Decision ID: 44ca2e8d-59e2-4327-84f0-5dcc44709ee3
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Robert Baumann, Waisenhausstrasse 17,
Postfach, 9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
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Sachverhalt:
A.
A._ stellte am 17. Mai 2002 ein Rentengesuch (IV-act. 1). In einem Gutachten der
Ärztliches Begutachtungsinstitut GmbH ABI (abgekürzt ABI GmbH) vom 5. November
2004 (IV-act. 64) wurde festgehalten, an der linken oberen Extremität bestehe keine
Einschränkung der Kraft und der Beweglichkeit; die angegebenen Schmerzen bei
einem Verdacht auf ein subakromiales Impingement hätten durch die klinischen Tests
nicht objektiviert werden können. Die rechte Schulter sei zweimal operiert worden. Im
Bereich von Ellbogen und Hand sei keine Einschränkung der Kraft und der
Beweglichkeit festzustellen gewesen. Für körperlich leichte bis mittelschwere
Tätigkeiten ohne Arbeiten über Kopf bestehe zeitlich und leistungsmässig eine volle
Arbeitsfähigkeit. Der Versicherte setze den rechten Arm im Alltagsleben durchaus ein,
wie die deutliche Beschwielung auch der rechten Hand im Anschluss an die
Gartenarbeit dokumentiere. Die anhaltende somatoforme Schmerzstörung mit
somatischen und psychischen Faktoren und die leichte depressive Verstimmung hätten
eine Arbeitsunfähigkeit von ca. 10% zur Folge. Die Ursachen dieser Arbeitsunfähigkeit
bestünden in den aus der leichten Depression resultierenden Konzentrations- und
Aufmerksamkeitsstörungen und aus der psychophysischen Anstrengung, die
Schmerzen dauernd auszuhalten. Der Versicherte reichte ein privates orthopädisches
Gutachten von Dr. med. B._, Spezialarzt FMH für orthopädische Chirurgie, Aarau,
vom 21. Februar 2005 ein (IV-act. 73). Dr. B._ hatte darin angegeben, der Versicherte
sei für jede physische Arbeit, auch für Arbeiten mit herunterhängenden Armen, zu
80-85% arbeitsunfähig. Für administrative Arbeiten sei der Versicherte aufgrund seiner
Bildung ungeeignet. Die ABI GmbH erstattete am 8. Juni 2006 ein zweites Gutachten
(IV-act. 99). Der orthopädische Sachverständige gab erneut eine uneingeschränkte
Arbeitsfähigkeit für körperlich leichte bis höchstens mittelschwere Tätigkeiten ohne
Bewegungen der Arme oberhalb von ca. 60° an. Die geklagten Schmerzen auch bei
hängenden Armen hätten sich durch die sicher objektivierbaren Befunde nicht erklären
lassen. Die Untersuchung habe deutliche Hinweise auf eine Selbstlimitierung geliefert.
Mit Sicherheit bestehe eine nicht unerhebliche Restbeweglichkeit am hängenden
rechten Arm. Das habe sich in unbeobachtet scheinenden Momenten klar feststellen
lassen. Der psychiatrische Sachverständige der ABI GmbH hatte festgehalten, dass ein
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labiles pathologisches Geschehen vorzuliegen scheine, das sich vor etwa einem Jahr
intensiviert habe. Die Leistungsfähigkeit sei aus psychiatrischer Sicht wegen eines
erhöhten Pausenbedarfs um 30% eingeschränkt. Zusammenfassend hielten die
Sachverständigen der ABI GmbH fest, im Vergleich zur Voruntersuchung zeige sich
eine deutlich verstärkte Selbstlimitierung. Die Einschränkungen hätten aber nur
geringgradig zugenommen. Die Psychiatrische Klinik C._ berichtete dem
behandelnden Psychiater am 4. Oktober 2006 über den stationären Klinikaufenthalt
des Versicherten vom 6. Juni bis 15. September 2006 (IV-act. 113). Sie gab als
Diagnose eine mittelgradige depressive Episode bei anhaltender somatoformer
Schmerzstörung als Ausdruck einer psychosozialen Mehrfachbelastung an. Zur
Arbeitsfähigkeit bemerkte sie nur, der Versicherte betrachte sich selbst in einer
adaptierten Tätigkeit als nur noch zu 20% arbeitsfähig. Die Tagesklinik des
Psychiatrischen Zentrums D._ berichtete dem behandelnden Psychiater am 8.
November 2006 über die Behandlung vom 20. September bis 8. November 2006 (IV-
act. 115), der Versicherte sei während der gesamten Behandlungszeit aus
psychiatrischer Sicht wegen einer rezidivierenden depressiven Störung und einer
anhaltenden somatoformen Schmerzstörung zu 100% arbeitsunfähig gewesen. Am 8.
Dezember 2006 berichtete die Tagesklinik (IV-act. 117), der Versicherte sei voll
arbeitsunfähig. Neben der mittel- bis schwergradigen depressiven Symptomatik und
dem chronischen Schmerzsyndrom bestehe eine anhaltende Persönlichkeitsänderung.
Dr. med. E._ vom RAD hielt am 25. Januar 2007 fest (IV-act. 118), die Berichte der
Psychiatrischen Klinik C._ dokumentierten zweifelsfrei eine relevante
Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustands seit der Begutachtung
(mittelschwere bis schwere Depression). Der Beginn der Verschlechterung sei auf April
2006 anzusetzen. Die Arbeitsunfähigkeit betrage ab diesem Zeitpunkt 100%. Mit
Verfügungen vom 14. August 2007 (IV-act. 139-141) sprach die IV-Stelle dem
Versicherten ab Juni 2006 eine Viertelsrente und ab Juli 2006 eine ganze Invalidenrente
zu. Das vom Versicherten angerufene Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen
wies die Sache in seinem Entscheid vom 20. Januar 2009 (IV 2007/301, IV-act. 167) zur
weiteren Abklärung an die IV-Stelle zurück. Zur Begründung machte es geltend, es sei
mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der
Versicherte bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung am 14. August 2007 in einer
seiner körperlichen Beeinträchtigung angepassten Erwerbstätigkeit rein somatisch
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betrachtet zu 100% arbeitsfähig gewesen sei. In bezug auf eine allfällige psychisch
bedingte Arbeitsunfähigkeit vermöge die Einschätzung der Psychiatrischen Klinik C._
nicht zu überzeugen. Dasselbe gelte für die Angaben der Tagesklinik des
Psychiatrischen Zentrums D._ sowohl in bezug auf die Diagnose als auch in bezug
auf die Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit. Die Diagnose einer andauernden
Persönlichkeitsveränderung sei nicht plausibel, weil die entsprechenden Symptome
bereits vom psychiatrischen Sachverständigen der ABI GmbH und von den Ärzten der
Psychiatrischen Klinik C._ hätten erkannt werden müssen, was aber nicht der Fall
gewesen sei. Die ebenfalls behauptete Zunahme der Depression sei nicht plausibel, da
die Tagesklinik ihre Arbeitsfähigkeitsschätzung nur aus therapeutischer Sicht
abgegeben, d.h. das Kriterium der objektiven Zumutbarkeit der Überwindung der
Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung nicht zur Anwendung gebracht habe. Demnach
beruhe die Annahme einer Arbeitsunfähigkeit von 100% auch in einer der körperlichen
Beeinträchtigung angepassten Tätigkeit ab April 2006 auf einem unzureichend
abgeklärten Sachverhalt. Das gelte auch für die Frage, wann der Anstieg der durch die
Beeinträchtigung der psychischen Gesundheit ausgelösten Arbeitsunfähigkeit von 10%
auf 30% erfolgt sei.
B.
Dr. med. F._ vom RAD notierte am 17. März 2009 (IV-act. 168), er betrachte die
folgenden Schlussfolgerungen als gerechtfertigt: Ab Mai 2002 bestehe aus
psychischen Gründen eine Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit von 10%;
laut ABI-Gutachten bestehe spätestens seit Ende März 2006 eine Arbeitsunfähigkeit in
einer adaptierten Tätigkeit von 30%; gemäss den Urteilserwägungen erscheine es als
gerechtfertigt, den Beginn der 30%igen Arbeitsunfähigkeit auf Dezember 2005 zu
setzen; während der Hospitalisation (6. Juni bis 15. September 2006) in C._ habe die
Arbeitsunfähigkeit 100% betragen; abzuklären sei noch, wie sich die Arbeitsfähigkeit
ab September 2006 entwickelt habe. Unter diesen Umständen sei eine
Verlaufsbegutachtung angezeigt. Die Gutachter sollten darlegen, ob sie seine
Schlussfolgerungen über den Verlauf der Arbeitsfähigkeit bis September 2006
nachvollziehen könnten, und sie sollten darlegen, wie sich die Arbeitsfähigkeit seit
September 2006 entwickelt habe. Wichtig sei, welches Ausmass die depressive
Störung aktuell aufweise und ob eine andauernde Persönlichkeitsstörung bei einem
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chronischen Schmerzsyndrom vorliege. Die IV-Stelle beauftragte die ABI GmbH mit
einer Verlaufsbegutachtung (IV-act. 173).
