Decision ID: e3ba7b26-96d1-499e-872e-0d1974d8780b
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der italienische Staatsangehörige
X._
, geboren 1965
, ist
gelernter Automechanik
er (
Urk.
8/11/1,
Urk.
8/11/4). Er arbeitete seit 1999 als selbstän
di
ger Automechaniker
. Im Jahr 2003 wandelte er sein Einzelunternehmen in
die
Y._
GmbH
um und war fortan Gesellschafter und Geschäfts
füh
rer dieser Gesellschaft sowie
für diese
als
Automechaniker
tätig
(
vgl.
Urk.
8/9/2-3,
Urk.
8/11/4
,
Urk.
8/33/2-3
). Am
3.
September 2012
meldete er sich unter Hin
weis auf eine
Supraspinatus
ruptur
/-läsion in der linken und rechten Schulter, eine Achillessehnenruptur
am rechten Fuss
sowie eine Diskushernie bei der
So
zialversiche
rungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk.
8/11/
4-
5,
Urk.
8/12/1).
Die IV-Stelle tätigte Abklärungen in medizi
nischer und beruflich-erwerblicher Hinsicht.
Sie zog die Akten der Krankentaggeld- und der Unfallversicherung bei (vgl.
Urk.
8/16,
Urk.
8/19,
Urk.
8/29,
Urk.
8/38
). So
dann liess sie am 1
2.
Juni 2013
im
Garagenbetrieb des Versicherten Erhebungen für einen
Abklärung
sbericht
für
Selbständigerwerbende
durchführen
(
Urk.
8/33).
Hernach
kündigte
sie ihm m
it Vorbescheid vom 12.
September 2013
die
Ab
wei
sung
seines
Leistungsbegehrens
an
(
Urk.
8/36).
Dagegen liess der Versicherte am 7. November 2013 Einwand erheben (Urk.
8/44
).
Die IV-Stelle gab dem Ver
si
cherten mit Schreiben vom
5.
März 2014 Gelegenheit, um zu den von ihr
nach
träglich
beigezogenen
Akten
Stellung zu nehmen (
Urk.
8/60)
, wozu sich d
er Versicherte am 30.
April 2014
ver
nehmen
liess
(
Urk.
8/68)
. Mit Verfügung vom 28. August 2014
wies die IV-Stell
e das Leistungsbegehren
wie
vorbeschie
den
ab (
Urk.
2).
2.
Hiergegen liess
X._
am 3
0.
September 2014 Beschwerde erheben und beantragen (
Urk.
1 S. 2-3):
„
Hauptantrag:
1.
Die Verfügung vom 28.8.2014 sei aufzuheben
.
2.
Dem Beschwerdeführer sei eine Rente basierend auf einem Invaliditätsgrad von mindestens 70
%
zuzusprechen.
Zudem versehen mit folgendem Verfahrensantrag:
3
.
Dem Beschwerdeführer sei Einsicht in die vollständigen Akten der
Beschwer
degegnerin
zu gewähren.
4
.
Dem Beschwerdeführer sei eine Nachfrist zur Begründung der Beschwerde nach Erhalt der Akten zu gewähren; jedenfalls sei ein zweiter
Schriften
wechsel
anzusetzen
.
5.
Die Beschwerdegegnerin sei anzuweisen, die Gesundheit des Beschwerde
füh
rers mit einem mono- oder
bidisziplinären
Gutachten abzuklären.
6.
Es sei bei der Festsetzung des Invalideneinkommens ein Leidensabzug von 25
%
vorzunehmen.
7.
Eventuell
sei ein Betätigungsvergleich von einer unabhängigen Stelle vor
nehmen zu lassen.
8.
Subeventuell
sei ein Einkommensvergleich gestützt auf die betrieblichen Um
sätze des Unternehmens des Beschwerdeführers vorz
u
nehmen.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten de
s
Staates
.“
Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom
6.
November 2014 Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7, unter Beilage ihrer Akten [
Urk.
8/1-74]). Mit Replik vom
2
6.
Februar 2015 hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen fest (
Urk.
14 S. 2, unter Beilage des Berichtes
der
Z._
AG
vom
8.
Oktober 2014 [
Urk.
15]).
Am 1
8.
März 2015 er
klärte die Beschwerdegegnerin Verzicht auf Duplik (
Urk.
18), was dem Be
schwerdeführer mit Mitteilung vom 2
0.
März 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
19).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
4.
Zu ergänzen ist, dass die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
(nach
fol
gend: SUVA)
dem Be
schwerde
führer
nebst anderen Versicherungsleistungen
mit Verfügung vom 18
.
Juni
2012 für die unfallbedingte
Bewegungseinschrän
kun
gen
an der rechte
n
Schulter eine Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 20
%
zugesprochen hatte.
In der Folge beantragte der Be
schwerdeführer weitere Leistungen
.
Mit Ver
fügung vom 27.
Mai 2014 lehnte
d
ie
SUVA die
Erbringung von weiteren Ver
siche
rungsleistungen
ab.
Daran
hielt sie
mit
Einspracheent
scheid
vom 1
2.
November 2014 fest
.
Die dagegen vom Beschwerdeführer am
11
.
Dezember
2014 beim hiesigen Ge
richt erhobene Be
schwerde ist Gegenstand des Prozesses Nr. UV.2014.00
291
und
wurde mit Ur
teil heutigen Datums abge
wiesen, soweit darauf eingetreten wurde.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundes
ge
setzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über
windbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Drei
vier
tels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
1.3.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalidenein
kom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der
Einkom
mensdifferenz
der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hin
wei
sen).
1.3.2
Der Einkommensvergleich hat auch bei
Selbständigerwerbenden
in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen
Erwerbsein
kom
men
zif
fernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden,
worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestim
men lässt. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu verglei
chen. Lassen sich die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen nicht zuver
lässig ermitteln oder schätzen, so ist in Anlehnung an die spezifische Methode für Nichterwerbstätige ein Betätigungsvergleich anzustellen und der
Invalidi
tätsgrad
nach Massgabe der erwerblichen Auswirkungen der vermin
derten Leistungsfähigkeit in der konkreten erwerblichen Situation zu bestim
men. Der grundsätzliche Unterschied des ausserordentlichen
Bemessungs
ver
fahrens
zur spezifischen Methode (
Art.
28a
Abs.
2 IVG) besteht darin, dass die Invalidität nicht unmittelbar nach Massgabe des Betätigungsvergleichs als solchen bemes
sen wird. Vielmehr ist zunächst anhand des Betätigungsvergleichs die
leidens
bedingte
Behinderung festzustellen; sodann ist aber diese im Hinblick auf ihre erwerbliche Auswirkung besonders zu gewichten. Eine bestimmte Ein
schrän
kung im funktionellen Leistungsvermögen einer erwerbstätigen Person kann zwar, muss aber nicht notwendigerweise eine Erwerbseinbusse gleichen Umfangs zur Folge haben. Wollte man bei Erwerbstätigen ausschliesslich auf das Ergebnis des Betätigungsvergleichs abstellen, so wäre der gesetzliche Grundsatz verletzt, wonach bei dieser Kategorie von Versicherten die Invalidität nach Massgabe der Erwerbsunfähigkeit zu bestimmen ist (ausserordentliches
Be
messungsverfahren
; BGE 128 V 29 E. 1; AHI 1998 S. 120 E. 1a und S. 252 E. 2b je mit Hinweisen). Die ausserordentliche Bemessungsmethode des erwerblich ge
wichteten Betätigungsvergleichs unterscheidet sich von der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs
Unselbständigerwerbender
gerade dadurch, dass bei der Einkommensermittlung nicht auf die LSE abgestellt wird, sondern deren Festsetzung unter Berücksichtigung der einzelfallbezogenen Kriterien (Betriebsgrösse, Branche, Erfahrung des Betriebsinhabers usw.) zu erfolgen hat (Urteil des Bundesgerichts I 707/06 vom 9. Juli 2007 E. 3.3.1 mit Hinweis).
Nach der Rechtsprechung kann die Aufnahme einer unselbständigen Erwerbs
tätigkeit als zumutbar erscheinen, wenn davon eine bessere erwerbliche Ver
wertung der Arbeitsfähigkeit erwartet werden kann und der berufliche Wechsel unter Berücksichtigung der gesamten Umstände (Alter, Aktivitätsdauer, Aus
bil
dung, Art der bisherigen Tätigkeit, persönliche Lebensumstände) als zumutbar erscheint (Urteil des Bundesgerichts 9C_356/2014 vom 14. November 2014 E. 3.1 mit Hinweisen auf Urteile I 116/03 vom 10. November 2003 E. 3.1 und I 145/01 vom 12. September 2001 E. 2b).
1.4
1.4.1
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusam
menhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
1.4.2
In Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therap
euten
ist auf die Er
fah
rungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre
auftrags
rechtliche
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientin
nen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E.
3b/cc).
Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Be
hand
lung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es die unterschied
liche Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-) Person einer
seits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 170
E. 4
) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Ab
klärun
gen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen bzw. Therap
euten
zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die anders
lautenden Ein
schätzungen wichtige - und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende - Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil
des Bundesgerichts
8C_677/2014 vom 29. Oktober 2014 E. 7.2
mit Hinweisen, u.a. auf
SVR 2008 IV Nr
. 15 S. 43 E.
2.2.1 [I 514/06]
).
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Invaliden
rente hat.
2.2
Mit angefochtener Verfügung vom 2
8.
August 2014 erwog die
Beschwerdegeg
nerin
, dass
dem Beschwerdefüh
rer die Arbeit als selbständiger Automechaniker nicht mehr zumutbar sei. Andere seine
n
gesundheitlichen Einschränkungen angepasste Tätigkeiten mit leichter Lastenhandhabung seien ihm jedoch zu 100 % zumutbar (
Urk.
2 S. 2).
D
ie
Geschäftstätigkeit
des Beschwerdeführers
sei
in den vergangenen Jahren durch diverse IV-fremde Faktoren massgeblich beeinflusst worden. Eine realistische Hypothese bezüglich der
Einkommens
situ
ation
des Beschwerdeführers bei guter Gesundheit sei daher nicht möglich
(
Urk.
2 S. 1).
Gestützt auf die Angaben des Beschwerdeführers und der Erhe
bungen vor Ort in seinem Betrieb resultiere für das Jahr 2013 ein hypo
theti
sches
Valideneinkommen
von Fr.
83‘357.9
0.
Bezüg
lich des hypothetischen Invalideneinkommens sei auf die lohnstatische
n
Angaben gemäss der Schweize
rischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik (BFS) abzu
stellen
.
Für Hilfsarbeiten (LSE 2010, Tabelle 1, Ziffer 2-96) ergebe sich - berei
nigt um die Nominallohnentwicklung - für das Jahr
2013
ein hypothetisches
In
valideneinkommen
von
Fr.
62‘147.0
5.
