Decision ID: c91d1503-aea1-40a0-b7e4-b121b7296bc5
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich im September 2008 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung (IV) an und beantragte die Kostenübernahme für eine
Umschulung zur B._ (IV-act. 1). Zu jenem Zeitpunkt war sie als Z._ bei C._ in
einem Vollzeitpensum tätig, wobei sie seit Dezember 2006 aus gesundheitlichen
Gründen nicht mehr als Zz._ eingesetzt werden konnte (vgl. IV-act. 9).
A.a.
Am 4. Oktober 2008 erstattete Dr. med. D._, Facharzt für Allgemeine Innere
Medizin und Hausarzt der Versicherten, zuhanden der IV-Stelle einen Arztbericht. Er
diagnostizierte mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine chronische Psychose mit
einem Status nach mehreren schweren bis mittelgradigen depressiven Episoden
(Persönlichkeitsstörung und Status nach mehreren Suizidversuchen) sowie ein
chronifiziertes Nacken-, Schulter- und Armsyndrom links. Am 8. Januar 2009 fand eine
orthopädische Standortbestimmung durch den Regionalen Ärztlichen Dienst der IV-
Stelle (nachfolgend: RAD) statt (IV-act. 20). Gestützt auf die Empfehlung des RAD-
Arztes hiess die IV-Stelle die Umschulung zur B._ gut (IV-act. 28). Nachdem sich die
Versicherte aufgrund der durch den Arbeitgeber in Aussicht gestellten Kündigung in der
Tagesklinik E._ behandeln liess, musste die Umschulung per 3. März 2009
abgebrochen werden (vgl. IV-act. 29 und act. 30 [Mitteilung vom 6. März 2009]).
A.b.
Med. pract. F._ und Dr. med. G._, Fachärztinnen für Psychiatrie und
Psychotherapie (F._ seit 2014), diagnostizierten gemäss Arztbericht vom 6. Juli 2009
eine mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11), eine
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) sowie eine Zyklothymia
(ICD-10 F34.0) mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Bis auf Weiteres sei die
Versicherte in angestammter und adaptierter Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig (IV-
A.c.
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act. 36). Im Verlaufsbericht vom 16. November 2009 hielten die Ärztinnen als geänderte
Diagnose eine chronische posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) fest (IV-
act. 48). Am 27. Januar 2010 erteilte die IV-Stelle Kostengutsprache für eine berufliche
Abklärung im Rahmen eines Berufsförderungskurses BFK ab 15. Februar bis 2. Juli
2010 (IV-act. 58). Am 23. Juli 2010 erteilte die IV-Stelle wiederum Kostengutsprache für
die Umschulung zur H._ (IV-act. 80).
Nach einem Suizidversuch am 20. Dezember 2010 wurde die Versicherte zunächst
im Kantonsspital St. Gallen behandelt (IV-act. 126) und liess sich anschliessend vom
21. Dezember 2010 bis 23. Februar 2011 in der Psychiatrischen Klinik I._, Abteilung
für Akutpsychiatrie, behandeln. Dabei wurden eine rezidivierende depressive Störung,
gegenwärtig schwere Episode (ICD-10 F33.2), teilremittiert, eine emotionale instabile
Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typus (ICD-10 F60.31) sowie ein Depersonali
sations-/Derealisationssyndrom (ICD-10 F48.1) diagnostiziert. Mit Vorbescheid vom
11. Mai 2011 stellte die IV-Stelle die Aufhebung der Kostengutsprache vom 23. Juli
2010 per 20. Dezember 2010 in Aussicht (IV-act. 102). Mit Verfügung vom 29. Juni
2011 hob die IV-Stelle wie angekündigt die Mitteilung mit der Begründung auf, die
Umschulung habe aus gesundheitlichen Gründen abgebrochen werden müssen (IV-
act. 103).
A.d.
Vom 5. September 2011 bis 30. März 2012 liess sich die Versicherte in der
Psychiatrischen Tagesklinik J._ behandeln. Dabei wurden eine rezidivierende
depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, mit somatischem Syndrom
(ICD-10 F33.11), eine kombinierte Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F61.0) sowie eine
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) diagnostiziert. Aufgrund ihrer
Schwangerschaft sei die Medikamentendosierung reduziert und die IV-Stelle darüber in
Kenntnis gesetzt worden (IV-act. 150).
A.e.
Eine in der Zeit vom 10. April bis 4. Mai 2012 durchgeführte BEFAS ergab, dass die
Versicherte ausbildungsfähig sei (vgl. Schlussbericht vom 29. Mai 2012 samt Beilagen,
IV-act. 159). Sie habe in den verschiedenen Arbeitsbereichen der BEFAS gezeigt, dass
sie einerseits vielseitig interessiert sei und andererseits Neues lernen könne. Das
Tempo sei jedoch verlangsamt. Aufgrund der Schwangerschaft mit Geburt im _ 2012
sei aktuell von einer Ausbildung als auch von einer Arbeitsvermittlung abzusehen. Die
A.f.
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Versicherte werde den Geburtstermin abwarten und danach für unbestimmte Zeit für
ihr Kind da sein und als Mutter voraussichtlich nur teilzeitlich arbeiten. Ob sie danach,
z.B. im Frühling 2013, für eine Ausbildung bereit sei, müsse nochmals evaluiert werden.
Gemäss Dr. med. K._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, der die
Versicherte zuhanden der BEFAS untersucht hatte, sei als zusätzlicher psychosozialer
Faktor die Schwangerschaft bzw. Mutterschaft zu nennen, die mit einer gewissen
Wahrscheinlichkeit zu einer Überforderung führen könne (IV-act. 159-13 f.). In der Folge
wurden die beruflichen Massnahmen von der IV-Stelle abgeschlossen, da diese zur
Zeit wegen der Schwangerschaft nicht möglich seien (IV-act. 167).
Am _ 2012 gebar die Versicherte einen Sohn (vgl. IV-act. 173-2). Am
21. November 2012 sandte die IV-Stelle der Versicherten einen Fragebogen zur
Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit / Haushalt, den die Versicherte am
18. Dezember 2012 ausfüllte. Sie gab an, ohne gesundheitliche Einschränkungen wäre
sie heute aus finanziellen Gründen in einem Pensum von 100 % als Z._ erwerbstätig.
Die Betreuung des Kindes würde durch ihre Mutter oder einen Kinderhort gewährleistet
werden (IV-act. 170). Am 25. Juni 2013 fand sodann eine Haushaltsabklärung bei der
Versicherten statt. Anlässlich dieser Abklärung gab die Versicherte an, aus Rücksicht
auf ihren Sohn würde sie mit einem Pensum von 50 % arbeiten, mit sukzessiver
Steigerung ab Kindergartenalter. Die Angaben im Fragebogen zur Rentenabklärung
seien eher mittelfristig gedacht gewesen. Die finanzielle Situation sei jedoch sehr
angespannt. Ihr Lebenspartner müsse seine ca. Fr. 3'700.00 monatlich vollständig
einbringen. Nur Hausfrau und Mutter zu sein, könne sie auf die Länge nicht ausfüllen.
Sie vermisse bereits jetzt die zwischenmenschlichen Kontakte. Aus diesem Grund
möchte sie umgehend nochmals zusammen mit der IV-Berufsberatung die berufliche
Neuorientierung angehen (IV-act. 178).
A.g.
In der Folge gewährte die IV-Stelle eine Berufsberatung und eine Abklärung der
beruflichen Eingliederungsmöglichkeiten durch eine interne Berufsberatung (IV-
act. 180). Im Verlaufsbericht vom 23. Oktober 2013 führte med. pract. F._ aus, die
Versicherte befinde sich seit dem letzten IV-Bericht in kontinuierlicher, integrativer
Behandlung im Psychiatrischen Zentrum L._. Nach der Geburt hätte sich eine
postpartale depressive Symptomatik gezeigt, welche mittels Psychotherapie und
antidepressiver Behandlung hätte stabilisiert werden können. Zur Zeit sei sie Hausfrau
A.h.
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B.
und besorge für ihre Familie den Haushalt und betreue das einjährige Kind. Mehrmals
sei es aufgrund der körperlichen Anstrengung zur Überforderung im Alltag gekommen.
Aktuell sei von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit auszugehen
(IV-act. 187).
Mit Mitteilung vom 21. November 2013 wurde das Leistungsbegehren um
berufliche Massnahmen abgewiesen, da die Versicherte aufgrund der Geburt ihres
Sohnes eine Arbeitsstelle in einem 50 %-Pensum suche. Eine Umschulung sei nicht
angezeigt (IV-act. 193). Mit Vorbescheid vom 19. Juni 2014 stellte die IV-Stelle sodann
in Aussicht, das Rentenbegehren abzuweisen. Sie qualifizierte die Versicherte als zu
50 % im Erwerb und zu 50 % im Haushalt tätig und errechnete einen IV-Grad von 0 %
im Erwerb und einen von 1.2 % im Haushalt (IV-act. 200). Dagegen erhob die
Versicherte mit Hilfe der Pro Infirmis St. Gallen-Appenzell Einwand. Sie brachte vor, ihr
Lebenspartner habe im Mai 2014 die Partnerschaft aufgelöst und sei aus der
gemeinsamen Wohnung ausgezogen. Die wirtschaftliche Situation habe sich
verschlechtert, da die Versicherte nun selber für den Lebensunterhalt für sich und ihr
Kind aufkommen müsse. Unter diesen Umständen müsste die Versicherte ohne
gesundheitliche Einschränkung in einem 100 %-Pensum arbeiten (IV-act. 204). Am
18. November 2014 verfügte die IV-Stelle wie angekündigt die Abweisung des
Rentengesuchs. Sie wies darauf hin, dass sie ihre Restarbeitsfähigkeit aktuell nicht
verwerte und demnach nicht davon ausgegangen werden könne, sie würde als
Gesunde vollzeitlich arbeiten. Zudem wies sie auf die Aussage der ersten Stunde hin
(IV-act. 205).
A.i.
Am 21. April 2015 reichte die Versicherte bei der IV-Stelle erneut ein Anmelde
formular zum Leistungsbezug ein (IV-act. 221). Nach weiterführenden Abklärungen
bezüglich des Gesundheitszustands informierte die IV-Stelle die Versicherte mit
Mitteilung vom 26. Februar 2016, dass das Leistungsbegehren um berufliche
Massnahmen abgewiesen werde, da sie sich gegen ein geplantes Aufbautraining
entschieden habe, um sich ganz ihrem Sohn widmen zu können. Sie fühle sich
subjektiv nicht genügend arbeitsfähig (IV-act. 239).
B.a.
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Am 15. März 2016 sandte die IV-Stelle der Versicherten erneut einen Fragebogen
zur Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit / Haushalt zu, den die Versicherte am
23. März 2016 ausfüllte. Letztere gab an, ohne gesundheitliche Einschränkung in einem
Pensum von 20-30 % zu arbeiten, wobei die Tätigkeit aufgrund ihrer Krankheit
angepasst sein müsse. Auf die Fragen, aus welchen Gründen sie heute in diesem
Ausmass erwerbstätig wäre und in welchem Ausmass, gab die Versicherte keine
Antworten und setzte jeweils ein Fragezeichen davor. Auf die Frage, welche Tätigkeiten
heute – im Vergleich zur Situation vor Eintritt des Gesundheitsschadens – bei der
Betreuung von Kindern nicht mehr oder nicht mehr in gewohntem Ausmass ausgeübt
werden könnten, gab sie zur Antwort, es komme darauf an, wie es ihr gerade gehe.
Durch ihre Krankheit würden Stimmungsschwankungen auftreten, die sie in
verschiedenen Alltagssituationen stark beeinträchtigen würden. Da sie alleinerziehende
Mutter sei, sei es nicht immer einfach (IV-act. 241).
B.b.
Im Bericht vom 23. November 2015 führte Dr. med. M._, Facharzt für
Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie, aus, elektroneurografisch ergäben sich
Hinweise auf eine Schädigung der motorischen und sensiblen Anteile des N. medianus,
ohne dass messtechnisch eine Läsion im Karpaltunnel oder im proximalen Bereich des
Nervus bestünde. Die bildgebend festgestellten degenerativen Veränderungen des
Sehnenapparats der linken Schulterregion seien ursächlich für die Schmerzen der
Versicherten und er empfehle Physiotherapie, physikalische Anwendungen und
orthopädische Mitbehandlung (IV-act. 242).
B.c.
Im Auftrag der IV-Stelle erstattete med. pract. F._ am 23. Mai 2016 einen
Arztbericht. Sie diagnostizierte eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig
mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom, eine komplexe posttraumatische
Belastungsstörung infolge des langjährigen sexuellen Missbrauchs in der Kindheit und
ging von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit vom 21. Dezember 2010 bis auf Weiteres
in der angestammten Tätigkeit und von einer 50%igen in einer adaptierten Tätigkeit aus
(IV-act. 244).
B.d.
Dem Austrittsbericht vom 29. September 2016 ist zu entnehmen, dass die
Versicherte vom 25. Juli bis 21. September 2016 in der Psychiatrischen Klinik I._
hospitalisiert war. Dabei wurden eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig
B.e.
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schwere Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F33.2) und ein Verdacht auf
eine abhängige
(authenische) Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.7) diagnostiziert (IV-act. 253). Am
8. Februar 2017 attestierte med. pract. F._ sodann eine Arbeitsunfähigkeit von 50 %
(IV-act. 257).
Vom 4. April bis 1. Juni 2017 wurde die Versicherte in der N._, Klinik für
Psychiatrie und Psychotherapie, behandelt. Dabei stellten Dr. med. univ. O._,
Assistenzarzt, und Dr. med. univ. P._, Oberarzt und Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie, folgende Diagnosen: eine rezidivierende depressive Störung,
gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome (ICD.10 F33.2), eine
komplexe posttraumatische Belastungsstörung sowie eine abhängige (asthenische)
Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.7).
B.f.
Infolge eines Suizidversuchs war die Versicherte vom 13. Juli bis 15. September
2017 in der Psychiatrie Q._ hospitalisiert. Die dort behandelnden Ärzte
diagnostizierten eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige
Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.11) und eine kombinierte
Persönlichkeitsstörung mit emotional instabilen sowie abhängigen Anteilen (F61.0) und
attestierten eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % während des stationären Aufenthaltes
(IV-act. 273).
B.g.
Aufgrund ihres Gesundheitszustandes liess sich die Versicherte sodann vom
28. November 2017 bis 25. April 2018 in der Psychiatrischen Tagesklinik J._
behandeln. Dabei wurde eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % ab dem 10. Juli 2017
attestiert (IV-act. 280). In der Folge war die Versicherte vom 30. April bis 19. Mai 2018
in der Klinik R._ in stationärer Behandlung (IV-act. 281).
B.h.
Dr. med. S._, Oberarzt der Tagesklinik, führte im Verlaufsbericht vom 31. Mai
2018 aus, die Versicherte leide an einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit
dependenten und emotional instabilen Persönlichkeitszügen (ICD-10 F61.0), einer
rezidivierenden depressiven Störung und einer komplexen posttraumatischen
Belastungsstörung. Im Rahmen der depressiven Einbrüche sei die Versicherte teilweise
mehrere Tage am Stück nicht in der Lage, die Tagesklinik aufzusuchen bzw. am
B.i.
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Therapieprogramm teilzunehmen. Weiterhin bestünden starke Gefühle der Hilflosigkeit,
indem sie nicht in der Lage sei, Entscheidungen zu treffen, eigene Ansichten adäquat
zu benennen oder Bedürfnisse zu artikulieren. Entlastend sei für die Versicherte, dass
sich ihr Sohn zurzeit in Kinderpsychiatrischer Behandlung befinde, da sie oft mit
seinem Widerstand überfordert gewesen sei. Die Arbeitsunfähigkeit in der
angestammten Tätigkeit betrage wegen weiterhin bestehender starker Instabilität
100 %. In einer maximal adaptierten Tätigkeit sei die Arbeitsfähigkeit bei 30-40 %
einzuschätzen (IV-act. 279).
Am 7. Januar 2019 fand eine Haushaltsabklärung bei der Versicherten statt. Sie
gab an, aufgrund ihrer persönlichen und wirtschaftlichen Situation müsste sie bei guter
Gesundheit zumindest einer Teilerwerbstätigkeit nachgehen. Bedingt durch ihre
Erkrankung und die vielen Klinikaufenthalte habe sich eine starke Bindung zwischen ihr
und ihrem Sohn entwickelt. Ihre Abwesenheiten hätten beim Sohn jeweils Ängste und
Verunsicherungen ausgelöst. Mit Blick auf eine bescheidene wirtschaftliche
Eigenständigkeit müsse sie, gemessen an ihrem früheren Einkommen, in einem 60 %-
Pensum arbeiten. Die Abklärungsperson gelangte zur Auffassung, dass sich im
Haushalt keine Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit ergebe (IV-act. 291-12).
B.j.
Im Verlaufsbericht vom 14. März 2019 hielt die behandelnde Ärztin, med. pract.
