Decision ID: 5f8b8a65-87f7-41ad-a29a-a6049a512e76
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1963 geborene X._
meldete sich
unter Hinweis auf
multiple
medi
zinische Beschwerden
am
5
. September 2007 (Urk. 8/1) erstmals bei der Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an. Die IV-Stelle tätigte beruflich-erwerbliche sowie medizinische Abklärungen
(Urk. 8/6, 8/8, 8/10, 8/11, 8/12)
und verneinte mit
Verfügung vom 21. Oktober 2008 (Urk. 8/19) einen Leistungsanspruch der Ver
sicherten.
Diese Verfügung blieb unangefochten.
Auf die von der Versicherten am 2
6
. Juli 2012 (Urk. 8/27) eingereichte Neuan
meldung trat die IV-Stelle mangels Glaubhaftmachens einer wesentlichen Verän
derung der tatsächlichen Verhältnisse
mit Verfügung vom 17. Oktober 2012
nicht ein (Urk. 8/
33
)
;
auch diese Verfügung blieb unangefochten
.
1.2
Unter Hinweis auf Schilddrüsenbeschwerden, Bluthochdruck, Diabetes, Band
scheibenbeschwerden sowie Migräne
und unter Beilage eines Schreibens ihrer Wohngemeinde (Urk. 8/35)
me
ldete sich die Versicherte am 2
.
Dezember
2019 (Urk. 8/34) erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an.
Die IV-Stelle tätigte abermals beruflich-erwerbliche sowie medizinische Abklärungen (Urk. 8/39
, 8/41
, 8/45
)
und verneinte
,
wie
mit
Vorbescheid
vom 15. Mai 2020
in Aussicht ge
stellt (Urk. 8/47),
mit Verfügung vom 24. Juni 2020
einen Leistungsanspruch der Versicherten (Urk. 2 [= Urk. 8/48]).
2.
Gegen die Verfügung vom 24. Juni 2020 (Urk. 2) erhob die Versicherte mit Ein
gabe vom 24. August 2020 Beschwerde und beantragte sinngemäss die Aufhe
bung
der angefochtenen Verfügung sowie die
Zusprache
von Leistungen der In
validen
versicherung (Urk. 1).
Die IV-Stelle schloss mit Beschwerdeantwort vom 8. Okto
ber 2020 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 7), worüber die Beschwer
defüh
rerin
mit Verfügung vom
9. Oktober 2020 in Kenntnis gesetzt wurde (Urk. 9).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundes
gesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
). Er
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Ein
gliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind aus
schliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art.
28 Abs.
1
des Bundesge
setzes über die Invalidenversicherung
(
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
3
Gemäss Art. 87 Abs. 3 der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV)
m
uss
mit einer Neuanmeldung glaubhaft gemacht werden, dass sich der Inva
li
ditäts
grad anspruchsrelevant verändert hat. Der versicherten Person kommt aus
nahms
weise eine Beweisführungslast zu (vgl. BGE 130 V 64 E. 5.2.5). Die
Ein
tretens
voraussetzung
des Glaubhaftmachens soll verhindern, dass sich die Ver
waltung immer wieder mit gleichlautenden und nicht näher be
gründeten, mithin keine Veränderung des Sachverhalts darlegenden Rentenge
suchen befassen
muss (BGE 133 V 108 E. 5.3.1).
Hingegen kann diese
Eintretensvorschrift
nicht dahingehend ausgelegt werden, dass die glaubhaft zu machende Änderung gerade jenes Anspruchselement be
treffen muss, welches die Verwaltung der früheren rechtskräftigen Leistungsab
weisung zugrunde legte. Vielmehr muss es genügen, wenn die versicherte Person zumindest die Änderung eines Sachverhalts aus dem gesamten für die Renten
be
rechtigung erheblichen Tatsachenspektrum glaubwürdig dartut. Trifft dies zu, ist die Verwaltung verpflichtet, auf das neue Leistungsbegehren einzutreten und es in tatsächlicher (wie selbstverständlich auch in rechtlicher) Hinsicht allseitig zu
prüfen (BGE 117 V 198 E. 3a und E. 4b; vgl. auch BGE
141 V 9 E. 2.3;
130 V 64 E. 5.2
;
130 V
71 E. 2.2
).