B.a Im Gutachten vom 23. September 2009 (IV-act. 176) berichtete der psychiatrische
Sachverständige der ABI GmbH, der Versicherte befinde sich zurzeit in Behandlung in
der psychiatrischen Tagesklinik (zwei Tage pro Woche). Er erlebe den Aufenthalt dort
als zum Teil belastend. Regelmässig fänden auch Gespräche mit dem Psychiater statt.
Entgegen seinen Angaben nehme der Versicherte das verordnete Antidepressivum
nicht ein. Die Beziehung zur Ehefrau sei angespannt. Der Versicherte leide unter
leichten Schlafstörungen. Er kümmere sich um den Haushalt (kleinere Einkäufe, mittags
kochen für sich und die Tochter). Vormittags und nachmittags gehe er eine Stunde
spazieren. Im Übrigen sehe er meistens fern. Er sei etwas apathisch und pflege
praktisch keine sozialen Kontakte (ausser gelegentlichen Verwandtenbesuchen am
Wochenende). Bei der Untersuchung sei der Versicherte leichtgradig depressiv
gewesen. Er habe über zahlreiche somatische Beschwerden geklagt, die durch die
somatischen Untersuchungsbefunde nicht vollständig hätten objektiviert werden
können, so dass eine psychische Überlagerung anzunehmen sei. Diese sei auf dem
Hintergrund der jahrelangen depressiven Störung und der wirtschaftlichen
Schwierigkeiten zu sehen, so dass eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung
diagnostiziert werden könne. Der Versicherte habe eine ausgeprägte subjektive
Krankheitsüberzeugung gezeigt. Die rezidivierende depressive Störung und die
anhaltende somatoforme Schmerzstörung hätten eine Arbeitsunfähigkeit von 30% zur
Folge. Hinweise auf eine schwere depressive Störung fehlten. Trotz der depressiven
Verstimmungen gestalte der Versicherte den Tagesablauf relativ aktiv. Ein ausgeprägter
sozialer Rückzug lasse sich nicht feststellen. Das Scheitern aller therapeutischen
Bemühungen sei darauf zurückzuführen, dass der Versicherte aufgrund der
ausgeprägten subjektiven Krankheitsüberzeugung wenig Motivation zeige, sich trotz
allfälliger Restbeschwerden aktiv um eine Genesung zu bemühen und sich wieder den
Belastungen der Arbeitswelt auszusetzen. Schwere lebensgeschichtliche Belastungen
fänden sich nicht, Hinweise auf unbewusste Konflikte fehlten, ein primärer
Krankheitsgewinn sei nicht vorhanden. Aus psychiatrischer Sicht sei es deshalb
zumutbar, die nötige Willensanstrengung aufzubringen, um zu 70% einer
Erwerbstätigkeit nachzugehen. Da der Versicherte das verordnete Antidepressivum
gemäss den Blutuntersuchungen nicht einnehme, sei die leichte depressive Störung
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nicht adäquat behandelt. Die Nichteinnahme sei ein Hinweis darauf, dass sich der
Versicherte nicht besonders depressiv fühle. Seit der letzten psychiatrischen
Begutachtung vom 27. März 2006 habe sich der Gesundheitszustand nicht wesentlich
verändert. Die Verschlechterung des psychiatrischen Gesundheitszustands sei
zwischen dem 13. Oktober 2005 (Austritt aus der Klinik) und dem 27. März 2006
(Untersuchung ABI GmbH) eingetreten. Genauer lasse sich der Zeitpunkt der
Verschlechterung nicht bestimmen.
B.b Der orthopädische Sachverständige der ABI GmbH berichtete, der Versicherte
habe angegeben, er sei im Sommer 2007 mit einem Mofa gestürzt und habe sich dabei
eine Fraktur des Wirbelkörpers zugezogen. Die Behandlung sei seit 2008 beendet. Die
Schulterschmerzen rechts hätten sich nicht wesentlich gebessert. Aktuell hätten sich
folgende Befunde objektivieren lassen: Das Gangbild auf der Treppe und auf ebenem
Terrain sei mitsamt den geprüften Gangvarianten unauffällig gewesen. Insbesondere
sei auch der Kauergang ohne weiteres möglich gewesen, was eine relevante
Einschränkung von Seiten der unteren Extremitäten bereits zu Beginn weitestgehend
ausgeschlossen habe. Bei der Untersuchung des Rumpfs habe sich eine deutliche
Selbstlimitation gezeigt, indem der Versicherte beim Messen des Finger-Boden-
Abstands den Oberkörper lediglich leicht nach vorn geneigt habe, so dass der Abstand
40 cm betragen habe. Später seien aber der Lasègue-Test und ein modifizierter
Langsitz ohne weiteres gelungen. Das habe sich auch bei der ausgiebigen Palpation
gezeigt, wo lediglich im thorakolumbalen Übergangsbereich gewisse Schmerzen
angegeben worden seien, während die übrigen Anteile sowie die paravertebrale
Muskulatur schmerzfrei hätten abgetastet werden können. Die Beweglichkeit des
Kopfes sei bei expliziter Aufforderung vor allem nach rechts deutlich eingeschränkt
gewesen. Bei gleichzeitiger Ablenkung sei die Kopfdrehung jedoch unauffällig
gewesen. An den oberen Extremitäten konzentriere sich die Problematik nach wie vor
auf die rechte Schulter. Auf neurologischer Ebene hätten sich keine Hinweise auf das
Vorliegen einer Pathologie im Bereich des peripheren Nervensystems ergeben.
Insbesondere eine spinale Kompressionsproblematik oder die Läsion eines grösseren
peripheren Nervs hätten klinisch weitgehend ausgeschlossen werden können. Die neu
angefertigten Röntgenbilder der BWS hätten nach wie vor die deutliche
Fischwirbeldeformität von Th10 nach der erlittenen Kneifzangenfraktur gezeigt. Doch
dürfte es sich gemäss den vorliegenden Berichten aus dem Kantonsspital St. Gallen
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um einen weitgehend konstanten Befund handeln. Dieser erkläre sicherlich eine
verminderte Belastbarkeit des Rumpfs, insbesondere im thorakolumbalen
Übergangsbereich. Dass der Versicherte ohne weiteres ein Mofa habe lenken können,
deute darauf hin, dass die Schulterfunktion im Alltagsleben deutlich besser sei, als der
Versicherte angebe, was auch viel besser zu den eindeutig objektivierbaren Befunden
passe als eine weitgehende Funktionslosigkeit. Zusammenfassend hielt der
orthopädische Sachverständige fest, die angegebenen Beschwerden liessen sich zwar
qualitativ, nicht aber quantitativ erklären. Als Folge der Fraktur von Th10 sei es
plausibel, wenn thorakolumbal eine etwas verminderte Belastbarkeit bestehe. Auch an
der rechten Schulter seien aufgrund des postoperativen Zustandsbilds und bei einem
nicht auszuschliessenden subakromialen Rest-Impingement gewisse Einschränkungen
zu begründen, nicht aber die behauptete weitgehende Funktionslosigkeit im
Alltagsleben. Die Teerspuren an den Fingern der rechten Hand zeigten, dass der
Versicherte die Zigarette mit der rechten Hand zum Mund führe, was bei der
angegebenen Funktionslosigkeit sicher nicht der Fall wäre. Es müssten somit
wesentlich nichtorganische Faktoren postuliert werden, die das subjektive
Beschwerdebild dominierten. Für körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten in
wechselnder Position, bei denen eine Hebe- und Traglimite von 10 kg nicht
überschritten werde und keine Bewegung des rechten Arms oberhalb von 60°
durchgeführt werden müsse, bestehe eine zeitlich und leistungsmässig
uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Nach der allgemeinen Erfahrung bewirkten solche
Tätigkeiten bei den eindeutig objektivierbaren Befunden keine Schmerzprovokation.
B.c Die Gesamtbeurteilung ergab folgende Diagnosen: Chronische
Schulterschmerzen rechts (V.a. ein persistierendes leichtes subakromiales
Impingement, beginnende
AC-Gelenksarthrose, St.n. Abtragung eines Akromionsporns 08.03.02 und nach offener
Akromioplastik und Supraspinatussehnen-Refixation 31.08.01), chronisches
thorakolumbovertebrales Schmerzsyndrom ohne radikuläre Symptomatik (St.n.
