Decision ID: cd65d185-37e9-4cf9-8764-7ff82069d395
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1961, Inhaber eines Reisebüros (vgl.
Handelsregis
terauszug
;
Urk.
8
), meldete sich am 12. Mai 2011 erstmals bei der Eidgenössi
schen Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 6/8). Nachdem die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, medizinische
und erwerbliche Abklärungen vorgenommen hatte, verneinte sie – nach durchge
führ
tem
Vorbescheidverfahren
(vgl. Urk. 6/20-24) – den Anspruch des Versi
cherten auf eine Invalidenrente
mit Verfügung vom 3. Oktober 2011
(Urk. 6/25). Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
1.2
Am 20. August 2014 meldete sich der Versicherte erneut bei der Invalidenver
sicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 6/28). Nach medizinischen und erwerb
lichen Abklärungen stellte die IV-Stelle am 8. Juni 2015 in Aussicht
, den Anspruch auf eine Invalidenrente zu verneinen
(Urk. 6/48), was sie, nachdem der Versicherte am 25. Juni 2015
E
inwände erhoben hatte (Urk. 6/49;
Einwand
ergänzung
vom 3. August 2015, Urk. 6/54)
,
mit Verfügung vom 19. August 2015 bestätigte (Urk. 6/60 = Urk. 2).
2.
Gegen die Verfügung vom 19. August 2015
(Urk. 2)
erhob der Versicherte am 16. September 2015 Beschwerde und beantragte, es sei ihm eine angemessene Inva
lidenrente zuzusprechen. Eventuell sei eine multidisziplinäre medizinische Begutachtung durch die IV-Stelle zu veranlassen (Urk. 1 S. 2). In der
Beschwer
deantwort
vom 20. Oktober 2015 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 5), was dem Beschwerdeführer am 5. November 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 7).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursach
te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun
fähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 die
ser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu ver
gewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analo
ger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzuge
hen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Ver
änderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschlies
sen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbe
zügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heits
zustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
ten
anspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefoc
htenen Verfügung
(Urk. 2) davon aus
, es bestehe gesamthaft betrachtet weder aus internistischer noch aus ortho
pädischer Sicht ein ausgewiesener Gesundheitsschaden, der die Arbeitsfähigkeit längerfristig einschränke (S. 2 oben)
.
Es sei eine mittelgradige depressive Epi
sode ausgewiesen. Bei einer Episode handle es sich jedoch um einen zeitlich begrenzten Abschnitt, und es sei davon auszugehen, dass sich der Gesundheits
zustand durch regelmässige psychiatrische Behandlungen verbessern lasse (S. 2 unten). Es bestehe somit auch aus psychiatrischer Sicht kein
Gesundheitsscha
den
, der eine länger andauernde Arbeitsunfähigkeit rechtfertige. In einer kör
perlich angepassten, leichten Tätigkeit sei eine 100%ige Arbeitsfähigkeit gege
ben (S. 3 oben).
2.2
Der Beschwerdefü
h
rer
stellte sich demgegenüber
im Wesentlichen
auf den Stand
punkt
(Urk. 1)
,
für die aktuelle Arbeitsunfähigkeit sei hauptsächlich die psychische Beschwerdesituation massgebend. Die aktuellsten Atteste der behan
delnden Psychiaterin begründeten die psychische Überforderung mit der Ver
schlechterung der somatischen Beschwerden. Die Beschwerdegegnerin habe die im Bericht der Psychiaterin vom 1. Juli 2015 geschilderte depressive Dekom
pensation im
R
ahmen einer schweren somatischen Erkrankung mit schrittweiser Arbeitsfähigkeit von 25 % bis (allenfalls) steigernd auf 50 % nicht berücksich
tigt (S. 5 Mitte).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob sich der Sachverhalt seit der rechtskräftigen Ver
neinung eines Rentenanspruch
s
im
Mai
2011
(Urk. 6/25)
in revisions
relevanter Weise verändert hat.
3.
3.1
Im Zeitpunkt der erstmaligen Rentenabweisung stützte sich die
Beschwerdegeg
nerin
auf folgende Arztberichte (vgl. Feststellungsblatt vom 26. Juli 2011, Urk. 6/19):
3.2
Dr.
med.
Y._
und
Dr.
med.
