Decision ID: 83292d39-944b-5a25-8c6b-e4067f532fad
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
A.a Der Beschwerdeführer, ein ethnischer B._, suchte am (...) in
der Schweiz um Asyl nach.
A.b Am 11. Februar 2019 fand die Befragung zur Person (BzP) statt.
Dabei brachte der Beschwerdeführer vor, er sei im Dorf C._, Distrikt
D._, Provinz E._ geboren, wo er mit seiner Familie gelebt
habe. Sein Vater besitze im Stadtteil F._ in der Stadt E._
einen Laden, wo dieser (Nennung Ware) verkaufe. Während seiner (...)jäh-
rigen Schulzeit habe er mehrmals in der Woche im Geschäft seines Vaters
ausgeholfen. Im (Nennung Zeitpunkt) seien die Taliban zu seinem Vater
gekommen und hätten Geld verlangt. Sein Vater habe den Taliban das Geld
jedoch nicht geben können oder wollen, worauf diese die Auslieferung ei-
nes Sohnes gefordert hätten. Da sich sein Vater geweigert habe, hätten er
und sein (Nennung Verwandter) von den Taliban je einen Drohbrief erhal-
ten, den er aber nicht gelesen habe. Ausserdem hätten die Taliban in der
gleichen Zeit einmal in der Nacht auf ihre Haustüre geschossen. In der
Folge seien er und sein (Nennung Verwandter) nach E._ umgezo-
gen, wo sie zirka (Nennung Dauer) gelebt hätten. Angehörige der Taliban
seien dann im (Nennung Zeitpunkt) zweimal im Geschäft seines Vaters in
der Stadt E._ erschienen. Er habe einmal gesehen, wie zwei Per-
sonen in den Laden gekommen seien und mit seinem Vater gesprochen
hatten. Obwohl diese in der Folge wiederholt das Geschäft seines Vaters
aufgesucht und diesen belästigt hätten, habe er sich weiterhin regelmässig
im Laden aufgehalten. Seine Familie habe sich wegen dieser Behelligun-
gen an die Behörden im Distrikt D._ gewandt, jedoch ohne Erfolg,
da sich in deren Reihen Angehörige der Taliban befänden. Anlässlich ihres
letzten Besuchs hätten die Taliban seinem Vater gedroht, dass sie beim
nächsten Mal nicht mehr nur zum Reden kommen, sondern ihn oder seinen
(Nennung Verwandter) mitnehmen würden. Aufgrund dieser Situation habe
er seine Heimat schliesslich verlassen
A.c Am 2. Oktober 2019 wurde der Beschwerdeführer vom SEM angehört.
Dabei machte er geltend, sein Vater habe das Ansinnen der Taliban, ihn
und seinen (Nennung Verwandter) für den heiligen Krieg gegen die Ameri-
kaner zur Verfügung zu stellen, abgelehnt. Darauf hätten die Taliban Geld
von seinem Vater verlangt, was dieser ebenfalls verweigert habe, da die
Taliban sonst mit diesem Geld unschuldige Menschen umbringen würden.
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Die Taliban hätten sodann ihr Haus mit Steinen beworfen, wiederholt das
Dorf aufgesucht und dort geschossen. Etliche Dorfbewohner wie auch ei-
nige Verwandte hätten sich den Taliban angeschlossen. Nach der Tötung
eines Dorfbewohners, der auch ihr Verwandter gewesen sei und mit der
Regierung zusammengearbeitet habe, sei die ganze Familie nach
E._ geflohen. Dort seien sie von den Taliban ebenfalls belästigt wor-
den. Auch hätten diese Drohbriefe an sie zugestellt. Im (Nennung Zeit-
punkt) habe er sich im Geschäft seines Vaters in E._ aufgehalten,
als zwei Personen mit Bart und Turban gekommen seien und mit seinem
Vater gesprochen hätten. Sein Vater habe ihm später erzählt, dass dies
Taliban gewesen seien, weshalb er danach zuhause geblieben sei. Die Ta-
liban hätten nach zwei Besuchen bei seinem Vater im Laden angekündigt,
dass bei einem dritten Besuch nicht mehr geredet, sondern gehandelt
würde. Sein Vater habe deshalb beschlossen, dass er und sein (Nennung
Verwandter) Afghanistan verlassen sollten. Nach seiner Ausreise hätten
die Taliban seinen Vater weiterhin belästigt und seien einmal auch nachts
zu ihrem Haus in E._ gekommen. Nachdem die Taliban damals mit-
bekommen hätten, dass er und sein (Nennung Verwandter) das Land ver-
lassen hätten, hätten die Taliban keine weiteren Schritte mehr unternom-
men.
