Decision ID: ac421a77-a1d7-46ae-9bd2-0da8067303a1
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ wurde am 15. März 1993 (Datum Posteingang bei der IV-Stelle des Kantons
Appenzell Ausserrhoden) zum Bezug von IV-Leistungen für Minderjährige angemeldet
(IV-act. 2; zur am 17. Juni 1994 erfolgten Anmeldung zum Bezug von IV-Leistungen für
Erwachsene siehe IV-act. 15). Der Hausarzt Dr. med. B._ diagnostizierte eine Störung
des Sozialverhaltens und der Emotionen in Folge psychischer und körperlicher
Traumatisierung (Bericht vom 14. Mai 1993, IV-act. 3). Die IV-Stelle des Kantons
Appenzell Ausserrhoden erteilte u.a. Kostengutsprache für eine erstmalige berufliche
Ausbildung (Ausbildung in einer Haushaltschule vom 16. August 1993 bis 15. August
1995, IV-act. 12; anschliessend bis 13. August 1997 Anlehre zur Textilpflegerin, IV-act.
26). Die Versicherte schloss die beruflichen Massnahmen ab. Aufgrund der
verminderten Leistungsfähigkeit wurde von einem erzielbaren Brutto-Verdienst von Fr.
15'600.-- ausgegangen (Schlussbericht der Berufsberaterin vom 19. August 1997, IV-
act. 36). Mit Wirkung ab 1. August 1997 sprach die IV-Stelle des Kantons Appenzell
Ausserrhoden der Versicherten eine ganze Rente zu (IV-act. 40). Im Rahmen einer von
Amtes wegen eingeleiteten Revision wurde der Anspruch der Versicherten auf eine
ganze Rente bestätigt (Mitteilung der infolge eines Wohnsitzwechsels neu zuständigen
IV-Stelle des Kantons Thurgau vom 15. Juni 2001, IV-act. 71). Die IV-Stelle des
Kantons Thurgau wies das Gesuch der Versicherten um berufliche Massnahmen unter
Hinweis auf ihren Gesundheitszustand ab (Verfügung vom 26. Juli 2001, IV-act. 75).
A.b Am _. Mai 2004 wurde die Versicherte Mutter (IV-act. 115-2). Die infolge
Wohnsitzwechsels neu zuständige IV-Stelle des Kantons St. Gallen sprach der
Versicherten daraufhin mit Wirkung ab 1. Mai 2004 eine Kinderrente zu (Verfügung vom
14. September 2004, IV-act. 79). Im Rahmen des darauf folgenden Revisionsverfahrens
gab die Versicherte an, ihr Gesundheitszustand sei gleich geblieben (Fragebogen vom
2. September 2004, IV-act. 78). Am 3. November 2005 führte die IV-Stelle des Kantons
St. Gallen eine Abklärung im Haushalt der Versicherten durch. Die Abklärungsperson
vertrat die Auffassung, die Versicherte wäre im Gesundheitsfall seit der Geburt ihrer
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Tochter vollzeitlich im Haushalt tätig. Hierfür bestünde keine Beeinträchtigung in der
Leistungsfähigkeit (Bericht vom 10. Februar 2006, IV-act. 96). Gestützt auf diese
Erkenntnisse stellte die IV-Stelle des Kantons St. Gallen die Rentenleistung per 31.
März 2006 ein (Verfügung vom 21. Februar 2006, IV-act. 100). Die von der Versicherten
dagegen erhobene Einsprache vom 9. März 2006 (IV-act. 102) wies die IV-Stelle ab
(Einspracheentscheid vom 24. Oktober 2006, IV-act. 110).
A.c Am 6. Juli 2007 meldete sich die Versicherte erneut zum Bezug von
Rentenleistungen bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen an. Sie führte darin aus, sie
arbeite seit Juli 2006 als Reinigungsangestellte im Spital C._ (IV-act. 115; vgl. auch
den Situationsbericht der die Versicherte unterstützende Sozialarbeiterin vom 7. August
2007, IV-act. 118). Die im Ambulatorium für Sozialpsychiatrie des Psychiatrischen
Zentrums D._ behandelnden psychiatrischen Fachpersonen berichteten am 12.
Oktober 2007, die Versicherte leide an einer Anpassungsstörung mit vorwiegenden
Beeinträchtigungen von anderen Gefühlen (ICD-10: F43.23) infolge einer frühkindlichen
psychischen und körperlichen Traumatisierung. Aus psychiatrischer Sicht sei langfristig
von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen (IV-act. 124; vgl. auch den Bericht
vom 31. Juli 2008, IV-act. 137). RAD-Ärztin E._, Fachärztin für Psychiatrie und
Psychotherapie, gelangte zur Auffassung, versicherungsmedizinisch sei von einer 70
bis 80%igen Arbeitsfähigkeit in der freien Wirtschaft auszugehen (Stellungnahme vom
9. Januar 2008, IV-act. 125; vgl. auch die Stellungnahme von RAD-Arzt Dr. med. F._,
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
vom 20. August 2008, IV-act. 138). Ausgehend von einer vollzeitlichen Erwerbstätigkeit
im Gesundheitsfall seit der Scheidung im Mai 2007 (IV-act. 125 und IV-act. 129) und
einer 70%igen Arbeitsfähigkeit ermittelte die IV-Stelle des Kantons St. Gallen einen
30%igen Invaliditätsgrad und wies das Rentengesuch der Versicherten ab (Verfügung
vom 22. August 2008, IV-act. 139). Die dagegen gerichtete Beschwerde vom 18.
September 2008 (IV-act. 143-2 ff.) hiess das Versicherungsgericht mit Entscheid vom
24. März 2010, IV 2008/410, teilweise gut. Es hob die angefochtene Verfügung auf und
wies die Angelegenheit zur Durchführung weiterer Abklärung der Arbeitsfähigkeit an die
IV-Stelle des Kantons St. Gallen zurück (IV-act. 155).
A.d Im Auftrag der IV-Stelle des Kantons St. Gallen wurde die Versicherte am 13.
September 2010 von Dr. med. G._ und med. pract. H._, Fachärzte für Psychiatrie
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und Psychotherapie FMH, begutachtet. Sie diagnostizierten mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte depressive
Episode (ICD-10: F33.0), und eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom
Borderline-Typus (ICD-10: F60.3). Für die angestammte Tätigkeit als Reinigungskraft
sowie für (andere) leidensangepasste Tätigkeiten bescheinigten sie der Versicherten
eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit. Retrospektiv sei davon auszugehen, dass eine
anhaltende Arbeitsunfähigkeit von 40% seit Beginn der Berufstätigkeit in der freien
Wirtschaft bestehe. Vorübergehend, d.h. während mehrerer Wochen bis weniger
Monate im Rahmen mittelgradiger depressiver Episoden, habe eine Arbeitsunfähigkeit
von mehr als 40% bestanden (Gutachten vom 8. Oktober 2010, IV-act. 168).
A.e Der im Psychiatrischen Ambulatorium I._ behandelnde med. pract. J._
erwähnte im Bericht vom 12. Oktober 2010 (Datum Posteingang bei der IV-Stelle) als
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: eine rezidivierende depressive
Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10: F33.4); eine Dysthymia (ICD-10: F34.1) und
einen Verdacht auf eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit emotional instabilen
und abhängigen Persönlichkeitsanteilen (ICD-10: F61.0). Er bescheinigte der
Versicherten seit Beginn der Behandlung am 27. Oktober 2009 eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 169). Dr. G._ und med. pract. H._ nahmen hierzu am 15.
Oktober 2010 Stellung. Sie führten aus, dass die von med. pract. J._ genannten
Beeinträchtigungen und die bescheinigte 100%ige Arbeitsunfähigkeit anhand der
gestellten Diagnosen nicht nachvollziehbar seien (IV-act. 172). RAD-Arzt Dr. K._, u.a.
Facharzt für Innere Medizin, hielt die gutachterliche Beurteilung für überzeugend
(Stellungnahme vom 9. November 2010, IV-act. 174).
A.f Ausgehend von u.a. einer 60%igen Restarbeitsfähigkeit und einem gestützt auf die
Tätigkeit als Reinigungsmitarbeiterin ermittelten Valideneinkommen errechnete die IV-
Stelle des Kantons St. Gallen einen 37%igen Invaliditätsgrad. Mit Vorbescheid vom 1.
Dezember 2010 stellte sie der Versicherten die Abweisung des Rentengesuchs in
Aussicht (IV-act. 177). Dagegen erhob diese am 19. Januar 2011 Einwand und
beantragte u.a. die Prüfung von beruflichen Eingliederungsmassnahmen (IV-act. 181).
Am 4. März 2011 hob die IV-Stelle des Kantons St. Gallen den Vorbescheid auf und
erteilte aufgrund des Wohnsitzes der Versicherten in L._ der IV-Stelle des Kantons
Solothurn bezüglich der Prüfung von beruflichen Eingliederungsmassnahmen einen
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Delegationsauftrag (IV-act. 188). Die Versicherte nahm als Integrationsmassnahme vom
27. Februar bis 26. Mai 2012 an einem Belastbarkeitstraining und vom 27. Mai bis 26.
September 2012 an einem Aufbautraining in der Durchführungsstelle M._ teil (zu den
Kostengutsprachen vom 27. Dezember 2012 siehe IV-act. 222 f.; anstelle eines
Taggelds bezog die Versicherte Sozialhilfe, IV-act. 217-1). Das Aufbautraining wurde
am 26. September 2012 abgebrochen, nachdem die Versicherte (nach Abbruch eines
externen Arbeitseinsatzes) der Weiterführung dieser Massnahme skeptisch gegenüber
gestanden sei und nach einem notfallmässigen Termin bei ihrer Psychiaterin eine
Behandlung in einer Tagesklinik zur Bearbeitung ihrer gesundheitlichen Probleme
bevorzugt habe (Bericht der M._ vom 1. Oktober 2012 siehe IV-act. 217-2). Daraufhin
wies die IV-Stelle des Kantons St. Gallen das Gesuch um berufliche Massnahmen, da
nicht durchführbar, ab (Mitteilung vom 15. März 2013, IV-act. 235).
A.g Die seit 5. April 2012 (vom 22. Oktober 2012 bis 15. Februar 2013 teilstationär in
der Tagesklinik) behandelnden medizinischen Fachpersonen des Ambulatoriums der
Psychiatrischen Dienste I._ berichteten am 5. August 2013, die Versicherte leide mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seit spätestens 5. April 2012 an einer
rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10:
F33.1), und seit Jahren an einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit emotional
instabilen und abhängigen Persönlichkeitsanteilen (ICD-10: F61.0). Sie bescheinigten
der Versicherten bei Abschluss der Behandlung (13. Mai 2013) eine maximal 50%ige
Arbeitsfähigkeit (IV-act. 245).
A.h Im Auftrag der IV-Stelle des Kantons St. Gallen wurde die Versicherte am 17.
Dezember 2013 von Dr. med. N._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
begutachtet. Er stellte die Diagnose einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung
vom Borderline-Typ (ICD-10: F60.31). Für die Reinigungstätigkeit in einer
psychiatrischen Klinik mit Konfrontation mit Patienten und dem Klinikmilieu
bescheinigte er eine 25%ige Arbeitsfähigkeit. Die Arbeitsfähigkeit für
leidensangepasste Tätigkeiten schätzte er spätestens seit März 2013 (Austritt aus der
Tagesklinik) auf 75% (psychiatrisches Gutachten vom 29. Mai 2014, IV-act. 253).
Gestützt auf diese gutachterliche Beurteilung vertrat RAD-Ärztin Dr. med. O._,
Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin FMH, den Standpunkt, ab März 2013 sei von
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einer 75%igen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten auszugehen
(Stellungnahme vom 26. Juni 2014, IV-act. 254).
A.i Auf der Grundlage einer 75%igen Arbeitsfähigkeit und einem Valideneinkommen für
Frühinvalide gemäss Art. 26 IVV ermittelte die IV-Stelle des Kantons St. Gallen einen
47%igen Invaliditätsgrad und sprach der Versicherten mit Wirkung ab 1. Juli 2007 eine
Viertelsrente zu (Verfügung vom 9. Dezember 2014, IV-act. 267; zum vorangegangenen
Vorbescheid vom 11. August 2014 siehe IV-act. 258).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 9. Dezember 2014 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 19. Dezember 2014. Die Beschwerdeführerin beantragt darin unter
Kosten- und Entschädigungsfolge deren Aufhebung und es sei ihr, ab wann rechtens
eine Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% zzgl. Verzugszins
ab wann rechtens zuzusprechen. Eventualiter sei ein psychiatrisches Obergutachten
einzuholen. Es sei eine öffentliche Verhandlung durchzuführen. Im Wesentlichen bringt
die Beschwerdeführerin vor, das psychiatrische Gutachten von Dr. N._ sei
mangelhaft. Bei der Bestimmung des Invalideneinkommens sei ein Tabellenlohnabzug
vorzunehmen (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 13. Februar
2015 die Abweisung der Beschwerde. Sie hält die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung durch
Dr. N._ für beweiskräftig. Sodann bestünden keine Umstände, die einen
Tabellenlohnabzug rechtfertigten (act. G 6).
B.c Mit Verfügung vom 6. März 2015 wird dem Gesuch der Beschwerdeführerin um
Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und
Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) entsprochen (act. G 8).
B.d In der Replik vom 17. August 2015 hält die Beschwerdeführerin unverändert an
den gestellten Rechtsbegehren fest. Ergänzend macht sie geltend, bei der Bestimmung
des Invalideneinkommens sei nicht auf das Total der Hilfsarbeiterinnenlöhne
abzustellen, sondern auf den Wirtschaftszweig 96 „sonstige persönliche
Dienstleistungen“ im Anforderungsniveau 4 (act. G 16).
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B.e Die Beschwerdegegnerin hat auf eine ausführlich begründete Duplik verzichtet
(act. G 18).
B.f Am 14. Dezember 2016 hat die Beschwerdeführerin den Antrag um Durchführung
einer mündlichen Verhandlung zurückgezogen (act. G 26) und die Kostennote des
Rechtsvertreters eingereicht (act. G 26.1).

Erwägungen
1.
Anfechtungsgegenstand der Beschwerde bildet der Rentenanspruch der
Beschwerdeführerin. Demgegenüber enthält die angefochtene Verfügung keine
Anordnungen bezüglich des Anspruchs auf Verzugszinsen, den die
Beschwerdeführerin erstmals in der Beschwerde geltend macht (act. G 1,
Rechtsbegehren Ziff. 2a). Die Verzugszinspflicht setzt den Bestand einer Hauptleistung
voraus und hat insofern akzessorischen Charakter. Da die weiteren in Art. 26 Abs. 2
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG;
SR 830.1) genannten Voraussetzungen erfüllt sein müssen, ist der
Verzugszinsanspruch als eigenes Rechtsverhältnis zu qualifizieren. Dieses kann -
vorbehältlich der Ausdehnung des Anfechtungsgegenstandes - im
Rechtsmittelverfahren nur überprüft werden, wenn die Vorinstanz darüber befunden hat
(Anfechtungsgegenstand) und der vorinstanzliche Entscheid in dieser Hinsicht
angefochten wird (Streitgegenstand). Vorliegend hat die Vorinstanz über den
Verzugszinsanspruch nicht entschieden und sich im Übrigen hierzu im
Beschwerdeverfahren auch nicht vernehmen lassen, weshalb auf das entsprechende
Rechtsbegehren der Beschwerdeführerin nicht einzutreten ist (Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche
Abteilungen des Bundesgerichts] vom 9. Dezember 2005, I 253/05, E. 5).
2.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist das von der
Beschwerdeführerin am 6. Juli 2007 (wieder) angemeldete Gesuch um
Rentenleistungen.
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2.1 Am 1. Januar 2008 sind die im Zug der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung
über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des ATSG in Kraft getreten. In
materiell-rechtlicher Hinsicht gilt der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass
der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des
angefochtenen Entscheids beziehungsweise im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der
zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V
467 E. 1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung ist am 9.
Dezember 2014 (IV-act. 267) ergangen, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor
dem Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008
begonnen hat (Wiederanmeldung vom 6. Juli 2007, IV-act. 115). Daher ist
entsprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31.
Dezember 2007 auf die damals geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt auf
die neuen Normen der 5. IV-Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V
445 ff.; Urteil des Bundesgerichts vom 7. Juni 2006, I 428/04, E. 1). Diese
übergangsrechtliche Lage zeitigt indessen insoweit keine materiell-rechtlichen Folgen,
als die 5. IV-Revision hinsichtlich des Begriffs und der Bemessung der Invalidität keine
substantiellen Änderungen gegenüber der bis Ende 2007 gültig gewesenen Rechtslage
gebracht hat. Neu normiert wurde demgegenüber der Zeitpunkt des Rentenbeginns,
der, sofern die entsprechenden Anspruchsvoraussetzungen gegeben sind (Art. 28 Abs.
1 IVG), gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens 6 Monate nach Geltendmachung des
Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG entsteht (zur bis 31. Dezember 2007
gültigen Rechtslage vgl. Art. 48 Abs. 2 aIVG). Da ein allfälliger Rentenanspruch im
vorliegend zu beurteilenden Fall unbestrittenermassen vor dem 1. Januar 2008
entsteht, wirkt sich diese Neuerung auf den hier zu prüfenden Fall nicht aus (vgl. BGE
138 V 478 E. 3.1). Nachfolgend werden die seit 1. Januar 2008 gültigen Bestimmungen
des ATSG und IVG wiedergegeben, sofern nicht anders vermerkt. Die am 1. Januar
2012 in Kraft getretenen Bestimmungen der IV-Revision 6a sind für die vorliegende
Angelegenheit ohne Relevanz, weshalb sich Weiterungen hierzu erübrigen.
2.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn
sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50%
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besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40% ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
2.3 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidität kann Folge von
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit
ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die
Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG).
2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen
Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V
261 E. 4 mit Hinweisen). Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach haben die Versicherungsträger und das
Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).
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3.
Zunächst ist zu prüfen, ob der medizinische Sachverhalt rechtsgenüglich abgeklärt ist.
3.1 Die gutachterliche Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. G._ und med. pract. H._
vom 8. Oktober 2010 erfüllt sämtliche rechtsprechungsgemässen Kriterien an
beweiskräftige medizinische Expertisen (siehe hierzu vorstehende E. 2.4). Die Parteien
haben denn auch nichts Gegenteiliges vorgebracht. Zudem hielt auch der RAD diese
Expertise für umfassend, konsistent, nachvollziehbar und widerspruchsfrei
(Stellungnahmen vom 13. Oktober 2010, IV-act. 170, und vom 9. November 2010, IV-
act. 174). Diese Auffassung wurde von Dr. N._ geteilt („Das psychiatrische Gutachten
aus dem Jahr 2010 ist schlüssig und nachvollziehbar [...]“), der seine davon
abweichende Arbeitsfähigkeitsschätzung mit einer gesundheitlichen Verbesserung
erklärte (IV-act. 253-20). Gestützt auf die gutachterliche Beurteilung von Dr. G._ und
med. pract. H._ ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin seit der
Begutachtung vom 13. September 2010 bis zumindest zur ergänzenden Stellungnahme
vom 15. Oktober 2010 (IV-act. 173) über eine 60%ige Arbeitsfähigkeit für
leidensangepasste Tätigkeiten verfügt hat. Betreffend den Zeitraum davor, gaben die
Gutachter G._ und H._ nachvollziehbar an, dass diese Einschätzung grundsätzlich
auch retrospektiv seit Beginn der Berufstätigkeit in der freien Wirtschaft im Juli 2006
bestehe (IV-act. 168-16; zum Beginn der Tätigkeit siehe IV-act. 115-5). Auch diese
Einschätzung wurde vom RAD übernommen (IV-act. 174) und es besteht kein Anlass,
davon abzuweichen, zumal sich aus den Ausführungen der Parteien nichts
Gegenteiliges ergibt.
3.2 Gegen das Gutachten von Dr. N._ vom 29. Mai 2014 bringt die
Beschwerdeführerin verschiedene Mängel vor.
3.2.1 Vorab rügt sie, Dr. N._ habe zu Unrecht das Vorliegen einer affektiven Störung
verneint. Die psychopathologischen Befunde für das Vorliegen einer depressiven
Störung seien von ihm indes nur punktuell, nicht aber systematisch auf die in der
ICD-10 vorgegebenen Kriterien wiedergegeben worden. Seine Ausführungen stünden
teilweise im Widerspruch zur Anamnese (act. G 1, Ziff. 3). Dem kann nicht gefolgt
werden. Die Untersuchungen durch Dr. N._ erweisen sich als umfassend. Die
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ausführliche, multiperspektivische psychische Befunderhebung erfolgte in Anlehnung
an das AMDP-System. Des Weiteren nahm er verschiedene Zusatzuntersuchungen vor
(VDS 17 Persönlichkeitsinventar, Textgedächtnis [WMS-Test], Zahlengedächtnistest).
Die Diagnosefindung erfolgte nach dem ICD-Klassifikationssystem. Den Verzicht auf
eine eigenständige, von der Persönlichkeitsstörung unabhängige Diagnose aus dem
depressiven Formenkreis begründete er ausführlich und plausibel. Ein depressives
Syndrom sei bei der jetzigen Untersuchung nicht vorhanden. Den früheren Expertisen
und den Angaben der Explorandin sei zu entnehmen, dass es bei ihr eher zu kürzer
dauernden negativen Stimmungsausschlägen und Stimmungsbeeinträchtigungen mit
Gefühlen von Leere komme, die für eine emotional-instabile Persönlichkeitsstörung
vom Borderline-Typ charakteristisch seien. In früheren Expertisen sei die Diagnose
einer rezidivierenden depressiven Störung gestellt worden. Es bestünden aber Zweifel,
ob es sich tatsächlich um einen typischen episodenhaften Verlauf mit Depression
handle. Die bei der jetzigen Untersuchung nachvollziehbaren oder objektivierbaren
Beschwerden seien gut alleine mit der Diagnose der emotional instabilen
Persönlichkeitsstörung erfasst (zum verbesserten Gesundheitszustand siehe IV-act.
253-20). Zu diesem Krankheitsbild gehöre es dazu, dass sich die Betroffenen als im
Sinn der Definition von Deprimiertheit verändert beschreiben und dass Symptome einer
Depression vorkommen würden. Das allein erfordere nicht das Stellen einer
zusätzlichen Diagnose (IV-act. 253-17). Die Beschwerdeführerin bringt nichts
Substanziiertes vor, was Zweifel an dieser Beurteilung entstehen liesse. Soweit sie
geltend macht, Dr. N._ habe eine beeinträchtigte Schlafhygiene zu Unrecht ausser
Acht gelassen, übersieht sie, dass sie bei der Untersuchung nicht über Schlafstörungen
klagte (zu ihrer Leidensschilderung siehe IV-act. 253-6). So gab sie u.a. an, am Vortag
der Untersuchung gut geschlafen zu haben (IV-act. 253-11). Am Morgen könne sie gut
aufstehen und fühle sich dann fit (IV-act. 253-7), womit ein morgendlicher
Antriebsmangel - entgegen der Darstellung in der Beschwerde (act. G 1, Ziff. 3) - von
der Beschwerdeführerin anlässlich der Untersuchung gerade verneint wurde. Trittico
nimmt die Beschwerdeführerin ferner bloss bei Bedarf und nicht jede Nacht ein (IV-act.
253-12). Vor diesem Hintergrund ist kein Mangel an der Einschätzung von Dr. N._ zu
erblicken, der Schlaf sei nicht (mehr) wesentlich beeinträchtigt (IV-act. 253-14). Auch
aus den übrigen Ausführungen der Beschwerdeführerin (act. G 1, Ziff. 3) - etwa
bezüglich selbstschädigendem Verhalten oder Schuldgefühlen - geht kein Aspekt
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hervor, der von Dr. N._ im Rahmen der Befunderhebung ausser Acht gelassen
worden wäre (siehe insbesondere seine Ausführungen unter dem Abschnitt
„Psychomotorik, Antrieb, Affektivität“, IV-act. 253-14).
3.2.2 Sodann bestehen nach Ansicht der Beschwerdeführerin zwischen der
Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. N._ und dem Vorgutachten sowie der
Einschätzung während des Belastbarkeits- und Aufbautrainings erhebliche Differenzen,
die Zweifel am psychiatrischen Gutachten vom 29. Mai 2014 begründeten (act. G 1, Rz
4). Wohl erklärte Dr. N._, dass die geschätzte Arbeitsfähigkeit wahrscheinlich seit
vielen Jahren bestehe. Dann aber hielt er fest, dass die von ihm bescheinigte
Arbeitsfähigkeit von 75% für leidensangepasste Tätigkeiten „schätzungsweise“ seit
(mindestens) März 2013 bestanden habe (IV-act. 253-23). Bei dieser zeitlichen
Festlegung berücksichtigte er die per 21. Februar 2013 abgeschlossene
psychotherapeutische Behandlung durch die Psychiatrischen Dienste I._ (IV-act.
245-7; explizit: "nach Austritt aus der Tagesklinik", IV-act. 253-23). Hinsichtlich des vor
März 2013 liegenden Zeitraums gelangte Dr. N._ zum Schluss, dass es u.a. ab dem
Jahr 2006 Phasen gegeben habe, mit stärker eingeschränkter Leistungsfähigkeit (IV-
act. 253-23; vgl. auch die entsprechende Würdigung durch den RAD vom 26. Juni
2014, IV-act. 254). Die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. N._ erfasst damit weder
den von Dr. G._ und med. pract. H._ noch von den Abklärungspersonen der VEBO
beurteilten Sachverhalt bzw. Gesundheitszustand. Die Einschätzung von Dr. G._ und
med. pract. H._ stellte Dr. N._ sodann nicht in Frage und begründete seine davon
abweichende Einschätzung aufgrund des von ihm festgestellten verbesserten
Gesundheitszustands (IV-act. 253-20). Zudem nahm er Kenntnis von der Beurteilung
durch die Abklärungspersonen der VEBO (siehe etwa IV-act. 253-5 und IV-act. 253-16).
Daran ändert nichts, dass Dr. N._ die damals gemachten Feststellungen der
Abklärungspersonen kritisch und unter gebotenem Einbezug einer objektiven
Sichtweise diskutierte (IV-act. 253-19), zumal er der damals bestehenden zusätzlichen
psychosozialen Belastung der Beschwerdeführerin Rechnung trug (Schwierigkeiten bei
Sicherstellung der Betreuung der Tochter, Kritik durch Vorgesetzte, Trennung vom
Partner, IV-act. 253-16; „[...] zwar nachvollziehbar, dass sie damals eine unbehagliche
Situation erlebte“ siehe IV-act. 253-19).
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3.2.3 Nach dem Gesagten ist gestützt auf das Gutachten von Dr. N._ mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin ab
dem Zeitpunkt der Untersuchung seit dem 17. Dezember 2013 über eine 75%ige
Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten verfügt.
3.3 Was die Arbeitsfähigkeit in der Zeit davor bis zum 16. Oktober 2010 anbelangt, so
besteht - abgesehen von der gesundheitlichen Verschlechterung, die vom 22. Oktober
2012 bis 15. Februar 2013 eine teilstationäre Behandlung erforderlich gemacht und zu
einer (vollständigen) Arbeitsunfähigkeit geführt hat (IV-act. 245-1 f.) - keine
gesundheitliche Verschlechterung oder ein anderer Grund, der ein Abweichen von der
Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. G._ und med. pract. H._ (60%ige
Arbeitsfähigkeit) nahe legen würde. Damit ist auch für die Zeit bis zum 21. Oktober
2012 von einer 60%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Für die Zeit vom 22. Oktober
2012 bis zum 15. Februar 2013 ist von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit
auszugehen. Die danach von Dr. N._ anlässlich seiner Untersuchung festgestellte
Verbesserung hat weder im Bericht der medizinischen Fachpersonen der
psychiatrischen Dienste I._ vom 5. August 2013 (vgl. namentlich die bezüglich des
Affekts divergierenden Feststellungen, IV-act. 245-2 und IV-act. 253-14) ihren
Niederschlag gefunden noch sind andere medizinische Einschätzungen vor dem 17.
Dezember 2013 aktenkundig, welche die von Dr. N._ festgestellte Verbesserung für
die Zeit vor seiner Untersuchung als überwiegend wahrscheinlich erscheinen lassen
(zur von RAD-Arzt Dr. K._ in der Stellungnahme vom 29. Oktober 2013 als „unklar“
bezeichneten Situation siehe IV-act. 248-2). Es erscheint damit überwiegend
wahrscheinlich, dass die Beschwerdeführerin auch während der Zeit nach der
vorübergehenden Verschlechterung (16. Februar 2013) bis zur Begutachtung durch Dr.
N._ (17. Dezember 2013) entsprechend der gutachterlichen Schätzung von Dr. G._
und med. pract. H._ über eine 60%ige Arbeitsfähigkeit verfügt hat.
3.4 Zusammenfassend ist bezogen auf leidensangepasste Tätigkeiten von folgenden
Arbeitsfähigkeiten auszugehen: 60%ige Arbeitsfähigkeit vom 1. Juli 2006 bis 21.
Oktober 2012, 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 22. Oktober 2012 bis 15. Februar
2013, 60%ige Arbeitsfähigkeit vom 16. Februar 2013 bis 16. Dezember 2013 und
75%ige Arbeitsfähigkeit für die Zeit ab 17. Dezember 2013.
4.
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Ausgehend von den vorstehend genannten Arbeitsfähigkeiten bzw.
Arbeitsunfähigkeiten und einer Qualifikation der Beschwerdeführerin als vollzeitlich
Erwerbstätige ab Datum der Scheidung im Mai 2007 (IV-act. 129-2 und IV-act. 125) ist
im Rahmen eines Einkommensvergleichs der Invaliditätsgrad zu ermitteln. Für die Zeit
davor bis zum 1. Juli 2006 zurück (zum frühest möglichen Beginn des am 6. Juli 2007
angemeldeten Rentenanspruchs siehe Art. 48 Abs. 2 aIVG und Art. 29bis IVV) ist die
Beschwerdeführerin als vollzeitlich im Haushalt zu qualifizieren und es besteht für
diesen Zeitraum unbestrittenermassen mangels rentenbegründender Invalidität kein
Anspruch auf eine Rente (vgl. den Haushaltsbericht vom 10. Februar 2006, IV-act. 96,
und den unangefochten gebliebenen Einspracheentscheid vom 24. Oktober 2006, IV-
act. 110).
4.1 Betreffend die Ermittlung des Valideneinkommens kann auf die Ausführungen im
Entscheid des Versicherungsgerichts vom 24. März 2010, IV 2008/410, E. 2.1,
verwiesen werden (IV-act. 155-8 f.). Im Zeitpunkt des frühest möglichen Rentenbeginns
(1. Mai 2007; vgl. vorstehende E. 4) hat der Lohn gemäss Art. 26 Abs. 1 der Verordnung
über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) Fr. 72‘500.-- betragen (vgl. IVG-
Gesetzes¬ausgabe der Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2015).
4.2
4.2.1 Betreffend die Bestimmung des Invalideneinkommens besteht keine
Veranlassung von der vom Versicherungsgericht im Entscheid vom 24. März 2010, IV
2008/410, E. 2.2, vertretenen Betrachtungsweise abzurücken, wonach der
Beschwerdeführerin als Verweistätigkeit nicht bloss Reinigungstätigkeiten, sondern
leidensangepasste Hilfsarbeiterinnentätigkeiten im Allgemeinen zugemutet werden
können (IV-act. 155-10 f.), zumal diese Sichtweise durch beide psychiatrischen
Gutachten bestätigt wird (IV-act. 168-19 und IV-act. 253-22). Der LSE-
Hilfsarbeiterinnenlohn hat im Jahr 2007 Fr. 51‘047.-- betragen (vgl. Anhang 2 der IVG-
Gesetzesausgabe der Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2015).
4.2.2 Hinsichtlich der Frage nach einem Tabellenlohnabzug ist von Bedeutung, dass
der Beschwerdeführerin lediglich noch ein erheblich eingeschränktes Spektrum an
Hilfstätigkeiten zumutbar ist (IV-act. 253-22 und IV-act. 168-17). Insbesondere sind ihr
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Tätigkeiten, die erhöhte Anforderungen an die Stress- und Frustrationstoleranz, an die
emotionale Belastbarkeit und die Ausdauer stellen, nicht mehr zumutbar (IV-act.
168-17; vgl. zu den Einschränkungen betreffend Zeit- und Leistungsdruck die Urteile
des Bundesgerichts vom 29. September 2014, 9C_236/2014, E. 4, und vom 28. Januar
2014, 9C_796/2013, E. 3.4). Zu beachten gilt es sodann, dass die Beschwerdeführerin
über keine eigentliche berufliche Ausbildung verfügt und nie längerfristig im ersten
Arbeitsmarkt integriert war. Sie bezog bereits im frühen Erwachsenenalter ab 1. August
1998 eine ganze Rente (IV-act. 41), die allein aufgrund eines Statuswechsels zur
vollzeitlich im Haushalt Tätige per 31. März 2006 eingestellt wurde (IV-act. 100). Zwar
nahm sie per 1. Juli 2006 eine Tätigkeit als Reinigungsangestellte - in einem nicht
leidensangepassten Umfeld einer psychiatrischen Klinik (IV-act. 253-21) - auf (vgl. IV-
act. 115 und IV-act. 120), was aber schon schnell zu einer Überforderung führte (IV-act.
118-2; siehe auch die Angaben des Arbeitgebers vom 24. April 2008, IV-act. 128-16 f.;
vgl. auch betreffend die am 9. August 2006 aufgenommene Behandlung im
Psychiatrischen Zentrum D._ dessen Bericht vom 12. Oktober 2007, IV-act. 124). Die
Weiterbeschäftigung der Beschwerdeführerin erfolgte schon bald aus rein sozialem
Anlass, um ihre Tagesstruktur aufrecht zu erhalten (Schreiben des Arbeitgebers vom
12. September 2008, IV-act. 144-5). Ende Oktober 2009 kündigte die
Beschwerdeführerin das Arbeitsverhältnis (IV-act. 168-8; vgl. auch IV-act. 253-9). Diese
faktisch insgesamt sehr lange, im Wesentlichen krankheitsbedingte Abwesenheit vom
ersten Arbeitsmarkt lässt selbst auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit lohnrelevante Nachteile befürchten, die einen
Tabellenlohnabzug rechtfertigen (Urteile des Bundesgerichts vom 10. Februar 2011,
9C_617/2010, E. 4.3, vom 15. Juli 2009, 9C_524/2008, E. 4 und E. 4.2, und vom 4. Mai
2012, 9C_22/2012, E. 3.2). Unter diesen Umständen erscheint ein Tabellenlohnabzug
von jedenfalls 10% angemessen. Die Frage, ob die weiteren von der
Beschwerdeführerin ins Feld geführten Gründe eine Erhöhung dieses Abzugs
rechtfertigen (act. G 1, Ziff. 5, und act. G 16, Rz 3), kann vorliegend offen bleiben. Denn
selbst bejahendenfalls erschiene ein Abzug von insgesamt (höchstens) 20%
angemessen, was ohne Rentenrelevanz bliebe (vgl. nachstehende E. 4.3). Unter
Berücksichtigung eines 10%igen bzw. 20%igen Tabellenlohnabzugs beträgt der
entsprechend angepasste LSE-Hilfsarbeiterinnenlohn 2007 Fr. 45‘942.-- (Fr. 51‘047.--
x 0,9) bzw. Fr. 40‘838.-- (Fr. 51‘047.-- x 0,8). Angepasst an eine Restarbeitsfähigkeit
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von 60% resultieren Invalideneinkommen von Fr. 27‘565.-- (Fr. 45‘942.-- x 0,6) bzw.
von Fr. 24‘503.-- (Fr. 40‘838.-- x 0,6); angepasst an eine Restarbeitsfähigkeit von 75%
ergeben sich Invalideneinkommen von Fr. 34‘457.-- (Fr. 45‘942.-x 0,75) bzw. von Fr.
30‘629.-- (Fr. 40‘838.-- x 0,75).
4.3 Für die Zeiträume vom 1. Mai 2007 bis 21. Oktober 2012 und vom 16. Februar
2013 bis 16. Dezember 2013, in denen eine 60%ige Restarbeitsfähigkeit bestanden
hat, resultiert ein Invaliditätsgrad von 62% ([{Fr. 72‘500.-- - Fr. 27‘565.--} / Fr.
72‘500.--] x 100) bzw. 66% ([{Fr. 72‘500.-- - Fr. 24‘503.--} / Fr. 72‘500.--] x 100). Im
Zeitraum vom 22. Oktober 2012 bis zum 15. Februar 2013 beträgt der Invaliditätsgrad
aufgrund vollständiger Arbeitsunfähigkeit 100%. Unter Berücksichtigung der ab 17.
Dezember 2013 bestehenden 75%igen Arbeitsfähigkeit ergibt sich ein Invaliditätsgrad
von 52% ([{Fr. 72‘500.-- - Fr. 34‘457.--} / Fr. 72‘500.--] x 100) bzw. 58% ([{Fr. 72‘500.--
- Fr. 30‘629.--} / Fr. 72‘500.--] x 100). In Nachachtung der Dreimonatsfristen von Art.
88a Abs. 1 und 2 IVV hat die Beschwerdeführerin für die Zeit vom 1. Mai 2007 bis 31.
Januar 2013 Anspruch auf eine Dreiviertelsrente, für die Zeit vom 1. Februar bis 31. Mai
2013 auf eine ganze Rente, für die Zeit vom 1. Juni 2013 bis 31. März 2014 auf eine
Dreiviertelsrente und ab 1. April 2014 auf eine halbe Rente.
5.
5.1 In Gutheissung der Beschwerde ist die Verfügung vom 9. Dezember 2014
aufzuheben und der Beschwerdeführerin im Sinn der Erwägungen für die Zeit vom 1.
Mai 2007 bis 31. Januar 2013 eine Dreiviertelsrente, für die Zeit vom 1. Februar bis 31.
Mai 2013 eine ganze Rente, für die Zeit vom 1. Juni 2013 bis 31. März 2014 eine
Dreiviertelsrente und ab 1. April 2014 eine halbe Rente zuzusprechen. Zur Festsetzung
und Ausrichtung der Rentenleistungen ist die Sache an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen. Auf den Antrag der Beschwerdeführerin um Ausrichtung von
Verzugszinsen ist nicht einzutreten.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
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in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des
Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art.
22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Der
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat in der Kostennote vom 14. Dezember 2016
einen zeitlichen Aufwand von 13.05 Stunden und eine Entschädigung von Fr. 3'643.40
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) geltend gemacht (act. G 26.1). Dieser
Aufwand erscheint unter Berücksichtigung des nach der Duplik erfolgten
Schriftverkehrs angemessen. Unter diesen Umständen erübrigt sich die Festsetzung
einer Entschädigung aus der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung.