Decision ID: 044bf344-9df1-4d07-bc94-bbeded8f66a7
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1963
geborene
X._
war von
1
5.
Mai 1998 bis 3
1.
Juni 2004 in einem 80
%
-Pensum als
Raumpflegerin
im
Y._
angestellt
. Am
8.
März 2005
meldete sie sich unter Hinweis auf
ein Band
scheibenproblem und Rückenschmerzen
bei
der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
13/2
und
Urk.
13/12
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte medizinische und erwerbliche
Abklä
rungen und veranlasste eine Abklärung im Haushalt (Bericht vom
23. Februar 2006
; Urk.
13/22
).
Mit Verfügung vom 2
8.
April 2006 (
Urk.
13/27) wies die IV-Stelle das Rentenbegehren gestützt auf eine 0%ige Einschränkung
im Erwerbs
bereich (hypothetische Erwerbstätigkeit 80
%
) und eine Einschränkung von 9.7
%
im Haushalt (Anteil 20
%
) bei einem Gesamtinvaliditätsgrad von 2
%
ab.
Auf die
dagegen
erhobene Einsprache (Urk.
13/
33
) trat die IV-Stelle am 2
1.
Augu
st 2006 (
Urk.
13/36) nicht ein.
1.2
Auf entsprechendes Gesuch der Versicherten vom 2
5.
Juni 2013 hin (Urk. 13/37) erteilte die IV-Stelle mit Mitteilungen vom
6.
und
7.
Januar 2014 (
Urk.
13/48 f.) Kostengutsprache für orthopädische Spezialschuhe sowie für Schuhzurichtungen an orthopädischen Spezialschuhen und wies das Gesuch um Kostengutsprache für Schuheinlagen mit Verfügung vom 1
7.
Februar 2014 (Urk. 13/52) ab.
1.3
Vom
1.
März 2008 bis 3
0.
April 2015 war die Versicherte bei der
Z._
in einem 65
%
-Pensum als Reinigungsmitarbeiterin in der Wäscherei tätig (
Urk.
13/59). Am 1
6.
Februar 2015 meldete
sie
sich erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an
(
Urk.
13/55). Die IV-Stelle tätigte wiederum
erwerbliche und
medizinische Abklärungen
und liess
sie
am 2
2.
September 2015 und am
7.
Juli 2016
durch
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Chirurgie, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) untersuchen (
Urk.
13/75
und
Urk.
13/84
).
Nach durch
geführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk.
13/
87
und
Urk.
13/92
) wies sie das
Ren
tenbegehren mit Verfügung vom
4.
November 2016
gestützt auf eine 1%ige Einschränkung im Erwerbsbereich (hypothetische Erwerbstätigkeit weiterhin 80 %) und eine Einschränkung von weiterhin 9.7
%
im Haushalt (Anteil 20
%
) bei einem Gesamtinvaliditätsgrad von 3
%
(Urk. 2) ab.
2.
Dagegen erhob die Versicherte am
6.
Dezember 2016 Beschwerde (Urk. 1) und beantragte, die Verfügung vom
4.
November 2016 sei aufzuheben und es sei ihr ab Juni 2015 eine ganze Rente auszurichten. Eventualiter sei die Sache zum neuen Entscheid nach Einholung eines neutralen Gutachtens an die Vorinstanz
zurückzuweisen. Zudem sei ihr die unentgeltliche Prozessführung unter Bestel
lung einer unentgeltlichen Rechtsvertretung zu bewilligen (vgl. auch Urk. 5). Am 2
2.
Februar 2017 (Urk. 12) beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Be
schwerde. Mit Verfügung vom
7.
März 2017 (
Urk.
14) wies das hiesige Gericht den Antrag auf unentgeltliche Rechtspflege ab.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursach
te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu
bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalidenein
-
kommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
).
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der un
entgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der An
teil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad ent
sprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Er
werbstätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter ande
rem im Haushalt) ermittelt
.
Im Rahmen der gemischten Methode bestimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Auf
gabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittelten und ge
wichteten
Teilinvaliditäten
ergibt (
BGE
130 V 393 E. 3.3 mit Hinweisen; vgl. BGE 134 V 9).
1.4
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind
.
Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades
auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prü
fen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchs
begründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwer
defall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene leistungsabweisende Ver
fügung vom
4.
November 2016
(Urk. 2) damit, dass
die Beschwerdeführerin bei guter Gesundheit in einem 80
%
-Pensum arbeitstätig wäre. Dies sei bereits mit Verfügung vom 2
8.
April 2006 festgelegt worden und es gebe keine Anhalts
punkte für eine Änderung
der
Qualifikation. Eine behinderungsangepasste Tä
tigkeit sei ihr nach wie vor zu 80
%
zumutbar. Im Haushalt
sei sie zum Zeit
punkt der letzten Verfügung zu 9.7
%
eingeschränkt gewesen. Daran werde festgehalten. Bei einem Invaliditätsgrad von 3
%
bestehe kein Rentenanspruch.
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1),
das Wartejahr sei
Ende Juni
2015 abgelaufen.
Die von
RAD-Arzt Dr.
A._
festgestellte Erwerbsfähigkeit
bestehe erst seit dem
7.
Juli 201
6.
Damit stehe ihr aber zumindest eine vorübergehende IV-Rente zu. Gemäss ihren behandelnden Ärzten sei sie seit dem
1.
Juni 2015 nicht mehr arbeits
fähig.
Dr.
A._
lege in seinem Bericht nicht dar, weshalb seine Beurtei
lung von jener der behandelnden Ärzten abweiche. Zu den neu eingereichten Berichten lasse er sich zudem nicht verlauten. Der Sachverhalt sei
entsprechend ungenügend abgeklärt, weshalb der Eventualantrag auf Rückweisung der Sache gutzuheissen sei (S. 4 f.).
3.
Vergleichszeitpunkt für eine für die Neuanmeldung relevante Veränderung des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin bildet die Verfügung vom
28. April 2006
(
Urk.
13/27)
, mit welcher die Beschwerdegegnerin das Leistungs
begehren abgewiesen hat.
4
.
4
.1
Im Rahmen der Erstanmeldung stellte
Oberarzt
Dr.
med.
B._
von der Rheumaklinik und dem Institut für physikalische Medizin des
C._
in seinem Bericht vom
5.
April 2005 (
Urk.
13/13)
folgende Diagnosen (S.
1):
-
chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom links bei
-
Wirbelsäulenfehlform/-haltung mit Skoliose
-
Muskuläre
r
Dysbalance
bei Beinlängenverkürzung und Muskelatrophie rechts nach Trauma in der Kindheit
-
Kleine
r
paramediane
r
Diskushernie L5/S1 links mit Tangierung der Ner
venwurzel S1,
Spondylarthrose
L4/5 und L5/S1 beidseits
-
Coxae
varae
Dazu hielt er fest,
es hätten keine
Hinweise auf eine
radikuläre
Ausfallsympto
matik bestanden. Die im Vorfeld durchgeführte intensive physiotherapeutische
Behandlung
und eine wirbelsäulennah
e Infilt
ra
tion hätten die Beschwerden nicht wesentlich beeinflussen können. Das arbeitsbezogen relevante Problem bestehe in einer verminderten Belastungstoleranz des Kreuzes. Es bestehe eine allgemein verminderte Kraft sowie eine frühzeitige Ermüdung der Nacken-, Arm-
und Rückenmuskulatur. Das Hohlkre
uz v
erstärke si
c
h
unter Belastung
(S. 8)
.
Die weitere Arbeitsfähigkeit betrage theoretisch 100 % für eine leichte bis knapp mittelschwere Arbeitstätigkeit im Reinigungsdienst (S. 2
).
4
.2
Dr.
med.
D._
, FMH Rheumatologie, hielt in seinem Bericht vom
22.
beziehungsweise 2
7.
April 2005 (
Urk.
13/14/3-6) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest:
-
Chronisches
lumbovertebrales
und linksseitiges
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom
-
ungünstige Rückenstatik bei Beinlängenverkürzung rechts, leichte Skoliose
-
Spondylarthrose
LWK
4/5/
SWK
1 beidseits
-
muskuläre
Dysbalance
-
Diskushernie LWK 5/SWK 1 paramedian links
-
Symptomausweitung
Dazu führte er aus, die Beschwerdeführerin sei seit März 2004 in seiner Behand
lung. Aufgrund ihrer Beschwerden sei sie in ihrer angestammten Tätigkeit nur noch halbtags arbeitsfähig. In einer behinderungsangepassten wechselbelasten
den (stehend, sitzend, wenig gehend) leichten Tätigkeit sei sie ganztags arbeits
fähig.
4
.3
RAD-Arzt
Dr.
E._
hielt in seiner Stellungnahme vom
2.
Februar 2006
(
Urk.
13/24/2) fest, ein Gesundheitsschaden sei ausgewiesen. Die Beschwerde
führerin sei in ihrer angestammten Tätigkeit
zu 50
%
arbeitsfähig. In einer an
gepassten Tätigkeit
(leichte bis mittelschwere Arbeit mit wechselnder Belastung vorwiegend im Sitzen/Stehen ohne wiederholtes Heben und Tragen von Lasten über 10 kg) sei sie zu 100
%
arbeitsfähig.
4
.4
RAD-Arzt
Dr.
A._
stellte in seinem Bericht zur im Rahmen des vorlie
genden Neuanmeldungsverfahrens durchgeführten orthopädischen Unter
suchung vom 2
2.
September 2015 (
Urk.
13/75) folgende Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 7
):
-
Lumboradiculäres
S1 Syndrom links bei kernspintomographisch nachgewie
sener Diskushernie L5/S1 links
-
Massive
Vargusgonarthrose
links mit sichtbarer
Fehlstellung und Knie
schmerzen
-
Residual Status bei Status nach Poliomyelitis
-
Rückfuss-Instabilität beidseits
-
Cavo
/
Varusfehlstellung
beidseits mit
Calcaneuscuboidaler
Gelenkarthrose mit Betonung des rechten Fusses
Dazu hielt er fest,
ein somatischer Gesundheitsschaden sei ausgewiesen. Seit dem 2
5.
Juni 2014 sei die Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit auf Dauer nicht mehr arbeitsfähig.
Grundsätzlich sei
sie hingegen
in einer leich
ten angepassten Tätigkeit in Wechselbelastung ohne Heben, Tragen und Trans
portieren von Lasten über 10 kg, ohne Verharren in Zwangshaltungen, ohne
dauerhafte Armvorhaltebelastungen und Überkopfarbeiten zu 100
%
arbeits
fähig.
A
ufgrund der massiven akuten Verschlechterung des linken Kniegelenkes mit erheblicher Schmerzsymptomatik bei gleichzeitiger
radikulärer
S1-Symp
t
omatik der Lendenwirbelsäule, bestehender Arthrose im
calcaneo-cuboidalen
Gelenk rechts
bestehe
jedoch seit dem 2
5.
Juni 2014 auch
in einer
angepassten Tätigkeit
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit
.
Im Oktober
2015
sei eine operative Sanierung des linken Kniegelenkes geplant. Diese Operation sei von medizinischer Seite dringend erforderlich.
Nach voraussichtlich sechs Monaten postoperativ sei mit grosser Wahrscheinlichkeit eine 100%ige Arbeits
fähigkeit in einer angepassten Tätigkeit zu erwarten
(S.
8
f.).
4.
5
Der Hausarzt
Dr.
med.
F._
führte in seinem Bericht vom 1
8.
April 2016 (
Urk.
13/82/5-7)
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf:
-
Arthrose des oberen Sprunggelenks
(OSG)
rechts, mit Rückfussinstabilität
-
Status nach Poliomyelitis Bein rechts mit verminderter
Trophik
und Kraft
-
Rezidivierendes
lumbospondylogenes
Syndrom beidseits
-
Status nach Implantation einer
Kniehemiprothese
medial links 2015
Ergänzend hielt er fest, es bestehe seit vielen Jahren ein häufig rezidivierendes
lumbospondylogenes
Syndrom. Diesbezüglich sei schon eine eingehende Abklä
rung und Behandlung erfolgt. Ebenfalls bestehe seit Jahren eine Kraftlosigkeit und Schmerzen im rechten Fuss. Bei zunehmenden Knieschmerzen bei medialer Arthrose
sei
im November 2015 eine mediale
Kniehemiprothese
eingesetzt wor
den. In Zusammenschau dieser Befunde sei die Beschwerdeführerin nicht mehr in der Lage, ihre bisherige berufliche Tätigkeit
als Zimmermädchen auszuführen.
Seit dem 1.
Juni 2015 sei sie
in der zuletzt
ausgeübten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsunfähig.
4
.6
Nach der orthopädischen Untersuchung vom
7.
Juli 2016 stellte
Dr.
A._
vom RAD
in seinem Bericht
(
Urk.
13/84)
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 7):
-
Lumboradikuläres
S1 Syndrom links bei kernspintomographisch nachgewie
sener Diskushernie L5/S1 links
-
Massive Gonarthrose links mit sichtbarer Fehlstellung und Knieschmerzen mit/bei
-
Status nach Implantation einer Schlittenprothese links am
5.
November 2015
-
postoperative
m
Lymp
(
h
)
ödem am linken Unterschenkel
-
Überempfindlichkeit der Operationsnarbe nach lateral
-
gute
r
postoperative
r
Achsenstellung und Beweglichkeit
-
Residual Status bei Status nach Poliomyelitis
-
Rückfuss-Instabilität beidseits
-
Cavo
/
Varusfehlstellung
beidseits mit
Calcaneuscuboidaler
Gelenkarthrose mit Betonung des rechten Fusses
Zudem hielt er folgende Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest:
-
beginnende Fingerarthrose DV, DIV und DIII rechts
Dazu führte er aus,
die Beschwerdeführerin habe angegeben, im Vergleich zur Voruntersuchung könne sie besser laufen. Insgesamt könne sie 20-30 Minuten laufen und etwa eine halbe Stunde stehen. I
n ihrer Tätigkeit als
Reinigungs
mitarbeiterin bestehe seit
dem
2
5.
Juni
2014 eine 0%ige Arbeitsfähigkeit.
Als angepasste Tätigkeit könne eine
teilweise sitzend ausgeübte Arbeit mit leichter Wechselbelastung, teils sitzend
, teils ebenerdig gehend, auch mit gelegentlichem Heben und Tragen von Lasten bis 10 kg körpernah zugemutet werden. Auf
grund der noch bestehenden Schmerzsymptomatik seien vermehrte Pausen notwendig. Entsprechend bestehe
seit dem
7.
Juli 2016 eine 80%ige Arbeits
fähigkeit in einer angepassten Tätigkeit (S.
1 und S.
7 f.
).
4
.
7
Dr.
F._
hielt am
7.
September 2016 (
Urk.
13/91) in Ergänzung zu seinem
Bericht vom 1
8.
April 2016 (E. 4
.5
hievor
) fest, das
lumbospondylogene
Schmerzsyndrom habe in letzter Zeit einen invalidisierenden Charakter ange
nommen.
In der Zusammenschau der Befunde sei an eine A
r
beitsfäh
i
gk
ei
t gar nicht mehr zu denken. Dies beziehe sich auf die angestammte sowie auch auf leicht
ere wechselbelastende Tätigkeit
en
.
Die Beschwerden hätten sich so
fest
ausgeweitet, dass die Beschwerdeführerin nun auch für ihren eigenen Haushalt eine externe Hilfe brauche. Seit dem
1.
Juni 2015 sei sie bis auf weiteres defini
tiv zu 100
%
arbeitsunfähig.
4.8
Dr.
med.
G._
, FA Orthopädie/Unfallchirurgie, und
Dr.
med.
H._
, FMH Chirurgie, von der
I._
stellten in ihrem Bericht vom 21. September 2016 (
Urk.
13/93) folgende Diagnosen:
-
Cavo
varus
Fuss rechts mit
Calcaneocuboidalgelenksarthrose
rechts
-
TMT-I bis III-Arthrose
-
Beginnende
Talonaviculararthrose
-
Beginnende OSG-Arthrose rechts
-
Residualstatus nach Poliomyelitis
acuta
im Kindesalter
-
Rückfussinstabilität beidseits
-
chronische Rückenbeschwerden
Dazu führten sie aus, es bestehe ein
hypotropher
Unterschenkel rechts und deutlich schwächer als links.
Der rechte
R
ü
ckfuss
sei in
Varusfehlstellung
mit Cavus, der linke
Rückfuss
eher im
Valgus
mit beginnendem Senkfuss. Es be
ständen
Druckdolenzen
im Bereich des
Calcaneocuboidalgelenkes
und über dem dorsalen
M
ittelfuss rechts mit Ausstrahlung nach proximal und distal, ebenso eine
Varikosis
cruris beidseits. Die Sprunggelenksbeweglichkeit sei im Vergleich zur Untersuchung vom Jahre 2012 mit 0/0/30° nun deutlich eingeschränkt. Auf den neu angefertigten Röntgenaufnahmen würden sich die zunehmenden
arthrotischen
Veränderungen des rechten Fusses wie beschrieben zeigen. Eine Beschäftigung
mit gehenden
und stehenden Beanspruchungen sei nicht mehr möglich. Da es sich um fortschreitende Erkrankungen handle, sei eine Besse
rung des Befundes nicht zu erwarten.
4.9
RAD-Arzt
Dr.
A._
führte in seiner Stellungnahme vom 1
1.
Oktober 2016 (
Urk.
13/95/3)
aus,
die Bewegungseinschränkung des rechten OSG sei bei Ver
gleich der klinischen Untersuchung am
7.
Ju
li 2016 mit dem Bericht von Dr.
H._
vom 2
1.
September 2016 insgesamt unverändert. Trotz fortschrei
tender Arthrose habe die Beschwerdeführerin am
7.
Juli 2016 angegeben, dass sie im Vergleich zur Voruntersuchung besser und insgesamt 20 – 30 Minuten
laufen und etwa eine halbe Stunde stehen könne.
Ihr
sei e
ine leichte wechselbe
lastende überwiegend sitzende Tätigkeit möglich. Das Belastungsprofil sei damit geringfügig zu ändern.
Aufgrund der Schmerzsymptomatik seien häufigere Pausen notwendig. Es bestehe aber weiterhin eine 80%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit. Versicherungsmedizinisch theoretisch könne auch ein Rollstuhlfahrer
leichte Arbeit
in
einer
angepasste
n
Tätigkeit
zu 80
%
- 100
%
ausüben.
Aufgrund de
s Tagesablaufs (vgl.
Urk.
13/84 S.
2), der angegebenen Beschwerden und des klinischen Untersuchungsbefundes bestehe im Haushalt keine Einschränkung
,
da die damit verbundenen Tätigkeiten auf den ganzen Tag verteilt werden könnten.
5.
Vorliegend ist unbestritten und ausgewiesen, dass die Beschwerdeführerin bei guter Gesundheit einer 80%igen Erwerbstätigkeit nachgehen würde und zu 20 % im Aufgabenbereich tätig wäre
. Die Beschwerdegegnerin hielt an der Ein
schränkung im Haushalt von 9.7
%
gemäss der letzten Verfügung fest, was von der Beschwerdeführerin nicht kritisiert wurde und mit Blick auf die diesbezügli
chen Ausführungen von RAD-Arzt
Dr.
A._
(E. 4.9
hievor
)
nicht zu bean
standen ist. Ebenso ist u
nbe
stritten und ausgewiesen, dass
sie
in ihrer ange
stammten Tätigkeit
seit dem 2
5.
Juni 2014
nicht mehr arbeitsfähig ist.
Bestritten ist hingegen die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit.
6
.
6
.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei ihrer leistungsabweisenden Verfügung vom
4.
November 2016
(Urk. 2) auf die
orthopädischen Untersuchungen sowie die
Stellungnahme ihres RAD-Arztes
Dr.
A._
vo
m
2
3.
September 2015 sowie
8.
Juli und 1
1.
Oktober
2016 (E. 4.
4, E. 4.6 und E. 4.9
hievor
).
6
.
2
Die RAD stehen den IV-Stellen zur Beurtei
lung der medizinischen Voraus
setzungen des Leistungsanspruchs zur Verfü
gung. Sie setzen die für die Invali
denversicherung nach Art. 6 ATSG massge
bende funktionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufga
benbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Ein
zelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49
IVV
beurteilen die RAD die medizinischen Voraussetzungen des Leistungs
anspruchs. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medi
zinischen Fachkompetenz und
der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schrift
lich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht – gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entschei
den ha
ben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu wür
digen, wozu namentlich auch
gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere An
sicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzu
nehmen sei. Sie würdigen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (vorerwähntes Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hin
weisen).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2
IVV
ist mit jenem ex
terner medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifi
kationen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis
versicherungsinterner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte ge
hören – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuver
lässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesge
richts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
Aus dem Grundsatz der
Waffengleichheit folgt das Recht der versicherten Per
son, mittels eigener Beweismittel die Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärzt
lichen Feststellungen der versicherungsinternen Fachpersonen in Zweifel zu ziehen. Diese von der versicherten Person eingereichten Beweismittel stammen
regelmässig
von behandelnden Ärzten oder von anderen medizini
schen Fach
personen, die in einem auftragsrechtlichen Verhältnis zur versi
cherten Person stehen. Aufgrund der Erfahrungstatsache, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen, wird im Streitfall eine direkte
Leistungszusprache
ein
zig gestützt auf die Angaben der behandeln
den Ärzte jedoch kaum je in Frage kommen (vgl. BGE 135 V 465 E. 4.5).
6.3
Dr.
A._
untersuchte die Beschwerdeführerin zwei Mal (E. 4.4 und E. 4.6
hievor
). Seine Berichte sind für die streitigen Belange umfassend und wurden in Kenntnis der fallrelevanten
Vorakten
erstellt. Der RAD-Arzt legte die medizini
schen Zusammenhänge einleuchtend dar, beurteilte die medizinische Situation überzeugend und setzte sich mit den geklagten Beschwerden und dem Verhalten der Beschwerdeführerin auseinander.
Ebenso setzte er sich mit den
vorhandenen Arztberichten auseinander und wies darauf hin, dass sich diese zu
r
Arbeits
fähigkeit in einer angepassten Tätigke
it nicht äussern (
Urk.
13/75 S.
8
und
Urk.
13/84 S.
7
).
Zudem
stellte er anlässlich der ersten Untersuchung eine Be
hinderung durch den massiven Beugeschmerz im Bereich des linken
Kniege
lenkes fest, ebenso bekannte und diagnostizierte Arthrose
n im Bereich der Sprunggelenke sowie im Bereich der rechtsseitigen Unterschenkelmuskulatur ein
en
Residualzustand nach Poliomyelitis mit deutlichem muskulärem Defizit und Beinverkürzung rechts.
Dr.
A._
befürwortete die geplante Knie
operation und erwartete durch die Achsenkorrektur des linken Kniegelenkes eine Verbesserung des Gangbildes und der Schmerzsymptomatik im Bereich der Lendenwirbelsäule
(
Urk.
13/75 S.
5-9)
. In der zweiten - nach der Knieoperation durchgeführten - Untersuchung hielt er fest, dass
der Knieschmerz
und auch das Laufen
besser
geworden seien. Er wies auf eine deutliche Befundbesserung nach Implantation der Schlittenprothese in Bezug auf das Gangbild und den Bewe
gungsablauf hin (
Urk.
13/84
S.
1 f.).
Für das Zumutbarkeitsprofil berücksichtigte er die Erkrankung der Lendenwirbelsäule, die Schädigung des Kniegelenkes und der Füs
se. Ebenso berücksichtigte er die noch bestehende Schmerzsymptomatik,
welche vermehrte Pausen notwendig macht und zu einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit um 20
%
führt. Der RAD-Arzt g
elangte sodann zum ausführ
lich begründeten und nachvollziehbaren Schluss, dass
die Beschwerdeführerin seit dem 2
5.
Juni 2014 in ihrer angestammten Tätigkeit auf Dauer nicht m
ehr
arbeitsfähig ist und bis 6.
Juli 2016 auch in einer angepassten Tätigkeit nicht
mehr arbeitsfähig war. Seit 7.
Juli 2016 besteht hingegen in einer angepassten leichten wechselbelastenden überwiegend sitzenden Tätigkeit eine
80%ige
Arbeitsfähigkeit
.
6.4
Am 1
1.
Oktober 2016 nahm
Dr.
A._
zudem zu den
neu aufgelegten
Be
richten der
Dres
.
F._
und
H._
Stellung und änderte das Belastungs
profil geringfügig
(
Urk.
13/95/3). Der Einwand der Beschwerdeführerin, der RAD-Arzt habe sich zu
diesen
Berichten nicht geäussert
(
Urk.
1 S.
5
)
, ist damit
nicht zutreffend
.
Ebenso wenig trifft zu, dass er sich mit den bereits vorhande
nen Arztberichten nicht auseinandergesetzt hätte.
Vielmehr ging er vo
n densel
ben Beschwerden
wie die behandelnden Ärzte
und übereinstimmend mit diesen von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit aus. Zur Arbeitsfähigkeit in einer den Beschwerden angepassten Tätigkeit äusserten sich die
behandelnden Ärzte
nicht
, weshalb eine diesbezügliche Auseinandersetzung nicht möglich war
.
6.5
Der Bericht von Hausarzt
Dr.
F._
vom 1
8.
April 2016 (E. 4.5
hievor
)
, gemäss welchem die Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig
ist
, war dem RAD-Arzt
bei seiner zweiten Untersuchung
be
kannt. Dem
neuen Bericht
vom
7.
September 2016 (E. 4.7
hievor
) sind keine veränderten Befunde
zu entnehmen;
die angebliche Verschlechterung des
lum
bospondylogenen
Schmerzsyndroms seit dem letzten Bericht
wurde
nicht be
gründet.
Namentlich fehlt eine Darlegung neu erhobener Befunde, welche eine Verschlechterung ausweisen würden. Es ist damit nicht nachvollziehbar, wes
halb die Beschwerdeführerin nun auch in einer angepassten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsunfähig sein soll. Im Bericht vom 1
8.
April 2016 hatte
Dr.
F._
im Rahmen seines Arbeitsunfähigkeitsattestes noch Bezug auf die angestammte Tä
tigkeit als Zimmermädchen genommen. Dass diesbezüglich eine vollumfängli
che Arbeitsunfähigkeit besteht, ist ausgewiesen. Soweit er ausführte, in der Zu
sammenschau der Befunde sei die Beschwerdeführerin nicht in der Lage, einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen, da die Schmerzen bereits nach kurzer Zeit
überhand nähmen
, kann dies nicht als begründetes Attest einer vollumfängli
chen Arbeits
un
fähigkeit in angepasster Tätigkeit gefasst werden. Die Befunde be
zogen sich auf Rückenschmerzen, Kraftlosigkeit und Schmerzen im rechten Fuss sowie die
Kniehemiprothese
. Dass eine vorwiegend sitzende Tätigkeit nicht mehr möglich sein sollte, ist bei dieser Sachlage nicht nachvollziehbar, zumal
Dr.
F._
auch in seinem jüngsten Bericht keine Komplikationen mit der Pro
these schilderte.
Der Einschätzung von
Dr.
F._
kann damit nicht gefolgt werden
.
RAD-Stellungnahmen
können zudem
nicht einfach
immer dann in Fra
ge ge
stellt werden, wenn die behandelnden Ärzte eine abweichende Meinung zur
Arbeitsunfähigkeit
äussern
(vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 9C_668/2015 vom 17. Februar 2016 E. 3).
6.6
Dr.
H._
wies auf die zunehmenden
arthrotischen
Veränderungen hin
(E.
4.8
hievor
)
, welche von
Dr.
A._
in seinen Untersuchungen
denn auch
festgestellt worden waren. Ebenso waren ihm der deutlich schwächere Unter
schenkel rechts und die Fussfehlstellung bekannt.
Auch das von Dr.
H._
geäusserte Zumutbarkeitsprofil (keine gehenden oder stehenden Beanspruchun
gen)
entspricht
dem gemäss dem RAD-Arzt bestehenden Belastungsprofil (
überwiegend sitzende Tätigkeit)
weitgehend
, zur Arbeitsfähigkeit in einer ange
passten Tätigkeit äusserte er sich nicht
weiter
.
6.7
Zusammenfassend vermögen weder die Berichte der behandelnden Ärzte noch die Einwände der Beschwerdeführerin Zweifel an der
Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit
der RAD-Berichte
zu erwecken. Auf diese ist damit abzustellen.
Von weiteren medizinischen Abklärungen
- wie von der
Beschwerdeführer
in
beantragt - sind keine zusätzlichen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf in antizipierter Beweiswürdigung (
vgl. BGE 122 V 157 E. 1d mit Hinweisen)
ver
zichtet wird.
7
.
Die Beschwerdeführerin litt im Vergleichszeitpunkt insbesondere an Rücken
beschwerden (E. 4.1-4.3
hievor
). Ab dem 2
5.
Juni 2014 war sie jedoch
vor allem
aufgrund der Beschwerden im linken Kniegelenk nicht mehr arbeitsfähig (E. 4.4
hievor
).
Eine - vorübergehende - Verschlechterung des Gesundheitszustandes ist damit ausgewiesen. Nach einer Knieoperation im November 2015 mit Implanta
tion einer
Kniehemiprothese
medial links hat sich ihr Gesundheitszustand
wie
derum
verbessert. So konnte sie - anders als vor der Operation - wieder 20-30 Minuten laufen und etwa eine halbe Stunde stehen. Damit ist spätestens seit dem Zeitpunkt der RAD-Untersuchung vom 7. Juli 2016 von einer Verbesserung des Gesundheitszustandes auszugehen.
8
.
Zu prüfen bleibt,
wie sich das Leistungsvermögen der Beschwerdeführerin in wirtschaftlicher Hinsicht auswirkt
.
8
.1
Der für die Invaliditätsbemessung und damit den Rentenanspruch massgebende Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden
hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (BGE 130 V 343 E. 3.4.2).
8
.2
Die Beschwerdeführerin wäre bei guter Gesundheit in einem 80
%
-Pensum als Reinigungsmitarbeiterin tätig.
Ihre letzte
Arbeit
hat sie jedoch
- trotz diesbezüg
lich voller Arbeitsfähigkeit -
lediglich in einem 65
%
-Pensum ausgeübt
. Die Be
schwerdegegnerin hat deshalb zur Berechnung des
Valideneinkommens
auf die Tabellenlöhne 2014 gemäss der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebung (LSE)
abgestellt
und per 2015 ein
Valideneinkommen
von
Fr.
42'999.80 im angestammten 80
%
-Pensum
errechnet
(
Urk.
13/85)
, was von der Beschwerdeführerin nicht beanstandet wurde.
Darauf ist abzustellen.
8
.3
Zur
Ermittlung
des Invalideneinkommens
stützte sich die Beschwerdegegnerin auf die LSE 2014, TA1,
Ziff.
45-96, Kompetenzniveau 1, Frauen, und berechnete per 2015 ein Invalideneinkommen von
Fr.
42'484.20
in dem der Beschwerde
führerin
ab
7.
Juli 2016
zumutbaren 80
%
-Pensum
(
Urk.
13/85)
.
Einen
behin
-
derungsbedingten
Abzug gewährte sie nicht mit der Begründung, das zumutbare Pensum sei aufgrund des erhöhten Pausenbedarfs bereits um 20 % reduziert worden.
Auch dies wurde nicht kritisiert und es ist
damit
von einem Invaliden
einkommen von
Fr.
0.-- von 25. Juni 2014 bis
6.
Juli 2016 sowie von einem solchen von
Fr.
42'484.20 ab 7. Juli 2016 (Verbesserung Gesundheitszustand) auszugehen
.
8
.4
Der Vergleich des
Valideneinkommens
von
Fr.
42'999.80
mit
dem Invaliden
einkommen von
Fr.
0.-- beziehungsweise
Fr.
42'484.20
ergibt einen Invalidi
tätsgrad
im Erwerbsbereich von
zunächst 80
%
beziehungsweise ab 7.
Juli 2016 von 1.2
%
.
8
.5
Bei einer Gewichtung der Erwerbstätigkeit zu 80
%
ergibt dies einen Teilinvali
ditätsgrad von
zunächst
80
%
beziehungsweise ab
7.
Juli 2016 von 0.96
%
. In ihrem Aufgabenbereich
ist die Beschwerdeführerin zu 9.7
%
eingeschränkt, was bei einer Gewichtung zu 20
%
einen Teilinvaliditätsgrad von 1.94
%
ergibt. Ins
gesamt beträgt der Invaliditätsgrad damit 82
%
bis
6.
Juli 2016 und ab 7. Juli 2016 3
%
.
Die Beschwerdeführerin hat somit Anspruch auf eine von
1.
August 2015 (Geltendmachung des Leistungsanspruchs im Februar 2015 plus sechs Monate;
Art.
29
Abs.
1 IVG) bis 3
1.
Oktober 2016 (Zeitpunkt Verbesserung im Juli 2016
plus drei Monate;
Art.
88a
Abs.
1 IVV) befristete ganze Rente.
Ab dem
1.
November 2016 besteht hingegen kein Rentenanspruch mehr.
In diesem Sin
ne ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen.
9
.
9
.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig und sind die Gerichtskosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ermessensweise auf Fr.
8
00.-- festzusetzen.
Obwohl das Begehren de
r Beschwerdeführerin
auf
Zusprache
einer ganzen unbefristeten Rente nur teilweise gutgeheissen wurde, hat
ihr
„
Überklagen
“ den Prozessaufwand nicht wesentlich beeinflusst (BGE 117 V 401 E. 2c; Urteil des Bundesgerichts 9C_846/2015 vom
2.
März 2016 E. 3). Unter diesen Umständen rechtfertigt sich nicht, ihr die Prozesskosten teilweise aufzuerlegen. Diese sind vollumfänglich von der Beschwerdegegnerin zu tragen.
9.2
Nach
§
34
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht
(
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Partei
kosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens be
messen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Mangels eines wesentlich höheren Prozess
aufwandes ist trotz „Überklagens“ auch von einer Kürzung der Prozessent
schädigung abzusehen. Diese ist
mit
Fr. 1‘900.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bemessen.