Hiervon sei ein Abzug von 10
%
vor
zu
nehmen, da der Beschwerdeführer seit über 20 Jahren im eigenen Betrieb tätig gewesen sei und eine Umstellung auf eine andere Tätigkeit an den Be
schwer
deführer gewisse Anforderungen stellen würde. Beim
Einkommensver
gleich
(
Valideneinkommen
:
Fr.
83‘357.90, Invalideneinkommen: Fr.
55‘932.35) resul
tierte ein rentenaus
s
chliessender Invaliditätsgrad von 33
%
(
Urk.
2 S. 2).
2.3
Der Beschwerdeführer lässt demgegenüber im Wesentlichen vorbringen, dass
e
r
wegen seiner Schulterbeschwerden
rechts sowie links nicht in der Lage
sei
, schwere Gegenstände über das
Scapulaniveau
hinaus zu heben. Dies be
hinder
e ihn in seiner Arbeit als selbständiger Automechaniker. Zudem bestünden seit der Ruptur vom 2
5.
August 2006 Achillessehnenbeschwerden, aufgrund derer er nicht längere Zeit stehen könne. Drittens leide er an einem
lumboradiculäre
n
Reizsyndrom bei Diskushernie L5/S1 mit ausstrahlenden Schmerzen in die untere Extremität im Verlauf S1 (
Urk.
14 S. 3)
.
Dr.
med.
A._
, Orthopädische Chirurgie FMH
,
und Prof.
Dr.
med.
B._
,
Facharzt für Neurologie FMH
, würden
dem Beschwerdeführer
in ihrer orthopädischen Beur
teilung vom 17.
September 2012
in der angestammten Tätigkeit eine 50%ige und in einer körperlich leichten bis mittelschweren Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit attestieren. Demgegenüber hätten beispielsweise
Dr.
C._
, Innere Medizin FMH, am
6.
März 2013 eine 100%ige und
Dr.
med.
D._
, FMH orthopädische Chirurgie und Traumato
logie, ab 2012 eine 70%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (
Urk.
1 S. 7).
Aufgrund der wider
sprüchlichen Aktenlage hätte
die Beschwerdegegnerin zumindest eine mono- oder
bidisziplinäre
Begutachtung veranlassen sollen, um die gesund
hei
t
lichen Einschränkungen des Beschwerdeführers ab
zuklären (
Urk.
1 S.
8,
11).
In erwerblicher Hinsicht sei
ein Betätigungsvergleich durchzuführen, wie dies die Abklärungsperson der Beschwerdegegnerin mit Abklärungsbericht für Selbstän
digerwerbende vom 1
2.
September 2013 getan habe, da sich dieser eher auf die Betriebs- und Umsatzzahlen des Beschwerdeführers stützen könne. Werde auf den Betätigungsvergleich im Abklärungsbericht für
Selbständiger
werbende
vom 1
2.
September 2013 abgestellt, würde ein Invaliditätsgrad von 57
%
resultieren (
Urk.
14 S. 4).
3.
3.1
Dem Bericht zur Untersuchung durch SUVA-Kreisarzt
Dr.
med.
E._
, Facharzt FMH für Chirurgie, vom 1
8.
April 2011 ist zu entnehmen,
dass
die SUVA die Unfälle vom 2
7.
Oktober 2005 (
Supraspina
tussehnenruptur
linke Schulter)
und vom 2
5.
August 2006 (Ruptur rechte Achillessehne) nach der kreisärztlichen Untersuchung
vom
9.
Dezember 2008 administrativ abgeschlos
sen ha
t
, ohne dass eine wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in seinem Garagenbetrieb festgestellt worden sei
(
Urk.
8/38/156)
.
Die Situation an der linken Schulter und am rechten Unter
schenkel habe sich nicht verändert (
Urk.
8/38/157).
Hinsichtlich der rechten Schulter (Unfall vom
1.
April 2010) habe bei der kreisärztlichen Untersuchung vom 1
8.
April 2011 ein leicht schmerzhafter Bewegungsbogen, eine unauffällige
Trophik
und ein erhaltenes Muskel- und Sehnenrelief, Anzeichen für eine insta
bile
Bizepssehne
,
b
elastungs- und bewegungsabhängige Schmerzen be
standen. Die bildgebenden Untersuchungen hätten Veränderungen der
Rotato
renman
schette
und Reizsituation im Schultergelenk mit leichter
Flüssig
keitsver
mehrung
gezeigt
(
Urk.
8/38/156)
.
Es sei verständlich, dass gewisse
Über
kopfarbeiten
mit längerdauer
ndem
Kraftaufwand in beiden Schultergelenken mühsam und schwierig seien.
Ob wirklich eine Einschränkung in der beruf
lichen Tätigkeit bestehe, da nur sehr schwere Arbeiten ausgeschlossen werden müssten, sei medizinisch nicht weiter zu verifizieren. Hier seien weitere ad
ministrative
Abklärungen notwendig, da der Beschwerdeführer seinen
Garagen
betrieb
kaum aufgeben werde. Grundsätzlich seien fast alle Autoreparaturen durchführbar (Urk. 8/38/157). Am 1
0.
August 2011 führte
Dr.
