Decision ID: 9abf883d-4e85-48d8-9cf0-a010693fd388
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._, geboren 1958, ist verheiratet und Mutter von vier erwachsenen Söhnen (einem Adoptivsohn, geboren 1978, und drei leiblichen Söhnen, gebo
ren 1985, 1986 und 1989; Urk. 9/5/2 und 9/8/3-4). Ihre leibliche Tochter, angeblich geboren 1984 oder 1985 oder 1986, verstarb den Angaben der Ver
sicherten zufolge während des Krieges in Y._ 1991 oder 1992 oder 1993 oder 1994 bei einer Granatendetonation (Urk. 9/29/2, 9/29/3, 9/84/19, 9/104/47-49, 9/153/4, 9/153/10, 9/159/25, 9/190/1, 9/192/2, 9/192/6, 9/205/3, 9/225/14 und 9/251/2). Im August 1994 zog die Versicherte mit ihrer Familie wieder in die Schweiz (Urk. 9/5/3), wo sie bei wechselnden Arbeitgebern teilzeitlich erwerbstätig war und anschliessend von Juli 1996 bis Oktober 1997 Arbeitslosenentschädigung bezog (Urk. 9/22). Zuletzt war die Versicherte im Rahmen eines Beschäftigungsprogramms vom 1. November 1997 bis zum 8. März 1998 bei der Stiftung OO._ angestellt; ihren letzten Arbeitstag absol
vierte sie am 20. Januar 1998 (Urk. 9/14; vgl. auch Urk. 9/22, 9/74, 9/86, 9/127, 9/138, 9/142 und 9/241).
1.2
Am 19. März 2001 meldete sich die Versicherte erstmals bei der
Sozialversiche
rungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an, da sie an einer Depression, an Lungenbeschwerden, an den Folgen einer Leberoperation und an einer schweren Magen-Darm-Erkrankung leide (Urk. 9/5). Ausgehend von der Qualifikation als zu 42 % erwerbstätig und zu 58 % im Haushalt tätig, von Einschränkungen von 0 % im erwerblichen Be
reich und von 39,75 % im Aufgabenbereich sowie einem Invaliditätsgrad von 23 % (vgl. das
Feststel
lungsblatt
für den Beschluss vom 19. Dezember 2003, Urk. 9/78), verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 22. Januar 2004 einen Rentenanspruch (Urk. 9/79). Diese Verfügung wurde nicht angefochten und ist rechtskräftig.
Die Versicherte meldete sich am 23. Februar 2005 zum zweiten Mal zum
Leis
tungsbezug
an und machte neu auch Rückenbeschwerden geltend (Urk. 9/81). Die IV-Stelle verneinte mit Verfügung vom 21. September 2007 einen Renten
anspruch, da die Versicherte gemäss dem polydisziplinären Gutachten der MEDAS, Medizinische Abklärungsstation des Universitätsspitals Z._ vom
4. August 2006 (Urk. 9/104) zu 100 % arbeitsfähig sei (Urk. 7/119). Dagegen liess die Versicherte Beschwerde erheben (Urk. 9/120/3-8), welche mit Urteil IV.2007.01301 des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich vom
30. Juni 2009 abgewiesen wurde (Urk. 9/129). Dieses Urteil erwuchs unan
gefochten in Rechtskraft.
1.3
Eine dritte Anmeldung unter Hinweis auf Depressionen und starke Angstzu
stände wurde am 18. März 2010 eingereicht (Urk. 9/134; vgl. das
Aktenver
zeichnis
). Die IV-Stelle führte das
Vorbescheidverfahren
durch (vgl. Urk. 9/144 ff.) und trat mit Verfügung vom 12. November 2010 auf das neue
Leistungs
begehren
nicht ein, da keine Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse glaub
haft gemacht worden sei (Urk. 9/156). Dagegen liess die Versicherte Beschwerde erheben (Urk. 9/159/3-11). Das
Sozialversicherungs
gericht
hiess die Beschwerde, soweit es darauf eintrat, mit Urteil IV.2010.01194 vom 30. März 2012 in dem Sinne gut, dass es die angefochtene Verfügung aufhob und die Sache an die IV-Stelle zurückwies, damit diese auf die Neuanmeldung vom 18. März 2010 ein
trete und nach erfolgten Abklärungen im Sinne der Erwägungen, namentlich einer psychiatrischen Abklärung und der Prüfung eines allfälligen Statuswechsels (Urk. 9/172/8), über den
Leistungs
anspruch
der Versicherten verfüge (Urk. 9/172).
Mit Schreiben vom 10. Mai 2012 forderte der Rechtsvertreter der Versicherten von der IV-Stelle unter Hinweis auf Arztberichte, die im Beschwerdeverfahren noch nicht hatten berücksichtigt werden müssen (vgl. Urk. 9/172/6), weitere medizinische Abklärungen
(Urk. 9/176). Die IV-Stelle nahm darauf zahlreiche medizinische Unterlagen zu den Akten (Urk. 9/176, 9/184-186, 9/190, 9/192, 9/197, 9/200, 9/203 und 9/205) und gab ein polydisziplinäres Gutachten in Auftrag (Urk. 9/180, 9/181, 9/207 und 9/208), das am 13. Mai 2013 vom A._, erstattet wurde (Urk. 9/225). Dazu liess sich der Rechtsvertreter der Versicherten am 17. Juni 2013 erstmals vernehmen (Urk. 9/228). Am 17. Juli 2013 wurde die beeinträchtigte Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt bei der Versicherten zuhause abgeklärt (Urk. 9/259). Nach
dem weitere Arztberichte bei der IV-Stelle eingegangen waren (Urk. 9/240, 9/249 und 9/251), wandte sie sich mit einer Ergänzungsfrage ans A._ (Urk. 9/252), die am 24. Februar 2014 beantwortet wurde (Urk. 9/253). Mit Vor
bescheid vom 30. April 2014 stellte die IV-Stelle der Versicherten die Abwei
sung ihres Rentenbegehrens in Aussicht (Urk. 9/263). Dagegen liess die Ver
sicherte Einwand erheben (Urk. 9/267) und neue Arztberichte einreichen (Urk. 9/268 und 9/275). Am 31. Oktober 2014 wurde der Einwand ergänzend begründet (Urk. 9/278; vgl. auch Urk. 9/277). Mit Verfügung vom 18. März 2015 verneinte die IV-Stelle einen Rentenanspruch (Urk. 2 = 9/282).
2.
Gegen die Verfügung vom
18. März 2015
liess die Versicherte, vertreten durch Rechts
anwalt Tomas Kempf, mit Eingabe vom
1. Mai 2015 (Urk. 1) Beschwerde erheben mit dem Antrag, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr eine Invalidenrente aus
zurichten. Eventualiter seien weitere Abklärungen durchzuführen und es sei die Sache hierfür und zur Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Alles unter Kosten- und
Entschädigungs
folgen
(zuzüglich Mehrwert
steuer) zulasten der Beschwerdegegnerin. Überdies wurde um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und um Bestellung von Rechtsanwalt Tomas Kempf als unentgeltlicher Rechtsvertreter ersucht (Urk. 1 S. 2). Mit Verfügung vom 5. Mai 2015 wurde der IV-Stelle eine dreis
sigtägige Frist angesetzt, um die Beschwerde zu beantworten. Der Rechtsvertre
ter der Beschwerdeführerin reichte mit Eingabe vom 21. Mai 2015 (Urk. 5) einen neuen Bericht der Spezialstation für
Traumafolgestörungen
der B._ vom 15. Mai 2015 ein (Urk. 6). Dieser wurde der Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 22. Mai 2015 (Urk. 7) zur Kenntnisnahme zugestellt. Mit derselben Verfügung wurde sie auch aufgefordert, innert der mit Verfügung vom 5. Mai 2015 angesetzten Frist zum neu eingereichten Bericht Stellung zu nehmen. Am 5. Juni 2015 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 8). Davon wurde der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 17. Juni 2015 Kenntnis gegeben, mit welcher ihr auch die unentgeltliche Prozessführung bewilligt und Rechtsanwalt Tomas Kempf als unentgeltlicher Rechtsvertreter bestellt wurde (Urk. 10). Mit Zuschriften vom 18. September 2015 (Urk. 12) und vom 29. Juni 2016 (Urk. 17) liess die Beschwerdeführerin dem Gericht weitere Arztberichte zukommen (Urk. 13/1-2 und 18), die der Beschwerdegegnerin jeweils in Kopie zur Kennt
nisnahme zugestellt wurden (vgl. Urk. 14 und 19). Sie verzichtete darauf, dazu Stellung zu nehmen (Urk. 15 und 20), wovon der Beschwerdeführerin jeweils schriftlich Kenntnis
gegeben wurde (Urk. 16 und 21). Ihr Rechtsvertreter reichte am 12. Januar 2017 seine Honorarnote ein (Urk. 22 und 23).
Auf die Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften und die im
Beschwer
de
verfahren
neu eingereichten Unterlagen (Urk. 6, 13/1-2 und 18) wird, soweit erfor
derlich, in den Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit beziehungsweise - bei Versicherten, die vor der Beeinträchtigung ihrer Gesundheit nicht erwerbstätig waren - die Unmög
lichkeit, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 8 Abs. 1 des Bun
desgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein
(Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG). Erwerbs
unfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psy
chischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Ein
gliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmög
lichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind aus
schliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück
sich
ti
gen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
),
in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
).
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig und daneben im Aufgabenbe
reich tätig sind, wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. Danach wird darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen. In diesem Fall sind der Anteil der Er
werbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu be
messen (Art. 28a Abs. 3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung; vgl.
dazu IV-Rundschreiben Nr. 355 des Bundesamtes für Sozialversicherungen [BSV
] vom 31. Oktober 2016).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV] bzw. Art. 87 Abs. 4 IVV in der bis am 31. November 2011 gültig gewesenen Fassung), so ist im
Beschwer
dever
fahren
zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenan
spruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unab
hängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbeson
dere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben,
warum es auf die eine und nicht auf die andere medizi
nische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforder
lichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berück
sichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person aus
einander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräu
mende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
In der angefochtenen Verfügung zog die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen in Betracht, es sei auf das polydisziplinäre Gutachten des A._ vom 13. Mai 2013 samt der ergänzenden Stellungnahme vom 24. Februar 2014 abzustellen, zumal die später verfassten medizinischen Berichte keine invaliditätsrelevanten neuen Befunde und Diagnosen enthielten. Die Beschwerdeführerin sei unverändert als zu 42 % erwerbstätig und zu 58 % im Haushalt tätig zu qualifizieren. Es bestünden Einschränkungen von 10 % im erwerblichen Be
reich und von 47,5 % im Aufgabenbereich. Der Invaliditätsgrad betrage somit 32 %, weshalb kein Rentenanspruch bestehe (Urk. 2).
Demgegenüber liess die Beschwerdeführerin zusammengefasst den Standpunkt vertreten, es sei zur Ermittlung des medizinischen Sachverhalts nicht auf die gutachterlichen Ausführungen, sondern auf die Berichte ihrer behandelnden Ärzte abzustellen. Darüber hinaus sei zu berücksichtigen, dass sie ohne gesund
heitliche Einschränkungen zu 100 % erwerbstätig wäre (Urk. 1).
3.
Die IV-Stelle ist, dem sozialversicherungsgerichtlichen Urteil IV.2010.01194 vom 30. März 2012 (Urk. 9/172) entsprechend, auf die Neuanmeldung der Beschwerdeführerin vom 18. März 2010 (Urk. 9/134) materiell eingetreten. Es gilt somit zu prüfen, ob sich die tatsächlichen Verhältnisse im massgebli
chen Zeitraum zwi
schen der Verfügung vom 21. September 2007 (Urk. 7/119), mit welcher letztmals ein Anspruch auf eine Invalidenrente verneint worden ist, und der Verfü
gung vom 18. März 2015 (Urk. 2), welche die zeitliche Grenze für den zu be
ur
teilenden Sachverhalt bildet, insofern verändert haben, dass nunmehr ein Anspruch auf eine Invalidenrente besteht.
4.
Die Verfügung vom 21. September 2007 beruhte in medizinischer Hinsicht auf dem polydisziplinären Gutachten der MEDAS des Universitätsspitals Z._ vom 4. August 2006 (vgl. die Feststellungsblätter vom 6. Juni 2007 und vom 13. September 2007, Urk. 9/110 und 9/118; vgl. auch Urk. 9/129). Darin wurden keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt (Urk. 9/104/24) und eine Einschränkung im Haushalt verneint (Urk. 9/104/30). Es wurde lediglich den multiplen schmerzhaften
Insertionstendinopathien
und den Schulter-/Armschmerzen rechts, am ehesten bedingt durch ein
sub
acro
miales
Impingement
und ein intermittierendes
zervikospondylogenes
Syndrom rechts, eine Auswirkung auf die Leistungsfähigkeit zugemessen (Urk. 9/104/25).
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit wur
den die folgenden aufgeführt (Urk. 9/104/25):
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte depressive Epi
sode (ICD-10: F33.0)
-
Rezidivierendes
Lumbovertebralsyndrom
bei statisch-dynamischer Haltungsinsuffizienz, unter anderem Adipositas (BMI 32,8 kg/m
2
)
-
Status nach
Sacrumimpressionsfraktur
am 01.03.1995 infolge adäquaten Traumas
-
Zustand nach Nasenbeinfraktur und
infraorbitalem
Hämatom links 1/1996
-
Monokelhämatom
links unklarer Ursache am 18.05.2006
-
Hereditäre Lipomatose, unter anderem
mammär
beidseits
-
Zustand nach Leberteilresektion und
Cholezystektomie
am 25.10.1999, ver
bliebene kleine
Leberhämangiomie
ohne Krankheitswert
-
Bronchiektase
im Lungenunterlappen rechts, Zustand nach Lungentuberku
lose: 2001 kein Nachweis von Mykobakterien
-
Unterschenkelvarikosis
beidseits, links ausgeprägter als rechts
-
Aktuell leicht
klopfdolente
Nasennebenhöhlen
-
Pathologischer Stimmgabelversuch rechts, vereinbar mit einer
Mittel
ohrschwerhörigkeit
.
5.
5.1
Zur weiteren Entwicklung der gesundheitlichen Verhältnisse ab dem 21. September 2007 lässt sich den Akten entnehmen, dass die Versicherte vom 13. Oktober bis zum 6. November 2009 im Psychiatrie-Zentrum C._ stationär behandelt wurde. Dessen Austrittsbericht vom 30. Dezember 2009 (Urk. 9/153/3-5) zufolge befand sie sich damals im Strafvollzug. Wegen
Bein
schmerzen
und des Verdachts auf eine Thrombose, Herzschmerzen und einer Hypertonie war sie zuerst von der Strafanstalt D._ aus
ins Spital E._ eingewiesen worden, welches sie zur psychiatrisch-psychotherapeu
tischen Behandlung ans Psychiatrie-Zentrum C._ weiterverwiesen hatte. Dort erhob man beim Klinikeintritt ein mittelgradiges depressives Zustandsbild. Im Verlauf des Aufenthalts habe die Versicherte eine zunehmende
Stimmungsauf
hellung
gezeigt und mit ihren Kochkünsten das Betreuungsteam und die Mitpa
tienten verzaubert. Als Schlussdiagnose wurde eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10: F33.1), festgehalten (Urk. 9/153/4).
5.2
Am 28. November 2009 suchte die Beschwerdeführerin erstmals Dr. med. F._, Facharzt FMH für Neurologie sowie für Psychiatrie und Psycho
therapie, auf, der eine depressive Episode mittelschweren bis zeitweise schweren Grades (ICD-10: F32.1 und F32.2) diagnostizierte (Urk. 9/153/2 und 9/153/6) und eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis auf Weiteres bescheinigte (Urk. 9/153/6). In seinem Bericht vom 7. August 2010 führte er aus, in den letzten Monaten der Behandlung sei keine Besserung eingetreten und die Ver
sicherte habe ihn schliesslich wegen ihres sehr schlechten Zustandes selbst in Begleitung nicht mehr aufsuchen können. Er habe sie deshalb zur erneuten sta
tionären Behandlung ans Psychiatrie-Zentrum C._ überwiesen, wo sie vom
19. bis zum 28. Mai 2010 hospitalisiert gewesen sei (Urk. 9/153/2; vgl. auch Urk. 9/153/8). Zum letzten Mal habe er die Versicherte am 6. Juli 2010 gesehen. Ihr Zustand sei damals kaum besser gewesen als im Austrittsbericht des Psychi
atrie-Zentrums C._ vom 31. Mai 2010 beschrieben (Urk. 9/153/2).
Aus dem erwähnten Austrittsbericht geht hervor, dass der Ehemann der Ver
sicherten bei deren Klinikeintritt von einer deutlichen Verschlechterung der Stimmung seit zwei Monaten berichtete. Sie habe Schwierigkeiten, morgens aufzustehen, bleibe meistens den ganzen Tag im Bett liegen und leide unter Ein- und Durchschlafstörungen trotz der Einnahme von Schlaftabletten. Die Versicherte
selbst habe erklärt, sie würde am liebsten den ganzen Tag im Bett liegen bleiben. Sie vertrage keinen Lärm und sei innerlich sehr nervös und unruhig. Ihre Gedanken kreisten vor allem um ihre im Balkankrieg verstorbene Tochter (Urk. 9/153/10). Es wurde zuerst eine mittelgradige Depressivität fest
gestellt. Nach einigen Tagen habe sich die Versicherte leicht aufgehellter gezeigt, so dass sie einige Aufgaben im Stationsalltag habe übernehmen können (Urk. 9/153/11). Als Austrittsdiagnose wurde eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10: F33.1), vermerkt (Urk. 9/153/9 und 9/153/11).
5.3
Dr. med. G._, Facharzt FMH für Innere Medizin, spez. Rheumatolo
gie, untersuchte die Beschwerdeführerin am 16. Juli 2010 (Urk. 9/153/1 und 9/153/18). Aufgrund der einmaligen Konsultation und der Komplexität des Krankheitsbildes vermochte er keine Beurteilung abzugeben (Urk. 9/153/1 und 9/153/18). Stattdessen überwies er die Versicherte mit Schreiben vom 30. Juli 2010 unter Hinweis auf die Diagnosen eines chronischen Schmerzbildes, chro
nisch
lumbospondylogener
Schmerzen, einer rezidivierenden depressiven Stö
rung, eines Status nach Leberhämangiom-Resektion 1999, einer chronisch venösen Insuffizienz beidseits bei Status nach tiefen Venenthrombosen 2008, GERD (
gastroösophageale
Refluxkrankheit
) und chronischer
Oberbauchschmer
zen
zur weiteren Behandlung an die H._ (Urk. 9/159/18).
5.4
Aus dem Bericht der H._ vom 2. September 2010 (Urk. 9/159/
19-22) geht hervor, dass die Versicherte am 31. August 2010 zum ersten Mal in der interdisziplinären medizinisch-psychologischen Sprechstunde untersucht wurde. Es wurden die folgenden Diagnosen gestellt (Urk. 9/159/19):
-
Rezidivierende depressive Störung, mittelgradige Episode
-
Verdacht auf Somatisierungsstörung
-
Chronisches
Panvertebralsyndrom
-
akutes, subakutes
Lumbovertebralsyndrom
-
Verdacht auf degenerative Veränderungen der Wirbelsäule:
Röntgenaufnahmen der Lendenwirbelsäule ausstehend
-
muskuläre Haltungsinsuffizienz in
Dysbalance
-
morbide Adipositas, BMI 40,4 kg/m
2
, vorwiegend
Bauchadipositas
-
Verdacht auf Gonarthrose,
retropatelläre
Arthrose
-
Röntgenaufnahmen beider Knie ausstehend
-
rechts aktivierte Arthrose
-
Metabolisches Syndrom
-
Morbide Adipositas BMI 40,4
-
arterielle Hypertonie
-
anamnestische
Dyslipidämie
.
Gemäss einer Aktennotiz vom 8. September 2010 wurden die Röntgenaufnah
men ebenfalls am 31. August 2010 erstellt. Diejenigen des Knies zeigten eine mediale Gelenkspaltverschmälerung, diskrete
ostephytäre
Ausziehungen und eine medial betonte
subchondrale
Sklerosierung
als Frühzeichen einer medial betonten beidseitigen Gonarthrose. Auf den Röntgenaufnahmen der
Lenden
wirbelsäule
waren eine Hyperlordose, eine leichte
Spondylolisthesis
L5/S1,
sub
chondrale
Sklerosierungen
in allen Etagen, vorwiegend L4/L5 und L5/S1, eine
Spondylarthrose
L4/L5 und L5/S1 sowie ein enger Spinalkanal L4/L5 und L5/S1 ersichtlich (Urk. 9/159/23).
Gegenüber der klinischen Psychologin,
dipl.
Psych. FH I._, erklärte die Versicherte der Beurteilung/Empfehlung aus klinisch-psychologi
scher Sicht vom 2. September 2010 (Urk. 9/159/25-26) zufolge, noch nicht über den Tod ihrer Tochter hinweggekommen zu sein. Sie erlebe immer wieder Flashbacks, die sie in eine tiefe Trauer versetzten. Überdies sei ihre Ehe sehr schwierig. Etwa vier Jahre nach dem Tod ihrer Tochter habe ihr Ehemann in Y._ eine Aussenbeziehung aufgenommen. Er sei dann jeweils einfach abgereist und für längere Zeit bei der anderen Frau geblieben.
Währenddessen habe sie sich mit den Kindern hier in der Schweiz alleine zurechtfinden und Schulden machen müssen. Generell sei ihr Ehemann ein grosser
Fremdgänger
gewesen. Manchmal sei er ohne ihr etwas zu sagen für einige Tage weggegan
gen. Sie habe unter dieser Situation sehr gelitten. Sie und die ganze Familie seien überzeugt davon, dass sie wegen der schwierigen Zeit mit ihrem Ehemann und wegen des tragischen Todes ihrer Tochter unter gesundheitlichen Proble
men leide (Urk. 9/115/25). Sie habe starke Schlafstörungen, wobei ihr sowohl das Einschlafen als auch das Durchschlafen Mühe bereiteten. Wenn sie in der Nacht aufwachte, könne sie kaum mehr wieder einschlafen, weil sie immer wie
der an ihre Tochter und an die Verletzungen, die ihr von ihrem Ehemann zugefügt worden seien, denken müsse. Sie leide auch unter vegetativen Symp
tomen wie starkes Schwitzen oder Zittern, fühle sich immer sehr müde, habe keinen Appetit und sei oft vergesslich (Urk. 9/159/25).
Klinisch-psychologisch wurden unauffällige Befunde erhoben und eine mittel
gradige depressive Episode (ICD-10: F32.1) diagnostiziert, die bereits
psycho
pharmakologisch
und psychotherapeutisch behandelt werde. Aufgrund der star
ken physischen
Dekonditionierung
, der dysfunktionalen Fokussierung auf das Schmerzerleben und des Verlusts des Selbstwirksamkeitsgefühls wurde aus kli
nisch-psychologischer Sicht zusätzlich die Teilnahme an einem interdisziplinä
ren ambulanten Schmerzprogramm in serbokroatischer Sprache empfohlen, wie es zum Beispiel in der
RehaClinic
in H._ angeboten werde (Urk. 9/159/26).
Gemäss weiteren Berichten der klinischen Psychologin vom 15. und vom 21. September 2010 war die Versicherte während der folgenden
Therapie
stun
den
sehr nervös, äusserte Selbstmordgedanken, klagte über starke Schmerzen und Schlaflosigkeit in der Nacht und zeigte einen Tremor in der Hand, der nach einigen Tagen wieder etwas nachliess (Urk. 9/159/27 und 9/159/28).
5.5
Dr. med. J._, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, hielt in ihrem Bericht vom 21. November 2011 fest, sie behandle die Versicherte seit dem 13. Juli 2011 wegen einer Depression, und attestierte ihr eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Urk. 9/176/3-4).
5.6
Vom 3. Februar bis 28. März 2012 wurde die Versicherte in der
RehaClinic
K._ ambulant behandelt, wo sie zweimal wöchentlich eine Physiotherapie absolvierte (Urk. 9/190/1-2). Im Bericht vom 4. September 2012 wurden als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depres
sive Störung, mittelgradige Episode mit Somatisierungsstörung, ED 1993 bei Verlust einer Tochter 1991 (in L._ im Krieg), ein chronisches panvertebrales Syndrom bei multiplen degenerativen Veränderungen der Wirbelsäule, musku
lärer Haltungsinsuffizienz mit
Dysbalance
, eine aktivierte mediale Gonarthrose mit
retropatellärer
Arthrose, eine Bursitis
subacromialis
mit
Peritendinitis
der
Bicepssehne
rechts und degenerativ veränderter
Supraspinatussehne
rechts fest
gehalten und eine deutlich verminderte Leistungsfähigkeit bescheinigt (Urk. 9/190/1).
5.7
Eine dritte stationäre Behandlung im Psychiatrie-Zentrum C._ fand vom 25. Mai bis 15. Juni 2012 statt. Als Austrittsdiagnosen wurden im
Austrittsbe
richt
vom 18. Juni 2012 eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte bis mittelgradige Episode (ICD-10: F33.0), eine Agoraphobie (ICD-10: F40.0), anamnestisch ein PTBS (eine posttraumatische Belastungsstörung), ein chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom, eine chronisch venöse Insuffizienz beidseits bei einem Status nach TVT 2008 und ein Status nach Leberhämangiom-Resektion 1999 vermerkt (Urk. 9/192/1). Die Versicherte sei in die Klinik eingetreten, nachdem sie sich seit etwa einem Monat sehr niederge
schlagen, innerlich unruhig und nervös gefühlt habe. Sie habe schlecht geschlafen und immer wieder von ihrer Tochter geträumt, die sie im
Balkan
krieg
verloren habe. Den ganzen Tag
über hätten sie Ängste gequält, es sei jemandem aus ihrem Umfeld etwas passiert. Zuhause habe sie sich überfordert gefühlt und die Gesellschaft anderer nur schwer ertragen können. Während des Klinikaufenthalts habe sich die Versicherte gut ins Stationssetting integrieren und in die therapeutischen Programme einsteigen können. In den Gesprächen habe sie sich sehr offen gezeigt und vor allem ihre Erlebnisse während des Krie
ges thematisiert, worauf ein Vorstellungsgespräch auf der Spezialstation für
Traumafolgestörungen
der B._ organisiert worden sei. Schon nach kurzer Zeit habe die Versicherte sich stabilisieren können. Sie habe sich stimmungsmässig aufgehellt und weniger ängstlich gezeigt. Überdies habe sie ihre Ressourcen zur Bewältigung des Alltags wieder aktivieren können. Die Schlafqualität habe sich im Verlauf des Aufenthalts ebenfalls verbessert (Urk. 9/192/3).
5.8
Dr. G._ führte in einem weiteren Bericht vom 6. August 2012 (Urk. 9/185) die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf (Urk. 9/185/2):
-
Zunehmende multiple disseminierte Lipome
-
DD
Liposarkom
-
B-Symptome: ungewollter Gewichtsverlust, Nachtschweiss
-
Immunfixation unauffällig, ANA positiv
-
Diffuse Bauchschmerzen
-
Anamnestisch Tumore an der Leber; anamnestisch Status nach
Leberoperation im Stadtspital M._ (keine Unterlagen dort
vorhanden)
-
Verdacht auf intermittierenden
Glaukomanfall
-
Status nach YAG-
Iridotomie
am 04.05.2012
-
Metabolisches Syndrom
-
Adipositas
-
Arterielle Hypertonie
-
Dyslipidämie
-
Rezidivierende depressive Störungen mit Somatisierungsstörungen
-
Gastroösophagealer
Reflux
-
Rezidivierende HWI
-
Varikosis
-
Status nach TVT Anfang 2011
-
Polyarthrosen
-
Chronisches panvertebrales Schmerzsyndrom
-
multiple degenerative Veränderungen
-
muskuläre Haltungsinsuffizienz mit
Dysbalance
.
Er beurteilte die Versicherte als zu 100 % erwerbs- und leistungsunfähig (Urk. 9/185/4).
5.9
Dem Bericht der Augenklinik des N._ vom 8. August 2012 zufolge ergab die letzte Kontrolle am 24. Juli 2012 aus ophthalmologischer Sicht keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 9/184).
5.10
Dr. med. O._, Oberarzt in der Klinik für Gastroenterologie und Hepato
logie des N._ bestätigte am 9. August 2012 schrift
lich, die Versicherte endoskopisch untersucht zu haben. Er erklärte sich indessen ausser Stande, Fragen zur Arbeitsfähigkeit zu beantworten (Urk. 9/186).
5.11
Dr. med. P._, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychothera
pie, führte in ihrem Bericht vom 14. September 2012 (Urk. 9/192/
4-8) aus, sie behandle die Versicherte seit dem 9. Februar 2012 und habe sie am 30. Juli 2012 letztmals untersucht (Urk. 9/192/5). Als Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit führte Dr. P._ eine chronische post
traumatische Belastungsstörung (ICD-10: F43.1) seit 1991, eine rezidivierende depressive Episode (ICD-10: F33.0) seit 2007 und eine Agoraphobie (ICD-10: F40.0) seit 2009 auf. Überdies bescheinigte sie der Versicherten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit 2002 (Urk. 9/192/5).
5.12
Vom 22. August bis zum 14. November 2012 wurde die Versicherte auf der
Spezi
alstation
für
Traumafolgestörungen
der B._ behandelt (vgl. Urk. 9/197, 9/203/1, 9/205/1 und 9/205/3). Dort wurden gemäss dem Kurzaustrittsbericht vom 14. November 2012 und dem ausführlichen Bericht vom 27. November 2012 die folgenden psychiatrischen Austrittsdiagnosen gestellt (Urk. 9/203/1 und 9/205/2):
1.
Posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F43.1)
2.
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10: F33.4)
3.
Agoraphobie (ICD-10: F40.0)
4.
„Anfälle“ mit Stürzen, wahrscheinlich im Rahmen von Flashbacks
-
MRI des Schädels vom 13.09.2012, Röntgeninstitut Q._: max. 12 mm grosses
Meningeom
entlang der vorderen Lippe des inne
ren Gehörganges links und des angrenzenden Os
petrosum
links als Zufallsbefund; ohne Kompression von umgebenden Strukturen. Kein pathologischer Focus im Hirnparenchym
-
EEG vom 27.09.2012, Praxis Dr. R._: Befund unauffäl
lig, trotz eines Anfalls während der Aufzeichnung.
