Decision ID: 525ef546-d7f9-4d32-bf65-44fd7ff00337
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_VG
Chamber: ZH_VG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: public_law

hat sich ergeben:
hat sich ergeben:
I. Am 1. September 2015 lud der Zweckverband Spital Affoltern zu einer ausserordentlichen Delegiertenversammlung auf den 24. September 2015 ein. Als Traktanden kündigte er neben der Beschlussfassung über den Antrag "Rettungsdienst Spital Affoltern" die Abnahme der Verbandsrechnungen 2012 bis 2014 und die Durchführung von "Ersatzwahlen Betriebskommission für die Amtsperiode 2014 bis 2018" an.
In der Folge wurden mit Beschluss der Delegiertenversammlung vom 24. September 2015 unter anderem die Verbandsrechnungen 2012 bis 2014 abgenommen und die Kommissionssitze zweier ausgeschiedener Mitglieder der Betriebskommission des Zweckverbands neu besetzt sowie gleichzeitig dieser und der Delegiertenversammlung ein neuer Vizepräsident bestellt. Am 29. September 2015 erfolgte die Publikation des Beschlusses im amtlichen Publikationsorgan der Gemeinde Affoltern, dem Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern.
II.
Hiergegen erhob A am 30. September/2. Oktober 2015 "Beschwerde [...] bzw. Rekurs in Stimmrechtssachen und gestützt auf § 151 vom Gemeindegesetz" beim Bezirksrat Affoltern und beantragte neben der Veröffentlichung eines Gutachtens die Organtätigkeit der Betriebskommission betreffend (Antrag 1), der Rückforderung einzelner vom Zweckverband ausgerichteter Honorare (Antrag 2) und der Sistierung der Abnahme der Rechnungen 2012 bis 2014 (Antrag 3) die Wiederholung der Wahl des Vizepräsidenten der Betriebskommission und der Delegiertenversammlung (Antrag 4) sowie dass der Präsidentin der Betriebskommission zu verbieten sei, jeweils vor den Delegiertenversammlungen Zusammenkünfte mit den Delegierten abzuhalten (Antrag 5).
Die Anträge 1 und 2 als Rekurs im Sinn von § 152 des Gemeindegesetzes vom 6. Juni 1926 (GG, LS 131.1) und die Anträge 3, 4 und 5 als Stimmrechtsrekurs gemäss § 151a GG sowie Aufsichtsbeschwerde entgegennehmend, trat der Bezirksrat mit Beschluss vom 15. Dezember 2015 auf das Rechtsmittel von A nicht ein (Dispositiv-Ziff. I und II), gab seiner Aufsichtsbeschwerde keine Folge (Dispositiv-Ziff. III) und auferlegte ihm in Dispositiv-Ziff. IV die Verfahrenskosten zu einem Drittel.
III.
Am 22./23. Dezember 2015 reichte A Beschwerde beim Verwaltungsgericht ein mit den folgenden Anträgen:
"Antrag 1
punkto Vizepräsidentenwahl
Die Wahl des Vizepräsidenten sei als nicht rechtmässig zustande gekommen zu erklären und demzufolge zu sistieren und zu wiederholen.
[...]
Antrag 2
punkto Vorversammlungen der Delegierten vor der eigentlichen DV
Die als Vorbesprechung deklarierten Zusammenkünfte vor den Delegiertenversammlungen, an denen nachweislich die Mehrheitsverhältnisse für Entscheide ausgetestet werden und anhand der Traktanden verhandelt wird, seien zu unterlassen, oder das Publikum sei auch an diese Zusammenkünfte zuzulassen, wie das die Statuten vom Zweckverband vorschreiben.
[...]
Antrag 3
Die Kosten für diese Verfahren sind dem Rekurrenten zu erlassen."
Am 7. Januar 2016 verzichtete der Bezirksrat Affoltern unter Verweis auf die Begründung seines Beschlusses vom 15. Dezember 2015 ausdrücklich auf Vernehmlassung. Die Delegiertenversammlung des Zweckverbands Spital Affoltern liess mit Beschwerdeantwort vom 18. Januar 2016 beantragen, unter Entschädigungsfolge "(zuzüglich Mehrwertsteuer)" sei auf das Rechtsmittel nicht einzutreten, eventualiter sei dieses abzuweisen.

Die Kammer erwägt:
Die Kammer erwägt:
1. 1.1 Das Verwaltungsgericht prüft seine Zuständigkeit von Amtes wegen (§ 70 in Verbindung mit § 5 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG, LS 175.2]). Nach § 41 in Verbindung mit §§ 19 Abs. 1 lit. c und Abs. 3 Satz 1, 19a, 19b Abs. 1 und 2 lit. c sowie §§ 42–44 e contrario VRG und § 151a Abs. 1 GG ist es für die Beurteilung von Beschwerden unter anderem gegen erstinstanzliche bezirksrätliche Rekursentscheide in Stimmrechtssachen zuständig. Ebenfalls in die Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts fällt die zweitinstanzliche Behandlung von Gemeindebeschwerden nach § 151 GG und Rekursen gemäss § 152 GG (§ 151 Abs. 2 und § 152 GG in Verbindung mit §§ 41, 19 Abs. 1 lit. a und 19b Abs. 2 lit. c VRG).
1.2 Neben einer Überprüfung des vorinstanzlichen Kostenentscheids geht es dem nicht anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer vor Verwaltungsgericht darum, die "Punkte 4 und 5 meiner ursprünglichen Anträge [...] nochmals einer richterlichen Beurteilung vorzulegen". Sinngemäss wendet er sich damit gegen den Entscheid der Vorinstanz, auf die von ihr als Stimmrechtsrekurs behandelten Rekursanträge 4 und 5 nicht einzutreten.
Nimmt eine Vorinstanz – wie hier – einen Rekurs nicht an die Hand, weil sie eine Eintretensvoraussetzung nicht als erfüllt betrachtet, so ist die formell unterlegene rekurrierende Person legitimiert, sich auf dem Rechtsmittelweg gegen den Nichteintretensentscheid zu wehren (§ 49 in Verbindung mit § 21 Abs. 1 VRG; vgl. Martin Bertschi in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich [VRG], 3. A., Zürich etc. 2014 [Kommentar VRG], Vorbemerkungen zu §§ 19–28a N. 58). Der Beschwerdeführer ist somit vorliegend insofern zur Beschwerdeerhebung legitimiert, als er sich gegen den Entscheid der Vorinstanz richtet, auf seinen Rekurs vom 30. September/2. Oktober 2015 bzw. die vor Verwaltungsgericht explizit weiterverfolgten Rekursanträge 4 und 5 nicht einzutreten. Gleiches gilt hinsichtlich der Anfechtung des vorinstanzlichen Entscheids, dem Beschwerdeführer diejenigen Kosten aufzuerlegen, welche im Zusammenhang mit der Behandlung des Rekurses gemäss § 152 GG entstanden sind.
Insoweit demgegenüber von der Vorinstanz der Rechtsvorkehr des Beschwerdeführers als Aufsichtsbeschwerde keine Folge gegeben wurde (Dispositiv-Ziff. III), ist von vornherein keine Beschwerde, sondern lediglich eine weitere Aufsichtsanzeige an die nächsthöhere Aufsichtsinstanz möglich (Bertschi, Vorbemerkungen zu §§ 19–28a N. 85). Das Verwaltungsgericht hat auch indirekt keine Aufsicht über die Vorinstanz. Von einer Überweisung der Eingabe an eine allenfalls zuständige obere Aufsichtsinstanz kann ebenfalls abgesehen werden, ist doch die Erhebung einer Aufsichtsbeschwerde nicht fristgebunden, weshalb die Pflicht zu deren Weiterleitung nach § 5 Abs. 2 VRG entfällt (Plüss, § 5 N. 48).