Decision ID: d8b7405d-bf0d-4e19-9687-b697a282f88c
Year: 2015
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Simon Krauter, S-E-K Advokaten, Zürcher-
strasse 310, 8500 Frauenfeld,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A erlitt am 15. Juni 2009 beim Basketball-Training einen Unfall (sie sei mit der
linken Schulter gegen den Gegenspieler geprallt und habe dann einen heftigen
Schmerz im Bereich des rechten Halses verspürt; Fremdakten). Sie meldete sich am
22. Januar 2010 wegen Kopf- und Nackenschmerzen, Nackensteifigkeits- und
Würgegefühl, Schlafstörungen sowie Lärmempfindlichkeit zum Bezug von IV-
Leistungen an (IV-act. 1). Im Schreiben vom 17. Februar 2010 teilte die IV-Stelle der
Versicherten mit, sie leite Abklärungen bezüglich beruflicher Massnahmen ein (IV-
act. 13). RAD-Arzt Dr. med. B._, Facharzt für Arbeitsmedizin sowie Physikalische
Medizin, vertrat in der Stellungnahme vom 11. Februar 2010 die Auffassung, bei
gelungener Arbeitsintegration könne sicher ein rentenausschliessendes
Leistungspensum an den Tag gelegt werden. Eine Begutachtung sei derzeit nicht
notwendig. Die Arbeitsfähigkeit für die angestammte kaufmännische Tätigkeit betrage
50% und sei im Verlauf steigerbar auf 80 bis 100% (IV-act. 11).
A.b Im Auftrag des Unfallversicherers wurde die Versicherte am 29. April 2010 von
Dr. med. C._, Facharzt FMH für Chirurgie, begutachtet. Der Experte diagnostizierte
ein chronisches Schmerzsyndrom bei Status nach HWS-Distorsionstrauma, einen
Verdacht auf Entwicklung einer somatoformen Schmerzstörung sowie eine depressive
Störung. Unter den gegebenen Umständen sehe er "momentan keine 50%ige Arbeits
fähigkeit als realisierbar" (Gutachten Dr. C._ vom 17. Mai 2010, Fremdakten; zur
zuvor vom Unfallversicherer anerkannten 50%igen Arbeitsunfähigkeit siehe IV-
act. 10-33).
A.c Die Eingliederungsverantwortliche der IV-Stelle führte im Schlussbericht vom
21. März 2011 aus, die Versicherte habe im Rahmen eines vom Regionalen
Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) durchgeführten Einsatzprogramms am 15. November
2010 im D._ mit einem 50%igen Pensum gestartet. Inzwischen habe sie eine
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Präsenzzeit von 70% erreicht. Der Verlauf sei positiv und das Einsatzprogramm könne
um weitere sechs Monate verlängert werden. Da die Eingliederungsberatung positiv
verlaufe und die Begleitung durch das RAV optimal sei, könne die IEB abgeschlossen
werden (IV-act. 50). Am 31. März 2011 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass die
Arbeitsvermittlung abgeschlossen werde, da eine Unterstützung durch die
Invalidenversicherung nicht mehr notwendig sei (IV-act. 53). Im Fragebogen "zur
Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt" gab die Versicherte am
27. April 2011 an, sie würde im Gesundheitsfall zu 80% erwerbstätig sein. Sie könne
den Haushalt selbst erledigen, brauche hierfür aber viel mehr Zeit und Energie als
vorher. An schlechten Tagen mit grossen Schmerzen "geht halt manchmal gar
nichts..." (IV-act. 56-9).
A.d Die behandelnde Dr. med. E._, Spezialärztin Neurologie FMH, berichtete am
7. Juni 2011, die Versicherte leide an einem Status nach HWS-Distorsionstrauma mit
wiederholten depressiven Episoden, u.a. im Rahmen einer vermuteten Schmerzver
arbeitungsstörung mit chronischem cervico-cephalem Schmerzsyndrom, einem
chronischen Paarkonflikt mit Trennung nach langjähriger Paarbeziehung und
anhaltender Trauerphase, einem Verdacht auf eine Small-Fiber-Polyneuropathie und
erniedrigter Schmerzreizschwelle. Für die angestammte Tätigkeit bestehe bis auf
weiteres eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 60-1ff.). Der seit 6. Mai 2011
behandelnde Dr. med. F._, Spezialarzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
bescheinigte der Versicherten eine 60%ige Arbeitsunfähigkeit (Schreiben vom 24. Juni
2011, IV-act. 62). Er diagnostizierte rezidivierende Depressionen und ein Angstsyndrom
(ICD-10: F41.2) seit der Pubertät sowie einen Status nach Trauma der Halswirbelsäule.
Es handle sich um eine vorbestehende neurotische Problematik (endogen-depressive
Komponente nicht ausgeschlossen). Das HWS-Trauma "pfropfte sich quasi auf diese
Problematik auf". Es habe zu Dekompensation und Invalidisierung geführt (IV-act. 64).
A.e Auf Empfehlung des RAD (siehe Stellungnahme vom 23. September 2011, IV-
act. 67-3) teilte die IV-Stelle der Versicherten am 1. Dezember 2011 mit, es seien
Abklärungen bezüglich der Möglichkeiten einer beruflichen Eingliederung notwendig
(IV-act. 73). Die Versicherte ersuchte am 19. März 2012 um Prüfung der Rentenfrage
(IV-act. 77). In der Mitteilung vom 2. April 2012 wies die IV-Stelle das
Leistungsbegehren um berufliche Massnahmen ab. Die Versicherte habe eine
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Anstellung bei einer Sprachschule erhalten und eine Unterstützung bei der Steigerung
des Arbeitspensums seitens der Eingliederungsberatung werde von ihr nicht
gewünscht (IV-act. 82). Die Versicherte orientierte die IV-Stelle am 18. Mai 2012, sie
habe per 1. Februar 2012 eine 50%-Stelle als Sekretärin begonnen (vgl. hierzu IV-
act. 89 und 95). Ab Ende März habe sie wieder mit drei Stunden pro Woche als
Sprachlehrkraft gearbeitet (IV-act. 88). Dr. E._ bescheinigte der Versicherten im
Bericht vom 26. Juni 2012 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit für die angestammte Tätigkeit
(IV-act. 96). Dr. med. G._, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin sowie Physikalische
Medizin und Rehabilitation, erachtete eine Arbeitsfähigkeit von über 50% gestützt auf
eine Konsultation vom 19. Juni 2012 für nicht möglich (Bericht vom 4. Juli 2012, IV-
act. 98). Im Verlaufsbericht vom 5. Juli 2012 gab Dr. F._ an, der Gesundheitszustand
der Versicherten sei seit dem letzten Zeugnis vom 1. September 2011 unterschiedlich
gewesen. Das Resultat der Anstellung als Sekretärin sei zwiespältig: Einerseits habe
die Versicherte die Probezeit überstanden und arbeite zur Zufriedenheit ihres Chefs.
Anderseits leide sie unter einer erneuten massiven Verschlechterung ihres
Gesundheitszustands mit Nacken- und Kopfschmerzen, Erschöpfung,
Konzentrationsproblemen, Stimmungsabfall sowie erheblichen Schlafschwierigkeiten.
Für leidensangepasste Tätigkeiten verfüge die Versicherte über eine 50 bis 60%ige
Arbeitsfähigkeit "in Teilzeitarbeit, mit voller bis zum Teil stark reduzierter Leistung" (IV-
act. 99). RAD-Arzt Dr. med. H._, Facharzt für Allgemeinmedizin, gelangte zur
Auffassung, es liege ein "syndromales Leiden nach IVG" vor, "das bezüglich Regel-
oder Ausnahmefall beurteilt werden muss". Er empfahl die Einholung eines
bidisziplinären (neurologisch-psychiatrischen) Gutachtens (Stellungnahme vom 25. Juli
2012, IV-act. 100).
A.f Am 13. September 2012 wurde die Versicherte von Dr. med. I._, Arzt für
Neurologie und Psychiatrie, untersucht. Der Experte diagnostizierte eine gemischte
Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.9), eine chronifizierte Depression,
Ausprägungsgrad schwer (ICD-10: F32.9), eine chronische Schmerzstörung mit
somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.4) sowie ein
Zervikozephalsyndrom (ICD-10: M53.0). Für die angestammte Tätigkeit bescheinigte er
eine 50%ige und für eine angepasste Tätigkeit eine 60%ige Arbeitsfähigkeit
(neurologisch-psychiatrisches Gutachten vom 14. September 2012, IV-act. 105). RAD-
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Arzt Dr. H._ hielt die gutachterliche Beurteilung für überzeugend (Stellungnahme vom
28. September 2012, IV-act. 106).
A.g Mit Vorbescheid vom 16. Oktober 2012 stellte die IV-Stelle der Versicherten die
Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht. Ausgehend von einem Status von 80%
Erwerb und 20% Haushalt ermittelte sie in Anwendung der gemischten Methode einen
27%igen Invaliditätsgrad. Bei der Bestimmung des Invalideneinkommens
berücksichtigte sie den tatsächlich als Sekretärin erzielten Jahresverdienst (IV-
act. 109). Im Einwand vom 24. Dezember 2012 brachte die Versicherte vor, sie wäre im
Gesundheitsfall zu 100% erwerbstätig gewesen. Sie beantragte die Zusprache einer
Viertelsrente (IV-act. 115). Am 3. Januar 2013 verfügte die IV-Stelle die
Rentenabweisung (IV-act. 116).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 3. Januar 2013 richtet sich die vorliegende Beschwerde
vom 4. Februar 2013. Die Beschwerdeführerin beantragt darin unter Kosten- und
Entschädigungsfolge deren Aufhebung. Es sei ihr mit Wirkung ab 1. Juli 2010 eine
halbe Invalidenrente zuzusprechen. Eventualiter sei die Angelegenheit zu weiteren
Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Zur Begründung führt sie
aus, die gutachterliche Arbeitsfähigkeitsbeurteilung werde nicht grundsätzlich in Frage
gestellt. Da die angestammte Tätigkeit als Sekretärin auch einer angepassten Tätigkeit
entspreche, sei sowohl für die angestammte sowie eine leidensangepasste Tätigkeit
von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Im Gesundheitsfall wäre sie zu
100% erwerbstätig gewesen. Ferner rügt sie die Ermittlung der Vergleichseinkommen
(act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort die Abweisung der
Beschwerde. Sie stellt sich neu im Wesentlichen auf den Standpunkt, die
gutachterliche Arbeitsfähigkeitsbeurteilung sei nicht überzeugend. Es liege kein
invalidisierender Gesundheitsschaden vor (act. G 4).
B.c In der Replik vom 27. Mai 2013 hält die Beschwerdeführerin unverändert an ihren
Anträgen fest (act. G 6) und reicht eine Stellungnahme von Dr. F._ vom 23. Mai 2013
ein, worin sich dieser zur Beschwerdeantwort äussert (act. G 6.1).
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B.d Die Beschwerdegegnerin hat auf eine Duplik verzichtet (act. G 8).
B.e Am 24. Juni 2014 reicht die Beschwerdeführerin einen Bericht betreffend eine
MRT-Untersuchung der HWS vom 17. Juni 2014 ein (act. G 12 und 12.1).

Erwägungen:
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Rentenanspruch
der Beschwerdeführerin.
1.1 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte
Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens
zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht ein
Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein
Anspruch auf eine Viertelsrente.
1.2 Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit, es sei denn, eine versicherte Person sei vor dem Eintritt der
Gesundheitsbeeinträchtigung nicht erwerbstätig gewesen und es habe ihr auch nicht
zugemutet werden können, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. In diesem Fall gilt
gemäss Art. 8 Abs. 3 ATSG die Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
als Invalidität. Erwerbsunfähigkeit ist demgegenüber der durch eine Beeinträchtigung
der körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer
Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen.
Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht
überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Die Invalidität im Sinn von Art. 8 Abs. 1 ATSG
wird durch einen Einkommensvergleich ermittelt (Art. 16 ATSG). Die Methode zur
Bemessung der konkreten Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wird
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vom ATSG nicht geregelt. Diese Lücke füllt Art. 28a Abs. 2 IVG: Es ist darauf
abzustellen, in welchem Mass die betreffende Person behindert ist, sich im
Aufgabenbereich zu betätigen. Als Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen Person
gelten insbesondere die übliche Tätigkeit im Haushalt, die Erziehung der Kinder sowie
gemeinnützige und künstlerische Tätigkeiten (Art. 27 der Verordnung über die
Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Die Bestimmung von Art. 28a Abs. 3 IVG
regelt die sogenannte gemischte Methode der Invaliditätsbemessung bei Personen, die
zum Teil erwerbstätig und zum Teil im Aufgabenbereich tätig sind. In einem solchen
"gemischten" Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im
Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad ist entsprechend der
Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen.
1.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des
Beweiswerts eines ärztlichen Berichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).
1.4 Im Sozialversicherungsprozess gelten die Grundsätze der Untersuchungspflicht
und der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Demgemäss hat der
Versicherungsträger bzw. im Beschwerdefall das Gericht den rechtserheblichen
Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären, ohne dabei an die Anträge der Parteien
gebunden zu sein. Verwaltungsbehörden und Sozialversicherungsgerichte haben
zusätzliche Abklärungen stets vorzunehmen, wenn hierzu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 110 V 53 E. 4a in fine).
2.
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Zunächst ist die Frage zu beantworten, ob der medizinische Sachverhalt rechts
genüglich abgeklärt ist. Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen
Verfügung auf das Gutachten von Dr. I._ vom 14. September 2012 (IV-act. 105). Die
Beschwerdeführerin hält dieses grundsätzlich für beweiskräftig (act. G 1, Rz 1).
Demgegenüber stellt sich die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort neu und
im Widerspruch zu ihrem bisherigen Verhalten im Verwaltungsverfahren auf den
Standpunkt, die gutachterliche Beurteilung sei aus verschiedenen Gründen mangelhaft
(act. G 4, Rz 3.6).
2.1 Laut Beschwerdeantwort leuchtet es der Beschwerdegegnerin nicht ein, dass der
Gutachter eine schwere Ausprägung der depressiven Symptomatik festgestellt habe.
Beispielsweise seien im Gutachten keine für eine schwere depressive Episode
typischen Merkmale wie erhebliche Verzweiflung und Agitiertheit aufgeführt und es
werde auch kein Suizidrisiko erwähnt. Zudem sei es sehr unwahrscheinlich, dass ein
Patient während einer schweren depressiven Episode in der Lage sei, soziale,
häusliche und berufliche Aktivitäten fortzuführen (act. G 4, Rz 3.6).
2.1.1 Dr. I._ diagnostizierte eine "chronifizierte Depression, Ausprägungsgrad schwer
(ICD-10: F32.9)" (IV-act. 105-11). Diese Diagnose begründete er mit den
anamnestischen Angaben, den Beobachtungen im psychiatrischen Befund (siehe
hierzu IV-act. 105-9), der Einstufung nach der im Gutachten aufgeführten
standardisierten medizinischen Skala (zu den durchgeführten Testverfahren siehe IV-
act. 105-9 ff.) und mit den Informationen in der medizinischen Aktenlage. Er wies
darauf hin, dass es während der gesamten Exploration, insbesondere während der
stärkeren Durchbrüche von Traurigkeit und Weinen, an keiner Stelle zu einem "Gefühl
des Gemachten" bei ihm gekommen sei (IV-act. 105-9). Er beschrieb u.a. eine
Beeinträchtigung der Stimmung und des Antriebs, des inhaltlichen Denkens, der
Wahrnehmung der Umgebung wie der eigenen Person, der affektiven Resonanz, des
affektiven Ausdrucks und der affektiven Stabilität. Des Weiteren legte er ausführlich
Beeinträchtigungen von Fähigkeiten und Aktivitäten dar (IV-act. 105-12). Die Diagnose
einer chronifizierten Depression, Ausprägungsgrad schwer (ICD-10: F32.9), wurde
damit nachvollziehbar begründet. Beim Schweregrad mag auch das Ergebnis des
Hamilton-Testverfahrens eine Rolle gespielt haben, in dem die Beschwerdeführerin auf
der entsprechenden Depressions-Skala einen Wert (28 Punkte von maximal 52
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Punkten) nahe dem Übergang zum mittelgradigen Bereich (26 Punkte) erreichte.
Darüber hinaus fand der Gutachter keine Hinweise für verminderte
Anstrengungsbereitschaft, Hervorhebung oder Simulation von Beeinträchtigungen in
den Testungen. Die Schlussfolgerungen von Dr. I._ werden durch den RAD bestätigt,
der bei der Würdigung des Gutachtens zum Schluss gelangte, es könne
"vollumfänglich" darauf abgestellt werden. Er hielt ausdrücklich hinsichtlich des
depressiven Leidens fest, "die Auswirkungen auf die AF sind nach ICF
(Schädigungsebene, Aktivität, Partizipation) ausgiebig diskutiert" (Stellungnahme vom
28. September 2012, IV-act. 106).
2.1.2 Was in der Beschwerdeantwort dagegen vorgebracht wird, vermag daran nichts
zu ändern. Angesichts dessen, dass der Gutachter erhebliche affektive
Beeinträchtigungen festgestellt hat (IV-act. 105-12), was sich mit seinen
Beschreibungen des Verhaltens der Beschwerdeführerin anlässlich der psychischen
Befunderhebung deckt (IV-act. 105-9), erscheint das Vorbringen der
Beschwerdegegnerin, es fehle an den für eine schwere bzw. ausgeprägte Depression
typischen Symptomen, nicht nachvollziehbar. Der Einwand, es fehle an einem
Suizidrisiko, zielt vorliegend schon deshalb ins Leere, weil dessen Fehlen keinen
Ausschlussgrund für eine schwere Depression bildet. Im Übrigen sind Todeswünsche
sowie "vage Suizidgedanken" aktenkundig (Bericht Dr. F._ vom 1. September 2011,
IV-act. 64-2; siehe auch die Stellungnahme von Dr. F._ vom 23. Mai 2012, act.
G 6.1).
2.1.3 Die tatsächlich noch realisierte (reduzierte) Leistungsfähigkeit wurde vom
Gutachter berücksichtigt (IV-act. 105-4). Es ist daher davon auszugehen, dass sich der
Gutachter dieses Umstands bewusst gewesen ist und ihn bei seiner Diagnosestellung
einbezog. Auch die Beschwerdegegnerin weist darauf hin, dass "allenfalls sehr
begrenzte" berufliche und häusliche Aktivitäten einer schweren depressiven Episode
nicht entgegenstehen (act. G 4, Rz 3.6 mit Hinweis auf die medizinische Literatur). Ein
Mangel an der gutachterlichen Diagnosestellung ist damit nicht dargetan. Ergänzend
kann auf die plausiblen Ausführungen von Dr. F._ verwiesen werden (act. G 6.1, S. 2).
2.1.4 Zu beachten ist weiter, dass eine psychiatrische Exploration von der Natur der
Sache her nicht ermessensfrei erfolgen kann. Sie eröffnet der begutachtenden
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psychiatrischen Fachperson daher praktisch immer einen gewissen Spielraum,
innerhalb dessen verschiedene medizinisch-psychiatrische Interpretationen möglich,
zulässig und zu respektieren sind, sofern der Experte - wie vorliegend - lege artis
vorgegangen ist (Urteil des Bundesgerichts vom 5. März 2009, 8C_694/2008, E. 5.1.1).
Deshalb und weil im Rahmen der Begutachtung keine relevanten objektiven Aspekte
ausser Acht gelassen wurden, besteht kein Anlass, einzig aufgrund der vom
Rechtsdienst der Beschwerdegegnerin vorgenommenen eigenen medizinischen
Interpretation von der - vom RAD bestätigten - gutachterlichen Diagnose einer
chronischen Depression, Ausprägungsgrad schwer, abzuweichen. Schliesslich kommt
die Auffassung der Beschwerdegegnerin, die ihre eigene Einschätzung über die
medizinische Fachmeinung setzen will, einer Verletzung der Beweiswürdigungsregeln
gleich (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 22. Januar 2014, 8C_561/2013, E. 4.2.2
betreffend ein depressives Leiden).
2.2 Aus der Sicht der Beschwerdegegnerin ist sodann die Diagnose einer gemischten
Persönlichkeitsstörung nicht nachvollziehbar. Der Gutachter habe im Wesentlichen auf
die Selbstangaben der Beschwerdeführerin abgestellt. Eine kritische gutachterliche
Würdigung habe nicht stattgefunden. Auch die langjährige Erwerbstätigkeit spreche
gegen diese Diagnose (act. G 4, Rz 3.7).
2.2.1 Vorweg ist auch in diesem Zusammenhang entscheidend, dass das Gutachten
von Dr. I._ sämtliche Anforderungen an eine beweiskräftige Expertise erfüllt und vom
RAD vollumfänglich bestätigt wurde (IV-act. 106-2). Da die Beschwerdegegnerin keine
vom Gutachter ausser Acht gelassenen wesentlichen Gesichtspunkte benennt und
solche nicht ersichtlich sind, besteht kein Anlass, von der gutachterlichen Interpretation
abzuweichen (vgl. vorstehende E. 2.1.4).
2.2.2 Mit Blick auf die umfassenden Grundlagen der gutachterlichen Beurteilung (vgl.
hierzu vorstehende E. 2.1.1) erweist sich der Einwand, der Gutachter habe sich im
Wesentlichen auf die Selbstangaben der Beschwerdeführerin gestützt, als aktenwidrig.
Der Vollständigkeit halber ist zu bemerken, dass der Gutachter die Selbstangaben lege
artis gewürdigt und keinen Hinweis für Selbstlimitierung oder eine selbstlimitierende
Selbsteinschätzung gefunden hat (vgl. IV-act. 105-11). In der zusammenfassenden
Beurteilung hält der Gutachter fest, es hätten sich Zweifel an der durchgehenden
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Plausibilität der vorgetragenen und demonstrierten Beschwerden nicht in relevantem
Ausmass ergeben. Als einzige mögliche Inkonsistenz in der Zusammenschau von
Angaben zu Anamnese und klinischem Befund wäre der vergleichsweise gelungen
gestaltete modische Habitus der Versicherten zu nennen. Ansonsten hätten sich keine
Unstimmigkeiten oder Inkonsistenzen zwischen den vorgetragenen Beschwerden und
Einschränkungen, den Angaben zur Sozialanamnese und dem klinischen Befund
ergeben. Es gebe keinen Hinweis für verminderte Anstrengungsbereitschaft, eine
Hervorhebung oder eine Simulation von Beeinträchtigungen in der einschlägigen
Testung (IV-act. 105-12).
2.2.3 Die berufliche Biographie der Beschwerdeführerin war dem Gutachter bekannt
(IV-act. 105-5). Es kann damit davon ausgegangen werden, dass sie im Rahmen der
Diagnosefindung nicht ausser Acht gelassen wurde. Ein Mangel an der gutachterlichen
Diagnosestellung ist daher zu verneinen. Weiter entspricht es offenbar einer
medizinischen Tatsache, dass es betroffenen Personen gelingt, die Folgen einer
zugrundeliegenden Persönlichkeitsstörung (zunächst während längerer Zeit) zu
bewältigen ("Coping"). Allerdings können dann zusätzliche Belastungen oder weitere
Stressoren zu einer manifesten Erkrankung führen (zur entsprechenden medizinischen
Einschätzung vgl. die im Entscheid des Versicherungsgerichts des Kanton St. Gallen
vom 24. April 2013, IV 2011/214, E. 3.3.2, wiedergegebene Aussage des
psychiatrischen MEDAS-Gutachters betreffend eine kombinierte
Persönlichkeitsstörung; siehe auch Urteil des Bundesgerichts vom 20. November 2013,
8C_521/2013, E. 4.3.3).
2.3 Zusammenfassend ist in tatsächlicher Hinsicht gestützt auf das beweiskräftige
bidisziplinäre Gutachten mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen,
dass die Beschwerdeführerin an einer gemischten Persönlichkeitsstörung (ICD-10:
F60.9) und einer chronifizierten Depression, Ausprägungsgrad schwer (ICD-10. F32.9),
leidet. Ein Anlass für weitere Abklärungen besteht nicht, zumal bis zum Zeitpunkt des
Verfügungserlasses vom 3. Januar 2013 keine Hinweise für eine gesundheitliche
Verschlechterung ersichtlich sind. Dem steht der von der Beschwerdeführerin
eingereichte Radiologiebericht vom 17. Juni 2014 nicht entgegen, da daraus keine
Schlüsse auf den Gesundheitszustand für die Zeit bis Verfügungserlass gezogen
werden können.
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3.
Zu prüfen bleibt die invalidenversicherungsrechtliche Erheblichkeit der vom Gutachter
diagnostizierten Leiden. Die Beschwerdegegnerin bringt im Rahmen des
Beschwerdeverfahrens neu vor, es bestehe kein invalidenversicherungsrechtlich
relevanter Gesundheitsschaden.
3.1 Was das depressive Leiden anbelangt, so führt die Beschwerdegegnerin aus, dass
die Entstehung und Aufrechterhaltung der depressiven Symptomatik bei der
Beschwerdeführerin vor allem auf die im Gutachten erwähnten belastenden
Lebensereignisse, nämlich den Arbeitsplatzverlust mit anschliessender Arbeitslosigkeit,
die im Jahr 20_ vollzogene Trennung vom Lebenspartner und den Tod der besten
Freundin im Jahr 20_, zurückzuführen seien. Dabei handle es sich um ausgeprägte
psychosoziale Faktoren (act. G 4, Rz 3.6).
3.1.1 Die Invalidenversicherung ist eine finale Versicherung, was bedeutet, dass nicht
nach der Art und Genese eines Gesundheitsschadens gefragt wird, der die
Erwerbsunfähigkeit verursacht. Der Gesundheitszustand ist folglich immer
gesamtheitlich zu betrachten. Selbst eine Erwerbsunfähigkeit, deren psychogene
krankhafte Grundlage (auch) durch eine soziokulturelle Überforderung verursacht
worden ist, fällt in den Geltungsbereich der Invalidenversicherung, vorausgesetzt es
handelt sich um ein verselbstständigtes psychisches Leiden. Eine rentenbegründende
Invalidität kann damit nicht allein mit dem Hinweis auf das Vorhandensein
soziokultureller oder psychosozialer Belastungsfaktoren verneint werden (Urteil des
Bundesgerichts vom 29. April 2014, 8C_830/2013, E. 5.2.3 mit Hinweisen auf
Rechtsprechung und Literatur).
3.1.2 Die erwähnten psychosozialen Aspekte tragen allenfalls zur Entstehung und
Aufrechterhaltung des schweren depressiven Leidens bei, das trotz ausgeschöpfter
medizinischer Behandlungsmöglichkeiten (IV-act. 105-13) nicht hatte verhindert werden
können. Es kann deswegen jedoch nicht davon gesprochen werden, dass das klinische
Beschwerdebild (vgl. hierzu vorstehende E. 2.1.1) hauptsächlich in Beeinträchtigungen,
die von belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, besteht. Dass das
Krankheitsbild völlig unabhängig von den genannten Faktoren bestehen müsste, um
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eine Invalidität bewirken zu können, trifft rechtsprechungsgemäss nicht zu. Vielmehr ist
unbestritten, dass äussere Umstände an der Entstehung vieler Erkrankungen aus dem
depressiven Formenkreis wesentlich mitwirken. Davon geht auch der Gutachter aus;
ihm war aufgrund der Akten und eigener Untersuchungen bekannt, dass bei der
Beschwerdeführerin verschiedene psychosoziale Faktoren am Krankheitsbild
mitbeteiligt sind. Die Beschwerdegegnerin weist denn auch zu Recht auf die
entsprechenden Stellen im Gutachten hin (act. G 4, Rz 3.6, S. 7f., mit Hinweis auf IV-
act. 105-3; siehe zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts vom 20. Mai 2014,
9C_118/2014, E. 4.2.2).
3.1.3 In tatsächlicher Hinsicht ist damit festzustellen, dass es sich beim depressiven
Leiden der Beschwerdeführerin um ein im Wesentlichen verselbstständigtes
Krankheitsbild handelt (Urteil des Bundesgerichts vom 29. April 2014, 8C_830/2013,
E. 5.2.3).
3.2 Hinsichtlich der diagnostizierten gemischten Persönlichkeitsstörung rügt die
Beschwerdegegnerin, dass sie unter den gegebenen Umständen "zu wenig
ausgeprägt" vorhanden sei, um als allfällige psychische Komorbidität eine relevante
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu bewirken (act. G 4, Rz 3.7). Bei dieser
Argumentation verkennt die Beschwerdegegnerin, dass psychische Leiden wie
Persönlichkeitsstörungen (vgl. zu diesen nicht unter den Begriff der pathogenetisch-
ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebildern fallenden Krankheiten
nachfolgende E. 3.3.1) hinsichtlich der Beurteilung ihrer
invalidenversicherungsrechtlichen Relevanz den somatischen Leiden gleich gestellt
sind (vgl. BGE 139 V 562 E. 7.1.4). Eine gestützt auf diese Diagnose im Rahmen eines
beweiskräftigen Gutachtens bescheinigte Arbeitsunfähigkeit bewirkt damit ohne
weiteres eine Erwerbsunfähigkeit im Sinn von Art. 7 Abs. 1 und 2 ATSG. Es ist daher
nicht zulässig, dass die Beschwerdegegnerin ihre eigene Einschätzung über diejenige
der beweiskräftigen fachmedizinischen Beurteilung stellen will (vgl. vorstehende
E. 2.1.4). Im Übrigen benennt sie keine Gesichtspunkte die Zweifel an der - vom RAD
bestätigten - gutachterlichen Beurteilung entstehen lassen. Soweit sie die langjährige
Erwerbstätigkeit als Argument anführt, kann auf die diesbezüglich bereits
vorgenommenen Ausführungen verwiesen werden (vgl. vorstehende E. 2.2.3).
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3.3 Die Beschwerdegegnerin führt sodann gegen das Vorliegen eines invalidenver
sicherungsrechtlichen Gesundheitsschadens ins Feld, die einschlägigen
Überwindbarkeitskriterien seien nicht erfüllt (act. G 4, Rz 3.8).
3.3.1 Vorab ist dieser Ansicht entgegenzuhalten, dass das Leidensbild der
Beschwerdeführerin hauptsächlich aus Krankheiten (zu den Diagnosen siehe IV-
act. 105-11) besteht, die nach der Rechtsprechung nicht pathogenetisch-ätiologisch
unklare syndromale Beschwerdebilder darstellen und damit nicht in den
Anwendungsbereich der Überwindbarkeitsrechtsprechung (vgl. BGE 130 V 352
E. 2.2.3) fallen (siehe auch betreffend das depressive Leiden sowie die
Persönlichkeitsstörung Kreisschreiben über die Schlussbestimmungen der Änderung
vom 18. März 2011 des IVG [KSSB], gültig ab 1. Januar 2015, Ziff. 1003). Beim
diagnostizierten Zervikozephalsyndrom (ICD-10: M53.0) handelt es sich um ein
somatisches Leiden (siehe zur entsprechenden gutachterlichen Würdigung IV-
act. 105-12). Weder ergibt sich aus den Akten (zur ausgeprägten psychischen
Komorbidität siehe IV-act. 105-12) noch wird von der Beschwerdegegnerin geltend
gemacht, dass es sich hierbei um von der chronifizierten Schmerzstörung abhängige
Leiden handle. Sodann kann dem Gutachten nicht entnommen werden, die
chronifizierte Depression oder die Persönlichkeitsstörung seien Folgen des
syndromalen Leidens. Die Frage, ob dem syndromalen Leiden überhaupt
massgebender Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten
zukommt, kann offen gelassen werden, da der Beschwerdeführerin vorliegend eine
Überwindung der aus der chronischen Schmerzstörung resultierenden Folgen nicht
zugemutet werden kann (siehe nachstehende E. 3.3.2).
3.3.2 Hinsichtlich der Überwindbarkeit der chronischen Schmerzstörung mit
somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.4) im Sinn von Art. 7 Abs. 2
Satz 2 ATSG gilt es zu beachten, dass sich der Gutachter ausführlich mit den
einschlägigen Kriterien auseinandergesetzt und deren Vorliegen grösstenteils bejaht
hat (IV-act. 105-13). Die ausnahmsweise Unzumutbarkeit ist allein schon deshalb zu
bejahen, als eine erhebliche psychische Komorbidität (schweres depressives Leiden)
vorliegt (Urteil des Bundesgerichts vom 20. Mai 2014, 9C_118/2014, E. 4.2.1). Hinzu
kommen weitere Komorbiditäten wie die Persönlichkeitsstörung und das (somatisch
ausgewiesene) Zervikozephalsyndrom. Als aktenwidrig erweist sich die nicht näher
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begründete Behauptung der Beschwerdegegnerin, die therapeutischen Möglichkeiten
seien nicht ausgeschöpft (act. G 4, Rz 3.8), nachdem der Gutachter ausdrücklich zur
gegenteiligen Auffassung gelangt ist (IV-act. 105-13). Ergänzend ist zu bemerken, dass
die Beschwerdegegnerin denn auch keine zur Zeit noch offen stehenden
Therapiemöglichkeiten benennt. Wenn sie schliesslich ausführt, zwar sei ein gewisser
sozialer Rückzug ersichtlich, doch habe dieser nicht in allen Belangen des Lebens
stattgefunden (act. G 4, Rz 3.8), übersieht sie, dass ein sozialer Rückzug im Verhältnis
zur geltend gemachten Arbeitsunfähigkeit zu setzen ist. Denn das Kriterium zielt auf die
Frage ab, ob die Aktivitätsniveaus im erwerblichen und im aussererwerblichen Bereich
miteinander vereinbar sind. Folglich kann im Fall der zu 50% teilerwerbstätigen
Beschwerdeführerin nicht allein ein totaler sozialer Rückzug eine Arbeitsunfähigkeit im
komplementären Umfang erhärten (Urteil des Bundesgerichts vom 4. Dezember 2013,
9C_785/2013, E. 3.2 mit Hinweisen).
4.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin für die angestammte
Tätigkeit als Sekretärin über eine 50%ige und für eine leidensangepasste Tätigkeit über
eine 60%ige Arbeitsfähigkeit verfügt. Zu bestimmen ist sodann der Invaliditätsgrad.
4.1 Da die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung von der Richtigkeit
der Anwendung der sogenannt gemischten Methode (bei einem Status von 80%
Erwerb und 20% Haushalt) ausgegangen ist, was von der Beschwerdeführerin bereits
im Einwand vom 24. Dezember 2012 bestritten wurde (IV-act. 115), ist in einem ersten
Schritt die Frage zu beantworten, aufgrund welcher Bemessungsmethode der
Invaliditätsgrad zu berechnen ist.
4.1.1 In grundsätzlicher Hinsicht ist zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin
keinerlei Abklärungen vor Ort bezüglich allfälliger Einschränkungen im Haushalt
vorgenommen hat. Die von ihr für den Haushaltsbereich angenommene
uneingeschränkte Leistungsfähigkeit (IV-act. 116-2) lässt sich weder mit den im
Gutachten festgestellten Beeinträchtigungen (IV-act. 105-5 f.) noch mit der Angabe der
Beschwerdeführerin im Fragebogen vom 27. April 2011 vereinbaren, sie brauche für die
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Haushaltserledigung viel mehr Zeit und Energie als vorher. An schlechten Tagen gehe
manchmal gar nichts (IV-act. 56-9).
4.1.2 Bei der Beurteilung der Statusfrage (vgl. E. 4.1 hiervor) sind die persönlichen,
familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und
Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, berufliche Fähigkeiten und die
Ausbildung sowie persönliche Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen.
Praxisgemäss beurteilt sich die Statusfrage nach den Verhältnissen, wie sie sich bis
zum Erlass der angefochtenen Verwaltungsverfügung (hier: 3. Januar 2013) entwickelt
haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten
(Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 125 V 150 E. 2c).
4.1.3 Zwar hat die Beschwerdeführerin im Fragebogen auf die Frage, in welchem
Ausmass sie ohne Behinderung einer Erwerbstätigkeit nachgehe, geantwortet "80%".
Indessen hat sie die Frage nach der Begründung für dieses hypothetische Ausmass
offen gelassen. Dies legt nahe, dass die unbegründet gebliebene Antwort der
komplexen Frage nach dem hypothetischen Erwerbspensum im Gesundheitsfall nicht
auf einer reiflichen Überlegung beruht, zumal die Beschwerdeführerin an erheblichen
kognitiven Beeinträchtigungen leidet (Beeinträchtigungen des inhaltlichen Denkens, der
Wahrnehmung der Umgebung wie der eigenen Person, IV-act. 105-12). Hinzu kommt,
dass die Beschwerdeführerin in einem (erstmals am 7. Juni 2011 von Dr. E._
diagnostizierten) chronischen Paarkonflikt "mit: Trennung nach langjähriger
Paarbeziehung, anhaltender Trauerphase" (IV-act. 60-1; zu der im weiteren Verlauf
2011 nach der Trennung vom Lebenspartner aufgetretenen depressiven Krise siehe
auch den Bericht von Dr. E._ vom 26. Juni 2011, IV-act. 96-2) gestanden ist.
Vorliegend erscheint vor diesem Hintergrund fraglich, ob die tatsächliche endgültige -
nicht bloss wohnliche - Trennung bereits im Zeitpunkt des Ausfüllens des Fragebogens
vollzogen war. Dies kann indessen offen bleiben. Denn auch wenn die endgültige
Trennung zu diesem Zeitpunkt vollzogen gewesen wäre, war sie zumindest im April
2011 emotional noch nicht verarbeitet, worauf die Beschwerdeführerin hinweist (act.
G 1, Rz 2). Es ist daher davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin bei ihrer
Antwort unreflektiert das zuletzt vor dem Unfallereignis vom 15. Juni 2009 ausgeübte
80%ige Pensum angegeben hat. Wie die Beschwerdeführerin plausibel mit Hinweis auf
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ihre bisherige (grösstenteils vollzeitliche, von der Beschwerdegegnerin unbestrittene)
Erwerbsbiographie vorbringt (act. G 1, Sachverhalt Rz 1 f.), erfolgte die Reduktion auf
ein Teilpensum aus gesundheitlichen Gründen, was von Dr. F._ bestätigt wurde (act.
G 6.1).
4.1.4 Die Aussagekraft des im Fragebogen angegebenen Teilpensums wird weiter
durch den Umstand geschwächt, dass die Beschwerdeführerin nicht im Rahmen einer
vor Ort durchgeführten Abklärung über den Inhalt und die Tragweite der Fragestellung
aufgeklärt wurde. Die Antwort im Fragebogen vermag deshalb lediglich ein schwaches
Indiz hinsichtlich der Statusfrage zu bilden, woran der Grundsatz betreffend "Aussagen
der ersten Stunde" nichts ändert (vgl. hierzu Urteil des Bundesgerichts vom 17. Juli
2012, 9C_335/2012, E. 3.3.1). Ein Vollpensum im Gesundheitsfall wird durch den
Umstand bestätigt, dass im Rahmen der beruflichen Eingliederung eine
Pensumsteigerung auf "80 bis 100%" angestrebt wurde (IV-act. 30-1). Beim RAV ist die
Motivation dokumentiert, dass die Beschwerdeführerin wieder zu 100% in den
Arbeitsmarkt integriert wird (Anmeldung für das Einsatzprogramm vom 29. September
2010, IV-act. 33-3). Dem steht nicht entgegen, dass sich die Beschwerdeführerin um
Teilzeitstellen im Ausmass von "max. 50%" beworben hat (IV-act. 38-7; zur 50%igen
Vermittlungsfähigkeit siehe IV-act. 38-6), orientierte sie sich doch dabei offenkundig an
ihren Beeinträchtigungen des Gesundheitszustands. Ins Bild passt weiter, dass die
Absagen auf Stellenbewerbungen meist deshalb erfolgt seien, "weil die Stellen sofort
mit 100% besetzt werden müssen und es keine Möglichkeit zur langsamen Steigerung
gibt" (IV-act. 49-4). Das deutet darauf hin, dass die Beschwerdeführerin bei Möglichkeit
zur langsamen Steigerung und bei entsprechender Gesundheit die Gelegenheit einer
längerfristigen 100%-Stelle wahrgenommen hätte. Schliesslich führt die
Beschwerdeführerin schlüssig aus, dass sie keine Betreuungspflichten gegenüber
Familienangehörigen hat und auf "volle Einkünfte" angewiesen ist (act. G 1, Rz 2), was
von der Beschwerdegegnerin nicht bestritten wird, die sich bei ihrer Auffassung
hauptsächlich auf die "Aussage der ersten Stunde" stützt (IV-act. 116-2).
4.1.5 Im Licht dieser Umstände ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon
auszugehen, dass die Beschwerdeführerin im hypothetischen Gesundheitsfall voll
erwerbstätig gewesen wäre. Die Invaliditätsgradermittlung hat daher im Rahmen eines
Einkommensvergleichs (Art. 16 ATSG) zu erfolgen.
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5.
5.1 Hinsichtlich der Bestimmung der Vergleichseinkommen ist zu beachten, dass die
Beschwerdeführerin die für die angestammte Tätigkeit als Sekretärin bescheinigte
50%ige Arbeitsfähigkeit (IV-act. 105-13) tatsächlich verwertet. Zwar wäre ihr für eine
angepasste Tätigkeit (Betreuung von Sprachschülern an einer Sprachenschule, keine
Unterrichtsvorbereitung, keine Nachbereitung, kein Leistungsdruck) eine
Arbeitsfähigkeit von 60% zumutbar (IV-act. 105-13). In einem geringen Teilpensum übt
sie eine entsprechende Tätigkeit seit 10. August 2011 bereits aus (siehe hierzu IV-
act. 94-1ff.). Dabei erzielt sie einen Stundenlohn von Fr. 27.-- einschliesslich Ferien-
und Feiertagsentschädigung (IV-act. 94-8), der erheblich unter dem für die Tätigkeit als
Sekretärin erzielten Stundenlohn von Fr. 44.20 (einschliesslich Ferien- und
Feiertagsentschädigung sowie Anteil 13. Monatslohn) liegt (siehe hierzu IV-act. 95-2).
Daraus erhellt, dass die Beschwerdeführerin mit der tatsächlich in der angestammten
Tätigkeit verwerteten Restarbeitsfähigkeit ein höheres Einkommen erzielt, als sie es im
Rahmen einer leidensangepassten Tätigkeit zu erwirtschaften vermöchte. Bei der
Bestimmung des Invalideneinkommens ist deshalb auf den tatsächlichen Verdienst als
Sekretärin, unter Einbezug des bei der Sprachschule erarbeiteten Lohns, abzustellen,
da dieser am ehesten Ausdruck der verbliebenen wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit
bildet. Der Nebenverdienst betrug bei Eintritt vom August 2011 bis Ende Mai 2012
(aktuellere Daten sind nicht aktenkundig) bei einem Stundenlohn von Fr. 27.--
insgesamt Fr. 4'914.-- (Fr. 3'861-- + Fr. 1'053.--). Aufgerechnet auf zwölf Monate ergibt
sich ein Jahresnebenverdienst von Fr. 5'897.-- (Fr. 4'914.-- / 10 x 12). Unter
Berücksichtigung des für die Tätigkeit als Sekretärin vereinbarten Jahreslohns von
gerundet Fr. 42'252.-- (Fr. 3'250.15 x 13) resultiert auf der Grundlage des Jahres 2012
ein Invalideneinkommen von insgesamt Fr. 48'149.-- (Fr. 42'252.-- + Fr. 5'897.--).
5.2 Da die Beschwerdeführerin ihre Restarbeitsfähigkeit im angestammten Bereich
verwertet, kann mit der Beschwerdeführerin (act. G 1, Rz 3) davon ausgegangen
werden, dass dieses Einkommen - aufgerechnet auf ein 100% Pensum, was ein
Einkommen von aufgerundet Fr. 84'504.-- ergibt (siehe IV-act. 89-2) - der
Erwerbsfähigkeit bzw. dem wirtschaftlichen Leistungspotenzial im Gesundheitsfall
entspricht. Es bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass die Beschwerdeführerin
aufgrund der im Gesundheitsfall vollzeitlichen Erwerbstätigkeit nebenbei noch einem
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Zusatzverdienst nachgegangen wäre, weshalb bezogen auf das Jahr 2012 von einem
Valideneinkommen von Fr. 84'504.-- auszugehen ist.
5.3 Ausgehend von einem Valideneinkommen von Fr. 84'504.-- und einem
Invalideneinkommen von Fr. 48'149.-- resultieren eine Erwerbseinbusse von
Fr. 36'355.-- (Fr. 84'504.-- - Fr. 48'149.--) und ein Invaliditätsgrad von 43%
([Fr. 36'355.-- / Fr. 84'504.--] x 100). Unter Berücksichtigung des Ablaufs des
Wartejahres gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG am 14. Juni 2010 (Unfall vom 15. Juni
2009, Fremdakten) und der halbjährigen Frist gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG (Anmeldung
vom 22. Januar 2010, IV-act. 1) hat die Beschwerdeführerin ab 1. Juli 2010 Anspruch
auf eine Viertelsrente.
6.
6.1 Nach dem Gesagten ist in teilweiser Gutheissung der Beschwerde die Verfügung
vom 3. Januar 2013 aufzuheben und der Beschwerdeführerin mit Wirkung ab 1. Juli
2010 eine Viertelsrente zuzusprechen. Zur Festsetzung der Rentenhöhe ist die Sache
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
6.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem
Ausgang des Verfahrens entsprechend sind sie vollumfänglich der
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (vgl. betreffend Überklagung Urteil des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 19. Dezember 2011, IV 2009/459,
E. 5.2 f.). Der von der Beschwerdeführerin geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist
ihr zurückzuerstatten.
6.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art.
61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
bis
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Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.--
bis Fr. 12'000.--. Im hier zu beurteilenden Fall erscheint eine Parteientschädigung von
Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP