Decision ID: 45146476-8f91-5ef7-81de-5d291cdc60f6
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherter) meldete sich am 12. Januar 2004 wegen
Rückenschmerzen bei der Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (IV-act. 1).
Er war am 10. März 1998 auf einer Treppe bzw. von einer Leiter gestürzt
(Unfallmeldung UVG vom 12. Mai 1998, Fremdakten, act. 1-1; Arztzeugnis UVG vom
30. Mai 1998; Fremdakten, act. 1-2) und litt unter einem Lumbovertebralsyndrom mit
Diskusprolaps LWK5/S1, welches laut dem Versicherten im Zusammenhang mit
Zügelarbeiten erneut zu Beschwerden und zu einer 100 %-igen Arbeitsunfähigkeit ab
30. Juni 2003 geführt hatte (Dr. med. B._, Allgemeine Medizin FMH, Arztzeugnisse
vom 27. Oktober 2003 und folgende, Fremdakten, act. 2-8 und 2-10 ff., und Arztbericht
zuhanden des Krankentaggeldversicherers vom 11. November 2003, Fremdakten,
act. 2-9).
A.a.
Gestützt auf einen Untersuchungsbericht der RAD-Ärzte Dr. med. C._, Facharzt
für Rheumatologie, physikalische Medizin und Rehabilitation sowie Innere Medizin, und
Dr. med. D._, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, vom 26. April 2005, gemäss
welchem im erlernten und zuletzt ausgeübten Beruf als Automonteur sowohl aus
somatischer als auch aus psychiatrischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % und
in einer wirbelsäulenentlastenden Verweistätigkeit aus psychiatrischer Sicht im freien
Arbeitsmarkt eine Arbeitsfähigkeit von aktuell 30 % vorliege (IV-act. 41), sprach die IV-
Stelle dem Versicherten mit Verfügungen vom 16. Januar 2006 eine ganze Rente ab
Juni 2004 zu (IV-act. 57 f.).
A.b.
Im Rahmen des am 15. August 2006 eingeleiteten Revisionsverfahrens (IV-act. 63)
liess die IV-Stelle den Versicherten durch das Ärztliche Begutachtungsinstitut GmbH
(ABI) Basel begutachten (Gutachten vom 4. Februar 2008; PD Dr. med. E._, Innere
A.c.
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Medizin; Dr. med. F._, Psychiatrie; Dr. med. G._, Neurologie; Untersuche 5.
Dezember 2007; IV-act. 83). Die Gutachter kamen zum Ergebnis, aufgrund des
chronischen Lumbovertebralsyndroms mit ischialgiformer Schmerzsymptomatik und
neurologisch dokumentierten Veränderungen sei dem Versicherten die bisherige
Tätigkeit als Automonteur seit dem 30. Juni 2003 bleibend nicht mehr zuzumuten.
Wegen der gleichzeitig bestehenden aktuell mittelgradigen depressiven Störung und
der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung bestehe auch für eine somatisch
angepasste Tätigkeit eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit; diese betrage seit
spätestens November 2007 50 %, da sich die depressive Störung zurückgebildet habe
(IV-act. 83-18). Mit Vorbescheid vom 13. Mai 2008 kündigte die IV-Stelle dem
Versicherten die Herabsetzung der bisher ganzen auf eine halbe Rente an (IV-act. 90)
und verfügte am 9. Juli 2008 entsprechend (IV-act. 94).
Am 20. November 2008 erlitt der Versicherte als Folge eines Auffahrunfalls
(Schadenmeldung UVG vom 1. Dezember 2008, Fremdakten, act. 3-90 f.) ein
Aufpralltrauma mit HWS-Distorsion, Sternum- und Thoraxkontusion, Schulter- und
Beckenkontusion links sowie LWS-Kontusion (Arztzeugnis UVG, Fremdakten,
act. 3-81; Austrittsbericht Rehaklinik Bellikon vom 14. Mai 2009, IV-act. 100-1).
Während der Rehabilitation in der Rehaklinik Bellikon vom 26. März bis 15. Mai 2009
wurden sodann unter anderem eine rezidivierende depressive Störung, aktuell mittleren
Grades (ICD-10: F33.1), eine erhebliche Persönlichkeitsstörung mit wenig gereiften und
passiv aggressiven Anteilen (ICD-10: F60.8, differenzialdiagnostisch F61) und eine
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) bei bekannter erheblicher
Somatisierungstendenz diagnostiziert (IV-act. 100-1). Es wurde ausgeführt, aufgrund
der Adipositas permagna, der depressiven Störung und der anhaltenden
somatoformen Schmerzstörung seien die psychophysische Belastbarkeit und
Motivation erheblich eingeschränkt (IV-act. 100-2). Der Versicherte habe keine
Tagesstruktur und zeige ein allgemeines Schon- und Vermeidungsverhalten (IV-
act. 100-10). Aus psychiatrischer Sicht sei er aktuell zu 100 % arbeitsunfähig (IV-act.
100-2, 9). Der Versicherte teilte der IV-Stelle am 28. Juli 2009 unter Beilage dieses
Austrittsberichts mit, er habe einen Autounfall erlitten (IV-act. 98).
A.d.
Vom 10. August bis 30. November 2009 stand der Versicherte während zunächst
drei und ab Oktober 2009 während zwei Halbtagen in tagesklinischer Behandlung im
A.e.
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Psychiatriezentrum H._. Es wurde festgehalten, der Versicherte sei durch die
Schmerzsymptomatik stark beeinträchtigt und vom intensiven tagesklinischen
Therapieangebot überfordert gewesen, so dass es zum Austritt in die ambulante
Behandlung gekommen sei (Bericht zuhanden des Krankenversicherers vom 31. März
2010, IV-act. 118-8 f.; Bericht vom 4. November 2009 zuhanden der SUVA,
Fremdakten, act. 5-6 f.).
Die SUVA tätigte verschiedene Abklärungen und stellte ihre Leistungen mangels
Adäquanz per 31. März 2010 ein (Verfügung vom 15. März 2010, Fremdakten,
act. 7-1 f.; Einspracheentscheid vom 13. Dezember 2010, Fremdakten, act. 8).
A.f.
RAD-Arzt Dr. med. I._, Facharzt für Innere Medizin, Rheumatologie,
Physikalische Medizin und Rehabilitation FMH, nahm am 23. März 2010 Stellung, nach
dem erlittenen Verkehrsunfall sei bis zur Einstellung der Leistungen der SUVA am
31. März 2010 eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes glaubhaft. Danach
habe sich dieser wieder auf Vorniveau stabilisiert (IV-act. 110). Dr. med. J._, FMH
Innere Medizin, attestierte dem Versicherten am 24. März 2010 eine Arbeitsunfähigkeit
von 100 % seit 16. Mai 2009.
