Decision ID: d1d145b1-d791-5054-9894-e928c1a0f1e6
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
Am 24. Februar 2017 und am 19. Juni 2017 führte die Sozialversicherungsanstalt
des Kantons St. Gallen, Kantonale Ausgleichskasse, bei der A._ AG eine
Arbeitgeberkontrolle durch. Dabei ergaben sich in den kontrollierten Jahren 2012 bis
2015 jeweils erhebliche Differenzen zu den Lohndeklarationen der Arbeitgeberin der
entsprechenden Jahre, wobei die Ausgleichskasse jeweils ihrer Ansicht nach
übersetzte Spesen von Monteuren aufrechnete (act. G 3.1/8).
A.a.
Mit Schreiben vom 27. Februar 2017 erläuterte die Ausgleichskasse dazu, dass in
den Arbeitsverträgen der Monteure eine monatliche Spesenvergütung in Höhe von
Fr. 250.-- für die auswärtige Mittagsverpflegung vorgesehen sei. Zusätzlich könnten
weitere Auslagen mittels Quittung geltend gemacht werden. Für die Geschäftstätigkeit
stehe zudem in der Regel ein Montagefahrzeug zur Verfügung. Die Ausgleichskasse sei
der Ansicht, dass damit sämtliche Unkosten abgegolten seien. Demgegenüber sei die
durch das Spesenreglement der A._ AG von 2012 (zusätzlich) festgelegte
Spesenpauschale von monatlich Fr. 758.35 bzw. jährlich Fr. 9'100.-- nicht zulässig, da
die Unkosten gemäss Wegleitung über den massgebenden Lohn (WML) grundsätzlich
in tatsächlicher Höhe zu berücksichtigen seien. Folglich sei diese zusätzliche
Spesenpauschale vollumfänglich als ahv-pflichtiger Lohnbestandteil anzusehen (act.
G 3.1/3).
A.b.
Mit Stellungnahme vom 21. März 2017 liess die A._ AG geltend machen, das
Spesenreglement von 2012 sei vom Kantonalen Steueramt geprüft und akzeptiert
A.c.
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worden. Es gehe nicht an, dieses nun bei den Sozialversicherungsabgaben nicht
anzuerkennen. Der monatliche Betrag von Fr. 758.35 führe - unter Zugrundelegung von
durchschnittlich 21,7 Arbeitstagen pro Monat - zu einer Spesenpauschale von rund
Fr. 35.-- pro Tag für alle auswärtigen Essen und die im Spesenreglement zusätzlich
genannten Positionen. Anzumerken sei, dass die Monteure nicht nur täglich das
Mittagessen, sondern je nach Arbeitsbelastung oftmals auch das Morgen- und/oder
Abendessen auswärts einnehmen müssten. Der A._ AG sei jedoch insofern ein
Lapsus unterlaufen, als in den Arbeitsverträgen die darin enthaltene Mittagsverpflegung
(monatlich Fr. 250.--) nicht geändert worden sei. Die Arbeitgeberin sei bereit, sich
diesen monatlichen Betrag von Fr. 250.-- bei den massgebenden Lohnsummen
aufrechnen zu lassen (act. G 3.1/4).
Am 19. Juni 2017 teilte die Ausgleichskasse der A._ AG mit, dass sie an ihrer
Ansicht festhalte, weil die Spesenregelungen der Montagemitarbeitenden offensichtlich
übersetzt seien. Gleichzeitig stellte sie ihr die Differenzblätter für die Jahre 2012 bis
2015 zu. Daraus ergaben sich aufzurechnende Lohnsummen von Fr. 57'832.-- (2012),
Fr. 183'922.-- (2013), Fr. 174'061.-- (2014) und Fr. 175'188.-- (2015 [act. G 3.1/7]). Am
29. Juni 2017 erliess die Ausgleichskasse die Nachzahlungs- sowie die
Verzugszinsverfügungen für die Jahre 2013 bis 2015, am 17. Juli 2017 jene für das Jahr
2012 (die der Arbeitgeberin jedoch erst am 7. bzw. 25. Juli 2017 zugestellt wurden [act.
G 3.1/9 kläg. act. 3 - 4, 6 - 8, 10 - 11, 13 - 16]). Gesamthaft stellte sie einen Betrag von
Fr. 94'629.65 in Rechnung (act. G 3.1/9, kläg. act. 2 und 9).
A.d.
Mit Einsprache vom 4. August 2017 liess die A._ AG ausführen, dass die
fraglichen Monteure bis Mitte 2012 zusätzlich zum Lohn noch monatliche Spesen von
Fr. 250.-- für auswärtige Mittagessen sowie weitere Spesen gegen Vorlage der Belege
erhalten hätten. Auf Empfehlung des zuständigen Steuerkommissärs habe die
Gesellschaft dann neue Spesenreglemente eingeführt, beinhaltend ein allgemeines
Spesenreglement sowie drei Zusatzreglemente für diverse Arbeitnehmerkategorien,
u.a. das hier interessierende Zusatzreglement für Aussendienstmitarbeitende. Gemäss
diesem von der Steuerbehörde genehmigten Reglement betrügen die Pauschalspesen
für Aussendienstmitarbeitende mit mindestens 80 % Aussendiensttätigkeit jährlich
Fr. 9'100.-- oder monatlich Fr. 758.35. Für Mitarbeitende mit weniger als 80 %
Aussendiensttätigkeit erfolge eine entsprechende Abstufung. Die Einsprecherin habe
A.e.
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B.
aber vergessen, die geltende Spesenregelung von Fr. 250.-- plus Spesen gemäss
Belegen in den Arbeitsverträgen formell zu ändern und durch die genehmigte
Pauschalspesenregelung zu ersetzen, weshalb sie bereit sei, diesen Betrag aufrechnen
zu lassen. Die Einsprachegegnerin habe es unterlassen zu begründen, weshalb diese
durch das kantonale Steueramt genehmigte Spesenregelung im Rahmen des AHV-
Rechts nicht zulässig oder offensichtlich übersetzt sein solle. Sie halte einzig fest, dass
die Arbeitsverträge immer noch die (frühere) Spesenregelung von Fr. 250.-- enthielten.
Nachdem das fragliche Reglement auf Grund der Mustervorlagen der Schweizerischen
Steuerkonferenz erstellt und den steuerlichen Vorgaben entspreche, bestehe die
Vermutung, dass die Regelung auch ahv-rechtlich zulässig und nicht offensichtlich
übersetzt sei. Schliesslich widersprächen die angefochtenen Verfügungen dem
Vertrauensprinzip. Die Einsprecherin habe sich darauf verlassen dürfen, dass die
steueramtlich genehmigte Regelung auch ahv-rechtlich anerkannt werde, weil dies
gemäss Wegleitung (WML, Ziff. 3012) dem Normalfall entspreche und weil die
Spesenregelung der Einsprachegegnerin auf Grund der Lohndeklarationen bekannt
sein musste (act. G 3.1/9). Mit Einspracheergänzung vom 14. November 2017 führte
die Einsprecherin sodann aus, dass die Monteure bis 31. Mai 2009 nach einem
Punktelohnsystem entlöhnt worden seien. Dabei sei vom Bruttolohn 30 % (ab 2008
oder 2009 noch 25 %) Spesenentschädigung abgezogen worden, was sowohl
steuerlich als auch ahv-rechtlich anerkannt worden sei. Per 1. Juni 2009 sei auf
Empfehlung der Paritätischen Kommission auf ein Fixlohnsystem umgestellt worden, in
welchem Zusammenhang auch die Spesenregelung dahingehend geändert worden sei,
dass monatlich Fr. 250.-- für auswärtige Verpflegung sowie weitere Spesen gegen
Vorlage von Belegen ausgerichtet worden seien (act. G 9.1).
Mit Entscheid vom 29. Januar 2018 wies die Sozialversicherungsanstalt die
Einsprache ab (act. G 3.1/11).
A.f.
Mit Beschwerde vom 27. Februar 2018 beantragt die A._ AG die Aufhebung
dieses Einspracheentscheids sowie der diesem zu Grunde liegenden Nachzahlungs-
und Verzugszinsverfügungen. Unter Rückweisung der Streitsache sei die
Beschwerdegegnerin anzuweisen, für die Jahre 2012 bis 2015 betreffend die hier in
B.a.
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Erwägungen
1.
