Decision ID: 84867d85-0ea5-5456-8d9e-92c5b8937601
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
Mit Verfügungen vom 4. August 2004 und 25. August 2009 verlängerte das
Gesundheitsdepartement des Kantons St. Gallen (GD) eine dem Notarztdienst X._, c/o
Dr. med. M._ am 23. August 1999 erteilte Bewilligung zum Betrieb eines
Rettungsdienstes (act. G 9/28 Beilagen 16, 18 und 24). Gemäss einer Bestätigung des
damaligen Kantonsarztes vom 19. Februar 2015 erklärte sich Dr. med. M._ unter
anderem damit einverstanden, dass sein Notarztfahrzeug A._ über eine kantonale
Einsatzzentrale (KNZ St. Gallen) aufgeboten wird, Fahrten mit Blaulicht und
Wechselklanghorn nur aufgrund einer Anordnung der KNZ St. Gallen durchgeführt
werden dürfen und er pro Monat für die angeordneten Einsätze verschiedene Angaben
(Einsatzdatum, Alarmzeit, Verdachtsdiagnose u.a.) an die Rettung St. Gallen machen
werde. Er nahm Kenntnis vom Hinweis, dass Zuwiderhandlungen den Entzug der
Bewilligung zum Führen eines Fahrzeugs mit Blaulicht und Wechselklanghorn zur Folge
haben könne (act. G 9/1). Mit Schreiben vom 27. September 2018 forderte das GD den
Arzt auf, eine Zusammenstellung aller Einsätze als Notarzt für 2017 und die erste Hälfte
2018 einzureichen (act. G 9/2). Nach einem Briefwechsel (act. G 9/3-5) gab der
A.a.
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Rechtsvertreter von Dr. M._, Rechtsanwalt lic. iur. H.-W. Rutz, Widnau, dem GD am
17. Dezember 2018 bekannt, beim A._ handle es sich um das Ersatz-Einsatzfahrzeug.
Für das weitere (ordentliche) Notarzt-Fahrzeug seien keine Erklärungen abgegeben
worden und es bestünden diesbezüglich keine Verpflichtungen zur Führung einer
Fallstatistik (act. G 9/6).
Am 17. Januar 2019 forderte das GD den Rechtsvertreter mit Hinweis auf die
Weisungen des UVEK zur Ausrüstung von Fahrzeugen mit Blaulicht und
Wechselklanghorn vom 6. Juni 2005 (nachstehend Weisung UVEK; seit 1. November
2019: Verordnung des UVEK über Blaulichter und wechseltönige Zweiklanghörner, SR
741.438, nachstehend VO UVEK) auf, die Zusammenstellung der Notarzt-Einsätze für
2017 und 2018 für beide Fahrzeuge einzureichen (act. G 9/7). Hierauf reichte
Rechtsanwalt Rutz am 28. Februar 2019 eine entsprechende Aufstellung der Einsätze
als Notarzt ein (act. G 9/8 und 8a). Mit Schreiben vom 15. März 2019 forderte das GD
ihn auf, für das ordentliche Notarzt-Fahrzeug einen Fragebogen zur Erteilung der
Bewilligung zur Ausrüstung von Fahrzeugen mit Blaulicht und Wechselklanghorn
einzureichen (act. G 9/9 und 9a). Im Schreiben vom 29. März 2019 teilte Rechtsanwalt
Rutz unter anderem mit, dass das ordentliche Notarztfahrzeug B._ rechtmässig
ausgerüstet und zugelassen sei (act. G 9/17 Beilage 11). Das GD ersuchte ihn hierauf
im Schreiben vom 27. September 2019, zur Berechnung der Hilfsfristen für das weitere
Notarztfahrzeug dieselben Angaben wie für das Ersatzfahrzeug nachzureichen (act. G
9/10). Am 27. November 2019 teilte Rechtsanwalt Rutz unter anderem mit, das
Heraussuchen von weiteren Angaben sei mit einem immensen und
unverhältnismässigen Aufwand verbunden. Dr. M._ sei nicht imstand, die
erforderlichen Zahlen für das ordentliche Notarztfahrzeug zu liefern. Das Problem liege
zudem nicht bei der Einhaltung der Hilfsfristen, sondern beim Umstand, dass er trotz
Notarztindikation oft verspätet (erst 7-15 Minuten nach Alarmeingang bei der SNZ)
alarmiert werde. Die Koordination im Zusammenhang mit dem Aufgebot von Dr. M._
als Rapidresponser klappe in zahlreichen Fällen nicht (act. G 9/15). Eine Anfrage des
GD beim Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt hatte ergeben, dass von den auf
Dr. M._ eingelösten Fahrzeugen nur der A._ über eine Blaulichtbewilligung verfüge
(act. G 9/20 Beilage), worauf das GD (Kantonsarztamt) ihm am 17. Dezember 2019
mitteilte, dass ihm die Verwendung von Blaulicht und Wechselklanghorn für das
ordentliche Notarztfahrzeug untersagt sei. Es werde zur Kenntnis genommen, dass er
nicht imstand sei, die verlangten Angaben zu liefern. Damit das Kantonsarztamt die
Notfallversorgung in der Region besser einschätzen könne, habe Dr. M._ bis Ende
2020 alle in diesem Jahr ausgeführten Einsätze zu melden (act. G 9/16).
A.b.
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B.
Gegen das Schreiben vom 17. Dezember 2019 erhob Rechtsanwalt Rutz für Dr. M._
mit Eingabe vom 31. Dezember 2019 (act. G 9/17) Rekurs an das GD mit den Anträgen,
es sei die Nichtigkeit der Verfügung vom 17. Dezember 2019 festzustellen; eventualiter
sei die Verfügung aufzuheben (Ziffer 1 und 2). Es sei der Rekurs zur Bearbeitung an ein
anderes Departement weiterzuleiten (Ziffer 3). In seiner Stellungnahme vom 20. Januar
2020 hielt das GD hierzu unter anderem fest, es nehme im Rahmen der
Aufsichtsfunktion betreffend sanitätsdienstliche Rettung auch Abklärungen bezüglich
das Bestehen von (nicht nur gesundheitspolizeilich) erforderlichen Bewilligungen vor.
Es habe jedoch im Schreiben vom 17. Dezember 2019 keine individuell-konkreten
Anordnungen im Bereich der Bundesgesetzgebung über den Strassenverkehr
getroffen, zumal es hierfür nicht zuständig sei. Das GD habe im Rahmen seiner
Aufsichtstätigkeit lediglich festgehalten, dass für das ordentliche Notarztfahrzeug keine
gemäss VO UVEK erforderliche Bestätigung der kantonalen Gesundheitsbehörde und
auch keine Bewilligung des Strassenverkehrsamtes zum Einsatz von Blaulicht und
Wechselklanghorn vorliege (act. G 9/18). In den Stellungnahmen vom 30. April 2020
und vom 24. Juli 2020 wies der Vertreter von Dr. M._ unter anderem darauf hin, dass
das von ihm rechtmässig verwendete ordentliche Notarztfahrzeug als
Kommandofahrzeug der Feuerwehr Y._ immatrikuliert sei (act. G 9/24 S. 3 und G 9/28
S. 11). Mit Entscheid vom 28. September 2020 (act. G 2, G 9/29) trat das GD auf den
Rekurs nicht ein (Ziffer 1). Das im Aufsichtsverfahren eingereichte Ausstandsbegehren
wurde abgewiesen (Ziffer 2).
A.c.
Gegen diesen Entscheid erhob Rechtsanwalt Rutz für Dr. M._ (Beschwerdeführer) mit
Eingabe vom 20. Oktober 2020 Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission (VRK)
des Kantons St. Gallen (act. G 1), welche diesen zuständigkeitshalber als Beschwerde
dem Verwaltungsgericht überwies (act. G 4). Der Beschwerdeführer stellt die
Rechtsbegehren, der Entscheid sei aufzuheben. Eventualiter sei die Nichtigkeit des
Entscheids festzustellen (Ziffer 1). Das Verfahren sei zur Weiterbearbeitung des
Rekurses vom 31. Dezember 2019 mit Rekursergänzung vom 24. Juli 2020 im Sinn der
(dortigen) Rechtsbegehren Ziffer I., insbesondere Ziffer I.3. (Weiterleitung an ein
anderes Departement), zurückzuweisen. Eventualiter sei die Verfügung vom
17. Dezember 2019 aufzuheben. Subeventualiter sei die Nichtigkeit der Verfügung vom
17. Dezember 2019 festzustellen (Ziffer 2). Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu
Lasten des Staates (act. G 1).
B.a.
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Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59 Abs. 1
VRP). Der Beschwerdeführer ist zur Beschwerde berechtigt (Art. 64 in Verbindung mit
Art. 45 Abs. 1 VRP). Weiter entspricht die dem Verwaltungsgericht zuständigkeitshalber
(Art. 11 Abs. 3 VRP) überwiesene (act. G 4) Beschwerdeeingabe (Rekurs) vom
20. Oktober 2020 zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 47
Abs. 1 in Verbindung mit Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist grundsätzlich
einzutreten. Nicht eingetreten werden kann auf die Anträge Ziffer 2 Absätze 2 und 3,
die Verfügung vom 17. Dezember 2019 sei aufzuheben bzw. es sei deren Nichtigkeit
festzustellen - an deren Stelle ist der Rekursentscheid getreten (Devolutiveffekt; vgl.
BGE 129 II 438 E. 1).
2.
In der Vernehmlassung vom 27. November 2020 beantragte das GD (Vorinstanz)
Abweisung der Beschwerde (act. G 8).
B.b.
In der Stellungnahme vom 4. Januar 2021 bestätigte der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers seine Rechtsbegehren und Ausführungen (act. G 11). Die
Vorinstanz verzichtete stillschweigend auf eine weitere Eingabe (vgl. act. G 13). Im
Schreiben vom 5. Januar 2021 an den Beschwerdeführer nahm der verfahrensleitende
Abteilungspräsident zum Umfang der Beschwerdeeingaben Stellung (act. G 14).
B.c.
Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten in den Eingaben des vorliegenden
Verfahrens wird, soweit für den Entscheid relevant, in den nachstehenden Erwägungen
eingegangen.
B.d.
bis
Zu klären ist vorliegend zum einen, ob mit dem Schreiben vom 17. Dezember 2019
(act. G 9/16) im vorinstanzlichen Verfahren ein gültiges Anfechtungsobjekt bzw. eine
anfechtbare Verfügung im Sinn von Art. 24 VRP vorlag bzw. ob die Vorinstanz zu Recht
auf das gegen dieses Schreiben gerichtete Rechtsmittel nicht eintrat. In formeller
Hinsicht äussert der Beschwerdeführer vorab erhebliche Zweifel, ob er Einsicht in alle
Verfahrensakten für die Zeit vor Erlass des Schreibens vom 17. Dezember 2019
2.1.
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erhalten habe. Er verweist diesbezüglich auf die aus den Darlegungen des GD
ersichtliche Korrespondenz und den Aktenaustausch des GD mit der Rettung
St. Gallen, welche in den ihm bislang vorgelegten Akten nicht dokumentiert seien. Er
verlangt deshalb eine vollständige Akteneinsicht (act. G 2 S. 11 f.). Das
Akteneinsichtsrecht umfasst den Anspruch, während eines hängigen Verfahrens
diejenigen Unterlagen einzusehen, auf welche die Behörde ihren Entscheid stützt bzw.
zu stützen beabsichtigt (vgl. René Wiederkehr, Öffentliches Verfahrensrecht, Zürich
2016, Rz. 81 mit Hinweisen). Vorliegend geht es einzig um die Fragen der
Rechtmässigkeit des vorinstanzlichen Nichteintretensentscheids sowie der
Weiterleitung des Rekursverfahrens an ein anderes Departement (vgl. dazu
nachstehende E. 3). Die vom Beschwerdeführer erwähnte Korrespondenz des GD mit
der Rettung St. Gallen dürfte nicht geeignet sein, etwas zur Klärung der streitigen
Fragen beizutragen. Dies wird sich auch aus den nachstehenden Erwägungen ergeben.
Auf den Beizug dieser Akten ist deshalb zu verzichten.
Eine Verfügung stellt nach Lehre und Praxis einen individuellen, an eine bestimmte
Person gerichteten Hoheitsakt dar, durch den eine verwaltungsrechtliche
Rechtsbeziehung gestaltend oder feststellend in verbindlicher oder erzwingbarer Weise
geregelt bzw. begründet, aufgehoben, abgeändert oder festgestellt wird (vgl. Häfelin/
Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. Aufl. 2020, Rz. 849). Die st. gallische
Verwaltungspraxis hat im Wesentlichen den materiellen Verfügungsbegriff des
Bundesrechts (vgl. Art. 5 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren,
SR 172.021, VwVG) übernommen (vgl. H.-R. Arta, in: Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.],
Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege, Praxiskommentar, St. Gallen/Zürich 2020,
Überblick N 60, sowie T. Tschumi, in: Rizvi/Schindler/Cavelti, a.a.O., N 3 zu Art.
24-26 VRP). Nur wenn die Wesensmerkmale einer Verfügung gegeben sind, liegt das
verfahrensrechtlich notwendige Anfechtungsobjekt vor.
Gemäss Art. 41 des Bundesgesetzes über die Medizinalberufe (Medizinalberufegesetz;
MedBG, SR 811.11) bezeichnet jeder Kanton eine Behörde, welche die Personen
beaufsichtigt, die im betreffenden Kanton einen universitären Medizinalberuf in eigener
fachlicher Verantwortung ausüben (Abs. 1); die Aufsichtsbehörde trifft die für die
Einhaltung der Berufspflichten nötigen Massnahmen (Abs. 2). Nach Art. 3 Abs. 1 lit. b
und c des Gesundheitsgesetzes (sGS 311.1, GesG) in Verbindung mit Art. 26 Abs. 1
lit. c des Geschäftsreglements der Regierung und der Staatskanzlei (sGS 141.3,
GeschR) fällt die Beaufsichtigung der medizinischen Berufe sowie Erteilung und Entzug
der gesundheitspolizeilichen Bewilligungen in den Geschäftskreis des GD. Im Weiteren
2.2.
bis
bis
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stellt der Staat nach Art. 18 GesG die sanitätsdienstliche Rettung sicher und
beaufsichtigt diese. Rettungs- und Transportdienste fallen ebenfalls in den
Geschäftskreis des GD (Art. 26 lit. d GeschR).
bis
bis ter
Die Vorinstanz hielt im angefochtenen Entscheid fest, zusammen mit der Kantonsärztin
übe der Rechtsdienst des GD die gesundheitspolizeiliche Aufsicht über die im Kanton
tätigen Medizinalpersonen aus. Die Aufsicht der sanitätsdienstlichen Rettung werde
ebenfalls vom Kantonsarztamt wahrgenommen. Im Rahmen der Aufsichtsfunktion
nehme das GD bzw. das Kantonsarztamt insbesondere auch Abklärungen bezüglich
Vorliegen von (nicht nur gesundheitspolizeilich) erforderlichen Bewilligungen im
Zusammenhang mit der Ausübung einer medizinischen Tätigkeit vor. So sei es im
Zusammenhang mit der Abklärung der Vertrauenswürdigkeit von Medizinalpersonen
von Relevanz, ob sich diese gesetzeskonform verhielten und insbesondere im Besitz
der vorausgesetzten Bewilligungen seien. Die Kantonsärztin habe im Rahmen der
Aufsicht im Zusammenhang mit der Notarzttätigkeit des Beschwerdeführers Auskünfte
beim Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt eingeholt; dies nachdem der
Beschwerdeführer behauptet habe, dass für sein ordentliches Notarztfahrzeug keine
Verpflichtung zur Angabe von Einsatzzahlen im Rettungswesen bestehe und es
rechtmässig zugelassen sei, ohne dies zu belegen. Das Ergebnis dieser Abklärung sei
dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 17. Dezember 2019 mitgeteilt worden mit
der gleichzeitigen Aufforderung betreffend die von ihm im Jahr 2020 ausgeführten
Einsätze. Weil mit dieser Aufforderung das Verfahren nicht abgeschlossen, sondern
das weitere Vorgehen im Aufsichtsverfahren aufgezeigt worden sei, liege lediglich eine
verfahrensleitende Anordnung, eine Zwischenverfügung zur Beweiserhebung, vor.
Solche Zwischenverfügungen könnten nicht selbständig angefochten werden (Art. 44
Abs. 1 VRP e contrario; vgl. Art. 60 VRP). Beim Schreiben vom 17. Dezember 2019
handle es sich nicht um einen Akt der Aufsichtsbehörde, der als hoheitliche Anordnung
in erzwingbarer Weise ein Rechtsverhältnis zwischen Gemeinwesen und
Beschwerdeführer begründe, aufhebe oder abändere. Zum Zeitpunkt des
Aufsichtsverfahrens betreffend Überprüfung der Einsatzzahlen des Beschwerdeführers
als Notarzt sei zudem noch völlig offen gewesen, ob das Verfahren allenfalls ohne
Verfügung formlos abzuschreiben oder ob ein Entscheid mit aufsichts- oder allenfalls
disziplinarrechtlichen Massnahmen zu erlassen sein werde. Es liege somit keine
anfechtbare Verfügung vor, weshalb auf den Rekurs nicht einzutreten sei (act. G 2 S. 5
f.).
2.3.
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Der Beschwerdeführer hält unter anderem fest, wenn der vorinstanzliche Standpunkt
zutreffen würde, dass die stv. Leiterin Rechtsdienst und die Kantonsärztin nicht als
Vorinstanz des GD gehandelt hätten, wäre der angefochtene Entscheid wegen
Missachtung des Devolutiveffektes des Rekurses sowie gleichzeitiger Missachtung der
Überweisungspflicht (Art. 11 Abs. 3 VRP) im Sinn des Eventualantrags wegen
sachlicher und funktioneller Unzuständigkeit der entscheidenden Behörde (GD) als
nichtig zu erklären. Im Weiteren hätten das Kantonsarztamt und der Rechtsdienst der
Vorinstanz mit der Verfügung vom 17. Dezember 2019 ohne Kompetenzgrundlage und
damit als unzuständige Behörde Anordnungen im Bereich der
Strassenverkehrsgesetzgebung gemacht. Das ordentliche Notarztfahrzeug B._ sei als
Kommandofahrzeug der Feuerwehr Y._ immatrikuliert. Für Einsatzfahrten müsse es
nicht über eine auf den Beschwerdeführer persönlich lautende Zulassung verfügen. Es
handle sich um ein privates, in seinem Eigentum stehendes Fahrzeug, unbesehen vom
formellen Eintrag im Fahrzeugausweis. Diese vom Beschwerdeführer mit der
Feuerwehr Y._ getroffene Lösung sei der Vorinstanz seit 25 Jahren bekannt. Hierauf
habe er die Vorinstanz schon im Rekursverfahren hingewiesen (act. G 9/28 Beilagen
17-19). Die Darstellung des Sachverhalts durch die Vorinstanz im Zusammenhang mit
dem ordentlichen privaten Notarztfahrzeug B._ im angefochtenen Entscheid sei
unvollständig und ungenügend. Im Zeitraum vom 23. August 1999 bis 31. Juli 2014
hätten auch die vom GD ausgestellten Betriebsbewilligungen für den Notarztdienst auf
dem Konzept betreffend das private Notarztfahrzeug des Beschwerdeführers beruht
(act. G 9/28 Beilagen 24-29). Beim gemeinsamen Schreiben von Kantonsarztamt und
Rechtsdienst GD vom 17. Dezember 2019 handle es sich um eine individuell
hoheitliche Feststellung und Anordnung, welche materiell die Kriterien einer Verfügung
erfülle. Es sei nicht nachvollziehbar, wie die Vorinstanz zum Schluss kommen könne, es
liege "zweifelsohne" keine anfechtbare Verfügung vor. Die Verfügung vom
17. Dezember 2019 sei nichtig, zumindest aber anfechtbar, weil sie weder in den
gesundheitspolizeilichen noch aufsichtsrechtlichen Kompetenzbereich von
Kantonsarztamt und Rechtsdienst falle. Sie sei auch inhaltlich falsch und haltlos. Es sei
nicht nachvollziehbar, um welche Bewilligung es sich bei der in der Verfügung vom
17. Dezember 2019 erwähnten "Bewilligung des Strassenverkehrsamtes" handle,
welche über die strassenverkehrsrechtliche Zulassung des Notarztfahrzeugs des
Beschwerdeführers hinausgehe. Dies ergebe sich auch nicht aus Art. 4 Abs. 7 VO
UVEK. Sodann könne Art. 4 Abs. 5 VO UVEK nicht einfach rückwirkend auf bereits
bestehende Fahrzeugzulassungen angewendet werden. Abgesehen davon seien die
Voraussetzungen gemäss Art. 4 Abs. 5 VO UVEK für das Notarztfahrzeug B._ nach
wie vor erfüllt, indem es über eine entsprechende Zulassung des Strassenverkehrs-
2.4.
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und Schifffahrtsamtes verfüge. Die Vorinstanz verkenne, dass das
Strassenverkehrsrecht vom materiellen Halterbegriff (Art. 78 Abs. 1 der Verordnung
über die Zulassung von Personen und Fahrzeugen zum Strassenverkehr, SR 741.51,
VZV) ausgehe. Das Resultat der aufsichtsrechtlichen Abklärungen der Vorinstanz in der
Verfügung vom 17. Dezember 2019, wonach sich der Beschwerdeführer im
Zusammenhang mit seinem privaten Notarztfahrzeug nicht gesetzeskonform verhalten
habe, seien dementsprechend haltlos. (act. G 1 und G 11).
2.5.
Die Organisation des Sanitäts- und Rettungswesens bildet nicht Gegenstand der
Strassenverkehrsgesetzgebung, sondern ist vom Grundsatz her Gegenstand der
kantonalen Regelungen zum Gesundheitswesen. Die Autonomie der Kantone wird
hierbei jedoch durch die vom Bund erlassenen strassenverkehrsrechtlichen
Bestimmungen über die Ausrüstung von Sanitätsfahrzeugen mit Blaulicht und
Wechselklanghorn beschränkt (BGer 1C_530/2014 vom 4. Januar 2016 E. 3.1 m.H.).
Wie dargelegt (vorstehende E. 2.2) beaufsichtigt die Vorinstanz nach Art. 18 GesG
i.V.m. Art. 26 lit. d GeschR die sanitätsdienstliche Rettung. Fahrzeuge, die über
eine Ausrüstung für Notärzte nach den Richtlinien 2017 für den Bau und die
Ausrüstung von Ambulanzfahrzeugen des Interverbands für Rettungswesen (IVR)
verfügen, müssen in eine Rettungs- und Sanitätsorganisation eingebunden sein und
über eine kantonale Einsatzzentrale aufgeboten werden können. Die Vorinstanz stellt
eine Bestätigung aus, dass Einsatzfahrzeuge für Notärzte die Voraussetzungen gemäss
Interverband für Rettungswesen (IVR) erfüllen (vgl. Ziffer 1.2 und 1.2.6 Weisung UVEK
bzw. Art. 4 Abs. 1 lit. b sowie Art. 4 Abs. 2 und 3 VO UVEK). Hieraus ergibt sich
grundsätzlich, dass die Vorinstanz über entsprechende Angaben zu den Einsätzen des
Beschwerdeführers mit seinen privaten Notarztfahrzeugen verfügen muss, um ihre
gesetzlichen Aufgaben in diesem Zusammenhang erfüllen zu können. Voraussetzung
für die Einbindung in die Notfallorganisation und deren Funktionsfähigkeit ist, dass die
beteiligten Notärzte der Vorinstanz die entsprechenden Angaben liefern. Die Vorinstanz
weist in diesem Kontext sodann darauf hin, dass die (ebenfalls) zu prüfende
Vertrauenswürdigkeit der Medizinalperson (Art. 36 Abs. 1 lit. b MedBG) unabdingbare
Voraussetzung für die Aufrechterhaltung der Bewilligung zur selbständigen
Berufsausübung darstelle und die Mitwirkung der Medizinalperson bei der Abklärung
eines Sachverhalts von Bedeutung sei für die Feststellung, ob sie vertrauenswürdig sei
(act. G 8 S. 2 f. mit Rechtsprechungshinweisen). Dieser letztgenannte Hinweis trifft
theoretisch zu, erscheint jedoch für das vorliegende Verfahren insofern nicht von
2.5.1.
bis
bis ter
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Bedeutung, als die Vorinstanz die Vertrauenswürdigkeit des Beschwerdeführers nach
Lage der Akten nirgends konkret in Frage stellt und die von ihr diesbezüglich (in act. G
8 S. 2 f.) zitierten Entscheide vom Sachverhalt her allesamt nicht einschlägig sind.
Der Beschwerdeführer verpflichtete sich in der Bestätigung vom 19. Februar 2015 (act.
G 9/1, G 9/28 Beilage 30), die Angaben betreffend die von ihm durchgeführten
Rettungseinsätze zu liefern. Diese Bestätigung führt lediglich das vom
Beschwerdeführer als Ersatzfahrzeug bezeichnete Auto (A._), nicht jedoch das weitere
Fahrzeug (B._) auf. Der Beschwerdeführer reichte am 28. Februar 2019 die verlangten
Angaben lediglich für den A._ ein (vgl. act. G 9/8, G 9/15). Die Kantonsärztin war
gestützt auf die in E. 2.5.1 erwähnten Rechtsgrundlagen grundsätzlich berechtigt, beim
Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt Abklärungen hinsichtlich des vom
Beschwerdeführer verwendeten Notarztfahrzeugs B._ zu treffen, nachdem der
Beschwerdeführer zwar am 29. März 2019 mitgeteilt hatte, dass das ordentliche
Notarztfahrzeug B._ rechtmässig ausgerüstet und zugelassen sei (act. G 9/17 Beilage
11), hierfür jedoch vorerst keinen entsprechenden Beleg lieferte. Am 30. April 2020
teilte er der Vorinstanz mit, dass das erwähnte Fahrzeug über einen Fahrzeugausweis
mit der Bewilligung für Blaulicht und Wechselklanghorn verfüge (act. G 9/24). Am
24. Juli 2020 reichte er diesen Fahrzeugausweis nach, aus welchem sich die Zulassung
des B._ auf die Feuerwehr Y._ sowie die (ebenfalls zugelassene) Ausstattung des
Fahrzeugs mit Blaulicht und Wechselklanghorn ergibt (act. G 9/28 Beilage 16), und
äusserte sich im Einzelnen zu den konkreten Umständen (act. G 9/28). Die vom
Beschwerdeführer dort eingereichten Akten dokumentieren Gegebenheiten im
Zusammenhang mit seiner Notarzt-Tätigkeit, die der Vorinstanz teilweise seit Langem
bekannt waren (vgl. act. G 9/28 Beilagen). So hatte sie in der Verfügung vom 4. August
2004 festgehalten, dass der Notarztdienst X._ im Dezember 2003 ein neues
Notarztfahrzeug angeschafft habe (act. G 9/28 Beilage 26). Hierbei handelte es sich um
den vorliegend zur Diskussion stehenden B._, SG 000 000 (vgl. act. G 9/28 Beilage 16
S. 2).
2.5.2.
Am 17. Dezember 2019 hatten die Kantonsärztin und die stv. Leiterin Rechtsdienst
dem Beschwerdeführer gestützt auf eine E-Mail-Auskunft des Strassenverkehrsamtes
(act. G 9/20 Beilage) unter anderem schriftlich mitgeteilt, dass ihm die Verwendung von
Blaulicht und Wechselklanghorn beim ordentlichen Notarztfahrzeug (B._) untersagt sei
und er abschliessend ausdrücklich darauf hingewiesen werde, dass er nur beim A._
(Ersatz-NEF) das Blaulicht/Wechselklanghorn verwenden dürfe (act. G 9/16). Diese -
2.5.3.
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sprachlich klar und eindeutig formulierte - Anordnung im Sinn eines Verbots war für die
Tätigkeit des Beschwerdeführers wesentlich, indem sie sich unmittelbar auf die
Einsetzbarkeit des ordentlichen Rettungsfahrzeugs auswirkte. Unabhängig von der
Beantwortung der materiellen Frage, ob der als Feuerwehrfahrzeug zugelassene B._
auch im Rettungsdienst eingesetzt werden darf und ob das GD zum Erlass der
Anordnung vom 17. Dezember 2019 zuständig bzw. berechtigt war, stellte die
Anordnung einen individuellen, an den Beschwerdeführer gerichteten Hoheitsakt dar,
durch den eine verwaltungsrechtliche Rechtsbeziehung in verbindlicher Weise geregelt
bzw. festgestellt wurde. Die im Schreiben vom 17. Dezember 2019 im Weiteren
verlangte Einreichung von Daten bezog sich im Übrigen nicht auf die Zulassung/
Ausrüstung des ordentlichen Notarztfahrzeugs, sondern auf die im Jahr 2020
durchgeführten Rettungseinsätze. Entgegen der von der Vorinstanz im angefochtenen
Entscheid vertretenen Auffassung (act. G 2 S. 6 Ziffer 7) hat die Anordnung
(Untersagung der Verwendung von Blaulicht und Wechselklanghorn für das ordentliche
Notarztfahrzeug) augenscheinlich nicht den Charakter einer bloss verfahrensleitenden
Anordnung bzw. einer Zwischenverfügung, welche "das weitere Vorgehen im
Aufsichtsverfahren" aufzeigt (vgl. act. 2 S. 6 Ziffer 7), sondern enthält eine unmittelbar
verbindlich (bzw. "..abschliessend ausdrücklich.."; vgl. act. G 9/16) formulierte
Verhaltensanweisung an den Beschwerdeführer, die sein Recht zur Benützung eines
Fahrzeugs betrifft. Aber selbst wenn hier - entgegen den vorstehend geschilderten
Gegebenheiten - von einer prozessleitenden Verfügung ausgegangen würde, wäre
diese selbständig anfechtbar, da sie für den Beschwerdeführer einen unmittelbaren,
nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirkt (vgl. R. Widmer, in: Rizvi/Schindler/
Cavelti, a.a.O., N 14 Art. 20 VRP). So stellte ihn die Verfügung vom 17. Dezember 2019
implizit vor die Wahl, entweder die Benützung des von ihm hauptsächlich eingesetzten
B._ mit Blaulicht und Wechselhorn sofort einzustellen - mit entsprechenden
betrieblichen Folgen - oder aber bei weiterer Verwendung des ordnungsgemäss
immatrikulierten Fahrzeugs die allfällige Eröffnung eines Disziplinarverfahrens durch die
Vorinstanz (vgl. dazu act. G 9/18 S. 2 Mitte) in Kauf zu nehmen. Das Vorliegen einer
anfechtbaren Verfügung - unter welchem Titel auch immer - kann mithin nicht mit guten
Gründen in Abrede gestellt werden. Insbesondere vermögen auch rein formelle
Aspekte - vorab die fehlende Bezeichnung als "Verfügung" und die fehlende