Berstungsfraktur Th10 am 24.07.07 mit konservativer Behandlung und persistierender
Fischwirbeldeformität), rezidivierende depressive Störung gegenwärtig leichte bis
mittelgradige Episode, anhaltendes somatoformes Schmerzsyndrom sowie - ohne
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit - St.n. Meatotomie sowie innerer Urethrotomie am
06.11.07, fortgesetzter
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Nikotinkonsum und Medikamenten-Malcompliance. Die Sachverständigen der ABI
GmbH stellten fest, dass aus polydisziplinärer Sicht hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit
eine identische Einschätzung wie im Vorgutachten von 06/06 bestehe. Das neu
hinzugekommene thorakolumbovertebrale Syndrom wirke sich nicht zusätzlich aus, da
die Arbeiten bereits aufgrund des Zumutbarkeitsprofils bezüglich Schulter so
auszuwählen seien, dass kein weiter einschränkendes Zumutbarkeitsprofil aufgrund
des thorakolumbovertebralen Syndroms zu definieren sei. Bis zum Aufenthalt in der
Klinik Gais (10/05) habe nur eine Arbeitsunfähigkeit von 10% bestanden. Die
Arbeitsunfähigkeit sei bis zur Begutachtung 03/06 kontinuierlich angestiegen. Deshalb
sei ab der Mitte dieser Termine (01/06) eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit aus
psychiatrischer Sicht zu bestätigen. Seither betrage die Arbeitsunfähigkeit 30%. Dr.
F._ vom RAD hielt dazu am 22. Oktober 2009 fest, die medizinischen
Schlussfolgerungen im Gutachten seien gut nachvollziehbar (IV-act. 177).
C.
C.a Die IV-Stelle nahm einen Einkommensvergleich vor (IV-act. 178). Zur Ermittlung
des Valideneinkommens stellte sie auf ein Einkommen 2003 von Fr. 59'494.- ab, das
sie der Nominallohnentwicklung bis 2009 anpasste, was einen Betrag von Fr. 63'586.-
ergab. Zur Ermittlung des zumutbaren Invalideneinkommens ging sie von einem
statistischen Durchschnittseinkommen 2009 von Fr. 61'468.- aus. Bei einem
Arbeitsfähigkeitsgrad von 70% resultierte ein Einkommen von Fr. 43'028.-. Da die IV-
Stelle keine weiteren Abzüge vornahm, entsprach dies dem zumutbaren
Invalideneinkommen. Der Einkommensvergleich lieferte einen Invaliditätsgrad von 32%.
Mit einem Vorbescheid vom 5. November 2009 teilte die IV-Stelle dem Rechtsvertreter
des Versicherten mit, dass sie beabsichtige, das Rentengesuch abzuweisen (IV-act.
182).
C.b Der Rechtsvertreter des Versicherten wandte am 3. Dezember 2009 ein (IV-act.
184), es sei von einem wesentlich höheren Arbeitsunfähigkeitsgrad auszugehen. Auf
das Gutachten vom 23. September 2009 dürfe nicht abgestellt werden. Zur
Arbeitsfähigkeit seien Berichte des Psychiatrischen Zentrums D._, von Dr. med.
G._, Dr. med. I._ und der Klinik für Orthopädische Chirurgie einzuholen. Das
Valideneinkommen sei nach oben anzupassen, das Invalideneinkommen sei zu
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reduzieren (zusätzlicher Abzug von 25% vom Tabellenlohn). Am 18. Januar 2010 führte
der Rechtsvertreter des Versicherten ergänzend aus (IV-act. 188-1/14 bis 9/14), es sei
ab wann rechtens, allerspätestens ab 1. Mai 2003 eine ganze Invalidenrente
zuzusprechen; eventualiter seien weitere Abklärungen vorzunehmen. Er sei mit der
Arbeitsunfähigkeitsschätzung gemäss dem ABI-Gutachten nicht einverstanden.
Gemäss einem aktuellen Bericht des Psychiatrischen Zentrums D._, Tagesklinik,
bestehe aus psychischen Gründen eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Bereits früher
sei eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden, so dass nicht nachvollziehbar
sei, weshalb nur eine Arbeitsunfähigkeit von 30% bestanden haben solle. Die
Sachverständigen der ABI GmbH hätten nur auf eine Momentaufnahme abgestellt,
während den Arbeitsfähigkeitsschätzungen der behandelnden Ärzte eine
Langzeitbeurteilung zugrunde liege. Den behandelnden Ärzten könne nicht unterstellt
werden, sie seien nicht ausreichend neutral und objektiv gewesen. Im Gutachten fehle
eine eigentliche Auseinandersetzung mit den abweichenden Einschätzungen der
behandelnden Ärzte. Aufgrund der praktisch gegenteiligen Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit dränge sich eine Oberbegutachtung auf. Gemäss einem aktuellen
Bericht führten die Folgen der Wirbelfraktur auch bei körperlich leichten Arbeiten zu
Einschränkungen. Gemäss den Angaben der behandelnden Ärzte habe der
orthopädische Sachverständige der ABI GmbH die Wirbelsäule nicht ausreichend
abgeklärt. Deshalb sei ein neues orthopädisches und wirbelsäulenchirurgisches
Gutachten notwendig. Die behandelnde Ärztin habe auch die Einschätzung der
Schulterproblematik rechts durch den Sachverständigen der ABI GmbH gerügt. Weiter
hielt der Rechtsvertreter des Versicherten fest, die Sachverständigen der ABI GmbH
hätten die Wechselwirkungen zwischen den psychischen Leiden und den organischen
Leiden zuwenig berücksichtigt. Es könne nicht behauptet werden, dass die psychisch
bedingte Arbeitsunfähigkeit von 30% auch die Einschränkungen aus den
orthopädischen Leiden abdecke. Bei der Ermittlung des zumutbaren
Invalideneinkommens sei ein Abzug von 25% notwendig. Dr. med. H._, Oberarzt der
Tagesklinik des Psychiatrischen Zentrums D._, hatte dem Rechtsvertreter des
Versicherten am 18. Dezember 2009 angegeben (IV-act. 188-10/14 bis 11/14), die
Diagnose laute: Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige
Episode, mit somatischen Symptomen. Der Versicherte sei zu 100% arbeitsunfähig.
Auch zum Zeitpunkt der Untersuchung durch den "ABI-Psychiater" (24.08.09) habe
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eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vorgelegen. In körperlich leichten bis
mittelschweren, orthopädisch adaptierten Tätigkeiten und bei einem wohlwollenden
und ruhigen Arbeitsumfeld könnte mittel- bis langfristig eventuell eine Arbeitsfähigkeit
von 50% erreicht werden. Dringend empfohlen sei die Weiterführung der
tagesklinischen Psychotherapie und der Psychopharmakomedikation. Dr. med. I._,
Facharzt für Allgemeine Medizin FMH, D._, hatte gegenüber dem Rechtsvertreter des
Versicherten am 8. Dezember 2009 ausgeführt (IV-act. 188-12/14 bis 14/14), es
verstehe sich von selbst, dass die Rückenschmerzen zu einer zusätzlichen
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führten und zwar auch bei einer körperlich leichten
Arbeit. Er wisse nicht, weshalb die Sachverständigen der ABI GmbH auf eine genaue
Anamnese bezüglich der Rückenschmerzen verzichtet hätten. Für die gutachterliche
Beurteilung einer Wirbelfraktur mit Skoliosebildung und Kyphosierung sollten die
entsprechenden Winkel ausgemessen und dokumentiert werden. Im ganzen Gutachten
sei weder eine Angabe der Beschwerden noch eine adäquate klinische Untersuchung
oder eine korrekte Beschreibung des radiologischen Befundes der Wirbelsäule
vorhanden. Deshalb sei es nicht verwunderlich, dass die Wirbelfraktur für die
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit im ABI-Gutachten keine Rolle gespielt habe. Dort
fänden sich zudem fragwürdige Beurteilungen zum Gebrauch des rechten Arms. Der
Unfall mit dem Mofa beweise doch gerade, dass der Versicherten wegen der
Behinderung seines rechten Arms nicht fähig gewesen sei, ein Mofa zu lenken. Auch
bei einer vollständig unbrauchbaren rechten Schulter könne problemlos mit dem
rechten Arm geraucht werden; die Händigkeit werde nur schwer gewechselt. Eine
Restarbeitsfähigkeit könne nur noch an einem geschützten Arbeitsplatz realisiert
werden.
