Decision ID: 4d59fbbc-aee5-4582-bbb0-6f804d67a1a2
Year: 2019
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich im Mai 2008 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (IV-act. 4). Gemäss einem Bericht des Psychiatrie-Zentrums
B._ vom 12. September 2008 litt er an einer möglicherweise psychisch bedingten
unklaren Dyspnoe mit einer Hyperventilation (IV-act. 21). Die Ärzte hielten fest, der
Versicherte sei ihnen vom Hausarzt zugewiesen worden, der den Verdacht auf eine
Angststörung hege. Die Problematik bestehe seit Februar 2008. Mehrere
Arbeitsversuche seien gescheitert. Der Versicherte habe angegeben, dass er einmal im
Rahmen einer Angstattacke einen Verkehrsunfall verursacht habe. Im Sommer 2008 sei
der Versicherte trotz der Krankschreibung und des klaren Hinweises, dass er
angesichts seiner Krankheit nicht ins Ausland fahren dürfe, für zwei Monate in seine
Heimat gereist. Die Klinik für Innere Medizin des Spitals C._ hatte am 4. September
2008 berichtet (IV-act. 22), der Versicherte leide an unklaren Panikattacken und an
einer diskreten Reflux-Oesophagitis. Anamnestisch bestehe ein hochgradiger Verdacht
auf eine somatoforme Störung. Im Auftrag der Krankentaggeldversicherung erstattete
Dr. med. D._ am 16. Oktober 2008 ein psychiatrisches Gutachten (IV-act. 32). Er
führte aus, der Versicherte habe angegeben, dass er „nicht einmal zwei Prozent“
arbeiten könne, weil er „keine Luft“ habe und unter einer Angst leide. Der behandelnde
Psychiater vom Psychiatrie-Zentrum B._ habe in einem Telefonat festgehalten, dass
der Versicherte seines Erachtens aus psychiatrischer Sicht uneingeschränkt
arbeitsfähig sei. Bei der Begutachtung durch Dr. D._ habe sich der objektive
klinische Befund unauffällig dargestellt. Diagnostisch liege eine somatoforme autonome
Funktionsstörung des oberen Gastrointestinaltraktes respektive eine psychogene
Oesophagie vor. Diese wirke sich nicht auf die Arbeitsfähigkeit des Versicherten aus.
Mit einer Verfügung vom 26. März 2009 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren des
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Versicherten mit der Begründung ab, weder die Anspruchsvoraussetzungen für eine
Arbeitsvermittlung noch jene für eine Rente seien erfüllt (IV-act. 40).
A.b Am 6. April 2009 berichtete die Klinik für Innere Medizin des Spitals C._ (IV-act.
43), am 25. März 2009 sei erstmals ein systemischer Lupus erythematodes
diagnostiziert worden. Aktuell leide der Versicherte an einer Lupus-Nephritis. Mit einer
Verfügung vom 21. April 2009 widerrief die IV-Stelle ihre Verfügung vom 26. März 2009;
sie kündigte an, dass sie weitere Abklärungen tätigen werde (IV-act. 45). Am 23. Juli
2009 erstattete Prof. Dr. med. E._ im Auftrag der Krankentaggeldversicherung ein
neurologisches Gutachten (Fremdakten). Er hielt fest, der Lupus erythematodes sei gut
kompensiert, aber der Versicherte sei auf eine andauernde Medikation angewiesen,
weshalb für Verweistätigkeiten nur eine Arbeitsfähigkeit von 80 Prozent attestiert
werden könne. Die Verhaltensauffälligkeiten seien nicht auf den Lupus erythematodes
zurückzuführen, sondern psychogen. Das Spital C._ berichtete im Dezember 2009
über eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes mit einer nun vollständigen
Arbeitsunfähigkeit des Versicherten (IV-act. 63). Die Rheumatologin Dr. med. F._
teilte im Juni 2010 mit (IV-act. 76), der Lupus erythematodes wirke sich auf die Muskeln
und das Skelett (aktuell nicht erosive Polyarthralgien, ISG-Arthritis beidseits) sowie auf
die Niere aus. Seit etwa Mai 2007 sei der Versicherte wegen der Schmerzen und der
Müdigkeit vollständig arbeitsunfähig. Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die Ärztliches
Begutachtungsinstitut (ABI) GmbH am 28. Februar 2011 ein polydisziplinäres
Gutachten (IV-act. 88). Die Sachverständigen hielten fest, bei der klinischen
rheumatologischen Untersuchung seien erhebliche Diskrepanzen aufgefallen. Der
Versicherte leide zwar sicher an einem systemischen Lupus erythematodes mit einer
bioptisch gesicherten Nierenbeteiligung. Unter der adäquaten immunsuppressiven
Medikation hätten aber aktuell weder klinisch noch labormässig Hinweise für eine
relevante persistierende Krankheitsaktivität festgestellt werden können. Das klinische
Gesamtbild habe auf ein deutlich gesteigertes Krankheitsverhalten hingewiesen. Aus
psychiatrischer Sicht leide der Versicherte an einer leichten depressiven Episode und
an einer Panikstörung mit einer Agoraphobie. Aus polydisziplinärer Sicht betrage die
Arbeitsfähigkeit für leichte Tätigkeiten 80 Prozent, denn der Versicherte benötige
zusätzliche Pausen im Umfang von 20 Prozent. Mit einer Verfügung vom 8. September
2011 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren des Versicherten mangels eines
rentenbegründenden Invaliditätsgrades ab (IV-act. 100).