F._, fest, dass angesichts der Schwere der chronifizierten komorbiden psychischen
Erkrankung mit keiner deutlichen Besserung zu rechnen sei. Ziel der Behandlung sei
die Aufrechterhaltung der erreichten Stabilität. Die Versicherte sei in einer angepassten
Tätigkeit ohne körperlichen Belastung, mit Möglichkeit sich zurückziehen zu können
und ohne Schicht- und Nachtarbeit, in einer ruhigen stressfreien Umgebung zu
maximal 30 % arbeitsfähig (IV-act. 295). Dem Arztbericht vom 23. April 2019 ist sodann
zu entnehmen, dass sich der Zustand der Versicherten seit März 2019 verschlechtert
habe. Teilweise sei dies auf die Arbeit bei der T._ zurückzuführen. Die Versicherte
habe sich mit der Arbeit überfordert gefühlt. Ihre Rückenschmerzen hätten
zugenommen. Da sich die Versicherte mit der Erziehung ihres Sohnes überfordert
fühle, bekomme sie viel Unterstützung durch ihre Eltern. Deswegen habe sie
Schuldgefühle und fühle sich als Mutter untauglich (IV-act. 298). In der Folge liess sich
die Versicherte vom 1. Mai bis 21. Juni 2019 in der Klinik R._ behandeln (IV-
act. G312).
B.k.
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C.
Im bidisziplinären Gutachten der Swiss Medical Assessment- und Business-Center
AG (SMAB) vom 25. März 2020 befanden die Gutachter die Versicherte aufgrund einer
rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10
F33.1), einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit dependenten und abhängigen
Anteilen (ICD-10 F61.0), einer S-förmigen Skoliosefehlhaltung der Brustwirbelsäule bei
geringer keilförmiger Deformation der BWK 6 und 7 sowie eines chronisch
rezidivierenden Lumbalsyndroms bei Osteochondrose LWK 5/SWK 1 rechts in der
angestammten Tätigkeit zu 25 % und in einer adaptierten Tätigkeit zu 50 %
arbeitsfähig; dies seit 18. November 2014, jeweils unterbrochen durch die stationären
Aufenthalte (IV-act. 319-10 f.).
B.l.
Nach Einholung einer Stellungnahme des RAD-Arztes (IV-act. 320) stellte die IV-
Stelle mit Vorbescheid vom 29. April 2020 bei einer Qualifikation der Versicherten als zu
60 % im Erwerb und zu 40 % im Haushalt Tätige die Abweisung des Gesuchs um
Rentenleistungen in Aussicht (IV-act. 323). Dagegen liess die Versicherte durch die
Procap Einwand erheben (IV-act. 331). Am 22. September bzw. am 5. Oktober 2020
verfügte die IV-Stelle entsprechend dem Vorbescheid (IV-act. 333 und 335).
B.m.
Gegen diese Verfügung lässt die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin)
durch ihren Rechtsvertreter der Procap am 5. November 2020 Beschwerde erheben.
Die Beschwerdeführerin beantragt unter Kosten- und Entschädigungsfolge die
Aufhebung der Verfügung vom 5. Oktober 2020, die Zusprache einer halben
Invalidenrente und die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung. Der
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin macht im Wesentlichen geltend, die
Beschwerdeführerin wäre im hypothetischen Gesundheitsfall zu 100 % erwerbstätig,
was in Anwendung der Methode des Einkommensvergleichs zu einer halben
Invalidenrente führe (act. G1).
C.a.
Mit Beschwerdeantwort vom 30. Dezember 2020 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Es sei mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin bei Gesundheit
einer Erwerbstätigkeit von 60 % nachgehen würde und in den übrigen 40 % im
Haushalt tätig wäre (act. G5).
C.b.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 10/20
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Erwägungen
1.
Gegenstand dieses Verfahrens bildet die Frage, ob die Beschwerdegegnerin in ihrer
Verfügung vom 5. Oktober 2020 zu Recht einen Rentenanspruch der
Beschwerdeführerin abgelehnt hat.
2.
Nach Einreichung der benötigten Unterlagen (act. G4) wurde dem Gesuch um
Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und
Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) entsprochen (act. G5)
C.c.
Mit Replik vom 5. Februar 2021 lässt die Beschwerdeführerin unverändert an den
Anträgen festhalten (act. G7). Die Beschwerdegegnerin verzichtet mit Schreiben vom
5. März 2021 auf die Einreichung einer Duplik (act. G9).
C.d.
Am 1. Januar 2022 sind mit der Revision zur Weiterentwicklung der
Invalidenversicherung verschiedene Änderungen des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil in zeitlicher Hinsicht
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei der Erfüllung des zu
Rechtsfolgen führenden Tatbestands Geltung haben, und weil ferner das
Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles grundsätzlich auf den bis
zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung (hier: 5. Oktober 2020)
eingetretenen Sachverhalt abstellt, sind im vorliegenden Fall die bis zum 31. Dezember
2021 gültig gewesenen materiellen Bestimmungen anwendbar (BGE 132 V 215 E. 3.1.1
mit Hinweisen). Sie werden im Folgenden denn auch in dieser Fassung zitiert.
2.1.
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG versicherte Personen,
die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder
verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses
Jahres zu mindestens 40 % invalid sind. Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG;
SR 830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der
körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer
2.2.
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Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich
die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen.
Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist
(Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 %
besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40 % ein Anspruch auf eine Viertelsrente. Der Rentenanspruch entsteht
frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung. Er entsteht nicht,
solange die versicherte Person ein Taggeld nach Art. 22 IVG beanspruchen kann. Die
Rente wird vom Beginn des Monats an ausbezahlt, in dem der Rentenanspruch
entsteht (vgl. Art. 29 IVG).
2.3.
Im Sozialversicherungsrecht gelten der Untersuchungsgrundsatz und der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Verwaltung und
Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 157 E. 1a).
Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den
streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben
Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen
stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). Im Sozialversicherungsrecht hat
das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht,
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V
353 E. 5b; BGE 125 V 193 E. 2, je mit Hinweisen).
2.4.
Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin ein erstes Gesuch der
Beschwerdeführerin vom 4. September 2008 (IV-act. 1) mit Verfügung vom 18.