B.
Mit Verfügung vom 28. April 2020 stellte das SEM fest, der Beschwerde-
führer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte sein Asylgesuch ab,
verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete deren Vollzug an.
C.
Der Beschwerdeführer erhob gegen diesen Entscheid mit Eingabe vom
2. Juni 2020 beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde. Er beantragte,
es sei die angefochtene Verfügung in den Dispositivziffern 4 und 5 aufzu-
heben, die Unzumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung festzustellen
und die vorläufige Aufnahme anzuordnen. In prozessualer Hinsicht er-
suchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung samt Ver-
zicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses sowie um Beiordnung sei-
nes Rechtsvertreters als amtlichen Rechtsbeistand.
D.
Mit Zwischenverfügung vom 5. Juni 2020 hiess die Instruktionsrichterin die
Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Rechts-
verbeiständung unter Vorbehalt des Nachreichens einer Fürsorgebestäti-
gung gut, ordnete dem Beschwerdeführer einen amtlichen Rechtsbeistand
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in der Person von lic. iur. Dominik Löhrer bei und verzichtete auf die Erhe-
bung eines Kostenvorschusses.
E.
Mit Eingabe vom 10. Juni 2020 reichte der Beschwerdeführer (Nennung
Beweismittel) zu den Akten.
F.
Die Vorinstanz hielt in der Vernehmlassung vom 2. Juli 2020 nebst ergän-
zenden Bemerkungen an ihren Erwägungen in der angefochtenen Verfü-
gung vollumfänglich fest.
G.
Der Beschwerdeführer replizierte – nach einmalig gewährter Fristerstre-
ckung – mit Eingabe vom 6. August 2020.
H.
Mit Eingabe vom 12. August 2020 reichte der Rechtsvertreter (Nennung
Beweismittel) zu den Akten.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der
Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 25. September
2015).
1.2 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung
von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und
entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend
– endgültig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
1.3 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdefüh-
rung legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte
Beschwerde ist einzutreten (aArt. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1
VwVG).
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
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richten sich im Bereich des Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE
2014/26 E. 5).
3.
Die Beschwerde richtet sich ausschliesslich gegen den Vollzug der Weg-
weisung. Die Ziffern 1 (Verneinung der Flüchtlingseigenschaft), 2 (Ableh-
nung des Asylgesuchs) und 3 (Wegweisung aus der Schweiz) des Dispo-
sitivs der Verfügung vom 28. April 2020 sind mangels Anfechtung in
Rechtskraft erwachsen. Prozessgegenstand bildet damit einzig die Frage
nach der Durchführbarkeit des Wegweisungsvollzugs.
4.
4.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den
gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG;
Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]).
Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss
Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei
der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen,
wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft
zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.).
4.2 Die Vorinstanz führte zur Begründung des angeordneten Wegwei-
sungsvollzugs aus, da der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft
nicht erfülle, könne der Grundsatz der Nichtrückschiebung nicht angewen-
det werden. Auch würden keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass ihm
eine durch Art. 3 EMRK verbotene Strafe oder Behandlung drohe. Ein
Wegweisungsvollzug sei daher als zulässig zu erachten.
Hinsichtlich der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs führte das SEM
unter Hinweis auf das Referenzurteil des Bundesverwaltungsgerichts
D-5800/2016 vom 13. Oktober 2017 aus, es seien im Fall des Beschwer-
deführers besonders begünstigende Umstände zu bejahen. Er stamme
aus der Provinz E._ und habe vor seiner Ausreise mindestens
(Nennung Dauer) mit seiner Familie zusammen in der Stadt E._ im
Stadtteil H._ gelebt. Zuvor habe er sich mehrmals wöchentlich in
der Stadt E._ aufgehalten, um im Geschäft seines Vaters auszuhel-
fen. Weitere Verwandte würden ebenfalls in E._ leben, so (Nen-
nung Verwandte). Der Vater – ein (...)händler – führe in der Stadt
E._ im Stadtteil F._ seit (Nennung Dauer) ein Geschäft, von
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dem die Familie gut leben könne, und habe die Reisekosten nach Europa
ohne Probleme bezahlen können. Auch der Ehemann seiner (Nennung
Verwandte) besitze in E._ einen Laden. Da der Beschwerdeführer
mit seinem Vater in Kontakt stehe, sei davon auszugehen, dass er bei einer
Rückkehr nach Afghanistan erneut bei seiner Kernfamilie in E._
wohnen und Unterstützung durch diese erhalten könne. Der Beschwerde-
führer verfüge über eine (...)-jährige Schulbildung und habe im Geschäft
seines Vaters regelmässig ausgeholfen. Es sei anzunehmen, dass er diese
Tätigkeit auch künftig ausüben und so weitere Berufserfahrung in der Bran-
che sammeln könne. Ferner dürfte es seinem Vater angesichts dessen ge-
schäftlichen Kontakten möglich sein, ihm allenfalls eine andere Beschäfti-
gung bei einem Geschäftspartner zu vermitteln. Zudem bestehe die Mög-
lichkeit, eine individuelle Rückkehrhilfe zu beantragen. Sodann verfüge der
Beschwerdeführer über einen guten Gesundheitszustand. Ausserdem sei
der Wegweisungsvollzug technisch möglich und praktisch durchführbar.
