Decision ID: aea3da6d-9945-57f2-9c6f-618502192885
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Roland Hochreutener, St. Leonhard-Strasse 20,
Postfach, 9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A._ meldete sich am 8. Januar 2008 zum Leistungsbezug bei der
Invalidenversicherung an. Im Antragsformular führte er aus, er sei in seiner Tätigkeit als
Installateur wegen Schulter- und Rückenbeschwerden erheblich eingeschränkt (IV-act.
1). Dr. med. B._, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, diagnostizierte am 10. März
2008 ein rezidivierendes lumbospondylogenes Schmerzsyndrom und bescheinigte für
die Zeit ab 16. Dezember 2005 Arbeitsunfähigkeiten von mindestens 50 %. Die frühere,
körperlich sehr belastende Tätigkeit sei dem Versicherten nicht mehr zumutbar (IV-act.
17). Nach Durchführung von erwerblichen und medizinischen Abklärungen eröffnete die
IV-Stelle des Kantons St. Gallen dem Rechtsvertreter des Versicherten mit Vorbescheid
vom 30. April 2009, seit 1. Februar 2007 (Beginn der einjährigen Wartezeit) sei der
Versicherte in seiner Arbeitsfähigkeit erheblich eingeschränkt. Seit diesem Zeitpunkt
könne er nicht mehr als selbständiger Installateur tätig sein. Trotzdem sei ihm eine
leidensangepasste Tätigkeit noch zuzumuten. Die Gegenüberstellung des
Valideneinkommens (Fr. 116'163.--) und des Invalideneinkommens (Fr. 69'697.--)
ergebe einen Invaliditätsgrad von 40 %. Ab 1. Februar 2008 bestehe Anspruch auf eine
Viertelsrente (IV-act. 45). Nach Prüfung des Einwandes (IV-act. 46, 47) verfügte die IV-
Stelle am 5. Oktober 2009 im Sinn des Vorbescheids (IV-act. 50).
B.
B.a Gegen diese Verfügung erhob Rechtsanwalt lic. iur. R. Hochreutener, St. Gallen,
für den Versicherten mit Eingabe vom 10. November 2009 Beschwerde mit den
Anträgen, die Verfügung sei aufzuheben und dem Beschwerdeführer sei mit Wirkung
ab 1. Januar 2007 eine Dreiviertelsrente auszurichten. Eventualiter sei die Verfügung
aufzuheben und die Streitsache zur Durchführung weiterer Abklärungen der
Auswirkungen der Gesundheitsbeeinträchtigung auf die Erwerbsfähigkeit an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Zur Begründung legte der Rechtsvertreter unter
anderem dar, laut Bericht des Hausarztes bestehe seit 16. Dezember 2005 eine
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Arbeitsunfähigkeit zwischen 50 und 100 %. Dementsprechend bestehe der Anspruch
auf eine Invalidenrente - nach Ablauf eines Wartejahres - bereits mit Wirkung ab 1.
Januar 2007. Da vorliegend davon auszugehen sei, dass der Beschwerdeführer als
Gesunder weiterhin im gleichen Umfang in seiner bisherigen Tätigkeit als selbständig
erwerbender Kabelverleger (im Akkord) weitergearbeitet hätte, würden die zuletzt vor
Eintritt des Gesundheitsschadens erzielten Einkommen wesentliche Anhaltspunkte für
die Bestimmung des Valideneinkommens bilden. Bei sehr starken und verhältnismässig
kurzfristigen Einkommensschwankungen sei für die Festsetzung des
Valideneinkommens vom Durchschnittsverdienst während einer längeren Zeitspanne
auszugehen. Wenn auf die Einkommen der Jahre 2002 bis 2004 gemäss Auszug aus
dem individuellen Konto abgestellt werde, ergebe sich ein Betrag von Fr. 117'938.--
(Aufwertung auf das Jahr 2007). Das Invalideneinkommen könne nach den Löhnen der
Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) bemessen werden. Die Annahme, der
Beschwerdeführer könne als Bauleiter ein Einkommen von rund Fr. 10'000.-- bis Fr.
12'000.-- pro Monat verdienen, beruhe auf einer pauschalen Annahme. Die Tätigkeit als
Bauleiter im eigenen Betrieb könne mit grösster Wahrscheinlichkeit nur noch während
einer befristeten Zeit bis zum Abschluss des Investitionsprojektes durchgeführt
werden. Nur dank der Möglichkeit des zeitlich flexiblen Einsatzes und der Einlegung
von Pausen habe der Beschwerdeführer die (befristete) Tätigkeit als Bauleiter
überhaupt ausführen können. Gehe man mit dem medizinischen Gutachter von einer
Resterwerbsfähigkeit von 60 % aus, so ergebe sich ein Invalideneinkommen von Fr.
47'297.-- (LSE 2006, TA1 Baubranche, Anforderungsniveau 1). Aus der
Gegenüberstellung mit dem Valideneinkommen von Fr. 117'938.-- resultiere ein
Invaliditätsgrad von 66 %. Würde der Standpunkt vertreten, dass dem
Beschwerdeführer die Tätigkeit als Bauleiter in der GmbH auf Dauer möglich und
zumutbar wäre, käme die Beschwerdegegnerin nicht umhin, weitere betriebliche
Abklärungen durchzuführen und gestützt darauf das ausserordentliche
Bemessungsverfahren für Selbständigerwerbende zur Anwendung zu bringen. Bei der
Bestimmung des Valideneinkommens wäre zu berücksichtigen, in welcher Weise sich
das Unternehmen der versicherten Person voraussichtlich entwickelt hätte, wenn diese
nicht invalid geworden wäre.
B.b In der Beschwerdeantwort vom 20. Januar 2010 beantragte die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde (Ziff. 1) und Festsetzung des
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Rentenbeginns auf den 1. Juli 2008 (Ziff. 2). Zur Begründung legte sie dar, betreffend
den Rentenbeginn sei eine reformatio in peius angezeigt. Da die Anmeldung im Januar
2008 erfolgt sei, bestehe in Anwendung des ab 1. Januar 2008 gültigen Art. 29 Abs. 1
IVG ein Rentenanspruch erst ab 1. Juli 2008. Es bestehe kein übergangsrechtlicher
Regelungsbedarf. Sodann werde mit durchaus nachvollziehbarer Argumentation
vorgetragen, das Wartejahr habe bereits im Jahr 2005 zu laufen begonnen. Wenn, wie
in der Beschwerde dargelegt, das Wartejahr vor dem 1. Januar 2008 erfüllt worden sei,
wolle die Übergangsregelung (Rundschreiben Nr. 253 des Bundesamtes für
Sozialversicherungen) gar nicht angewendet werden. Beim Einkommensvergleich sei
davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer als Gesunder im Jahr 2008 rund Fr.
120'000.-- verdient hätte. Da nicht ohne Weiteres erwartet werden könne, dass der
Beschwerdeführer in einer Verweistätigkeit (mit 60 bzw. 70 % Arbeitsfähigkeit) ein
ähnliches Lohnniveau erreichen würde, sei das Invalideneinkommen an die derzeitigen
Verdienstmöglichkeiten als Bauleiter anzulehnen. Selbst wenn das aktuelle Projekt
abgeschlossen sei, sei davon auszugehen, dass auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
immer wieder vergleichbare Projekte realisiert werden könnten. Es bestehe keine
Veranlassung, das Invalideneinkommen anhand der LSE festzulegen. Aus den Akten
sei zu schliessen, dass die Wertschöpfung der angestammten und der heute
ausgeübten Tätigkeit auf dem gleichen Niveau liege, nämlich bei rund Fr. 120'000.-- in
einem Vollpensum. Die Invaliditätsbemessung erfolge daher faktisch anhand eines
Arbeitsfähigkeitsvergleichs. Bei einer Arbeitsfähigkeit von 60 bzw. 70 % sei die
Erwerbseinbusse demnach auf höchstens 40 % zu beziffern. In diesem Punkt erweise
sich die angefochtene Verfügung als korrekt.
B.c Mit Replik vom 25. Februar 2010 bestätigte der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers seine Anträge und Ausführungen (act. G 9). In der Duplik vom 23.
März 2010 (act. G 11) hielt auch die Beschwerdegegnerin an ihrem Standpunkt fest.

Erwägungen:
1.
1.1 Am 1. Januar 2008 traten die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten
Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20),
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der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG;
SR 830.1) in Kraft. In materiell-rechtlicher Hinsicht gilt der übergangsrechtliche
Grundsatz, dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei
Erlass des angefochtenen Entscheids bzw. im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der
zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklichte (vgl. BGE 127 V
467 Erw. 1, 126 V 136 Erw. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung ist am 5.
Oktober 2009 ergangen, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem
Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008
begonnen hat. Daher und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung
betrifft, über die noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist für die Zeit bis
31. Dezember 2007 auf die damals geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt
auf die neuen Normen der 5. IV-Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130
V 445 ff.; Urteil des Bundesgerichts [bis 31. Dezember 2006 Eidgenössisches
Versicherungsgericht, EVG] vom 7. Juni 2006 [I 428/04] Erw. 1). Diese
übergangsrechtliche Lage zeitigt insoweit keine materiell-rechtlichen Folgen, als die
5. IV-Revision hinsichtlich des Begriffs und der Bemessung der Invalidität keine
substantiellen Änderungen gegenüber der bis Ende 2007 gültig gewesenen Rechtslage
brachte (bezüglich Rentenbeginn vgl. nachfolgend Erw. 3.1). Nachfolgend werden die
seit 1. Januar 2008 gültigen Bestimmungen des ATSG und IVG wiedergegeben.
