Decision ID: 970d19ff-3725-4db5-a1b4-e1148b492b46
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1968
,
war seit dem
1.
Oktober 2015 bei der
Y._
AG
, Zürich,
als
Unterlagbodenleger
angestellt, als er
sich
am 3
0.
Juni 2016
bei der Arbeit im Zusammenhang mit einem
Pumpschlauch
an der linken Schulter verletzte (Schadenmeldung UVG vom
5.
Juli 2016,
Urk.
6/18/5)
.
Die bildgebenden Abklärungen der linken Schulter vom 1
0.
August 2016 ergaben eine partielle Ruptur in den vorwiegend gelenk
s
nah liegenden Fasern des
Musculus
subscapularis
in den kranialen Abschnitten sowie eine konsekutive Atrophie der kranialen Hälfte des
Musculus
supraspinatus
nach
Goutallier
Grad I-II und eine diskrete PASTA-Läsion der
Supraspinatussehne
nebst einer diskreten Bursitis der Bursa
subacromialis
und
subdeltoidea
. Weiter zeigte sich eine leicht
gradige
Acromio-Clavicular
(
AC
)
-Arthrose
(
Urk.
6/18/33).
Am 2
0.
Oktober 2016 wurde am Zentrum
Z._
eine Schultergelenksarthroskopie links mit
Subscap
ularissehnen
-Mobilisation und -
Refixation
sowie einer Tenotomie der
Bizepssehne
durchgeführt (
Urk.
6/18/99
). Die Suva
als obligato
rischer Unfallver
sicherer
anerkannte
ihre gesetzliche
Leistungspflicht
.
Gestützt auf den kreisärztlichen Untersuchungsbericht von
Dr.
med.
A._
,
Fachärztin für
Chirurgie
, vom
2.
August 2017 (
Urk.
6/18/186-191)
sprach die Suva dem
Versicherten
mit Verfügung vom
30
.
April 2018 (Urk. 6
/
43/3-6
) basierend auf einer Erwerbsunfähigkeit von 20 % monatliche
Rentenleistungen ab 1. März 2018
zu. Hieran hielt sie mit
Einspracheentscheid
vom
4
.
April 2019
fest
(
Urk.
6/59/2-10
)
. Die dagegen erhobene Beschwerde wies das hiesige
Gericht
im Verfahren UV.
2019
.00
114
mit Urteil vom
4
.
November
20
20
(
Urk.
8
)
ab.
1.2
Zwischenzeitlich
hatte
sich der Versicherte am 1
4
.
Dezember 2017
auch bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an
gemeldet
(Urk. 6
/
15
).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizi
nische und erwerbliche Situation ab und zog die Akten der
Suva
bei (
Urk.
6/16,
Urk. 6
/18
,
Urk.
6/28,
Urk.
6/43
,
Urk.
6/52,
Urk.
6/57
-59
).
Am 2
5
.
Mai 2018 (Urk. 6/51
) teilte die IV-Stelle
dem Versicherten
mit, dass keine
Eingliederungs
massnahmen
m
öglich seien
.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/62;
Urk.
6/65,
Urk.
6/68) verneinte die IV-Stelle
mit Verfügung vom 2
4.
Juli 2019
einen Anspruch auf eine Invalidenrente (
Urk.
6/70 =
Urk.
2).
2
.
Der Versicherte erhob am 9
.
September
2019 Beschwerde gegen die Verfügung vom
2
4.
Juli
2019 (Urk. 2) und beantragte,
diese sei aufzuheben und es sei ein neues Gutachten einzuholen und ihm
sei
mindestens eine
Viertelsrente
zuzuspre
chen. Eventuell sei die Verfügung aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen und diese zu verpflichten, ein ne
ues Gutachten einzuholen
(Urk. 1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
15
.
Oktobe
r 2019 (Urk. 5) die Abweisun
g der Beschwerde. Dies wurde dem
Beschwerdeführer am
24
.
