Decision ID: 4ff5332c-0837-487a-90d5-220194aecf62
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law

betreffend
Betrug etc.
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abteilung - Einzelgericht, vom 11. Juli 2017 (GG170042)
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Anklage:
Die Anklage der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 24. Februar 2017
(Urk. D1/30) ist diesem Urteil beigeheftet.
Urteil der Vorinstanz: (Urk. 60 S. 65 ff.)
"Es wird verfügt:
1. Rechtsanwalt Dr. iur. X._ wird für seine Bemühungen und Barauslagen als
amtlichen Verteidigers aus der Gerichtskasse wie folgt entschädigt:
Honorar: Fr. 24'464.00 Barauslagen: Fr. 135.60
Zwischentotal: Fr. 24'599.60 8,0 % MwSt Fr. 1'967.95
Entschädigung total inkl. MwSt: Fr. 26'567.55
2. Schriftliche Mitteilung an
− Rechtsanwalt Dr. iur. X._
− die Bezirksgerichtskasse Zürich (als Zahlungsauftrag unter Beilage einer
Kopie von act. 50)
Es wird sodann erkannt:
1. Der Beschuldigte ist des Betrugs im Sinne von Art. 146 StGB schuldig.
2. Der Beschuldigte wird mit einer Freiheitsstrafe von 4 Monaten bestraft, welche
durch die Untersuchungs- und Sicherheitshaft bereits erstanden ist.
3. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte weiter folgende Tatbestände erfüllt hat:
- Freiheitsberaubung im Sinne von Art. 183 StGB,
- mehrfache, teils versuchte Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB,
- mehrfache Drohung im Sinne von Art. 180 StGB,
- mehrfache üble Nachrede im Sinne von Art. 173 StGB,
- 3 -
- mehrfache Beschimpfung im Sinne von Art. 177 StGB,
- mehrfacher Missbrauch einer Fernmeldeanlage im Sinne von Art. 179septies
StGB,
- mehrfacher Ungehorsam gegen amtliche Verfügungen im Sinne von Art. 292
StGB.
4. Aufgrund Schuldunfähigkeit ist der Beschuldigte dieser Delikte freizusprechen.
5. Es wird eine ambulante Massnahme im Sinne von Art. 63 StGB angeordnet.
6. Dem Beschuldigten wird im Sinne von Art. 67b StGB für die Dauer von fünf Jahren
verboten, mit den Privatklägerinnen 2 und 3 (B._ und C._) direkt oder
über Drittpersonen Kontakt aufzunehmen, namentlich auf telefonischem, schriftli-
chen oder elektronischen Weg, bzw. sie anderweitig anzusprechen.
7. Es wird ein Rayonverbot im Sinne von Art. 67b StGB angeordnet. Dem Beschuldig-
ten ist es verboten, sich im Umkreis von 100 Metern um die jeweiligen Wohnungen
und Arbeitsplätze der Privatklägerinnen 2 und 3 (B._ und C._) aufzuhal-
ten. Dieses Rayonverbot gilt fünf Jahre.
8. Missachtet der Beschuldigte das Kontakt- oder Rayonverbot gemäss Ziffern 6 und
7, kann er im Sinne von Art. 294 Abs. 2 StGB mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr
oder Geldstrafe bestraft werden.
9. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:
Fr. 3'000.– ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. 1'100.– Gebühr Vorverfahren
Fr. 1'500.– Gebühr Obergericht G. Nr. uB160147
Fr. 11'356.30 Auslagen Untersuchung (Gutachten)
Fr. 25.– Entschädigung Zeuge
Fr. 656.25 Dolmetscher
Fr. 26'567.55 amtliche Verteidigung
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
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10. Die Entscheidgebühr wird dem Beschuldigten im Umfang von Fr. 1'500.– auferlegt.
Im Übrigen werden die Kosten, inklusive derjenigen der amtlichen Verteidigung, de-
finitiv auf die Gerichtskasse genommen.
11. Dem Beschuldigten wird keine Genugtuung zugesprochen.
12. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich - Sihl vom 14. Februar 2017 be-
schlagnahmten Gegenstände werden eingezogen und vernichtet:
- 1 Smartphone Samsung, schwarz, Tel. Nr. 1 - 1 Mobiletelefon Samsung, schwarz, Tel. Nr. 2 - 1 Smartphone Samsung, blau, Tel. Nr. 3 - 1 Smartphone Samsung, schwarz, Tel. Nr. 4 - 1 Mobiletelefon Samsung, grau, Tel. Nr. 5 - 1 Smartphone Samsung, schwarz - 1 Smartphone Samsung, schwarzsilbrig - 1 Stromstecker Samsung - 1 Memorystick "Patriot" - 1 Micro-SD-Card
13. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich - Sihl vom 14. Februar 2017 be-
schlagnahmten Gegenstände werden zur teilweisen Deckung der Verfahrenskosten
eingezogen und verwertet:
- 1 Tablet Lenovo - 1 Tablet Samsung
14. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich - Sihl vom 14. Februar 2017 be-
schlagnahmten Gegenstände werden der Geschädigten nach Rechtskraft dieses
Urteils auf erstes Verlangen zurückgegeben:
- 1 weissdurchsichtige Mappe mit Scheidungsunterlagen etc. betr. B._ - 1 schwarze Mappe mit Scheidungsunterlagen und Bauplänen etc. betr. B._ - 1 schwarze Mappe mit ärztlichen Unterlagen und Scheidungsunterlagen etc. betr. B._
15. (Mitteilung)
16. (Rechtsmittel)"
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Berufungsanträge:
a) Der Verteidigung des Beschuldigten:
(Urk. 93 S. 2)
"1. Ziff. 1 bis und mit Ziff. 3 sowie Ziff. 6 bis und mit Ziff. 13 des Urteils des
Bezirksgerichts Zürich vom 11. Juli 2017 seien aufzuheben;
2. Der Beschuldigte sei von sämtlichen Vorwürfen freizusprechen;
3. Auf ein Kontakt- und Rayonverbot gemäss Art. 67b StGB sei zu ver-
zichten;
4. Sämtliche mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom
14. Februar 2017 beschlagnahmten Gegenstände seien dem Beschul-
digten auszuhändigen;
5. Dem Beschuldigten sei eine Genugtuung in Höhe von Fr. 30'000.– zu-
zusprechen;
6. Die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens, des Berufungsverfahrens
sowie die Kosten der amtlichen Verteidigung (zzgl. 8% MwSt) seien auf
die Staatskasse zu nehmen."
b) Der Staatsanwaltschaft:
(schriftlich, Urk. 85)
Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.
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Erwägungen:
1. Prozessgeschichte und Prozessuales
1.1. Mit dem eingangs im Dispositiv zitierten Urteil vom 11. Juli 2017 wurde der Beschuldigte A._ vom Bezirksgericht Zürich, 10. Abt. - Einzelgericht, wegen
Betrugs schuldig gesprochen und dafür mit 4 Monaten Freiheitsstrafe bestraft.
Von den weiteren eingeklagten Tatbeständen wurde er aufgrund seiner Schuldun-
fähigkeit freigesprochen und es wurde eine ambulante Massnahme sowie ein
Kontakt- und Rayonverbot angeordnet (Urk. 60 S. 65 ff.).
1.2. Gegen das schriftlich eröffnete und ihm am 17. August 2017 in begründeter Form zugestellte Urteil (Urk. 56/2) liess der Beschuldigte innert der massgeb-
lichen 20tägigen Frist Berufung anmelden und reichte gleichzeitig die Berufungs-
erklärung ein (Urk. 55 = Urk. 62). Ebenfalls Berufung erhoben die beiden Privat-
klägerinnen B._ und C._ (Urk. 65). Mit Präsidialverfügung vom
10. Oktober 2017 wurden die Berufungserklärungen je der Gegenseite sowie der
Staatsanwaltschaft zugestellt (Urk. 68), wobei B._ aufgefordert wurde, eine
von ihr unterzeichnete Berufungserklärung innert Frist nachzureichen. Da dies
nicht erfolgte, wurde mit Beschluss vom 14. November 2017 auf ihre Berufung
androhungsgemäss nicht eingetreten (Urk. 72). Mit gleichem Beschluss wurde
auch auf die Berufung von C._ nicht eingetreten, zumal ihre Be-
rufungserklärung vom 13. September 2017 verspätet, d.h. nicht innert 20 Tagen
erfolgt war (Urk. 56/5). Dieser Beschluss blieb unangefochten. Mit Präsidialverfü-
gung vom 9. Januar 2018 wurde den Privatklägerinnen und der Anklagebehörde
Frist angesetzt, um Anschlussberufung zu erklären oder ein Nichteintreten auf die
Berufung zu beantragen (Urk. 83). Während sich die Privatklägerinnen nicht mehr
vernehmen liessen, verzichtete die Staatsanwaltschaft mit Eingabe vom
16. Januar 2018 explizit auf Anschlussberufung (Urk. 85).
1.3. Der Beschuldigte liess ursprünglich das vorinstanzliche Urteil - mit Ausnahme von Ziff. 4, 5, 9 und 14 - vollumfänglich anfechten (Urk. 62; Prot. II. S. 11 f.). An-
lässlich der heutigen Berufungsverhandlung lässt der Beschuldigte jedoch mit-
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teilen, dass betreffend die eingeklagten Delikte lediglich der Schuldspruch wegen
Betrugs und der Sachverhalt der Anklage Dossier 2 im Zusammenhang mit dem
Beton-Bohrer vom 24. Dezember 2015 angefochten seien. Diese Sachverhalte
erachte er als nicht erstellt. Zu den übrigen eingeklagten Sachverhalten wolle sich
der Beschuldigte nicht mehr äussern, da diesbezüglich wegen Schuldunfähigkeit
ohnehin ein Freispruch erfolge (Prot. II S. 12; Urk. 93 S. 14 Rz. 26).
Zwar kann im vorliegenden Verfahren wegen des Verschlechterungsverbots ge-
mäss Art. 391 Abs. 2 StPO nicht mehr darüber entschieden werden, ob der Be-
schuldigte in der Tat schuldunfähig gemäss Ziff. 4 ist oder nicht. Hingegen be-
streitet der Beschuldigte zumindest teilweise, die Tatbestände gemäss Ziff. 3 des
vorinstanzlichen Dispositivs überhaupt begangen zu haben. Damit stehen Ziff. 3
und 4 in einem derart engen Konnex, dass Ziff. 4 nicht als rechtskräftig erachtet
werden kann. Nicht angefochten sind damit die Anordnung einer ambulanten
Massnahme (Ziff. 5), die Kostenfestsetzung der Vorinstanz (Ziff. 9) sowie die Her-
ausgabe von Unterlagen an die Geschädigten (Ziff. 14). Im Sinne von Art. 404
Abs. 1 StPO ist daher vorab festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil in die-
sen genannten Punkten in Rechtskraft erwachsen ist.
1.4. Das vorinstanzliche Urteil weist einige formale Mängel auf, auf welche kurz einzugehen ist. Zunächst ist festzuhalten, dass dem Beschuldigten in der erst-
instanzlichen Verhandlung das Schlusswort gemäss Art. 347 Abs. 1 StPO nicht
gewährt wurde; zumindest ist diesbezüglich nichts protokolliert worden (Prot. I
S. 37). Im Protokoll findet sich auch kein Eintrag darüber, ob der Beschuldigte auf
eine mündliche Eröffnung des Urteils, auf welche er gemäss Art. 84 Abs. 1 und 3
StPO ein Anrecht hat, verzichtet hat (Prot. I S. 39). Auch mit Verfügung vom
5. Mai 2017 wurde den Parteien keine diesbezügliche Frist angesetzt (Urk. 47).
Nachdem die Verteidigung indes diese beiden Versäumnisse bis heute nicht ge-
rügt hat, ist davon auszugehen, dass auf diese Rechte des Beschuldigten implizit
verzichtet wurde. Problematischer erscheint der Umstand, dass der Vorderrichter
die Wahl der Strafart mit keinem Wort begründet hat: Zwar wird dort zunächst von
einer Mindeststrafe von Geldstrafe oder 6 Monaten Freiheitsstrafe ausgegangen,
dann aber ohne weiteres eine Freiheitsstrafe von 4 Monaten ausgefällt (Urk. 60
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S. 57 f.). Damit hat sich der Vorderrichter weder mit der Frage, ob vorliegend nicht
primär eine Geldstrafe in Frage käme, auseinandergesetzt, was er gemäss stän-
diger bundesgerichtlicher Rechtsprechung hätte tun müssen. Noch hat der Vor-
derrichter erklärt, weshalb die - zur damaligen Zeit geltende - Ausnahmebe-
stimmung von Art. 41 Abs. 1 aStGB betreffend kurze unbedingte Freiheitsstrafen
unter 6 Monaten zur Anwendung gelangt, was er gemäss Abs. 2 der Bestimmung
näher hätte begründen müssen. Dazu hätte insbesondere auch gehört zu ent-
scheiden, ob eine unbedingte Freiheitsstrafe vorliegt, denn nur dann wäre Art. 41
aStGB überhaupt in Frage gekommen. Auch dazu findet sich im erstinstanzlichen
Urteil nichts (Urk. 60 S. 58). Setzt sich der Vorderrichter nicht mit wesentlichen
Elementen des Urteils auseinander und fehlen Begründungen dort, wo solche
zwingend erforderlich sind, kann dies unter Umständen zu einer Rückweisung
gemäss Art. 409 StPO führen. Im vorliegenden Fall kann dies indessen unterblei-
ben, weil sich die Frage nach einer Strafe und damit nach der Strafart - wie im
Folgenden zu zeigen ist - nicht mehr stellt.
1.5. Zur heutigen Berufungsverhandlung erschienen der Beschuldigte in  seines Verteidigers (Prot. II S. 10). Vorfragen waren keine zu entschei-
den und – abgesehen von der Einvernahme des Beschuldigten (Urk. 91) – auch
keine Beweise abzunehmen (Prot. II S. 11 f.). Das Urteil erging im Anschluss an
die Berufungsverhandlung (Prot. II S. 13 ff.).
1.6. Soweit für die tatsächliche und die rechtliche Würdigung des eingeklagten Sachverhaltes auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, so erfolgt dies
in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO, auch ohne dass dies jeweils explizit Er-
wähnung findet. Im Übrigen ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass sich die
urteilende Instanz nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinander-
setzen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss (BGE 141
IV 249 E. 1.3.1; BGE 139 IV 179 E. 2.2; BGE 138 IV 81 E. 2.2, je mit Hinweisen).
Die Berufungsinstanz kann sich somit auf die für ihren Entscheid wesentlichen
Punkte beschränken.
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2. Zum Betrug gemäss Dossier 1:
2.1. Dem Beschuldigten wird in der Anklage zusammengefasst vorgeworfen,  knapp 10 Jahren Sozialhilfe im Umfang von rund Fr. 320'000.– von der Stadt
Zürich bezogen und dabei verschwiegen zu haben, dass er über drei (weitere)
Bankkonti verfügte. In den von ihm praktisch jährlich ausgefüllten und unterzeich-
neten Einkommens- und Vermögensdeklarationen habe er jeweils angegeben,
über kein Einkommen oder Vermögen zu verfügen, wobei er jeweils nur sein Kon-
to bei der UBS, auf welchem sich keinerlei nennenswerte Gelder befanden, ange-
geben habe. Obwohl auf sein Konto bei der CS am 8. Juli 2011 Fr. 3'641.– einge-
gangen seien, welche bereits am 11. Juli 2011 wieder abgehoben worden seien,
habe er dies den Sozialen Diensten nicht gemeldet. Damit habe er die SoD ent-
sprechend geschädigt und auf die ihm ausbezahlten Sozialhilfeleistungen in die-
sem Umfang keinen Anspruch gehabt (Urk. D1/30 S. 3-5).
2.2. Die Vorinstanz gelangte zum Schluss, die Aussagen des Beschuldigten,  er keine Kenntnis von der Gutschrift vom 8. Juli 2011 gehabt habe, seien
unglaubhaft, weil er den Geldeingang auf den monatlichen Kontoauszügen hätte
ersehen können (Urk. 60 S. 8). In rechtlicher Hinsicht hielt die Vorinstanz fest,
dass der Beschuldigte die Behörden täuschte, weil er nicht alle seine Konten auf-
geführt und von der erwähnten Gutschrift Kenntnis gehabt habe. Weiter ging sie
von einem Schaden im Umfang von Fr. 3'641.– aus. Der Beschuldigte habe in der
Absicht gehandelt, sich im "Umfang der von ihm verschwiegenen Konten und
Gutschriften" zu bereichern (Urk. 60 S. 10 f.).
2.3. Zunächst ist die Anklageschrift dahingehend zu korrigieren, dass der  am 21. September 2006 [und nicht 2016, Urk. D1/30 S. 3] einen Antrag
um Erhalt von Sozialleistungen stellte (Urk. D1/3/1). Sodann ist festzuhalten, dass
die Anklage - mit Ausnahme der erwähnten Fr. 3'641.–, welche sich drei Tage auf
dem CS-Konto befanden - mit keinem Wort behauptet, auch die anderen Konti
des Beschuldigten hätten zu irgendeinem Zeitpunkt während der fraglichen rund
10 Jahre nennenswerte positive Saldi aufgewiesen. Somit ist davon auszugehen,
dass sich auf den fraglichen Konti ausser vom 8. bis 11. Juli 2011 keinerlei Geld
befand, das der Beschuldigte hätte verheimlichen können. Festzuhalten ist ferner,
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dass die Anklage offenbar davon ausgeht, dass der erlittene Schaden und die
beim Beschuldigten eingetretene Bereicherung dem Betrag entspricht, den der
Beschuldigte auf sein Konto erhalten habe. Dies ist nicht zwingend so. Der Be-
schuldigte bezog gemäss Anklage zur fraglichen Zeit noch zusammen mit seiner
Ehefrau Sozialhilfe bei der Stadt Zürich (Urk. D1/3/6). Die ihm und/oder seiner
Frau zustehenden Leistungen berechneten sich zweifellos aus verschiedenen
Faktoren, welche sich auch wechselweise bedingen und verändern konnten. Wie
komplex diese Berechnungen sein können, ergibt sich beispielhaft aus den in den
Akten liegenden Entscheiden der Stellenleitung (vgl. Urk. D1/3/9-12). Wie die Ver-
teidigung zutreffend festhält, lässt sich deshalb der Betrag des Kontos nicht eins
zu eins auf die Schadenssumme ummünzen (Urk. 93 S. 6). Auszuschliessen ist
daher nicht, dass der Beschuldigte - bei korrekter Meldung - einen Teil der Gut-
schrift hätte behalten können und sich dies nicht - im vollen Umfang - auf seine
Leistungen ausgewirkt hätte. Es kann daher nicht gesagt werden, der Beschuldig-
te hätte im Monat Juli oder August 2011 einfach Fr. 3'641.– weniger Sozialhilfe
erhalten als sonst. Eine detaillierte Berechnung der Sozialen Dienste liegt jeden-
falls nicht in den Akten. Die Anklageschrift spricht denn auch an einem Ort davon,
der Beschuldigte habe die SoD "im entsprechenden Umfang geschädigt" (a.a.O.
S. 5), während sie andernorts von Sozialgeldern spricht, die dem Beschuldigten
"nicht oder zumindest nicht in diesem Umfang" zustanden (a.a.O. S. 4 unten).
Somit erscheint die Anklage bereits hinsichtlich der Frage der Schadenshöhe be-
züglich des eingeklagten Betrugs als problematisch. Dass dem Beschuldigten
(und seiner Frau) insgesamt über Fr. 302'000.– an Sozialhilfe ausgerichtet wur-
den, steht sodann in keinem erkennbaren deliktischen Zusammenhang.
2.4. Fest steht, dass der Beschuldigte das fragliche Konto weder am 6. Juli 2011 noch im Jahr darauf den Behörden angegeben hatte, sondern nur dasjenige bei
der UBS (Urk. D1/3/5-6). Ebenso wenig deklarierte er den Eingang der Fr. 3'641.–.
Er machte stets geltend, nichts von dieser Zahlung gewusst und das Geld nicht
abgehoben zu haben (so zuletzt auch in Urk. 91 S. 7 f.). In der Strafanzeige der
Stadt Zürich war ursprünglich noch von verheimlichten total Fr. 11'812.80 die Re-
de (Urk. D1/2 S. 3). Abklärungen der Untersuchungsbehörden ergaben, dass die
Angaben des Beschuldigten zu diesen weiteren Beträgen (Urk. D1/4/3 S. 11) ab-
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solut der Wahrheit entsprachen (Urk. D1/7/9 S. 2 zu Fr. 5'929.30 sowie
Urk. D1/4/5 S. 3 zu Fr. 2'162.50). Dies spricht zunächst grundsätzlich für die
Glaubhaftigkeit seiner Aussagen und lässt seine Darstellung bezüglich der
Fr. 3641.– jedenfalls nicht sofort als Schutzbehauptung erscheinen. Mit der Ver-
teidigung (Urk. 93 S. 3 Rz. 3) überzeugt die Argumentation der Vorinstanz nicht,
der Beschuldigte habe Kenntnis vom Eingang der Zahlung haben müssen, weil er
ansonsten dem Sozialamt keine derart genauen Angaben zu seinem Vermögen
oder Einkommen hätte machen können (Urk. 60 S. 8). Denn der Beschuldigte füll-
te erst im August 2012 den jährlichen und immer gleichen Fragebogen der SoD
aus, welcher nicht besonders detailliert ausfiel. Es erscheint vielmehr als denkbar,
dass der Beschuldigte vom Eingang der Zahlung nichts gewusst haben könnte.
Dazu wurde D._ als Zeuge einvernommen (Urk. D1/5/5). Er ist der Inhaber
der E._ GmbH, von welcher die fragliche Einzahlung stammte (Urk. D1/3/17).
Er führte aus, er habe diese Zahlung nicht veranlasst, er wisse nicht, um was es
sich handle und er kenne den Beschuldigten lediglich vom Sehen her von der
Moschee. Er beschäftige in seiner Maler- und Tapezierer-Firma auch Temporär-
mitarbeiter, aber den Beschuldigten habe er nie eingestellt. In seinen Geschäfts-
unterlagen sei auch keine Überweisung an den Beschuldigten ersichtlich (vgl.
Urk. D1/5/6). Während zwar denkbar wäre, dass der Zeuge mit dem Beschuldig-
ten unter einer Decke stecken und so Schwarzgeldzahlungen verheimlichen
könnte, erscheint dies nicht als wahrscheinlich. Der Zeuge wirkt authentisch und
glaubhaft, insbesondere wenn er von sich aus zugab, den Beschuldigten einige
Male gesehen zu haben, was er leicht hätte verschweigen können. Aber auch,
dass er von sich aus erwähnte, der Beschuldigte habe bei ihm stets einen verwirr-
ten Eindruck hinterlassen (Urk. D1/7/8), was angesichts der übrigen Akten nicht
verwundert (u.a. Urk. D1/14 S. 20 f.), spricht dagegen, dass er diesen bei sich
angestellt oder mit ihm andere Geschäfte gemacht hätte. Wie die Verteidigung
zudem nachvollziehbar ausführt, ist der Beschuldigte selber gar kein Handwerker,
sondern Buffetangestellter (Urk. 93 S. 5). Somit bleibt unklar, wer die Zahlung auf
das Konto des Beschuldigten in Form eines Cash-Deposits (Urk. D1/5/5 S. 4)
gemacht hat; letztlich kann dies jede Person im Namen der E._ GmbH ge-
wesen sein. Ebenfalls nicht weiter abgeklärt wurde, mit welcher Maestrokarte das
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Geld in bar - offenbar in F._ - abgehoben wurde (Urk. D1/3/17). Der Be-
schuldigte macht geltend, es handle sich um ein Komplott seiner Frau mit dem
Sozialamt (Prot. I S. 21 f. und S. 26), und die Verteidigung macht geltend, es wäre
möglich, dass die Ehefrau des Beschuldigten (gemeint wohl die Privatklägerin
B._) dieses Geld mit dessen Karte und ohne sein Wissen abgehoben haben
könnte (Urk. 39 S. 6). Während ersteres wohl mit Fug ausgeschlossen werden
kann, lässt sich letzteres nicht widerlegen. Zwar trifft zu, dass nur der Beschuldig-
te über eine Vollmacht für dieses Konto verfügte, was er stets einräumte; dies
schliesst indes nicht aus, dass andere Personen Zugriff darauf nehmen konnten.
Wenngleich es selbstredend als verdächtig bezeichnet werden muss, dass der
Beschuldigte über ein - ansonsten inaktives - Konto verfügte, das er den Behör-
den nicht meldete und welches nur kurze Zeit vor der fraglichen Einzahlung eröff-
net worden war, ist damit der Beweis noch nicht erbracht, dass der Beschuldigte
Zugriff auf die Fr. 3'641.– nahm und diese den SoD verheimlichte. Der Verteidi-
gung ist zuzustimmen, dass ein blosser Bankbeleg nicht zu genügen vermag, um
einen Betrug nachzuweisen (Urk. 39 S. 6; Urk. 93 S. 3 ff.). Der Beschuldigte ist
daher in Anwendung des Grundsatzes "in dubio pro reo" von diesem Anklage-
punkt freizusprechen. Damit erübrigt sich auch die Frage nach dem konkreten
Schadensbetrag.
2.5. Der Vollständigkeit halber sei noch Folgendes erwähnt: Betrug im Sinne von Art. 146 StGB setzt voraus, dass eine täuschende Handlung des Täters darauf
abzielt, den Irrenden zu einer Vermögensdisposition zu veranlassen, um sich
dadurch unrechtmässig zu bereichern. Mit anderen Worten muss ein Kausalzu-
sammenhang zwischen der Täuschung und dem angestrebten resp. verursachten
Vermögensschaden bestehen. Die Tatsache, dass der Beschuldigte gegenüber
den Behörden offenkundig während vieler Jahre drei "leere" Bankkonti ver-
schwiegen hat, führte weder zu einer Vermögensdisposition der Sozialbehörden
noch zu einer Bereicherung des Beschuldigten. Dieser Umstand ist somit bei der
Prüfung des Betrugsvorwurfs - entgegen der Vorinstanz (Urk. 60 S. 11) - ausser
Acht zu lassen. Wie die Verteidigung selber einwendet (Urk. 93 S. 9 Rz. 11),
könnte dieses Verhalten zwar allenfalls als Verstoss gegen § 18 i.V.m. § 48a des
Sozialhilfegesetzes (LS 851.1) mit Busse geahndet werden (vgl. Anklage S. 4 un-
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ten). Doch auch hierfür müsste ein Zusammenhang zwischen dem Verschweigen
der drei Bankkonti und dem Erwirken unrechtmässiger Leistungen gegeben sein.
Es ist indes nicht nachvollziehbar, wie sich das Verheimlichen von Bankkonti,
welche keinen nennenswerten Saldo aufweisen, auf die Berechnung der Leis-
tungsansprüche hätte auswirken können. Insoweit hat auch hier kein Schuld-
spruch zu erfolgen.
2.6. Das Ausfällen einer Strafe für den Beschuldigten fällt somit ausser Betracht.
3. Delikte zum Nachteil von B._ und C._
3.1. Vorab ist festzuhalten, dass der Beschuldigte hinsichtlich dieser Delikte  seiner Schuldunfähigkeit vor Vorinstanz freigesprochen wurde. Nachdem
nur er Berufung erhoben hat, kann aufgrund des Verschlechterungsverbots
(Art. 392 Abs. 2 StPO) heute nicht zu seinem Nachteil davon abgewichen werden.
3.2. Einen Teil dieser Vorfälle hat der Beschuldigte vor Vorinstanz anerkannt:
− Ungehorsam gegen amtliche Verfügungen betreffend Dossier 6, Vorfall vom 10. April 2016, Anklageschrift S. 7 (Urk. 39 S. 22)
− Mehrfacher Ungehorsam gegen amtliche Verfügungen, mehrfache  und Missbrauch einer Fernmeldeanlage betreffend Dossier 2, 4 und 5, Vorfälle vom 24. Dezember 2015 bis 25. Mai 2016,  S. 8-10 (Urk. 39 S. 13 und S. 22)
− Mehrfacher Ungehorsam gegen amtliche Verfügungen betreffend  6, Vorfälle vom ca. 10. Juni bis 28. Juli 2016, Anklageschrift S. 11 (Urk. 39 S. 23)
− Üble Nachrede betreffend Dossier 6, Vorfall vom 22. Juli 2016,  S. 13 (Urk. 39 S. 15 und S. 24)
− Mehrfache Beschimpfung betreffend Dossier 6, Vorfall vom 18./19. Mai 2016, Anklageschrift S. 15 (Urk. 39 S. 16 und 24)
Insoweit ist nicht mehr weiter auf darauf einzugehen und kann auf die vorinstanz-
lichen Erwägungen verwiesen werden. Die Vorinstanz ging sodann zu Recht da-
von aus, dass bezüglich Dossier 6 (Anklageschrift S. 14 f. und 18) keine Nötigung
durch den Beschuldigten vorliege, insofern er für den psychischen Zusammen-
bruch von B._ resp. den Ferienabbruch der beiden Privatklägerinnen in Ma-
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zedonien verantwortlich gemacht werde (Urk. 60 S. 43 und S. 54). Auch dies ist
nicht angefochten worden und somit heute zu bestätigen.
Zu den übrigen dem Beschuldigten vorgeworfenen Delikten führte die Verteidi-
gung in der Berufungsverhandlung aus, es würden sich weitere Worte dazu er-
übrigen, da aufgrund der vollumfänglichen Schuldunfähigkeit des Beschuldigten
auch eine allfällige Tatbestandsmässigkeit keinerlei Auswirkungen auf das Resul-
tat hätte (Urk. 93 S. 14 Rz. 26; Prot. II S. 12). Da es aber zumindest von der Be-
gründung her dennoch einen Unterschied darstellt, ob der Beschuldigte die ihm
vorgeworfenen Taten begangen hat oder nicht, obwohl er in beiden Varianten
aufgrund der Schuldunfähigkeit freizusprechen ist, sind nachfolgend einige Aus-
führungen dazu angebracht.
3.3. Vorab ist kurz auf die Glaubwürdigkeit der Parteien einzugehen. Die  B._ ist nicht die gesetzliche Ehefrau des Beschuldigten; dieser ist
nach wie vor mit seiner brasilianischen Frau verheiratet. Indes schloss der Be-
schuldigte mit B._ offenbar eine Ehe nach islamischem Recht (Urk. D1/5/1
S. 3, Urk. D1/26 S. 3, Urk. 91 S. 2) und sie war daher seine faktische Ehefrau.
Wenn im Folgenden von Ehefrau oder Ehe gesprochen wird, ist damit stets
B._ gemeint. Der Einfachheit halber werden die Privatklägerinnen B._
sodann fortan mit B._ und C._ mit C._. bezeichnet. Die Verteidi-
gung machte geltend, die Aussagen von B._ seien nicht verlässlich, weil sie
bei der staatsanwaltlichen Einvernahme vom 1. September 2016 unter Medika-
menteneinfluss von immerhin 16 zum Teil starken Medikamenten gestanden habe
(Urk. 39 S. 8). In der Tat nahm B._ in der fraglichen Zeit offenbar täglich die
aufgelisteten Medikamente ein (Urk. D1/5/1 S. 6 und Anhang). Ob sie diese auch
anlässlich der vorinstanzlichen Befragung noch zu sich nahm, ist nicht bekannt.
Zusätzlich ist zu berücksichtigen, dass B._ bei der Staatsanwaltschaft selbst
ausführte, sie leide auch unter Psychosen und Wahnvorstellungen (a.a.O. S. 6).
Dass die Privatklägerin ihre Medikamente offenbar nicht mitnehmen konnte, als
sie die Wohnung am 25. Dezember 2015 fluchtartig verlassen habe (a.a.O. S. 8),
spielt indes keine Rolle. Es besteht kein Anlass davon auszugehen, dass sie am
Tag, an welchem der Streit begonnen habe, ihre Medikamente noch nicht ge-
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nommen hatte. Der Verteidigung ist zuzustimmen, dass die psychischen Proble-
me der Privatklägerin B._ ihre Glaubwürdigkeit in einem gewissen Grad ein-
schränken. Anderseits ist nicht zu verkennen, dass auch der Beschuldigte ge-
mäss psychiatrischem Gutachten an einer wahnhaften Störung leidet, die zu deut-
lichen Abweichungen im Wahrnehmen, Denken, Fühlen gegenüber der Mehrheit
der Bevölkerung führen könne (Urk. D1/14/15 S. 35 und S. 44 ff.). Damit erweisen
sich die Aussagen des Beschuldigten jedenfalls nicht vorab als verlässlicher als
jene der Privatklägerin B._ Was die Privatklägerin C._. betrifft, so be-
stehen keine Bedenken bezüglich ihrer allgemeinen Glaubwürdigkeit. Bei ihr ist
lediglich die enge Bindung zu ihrer Mutter B._ zu beachten. Dass B._
ausführte, sie sei wütend (Urk. D1/5/1 S. 5), resp. der Beschuldigte mache ihr das
Leben zur Hölle und sie wünsche ihm das jetzt auch (Urk. D7/5/1 S. 3), so spricht
dies - entgegen der Ansicht der Verteidigung (Urk. 39 S. 8) - nicht dafür, dass sie
den Beschuldigten zu Unrecht belastet. Im Gegenteil zeigt sich darin, dass
B._ im Juli 2016 nochmals zur Polizei ging, weil der Beschuldigte sie auch
nach ihrem Auszug weiterhin belästigte und sie deshalb erwartete, dass er nun
endlich ins Gefängnis komme (Urk. D7/5/1 S. 3). Somit basierten ihre negativen
Emotionen offenbar gerade auf den behaupteten Vorfällen. Welchen anderen
Grund dafür sie gehabt haben könnte, wird nicht geltend gemacht und ist auch
nicht ersichtlich. Dass sie bereits in früheren Jahren wegen ähnlicher Vorfälle An-
zeige gegen den Beschuldigten erhoben hatte und dennoch wieder zu ihm zu-
rückkehrte, spricht ebenfalls nicht gegen den Wahrheitsgehalt ihrer Aussagen
(vgl. Prot. I S. 36 E3), sondern vielmehr für ihre Angst (vgl. Urk. D1/5/2 S. 16)
oder ein - in Fällen häuslicher Gewalt unter Eheleuten häufig anzutreffendes -
ambivalentes Verhältnis (vgl. u.a. Urk. D1/26 Frage 23 und Frage 30 ff.), was
auch für den Beschuldigten gilt, der trotz - aus seiner Sicht ungerechtfertigter -
früheren Anzeigen und gar Haft seine Frau immer wieder zurück wollte
(Urk. D2/6/1 S. 6 f.) und auch heute noch davon ausgeht, dass sie eines Tages zu
ihm zurück komme (Urk. 91 S. 9). Entsprechend unverständlich ist auch die Aus-
sage des Beschuldigten vor Vorinstanz, man habe nie Probleme gehabt (Prot. I
S. 32). Bezüglich Anzeigeerstattung von B._ ist sodann zu beachten, dass es
nicht zutrifft, dass sie bis 10. Januar 2016 einfach gar nichts unternommen hätte
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(vgl. zum Ablauf Urk. D2/1 S. 3). Schliesslich macht die Verteidigung geltend, es
handle sich hier um blosse Vieraugendelikte, weshalb nicht auf die Aussagen von
B._ abzustellen sei (Urk. 39 S. 10). Zwar liegen bei einzelnen Vorfällen tat-
sächlich einzig die Aussagen von B._ zur konkreten Tat vor, hingegen sind
die äusseren Umstände, wie etwa die ganze "eheliche" Situation auch durch die
Aussagen weiterer Personen (C._.) sowie durch Unterlagen (u.a. Ausdrucke
von SMS etc.) belegt. Diese stützen die Ausführungen von B._ in jeder Hin-
sicht. Insgesamt kann damit grundsätzlich (auch) auf ihre Angaben abgestellt
werden.
3.4. Zu den einzelnen Vorwürfen:
Nachdem unter der gleichen Dossiernummer verschiedene Vorfälle und Tatbe-
stände eingeklagt worden sind, wird im Folgenden der besseren Übersicht halber
auf die massgebliche Seite der Anklageschrift verwiesen.
Anklageschrift S. 5 f.:
Vorab kann hierzu auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen
werden (Urk. 60 S. 12 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Die Schilderung der Privatklägerin
B._ erscheint lebensnah, farbig und authentisch. Ihre Darstellung bei der
Staatsanwaltschaft (Urk. D1/5/1 S. 8 ff.) und vor Vorinstanz (Prot. I S. 8 ff.) stimmt
selbst in diversen Details (z.B. betreffend Verlängerungskabel) überein, ebenso
mit ihren bei der Polizei kurz nach der Tatzeit deponierten und ausführlichen An-
gaben (Urk. D2/6/1 S. 4 ff.). In keiner Weise erscheinen sie wirr oder nicht nach-
vollziehbar, sondern absolut glaubhaft. Wenn B._ u.a. davon spricht, dass
der Beschuldigte sie beschimpft habe, Teil der Mafia zu sein, so korrespondiert
dies mit dem Verhalten resp. den Aussagen des Beschuldigten während der gan-
zen Untersuchung. So verstieg er sich schliesslich sogar in die Behauptung,
selbst die untersuchungsführende Staatsanwältin gehöre zu dieser Mafiagruppe
(Urk. D1/4/8 S. 13). Die Vorinstanz hat bereits auf den Widerspruch betreffend der
Frage, ob die Bohrmaschine angestellt war oder nicht, hingewiesen. Sowohl bei
der Polizei als auch bei der Staatsanwaltschaft sprach B._ davon, dass die
Maschinen nicht eingestellt gewesen war, und belastete den Beschuldigten daher
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nicht unnötig (Urk. D1/5/1 S. 9 und Urk. D2/6/1 S. 2). Dass sie dies an der Haupt-
verhandlung rund 1,5 Jahre nach dem Vorfall anders darstellte (Prot. I S. 10), ent-
spricht zwar einer Aggravierung und damit einem Lügensignal. Mit der Vorinstanz
ist indes festzuhalten, dass dies allein die ursprünglichen und plausiblen Aussa-
gen von B._ nicht als unglaubhaft erscheinen lassen (Urk. 60 S. 14). Im Üb-
rigen wird dem Beschuldigten in der Anklage auch nicht vorgeworfen, die Bohr-
maschine in Betrieb gehabt zu haben (vgl. Urk. D1/30 S. 5, "ohne die Bohrma-
schine jedoch anzustellen"). Die Verteidigung versucht auch heute wiederum mit
Hinweisen auf diverse Widersprüche bei den Aussagen von B._ und ihrem
Verhalten, ihre allgemeine Glaubwürdigkeit und die Glaubhaftigkeit ihrer Aussa-
gen anzuzweifeln, so insbesondere auch mit der neu ins Recht gelegten Einstel-
lungsverfügung der Staatsanwaltschaft Frauenfeld (Urk. 93 S. 11 ff.; Urk. 92). Es
ist, wie bereits dargelegt, tatsächlich nicht von der Hand zu weisen, dass auch
B._ an diversen Orten widersprüchlich ausgesagt hat. Auch die Einstellungs-
verfügung bezüglich eines Vorwurfs von B._ gegen den Beschuldigten we-
gen sexueller Nötigung mag kein gutes Licht auf B._ werfen. Es ist dem Ge-
richt zwar nicht bekannt, ob diese Einstellungsverfügung bereits in Rechtskraft
erwachsen ist, sie ist aber, wie generell sämtliche Aussagen von B._ vor
dem Hintergrund der offensichtlich sehr schwierigen und faktisch aufgelösten Be-
ziehung zwischen ihr und dem Beschuldigten zu sehen. Es zieht sich wie ein roter
Faden durch den gesamten gerichtlich bekannten Paarkonflikt; sie will weg von
ihm, er kann es nicht akzeptieren. Dass dabei beide zusätzlich unter derart star-
ken psychischen Problemen leiden, dass der Beschuldigte gar als schuldunfähig
anzusehen ist, hat kaum zu einer Vereinfachung dieses emotionialen Konfliktes
geführt. Es erstaunt daher nicht, dass sich auch B._ bisweilen in Widersprü-
chen verfing. Davon ist vorliegend aber klar zu unterscheiden, dass sie im Zu-
sammenhang mit der Bohrmaschine im Kerngehalt klare und glaubhafte Aussa-
gen gemacht hat. Unter Berücksichtigung sämtlicher Umstände verbleibt kein
massgeblicher Zweifel daran, dass sich der Vorfall wie von B._ geschildert
abgespielt hat. Zum Rechtlichen hat die Vorinstanz das Notwendige ausgeführt
(Urk. 60 S. 15 ff.), worauf verwiesen werden kann. Die Verteidigung äusserte sich
dazu weder vor Vorinstanz noch im Berufungsverfahren (Urk. 93 S. 10 ff.).
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Anklageschrift S. 6 f.:
Unbestritten ist, dass der Beschuldigte das SMS mit dem in der Anklage erwähn-
ten Text an die Privatklägerin B._ versandt hat. Diese machte anlässlich der
Hauptverhandlung geltend, sie habe es so verstanden, dass Gott sie bestrafen
solle, v.a. weil sie den Beschuldigten mit dem Telefon auf lautlos gestellt resp.
blockiert habe. Danach habe sie sich nervös und aufgewühlt gefühlt (Prot. I
S. 13 f.). Der Beschuldigte hielt fest, er habe damit seine Frau auf den rechten
Weg - zum Gebet - zurückführen wollen (Prot. I S. 28, vgl. auch Urk. D1/4/1 S. 6),
resp. er habe damit den Tag vor Gericht gemeint (Urk. D1/4/3 S. 18). Bei der
Staatsanwaltschaft sprach B._ davon, das SMS bedeute, dass Allah sie be-
strafe wegen ihrer Sünden, dass Allah ihre Sünden blockiere und Holz lautlos sei
und dass dies bald sei, dass sie vor Allah keine schlechten Sachen mache. Sie
habe dies als Bedrohung verstanden (Urk. D1/5/1 S. 18 f.). Nicht nachvollziehbar
ist die Begründung der Vorinstanz, B._ habe diese Nachricht als Hinweis auf
den Tag der Abrechnung verstanden (Urk. 60 S. 20), denn solches machte sie nie
geltend. Letztlich bleibt der Inhalt der SMS für Aussenstehende völlig unverständ-
lich. Zwar liegt angesichts des Vorfalls vom 25. Dezember 2015 sowie der weite-
ren Umstände die Vermutung nahe, dass es sich hier tatsächlich um die - allen-
falls implizite - Androhung eines Übels handelte; erstellen lässt sich dies jedoch
nicht. Es kann nicht genügen, dass B._ geltend macht, dadurch in Angst ver-
setzt worden zu sein. Vielmehr muss sich das Gericht selbst ein Bild darüber ma-
chen, wie eine bestimmte Äusserung gemeint und wie diese unter den konkreten
Umständen vom Empfänger verstanden werden musste. Dies gelingt vorliegend
nicht ansatzweise. Damit ist der Beschuldigte in diesem Punkt vom Vorwurf der
Drohung sowie - damit einhergehend - vom Missbrauch einer Fernmeldeanlage
freizusprechen (Urk. 39 S. 20 f.).
Anklageschrift S. 7:
Der Beschuldigte sandte der Privatklägerin B._ am 10. April 2016 das Foto
eines offenen Grabes auf einem Friedhof (Urk. D6/4). Zu Recht hat die Vorinstanz
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seine unbeholfene Erklärung, damit habe er nur darauf hinweisen wollen, dass sie
beide alt seien und bald sterben müssten (Prot. I S. 29), verworfen (Urk. 60
S. 23). Wer einer knapp 52-jährigen Person, mit der er seit einigen Monaten in ei-
nem derartigen Konflikt steht, dass gegen ihn sogar ein Kontaktverbot angeordnet
werden musste, ohne weitere Kommentare das Bild eines Grabes schickt, sucht
damit zweifellos nicht das Gespräch, sondern droht ein Unheil an. Dabei ist auch
zu berücksichtigen, dass B._ zuvor vom Beschuldigten bereits mit einer
Bohrmaschine bedroht und seither täglich massiv belästigt und beschimpft wor-
den war (Anklageschrift S. 8-10, Urk. D2/8), weshalb ohne weiteres nachvollzieh-
bar ist, dass sie das Bild als Todesdrohung aufgefasst hatte (Urk. D1/5/1 S. 21).
Im Übrigen hat die Vorinstanz alles Wesentliche zu diesem Punkt aufgeführt, wo-
rauf zu verweisen ist (Urk. 60 S. 22 ff.).
Anklageschrift S. 10 unten:
Der Beschuldigte kannte unbestrittenermassen die ihm auferlegten Kontaktsper-
ren vom Februar resp. Mai 2016 (vgl. Urk. D1/24/5 S. 5), wonach er mit B._
auch nicht über Drittpersonen Kontakt aufnehmen durfte (Prot. I S. 30). Die
Schwester von B._ führte dazu überzeugend aus, dass sie vom Beschuldig-
ten nach der Trennung im Dezember 2015 praktisch non-stop telefonisch kontak-
tiert worden sei. Er habe sie dann jeweils überreden wollen, B._ zu ihm zu-
rückzuschicken. Ein paar Mal habe er auch erwähnt, sie solle B._ mitteilen,
dass sie ihre Anzeige zurückziehen solle (Urk. D1/4/4 S. 6 ff.). Damit ist der ein-
geklagte Sachverhalt erstellt. Es kann im Übrigen wiederum auf die Erwägungen
der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 60 S. 30 ff.).
Anklageschrift S. 11:
Der Beschuldigte hat anerkannt, dass er trotz Kontaktverbots die eingeklagten Te-
lefonate und Nachrichten an B._ tätigte (Urk. 39 S. 23). Er bestritt indes,
dass er dabei beleidigend wurde (Prot. I S. 30). Die Vorinstanz stützte sich dabei
auf die Aussagen der Privatklägerin B._, welche glaubhaft und schlüssig
wirkten (Urk. 60 S. 31 ff.). Dem ist zuzustimmen. Dass der Beschuldigte B._
bis 25. Mai 2016 täglich belästigt und u.a. als Hure beschimpft hatte, ist aufgrund
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seiner Anerkennung des Sachverhalts der Anklageschrift auf S. 8-10 erstellt.
Wenn die Privatklägerin behauptet, dies sei auch im Juni und Juli 2016 weiterhin
geschehen, vermag dies ohne weiteres zu überzeugen, zumal der Beschuldigte
auch die üble Nachrede vom 22. Juli 2016 anerkannt hat. Weshalb er sich zwi-
schen den beiden erstellten Vorwürfen irgendwelche Zurückhaltung hätte auferle-
gen sollen, ist nicht ansatzweise ersichtlich. Es kann im Weiteren auf die Vo-
rinstanz verwiesen werden (Urk. 60 S. 31 ff.).
Anklageschrift S. 12:
Die Vorinstanz hat aufgeführt, dass die Aussagen des Beschuldigten auch hierzu
nicht kongruent sind (Urk. 60 S. 34). Sie stützt sich für diesen Vorfall zu Recht auf
die Aussagen von B._ (Urk. D1/5/1 S. 24 ff.; vgl. auch ihre polizeilichen Aus-
sagen in Urk. D7/5/1 S. 2), aber auch auf jene von C._. Grundsätzlich eben-
so bestätigt wurde dies auch von der ebenfalls in den Ferien in Mazedonien wei-
lenden Schwester von B._ (Urk. D1/4/4 S. 8 f.). Der Sachverhalt ist ohne wei-
teres erstellt. Zur rechtlichen Würdigung äusserte sich die Verteidigung vor Vo-
rinstanz - möglicherweise irrtümlich (Urk. 39 S. 23) - nicht. Dazu kann indes voll-
umfänglich auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden
(Urk. 60 S. 35 ff.).
Anklageschrift S. 14 oben:
Die Privatklägerin B._ schilderte überzeugend, wie der Beschuldigte sie an-
gerufen und erklärt habe, er würde die Bilder auf Facebook löschen, wenn sie ihre
Anzeige gegen ihn zurückziehe, ansonsten die Bilder drin bleiben würden
(Urk. D1/5/1 S. 29). Es besteht keinen Anlass an dieser Aussage zu zweifeln, zu-
mal der Beschuldigte zugegebenermassen nicht davor zurückschreckte, private
Bilder von B._ und ihrer Familie mit beleidigenden Kommentaren auf Face-
book zu veröffentlichen (Vorfall S. 13 der Anklage). Es kann im Übrigen wiederum
vollumfänglich auf die Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 60 S. 40 ff.).
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Anklageschrift S. 14 f.:
Die Vorinstanz stützt sich auch hier primär auf die Aussagen der Privatklägerin
B._ Diese zeigte glaubhaft auf, wie sie über Monate hinweg fast non-stop
vom Beschuldigten kontaktiert wurde, obwohl sie ihm mehrfach mitgeteilt habe,
keinen Kontakt mehr zu wünschen. Dies wird auch seitens der anderen Famili-
enmitglieder von B._ bestätigt. Die Privatklägerin B._ schilderte auch,
wie der Beschuldigte, wenn sie seine Anrufe nicht entgegen genommen habe, er
die anderen Familienangehörigen kontaktiert und belästigt habe (Urk. D1/5/1
S. 15 und D2/6/2 S. 4). Insoweit ist der eingeklagte Sachverhalt erstellt und es
kann dazu auf die vorinstanzlichen Ausführungen verwiesen werden (Urk. 60
S. 42 ff.).
Anklageschrift S. 15 f.:
Hier handelt es sich um Vorwürfe zum Nachteil der Privatklägerin C._. Der
Beschuldigte soll auch sie, die Tochter von B._, im gleichen Stil per SMS
quasi im Minutentakt belästigt und beschimpft haben wie auch seine Frau. Dies
wurde vom Beschuldigten anerkannt. Die Ausführungen von C._. sind auch
im Übrigen absolut glaubhaft, wenn sie bereits bei ihrer polizeilichen Befragung
geltend machte, der Beschuldigte habe ihr 24 Stunden Zeit gegeben, um ihm sei-
ne Frau zurückzugeben, ansonsten er ihre Adresse im Facebook veröffentlichen
werde (Urk. D6/3/2 S. 3, Urk. D1/5/2 S. 4 und S. 6 ff.). Entgegen der Ansicht der
Verteidigung (Urk. 39 S. 16) geht dies auch aus der Nachricht, welche der Be-
schuldigte an C._. schickte (Urk. D6/4 unten), ohne weiteres hervor. Der
Sachverhalt ist erstellt und die rechtliche Würdigung der Vorinstanz zutreffend
(Urk. 60 S. 44 ff.).
Anklageschrift S. 16:
Auch zu diesem Punkt kann ohne weiteres auf die glaubhaften Aussagen von
C._., die das gleiche Bild des Beschuldigten zeigen, wie alle weiteren Bewei-
se in diesem Verfahren, abgestellt werden (Urk. D1/5/2 S. 8 ff.). Wenngleich die
Textnachrichten des Beschuldigten an C._. sprachlich nicht leicht verständ-
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lich sind, so geht daraus doch mit genügender Klarheit hervor, dass er C._. -
wie von ihr glaubhaft dargetan - des Drogenhandels und der Zuhälterei ihrer eige-
nen Mutter bezichtigte (Urk. D6/4 S. 1 und S. 2: u.a. "Tu deune eugene Mutter
verkoft fir Geld."). Die Vorinstanz hat das Wesentliche dazu ausgeführt (Urk. 60
S. 48 ff.). Unklar bleibt, weshalb dem Beschuldigten in diesem Anklagepunkt kein
Verstoss gegen die Kontaktsperre vom 25. Mai 2016 vorgeworfen wurde (vgl.
nachfolgenden Punkt), denn diese betraf auch die Privatklägerin C._.
(Urk. D1/24/6 S. 4). Nachdem dies jedoch nicht eingeklagte wurde, hat es damit
sein Bewenden.
Anklageschrift S. 17:
Die Privatklägerin C._. hat auch dazu glaubhafte Aussagen gemacht
(Urk. D1/5/2 S. 12 ff.), worauf abgestellt werden kann. Zwar hatte der Beschuldig-
te C._. offenbar mehrfach unterstellt, Bordellchefin und Drogenhändlerin zu
sein (a.a.O. S. 9); Urk. D6/4 kann indes - entgegen der Vorinstanz (Urk. 60 S. 50)
- nicht als Beweis für diesen Anklagepunkt dienen, da die Unterlagen bereits am
18. Mai 2016 eingereicht wurden, der hier fragliche Vorfall indes erst am 19. Juli
2016 stattfand. Dies ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass auch dieser An-
klagepunkt erstellt ist. Im Übrigen kann erneut auf die Ausführungen der Vo-
rinstanz verwiesen werden (Urk. 60 S. 50 ff.).
Anklageschrift S. 18:
Dieser Anklagepunkt entspricht exakt demjenigen auf S. 13 der Anklageschrift,
welcher vom Beschuldigten anerkannt wurde. Weshalb der Beschuldigte hier - be-
treffend der Privatklägerin C._. - nunmehr lediglich einen Teil zugibt, ist nicht
nachvollziehbar. Die Vorinstanz hat bereits zutreffend darauf hingewiesen
(Urk. 60 S. 53). Wenn die Verteidigung auch zu diesem Anklagepunkt festhält, der
Beschuldigte habe den vorgeworfenen Sachverhalt "konstant und glaubhaft" be-
stritten (Urk. 39 S. 18), kann davon eben gerade keine Rede sein. Die Vorinstanz
hat im Übrigen alles Wesentliche dazu ausgeführt, weshalb darauf verwiesen
werden kann (Urk. 60 S. 52 ff.).
- 23 -
3.5. Somit ist Ziff. 3 der Vorinstanz - mit Ausnahme der oben erwähnten , von welchen der Beschuldigte vollumfänglich freizusprechen ist - auch
heute zu bestätigen. Der Freispruch aufgrund der Schuldunfähigkeit des Beschul-
digten in diesen verbleibenden Punkten ist als unangefochten ohne weiteres zu
bestätigen.
3.6. Betreffend dieser verbleibenden Tatbestände hat die Vorinstanz eine  Massnahme zur Behandlung der psychischen Störung des Beschuldigten
angeordnet (Urk. 60 S. 59). Diese Anordnung ist nicht angefochten und damit
rechtskräftig.
4. Zum Kontakt- und Rayonverbot
Die Vorinstanz hat den Beschuldigten mit einem 5jährigen Kontakt- und Rayon-
verbot hinsichtlich der beiden Privatklägerinnen belegt. Die Vorinstanz hat dazu
alles Notwendige ausgeführt, worauf vollumfänglich verwiesen werden kann
(Urk. 60 S. 61). Angesichts des Verhaltens des Beschuldigten gegenüber den
beiden Privatklägerinnen - es sind mehrere Verfahren gegen ihn wegen Ungehor-
sams gegen amtliche Verfügungen pendent, welche jedoch noch nicht rechtskräf-
tig behandelt wurden (Urk. 54; Urk. 88) - besteht kein Anlass, diese Anordnungen
aufzuheben oder abzuändern. Schliesslich hat auch die Verteidigung unabhängig
von den laufenden Verfahren eingeräumt, dass es immer wieder zu Verletzungen
des Kontaktverbotes komme (Prot. II. S. 13). Dass bisherige Kontakt- und Rayon-
verbote keine Wirkung entfaltet haben, wie die Verteidigung geltend macht
(Urk. 93 S. 14 f.), vermag nichts an deren Notwendigkeit zu ändern. Denn die
krankheitsbedingte Uneinsichtigkeit des Beschuldigten kann nicht dazu führen,
dass die Privatklägerinnen und Opfer des Beschuldigten keinen rechtlichen
Schutz erhalten. Der Beschuldigte wird in der ambulanten Therapie, welche
durchaus länger dauern könnte, zu lernen haben, sich an diese Anordnungen zu
halten. Er selbst führte sowohl vor Vorinstanz als auch im Berufungsverfahren
denn auch aus, er werde die gerichtlichen Anordnungen akzeptieren (Prot. I
S. 36; Urk. 91 S. 10). Indem er zudem ausführt, ohnehin keinen Kontakt zu den
Privatklägerinnen mehr haben zu wollen (Urk. 91 S. 9 f.), ist er durch ein Kontakt-
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und Rayonverbot auch nicht besonders beschwert. Ziff. 6-8 der Vorinstanz sind
somit ohne weiteres zu bestätigen.
5. Einziehungen
Auch diesbezüglich kann vollumfänglich auf die Erwägungen der Vorinstanz ver-
wiesen werden (Urk. 60 S. 64). Ziff. 12 und 13 der Vorinstanz sind nicht zu bean-
standen. Die Verteidigung begründete ihren Herausgabeantrag sowohl vor Vor-
instanz als auch im Berufungsverfahren einzig damit, dass ein vollumfänglicher
Freispruch zu ergehen habe (Urk. 39 S. 30; Urk. 93 S. 20 Rz. 41). Ein solcher er-
folgt indes einzig aufgrund der Schuldunfähigkeit des Beschuldigten. Einziehun-
gen gemäss Art. 69 Abs. 1 StGB sind indes unabhängig von der Strafbarkeit einer
Person anzuordnen.
6. Kosten- und Entschädigungsfolgen
6.1. Angesichts des heute zu erfolgenden Freispruchs vom Vorwurf des Betrugs sind die dem Beschuldigten vor Vorinstanz diesbezüglich auferlegten Kosten auf
die Gerichtskasse zu nehmen (Art. 426 Abs. 2 [recte] StPO, Urk. 60 S. 61 f. und
S. 67). Zu Recht ging die Vorinstanz hinsichtlich der übrigen Kosten davon aus,
dass die knappen finanziellen Verhältnisse des Beschuldigten, welcher von der
Sozialhilfe lebt, keine Anwendung von Art. 419 StPO zulassen (Urk. 60 S. 62),
weshalb diese (inkl. diejenigen der amtlichen Verteidigung) auch heute auf die
Gerichtskasse zu nehmen sind.
6.2. Dasselbe muss auch für die Kosten des Berufungsverfahrens gelten, denn massgeblich ist in Analogie zu Art. 54 Abs. 1 OR, ob der Beschuldigte in derart
guten finanziellen Verhältnissen ist, dass eine Kostenübernahme durch den Staat
als stossend empfunden würde (BSK, 2. Auflage, N 7 zu Art. 419 StPO). Davon
kann vorliegend keine Rede sein. Insoweit muss Art. 419 StPO Vorrang vor
Art. 428 Abs. 1 StPO haben, gemäss welchem die Kosten nach Obsiegen und
Unterliegen der Parteien aufzuerlegen sind. Es erschiene denn auch als höchst
problematisch, einem - zwingend amtlich verteidigten - mittellosen Schuldun-
fähigen vorwerfen zu wollen, das Prozessrisiko hinsichtlich seiner Berufung falsch
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eingeschätzt zu haben und ihn dafür kostenpflichtig zu machen. Damit sind auch
die Kosten des Berufungsverfahrens, inklusive derjenigen der amtlichen Vertei-
digung, auf die Gerichtskasse zu nehmen.
6.3. Für die amtliche Verteidigung des Beschuldigten im Berufungsverfahren  Fr. 5'371.70 geltend gemacht (Urk. 90). Dies erscheint grundsätzlich als aus-
gewiesen und angemessen. Für die heutige Berufungsverhandlung veranschlagte
der Verteidiger einen Aufwand von 2 Stunden (a.a.O.), was angesichts des Um-
standes, dass die Verhandlung von 8.30 Uhr bis 12.45 Uhr dauerte (Prot. II S. 10,
18), noch entsprechend höher zu vergüten ist. Der amtliche Verteidiger ist daher
mit Fr. 5'727.10 (inkl. MwSt) aus der Gerichtskasse zu entschädigen.
6.4. Haftentschädigung
6.4.1. Der Beschuldigte befand sich in Haft vom 28. Juli 2016 bis zur 20. April 2017 (plus ein Tag am 23. Mai 2016), mithin während 267 Tagen oder knapp
9 Monaten. Nachdem er vom Vorwurf des Betrugs heute freizusprechen ist, wird
keine Strafe mehr ausgefällt, an welche die Haftzeit anzurechnen wäre. Die Ver-
teidigung macht geltend, aufgrund dieser zu Unrecht erstandenen Haftdauer sei
dem Beschuldigten eine Genugtuung von Fr. 30'000.– zuzusprechen, da dieser
aufgrund der bereits im Tatzeitpunkt bestehenden Schuldunfähigkeit mangels
Strafbarkeit gar nicht hätte in Untersuchungshaft versetzt werden dürfen (Urk. 39
S. 32; Urk. 93 S. 19). Letzteres Argument greift zweifellos nicht, denn dies hiesse,
dass selbst gefährliche schuldunfähige Täter, die eine stationäre Massnahme zu
gewärtigen hätten, nie in Haft versetzt werden könnten, ohne dass sie dafür im
Nachhinein zu entschädigen wären. Die Vorinstanz lehnte die Ausrichtung einer
Genugtuung an den Beschuldigten einzig mit dem Hinweis ab, dass die finan-
ziellen Verhältnisse eines Schuldunfähigen - entgegen Art. 419 StPO - bei der
Bemessung des Unrechts der Überhaft keine Rolle spielen sollten (Urk. 60 S. 64).
Mit der Frage der Überhaft an sich sowie der Anrechnung der Haft auf eine ambu-
lante Massnahme setzte sich die Vorinstanz nicht auseinander.
6.4.2. Der Beschuldigte wurde am 23. Mai 2016 nach einem Tag aus einer ersten Haft entlassen und mit einem Rayon- und Kontaktverbot belegt (Urk. D1/24/4).
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Dabei wurde darauf hingewiesen, dass die grosse Gefahr bestehe, dass der Be-
schuldigte seine Drohungen (vorab betr. Bohrmaschine) in die Tat umsetzen
könnte. Sodann wurde ihm angedroht, er könnte bei Verstoss gegen die Ersatz-
massnahmen erneut in Haft genommen werden. Auch die nachfolgende gericht-
liche Verfügung erwähnte den psychisch instabilen Zustand des Beschuldigten
und das Vorliegen einer Ausführungsgefahr (Urk. D1/24/6). Nachdem sich der
Beschuldigte in keiner Weise an die ihm auferlegten Ersatzmassnahmen gehalten
hatte, wurde er am 28. Juli 2016 - wiederum unter Hinweis auf Ausführungsgefahr
- erneut in Haft genommen (Urk. D1/24/12). Bereits am 19. September 2016 wur-
de ein psychiatrisches Gutachten über den Beschuldigten in Auftrag gegeben
(Urk. D1/14/1), welches am 24. Januar 2017 einging (Urk. D1/14/15). Ein gut-
achterlicher Vorbericht vom 18. November 2016 ging davon aus, dass die Rück-
fallgefahr beim Beschuldigten hinsichtlich vergleichbarer Delikte hoch und die
Ausführungsgefahr hinsichtlich Verwirklichung der Todesdrohungen gering
"bis allenfalls mittelgradig" vorhanden seien (Urk. D1/14 ohne Nr. S. 38 f.). Ge-
stützt darauf und angesichts der gutachterlich festgestellten wahnhaften Störung
des Beschuldigten wurde die Haft am 27. Januar 2017 letztmals verlängert
(Urk. D1/24/40). Angesichts dieser Umstände kann den Behörden nicht vorgewor-
fen werden, sie hätte die Sache nicht beförderlich behandelt; ebenso wenig kann
gesagt werden, der Beschuldigte, welcher sich trotz Haftandrohung in keinster
Weise an die gemachten Auflagen hielt, hätte gar nicht erst verhaftet werden dür-
fen.
6.4.3. Somit war die durch den Beschuldigten erlittene Untersuchungshaft im Zeitpunkt ihrer Anordnung, als bezüglich einer allfälligen Schuldunfähigkeit des
Beschuldigten noch keine Gewissheit bestand, rechtmässig. Der Untersuchungs-
haft lag der Zweck der Verhinderung von weiteren Straftaten, mithin auch der
Opferschutz, zugrunde und sie wurde insofern im Einklang mit den materiellen
und formellen Voraussetzungen angeordnet. Gestützt auf die genannte gutachter-
liche Einschätzung von Dr. G._ ist davon auszugehen, dass die Verhältnis-
mässigkeit der Untersuchungshaft jedenfalls bis zum Zeitpunkt der Expertise in
einer ex-post Betrachtung klar gegeben war, denn erst am 24. Januar 2017 stand
fest, dass aus Sicht des Gutachters lediglich eine ambulante Massnahme in Be-
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tracht gezogen wurde (Urk. D1/14/15 S. 48). Indessen lag hinsichtlich der Frage
der Schuldunfähigkeit noch kein schlüssiges Gutachten vor, weshalb die Vor-
instanz ein Ergänzungsgutachten in Auftrag geben musste (Urk. 44). Es kann für
die Beurteilung, ob einzig eine ambulante Massnahme in Frage kommt, jedoch
nicht einfach auf das Datum der psychiatrischen Begutachtung ankommen. Viel-
mehr liegt es in der Verantwortung des Gerichts, sich an der Hauptverhandlung
selbst ein Bild vom Beschuldigten zu machen und zu überprüfen, ob es den gut-
achterlichen Erwägungen folgen kann oder nicht. Nebenbei bemerkt kann gemäss
neuester - wohl nicht unbestrittener - Ansicht der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Bundesgerichts sogar erst die Rechtsmittelinstanz eine stationäre Mass-
nahme anordnen, selbst wenn sich die Vorinstanz für eine ambulante aussprach
und nur der Beschuldigte Berufung erhoben hat (Urteil des Bundesgerichts vom
9. April 2018 Nr. 1B_136/2018 Erw. 4.3.). Nachdem die Vorinstanz aber dem
(gleichen) Gutachter nur eine klärende Ergänzungsfrage stellte, mithin nach der
Hauptverhandlung nicht grundsätzlich an dessen Befund zweifelte, war ab diesem
Moment voraussehbar, dass der Beschuldigte für die - heute verbleibenden Tat-
bestände - keine Strafe erhalten und mit einer bloss ambulanten Massnahme
sanktioniert würde. Hätte das Gericht den Beschuldigten danach dennoch in Haft
behalten, käme dies einer Überhaft gleich. Dies tat die Vorinstanz indes zu Recht
nicht, sondern entliess den Beschuldigten sofort aus der Sicherheitshaft (Urk. 40).
Somit kann in casu jedenfalls nicht gesagt werden, der Beschuldigte habe sich bis
zur erstinstanzlichen Hauptverhandlung in Überhaft befunden. Diese Praxis findet
selbstredend dort ihre Grenzen, wo die Haftdauer bis zur Hauptverhandlung - aus
jedwelchen Gründen - klar die Strafe übersteigt, zu der ein voll schuldfähiger Be-
schuldigter mutmasslich verurteilt worden wäre. Im vorliegenden Fall kann ange-
sichts der zahlreichen Delikte des Beschuldigten - selbst ohne den Betrug ge-
mäss Dossier 1 - nicht gesagt werden, die Haftdauer von knapp unter 9 Monaten
sei übermässig. Damit ist dem Beschuldigten keine Haftentschädigung resp. Ge-
nugtuung zuzusprechen.
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