Z._
,
A._
, Abtei
lung Kardiologie,
stellten im Bericht
vom 18. April 2011 (Urk. 6/15/5-6) folgende Diagnosen (S. 1):
k
oronare Dreigefässerkrankung mit Status nach inferiorem Myokardin
farkt am 14.12.2010
Status nach Akut-PCI/
Stenting
PLA der RCA am 14.12.2010
Status nach PCI/
Stenting
des PLA1 der RCX und des
1.
DA im
01/2011
p
ersistierende serielle Stenosen im kleinen
2.
Diagonalast, nicht
inter
ventionsbedürftig
g
lobal erhaltene LV-Funktion bei
inferolateraler
Hypokinesie
kardiovaskuläre Risikof
aktoren (
cvRF
)
: Diabetes mellitus Typ 2 b
ei p
ositiver Familienanamnese und Status nach
Nikotinabusus
bis 12/2010
Diabetes mellitus Typ 2 (Erstdiagnose ca. 2000)
Im undatierten Arztbericht (Urk. 6/17)
legten die Ärzte dar, es gehe dem Beschwer
deführer gut
,
von kardialer Seite her sei er beschwerdefrei und im All
tag normal leistungsfähig. Gelegentlich habe er ein Kribbelgefühl in der lin
ken Hand. Das Vorliegen einer Angina
pectoris
, Dyspnoe,
Orthopnoe
, von
Pal
pita
tio
nen
und Synkopen sei vom Patienten verneint worden
(
Ziff.
1.4). Die bis
he
rige Tätigkeit sei
ihm
ohne verminderte Leistungsfähigkeit ab sofor
t zumutbar (
Ziff.
1.7 und 1.9).
3.3
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Allgemeinmedizin,
wiederholte im
Bericht vom 21. Juni 2011 (Urk. 6/15/1-4) im
Wesentlichen die von den Ärzten des
A._
(vgl. oben E. 3.2) genannten Diagnosen
(
Ziff.
1.1 S. 1)
.
Langfristig seien Diabeteskomplikationen zu erwarten. Bei weiterhin bestehen
der
k
oronarer Dreigefässerkrankung sei ein weiterer Infarkt nicht ausgeschlos
sen.
Dr.
B._
attestierte eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % vom 13. Dezember 2010 bis 31. März 2011, eine solche von 66 % vom
1.
b
is 3
0.
April 2011, eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 1. Mai bis 7. Juni 2011 und eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit ab 8. Juni 201
1.
Es sei dem Beschwerdeführer empfohlen worden, eine Stelle ohne Stress un
d ohne zu starke Belastung zu s
uchen. Ebenso seien körperliche Anstrengungen nicht gut. In einer angepassten Tätigkeit bestehe wahrscheinlich eine 100%ige Arbeitsfähigkeit.
4.
4.1
Zum
aktuelle
n
Gesundheitszustand
liegen folgende Arztberichte vor
:
4.2
Dr.
med.
C._
, Klinik für Allgemein-, Hand- und Unfallchirurgie am
A._
, diagnostizierte im Bericht vom 25. Juni 2014 (Urk. 6/35/9) einen Status nach Schulterarthroskopie rechts,
arthroskopischer
LBS-
Tenodese
,
subacromialer
Bursektomie
und Dekom
pression bei
subacromialer
Bursitis
sowie LBS-
Tendinopathie
/Instabilität bei medialer
Pulley
-Läsion am 22. April 201
4.
Klinisch zeige sich eine generalisierte Bewegungseinschränkung der rechten Schulter, wobei weniger die Schmerzen im Vordergrund stünden. Als Angestellter in einem Reisebüro betrage die Arbeitsunfähigkeit ab 30. Juni 2014 50 %. Ab dem 21. Juli 2014 bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit.
Laut Bericht des
A._
, Chirurgische Kliniken, v
om 23. September 2014 (Urk. 6/34
/1
5
)
ist
dem Beschwerdeführer die
Tätigkeit im Reisebüro
ohne verminderte Leistungs
fähigkeit zumutbar (Ziff. 1.7).
4.3
Im Austrittsbericht des
D._
, Medizinische Klinik, vom 19. Dezember 2014
(Urk. 6/43/8-10)
wurden folgende Diagnosen gestellt
(S. 1)
:
a
utoimmune Pankreatitis und
IgG
4-assoziierte
Autoimmuncholangitis
, ED 10/2014
a
ktuell:
Schmerzexazerb
ation
DD:
Neoplasie
Sonographie Abdomen 5.12.2014: kein wegweisender Befund
Verschluss-Ikterus bei distaler Gallengangstenose (09/2014)
ERCP mit
Stenteinlage
(10/2014)
S
t
atus nach
Cholangitis
(10/2014) mit ERCP/Stent-Wechsel, rückläu
fige
Choledochostenose
,
IgG
4-Erhöhung, Beginn einer
Steroidthera
pie
MRI Leber 11/2014:
r
ückläufige Grösse einer Raumforderung im Pan
kreas
Antrumgastritis
(Gastroskopie 5.12.2014)
Biopsien:
k
e
i
ne Malignität,
Helicobacter
pylori
negativ
i
nsulinpflichtiger Diabetes mellitus Typ 2 (ED ca. 2000)
k
oronare Dreigefässerkrankung
Status nach inferiorem Myokardinfarkt (12/2010)
Status nach Akut-PCI/
Stenting
PLA der RCA (12/2010)
Status nach PCI/
Stenting
des PLA der RCX und des
1.
DA (
0
1/2011)
persistierende serielle Stenosen im kleinen
2.
Diagonalast, nicht
inter
ventionspflichtig
global erhaltene LV-Funktion bei
inferiolateraler
Hypokinesie
cvRF
: Diabetes mellitus, positive Familienanamnese, sistierter
Niko
tin
abusus
Als Nebendiagnosen nannten die Ärzte (S. 1 unten):
c
hronische Schulterschmerzen rechts (04/2014)
LBS-
Tendinopathie
bei medialer
Pu
lley
-Läsion
s
ubakromiale
Bursitis
Nach anfänglichem Verdacht auf eine
Schmerzexazerbation
im Rahmen der
auto
immunen
P
ankreatitis, welche im Oktober
diagnostiziert worden s
ei
, sei die Steroiddosierung erhöht und eine Analgesie mittels Morphin eingeleitet worden. In der MRI
-
Verlaufsuntersuchung habe sich die Raumforderung im Pankreas stationär zum Vorbefund gezeigt. Die genaue Ätiologie bleibe allerdings weiter
hin unklar. Zur weiteren Untersuchung sei dafür eine ambulante
Feinnadel
punktion
in der Raumforderung geplant. Bei
Regredienz
der Schmerzen habe das Morphin wieder gestoppt werden können. Unter Analges
ie mit
Parcetamol
und
Metamizol
sei der Beschwerdeführer schmerzfrei.
4.
4
Laut Arztbericht von
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, vom 30. Dezember 2014 (Urk. 6/39
/
1-5) liegen beim Beschwer
deführer folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vor (Ziff. 1.1):
Autoimmunp
a
nkreatitis und
IgG
4
-assoziierte
Autoimmuncholangitis
s
ubacromiale
Bursitis, LBS
-
Tendinopathie
Schulter rechts bei
Status nach Schulter-Operation mit protrahiertem postoperativem Ver
lauf
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte
Dr.
E._
(
Ziff.
1.1):
insulinpflichtiger
Diabetes mellitus
koronare Herzkrankheit bei
Status nach Myokardinfarkt 2012
Die Arbeitsfähigkeit sei eingeschränkt durch rezidivierende
Schmerzexazer
ba
tionen
, Inappetenz, Gewichtsverlust und allgemeine Leistungsschwäche sowie die psychische Belastung durch den protrahierten Verlauf und
die
chronischen Erkrankungen (
Ziff.
1.7). Mit der Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit sei zu rechnen, wobei der Zeitpunkt noch offen sei (
Ziff.
1.9).
4.5
Dr.
med.
F._
,
D._
,
Gastroenterologie und Hepatologie
,
berichtete am 10. Februar 2015 (Urk. 6/41),
in der endoskopischen Unter
su
chung
vom 2. Oktober 2014 habe sich eine distale
Choledochusstenose
gefun
den. Im Labor hätten sich erhöhte
IgG
4-Werte ergeben und in der Bildgebung habe sich eine Läsion im
Processus
uncinatus
des Pankreas gezeigt. Die Prog
nose sei ungewiss, möglich
erweise käme es zu einem Rezidiv (S. 1 oben). Der Beschwerdeführer sei in der körperlichen Leistungsfähigkeit eingeschränkt (Ziff. 1.7). Mit einer Wieder
aufnahme der Tätigkeit beziehungsweise Erhöhung der Einsatzfähigkeit könne gerechnet werden (Ziff. 1.9).
4.
6
Dr.
med.
G._
diagnostizierte im Bericht
vom 1. Juli 2015
(
Urk. 3 =
Urk. 6/55) eine mittelgradige depressive Episode (F32.10). Es sei im Rahmen mehrerer schwerer somatischer Erkrankungen zu einer depressiven Dekompen
sation
gekommen mit Müdigkeit, Freud
- und
Antriebsverlust, sozialem Rück
zug, Hoffnungslosigkeit, Grübeln, Gewichtsverlust und vielem mehr.
Die ambulante psychi
a
trisch-psychotherapeutische Behandlung
sei
am 4. Mai 2015 begonnen
worden,
und seitdem fänden meist wöchentliche Sitzungen statt.
Es sei eine antidepr
e
ssiv-medikamentöse Behandlung begonnen worden. Beglei
tend finde ein strukturiert-störungs
s
pezifisches verhaltenstherapeutisches Pro
gramm zur Depressionsbehandlung statt. Es sei ein schrittweiser Wiedereinstieg in die bisherige Tätigkeit mit einem Pensum von etwa 25 % mit einer Erhöhung auf 50 % sinnvoll. Der genaue Zeitpunkt s
ei
nicht absehbar.
5.
5.1
Gestützt auf die internistischen ärztlichen Angaben (vgl. E. 3.2-3.3) verneinte die Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch im Jahr 201
1.
Der Beschwerde
führe
r nahm seine Arbeit im Reisebüro, welche wohl einer angepassten Tätigkeit entsprach, wieder auf, ohne eine Erwerbseinbusse zu erleiden (vgl. IK-Auszug vom 17. September 2014, Urk. 6/33).
5.2
5.2.1
Was den aktuellen Gesundheitszustand betrifft, stützte sich d
ie
Beschwerdegeg
nerin
bei ihrer Entscheidung auf die Einschätzung von
Dr.
H._
,
Fach
ärztin
für Innere Medizin des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD
).
D
iese
hielt am 12. März 2015 (Urk. 6/47 S. 4)
fest
, gemäss Bericht von
Dr.
E._
vom 8. Januar 2015
sei der Beschwerdeführer wegen Oberbauchbeschwerden episo
disch arbeitsunfähig gewesen, sei jetzt aber beschwerdefrei. Der Diabetes melli
tus und die bekannte koronare Herzkran
k
heit seien ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit.
Bezüglich
der autoimmunen Pankreatitis und
der
IgG
4
-
asso
ziierten
Autoimmuncholangitis
sei der Beschwerdeführer anal
o
g
dem
Arztzeug
nis
des
D._
vom 9. März 2015 beschwerdefrei und somit zu 100 % arbeitsfähig.
5.2.2
Der von
Dr.
H._
zitierte Arztbericht von
Dr.
E._
vom 8. Januar 2015 befindet sich nicht in den Akten, sondern lediglich derjenige vom 30. Dezember 2014 (vgl. oben E. 4.4). Darin legte
Dr.
E._
dar, der Beschwerdeführer sei seit September 2014 wiederholt episodisch zu 100 % arbeitsunfähig. Hieraus kann geschlossen werden, dass seit September 2014 keine durchgehende 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestand, indessen hat
Dr.
E._
damit nicht gesagt, dass zwischen den episodisch auftretenden 100%igen Arbeitsunfähig
keiten
eine vollständige Arbeitsfähigkeit bestand. Dass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Berichterstattung beschwerdefrei war, kann dem Bericht nicht entnommen
werden. Vielmehr gab
Dr.
E._
an, der Beschwerdeführer sei in der bisherigen Tätigkeit durch rezidivierende
Schmerzexazerbationen
, Inap
petenz, Gewichtsverlust, allgemeiner Leistungsschwäche sowie aufgrund der psychischen Belastung durch den protrahierten Verlauf und die chronischen Erkrankungen eingeschränkt
.
Er stellte die
Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit beziehungsweise
die
Erhöhung der Eins
atzfähigkeit in Aussicht
, wobei
er offen liess, ab wann damit zu rechnen sei.
5.2.3
Auch der von
Dr.
H._
zitierte Arztbericht des
D._
vom 9. März 2015, wonach der Beschwerdeführer beschwerdefrei und somit zu 100 % arbeitsfähig sein soll (vgl. Urk. 6/47 S. 5), befindet sich nicht in den Akten. Der aktuellste Bericht des
D._
datiert vom
10. Februar 2015
(vgl. oben E
. 4.5
),
worin
Dr.
F._
erläuterte,
es sei
eine distale
Choledochusstenose
gefunden
worden, es lägen
erhöhte
IgG
4-Werte
vor und in
der Bildgebung sei
ein Läs
i
on
im
Proecssus
uncinatus
des Pankreas zu sehen.
Zur Arbeitsfähigkeit äusserte sich
Dr.
F._
dahingehend,
dass
eine eingeschränkte körperliche Leistungsfähigkeit
bestehe
,
er gab indessen nicht an, welches Ausmass die Leistungseinbusse hat. Er rechnete
mit einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit beziehungsweise de
r Erhöhung der Einsatzfähigkeit, ohne diesbezüg
lich eine zeitliche Prognose abzugeben.
5
.2.4
Dem
Austrittsbericht
des
D._
, Medizinische Klinik, vom 19. Dezember 2014
über den stationären Aufenthalt vom 4.
b
is 13. Dezember 2014 des Beschwerdeführers
(E. 4.3)
kann entnommen werden, dass d
ie Zuwei
sung aufgrund von seit zwei Tagen bestehenden starken
kolikartigen
Bauch
schmerzen im Oberbauch mit rezidivierendem Erbrechen
erfolgt war
. Der Beschwerdeführer
konnte
nach erfolgter Behandlung in schmerzfreie
m
und gutem Allgemeinzustand nach Hause entlassen werden. Zur Arbeitsfähigkeit äusserten sich die Ärz
te
in diesem Bericht
nicht, allerdings ist
dieser
nicht voll
ständig
, es fehlt Seite 3.
5
.2.5
Die Stellungnahme
der RAD-Ärztin
erscheint angesichts de
s
Dargelegten
nicht
als
schlüssig.
5.
3
Allein a
us dem Vergleich der aufgeführten Diagnosen in den Arztberichten aus dem Jahr 2011
(E. 3.2-3.3)
und denjenigen aus dem Jahr 2014
(E. 4.2.-4.6)
kann geschlossen werden, dass
beim Beschwerdeführer sehr wohl eine Verschlechte
rung des Gesundheitszustandes eingetreten ist.
Allerdings
ist es möglich, dass
die
Leiden
in ihrer Gesamtheit
keine längerdauernde Arb
eitsunfähigkeit zur Folge haben.
D
ies wurde aber von der Beschwerdeführerin
indessen
nicht kor
re
kt abgeklärt
, was insbesondere angezeigt gewesen wäre, weil sowohl der Hausarzt (E. 4.4) als auch der Facharzt (E. 4.5) eine Einschränkung in der kör
per
lichen Leistungsfähigkeit beobachtet haben
und auch
Dr.
G._
(E.4.6) aufgrund der Depression eine Arbeitsunfähigkeit attestierte
.
Aus diesem Grund ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie abkläre, ob und in welchem Umfang die somatischen Beschwerden
zu
eine
r
Einschränkung in der Arbeitsunfähigkeit führen und ob ein die Arbeitsfähigkeit einschränken
der psychischer Gesundheitsschaden vorliegt. Hernach hat sie
über den
Leis
tungsanspruch
des Beschwerdeführers neu
zu
befinde
n
.
6.
6
.1
Die Verfahrenskosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr. 700.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerle
gen.
6
.2
Der anwaltlich vertretene und obsiegende Beschwerdeführer hat Anspruch auf eine Prozessentschädigung, die beim praxisgemäss anwendbaren Stundenansatz von Fr. 220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) ermessensweise auf Fr.
2‘000
.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen und von der Beschwerdegegnerin zu bezahlen ist.