1.
4
I
st die Verwaltung auf eine Neuanmel
dung eingetreten (Art. 87 Abs. 3 IVV), so ist im Be
schwerdeverfahren zu prüfe
n, ob im Sinne von Art.
17 ATSG eine für den Renten
anspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
Eine
solche Änderung kann insbesondere in einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes mit entsprechend ver
min
derter Arbeitsfähigkeit oder, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesund
heits
zustand, in veränderten Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgaben
bereich liegen. Demgegenüber stellt die bloss abweichende Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhaltes keine relevante Änderung dar (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die IV-Stelle
erwog
in der angefochtenen Verfügung
im Wesentlichen
,
aus ärzt
licher Sicht liege in einer angepassten Tätigkeit als Hilfsarbeiterin eine vollstän
dige Arbeitsfähigkeit vor. Dem Belastungsprofil entsprechend seien schwere kör
perliche Tätigkeiten sowie eine nasskalte Umgebung zu vermeiden und regel
mässige Positionswechsel sowie Pausen einzulegen. In einer solchermassen ange
passten Tätigkeit könne die Beschwerdeführerin ein rentenausschliessendes Ein
kommen erzielen, weshalb kein Anspruch auf Leistungen der Invalidenversiche
rung bestehe. Für die Unterstützung bei der Stellensuche sei vielmehr das Regio
nale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) zuständig (Urk. 2).
In ihrer Vernehmlassung vom 8. Oktober 2020 hielt die IV-Stelle ergänzend fest, sie sei auf die Neuanmeldung der Beschwerdeführerin eingetreten und habe ge
prüft, ob die glaubhaft gemachte Veränderung tatsächlich ausgewiesen sei. Die behandelnden Ärzte hätten mit Ausnahme der Bandscheibenbeschwerden, deren postoperativer Verlauf positiv gewesen sei, keine erheblichen neuen Beschwerden diagnostiziert.
Während
Dr. med. Y._
,
FMH für
Allgemeine
Innere Medizin, eine
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin verneine, attestiere
Dr.
med.
Z._
,
FMH
für Neurochirurgie, eine vollständige Arbeits
fähigkeit
in angepasster Tätigkeit,
was angesichts
der Aussage der Beschwerde
führerin, ihre Schmerzen hätten sich bereits seit dem Jahr 2019 gebessert, als plausibel
erscheine
.
Im Übrigen bestätige auch Dr.
Y._
diese Aussage; in
wiefern die Beschwerdeführerin aufgrund der von Dr.
Y._
beschriebenen Funktionseinschränkungen sowie des positiven Krankheitsverlaufes hingegen vollständig arbeitsunfähig sein soll
t
e, sei nicht nachvollziehbar (Urk. 7).
2.2
Demgegenüber argumentierte die Beschwerdeführerin,
die Verfügung sei auf
zu
heben, da sie
weiterhin nicht arbeitsfähig
sei.
E
s sei ihr
zudem
nicht möglich, eine Arbeit zu finden, bei welcher das von der IV-Stelle verlangte Belastungs
profil berücksichtigt werden könne (Urk. 1).
3.
3.1
Die Frage, ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invaliditäts
grad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich durch die Gegenüber
stellung des Sachverhaltes im Zeitpunkt der strittigen Verfügung mit demjenigen, wie er im Zeitpunkt der letzten rechtskräftigen Verfügung bestanden hatte (BGE 130 V 71 E. 3.1). Zeitlicher Ausgangspunkt für die Beurteilung einer anspruchs
erheblichen Änderung bildet folglich die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruches mit rechtskonformer Sach
verhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensver
gleiches beruht (BGE 134 V 131 E. 3; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_735/2019 vom 25. Februar 2020 E. 3.2).
Mit Verfügung vom 21. Oktober 200
8 (Urk. 8/19)
verneinte die IV-Stelle, nach materieller Prüfung des Sachverhaltes
(vgl. Urk. 8/6, 8/8, 8/10, 8/11, 8/12)
, den Anspruch der Beschwerdeführerin auf Leistungen der Invalidenversicherung. Zu prüfen ist folglich, ob sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit Erlass der Verfügung vom 21. Oktober 2008 bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 24. Juni 2020 in rentenanspruchsrelevanter Weise verschlechtert hat.
3.2
3.2.1
Die Verfügung vom 21. Oktober 2008 (Urk. 8/19)
basierte im Wesentlichen
auf den von der IV-Stelle eingeholten Arztberichten.
3
.2.2
Dr. med.
A._
,
FMH für Allgemeine Medizin,
hielt
in seinem
Bericht vom
20
.
September
200
7
(Urk. 8/6 S.
20
f.)
folgende Diagnose
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
fest:
-
C
ervico-cephales
und
cervico
-brachiales Syndrom beidseits
bei/
mit
-
Verdacht auf Mehretagenkompressionssyndrom
-
mässig ausgeprägte
m
beidseitige
m
Karpaltunnelsyndrom
-
Verdacht auf ein leichtes
Thoracic
-outlet-Syndrom beidseits
-
Status nach Spaltung des Karpalkanals rechts am 25. August 2004
-
depressiven Episoden
Als Diagnose
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit führte Dr.
A._
die folgende auf:
-
Status nach abdominaler Hysterektomie mit
Adnexektomie
links und Zysten
exstirpation rechts
Dr.
A._
erklärte
, da die Patientin nicht mehr bei ihm in Behandlung stehe, könne er zur Prognose und zur Arbeitsfähigkeit
keine
Aussage
machen.
3.
2.3
Dr. med. B._
, FMH für Allgemeinmedizin, führte im
B
ericht vom 7. Januar 2008 (Urk. 8/8) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit auf:
-
Chronisches
cervico
-brachiales Syndrom rechts
betont bei/mit
-
Osteochondrosen
-
Chronische
lumbospondylogene
Schmerzen beidseits
-
Mittelgradige depressive Störung
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hielt Dr.
B._
folgende Diagnosen fest:
-
Arterielle Hypertonie
-
Hypothyreose bei Status nach
Hypoparathyreodismus
,
Strumektomie
-
Adipositas
Dr.
B._
attestierte der Beschwerdeführerin eine vollständige Arbeitsun
fähigkeit seit mindestens 2005 in allen Bereichen.
3.
2.4
PD Dr. med. C._, Universitätsspital D._
,
nann
te im Bericht vom 4. Juni 2008 (Urk. 8/12)
als
Diagno
sen
:
-
Chronisches
c
ervikospondylogenes
Schmerzsyndrom bei muskulärer
Dys
ba
lance
-
Chronisches
Lumbovertebralsyndrom
bei Verdacht auf aktivierte
Osteo
chondrose
L1/2
-
Verdacht auf Karpaltunnelsyndrom beidseits (rechts,
Status
nach Opera
tion?)
-
Migräne
PD Dr.
C._
führte aus, da die Beschwerdeführerin bei ihm nicht weiter in Be
handlung stehe,
habe er keine Untersuchung hinsichtlich ihrer Arbeitsfähigkeit durchgeführt
.
3.
2.5
Im Anschluss
an
die Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 22. Juli 2008 (Urk. 8/13 S. 3 f.), wonach die angeführten Befunde und Dia
gnosen nicht ausreichend nachvollziehbar und plausibel seien,
weshalb
ein inva
lidenversicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden
nicht eindeutig
er
kennbar sei
, verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 21. Oktober
2008
(Urk. 8/19) den Anspruch der Beschwerdeführerin auf Leistungen der Invaliden
ver
sicherung.
3.3
3
.
3.
1
Anlässlich der Neuanmeldung vom 26. November 2019
(Urk. 8/34)
holte die IV-Stelle abermals Arztberichte ein.
3
.
3.2
Im Bericht über die postoperative Kontrolle des
lumbospondylogenen
Schmerz
syndroms bei schwerer
Osteochondrose
L4/5 vom 8. Januar 2020 (Urk. 8/39 S. 8 f.) hielt Dr.
Z._
fest, es liege ein erfreulicher postoperativer Verlauf mit einer deutlich schmerzgeminderten
Beschwerdeführerin
vor. Diese berichte, dass es ihr zunehmend bessergehen würde und die Schmerzintensität aktuell bei
wei
tem nicht mehr so ausgeprägt
sei
wie vor der Operation.
Bei der klinischen Untersuchung hätten sich keine neurologischen Auffälligkeiten ergeben, Kraft
entfaltung und Sensibilität seien symmetrisch, die Reflexe mittellebhaft auslös
bar, die Nervendehnungstests negativ. Es bestehe kein Durchfederungsschmerz im Lumbalbereich.
Er empfehle, die
Pregabalin
-Dosierung zu r
eduzieren um her
auszufinden, in
wieweit die Schmerzen im Oberschenkel noch persistierend seien;
diesfalls
empfehle er eine neurologische Abklärung. Ansonsten seien der
zeit keine weiteren therapeutischen Massnahmen indiziert.
3.3.3
Dr.
Z._
führte im Bericht vom 14. Februar 2020 (Urk. 8/39 S. 7) aus, die Be
schwerdeführerin sei bis zum 31. Oktober 2019 arbeitsunfähig gewesen. Eine Be
schäftigung zu 100 % halte er für möglich, vorausgesetzt, es handle sich um Arbeiten, welche mit regelmässigen Positionswechseln und idealerweise regel
mässigen Pausen einhergingen; zu vermeiden seien schwere körperliche Tätig
keiten und solche in nasskalter Umgebung.
3.3.
4
Dr.
Y._
berichtete am 3. März 2020 (Urk. 8/41 S. 11
)
über folgende Dia
gnosen:
-
Arterielle Hypertonie
-
Diabetes
mellitus, unter oralen
Antidiabetika (OAD)
-
Hypothyreose
-
Chronische
Lumboischialgie
beidseits mit
-
chronischer
Chondrose
-
schwerer
Spondylarthrose
-
Spondylodese
L4/5 Dr.
Z._
2019
-
Chronischer Husten unklarer Ätiologie, Differentialdiagnose
gastro
ösophagealer
Reflux, chronische Bronchitis, Computertomographie des Thorax’ vom 23. August 2018 unauffällig
Dr.
Y._
führte aus, die Beschwerdeführerin
leide seit Jahren
an invalidi
sie
renden Rückenschmerzen bei
lumbospondylogenem
Schmerzsyndrom. Die
Schmer
ze
n hätten sich infolge der Operation durch Dr.
Z._
im Jahr 2019 ge
bessert. Dr.
Y._
attestierte der Beschwerdeführerin eine vollständige Ar
beits
unfähigkeit für berufliche Tätigkeiten jeglicher Art, auch im Haushalt sei sie stark eingeschränkt. Sie könne nicht länger als zehn Minuten stehen, bei jeglicher Belastung, welche länger dauere, müsse sie pausieren. Das Heben von Gewichten über fünf Kilogramm sei nicht möglich, bereits zwei Kilogramm seien schmerz
haft. Aus diesem Grund sei die Prognose schlecht,
zumal
eine
Chronifizierung
der Schmerzen vor
liege
.
4
.
4
.1
Im Folgenden ist durch Gegenüberstellung der medizinischen Unterlagen zu prü
fen, ob sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin im
entscheidrele
vanten
Referenzzeitraum seit der Verfügung vom
21
. Oktober
2008
(Urk. 8/
19
) verändert hat.
Aufgrund des vergleichenden Charakters des revisionsrechtlichen Beweisthemas und des Erfordernisses, erhebliche faktische Veränderungen von bloss abwei
chenden Bewertungen abzugrenzen, muss deutlich werden, dass die
Befunde
, mit denen die Veränderung begründet wird, neu sind oder dass sich vorbestandene Tatsachen in ihrer Beschaffenheit oder ihrem Ausmass substantiell
verändert haben (Urteil des Bundesgerichts 9C_244/2017 vom 26. Oktober 2017
E. 4.2.2).
4
.2
Den vorstehend unter E. 3.
2
aufgeführten Arztberichten stehen die unter E.
3.3
aufgeführten Arztberichte gegenüber.
Mit Blick auf die somatischen Beschwerden ist
zunächst
festzuhalten, dass
sowohl die Hypertonie als auch die Hypothyreose bereits im Rahmen der Verfügung vom 21. Oktober 2008 berücksichtigt wurde
n
und
beide Diagnosen von
Dr.
B._
unter denjenigen ohne
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
der Beschwerde
führerin aufgeführt wurde
n
(vgl. vorstehend E.
3.2.3
).
Keine Erwähnung mehr in den Arztberichten Dr.
Z._
s und Dr.
Y._
s fanden zudem das (chronische)
cervico-cephale
und
cervico
-brachiale Syndrom
, das Karpaltunnelsyndrom, die Adipositas sowie die Migräne (vgl. vorstehend E.
3.2.2-3.2.4
)
, weshalb diesbe
züglich keine Verschlechterung des Gesundheitszustandes ausgewiesen ist
.
Neu hinzugekommen sind die Diagnosen eines Diabetes mellitus sowie eines Hustens unklarer Ätiologie (vgl. vorstehend E. 3.
3.
4
)
.
Allerdings
kann dem Be
richt Dr.
Y._
s nicht entnommen werden, ob und welche funktionellen Aus
wirkungen diese Diagnosen für die Beschwerdeführerin haben sollten. Da eine bestimmte Gesundheitsschädigung jedoch mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
vorliegen muss, damit sie einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenver
sicherung begründen kann
,
und zudem erforderlich wäre, dass ein festgestellter Gesundheitsschaden weitere Heilbehandlungen erforderlich machen und/oder die versicherte Person in ihrer Leistungsfähigkeit beeinträchtigen würde (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_693/2019 vom 5. Februar 2020 E. 5.2.2),
lässt das blosse Nennen einer Diagnose ohne weitere Ausführungen und ohne Hinweis auf
eine allfällige
funktionelle Einschränkung nicht auf eine rentenrelevante Änderung des Ge
sundheitszustandes schliessen.
Dass sich die von der Hausärztin nebst der Rückenproblematik genannten Diagnosen in bedeutsamer Weise auf die Arbeits
fähigkeit der Beschwerdeführerin auswirken würden, ist denn auch mit Blick auf
die von Dr.
Y._
beschriebenen Funktionseinschränkungen zu verneinen, machte
die Ärztin hierfür doch ausschliesslich belastungsabhängige (Rücken)
Schmerzen
verantwortlich.
Ausgewiesen ist eine gesundheitliche Verschlechterung hingegen mit Blick auf die Rückenbeschwerden der Beschwerdeführerin in dem Sinne, als das
von Dr.
Z._
diagnostizierte
(und von Dr.
Y._
in ihrem Bericht bestätigte)
lumbospondylogene
Schmerzsyndrom bei schwerer
Osteochondrose
L4/5 (vgl. vorstehend E.
3.3.2
und E. 3.3.
4
)
operiert werden musste, was zu einer vorüber
gehenden Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin führte.
4.3
Die noch von Dr.
A._
und Dr.
B._
diagnostizierte d
epressive Episode
res
pektive
m
ittelgradige depressive Störung
(vgl. vorstehend E. 3.
2.2
und E. 3.
2
.3
)
,
welche indes weder von einem
entsprechenden
psychiatrisch-psycho
therapeu
tischen
Facharzt diagnosti
ziert noch unter Angabe der ICD-10-
Kodi
fizierung aufgeführt wurde,
fand
demgegenüber
weder
in den
Bericht von Dr.
Y._
noch von Dr.
Z._
Eingang
, auch
brachte die
Beschwerdeführe
rin selbst
nicht
vor, an einer solchen zu leiden
, weshalb
in
psychische
r
Hinsicht
nicht
von einer Ver
schlechterung des Gesundheitszustandes auszugehen ist
.
4.4
Nach dem Gesagten ist
von
eine
r
Verschlechterung des
somatischen, nicht aber des psychischen
Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin
seit der Ver
fü
gung vom
21
. Oktober 20
0
8
(Urk. 8/19)
auszugehen
.
5.
5.1
Zu prüfen bleibt
,
ob
durch
die Verschlechterung
des somatischen Gesundheits
zustandes eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditäts
grades im Sinne von Art. 17 ATSG eingetreten ist.
Während
Dr.
Y._
der Beschwerdeführerin eine vollständige Arbeitsunfähig
keit in jeglicher Tätigkeit
attestierte
(vgl. vorstehend E. 3.3.
4
),
führte
Dr.
Z._
wiederum
aus
, er halte eine vollständige Arbeitstätigkeit, unter Berücksichtigung des entsprechenden Belastungsprofils, für möglich (vgl. vor
stehend E. 3.3.
3
).
Diesbezüglich ist festzuhalten, dass Dr.
Z._
als
Facharzt der
Neurochirurg
i
e
ausdrücklich von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit
in
angepasst
er Tätigkeit
aus
ging und festhielt,
dass sich bei der klinischen Untersuchung keine neurolo
gi
schen Auf
fälligkeiten ergeben hätten und keine weiteren therapeutischen Mass
nahmen in
diziert seien (vgl. vorstehend E. 3.3.2).
Auch die Beschwerdeführerin selbst gab gegenüber Dr.
Z._
an, deutlich schmerzgemindert zu sein, zumal die Schmerz
intensität bei weitem nicht mehr so ausgeprägt sei wie
präoperativ
(vgl. vor
stehend E. 3.3.2). Schliesslich bestätigte Dr.
Y._
in ihrem Bericht selbst eine Besserung
der Schmerzen infolge der Operation
(vgl. vorstehend E. 3.3.
4
). Vor diesem Hintergrund ist nicht
nachvollzie
h
bar
, inwiefern bei der Be
schwerdeführerin eine vollständige Arbeits
un
fähigkeit
in jeglicher Tätigkeit
vor
liegen sollte
, weshalb auf die von Dr.
Z._
attestierte vollständige Arbeits
fähig
keit unter Berücksichtigung des von ihm festgelegten Belastungsprofils
abzu
stellen
ist.
5.2
Auf der Grundlage einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit er
übrigt sich ein ordentlicher Einkommensvergleich, zumal
sowohl
das Validen- als auch das Invalideneinkommen der Beschwerdeführerin – angesichts ihrer fehlen
den beruflichen Ausbildung (vgl. Urk. 8/34 S. 5)
sowie ihrer seit 2012 ausge
wiesenen Nichterwerbstätigkeit (vgl. Urk. 8/40)
und der dadurch bedingten
Quali
fikation für eine
Hilfstätigkeit – gestützt auf
d
i
e
selbe
Bemessungsgrundlage zu bestimmen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_463/2012 vom 3. August 2012 E. 4.2).
Der Invalidi
tätsgrad
liegt dem
n
ach bei rentenausschliessenden 0 % (vgl. vorstehend E. 1.
2
)
beziehungsweise wäre selbst bei einem höchstmöglichen Lei
densabzug von 25 % - für eine Gewährung in dieser Höhe sich aus den Akten indes keinerlei Anhaltspunkte ergeben - nicht rentenbegründend
.
5.3
Daraus folgt, dass seit der als Vergleichsbasis herangezogenen Verfügung vom
21. Oktober 2008 (Urk. 8/19)
keine im Sinne von Art. 17 ATSG für den Anspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (
vgl. vorstehend E. 1.
4
).
5.4
Soweit die Beschwerdeführerin schliesslich vorbringt,
es sei ihr nicht möglich, eine Arbeit zu finden, bei welcher das von der IV-Stelle verlangte Belastungs
profil berücksichtigt werden könne
(vgl. vorstehend E. 2.2)
, ist
d
arauf hinzu
weisen, dass
das invalidenversicherungsrechtlich festgelegte Invalideneinkom
men
auf der
Grund
lage
eines ausgeglichenen Arbeitsmarktes ermittelt
wird
(vgl. Art. 16 ATSG)
welcher von der Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen offenhält (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_192/2014 vom 23. September 2014 E. 3.1 mit Hinweisen).
Dieser ausgeglichene Arbeitsmarkt ist dabei ein theo
retischer und abstrakter Begriff, welcher die konkrete Arbeitsmarktlage nicht berücksichtigt, in wirtschaftlich schwierigen Zeiten auch tatsächlich nicht vor
han
dene Stellenangebote umfasst und von den fehlenden oder verringerten Chancen Teilinvalider, eine zumutbare und geeignete Arbeitsstelle zu finden, absieht (vgl. BGE 134 V 64 E. 4.2.1).
6
.
Nach dem Gesagten hat die IV-Stelle den
Anspruch
der Beschwerdeführerin
auf
Leistungen der Invalidenversicherung
mit der angefochtenen Verfügung vom
24
. Juni
2020
(Urk. 2) zu Recht verneint.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde
.
7
.
Die Verfahrenskosten sind auf Fr.
2
00.-- festzusetzen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und aus
gangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.