Okto
ber
2019 zur Kenntnis gebracht (Urk. 7).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähig
keit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
des Bundesgesetzes
über die Invalidenversicherung; IVG
).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommens
vergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
1.4
Aufgrund der Einheitlichkeit des Invaliditätsbegriffs (Art. 8 ATSG) in der Invali
den- und Unfallversicherung hat die Schätzung der Invalidität mit Bezug auf den gleichen Gesundheitsschaden in beiden Bereichen prinzipiell denselben Invalidi
tätsgrad zu ergeben, soweit nicht die unterschiedliche gesetzliche Regelung oder Rechtspraxis in den einzelnen Versicherungszweigen zu einer abweichenden Invaliditätsbemessung führen. Bereits abgeschlossene Invaliditäts
festlegungen sind
mitzuberücksichtigen
. Es besteht jedoch keine Bindungs
wirkung der Invali
ditätsschätzung des einen Versicherers für den jeweils anderen Sozialversiche
rungszweig (Urteil des Bundesgerichts 8C_543/2011 vom 25. August 2011 E. 3 mit Hinweisen auf
BGE 133 V 549
E. 6,
119 V 468
E. 2b).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Nach der Recht
sprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvoll
ziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen
ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungs
verhält
nis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versicherungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Fest
stellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre Verfügung (
Urk.
2) damit, dass nach Anmeldung des
Beschwerdeführers
zum Leistungsbezug am 1
8.
Dezember 2017
der Anspruch auf Umschulung geprüft worden sei. Aufgrund fehlender Ressour
cen sei eine Umschulung nicht zielführend gewesen. Der Beschwerde
führer sei seit Beginn der einjährigen Wartezeit am 3
0.
Juni 2016 in seiner bisherigen Tätigkeit als Bodenleger zu 100
%
eingeschränkt. Spätestens seit Ende Januar 2017 sei ihm jedoch eine behinderungsangepasste, leichte bis mittel
schwere, manuelle Tätigkeit ganztags möglich. Der vorgenommene Einkommens
vergleich ergebe einen rentenanspruchsausschliessenden Invalidi
täts
grad von 24
%.
Da reine Unfallfolgen vorlägen
,
könne auf das Ergebnis der kreisärztlichen Unter
suchung vom
2.
August 2017 abgestützt werden
(S. 1 f.).
2.2
Dagegen machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde (
Urk.
1) geltend,
dass gemäss den eigenen Angaben der Suva, auf welche die V
orinstanz ihren Entscheid stütz
e, der letzte Jahresverdienst
Fr.
102'955.-- betrage. Den für die Bemessung der Rente massgebenden
Validenlohn
habe die Suva in wider
sprüch
licher Weise und in Verletzung der klaren gesetzlichen Grundlagen aufgrund der drei vollen Jahreseinkommen der Jahre 2013 bis 2015 gemäss
Auszug aus dem individuellen Konto (
IK-Auszug
)
berechnet. Zudem habe sie in Verletzung des Willkürverbots Bezug auf die Mitteilung der
Y._
AG genomme
n, wonach
infolge mangelnde
r
Leistungen heute ein deutlich tieferer Lohn ausbezahlt werden würde. In der Schadenmeldung vo
m
5.
Juli 2016 habe jedoch auch
die Arbeitgeberin einen Monatslohn von
Fr.
7'600
.--
x 13 bestätigt, von welchem bei der Bemessung auszugehen sei. Eine nachträgliche wider
sprüchliche Äusserung über eine angeblich beabsichtigte Lohnsenkung könne nicht berücksichtigt wer
den, da sich diese während der Erwerbstätigkeit nicht verwirklicht habe. Ihm sei zu keinem Zeitpunkt eine Lohnsenkung angekündigt worden. Auch sei er nicht
für mangelnde Leistungen verwarnt worden. Eine solche Lohnsenkung habe sich zu keinem Zeitpunkt realisi
ert. E
s sei von dem tatsächlich erzielten
Validen
lohn
von
Fr.
102'955.-- auszugehen (S. 7
Ziff.
3.3).
Zudem sei es angesichts seiner gesundheitlichen Einschränkungen nicht realistisch, dass er
ein Invalidenein
kommen in der Höhe von
rund
Fr.
