Decision ID: 76d13191-15e2-5db5-b09f-57721646f4ce
Year: 2014
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Rainer Braun, Oberdorfstrasse 6, Postfach 29,
8887 Mels,
gegen
AXA Versicherungen AG, General Guisan Strasse 41, Postfach 357, 8401 Winterthur,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a Laut Police der AXA Versicherungen AG (nachfolgend: AXA) sind die Angestellten
der B._ AG seit 1. Januar 2006 bei der AXA obligatorisch gegen die Folgen von
Unfällen versichert (act. G 1.6). Mit Unfallmeldung vom 3. Juni 2009 wurde der AXA
gemeldet, dass sich A._, die bei der B._ AG mit einem Pensum von ca. 85% als
Geschäftsführerin tätig sei, am 6. Oktober 2008 an der Hüfte verletzt und sich einen
Bruch des 3. und 4. Lendenwirbels sowie eine Rückenmarkschädigung zugezogen
habe. Als Sachverhalt wurde festgehalten, "Linker Fuss durch offene Tür. Tür ging zu
und klemmte die versicherte Person ein. Frau A._ zog sich zurück und drehte nach
rechts ab." Im Weiteren wurde eine Arbeitsunfähigkeit infolge Schmerzen seit Oktober
2008 vermerkt (act. SA). Gemäss Internet-Auszug des Handelsregisters des Kantons
St. Gallen vom 3. August 2009 war A._ seit 1994 nicht mehr als Geschäftsführerin bei
der B._ AG eingetragen (act. A3). Anlässlich einer Besprechung vom 3. August 2009
mit der AXA gab A._ an, sie habe am 6. Oktober 2008 einen Termin für eine
Röntgenuntersuchung bei Dr. med. C._, MR Institut, gehabt. Beim Betreten seiner
Praxis mit dem Gehstock in der rechten Hand habe sich plötzlich unerwartet von links
die automatische Glastür geschlossen. Diese sei an der Aussenseite des linken
Unterschenkels gegen sie gestossen. Der Gehstockknauf habe ihre rechte Hüfte
getroffen, worauf sie das Gleichgewicht verloren habe, nach hinten gestürzt und mit
der rechten Hüfte und dem Hinterkopf auf den Boden geprallt sei (act. A5).
A.b Nach Durchführung von Abklärungen betreffend die beruflichen/geschäftlichen
Verhältnisse von A._ bzw. der B._ AG und den Ereignishergang vom 6. Oktober
2008 sowie nach Vornahme medizinischer Abklärungen eröffnete die AXA A._ mit
Verfügung vom 19. Juni 2012, dass diese im Unfallzeitpunkt nicht als Arbeitnehmerin
im Sinne von Art. 10 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) bzw. Art. 1a des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) gegolten habe, weshalb eine Leistungspflicht aus
der obligatorischen Unfallversicherung verneint werde (act. A21).
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B.
Die gegen diese Verfügung erhobene Einsprache vom 14. Juli 2012 (act. A28) wies die
AXA, nachdem sie weitere medizinische Abklärungen getätigt - insbesondere eine
Beurteilung ihres beratenden Arztes Dr. med. D._, Spezialarzt FMH Chirurgie, vom
28. August 2012 eingeholt - hatte (act. M17, M19), mit Einspracheentscheid vom 15.
November 2012 ab. Die AXA legte dar, dass eine weitere Prüfung der
Versicherteneigenschaft von A._ in der Unfallversicherung bzw. ihre UVG-
Versicherungsdeckung mangels Unterlagen und aufgrund widersprüchlicher Aussagen
nicht möglich gewesen sei, weshalb auf diesen Punkt nicht weiter eingegangen werde.
Die Leistungsablehnung sei jedoch unabhängig davon wegen des fehlenden
Kausalzusammenhangs zwischen den geltend gemachten Beschwerden im LWK-
Bereich und dem Unfall vom 6. Oktober 2008 zu bestätigen (act. A33).
C.
C.a Gegen diesen Einspracheentscheid liess A._ durch Rechtsanwalt lic. iur. R.
Braun, Mels, mit Eingabe vom 14. Dezember 2012 Beschwerde erheben. Der
Rechtsvertreter beantragte, der angefochtene Einspracheentscheid sei aufzuheben und
der Beschwerdeführerin seien für den Unfall vom 6. Oktober 2008 die versicherten
Leistungen auszurichten, unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G 1).
C.b In der Beschwerdeantwort vom 28. Februar 2013 beantragte die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde (act. G 5).
C.c Mit Replik vom 30. April 2013 hielt der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin an
seinen Anträgen fest (act. G 10). Mit Duplik vom 3. Juli 2013 bestätigte die
Beschwerdegegnerin ihrerseits ihr Rechtsbegehren (act. G 14).
C.d Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften und die Ausführungen in
den übrigen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
1.
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1.1 Gemäss Art. 1a Abs. 1 UVG sind die in der Schweiz beschäftigten Arbeitnehmer,
einschliesslich Heimarbeiter, Lehrlinge, Praktikanten, Volontäre sowie die in Lehr- oder
Invalidenwerkstätten tätigen Personen, obligatorisch versichert. Als Arbeitnehmer i.S.
von Art. 1a Abs. 1 UVG gilt, wer eine unselbständige Erwerbstätigkeit i.S. des
Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG; SR 831.10)
ausübt (Art. 1 der Verordnung über die Unfallversicherung [UVV; SR 832.202]).
1.2 Für eine Leistungspflicht des Unfallversicherers ist sodann - wie die
Beschwerdegegnerin im angefochtenen Einspracheentscheid zutreffend darlegte (E.
2.3) - ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang zwischen Unfall und in
dessen Folge eingetretener Gesundheitsschädigung erforderlich (Art. 6 Abs. 1 UVG;
BGE 129 V 181 E. 3.1 f.). Die Beurteilung des natürlichen Kausalzusammenhangs
erfolgt aufgrund der Feststellungen bei den medizinischen Untersuchungen und ist
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin. Demgegenüber obliegt es dem Gericht, die Frage
nach dem adäquaten Kausalzusammenhang zu beantworten (BGE 123 III 110 und 112
V 30; PVG 1984 Nr. 82, 174). Bei physischen Unfallfolgen hat allerdings die Adäquanz
gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige
Bedeutung (BGE 118 V 291 f. E. 3a).
1.3 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben die urteilenden Instanzen die
Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und
pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig davon, von wem sie
stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren
Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten.
Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die
streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
beklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
des Experten oder der Expertin begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert
des ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels
noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als
Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). Auch den Berichten
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versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kann rechtsprechungsgemäss Beweiswert
beigemessen werden, sofern sie schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet
sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit
bestehen (BGE 135 V 467 ff. E. 4 und BGE 125 V 353 f. E. 3b/ee, je mit Hinweisen;
RKUV 1991 Nr. U 133 S. 312 f. E. 1b).
1.4 Weiter ist der Sozialversicherungsprozess vom Untersuchungsgrundsatz
beherrscht. Danach haben die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht von
Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen
Sachverhalts zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet
sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158
E. 1a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 I 183 f. E. 3.2). Der Untersuchungsgrundsatz
schliesst die Beweislast im Sinn der Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im
Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien die Beweislast nur insofern, als
im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus
dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Bei der Frage, ob ein
leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang überhaupt jemals gegeben
ist, ist die versicherte Person beweisbelastet (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b; A.
Rumo-Jungo/A. P. Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/
Basel/Genf 2012, S. 54 f.). Die Verwaltung als verfügende Instanz und - im
Beschwerdefall - das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen,
wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das
Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nichts Abweichendes vorsieht, nach dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit
eines bestimmten Sachverhalts genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs
nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1 und 117 V 360 E. 4a, je mit Hinweisen; Th. Locher,
Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 3. Aufl. Bern 2003, S. 451 f.).
