Decision ID: ca96a6bb-79c9-4bd3-a352-42cf22dab325
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law

betreffend mehrfache sexuelle Handlungen mit Kindern etc.
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Meilen vom 18. Mai 2015
(DG140016)
Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom
19. November 2014 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 13).
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Urteil der Vorinstanz: (Urk. 52 S. 66 ff.)
"Es wird erkannt:
1. Der Beschuldigte B._ ist schuldig
− der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern im Sinne von Art. 187
Abs. 1 StGB (Anklagevorwurf Dossier 1 [HD]),
− der Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 1 StGB (Anklagevorwurf  1 [HD]), sowie
− der Widerhandlung gegen das Waffengesetz im Sinne von dessen Art. 33
Abs. 1 lit. a (Anklagevorwurf Dossier 3 [ND 2]).
2. Der Beschuldigte wird freigesprochen von den Vorwürfen der mehrfachen  Handlungen mit Kindern im Sinne von Art. 187 Abs. 1 StGB sowie der  Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 1 StGB zum Nachteil der  (Anklagevorwurf Dossier 2 [ND 1]).
3. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 255 Tagessätzen zu
CHF 75.– (entsprechend CHF 19'125.–), wovon 13 Tage durch Untersuchungshaft
erstanden sind.
4. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre fest-
gesetzt.
5. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 14. Februar
2014 beschlagnahmte Klappmesser wird eingezogen und vernichtet.
6. Die Zivilklage der Privatklägerin wird abgewiesen.
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7. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf
CHF 3'500.00 ; die weiteren Kosten betragen:
CHF 3'000.00 Gebühr für das Vorverfahren
CHF 793.00 Auslagen
CHF 7'293.00 Total
8. Rechtsanwältin MLaw Y1._ wird für ihre Bemühungen als amtliche Ver-
teidigerin des Beschuldigten in der Zeit vom 29. Januar 2014 bis 20. Mai 2015 mit
total CHF 27'337.– (inkl. 8 % MwSt.) entschädigt. Die Kasse des Bezirksgerichts
Meilen wird angewiesen, diesen Betrag an Rechtsanwältin MLaw Y1._ auszu-
bezahlen.
9. Rechtsanwältin lic. iur. X._ wird für ihre Bemühungen als unentgeltliche
Rechtsbeiständin der Privatklägerin in der Zeit vom 25. November 2013 bis 20. Mai
2015 mit total CHF 8'015.– (inkl. 8 % MwSt.) entschädigt. Die Kasse des Bezirks-
gerichts Meilen wird angewiesen, diesen Betrag an Rechtsanwältin lic. iur. X._
auszubezahlen.
10. Die Kosten und Auslagen der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens,
ausgenommen derjenigen der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen
Rechtsvertretung der Privatklägerin, werden zu einem Drittel dem Beschuldigten
auferlegt und zu zwei Dritteln auf die Gerichtskasse genommen.
Die Kosten der amtlichen Verteidigung sowie der unentgeltlichen Rechtsvertretung
der Privatklägerin werden vollumfänglich und definitiv auf die Gerichtskasse ge-
nommen.
11. (Mitteilungen)
12. (Rechtsmittel)"
Berufungsanträge:
a) Der Privatklägerin A._:
(Urk. 55)
"Es sei Dispositiv Ziff. 2 und 6 des Urteils des Bezirksgerichts Meilen vom
18. Mai 2015 aufzuheben und
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es sei der Beschuldigte für schuldig zu erklären der mehrfachen sexuellen
Handlungen mit Kindern im Sinne von Art. 187 Abs. 1 StGB sowie der mehr-
fachen Pornografie im Sinne des Art. 197 Abs. 1 StGB zum Nachteil der
Privatklägerin;
und es sei der Beschuldigte zu einer angemessenen Genugtuungszahlung
zu verpflichten."
b) Der Staatsanwaltschaft:
(Urk. 59 i.V.m. Urk. 38, sinngemäss)
1. Der Beschuldigte sei der mehrfachen sexuellen Handlung mit Kindern im
Sinne von Art. 187 Abs. 1 StGB sowie der mehrfachen Pornografie im Sinne
von Art. 197 Ziff. 1 Abs. 1 StGB zum Nachteil der Privatklägerin A._
schuldig zu sprechen.
2. Es sei der Beschuldigte zu bestrafen mit einer Freiheitsstrafe von
18 Monaten sowie mit einer Busse von Fr. 1'000.–, unter Anrechnung der
erstandenen Haft.
3. Die Kosten der amtlichen Verteidigung seien einstweilen auf die Gerichts-
kasse zu nehmen, unter Vorbehalt der Rückforderungspflicht gemäss
Art. 135 Abs. 4 StPO.
c) Der Verteidigung des Beschuldigten:
(Urk. 111 S. 2)
"1. In teilweiser Aufhebung von Ziff. 1 des Urteilsdispositives des Bezirks-
gerichts Meilen vom 18. Mai 2015 (DG140016) sei der Beschuldigte vom
Vorwurf der Widerhandlung gegen das Waffengesetz im Sinne von dessen
Art. 33 Abs. 1 lit. a (Anklagevorwurf Dossier 3 [ND 2]) freizusprechen; soweit
dieses nicht einzustellen ist.
2. In teilweiser Aufhebung von Ziff. 3 des Urteilsdispositives des Bezirksge-
richts Meilen vom 18. Mai 2015 (DG140016) sei der Beschuldigte mit einer
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Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu CHF 75.00 zu bestrafen, wovon
13 Tage durch Untersuchungshaft erstanden sind.
3. In teilweiser Aufhebung von Ziff. 10 des Urteilsdispositives des Bezirks-
gerichts Meilen vom 18. Mai 2015 (DG140016) seien dem Beschuldigten die
Kosten und Auslagen der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens,
ausgenommen derjenigen der amtlichen Verteidigung und der unentgelt-
lichen Rechtsvertretung der Privatklägerin, im Umfang von Fr. 800.00 aufzu-
erlegen.
4. Im Übrigen sei das Urteil des Bezirksgerichts Meilen vom 18. Mai 2015
(DG140016) zu bestätigen und die Berufung der Privatklägerin sowie die
Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft seien abzuweisen.
5. Die Kosten des Berufungsverfahren seien der Privatklägerin aufzuerlegen
bzw. für den Teil der Anschlussberufung auf die Staatskasse zu nehmen."

Erwägungen:
I. Prozessuales
1. Anwendbares Recht
Der Tatzeitpunkt der dem Beschuldigten zur Last gelegten Delikte liegt teilweise
vor dem Zeitpunkt des Inkrafttretens der schweizerischen Strafprozessordnung
(Urk. 13). Nachdem der angefochtene erstinstanzliche Entscheid am 18. Mai 2015
ergangen ist, gelten die Bestimmungen der schweizerischen Strafprozessordnung
(Art. 448 und Art. 454 Abs. 1 StPO).
2. Prozessgeschichte und Umfang der Berufung
2.1. Mit dem eingangs im Dispositiv wiedergegebenen Urteil der Vorinstanz vom
18. Mai 2015 wurde der Beschuldigte B._ teilweise anklagegemäss der se-
xuellen Handlungen mit Kindern, der Pornografie sowie der Widerhandlung gegen
das Waffengesetz schuldig gesprochen und mit einer Geldstrafe bestraft, wobei
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ihm der bedingte Strafvollzug gewährt wurde. Teilweise wurde er betreffend mehr-
fache sexuelle Handlungen mit Kindern und Pornografie freigesprochen (Urk. 52
S. 66 f.). Gegen diesen Entscheid liess die Privatklägerin A._ durch ihre
Rechtsvertreterin mit Eingabe vom 26. Mai 2015 innert gesetzlicher Frist Berufung
anmelden (Art. 399 Abs. 1 StPO; Urk. 45). Die Berufungserklärung der Privatklä-
gerinnenvertretung vom 7. September 2015 ging ebenfalls innert gesetzlicher
Frist bei der Berufungsinstanz ein (Art. 399 Abs. 3 StPO; Urk. 55). Die Anklage-
behörde und die Verteidigung haben mit Eingaben vom 24. September respektive
5. Oktober 2015 innert Frist Anschlussberufung erhoben (Urk. 59 und 63; Art. 400
Abs. 2 f. und Art. 401 StPO). Dem Beweisergänzungsantrag der Privatklägerin
vom 5. Oktober 2015 auf Einvernahme von Frau Dr. med. C._ anlässlich der
Berufungsverhandlung wurde mit Verfügung vom 7. Januar 2016 stattgegeben
(Art. 389 Abs. 3 StPO; Urk. 61 und 94). Hauptberufung und Anschlussberufungen
wurden ausdrücklich teilweise beschränkt (Urk. 55, 59 und 63; Art. 399 Abs. 4
StPO).
2.2. Gemäss den Anträgen der Parteien sind im Berufungsverfahren nicht ange-
fochten (vgl. auch Prot. II S. 13):
- die vorinstanzliche Verurteilung betreffend Anklagepunkt HD (Urteils-
dispositiv-Ziff. 1. Lemma 1 und 2)
- die vorinstanzliche Regelung betreffend das in der Untersuchung beschlag-
nahmte Klappmesser (Urteilsdispositiv-Ziff. 5.) sowie
- die vorinstanzliche Kostenregelung in Urteilsdispositiv-Ziff. 7., 8. und 9.
Vom Eintritt der Rechtskraft dieser Anordnungen ist vorab Vormerk zu nehmen
(Art. 404 StPO).
2.3. Die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich hat ihre Anschlussberufung
anlässlich der Berufungsverhandlung vom 23. Mai 2016 zurückgezogen (Prot. II
S. 14), wovon Vormerk zu nehmen ist.
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3. Konstituierung als Privatklägerin
3.1. Die Verteidigung des Beschuldigten rügt, A._ habe sich nicht rechtsgül-
tig als Privatklägerin konstituiert. Sie habe am 8. Oktober 2013 erklärt, sich nicht
am Verfahren beteiligen und als Privatklägerin Parteirechte ausüben zu wollen. In
diesem Zeitpunkt sei sie gemäss der Notiz eines Telefonats der Staatsanwalt-
schaft mit der Fachstelle Erwachsenenschutz vollumfänglich handlungsfähig ge-
wesen. Wenn die Privatklägerin aber vollumfänglich handlungsfähig gewesen sei
und am 8. Oktober 2013 auf die Geltendmachung ihrer Parteirechte verzichtet
habe, so sei der Verzicht endgültig und ihr würde die Berufungslegitimation feh-
len, weshalb auf die Berufung nicht einzutreten sei (Prot. II. S. 21). Die Vertreterin
der Privatklägerin wendet demgegenüber ein, die Privatklägerin sei im Zeitpunkt
der Konstituierung 19 Jahre alt und in keiner Weise unterstützt gewesen. Sie ha-
be die rechtlich komplexen Fragen nicht verstehen können, auch wenn ihre Hand-
lungsfähigkeit nicht eingeschränkt gewesen sei. Aufgrund ihrer fehlenden alters-
gerechten Einsichtsfähigkeit sei schliesslich auch eine Beistandschaft errichtet
worden (Prot. II S. 23).
3.2. Als Privatklägerschaft gilt die geschädigte Person, die ausdrücklich erklärt,
sich am Strafverfahren als Straf- oder Zivilklägerin zu beteiligen (Art. 118 Abs. 1
StPO). Die geschädigte Person kann sodann jederzeit schriftlich oder mündlich zu
Protokoll erklären, sie verzichte auf die ihr zustehenden Rechte, wobei der Ver-
zicht endgültig ist (Art. 120 Abs. 1 StPO).
3.3. A._ konstituierte sich am 15. August 2013 bei der Kantonspolizei Zürich
mit dem Formular "Geltendmachung von Rechten als Privatklägerschaft" als Pri-
vatklägerin (Urk. ND1/8/2). In der Folge unterzeichnete sie am 8. Oktober 2013
bei der Staatsanwaltschaft See / Oberland einerseits das Formular "Geltendma-
chung von Rechten als Opfer", mit welchem sie die Bestellung eines unentgeltli-
chen Rechtsbeistandes beantragte (Urk. ND1/8/3). Andererseits unterzeichnete
sie gleichentags erneut ein Formular "Geltendmachung von Rechten als Privat-
klägerschaft" – diesmal von der Staatsanwaltschaft See/Oberland –, wobei sei
ankreuzte, sich nicht am Verfahren beteiligen und als Privatklägerschaft Partei-
rechte ausüben zu wollen (Urk. ND1/8/4). Auf entsprechende Nachfrage der
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Staatsanwaltschaft teilte die Fachstelle für Erwachsenenschutz Meilen am
15. November 2013 mit, A._ sei voll handlungsfähig, aber verbeiständet nach
altem Recht (Urk. ND1/9/1). In der Folge stellte die Staatsanwaltschaft
See/Oberland gleichentags den Antrag auf Bestellung einer unentgeltlichen
Rechtsbeistandschaft für A._ (Urk. ND1/9/3), woraufhin die Oberstaatsan-
waltschaft mit Verfügung vom 21. November 2013 Rechtsanwältin lic. iur.
X._ als unentgeltliche Rechtsbeiständin bestellte (Urk. ND1/9/4).
Demnach hat die Privatklägerin zwar im Besitze ihrer vollen Handlungsfähigkeit
am 8. Oktober 2013 auf die Ausübung ihrer Parteirechte als Privatklägerin ver-
zichtet. Allerdings wurde der Privatklägerin dieses Formular vorgelegt, nachdem
sie erklärt hatte, eine unentgeltliche Rechtsvertretung zu beantragen. Bereits aus
diesen widersprüchlichen Angaben ist ohne Weiteres ersichtlich, dass die Privat-
klägerin sich der Tragweite dieses Formulars nicht bewusst war, zumal der Antrag
auf unentgeltliche Rechtsverbeiständung auch damit begründet wurde, ein
Rechtsbeistand sei aufgrund der Komplexität notwendig, um die geltend gemach-
ten zivilrechtlichen Ansprüche im Strafverfahren durchzusetzen. Nachdem sie er-
klärt hatte, eine unentgeltliche Rechtsbeistandschaft zu beantragen, hätte ihr zu-
erst eine solche bestellt werden müssen, bevor ihr das Formular betreffend die
Geltendmachung der Rechte als Privatklägerschaft erneut hätte vorgelegt werden
dürfen. Insbesondere auch unter Berücksichtigung, dass eine Erklärung unwirk-
sam ist, welche auf einem durch eine unrichtige behördliche Auskunft hervorgeru-
fenem Irrtum beruht (vgl. BSK StPO-Mazzucchelli/Postizzi, 2. Aufl. 2014, Art. 121
N7), ist aufgrund der dargelegten Umstände davon auszugehen, dass der Ver-
zicht von A._ auf Geltendmachung ihrer Rechte als Privatklägerin am
8. Oktober 2013 unwirksam war und sie sich mithin rechtsgültig als Privatklägerin
konstituiert hat. Dementsprechend ist auf die Berufung einzutreten.
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II. Schuldpunkt
1. Anklagevorwurf ND 1
1.1. Dem Beschuldigten wird in Anklagepunkt ND1 zusammengefasst vorgewor-
fen, mit der Privatklägerin A._ ab einem Zeitpunkt kurz vor ihrem
15. Geburtstag bis zu ihrem 16. Geburtstag (also kurz vor dem tt.mm.2009 bis
zum tt.mm.2010) regelmässig, mehrmals wöchentlich, einvernehmlich sexuelle
Handlungen (Oralverkehr, Geschlechtsverkehr) vorgenommen und ihr ferner ca.
zehnmal pornografische Filme gezeigt zu haben (Urk. 13 S. 3).
1.2. Der Beschuldigte ist im Berufungs- wie im bisherigen Verfahren grundsätz-
lich geständig, die fraglichen Handlungen begangen zu haben; allerdings macht
er geltend, die Privatklägerin sei zum Zeitpunkt der ersten sexuellen Handlungen
wie auch des Vorführens eines Pornofilms bereits 16 Jahre alt gewesen (Prot. I
S. 19 ff.; Urk. 108 S. 6 ff. ).
1.3. Die Vorinstanz hat im angefochtenen Entscheid vorab die Aussagen der fol-
genden Personen, wie sie im bisherigen Verfahren deponiert wurden, ausführlich
wiedergegeben, worauf zu verweisen ist (Art. 82 Abs. 4 StPO):
- der Privatklägerin A._ (Urk. 52 S. 12-19)
- des Beschuldigten (Urk. 52 S. 30-34)
- von D._, eines Kollegen des Beschuldigten (Urk. 52 S. 37-39)
- von E._, einer Ex-Freundin des Beschuldigten (Urk. 52 S. 43f.) sowie
- von F._, einer Kollegin der Privatklägerin (Urk. 52 S. 40f.).
1.3.1. Anschliessend hat die Vorinstanz die zitierten Beweismittel zusammen-
gefasst wie folgt gewürdigt:
1.3.1.1. Den Aussagen der Privatklägerin zum Zeitpunkt des ersten sexuellen
Kontakts fehlten offensichtlich die Konstanz. Auch ihre Zeitangabe zu den ge-
meinsam verbrachten Ferien in Rimini, ihren Schulabbruch und den massgeb-
lichen Besuch einer Bowlingbahn sei unzuverlässig. Daraus ergäben sich erheb-
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liche Zweifel an der Fähigkeit der Privatklägerin, bestimmte Ereignisse in ihrem
Leben zeitlich einigermassen zuverlässig einordnen zu können, und zwar sogar
dann, wenn es sich um einzigartige und besondere Ereignisse handelt. Damit sei
die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen mit Bezug auf die – vorliegend zentrale – Fra-
ge des Zeitraums der sexuellen Handlungen mit dem Beschuldigten beein-
trächtigt. Die Aussagen der Privatklägerin würden insgesamt auch nur wenige
Realitätskriterien enthalten, welche auf die subjektive Wahrheit hindeuteten. In
weiten Teilen, und insbesondere bezüglich der zeitlichen Einordnung, seien die
Angaben widersprüchlich oder zumindest sehr wenig detailliert. Insgesamt blieben
deshalb Zweifel, ob sich der in der Anklageschrift dargelegte Sachverhalt tatsäch-
lich verwirklicht habe, angezeigt (Urk. 52 S. 20-29).
1.3.1.2. Der Vergleich der im Verlaufe des Verfahrens in den verschiedenen Ein-
vernahmen gemachten Äusserungen des Beschuldigten zeigten, dass dieser
konstant und in sich stimmig aussage und in aller Regel bei einer einmal abgege-
benen Erklärung bleibe. Betreffend den vorliegend interessierenden Zeitpunkt des
ersten intimen Kontakts mit der Privatklägerin seien in den verschiedenen Aussa-
gen des Beschuldigten allerdings diverse Ungereimtheiten auszumachen. Beim
Aussageverhalten des Beschuldigten falle auf, dass er offenkundig darum bemüht
sei, die erstellten Umstände zeitlich dergestalt zu verorten, dass er mit der Privat-
klägerin vor deren 16. Geburtstag keinerlei sexuelle Handlungen vorgenommen
habe. Es sei auch ein Bemühen des Beschuldigten zu erkennen, die Privatkläge-
rin in ein schiefes Licht zu rücken respektive eine moralische Verdorbenheit der
Privatklägerin zu suggerieren. Selbst wenn aufgrund der vorhandenen Un-
gereimtheiten im Aussageverhalten des Beschuldigten der Eindruck gewonnen
werde, dieser habe sich eine ihn entlastende Sachverhaltsvariante zurechtgelegt,
genüge ein solcher Eindruck alleine für einen Schuldspruch nicht. Zumindest be-
züglich des vorliegend zentralen Aspekts der zeitlichen Einordnung der Ereignisse
seien die Aussagen des Beschuldigten in sich stimmig und konzis bzw. jedenfalls
in sich stimmiger und konziser als diejenigen der Privatklägerin. Der von ihm be-
hauptete Sachverhalt wirke alles in allem nicht völlig unglaubhaft (Urk. 52 S. 34-
37).
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1.3.1.3. Der vom Zeugen D._ geschilderte Ablauf der Ereignisse sei alles
andere als unglaubhaft, was dazu führe, dass die Aussagen der Privatklägerin,
soweit sie sich nicht mit den Aussagen des Zeugen D._s deckten, zu bezwei-
feln seien (Urk. 52 S. 39).
1.3.1.4. Die Aussage der Zeugin F._ enthalte insgesamt hinsichtlich des vor-
liegend interessierenden Kerngeschehens – Zeitpunkt der sexuellen Kontakte
zwischen der Privatklägerin und dem Beschuldigten – nicht ausreichend Reali-
tätskriterien, um als zuverlässig eingestuft werden zu können (Urk. 52 S. 42 f.).
1.3.1.5. Den Aussagen der Zeugin E._ schliesslich könne zu den in der An-
klage genannten sexuellen Handlungen zwischen dem Beschuldigten und der
Privatklägerin nichts entnommen werden. (Urk. 52 S. 44).
1.3.2. Die Vorinstanz zog das Fazit, nach Würdigung der vorliegenden Beweismit-
tel verblieben erhebliche und nicht überwindbare Zweifel, ob sich die sexuellen
Handlungen zwischen dem Beschuldigten und der Privatklägerin tatsächlich zu
den in der Anklageschrift umschriebenen Zeitpunkten bzw. Zeiträumen ereignet
hätten oder nicht. Die Sachverhaltsdarstellung des Beschuldigten erscheine je-
denfalls nicht unwahrscheinlicher als diejenige der Privatklägerin. Allein gestützt
auf deren – wie gesehen unzuverlässige – zeitliche Angaben (d.h. ohne dass zur
Klärung des Sachverhalts weitere 'objektive' Beweismittel wie Chats, SMS oder
Fotos vorliegen) könne der Anklagesachverhalt angesichts der ausgemachten
Widersprüche und Unstimmigkeiten nicht rechtsgenügend erstellt werden. Zudem
erweise sich auch die den Beschuldigten belastende Aussage der Zeugin
F._ im zentralen Punkt, dem Zeitpunkt der sexuellen Handlungen, als unzu-
verlässig. Deshalb sei nach dem Grundsatz "in dubio pro reo" von der für den Be-
schuldigten günstigeren Sachverhaltsversion auszugehen, nämlich dass dieser
vor dem 16. Geburtstag der Privatklägerin keine sexuellen Handlungen mit dieser
vorgenommen und ihr auch keine Pornofilme gezeigt habe. Als Folge davon sei
der Beschuldigte vom Anklagevorwurf gemäss ND 1 der mehrfachen sexuellen
Handlungen mit Kindern im Sinne von Art. 187 Abs. 1 StGB sowie der Pornografie
im Sinne von Art. 197 Abs. 1 StGB freizusprechen (Urk. 52 S. 44 f.).
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1.4. Als Beweisergänzung wurde auf Antrag der appellierenden Privatklägerin an
der Berufungsverhandlung die behandelnde Therapeutin der Privatklägerin, Frau
Dr. med. C._, einvernommen. Sie hat auf Befragen zusammengefasst aus-
gesagt, die Privatklägerin sei vom 16. November 2010 bis am 10. Dezember 2012
bei ihr in psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung gewesen. Insgesamt
hätten 52 Konsultationen stattgefunden. Die Privatklägerin habe ihr am 18. Januar
2011 das erste Mal gesagt, sie habe einen Freund, der B._ heisse und
28 Jahre alt sei. Die sei der erste Hinweis auf die Beziehung gewesen. Sie habe
den Beschuldigten einmal gesehen, als die Privatklägerin ihn zu einer Einladung
anlässlich ihres Geburtstages mitgebracht habe. Das sei am tt.mm.2011 gewe-
sen, als die Privatklägerin 17 Jahre alt geworden sei.
Sie wisse nicht, wie oft und zu welchen sexuellen Handlungen es zwischen der
Privatklägerin und dem Beschuldigten gekommen sei, jedoch sei sie mit einer
gewissen Selbstverständlichkeit davon ausgegangen, dass die beiden sexuellen
Kontakt hatten. Es habe aber einige Hinweise gegeben, dass die Privatklägerin
die Sache zu jener Zeit eher positiv dargestellt habe und nicht negativ. Als die
Privatklägerin im November 2011 von einem Übergriff berichtet habe, der nichts
mit dem Beschuldigten zu tun gehabt habe, habe die Privatklägerin auf die Frage,
ob sie dem Beschuldigten davon erzählt habe, geantwortet, er merke es, weil sie
nicht mehr mit ihm schlafe. Die Zeugin führte auf entsprechende Frage aus, sie
wisse nicht, ob die ersten sexuellen Handlungen vor oder nach dem
16. Geburtstag der Privatklägerin stattgefunden hätten oder wann die Beziehung
angefangen habe. Sie glaube, als die Therapie beendet worden sei, habe die Be-
ziehung noch bestanden (Urk. 107).
1.5. Die appellierende Privatklägerin lässt das Beweisresultat der Vorinstanz
durch ihre unentgeltliche Rechtsvertreterin im Berufungsverfahren im Wesentli-
chen dahingehend kritisieren, dass die Glaubwürdigkeit der Privatklägerin nicht in
Frage gestellt werden dürfe, weil sie eine Genugtuung verlange, welche ihr als
Geschädigte zustehe; sie mithin ihre Rechte geltend mache. Es sei normal und
damit glaubhaft, dass in einer jungen Frau negative Gefühle hochkommen wür-
den, wenn sie älter werde und anfange zu erkennen, wie der Beschuldigte sie
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ausgenutzt habe. Die Vertreterin der Privatklägerin setzt sich detailliert mit den
verschiedenen Ausführungen der Vorinstanz auseinander und gelangt zum
Schluss, insgesamt entstehe der Eindruck, die Vorinstanz habe eine einseitige,
voreingenommene Sichtweise gehabt (Urk. 109 S. 8 ff.). In Bezug auf die Aussa-
gen des Beschuldigten sei auffallend, dass dieser fast alle Aussagen der Privat-
klägerin bestätige, zeitlich aber konsequent bestreite, dass es vor dem
16. Geburtstag der Privatklägerin zu sexuellen Handlungen gekommen sei. Dies-
bezüglich mache er immer wieder erhebliche andere Angaben, wobei zwischen
den verschiedenen Variationen jeweils Monate liegen würden. Die Privatklägerin
bleibe hingegen in ihren Aussagen in Bezug auf das Kennenlernen, die Umstände
und Orte der Kontaktaufnahme und Begegnungen konstant, auch wenn sie sich
teilweise in den (Jahres-) Zahlen irre (Urk.109 S. 5). Die Vorinstanz habe die Aus-
sagen des Beschuldigten als konstant und in sich stimmig erachtet, obwohl ihr
aufgefallen sei, dass der Beschuldigte den Zeitpunkt des Kennenlernens auf Ende
Januar/Anfangs Februar bis Mai 2010 festgesetzt habe und er einzig darin kon-
sequent geblieben sei, dass die sexuellen Kontakte erst nach dem 16. Geburtstag
stattgefunden hätten (Urk. 109 S. 13). Schliesslich sei das Fazit der Vorinstanz
nicht nachvollziehbar. Es bestehe Anlass davon auszugehen, dass die ersten
Kontakte erfolgten, als die Privatklägerin noch bei ihrer Mutter gelebt habe, dass
weitere Treffen um den 15. Geburtstag der Privatklägerin erfolgt seien, dass nach
einem Jahr der 16. Geburtstag der Privatklägerin zusammen gefeiert worden sei
und der Beschuldigte und die Privatklägerin im Sommer 2011 gemeinsam in
Rimini in den Ferien gewesen seien. Damit bestehe kein Anlass, den Beschuldig-
ten in dubio pro reo freizusprechen (Urk. 109 S. 15).
1.6. Die Verteidigung des Beschuldigten beantwortet die Berufung dahingehend,
der Beschuldigte halte daran fest, dass es erst im Winter 2010/2011, d.h. ein paar
Wochen bzw. Monate nach dem 16. Geburtstag von A._, zu sexuellen Hand-
lungen zwischen ihnen gekommen sei. Allerdings habe er eingeräumt, die Privat-
klägerin bereits früher kennengelernt zu haben, weshalb diese auch Erinnerungen
an gemeinsame Erlebnisse vor ihrem 16. Geburtstag habe. Die Vorinstanz habe
zutreffend begründet, dass nicht erstellt werden könne, dass der Beschuldigte vor
dem 16. Geburtstag der Privatklägerin mit dieser sexuelle Handlungen vorge-
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nommen und ihr Pornofilme gezeigt habe (Urk. 111 S. 3 ff). Auch die Verteidigerin
setzt sich detailliert mit den wesentlichen Punkten auseinander und gelangt zum
Schluss, die vom Beschuldigten geschilderten Zeitangaben würden höchst plau-
sibel erscheinen, während die Aussagen der Privatklägerin mehrere Widersprü-
che und Unstimmigkeiten enthalten würden. Auffallend sei, dass sie den Beschul-
digten erst über ein Jahr nach Beendigung der Beziehung und überdies nach ei-
nem Streit mit dem Beschuldigten in dessen Wohnung bei der Polizei anzeigte.
Neben den Aussagen der Privatklägerin sei auch ihr Verhalten rund um die An-
zeigeerstattung gegen den Beschuldigten nicht konstant, so dass nicht ausge-
schlossen werden könne, dass es sich bei der Anzeige um einen Racheakt hand-
le. Dementsprechend sei der Beschuldigte nach dem Grundsatz "in dubio pro reo"
vom Vorwurf der mehrfachen sexuellen Handlung mit Kindern und der Pornogra-
fie bezüglich die Privatklägerin freizusprechen (Urk. 111 S. 12 ff.).
1.7. Beweiswürdigung
1.7.1. In der Tat fehlten bis zur Berufungsverhandlung objektive Beweismittel zur
Frage des Tatzeitraums der inkriminierten sexuellen Handlungen zwischen der
Privatklägerin und dem Beschuldigten. Vor diesem Hintergrund ist das Resultat
der vorinstanzlichen Beweiswürdigung respektive das Verbleiben gewisser Zwei-
fel an der Richtigkeit der Sachdarstellung in der Anklageschrift nachvollziehbar.
Zumindest die Anklagebehörde hat dies sinngemäss auch anerkannt, indem sie
sich den Rückzug ihrer Anschlussberufung gegen den massgeblichen Freispruch
des Beschuldigten vorbehielt, sollte die zweitinstanzliche Beweisergänzung zu
keinen neuen, zusätzlichen Belastungen des Beschuldigten führen (Urk. 59 S. 2).
Damit signalisiert die Anklagebehörde, dass sie das vorinstanzliche Beweis-
resultat, gestützt auf die Aktenlage vor der Berufungsverhandlung, akzeptiert.
Dementsprechend hat die Staatsanwaltschaft ihre Anschlussberufung nach der
Zeugeneinvernahme von Dr. med. C._ auch zurückgezogen (Prot. II S. 14).
1.7.2. Wie vorstehend erwähnt, hat sich die Vorinstanz sich detailliert mit den
Aussagen der Privatklägerin auseinandergesetzt (vgl. Urk. 52 S. 12 ff.). Sie ge-
langte zum überzeugenden Schluss, insbesondere die zeitlichen Angaben seien
widersprüchlich oder zumindest sehr wenig detailliert (Urk. 52 S. 29). Auch die
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Aussagen des Beschuldigten hat sie einer detaillierten Würdigung unterzogen mit
dem Fazit, zwar könne aufgrund von Ungereimtheiten im Aussageverhalten des
Beschuldigten der Eindruck erweckt werden, er habe sich eine ihn entlastende
Sachverhaltsvariante zurechtgelegt, was für einen Schuldspruch aber nicht ge-
nüge. Zumindest bezüglich des zeitigen Aspekts seien seine Aussagen in sich
stimmig und konzis (Urk. 52 S. 37). Weil sie die Sachverhaltsdarstellung des Be-
schuldigten nicht als unwahrscheinlicher als diejenige der Privatklägerin erachte-
te, sprach sie diesen nach dem Grundsatz in dubio pro reo frei (Urk. 52 S. 45).
1.7.3. Die Vertreterin der Privatklägerin vertritt die Ansicht, es bestehe insgesamt
kein Anlass, den Beschuldigten in dubio pro reo freizusprechen. Dies begründet
sie damit, dass beim Beschuldigten zu viele enorme Differenzen in Bezug auf den
Zeitpunkt des Kennenlernens und der Aufnahme einer Beziehung bestehen wür-
den, wogegen die Aussagen der Privatklägerin insbesondere an Orte angeknüpft
widerspruchsfrei seien (Urk. 109 S. 15). Allerdings verkennt sie dabei, dass das
Gericht nach dem in Art. 10 Abs. 3 StPO verankerten Grundsatz "in dubio pro reo"
von der für die beschuldigte Person günstigeren Sachlage auszugehen hat, wenn
unüberwindbare Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Voraussetzungen der
angeklagten Tat bestehen. Dementsprechend genügt es für eine Verurteilung
nicht, dass die Privatklägerin teilweise widerspruchsfrei aussagte und auch Zwei-
fel an der Richtigkeit der Darstellung des Beschuldigten bestehen. Hierfür hat die
Anklagebehörde vielmehr nachzuweisen, dass sich der Sachverhalt so zugetra-
gen hat, wie er in der Anklageschrift umschrieben ist. Wie bereits die Vorinstanz
festgehalten hat, ist vorliegend nicht umstritten, ob sexuelle Handlungen stattfan-
den, sondern wann diese stattfanden, weshalb dem zeitlichen Aspekt besondere
Aufmerksamkeit zu widmen ist (Urk. 52 S. 11). Selbst die Vertreterin der Privat-
klägerin räumt ein, dass sich die Privatklägerin teilweise in den Jahreszahlen irrt
(Urk. 109 S. 5). Auch wenn das mit der Vertreterin der Privatklägerin weit verbrei-
tet sein mag, ist dies vorliegend problematisch, beruht doch die Anklageschrift
massgeblich auf den Aussagen der Privatklägerin. Nur wenn zweifelsfrei erstellt
werden kann, dass die Privatklägerin sich nicht irrt, dass die ersten sexuellen
Handlungen vor ihrem 16. Geburtstag stattgefunden haben, darf der Beschuldigte
im Sinne der Anklage schuldig gesprochen werden.
- 16 -
1.7.4. Die Vertreterin der Privatklägerin kritisiert insbesondere, die Aussagen des
Beschuldigten im Zusammenhang mit dem Kennenlernen der Privatklägerin seien
widersprüchlich. Er müsse diese kennengelernt haben, als sie noch bei der Mutter
gewohnt habe (Urk. 109 S. 3 ff.). Entgegen der Verteidigern (Urk. 109 S. 7)
bestreitet der Beschuldigte nicht, die Privatklägerin vor deren 16. Geburtstag ken-
nengelernt zu haben, sondern lediglich, dass es vor deren 16. Geburtstag zu
sexuellen Handlungen gekommen sei (Urk. 111 S. 3 f.). Relevant ist vorliegend
nicht, wann sich der Beschuldigte und die Privatklägerin kennenlernten, sondern
wann es zu den ersten sexuellen Handlungen gekommen ist. Diesbezüglich hat
die Vorinstanz festgehalten, die fehlende Konstanz in den Aussagen der Privat-
klägerin sei offensichtlich (Urk. 52 S. 20-21). Entgegen der Verteidigung irrte sich
die Privatklägerin bei ihren Schilderungen des ersten sexuellen Kontakts aber
nicht lediglich bei den Daten, sondern ordnete den ersten Geschlechtsverkehr zu-
nächst kurz nach ihrem 15. Geburtstag ein, als sie noch bei ihrer Mutter gewohnt
habe. Später ordnete sie diesen auf "im oder anfangs Winter 2009" ein, als sie bei
ihrer Pflegefamilie gelebt habe, in einer späteren Einvernahme wiederum zwei bis
drei Wochen vor ihrem 15. Geburtstag (vgl. dazu Urk. 52 S. 20 f.). Zwar bemerkt
die Vertreterin der Privatklägerin zutreffend (Urk. 109 S. 9) dass die Privatklägerin
allgemein aussagte, sie habe sich jeweils bei der Pflegefamilie durch die Hinter-
türe weggeschlichen (Urk. ND 1/3/3 S. 5). Zuvor erklärte sie hingegen, sie sei zu-
hause ausgezogen und zu einer Pflegefamilie, bevor es zum zweiten Treffen mit
dem Beschuldigten gekommen sei, wo der erste sexuelle Kontakt stattfand
(Urk. ND 1/3/3 S. 4). Mithin fällt auf, dass die Aussagen der Privatklägerin nicht
nur in Bezug auf die Daten, sondern auch die weiteren geschilderten Umstände
widersprüchlich sind, wie dies auch die Vorinstanz zutreffend festhielt. Zwar sind
auch die diesbezüglichen Aussagen des Beschuldigten nicht widerspruchsfrei,
was wie vorstehend bereits ausgeführt aber für eine Verurteilung nicht genügt.
Hierfür wären weitere Anhaltspunkte dafür notwendig, dass die ersten sexuellen
Handlungen vor dem 16. Geburtstag der Privatklägerin stattfanden.
1.7.5. Die Vertreterin der Privatklägerin macht geltend, die Zeugin F._, deren
Aussagen insgesamt logisch und konsistent, detailliert und nachvollziehbar seien,
habe bestätigt, dass die Privatklägerin noch in der Sekundarschule gewesen sei,
- 17 -
als sie mit dem Beschuldigten Kontakt gepflegt habe (Urk. 109 S. 14 f.). Betref-
fend die Aussagen von F._ hielt die Vorinstanz zutreffend fest, dass diese
insgesamt logisch und konsistent seien, sich die zeitliche Einordnung der Ereig-
nisse aber nicht als zuverlässig erweise (Urk. 52 S. 42). Da vorliegend aber ge-
nau der zeitliche Aspekt relevant ist, genügen mit der Vorinstanz die Aussagen
von F._ nicht, um den angeklagten Sachverhalt zweifelsfrei als erstellt zu er-
achten. Betreffend die Aussagen von D._ führt die Vertreterin der Privatklä-
gerin aus, dieser sei ein enger Kollege des Beschuldigten, welcher die gleiche
Neigung habe, weshalb es auf der Hand liege, dass sie sich gegenseitig schützen
würden (Urk. 109 S. 14). Die Vorinstanz hat die Aussagen von D._ aufgrund
des freundschaftlichen Verhältnis zum Beschuldigten mit einer gewissen Vorsicht
gewürdigt und ist zum nachvollziehbaren Schluss gelangt, dass aufgrund der
Wohnsitzbestätigung der Gemeinde G._ (Urk. 9/8) davon auszugehen ist,
dass dieser erst im März 2010 nach G._ zurückgezogen ist, weshalb die
Aussagen der Privatklägerin, sie habe ihn bereits im Winter 2009/2010 kennenge-
lernt, zu bezweifeln seien (Urk. 52 S. 39). Dies ist aber wiederum ein Indiz dafür,
dass sich die Privatklägerin öfters in den Jahreszahlen irrt.
1.7.6. Anlässlich der Berufungsverhandlung wurde Dr. med. C._, die ehema-
lige Therapeutin der Privatklägerin, neu als Zeugin einvernommen. Zu deren
Glaubwürdigkeit ist vorab festzuhalten, dass die Zeugin weder zur Privatklägerin
noch zum Beschuldigten in einer Beziehung steht. Ihre Aussagen erfolgten unter
dem Hinweis auf die strafrechtlichen Folgen eines falschen Zeugnisses. Mithin
spricht nichts gegen die Glaubwürdigkeit der Zeugin. Überdies entnahm die Zeu-
gin Dr. med. C._ die von ihr anlässlich der Berufungsverhandlung genannten
Daten ihren Notizen, welche sie während der Gespräche mit der Privatklägerin-
nen angefertigt hatte (Urk. 107S. 6 f.), weshalb ohne Weiteres von deren Richtig-
keit auszugehen ist.
Wie vorstehend erwähnt, führte die Zeugin Dr. med. C._ aus, die Privatkläge-
rin sei vom 16. November 2010 bis am 10. Dezember 2012 bei ihr in Behandlung
gewesen (Urk. 107 S. 3, S. 7). Folglich lernte sie die Privatklägerin erst nach de-
ren 16. Geburtstag kennen. Die Privatklägerin habe am 18. Januar 2011 das erste
- 18 -
Mal erzählt, dass sie einen Freund habe, der B._ heisse (Urk. 107 S. 4). Die
Zeugin konnte nichts dazu aussagen, ab welchem Zeitpunkt der Beschuldigte und
die Privatklägerin eine sexuelle Beziehung pflegten (Urk. 107 S. 5 f.). Die einzige
diesbezügliche Angabe, die sie machen konnte, war, dass ihr die Privatklägerin
im November 2011 von einem Übergriff berichtet habe. In diesem Rahmen habe
sie ihr erzählt, dass der Beschuldigte es merke, weil sie nicht mehr mit ihm schla-
fen wolle (Urk. 107 S. 5). Mithin konnte die Zeugin lediglich bestätigen, dass der
Beschuldigte und die Privatklägerin eine sexuelle Beziehung pflegten, nicht je-
doch, ab welchem Zeitpunkt.
Indes ist wiederum ersichtlich, dass die Privatklägerin Mühe hat, die Erlebnisse
zeitlich korrekt einzuordnen: Die Privatklägerin begründete die beantragte Ein-
vernahme der Privatklägerin damit, sie sei bei der Zeugin Dr. med. C._ in
Behandlung gewesen und diese habe den Beschuldigten anlässlich des
15. Geburtstag der Privatklägerin kennengelernt (Urk. 55 S. 3). Die Zeugin führte
aber aus, sie habe den Beschuldigten anlässlich des 17. Geburtstages der Privat-
klägerin kennengelernt (Urk. 107 S. 3). Ohnehin war die Privatklägerin an ihrem
15. Geburtstag noch gar nicht bei Dr. med. C._ in Behandlung (vgl. Urk. 107
S. 3 u. S. 7).
Schliesslich bestätigen die Aussagen der Zeugin Dr. med. C._ eher die zeitli-
chen Aussage des Beschuldigten, wonach die Beziehung bis im Sommer 2012
gedauert habe (vgl. ND 1/2/1 S. 3). Wäre die Beziehung entsprechend den Aus-
führungen der Privatklägerin bereits im Sommer 2011 beendet gewesen
(vgl. Urk. 109 S. 10), hätte die Privatklägerin ihn kaum an das Geburtstagessen
mitgenommen. Überdies stimmt auch der Zeitpunkt, als die Privatklägerin den
Beschuldigten gegenüber Dr. med. C._ das erste Mal erwähnte, nämlich am
18. Januar 2011 (Urk107 S. 4), ungefähr mit den zeitlichen Angaben des Be-
schuldigten, wann es zum ersten Intimkontakt gekommen sei – im Januar/
Februar 2011 (ND 1/2/1 S. 8), in der Weihnachtszeit 2010 (ND 1/2/2 S. 2), vor
oder nach Weihnachten 2010 (ND 1/2/3 S. 2), im Winter 2010/2011 im Zeitraum
der Weihnachtzeit (Prot. S. 21) – überein.
- 19 -
Mithin vermag auch die Einvernahme von Dr. med. C._ die nach der Be-
weiswürdigung der Vorinstanz verbleibenden erheblichen und unüberwindbaren
Zweifel, ob die ersten sexuellen Handlungen zwischen dem Beschuldigten und
der Privatklägerin bereits vor deren 16. Geburtstag stattfanden, nicht zu beseiti-
gen.
1.7.7. Schliesslich sind auch die Umstände der Anzeigeerstattung zu berücksich-
tigen. Die Privatklägerin erstattete am 23. Juli 2013 nach einem Streit mit dem
Beschuldigten Anzeige wegen Tätlichkeiten und sexuellen Handlungen mit Kin-
dern. Am nächsten Tag erklärte sie gegenüber der Kantonspolizei Zürich, sie sei
nicht mehr an einer Strafverfolgung interessiert (Urk. ND 1/3/1 S. 1). Ca. eine
Woche später teilte sie der Kantonspolizei mit, dass sie nun doch Anzeige erstat-
ten wolle (Urk. ND 1/3/2 S. 1). Mit der Verteidigung kann daher nicht ausge-
schlossen werden, dass es sich bei der Anzeige um einen Racheakt handeln
könnte.
1.8. Zusammenfassend bleiben nach der Würdigung sämtlicher Beweismittel,
insbesondere auch der Aussagen der Zeugin Dr. med. C._ anlässlich der
Berufungsverhandlung vom 23. Mai 2016, erhebliche Zweifel bestehen, ob der
Beschuldigte vor dem 16. Geburtstag der Privatklägerin mit dieser sexuelle Hand-
lungen vorgenommen oder dieser Pornofilme gezeigt hat. Der Beschuldigte ist
daher vom Vorwurf der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern im Sinne
von Art. 187 Abs. 1 StGB sowie der Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 1
StGB zum Nachteil der Privatklägerin A._ freizusprechen.
2. Anklagevorwurf ND 2
2.1. In Anklagepunkt ND 2 wird dem Beschuldigten schliesslich vorgeworfen, aus
Italien ein einhändig bedienbares Klappmesser in die Schweiz eingeführt und an
seinen Wohnort in G._ gebracht zu haben (Urk. S. 4).
2.2. Der Beschuldigte anerkennt, das fragliche Messer im Zeitraum zwischen
2008 und 2010 gekauft und importiert zu haben, wobei er nicht gewusst habe,
- 20 -
dass es sich um eine illegale Waffe handelt (Prot. I S. 24; Urk. 41 S. 16; Urk. 108
S. 5).
2.3. Verletzung des Anklagegrundsatzes
2.3.1. Die Verteidigung macht im Berufungs- wie im bisherigen Verfahren geltend,
der Anklagegrundsatz sei verletzt, da im Anklagesachverhalt das Verhalten des
Beschuldigten in subjektiver Hinsicht nicht umschrieben werde. Werde davon
ausgegangen, dem Beschuldigte sei rechtsgenügend vorsätzliches Handeln vor-
geworfen, sei nicht erstellt, dass der Beschuldigte gewusst oder in Kauf ge-
nommen habe, dass das fragliche Messer eine illegale Waffe sei. Er habe dies
konstant bestritten (Urk. 63 S. 3; Urk. 41 S. 16 f.; Urk. 111 S. 14).
2.3.2. Das Bundesgericht hat in seinem Urteil 6B_288/2014 vom 22. Januar 2015
E. 1.2. erwogen was folgt:
"Nach dem Anklagegrundsatz bestimmt die Anklageschrift den Gegenstand des Ge-
richtsverfahrens (Umgrenzungsfunktion; Art. 29 Abs. 2 und Art. 32 Abs. 2 BV; Art. 9 und
Art. 325 StPO; Art. 6 Ziff. 1 und Ziff. 3 lit. a und b EMRK). Das Gericht ist an den in der
Anklage wiedergegebenen Sachverhalt gebunden (Immutabilitätsprinzip), nicht aber an
dessen rechtliche Würdigung durch die Anklagebehörde (vgl. Art. 350 StPO). Die An-
klage hat die der beschuldigten Person zur Last gelegten Delikte in ihrem Sachverhalt so
präzise zu umschreiben, dass die Vorwürfe im objektiven und subjektiven Bereich ge-
nügend konkretisiert sind. Hinsichtlich der Vorsatzelemente genügt grundsätzlich der
Hinweis auf den gesetzlichen Straftatbestand im Anschluss an die Darstellung des Sach-
verhalts als zureichende Umschreibung der subjektiven Merkmale, wenn der betreffende
Tatbestand nur mit Vorsatz begangen werden kann (BGE 120 IV 348 E. 3c S. 356 mit
Hinweisen). Das Anklageprinzip bezweckt zugleich den Schutz der Verteidigungsrechte
der angeschuldigten Person und dient dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Informa-
tionsfunktion; BGE 133 IV 235 E. 6.2 und 6.3 S. 244 ff.; Urteil 6B_130/2012 vom
22. Oktober 2012 E. 6.2, nicht publ. in: BGE 138 IV 209; je mit Hinweisen)."
2.3.3. Dem Beschuldigten wird die Begehung eines Vorsatzdelikts im Sinne von
Art. 33 WG vorgeworfen (Urk. 38 S. 2), was die Verteidigung ausdrücklich aner-
kennt (Urk. 41 S. 16 N 30, Urk. 111 S. 15). Zwar wird in der Anklageschrift infolge
eines offensichtlichen Verschriebs Art. 31 und nicht Art. 33 WG angeführt (Art. 31
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- 21 -
WG ist gar keine Strafbestimmung, sondern regelt Beschlagnahme und Einzie-
hung), was die Verteidigung jedoch ebenso offensichtlich erkannt hat (Urk. 41
S 16 N 30; Urk. 111 S. 14). Somit wird in der Anklage im Anschluss an die Sach-
verhaltsdarstellung auf den massgeblichen Straftatbestand verwiesen, weshalb
entgegen der Verteidigung die Vorsatzelemente zureichend umschrieben sind.
Insgesamt weiss der Beschuldigte rechtsgenügend, was ihm objektiv und subjek-
tiv zur Last gelegt wird und wogegen er sich zu verteidigen hat. Der Anklage-
grundsatz ist nicht verletzt.
2.4. Vorab ist unstrittig, dass der Beschuldigte den objektiven Tatbestand von
Art. 33 Abs. 1 lit. a WG erfüllt hat (vgl. Urk. 111 S. 14): Das fragliche Messer, wel-
ches der Beschuldigte anerkanntermassen in die Schweiz eingeführt hat, ist eine
verbotene Waffe im Sinne dieser Bestimmung (Art. 4 Abs. 1 lit. c WG).
2.5. Zum Subjektiven hat die Vorinstanz zusammengefasst erwogen, die Waf-
fengesetzgebung sei für einen juristischen Laien schwer verständlich. Einem Käu-
fer, der einen Gegenstand in einem Nachbarland auf einem für die Öffentlichkeit
ohne weiteres zugänglichen Markt erwirbt, könne selbst ein vages Unrechtsbe-
wusstsein in aller Regel nicht unterstellt werden. Der Beschuldigte habe sodann
keine einschlägigen Waffenkenntnisse oder Vorstrafen und mithin auch keine
persönlichen Erfahrungen hinsichtlich der Strafbarkeit seines Verhalten. Daher
könne dem Beschuldigten nicht nachgewiesen werden, dass er auch nur ein bloss
unbestimmtes Empfinden hatte, bei der Einfuhr des in Italien auf einem Markt ge-
kauften Messers in die Schweiz etwas Unrechtes zu tun.
Allerdings sei sein Irrtum nicht unvermeidbar gewesen.
Das vom Beschuldigten gekaufte, einhändig bedienbare Klappmesser gehöre
klarerweise nicht in die Kategorie "Werkzeug, Küchenmesser oder Essbesteck"
und sei daher offensichtlich als Waffe zu taxieren. Dass in der Schweiz rechtliche
Regelungen im Zusammenhang mit Waffen existieren, müsse als allgemein be-
kannt vorausgesetzt werden. Es habe deshalb auch dem Beschuldigten bewusst
sein müssen, dass die Einfuhr des von ihm gekauften Klappmessers einer rechtli-
- 22 -
chen Regelung unterliege und es wäre ihm auch möglich gewesen, sich näher
über den Inhalt der Rechtsvorschriften zu informieren.
Der Irrtum des Beschuldigten sei vermeidbar im Sinne von Art. 21 Satz 2 StGB
gewesen, weshalb dieser den Beschuldigten nicht vor einer Verurteilung im Sinne
von Art. 33 Abs. 1 lit. a WG schütze, sondern lediglich die Strafe milder ausfallen
lasse (Urk. 52 S. 51-54).
2.6. Die Verteidigung wendet demgegenüber ein, der Beschuldigte sei nicht wis-
sentlich und willentlich vorgegangen. Es gebe keine Beweise und könne nicht er-
stellt werden, dass sich der Beschuldigte der Waffenqualität des Messers bewusst
gewesen sei und sich willentlich über die Regelung des Waffengesetzes hinweg-
gesetzt habe. Die Vorinstanz habe zwar einen Rechtsirrtum bejaht, aber dessen
Unvermeidbarkeit verneint. Der Beschuldigte habe sich über die Qualifikation des
Messers als Waffe im Sinne des Waffengesetzes geirrt. Die falsche Vorstellung
über Tatbestandsmerkmale rechtlicher Natur würden aber als Sachverhalts- und
nicht als Rechtsirrtum gelten. Der Sachverhaltsirrtum im Sinne von Art. 13 Abs. 2
StGB führe zum Ausschluss des Vorsatzes. Fahrlässigkeit sei nur strafbar, wenn
der Sachverhaltsirrtum bei pflichtgemässer Vorsicht hätte vermieden werden kön-
nen und die fahrlässige Begehung der Tat mit Strafe bedroht sei. Eine fahrlässi-
ges Tatbegehen werde dem Beschuldigten aber gar nicht vorgeworfen, weshalb
die Verurteilung betreffend Widerhandlung gegen das Waffengesetz aufzuheben
sei (Urk. 111 S. 14 ff.).
2.7. Die Vorinstanz hat überzeugend dargelegt, dass ein Messer entweder ein
Werkzeug oder eine Waffe darstellt (Urk. 52 S. 53). Bei einem einhändig bedien-
baren Klappmesser mit automatischem Mechanismus (ND 2/1) handelt es sich of-
fensichtlich nicht um ein Werkzeug, beispielsweise im Sinne eines Küchengeräts.
Der Beschuldigte hat im gesamten Verfahren grossen Wert darauf gelegt, im Griff
des Messers sei ein Kompass eingebaut; sein Interesse am gesamten Gegen-
stand habe sich auf diesen Kompass beschränkt (Prot. I S. 24; Urk. 108 S. 5). Der
Einwand ist unbehelflich: Einerseits macht ein in eine Waffe eingebauter Kom-
pass diese Waffe nicht zum Werkzeug; es bleibt eine Waffe. Hätte sich das Inte-
- 23 -
resse des Beschuldigten sodann tatsächlich auf den Kompass beschränkt, hätte
er einen Kompass gekauft und nicht eine Stichwaffe mit einem Kompass.
Dass der Erwerb, die Einfuhr und der Besitz von Waffen gesetzlich geregelt ist, ist
allgemein bekannt. Wer ungeachtet dessen einen offensichtlich als Waffe zu qua-
lifizierenden Gegenstand ohne jegliche Bewilligung oder Formalität im Ausland
kauft und in die Schweiz einführt, nimmt entgegen der Verteidigung in Kauf, ge-
gen einschlägige waffenrechtliche Normen zu verstossen. Der vorliegende Fall ist
schliesslich auch nicht mit dem von der Verteidigung zitierten Entscheid des
Obergerichts des Kantons Zürich vom 11. Januar 2010 (SB090697) vergleichbar.
In jenem Fall hatte sich der Beschuldigte – im Unterschied zum vorliegenden Fall
– mit der Bewilligungspflicht für die von ihm eingeführten Waffen befasst, stand
deshalb auch mit den zuständigen Behörden in Kontakt und gelangte so zur – fal-
schen – Überzeugung, eine Bewilligung wäre für den Import nicht erforderlich.
2.8. Entgegen der Verteidigung liegt schliesslich auch kein Sachverhaltsirrtum
vor. Unzutreffende Vorstellungen über rechtlich geprägte Tatbestandsmerkmale
führen nicht in jedem Fall zum Ausschluss des Vorsatzes. Das für den Vorsatz
notwendige Wissen verlangt nicht die juristische exakte Erfassung des gesetzli-
chen Begriffs, sondern es genügt, wenn der Täter den Tatbestand so verstanden
hat, wie es der landläufigen Anschauung eines Laien entspricht (sogenannte Pa-
rallelwertung in der Laiensphäre). Er muss also die Tatbestandsmerkmale nicht in
ihrem genauen rechtlichen Gehalt erfassen, sondern lediglich eine zutreffende
Vorstellung von der sozialen Bedeutung seines Handeln haben. Versteht der Tä-
ter in laienhafter Anschauung den sozialen Gehalt des von ihm verwirklichten
Sachverhalts – erkennt er z.B. den pornografischen Charakter einer Schrift –,
handelt er mit Vorsatz, auch wenn er über die genaue rechtliche Qualifikation irrt,
also z.B. meint, die von ihm vertriebene Schrift falle nicht unter den Straftatbe-
stand der Pornografie gemäss Art. 197 StGB. In einem solchen Fall liegt ein un-
beachtlicher Subsumtionsirrtum vor. Soweit der Täter dabei aufgrund einer fal-
schen rechtlichen Ansicht – also z.B. aufgrund eines unzutreffenden rechtlichen
Pornografiebegriffs – davon ausgeht, sein Handeln sei nicht rechtswidrig, kann
- 24 -
daraus ein Verbotsirrtum im Sinne von Art. 20 StGB folgen (BGE 129 IV 238
E. 3.2.2 mit weiteren Hinweisen).
Der Beschuldigte hat ohne Weiteres erkannt, dass er ein Messer kaufte und die-
ses später in die Schweiz importierte, sich aber über dessen rechtliche Qualifika-
tion als Waffe im Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. a WG geirrt. Auch wenn er sich über
die rechtliche Qualifikation irrte, hatte er im Sinne der Parallelwertung in der Lai-
ensphäre zweifelsohne verstanden, dass es sich bei diesem Klappmesser nicht
bloss um ein Werkzeug im Sinne eines Küchengerätes handelte. Der Beschuldig-
te handelte somit vorsätzlich. Allerdings ging er aufgrund einer falschen rechtli-
chen Ansicht davon aus, das Messer falle nicht unter das Waffengesetz und er
könne dieses legal in die Schweiz importieren; mithin sein Handeln sei nicht
rechtswidrig. Somit hat es bei der rechtlichen Qualifikation der Vorinstanz des
vermeidbaren Verbotsirrtums zu bleiben.
III. Sanktion
1. Die Vorinstanz hat den Beschuldigten für sexuelle Handlungen und Porno-
grafie zulasten der Geschädigten H._ sowie Vergehen gegen das Waffenge-
setz mit 255 Tagessätzen zu Fr. 75.– bestraft (Urk. 52 S. 67). Die Vertreterin der
Privatklägerin A._ hat sich zum Strafmass zweitinstanzlich nicht zu äussern
(Art. 382 Abs. 2 StPO). Die Verteidigung beantragt eine Senkung der Sanktions-
höhe auf 180 Tagessätze Geldstrafe zu Fr. 75.– (Urk. 63 S. 2, Urk. 111 S. 18).
2. Die Verteidigung kritisiert, die Vorinstanz habe bei der Verschuldensbeurtei-
lung zu Unrecht unberücksichtigt gelassen, dass der Beschuldigte die Geschädig-
te H._ weder bedrängt, überredet noch ausgenutzt oder mit psychischen
Druckmitteln manipuliert habe. Vielmehr sei die Initiative sogar von H._ aus-
gegangen. Verschuldensrelativierend sei auch zu berücksichtigen, dass diese
keine Jungfrau mehr gewesen sei. Die Einsatzstrafe von vier Monaten für die ers-
te sexuelle Handlung mit einem Kind sei zu hoch, wie auch die Erhöhung der Ein-
satzstrafe für die beiden weiteren sexuellen Handlungen um fünf Monate zu hoch
sei. Eine Einsatzstrafe von maximal acht Monaten für die drei sexuellen Handlun-
- 25 -
gen erscheine als angemessen, welche für die Pornografie um einen Monat zu
erhöhen sei, was nicht beanstandet werde. Bei den persönlichen Verhältnissen
sei zusätzlich strafmindernd zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte seit Sep-
tember 2013 in einer festen Beziehung zu einer gleichaltrigen Frau stehe sowie,
dass er aufrichtige Reue und Bedauern zeige, was die Vorinstanz gänzlich unbe-
rücksichtigt gelassen habe. Auch sei nicht nachvollziehbar, weshalb das Ge-
ständnis nur leicht strafmindernd berücksichtig worden sei. Dieses sei praxisge-
mäss mit einer Reduktion von einem Drittel zu berücksichtigen (Urk. 111 S. 17 f.).
3. Betreffend den Strafrahmen und die allgemeinen Grundsätze der Strafzu-
messung ist auf die theoretischen Erwägungen der Vorinstanz (Urk. 52 S. 54 ff.)
und die einschlägige höchstrichterliche Praxis zu verweisen (Art. 82 Abs. 4 StPO;
BGE 136 IV 55 E.5.4.ff.; 134 IV 17 E.2.1.; 132 IV 102 E.8.1. mit Verweisen).
3.1. In Bezug auf die Tatkomponente geht die Verteidigung wie die Vorinstanz
von einem leichten Verschulden aus (Urk. 111 S. 17). Hierzu kann auf die zutref-
fenden und ausführlichen Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden, wel-
che auch die Vorbringen der Verteidigung, die Initiative sei von H._ ausge-
gangen, bereits berücksichtigen (Urk. 52 S. 57). Die hypothetische Einsatzstrafe
von vier Monaten für die ersten sexuellen Handlungen mit einem Kind scheint
dem Verschulden des Beschuldigten angemessen. Allerdings erscheint von der
Vorinstanz vorgenommene Erhöhung der Einsatzstrafe um fünf Monate unter Be-
rücksichtigung des Verschuldens des Beschuldigten und insbesondere in Anbe-
tracht dessen, dass diese immer mit der selben Geschädigten sowie mit deren
Einverständnis stattfanden, als zu hoch. Die Einsatzstrafe ist daher für die weite-
ren sexuellen Handlungen um drei Monate zu erhöhen.
3.3. Für die Pornografie hat die Vorinstanz die Einsatzstrafe überzeugend und
unter Berücksichtigung des leichten Verschulden um einen Monat erhöht, was im
Übrigen seitens der Verteidigung auch nicht beanstandet wurde (Urk. 52 S. 58 f.;
Urk. 111 S. 17). Betreffend die Widerhandlung gegen das Waffengesetz wurde
unter Berücksichtigung des Verbotsirrtums und deshalb ausgehend von einem
sehr leichten Verschulden die Strafe um 15 Tagessätze erhöht, was zutreffend
und ebenfalls zu übernehmen ist (Urk. 52 S. 59.).
- 26 -
3.4. Nach der Beurteilung der Tatkomponente sämtlicher Delikte und in Berück-
sichtigung des Asperationsprinzips resultiert eine Einsatzstrafe von 255 Tagen
Freiheitsstrafe.
3.5. Zur Täterkomponente hat die Vorinstanz den Werdegang und die persönli-
chen Verhältnisse des Beschuldigten angeführt, worauf zu verweisen ist (Urk. 52
S. 59). Anlässlich der Berufungsverhandlung wurde aktualisiert, der Beschuldigte
arbeite nach wie vor als Geschäftsführer der I._ GmbH und erziele inzwi-
schen ein Einkommen von Fr. 4'100.– netto pro Monat. Er wohne nach wie vor al-
leine, sei aber seit drei Jahren mit seiner Freundin zusammen und plane, Ende
Jahr mit ihr eine gemeinsame Wohnung zu suchen (Urk. 108 S. 2 f.). Entgegen
der Verteidigung ist der Umstand, dass der Beschuldigte seit längerer Zeit eine
Beziehung zu einer gleichaltrigen Frau führt, nicht strafmindern zu berücksichti-
gen. Die persönlichen Verhältnisse wiegen strafzumessungsneutral. Mit der Vo-
rinstanz ist seinen einschlägige Vorstrafe wegen Pornografie vom 9. August 2016
aufgrund des Zeitablaufes lediglich in sehr geringem Umfang straferhöhend zu
berücksichtigen (vgl. Urk. 54; Urk. 52 S. 59). Strafmindernd ist hingegen sein Ge-
ständnis sowie seine Reue zu berücksichtigen, wobei allerdings entgegen der
Verteidigung hierfür keine Reduktion von einem Drittel angezeigt ist. So führt ein
Geständnis nicht zwingend zu einer Strafminderung (vgl. Urteile des Bundesge-
richts 6B_866/2009 vom 22. Februar 2010 E. 1.3.3.; 6B_521/2008 vom
26. November 2008 E. 6.4; 6B_507/2008 vom 26. November 2008 E. 6.2 und
6.4). In welchem Umfang es strafmindernd berücksichtigt wird, ist Ermessensfra-
ge. Mit der Vorinstanz ist das Geständnis vorliegend lediglich leicht strafmindernd
zu berücksichtigen, da die Beweislage im Zeitpunkt des Geständnisses bereits
erdrückend war, wie dies die Vorinstanz zutreffend ausführte (vgl. Urk. 52
S. 59 f.). Die von der Verteidigung beantragte Reduktion von einem Drittel würde
lediglich im Falle einer Selbstanzeige angezeigt erscheinen.
3.6. Insgesamt wirkt sich die Beurteilung der Täterkomponente auf die nach der
Beurteilung der Tatkomponente bemessene hypothetische Einsatzstrafe leicht
strafmindernd aus, weshalb eine Strafe von 200 Tagessätzen als schuld-
angemessen erscheint.
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4. Die von der Vorinstanz festgesetzte Höhe des Tagessatzes von Fr. 75.–
wird im Berufungsverfahren allseits nicht gerügt. Der Beschuldigte ist somit mit
einer Geldstrafe von 200 Tagessätzen zu Fr. 75.– zu bestrafen. Dabei ist ihm die
erstandene Untersuchungshaft von 13 Tagen anzurechnen, wobei ein Tag Haft
einem Tag Geldstrafe entspricht (Art. 51 StGB).
5. Mit der Vorinstanz sind die Voraussetzungen für den bedingten Strafvollzug
erfüllt, weshalb dem Beschuldigten der bedingte Strafvollzug zu gewähren ist
(Art. 52 StGB; vgl. Urk. 52 S. 62). Die Probezeit ist auf das gesetzliche Minimum
von 2 Jahren festzusetzen (Art. 44 Abs. 1 StGB).
IV. Zivilansprüche
1. Die Privatklägerin A._ verlangt für den Fall einer Verurteilung betreffend
Anklagepunkt ND 1 eine angemessene Genugtuung (Urk. 55 S. 2). Anlässlich der
Berufungsverhandlung führte die unentgeltliche Vertreterin der Privatklägerin aus,
aufgrund eines Vergleichs mit ähnlichen Fällen erscheine die vor Vorinstanz be-
antragte Genugtuung von Fr. 15'000.– sicherlich nicht unangemessen hoch. Zur
Begründung der Genugtuungsforderung wird zwar ausgeführt, es hätten sexuel-
len Handlungen inklusive Geschlechtsverkehr stattgefunden und es seien der Pri-
vatklägerin Porno-Videos gezeigt worden (Urk. 109 S. 16). Hingegen wird mit kei-
nem Wort begründet, inwiefern die Privatklägerin dadurch derart schwer in ihrer
Persönlichkeit verletzt worden ist, dass eine Genugtuung gerechtfertigt erscheint
(Art. 49 Abs. 1 OR).
2. Wie die Vorinstanz zutreffend ausgeführt hatte, entscheidet das Gericht über
die anhängig gemachte Zivilklage, wenn es die beschuldigte Person freispricht
und der Sachverhalt spruchreif ist (Art. 126 Abs. 1 lit. b StPO; Urk. 52 S. 64 f.).
Aufgrund des heute zu erfolgenden Freispruchs des Beschuldigten fehlt es der
geltend gemachten Genugtuungsforderung der Privatklägerin ohnehin an einer
gesetzlichen Grundlage, weshalb diese abzuweisen ist.
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V. Kosten
1. Kosten
1.1. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 3'000.– festzu-
setzen.
1.2. Die Vorinstanz auferlegte die Kosten der Untersuchung sowie des erstin-
stanzlichen Verfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung
sowie der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin, dem Beschuldigten zu ei-
nem Drittel, während zwei Drittel der Kosten auf die Gerichtskasse genommen
wurden. Auch die Kosten der amtlichen Verteidigung sowie der unentgeltlichen
Vertretung der Privatklägerin wurden definitiv auf die Gerichtskasse genommen
(Urk. 52 S. 68) Sie begründete diese Kostenverteilung damit, dass drei klar von-
einander abgrenzbare Sachverhaltskomplexe vorliegen würden. In Bezug auf die
Schuldsprüche habe das frühe Geständnis des Beschuldigten zu einer Verein-
fachung des Verfahrens beigetragen, ferner sei der Aufwand im Zusammenhang
mit der Widerhandlung gegen das Waffengesetz eher vernachlässigbar. Demge-
genüber hätten die Ermittlungen im Zusammenhang mit den Anklagevorwürfen
betreffend die Privatklägerin, von welchen der Beschuldigte schliesslich freige-
sprochen wurde, den grössten Aufwand verursacht (Urk. 52 S. 65). Die Verteidi-
gung kritisiert, dass in Bezug auf das Dossier 1 (HD) lediglich zwei Einvernahmen
stattgefunden hätten, weshalb keine weiteren Untersuchungskosten entstanden
wären, wenn es lediglich diesbezüglich eine Untersuchung gegeben hätte. Dem
Beschuldigten seien deshalb die Kosten lediglich im Umfang von CHF 800.–
aufzuerlegen, was den mutmasslichen Kosten eines Strafbefehls entspreche,
welcher hinsichtlich des Vorwurfs im Hauptdossier wohl hätte erlassen werden
können (Urk. 111 S. 19).
Aufgrund der Bestätigung der Schuld- und Freisprüche des erstinstanzlichen
Urteils besteht kein Anlass, von deren überzeugend begründeten Kostenvertei-
lung abzuweichen. Insbesondere fällt bei einer Geldstrafe ein Strafbefehlsverfah-
ren lediglich in Betracht, wenn eine Geldstrafe von höchstens 180 Tagessätzen
als ausreichend erachtet wird (Art. 352 Abs. 1 lit. b StPO). Diese Voraussetzung
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ist vorliegend nicht erfüllt, weshalb ein Strafbefehlsverfahren ohnehin nicht mög-
lich gewesen wäre, selbst wenn nur in Bezug auf das Hauptdossier sowie das
Nebendossier 3 eine Untersuchung hätte stattfinden müssen. Dem Beschuldigten
sind daher die Kosten der Untersuchung sowie des erstinstanzlichen Verfahrens
(mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung sowie der unentgeltlichen
Vertretung der Privatklägerin) zu einem Drittel aufzuerlegen und zu zwei Dritteln
auf die Gerichtskasse zu nehmen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung und der
unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft sind definitiv auf die Gerichts-
kasse zu nehmen.
1.3. Der Beschuldigte obsiegt im Berufungsverfahren grösstenteils und unterliegt
lediglich im Bezug auf die Verurteilung wegen der Widerhandlung gegen das Waf-
fengesetz, während die Privatklägerin mit ihren Anträgen vollumfänglich unter-
liegt. Ferner hat die Staatsanwaltschaft ihre Anschlussberufung zurückgezogen
(Prot. II S. 14). Ausgangsgemäss sind daher dem Beschuldigten die Kosten des
Berufungsverfahrens (mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung so-
wie der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin) zu einem Fünftel aufzuer-
legen und zu vier Fünftel auf die Gerichtskasse zu nehmen (Art. 426 428 StPO).
Wiederum sind die Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen
Vertretung der Privatklägerschaft definitiv auf die Gerichtskasse zu nehmen.
2. Entschädigung
2.1. Der Beschuldigte wurde bis am 1. Januar 2016 durch Rechtsanwältin MLaw
Y1._ amtlich verteidigt. Mit Honorarnote vom 24. Dezember 2015 machte die
Verteidigerin für das Berufungsverfahren Aufwendungen von Fr. 7'194.55 geltend,
welche ausgewiesen sind (Urk. 90), weshalb die amtliche Verteidigerin bereits
entsprechend aus der Gerichtskasse entschädigt wurde. Seit dem 1. Januar 2016
wird der Beschuldigte durch Rechtsanwältin lic. iur. Y2._ amtlich verteidigt.
Diese reichte anlässlich der Berufungsverhandlung vom 23. Mai 2016 die Hono-
rarnote für ihren Aufwand im Berufungsverfahren ein (Urk 106). Die geltend ge-
machten Aufwendungen von Fr. 4'061.90 sind ausgewiesen. Zusätzlich ist die
Zeit für die Teilnahme an der Berufungsverhandlung zu entschädigen, weshalb
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die Verteidigerin Rechtsanwältin lic. iur. Y2._ mit Fr. 5'161.90 aus der Ge-
richtskasse zu entschädigen ist.
2.2. Auch die unentgeltliche Vertreterin der Privatklägerin A._, Rechtsanwäl-
tin lic. iur. X._, reichte im Hinblick auf die Berufungsverhandlung die Hono-
rarnote für ihre Aufwendungen im Berufungsverfahren ein (Urk. 105). Die geltend
gemachten Aufwendungen von Fr. 6'863.30 sind ausgewiesen, weshalb die un-
entgeltliche Vertreterin der Privatklägerin, Rechtsanwältin lic. iur. X._, für das
Berufungsverfahren mit Fr. 6'863.30 aus der Gerichtskasse zu entschädigen ist.