Decision ID: 6701370c-c86c-4361-9a4a-ac16038f4030
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1984, verfügt über keine Berufsausbildung
(Urk. 8/2
/4
)
.
A
b Februar 2001 bis Ende
Mai 2005
war sie
bei der
Y._
, als
G
emüserüsterin
tätig (Urk. 8/12)
.
Im
September 2005 meldete sie sich wegen Rücken-, Nieren- und Beinschmerzen bei der Eidgenössischen Invaliden
ver
sicherung zum Leistungs
bezug an
(Urk. 8/2)
. Auf der Grundlage eines am 15. Januar 2008 vo
m
Z._
er
statteten
polydisziplinären Gutachtens (Urk. 8/64) wurde der Versicherten mit Verfü
gung
vom 22. Mai 2008
basierend auf einem Invaliditätsgrad von 78 %
ab
dem
1. Dezember 2005
eine ganze Invalidenrente
zugesprochen
(Urk. 8/80
; vgl. auch
Urk.
8/71
)
.
Den Anspruch auf eine ganze Rente bestätigte die IV-
Stelle re
visionsweise mit Mitteilungen vom 16. April 2009 (Urk.
8/
107),
5. April
2012 (Urk.
8/
120)
und
2
1.
Dezember 2012 (Urk.
8/131).
1.2
Die Versicherte
hatte
sodann
am 28. April 2008
um die Zusprechung
einer
Hilf
losenentschädigung
ersucht (Urk. 8/73 f.)
. Auf der Grundlage der am 17. Juli 2008 durchgeführten Abklärung vor Ort (
Bericht vom 2
9.
Juli 2008;
Urk. 8/83)
sprach
ihr
die IV-Stelle
mit Verfügung vom 5. November 2008
mit Wirkung ab dem 1. April 2007
eine
E
ntschädigung
für
ein
e Hilflosig
keit
leichten Grades
zu
(Urk. 8/95
; vgl. auch
Urk.
8/87
)
.
Mit Mitteilung vom 4. Mai
2012 bestätigte die IV-Stelle revisionsweise den Anspruch auf
die
Hilflosen
entschädigung
(Urk. 8/134).
Aufgrund der Anmeldung vom 24. Januar 2013 (Urk. 8/132) sprach die IV-Stelle der Versicherten sodann mit Verfügung vom 21. Mai 2013 einen Assistenzbeitrag von Fr. 22‘088.-- pro Jahr ab dem 25. Januar 2013 zu (Urk. 8/143).
1.3
Im November 2013 veranlasste
die IV-Stelle
eine
Observation der Versi
cher
ten
(Urk. 8/183 f.
)
.
Zwischen dem 20. Januar und dem 2. April 2014
wurde
sie
an
insgesamt
acht Tagen überwacht und auf der Grundlage der Beobach
tungen
entstand
der
Observationsbericht
vom 1
9.
Mai 2014
(Urk. 8/180). Am 8. Oktober 2014
konfrontierte die IV-Stelle die
Versicherte mit den
E
rgeb
ni
ssen
der Obser
vation
(Urk. 8/185
/7 f.; vgl. auch
Urk.
8/186
) und
sistierte
m
it
Verfügun
gen vom 24. Oktober 2014
die
Invalidenrente (Urk. 8/191), den
Assi
stenzbeitrag (Urk. 8/192)
und
die
Hilfl
osenentschädigung
(Urk. 8/193)
.
In der Folge ordnete die IV-Stelle eine polydisziplinäre ärztliche Begutachtung an (Urk. 8/
200,
Urk.
8/203).
Diese führten die Ärzte
der
Medizinischen Abklä
rungsstelle
A._
(nachfolgend:
MEDAS
) durch. Die Exper
ten
erstatteten
das Gutachten am 26. Februar 2016
(Urk. 8/221)
. Es berücksichtigt die folgenden
Fachrichtungen: Allgemeine Innere Medizin, Psychiatrie, Neurologie und Rheu
matologie. Ferner erfolgte eine
Evaluation der funktio
nellen Leistungsfähigkeit
(
EFL
)
.
Wie mit Vorbescheid vom 4. Mai 2016 (Urk. 8/224) angekündigt, verfügte die
IV-Stelle am 18. Juli 2016 die rückwirkende Aufhebung der Invalidenrente per
20. Januar 2014 und entzog einer allfälligen Beschwerde die aufschie
bende Wirkung
(
Urk.
2 =Urk. 8/234)
.
Betreffend
Assistenzbeitrag und
Hilflosen
ent
schädigung
erliess die IV-Stelle am
21. Juni
2016
die
Vorbescheid
e
(Urk. 8/231,
Urk.
8
/232) und
verfügte
am
31
. August 2016 die Aufhebung der Leistungen rückwirkend per 2
0.
Januar
2014 (
Urk.
27/2/1 =
Urk. 8/237,
Urk.
27/2/2 =
Urk. 8/238).
Am
6.
September 2016 sodann verfügte die IV-Stelle die Rückforderung der Assistenzbeiträge in der Höhe von
Fr.
12'766.90 (Urk. 2/3).
2.
2.1
Mit Beschwerde vom 1
2.
September 2016
gegen die Verfügung vom 1
8.
Juli 2016 betreffend
Einstellung der
Rente
beantragte die Beschwerdeführerin die
Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie die Verpflichtung der Be
schwer
degegnerin zur Durchführung von
E
ingliederung
smassnahmen
. In pro
zessualer Hinsicht ersuchte sie um
die
Bewilligung der unentgeltlichen Pro
zessführung und
die
Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertret
ung
(
Urk.
1
S.
2).
Mit Be
schwerdeantwort vom 10.
November 2016 beantragte die Beschwer
degegnerin die Abweisung der Beschwerde
(Urk. 7)
. Mit Verfügung
vom 6. Januar 2017 wurde der Beschwerdeführerin die unentge
ltliche Prozess
führung g
ewährt, der
en Vertreterin,
Rechtsanwältin
Nöelle
Cerletti
, Bülach,
als unentgeltliche Rechtsver
treterin bestellt und die Beschwerdeantwort zuge
stellt
(Urk. 15)
. Mit
Eingabe
vom 18. Januar 2017
äusserte sich
die Beschwer
deführerin
zur Verwertbarkeit der Erkenntnisse der Observation und bean
tragte
zusätzlich
die Entfernung des Er
mittlungsberichts vom 19. Mai 2014
und
sämtlicher sich mittelbar oder unmit
telbar auf den Ermittlungsbericht
stützender
Dokumente aus den Akten sowie eine erneute medizinische Begut
achtung (Urk. 1
7
). Die Beschwerdegegnerin liess sich am 15.
Februar 2017
dazu vernehmen
(Urk. 20
)
, wozu die Beschwerdefüh
rerin ihrerseits am 27. Februar 2017
Stellung nahm
(Urk.
23
)
.
2.2
A
m
3.
Oktober 2016 hatte die Versicherte a
uch gegen die Entscheide be
treffend
Hilflosenentschädigung
und Assistenzbeitrag
Beschwerde
erhob
en
und bean
tragt, es seien die Verfügungen
vom
3
1.
August 2016 insoweit aufzu
heben, als die
Einstellung
der
Leistungen rückwirkend per 20.
September 2014 erfolgt sei
. Des Weiteren sei auch die Rückerstattungsverfügung vom
6.
September 2016 aufzuheben
. Wiederum beantragte die Versicherte sodann die
Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und
die
Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertreterin
(Urk. 27/1).
Die IV-Stelle beantragte i
n der Beschwerdeantwort
vom 10.
November 2016 die Abweisung der Beschwerde (Urk. 27/5).
Mit Verfü
gung vom
6.
Januar 2017 hiess das Gericht
den Antrag betreffend
Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertreterin
gut (Urk. 10).
Mit
Eingaben vom 1
8.
Januar und 27.
Februar 2017 äusserte sich die Versicherte
erneut zur Sache (Urk. 12, Urk.
17). Die IV-Stelle nahm dazu am 1
5.
Februar und am 1
5.
März 2017 Stellung (Urk. 15,
Urk.
20).
Auf die Ausführungen der Parteien und die Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Die Beschwerdegegnerin stellte die Rente, die
Hilflosenentschädigung
und de
n
Assistenzbeitrag gleichermassen
aufgrund einer Verbesserung des Gesund
heits
zustandes verbunden m
it einer Meldepflichtverletzung rückwirken
d
ein
. Es rechtfertigt sich somit
,
das Verfahren IV.2016.01099 (
Hilflosenent
schä
di
gung
und Assistenzbeitrag) und den Prozess IV.2016.00980 (Rente) in An
wen
dung von
§
28 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) in Verbin
dung mit
Art.