November 2014 (IV-act. 205) abgewiesen. Die Beschwerdegegnerin hat eine erhebliche
Änderung des Invaliditätsgrades gemäss Art. 87 Abs. 2 und 3 IVV als glaubhaft
gemacht erachtet, indem sie auf die Wiederanmeldung vom 21. April 2015 (IV-act. 221)
eingetreten ist (siehe Ausführungen dazu im Feststellungsblatt vom 29. April 2020, IV-
act. 321-2). Da ein Rentenanspruch mit rechtskräftig gewordener Verfügung vom 18.
November 2014 abgewiesen worden war (IV-act. 43), besteht ein allfälliger
2.5.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 12/20
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3.
Rentenanspruch frühestens ab 1. Oktober 2015 (Art. 29 Abs. 1 und 3 IVG) bzw. nach
Ablauf des Wartejahres gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG (BGE 142 V 550 f. E. 3.1 f.;
Urteil des Bundesgerichts vom 18. Februar 2016, 9C_942/2015, E. 3.3.3).
Bei der Berechnung des Invaliditätsgrades wendet die Beschwerdegegnerin wie
schon anlässlich der ersten Rentenablehnung vom 18. November 2014 (vgl. IV-
act. 205) die gemischte Methode an, gewichtet jedoch den Anteil im Erwerb neu mit
60 % (statt 50 %) und den Anteil im Haushalt entsprechend tiefer (IV-act. 333 und 335).
Die Beschwerdeführerin erachtet dies als unzulässig und macht geltend, im
Gesundheitsfall wäre sie zu 100 % erwerbstätig, sodass ein reiner
Einkommensvergleich zu erfolgen habe. Es ist demnach zu prüfen, ob die
Beschwerdeführerin im massgeblichen Zeitraum überwiegend wahrscheinlich vollzeit-
oder teilzeiterwerbstätig gewesen wäre. Je nachdem kommt eine andere Methode der
Invaliditätsbemessung zur Anwendung.
3.1.
Die Invalidität ist bei im Gesundheitsfall Vollzeiterwerbstätigen durch einen
Einkommensvergleich zu ermitteln (Art. 16 ATSG). Wenn eine versicherte Person auch
ohne die Gesundheitsbeeinträchtigung nicht voll, sondern nur teilerwerbstätig gewesen
wäre, ist der Invaliditätsgrad nicht anhand eines reinen Einkommensvergleichs (vgl.
Art. 16 ATSG), sondern anhand der sogenannten gemischten Methode zu berechnen.
Hierbei sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im
Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu
bemessen (vgl. Art. 28a Abs. 3 IVG; Art. 27 Abs. 2-4 der Verordnung über die
Invalidenversicherung, in Kraft seit 1. Januar 2018 [IVV; SR 831.201]; BGE 141 V 21
E. 3.2). Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als
nichterwerbstätig einzustufen ist, ergibt sich gemäss der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten
Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde.
Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person
im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie
hypothetisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen
(vgl. Art. 27 IVV) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen
Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber
Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die
persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Massgeblich sind die
Verhältnisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben,
wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)
3.2.
bis
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Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (Urteil des Bundesgerichts vom 7.
Februar 2022, 8C_540/2021, E. 2.1 mit Hinweis auf BGE 144 I 28 E. 2.3 und 141 V 15
E. 3.1; je mit Hinweisen).
3.3.
Die Beschwerdegegnerin beruft sich in der Beschwerdeantwort auf die
sogenannte Aussage der ersten Stunde und führt diesbezüglich aus, die
Beschwerdeführerin habe anlässlich der BEFAS angegeben, als Mutter voraussichtlich
nur teilzeitlich arbeiten zu wollen (IV-act. 159 S. 7 f.). Dabei übersieht die
Beschwerdegegnerin, dass sich die Beschwerdeführerin zu jenem Zeitpunkt noch in
einer festen Lebenspartnerschaft befand und sie die finanziellen Lasten entsprechend
noch gemeinsam mit ihrem Lebenspartner tragen konnte. Zudem befand sich die
Beschwerdeführerin damals noch knapp in der ersten Schwangerschaftshälfte und
dürfte sich noch nicht intensiv mit diesem Thema auseinandergesetzt haben, zumal die
Schwangerschaft nicht planmässig und überraschend eingetreten ist (vgl. act. 159-16).
Hervorzuheben ist sodann, dass die Aussage im Schlussbericht, wonach sie teilzeitlich
arbeiten würde, lediglich indirekt wiedergegeben wurde und entsprechend erheblichen
Interpretationsspielraum über den Gehalt der direkten Aussage zulässt. Es ist daher mit
einer unvollständigen Wiedergabe des Gesprächsablaufs und einer damit
einhergehenden Veränderung des Sinngehalts einzelner Aussagen zu rechnen, zumal
bei der BEFAS nicht die Haushaltsabklärung und die Qualifikation der Versicherten
hinsichtlich der Bemessung des IV-Grades im Vordergrund standen. Schliesslich sind
Antworten immer in ihrem Kontext zu verstehen, wobei überdies auch relevant sein
kann, wie die Fragen formuliert worden sind. Dem Schlussbericht lassen sich weder die
genauen Fragen noch die genauen Antworten entnehmen. Letztlich kann nicht
verifiziert werden, unter welchen Umständen die Aussagen der Beschwerdeführerin
zum Umfang der Erwerbstätigkeit zustande gekommen sind, weshalb auf diese
Aussage nicht abgestellt werden kann.
3.3.1.
Im Fragebogen zur Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit / Haushalt gab
die Versicherte am 18. Dezember 2012 denn auch an, sie wäre ohne Behinderung aus
wirtschaftlichen Gründen zu 100 % erwerbstätig (IV-act. 170). Zwar relativierte sie
anlässlich der Haushaltsabklärung vom 25. Juni 2013 ihre Aussage dahingehend, dass
sie aus Rücksicht auf ihren Sohn mit einem Pensum von 50 % arbeiten würde, mit
sukzessiver Steigerung ab Kindergartenalter. Die Angaben im Fragebogen zur
Rentenabklärung seien eher mittelfristig gedacht gewesen, sie gab jedoch zugleich zu
3.3.2.
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Protokoll, die finanzielle Situation sei sehr angespannt. Ihr Lebenspartner müsse sich
mit seinen ca. Fr. 3'700.-- monatlich vollständig einbringen (IV-act. 178-3). Beachtlich
erscheint in diesem Zusammenhang, dass die Beschwerdeführerin ihr Arbeitspensum
explizit mit ihrer finanziellen Situation verknüpfte. Dies ist gerade als Indiz für eine volle
Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall zu werten, zumal den Akten mehrfach zu
entnehmen ist, dass es ihr unangenehm ist, von der Sozialhilfe abhängig zu sein (vgl.
u.a. IV-act. 125-1, 187-4). Dies gilt umso mehr, als die Beschwerdeführerin ab Mai
2014 als alleinerziehende Mutter die Bestreitung des Lebensunterhalts für sich und
ihren Sohn sicherstellen musste. Auch mit Blick auf die spätere Altersvorsorge und die
Minimierung des finanziellen Risikos bei allfälligem Eintritt eines Unfalls, einer
Erkrankung oder einer Invalidität würde eine gesunde Alleinerziehende in der Situation
der Beschwerdeführerin eine Vollzeitanstellung suchen. Schliesslich würden auch die
Behörden die Beschwerdeführerin dazu anhalten, ein 100 %-Pensum aufzunehmen,
wenn sie andernfalls von Sozialhilfe abhängig wäre. Nicht zu hören sind sodann die
Vorbringen der Beschwerdegegnerin, wonach die Beschwerdeführerin "Alimente" für
ihren Sohn bekomme und diese auch im Gesundheitsfall erhalten würde. Den Akten ist
zu entnehmen, dass der Kindsvater ebenfalls mindestens zeitweise vom Sozialamt
unterstützt wurde und bei der Beschwerdegegnerin angemeldet war (IV-act. 159-11).
Ob und in welchem Umfang ein Rechtstitel bezüglich dem Kindsunterhalt vorliegt, kann
den Akten indes nicht entnommen werden. Zu beachten ist dabei, dass die
Beschwerdeführerin Alimentenbevorschussung erhält. Deren Höhe sowie jene der
Kinderunterhaltsbeiträge selbst hängen von den finanziellen Verhältnissen der
Beschwerdeführerin ab. Ob diese bei guter Gesundheit (und offenbar bescheidenem
Einkommen des Kindsvaters) ebenfalls Unterhaltsbeiträge in dieser Höhe erhalten hätte
und ob diese in vollem Umfang bevorschusst worden wären, erscheint zumindest
fraglich. Soweit die Beschwerdegegnerin sodann davon ausgeht, die diesbezüglichen
Entkräftung der Einwände seien in Rechtskraft erwachsen, ist darauf hinzuweisen, dass
höchstens das Dispositiv einer Verfügung in Rechtskraft erwachsen kann, nicht jedoch
die Begründung.
Nach dem Gesagten wäre die Beschwerdeführerin überwiegend wahrscheinlich zu
100 % erwerbstätig. Daran vermögen auch ihre weiteren bzw. späteren Äusserungen
nichts zu ändern. Gemäss dem erneut zugestellten Fragebogen zur Rentenabklärung
betreffend Erwerbstätigkeit / Haushalt gab die Beschwerdeführerin an, ohne
gesundheitliche Einschränkung in einem Pensum von 20-30 % zu arbeiten, wobei die
Tätigkeit aufgrund ihrer Krankheit angepasst sein müsse (IV-act. 241). Sie ist im
Fragebogen somit nicht von einer Situation ganz ohne Behinderung ausgegangen,
sondern vielmehr von ihrem aktuellen Zustand mit gesundheitlicher Beeinträchtigung.
3.4.
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Da zudem seit dem Verlust ihrer Arbeitsstelle und damit der teilweisen
Arbeitsunfähigkeit rund zehn Jahre vergangen sind, ist es nachvollziehbar, dass sich
die Beschwerdeführerin den Gesundheitsfall nicht (mehr) genügend vorstellen kann. Je
länger sich die Beschwerdeführerin schon an ihr Leben mit Behinderung gewohnt hat,
umso schwieriger wird es ihr auch fallen, sich hypothetisch vorzustellen, wie sie ihr
Familienleben als Gesunde gestalten würde. Entsprechend sind die Aussagen der
Beschwerdeführerin anlässlich der Haushaltsabklärung vom 7. Januar 2019 zu
würdigen. Sie gab zwar an, mit Blick auf eine bescheidene wirtschaftliche
Eigenständigkeit mit einem 60 %-Pensum arbeiten zu müssen, führte jedoch zugleich
aus, dass sie aufgrund ihrer Erkrankung und der vielen Klinikaufenthalte eine starke
Bindung zu ihrem Sohn aufgebaut habe und ihre Abwesenheit Ängste und
Verunsicherungen beim Sohn ausgelöst hätte. Diese Aussagen zeigen deutlich, dass
die Beschwerdeführerin den Zustand im Gesundheitsfall mit dem Zustand im
Krankheitsfall vermischt hat und diese nicht mehr auseinanderhalten kann. Hinzu
kommt, dass nicht nachgefragt wurde, von welchen Ausgaben die Beschwerdeführerin
in ihrer Berechnung bezüglich einer Teilerwerbstätigkeit ausgegangen ist. Zumindest
werfen die weiteren Ausführungen der Beschwerdeführerin erhebliche Fragen
betreffend Plausibilität der Berechnung auf (IV-act. 291).
