Decision ID: ca9ecc0b-48f9-5735-9f08-2a3c2bd3211f
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
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A.- X, geb. 25. Dezember 1935, wohnt seit dem 1. Februar 2009 in einem Appartement
der Stiftung T. in G. Sie bezieht eine AHV-Rente, eine Pensionskassenrente,
Hilflosenentschädigung mittleren Grades sowie Ergänzungsleistungen. Da sie nicht auf
der Pflegeabteilung wohnt, wird sie vom BESA-System (Bewohner-Einstufungs- und
Abrechnungssystem) nicht erfasst.
Für die Steuerperiode 2009 wurde X für die Staats- und Gemeindesteuern mit einem
steuerbaren Einkommen von Fr. 29'900.-- und ohne steuerbares Vermögen veranlagt.
Dies führte zu einem Steuerbetrag von Fr. 2'841.70.
B.- Mit Schreiben ihres Vertreters vom 28. Januar 2011 ersuchte X beim
Gemeindesteueramt G. um Erlass der ausstehenden Staats- und Gemeindesteuern
2009 in der Höhe von Fr. 2'841.70. Das Kantonale Steueramt lehnte das Erlassgesuch
mit Entscheid vom 21. Februar 2011 ab.
C.- Mit Eingabe ihres Vertreters erhob X am 1. März 2011 bei der
Verwaltungsrekurskommission Rekurs gegen den Erlassentscheid und beantragte
sinngemäss, die Staats- und Gemeindesteuern seien zu erlassen.
Am 8. März 2011 reichte die Rekurrentin das Formular zu Darstellung der
wirtschaftlichen Verhältnisse für den Erlass ein. Die Vorinstanz reichte die Vorakten am
21. März 2011 ein.
Mit verfahrensleitender Verfügung vom 23. März 2011 wurde die Rekurrentin
aufgefordert, einen Kostenvorschuss von Fr. 500.-- zu leisten. Dieser wurde am 28.
März 2011 bezahlt.
Die Vorinstanz beantragte mit Vernehmlassung vom 2. Mai 2011 die Abweisung des
Rekurses.
Auf die von den Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge gemachten
Ausführungen und die Akten wird, soweit notwendig, in den nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
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1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 1. März 2011 ist rechtzeitig eingereicht
worden. Er erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen
(Art. 194 Abs. 1 und Art. 224 Abs. 4 des Steuergesetzes [sGS 811.1, abgekürzt: StG]
sowie Art. 48 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [sGS 951.1, abgekürzt:
VRP]). Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.- a) Gemäss kantonalem Steuergesetz kann Steuerpflichtigen, die in Not geraten sind
oder für welche die Bezahlung der Steuern, der Zinsen, der Bussen oder der Kosten
eine grosse Härte bedeutet, der geschuldete Betrag gestundet oder ganz oder
teilweise erlassen werden (Art. 224 Abs. 1 StG). Auch das Bundesgesetz über die
direkte Bundessteuer (SR 642.11, abgekürzt: DBG) kennt den Steuererlass. Dem
Steuerpflichtigen, für den infolge einer Notlage die Bezahlung der Steuer, eines Zinses
oder einer Busse wegen Übertretung eine grosse Härte bedeuten würde, können die
geschuldeten Beträge ganz oder teilweise erlassen werden (Art. 167 Abs. 1 DBG). Dem
Wesen nach handelt es sich beim Steuererlass um den nachträglichen Verzicht des
Gemeinwesens auf einen ihm zustehenden steuerrechtlichen Anspruch. Anlass dazu
geben vor allem Rücksichten auf die Person des Schuldners. Dieser soll aus
humanitären, sozialpolitischen oder volkswirtschaftlichen Gründen nicht in seiner
wirtschaftlichen Existenz gefährdet werden. Die Grundsätze einer gesetzmässigen
Verwaltung und der Rechtsgleichheit legen es allerdings nahe, dass der Gesetzgeber
klare Vorgaben schafft. Die Tendenz, den Steuererlass nicht mehr bloss dem freien
Ermessen der zuständigen Behörde anheim zu stellen, sondern von näher
umschriebenen Voraussetzungen abhängig zu machen und dann auch einen
eigentlichen, durchsetzbaren Rechtsanspruch zu begründen, setzt sich immer mehr
durch. Aus Gründen der rechtsgleichen Behandlung der Steuerpflichtigen muss der
Steuererlass jedoch eine seltene Ausnahme bleiben, welche nur unter bestimmten
Voraussetzungen gewährt wird (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 11. Juni
2009, A-3663/2007, E. 2.2, publiziert in StR 2009 S. 672 ff.).
Während im Kanton St. Gallen keine näheren Vollzugsvorschriften auf Gesetzes- oder
Verordnungsstufe existieren, wird die Behandlung der Erlassgesuche auf Bundesebene
in der Verordnung des Eidgenössischen Finanzdepartements (EFD) über die
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Behandlung von Erlassgesuchen für die direkte Bundessteuer (SR 642.121, abgekürzt:
Steuererlassverordnung) geregelt. Im Kanton St. Gallen sind weitere Erläuterungen dem
St. Galler Steuerbuch zu entnehmen (StB 224 Nr. 1).
Ziel und Zweck des Erlassverfahrens ist gemäss Art. 1 Steuererlassverordnung eine
langfristige und dauernde Sanierung der wirtschaftlichen Lage der steuerpflichtigen
Person. Der Erlass hat der steuerpflichtigen Person und nicht ihren Gläubigern zugute
zu kommen. Der Steuererlass ist ausschliesslich im Zusammenhang mit der
Steuervollstreckung zu verstehen. Es kann nicht darum gehen, die Begründetheit einer
Steuerforderung zu prüfen und allenfalls die Veranlagung zu korrigieren. Das
Erlassverfahren ersetzt weder das Rechtsmittel-, noch das Revisionsverfahren (Art. 1
Abs. 2 Steuererlassverordnung). Falls die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind,
besteht ein Anspruch auf Erlass der Steuerforderung (Art. 2 Abs. 1
Steuererlassverordnung). Dabei ist unerheblich, aus welchem Grund die
steuerpflichtige Person in die geltend gemachte Notlage geraten ist (Art. 2 Abs. 2
Steuererlassverordnung, vorbehältlich Art. 10 Abs. 2 Steuererlassverordnung). Die
Erlassbehörde berücksichtigt bei ihrem Entscheid die gesamten wirtschaftlichen
Verhältnisse der steuerpflichtigen Person. Massgebend ist dabei in erster Linie die
Situation im Zeitpunkt des Entscheides, daneben auch die Entwicklung seit der
Veranlagung, auf die sich das Erlassbegehren bezieht, sowie die Aussichten für die
Zukunft (Art. 3 Abs. 1 Steuererlassverordnung). Übliche Schwankungen in den
Einkommensverhältnissen der steuerpflichtigen Person werden in der Veranlagung
periodisch erfasst und bilden keinen Erlassgrund. Hat sich die steuerpflichtige Person
freiwillig ihrer Einkommensquellen oder Vermögenswerte entäussert, so wird ein
solcher Einkommens- oder Vermögensrückgang bei der Beurteilung des Erlassgesuchs
nicht berücksichtigt (Art. 12 Steuererlassverordnung). Die Behörde überprüft, ob für die
steuerpflichtige Person Einschränkungen in der Lebenshaltung geboten und zumutbar
sind oder gewesen wären. Solche gelten grundsätzlich als zumutbar, wenn die
Auslagen die nach den Ansätzen für die Berechnung des betreibungsrechtlichen
Existenzminimums (Art. 93 des Bundesgesetzes über Schuldbetreibung und Konkurs,
SR 281.1, abgekürzt: SchKG) sich ergebenden Lebenshaltungskosten übersteigen.
