Decision ID: 76fd5492-b25b-4bba-a5b3-30246271d90e
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Forderung
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Hinwil vom 8. Februar 2018 (CG170002-E)
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Rechtsbegehren: (Urk. 2 S. 2)
"1. Die Beklagten seien unter solidarischer Haftung für das Ganze zu verpflichten, der Klägerin CHF 235'634.85 zuzüglich Zins von 5% Prozent seit dem 31. Januar 2017 zu bezahlen.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der ."
Urteil des Bezirksgerichts Hinwil vom 8. Februar 2018: (Urk. 33)
1. Die Klage wird hinsichtlich der Beklagten 2 abgewiesen. 2. Der Beklagte 1 wird verpflichtet, der Klägerin Fr. 235'634.85 nebst Zins zu
5% seit dem 31. Januar 2017 zu bezahlen. 3. Die Entscheidgebühr wird auf Fr. 15'000.– festgesetzt.
Verlangt keine der Parteien eine schriftliche Begründung des Entscheids, reduziert sich die Entscheidgebühr auf zwei Drittel.
4. Die Entscheidgebühr wird dem Beklagten 1 auferlegt. Sie wird im Betrag von Fr. 14'000.– bzw. im Fall des Verzichts auf schriftliche Begründung von Fr. 10'000.– aus dem von der Klägerin geleisteten Kostenvorschuss . Der Beklagte 1 wird verpflichtet, der Klägerin aus ihrem Vorschuss  Kosten und die Kosten des Schlichtungsverfahrens von Fr. 950.– zu ersetzen. Ein allenfalls nicht beanspruchter Teil des Kostenvorschusses der Klägerin wird der Klägerin zurückerstattet.
5. Der Beklagte 1 wird verpflichtet, der Klägerin eine Parteientschädigung von Fr. 18'000.– (inkl. MWSt) zu bezahlen.
6. [Mitteilungen] 7. [Rechtsmittelbelehrung]
Berufungsanträge:
der Beklagten und Berufungskläger (Urk. 32 S. 2):
"1. Das Urteil vom 8. Februar 2018 des Bezirksgericht Hinwil sei  und das vor erster Instanz gestellte Rechtsbegehren
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vollumfänglich gutzuheissen, welches lautet: Die Klage vom 24. Februar 2017 sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen."
der Klägerin und Berufungsbeklagten (Urk. 42 S. 2):
"Der angefochtene Entscheid sei zu bestätigen, unter Kosten- und  zu Lasten der Beklagten und Berufungskläger."

Erwägungen:
1. Sachverhalt
1.1. Die "D._ AG" war eine im Jahre 1995 gegründete Aktiengesellschaft
mit einem Aktienkapital von zuletzt Fr. 200'000.00, aufgeteilt in 200 Namenaktien
zu Fr. 1'000.00 Nennwert. Sie bezweckte "die Erarbeitung von Konzepten im Im-
mobilienbereich und die ...". Seit der Gründung der Gesellschaft bis zu seinem
Tode im Jahre 2014 gehörte E._, der Ehemann der Klägerin, ihrem Verwal-
tungsrat an. Der Beklagte 1 war gemäss Handelsregister in den Jahren 2011 bis
2014 Mitglied des Verwaltungsrates der Gesellschaft. Diese wurde mit Beschluss
der Generalversammlung vom 20. März 2018 aufgelöst (Urk. 41).
1.2. Am 30. Juni 2011 unterzeichneten E._ (damals wohnhaft in Spanien),
F._ (der Sohn von E._), der Beklagte 1 sowie G._ bezüglich der
"D._ AG" einen "Aktienkauf- und Aktionärbindungsvertrag" (Urk. 12/2). Durch
diesen Vertrag verkaufte E._ seinem Sohn F._ sowie dem Beklagten 1
je 59 Aktien und G._ 14 Aktien zu Fr. 1'000.00 (Ziff. 1.1.1 und Ziff. 2.1.1). Der
Kaufpreis von Fr. 1'000.00 pro Aktie sollte von den Käufern "durch Anweisung der
ihnen von der Gesellschaft ausbezahlten Honorare" an E._ bezahlt werden
(Ziff. 1.1.2 und 2.2.2). Den Käufern wurde je ein Sitz im Verwaltungsrat in Aus-
sicht gestellt, wobei ihre Entschädigung für diese Tätigkeit vom Verwaltungsrat zu
bestimmen war (Ziff. 4.1.1). Gemäss Anhang 4 zum Aktionärsbindungsvertrag
sollten E._ und der Beklagte 1 unter dem Titel "Lohn, Honorare, Verwal-
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tungsrat-Entschädigung oder ähnliches" zunächst je Fr. 500'000.00 jährlich be-
ziehen, während F._ und G._ zusammen Fr. 500'000.00 jährlich bezie-
hen sollten.
1.3. E._ und seine Ehefrau, die Klägerin, unterhielten bei der Bank
H._ AG in I._ (Fürstentum Liechtenstein) ein und/oder-Konto. Am 5. Juli
2013 eröffnete die gleiche Bank ein und/oder-Konto für die beiden Beklagten. Und
am 9. Juli 2013 belastete diese Bank das und/oder-Konto von E._ und der
Klägerin mit Fr. 200'000.00 und schrieb diesen Betrag dem neu eröffneten
und/oder-Konto der beiden Beklagten gut (Urk. 3/2).
1.4. Die Zusammenarbeit zwischen E._ und dem Beklagten 1 ging aller-
dings über den Bereich der "D._ AG" hinaus. Am 27. Dezember 2013, 10.13
Uhr, schrieb der Beklagte 1 E._ eine umfangreiche E-Mail, in der er ausführ-
lich auf die gemeinsamen geschäftlichen Aktivitäten zu sprechen kam (Urk. 3/3).
Eingangs lobte er die geschäftliche Zusammenarbeit mit E._. Auch wenn
E._ dereinst sein "immenses Pensum" künftig nicht mehr sollte bewältigen
können, ändere das nichts "an unserem 50/50 Grundsatz". Alsdann rapportierte
er über verschiedene Geschäftsfelder der gemeinsamen Tätigkeit und machte
sich auch Gedanken darüber, wie die künftige Zusammenarbeit geregelt werden
könnte. Unter dem Titel "Ausgleich E'._ [E._] / A'._ [A._]" hielt
der Beklagte 1 sodann Folgendes fest:
"Es ist sicher sinnvoll, dass wir eine Aufstellung über Deine Vorleistungen aufstellen (Projektkosten, Ausbaukosten I._) und festhalten, mit welchen Erträgen wir diese verrechnen, so dass wir danach den Zähler auf 0 stellen können und  Kosten und Erträge auf der Basis 50/50 laufen. Ebenso möchte ich natürlich bis Ende 2014 das Darlehen von 200'000 inkl. Zinsen zurückzahlen bzw. mit Erträgen verrechnen. Ich denke, wir sollten diese Zahlen so bald als möglich gemeinsam erarbeiten und festhalten, damit wir beide eine gesicherte und gemeinsame Basis haben. Ende Februar sollten ja die zwei Zahlungen von J._ über CHF 8.5 m (alter K._) und 7.28 m Drittleistungen und Eigenleistungen auf das Konto eingehen. Da wäre ich froh wenn wir eine Regelung treffen könnten, dass ich davon mind 1 m erhalte, welche ich als Reserve bei der Bank H._ bunkern kann. Ein allfälliger Restbetrag wäre so bald als möglich (d.h. bei den [sic!] nächsten grösseren ) auszugleichen. Wie gesagt, dass [sic!] Darlehen von 200'000 inkl. Zins werde [sic!; scil.: ich] so bald als möglich zurückzahlen."
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1.5. Am tt.mm.2014 starb E._ in ... (Kanton Zürich). Seinen letzten Wohn-
sitz hatte er aber in I._ (Fürstentum Liechtenstein). Gemäss "Einantwor-
tungsbeschluss" des Fürstlichen Landgerichts in Liechtenstein vom 9. März 2016
(Urk. 3/11) gehört zu den Aktiven des Nachlasses die "Forderung vs A._"
von Fr. 200'000.00. Die Klägerin ist gemäss dem liechtensteinischen "Einantwor-
tungsbeschluss" die Alleinerbin des E._.
1.6. Mit Schreiben vom 30. November 2016 an die beiden Beklagten (Urk. 3/4)
kündigte die Klägerin das Darlehen von Fr. 200'000.00. Neben der Rückzahlung
des Darlehens forderte sie Darlehenszins im Gesamtbetrage von Fr. 35'178.10,
entsprechend 1'284 Zinstagen (9. Juli 2013 bis 13. Januar 2017) bei einem Zins-
satz von 5%.
2. Verfahrensverlauf
2.1. Bezüglich des erstinstanzlichen Verfahrens sei auf das angefochtene Urteil
verwiesen (Urk. 33 S. 3). Im Anschluss an die Hauptverhandlung vom 8. Februar
2018 fällte die Vorinstanz das angefochtene Urteil und eröffnete es den Parteien
zunächst ohne Begründung (Urk. 26). In der Folge verlangten die Beklagten innert
der Frist von Art. 239 Abs. 2 ZPO die Urteilsbegründung (vgl. Urk. 27 und 28).
Das begründete Urteil stellte die Vorinstanz den Beklagten in der Folge am
19. April 2018 zu (Urk. 31).
2.2. Gegen das Urteil des Bezirksgerichts Hinwil vom 8. Februar 2018 erhoben
die beiden Beklagten mit Rechtsschrift vom 22. Mai 2018 rechtzeitig Berufung
(Urk. 32). Die Klägerin beantwortete das Rechtsmittel mit Eingabe vom 10. Au-
gust 2018 (Urk. 42).
2.3. Mit Verfügung vom 13. August 2018 (Urk. 45) wurde ein zweiter Schriften-
wechsel angeordnet. Die Parteien wurden darauf hingewiesen, dass sich die Be-
rufungsinstanz vorbehalte, im Sinne von Art. 117 IPRG auf das Rechtsverhältnis
der Parteien liechtensteinisches Recht anzuwenden. Ferner wurde den Parteien
im Sinne von Art. 16 Abs. 1 IPRG der Nachweis des Inhalts des liechtensteini-
schen Rechts überbunden. In der Folge erstatteten die Beklagten am 17. Sep-
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tember 2018 die Berufungsreplik (Urk. 47) und die Klägerin am 19. Oktober 2018
die Berufungsduplik (Urk. 51).
2.4. Mit Verfügung vom 22. Oktober 2018 wurde den Parteien eröffnet, dass
keine Berufungsverhandlung stattfinde und dass die Sache in die Phase der Ur-
teilsberatung gehe (Urk. 54).
3. Prozessuales
3.1. Die Vorinstanz hat die Klage abgewiesen, soweit sie gegen die Beklagte 2
gerichtet war. Gleichwohl erhebt nicht nur der Beklagte 1, sondern auch die Be-
klagte 2 gegen das angefochtene Urteil Berufung und verlangt dessen Aufhe-
bung. Da die Beklagte 2 vor Vorinstanz in der Sache auf der ganzen Linie obsiegt
hat, fehlt ihr in dieser Hinsicht von vornherein ein schutzwürdiges Interesse im
Sinne von Art. 59 Abs. 2 lit. a ZPO, um sich mit der Berufung gegen das vor-
instanzliche Urteil zu wenden. Insoweit ist daher auf ihre Berufung von vornherein
ohne weiteres nicht einzutreten.
Mit ihrer Berufung beanstandet die Beklagte 2 einzig den Umstand,
dass ihr von der Vorinstanz keine Parteientschädigung zugesprochen wurde
(Urk. 32 Rz 37 ff.). Damit ficht sie mit ihrem Rechtsmittel einzig den Kostenent-
scheid an, was sie gemäss Art. 110 ZPO nicht mit der Berufung, sondern mit der
Beschwerde hätte tun müssen. Auf ihr Rechtsmittel ist indessen so oder anders
nicht einzutreten: Die Frage, ob die Klägerin der Beklagten 2 für das vor-
instanzliche Verfahren eine Parteientschädigung schuldet und wie hoch diese zu
sein hat, bedarf keiner weiterer Abklärungen. Die Berufung müsste daher – wie
auch eine Beschwerde gemäss Art. 110 ZPO – einen konkreten Antrag enthalten,
der zum Urteilsdispositiv erhoben werden könnte. Mit dem Berufungsantrag wäre
daher die Parteientschädigung, die der Beklagten 2 hätte zugesprochen werden
sollen, zu beziffern gewesen (vgl. BGE 143 III 111; BGer 5A_466 vom 12.4.2017,
E. 4.1.; BGer 4A_35/2015 vom 12.6.2015, E. 3.2), denn es gilt der allgemeine
Grundsatz, dass die auf Geldzahlung gerichteten Berufungsanträge zu beziffern
sind (BGE 137 III 617 E. 4.3 S. 619). Da die Beklagte die von ihr im Rechtsmittel-
verfahren geforderte Parteientschädigung nicht beziffert, ist auf ihre Berufung
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auch in dieser Hinsicht nicht einzutreten. Auf die Berufung der Beklagten 2 ist
damit insgesamt nicht einzutreten.
3.2. Anforderungen an die Rechtsschriften des Berufungsverfahrens.
3.2.1. Das Berufungsverfahren ist ein eigenständiges Verfahren. Es dient nicht
etwa der Vervollständigung des vorinstanzlichen Verfahrens, sondern vielmehr
der Überprüfung und Korrektur des erstinstanzlichen Entscheides im Lichte konk-
ret dagegen vorgebrachter Beanstandungen (BGE 142 III 413 E. 2.2.1).
3.2.2. Die Berufungsschrift muss – im Gegensatz zur Klageschrift – nicht nur eine
tatsächliche, sondern auch eine rechtliche Begründung enthalten (ZK ZPO-
REETZ/THEILER, Art. 311 N 36). Die Beanstandungen am angefochtenen Ent-
scheid haben die Parteien innert der Berufungs- bzw. Berufungsantwortfrist voll-
ständig vorzutragen (BGE 142 III 413 E. 2.2.4 mit Hinweisen). Der Berufungsklä-
ger hat mittels klarer und sauberer Verweisungen auf die Ausführungen vor der
Vorinstanz zu zeigen, wo er die massgeblichen Behauptungen, Erklärungen und
Bestreitungen vorgetragen und entsprechende Beweisanträge gestellt hat. Es ist
nicht Sache der Rechtsmittelinstanz, die Akten und die Rechtsschriften der Vorin-
stanz zu durchforsten um festzustellen, was welche Partei wo ausgeführt hat.