67'070.-- erzielen könnte
.
Es sei angebracht, dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) eine gesundheitliche Abklärung in Auftrag zu geben.
Der
von der Vorinstanz festgestellt
e Invaliditätsgrad von 24
%
sei unbegründet und aktenwidrig
(S. 8
Ziff.
3.4)
.
Zudem sei im Suva-Entscheid
der
gemeldete Hörverlust
vollständig unberücksichtigt geblieben. Aufgrund der Dia
gnosestell
ungen durch den behandelnden Facharzt werde bestritten, dass ihm trotz den verbleibenden Unfallfolgen noch jede leichte bis mittelschwere Tätigkeit im von der Suva umschriebenen Sinn zugemutet werden könne (S. 8
Ziff.
3.5).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invali
denrente.
3.
3.1
Im Urteil des hiesigen Sozialv
ersicherungsgerichts Nr. UV.2019
.00
114
vom
4
.
November
20
20
erkannte das Gericht
F
olgendes (
Urk.
8
E. 5.2
-3
):
Auf die Ausführungen von
Dr.
A._
in ihrem kreisärztlichen Untersuchungs
bericht vom
2.
August
2017
kann abgestellt werden. So berücksichtigte Dr.
A._
die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden und setzte sich mit diesen umfassend auseinander. Der Untersuchungsbericht wurde sodann in Kenntnis der wesentlichen
Vorakten
abgegeben, leuchtet in der Darlegung der medizinischen Situation ein, und die Schlussfolgerung ist in nachvollziehbarer Weise begründet. Er erfüllt daher die Anforderungen an eine beweiskräftige Expertise.
Soweit der Beschwerdeführer gegen die Beurteilung von
Dr.
A._
einzig vor
bringt, dass das Zumutbarkeitsprofil vielmehr
gemäss
dem Bericht des Zentrums
Z._
vom
3
0.
Mai 2017
festzulegen sei, nach welchem nur eine halbtätige Anstellung mit leicht reduziertem Einsatz möglich sei, blendet er aus, dass es sich hierbei um Ausführungen zu seiner schweren körperlichen Tätigkeit als Bodenleger gehandelt hat.
Die zwar reduzierte, jedoch noch mögliche Einsatz
fähigkeit des Beschwerdeführers in einer körperlich schweren Tätigkeit spricht vorliegend umso mehr dafür, dass ihm eine behinderungsangepasste leichte bis mittelschwere Tätigkeit im von
Dr.
A._
genannten Umfang zumutbar wäre.
Die von
Dr.
A._
festgestellten, lediglich noch
endgradigen
Bewegungsein
schränkungen gehen einher mit den Ausführungen in den Berichten des Zentrums
Z._
vom
4.
und 3
0.
Mai 2017, ebenso das von ihr festgehaltene gute postoperative Ergebnis.
Im Weiteren wurde das vom Beschwerdeführer verschiedentlich beklagte senso
motorische Ausfallsyndrom des linken Armes respektive die geltend gemachten Sensibilitätsstörungen hinreichen
d
abgeklärt. Insbeso
ndere konnte die von
Dr.
B._
gestellte Verdachtsdiagnose einer
Armplexopathie
nach durchgeführ
ter Bildgebung der HWS und des Armplexus nicht bestätigt werden, indem sich gänzlich normale Befunde zeigten. Auch die von
Dr.
B._
am 5.
September 2016 durchgeführte elektrophysiologische Untersuchung blieb ohne Ergebnisse. Abgesehen von einem leichten beidseitigen Karpaltunnelsyndrom blieben auch die von der Neurologin
Dr.
C._
am
2.
März 2017 durchgeführten neuro
logischen Untersuchungen ohne ein die angegebenen Beschwerden erklärendes Korrelat. Ausdrücklich verneinte
Dr.
C._
in ihrem Bericht vom
9.
Mai 2017 jedoch einen Zusammenhang des Karpal
tunnelsyndroms mit dem stattge
habten Trauma oder der Schulter
operation.
Zusammenfassend kann auf die Beurteilung von Dr.
A._
vom
2.
August 2017 abgestellt werden, zumal
keine auch nur geringe
Zweifel
an der
versicherungs
intern
en Beurteilung bestehen.
Nach dem Gesagten ist der medizinische Sachverhalt als dahingehend erstellt zu erachten, dass der Endzustand mit überwiegender Wahrscheinlichkeit im August 2017 erreicht war. Unfallbedingt ist der Beschwerdeführer in seiner ange
stammten Tätigkeit als Bodenleger aufgrund der Einschränkungen an der linken Schulter nur noch eingeschränkt arbeitsfähig. Gestützt auf die beweiskräftige kreisärztliche Beurteilung vom 2. August 2017 ist indessen davon auszugehen, dass er in einer angepassten Tätigkeit in Beachtung des von Dr.
A._
festge
legten Zumutbarkeitsprofils vollschichtig einsatzfähig ist.
3.2
Nach der kreisärztlichen
Beurteilung
durch
Dr.
A._
vom
2.
August 2017 (Urk.
6/18/186-191) datierend, finden sich die folgenden medizinischen Berichte in den Akten:
3.3
D
ie Ärzte des
Zentrum
s
Z._
stellten in ihrem Bericht vom
13.
Februar 2018 (
Urk.
6/24/7-9)
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
-
Rotatorenmanschettenruptur
links
-
Carpaltunnelsyndrom (
CTS
)
links
Die Ärzte führten aus, dass der Beschwerdeführer vom 1
3.
September 2016 bis 3
0.
Mai 2017 bei ihnen in Behandlung gewesen sei. Die letzte Kontrolle sei am 3
0.
Mai 2017 erfolgt (
Ziff.
1.2).
In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Bodenleger habe vom 2
0.
Oktober 2016 bis 3
0.
Mai 2017
eine 100%ige A
rbeitsunfähigkeit bestanden. Ab
dem
1.
Juni 2017 sei dem Patienten eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
attestiert worden im Sinne e
iner halbtägigen Tätigkeit als B
odenleger mit reduziertem Einsatz
(Ziff.
1.7)
.
Die Behandlung sei abgeschlossen. Postoper
ativ habe sich ein CTS
(unfallfre
md) eingestellt. Beim Behandlungsabschluss sei noch eine leichte Bewe
gungseinschränkung der linken Schulter, vor allem ein
Impingement
bei Abduk
tion
,
festgestellt worden (
Ziff.
1.4).
3.4
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, stellte in seinem Bericht vom
2
1.
Februar 2018 (
Urk.
6/25/1-7)
folgende Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
2.5):
-
Subscapul
aristeilruptur
, -
synovitis
-
Status nach Schulterarthroskopie links am 2
0.
Oktober 2016 mit
Sub
scapularissehnenmobilisation
und
Refixation
, Tenotomie der
Biceps
sehne
Dr.
D._
führte aus, dass der Beschwerdeführer seit dem
3.
Juli 2015 bei ihm in Behandlung sei, und die letzte Kontrolle am 1
9.
Februar 2018 erfolgt sei (Ziff.
1.1). In der bisherigen Tätigkeit als Unterbodenleger bestehe seit dem
1.
Juli 2016 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (
Ziff.
1.3).
Eine schwere manuelle Tätigkeit sei mit grösster Wahrscheinlichkeit nicht mehr möglich. Er verweise auf den kreisärztlichen Untersuchungsbericht vom
2.
August 2017 in der Beilage. In einer angepassten Tätigkeit mit leichten
bis mittelschweren manuellen Tätigkeit
en
mit nur manchmal Überkopftätigkeit, maximalem Krafteinsatz von 5 bis 10 kg, ohne kraftvolle Zugstoss
-
und
Drehbewegungen mit links, ohne Schläge, Vibrationen, Hämmern, Spitzen und Bohren mit links, sei der Beschwerdeführer ganztags arbeitsfähig (
Ziff.
2.7,
Ziff.
4.2).
Dr.
D._
führte aus, dass dem Beschwerde
führer die angestammte Tätigkeit nicht mehr möglich und er stellenlos sei (
Ziff.
3.2).
3
.
5
Dr.
med.
E._
,
Fachärztin für
Oto
-
Rhino
-Laryngologie, nannte in ihrem Bericht vom
9.
Juli 2018
(
Urk.
6/57/65-66)
als Diagnose eine hochton
betonte
sensorineurale
pantonale Schwerhörigkeit beidseits (S. 1 unten).
Dr.
E._
führte aus, dass sie den Patienten erstmalig am
9.
Dezember 2011 in ihrer Sprechstunde gesehen habe, wegen einer seit zwei Jahren bestehenden, progredienten Hörminderung. Er sei nun am
5.
Januar 2018 für eine Nach
kontrolle bei ihr erschienen und habe über eine Zunahme seiner Hörstörung
berichtet. Audiometrisch finde sich auf beiden Seiten eine pantonale hochton
betonte
sensorineurale
Schwerhörigkeit. Die Hörstörung messe links 56.7
% und rechts 45.9
%
.
Es handle sich um eine pantonale hochgradige Schwerhörigkeit beidseits bei chronischer Lärmexposition am Arbeitsplatz (chronisches Lärm
trauma; S. 1 Mitte).
Der Patient habe über eine Exposition gegenüber stark erhöhten L
ärmdruckpegeln am Arbeitsplatz
berichtet.
Dr.
E._
führte aus, da ihr eine medikamentöse Behandlung nicht bekannt
sei
, habe sie dem Beschwerdeführer eine Hörgeräte
versorgung auf beiden Seiten empfohlen. Zudem sei das konsequente Tragen von Gehörschützen zur Verhinderung einer weiteren Lärmschädigung notwendig. Von ihrer Seite her sei dem Patienten keine Arbeitsunfähigkeit attestiert worden. Eine Hörgeräteversorgung sei jedoch indiziert (S. 1 unten).
3.6
Dr.
D._
stellte in seinem Bericht
2
3.
Juli 2018 (
Urk.
6/56)
die gleiche Diagnose wie in seinem Vorbericht vom
2
1.
Februar 2018
(vorstehend E. 3.
4
).
Dr.
D._
führte aus, dass die letzte Kontrolle des Beschwerdeführers am 1
2.
Juli 2018 erfolgt sei (
Ziff.
3.1). Die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerde
führers sei unverändert zum Vorbericht (
Ziff.
2.1). Es bestehe eine Belastbarkeit für Massnahmen der Wiedereingliederung von 100
%
(
Ziff.
4.2).
3.
7
An der Feststellung, wonach der Beschwerdeführer gestützt auf den kreisärztli
chen Untersuchungsbericht
vom
2.
August 2017
(
Urk.
6/18/186-191)
in einer dem Zumutbarkeitsprofil entsprechenden behinderungsangepassten Tätig
keit vollumfänglich arbeitsfähig ist (vorstehend E. 3.
1
)
,
kann
auch
nach Würdigung
der nach der kreisärztlichen Untersuchung eingegangenen medizinischen Akten
(vorstehend E. 3.3-6)
weiterhin festgehalten werden
.
Insbesondere wurde erneut von Seiten des Zentrums
Z._
im Bericht vom 1
3.
Februar 2018 (vorstehend E. 3.
3
) bestätigt, dass seit dem
1.
Juni 2017 selbst in der körperlich schweren angestammten Tätigkeit als Bodenleger eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
gegeben ist.
Weiter bestätigte der behandel
n
d
e Hausarzt
Dr.
D._
in seinen
Bericht
en
vom
2
1.
Februar
und vom
2
3.
Juli 2018
(vorstehend E. 3.
4 und E. 3.6)
das kreisärztliche Zumutbarkeitsprofil sowie das Bestehen einer 100%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit.
Was die
beidseitige hoch
ton
betonte
sensorineurale
pantonale Schwerhörigkeit
anbelangt, berichtete
Dr.
E._
in ihrem Bericht vom
9.
Juli 2018 (vor
stehend E. 3.
5
), dass der Beschwerdeführer bereits seit dem Jahr 2009 unter einer progredienten Hörminderung leide, weshalb er sich im Jahr 2011 erstmals in ihrer Praxis vorgestellt habe. Eine Arbeitsunfähigkeit wurde dem Beschwerdeführer in
diesem Zusammenhang nicht ausgestellt, sondern lediglich eine Hörgerätever
sorgung
und das Tragen eines Lärmschutzes auf der Baustelle
empfohlen. Damit ist auch von Seiten der Hörminderung, welche offensichtlich bislang
das berufli
che Fortkommen des Beschwerdeführers nicht massgeblich behindert
hat
und
mit einer Hörgeräteversorgung zureichend kompensiert werden kann, nicht von einer weitergehenden Einschränkung des von
Dr.
A._
formulierten Zumutbarkeits
profils auszugehen.
3.
8
Aufgrund des Gesagten besteht auch im Zeitpunkt der vorliegend angefochtenen Verfügung der Invalidenversicherung vom 2
4.
Juli 2019
(
Urk.
2)
kein Anlass, nicht weiterhin von einer vollen Arbeitsfähigkeit in leidensangepassten Tätigkei
ten entsprechend dem kreisärztlichen Zumutbarkeitsprofil vom
2
.
August 2017
auszugehen.
4
.
4.1
Aufgrund der Anmeldung zum Leistungsbezug
bei der Invalidenversicherung
am 1
4
.
Dezember
201
7
(
Urk.
6/15)
ergibt sich ein
frühstmöglicher
Rentenbeginn per 1.
Juni
2018 (BGE 142 V 547).
4.2
Was die erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlichen Einschränkungen anbelangt, ist festzustellen, dass das von der Beschwerdegegnerin eingesetzte
Valideneinkommen
von Fr.
87‘741
.--
für das Jahr 201
8
(
Urk.
2)
dem vom Unfall
versicherer eingesetzten
Valideneinkommen
entspricht und dieses bereits im Urteil des hiesigen Gerichts vom
4
.
November
20
20
bestätigt wurde (
Urk.
8
E.
6.2
). Es besteht kein Anlass im vorliegende
n Verfahren hiervon abzuweichen.
Dies umso weniger, als dass die Arbeitgeberin in ihrem Arbeitgeberbericht vom 2
9.
Juni 2018 (
Urk.
6/55) an der in Aussicht gestellten Lohnreduktion
(Urk.
6/18/249
,
Urk.
7/18/255
)
im Gesundheitsfall fe
sthielt (
Urk.
6/55
Ziff.
5.2-3) und
die Vorbringen
des Beschwerdeführers (vorstehend E. 2.2) jenen im Unfall
versicherungs
verfahren entsprachen (
Urk.
8 E. 2.2).
4.3
Für die Ermittlung des Invalideneinkommens sind Tabellenlöhne zu verwenden.
Gemäss
LSE 2018 TA1_tirage_skill_level
liess
sich 2018 ausgehend vom Kompe
tenz
niveau eins ein durchschnittlicher Monatslohn für Männer von Fr. 5'417.-- erzielen. Nach der medizinischen Beurteilung kann dem Beschwerde
führer eine
behinderungsangepasste
leichte bis mittelschwere Tätigkeit mit einem Pe
nsum von 100 % zugemutet werden
.
Bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden im Jahr 2018 ergibt sich ein
Invalideneinkommen
von
rund
Fr. 6
7‘767
.-- (Fr. 5’417.
-- :
40 x 41.7 x 12).
Anhalt
s
punkte, die einen leidensbedingten Abzug rechtfertigen würden
,
liegen keine vor und wurde
n
vom Beschwerdeführer auch nicht geltend gemacht
(vor
stehend E. 2.2)
.
4.4
Bei einem
Valideneinkommen
von
Fr.
87'741.-- und einem Invalideneinkommen von rund
Fr.
67'767.-- resultiert eine Einkommenseinbusse von
Fr.
19'974.--, was einem
rentenanspruchausschliessenden
Invaliditätsgrad von rund 23
%
ent
spricht.
Die angefochtene Verfügung (
Urk.
2) erweist sich demnach als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
5
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen.
Ausgangsgemäss
sind sie dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.