Decision ID: e8f5923d-8bcf-5a34-9e59-7ef0075c12ec
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X, geb. am 20. April 1961, und Y, geb. am 22. Februar 1971, sind verheiratet und
wohnen in A. In der Steuererklärung 2017 deklarierten sie ein steuerbares Einkommen
von Fr. 220'200.– und ein steuerbares Vermögen von Fr. 4'150'000.–. Am 26.
November 2019 wurden sie für die Kantons- und Gemeindesteuern 2017 mit einem
steuerbaren Einkommen von Fr. 227'500.– (satzbestimmend: Fr. 229'700.–) und einem
steuerbaren Vermögen von Fr. 4'170'000.– (Anteil Kanton St. Gallen Fr. 4'136'000.–)
sowie für die direkte Bundessteuer 2017 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr.
240'500.– veranlagt. Die dagegen von den Steuerpflichtigen erhobenen Einsprachen
wurden mit Einspracheentscheiden vom 23. April 2020 abgewiesen.
B.- Gegen die Einspracheentscheide über die Kantons- und Gemeindesteuern 2017
und die direkte Bundessteuer 2017 vom 23. April 2020 erhoben X und Y am 2. Juni
2020 Rekurs und Beschwerde bei der Verwaltungsrekurskommission des Kantons St.
Gallen (VRK). Sie beantragten, die im Zusammenhang mit einem Rechtsstreit wegen
eines Strassenprojekts entstandenen Gerichtskosten im Betrag von Fr. 9'500.– seien
als abzugsfähiger Liegenschaftsunterhalt in den Steuerveranlagungen 2017
anzuerkennen und zu berücksichtigen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Das
Kantonale Steueramt beantragte mit Vernehmlassung vom 20. Juli 2020 die Abweisung
von Rekurs und Beschwerde. Am 4. August 2020 gab das Gericht den
Steuerpflichtigen Gelegenheit zur Einreichung weiterer Unterlagen zu den Verfahren,
deren Gerichtskosten sie als Liegenschaftsunterhalt geltend machten, und wies sie auf
die Rechtsprechung der VRK und des Verwaltungsgerichts zur Abzugsfähigkeit von
Prozesskosten hin. Am 31. August 2020 reichten die Eheleute eine weitere schriftliche
Eingabe mit Beilagen ein.
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten wird, soweit erforderlich, in den
Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
I. Prozessuales
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St.Galler Gerichte
1.- Angefochten sind die Einspracheentscheide hinsichtlich der Kantons- und
Gemeindesteuern 2017 und der direkten Bundessteuer 2017. Hierbei handelt es sich
um verschiedene Steuern, welche verschiedenen Gemeinwesen zufliessen und welche
Gegenstand getrennter Veranlagungen und Verfahren sind. Dies bedeutet, dass zwei
Entscheide zu fällen sind, die in einem einzigen Dokument enthalten sein können – der
eine für die Kantons- und Gemeindesteuern und der andere für die direkte
Bundessteuer – mit getrennten Begründungen, wobei Verweisungen zulässig sind, und
eigenen Rechtssprüchen (Dispositiven) oder zumindest einem Rechtsspruch, der die
beiden Steuern ausdrücklich auseinanderhält (BGE 130 II 509 E. 8.3 = Pra 94 [2005]
Nr. 114). Dementsprechend werden der Rekurs und die Beschwerde in einem einzigen
Dokument behandelt und die Steuern im gemeinsamen Rechtsspruch
auseinandergehalten. Spätere höchstrichterliche Differenzierungen bezüglich Form und
Inhalt von Entscheiden (BGE 135 II 260 E. 1.3.1 und 142 II 293 E. 1.2) haben an der
Zulässigkeit dieser Vorgehensweise nichts geändert.
2.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die VRK ist zum
Sach-entscheid zuständig. Die Befugnis zur Rechtsmittelerhebung ist gegeben. Rekurs
und Beschwerde vom 2. Juni 2020 sind rechtzeitig eingereicht worden. Sie erfüllen die
gesetzlichen Anforderungen (Art. 194 Abs. 1 des St. Galler Steuergesetzes, sGS 811.1,
abgekürzt: StG; Art. 140 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer,
SR 642.11, abgekürzt: DBG; Art. 7 der Verordnung zum Bundesgesetz über die direkte
Bundessteuer, sGS 815.1; Art. 41 lit. h Ziff. 1 und Art. 48 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs und die
Beschwerde ist einzutreten.
II. Kantons- und Gemeindesteuern
3.- Im Rekurs ist umstritten, ob die Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 9'500.–, die den
Rekurrenten für einen Rechtsstreit im Zusammenhang mit einem in der Nähe von zwei
ihrer Liegenschaften geplanten Strassenprojekt entstanden sind, als
Liegenschaftsunterhaltskosten zum Abzug zuzulassen sind.
a) Die Vorinstanz erwog, dass die Rekurrenten gegen das Strassenprojekt "Z" und den
Teilstrassenplan "W" (mit dem Bau einer Mittelinsel) des Gemeinderats B Einsprache
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erhoben hätten. Nach erfolgloser Einspracheverhandlung habe der Gemeinderat B eine
Projektänderung (ohne Bau einer Mittelinsel) genehmigt. Dagegen hätten die
Rekurrenten erneut Einsprache erhoben und beantragt, dass das ursprüngliche Projekt
realisiert werde. Die Einsprache sei am 18. März 2014 abgewiesen worden. Ein
dagegen erhobener Rekurs sei am 2. Juli 2015 vom Baudepartement des Kantons St.
Gallen abgewiesen worden. Die anschliessende Beschwerde beim Verwaltungsgericht
sei nur hinsichtlich der Formulierung des Dispositivs gutgeheissen, in der Hauptsache
aber abgewiesen worden. Die Rekurrenten hätten behauptet, nach der Sanierung der
C-Strasse sei mit deutlich mehr Verkehr zu rechnen, wohingegen das
Verwaltungsgericht erklärt habe, dass eine Mittelinsel zum einen nicht der besseren
Bewältigung eines künftigen Mehrverkehrs diene, da sie den Verkehrsfluss nicht zu
verbessern möge. Zum anderen dürfte ein künftig erhöhtes Verkehrsaufkommen
tendenziell eher tiefere Geschwindigkeiten im betreffenden Strassenbereich bewirken.
Demnach, so folgerte die Vorinstanz, könne die aktuelle und künftige
Verkehrsbelastung nicht als Grund für eine Wertminderung der rekurrentischen
Grundstücke aufgrund der Sanierung ohne Mittelinsel angesehen werden. Sie habe die
Rekurrenten deshalb um die Einreichung von Beweismitteln über die Art und die Höhe
der Wertminderung des Grundstücks gebeten. Entsprechende Unterlagen seien nicht
eingegangen, insbesondere hätten die Rekurrenten nicht erläutert, inwiefern die Werte
der Liegenschaften durch eine Strassensanierung abnehmen würden.
Dementsprechend könnten die Gerichtskosten nicht als Unterhaltskosten zum Abzug
zugelassen werden.
Die Rekurrenten halten dagegen, dass die Gemeinde B erst aufgrund der Einsprache
der Rekurrenten im Jahr 2011 überhaupt zusätzliche
Verkehrsberuhigungsmassnahmen entlang der rekurrentischen Liegenschaften
ausgearbeitet hätten. Das Verwaltungsgericht habe ihre Beschwerde teilweise
gutgeheissen. Das Ziel der Rechtsmittelverfahren sei die Erhaltung des bisherigen
Rechtszustands der Liegenschaften gewesen. Dementsprechend seien die von ihnen
bezahlten Gerichtskosten zum Abzug zuzulassen. Der geplante Ausbau der C-Strasse
mit Verbreiterung sei durchgängig für grössere Lastwagen befahrbar. Dies werde
übermässige Immissionen und eine erhebliche Verminderung der Grundstückwerte
bedeuten. Die Rekurrenten müssten zudem Land abgeben, die bestehenden Gebäude
stünden näher an der Strasse, künftige Bauvorhaben müssten weiter zurückversetzt
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werden und Parkier- und Liefermöglichkeiten würden erschwert. Auf der breiten
Strasse werde mehr Verkehr unterwegs sein und es werde mehr gerast werden. Mit
diesen Vorbringen habe sich die Vorinstanz nicht auseinandergesetzt. Die Rekurrenten
hätten Augenschein und Gutachten angeboten, die Beweise seien jedoch von der
Vorinstanz nicht abgenommen worden. Gerichtskosten müssten im Übrigen
unabhängig vom Ausgang des Prozesses zum Abzug zugelassen werden. Mit der
weiteren Eingabe vom 31. August 2020 betonten sie nochmals, ihre Einsprachen seien
keinesfalls aussichtslos gewesen und hätten der Werterhaltung der Grundstücke
gedient. Gleichzeitig reichten sie weitere Unterlagen, insbesondere auch das
Verwaltungsgerichtsurteil B 2015/163 vom 20. Januar 2017 ein.
b) Nach Art. 44 Abs. 2 Satz 1 StG können bei Grundstücken des Privatvermögens die
Unterhaltskosten, die Kosten der Instandstellung von neu erworbenen Grundstücken,
die Versicherungsprämien und die Kosten der Verwaltung durch Dritte abgezogen
werden. In der kantonalen Praxis gelten die Kosten eines Rechtsstreits als abzugsfähig,
wenn sie zur
Werterhaltung des Grundstücks aufgewendet werden (Zigerlig/Oertli/Hofmann, Das
st. gallische Steuerrecht, 7. Aufl. 2014, II. Teil N 497; vgl. Entscheid der VRK [VRKE] I/
1-2013/46,47 vom 26. November 2013 und VRKE I/1-2019/231, 232 vom 23. März
2020, im Internet abrufbar unter: www.sg.ch/recht/gerichte und dort unter
Rechtsprechung). Es handelt sich dabei um Aufwendungen mit
Gewinnungskostencharakter, die in wirtschaftlicher und zeitlicher Hinsicht in direktem
und unmittelbarem Zusammenhang mit der Einkommenserzielung stehen. Haben die
Aufwendungen hingegen wertvermehrenden Charakter, sind sie nicht bei der
Einkommenssteuer, sondern allenfalls bei der Grundstückgewinnsteuer abzugsfähig
(Urteil des Bundesgerichts [BGer] 2C_251/2016 vom 30. Dezember 2016 E. 3,
Entscheid des Verwaltungsgerichts [VerwGE] B 2018/162, 163 vom 6. November 2018
E. 3.1, im Internet abrufbar unter: www.sg.ch/recht/gerichte und dort unter
Rechtsprechung sowie SGE 2018 Nr. 21). Inhaltlich stimmt Art. 44 Abs. 2 Satz 1 StG
weitgehend mit Art. 32 Abs. 2 Satz 1 DBG überein. Es kann also auch die Literatur zum
DBG beigezogen werden. Demnach sind Prozess- und Anwaltskosten – beispielsweise
um eine wertmindernde Umzonung zu verhindern oder für Baueinsprachen – als
Unterhaltskosten abzugsfähig, sofern sie der Erhaltung des bisherigen Rechtszustands
dienen. Vorauszusetzen ist, dass das entsprechende Verfahren nicht offensichtlich
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aussichtslos erscheint (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 3.
Aufl. 2016, Art. 32 N 108).
Für das Steuerrecht gilt der gefestigte Grundsatz, dass die Steuerbehörde die
Beweislast für die steuerbegründenden Tatsachen trägt, während den Steuerpflichtigen
die Beweislast für Tatsachen trifft, die die Steuerschuld aufheben oder mindern (vgl.
SGE 2010 Nr. 23 und 32).
c) In VerwGE B 2015/163 vom 20. Januar 2017 (act. 9/3) bestätigte das
Verwaltungsgericht den Entscheid des Baudepartements, wonach die Realisierung des
von den Rekurrenten angefochtenen Strassenprojekts mit Blick auf den Zustand der
ca. 450 m langen Strecke unter dem Aspekt der allgemeinen Verkehrssicherheit
unbestrittenermassen erforderlich sei. Es wurde festgehalten, dass sich die Parzellen
der Rekurrenten auf beiden Seiten der C-Strasse befinden. Die darauf liegenden
Handels- und Produktionsstätten der D AG und der E AG seien wirtschaftlich eng
miteinander verbunden, weshalb Mitarbeiter der beiden Betriebe gemäss Auskünften
der Rekurrenten die C-Strasse mehrmals täglich (mit und ohne Handwagen)
überqueren würden. Vorgesehen sei eine Fahrbahnbreite von 5,8 m (2 x 2,9 m) mit
einem Trottoir von 2,2 m. Diese erlaube keine übermässigen Geschwindigkeiten. Die
Sicherheit für Fussgänger werde gestützt auf die Feststellungen der Kantonspolizei,
Verkehrstechnik, hauptsächlich durch das neue Trottoir erzielt. Trotz des Verzichts auf
die Mittelinsel seien Notwendigkeit und Zweckmässigkeit des Vorhabens gegeben. Die
Auswirkungen des Strassenverkehrs (unter anderem der LKW-Verkehr) seien, soweit
sie in einem verhältnismässigen Rahmen bleiben würden, von den Anstössern einer
öffentlichen Strasse zu dulden. Sodann bestünden gute Sichtverhältnisse. Der Einbau
einer Mittelinsel hätte nur eine partielle Wirkung im Nahbereich der Insel, da die
Fahrzeuglenker danach wieder beschleunigen würden. Sodann habe die Gemeinde
den Rekurrenten diverse andere verkehrsberuhigende Massnahmen in unmittelbarer
Nähe ihrer Liegenschaften vorgeschlagen, diese hätten die Vorschläge allerdings
ausgeschlagen. Die C-Strasse erfülle die gesetzlichen und technischen Anforderungen
auch ohne eine Mittelinsel. Gemäss Ausführungen des Verwaltungsgerichts hätten die
Rekurrenten weder dauernd noch vorübergehend mehr Boden abzutreten, als dies
beim Projekt mit Mittelinsel der Fall wäre, und es seien auch keine anderen privaten
Rechte tangiert. Es liege somit kein unverhältnismässiger Eingriff in das Eigentum vor.
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Aufgrund umfangreicher Vorakten verzichtete das Verwaltungsgericht darauf, auch im
Beschwerdeverfahren einen Augenschein durchzuführen. Sodann bilde die von den
Rekurrenten ins Feld geführte aktuelle und künftige Verkehrsbelastung für die
Beantwortung der Frage, ob eine Mittelinsel anzubringen sei oder nicht, kein taugliches
Kriterium. So diene eine Mittelinsel insofern nicht der besseren Bewältigung eines
künftigen Mehrverkehrs, als sie den Verkehrsfluss als solchen nicht zu verbessern
vermöge. Zum anderen dürfte ein künftig erhöhtes Verkehrsaufkommen tendenzweise
eher tiefere Geschwindigkeiten im betreffenden Strassenbereich bewirken.
Dementsprechend habe der Entscheid des Baudepartements den Bedürfnissen des
Werkbetriebs der Rekurrenten und ihrem Anliegen bezogen auf verkehrsberuhigende
Massnahmen, welche unmittelbar im Bereich ihrer Liegenschaft ihre Wirkung entfalten
würden, angemessen Rechnung getragen. Das Verwaltungsgericht bestätigte das
angepasste Projekt ohne Mittelinsel als rechtmässig.
Das Verfahren vor Verwaltungsgericht betraf nur die Projektänderung über die
Strassensanierung hinsichtlich der Erstellung einer Mittelinsel. Es ist nicht
nachvollziehbar, inwieweit die Nichterstellung einer Mittelinsel – die im Übrigen vorher
ebenfalls nicht bestanden hatte – eine Wertverminderung der rekurrentischen
Grundstücke bewirken könnte. Dass eine Sanierung der Strasse und eine Anpassung
der Brücke vorgenommen würden, die eventuell zu einer höheren Verkehrsbelastung
durch Schwerverkehr führen könnten, war klar und wurde im entsprechenden
Verfahren nicht angefochten. Der angestrengte Prozess gegen die Projektänderung war
also selbst bei positivem Ausgang nicht geeignet, ein allfällig künftig höheres
Verkehrsaufkommen zu vermeiden. Gemäss Verwaltungsgerichtsurteil ist aufgrund der
schmalen Fahrbahn und der Absetzung des Trottoirs zudem auch nicht damit zu
rechnen, dass es ohne Verkehrsinsel zu höheren Geschwindigkeiten als mit
Verkehrsinsel kommen könnte. Eine Verkehrsinsel bewirke ohnehin nur eine sehr
partielle Verkehrsberuhigung. Der Werkverkehr zwischen den beiden rekurrentischen
Liegenschaften sei weiterhin gefahrlos möglich und das Baudepartement habe sich an
die massgeblichen Bestimmungen für Erschliessungsstrassen in Industrie- und
Gewerbegebieten gehalten. Weitere verkehrsberuhigende Massnahmen seien im
Projekt berücksichtigt worden. Es handle sich um eine öffentliche Strasse und der
Durchgangsverkehr sei von den Anstössern zu dulden.
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Gestützt auf die Ausführungen des Verwaltungsgerichts ist nicht ersichtlich, dass die
von den Rekurrenten mit den entsprechenden Verfahren anbegehrte Erstellung einer
Mittelinsel einen wesentlichen Einfluss auf das Verkehrsaufkommen sowie auf die
Geschwindigkeit des Verkehrs vor den rekurrentischen Liegenschaften hätte. Es ist
folglich nicht nachvollziehbar, wie die Anpassung des Strassenprojekts (ohne
Mittelinsel) zu einer Verkehrswertverminderung der rekurrentischen Liegenschaften
führen sollte. Selbst wenn mit einer gewissen Erhöhung des Verkehrsaufkommens zu
rechnen wäre, wäre fraglich, ob die in der Industriezone gelegenen Grundstücke – die
dadurch auch besser erschlossen werden – dadurch tatsächlich eine Wertminderung
erfahren könnten. Weshalb dies so sein sollte, wurde denn auch von den Rekurrenten,
die für steuermindernde Tatsachen beweispflichtig sind, nicht näher dargelegt. Die
Unterlagen über das Verfahren in der Gemeinde sowie vor dem Baudepartement
wurden überdies bis zum heutigen Zeitpunkt vor Gericht nicht eingereicht. Soweit
ersichtlich, war dort der Streitgegenstand aber derselbe, weshalb nicht davon
auszugehen ist, dass der erforderliche Konnex aus jenen Unterlagen hervorgehen
würde. Somit lässt sich kein Zusammenhang zwischen den geltend gemachten
Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 9'500.– und dem Zweck der Werterhaltung der
rekurrentischen Grundstücke erkennen. Die (Amts- und) Gerichtskosten sind somit
nicht als Unterhaltskosten abzugsfähig. Eine Prüfung, ob die entsprechenden Verfahren
offensichtlich aussichtslos waren, erübrigt sich damit. Der Rekurs erweist sich als
unbegründet und ist abzuweisen.
Das Verwaltungsgericht fällte sein Urteil aufgrund umfangreicher Vorakten. Der
Sachverhalt wurde unter anderem gestützt auf ein Augenscheinprotokoll des
Baudepartements sowie einen technischen Bericht erstellt. Darauf kann abgestellt
werden. Für weitere Abklärungen oder Wiederholungen entsprechender
Verfahrensschritte im Rahmen des vorliegenden Steuerverfahrens besteht keine
Veranlassung. Das Bundesgericht bestätigte das Verwaltungsgerichtsurteil und wies
die dagegen erhobene Beschwerde ab, soweit es darauf eintrat. Auch daraus lässt sich
nichts zu Gunsten der Rekurrenten ableiten.
III. Direkte Bundessteuer
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4.- Art. 32 Abs. 2 DBG entspricht im Wesentlichen Art. 44 Abs. 2 Satz 1 StG. Daraus
folgt, dass die Erwägungen zu den Kantons- und Gemeindesteuern für die direkte
Bundessteuer analog massgebend sind. Für die direkte Bundessteuer ergibt sich
dasselbe Ergebnis wie bei den Kantons- und Gemeindesteuern. Demnach erweist sich
die Beschwerde ebenfalls als unbegründet; sie ist abzuweisen.
IV. Kosten
5.- a) Bei diesem Verfahrensausgang sind die Kosten des Rekurs- und des
Beschwerdeverfahrens den Rekurrenten und Beschwerdeführern aufzuerlegen (Art. 95
Abs. 1 VRP, Art. 144 Abs. 1 DBG). Eine Entscheidgebühr von je Fr. 600.–, insgesamt Fr.
1'200.–, erscheint angemessen (Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS
941.12 und Art. 144 Abs. 5 DBG). Die Kostenvorschüsse von Fr. 1'200.– sind damit zu
verrechnen.
b) Die Entschädigung ausseramtlicher Kosten der Rekurrenten und Beschwerdeführer
fällt bereits aufgrund ihres Unterliegens ausser Betracht (Art. 98 VRP, Art. 144 Abs. 4
DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren [SR
172.021, abgekürzt: VwVG]).