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A.c Am 10. Oktober 2011 liess der Versicherte eine Beschwerde gegen die Verfügung
vom 8. September 2011 erheben (IV-act. 105). Sein Rechtsvertreter wies unter
anderem darauf hin, dass der Versicherte am 4. Oktober 2011 in eine stationäre
psychiatrische Behandlung eingetreten sei. Mit einer Verfügung vom 5. Dezember 2011
widerrief die IV-Stelle ihre Verfügung vom 8. September 2011 (IV-act. 113). Das
Beschwerdeverfahren wurde in der Folge als gegenstandslos abgeschrieben (vgl. IV-
act. 115). Bereits am 27. Oktober 2011 hatte die Klinik G._ berichtet (IV-act. 119–7
ff.), der Versicherte leide an einer gemischten Angst- und depressiven Störung, an
psychologischen Faktoren oder Verhaltensfaktoren bei andernorts klassifizierten
Krankheiten, an einem systemischen Lupus erythematodes sowie an sonstigen
Problemen mit Bezug auf den engeren Familienkreis. Er sei am 5. Oktober 2011 in die
stationäre Behandlung eingetreten und habe diese dann am 18. Oktober 2011
überraschend vorzeitig beendet. Am 1. Mai 2012 berichtete der Psychiater Dr. med.
H._ (IV-act. 125), der Versicherte leide an einer depressiven Störung mittleren,
intermittierend auch schweren Grades sowie an einer Anpassungsstörung. Alle
Krankheiten zusammen betrachtet liege eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vor. In den
therapeutischen Gesprächen habe der Versicherte medizinische Sachverständige und
Institutionen „recht derb und vorlaut“ angeschuldigt, diese hätten mit seinem Leben
gespielt und ihn als Versuchskaninchen missbraucht. Er sei bei diesen Schilderungen
ins Schreien und Gestikulieren gekommen und habe ausser sich gewirkt. Bei den
therapeutischen Gesprächen seien plötzliches Weinen und lautes Schreien „auf der
Tagesordnung“. Mit einer Verfügung vom 23. November 2012 wies die IV-Stelle das
Rentenbegehren des Versicherten ab (IV-act. 133).
A.d Am 1. Dezember 2014 liess der nun anwaltlich vertretene Versicherte eine
Neuanmeldung zum Leistungsbezug einreichen (IV-act. 141). Dieser Neuanmeldung lag
ein Bericht des Amtsarztes I._ vom 2. Dezember 2013 bei (IV-act. 142). Der Amtsarzt
hatte darin festgehalten, dass er nach einer Auseinandersetzung mit den medizinischen
Berichten der behandelnden Ärzte und einer persönlichen Untersuchung des
Beschwerdeführers zum Schluss gekommen sei, dass sich dessen
Gesundheitszustand im Verlauf des Jahres 2013 massiv verschlechtert haben müsse.
Am 30. Januar 2015 notierte Dr. med. J._ vom IV-internen regionalen ärztlichen
Dienst (RAD), die „dramatisch anmutende Neuanmeldung“ und der dieser beigelegte
„nicht minder aufwühlende“ Bericht des Amtsarztes I._ liessen eine Verschlechterung
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des Gesundheitszustandes seit der Abweisung des letzten Leistungsbegehrens als
möglich erscheinen, weshalb auf die Neuanmeldung eingetreten werden müsse (IV-act.
146). Am 9. Februar 2015 meldete sich der Versicherte zusätzlich zum Bezug einer
Hilflosenentschädigung an (IV-act. 149). Er gab an, er benötige eine regelmässige und
erhebliche Dritthilfe bei der Fortbewegung im Freien und bei der Pflege
gesellschaftlicher Kontakte. Zudem benötige er eine dauernde medizinisch-
pflegerische Hilfe und eine lebenspraktische Begleitung. Am 3. Juli 2015 teilte Dr. F._
mit (IV-act. 164–1 ff.), die Angaben des Versicherten über dessen Hilflosigkeit stimmten
mit ihren Feststellungen überein. Der Versicherte sei nicht in der Lage, einen
Spaziergang von 15–30 Minuten oder länger zu machen. Sie wisse nicht, ob er noch
Auto fahre. Im Mai 2015 habe sich der Versicherte in einer stationären Behandlung
befunden. Die Kliniken Valens hatten am 4. Juni 2015 über diesen stationären
Aufenthalt berichtet und festgehalten (IV-act. 164–4 ff.), der Zustand des Versicherten
habe weitgehend jenem vor etwa zweieinhalb Jahren entsprochen. Neu aufgefallen
seien allerdings Symptome eines obstruktiven Schlafapnoesyndroms.
A.e Am 15. August 2016 erstattete das BEGAZ im Auftrag der IV-Stelle ein
polydisziplinäres Gutachten (IV-act. 221). Der rheumatologische Sachverständige hielt
fest, sowohl bei der Anamneseerhebung als auch bei der klinischen Untersuchung
seien zahlreiche Diskrepanzen aufgefallen. Unter anderem habe der Versicherte
angegeben, dass er nicht mehr selber Auto fahren könne. Nach der Verabschiedung
habe er die Praxis mit einem kleinschrittigen Gang und mit einem Schonhinken rechts
verlassen. Ausserhalb der Praxis habe er kein Schonhinken mehr gezeigt. Das
Gangbild sei symmetrisch gewesen, die Schrittlänge normal. Der Versicherte habe auf
dem Fahrersitz eines Autos Platz genommen, das auf dem Parkplatz vor dem Gebäude
abgestellt gewesen sei, und sei dann mit diesem Auto davon gefahren. Bezüglich des
im Jahr 2009 diagnostizierten Lupus erythematodes sei in den medizinischen Vorakten
wiederholt darauf hingewiesen worden, dass objektiv keine wesentliche systemische
Entzündungsaktivität vorhanden sei. Die behandelnde Rheumatologin Dr. F._ habe
telefonisch angegeben, dass die systemischen Entzündungswerte auch bei der letzten
Laborkontrolle vom 10. Juni 2016 wieder im tiefnormalen Bereich gelegen hätten: Die
Blutsenkung habe 2mm/h betragen (alters- und geschlechtsspezifische Norm bis
20mm/h). Der CRP-Wert habe bei 0,5mg/l gelegen (Norm bis 5mg/l). Das bei der
klinischen Untersuchung vorherrschende ubiquitäre Schmerzsyndrom entspreche
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keinem rheumatologischen Krankheitsbild, wobei allerdings von einer deutlich
bewusstseinsnahen Symptomausgestaltung ausgegangen werden müsse. Unter
Berücksichtigung der Angaben in den Vorakten dürfte der Versicherte zu Beginn der
diagnostizierten Kollagenose respektive von Herbst 2008 bis zum Beginn des Jahres
2010 vollständig arbeitsunfähig gewesen sein. Seither bestünden keine relevanten
Aktivitätszeichen, sodass ab diesem Zeitpunkt für körperlich leichte,
wechselbelastende Tätigkeiten von einer Arbeitsfähigkeit von 80 Prozent ausgegangen
werden könne, wobei sich die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit um 20 Prozent aus
einem erhöhten Pausenbedarf ergebe. Der pneumologische Sachverständige führte
aus, die in den Akten vermerkte Diagnose eines COPD lasse sich angesichts der
objektiven Befunde nicht aufrecht erhalten. Das leichtgradige obstruktive
Apnoesyndrom wirke sich nicht auf die Arbeitsfähigkeit des Versicherten aus. Es
erkläre auch nicht die vom Versicherten geklagte Symptomatik, bei der es sich um eine
funktionelle Atemstörung und damit nicht um ein pulmonales Problem handle. Aus
pneumologischer Sicht sei der Versicherte uneingeschränkt arbeitsfähig. Der
psychiatrische Sachverständige hielt fest, der Versicherte habe sich in der
Untersuchung nur bedingt kooperativ verhalten. Seine Aussagen seien teilweise
widersprüchlich gewesen. Auch bezüglich des Schmerzverhaltens seien Diskrepanzen
aufgefallen. Dennoch hätten die Symptome einer leichtgradigen depressiven Episode
objektiviert werden können. Diagnostisch handle es sich unter Berücksichtigung der
Angaben in den medizinischen Vorakten um eine rezidivierende depressive Störung mit
einer gegenwärtig leichtgradigen Episode. Die in den Vorakten erwähnte Agoraphobie
mit Panikstörung habe im Rahmen der Begutachtung nicht objektiviert werden können.
Die Arbeitsfähigkeit sei höchstens um 30 Prozent eingeschränkt. In ihrer
Konsensbeurteilung führten die Sachverständigen unter anderem aus, dass dem
Versicherten leichte, wechselbelastende Tätigkeiten im Umfang von 70 Prozent
zumutbar seien. Der RAD-Arzt Dr. J._ qualifizierte das Gutachten des BEGAZ als
überzeugend (IV-act. 230). Mit einem Vorbescheid vom 4. Oktober 2016 teilte die IV-
Stelle dem Versicherten mit, dass sie die Abweisung seines Rentenbegehrens mangels
eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades vorsehe (IV-act. 232). Dagegen liess
dieser am 4. November 2016 einwenden (IV-act. 236), er verwahre sich gegen den
Vorwurf einer Symptomausweitung. Bei ihm liege ein Multiorganbefall durch einen
Lupus erythematodes vor, der die Haut, die Schleimhäute, die Gelenke, die Nieren und
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die Leber betreffe. Offensichtlich habe er sich im Zeitpunkt der Begutachtung in einer
guten Phase befunden. Ein systemischer Lupus erythematodes verlaufe aber
schubförmig. Das Gutachten werde der Gesundheitsbeeinträchtigung des Versicherten
jedenfalls nicht gerecht. Mit einer Verfügung vom 25. November 2016 wies die IV-Stelle
das Rentenbegehren des Versicherten ab (IV-act. 243).
B.
B.a Am 10. Januar 2017 liess der Versicherte (nachfolgend: der Beschwerdeführer)
eine Beschwerde gegen die Verfügung vom 25. November 2016 erheben (act. G 1).
Seine Rechtsvertreterin beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die
Zusprache einer ganzen Invalidenrente mit Wirkung ab dem 1. Juni 2015 und
eventualiter die Durchführung von weiteren medizinischen Abklärungen. Zur
Begründung führte sie an, die IV-Stelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) habe
den Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör verletzt, denn sie sei mit
keinem Wort auf seine Einwände gegen den Vorbescheid vom 4. Oktober 2016
eingegangen. Vielmehr habe sie die Eingabe des Beschwerdeführers offenbar nur zum
Anlass genommen, den Invaliditätsgrad mit der Begründung von 27 Prozent auf 16
Prozent herabzusetzen, eine leichtgradige depressive Störung sei nicht
„invalidisierend“. Damit habe auch die Beschwerdegegnerin offenkundig das
Gutachten des BEGAZ als teilweise nicht überzeugend qualifiziert. Das Gutachten des
BEGAZ werde der „speziellen gesundheitlichen Einschränkung“ des
Beschwerdeführers nicht gerecht. Der Beschwerdeführer hätte über einen längeren
Zeitraum beobachtet werden müssen; er verwahre sich gegen den Vorwurf einer
Symptomausweitung. Am 7. November 2016 habe er versuchsweise eine Tätigkeit in
einem geschützten Rahmen mit einem Pensum von 50 Prozent aufgenommen. Bereits
nach einem Monat habe er diese Tätigkeit aber krankheitsbedingt wieder aufgeben
müssen. Der Betriebsleiter habe ihn notfallmässig ins nächstgelegene Spital fahren
müssen. Dort sei der Verdacht auf eine schwere depressive Episode mit einer akuten
Suizidalität geäussert worden, weshalb man den Beschwerdeführer mittels einer
fürsorgerischen Unterbringung in die Klinik G._ verlegt habe. Der Beschwerdeschrift
lag ein Verlegungsbericht des Spitals K._ vom 7. Dezember 2016 bei (act. G 1.1.4).
Am 13. Januar 2017 liess der Beschwerdeführer einen Bericht von Dr. F._ vom 11.
Januar 2017 einreichen (act. G 4.1). Diese hatte festgehalten, im Jahr 2016 sei es zu
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vier akuten Krankheitsschüben gekommen. Der Beschwerdeführer sei seit dem Jahr
2009 vollständig arbeitsunfähig.
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 24. Februar 2017 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 8). Zur Begründung führte sie an, sie habe den Anspruch des
Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör beziehungsweise ihre Begründungspflicht
nicht verletzt, denn sie habe ihre Verfügung eingehend begründet. Das Gutachten des
BEGAZ sei in jeder Hinsicht überzeugend. Rechtsprechungsgemäss dürfe die vom
psychiatrischen Sachverständigen attestierte Arbeitsunfähigkeit aber nicht
berücksichtigt werden.
B.c Der Beschwerdeführer liess am 5. April 2017 an seinen Anträgen festhalten (act. G
12). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 14).
B.d Am 26. Juni 2017 liess der Beschwerdeführer eine Stellungnahme des
Betriebsleiters der L._ AG vom 22. Juni 2017 einreichen (act. G 18.1.1). Dieser hatte
festgehalten, der Beschwerdeführer habe stehende Arbeiten jeweils nur für kurze Zeit
verrichten können. Er habe unter Schwindel gelitten und sitzend weiterarbeiten
müssen. Später sei eine undefinierbare Übelkeit hinzugekommen. Einige
Arbeitsunterbrüche seien wohl auf psychische Angstzustände zurückzuführen
gewesen. Einmal habe der Beschwerdeführer notfallmässig ins Spital eingeliefert
werden müssen. Ein geschwollener Fuss, der ihm grosse Schmerzen verursacht habe,
habe ihn ebenfalls an der Arbeit gehindert. Aufgrund der krankheitsbedingten
Einschränkungen sei die Arbeitsleistung sehr tief gewesen.
B.e Am 31. Juli 2017 liess der Beschwerdeführer einen Bericht der Kliniken Valens
vom 26. Juni 2017 einreichen (act. G 20.1). Die Ärzte hatten festgehalten, der
Beschwerdeführer leide an einem Lupus erythematodes, an einer Panikstörung mit
einer episodisch paroxysmalen Angst, an einer Dysthymie und an einem leichten
Schlafapnoesyndrom. Im Alltag stünden gegenwärtig die Panikattacken im
Vordergrund, die sich in Richtung einer generalisierten Angststörung entwickelten. Aus
somatischer Sicht sei ein geregelter aktiver Tagesablauf mit einer Mithilfe im Haushalt
und bei der Kindererziehung zu empfehlen.

Erwägungen
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1.
Der Beschwerdeführer hat eine Verletzung seines Anspruchs auf rechtliches Gehör (Art.
42 ATSG) gerügt. Seine Rüge betrifft bei genauer Betrachtung allerdings nicht eine
Verletzung seines Anspruchs auf rechtliches Gehör, sondern eine Verletzung der
Begründungspflicht (Art. 49 Abs. 3 ATSG). Eine entsprechende Rechtswidrigkeit
müsste grundsätzlich ohne Weiteres zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung
führen, denn sie könnte nur durch eine (nun verfahrensrechtlich korrekte) Wiederholung
des sogenannten „Vorbescheidsverfahrens“ behoben werden. Folglich muss als Erstes
geprüft werden, ob eine Verletzung der Begründungspflicht vorliegt. Die
Begründungspflicht verfolgt keinen Selbstzweck. Sie soll es dem
Verfügungsadressaten ermöglichen nachzuvollziehen, aus welchen Gründen ein
Entscheid zustande gekommen ist, damit der Verfügungsadressat dann in Kenntnis der
relevanten Gesichtspunkte entscheiden kann, ob und allenfalls mit welchen
Argumenten er den Entscheid anfechten will. Diesen Zweck hat die angefochtene
Verfügung erfüllt, denn die Beschwerdegegnerin hat darin eingehend dargelegt, von
welchen Gründen sie sich bei der Entscheidfindung hatte leiten lassen. Dass sich die
Beschwerdegegnerin nur kurz zu den Einwänden des Beschwerdeführers bezüglich
des Gutachtens des BEGAZ geäussert hat, stellt keine Verletzung der
Begründungspflicht dar, weil die Beschwerdegegnerin damit klargestellt hat, warum sie
weiterhin von einem ausreichenden Beweiswert des Gutachtens ausgegangen ist. Dem
Beschwerdeführer ist es in der Folge denn auch möglich gewesen, eine ausführlich
begründete Beschwerde zu erheben. Eine Verletzung der Begründungspflicht liegt
folglich nicht vor.
2.
Gemäss dem Art. 87 Abs. 3 IVV wird eine Neuanmeldung zum Leistungsbezug nach
der Abweisung eines früheren Rentenbegehrens nur geprüft, wenn die versicherte
Person glaubhaft gemacht hat, dass sich der anspruchsbegründende Sachverhalt seit
der Abweisung des früheren Rentenbegehrens massgeblich verändert hatte. Die
Beschwerdegegnerin ist vorliegend zu Recht auf die Neuanmeldung vom 1. Dezember
2014 eingetreten, da mit dem dieser Neuanmeldung beigelegten Bericht des
Amtsarztes I._ eine relevante Sachverhaltsveränderung glaubhaft gemacht war.
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3.
3.1 Eine versicherte Person, die ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern kann, die
während eines Jahres ohne einen wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen ist und die nach dem Ablauf dieses
Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid ist, hat gemäss dem Art. 28 Abs. 1 IVG einen
Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung. Für die Bemessung der Invalidität
wird gemäss dem Art. 28a Abs. 1 IVG in Verbindung mit dem Art. 16 ATSG das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der
Gesundheitsbeeinträchtigung und nach der Durchführung der zumutbaren Behandlung
und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei einer
ausgeglichenen Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung zu jenem
Erwerbseinkommen gesetzt, das sie erzielen könnte, wenn sie gesund geblieben wäre.
3.2 Für die Bestimmung des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens
werden medizinischen Angaben zur Arbeitsfähigkeit der versicherten Person benötigt.
Vorliegend stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage nach der Überzeugungskraft
des Gutachtens des BEGAZ. Die Sachverständigen haben sich intensiv mit den
Vorakten auseinandergesetzt, den Beschwerdeführer eingehend persönlich untersucht
und sich telefonisch bei der behandelnden Rheumatologin Dr. F._ nach den
aktuellsten Laborwerten erkundigt. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers
haben sie also nicht nur über eine „Momentaufnahme“, sondern über eine fundierte
Kenntnis betreffend den gesamten Behandlungszeitraum der vergangenen sieben
Jahre seit der Erstdiagnose des systemischen Lupus erythematodes verfügt. Sie haben
überzeugend aufgezeigt, dass bei der damals aktuellsten Laboruntersuchung vom Juni
2016 wiederum keine auffälligen Werte festgestellt worden waren. Zwar hat Dr. F._ in
ihrem Bericht vom 11. Januar 2017 geltend gemacht, dass der Beschwerdeführer im
Jahr 2016 vier Krankheitsschübe durchlitten habe, aber die unauffälligen Laborwerte im
Juni 2016 und die fehlenden Angaben zu entsprechenden objektiven Befunden im
Bericht von Dr. F._ vom 11. Januar 2017 deuten eher darauf hin, dass diese
„Krankheitsschübe“ nicht mit entsprechenden objektiven Befunden einher gegangen
sind. Zudem scheinen die Angaben im Bericht von Dr. F._ vom 11. Januar 2017
insgesamt weitestgehend auf den subjektiven Angaben des Beschwerdeführers zu
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beruhen, weshalb der starke Verdacht besteht, dass es sich bei den
„Krankheitsschüben“ nicht um objektive Verschlechterungen des
Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers, sondern um im Rahmen der bekannten
Aggravationstendenz geltend gemachte „Schübe“ gehandelt haben könnte. Angesichts
der fehlenden Überzeugungskraft der Angaben des Beschwerdeführers (vgl. dazu
unten) können medizinische Schlussfolgerungen, die sich massgeblich auf diese
subjektiven Angaben stützen, zum Vorneherein nicht überzeugend sein. Insgesamt ist
es also überwiegend wahrscheinlich im Jahr 2016 nicht zu einer massgeblichen
Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers gekommen. Wie
der rheumatologische Sachverständige des BEGAZ überzeugend dargelegt hat,
enthalten die früheren Berichte keine Hinweise auf eine relevante Entzündungsaktivität.
Der Verlauf des systemischen Lupus erythematodes ist also in den Jahren 2009–2016
unauffällig und stabil gewesen. Auch bei der klinischen Untersuchung durch den
rheumatologischen Sachverständigen sind keine objektiven klinischen Befunde
aufgefallen, die auf eine massgebliche Beeinträchtigung durch den systemischen
Lupus erythematodes hingewiesen hätten. Bezüglich der vielfältigen Klagen des
Beschwerdeführers hat der rheumatologische Sachverständige des BEGAZ
anschaulich aufgezeigt, dass es sich dabei zumindest um eine bewusstseinsnahe
Aggravation gehandelt haben muss: Bei seinen anamnestischen Angaben hat sich der
Beschwerdeführer mehrfach in Widersprüche verwickelt (Physiotherapie und
Fitnesstraining vs. angebliche völlige Erschöpfung bei Bewegung; Übergewicht vs.
angebliche Unfähigkeit, noch etwas essen zu können); bei der klinischen Untersuchung
sind eine diffuse allgemeine Druckdolenz mit Berührungsschmerzen ohne jede
organische Ursache, eine deutliche Gegeninnervation und eine sichtbare
Selbstlimitierung aufgefallen; bei der Anamneseerhebung hat sich der
Beschwerdeführer völlig unauffällig bewegt; der Beschwerdeführer ist in der Lage
gewesen, den anstrengenden Fersenstand auszuüben, was sich nicht mit der
präsentierten Kraft bei der entsprechenden Untersuchung hat vereinbaren lassen; beim
Lasègue-Manöver sind die Resultate bei Ablenkung ganz anders als ohne Ablenkung
ausgefallen; das Gangbild ist in der Untersuchung kleinschrittig und von einem
Schonhinken geprägt, ausserhalb der Untersuchung aber völlig unauffällig gewesen;
trotz der Beteuerung, nicht mehr selber Auto fahren zu können, ist der
Beschwerdeführer nach der Untersuchung selbständig mit einem Auto vom Parkplatz
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gefahren. Vor diesem Hintergrund kann den Angaben des Beschwerdeführers und den
sich massgeblich darauf stützenden medizinischen Schlussfolgerungen keinerlei
Überzeugungskraft zukommen. Das bedeutet allerdings auch, dass das psychiatrische
Teilgutachten besonders kritisch auf seine Überzeugungskraft geprüft werden muss,
da sich psychiatrische Beurteilungen erfahrungsgemäss in aller Regel zum Teil auch
auf subjektive Angaben der explorierten Person stützen. Vorliegend hat auch der
psychiatrische Sachverständige des BEGAZ auf Diskrepanzen und
Widersprüchlichkeiten hingewiesen. Ihm muss also bewusst gewesen sein, dass die
Angaben des Beschwerdeführers keine zuverlässige Grundlage für die
Diagnosestellung und für die Arbeitsfähigkeitsschätzung bilden konnten. Aus seiner
Beurteilung geht allerdings nicht eindeutig hervor, dass er wirklich nur auf die objektiv
fassbaren klinischen Befunde abgestellt und den subjektiven Angaben des
Beschwerdeführers tatsächlich keine Rechnung getragen hätte. Diesbezüglich weist
das psychiatrische Teilgutachten des BEGAZ also eine verminderte
Begründungsdichte auf. Für das Versicherungsgericht ist deshalb nicht vollständig
nachvollziehbar, ob sich die Diagnosestellung die Arbeitsfähigkeitsschätzung allein auf
die objektiven klinischen Befunde oder aber teilweise auch – trotz der erkannten
Widersprüchlichkeiten – auf die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers stützen.
In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass die Kliniken Valens in ihrem
Bericht vom 26. Juni 2017 lediglich eine Dysthymie diagnostiziert haben (dafür taucht
in jenem Bericht allerdings wieder die Diagnose einer Angst- und Panikstörung auf, die
vom psychiatrischen Sachverständigen des BEGAZ überzeugend als unhaltbar
verworfen worden ist). Das weckt den Eindruck, dass die Diagnose einer leichtgradigen
– also das Ausmass einer Dysthymie übersteigenden – depressiven Störung im
Gutachten des BEGAZ tatsächlich von den verzerrten Angaben des Beschwerdeführers
beeinflusst gewesen sein könnte. Derselbe Verdacht besteht auch bezüglich des
Attestes einer Arbeitsunfähigkeit von maximal 30 Prozent selbst für ideal
leidensadaptierte Tätigkeiten. Diese geringfügige Unsicherheit schadet allerdings nicht.
Wenn nämlich das Ergebnis des psychiatrischen Teilgutachtens durch eine
Mitberücksichtigung der subjektiven Angaben des Beschwerdeführers verfälscht
worden wäre, dann hätte sich diese Verfälschung zugunsten des Beschwerdeführers
ausgewirkt, das heisst der psychiatrische Sachverständige hätte einen zu hohen
Arbeitsunfähigkeitsgrad attestiert. Mit anderen Worten hätte in einem solchen Fall die
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objektive Arbeitsfähigkeitsschätzung einen tieferen Arbeitsunfähigkeitsgrad liefern
müssen. Der Beschwerdeführer kann also jedenfalls nur maximal 30 Prozent
arbeitsunfähig gewesen sein, worauf der psychiatrische Sachverständige des BEGAZ
ja ebenfalls hingewiesen hat. Wie die nachfolgende Invaliditätsgradsberechnung zeigen
wird, spielt es für das Ergebnis keine Rolle, ob der Arbeitsunfähigkeitsgrad genau 30
Prozent oder aber weniger betragen hat, denn selbst bei einer Arbeitsunfähigkeit von
30 Prozent für ideal leidensadaptierte Tätigkeiten resultiert kein rentenbegründender
Invaliditätsgrad.
3.3 Der Beschwerdeführer hat keine Berufsausbildung absolviert und er ist bis zum
Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung als ein Hilfsarbeiter tätig gewesen. Seine
Validenkarriere besteht folglich in der Verrichtung einer Hilfsarbeitertätigkeit. Zwar hat
er bis zum Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung nur ein unterdurchschnittliches
Einkommen erzielt, aber die Akten enthalten keine Hinweise darauf, dass der
Beschwerdeführer nur unterdurchschnittlich leistungsfähig gewesen wäre. Der
unterdurchschnittliche Lohn ist also nicht in der Erwerbsfähigkeit des
Beschwerdeführers, sondern in Zwängen des invalidenversicherungsrechtlich nicht
massgebenden tatsächlichen Arbeitsmarktes begründet gewesen. Hätte sich dem
Beschwerdeführer damals die Gelegenheit geboten, eine besser entlöhnte Arbeitsstelle
anzutreten, hätte er von dieser Gelegenheit Gebrauch gemacht. Das
Valideneinkommen entspricht deshalb einem durchschnittlichen
Hilfsarbeitereinkommen. Dem Beschwerdeführer ist es trotz seiner
Gesundheitsbeeinträchtigung zumutbar, eine leidensadaptierte Hilfsarbeit zu
verrichten. Da keine statistische Grundlage für die Annahme existiert, dass körperlich
leichte Hilfsarbeiten generell schlechter entlöhnt würden als körperlich schwere
Hilfsarbeiten, entspricht auch der Ausgangswert des zumutbarerweise erzielbaren
Invalideneinkommens einem durchschnittlichen Hilfsarbeitereinkommen. Bei der
Invaliditätsberechnung kann der Betrag mathematisch keine Rolle spielen, weshalb der
Invaliditätsgrad anhand eines sogenannten Prozentvergleichs zu berechnen ist, das
heisst er entspricht dem Arbeitsunfähigkeitsgrad, allenfalls korrigiert um einen
sogenannten Tabellenlohnabzug. Ein solcher Abzug wird berücksichtigt, wenn eine
Person mit einer Gesundheitsbeeinträchtigung ihre verbliebene Restarbeitsfähigkeit
nicht mit einem durchschnittlichen wirtschaftlichen Erfolg verwerten kann. Für die
Beantwortung der Frage, ob im Einzelfall ein Tabellenlohnabzug zu berücksichtigen ist,
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muss folglich geprüft werden, ob ein strikt betriebswirtschaftlich-ökonomisch
denkender potentieller Arbeitgeber der versicherten Person einen (dem zumutbaren
Pensum entsprechenden) durchschnittlichen Lohn bezahlen würde. Das ist der Fall,
wenn die versicherte Person ihre Restarbeitsfähigkeit so verwerten kann, dass der Wert
ihrer Arbeitsleistung betriebswirtschaftlich-ökonomisch betrachtet jenem einer
gesunden, durchschnittlich leistungsfähigen Person entspricht, die im selben Pensum
angestellt ist. Unterliegt die Arbeitsleistung der versicherten Person aber krankheits-
oder unfallbedingt starken Schwankungen, ist die versicherte Person nicht in der Lage,
ihre Arbeitsleistung konstant zuverlässig und damit im Voraus planbar zu erbringen,
besteht das Risiko von vermehrten unerwarteten krankheitsbedingten Absenzen oder
liegen ähnliche Gründe vor, die den betriebswirtschaftlich-ökonomischen Wert der
Arbeitsleistung der versicherten Person schmälern, muss ein Tabellenlohnabzug
vorgenommen werden. Beim Beschwerdeführer liegen solche Umstände vor, die einen
Tabellenlohnabzug rechtfertigen: Der systemische Lupus erythematodes ist zwar seit
Jahren stabil, aber trotzdem muss für die Zukunft jederzeit mit einem Schub gerechnet
werden. Ein betriebswirtschaftlich-ökonomisch denkender potentieller Arbeitgeber
muss also das Risiko vermehrter krankheitsbedingter Absenzen als Minderwert vorweg
einkalkulieren. Zusätzlich ist aufgrund der leichtgradigen depressiven Störung
respektive der Dysthymie mit gewissen nicht planbaren Schwankungen der
Arbeitsleistung des Beschwerdeführers zu rechnen, die allerdings nicht allzu schwer ins
Gewicht fallen. Praxisgemäss rechtfertigt sich deshalb ein Tabellenlohnabzug von zehn
Prozent. Der Invaliditätsgrad beläuft sich damit auf maximal 37 Prozent (= 100% – 90%
× 70%). Da erst ab einem Invaliditätsgrad von 40 Prozent ein Anspruch auf eine Rente
der Invalidenversicherung entstehen kann, erweist sich die angefochtene Verfügung im
Ergebnis als rechtmässig.
3.4 Der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen, dass die vom rheumatologischen
Sachverständigen des BEGAZ für den Zeitraum von Herbst 2008 bis zum Jahresbeginn
2010 attestierte vollständige Arbeitsunfähigkeit für das Ergebnis irrelevant ist, da sich
der Beschwerdeführer erst am 1. Dezember 2014 (erneut) zum Leistungsbezug
angemeldet hat und da ein Rentenanspruch folglich gemäss dem Art. 29 Abs. 1 IVG
frühestens ab dem 1. Juni 2015 hätte entstehen können.
4.
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Die Gerichtskosten von 600 Franken wären an sich dem unterliegenden
Beschwerdeführer aufzuerlegen. Zufolge der Bewilligung der unentgeltlichen
Prozessführung ist dieser aber von der Pflicht zur Bezahlung der Gerichtskosten
befreit. Da ihm auch die unentgeltliche Rechtsverbeiständung bewilligt worden ist, hat
der Staat seiner Rechtsvertreterin eine Entschädigung für den erforderlichen
Vertretungsaufwand auszurichten. Die Rechtsvertreterin hat eine Honorarnote über
4’636.05 Franken eingereicht (act. G 20.2). Dieser Betrag ist als deutlich übersetzt zu
qualifizieren, da es sich vorliegend um einen durchschnittlich aufwendigen Rentenfall
handelt. Praxisgemäss ist die Entschädigung deshalb auf 80 Prozent von 3’500
Franken, also auf 2’800 Franken festzusetzen. Sollten es seine wirtschaftlichen
Verhältnisse dereinst gestatten, wird der Beschwerdeführer zur Nachzahlung der
Gerichtskosten und zur Rückerstattung der Entschädigung für die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung verpflichtet werden können (Art. 99 Abs. 2 VRP i.V.m. Art. 123
ZPO).