Decision ID: e71c179d-b58f-519d-b866-732f49f2e8a8
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- Wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung wurde X mit Verfügung vom 17.
August 2001 verwarnt. Infolge Nichtanpassens der Geschwindigkeit wurde ihm der
Führerausweis am 20. August 2002 für die Dauer von zwei Monaten entzogen. Wegen
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Führens eines Fahrzeugs in angetrunkenem Zustand (minimale
Blutalkoholkonzentration von 1,24 Gew.-‰) und einer Geschwindigkeitsüberschreitung
verfügte das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des Kantons St. Gallen
(nachfolgend: Strassenverkehrsamt) am 13. November 2002 einen Ausweisentzug für
die Dauer von vier Monaten.
Am 8. April 2004 lenkte X erneut ein Fahrzeug unter Alkoholeinfluss (minimale
Blutalkoholkonzentration 1,59 Gew.-‰, maximale Blutalkoholkonzentration 2,1 Gew.-
‰), was eine verkehrsmedizinische und verkehrspsychologische Untersuchung nach
sich zog. Der Führerausweis wurde ihm vorsorglich entzogen. Trotzdem lenkte er am
11. Februar 2005 ein Fahrzeug, wobei er alkoholisiert war (minimale
Blutalkoholkonzentration 1,64 Gew.-‰). Mit Verfügung vom 18. Mai 2005 wurde
deswegen ein Sicherungsentzug aus charakterlichen Gründen mit einer Sperrfrist von
zwei Jahren verfügt. X unterzog sich in der Folge einer fachlich betreuten Suchttherapie
mit kontrollierter Alkoholabstinenz sowie einer Verkehrstherapie. Nach erneuter
verkehrsmedizinischer und -psychologischer Begutachtung wurde X der Führerausweis
am 4. Juni 2007 unter Alkoholabstinenzauflagen wiedererteilt. Wegen einer
Geschwindigkeitsüberschreitung im September 2007 wurde ein Führerausweisentzug
für einen Monat verfügt. Nachdem die Analysen der Blut- und Haarproben keine
Hinweise auf Alkoholkonsum mehr ergeben hatten, wurde die Alkoholabstinenzauflage
mit Verfügung vom 2. Oktober 2009 in eine Fahrabstinenz (d.h. ein Motorfahrzeug darf
nur in alkoholfreiem Zustand [0,0 Gew-.‰] gelenkt werden) für die Dauer von zwölf
Monaten umgewandelt. Am 10. November 2010 wurden die Auflagen gänzlich
aufgehoben.
B.- Am 13. August 2011, um 0.20 Uhr, lenkte X in A. (Österreich) ein Fahrzeug mit
einem Atemluftgehalt von 0,65 mg/l, was einer Blutalkoholzentration von 1,3 Gew.-‰
entspricht. Der Führerausweis wurde ihm auf der Stelle abgenommen. Mit Bescheid
vom 23. August 2011 verbot die Bezirkshauptmannschaft Bregenz X das Lenken von
Motorfahrzeugen in Österreich für die Dauer von vier Monaten.
C.- Das von den österreichischen Behörden über den Vorfall informierte
Strassenverkehrsamt eröffnete mit Schreiben vom 8. September 2011 ein Verfahren zur
Abklärung der Fahreignung. Gleichzeitig wurde X das Führen von Motorfahrzeugen
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vorsorglich verboten. Die am 20. September 2011 angeordnete spezialärztliche
Untersuchung wurde am 13. Dezember 2011 an der verkehrsmedizinischen Abteilung
des Instituts für Rechtsmedizin des Kantonsspitals St. Gallen (nachfolgend: IRM)
durchgeführt. Im Gutachten vom 17. Januar 2012 wurde ausgeführt, dass aus
verkehrsmedizinischer Sicht eine verkehrsrelevante Alkoholproblematik mit der
Unfähigkeit, Trinken und Fahren trennen zu können, vorliege. Später wurde mit
Zwischenverfügung vom 12. März 2012 eine verkehrspsychologische Begutachtung
angeordnet, welche am 28. April 2012 stattfand. Im Gutachten vom 7. Juni 2012 kam
der Verkehrspsychologe zum Schluss, dass X Schwierigkeiten mit der Kritikfähigkeit,
der emotionalen Stabilität sowie der Einsicht bezüglich der Ursachen und Hintergründe
seines Fehlverhaltens habe, weshalb die Fahreignung aus charakterlichen Gründen
nicht gegeben sei. Er empfahl zehn Stunden verkehrspsychologische Therapie und
zehn Stunden Suchberatung im Zeitraum von acht bis zehn Monaten. Im
Aktengutachten vom 18. Juni 2012 schlug der Verkehrsmediziner für die
Wiedererteilung den Nachweis einer Alkoholabstinenz sowie zehn Stunden
Suchtfachtherapie und zehn Stunden Verkehrstherapie vor.
D.- Gestützt auf diese Gutachten entzog das Strassenverkehrsamt X den
Führerausweis mit Verfügung vom 20. Juli 2012 wegen mangelnder charakterlicher
Eignung nach Art. 16d Abs. 1 lit. c SVG auf unbestimmte Zeit. Die Sperrfrist wurde auf
sechs Monate angesetzt. Als Bedingungen für die Aufhebung des Entzugs wurden
nebst klaglosem Verhalten das Absolvieren einer Verkehrstherapie (mindestens
15 Sitzungen) sowie die Beilage einer Haaranalyse zur Verlaufskontrolle des
Alkoholkonsums genannt. Einem allfälligen Rekurs wurde die aufschiebende Wirkung
entzogen.
E.- Gegen diese Verfügung erhob X mit Eingabe vom 4. August 2012 (Poststempel: 6.
August 2012) Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission mit dem sinngemässen
Antrag, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und der Führerausweis unter
Auflagen auszuhändigen. Ferner wurde eine mündliche Anhörung verlangt. Auf die
Ausführungen zur Begründung der Anträge wird, soweit erforderlich, in den
Erwägungen eingegangen. Am 10. September 2012 verzichtete die Vorinstanz auf eine
Vernehmlassung.
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F.- Gemäss Polizeirapport vom 26. August 2012 lenkte X am 9. August 2012 ein
Fahrzeug trotz Führerausweisentzug. Das Strassenverkehrsamt teilte am 2. Oktober
2012 mit, dass diesbezüglich zuerst der rechtskräftige Strafentscheid abgewartet und
das Administrativmassnahmeverfahren sistiert werde.

Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 4. August 2012 (Poststempel: 6. August
2012) ist rechtzeitig eingereicht worden. Er erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht
die gesetzlichen Anforderungen (Art. 41 lit. g , 45, 47 und 48 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.- In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragt der Rekurrent die Durchführung einer
mündlichen Verhandlung vor der Verwaltungsrekurskommission.
a) Gemäss Art. 55 VRP wird eine mündliche Verhandlung angeordnet, wenn sie zur
Wahrung der Parteirechte notwendig ist oder zweckmässig erscheint. Zur Wahrung der
Parteirechte ist eine mündliche Verhandlung durchzuführen, wenn ein Anspruch
gestützt auf Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen
Eidgenossenschaft (SR 101, abgekürzt: BV) oder Art. 6 Ziff. 1 der Europäischen
Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (SR 0.101,
abgekürzt: EMRK) besteht (vgl. Botschaft des Regierungsrates zum III.
Nachtragsgesetz zum Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege vom 25. Oktober 1994,
ABl 1994 S. 2349). Art. 29 Abs. 2 BV gewährt kein Recht auf mündliche Äusserung (vgl.
BGE 115 II 129 E. 6a mit Hinweisen zum früheren Verfassungsrecht) und geht jedenfalls
diesbezüglich nicht über den in Art. 6 Ziff. 1 EMRK verankerten Minimalanspruch
hinaus. Gemäss Art. 6 Ziff. 1 EMRK hat jedermann Anspruch darauf, dass seine Sache
öffentlich von einem Gericht gehört wird, das über zivilrechtliche Ansprüche und
Verpflichtungen oder über die Stichhaltigkeit einer strafrechtlichen Anklage zu
entscheiden hat. Letzteres fällt dabei ausser Betracht, da der Sicherungsentzug des
Führerausweises nicht strafrechtlich begründet ist. Mit dem Entzug wird nicht über
Schuld oder Nichtschuld des Betroffenen entschieden. Vielmehr bezweckt die
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Massnahme, zum Lenken eines Fahrzeugs ungeeignete Personen vom Verkehr
fernzuhalten. Da das repressive Ziel fehlt, hat die Massnahme keinen Strafcharakter.
Unter dem Gesichtspunkt der strafrechtlichen Anklage ist deshalb Art. 6 EMRK im
vorliegenden Verfahren nicht anwendbar (vgl. BGE 122 II 464 = Pra 86 Nr. 86 E. 3c).
b) Der Begriff der zivilrechtlichen Ansprüche und Verpflichtungen im Sinn von Art. 6 Ziff.
1 EMRK umfasst nicht nur zivilrechtliche Streitigkeiten im engeren Sinn, d.h.
Streitigkeiten zwischen Privaten, sondern auch Verwaltungsakte, die sich auf Rechte
und Verpflichtungen privatrechtlicher Natur bestimmend auswirken (vgl.
unveröffentlichter BGE vom 28. August 1998 in Sachen R.F., S. 5 mit Hinweisen auf
BGE 119 Ia 88 E. 3b, 121 I 30 E. 5c und 122 II 464 E. 3b). Nach bundesgerichtlicher
Rechtsprechung können deshalb im Verfahren über den Entzug des Führerausweises
mangels Fahreignung die Garantien von Art. 6 Ziff. 1 EMRK nur von denjenigen
angerufen werden, für die der Besitz des Führerausweises unbedingt notwendig ist.
Dies ist insbesondere der Fall bei Berufschauffeuren wie Bus-, Lastwagen- und
Taxifahrern, nicht aber bei Personen, die ihr Fahrzeug lediglich dazu benutzen, um sich
an ihren Arbeitsort zu begeben oder um ihre Arbeit unter angenehmeren Bedingungen
ausüben zu können (vgl. BGE 122 II 464 = Pra 86 Nr. 86 E. 3c; unveröffentlichter BGE
vom 21. März 1997 in Sachen E.K., S. 6 f.).
Der Rekurrent wohnt in B. und führt im Nachbardorf sein eigenes Geschäft. Das Führen
von Fahrzeugen ist nicht seine eigentliche Berufstätigkeit, auch wenn er für die Fahrt zu
seinen Kunden auf das Fahrzeug angewiesen ist. Mit dem Entzug des Führerausweises
wird ihm die Berufsausübung an sich nicht verunmöglicht (vgl. dazu BGE 122 II 464 =
Pra 86 Nr. 86 E. 3d). Dem Rekurs und den Akten sind denn auch keinerlei Hinweise
darauf zu entnehmen, dass der Rekurrent während des seit 8. September 2011
andauernden vorsorglichen Entzugs des Führerausweises seinen Beruf nicht im
gewohnten Rahmen hätte ausüben können. Zusammenfassend ergibt sich, dass der
Rekurrent in der Ausübung der erwähnten privatrechtsrelevanten Grundrechte durch
den Entzug des Führerausweises nicht eingeschränkt wird.
c) Dementsprechend lässt sich aus Art. 6 Ziff. 1 EMRK für den vorliegenden Fall kein
Anspruch auf Durchführung einer mündlichen und öffentlichen Verhandlung ableiten.
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Auch im Interesse der Streiterledigung erscheint die Durchführung einer mündlichen
Verhandlung nicht als zweckmässig (vgl. Botschaft, ABl 1994 S. 2349).
3.- Umstritten ist der von der Vorinstanz verfügte Sicherungsentzug aus
charakterlichen Gründen.
a) Der Rekurrent macht geltend, gemäss Bestätigung seines Hausarztes seien bei ihm
in der letzten Zeit keine Auffälligkeiten im Blut festgestellt worden. Somit sei auch kein
Suchtverhalten vorhanden, wie es ihm vom Verkehrsmediziner unterstellt werde. Der
Führerschein sei ihm bereits seit mehr als einem Jahr entzogen, obwohl die Sperrfrist
nur sechs Monate betrage. Wenn er nun 15 Fachtherapiestunden absolvieren müsse,
dauere das mindestens nochmals sechs Monate. Das verkehrsmedizinische Gutachten
sei gleichlautend wie ein früher verfasstes, nur die Daten seien verändert. Er habe ein
eigenes Geschäft und sei auf den Führerschein angewiesen. Er habe deswegen schon
einmal Konkurs anmelden müssen. In seinem Alter werde er keine Anstellung mehr
finden.
b) aa) Bestehen Zweifel an der körperlichen oder psychischen Fahreignung eines
Fahrzeugführers, sind medizinische, psychologische oder psychiatrische Abklärungen
vorzunehmen (Art. 11b Abs. 1 lit. a und b der Verordnung über die Zulassung von
Personen und Fahrzeugen zum Strassenverkehr, SR 741.51, abgekürzt: VZV). Wird
dabei festgestellt, dass die gesetzlichen Voraussetzungen für die Erteilung nicht oder
nicht mehr bestehen, muss der Führerausweis entzogen werden (Art. 16 Abs. 1 des
Strassenverkehrsgesetzes, SR 741.01, abgekürzt: SVG). In diesen Fällen dient der
Entzug des Ausweises der Sicherung des Verkehrs vor ungeeigneten Fahrzeugführern
(Sicherungsentzug); er wird grundsätzlich auf unbestimmte Zeit ausgesprochen
(Art. 16d Abs. 1 Ingress SVG). Der auf unbestimmte Zeit entzogene Führerausweis
kann bedingt und unter Auflagen wiedererteilt werden, wenn eine allfällige gesetzliche
oder verfügte Sperrfrist abgelaufen ist, und die betroffene Person die Behebung des
Mangels nachweist, der die Fahreignung ausgeschlossen hat (Art. 17 Abs. 3 SVG).
bb) Der Ausweis wird auf unbestimmte Zeit entzogen, wenn eine Person aufgrund ihres
bisherigen Verhaltens nicht Gewähr bietet, dass sie künftig beim Führen eines
Motorfahrzeugs die Vorschriften beachten und auf die Mitmenschen Rücksicht nehmen
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wird (vgl. Art. 16d Abs. 1 lit. c SVG; Nichteignung aus charakterlichen Gründen).
Anzeichen hierfür bestehen, wenn Charaktermerkmale des Betroffenen, die für die
Eignung im Verkehr erheblich sind, darauf hindeuten, dass er als Lenker eine Gefahr für
den Verkehr darstellt (BGE 104 Ib 95 E. 1). Für den Sicherungsentzug aus
charakterlichen Gründen ist die schlechte Prognose über das Verhalten als
Motorfahrzeugführer massgebend (P. Stauffer, Der Entzug des Führerausweises, Bern
1966, S. 40). Die Behörden müssen gestützt hierauf den Ausweis verweigern oder
entziehen, wenn hinreichend begründete Anhaltspunkte vorliegen, dass der Führer
rücksichtslos fahren wird (vgl. Botschaft vom 24. Juni 1955 zum Entwurf eines
Bundesgesetzes über den Strassenverkehr, BBl 1955 II S. 21 f.). Die Frage ist anhand
der Vorkommnisse (unter anderem Art und Zahl der begangenen Verkehrsdelikte) und
der persönlichen Umstände zu beurteilen (BGE 125 II 492 E. 2a). Bezugspunkt der
Beurteilung ist die Verkehrssicherheit. Diejenigen Personen sollen nicht zugelassen
werden, von denen anzunehmen ist, dass sie aufgrund ihrer Persönlichkeitsstruktur
eine besondere Gefahr für die anderen Verkehrsteilnehmer darstellen. Solche Gefahr
liegt etwa nahe bei sehr starker emotionaler Unausgeglichenheit, bei unbeherrschter
Impulsivität oder dauernder affektiver Gespanntheit. Positiv wird eine einigermassen
angepasste charakterliche Reife vorausgesetzt. Nicht jede Person mit ungünstigen
Charakteranlagen ist zum Führen von Motorfahrzeugen nicht geeignet (vgl.
R. Schaffhauser, Grundriss des schweizerischen Strassenverkehrsrechts, Band I:
Grundlagen, Verkehrszulassung und Verkehrsregeln, 2. Aufl. 2002, S. 154 f.).
Eine umfassende verkehrspsychologische Untersuchung beinhaltet nebst der
Überprüfung der charakterlichen Eignung auch eine Beurteilung der Leistungsfähigkeit.
Bei der vom Gutachter durchgeführten Leistungsprüfung handelt es sich um eine Reihe
allgemein anerkannter, standardisierter, spezifisch zur Beurteilung der Fahreignung
entwickelter Tests.
cc) Der Untersuchungsgrundsatz verlangt von der Verwaltung und vom Gericht die
richtige und vollständige Abklärung des massgebenden Sachverhalts, d.h. die
Ermittlung der materiellen Wahrheit. Je tiefer in den Persönlichkeitsbereich eingegriffen
wird, desto sorgfältiger ist diesem Grundsatz nachzuleben (vgl. R. Schaffhauser, Zur
Entwicklung von Recht und Praxis des Sicherungsentzugs von Führerausweisen, in:
AJP 1/1992 S.17 ff., insbesondere S. 33, N 58). Da ein Sicherungsentzug stark in den
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Persönlichkeitsbereich eingreift, ist eine genaue Abklärung der persönlichen
Verhältnisse des Betroffenen in jedem Fall und von Amtes wegen vorzunehmen. Das
Ausmass der notwendigen behördlichen Nachforschungen, namentlich die Frage, ob
ein Gutachten eingeholt werden soll, richtet sich nach den Umständen des Einzelfalls
und liegt im pflichtgemässen Ermessen der Entzugsbehörde (vgl. BGE 129 II82 E. 2.2).
Das verkehrspsychologische Gutachten unterliegt der freien richterlichen
Beweiswürdigung (Art. 21 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 58 Abs. 1 VRP). Nach der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung kann ärztlichen Gutachten Beweiswert
beigemessen werden, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet
sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit
bestehen (BGE 123 V 331 E. 1c). In Sachfragen weicht der Richter nur aus triftigen
Gründen von einer gerichtlichen Expertise ab. Er prüft, ob sich auf Grund der übrigen
Beweismittel und der Vorbringen der Parteien ernsthafte Einwände gegen die
Schlüssigkeit der gutachterlichen Darlegungen aufdrängen. Erscheint ihm die
Schlüssigkeit eines Gutachtens in wesentlichen Punkten zweifelhaft, hat er nötigenfalls
ergänzende Beweise zur Klärung dieser Zweifel zu erheben (vgl. BGE 133 III 385 mit
weiteren Hinweisen). Das verkehrspsychologische Gutachten soll in der
Gesamtbeurteilung die erhobenen Befunde hinsichtlich der Fragestellung würdigen und
so gewichten, dass die Schlussfolgerungen und die Beantwortung der Fragestellung
auch für einen psychologischen Laien nachvollziehbar sind (vgl. J. Bächli-Biétry, Inhalt
des Gutachtens, Würdigung, Folgefragen aus verkehrspsychologischer Sicht, in:
Jahrbuch zum Strassenverkehrsrecht 2009, St. Gallen 2009, S. 58).
c) Die Vorinstanz geht in der angefochtenen Verfügung davon aus, dass beim
Rekurrenten eine mangelnde charakterliche Fahreignung vorliege. Das
verkehrspsychologische Gutachten komme nachvollziehbar zum Ergebnis, dass die
Kritikfähigkeit des Rekurrenten ungenügend, die emotionale Stabilität fraglich und die
Einsicht in Bezug auf die Ursachen sowie Hintergründe des Fehlverhaltens
ungenügend seien. Bereits im verkehrsmedizinischen Gutachten sei festgehalten
worden, dass von einer Unfähigkeit, Fahren und Trinken zu trennen, auszugehen sei.
Die Vorinstanz stellt damit in erster Linie auf das verkehrspsychologische Gutachten
vom 7. Juni 2012 ab, wonach die Fahreignung aus charakterlichen Gründen nicht
gegeben sei.
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aa) Das verkehrspsychologische Gutachten vom 7. Juni 2012 (act. 9/22 ff.) stützt sich
auf die strassenverkehrsrechtlich relevante Vorgeschichte des Rekurrenten, dessen
Angaben zu seinen persönlichen und sozialen Verhältnissen und die Untersuchung vom
28. April 2012. Letztere umfasste ein verkehrspsychologisches Interview, verschiedene
Tests zum Leistungsverhalten sowie – in der Form von Fragebogen – einen
verkehrsbezogenen Persönlichkeitstest (VPT.2) sowie das Testverfahren für
alkoholauffällige Kraftfahrer (TAAK). Die Vorgeschichte und der Untersuchungsgrund
werden zwar knapp, aber zutreffend wiedergegeben. Die Fragen zu den persönlichen
Verhältnissen und die Antworten des Rekurrenten dazu sind im Gutachten unter
"Anamnese" (Ziff. 2) grob zusammengefasst. Unter Ziff. 4.1 werden der Inhalt des
Aufsatzes sowie die Antworten auf die vom Gutachter gestellten Fragen im Rahmen
des verkehrspsychologischen Interviews dargestellt. Daraus geht hervor, dass der
Gutachter den Rekurrenten zum Vorfall vom 13. August 2011 eingehend befragt hat.
bb) Sodann wurde die Leistungsfähigkeit beurteilt. Bei der vom Gutachter
durchgeführten Leistungsprüfung (nach ART 2020) handelt es sich um eine Reihe
allgemein anerkannter, standardisierter, spezifisch zur Beurteilung der Fahreignung
entwickelter Tests, die auch für die Begutachtung des Charakters einsetzbar sind (vgl.
J. Bächli-Biétry, Inhalt des Gutachtens, Würdigung, Folgefragen aus
verkehrspsychologischer Sicht, in: Jahrbuch zum Strassenverkehrsrecht 2009,
St. Gallen 2009, S. 62). Vor allem geht es darum, rein leistungsmässige Defizite
auszuschliessen. Anhand verschiedener praktischer Tests werden die
Informationsaufnahme und -verarbeitung sowie das Reaktionsverhalten getestet. Beim
Rekurrenten waren die Ergebnisse in der gerichteten Aufmerksamkeit, der
Impulskontrolle, beim Antrieb, verkehrsspezifischen Überblick und Spurhalten
genügend. Leichte Schwierigkeiten zeigten sich bei der geteilten Aufmerksamkeit.
Deutlich auffällig war das Ergebnis für die Reaktion ins linke und rechte Gesichtsfeld.
cc) Die zur Abklärung der verkehrsrelevanten Persönlichkeitsmerkmale eingesetzten
Fragebogentests entsprechen unbestrittenermassen dem aktuellen Stand der
verkehrspsychologischen Diagnostik (J. Bächli-Biétry, Was kann die
Verkehrspsychologie im Bereich Fahreignungsdiagnostik leisten?, in: Jahrbuch zum
Strassenverkehrsrecht 2003, St. Gallen 2003, S. 74 ff.). Der verkehrsbezogene
Persönlichkeitstest VPT.2 klärt mittels 70 Fragen die Expressivität(Emotionsausdruck)-
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Selbstsicherheit, die soziale Anpassung, die emotionale Ansprechbarkeit, die
Selbstkontrolle und die Selbstreflexion ab. Als Kontrollskala für die Beurteilung der
Verwertbarkeit der Angaben in den übrigen Bereichen dient die Offenheit der
Selbstbeschreibung. In dieser Skala erzielte der Rekurrent einen Prozentrang von 58
(Normbereich 25-75). Mit einem Prozentrang von 15 liegt das Ergebnis für die
Selbstreflexion ausserhalb des Normbereichs. Ebenso ist der Prozentrang für die
emotionale Ansprechbarkeit mit 77 auffällig. In den anderen Bereichen (Expressivität-
Selbstkontrolle 41, soziale Anpassung 55, Selbstkontrolle 46) bewegen sich die
Ergebnisse innerhalb des Normbereichs.
Der Fragebogen für alkoholauffällige Kraftfahrer TAAK ist ein objektives
mehrdimensionales Fragebogenverfahren (insgesamt 68 Fragen in sechs Skalen), das
Einstellungen zum Trinken und Fahren erfasst und speziell für den Einsatz in der
verkehrspsychologischen Fahreignungsbegutachtung konzipiert wurde. Auf der Basis
einer umfangreichen Literaturanalyse wurden die wesentlichsten, empirisch
abgesicherten Bedingungsvariablen für eine alkoholisierte Verkehrsteilnahme
identifiziert, wovon insgesamt fünf Variablengruppen systematisch erfasst werden
(Normbereich jeweils 25-75). In den Bereichen alkoholspezifische Dissimulation
(Prozentrang 77), Informationsdefizite (Prozentrang 97) und Normenakzeptanz
(Prozentrang 15) erzielte der Rekurrent auffällige Resultate. In den Bereichen
Gefahrenbewusstsein, alkoholaffine Einstellung und alko-holaffines Umfeld bewegten
sich die Ergebnisse im Normbereich.
dd) In der Beurteilung hält der Verkehrspsychologe fest, der Rekurrent sei in der
Untersuchung freundlich und seinen Fähigkeiten entsprechend offen. In Bezug auf die
Kritikfähigkeit seien die unauffälligen Werte für Expressivität, soziale Anpassung und
Selbstkontrolle im Fragebogen VPT.2 sowie für Gefahrenbewusstsein, alkoholaffine
Einstellung und alkoholaffines Umfeld im Fragebogen TAAK positiv. Insgesamt sei die
Kritikfähigkeit jedoch mangelhaft. Der Wert für die Selbstreflexion sei deutlich
ungenügend. Der Rekurrent zeige auch im Interview, dass er keine vertieften Antworten
auf die gestellten Fragen geben könne. Eine verminderte Selbstreflexion zeige eine
Neigung zu intuitivem, emotionalem Verhalten, wo das Handeln wenig geplant sei.
Beim Rekurrenten bestehe ferner eine verringerte selbstkritische Haltung und allenfalls
eine verringerte Lernbereitschaft oder -fähigkeit. Der leicht erhöhte Wert für emotionale
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Ansprechbarkeit bedeute, dass der Rekurrent manchmal labil und emotional gespannt
reagieren könne. In der Untersuchung sei er freundlich, was jedoch nicht heisse, dass
im Alltag nicht eine emotionale schwierige Situation kommen könne, wo die psychische
Belastbarkeit reduziert sei. Der erhöhte Wert für die Informationsdefizite bedeute, dass
der Rekurrent kaum Wissen über den Abbau von Alkohol im Körper habe, die
Auswirkungen vom Alkoholkonsum auf die Fahrtüchtigkeit falsch einschätze und daran
glaube, dass es effiziente Strategien gebe, um Alkohol schneller abzubauen bzw. die
Verträglichkeit zu steigern. Er unterschätze zudem systematisch die Höhe der
Restalkoholisierung. Dass der Rekurrent eine ablehnende Haltung gegenüber
Alkoholbestimmungen im Strassenverkehr habe und sich bezüglich der Promillegrenze
in der persönlichen Freiheit eingeschränkt erlebt, widerspiegle sich im deutlich
ungenügenden Wert für die Normenakzeptanz. Alkoholkontrollen sehe er als Schikane
und Kriminalisierung der Autofahrer. Dazu komme, dass der Wert für die
alkoholspezifische Dissimulation erhöht sei, was eine unkritische Selbsthaltung als
Ursache haben könne. Als Folge der ungenügenden Kritikfähigkeit seien auch die
Belehrbarkeit und die Einsicht aktuell ungenügend. Der Rekurrent führe zum Ereignis
aus, er habe sich nicht überlegt, wie viel Alkohol er konsumiert habe und ob er noch
fahrgeeignet sei. Er sei nicht betrunken gewesen, aber leider sei es zu viel gewesen.
Sein Zustand sei normal gewesen. Es tue ihm leid, was geschehen sei. Normal würde
er nicht viel Alkohol trinken. In Bezug auf die emotionale Stabilität stufe der Rekurrent
sich selbst als zeitweise labil ein. In diesem Bereich müsse man in einer Therapie
genauer nachfragen.
Der Verkehrspsychologe kommt zum Schluss, dass die Hauptschwierigkeiten neben
den einzelnen positiven Leistungsbereichen, der vorhandenen Offenheit und
Freundlichkeit in der Untersuchung in der ungenügenden Kritikfähigkeit, der fraglichen
emotionalen Stabilität sowie der ungenügenden Einsicht bezüglich Ursachen und
Hintergründen des eigenen Fehlverhaltens liegen würden. Die Fahreignung sei derzeit
aus charakterlichen Gründen nicht gegeben. Da der Rekurrent schon eine
Vorgeschichte habe und eigentlich wisse, was geschehe, wenn er alkoholisiert fahre,
stelle sich die Frage, weshalb er erneut rückfällig geworden sei. In der folgenden
Therapie müsse einerseits an den psychologischen Hintergründen gearbeitet werden,
andrerseits müsse der Rekurrent lernen, wie sich Alkohol generell auf den Körper
auswirke und welches die Folgen auf das Hirnleistungssystem genau seien. Daneben
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brauche es eine Auseinandersetzung mit den Themen der Suchtberatung. Er empfehle
daher zehn Stunden psychologische Therapie und zehn Stunden Suchtberatung.
ee) Diese Schlussfolgerungen sind aufgrund der Vorgeschichte, der Aussagen des
Rekurrenten anlässlich der Begutachtung sowie der Resultate der durchgeführten
Tests nachvollziehbar. Der Rekurrent beging nur gerade neun Monate nach Aufhebung
der Abstinenzauflagen im November 2010 erneut eine Trunkenheitsfahrt. Die bisher
verfügten Administrativmassnahmen haben demnach nicht hinreichend Wirkung
gezeitigt. Nur so ist zu erklären, dass der Rekurrent trotz mehrjährigem
Sicherungsentzug und beruflicher Angewiesenheit nichts an seinem Verhalten geändert
hat. Es scheint ihm nicht bewusst zu sein, welche Gefährdung er für die übrigen
Verkehrsteilnehmer darstellen kann. Der kurze zeitliche Abstand zur Aufhebung der
Auflage der Fahrabstinenz lässt den Schluss zu, dass es ihm an Einsicht fehlt. Die
Resultate der Tests stehen ebenfalls im Einklang mit der Beurteilung des Gutachters. In
mehreren Bereichen ergaben sich auffällige bis sehr auffällige Werte. Der Rekurrent
liess es auch in der Befragung zum Ereignis vom 13. August 2011 an Einsicht in die
Problematik seines Fehlverhaltens missen; er spielte den Vorfall herunter. Es sei nur ein
Geburtstagsfest gewesen, es sei niemand betrunken gewesen. Die Polizei habe ihn
wahrscheinlich kontrolliert, da er Schweizer Schilder habe. Er habe ja keinen Unfall
verursacht und sei auch kein Raser. Dass der Gutachter dem Rekurrenten angesichts
dieser Aussagen eine verminderte Selbstreflexion, Informationsdefizite zur Wirkung von
Alkohol, eine ablehnende Haltung gegenüber Alkoholbestimmungen im
Strassenverkehr und eine ungenügende Einsicht in die Problematik seines
Fehlverhaltens attestiert, ist nicht zu beanstanden. Der gutachtliche Schluss, es
beständen Schwierigkeiten bei der Kritikfähigkeit, der emotionaler Stabilität und der
Einsicht, ist daher nachvollziehbar. Unter diesen Umständen läuft der Rekurrent mehr
als jede andere Person Gefahr, sich erneut über die Regeln im Strassenverkehr
hinwegzusetzen. Gemeint sind beim Rekurrenten insbesondere die Regeln bezüglich
Führens eines Fahrzeugs in alkoholisiertem Zustand, denen er zu wenig Beachtung
schenkt.
d) Zu klären bleibt, ob die fehlende Fahreignung unter Art. 16d Abs. 1 lit. b SVG
(Trunksucht) oder Art. 16d Abs. 1 lit. c SVG (charakterlicher Nichteignung) zu
subsumieren ist. Die Rechtsprechung bejaht eine Trunksucht, wenn die betroffene
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Person regelmässig so viel Alkohol konsumiert, dass ihre Fahrfähigkeit vermindert wird
und sie diese Neigung zum übermässigen Alkoholgenuss durch den eigenen Willen
nicht zu überwinden oder zu kontrollieren vermag. Auf eine fehlende Fahreignung darf
geschlossen werden, wenn die Person nicht mehr in der Lage ist, Alkoholkonsum und
Strassenverkehr ausreichend zu trennen, oder wenn die nahe liegende Gefahr besteht,
dass sie im akuten Rauschzustand am motorisierten Strassenverkehr teilnimmt (vgl.
BGE 129 II 82 E. 4.1). Der Begriff der Trunksucht oder der Alkoholabhängigkeit im Sinn
des Strassenverkehrsgesetzes ist nicht identisch mit demjenigen im medizinischen
oder gesellschaftlichen Sinn. Art. 16d Abs. 1 lit. b SVG geht von einem mehr oder
weniger lang dauernden, als Sucht zu bezeichnenden Zustand aus, welcher die Gefahr
schafft, dass der davon Betroffene die Sicherheit des Strassenverkehrs beeinträchtigt,
wenn er ein Fahrzeug führt. Dabei ist nicht erforderlich, dass der Süchtige gerade im
Zeitpunkt, da über die Erteilung oder den Entzug des Führerausweises entschieden
wird, fahrunfähig ist; massgebend ist die potenzielle Gefahr. Immerhin genügt die
blosse Möglichkeit einer späteren Gefährdung nicht. Die Trunksucht muss derart sein,
dass der Betroffene mehr als jede andere Person der Gefahr ausgesetzt ist, sich ans
Steuer eines Fahrzeuges in einem – dauernden oder zeitweiligen – Zustand zu setzen,
der das sichere Führen nicht mehr gewährleistet. Dieses Verständnis der Trunksucht
erlaubt es, auch bloss suchtgefährdete Personen, bei denen aber jedenfalls ein
Alkoholmissbrauch vorliegt, vom Strassenverkehr fernzuhalten (vgl. BGE 129 II 86 ff
m.w.H.), vorausgesetzt, dass sie das Führen von Motorfahrzeugen und einen die
Fahrfähigkeit beeinträchtigenden Alkoholkonsum nicht hinreichend sicher trennen
können (R. Seeger, Fahreignung und Alkohol, in: Probleme der Verkehrsmedizin, hrsg.
vom Institut für Rechtsmedizin der Universität Zürich).
Der Rekurrent wurde noch vor der verkehrspsychologischen Untersuchung am
13. Dezember 2011 verkehrsmedizinisch untersucht. Im Gutachten vom 17. Januar
2012 (act. 9/59 ff.) wurden weder bei der körperlichen Untersuchung noch im Urin oder
Blut Anhaltspunkte für einen regelmässigen oder missbräuchlichen Alkoholkonsum
festgestellt. Der Hausarzt berichtete, der Rekurrent habe ihm gegenüber einen
gefestigten stabilen Eindruck bezüglich der Psyche hinterlassen. Aus seiner Sicht
bestünden keine Bedenken hinsichtlich eines möglichen regelmässigen
Alkoholkonsums oder Missbrauchs. Die Haaranalyse (3 cm ab Kopfhaut) ergab eine
EtG-Konzentration von 11 pg/mg. EtG-Konzentrationen von bis zu 7 pg/mg sind mit
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einer Alkoholabstinenz vereinbar. Werte von unter 30 pg/mg sprechen für einen
Alkoholkonsum im sozialen Rahmen. Der Verkehrsmediziner führt aus, das Resultat der
Haaranalyse stimme nicht mit den Angaben des Rekurrenten zu seinen
Trinkgewohnheiten von maximal zwei bis drei Stangen Bier pro Monat überein. Dessen
Schilderungen seien daher bagatellisierend. Hinzu komme der Umstand, dass sich der
Rekurrent bei einer Blutalkoholkonzentration von 1,3 Gew.-‰ fit gefühlt und den
Alkohol nicht gespürt habe. Daraus sei ein deutlich höherer Alkoholkonsum als
zugegeben abzuleiten, der zu einer entsprechenden Toleranzentwicklung geführt habe.
Für das Ereignis habe der Rekurrent keine Erklärung. Trotz bisherigen therapeutischen
Massnahmen sei keine Verhaltensänderung hinsichtlich Alkohols eingeleitet worden.
Aus verkehrsmedizinischer Hinsicht liege eine verkehrsrelevante Alkoholproblematik
mit der Unfähigkeit, Fahren und Trinken trennen zu können, vor.
Auch wenn beim Rekurrenten eine Alkoholproblematik im Sinn einer Unfähigkeit,
Fahren und Trinken trennen zu können, vorliegt, ist bei ihm keine Trunksucht im Sinne
der bundesgerichtlichen Rechtsprechung gegeben. Dafür fehlt es am Nachweis einer
Neigung zu übermässigem Alkoholkonsums bzw. eines Alkoholmissbrauchs. Die im
Gutachten angeführte Toleranzentwicklung vermag angesichts des sehr niedrigen EtG-
Werts der Haaranalyse von 11 pg/mg und der Angaben des Hausarztes des
Rekurrenten nicht zu überzeugen. Falls der Rekurrent in deutlich höherem Mass
Alkohol trinken würde, hätte sich dies im Resultat der Haaranalyse niederschlagen
müssen. Beim Rekurrenten steht daher nicht die Problematik des (übermässigen)
Alkoholkonsums, auf den er nicht verzichten könnte, sondern jene des Fahrens trotz
Alkoholkonsums zufolge ungenügender Kritikfähigkeit, emotionaler Instabilität sowie
mangelnder Einsicht im Vordergrund.
e) Die in der angefochtenen Verfügung genannten Bedingungen für die Wiedererteilung
des Führerausweises sowie die angeordnete Sperrfrist scheinen angemessen zu sein.
Sie wurden vom Rekurrenten zudem nicht beanstandet. Auf diese beiden Punkte ist
daher nicht weiter einzugehen. Der Rekurrent macht sodann eine erhöhte
Sanktionsempfindlichkeit im Sinn einer beruflichen Angewiesenheit geltend. Ein
Sicherungsentzug bezweckt die Fernhaltung ungeeigneter Fahrzeugführer vom
Verkehrsgeschehen, und zwar bis zum Zeitpunkt, wo der Mangel als geheilt zu
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betrachten ist. Bis dahin hat eine allfällige Sanktionsempfindlichkeit keinen Einfluss bei
der Beurteilung der Notwendigkeit des Sicherungsentzugs.
f) Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz zu Recht auf das
verkehrspsychologische Gutachten vom 7. Juni 2012 abgestellt, die Fahreignung des
Rekurrenten verneint und den Führerausweis auf unbestimmte Zeit entzogen hat. Der
Rekurs ist folglich abzuweisen.
4.- Die Massnahme des Sicherungsentzugs soll sicherstellen, dass der Rekurrent zum
Schutz der Sicherheit der übrigen Verkehrsteilnehmer vom Strassenverkehr
ferngehalten wird. Dieser Zweck wäre gefährdet, wenn der Rekurrent während des
Beschwerdeverfahrens als Motorfahrzeugführer zum Strassenverkehr zugelassen
würde. Einer allfälligen Beschwerde ist deshalb die vom Gesetz vorgesehene
aufschiebende Wirkung zu entziehen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 51 VRP).
5.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten dem Rekurrenten
aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'500.-- ist
angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der
Kostenvorschuss von Fr. 1'500.-- ist zu verrechnen.