Ferner wurden zahlreiche weitere somatische Diagnosen vermerkt (Urk. 9/203/1-2 und 9/205/2). Für die Dauer der
Hospitalisation
und bis zum 30. November 2012 (Urk. 9/203/3, 9/203/5 und 9/205/1), aber auch für die Zeit danach wurde eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt, wobei auf die Gesamtkonstellation mit psychischen und somatischen Beschwerden, nament
lich das panvertebrale Schmerzsyndrom, verwiesen wurde (Urk. 9/203/3, 9/205/1, 9/205/2 und 9/205/5). Die Einschränkung im Haushalt wurde ebenfalls mit 100 % beziffert, da die Versicherte aufgrund ihrer starken Ängste in Men
schenansammlungen (v.a. die Angst im Rahmen von Flashbacks zu stürzen, was mehrmals wöchentlich vorkomme), nicht in der Lage sei, selbständig ein
zukaufen. Leichte Hausarbeiten wie das Abstauben, das Staubsaugen und das Kochen von einfachen Gerichten könne sie selbständig bewältigen, sie benötige dafür aber regelmässig Pausen. Für schwere Arbeiten wie das Fensterputzen und das Bettenmachen sei sie auf die Hilfe ihres Ehemanns angewiesen (Urk. 9/205/1).
Während des Klinikaufenthaltes habe die Versicherte von traumatisierenden Ereignissen während des Krieges
berichtet. Zum Beispiel sei sie Zeugin der Ermordung einer Nachbarfamilie geworden. Am schwersten zu verkraften sei für sie der Tod ihrer Tochter. Während des Krieges sei sie ohne die Unterstüt
zung ihres Ehemanns mit den Kindern von Y._ nach L._ geflüchtet. Während dieser Reise habe sie unter sehr starker Angst gelitten. Aufgrund der schweizerischen Abstammung ihres Grossvaters habe sie den Schweizer Pass und den Familiennachzug in die Schweiz organisieren können. Auch damals habe sie unter häufigen Intrusionen, vor allem über den Tod der Tochter, gelit
ten. Sie sei jedoch in der Lage gewesen, Tätigkeiten auf dem primären Arbeits
markt nachzugehen. Vor ca. fünf Jahren sei sie wegen gewerbsmässigen Betru
ges zu einer zweijährigen Gefängnisstrafe verurteilt worden, welche sie zum Teil in Untersuchungshaft in Luzern und zum Teil im Frauengefängnis D._ abgesessen habe. Im Gefängnis sei es zu depressiven Zuständen und einer Exazerbation der posttraumatischen Symptomatik gekommen (Urk. 9/205/3).
5.13
Im Bericht der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin des N._ vom 12. Oktober 2012, gemäss welchem die Versicherte im Verlauf des Jahres wiederholt ambulant behandelt worden war, wurden die folgenden Diag
nosen aufgeführt (Urk. 9/200/1).
1.
Zunehmende multiple Lipome, disseminiert DD
Liposarkom
2.
Polyarthrosen
3
Chronisches panvertebrales Schmerzsyndrom, multiple degenerative Verän
derungen, muskuläre Haltungsinsuffizienz mit
Dysbalance
4.
Metabolisches Syndrom
-
Adipositas
-
Arterielle Hypertonie
-
Dyslipidämie
5.
Rezidivierende depressive Störungen mit Somatisierungsstörungen
6.
Gastroösophagealer
Reflux
7.
Varikosis
8.
Status nach TVT Anfang 2011.
Angaben zur Arbeitsfähigkeit wurden keine gemacht (Urk. 9/200/2).
5.14
Dem Bericht der
RehaClinic
K._ vom 27. Dezember 2012 (Urk. 9/225/38-41) zufolge führte die leitende Ärztin Dr. med. S._ am 18. Dezember 2012 eine klinische Untersuchung durch und gelangte ohne erneute bildgebende Abklärungen zum Schluss, es lägen degenerative Veränderungen an allen grossen Gelenken und an der Wirbelsäule vor. Aktuell stünden die Gonarthrosen beidseits sowie die klinisch beginnenden Hüftge
lenks- und Fingergelenksarthrosen im Vordergrund. Sie empfahl intensive phy
siotherapeutische Massnahmen, welche nur im Rahmen einer stationären Reha
bilitation in Frage kämen, da die Versicherte angegeben habe, aus psychischen Gründen nicht alleine reisen zu können.
5.15
Vom 6. Mai bis zum 19. Juni 2013 war die Versicherte erneut auf der
Spezial
station
für
Traumafolgestörungen
der B._ hospitalisiert (Urk. 9/220 und 9/251/3). Dort wurden die bereits gestellten Diagnosen bestätigt und für die Dauer des stationären Aufenthalts eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (vgl. Urk. 9/251).
5.16
Im polydisziplinären Gutachten des A._ vom 13. Mai 2013 (Urk. 9/225) wurden die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt (Urk. 9/225/32):
1.
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode mit Symp
tomen einer posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10: F33.0/F43.1)
2.
Agoraphobie (ICD-10: F40.0)
3.
Chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom (ICD-10: M54.5)
-
deutliche Wirbelsäulenfehlhaltung/-
fehlform
(deutliche thorakale Hyperkyphose sowie lumbale Hyperlordose)
-
aktuell radiomorphologisch beginnende
Spondylarthrose
im
lum
bosakralen
Übergang bei ansonsten gut erhaltenen
Bandscheiben
höhen
lumbal und leicht beginnenden Spondylosen ventral LWK 3 und LWK 4
-
deutliche muskuläre
Dysbalance
mit Abschwächung der abdominel
len und rückenstabilisierenden Muskelgruppen im Rah
men einer Adipositas mit einem BMI von 37 kg/m
2
4.
Klinisch sowie radiomorphologisch beginnende
Femoropatellararthrose
beidseits (ICD-10: M17.9)
-
muskuläre
Dysbalance
mit Abschwächung der kniestabilisierenden Muskelgruppen
5.
Leichte Sehminderung beidseits
-
Cataracta
incipiens
beidseits (ICD-10: H28.1)
-
anlagebedingte Fehlsichtigkeit beidseits (ICD-10: H52.2)
-
Alterssichtigkeit beidseits (ICD-10: H50.5)
-
Engwinkelsituation (Grad I-II nach Schaffer) beidseits
-
Zustand nach YAG-
Iridotomie
rechts
-
Konjunktivitis
sicca
beidseits (IDC-10: H19.3).
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien die folgenden Diagnosen (Urk. 9/225/33):
1.
Anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4)
2.
Akzentuierte
histrionische
Persönlichkeitszüge (ICD-10: Z73.1)
3.
Ausgeprägtes chronisches
multilokuläres
Schmerzsyndrom (ICD-10: R52.9)
4.
Abdominale Beschwerden unklarer Ätiologie
-
Status nach Leberteilresektion und
Cholecystektomie
wegen Häman
giom 1999
-
axiale
Hiatushernie
-
keine
Refluxoesophagitis
unter Therapie
-
Status nach
Helicobacter
-Infekt des Magens
-
vgl. Diagnose 5.2.1
5.
Adipositas, BMI 37 kg/m
2
(ICD-10: E66.0)
6.
Varikosis
cruris (ICD-10: 183.9)
-
beginnende chronisch-venöse Insuffizienz Grad I
7.
Fortgesetzter Nikotinkonsum, schädlicher Gebrauch (circa 60
packyears
) (ICD-10: F17.1).
Zur Arbeitsfähigkeit wurde festgehalten, aus polydisziplinärer Sicht sei die Ver
sicherte für eine körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit zu 80 % arbeits- und leistungsfähig, in einem ganztägigen Pensum mit vermehrten Pausen ver
wertbar (Urk. 9/225/34 und 9/225/36).
Aufgrund der anamnestischen Angaben, der Untersuchungsbefunde, der vorlie
genden Dokumente und der früher attestierten Arbeitsunfähigkeiten sei davon auszugehen, dass die Arbeitsfähigkeit vor allem durch das psychische Leiden seit 2009 eingeschränkt sei. Im Oktober 2009 sei die Versicherte erstmals psy
chiatrisch hospitalisiert gewesen. Damals sei eine mittelgradige depressive Epi
sode diagnostiziert worden. Daraus könne auf eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit während der
Hospitalisation
geschlossen werden. Auch im Verlauf der letzten
Hospitalisation
hätten sich die depressiven Symptome zurückgebildet. Die gut
achterlich festgestellte Arbeitsfähigkeit gelte sicher ab dem
Untersuchungsda
tum
im Januar 2013, sie sei über die Zeit gemittelt wahrscheinlich seit Oktober 2009 anzunehmen (Urk. 9/225/34). Die aufgrund des somatischen Leidens bestehenden qualitativen Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit mit nur noch leichter Tätigkeit bestünden sicher seit der MEDAS-Begutachtung 2006 (Urk. 9/225/35).
Bei der Haushalttätigkeit bestünden wie bei einer Erwerbstätigkeit Ein
schränkun
gen bezüglich körperlich schwerer und mittelschwerer Arbeiten. In einem kleinen Haushalt kämen diese aber nicht so oft vor. Zudem sei es mög
lich, die Arbeiten mit individuellen Pausen zu verrichten. Im Haushalt sei daher eine
Arbeitsunfähigkeit von 15 % anzunehmen (Urk. 9/225/35 und 9/225/36).
5.17
Vom 19. bis zum 28. Juni 2013 war die Versicherte nach einem Sturz wegen einer
Malleolarfraktur
Typ Weber B mit Teilruptur der
Syndesmose
rechts im Spital T._ hospitalisiert (Urk. 9/240), wo ihr bis zum 12. Juli 2013 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt wurde (Urk. 9/240/4). Ferner wurde vermerkt, während der ersten sechs Wochen sei lediglich eine Teilbelastung möglich (Urk. 9/240/1).
5.18
Ein weiterer stationärer Aufenthalt auf der Spezialstation für
Traumafolge
störun
gen
der B._ fand vom 28. Oktober bis zum 10. Dezember 2013 statt. Im Zwischenbericht vom 10. Dezember 2013 (Urk. 9/249) und in einem weiteren Bericht vom 8. Januar 2014 (Urk. 9/251) wurden die bereits gestellten Diagno
sen bestätigt und für die Dauer der einzelnen
Hospitalisationen
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert.
Zu diesen beiden Berichten nahm der psychiatrische Gutachter des A._ auf Ersu
chen der IV-Stelle (vgl. Urk. 9/252) am 24. Februar 2014 ergänzend Stel
lung (Urk. 9/253). Er vertrat die Auffassung, es seien keine neuen psychiatri
schen Diagnosen gestellt worden, welche nicht bereits im psychiatrischen
Teil
gutachten
des A._ diskutiert worden seien. In demselben sei auch erläutert wor
den, weshalb nach den ICD-Kriterien keine posttraumatische Belastungsstörung diagnostiziert werden könne. Es möge sein, dass während der psychiatrischen
Hospitalisationen
die depressive Episode stärker ausgeprägt gewesen sei. Eine
höhergradige
Arbeitsunfähigkeit als diejenige, die im psychiatrischen
Teilgut
achten
des A._ angegeben worden sei, sei aber auch rückwirkend nicht erwie
sen, da fachärztliche Befunde, auf die mit Sicherheit abgestützt werden könne, weiterhin fehlten. Auch wenn eine gewisse
posttraumtische
Symptomatik vor
liege, könne hier eine Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht nicht
begründet werden, da es sich bei einer posttraumatischen Belastungsstörung um eine
syndromale
Diagnose handle und eine schwere
komorbide
psychische Störung nicht bestehe. Die Agoraphobie sei definitionsgemäss situationsbezogen und begründe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Der Versicherten sei trotz ihrer Beschwerden eine gewisse Willensanstrengung zumutbar, um in einer den körperlichen Einschränkungen angepassten und ihren Fähigkeiten ent
sprechenden Tätigkeit zu arbeiten.
5.19
In seinem Bericht vom 2. Juni 2014 führte Dr. G._ die folgenden Diagnosen auf (Urk. 9/268/1):
1.
Metabolisches Syndrom
-
Adipositas Grad III: BMI 49.9 kg/m
2
-
Arterielle Hypertonie, aktuell
normoton
-
Dyslipidämie
-
Prädiabetische Stoffwechsellage, HbA1c 6,0%
-
01/2014: kardiovaskuläres Gesamtrisiko für die nächsten 10 Jahre (AGLA-Score): 1,3 %
2.
Depressive Störung mit Somatisierungsstörung
-
Posttraumatische Störung
-
Hospitalisation
B._ 10/2013 – 12/2013
3.
Multiple disseminierte Lipome
-
Biopsie 12/2012: Lipom
4.
Diffuse Bauchschmerzen
-
Sonographie Abdomen 22.01.2013: Hyperechogenes
Leberpa
ren
chym
, vereinbar mit Lebersteatose, fokale Mindersteatose
Seg
III (max. 11 mm) DD: Narbe, Status nach
Cholezystektomie
5.
Chronisches panvertebrales Schmerzsyndrom
-
Multiple degenerative Veränderungen
-
Muskuläre Haltungsinsuffizienz mit
Dysbalance
-
Anamnestisch Polyarthrose
-
Anamnestisch Status nach Knie TEP 2013
6.
Milde
Refluxösophagitis
und leichte Gastritis
Gastroskopie 06/2012: leichtgradige Entzündung, kein
H.p
. Nachweis
7.
Varikosis
.
Die Beschwerden hätten sich seit der letztmaligen Beurteilung massiv verschlech
tert. Zwischenzeitlich besuche die Versicherte die Adipositas-Sprech
stunde im N._ zur Evaluation eines Magenbypasses auf
grund der Polymorbidität (Urk. 9/268/2).
5.20
Gemäss dem Bericht der Spezialstation für
Traumafolgestörungen
der B._ vom 18. August 2014 wurden bei der letzten
Hospitalisation
eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F43.1), eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10: F33.4) und eine Agoraphobie (ICD-10: F40.) diagnostiziert. Es falle der Versicherten im Rahmen ihrer Erkrankung schwer, ohne Begleitung ihre Wohnung zu verlassen, einkaufen zu gehen und mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren. Ihre Angst beziehe sich vor allem auf rezidivierende Stürze, welche man im Rahmen der posttraumatischen
Belas
tungsstörung
(Flashbacks mit Dissoziation) sehe, weise jedoch auch eine
agora
phobische
Komponente auf. Die Versicherte stehe auf der Warteliste für eine weitere
Hospitalisation
. Der Eintrittstermin stehe noch nicht fest (Urk. 9/275).
6.
6.1
Es ist strittig und zu prüfen, ob auf das polydisziplinäre Gutachten des A._ vom 13. Mai 2013 (Urk. 9/225) samt der ergänzenden Stellungnahme vom 24. Februar 2014 (Urk. 9/253), insbesondere das psychiatrische Teilgutachten abgestellt werden kann (vgl. Urk. 1 und 2).
6.2
Das Gutachten basiert auf den von der IV-Stelle
zur Verfügung gestellten und nachträglich eingegangen Unterlagen
(Urk. 9/225/3, 9/225/4-8, 9/225/26 und 9/225/38-41)
sowie den fach
ärztlichen internistischen, rheumatologischen, neu
rologischen, ophthalmologischen,
gastroenterologischen
und psychiatrischen Untersu
chungen der
Beschwerdeführerin am 14., 16. und 22. Januar 2013 (Urk. 9/225/3). Es
berücksichtigt die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwer
den ange
messen und beantwortet die gestellten Fra
ge
n umfassend. Ins
besondere setzt es sich auch mit den zum Teil anderslautenden ärztlichen Beur
teilungen, namentlich mit der im Raum stehenden Diagnose einer posttrauma
tischen Belastungsstörung und den Arbeitsunfähigkeitsbeurteilungen der diver
sen Behandler, auseinander. Die gutachterlichen Ausführungen sind schlüssig und nachvollziehbar begründet.
6.3
Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin wandte gegen das Gutachten ein, es lägen ihm nicht sämtliche relevanten medizinischen
Vorakten
zu Grunde (Urk. 1 S. 7, 9/228/1 und 9/267/4). Dem ist entgegenzuhalten, dass die Gutachter sowohl bei den Untersuchungen im Januar 2013 als auch bei der Beendigung des Gutachtens am 13. Mai 2013 über die erforderliche Kenntnis der damals vorhanden gewesenen medizinischen Unterlagen verfügten. Dieselben waren ihnen grösstenteils von der IV-Stelle zur Verfügung gestellt worden (vgl. Urk. 9/225/3-8). Den Bericht der Spezialstation für
Traumafolge
störungen
der B._ vom 27. November 2012 (Urk. 9/205) hatten sie von dieser direkt zuge
sandt erhalten, worauf sie in ihrem Gutachten vom 13. Mai 2013 denn auch ausdrücklich hinwiesen (Urk. 9/225/8). Die von Seiten der Beschwerdeführerin vorgetragene Behauptung, es sei im Gutachten kein Bericht über den stationä
ren Aufenthalt in der Spezialstation für
Traumafolgestörungen
der B._ berück
sichtigt worden (Urk. 9/228/1), erweist sich vor diesem Hintergrund als unzu
treffend. Es ist einzig zu bemerken, dass die Gutachter den Kurzaustrittsbericht
der Spezialstation für
Traumafolgestörungen
der B._ vom 14. November 2012 (Urk. 9/203) beim Verfassen des Gutachtens vom 13. Mai 2013 nicht kannten. Diesem Umstand kommt jedoch keine wesentliche Bedeutung zu, da der betref
fende Bericht keine zusätzlichen oder anderslautenden Angaben enthält als diejenigen, die im ausführlichen Bericht vom 27. November 2012 festgehalten wurden (vgl. Urk. 9/203 und 9/205).
Mit Bezug auf den erneuten Eintritt der Beschwerdeführerin in die
Spezialsta
tion
für
Traumafolgestörungen
der B._ im April 2013 wurde bereits im Gut
achten vom 13. Mai 2013 vermerkt, die IV-Stelle habe die Gutachter über die
sen Umstand informiert. Bisher hätten sie keinen weiteren Bericht der betreffen
den Institution erhalten. Falls keine neuen psychiatrischen Diagnosen gestellt werden sollten, könne der Aufenthalt wie die früheren stationären Behandlun
gen im Rahmen der rezidivierenden depressiven Störung gesehen werden. Die Arbeitsunfähigkeit wäre allenfalls vorübergehend bei einer wiederum mittelgra
digen depressiven Störung 50 %. Eine relevante Veränderung der gutachter
lichen Einschätzung würde sich daraus nicht ergeben (Urk. 9/225/36). In der Folge stellte die IV-Stelle den Gutachtern den Kurzaustrittsbericht vom
10. Dezember 2013 über einen weiteren stationären Aufenthalt vom 28. Oktober bis zum 10. Dezember 2013 (Urk. 9/249) und einen ausführlichen Bericht vom 18. Januar 2014, der sich umfassend zu allen bisherigen stationären Aufenthalten äussert (Urk. 9/251), zur ergänzenden Stellungnahme zu (Urk. 9/252). Sie wurde am 24. Februar 2014 abgegeben (Urk. 9/253) und beruhte folglich auf der aktu
ellen psychiatrisch-psychologischen
Dokumen-tation
. Entgegen der in der Beschwerdeschrift vertretenen Auffassung (Urk. 1
S. 11) wurde mit den in der ergänzenden Stellungnahme enthaltenen Ausführungen auch die von der IV-Stelle gestellte Frage nach einer seit der Begutachtung eingetretenen gesund
heitlichen Verschlechterung sehr
wohl beantwortet, nämlich abschlägig (Urk. 9/253 in Verbindung mit 9/225/36).
Es trifft zu, dass der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin die IV-Stelle mit Schreiben vom 16. Mai 2013 – das heisst nach der Erstellung des Gutachtens am 13. Mai 2013 – darauf aufmerksam machte, es sei kürzlich die Diagnose einer „Zuckerkrankheit“ gestellt worden (Urk. 9/223; vgl. auch Urk. 1 S. 7 und 12). Hierzu ist indessen zu bemerken, dass am 16. Januar 2013 im Rahmen der Begutachtung eine Blutprobe entnommen wurde, die unter anderem einen unauffälligen HbA1c-Wert aufwies (Urk. 9/225/12). Unter diesen Umständen ist nicht davon auszugehen, es hätte aus internistischer Sicht nebst den gestellten (und bereits bekannten) Diagnosen einer Adipositas, einer
Varikosis
cruris und eines fortgesetzten Nikotinkonsums ein weiteres Leiden diagnostiziert werden müssen, dem eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit beizumessen ist. Dies muss umso mehr gelten als auch im Austrittsbericht des Spitals T._ vom 28. Juni 2013, wo die Beschwerdeführerin nach der
Malleolarfraktur
stationär behandelt worden war (Urk. 9/240/1), keine entsprechende Erkrankung erwähnt wurde (Urk. 9/240). Ebenso wenig wurde im zeitnah verfassten
Kurzaustrittsbe
richt
der Spezialstation für
Traumafolgestörungen
der B._ vom 10. Dezember 2013 (Urk. 9/249), im Bericht von Dr. G._ vom 2. Juni 2014 (Urk. 9/248, mit dem Hinweis auf eine prädiabetische Stoffwechsellage; Urk. 9/248/1) und in den im Beschwerdeverfahren neu eingereichten medizinischen Unterlagen, soweit sie sich zum für die Beurteilung der Verfügung vom 18. März 2015 massge
blichen Zeitraum äussern (Urk. 6 und 13/1-2), eine entsprechende Diagnose aufgeführt. Die gutachterlichen Feststellungen des Gutachters Dr. U._, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin, erweisen sich somit auch unter Berücksichtigung des nachträglichen Vorbringens, der weiteren medizinischen Aktenlage und insbesondere in Anbetracht der gutachterlich erhobenen Befunde als
korrekt (Urk. 9/225/12). Es spielt deshalb auch keine Rolle, dass das anwalt
liche Schreiben vom 16. Mai 2013 Dr. U._ und seinen Mitbegutachtern nicht zu einer ergänzenden Stellungnahme unterbreitet wurde (vgl. Urk. 9/267/3).
6.4
Des Weiteren wurde beanstandet, dem Gutachten sei nicht zu entnehmen, wie oft und wie lange die einzelnen Untersuchungen stattgefunden hätten; die Beschwerdeführerin mache geltend, die psychiatrische Begutachtung habe nur wenige Minuten gedauert (Urk. 1 S. 8 und 13, 9/228/2 und 9/267/4).
Den Angaben im Gutachten zufolge wurde die
gastroenterologische
Untersu
chung am 14. Januar 2013 durchgeführt (Urk. 9/225/31). Die internistischen, psychiatrischen, neurologischen und
ophtalmologischen
Untersuchungen fan
den am 16. Januar 2013 statt (Urk. 9/225/12, 9/225/13, 9/225/27 und 9/225/29). Die rheumatologische Untersuchung erfolgte am 22. Januar 2013 (Urk. 9/225/19). Darüber hinaus lässt sich dem Gutachten entnehmen, dass sämtliche Fachärzte eine sorgfältige Anamnese erhoben und eine eingehende Befunderhebung durchführten, was regelmässig mit einem entsprechenden Zeit
aufwand verbunden ist, der wenige Minuten deutlich übersteigen dürfte. Unge
achtet dessen ist an dieser Stelle generell festzuhalten, dass ein Gutachter eine Explo
randin in der Regel nur für eine beschränkte Zeit sieht und sich aus der Anzahl und der Dauer der geführten Gespräche oder durchgeführten Untersu
chungen keine Rückschlüsse auf die Wertigkeit eines Gutachtens ziehen lassen. Einen krankheitswertigen Befund oder das Feh
len eines solchen kann ein erfahrener Diagnostiker ohne Weiteres auch nach einem einmaligen Gespräch beziehungsweise einer Untersuchung feststellen. Eine Mindestdauer ist dabei nicht zwingend einzuhalten. Vorliegend kommt hinzu, dass den Gutachtern eine umfangreiche Krankengeschichte zur Verfügung stand, mit der sie sich vorbe
reiten und die sie in ihre Beurteilung miteinbeziehen konnten.
Aus den Ausführungen im psychiatrischen Teilgutachten von Dr. med.
V._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, geht insbesondere hervor, dass die Beschwerdeführerin ihre aktuellen Beschwerden und deren Behandlung, ihre sozialen Verhältnisse, ihren Tagesablauf etc. eingehend schil
derte. Es fand eine ausführliche Anamnese und Befunderhebung statt (vgl. Urk. 9/225/13-14). Unter diesen Umständen kann offen bleiben, wie lange die fragliche Exploration tatsächlich gedauert hat, da Dr. V._ in diesem Punkt kein Versäumnis vorzuwerfen ist.
Von Seiten der Beschwerdeführerin wurde überdies moniert, Dr. V._ habe nicht erkennbar gemacht, weshalb er auf den
Beizug
eines Dolmetschers ver
zichtet habe (Urk. 1 S. 8 und 12, 9/228/2 und 9/267/4). Für entsprechende Ausführungen bestand indessen keinerlei Anlass. Die Beschwerdeführerin ver
fügt über die schweizerische Staatsangehörigkeit und war in der Schweiz erwerbstätig, wo sie auch bereits seit mehreren Jahrzehnten lebt. Insbesondere sind dem gesamten Gutachten keinerlei Anhaltspunkte für eine mangelhafte sprachliche Verständigung zu entnehmen. Eine solche wurde denn auch von der Beschwerdeführerin und ihrem Rechtsvertreter nie behauptet. Die Tatsache allein, dass die psychiatrischen Behandlungen auf der Spezialstation für
Traumafolgestörungen
der B._ gemäss deren Darstellung jedes zweite Mal im Beisein eines Dolmetschers erfolgen, genügt hierfür jedenfalls nicht (Urk. 1 S. 8 und 13, 9/228/2 und 9/267/4).
6.5
Schliesslich wurde der Vorwurf erhoben, die Gutachter hätten sich zum Teil in für sie fremden Fachgebieten geäussert (Urk. 1 S. 7 f. und S. 12). Zur Begrün
dung wurde angeführt, das Gutachten setze sich auf Seite 34 mit der Einschrän
kung im Haushalt in Prozenten und der sogenannten gemischten Methode aus
einander. Damit nähmen die medizinischen Gutachter zu Fragen Stellung, deren Beantwortung eindeutig ausserhalb ihres
Zuständigkeitsbereichs liege. Dieser Mangel wirke sich auf das gesamte Gutachten aus (Urk. 1 S. 12 und 9/228/2, je mit Hinweis auf Urk. 9/225/34).
Dieser Argumentation ist entgegenzuhalten, dass die Gutachter lediglich korrekt feststellten, dass die aktuelle Qualifikation von der IV-Stelle noch nicht festge
legt und früher eine Einteilung von 14 % Erwerbstätigkeit und 86 % Haus
haltstätigkeit angenommen worden sei (Urk. 9/225/35). Sie selbst nahmen keine eigenständige Beurteilung der Statusfrage vor. Der Vorwurf, sie hätten sich zu Fragen ausserhalb ihres Zuständigkeitsbereichs geäussert, erweist sich daher als unzutreffend. Vielmehr zeigen die erwähnten gutachterlichen Ausführungen auf, dass die Gutachter ein sorgfältiges Aktenstudium absolviert hatten und sich dementsprechend der Problematik bezüglich der noch ungeklärten Statusfrage bewusst waren. In dieser Konstellation kann sich ein Gutachten nicht nur auf Angaben zur Arbeitsfähigkeit in angestammter und in angepasster Tätigkeit beschränken, sondern es hat sich zwingend auch zur Arbeitsfähigkeit im Haus
halt zu äussern. Dies haben die Gutachter richtig erkannt und je mit Bezug auf ein Pensum von 100 % Angaben geliefert. Das Gutachten ist daher auch in dieser Hinsicht einwandfrei. Davon ausgehend, dass bei einer Tätigkeit im Haushalt die Möglichkeit besteht, die Arbeiten mit individuellen Pausen zu ver
richten, bezifferten sie die Einschränkung diesbezüglich auf 15 %. Dagegen nahmen sie für eine behinderungsangepasste Tätigkeit ausser Haus, bei der bloss die Möglichkeit vermehrter Pausen besteht, eine 20%ige Einschränkung an (Urk. 9/225/35). Die Auffassung, dass dem jeweils unterschiedlichen
Hand
lungsspielraum
der Versicherten bei der Pausengestaltung Rechnung getragen werden muss, überzeugt und blieb zu Recht unbeanstandet.
6.6
Darüber hinaus wurde auch sonst nichts vorgetragen, was das Gutachten des A._ in Zweifel zu ziehen vermöchte.
Ebenso wenig ist etwa
s Derar
tiges aus den Akten ersicht
lich. Vielmehr erfüllt das Gutachten sämtli
che von der Rechtspre
chung statu
ierten Anforderungen an ein medizi
ni
sches Gutachten (vgl. auch BGE 134 V 231 E. 5.1 und 125 V 351 E. 3a).
6.7
6.7.1
Da im Gutachten des A._ vom 15. Mai 2013 unter anderem eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) diagnostiziert wurde (Urk. 9/225/16 und 9/225/33), drängen sich ergänzende Überlegungen zu dessen aktuellem Beweiswert auf.
6.7.2
Gemäss der bis zum 3. Juni 2015 massgeblich gewesenen
bundesgerichtli
ch
en
Rechtsprechung bestand die Vermutung, dass die
Folgen einer somatoformen
Schmerz
stö
rung
mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind und in der Regel keine lang dauernde, zu einer Invalidität im Sinne von
Art. 4 Abs. 1 IVG führende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu bewirken vermögen
. Nur im Ausnahmefall, wenn die soge
nannten Foerster-Krite
rien in einem hin
rei
chenden Ausmass erfüllt waren, wur
den die Voraussetzun
gen für eine zu
mut
bare Willensanstrengung verneint und ein Wiedereinstieg in den Arbeits
pro
zess
als unzumutbar erachtet (vgl. BGE 139 V 547 E. 3, 131 V 49 E. 1.2, 130 V 352 und das Urteil des Bundesgerichts 9C_673/2012 vom 28. November 2012 E. 3.1
).
Das Vorliegen eines Ausnahmefalls verneinte Dr. V._ mit einer zutreffenden Begründung. Insbesondere erkannte er korrekt, dass es an einer psychischen Komorbidität von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer man
gelte (Urk. 9/225/16). Es ist ihm auch beizupflichten, dass kein sozialer Rückzug in allen Bereichen des Lebens festzustellen war (Urk. 9/225/16), zumal die Beschwerdeführerin ihren Schilderungen zufolge mit ihrem Ehemann zusammen spazieren geht und gute Kontakte zu ihren Familienmitgliedern pflegt (Urk. 9/225/14). Sie ist auch in der Lage, mit ihrer Familie zusammen mit dem Auto nach Y._ zu reisen
(Urk. 9/225/17). Einen verfestigten, therapeutisch nicht mehr angehbaren innerseelischen Verlauf einer an sich missglückten, psy
chisch aber entlastenden Konfliktbewältigung konnte Dr. V._ ebenfalls zu Recht nicht ausmachen, ergaben sich diesbezüglich doch weder aus den Anga
ben der Beschwerdeführerin noch aus den Akten entsprechende Hinweise. Die Auffassung Dr. V._s, die therapeutischen Möglichkeiten zur Behandlung des zur Diskussion stehenden psychischen Leidens seien noch nicht vollständig ausgeschöpft (Urk. 9/225/16; vgl. auch Urk. 9/225/19), deckt sich mit der medi
zinischen Aktenlage. Vor diesem Hintergrund erscheint es als nachvollziehbar und schlüssig, dass Dr. V._ zur Beurteilung gelangte, die Folgen der soma
toformen Schmerzstörung seien überwindbar, und aus psychiatrischer Sicht bestehe deswegen keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im Erwerbsbereich und im Haushalt.
6.7.3
Das Bundesgericht hat mit BGE 141 V 281 (Urteil 9C_492/2014 vom 3. Juni 2015) seine Rechtsprechung zu den Voraussetzungen, unter denen anhaltende somatoforme Schmerzstö
rungen und vergleichbare psychosomatische Leiden eine Invalidität zu bewirken vermögen, grundlegend überdacht und teilweise geändert. Die Überwindbarkeitsvermutung wurde aufgegeben (BGE 141 V 574 E. 3.5) und das bisherige Regel-/
Ausnahme
modell
wurde durch einen struktu
rierten normativen Prüfungsraster er
setzt (BGE 141 V 574 E. 3.6). An die Stelle des bisherigen Kriterienkatalogs treten im Regelfall beachtliche
Standard
indika
toren
. U
nter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer
Be
lastungs
fakto
ren
einer
seits und Kompensationspotentialen (Ressourcen) an
derseits soll das
tatsäch
lich erreichbare Leistungsvermögen
ergebnisoffen
beur
teilt werden (
BGE 141
V 281
E. 3.6). Be
tont wird, dass die Aufgabe der
Überwindbarkeits
ver
mutung
an den Regeln be
treffend die Zumutbarkeit nichts än
dert, nament
lich nicht am Erfor
der
nis einer objektivierten Beurteilungsgrundlage. Nach
Art. 7 Abs. 2
zwei
ter Satz ATSG liegt eine Erwerbsunfähigkeit nur vor, wenn sie aus
objektiver Sicht nicht überwind
bar ist. Medizinisch-psychiat
risch nicht begründ
bare Selbst
einschätz
ungen und -limitierungen, wie sie ge
richtsnoto
risch ärzt
li
cher
seits sehr oft unter
stützt wer
den – wobei erst noch häufig gar keine konse
quente Behandlung stattfindet –, sind auch künftig nicht als invalidisierende
Gesund
heitsbeein
trächtigung
anzuerkennen (
BGE 141 V 281
E. 3.7.1).
Die im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren, welche nach gemeinsa
men Eigenschaften systematisiert werden können, umschreibt das Bundesge
richt in BGE 141 V 281 wie folgt:
-
Kategorie „funktioneller Schweregrad" (E. 4.3)
-
Komplex „Gesundheitsschädigung" (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
(E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen; E. 4.3.2)
-
Komplex „Sozialer Kontext" (E. 4.3.3)
-
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens; E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener
Lei
dens
druck
(E. 4.4.2).
Die Handhabung des Katalogs muss stets den Umständen des Einzelfalls gerecht werden. Es handelt sich nicht um eine „abhakbare Checkliste“ (BGE 141 V 281 E. 4.1.1).
6.7.4
In intertemporalrechtlicher Hinsicht ist sinngemäss wie in BGE 137 V 210 (be
treffend die rechtsstaatlichen Anforderungen an die medizinische Begut
ach
tung) vorzugehen. Nach diesem Entscheid verlieren gemäss altem
Ver
fahrens
standard
eingeholte Gutachten nicht per se ihren Beweiswert. Vielmehr ist im Rahmen eine
r gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezi
fischen Ge
geben
heiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Ab
stel
len auf die vorhandenen Beweisgrundlagen vor Bun
desrecht standhält (BGE 137 V 210 E. 6 in
initio
). In sinngemässer Anw
en
dung der nunmehr
materiellbe
weisrechtlich
geänderten
Anforderungen ist in jedem einzelnen Fall zu prüfen, ob die beigezo
genen admi
ni
strativen und/oder gerichtlichen Sachverständi
gen
gut
achten – ge
gebenenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen Berichten – eine schlüs
sige Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren er
lauben oder nicht. Je nach Abklärungstiefe und -dichte kann zudem unter Um
ständen eine punktuelle Er
gänzung genügen (BGE 141 V 281 E. 8).
6.7.5
Behand
lungserfolg oder –
resistenz
, also der Verlauf und der Ausgang von Thera
pien, sind wichtige Schweregradindikatoren (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.2.1), die sich anhand des Gutachtens von Dr. V._ und der übrigen medizinischen Akten ohne Weiteres beurteilen lassen. Den eingangs geschil
derten medizinischen Unterlagen lässt sich entnehmen, dass bisher vor allem die depressive Symptomatik und die – kontrovers diskutierte – posttraumatische Belastungsstörung psychiatrisch-psychologisch behandelt wurden. Dr. V._ erkannte daher zutreffend, dass die therapeutischen Möglichkeiten zur Behand
lung der Folgen der somatoformen Schmerzstörung noch nicht ausgeschöpft sind (Urk. 9/225/16; vgl. auch Urk. 9/225/19). Dass die Beschwerdeführerin einer geeigneten Behandlung grundsätzlich zugänglich ist, geht aus verschiede
nen Berichten der psychiatrisch-psychologischen Behandler hervor, welche ein
drücklich schildern wie sich der Zustand der Versicherten im Verlauf der diver
sen stationären Aufenthalte jeweils bereits nach kurzer Zeit massgeblich ver
besserte (Urk. 9/153/4, 9/153/11 und 9/192/2). Von unbefriedigenden
Behand
lungsergebnissen
trotz konsequent durchgeführter Behandlungsbemühungen kann vor diesem Hintergrund nicht die Rede sein. Ein invaliditätsrelevanter psychischer
Gesund
heits
schaden
in
Form einer somatoformen Schmerzstörung lässt sich unter diesem Umständen nicht beja
hen, da psychische Störungen der hier interessierenden Art nach der Recht
sprechung nur dann als invalidisierend gelten, wenn sie schwer und thera
peutisch nicht (mehr)
angehbar
sind (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2). Bei dieser Ausgangslage kommt den weiteren
Standardindi
katoren
keine wesentliche Bedeutung mehr zu. Dennoch ist festzuhalten, dass unbestritten auch keine psychische Begleiterkrankung auszumachen war, die der Beschwerde
führerin Ressourcen rauben könnte (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3). Sie verfügt aufgrund ihrer guten Kontakte zu diversen Familienangehörigen nach wie vor über ein soziales Netzwerk, das ihr als mobilisierende Ressource dienen kann.
6.7.6
Aus dem Gesagten folgt, dass das psychiatrische Teilgutachten von Dr. V._ – zusammen mit den weiteren medizinischen Akten – eine schlüssige Beur
tei
lung im Lichte der massgeblichen Indikatoren gemäss der mit BGE 141 V 281 geänderten Rechtsprechung erlaubt. Es ist daher auch in dieser Hinsicht nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin darauf abgestellt hat.
6.8
Als Zwischenergebnis ist somit festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin auf das Gutachten des A._ vom 13. Mai 2013 und dessen Ergänzung vom 24. Februar 2014 abstellen durfte. Damit ist ausgewiesen, dass sich der Gesund
heitszustand der Beschwerdeführerin insofern verschlechterte, als sie seit Okto
ber 2009 lediglich noch zu 80 % in einer körperlich leichten,
wechselbelasten
den
Tätigkeit arbeitsfähig ist. Im Haushalt ist sie zu 85 % arbeitsfähig (Urk. 9/225/36). Anzumerken bleibt, dass die Arbeitsfähigkeit während der sta
tionären Aufenthalte (mit jeweils 50 %; vgl. Urk. 9/225/34) zwar geringer war, sie erreichten jedoch nie eine invaliditätsrelevante Dauer (vgl. Art. 88a Abs. 1 IVV).
7.
7.1
Es bleibt zu untersuchen, ob es dem polydisziplinären Gutachten des A._ vom 13. Mai 2013 (Urk. 9/225) samt der ergänzenden Stellungnahme vom 24. Februar 2014 (Urk. 9/253) im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung vom 18. März 2015 – wie in der Beschwerdeschrift behauptet (Urk. 1 S. 7, 11 und 14) – an der erforderlichen Aktualität mangelte.
7.2
Der pauschale Hinweis, seit den gutachterlichen Untersuchungen vom Januar 2013 seien über zwei Jahre verstrichen, weshalb das Gutachten veraltet sei (Urk. 1 S. 11), genügt nicht. Vielmehr ist zu berücksichtigen, dass das psychiat
rische Teilgutachten, welchem hier eine entscheidende Bedeutung zukommt, die Entwicklung des psychischen Gesundheitsstands zumindest bis am 8. Januar 2014 abdeckt (vgl. Urk. 9/251 und 9/253). Den weiteren psychiatrisch-psycho
logischen Berichten, die sich über die Zeit danach bis zum Erlass der angefoch
tenen Verfügung am 18. März 2015 äussern, sind keine neuen Befunde und Diagnosen zu entnehmen, welche nicht bereits im Gutachten des A._ diskutiert worden waren (Urk. 6 und 9/275; vgl. 9/225). Dessen Aktualität steht insoweit ausser Frage.
7.3
Der Vollständigkeit halber ist an dieser Stelle nochmals festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin am 16. Mai 2013 geltend machen liess, es sei kürzlich eine „Zuckerkrankheit“ diagnostiziert worden (Urk. 9/223; vgl. auch Urk. 1 S. 7 und 12). In Anbetracht der medizinischen Aktenlage ist indessen nicht davon auszu
gehen, dass die Arbeitsfähigkeit der Versicherten wegen einer entsprechenden Erkrankung, namentlich eines Diabetes mellitus, im hier massgeblichen Zeit
raum bis am 18. März 2015 beeinträchtigt war (vgl. Urk. 6, 9/225/12, 9/240, 9/248, 9/249 und 13/1-2). Es wurde denn auch nichts in diese Richtung behauptet, weshalb sich diesbezüglich von vornherein weitere Abklärungen erübrigen, ungeachtet des Umstands, dass Personen mit einem Diabetes mellitus in der Regel unverändert im Beruf und Haushalt arbeitstätig sein können.
7.4
Mit Bezug auf die
Malleolarfraktur
mit Teilruptur der
Syndesmose
, welche einen stationären Aufenthalt im Spital T._ vom 19. bis zum 28. Juni 2013 nach sich zog (Urk. 9/240/1), liess die Beschwerdeführerin vorbringen, der
Austritts
bericht
vom 28. Juni 2013 sei bloss provisorisch gewesen. Aus demselben gehe zudem hervor, dass eine Belastung der Beine erst nach mehreren Monaten mög
lich sein und dass sie höchstens an Stöcken mobil sein werde. Die behandelnden Ärzte im Spital T._ hätten bis am 12. Juli 2013 eine Arbeitsunfähigkeit attestiert und sich zur zukünftigen Arbeitsunfähigkeit noch nicht äussern kön
nen, da sie erst ab dem 12. Juli 2013 eine (Teil-)Mo
bilisation für allenfalls mög
lich erachtet hätten (Urk. 1 S. 8).
Der erwähnte Austrittsbericht datiert vom 28. Juni 2013, das heisst er wurde am Tag des Austritts aus der Klinik verfasst. Daran vermag auch der Vermerk „Pro
visorisch“, der auf dem Bericht – von einer unbekannten Person – mit einem Stempel angebracht wurde (Urk. 9/240/1), nichts zu ändern. Die Beurteilung erfolgte somit nach Abschluss der stationären Behandlung und in Kenntnis des postoperativen Verlaufs. Den Ausführungen im Bericht zufolge war – entgegen der vorgetragenen Behauptung – eine Mobilisation im
VacoPed
mit 15 kg
Teil
belastung
bereits möglich, wobei nach sechs Wochen wieder mit einer vollen Belastbarkeit gerechnet wurde (Urk. 9/240/1). Es waren somit keinerlei Hinweise für eine invalidenversicherungsrechtlich relevante Arbeitsunfähigkeit aufgrund der Fussverletzung vorhanden, weswegen die IV-Stelle weitere Abklärungen hätte treffen müssen. Der Beschwerdeführerin ist daher auch nicht beizupflich
ten, dass die IV-Stelle ihrer Forderung, weitere Unterlagen bezüglich allfälliger Folgen der beim Sturz erlittenen Fussverletzung beizuziehen (Urk. 1 S. 12 und 9/267 S. 4), hätte nachkommen müssen. Lediglich am Rande bleibt ferner zu bemerken, dass selbst von Seiten der Beschwerdeführerin bis heute nie behaup
tet wurde, die Arbeitsunfähigkeit
infolge der
Malleolarfraktur
Typ Weber B mit Teilruptur der
Syndesmose
habe länger als bis zum 12. Juli 2013 gedauert (vgl. Urk. 1, 5, 12 und 17).
7.5
Es ist richtig, dass Dr. G._ in seinem Bericht vom 2. Juni 2014 erwähnte, wegen der Adipositas werde derzeit eine
Magenbypassoperation
erwogen (Urk. 9/268; vgl. auch Urk. 1 S. 10 und 12). Dies vermag die Aktualität des A._-Gutachtens indessen ebenfalls nicht in Frage zu stellen. Die Adipositas der Beschwerdeführerin, mit einem schwankenden Verlauf des BMI (vgl. Urk. 9/104/25, 9/149/19, 9/185/2, 9/22512, 9/225/33 und 9/268/1; am 16. März 2015 mit einem BMI von 36,2, vgl. Urk. 13/1 S. 2), ist bereits seit vielen Jahren aktenkundig und wurde bereits in dem nach der ersten Anmeldung zum
Leis
tungsbezug
eingeholten Gutachten des W._ vom 9. Februar 2002 abgehandelt (Urk. 9/29/7). Sie wurde denn auch im internistischen Teilgutachten des A._ thematisiert und als ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beurteilt (Urk. 9/225/12 und 9/225/33).
Insbesondere ist zu berücksichtigen, dass eine Adipositas gemäss der
bundesge
richtlichen
Rechtsprechung grundsätzlich keine zu Rentenleistungen berechti
gende Invalidität bewirkt, wenn sie – wie hier – nicht körperliche oder geistige Schäden verursacht und nicht die Folge von solchen Schäden ist. Liegen diese Voraussetzungen nicht vor, muss sie unter Berücksichtigung der besonderen Gegebenheiten des Einzelfalls dennoch als invalidisierend betrachtet werden, wenn sie weder durch geeignete Behandlung noch durch zumutbare Gewichts
abnahme auf ein Mass reduziert werden kann, bei welchem das Übergewicht in Verbindung mit allfälligen Folgeschäden keine voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit beziehungsweise der Betätigung im bisherigen Aufgabenbereich zur Folge hat (vgl. das Urteil des Bundesgerichts 8C_496/2012 vom 19. September 2012 E. 2.2). Auch dies trifft nicht zu, waren in der
Vergangenheit doch immer wieder Gewichtsreduktionen möglich.
7.6
Dem im Beschwerdeverfahren neu eingereichten Bericht der Spezialstation für
Traumafolgestörungen
der B._ vom 15. Mai 2015 (Urk. 6) lässt sich entneh
men, dass die Versicherte vom 19. März bis zum 4. Mai 2015 erneut stationär behandelt wurde, wobei sie ihren Klinikaufenthalt aufgrund eines Todesfalls in der Familie vorzeitig beendete (Urk. 6 S. 1). Bei Klinikeintritt sei nebst der bekannten posttraumatischen Belastungsstörung, der rezidivierenden depres
siven Störung und der Agoraphobie auch eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F33.1) diagnostiziert worden. Im Verlauf der Behandlung habe man weitere Symptome wie frei flottierende Ängste und ständige Sorgen um Ange
hörige mit bildhaften Vorstellungen von Katastrophen, begleitet von vegetativer Übererregbarkeit und Anspannung, festgestellt, weshalb man neu auch eine generalisierte Angststörung (ICD-10: F41.1) diagnostiziert habe.
Es trifft zwar zu, dass die letztgenannte Diagnose neu gestellt wurde (Urk. 5). Dies geschah aber nicht nur erst zu einem Zeitpunkt, nachdem die angefochtene Verfügung vom 18. März 2015 bereits erlassen worden war, sondern auch auf
grund von Symptomen, welche die Beschwerdeführerin erst danach, das heisst nach ihrem letzten Klinikeintritt am 19. März 2015 zeigte (vgl. Urk. 6). Die fraglichen Ereignisse betreffen somit einen Zeitraum, welcher hier nicht mass
geblich ist. Sie haben daher unberücksichtigt zu bleiben, weshalb auch offen bleiben kann, ob sie überhaupt als invalidenversicherungsrelevante gesundheit
liche Verschlechterung zu qualifizieren sind.
7.7
Auch aus den weiteren im Beschwerdeverfahren neu eingereichten ärztlichen Unterlagen (Urk. 13/1-2 und 18) ergeben sich keine Anhaltspunkte für eine bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung am 18. März 2015 eingetretene
inva
liditätsrelevante
Verschlechterung des
Gesundheitszustands. Vielmehr geht aus dem Bericht des Spitals Limmattal vom 7. April 2015 hervor, dass eine relevante Schlafapnoe ausgeschlossen werden konnte (Urk. 13/1 S. 2 f.). Die im Bericht vom 23. Juni 2016 beschriebene Verschlechterung des psychischen
Zustands
bilds
infolge eines erneuten Gefängnisaufenthalts im Dezember 2015 / Januar 2016, das zu einem weiteren stationären Aufenthalt vom 6. April bis zum 6. Juni 2016 in der Spezialstation für
Traumafolgestörungen
der B._ führte (Urk. 18 S. 1 f.), liegt ebenfalls ausserhalb des hier interessierenden Zeitraums, so dass es sich erübrigt, näher darauf einzugehen.
7.8
Aus dem Gesagten folgt, dass die Ausführungen der Beschwerdeführerin nicht geeignet sind, die Aktualität des polydisziplinären Gutachtens des A._ in Frage zu stellen. Die Einholung ergänzender medizinischer Auskünfte oder gar eines Verlaufsgutachtens ist unter diesem Umständen nicht erforderlich. Es ist daher auch nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin mangels neuer
invali
denversicherungsrechtlich
relevanter Befunde und Diagnosen unverändert auf die Angaben im Gutachten des A._ vom 13. Mai 2013 und dessen Ergänzung vom 24. Februar 2014 abgestellt hat.
8.
Im Hinblick auf die strittige Statusfrage liess die Beschwerdeführerin vorbrin
gen, sie habe keine Kinder mehr, die eine Betreuung benötigten. Ihr Ehemann sei Rentenbezüger und sie seien auf die Unterstützung des Sozialamtes ange
wiesen. Ohne gesundheitliche Einschränkungen wäre sie daher zu 100 % erwerbstätig (Urk. 1 S. 11 und 13).
Selbst wenn die Beschwerdeführerin wie gefordert als voll Erwerbstätige zu quali
fizieren wäre, vermöchte dies nichts zu ihren Gunsten zu bewirken. Zu Recht wurde von ihr nicht in Frage gestellt, dass sowohl das Validen- als auch das Invalideneinkommen ausgehend vom selben Tabellenlohn ermittelt werden muss, wie dies bereits die Beschwerdegegnerin richtig erkannte und handhabte (Urk. 2 S. 2, 9/260 und 9/261/7). Dementsprechend resultiert ausgehend von der attestierten 80%igen Arbeitsfähigkeit für körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeiten auch bei der von der Beschwerdeführerin gewünschten Qualifikation – selbst unter Berücksichti
gung des von der Beschwerdegegnerin gewährten und äusserst grosszügig bemessenen leidensbedingten Abzugs von 10 % – kein rentenbegründender Invaliditätsgrad, da er so lediglich 28 % beträgt. Es erweist sich deshalb
als korrekt, dass die Beschwerdegegnerin einen Rentenanspruch ver
neinte,
unabhängig davon, wie die kontrovers diskutierte Statusfrage zu beant
worten ist. Dies führt zur Abweisung der Be
schwerde
.
9.
9.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 1‘000.-- festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der unterliegenden Beschwerde
führerin aufzuerlegen, zufolge gewährter unentgeltlicher Prozessführung (Urk. 10
) jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
9.2
Zum Beleg
seiner Bemühungen und Auslagen als unentgeltlicher Rechtsvertreter im vorliegenden Verfahren reichte Rechtsanwalt Thomas Kempf eine
Honorar
note
vom 11. Januar 2017 ein (Urk. 22 und 23). Der geltend gemachte Auf
wand
von 11 Stunden und 18 Minuten zuzüglich Barauslagen von Fr. 66.-- erscheint gerade noch als
angemessen. Es ist Rechtanwalt Thomas Kempf daher wie beantragt eine Entschädigung von Fr. 2‘756.15 (inkl. Auslagen und 8 % Mehr
wertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten.