das Strassenverkehrsamt forderte X am 7. März 2016 auf, sich innert zwei Monaten
der periodischen medizinischen Kontrolluntersuchung zu unterziehen. Der Hausarzt
erachtete am 13. April 2016 wegen eines Bauchaorten-Aneurysmas eine
spezialärztliche Untersuchung für notwendig. In der Folge bot das
Strassenverkehrsamt X mit Zwischenverfügung vom 27. Mai 2016 zu einer
vertrauensärztlichen Untersuchung auf, welche am 28. Juni 2016 stattfand. Der
Vertrauensarzt kam zum Schluss, dass keine Fahreignung mehr bestehe. Gestützt
darauf teilte das Strassenverkehrsamt X am 7. Juli 2016 mit, dass ein
Führerausweisentzug auf unbestimmte Zeit geprüft werde. Gleichzeitig verbot es ihm
das Führen von Motorfahrzeugen vorsorglich ab sofort. Am 14. Juli 2016 beauftragte
das Strassenverkehrsamt die verkehrsmedizinische Abteilung des Instituts für
Rechtsmedizin des Kantonsspitals St. Gallen (IRM), die Frage einer beschränkten
Fahrerlaubnis anhand der Akten zu beurteilen. Im Bericht vom 21. Juli 2016 kamen die
Gutachter zum Schluss, die Fahreignung von X aufgrund der mehrfachen
Erkrankungen, welche im Zusammenhang mit der Teilnahme am Strassenverkehr von
Bedeutung seien, nicht ohne eine ausführliche verkehrsmedizinische Untersuchung
abschliessend positiv beurteilen zu können. Am 29. August 2016 ordnete das
Strassenverkehrsamt deshalb eine verkehrsmedizinische und -psychologische
Untersuchung an. Der Verkehrspsychologe verneinte am 15. Dezember 2016 die
Voraussetzungen für eine sichere Teilnahme am Strassenverkehr wegen
Schwierigkeiten in der Reaktionsgeschwindigkeit, der gerichteten Aufmerksamkeit und
der Daueraufmerksamkeit. Im verkehrsmedizinischen Gutachten vom 22. Dezember
2016 wurde die Fahreignung von X aufgrund der festgestellten Einschränkungen der
kognitiven Hirnleistungsfunktionen ebenfalls verneint, weshalb auch eine beschränkte
Fahrerlaubnis nicht befürwortet wurde. Mit Verfügung vom 26. Januar 2017 entzog das
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Strassenverkehrsamt X den Führerausweis auf unbestimmte Zeit. Als Bedingung für die
Aufhebung des Entzugs wurde ein positiv lautendes verkehrsmedizinisches und -
psychologisches Gutachten genannt. Einem allfälligen Rekurs wurde die aufschiebende
Wirkung entzogen.
C.- Gegen diese Verfügung erhob X mit Eingabe vom 4. Februar 2017 Rekurs bei der
Verwaltungsrekurskommission mit dem Antrag, ihm die Fahrerlaubnis mindestens für
den Raum St. Gallen wiederzuerteilen. Mit Vernehmlassung vom 27. Februar 2017 trug
die Vorinstanz auf Abweisung des Rekurses an. Auf die Ausführungen der

Verfahrensbeteiligten wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 4. Februar 2017 ist rechtzeitig
eingereicht worden und erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen
Anforderungen (Art. 41 lit. g , 45, 47 und 48 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.- Im Rekursverfahren ist umstritten, ob die Vorinstanz den Führerausweis des
Rekurrenten zu Recht auf unbestimmte Zeit entzog.
a) Ausweise und Bewilligungen sind zu entziehen, wenn festgestellt wird, dass die
gesetzlichen Voraussetzungen zur Erteilung nicht oder nicht mehr bestehen (Art. 16
Abs. 1 des Strassenverkehrsgesetzes, SR 741.01, abgekürzt: SVG). In diesen Fällen
dient der Entzug des Ausweises der Sicherung des Verkehrs vor ungeeigneten
Fahrzeugführern und wird daher als Sicherungsentzug bezeichnet. Dementsprechend
wird keine schuldhafte Widerhandlung im Strassenverkehr vorausgesetzt. Ein
Sicherungsentzug wird grundsätzlich auf unbestimmte Zeit ausgesprochen (Art. 16d
Abs. 1 SVG). Bestehen Zweifel an der körperlichen oder psychischen Fahreignung
eines Fahrzeugführers, sind medizinische, psychologische oder psychiatrische
Abklärungen vorzunehmen (Art. 11b Abs. 1 lit. a und b der Verordnung über die
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Zulassung von Personen und Fahrzeugen zum Strassenverkehr, SR 741.51, abgekürzt:
VZV).
Wegen fehlender Fahreignung wird einer Person der Führerausweis entzogen, wenn
ihre körperliche und geistige Leistungsfähigkeit nicht oder nicht mehr ausreicht, ein
Motorfahrzeug sicher zu führen (Art. 16d Abs. 1 lit. a SVG). Damit Motorfahrzeuglenker
zum Strassenverkehr zugelassen werden können, müssen sie gewisse medizinische
Mindestanforderungen erfüllen; diese werden im Anhang 1 zur VZV aufgelistet. Die
Führerausweiskategorien sind in zwei medizinische Gruppen eingeteilt. Die zweite
medizinische Gruppe mit den Buschauffeuren, Lastwagen- und Taxifahrern sowie
Verkehrsexperten stellt erhöhte Anforderungen an den Gesundheitszustand der
Führerausweisinhaber. Die Führerausweiskategorien A und B, die Unterkategorien A1
und B1 sowie die Führerausweisspezialkategorien F, G und M fallen in die erste
medizinische Gruppe, zu der auch der Rekurrent gehört. Hier gilt unter anderem, dass
keine Krankheiten oder organisch bedingte psychischen Störungen mit bedeutsamer
Beeinträchtigung von Bewusstsein, Orientierung, Gedächtnis, Denkvermögen,
Reaktionsvermögen oder andere Hirnleistungsstörungen vorliegen dürfen.
Die einzelnen Tatbestände gemäss Art. 16d Abs. 1 SVG dürfen weder eng noch streng
ausgelegt werden; geboten ist eine Gesamtbetrachtung des Einzelfalls im Hinblick auf
die Fahreignung (BGE 133 II 384 E. 3.1 mit Hinweisen; Philippe Weissenberger,
Kommentar SVG und OBG, 2. Aufl. 2015, Art. 16d N 19). Von Bedeutung kann zudem
das Zusammenwirken von medizinischen Beeinträchtigungen sein. Namentlich kann
sich eine fehlende Fahreignung auch aus der Verbindung von Umständen ergeben, die
einzeln die Fahreignung nicht ausschliessen (Urteil des Bundesgerichts [BGer] 6A.
5/2004 vom 17. Mai 2004 E. 3.3).
Der auf unbestimmte Zeit entzogene Führerausweis kann bedingt und unter Auflagen
wiedererteilt werden, wenn eine allfällige gesetzliche oder verfügte Sperrfrist
abgelaufen ist und die betroffene Person die Behebung des Mangels nachweist, der
die Fahreignung ausgeschlossen hat (Art. 17 Abs. 3 SVG). Da ein Sicherungsentzug
stark in den Persönlichkeitsbereich des Betroffenen eingreift, ist eine genaue Abklärung
der persönlichen Verhältnisse des Betroffenen in jedem Fall und von Amtes wegen
vorzunehmen. Das Ausmass der notwendigen behördlichen Nachforschungen richtet
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sich nach den Umständen des Einzelfalls und liegt im pflichtgemässen Ermessen der
Entzugsbehörde (vgl. BGE 129 II 82 E. 2.2; Weissenberger, a.a.O., Art. 16d N 3 und 4).
Die Beweismittel und damit auch das Gutachten unterliegen der freien richterlichen
Beweiswürdigung (Art. 21 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 58 Abs. 1 VRP).
b) aa) In der ärztlichen Kontrolluntersuchung vom 13. April 2016 empfahl der Hausarzt
eine spezialärztliche Untersuchung wegen eines Bauchaorten-Aneurysmas (lokal
begrenzte Erweiterung einer Arterie; vgl. act. 9/23). Gemäss vertrauensärztlichem
Bericht vom 4. Juli 2016 leidet der Rekurrent an einem infrarenalen Bauchaorten-
Aneurysma (Durchmesser im Jahr 2014: 5,5 cm). Das Risiko einer Ruptur – diese führe
zu einem akuten innerlichen Verbluten und damit zum plötzlichen Tod – setzte der
Hausarzt auf 10-15 Prozent fest. Am 28. Juni 2016 wurde der Rekurrent deshalb
vertrauensärztlich untersucht; der Vertrauensarzt erachtete die Fahreignung als nicht
mehr gegeben (vgl. act. 9/34). Am 5. August 2016 bestätigte das Venenzentrum
St. Gallen die Diagnose eines abdominellen, teilthrombosierten Aorten-Aneurysmas mit
einem Ausmass von inzwischen 7,4 x 5,9 cm. Weiter leidet der Rekurrent an einer
generalisierten Arteriosklerose, einer chronischen Niereninsuffizienz, einer chronisch
venösen Insuffizienz und einer Prostatahyperplasie. Ausserdem äusserte der
behandelnde Arzt den Verdacht auf ein Spinaliom präaurikulär (bösartiger Hauttumor;
vgl. act. 9/46).
bb) Die Gutachter sprachen dem Rekurrenten – ungeachtet der körperlichen
Erkrankungen (Bauchaorten-Aneurysma mit Rupturrisiko; Zustand nach
Hirnstammganglien-Infarkt) – die Fahreignung aufgrund einer Einschränkung der
kognitiven Hirnleistungsfunktionen ab. Zudem gehen sie aus verkehrsmedizinischer
Sicht von einem Alkoholüberkonsum aus. Sie stützen ihre Beurteilung auf die
Vorgeschichte, die verkehrsmedizinische und -psychologische Untersuchung,
Fremdauskünfte und die Resultate der Laboruntersuchungen. Zur Begründung führten
sie aus, in den Kurztests zur Überprüfung der Hirnleistungsfunktionen zeigten sich
Auffälligkeiten im Uhrentest (5 von 7 möglichen Punkten, wobei die abgelesene Zeit
nicht der gezeichneten Zeit entspreche) und beim Gedächtnis. Auffallend seien zudem
die Ausführungen des Rekurrenten zu den Unfällen in den Jahren 2012 und 2014
gewesen. Die Erläuterungen seien nicht durchwegs nachvollziehbar und teilweise
bagatellisierend gewesen; sie wirkten starr und ohne jegliche Einsicht in ein allfälliges
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Selbst- und Mitverschulden. Die Haaranalyse auf das Trinkalkoholstoffwechselprodukt
Ethylglucuronid (EtG) habe einen Wert von 30 pg/mg (ohne Segmentierung), von 44 pg/
mg im kopffernen und 14 pg/mg im kopfnahen Haarabschnitt ergeben. Aus diesen
EtG-Werten seien für den kopffernen Haarabschnitt ein Alkoholmissbrauch und den
kopfnahen Haarabschnitt ein moderater Alkoholkonsum abzuleiten (vgl. act. 9/61 f.).
cc) Der Verkehrspsychologe verneinte die Voraussetzung für die sichere Teilnahme am
Strassenverkehr wegen Hauptschwierigkeiten in der Reaktionsgeschwindigkeit, der
gerichteten Aufmerksamkeit und der Daueraufmerksamkeit. Da der Rekurrent die
Aufgabe zur Vigilanz (Zustand andauernder Aufmerksamkeit bei eintöniger
Reizfrequenz) beim ersten Durchgang mit einer hohen Fehlerquote gelöst habe, sei der
Test ein zweites Mal durchgeführt worden. Das Ergebnis sei mittelstark auffällig
ausgefallen. Es zeigten sich mittelstarke Probleme mit Schwankungen beim Umsetzen
von Instruktionen im allgemeinen Verarbeitungstempo, in der gerichteten
Aufmerksamkeit und bei der Vigilanz mit über 23 Minuten, wobei der Rekurrent auf
Zeichen teilweise nicht oder falsch reagiert habe (vgl. act. 9/68).
c) Der Rekurrent hält dem im Wesentlichen entgegen, er sei gesund. Als immer noch
aktiver Verwaltungsrat und Mitbegründer einer Aktiengesellschaft nehme er an der
wirtschaftlichen und finanziellen Entwicklung des Unternehmens teil. Er sei für eine
Testfahrt mit seinem Automatik-Auto bereit. Er verstehe die vorgeworfene mangelnde
Fahreignung nicht. Er und seine Frau seien sehr auf eine eigene Fahrmöglichkeit
angewiesen, welche sie praktisch täglich benötigten (vgl. act. 1).
d) Beim Rekurrenten zeigen sich zahlreiche körperliche Einschränkungen,
insbesondere ein Bauchaorten-Aneurysma, welches gemäss Auskunft eines
Facharztes Angiologie ein Rupturrisiko von 20-30 Prozent aufweist (vgl. act. 9/60).
Ausserdem leidet er an einer generalisierten Arteriosklerose (Arterienverkalkung), einer
chronischen Niereninsuffizienz, einer chronisch venösen Insuffizienz und einer
Prostatahyperplasie. In der Vergangenheit kam es bereits zu einem Myokardinfarkt
(Herzinfarkt) und einem ischämischen Stammganglieninfarkt (Schlaganfall; vgl.
act. 9/46). Ausserdem bestätigen die durchgeführten Tests eine Einschränkung der
kognitiven Hirnleistungsfunktionen. So erreichte der Rekurrent im sogenannten
Uhrentest mit lediglich 5 Punkten ein auffälliges Ergebnis (vgl. act. 9/59). Zu
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berücksichtigen ist weiter, dass aus verkehrspsychologischer Sicht die Fahreignung
ebenfalls verneint wird. Der Rekurrent benötigte bei sämtlichen Tests mehr Zeit.
Insbesondere das Ergebnis der Aufgabe zur Vigilanz ist mittelstark auffällig, indem er
Mühe hatte, über 23 Minuten eine einfache Aufmerksamkeit aufrecht zu erhalten.
Zudem musste der Test wiederholt werden, nachdem er beim ersten Durchgang
lediglich vier Richtige bei 21 nicht Erkannten und einer falschen Reaktion hatte. Beim
Aufmerksamkeitstest unter Monotonie war die Fehlerkontrolle zwar gut, jedoch
arbeitete er leicht bis mittelstark verlangsamt. Beim Verkehrszeichentest benötigte er
mit 637 Sekunden ebenfalls mehr Verarbeitungszeit als üblich. Komplexere Aufgaben
wurden nicht durchgeführt, da der Rekurrent bereits mit den einfachen Testverfahren
mittelstarke Schwierigkeiten zeigte (vgl. act. 9/66 ff.). Die Schlussfolgerung der
Verkehrsmediziner und des Verkehrspsychologen, wonach die Fahreignung zu
verneinen ist, ist daher aufgrund der zahlreichen medizinischen Beeinträchtigungen
und der Schwierigkeiten in der Reaktionsgeschwindigkeit, der gerichteten
Aufmerksamkeit und der Daueraufmerksamkeit nicht zu beanstanden. Unter diesen
Umständen kann dem Rekurrenten auch keine auf den Raum St. Gallen beschränkte
Fahrerlaubnis erteilt werden. Insbesondere muss im Stadtverkehr mit mehr
Fussgängerverkehr gerechnet werden, weshalb eine besondere Aufmerksamkeit und
eine schnelle Reaktionsfähigkeit gefordert ist.
e) Zusammenfassend ergibt sich damit, dass die Voraussetzungen für einen
Sicherungsentzug erfüllt sind und die Vorinstanz die Wiedererteilung des
Führerausweises zu Recht von einer verkehrsmedizinischen und
verkehrspsychologischen Kontrolluntersuchung abhängig gemacht hat. Der mit dem
Sicherungsentzug verbundene Eingriff in die Persönlichkeitssphäre des Rekurrenten ist
angesichts der auf dem Spiel stehenden öffentlichen Inter-essen der Sicherheit anderer
Verkehrsteilnehmer erforderlich und angemessen und liegt nicht zuletzt auch in seinem
eigenen, wohlverstandenen Interesse (vgl. BGer 6A.15/2000 vom 28. Juni 2000 E. 4).
Eine Angewiesenheit des Rekurrenten auf den Führerausweis kann nicht berücksichtigt
werden, da dieses Kriterium administrativrechtlich einzig für die Bemessung der Dauer
eines Warnungsentzugs, nicht aber für einen Sicherungsentzug relevant ist (vgl. Art. 16
Abs. 3 SVG; BGer 6A.23/2004 vom 11. Juni 2004 E. 2.2). Die angefochtene Verfügung
erweist sich damit als recht- und verhältnismässig; entsprechend ist der Rekurs
abzuweisen.
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f) Die beim Rekurrenten am 27. September 2016 abgenommene Haarprobe wies einen
EtG-Gehalt von 30 pg/mg (ohne Segmentierung), 14 pg/mg (0-2 cm ab Haut) und
44 pg/mg (2-4 cm ab Haut) auf (vgl. act. 9/72 ff.). Die im kopffernen Haarabschnitt
gemessene EtG-Konzentration von 44 pg/mg lässt somit auf einen übermässigen
Alkoholkonsum schliessen (BGer 1C_809/2013 vom 13. Juni 2014 E. 7). Die
Verkehrsmediziner gingen zumindest für die Vergangenheit von einem
Alkoholüberkonsum aus, berücksichtigten jedoch, dass der Rekurrent sein
Trinkverhalten geändert und Schritte in die Wege geleitet hat, die Problematik
anzugehen (vgl. act. 9/62). Sie verneinten die Fahreignung dementsprechend auch
nicht wegen einer Alkoholproblematik. Da bereits die Voraussetzungen für einen
Sicherungsentzug gemäss Art. 16d Abs. 1 lit. a SVG erfüllt sind, kann offen bleiben, ob
zusätzlich auch der Entzugsgrund nach Art. 16d Abs. 1 lit. b SVG gegeben ist.
3.- Mit dem Sicherungsentzug soll sichergestellt werden, dass der Rekurrent zum
Schutz der Sicherheit der übrigen Verkehrsteilnehmer nur in fahrfähigem Zustand ein
Motorfahrzeug lenkt. Dieser Zweck wäre gefährdet, wenn er während eines
Beschwerdeverfahrens als Motorfahrzeugführer zum Strassenverkehr zugelassen
würde. Einer allfälligen Beschwerde ist deshalb die vom Gesetz vorgesehene
aufschiebende Wirkung zu entziehen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 51 VRP).
4.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten dem Rekurrenten
aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'500.– erscheint
angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der
Kostenvorschuss von Fr. 1'500.– ist zu verrechnen.