Decision ID: 79ad11cd-79ed-4db1-94c7-c4bb3a1d9e6c
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Forderung
Berufung gegen ein Urteil des Arbeitsgerichtes Zürich, 4. Abteilung, vom 30. August 2012 (AN090590)
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Rechtsbegehren (Urk. 10 S. 1; VI-Prot. S. 11 sinngemäss):
1. Es sei die Beklagte zu verpflichten, dem Kläger ab 01.07.2001 CHF 5'376.77 (den Lohnersatz für drei Wochen) zu bezahlen, zuzüglich 5% Zins ab 01.08.2001 unter Nachklagevorbehalt für seinen .
2. Es sei festzustellen, dass die Beklagte verpflichtet ist, dem Kläger ab 30.06.2009 lebenslang die Lohndifferenz in der Höhe von CHF 134'837.– pro Jahr, das heisst monatlich CHF 11'236.40 zu , unter Nachklagevorbehalt des Klägers für seinen Bonusanspruch.
3. Es sei die Beklagte zu verpflichten, dem Kläger für die Zeit vom 01.10.2005 bis 30.06.2009 die Lohndifferenz von CHF 505'638.75  einem mittleren Zins von 5% ab 1. Juni 2007 zu bezahlen, unter Nachklagevorbehalt des Klägers für seinen Bonusanspruch.
4. Eventualiter: Es sei dem Kläger anstelle der Rechtsbegehren gemäss Ziffer 2 und 3 eine einmalige Kapitalleistung in Höhe von CHF 2'644'769.– zu bezahlen, unter Nachklagevorbehalt für seinen .
5. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beklagten.
Urteil des Arbeitsgerichts Zürich vom 30. August 2012:
1. In Gutheissung von Ziff. 1 des Klagebegehrens wird die Beklagte , dem Kläger für die drei auf den 1. Juli 2001 folgenden Wochen Krankenlohn im Betrag von Fr. 5'376.77 zuzüglich Zins von 5% ab dem 1. August 2001 zu bezahlen.
2. Auf Ziff. 2 und Ziff. 3 des Klagebegehrens wird nicht eingetreten.
3. In teilweiser Gutheissung von Ziff. 4 des Klagebegehrens wird die  verpflichtet, dem Kläger Fr. 683'153.60 zu bezahlen. Im  von Fr. 1'961'615.40 wird die Klage abgewiesen.
4. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf
Fr. 50'000.00; die weiteren Kosten betragen Fr. 350.00 Zeugenentschädigung
Fr. 50'350.00 Total.
5. Die Gerichtskosten werden dem Kläger zu 74% und der Beklagten zu 26% auferlegt.
6. Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten eine Parteientschädigung von Fr. 32'190.– zu bezahlen.
7. [Schriftliche Mitteilung]
8. [Rechtsmittel]
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Erst-Berufungsanträge (LA120024):
Anträge des Klägers (Urk. 59 S. 2) 1. Es sei das Urteil des Arbeitsgerichtes Zürich vom 30. August 2012 teil-
weise, nämlich betreffend Ziff. 3 des Dispositives aufzuheben.
2. Es sei die Berufungsbeklagte zu verpflichten, dem Berufungskläger eine einmalige Kapitalleistung in der Höhe von CHF 2'644'769.-- zu bezahlen unter Nachklagevorbehalt für seinen Bonusanspruch.
3. Eventualantrag: Es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Berufungskläger
eine einmalige Kapitalleistung in der Höhe von CHF 1'677'928.-- zu  unter Nachklagevorbehalt für seinen Bonusanspruch.
4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der .
Anträge der Beklagten (Urk. 70 S. 1 f.): 1. Die Anträge des Berufungsklägers seien unter Vorbehalt der nachfol-
genden Anträge vollumfänglich abzuweisen.
2. Die Ziffern 3 bis 6 des Urteils des Arbeitsgerichts Zürich ( AN090590-L/U) seien aufzuheben.
3. Die Klage sei, mit Ausnahme des Krankenlohnes im Betrag von Fr. 5'376.77 plus Zinsen, abzuweisen.
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen für beide Instanzen zu Lasten des Klägers/Berufungsklägers.
Zweit-Berufungsanträge (LA120025):
Anträge der Beklagten (Urk. 73/59 S. 1 f.): 1. Die Ziffern 3 bis 6 des Urteils des Arbeitsgerichts Zürich (Geschäfts-
nummer AN090590-L/U) seien aufzuheben.
2. Die Klage sei, mit Ausnahme des Krankenlohnes im Betrag von Fr. 5'376.77 plus Zinsen, abzuweisen.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen für beide Instanzen zu Lasten des Klägers/Berufungsklägers.
Anträge des Klägers (Urk. 73/69 S. 2): 1. Es sei die Berufung vollständig abzuweisen.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge für beide Instanzen zulasten der Berufungsklägerin/Beklagten.
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Erwägungen:
1. Sachverhaltsüberblick
1. Der Kläger, Erstberufungskläger und Zweitberufungsbeklagte (fortan: der
Kläger) wurde im Rahmen des "Employment Agreement" vom 3. August
2000 (Urk. 3/3 [fortan: Arbeitsvertrag]) als Direktor und Head of Sponsoring,
Events and Promotion in der "Sports & Entertainment Division" der C._
AG eingestellt (Ziff. 1). Das jährliche Festgehalt des Klägers betrug
Fr. 250'000.– brutto und wurde monatlich ausbezahlt; zusätzlich stand dem
Kläger ein jährlicher Bonus zu, dessen Höhe sich gemäss der Arbeitsleis-
tung des Klägers und in Übereinstimmung mit dem Bonusprogramm der Be-
klagten bemass (Ziff. 5). Für den Fall von Krankheit und den Fall eines Un-
falls trafen die Parteien im Arbeitsvertrag folgende Regelung (Ziff. 7):
„In case of sickness, C._ [C._ AG] shall pay 80% of yearly gross  with a waiting period of 60 days for a duration of 24 months (minus  period). In case of accident, C._ [C._ AG] shall pay 80% of yearly gross income with a waiting period of 60 days for a lifelong duration.
The conditions of the mandatory accident insurance have to be in line with the law. All premiums shall be paid by the employer.“
2. Am 1. September 2000 trat der Kläger die Stelle an. Bereits im Dezember
2000 wurde das Arbeitsverhältnis seitens der C._ AG aufgrund einer in-
ternen Neuausrichtung und mit Wirkung auf den 30. Juni 2001 aufgelöst
(Urk. 3/4).
3. Mit Vertrag vom 19. März 2001 wurde die C._ AG von der Beklagten,
Erstberufungsbeklagten und Zweitberufungsklägerin (fortan: die Beklagte)
übernommen (Urk. 3/2). Der Arbeitsvertrag mit dem Kläger ging auf die Be-
klagte über.
4. Am 29. Juni 2001 stürzte der Kläger auf seinem Balkon bei Montagearbeiten
von einer Bockleiter. Dabei schlug er zuerst an der Wand, dann auf dem
Balkontisch und schliesslich auf dem Balkonboden auf (Urk. 60 S. 20-24).
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5. Nach diesem Unfallereignis erhielt der Kläger für die ersten 60 Tage die ob-
ligatorischen Versicherungsleistungen ausbezahlt. Ab dem 61. Tag nach
dem Unfall wurden dem Kläger zusätzlich zu den obligatorischen Versiche-
rungsleistungen auch die Taggelder der nicht-obligatorischen Versicherung
ausgerichtet. In der Verfügung vom 26. September 2005 stellte die obligato-
rische Unfallversicherung - die damalige "D._" und heutige "D1._" -
eine Invalidität des Klägers von 77% fest. Gemäss dieser Verfügung erhielt
der Kläger ab dem 1. Oktober 2005 von der obligatorischen Unfallversiche-
rung auf der Basis eines Invaliditätsgrades von 77% eine jährliche Komple-
mentärrente von Fr. 65'163.00.
6. Ein Gesuch auf Zusprechung einer IV-Rente wurde gemäss Darstellung des
Klägers rechtskräftig abgewiesen (VI Prot. S. 38).
7. Im vorliegenden Verfahren ist umstritten, ob dem Kläger wegen des am
29. Juni 2001 erlittenen Unfalls gestützt auf Ziff. 7 des Arbeitsvertrages ein
Anspruch auf lebenslange Lohnfortzahlung zusteht, und wenn ja in welcher
Höhe.
2. Prozessgeschichte
1. Mit Klage vom 14. Juli 2009 gelangte der Kläger ans Arbeitsgericht Zürich
und stellte die obgenannten Rechtsbegehren (Urk. 1). Im Einzelnen verlang-
te er für die Zeit zwischen dem Unfallereignis und dem Beginn der Renten-
zahlung Lohnfortzahlung von Fr. 5'376.77 (Rechtsbegehren Ziff. 1). Haupt-
sächlich klagt der Kläger aber lebenslange Lohnfortzahlung ab 1. Oktober
2005 ein; er verlangt zunächst die Feststellung der Verpflichtung der Beklag-
ten, ihm ab 30. Juni 2009 lebenslang die Lohndifferenz in der Höhe von
CHF 134'837.– pro Jahr (berechnet aus Differenz zwischen Fr. 200'000.00
[80% des Lohnes von Fr. 250'000.00] und Fr. 65'163.00 [jährliche Komple-
mentärrente der obligatorischen Unfallversicherung]), das heisst monatlich
Fr. 11'236.40 zu bezahlen (Rechtsbegehren Ziff. 2); weiter verlangt er für die
Zeit ab Verfügungsdatum bis zur Klageeinleitung, dass die Beklagte zur Be-
zahlung der Lohndifferenz von Fr. 505'638.75 zuzüglich 5% Zins ab 1. Juni
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2007 zu verpflichten sei (Rechtsbegehren Ziff. 3); eventualiter - anstelle der
Rechtsbegehren gemäss Ziffer 2 und 3 - fordert er eine einmalige Kapital-
leistung in Höhe von Fr. 2'644'769.00 (Rechtsbegehren Ziff. 4). Mit Kla-
geantwort vom 19. Oktober 2009 beantragte die Beklagte die Abweisung der
Klage (Urk. 7). Am 1. Februar 2010 wurde das Verfahren mit mündlicher
Replik und Duplik fortgesetzt (VI Prot. S. 4 ff.).
2. Nach Durchführung eines weiteren Schriftenwechsels zum Unfallhergang
(Urk. 15 [Kläger] und Urk. 20 [Beklagte]) und nach Durchführung eines Be-
weisverfahrens fällte das Arbeitsgericht Zürich am 30. August 2012 das ob-
genannte Urteil (Urk. 60).
3. Beide Parteien fochten das Urteil des Arbeitsgerichts Zürich vom 30. August
2012 mit je selbständigen Berufungen an. Der Kläger stellte mit Erst-
Berufung vom 27. September 2012 (Verfahren LA120024) die obgenannten
Anträge (Urk. 59 S. 2), und die Beklagte stellte mit Zweit-Berufung vom
5. Oktober 2012 (Verfahren LA120025) die oben wiedergegebenen Anträge
(Urk. 73/59 S. 1 f.). Die Berufungsantwort der Beklagten im Erstberufungs-
verfahren datiert vom 4. Januar 2013 (Urk. 70), diejenige des Klägers im
Zweitberufungsverfahren vom 17. Dezember 2012 (Urk. 73/69).
4. Mit Beschluss vom 31. Januar 2013 wurde das Berufungsverfahren
LA120025 mit dem Berufungsverfahren LA120024 vereinigt und unter der
letztgenannten Prozessnummer weitergeführt; gleichzeitig wurden den Par-
teien die Berufungsantworten der jeweiligen Gegenpartei zur Kenntnis zuge-
stellt (Urk. 72).
3. Prozessuales
1. Für das Berufungsverfahren kommt die am 1. Januar 2011 in Kraft getretene
eidgenössische Zivilprozessordnung zur Anwendung (Art. 405 Abs. 1 ZPO).
Das Verfahren vor Arbeitsgericht unterstand demgegenüber noch der kanto-
nalzürcherischen Zivilprozessordnung (ZPO/ZH). Soweit die Verletzung von
Verfahrensvorschriften gerügt wird, ist somit im neurechtlichen Berufungs-
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verfahren zu prüfen, ob die Bestimmungen der ZPO/ZH korrekt angewendet
wurden.
2. Die Vorinstanz sprach dem Kläger unter dem Titel "Lohnfortzahlung direkt
nach dem Unfallereignis" Fr. 5'376.77 zu. Ferner trat die Vorinstanz auf die
Klagebegehren Ziff. 2 (Feststellungsbegehren, dass lebenslang eine
Lohndifferenz von jährlich Fr. 134'837.00 bzw. monatlich Fr. 11'236.40 be-
stehe) und Klagebegehren Ziff. 3 (Verpflichtung zur Bezahlung einer
Lohndifferenz von Fr. 505'638.75 für die Zeit vom 01.10.2005 bis
30.06.2009) nicht ein; auch diesbezüglich wird das Urteil vom Kläger aus-
drücklich anerkannt (Urk. 59 S. 4 Rz. 6). Da die Berufung die Rechtskraft
und die Vollstreckbarkeit nur im Umfang der Anträge hemmt, ist vorzumer-
ken, dass das angefochtene Urteil mit Eingang der Berufungsantwort am
4. Januar 2013 in Bezug auf Dispositiv-Ziffer 1 und 2 rechtskräftig geworden
ist.
4. Materielles
1. Gegenstand des vorliegenden Berufungsverfahrens ist der vom Kläger be-
hauptete und von der Beklagten bestrittene Vertragsanspruch auf lebens-
lange Lohnfortzahlung wegen unfallbedingter dauernder Erwerbsunfähigkeit.
Im Folgenden ist zunächst durch Auslegung des Arbeitsvertrages zu prüfen,
unter welchen Voraussetzungen ein vertraglicher Anspruch auf Lohnfortzah-
lung besteht (nachfolgend Ziffer 2). Alsdann ist zu prüfen, ob diese Voraus-
setzungen für eine Lohnfortzahlung erfüllt sind (nachfolgend Ziffer 3). Sollte
sich herausstellen, dass die Voraussetzungen für einen vertraglichen An-
spruch gegeben sind, wäre schliesslich in quantitativer Hinsicht zu prüfen,
welche Ansprüche dem Kläger zustehen (nachfolgend Ziff. 4).
2. Zunächst ist zu prüfen, ob aus Ziffer 7 des Arbeitsvertrages ein Anspruch
auf lebenslange Lohnfortzahlung für den Fall der unfallbedingten dauernden
Erwerbsunfähigkeit abgeleitet werden kann. Der hier interessierende Teil
von Ziffer 7 des Arbeitsvertrages lautet wie folgt:
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„In case of accident, C._ shall pay 80% of yearly gross income with a waiting period of 60 days for a lifelong duration.“
Die Vorinstanz hielt fest, diese Bestimmung könne nicht anders ausgelegt
werden, als dass die Arbeitgeberin im Fall einer bleibenden Erwerbsunfähig-
keit des Arbeitnehmers zu lebenslangen Lohnfortzahlungen verpflichtet sei
(Urk. 60 S. 15-17). Dass Art. 7 des Arbeitsvertrages bei bleibender Erwerbs-
unfähigkeit eine Pflicht zur lebenslangen Lohnfortzahlung vorsieht, ist im Be-
rufungsverfahren nicht mehr umstritten. Umstritten ist jedoch, unter welchen
Voraussetzungen eine solche Lohnfortzahlung geschuldet ist. Die Vor-
instanz erwog, dass von einer Lohnfortzahlung nur auszugehen sei, wenn
der Kläger aufgrund des Unfalls generell erwerbsunfähig sei (Urk. 60 S. 27).
Demgegenüber stellt sich der Kläger auf den Standpunkt, eine lebenslange
Lohnfortzahlung sei geschuldet, sofern er in seinem bisherigen Beruf und
Arbeitsgebiet als Spielervermittler/Sportmanager nicht mehr arbeitsfähig sei
(Urk. 59 S. 5 f. Rz. 9 und 11 ff.).
a) Die Frage, unter welchen Voraussetzungen ein Unfall nach Ziffer 7 des
Arbeitsvertrages eine lebenslange Lohnfortzahlung auslöst, ist durch
Auslegung zu ermitteln. Ziel der Vertragsauslegung ist in erster Linie
das Feststellen eines übereinstimmenden wirklichen Parteiwillens
(Art. 18 Abs. 1 OR). Steht ein tatsächlicher Konsens fest, bleibt für eine
Auslegung nach dem Vertrauensgrundsatz kein Raum. Wenn eine tat-
sächliche Willensübereinstimmung nicht behauptet wird oder unbewie-
sen bleibt, sind zur Ermittlung des mutmasslichen Parteiwillens die Er-
klärungen der Parteien aufgrund des Vertrauensprinzips so auszule-
gen, wie sie nach ihrem Wortlaut und Zusammenhang sowie den ge-
samten Umständen verstanden werden durften und mussten. Bei der
objektivierten Vertragsauslegung nach dem Vertrauensprinzip wird der
rechtliche Konsens ermittelt; dementsprechend ist Auslegung nach
dem Vertrauensprinzip Rechtsfrage (BGE 135 III 410 E. 3.2 S. 412 f.,
132 III 626 E. 3.1 S. 632, je mit Hinweisen).
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b) Im vorliegenden Fall hielt die Vorinstanz unangefochten fest, dass ein
übereinstimmender wirklicher Wille der Parteien (Art. 18 OR) nicht fest-
stellbar sei und daher kein tatsächlicher Konsens ermittelt werden kön-
ne (Urk. 60 S. 16). Zu Recht legt die Vorinstanz daher den Vertrag
nach dem Vertrauensprinzip aus und ermittelte den rechtlichen Kon-
sens. Dabei sind die Erklärungen der Parteien so auszulegen, wie sie
nach dem Wortlaut und Zusammenhang sowie den gesamten Umstän-
den verstanden werden durften und mussten (BGE 122 III 426 E. 5
S. 429 f.). Gemäss dem Wortlaut von Ziff. 7 des Arbeitsvertrages ist im
Fall eines Unfalls ("in case of accident") Lohnfortzahlung geschuldet;
dem Wortlaut kann jedoch nicht entnommen werden, ob die Lohnfort-
zahlung bereits geschuldet ist, wenn der Unfall eine Arbeitsunfähigkeit
im bisherigen Beruf und Arbeitsgebiet (gemäss Art. 324a OR) zur Fol-
ge hat, oder erst dann, wenn der Unfall zu einer generellen Erwerbsun-
fähigkeit (gemäss Art. 7 ATSG [Bundesgesetz über den allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts, SR 830.1]) führt; der Vertragswort-
laut ist daher nicht aufschlussreich. Zutreffend erwog die Vorinstanz
sodann, dass die im Arbeitsvertrag vorgesehene Lohnfortzahlung bei
Unfall (Ziff. 7 Abs. 1) in engem Zusammenhang mit der im gleichen
Kontext geregelten obligatorischen Unfallversicherung steht (Ziff. 7
Abs. 2), weshalb ein Anspruch auf Lohnfortzahlung nur für den Fall der
sozialversicherungsrechtlichen Erwerbsunfähigkeit gemäss Art. 7
ATSG gesehen werden könne (Urk. 60 S. 27 mit Hinweis auf S. 16).
Vor allem fällt aber unter Berücksichtigung der weiteren Umstände in
Betracht, dass aufgrund der Interessenlage der Parteien davon auszu-
gehen ist, dass die in Ziff. 7 des Arbeitsvertrages vorgesehene lebens-
lange Lohnfortzahlung nur insoweit vertretbar erscheint, als der an-
spruchsberechtigte Arbeitnehmer nach Ausschöpfung der verbleiben-
den Restarbeitskraft effektiv erwerbsunfähig im Sinn von Art. 7 ASTG
bleibt; die aus sozialpolitischen Gründen viel grosszügiger ausgestalte-
te Lohnfortzahlung bei Arbeitsunfähigkeit im bisherigen Arbeitsgebiet
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ist nur vertretbar, wenn sie wie im Fall von Art. 324a OR, nur für eine
beschränkte Zeit geschuldet ist.
c) Die Auslegung von Ziff. 7 des Arbeitsvertrages ergibt somit, dass eine
lebenslange Lohnfortzahlung nur insoweit geschuldet ist, als der Kläger
generell erwerbsunfähig ist (Art. 7 ATSG). Es ist kein Grund ersichtlich,
dass eine vertragliche Leistungspflicht für den Fall vereinbart wurde,
dass nur eine Arbeitsverhinderung des Klägers in seinem bisherigen
Beruf oder Aufgabenbereich als Spielervermittler/Sportmanager vorlie-
gen sollte (Art. 324a OR). Das Sozialversicherungsrecht umschreibt
den Begriff der Erwerbsunfähigkeit als den durch Beeinträchtigung der
körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachten und
nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibenden ganzen
oder teilweisen Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht
kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Mass-
geblich ist demgemäss nicht die Arbeitsmöglichkeit des Betroffenen im
bisherigen Tätigkeitsbereich, sondern die nach Behandlung und Ein-
gliederung verbleibende Erwerbsmöglichkeit in irgendeinem für den
Betroffenen auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt in Frage kommen-
den Beruf (vgl. BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346 f.). Daran anlehnend ist
der sozialversicherungsrechtliche Begriff der Invalidität definiert als ei-
ne voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
3. Aufgrund des bisher Ausgeführten ist festzuhalten, dass der Kläger aus
Ziff. 7 des Arbeitsvertrages Ansprüche ableiten kann, wenn er als ganz oder
teilweise erwerbsunfähig im Sinn von Art. 7 ATSG bzw. invalid im Sinn von
Art. 8 ATSG zu betrachten ist. Die Vorinstanz hielt zutreffend fest, dass für
die Frage des Umfangs der Erwerbsunfähigkeit bzw. Invalidität keine Bin-
dungswirkung an die Verfügung des obligatorischen Unfallversicherers
(D1._) vom 26. September 2005 bestehe (vgl. Urk. 3/5), die von einem
Invaliditätsgrad von 77% ausgehe (Urk. 60 S. 17-20). Dies ist im Berufungs-
verfahren nicht mehr umstritten. Da die Verfügung vom 25. September 2005
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nicht massgebend ist, führte die Vorinstanz zur Frage des verbleibenden
Umfangs der Erwerbsfähigkeit ein Beweisverfahren durch.
a) Im Beweisauflagebeschluss vom 25. Oktober 2010 auferlegte die Vor-
instanz dem Kläger u.a. den Hauptbeweis, dass er zu 77% "erwerbsun-
fähig" sei (Beweissatz 1) und in diesem Umfang lebenslang bleiben
werde (Beweissatz 2) (Urk. 21 S. 2). Gestützt auf die vom Kläger offe-
rierten Hauptbeweismittel zu den Beweissätzen 1 und 2 ordnete die
Vorinstanz mit Beschluss vom 18. April 2011 die Abnahme von diver-
sen Urkunden (insbes. medizinische Berichte und Gutachten) sowie die
Einvernahme des Zeugen Dr. E._ (Hausarzt des Klägers) an; die
Einvernahme des Zeugen Dr. F._ (Verfasser des Gutachtens vom
3. August 2004 [Urk. 26/2]) und die Einholung eines Gutachtens behielt
sich die Vorinstanz vor (Urk. 29 S. 3-6). Ferner ordnete die Vorinstanz
gestützt auf die von der Beklagten offerierten Gegenbeweismittel zu
den Beweissätzen 1 und 2 unter anderem die Edition von diversen Ur-
kunden durch den Kläger an (Unfallversicherungsakten der D1._
Versicherung, Akten der Invalidenversicherung, Schweizer Steuererklä-
rungen mit Steuereinschätzungen der Jahre 2001 bis 2010 und US-
Steuererklärungen der Jahre 2001 bis 2010 sowie Akten der G._
Vorsorgeeinrichtung) (Urk. 29 S. 4 f.).
b) In der Folge weigerte sich der Kläger, die medizinischen Akten der Un-
fall- und Invalidenversicherung sowie die Schweizer Steuererklärungen
der Jahre 2001 bis 2010 zu edieren; weiter bestritt er, in den Jahren
2001 bis 2010 in den USA Steuererklärungen eingereicht zu haben
(Urk. 32). Die Vorinstanz gelangte ohne die Anordnung eines medizini-
schen Gutachtens und ohne die Edition der erwähnten Gegenbeweis-
mittel, deren Abnahme sie im Beweisabnahmebeschluss noch ange-
ordnet hatte, zum Schluss, dass beim Kläger von einer Erwerbsunfä-
higkeit im Umfang von 50% auszugehen sei (zum Beweissatz 1), wobei
es sich um eine lebenslängliche Einschränkung handle (zum Beweis-
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satz 2). Beide Schlussfolgerungen werden von der Beklagten in der
Zweit-Berufung kritisiert.
− Im Zusammenhang mit Beweissatz 1 (behauptete Erwerbsunfähigkeit
im Umfang von 77%) macht die Beklagte geltend, dass die Vorinstanz
zu Unrecht auf die Edition der medizinischen Akten der Invalidenversi-
cherung, der Unfallversicherung sowie der Vorsorgeeinrichtung durch
den Kläger verzichtet habe (Urk. 59 S. 5 ff. Rz. 22 ff.). In der Tat ist
nicht einzusehen, weshalb die Vorinstanz im Beweisabnahmebe-
schluss vom 18. April 2011 zunächst die beantragte Edition der Ge-
genbeweismittel anordnete (Urk. 29 S. 4 f.), dann aber im angefochte-
nen Urteil aufgrund der vom Kläger verweigerten Edition (Urk. 32) aus-
führte, die Weigerung der Offenlegung der Akten der Invaliden- und
Unfallversicherung erweise sich "bei näherer Prüfung nicht als unbe-
rechtigt" (Urk. 60 S. 25). Wie erwähnt ist der in der Verfügung der obli-
gatorischen Unfallversicherung der D1._ vom 26. September 2005
festgehaltene Invaliditätsgrad von 77% im vorliegenden Zivilprozess
nicht bindend (Urk. 60 S. 17-20); im Unterschied zum erstinstanzlichen
Verfahren (Urk. 32 S. 1 f.) scheint dies unterdessen auch der Kläger
eingesehen zu haben. Bei ihren Beweiserhebungen durfte die Vo-
rinstanz nicht ausschliesslich auf die vom Kläger offerierten (Haupt-)
Beweismittel abstellen. Auch wenn diese Beweismittel zutreffend refe-
riert wurden - wie auch die Beklagte einräumt (Urk. 73/59 S. 7 Rz. 30
mit Hinweis auf Urk. 60 S. 29-36) -, liegt es auf der Hand, dass der
Kläger sich nur auf für ihn günstige (Haupt-)Beweismittel berief. Es wä-
re daher angezeigt gewesen, auch die von der Beklagten offerierten
(Gegen-)Beweismittel abzunehmen. Da die Invalidenversicherung, die
Unfallversicherung und die Vorsorgeeinrichtung offenbar eine Invalidi-
tät des Klägers verneinten, wären die entsprechenden medizinischen
Akten, die den genau gleichen Sachverhalt der Erwerbsunfähigkeit be-
treffen, auch im vorliegenden Verfahren von grossem Interesse gewe-
sen. Die Begründung des Klägers, er sei nicht gewillt, Akten herauszu-
geben, welche die Gesundheit und damit besonders schützenswerte
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Personendaten enthalten (Urk. 32 S. 1), ist nicht überzeugend; es ist
reichlich inkonsequent, einerseits die den eigenen Standpunkt stützen-
den Gesundheitsdaten (Hauptbeweismittel) zu offerieren, andrerseits
aber die Edition von möglicherweise weniger vorteilhaften Gesund-
heitsdaten (Gegenbeweismittel) unter Hinweis auf den Schutz von Per-
sonendaten zu verweigern; eine solche Unterdrückung von Beweismit-
teln und eine damit einher gehende selektive Beweiserhebung ist nicht
vertretbar. Nicht überzeugend ist insbesondere auch die Begründung
der Vorinstanz, wegen der teilweise ähnlichen Kriterien, nach welchen
der Invaliditätsgrad im vorliegenden Verfahren im Verhältnis zum Inva-
liden- und Unfallversicherungsverfahren zu überprüfen seien, bestehe
ein berechtigtes Interesse des Klägers daran, den zivilgerichtlichen
Entscheid nicht von allenfalls präjudizierenden Erwägungen aus den
erwähnten Verwaltungsverfahren beeinflusst zu wissen (Urk. 60 S. 25);
im Gegenteil hätten abweichende medizinische Erkenntnisse in den
erwähnten Abklärungsverfahren in eine umfassende Beweiswürdigung
einbezogen werden müssen; anders zu entscheiden liefe darauf hin-
aus, den umstrittenen Sachverhalt (Umfang der Erwerbsunfähigkeit
des Klägers) einzig aufgrund der für den Kläger vorteilhaften (Haupt-)
Beweismittel zu ermitteln und die von der Beklagten genannten - und
für den Kläger allenfalls nachteiligen - (Gegen-)Beweismittel ausser
Betracht zu lassen. Eine solche Beweiswürdigung, welche die Weige-
rung des Klägers zur Mitwirkung bei der Beweiserhebung unberück-
sichtigt lässt, ist nicht vertretbar und verstösst gegen § 148 ZPO/ZH.
Nach Vorliegen der noch ausstehenden, vom Kläger zu edierenden
medizinischen Abklärungsakten wird zu prüfen sein, ob die gemäss
Beweissatz 1 nachzuweisende verbleibende Erwerbsfähigkeit bereits
aufgrund der erhobenen Beweismittel (Zeugen, Urkunden) rechtsgenü-
gend erstellt ist; gegebenenfalls wird die Einholung eines Gutachtens
notwendig sein, welches im Beweisabnahmebeschluss vorbehalten
wurde (Urk. 29 S. 2). Diesbezüglich ist der Hinweis der Vorinstanz nicht
vertretbar, die Beklagte habe auf die ärztliche Begutachtung des Klä-
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gers verzichtet (Urk. 60 S. 5 mit Hinweis auf Prot. S. 54 und Urk. 46);
einerseits steht dieser Verzicht im Zusammenhang mit der Weigerung
der Klägers, relevante Dokumente zu edieren; und andererseits ist der
Kläger hauptbeweispflichtig, so dass ein allfälliger Verzicht der Beklag-
ten auf ein Gegenbeweismittel nicht schadet; wenn der Kläger mit den
erhobenen Hauptbeweismitteln (Zeugen, Urkunden) den rechtsgenü-
genden Nachweis der in Beweissatz 1 verstellten Behauptung nicht er-
bringen kann, ist es Sache das Klägers, die Einholung eines Gutach-
tens zu beantragen, was er auch getan hat (Urk. 25 S. 2 ["BO: Dr. med.
F._ ... als Sachverständiger"]). Das angefochtene Urteil ist daher
aufzuheben und zur Vervollständigung des Beweisverfahrens im Sinn
der Erwägungen (Einbezug der medizinischen Abklärungsakten der IV,
UV und BVG, allenfalls Einholung eines Gutachtens) oder allenfalls zur
angemessenen Würdigung der Weigerung der Mitwirkung bei der Be-
weiserhebung (andauernde Weigerung der Edition) an die Vorinstanz
zurückzuweisen. Nur der Vollständigkeit halber ist festzuhalten, dass
die Beklagte im vorliegenden Berufungsverfahren nicht mehr auf der
Edition der US-Steuererklärungen sowie einer Edition der Steuererklä-
rungen für die Jahre 2001 bis 2010 beharrt, weshalb darauf nicht mehr
zurückzukommen ist.
− In Bezug auf Beweissatz 2 (lebenslange Erwerbsunfähigkeit) macht die
Beklagte geltend, die vom Kläger offerierten medizinischen Unterlagen
- mit Ausnahme der beiden Berichte sowie der Zeugenaussage des
Hausarztes - bezögen sich auf den Zeitraum 2004 und früher; für die
langfristige Erwerbsunfähigkeit habe die Vorinstanz insbesondere die
Zeugenaussage von Dr. E._ (Hausarzt des Klägers) in den Vor-
dergrund gerückt, obwohl seine Aussagen und Berichte lückenhaft
oder nicht nachvollziehbar gewesen seien; da der Kläger keine weite-
ren Beweismittel für seine langfristige Erwerbsunfähigkeit offeriert ha-
be, obwohl er beweisbelastet gewesen sei, müsse der Beweis als ge-
scheitert betrachtet werden (Urk. 73/59 S. 7 f. Rz. 30-32). Dazu ist vor-
ab festzuhalten, dass die lebenslange Erwerbsunfähigkeit für die Be-
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messung des Lohnfortzahlungsanspruches eine zentrale Tatsachen-
frage ist, die es genau abzuklären gilt. Es wurde bereits erwähnt, dass
der Kläger durch die Verweigerung der Edition von wichtigen medizini-
schen Unterlagen seine Mitwirkungspflichten bei der Sachverhaltsab-
klärung verletzte; dies gilt nicht nur für die Frage der Erwerbsunfähig-
keit an sich (vgl. oben, Lemma 1), sondern auch für die zentrale Frage
der lebenslangen Erwerbsunfähigkeit. Insbesondere ist der Hinweis der
Beklagten zutreffend, dass sich die meisten medizinischen Unterlagen,
die vom Kläger offengelegt wurden und auf die sich die Vorinstanz
stützte, auf den Zeitraum 2004 und früher beziehen. Zutreffend ist so-
dann auch, dass die Berichte und die Zeugenaussagen des Hausarz-
tes Dr. E._ nicht beweisbildend sind für die zentrale Frage der le-
benslangen Erwerbsunfähigkeit. Nicht zutreffend ist hingegen die Auf-
fassung der Beklagten, dass der beweisbelastete Kläger keine weite-
ren Beweismittel für die langfristige Erwerbsunfähigkeit offeriert habe
(so Urk. 73/59 S. 8 Rz. 32); effektiv beantragte der Kläger zum Be-
weissatz 2 die Einholung einer Expertise, indem er Dr. F._ als
Sachverständigen offerierte (Urk. 25 S. 2 ["BO: Dr. med. F._ ... als
Sachverständiger"]). Die Vorinstanz durfte daher die lebenslange Er-
werbsunfähigkeit im Umfang von 50% nicht einfach aufgrund der vom
Kläger selektiv offen gelegten Urkunden und der Zeugenaussage von
Dr. E._ unterstellen, die nicht beweisbildend ist, sondern wäre -
insbesondere auch unter Berücksichtigung der zentralen Bedeutung
der strittigen Tatsachenfrage - verpflichtet gewesen, ein medizinisches
Gutachten zumindest zur Frage der lebenslangen Erwerbsunfähigkeit -
bzw. zum Grad einer solchen Erwerbsunfähigkeit - einzuholen. Auch
an dieser Stelle ist festzuhalten, dass der angebliche Verzicht der Be-
klagten auf eine Begutachtung des Klägers die Vorinstanz nicht von
der Einholung eines Gutachtens entbindet (so Urk. 60 S. 5 mit Hinweis
auf Prot. S. 54 und Urk. 46); einerseits steht dieser Verzicht im Zu-
sammenhang mit der durch den Kläger verweigerten Edition von medi-
zinischen Unterlagen, und andrerseits ist der Kläger hauptbeweispflich-
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tig, weshalb ein Verzicht der Beklagten auf ein Gegenbeweismittel
nicht schadet, wenn der Kläger mit den offerierten Hauptbeweismittel
mit seinem Beweis scheitert.
c) Im erstinstanzlichen Verfahren war weiter umstritten, ob die Erwerbs-
unfähigkeit durch das Unfallereignis vom 29. Juni 2001 (Sturz von einer
Bockleiter) verursacht wurde (Frage der Kausalität). Im Beweisauflage-
beschluss vom 25. Oktober 2010 auferlegte die Vorinstanz dem Kläger
den Hauptbeweis, dass die "Erwerbsunfähigkeit" auf den Unfall vom
29. Juni 2001 zurückzuführen sei (Beweissatz 3) (Urk. 21 S. 2). Die
Vorinstanz erwog im Wesentlichen gestützt auf die Zeugenaussage
von Dr. E._ und weitere medizinische Berichte, dass die Erwerbs-
unfähigkeit durch das Unfallereignis vom 29. Juni 2001 verursacht
worden sei und dass die beim Kläger vorbestehende Osteochondrose
im Bereich der Halswirbel C3 und C4 den natürlichen Kausalzusam-
menhang nicht unterbreche; auch der adäquate Kausalzusammenhang
sei zu bejahen, weil das Unfallereignis in Form eines Sturzes von einer
Leiter ohne Weiteres geeignet sei eine Erwerbsunfähigkeit hervorzuru-
fen (Urk. 60 S. 39 f.). Dagegen wendet die Beklagte in der Zweit-
Berufung ein, der Kausalzusammenhang zwischen dem behaupteten
Unfall und den gesundheitlichen Beschwerden sei falsch gewürdigt
worden, weil der aktenkundige medizinische Vorzustand des Klägers
bei der Beweiswürdigung nicht berücksichtigt worden sei (Urk. 73/59
S. 8 f. Rz. 33-36).
− Vorab ist festzuhalten, dass der Kläger nicht einen haftpflichtrechtli-
chen Schadenersatzanspruch geltend macht, sondern gestützt auf Zif-
fer 7 des Arbeitsvertrages einen vertragsrechtlichen Erfüllungsan-
spruch einklagt. Die Erörterungen über den unterschiedlichen Kausali-
tätsbegriff im Haftpflicht- und Sozialversicherungsrecht (vgl. BGE 123
III 110 ff.) ist im vorliegenden Fall daher nicht zielführend. Massgebend
ist vielmehr die Auslegungsfrage, ob gestützt auf Ziffer 7 des Arbeits-
vertrages ein vertraglicher Erfüllungsanspruch auf lebenslange Lohn-
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fortzahlung eingeklagt werden kann, wenn nebst dem Unfallereignis
auch ein vorbestehender Gesundheitszustand - im vorliegenden Fall
eine Osteochondrose im Bereich der Halswirbel C3 und C4 - mit- oder
teilursächlich für eine allfällige Erwerbsunfähigkeit gewesen sein sollte.
− Zu den Grundsätzen der Vertragsauslegung kann auf die obigen Aus-
führungen verwiesen werden (vgl. oben, E. 2a). Aufgrund des Wortlau-
tes von Ziffer 7 des Arbeitsvertrages gibt es keine Anhaltspunkte dafür,
dass eine lebenslange Lohnfortzahlung nur dann geschuldet ist, wenn
ein Unfall "alleinursächlich" für eine Erwerbsunfähigkeit ist. Und auch
die weiteren Umstände sprechen dafür, dass mit dieser Vertragsklausel
die lebenslange Sicherstellung des Arbeitgebers bei einem Unfall be-
zweckt werden soll, und zwar auch dann, wenn ein vorbestehender
Gesundheitszustand "mit- oder teilursächlich" für die Unfallfolgen sein
sollte.
− Vor diesem Hintergrund hat die Vorinstanz in tatsächlicher Hinsicht zu-
treffend erkannt, dass der Sturz von einer Bockleiter am 29. Juni 2001
ursächlich für die Unfallfolgen war; auf die entsprechenden Erwägun-
gen kann verwiesen werden (Urk. 60 S. 39). Unbestritten ist schliess-
lich in rechtlicher Hinsicht, dass auch die adäquate Kausalität zu beja-
hen ist (Urk. 60 S. 39 f.).
d) Zusammenfassend ist in Bezug auf Beweissatz 1 (Erwerbsunfähigkeit
des Klägers) festzuhalten, dass der von der Beklagten offerierte Ge-
genbeweis hätte abgenommen und allenfalls auch ein Gutachten hätte
eingeholt werden müssen; sofern sich der Kläger weiterhin einer Edi-
tion widersetzt, wäre das zu seinem Nachteil zu würdigen. Weiter ist im
Zusammenhang mit Beweissatz 2 (lebenslange Erwerbsunfähigkeit
des Klägers) festzuhalten, dass aufgrund der abgenommenen Be-
weismittel der rechtsgenügende Beweis nicht erbracht ist; vielmehr ist
der Beweis durch ein Gutachten zu ergänzen. Das Verfahren ist daher
im Sinn der Erwägungen an die Vorinstanz zurückzuweisen. Demge-
genüber ist im Zusammenhang mit dem Beweissatz 3 (Unfallereignis
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vom 29. Juni 2001 als Ursache der Erwerbsunfähigkeit) nachgewiesen,
dass die Erwerbsunfähigkeit durch den Unfall verursacht wurde.
4. Für den Fall, dass von einer - auf das Unfallereignis vom 29. Juni 2001 zu-
rückzuführenden - lebenslangen 50%-Erwerbsunfähigkeit des Klägers aus-
zugehen sein sollte - was wie soeben erläutert von der Vorinstanz nochmals
zu prüfen sein wird -, stellt sich die Frage der Höhe des vertraglichen Lohn-
fortzahlungsanspruchs.
a) Die Vorinstanz führte aus, unter der Annahme, dass gemäss Ziff. 7 des
Arbeitsvertrages bei einer vollständigen Erwerbsunfähigkeit ein jährli-
cher Lohnfortzahlungsanspruch von Fr. 200'000.00 bestehe (80% von
Fr. 250'000.00), sei bei einer Erwerbsunfähigkeit von 50% von einem
Lohnfortzahlungsanspruch von Fr. 100'000.00 auszugehen; davon sei
die von der D1._ ausgerichtete Unfallversicherungsrente von
Fr. 65'163.00 in Abzug zu bringen, so dass ein jährlicher Lohnfortzah-
lungsanspruch bei einer Erwerbsunfähigkeit von 50% gegenüber der
Beklagten von Fr. 34'837.00 resultiere (Urk. 60 S. 40-42). Die Kapitali-
sierung des geschuldeten jährlichen Betrages von Fr. 34'837.00 erge-
be ein Anspruchstotal von Fr. 683'153.60, weshalb das klägerische
Eventualbegehren gemäss Ziffer 4 in diesem Umfang gutzuheissen sei
(Urk. 60 S. 43).
b) Dagegen wendet der Kläger ein, die Vorinstanz hätte das Erwerbsein-
kommen, das die betroffene Person nach Eintritt der Invalidität in einer
ihr zumutbaren Tätigkeit erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Be-
zug setzen müssen zum Erwerbseinkommen, das sie hätte erzielen
können, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
Gemäss Lohnstrukturerhebung Tabelle TA11 könne er mit seiner Aus-
bildung bei voller Erwerbstätigkeit einen Lohn von Fr. 7'889.00 und un-
ter Berücksichtigung einer Erwerbsunfähigkeit von 50% von
Fr. 4'484.00 erzielen, was bei 13 Monatslöhnen ein Invalideneinkom-
men von Fr. 58'292.00 ergebe. Ausgehend von einem vertraglichen
Lohnfortzahlungsanspruch von Fr. 200'000.00 und abzüglich des Inva-
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lideneinkommens von Fr. 58'292.00 und der Unfallversicherungsrente
von Fr. 56'163.00 [recte wohl 65'163.00] ergebe sich ein Lohnfortzah-
lungsanspruch gegenüber der Beklagten von Fr. 85'545.00 pro Jahr;
kapitalisiert belaufe sich der Anspruch auf Fr. 1'677'928.00. Die Vor-
instanz sei fälschlicherweise davon ausgegangen, der Kläger könne
50% von Fr. 200'000.00 (80% seines ehemaligen Lohnes von
Fr. 250'000.00) erwirtschaften; richtigerweise hätte sie ein 50%-
Einkommen bezüglich einer angepassten Tätigkeit - und nicht 50% der
bisherigen Tätigkeit - einsetzen müssen (Urk. 59 S. 9 ff. Rz. 22 ff.).
c) Im Zusammenhang mit der Auslegung von Ziffer 7 des Arbeitsvertra-
ges wurde bereits dargelegt, dass sich der Kläger nicht darauf berufen
kann, dass er in seinem bisherigen Beruf (Spielervermitt-
ler/Sportmanager) arbeitsunfähig nach Art. 324a OR sei, sondern dass
er sich denjenigen Verdienst anrechnen lassen muss, den er aufgrund
seiner teilweisen Erwerbsfähigkeit nach Art. 7 ATSG in einem anderen
Arbeitsgebiet erzielen kann. Aus diesem Auslegungsergebnis folgt oh-
ne weiteres, dass für die Bestimmung des Lohns nicht die verbleibende
Erwerbsfähigkeit im bisherigen Tätigkeitsgebiet (Spielververmitt-
ler/Sportmanager), sondern in einer leidensangepassten Arbeitstätig-
keit massgebend ist. Daher kann der Vorinstanz nicht gefolgt werden,
wenn sie aufgrund einer Erwerbsunfähigkeit von 50% darauf schliesst,
dass der Kläger in seiner angestammten Tätigkeit, in welchem er einen
Lohn von Fr. 250'000.00 erzielte und vertraglich eine Lohnfortzahlung
in der Höhe von Fr. 200'000.00 zugesichert erhielt, ein Einkommen von
Fr. 100'000.00 erzielen könne (Valideneinkommen). Wenn sich die Er-
werbsfähigkeit von 50% auf eine angepasste Tätigkeit bezieht, kann
auch nur der Lohn für diese zumutbare angepasste Tätigkeit eingesetzt
werden (Invalideneinkommen). Wenn der Auffassung der Vorinstanz zu
folgen wäre, dass der Lohn im angestammten Bereich (Spielervermitt-
ler/Sportmanager) Grundlage für die Berechnung des erzielbaren Ein-
kommens wäre, wäre die Konsequenz, dass ein Ersatzeinkommen un-
terstellt würde, das gar nicht erzielbar ist.
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d) Daran ändern auch die Ausführungen der Vorinstanz und die Einwände
der Beklagten nichts. Unbegründet ist zunächst die Auffassung der
Vorinstanz, die Beklagte habe nicht für eine prozentual über den Invali-
ditätsgrad hinausgehende Lohneinbusse als Folge einer invaliditätsbe-
dingt notwendigen angepassten Tätigkeit des Arbeitnehmers einzu-
stehen (Urk. 60 S. 40/41); der Grad der Erwerbsunfähigkeit (Art. 7
ATSG) bzw. der Invalidität (Art. 8 ATSG) bezieht sich auf eine ange-
passte Tätigkeit, so dass auch der erzielbare Lohn aufgrund einer an-
gepassten Tätigkeit ermittelt werden muss. Nicht überzeugend ist auch
die Meinung der Vorinstanz, das Vertrauen des Arbeitnehmers sei nicht
zu schützen, dass der Arbeitgeber unabhängig von der objektiven
Sachlage und dem effektiven Invaliditätsgrad eine dauerhafte Ausfi-
nanzierung auf Basis eines sehr hohen Einkommens garantiere
(Urk. 60 S. 41); wenn der Arbeitgeber sich vertraglich - in einer gewiss
reichlich aussergewöhnlichen Klausel - zu einer lebenslangen Lohn-
fortzahlung im Umfang von 80% eines sehr hohen Lohnes verpflichtet,
hat er unter Berücksichtigung des in einer leidensangepassten Tätig-
keit erzielbaren Ersatzeinkommens seine Verpflichtung auch einzuhal-
ten. Schliesslich ist auch der Hinweis der Vorinstanz nicht überzeu-
gend, der Kläger habe zwar eine höhere Summe geltend gemacht,
aber in keiner Weise dargetan, inwiefern seine Erwerbsfähigkeit über
den nachgewiesenen Invaliditätsgrad von 50% hinaus beeinträchtigt
sei, respektive welches Ersatzeinkommen er in einer angepassten Tä-
tigkeit erzielen könne (Urk. 60 S. 41); der Kläger machte im erstin-
stanzlichen Verfahren geltend, dass er im angestammten Bereich ar-
beitsunfähig sei und dass ihm daher ein jährlicher Lohnfortzahlungsan-
spruch von Fr. 134'837.00 - berechnet aus der Differenz zwischen
Fr. 200'000.00 (80% seines vertraglichen Bruttojahressalärs von
Fr. 250'000.00) und Fr. 65'163.00 (UVG-Jahresrente der D1._) -
zustehe (Urk. 1 S. 7 f. Rz. 15 f.), weshalb er keinen Anlass hatte, sich
zu einem Ersatzeinkommen in einer angepassten Tätigkeit zu äussern.
Nicht überzeugend ist schliesslich auch die Auffassung der Beklagten,
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sie sei nicht zur Finanzierung einer über die zumutbare Erwerbstätig-
keit hinausgehenden Untätigkeit des Klägers verpflichtet (Urk. 70 S. 3 f.
Rz. 8); wie erläutert ist die Beklagte aufgrund ihrer vertraglichen Zusi-
cherung zur Finanzierung von 80% des Vertragslohnes
(Fr. 200'000.00) nach Abzug der UVG-Versicherungsleistungen
(Fr. 65'163.00) und der Erwerbsmöglichkeiten in einer angepassten Tä-
tigkeit (betragsmässig noch zu ermitteln) verpflichtet; von der Finanzie-
rung einer Untätigkeit kann keine Rede sein.
e) Aus diesen Gründen ist die Streitsache auch in diesem Punkt an die
Vorinstanz zurückzuweisen, um den erzielbaren Verdienst in einer lei-
densangepassten Tätigkeit zu bestimmen. Wie das massgebende In-
valideneinkommen zu berechnen ist und ob die vom Kläger (vgl.
Urk. 59 S. 11 Rz. 24) bzw. von der Beklagten angeregte Berech-
nungsmethode (vgl. Urk. 70 S. 4 Rz. 9 f.) zutreffend ist, wird die Vor-
instanz zu klären haben.
5. Schliesslich erweist sich die Zweit-Berufung insoweit als unbegründet, als
die Beklagte dem Kläger ein angebliches Selbstverschulden vorwirft
(Urk. 73/59 S. 9 Rz. 37). Die Vorinstanz hielt zutreffend fest, dass es bei der
Lohnfortzahlung um einen vertraglichen Erfüllungsanspruch geht und dass
in diesem Zusammenhang ein allfälliges Selbstverschulden nicht zu berück-
sichtigen sei (Urk. 60 S. 40).
6. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Vorinstanz zutreffend erwog,
dass eine lebenslange Lohnfortzahlung lediglich im Umfang einer Erwerbs-
unfähigkeit im Sinn von Art. 7 ASTG geschuldet sei und dass sich der teil-
weise erwerbsunfähige Kläger das Einkommen aus einer zumutbaren Er-
satztätigkeit anrechnen lassen müsse (vgl. oben E. 3). Allerdings ist die
Streitsache im Sinn der Erwägungen an die Vorinstanz zurückzuweisen, um
die Frage zu prüfen, ob der Kläger effektiv erwerbsunfähig ist - und wenn ja
in welchem Umfang - und ob es sich um eine lebenslange Erwerbsunfähig-
keit handelt (vgl. oben E. 4). Ferner ist die Streitsache zur neuen Berech-
nung des Lohnfortzahlungsanspruchs im Fall einer (lebenslangen) Erwerbs-
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unfähigkeit im Sinn der Erwägungen an die Vorinstanz zurückzuweisen (vgl.
oben E. 5).
5. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Da das Verfahren zur Neubeurteilung im Sinn der Erwägungen an die Vor-
instanz zurückzuweisen ist, wird diese entsprechend dem Verfahrensaus-
gang über die Kostenauflage und Entschädigungsregelung zu befinden ha-
ben.
2. Immerhin ist die Höhe der Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren fest-
zusetzen. Unter Berücksichtigung des Streitwertes von Fr. 2'644'769.00 be-
trägt die Gerichtsgebühr Fr. 47'000.00.