2.
2.1 Am 29. April 2009 trat die Beschwerdeführerin notfallmässig wegen ausgeprägten
superinfizierten Unterschenkelulzera beidseits und schmerzbedingter Immobilisation
ins Spital G._ ein, wo sie sich bis 18. Mai 2009 auf der Geriatrischen Abteilung
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aufhielt (act. M8). An diesem Tag erfolgte sodann die elektive Zuweisung zur
Rehabiliation ins Spital E._. Bei Eintritt klagte die Beschwerdeführerin über
Schmerzen in den infizierten Beinen sowie über Rücken- und Hüftschmerzen und eine
gelegentliche Dyspnoe. Am 20. Mai 2009 wurde ein Röntgenbild der LWS angefertigt,
wobei sich ein Deckplatteneinbruch bei LWK 3 und wahrscheinlich bei LWK 2 zeigte.
Hierauf wurde am 22. Mai 2009 eine CT-Untersuchung der LWS durchgeführt, welche
eine instabile LWK-3-Fraktur, Abrisse der Kostotransversalfortsätze beidseits und
begleitende Frakturen im LWK 1 und 2 sowie eine sagittal durch die Bogenwurzel BWK
2 rechts verlaufende Fraktur und eine Mehrfachfraktur des Kostotransversalfortsatzes
rechts zutage brachte (act. M1). Im Jahr 2005 war bei der Beschwerdeführerin im
Kantonsspital St. Gallen eine instabile Berstungsfraktur LWK 1 mit einer Vertebroplastie
behandelt worden (act. M10).
2.2 Wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen, hat die Beschwerdegegnerin im
angefochtenen Einspracheentscheid vom 15. November 2012 ihre Leistungspflicht
zwischen dem Unfallereignis vom 6. Oktober 2008 und der im Mai 2009 bei der
Beschwerdeführerin im Spital E._ radiologisch festgestellten sowie am 3. Juni 2009
gemeldeten WK-Frakturen gestützt auf Art. 6 UVG bzw. mangels Kausalität - zu Recht
abgelehnt. Eine Prüfung der Versicherteneigenschaft der Beschwerdeführerin und mit
anderen Worten die Frage, ob für die Beschwerdeführerin im Unfallzeitpunkt (6.
Oktober 2008) eine UVG-Versicherungsdeckung bestanden hat (vgl. Erwägung 1.1),
konnte bzw. kann damit offen gelassen werden.
3.
3.1 Die Beschwerdegegnerin hat die natürliche Kausalität gestützt auf die
Beurteilungen ihres beratenden Arztes Dr. D._ vom 28. August und 16. Oktober 2012
(act. M17, M19) verneint. In seiner Beurteilung vom 28. August 2012 hielt Dr. D._ auf
die Frage, ob die LWK-3-Fraktur mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine Folge des
Sturzes vom 6. Oktober 2008 sei, fest, dass die Röntgen- und CT-Befundung vom 20.
bzw. 22. Mai 2009 eine frische Fraktur des LWK 3 und von Anteilen des LWK 2
erwähne. Wären diese Frakturen auf das Ereignis vom 6. Oktober 2008 zurückzuführen,
wären zumindest die Frakturen der Kostotransversalfortsätze und der Bogenwurzel des
BWK 2 bis zum Mai 2009 weitgehend verheilt gewesen. Da dies nicht der Fall sei, sei
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die Wahrscheinlichkeit gross, dass die zur Diskussion stehenden Frakturen,
insbesondere diejenige des LWK 3, nur möglicherweise mit dem Ereignis vom 6.
Oktober 2008 zusammenhängen würden. Es wäre auch mit einer wesentlich stärkeren
Schmerzproblematik initial nach dem Ereignis vom 6. Oktober 2008 zu rechnen
gewesen, was zu einer schnellen Abklärung geführt hätte. Es erscheine ihm wesentlich,
von Dr. med. F._, prakt. Arzt, detaillierte medizinische Angaben dazu einzuverlangen,
wie sich der Zustand der Beschwerdeführerin anlässlich der Erstkonsultation vom 16.
Oktober 2008 und im Winterhalbjahr 2008/2009 präsentiert habe (act. M17). Die
Beschwerdegegnerin hatte den Hausarzt der Beschwerdeführerin zur Beurteilung ihrer
Leistungsabklärung bereits am 26. Juli 2012 um Beantwortung verschiedener Fragen
ersucht (act. M9). Dr. F._ hatte am 7. August 2012 geantwortet, dass die
Beschwerdeführerin nach dem 6. Oktober 2008 erstmals am 16. Oktober 2008 wieder
in seiner Sprechstunde gewesen sei. In Bezug auf die Frage, wann die
Beschwerdeführerin erstmals über Beschwerden im LWS-Bereich geklagt habe,
verwies er auf einen Arztbericht des Kantonsspitals St. Gallen vom 29. Januar 2005
betreffend die dort im Jahr 2005 mit einer Vertebroplastie behandelte LWK-1-Fraktur
(vgl. act. M10 f.). Auf die Frage, ob von ihm eine Behandlung/Abklärung der LWS
durchgeführt/veranlasst worden sei, gab Dr. F._ die Auskunft, dass die
Beschwerdeführerin seit Ende Oktober 2008 dauernd über Kreuz- und
Rückenschmerzen geklagt habe und deshalb auch praktisch bis zum heutigen Tag eine
massive Schmerzmedikation benötigt habe, wenngleich auch in deutlich geringeren
Mengen (act. M12). Auf Grund der Beurteilung von Dr. D._ vom 28. August 2008
ersuchte nun die Beschwerdegegnerin Dr. F._ mit Schreiben vom 3. September 2012
um Beantwortung der vom beratenden Arzt angeregten Frage (act. M14). Dr. F._
berichtete am 27. September 2012, dass die Beschwerdegegnerin seit 1985 Patientin
in seiner Ordination sei. Sie habe unter anderem seit vielen Jahren über Rücken-,
Gelenks- und Kreuzschmerzen geklagt. Auf die Anfrage der Beschwerdegegnerin vom
26. Juli 2012 könne er keine konkrete Antwort geben. Fakt sei, dass die
Beschwerdeführerin nach einem Sturz in der Ordination von Dr. C._ vermehrt über
Rückenschmerzen geklagt habe. In einer Röntgenuntersuchung nach dem Unfall hätten
keinerlei frische Frakturhinweise gefunden werden können. Die Art der Behandlung sei
konservativ und der Verlauf dem Alter entsprechend gewesen (act. M15). Gestützt auf
diese weiteren Angaben hielt Dr. D._ am 16. Oktober 2012 abschliessend fest, dass -
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nachdem eine Röntgenkontrolle nach dem Ereignis vom 6. Oktober 2008 keine frische
Wirbelfraktur ergeben habe - davon auszugehen sei, dass die im Mai oder Juni 2009
festgestellten Frakturen im Bereich des BWK 2 und LWK 3 nicht in einen kausalen
Zusammenhang mit dem Ereignis vom 6. Oktober 2008 zu stellen seien. Im Übrigen
hätten solche Frakturen bereits initial zu ausserordentlich heftigen, bedrohlichen
Rückenschmerzen geführt und werde die am 22. Mai 2009 mittels CT festgestellte
LWK-3-Fraktur als frisch bezeichnet. Eine Fraktur, die auf den Unfall vom 6. Oktober
2008 zurückzuführen wäre, würde sich anders darstellen (act. M19).
3.2 Der Umstand, dass Dr. D._ seine Beurteilungen ausschliesslich aufgrund der
Akten abgegeben und die Beschwerdeführerin nicht selbst untersucht hat, steht deren
Beweiswert nicht entgegen (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts vom 27. Juni 2012,
8C_681/2011, E. 4.1 mit Hinweisen; PVG 1996, 265 E. 3b; RKUV 1988 Nr. U 56 S. 371).
Der beratende Arzt legte in seiner Beurteilung vom 28. August 2012 die Anamnese
lückenlos dar, womit davon auszugehen ist, dass er seine Beurteilungen in Kenntnis
der Vorakten abgegeben hat. Mit Blick auf die Rechtsprechung (in RKUV 1988 Nr. U 56
S. 366 publ. E. 5b von BGE 114 V 109; Urteile des Bundesgerichts vom 1. Februar
2010, 8C_792/2009, E. 5, und 26. Januar 2010, 8C_833/2009, E. 5.1) ist der Fokus
hinsichtlich Beweiswert einer reinen Aktenbeurteilung darauf zu legen, dass für die
ärztliche Beurteilung genügend Unterlagen von persönlichen Untersuchungen
vorliegen. Überzeugen müssen die in der Aktenbeurteilung gestützt darauf gezogenen
Schlussfolgerungen. Wie die nachfolgenden Erwägungen (Erwägung 4) zeigen, ist dies
im konkreten Fall gegeben.
4.
4.1 Die Ausführungen von Dr. D._ basieren bzw. beziehen sich auf die im Rahmen
einer Kausalitätsbeurteilung massgebenden Beurteilungskriterien - den Unfallhergang,
die ursprünglich gestellte Unfalldiagnose mit den ereignisnah aufgetretenen
Beschwerden und die im Mai 2009 im Spital E._ erhobenen Diagnosen bzw. die
jeweiligen Ergebnisse der radiologischen Untersuchungen, wie auch auf den zeitlichen
Ablauf.
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4.2 Hinsichtlich des replicando vorgebrachten Einwands des Rechtsvertreters der
Beschwerdeführerin, die Beschwerdegegnerin habe in der Beschwerdeantwort den
Unfallhergang unrichtig dargestellt, ist zunächst festzuhalten, dass den Einzelheiten,
wie sie sich beim Durchgehen durch die Schiebetür in die Praxis von Dr. C._
abgespielt haben, keine massgebende Bedeutung zukommt. Entscheidend ist - und
davon gehen sowohl die Beschwerdegegnerin als auch Dr. D._ ausgegangen -, dass
die Beschwerdeführerin von der unerwartet sich schliessenden Schiebetür getroffen
worden und in der Folge gestürzt ist. Selbst wenn die Beschwerdeführerin sowohl auf
die rechte Hüfte als auch auf den Rücken geprallt sein sollte, lassen sich daraus - wie
die nachfolgenden Erwägungen zeigen (Erwägung 4.3 f.) - keine überwiegend
wahrscheinlich natürlich kausalen Unfallfolgen im Bereich der LWS ableiten. Zwar
vermag ein Sturz auf den Rücken eine strukturelle Läsion zu verursachen, doch ist eine
solche keineswegs eine zwingende Folge. Insofern ist letztlich entscheidend, welche
Verletzungen die verunfallte Person im konkreten Fall tatsächlich erlitten hat.
4.3 Die bei einem Unfall erlittene, radiologisch erhobene Unfalldiagnose bildet
zwangsläufig den massgebenden Ausgangspunkt für die Annahme traumatischer
Gesundheitsschäden. Entgegen der Darstellung des Rechtsvertreters der
Beschwerdeführerin in der Replik belegen die Akten, dass bei der Beschwerdeführerin
noch am Unfalltag vom 6. Oktober 2008 nicht nur eine Röntgenuntersuchung der
Hüfte, sondern auch eine solche der LWS in der Praxis von Dr. C._ durchgeführt
worden war. Dr. C._ bestätigte ebensolches anlässlich seiner Besprechung mit der
Beschwerdegegnerin vom 4. August 2009. Die Röntgenaufnahmen seien bei der
Beschwerdeführerin und in seinem Archiv. Möglicherweise sei die LWS-
Röntgenuntersuchung aufgrund des Ereignisses vom 6. Oktober 2008 erstellt worden.
Wegen der fehlenden Zuweisungsdiagnose von Dr. F._ lasse sich dies aber nicht
mehr so ohne weiteres feststellen (act. A6). Dr. F._ hielt in seiner Stellungnahme vom
27. September 2012 fest, dass in einer Röntgenuntersuchung nach dem Unfall keinerlei
frische Frakturhinweise hätten gefunden werden können (act. M15). Nachdem die
radiologischen Untersuchungen im Spital E._ vom 20. und 22. Mai 2009 eindeutige
Läsionen im Bereich der LWK hervorgebracht haben, bezieht sich die Aussage von Dr.
F._ offensichtlich auf die von Dr. C._ erklärte ereignisnahe Röntgenuntersuchung.
Im Regelfall zeigt sich eine Verletzung, insbesondere eine Fraktur, unmittelbar nach
dem Unfall - ohne Ablauf einer möglichen Heilungsdauer - am deutlichsten. Insofern
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erscheint es ohne weiteres logisch, dass eine Verletzung, sofern sie durch den Unfall
vom 6. Oktober 2008 verursacht worden wäre, bereits auf den echtzeitlichen
Röntgenbildern hätte erkennbar sein müssen. Der Umstand ursprünglich fehlender
Frakturzeichen im Bereich der LWK bzw. erstmals im Mai 2009 erhobener Frakturen im
Bereich LWK 3 und 2 sowie BWK 2 ist - wie von Dr. D._ in seiner Beurteilung vom 16.
Oktober 2012 aufgezeigt - das zentrale und schlüssige Argument gegen das
überwiegend wahrscheinliche Vorliegen kausaler Unfallfolgen. Zwar wurde im Spital
E._ am 22. Mai 2009 ergänzend eine CT-Untersuchung der LWS durchgeführt. Doch
hatte bereits die konventionelle Röntgenuntersuchung vom 20. Mai 2009 erstmals
einen Deckplatteneinbruch bei LWK 3 und wahrscheinlich der LWK 2 hervorgebracht.
Der dargelegte, Zweifel an einer Unfallkausalität begründende, zeitliche Ablauf wird
durch die Bezugnahme von Dr. D._ auf eine - wären die fraglichen Frakturen
unfallkausal - zwischenzeitlich eingetretene Heilung zumindest der Frakturen der
Kostotransversalfortsätze und der Bogenwurzel des BWK bis zum Mai 2009 zusätzlich
bekräftigt. Untermauert wird die Annahme lediglich möglicherweise mit dem Ereignis
vom 6. Oktober 2008 zusammenhängender LWK- und BWK-Frakturen auch durch den
im Bericht des Spitals E._ vom 15. Juni 2009 angeführten Zusatz zur LWK-3-Fraktur-
Diagnose "wahrscheinlich frisch". Diese Formulierung mit der klaren Bedeutung "neu"
fügt sich in den zeitlichen Ablauf mit der am Unfalltag ergebnislosen Röntgenkontrolle
bzw. der erstmaligen Befundung der Frakturen im Mai 2009 ein. Bedeutende, die hier
aufgeführten Fakten in Frage stellende Brückensymptome, welche auf unfallkausale
WK-Frakturen hinweisen würden, liegen keine vor.
4.4 Die Beschwerdeführerin gab anlässlich ihrer Besprechung mit der
Beschwerdegegnerin vom 12. August 2009 an, unmittelbar nach dem Ereignis vom 6.
Oktober 2008 und in den folgenden Monaten gedacht zu haben, sie habe sich bloss
eine Prellung am Rücken zugezogen. Sie habe sofort nach dem Ereignis
Rückenschmerzen verspürt, welche angehalten hätten (vgl. dazu auch act. M12). Vom
6. Oktober bis Februar 2009 habe sie gehen können. Danach nicht mehr. Bis zur
Feststellung der Frakturen habe sie angenommen, dass die Ursache der im Februar
2009 eingetretenen Gehunfähigkeit ihre ereignisfremden offenen Wunden an beiden
Beinen gewesen seien. Da sie sich an kein anderes sinnfälliges Ereignis erinnern könne
als an dasjenige vom 6. Oktober 2008, führe sie nun aber die LWK-Frakturen auf den
vorgenannten Sturz zurück (act. A5). Dass man sich infolge eines Sturzes auf den
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Rücken eine Prellung mit nachfolgenden Schmerzen zuziehen kann, ist ohne weiteres
denkbar. LWK- und BWK-Frakturen hätten jedoch laut Dr. D._ initial nach dem
Unfallereignis zu ausserordentlich heftigen, bedrohlichen Rückenschmerzen geführt
(act. M19). Die im Februar 2009 eingetretene Gehunfähigkeit bzw. die im Mai 2009
aufgrund einer schmerzbedingten Immobilisation erfolgte notfallmässige Zuweisung an
das Spital G._ (vgl. act. M8) stellen gerade eine massgebende Veränderung des
Gesundheitszustands dar, die sich mit der Aussage von Dr. D._ deckt. Aufgrund des
von der Beschwerdeführerin geschilderten und in den medizinischen Akten bestätigten
Sachverhalts kann damit gesagt werden, dass erst nach einer mehrmonatigen
Latenzzeit solche, der Beschreibung von Dr. D._ entsprechende Beschwerden
aufgetreten sind. Allein gestützt auf die von der Beschwerdeführerin nach dem Sturz
vom 6. Oktober 2008 beschriebenen Rückenschmerzen kann keine überwiegend
wahrscheinliche Unfallverursachung der Frakturen angenommen werden. Anzufügen
bleibt, dass die Erforschung der tatsächlichen Ursache eines Gesundheitsschadens
nicht Sache der obligatorischen Unfallversicherung ist. Sie hat lediglich abzuklären, ob
zwischen den geltend gemachten Beschwerden und einem versicherten Ereignis -
konkret demjenigen vom 6. Oktober 2008 - ein natürlicher Kausalzusammenhang
besteht. Die Frage nach weiteren möglichen Ursachen - Osteoporose oder ein anderes,
vorliegend jedoch nicht geltend gemachtes Unfallereignis - bzw. dem genauen
Zeitpunkt der Frakturbildung muss nicht beantwortet werden.
4.5 Zusammenfassend ist mithin festzuhalten, dass in den Akten - abgesehen vom
zeitlichen Zusammenfallen des Unfalls vom 6. Oktober 2008 und der nachfolgenden
Rückenschmerzen - keine Anhaltspunkte zu finden sind, welche eine Unfallkausalität
der LWK- und BWK-Frakturen mehr als nur möglich erscheinen lassen. Die
Beweisführung, dass Gesundheitsschädigungen unfallbedingt sein müssten, weil sie
nach dem Unfall aufgetreten seien ("post hoc ergo propter hoc"), ist nach ständiger
Rechtsprechung für sich allein nicht ergiebig (vgl. SVR 2009 UV Nr. 13 [8C_590/2007]
S. 54 E. 7.2.4 mit Hinweisen; A. Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2.
Aufl. Bern 1989, S. 460 N 1205). Auch die vom Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin
in der Replik vom 30. April 2013 (act. G 10) angeführte Rechtsprechung (Urteile des
Bundesgerichts: 4A_329/2012 und 4A_333/2012) führen zu keinem anderen Schluss.
Mit den in jeder Hinsicht überzeugenden Beurteilungen von Dr. D._ steht der
überwiegend wahrscheinliche Beweis fest, dass zwischen den im Mai 2009 erhobenen
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LWK- und BWK-Frakturen und dem Unfallereignis vom 6. Oktober 2008 kein
natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Demgemäss ist ein Anspruch der
Beschwerdeführerin, sofern denn überhaupt eine Versicherungsdeckung bestehen
würde, auf diesbezügliche Leistungen der Beschwerdegegnerin abzuweisen.
5.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten
sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39
VRP