A.g.
Mit Vorbescheid vom 16. April 2010 kündigte die IV-Stelle dem Versicherten an,
das Erhöhungsgesuch abweisen zu wollen. Der Gesundheitszustand habe sich nach
erlittenem Verkehrsunfall vom 20. November 2008 wieder auf Vorniveau stabilisiert. Es
bestehe kein medizinischer Revisionsgrund (IV-act. 114). Mit Einwand vom 21. Mai
2010 machte der Versicherte geltend, er leide seit dem Unfall an Muskelzuckungen und
Schwindelzuständen. Die psychischen Beschwerden träten in gesteigertem Masse in
Erscheinung (IV-act. 118-1 ff.). RAD-Arzt Dr. I._ nahm am 2. Juni 2010 ausführlich zur
medizinischen Aktenlage Stellung (IV-act. 119). Der Versicherte legte am 17. August
2010 einen MRI-Befund der LWS vom 1. Juli 2010 ins Recht (IV-act. 120). In einer
undatierten Stellungnahme zuhanden des RAD führte der zuständige Radiologe aus, im
Vergleich zur Voruntersuchung bestehe eine deutliche Zunahme des medialen
Bandscheibenvorfalls im zweituntersten Fach, welcher in der Voruntersuchung nicht
erkennbar gewesen sei. Auch die Affektion der im nächsttieferen Fach abgehenden
Radices sei so in der Voruntersuchung nicht vorhanden gewesen (IV-act. 125).
A.h.
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Die IV-Stelle beauftragte die ABI mit einer Verlaufsbegutachtung (Gutachten vom
17. August 2011; Dr. med. K._, Innere Medizin und Rheumatologie, Dr. med. F._,
Psychiatrie; Untersuchungen 8. Juni 2011; IV-act. 136). Die Gutachter erkannten
gesamtbetrachtend, als objektivierbare schmerzauslösende Befunde hätten eine
myostatische Insuffizienz, eine ISG-Funktionsstörung links sowie eine Diskushernie L5/
S1 ohne radikuläre Symptomatik oder sensomotorische Defizite festgestellt werden
können. Hierdurch erkläre sich jedoch nicht das gesamte geklagte Schmerzausmass.
Ursache für das verstärkte Schmerzerleben sei eine Schmerzverarbeitungsstörung.
Diese werde durch die gleichzeitig bestehende rezidivierende depressive Störung,
gegenwärtig leichte Episode, verstärkt und beeinflusst. Aufgrund dieser psychischen
Komorbidität sei die Arbeitsfähigkeit ab spätestens Juni 2011 für jegliche Tätigkeit
noch um 20 % vermindert. Aufgrund der objektivierbaren rheumatologischen Befunde
sei dem Versicherten die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Automonteur seit dem 30. Juni
2003 nicht mehr zumutbar. Für leichte bis mittelschwere, wechselbelastende
Tätigkeiten ohne wirbelsäulenbelastende Zwangshaltungen bestehe aus Sicht des
Bewegungsapparates eine volle Arbeitsfähigkeit. Aus polydisziplinärer Sicht sei der
Versicherte für adaptierte Tätigkeiten zu 80 % arbeits- und leistungsfähig, vollschichtig
realisierbar mit leicht reduziertem Rendement. Im Anschluss an den Autounfall vom
20. November 2008 habe für die Dauer von maximal 8 Wochen eine 100 %-ige
Arbeitsunfähigkeit bestanden (IV-act. 136-24 f.).
A.i.
Nachdem RAD-Arzt Dr. med. L._, Facharzt für Chirurgie FMH, am 6. September
2011 befunden hatte, auf das Gutachten könne vollumfänglich abgestellt werden (IV-
act. 137), sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Mitteilung vom 19. Oktober 2011
Berufsberatung zu (IV-act. 147) und erteilte am 9. März 2012 Kostengutsprache für eine
berufliche Abklärung an der M._ vom 30. Januar bis 29. April 2012 (IV-act. 57) und in
der Folge für die insgesamt (einschliesslich Weiterführung) vom 1. Dezember 2012 bis
31. Januar 2014 dauernde Umschulung zum CNC-Programmierer/Operator bei der
N._ (Mitteilungen vom 13. Dezember 2013, IV-act. 169, vom 11. März 2013, IV-
act. 179, und vom 27. November 2013, IV-act. 192). Diese schloss der Versicherte
erfolgreich ab (Abschlusszeugnis vom 24. November 2013, IV-act. 188). Am 10. März
2014 genehmigte die IV-Stelle dem Versicherten einen Arbeitsversuch bei der O._
GmbH vom 10. Februar bis 8. August 2014 (Mitteilung, IV-act. 204). Der den
A.j.
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Versicherten behandelnde med. pract. P._, FMH Psychiatrie/Psychotherapie, teilte
der IV-Stelle am 23. Mai 2014 mit, der Versicherte habe letzte Woche seinen Vater
unter belastenden Umständen in den Krebstod begleitet. Er sei seit 7. Mai 2014 bis
voraussichtlich 2. Juni 2014 nicht arbeitsfähig, es sei von einer Bewältigung in einem
absehbaren Zeitraum auszugehen. Zuvor habe sich das Arbeitsklima über Wochen
verschlechtert. Der Versicherte habe das Vertrauen zu seinem Chef verloren und werde
dort voraussichtlich unabhängig von der momentanen Trauerreaktion nicht
weitermachen können (IV-act. 208; vgl. auch Telefonat mit dem Versicherten am
26. Mai 2014, IV-act. 219-2). Mit Mitteilung vom 11. Juni 2014 hob die IV-Stelle
diejenige vom 10. März 2014 auf, da der Arbeitsversuch aus gesundheitlichen Gründen
per 26. Mai 2014 habe abgebrochen werden müssen (IV-act. 210). Sie beauftragte am
12. August 2014 Q._ mit der Betreuung des Versicherten (IV-act. 213). Da der
Versicherte ein Stellenangebot wegen eines zu langen Arbeitsweges ablehnte und
wegen der Eurokrise gelang es nicht, für ihn eine Praktikumsstelle zu finden
(Schlussbericht Q._ vom 22. Juli 2015, IV-act. 217; Verlaufsprotokoll Eingliederung
vom 18. August 2015, IV-act. 219). Mit Mitteilung vom 25. August 2015 wies die IV-
Stelle das Leistungsbegehren um weitere berufliche Massnahmen ab (IV-act. 221).
Med. pract. P._ hielt im Verlaufsbericht vom 8. September 2015 fest, der psychische
Zustand des Versicherten habe sich seit dem Gutachten vom August 2011 eindeutig
verschlechtert (IV-act. 222). RAD-Arzt Dr. med. R._, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie, nahm am 14. September 2015 Stellung, seit dem ABI-Gutachten habe
sich die Situation durch die erfolgreiche Ausbildung stabilisiert. Weitere medizinische
Abklärungen seien nicht notwendig, da med. pract. P._ unveränderte Diagnosen
stelle (IV-act. 226).
Mit Vorbescheid vom 20. November 2015 stellte die IV-Stelle dem Versicherten
in Aussicht, die Rente einzustellen (Ersatz des Vorbescheids vom 16. April 2010, IV-act.
233), wogegen der Versicherte mit Einwand vom 8. Januar 2016 vorbringen liess, auf
das ABI-Gutachten aus dem Jahr 2011 könne nicht mehr abgestellt werden, da sich
sein
Gesundheitszustand verschlechtert habe (IV-act. 234). Gestützt auf Stellungnahmen
des RAD vom 18. Januar 2016 (IV-act. 235) und des Rechtsdienstes vom 21. Januar
2016 (IV-act. 236) verfügte die IV-Stelle am 22. Januar 2016 die Einstellung der
A.k.
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Invalidenrente auf das Ende des der Zustellung folgenden Monats (IV-act. 237). Am
selben Tag reichte der Versicherte einen Bericht von med. pract. P._, datiert vom
12. Januar 2015 (richtig: 2016; IV-act. 242-2), und einen Aufnahmebericht des
Psychiatriezentrums
H._ vom 1. Dezember 2015 (IV-act. 242-3 f.) zu den Akten
(IV-act. 242). Die IV-Stelle widerrief am 4. April 2016 die Verfügung vom 22. Januar
2016 (IV-act. 256), und das Versicherungsgericht schrieb am 20. April 2016 ein am
12. Februar 2016 gegen diese anhängig gemachtes Beschwerdeverfahren ab
(Beschwerde: IV-act. 250-2 ff.; Verfügung Versicherungsgericht IV 2016/51: IV-
act. 260).
Die IV-Stelle veranlasste eine weitere polydisziplinäre Begutachtung durch die
medexperts AG (Gutachten vom 10. Januar 2017, Dr. med. S._, Psychiatrie; Dr. med.
T._, Rheumatologie; Dr. med. U._, Dr. med. V._, Neurologie; Dr. med. W._,
Allgemeine Innere Medizin; Untersuchungen 14. und 17. November 2016). Die Experten
kamen zum Ergebnis, aus polydisziplinärer Sicht bestehe eine volle und dauerhafte
Arbeitsunfähigkeit in der angestammten und zuletzt ausgeübten Tätigkeit als
Automonteur. In körperlich leichten bis gelegentlich mittelschweren beruflichen
Tätigkeiten ohne lang dauernde Arbeiten in Wirbelsäulenzwangshaltungen, ohne
repetitive Wirbelsäulenflexionen/-extensionen/-torsionen sowie ohne kraftanfordernde
Arbeiten mit dem linken Arm oder mit beiden Armen über Kopfhöhe bestehe aus
polydisziplinär massgeblicher psychiatrischer Sicht (vgl. IV-act. 274-60) eine
Arbeitsunfähigkeit von 30 %. Die umgeschulte Tätigkeit als CNC-Programmierer/CNC-
Operateur sei aus polydisziplinärer Sicht als adaptiert zu bezeichnen (IV-act. 274-87).
RAD-Arzt Dr. R._ würdigte am 13. Januar 2017 das Gutachten, die
Untersuchungsergebnisse in den einzelnen Fachgebieten würden ausführlich
dokumentiert und zunächst innerhalb jeder Fachdisziplin einzeln zu einer konsistenten
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit geführt. Der psychiatrische Gutachter setze sich
eingehend mit den von der bundesgerichtlichen Rechtsprechung geforderten
Indikatoren auseinander. Alle Gutachter nähmen ausführlich zu bisherigen
Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit Stellung (IV-act. 275).
A.l.
Mit Vorbescheid vom 6. Juli 2017 gewährte die IV-Stelle dem Versicherten erneut
das rechtliche Gehör zur vorgesehenen Einstellung der Invalidenrente (IV-act. 280). Mit
A.m.
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Einwand vom 1. September 2017 machte der Versicherte im Wesentlichen geltend, die
Gutachter hätten von ihm explizit beklagte Beschwerden (Suizidgedanken, beim Aus-
und Ankleiden vorhandene Schmerzen) nicht berücksichtigt; der neurologische
Gutachter verneine eine Diagnose, obwohl er ihm gegenüber explizit geäussert habe,
er gehe von einer 20 %-igen Arbeitsunfähigkeit aus. Es sei von einem IV-Grad von
zumindest 50 % auszugehen (IV-act. 282). RAD-Arzt Dr. R._ liess sich am
3. November 2017 dazu vernehmen, es würden keine fachärztlich attestierten, neuen
medizinischen Fakten dargelegt. Aus medizinischer Sicht sei weiterhin auf die durch
die Sachverständigen erhobenen Befunde abzustellen (IV-act. 283). Der Rechtsdienst
führte am 16. November 2017 im Wesentlichen aus, der erhobene objektive
psychiatrische Befund habe keinen Anhalt für Fremd- oder Selbstgefährdung ergeben.
Dass der neurologische Gutachter dem Versicherten gegenüber geäussert habe, er
gehe von einer 20 %-igen Arbeitsunfähigkeit aus, finde keine Stütze im Gutachten und
sei auch nicht plausibel, da keine relevanten funktionellen Einschränkungen erhoben
worden seien. Der rheumatologische Gutachter habe auf deutliche Diskrepanzen
zwischen den beklagten Beschwerden und den objektivierbaren pathologischen und
radiologischen Befunden hingewiesen. Die Vorbringen im Einwand vermöchten die
Schlüssigkeit des Gutachtens nicht in Frage zu stellen (IV-act. 284).
Mit Verfügung vom 26. Juni 2018 stellte die IV-Stelle die Invalidenrente
rückwirkend per Ende Februar 2016 ein. Aus dem Gutachten der medexperts vom
10. Januar 2017 gehe hervor, dass seither keine rentenbegründende
Erwerbsunfähigkeit (mehr) vorgelegen habe. Die Vorbringen im Einwand vermöchten
die Schlüssigkeit des Gutachtens nicht in Frage zu stellen. Für das Einkommen ohne
gesundheitliche Einschränkungen sei auf den Gesamtarbeitsvertrag für das
Autogewerbe Ostschweiz, Automobilfachmann EFZ nach 10 Jahren Berufserfahrung
abzustellen. In einer adaptierten Tätigkeit werde eine Arbeitsfähigkeit von 70 %
bestätigt. Das Invalideneinkommen bemesse sich nach der Lohnstrukturerhebung
(LSE) des Bundesamtes für Statistik (BFS), privater Sektor, Kompetenzniveau 1,
Männer. Es resultiere ein Invaliditätsgrad von 27 % (IV-act. 289).
A.n.
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B.
Mit Beschwerde vom 17. August 2018 beantragt der Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführer), vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. M. Köppel, die Verfügung
vom 26. Juni 2018 sei unter Kosten- und Entschädigungsfolgen aufzuheben. Es sei ihm
rückwirkend ab Februar 2016 zumindest eine halbe Invalidenrente zuzusprechen. Der
psychiatrisch attestierte Einschränkungsgrad von 30 % sei in Anbetracht der
Auswirkungen auf die alltägliche Lebensgestaltung deutlich zu tief. Die Einschränkung
der Planungs- und Handlungsfreiheit lasse eine Belastung von maximal 50 % halbtags
zu. Es sei diesbezüglich ein Bericht des behandelnden Psychiaters und gegebenenfalls
eine nochmalige psychiatrische Expertise einzuholen. Es werde die Befragung des
behandelnden Psychiaters als sachverständiger Zeuge beantragt. Der neurologische
Gutachter habe ihm gegenüber bestätigt, dass in neurologischer Hinsicht funktionelle
Einschränkungen bzw. eine 20 %-ige Arbeitsunfähigkeit vorliegen würden. Dieser sei
damit im Vorbescheidverfahren nicht konfrontiert worden. Es werde bestritten, dass
dem rheumatologischen Gutachter im Zusammenhang mit dem Aus-/Anziehen kein
Schmerz- bzw. Schonverhalten aufgefallen sei. Die Beeinträchtigungen in
rheumatologischer Hinsicht hätten durchaus eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
zur Folge. Insgesamt sei von einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% auszugehen
(act. G 1).
B.a.
Mit Beschwerdeantwort vom 4. Oktober 2018 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Der psychiatrische Gutachter habe für die nach dem
Abbruch des Arbeitsversuchs eingetretene Verschlechterung des psychischen
Zustandsbildes, die sich im Vergleich zum ABI-Gutachten von 2011 in einer um 10 %
höheren Arbeitsunfähigkeit niedergeschlagen habe, vor allem eine verschärfte
psychosoziale Belastungssituation (Konfliktsituation mit der Ehefrau, finanzielle
Probleme) verantwortlich gemacht. Sowohl das ABI-Gutachten vom 8. Juni 2011 als
auch das medexperts- Gutachten vom 10. Januar 2017 erfüllten die Anforderungen an
beweiswertige ärztliche Entscheidgrundlagen. Die gutachterliche Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit erscheine insgesamt angemessen, da sie sowohl den verbleibenden
Ressourcen als auch den vorhandenen Handicaps ausgewogen Rechnung trage. Sie
überzeuge auch im Lichte der massgeblichen Indikatoren des strukturierten
Beweisverfahrens. Dass der neurologische Gutachter dem Versicherten gegenüber
B.b.
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geäussert habe, er gehe von einer 20 %-igen Arbeitsunfähigkeit aus, finde keine Stütze
im Gutachten und sei unglaubwürdig, da keine relevanten funktionellen
Einschränkungen erhoben worden seien. Der rheumatologische Gutachter habe auf
deutliche Diskrepanzen zwischen den beklagten Beschwerden und den
objektivierbaren pathologischen und radiologischen Befunden hingewiesen.
Zusammenfassend habe ab der Verlaufsbegutachtung im ABI am 8. Juni 2011 bis zur
Beendigung der Umschulung Ende Januar 2014 im Wesentlichen eine lediglich leicht
ausgeprägte depressive Störung mit Auswirkung einer 20 %-igen Arbeitsunfähigkeit
vorgelegen und sei im weiteren Verlauf eine vor allem durch psychosoziale
Belastungsfaktoren geprägte Verschlechterung des depressiven Geschehens
eingetreten, welche sich nach dem im Mai 2014 erfolgten Abbruch des Arbeitsversuchs
in der umgeschulten Tätigkeit als CNC-Operator in einer 30 %-igen Arbeitsunfähigkeit
auswirke. Ein medizinischer Revisionsgrund liege vor. Die Vergleichseinkommen
würden zu Recht nicht beanstandet. Die Rücknahme der Sache ins
Verwaltungsverfahren bedeute nicht, dass das Ergebnis der (widerrufenen) Verfügung
vom 22. Januar 2016 falsch gewesen sei, sondern bloss, dass es beim damaligen
Abklärungsstand noch nicht hinreichend habe bestätigt werden können. In Anbetracht
des sechseinhalb Jahre dauernden Revisionsverfahrens mit umfassender
polydisziplinärer Begutachtung und Durchführung beruflicher Massnahmen sei nicht
davon auszugehen, dass in missbräuchlicher Weise ein möglichst früher
Revisionszeitpunkt provoziert worden sei. Deshalb habe der mit der Verfügung vom 22.
Januar 2016 verbundene Entzug der aufschiebenden Wirkung trotz der Zurücknahme
der Sache ins Verwaltungsverfahren für die Dauer des Abklärungsverfahrens
angedauert. Der Beschwerdeführer habe denn auch seither mit diesem Ergebnis
rechnen müssen (act. G 4).
Mit Replik vom 27. November 2018 bestreitet der Beschwerdeführer, dass das
Verhältnis der Ehefrau bzw. die finanzielle Lage zu den aktuellen gesundheitlichen
Problemen geführt haben. Vielmehr habe der schlechte Gesundheitszustand
nachweislich zuerst bestanden und dazu geführt, dass er arbeitsunfähig geworden sei
und Probleme habe, sein Leben zu bewältigen. Hierzu wird erneut die Befragung von
med. pract. P._ als sachverständiger Zeuge beantragt (act. G 8).
B.c.
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Erwägungen
1.
Die Beschwerdegegnerin verzichtet am 7. Dezember 2018 auf eine Duplik
(act. G 10).
B.d.
Die Beschwerdegegnerin behandelte die Mitteilung des Beschwerdeführers vom
28. Juli 2009 (IV-act. 98) zu Recht als Revisions- bzw. Erhöhungsgesuch, nachdem das
vorherige, am 15. August 2006 eingeleitete amtliche Revisionsverfahren (IV-act. 63) mit
rechtskräftig gewordener Verfügung vom 9. Juli 2008 (IV-act. 94) abgeschlossen
worden war. Somit ist eine Rentenanpassung ab Juli 2009 zu prüfen (Art. 88 Abs. 1
lit. a der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201].
Streitgegenstand bildet die Renteneinstellung per Ende Februar 2016 (IV-act. 289-1).
1.1.
bis
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft
entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR
830.1]). Ein Revisionsgrund in diesem Sinne betrifft Änderungen in den persönlichen
Verhältnissen der versicherten Person (BGE 133 V 548 E. 7.1). Dazu gehört namentlich
der Gesundheitszustand (vgl. Urteil 9C_896/2011 vom 31. Januar 2012 E. 3.1, in: SVR
2012 IV Nr. 36 S. 140; Urteil 9C_410/2015 vom 13. November 2015 E. 2). Zeitlicher
Ausgangspunkt für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des
Invaliditätsgrads ist bei der Prüfung eines Gesuchs um Erhöhung der Rente wie auch
bei der Prüfung einer Rentenanpassung von Amtes wegen die letzte rechtskräftige
Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit
rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkommensvergleichs beruht (BGE 133 V 108; BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des
Bundesgerichts vom 26. März 2010, 9C_438/2009, E. 1). Eine Verschlechterung der
Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ist zu
berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat
(Art. 88a Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Bei
gegebenem Revisionsgrund ist der Rentenanspruch gemäss bundesgerichtlicher
Rechtsprechung umfassend neu zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 und E. 6.1; Urteil vom
5. Dezember 2012, 9C_427/2012, E. 3.4).
1.2.
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
1.3.
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gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der
Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V
352 E. 3a mit Hinweisen; BGE 141 V 14 E. 6.3.1). Im Sinne einer Richtlinie ist den im
Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten
und -ärztinnen, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen
sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde
zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht
konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 227 E.
1.3.4; BGE 125 V 353 E. 3b/bb).
Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und
Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a).
Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den
streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben
Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen
stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). Im Sozialversicherungsrecht hat
das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht,
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V
360 E. 5b; BGE 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen).
1.4.
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2.
Medizinische Grundlage der angefochtenen Einstellungsverfügung ist das Gutachten
der medexperts AG vom 10. Januar 2017, worin dem Beschwerdeführer im
Wesentlichen aus psychiatrischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von 30 % attestiert wird
(IV-act. 274). Für den Verlauf der Arbeitsfähigkeit seit der Referenzverfügung ist zudem
das Verlaufsgutachten der ABI vom 17. August 2011 (IV-act. 136) massgeblich.
Während der medexperts-Begutachtung im November 2016 berichtete der
Beschwerdeführer, aktuell bestünden Schmerzen lumbal mit Ausstrahlungen in das
Bein bis in die Zehen. Diese seien im Liegen weniger stark als im Stehen und Gehen.
Die Schmerzintensität betrage 5 bis 8 auf der Schmerzskala von 0 bis 10 (IV-
act. 274-46). Im Nacken-/Schulterbereich verspüre er linksbetonte Verspannungen,
aber keine eigentlichen Schmerzen. Ausserdem habe er Schmerzen im Sternumbereich
(IV-act. 274-46). Der Arbeitsversuch bei der O._ AG sei aus gesundheitlichen
Gründen abgebrochen worden. Gründe seien die Schmerzen und die hohe psychische
Belastung durch den Tod seines Vaters gewesen. Ausserdem sei es beinahe zu einer
Schlägerei mit dem Chef gekommen. Die Tätigkeit als CNC-Programmierer/Operateur
sei körperlich nicht wesentlich leichter gewesen als die zuletzt ausgeübte als
Automonteur. Aktuell besuche er zweimal wöchentlich vormittags die Tagesklinik des
Psychiatrischen Zentrums H._. Davon müsse er sich jeweils während zwei Stunden
erholen. Im Übrigen verbringe er den Tag mit Liegen und Spaziergängen, letzteres auch
alleine, da er "keine Nerven" mehr habe. Er habe Durchschlafstörungen, erwache
wegen Träumen, einem Einschlafgefühl in den Armen oder Schmerzen (IV-act. 274-41,
50). Die Herabsetzung der ganzen auf eine halbe Rente 2008 und die Begutachtung
2010 mit Ergebnis einer 80 %-igen Arbeitsfähigkeit sei für ihn ein grosser Schock
gewesen. Er sei damals kurz vor einem Suizid gestanden und habe auch aktuell immer
wieder Suizidgedanken und -impulse. Seit 2011 fühle er sich immer schlechter. Seit
Februar 2016 erhalte er kein Geld mehr von der IV. Er habe bisher nicht den Mut
aufbringen können, sich beim Sozialamt zu melden. Um die finanzielle Enge, die Kinder
und das "Leben allgemein" gebe es täglich Streit. Er habe die Kinder früher teils
geschlagen, wenn es zu einer Überforderung gekommen sei, und sei so wütend
gewesen, dass er Angst gehabt habe, ihnen etwas anzutun oder sie umzubringen. Er
sei besorgt, dass seine Frau sich scheiden lassen könnte, und würde sich dies
andererseits manchmal auch wünschen (IV-act. 274-50 f., 53 und 58). Er sei seit ca.
fünf Jahren in Behandlung bei med. pract. P._ und habe aktuell alle zwei bis vier
Wochen eine Sitzung. Er sehe kaum eine Zukunft und fühle sich schuldig, weil sein
Vater im Mai 2014 an Nierenkrebs verstorben sei (IV-act. 274-51 f.).
2.1.
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2.2.
Aufgrund der klinischen Befunde ordnete der neurologische Gutachter der
medexperts AG die Schmerzen im Ober- und Unterschenkel am ehesten einer
Reizsymptomatik der Nervenwurzeln L5 und S1 zu, fand weiter aber, wie schon der
rheumatologische Vorgutachter im Jahr 2011 (IV-act. 136-22), keinen Anhalt für eine
relevante Radikulopathie oder radikuläre Reizsymptome, insbesondere keine
motorischen oder anhaltenden sensiblen Ausfälle. Anamnestisch und klinisch seien seit
Jahren keine neuen Aspekte aufgetreten (vgl. IV-act. 274-71, 85). Der
rheumatologische Gutachter kam zum Schluss, es bestehe unverändert ein
chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom bei leichter Skoliose, muskulärer
Dysbalance und Dekonditionierung, Sakroiliakalgelenksdysfunktion rechts,
lumbosakraler Übergangsanomalie mit Teillumbalisation von SWK 1 rechts,
kernspintomographisch breitbasigem Diskusprolaps L5/S1 linksbetont mit
anamnestisch möglicher intermittierender Irritation der S1-Wurzeln beidseits, mittel- bis
hochgradiger Osteochondrose L5/S1 und linksbetonter hypertropher Spondylarthrose
L5/S1 mit Erguss links und geringer Einengung des Recessus lateralis und des
Foramen intervertebrale ohne Neurokompression (IV-act. 274-85). Bereits im
Erstgutachten 2008 wurde aus neurologischer Sicht festgehalten, aufgrund des
chronischen Lumbovertebralsyndroms mit ischialgiformer Schmerzsymptomatik und
neurologisch dokumentierten Veränderungen sei dem Versicherten die bisherige
Tätigkeit als Automonteur, welche als mindestens körperlich mittelschwer eingestuft
werden müsse, seit dem 30. Juni 2003 bleibend nicht mehr zuzumuten. Aus
somatischer Sicht bestehe für leichte bis intermittierend mittelschwere körperliche
Arbeiten in wechselhafter Stellung eine volle Arbeitsfähigkeit (IV-act. 83-18). Die SUVA
verneinte gestützt auf ihre Abklärungen eine strukturelle Verschlimmerung der
Lendenwirbelsäulenproblematik durch den Unfall vom 20. November 2008
(Einspracheentscheid vom 13. Dezember 2010, Fremdakten, act. 8-5). Im
Verlaufsgutachten des ABI vom 2011 wurde diese Beurteilung aus rheumatologischer
Sicht bestätigt (IV-act. 136-23). Das medexperts-Gutachten kam aus
rheumatologischer Sicht zum Schluss, aufgrund des Anforderungsprofils als
Automonteur sei nach wie vor und unverändert gegenüber dem Vorgutachten von einer
vollen und dauerhaften Arbeitsunfähigkeit in dieser Tätigkeit auszugehen. In einer
adaptierten Tätigkeit sei der Beschwerdeführer voll arbeitsfähig (mit allerdings
zusätzlichen Adaptationskriterien, dazu nachfolgend, IV-act. 274-86). Diese
Einschätzung entspricht den Vorgutachten, insbesondere auch demjenigen vom
4. Februar 2008 (IV-act. 83-18; IV-act. 136-24). Somit ist hinreichend nachvollziehbar
2.2.1.
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dargetan, dass mit Bezug auf die organisch nachweisbaren Beschwerden der
Lendenwirbelsäule keine Verschlimmerung des Gesundheitszustandes eingetreten ist.
Die HWS-, Schulter-, Arm- und Thoraxbeschwerden wurden hauptsächlich
beginnend mit dem Unfallereignis vom 20. November 2008 geltend gemacht
(Austrittsbericht Rehaklinik Bellikon vom 14. Mai 2009, IV-act. 100-6 f.;
Verlaufsgutachten 2011, IV-act. 136-19 f., wo allerdings schon vor dem Unfall
vorhandene Nackenschmerzen erwähnt wurden; Gutachten medexperts AG, IV-
act. 274-45 f.; 64). Der Kreisarzt der SUVA berichtete aufgrund seiner Untersuchung
am 23. Februar 2009, im Rahmen der kurzstationären Aufnahme im Spital X._ hätten
keine strukturell fassbaren, unfallkausalen Verletzungen festgestellt werden können.
Objektiv bestehe aufgrund der Schmerzsymptomatik und der multiplen Beschwerden
noch eine Belastungseinbusse. Aktuell sei die volle Arbeitsunfähigkeit im
Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 20. November 2008 ausgewiesen
(Fremdakten, act. 3-45 ff.). Eine MRI-Untersuchung vom 31. Juli 2009 ergab diskrete
Protrusionen C5/6 und C6/7 sowie eine diskrete Discusdegeneration C3/4 und C5/6
ohne Nachweis einer Nervenwurzelalteration sowie eine Streckhaltung der
Halswirbelsäule (Fremdakten, act. 3-9). Anlässlich einer weiteren kreisärztlichen
Untersuchung vom 25. November 2009 wurde festgehalten, der Beschwerdeführer
beschreibe ausgedehnteste Schmerzen im Bereich fast des gesamten Körpers, die er
auf die Auffahrkollision zurückführe. Klinisch fänden sich kaum relevante Pathologien in
Bezug auf die HWS-Verletzung bei unauffälligem Muskelstatus, recht guter
Beweglichkeit der HWS sowie nicht klar pathologischen neurologischen Befunden
(Fremdakten, act. 5-2 ff.). Prof. Dr. med. Y._, Facharzt FMH Neurologie, führte in
seinem Untersuchungsbericht vom 21. Dezember 2009 aus, in der klinischen
Untersuchung zeige sich lediglich eine Sensibilitätsstörung am linken Arm, die keinem
Nervenversorgungsgebiet oder Dermatom zuzuordnen sei. Sie lasse sich nicht
substantiieren. Ansonsten sei der Untersuchungsbefund regelrecht. In der
Neurographie zeige sich lediglich ein beginnendes Carpaltunnelsyndrom, das
vermutlich noch asymptomatisch sein dürfte. Somit bestünden auf neurologischem
Gebiet eine unspezifische Zervikobrachialgie links, ein chronischer Kopfschmerz vom
Spannungstypus mit okzipitaler Betonung sowie eine unspezifische Lumboischialgie.
Eindeutige neurologische Defizite seien nicht festzustellen, auch die
Elektroenzephalographie habe einen regelrechten Befund erbracht (Fremdakten,
act. 6). Die SUVA stellte die Leistungen per 31. März 2010 ein, da die aktuell noch
geklagten Beschwerden organisch nicht hinreichend nachweisbar und die Adäquanz
nicht gegeben sei (Verfügung vom 15. März 2010, Fremdakten, act. 7-1 f.;
2.2.2.
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Einspracheentscheid vom 13. Dezember 2010, Fremdakten, act. 8-5, wonach der
medizinische Sachverhalt umfassend geklärt sei und keine strukturelle Läsion der
Halswirbelsäule vorliege). Mit Blick auf die medizinischen Vorakten erscheint schlüssig
und nachvollziehbar, dass der neurologische und der rheumatologische Gutachter der
medexperts einen Einfluss des chronischen zervikospondylogenen Schmerzsyndroms
mit kernspintomographisch und radiologisch unauffälligem Befund auf die
Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten verneinten (IV-act. 274-73, 86). Aus
rheumatologischer Sicht wurde insbesondere festgehalten, die muskulären
Verspannungen im Schulter-/Nackenbereich und die Kopfschmerzen hätten sich
zwischenzeitlich gebessert (IV-act. 274-84). Den Schulterschmerzen wurde ergänzend
zum Zumutbarkeitsprofil gemäss ABI-Gutachten 2011 mit einer zusätzlichen
Einschränkung bezüglich kraftanfordernder Arbeiten mit der linken oberen Extremität
und mit beiden Armen über Kopfhöhe Rechnung getragen (IV-act. 274-86).
Nach dem Gesagten ist schlüssig und nachvollziehbar, dass in somatischer
(neurologischer / rheumatologischer) Hinsicht für adaptierte Tätigkeiten keine
quantitative Einbusse der Arbeitsfähigkeit vorliegt. Für eine Einschränkung von 20 %
aus neurologischer Sicht ergeben sich aus den Ausführungen der Gutachter oder den
medizinischen Vorakten keine Anhaltspunkte. Möglicherweise bezog sich die vom
Beschwerdeführer angerufene Aussage des neurologischen Gutachters auf die 20 %-
ige Arbeitsunfähigkeit gemäss ABI-Gutachten 2011. Im Übrigen wäre eine neurologisch
attestierte Arbeitsunfähigkeit nicht zu einer Arbeitsunfähigkeit aus einem anderen
Fachgebiet zu addieren.
2.2.3.
2.3.
Dem Beschwerdeführer wurde in sämtlichen psychiatrischen Berichten eine
depressive Störung diagnostiziert. Diese wurde bereits vor dem Unfall vom
20. November 2008 im ABI-Gutachten vom 4. Februar 2008 (IV-act. 83-13) und danach
im Psychiatriezentrum H._ (Bericht vom 31. März 2010 zuhanden des
Krankenversicherers, IV-act. 118-8 f.) sowie in der Rehaklinik Bellikon (Austrittsbericht
vom 14. Mai 2009, IV-act. 100-2, 7) als mittelgradig eingestuft. Im Verlaufsgutachten
der ABI vom 17. August 2011 wurde aufgeführt, es bestehe eine Diskrepanz zwischen
aktuell demonstrierten und beklagten Beschwerden einerseits und der realen
Alltagsgestaltung andererseits. So sei der Beschwerdeführer während der
Untersuchung in Schluchzen ausgebrochen, habe sich bedrückt, verstimmt und lustlos
gezeigt und auf verschiedene Schmerzlokalisationen verwiesen. Andrerseits habe er
eine fünfwöchige Reise nach Z._ unternehmen können und benütze für die Fahrt
2.3.1.
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nach Ba._ und zum Einkaufen das Auto. Er sei nicht isoliert, habe Kontakte zu
Familienangehörigen und ehemaligen Arbeitskollegen und seit der Berentung 2003
zwei Kinder gezeugt, woraus eine zukunftsweisende Lebensgestaltung abgeleitet
werden könne. Die antidepressive Therapie werde durch ein relativ schwach wirksames
Phytotherapeutikum durchgeführt (Johanniskraut, IV-act. 136-16). Gegenwärtig seien
daher lediglich die Kriterien für eine leichtgradige depressive Störung erfüllt. Es fehlten
eine vitale Traurigkeit, ein zirkadianer Rhythmus, eine erkennbare Antriebsstörung, eine
nachvollziehbare Suizidalität und ein wesentlicher Interessenverlust an den familiären
Aktivitäten, um die Kriterien einer mittel- oder schwergradigen depressiven Störung zu
sichern (IV-act. 136-18). Im psychiatrischen Teilgutachten der medexperts AG wurde
die depressive Episode wiederum als mittelgradig bezeichnet; für die Ausprägung und
den Verlauf der depressiven Störung spielten psychosoziale Probleme in Form eines
massiven Ehekonflikts mit teils gewalttätigem Verhalten, aber auch berufliche
Perspektivenlosigkeit, eine wesentliche Rolle (IV-act. 274-57 f.). Die unterschiedliche
Einstufung der Depression beruht demnach mehr auf einer unterschiedlichen Betonung
der Ressourcen gegenüber den diesen hemmenden psychosozialen
Belastungsfaktoren und wird nicht durch die Anzahl der erfüllten Diagnosekriterien
begründet. Dass sich die Auswirkungen der psychosozialen Belastungsfaktoren seit
der Verlaufsbegutachtung 2011 verschärft haben, erscheint in Anbetracht der
Ausführungen des Beschwerdeführers und der Gutachter plausibel. Die
Ehestreitigkeiten werden heftiger beschrieben (IV-act. 274-59), hingegen sind die
Fähigkeiten gemäss Mini-ICF weitgehend uneingeschränkt (IV-act. 274-61).
Im Verlaufsgutachten der ABI von 2011 wurde anstelle einer somatoformen
Schmerzstörung eine Schmerzverarbeitungsstörung mit algogener Verstimmung
(ICD-10: F54.00) diagnostiziert, da eine in der Kindheit stattgefundene Stresssituation
mit erhöhter Vulnerabilität beim Beschwerdeführer nicht auszumachen sei (IV-
act. 136-19). In Anbetracht der in der Begutachtung durch die medexperts berichteten
durch einen gewalttätigen Vater geprägten Kindheit (IV-act. 274-57) sowie der übrigen
Beurteilungen (Berichte Psychiatriezentrum H._ vom 31. März 2010, IV-act. 118-8 f.,
und vom 1. Dezember 2015, IV-act. 242-3 f.) ist die Herleitung der Diagnose einer
anhaltenden somatoformen Schmerzstörung durch den psychiatrischen medexperts-
Gutachter nachvollziehbar (IV-act. 274-59). Letztlich ist die diagnostische Einordnung
vor dem Hintergrund der am 3. Juni 2015 geänderten Rechtsprechung (BGE 141 V 281)
nicht mehr von vorrangiger Bedeutung (vgl. auch Urteile des Bundesgerichts vom
27. März 2015, 8C_673/2014, E. 5.1.1 und vom 8. August 2019, 9C_344/2019, E. 4.2).
Nachvollziehbar verneint der psychiatrische medexperts-Gutachter das Vorliegen einer
2.3.2.
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posttraumatischen Belastungsstörung (IV-act. 274-57) und einer
Persönlichkeitsstörung (IV-act. 274-58).
Die Einschätzung des psychiatrischen Gutachters der medexperts AG erfolgte
unter Berücksichtigung des ressourcenhemmenden Einflusses psychosozialer -
insbesondere finanzieller und familiärer - Belastungsfaktoren und der Indikatoren des
strukturierten Beweisverfahrens. Gesamtbetrachtet werden die Beschwerden stimmig
in geringerem Ausmass den objektivierbaren somatischen Befunden, einer
mittelgradigen depressiven Störung und einer somatoformen Schmerzstörung
zugeschrieben. Nachvollziehbar ist auch, dass sich die depressive Störung im
Zusammenhang mit den zunehmenden psychosozialen Belastungen stärker auf die
Arbeitsfähigkeit auswirkt. Diesem Umstand wurde durch eine gegenüber dem ABI-
Gutachten von 2011 um 10 % höheren Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit Rechnung
getragen. Aus den medizinischen Akten ergeben sich keine Anhaltspunkte, dass
darüber hinaus eine somatisch begründete quantitative Arbeitsunfähigkeit bestünde,
die über eine psychiatrisch begründete hinausgehen würde.
2.3.3.
Der Beschwerdeführer beantragt die Befragung von med. pract. P._ zum
Vorliegen einer höheren als vom psychiatrischen medexperts-Gutachter attestierten
Arbeitsunfähigkeit (act. G 1-4). Der behandelnde Psychiater äusserte sich insbesondere
im Verlaufsbericht vom 8. September 2015 zur Entwicklung des psychischen
Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers und hielt mit Blick auf die gesteigerten
familiären Spannungen eine eindeutige Verschlechterung des Zustandsbildes fest (IV-
act. 222). Der psychiatrische Gutachter legte nachvollziehbar dar, dass hier eine
gegenseitige systemische Wechselwirkung vorliege, dass aus gutachterlicher Sicht klar
psychosoziale Probleme eine Rolle spielten und dass das impulsive Verhalten des
Beschwerdeführers nicht auf einer Persönlichkeitsstörung beruhe (IV-act. 274-56 ff.).
Diese Auffassung wird mit Hinweis auf die erfolgreich abgeschlossene Umschulung
auch vom RAD ausführlich begründet geteilt und der Sachverhalt als ausreichend
abgeklärt bezeichnet (Stellungnahmen vom 14. September 2015, IV-act. 226, und vom
18. Januar 2018, IV-act. 235). Zu Recht weist der Gutachter auch darauf hin, dass
med. pract. P._ in seinen Berichten keine detaillierte Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit abgegeben habe (IV-act. 274-56). Die gutachterliche
Arbeitsfähigkeitsschätzung erfolgte gestützt auf die Mini-ICF (IV-act. 274-61) und
berücksichtigt die Zuspitzung der psychosozialen Situation insofern, als eine - durch
deren ressourcenhemmende Wirkung bedingt - um 10 % höhere Arbeitsunfähigkeit
attestiert wird als im Vorgutachten. Somit ist nicht davon auszugehen, dass von einer
Befragung von med. pract. P._ zusätzliche Erkenntnisse zum medizinischen
2.3.4.
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3.
Sachverhalt zu erwarten wären, welche am Gutachten der medexperts begründete
Zweifel zu erwecken vermöchten. Es kann daher davon abgesehen werden (sog.
antizipierte Beweiswürdigung, BGE 134 I 140 E. 5.3 S. 148). Gesamtbetrachtend ist
mithin gestützt auf das Gutachten der medexperts AG vom 10. Januar 2017 von einer
Arbeitsunfähigkeit von 30 % spätestens seit dem Scheitern des Praktikums nach dem
Abschluss der Umschulung 2014 (IV-act. 274-87) auszugehen.
Für die Bemessung des Valideneinkommens stellte die Beschwerdegegnerin auf
den Lohn gemäss Gesamtarbeitsvertrag für das Autogewerbe Ostschweiz ab und
setzte dieses mit Fr. 62'400.-- ein (angefochtene Verfügung, IV-act. 289). Der
Tabellenlohn gemäss Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik (BFS)
beträgt für das Jahr 2014 im Wirtschaftszweig Handel, Instandhaltung und Reparatur
von Motorfahrzeugen (T_1, Ziff. 45-47) im zufolge abgeschlossener Lehre als
Automobilfachmann anwendbaren Kompetenzniveau 2, Männer, Fr. 5'240.--. Bei einer
durchschnittlichen betriebsüblichen Arbeitszeit von 41,9 Wochenstunden ergibt sich so
ein Valideneinkommen von Fr. 5'240.-- : 40 x 41,9 x 12 = Fr. 65'867.--.
3.1.
Das Invalideneinkommen berechnete die Beschwerdegegnerin anhand des
Durchschnittslohnes Kompetenzniveau 1, Männer. Dieses betrug 2014 Fr. 66'453.--
(Informationsstelle AHV/IV, IV 2019, Bern 2019, Anhang 2) und entspricht bei einer
Arbeitsfähigkeit von 70 % Fr. 46'517.--. Somit ergibt sich ein Invaliditätsgrad von
29,4 %. Selbst wenn stattdessen auf das Einkommen als CNC-Mechaniker, welches
aktuell mit Fr. 67'602.-- angegeben wird (https://www.lohnanalyse.ch/ch/loehne/
details/cnc-mechanikerin.html; eingesehen am 14. Juni 2020), abgestellt und ein
Tabellenlohnabzug von höchstens 10 % berücksichtigt würde, würde ein
Invaliditätsgrad von lediglich 35 % resultieren ([Fr. 67'602.--x 0,7 x 0,9 - Fr. 65'867.--] :
Fr. 65'867.--). Der Beschwerdeführer hat somit keinen Rentenanspruch mehr.
3.2.
Die streitige Renteneinstellung erfolgte per Ende Februar 2016. Bis zu diesem
Zeitpunkt hatte der Beschwerdeführer gestützt auf die Verfügung vom 9. Juli 2008
Anspruch auf eine halbe Rente. Dieser beruhte auf einer Arbeitsunfähigkeit von 50 %
(IV-act. 94). Dass die Arbeitsunfähigkeit nach Einreichung des Revisionsgesuchs vom
28. Juli 2009 vorübergehend höher gewesen wäre, ergibt sich weder aus dem ABI-
Verlaufsgutachten vom 17. August 2011 (IV-act. 136) noch aus dem Gutachten der
medexperts vom 10. Januar 2017. Der Beschwerdeführer hat somit auch rückwirkend
befristet keinen höheren Rentenanspruch.
3.3.
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4.