Auch mit Blick auf die Arbeitsbiographie ist davon auszugehen, dass sie im
Gesundheitsfall zu 100 % erwerbstätig wäre. Die Beschwerdeführerin absolvierte nach
der obligatorischen Schule eine Ausbildung zur zahnmedizinischen Assistentin (vgl. IV-
act. 223) und war fortan ab 1998 bis zur IV-Anmeldung im September 2008 zu 100 %
erwerbstätig. Überdies gab sie mehrfach an, gerne zu arbeiten und die
zwischenmenschlichen Kontakte zu schätzen. Berufliche Anerkennung sei ihr ebenfalls
wichtig und würden ihr Selbstbewusstsein stärken (vgl. IV-act. 291). Ob die
Beschwerdeführerin als Gesunde ihr Arbeitspensum nach der Geburt des Kindes
reduziert hätte, ist unter diesen Umständen reine Spekulation und kann jedenfalls nicht
mit dem nötigen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als nachgewiesen
gelten, zumal die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der IV-Anmeldung noch nicht
Mutter war, weshalb der Krankheitsfall noch vor einem allfälligen Statuswechsel
eingetreten ist.
3.5.
Nach dem Gesagten ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen,
dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall eine Vollzeiterwerbstätigkeit ausgeübt
hätte. Folglich hat die Berechnung des Invaliditätsgrades anhand eines reinen
Einkommensvergleichs zu erfolgen. Vor diesem Hintergrund kann offenbleiben, ob die
durch die Beschwerdegegnerin festgesetzte Einschränkung in der Kinderbetreuung
3.6.
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4.
genügend abgeklärt wurde. Denn aus der Anamnese der Beschwerdeführerin geht
hervor, dass sie mit der Kinderbetreuung überfordert scheint und sich regelmässig in
stationäre Behandlung begeben sowie übermässige Unterstützung durch ihre Eltern in
Anspruch nehmen musste (vgl. u.a. IV-act. 298). Im Fragebogen zur Rentenabklärung
betreffend Erwerbstätigkeit / Haushalt führte die Beschwerdeführerin denn auch aus,
durch ihre Krankheit in verschiedenen Alltagssituationen stark beeinträchtigt zu sein
(IV-act. 241). Weitergehende Abklärungen und Rückfragen bei den Gutachtern wurden
indes nicht vorgenommen.
Zur Bestimmung des Invaliditätsgrades anhand eines Einkommensvergleichs ist
zunächst zu prüfen, ob der Arbeitsfähigkeitsgrad der Beschwerdeführerin in einer
adaptierten Erwerbstätigkeit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit feststeht.
4.1.
Um den Arbeitsfähigkeitsgrad bestimmen zu können, ist die Verwaltung - und im
Beschwerdefall das Gericht - auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es dabei, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu
Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die
versicherte Person arbeitsfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Aussagen eine
wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen einer
Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4; vgl. ferner BGE 115 V
134 E. 2). Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht,
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der
Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit
Hinweis). Wenn ein vom Versicherungsträger nach Art. 44 ATSG eingeholtes Gutachten
die Anforderungen der Rechtsprechung erfüllt, darf dem Gutachten voller Beweiswert
zuerkannt werden, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zulässigkeit der Expertise
sprechen (Urteil des Bundesgerichts vom 14. Januar 2020, 9C_824/2019, E. 3).
4.2.
Die Beschwerdegegnerin geht insbesondere gestützt auf das Gutachten der SMAB
AG davon aus, dass die Beschwerdeführerin in ihrer Arbeitsfähigkeit in einer ihren
Leiden angepassten beruflichen Tätigkeit um 50 % eingeschränkt sei. Das Gutachten
der SMAB AG ist sorgfältig verfasst worden. Es beruht auf eigenständigen Abklärungen
und ist für die streitigen Belange umfassend. Die medizinischen Vorakten und die von
4.3.
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5.
Gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von
sechs Monaten nach der Geltendmachung des Leistungsanspruchs. Hinsichtlich des
Beginns der attestierten Arbeitsunfähigkeit führen die Gutachter aus, dass ab der
letzten massgeblichen Verfügung vom 18. November 2014 im Wesentlichen eine
Arbeitsfähigkeit von 50 % vorgelegen habe. Für die Zeit der Klinikaufenthalte habe eine
100 %-ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestanden (IV-act. 319-11). Eine
retrospektive Beurteilung der Arbeitsfähigkeit vor November 2014 kann dem Gutachten
nicht entnommen werden. Aus den Akten ergibt sich, dass bereits seit mindestens
Januar 2012 eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % bestanden hat (vgl. u.a. IV-act. 128-2).
Unter Berücksichtigung des Wartejahres (Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG) und des Aufschubs
des Rentenbeginns um sechs Monate nach der Anmeldung gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG
ist somit der Rentenbeginn auf den 1. Oktober 2015 festzusetzen. Laut dem
Austrittsbericht der Psychiatrie Q._ vom 6. Oktober 2017 war die Beschwerdeführerin
nach einem Suizidversuch vom 13. Juli bis 15. September 2017 hospitalisiert (IV-
act. 273). Vom 28. November 2017 bis 25. April 2018 liess sich die Beschwerdeführerin
in der Psychiatrie Q._ teilstationär behandeln. Dem Austrittsbericht vom 23. Juli 2018
ist unter anderem zu entnehmen, dass die depressive Symptomatik mit suizidalen
Gedanken trotz Lithiumbehandlung weiterhin stark ausgeprägt geblieben sei, sodass
die Beschwerdeführerin am 30. April 2018 zu einer Ketaminbehandlung in die Klinik
R._ zugewiesen worden sei (IV-act. 280-2). Damit übereinstimmend wurde eine seit
10. Juli 2017 bis zum Berichtsdatum (23. Juli 2018) durchgehend bestandene Arbeits
unfähigkeit von 100 % attestiert (IV-act. 280-3). Gemäss Austrittsbericht vom 28. Mai
2018 befand sich die Beschwerdeführerin vom 30. April bis 19. Mai 2018 in stationärer
Behandlung in der Klinik R._ (IV-act. 281). Damit steht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit fest, dass die Beschwerdeführerin im Zeitraum vom 10. Juli 2017
der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden sind von den Gutachtern
berücksichtigt worden. Die bescheinigte Arbeitsfähigkeit leuchtet in der Darlegung der
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein.
Auch erscheint die Arbeitsfähigkeitsschätzung unter Berücksichtigung der weiteren
medizinischen Unterlagen als stimmig. Weiter bestehen keine Anhaltspunkte dafür,
dass objektiv wesentliche Tatsachen im Gutachten nicht berücksichtigt worden wären.
Auch die Beschwerdeführerin bemängelt in ihrer Beschwerde die gutachterliche
Einschätzung einer 50%igen Arbeitsfähigkeit nicht (vgl. act. G 1). Demnach ist davon
auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in einer beruflichen, ihrem Leiden optimal
angepassten Tätigkeit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in ihrer Arbeitsfähigkeit
um 50 % eingeschränkt ist.
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bis 19. Mai 2018 zu 100 % arbeitsunfähig war. Gestützt auf die medizinische Aktenlage
ist somit zwischen dem 1. Oktober 2015 bis 9. Juli 2017 von einer 50%igen
Arbeitsunfähigkeit, vom 10. Juli 2017 bis 19. Mai 2018 von einer 100%igen und ab
20. Mai 2018 wiederum von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen.
6.
Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen; Art. 16 ATSG).
6.1.
Für das Valideneinkommen ist massgebend, was die versicherte Person aufgrund
ihrer beruflichen Fähigkeiten und ihrer persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit im massgebenden Zeitpunkt des allfälligen
Rentenbeginns verdient hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Dabei ist in der
Regel vom zuletzt erzielten, der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung
angepassten Verdienst auszugehen, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die
bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen
müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 E. 4.1 und
BGE 130 V 349 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
6.2.
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in der die versicherte Person konkret steht, sofern
kumulativ besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist,
dass die versicherte Person die ihr verbleibende Leistungsfähigkeit in zumutbarer
Weise voll ausschöpft und das Einkommen aus der Arbeitsleistung angemessen und
nicht als Soziallohn erscheint. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen
gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des
Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine an sich zumutbare neue
Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so ist auf Erwerbstätigkeiten abzustellen, die der
versicherten Person (nach zumutbarer Behandlung und allfälliger Eingliederung)
angesichts ihrer Ausbildung und ihrer physischen sowie intellektuellen Eignung
zugänglich wären. Rechtsprechungsgemäss werden hierzu die Tabellenlöhne gemäss
den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen (BGE 129 V 472 E. 4.2.1).
6.3.
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7.
Die durch die Beschwerdegegnerin vorgenommene Festlegung des jährlichen
Valideneinkommens auf Fr. 63'187.-- ist grundsätzlich nicht zu beanstanden und wird
von der Beschwerdeführerin auch nicht bestritten (IV-act. 322). Die
Beschwerdegegnerin hat sich bezüglich des hypothetischen Monatslohns auf die
Angaben des früheren Arbeitgebers der Beschwerdeführerin gestützt und diesen an die
Nominallohnentwicklung angepasst, wobei ausgehend vom letzten Einkommen 2008
von Fr. 61'100.-- (IV-act. 9-3) für das Jahr 2015 ein Betrag von Fr. 65'672.-- (Fr.
61'100.-- / 2499 x 2686) zu berücksichtigen ist. Zur Ermittlung des
Invalideneinkommens kann auf die Tabelle TA 1 der LSE 2015 abgestellt werden. Für
die im Kompetenzniveau 1 beschäftigten Frauen ergibt sich unter Berücksichtigung
einer durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden in einem
Arbeitspensum von 50 % ein Jahreslohn von Fr. 27'028.-- (vgl. Anhang 2 der IVG-
Gesetzesausgabe der Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2022).
6.4.
Unter Berücksichtigung eines Valideneinkommens von Fr. 65'672.-- und eines
Invalideneinkommens bei einer Arbeitsfähigkeit von 50 % von Fr. 27'028.-- resultiert
eine Erwerbseinbusse von Fr. 38'644.-- und damit ein Invaliditätsgrad von 58.84 %. Ein
Tabellenlohnabzug wird weder geltend gemacht noch ist ein solcher aufgrund der
bereits vollständig erfolgten Berücksichtigung sämtlicher Einschränkungen der
Beschwerdeführerin in der Arbeitsfähigkeitsschätzung (vgl. gutachterlich festgelegte
Adaptionskriterien: IV-act. 319-47) sowie des entsprechenden Kompetenzniveaus einer
adaptierten Tätigkeit vorliegend angezeigt. Folglich hat die Beschwerdeführerin
Anspruch auf eine halbe Rente. Diese ist rückwirkend ab dem 1. Oktober 2015
auszurichten. Im Zeitraum vom 10. Juli 2017 bis 19. Mai 2018, in dem von einer
100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen ist, ergibt sich vollumfängliche eine
Erwerbseinbusse und damit ein Invaliditätsgrad von 100 %.
6.5.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin in Beachtung
von Art. 17 Abs. 1 ATSG i.V.m. Art. 88a IVV mit Wirkung vom 1. Oktober 2015 bis
31. Oktober 2017 Anspruch auf eine halbe Invalidenrente, vom 1. November 2017 bis
31. August 2018 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente und ab 1. September 2018
wiederum Anspruch auf eine halbe Invalidenrente hat.
6.6.
Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung in Gutheissung der
Beschwerde aufzuheben und der Beschwerdeführerin vom 1. Oktober 2015 bis
31. Oktober 2017 eine halbe Rente, vom 1. November 2017 bis 31. August 2018 eine
ganze Rente und ab dem 1. September 2018 eine halbe Rente auszurichten. Zur
7.1.
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