Decision ID: baaf5861-0577-4e91-8c89-1828c9d9bc8c
Year: 2012
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Eheschutz (Unterhaltsbeiträge), Kosten- und Entschädigungsfolgen
Berufung gegen eine Verfügung des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Horgen vom 19. April 2011 (EE100062)
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Verfügung des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Horgen vom 19. April 2011 (Urk. 46)
Der Einzelrichter verfügt:
1. Den Parteien wird das Getrenntleben bewilligt und es wird davon Vormerk ge-
nommen, dass sie bereits seit dem 22. November 2009 getrennt leben.
2. Die eheliche Liegenschaft an der ...-Strasse ... in C._ wird der Beklagten
samt Mobiliar und Hausrat für die Dauer des Getrenntlebens zur alleinigen Be-
nutzung zusammen mit den Kindern zugewiesen.
3. Die Obhut über den gemeinsamen Sohn D._, geb. tt.mm.1993, wird für die
Dauer des Getrenntlebens der Beklagten zugeteilt.
Auf den Antrag betreffend Vormerknahme bezüglich des Wohnsitzes der ge-
meinsamen Tochter E._, geb. tt.mm.1992, wird nicht eingetreten.
4. Auf die formelle Regelung des Besuchsrechts zwischen D._ und dem Klä-
ger wird verzichtet.
5. Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten für sich persönlich monatliche Un-
terhaltsbeiträge in der Höhe von Fr. 16'000.00 zu bezahlen, zahlbar monatlich
im Voraus jeweils auf den 1. eines jeden Monats, rückwirkend auf den 1. Januar
2010.
Es wird Vormerk genommen, dass der Kläger sich verpflichtet hat, sich an den
Gesundheitskosten des Familienhundes F._ jeweils hälftig zu beteiligen.
6. Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten monatliche Unterhaltsbeiträge für
den Sohn D._ in der Höhe von Fr. 4'400.00 (inkl. Ausbildungszulagen) zu
bezahlen, zahlbar monatlich im Voraus jeweils auf den 1. eines jeden Monats,
rückwirkend auf den 1. Januar 2010.
Zusätzlich wird der Kläger verpflichtet, das Schulgeld für D._ direkt zu be-
zahlen.
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7. Es wird Vormerk genommen, dass der Kläger der mündigen Tochter E._
monatliche Unterhaltsbeiträge in der Höhe von Fr. 4'400.00 (inkl. Ausbildungs-
zulagen) sowie die anfallenden Schulkosten bezahlt.
8. Zwischen den Parteien wird per 27. Mai 2010 die Gütertrennung angeordnet.
9. Die übrigen Anträge werden - soweit darauf einzutreten ist - abgewiesen.
10. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 10'000.00.
11. Die Kosten werden zu 3/8 dem Kläger und zu 5/8 der Beklagten auferlegt.
12. Die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger eine reduzierte
Prozessentschädigung von Fr. 5'000.00 zuzüglich Mehrwertsteuer zu bezahlen.
13. (Mitteilung)
14. (Rechtsmittel)
15. (Fristen)
Berufungsanträge:
Der Beklagten, Widerklägerin und Berufungsklägerin (Urk. 45 S. 2 f.):
" 1. Es sei der Kläger, Widerbeklagte und Berufungsbeklagte in Abänderung von Dispositiv-Ziffer 5 Abs. 1 der angefochtenen Verfügung zu verpflichten, der , Widerklägerin und Berufungsklägerin für sich persönlich monatliche, im Voraus zahlbare Unterhaltsbeiträge wie folgt zu bezahlen:
rückwirkend ab 1. Januar 2010 bis Ende Dezember 2010 CHF 27'700.00 pro Monat;
ab 1. Januar 2011 bis Ende Dezember 2011 CHF 26'655.00 pro Monat;
ab 1. Januar 2012 für die weitere Dauer des Getrenntlebens CHF 26'300.00 pro Monat.
Es sei in Dispositiv-Ziffer 5 Abs. 2 unverändert vorzumerken, dass der Kläger, Widerbeklagte und Berufungsbeklagte sich verpflichtet, sich an den  des Familienhundes F._ jeweils hälftig zu beteiligen.
2. Es sei der Kläger, Widerbeklagte und Berufungsbeklagte in Abänderung von Dispositiv-Ziffer 6 Absatz 1 der angefochtenen Verfügung zu verpflichten, der Beklagten, Widerklägerin und Berufungsklägerin für den Sohn D._  Unterhaltsbeiträge in der Höhe von CHF 5'000.00 zuzüglich  zu bezahlen, rückwirkend auf den 1. Januar 2010 für die weitere  des Getrenntlebens.
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Absatz 2 von Dispositiv-Ziffer 6 der angefochtenen Verfügung sei unverändert zu belassen, indem der Kläger verpflichtet wird, das Schulgeld für D._  zu bezahlen.
3. Es sei der Kläger in Abänderung von Dispositiv-Ziffer 7 der angefochtenen  zu verpflichten, der mündigen Tochter E._ monatliche  in der Höhe von CHF 5'000.00 zuzüglich Ausbildungszulagen, sowie die anfallenden Schulkosten zu bezahlen, rückwirkend ab 1. Januar 2010 für die weitere Dauer des Getrenntlebens der Parteien.
4. Es sei Dispositiv-Ziffer 11 der angefochtenen Verfügung aufzuheben und es seien die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens den Parteien je hälftig .
5. Es sei Dispositiv-Ziffer 12 der angefochtenen Verfügung aufzuheben und es seien die Parteikosten im erstinstanzlichen Verfahren wettzuschlagen.
6. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MWST zulasten des , Widerbeklagten und Berufungsbeklagten."

Erwägungen:
1. Prozessgeschichte
1.1. Mit Eingabe vom 26. Mai 2010 machte der Kläger, Widerbeklagte und Beru-
fungsbeklagte (fortan Kläger) bei der Vorinstanz ein Eheschutzverfahren anhän-
gig (vgl. Urk. 1/1). Mit Verfügung vom 19. April 2011 (Urk. 46) entschied die Vo-
rinstanz gemäss vorstehend wiedergegebenem Dispositiv.
1.2. Mit fristgerechter Eingabe vom 19. Mai 2011 (Urk. 45) erhob die Beklagte,
Widerklägerin und Berufungsklägerin (fortan Beklagte) Berufung gegen diese Ver-
fügung der Vorinstanz und ergänzte diese am 11. Juli 2011 (Urk. 53).
1.3. Nachdem die Beklagte innert der ihr hierfür mit Verfügung vom 31. Mai 2011
(Urk. 49) angesetzten Frist den Kostenvorschuss von Fr. 6'000.– geleistet hatte
(vgl. Urk. 50), beantragten die Parteien am 11. bzw. 12. Juli 2011 übereinstim-
mend die Sistierung des Berufungsverfahrens bis mindestens Ende September
2011 zwecks Führung aussergerichtlicher Vergleichsgespräche (vgl. Urk. 56 so-
wie Urk. 52, 53/1 und 54 im parallelen Berufungsverfahren LE110035). Mit Verfü-
gung vom 15. Juli 2011 (Urk. 57) wurde das Berufungsverfahren sodann antrags-
gemäss längstens bis Ende Dezember 2011 sistiert. Nachdem diese Frist unbe-
nutzt verstrichen war und die Beklagte dem Gericht das Scheitern der Vergleichs-
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gespräche angezeigt hatte (vgl. Urk. 58), setzte die erkennende Kammer dem
Kläger mit Verfügung vom 28. Februar 2012 (Urk. 60) Frist zur Erstattung der Be-
rufungsantwort an. Diese Frist wurde aufgrund eines entsprechenden Gesuches
des Klägers (Urk. 61) mit Verfügung vom 9. März 2012 (Urk. 63) einstweilen ab-
genommen, da die Parteien unterdessen im laufenden Scheidungsverfahren eine
Konvention (Urk. 62 und 65/1) geschlossen hatten, welche auch das vorliegende
Berufungsverfahren regelt.
2. Rückzug / Kosten- und Entschädigungsfolgen
2.1. Mit Schreiben vom 14. Mai 2012 (Urk. 64), beim Obergericht eingegangen
am 15. Mai 2012, zog die Beklagte die Berufung unter Hinweis auf das inzwi-
schen rechtskräftige Scheidungsurteil vom 18. April 2012 (Urk. 65/1), in welchem
die Parteien gestützt auf die vorstehend erwähnte Konvention geschieden wur-
den, zurück.
2.2. In der Scheidungskonvention (Urk. 65/1), welche mit Urteil des Bezirksge-
richts Horgen vom 18. April 2012 (Urk. 65/1) zum Urteil erhoben worden ist, ver-
einbaren die Parteien unter Ziffer 8.3, die erst- und zweitinstanzlichen Kosten im
Eheschutzverfahren je hälftig zu übernehmen sowie gegenseitig auf eine Pro-
zessentschädigung zu verzichten. Folglich ist die erstinstanzliche Regelung der
Kosten- und Entschädigungsfolgen in den Ziffern 11 und 12 des angefochtenen
Entscheids entsprechend abzuändern.
2.3. Ein Rückzug hat die Wirkung eines rechtskräftigen Entscheides (Art. 241
Abs. 2 ZPO). Der Prozess ist demzufolge im Übrigen abzuschreiben (Art. 241
Abs. 3 ZPO), unter vereinbarungsgemässer Regelung der Kosten- und Entschä-
digungsfolgen. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist - unter Berück-
sichtigung der Tatsache, dass das vorliegende mit dem parallelen Berufungsver-
fahren LE110035 im Entscheidfall vereinigt worden wäre, was aufgrund des ins-
gesamt geringeren Aufwands des Gerichts zu einer niedrigeren Gerichtsgebühr
geführt hätte - gestützt auf § 2 lit. a, c und d sowie § 12 Abs. 1 in Verbindung mit
Abs. 2 und § 5 Abs. 1, § 6 Abs. 2 lit. b, § 8 Abs. 1 sowie § 10 Abs. 1 der Gebüh-
renverordnung des Obergerichts (GebV OG) auf Fr. 1'500.– festzulegen. Pro-
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zessentschädigungen werden auch für das Berufungsverfahren antrags- bzw.
vereinbarungsgemäss keine zugesprochen.