Decision ID: 4252a259-af18-4c3d-8197-d8ca64f970dc
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich am 9. Januar 2012 aufgrund einer Fussproblematik beidseits zum
Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 1). Mit Arztbericht vom 7. Februar 2012 des Spitals
B._ wurde ein Senk-/Knickfuss beidseits, eine chronische Metatarsalgie beidseits,
ein Status nach Morton-Neurom-Exzision beidseits und eine fortgeschrittene
Rhizarthrose mit Subluxation beidseits diagnostiziert (IV-act. 11). Mit Verfügung vom
29. Mai 2012 wies die IV-Stelle das Leistungsgesuch mit der Begründung ab, dass die
Versicherte gemäss medizinischen Abklärungen in einer leidensangepassten Tätigkeit
zu 100% arbeitsfähig sei (IV-act. 18). Auf ein neues Leistungsgesuch der Versicherten
vom 11. März 2013 (IV-act. 19) trat die IV-Stelle nach Einholen diverser Arztberichte mit
Verfügung vom 4. Dezember 2013 nicht ein. Die ausführlichen Abklärungen hätten
ergeben, dass es sich um den gleichen medizinischen Sachverhalt handle (IV-act. 64).
B.
B.a Am 30. Oktober 2014 meldete sich die Versicherte über die Sozialen Dienste C._
abermals zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 69 f.). Gemäss Arztbericht der Klinik
D._ für ambulante psychosomatische Behandlung und Rehabilitation vom 16. Juni
2014 bestehe eine Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion (ICD-10: F 43.21),
eine psychophysische Erschöpfung (ICD-10: Z 73.0) und eine chronische
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Formen (ICD-10: F 45.41; IV-act.
72-4 f.). Dr. med. E._, Fachärztin Allgemeine Innere Medizin FMH, stellte am 30.
Oktober 2014 einen verschlechterten Gesundheitszustand der Versicherten fest. Es
bestehe eine andauernde Arbeitsunfähigkeit von 100% (IV-act. 72-1). In einem weiteren
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Arztbericht der Klinik D._ vom 16. April 2015 hielt Dr. med. F._, Facharzt
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, die Diagnose mittelgradige depressive Episode
mit somatischen Symptomen (ICD-10: F 32.11) mit Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit fest (IV-act. 84).
B.b In der Mitteilung vom 5. November 2015 führte die IV-Stelle aus, gemäss
Besprechung mit der zuständigen Eingliederungsberaterin vom 19. Mai 2015 fühle sich
die Versicherte nicht in der Lage, an Eingliederungsbemühungen mitzuwirken, weshalb
berufliche Massnahmen nicht angezeigt seien (IV-act. 134; Assessmentprotokoll /
Verlaufsbericht vom 30. Juni 2015, IV-act. 94; Feststellungsblatt berufliche
Massnahmen vom 5. November 2015, IV-act. 133).
B.c Nach Einholen diverser Arztberichte gab die IV-Stelle am 2. März 2016 eine
bidisziplinäre Abklärung bei der SMAB AG in Auftrag (IV-act. 145). Mit gleichem Datum
wurde der Versicherten mitgeteilt, zur Klärung der Leistungsansprüche erachte die IV-
Stelle eine umfassende medizinische Untersuchung in orthopädischer und
psychiatrischer Hinsicht als notwendig (IV-act. 146).
B.d Im bidisziplinären Gutachten der SMAB AG vom 30. Mai 2016 wurde eine
chronische Metatarsalgie rechts bei Senk-Spreizfuss beidseits, Status nach Morton-
Neurom-Exzision rechts interdigital plantar II bis III mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit festgehalten. Als Diagnosen, die keine Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit hätten, bestünden sonstige anhaltende affektive Störungen (ICD-10: F
34.8); psychologische und Verhaltensfaktoren bei anderenorts klassifizierten
Krankheiten (ICD-10: F 54); chronisches zervikales Schmerzsyndrom ohne radikuläre
Reizung; pseudoradikuläres lumbales Schmerzsyndrom links; Coxalgie links;
linkskonvexe lumbale Skoliose; Wirbelkörperhämangiom BWK 11; Rhizarthrose
beidseits. Aus orthopädischer Sicht ergebe sich aufgrund des Befundes eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit (Köchin/Zimmermädchen/Putzfrau),
für eine körperlich leichte bis gelegentlich mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeit,
die keine überdurchschnittliche emotionale Belastbarkeit voraussetze, bestünde eine
100%ige Arbeitsfähigkeit. In psychiatrischer Hinsicht stehe eine Schmerzsymptomatik
im Vordergrund. Die Schmerzsymptomatik sei organmedizinisch nicht ausreichend
erklärbar. Der erforderliche Mindestschweregrad für die Diagnose einer anhaltenden
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somatoformen Schmerzstörung (ICD-10: F 45.4) liege nicht vor, eine gewisse
psychogene Überlagerung sei jedoch anzunehmen. Es bestehe keine psychiatrisch
bedingte quantitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (IV-act. 148-13 f.).