125
Abs.
1 der Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO) zu vereinigen und unter der letztgenannten Prozessnummer weiter
zu
führen. Das Verfahren IV.2016.
01099
ist als dadurch erledigt abzuschrei
ben.
Dessen Akten werden im vorliegenden Fall als
Urk.
26/0-2
2
geführt.
2.
2
.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts;
ATSG
).
Sie kann Folge von Ge
burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesge
setzes über die Invalidenversicherung;
IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch
Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit ver
ursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht
kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1
ATSG
). Für die Beur
teilung des Vor
liegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheit
lichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zu
dem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über
windbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG
).
2
.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Renten
bezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1
ATSG
). Anlass zur Ren
ten
revision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdi
gung und Invaliditätsbe
messung beruht (
BGE
133 V 108; vgl. auch
BGE
130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist eine Verfügung verzicht
bar, wenn bei einer von Amtes wegen durchgeführten Revision keine leis
tungsbeeinflussende Änderung der Verhältnisse festgestellt wurde (
Art.
74
ter
lit
. f
der Verordnung über die Invalidenversicherung;
IVV
) und die bisherige Inva
lidenrente daher weiter ausgerichtet wird. Wird auf entsprechende Mittei
lung hin keine Verfügung verlangt (
Art.
74
quater
IVV
), ist jene in Bezug auf
den Ver
gleichszeitpunkt einer (ordentlichen) rechtskräftigen Verfügung gleich
zustellen (Urteile des Bundesgerichts 9C_771/2009 vom 10. September 2010 E. 2.2 und 9C_586/2010 vom 15. Oktober 2010 E. 2.2 mit Hin
weisen).
2
.3
Die Herabsetzung oder Aufhebung der Renten oder der
Hilflosenent
schädi
gungen
erfolgt in der Regel frühestens vom ersten Tag des zweiten der Zustel
lung der Verfügung folgenden Monats an (
Art.
88
bis
Abs.
2
lit
. a
IVV
). Sie kann gemäss
Art.
88
bis
Abs.
2
lit
. b
IVV
rückwirkend ab Eintritt der für den Anspruch erheblichen Änderung erfolgen, wenn der Bezüger die Leistung zu Unrecht er
wirkt hat oder der ihm nach Artikel 77
IVV
zumutbaren Meldepflicht nicht nachgekommen ist, unabhängig davon, ob die Verletzung der Melde
pflicht oder die unrechtmässige Erwirkung ein Grund für die Weiter
aus
richtung der Leistung war.
Meldepflichtig sind gemäss
Art.
77
IVV
alle für den Leistungsanspruch wesent
lichen Änderungen, namentlich solche des Gesundheitszustandes, der Arbeits- oder Erwerbsfähigkeit, des Zustands der Hilflosigkeit, des invalidi
tätsbedingten Betreuungsaufwandes oder Hilfebedarfs, des für den Ansatz der
Hilflosenent
schädigung
und des Assistenzbeitrages massgebenden Aufenthaltsortes sowie der persönlichen und gegebenenfalls der wirtschaftlichen Verhältnisse des Ver
sicherten. Die Meldung an die IV-Stelle hat unverzüglich nach Eintritt der Än
derung zu erfolgen. Ob eine Meldepflicht besteht, beur
teilt sich nach den kon
kreten Umständen des Einzelfalls. Massgebend ist die Umschreibung der Auf
merksamkeit, welche der als meldepflichtig betrach
teten Person zumutbar ist. Dabei ist etwa auf die Fähigkeiten und den Bildungsstand der betreffenden Per
son abzustellen. Von Bedeutung ist inso
weit, dass in unzweideutiger Form auf konkrete Meldepflichten hingewiesen worden ist. Sodann kann sich die Melde
pflicht nur auf Sachverhaltsände
rungen beziehen, um welche die betreffende Person sowohl bezüglich ihres Vor
liegens als auch hinsichtlich der Auswirkun
gen auf den Leistungsan
spruch weiss bzw. wissen müsste. Insoweit ist ein schuldhaftes Fehlverhalten erforderlich, wobei nach der Rechtsprechung bereits eine leichte Fahr
lässig
keit ausreicht (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-7704/2009 E. 3.4.2-3 mit Hinweis auf
BGE
118 V 214 E. 2b und 119 V 431 E. 2 sowie die Urteile des Bundesgerichts 8C_1/2007 vom 1
1.
Mai 2007 E. 3 und 9C_570/2010 vom
8.
September 2010 E. 3; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 9C_338/2015 vom 1
2.
November 2015 E. 2).
2
.4
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1
IVG
in Verbindung mit Art. 8
ATSG
bewirken.
Rechtsprechungs
ge
mäss
ist bei psy
chischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelisches Leiden mit Krank
heitswert besteht, welches die versicherte Person auch bei Aufbietung allen gu
ten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu er
zielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2
ATSG
,
BGE
139 V 547
E. 5
,
131 V 49
E. 1.2
,
130 V 352
E. 2.2.1).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
IVG
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6
ATSG
setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (
BGE
130 V 396; 141 V 281 E. 2.1). Eine fach
ärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleich
bedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diag
nose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weit
gehend objekti
vierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (vgl.
BGE
143 V 409 E. 4.2.1 unter Hin
weis auf 127 V 294 E. 4b/cc und 139 V 547 E. 5.2
).
Mit
BGE
143 V 418 hat das Bundesgericht erkannt, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfahren nach
BGE
141 V 281 zu unterziehen seien, wobei es je nach Krankheitsbild allenfalls gewisser Anpassungen hinsichtlich der Wertung einzelner Indikatoren bedürfe. Diese Ab
klärungen enden laut Bundesgericht stets mit der Rechts
frage, ob und in wel
chem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der nach
BGE
141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen (E. 7).
Im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens sind als Standardindikatoren die folgenden Aspekte massgebend (
BGE
141 V 281 E. 4.1.3):
Funktioneller Schweregrad
-
Gesundheitsschädigung
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz
-
Komorbiditäten
-
Persönlichkeit: Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Ressourcen
-
sozialer Kontext
Konsistenz (Gesichtspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen ver
glei
ch
baren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leiden
s
druck
Diese
Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung leistungs
hin
dernder
äusserer
Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspoten
zialen (Ressourcen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzu
schätzen (
BGE
141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; vgl. Urteil des Bundes
gerichts 8C_260/2017 vom 1. Dezember 2017 E. 4.2.3).
Die Anerkennung eines renten
begründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funk
tio
nellen Aus
wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen An
spruchs
grundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und
widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachge
wiesen sind. Fehlt es da
ran, hat die Folgen der Beweislosigkeit (nach wie vor) die materiell beweisbelas
tete versicherte Person zu tragen (
BGE
141 V 281 E. 6;
BGE
141 V 547 E. 2).
2
.5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen fest
zu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim
Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht
erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, wa
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der
gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person ausein
ander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist – in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizi
ni
schen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Ex
perte oder die Expertin
nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beant
wor
tung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebe
nenfalls deut
lich
macht (
BGE
134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer
, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung,
BJM
1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
3
.
3
.1
Die Beschwerdegegnerin führte zu ihrem Entscheid aus,
die Observation habe gezeigt, dass die Beschwerdeführerin im
Widerspruch zu ihren Angaben über ihre
Beeinträchtigungen allein ein Fahrzeug lenke, mit ihrer Mutter Einkäufe tä
tige, mit dem Ehemann und den Kindern zusammen ein Reisebüro aufsuche, sich wiederholt alleine oder mit ihren Kindern zur nahe gelegenen Adresse ihrer Eltern begebe und mehrere Kinder betreue
sowie
ein Kleinkind hochhebe und herumtrage (Urk. 2 S. 2).
Die Abklärung
im Rahmen der
EFL
und die Begutachtung durch die Ärzte der
MEDAS
zeige im Ergebnis, dass die geklagte Beschwerdesymptomatik nicht
ob
jektivierbar
sei.
E
ffektiv
sei von einer gesundheitlichen Verbesserung aus
zugehen.
Befunde
, die zu einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führten, sei
en nicht
mehr
erhoben
worden.
Aus rheumatologischer Sicht sei demnach von einer vollen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Auch aus allgemein
medizinischer und aus neurologischer Sicht bestehe eine
vollständige Arbeitsfähig
keit. Psychiat
risch sei mit der Diagnose einer emotional instabilen Persön
lich
keit (ICD-10 F60.3) zwar eine um 30 % reduzierte Arbeitsfähigkeit für die angestammte oder eine angepasste Tätigkeit attestiert worden,
jedoch mit dem Hinweis, die Ein
schränkung sei durch eine überwindbare psychische
Dekonditionierung
und Schonhaltung bedingt. Rechtsprechungsgemäss sei eine
Dekonditionierung
je
doch
nicht invalidisierend. Es
sei
somit insgesamt kein invalidisierender Ge
sundheitsschaden ausgewiesen
(Urk. 2 S. 3)
.
Ferner belege
das inkonsistente
V
erhalten der Beschwerdeführerin
, dass die gelte
nd gemachten Beschwerden nicht
durch eine versicherte Gesundheitsschädigung
begründet seien
.
Sowohl in der bisherigen als auch in jeder anderen Tätigkeit sei die Be
schwerdeführerin arbeitsfähig. Dies sei spätestens seit dem Beginn der Obser
vation am 2
0.
Januar 2014 der Fall gewesen.
Indem die Beschwerdeführerin die gesundheitliche Verbesserung nicht gemeldet habe, habe sie die ihr oblie
gende Meldepflicht verletzt. Die Rente sei damit rückwirkend per 2
0.
Januar 2014 auf
zuheben.
Die beim Erlass der Verfügung 31 Jahre alte Beschwerdeführerin h
abe während 10
Jahren eine Rente bezogen. Vor dem Erlass der
Ver
fügung müssten daher keine Eingliederungsmassnahmen durchgeführt werden
. Die Beschwerde
führerin könne auf den Weg der Selbst
eingliederung verwiesen werden (Urk. 2 S.
3 f
.).
In der Beschwerdeantwort verzichtete die Beschwerdegegnerin auf ergän
zende Ausführungen (Urk. 7)
u
nd in der Stellungnahme vom 15. Februar 2017
erklärte sie
, für eine Observation bestehe eine genügende gesetzliche Grund
lage (Urk. 20).
3
.2
Die Beschwerdeführerin macht geltend, der Ermittlungsbericht datiere vom 1
9.
Mai 201
4.
Am 1
4.
August 2014 habe die Beschwerdegegnerin die Revi
sion eingeleitet und am 2
4.
Oktober
2014
die Leistungen sistiert. Am 26.
Februar 2016 sei das
MEDAS
-Gutachten erstellt worden und dieses sei am
2.
März 2016 bei der Beschwerdegegnerin eingegangen. Die Rente habe die Beschwerdegeg
nerin mit Verfügung vom
1
8.
Juli 2016
eingestellt
. Zu diesem Zeitpunkt sei die Revisionsfrist von 90 Tagen bereits abgelaufen gewesen. Die rückwirkende Auf
hebung der Rente sei demnach nicht zulässig
(Urk. 1 S. 5 f.).
Die rückwirkende Aufhebung der Rente sei aber auch aus anderen Gründen nicht zulässig.
Der Observationsbericht gebe naturgemäss nur Auskunft über den beobachteten Zeitraum.
Tatsächlich bestehe weiterhin eine einge
schränkte Arbeitsfähigkeit. Dieser Schluss ergebe sich einerseits aus dem Gut
achten der
MEDAS
und andererseits aus den mit den gutachterlichen
Feststellungen korres
pondierenden Angaben der Beschwerdeführerin.
Die Limi
tierung in der Anpas
sungsfähigkeit, der Unterstützungsbedarf sowie die je nach Situation unter
schiedlich erscheinende Symptomatik
sprächen
klar dagegen, dass die Leistun
gen zu Unrecht erwirkt
worden seien
.
Laut Gutach
ten seien die Flexibilität und die Durchhaltefähigkeit reduziert und die psy
chiatrische und die pharmakologi
sche Behandlung müsse fortgeführt werden. Ferner bestehe eine psychische
De
konditionierung
mit Schonhaltung. Damit
sei eine rückwirkende Aufhebung
der Rente nicht gerechtfertigt
(Urk. 1 S.
6
f
f
.).
Die
Dekonditionierung
sei entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin beachtli
ch. Sie sei
psychische
r Art
und
sei als leistungsrelevanter Faktor zu beachten.
Aufgrund der
Dekonditionierung
und der diagnostizierten Persön
lich
keitsstörung sei die Limitierung der Arbeitsfähigkeit ausgewiesen und der Ent
scheid der Beschwerdegegnerin falsch. Da die Arbeitsfähigkeit auch in einer angepassten Tätigkeit eingeschränkt sei
, habe die Beschwerdegegnerin einen Ein
kommensvergleich durchzuführen, unter Nachzahlung der Leis
tungen seit Oktober 2014
und Gewährung von Eing
liederungsmassnahmen (Urk. 1 S.
10
f.
).
In den Stellungnahmen vom 1
8.
Januar 2017 (Urk. 17) und 2
7.
Februar 2017 (Urk. 23) ergänzte die Beschwerdeführerin
,
die
Überwachung
basiere
auf keine
r
genügende
n
gesetzliche
n
Grundla
ge
. Die Ergebnisse der Observation dürften
nicht verwertet werden. Des Weiteren sei auch das
MEDAS
-
Gut
achten nicht verwertbar, denn dieses stütze sich in mehrfacher Hinsicht auf die Erkenntnisse der Observation und die Gutachter seien durch diese mehr
fach beeinflusst
wor
den
. Die übrigen medizinischen Unterlagen bildeten so
dann keine genügende Grundlage, um die Leistungen einzustellen.
Es seien daher neue Abklärungen nötig (Urk. 17 S. 3 ff.,
Urk.
23 S. 3 f.).
4
.
4
.1
Die Beschwerdeführerin
bemängelt
die von der Beschwerdegegnerin veran
lasste Observation als ungesetzlich. Sie b
eruft sich dabei auf das Urteil
Nr.
61838/10 des Europäischen Gerichts
hofs für Menschenrechte
(
EGMR
)
vom
18.
Okto
ber 2016 in Sachen
Vukota-Bojic
und auf ein Urteil des Versiche
rungsgerichts des Kantons St. Ga
llen (Urteil IV 2013/145 vom 6.
Dezember 2016;
Urk.
17 S. 3 ff.,
Urk.
18).
4
.2
Die von der Beschwerdegegnerin per Ende Oktober 2014 verfügte Renten
sistierung (Urk. 8/191) basiert massgeblich auf dem Observationsbericht vom 1
9.
Mai 2014 (Urk. 8/180). Das Bundesgericht gelangte
bezugnehmend
auf
den
genannte
n Entscheid
des
EGMR
zum Schluss, dass es in der Invaliden
versicherung -
ebenso
wie im Unfallversicherungsrecht - an einer genü
gen
den gesetzlichen Grundlage
für die Observation von Versicherten fehle (
BGE
143 I 377
E. 4
)
.
Das Bundesgericht hat jedoch die Verwertung
von
erlangte
m
Beweism
aterial in Erwägung 5.1.2
des genannten Entscheids
unter bestimmten Umständen als zu
lässig erachtet, nämlich wenn die Observation auf Grund ausgewiesener Zweifel über die
Leistungs
(
un
)
fähigkeit
der versicherten Person einge
leitet wurde;
wenn Gegenstand der Observation (unbe
e
influsste) Handlungen der versicherten Per
son waren, die zudem im öffentlichen Raum aufgenommen wurden; wenn die Observation in Bezug auf die Observationstage und de
n Observationszeitraum begrenzt war; wenn die versicherte Person somit insgesamt weder einer syste
matischen noch ständ
igen Überwachung ausgesetzt war und
in dieser Hinsicht ein relativ bescheidener
Eingriff in ihre grundrechtliche Position
vorliegt
.
4
.3
Die
Einsicht in den
Ermittlungsbericht
vom 1
9.
Mai 2014
(Urk. 8/180)
zeigt
,
dass
keine systematische oder ständige Überwachung statt
gefunden hat. Im
Zeitraum
ab dem
2
0.
Januar bis
zum
2.
April 2014
beschränkte sie sich auf
ins
gesamt
acht
Tage
(Urk.
8/180/11
).
D
ie Observation
wurde zudem
auf
grund
von ausgewiesenen Zweifeln am Ausmass der Erwerbsunfä
higkeit
und der Hil
f
losig
keit
eingeleitet (
Urk.
8/184,
Urk. 8/223/1 f
f.).
Ferner wurde die Be
schwerdeführerin bei ihren Aktivitäten nicht beeinflusst. Entgegen der Auf
fassung der Beschwerdeführerin (Urk. 17 S. 5) erfolgte die Observation
so
dann
ausschliesslich im öffentlichen Raum.
Sowohl
der
ohne weiteres einseh
bare Gar
ten (Urk. 8/180/22,
Urk.
8/180/46)
als auch die V
erkaufsräume eines
Einkaufs
geschäfts (
Urk.
8/180/20 f.,
Urk.
8/180/26,
Urk. 8/180/40-42,
Urk.
8/
1
80/52) zäh
len dazu (Urteile des Bundesgerichts
8C_920/2014 vom 12.
Mai 2015
E.
3.2.1
und
8C_192/2013 vom 1
6.
August
2013
E. 3.2, je mit Hinweisen).
Es zeigt sich, dass die
Voraussetzungen für eine verwertbare Observation
erfüllt sind
und
die Beschwerdeführerin
insgesamt eine
n
relativ bescheidenen Eingriff in ihre grundrechtliche Position
hinnehmen musste
.
Ihre
Anträge betreffend Entfernung verschiedener Aktenstücke im Zusammenhang mit der Observation
und von medizinischen Akten, in denen auf die Observation Bezug genommen wird
(Urk. 17 S. 2)
,
sind somit unbegründet und ihnen ist nicht stattzugeben.
Die
MEDAS
-Gutachter
haben zu Recht auf
die Ergebnisse der Observation
Be
zug genommen
(
vgl. u.a. Urk. 8/221/41 f.
).
4
.4
Stellung
zu nehmen
ist
sodann
zum Argument der Beschwerdeführerin, es sei die Frist
von 90 Tagen
zur Vornahme einer Revision verpasst worden (Urk.
1 S.
5
f.).
Entgegen der
en
Auffassung
handelt es sich vorliegend nicht um ein
e
an die erwähnte Frist gebundene prozessuale Revision im Sinne von
Art.
53
Abs.
1
ATSG
in Verbindung mit
Art.
55
Abs.
1
ATSG
und
Art.
67
Abs.
1 des Bundes
gesetzes ü
ber das Verwaltungsverfahren (
Vw
VG
)
, sondern um eine solche auf
grund veränderter Verhältnisse im Sinne von
Art.
17
ATSG
. Diese ist nicht an ein
e
Frist gebunden.
5
.
5
.1
Gemäss v
orstehender E. 2
.2 bildet
für die Prüfung einer anspruchs
erheb
lichen Änderung die letzte
rechtskräftige,
auf einer materiellen Prüfung des Rentenan
spruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdi
gung und Durchfüh
rung eines Einkommensvergleichs beruhende Verfügung der zeitliche Referenzpunkt.
Unter dieser Voraussetzung gilt dies auch für eine blosse Mittei
lung, mit welcher die Verwaltung feststellt, es sei keine leistungsbeeinflussende Änderung der Verhältnisse eingetreten; denn laut
Art.
74
ter
lit
. f
IVV
bedarf es keiner Verfügung, wenn die Invalidenrente nach einer von Amtes wegen durch
geführten Revision weiter ausgerichtet wird. Eine solche Mitteilung ist, wenn keine Verfügung verlangt worden ist (
Art.
74
quater
IVV
), in Bezug auf den Ver
gleichszeitpunkt einer rechtskräftigen Verfügung gleichzustellen
5
.2
Nach der
Zusprechung der auf
einem Invaliditätsgrad von 78 %
basierenden ganzen Rente
ab dem 1. Dezember 2005
(
Verfügung vom 2
2.
Mai 2008
;
Urk. 8/80; vgl. auch
Urk.
8/71) bestätigte die Beschwerdegegnerin
diese mit dem Hinweis auf unveränderte Verhältnisse
revisionsweise mit den Mittei
l
ungen vom 16. April 2009 (Urk. 8
/107),
5. April 2012 (Urk.
8/
120)
und 2
1.
Dezember 2012
, wobei jeweils keine Verfügung verlangt wurde.
Die erst- und die zweit
malige Überprüfung beschränkte
n
sich auf die Einholung eines hausärztlichen Berichts (vgl.
Urk.
8/
106,
Urk.
8/119
). Der weiteren Revision lag allein die Über
prüfung
der
erwerblichen Qualifikation zu Grunde (vgl.
Urk.
8/129 f.).
Die Mit
teilungen
können
somit
nicht
im Sinne der Rechtspre
chung rechtskräft
igen Ver
fügungen gleichgestellt werden.
Die vorge
nomme
nen Abklärungen erfüllen die erforderlichen Voraussetzungen nicht.
Referenz
zeitpunkt für die zu prüfende Veränderung ist demnach der Zeitpunkt der
Zusprechung der Rente
.
6
.
6
.1
Vor der Zusprechung der Rente hielt die Ärztin des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD),
Dr.
med.
B._
, Praktische Ärztin, in der Stellung
nahme vom
6.
Februar 2008 fest, gemäss Gutachten des
Z._
(vgl.
Urk.
8/62
)
leide die Be
schwerdeführerin mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit an einer mittel
schweren bis schweren depressiven Episode (ICD-10 F32.2).
Die somatischen Diagnosen (chronisches
Z
ervikothorakalsyndrom
, Handgelenksganglion,
femoropa
tellares
Schmerzsyn
drom
, Nierenleiden) beeinflussten die Arbeitsfähigkeit
hin
gegen
nicht. Die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als
Gemüserüsterin
sei
nicht mehr gegeben. Angepasst sei eine Beschäftigung mit reduzierter An
forderung an die Konzentration, die Auffassung und die Belastbarkeit. Eine sol
che Tätig
keit könne die Beschwerdeführerin in einem Pensum von 30
%
ausü
ben. Diese Beurteilung gelte seit Dezember 200
4.
Die Auferlegung einer Scha
den
minderungspflicht erübrige sich, denn die Beschwerdeführerin nehme die Behandlungsangebote von sich aus wahr (Urk. 8/65 S. 5 f.).
6
.2
Mit Mitteilung vom 1
6.
April 2009
bestätigte die Beschwerdegegnerin den An
spruch auf eine ganze Rente (Urk. 8/107)
.
Ebenso bestätigte die Beschwer
-
degegnerin
am
5.
April 2012 den Anspruch auf ei
ne ganze Rente (Urk. 8/120
). V
or
der Mitteilung vom
5.
April
2012
hielt
RAD-Ärztin
Med.
pract
.
C._
, Fachärztin für Innere Medizin,
am
3
0.
März 2012
bezugnehmend auf den Be
richt
der
D._
vom
8.
November 2011
(Urk. 8
/116) fest,
die Beschwerdeführerin leide an
einer mittelgradigen de
pre
s
siven Episode (ICD-10 F32.1) bei Status nach mehreren Su
izidversuchen
,
anam
nestischem
Verdacht auf eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10
F43.1) und Verdacht auf eine
Borderline
-Persönlichkeitsstörung.
Einschränkungen bestünden wie folgt: Instabilitäten, bedrückte Stimmung, Lust- und Interesselosigkeit, Müdigkeit, Gedankenkreisen, Sinnlosigkeitsgedanken, Schlaflosigkeit und Suizidgedanken. Es sei wie bis an
hin von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Die Einschränkun
gen liessen sich nicht durch medizinische Massnahmen vermindern. Mit einer Besserung sei nicht zu rechnen. Die Prognose sei ungünstig. Der Gesundheitszu
stand präsentiere sich im Rahmen der Re
ntenrevision unverändert (Urk. 8
/119/2 f.).
6
.3
Im
aktuellen
Revisionsverfahren wurde die Beschwerdeführerin durch die Ex
pe
r
ten
der
MEDAS
rheumatologisch, psychiatrisch, allgemeinmedizinisch und neu
rologisch untersucht. Ferner erfolgte eine
EFL
(
vgl. Urk. 8/221/1). Zusammengefasst, das heisst unter Berücksichtigung aller Untersuchungs
ergeb
nisse
,
nannten die Gutachter a
ls Diagnose
mit Relevanz für die Arbeits
fähig
keit eine emotional instabil
e
Persönlichkeit (ICD-10 F60.3;
Urk. 8/221/40).
Als
Diagnosen
ohne Relevanz für die
Arbeitsfähigkeit
erwähnten
die Gutach
ter
insbe
sondere
eine somatoforme Schmerzstörung (nicht näher bezeichnet, ICD-10 F45.9), eine Schmerzsymptomatik o
hne hinreichendes somatisch-
orga
nisches Korrelat, Spannungskopfschmerzen, ein chronisches
Zervikotho
rako
lumbalsyndrom
und eine
IgA
-Nephritis (Urk. 8/221/40).
Der mit der
EFL
befasste Experte gab zu bedenken,
bei der
angestammte
n
Tätig
keit
habe es sich um eine
überwiegend monot
on-repetitive
Tätigkeit
verbunden mit Hebebelastungen
gehandelt
. Unter Berücksichtigung d
er Krank
heitsentwicklung und der
initial beschriebenen Beschwerden sei es nach
vollziehbar, dass in einer solchen Tätigkeit die Arbeitsfähigkeit in zeitlicher
(vermehrte Pausen) und leistungsmässiger Hinsicht eingesch
ränkt sei.
Die
EFL
habe verhaltensbedingt - aufgefallen sei insbesondere eine ausgeprägte Selbst
limitierung -
keine schlüssigen Resultate ergeben.
In den
getesteten
Belas
tungen
seien keine funktionellen
Limiten
feststellbar
gewesen
(Urk. 8/221/70
; vgl. auch
Urk.
8/221/79 ff.
).
Im interdisziplinären Konsilium kamen die Experten zum Schluss,
zumutbar sei mindestens eine körperlich sehr leichte, aber auch öfters eine körperlich leichte bis gelegentlich mittelschwere Tätigkeit, gemischt
stehend und gehend und vor
zugsweise überwiegend sitzend mit
manchmaligem
Hantieren von Lasten bis 10 kg und selten von solchen bis 15 kg. Die übertragenen Arbeiten sollte
n emotio
nal nur wenig belastend sein, der
verminderte
n
Anpassungs- und
Umstellungs
fähigkeit entgegenkommen und
intell
ektuell nicht überfor
dernd sein. Ferner
sollte kein Zeitdruck bestehen
(Urk. 8/221/41)
.
In der angestammten, monoton-repetitiven und mit dem Hantieren von Lasten verbundenen Tätigkeit sei die Arbeitsfähigkeit in zeitlicher (vermehrte Pausen) und leistungsmässige
r
Hinsicht limitiert.
Eine Quantifizierung sei schwierig, je
doch sei eine über 50
%
hinausgehende Limitierung aus soma
tischen Gründen nicht plausibel (Urk. 7/221/41).
Unter Berücksichtigung der aktuellen klinischen Befunde bestehe aus soma
tischer Sicht kein Grund, weswegen die Arbeitsfähigkeit in einer gemischt ste
hend-gehend
en
und sitzenden Täti
gkeit nicht ganztags zumutbar sei. Dies stehe in Übereinstimmung mit der Einschätzung aus somat
ischer Sicht aus dem Jahr 200
8.
Eine relevante
Veränderung
der Gesundheit im somatischen Bereich
sei nicht festzustellen gewesen
.
Ins Gewicht falle
aus psychiatrischer Sicht
ein ver
mindertes Rendement von 30
%
während der ganztägigen Prä
senz
.
Die Be
schwerdeführerin sei trotz des psychischen Leidens in der Lage, sich umgänglich
zu geben und ihre Anspannung und Reizba
r
keit zu kon
trol
lieren. Die exekutiven Funktionen seien nicht beeinträchtigt. Die Beschwer
deführerin verfüge über ein ausreichendes Abstraktionsvermögen und sie sei auch zur Handlungsplanung und Organisation im Stande. Ferner verfüge sie über ein Zeitmanagement und sei intellektuell in der Lage, Probleme im sozialen Umfeld zu erkennen.
Die
Ver
kehrs- und Wegfähigkeit seien gege
ben, was auch die Observation gezeigt habe. Es fehle der Beschwerdeführerin jedoch an der Motivation, Veränderungen her
beizuführen, Neues zu lernen und ihre Aufmerksamkeit sinnvoll zu fokussieren. Die Kommunikations
fähig
keit sei durch
ihre
Art
,
impulsiv und rechthaberisch zu reagieren zeitweilig eingeschränkt. Das häusliche Leben und die Alltagsakti
vitäten seien unter Berücksichtigung der Observation vielfach günstiger als die Beschwerde
füh
rerin dies schildere. Sie sei in d
er Lage, soziale Beziehungen auf
zubauen und zu unterhalten. Dies befähige die Beschwerdeführerin auch
,
einer Erwerbs
tätigkeit nachzugehen
(Urk. 8/221/
35
,
Urk. 8/221/39,
Urk.
8/221/
41)
.
D
ie
atte
s
tierte Arbeitsfähigkeit bestehe spätestens seit
der aktuellen Begutachtung.
Retrospektiv sei eine sichere Beurteilung erst seit der Verhaltensbeobachtung im Jahr 2014 (Observation) möglich, für die Zeit davor aufgrund d
er diver
gierenden Angaben in den
Akten indessen nicht
(Urk. 8/221/40).
7
.
Anders als in der Vergangenheit konnten anlässlich der
MEDAS
-Begut
ach
tung d
ie
für
ein
depressives Geschehen
massgeblichen
Befunde
nicht
mehr
erhoben
werden
. Im Vordergrund standen
nunmehr
die
für die
diagnos
tizierte
Persönlich
keitsstörung
relevanten Symptome
(Urk. 8/221/28 ff.).
Deut
lichere Anzeichen
für eine Persönlichkeitsstörung
vermerkten
die Ärzte erst
mals im Rahmen der zweiten Rentenrevi
sion
(
Bericht der
D._
im Bericht vom
8.
November 2011;
Urk.
8/116).
Die Diagnostik der
MEDAS
-Gutachter beanstandete die Beschwerdeführerin
als solche
nicht. Unter Hinweis auf die Ausführungen in nachstehender E.
8
.3
er
weist sie sich
denn auch
als nachvollziehbar. Es ist damit ein Revisions
grund im Sinne von
Art.
17
ATSG
zu bejahen.
Die Beschwerdegegnerin war bei dieser Ausgangslage berechtigt
,
den Leistungsanspruch ohne Bindung an frühere Ent
scheide neu zu beurteilen.
8
.
8
.1
Nach Auffassung der Beschwerdeführerin besteht weiterhin eine einge
schränkte Arbeitsfähigkeit.
Zu diesem
Schluss
gelangte sie mit der Begrün
dung,
nament
lich
die
Beeinträchtigung der Anpassungsfähigkeit, der Flexibilität und der Durchhaltefähigkeit und
die
nötige psychiatrische und die phar
makologische Behandlung belegten dies. Dies
spreche
auch
klar dage
gen, dass sie die Leis
tun
gen zu Unrecht erwirkt habe
(Urk. 1 S. 6 ff. u
nd
vorstehende E.
3
.2
).
Die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ist
gutachterlich ausgewiesen und
eben
so die Notwendigkeit einer psychiatrischen Behandlung (vgl. Urk. 8/221/36
ff.)
.
In der Begründung des Entscheides ging auch die Beschwe
r
degegnerin ausdrücklich von einer e
ingeschränkten Arbeitsfähigkeit
aus (Urk. 2 S.
3).
Dies
schliesst in
dessen die Aufhebung der Rente
nicht
im vorn
herei
n
aus. Entscheidend is
t die erwerbliche Auswirkung der
von den Gut
achtern festgestellten Veränderung des gesundheitlichen Zustandes
(dazu vgl. E. 8.3)
.
8
.2
Sodann macht die Beschwerdeführerin geltend, die
psychische
Dekon
ditio
nierung
sei entgegen der Auffassung der Beschwerde
gegnerin als leistungs
li
mitierender
Faktor zu beachten.
Deswegen
und
aufgrund
der diagnos
ti
zier
ten Persönlichkeitsstörung sei die
Beeinträchtigung
der Arbeitsfähigkeit aus
ge
wiesen und der Entscheid der Beschwerdegegnerin falsch (Urk. 1 S. 10 f.).
Eine
psychische
Dekonditionierung
erwähnte der psychiatrische Experte im Sinne einer leichten Verminderung der Durchhaltefähigkeit (Urk. 8/221/31)
.
Eine erwerbliche Funktionseinbusse
in grösserem Umfang kann daraus
jedoch
nicht abgeleitet werden. Im Übrigen
beleuchteten die Gutachter
sowohl die Diagnose der instabilen Persönlichkeitsstörung als auch deren Auswirkung auf die erwerblichen Ressourcen der Beschwerdeführerin
ausführlich
, wobei die Gutachter feststellten, dass sich das Leiden
auf die Arbeitsfähigkeit
limitierend auswirke
, eine
erwerbliche Tätigkeit
jedoch nicht ausschliesse
(vgl. Urk. 8/221/29
ff.
)
.
Diese Ausführungen sind überzeugend (
vgl. dazu auch nach
stehende E. 8.3
).
8
.3
8
.3.1
Das
MEDAS
-Gutachten vermag gemäss den nachstehenden Ausführungen den Anforderun
gen an ein verwertbares
Be
weis
mittel
zu genügen.
A
us allge
mein-internistischer Sicht
lässt sich dem Gutachten
entnehmen, seit 2001
bestehe ein
Nierenleiden.
Die mit der Erkrankung einhergehenden Befunde seien
jedoch
nicht derart ausgeprägt, dass
sich
das Leiden auf die Arbeits
fähigkei
t auswirke
(Urk. 8/221/37
,
Urk.
8/221/35 f.
).
8
.3.2
B
ezüglich der geklagten Beschwerden
(
namentlich
chronische Schmerzen
im gesamten Nacken- und Schulterg
ürtelbereich abwärts bis zur Brust- und Len
denwirbelsäule
sowie bis in die Beine reichend, Knieschmerzen, Schmerzen in den Fingergelenken und Kopfschmerzen
; vgl.
Urk.
8/221/55)
ist dem Gut
achten aus
neurologischer Sicht
zu entnehmen
, auch in Kenntnis der aktu
ellen Unter
suchungsergebnisse und gestützt auf die aktenkundigen und bis
-
l
ang stets weit
gehend unauff
älligen radiologischen Befunde, die
mit früheren
Abklärungen
übereinstimmend seien
,
seien
keine Hinweise für eine relevante Gesundheitsstö
rung aus somatischer Sicht feststellbar, die Umfang und In
ten
sität der geklagten Schmerzen erklären könnte. Im gegenwärtigen Status seien keine neurogenen
Paresen feststellbar gewesen und die Reflexe seien in allen Etagen symmetrisch un
d lebhaft darstellbar gewesen. E
s seien keine Hinweise
auf
ein
e
zentral-
neurorologische
Erkrankung erkennbar
geworden
, welche die Schmerzsympto
matik in dieser generalisierten Form verständlich machen könnte. Sämtliche früheren Berichte harmonierten mit der gegen
wär
tigen Bewertung.
Namentlich
seien die neurologischen Befunde
,
wie bereits
im Jahr 2008
,
unauffällig gewesen.
Theoretisch denkbar seien statisch-
myalgische
Rückenb
eschwerden. Die als Spannungskopfweh zu interpretie
ren
de
n Kopfschmerzen und die übrige Schmerzsymptomati
k ohne hinrei
chen
des somatisch-
organisches Korrelat be
gründeten
keine dauerhafte Arbeitsun
fähig
keit
. Allenfalls möge
die bisherige Tätigkeit in Nässe und verbunden mit dem Heben von Gewichten zwischen 10
und 20 kg
weniger geeignet
sein
, mindestens aber sei eine
besser
angepasste Tätigkeit vollumfänglich zumut
bar
(
Urk.
8/221/37 f.,
Urk. 8/221/58 f.)
.
8
.3.3
Zur rheumatologischen Untersuchung fassten die Gutachter zusammen, i
m Jahr 2004 seien erstmals Rückenbeschwerden aufgetreten. Bildgebende Ab
klä
rungen hätten einen altersentsprechenden und grundsätzlich unauffälli
ge
n Zustand ge
zeigt. Hinweise für das Vorliegen einer rheumatologischen Grund
erkrankung hätten sich weder damals noch später ergeben. Trotz
Behand
lung, insbesondere mittels
physikalische
r Kräftigungstherapie und
Schmerz
therapie
,
sei über die Jahre keine Besserung eingetreten.
Laut den Angaben der Beschwerdeführerin hätten sich die Beschwerden am Bewegungsapparat innerhalb der letzten zehn Jahre nicht wesentlich verändert. Neue klinische Aspekte habe di
e jüngste Un
tersuchung keine erg
eben. Ein erklärendes klini
sches Korrelat fehle
aus rheuma
tologischer Sicht
nach wie vor. Eine rheu
matologische Diagnose mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit lasse sich nicht stellen. Sowohl die bisherige als auch eine andere Tätigkeit könnte die Beschwerdeführerin vollzeitlich aus
üben (Urk. 8/221/65 f.,
Urk.
8/221/39).
8
.3.4
Aus psychiatrischer Sicht wird im
MEDAS
-Gutachten
hervorgehoben, die Be
schwerdeführerin lasse deutliche Tendenzen erkennen, Impulse und Ver
halten zeitweilig ohne Berücksichtigung von Konsequenzen auszuagieren. Auch wechsle bei ihr die Stimmung häufig
. Die unkontrollierten Impulse führten zu Konflikten.
Die Aus
prägung der
Symptome sei abhängig von Umweltfakt
oren, vom psychosozialen Gefüge und
von psychosozialen Belas
tungsfaktoren. Ein besonderer Leidensdruck liege
indessen
nicht vor
und hilflos sei die Beschwer
deführerin nicht
. Eine
konsequente psychiatrische
Behandlung
habe
nicht statt
gefunden
.
Abgesehen von akuten Krisen sei s
ie in der Lage,
sich umgänglich zu verhalte
n
und ihre Anspannung und die Reiz
barkeit zu kontrollieren. Dies sei auch anlässlich der Observation festzu
stellen gewesen. Die exekutiven Funktio
nen seien nicht tangiert. Die Be
schwer
deführerin sei in der Lage, ihre Handlun
gen zu planen. Sie verfüge über ein Zeitmanagement und sei entsprechend ihrer intellektuelle
n
Situation fähig
,
im sozialen Umfeld Probleme zu erkennen. Überdies liege eine aus
reic
hende Fähigkeit zur Selbstsorge
vor. Es fehle der Be
schwerdeführerin vor allem an der Motivation, Veränderungen herbeizuführen, Neues zu lernen und ihre Aufmerksamkeit sinnvoll zu fokussieren.
Die Kommu
ni
kations
fähig
keit sei durch ihre Art, rechthaberisch und impulsiv zu reagieren, zeitweilig eingeschränkt. Insgesamt seien die Symptome einer instabilen Per
sönlich
keits
störung erfüllt. In einer emotional nicht belastenden Umgebung mit Frei
räumen, ohne Zeitdruck und mit einer ihr entgegen gebrachten Wert
schätzung sei sie zu einer ausreichenden Arbeitsleistung in der Lage.
Hinweise für eine somatoforme Schmerzstörung bestünden nicht.
Die von der Beschwerdeführerin angegebenen Beschwerden entsprächen nicht einem an
dauernden und quälenden Schmerz, der durch einen physiologischen Prozess oder eine körperliche Störung nicht vollständig erklärt werden könne
.
Unge
sundes
Verhalten, übermässige und
un
an
gemessene
Schonung und Bewe
gungs
mangel würden die somatischen Symptome verstärken. Die Obser
v
a
tion habe allerdings gezeigt, dass sich die Beschwerdeführerin in ihrer Freizeitgestaltung vielseitig interessiert und aktiv zeige, deutlich mehr als dies bezüglich Arbeits
welt und Haushaltführung
der Fall sei
. Die Beschwer
deführerin sei sozial nicht isoliert. Die bisherige Behandlungsfrequenz
ent
spreche
nicht de
m geschilderten Zustandsbild. Aufgrund des Zustandsbildes bestünden in erwerblicher Hinsicht in erster Linie qualitative und weniger quantitative Einschränkungen. In Frage komme eine einfache und wenig anspruchsvolle berufliche Tätigkeit
(Urk. 8/221/30
f.
,
Urk.
8/221/39
).
8
.3.5
Zur
EFL
hielten die Gutachter schliesslich fest, ein allfälliges arbeits
rele
vantes Problem habe nicht erhoben werden können, da das Schmerzver
halten mit Selbstlimitierung während den Tests im Vordergrund gestanden habe. Die Leis
tungsbereitschaft der Beschwerdeführerin sei nicht zuverlässig beurteilbar. Es sei davon auszuge
hen, dass s
ie bei gutem
Effort
mehr leisten könne als das, was sie bei den Leistungstests
gezeigt habe (Urk. 8/221/39).
8
.
3.6
Die
wiedergegebenen Darlegungen der Gutachter -
sowohl bezogen auf die je
weiligen Fachgebiete als auch in der Gesamtschau
- zeigen, dass
allseitige Untersuchungen
erfolgten und
die Gutachter die geklagten Beschwerden
berück
sichtigten. S
ie setzte
n
sich mit diesen sowie dem Verhalten der
Be
schwerdeführerin
in den Untersuchungen
auseinander
und die Schlussfolge
rungen erfolgten
in Ause
inandersetzung mit den
Vorakten
. Die
Darlegung de
r medizinische
n Zustände und Zusammenhänge leuchten ein und
die Schluss
folgerungen der medizinischen Experten
sind in einer Weise begründet
, dass die rechtsanwendende Person s
ie prüfend nachvollziehen kann. Damit liegt mit dem
MEDAS
-Gutachten ein verwertbares Beweismittel vor.
8
.4
Die Beschwerdeführerin wandte -
bezugnehmend auf E. 5.3 des Urteils des Bun
desgerichts 9C_492/2012 vom 2
2.
Mai 2013
-
ein, die medizinischen Unterlagen bildeten keine genügende Grundlage, um die Leistungen einzu
stellen. D
er Ob
servationsbericht gebe naturgemäss nur Auskunft über den beobachteten Zeit
raum.
Von den beobachteten Tagen könne nicht auf einen Dauerzustand ge
schlossen werden
und selbst ein
aggravatorisches
Verhalten reiche nicht aus, um die Rente aufzuheben (Urk. 1 S. 10).
Es ist der Beschwerdeführerin darin beizupflichten, dass eine Observation in erster Linie zu Erkenntnissen bezogen auf den Zeitraum der Massnahme führt. Der Entscheid der Beschwerdegegnerin beruht indessen nicht
in erster Linie
auf den Ergebnissen der Observation in der Zeit von Januar
bis
April
2014 (vgl.
Urk.
8/180), sondern auf den Erkenntnissen der
auf die Obser
va
tio
n folgenden
ärztlichen Abklärungen
, insbesondere
auf
dem
MEDAS
-Gut
achten, wobei die Beobachtungen anlässlich der Observation mit den Ergeb
nissen der Begutach
tung korrelieren. Die Experten der
MEDAS
nahmen verschiedentlich explizit Be
zug auf die Observation. Abweichend vom Sachverhalt gemäss Urteil des Bun
desgerichts 9C_492/2012 vom 22.
Mai 2013 steht es vorliegend hinreichend fest, dass sich der gesundheitliche Zustand der Beschwerde
füh
rerin seit
der letzten Anspruchsprüfung im Jahr 2012 verbessert hat, wobei gemäss
MEDAS
-Gutachten eine retrospektive Beurteilung ab dem Zeitpunkt der Verhaltensbe
obachtung zuverlässig möglich ist (Urk. 8/221/41 ff.).
Damit steht die Verbess
e
rung seit dem Zeitpunkt des Beginns der Beobachtung
, mithin seit Januar 2014 fest.
9
.
9
.1
Beweisrechtlich entscheidend
im Rahmen der Prüfung der
Standard
in
di
ka
toren (vgl. vorstehende E. 2
.4)
ist der Aspekt der Ko
nsistenz (
BGE
141 V 281 E. 4.4).
Der Indikator einer
gleichmässigen
Einschränkung des Aktivitätsnive
aus in al
len vergleichbaren Lebensbereichen zielt auf die Frage ab, ob die diskutierte Einschränkung in Beruf und Erwerb einerseits und in den sons
tigen Lebensbe
reichen (z.B. Freizeitgestaltung) anderseits gleich ausgeprägt ist. Das Aktivitäts
niveau der versicherten Person ist stets im Verhältnis zur geltend gemachten Arbeitsunfähigkeit zu
sehen (
BGE
141 V 281 E. 4.4.1
).
D
as erwerbliche und das private Aktivitätsniveau der Beschwerdeführerin
sind
diskrepant. Eine berufliche Tätigkeit kann sich die Beschwerdeführerin
nicht mehr vorstellen
(Urk. 8/221/47
)
, hingegen gestaltet sie ihr privates Leben
sehr ak
tiv. Die Feststellungen anlässlich der Observation
(Aktivitäts
be
schriebe
und Fo
tos)
belegen dies eindeutig. Die Beschwerdeführerin konnte bei ver
schiedensten Alltag
saktivitäten
beobachtet werden
(
Spaziergänge mit und das Hochheben sowie Tragen von Kindern, Treffen und Unterhaltungen mit diversen Personen, Einkäufe, Autofahrten, Streichen eines Gartenzauns etc.; Urk. 8/180/14 ff.
).
9
.2
Die Inanspruchnahme von therapeutischen Optionen, das
heisst
das
Ausmass
, in welchem Behandlungen wahrgenommen oder eben vernachlässigt werden, weist
gemäss
BGE
141 V 281
auf den
tatsächlichen Leidensdruck hin
(
E. 4.4.2
).
Dieser ist im Falle der Beschwerdeführerin nicht ausgeprägt.
Ge
mäss
den Feststellun
gen der
MEDAS
-Gutachter
erfolgt keine konsequente Behandlung des psychi
schen Leidens und auch eine Hilflosigkeit schlossen sie aus (Urk. 8/221/31)
, was vor dem Hintergrund der Ergebnisse der Begut
achtung und der Erkenntnisse der Observation nachvollziehbar ist.
Ferner kamen die Gutachter basierend auf den Ergebnissen der Untersuchung und der Observation begründet zum Schluss,
die
exekutiven Fu
nktionen seien nicht tangiert, d
ie Beschwerdeführerin sei in der La
ge, ihre Handlungen zu planen, s
ie verfüge über ein Zeitmanagement und sei entsprechend ihrer intellektuelle
n
Situation fähig
,
im sozialen Umfeld Probleme zu erkennen.
In erster Linie
fehle der Beschwerdeführerin
die
Motivation, Ver
änderungen her
beizuführen, Neues zu lernen und ihre Aufmerks
amkeit sinnvoll
zu fokus
sieren (vorstehend E. 8
.3.4).
9
.3
Auch zum Aspekt des funktionellen Schweregrades
(vgl. vorstehende E.
2
.4
) kann aufgrund der gutachterlichen Erkenntnisse Stellung genommen werden.
Das für die Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit massgebliche psychische Lei
den und namentlich die diagnoserelevanten Befunde sind nicht stark aus
geprägt und es findet - wie bereits erwähnt wurde - nicht die geeignete Behand
lung statt (Urk. 8/221/32). Komorbiditäten bestehen sodann nicht in erheblichem Umfang.
Nebst der Persönlichkeitsstörung diagnostizierten die Gut
achter kein weiteres Leiden mit Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit (Urk.
8/221/40).
D
ie Observation zeigte, dass die Beschwerdeführerin erkenn
bar über persönliche Ressourcen verfügt und auch sozial keinesfalls limitiert ist.
Entsprechendes stellten auch die
MEDAS
-Gutachter fest
(Urk. 8/221/32).
9
.4
Zusammenfassend steht auch nach der Prüfung der Standardindikatoren fest, dass die
Umsetzung der
von den
MEDAS
-Gutachtern
festgestellten Verbesse
rung der Ressourcen aus rechtlicher Sicht zumutbar ist. Dies war spätestens seit der Observation der Fall. Dass die Beschwerdeführerin von ihren Resso
urcen tatsächlich keinen Gebrauch gemacht hat
,
ändert nichts an der ihr obliegenden Meldepflicht (
Art.
77
IVV
)
, auf die sie mit den diversen Leis
tungsentscheiden jeweils ausdrückliche aufmerksam gemacht worden war (vgl.
Urk.
8/89,
Urk.
8/100,
Urk.
8/
107 f.,
Urk.
8/120,
Urk.
8/143
)
.
Die Unter
lassung
der Mel
dung
hat die Beschwerdeführerin zu vertreten.
Ihr Verhalten erfüllt zumindest den Verschuldensgrad der leichten Fahrlässigkeit.
Die rück
wirkende Anpassung der Leistung erfolgte zu Recht. Weitere Abklärungen sind keine erforderlich.
10
.
10
.1
Die
Beschwerdegegnerin
erachtet
e
inen invalidisierenden Gesundheits
schaden
nicht als nachgewiesen und verzichtete auf einen Einkommensvergleich. Die
von den Gutachtern attestierten Beeinträchtigungen in
der
angestammt
en
und
in
einer angepassten
Tätigkeit
stufte
sie als die Folge eines motivationalen Defizits
ein
, das IV-rechtlich ohne Bedeutung
sei
(vgl. Urk.
8/223/9).
Die Beschwerde
führerin bemängelt den fehlenden Einkommensvergleich (Urk. 1 S. 11).
10
.2
Gemäss
MEDAS
-Gutachten ergab sich im Rahmen der untersuchten Fach
disziplinen Rheumatologie, Psychiatrie, Neurologie und Innere Medizin
allein
aus psychiatrischer Sicht eine relevante Diagnose und
als Folge dessen
eine Be
einträchtigung der Arbeitsfähigkeit
von
je
weils
30
%
sowohl
in der angestamm
ten
als
auch in einer anderen in Frage kommenden Tätigkeit (Urk. 8/221/35 f.). Eine
den somatischen Bereich betreffend
e
Einbusse stellten
die Gutachter expli
zit nicht fest (Urk.
8/221/66,
Urk.
8/221/
50,
Urk.
8/221
/59
).
Die weitergehende Limitierung in der
angestammten Tätigkeit sowie auch das ein
geschränkte
An
forderungsprofil für eine an
gepasste Tätigkeit begründeten
s
ie mit den
Resulta
ten
der
EFL
. Gewicht
wurde namentlich d
e
r
deutlich beein
trächtigte
n
Motivation
und d
e
r
Selbstlimitierung
beigemessen
(
Urk. 8/221/41,
Urk.
8/221/69 f.
).
10
.
3
Vor diesem Hintergrund
rechtfertigt sich
die
Feststellung der
Beschwerde
gegnerin im Feststel
lungsblatt für den Beschluss
, die verbliebene Leistungs
einschränkung sei auf Motivationsprobl
e
me
respektive eine Selbstlimitierung
zurückzuführen
, was indessen bei der Invaliditätsbemessung nicht entschei
dend sei
(Urk. 8/223/9).
Auch die
MEDAS
-Gutachter hielten sodann fest, bei Über
windung der Schonhaltung und der
Dekonditionierung
sei wieder ein Arbeits
pensum von 100
%
möglich (Urk. 8/221/40).
Da unter Ausserachtlassung der im Rahmen der
EFL
beobachteten
Limiten
allein aus psychiatrischer Sicht eine Beeinträchtigung von
höchstens
30
%
sowohl
in der angestammten als auch in einer anderen in Frage kommenden Tätigkeit be
steht (Urk. 8/221/
35 f.
), resultiert eine Erwerbseinbusse
von nicht mehr als 30
%.
Dies schliesst den Anspruch auf eine Rente aus. Ein Ein
kommensvergleich ist nicht erforderlich.
Die Rente ist rückwirkend per
20.
Januar 2014 (Beginn der Observation;
Urk.
8/180/11) a
ufzuheben (vgl. vorstehende E. 8
.4).
Über die Rückforderung wird die Beschwerdegegnerin einen separaten Entscheid erlassen (vgl.
Urk.
2 S. 4).
11
.
11.1
11.1.1
Die mit Verfügung vom
5.
November 2008 zugesprochene
Hilflosenent
schä
di
gung
(Urk. 8/95)
basiert auf dem mittels Abklärung vom
1
7.
Juli 2008
festge
st
e
llten Bedarf an lebenspraktischer Begleitung (Urk.
8/83).
Die mit der seinerzei
tigen Abklärung betraute Person hielt im Bericht vom 2
9.
Juli 2008 fest,
beim
Hausbesuch habe die Beschwerdeführerin angegeben, sie
könne die
Wohnung
nicht alleine verlassen. Für ausserhäusliche Termine und ebenso für Einkäufe brauche sie stets eine Begleitung. Es sei ihr auch nicht möglich
,
alleine öffentli
che Verkehrsmittel zu benützen. Einen Führerausweis besitze sie nicht. Auch an häuslichen Aktivitäten könne sie sich
nicht
beteilige
n.
Beispielsweise habe sie m
ehrfach vergessen
,
die Kochplatten abzustellen. Reinigungsarbeiten erledige die Mutter der Beschwerdeführerin.
Ihr selber seien Sauberkeit und Ordnung in der Wohnung gleichgütig. Sie helfe bei der Hausarbeit mit, wenn sie dazu auf
gefordert werde.
Die administrativen Dinge erledige der Vater. Sie verwalte auch ihr Geld nicht mehr selbständig, seit sie mehrmals ihre Bankkarte im
Automaten habe stecken lassen
(Urk. 8/83/5)
.
Zusammenfassend kam die Abklärungsbeauftragte der Beschwerdegegnerin zum Schluss, aufgrund der geschilderten Ver
hältnisse und unter Einbez
ug der medi
zinischen Akten sei
die
Notwendigkeit
für eine lebenspraktische Begleitung klar erfüllt. Es müsse davon ausgegangen werden, dass die Beschwerde
führerin - lebte sie alleine - den Haushalt vernachlässigen würde und sich selbständig auch keine Mahlzeiten zubereiten könnte. Ferner sei davon aus
zu
gehen, dass sie selbständig keine Kontakte knüpfen würde (Urk. 8/83/5 f.).
11.1.2
Anlässlich der Revision im Jahr 2012 fand ein weiterer Hausbesuch statt
(Urk. 8/128), wobei dieser in erster Linie der erwerblichen Qualifikation diente
(vgl. Abklärungsbericht vom 2
1.
Dezember 2012;
Urk.
8/129). Indirekt kann dem Bericht jedoch entnommen werden, dass die Beschwerdeführerin damals im Alltag nach wie vor auf eine Betreuung zurückgriff, wobei Anga
ben dazu feh
len, wofür im Einzelnen die Betreuung geleistet wurde (Urk. 8/129/
2).
Ohne weitere Abklärungen bestätigte die Beschwerdegegnerin in der Folge den unver
änderten Anspruch auf die
Hilflosenentschädigung
(Urk. 8/134).
11.1.3
Die Observation
im Jahr 2014 zeigte ein im Vergleich zur Abklärung im Jahr 2008 verändertes Bild. Sie dokumentiert, dass die Beschwerdeführerin nun
mehr wieder in der Lage war, ihre Wohnung selbständig zu verlassen. Sie konnte
na
mentlich
dabei beobachtet werden, wie sie
sich allein
e
oder in Begleitung von kleinen Ki
ndern draussen aufhie
lt, wie sie - inzwischen offen
bar im Besitz eines Führerausweises -
selbständig Auto f
u
hr
, e
inkaufen ging
oder
im Garten
einen Zaun strich (Urk. 8/180/14
f
f
.
,
Urk.
8/180/27
f
f
.
).
Auch die
MEDAS
-Gutachter
stellten
eine
gesundheitliche
Verbesserung dahin
gehend fest, dass nunmehr wie
der eine Erwerbstätigkeit
im Umfang von mindestens 70
%
zumutbar
sei
und diese Beurteilung der Validierung mittels
der Standardindikatoren standha
lt
e
(vgl. vorstehende E. 8-9). Damit ist die Notwendigkeit einer lebenspraktischen Begleitung nicht mehr
rechtsgenüg
lich
ausgewiese
n und die Beschwerdegegne
rin hat die Leistung zu Recht aufgehoben. Zum Zeitpunkt der Verbesserung gilt das betreffend Aufhebung der Rente Ausgeführte entsprechend (vorstehende E
. 8.4).
11.2
Der
Wegfall der
Hilflosenentschädigung
hat automatisch den
Verlust
des
An
spruchs auf einen Assistenzbeitrag
zur Folge.
Dieser setzt gemäss Art.
42
quater
Abs.
1
lit
. a
IVG
den Bezug einer
Hilflosenentschädigung
voraus.
Die Höhe der Rückforderung wurde nicht in Frage gestellt.
12.
12
.1
Gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG
ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invaliden
ver
sicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von
Art.
61
lit
. a
ATSG
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfah
rensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr.
1'000.-- fest
gesetzt. Vorliegend erweist sic
h eine Kostenpauschale für die
zwei vereinigten Verfahren von
Fr.
1’0
00.-- als angemessen. Ausgangs
ge
m
äss sind die Kosten der Beschwerdeführerin aufzuerlegen, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Pro
zessführung aber einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
12
.2
Die Rechtvertreterin der Beschwerdeführerin
, Rechtsanwältin Noëlle
Cerletti
,
hat trotz Aufforderung (vgl.
Urk.
15) keine Aufstellung für ihre Bemühungen als unentgeltliche Rechtsvertreterin eingereicht. Die aus der Gerichtskasse an sie zu bezahlende Entschädigung ist daher vom Gericht ermessensweise fest
zu
setzen. Unter
Berücksichtigung
des Aufwandes in dieser Streitsache und
eines praxis
gemässen Stundenansatzes von Fr. 220.--
ist sie mit Fr.
2’900
.-- aus der Ge
richtskasse zu entschädigen (Auslagen und Mehrwertsteuer inbe
griffen).