Wäre eine fristgerechte Zahlung im Zeitpunkt der Fälligkeit möglich gewesen, so ist
dies im Erlassentscheid zu berücksichtigen (Art. 3 Abs. 2 und 3
Steuererlassverordnung).
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Eine Notlage liegt vor, wenn der ganze geschuldete Betrag in einem Missverhältnis zur
finanziellen Leistungsfähigkeit der steuerpflichtigen Person steht. Bei natürlichen
Personen ist ein Missverhältnis insbesondere dann gegeben, wenn die Steuerschuld
trotz Einschränkung der Lebenshaltungskosten auf das Existenzminimum in
absehbarer Zeit nicht vollumfänglich beglichen werden kann. In jedem Fall liegt eine
Notlage vor bei Einkommens- und Vermögenslosigkeit oder wenn die öffentliche Hand
für die Lebenshaltungskosten der steuerpflichtigen Person und deren Familie
aufkommen muss (Art. 9 Steuererlassverordnung).
Der Begriff der grossen Härte wird in der Verordnung nicht näher definiert. Er lässt sich
indessen von der Notlage nicht scharf abgrenzen. Art. 9 Steuererlassverordnung
erwähnt unter dem Titel der Notlage auch Punkte, welche gleichzeitig als Element der
grossen Härte bezeichnet werden könnten, etwa das Missverhältnis zwischen dem
geschuldeten Betrag und der finanziellen Leistungsfähigkeit der steuerpflichtigen
Person (Zweifel/Athanas, Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bd. I/2b, 2.
Aufl. 2008, N 18 zu Art. 167 DBG). Im Unterschied zum DBG nennt Art. 224 Abs. 1 StG
die grosse Härte als selbständige Erlassvoraussetzung. Während das Kriterium der
Notlage einzig die wirtschaftliche Lage der steuerpflichtigen Person berücksichtigt,
können unter dem Aspekt der grossen Härte auch andere Umstände massgebend sein,
namentlich die Unbilligkeit (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG,
2. Aufl. 2009, N 30 zu Art. 167 DBG).
b) Die Rekurrentin macht im Wesentlichen geltend, sie sei in die Alterssiedlung T.
eingezogen, weil sie aus gesundheitlichen Gründen eine durchgehende Betreuung
benötige. Sie sei betagt und könne seit dem 1. Februar 2009 nicht mehr alleine in einer
Privatwohnung leben. Sie beanspruche rund um die Uhr fachliche Betreuung.
Nachdem sie einen Schlaganfall erlitten habe, beziehe sie Hilflosenentschädigung
mittleren Grades. Sie habe den Aufenthalt in der Alterssiedlung nicht freiwillig gewählt
und könne keine kostengünstigere Wohnform wählen. Aus diesem Grund könne sie
nicht akzeptieren, dass ihr nur ein Mietzins von Fr. 1'120.-- und ein Grundbedarf von
Fr. 1'230.-- anerkannt würden. Die monatlichen Miet- und Betreuungskosten beliefen
sich auf Fr. 4'000.--. Somit seien die Ausgaben höher als die Einnahmen, und es
bestünden weder Vermögen noch verwertbare Güter.
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Die Vorinstanz hält dem entgegen, unbestrittenermassen verfüge die Rekurrentin über
monatliche Einkünfte in der Höhe von Fr. 3'559.--. Dem gegenüber stehe der
Notbedarf, der sich aus dem Grundbedarf in der Höhe von Fr. 1'230.--, den Mietkosten
im Rahmen der ortsüblichen Wohnkosten in der Höhe von Fr. 1'220.--,
Krankenkassenkosten von Fr. 268.20 und einer Pauschale für besondere
Aufwendungen im Umfang von Fr. 250.-- zusammensetze. In der Summe betrage der
Notbedarf somit Fr. 2'968.20. Er unterschreite die monatlichen Einkünfte um
Fr. 590.80. Dieser Überschuss lasse die Tilgung der ausstehenden Steuerforderung für
das Steuerjahr in der Höhe von insgesamt Fr. 2'841.70 in fünf oder sechs Monatsraten
als objektiv möglich und zumutbar erscheinen.
Entscheidend für das Vorliegen einer Notlage ist, ob die Rekurrentin - trotz
Einschränkung der Lebenshaltungskosten auf das Existenzminimum - nicht in der Lage
ist, die noch offenen Steuerschulden von Fr. 2'841.70 für das Jahr 2009 mit ihren
Einkünften in absehbarer Zeit vollumfänglich zu tilgen. Die monatlichen Einkünfte der
Rekurrentin betragen entgegen den Ausführungen der Vorinstanz nicht nur Fr. 3'559.--,
sondern insgesamt Fr. 4'139.--. Hinzuzurechnen sind nämlich auch die Beiträge der
Hilflosenentschädigung, welche der Rekurrentin entrichtet werden (act. 27). Dabei sind
folgende Einkünfte zu berücksichtigen:
AHV-Rente Fr. 2'294.00
Ergänzungsleistungen Fr. 656.00
Hilflosenentschädigung Fr. 580.00
Pensionskassenrente Fr. 609.00
_
Total der Einkünfte Fr. 4'139.00
Umstritten ist die Berechnung des monatlichen Bedarfs, wobei namentlich zu
beurteilen ist, ob dem Notbedarf der Rekurrentin die betragsmässig höhere Heimtaxe
oder lediglich die ortsübliche Wohnungsmiete zuzurechnen ist.
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aa) Die Vorinstanz führt in diesem Zusammenhang an, für die Beurteilung, ob die
Bezahlung der geschuldeten Steuer für den Gesuchsteller eine grosse Härte bedeute,
werde gemäss gefestigter Erlasspraxis das betreibungsrechtliche Existenzminimum
nach Art. 93 SchKG der Konferenz der Betreibungs- und Konkursbeamten der Schweiz
(RL BKB CH; unter: www.berechnungsblaetter.ch) bzw. das Kreisschreiben der
kantonalen Aufsichtsbehörde für Schuldbetreibung und Konkurs über die Berechnung
des betreibungsrechtlichen Existenzminimums (Notbedarf) vom Dezember 2008
(KS AB SG; unter: www.gerichte.sg.ch) herangezogen. Bestehe ein
Einnahmeüberschuss, werde ein Erlass ganz oder teileweise abgelehnt. Bei Personen,
die keine Ergänzungsleistungen bezögen, werde für den Erlassentscheid auf das
betreibungsrechtliche Existenzminimum abgestellt. Würde bei Bezügern von
Ergänzungsleistungen ein höheres Existenzminimum berücksichtigt, ergäbe sich eine
nicht zulässige rechtsungleiche Behandlung. Die Rekurrentin sei erst am 1. Februar
2009 in die Alterssiedlung T. eingezogen. Die Miete des Appartements sowie der
Pensionspreis seien als nicht existenziell zu werten, da es sich bei der genannten
Alterssiedlung weder um ein Altersheim noch um ein Pflegeheim handle, sondern
lediglich um eine Seniorenresidenz. Zwar sei das T. G. auf der Pflegeheimliste des
Kantons aufgeführt, die Pflegebedürftigkeit der Rekurrentin sei jedoch nicht
nachgewiesen. Die Beweislast dafür trage die Rekurrentin. Somit seien die ortsüblichen
Wohnkosten in der Höhe von Fr. 1'220.-- einzusetzen.
Die von der Vorinstanz zitierten Richtlinien der Konferenz der Betreibungs- und
Konkursbeamten der Schweiz bzw. das Kreisschreiben der kantonalen
Aufsichtsbehörde für Schuldbetreibung und Konkurs regeln die Problematik der
Heimbewohnerinnen und Heimbewohner nicht. Das KS AB SG erhebt denn auch
keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die darin enthaltenen Richtlinien verstehen sich
als Hilfsmittel. Abweichungen sind im Einzelfall aufgrund besonderer Umstände
zulässig oder geboten (vgl. Ziff. 1.2 f. KS AB SG). Das KS AB SG ist folglich nur
beschränkt anwendbar. Die Verwaltungsrekurskommission hatte sich mit der
vorliegend zu beurteilenden Frage bereits in einem früheren Urteil auseinanderzusetzen
und berechnete die notwendigen Ausgaben einer Heimbewohnerin nach Art. 10 Abs. 2
des Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und
Invalidenversicherung (SR 831.30, abgekürzt: ELG). Sie berücksichtigte dabei die bei
einem Heim- oder Spitalaufenthalt im Kanton St. Gallen höchstens anrechenbare
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Tagespauschale für Pension und Betreuung in der Höhe von Fr. 180.-- (Art. 4 des
Ergänzungsleistungsgesetzes, sGS 351.5, abgekürzt: ELG-SG in Verbindung mit Art. 1
Abs. 1 der Verordnung über die nach Ergänzungsleistungsgesetz anrechenbare
Tagespauschale, sGS 351.52). Auf dieser Grundlage rechnete sie dem monatlichen
Notbedarf eine Heimtaxe in der Höhe von Fr. 4'167.-- zu (VRKE I/2-2010/88 vom 20.
Oktober 2011, E. 2c, publiziert in: www.gerichte.sg.ch).
Unter diesen Umständen ist es sachgerecht, auch die Jahrespauschale für die
persönlichen Auslagen auf der Grundlage der Gesetzgebung zu den
Ergänzungsleistungen zu berechnen. In Art. 3 Abs. 1 lit. a ELG-SG wird diese für den
Kanton St. Gallen auf einen Drittel des für Alleinstehende geltenden Betrages für den
allgemeinen Lebensbedarf nach Art. 10 Abs. 1 lit. a Ziff. 1 ELG festgelegt, der im Jahr
2011 bei Fr. 19'050.-- liegt (Art. 1 lit. a der Verordnung 11 über Anpassungen bei den
Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, SR 831.304). Die Jahrespauschale beträgt somit für
das Jahr 2011 Fr. 6'350.--. Daraus ergibt sich ein monatlicher Betrag in der Höhe von
Fr. 530.--.
bb) Die Vorinstanz erachtet die Pflegebedürftigkeit der Rekurrentin als nicht
nachgewiesen. Dabei übersieht sie, dass die Sozialversicherungsanstalt des Kantons
St. Gallen (SVA) der Rekurrentin eine Hilflosenentschädigung mittleren Grades im Heim
in der Höhe von Fr. 580.-- pro Monat ausrichtet (act. 27). Gemäss Art. 43 des
Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (SR 831.10,
abgekürzt: AHVG) haben Bezüger von Altersrenten oder Ergänzungsleistungen mit
Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt in der Schweiz, die in schwerem, mittlerem
oder leichtem Grad hilflos sind, Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung. Als hilflos
gilt eine Person, die wegen der Beeinträchtigung der Gesundheit für alltägliche
Lebensverrichtungen dauernd der Hilfe Dritter oder der persönlichen Überwachung
bedarf (Art. 9 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, SR 830.1, abgekürzt: ATSG). Unter diesen Umständen ist
es ohne weiteres nachvollziehbar, dass die mittlerweile 76-jährige Rekurrentin in einem
Altersheim Wohnsitz bezog, welches ihr die notwendige Unterstützung im Tagesablauf
und bei Bedarf auch weitere Pflegeleistungen anbieten kann. Wie die Vorinstanz zu
Recht feststellt, handelt es sich bei der Stiftung T. um eine Seniorenresidenz, die im
Regierungsbeschluss über die Pflegeheimliste vom 23. August 2005 (sGS 381.181)
bis
http://www.gerichte.sg.ch
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aufgeführt ist. Damit gilt sie auch als Heim im Sinne der Verordnung über die
Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (SR
831.301, abgekürzt: ELV). Gemäss Art. 25a Abs. 1 ELV wird nämlich jede Einrichtung
als Heim anerkannt, die vom Kanton als Heim anerkannt wird oder über eine kantonale
Betriebsbewilligung verfügt. Hat die IV-Stelle eine versicherte Person im
Zusammenhang mit der Gewährung einer Hilflosenentschädigung als Heimbewohnerin
im Sinne von Art. 42ter Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
(SR 831.20, abgekürzt: IVG) eingestuft, so gilt sie auch für den Anspruch auf
Ergänzungsleistungen als Heimbewohnerin (Art. 25a Abs. 2 ELV). Die der Rekurrentin in
Rechnung gestellte Heimtaxe beläuft sich, wie auch die Vorinstanz feststellte, auf
durchschnittlich Fr. 4'031.50 pro Monat (vgl. act. 11-I/j) bzw. Fr. 135.-- pro Tag und
liegt damit deutlich unter dem gemäss der Verordnung über die nach dem
Ergänzungsleistungsgesetz anrechenbaren Tagespauschalen maximal zulässigen
Tagesansatz von Fr. 180.--.
cc) Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Rekurrentin ihre monatlichen
Einkünfte in der Höhe von Fr. 4'139.-- nahezu vollständig für die Begleichung der
Heimtaxe in der Höhe von Fr. 4'031.50 verwenden muss. Nach Berücksichtigung der
Monatspauschale für die persönlichen Auslagen in der Höhe von Fr. 530.-- resultiert ein
Fehlbetrag von Fr. 422.50. Auf die Berechnung weiterer notwendiger Ausgaben kann
folglich verzichtet werden. Die Abzahlung der Steuerschuld von insgesamt Fr. 2'841.70
ist angesichts der finanziellen Umstände in absehbarer Zeit nicht möglich und damit
nicht zumutbar. Unklar ist, wie die Rekurrentin ihren Lebensunterhalt in dieser
finanziellen Konstellation überhaupt bestreiten kann, zumal in der Steuererklärung 2010
keinerlei Vermögen ausgewiesen wurde (vgl. act. 18), welches für laufende Ausgaben
bzw. die Abtragung von Steuerschulden genutzt werden könnte. Dabei fällt auf, dass
der Berechnung der Ergänzungsleistungen der SVA nicht die Heimtaxe, sondern
lediglich ein Mietzins gemäss Art. 10 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 und 3 in der Höhe von
Fr. 16'790.-- zugrunde gelegt wurde (vgl. act. 11-I/j). Aus welchem Grund die SVA
diesen Ansatz wählte und ob im Rahmen der EL-Berechnung für das Jahr 2012
allenfalls höhere Ausgaben berücksichtigt werden, ist aus den Akten nicht ersichtlich.
Vorliegend ist deshalb auf die Situation im Zeitpunkt des Entscheides abzustellen. Ob
und in welchem Ausmass sich die finanzielle Situation der Rekurrentin durch die
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allfällige Erhöhung der Ergänzungsleistungen in Zukunft verbessern wird, muss offen
bleiben.
c) Die Rekurrentin befindet sich somit in einer Notlage im Sinne von Art. 224 StG. Die
Bezahlung des geschuldeten Steuerbetrags für das Jahr 2009 von Fr. 2'841.70 (Staats-
und Gemeindesteuer) steht in einem Missverhältnis zu ihrer finanziellen
Leistungsfähigkeit. In der aktuellen Situation würde die Begleichung der bestehenden
Steuerschuld eine grosse Härte bedeuten. Der Rekurs ist daher gutzuheissen und der
angefochtene Entscheid der Vorinstanz vom 21. Februar 2011 aufzuheben. Sodann
sind der Rekurrentin die Staats- und Gemeindesteuern 2009 in der Höhe von
Fr. 2'841.70 zu erlassen.
3.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten vom Staat zu
tragen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Angemessen ist eine Entscheidgebühr von Fr. 500.--
(Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 500.-- ist der Rekurrentin zurückzuerstatten.