Damit ist gesagt, dass die Berufungsschrift weder eine pauschale Verweisung auf
die bei der Vorinstanz eingereichten Rechtsschriften noch eine neuerliche Dar-
stellung der Sach- oder Rechtslage enthalten darf, welche nicht darauf eingeht,
was vor der Vorinstanz vorgebracht worden ist. Mit der Berufung können unrichti-
ge Rechtsanwendung und unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend ge-
macht werden (Art. 310 ZPO). Die Berufungsinstanz verfügt betreffend die Streit-
sache über eine umfassende Überprüfungsbefugnis, d.h. über unbeschränkte
Kognition bezüglich Tat- und Rechtsfragen, einschliesslich der Frage richtiger
Ermessensausübung (BGer 5A_184/2013 vom 26. April 2013, E. 3.1). In der
schriftlichen Berufungsbegründung (Art. 311 ZPO) ist hinreichend genau aufzu-
zeigen, inwiefern der erstinstanzliche Entscheid in den angefochtenen Punkten
als fehlerhaft zu betrachten ist bzw. an einem der genannten Mängel leidet (BGE
138 III 374 E. 4.3.1; BGer 5A_751/2014 vom 28. Mai 2015, E. 2.1). Was nicht o-
der nicht in einer den gesetzlichen Begründungsanforderungen genügenden Wei-
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se beanstandet wird, braucht die Rechtsmittelinstanz nicht zu überprüfen. Das gilt
zumindest solange, als ein Mangel nicht geradezu ins Auge springt (BGer
4A_629/2017 vom 17. Juli 2018, zur Publikation bestimmt; BGer 4A_258/2015
vom 21. Oktober 2015, E. 2.4.3; BGer 4A_290/2014 vom 1. September 2014,
E. 5).
3.2.3. Die Anforderungen an die Begründung einer Berufung gelten sinngemäss
auch für die Begründung der Berufungsantwort (BGer 4A_580/2015 vom 11. April
2016, E. 2.2. mit Hinweis auf den zur Beschwerdeantwort im bundesgerichtlichen
Verfahren ergangenen BGE 140 III 115 E. 2). Ein Berufungsbeklagter, der die
Ausführungen der Vorinstanz im angefochtenen Urteil nicht gelten lassen will, hat
sich ebenso mit den vorinstanzlichen Erwägungen auseinanderzusetzen, wie das
ein Berufungskläger tun muss, der mit der Berufung ein erstinstanzliches Urteil
anficht.
3.2.4. Die Beanstandungen am angefochtenen Entscheid haben die Parteien so-
dann innert der Berufungs- bzw. Berufungsantwortfrist vollständig vorzutragen;
ein allfälliger zweiter Schriftenwechsel oder die Ausübung des Replikrechts die-
nen nicht dazu, die bisherige Kritik zu vervollständigen oder gar neue vorzutragen
(BGE 142 III 413 E. 2.2.4.).
3.2.5. Nach dem Gesagten ist es mithin nicht angängig, wenn die Parteien Aus-
führungen zum Sachverhalt machen, als ob sie vor einer ersten Instanz plädier-
ten: Entweder haben sie sich im Berufungsverfahren mit der Argumentation der
ersten Instanz auseinanderzusetzen und nachzuweisen, dass diese im Sinne von
Art. 310 lit. b ZPO den Sacherhalt unrichtig festgestellt hat, oder sie haben im ein-
zelnen darzulegen, warum neue Tatsachenbehauptungen bzw. neue Beweismittel
im Sinne von Art. 317 ZPO zulässig sein sollen. Beide Parteien setzen sich mit ih-
ren Rechtsschriften über diese prozessualen Regeln hinweg (vgl. Urk. 32 S. 3 ff.;
Urk. 42 Rz 7 und Rz 17). Gleiches gilt für die im obergerichtlichen Verfahren mit
der Berufungsantwort gemachten Verweisungen auf die Vorträge im erstinstanzli-
chen Verfahren (vgl. Urk. 42 Rz 25, 28, 35, 39, 43, 46). Solche Verweisungen
sind unbeachtlich.
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3.3. Aktenschluss und Noven. Ausserhalb des summarischen Verfahrens kön-
nen sich die Parteien zweimal unbeschränkt äussern (BGE 144 III 117 E. 2.2). Die
folgenden Parteivorträge des vorinstanzlichen Verfahrens sind daher bezüglich
der von den Parteien aufgestellten Behauptungen und der gestellten Beweisan-
träge (vgl. Art. 219, Art. 221 Abs. 1 lit. d und lit. e und Art. 222 Abs. 2 ZPO) von
Belang:
- Begründete Klage gemäss Art. 221 ZPO vom 24. Februar 2017 (Urk. 2); - Klageantwortschrift bzw. Stellungnahme gemäss Art. 222 Abs. 2 ZPO der
Beklagten vom 21. Juni 2017 (Urk. 10); - Erste Vorträge der Parteien anlässlich der Hauptverhandlung vom 8. Feb-
ruar 2018 (Prot. I S. 8-12; Urk. 21 und 24).
Mit der Erstattung dieser Vorträge trat der Aktenschluss ein.
3.3.1. Nach Eintritt des Aktenschlusses können neue Tatsachen und Beweisan-
träge nur noch unter den Voraussetzungen der Art. 229 bzw. Art. 317 ZPO in den
Prozess eingebracht werden (BGE 140 III 312), wobei einerseits solche Noven
"ohne Verzug" in das Verfahren einzuführen sind und anderseits diejenige Partei,
die sich auf Noven beruft, darzutun hat, dass die Voraussetzungen dazu gegeben
sind. Wer sich auf sog. unechte Noven beruft (vgl. Art. 229 Abs. 1 lit. b ZPO und
Art. 317 Abs. 1 ZPO), hat detailliert darzulegen, weshalb er die Tatsache oder das
Beweismittel nicht schon vorher in den Prozess hat einbringen können (BGE 143
III 42 E. 4.1).
3.3.2. Mit seiner Berufung macht der Beklagte 1 solche unechten Noven geltend.
Seinen Standpunkt begründet er wie folgt: Er und F._, der Sohn des verstor-
benen E._, hätten während Jahren keinen Kontakt mehr gehabt. Und "noch
vor kurzem" habe F._ gegen ihn "eine Strafanzeige lanciert". Ende Februar
2018 habe F._ aber über einen Mediator Kontakt mit ihm aufgenommen, und
es sei "nach vielen Jahren" erstmals wieder zu Gesprächen zwischen ihm und
F._ gekommen. In diesem Zusammenhang habe ihm F._ "vor kurzem"
verschiedene Unterlagen zur Kenntnis gebracht. Konkret seien das "die nun im
Berufungsverfahren als unechte Noven eingereichten Akten". Gemeint sind damit
offensichtlich die Urk. 35/8 - 35/14. Von diesen Akten habe der Beklagte 1 vorher
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keine Kenntnis gehabt, denn es handle sich bei ihnen "grossmehrheitlich" um un-
echte Noven, welche von ihm auch bei grösstmöglicher Sorgfalt nicht früher hät-
ten beigebracht werden können (Urk. 32 Rz 4). Die Klägerin hält diese Noven für
unzulässig (Urk. 42 Rz 13).
In diesem Punkte genügt die Begründung der Berufung den prozessualen
Anforderungen nicht: Es ist nicht Sache der Berufungsinstanz, gestützt auf die
neu vorgelegten Akten Urk. 35/8 - 35/14 das herauszufiltern, was der Beklagte 1
der Kategorie "grossmehrheitlich" zuordnen könnte und was nicht. Dazu kommt,
dass solche Akten nur dann novenrechtlich von Belang sind, wenn aus ihnen von
den Parteien ausdrücklich neue Behauptungen abgeleitet werden.
3.3.3. Die Durchsicht der Berufungsschrift des Beklagten 1 ergibt allerdings, dass
dort keine neuen Beweismittel genannt werden, die zulässig bzw. von Belang
sind. Der Beklagte 1 beruft sich nämlich durchwegs auf solche Beweismittel, auf
die er sich bereits vor Vorinstanz hätte berufen können. Solche Beweismittel hät-
ten daher mit "zumutbarer Sorgfalt" im Sinn von Art. 317 ZPO schon vor Vorin-
stanz in den Prozess eingeführt werden können. Zu erwähnen sind in diesem Zu-
sammenhang namentlich die den Beklagten 1 selber betreffende Nichtanhand-
nahmeverfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland vom 28. Oktober
2015 (Urk. 35/8) sowie die Entwürfe von Dokumenten bezüglich der zwischen
E._ und dem Beklagten 1 geplanten Gründung einer "L._ AG"
(Urk. 35/10 und Urk. 35/13-14). Was der Beklagte 1 mit der Auflistung gemäss
Urk. 35/11 belegen will, ist ohnehin unerfindlich (vgl. dazu auch Urk. 32 Rz 14). Im
Übrigen unterlässt es der Beklagte 1, in seiner Berufungsschrift klar herauszuar-
beiten, welche konkreten neuen Behauptungen er auf Grund von ihm neu zuge-
kommenen Unterlagen aufstellen will. Unzulässig ist es namentlich, vor Oberge-
richt Parteibefragungen und Zeugenbefragungen, vor allem auch die Zeugenbe-
fragung von F._, zu verlangen, wo diese Anträge nicht bereits vor Vorinstanz
gestellt worden sind. Die Rolle F._s war dem Beklagten 1 von Anfang an klar
und zwar bevor er mit ihm wieder in Kontakt kam. Er hätte ihn daher auch schon
vor Vorinstanz als Zeuge anrufen können; erst recht gilt das für die erst vor Ober-
gericht verlangten Parteibefragungen. Davon abgesehen vermögen die beantrag-
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ten Beweismassnahmen konkrete Tatsachenbehauptungen nicht zu ersetzen.
Dort wo im Berufungsverfahren ausnahmsweise neue Beweisanträge zulässig
sind, müssen sie, wie schon vor erster Instanz, konkreten neuen Tatsachenbe-
hauptungen zugeordnet werden (vgl. Art. 221 Abs. 1 lit. e ZPO). Das tun die Be-
klagten aber nicht (vgl. Urk. 32 Rz III/7, 10, 11, 13, 17, 18, 23, 30, 31).
3.3.3.1. So tut der Beklagte 1 nicht dar, warum er zum Ausmass seiner ihm sehr
wohl bekannten eigenen Arbeitsleistungen für die "D._ AG" nicht schon vor
Vorinstanz einschlägige Beweisanträge stellen konnte (vgl. Urk. 32 III/Rz 14).
Dass es auf diese Arbeitsleistungen ohnehin nicht ankommt, wird notabene im
Folgenden noch auszuführen sein (vgl. unten E. 4.5. und 4.6.). Nicht einzusehen
ist auch, weshalb der Beklagte 1 bisher nicht in der Lage gewesen sein soll, die
Verhältnisse der einfachen Gesellschaft, der er angehört haben will, bereits vor
Vorinstanz aufzuzeigen und die zugehörigen Beweisanträge in den Prozess ein-
zuführen (vgl. Urk. 32 Rz III/32). Gleiches gilt für das Geschäft, das der Beklagte
1 mit der M._ AG abgeschlossen haben soll (Urk. 32 III/Rz 33). Ohne Belang
sind auch Tatsachenbehauptungen, die die Klägerin in andern Prozessen zur Ar-
beitstätigkeit des Beklagten 1 bei der "D._ AG" aufgestellt haben soll (vgl.
Urk. 32 III/Rz 12). Denn auf diese Arbeitstätigkeit kommt es, wie gesagt, hier nicht
an.
3.3.3.2. In gleicher Weise hilft es dem Beklagten 1 nichts, im Berufungsverfahren
einfach Akten einzureichen, die er als "unechte Noven" bezeichnet (Urk. 32
Rz III/4); Akten sind Urkunden und damit Beweismittel, die konkrete Tatsachen-
behauptungen nicht zu ersetzen vermögen, sondern ihnen zuzuordnen sind. Dass
Urk. 35/12 ohnehin nicht zielführend ist, wird weiter unten auszuführen sein. Der
guten Ordnung halber ist sodann festzuhalten, dass der Beklagte 1 der Vorinstanz
nicht vorwirft, sie habe seine prozessrechtskonformen Beweisanträge zu rechts-
erheblichen streitigen Tatsachen übergangen. Das hätte er einerseits mit der Be-
rufungsschrift nachzuweisen gehabt; und anderseits wären solche Beweisanträge
unter Hinweis auf die Versäumnisse der Vorinstanz vor Obergericht ausdrücklich
zu wiederholen gewesen. Es ist nämlich nicht Sache der Berufungsinstanz, die
erstinstanzlichen Akten darauf hin zu erforschen, ob Beweisanträge übergangen
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worden sind (BGer 4A_629/2017 vom 17. Juli 2018, E. 4.2 und 4.3.4, zur Publika-
tion bestimmt). In gleicher Weise offensichtlich unzulässig sind der von der Kläge-
rin mit der Berufungsantwort neu geltend gemachte Urkundenbeweis (vgl.
Urk. 44/1-4) sowie der mehrfach gestellte Antrag auf Vernehmung des Zeugen
N._ (Urk. 42 Rz 31, 33, 48).
3.3.3.3. Selbst im Rahmen des zweiten Schriftenwechsels des Berufungsverfah-
rens stellen beide Parteien umfangreiche Beweisanträge (vgl. Urk. 47 und 51).
Sie entbinden sich aber davon, der Berufungsinstanz darzulegen, weshalb diese
späten Beweisanträge zulässig sein sollen.
3.4. Mit der Berufungsreplik legen die Beklagten mit Urk. 49/11 (umfassend 15
Seiten) und Urk. 49/12 (umfassend 3 Seiten) neue Urkunden vor. Sie machen gel-
tend, die mit der Berufung bereits vorgelegten Urk. 35/11 (umfassend eine einzige
Seite) und Urk. 35/12 (umfassend eine einzige Seite) seien infolge eines Fehlers
der Kanzlei nur unvollständig eingereicht worden (Urk. 47 Rz 3). Mit einer solch
kursorischen Begründung lässt sich ein Irrtum nicht begründen, zumal, wie erör-
tert, mit der Berufungsreplik nicht nachgeholt werden kann, was mit der Berufung
versäumt worden ist. Urk. 35/11 und die letzte Seite von Urk. 49/11 stimmen zwar
überein, der konkrete Inhalt von Urk. 35/11 und Urk. 49/11 wird aber weder mit
der Berufung noch mit der Berufungsreplik diskutiert.
3.5. Mit Verfügung vom 13. August 2018 (Urk. 45) wurde den Parteien im Sinne
von Art. 16 Abs. 1 Satz 3 IPRG bezüglich des behaupteten Darlehens und der
Verrechenbarkeit der Nachweis des liechtensteinischen Rechts überbunden. Für
den Fall der Säumnis wurde angedroht, dass auf den Wortlaut des Allgemeinen
Bürgerlichen Gesetzbuches des Fürstentums Liechtenstein vom 1. Juni 1811
(ABGB/FL) abgestellt werde. Gleichzeitig wurde ein zweiter Schriftenwechsel ge-
mäss Art. 316 Abs. 2 ZPO angeordnet.
Mit dem Hinweis, dass der Nachweis des liechtensteinischen Rechts der
Klägerin obliege, verzichteten die Beklagten mit ihrer Berufungsreplik darauf, sich
zum liechtensteinischen Recht zu äussern (Urk. 47 S. 3). Demgegenüber machte
die Klägerin mit ihrer Berufungsduplik Ausführungen zum liechtensteinischen
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Recht (Urk. 51 Rz 38-50), wobei sie zusätzlich ein Kurzgutachten des liechten-
steinischen Anwaltsbüros O._ AG vorlegte (Urk. 53/5).
4. Materielles: Der Anspruch der Klägerin aus Darlehen
4.1. Im Prozess wird seitens des Beklagten 1 nicht in Frage gestellt, dass die
Klägerin die Alleinerbin des E._ ist. Soweit ein von E._ dem Beklagten 1
gewährtes Darlehen in Frage steht, spielt daher keine Rolle, ob E._ einziger
Darleiher war oder ob diese Funktion von ihm und der Klägerin gemeinsam wahr-
genommen wurde. Die Aktivlegitimation der Klägerin ist insoweit jedenfalls gege-
ben.
4.2. Die Klägerin betrachtet die Zahlung des Betrages von Fr. 200'000.00 aus
dem und/oder-Konto bei der Bank H._ AG in I._ (Fürstentum Liechten-
stein), das auf den verstorbenen E._ und sie gelautet hatte, auf das
und/oder-Konto der beiden damals in der Schweiz wohnhaft gewesenen Beklag-
ten bei der gleichen ausländischen Bank als Darlehenszahlung (Urk. 3/2). Auf
Grund des "Einantwortungsbeschlusses" des Fürstlichen Landgerichts Liechten-
stein vom 9. März 2016 steht fest, dass E._ im Zeitpunkt seines Todes, am
tt.mm.2014, in I._ (Fürstentum Liechtenstein) gewohnt hatte. Gemäss der
Belastungsanzeige der Bank vom 9. Juli 2013 (Urk. 3/2) verzeigten E._ und
die Klägerin damals Domizil beim "P._ Reg." in I._. Damit liegt jedenfalls
bezüglich des behaupteten Darlehens ein internationales Verhältnis gemäss Art. 1
IPRG vor. Die Berufungsinstanz hat dies mit der Verfügung vom 13. August 2018
thematisiert (Urk. 45).
4.3. Im vorliegenden Fall stützt sich die Klage auf einen Vertrag. Zu Recht stellt
der Beklagte 1 die Zuständigkeit der Gerichte an seinem Wohnsitz nicht in Frage.
Das entspricht der gesetzlichen Ordnung (Art. 112 Abs. 1 IPRG). Eine Rechts-
wahl haben die Parteien hinsichtlich des hier interessierenden Verhältnisses nicht
getroffen. Der Vertrag untersteht daher gemäss Art. 117 Abs. 1 IPRG dem Recht
desjenigen Staates, mit dem er am engsten zusammenhängt. Dabei wird vermu-
tet, dass der engste Zusammenhang mit demjenigen Staat bestehe, in dem der
Erbringer der charakteristischen Leistung seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat. Die
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charakteristische Leistung wäre im Falle eines Darlehens jene des Darleihers
(Art. 117 Abs. 3 lit. b IPRG). Im vorliegenden Falle haben die Parteien über den
gewöhnlichen Aufenthalt E._s im Zeitpunkt der Darlehenshingabe keine Be-
hauptungen aufgestellt; immerhin steht fest, dass E._ ca. ein Jahr später, im
Zeitpunkt seines Todes, in I._ (Fürstentum Liechtenstein) wohnhaft war. Fest
steht auch, dass die Darlehenszahlung im Auftrag des Darleihers durch eine
liechtensteinische Bank erfolgte, wobei das Konto des Darleihers bei dieser Bank
belastet wurde und auf dem Konto des Darlehensnehmers bei der gleichen liech-
tensteinischen Bank eine entsprechende Gutschrift vorgenommen wurde. Bei der
Leistung der Darlehenssumme ging es mithin nicht um eine internationale Trans-
aktion, sondern vielmehr um eine liechtensteinische Binnentransaktion. Damit hat
der von der Klägerin behauptete Darlehensvertrag seinen engsten Zusammen-
hang mit Liechtenstein, weshalb gemäss Art. 117 Abs. 1 IPRG liechtensteinisches
Recht heranzuziehen ist. Mit Berufungsreplik und Berufungsduplik tragen die Par-
teien keine andere Sichtweise vor. Mit Berufungsreplik bzw. Berufungsduplik wird
von den Parteien jedenfalls nicht in Abrede gestellt, dass ein allfälliges Darlehen
nach liechtensteinischem Recht zu beurteilen ist (vgl. Urk. 47 S. 3; Urk. 51 Rz 38).
4.4. Zu prüfen ist allerdings, ob es hier wirklich um einen Darlehensvertrag
geht, stellen sich doch die Beklagten auf den Standpunkt, die Zahlung von
Fr. 200'000.00 sei als Lohnvorschuss und damit als Leistung aus Arbeitsvertrag
zu qualifizieren (vgl. Urk. 32 S. 3 und S. 5 ff.).
Die Vorinstanz geht davon aus, zwischen E._ und dem Beklagten 1 sei
ein Darlehensvertrag über einen Darlehensbetrag von Fr. 200'000.00 zustande
gekommen. Sie schliesst dies einerseits aus dem Umstand, dass der Beklagte 1
die Darlehenssumme erhalten, und anderseits daraus, dass der Beklagte 1 die
Darlehenszahlung durch E-Mail vom 27. Dezember 2013 an E._ bestätigt
habe (Urk. 33 S. 10). Mit der Berufung wird bestritten, dass der Betrag von
Fr. 200'000.00 gestützt auf einen Darlehensvertrag ausbezahlt worden sei; viel-
mehr handle es sich, so die Berufung, bei diesem Betrag um einen "Lohnvor-
schuss" bzw. um einen "Lohnbestandteil" (Urk. 32 S. 3, 6, 8). Der Lohnvorschuss
sei von E._ "in der Funktion als Verwaltungsratspräsident ausgelöst" worden,
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"weshalb die Zahlung klar geschäftlicher Natur war" (Urk. 32 S. 14). In der priva-
ten Buchhaltung E._s komme das "angebliche Darlehen" sodann nicht vor
(Urk. 32 S. 10). Es liege daher kein "privates Darlehen" E._s vor (Urk. 32
S. 11 ff., 16). Die Vorinstanz habe die Beweisofferten der Beklagten "bzgl. eines
privaten Darlehens ... konsequent ignoriert" (Urk. 32 S. 13).
4.5. Ein Vertrag kommt durch übereinstimmende Willenserklärungen bzw.
durch Annahme einer Offerte zustande. Diese Willenserklärungen können aus-
drücklich oder stillschweigend sein (§§ 861 und 863 ABGB/FL). Weder aus dem
angefochtenen Urteil noch aus den Parteivorträgen des Berufungsverfahrens er-
geben sich Hinweise auf konkrete Willenserklärungen der Vertragsparteien. Hin-
gegen steht auf Grund der Akten fest, dass mit Valuta vom 9. Juli 2013 ein Betrag
von Fr. 200'000.00 vom Privatkonto der Eheleute C._E._ bei der liech-
tensteinischen Bank H._ AG auf das Privatkonto der beiden Beklagten bei
der gleichen Bank geflossen ist (vgl. Urk. 3/2).
4.5.1. Für die Vorinstanz ist sodann die E-Mail des Beklagten 1 vom 27. Dezem-
ber 2013 entscheidend. Ergibt sich aus dieser E-Mail im Sinne der Beurteilung der
Vorinstanz eine Anerkennung des Darlehensverhältnisses durch den Beklagten 1,
dann bedarf es des Nachweises der übereinstimmenden Willenserklärungen be-
züglich des Vertragsschlusses in der Tat nicht; vielmehr würde der Vertrags-
schluss durch eine solche Anerkennung bestätigt.
4.5.2. Die entscheidenden – oben in E. 1.4. wiedergegebenen – Passagen dieser
E-Mail sind denkbar klar: Bezug genommen wird dort auf eine Zahlung E._s
von Fr. 200'000.00, von der im Prozess nicht in Abrede gestellt wird, dass es sich
um diejenige handelt, die am 9. Juli 2013 dem Liechtensteiner Konto des Beklag-
ten 1 und seiner Ehefrau gutgeschrieben wurde. Diese Zahlung wird vom Beklag-
ten 1 in der erwähnten langen E-Mail zweimal ausdrücklich als "Darlehen" be-
zeichnet und zweimal verspricht dort der Beklagte 1, dass er dieses Darlehen zu-
rückzahlen werde, das erste Mal "bis Ende 2014 ... inkl. Zinsen" und kurz darauf
ein zweites Mal "so bald als möglich". Wenn ein erfahrener Geschäftsmann wie
der Beklagte 1, der "seit längerer Zeit" in der Immobilienbranche tätig war (so der
Beklagte 1 in Urk. 10 S. 4), in dieser Weise von einem Darlehen spricht, das er
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zurückzuzahlen gedenke, kann das nur so verstanden werden, dass damit ein
Darlehen im Rechtssinne mit dem Adressaten der E-Mail bestätigt wird. Seine
Bestätigung muss sich der Beklagte 1 nur dann nicht entgegenhalten lassen,
wenn er die Tatsachen zu beweisen vermag, dass er – entgegen dem Wortsinn –
mit der E-Mail keine Zahlungspflicht bestätigen wollte und seine Äusserung vom
Adressaten, E._, auch nicht in diesem Sinne verstanden wurde.
4.5.3. E._ bestätigte mit der Antwortmail vom 27. Dezember 2013, 11:24
Uhr, immerhin, dass die Ausführungen des Beklagten 1 "im Grundsatz mit dem
bereits zwischen uns Vereinbarten" übereinstimmten (Urk. 3/3). Das weist jeden-
falls darauf hin, dass auch E._ entsprechend dem Wortlaut der E-Mail von
einem Darlehensverhältnis ausging. Mit keinem Wort tut der Beklagte 1 mit der
Berufung dar, dass E._ die E-Mail vom 27. Dezember 2013 entgegen dem
klaren Wortlaut nicht als Bestätigung des von E._ ausgerichteten Darlehens
verstehen durfte. Der Beklagte 1 muss sich daher schon aus diesem Grunde beim
Wortlaut der E-Mail behaften lassen.
4.5.4. Seine These, das von ihm in der E-Mail erwähnte Darlehen sei in Tat und
Wahrheit ein Lohnbestandteil, begründet der Beklagte 1 mit der Berufung im Üb-
rigen damit, dass er nie gemäss Anhang 4 des Aktienkauf- und Aktionärsbin-
dungsvertrags entlohnt worden sei. Aus diesem Grunde habe er mit E._ das
Gespräch gesucht, der ihm "einen Vorschuss von CHF 200'000.00 auf die verein-
barte Entschädigung" ausbezahlt habe (Urk. 32 S. 5 f.).
Gemäss Anhang 4 des Aktienkauf- und Aktionärsbindungsvertrages hätte al-
lerdings nicht E._ den Beklagten 1 zu entschädigen gehabt, sondern – wenn
überhaupt – die "D._ AG". Wenn der Beklagte 1 sich auf den Standpunkt
stellt, dass es sich bei der Zahlung E._s um einen blossen "Vorschuss" ge-
handelt habe, dann bleibt er die Erklärung schuldig, warum er denn mit seiner E-
Mail vom 27. Dezember 2013 E._ gegenüber zweimal von einem Darlehen
sprach und zweimal die Rückzahlung dieses Darlehens in Aussicht stellte. Ein
blosser Vorschuss wäre nämlich – anders als ein Darlehen – auf später geschul-
dete Leistungen anrechenbar und daher nicht zurückzuzahlen gewesen. Als Ge-
schäftsmann konnte sich der Beklagte 1 bei der Abfassung der erwähnten E-Mail
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unmöglich in dem von ihm beschriebenen Sinne in der Wortwahl vergriffen haben.
Die Sachdarstellung des Beklagten 1 weist vielmehr darauf hin, dass ihm E._
angesichts der ausgebliebenen Zahlungen der "D._ AG" einen Überbrü-
ckungskredit gewährt hatte. Ein Überbrückungskredit ist aber ein Darlehen, das
zurückzuzahlen ist. Das stimmt auch mit dem Hinweis des Beklagten 1 in der Be-
rufung überein, wonach E._ gezwungen gewesen sei, Kapital von seinem
Privatvermögen zu nehmen, weil die Gesellschaft über "das erforderliche Vermö-
gen für die Entschädigung des Verwaltungsrates" noch nicht verfügt habe
(Urk. 32 S. 11). Die Entschädigung für eine solche Tätigkeit schuldete aber die
Gesellschaft und nicht E._ persönlich. Das hier interessierende Geld kam
aber von E._ und nicht von der Gesellschaft. Aus der erwähnten E-Mail
ergibt sich sodann nicht der geringste Hinweis, dass der Beklagte 1 dort ein von
der Gesellschaft gewährtes Darlehen gemeint haben könnte.
4.5.5. Der Beklagte 1 legt sodann grosses Gewicht darauf, dass seine Beziehung
zu E._ geschäftlicher Art gewesen sei und dass es sich bei der Zahlung
E._s von Fr. 200'000.00 "folglich auch um eine Zahlung im Geschäftsver-
kehr" gehandelt habe (Urk. 32 S. 6 f. Ziff. III/9). Er stellt sich daher auf den Stand-
punkt, dass eine allfällige Darlehenszahlung als "geschäftliches" Darlehen und
nicht als "privates Darlehen" zu qualifizieren sei (Urk. 32 S. 3 Ziff. III/1). Zu Un-
recht sei die Vorinstanz demgegenüber davonausgegangen, dass es sich bei der
Zahlung von Fr. 200'000.00 um ein "privates Darlehen" gehandelt habe (Urk. 32
S. 13 Ziff. III/20). "Notorisch" sei, dass E._ "bei geschäftlichen Zahlungen
nicht zwischen Privat- und Geschäftskonto unterschieden habe". Unter Hinweis
auf das erst mit der Berufung vorgelegte "Übernahmeprotokoll" des Fürstlichen
Landgerichts (Urk. 35/12) weist der Beklagte 1 darauf hin, dass es keinen Hinweis
dafür gebe, dass von E._ ein "privates Darlehen" ausbezahlt worden sei. Of-
fensichtlich sei sodann, dass E._ "sein privates Vermögens auch für ge-
schäftliche Zwecke verwendet" habe (Urk. 32 S. 15 Ziff. III/25). Wenn nicht von
einem Lohnvorschuss auszugehen sei, so sei "zumindest von einem geschäftli-
chen Darlehen auszugehen" (Urk. 32 S. 17 Ziff. III/28).
- 18 -
Auf die Frage, ob das Darlehen zu privaten oder zu geschäftlichen Zwecken
gewährt wurde, kann es indessen nicht ankommen. Entscheidend ist einzig, ob
E._ gegenüber dem Beklagten 1 als Darleiher aufgetreten ist oder nicht
(§§ 861 und 862 ABGB/FL). Darauf muss jedenfalls auf Grund der E-Mail des Be-
klagten 1 vom 27. Dezember 2013 geschlossen werden. Und das stimmt auch mit
dem Hinweis des Beklagten 1 in der Berufung überein, wonach E._ "ge-
zwungen" gewesen sei, Kapital von seinem Privatvermögen zu nehmen (Urk. 32
S. 11 Ziff. III/17). Als Darleiher kommt mithin einzig E._ in Frage und nicht
etwa eine Drittperson wie z.B. eine von ihm beherrschte Handelsgesellschaft.
Was der Beklagte 1 aus dem erst im Berufungsverfahren von ihm vorgelegten
"Übernahmeprotokoll" des Fürstlichen Landgerichts (Urk. 35/12) bezüglich des
Darlehens ableiten will, ist nicht erkennbar, wird doch dort einzig bescheinigt,
dass "im Verlassenschaftsverfahren nach E._" der Erbvertrag vom 6. De-
zember 1995 in Verwahrung genommen worden sei. Gleiches gilt für das erst mit
der Berufungsreplik eingereichte und nicht näher erklärte Konvolut Urk. 49/11,
das zu Urk. 35/11 gehören soll (vgl. Urk. 32 S. 10, wo von "act. 9" die Rede ist;
Urk. 47 S. 3). Umgekehrt ergibt sich aber aus dem von der Klägerin bereits vor
Vorinstanz eingereichten "Einantwortungsbeschluss" des Fürstlichen Landge-
richts vom 9. März 20126 ausdrücklich (Urk. 3/11), dass zu den Aktiven des ver-
storbenen E._ die Forderung gegen den Beklagten 1 im Betrage von
Fr. 200'000.00 gehört. Die Beklagten führen zwar mit ihrer Berufungsreplik unter
Hinweis auf das erst mit dieser Rechtsschrift eingereichte vollständige Übernah-
meprotokoll des Fürstlichen Landgerichts vom tt. August 2014 aus, dass dort kei-
ne Position erfasst sei, "welche ein Darlehen an den Berufungskläger 1 aufzeigt"
(Urk. 47 S. 4). Selbst wenn auf das erst mit der Berufungsreplik eingereichte Do-
kument abzustellen wäre, führte dies zu keinen andern Schlüssen. Das sog.
Übernahmeprotokoll wurde nur zehn Tage nach dem Tode von E._ erstellt.
Dieses Dokument, das einen Akt der freiwilligen Gerichtsbarkeit darstellt, ist je-
denfalls nicht abschliessend. Beziffert werden dort nur gewisse Bankguthaben
und Beteiligungen an Unternehmen. Die übrigen Vermögenswerte werden dage-
gen nur exemplikativ mit dem Vermerk "usw." aufgezählt, und es wird für sie ein
Wert "pro memoria" von lediglich Fr. 1.00 eingesetzt.
- 19 -
4.6. Die Berufung vermag auf keine Umstände hinzuweisen, welche die An-
nahme der Vorinstanz zu entkräften vermögen, E._ habe dem Beklagten 1
ein Darlehen von Fr. 200'000.00 gewährt. Namentlich kann keine Rolle spielen,
wieviel der Beklagte 1 für die "D._ AG" gearbeitet hat (so aber Urk. 32 S. 9
f.). Auch wenn dies das Motiv für die Darlehensgewährung gewesen sein könnte,
kommt es vorliegend einzig darauf an, zwischen welchen Personen der Darle-
hensvertrag zustande kam. Nach dem Gesagten war E._ der Darleiher im
Sinne von § 983 ABGB/FL und der Beklagte 1 war Darlehensnehmer im Sinne
der gleichen Bestimmung. Die vor Obergericht neu aufgestellte Behauptung, der
Sohn von E._, der notabene mit seiner Mutter, der Klägerin, in einer pro-
zessualen Auseinandersetzung steht (vgl. Urk. 35/10), wisse nichts von einem
privaten Darlehen und vermöge zu bezeugen, dass sein Vater viele geschäftliche
Zahlungen über sein privates Konto getätigt habe (Urk. 32 S. 11 f.), ist von vorn-
herein nicht dazu geeignet, die hier einzig interessierende konkrete Darlehensfra-
ge in einem andern Licht erscheinen zu lassen; das träfe selbst dann zu, wenn
diese – durchaus vage – neue Behauptung prozessual zulässig wäre, was sie al-
lerdings nicht ist. Damit steht fest, dass E._ dem Beklagten 1 am 9. Juli 2013
unter dem Titel Darlehen den Betrag von Fr. 200'000.00 hat zukommen lassen.
Das liechtensteinische Recht enthält keine ausdrücklichen Regeln betreffend die
Kündigung von Darlehen. Allerdings gehört auch nach liechtensteinischem Recht
die Rückzahlungspflicht "nach einer gewissen Zeit" (vgl. § 983 ABGB/FL) zum
Darlehensbegriff. Gemäss § 904 ABGB/FL kann das Darlehen, wenn, wie hier,
nichts anderes vereinbart ist, sofort zurückgefordert werden (vgl. auch den Hin-
weis der Klägerin in Urk. 51 Rz 45 auf die Rechtsprechung).
5. Die Frage der Verrechnung bzw. der Kompensation
5.1. Der Darlehensforderung setzt der Beklagte 1 Verrechnungsforderungen
entgegen, die ihm gegen den Nachlass von E._ aus einfacher Gesellschaft
zustehen sollen. Da die Darlehensforderung liechtensteinischem Recht unter-
steht, ist auch die Frage der Verrechenbarkeit nach liechtensteinischem Recht
("Kompensation") zu beurteilen, nämlich gemäss den §§ 1438 ff. ABGB/FL. Im
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Wesentlichen entsprechen diese Regeln dem schweizerischen Recht. Namentlich
müssen beide Forderungen fällig sein (§ 1439 ABGB/FL).
5.2. Vor Vorinstanz machte der Beklagte 1 geltend, zwischen ihm und E._
habe eine einfache Gesellschaft bestanden. Eine Liquidation dieser Gesellschaft
im Sinne der Art. 545 OR ff. und die Auseinandersetzung gemäss Art. 550 OR
scheint aber nicht stattgefunden zu haben. Der Beklagte 1 entbindet sich jeden-
falls gänzlich davon, die ihm zustehenden Ansprüche konkret zu beschreiben und
zu berechnen. Statt dessen verlangt er durch Editionsanträge die Herausgabe
von Verwaltungsratsprotokollen und Buchhaltungsunterlagen verschiedener Ge-
sellschaften sowie die Zeugenbefragung ehemaliger Verwaltungsräte von mehre-
ren Handelsgesellschaften (Urk. 24 S. 13 f.). Die Vorinstanz hat dem Beklagten 1
dazu die zutreffende Antwort erteilt (Urk. 33 S. 12-14). Auf sie ist in zustimmen-
dem Sinne zu verweisen. Mit der Berufung beanstandet der Beklagte 1 das vor-
instanzliche Vorgehen und macht neu eine Verrechnungsforderung von "mindes-
tens" Fr. 150'000.00 geltend. Dabei missversteht der Beklagte 1 die vor-
instanzliche Argumentation: Die Vorinstanz warf dem Beklagten 1 namentlich
nicht vor, die Verrechnungseinrede zu spät, nämlich erst in der Hauptverhand-
lung, erhoben zu haben. Die Vorinstanz wirft dem Beklagten 1 im Ergebnis viel-
mehr vor, dass im entscheidenden Punkte ein schlüssiger Vortrag fehle (zum
schlüssigen Vortrag: BGer 4A_453/2017 vom 12. Juli 2018, E. 2.2.1.). Dieser
Vorwurf trifft zu. Es ist dies ein Mangel, der sich vor Obergericht nicht mehr behe-
ben lässt, wenn dazu, wie hier, die Voraussetzungen des Novenrechts nicht ge-
geben sind (vgl. BGer 5A_698/2017 vom 7. März 2018, E. 6). Ganz abgesehen
davon, entbindet sich der Beklagte 1 auch vor Obergericht davon, die Geschäfte
der einfachen Gesellschaft, aus denen er Ansprüche gegen E._ ableitet,
konkret zu beschreiben. Und mit Liquidationsfragen gemäss den Art. 545 ff. OR
setzt er sich erst recht nicht auseinander. So lassen sich in diesem Zusammen-
hang keine Verrechnungsansprüche dartun.
6. Quantitativ; Zinsen und Zinseszins
6.1. Für den Fall, dass von einem Darlehen auszugehen ist, bestreitet der Be-
klagte 1 die vorinstanzliche Zinsberechnung. Die Vorinstanz verweist mit dem an-
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gefochtenen Urteil auf die Zinsberechnung der Klägerin in der Klageschrift, die sie
als "korrekt" bezeichnet (Urk. 33 S. 14 mit Hinweis auf Urk. 2 Rz 10). Die Klägerin
berechnet an der von den Vorinstanz erwähnten Stelle den Zins zu 5% auf
Fr. 200'000.00 zwischen dem 9. Juli 2013 und dem 30. Januar 2017 auf
Fr. 35'643.85. Entsprechend ihrem Antrag sprach die Vorinstanz der Klägerin
Fr. 235'634.85 nebst Zins zu 5% seit dem 31. Januar 2017 zu. Der Beklagte 1 hält
dafür, dass dadurch Zinseszins zugesprochen worden sei, was gemäss Art 314
Abs. 3 OR unzulässig sei. Mit seinem Eventualstandpunkt vertritt er daher die
Meinung, dass die Klage im Umfange von Fr. 235'634.85 nebst Zins zu 5% auf
Fr. 200'000.00 seit dem 31. Januar 2017 hätte gutgeheissen werden müssen
(Urk. 32 Rz 36). Die Klägerin begnügt sich mit blosser Bestreitung (Urk. 42
Rz 52).
6.2. Für den Fall der Gutheissung der Klage stellen die Beklagten die Zins-
pflicht nicht in Frage, einzig die Zusprechung von Zinseszinsen (Urk. 32 Rz 35 f.).
Es geht hier um eine blosse Rechtsfrage. Das Zinseszinsverbot von Art. 314
Abs. 3 OR kommt hier ohnehin nicht zum Zuge, denn nach dem Gesagten ist auf
das hier interessierende Darlehensverhältnis liechtensteinisches Recht anzuwen-
den. § 1000 Abs. 1 AGB/FL sieht für das Darlehen einen Zins von 5% vor, wenn,
wie hier, nichts anderes vereinbart ist. Und gemäss § 1000 Abs. 2 ist Zinseszins
zu 5% geschuldet, wenn dies entweder vereinbart ist oder die Darlehenszinsen
Gegenstand eines Prozesses sind, denn im Prozessfall ist Zinseszins "vom Tag
der Streitanhängigkeit an" geschuldet. Rechtshängig im Sinne von Art. 62 ZPO ist
der vorliegende Prozess seit "Einreichung des Schlichtungsgesuchs" (vgl. dazu
auch die Hinweise der Klägerin in Urk. 51 Rz 43). Aus der Klagebewilligung ergibt
sich, dass das Schlichtungsgesuch vom 6. Februar 2017 datiert. Die Zusprechung
von Zinseszins ist daher erst ab dem 6. Februar 2017 möglich.
Damit ist die Klage bezüglich der Zinsforderung, nämlich im Sinne des Even-
tualantrages der Beklagten teilweise gutzuheissen. Demnach ist Zins auf
Fr. 200'000.00 für die Zeit zwischen dem 31. Januar 2017 und dem 5. Februar
2017 geschuldet, wogegen ab dem 6. Februar 2017 Zins zu 5% auf dem Betrag
von Fr. 235'634.85 geschuldet ist. Im Mehrbetrag der Zinsen ist die Klage aber
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abzuweisen. In diesem minimalen Umfange ist die Berufung teilweise gutzuheis-
sen.
7. Kosten- und Entschädigungsfolgen
7.1. Da es im Wesentlichen beim Erkenntnis der Vorinstanz bleibt, sind die vor-
instanzlichen Kosten- und Entschädigungsfolgen gegenüber dem Beklagten 1 zu
bestätigen. Die vorinstanzliche Kostenregelung hat infolge Nichteintretens auf die
Berufung der Beklagten 2 dieser gegenüber ohnehin Bestand.
7.2. Auf das Rechtsmittel der Beklagten 2 ist nicht einzutreten, und auch der
Beklagte 1 unterliegt im Wesentlichen mit seiner Berufung. Die beiden Beklagten
werden daher auch für das Rechtsmittelverfahren in vollem Umfange kostenpflich-
tig, wobei der Anteil der Gerichtskosten des Beklagten 1 auf 95% und jener der
Beklagten 2 auf 5% festzusetzen ist.
7.3. Für das Berufungsverfahren ist die Grundgebühr für die Parteientschädi-
gung um ca. 50% zu reduzieren. Für den zweiten Schriftenwechsel ist dagegen
ein Zuschlag von ca. 25% zu veranschlagen. Die Berücksichtigung der Mehrwert-
steuer hat die Klägerin nicht verlangt. Es rechtfertigt sich daher, die Parteient-
schädigung der Klägerin für das Berufungsverfahren (gerundet) auf Fr. 11'000.00
anzusetzen. Im Sinne von Art. 106 Abs. 3 ZPO hat der Beklagte 1 einen Anteil
von 95% (= Fr. 10'450.00) und die Beklagte 2 einen Anteil von 5% (Fr. 550.00) zu
übernehmen.