Decision ID: a7c3abb7-07fd-40d7-9589-e7d0b9a22652
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Ehescheidung (Art. 112)
Berufung gegen ein Teilurteil des Einzelgerichtes im ordentlichen Verfahren
des Bezirksgerichtes Meilen vom 20. Mai 2014; Proz. FE120005
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Rechtsbegehren:
Der Gesuchstellerin (act. 160, sinngemäss) "Es sei die güterrechtliche Auseinandersetzung wie folgt vorzunehmen:
Sämtliche beweglichen Sachen und Wertschriften sowie Schulden der  seien derjenigen Partei zuzuweisen, auf die sie eingetragen sind, bzw. in deren Besitz sie sind oder auf deren Namen sie lauten.
Der hälftige Miteigentumsanteil des Gesuchstellers an der Liegenschaft C._-Strasse ... in ... D._, Grundbuchamt E._, Grundbuch Blatt ..., Kataster Nr. ... sei auf die Gesuchstellerin zu übertragen.
Der Ausgleichsanspruch des Gesuchstellers aus der Übertragung des  Miteigentums der Liegenschaft sei auf CHF 97'642.– festzulegen."
Des Gesuchstellers (act. 162, sinngemäss)
"Der Ausgleichsanspruch des Gesuchstellers aus der Übertragung des  Miteigentums der Liegenschaft sei auf CHF 824'000.– festzulegen."
Teil-Urteil des Bezirksgerichtes Meilen vom 20. Mai 2014:
1. Es wird davon Vormerk genommen, dass die Ehe der Parteien mit Teilurteil vom 14. April 2014 rechtskräftig (Rechtskraftdatum 8. Mai 2014) geschieden wurde.
2. Es wird davon Vormerk genommen, dass die Parteien im Bezug auf Mobiliar und Gegenstände bereits güterrechtlich auseinandergesetzt sind.
3. Der Gesuchsteller wird verpflichtet, seinen Eigentumsanteil an der Liegenschaft C._-Strasse ... in ... D._ (Grundbuchblatt ..., Kat. Nr. ...) auf die  zu übertragen bzw. sämtliche erforderlichen Erklärungen abzugeben und Handlungen vorzunehmen, um der Gesuchstellerin das Alleineigentum an diesem Grundstück zu verschaffen.
4. Die Gesuchstellerin wird verpflichtet, im internen und externen Verhältnis auf den Zeitpunkt der Übertragung der Liegenschaft in ihr Alleineigentum sämtliche auf der Liegenschaft C._-Strasse ... in ... D._ (Grundbuchblatt ..., Kat. Nr. ...)  Schulden (insbesondere Grundpfandschulden) zur alleinigen Verzinsung und Bezahlung zu den ihr bekannten Bestimmungen – mit Zinsen gegenüber den Gläubigern soweit ausstehend –, unter gänzlicher Entlastung des Gesuchstellers von jeder Schuldpflicht zu übernehmen. Sie wird zudem verpflichtet, sämtliche er-
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forderlichen Erklärungen abzugeben und Handlungen vorzunehmen, welche für die Entlassung des Gesuchstellers aus der Schuldpflicht notwendig sind.
5. Die Gesuchstellerin wird verpflichtet, dem Gesuchsteller zur Abgeltung seiner  Ansprüche CHF 111'515.20 zu bezahlen, zahlbar innerhalb von drei Monaten ab dem Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils.
6. Die übrigen Begehren der Parteien werden abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.
7. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: Fr. 30'000.– die weiteren Gerichtskosten betragen
Fr. 3'166.– Gutachten Liegenschaft
Fr. 33'166.– Total
8. Die Kosten werden dem Gesuchsteller zu drei Vierteln und zu einem Viertel der
Gesuchstellerin auferlegt.
9. Der Gesuchsteller wird verpflichtet, der Gesuchstellerin eine Parteientschädigung von CHF 34'500.– zu bezahlen.
10./11. Mitteilung/Rechtsmittel.
Berufungsanträge:
des Gesuchstellers und Berufungsklägers (act. 215 S. 2):
"1. Es seien Dispositiv-Ziff. 5, 8 und 9 des vorinstanzlichen Urteils aufzuheben.
2. Die Berufungsbeklagte sei zu verpflichten, dem Berufungskläger zur Abgeltung sei-
ner güterrechtlichen Ansprüche CHF 625'689.50 zu bezahlen, zahlbar innerhalb von drei Monaten ab dem Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils.
3. Die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens seien den Parteien je zur Hälfte auf-
zuerlegen.
4. Die Parteientschädigungen des erstinstanzlichen Verfahrens seien wettzuschlagen.
5. Eventualiter sei die Sache zur Durchführung eines Beweisverfahrens und zur neu-
en Entscheidung an die Vorinstanz zurück zu weisen.
6. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich Mehrwertsteuer) zu Las-
ten der Berufungsbeklagten."
der Gesuchstellerin und Berufungsbeklagten (act. 224 S. 2):
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"Die Berufung sei abzuweisen und Ziff. 5, 8 und 9 des Urteils des Bezirksgerichts Meilen vom 20. Mai 2014 zu bestätigen;
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, letztere zuzüglich Mehrwertsteuer zu Lasten des Gesuchstellers und Berufungsbeklagten."
Verfahrensanträge:
"Der Gesuchsteller und Berufungskläger sei gerichtlich aufzufordern, die Auszüge aus seinem UBS Privatkonto ... für die Zeit vom 1. Januar 2002 bis 31. Dezember 2003 vollständig zu edieren.
Der Gesuchsteller und Berufungskläger sei zu verpflichten, Auskunft zu erteilen über die Verwendung der von seinem UBS Privatkonto ... in der Zeit vom 26. Juni bis 25. Februar 2003 bezogenen Guthaben und sämtliche dazugehörigen Belege vorzulegen."

Erwägungen:
I.
1. Die Parteien haben am 13. August 1999 geheiratet und sind am 30. April
2002 in das eheliche Einfamilienhaus an der C._-Strasse ... in D._ ge-
zogen. Sie haben drei gemeinsame Kinder, F._, geb. tt.mm.2001, G._,
geb. tt.mm.2003 und H._, geb. tt.mm.2005. Seit dem 1. Oktober 2009 leben
die Parteien getrennt. Gestützt auf eine Trennungsvereinbarung der Parteien hat-
te der Eheschutzrichter des Bezirks Meilen per 7. September 2009 die Gütertren-
nung angeordnet (act. 6/15). Am 17. Januar 2012 stellten die Parteien bei der Vo-
rinstanz ein gemeinsames Scheidungsbegehren (act. 1 und 2). Nach Durchfüh-
rung eines aufwändigen Verfahrens erliess die Vorinstanz am 14. April 2014 das
folgende unbegründete Teilurteil:
" 1. Die Ehe der Parteien wird geschieden.
2. Die güterrechtliche Auseinandersetzung wird in ein separates Verfahren ver-
wiesen.
3. Die Kinder, F._, geboren am tt.mm.2001, G._, geboren am
tt.mm.2003, und H._, geboren am tt.mm.2005, werden unter der ge-
meinsamen elterlichen Sorge der Parteien belassen.
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4. Im Übrigen werden die Vereinbarungen der Parteien über die Scheidungsfol-
gen vom 23. Oktober 2012 sowie vom 1. April 2014 genehmigt. Die Vereinba-
rungen lauten wie folgt:
A 1. Teilvereinbarung vom 23. Oktober 2012 (act. 73)
" [...]
I. [...]
1. [...]
II. Kinderbelange
2. Der Gesuchsteller ist berechtigt, die Kinder
- jedes 2. Wochenende von Freitagabend, 19:00 Uhr, bis , 19:00 Uhr,
- einmal pro Woche an einem Abend, von 17:00 Uhr bis 20:00 Uhr,
- an deren Geburtstagen für ein Mittag- oder Abendessen,
- am zweiten Tag der Doppelfeiertage Weihnachten und Neujahr  in den geraden Jahren an Ostern (von Gründonnerstagabend 19:00 Uhr bis Ostermontag 19:00 Uhr) und in den ungeraden Jahren an Pfingsten (Freitag vor Pfingstsamstag, 19:00 Uhr, bis , 19:00 Uhr)
auf eigene Kosten zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen.
3. Ausserdem ist der Gesuchsteller berechtigt, die Kinder für die Dauer von 3 Wochen pro Jahr auf eigene Kosten zu sich oder mit sich in die Ferien zu nehmen. Der Gesuchsteller verpflichtet sich, die Ausübung des  mindestens zwei Monate im Voraus anzumelden,  mit der Gesuchstellerin abzusprechen. Hat die Gesuchstellerin ihm vorgängig keine eigenen Ferienwünsche mitgeteilt, sei vom  des Gesuchstellers auszugehen.
4. Eine andere, auch weitergehende Regelung des persönlichen  zwischen dem Gesuchsteller und den Kindern auf einvernehmlicher Basis und unter Berücksichtigung der Interessen der Kinder bleibt  vorbehalten.
5. Der Gesuchsteller verpflichtet sich, an die Kosten des Unterhalts und der Erziehung der Kinder F._, geboren am tt.mm.2001, G._, geboren am tt.mm.2003, und H._, geboren am tt.mm.2005,  im Voraus, jeweils auf den Ersten eines jeden Monats zahlbare  inklusive gesetzlicher und vertraglicher Kinderzulagen wie folgt zu bezahlen:
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- CHF 1'800.- ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis zum  Abschluss einer angemessenen Ausbildung der , auch über die Mündigkeit hinaus.
Die Unterhaltsbeiträge sind zahlbar an die Gesuchstellerin auch über die Mündigkeit hinaus, solange das Kind in deren Haushalt lebt oder keine eigenen Ansprüche stellt bzw. keinen anderen  bezeichnet.
6. Der Gesuchsteller verpflichtet sich, an ausserordentlichen Auslagen für
die Kinder (beispielsweise Zahnregulierungen, Nachhilfe- und  usw.) zur Hälfte zu beteiligen, soweit er vorgängig sein  erklärt hat.
7. Die Unterhaltsbeiträge gemäss Ziffer 5 hiervor basieren auf dem Lan-
desindex der Konsumentenpreise des Bundesamtes für Statistik, Stand Ende September 2012 mit 99.3 Punkten (Basis Dezember 2010 = 100 Punkte). Sie sind jeweils auf den 1. Januar eines jeden neuen Jahres, erstmals per 1. Januar 2014, dem Stand des Indexes per Ende  des Vorjahres anzupassen. Die Anpassung erfolgt gemäss  Formel:
Neuer Unterhaltsbeitrag = alter Unterhaltsbeitrag x neuer Index
alter Index
IV. Güterrecht
8. Die Parteien erklären, dass sie in Bezug auf Mobiliar und Gegenstände bereits güterrechtlich auseinandergesetzt sind."
B 2. Teilvereinbarung vom 23. Oktober 2012 (act. 74)
" [...]
III. Nachehelicher Unterhalt
1. Der Gesuchsteller verpflichtet sich, der Gesuchstellerin persönlich  Unterhaltsbeiträge im Sinne von Art. 125 ZGB wie folgt zu :
- CHF 2'000.– ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis und mit September 2021;
- hernach CHF 1'000.–, ab Oktober 2021 bis September 2026, sofern die Unterhaltspflicht des Gesuchstellers für mindestens 1 Kind gemäss 1. Teilvereinbarung vom 23. Oktober 2012  Ziff. 5 weggefallen ist;
zahlbar monatlich im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats.
2. Die Unterhaltsbeiträge gemäss Ziffer 1 hiervor basieren auf dem  der Konsumentenpreise des Bundesamtes für Statistik, Stand
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Ende September 2012 mit 99.3 Punkten (Basis Dezember 2010 = 100 Punkte). Sie sind jeweils auf den 1. Januar eines jeden neuen Jahres, erstmals per 1. Januar 2014, dem Stand des Indexes per Ende  des Vorjahres anzupassen. Die Anpassung erfolgt gemäss  Formel:
Neuer Unterhaltsbeitrag = alter Unterhaltsbeitrag x neuer Index alter Index
Weist die zu Unterhaltsleistungen verpflichtete Partei nach, dass sich ihr Einkommen nicht im Umfang der Teuerung erhöht, so erhöhen sich die persönlichen Unterhaltsbeiträge an die unterhaltsberechtigte Partei gemäss Ziffer 1 hiervor nur im Verhältnis der tatsächlich eingetretenen Einkommenserhöhung."
C 3. Teilvereinbarung vom 1. April 2014 (act. 195)
" [...]
II. Kinderbelange
1. Ziff. 2. bis 4. der Teilvereinbarung über die Scheidungsfolgen vom 23. Oktober 2012 wird wie folgt ergänzt bzw. abgeändert:
a) es seien die Kinder F._, geb. tt.mm.2001, G._, geb. tt.mm.2003 und H._, geb. tt.mm.2005 unter die  elterliche Sorge der Parteien zu stellen.
b) es seien die Kinder unter der elterlichen Obhut der  zu belassen.
c) Ziff. 3. sei wie folgt zu ergänzen: bis zum Oberstufeneintritt von H._ sei das Ferienbesuchsrecht jeweils auf maximal eine Woche am Stück zu beschränken.
d) Ziff. 4 sei wie folgt zu ergänzen: auf die Wünsche der Kinder und eigene Aktivitätsplanungen an den /-tagen und in den Ferien sei angemessen Rücksicht zu nehmen.
e) es sei davon Vormerk zu nehmen, dass sich die Kindseltern darauf geeinigt haben, sich zwecks Verbesserung ihrer  und zur Lösungsfindung in Kinderbelangen in  bei Frau lic. phil. I._, ... Mediation, oder bei  Kapazität von Frau I._ bei der öffentlichen  J._ (J._) zu begeben, und dass sie sich bereit erklärt haben, Frau K._, L._ GmbH, Regionalstelle J._, einen Auftrag zur sozialpädagogischen , je nach Bedarf angepasst oder ergänzt als , zu erteilen, zwecks Begleitung und Unterstützung in Erziehungsfragen sowie zwecks Stärkung der Eltern-."
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5. Die während der Ehe erworbenen Vorsorgeguthaben der Parteien gemäss
Art. 22 FZG werden hälftig geteilt.
6. Die M._ Freizügigkeitsstiftung, ... [Adresse], wird angewiesen, mit
Rechtskraft dieses Teilurteils vom Freizügigkeitskonto des Gesuchstellers
(Konto Nr. ...) CHF 188'658.35.– auf das Vorsorgekonto der Gesuchstellerin
(Sozialvers.-Nr. ...) bei der N._ Stiftung, ... [Adresse], zu Gunsten der
Gesuchstellerin zu übertragen.
7. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf CHF 9'000.–.
Verlangt keine der Parteien eine schriftliche Begründung des Urteils, ermäs-
sigt sich die Entscheidgebühr auf zwei Drittel.
8. Die Kosten des unbegründeten Teilurteils werden den Parteien je zur Hälfte
auferlegt.
Die Mehrkosten für ein begründetes Urteil trägt diejenige Partei, die eine Be-
gründung verlangt.
9. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
10. Schriftliche Mitteilung an − die Parteien;
sowie nach Eintritt der Rechtskraft
− mit Formular an den Zivilstandskreis E._;
− im Dispositivauszug Ziff. 1 und 6 an die M._ Freizügigkeitsstiftung, ... [Adresse];
je gegen Empfangsschein.
11. Dieser Entscheid erwächst in Rechtskraft, wenn nicht innert 10 Tagen von der
schriftlichen Zustellung an von einer Partei schriftlich beim Bezirksgericht Mei-
len, Einzelgericht im ordentlichen Verfahren, Postfach 881, 8706 Meilen, eine
Begründung verlangt wird (Art. 239 ZPO). Wird eine Begründung verlangt, so
läuft den Parteien die Frist zur Erklärung eines Rechtsmittels ab Zustellung
des begründeten Entscheides.
Bei einem gemeinsamen Scheidungsbegehren kann die Scheidung der Ehe
nur wegen Willensmängeln angefochten werden (Art. 289 ZPO)."
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Das Teilurteil ist in Rechtskraft erwachsen. Gegenstand des vorinstanzlichen Ver-
fahrens blieb die güterrechtliche Auseinandersetzung soweit sie nicht Mobiliar und
Gegenstände betrafen.
2. Mit Teilurteil vom 20. Mai 2014 nahm die Vorinstanz Vormerk, dass die Ehe
der Parteien per 8. Mai 2014 rechtskräftig geschieden und die Parteien mit Bezug
auf Mobiliar und Gegenstände güterrechtlich auseinandergesetzt sind (act. 218,
Dispositiv Ziff. 1 und 2). Der Gesuchsteller und Berufungskläger (nachfolgend
Gesuchsteller) wurde verpflichtet, seinen Eigentumsanteil am Einfamilienhaus an
der C._-Strasse ... in D._ auf die Gesuchstellerin und Berufungsbeklag-
te (nachfolgend Gesuchstellerin) zu übertragen und die erforderlichen Mitwir-
kungshandlungen zur Übertragung der Liegenschaft ins Alleineigentum der Ge-
suchstellerin vorzunehmen. Die Gesuchstellerin wurde verpflichtet, die auf der
Liegenschaft lastenden Schulden unter gänzlicher Entlastung des Gesuchstellers
aus der Schuldpflicht zu übernehmen und bei der Entlassung des Gesuchstellers
aus der Schuldpflicht soweit nötig mitzuwirken (act. 218, Dispositiv Ziff. 3 und 4).
Ausserdem wurde sie verpflichtet, dem Gesuchsteller zur Abgeltung seiner güter-
rechtlichen Ansprüche CHF 111'515.20 zu bezahlen (act. 218, Dispositiv Ziff. 5).
Die übrigen Begehren wurden abgewiesen und die Kosten- und Entschädigungen
zu drei Vierteln zulasten des Gesuchstellers und zu einem Viertel zulasten der
Gesuchstellerin festgelegt (act. 218, Dispositiv Ziff. 6 - 9). Das Urteil wurde der
Gesuchstellerin am 2. Juni 2014 (act. 207/1) und dem Gesuchsteller am 3. Juni
2014 (act. 207/3) zugestellt.
3. Am 30. Juni 2014 erhob der Gesuchsteller fristgerecht Berufung. Er stellte
die eingangs genannten Anträge (act. 215). Mit Verfügung vom 9. Juli 2014 wurde
er zur Zahlung eines Prozesskostenvorschusses für das Berufungsverfahren ver-
pflichtet und es wurde die Prozessleitung delegiert (act. 219). Der Vorschuss ging
fristgerecht ein (act. 220 und 221). Die Gesuchstellerin erstattete die Berufungs-
antwort unter Berücksichtigung der Gerichtsferien fristgerecht am 15. September
2014 (act. 222 und act. 224). Diese wurde dem Gesuchsteller am 24. November
2014 zugestellt (act. 226). Er liess sich dazu mit Eingabe vom 4. Dezember 2014
vernehmen (act. 227), die Gesuchstellerin wiederum hiezu mit Eingabe vom
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10. Dezember 2014 (act. 230). Nachdem diese wiederum am 12. Dezember 2014
dem Gesuchsteller zugestellt worden war (act. 232), verstrich eine weitere Frist
für die Wahrung des "Replikrechts" unbenutzt. Das Verfahren ist spruchreif.
II.
1. Die Vorinstanz hat zutreffend festgehalten, dass die güterrechtliche Ausei-
nandersetzung, welche im vorliegenden Verfahren einzig zur Beurteilung ansteht,
von der Dispositions- und Verhandlungsmaxime beherrscht ist und es Sache der
Parteien ist, dem Gericht den Prozessstoff darzulegen. Unbestritten ist, dass die
Parteien keinen Ehevertrag abgeschlossen haben. Massgebender Zeitpunkt für
die güterrechtliche Auseinandersetzung ist sodann der 7. September 2009.
2. Die Berufung des Gesuchstellers richtet sich einzig gegen Dispositiv Ziff. 5,
8 und 9 des vorinstanzlichen Teilurteils (act. 215 S. 2). Die Gesuchstellerin hat
weder eine eigenständige Berufung noch Anschlussberufung erhoben (act. 224
S. 2). Die Berufung hemmt die Rechtskraft und die Vollstreckbarkeit des ange-
fochtenen Entscheides im Umfang der Anträge (Art. 315 Abs. 1 ZPO). Soweit das
vorinstanzliche Teilurteil unangefochten blieb (Dispositiv Ziff. 1 - 4 sowie Ziff. 6
und 7), ist es per 16. September 2014 in Rechtskraft erwachsen, was vorab vor-
zumerken ist.
3.1. Die Gesuchstellerin stellt im Berufungsverfahren die eingangs erwähnten
Verfahrensanträge und verlangt, es sei der Gesuchsteller zu verpflichten, Auszü-
ge aus seinem UBS Privatkonto für die Jahre 2002 und 2003 vollständig zu edie-
ren und über die Verwendung der in der Zeit vom 26. Juni 2002 bis 25. Februar
2003 bezogenen Gelder Auskunft zu erteilen und sämtliche Belege vorzulegen
(act. 224 S. 2/3). Für den Fall, dass die güterrechtliche Auseinandersetzung in
diesem Berufungsverfahren neu überprüft werde, bestehe sie darauf, dass der
Gesuchsteller aufgefordert wurde, den Abfluss der Mittel von CHF 233'000.--
(act. 163/6) auf CHF 40'000.-- (act. 163/7) im Zeitraum Juni 2002 bis Februar
2003 lückenlos darzulegen und zu dokumentieren. Ohne dies könne er auch nicht
beweisen, dass er Umbau- und Renovationskosten aus Eigengut finanziert habe,
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da das Guthaben auf dem Konto zur Errungenschaft gehöre (act. 224 S. 12/13).
Der Gesuchsteller hält die Verfahrensanträge für verspätet (act. 227), was die
Gesuchstellerin wiederum bestreitet (act. 230).
3.2. Mit den Berufungsanträgen soll konkret zum Ausdruck gebracht werden,
was am angefochtenen Entscheid verändert werden soll. Geht es um eine Geld-
leistung, so ist eine Bezifferung erforderlich (ZK ZPO - REETZ/THEILER, 2. Aufl.,
Art. 311 N 34/35).
Was die Gesuchstellerin mit ihren Verfahrensanträgen im Berufungsverfahren er-
reichen will, wird nicht klar. Sie erwähnt zwar in ihrer Zusammenstellung des
Vermögens des Gesuchstellers "Abgeflossene Mittel aus UBS Privatkonto"
(act. 224 S. 15), beziffert diese aber nicht. Vor Vorinstanz wies sie bereits auf den
Umstand der Vermögensreduktion hin und bezifferte diese dort auch. Sie leitete
daraus allerdings nichts ab (act. 173), so wie sie dies auch im Berufungsverfahren
nicht tut, was denn auch zu spät wäre (Art. 317 Abs. 1 ZPO). Wie sich aus den
nachstehenden Erwägungen ergibt, erscheinen entgegen der Auffassung der Ge-
suchstellerin die verlangten Auskünfte auch nicht erforderlich um darzulegen,
dass Renovations- und Umbaukosten mittels Eigengut des Gesuchstellers finan-
ziert wurden. Es wird zu zeigen sein, dass hievon ohnehin nicht ausgegangen
werden kann. Insgesamt ist festzustellen, dass die Gesuchstellerin aus den Ver-
fahrensanträgen jedenfalls nichts Konkretes ableitet und es an einem rechtlich
schützenswerten Interesse an deren Beurteilung fehlt. Es ist darauf nicht einzutre-
ten.
III.
1. Der Gesuchsteller macht in der Berufung zusammengefasst geltend
(act. 215 S. 4 ff.), die Vorinstanz
- habe entgegen der bundesgerichtlichen Rechtsprechung die güterrechtliche
Auseinandersetzung vorgenommen ohne vorher das Miteigentum nach den sa-
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chenrechtlichen Regeln zu teilen,
- den Mehrwert proportional statt hälftig zugeteilt und
- Ersatzforderungen des Gesuchstellers nach Art. 206 Abs. 1 und nach
Art. 209 Abs. 3 ZGB nicht berücksichtigt.
Die Gesuchstellerin erachtet demgegenüber die Vorgehensweise wie auch die
Berechnung durch die Vorinstanz als zutreffend (act. 224 S. 4) Es ist nachstehend
auf die einzelnen Vorbringen einzugehen soweit diese für die Entscheidfindung
relevant sind.
2.1. Die Vorinstanz hat zutreffend festgehalten, dass die güterrechtliche Ausei-
nandersetzung wie folgt vorzunehmen ist: 1) Trennung des Vermögens von Mann
und Frau, 2) Berechnung des Vorschlags, 3) Bestimmung der Beteiligung am
Vorschlag und 4) Erfüllung der Ansprüche (act. 218 S. 12; HAUSHEER/GEISER/
AEBI-MÜLLER, Das Familienrecht des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, 5. Aufl.,
Bern 2014, § 12 Rz 12.154 ff.).
2.2. Der Gesuchsteller macht gestützt auf die in BGE 138 III 150 ff. (= Pra
101(2012) Nr. 101 = BGer 5A_352/2011 vom 17. Februar 2012) publizierte bun-
desgerichtliche Rechtsprechung geltend, die Vorinstanz hätte in einem ersten
Schritt das Miteigentum der Parteien auflösen und eine Entschädigung festlegen
müssen. Erst in einem zweiten Schritt hätte das Ergebnis in die Gütermassen
beider Ehegatten übertragen werden dürfen, wobei der Mehrwert je hälftig zu
teilen gewesen wäre, weil die Gesuchstellerin nicht geltend gemacht habe, dass
das Miteigentum nur gegenüber Dritten gelte und nicht zwischen den Ehegatten
(act. 215 S. 5/6). Dabei könne es nicht darauf ankommen, dass die Vorinstanz
keine Zuteilung der Liegenschaft vorgenommen habe; massgebend für die Frage
der Mehrwertbeteiligung sei einzig, dass die Eheleute – zum Zeitpunkt des Kaufs
der Liegenschaft unter dem Güterstand der Errungenschaftsbeteiligung lebend –
je zur Hälfte als Miteigentümer im Grundbuch eingetragen seien (act. 227 S. 3 f.).
Die Gesuchstellerin geht demgegenüber davon aus, der Gesuchsteller zitiere den
von ihm angerufenen Entscheid nicht vollständig. Dieser könne nicht tel quel auf
den vorliegenden Fall angewendet werden. Selbst wenn aber der Argumentation
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der Berufungsbegründung gefolgt würde, erweise sich die Kritik am vorinstanzli-
chen Urteil als falsch, da die bundesgerichtlichen Erwägungen zur Mehrwertent-
schädigung, wonach der auf den Hypothekenanteil fallende Mehrwert dem Eigen-
gut zuzurechnen sei, nichts anderes bedeute, als dass das Eigengut am konjunk-
turellen Mehrwert proportional partizipiere (act. 224 S. 5 - 7; act. 230 S. 2).
2.3. Das Bundesgericht hielt in dem vom Gesuchsteller im Berufungsverfahren
angeführten Entscheid BGE 138 III 150 ff. = Pra 101 (2012) Nr. 101 unmissver-
ständlich und in Bestätigung seiner Praxis (BGer 5A_87/2010 E. 3.1 mit weiteren
Hinweisen) fest, dass im Scheidungsfall die Teilung von Miteigentum wie auch die
Regelung der zwischen den Ehegatten bestehenden besonderen Rechtsverhält-
nisse vor der güterrechtlichen Auseinandersetzung gemäss Art. 205 ff. ZGB zu er-
folgen habe. Der Umstand, dass vorliegend der Vorderrichter im Urteilsdispositiv
nicht die Zuweisung an sich festlegte, sondern den Gesuchsteller verpflichtete
seinen Miteigentumsanteil auf die Gesuchstellerin zu übertragen, ändert nichts
daran, dass es um eben diesen Fall geht, in welchem im Rahmen der Scheidung
und dort der güterrechtlichen Auseinandersetzung zunächst Miteigentum aufzulö-
sen ist. Auch die Gesuchstellerin geht davon aus, der Vorderrichter habe im Er-
gebnis eine Zuweisung nach Art. 205 Abs.2 ZGB vorgenommen (act. 224 S. 5 un-
ten). Diese Zuweisung wird seitens des Gesuchstellers wiederum nicht in Frage
gestellt (act. 215 S. 6).
3. Ist die Liegenschaft der Gesuchstellerin zugewiesen, ist für die Festsetzung
der dem Gesuchsteller zustehenden Entschädigung auf den Verkehrswert der
Liegenschaft abzustellen und es sind auch die Erwerbskosten zu ermitteln
(BGE 138 III 150 ff. = Pra 101 (2012) Nr. 101, E. 5.1.4). Beide Werte sind umstrit-
ten.
4. Verkehrswert
4.1. Die Vorinstanz stellte im angefochtenen Entscheid für die Bestimmung des
Verkehrswertes auf die im Rahmen eines vorgezogenen Beweisverfahrens ein-
geholte Verkehrswertschätzung der Liegenschaft vom 18./26. September 2013 ab
(act. 145 und 146). Diese wird von den Parteien grundsätzlich nicht in Zweifel ge-
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zogen. Wie bereits vor Vorinstanz (act. 162 S. 3) will der Gesuchsteller im Beru-
fungsverfahren auf den im Schätzbericht ausgewiesenen "alternativen Verkehrs-
wert" in der Höhe von CHF 3'550'000.-- abstellen. Er macht geltend, es handle
sich dabei um den massgeblichen Wert, der bei einem Verkauf erzielbar sei. Min-
destens müsse aber von einem Wert von CHF 3'475'000.-- ausgegangen werden,
der unter Berücksichtigung von maximalen Abbruchkosten von CHF 75'000.--
resultiere (act. 215 S. 6 - 8). Die Gesuchstellerin weist die Vorbringen als zum
Teil neu und unzulässig zurück und macht geltend, es müsse – wie dies die
Vorinstanz zutreffend gemacht habe – vom Verkehrswert beruhend auf den tat-
sächlich bestehenden Verhältnissen ausgegangen werden, mithin von einem
Wert von CHF 3'280'000.-- (act. 224 S. 7/8). In der Stellungnahme zur Berufungs-
antwort hält der Gesuchsteller an seinem Vorbringen fest und weist den Einwand
unzulässiger Noven zurück, wobei er zusätzlich geltend macht, es handle sich bei
der Bestimmung des Verkehrswertes um eine Rechtsfrage, welche dem Noven-
verbot nicht unterliege (act. 227 S. 4/5); die Gesuchstellerin hält an ihren Vorbrin-
gen fest (act. 230 S. 2).
4.2. Die Vorinstanz hielt im angefochtenen Urteil zutreffend fest, der Gesuchstel-
ler gehe ohne Begründung vom "alternativen Verkehrswert" im Schätzungsbericht
aus. Zum "alternativen Verkehrswert" bemerkte der Gutachter, dass er rein theo-
retisch auf der Basis der heutigen BZO der Gemeinde D._ und den örtlichen
Gegebenheiten und Verhältnissen bei geschickter Anordnung und Gestaltung und
eines neuen Gebäudes und maximaler Ausnützung stehe (act. 146, dort Land-
wert-/Anlagekostenberechnung, letzte Seite). Demgegenüber bezeichnet der
Gutachter den ermittelten Markt-/Verkehrswert von CHF 3'280'000.-- als den
mutmasslichen Grundstückspreis, welcher im Grundstücksverkehr unter Dritten
aufgrund einer kurzfristigen Nachfrage und Markterfahrung realisierbar erscheine
(act. 145 S. 6), mithin als jenen Wert, der bei einem Verkauf erzielbar ist. Eben
diesen, bei einem Verkauf erzielbaren Wert bezeichnet auch der Gesuchsteller im
Berufungsverfahren als massgebend (act. 215 S. 7). Wenn die Vorinstanz auf
diesen Wert abstellte, ist dies daher nicht zu beanstanden. Soweit der Gesuch-
steller im Berufungsverfahren neue Beweismittel bezeichnet und neu auch Be-
rechnungen mit den mutmasslichen Abbruchkosten anstellt, sind diese Vorbrin-
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gen neu und unzulässig (Art. 317 Abs. 1 ZPO). Der Gesuchsteller tut nicht dar,
inwiefern sie nicht bereits im vorinstanzlichen Verfahren rechtzeitig hätten vorge-
bracht werden können.
5. Gestehungskosten
Im Zusammenhang mit den Gestehungskosten macht der Gesuchsteller einer-
seits geltend, mit seinem Eigengut Renovations- und Umbauarbeiten finanziert zu
haben (nachstehend Ziff. 5.1.); andererseits will er alle von ihm behaupteten Re-
novations- und Umbaukosten als Gestehungskosten berücksichtigt haben (nach-
stehend Ziff. 5.2.).
5.1.1. Der Gesuchsteller rügt, die Vorinstanz habe zu Unrecht ausgeführt, er ha-
be insgesamt nicht substanziiert genug behauptet, welche Masse zu welchem
Zeitpunkt in welche andere Masse investiert bzw. Schulden übernommen habe
und welche konkreten Ansprüche daraus abgeleitet würden. Er, der Gesuchstel-
ler, habe bereits mit der Klageantwort vom 12. März 2013 ausgeführt, dass es mit
dem Vater der Berufungsbeklagten vereinbart gewesen sei, dass die Familie des
Berufungsklägers die Umbau- und Renovationsarbeiten übernehme. Die Kosten
seien mit CHF 751'000.-- beziffert (CHF 250'000.-- durch Hypothek und Restbe-
trag durch die Familie). Sodann habe er die einzelnen Handwerksarbeiten aufge-
listet und weiter aufgeführt, an verschiedenen Daten genau bezifferte Beträge er-
halten zu haben; die dazu offerierten Beweis habe die Vorinstanz zu Unrecht nicht
abgenommen (act. 215 S. 8 ff.). Die Gesuchstellerin hält demgegenüber dafür,
der Gesuchsteller sei der Substanziierungsauflage des Gerichts nicht genügend
bzw. verspätet nachgekommen. Überdies seien die Vorbringen durch die Darstel-
lung der Gesuchstellerin widerlegt (act. 224 S. 8 ff.). In der Stellungnahme zur Be-
rufungsantwort weist der Gesuchsteller die Einwände der Gesuchstellerin zurück
(act. 127 S. 5/6), die Gesuchstellerin hält an ihrer Darstellung fest (act. 230 S. 3).
5.1.2. Die Vorinstanz anerkannte die Auflistung der Arbeiten durch den Gesuch-
steller (act. 162 S. 3 -8) als genügend substanziiert. Sie hält dem Gesuchsteller
hingegen vor, er habe es unterlassen einen direkten Zusammenhang zwischen
den von ihm behaupteten Handwerkerrechnungen und seinen Ansprüchen herzu-
- 16 -
stellen. Unter den aufgeführten Positionen befänden sich offensichtlich auch In-
vestitionen betreffend den Liegenschaftsunterhalt, und vollkommen unklar bleibe,
bei welchen Positionen es sich um Eigenleistungen handle. Dazu komme, dass
der Gesuchsteller einmal von CHF 751'000.-- spreche, dann von CHF 507'608.70
und schliesslich von CHF 501'000.-- (act. 218 S. 19/29).
5.1.3. Der Gesuchsteller beruft sich in der Berufungsbegründung auf den bun-
desgerichtlichen Entscheid 4A_588/2011 E. 2.2.1 und erachtet die von der Vor-
instanz an die Substanziierungslast gestellten Anforderung für überhöht, was
einer Verletzung von Bundesrecht, namentlich von Art. 8 ZGB gleichkomme
(act. 215 S. 8f.). Wie weit die anspruchsbegründenden Tatsachen zu substanziie-
ren sind, um der Substanziierungspflicht hinreichend nachzukommen, ergibt sich
gemäss zitiertem Entscheid einerseits aus den Tatbestandsmerkmalen der ange-
rufenen Norm und andererseits aus dem prozessualen Verhalten der Gegenpar-
tei. Tatsachenbehauptungen müssen so konkret formuliert sein, dass ein sub-
stanziiertes Bestreiten möglich ist oder der Gegenbeweis angetreten werden
kann. Bestreitet ein Prozessgegner ein an sich schlüssiges Vorbringen, kann die
behauptungsbelastete Partei gezwungen sein, die rechtserheblichen Tatsachen
nicht nur in den Grundzügen, sondern so umfassend und klar darzulegen, dass
darüber Beweis abgenommen werden kann. Stellt das kantonale Gericht jedoch
überhöhte Anforderungen an die Substanziierungslast, indem es detailliertere
Tatsachenbehauptungen verlangt als für die rechtliche Beurteilung des an-
spruchsbegründenden Sachverhalts nötig, verletzt es Bundesrecht und nament-
lich Art. 8 ZGB (BGer 4A_588/2011 vom 3. Mai 2012 E. 2.2.1. mit Hinweisen auf
BGE 133 III 153 E. 3.3; 127 III 365 E. 2c; 114 II 289 E. 2a; 112 II 172 E. I 2c); 108
II 337 E. 3).
5.1.4. Vorab ist festzuhalten, dass der dem zitierten Bundesgerichtsentscheid
4A_588/2011 zugrunde liegende Sachverhalt sich vom vorliegend zu beurteilen-
den insoweit unterscheidet, als es dort um die Behauptung des hypothetischen
Kausalverlaufs bei Unterlassungen ging, bei welcher die Anforderungen naturge-
mäss weniger hoch sein können und dürfen, wogegen es vorliegend um die Be-
hauptung von konkreten Einzeltatsachen ging. Der Gesuchsteller, der rechtskun-
- 17 -
dig vertreten war und ist, wurde nach Eingang der Klageantwort sehr detailliert zur
Substanziierung aufgefordert. Dies gilt mit Bezug auf die (bestrittene) Vereinba-
rung des Gesuchstellers, wonach eine Abmachung zwischen ihm und der Familie
der Gesuchstellerin bestanden habe, dass die Familie der Gesuchstellerin (recte:
des Gesuchstellers) die Renovationskosten übernehme. Diesbezüglich wurde der
Gesuchsteller aufgefordert, zu behaupten, zu welchem Zeitpunkt (Datum) er mit
welcher Person oder Personen (Name) eine Vereinbarung (mündlich, schriftlich)
welchen Inhalts (was wurde konkret vereinbart?) geschlossen habe. Es sei na-
mentlich anzugeben, um welche Art von Investitionen (wertvermehrende oder
werterhaltende) es sich gehandelt (welche konkreten Arbeiten welcher Handwer-
ker?) und zu welchem Zeitpunkt diese erfolgen sollten (act. 152 S. 11). Mit Bezug
auf sein Vorbringen, in die Liegenschaft seien insgesamt CHF 751'000.-- vom
Familienvermögen der Gesuchstellerin (recte: Gesuchsteller) investiert worden,
wurde der Gesuchsteller aufgefordert, konkret zu behaupten, zu welchem Zeit-
punkt (Datum) welcher Handwerker (Name) welche konkrete Arbeit (z.B. Malerar-
beiten) wo (Zimmer? Garten?) in der ehelichen Liegenschaft vorgenommen habe.
Es sei darzutun, wann (Datum) welcher Handwerker welche Rechnung gestellt
habe und von wem diese wann bezahlt worden sei. Es sei darzutun, ob es sich
bei den in Rechnung gestellten Arbeiten um werterhaltende oder wertvermehren-
de Investitionen gehandelt habe (act. 152 S. 11/12). Im Zusammenhang mit der
Bestimmung der Beteiligung am Vorschlag wurden die Parteien in der Verfügung
vom 7. Oktober 2013 vom Vorderrichter sodann explizit darauf hingewiesen, dass
sie, sofern sie die Auffassung vertreten, es sei mit einer bestimmten Vermögens-
masse in eine andere investiert worden, konkret zu behaupten sei, welche Masse
zu welchem Zeitpunkt in welche andere Masse investiert bzw. Schulden über-
nommen habe und welche konkreten Ansprüche daraus abgeleitet werden. Daten
und Beträge seien explizit zu nennen (act. 152 S. 15 E. 2.3.3. a). Schliesslich
wurde darauf hingewiesen, dass der Gesuchsteller (dort Beklagter), wenn er im
Zusammenhang mit Handwerkerrechnungen Ansprüche geltend machen wolle,
darzutun habe, welche Investitionen aus welcher Masse welche Ansprüche ge-
genüber einer andern Masse in welcher Höhe (Betrag) begründen (act. 152 S. 16
- 18 -
E. 2.3.3 lit. c). Auch die Gesuchstellerin hatte in der Replik den Gesuchsteller zur
Substanziierung aufgefordert (act. 127 S. 7).
5.1.5. Die gestützt auf die detaillierte Substanziierungsauflage ergangenen Vor-
bringen des Gesuchstellers (act. 162) sind zulässig und entgegen der Auffassung
der Gesuchstellerin nicht verspätet. Der Gesuchsteller hielt unter Ziff. 6 zur güter-
rechtlichen Auseinandersetzung zunächst die Vermögenswerte der Parteien am
7. September 2009 fest und nannte als seine Vermögenswerte neben den unbe-
strittenen Konti ein 3-Säulenkonto bei der ... Versicherung sowie seinen
hälftigen Miteigentumsanteil am ehelichen Haus (act. 162 S. 2). Unter der Über-
schrift "Eheliches Haus in D._" hielt er fest, er habe mit dem Vater der Ge-
suchstellerin beim Kauf des Hauses vereinbart, dass der Vater der Gesuchstelle-
rin CHF 1 Mio. beitrage und die Familie ... [von A._] die Umbau- und Reno-
vationskosten übernehme, sei es durch Handwerker oder Eigenleistungen durch
den Vater des Gesuchstellers. Auch sei vereinbart worden, dass die Eigenleistun-
gen des Vaters angerechnet werden. Zum Beweis seiner Behauptung bot er den
Vater der Gesuchstellerin als Zeuge an (act. 162 S. 3). Alsdann listete der Ge-
suchsteller unter Hinweis und Beilage von Rechnungen und Kontoauszügen
Handwerkerrechnungen auf im Gesamtumfang von CHF 507'608.70 (act. 162 S.
3-8 und act. 163). Unter dem Titel "Vorschlagsberechnung" machte er geltend, er
habe seinen hälftigen Miteigentumsanteil im Umfang von CHF 501'000.-- durch
Geld, welches er von der Familie erhalten hatte, oder durch Eigenleistungen fi-
nanziert. In diesem Umfang gehöre der Miteigentumsanteil zu seinem Eigengut.
Er machte alsdann geltend, er habe an bestimmt genannten Daten verschiedene
Zahlungen von seiner Mutter bzw. von seinen Eltern in cash erhalten und zum Ei-
gengut gehöre auch der im Zeitpunkt der Heirat vorhandene Barwert der ... Versi-
cherung sowie der Wert seines Depots bei der Credit Suisse (act. 162 S. 8). Unter
der Überschrift "Vorschlagsbeteiligungen" hielt der Gesuchsteller fest, dass hin-
sichtlich der Umbau- und Renovationskosten am ehelichen Einfamilienhaus der
Gesuchsteller geltend mache, dass diese Eigengut darstelle und er damit seine
Miteigentumshälfte am ehelichen Einfamilienhaus finanzierte (act. 162 S. 9).
- 19 -
5.1.6. Angesichts der detaillierten Substanziierungsaufforderung seitens der Vor-
instanz vermögen diese auch in der Duplik sehr allgemein gehaltenen Vorbringen
– wie die Vorinstanz zu Recht festgestellt hat – nicht zu genügen. Im Sinne einer
Zusammenfassung stellt der Gesuchsteller zwar einen Bezug zwischen den in der
Duplik erstmals behaupteten Barzahlungen seiner Eltern zu den Umbau- und Re-
novationsarbeiten her. Der Gesuchsteller unterlässt es aber gänzlich, die behaup-
teten (von der Gesuchstellerin bestrittenen) Barzahlungen der Eltern den Renova-
tions- und Umbauarbeiten zuzuordnen. Damit über die Herkunft der Mittel zur Fi-
nanzierung der Arbeiten Klarheit geschafft werden könnte, müsste eine solche
Zuordnung im Rahmen eines Beweisverfahrens zunächst ergänzt werden, was
nicht zulässig ist und wofür im Rahmen der vorliegend herrschenden Dispositions-
und Verhandlungsmaxime kein Raum besteht. Dass die behaupteten Arbeiten ge-
leistet wurden, was aufgrund der Vorbringen des Gesuchstellers – soweit streitig
– einem Beweisverfahren zugeführt werden könnte, genügt ebenso wenig wie der
Nachweis der behaupteten elterlichen Zahlungen. Zu Recht weist die Gesuchstel-
lerin sodann darauf hin, dass die Behauptung, die Umbau- und Renovationskos-
ten stellten Eigengut dar, keine dem Beweis zugängliche Tatsachenbehauptung
ist, sondern eine rechtliche Zuordnung, welche nicht Gegenstand des Beweisver-
fahrens sein kann. Weder der Nachweis der behaupteten Handwerkerarbeiten
noch der Nachweis dafür, dass die Eltern des Gesuchstellers an den behaupteten
Daten die genannten Beträge dem Gesuchsteller zukommen liessen, genügten,
um den seitens des Gesuchstellers trotz ausdrücklicher Aufforderung nicht be-
haupteten konkreten Bezug der Zahlungen zu den Arbeiten herzustellen. Eben
dieser Bezug wäre indes notwendig, um die Beträge im Zusammenhang mit der
ehelichen Liegenschaft überhaupt als Eigengut des Gesuchstellers qualifizieren
zu können. Ein Beweisverfahren über die vorgebrachten hinreichend substanziier-
ten bestrittenen Tatsachenbehauptungen durfte bei dieser Sachlage unterbleiben,
Eine unrichtige Rechtsanwendung ist der Vorinstanz nicht vorzuwerfen.
5.2.1. Der Gesuchsteller macht weiter geltend, dass die dargelegten Umbau-
und Renovationsarbeiten als solche nicht bestritten worden seien und von der
Vorinstanz daher hätten berücksichtigt werden müssen, ansonsten die Dispositi-
onsmaxime verletzt sei. Seien Rechnungen in der Höhe von CHF 507'608.70
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ausgewiesen und sei weiter unbestritten, dass von der Hypothek lediglich
CHF 250'000.-- für Renovationsarbeiten verwendet worden seien, dann sei
es nachweislich unmöglich, dass der Erstellungspreis der Liegenschaft
lediglich CHF 2'250'000.-- betragen habe. Vielmehr sei von Erwerbskosten
in der Höhe von CHF 2'750'000.-- auszugehen, wobei er, der Gesuchsteller,
zur Einschränkung des Prozessrisikos die Ersatzforderung aus Eigengut auf
CHF 150'000.-- reduziere (entsprechend der behaupteten Zahlungen der Eltern)
und CHF 500'000.-- Umbaukosten geltend mache. Es sei im Ergebnis davon
auszugehen, dass die Umbau- und Renovationskosten im Umfang von
CHF 500'000.-- wie folgt finanziert worden seien: CHF 250'000.-- mittels Hypo-
thek, CHF 150'000.-- durch Eigengut des Gesuchstellers und CHF 100'000.--
durch Errungenschaft (act. 215 S. 12 - 14).
5.2.2. Unter Verweis auf ihre vorinstanzlichen Vorbringen hält die Gesuchstelle-
rin dafür, der Gesuchsteller könne aufgrund der Renovations- und Umbauarbeiten
keine Ansprüche für sich herleiten. Sie geht davon aus, dass sämtliche Umbau-
und Renovationsarbeiten aus Mitteln der Errungenschaft beglichen wurden
(act. 224 S. 11/12), und wendet ein, die vom Gesuchsteller geltend gemachten
Investitionen seien Unterhalt und nicht wertvermehrend, weshalb sie dem Erstel-
lungspreis nicht zuzurechnen seien; der Gesuchsteller bringe sodann erstmals
vor, die Erwerbskosten hätten CHF 2'750'000.-- betragen sollen (act. 224 S. 13).
5.2.3. Der Gesuchsteller hat – entgegen der Darstellung der Gesuchstellerin –
bereits in der Klageantwort – zunächst allerdings unsubstanziiert – geltend ge-
macht, dass im Zeitraum 2002 - 2007 insgesamt CHF 751'000.-- Umbau- und Re-
novationskosten angefallen waren (act. 121 S. 5/6). Dies entspricht den nunmehr
im Berufungsverfahren behaupteten CHF 2'750'000.-- Erwerbskosten in etwa. Die
Gesuchstellerin hatte dies in der Replik bestritten und geltend gemacht, dass ein-
zelne weitere Umbau- und Renovationsarbeiten, d.h. solche, die über den Betrag
von CHF 250'000.-- hinausgehen, welcher unbestrittenermassen aus der Hypo-
thek finanziert wurden, in die Errungenschaft fallen würden, sollte es dem Ge-
suchsteller gelingen, solche nachzuweisen (act. 127 S. 7). Alsdann listete der Ge-
suchsteller wie gesehen einzelne Rechnungen auf (act. 162 S. 3-8). Von diesen
- 21 -
Arbeiten bestritt die Gesuchstellerin in ihrer Stellungnahme mit Bezug auf die Ar-
beiten im Jahre 2002 vier Positionen ("Badezimmermöbel" CHF 9'237.35,
"Waschmaschine/Tumbler" CHF 5'146.--, "Kanalreinigung" CHF 359.-- und "Bohr-
hammer" CHF 1'871.--) im Gesamtbetrag von CHF 16'613.35 mit der Begrün-
dung, es handle sich dabei nicht um Umbau- und Renovationskosten (act. 173 S.
3), was der Gesuchsteller wiederum als unzutreffend bezeichnete (act. 194 S. 2).
Für das Jahr 2003 machte die Gesuchstellerin geltend, dass CHF 813.-- für einen
Zaundraht und CHF 645.-- für den Feuerlöscher nicht unter Umbau oder Renova-
tion fallen; hinsichtlich der Gartenarbeiten im Jahr 2005 im Betrag von CHF
1'240.-- machte sie geltend, diese gehörten drei Jahre nach dem Kauf der Lie-
genschaft zu den Unterhaltskosten und nicht zu Umbau oder Renovationen und
die für das Jahr 2007 geltend gemachten Aufwendungen (Pflanzenkauf und
Schlüssel anpassen, total CHF 3'332.70) seien keine Investitionen in die Liegen-
schaft. Bezüglich der für das Jahr 2006 geltend gemachten Arbeiten erhob sie
den Einwand, dass diese aus Mitteln der Errungenschaft bezahlt worden seien
(act. 173 S. 3/4).
5.2.4. Eine substanziierte Bestreitung der substanziiert aufgelisteten einzelnen
Aufwendungen seitens der Gesuchstellerin erfolgte nur hinsichtlich der oberwähn-
ten Positionen. Bei der Behauptung, die gemachten Investitionen stellten Unter-
halt und nicht Mehrwert dar, handelt es sich um einen rechtlichen Einwand, wobei
unklar bleibt, auf welche Positionen er bezogen ist. Nicht insgesamt – wie der Ge-
suchsteller in der Berufung geltend macht (act. 215 S. 12) – aber im Umfang, in
welchem keine substanziierte Bestreitung seitens der Gesuchstellerin vorliegt,
haben die Aufwendungen daher als unbestritten zu gelten. Soweit die Positionen
bestritten sind, betrifft die Bestreitung nicht den Aufwand an sich oder dessen Hö-
he. Bestritten ist vielmehr die Qualifikation einzelner Positionen, mithin keine Tat-
sachenfrage, so dass sich hiezu ein Beweisverfahren erübrigt. Verspätet sind die
auf Aufforderung hin ergangenen (substanziierten) Behauptungen des Gesuch-
stellers entgegen der wiederholt vertretenen Auffassung der Gesuchstellerin
(act. 173 S. 1 und act. 224 S. 11) wie gesehen nicht.
- 22 -
5.2.5. Mit Bezug auf die einzelnen bestrittenen Beträge erscheinen die Positio-
nen "Badezimmermöbel" und "Waschmaschine/Tumbler" ohne weiteres als Inves-
titionen, während die mit CHF 359.-- und CHF 1'871.--, belegten Kosten für
"Kanalreinigung" und "Bohrhammer" nicht als solche ausgewiesen erscheinen.
Gleiches gilt für die Rechnung für die Feuerlöscherkontrolle von CHF 645.--
(act. 122/4/42) im Jahre 2003, während die Kosten für den Zaundraht wiederum
als Investition zu qualifizieren sind. Die Pflanzenkäufe im Jahr 2005 und 2007
noch als Investitionen im Zusammenhang mit dem Hauskauf zu berücksichtigen
erscheint ebenfalls als zulässig, zumal die Darstellung des Gesuchstellers, man
habe die Renovations- und Umbauarbeiten aus Steueroptimierungsgründen über
eine Dauer von mehreren Jahren vorgenommen (act. 162 S. 3) von der Gesuch-
stellerin nicht bestritten worden war. Die Position "Schlüssel anpassen" im Um-
fang von CHF 280.-- (act. 121 S. 8 und act. 122/4/119) ist hingegen nicht zu be-
rücksichtigen.
5.3. Zusammenfassend reduzieren sich die vom Gesuchsteller geltend gemach-
ten Kosten um CHF 3'155.-- (Kanalreinigung CHF 359.--, Bohrhammer
CHF 1'871.--, Feuerlöscher CHF 645.-- und Schlüssel anpassen CHF 280.--).
Es ist mithin von Umbau- und Renovationskosten von insgesamt CHF 504'453.70
auszugehen. Der Gesuchsteller selbst reduzierte diese im Berufungsverfahren auf
CHF 500'000.--, worauf er zu behaften ist. Aufgrund der unbestrittenen Darstel-
lung beider Parteien wurden davon CHF 250'000.-- durch die Aufnahme der Hy-
pothek finanziert, mit Bezug auf den Restbetrag kann entgegen der Auffassung
des Gesuchstellers auch im Umfang von CHF 150'000.-- nicht davon ausgegan-
gen werden, sie seien durch Eigengut des Gesuchstellers finanziert wurden, da
wie gesehen (vgl. vorn Ziff. 5.1.) ein Bezug der Aufwendungen zum Eigengut des
Gesuchstellers nicht hinreichend dargetan wurde. Es ist dem Gesuchsteller indes
insoweit zuzustimmen, dass sich nach dem Gesagten die für die güterrechtliche
Auseinandersetzung zu berücksichtigenden Gestehungskosten gegenüber der
Annahme der Vorinstanz um CHF 250'000.-- erhöhen.
6.1. Der zitierten bundesgerichtlichen Rechtsprechung folgend ist aus dem Er-
werb zu Miteigentum zu folgern, dass auch der Mehrwert hälftig zu teilen ist, so-
- 23 -
weit keine andere Abmachung besteht oder der Kaufvertrag nichtig ist (Pra 101
(2012) Nr. 101 E. 5.1.4.). Eine solche abweichende Abmachung (oder Nichtigkeit)
behaupteten die Parteien vorliegend nicht. Soweit die Gesuchstellerin aus
E.5.2.4.2. des zitierten bundesgerichtlichen Entscheides eine proportionale Auftei-
lung des Mehrwertes ableiten will, ist ihr entgegenzuhalten, dass es beim dortigen
Verweis um das Verhältnis der verschiedenen Gütermassen eines Ehegatten
geht, welche vorliegend nicht zur Diskussion steht.
Es ergibt sich für die Auflösung des Miteigentums der Parteien an der ehelichen
Liegenschaft folgende Rechnung:
Die Liegenschaft ist zum Wert von CHF 3'280'000.-- der Gesuchstellerin zuzuwei-
sen. In Abzug zu bringen ist der unbestrittenermassen von der Gesuchstellerin
bzw. deren Eltern stammende Finanzierungsanteil von CHF 1 Mio. sowie die Hy-
pothek in der Höhe von CHF 1,25 Mio. Die weiteren CHF 250'000.-- für Umbau-
und Renovationskosten, die der Errungenschaft zuzuweisen sind, stehen den Ge-
suchstellern je zur Hälfte zu; sie sind bei der sachenrechtlichen Teilung als Erste-
hungskosten ebenfalls in Abzug zu bringen. Im Rahmen der güterrechtlichen
Auseinandersetzung steht dem Gesuchsteller eine Ersatzforderung im hälftigen
Umfang, d.h. im Umfang von CHF 125'000.-- zu (Art. 206 Abs. 1 ZGB). (Blieben
die CHF 250'000.-- bereits im Rahmen der sachenrechtlichen Teilung unberück-
sichtigt, so entfiele die erwähnte Ersatzforderung im Rahmen der güterrechtlichen
Auseinandersetzung, was zum selben Resultat führt). Es ergibt sich demnach fol-
gender Ersatzanspruch des Gesuchstellers: CHF 390'000.-- (CHF 3'280'000.-- ./.
CHF 1 Mio, ./. CHF 1'250'000.-- ./. CHF 250'000.--, davon die Hälfte).
7.1. Mit Bezug auf die Zuweisung einzelner Vermögenswerte an die verschiede-
nen Gütermassen rügt der Gesuchsteller, die Vorinstanz habe aktenwidrig festge-
halten, er habe keine Vermögenswerte in die Ehe eingebracht, obwohl er, der
Gesuchsteller, geltend gemacht hatte, dass zu seinem Eigengut auch der im Zeit-
punkt der Heirat vom 13. August 1999 vorhandene Wert der ... Versicherung in
der Höhe von CHF 13'800.-- gehöre, was von der Gesuchstellerin nicht bestritten
worden sei (act. 215 S. 14; act. 227 S. 7). Die Gesuchstellerin macht geltend, sie
habe vor Vorinstanz in der Stellungnahme zu den Dupliknoven die Darstellung
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des Gesuchstellers bestritten und darauf hingewiesen, dass dieser noch immer
keine Auskunft über sein Guthaben bei der ... Versicherung erteilt habe
(act. 224 S. 14; act. 230 S. 4).
4.2. Aus den vorinstanzlichen Akten ergibt sich, dass der Gesuchsteller bereits in
der Klageantwort geltend gemacht hatte, dass beide Parteien je eine Versiche-
rung der Säule 3a in die Ehe eingebracht und zu gleichen Teilen weiter geäufnet
hätten (act. 121 S. 3). Dies bestritt die Gesuchstellerin in der Replik nicht (act. 127
S. 5). In der Duplik behauptete der Gesuchsteller, er verfüge über ein 3a-Säulen-
konto bei der ... Versicherung, über dessen Stand Auskunft zu geben er die Ver-
sicherung gebeten habe (act. 162 S. 2), dieses Konto habe bei der Heirat einen
Wert von CHF 13'800.-- aufgewiesen (act. 162 S. 8). Die Gesuchstellerin äusserte
sich in der Stellungnahme dazu nur insoweit als sie verlangte, der Gesuchsteller
habe über das Konto Auskunft zu geben (act. 173 S. 2). Der Gesuchsteller wurde
alsdann vom Vorderrichter mit Verfügung vom 17. Dezember 2013 aufgefordert,
eine Bescheinigung der ... Versicherung betreffend Saldo des Säulenkontos 3a
des Gesuchstellers per 7. September 2009 einzureichen (act. 174). Die Erklärung
der ... Versicherung datiert vom 29. Oktober 2013 und weist einen Rückkaufsbe-
trag per 1. September 2009 von CHF 47'861.00 aus (act. 179). In der Stellung-
nahme zum Beweisergebnis äusserte sich der Gesuchsteller diesbezüglich nur
noch dahingehend, dass er sein Guthaben bereits seit 1996 äufne (act. 194 S. 3).
Die Gesuchstellerin äusserte sich nicht mehr dazu. Bei dieser Behauptungslage
ist davon auszugehen, dass der Bestand des fraglichen Kontos nicht bestritten ist,
ebenso wenig die konkrete Behauptung des Gesuchstellers in der Duplik, dass
dessen Stand per Heiratsdatum bereits bestand und einen Wert von CHF 13'800.-
- aufwies. Damit ist das 3a-Säulenkonto des Gesuchstellers bei der ... Versiche-
rung dem Eigengut des Gesuchstellers zuzuweisen, wobei zugunsten der Errun-
genschaft eine Ersatzforderung gestützt auf Art. 209 Abs. 3 ZGB besteht, welche
in der Differenz zwischen dem Wert bei Begründung des Güterstandes (Heirats-
datum) und der Auflösung des Güterstandes (7. September 2009) besteht, mithin
in der Höhe von CHF 34'061.-- (CHF 47'861.-- abzüglich CHF 13'800.--) (STECK,
FamKomm Band I, 2. Aufl., Art. 197 N 26 und N 28 - 32).
- 25 -
8. Die vorinstanzliche Berechnung der güterrechtlichen Ansprüche der Parteien
blieb im Übrigen unangefochten, weshalb es dabei sein Bewenden hat und sie
auch dem vorliegenden Entscheid zugrunde zu legen ist.
9. Die Vermögen der Gesuchsteller stellen sich wie folgt dar:
9.1. Vermögen des Gesuchstellers:
Zu berücksichtigen ist die Ersatzforderung des Gesuchstellers im Sinne von
Art. 206 Abs. 1 ZGB aufgrund der hälftig anzunehmenden Beteiligung an den
CHF 250'000.-- Umbau- und Renovationskosten sowie die weiteren von der Vor-
instanz genannten Positionen:
Aktiven Passiven
Entschädigung aus der Liegenschaft CHF 390'000.--
Ersatzforderung nach Art. 206 Abs. 1 ZGB CHF 125'000.--
UBS-Konto ... CHF 1'275.--
Konto Raiffeisenbank Zürich CHF 305.--
3a -Säulenkonto ... Versicherung CHF 47'861.--
UBS-Konto ... CHF 3'102.00
Vermögen CHF 561'339.--
9.2. Vermögen der Gesuchstellerin
Die Gesuchstellerin hält in ihrer Vermögenszusammenstellung in der Berufungs-
antwort ohne jeglichen Kommentar dazu fest, dass es das von der Vorinstanz im
angefochtenen Entscheid beim Vermögen der Gesuchstellerin aufgeführte Konto
Raiffeisen im Wert von CHF 7'505.-- nicht gebe (act. 224 S. 16). Der Gesuchstel-
ler hatte dieses Konto in der vorinstanzlichen Duplik erwähnt (act. 162 S. 2), die
Gesuchstellerin liess dies in ihrer Stellungnahme unkommentiert (act. 173). Die
Vorinstanz ging angesichts dieser Behauptungslage zu Recht vom Bestand des
Kontos in der behaupteten Höhe aus, die Gesuchstellerin tut in der Berufungsant-
wort nicht dar, inwiefern die Vorinstanz diesbezüglich fehlerhaft vorgegangen sein
soll. Auch ist nicht ersichtlich, dass die Behauptung nicht bereits vor Vorinstanz
hätte vorgebracht werden können.
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Das Vermögen der Gesuchstellerin präsentiert sich demnach wie folgt:
Liegenschaft CHF 3'280'000.--
Hypothekarschulden CHF 1'250'000
Entschädigung aus der Liegenschaft CHF 390'000
Ersatzforderung nach Art. 206 Abs. 1 ZGB CHF 125'000
UBS Konto ... CHF 1'413.--
UBS Wertschriftenkonto CHF 352'626.--
UBS Drittsäulenkonto CHF 75'543.60
Konto Raiffeisen Nr. ... CHF 7'505.-- Vermögen CHF 1'952'087.--
9.3. Bei der Ermittlung der Gütermassen ist beim Gesuchsteller der Betrag
von CHF 13'800.--, mithin der Wert des 3a Säulenkonto bei der ... Versicherung
(Wert im Zeitpunkt der Heirat) zu berücksichtigen. Seine übrigen Vermögensposi-
tionen stellen nach dem Gesagten Errungenschaft dar. Bei der Gesuchstellerin
bilden mit Ausnahme der beiden Konti Raiffeisen mit einem Wert von CHF 7'505.-
- und UBS ... mit einem Wert von CHF 1'413.-- sämtliche Vermögenswerte Ei-
gengut dar. Dass das erstgenannte Konto nicht bestehe, hat die Gesuchstellerin
wie gesehen zu spät behauptet.
9.4. Die Berechnung des Vorschlages ergibt sich wie folgt:
Vermögen des Gesuchstellers:
Vermögen CHF 561'339.--
./. Eigengut CHF 13'800.--
Errungenschaft: CHF 547'539.--
Vermögen der Gesuchstellerin:
Vermögen CHF 1'952'087.--
./. Eigengut CHF 1'943'169.--
Errungenschaft CHF 8'918.--
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Jedem Gesuchsteller steht die Hälfte des Vorschlages des andern zu, dem Ge-
suchsteller mithin von jenem der Gesuchstellerin CHF 4'459.--, der Gesuchstelle-
rin CHF 273'769.50, was verrechnet einen güterrechtlichen Anspruch der Ge-
suchstellerin von CHF 269'310.-- ergibt. Bringt man diesen Betrag von dem dem
Gesuchsteller zustehenden Betrag von CHF 515'000.-- in Abzug so hat die Ge-
suchstellerin gegenüber dem Gesuchsteller einen güterrechtliche Ausgleichsbe-
trag von CHF 245'690.00 zu bezahlen.
IV.
1. Kosten- und Entschädigungsfolgen des erstinstanzlichen Urteils
1.1. Der Gesuchsteller beantragt im Berufungsverfahren, es seien die Kosten
des erstinstanzlichen Verfahrens hälftig unter den Parteien aufzuteilen und die
Parteientschädigungen seien wettzuschlagen (act. 215 S. 2). Zur Begründung
bringt er vor, die Vorinstanz habe zu Unrecht die Kosten- und Entschädigungsfol-
gen auf die güterrechtliche Auseinandersetzung beschränkt. Diese habe im gan-
zen, seit 17. Januar 2012 hängigen Verfahren höchstens einen Sechstel ausge-
macht und falle nicht ins Gewicht, so dass sich die hälftige Teilung wie bei Schei-
dungen auf gemeinsames Begehren und in Kinderbelangen üblich rechtfertige
(act. 215 S. 19 f.). Die Gesuchstellerin hält demgegenüber die Aufteilung der Ge-
richtskosten und Festlegung der Prozessentschädigung durch die Vorinstanz als
im Rahmen des Ermessensspielraums für korrekt (act. 224 S. 17).
1.2. Die Vorinstanz hat die Grundsätze der Kostenregelung zutreffend dargelegt
und festgestellt, dass sich die Gerichtsgebühr im Scheidungsverfahren grundsätz-
lich nicht nach dem Streitwert bestimme ( § 4 GebV OG), vorliegend die vermö-
gensrechtlichen Rechtsbegehren indes zu berücksichtigen seien. Sie wies bei ei-
ner nahezu verdoppelten Grundgebühr dem ersten Teilurteil vom 14. April 2014
eine Gerichtsgebühr von CHF 9'000.-- zu, dem vorliegend angefochtenen Teilur-
teil vom 20. Mai 2014 eine solche von CHF 30'000.-- (act. 218 S. 34). Dies ist
nicht zu beanstanden. Entgegen der Auffassung des Gesuchstellers ging es bei
- 28 -
der Kostenauflage des nunmehr angefochtenen Entscheides nicht mehr um die
Scheidung an sich und die weiteren Nebenfolgen der Scheidung. Die Vorinstanz
hat sich für die Prüfung des Obsiegens und Unterliegens deshalb zu Recht auf die
güterrechtliche Auseinandersetzung beschränkt. Im Teilurteil vom 14. April 2014
wurden die Kosten der Übung entsprechend den Parteien je hälftig auferlegt und
es wurden die Prozessentschädigungen wettgeschlagen.
1.3. Der Gesuchsteller beantragte vor Vorinstanz eine güterrechtliche Aus-
gleichszahlung von CHF 824'000.--, die Gesuchstellerin gestand ihm eine solche
von CHF 97'642.-- zu. Zuzusprechen sind ihm CHF 245'690.--. Von der streitigen
Differenz erhält er wenig mehr als einen Fünftel. Auch unter Berücksichtigung der
von der Vorinstanz berücksichtigten weiteren Faktoren, welche die Parteien im
Berufungsverfahren nicht in Zweifel ziehen, erweist sich daher die vorinstanzliche
Auflage der Kosten zu einem Viertel an die Gesuchstellerin und zu drei Vierteln
an den Gesuchsteller als sachgerecht.
1.4. Zutreffend ist dagegen der Einwand des Gesuchstellers betreffend die
Parteientschädigung. Bei der gleichen Verteilung hat der Gesuchsteller der
Gesuchstellerin drei Viertel, mithin CHF 34'500.-- der vollen Entschädigung
von CHF 46'000.-- zu bezahlen und die Gesuchstellerin dem Gesuchsteller
CHF 11'500.--. Nach Verrechnung ergibt sich ein Entschädigungsanspruch der
Gesuchstellerin in der Höhe von CHF 23'000.--. Den Ersatz der Mehrwertsteuer
hatte die Gesuchstellerin vor Vorinstanz nicht verlangt (act. 101 S. 3), weshalb sie
ihr nicht zu ersetzen ist (Kreisschreiben der Verwaltungskommission des Oberge-
richtes vom 17. Mai 2006, Ziff. 2.1.1).
2. Kosten- und Entschädigungsfolgen des Berufungsverfahrens
2.1. Im Berufungsverfahren verlangt der Gesuchsteller eine güterrechtliche Aus-
gleichszahlung von noch CHF 625'689.50, wogegen die Gesuchstellerin an der
von der Vorinstanz festgelegten Ausgleichszahlung von CHF 111'515.20 festhal-
ten will. Zuzusprechen sind wie gesehen CHF 245'690.--. Auch im Berufungsver-
fahren rechtfertigt es sich mithin – auch unter Berücksichtigung des Umstandes,
dass der Gesuchsteller mit Bezug auf die vorinstanzliche Parteientschädigung
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teilweise obsiegt – die Kosten dem Gesuchsteller zu drei Vierteln und der Ge-
suchstellerin zu einem Viertel aufzuerlegen. Im gleichen Verhältnis sind die Pro-
zessentschädigungen zu verlegen. Die Entscheidgebühr des Berufungsverfah-
rens ist auf CHF 15'000.--, die volle Prozessentschädigung auf CHF 20'000.--
festzusetzen.