Vom Einkommen aus unselbstständiger Erwerbstätigkeit (massgebender Lohn) werden
nach Art. 5 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung (abgekürzt: AHVG [SR 831.10]) Beiträge erhoben. Als
massgebender Lohn gilt jedes Entgelt für in unselbstständiger Stellung auf bestimmte
oder unbestimmte Zeit geleistete Arbeit. Der massgebende Lohn umfasst auch
Teuerungs- und andere Lohnzulagen, Provisionen, Gratifikationen, Naturalleistungen,
Ferien- und Feiertagsentschädigungen und ähnliche Bezüge, ferner Trinkgelder, soweit
diese einen wesentlichen Bestandteil des Arbeitsentgeltes darstellen (Art. 5 Abs. 2
AHVG). Nicht zum massgebenden Lohn gehören die Unkostenentschädigungen (Art. 9
Abs. 1 der Verordnung über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (abgekürzt:
AHVV [SR 831.101]). Die Anerkennung von Unkosten durch die Steuerbehörden ist für
die Ausgleichskassen nicht verbindlich. Haben die Steuerbehörden aber ein
Spesenreglement genehmigt, sollen die Ausgleichskassen diesen Entscheid
übernehmen, sofern dies im Rahmen des AHV-Rechts zulässig ist und die genehmigten
Spesen nicht offensichtlich übersetzt sind (Wegleitung des Bundesamtes für
Sozialversicherung über den massgebenden Lohn in der AHV, IV und EO [WML] Ziff.
3011 f.)
2.
Frage stehenden Monteure einen monatlichen Betrag von Fr. 250.-- als ahv-pflichtigen
Lohn aufzurechnen und entsprechende Nachzahlungs- und Verzugszinsverfügungen zu
erlassen. Die Begründung entspricht weitgehend jener in der Einsprache (act. G 1).
Mit Beschwerdeantwort vom 3. April 2018 beantragt die Verwaltung Abweisung
der Beschwerde und verweist zur Begründung auf die Erwägungen im
Einspracheentscheid (act. G 3). Ein weiterer Schriftenwechsel fand nicht statt.
B.b.
Auf Nachfrage des Gerichts reichte die Beschwerdegegnerin am 15. April 2019
diverse, ihr vorliegende, in den bis dahin eingereichten act. G 3.1/1 - 11 noch fehlende
Unterlagen ein (vgl. act. G 8 und G 9.1 - 4).
B.c.
Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie habe ihren Monteuren ab 2012 Spesen
im Umfang von Fr. 9'100.-- pro Jahr bzw. Fr. 758.35 pro Monat ausgerichtet (bei
2.1.
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mindestens 80 % Aussendiensttätigkeit). Wie aus der beispielhaft eingereichten
Lohnabrechnung für den August 2015 (B._) sowie aus den Jahreslohnkonten der
Monteure B._ und C._ ersichtlich, wurden diese geltend gemachten monatlichen
Spesen von Fr. 758.35 jedoch gar nicht zusätzlich zum Monatslohn ausbezahlt.
Vielmehr wurde dieser Betrag durch eine "Korr[ektur] Versicherungsleistung" in gleicher
Höhe sogleich wieder ausgebucht. Effektiv entschädigt wurden lediglich Spesen in
Höhe von monatlich Fr. 280.-- (Fr. 250.--, zusätzlich Fr. 30.-- für Mobiltelefon; teilweise
auch noch separate Autokosten [vgl. act. G 3.1/4 Beilage 3 und Jahreslohnkonti für
B._ und C._ [act. G 9.3 und G 3.1/3]]). Wie aus der beispielhaft eingereichten (von
der Beschwerdeführerin mithin als repräsentativ für sämtliche Mitarbeiter angesehenen)
Lohnabrechnung von B._ für den August 2015 ersichtlich, resultiert der auf dessen
Lohnkonto ausbezahlte Betrag (Nettolohn + Spesen) von Fr. 5'185.45 aus dem
aufgeführten Bruttolohn von Fr. 5'757.-- zuzüglich Spesen von Fr. 280.-- abzüglich der
auf einem Bruttolohn von lediglich Fr. 4'998.65 (= Bruttolohn Fr. 5'757.-- abzüglich Fr.
758.35) berechneten Sozialabgaben in Höhe von insgesamt Fr. 831.55 sowie des
Beitrags an die Paritätische Landeskommission im Metallgewerbe von Fr. 20.-- (act.
G 3.1/4 Beilage 3). Dies stimmt sodann mit der aus den eingereichten Arbeitsverträgen
der Monteure 2012 bis 2015 durchgehend ersichtlichen arbeitsvertraglichen Regelung
überein, wonach bei sämtlichen Arbeitnehmern eine monatliche pauschale
Spesenvergütung (insbesondere für die auswärtige Mittagsverpflegung) von Fr. 250.--
(x12) festgelegt wird. Bis 2014 erhielten die Monteure zudem eine Benzinkarte der
Arbeitgeberin für geschäftliche Fahrten. Darüber hinaus wurde den meisten
Arbeitnehmern ein Mobiltelefon für den Geschäftsgebrauch zur Verfügung gestellt (vgl.
den beiliegenden Arbeitsvertrag vom 23./30. Oktober 2015 mit C._, Ziff. 5.4 f. [act.
G 3.1/6]; vgl. auch Originalakten der Beschwerdegegnerin [Ordner Arbeitsverträge]). Mit
der vertraglichen Ausgestaltung als Pauschalentschädigung und der Formulierung,
dass diese insbesondere, aber eben nicht ausschliesslich, die auswärtigen Mittagessen
abdecke, dürften auch allfällige weitere (Klein-)Auslagen wie Parkgebühren oder
Zwischenverpflegung etc. abgegolten sein. Jedenfalls ist in den
(Standard-)Arbeitsverträgen sämtlicher Mitarbeiter (auch in den vor Mitte 2012
abgeschlossenen) weder die Rede davon, dass weitere Spesen - auch nicht gegen
Beleg - entschädigungsfähig wären, noch ist in den ab 2012 abgeschlossenen
Verträgen die Rede von einer monatlichen Spesenpauschale von Fr. 758.35, was auch
die Beschwerdeführerin eingesteht (Beschwerde S. 7). Der vor Einführung des
Fixlohnsystems im Juni 2009 gültige Spesenansatz von 30 %/25 % des Bruttolohnes
(genau genommen des missverständlicherweise als "Bruttolohn" bezeichneten Betrags)
kann sodann nicht mit der heutigen Regelung verglichen werden, mussten die
Monteure damals noch weitere Kosten, wie etwa die Treibstoffkosten für die
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Geschäftsfahrzeuge und sogar Ausbildungskosten für neue Monteure, übernehmen
(act. G 9.1 [kläg. act. E28]). Ob die Steuerbehörden diese Praxis ohne Weiteres
akzeptierten, erscheint zudem fraglich, wies doch das Kantonale Steueramt St. Gallen
in seinem Schreiben vom 14. Oktober 2008 darauf hin, dass die Qualifikation als Lohn
oder Spesen nicht zwischen Arbeitgeberin und Mitarbeiter, sondern im
Steuerveranlagungsverfahren des Mitarbeiters erfolge (act. G 9.1 [kläg. act. E26]).
Entgegen der Behauptung in der Beschwerde (unter Berufung auf das Jahreslohnkonto
2009 von D._) trifft sodann nachweislich nicht zu, dass nach Einführung des
Fixlohnsystems im Juni 2009 bis zur Einführung der heutigen Regelung monatliche
Spesen von Fr. 700.-- oder mehr ausbezahlt wurden. Vielmehr wurden für den
genannten Monteur von Juni bis Dezember 2009 Fr. 1'750.-- (allgemeine) Fixspesen
vergütet (= 7 x Fr. 250.-- [act. G 9.1 [= kläg. act. E29]]). Ohne dass es darauf überhaupt
ankäme, kann sich die Beschwerdeführerin somit nicht auf eine langjährige Usanz der
umstrittenen Regelung berufen.
Das (angeblich) ab 2012 geltende Spesenreglement vom 4. Juli 2012
(Genehmigung durch das Kantonale Steueramt) mit den vorliegend umstrittenen
höheren Spesenbeträgen gelangte damit - zumindest in den hier umstrittenen Jahren
2012 bis 2015 und zumindest für die Monteure - in der Praxis gar nicht zur
Anwendung, d.h. letztere haben die darin festgelegten höheren
Spesenentschädigungen nie erhalten. Im Gegenteil ist aus den
Jahreslohnkontoübersichten von B._ ersichtlich, dass die "AHV-Basis" im Jahr 2012
noch Fr. 71'590.-- betragen hatte, während jene im Jahr 2013 lediglich noch Fr.
64'700.80 betrug, wobei der deklarierte Jahreslohn in beiden Jahren Fr. 68'124.--
ausmachte (vgl. act. G 9.3, S. 31 und 33). Das Spesenreglement diente als Grund, die
Berechnungsbasis für die Sozialversicherungsbeiträge - und damit hochgerechnet auf
die ganze Belegschaft die Lohnsumme - entsprechend zu reduzieren. Dies ist jedenfalls
- auch im Sinn von Ziff. 3012 WML - als ahv-rechtlich unzulässig zu betrachten. Unter
diesen Umständen kann der Genehmigung des Reglements durch die Steuerbehörde
keine Bindungswirkung zukommen. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin
kann nun nicht einfach nachträglich ein Betrag von Fr. 250.-- pro Monat bei der
Beitragsberechnung aufgerechnet werden, ohne dass sich am tatsächlichen
Sachverhalt, nämlich am Auszahlungsbetrag, den die Monteure erhalten haben, etwas
ändert. Nachdem die gemäss Spesenreglement vorgesehenen höheren Beträge wie
gesagt nie zur Auszahlung gelangt sind, erübrigt sich auch jede Diskussion darüber,
was damit alles hätte abgegolten werden sollen. Diese Diskussion müsste nur geführt
werden, wenn die Beschwerdeführerin den betroffenen Mitarbeitern die Differenz
zwischen der Spesenpauschale von monatlich Fr. 758.35 und den bereits
2.2.
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ausgerichteten Spesen nachzahlen würde. Bei der flächendeckenden Auszahlung
lediglich des kleineren - und von der Beschwerdegegnerin anerkanntermassen nicht zu
verabgabenden - Spesenbetrags von monatlich Fr. 250.-- (teilweise zuzüglich einer
Entschädigung für konkrete Telefon- oder Autokosten) und dem sowohl in der
beispielhaften Lohnabrechnung von B._ als auch in den Lohnkonten der Mitarbeiter
jeweils explizit vorgenommenen Storno des Betrags von Fr. 758.35 erscheint
schliesslich die von der Beschwerdeführerin geltend gemachte "Lapsus-Theorie" nicht
plausibel. Im Übrigen würde dies - bei den unbestrittenermassen bzw. offensichtlich
den Auszahlungsbeträgen (Nettolohn zuzügl. Spesen) zu Grunde liegenden
Bruttolöhnen - am Resultat ohnehin nichts ändern.
Im Weiteren kann sich die Beschwerdeführerin nicht auf einen
Vertrauenstatbestand berufen, konnte doch die Beschwerdegegnerin vor der
Arbeitgeberkontrolle vom 19. Juni 2017 keine Kenntnis von der neuen Spesenregelung
haben. Die letzte Arbeitgeberkontrolle fand am 7. Mai 2012 statt, mithin kurz vor
Einführung des neuen Reglements und nur für die hier nicht massgebenden Jahre 2008
bis 2011 (act. G 3.1/8). Selbst die Beschwerdeführerin macht nicht geltend, das neue
Spesenreglement der Beschwerdegegnerin zur Kenntnis gebracht zu haben,
geschweige denn von dieser eine dahingehende Auskunft erhalten zu haben, dass das
Reglement auch ahv-rechtlich zulässig sei. Nachdem die Beschwerdeführerin das zwar
steueramtlich genehmigte Spesenreglement nicht angewendet und den betroffenen
Monteuren die darin festgelegten Spesenpauschalen nicht ausgerichtet hatte, konnte
sie nicht in guten Treuen davon ausgehen, das neue Spesenreglement werde
automatisch auch ahv-rechtlich anerkannt. Es ist sodann nicht Sache der AHV-
Behörde, die Jahresabrechnungen der Arbeitgebenden von Vornherein in Frage zu
stellen und von sich aus Nachfragen zu tätigen, wenn die deklarierte AHV-Lohnsumme
im Vergleich zum Vorjahr geringer ausfällt. Jedenfalls muss einer Arbeitgeberin in der
Rechtsform einer Aktiengesellschaft ohne Weiteres klar sein, dass keine fiktiven
Spesen vom Bruttolohn abgezogen werden können.
2.3.
Der Betrag von Fr. 9'100.-- pro Jahr und Monteur (bzw. entsprechend weniger bei
einem geringeren Aussendienstanteil oder nicht ganzjähriger Beschäftigung) ist
demzufolge vollumfänglich aufzurechnen. In Bezug auf die Berechnung der
nachträglich zu verabgabenden Lohnsummen 2012 bis 2015 werden keine Einwände
vorgebracht und sind bei summarischer Prüfung auch keine ersichtlich, namentlich
wurde bei keinem Mitarbeiter mehr als Fr. 9'100.-- pro Jahr aufgerechnet (act. G 3.1/7).
Nachdem - wie bereits ausgeführt (vorstehende Erwägung 2.1) - gemäss
Arbeitsverträgen kein Anspruch auf weitere von der Arbeitgeberin zu entschädigenden
2.4.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 9/9
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3.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a ATSG).