E._
sodann aus, dass dem Beschwerdeführer wegen seiner Beschwerden an der rechten Schulter keine sehr schweren Tätigkeiten und keine
län
g
erdauernde
n
kraftauf
wendige
n
Überkopfar
beiten
möglich seien. Weitere Einsch
ränkungen würden nicht bestehen. Medizi
nisch könne die Leistungsfähigkeit in seiner angestammten Tätigkeit nicht genauer definiert werden, weil die Orga
nisation des Betriebes des Beschwerde
führers, die durchzuführenden Arbeiten, die möglichen Arbeiten und die Auf
tragslage sowie die Einrichtungen in seinem Betrieb massgebend seien, um überhaupt alle
Mechanikerarbeiten
durchführen zu können
(
Urk.
8/38/137).
Sehr schwere Tätigkeiten würden sich ausschliess
lich auf andauernde Rad
wechsel, Getriebewechsel, Motorblockwechsel, welcher
der
Beschwerdeführer als alleiniger Mechaniker nicht durchführen könne, be
schränken. Daher sei die Häufigkeit der sehr schwere
n
Tätigkeiten zu eva
luieren, welche wahrscheinlich in der bereits seit Jahren eher einfach einzu
stufenden Garage kaum häufig vor
kommen dürf
t
en. Darum sei
en
medizinisch auch keine
wesentlichen Einschrän
kungen im Arbeitsumfeld des Beschwerdeführers festgehalten worden (
Urk.
8/38/138).
3.2
SUVA-Kreisarzt
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation FMH, führte in seiner Zumutbarkeitsbeurteilung vom 26. Oktober 2011 aus, dass sich bei der kreisärztlichen Untersuchung eine
Rota
torenmanschettenfunktion
, welche rechts weniger kräftig im Vergleich zur Gegenseite gewesen sei
, gezeigt habe.
Zudem sei die Beweglichkeit i
n
Abduk
tion und Elevation im Seitenvergleich leicht eingeschränkt gewesen. Dem Beschwerde
führer seien mittelschwere bis teilweise schwere Tätigkeiten ganz
tags zumutbar,
wobei Gewichte bis Schulterhöhe bis 20 kg gehandhabt werden könnten. Nicht zumutbar seien ein länger andauernde
r
beziehungsweise repeti
tiver kraftvoller Einsatz des rechten Armes über Kopf sowie eine länger andau
ernde Manipula
tion von Gewichten über 15 kg körperfern mit dem rechten Arm (
Urk.
8/38/97).
3.3
Der
orthopädischen Beurteilung
von
Dr.
A._
- visiert von Prof.
Dr.
B._
-
vom 1
7.
September 2012 sind die Diagnosen lumbales
Vertebralsyndrom
mit möglicher leichtgradiger Wurzel-Kompression/-Irritation von S1 rechts,
trans
murale
Supraspinatusläsion
und partielle
Subscapularisläsion
beider Schulter
gelenke und
Status nach Ruptur und Naht der Achillessehne rechts (2006) mit schmerzhafter Narbenverdickung
zu entnehmen
(
Urk.
8/19/10).
Dr.
A._
hielt fest, dass die Lumbalgien im Vordergrund der ge
schil
derten Beschwerden stünden.
In der Untersuchung
habe
sich kein behinderndes senso
motorisches Defizit
finden lassen
und
die Abschwächung des
Achillessehne
n
re
flexes
(ASR) könne als Hinweis auf eine stattgeha
bte leichtgradige
Wurzel
kom
pression
S1 rechts gewertet werden. Zu berücksichtigen sei jedoch der lokale Defekt der Achillessehne, so dass die Reflexabschwächung ebenso gut auch in diesem Kontext zu verstehen sei. Der erhalte
ne
Reflex spreche in jedem Fall gegen eine gravierende strukturelle Pathologie der rechten S1-Nerven
wurzel. Auch das Nervendeh
n
ungszeichen nach
Lasègue
lasse sich nicht ein
deu
tig aus
lösen, was ebenfalls gegen eine wesentliche
radikuläre
Pathologie spre
che. Der Zehen- und Fersenstand sei seitengleich, was eine gute Kraft der
Kenn
musku
latur
von L4 bis S1 impliziere. Der klinische Befund unterstütze somit die Annahme eines leichtgradig ausge
prägten lumbalen
Vertebralsynd
roms
ohne assoziiertes behin
derndes
ne
r
vales
Defizit (allenfalls komme eine leicht
gradige Kompression oder Irritation von
S1 rechts in Betracht). Die
bild
morpho
logischen
Befunde degenerativer Altera
tionen der Wirbelsäule
repräsentierten
grundsätz
lich häufige Be
funde in der allgemeinen Population und seien ohne zusätzli
chen eigenständigen Krankheitswert. Darüber hinaus klage der Be
schwerdefüh
rer über Schulterschmerzen beidseits, insbesondere bei
Überkopfar
beiten
und Rotations
bewegungen. Der klinische Befund zeige eine minimal eingeschränkte Be
weg
lichkeit im Bereich beider Schultergelenke bei angedeutet positiven kli
nischen Zeichen für die
Supraspinatus
- und
Sub
scapularissehnen
(
Urk.
8/19/11). In den MR-Befunden würden
transmurale
Läsionen im Bereich des
Musculus
supraspinatus
beidseits und eine Irritation beziehungsweise Par
t
ialläsion der
Subscapularissehnen
beschrieben (
Urk.
8/19/11-12).
Zuletzt berichte der Beschwer
deführer noch über Schmerzen im Bereich der rechten Achillessehne. Hier handle es sich um einen Zustand nach stattgehabter Achillessehnennaht 200
6.
Der jetzige Befund zeige eine
kol
bige
Auftreibung
, wahrscheinlich im
Naht
bereich
mit einer lokalen
Druck
dolenz
(
Urk.
8
/19/12).
Aufgrund des vorliegenden lumbalen
Vertebralsyndroms
, der bilateralen
Schulter
gelenkspathologie
und des Defekts im Bereich der rechten Achilles
sehne, sei die zuletzt
ausgeübte, häufig körperlich schwere Tätigkeit als
Auto
m
echaniker
als nicht mehr leidensgerecht anzusehen, das verbliebene Rende
ment in der angestammten Arbeit (unter der Annahme eines etwa hälftigen An
teils körperlich schwerer sowie in Zwangshaltungen der Wirbelsäule auszuüben
den Arbeiten)
sei
auf Dauer mit 50
%
zu schätzen. Das mögliche zeit
liche Pen
sum sei nicht beeinträchtigt und dem Beschwerdeführer sei eine täg
liche ca.
9-stündige Arbeit gut zumutbar. Damit resultiere eine dauer
hafte Arbeitsun
fähig
keit von 50
%
in der angestammten sowie jedweder verg
leichbarer
Tätigkeit. In einer angepassten Tätigkeit (Leitungs- und
Supervi
sions
funktionen
, Kundenbe
treuung, körperlich leichte bis mittelschwere Arbeiten,
keine häufigen Arbeiten über Kopf) am angestammten Arbeitsplatz oder in einer vergleichbaren anderen Arbeit sei von einer Arbeitsfähigkeit von 100
%
aus
zugehe
n
(
Urk.
8/19/12).
3.
4
Der behandelnde Arzt
Dr.
C._
, Innere Medizin FMH, führte im Bericht vom
3.
Dezember 2012
als
Diagnosen
mit Auswirkungen auf
die Arbeitsfähig
keit
beidseitige
Rotatorenmanschettenruptur
sowie ein
lumbo
radikuläres
Syn
drom S1 beidseits an (Urk.
8/27/1). Der Beschwerdeführer sei in der zuletzt aus
geübten Tätigkeit als Automechaniker seit
5.
April 2012 zu 100
%
arbeitsunf
ä
hig (
Urk.
8/27/2).
In
eine
r
Büroarbeit
sei
der Beschwerdeführer zu 50
%
arbeitsfähig (
Urk.
8/27/3).
In seinem Schreiben zu
Handen
der Krankentaggeldversicherung des Beschwer
deführers vom
6.
März 2013 hielt
Dr.
C._
sodann fest, dass dieser als
Auto
me
chaniker
wegen seinen Lendenwirbelsäulen (LWS)- und beidseitigen Schul
ter-Problemen zu 100
%
arbeitsunfähig sei (
Urk.
8/51/19).
3.
5
Dr.
med.
D._
, FMH orthopädische Chirurgie und Traumato
logie, stellte im Bericht vom 1
0.
März 2014 die Diagnosen
transmurale
Supra
spinatusruptur
rechts, gering
retrahiert
mit instabiler
Bizepslongussehne
,
Acro
miontyp
II bei Zustand nach Hyperabduktionsbewegung rechts am
1.
April 2010 mit mässig ausgeprägtem,
subacromialem
Schmerzsyndrom
belastungsab
hängig
und
Supraspinatusruptur
links
transmural
bei Status nach
Schulter
prel
lung
vom 2
7.
Oktober 200
5.
Als weitere Diagnosen
nannte er, Status nach trau
matischer Achillessehnenruptur rechts am 2
5.
August 2006 mit Achillessehnen
naht vom
2.
September 2009 (Spital
G._
) und Status nach konservativ behandelter
fasziitis
plantaris
Fuss links (
Urk.
8/63/1).
Die
computertomogra
phische
Bildgebung zeige keine Störungen der
Trophik
der
Rotatorenmanschet
ten
(RM)-Muskulatur. In dieser Situation könne an der stärker symptomatischen rechten Seite eine
Supraspinatus
-Rekonstruktion durchgeführt werden.
Ob ein solcher Eingriff eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit bewirke, werde - auf
grund des bisherigen Verlaufs und des Umstandes, dass der Beschwerde
führer auf die einmalige Steroidinfiltration vom 16. März 2012
nur kurzfristig
ange
sprochen habe - äusserst skeptisch beurteilt. Es sei sinn
voller, die jetzige Situa
tion zu be
lassen
,
mit angepasster
Arbeitsfähigkeit (Büro). Zusätzlich sei der Beschwerdeführer durch Rückenbeschwerden einge
schränkt. Der Beschwerde
führer sei vorerst weiterhin zu 70
%
a
rbeitsunfähig
(Urk.
8/63/1).
3.6
Dem Bericht von PD
Dr.
med.
H._
, orthopädische Chirurgie FMH,
Wir
belsäulenchirurgie
, vom
2
5.
März 2014 ist zu entnehmen, dass sich bei der MRI-
Untersuchung de
r
LWS in der Klinik
I._
vom 1
8.
März 2014 eine dege
nerative
Discopathie
L5/S1 mit kleiner
subannulärer
Zystenbildung L5/S1 rechts, sonst jedoch keine grösser
en
Herniationen
gezeigt hätten.
D
ie vom Be
schwerdeführer geltend gemachten Beschwerden
würden
gut mit der
Raumfor
derung
L5/S1 harmonieren, welche durch die Zyste erklärt werden könne (
Urk.
8/63/5).
3.
7
Im Bericht vom
8.
Oktober 2014 führte
Dr.
med.
J._
, Facharzt FMH für Anästhesiologie, FA
Interventionelle
Schmerztherapie,
Z._
AG
aus,
durch die
Unfall
ereignisse in den Jahren 2005 und 2010 sei sowohl links als auch rechts die Funktionsfähigkeit der Elevation in beiden Schultern massiv eingeschränkt worden. Die Beschwerden hätten sich langfristig nicht wesentlich gebessert und schränkten den Beschwerdeführer bei der Tätigkeit in der Werkstatt als Mechaniker am Auto massiv ein.
Aggra
vie
rend
würde
n chronisch rezidivierende
lumboradiculäre
Beschwerden sowie chronische Achillessehnenbeschwerden bei Belastung hinzukommen. Aus schmerztherapeutischer Sicht sei der Be
schwer
deführer für eine
Werk
statt
tätig
keit
als
Autom
echaniker
oder ähnliche, vergleichbare Arbeiten zu 80
%
arbeits
unfähig. Leichtere, leidensangepasste Tätigkeiten ohne schweres Heben, ohne längeres Stehen, vorwiegend im Sitzen ausgeführt und ohne repetitives
Bewe
gungsmuster
seien dem Beschwerdeführer in einem ca. 50 bis 70%igen Pensum zumutbar (
Urk.
15 S. 2).
4.
Dr.
A._
verfasste seine
orthopädische Beurteilung vom 1
7.
September 2012 unter Berücksichtigung der
Vorakten
(vgl.
Urk.
8/19/6-7) und d
er
vom Be
schwerdeführer geklagten Beschwerden (vgl.
Urk.
8/19/4-5).
Entgegen dem Vor
bringen des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers
(
Urk.
1 S. 10-11),
hat
Dr.
A._
den Beschwerdeführer
auch
persönlich untersucht (
Urk.
8/19/3, 15). Ferner kann dessen orthopädische Beurteilung nicht entnommen werden, dass er seinen Fokus auf kurzfristige Leistungen der freiwilligen
Krankentag
geldversicherung
gelegt hätte (vgl.
Urk.
1 S. 11).
Den späteren Arztberichten, insbesondere denjenigen von
Dr.
D._
und PD
Dr.
H._
sind keine Befunde zu entnehmen, welche auf eine Verschlimmerung der Beschwerden hindeuten und die orthopädische Beurteilung von
Dr.
A._
folglich als überholt er
scheinen lassen würden. Wohl weicht die Einschätzung von
Dr.
D._
zur Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers von derjenigen von
Dr.
A._
ab.
Anders als beim von der Krankentaggeldversicherung des Beschwerdeführers mit einer orthopädischen Beurteilung beauftragten Dr.
A._
, ging es bei den Konsultationen des Beschwerde
führers um die Behandlung der Schulterleiden des Beschwerde
füh
rers. Demnach musste Dr.
D._
sich nicht zur Arbeits
fähigkeit des Be
schwerdeführers in einer
adaptierten T
ätigkeit äussern. Es ist
mithin dem Unter
schied zwischen Begutachtungs- und Behandlungsauftrag Rechnung zu tragen. Gleiches gilt für die Berichte von PD
Dr.
H._
und des Internisten
Dr.
C._
.
Schliess
lich vermag auch die Einschätzung von Dr.
J._
nicht zu überzeugen, da er im Wesentlichen auf die subjektiven Aussagen des Beschwerdeführers abge
stellt hat (
Urk.
15 S. 1 und 2).
Die
ortho
pädische Beurteilung vom 1
7.
September 2012
von
Dr.
A._
erweist sich daher als schlüssig und überzeugend
,
weshalb darauf abzustellen ist.
Von
zusätzlichen
me
dizinischen Ab
klärungen
, wie sie vom Beschwerdeführer bean
tragt werden (
Urk.
1 S. 2
, 8
, 11
-12
),
sind nach dem Gesagten
keine weiteren Auf
schlüsse zu er
warten.
Entgegen dem Vorbringen des Beschwerde
führers (
Urk.
1 S. 8) muss nicht in
je
dem Fall eine medizinische Abklärung durch ein Gutachten erfolgen.
Weder aus
Art.
29
Abs.
1 und 2 BV noch aus
Art.
6
Ziff.
1 EMRK folgt eine Regel
,
wonach bei streitigen
Leistungsan
sprüchen
stets auch versicherungsexterne medizi
nische
Entscheidungs
grundlagen
einzuholen sind (BGE 122 V 157 E. 3).
5
.
5.1
Zu prüfen
ist weiter, anhand welcher Methode der Invaliditätsgrad zu bemessen ist (Betätigungsvergleich oder allgemeine Methode des Einkommensvergleichs [vgl. E. 1.3.1 und E. 1.3.2 vorstehend]).
5.2
Sowohl der Beschwerdeführer als auch die Beschwerdegegnerin gehen davon aus, dass der Beschwerdeführer bislang als
Selbständigerwerbender
tätig gewe
sen ist (vgl.
Urk.
1 S. 5,
Urk.
2 S. 1).
Der Beschwerdeführer ist Gesellschafter und Geschäftsführer
der
Y._
GmbH (vgl.
Urk.
8/33).
Offen blei
ben kann, ob
der Beschwerdeführer bei der
Y._
GmbH
zu
dem
als Arbeitnehmer angestellt
war
, mithin in unselbständiger Stellung tätig war (vgl.
Urk. 8/38/205
).
Da der Beschwerdeführer über
das
Gesellschaftskapital verfügen und als Geschäftsführer sämtliche Entscheidungen dieser Gesellschaft treffen konnte, wäre er - auch wenn zusätzlich noch ein Arbeitsvertrag mit dieser Gesellschaft bestanden hätte - invalidenversicherungsrechtlich einem
Selbständigerwerbenden
gleichzustellen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_453/2014 vom 1
7.
Februar 2015 E. 4.1 und 4.2).
5.3
Die Beschwerdegegnerin führte einen Einkommens
vergleich
durch (
Urk.
2 S. 2). Auf diesen Einkommensvergleich kann jedoch
nicht abgestellt werden. Das
dort eingesetzte
hypothetische
Valideneinkommen
von
Fr.
83‘357.90
(
Urk.
2 S. 2)
gründet auf dem
Betätigungsvergleich
im Abklärungsbericht für
Selbständiger
werbende
vom 12. September 2013
(
vgl.
Urk.
8/33
/8,
Urk.
8/34/1
)
.
Die
dort verwendeten
Zahlen können jedoch nicht direkt einem hypothetischen
Validen
einkom
men
des Beschwerdeführers
gleichgesetzt werden. Beim
Betäti
gungsver
gleich
wird eine zahlenmässige wirtschaftliche Gewichtung der ver
schiedenen Tätigkeitsbereiche
vorgenommen
(vgl. E. 1.3.2 vorstehend; BGE 128 V 29 E. 4d)
. Dabei kann es zum Beispiel ge
rechtfertigt sein, die Tätigkeit als Geschäftsführer gegenüber derjenigen als Aut
omechaniker
zahlenmässig höher zu gewichten beziehungsweise für die Geschäftsführertätigkeit ein höhere
s
Einkommen ein
zusetzen.
Für die zahlenmässige wirtschaftliche Ge
wichtung zog die
Abklä
rungsperson
der Beschwerdegegnerin vorliegen
d
die LSE 2010 bei. Sie
hat für Betriebsführung beim Ansatz für den Monatslohn auf den Tabellenlohn LSE 2010 TA7 Ziff. 20 (Ziel- und Strategiedefinition von Unternehmen) „Total“ im Betrag von
Fr.
12‘366.-- abgestellt
.
Dies ist im Falle des Beschwerdeführers ein
deutig zu hoch bemessen
, da
er
nicht über eine entsprechende Ausbildung ver
fügt.
Aus diesen Gründen kann vorliegend nicht auf den
Einkommens
vergleich
der Beschwerdegegnerin abgestellt werden.
Doch auch beim vom Beschwerdeführer beantragten Betätigungsvergleich
resul
tiert
keine rentenbegründende Erwerbseinbusse von 40
%
, wie die nach
folgen
den Erwägungen zeigen.
5.
4
5.
4
.1
Im Zuge ihrer Abklärungen liess die Beschwerdegegnerin den Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers bereits einmal nach dem ausserordentlichen
Be
mes
sungsverfahren
ermitteln
(vgl. den Abklärungsbericht für
Selbständiger
werben
de
vom 1
2.
September 2013 [
Urk.
8/33]). Darauf kann aus den folgenden Grün
den jedoch nicht abgestellt werden:
5.
4
.2
Der Beschwerdeführer gab an, dass
ca. 10-15
%
seiner Arbeiten auf
die Ge
schäfts
führung
, Kunden
betreuung und Administration
entfallen würde
n
(Urk. 8/29/286,
Urk.
8/33/5,
Urk.
8/38/188).
Er
führt einen Kleinbetrieb, bei wel
chem neben dem Beschwerdeführer und seiner
Lebenspart
nerin
im Juni 2013 zwei vollzeitig beschäftigte Arbeitnehmer und ein Lehrling arbeiteten (
Urk.
8/33/4).
D
ie administrativen Arbeiten der Garage
sind
seit Jahren Sache der
dort
in einem Teilzeitpensum tätigen Lebenspartnerin des Be
schwerde
füh
rers (vgl.
Urk.
8
/29/286
)
.
Zur Garage des Beschwerdeführers
gehört
ebenfalls
eine Autospenglerei und -lack
i
ere
re
i (
Urk.
8/33
; vgl. die Buchhaltung der
Y._
GmbH der Jahre 2005 bis 2006 [
Urk.
8/29/235-272]
). Diese Arbeiten führt der Beschwerdeführer
nicht
selber aus
, sondern beschäftigt dafür Angestellte
(vgl.
Urk.
8/33/4)
.
Jedoch ist
deren
Führung und
die
Kunden
be
treu
ung
in diesen Bereichen die Auf
gabe des Be
schwerde
führers als Be
triebsinhaber
.
Des Weiteren
handelt
er
mit Neu- und Occasionsfahrzeugen (vgl. die Buchhal
tung der
Y._
GmbH der Jahre 2005 bis 20
10
[Urk.
8/29/235-
272]).
So
hat namentlich der Ertrag der
Y._
GmbH aus dem Fahrzeugverkauf im Jahr
2010
total Fr. 226‘605.42 und derjenige aus der Werkstatt total
Fr.
459‘066.14 betragen (Urk. 8/29/237).
Auch
nach dem Umzug der Garage von
K._
nach
L._
per Januar 2013
möchte
der Be
schwerde
führer
grundsätzlich
i
m Autoverkauf tätig sein und richtete am neuen Standort einen ca. 350 m
2
grossen Showroom
für Autos
ein (Urk. 8/33/2).
Am
früheren
Standort der Garage in
K._
wurde neben der Garage auch ein Imbissstand betrieben (
Urk.
8/33/3). Schliesslich ist in der
Werkstatt
zudem
ein Lehrling beschäftig
t (vgl. Urk. 8/33/6)
,
welcher zu betreuen ist.
Es ist mithin von einem Anteil von
total
3
5
%
für
Geschäfts
führung
und Handel mit Neu- und
Occasi
onsfahrzeugen
aus
zu
gehen.
Die übrige Arbeitstätigkeit des Bes
chwerde
führers besteht aus
Werk
stattarbeit.
5
.
4
.
3
Die
Schulter- und Rückenbeschwerden
schränken den Beschwerdeführer bei der
Geschäfts
führung
und
im
Handel mit Neu- und Occasionsfahrzeugen
(Anteil:
35
%
)
offensichtlich nicht ein.
Was die Werk
stattarbeit
(Anteil:
65
%
)
betrifft,
so kann
der
Beurteilung von Dr.
E._
entnom
men werden,
dass
dem Beschwer
deführer Rad-, Getriebe- und Motorblockwechsel bereits aufgrund der Be
schwerden an der rechten Schulter nicht mehr zumutbar
sind
(
Urk.
8/38/138)
. Gemäss Dr.
A._
be
st
eht eine Arbeitsunfähigkeit für
körperlich
schwere Arbeiten mit Zwangshaltungen der Wirbelsäule (
Urk.
8/19/12
)
.
Davon abge
se
hen
ist
a
uf
grund
seiner orthopädischen Beurteilung
indes
davon auszugehen
, dass be
züg
lich sämtlicher
leichten
und mittel
schweren Arbeiten in der Werkstatt
des Be
schwer
deführers keine
Einsch
ränkun
gen
bestehen
.
Der Beschwerde
führer gab gegenüber der SUVA
an
, dass 10 % auf leichte Arbeiten, wie etwa ein klei
ner Autoservice oder ein Ölfilterwechsel, und 10
%
auf mittelschwere Arbeiten, wie namentlich ein grosser Autoservice, entfallen würden. Im Übrigen sind laut Beschwerdeführer schwere Arbeiten zu erledigen, wobei er als Beispiele die Arbeit an Lieferwagen, Bremsen und Kupp
lungen nannte (
Urk.
8/29/286). Hier
bei kann ihm nicht gefolgt werden. Die Arbeit an Lieferwagen und Autos kann nicht durchwegs als schwer bezeichnet wer
den.
Gemäss
seinen Aussagen
sind
dem Beschwerdeführer
sämtliche Arbeiten, welche stehend neben dem Auto, zum Beispiel im Motorenraum, oder im Inneren eines Wagens auszu
füh
ren
sind
, der kleine und grosse Service oder der Wech
sel von Kleinteilen
möglich (
Urk.
8/33/5,
Urk.
8/38/189
). Nicht erwähnt hat er
sodann
namentlich
Arbeiten wie die Überprüfung von oder Reparaturen an ausge
bauten
Fahrzeug
teilen
, wel
che zum Beispiel an einer Werkbank stehend oder sitzend
durch
ge
führt wer
den können und ihm ebenfalls zumutbar sind.
Es ist nicht nachvoll
ziehbar, dass der
Beschwerdeführer
80 bis 90
%
seiner
Mechanike
rarbeit
unter dem Wagen ste
hend sowie
über dem Kopf
arbeitend
ausführt
und
dabei
mit schweren Arbeits
geräten
oder Fahrzeugteilen
han
tieren
müsste
(
vgl.
Urk.
8/38/150).
5
.
4
.4
Bei
der
wirtschaftlichen Gewichtung ist die Tätigkeit als Geschäftsführer
und Autohändler
(Anteil:
3
5
%)
im vorliegenden Fall
mindestens
gleichbe
de
utend mit der Tätigkeit als Automechaniker zu
bewerten
(vgl. BGE 138 V 29 E. 4d), wobei darauf hinzuweisen ist, dass die Abklärungsperson der
Beschwerdegeg
nerin
die Tätigkeit „Betriebsführung“ bei der zahlenmässigen wirtschaftlichen Gewich
tung gar mehr als doppelt so hoch veranschlagt hatte (vgl.
Urk.
8/33/8). In der Tätigkeit als Geschäftsführer
und Autohändler
besteht jedoch keine Ein
schrän
kung, sodass sich der Invaliditätsgrad nur gestützt auf die Einschränkun
gen bei der Werkstattarbeit
(Anteil:
65
%
)
bemessen
kann
.
Nach dem hiervor Gesagten kann aber nicht
davon
ausgegangen werden, dass der Beschwerde
führer
bei
nahe zwei Drittel seiner Werkstattarbeit (61
%
) aus
schliesslich mit de
n
ihm nicht
mehr zumutbaren
Rad-, Getriebe- und
Motor
blockwechsel
arbeiten
beschäftigt
ist
. Es bestünde jedoch nur in diesem Fall
ein An
spruch auf eine
Viertelsrente
(
61
% von
65
%
= 39.65
%).
Die zahlen
mässige wirtschaftliche Gewichtung kann mithin offen
bleiben
(vgl. BGE 138 V 29 E. 4d)
.
5.4.5
Damit ergibt sich auch
bei der Bemessung des Invaliditätsgrads im ausseror
dentlichen Bemessungsverfahren (E. 1.3.2 vorstehend)
kein Anspruch
auf eine Invalidenrente
.
6.
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde.
7.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Ausgangsgemäss sind die Gerichtskosten in der Höhe von
Fr.
9
00.--
dem unterliegenden Beschwer
de
führer
aufzuerlegen.