Decision ID: 7460e173-95b4-4327-99a6-b554bb3b0f66
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1966 geborene
X._
,
von Beruf
Pflegefachfrau (Urk
. 9/2/2)
,
verheiratet und Mutter
dreier
Kinder,
w
ar bis
ins
Jahr
2010 im an
gestammten
Bereich
erwerbstätig
(Urk. 9/7 S. 2 f. Ziff. 2)
und arbeitete
hernach
zeitweilig
als Tagesmutter (Urk. 9/21 S. 3, Urk. 14 S. 1
)
. Am 19.
August 2013 meldete sie sich unter Hinweis auf Gedächtnisstörungen/-lücken und Vergess
lichkeit, bestehend seit zirka dem Jahr 2008, zum Bezug von Leistungen der In
validenversicherung an
(Urk. 9/3)
. Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, führte
am 10. September 2013
ein Standortgespräch
mit der Versicherten
durch (Urk.
9/7) und
zog
einen Auszug aus dem
i
ndividuellen Konto (IK; Urk.
9/16) sowie einen Arztbericht (Urk.
9/21)
bei
. Überdies
holte
sie eine Stellungnahme ihres
r
egionalen
ä
rztlichen Dienstes (RAD
) ein
(
Urk.
9/22 S.
3)
. Gestützt
darauf stellte die IV-Stelle der
Versicherten mit Vorbescheid vom 9.
Ap
ril 2014 (Urk.
9/23)
die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht, wogegen diese am
30.
April 2014 (Urk.
9/25)
Einwand erhob. A
m 18.
August 2014 (Urk.
2)
verfügte die IV-Stelle im angekündigten Sinne
.
2.
Hiergegen erhob
X._
am 18. September 2014 Be
schwerde (Urk. 1) und beantragte, die angefochtene Verfügung vom 18. August 2014 sei aufzuheben und ihr seien die gesetzlichen Leistungen, insbesondere ei
ne Invalidenrente
,
zuzuspr
echen.
In verfahrensrechtlicher Hinsicht
beantragte sie die
Anordnung
eines gerichtlichen Gutachtens, zu welchem sie im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels Stellung nehmen könne
(S. 2)
.
Mit Beschwerdeantwort vom 24. November 2014 (Urk. 8) schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde,
was
der Beschwerdeführerin am 1. Dezember 2014 (Urk. 10)
zur
Kenntnis
gebracht
wurde. Daraufhin reichte sie mit Eingaben vom 13. Januar, 17. März und 14. August 2015 (Urk. 11, Urk. 13, Urk. 15)
zu
sätzliche
Arztberichte (Urk. 12, Urk. 14, Urk. 16) zu den Akten
. Diese wurden
der IV-Stelle am 18. August 2015 (Urk. 17)
z
ugestellt
.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
). Sie kann Folge von
Ge
burts
gebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
träch
ti
gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teil
weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den aus
ge
glichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorlie
gens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heit
li
chen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
täti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.4
Einem ärztlichen Bericht kommt Beweiswert zu, wenn er für die streitigen Be
lange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt und in Kenntnis der
Vorakten
(Anam
nese) abgege
ben worden ist, wenn die Beschreibung der medizinischen Situa
tion und Zu
sammen
hänge einleuchtet und die Schlussfolgerungen begründet sind (BGE 125 V 351 E.
3a). Der Arzt muss über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügen. Den diesen Anforderungen genügenden Berichten de
s
RAD kommt ebenfalls Beweiswert zu (Urteil des Bundesge
richts 9C_870/2010 vom 24. Ja
nuar 2011 E. 4.1.2 mit Hinweisen).
Nach der Rechtsprechung ist es dem Sozialversicherungsgericht nicht verwehrt, einzig oder im Wesentlichen gestützt auf die (versicherungsinterne) Beurteilung des RAD zu entscheiden. In solchen Fällen sind an die Beweiswürdigung jedoch strengere Anforderungen in dem Sinne zu stellen, dass bei auch nur geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärzt
lichen Feststellungen ergänzende Abklärungen vorzunehmen sind (BGE 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4, 122 V 157 E. 1d; ferner etwa Urteile des Bun
desge
richts 9C_8/2011 vom 21. Februar 2011 E. 4.1.3 und 8C_385/2014 vom 16. Septem
ber 2014 E. 4.2.2 mit Hinweisen).
1.
5
Für die richterliche Beurteilung eines Falles sind grundsätzlich die tatsächlichen Verhältnisse zur Zeit des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens massgebend. Tatsachen, die sich erst später verwirklichen,
sind jedoch insoweit zu be
rück
sich
tigen, als sie mit dem Streitgegenstand in engem Sach
zusammenhang ste
hen und geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des
Entscheiderlasses
zu beein
flussen (BGE 121 V 362 E. 1b; 99 V 98).
2.
2.1
Aus den Akten geht hervor, dass die Beschwerdeführerin anlässlich des
von der Beschwerdegegnerin auf den
10. September 2013
anberaumten
Standortge
sprächs
, zu welchem sie auf entsprechende Aufforderung hin (Urk. 9/6) ver
schie
dene Arztberichte mitbrachte (Urk. 9/8-15), über Gedächtnisprobleme klagte und angab, die
zuletzt bekleideten
teilzeitlichen Anstellungen
bei der Spitex
Y._
und bei der Stiftung
Z._
aus gesundheitlichen Grün
den ver
loren zu haben (Urk. 9/7 S. 2 Ziff. 2 und S. 3 f.
Ziff.
5)
.
Entsprechende Arbeit
ge
ber
berichte liegen nicht bei den Akten.
2.2
In der Folge holte die Beschwerdegegnerin den Bericht des
A._
,
B._
, vom 28. Januar 2014 (Urk. 9/21) ein. Darin stellte Dr. med.
C._
,
gemäss
Medizinalberuferegister
(www.medregom.admin.ch;
eingesehen
am 31. August 2015) Praktische Ärztin, folgende Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1 unten):
S
tarke Lern- und Gedächtnisschwäche unklarer Ätiologie (ICD-10 F06.9), differentialdiagnostisch im Rahmen einer depressiven Störung, beste
hend seit zirka 2008
R
ezidivierende depressive Störung (ICD-10 F33.0), aktuell
leichtgradige
Episode,
differentialdiagnostisch
Anpassungsstörung (ICD-10 F43.29), Beginn unklar
Die Ärztin hielt fest (S. 1 Mitte), dass die Beschwerdeführerin seit Beginn der Behandlung am 9. April 2013 in ihrem bisherigen Beruf als zu 100 % arbeits
un
fähig beurteilt werde. In einer den Einschränkungen (starke Lern- und
Ge
dächtnisbeeinträchtigungen
, leichte Aufmerksamkeits- und Planungsdefizite, beein
trächtigte und schwankende Reaktionsgeschwindigkeit, reduziertes prak
tisches Ur
teilsvermögen und schlussfolgerndes Denken; vgl. S. 4 oben) ange
passten Tätig
keit sei eine
Arbeitsfähigkeit von maximal 50 %
möglich.
2.3
Dr. med.
D._
, FMH Arbeitsmedizin und FMH Allgemeinmedizin,
äusserte sich
in der
RAD-
Stellungnahme vom 8. April 2014
wie folgt
(Urk. 9/22 S. 3): „Der
RAD ist kein Abklärungs- und Diagnostikinstitut. Die aktuell angegebenen Diagnosen sind nicht gefestigt (Gedächtnisschwäche), und die weiteren
Dg
leichte depressive Episode einer
rezid
.
depr
. Störung und Anpassungsstörung
sind
nicht
schwergradig
und dauerhaft (sondern therapiefähig), da
mit liegt (noch) kein
chronifiz
erter
, schwerer Gesundheits
schaden
vor, der die Leistungs
fähigkeit als Spitex-MA erheblich und langfristig einzuschränken vermag.
“
Gestützt
darauf
verneinte die
Beschwerdegegnerin
–
entsprechend ihrem Vor
be
scheid vo
m 9.
April 2014 (Urk.
9/23)
–
mit Verfügung vom 18.
August 2014 (Urk.
2) einen
Leistungsa
nspruch der Beschwerdeführerin mit der Begründung, es
sei
kein invalidenversicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden
aus
ge
wiesen
.
3.
3.1
Vom 22. August bis 10. September 2014 war die Beschwerdeführerin
nach
not
fallmässiger
Selbstzuweisung aufgrund einer
Schmerzexazerbation
bei
lumbora
dikulärem
Schmerzsyndrom links im
Spital
E._
hospitalisiert.
Im
beschwerde
weise
aufgelegten
B
e
richt vom
Austrittstag
(Urk.
3)
wurden
folgende
Diagnosen
gestellt
(S. 1)
:
Lern- und Gedächtnisstörung, Erstdiagnose mindesten
s 2011, anamnes
t
isch seit 2008
d
ifferentialdiagnostisch im Rahmen einer limbischen Encephalitis,
Pseu
dodemenz
Lumboradikuläres
Schmerzsyndrom L5
/S1 links, Erstdiagnose unklar
bei fortgeschrittener Bandscheibendegeneration LWK5/S1 und
para
liga
mentärer
Diskushernie LWK4/5 links mit
Nervenwurzelaffektion
a
ktuell: mit Hyposensibilität L5/S1 links und eingeschränkter
Dorsal
ex
tension
Fuss links
Status nach Synkopen bei Sick
-Sinus-Syndrom mit Pausen bis 6
Sekun
den, Erstdiagnose 8.
März 2
013
Schrittmachereinlage am 9.
März 2013 (vgl.
im Einzelnen
Urk.
9/12 und
Urk.
9/15)
Transaminasenerhöhung, Erstdiagnose 22.
August 2014
am ehesten medikamentös bedingt
Rezidivierende depressive Störung, Erstdiagnose unklar
Im Bericht wurde festgehalten, dass bezüglich der vorbekannten ausgeprägten und (fremd-)anamnestisch progredienten Gedächtnisschwäche
aktuell
weitere Abklärungen im
A._
durchgeführt würden
und im Oktober 2014 eine abschliessende Besprechung mit Dr
.
C._
stattfinden werde (S.
1 unten und S.
2 Mitte).
3.2
Dr. med.
F._
, FMH Neurologie, welche die Beschwerdeführerin auf Zuwei
sung durch Dr.
C._
am 1. Dezember 2014 verhaltensneurologisch-neu
ro
psychologisch untersucht hatte,
befand
im
Bericht vom 17. Dezember 2014 (Urk.
12
S.
2 unten), die erhobenen Befunde entsprächen einer Funktionsstörung
fronto-temporo
limbisch, im Vergleich zur Voruntersuchung vom November 2012
allenfalls leicht akzentuiert. Gebessert habe sich dagegen die
affektpatho
logische
Alteration, da sich eine schwerwiegende depressive Komponente ak
tuell weder vom Verhalten her noch anhand des neuropsychologischen Bildes fest
stellen lasse. Auf das Ausmass der kognitiven Befunde nähmen sicher die
vor
bestehenden
Leistungsschwächen (ADS-Komponente und Lernschwäche) Einfluss.
Aggravierend
wirke sich zudem die leichte vaskuläre
Enzephalopathie
aus.
Diffe
rentialdiagnostisch
bleibe die zusätzliche Entwicklung einer
neurode
generativen
Erkrankung vorerst nicht ausgeschlossen. Zur weiteren
differential
diagnos
ti
schen
Abgrenzung sei eine ergänzende Liquor
-U
ntersuchung mit Be
stimmung von Tau-,
Phospho
-Tau- und Amyloid-Protein, gegebenenfalls auch ein ergänzendes FDG-PET, vorgesehen.
3.3
Unter Hinweis
auf die
Ergebnisse der
im Spital
E._
durchgeführte
n Lumbal
punktion vom Februar 2015 äusserte Dr.
C._
im Bericht des
A._
vom 13. März 2015 (
Urk.
14
)
die Verdachtsdiagnose
eines
de
men
zielle
n
Syndrom
s
. Diese respektive die Diagnose einer
Alzheimer-Krankheit mit frühem Beginn
erhärtete sich im Zuge der anlässlich der Behandlung im Am
bu
latorium des
G._
, Klinik für
Al
terspsy
chiatrie
,
H._
, v
om 12
. Mai bis 7.
Juli 2015
durchgeführten Untersuchungen
(Bericht vom 7.
Juli 2015 [
Urk.
16
]
).
4.
4.1
Nach Lage der Akten leidet die Beschwerdeführerin seit
geraumer
Zeit an
Ge
dächtnisschwierigkeiten
, aufgrund derer
sie
eigene
n
Angaben
zufolge
ihrer zu
letzt innegehabten Arbeitsstellen verlustig ging
(vgl. E. 2.1 hiervor)
und
Anlass be
stand
,
sich
am 19. August 2013
bei der Invalidenversicherung zum
Leistungs
be
zug
anzumelden
(Urk. 9/3).
Nachdem die Ätiologie der Gedächtnisstörungen bei Erlass der die zeitliche Grenze der rich
terlichen Überprüfungsbefugnis
bil
den
den Verfügung vom 18.
August 2014 (Urk.
2)
unklar war
(vgl. E. 2.2 hier
vor)
,
wird ärztlicherseits
gestützt auf die Ergebnisse der im weiteren Verlauf durch
geführ
ten diagnostischen Untersuchungen nun
von
einer Demenz bei Alz
heimer-Krankheit mit frühem Beginn
ausgegangen
(vgl. E. 3.3 hiervor)
. Die aus der wei
terführenden Diagnostik gewonnenen Erkenntnisse erlauben
ohne weite
res
Rück
schlüsse auf
die gesundheitliche Situation vor Verfügungserlass
und sind deshalb
in die Beurteilung miteinzubeziehen
(vgl. dazu E.
1.5
hiervor).
Dies hat zur Folge, dass sich die
Einschätzung der RAD-Ärztin Dr.
D._
,
wo
nach kein
relevanter Gesundheitsschaden mit
Einfluss
auf das
(berufliche) Leis
tungs
vermögen
ausgewiesen sei (vgl. E. 2.3 hiervor),
nicht
unbesehen
halten lässt, zu
mal sie als Allgemein- und Arbeitsmedizin
erin
nicht über die
fachärzt
liche Aus
bildung zur Beurteilung der im Vordergrund stehenden Gedächtnisstö
run
gen verfügt
und die Beschwerdeführerin auch nicht persönlich untersucht hat
.
Dem
entsprechend kann
auf ihre Beurteilung
nicht abgestellt werden.
4.2
Allerdings
erweist sich der rechtserhebliche Sachverhalt auch unter Berücksich
tigung der im Beschwerdeverfahren ergangenen Arztberichte (Urk. 3, Urk. 12, Urk. 14, Urk. 16) als zu wenig abgeklärt,
insbesondere
da
diese sich nicht zur Frage der zumutbaren Arbeitsfähigkeit äussern.
4.
3
Angesichts dessen, dass die Beschwerdegegnerin die
entscheidrelevanten
Fragen bisher gar nicht respektive nur durch Einholung von wenig aussagekräftigen ärzt
lichen Einschätzungen zu erhellen versuchte (vgl. E. 2.2 und 2.3 hiervor), recht
fertigt es sich nicht, bereits zu diesem Zeitpunkt der Abklärungen – wie von der Beschwerdeführerin beantragt (Urk. 1 S. 2) – ein Gerichtsgutachten ein
zu
holen. Vielmehr ist die Sache unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 18. August 2014 (Urk. 2) an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, da
mit sie die notwendigen ergänzenden medizinischen Abklärungen vornehme und her
nach über den Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin neu verfüge.
Diese Vor
gehensweise steht im Einklang mit der bundesgerichtlichen Rechtspre
chung (BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4), da es sich um eine notwendige Erhebung einer bis
her gutachterlich ungeklärten Frage handelt.
Mit Blick dara
uf, dass nebst den nun
im Rahmen einer Alzheimer-Krank
heit mit frühem Beginn interpretierten Gedächtnisstörungen weitere (somatische und psy
chiatrische) Diagnosen aktenkundig sind (vgl. insbesondere E. 3.1 hier
vor), deren Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin aufgrund der vorlie
gen
den Akten
jedenfalls für den medizinischen Laien
als unklar er
scheint, wird die Beschwerdegegnerin allenfalls eine polydisziplinäre Begut
achtung in die Wege zu leiten haben.
5.
5.1
Die Kosten des Verfahrens gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind auf Fr. 700.-- fest
zu
setzen und entsprechend dem Ausgang des Verfahrens – nach ständiger Recht
sprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Ab
klärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 210 E. 7.1, 137 V 57 E. 2.2) – der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
Ausgangsgemäss steht der anwaltlich vertretenen Beschwerdeführerin gestützt auf Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit §
34 Abs. 1 und 3
GSVGer
eine
Pro
zessentschädigung
zu, wobei ein Betrag von Fr. 2‘
2
00.-- (einschliesslich
Bar
aus
lagen
und Mehrwertsteuer) als angemessen erscheint.