B.e Mit Vorbescheid vom 10. August 2016 stellte die IV-Stelle der Versicherten in
Aussicht, dass sie keinen Anspruch auf eine IV-Rente habe. In einer adaptierten
Tätigkeit liege eine 100%ige Arbeitsfähigkeit vor. Das Valideneinkommen entspreche
den Lohnangaben des letzten Arbeitgebers aus dem Jahr 2011 auf das Jahr 2014
aufgewertet. Gemäss Lohnstrukturerhebung (LSE) liege der Durchschnittsverdienst für
ungelernte Beschäftigte im Jahr 2014 (Invalideneinkommen) bei Fr. 53'793.-- (IV-act.
153). Nach dem durch den Rechtsvertreter der Versicherten eingereichten Einwand
vom 14. September 2016 (IV-act. 154) wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren mit
Verfügung vom 10. Oktober 2016 wie angekündigt ab (IV-act. 157).
C.
C.a Gegen diese Verfügung richtet sich die durch den Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin eingereichte Beschwerde vom 11. November 2016 mit dem
Antrag, die angefochtene Verfügung sei vollumfänglich aufzuheben und der
Beschwerdeführerin spätestens ab September 2014 eine ganze Rente zuzusprechen.
Eventualiter sei die Sache zur erneuten Beurteilung an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen. Des Weiteren beantragt er die unentgeltliche Rechtspflege. Zur
Begründung führt der Rechtsvertreter aus, die Beschwerdeführerin befinde sich seit
2014 in regelmässiger Behandlung bei Dr. phil. G._ und habe diese einzig wegen der
Schmerztherapie für einige Monate ausgesetzt. Diese Schmerztherapie im KSSG St.
Gallen habe jedoch nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Zudem entsprächen die
Schmerzen der Beschwerdeführerin ohne weiteres dem Schweregrad, der für eine
somatoforme Schmerzstörung vorausgesetzt werde und von einer Aggravation könne
keine Rede sein. Dr. med. H._, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie
(psychiatrisches Teilgutachten), reisse die Aussagen der Beschwerdeführerin aus dem
Zusammenhang heraus und versuche den Eindruck zu erwecken, sie würde sich den
ganzen Tag im Haushalt beschäftigen. Eine solche "Annahme" lasse sich aus den
Aussagen der Beschwerdeführerin nicht herleiten. Für Dr. G._, bei welcher die
Beschwerdeführerin seit Jahren in Behandlung sei, stehe zweifelsfrei fest, dass von
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einer somatoformen Schmerzstörung auszugehen sei. Die Behauptung, dass keine
depressive Episode, sondern eher eine Anpassungsstörung vorliege, sei unzutreffend.
Zudem sei eine einzelfallgerechte, ressourcenorientierte und ergebnisoffene
Gesamtbetrachtung der Somatisierungsstörung (Indikatorenprüfung) gemäss neuester
bundesgerichtlicher Rechtsprechung unterblieben. Die Konzentrationsstörungen seien
in keiner Weise medizinisch abgeklärt worden. Das SMAB-Gutachten setze sich auch
nicht mit der Schwerhörigkeit der Beschwerdeführerin auseinander, welche sich
gemäss Dr. med. I._, Facharzt Oto-Rhino-Laryngologie FMH, auf die Arbeitsfähigkeit
auswirke. Insgesamt sei das SMAB-Gutachten somit unvollständig und beruhe auf
falschen Annahmen, weshalb ein polydisziplinäres Gutachten (orthopädisch,
psychiatrisch, neurologisch bzw. neuropsychologisch, allenfalls HNO) einzuholen sei.
Des Weiteren sei ein Leidensabzug aufgrund persönlicher und beruflicher Merkmale
von 25% zu gewähren (act. G 1).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 23. Januar 2017 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Die Abklärungen im SMAB-Gutachten seien
umfassend und die Beurteilung der zumutbaren Arbeitsleistung sei nach
Kenntnisnahme der Vorakten abgegeben worden, womit das Gutachten die
Anforderungen der Rechtsprechung erfülle. Die Begründung von Dr. H._, weshalb
weder die Diagnose einer Depression noch einer Schmerzstörung gestellt werden
könne, sei ausführlich und er nehme auch Stellung zu den früheren ärztlichen
Einschätzungen. Die Beschwerdeführerin leide nicht an einem psychosomatischen
Leiden, weshalb eine Indikatorenprüfung bei pathogenetisch-ätiologisch unklaren
syndromalen Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage
(PÄUSBONOG) entfalle. Zudem sei eine neurologische Untersuchung nicht angezeigt
gewesen, da gemäss verschiedenen Arztberichten von Dr. med. J._, Fachärztin
Neurologie FMH, die Fussschmerzen im Vorder- und die Beschwerden bezüglich das
Restless Legs Syndrom im Hintergrund stehen würden. Betreffend die hochgradige
Innenohrschwerhörigkeit beidseits bestünden gemäss Arztberichten keine
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Abschliessend führt die Beschwerdegegnerin
aus, selbst bei einem leidensbedingten Abzug von 25% hätte die Beschwerdeführerin
keinen Anspruch auf eine IV-Rente. Im Übrigen falle ein Leidensabzug ausser Betracht,
da der Beschwerdeführerin körperlich leichte bis gelegentlich mittelschwere,
wechselbelastende Verweistätigkeiten ohne überdurchschnittlich emotionale Belastung
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zumutbar seien. Die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit sei 100%, wobei die
eingeschränkte emotionale Belastbarkeit bereits berücksichtigt sei (act. G 3).
C.c Am 31. Januar 2017 bewilligte die Verfahrensleitung das Gesuch um unentgeltliche
Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung; act. G 4).
C.d Mit Replik vom 3. April 2017 führt die Beschwerdeführerin aus, es treffe nicht zu,
dass sich Dr. H._ mit den früheren medizinischen Einschätzungen
auseinandergesetzt habe, und er gehe von falschen Annahmen aus, wenn er behaupte,
die Beschwerdeführerin habe keine psychiatrischen und psychologischen Therapien in
Anspruch genommen. Die persönliche und subjektive Einschätzung der Schmerzen
durch Dr. H._ sei falsch, haltlos und nicht nachvollziehbar. Die Beschwerdeführerin
habe immerhin eine Schmerztherapie gemacht, welche aber zu keiner Linderung
geführt habe. Damit sei eine Indikatorenprüfung, wie sie das Bundesgericht verlange,
angezeigt. Weiter seien die Einsatzmöglichkeiten aufgrund der hochgradigen
Schwerhörigkeit massiv eingeschränkt, weshalb dies auch Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit haben müsse. Die allenfalls verbleibende Restarbeitsfähigkeit könne
aufgrund der Einschränkungen nicht sinnvoll verwertet werden, in Betracht käme wohl
nur eine Tätigkeit in einem geschützten Rahmen (act. G 8).
C.e Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf das Einreichen einer Duplik (act. G 10).
C.f Mit Eingabe vom 22. Juni 2017 legt die Beschwerdeführerin den Verlaufsbericht
des KSSG, Schmerzzentrum, vom 13. April 2017 ins Recht. Dazu führt die
Beschwerdeführerin aus, sie habe an einer Ergo-, Physio-, Schmerz- und Darmtherapie
teilgenommen, welche keine Veränderung gebracht hätten (act. G 12).
C.g Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf das Einreichen einer Stellungnahme zur
Eingabe vom 22. Juni 2017 (act. G 14).

Erwägungen
1.
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Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist ein allfälliger
Rentenanspruch der Beschwerdeführerin.
1.1 Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und
nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG).
1.2 Nach Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR
831.20) haben Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im
Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wiederherstellen, erhalten oder verbessern können, Anspruch auf eine Rente (lit. a),
wenn sie während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu
mindestens 40% invalid sind (lit. c). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf
eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige
auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
1.3 Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird
gemäss Art. 16 ATSG durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das
Einkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der
Durchführung der notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in
Beziehung gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte,
wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
1.4 Um den Grad der Arbeitsunfähigkeit und gestützt darauf die Erwerbsunfähigkeit
bzw. Invalidität bemessen zu können, sind Verwaltung und Gericht auf Unterlagen
angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu
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stellen haben. Aufgabe der ärztlichen Sachverständigen ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4 mit Hinweisen). Unter Berücksichtigung des Grundsatzes der freien
Beweiswürdigung hat das Gericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig
davon, von wem sie stammen. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist
deshalb allein entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist,
auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V
352 E. 3a). Je mehr ein Gutachten von diesen Qualitätsanforderungen abweicht, desto
kleiner ist sein Beweiswert (GABRIELA RIEMER-KAFKA [Hrsg.],
Versicherungsmedizinische Gutachten, 2007, S. 20). Die Rechtsprechung hat es mit
dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar betrachtet, in Bezug auf
bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die
Beweiswürdigung aufzustellen. So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens
eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten volle Beweiskraft zuzuerkennen,
solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE
125 V 353 E. 3b/bb mit Hinweisen).
2.
Grundlage der angefochtenen Verfügung ist das bidisziplinäre Gutachten der SMAB
AG vom 30. Mai 2016. Zu prüfen ist dessen bestrittene Beweistauglichkeit.
2.1
2.1.1 Das psychiatrische Teilgutachten von Dr. H._, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie, führt nur Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit auf
(letzte Tätigkeit). Die Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung
(ICD-10: F 45.4) könne nicht bestätigt werden. Diese setze einen erheblichen
Mindestschweregrad im Sinne eines schweren, andauernden und quälenden
Schmerzes voraus. Ein Schweregrad dieser Art liege nicht vor. Dennoch lägen
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relevante psychosoziale Belastungsfaktoren vor. Neben der schwierigen beruflichen
und sozialen Situation hätten langjährige erhebliche Konflikte mit den Töchtern
bestanden. Weiter spiele vermutlich eine Rolle, dass die Beschwerdeführerin von der
Persönlichkeit her als relativ aktiv, auch leistungsorientiert anzusehen sei, weshalb die
aus der Schmerzsymptomatik resultierende Einschränkung der Mobilität sie
überdurchschnittlich belaste. Dies erschwere die Akzeptanz der Schmerzen. Diese
unzureichende Akzeptanz verstärke das Schmerzerleben eher noch. Aufgrund dieser
Ausführungen lägen am ehesten psychologische Faktoren und Verhaltensfaktoren bei
andernorts klassifizierten Krankheiten vor (ICD-10: F 54). In affektiver Hinsicht schildere
die Beschwerdeführerin Gefühle von Ärger, Missmut und Bedrücktheit aufgrund der
Schmerzsymptomatik und der eingeschränkten Mobilität. Die Kriterien für eine
depressive Episode lägen nicht vor, schon für eine nur leichte depressive Episode
müssten mindestens zwei der drei Hauptsymptome einer depressiven Episode
eindeutig erfüllt sein. Vom Schweregrad der Symptomatik ergäbe sich am ehesten eine
Anpassungsstörung, welche aber längstens zwei Jahre lang diagnostiziert werden
könne. Die Symptomatik bestünde gemäss Beschreibung der Beschwerdeführerin aber
schon länger. Seit Ende 2015 habe sie wieder sehr guten Kontakt zu ihren beiden
Töchtern, was zu einer deutlichen Stimmungsverbesserung beigetragen habe. Seit
diesem Zeitpunkt liege nur noch eine mässig ausgeprägte depressive Symptomatik im
Sinne einer anhaltenden affektiven Störung vor (ICD-10: F 34.8). Aus psychiatrischer
Hinsicht seien Tätigkeiten, die eine überdurchschnittliche emotionale Belastbarkeit
voraussetzten, nicht geeignet, ansonsten sei das Belastungsprofil nicht eingeschränkt
und es liege keine quantitative Verminderung der Arbeitsfähigkeit vor (IV-act. 148-30
ff.).
2.1.2 Das orthopädische Teilgutachten von Dr. med. K._, Fachärztin Orthopädische
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, hielt eine chronische
Metatarsalgie rechts bei Senk-Spreizfuss beidseits, Status nach Morton-Neurom-
Exzision rechts interdigital plantar II bis III mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit (letzte
Tätigkeit) fest. Insgesamt falle eine grosse Diskrepanz zwischen den geklagten
Beschwerden der Beschwerdeführerin und den vorhandenen klinischen und
radiologischen Befunden auf. Die angegebenen starken Beschwerden im Bereich des
rechten Vorfusses könnten nicht nachvollzogen werden. Es bestünden Zweifel am
angegebenen Leidensdruck, da die Beschwerdeführerin auch die angebotene
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medikamentöse analgetische Therapie ablehne. Das Weiterführen der bisherigen rein
stehenden und körperlich recht belastenden Tätigkeit sei trotz den objektiv nicht
eindrücklichen Befunden nicht sinnvoll. Für eine angepasste Tätigkeit sei die
Beschwerdeführerin normal arbeitsfähig. Die radiologische Kontrolle des linken
Hüftgelenkes zeige eine regelrechte Artikulation ohne Coxarthrose-Zeichen. Bis auf
eine Trochanter-Klopfschmerzangabe und Leisten-Druckschmerzangabe links habe die
Beschwerdeführerin im Rahmen der der gutachterlichen Untersuchung die
Untersuchung des linken Hüftgelenks nicht zugelassen. Das MRI der
Lendenwirbelsäule habe nur eine mässige Facettengelenksarthrose LWK 4/5 beidseits
dargestellt, die gelegentliche belastungsunabhängige Beschwerden im Bereich des
lumbosacralen Übergangs erklären könnten, jedoch nicht die Druckschmerzangabe
über die gesamte Lendenwirbelsäule und das Ausmass der angegebenen
Beschwerden. Die angegebenen lokalen belastungsabhängigen Schmerzen im
Nackenbereich seien bei radiologisch sichtbaren hochgradigen Osteochondrosen und
Unkovertebralarthrosen der zervikalen Segmente HWK 5/6 und 6/7 nachvollziehbar.
Insgesamt sei die Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit zu 0%, in einer
körperlich leichten bis gelegentlich mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeit zu
100% arbeitsfähig (IV-act. 148-44 ff.).
2.1.3 Unter Berücksichtigung beider beteiligter Fachgebiete ergab sich im
interdisziplinären Konsens eine 100%ige Einschränkung in der angestammten Tätigkeit
seit dem 13. September 2011. In einer leidensadaptierten Tätigkeit sei die
Beschwerdeführerin ab Mitte Januar 2012 bis zur letzten Vorderfuss-Operation am 2.
Dezember 2013 und ab März 2014 jedoch zu 100% arbeitsfähig. Dabei seien
Tätigkeiten, die eine überdurchschnittliche emotionale Belastbarkeit voraussetzten (z.B.
bestimmte Tätigkeiten im sozialen Bereich), nicht geeignet. In körperlicher Hinsicht
seien leichte bis gelegentlich mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeiten möglich
(IV-act. 148-14 f.).
2.2
2.2.1 In psychiatrischer Hinsicht macht die Beschwerdeführerin geltend, es bestünden
gemäss Arztbericht von Dr. F._ vom 6. November 2015 nicht nur eine
Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion, sondern auch eine chronische
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Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (act. G 1 Ziff. IV/1.).
Zudem sei aufgrund der starken Schmerzen, welche sie anlässlich der orthopädischen
Begutachtung angegeben habe, ohne weiteres der Scherwegrad, welcher für eine
somatoforme Schmerzstörung vorausgesetzt werde, erreicht (act. G 1 Ziff. IV, 2.b/aa).
Ferner liege eine depressive Episode vor. Auch wenn der Kontakt zu den Kindern
wieder bestehe, sei die anhaltende depressive Episode in keiner Weise abgeklungen
(act. G 1 Ziff. IV/3.). Zudem befinde sie sich seit 2014 bei Dr. G._ regelmässig in
Behandlung, was dem Leistungsauszug der Krankenkasse zu entnehmen sei. Zudem
könne diese bestätigen, dass sie extrem unter den Beschwerden leide (act. G 1 Ziff. IV/
2.a und 2.b/cc). Die Beschwerdegegnerin hingegen führt aus, dass das psychiatrische
Teilgutachten von Dr. H._ ausführlich begründe, weshalb weder die Diagnose einer
Depression noch einer Schmerzstörung gestellt werden könne. Betreffend die
anhaltende somatoforme Schmerzstörung zeige Dr. H._ konkret auf, dass die
Diagnose nicht hergeleitet und nicht genügend begründet worden sei. Die Tatsache,
dass Schmerzen nicht ausreichend organisch erklärbar seien, reiche für die Diagnose
einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung nicht aus. Bei der von Dr. F._
diagnostizierten mittelgradigen depressiven Episode sei der psychische Befund sehr
knapp gehalten und spreche eher gegen eine solche Diagnose. Gemäss Dr. H._
würden die Kriterien einer depressiven Episode nicht vorliegen, weshalb sich am
ehesten eine Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion ergebe. In Bezug auf die
Diagnose der chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
führe Dr. H._ aus, dass er eher psychologische Faktoren und Verhaltensfaktoren bei
andernorts klassifizierten Krankheiten sehe. Der Mindestschweregrad im Sinne eines
schweren, andauernden und quälenden Schmerzes könne schon aufgrund der
mitgeteilten Tagesaktivitäten nicht vorliegen (act. G 3 Ziff. III/1.).
2.2.2 Das psychiatrische Teilgutachten setzt sich ausführlich mit allen medizinischen
Vorakten und den darin aufgeführten Diagnosen auseinander (vgl. IV-act. 148-33 f.).
Dabei zu erwähnen ist, dass sämtliche Arztberichte der Klinik D._ in der
Vorgeschichte gemäss Aktenlage aufgeführt wurden und somit in die Beurteilung
eingeflossen sind (Berichte vom 16. Juni 2014, IV-act. 72-4f.; 16. April 2015, IV-act. 84;
14. Juli 2015, IV-act. 122; 6. November 2015, IV-act. 141-9f.). Diese wurden jeweils von
Dr. F._ allein oder zusammen mit Dr. G._ unterzeichnet. Die Behandlung durch
sowie die Einschätzung von Dr. G._ hat damit bereits Eingang in das Gutachten
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gefunden. Die beantragte Einholung eines Verlaufsberichtes bei Frau Dr. G._ erübrigt
sich damit.
2.2.3 Dr. H._ gibt den erhobenen psychiatrischen Befund ausführlich wieder. So hält
er beispielsweise fest, dass die Versicherte anamnestisch eine Konzentrationsstörung
beklagt habe, welche er aber nicht feststellen könne. Sie könne dem Gespräch
aufmerksam folgen, problemlos Themenwechsel bewältigen und verliere nie den
Gesprächsfaden (IV-act. 148-28). Im Vordergrund des Beschwerdeerlebens stehe eine
Schmerzsymptomatik, welche organmedizinisch nicht ausreichend erklärbar sei. Es
bestehe eine grosse Diskrepanz zwischen den beklagten Beschwerden und den
klinischen sowie radiologischen Befunden. Es sei zu diskutieren, ob eine anhaltende
somatoforme Schmerzstörung vorliege. Diese Diagnose setze jedoch einen erheblichen
Mindestschweregrad im Sinn eines schweren, andauernden und quälenden Schmerzes
voraus. Ein Schweregrad dieser Art liege jedoch nicht vor. Dies ergebe sich allein
schon aus der Analyse der von der Versicherten mitgeteilten Tagesaktivitäten (Freundin
besuchen, Haushalt erledigen, Autofahren, Kochsendungen sehen, IV-act. 148-24).
Eine gewisse psychogene Überlagerung sei anzunehmen (IV-act. 148-30). Er führt
nachvollziehbar aus, weshalb die von Dr. F._ gestellten Diagnosen der chronischen
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Formen und die mittelgradige
depressive Episode mit somatischen Symptomen nicht vorliegen (vgl. IV-act. 148-33).
Der psychiatrische Gutachter hat sich anlässlich der Begutachtung intensiv mit diesen
Diagnosen auseinandergesetzt. Die gestellten Diagnosen und Schlussfolgerungen im
psychiatrischen Teilgutachten sind überzeugend, weshalb dessen Einschätzung des
Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin zu folgen ist. Abschliessend ist
festzuhalten, dass der mit ergänzender Replik eingereichte Arztbericht des KSSG
Schmerzzentrums grundsätzlich eine Untersuchung vom 11. April 2017 betrifft und
darin unter anderem über abgehaltene Einzeledukationen zum Thema „chronischer
Schmerz“ berichtet wird. Zudem ist dem Bericht zu entnehmen, dass die
Beschwerdeführerin nur wieder zu Dr. G._ gehe, weil sie Tabletten benötige. Die
Gespräche würden ihr nicht helfen. Weiter wird im Bericht eine psychiatrische
tagesklinische Behandlung vorgeschlagen, da die Beschwerdeführerin die Angebote
einer ambulanten Schmerztherapie nicht mehr annehmen wolle und eine stationäre
Schmerztherapie aufgrund mangelnder Motivation, ihre Einstellung den chronischen
Schmerzen gegenüber zu verändern, nicht sinnvoll sei (vgl. act. G 12.1). Dem Bericht
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vom 13. April 2017 ist folglich keinerlei Hinweis auf eine Verschlechterung des
Gesundheitszustandes seit der Begutachtung bis zum Erlass der angefochtenen
Verfügung am 10. Oktober 2016 zu entnehmen und ebenso wenig eine konkrete,
begründete Arbeitsfähigkeitsschätzung, die die Schlussfolgerungen des
psychiatrischen Gutachtens in Frage stellen würde.
2.3
Die Beschwerdeführerin beantragt eine erneute orthopädische Abklärung (act. G 1 Ziff.
IV/3.c). Weitere Ausführungen, weshalb das orthopädische Teilgutachten von Dr. K._
nicht genügen sollte, werden nicht gemacht. Es ist denn auch nicht ersichtlich,
inwiefern das orthopädische Teilgutachten den Anforderungen nicht genügen sollte. Es
umfasst die streitigen Belange (Fussprobleme, Hüftdysplasie beidseits), beruht auf der
durch Dr. K._ durchgeführten ausführlichen Exploration der Beschwerdeführerin
(Anamnese, orthopädisch-/traumatologischer Befund, MRT der LWS, Röntgen
Halswirbelsäule/Becken/Hüftgelenk links) und würdigt die medizinischen Vorakten
umfassend (vgl. IV-act. 148-37 ff.). Insgesamt ist das orthopädische Teilgutachten in
seiner Schlussfolgerung begründet und leuchtet auch in der Darlegung der
medizinischen Situation ein. Eine erneute orthopädische Begutachtung ist damit nicht
angezeigt.
2.4
Die Beschwerdeführerin macht betreffend das SMAB-Gutachten geltend, bei einer
Somatisierungsstörung sei eine Gesamtbetrachtung, einzelfallgerecht,
ressourcenorientiert und ergebnisoffen vorzunehmen. Diese habe gemäss
Rechtsprechung anhand eines Katalogs von Indikatoren zu erfolgen. Eine solche sei
jedoch unterblieben (act. G 1 Ziff. IV/4.). Wie die Beschwerdegegnerin richtig ausführt,
ist eine Indikatorenprüfung bei pathogenetisch-ätiologisch unklaren syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage nur vorzunehmen, wenn
ein der somatoformen Schmerzstörung vergleichbares psychosomatisches Leiden
vorliegt (BGE 141 V 281). Gemäss Gutachten liegt kein solches vor bzw. erreicht das
psychosomatische Leiden nicht den Schweregrad einer somatoformen
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Schmerzstörung, weshalb die Gutachter zu Recht auf eine Indikatorenprüfung
verzichtet haben.
2.5
2.5.1 Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, dass sie auch mit einem Hörgerät
noch sehr schlecht höre. Ihr sei es deshalb nicht möglich, Tätigkeiten auszuüben, die
eine normale Kommunikation oder ein "normales" Gehör voraussetzten. Eine allfällige
Restarbeitsfähigkeit könne aufgrund der bestehenden Leiden in keiner Weise
wirtschaftlich verwertet werden. Dr. I._ gehe aufgrund der Schwerhörigkeit von einer
Arbeitsfähigkeitseinschränkung von 50% aus. Mit dieser Beurteilung setze sich das
SMAB-Gutachten nicht auseinander (act. G 1 Ziff. IV/6.). Die Beschwerdeführerin führt
weiter aus, es käme nur eine Tätigkeit in einem geschützten Rahmen in Betracht,
weshalb von einer vollständigen Erwerbsunfähigkeit auszugehen sei (act. G 8 Ziff. VI/
Bemerkungen zu Ziffer 4 der Beschwerdeantwort). Dazu äussert sich die
Beschwerdegegnerin dahingehend, dass Dr. I._ im Verlaufsbericht vom 23.
Dezember 2015 der hochgradigen Innenohrschwerhörigkeit beidseits keinen Einfluss
auf die Arbeitsfähigkeit beigemessen habe. Zudem liste Dr. E._ die hochgradige
Innenohrschwerhörigkeit im Arztbericht vom 27. Januar 2016 als Diagnose ohne
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit auf (act. G 3 Ziff. III/4.).
2.5.2 Entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin führt Dr. I._ im
Arztbericht vom 23. Dezember 2015 ausdrücklich aus, dass das Hörvermögen der
Beschwerdeführerin keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe. Die
Beschwerdeführerin könne aber derzeit keiner beruflichen Tätigkeit nachgehen.
Gewisse Maschinen könne die Beschwerdeführerin auch mit der Hörgeräteversorgung
nicht mehr hören, so dass die Sicherheit am Arbeitsplatz nicht mehr gewährleistet sei
(IV-act. 138-2 f.). Dies bezieht sich jedoch auf die angestammte Tätigkeit. Dr. I._ hielt
auch andere Tätigkeiten für unzumutbar, führte jedoch nichts weiter dazu aus. Die
verschiedenen Arztberichte von Dr. I._ wurden durch das Gutachten in der
Vorgeschichte gemäss Aktenlage berücksichtigt (IV-act. 148-9 ff.). Im Weiteren wurden
bezüglich der Schwerhörigkeit weder im psychiatrischen noch im orthopädischen
Teilgutachten ausdrücklich Ausführungen gemacht. Offensichtlich war die
Kommunikation während der Begutachtung durch die Schwerhörigkeit nicht
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beeinträchtigt. Insgesamt erscheint eine Einschränkung der quantitativen
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer adaptierten Tätigkeit aufgrund der
Schwerhörigkeit nicht plausibel.
2.6
2.6.1 Die Beschwerdeführerin erachtet das Einholen eines neurologischen bzw.
neuropsychologischen Gutachtens für notwendig. Gemäss Arztbericht vom 6.
November 2015 von Dr. F._ (vgl. IV-act. 141-10) beständen eine reduzierte geistige
Flexibilität und Konzentrationsabfälle bzw. Konzentrationsstörungen. Diese
Beschwerden seien nicht abgeklärt worden (act. G 1 Ziff. IV/5.). Dazu führt die
Beschwerdegegnerin aus, es lägen ein Arztbericht vom 24. Juni 2012 sowie zwei
konsiliarische Beurteilungen von Dr. J._ vom 7. Dezember 2009 und 29. April 2013
vor. Aufgrund der Ausgangslage habe die RAD-Ärztin entschieden, dass lediglich eine
bidisziplinäre Begutachtung notwendig sei. Zudem berücksichtige der Gutachter Dr.
H._ die Arztberichte von Dr. J._ umfassend. Hätte dieser bei der Durchsicht der
Akten eine neurologische Begutachtung als notwendig erachtet, wäre eine
Rückmeldung an die Beschwerdegegnerin erfolgt (act. G 3 Ziff. III/3.).
2.6.2 Zunächst liegt es in der Kompetenz des RAD, eine Einordnung des Falles
vorzunehmen und zu bestimmen, welche Fachdisziplinen an der Begutachtung zu
beteiligen sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_656/2013 vom 11. Dezember 2013,
E.3.2 in SVR 2014 IV Nr. 16). Die vorab genannten Arztberichte wurden im Gutachten in
der Vorgeschichte gemäss Aktenlage aufgeführt. Im Gutachten fand eine
Auseinandersetzung mit den Arztberichten von Dr. F._ statt und betreffend die
Konzentrationsstörungen wurde ausgeführt, dass diese gemäss Arztbericht von Dr.
F._ vom 16. Mai 2015 (vgl. IV-act. 84) subjektiv vorliegen würden. Die Beschwerden
sind damit nicht weiter untersucht worden. Wie die Beschwerdeführerin richtig
ausführt, kann allein aufgrund der Tatsache, dass sie dem Gespräch bei der
Begutachtung folgen konnte, eine Störung der Konzentrationsfähigkeit nicht
ausgeschlossen werden. Hingegen führt die Beschwerdegegnerin richtig aus, dass es
sich bei den Konzentrationsstörungen sowohl im Arztbericht von Dr. F._ vom 16.
April 2014 als auch vom 6. November 2015 lediglich um die subjektiven Angaben der
Beschwerdeführerin handelt. Es wurde dahingehend weder eine Diagnose gestellt noch
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wurden damals weitere Abklärungen von Dr. F._ als notwendig erachtet (vgl. auch
Urteil des Bundesgerichts 9C_115/2009 vom 1. September 2009, E.4.3 zur Empfehlung
einer neuropsychologischen Untersuchung sowie der Interpretation von kognitiven
Defiziten). Aus den medizinischen Akten ergibt sich somit kein Grund für das Einholen
eines neurologischen bzw. neuropsychologischen Gutachtens.
2.7
Gesamthaft betrachtet erweist sich das bidisziplinäre Gutachten in medizinischer
Hinsicht als beweistauglich. Es bestehen keine Indizien, welche gegen die
Zuverlässigkeit des Gutachtens sprechen. Auch die RAD-Ärztin hält das Gutachten aus
versicherungsmedizinischer Sicht für beweistauglich, insbesondere in der Hinsicht,
dass sich die Gutachter mit den abweichenden Beurteilungen der behandelnden Ärzte
auseinandersetzten (vgl. IV-act. 149). Die Gutachter legten überzeugend dar, dass
weder in orthopädischer noch psychiatrischer Hinsicht eine die Arbeitsfähigkeit
einschränkende gesundheitliche Beeinträchtigung vorliegt. Damit ist mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin nicht an
gesundheitlichen Problemen leidet, die erhebliche Auswirkungen auf ihre
Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit haben. Beide Gutachter beschreiben
überdies mehrfach relevante Inkonsistenzen hinsichtlich Tagesaktivität und
angegebener vollständiger Arbeitsunfähigkeit, nicht feststellbarem Verlust von
Interesse und Freude bei angegebener ausgeprägter Antriebsstörung, grosser
Diskrepanz zwischen den geklagten Beschwerden sowie den klinischen und
radiologischen Befunden, Widerspruch zwischen angegebenem Leidensdruck und
Bereitschaft zu einer medikamentösen-analgetischen Therapie (Epikrise
psychiatrisches Gutachten: IV-act. 148-30ff., Epikrise orthopädisch-/traumatologisches
Gutachten: IV-act. 148-44ff.), deren Vorliegen in der abschliessenden RAD-
Stellungnahme vom 8. Juni 2016 bestätigt wurden (IV-act. 149). Bei dieser Sachlage
erübrigen sich weitere Abklärungen. Es liegt keine Verletzung der Abklärungspflicht vor
3.
Insgesamt ist somit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin
gesamtmedizinisch betrachtet in angestammter Tätigkeit zu 100% arbeitsunfähig und
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in einer adaptierten Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig ist. Die Beschwerdeführerin war im
Zeitpunkt der Begutachtung knapp 58 Jahre alt. Der Verwertbarkeit der attestierten
Arbeitsfähigkeit steht nichts entgegen (vgl. zum Ganzen MEYER / REICHMUTH,
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, Art. 28 N 12ff.). Hinsichtlich des
Invaliditätsgrades ist festzustellen, dass die Beschwerdeführerin als Vollerwerbstätige
gemäss Angaben des letzten Arbeitgebers aus dem Jahr 2011 und unter
Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung bis 2014 ein Valideneinkommen von Fr.
53'378.-- erzielen würde (vgl. IV-act. 7-14). Demgegenüber steht, da die
Beschwerdeführerin ihre Restarbeitsfähigkeit nicht verwertet, basierend auf dem Total
der Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik ein 2014 erzielbares
Invalideneinkommen von Fr. 53‘793.-- (Informationsstelle AHV/IV, IV, Ausgabe 2018,
Anhang 1, S. 222). Folglich besteht kein invaliditätsbedingter Minderverdienst. Auch bei
Berücksichtigung eines Tabellenlohnabzuges (von max. 25%) - womit der
Schwerhörigkeit der Beschwerdeführerin in einer adaptierten Tätigkeit zusätzlich zu
den bereits berücksichtigten Einschränkungen Rechnung getragen werden könnte -
würde kein rentenrelevanter Minderverdienst resultieren. Gemäss den im Gutachten
attestierten (IV-act. 148-20f.) sowie vom RAD (IV-act. 149-2) bestätigten
Arbeitsunfähigkeitszeiten liegt zudem auch kein befristeter Rentenanspruch vor. Da
deshalb keine Invalidität vorliegt, hat die Beschwerdegegnerin einen Rentenanspruch
zu Recht abgelehnt.
4.
4.1 Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 10. Oktober 2016 nicht
zu beanstanden und die Beschwerde abzuweisen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
als angemessen. Der unterliegenden Beschwerdeführerin sind die Gerichtskosten in
der Höhe von Fr. 600.-- aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist sie von
der Bezahlung zu befreien.
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4.3 Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der
Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art.
61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr.
12'000.--. Im vorliegenden Fall hat der Rechtsvertreter keine Honorarnote eingereicht.
Im hier zu beurteilenden Fall erscheint mit Blick auf die Anforderungen und Komplexität
der Streitsache eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (inklusive
Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen. Diese ist um einen Fünftel zu
kürzen (Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70). Somit hat der Staat den
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin pauschal mit Fr. 2'800.-- (inklusive
Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
4.4 Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur
Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).