1.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente,
wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente,
wenn sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40% Anspruch auf eine Viertelsrente. Für die Bemessung der Invalidität
von erwerbstätigen Versicherten ist gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG Art. 16 ATSG
anwendbar. Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das
sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Der Einkommensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen
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Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander
gegenübergestellt werden; sie können aber auch nach Massgabe der im Einzelfall
bekannten Umstände geschätzt werden (AHI 1998 S. 119). Es kann ferner auch eine
Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen genügen (Prozentvergleich; vgl. BGE 114 V
312 Erw. 3a). Lassen sich die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen nicht
zuverlässig ermitteln oder schätzen, so ist in Anlehnung an die spezifische Methode für
Nichterwerbstätige (Art. 28a Abs. 3 IVG) ein Betätigungsvergleich anzustellen und der
Invaliditätsgrad nach Massgabe der erwerblichen Auswirkungen der verminderten
Leistungsfähigkeit in der konkreten erwerblichen Situation zu bestimmen (vgl. BGE
128 V 30f Erw. 1; AHI 1998 S. 119).
2.
Im Bericht vom 1. Februar 2008 hielt der Wirbelsäulenchirurg Dr. med. C._ beim
Beschwerdeführer als Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine Diskopathie
L4/5 und L5/S1 mit rezidivierenden Lumbagoattacken fest. Klinisch bestehe der
Verdacht auf eine Instabilität im Bereich L5/S1. Der Beschwerdeführer habe seit Anfang
2005 an wiederholten Lumbagoattacken mit damit einhergehender Arbeitsunfähigkeit
gelitten. In absehbarer Zeit werde eine operative Stabilisierung notwendig werden. Eine
wechselbelastende leichte Tätigkeit ohne Heben von Lasten von mehr als 10 bis 15 kg
und ohne Arbeiten mit Inklinationsstellung sei ihm während 8 Stunden pro Tag
zumutbar, wobei eine um 50 % verminderte Leistungsfähigkeit bestehe (IV-act. 9). Im
Gutachten zuhanden der Invalidenversicherung vom 18. Dezember 2008 kam Dr. med.
D._, Orthopädische Chirurgie FMH, unter anderem zum Schluss, dass beim
Beschwerdeführer im Verlauf der letzten vier Jahre zunehmend lumbale
Rückenbeschwerden aufgetreten seien. Klinisch zeige sich das Bild einer akuten
Lumbago mit statisch ungünstiger Inklination des Oberkörpers. Die verminderte
Belastbarkeit der Wirbelsäule führe dazu, dass die früher ausgeübte schwere
körperliche Tätigkeit des Kabelverlegens nicht mehr ausgeübt werden könne. Ähnlich
sehe es mit der Tätigkeit als Sanitärinstallateur aus. Bei beiden Arbeiten würden
Zwangshaltungen vorkommen, und es müssten Gewichte von mehr als 20 kg gehoben
werden. Die Beschwerden würden vom Beschwerdeführer genau und konsistent
angegeben, und die Befunde würden der gesundheitlichen Situation entsprechen. Der
Vorteil der aktuellen Tätigkeit als Bauleiter liege darin, dass er Wechselpositionen
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einnehmen könne (Auto fahren, Baustellenbesichtigung, kurze Tätigkeit im Sitzen,
Hinlegen). Bei einem angenommenen 9-Stundentag entstehe durch die Notwendigkeit
vermehrter Pausen eine zeitliche Einbusse von 40 %, neben der qualitativen
Einschränkung im Vergleich zur letzten Tätigkeit (IV-act. 33). Am 17. Januar 2009
ergänzte Dr. D._, dass die Sitzdauer auf eine Stunde beschränkt sei. Vom
Beschwerdeführer könnten keine Arbeiten schon in geringer Inklination des
Oberkörpers mehr ausgeführt werden. Einseitige Belastungen und Drehbewegungen
könnten nicht mehr vorgenommen werden. Man müsse sich also eine Tätigkeit
vorstellen, bei welcher relativ viel gegangen, aber nur kurze Zeit gesessen werde. So
könnte beispielsweise eine leichte Lagertätigkeit als angepasst bewertet werden. Der
klinische Eindruck vermittle eine erhebliche gesundheitliche Beeinträchtigung, welche
auch begründet werden könne. Mit der beschriebenen Tätigkeit könne die zeitliche
Einschränkung nicht unter 30 % gesenkt werden (IV-act. 36). Der RAD-Arzt Dr. med.
F._ hielt unter Bezugnahme auf die beiden Berichte von Dr. D._ am 26. Januar
2009 fest, in der aktuell ausgeübten Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 60 %
(ganztags mit vermehrten und betriebsunüblichen Pausen). In einer optimal
leidensangepassten Tätigkeit könne die Arbeitsfähigkeit allerhöchstens auf 70 %
gesteigert werden (IV-act. 37). Am 27. Juli 2009 vermerkte der RAD-Arzt zu einem
entsprechenden Einwand des Beschwerdeführers, in der Tat verwende Dr. D._ im
Gutachten vom 18. Dezember 2008 die Limite von 10 kg, während dem er im
ergänzenden Schreiben vom 17. Januar 2009 von 20 kg spreche. Es erscheine jedoch
gerechtfertigt, auf die Angaben im Gutachten mit der 10 kg Gewichtslimite abzustellen
(IV-act. 47).
3.
3.1 Streitig ist unter den Parteien zum einen der Beginn der Invalidität. Nach Art. 29
Abs. 1 IVG entsteht der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten
nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG. Das
Rundschreiben Nr. 253 des Bundesamtes für Sozialversicherungen sieht diesbezüglich
vor, dass bei Eintritt des Versicherungsfalls vor dem 1. Januar 2008 altes Recht gilt.
Tritt er hingegen am 1. Januar 2008 oder später ein, so ist das neue Recht anwendbar.
Die Regelung, wonach die Rente erst sechs Monate nach Anmeldung gezahlt werden
kann, ist jedoch gemäss Rundschreiben für alle Fälle nicht anwendbar, in denen das
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Wartejahr vor dem 1. Januar 2008 zu laufen begann und im Jahr 2008 erfüllt wurde. Für
das Gericht besteht kein zureichender Anlass, diese zugunsten der versicherten
Personen getroffene Verwaltungsweisung mit übergangsrechtlicher (grosszügiger)
Abweichung vom Wortlaut von Art. 29 IVG nicht anzuwenden. Dies umso weniger, als
sich bei Nichtanwendung der Verwaltungsweisung in dem hier zu prüfenden Verfahren
eine Rechtsungleichheit im Verhältnis zu den Rentenzusprachen im
Verwaltungsverfahren ergäbe, welche in Nachachtung der Verwaltungsweisung bereits
erledigt wurden. Eine Abänderung des Rentenbeginns aus dem geschilderten Grund
mit der Folge der Schlechterstellung des Beschwerdeführers, wie sie von der
Beschwerdegegnerin beantragt wird (act. G 4), erscheint damit bereits aus diesem
Grund nicht gerechtfertigt.
3.2 Anspruch auf eine Rente haben versicherte Personen, die während eines Jahres
ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig
gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (Art. 28
Abs. 1 lit. b und c IVG). Dr. B._ bescheinigte seit Dezember 2005 in der
angestammten Tätigkeit Arbeitsunfähigkeiten wechselnden Ausmasses bzw. von
mindestens 50 % (IV-act. 17-1/3). Hinsichtlich der Frage des Rentenbeginns hielt der
RAD-Arzt am 27. Juli 2009 fest, es sei (mit dem orthopädischen Gutachter) davon
auszugehen, dass der Beschwerdeführer in der Tätigkeit als selbständiger Kabelzieher
ab Dezember 2005 deutlich eingeschränkt gewesen sei. Ob für den Beginn der
ununterbrochenen Arbeitsfähigkeit auch auf die leidensangepasste Tätigkeit abgestellt
werden könne, sei eine juristische Frage. Tatsache sei aber auch, dass in einer
leidensangepassten Tätigkeit nicht von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit
ausgegangen werden könne (IV-act. 47-2/2). Bei diesem Sachverhalt ist im Sinn der
übereinstimmenden ärztlichen Äusserungen und des nunmehrigen Standpunktes der
Beschwerdegegnerin (act. G 4 Ziff. 5) von einem Beginn der Arbeitsunfähigkeit im
Dezember 2005 auszugehen. Dementsprechend lief das Wartejahr am 1. Dezember
2006 ab. Leistungen können wegen verspäteter Anmeldung jedoch lediglich ein Jahr
zurück, d.h. ab Januar 2007, zur Ausrichtung kommen (Art. 48 Abs. 2 aIVG). Der
Umstand allein, dass der Beschwerdeführer auf den 1. Februar 2007 seine bisher
schwere körperliche Tätigkeit aufgab und durch eine andere ersetzte, stellt keinen
zureichenden Grund dar, den Beginn des Wartejahres auf diesen Zeitpunkt zu setzen.
4.
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4.1 Der Rentenbemessung zugrunde zu legen ist unbestrittenermassen die vom
orthopädischen Gutachter auf 60 % geschätzte Arbeitsfähigkeit in der im
Begutachtungszeitpunkt (und soweit ersichtlich auch im Verfügungszeitpunkt)
ausgeübten Tätigkeit. Der Beschwerdeführer war bis Ende 2005 als selbständig
Erwerbender im Bereich der Installation von Kabelanlagen tätig. Nach Aufgabe dieser
körperlich belastenden Tätigkeit gründete er die E._. Diese Gesellschaft kaufte eine
baufällige Liegenschaft. Als Bauführer/Projektleiter führte der Beschwerdeführer deren
Renovation. Im Handelsregister ist er als Gesellschafter und Geschäftsführer GmbH
eingetragen, welche das Geschäft der früheren Einzelfirma des Beschwerdeführers
übernommen hatte. Im IV-Antrag wurde der Beschwerdeführer entsprechend als
Arbeitnehmer der E._ angeführt (IV-act. 1, 10). Deren Umsatz bestand (im Jahr 2007)
aus Eigenleistungen (vgl. IV-act. 22-10/13). Der Beschwerdeführer war gemäss IK-
Auszug von 1994 bis 2006 selbständig Erwerbender in der Einzelfirma (IV-act. 7). Mit
der Gründung der GmbH hat sich an seiner faktischen Stellung in der Unternehmung -
abgesehen von der krankheitsbedingten, nicht lediglich auf ein einzelnes Projekt
bezogenen Neuausrichtung der Tätigkeit (vgl. IV-act. 23-9/13) - bis zum Zeitpunkt der
hier streitigen Verfügung vom 5. Oktober 2009 nichts Grundlegendes geändert. Von
2003 bis zum Eintritt der Arbeitsfähigkeitseinschränkung war er - abgesehen von
sporadischer Dritthilfe durch Bekannte, welche selber Sozialversicherungsbeiträge
abrechneten - der einzige Mitarbeiter in seiner Einzelfirma (IV-act. 23-4/13f). Hieran
änderte sich soweit ersichtlich auch in der Folgezeit (nach Gründung der GmbH) nichts.
Bei diesem Sachverhalt ist der Beschwerdeführer auch für die Prüfung des IV-
Rentenanspruchs als selbständig Erwerbender zu qualifizieren (vgl. Urteil des EVG vom
14. Dezember 2006 [I 534/06], Erw. 2, sowie Urteil des Bundesgerichts vom 19. Januar
2009 [9C_538/2008], welches den st. gallischen Entscheid vom 15. Mai 2008 i/S K.H.
[IV 2007/4] bestätigte).
4.2 Der im Verfügungszeitpunkt 57jährige Beschwerdeführer war wie dargelegt seit
1994 und damit während rund 15 Jahren (2009) in seiner Unternehmung tätig. Unter
Würdigung der Gesamtsituation (vgl. dazu Urteil des EVG vom 23. Dezember 2004
[I 316/04, Erw. 2.2]) konnte von ihm unter dem Gesichtspunkt der Schadenminderung
unbestrittenermassen nicht verlangt werden, seine "selbständige" Tätigkeit (in seiner
GmbH) zugunsten einer anderen unselbständigen Tätigkeit aufzugeben. Damit hat die
Invaliditätsbemessung aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse zu erfolgen. Die
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Beschwerdegegnerin nahm zur Invaliditätsbemessung einen Einkommensvergleich vor,
wobei sie der Rentenverfügung ein Valideneinkommen 2008 von Fr. 116'163.-- (IV-
act. 42) zugrundelegte. Hierfür ging sie von den aus dem individuellen Konto
ersichtlichen Einkommen für die Jahre 2003 (Fr. 118'600.--) und 2004 (Fr. 93'100.--; IV-
act. 7-1/4) aus und entnahm dasjenige für 2002 (Fr. 119'595.--) der Betriebsanalyse im
Anhang zur Jahresrechnung 2003 (IV-act. 13-6/12). Den von ihr ermittelten
Durchschnitt von Fr. 110'862.-- (richtig wäre wohl ein Betrag von Fr. 110'431.--)
rechnete sie unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung auf die Verhältnisse
des Jahres 2008 auf (vgl. IV-act. 23-12/13). Die Ausklammerung des Einkommens 2001
erscheint angesichts des langjährigen Einkommensverlaufs sowie der später
veränderten tatsächlichen Verhältnisse (ohne Beschäftigung von Arbeitnehmern)
nachvollziehbar. Dagegen vermag denn auch der Beschwerdeführer keine Umstände
vorzubringen, aufgrund welcher sich eine andere Wertung aufdrängen würde. Er
berechnete das Valideneinkommen (unter Weglassung der Einkommen 2001 und 2005)
auf Fr. 117'938.-- (Aufwertung auf das Jahr 2007; act. G 1 S. 9). Nach Lage der
medizinischen Akten traten seit 2004 zunehmend lumbale Rückenschmerzen auf. Im
April 2005 erfolgte eine Hospitalisation wegen akuter Lumbago (IV-act. 33-2/6, 33-5/6).
Seit Dezember 2005 traten Arbeitsunfähigkeiten wechselnden Ausmasses bzw. von
mindestens 50 % auf (IV-act. 17-1/3). Aus dem IK-Auszug ist ersichtlich, dass die
Einkommen des Beschwerdeführers von 1994 bis 2001 anstiegen und sich danach
verminderten (vgl. IV-act. 7-1/4: Einkommen 1995 von Fr. 40'500.--, 2001 von Fr.
275'800.--, 2002 von Fr. 127'300.--, 2003 von Fr. 118'600.--, 2004 von Fr. 93'100.--
und 2005 von Fr. 97'100.--.
Im Abklärungsbericht Selbständigerwerbende wurde hinsichtlich des Einkommens
nach Eintritt des Gesundheitsschadens festgehalten, grundsätzlich gehe man davon
aus, dass ein vollzeitig tätiger Bauleiter monatlich Fr. 10'000.-- bis Fr. 12'000.--
verdiene. Für das laufende Projekt werde von einem Betrag von Fr. 130'000.-- (pro
Jahr) ausgegangen. Die Realisierung des Projekts dauere jedoch doppelt so lange wie
sonst üblich (IV-act. 23-4/13). Der Betätigungsvergleich ergab für die Zeit seit
September 2006 eine Arbeitsfähigkeit von 50 % mit dem Hinweis, dass der
Beschwerdeführer mit einem halben Pensum, d.h. ca. drei bis vier Stunden als Bau-
und Projektleiter arbeite (IV-act. 23-6/13). Der Treuhänder der GmbH gab das AHV-
pflichtige Einkommen vorerst mit Fr. 0.-- (2006) und mit Fr. 34'500.-- (2007) an (IV-act.
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11-4/7). In einem E-Mail vom 20. Juni 2008 erklärte er, das Gehalt des
Beschwerdeführers seit 1. März 2007 basiere auf Fr. 120'000.-- Bruttolohn bei voller
Arbeitsfähigkeit (IV-act. 23-8/13). In einem weiteren E-Mail vom 6. Juli 2008 ergänzte
der Treuhänder, dass für das laufende Umbauprojekt von einem Bruttolohn des
Beschwerdeführers von Fr. 100'000.-- (gemeint war wohl: Basis Fr. 120'000.--)
ausgegangen werden könne, da ihm bei 50 % Arbeitsfähigkeit ein Bruttolohn von
jährlich Fr. 60'000.-- bzw. Fr. 5'000.-- pro Monat ausgerichtet werden könne. Mit dem
Wechsel vom Handwerk in die Bauleitung habe der Beschwerdeführer seine
Möglichkeiten bereits optimiert. Er erziele ein Erwerbseinkommen von Fr. 60'000.--
jährlich bei 50 % Arbeitsfähigkeit (IV-act. 23-9/13f).
Der IK-Auszug sowie die erwähnten Angaben des Treuhänders stellen für sich allein
keine verlässliche Grundlage zur Ermittlung der Vergleichseinkommen (Validen- und
Invalideneinkommen) dar, zumal beim geschilderten Sachverhalt davon auszugehen ist,
dass die betriebliche Entwicklung von verschiedenen, in ihrer Wirkung nicht im
Einzelnen abschätzbaren Faktoren beeinflusst war und nicht nur vom
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers abhing. Insgesamt lässt sich jedenfalls
keine zuverlässige Korrelation zwischen den erwähnten Zahlen und der auf dem
eigenen Leistungsvermögen des Beschwerdeführers beruhenden Wertschöpfung
herstellen. Die Invaliditätsbemessung hat aus diesen Gründen nach der Methode des
ausserordentlichen Bemessungsverfahrens bzw. aufgrund eines blossen
Prozentvergleichs zu erfolgen.
4.3 Grundsätzlich ist zunächst im Rahmen des ausserordentlichen
Bemessungsverfahrens anhand des Betätigungsvergleichs die leidensbedingte
Behinderung festzustellen. Sodann ist diese im Hinblick auf ihre erwerbliche
Auswirkung besonders zu gewichten (vgl. Urteil des EVG vom 15. Januar 2003 i/S W. [I
152/02] Erw. 3.4; BGE 128 V 29 Erw. 1; AHI 1998 S. 119; BGE 104 V 136 Erw. 2c).
Dabei kann eine bestimmte Einschränkung im funktionellen Leistungsvermögen eines
Erwerbstätigen eine Erwerbseinbusse gleichen Umfangs zur Folge haben. Das ist aber
nicht zwingend. Die ausserordentliche Methode ist keine Untervariante der allgemeinen
Methode des Einkommensvergleichs. Sie lehnt sich an die spezifische Methode an. Für
die wirtschaftliche Gewichtung des Betätigungsvergleichsergebnisses bietet sich an,
den Wert der verschiedenen Betätigungen im Verhältnis zueinander festzustellen und
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mit der Einschränkung im jeweiligen Tätigkeitsbereich in Beziehung zu setzen. Dabei
darf nicht auf die Betriebsergebnisse abgestellt werden (BGE 128 V 29 Erw. 1 und 2).
Es ist eine einzelfallbezogene Bewertung gefragt. Deshalb sind nach der
Rechtsprechung zwar statistische Werte heranzuziehen, doch ist dabei auf
branchenübliche Einkommenswerte abzustellen, nicht auf LSE-Tabellen. Der
Invaliditätsgrad soll unter Berücksichtigung der einzelfallbezogenen Kriterien wie
Betriebsgrösse, Branche, Erfahrung des Betriebsinhabers usw. ermittelt werden (vgl.
Urteil des EVG vom 7. April 2004 i/S A. [I 202/03], Erw. 5.5).
4.4 Der im Abklärungsbericht vom 11. Juli 2008 vorgenommene Betätigungsvergleich
ergab einen noch "möglichen Anteil", d.h. eine Arbeitsfähigkeit von 50% bei der seit
September 2006 und im Berichtszeitpunkt ausgeübten Tätigkeit. Zur Begründung hielt
der Berichterstatter fest, mit ca. einem halben Pensum, d.h. drei bis vier Stunden,
arbeite der Beschwerdeführer als Bau- und Projektleiter. Von seiner handwerklichen
Erfahrung her könnte er (als Gesunder) vollzeitig als Handwerker arbeiten und
entsprechend gut verdienen (IV-act. 23-6/13). Die Beschwerdegegnerin zog diese
Zahlen für die Invaliditätsbemessung heran und nahm wie erwähnt einen
Einkommensvergleich auf der Basis von IK-und Buchhaltungszahlen vor. Angesichts
der Tatsache, dass ausschliesslich die Tätigkeit als Bau- und Projektleiter - diese
beinhaltet sowohl administrative als auch (zum kleineren Teil) handwerkliche Aspekte -
in Frage stand und nicht weitere, eigenständige und verschieden entschädigte
Tätigkeitsbereiche zu unterscheiden waren, konnte auf eine erwerbliche Gewichtung
unter Beizug branchenüblicher Einkommenswerte verzichtet werden. Die
Wertschöpfung des Beschwerdeführers im Betrieb resultiert m.a.W. ausschliesslich aus
der Bau- und Projektleitung. Die Invaliditätsbemessung stellt unter diesen Umständen
im Wesentlichen das Ergebnis eines globalen Einkommensvergleichs bzw.
Prozentvergleichs dar. Aufgrund der dargelegten medizinischen Situation ist für die
Rentenbemessung in der - hier einzig in Frage stehenden - Tätigkeit des
Beschwerdeführers in seiner GmbH von der durch Dr. D._ plausibel begründeten
Arbeitsfähigkeit von 60 % auszugehen.
4.5 Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers berechnete das Einkommen ohne
Gesundheitsschaden wie dargelegt mit Fr. 117'938.-- (act. G 1 S. 9). Auch wenn IK-
Auszug und Buchhaltungsunterlagen sowie Treuhänderangaben für sich allein keine
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verlässliche Grundlage zur Invaliditätsermittlung darstellen, erscheint vor dem
geschilderten Hintergrund doch der Schluss gerechtfertigt, dass die Wertschöpfung
(von rund Fr. 120'000.-- bei einem Vollzeiteinsatz) der vor dem Jahr 2007 vom
Beschwerdeführer ausgeübten selbständig erwerbenden Tätigkeit (vor Eintritt des
Gesundheitsschadens) und diejenige der ab Februar 2007 ausgeübten Arbeit als Bau-
und Projektleiter im Wesentlichen übereinstimmt, wobei letztere unabhängig vom
Geschäftserfolg ausschliesslich für das geleistete Pensum entschädigt wird (vgl. IV-act.
23-9/13f). Nachdem für den Beschwerdeführer im hier zur Diskussion stehenden Jahr
2007 und soweit ersichtlich auch später ein Einkommen als Bau- und Projektleiter
zumutbarerweise zu erzielen war, bleibt für eine Bemessung des Invalideneinkommens
aufgrund von Tabellenlöhnen (vgl. act. G 1 S. 11) oder branchenüblichen Werten kein
Raum. In Frage steht ausschliesslich die im Umfang von 60 % zumutbare Tätigkeit des
Beschwerdeführers in seiner eigenen GmbH und - entgegen dem offenbaren
Standpunkt seines Rechtsvertreters (act. G 1 S. 10) - nicht eine Invalidenkarriere als
Unselbständiger in der Baubranche mit daraus resultierenden Salären gemäss LSE.
Dies umso weniger, als der Beschwerdeführer selbst feststellen lässt, dass er aufgrund
seiner Berufsausbildung auf dem freien Arbeitsmarkt für eine Bauleitertätigkeit ausser
Betracht fallen würde (act. G 1 S. 10). Auch aus der Sicht des Treuhänders gewährt die
Tätigkeit in der GmbH dem Beschwerdeführer die Möglichkeit, überhaupt ein
Einkommen zu erzielen (IV-act. 23-8/13). Im Fragebogen für Arbeitgebende wurde das
Einkommen in der GmbH ab 1. Februar 2007 (nach Eintritt des Gesundheitsschadens)
bezogen auf ein Vollpensum mit Fr. 10'000.-- pro Monat beziffert (IV-act. 11-3/7).
Einzig aus dem Umstand, dass das Einkommen in der GmbH gemäss Angaben des
Treuhänders auf Fr. 60'000.-- bei 50 % Arbeitsfähigkeit festgelegt wurde (IV-act.
23-8/13, 23-9/13f; vgl. auch IV-act. 11-3/7), lässt sich zum Umfang der
gesundheitlichen Einschränkung keine abschliessende Aussage ableiten, zumal der
Beschwerdeführer eine zumutbare Tätigkeit wie erwähnt zumindest zu 60 %, und nicht
bloss zu 50 %, auszuüben in der Lage wäre und damit auch ein Einkommen von über
Fr. 60'000.-- pro Jahr zu erzielen vermöchte. Hierbei ist auch von Bedeutung, dass die
Tätigkeit des Beschwerdeführers in der GmbH - entgegen den nunmehrigen
Ausführungen seines Rechtsvertreters (act. G 1 S. 10) - grundsätzlich auf Dauer
angelegt war, sollen doch, wie der Beschwerdeführer durch seinen Treuhänder im Juli
2008 darlegen liess, nach Abschluss des ersten Bauprojekts weiterhin Dienstleistung
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im Bereich der Bauführung und Projektleitung erbracht werden. Bereits heute seien
Aufträge vorhanden, welche die GmbH jedoch nicht annehmen könne, weil der
Projektleiter ausgelastet sei (vgl. IV-act. 23-9/13f). Aus einem allfälligen Abschluss
eines (ersten) Bauprojekts liesse sich damit eine fehlende Dauerhaftigkeit der Tätigkeit
nicht ableiten. Insofern ist von stabilen erwerblichen Verhältnissen auszugehen, und es
bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass sich diesbezüglich bis zum Zeitpunkt der
angefochtenen Verfügung eine Änderung ergeben hätte. Ein Grund, noch weitere
betriebliche Abklärungen zu tätigen (act. G 1 S. 12), ist - jedenfalls für die Jahre 2007
und 2008 - nicht ersichtlich. Vielmehr erscheint die Annahme mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit ausgewiesen, dass die Arbeitsfähigkeit in der aktuell ausgeübten
Tätigkeit mit der Erwerbsfähigkeit übereinstimmt und der Beschwerdeführer im
Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung von seinem Gesundheitszustand her in der
Lage war, die 60%ige Erwerbsfähigkeit in der GmbH zu verwerten. Dementsprechend
hat er ab 1. Januar 2007 Anspruch auf eine Viertelsrente der IV. Dieses Resultat ergäbe
sich im Übrigen auch aus einer Gegenüberstellung des Valideneinkommens von Fr.
117'938.-- und des vom Beschwerdeführer selbst angegebenen Einkommens nach
Eintritt des Gesundheitsschadens von Fr. 60'000.-- (Invaliditätsgrad von 49 %).
4.6 In der Replik lässt der Beschwerdeführer neu geltend machen, dass er den
bisherigen Umfang der Bauleitertätigkeit aufgrund seiner gesundheitlichen
Beeinträchtigung im Jahr 2009 nicht mehr alleine habe bewältigen können, so dass
seine GmbH einen Teilzeit-Angestellten zur Unterstützung habe anstellen müssen. Im
Jahr 2009 habe er ein Jahressalär von lediglich Fr. 30'000.-- bezogen, bei
Jahressalärkosten der GmbH von Fr. 50'400.--. Die GmbH weise per 31. Dezember
2009 einen Bilanzverlust von Fr. 273'800.-- aus. Aus wirtschaftlicher Sicht sei der
Erfolg des einmaligen Bauprojekts alles andere als klar, zumal der Verkauf der
erstellten Wohnungen sehr schleppend verlaufe (act. G 9 S. 4). Konkrete Anhaltspunkte
für eine gesundheitliche Verschlechterung im Jahr 2009 in dem Sinn, dass der
Beschwerdeführer aus diesem Grund den bisherigen Umfang der Bauleitertätigkeit
nicht mehr alleine bewältigen konnte und GmbH deswegen einen Teilzeit-Angestellten
anstellen musste, werden vom Rechtsvertreter jedoch nicht durch einen ärztlichen
Bericht belegt. Ein Revisionsgrund im Sinn von Art. 17 ATSG ist somit nicht dargetan.
5.
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Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der
Verfügung vom 5. Oktober 2009 teilweise gutzuheissen und die Beschwerdegegnerin
zu verpflichten, dem Beschwerdeführer ab 1. Januar 2007 eine Viertelsrente
auszurichten. Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig (Art. 69 Abs. 1 IVG). Die
der Beschwerdegegnerin und dem Beschwerdeführer je zur Hälfte zu auferlegende
Gerichtsgebühr ist auf Fr. 600.-- festzusetzen. Der geleistete Kostenvorschuss ist dem
Beschwerdeführer dementsprechend im Betrag von Fr. 300.-- zurückzuerstatten. Der
Beschwerdeführer hat bei diesem Verfahrensausgang Anspruch auf eine
Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG). Es rechtfertigt sich, diese - ausgehend von
einer Pauschalentschädigung bei vollem Obsiegen von Fr. 3'500.-- - auf pauschal Fr.
1'750.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzulegen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht