Decision ID: 007d0446-c8f2-4bb2-bed3-83f223ef263f
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1992 geborene
X._
schloss die Informatik-Lehre
bei der
Y._
AG
in
K._
im August 2015 ab (
Urk.
12/1/3-4,
Urk.
12/2/5)
und erwarb daneben
die
Fachmatura
Gesundheit/Naturwissenschaften (
Urk.
12/1/5,
Urk.
12/2/5).
Vom
4.
Januar 2016 bis
zum Erhalt der Kündigung per
3
1.
Juli 2017 arbeitete sie als Mitarbeiterin Informatik und Online Marketing Assistentin für die
Z._
GmbH
in
A._
(
Urk.
12/1/1-2,
Urk.
12/2/6
,
Urk.
12/11/1
; vgl. auch
Urk.
12/9/2-3,
Urk.
12/26/
4
-6
). Am 2
3.
August 2017 meldete sie sich unter Hinweis auf
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ab dem 2
5.
Juli 2017
(vgl.
Urk.
12/10/18
,
Urk.
12/11/8-13
)
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. Als Beeinträchtigungen nannte sie in
letzter Zeit ver
stärkte Gelenkbeschwerden, S
ymptome
einer Fibromyalgie, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schlafstörungen, Konzentrationsschwäche und geringe Leistungs
fähigkeit
(
Urk.
12/2/6-8
).
Die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
führte ein Standortgespräch durch, in dessen Rahmen die Versicherte an
gab, die Übernahme der Kosten einer Umschulung (Makeup Artistin oder Hotel
bereich) zu wünschen
(
Urk.
12/9/4-5; vgl. auch
Urk.
12/6
,
Urk.
12/12
,
Urk.
12/14
). Ferner zog
die IV-Stelle
die Akten des Krankentaggeldversicherers bei (
Urk.
12/10) und holte bei den behandelnden Ärzten Berichte ein (
Urk.
12/12
-13).
Im Rahmen der anschliessend aufgenommenen Eingliederungsberatung ver
neinte
sie
einen Anspruch der Versicherten auf Umschulung
und
bot ihr Arbeits
vermittlung an (
Urk.
12/26/1-3).
Am 2
3.
März 2018 teilte die Versicherte
ihr
mit,
dass sie ab dem 2
3.
April 2018 im Stundenlohn für die
B._
Ltd.
als Luftverkehrsangestellte
arbeite
n werde
(
Urk.
12/21-22).
Daraufhin
schloss
die IV-Stelle
die Arbeitsvermittlung mit Mitteilung vom 1
0.
April 2018 ab (
Urk.
12/25).
1.2
Auf Wunsch der Versicherten prüfte die IV-Stelle
zudem
den
Anspruch auf eine Invalidenrente (
Urk.
12/26/6).
Hierzu
zog
sie
die neusten Akten des Kranken
tag
geldversicherers bei (
Urk.
12/28
,
Urk.
12/40)
,
holte
den
B
ericht des Instituts für Medizinische Genetik der Universität
C._
vom 2
0.
November 2018
ein (
Urk.
12/38
)
und legte die Akten dem Regionalen Ärztlichen Dienst
(
RAD
)
zur Würdigung vor (
Urk.
12/42/7). Mit Vorbescheid vom
2
5.
April 2019 stellte sie der Versicherten die Verneinung eines Rentenanspruchs aufgrund des ermittelten Invaliditätsgrads von 0
%
in Aussicht (
Urk.
12/43). Nachdem die Versicherte da
gegen
am 2
8.
Mai 2019
Einwand erhoben (
Urk.
12/44
; vgl. auch
Urk.
12/50
)
,
einen Verlaufsbericht des behandelnden
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Rheuma
tologie, eingereicht (
Urk.
12/52)
und ihren Einwand am 1
0.
September 2019 er
gänzt hatte (
Urk.
12/53
), holte die IV-Stelle das rheumatologisch-psychiatrische Gutachten der
E._
AG vom 2
5.
Mai 2020 ein (
Urk.
12/61
). Hierzu nahm die Versicherte am
1.
September 2020 Stellung (
Urk.
12/
65
)
und reichte einen weiteren Bericht ihres Rheumatologen
Dr.
D._
vom 2
2.
November 2020 ein (
Urk.
12/
67).
Nachdem sie das Dossier dem RAD erneut zur Stellungnahme vor
gelegt hatte (
Urk.
12/69/8-9), verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
1
8.
Dezember 2020
das Bestehen eines Rentenanspruchs (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Lorenz
Ineichen
, mit Eingabe vom 2
9.
Januar 2021 Beschwerde und beantragte die Rückweisung der Sache an die IV-Stelle
zur ergänzenden Sachverhaltsabklärung und Neu
beurteilung
; eventualiter sei ihr mit Wirkung ab
1.
A
ugus
t 2018 eine halbe Invalidenrente auszurichten,
subeventualiter
seien ihr berufliche Eingliederungs
massnahmen zuzusprechen
. In prozessualer Hinsicht sei ihr die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren, und es sei ihr ein unentgeltlicher Rechtsvertreter zu bewilligen (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 2
3.
März 2021 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der
Beschwerde (
Urk.
11).
Mit Verfügung vom 3
1.
März 2021
gewährte das Gericht der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Prozessführung und bestellte ihr Rechtsanwalt Lorenz
Ineichen
als unent
geltlicher Rechtsvertreter. Zudem stellte es ihr eine Kopie der Beschwerdeantwort
zur Kenntnisnahme
zu
(
Urk.
13).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen
Einspracheentscheids
eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nach
folgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Fol
gen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
1.3.1
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
vergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommens
vergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
Sind indessen Validen- und Invalideneinkommen ausgehend vom gleichen Tabellenlohn zu berechnen, erübrigt sich deren genaue Ermittlung.
Diesfalls
ent
spricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berück
sichtigung eines allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn. Dies stellt keinen «Prozentvergleich» dar, sondern eine rein rechnerische Vereinfachung (Urteil des Bundesgerichts 8C_148/2017 vom 19. Juni 2017 E. 4 unter Hinweis auf Urteil 9C_675/2016 vom 18. April 2017 E. 3.2.1).
1.3.3
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamt
haft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt ins
besondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine ver
sicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeits
fähig
keit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (BGE 146 V 16 E. 4.1 mit Hinweisen).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Ver
waltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6).
1.4
1.4.1
Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte haben ge
mäss Art. 8 Abs. 1 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
wieder herzustellen
, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen
für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind.
1.4.2
Arbeitsunfähige (Art. 6 ATSG) Versicherte, welche eingliederungsfähig sind, haben gemäss Art. 18 Abs. 1 IVG Anspruch auf aktive Unterstützung bei der Suche eines geeigneten Arbeitsplatzes (
lit
. a)
und auf begleitende Beratung im Hinblick auf die Aufrechterhaltung ihres Arbeitsplatzes (
lit
. b)
. Die IV-Stelle veranlasst diese Massnahmen unverzüglich, sobald eine summarische Prüfung ergibt, dass die Voraussetzungen dafür erfüllt sind (Abs. 2).
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung
bedarf der Anspruch auf Arbeits
vermittlung weder der Invalidität noch eines Mindestinvaliditätsgrades. Zur Begründung des Anspruchs ist jedoch eine spezifische Einschränkung gesund
heit
licher Art notwendig, wenn die Arbeitsfähigkeit einzig insoweit betroffen ist, als der versicherten Person nur leichte Tätigkeiten voll zumutbar sind. Die leistungs
spezifische Invalidität des Anspruchs liegt vor, wenn die Behinderung Probleme bei der Stellensuche verursacht. Dies trifft beispielsweise zu, wenn wegen Stummheit oder mangelnder Mobilität kein Bewerbungsgespräch möglich ist oder dem potenziellen Arbeitgeber die besonderen Möglichkeiten und Grenzen der versicherten Person erläutert werden müssen (zum Beispiel welche Tätigkeiten trotz Sehbehinderung erledigt werden können), damit sie überhaupt eine Chance hat, den gewünschten Arbeitsplatz zu erhalten (Urteile des Bundesgerichts 9C_239/2020 vom 6. August 2020 E. 3.2.3 und 8C_641/2015 vom 12. Januar 2016 E. 2, je mit Hinweisen; vgl. auch Kreisschreiben über die Eingliederungsmassnahmen beruflicher Art [KSBE], Stand 1. Januar 2020,
Rz
5005).
1.4.3
Gemäss
Art.
15 IVG haben Versicherte, die infolge Invalidität in der Berufswahl oder in der Ausübung ihrer bisherigen Tätigkeit behindert sind, Anspruch auf
Berufsberatung. Der Leistungsanspruch setzt voraus, dass die versicherte Person an sich zur Berufswahl oder zur beruflichen Neuorientierung fähig ist, infolge ihres Gesundheitszustandes aber darin behindert ist, weil die Kenntnisse über Neigungen, berufliche Fähigkeiten und Möglichkeiten nicht ausreichen, um einen der Behinderung angepassten Beruf wählen zu können
(ZAK 1977 S. 191 E. 2; Urteil des Bundesgerichts I 431/99 vom 1
5.
Februar 2000). In Betracht fällt jede körperliche oder psychische Beeinträchtigung, die
den Kreis der für die versicherte Person nach ihrer Eignung und Neigung möglichen Berufe oder Betätigungen einengt oder
die Ausübung der bisherigen Aufgabe unzumutbar macht
. Ausgeschlossen sind geringste Behinderungen, die keine nennenswerte Beeinträchtigung zur Folge haben und deshalb die Inanspruchnahme der Invalidenversicherung nicht rechtfertigen
(BGE 114 V 29 E. 1a mit Hinweisen).
2.
2.1
Die IV-S
telle
verneinte einen Rentenanspruch
in der angefochtenen Verfügung sowie in der Beschwerdeantwort damit
,
dass die Beschwerdeführerin
laut dem rheumatologisch-psychiatrischen Gutachten der
E._
AG
vom 2
5.
Mai 2020
nur aus psychiatrischer Sicht in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt
sei
, und
zwar zu 10
%
seit dem Jahr 2015 (
Urk.
2 S. 2).
Aus den von
ihr
danach ein
gereichten diversen Arztberichten zur Unterkieferfehlstellung und zu Beschwerden und Verspannungen im Bereich des Rückens ergäben sich keine Anhaltspunkte für
neue
medizinische Befunde, die sich
in einer angepassten, körperlich leichten Tätigkeit
zusätzlich auf die funktionelle Leistungsfähigkeit auswirkten
.
Die
Angabe einer bloss 50%igen Arbeitsfähigkeit
im Bericht des behandelnden
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Rheumatologie, vom 2
2.
November 2020
entspreche letztlich einer anderen Beurteilung desselben medizinischen Sachverhalts
(
Urk.
2 S. 2 f.)
.
Der Beschwerdeführerin sei
en
die angestammte und
eine
andere
körperlich leichte Tätigkeit in einem 90%-Pensum zumutbar
(
Urk.
2 S. 2 f.,
Urk.
11 S. 2)
.
Bei der Berechnung des Invaliditätsgrades
seien
d
as
Validen- und
das
Invaliden
einkommen aufgrund des gleichen Tabellenlohns festzusetzen, weshalb sich die genaue Ermittlung der Vergleichseinkommen erübrige. Es könne ein Prozent
vergleich vorgenommen werden, wobei sich ein Abzug
vom Invalideneinkommen nicht rechtfertige, weil die leidensbedingten Einschränkungen bereits mit der Arbeitsunfähigkeit von 10
%
berücksichtigt seien.
Daraus ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 10
%
, der
keinen
Anspruch auf eine Invalidenrente gebe. Da die Beschwerdeführerin
bei
der Stellensuche nicht eingeschränkt sei, sei das Regionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) für sie zuständig
(
Urk.
2 S. 2 f.)
2.2
Die Beschwerdeführerin macht demgegenüber geltend,
die angefochtene
Ver
fügung basiere auf einem unvollständig und möglicherweise falsch ermittelten Sachverhalt (
Urk.
1 S. 2 und 8). Der
r
heumatologische Teilgutachter der
E._
AG gehe mit keinem Wort auf die von zahlreichen Fachexperten gestellten Diagnosen und Befunde
ein. Insbesondere habe er den vom Institut für
M
edizinische
Genetik der Universität
C._
erhobenen
Verdacht auf eine genetisch bedingte Bindegewebeschwäche komplett ignoriert. Aus ihrem Bericht ergebe sich, dass sie eine seltene Genmutation aufweise, die für ihre häufigen segmentalen Blockaden und
fibromyalgischen
Beschwerden ursächlich sein könnte. Bei einem solchen Zusammenhang könnte es auch sein, dass ihr
fibro
myalgische
s
Beschwerdebild eine andere Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit habe als bei anderen Patienten, die nicht an einer genetisch bedingten Binde
gewebeschwäche litten. Dies sei ak
tu
ell aber unbekannt. Das
Institut für
M
edizinische Genetik habe
deshalb
im November 2018 eine erneute Beurteilung gegen Ende 2021 empfohlen.
Indem
der
E._
-Rheumatologe darüber hin
weggegangen sei
, habe er wesentliche T
atsachen ausgeblendet. S
ein Gutachten sei
somit
unvollständig (
Urk.
1 S. 6 f.). Die vom psychiatrischen
E._
-Gut
achter attestierte 10
%ige Arbeitsunfähigkeit sei wenig plausibel. Eine Ein
schränkung von bloss 10
%
in der Arbeitsfähigkeit sei praktisch irrelevant beziehungsweise komme einer vollen Erwerbsfähigkeit gleich. Zudem habe der Psychiater seine Einschätzung nicht in nachvollziehbarer Weise begründet, wes
halb sie willkürlich erscheine. Deshalb könne auf das
E._
-Gutachten nicht abgestellt werden (
Urk.
1 S. 7 f.
). Bei dieser Aktenlage müsse die Sache zur ergänzenden Sachverhaltsabklärung
und Neubeurteilung
an die Beschwerde
gegnerin zurückgewiesen werden.
Es werde bestritten, dass ihr e
ine angepasste, leichte und wechselbelastende Tätigkeit
vollumfänglich zumutbar
sei
(
Urk.
1 S. 8)
. Sie habe ihre letzte Stelle als Luftverkehrsangestellte im Stundenlohn noch in der Probezeit verloren, wobei der Arbeitgeber als Kündigungsgrund gesund
heitliche Probleme angegeben habe
(
Urk.
1 S. 3 und 9)
.
Sie habe täglich Blockaden erlitten, die sie nur durch Entspannung mit längerdauernden Pausen wieder wegbringe. Daran habe sich bis heute nichts geändert (
Urk.
1 S. 9).
Selbst wenn von einer vollen Arbeitsfähigkeit in leidensangepassten Tätigkeiten ausgegangen werde, habe sie Anspruch auf eine Teilrente. Die IV-Stelle habe das
Valideneinkommen
falsch berechnet, indem sie auf die veraltete Lohnstruktur
erhebung des Bundesamtes für Statistik
(LSE)
für das Jahr 2016 abgestellt
und dabei
nicht die Position 62-63, Informationstechnologie und Informationsdienst
leistungen,
herangezogen habe. Ferner habe sie
den Nominallohnzuwachs falsch berechnet. Bei richtiger Berechnung resultiere ein
Valideneinkommen
von
Fr.
83'245.--.
Der Ermittlung des Invalideneinkommens habe sie, obwohl sie eine Tätigkeit als Informatikerin nicht mehr für möglich halte, den statistischen Jahresverdienst als Informatikerin zugrunde gelegt. Gestützt auf den Lohn von Frauen gemäss LSE 2018 für die «Erbringung von sonstigen Dienstleistungen» in den Berufsgruppen 1 und 2 (einfache sowie wenig komplexe praktische Tätig
keiten) resultiere ein Invalideneinkommen von
Fr.
53'317.--. Werde
zudem berücksichtigt, dass sie auch in angepassten Tätigkeiten gemäss gutachterlicher Bestätigung eine 10%ige Einschränkung ihrer Leistungsfähigkeit aufweise und sich der für sie in Frage kommende Arbeitsmarkt mit Stellen in den Bereichen Tourismus, Gastronomie, Dienstleistungsgewerbe, Eventbranche
durch die
Coronakrise
erheblich verschlechtert habe, müsse ihr ein Leidensabzug von 25
%
zugestanden werden, so dass ein Invalideneinkommen von
Fr.
39'988.--resultiere. Dies führe zu einem Invaliditätsgrad von 51,72
%
, welcher Anspruch auf eine halbe Rente gebe (
Urk.
1 S. 9 ff.).
Falls das Gericht den Anspruch auf eine Teilrente ablehne, so seien ihr mindestens Eingliederungsmassnahmen nach
Art.
8 ff. IVG zu gewähren. Aufgrund ihrer progredienten Erkrankung sei nämlich immerhin davon auszugehen,
dass ihr eine Invalidität
drohe
. Welche Eingliederungsmassnahmen am ehesten in Frage kämen,
sei
mit ihr auszuloten (
Urk.
1 S. 11).
3.
3.1
Am 2
1.
Februar 2018 wurde die Beschwerdeführerin im Auftrag des Krankentag
geldversicherers von
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Rheumatologie und Innere Medizin, begutachtet. Seiner Expertise vom 2
2.
Februar 2018 ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin
ab
dem 2
5.
August
(richtig: Juli)
2017 wegen Rückenschmerzen zu 100
%
und ab Dezember 2017 zu 60
%
arbeitsunfähig geschrieben war in ihrer letzten Tätigkeit
als Online Marketing Assistentin.
Die Beschwerdeführerin gab
Dr.
F._
an,
seit der Adoleszenz unter Blockaden und Verspannungen im Rücken zu leiden, welche in letzter Zeit zugenommen hätten. W
egen ihrer schwachen Muskulatur und überbeweglichen Gelenke
fühle sie sich
nicht belastbar. Zudem leide sie unter Konzentrationsschwäche und Energie
losig
keit, weshalb sie sich
k
ein grösseres Pensum als das derzeitige 40%ige zu
traue
(
Urk.
12/28/3-4)
.
Dr.
F._
d
iagnos
tizierte ein chronisches unspezifisches pan
vertebrales Schmerzsyndrom
und hielt fest, der klinische rheumatologische Status sei unauffällig gewesen.
Die
die
Fibromyalgie definierenden Tenderpoints seien indolent gewesen.
Auch die Laborbefunde seien normal. Der Wirbelsäulen- und Gelenkstatus (unter Berücksichtigung von Röntgen- sowie MRI-Bildern der Hals- und Lendenwirbelsäule vom
3.
März 2017 [
Urk.
12/28/3]) ergebe keine Befunde, welche die geklagten Beschwerden aus somatischer Sicht erklären könnten. Zwar gebe es bei besonders hypermobilen Menschen das
spondylogene
Reflexsyndrom, bei
dem rezidivierende Wirbelsäulenblockierungen
zu reaktiven
Tendomyosen
führten. Aktuell fänden sich aber keine entsprechenden Hinweise, und durch eine solche Diagnose liesse sich eine ganze oder teilweise Arbeits
unfähigkeit in einer körperlich leichten Tätigkeit bei einer jungen, gut konditionierten Frau wie der Beschwerdeführerin keinesfalls erklären. Deshalb könne er,
Dr.
F._
, keine medizinisch bedingte Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit erkennen. Aufgrund der Anamnese könne allerdings nicht ausgeschlossen wer
den, dass eine dysfunktionale Schmerzverarbeitung aufgrund einer psychischen Komorbidität vorliege (
Urk.
12/28/5).
3.2
Gemäss Bericht
vom 2
0.
November 2018
über die genetische
Konsultation und Beratung der Beschwerdeführerin durch das Institut für Medizinische Genetik der Universität
C._
konnte in den untersuchten Genen keine klar patho
logische Sequenzabweichung eruiert werden. Hingegen sei eine seltene hetero
zygote Variante des COL6A1-Gens nachgewiesen worden. Diese sei einerseits bei Patienten mit
Bethlem
Myopathie
Typ 1, andererseits bei solchen mit der Ullrich kongenitalen Muskeldystrophie beschrieben worden. Aktuell sei unklar, ob diese Genvariante mit der Symptomatik der Beschwerdeführerin zusammenhänge.
Hin
gegen bestehe aufgrund der Symptomatik der Beschwerdeführerin klinisch eine Bindegewebsschwäche. Diagnostisch sei der Verdacht auf eine Bindegewebs
erkrankung, differentialdiagnostisch ein Ehlers-
Danlos
-
Syndrom mit/bei zum Teil Hypermobilität mit segmentalen Blockierungen, Knicksenkfüssen und einer
Osteopenie
festzuhalten. Eine Wiedervorstellung der Beschwerdeführerin in zwei bis drei Jahren wäre sinnvoll, um in diesem Rahmen allenfalls neuere Erkennt
nisse bezüglich der detektierten Varianten oder mögliche neue diagnostische Ver
fahren zu besprechen
(
Urk.
12/38/1-2).
3.3
Dr.
G._
,
Chiropraktorin
,
berichtete am 1
7.
Juli 2019
,
dass ihre Untersuchung der
Beschwerdeführerin
eine generelle Hypermobilität, einen Beckenhochstand rechts,
Myogelosen
im
Musculus
Trapezius
und
Pectoralis
major
links sowie einen Schultertiefstand links
ergeben habe (
Urk.
12/64/19).
Im Verlaufsbericht vom 2
8.
August 2019
erklärte
der behandelnde Rheumatologe
Dr.
D._
, bei der Beschwerdeführerin bestehe ein symptomatisches
Pan
vertebralsyndrom
mit zugrundeliegender Haltungsinsuffizienz und
einem
Hyper
mobilitätssyndrom. Hierbei komme es auch zu wiederholten segmentalen Blockierungen
. In diesem Zusammenhang fänden sich klinisch Zeichen einer Bindegewebsschwäche. Weiter bestünden Zeichen eines
fibromyalgischen
Beschwerdebildes. Solche Schmerzverarbeitungsstörungen seien bei Patienten mit Bindegewebsschwäche (analog zu Ehlers-
Danlos
) beschrieben
worden
. Auf
grund der Befundlage sei der Beschwerdeführerin aktuell eine
50%ige Arbeits
fähigkeit in einer leichten, wechselbelastenden Tätigkeit zumutbar. Die zeitliche Einschränkung sei auf die rezidivierenden segmentalen Blockierungen und die Schmerzverarbeitungsstörung zurückzuführen (
Urk.
12/52).
3.4
Am
4.
Mai 2020 wurde die Beschwerdeführerin
in der Gutachtenstelle
E._
AG fachärztlich-psychiatrisch und rheumatologisch begutachtet (
Urk.
12/61/2).
Der Expertise vom 2
5.
Mai 2020 ist zu entnehmen, dass
der begutachtende Psychiater eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41
)
sowie eine nicht-organische Insomnie/Schlafstörung (ICD-10: F51.0) diagnostizierte.
Dies begründete er damit, zum einen stünden seit längerem Schmerzen im Vordergrund, wobei psychischen Faktoren eine wichtige Rolle für Schweregrad, Exazerbation oder Aufrechterhaltung, nicht aber die ur
sächliche Rolle für deren Beginn zukomme. Zum anderen bestünden eine jahre
lange Ein- und Durchschlafstörung, Tagesmüdigkeit und ein erhöhter Schlaf
bedarf.
Hinsichtlich der Persönlichkeit fänden sich trotz einer schwierigen Kind
heit mit massiven Konflikten zwischen der Beschwerdeführerin und ihrer Mutter
angesichts der
schulische
n
, berufliche
n
sowie soziale
n
Biografie keine hin
reichenden Anhaltspunkte für dysfunktionale Verhaltensweisen oder –
muster
im Sinne einer Persönlichkeitsstörung (
Urk.
12/61/15).
Die bisher
mehrheitlich im ambulanten Setting
erfolgten kürzeren psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlungen hätten keine wesentliche Verbesserung der psychischen Sympto
matik gebracht
(
Urk.
12/61/17)
. Trotz diesem Verlauf habe es die Beschwerde
führerin geschafft, ihre Ehe aufrecht zu erhalten
,
eine berufliche Ausbildung zur Stylistin zu organisieren und sich vor kurzem in diesem Bereich selbständig zu machen
(
Urk.
12/61
/11-12)
, was auf vorhandene Ressourcen hindeute. Der Erfolg einer grundsätzlich zu begrüssenden weiteren medikamentösen und/oder psycho
therapeutischen Behandlung hänge wesentlich von
ihrer
Motivation ab
(
Urk.
12/61/17)
.
Ihre
Selbsteinschätzung, nur noch zu 50
%
arbeiten zu können
(
Urk.
12/61/12)
, und ihr Wunsch nach einer entsprechenden Rente seien mit Blick auf das soziale/alltägliche Funktionsniveau und den Verlauf nicht plausibel (
Urk.
12/61/17).
D
ie
diagnostizierten
Störungen hätten
, beurteilt auch im zeit
lichen Längsschnitt anhand der sozialen/familiären und der beruflichen Ent
wicklung,
leichte funktionelle Auswirkungen
.
D
adurch
würden
die
komplexen Ich-Funktionen
Affektsteuerung und Impulskontrolle, Selbstwertregulation und Regressionsfähigkeit und auch
die Intentionalität und der A
ntrieb überwiegend wahrscheinlich
leicht limitiert
(
Urk.
12/61/16)
.
Gemäss Mini-ICF-APP beurteilt seien
laut den subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin
die Funktionen
Widerstand
s
- und Durchhaltefähigkeit
,
Flexibilität und Umstellungsfähigkeit
so
wie Proaktivität und Spontanität mässig bis erheblich beeinträchtigt (
Urk.
12/61/18)
.
Der rheumatologische Gutachter erhob im Wesentlichen unauffällige Befunde mit normaler Motilität
und leichter Überstreckbarkeit der Finger
. Die Wirbelsäulen
statik sei wenig auffällig mit Becken- und Schultergeradstand und d
is
kreter linksthorakaler Skoliose. Auffällig sei lediglich eine
myofasziale
Druckdolenz
der oberen N
ackenregion sowie lumbal der Dornfortsätze L3-L
5.
Bei Abheben von Hautfalten am Unterarm kehre die Haut rasch zurück in die normale Position ohne Zeichen eines Ehlers-
Danlos
-
Syndroms. Die Kiefer seien normal beweglich und unauffällig gewesen ohne Ober- oder Unterbissstellung.
Das MRI der ganzen Wirbelsäule vom
3.
März 2017
habe keine Auffälligkeiten ergeben
.
Die in den Akten beschriebene Haltungsinsuffizienz bei Hypermobilität habe in der aktuellen klinischen Untersuchung nicht erhoben werden können (
Urk.
12/61/4).
Insgesamt sei von chronischen
myofaszialen
Schmerzen zervikal, pektoral und lumbal ohne
pathomorphol
o
gisches
Korrelat auszugehen. Zusätzlich seien ein mässiger Senk- und Spreizfuss sowie der Verdacht auf eine
Dekonditionierung
bei grazilem Körperbau zu diagnostizieren
. Aus rheumatologischer Sicht könne die anhaltende hohe Arbeitsunfähigkeit sei
t
etwa 2016 nicht nachvollzogen werden (
Urk.
12/61/22-23)
.
Hingegen hätten einige Zeichen für nicht organisches Krank
heitsverhalten beobachtet werden können: Diffuse Symptombeschreibung, hohe Schmerzbewertung, weitgehende Erfolglosigkeit bisheriger Behandlungen und nicht plausibles Ausmass der geklagten Behinderung im Vergleich zu den ob
jektivierbaren Befunden (
Urk.
12/61/24; vgl. auch
Urk.
12/61/22).
Laut der interdisziplinären Konsensbeurteilung gingen die Gutachter davon aus
, dass sich nur die psychiatrischen Diagnosen auf die Arbeitsfähigkeit in einer körperlich leichten, überwiegend sitzenden Bürotätigkeit auswirk
t
en. Eine ent
sprechend angepasste Tätigkeit, die auch dem Belastungsprofil der bisherigen Tätigkeit entspreche, sei der Beschwerdeführerin nur noch zu 90
%
zumutbar.
Diese Beurteilung gelte
aufgrund der Angaben der Beschwerdeführerin und der Akten retrospektiv
seit
201
5.
I
n der gutachterlichen Zusammenschau
bestünden
Anhaltspunkte für nicht-authentische Beschwerdeschilderungen beziehungsweise eine Selbstlimitierung der Beschwerdeführerin
(
Urk.
12/61/4-5).
3.5
Den Berichten von PD
Dr.
med.
Dr.
med.
dent
.
H._
von der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie des Universitätsspitals
I._
vom 2
3.
Juli und 1
3.
August 2020 ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin sich im Januar 2020 im Ausland wegen eines störenden
Gummy
Smile
und eines fliehenden Kinns einer operativen Kieferkorrektur (
bimaxilläre
Umstellungsosteotomie) unterzogen hatte, mit de
r
en Ergebnis sie nicht zufrieden war. Postoperativ zeige sich eine Verstärkung des
Gummy
Smile
sowie ein deutlich fliehendes Kinn.
Eine weiter
e
Folge der Operation sei ein nahezu inkompetenter Lippenschluss. Geplant sei nun eine weitere Korrekturoperation (
Urk.
12/64/24-27; vgl. auch
Urk.
12/64/23).
3.6
Am 2
2.
November 2020 nahm
Dr.
D._
auf Wunsch der Beschwerdeführerin zum Gutachten der
E._
AG Stellung und hielt fest, seiner Meinung nach gingen die Gutachter zu wenig auf das Krankheitsbild einer Bindegewebs
schwäche ein, auf welches auch die Spezialisten des
Institut
s
für
M
edizinische Genetik der Universität
C._
hingewiesen hätten. Ferner bestünden Zeichen eines
fibromyalgischen
Beschwerdebildes. Solche Schmerzverarbeitungsstörungen seien bei Patienten mit Bindegewebsschwäche (analog zu Ehlers-
Danlos
) beschrieben worden. Vor diesem Hintergrund komme der
fibromyalgischen
Symptomatik eine andere Bedeutung zu als bei analogen Krankheitsbildern, welche bekanntermassen von der Invalidenversicherung als nicht relevant beurteilt würden (
Urk.
12/67).
4.
4.1
Das polydisziplinäre Gutachten der
E._
AG vom 2
5.
Mai 2020
beruht auf
allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden, ist in Kenntnis der
Vorakten
sowie in Auseinandersetzung mit abweichenden ärztlichen Beurteilungen abgegeben worden, leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein und enthält begründete Schlussfolgerungen der Experten. Damit erfüllt es grund
sätz
lich die Anforderungen an beweiskräftige medizinische Entscheidungs
grundlagen (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Zudem haben sich die Gutachter auch mit den
f
ür die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei Vor
liegen
psychischer Krankheiten massgeblichen Standardindikatoren
(BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281)
auseinandergesetzt (
Urk.
12/61/4-6,
Urk.
12/61/
16-19,
Urk.
12/61/23-24
).
4.2
Der rheumatologische Gutachter
der
E._
AG
prüfte
aufgrund der Hin
weise in den
Vorakten
durch Anheben von Hautfalten am Unterarm, ob ein Ehlers-
Danlos
-Syndrom vorliege, was er verneinte.
In seiner klinischen Unter
suchung
konnte
er
weder eine relevante Bindegewebeschwäche
noch eine Hyper
mobilität oder Haltungsinsuffizienz feststellen (
Urk.
12/61/4,
Urk.
12/61/22
).
Die anderslautende Einschätzung im Bericht
des
Institut
s
für
M
edizinische Genetik der Universität
C._
vom 2
0.
November 2018 ver
mag diese Schlussfolgerungen nicht zu erschüttern
,
da es sich bei den berichten
den Ärzten des
Institut
s
für
M
edizinische Genetik der Universität
C._
um Fachärzte für Medizinische Genetik und nicht
für
R
heumatologie handelt (
Urk.
12/38/3).
Zu betonen ist zudem, dass
die
Institut
für
M
edizinische
Genetik
C._
-Ärzte im Oktober/November 2018 keine klar krankheitsverursachende Gen
veränderung nachweisen konnten
.
Im Weiteren
ist hinsichtlich der Bindegewebs
erkrankung in Anbetracht
der genannte Verdachtsdiagnose
(
Urk.
12/38/2)
recht
sprechungs
gemäss
ein invalidisierendes Leiden nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt (Urteil des Bundes
gerichts 8C_300/2021 vom 2
3.
Juni 2021 E. 4.2.1)
. Bei
fehlenden Hinweisen
für neue genetische Erkenntnisse
bestand
kein Grund, bei den Ärzten
des
Institut
s
für
M
edizinische Genetik der Universität
C._
eine erneute Untersuchung
zu veranlassen, zumal sich die Beschwerdeführerin trotz Empfehlung
der
Institut
C._
-Spezialisten
(
Urk.
12/38/2)
bisher offenbar nicht
wieder
hat untersuchen lassen.
Der
E._
-Rheumatologe untersuchte
aufgrund der Angabe der Beschwerdeführerin
, sie habe sich im Januar 2020 einem operativen Eingriff am Unterkiefer unterzogen, dessen Ergebnis sie nicht überzeuge (
Urk.
12/61/21)
,
auch ihren
K
ieferbereich.
Dabei konnte er keine relevanten funktionellen Beeinträchtigungen feststellen (
Urk.
12/61/22).
Entgegen der An
sicht der Beschwerdeführerin fehlen Anhaltspunkte, dass er in den
Vorakten
ent
haltene, relevante medizinische Informationen überg
angen hätte
.
Seine Unter
suchung ergab im Wesentlichen, wie schon diejenige des rheumatologischen Vor
gutachters
Dr.
F._
(
Urk.
12/28)
,
panvertebrale Schmerzen
ohne
patho
morpho
logisches
Korrelat
(
Urk.
12/61/23)
.
Deshalb überzeugt seine Beurteilung, dass die Beschwerdeführerin in einer körperlich leichten Tätigkeit
funktionell nicht ein
geschränkt
ist
(
Urk.
12/61/4,
Urk.
12/2
1.
Der
behandelnde
Rheuma
tologe
Dr.
D._
bescheinigte
der Beschwerdeführerin
in seinen Berichten vom 2
8.
August 2019
und 2
2.
November 2020
eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit
.
Er
begründete
seine Einschätzung mit einer Bindegewebe
schwäche sowie einem
fibromyalgischen
Beschwerdebild;
seinen Berichten sind aber keine Befunde zu entnehmen, die
im
Gutachten der
E._
AG nicht berücksichtigt wurden (
Urk.
12/52,
Urk.
12/67)
. Da
rauf
wies
auch
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie
vom RAD
,
in seinen Stellungnahmen vom
1.
Oktober und 1
0.
Dezember 2020
hin
(
Urk.
12/69/8-9)
. Sodann fällt auf, dass die Beschwerdeführerin den
E._
-Gutachtern angab, sich nur zu 50
%
arbeitsfähig zu fühlen (
Urk.
12/61/5).
Vor diesem Hintergrund, und weil
Dr.
D._
in seinen Berichten nicht die Konsistenz und Plausibilität der An
gaben und des Verhaltens der Beschwerdeführerin diskutierte, ist nicht auszu
schliessen, dass er sich wesentlich von ihren subjektiven Angaben leiten liess.
In Bezug auf Berichte von behandelnden
Ärztinnen und Ärzte
ist
zudem
auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auf
tragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Aus diesen Gründen
vermag
die abweichende Einschätzung des
Dr.
D._
den Beweiswert des
rheumatologischen Teilg
utachtens
der
E._
AG
nicht zu erschüttern.
4.3
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin wurde die vom psychiatrischen Teilgutachter der
E._
AG attestierte 10%ige Arbeitsunfähigkeit hin
reichend begründet.
Im Einklang mit der höchstrichterlichen Rechtsprechung zu den
f
ür die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei
psychischen Krankheiten mass
geblichen Standardindikatoren (vorstehend E. 4.1) berücksichtigte er
das soziale/alltägliche Funktionsniveau und den gesundheitlichen sowie thera
peutischen Verlauf
. Aus objektiver, gutachterlicher Sicht waren einzig die komplexen Ich-Funktionen
Affektsteuerung und Impulskontrolle, Selbstwert
regulation und Regressionsfähigkeit und auch die Intentionalität und der Antrieb leicht limitiert (
Urk.
12/61/16-17).
Zudem waren
die meisten F
un
k
t
ionen
gemäss Mini-ICF-APP, beurteilt anhand der
subjektiven Angaben der Beschwerde
führerin,
unbeeinträchtigt
(
Urk.
12/61/18)
.
Vor diese
m
Hintergrund erscheint die attestierte geringfügige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht als plausibel, zumal eine anderslautende Beurteilung einer be
handelnden Therapiekraft fehlt und zu berücksichtigen ist, dass die psychiatrische Exploration dem Gutachter von der Natur der Sache her praktisch immer einen gewissen Ermessensspielraum eröffnet, welcher zu respektieren ist (Urteil des Bundes
gerichts 8C_153/2021 vom 1
0.
August 2021 E. 5.3.2 mit weiteren Hinweisen).
Offensichtlich unzutreffend ist im Übrigen die Kritik der Beschwerdeführerin, eine Arbeitsunfähigkeit im attestierten Ausmass von 10
%
sei praktisch irrelevant
(
Urk.
1 S. 7)
.
4.4
Auch der Umstand, dass der Beschwerdeführerin ihre letzte Stelle als Luft
verkehrsangestellte gemäss Angaben des Arbeitgebers wegen gesundheitlicher Probleme gekündigt wurde (
Urk.
3/3; vgl. auch
Urk.
1 S. 3 und 9), vermag keine Zweifel an der gutachterlichen Beurteilung ihrer Arbeitsfähigkeit zu begründen. Wie die Beschwerdeführerin selbst einräumt, lag der Kündigung nämlich nicht eine zu geringe Arbeitsleistung wegen gesundheitlicher Beeinträchtigungen zu
grunde, sondern ihre mangelnde Flexibilität bei der Einsatzplanung, die von ihr mit gesundheitlichen Beschwerden begründet wurde (
Urk.
12/64/28). Dieses Ver
halten lässt sich gut mit der von den Gutachtern beobachteten Selbstlimitierung vereinbaren
(
Urk.
12/61/5)
, welche invalidenversicherungsrechtlich
unbeachtlich ist.
4.5
Gestützt auf das beweiskräftige Gutachten der
E._
AG steht
somit
fest, dass die Beschwerdeführerin im massgeblichen Zeitraum sowohl im bisherigen Tätigkeitsbereich als auch in einer anderen körperlich leichten, überwiegend sitzenden Bürotätigkeit zu 90
%
arbeitsfähig war.
5.
5.1
Strittig und zu prüfen ist, wie sich die medizinisch-theoretische Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in erwerblicher Hinsicht auswirkt.
5.2
Die IV-
Stelle
ermittelte die
Vergleichseinkommen
zur Festsetzung
des Invaliditätsgrads
anhand d
e
r
Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstruk
t
ur
erhebung des Bundesamts für Statistik (
Urk.
2 S
.
2
;
Urk.
12/69/
10
; vgl. auch
Urk.
12/41).
Dem lag die Überlegung zugrunde, dass
für die
Festlegung
des
ohne invalidisierenden Gesundheitsschaden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erzielbaren Erwerbse
inkommens nicht am zuletzt im Vollzeitpensum bei der
Z._
GmbH
als Mitarbeiterin Informatik und Online Marketing Assistentin
erzielten Verdienst
(
Urk.
12/11)
angeknüpft werden könne
(
Urk.
2 S. 2)
.
5.3
Die
Tätigkeit
bei der
Z._
GmbH
wurde der
Beschwerdeführerin
laut Angaben des Arbeitgebers aus wirtschaftlichen Gründen
gekündigt
(
Urk.
12/11/1).
Die Beschwerdeführerin gab an, dass die gelernte Tätigkeit als Informatikerin nicht
«ihr Ding» gewesen sei
und ihr für eine Arbeit im Marketingbereich die nötige Ausbildung fehle (
Urk.
12/9/4-5,
Urk.
12/28/4,
Urk.
12/61/
11)
.
In der Folge
war sie
für einige Monate im Teilzeitpensum als
Luft
verkehrsangestellte für die
B._
Ltd.
(
Urk.
12/22,
Urk.
12/26/
2
,
Urk.
12/61/11)
tätig
. Später
absolvierte
sie
auf eigene Initiative
eine Ausbildung
zur Haar- und Makeup-Stylistin (
Urk.
12/61/11)
. Aufgrund dieser wechselhaften Erwerbsbiographie ist das Abstellen auf lohnstatistische Angaben
zur Ermittlung des
Valideneinkommens
nicht zu beanstanden
(vgl.
Meyer/
Reichmut
h
, Recht
sprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage, Zürich 2014,
Art.
28a
Rz
49 und 55).
Auch das Invalideneinkommen ist auf dieser Basis festzusetzen, da die Beschwerde
führerin das ihr medizinisch zumutbare Leistungsvermögen entsprechend einer Erwerbstätigkeit im 90%-Pensum aktuell nicht ausschöpft (
Urk.
12/61/11
; vgl. Meyer/
Reichmuth
, a.a.O.,
S
. 340
Rz
90
).
5.4
D
ie Beschwerdeführerin
ist
sowohl in der bisherigen als auch in anderen leidens
angepassten Tätigkeiten zu 90
%
arbeitsfähig.
In diesem Zusammenhang unzu
treffend ist die Bemerkung in der angefochtenen Verfügung, die angestammte Tätigkeit als Informatikerin sei
ihr
nicht mehr möglich (
Urk.
2 S. 1), worauf die Beschwerdeführerin zu Recht hinweist (
Urk.
1 S. 9); in der Beschwerdeantwort hält die IV-Stelle denn auch nicht mehr daran fest (
Urk.
11 S. 2). F
ür die Berechnung
des Validen- und Invalideneinkommens
wäre vor diesem Hinter
grund
auf den gleichen Tabellenlohn abzustellen.
Deshalb erübrigt sich
die
genaue Ermittlung
der Vergleichseinkommen
. Der Invaliditätsgrad entspricht dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung eines allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn
(vorstehend E. 1.3.2)
.
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin
bestehen keine abzugs
begründenden Faktoren
.
Sie versah bisher immer leichte Bürotätigkeiten und ver
fügt über entsprechende
Berufskenntnisse
. Ihre
n
gesundheitlichen Ein
schränkungen in diesem Bereich w
ird bereits durch die gutachterlich atte
stierte Arbeitsunfähigkeit von 1
0
%
Rechnung getragen. Ferner ist die
Beschwerde
führerin jung, kann
weiterhin
mit einem hohen Beschäftigungspensum arbeiten und verfügt seit 2019 über das Schweizer Bürgerrecht
.
Soweit die Beschwerde
führerin argumentiert, durch die
Coronakrise
habe sich der für sie relevante Arbeitsmarkt erheblich verschlechtert (
Urk.
1 S. 10), übersieht sie, dass für die Invaliditätsbemessung auf den ausgeglichenen Arbeitsmarkt abzustellen ist, bei dem konjunkturelle Schwankungen ausgeklammert bleiben
(vgl. vorstehend E. 1.2)
.
Somit fehlen Anhaltspunkte, dass sie im Vergleich zu voll einsetzbaren Arbeitnehmern mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen muss
(
Urk.
12/64/28
; vgl. vorstehend E. 1.3.3
)
.
Damit bleibt es beim von der IV-Stelle ermittelten Invaliditätsgrad von 90
%
(
Urk.
2 S. 3), der nicht zum Bezug einer Invalidenrente berechtigt.
6.
6.1
Nachdem die Beschwerdeführerin der IV-Stelle im
Vorbescheidverfahren
an
geboten hatte, an Eingliederungsmassnahmen teilzunehmen (
Urk.
12/53/2), ver
neinte diese mit der angefochtenen Verfügung einen entsprechenden Anspruch, weil die Beschwerdeführerin bei der Stellensuche nicht eingeschränkt sei (
Urk.
2 S. 3).
Auch beschwerdeweise konkretisiert die Beschwerdeführerin nicht weiter, welche Eingliederungsmassnahmen gemäss
Art.
8 ff. IVG ihr zugesprochen wer
den soll
t
en
(
Urk.
1 S. 11)
.
Am ehesten in Frage kommen Arbeitsvermittlung ge
mäss
Art.
18
IVG
und B
erufsberatung nach
Art.
15 IVG
. Der Anspruch auf an
dere Eingliederungsmassnahmen braucht
hier
nicht geprüft zu werden, da er in der angefochtenen Verfügung nicht beurteilt wurde (
Urk.
2 S. 3). Bezüglich weiterer Eingliederungsmassnahmen fehlt es also bereits an einem beschwerde
weise weiterziehbaren Anfechtungsobjekt
und somit an einer Sachurteils
voraussetzung (BGE 144 I 11 E. 4.3, 131 V 164 E. 2.1, 125 V 413 E. 1a)
.
6.2
Zwar genügt nach dem Wortlaut von
Art.
18
Abs.
1 IVG
für die Entstehung eines Anspruchs auf Arbeitsvermittlung
bereits eine Arbeitsunfähigkeit, welches Kriterium bei der Beschwerdeführerin erfüllt ist. Allerdings müssen zusätzlich die Teilgehalte der Verhältnismässigkeit
gegeben
sein, insbesondere die Notwendig
keit
der Massnahme
(
Art.
8
Abs.
1
lit
. a IVG;
vgl. Meyer/
Reichmuth
, a.a
.
O.,
Art.
18
Rz
6). Da
keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass
der Arbeitsunfähigkeitsgrad von 10
%
und
die konkreten
psychischen
Beeinträchtigungen
die Beschwerde
führerin
bei der Stellensuche
behindern,
fällt die Arbeitsvermittlung nicht in den Zuständigkeitsbereich der I
nvalidenversicherung
(vgl.
vorstehend E.
1.4.2
sowie
Rz
5005 KSBE
).
6.3
D
er
Beschwerdeführerin
ist
die Ausübung ihres
erl
ernten Berufs als Informatikerin gesundheitlich nach wie vor zumutbar
.
Zudem hat sie
inzwischen
aus eigenem Antrieb
eine berufliche Umorientierung zur Haar- und Makeup-Stylistin vollzogen
(
Ausbildung
sabschluss und Berufseinstieg als selbstän
dig E
rwerbende
[(
Urk.
12/61/11]
)
. Deshalb
ist
ihre Unterstützung bei der Berufswahl durch
die Invalidenversicherung nicht
notwendig
(vgl. vorstehend E. 1.4.3)
.
6.4
Aufgrund des
Gesagten
ist nicht zu beanstanden, dass die IV-Stelle einen weiteren Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen verneint hat. Auch in diesem Punkt ist die Beschwerde abzuweisen.
7.
7.1
Ausgangsgemäss gehen die Verfahrenskosten von
Fr.
800.-- zulasten
der
unter
liegenden Beschwerdeführerin
(
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG), sind
infolge der
ihr
ge
währ
ten unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu neh
men.
7.2
Der
unentgeltliche Rechtsvertreter,
Rechtsanw
alt
Lorenz
Ineichen
, ist für
seine
Aufwendungen in diesem Verfahren
nach Einsicht in die
Honorarnote
vom 1
5.
April 2021 (
Urk.
15
)
mit
Fr.
3'077.70
(inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse zu entschädigen.
7.3
Die
Beschwerdeführer
in
wird auf § 16 Abs. 4
des Gesetzes über das Sozi
al
versicherungsgericht (
GSVGer
)
aufmerksam gemacht, wo
nach
sie
zur Nach
zahlung der einstweilen zulasten der Gerichtskasse genommenen Kosten ver
pflichtet werden kann, sofern
sie
dazu in der Lage ist.