Decision ID: 0bff3eca-43cb-4ac1-9c2f-17d74cf0ce50
Year: 2004
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ D.B., geboren am 12. Oktober 1960, Staatsangehöriger von Serbien und
Montenegro, reiste am 17. Dezember 1985 in die Schweiz ein und verfügt über die
Niederlassungsbewilligung. Seine Ehefrau, M. B.-I., geboren am 6. Juni 1969, stammt
ebenfalls aus Serbien und Montenegro und reiste am 30. Mai 1986 in die Schweiz ein.
Auch sie ist im Besitz der Niederlassungsbewilligung. Das Ehepaar B.-I. hat zwei
Kinder: I., geboren am 16. Juni 1987, und A., geboren am 17. Juni 1989. Beide Kinder
wurden in ihrer Heimat geboren.
A. B. reiste am 15. September 1989, somit im Alter von rund drei Monaten, im Rahmen
des Familiennachzugs erstmals in die Schweiz ein und erhielt eine
Aufenthaltsbewilligung, die bis 30. Juni 1991 befristet war. Am 14. Februar 1991 teilte
die Fremdenpolizei (heute Ausländeramt) D.B. mit, man habe festgestellt, dass A.

wieder in ihre Heimat verbracht worden sei, weshalb in Erwägung gezogen werde, die
Aufenthaltsbewilligung des Kindes und diejenige von M. B.-I. zu widerrufen. Am 25.
März 1991 begründeten die Eltern die Rückkehr ihrer Tochter damit, in R. sei es
schwierig, eine geeignete Wohnung zu finden. Dennoch sei beabsichtigt, A. im Mai
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1991 wieder in die Schweiz zu holen. Am 7. Juni 1991 wurde A. beim Einwohneramt R.
angemeldet und erhielt in der Folge erneut eine bis zum 30. Juni 1992 befristete
Aufenthaltsbewilligung. I. B. reiste am 4. September 1991, somit im Alter von gut vier
Jahren, erstmals zu seinen Eltern in die Schweiz ein und erhielt eine bis 30. Juni 1992
befristete Aufenthaltsbewilligung. Im Mai/Juni 1992 kehrten I. und A. in ihre Heimat
zurück, wo sie, abgesehen von Besuchsaufenthalten bei den Eltern in der Schweiz,
seither leben.
B./ Am 3. März 2003 stellte D.B. beim Ausländeramt das Gesuch um Nachzug von I..
Am 20. Mai 2003 teilte ihm das Ausländeramt mit, es sehe vor, das Gesuch
abzuweisen, weil nicht das Zusammenleben der Gesamtfamilie im Vordergrund stehe.
Am 30. Mai 2003 nahm D.B. Stellung und erklärte, er beabsichtige, auch A. in die
Schweiz zu holen.
a) Am 6. Juni 2003 lehnte es das Ausländeramt ab, I. B. im Rahmen des
Familiennachzugs eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen. Der Entscheid wurde im
wesentlichen damit begründet, es gehe dem Gesuchsteller nicht in erster Linie um das
familiäre Zusammenleben; vielmehr solle I. kurz vor Erreichen der Mündigkeit der
Aufenthalt in der Schweiz und eine Arbeitsstelle unter Umgehung der
Kontingentierungsvorschriften verschafft werden.
Gegen diesen Entscheid erhob D.B. am 24. Juni 2003 durch seinen Rechtsvertreter
Rekurs beim Justiz- und Polizeidepartement. Er beantragte, die Verfügung des
Ausländeramtes vom 6. Juni 2003 sei aufzuheben und dem Gesuch um Nachzug von I.
und A. sei zu entsprechen. Eventuell sei die Verfügung zu neuer Abklärung und neuer
Verfügung zurückzuweisen. Zur Begründung machte D.B. im wesentlichen geltend, es
gehe um eine Familienzusammenführung im klassischen Stil. Sodann habe er das
Gesuch um Familiennachzug von I. am 30. Mai 2003 bezüglich A. ergänzt, weshalb
auch darüber hätte befunden werden müssen.
b) Mit Verfügung vom 18. November 2003 wies das Ausländeramt das Gesuch um
Nachzug von A. B. ebenfalls ab, nachdem D.B. am 15. Oktober 2003 ein weiteres Mal
Stellung genommen hatte. Zur Begründung wurde im wesentlichen ausgeführt, das
Gesuch um Nachzug von A. sei unter dem Druck des Verfahrens bezüglich ihres
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Bruders eingereicht worden, weshalb es sich als rechtsmissbräuchlich erweise.