C.c Dr. F._ vom RAD hielt dazu am 26. Januar 2010 fest (IV-act. 189), Dr. L._ von
der Tagesklinik habe im Bericht vom 18. Dezember 2009 keinen Psychostatus geliefert
und nur summarisch und ohne Begründung festgehalten, dass die mittelgradige
depressive Episode, die im Dezember 2009 vorgelegen habe, eine Arbeitsunfähigkeit
von 100% begründet habe. Das sei so nicht nachvollziehbar und entspreche auch nicht
der vom Bundesgericht festgehaltenen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit bei einer
mittelgradigen depressiven Episode. Der orthopädische Gutachter der ABI GmbH habe
die verminderte Belastbarkeit der Wirbelsäule durchaus gewürdigt. Tatsache sei, dass
keine neurologischen Ausfälle vorlägen und dass der Versicherte 45 bis 60 Min. sitzen
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und zwei Stunden gehen könne. Der Bedarf nach vermehrten Pausen sei mit einer
Arbeitsfähigkeit von 70% gedeckt. Zwar fehlten die Winkelangaben, aber es bestehe
ein korrektes Alignement, was sich auf die Anordnung der dorsalen Kante der
Wirbelkörper beziehe. Diese sei wichtig in bezug auf eine allfällige
Rückenmarksschädigung. Die dorsale Kante sei nie am Unfallgeschehen beteiligt
gewesen. Die ventrale Situation habe weniger schwerwiegende Konsequenzen. Beim
rechten Arm bestehe bis 60° eine normale Funktion und in den Röntgenbildern sei eine
bessere Funktion dokumentiert, als der Versicherte vorgebracht habe. Die Einwände
des Rechtsvertreters des Versicherten enthielten keine neuen, bisher nicht bekannten
medizinischen Elemente. Es seien keine weiteren medizinischen Abklärungen
erforderlich. Auf die gutachterlichen Schlussfolgerungen könne abgestellt werden. Mit
einer Verfügung vom 26. Januar 2010 wies die IV-Stelle das Rentengesuch ab, da der
Invaliditätsgrad nur 32% betrage (IV-act. 190).
D.
Der Versicherte liess am 25. Februar 2010 Beschwerde erheben und sinngemäss die
Zusprache einer ganzen Invalidenrente ab wann rechtens, spätestens ab 1. Mai 2003
beantragen (act. G1). Eventualiter sei die Sache zur weiteren medizinischen Abklärung
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Zur Begründung machte der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers insbesondere geltend, dieser sei in einem
solchen Ausmass arbeitsunfähig, dass ein rechtsgenüglicher Einkommensvergleich
einen Anspruch auf eine Invalidenrente ergeben müsse. Er stütze sich dabei auf die
Einschätzungen des Psychiatrischen Zentrums D._ und von Dr. I._. Gemäss den
entsprechenden Berichten sei er bereits aufgrund seiner psychiatrischen Erkrankung zu
100% arbeitsunfähig. Die ABI GmbH und die Beschwerdegegnerin hätten übersehen,
dass die mindestens mittelgradige depressive Störung ein selbständiges, vom
psychogenen Schmerzsyndrom losgelöstes Leiden mit IV-rechtlich relevanter
Arbeitsunfähigkeit sei. Die ABI GmbH habe sich nicht ausreichend mit anderen
psychiatrischen Einschätzungen auseinandergesetzt, so dass nicht nachvollziehbar sei,
weshalb die Auffassung zahlreicher Behandler nicht geteilt werde. Sowohl das
Psychiatrische Zentrum als auch die Psychiatrische Klinik C._ seien staatliche
Stellen, denen nicht unterstellt werden dürfe, sie seien nicht ausreichend neutral und
objektiv. Falls nicht auf deren Arbeitsfähigkeitsschätzung abgestellt werden sollte, sei
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zwingend eine psychiatrische Oberbegutachtung notwendig. Die ABI GmbH habe in
ihrer früheren Gutachten andere Diagnosen gestellt und andere
Arbeitsfähigkeitsschätzungen abgegeben, weshalb auch seine Objektivität fraglich sei.
Das ABI-Gutachten vermöge gemäss den Angaben von Dr. I._ den Anforderungen an
ein Gutachten (Vollständigkeit, Nachvollziehbarkeit, Schlüssigkeit) nicht zu genügen. In
bezug auf die Rückenbeschwerden sei ebenfalls eine Oberbegutachtung notwendig.
Dasselbe gelte für die Schulterproblematik rechts. Die Würdigung der
Wechselwirkungen zwischen dem psychischen und den somatischen Beschwerden sei
unterblieben. Es könne nun nicht gesagt werden, die Einschränkungen als Folge der
somatischen Leiden enthielten auch die Einschränkungen als Folge des psychischen
Leidens. Bei der Bemessung des zumutbaren Invalideneinkommens müsse ein
zusätzlicher Abzug von mindestens 20% erfolgen, weil zahlreiche Diagnosen
bestünden. Zusammen mit dem Teilzeitnachteil resultiere ein Abzug im Umfang des
Maximums von 25%. Dr. I._ hatte am 12. Februar 2010 nochmals Stellung
genommen und ausgeführt, der Beschwerdeführer weise mit seiner Wirbelfraktur einen
Befund auf, bei dem jeder unvoreingenommene Arzt davon ausgehen würde, dass
belastungsabhängige Beschwerden bestünden (act. G1.5). In einer solchen Situation
sei von einem orthopädischen Gutachten zu erwarten, dass es die vorhandenen
Beschwerden genau angebe, den klinischen und radiologischen Befund exakt
beschreibe und detailliert angebe, wie weit die Beschwerden zu einer Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit führten. Das alles sei im ABI-Gutachten vom 23. September 2009
nicht zu finden. Dass der RAD ein fachlich absolut ungenügendes Gutachten akzeptiere
(natürlich nur wenn es "positiv" für die Invalidenversicherung sei), entspreche seiner
Erfahrung.
E.
Die Beschwerdegegnerin beantragte am 30. März 2010 die Abweisung der
Beschwerde (act. G3). Sie machte geltend, die ABI GmbH habe eigene Aufnahmen der
BWS angefertigt. Die angegebenen Beschwerden hätten sich zwar qualitativ, aber nicht
quantitativ erklären lassen. Die Aufnahmen zeigten eine Fischwirbeldeformität von Th10
nach erlittener Kneifzangenfraktur. Es sei aber von einem konstanten Befund
auszugehen, der eine verminderte Belastbarkeit des Rumpfs, insbesondere im
thorakolumbalen Übergangsbereich erkläre. Es sei nachvollziehbar, dass sich diese
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verminderte Belastbarkeit in angepassten Tätigkeiten nicht auf die Arbeitsfähigkeit
auswirke. Die Abklärung durch die ABI GmbH sei also in somatischer Hinsicht nicht zu
bemängeln. Die rezidivierende depressive Störung könne zwar nicht als blosse
Begleiterscheinung der somatoformen Schmerzstörung und damit als nicht-
invalidisierend eingestuft werden. Jedoch sei nur eine leichtgradige Depressivität
festgestellt worden. Damit fehle es an einer von der somatoformen Schmerzstörung
klar unterscheidbaren, andauernden Depression. Da die somatoforme Schmerzstörung
überwindbar sei, komme auch ihr keine invalidisierende Wirkung zu. Das ABI-
Gutachten habe zwar vollen Beweiswert, aber der Feststellung des psychiatrischen
Experten, dem Beschwerdeführer könne nur die Willensanstrengung zugemutet
werden, zu 70% einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, könne nicht beigepflichtet
werden. Es liege kein psychisches Leiden vor, das die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers beeinträchtigen würde. Die früheren Arbeitsfähigkeitsschätzungen
aus psychiatrischer Sicht seien vom Versicherungsgericht im Rückweisungsentscheid
als nicht überzeugend qualifiziert worden. Das müsse auch für den Bericht der
Tagesklinik vom 18. Dezember 2009 gelten. Die Sachverständigen der ABI GmbH
hätten über die Krankengeschichte verfügt, weshalb ihre Einschätzung nicht auf einer
Momentaufnahme beruht habe. Für die gesamte massgebende Zeit müsse von einer
Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit von 100% ausgegangen werden. Selbst
bei einer Arbeitsunfähigkeit von 30% bestünde kein Rentenanspruch, denn einem
Valideneinkommen von Fr. 58'500.- (gemäss dem Arbeitgeberfragebogen) wäre ein
zumutbares Invalideneinkommen gegenüberzustellen, das ausgehend von einem
Durchschnittseinkommen von Fr. 57'008.- zu ermitteln wäre. Ein Teilzeitabzug wäre
nicht gerechtfertigt, da der Beschwerdeführer ganztags mit reduzierter Leistung tätig
sein könnte. Es gebe auch keinen anderen Grund für einen zusätzlichen Abzug. Bei
einem zumutbaren Invalideneinkommen von Fr. 39'906.- resultiere ein Invaliditätsgrad
von lediglich 32%.
F.
In seiner Replik vom 11. Juni 2010 (act. G10) liess der Beschwerdeführer einwenden,
die Abklärung durch die ABI GmbH sei in somatischer Hinsicht zu beanstanden, wie
Dr. I._ klargestellt habe. Die Stellungnahme des RAD sei nicht stichhaltig, denn sie
übergehe, dass die Kneifzangenfraktur in einer Fehlstellung abgeheilt sei, so dass
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davon auszugehen sei, dass belastungsabhängige Schmerzen resultierten. Falls nicht
auf die Feststellungen von Dr. I._ abgestellt werden sollte, seien weitere medizinische
Abklärungen unerlässlich. Dr. I._ habe auch belegt, dass im Gutachten in bezug auf
die Gebrauchsfähigkeit des rechten Arms
falsche Schlüsse gezogen worden seien. Die Beschwerdegegnerin gehe
fälschlicherweise davon aus, dass nur eine leicht bedrückte depressive Stimmungslage
bestehe. Tatsächlich liege gemäss der Einschätzung des Psychiatrischen Zentrums
D._ eine mittelschwere bzw. eine mittschwere bis schwere Depression vor. Auch hier
beruhe die Einschätzung durch den Sachverständigen der ABI GmbH auf einer
Momentaufnahme, diejenige der behandelnden Ärzte hingegen auf einer
Langzeitbeobachtung. Die mindestens mittelschwere Depression sei ein selbständiges
psychisches Leiden, das auch durch eine zumutbare Willensanstrengung nicht zu
überwinden sei. Es bestünden nämlich chronische körperliche Begleiterkrankungen, ein
mehrjähriger, unveränderter, allenfalls progredienter Krankheitsverlauf, ein
ausgeprägter sozialer Rückzug, schwere Antriebsstörungen, Konzentrationsstörungen,
ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr angehbarer innerseelischer Verlauf, eine
verunglückte Konfliktbewältigung und unbefriedigende Behandlungsergebnisse. Die
Arbeitsfähigkeitsschätzungen der behandelnden Ärzte seien unter Berücksichtigung
des Kriteriums der zumutbaren Willensanstrengung erfolgt.
G.
Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 22. Juni 2010 auf eine Duplik (act. G12).

Erwägungen:
1.
Gemäss Art. 16 ATSG ist das Einkommen, das eine versicherte Person nach dem
Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der medizinischen Behandlung und
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung
zu setzen zum Erwerbseinkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn
sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Die Ermittlung des Validen- und
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des Invalideneinkommens setzt die vorgängige Bestimmung der Validen- und der
Invalidenkarriere voraus.
1.1 In der ersten Anmeldung zum Leistungsbezug (vgl. IV-act. 1) hat der
Beschwerdeführer angegeben, er habe in seinem Herkunftsland eine Anlehre als
Schlosser absolviert. Er sei in der Schweiz als Schlosser tätig gewesen. Die Z._ AG
hat den Beschwerdeführer in ihrem Bericht vom 7. Juni 2002 als Werkstattmitarbeiter
bezeichnet (vgl. IV-act. 3). Die J._ AG hat am 12. Juni 2002 angegeben, sie habe den
Beschwerdeführer als ungelernten Hilfsschlosser beschäftigt (vgl. IV-act. 7). Im ersten
Gutachten der ABI GmbH (vgl. IV-act. 64) ist im Rahmen der persönlichen Anamnese
angegeben worden, der Beschwerdeführer habe in seinem Herkunftsland eine Lehre
als Mechaniker begonnen, aber nicht abgeschlossen. In der Schweiz sei der
Beschwerdeführer zunächst im Gastgewerbe tätig gewesen, bevor er als Hilfsschlosser
und später als Spritzlackierer tätig gewesen sei. Auch an der letzten Arbeitsstelle sei
der Beschwerdeführer als Hilfsschlosser beschäftigt worden. Das letzte
Arbeitsverhältnis ist vom Arbeitgeber, der J._ AG, aufgrund der Erkrankung des
Beschwerdeführers per 5. August 2002 aufgelöst worden (vgl. IV-act. 7). Nichts deutet
darauf hin, dass der Beschwerdeführer, wäre er gesund geblieben, seine Stelle als
Hilfsschlosser bei der J._ AG irgendwann aufgegeben hätte, um eine qualifiziertere
und damit höher entlöhnte Stelle anzunehmen, zumal ihm die dazu notwendigen
beruflichen Kenntnisse und Erfahrungen gefehlt hätten. Es gibt aber auch kein Indiz
dafür, dass der Beschwerdeführer beabsichtigt hätte, sich beruflich weiterzubilden, um
dann ein höheres Einkommen erzielen zu können. Die Validenkarriere besteht deshalb
in einer Betätigung als Hilfsschlosser. Laut den Angaben der J._ AG (vgl. IV-act. 7)
hätte der Beschwerdeführer dabei im Jahr 2002 einen Bruttolohn von Fr. 58'500.--
erzielt. Gemäss den Angaben im Anhang 2 zu der von der Informationsstelle AHV/IV
herausgebrachten Textausgabe des IVG hat der Durchschnittslohn der Hilfsarbeiter
aller Branchen Fr. 57'008.-- betragen. Dem Beschwerdeführer ist also ein leicht über
dem durchschnittlichen Hilfsarbeiterlohn liegendes Einkommen ausgerichtet worden.
Da er die Stelle bei der J._ AG krankheitsbedingt hat aufgeben müssen, besteht die
Validenkarriere nicht in einer durchschnittlichen Hilfsarbeit, sondern in der weiteren
Beschäftigung bei der J._ AG. Darauf ist zur Ermittlung des Valideneinkommens
abzustellen. Dr. K._ hat am 7. Juni 2002 eine Arbeitsunfähigkeit für die Periode 30.
August 2001 bis 14. April 2002 und dann ab 27. Mai 2002 eine durchgehende
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Arbeitsunfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit angegeben. Demnach müsste
von einem erheblichen Unterbruch der Arbeitsunfähigkeit (Art. 29 IVV i.V.m. Art. 28
Abs. 1 lit. b IVG bzw. aArt. 29 Abs. 1 lit. b IVG) vom 15. April bis 26. Mai 2002
ausgegangen werden. Das Wartejahr, mit dessen Erfüllung ein allfälliger
Rentenanspruch (nach dem auf den vorliegenden Fall aufgrund einer lückenfüllenden
Übergangsbestimmung zur 5. IV-Revision in den IV-Rundschreiben Nr. 253 weiterhin
anwendbaren aArt. 29 Abs. 1 lit. b IVG) entstanden wäre, hätte demnach erst im Jahr
2002 zu laufen begonnen und wäre im Jahr 2003 absolviert gewesen. Nun weist der
Bericht der J._ AG vom 12. Juni 2002 aber eine durchgehende Arbeitsunfähigkeit
des Beschwerdeführers ab dem 30. August 2001 aus. Das lässt den Schluss zu, dass
die Angaben von Dr. K._ vom 7. Juni 2002 auf einem Versehen beruhen. Das
Wartejahr ist demnach am 31. Juli 2002 erfüllt gewesen, so dass ab 1. August 2002 ein
Rentenanspruch zu prüfen ist. Demnach hat ein erster Einkommensvergleich auf der
Grundlage der Einkommen des Jahres 2002 zu erfolgen.
1.2 Da der Beschwerdeführer keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgeht, lässt sich auch
die Invalidenkarriere nur hypothetisch bestimmen. Massgebend sind einerseits die
beruflichen Kenntnisse und Erfahrungen, d.h. die berufliche Qualifikation des
Beschwerdeführers, und andererseits die Art der Behinderung, indem sie das Spektrum
der noch in Frage kommenden Erwerbstätigkeiten einschränkt. Der Beschwerdeführer
ist immer nur als Hilfsarbeiter tätig gewesen. Er verfügt nicht über qualifizierte
berufliche Kenntnisse oder Erfahrungen. Seine Invalidenkarriere besteht deshalb in
einer Hilfsarbeit. Das gilt allerdings nur dann, wenn aus einem Einkommensvergleich
zwischen dem oben ermittelten Valideneinkommen und dem in einer
behinderungsadaptierten Hilfsarbeit erzielbaren Einkommen keine Erwerbseinbusse
von 40% oder mehr (Art. 28 Abs. 2 IVG) resultiert. Erreicht die Erwerbseinbusse die
Grenze von 40%, so besteht zunächst noch kein Rentenanspruch. Stattdessen liegt ein
Anwendungsfall des Grundsatzes "Eingliederung vor Rente" (vgl. U. Kieser, ATSG-
Kommentar, 2. A., Vorbemerkungen N. 47) vor. Das bedeutet, dass versucht werden
muss, das zumutbare Invalideneinkommen durch Eingliederungsmassnahmen so zu
erhöhen, dass die Erwerbseinbusse weniger als 40% beträgt, im Idealfall sogar ganz
überwunden werden kann. Die Eingliederung kann sich auf die medizinische
(Verminderung der Arbeitsunfähigkeit) oder auf die erwerbliche Komponente der
drohenden Invalidität beziehen. Im vorliegenden Fall kommt aufgrund der Art der
ter
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Gesundheitsbeeinträchtigungen wohl nur eine berufliche Eingliederung in Frage. Das
Ziel einer beruflichen Eingliederung muss es sein, dem Beschwerdeführer berufliche
Kenntnisse und Fähigkeiten zu vermitteln, die es ihm erlauben, beim bestehenden
(nicht verminderbaren) Arbeitsfähigkeitsgrad ein über dem Hilfsarbeiterlohn liegendes
Erwerbseinkommen zu erzielen, d.h. durch eine qualifizierte Berufsausbildung das
Wertschöpfungspotential der verbliebenen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
anzuheben. Wäre eine solche "höherwertigen" Umschulung des Beschwerdeführers
erfolgreich, würde sein zumutbare Invalideneinkommen idealerweise so hoch ausfallen,
dass die Erwerbseinbusse bzw. der Invaliditätsgrad unter 40% sinken würde. Die Akten
enthalten keine Indizien dafür, dass der Beschwerdeführer intellektuell und
wesensmässig in der Lage wäre, sich zunächst die notwendigen schulischen
Grundlagen zu verschaffen und dann eine qualifizierte Berufsausbildung zu
absolvieren. Berücksichtigt man zudem, dass der Beschwerdeführer durch seine
Erkrankung auch für die berufliche Eingliederung nur eingeschränkt "arbeitsfähig" wäre,
wodurch die Umschulung nicht nur erheblich verlängert, sondern auch entsprechend
erschwert würde, so kann in antizipierender Beweiswürdigung davon ausgegangen
werden, dass die berufsberaterische Abklärung die fehlenden Erfolgsaussichten einer
höherwertigen Umschulung aufzeigen würde. In dieser Situation ist festzustellen, dass
der Grundsatz "Eingliederung vor Rente" nicht verletzt ist, wenn auf einen Versuch der
höherwertigen beruflichen Eingliederung des Beschwerdeführers - und damit auf eine
Rückweisung der Streitsache an die Beschwerdegegnerin - verzichtet und direkt ein
allfälliger Rentenanspruch geprüft wird.
Im ersten Gutachten der ABI GmbH vom 5. November 2004 (vgl. IV-act. 64-17) ist die
behinderungsadaptierte Erwerbstätigkeit folgendermassen definiert worden: Körperlich
leichte bis mittelschwere Tätigkeiten unter Ausschluss von Überkopfarbeiten bzw. mit
hängenden Armen. Im zweiten Gutachten der ABI GmbH vom 8. Juni 2006 (vgl. IV-act.
99-22) ist die behinderungsadaptierte Tätigkeit genauer definiert worden: Körperlich
leichte bis höchstens mittelschwere Tätigkeiten ohne Bewegungen der Arme oberhalb
von 60°. Diese Definition hat im dritten Gutachten der ABI GmbH vom 23. September
2009 (vgl. IV-act. 176-30) keine Veränderung mehr erfahren. Die Sachverständigen
haben darauf hingewiesen, dass sich das neu hinzugekommene
thorakolumbovertebrale Syndrom nicht auswirke, weil das Zumutbarkeitsprofil
bezüglich Schulter ausreiche, um auch die Einschränkungen als Folge dieses
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Syndroms abzudecken. Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen hat in seinem
rechtskräftigen Urteil vom 20. Januar 2009 festgehalten, es stehe fest, dass der
Beschwerdeführer bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung (10. Juli 2007) in einer
angepassten Erwerbstätigkeit aus somatischer Sicht zu 100% arbeitsfähig gewesen
sei. Daraus folgt, dass auch die Umschreibung der behinderungsadaptierten
Erwerbstätigkeit bis zum 10. Juli 2007 feststeht. Zu prüfen ist vorliegend also nur, ob
sich an dieser Umschreibung nach dem 10. Juli 2007 etwas geändert hat. Der
Beschwerdeführer hatte wenige Tage nach dem Erlass der Verfügung vom 10. Juli
2007 im Ausland einen Unfall mit dem Mofa erlitten, bei dem er sich eine
Berstungsfraktur des 10. Brustwirbelkörpers zugezogen hatte. Trotz einer
Kneifzangenfraktur war er mit einem Gipskorsett versorgt worden. Auch nach der
Rückkehr in die Schweiz war eine Operation unterblieben. Dazu hielt der orthopädische
Sachverständige der ABI GmbH im dritten Gutachten (vgl. IV-act. 176-26) fest, die neu
angefertigten Röntgenbilder zeigten nach wie vor die deutliche Fischwirbeldeformität
von Th10. Gemäss dem Bericht des Kantonsspitals St. Gallen dürfte es sich um einen
weitgehend konstanten Befund handeln. Dieser erkläre zwar eine verminderte
Belastbarkeit des Rumpfs, aber wenn während der leichten bis höchstens
mittelschweren Arbeit Wechselpositionen eingenommen werden könnten und die
Hebe- und Tragelimite von 10 kg nicht überschritten werde, komme es
erfahrungsgemäss nicht zu einer Schmerzeskalation, die eine solcherart adaptierte
Tätigkeit als objektiv unzumutbar erscheinen lassen würde. Der orthopädische
Sachverständige hat ausserdem angegeben, in bezug auf das Zustandsbild an der
rechten Schulter habe sich keine Veränderung seit der letzten Begutachtung ergeben.
Dr. I._ hat am 8. Dezember 2009 eingewendet (vgl. IV-act. 188-12), der
Beschwerdeführer könne in Ruhe nur noch 45 bis 60 Min. sitzen. Dann müsse er
aufstehen und umhergehen. Gehen könne der Beschwerdeführer während ca. zwei
Stunden, wobei er jeweils nach 30 Min. eine Pause machen und sich hinsetzen müsse.
Die vom Beschwerdeführer angegebenen Rückenschmerzen seien angesichts der
genauen Diagnose absolut plausibel. Der orthopädische Sachverständige der ABI
GmbH habe den Beschwerdeführer nicht lege artis abgeklärt. Tatsächlich stimmen
diese von Dr. I._ angegebenen Einschränkungen aber sehr weitgehend mit der
Umschreibung einer adaptierten Tätigkeit durch den orthopädischen Sachverständigen
der ABI GmbH überein: Wer 45 bis 60 Min. ruhig sitzen kann und erst dann
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umhergehen muss und wer bis zu zwei Stunden gehen kann und sich dabei nur alle 30
Min. ausruhen und hinsetzen muss, der ist in einer wechselbelastenden körperlich
leichten bis höchstens mittelschweren Tätigkeit ohne weiteres einsetzbar, zumal wenn
er die Arme nicht über 60°anheben und wenn er keine Gewichte über 10 kg heben oder
tragen muss. Dr. I._ hat nicht erklärt, weshalb der Beschwerdeführer seiner
Auffassung nach nur noch in einer geschützten Werkstätte sollte eingesetzt werden
können. Die körperlichen Einschränkungen können nicht der Grund sein, denn der
allgemeine und ausgeglichene Arbeitsmarkt stellt in praktisch allen Branchen
Arbeitsplätze zur Verfügung, in denen dieses Arbeitsprofil eingehalten werden kann. Dr.
I._ hätte die Beschränkung auf das Arbeiten in einer geschützten Werkstätte wohl mit
dem psychischen Gesundheitszustand des Beschwerdeführers begründet, wenn er
danach gefragt worden wäre. Da die Abklärung durch den orthopädischen
Sachverständigen auch in bezug auf das Rückenleiden ausreichend gewesen ist, steht
mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass der
Beschwerdeführer in einer körperlich leichten bis höchstens mittelschweren,
wechselbelastenden Tätigkeit ohne Einsatz der Arme über 60° und mit einer Hebe- und
Traglimite von maximal 10 kg in der freien Wirtschaft als Arbeitnehmer eingesetzt
werden kann. Der allgemeine und ausgeglichene Arbeitsmarkt weist in praktisch allen
Branchen adaptierte Arbeitsplätze für Hilfsarbeiter auf. Die Invalidenkarriere des
Beschwerdeführers besteht also in einer adaptierten Hilfsarbeit.
1.3 Zu bestimmen bleibt der Arbeitsfähigkeitsgrad in einer adaptierten
Erwerbstätigkeit. Im ersten Gutachten der ABI GmbH haben die Sachverständigen
angegeben, aus orthopädischer Sicht bestehe in einer adaptierten Tätigkeit keine
Arbeitsunfähigkeit und aus psychiatrischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit um 10%
eingeschränkt, weil der Beschwerdeführer an Konzentrations- und
Aufmerksamkeitsstörungen leide. Die von Dr. G._ festgestellte Beschränkung auf
eine halbtägige Arbeit in einem geschützten Rahmen bestehe nicht mehr; es könne
davon ausgegangen werden, dass die medikamentöse und die Gesprächstherapie das
psychiatrische Krankheitsbild nachhaltig verbessert hätten. Im zweiten Gutachten der
ABI GmbH hat der psychiatrische Sachverständige festgehalten, bei der depressiven
Episode scheine es sich um ein labiles pathologisches Geschehen zu handeln. Die
bisherigen Behandlungen hätten zeitweise zu einem Teilerfolg geführt. Die
Arbeitsfähigkeit sei um 30% eingeschränkt. Der Beschwerdeführer benötige nämlich
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vermehrt Pausen, weil sich die Beschwerden seit der letzten Begutachtung verstärkt
hätten. Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen hat in seinem Entscheid vom
20. Januar 2009 festgestellt, dass der massgebende Arbeitsunfähigkeitsgrad in einer
behinderungsadaptierten Tätigkeit bis zum ersten Gutachten 10% betragen habe.
Wann der Arbeitsunfähigkeitsgrad in einer solchen Tätigkeit auf 30% angestiegen sei,
lasse sich den ihm vorliegenden medizinischen Akten nicht entnehmen. Deshalb werde
die Sache zur Ermittlung des Zeitpunkts, in dem dieser Anstieg stattgefunden habe, an
die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen. Aus diesem Entscheid des
Versicherungsgerichts folgt, dass bis September 2004 für eine adaptierte Tätigkeit mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 10% bestanden hat und
dass der Beschwerdeführer im März 2006 in einer adaptierten Tätigkeit zu 30%
arbeitsunfähig gewesen ist. In ihrem dritten Gutachten haben die Sachverständigen der
ABI GmbH angegeben, die Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit sei
zwischen dem ersten und dem zweiten Gutachten kontinuierlich von 10% auf 30%
angestiegen. Ab Januar 2006 sei von einer Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten
Tätigkeit von 30% auszugehen. Daran habe sich in der Folge bis zur dritten
Begutachtung und bis auf weiteres nichts geändert. Der Beschwerdeführer beruft sich
für seine Auffassung, er sei aus psychischen Gründen in der freien Wirtschaft für jede
Art von Erwerbstätigkeit zu 100% arbeitsunfähig, insbesondere auf die von ihm selbst
eingeholte Stellungnahme von Dr. L._ vom 18. Dezember 2009 (IV-act. 188-10). Dr.
L._ hat angegeben, die mittelgradige depressive Störung habe momentan eine
Arbeitsunfähigkeit von 100% zur Folge. Begründet hat er seine Einschätzung nicht.
Trotzdem betrachtet der Beschwerdeführer die Meinung von Dr. L._ als mit
Selbstverständlichkeit richtig und die Arbeitsfähigkeitsschätzung der Sachverständigen
der ABI GmbH demnach als nachgewiesenermassen falsch. Er begründet seine
Auffassung damit, dass sich Dr. L._ auf einen langen Behandlungs- und
Beurteilungszeitraum habe abstützen können, während die Untersuchung durch die
Sachverständigen der ABI GmbH nur eine Momentaufnahme gewesen sei. Das
psychiatrische Krankheitsbild habe über einen langen Zeitraum hinweg eine
mittelgradige bis schwere depressive Episode beinhaltet. Dementsprechend bestünden
schwere Antriebsstörungen, Konzentrationsstörungen, ein ausgeprägter sozialer
Rückzug usw. Das immer wieder vorgebrachte Argument, die psychiatrische
Begutachtung sei nur eine Momentaufnahme, die in bezug auf den
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Arbeitsfähigkeitsgrad kaum einen Beweiswert haben könne, während die
Langzeitbeobachtung durch den behandelnden Arzt ohne weiteres der
Arbeitsfähigkeitsschätzung einen sehr hohen Beweiswert verschaffe, ist zum einen
nicht stichhaltig und zum anderen im vorliegenden Fall fehl am Platz. Der
Beschwerdeführer ist nämlich über mehrere Jahre hinweg in regelmässigen Abständen
von derselben Institution begutachtet worden, wobei jeweils die Berichte der
behandelnden Ärzte beigezogen worden sind. Obwohl dabei verschiedene
Sachverständige beteiligt gewesen sind, hat dies die (seltene) Möglichkeit eröffnet,
auch einmal gestützt auf eine langfristige Beobachtung berichten zu können. Im Fall
des Beschwerdeführers liegt also eine Langzeitbeobachtung vor. Allerdings stammt sie
nicht von einem behandelnden Arzt, sondern von unabhängigen medizinischen
Sachverständigen. Die Langzeitbeobachtung durch einen behandelnden Arzt kann im
Übrigen den Beweiswert der Arbeitsfähigkeitsschätzung sogar vermindern. Sie setzt
den Arzt nämlich der Gefahr aus, die über lange Zeit konsequent demonstrierte und im
Alltag umgesetzte, aber rein subjektive Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung seines
Patienten - insbesondere angesichts der gescheiterten Therapiebemühungen - als
objektiv zu betrachten und deshalb die Stärke der Beschwerden und die Höhe der
Arbeitsunfähigkeit zu überschätzen. Die häufige Differenz zwischen den
Arbeitsfähigkeitsschätzungen der behandelnden Ärzte und den
Arbeitsfähigkeitsschätzungen der unabhängigen Sachverständigen beruht oft
zusätzlich auf dem Umstand, dass abweichende Definitionen der Arbeitsfähigkeit
verwendet werden. Der bei der Bemessung des Invalideneinkommens relevante
Arbeitsfähigkeitsbegriff enthält nämlich notwendigerweise immer das Element der
zumutbaren Willensanstrengung. Die Arbeitsunfähigkeit ist also weder die subjektive
Krankheitsüberzeugung der versicherten Person und daraus resultierend die
Überzeugung, nicht mehr arbeitsfähig zu sein, noch die therapeutische Sicht der
Befreiung von der Pflicht, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, um damit die
Wiederherstellung der Gesundheit zu fördern. Während behandelnde Ärzte oft
unbewusst diese beiden Elemente in ihre Arbeitsfähigkeitsschätzung einfliessen lassen,
stützen sich die Sachverständigen auf den "objektiven" Arbeitsfähigkeitsbegriff, d.h.
auf das Mass an Leistung, das die versicherte Person erbringen könnte, wenn sie die
zumutbare Willensenergie einsetzen würde, um trotz der Schmerzen oder anderer
Beschwerden zu arbeiten. Der Beschwerdeführer wäre nach der Einschätzung der
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Sachverständigen der ABI GmbH in der Lage, seine über das nachweisbare Mass
hinaus subjektiv empfundenen Schmerzen und die aus der depressiven Verstimmung
resultierenden Beschwerden durch eine zumutbare Willensanstrengung zu überwinden
und im Ausmass von 90%, seit Januar 2006 noch im Ausmass von 70%, einer
adaptierten Erwerbstätigkeit nachzugehen. Die dagegen vorgebrachten Einwände sind
nicht stichhaltig.
1.4 Die Beschwerdegegnerin hat nachträglich geltend gemacht, es sei von einer
uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Erwerbstätigkeit auszugehen.
Zur Begründung hat sie sich auf die höchstrichterliche Rechtsprechung berufen, die bei
verschiedenen psychiatrischen Diagnosen von der Vermutung ausgeht, dass nur eine
rein subjektive Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung vorliege, die bei einer zumutbaren
Willensanstrengung vollumfänglich überwindbar sei: "Die - nur in Ausnahmefällen
anzunehmende - Unzumutbarkeit einer willentlichen Schmerzüberwindung und eines
Wiedereinstiegs in den Arbeitsprozess setzt jedenfalls das Vorliegen einer
mitwirkenden, psychisch ausgewiesenen Komorbidität von erheblicher Schwere,
Intensität, Ausprägung und Dauer oder aber das Vorhandensein anderer qualifizierter,
mit gewisser Intensität und Konstanz erfüllter Kriterien voraus" (BGE 130 V 354). Diese
anderen Kriterien sind: Chronische körperliche Begleiterkrankungen, ein mehrjähriger,
chronifizierter Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progredienter Symptomatik
ohne länger dauernde Rückbildung, ein sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens,
ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer Verlauf einer an sich
missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer
Krankheitsgewinn) oder das Scheitern einer konsequent durchgeführten ambulanten
oder stationären Behandlung trotz kooperativer Haltung der versicherten Person. "Je
mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die entsprechenden Befunde
darstellen, desto eher sind - ausnahmsweise - die Voraussetzungen für eine zumutbare
Willensanstrengung zu verneinen" (BGE 131 V 51). Diese Erwägungen des
Bundesgerichts könnten den Eindruck erwecken, dass es nur ein Entweder-Oder gebe,
dass also entweder eine vollständige Arbeitsfähigkeit oder eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit vorliege, d.h. dass es bei den entsprechenden psychiatrischen
Diagnosen nie eine Teilarbeitsfähigkeit geben könne. Tatsächlich können gewisse
Auswirkungen psychischer Krankheiten aber durchaus unüberwindbar sein. Dazu
gehören etwa Konzentrationsstörungen, die zu einer Reduktion der objektiv
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erbringbaren Arbeitsleistung pro Zeiteinheit und damit zu einer Arbeitsfähigkeit führen.
Sie können durch eine zumutbare Willensanstrengung nicht einfach überwunden
werden. Wenn ein psychiatrischer Sachverständiger also bei einer Diagnose, die unter
die obgenannte höchstrichterliche Rechtsprechung fällt, eine Teilarbeitsfähigkeit
angibt, dann können dafür nicht nur die von der Rechtsprechung genannten Kriterien,
sondern auch rein medizinische Kriterien verantwortlich sein. Im vorliegenden Fall sind
sowohl die chronischen somatischen Beeinträchtigungen, die zwar nicht besonders
schwerwiegend, aber dafür vielfältig sind, als auch die direkt aus der psychischen
Erkrankung fliessenden Nachteile, die einen zusätzlichen Pausenbedarf zur Folge
haben, für die Arbeitsunfähigkeit von zunächst 10%, ab Januar 2006 dann von 30%
verantwortlich. Es steht deshalb mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit fest, dass der Beschwerdeführer in einer adaptierten
Erwerbstätigkeit bis 2005 zu 10% und ab Januar 2006 zu 30% arbeitsunfähig gewesen
ist.
1.5 Gemäss dem oben Dargelegten ist mit dem Ablauf des sogenannten Wartejahrs
am 31. Juli 2002 ab 1. August 2002 ein Anspruch auf eine Invalidenrente zu prüfen. Das
Valideneinkommen entspricht dem von der J._ AG ausgerichteten Lohn. Dieser hat
sich gemäss den Angaben dieses Arbeitgebers vom 12. Juni 2002 im Jahr 2002 auf Fr.
58'500.-- belaufen. Da der Beschwerdeführer keiner Erwerbstätigkeit mehr
nachgegangen ist, besteht die - hypothetische - Invalidenkarriere in einer
behinderungsadaptierten durchschnittlichen Hilfsarbeit in irgendeiner Branche. In
dieser Situation ist praxisgemäss vom Durchschnittseinkommen der Hilfsarbeiter aller
Branchen auszugehen. Dieses Durchschnittseinkommen hat sich gemäss dem Anhang
2 zu der von der Informationsstelle AHV/IV veröffentlichten Textausgabe 2008 des IVG
im Jahr 2002 auf Fr. 57'008.-- belaufen. Bei einem Arbeitsfähigkeitsgrad von 90%
entspricht das einem Jahreseinkommen von Fr. 51'307.--. Da der Beschwerdeführer
bereits im Jahr 2002 an den bekannten psychischen Problemen gelitten hat, die einem
hypothetischen Arbeitgeber erhebliche Umstände und Nachteile im Vergleich zu
gesunden Hilfsarbeitern verursacht hätten (fehlende Flexibilität betreffend
Tagesarbeitszeit und Einsatzfähigkeit an nicht adaptierten Arbeitsplätzen, effektive oder
auch nur befürchtete Gefahr überdurchschnittlicher Krankheitsabsenzen, kurzfristig
schwankende Leistungsfähigkeit, Bedarf nach besonderer Rücksichtnahme usw.),
rechtfertigt sich ein Tabellenlohnabzug von 15%. Damit beläuft sich das zumutbare
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Invalideneinkommen auf Fr. 43'611.--. Die behinderungsbedingte Lohneinbusse von Fr.
14'889.-- entspricht einem Invaliditätsgrad von - abgerundet - 25%. Damit besteht
gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG kein Anspruch auf eine Invalidenrente. In ihrem Gutachten
vom 23. September 2009 hat die ABI GmbH überzeugend dargelegt, dass der
Arbeitsfähigkeitsgrad des Beschwerdeführers in einer adaptierten Erwerbstätigkeit ab
Januar 2006 nur noch 70% betragen habe. Aufgrund dieser Veränderung ist für die Zeit
ab 1. Januar 2006 ein entsprechend angepasster Einkommensvergleich anzustellen.
Die Validenkarriere ist weiterhin diejenige eines Hilfsschlossers bei der J._ AG.
Gemäss der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturentwicklung
2005, Anhang Tabelle T1.93, ist der Nominallohn in der Branche 27-28 (Erzeugung und
Bearbeitung von Metall, Herstellung von Metallerzeugnissen) von 2002 bis 2005 von
111,1% auf 113,8% angestiegen. Im Jahr 2005 hätte der Beschwerdeführer deshalb
Fr. 59'922.-- verdient. Gemäss der Lohnentwicklung 2006, Anhang Tabelle T1.05, ist
der Nominallohn in dieser Branche von 100% auf 101,3% gestiegen. Damit beläuft sich
das Valideneinkommen 2006 des Beschwerdeführers auf Fr. 60'701.--. Das
Durchschnittseinkommen 2006 der Hilfsarbeiter hat gemäss dem Anhang 2 zur IVG-
Textausgabe 2008 Fr. 59'197.-- betragen. Bei einem Arbeitsfähigkeitsgrad von 70%
ergibt das ein Jahreseinkommen von Fr. 41'438.--. Der Tabellenlohnabzug von 15%
führt zu einem zumutbaren Invalideneinkommen von Fr. 35'222.--. Die
behinderungsbedingte Erwerbseinbusse von Fr. 25'479.-- entspricht einem
Invaliditätsgrad von - aufgerundet - 42%. Der Beschwerdeführer hat somit ab Januar
2006 einen Anspruch auf eine Viertelsrente.
Gemäss den Angaben der Psychiatrischen Klinik C._ vom 4. Oktober 2006 dauerte
der stationäre Aufenthalt des Beschwerdeführers vom 24. April 2006 bis zum 13. Mai
2006 und vom 6. Juni 2006 bis 15. September 2006. Der Unterbruch war darauf
zurückzuführen, dass zunächst die Kostenübernahme für die stationäre Behandlung zu
klären gewesen war. Wäre der Beschwerdeführer im Jahr 2006 zu 70% einer
adaptierten Hilfsarbeit nachgegangen, so wäre er nicht nur für die Zeit des effektiven
Klinikaufenthalts, sondern auch für die Zwischenphase zu 100% arbeitsunfähig
geschrieben worden. Deshalb ist von einer durchgehenden vollständigen
Arbeitsunfähigkeit vom 24. April 2006 bis 15. September 2006 auszugehen. Im
Gutachten der ABI GmbH vom 23. September 2009 ist festgehalten worden, der
Beschwerdeführer sei aus somatischen Gründen vom 24. Juli 2007 bis Dezember 2007
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 25/26
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vollständig arbeitsunfähig gewesen. Die vollständige Arbeitsunfähigkeit des
Beschwerdeführers während dieser beiden Phasen ist ohne weiteres als 100%ige
Invalidität zu qualifizieren. Demnach besteht zweimal ein vorübergehender Anspruch
auf eine ganze Invalidenrente. Sowohl die revisionsweise Erhöhung einer laufenden
Rente als auch deren revisionsweise Herabsetzung erfolgt mit einer Verzögerung von
drei Monaten (Art. 88a IVV). Diese Verordnungsbestimmung ist aus
Gleichbehandlungsgründen analog auf eine abgestufte rückwirkende Rentenzusprache
anzuwenden. Der Beschwerdeführer hat deshalb für die Periode 1. Juli 2006 bis 30.
November 2006 und 1. Oktober 2007 bis 29. Februar 2008 einen Anspruch auf eine
ganze Invalidenrente.
2.
Zusammenfassend erweist sich die angefochtene Abweisungsverfügung für die Zeit bis
Ende 2005 als korrekt. Diesbezüglich ist die Beschwerde abzuweisen. Für die Zeit ab
1. Januar 2006 erweist sich die angefochtene Verfügung aber als rechtswidrig, denn
der Beschwerdeführer hat ab diesem Zeitpunkt einen Anspruch auf eine Viertelsrente.
Dieser Anspruch auf eine Viertelsrente wird zweimal, vom 1. Juli 2006 bis zum 30.
November 2006 und vom 1. Oktober 2007 bis 29. Februar 2008, durch eine ganze
Invalidenrente abgelöst. Bei einem so weit gehenden Obsiegen des Beschwerdeführers
rechtfertigt es sich nach der Auffassung des Gerichts, eine ungekürzte
Parteientschädigung zuzusprechen. Da es sich um ein durchschnittliches
Beschwerdeverfahren gehandelt hat, ist die Parteientschädigung praxisgemäss auf Fr.
3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen. Die vollumfänglich
unterliegende Beschwerdegegnerin hat auch für die Gerichtsgebühr aufzukommen.
Diese ist praxisgemäss auf Fr. 600.-- festzusetzen. Bei dieser Kostenverlegung erweist
sich die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung als gegenstandslos.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht