Decision ID: ddd03eeb-25e8-54fe-bf21-e6d9361eca2c
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
S._,
Klägerin,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Christine Fleisch, Langstrasse 4, 8004 Zürich,
gegen
P._,
Beklagte,
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betreffend
Invalidenrente
Sachverhalt:
A.
Die 1954 geborene S._ war ab 22. Februar 1999 als Montagemitarbeiterin bei der
W._ tätig und dadurch bei der P._ (nachfolgend: Pensionskasse) im Rahmen der
beruflichen Vorsorge versichert (act. G 1.3). Mit Schreiben vom 26. Mai 2003 (act.
G 5.1) wurde das Anstellungsverhältnis durch den Arbeitgeber auf den 31. August 2003
gekündigt. Im gegenseitigen Einvernehmen wurde das Arbeitsverhältnis auf Wunsch
der Klägerin bereits per 31. Juli 2003 beendet (act. G 5.2). Mit Verfügung vom
29. September 2005 wurde der Klägerin ab 1. Oktober 2004 eine halbe IV-Rente
zugesprochen (act. G 5.7). Mit Schreiben vom 7. Oktober 2005 (act. G 5.8) liess die
Klägerin bei der Pensionskasse die Ausrichtung von Invaliditätsleistungen beantragen,
da das Leiden, welches zur Invalidität geführt habe, bereits im Zeitpunkt des
Arbeitsverhältnisses aufgetreten sei. Mit Schreiben vom 18. Oktober 2005 (act. G 1.6)
teilte die Pensionskasse mit, dass die Klägerin bis am 31. Juli 2003 bei ihnen versichert
gewesen sei. Gemäss IV-Verfügung sei sie seit Oktober 2003 in ihrer Arbeitsfähigkeit
erheblich eingeschränkt. Demzufolge falle der Beginn der Arbeitsunfähigkeit nicht in die
Versicherungsdauer und somit bestehe auch kein Leistungsanspruch. Am
12. Dezember 2005 (act. G 5.9) liess die Klägerin der Pensionskasse eine Bestätigung
von Dr. med. A._, Facharzt für Allgemeine Medizin FMH, zukommen, wonach die
Arbeitsunfähigkeit bereits im Jahr 2002 bestanden habe. Es handle sich um ein
chronisches rheumatisches Leiden, das bekanntlich nicht auf einmal, sondern
allmählich eintrete, weshalb die Leistungspflicht zu bejahen sei. Die Pensionskasse
führte im Schreiben vom 15. Dezember 2005 (act. G 5.10) aus, gemäss Reglement der
Pensionskasse beginne die Leistungspflicht im Zeitpunkt der von der IV festgestellten
Erwerbsunfähigkeit. Die Klägerin sei bis am 31. Juli 2003 bei der Pensionskasse
versichert gewesen. Die IV habe eine erhebliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auf
Oktober 2003 festgelegt. Somit falle der Beginn der Arbeitsunfähigkeit nicht in die
Versicherungsdauer bei der Pensionskasse, weshalb der Leistungsanspruch abgelehnt
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werden müsse. Ab 1. Januar 2006 beschloss die Sozialversicherungsanstalt St. Gallen
(SVA) die Ausrichtung einer ganzen IV-Rente (act. G 1.3).
B.
B.a Mit Klage vom 9. August 2007 (act. G 1) beantragte Rechtsanwältin Ch. Fleisch,
Zürich, im Namen der Klägerin, die Beklagte sei zu verpflichten, mit Wirkung ab
1. August 2003, gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 50%, und mit Wirkung ab
1. Januar 2006, gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 100%, Leistungen aus der
Pensionskasse zu erbringen. Die entsprechenden Leistungen seien ab Klageeinleitung
mit 5% zu verzinsen; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der
Gegenpartei. Entgegen dem Kündigungsschreiben vom 26. Mai 2003 sei die
Kündigung nicht aus wirtschaftlichen Gründen ausgesprochen worden, sondern weil
die Klägerin nicht mehr voll leistungsfähig gewesen sei. Die Klägerin sei mit dem
vorzeitigen Austritt einverstanden gewesen, weil sie sich nicht mehr in der Lage gefühlt
habe, in ihrer angestammten Tätigkeit bis zum Ende der Kündigungsfrist zu arbeiten.
Die festgestellte Arbeitsunfähigkeit von 50% habe sich nicht innerhalb eines Monats
entwickeln können, weshalb eine gesundheitliche Beeinträchtigung bereits während
des Arbeitsverhältnisses vorgelegen habe. Die in der Klinik Valens festgelegte 50%ige
Arbeitsunfähigkeit wäre mit Sicherheit bereits im April 2003 medizinisch diagnostiziert
worden. Da die Klägerin allerdings eine Kündigung habe vermeiden wollen, sei
während des bestehenden Arbeitsverhältnisses keine stationäre Behandlung in die
Wege geleitet worden. Ab 1. August 2006 (gemeint ist wahrscheinlich 2003) seien die
Krankentaggelder von der Klägerin finanziert worden, weshalb ab diesem Zeitpunkt -
gemäss Ziffer 2.5 des Reglements der Pensionskasse - eine Leistungspflicht der
Beklagten ausgewiesen sei.
B.b In der Klageantwort vom 10. Oktober 2007 beantragt die Beklagte, die Klage vom
9. August 2007 sei vollumfänglich abzuweisen; die Gerichtskosten seien von der
Klägerin zu tragen und der Beklagten sei eine angemessene Entschädigung
zuzusprechen. Bei der Anmeldung zum Bezug von IV-Leistungen habe die Klägerin
angegeben, ihre Behinderung bestehe seit dem 8. September 2003. Die Kündigung sei
nicht wegen der Krankheit und auch nicht gestützt auf die krankheitsbedingten
Absenzen der Klägerin erfolgt. Die Arbeitgeberin habe keine Leistungsverminderung
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feststellen können. Dem ärztlichen Zeugnis von Dr. A._ vom 28. November 2005 sei
jegliche Glaubwürdigkeit abzusprechen. Während des Arbeitsverhältnisses sei bei der
Klägerin keine berufsvorsorgerechtlich relevante Arbeitsunfähigkeit eingetreten.
Sodann wäre die Pensionskasse auch mangels sachlichen Zusammenhangs zwischen
einer allfälligen während der Versicherungszeit eingetretenen Arbeitsunfähigkeit und
der später durch die IV festgestellten Invalidität nicht leistungspflichtig.
B.c Mit Replik vom 30. Oktober 2007 lässt die Klägerin an ihren Standpunkten
festhalten.
B.d Die Pensionskasse hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet.
C.
Am 13. Oktober 2008 hat der Vizepräsident des Versicherungsgerichts den Parteien
mitgeteilt, dass in den Akten Widersprüche bezüglich Arbeitsunfähigkeiten der Klägerin
bestehen würden und zu deren Klärung aufgefordert (act. G 10). Auch die vollständigen
Akten der IV sind beigezogen worden (act. G 11 und 11.1). Die Pensionskasse hat in
ihrer Stellungnahme vom 29. Oktober 2008 Arbeitsunfähigkeiten der Klägerin vom
3. bis 7. März 2003 und vom 23. bis 27. Juni 2003 bestätigt und darauf hingewiesen,
dass aus Sicht der Arbeitgeberin im Zeitpunkt des vorzeitigen Austritts keinerlei
Hinweise auf eine allfällige Arbeitsunfähigkeit bestanden hätten (act. G 12). Weiter hat
sie eine Bestätigung der Krankentaggeldversicherung eingereicht, wonach der Klägerin
keine Leistungen aus der Police der Arbeitgeberin, jedoch Taggelder aus einer
Freizügigkeitspolice ausbezahlt worden seien (act. G 12.2). Die Klägerin hat mit der
Stellungnahme vom 4. Dezember 2008 (act. G 15) einen Bericht von Dr. A._ vom
1. Dezember 2008 (act. G 15.1) einreichen lassen, in welchem der Hausarzt nochmals
festhält, dass die rheumatischen Beschwerden bereits im März 2002 begannen und in
der Folgezeit zu mehreren Arbeitsunterbrüchen geführt hätten, die von ihm jeweils
schriftlich zuhanden des Arbeitgebers attestiert worden seien. Erst ab September 2003
habe festgestanden, dass die Arbeitsfähigkeit wahrscheinlich dauernd beeinträchtigt
sei. Mit der Stellungnahme vom 15. Januar 2009 (act. G 17) hat die Klägerin
Berichtsformulare von Dr. A._ an die Krankentaggeldversicherung vom 4. November
2004 und 1. April 2004 sowie Arbeitsunfähigkeits-Atteste zuhanden der
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Arbeitslosenkasse vom 30. Oktober 2003 und 21. November 2003 (act. G 17.1 bis 17.4)
einreichen und ausführen lassen, aus ersteren ergebe sich, dass sie aus der
Kollektivkrankentaggeldversicherung ihres ehemaligen Arbeitgebers Krankentaggeld
bezogen habe. Die Pensionskasse liess sich nicht weiter vernehmen.

Erwägungen:
1.
Streitig ist vorliegend, ob während des Vorsorgeverhältnisses - inklusive Nachdeckung
gemäss Ziffer 4.5 des Reglements der Pensionskasse bis 31. August 2003 - eine
relevante Arbeitsunfähigkeit eingetreten ist, deren Ursache zur Invalidität geführt hat
und dementsprechend Leistungen aus der Pensionskasse geschuldet sind.
2.
2.1 Gemäss Art. 23 des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen-
und Invalidenvorsorge (BVG; SR 831.40), in Kraft gestanden bis 31. Dezember 2004,
haben Personen Anspruch auf Invalidenleistungen, die im Sinne der IV zu mindestens
50 Prozent invalid sind und bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur
Invalidität geführt hat, versichert waren. Nach dem am 1. Januar 2005 in Kraft
getretenen Art. 23 lit. a BVG besteht bereits bei einer Invalidität von mindestens 40
Prozent Anspruch auf Invalidenleistungen. Nach der Rechtsprechung werden die
Invalidenleistungen nach BVG von derjenigen Vorsorgeeinrichtung geschuldet, der die
ansprechende Person bei Eintritt des versicherten Ereignisses angeschlossen ist.
Dieser Zeitpunkt fällt mit dem Eintritt der Arbeitsunfähigkeit zusammen, deren Ursache
zur Invalidität geführt hat. Die Versicherteneigenschaft muss nur bei Eintritt der
Arbeitsunfähigkeit gegeben sein, dagegen nicht notwendigerweise auch im Zeitpunkt
des Eintritts oder der Verschlimmerung der Invalidität. Für eine einmal aus - während
der Versicherungsdauer aufgetretenen - Arbeitsunfähigkeit geschuldete
Invalidenleistung bleibt die Vorsorgeeinrichtung somit leistungspflichtig, selbst wenn
sich nach Beendigung des Vorsorgeverhältnisses der Invaliditätsgrad ändert.
Entsprechend bildet dann auch der Wegfall der Versicherteneigenschaft keinen
Erlöschungsgrund (BGE 123 V 262 E. 1a S. 263; BGE 118 V 35 E. 5 S. 45). Auf diese
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Weise wird dem Umstand Rechnung getragen, dass die versicherte Person meistens
erst nach einer längeren Zeit der Arbeitsunfähigkeit invalid wird. Damit kommt der
Schutz der zweiten Säule zum Tragen, wonach das Invaliditätsrisiko auch dann
gedeckt sein muss, wenn es rechtlich gesehen erst nach einer langen Krankheit eintritt,
während der die leistungsbegehrende Person unter Umständen dem Obligatorium
nicht mehr unterstanden hat (BGE 120 V 112 E. 2b S. 116f.; BGE 118 V 95 E. 2b
S. 98f.).
2.2 Damit die frühere Vorsorgeeinrichtung leistungspflichtig bleibt, ist allerdings nicht
nur erforderlich, dass die Arbeitsunfähigkeit zu einer Zeit einsetzte, als die versicherte
Person ihr angeschlossen war, sondern auch, dass zwischen dieser Arbeitsunfähigkeit
und der Invalidität sowohl ein sachlicher als auch ein zeitlicher Zusammenhang
besteht. Der sachliche Zusammenhang ist gegeben, wenn der invalidisierende
Gesundheitsschaden der gleiche ist, wie er sich bereits während der Zugehörigkeit zur
früheren Vorsorgeeinrichtung manifestierte. Die zeitliche Konnexität setzt voraus, dass
zwischen der früheren Arbeitsunfähigkeit und der späteren Invalidität keine längere
Periode der Arbeitsfähigkeit liegt. Der zeitliche Zusammenhang ist unterbrochen, wenn
erst nach mehreren Jahren Arbeitsfähigkeit plötzlich ein gesundheitlicher Rückfall
eintritt, nicht aber, wenn eine Periode vorübergehender Arbeitsfähigkeit nur gerade
einige Monate betrug (BGE 134 V 20 E. 3.2 S. 22; BGE 120 V 112 E. 2b und 2c
S. 116ff.). Als massgeblichen Zeitraum bezeichnet das Bundesgericht mit Blick auf
Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) drei
Monate als Richtschnur (so etwa BGE 134 V 20 E. 3.2.1 S. 22f.).
2.3 Eine berufsvorsorgerechtlich relevante Einbusse an funktionellem
Leistungsvermögen muss nach der Rechtsprechung arbeitsrechtlich in Erscheinung
treten, so etwa durch einen Abfall der Leistungen mit entsprechender Feststellung oder
gar Ermahnung von Seiten des Arbeitgebers oder durch gehäufte, aus dem Rahmen
fallende gesundheitlich bedingte Arbeitsausfälle. Eine erst nach Jahren rückwirkend
festgelegte medizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit, ohne dass der frühere
Arbeitgeber die Leistungseinbusse bemerkt hätte, genügt nicht. Die vertraglich
festgesetzte Pflicht zur Erbringung von Arbeit und die dafür vorgesehene Entlöhnung
sowie weitere im Rahmen des Arbeitsverhältnisses getroffene Vereinbarungen sind in
der Regel als den realen Gegebenheiten entsprechend zu werten. Nur beim Vorliegen
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besonderer Umstände darf die Möglichkeit einer von der arbeitsrechtlich zu Tage
tretenden Situation in Wirklichkeit abweichenden Lage - etwa in dem Sinn, dass ein
Arbeitnehmer zwar zur Erbringung einer vollen Arbeitsleistung verpflichtet war und
auch entsprechend entlöhnt wurde, tatsächlich aber doch keine volle Arbeitsleistung
hat erbringen können - in Betracht gezogen werden (Bundesgerichtsurteile 9C_339/07
vom 5. März 2008 E. 5.2, B 95/06 vom 4. Februar 2008 E. 3.3 und 9C_182/07 vom
7. Dezember 2007 E. 4.1.3 mit Hinweisen).
3.
3.1 In mehreren echtzeitlichen Berichten ist dokumentiert, dass die Klägerin seit März
2002 wegen Schulter-/Armtendomyosen rechtsbetont mit muskulärer Dysbalance bei
einseitiger Arbeitsbelastung in ärztlicher Behandlung stand. Dr. A._, der sie seit
11. März 2002 hausärztlich betreute (IV-act. 10-1f./21 und 10-5f./21), überwies die
Klägerin wiederholt an Dr. med. B._, Facharzt für Rheumatologie FMH sowie
Physikalische Medizin und Rehabilitation FMH, zur konsiliarischen Untersuchung und
Beurteilung ihrer Beschwerden. Dr. B._ erstattete dem Hausarzt am 27. Juni 2002,
15. Januar 2003 und 24. April 2003 Bericht (IV-act. 10-9/21 bis 10-14/21). Nach
Beendigung des Arbeitsverhältnisses bei der W._ empfahl der Rheumatologe mit
Bericht vom 16. September 2003 dringend die früher diskutierte stationäre Behandlung
von drei Wochen in der Klinik Valens (IV-act. 10-15f./21), die vom 22. Oktober bis
18. November 2003 stattfand (IV-act. 10-17/21 bis 10-20/21). - Mit den Arztberichten
stehen die ärztlich attestierten Arbeitsunfähigkeiten, die Dr. A._ im Zeugnis vom
28. November 2005 aufgelistet hat, im Einklang (act. G 1.5). Bereits im ersten Bericht
vom 27. Juni 2002 schlug Dr. B._ gegebenenfalls eine Arbeitsreduktion von 50%
während drei bis vier Wochen mit intensiver Physiotherapie vor (IV-act. 10-9f./21).
Dieser Vorschlag wurde vom 13. August bis 10. September 2002 umgesetzt; ein
Zeitraum, während dem auch die damalige Arbeitgeberin gegenüber der IV eine
krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit attestierte (IV-act. 15-2/9). Nach Besserung der
Beschwerden aufgrund der Therapie und während der Betriebsferien über den
Jahreswechsel 2002/2003 (Bericht Dr. B._ vom 15. Januar 2003, IV-act. 10-11f./21)
stellte der Rheumatologe im April 2003 eine Chronifizierung und zusätzlich ein
Lumbovertebralsyndrom mit spondylogener Ausstrahlung fest (Bericht Dr. B._ vom
24. April 2003, IV-act. 10-13f./21). Er empfahl erneut, bei Wirkungslosigkeit der
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ausgebauten medikamentösen und physikalischen Therapie, auch eine stationäre
Behandlung zu überlegen.
3.2 Von den Arbeitsunfähigkeiten, die Dr. A._ im Zeugnis vom 28. November 2005
attestierte (act. G 1.5), fallen die ersten fünf Zeiträume in das Vorsorgeverhältnis mit der
Beklagten. Für drei dieser fünf Phasen bestätigte die Pensionskasse eine
krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit der Klägerin, nämlich vom 13. August bis
10. September 2002 (vgl. vorstehende Erwägung 3.1), vom 3. bis 7. März 2003 (act.
G 12.1 mit Bestätigung vom 28. Oktober 2008 für die Werktage, während Dr. A._
auch noch für das Wochenende vom 8./9. März 2003 Arbeitsunfähigkeit attestierte) und
vom 18. bis 29. Juni 2003 (IV-act. 15-2/9 bzw. act. G 12.1, wo lediglich über eine
Arbeitsunfähigkeit vom 23. bis 27. Juni 2003 berichtet wird). Für die beiden Zeiträume
vom 11. bis 20. März 2002 und 17. bis 25. Februar 2003 kann offen bleiben, ob die
glaubhaft von Dr. A._ attestierte Arbeitsunfähigkeit von der Klägerin der Arbeitgeberin
gegenüber nicht geltend gemacht wurde.
3.3 Es ist unbestritten, dass das Arbeitsverhältnis von der W._ mit Schreiben vom
25. Mai 2003 per 31. August 2003 gekündigt und auf Wunsch der Klägerin am 17. Juli
2003 frühzeitig per 31. Juli 2003 aufgelöst wurde (act. G 5.1 und 5.2). Strittig sind die
Gründe beider Sachverhalte. Während sich die Pensionskasse auf wirtschaftliche
Gründe beruft, wie sie im Kündigungsschreiben aufgeführt sind, macht die Klägerin
geltend, es sei ihr aus gesundheitlichen Gründen gekündigt worden, was im Bericht der
Klinik Valens festgehalten worden sei (act. G 5.3 bzw. IV-act. 10-17/21 bis 10-20/21).
Auch für den frühzeitigen Austritt per 31. Juli 2003 macht die Klägerin gesundheitliche
Gründe geltend, während die Arbeitgeberin darlegt, sie hätte scheinbar eine neue Stelle
gefunden und es hätten keinerlei Hinweise auf eine allfällige Arbeitsunfähigkeit
bestanden (act. G 12.1). Keiner Partei ist es gelungen, ihre Position zu beweisen. Die
Frage kann offenbleiben, da unabhängig davon über die Leistungsvoraussetzungen
entschieden werden kann. - Selbst wenn die Klägerin eine neue Stelle in Aussicht
gehabt oder sogar angetreten hätte, lag - wie nachstehend ausgeführt wird - keine
volle Arbeitsfähigkeit während mindestens drei Monaten vor, weshalb für das
Schulter-/ Armleiden nicht die Vorsorgeeinrichtung des neuen Arbeitgebers
leistungspflichtig geworden wäre (vgl. BGE 134 V 20 und BGE 130 V 270 je mit
Hinweisen).
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3.4 Zwischen der frühzeitigen Auflösung des Arbeitsverhältnisses am 17. Juli 2003
und dem Beginn der Wartefrist, der von der IV auf den 22. Oktober 2003 festgelegt
wurde (IV-act. 16, 25 und 26), bestand ebenfalls eine Arbeitsunfähigkeit der Klägerin:
Dr. B._ schrieb sie im Bericht vom 16. September 2003 aufgrund der
rheumatologischen Beschwerden für eine leichte körperliche Tätigkeit lediglich zu 50%
arbeitsfähig (IV-act. 10-15f./21). Dr. A._ attestierte gegenüber der Arbeitslosenkasse
im Zeugnis vom 30. Oktober 2003 50% Arbeitsunfähigkeit ab 8. September 2003 und
während des stationären Rehabilitationsaufenthalts in der Klinik Valens ab 22. Oktober
2003 volle Arbeitsunfähigkeit (act. G 1.4). Aus den Akten ist nicht ersichtlich, weshalb
der Hausarzt im Bericht an die SVA vom 4. Januar 2005 (IV-act. 10-1f./21) die
Arbeitsunfähigkeit ab 8. September 2003 nicht vermerkte, obwohl er sie selbst
attestiert hatte und sie von Dr. B._, dessen Bericht er beilegte, bestätigt worden war.
Die Vermutung liegt nahe, dass es sich dabei um ein Versehen des Hausarztes
handelte. - Aufgrund der echtzeitlichen Arztberichte bzw. Arztzeugnisse ist erstellt,
dass die Klägerin wegen der rheumatischen Beschwerden, die bereits während des
Arbeitsverhältnisses mit der W._ zu Phasen mit Arbeitsunfähigkeit geführt hatten,
spätestens ab 16. September 2003 erneut arbeitsunfähig war. Auch in einer
leidensangepassten Tätigkeit konnte sie lediglich zu 50% eingesetzt werden. Diese
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit wurde auch durch die Ärzte der Klinik Valens gestützt,
die die Klägerin im Anschluss an den Klinikaufenthalt ab 19. November 2003 für eine
leichte bis mittelschwere, nicht repetitive Arbeit 50% arbeitsfähig schrieben (IV-act.
10-18/21).
3.5 Zusammenfassend ist damit erstellt, dass die Klägerin wegen ihrer
rheumatologischen Beschwerden bereits während des Arbeitsverhältnisses mit der
W._ während mehrerer Phasen arbeitsunfähig war. Eine Arbeitsunfähigkeit lag auch
nach Beendigung dieses Arbeitsverhältnisses in einer angepassten Tätigkeit vor. Der
regionale ärztliche Dienst der SVA fasste die Einschränkung der Klägerin am 23. März
2005 zusammen und hielt fest, für die angestammte Tätigkeit (stereotype einseitige
Arbeitsbelastung am Fliessband) bestehe keine relevant verwertbare Arbeitsfähigkeit
mehr. In einer adaptierten Tätigkeit (leichte bis mittelschwere Tätigkeit mit
wechselnder, nicht repetitiver Belastung, ohne relevante Lastenhandhabung) sei sie zu
50% arbeitsfähig einzuschätzen (IV-act. 16). Aufgrund dieser Einschränkung wurde ihr
ab 1. Oktober 2004 eine halbe IV-Rente zugesprochen. Damit ist der geforderte
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sachliche Zusammenhang zwischen der Arbeitsunfähigkeit und der Invalidität gegeben.
Der Einwand der Pensionskasse, die Invalidität sei im Wesentlichen durch die
depressive Symptomatik begründet, weshalb es am sachlichen Zusammenhang fehle,
widerspricht der medizinischen Begründung für die IV-Rente ab 1. Oktober 2004. Die
Pensionskasse übersieht auch, dass die psychiatrische Behandlung der Klägerin erst
im September 2004, also mehr als ein Jahr nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses
mit der W._ einsetzte.
3.6 Auch der zeitliche Zusammenhang zwischen der Arbeitsunfähigkeit und der
Invalidität ist gegeben: Spätestens nach der Arbeitsunfähigkeit im Juni 2003 gab es
keine Phasen von mindestens drei Monaten mehr, während denen die Klägerin voll
arbeitsfähig war.
3.7 Die Klägerin war gemäss Verfügung der IV seit Oktober 2003 in ihrer
Arbeitsfähigkeit erheblich eingeschränkt und hatte ab 1. Oktober 2004 bei einem
Invaliditätsgrad von 50% Anspruch auf eine halbe Rente (IV-act. 29, 30 und 33). Nach
den vorstehenden Erwägungen war die rheumatologisch bedingte Arbeitsunfähigkeit,
die zur Invalidität und zum Rentenanspruch führte, während des Arbeitsverhältnisses
mit der W._ und damit während des Vorsorgeverhältnisses aufgetreten. Damit sind
die Voraussetzungen für eine Leistungspflicht der Pensionskasse gemäss Gesetz und
Vorsorgereglement gegeben und die Pensionskasse hat der Klägerin eine Rente von
50% auszurichten. Der Zeitpunkt des Rentenbeginns wird gemäss Art. 26 Abs. 1 BVG
analog zur IV festgelegt, wobei vorliegend Art. 29 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in der bis 31. Dezember 2007 gültig gewesenen
Fassung zur Anwendung kommt. Der Anspruch der Klägerin auf eine Invalidenrente der
Vorsorgeeinrichtung begann ebenfalls am 1. Oktober 2004. Die Krankentaggelder, die
ihr ab August 2003 aus einer Freizügigkeitspolice ausgerichtet wurden (act. G 12.2),
waren nicht (mindestens zur Hälfte) durch die W._ mitfinanziert, weshalb deren
Ausschöpfung nicht gemäss Abs. 4 von Ziffer 2.5 des Reglements der Pensionskasse
abzuwarten war.
4.
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4.1 Die halbe IV-Rente der Klägerin war mit Wirkung ab 1. Januar 2006 wegen einer
Verschlechterung ihres psychischen Gesundheitszustandes auf eine ganze Rente
erhöht worden (IV-act. 44, 55 und 56). Mit der Klage vom 9. August 2007 lässt die
Klägerin ab 1. Januar 2006 auch die Erhöhung des Invaliditätsgrades der
Vorsorgeleistung geltend machen.
4.2 Eine Vorsorgeeinrichtung ist nach der Rechtsprechung auch für eine Erhöhung
des Invaliditätsgrades leistungspflichtig, wenn und soweit die Verschlechterung der
Arbeitsfähigkeit durch denselben Gesundheitsschaden bedingt ist, welcher zur
Invalidität geführt hatte (vgl. BGE 123 V 262 E. 1a S. 263, BGE 118 V 35 E. 5 S. 45;
Urteil des Bundesgerichts 9C_179/2008 vom 30. Oktober 2008 E. 1.2 mit Hinweisen).
Diese Voraussetzung des sachlichen Zusammenhangs ist hier nicht gegeben: Wie
vorstehend in Erwägung 3 ausgeführt, war es die physische Beeinträchtigung der
Klägerin, die zur Zusprechung der halben IV-Rente geführt hatte. Wegen des
psychischen Leidens war sie erst ab 6. September 2004 psychiatrisch behandelt
worden. Die versicherungsmedizinische Begründung für die Erhöhung der IV-Rente
stützte sich ausschliesslich auf die Verschlechterung ihres psychischen
Gesundheitszustands (IV-act. 44). Eine Leistungspflicht der Pensionskasse hiefür ist zu
verneinen, das psychische Leiden der Klägerin führte nicht bereits während des
Vorsorgeverhältnisses zu einer Arbeitsunfähigkeit, die ursächlich war für die Invalidität.
Dass die Fachstelle für Sozialpsychiatrie und Psychotherapie das Auftreten einer
mittelgradigen depressiven Episode schon während des Arbeitsverhältnisses postuliert
(IV-act. 24) und die Tolvon-Versorgung bereits früher, nämlich ab November 2003
dokumentiert ist (IV-act. 10 – 18), vermag an dieser Tatsache nichts zu ändern.
5.
5.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beklagte in teilweiser Gutheissung
der Klage zu verpflichten, der Klägerin ab 1. Oktober 2004 eine Invalidenrente auf der
Basis eines Invaliditätsgrades von 50% auszurichten. Die Angelegenheit ist zur
Berechnung der Leistungen an die Beklagte zu überweisen (vgl. dazu BGE 129 V 450
E. 3.4 S. 453).
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5.2 Die klägerische Rechtsvertreterin stellt in der Klageschrift vom 9. August 2007
einen Antrag auf Entrichtung von Verzugszinsen. Im Allgemeinen sind in der
Sozialversicherung auf Leistungen keine Verzugszinsen geschuldet (BGE 117 V 351;
BGE 113 V 48 E. 2a S. 50f.). Im Bereich der beruflichen Vorsorge anerkennt die
Rechtsprechung jedoch die Pflicht zur Entrichtung von Verzugszinsen bei einer
verspäteten Überweisung von Freizügigkeitsleistungen sowie bei verspäteter
Auszahlung eines Alterskapitals oder bei Invalidenrenten (Hans-Ulrich Stauffer,
Rechtsprechung des Bundesgerichts zur beruflichen Vorsorge, 2. Aufl. 2006, S. 63f.).
Enthalten die Statuten keine Bestimmung über die Höhe des Verzugszinses, beträgt
dieser 5% (Art. 104 des Obligationenrechts [OR; SR 220]). Der Beginn der Zinspflicht
richtet sich nach Art. 105 Abs. 1 OR (BGE 119 V 131 E. 4 S. 133ff. = Pra 83 [1994]
Nr. 67); wonach ein Schuldner, der mit der Entrichtung von Renten im Verzug ist, erst
vom Tag der Anhebung der Betreibung oder der gerichtlichen Klage an Verzugszinsen
zu bezahlen hat. Im vorliegenden Fall erhob die Klägerin am 9. August 2007 Klage beim
Versicherungsgericht (Postaufgabe); somit schuldet ihm die Beklagte ab diesem
Zeitpunkt Verzugszins zu 5% auf den ausstehenden Leistungen.
5.3 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 73 Abs. 2 BVG). Hingegen hat der
Kläger bei diesem Verfahrensausgang Anspruch auf den Ersatz der ausseramtlichen
Kosten durch die Beklagte (Art. 98 Abs. 2 und Art. 98 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [sGS 951.1; VRP]). Es rechtfertigt sich mit Blick auf die
konkreten Umstände, die Entschädigung auf pauschal Fr. 3'500.-- festzulegen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG