Decision ID: aaf18d70-b7e9-4d87-a33f-2f247ad46240
Year: 2014
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
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St.Galler Gerichte
Sachverhalt:
A.
A._ (nachfolgend: Versicherter oder Beschwerdeführer) hatte sich am 1. Dezember
2006 bei der Sozialversicherungsanstalt (SVA) des Kantons St. Gallen zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung (IV) angemeldet (IV-act. 1). Als Folge einer akuten
Pankreatitis am 18. Juli 2006 mit exokriner und endokriner Pankreasinsuffizienz hatte
sich ein schwerer Diabetes mellitus eingestellt und er hatte rezidivierende
Lungenembolien erlitten (IV-act. 8). Seine Erwerbstätigkeit im Fassadenbau mit
Arbeiten auf Gerüsten war ihm in der Folge wegen des schlecht einstellbaren Diabetes
und der erhöhten Verletzungsgefahr nicht mehr zumutbar gewesen und er hatte bei der
IV Berufsberatung und Arbeitsvermittlung beantragt (IV-act. 1-6, 8 f., 16-2). Die IV-
Stelle hatte in der Folge erhoben, dass der Versicherte für körperlich leichte Tätigkeiten
mit möglichst regelmässigen Pausen zur Blutzuckerkontrolle und ohne
Verletzungsgefahr 100% arbeitsfähig sei (IV-act. 16-2). Mit Vorbescheiden vom 27. und
30. April 2007 sowie Verfügungen vom 13. Mai und 14. Juni 2007 hatte sie daher
Ansprüche auf berufliche Massnahmen und auf Rentenleistungen der IV abgewiesen
und ihn für die Vermittlung einer geeigneten Arbeitsstelle an das regionale
Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) verwiesen (IV-act. 25 ff.). Zwar hatte der Hausarzt
des Versicherten, Dr. med. B._, Spezialarzt FMH für Innere Medizin, speziell
Allergologie und klinische Immunologie, mit Schreiben vom 14. Juni 2007 an die IV-
Stelle (IV-act. 32) diese Verfügungen als unverständlich bezeichnet und die IV für ihr
Vorgehen gerügt. Da dagegen keine Beschwerde ans Versicherungsgericht gerichtet
worden waren, waren aber beide Verfügungen rechtskräftig geworden.
B.
B.a Am 20. Februar 2013 meldete sich der Versicherte erneut bei der IV zum Bezug
von Leistungen an (IV-act. 42). Sein Hausarzt hatte zuvor der IV-Stelle eine Kopie
seines Schreibens an das Sozialamt der Gemeinde C._ vom 16. Dezember 2012
zugestellt (IV-act. 38), mit dem er die gesundheitliche Situation seines Patienten
geschildert hatte. Im Bericht vom 21. Februar 2013 an die IV-Stelle (IV-act. 44-1) führte
Dr. B._ unter anderem aus, nach der Schulterluxation vom 2. Februar 2007 sei der
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Versicherte trotz multipler Versuche, weiterer medizinischer Massnahmen und
Integrationsversuche nicht mehr arbeitsfähig gewesen und erwähnte einen
persistierenden Aethylabusus. Er legte Berichte über drei Hospitalisationen bei, nämlich
vom 27. Mai bis 1. Juni 2011 im Spital D._ (IV-act. 44-6 f.) wegen einer
hyperglykämischen Entgleisung, vom 16. bis 18. Juni 2011 im Spital E._ (IV-act.
44-8 ff.) wegen eines generalisierten Krampfanfalls und vom 22. bis 27. Februar 2012
im Spital D._ (IV-act. 44-4 f.) wegen einer inkompletten Berstungsfraktur BWK 12 und
LWK 1 mit geringer Hinterkantenbeteiligung aufgrund einer Hypoglykämie mit
Krampfanfall und einen zugehörigen Sprechstundenbericht des Spitals vom 15. Mai
2012 (IV-act. 44-13 f. [identisch mit IV-act. 39]), wonach der Patient nach einem
regelrechten Heilungsverlauf zwölf Wochen nach dem Trauma völlig beschwerdefrei
sei. Weiter ergänzte er die Unterlagen mit den Ergebnissen der Laboruntersuchungen
vom 25. Juli 2012 und 20. Februar 2013 (IV-act. 44-2 f.). Am 19. März 2013 führte die
Eingliederungsverantwortliche der IV im Beisein von Herrn F._, Sozialamt C._, ein
Assessmentgespräch mit dem Versicherten (IV-act. 55). Dabei äusserte er, er würde
gerne wieder arbeiten, könne sich dies jedoch nur von zuhause aus vorstellen (IV-act.
55-3). Anlässlich des IV-Stellen-internen Strategiegesprächs vom 22. April 2013 (IV-act.
53), unter Mitwirkung des fallbefassten Arztes vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD)
der IV Ostschweiz, Dr. med. G._, Facharzt für Innere Medizin FMH und zertifizierter
medizinischer Gutachter (SIM), wurde festgehalten, dass beim Versicherten unter den
aktuellen Umständen (Alkohol) aus medizinischer Sicht keine Arbeitsfähigkeit gegeben
sei, dass kein Eingliederungspotential vorliege und berufliche Massnahmen somit nicht
angezeigt seien. Dies wurde dem Versicherten am 13. Mai 2013 schriftlich mitgeteilt
(IV-act. 59).
B.b In der Folge wurde der allfällige Anspruch auf eine Invalidenrente geprüft. Nach
einer Stellungnahme von RAD-Arzt Dr. G._ vom 27. Mai 2013 (IV-act. 60) wurden
dem Hausarzt Fragen gestellt und bei ihm weitere Berichte einverlangt (IV-act. 61). Mit
seinem Kurzbericht vom 31. Mai 2013 (IV-act. 63-1) reichte er den Bericht des Spitals
H._ vom 28. Januar 2011 über den stationären Alkoholentzug vom 4. bis 10. Januar
2011 (IV-act. 63-6 f.), den Austrittsbericht des Zentrums I._ für Suchttherapie und
Rehabilitation vom 21. Juli 2011 (IV-act. 63-2 ff.) über die stationäre Rehabilitation vom
10. Januar bis 30. Juni 2011 sowie sein Überweisungsschreiben vom 24. November
2012 (IV-act. 63-8) an Dr. med. J._, Psychiatrie und Psychotherapie FMH ein. Am
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3. Juli 2013 verwies Dr. B._ auf den schlechter werdenden Gesundheitszustand des
Versicherten, berichtete über einen Knoten in der Lunge und das Ausspucken von Blut
(IV-act. 65-1) und legte die aktuellen Laborbefunde bei (IV-act. 65-5 ff.). Dr. J._
berichtete der IV-Stelle am 12. Juli 2013 (IV-act. 67) mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit die psychiatrischen Diagnosen einer chronischen Alkoholabhängigkeit
mit ständigem Substanzmissbrauch ICD-10: F10.25 und eines Status nach Entzugs-
und Gelegenheitsanfällen ICD-10: F10.31. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit erwähnte er einen Status nach chronisch rezidivierender Pankreatitis,
exokrine und endokrine Pankreasinsuffizienz. Er hielt fest, der Versicherte habe nach
drei Konsultationen (zwischen 11. Dezember 2012 und 21. Januar 2013) zwei weitere
Termine abgesagt und die Behandlung abgebrochen. Als zukünftige Therapie empfehle
er den Entzug und eine antidepressive Einstellung. Dr. med. K._, Oberärztin
Radiologie am Spital D._, erhob bei Computertomogrammen (CT) am 8. Juli 2013 im
Schädel keine signifikanten Befunde, im Thorax und Abdomen jedoch verschiedene
Hinweise auf Gesundheitsbeeinträchtigungen des Brustfells, der Lunge, der Leber und
der Bauchspeicheldrüse (IV-act. 68). In der Folge beurteilte RAD-Arzt Dr. G._ die
medizinische Situation am 16. August 2013 abschliessend (IV-act. 69). Er betonte, dass
alle Gesundheitsschäden, unter denen der Versicherte leide, und die daraus
resultierende Arbeitsunfähigkeit auf den übermässigen Alkoholkonsum zurückzuführen
seien. Unter Abstinenz habe er demgegenüber eine hervorragende Arbeitsmoral
bewiesen und sowohl in quantitativer wie in qualitativer Hinsicht eine praktisch normale
Leistung erbracht, wie sich aus dem Bericht des Zentrums für Suchttherapie und
Rehabilitation I._ (IV-act. 63-2 ff.) ergebe. Nach Ausblenden der Suchtanteile würde
somit eine volle Arbeitsfähigkeit und keine Invalidität resultieren (IV-act. 69-2). Mit
Vorbescheid vom 21. August 2013 und Verfügung vom 8. Oktober 2013 wies die IV-
Stelle daher einen Anspruch des Versicherten auf eine Rentenleistung der IV ab (IV-act.
72 f.).
C.
C.a Dagegen richtet sich die Beschwerde des Versicherten vom 21. Oktober 2013 (act.
G 1; gemäss act. G 1.3 Postaufgabe am 22. Oktober 2013). Zur Begründung führte er
an, die IV behaupte, dass er aus versicherungsmedizinischer Sicht zu 100%
erwerbsfähig sei und dass kein invalidisierender Gesundheitsschaden vorliege. Ausser
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einem kurzen temporären Versuch während drei Monaten im Jahr 2011 habe er wegen
verschiedener Krankheiten jedoch seit 2007 nie arbeiten können. Im beiliegenden
Attest hatte Dr. B._ seinem Patienten am 19. Oktober 2013 verschiedene
Gesundheitsbeeinträchtigungen trotz der Abstinenz bescheinigt, und solche aufgelistet,
die er nicht auf die Alkoholabhängigkeit zurückführte (act. G 1.2). Der Hausarzt war
daher zum Schluss gekommen, die Behauptung, dass bei einer vollen Alkoholabstinenz
eine 100%ige Erwerbstätigkeit zumutbar sei, entspreche ganz offensichtlich nicht den
Tatsachen. Dasselbe Attest reichte Dr. B._ dem Versicherungsgericht am
25. Oktober 2013, zusammen mit verschiedenen Berichten von ihm, auch direkt ein
(act. G 3).
C.b Da der Beschwerdeführer wegen einer Lungenkrankheit intensivmedizinisch
betreut werden musste (act. G 4; ärztliches Attest Dr. B._ vom 8. November 2013,
act. G 6), füllte seine Schwester, L._, in seiner Vertretung das Gesuch um
unentgeltliche Rechtspflege aus (act. G 7). Auf dem damit eingereichten Attest vom
8. November 2013 hatte Dr. B._ am 18. November 2013 handschriftlich angefügt:
"Aktuell immer noch auf Intensivstation des Kantonsspitals St. Gallen! Sehr, sehr krank,
wegen einer Lungenerkrankung!" (act. G 7.1). Am 25. November 2013 wurde dem
Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt und er wurde für das
Verfahren vor Versicherungsgericht von den Gerichtskosten befreit (act. G 9).
C.c Mit Beschwerdeantwort vom 20. Februar 2014 beantragte der Rechtsdienst der
SVA die Abweisung der Beschwerde (act. G 12). Zur Begründung führte die zuständige
Rechtsanwältin aus, mit den Berichten des RAD vom 27. Mai 2013 (IV-act. 60) und vom
16. August 2013 (IV-act. 69) sei klar dargelegt, dass beim Beschwerdeführer von einer
primären, isolierten Sucht auszugehen sei, und dass sämtliche gesundheitlichen
Beschwerden auf seinen exzessiven Alkoholkonsum zurückzuführen seien. Bei
Einhaltung einer Alkoholabstinenz würden sich diese soweit zurückbilden, dass er
wieder uneingeschränkt arbeitsfähig wäre.
C.d Auf die Aufforderung vom 21. Februar 2014 an den Beschwerdeführer, im Sinn
einer Replik zur Beschwerdeantwort Stellung zu nehmen (act. G 13), reichte Dr. B._
am 17. März 2014 den Bericht der Klinik für Pneumologie im Departement Innere
Medizin des Kantonsspitals St. Gallen vom 6. Januar 2014 über die Hospitalisation des
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Beschwerdeführers vom 4. November bis 12. Dezember 2013 (act. G 14.1) und erneut
sein Attest vom 19. Oktober 2013 ein. In seinem Begleitschreiben führte der Hausarzt
aus (act. G 14), anschliessend an den Aufenthalt im Kantonsspital St. Gallen sei sein
Patient noch in der Klinik M._ hospitalisiert gewesen. Die Argumentation der IV sei für
ihn medizinisch unverständlich und die schwere, massiv lebensbedrohende
Lungenerkrankung nicht durch einen Alkoholmissbrauch erklärbar. Aktuell sei eine
weitere Arbeitsfähigkeit illusorisch.
C.e Als Duplik (act. G 16) reichte der Rechtsdienst der SVA am 3. April 2014 die
Stellungnahme des RAD vom 31. März 2014 ein (act. G 16.1), die neben dem Bericht
der Klinik für Pneumologie am Kantonsspital St. Gallen vom 6. Januar 2014 (act.
G 14.1) auch den neu eingeholten vom 25. März 2014 über die dortige Untersuchung
des Beschwerdeführers am 12. März 2014 berücksichtigte. Dr. G._ führte aus, die
seit Juli 2013 bekannte Pneumonie des Beschwerdeführers mit konsekutivem Acute
Respiratory Distress Syndrome (ARDS) sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
ebenfalls auf den Alkoholmissbrauch zurückzuführen. Es sei daher weiterhin davon
auszugehen, dass sämtliche gesundheitlichen Einschränkungen bei diesem
Versicherten auf den Alkoholkonsum zurückzuführen seien. Nachdem er sich unter
strikter Alkoholabstinenz bereits früher sehr gut habe erholen können, treffe dies
aufgrund der aktuellen Angaben des Kantonsspitals St. Gallen zurzeit in noch
grösserem Ausmass zu. Gestützt auf diese Ausführungen hielt der Rechtsdienst der
SVA am Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest.
C.f Der Beschwerdeführer nutzte die Gelegenheit, sich zur Duplik und vor allem zu
Stellungnahme von Dr. G._ vom 31. März 2014 (act. G 16, G 16.1) zu äussern, nicht.
Der Schriftenwechsel wurde daher abgeschlossen (act. G 17).
D.
Da der Bericht vom 25. März 2014 der Klinik für Pneumologie am Kantonsspitals
St. Gallen dem Versicherungsgericht mit der Duplik nicht eingereicht worden war
forderte die instruierende Gerichtsschreiberin am 8. September 2014 die zuständige
Rechtsanwältin vom Rechtsdienst der SVA auf, dies nachzuholen. Eine Kopie des
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genannten Berichts wurde dem Beschwerdeführer ebenfalls am 8. September 2014 zur
Kenntnisnahme zugestellt (act. G 18).
E.
Auf die weiteren Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der

übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.
Erwägungen:
1.
Streitig und zu prüfen ist, ob die IV-Stelle zu Recht davon ausgegangen ist, alle
Gesundheitsbeeinträchtigungen des Beschwerdeführers seien auf seinen
Alkoholmissbrauch zurückzuführen und ohne denselben wäre ihm eine 100%ige
Erwerbstätigkeit zumutbar, weshalb aus IV-rechtlicher Sicht weder ein invalidisierender
Gesundheitsschaden noch eine Erwerbsunfähigkeit vorliege und kein Anspruch auf
Rentenleistungen bestehe
2.
2.1 Nach Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialver
sicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) gilt als Invalidität die voraussichtlich bleibende oder
längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Diese wird gemäss
Art. 7 Abs. 1 ATSG verstanden als der durch die Beeinträchtigung der körperlichen,
geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung
oder Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt.
Die Invalidität kann nach Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder
Unfall sein. Alkoholismus begründet (wie auch Medikamentenmissbrauch und
Drogensucht) nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts (bis 31. Dezember
2006: Eidgenössisches Versicherungsgericht, EVG) keine Invalidität im Sinne des
Gesetzes. Vielmehr wird eine solche Sucht invalidenversicherungsrechtlich erst
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bedeutsam, wenn sie ihrerseits eine Krankheit oder einen Unfall bewirkt hat, in deren
Folge ein körperlicher oder geistiger die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigender
Gesundheitsschaden eingetreten ist, oder aber wenn sie selber Folge eines
körperlichen oder geistigen Gesundheitsschadens ist, welchem Krankheitswert
zukommt (vgl. BGE 124 V 268 E. 3c; AHI 2002 S. 30, I 454/99, E. 2a; Urteile des
Bundesgerichts vom 23. Mai 2014, 8C_906/2013, E. 2.2 und vom 10. April 2013,
9C_701/2012, E. 2 mit weiteren Hinweisen). Trifft dies nicht zu, ist
invalidenversicherungsrechtlich und im Zusammenhang mit der generell in der
Sozialversicherung geltenden Schadenminderungspflicht (vgl. Art. 7 IVG sowie BGE
117 V 278 E. 2b; 113 V 28 E. 4a mit Hinweisen, Urteil des Bundesgerichts vom 20. Juni
2011, 9C_916/2010, E. 2.2) von der Zumutbarkeit abstinenten Verhaltens auszugehen
(vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 2. November 2011, 9C_213/2011, E. 4.4.2, und
vom 15. April 2008, 9C_395/2007, E. 2.3, wonach auch durch den Alkoholkonsum
induzierte psychiatrische Störungen reversibel und daher unbeachtlich sind). Dies
schliesst die Annahme einer längere Zeit dauernden Arbeitsunfähigkeit aus (Urteil des
Bundesgerichts vom 2. November 2011, 9C_213/2011, E. 4.4.2), wobei
Arbeitsunfähigkeit gemäss Art. 6 ATSG als durch die Beeinträchtigung der
körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise
Unfähigkeit definiert wird, im bisherigen Beruf (oder Aufgabenbereich) - bei langer
Dauer auch in einem andern Beruf (oder Aufgabenbereich) - zumutbare Arbeit zu
leisten. Die Diagnose einer Sucht oder Suchtmittelabhängigkeit lässt nämlich nicht
schon darauf schliessen, dass der versicherten Person eine Abstinenz nicht mehr
möglich wäre; ebenso wenig ist Suchtmittelabhängigkeit notwendigerweise mit Arbeits-
oder Erwerbsunfähigkeit verbunden (für Drogensucht vgl. die Entscheide des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 22. Juni 2001, AHI 2002 S. 30, I 454/99,
E. 2a, und vom 31. Januar 2000, SVR 2001 IV Nr. 3 S. 7, I 138/98, E. 4b).
2.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen
Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
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Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V
261 E. 4 mit Hinweisen). Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach
haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne
Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen.
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für
die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
des Experten begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). Nach der
Rechtsprechung ist es dem Sozialversicherungsgericht nicht verwehrt, einzig oder im
Wesentlichen gestützt auf die (versicherungsinterne) Beurteilung des RAD zu
entscheiden. In solchen Fällen sind an die Beweiswürdigung jedoch strenge
Anforderungen in dem Sinn zu stellen, dass bei auch nur geringen Zweifeln an der
Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen ergänzende
Abklärungen vorzunehmen sind. Ein Anspruch auf eine versicherungsexterne
Begutachtung besteht gemäss Rechtsprechung nicht (BGE 135 V 465; Urteil des
Bundesgerichts vom 12. Februar 2010, 8C_907/2009, E. 1.1).
3.
3.1 Laut Bericht von Dr. J._ vom 12. Juli 2013 (IV-act. 67) litt der Beschwerdeführer
Ende 2012/Anfang 2013 unter einer chronischen Alkoholabhängigkeit mit ständigem
Substanzmissbrauch (ICD-10: F10.25) und wies einen Status nach Entzugs- und
Gelegenheitsanfällen (ICD-10: F10.31) auf. Beide Diagnosen - und ausschliesslich
diese - würden sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirken. Als Diagnosen ohne Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit nannte er einen Status nach chronisch rezidivierender
Pankreatitis, exokrine und endokrine Pankreasinsuffizienz (IV-act. 67-1). Andere
Beeinträchtigungen führte er nicht auf. Der Psychiater befand den Patienten für
bewusstseinsklar und allseitig orientiert und erhob eingeschränktes
Realitätsbewusstsein und Kritikfähigkeit. Im kognitiven Ablauf sei er verlangsamt mit
reduzierter Konzentration und Merkfähigkeit, weise "Löcher" im Langzeitgedächtnis auf
und sei leichtgradig depressiv herabgestimmt, nicht krankheitseinsichtig und
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veränderungsbereit. Die Fragen nach den bestehenden körperlichen, geistigen und
psychischen Einschränkungen beantwortete Dr. J._ mit reduzierter körperlicher,
kognitiver und affektiver Belastbarkeit und führte aus, das Ausmass könne erst nach
Abstinenzaufbau beurteilt werden. Er betonte die Wichtigkeit einer Tagesstruktur und
einer einfachen Beschäftigung, da der Patient alleinstehend sei (IV-act. 67-2 f.).
3.2 In den Akten findet sich nicht der geringste Hinweis, wonach die Trunksucht des
Beschwerdeführers Folge eines (physischen oder) psychischen Gesundheitsschadens
sein sollte. Weder der Beschwerdeführer selbst noch sein ihn auch in
versicherungsrechtlichen Belangen unterstützender Hausarzt bringen entsprechende
Äusserungen vor. Laut Bericht des Spitals H._ vom 28. Januar 2011 (IV-act. 63-6 f.)
betrieb der Beschwerdeführer seit 13 Jahren, mithin seit zirka 1997 bzw. ungefähr seit
seinem 2_sten Lebensjahr und damit deutlich erst im Erwachsenenalter chronischen
Alkoholmissbrauch. Eine Vorerkrankung - (physischer oder) psychischer Natur - wird
nicht rapportiert. Die Folgerung von RAD-Arzt Dr. G._ in seiner Stellungnahme vom
16. August 2013 (IV-act. 69-2), der chronische Alkoholismus des Beschwerdeführers
sei als Ausdruck einer isolierten Sucht zu betrachten, ist daher nachvollziehbar und
trifft zu.
4.
Bleibt die Frage zu beantworten, ob im Zeitpunkt der Verfügung die physischen
Gesundheitsbeeinträchtigungen die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers dauerhaft
reduzierten und allenfalls in der Folge eine Erwerbsunfähigkeit bewirkten
4.1
4.1.1 Dr. B._ führte im Bericht vom 21. Februar 2013 (IV-act. 44-1) als
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine inkomplette Berstungsfraktur
BWK12 und LWK1 am 22. Februar 2012 bei rezidivierenden generalisierten
Krampfanfällen, sowohl bei Hyper- wie bei Hypoglykämien, einen Diabetes mellitus
infolge einer akuten Pankreatitis am 18. Juli 2006 mit exokriner und endokriner
Pankreasinsuffizienz, rezidivierende Lungenembolien gemäss Abklärungen Spital D._
und eine Schulterluxation rechts am 2. Februar 2007 an und hielt fest, seit der
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komplizierten Schulterverletzung mit Komplikationen habe der Patient nicht mehr auf
dem Bau und anderswo arbeiten können. Diese Diagnosen werden auch in anderen
medizinische Berichten genannt (IV-act. 39, 44-4, 44-6 44-8), es kann jedoch nicht
ohne Weiteres nachvollzogen werden, dass sie die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers dauernd beeinträchtigen.
4.1.2 Laut dem Sprechstundenbericht von N._, Assistenzärztin Chirurgie/
Orthopädie, und Dr. med. O._, Oberarzt Chirurgie, Spital D._, vom 15. Mai 2012
(IV-act. 39) war die Berstungsfraktur BWK12 und LWK1 regelrecht verheilt und der
Patient zwölf Wochen nach dem Trauma völlig beschwerdefrei. Dr. K._ hatte im CT
vom 8. Juli 2013 (IV-act. 68) Schmorlsche Knorpelknötchen der distalen
Brustwirbelsäule (BWS) und eine Deckplattenhernierung des leicht höhengeminderten
BWK12 erhoben. Diese Befunde beurteilte die Radiologin als Status nach alter
Deckplattenfraktur BWK12 und LWK1. Eine dadurch bedingte Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ist im Zeitpunkt der Neuanmeldung vom
20. Februar 2013 (IV-act. 42) bzw. der angefochtenen Verfügung vom 8. Oktober 2013
(IV-act. 73) nicht dokumentiert und die Einordnung der Diagnose bei denjenigen mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit daher nicht plausibel.
4.1.3 Zum Diabetes mellitus führte der Hausarzt im Anschluss an seine Angaben
zur Arbeitsfähigkeit aus, der Patient benötige keine Therapie (IV-act. 44-1). Somit fiel
das mehrmals täglich notwendig gewesene Spritzen von Insulin weg und ist ein
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nicht mehr ersichtlich. Hyper- und Hypoglykämien, wie
am 27. Mai 2011 und am 16. Juni 2011 dokumentiert (IV-act. 44-6 ff.; von den Ärzten
am Spital D._ wird zusätzlich auch ein Status nach hypoglykämischem Koma
10/2007 erwähnt), sollten bei wieder im Normbereich befindlichen Blutzuckerwerten
nicht vorkommen und sind nach Juni 2011 auch nicht dokumentiert. Die belegten
Vorfälle vom 27. Mai 2011 und 16. Juni 2011 hatten zu kurzen Hospitalisationen geführt
(27. Mai bis 1. Juni 2011, IV-act. 44-6 und 16. bis 18. Juni 2011, IV-act. 44-8) und
neben den damals noch nötigen Insulininjektionen keine (weitere) Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit verursacht. (Anlässlich der Hospitalisation vom 4. November 2013 bis
12. Dezember 2013 wegen der Lungenkrankheit musste auch die Behandlung des
Diabetes wieder aufgenommen werden [Insulinpräparate und Substitution der
Pankreasenzyme mit Creon; act. G 14.1, G 18].)
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4.1.4 Im Austrittsbericht vom 10. Juni 2011 (IV-act. 44-6) führten Assistenzarzt
P._ und Oberarzt Dr. med. Q._, Spital D._, einen Status nach Lungenembolie im
Juli 2006 mit vorübergehend oraler Antikoagulation an. Diese Angabe wiederholten
Dr. med. R._, Spitalfachärztin, und S._, Oberarzt Orthopädie, Spital D._, im
Austrittsbericht vom 27. Februar 2012 nach der Hospitalisation wegen der
Wirbelkörper-Berstungsfrakturen (IV-act. 44-4). Auch diesbezüglich ist damit im
Zeitpunkt der Berichterstattung durch den Hausarzt (21. Februar 2013, IV-act. 44-1)
keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers (mehr)
nachvollziehbar.
4.1.5 Zwar hatte Dr. B._ die "komplizierte Schulterverletzung mit
Komplikationen" als Grund für die seit Februar 2007 anhaltende Arbeitsunfähigkeit des
Beschwerdeführers angegeben. Als Diagnose gab er im Bericht vom 21. Februar 2013
jedoch lediglich eine "Schulterluxation rechts am 2. Februar 2007" an (IV-act. 44-1). Bei
den Röntgenaufnahmen vom 16. Juni 2011 am Spital E._ (IV-act. 44-11; nach einem
generalisierten Krampfanfall mit Sturz und Kopfanprall) waren im Humeruskopf zwei
erheblich verbogene, ungebrochene Schrauben ohne Hinweise auf Lockerung bei
normaler Artikulation des rechten Schultergelenks dokumentiert worden. Weitere
Hinweise zur dadurch nachgewiesenen früheren Fraktur des Humeruskopfes finden
sich im Bericht des Spitals E._ vom 18. Juni 2011 (IV-act. 44-8 ff.) keine. Ein Status
nach Humerusfraktur und/oder Schulterluxation rechts im Februar 2007 mit dadurch
bedingter Einschränkung der Schulterbeweglichkeit und/oder -belastbarkeit wird auch
in keinem der nach 2007 verfassten und der IV-Stelle eingereichten Berichte erwähnt,
nicht einmal im Austrittsbericht von Dr. R._ und Oberarzt S._, Departement
Chirurgie und Orthopädie des Spitals D._, vom 27. Februar 2012 (IV-act. 44-4 f. zum
Spitalaufenthalt wegen der Wirbelkörper-Berstungsfraktur), wohin Dr. B._ seinen
Patienten am 2. Februar 2007 zur Behandlung der Schulterverletzung überwiesen hatte
und wo daher solche Einschränkungen hätten aktenkundig sein müssen (IV-act. 17-7).
Ende 2010 war der Beschwerdeführer auch bei der Arbeitslosenversicherung zum
Bezug von Leistungen angemeldet und laut dem Formular Meldeverfahren ALV-IV-MV-
UV-BV vom 2. Dezember 2010 zahlte ihm diese offenbar auch Leistungen aus (IV-act.
36; bis zur Aussteuerung per 31. März 2011, vgl. IV-act. 56). Diese Tatsache ist ein
Indiz dafür, dass er zu jener Zeit vermittlungsfähig und damit arbeitsfähig war (vgl.
Art. 15 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die
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Insolvenzentschädigung [Arbeitslosenversicherungsgesetz, AVIG; SR 837.0] in
Verbindung mit Art. 8 AVIG). Während der Entzugsbehandlung vom 10. Januar bis
30. Juni 2011 im Zentrum I._ arbeitete er zudem während knapp sechs Monaten
handwerklich in der Holzwerkstatt und gab dabei den Berichtenden keinen Anlass, im
Austrittsbericht (IV-act. 63-2 ff.) irgendeine Einschränkung durch eine frühere
Schulterverletzung zu erwähnen. Ausser dem Hinweis von Dr. B._ im Bericht vom
21. Februar 2013 (IV-act. 44-1), seit der komplizierten Schulterverletzung mit
Komplikationen habe der Patient nicht mehr auf dem Bau und anderswo arbeiten
können, den er mit der Diagnose lediglich einer Schulterluxation rechts am 2. Februar
2007 selbst in Frage stellte, ist somit keinerlei quantitative Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit durch die Schulterverletzung aktenkundig. Eine solche ist daher trotz
des Hinweises des Hausarztes nicht plausibel.
4.1.6 Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass für keine der Diagnosen "mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit" (Berstungsfraktur BWK12 und LWK1,
rezidivierende generalisierte Krampfanfälle, Diabetes mellitus, Lungenembolie,
Schulterverletzung), die der Hausarzt in seinem Bericht vom 21. Februar 2013 anführte
(IV-act. 44-1), eine länger dauernde Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit überwiegend
wahrscheinlich ausgewiesen ist.
4.2 Bleiben die weiteren Gesundheitsbeeinträchtigungen auf ihre allfälligen
Auswirkungen
auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers zu prüfen:
4.2.1 Nach der akuten Pankreatitis vom Juli 2006 (IV-act. 8, 17-5) hatte sich eine
chronische Pankreatitis entwickelt. Diese wurde anlässlich des stationären körperlichen
Entzugs im Spital H._ vom 4. bis 10. Januar 2011 durch die Abdomensonographie
vom 7. Januar 2011 bestätigt (IV-act. 63-6 f.). Bei letzterer zeigten sich auch eine
Hepasteatose mit beginnender Gefässrarifizierung und ein Meteorismus bei
stuhlgefüllten Darmschlingen (IV-act. 63-7). In der persönlichen Anamnese führten die
Ärztinnen und Ärzte des Spitals H._ neben dem chronischen Alkoholabusus mit
Alkoholentzugsanfällen aktuell und 05/2006, einem Status nach akuter Pankreatitis
2006 mit passagerem pankreatoprivem Diabetes mellitus und seither eine chronische
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Pankreatitis mit endokriner und exokriner Pankreasinsuffizienz sowie einem Status
nach Lungenembolie 07/2006 zusätzlich einen Nikotinabusus mit zirka 25 pack/years
und eine Kreuzbandplastik am linken Knie 1997 auf (IV-act. 63-6). Von keiner der
genannten Diagnosen ist eine namhafte dauernde und im Zeitpunkt der Neuanmeldung
vom 20. Februar 2013 (IV-act. 42) bzw. der angefochtenen Verfügung vom 8. Oktober
2013 (IV-act. 73) noch bestehende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ausgewiesen
(vgl. zu einzelnen Diagnosen auch vorstehende Erwägung 4.1).
4.2.2 Im CT vom 8. Juli 2013 (IV-act. 68) konnten keine Anhaltspunkte für die
befürchtete Tuberkulose gefunden werden. Die Befunde an Brustfell, Leber und
Bauchspeicheldrüse waren im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung nicht
behandlungsbedürftig und eine dadurch bedingte Arbeitsunfähigkeit wurde nicht
attestiert.
4.2.3 Eine Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers ist einzig durch seine
Lungenerkrankung plausibel gemacht worden, wobei Dr. B._ erstmals im Bericht
vom 3. Juli 2013 an die IV-Stelle (IV-act. 65-1) entsprechende Hinweise machte: "Im
Röntgenbild zeigt er nun auch noch einen Knoten in der Lunge und spuckt Blut." Im CT
vom 8. Juli 2013 wurde ein ausgeprägtes Lungenemphysem festgestellt (IV-act. 68). Im
Attest vom 19. Oktober 2013, das er dem Gericht einreichte (act. G 3), hielt der
Hausarzt allerdings fest, inzwischen habe der Patient sich wieder einigermassen erholt.
Mit Replik und Duplik bzw. auf Nachfrage der instruierenden Gerichtsschreiberin
wurden die Berichte der Klinik für Pneumologie am Kantonsspital St. Gallen
(Departement Innere Medizin) vom 6. Januar 2014 (act. G 14.1) und vom 25. März 2014
(act. G 18) sowie deren Interpretation durch RAD-Arzt Dr. G._ vom 31. März 2014
(act. G 16.1) eingereicht. Aus diesen Unterlagen ergibt sich, dass der
Beschwerdeführer im Juni 2013 an einer Pneumonie erkrankte, in deren Folge es zu
verschiedenen Komplikationen kam, als schwerste zu einem Acute Respiratory Distress
Syndrome (ARDS, act. G 14.1). Hospitalisiert wurde der Beschwerdeführer am
4. November 2013 zunächst wegen eines Pneumothorax rechts und einer schweren
Malnutrition mit Kachexie (Diagnosen 3 und 6 im Bericht der Klinik für Pneumologie
vom 6. Januar 2014, act. G 14.1). RAD-Arzt Dr. G._ attestierte dem
Beschwerdeführer in der Stellungnahme vom 31. März 2014 (act. G 16.1) wegen der
Pneumonie und deren Folgen eine volle Arbeitsunfähigkeit von Juni 2013 bis zum
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Abschluss der Rehabilitation in der Klinik M._, welche laut Dr. B._ bis zum
9. Januar 2014 gedauert hatte (vgl. Schreiben vom 17. März 2014, act. G 14). Bei der
Verlaufskontrolle vom 12. März 2014 erhob Dr. med. T._, Klinik für Pneumologie,
einen deutlich verbesserten Allgemeinzustand des Patienten, der seinerseits keinerlei
Beschwerden angab (vgl. Bericht vom 25. März 2014, act. G 18). Er habe auch wieder
eine Tätigkeit aufgenommen, die ihm das Sozialamt vermittelt habe. Das Gericht
überprüft zwar den Sachverhalt nur bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung; im
vorliegenden Fall mithin bis zum 8. Oktober 2013 (IV-act. 73). Da die Arbeitsunfähigkeit
des Beschwerdeführers wegen der Erkrankung an einer Pneumonie im Juni 2013 im
Verfügungszeitpunkt angehalten hatte bzw. im Oktober 2013 nur eine kurzzeitige,
vorübergehende Besserung eingetreten war (vgl. act. G 3 f.), ist es ausnahmsweise
gerechtfertigt, den Krankheitsverlauf bis im März 2014 in die Beurteilung
einzubeziehen. Mit dem Bericht von Dr. T._ vom 25. März 2014 (act. G 18) zeigte
sich, dass der Beschwerdeführer auch durch die Pneumonie und deren Folgen nicht
dauerhaft in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt wurde und diese durch die
vorübergehende Behandlung am Kantonsspital St. Gallen und die anschliessende
Rehabilitation in der Klinik M._ wiedererlangt hatte. Dies hielt auch RAD-Arzt
Dr. G._ in seiner Stellungnahme vom 31. März 2014 fest (act. G 16.1). Fehlt es als
Folge der Lungenerkrankung an einer länger dauernden Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit, ist erst recht keine Erwerbsunfähigkeit gegeben (vgl. Erwägung 2.1).
Auch im Licht der Entwicklung der Lungenkrankheit und der dadurch bedingten
vorübergehenden Einschränkung der Arbeitsfähigkeit erweist sich daher die einen
Rentenanspruch abweisende Verfügung vom 8. Oktober 2013 im Ergebnis als richtig.
4.3 Die Arbeit auf dem Bau war dem Beschwerdeführer zwar in der Folge der akuten
Pankreatitis vom Juli 2006 und des dadurch bedingten Diabetes mellitus mit
Insulinpflicht sowie wegen der Blutverdünnung, die vorübergehend wegen der
Lungenembolie notwendig geworden war (IV-act. 8, 17-5, 44-6, 44-4), nicht mehr
zumutbar. Eine Tätigkeit mit leichter bis mittelschwerer körperlicher Belastung blieb
ihm 2007 zumutbar (IV-act. 16-2). Bei der Neuanmeldung im Februar 2013 bestand
weder die Insulinpflicht noch musste weiterhin eine Blutverdünnung durchgeführt
werden. Zwar waren die Folgen der Schulterverletzung vom 2. Februar 2007
hinzugekommen (vgl. Erwägung 4.1.5, IV-act. 17-7, 44-1, 44-11) und hatte er am
22. Februar 2012 an BWK12 und LWK1 eine inkomplette, wieder abgeheilte
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Berstungsfraktur erlitten (IV-act. 44-4 f., 39). Für die physischen
Gesundheitsbeeinträchtigungen, die im Zeitpunkt der Neuanmeldung vom 20. Februar
2013 (IV-act. 42) bzw. der angefochtenen Verfügung vom 8. Oktober 2013 (IV-act. 73)
nachgewiesen sind, ist keine namhafte, andauernde Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
dokumentiert. Während der Zeit im Zentrum I._ - mithin als er abstinent lebte -
arbeitete der Beschwerdeführer gemäss Austrittsbericht vom 21. Juli 2011 (IV-act.
63-2 ff.) motiviert und engagiert in der Holzwerkstatt, hielt sich dabei gut an Regeln und
Rahmenbedingungen, zeigte sich stets offen für Neues und lernte die Arbeitsprozesse
schnell. Beim Bemalen von Holzinstrumenten in den letzten Wochen seiner
Langzeittherapie zeigte sich seine grosse Erfahrung im Zeichnen und Malen und er
genoss es sichtlich, seine Ressourcen in die Arbeit einbringen zu können (IV-act. 63-4).
Sowohl diese Phase mit Abstinenz, als auch die Behandlung der Lungenerkrankung in
der zweiten Jahreshälfte 2013 und bis im März 2014 (act. G 14.1, G18) offenbarte, dass
dem Beschwerdeführer abstinentes Verhalten möglich und zumutbar ist und sich sein
Gesundheitszustand bei Einhaltung desselben sehr gut erholen kann (vgl. IV-act.
63-2 ff., act. G 18). Weiter zeigte sich, dass die teilweise irreversiblen Auswirkungen
des jahrelangen Alkoholmissbrauchs auf seine Gesundheit (besonders die chronische
Pankreatitis und Pankreasinsuffizienz mit konsekutivem Diabetes und erneuter
Insulinpflicht ab Ende 2013) unter abstinentem Verhalten seine Arbeits- und
Erwerbsfähigkeit nicht wesentlich beeinträchtigen (vgl. act. G 18, G 16.1).
4.4 Die Annahme einer vollen Erwerbsfähigkeit des Beschwerdeführers und in der
Folge die Ablehnung eines Anspruchs auf eine Rente der IV erweist sich damit zum
Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung als rechtens. Bei einer allfälligen
Neuanmeldung des Beschwerdeführers zum Leistungsbezug genügt eine
Aktenbeurteilung durch den RAD jedoch nicht mehr als Entscheidgrundlage. Die
Gesundheitsbeeinträchtigungen des Beschwerdeführers wären dannzumal mittels
Begutachtung abzuklären.
5.
5.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde vom 21. Oktober 2013
abzuweisen.
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5.2 Die Gerichtskosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom
Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG).
Angemessen erscheinen Gerichtskosten von Fr. 600.--. Diese sind dem unterliegenden
Beschwerdeführer aufzuerlegen. Da ihm am 25. November 2013 die unentgeltliche
Rechtspflege bewilligt wurde, ist er jedoch von deren Bezahlung zu befreien. Wenn es
seine wirtschaftlichen Verhältnisse gestatten, kann er jedoch zur Nachzahlung der vom
Staat entschädigten Gerichtskosten verpflichtet werden (Art. 123 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] in Verbindung mit Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über
die Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP