Decision ID: e25c0e6f-da09-4f69-9dd9-5e71b468e614
Year: 2013
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch B._,
gegen
Visana Versicherungen AG, Weltpoststrasse 19, Postfach 253, 3000 Bern 15,
Beschwerdegegnerin,
vertreten durch Visana Services AG, Weltpoststrasse 19, 3000 Bern 15,
betreffend
Versicherungsleistungen (Berufskrankheit)
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St.Galler Gerichte
Sachverhalt:
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherte) war im C._ vollzeitlich als Pflegehelferin tätig
und dadurch bei der Visana AG unfallversichert, als sie sich am 19. Februar 2010
anlässlich einer internen Weiterbildung das rechte Knie verdrehte (UV-act. 1). Am 30.
April 2010 bestätigte Dr. med. D._, FMH Chirurgie, einen Status nach Ruptur/
Teilruptur des medialen Knieseitenbands am rechten Knie. Vom 19. Februar bis 7. April
2010 bestand gemäss diesem Bericht sowie gemäss Arztzeugnis von Dr. med. E._,
Fachärztin für Allgemeinmedizin, vom 4. Mai 2010 eine volle Arbeitsunfähigkeit. Danach
nahm die Versicherte ihre Tätigkeit wieder auf (UV-act. 5, 9).
A.b Den am 23. Juli 2010 im Rahmen einer Änderungskündigung vom Arbeitgeber
vorgelegten angepassten Arbeitsvertrag nahm die Versicherte nicht an (UV-act. 10, 11).
Dr. E._ bescheinigte in der Folge ab 28. Juli 2010 eine volle Arbeitsunfähigkeit wegen
einer Exazerbation eines Asthma bronchiale und Schlafstörungen (UV-act. 12f). Dr.
med. F._, FMH Psychiatrie/Psychotherapie, erstattete gestützt auf eine
Untersuchung der Versicherten am 27. September 2010 einen Arztbericht (UV-act. 14).
Mit Schreiben vom 3. November 2010 stellte die Visana die Leistungen aus der
Kollektiv-Krankentaggeldversicherung auf den 28. Februar 2011 ein und hielt fest, der
Versicherten sei eine andere berufliche Tätigkeit zumutbar und es könne eine volle
Arbeitsfähigkeit erreicht werden. Im Sinn einer Übergangsfrist würden bei
entsprechend ärztlich bescheinigter Arbeitsfähigkeit Taggeldleistungen längstens bis
zu diesem Datum erbracht (UV-act. 15). Der bisherige Arbeitgeber bot ab 1. März 2011
eine Tätigkeit als Pflegehelferin an (UV-act. 17). Diese nahm die Versicherte mit Hinweis
auf eine bestehende Arbeitsunfähigkeit nicht an, worauf das Arbeitsverhältnis von
Seiten des Arbeitgebers auf Ende April 2011 beendet wurde (UV-act. 18f).
A.c Nach Durchführung von weiteren ärztlichen Abklärungen (UV-act. 22, 23, 35, 37-39)
und nachdem die Versicherte ein Dokument "Gesundheitliche Schädigung durch den
Arbeitgeber" vom 15. Juni 2011 eingereicht bzw. auf das Bestehen einer
Berufskrankheit hingewiesen hatte (UV-act. 41, 43), stellte die Visana die
Unfallversicherungsleistungen mit Verfügung vom 29. Juli 2011 auf den 30. April 2010
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ein. Eine Leistungspflicht für erneute Behandlungen ab dem 5. April 2011 verneinte sie.
Die Meniskusproblematik und die geplante Arthroskopie seien unfallfremd. Es handle
sich um degenerative Veränderungen des rechten Knies; der Vorzustand sei im April
2010 erreicht gewesen. Die Schulter- resp. Rückenbeschwerden seien gemäss Bericht
von Dr. D._ vom 5. April 2010 krankheitsbedingt (UV-act. 45). Mit Verfügung vom 5.
August 2011 eröffnete die Visana der Versicherten, hinsichtlich der von ihr
angegebenen psychischen Beschwerden sowie der Rücken- und Schulterschmerzen
werde eine Berufskrankheit verneint. Es würden keine Versicherungsleistungen aus der
obligatorischen Unfallversicherung ausgerichtet (UV-act. 48). Der Krankenversicherer
(Swica) erhob gegen die Verfügungen vom 29. Juli und 5. August 2011 Einsprache, zog
diejenige gegen die Verfügung vom 5. August 2011 jedoch wieder zurück (UV-act. 52f,
64). Die von der Versicherten erhobenen Einsprachen gegen die Verfügungen vom 29.
Juli und 5. August 2011 (UV-act. 54) sowie die Einsprache der Swica wies die Visana -
nach Einholung eines Überwachungs-Berichts und eines medizinischen Gutachtens
von Dr. med. G._, Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparats FMH, sowie anschliessendem Briefwechsel (vgl. UV-act. 59, 68,
77-85) - mit Einspracheentscheid vom 30. April 2012 ab (UV-act. 89). Am 3. April 2012
hatte die Versicherte Strafanzeige gegen die Verantwortlichen der Visana wegen
diverser Tatbestände erstattet. Mit Verfügung vom 3. Mai 2012 nahm das zuständige
Untersuchungsamt die Strafanzeige nicht Anhand. Auf die dagegen erhobene
Beschwerde trat die Anklagekammer mit Entscheid vom 19. Juni 2012 nicht ein (UV-
act. 86, 88).
B.
B.a Gegen den Einspracheentscheid vom 30. April 2012 erhob B._ für die Versicherte
mit Eingabe vom 30. Mai 2012 Beschwerde mit den Rechtsbegehren, die psychische
Krankheit von Ende Juli 2010 bis Ende Mai 2011 sowie das chronische Schulter-
Impingement-Syndrom von Anfang 2011 bis Mitte April 2012 zu 100%, von Mitte April
2012 bis Ende Mai 2012 zu 50% und von Anfang Juni 2012 bis vorläufig Ende Juni
2012 zu 25%, seien als Berufskrankheiten zu anerkennen; es sei ein entsprechendes
Unfalltaggeld zu entrichten. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, die Kosten
der medizinischen Behandlung einschliesslich Fahrspesen zu übernehmen und für die
verspätete Auszahlung Verzugszinsen zu entrichten. Es sei allenfalls zu prüfen, ob die
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Beschwerdegegnerin ein strafbares Vergehen begangen habe, indem die
Krankentaggeldversicherung, welche zur gleichen Versicherungsgesellschaft gehöre
wie die Beschwerdegegnerin, ab Februar 2011 trotz attestierter Arbeitsunfähigkeit kein
Taggeld an die Beschwerdeführerin entrichtet und sie damit in eine Verschuldung
getrieben habe. Zur Begründung liess die Beschwerdeführerin ausführen, ab 2008
habe sie sporadisch unter Rücken-, Nacken- und Schulterbeschwerden und seit
Frühling 2010 an persistierenden Rücken-, Nacken- und Schulterbeschwerden gelitten.
Die psychisch belastenden Umstände am Arbeitsort hätten sich, insbesondere
nachdem im Jahr 2008 eine neue Pflegedienstleiterin ihre Arbeit im Heim
aufgenommen habe, negativ auf ihre Gesundheit ausgewirkt. Am 28. Juli 2010 habe
man sie durch die Vorlage eines neuen Arbeitsvertrags mit Änderungskündigung und
sehr negativen Folgen (nicht mehr ausschliesslich Nachtarbeit, sondern nach Belieben
auch Tagesarbeit; variables Pensum von 80-100%; Arbeitseinsatz nach Belieben in
einem anderen Pflegeheim) unter Druck gesetzt. Die Beschwerdeführerin habe nicht
unterschrieben und daraufhin einen körperlichen und seelischen Zusammenbruch
erlitten. Das Zurückkehren an ihren alten Arbeitsplatz sei ihr nicht mehr zumutbar
gewesen, was auch die beteiligten Ärzte bescheinigt hätten. Da sie ein ausgeglichenes
Privatleben ohne jegliche psychische Belastung führe, seien die Ursachen ihrer
psychischen Krankheit stark überwiegend mit dem unzumutbar gewordenen Arbeitsort
zu begründen und würden somit der Verursachung von mindestens 75% genügen. Für
den Zeitraum von Ende Juli 2010 bis Ende Mai 2011 würden Arztzeugnisse vorliegen,
welche der Beschwerdeführerin eine volle Arbeitsunfähigkeit attestieren würden. Die
chronische Schleimbeutelentzündung der rechten Schulter, unter der sie seit Frühling
2010 leide, sei als eine arbeitsbedingte Erkrankung gemäss Art. 9 Abs. 1 UVG und
Anhang 1 UVV zu betrachten. Ausschlaggebend - nicht nur für die physische, sondern
auch für die psychische Erkrankung der Beschwerdeführerin - sei das Nichteinhalten
der im Arbeitsgesetz vorgeschriebenen Schutzmassnahmen zur Erhaltung der
Gesundheit der Mitarbeiter sowie das fragwürdige Verhalten des Arbeitgebers, welches
im Dokument "Gesundheitliche Schädigung durch den Arbeitgeber" dokumentiert sei.
Insbesondere aufgrund der zahlreichen Zusatzarbeiten, welche die Beschwerdeführerin
als Nachtwache erledigen musste, bestehe ein Zusammenhang zwischen der
Nichteinhaltung von Schutzmassnahmen und den gesundheitlichen Beschwerden in
Form der chronischen Schleimbeutelentzündung. In ihrem Privatleben führe die
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Beschwerdeführerin keine körperlich schweren Arbeiten oder schulterbelastende
Sportarten aus. Der von der Arbeit verursachte Anteil, der zu den Schulterbeschwerden
geführt habe, müsse auf über 90% beziffert werden. Ferner könne das Resultat der
Videoüberwachung die Behauptung nicht bestätigen, dass die Beschwerdeführerin
versuche, unberechtigt Leistungen zu erhalten.
B.b In der Beschwerdeantwort vom 3. Juli 2012 beantragte die Beschwerdegegnerin
Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Zur Begründung legte sie
unter anderem dar, die Qualifikation eines psychischen Leidens als Berufskrankheit
würde voraussetzen, dass eine Arbeit als solche typischerweise geeignet sei, die
Psyche zu schädigen, was kaum je mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen werden könne. Dieser Nachweis sei auch konkret
nicht erbracht. Die ärztliche Beurteilung von Dr. G._ entspreche den von der
Rechtsprechung aufgestellten Beweisanforderungen. Aufgrund der allgemeinen
Verbreitung des Impingement-Syndroms ab dem 40. Altersjahr könne ein
überwiegender, 75%iger Anteil beruflicher Verursachung nicht als medizinisch
ausgewiesen betrachtet werden. Ca. 10% der Bevölkerung würden an einem
Impingement-Syndrom leiden. Auch wenn davon ausgegangen würde, dass die Arbeit
als Pflegerin die Beschwerden ausgelöst bzw. begünstigt habe, genüge dies nicht, um
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit belegen zu können, dass die berufliche Arbeit
Ursache des Gesundheitsschadens sei. Die Schmerzen in der rechten Schulter könnten
nicht in eine direkte Verbindung mit der beruflichen Tätigkeit der Beschwerdeführerin
gebracht werden.
B.c Mit Replik vom 23. August 2012 (act. G 5) und Duplik vom 6. September 2012 (act.
G 7) bestätigten die Parteien ihre Standpunkte.

Erwägungen:
1
Streitig ist vorliegend, ob die im Herbst 2010 erneut aufgetretenen Kniebeschwerden
rechts und die diesbezügliche Behandlungsbedürftigkeit ab Frühjahr 2011 einen
Rückfall im Sinn von Art. 11 UVV und die psychischen Probleme sowie die Schmerzen
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der Beschwerdeführerin an der rechten Schulter eine Berufskrankheit im Sinn des UVG
darstellen und somit eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin auslösen. Nicht in
den sachlichen Zuständigkeitsbereich des Versicherungsgerichts fällt die Beurteilung
des von der Beschwerdeführerin angemeldeten strafbaren Vergehens der
Krankentaggeldversicherung; in diesem Umfang ist auf die Beschwerde
zuständigkeitshalber nicht einzutreten. Soweit sich die Vorwürfe der
Beschwerdeführerin gegen die Krankentaggeldversicherung richten, kann dazu mit
Blick auf den Anfechtungsgegenstand inhaltlich nicht Stellung genommen werden,
zumal der direkte Bezug zur konkret streitigen Frage fehlt. - Als Berufskrankheiten
gelten Krankheiten (Art. 3 ATSG, SR 830.1), die bei der beruflichen Tätigkeit
ausschliesslich oder vorwiegend durch schädigende Stoffe oder bestimmte Arbeiten
verursacht worden sind. Der Bundesrat erstellt eine Liste dieser Stoffe und Arbeiten
sowie der arbeitsbedingten Erkrankungen (Art. 9 Abs. 1 UVG). Nach der
Rechtsprechung müssen der schädigende Listenstoff oder die krankmachende Arbeit
im gesamten Ursachenspektrum mit überwiegender Wahrscheinlichkeit einen Anteil
von mehr als 50% ausmachen (BGE 119 V 200 E. 2a). Als Berufskrankheiten gelten
auch andere Krankheiten, von denen nachgewiesen wird, dass sie ausschliesslich oder
stark überwiegend durch die berufliche Tätigkeit verursacht worden sind (Art. 9 Abs. 2
UVG). Dies ist praxisgemäss der Fall, wenn die Berufskrankheit mindestens zu 75 %
durch die berufliche Tätigkeit verursacht wurde (BGE 119 V 201 E. 2b). Diese
Voraussetzung ist nach der Rechtsprechung erfüllt, wenn nachgewiesen ist, dass die
Häufigkeit des Auftretens der Krankheit in einer bestimmten Berufsgruppe mindestens
viermal höher ist als in der Bevölkerung im allgemeinen (BGE 116 V 136 E. 5c; RKUV
1999, Nr. U 326 S. 109 E. 2, 1997, Nr. U 273 S. 178 E. 3). Bei unklarem
Beschwerdebild lässt sich die Frage des Nachweises einer stark überwiegenden
berufsbedingten Verursachung in aller Regel nicht positiv beantworten (vgl. Urteil des
Bundesgerichts [bis 31. Dezember 2006: Eidgenössisches Versicherungsgericht, EVG]
vom 12. April 2002, U 2/00, E. 2b/bb).
2.
2.1 Am 2. April 2007 wurde bei der Beschwerdeführerin eine laterale
Meniskusteilresektion am rechten Knie (bei Riss des Aussenmeniskus) vorgenommen.
In der Folge ergab sich eine beschwerdefreie Ausheilung (UV-act. 2). Nach dem
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Ereignis vom 19. Februar 2010 bestand gemäss Arztberichten von Dr. E._ und von
Dr. D._ bis 7. April 2010 eine volle Arbeitsunfähigkeit. Danach nahm die
Beschwerdeführerin ihre Tätigkeit wieder auf. Dr. D._ schloss die Behandlung bei
wiederhergestellter medialer Stabilität im rechten Knie Ende April 2010 ab (UV-act. 5,
9). Nachdem in der Folge die Hausärztin Dr. E._ ab 28. Juli 2010 mit Hinweis auf ein
Asthma bronchiale und Schlafstörungen eine volle Arbeitsunfähigkeit bescheinigt hatte
(UV-act. 12f), diagnostizierte der Psychiater Dr. F._ am 27. September 2010 eine
Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion und eine undifferenzierte
Somatisierungsstörung. Bei weiterlaufender medikamentöser und
psychotherapeutischer Behandlung, geeignetem Arbeitsplatz und ohne Druck des alten
Arbeitgebers sei eine rasche Steigerung der Arbeitsfähigkeit zu erwarten (UV-act. 14).
2.2 Im Bericht vom 30. März 2011 hielt Dr. med. H._, Spezialärztin für Psychiatrie/
Psychotherapie, fest, dass sich die Beschwerdeführerin seit dem 9. August 2010 bei ihr
in Behandlung befinde und sie seither zu 100% arbeitsunfähig sei (UV-act. 22). Im
Bericht vom 5. April 2011 bestätigte Dr. D._ einen Status nach Ruptur/Teilruptur des
medialen Knieseitenbandes rechts und ein chronisches Impingement-Syndrom der
rechten Schulter. Bezüglich des rechten Knies habe er die Behandlung am 30. April
2010 abgeschlossen. Die Beschwerdeführerin sei damals bei normaler Belastung
beschwerdefrei gewesen. Mit zunehmender Kniebelastung, vor allem beim Wandern im
Herbst, hätten sich persistierende Knieschmerzen rechts ergeben. Zusätzlich habe die
Patientin seit einigen Monaten Schulterschmerzen rechts (typische
Impingementschmerzen), ohne dass sich ein Unfall ereignet habe. Vierzehn Monate
nach dem Knieunfall bestünden weiterhin belastungsabhängige Knieschmerzen seit
Sommer 2010. Die Schmerzen seien hinweisend auf eine mediale Meniskusläsion
rechts (UV-act. 23). Gegenüber der Arbeitslosenversicherung bestätigte die
Beschwerdeführerin für Mai 2011 eine krankheitsbedingte und für Juli 2011 eine
sowohl krankheits- als auch unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit (UV-act. 28, 32). Am 6.
Mai 2011 hatte Dr. H._ einen unveränderten Befund bzw. das Nichtvorliegen neuer
medizinischer Erkenntnisse bestätigt (UV-act. 33). In der Stellungnahme vom 23. Mai
2011 hielt Dr. D._ unter anderem fest, bei Schmerzpersistenz habe er eine
Kniegelenksarthroskopie empfohlen. Aufgrund des Verlaufs beurteile er die aktuellen
medialseitigen Knieschmerzen rechts als Folge des Unfallereignisses vom 19. Februar
2010, im Sinn einer belastungsanhängigen Brückensymptomatik (UV-act. 35). Dr. H._
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berichtete am 31. Mai 2011, die Beschwerdeführerin sei, seit sie bei ihn in Behandlung
stehe (9. August 2010), zu 100% arbeitsunfähig gewesen. Das Arbeitsverhältnis habe
aus gesundheitlichen Gründen aufgelöst werden müssen. Ab dem 1. Juni 2011 sei die
Beschwerdeführerin arbeitsfähig und vermittelbar (UV-act. 37). Der beratende Arzt Dr.
med. I._ hielt am 22. Juni 2011 fest, hinsichtlich der (unfallfremden/degenerativen)
Meniskusproblematik sei der Status quo sine im April 2010 erreicht gewesen (UV-act.
38). Dr. D._ bescheinigte am 28. Juni 2011 eine volle Arbeitsunfähigkeit (offenbar
schulterbedingt; vgl. UV-act. 41) seit April 2011 (UV-act. 39). Im Bericht vom 25. August
2011 diagnostizierte der Arzt ein chronisches rezidivierendes Impingement-Syndrom
der rechten Schulter. Seit Anfang April 2011 bestehe keine Arbeitsfähigkeit (UV-act.
55). Die Beschwerdegegnerin liess die Beschwerdeführerin in der Folge überwachen.
Im Ermittlungsbericht vom 22. September 2011 wurde als Ergebnis von
Beobachtungen an drei Tagen (20. bis 22. September 2011) unter anderem
festgehalten, die Beschwerdeführerin sei eine aktive Person, welche sich mit ihrem
Lebenspartner treffe, Einkaufen gehe und Haushaltarbeiten selber erledige. Sie lenke
ihr Gefährt ohne Probleme. Sie bewege sich spontan und ohne Beeinträchtigungen
(UV-act. 59). Dr. med. J._, Facharzt FMH für orthopädische Chirurgie, hielt im Bericht
vom 6. Oktober 2011 unter anderem fest, die muskuläre Dysbalance zerviko-thorako-
lumbal habe bisher nicht zu einer Arbeitsleistungseinschränkung geführt. Hingegen
habe die auswärts behandelte Schulterproblematik zu Leistungseinbussen geführt.
Ebenso habe im Rahmen der Fussoperation vom 29. November 2010 eine
Arbeitsunfähigkeit bestanden. Bezüglich der Wirbelsäule bestehe eine unveränderte
Arbeitsfähigkeit (UV-act. 65).
2.3 Die orthopädische Chirurgin und Bewegungsapparat-Traumato-login Dr. G._
kam im Gutachten vom 2. November 2011 unter anderem zum Schluss, bei der
Beschwerdeführerin bestünden rezidivierende Beschwerden der rechten Schulter bei
radiologisch unauffälligem Befund im Sinn einer Impingement-Symptomatik,
rezidivierende Wirbelsäulenbeschwerden und ein Status nach Arthroskopie des rechten
Kniegelenks bzw. ein Status nach konservativer Therapie einer Verletzung des
Innenbands des rechten Kniegelenks mit jetzt freien Funktionen, festem Bandhalt und
ohne Anhalt auf eine akute Meniskopathie. Die Distorsion am rechten Kniegelenk vom
19. Februar 2010 dürfe spätestens Anfang Mai 2010 als folgenfrei verheilt betrachtet
werden. Für die Beschwerdeführerin stünden die schmerzhaften
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Funktionseinschränkungen der rechten Schulter im Vordergrund sowie Befürchtungen,
dass das rechte Kniegelenk erneut operiert werden müsse, ohne dass jetzt konkrete
Beschwerden bestehen würden. Für leichte bis gelegentlich mittelschwere Tätigkeiten
ergebe sich ein vollschichtiges Arbeitsvermögen. Tätigkeiten aus wechselnder
Ausgangslage seien geeigneter als ausschliesslich sitzende, gehende oder stehende
Arbeiten. Es bestehe kein überwiegend wahrscheinlicher natürlicher
Kausalzusammenhang zwischen den als Rückfall gemeldeten Kniebeschwerden und
dem Unfall vom 19. Februar 2010. Keine der geltend gemachten Beschwerden würden
als arbeitsbedingte Erkrankungen (im Sinn von Art. 9 UVV) gelten. Eine ausschliesslich
oder vorwiegend (mehr als 50%ige bzw. mindestens 75%ige) arbeitsbedingte
Verursachung der Krankheiten liege nicht vor (UV-act. 68). Am 18. Januar 2012
berichtete Dr. D._ über eine leichte Verbesserung der Schulterfunktion in allen
Richtungen. Es bestehe zum Teil eine Impingementsymptomatik, die aber auch durch
die Nackenschmerzen mit verursacht und überlagert sei. Bei bisher gutem Ansprechen
auf die Therapien rate er von einer Schulter-Operation ab. Als Krankenpflegerin sei die
Beschwerdeführerin seit April 2011 nicht arbeitsfähig (UV-act. 75).
3.
Nachdem Dr. D._ im Bericht vom 5. April 2011 bezogen auf das rechte Knie und die
Schulter weiterhin eine volle Arbeitsfähigkeit bescheinigt hatte (UV-act. 23), vermerkte
er im Bericht vom 23. Mai 2011 die Knieschmerzen rechts als Folge des
Unfallereignisses vom 19. Februar 2010 im Sinn einer belastungsabhängigen
Brückensymptomatik (UV-act. 35) und bescheinigte am 25. August 2011
schulterbedingt eine volle Arbeitsunfähigkeit rückwirkend ab April 2011 mit dem
Hinweis, dass die Arbeitsfähigkeitsbescheinigung vom 5. April 2011 nicht zutreffend
gewesen sei (UV-act. 55; vgl. auch UV-act. 75). Diese rückwirkende Festlegung einer
vollen (schulterbedingten) Arbeitsunfähigkeit nach vorgängiger Bestätigung einer
Arbeitsfähigkeit erscheint - auch wenn Dr. J._ später ebenfalls von einer
schulterbedingten Einschränkung ausging (Bericht vom 6. Oktober 2011; UV-act. 65) -
nicht ohne Weiteres einsichtig, zumal die Beschwerdeführerin sich gegenüber der
Arbeitslosenversicherung noch im Juni 2011 als nicht arbeitsunfähig bezeichnet hatte
(UV-act. 30). Eine kniebedingte Arbeitsunfähigkeit ergab sich nach Lage der Akten im
vorerwähnten Zeitraum nicht. Dr. G._ gelangte in ihrem Gutachten zum Schluss, dass
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durch den Unfall vom 19. Februar 2010 der Vorzustand im Knie nicht richtunggebend
verschlimmert worden sei. Es habe ein Status nach Arthroskopie und
Teilmeniskektomie in 2007 vorgelegen; allerdings habe eine MRI-Untersuchung von
2010 keine manifesten degenerativen Veränderungen ergeben. Bei einer Teilruptur des
Innenbands sei von einer restitutio ad integrum auszugehen. Dies bestätige auch der
aktuelle Befund. Drei Monate nach dem 19. Februar 2010 sei der Vorzustand erreicht
gewesen. Zwischen dem erstmaligen Behandlungsabschluss im Mai 2010 und der
Rückfallmeldung vom April 2011 seien keine Brückensymptome ausgewiesen (UV-act.
68). Aufgrund dieser Darlegungen ist als belegt zu erachten, dass kein überwiegend
wahrscheinlicher Kausalzusammenhang zwischen den als Rückfall gemeldeten
Kniebeschwerden rechts und dem Ereignis vom 19. Februar 2010 besteht. Etwas
anderes wird in diesem Verfahren von der Beschwerdeführerin auch nicht geltend
gemacht.
4.
4.1 Was die bei der Beschwerdeführerin vorliegenden gesundheitlichen Probleme an
der rechten Schulter und die in diesem Zusammenhang gestellten Diagnosen von
rezidivierenden Beschwerden bei radiologisch unauffälligem Befund im Sinn einer
Impingement-Symptomatik (vgl. UV-act. 68 S. 7 und S. 11 unten) bzw. eines chronisch
rezidivierenden Impingement-Syndroms bei geringgradiger AC-Gelenksarthrose rechts
(UV-act. 75) betrifft, ist festzuhalten, dass diese nicht unter eine Listenkrankheit im Sinn
von Art. 9 Abs. 1 UVG und des entsprechenden Anhangs 1 zur UVV (Art. 14 UVV)
subsumiert werden können. Was die von der Beschwerdeführerin angeführten
chronischen Erkrankungen der Schleimbeutel durch ständigen Druck betrifft (act. G 1
S. 8 mit Hinweis Ziff. 2 des Anhangs 2 zur UVV), ist festzuhalten, dass sich den Akten
keine solche Diagnose entnehmen lässt und auch der für diese arbeitsbedingte
Erkrankung vorausgesetzte ständige Druck auf den betroffenen Körperteil (Schulter)
anlässlich der Arbeit weder behauptet noch aktenkundig ist. Solches ist insbesondere
auch aus dem Dokument "Gesundheitliche Schädigung durch den
Arbeitgeber" (Beilage zu UV-act. 54, vgl. unter anderem S. 3-6) nicht ersichtlich.
Ebenfalls nicht belegt ist eine ausschliessliche oder vorwiegende Verursachung der
Schulterbeschwerden durch bestimmte Arbeiten im Sinn von Art. 9 Abs. 1 UVG. Bei
unbestrittenermassen vorliegenden degenerativen Veränderungen im Bereich der
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Schulter vermöchten weitere diesbezügliche Abklärungen aller Voraussicht nach keine
zusätzlichen Erkenntnisse bezüglich der beruflichen Verursachung zu liefern. Auch die
gestellten psychiatrischen Diagnosen lassen sich unbestrittenermassen nicht unter eine
Listenkrankheit gemäss Art. 9 Abs. 1 UVG einordnen.
4.2 Abzuklären bleibt, ob die gesundheitlichen Probleme der Beschwerdeführerin
bezüglich Schulter und Psyche unter Art. 9 Abs. 2 UVG einzuordnen sind. Gemäss
BGE 117 V 354 E. 4c findet bei Art. 9 Abs. 2 UVG keine Beschränkung der
gefährdenden Stoffe oder Krankheiten statt. Grundsätzlich ist jede Einwirkung am
Arbeitsplatz als Ursache für eine Berufskrankheit anerkannt, unter der Bedingung, dass
der ursächliche Zusammenhang zwischen der beruflichen Tätigkeit und der Krankheit
"stark überwiegend" ist, d.h. wenn der Verursachungsanteil der Berufsarbeit an einer
Krankheit - wie bereits erwähnt (vorne E. 1) - mindestens 75% beträgt, und dies mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist (BGE 114 V 109; 116 V 142 E. 5a;
119 V 200 E. 2b). Nach der Rechtsprechung stellt die Anerkennung einer
Berufskrankheit nach Art. 9 Abs. 2 UVG primär eine Beweisfrage im Einzelfall dar.
Wenn aber auf Grund medizinischer Forschungsergebnisse ein Erfahrungswert dafür
besteht, dass eine berufsbedingte Genese eines bestimmten Leidens von seiner Natur
her nicht nachgewiesen werden kann, schliesst dies den Beweis auf qualifizierte
Ursächlichkeit im Sinn von Art. 9 Abs. 2 UVG im Einzelfallaus (BGE 126 V 183 E. 4c).
Sofern mit anderen Worten der Nachweis eines qualifizierten (Anteil von mindestens
75%) Kausalzusammenhangs nach der medizinischen Empirie allgemein nicht geleistet
werden kann (z.B. wegen der weiten Verbreitung einer Krankheit in der Bevölkerung,
welche es ausschliesst, dass eine versicherte Person zumindest viermal häufiger von
einem Leiden betroffen ist als die Bevölkerung im Durchschnitt), scheidet die
Anerkennung im Einzelfall aus (vgl. RKUV 1999, S. 106 E. 3 am Schluss). Sind
anderseits die allgemeinen medizinischen Erkenntnisse mit dem gesetzlichen
Erfordernis einer stark überwiegenden Verursachung des Leidens durch eine
bestimmte berufliche Tätigkeit vereinbar, besteht Raum für nähere Abklärungen zwecks
Nachweises des qualifizierten Kausalzusammenhangs im Einzelfall (vgl. BGE 126 V 183
E. 4c mit Hinweisen).
4.3. Die Beschwerdeführerin nahm ihre Tätigkeit als Pflegerin nach dem 28. Juli 2010
nicht mehr auf (vgl. UV-act. 12f). Gegenüber Dr. D._ erklärte sie am 5. April 2011,
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dass sie "seit einigen Monaten" Schulterschmerzen rechts bzw.
Impingementschmerzen habe (UV-act. 23). Dr. J._ vermerkte im Bericht vom 6.
Oktober 2011, dass die Schulterproblematik zu einer Leistungseinbusse geführt habe
(UV-act. 65). Die Aufnahmen der rechten Schulter vom 27. Juni 2011 ergaben
regelrechte Verhältnisse ohne Anhalt auf weichteilige Verkalkungen. Ein Arthro-MRI der
rechten Schulter vom 2. September 2011 zeigte keine pathologischen Befunde der
Rotatorenmanschette. Am 14. Oktober 2011 erstellte Aufnahmen der HWS ergaben
degenerative Veränderungen (vgl. UV-act. 68 S. 6). Die Gutachterin Dr. G._ führte
aus, eine ausschliesslich oder vorwiegend (mehr als 50%ige bzw. mindestens 75%ige)
arbeitsbedingte Verursachung der orthopädischen Beschwerden liege nicht vor. Diese
seien ausschliesslich im Rahmen der muskulären Dysbalancen und der
altersentsprechenden Degeneration zu sehen. Die Geh- und Stehbelastung, wie auch
die Notwendigkeit des Bückens im Beruf einer Pflegerin, hätten keinen Einfluss auf die
2007 und nach dem Unfall von 2010 bestehende Kniegelenksproblematik rechts
genommen. Bei den Schulterbeschwerden rechts, die erst nach einer längerdauernden
Arbeitsunfähigkeit bei Diagnosen auf dem psychiatrischen Fachgebiet ohne spezifische
Belastungen unmittelbar vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit aufgetreten seien, handle es
sich um ein atypisches Impingement bei weitgehend erhaltenen Funktionen. Das
Filmmaterial der Überwachung zeige an zwei aufeinanderfolgenden Tagen eine gute
Alltagsbelastbarkeit mit Gehen/Stehen, freiem Treppensteigen, Autofahren, Einkaufen,
Tragen von Taschen, Überkopftätigkeiten (Postfach ganz oben) und erhaltener grober
Kraft der oberen Extremitäten. Auf einer der Aufnahmen ergebe sich der Hinweis auf
die in der Untersuchung festgestellte Einschränkung der Aussenrotation, da sich die
Beschwerdeführerin beim Öffnen der Eingangstüre mit der rechten Hand in den
Eingang drehe. Bei Bestehen einer Kniegelenksaffektion (Degeneration, Entzündung,
Rissbildung der Minisci, Instabilität) wäre die gezeigte lange Zwangshaltung (Sitzen in
der tiefen Hocke für längere Zeit, um eine Katze zu streicheln) mit maximaler
Beugebelastung nicht durchführbar (UV-act. 68 S. 12f). Die Beschwerdeführerin lässt
das Gutachten von Dr. G._ dahingehend beanstanden, dass darin aktenwidrig
behauptet werde, die Schulterbeschwerden hätten erst im Juni 2011 einen
Behandlungsbedarf nach sich gezogen, obschon sie bereits seit Anfang April 2011
deswegen bei Dr. D._ in Behandlung gewesen sei (act. G 5 S. 3). Wie es sich damit
verhält, kann offenbleiben, nachdem jedenfalls Ende April 2010 (Zeitpunkt der
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Einstellung der Unfallversicherungsleistungen) kein schulterbedingter
Behandlungsbedarf aus den Akten ersichtlich ist (vgl. UV-act. 23) und auch nicht
geltend gemacht wird. Mit den begründeten Schlussfolgerungen der Gutachterin ist
eine stark überwiegende berufliche Verursachung der ab dem Jahr 2011 behandelten
Schulterbeschwerden ausserhalb der Wahrscheinlichkeit, wobei dem
Überwachungsbericht für die Begründung des Begutachtungsergebnisses mit Bezug
auf die hier streitige Frage keine eigentlich beweisbildende, sondern höchstens
bestätigende Funktion zukam. Unter diesen Umständen braucht auch auf die von der
Beschwerdeführerin im Rahmen eines Strafverfahrens aufgeworfene Frage der
Rechtmässigkeit der Überwachung (vgl. act. G 5.1) in diesem Verfahren nicht näher
eingegangen zu werden. Auch unter Ausklammerung der Ergebnisse des
Überwachungsberichts vermag die blosse (theoretische) Eignung einer Tätigkeit,
Beschwerden zu verursachen, eine stark überwiegende berufliche Verursachung nicht
darzutun. Hinsichtlich des seit dem Jahr 2000 bestehenden Arbeitsverhältnisses als
Pflegehelferin (UV-act. 1) kann von einer erheblichen beruflichen Expositionsdauer
bezüglich Schulter und Knie nicht überwiegend wahrscheinlich ausgegangen werden,
zumal die Tätigkeit als Pflegehelferin ein relativ breites Spektrum von Arbeiten mit
Wechselbelastung umfasste, welche nur teilweise eine erhebliche körperliche
Belastung beinhalteten (vgl. dazu Liste der Aufgaben im Dokument "Gesundheitliche
Schädigung durch den Arbeitgeber"; UV-act. 54 Beilage S. 6f). So lag beispielsweise
dem Urteil des Bundesgerichts vom 17. September 2004, U 341/03 (= SVR 2005 UV
Nr. 6, 17) ein Sachverhalt zugrunde, gemäss welchem eine Dentalhygienikerin dem
Unfallversicherer nach 26jähriger Berufstätigkeit (1975-2001) eine Epicondylitis als
Berufskrankheit melden liess. Die Angelegenheit wurde vom Gericht - nicht zuletzt mit
Hinweis auf die wesentliche Expositionsdauer mit Dauerbelastung (vgl. Urteil, a.a.O., E.
3.3) - zur Durchführung einer arbeitsmedizinischen Abklärung an den Unfallversicherer
zurückgewiesen. Angesichts der konkreten erwerblichen und medizinischen
Gegebenheiten vermöchte im Fall der Schulterbeschwerden der Beschwerdeführerin
eine arbeitsmedizinische Abklärung überwiegend wahrscheinlich zu keinem
veränderten Ergebnis zu führen. Dies umso weniger, als Impingement-Syndrome der
Schulter (wie auch Kniebeschwerden) im mittleren Alter in der Bevölkerung stark
verbreitet sind. Im Übrigen ist festzuhalten, dass eine blosse Auslösung von
vorübergehenden Kniebeschwerden - soweit diese hier überhaupt zur Diskussion
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stehen - durch einen Unfall eine Berufskrankheit bzw. eine stark überwiegende
berufliche Verursachung offensichtlich nicht darzutun vermag. Anhaltspunkte für eine
Unrichtigkeit der Feststellung von Dr. G._ hinsichtlich des Vorliegens einer
Berufskrankheit werden weder geltend gemacht noch ergeben sich solche aus den
Berichten von Dr. J._ (UV-act. 65) und Dr. D._ (UV-act. 23, 35, 55, 75).
4.4 Nachdem die Beschwerdeführerin den von ihrem damaligen Arbeitgeber am 23.
Juli 2010 im Rahmen einer Änderungskündigung vorgelegten Arbeitsvertrag nicht
akzeptiert hatte (UV-act. 10, 11), ergab sich bei ihr eine volle Arbeitsunfähigkeit, welche
Dr. E._ im Rahmen eines Asthma bronchiale und von Schlafstörungen interpretierte
(UV-act. 12f) und ab 9. August 2010 zu einer psychiatrischen Behandlung bei Dr. H._
führte (UV-act. 22). Der Psychiater Dr. F._ vermerkte diesbezüglich am
27. September 2010 eine Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion und
eine undifferenzierte Somatisierungsstörung und erachtete das bisherige
Arbeitsverhältnis als gesundheitlich (psychisch) nicht zumutbar (UV-act. 14). Die
Rechtsprechung zur Adäquanz von psychischen Fehlentwicklungen nach Unfällen
(BGE 115 V 133) ist bei psychischen Störungen im Zusammenhang mit
Berufskrankheiten nicht analog anwendbar. Die Adäquanz ist danach zu beurteilen, ob
die Berufskrankheit oder Geschehnisse in deren Zusammenhang nach dem
gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet
sind, psychische Störungen der aufgetretenen Art zu verursachen (BGE 125 V 456). Mit
der Beschwerdegegnerin ist festzuhalten, dass eine Eignung der von der
Beschwerdeführerin ausgeübten Tätigkeit als Pflegehelferin, die Psyche zu schädigen,
nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen gelten
kann (act. G 3 S. 13). Psychisch belastenden Umstände am Arbeitsort, wie sie von der
Beschwerdeführerin aus ihrer Sicht geschildert wurden (vgl. auch UV-act. 54 Beilage),
genügen hierfür nicht. Insbesondere kann aus der Tatsache, dass der Psychiater Dr.
F._ gestützt auf Schilderungen der Beschwerdeführerin das bisherige
Arbeitsverhältnis als unzumutbar erachtete, nicht eine stark überwiegende berufliche
Verursachung von psychischen Beschwerden abgeleitet werden. Auf die von den
Parteien diskutierte Frage der Rechtmässigkeit der Änderungskündigung (act. G 5 und
7) braucht nicht näher eingegangen zu werden, da sich hieraus für die vorliegend
streitige Frage überwiegend wahrscheinlich keine neuen Erkenntnisse ergeben würden:
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Selbst wenn die Änderungskündigung nicht rechtmässig erfolgt wäre, könnte daraus
kein Nachweis einer Berufskrankheit abgeleitet werden.
4.5 Unter diesen Umständen lässt sich nicht beanstanden, dass die
Beschwerdegegnerin eine (stark) überwiegende berufliche Verursachung der
Schulterbeschwerden und psychischen Probleme verneinte. Dabei ist darauf
hinzuweisen, dass mit diesem Ergebnis weder die ausgewiesenen gesundheitlichen
Probleme der Beschwerdeführerin in Frage gestellt noch die Möglichkeit einer
Beeinflussung der Beschwerden durch die bis Mitte 2007 ausgeübte berufliche
Tätigkeit in Abrede gestellt werden. Dies allein genügt jedoch - wie dargelegt - nicht für
eine Bejahung der Voraussetzungen nach Art. 9 UVG.
5.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gegen den
Einspracheentscheid vom 30. April 2012 abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39