Decision ID: c755e053-54f5-4140-a4ba-b856a643d547
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherter) war bei der B._ AG in einem Pensum von 100
% als (...) angestellt und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt
(Suva) unfallversichert, als er am 3. April 2018 einen Berufsunfall erlitt (vgl. Suva-act. 2
f.), bei dem er sich an der linken Schulter eine undislozierte mehrfragmentäre
Tuberculum majus-Fraktur zuzog, die zunächst konservativ und mittels Infiltrationen
behandelt wurde (vgl. Suva-act. 8, 12 und 15 f.; zu einer durchgeführten MRT-
Untersuchung vom 23. April 2018 vgl. Suva-act. 22). Die Suva kam für die
Heilungskosten auf und entrichtete Taggeldleistungen (Suva-act. 4 und 6 f.). Am 24.
Mai 2018 berichtete Dr. med. C._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, Facharzt für Chirurgie FMH, Klinik
D._, von einem posttraumatischen subacromialen Impingement und einem
schleppenden Heilungsverlauf. Die Schmerzverarbeitung scheine beim Versicherten
gestört zu sein, weshalb Dr. med. E._, Fachärztin für Neurochirurgie, SGSS
Schmerzspezialistin, hinzuzuziehen sei (Suva-act. 19; vgl. ferner Suva-act. 35).
A.a.
Ab dem _ Juni 2018 startete der Versicherte bei seiner Arbeitgeberin einen
Arbeitsversuch mit einem Pensum von 50 %, wobei sich die Schmerzsituation
A.b.
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verschlechterte (vgl. Suva-act. 24, 27, 29 ff., 34 f. und 41 ff.). Eine MRT-
Verlaufsuntersuchung vom 28. August 2018 zeigte gemäss Dr. C._ keine wesentlich
neue Pathologie. Er erachtete die Situation allerdings als vereinbar mit einer adhäsiven
Kapsulitis und einer Tendinopathie der Supraspinatus- und Infraspinatussehne (Suva-
act. 49 und 52). Vom _ bis 21. November 2018 verrichtete der Versicherte die Arbeit
wieder in einem Pensum von 100 %, wurde jedoch nur in der Nachtschicht eingesetzt,
weil dann die (...) weniger umgestellt werden mussten (vgl. Suva-act. 64 und 67). Ab
dem 22. November 2018 wurde der Versicherte von Dr. E._ aufgrund von
Schmerzexazerbationen bei der Arbeit und zur Ermöglichung einer intensiven Therapie
für drei Wochen nochmals zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben (vgl. Suva-act. 71, 64
und 67). Ab dem 6. Januar 2019 attestierte Dr. E._ dem Versicherten wiederum eine
100%ige Arbeitsfähigkeit bei Einsatz in der Nachtschicht (Suva-act. 70 f.). Am 31.
Januar 2019 berichtete Dr. E._, dass es aufgrund der Arbeitseinsätze bei Belastung
der linken Schulter immer wieder zu Rückschritten mit Schmerzexazerbation und
Bewegungseinschränkung gekommen sei. Daher sei eine stationäre Rehabilitation mit
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit indiziert (Suva-act. 78). Kreisarzt Dr. med. F._,
Facharzt für Chirurgie, spez. Unfallchirurgie, teilte am 6. Februar 2019 die
Schlussfolgerung von Dr. E._ und empfahl eine Rehabilitation in der Rehaklinik G._
(Suva-act. 79).
Vom 13. März bis 3. April 2019 hielt sich der Versicherte stationär in der Rehaklinik
G._ auf (Suva-act. 93 und 99). Im Austrittsbericht wurde festgehalten, dass die
Durchführung einer erneuten MRT-Untersuchung hinsichtlich Kapsulitis-Zeichen und
Verlauf des bone bruise in einem offenen Gerät empfohlen werde. Im Rahmen der
stationären Rehabilitation habe keine namhafte Verbesserung der Beschwerden erzielt
werden können. Weitere physiotherapeutische Massnahmen seien nicht vorgesehen.
Eine psychotherapeutische Behandlung sei empfohlen. Es sei eine erhebliche
Symptomausweitung beobachtet worden. Diese sei teilweise auf die psychiatrische
Diagnose (akzentuierte Persönlichkeitszüge; vgl. Suva-act. 99-1) zurückzuführen. Es
liege allerdings keine psychische Störung vor, welche eine arbeitsrelevante
Leistungsminderung begründen könnte. Die Resultate der physischen Leistungstests
seien für die Beurteilung der zumutbaren körperlichen Belastbarkeit nur teilweise
verwertbar. Das Ausmass der demonstrierten physischen Einschränkungen lasse sich
A.c.
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mit den objektivierbaren pathologischen Befunden der klinischen Untersuchung nur
ungenügend erklären. Die Beurteilung der Zumutbarkeit stütze sich wesentlich auf
medizinisch-theoretische Überlegungen. Ab dem 4. April 2019 bestehe in der
bisherigen Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Die Ausübung einer angepassten
Tätigkeit (leichte bis mittelschwere Arbeit, aktuell ohne längerdauernde Tätigkeiten über
Schulterhöhe, ohne Ersteigen von Leitern oder Gerüsten und ohne Schläge und
Vibrationsbelastung) sei ganztags zumutbar. Sollten sich bei der ausstehenden MRT-
Untersuchung keine klaren Kapsulitiszeichen mehr bzw. keine anderen neuen
Pathologien zeigen, seien aus unfallversicherungsrechtlicher Sicht alle Tätigkeiten
zumutbar (Suva-act. 99-2 f.).
Eine MRT-Untersuchung vom 30. April 2019 zeigte eine undislozierte Tuberculum
majus-Fraktur mit nur noch minimalem Knochenmarksödem im Frakturbereich, gute
Stellungsverhältnisse, eine mässiggradige Entzündungsreaktion im Ursprungsbereich
der langen Bizepssehne und im subacromialen Verlauf der Supraspinatussehne sowie
eine mässiggradige entzündlich aktivierte AC-Gelenksarthrose (Suva-act. 104). Am 3.
Mai 2019 ging bei der Suva ein Gesuch der Klinik H._, um Kostengutsprache für eine
arthroskopische subakromiale Dekompression (ASAD) und eventuelle Verschraubung
des Tuberculum majus mit vom 31. Mai bis 2. Juni 2019 geplantem Klinikaufenthalt ein
(Suva-act. 111). In einem Bericht vom 13. Mai 2019 über eine Vorstellung des
Versicherten vom 2. Mai 2019 erklärte Dr. med. I._, Orthopädie J._, dass bei einer
erheblichen persistierenden schmerzhaften Funktionseinschränkung in der Schulter
links jetzt doch aktiv im Sinne einer Arthroskopie vorgegangen werden sollte (Suva-act.
114). In einer gleichentags erstellten kreisärztlichen Aktenbeurteilung kam Dr. F._
zum Schluss, dass die MRT-Untersuchung vom 30. April 2019 keine unfallkausale
Indikation für die von Dr. I._ geplante Operation ergebe. Die Operation ziele einzig auf
erkrankungsbedingte Vorschäden ab. Für die Operation sei keine Kostengutsprache zu
erteilen (Suva-act. 115).
A.d.
Mit Verfügung vom 22. Mai 2019 stellte die Suva ihre Versicherungsleistungen per
30. Mai 2019 ein, da der Zustand, wie er sich auch ohne Unfall eingestellt hätte,
spätestens am 30. Mai 2019 erreicht gewesen sei. Die geplante Schulteroperation sei
einzig auf erkrankungsbedingte Vorschäden zurückzuführen, sodass deren Kosten
nicht von der Suva übernommen werden könnten (Suva-act. 118 ff.).
A.e.
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Gegen diese Verfügung liess der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur.
E. Koller, St. Gallen, am 14. Juni 2019 Einsprache erheben (Suva-act. 128-1 ff.). Dieser
legte er den Operationsbericht vom 31. Mai 2019 (Suva-act. 128-7) sowie einen Bericht
von Dr. I._ vom 13. Juni 2019 bei, wonach die Operation in einem direkten
Zusammenhang zum Ereignis vom April 2018 stehe. Seit dem Unfall bestehe ein
erheblicher Schmerzzustand im linken Schulterbereich, der trotz konservativer
Behandlung mit stationärem Aufenthalt persistiert hätte. Radiologisch habe sich
gezeigt, dass die Fraktur zwar konsolidiert gewesen sei, jedoch seien gleichzeitig eine
deutliche Spornbildung und ein konsekutives subacromiales Impingement ersichtlich
gewesen. Deswegen seien am 31. Mai 2019 die Arthroskopie, Defilee-Erweiterung,
Adhäsions-Lösung sowie Entfernung der Spornbildung im Tuberculum majus
durchgeführt worden (Suva-act. 128-9 f.).
A.f.
In einer Stellungnahme vom 26. Juni 2019 erklärte Dr. F._, dass die Verfügung
vom 22. Mai 2019 grundsätzlich nicht seiner ärztlichen Beurteilung entspreche. Er
verlangte die Vorlage der intraoperativen Videoprints (Suva-act. 132; vgl. ferner Suva-
act. 133 ff.).
A.g.
Mit Schreiben vom 8. Juli 2019 teilte die Suva dem Versicherten mit, dass sie auf
die Verfügung vom 22. Mai 2019 zurückkomme und die Einsprache gutheisse. Sie
erbringe die gesetzlichen Versicherungsleistungen weiterhin (Suva-act. 139 ff.).
A.h.
In einem Verlaufsbericht vom 18. November 2019 hielt Dr. I._ fest, dass der
Versicherte in Ruhe bzw. wenn er unterhalb der 90 Grad Abduktion und Flexion bleibe,
keine Beschwerden mehr habe und auch keine Schmerzmittel mehr benötige.
Schmerzen bestünden auf der Höhe der Horizontalen und weiter oben. Klinisch zeige
sich passiv eine freie Beweglichkeit, aktiv bestehe schmerzbedingt noch eine
Einschränkung, vermutlich auch entzündungsbedingt. Es sollte weiterhin
Physiotherapie gemacht werden. Die nächste Kontrolle sei auf Mitte Dezember 2019
geplant. Der Versicherte dürfe in absehbarer Zeit am angestammten Arbeitsplatz die
Arbeit wieder aufnehmen, wenn er das Gefühl habe, dass dies gehe (Suva-act. 173; zu
vorangehenden Sprechstundenberichten vgl. Suva-act. 156 f. und 164). In einem
Telefonat vom 19. Dezember 2019 teilte der Versicherte der Suva mit, dass er an
diesem Tag in der Kontrolle bei Dr. I._ gewesen sei. Dieser habe ihm mitgeteilt, dass
A.i.
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er ab dem 1. Februar 2020 wieder in seine angestammte Tätigkeit zurückkehren könne
(Suva-act. 179; vgl. dazu ferner Suva-act. 181). In einer Aktenbeurteilung vom 9. Januar
2020 teilte Dr. F._ die Ansicht, dass ab dem 1. Februar 2020 in der angestammten
Tätigkeit eine ganztägige Arbeitsfähigkeit bestehen sollte. Für die Beurteilung der
Integritätsentschädigung brauche es noch eine Röntgenkontrolle mit der Frage nach
Arthrosen (Suva-act. 182). Am 30. Januar 2020 berichtete Dr. I._ über einen
stagnierenden Verlauf und empfahl Mesotherapie sowie Eigenbluttherapie (Suva-act.
186). Dr. F._ beurteilte das Vorgehen von Dr. I._ am 31. Januar 2020 als
ungewöhnlich. Er erachtete eine MRT-Kontrolluntersuchung als angezeigt (Suva-act.
187). In der Folge liess Dr. I._ eine solche in die Wege leiten und schrieb den
Versicherten bis dahin weiterhin zu 100 % arbeitsunfähig (Suva-act. 193). Im Bericht
vom 21. Februar 2020 über die Sprechstunde vom 17. Februar 2020 erklärte Dr. I._,
dass die MRT-Untersuchung vom 14. Februar 2020 (vgl. Suva-act. 197) lediglich eine
intrinsische Veränderung im ventralen Ansatz der Supraspinatussehne ohne eigentliche
Rissbildung, eine leichte Auffaserung und eine subacromiale Narbenbildung gezeigt
habe. Die Abduktion sei bis zur Horizontalen möglich, dann quasi nicht mehr. Passiv
bestehe aber eine freie Beweglichkeit. Es sollte wohl weiter therapiert werden,
zunächst mit Osteopathie und anschliessend mit Feldenkrais-Therapie. Weiterhin
bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. 196).
In einer Aktenbeurteilung vom 12. März 2020 hielt Dr. F._ fest, dass die MRT-
Untersuchung keine Befunde gezeigt habe, welche die subjektiven Beschwerden
erklären könnten. Es liege mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ein dauerhaft stabiler
Zustand im Bereich der linken Schulter vor, der nachweislich nicht gebessert werden
könne. Eine weitere Behandlung sei medizinisch nicht indiziert oder
erfolgsversprechend. Aus unfallversicherungsrechtlicher Sicht sei auf dem allgemeinen
Arbeitsmarkt eine zeitlich unlimitierte Arbeitsfähigkeit für angepasste Tätigkeiten
(leichte Tätigkeiten, die ein Anheben des linken Armes nur bis zur Horizontalen
erforderten, und die keine Schläge, Vibrationen und repetitiven Drehbewegungen
beinhalteten) gegeben. Eine kreisärztliche Untersuchung sei nicht erforderlich, weil
dadurch weder andere subjektive Beschwerden noch andere klinische Befunde als die
durch Dr. I._ dokumentierten zu erwarten seien (Suva-act. 199). Mit gleichentags
verfasstem Schreiben stellte die Suva ihre vorübergehenden Versicherungsleistungen
A.j.
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(Heilbehandlung und Taggeld) per 30. Juni 2020 ein. Gemäss kreisärztlicher
Beurteilung seien therapeutische Massnahmen nicht mehr indiziert, da sie wenig
erfolgversprechend seien. Alternative Therapien wie Osteopathie oder Feldenkrais
seien nicht im Leistungskatalog der Suva enthalten. Auch bestehe ab dem 13. März
2020 in einer angepassten Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Zur Wahrung der
rechtlich vorgegebenen dreimonatigen Übergangsfrist würden die Taggeldleistungen
noch bis zum 30. Juni 2020 erbracht (Suva-act. 200).
In seinem Verlaufsbericht vom 26. März 2020 hielt Dr. I._ fest, dass die Suva den
Fall per Ende Juni 2020 terminiert habe. Seines Erachtens wäre es sinnvoller, die
Terminierung noch bis zum Herbst 2020 hinauszuzögern, damit der Versicherte nach
der Corona-Problematik nochmals mit Osteopathie und Feldenkrais therapiert werden
könne. Die Einschätzung der Suva, wonach theoretisch in einer adaptierten Tätigkeit
eine volle Arbeitsfähigkeit bestehe, erachte er als illusorisch (Suva-act. 204). Am 5. Juni
2020 berichtete Dr. I._ über eine unveränderte schmerzhafte Einschränkung der
Beweglichkeit, eine deutliche muskuläre Dysbalance sowie Verspannungen im
Schultergürtelbereich links. Er empfahl Physiotherapie, hielt jedoch gleichzeitig fest,
dass die schmerzhafte Funktionsstörung dadurch wahrscheinlich nur leicht positiv
beeinflusst werden könne. Manuell, wie der Versicherte vorher gearbeitet habe, sei er
nicht mehr arbeitsfähig (Suva-act. 214).
A.k.
Mit Mitteilung vom 8. Juni 2020 wies die IV-Stelle das Begehren um berufliche
Massnahmen ab, da der Versicherte in einer leidensangepassten Tätigkeit zu 100 %
arbeitsfähig sei (Suva-act. 219).
A.l.
In einer weiteren Aktenbeurteilung vom 11. Juni 2020 hielt Dr. F._ fest, dass
sich im Hinblick auf seine Beurteilung vom 12. März 2020 grundsätzlich keine
Veränderung ergeben habe. Die von Dr. I._ vorgeschlagenen alternativen
Massnahmen seien nicht zu vergüten, da kein Wirkungsnachweis bei einer
Schulterproblematik bestehe. Physiotherapie könne abschliessend nochmals
übernommen werden. Dr. I._ habe eine Arbeitsunfähigkeit einzig für die angestammte
Tätigkeit attestiert, sodass die Zumutbarkeitsbeurteilung vom 12. März 2020 für den
allgemeinen Arbeitsmarkt weiterhin gültig sei (Suva-act. 215). Am 12. Juni 2020
bestätigte Dr. F._ erneut seine Einschätzung vom 12. März 2020 (Suva-act. 221). In
A.m.
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einer Aktenbeurteilung vom 16. Juni 2020 schätzte Dr. F._ den Integritätsschaden an
der linken Schulter auf 10 % (Suva-act. 224).
Mit Verfügung vom 24. Juli 2020 sprach die Suva dem Versicherten eine
Integritätsentschädigung für eine Integritätseinbusse von 10 % zu und verneinte den
Anspruch auf eine Invalidenrente bei einer unfallbedingten Erwerbseinbusse von 1.14
%. Allfällige psychogene Störungen stünden nicht in einem adäquaten
Kausalzusammenhang zum Unfall (Suva-act. 238).
A.n.
In einem Verlaufsbericht vom 25. August 2020 hielt Dr. I._ fest, dass er die
bereits früher mit positiven Resultaten durchgeführten alternativen Therapien (z.B.
Akupunktur oder Feldenkrais) ausprobieren würde. Ansonsten sei seines Erachtens
sicherlich eine Umschulung empfehlenswert, da der Versicherte manuell in seiner
angestammten Tätigkeit kaum mehr tätig sein könne. Aufgrund der schmerzhaften
Funktionsstörung sei die von der Suva zugesprochene Integritätsentschädigung zu tief
ausgefallen (Suva-act. 249; vgl. dazu auch den Verlaufsbericht vom 10. Juli 2020;
Suva-act. 234).
A.o.
Gegen die Verfügung der Suva vom 24. Juli 2020 erhob der weiterhin durch
Rechtsanwalt Koller vertretene Versicherte am 14. September 2020 Einsprache (Suva-
act. 252).
A.p.
Am 6. Oktober 2020 berichtete Dr. I._ von einer stationären Symptomatik mit
wenig Schmerzen in Ruhe und einer Schmerzzunahme unter Belastung. Er empfahl,
das Ganze vorerst so zu belassen und einen Versuch mit einer medikamentösen
Therapie in abnehmender Dosierung durchzuführen. Er attestierte ab dem 31. August
2020 eine Arbeitsfähigkeit von 20 % in adaptierten Tätigkeiten (Suva-act. 257). In
einem Verlaufsbericht vom 10. November 2020 empfahl er die Durchführung einer
Kontroll-MRT-Untersuchung zum Ausschluss einer strukturellen Veränderung (Suva-
act. 258). Nachdem die am 23. November 2020 durchgeführte MRT-Untersuchung (vgl.
Suva-act. 263) zu keinen neuen Erkenntnissen geführt hatte, hielt Dr. I._ im
gleichentags erstellten Sprechstundenbericht fest, dass die Symptomatik für ihn unklar
sei. Zum Ausschluss einer neurologischen Schädigung wolle er gerne noch eine
A.q.
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Erwägungen
1.
Vorliegend strittig und zu prüfen sind der Zeitpunkt der Einstellung der
vorübergehenden Versicherungsleistungen (Heilbehandlung und Taggeld) sowie bei
neurologische Beurteilung einholen. Er attestierte dem Versicherten weiterhin eine
80%ige Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. 259).
Mit Einspracheentscheid vom 4. Januar 2021 wies die Suva die Einsprache des
Versicherten ab (Suva-act. 264).
A.r.
Gegen diesen Einspracheentscheid erhob der weiterhin durch Rechtsanwalt Koller
vertretene Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 4. Februar 2021
Beschwerde (act. G 1). Er beantragte, der Einspracheentscheid der Suva vom 4. Januar
2021 sei aufzuheben und es seien weiterhin die gesetzlichen Versicherungsleistungen,
insbesondere die Taggelder, zu erbringen. Eventualiter sei eine Rente gestützt auf
einen Invaliditätsgrad von mindestens 60 % und eine Integritätsentschädigung in der
Höhe von mindestens 30 % auszurichten; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge
(act. G 1 S. 2). Weiter beantragte der Beschwerdeführer die Gewährung der
unentgeltlichen Rechtsverbeiständung für das Verfahren vor Versicherungsgericht (act.
G 1 S. 3 und 1.2).
A.s.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 22. April 2021 beantragte die Suva, vertreten
durch Rechtsanwältin MLaw N. Suter, Luzern, die Abweisung der Beschwerde und die
Bestätigung des Einspracheentscheides (act. G 6 S. 2).
A.t.
Am 26. April 2021 entsprach die verfahrensleitende Richterin dem Gesuch um
Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung für das Verfahren vor
Versicherungsgericht (act. G 7).
A.u.
In seiner Replik vom 23. August 2021 hielt der Beschwerdeführer an den in der
Beschwerde gestellten Anträgen fest (act. G 13).
A.v.
In ihrer Duplik vom 6. Oktober 2021 hielt die Beschwerdegegnerin am in der
Beschwerdeantwort gestellten Rechtsbegehren fest (act. G 15).
A.w.
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Annahme des medizinischen Endzustandes die Ansprüche auf Rente und
Integritätsentschädigung (vgl. act. G 1).
2.
Ist die versicherte Person infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG;
SR 830.1]), so hat sie Anspruch auf ein Taggeld (Art. 16 Abs. 1 des Bundesgesetzes
über die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]). Sie hat zudem Anspruch auf die
zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Art. 10 UVG). Ist die versicherte Person
infolge des Unfalls mindestens zu 10 % invalid, so hat sie Anspruch auf eine
Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person durch den Unfall
eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24
Abs. 1 UVG). Die vorübergehenden Leistungen (Heilbehandlung, Taggeld) sind
einzustellen und der Anspruch auf eine Invalidenrente zu prüfen, wenn allfällige
Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind und von
der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des
Gesundheitszustands der versicherten Person mehr erwartet werden kann (Art. 19 Abs.
1 UVG). Die Integritätsentschädigung wird mit der Invalidenrente festgesetzt oder, falls
kein Rentenanspruch besteht, bei der Beendigung der ärztlichen Behandlung gewährt
(Art. 24 Abs. 2 UVG). Das Erreichen des medizinischen Endzustands bildet demgemäss
in Nachachtung des Eingliederungsgrundsatzes die Voraussetzung für die Prüfung der
Rentenfrage und der Integritätsentschädigung (Entscheide des Versicherungsgerichts
des Kantons St. Gallen vom 21. Oktober 2019, UV 2017/95, E. 2.1, und vom 19. April
2021, UV 2020/3, E. 2.1; vgl. Philipp Geertsen, N 11 ff. zu Art. 19, in: Marc Hürzeler/Ueli
Kieser (Hrsg.), Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Kommentar zum
schweizerischen Sozialversicherungsrecht, 2018 [nachfolgend zitiert: KOSS UVG]).
3.
Zunächst zu prüfen ist demnach, ob der medizinische Endzustand i.S.v. Art. 19
Abs. 1 UVG per 30. Juni 2020 erreicht gewesen ist und die Beschwerdegegnerin ihre
vorübergehenden Versicherungsleistungen (Heilbehandlung und Taggeld) somit zu
Recht auf diesen Zeitpunkt hin eingestellt hat.
3.1.
Die Beschwerdegegnerin hat sich für die Leistungseinstellung in erster Linie auf die
Beurteilung von Dr. F._ vom 12. März 2020 gestützt (vgl. Suva-act. 238 und 264),
3.2.
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wonach mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ein stabiler Zustand betreffend die linke
Schulter vorliege, der nachweislich nicht gebessert werden könne (Suva-act. 199).
Der Beschwerdeführer ist der Ansicht, dass auf die Beurteilung von Dr. F._
schon aus formalen Gesichtspunkten nicht abgestellt werden könne, da es sich dabei
lediglich um eine Aktenbeurteilung handle. Dr. F._ habe ihn nie persönlich untersucht
und er habe es auch unterlassen, sich mit der medizinischen Beurteilung von Dr. I._
auseinanderzusetzen (vgl. act. G 1 S. 4 f.).
3.3.
Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch
die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der
Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit
Hinweis). Auch reinen Aktengutachten kann voller Beweiswert zukommen, sofern der
medizinischen Person, welche das Aktengutachten verfasst hat, genügend ärztliche
Unterlagen zur Verfügung gestanden haben, die auf persönlichen Untersuchungen der
versicherten Person beruhen, sodass sie es dem Experten oder der Expertin erlauben,
sich ein für die zu beurteilenden Belange gesamthaft lückenloses Bild zu verschaffen
(Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 31. August 2006, U 198/06, E.
3.3 mit Hinweisen). Sodann ist zu beachten, dass für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsverfahren der Grundsatz der freien Beweiswürdigung gilt. Danach
haben die urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel
unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu
entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des
streitigen Rechtsanspruchs gestatten (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweis; Art. 61 lit. c
ATSG).
3.4.
Eine persönliche kreisärztliche Untersuchung hat Dr. F._ in seiner
Aktenbeurteilung vom 12. März 2020 als nicht erforderlich erachtet, weil dabei weder
andere subjektive Beschwerden noch andere klinische Befunde als die von Dr. I._
fachärztlich dokumentierten zu erwarten seien (vgl. Suva-act. 199). Er ist mithin davon
ausgegangen, dass ihm die Aktenlage eine schlüssige Beurteilung hinsichtlich des
medizinischen Endzustandes ermöglicht. Dies ist nachvollziehbar, nachdem Dr. F._
sowohl ein Austrittsbericht der Rehaklinik G._, der auf eingehenden Untersuchungen
des Beschwerdeführers beruht (Suva-act. 99), als auch Berichte zu bildgebenden
Untersuchungen (vgl. z.B. Suva-act. 104), intraoperative Videoprints (vgl. Suva-act. 133
3.5.
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ff.) sowie zahlreiche Berichte des behandelnden Arztes Dr. I._ vorgelegen haben.
Angesichts der gut dokumentierten Aktenlage ist es nicht zu beanstanden, dass die
Beschwerdegegnerin auf eine persönliche kreisärztliche Untersuchung verzichtet hat.
Trotz fehlender persönlicher Untersuchung kann der kreisärztlichen Beurteilung vom
12. März 2020 somit Beweiswert zukommen. Die Annahme, dass der medizinische
Endzustand per 30. Juni 2020 erreicht gewesen ist, lässt sich aber ohnehin nicht nur
aus der kreisärztlichen Aktenbeurteilung vom 12. März 2020, sondern auch aus der
übrigen medizinischen Aktenlage ableiten, wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen
(vgl. E. 3.6 ff.). Die kreisärztliche Aktenbeurteilung vom 12. März 2020 ist somit
keineswegs die alleine massgebende Entscheidungsgrundlage. Vielmehr beinhaltet sie
eine gestützt auf die gesamte Aktenlage, namentlich auch unter Berücksichtigung der
Berichte von Dr. I._, nachvollziehbare Schlussfolgerung bezüglich des medizinischen
Endzustandes.
Als letzte grössere Behandlungsmassnahme ist die von Dr. I._ empfohlene (vgl.
Suva-act. 128-9 f.) Operation vom 31. Mai 2019 (vgl. Suva-act. 128-7 f.) aktenkundig.
Zu berücksichtigen ist dabei, dass Dr. I._ in seinem Bericht vom 13. Juni 2019
bestätigt hat, dass sich radiologisch eine konsolidierte Fraktur gezeigt habe. Er ist aber
davon ausgegangen, dass auf der Bildgebung eine deutliche Spornbildung und ein
subacromiales Impingement zu sehen gewesen seien, die er als mögliche Ursachen für
die persistierenden Schulterbeschwerden eingestuft hat und die er operativ hat
behandeln wollen (vgl. Suva-act. 128-9 f.). Mit der Operation sollten die von Dr. I._
als unfallkausal eingestuften Restfolgen also behoben worden sein, sodass eine
Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin grundsätzlich lediglich noch bis zum
Abheilen der Operationsfolgen auszumachen ist. Nach der Operation scheint sich
zunächst auch eine Besserung der Beschwerden eingestellt zu haben. In einem Bericht
vom 18. November 2019 hat Dr. I._ darauf hingewiesen, dass der Beschwerdeführer
die Arbeit am angestammten Arbeitsplatz in absehbarer Zeit wieder aufnehmen könne,
sofern er das Gefühl habe, dass dies gehe (Suva-act. 173). Daraus ist zu schliessen,
dass Dr. I._ grundsätzlich im November 2019 keine medizinischen Gründe, die gegen
eine Arbeitsaufnahme sprechen, mehr hat ausmachen können, sondern die attestierte
Arbeitsunfähigkeit in erster Linie vom Empfinden des Beschwerdeführers abhängig
gemacht hat. Am 19. Dezember 2019 hat der Beschwerdeführer gegenüber der
Beschwerdegegnerin dann selber angegeben, dass er gemäss Dr. I._ ab dem 1.
Februar 2020 wieder in seine angestammte Tätigkeit zurückkehren könne (Suva-act.
179). Ab Januar 2020 hat Dr. I._ dann allerdings von einem stagnierenden Verlauf
berichtet und dem Beschwerdeführer weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
attestiert, ohne dass er aber neue objektive Befunde beschrieben hätte (vgl. Suva-act.
3.6.
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186, 193 und 196; vgl. auch MRT-Untersuchung vom 14. Februar 2020; Suva-act. 197).
Demzufolge hat Dr. I._ zur Behandlung im Wesentlichen auf alternative Therapien wie
Mesotherapie, Eigenbluttherapie, Osteopathie und Feldenkrais-Therapie verwiesen,
ohne dabei anzugeben, mit welcher namhaften Verbesserung des
Gesundheitszustandes dadurch gerechnet werden könnte (Suva-act. 186 und 196).
Dabei ist auch zu beachten, dass blosse ärztliche Verlaufskontrollen,
manualtherapeutische Behandlungen, die Einnahme von Medikamenten und
vergleichbare Vorkehren dem Erfordernis einer mit einer gewissen Planmässigkeit auf
eine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustandes gerichteten ärztlichen
Behandlung rechtsprechungsgemäss grundsätzlich nicht entsprechen (Urteile des
Bundesgerichts vom 5. Oktober 2007, U 395/06, E. 5.3, vom 22. September 2016,
8C_306/2016, E. 5.3, und vom 7. Dezember 2015, 8C_37/2015, E. 4.2; KOSS UVG-
Geertsen, N 7 zu Art. 19). In seiner Aktenbeurteilung vom 12. März 2020 hat Dr. F._
daher nachvollziehbar festgehalten, dass eine MRT-Untersuchung vom 14. Februar
2020 keine Befunde gezeigt habe, welche die subjektiven Beschwerden erklären
könnten. Es liege mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ein dauerhaft stabiler Zustand
im Bereich der linken Schulter vor, der nachweislich nicht gebessert werden könne
(Suva-act. 199). Dr. I._ hat der Annahme eines medizinischen Endzustandes in
seinem Verlaufsbericht vom 26. März 2020 nicht explizit widersprochen. Er hat lediglich
empfohlen, die Terminierung noch etwas hinauszuzögern, um dem Beschwerdeführer
nach der Entschärfung der Corona-Situation nochmals die Möglichkeit zu geben, mit
Osteopathie und Feldenkrais therapiert zu werden (vgl. Suva-act. 204). Auch im Bericht
vom 5. Juni 2020 hat Dr. I._ keine strukturellen Schädigungen genannt, sondern über
Verspannungszustände berichtet und Physiotherapie empfohlen, ohne dadurch jedoch
eine wesentliche Beeinflussung der schmerzhaften Funktionseinschränkung zu
erwarten (vgl. Suva-act. 214). Folglich ist es gut nachvollziehbar, dass Dr. F._ in einer
weiteren Aktenbeurteilung vom 11. Juni 2020 an seiner Einschätzung vom 12. März
2020 festgehalten hat, zumal er mit Ausnahme der Physiotherapie, für die nochmals
Kostengutsprache für eine Serie erteilt worden ist (vgl. Suva-act. 220), am
Wirkungsnachweis der von Dr. I._ vorgeschlagenen alternativen Massnahmen
gezweifelt hat (vgl. Suva-act. 215). Dass die Beschwerdegegnerin per 30. Juni 2020
von einem medizinischen Endzustand ausgegangen ist, ist nach dem Gesagten nicht
zu beanstanden.
Etwas anderes ergibt sich entgegen der Behauptung des Beschwerdeführers auch
aus den nach der Einstellungsverfügung erstellten Berichten von Dr. I._ nicht. Am 6.
Oktober 2020 hat er wiederum von einer stationären Symptomatik berichtet und
empfohlen, das Ganze vorerst einmal so zu belassen und medikamentös zu
3.7.
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therapieren (Suva-act. 257). Die stationäre Symptomatik sowie die mangelnden
Therapieoptionen unterstreichen das Erreichen des Endzustandes. Auch eine Kontroll-
MRT-Untersuchung vom 23. November 2020 hat zu keinen neuen Erkenntnissen
geführt (Suva-act. 259 und 263). Im Sprechstundenbericht zur gleichentags
durchgeführten Untersuchung hat Dr. I._ aufgrund der für ihn unklaren Symptomatik
neu eine neurologische Untersuchung zum Ausschluss einer neurologischen
Schädigung angedacht (vgl. Suva-act. 259). In dem im Beschwerdeverfahren
eingereichten Verlaufsbericht von Dr. I._ vom 12. Januar 2021 hiess es dann, dass
für die darauf folgende Woche ein Termin bei einer Neurologin vereinbart worden sei,
der nun abgewartet werde (act. G 1.4). Gemäss den Ausführungen des
Beschwerdeführers in der Replik vom 23. August 2021 hat eine solche Untersuchung
dann allerdings nie stattgefunden, angeblich aufgrund fehlender Bezahlung durch die
Krankenversicherung infolge von Prämienrückständen (vgl. act. G 13 S. 4). Aus der
fehlenden neurologischen Untersuchung kann jedoch nicht abgeleitet werden, der
medizinische Endzustand sei noch nicht erreicht (vgl. act. G 1 und 13). Die Empfehlung
zur neurologischen Abklärung scheint ohne konkrete Anhaltspunkte für das Vorliegen
einer neurologischen Gesundheitsschädigung ausgesprochen worden zu sein.
Zumindest hat Dr. I._ in den klinischen Untersuchungen, soweit aus den
Sprechstundenberichten ersichtlich, keine Hinweise auf eine neurologische
Schädigung festgestellt. Ansonsten wäre wohl bereits früher eine solche Empfehlung
ausgesprochen worden. Vielmehr scheint Dr. I._ eine neurologische Untersuchung
aufgrund der für ihn nicht erklärbaren Beschwerdepersistenz und mangels anderer
Therapieoptionen ins Auge gefasst zu haben (vgl. act. G 1.4). Im Übrigen hat Dr. F._
eine weitere neurologische Abklärung nicht als notwendig eingestuft. Auch liegen keine
aktuellen Berichte von Dr. I._ oder anderen Arztpersonen vor, die zum Ausdruck
bringen, dass eine solche Abklärung noch durchzuführen wäre bzw. dass von einer
solchen namhafte Erkenntnisse hinsichtlich des Zustandes der linken Schulter zu
erwarten wären. Aus dem Umstand, dass Dr. I._ in seinem Bericht vom 12. Januar
2021 kurzfristig oder längerfristig eine intensive Rehabilitation als sinnvoll erachtet hat
(vgl. act. G 1.4), kann der Beschwerdeführer ebenfalls nichts zu seinen Gunsten
ableiten. Weder hat Dr. I._ die Indikation für einen solchen Rehabilitationsaufenthalt
noch den zu erwartenden Nutzen konkretisiert. Dass eine namhafte Verbesserung des
Zustandes an der linken Schulter zu erwarten ist, ist somit nicht ausgewiesen.
Zusammenfassend ist gestützt auf die Aktenlage mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der medizinische Endzustand hinsichtlich
der linken Schulter spätestens per Ende Juni 2020 erreicht gewesen ist, sodass die
Beschwerdegegnerin die vorübergehenden Leistungen zu Recht auf diesen Zeitpunkt
3.8.
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4.
hin eingestellt hat. Der Einwand des Beschwerdeführers, wonach die vorübergehenden
Versicherungsleistungen auch deshalb nicht hätten eingestellt werden dürfen, weil die
Eingliederungsmassnahmen der IV noch nicht abgeschlossen gewesen seien (vgl. act.
G 13 S. 5), zielt ebenfalls ins Leere. Selbst wenn die Eingliederungsmassnahmen noch
nicht abgeschlossen gewesen wären, würde dies nichts am Zeitpunkt der Einstellung
der vorübergehenden Versicherungsleistungen ändern. Vielmehr wäre diesfalls eine
Übergangsrente nach Art. 30 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR
832.202) zu prüfen gewesen (vgl. KOSS UVG-Geertsen, N 16 und 18 zu Art. 19 mit
Hinweisen). Wie die nachfolgende Rentenprüfung zeigen wird (vgl. E. 4), besteht
vorliegend bereits ohne Eingliederung kein Anspruch auf eine Invalidenrente und somit
auch kein Anspruch auf eine Übergangsrente.
Unbestrittenermassen besteht eine Unfallrestfolge im Sinne eines postoperativen
Zustandes an der linken Schulter. Zu prüfen gilt es somit, ob die Beschwerdegegnerin
einen Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente zu Recht verneint hat.
4.1.
Zur Beurteilung des Rentenanspruchs gilt es zunächst festzustellen, ob die
medizinische Arbeitsfähigkeit gestützt auf die vorliegende Aktenlage mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit feststeht.
4.2.
Wie bereits ausgeführt, hat Dr. I._ in einem Verlaufsbericht vom 18. November
2019 festgehalten, dass der Beschwerdeführer die Arbeit am angestammten
Arbeitsplatz in absehbarer Zeit wieder aufnehmen könne, wenn er das Gefühl habe,
dass dies gehe (Suva-act. 173). In einem Telefonat vom 19. Dezember 2019 hat der
Beschwerdeführer gegenüber der Beschwerdegegnerin berichtet, dass er gemäss Dr.
I._ ab dem 1. Februar 2020 wieder in seine angestammte Tätigkeit zurückkehren
könne (Suva-act. 179). Weshalb Dr. I._ den Beschwerdeführer gleichwohl weiterhin
zu 100 % und in den neueren Berichten noch immer zu 80 % arbeitsunfähig
geschrieben hat (vgl. z.B. Suva-act. 257 und 259; vgl. act. G 1.5), wird von ihm nicht
nachvollziehbar begründet. Neue objektivierbare Befunde, welche diese gegenüber
November 2019 unterschiedliche Einschätzung erklären könnten, sind nicht ersichtlich.
Demnach ist anzunehmen, dass die Attestierung der Arbeitsunfähigkeit in erster Linie in
Abhängigkeit von den Beschwerdeäusserungen des Beschwerdeführers erfolgt ist.
Gerade vor diesem Hintergrund erscheinen die Beurteilungen von Dr. F._ vom 12.
März 2020 (Suva-act. 199), 11. Juni 2020 (Suva-act. 215) sowie 12. Juni 2020 (Suva-
act. 221), wonach in optimal angepassten Tätigkeiten (leichte Tätigkeiten, die mit dem
linken Arm nur bis zur Horizontalen auszuführen sind und keine Schläge, Vibrationen
4.3.
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5.
und repetitiven Drehbewegungen beinhalten) eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bestehe,
als schlüssig. Gründe, weshalb dem Beschwerdeführer, der im Rahmen der
Verlaufsuntersuchungen im Wesentlichen über schmerzbedingte
Bewegungseinschränkungen des linken Armes geklagt hatte (vgl. dazu act. G 1.5), eine
adaptierte Tätigkeit, wie sie von Dr. F._ beschrieben worden ist, nicht zumutbar sein
sollte, erschliessen sich dem Gericht aufgrund der medizinischen Aktenlage jedenfalls
nicht. Zudem ist auch die IV-Stelle von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in
leidensangepassten Tätigkeiten ausgegangen (vgl. Suva-act. 250). Im Übrigen war dem
Beschwerdeführer bereits im Austrittsbericht der Rehaklinik G._ vom 8. April 2019
und damit vor der Operation vom 31. Mai 2019 (vgl. Suva-act. 128-7 f.) eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit in leidensangepassten Tätigkeiten attestiert worden (Suva-act. 99).
Zusammenfassend ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass
im Zeitpunkt der Leistungseinstellung (30. Juni 2020), in optimal leidensangepassten
Tätigkeiten eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bestanden hat. Weitere Abklärungen sind
diesbezüglich nicht angezeigt.
4.4.
Ausgehend von der ermittelten 100%igen Arbeitsfähigkeit in leidensangepassten
Tätigkeiten gilt es den Invaliditätsgrad festzulegen. Gemäss Art. 16 ATSG wird für die
Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte
Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen
Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare
Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in
Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht
invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
5.1.
Für das Valideneinkommen ist massgebend, was die versicherte Person aufgrund
ihrer beruflichen Fähigkeiten und ihrer persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit im massgebenden Zeitpunkt des allfälligen
Rentenbeginns verdient hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Dabei ist in der
Regel vom zuletzt – d.h. grundsätzlich vor dem Beginn der unfallbedingten ganzen oder
teilweisen Arbeitsunfähigkeit – erzielten Verdienst auszugehen (BGE 139 V 30 E. 3.3.2,
je mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 18. März 2015, 8C_590/2014, E. 5.1).
5.2.
Die durch die Beschwerdegegnerin vorgenommene Festlegung des jährlichen
Valideneinkommens auf Fr. 69'134.-- (vgl. Suva-act. 238 und 264), welche sich auf die
Angaben der früheren Arbeitgeberin bezüglich des hypothetischen Jahreslohnes des
Beschwerdeführers im Jahr 2020 stützt (vgl. Suva-act. 223 und 225), ist grundsätzlich
5.3.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 17/21
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nicht zu beanstanden. Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, für das
Valideneinkommen sei auf einen Tabellenlohn abzustellen, weil er noch
Weiterbildungen gemacht habe und als Gesunder als Gruppenleiter ein höheres
Einkommen hätte erzielen können (act. G 13 S. 6), kann ihm nicht gefolgt werden. Nach
Aktenlage bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer als
Gesunder im Jahr 2020 ein Fr. 69'134.-- übersteigendes Einkommen erzielt hätte. Er
hat für seine Behauptungen denn auch keine Belege eingereicht, sondern nur darauf
verwiesen, dass über die beruflichen Perspektiven bei der ehemaligen Arbeitgeberin
Auskünfte eingeholt werden könnten (vgl. act. G 13 S. 6). Dabei verkennt der
Beschwerdeführer, dass die Beschwerdegegnerin sich bereits bei seiner ehemaligen
Arbeitgeberin über die Gehaltsentwicklung bis zum Jahr 2020 informiert und die vom
Unternehmen aufgezeigten Gehaltsentwicklungen berücksichtigt hat (vgl. Suva-act.
223, 225 und 238). Demnach kann auf den von der Beschwerdegegnerin ermittelten
Validenlohn von Fr. 69'134.-- abgestellt werden.
Mit der von der Beschwerdegegnerin vorgenommenen Berechnung des
Invalideneinkommens ist der Beschwerdeführer ebenfalls nicht einverstanden. Er
macht geltend, dass die Beschwerdegegnerin für das Invalideneinkommen zu Unrecht
auf den Medianlohn der im Kompetenzniveau 2 beschäftigten Männer gemäss der
Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2018 des Bundesamtes für Statistik
(angepasst an die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41. 7 Stunden sowie an
die Nominallohnentwicklung bis zum Jahr 2020) abgestellt habe. Richtigerweise sei er
ins Kompetenzniveau 1 einzustufen (vgl. act. G 13 S. 6). Die Beschwerdegegnerin hat
die Einstufung des Beschwerdeführers ins Kompetenzniveau 2 mit seiner Ausbildung
sowie seinem beruflichen Werdegang (abgeschlossene Berufslehre als K._ in L._
und Tätigkeit als M._ vor dem Unfall) begründet (vgl. Suva-act. 266-25). Da der
Beschwerdeführer in seinem angestammten Beruf nicht mehr tätig sein kann und
entsprechend dem von Dr. F._ definierten Zumutbarkeitsprofil auch eine M._-
Tätigkeit nicht als optimal leidensangepasst erscheint, ist für das Invalideneinkommen
mangels erfolgter Umschulung auf das Kompetenzniveau 1 abzustellen. Angepasst an
die Nominallohnentwicklung bis zum Jahr 2020 sowie unter Berücksichtigung der
betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41. 7 Stunden (vgl. Bundesamt für
Statistik, Tabelle T03.02.03.01.04.01) resultiert somit ein Invalideneinkommen von Fr.
68'906.-- (12 x Fr. 5'417.-- = Fr. 65'004.-- / 40 x 41.7 = Fr. 67'766.70 / 2260 x 2298
[vgl. Bundesamt für Statistik, Tabelle T 39, Entwicklung der Nominallöhne, der
Konsumentenpreise und der Reallöhne] = gerundet Fr. 68'906.--).
5.4.
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6.
Den von der Beschwerdegegnerin gewährten Tabellenlohnabzug von 5 % (vgl.
Suva-act. 266-25) erachtet der Beschwerdeführer als zu tief. Seinen linken Arm könne
er nur mit Schmerzen bis zur Horizontalen bewegen. Ausserdem leide er aus früheren
Unfällen an Einschränkungen des rechten Armes (act. G 13 S. 7). Ob und in welchem
Umfang ein Abzug vom Tabellenlohn zu gewähren ist, hängt nach der Rechtsprechung
von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab
(etwa leidensbedingte Einschränkung, Alter und Beschäftigungsgrad), die nach
pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind, wobei der maximal zulässige
Abzug auf 25 % festzusetzen ist. Eine schematische Vornahme des
Tabellenlohnabzugs ist unzulässig (BGE 126 V 79 E. 5b und Regeste; BGE 129 V 481
E. 4.2.3 mit Hinweisen). Bei der Überprüfung des Tabellenlohnabzugs, der eine
Schätzung darstellt, darf das Gericht sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die
Stelle desjenigen der Verwaltung setzen (BGE 126 V 81 E. 6). Triftige Gründe, die ein
Abweichen von dem seitens der Beschwerdegegnerin auf 5 % festgesetzten
Tabellenlohnabzug erfordern würden, sind nicht ersichtlich. Den Einschränkungen des
linken Armes wird grundsätzlich bereits mit dem von Dr. F._ definierten
Zumutbarkeitsprofil Rechnung getragen. Dass der Beschwerdeführer auch am rechten
Arm unter andauernden wesentlichen Einschränkungen leidet, geht aus der Aktenlage
nicht hervor.
5.5.
Unter Berücksichtigung eines Tabellenlohnabzugs von 5 % resultiert ein
Invalideneinkommen von Fr. 65'461.-- (Fr. 68'906.-- minus gerundet Fr. 3'445.--).
5.6.
Stellt man das Valideneinkommen von Fr. 69'134.-- dem Invalideneinkommen von
Fr. 65'461.-- gegenüber, resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr. 3'673.-- und ein
rentenausschliessender Invaliditätsgrad von gerundet 5 % (Fr. 3'673.-- x 100 / Fr.
69'134.--). Folglich hat die Beschwerdegegnerin einen Anspruch auf eine Invalidenrente
zu Recht verneint.
5.7.
Zu prüfen bleibt die Höhe der von der Beschwerdegegnerin zugesprochenen
Integritätsentschädigung.
6.1.
Gemäss Art. 24 Abs. 1 UVG besteht ein Anspruch auf eine
Integritätsentschädigung, wenn die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde
und erhebliche Schädigung ihrer körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität
erleidet. Als dauernd gilt ein Integritätsschaden, wenn er voraussichtlich während des
ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang bestehen bleibt, und als erheblich,
wenn die körperliche, geistige oder psychische Integrität unabhängig von der
6.2.
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Erwerbsfähigkeit augenfällig oder stark beeinträchtigt wird (Art. 36 Abs. 1 UVV).
Gemäss Art. 25 UVG wird die Integritätsentschädigung in Form einer Kapitalleistung
ausgerichtet, wobei sie entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abgestuft
wird. Anhang 3 zur UVV enthält eine Skala für Integritätsentschädigungen. Die
Entschädigung für spezielle, nicht in der Skala aufgeführte Integritätsschäden wird
nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (vgl. Anhang 3 Ziff. 1 zur UVV).
In Weiterentwicklung der Skala des Anhang 3 zur UVV hat die medizinische Abteilung
der Suva weitere Bemessungsgrundlagen in Form von Tabellen erarbeitet, welche als
Richtwerte dienen können (vgl. BGE 116 V 157 E. 3a). Die Bemessung der
Integritätsentschädigung beruht auf einer medizinisch-theoretischen Einschätzung der
Beeinträchtigung der Integrität, wobei subjektive Faktoren unberücksichtigt zu lassen
sind (BGE 113 V 221 f. E. 4).
Dr. F._ hat den Integritätsschaden in seiner Beurteilung vom 16. Juni 2020 auf 10
% geschätzt. Er hat schlüssig aufgezeigt, dass beim Beschwerdeführer eine
schmerzhafte Funktionsstörung der linken Schulter mit einer aktiv erreichbaren 100
Grad-Abduktion bei passiv freier Beweglichkeit bestehe, welche durch die subjektiven
Beschwerden nach der unfallkausalen Tuberculum majus-Fraktur verursacht werde.
Gemäss Suva-Tabelle 1 (Integritätsschaden bei Funktionsstörungen an den oberen
Extremitäten) bemesse sich eine Bewegungseinschränkung bis 30 Grad über der
Horizontalen beweglich mit 10 % und eine mässige Form der Periarthrosis
humeroscapularis mit 10 %. Der unfallkausale klinische Befund mit passiv freier
Beweglichkeit und beschwerdebedingter Einschränkung der aktiven Beweglichkeit,
wobei die linke Schulter über die Horizontale hinaus beweglich sei, entspreche somit
einem Integritätsschaden von 10 % (Suva-act. 224). Soweit der Beschwerdeführer mit
Verweis auf den Bericht von Dr. I._ vom 12. Januar 2021 geltend macht, eine
Abduktion sei aktiv und passiv nur knapp bis zur Horizontalen möglich, weshalb
gemäss Suva-Tabelle 1 von einem Integritätsschaden von 15 % auszugehen sei (vgl.
act. G 1 S. 9), kann ihm nicht gefolgt werden. Zwar hat Dr. I._ im Bericht vom 12.
Januar 2021 tatsächlich festgehalten, dass die Abduktion und Flexion schmerzbedingt
knapp bis zur Horizontalen möglich seien (act. G 1.4). Noch im November 2020 hatte
Dr. I._ jedoch festgehalten, dass eine aktive Abduktion bis zur Horizontalen möglich
sei und es dann zu zunehmenden Schmerzen komme (vgl. act. G 1. 5 S. 2). Gleiches
hatte Dr. I._ auch anlässlich der Verlaufskonsultation vom 1. Oktober 2020
beschrieben (vgl. act. G 1.5 S. 3). Im Rahmen der Sprechstunde vom 24. August 2020
war sogar eine Abduktion bis knapp 100 Grad möglich gewesen (vgl. act. G 1.5 S. 3 f.).
Die passive Beweglichkeit ist von Dr. I._ mehrfach als frei bzw. recht gut bezeichnet
worden (vgl. act. G 1.5 S. 4 ff.). Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht vorbringt (vgl.
6.3.
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