4.3 Der Beschwerdeführer wendete in seiner Rechtsmitteleingabe dage-
gen ein, ein Vollzug der Wegweisung nach E._ sei als unzumutbar
zu qualifizieren. Die Einschätzung im erwähnten Referenzurteil des Bun-
desverwaltungsgerichts D-5800/2016 vom 13. Oktober 2017 sei nicht mehr
aktuell. Die Sicherheitslage in E._ habe sich seit Erlass des er-
wähnten Urteils erheblich verschlechtert, was diverse Berichte und Zei-
tungsmeldungen belegten. Es sei daher fraglich, ob das Referenzurteil aus
dem Jahr 2017 derzeit noch die aktuelle Sicherheitslage in E._ re-
flektiere, und nicht bereits aus diesem Grund ein noch strengerer Massstab
bei der Prüfung der Zumutbarkeit der Wegweisung angelegt werden
müsse. Das Bundesverwaltungsgericht habe jedoch auch die Bedeutung
der Voraussetzung eines "tragfähigen soziales Netzes" seit dem Referenz-
urteil weiter präzisiert und angeführt, dass bloss lockere Beziehungen auf-
grund der Arbeit nicht als stabiles Beziehungsnetz bezeichnet und bei in-
nerfamiliären Spannungen nicht auf ein tragfähiges familiäres Netz ge-
schlossen werden könne. Noch strengere Voraussetzungen gälten, wenn
E._ wie vorliegend lediglich als Wohnsitzalternative in Frage
komme, was vom SEM verkannt worden sei. Er stamme zwar aus der Pro-
vinz E._, jedoch nicht aus der Stadt E._. Dort habe er ledig-
lich ein halbes Jahr verbracht und sei während (Nennung Dauer) keiner
Arbeit nachgegangen. Das SEM habe zudem mit der falschen Bezeich-
nung der Geschäftstätigkeit seines Vaters – dieser verkaufe zwar wertvolle
(Nennung Ware), aber nicht (Nennung Gegenstände) – den Anschein er-
wecken wollen, dass sein Vater steinreich sei, was nicht stimme. Seine Fa-
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milie habe normal gelebt und keine finanzielle Unterstützung benötigt. Auf-
grund der schlechten politischen Lage sei der Geschäftsgang in den letzten
Jahren nicht gut gewesen. Die Kaufkraft der Bevölkerung habe abgenom-
men und seine Familie habe sämtliche Ersparnisse für seine Reisekosten
aufgebraucht. Aufgrund der Pandemie und des damit verbundenen Lock-
downs habe sein Vater das Geschäft nicht betreiben können, aber weiter-
hin Miete für das Geschäftslokal bezahlen müssen. Sein Vater gehöre zur
Risikogruppe, habe keine staatliche Entschädigung für die Umsatzeinbus-
sen erhalten und müsse daher das Geschäft aufgeben, zumal der Vater
dieses ohne seine Hilfe nicht weiterführen könne und den übrigen Mitglie-
dern der Kernfamilie die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht möglich sei.
Die Familie habe in E._ in eine günstigere Mietwohnung umziehen
müssen und könne ihn bei einer Rückkehr nicht unterstützen. Der Mann
seiner (Nennung Verwandte) besitze keinen (Nennung Geschäft) – wie er
im Rahmen der Anhörung fälschlicherweise ausgeführt habe – sondern ar-
beite in einem solchen. Die finanziellen Verhältnisse der Familie von (Nen-
nung Verwandte) seien angespannt, weshalb seine (Nennung Verwandte),
zu welcher er bereits vor seiner Ausreise keinen Kontakt gehabt habe,
ebenfalls nicht in der Lage sei, ihn zu unterstützen. Ebenfalls kein Kontakt
bestehe zu seiner ausserhalb von E._ lebenden (Nennung Ver-
wandte). Da deren Ehemann gestorben sei, vermöge sie wohl kaum für
sich selber und die Kinder zu sorgen, geschweige denn, ihn noch zu unter-
stützen. Zu den wirtschaftlichen Reintegrationsmöglichkeiten sei festzuhal-
ten, dass er unbestrittenermassen während (Nennung Dauer) die Schule
besucht und im Geschäft seines Vaters mitgeholfen habe. Diese Tätigkeit
sei jedoch lediglich mit einem geringen Lohn abgegolten worden. Das SEM
lasse diesbezüglich unerwähnt, dass seine Familie ihre finanziellen Mittel
für seine Flucht habe ausgeben müssen. Zudem sei gerade niemand mehr
in der (Nennung Berufsbranche) tätig und bei den von der Vorinstanz er-
wähnten Geschäftskontakten handle es sich um blosse Mutmassungen.
Ohne Ausbildung und Kontakte in E._, wo er nur (Nennung Dauer)
gelebt habe, sei es ihm nicht möglich, eine Stelle zu finden. Zudem wäre
er der ständigen Gefahr einer Rekrutierung durch die Taliban ausgesetzt.
Das Grundstück in seinem Dorf sei wertlos und könne nicht zur Sicherung
seines Lebensbedarfs dienen. Ausserdem handle es sich bei seinem Vater
im afghanischen Kontext bereits um einen alten Mann, der in wirtschaftli-
cher Hinsicht nicht für Reintegrationsmöglichkeiten sorgen könne. Zudem
sei zu bedenken, dass er spätestens nach dem Tod seines Vaters in der
Pflicht stünde, für die Kernfamilie aufzukommen. Schliesslich seien auch
die Auswirkungen der Pandemie auf die Lebensbedingungen in Afghanis-
tan im Allgemeinen und in E._ im Speziellen zu berücksichtigen.
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4.4 In seiner Vernehmlassung hielt das SEM fest, die neu geltend gemach-
ten Vorbringen des Beschwerdeführers zur wirtschaftlichen Situation sei-
ner Familie vor der Pandemie seien als nachgeschoben sowie als wenig
substanziiert zu erachten und stünden im Widerspruch zu seinen eigenen
Aussagen im Rahmen des Asylverfahrens, weshalb sie nicht glaubhaft
seien. Es sei grundsätzlich plausibel, dass die Pandemie auch in Afghanis-
tan zu gewissen Einschränkungen im Alltags- und Wirtschaftsleben geführt
habe. Die angeblich daraus resultierende Verschlechterung der wirtschaft-
lichen Verhältnisse der Familie sei jedoch als wenig begründet zu beurtei-
len. Zudem sei nicht nachvollziehbar, wie seine Familie für die Miete einer
günstigeren Wohnung im für afghanische Verhältnisse teuren E._
aufkommen könne, zumal sie sämtliche Ersparnisse für seine Flucht auf-
gebraucht haben und eine künftige Einkommensquelle nicht gesichert sein
soll. Es ist deshalb davon auszugehen, dass seine Familie nach wie vor
gewisse Einkünfte erziele und/oder Ersparnisse habe, welche er verheim-
liche. Überdies erscheine im afghanischen Kontext – ohne staatliche sozi-
ale Sicherungsnetze – nicht plausibel, dass sein Vater sein Geschäft ein-
fach so aufgeben würde. Schliesslich sei auf die angefochtene Verfügung
zu verweisen, worin die Asylgründe des Beschwerdeführers in einlässlicher
Weise als unglaubhaft qualifiziert worden seien. Vor diesem Hintergrund
seien die neuen Vorbringen zur wirtschaftlichen Situation seiner Familie im
Zuge der Pandemie als wenig glaubhaft zu erachten.
4.5 In seiner Replik bestritt der Beschwerdeführer die Ausführungen der
Vorinstanz. Er habe die vom SEM in Frage gestellten Vorbringen bezüglich
der infolge der Pandemie erschwerten wirtschaftlichen Situation seiner Fa-
milie nicht eher äussern können, zumal die Anhörung zu einem Zeitpunkt
stattgefunden habe, in welchem sich die Pandemie noch nicht verbreitet
gehabt habe. Zwar erachte es das SEM als plausibel, dass die Pandemie
auch in Afghanistan zu Einschränkungen im Alltags- und Wirtschaftsleben
geführt habe, ohne jedoch Abklärungen zu deren Auswirkungen auf seine
persönliche Situation zu tätigen. Weshalb lediglich seine Familie von der
Pandemie und deren Folgen hätte verschont bleiben sollen, vermöge die
Vorinstanz nicht substanziiert zu begründen. Es sei nachvollziehbar, dass
in E._, wo die Ansteckungszahlen und die Preise für Nahrungsmit-
tel massiv gestiegen seien, derzeit niemand daran denke, (Nennung Ware)
zu kaufen. Weiter könne nicht ausser Acht gelassen werden, dass
E._ laut dem (Nennung Amt) zufolge die am schwersten von der
Pandemie betroffene Region des Landes sei. Da er seine Familie derzeit
nicht erreiche, wisse er nicht, wie es ihr gesundheitlich gehe und wo sie
aktuell weile.
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5.
5.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat mit Referenzurteil D-5800/2016
vom 13. Oktober 2017 eine aktuelle Lageeinschätzung zu Afghanistan, ins-
besondere zu Kabul, vorgenommen. Das Gericht stellte eine deutliche Ver-
schlechterung der Sicherheitslage seit dem letzten Länderurteil des Bun-
desverwaltungsgerichts im Jahr 2011 (BVGE 2011/7) über alle Regionen
hinweg fest. Es kam zum Schluss, dass in weiten Teilen von Afghanistan
unverändert eine derart schlechte Sicherheitslage und derart schwierige
humanitäre Bedingungen bestehen würden, dass die Situation als exis-
tenzbedrohend im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AIG zu qualifizieren und somit
der Wegweisungsvollzug nach wie vor als unzumutbar zu beurteilen sei.
Die Sicherheitslage und die allgemeine humanitäre Situation in Kabul seien
aus verschiedenen Gründen differenziert und gesondert zu analysieren. Im
heutigen Zeitpunkt würden sich sowohl die Sicherheitslage, welche als
volatil und von zahlreichen Anschlägen geprägt zu bezeichnen sei, als
auch die humanitäre Situation in Kabul im Vergleich zu der in BVGE 2011/7
beschriebenen Situation klar verschlechtert darstellen. Die Lage in Kabul
sei daher grundsätzlich als existenzbedrohend und demnach unzumutbar
gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG zu beurteilen. Von dieser Regel könne abgewi-
chen werden, falls besonders begünstigende Faktoren vorliegen würden,
aufgrund derer ausnahmsweise von der Zumutbarkeit des Vollzugs ausge-
gangen werden könne (vgl. vorgenanntes Referenzurteil E. 8.2 ff.).
Solche günstigen Voraussetzungen könnten namentlich dann gegeben
sein, wenn es sich bei der rückkehrenden Person um einen jungen, gesun-
den Mann handle. Unabdingbar sei in jedem Fall ein soziales Netz, das
sich im Hinblick auf die Aufnahme und Wiedereingliederung des Rückkeh-
renden als tragfähig erweise. Dieses soziale Netz müsse dem Rückkeh-
renden insbesondere eine angemessene Unterkunft, Grundversorgung so-
wie Hilfe zur sozialen und wirtschaftlichen Reintegration bieten können. Al-
lein aufgrund von losen Kontakten zu Bekannten, Verwandten oder auch
Mitgliedern der Kernfamilie, bei welchen insbesondere das wirtschaftliche
Fortkommen sowie die Unterbringung ungeklärt seien, sei nicht von einem
tragfähigen sozialen Beziehungsnetz auszugehen. Es liege in der Natur
der Sache, dass bei Personen, bei welchen Kabul lediglich eine Aufent-
haltsalternative darstelle und die somit kaum oder nie in Kabul gelebt ha-
ben, eine Bejahung eines solchen tragfähigen sozialen Netzes noch grös-
serer Zurückhaltung bedürfe. Ebenso sei entscheidrelevant, über welche
Berufserfahrung die rückkehrende Person verfüge beziehungsweise inwie-
fern eine wirtschaftliche Wiedereingliederung mit einer bezahlten Arbeit im
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Zusammenspiel mit dem Beziehungsnetz begünstigt werden könne. Ange-
sichts der festgestellten Verschlechterung der Lage in Kabul verstehe es
sich von selbst, dass das Vorliegen dieser strengen Anforderungen in je-
dem Einzelfall sorgfältig geprüft werde und diese erfüllt sein müssen, um
einen Wegweisungsvollzug nach Kabul als zumutbar zu betrachten
(vgl. vorgenanntes Referenzurteil E. 8.4.1).
5.2 Der Beschwerdeführer stammt aus dem Dorf C._ (Distrikt
D._) in der Provinz E._ (vgl. act. A5, Ziff. 1.07), wo er bis zu
seinem Umzug nach Kabul – zirka im (Nennung Zeitpunkt) – mit seiner
Familie lebte. Die letzten (Nennung Dauer) vor dem Verlassen Afghanis-
tans lebte er sodann zusammen mit seinen Familienangehörigen in der
Stadt E._ und dort im Stadtteil H._ in einem Miethaus (vgl.
act. A5, Ziff. 7.01; A15, F19, F42 ff.). Seinen Angaben zufolge besuchte er
während (...) Jahren die Schule, schloss diese jedoch wegen des Umzugs
in die Stadt E._ nicht ab (vgl. act. A15, F46, F49). Neben der Schule
half er dreimal in der Woche seinem Vater in dessen Geschäft im Stadtteil
F._ in der Stadt E._. Sein Vater arbeitete im eigenen Ge-
schäft und handelte seit (Nennung Dauer) mit (Nennung Ware) (vgl. act.
A5, Ziff. 1.17.05; A15, F20, F51; act. A15, F56). Die Familie konnte aus den
Einkünften dieses Geschäfts in dem Sinne gut leben, dass sie ein normales
Leben führen konnten und von niemandem Unterstützung benötigten (vgl.
act. A5, Ziff. 1.17.05; A15, F55).
Vor diesem Hintergrund ist davon auszugehen, dass der Beschwerdefüh-
rer mit seiner Kernfamilie in der Stadt E._ über ein soziales Bezie-
hungsnetz verfügt, das er als tragfähige Basis wiederaufleben lassen kann,
und damit auch über eine gesicherte Wohnsituation. Daher kann dem Ein-
wand, Kabul stelle lediglich eine Wohnsitzalternative dar, weshalb noch
strengere Voraussetzungen an das Vorliegen eines tragfähigen familiären
Netzes gelten würden, nicht gefolgt werden, zumal gemäss Beschwerde-
führer die gesamte Familie in die Stadt E._ umgezogen ist und nie-
mand von der Familie in ihrem Haus im Dorf C._ mehr lebt (vgl. act.
A15, F41 und F49). Sodann handelt es sich beim Beschwerdeführer um
einen jungen, gesunden Mann, welcher über eine Schulbildung bis zur (...)
Klasse verfügt und während einigen Jahren im Geschäft seines Vaters
mehrmals in der Woche aushalf und dabei einige Berufserfahrungen sam-
meln konnte, auch wenn er über keine eigentliche Berufsausbildung ver-
fügt. Daran ändert nichts, dass diese Tätigkeit seinerzeit nur mit einem ge-
ringen Lohn abgegolten worden ist, zumal er seinem Vater – folgt man den
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Angaben in der Beschwerdeschrift (S. 8 oben) – eine wertvolle Hilfe gewe-
sen sein dürfte. Soweit der Beschwerdeführer einwendet, das SEM habe
mit der falschen Bezeichnung der Geschäftstätigkeit seines Vaters – dieser
verkaufe (Nennung Ware), nicht jedoch (Nennung Gegenstände) – den An-
schein erwecken wollen, dass sein Vater steinreich sei, vermag dieser Ein-
wand nicht zu überzeugen. Wohl hat das SEM in seinem Asylentscheid
angeführt, sein Vater besitze ein (Nennung Geschäft) in E._. Ange-
sichts des Umstandes, dass als (Nennung Gegenstand und dessen Defi-
nition) bezeichnet werden, und die Vorinstanz auch nicht behauptete, der
Vater handle mit (Nennung Gegenstände), ist die vom SEM gewählte Be-
zeichnung (Nennung Geschäft) nicht wirklich unzutreffend. Entscheidend
ist in diesem Zusammenhang jedoch weniger die genaue Bezeichnung der
Ware, mit welcher der Vater des Beschwerdeführers gehandelt hat, son-
dern der Umstand, dass aus den Erwägungen des SEM keineswegs er-
sichtlich ist, dass sie seinen Vater als "steinreich" erachtet hätte. So bezog
es sich darin durchwegs auf die Äusserungen des Beschwerdeführers (Fa-
milie könne vom Geschäft gut leben, welches der Vater seit [Nennung
Dauer] führe; problemlose Zahlung der hohen Reisekosten [vgl. act. A17,
S. 12]) und bejahte in diesem Zusammenhang aufgrund der finanziellen
Begebenheiten des Vaters und dessen Geschäftsbeziehungen die wirt-
schaftlichen Reintegrationsmöglichkeiten des Beschwerdeführers.
Die vom Beschwerdeführer auf Beschwerdeebene neu vorgebrachten Aus-
führungen zur wirtschaftlichen Situation seiner Familie sind als nicht stich-
haltig zu erachten. Einerseits werden diese – wie beispielsweise die ledig-
lich behauptete Geschäftsaufgabe seines Vaters – durch keinerlei Belege
untermauert und erweisen sich andererseits als unstimmig und wider-
sprüchlich. So gab der Beschwerdeführer sowohl in der BzP als auch in
der Anhörung zu verstehen, dass die Reise von seinem gut verdienenden
Vater bezahlt worden sei, ohne dass er dabei auch nur ansatzweise ange-
deutet hätte, es habe sich bei den aufgebrachten Reisekosten um sämtli-
che Ersparnisse der Familie gehandelt (vgl. act. A5, Ziff. 5.02; A15, F104).
Zwar gab er in der Anhörung an, er wisse nicht, woher sein Vater das Geld
gehabt habe; jedoch hätten sie ein normales Leben geführt und Geld ge-
habt, was wiederum den Schluss zulässt, dass nach der Bezahlung der
Reisekosten noch weitere finanzielle Ressourcen vorhanden gewesen sein
müssen (vgl. act. A5, F104). Diese Schlussfolgerung wird auch durch den
in diesem Zusammenhang in der BzP gemachten Verweis des Beschwer-
deführers auf die guten Einkommensverhältnisse seines Vaters gestützt
(vgl. act. A5, Ziff. 5.02). Soweit er auf die Pandemie und deren wirtschaftli-
che Folgen für seine Familie verweist, ist zunächst festzustellen, dass die
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Pandemie erst (Nennung Zeitpunkt) nach der Ausreise des Beschwerde-
führers ihren Anfang nahm und demnach das Geschäft des Vaters der Fa-
milie bis mindestens zu diesem Zeitpunkt ein regelmässiges und gutes Ein-
kommen gesichert haben dürfte, selbst für den Fall, dass seine Familie tat-
sächlich sämtliche Ersparnisse für seine Flucht aufgebraucht hätte. Da es
überdies der Familie möglich sein soll, weiterhin in E._ in einer Miet-
wohnung – wenn auch in einer günstigeren als bis anhin – zu leben, lässt
dies den Schluss zu, dass seine Familie nach wie vor von einem Einkom-
men profitiert. Sodann erscheint die Begründung für die angebliche Ge-
schäftsaufgabe seines Vaters als nicht nachvollziehbar, wäre die Weiter-
führung des Geschäfts doch mit Blick auf die finanzielle Alterssicherung
von existenziellem Interesse. Ausserdem stellt das Vorbringen, sein Vater
müsse das Geschäft aufgeben, weil er dieses ohne seine Hilfe nicht wei-
terführen könne, angesichts der vorgängigen, (...)langen Geschäftstätigkeit
ohne eine Beteiligung des Beschwerdeführers, eine blosse Schutzbehaup-
tung dar. Des Weiteren hat die Vorinstanz zu Recht erkannt, dass es sei-
nem Vater angesichts dessen (...)langer Geschäftstätigkeit und –kontakte
möglich ist, ihm eine bezahlte Erwerbstätigkeit zu vermitteln, selbst wenn
ein Einstieg in das familieneigene Geschäft nicht möglich sein sollte. Das
Gericht erachtet insgesamt das erstmals in der Beschwerdeschrift er-
wähnte Vorbringen, der Vater habe sein Geschäft aufgeben müssen, als
nicht glaubhaft. Diese Schlussfolgerung scheint auch insofern gerechtfer-
tigt, als die Kundschaft des Handels mit (Nennung Ware) aus einer höhe-
ren und daher von der Pandemie weniger gebeutelten Einkommensschicht
stammen dürfte. Im Übrigen verfügt der Beschwerdeführer in E._
über weitere Verwandte, die ihn bei einer Reintegration – gerade auch in
wirtschaftlicher Hinsicht respektive bei der Vermittlung einer Arbeitsstelle –
unterstützen könnten. So lebt angeblich seine (Nennung Verwandte), de-
ren Mann einen Laden besitze, ebenfalls in der Stadt E._ (vgl. act.
A15, F22 ff.). Der Beschwerdeführer wendet diesbezüglich ein, er habe in
der Anhörung fälschlicherweise ausgeführt, dass der Mann seiner (Nen-
nung Verwandte) einen (Nennung Geschäft) besitze. Dieser arbeite bloss
in einem solchen Geschäft. Dieses Vorbringen stellt angesichts der unter-
schriftlich bestätigten Korrektheit und Vollständigkeit seiner Ausführungen
eine blosse Schutzbehauptung dar (vgl. act. A15, S. 14). Es ist daher denk-
bar, dass dem Beschwerdeführer nicht nur mit Hilfe seines Vaters, sondern
auch über seinen (Nennung Verwandter) eine Arbeitsstelle vermittelt wer-
den könnte. Vorliegend bestehen demnach über das in E._ ansäs-
sige familiäre Beziehungsnetz die Voraussetzungen zur Annahme einer
wirtschaftlichen Wiedereingliederung respektive von Möglichkeiten, sich
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mit der (finanziellen) Unterstützung der Familie eine wirtschaftliche Exis-
tenz aufzubauen. Unter diesen Umständen braucht auf das Vorbringen, die
ebenfalls in E._ wohnhafte (Nennung Verwandte) – zu welcher er
keinen Kontakt habe – vermöge nicht für ihn aufzukommen, nicht weiter
eingegangen zu werden. An dieser Einschätzung vermag der in der Replik
vorgebrachte Umstand, dass er seine Familie derzeit nicht erreiche und
nicht wisse, wie es dieser gesundheitlich gehe und wo sie aktuell weile,
nichts zu ändern, zumal er seit seiner Einreise in die Schweiz bis anhin
auch nur sehr selten mit seinem Vater in Kontakt gestanden sei (vgl. act.
A15, F28).
Insgesamt kann beim Beschwerdeführer im Falle einer Rückkehr nach
E._ von besonders begünstigenden Voraussetzungen im Sinne der
Rechtsprechung ausgegangen werden.
Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als
zumutbar.
5.3 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-
gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-
sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE
2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu
bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG).
5.4 Die aktuellen Massnahmen im Zusammenhang mit der weltweiten Aus-
breitung der Coronavirus-Krankheit (Covid-19) sind aufgrund ihrer vorüber-
gehenden Natur nicht geeignet, die obigen Schlussfolgerungen in Frage zu
stellen. Würden diese im vorliegenden Fall den Vollzug der Wegweisung
vorübergehend verzögern, so würde dieser zwangsläufig zu einem späte-
ren, angemessenen Zeitpunkt erfolgen (vgl. Urteile der BVGer
D-1557/2020 und D-1554/2020 vom 23. April 2020 E. 7.4, E-895/2020 vom
15. April 2020 E. 9.6).
5.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu
Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der
vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AIG).
6.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-
wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich
überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen.
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7.
7.1 Mit Zwischenverfügung vom 5. Juni 2020 wurde das Gesuch um Ge-
währung der unentgeltlichen Prozessführung gutgeheissen. Da von der
weiterhin bestehenden Bedürftigkeit des Beschwerdeführers auszugehen
ist, ist auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten.
7.2 Mit derselben Verfügung wurde ausserdem das Gesuch um amtliche
Verbeiständung gutgeheissen und dem Beschwerdeführer sein Rechtsver-
treter als amtlicher Rechtsbeistand eingesetzt. Demnach ist diesem ein
amtliches Honorar für seine notwendigen Aufwendungen im Beschwerde-
verfahren auszurichten. Mit Eingabe vom 10. Juni 2020 wurde eine Kos-
tennote und mit Eingabe vom 12. August 2020 deren Ergänzung ins Recht
gelegt, wonach sich die Bemühungen des Rechtsvertreters auf insgesamt
13 Stunden bei einem Stundenansatz von Fr. 150.– belaufen. Der gesamte
Aufwand sowie der angeführte Stundenansatz sind als angemessen zu er-
achten. Das amtliche Honorar für den Rechtsvertreter ist somit auf insge-
samt Fr. 1990.– festzusetzen.
(Dispositiv nächste Seite)
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