Sodann würden keine überwiegenden familiären Interessen für eine Aenderung der
ausländerrechtlichen Verhältnisse sprechen.
Am 3. Dezember 2003 erhob D.B. gegen die Verfügung des Ausländeramtes vom 18.
November 2003 Rekurs beim Justiz- und Polizeidepartement. Er stellte das
Rechtsbegehren, die Verfügung sei aufzuheben und dem Gesuch um Nachzug von A.
sei zu entsprechen. Die Eingabe wurde im wesentlichen damit begründet, es gebe
"gute Gründe" im Sinn der Rechtsprechung, weshalb die Familiengemeinschaft in der
Schweiz erst so spät hergestellt werden solle. Von einem rechtsmissbräuchlichen
Vorgehen könne keine Rede sein.
c) Am 9. Februar 2004 wies das Justiz- und Polizeidepartement die Rekurse von D.B.
ab. Es hielt dafür, die Gesuche um Nachzug von I. und A. würden Art. 17 Abs. 2 Satz 3
des Bundesgesetzes über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (SR 142.20,
abgekürzt ANAG) widersprechen. Klare Umstände, dass es D.B. und seiner Ehefrau in
erster Linie um die Wiederherstellung des familiären Zusammenlebens gehe, seien
nicht ersichtlich, zumal vorerst ein gestaffelter Nachzug der beiden Jugendlichen
geplant gewesen sei.
C./ Mit Eingabe vom 23. Februar 2004 erhob D.B. gegen den Entscheid des Justiz- und
Polizeidepartements vom 9. Februar 2004 Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Er
stellte das Rechtsbegehren, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und das
Familiennachzugsgesuch für I. und A. sei gutzuheissen.
Die Vorinstanz schloss am 1. April 2004 auf Abweisung der Beschwerde.
Darüber wird in Erwägung gezogen:
1./ Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). D.B. ist
zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 45
Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeschrift vom 23. Februar 2004 entspricht zeitlich, formal
und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP).
Auf die Beschwerde ist einzutreten.
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2./ Der Beschwerdeführer erklärt die Rekursschrift zum integrierenden Bestandteil der
Beschwerde und verweist bezüglich der Gründe, die dazu geführt haben, dass I. und A.
in die Heimat zurückgekehrt sind, auf eine Stellungnahme an das Ausländeramt. Nach
ständiger Rechtsprechung hat es das Verwaltungsgericht abgelehnt, dass pauschal auf
Eingaben an Vorinstanzen verwiesen wird, da aus ihnen nicht hervorgeht, in welchen
Punkten und weshalb der Entscheid der Vorinstanz angefochten wird. Ein pauschaler
Verweis ist insbesondere auch deshalb unzulässig, weil die Kognition des
Verwaltungsgerichts gegenüber jener der Rekursinstanz in der Regel eingeschränkt ist.
Es ist nicht Aufgabe der Rechtsmittelinstanz, in vorinstanzlichen Eingaben der
Beteiligten nach Gründen zu suchen, weshalb der angefochtene Entscheid unrichtig
sein könnte (vgl. dazu Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen,
St. Gallen 2003, Rz. 921 mit Hinweisen).
3./ Der Beschwerdeführer beantragt, er und seine Ehefrau seien zu den Umständen zu
befragen, die dazu geführt hätten, dass sie ihre Kinder im Jahr 1992 vorübergehend zu
den Grosseltern hätten schicken müssen und bezüglich des Wohnungsmarktes in R.
sei eine Expertise zu erstellen. Zutreffend ist, dass der Anspruch auf rechtliches Gehör
gebietet, dass rechtzeitig und formrichtig angebotene Beweismittel abzunehmen sind,
es sei denn, diese betreffen eine nicht erhebliche Tatsache oder seien offensichtlich
untauglich, über die streitige Tatsache Beweis zu erbringen (vgl. BGE 124 I 242 E. 2;
117 Ia 268 E. 4b). Im vorliegenden Fall ergeben sich die rechtserheblichen Tatsachen
aus den Akten, weshalb auf die Abnahme der Beweise verzichtet werden kann.
4./ a) Nach Art. 17 Abs. 2 Satz 3 ANAG haben ledige Kinder unter 18 Jahren eines
niedergelassenen Ausländers Anspruch auf Einbezug in die Niederlassungsbewilligung,
wenn sie mit ihren Eltern zusammenwohnen. Der Beschwerdeführer verfügt über die
Niederlassungsbewilligung. Sodann sind I. und A. auch heute noch nicht 18 Jahre alt
(vgl. dazu BGE 120 Ib 262 mit Hinweis auf BGE 118 Ib 153 E. 1b).
Zweck des sogenannten Familiennachzugs ist es, das Leben in der
Familiengemeinschaft zu ermöglichen. Angestrebt wird die rechtliche Absicherung des
Zusammenlebens der Gesamtfamilie. Verlangt wird ausdrücklich, dass die Kinder mit
ihren Eltern zusammenwohnen werden. Nach der Rechtsprechung ist der nachträgliche
Familiennachzug durch Eltern, die sich beide in der Schweiz niedergelassen haben und
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einen gemeinsamen ehelichen Haushalt führen, möglich, ohne dass besondere
stichhaltige Gründe die beabsichtigte Aenderung des Betreuungsverhältnisses
rechtfertigen müssen. Innerhalb der allgemeinen Schranken von Art. 17 Abs. 2 Satz 3
ANAG ist somit der Nachzug der gemeinsamen Kinder grundsätzlich jederzeit zulässig.
Vorbehalten bleibt einzig das Rechtsmissbrauchsverbot (vgl. BGE 129 II 14 mit Hinweis
auf BGE 126 II 332). Dabei ist davon auszugehen, dass je länger mit dem Nachzug
ohne sachlichen Grund zugewartet wird und je näher das Alter des Kindes an der
Grenze zur Mündigkeit liegt, desto weniger das familiäre Zusammenleben im
Vordergrund stehen dürfte, sondern vielmehr die Ansprüche von Art. 17 Abs. 2 Satz 3
ANAG zweckwidrig und damit rechtsmissbräuchlich geltend gemacht werden (vgl. BGE
126 II 333). So wird der Zweck, das familiäre Zusammenleben zu ermöglichen, dann
nicht erreicht, wenn der in der Schweiz niedergelassene Ausländer jahrelang von
seinem Kind getrennt lebt und dieses erst kurz vor dem Erreichen des 18. Altersjahrs in
die Schweiz holt. Eine Ausnahme kann nur gelten, wenn es gute Gründe gibt, aus
denen die Familiengemeinschaft in der Schweiz erst nach Jahren hergestellt wird.
Solche Gründe müssen sich aus den Umständen des Einzelfalls ergeben. Hat das Kind,
das nachgezogen werden soll, bereits einmal in der Schweiz mit einem gefestigten
Aufenthaltsrecht gelebt und ist es danach wieder definitiv in sein Heimatland
zurückgekehrt, besteht eine gewisse Vermutung dafür, dass es den Beteiligten gar
nicht um ein familiäres Zusammenleben geht. Die Möglichkeit dazu hätten sie jedenfalls
gehabt und nicht genutzt. Etwas anderes kann nur gelten, wenn klare Umstände
ersichtlich sind, welche diese Vermutung widerlegen (Urteil des Bundesgerichts vom
15. September 1998 i.S. H. G.-R. und V. G.-R., 2A.247/1998, mit Hinweis auf BGE 119
Ib 81 E. 3a). Ein Rechtsmissbrauch liegt auch dann vor, wenn ausschliesslich oder
überwiegend wirtschaftliche Interessen für den Familiennachzug ausschlaggebend
sind. Ob ein solcher Rechtsmissbrauch gegeben ist, kann in der Regel nur durch
Indizien belegt werden (vgl. BGE 122 II 289 E. 2a/b).
Sodann verschafft der Familienschutz, der durch Art. 8 der Europäischen
Menschenrechtskonvention (SR 0.101) gewährleistet ist, kein vorbehaltloses Recht auf
Nachzug von Kindern, namentlich dann nicht, wenn ein Ausländer selbst die
Entscheidung getroffen hat, von seiner Familie getrennt in einem anderen Land zu
leben (vgl. BGE 124 II 366 mit Hinweis auf BGE 122 II 385 E. 4b, 119 Ib 81 E. 4a und
118 Ib 153 E. 2b).
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b) Zu prüfen ist, ob die Vorinstanz zu Recht angenommen hat, der Beschwerdeführer
berufe sich bezüglich seiner Kinder in rechtsmissbräuchlicher Weise auf das
Nachzugsrecht nach Art. 17 Abs.2 Satz 3 ANAG.
aa) Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer und seine Ehefrau seit September
1992 über die Niederlassungsbewilligung verfügen und dass sie seit diesem Zeitpunkt
einen gesetzlichen Anspruch auf Nachzug ihrer Kinder haben. Sodann ist davon
auszugehen, dass I. und A. bis zum Frühsommer des Jahres 1992 als Kleinkinder für
einige Zeit mit einer Aufenthaltsbewilligung bei ihren Eltern in R. gelebt haben, dass sie
aber im Alter von rund fünf bzw. drei Jahren in ihr Heimatland zurückgekehrt und dort
bei den Grosseltern aufgewachsen sind. Fest steht weiter, dass der Beschwerdeführer
am 3. März 2003, somit rund elf Jahre später, vorerst das Gesuch gestellt hat, es sei
der Nachzug seines Sohnes zu bewilligen. Die Tatsache allein, dass der
Beschwerdeführer und seine Ehefrau während einer derart langen Zeit von ihren
Kindern getrennt gelebt haben bzw. dass I. und A. von den Grosseltern in ihrer Heimat
grossgezogen worden sind, stellt ein gewichtiges Indiz dafür dar, dass sich der
Beschwerdeführer aus sachfremden Motiven auf Art. 17 Abs. 2 Satz 3 ANAG beruft. An
dieser Beurteilung vermag nichts zu ändern, dass der Beschwerdeführer geltend
macht, er und seine Ehefrau würden mit ihren Kindern in dauerndem Kontakt stehen,
jede Minute an sie denken, und sie würden sich freuen, endlich mit ihnen
zusammenleben zu können. Zu berücksichtigen ist weiter, dass der Beschwerdeführer
offensichtlich vorerst nicht die Absicht hatte, beide Kinder in die Schweiz nachfolgen zu
lassen, was ebenfalls nicht dafür spricht, dass es ihm in erster Linie um das familiäre
Zusammenleben der Eltern mit ihren Kindern geht. Vielmehr hat er am 3. März 2003
lediglich ein Gesuch um Nachzug seines Sohnes gestellt, mit der Begründung, dieser
habe seine obligatorische Schulzeit in Serbien beendet und werde nun in R. auf Kosten
der Eltern die deutsche Sprache erlernen, um anschliessend eventuell im Gastgewerbe
zu arbeiten. Demnach ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer mit dem
Nachzug seines Sohnes zuwarten wollte, bis dieser die obligatorische Schulzeit in
seiner Heimat beendet hat, ungeachtet dessen, dass dies ein Zusammenleben mit I. in
der Schweiz verunmöglicht. Auch dieser Umstand lässt darauf schliessen, dass es dem
Beschwerdeführer und seiner Ehefrau vorab darum geht, seinem nunmehr rund 17-
jährigen Sohn unter Umgehung der Kontingentierungsvorschriften ein Aufenthaltsrecht
in der Schweiz und damit bessere Zukunftsperspektiven zu verschaffen. Dafür, dass
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derartige Ueberlegungen für die Einreichung des Gesuchs vom 3. März 2003
ausschlaggebend waren, spricht überdies, dass der Beschwerdeführer am 30. April
2003 gegenüber dem Ausländeramt erklärt hat, A. werde bis zum Abschluss der
obligatorischen Schulzeit im Herbst 2004 bei den Grosseltern in Serbien bleiben. Es sei
indessen beabsichtigt, die Tochter im Herbst 2004 in die Schweiz nachzuziehen. Damit
hat der Beschwerdeführer zum Ausdruck gebracht, dass die Meinung bestand, nicht
nur I., sondern auch A. erst in die Schweiz übersiedeln zu lassen, nachdem sie ihre
Ausbildung in der Heimat unter der Obhut der Grosseltern beendet hat. Es war ihm
demnach kein Anliegen, seine Kinder möglichst frühzeitig bei sich und seiner Ehefrau
aufzunehmen, damit sie bei ihren Eltern aufwachsen und sich hier sprachlich, kulturell
und sozial integrieren können. Der Beschwerdeführer nahm sodann in Kauf, dass A.
weiterhin von ihren Eltern und nun auch ihrem Bruder (falls dem Gesuch um Nachzug
von I. entsprochen worden wäre) getrennt in Serbien leben und erst im Alter von rund
16 Jahren versuchen sollte, hier Fuss zu fassen und eine Erwerbstätigkeit zu finden.
Erst nachdem das Ausländeramt dem Beschwerdeführer am 20. Mai 2003 zur Kenntnis
gebracht hatte, das Gesuch um Nachzug von I. müsse auch deshalb abgewiesen
werden, weil beabsichtigt sei, lediglich eines der beiden Kinder in die Schweiz zu holen,
hat der Beschwerdeführer am 30. Mai 2003 neu geltend gemacht, er und seine Ehefrau
hätten A. ermöglichen wollen, die obligatorische Schulzeit in Serbien zu beenden. Aus
diesem Grund sei es ihre Absicht gewesen, vorerst nur I. in die Schweiz nachzuziehen,
der dadurch auch in die Lage versetzt worden wäre, seiner Schwester beim Erlernen
der deutschen Sprache behilflich zu sein. Sodann hätten er und seine Ehefrau seit über
drei Jahren erfolglos nach einer 4-Zimmer-Wohnung in R. gesucht. Unverhofft hätten
sie nun eine geeignete Wohnung gefunden, die sie im Sommer 2003 beziehen könnten.
Demzufolge könne auch A. in die Schweiz übersiedeln, welche die obligatorische
Schulzeit in Serbien nicht beenden und in R. eingeschult werde. Unter den gegebenen
Umständen hatte die Vorinstanz indessen berechtigten Grund zur Annahme, dass der
Beschwerdeführer auf seine ursprünglich geäusserte Absicht bezüglich der
Lebensumstände seiner Tochter nur unter dem Druck des Verfahrens
zurückgekommen ist und nicht aus der Ueberzeugung, das familiäre Zusammenleben
der Gesamtfamilie müsse nun früher als vorerst geplant wiederhergestellt werden. Er
verfolgte in erster Linie den Zweck, die vom Ausländeramt in Aussicht gestellte
Abweisung des Gesuchs um Nachzug seines Sohnes abzuwenden. Die Vorinstanz ist
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demnach zu Recht davon ausgegangen, der Beschwerdeführer berufe sich in
rechtsmissbräuchlicher Weise auf Art. 17 Abs. 2 Satz 3 ANAG.
bb) Der Beschwerdeführer beruft sich indessen darauf, er und seine Ehefrau hätten
gute Gründe gehabt, ihre Kinder nicht zu einem früheren Zeitpunkt erneut in die
Schweiz nachzuziehen. I. und A. hätten zufolge einer Notlage (prekäre Arbeits- und
Wohnsituation), die nun nicht mehr bestehe, vorübergehend bei den Grosseltern in der
Heimat verbleiben müssen.
Zutreffend ist, wie ausgeführt, dass I. und A. als Kleinkinder für kurze Zeit bei ihren
Eltern in R. gelebt haben und dass sie damals über eine Aufenthaltsbewilligung
verfügten. Bereits im Mai/Juni 1992 kehrten die Kinder indessen in die Heimat zurück.
Entgegen der Annahme des Beschwerdeführers begründet die Tatsache, dass I. und A.
vor Jahren im Besitz von Aufenthaltsbewilligungen zum "Verbleib bei den Eltern"
waren, indessen keinen Anspruch auf Erneuerung der Bewilligung (vgl. BGE 126 II 388;
vgl. auch Uebesax/Münch/Geiser/Arnold, Ausländerrecht, Basel, Genf, München 2002,
Rz. 5.146 mit Hinweisen). Sodann durfte der Beschwerdeführer nicht darauf vertrauen,
seine Kinder würden rund elf Jahre nach ihrer Uebersiedlung in die Heimat ohne
weiteres erneut eine Aufenthaltsbewilligung erhalten.
Was seine persönlichen Lebensumstände anbetrifft, macht der Beschwerdeführer
geltend, der Verlust der Arbeitsstelle und die Kündigung der grossen Dienstwohnung
habe im Jahr 1992 dazu geführt, dass die Kinder nicht bei den Eltern in der Schweiz
hätten bleiben können. Die Familie hätte in der kleinen, schattigen 2-Zimmer-Wohnung
leben müssen, die ihm und seiner Ehefrau noch während der Kündigungsfrist
angeboten worden sei. In diesem Zusammenhang wirft der Beschwerdeführer der
Vorinstanz vor, sie habe sein rechtliches Gehör verletzt, weil sie es abgelehnt habe, von
ihm genannte Zeugen zu befragen, die über diese schwierigen Verhältnisse hätten
Auskunft geben können. Weiter führt er aus, er sei in der Folge einige Monate
arbeitslos gewesen und habe darauf verzichtet, Arbeitslosengeld zu beziehen. Sodann
seien er und seine Ehefrau hier bestens assimiliert und der deutschen Sprache
mächtig. Sie seien im Sarganserland derart verwurzelt, dass es keinen anderen Ort
gebe, wo sie leben und arbeiten möchten. Hinzu komme, dass nun auch die Ehefrau in
R. wieder eine Stelle gefunden habe. Weil Sparen angesagt gewesen sei, hätten sie es
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sich indessen nicht leisten können, eine grössere Wohnung zu suchen bzw. an einen
anderen Ort zu ziehen. Sodann gestalte sich die Wohnungssuche im Sarganserland
äusserst schwierig. Im Frühjahr 2003 hätten er und seine Ehefrau endlich eine 3-
Zimmer-Wohnung gefunden, weshalb vorab ein Gesuch um Nachzug von I. gestellt
worden sei. Sie seien indessen zuversichtlich gewesen, in absehbarer Zeit eine 4-
Zimmer-Wohnung zu finden, wodurch es möglich würde, auch A. zu sich zu holen. Dies
sei ihnen denn auch gelungen, weshalb nun genügend Raum zur Verfügung stehe, um
die Gesamtfamilie zusammenzuführen.
Offen bleiben kann, ob sich der Beschwerdeführer und seine Ehefrau im Jahr 1992 in
einer Notsituation befunden haben oder ob es ihnen aufgrund ihrer persönlichen
Verhältnisse damals möglich gewesen wäre, das familiäre Zusammenleben mit ihren
Kindern in der Schweiz weiterzuführen. Demzufolge war die Vorinstanz auch nicht
gehalten, in dieser Hinsicht weitere Abklärungen vorzunehmen. Entgegen der Annahme
des Beschwerdeführers sind I. und A. indessen nicht vorübergehend zu ihren
Grosseltern nach Serbien zurückgekehrt. Tatsache ist, dass sie seit nunmehr zwölf
Jahren dort leben und aufgewachsen sind. Der Beschwerdeführer begründet dies
damit, er und seine Ehefrau hätten erst per 31. März 2003 eine 3-Zimmer-Wohnung
gefunden, die sie sich hätten leisten können und die es ihnen erlaubt habe, vorerst den
Nachzug ihres Sohnes zu beantragen. Es fehlen indessen nähere Angaben darüber, ob
und wenn ja welche Anstrengungen der Beschwerdeführer und seine Ehefrau im
Verlauf der Jahre (erfolglos) unternommen haben, um eine grössere Wohnung mieten
zu können, wobei es ihnen entgegen ihrer Annahme zuzumuten gewesen wäre, nicht
nur in R. selber, sondern auch in der näheren Umgebung nach einem geeigneten
Objekt Ausschau zu halten. Der Beschwerdeführer legt in diesem Zusammenhang
einzig einen Artikel im "Sarganserländer" vom 13. November 2003 ins Recht, aus dem
hervorgeht, dass der Bestand der leer stehenden Wohnungen im Sarganserland von
Jahr zu Jahr zurückgeht und sich die Anzahl der leeren Wohnungen innert Jahresfrist
fast halbiert hat. Damit ist indessen nicht dargetan, dass es dem Beschwerdeführer
und seiner Ehefrau in Ermangelung einer geeigneten Unterkunft zu einem früheren
Zeitpunkt unmöglich gewesen wäre, mit ihren Kindern in R. und Umgebung in
Familiengemeinschaft zu leben. Nach der Eidgenössischen Leerwohnungszählung
standen in diesem Bereich (R., Mels, Pfäfers, Sargans) seit 1992 immer 4-Zimmer-
Wohnungen zur Verfügung. Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer und seine
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Ehefrau zum Zeitpunkt, als der Artikel im "Sarganserländer" erschien, bereits eine 4-
Zimmer-Wohnung an der B-strasse 4 in R. bezogen hatten. Zu berücksichtigen ist in
diesem Zusammenhang sodann, dass der Beschwerdeführer dem Ausländeramt am
30. Mai 2003 mitgeteilt hat, er und seine Ehefrau hätten unverhofft eine 4-Zimmer-
Wohnung gefunden, weshalb nun auch A. nach R. übersiedeln solle. Es war ihm somit
möglich, innert kurzer Zeit ein weiteres grösseres Mietobjekt zu finden. Weiter hat er in
seinem Schreiben vom 30. April 2003 an das Ausländeramt bezüglich der
Unterbringung seiner Tochter, die im Herbst 2004 in die Schweiz übersiedeln sollte,
keine Vorbehalte gemacht. Insgesamt ergibt sich demnach, dass der
Beschwerdeführer nicht nachzuweisen vermag, dass er und seine Ehefrau gute Gründe
hatten, mit dem Nachzug der Kinder derart lange zuzuwarten.
5./ Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz zu Recht davon ausgeht, der
Beschwerdeführer berufe sich in rechtsmissbräuchlicher Weise darauf, ihm und seiner
Ehefrau sei es in Ermangelung einer geeigneten Unterkunft erst zum jetzigen Zeitpunkt
möglich, I. und A. nachzuziehen. Die gesamten Umstände lassen darauf schliessen,
dass die Uebersiedlung der Kinder in die Schweiz aus wirtschaftlichen Gründen
erfolgen soll, mit dem Zweck, ihnen hier ein Aufenthaltsrecht und damit bessere
Zukunftsperspektiven zu verschaffen. Demzufolge ist der Rekurs abzuweisen, zumal
der Beschwerdeführer nicht geltend macht, die Grosseltern in Serbien seien nicht mehr
in der Lage, die mittlerweile fast siebzehn und fünfzehn Jahre alten Kinder zu betreuen.
Sodann können er und seine Ehefrau I. und A. in der Heimat finanziell unterstützen und
den Kontakt zu ihnen weiterhin mit gegenseitigen Besuchsaufenthalten pflegen. Offen
bleiben kann bei dieser Sachlage, ob eine Uebersiedlung in die Schweiz im
wohlverstandenen Interesse der in Serbien aufgewachsenen Kinder läge, die versuchen
müssten, sich hier in einer sprachlich und kulturell völlig fremden Umgebung
einzuleben.
Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 des Gerichtskostentarifs,
sGS 941.12). Sie ist mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu
verrechnen.
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Ausseramtliche Entschädigungen sind nicht zuzusprechen (Art. 98 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 98bis VRP).