Decision ID: 0e8f18c6-1c1a-4d67-aa44-b227dc594698
Year: 2008
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
K._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Duri Poltera, Hadwigstrasse 6a, 9000 St. Gallen,
gegen
RAV St. Gallen, Unterstrasse 4, Postfach, 9001 St. Gallen,
Beschwerdegegner,
vertreten durch Amt für Arbeit, Unterstrasse 22, 9001 St. Gallen,
betreffend
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Einstellung in der Anspruchsberechtigung (arbeitsmarktliche Massnahmen)
Sachverhalt:
A.
A.a K._ wurde mit Schreiben vom 1. März 2007 vom Regionalen
Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) St. Gallen angewiesen, für die Dauer vom 2. April bis
22. Juni 2007 an einem Orientierungskurs in St. Gallen teilzunehmen (act. G 5.A2).
Gemäss Aktennotiz teilte die Versicherte dem RAV St. Gallen am 12. April 2007 mit,
dass ihr der Orientierungskurs sehr gefalle (act. G 5.A3). Am 25. April 2004 orientierte
sie ihre RAV-Beraterin, sie wolle wegen Mobbings nicht mehr am Orientierungskurs
teilnehmen. "A._" würde sie permanent vor der Klasse blossstellen (act. G 5.A7).
Gleichentags kontaktierte das RAV St. Gallen die Kursleiterin A._. Es wurde
vereinbart, dass die Angelegenheit mit der Versicherten besprochen werden solle (act.
G 5.A9). Gemäss Aktennotiz vom 26. April 2007 weigerte sich die Versicherte, an einem
klärenden Gespräch teilzunehmen. Sie sei ständig vor der Klasse schikaniert worden
und habe am 27. April 2007 ein Vorstellungsgespräch. Ihrerseits bestehe daher kein
Interesse an einer Klärung der Angelegenheit. Der Versicherten wurde mitgeteilt, dass
die Angelegenheit an den Rechtsdienst übergeben werde (act. G 5.A11).
A.b Mit Schreiben vom 27. April 2007 stellte der Rechtsdienst des RAV St. Gallen der
Versicherten infolge eines unentschuldigten Kursabbruchs eine Einstellung in der
Anspruchsberechtigung von 20 Tagen in Aussicht (act. G 5.A13). Gegen die in Aussicht
gestellte Einstellung brachte die Versicherte sinngemäss vor, sie sei mit dem
methodischen und didaktischen Vorgehen der Kursleiterinnen nicht einverstanden und
werde überdies von den Kursleiterinnen persönlich angegriffen, blossgestellt und
beleidigt (act. G5.A14). Das RAV St. Gallen verfügte am 14. Mai 2007 eine Einstellung
in der Anspruchsberechtigung von 20 Tagen. Die Versicherte habe den obligatorischen
Orientierungskurs in ungerechtfertigter Weise abgebrochen (act. G 5.A15).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 14. Mai 2007 liess K._ am 12. Juni 2007 durch ihren
Rechtsvertreter Einsprache erheben. Sie beantragte die Aufhebung der angefochtenen
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Verfügung und einen Verzicht auf eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung. Die
Kursleiterinnen hätten sie gemobbt und einen ausländerfeindlichen Stil gepflegt. Dies
könne durch eine Kursmitteilnehmerin, B._, bestätigt werden. Über den Kursabbruch
sei die zuständige RAV-Beraterin von der Einsprecherin informiert worden. Die RAV-
Beraterin habe ihr mit den Worten "dann hören Sie halt auf" das "OK" gegeben. Die
Einsprecherin könne sich daher auf Vertrauensschutz berufen. Des Weiteren machte
die Einsprecherin nebst einer Kritik am methodischen und didaktischen Vorgehen
geltend, der Abbruch des Kurses habe unter schadensmindernden Aspekten keine
grosse Wirkung. Denn der Einsprecherin habe es an einer für den Praktikumsteil
erforderlichen Praktikumsstelle gefehlt. Im Übrigen sei die Einsprecherin für ein
klärendes Gespräch bereit gewesen. Lediglich für den von der Einsprachegegnerin
angebotenen Termin sei die Einsprecherin nicht verfügbar gewesen (act. G 5.A20). Die
zuständige RAV-Beraterin informierte am 9. August 2007 den Einsprachegegner, sie
habe die Einsprecherin darauf aufmerksam gemacht, dass im Falle eines
Kursabbruches mit Einstelltagen zu rechnen sei (act. G 5.A21).
B.b Mit Einspracheentscheid vom 6. September 2007 wurde die angefochtene
Verfügung bestätigt und die Einsprache vollumfänglich abgewiesen. Die Einsprecherin
sei von der zuständigen RAV-Beraterin über die Konsequenzen des vorliegenden
Kursabbruchs orientiert worden. Es bestünden keine Gründe, welche den
eigenmächtigen Kursabbruch zu rechtfertigen vermögen (act. G 5.A22).
C.
C.a K._ liess durch ihren Rechtsvertreter am 26. September 2007 gegen den
Einspracheentscheid vom 6. September 2007 Beschwerde erheben. Sie beantragt
unter Kosten- und Entschädigungsfolge die Aufhebung des angefochtenen
Einspracheentscheids verbunden mit dem Verzicht auf eine Einstellung in der
Anspruchsberechtigung. Die Beschwerdebegründung lautet im Wesentlichen gleich
wie diejenige der Einsprache vom 12. Juni 2007. Zur Untermauerung der ins Feld
geführten Argumente beantragt die Beschwerdeführerin die Zeugeneinvernahme von
B._ (Teilnehmerin des Orientierungskurses), C._ (Freund der Beschwerdeführerin)
sowie von D._ (zuständige RAV-Beraterin). Zusätzlich beantragt die
Beschwerdeführerin, dass sie selbst einzuvernehmen sei (act. G 1).
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C.b Am 18. Juni 2007 konnte die Beschwerdeführerin aufgrund eigener Bemühungen
eine neue Stelle als Köchin antreten (act. G 5.B37). Dieses Arbeitsverhältnis wurde am
20. September 2007 wieder aufgelöst. Die Beschwerdeführerin gab gesundheitliche
Probleme für die Auflösung des Arbeitsverhältnisses an (act. G 5.A25, S. 8).
C.c Der Beschwerdegegner forderte mit Schreiben vom 4. Oktober 2007 B._
(Teilnehmerin des Orientierungskurses) sowie A._ (Kursleiterin) zur schriftlichen
Stellungnahme betreffend die Vorwürfe der Beschwerdeführerin an der Kursleitung auf
(act. G 5.A28 und act. G 5.A29). Dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin wurden
diese Schreiben in Kopie zugestellt. A._ führte in ihrer Stellungnahme vom 15.
Oktober 2007 aus, dass die Vorwürfe der Beschwerdeführerin nicht zuträfen. Aus den
von den Teilnehmern des Orientierungskurses retournierten Kursbeurteilungen (act. G
5.A30.9) gehe hervor, dass sich die Kursleitung (A._ und E._) gegenüber den
Kursteilnehmern einwandfrei verhalten habe. Es sei durchaus möglich, dass sie gesagt
habe, die Erlernung und Verbesserung der Landessprache sei für die Vermittelbarkeit
wichtig und notwendig (act. G 5.A30 und act. G 5.A30.1). B._ gab in ihrer
Stellungnahme vom 15. Oktober 2007 an, dass sich die Kursleiterin ausländerfeindlich
geäussert habe. Die Kursleiterin habe einem portugiesischen Kursteilnehmer
vorgeworfen, "er solle endlich mal die Deutsche Sprache lernen schreiben, da er ihrer
Ansicht nach schon lange in der Schweiz ist muss er die Deutsche Sprache
beherrschen". Es entspreche des Weiteren der Wahrheit, dass die Beschwerdeführerin
von der Kursleitung mehrmals gemobbt und in der Ehre herabgesetzt worden sei (act.
G 5.A31). Die beiden Stellungnahmen wurden dem Rechtsvertreter am 16. und 17.
Oktober 2007 in Kopie zugestellt (act. G 5.A32 und act. G 5.A33).
C.d In der Beschwerdeantwort vom 20. November 2007 beantragt der
Beschwerdegegner die Beschwerdeabweisung. Aufgrund des verweigernden
Verhaltens der Beschwerdeführerin sei dem Beschwerdegegner die Möglichkeit
genommen worden, den Konflikt einer Lösung zuzuführen. Der Vorwurf, die Kursleiterin
habe sich ausländerfeindlich verhalten, treffe nicht zu. Dies gehe auch aus den
positiven Rückmeldungen der weiteren Kursteilnehmer hervor. Im Übrigen habe die
Beschwerdeführerin dieses Argument in der ersten Stellungnahme vom 14. Mai 2007
nicht vorgebracht. Die Behauptung, die zuständige RAV-Beraterin habe dem Abbruch
des Kurses zugestimmt, entbehre jeglicher Grundlage. Aus dem Schreiben B._
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ergebe sich kein schikanöses Verhalten der Kursleiterin gegenüber der
Beschwerdeführerin. Eine unzulässige dauernde und schwere Einflussnahme auf die
Beschwerdeführerin sei nicht belegt. Die Einstelldauer von 20 Tagen sei angemessen
(act. G 5).
C.e In der Replik vom 5. Dezember 2007 hält die Beschwerdeführerin an den gestellten
Anträgen fest und rügt zusätzlich, dass bis zur Beschwerdeeinreichung seitens des
Beschwerdegegners keinerlei Abklärungen getätigt worden seien, welche die Vorwürfe
der Beschwerdeführerin "ernst genommen hätten". Wenn heute Aussage gegen
Aussage stehe, so sei dies auch durch das untätige Verhalten der Gegenpartei
mitverschuldet. Die vom Beschwerdegegner ins Recht gelegten ausgefüllten
Kursbeurteilungen seien ohne Beweiswert. Es stelle eine allgemeine
Erfahrungstatsache dar, dass solche Beurteilungen aus Langeweile, Angst vor
Sanktionen usw. möglichst schnell und positiv ausgefüllt würden. Des Weiteren sei zu
betonen, dass der Kursabbruch von der zuständigen RAV-Beraterin zumindest durch
Stillschweigen genehmigt worden sei (act. G 8).
C.f Der Beschwerdegegner verzichtet auf die Einreichung einer Duplik.

Erwägungen:
1.
Versicherte Personen haben auf Weisung der zuständigen Amtsstelle an
arbeitsmarktlichen Massnahmen teilzunehmen, die ihre Vermittlungsfähigkeit fördern
(Art. 17 Abs. 3 lit. a des Bundesgesetzes über die obligatorische
Arbeitslosenversicherung und Insolvenzentschädigung [AVIG; SR 837.0]). Gemäss Art.
30 Abs. 1 lit. d AVIG ist eine versicherte Person in der Anspruchsberechtigung
einzustellen, wenn sie die Kontrollvorschriften oder Weisungen der zuständigen
Amtsstelle nicht befolgt, namentlich eine arbeitsmarktliche Massnahme ohne
entschuldbaren Grund nicht antritt, abbricht oder deren Durchführung oder Zweck
durch ihr Verhalten beeinträchtigt oder verunmöglicht. Weist die kantonale Amtsstelle
eine versicherte Person an, einen Kurs zu besuchen, muss sie nach Art. 83 der
Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und
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Insolvenzentschädigung (AVIV; SR 837.02) neben der Arbeitsmarktlage auch ihre
Fähigkeiten und Neigungen angemessen berücksichtigen.
2.
Vorliegend ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin den zugewiesenen
Orientierungskurs, welcher vom 2. April bis 22. Juni 2007 dauerte und einen
Bildungsteil sowie ein Praktikum beinhaltete, am 25. April 2007 abgebrochen hat.
Streitig und nachfolgend zu beurteilen ist die Frage, ob wegen des Kursabbruches zu
Recht gestützt auf Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG eine Einstellung in der
Anspruchsberechtigung von 20 Tagen angeordnet wurde.
3.
3.1 Soweit die Beschwerdeführerin die Angemessenheit des streitigen
Orientierungskurses bezweifelt, ist festzuhalten, dass sich der angewiesene Kurs aus
einem Bildungsteil und einem Praktikumsteil zusammensetzt. Ausserdem findet ein
Coaching statt. Als Inhalte des Bildungsteils werden in der Kursbeschreibung des
Amtes für Arbeit etwa die Reflexion des bisherigen Verhaltens auf dem Arbeitsmarkt
oder das Training neuer Bewerbungsstrategien genannt. Weiter steht die
Standortbestimmung durch Auseinandersetzung mit der aktuellen beruflichen Situation
unter Berücksichtigung des persönlichen Anteils auf dem Programm, wobei eine
Gegenüberstellung von Selbstbild und Fremdbild erfolgen soll. Als Inhalte des
Praktikums werden die Instruktion im Praktikumsbetrieb sowie die Betreuung durch die
Kursleitung genannt. Im Coachingteil sollen die Erfahrung im Praktikumsbetrieb
verarbeitet und das weitere Vorgehen besprochen werden. Ausserdem sollen die
Teilnehmenden eine situationsbezogene Einzelberatung durch die Kursleitung erhalten
(abrufbar unter www.afa.sg.ch). Die Kritik der Beschwerdeführerin an der
Angemessenheit ist daher unberechtigt, zumal die Akten zeigen, dass die
Beschwerdeführerin seit Lehrabschluss im August 2004 noch nicht richtig Tritt fassen
konnte als Köchin. So erhielt sie per Ende November 2005 und per Ende November
2006 Kündigungen (act. G 5.C33). Im Übrigen kann es nicht Sache einer versicherten
Person sein, arbeitsmarktliche Massnahmen der Arbeitslosenversicherung subjektiv auf
ihre Effizienz zu prüfen und entsprechend ihrem Gutdünken über die Teilnahme an
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einem oder über Fortführungen eines Kurses zu befinden. Insbesondere genügt es für
die Annahme der Unzumutbarkeit eines Kursbesuches nicht, dass die versicherte
Person in der angeordneten Massnahme keinen oder nur wenig Sinn zu erblicken
vermag (Urteil des EVG vom 14. September 2006 i.S. Y, C 127/2006, E. 4.1). Dass die
Beschwerdeführerin mangels rechtzeitigen Auffindens einer geeigneten
Praktikumsstelle den Orientierungskurs auch ohne praktische Tätigkeit weiter zu
besuchen hatte, vermag daran nichts zu ändern.
3.2
3.2.1 Die Beschwerdeführerin bringt des Weiteren vor, dass sie am 18. Juni
2007 eine neue Stelle habe antreten können. Hätte sie weiterhin am bis zum 22. Juni
2007 dauernden Kurs teilgenommen, so wäre diese Anstellung nicht zustande
gekommen. Sinngemäss macht sie geltend, dass somit durch den Kursabbruch gar
kein relevanter Schaden entstanden sei.
3.2.2 Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung dient dazu, die
Schadenminderungspflicht der Versicherten durchzusetzen. Sie hat die Funktion einer
Haftungsbegrenzung der Versicherung für Schäden, welche die Versicherten hätten
vermeiden oder vermindern können. Als versicherungsrechtliche Sanktion bezweckt sie
die angemessene Mitbeteiligung der Versicherten am Schaden, den sie durch ihr
Verhalten der Arbeitslosenversicherung in schuldhafter Weise natürlich und adäquat
kausal verursacht hat (BGE 124 V 227 f. E. 2b, 122 V 40 E. 4c/aa mit Hinweisen). Dieser
Zweck der Sanktion bedeutet aber nicht, dass ohne konkreten Schadensnachweis eine
Sanktion nicht möglich wäre. Nur einzelne Tatbestände in Art. 30 AVIG setzen einen
Schaden voraus, andere Tatbestände erfassen bereits schadensrisikobehaftetes
Verhalten (vgl. Thomas Nussbaumer, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht,
Band XIV, Soziale Sicherheit, 2. Auflage, Rz 822 f.). Bei der Einstellung nach Art. 30
Abs. 1 lit. d AVIG wegen Abbruchs eines Kurses geht es um solches risikobehaftetes
Verhalten, da sich ein konkreter Schaden im Falle eines Kursabbruchs in aller Regel
vorab nicht feststellen lässt. Die Ausführungen der Beschwerdeführerin betreffend das
Verneinen eines beim Beschwerdegegner durch den Kursabbruch entstandenen
Schadens waren jedenfalls im relevanten Zeitpunkt des Kursbeginns hypothetischer
Natur, da die weiteren Entwicklungen zum damaligen Zeitpunkt nicht voraussehbar
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waren. Da der Schaden damals nicht festlegbar war und Kurse - insbesondere wegen
der Nichtquantifizierbarkeit der Verbesserung der Vermittlungsfähigkeit - einer "Kosten-
Nutzen-Analyse" nur bedingt zugänglich sind, lässt sich auch eine Beteiligung am
Schaden nicht abschliessend festlegen. Nach dem Gesagten ist im vorliegend zu
beurteilenden Fall auch ohne nachweisbaren konkreten Schaden wegen des
risikobehafteten Verhaltens der Beschwerdeführerin bei allfälligem Vorliegen eines nicht
entschuldbaren Kursabbruchs eine Einstellung gerechtfertigt.
3.3 Eine Einstellung erachtet die Beschwerdeführerin auch unter Hinweis auf den
Vertrauensschutz für nicht gerechtfertigt. Sie habe den Kursabbruch ordentlich
gemeldet und die zuständige RAV-Beraterin habe diesen zumindest stillschweigend
genehmigt.
3.3.1 Abgeleitet aus dem Grundsatz von Treu und Glauben (Art. 9 der
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft [BV; SR 101]), welcher
Personen in ihrem berechtigten Vertrauen auf behördliches Verhalten schützt, können
falsche Auskünfte von Verwaltungsbehörden unter bestimmten Voraussetzungen eine
vom materiellen Recht abweichende Behandlung der Rechtsuchenden gebieten.
Gemäss Rechtsprechung und Lehre ist dies der Fall, 1. wenn die Behörde in einer
konkreten Situation mit Bezug auf bestimmte Personen gehandelt hat; 2. wenn sie für
die Erteilung der betreffenden Auskunft zuständig war oder wenn die rechtsuchende
Person die Behörde aus zureichenden Gründen als zuständig betrachten durfte; 3.
wenn die Person die Unrichtigkeit der Auskunft nicht ohne weiteres erkennen konnte;
4. wenn sie im Vertrauen auf die Richtigkeit der Auskunft Dispositionen getroffen hat,
die nicht ohne Nachteil rückgängig gemacht werden können, und 5. wenn die
gesetzliche Ordnung seit der Auskunftserteilung keine Änderung erfahren hat (BGE 131
V 480 E. 5 mit Hinweisen).
3.3.2 Gemäss Art. 27 Abs. 1 ATSG sind die Versicherungsträger und
Durchführungsorgane der einzelnen Sozialversicherungen verpflichtet, im Rahmen ihres
Zuständigkeitsbereiches die interessierten Personen über ihre Rechte und Pflichten
aufzuklären. Das Gesetz stipuliert eine allgemeine und permanente Aufklärungspflicht
der Versicherungsträger und Durchführungsorgane, die nicht erst auf persönliches
Verlangen der interessierten Personen zu erfolgen hat, und hauptsächlich durch die
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Abgabe von Informationsbroschüren, Merkblättern und Wegleitungen erfüllt wird (Urteil
des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche
Abteilungen des Bundesgerichts] vom 1. Dezember 2005 i.S. S., C 144/2005, E. 2.3.2
mit Hinweisen). Unterbleibt eine Auskunft entgegen gesetzlicher Vorschrift oder obwohl
sie nach den im Einzelfall gegebenen Umständen geboten war, hat die
Rechtsprechung dies der Erteilung einer unrichtigen Auskunft gleichgestellt (BGE 131 V
472 E. 5 mit Hinweisen).
3.3.3 Vorliegend liegen weder eine unrichtige Auskunft noch eine pflichtwidrige
unterbliebene Auskunft vor. Die Beschwerdeführerin wurde bereits mit der Anweisung
vom 1. März 2007 (act. G 5.A2) unmissverständlich darauf aufmerksam gemacht, dass
eine Kursteilnahme verbindlich sei und ein Nichtantritt oder Abbruch der Massnahme
sowie unentschuldigte Absenzen rechtliche und finanzielle Konsequenzen hätten. Mit
der Verwarnung wegen unentschuldigter Absenzen vom 23. April 2007 wurden ihr
zusätzlich die Folgen von unentschuldigtem Fernbleiben verdeutlicht (vgl. act. G 5.A6).
Die zuständige RAV-Beraterin macht darüber hinaus geltend, sie habe die
Beschwerdeführerin auf allfällige Einstelltage im Falle eines Kursabbruchs aufmerksam
gemacht (act. G 5.A21). Dass die Beschwerdeführerin von der zuständigen RAV-
Beraterin über die Konsequenzen eines Kursabbruchs aufmerksam gemacht wurde, ist
auch der Telefonnotiz vom 26. April 2007 zu entnehmen. Daraus geht hervor, dass der
Beschwerdeführerin mitgeteilt wurde, dass die "Akten dem RD übergeben
werden" (act. G 5.A11). Vor diesem Hintergrund steht mit dem im
Sozialversicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen) fest, dass die
Beschwerdeführerin über die Konsequenzen eines Kursabbruchs orientiert wurde und
der Beschwerdegegner seiner Auskunftspflicht genügend nachgekommen ist. Von
einer stillschweigenden Genehmigung kann nicht die Rede sein. Die
Beschwerdeführerin vermag den Kursabbruch daher nicht unter Berufung auf den
Vertrauensschutz zu rechtfertigen.
3.4 Die Beschwerdeführerin rechtfertigt den Kursabbruch weiter mit dem Vorwurf, sie
sei von den Kursleiterinnen gemobbt und schikanös behandelt worden. Eine weitere
Teilnahme am Orientierungskurs sei für sie daher unzumutbar gewesen. Nachfolgend
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zu prüfen ist daher die Frage, ob der sofortige Kursabbruch aus diesem Grund
gerechtfertigt gewesen ist.
3.5 Nach vier besuchten Kurstagen und zwei Krankheitstagen hat die
Beschwerdeführerin zwei Kurstage unentschuldigt nicht besucht und nach weiteren
besuchten zwei Kurstagen dann den Kurs abgebrochen (act. G 5.1 A 30.5). Dass die
Kursleiterin in dieser Zeit geradezu eine planmässige und systematische Ausgrenzung
der Beschwerdeführerin im Sinne eines Mobbings betrieben haben soll, ist schon von
der kurzen Kursdauer her nicht naheliegend. Hinzu kommt, dass gemäss Aktennotiz
vom 12. April 2007 die Beschwerdeführerin zumindest in den ersten Kurstagen den
Kurs "cool" gefunden hat; sie habe sich erhofft, andere "Stärken im Berufsleben"
herauszufinden als nur die Arbeit als Köchin (act. G 5.1 A25 S. 4). Die Kursleiterin war
dann am 25. April 2007 sichtlich überrascht, als die RAV-Personalberaterin sie mit den
Mobbing-Vorwürfen der Beschwerdeführerin und dem beabsichtigten Kursabbruch
konfrontierte. Laut Aussage der Kursleiterin habe die Beschwerdeführerin immer dann
gefehlt, wenn sie sich konkret um eine Praktikumsstelle als Köchin hätte bemühen
sollen, im Kurs sei sie aber sonst sehr aktiv und aufgeschlossen gewesen. Die
Beschwerdeführerin sehe den Sinn eines Praktikums in dem von ihr erlernten Beruf
nicht ein (act. G 5.1 A 25 S. 5). Dass die unterschiedliche Auffassung über die
Ausrichtung des Kurses bzw. Praktikums wesentlicher Grund für den Kursabbruch der
Beschwerdeführerin war, geht aus der von ihr selber verfassten Stellungnahme im
Verwaltungsverfahren hervor (act. G 5.1 A14).
3.6 Aber selbst wenn das Verhalten der Kursleitung zu beanstanden gewesen wäre
- wie die Beschwerdeführerin geltend macht -, wäre sie vor einem Kursabbruch
allein schon gestützt auf die Schadenminderungspflicht (Art. 17 Abs. 3 AVIG)
verpflichtet gewesen, zu einer konstruktiven Klärung der Situation Hand zu bieten.
Denn das von der Beschwerdeführerin gerügte Verhalten vermag die weitere
Kursteilnahme nicht in derartiger untragbarer Weise zu stören, dass ein klärendes
Gespräch mit den beteiligten Personen die Angelegenheit nicht hätte zu lösen
vermögen. Die Beschwerdeführerin wurde überdies für den Fall der Verweigerung eines
einvernehmlichen Lösungsversuchs gemäss Aktennotiz vom 26. April 2007 (act. G
5.A11) mitgeteilt, dass die Akten dem Rechtsdienst übergeben werden. Des Weiteren
wurde sie bereits mit Verwarnungsschreiben vom 23. April 2007 auf allfällige
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Sanktionen für unentschuldigtes Fernbleiben am Kurs hingewiesen (act. G 5.A6). Die
Beschwerdeführerin war daher bezüglich des Kursabbruches hinreichend vorgewarnt.
Umso mehr hätte von ihr unter diesen Umständen erwartet werden können, die
Angelegenheit in konstruktiver Zusammenarbeit mit den zuständigen RAV-Mitarbeitern
sowie der Kursleitung vor dem eigenmächtigen Abbruch des Kurses zu klären zu
versuchen. Dies hat sie aber nicht getan (vgl. act. G 5.A11). Die nachträglich von der
Beschwerdeführerin im Rechtsmittelverfahren geltend gemachte Bereitschaft für ein
klärendes Gespräch erscheint angesichts des damaligen Verhaltens der
Beschwerdeführerin sowie der Aktenlage (vgl. act. G 5.A11) als Schutzbehauptung. Der
Kursabbruch wurde nach dem Gesagten durch die Beschwerdeführerin verschuldet,
indem sie jegliche konstruktive Zusammenarbeit für einen Klärungsversuch der
Angelegenheit in unverständlicher Weise resolut verweigerte. Vor diesem Hintergrund
kann die Frage offen gelassen werden, ob die Beschwerdeführerin von der Kursleitung
tatsächlich in der gerügten Weise behandelt wurde. Die in diesem Zusammenhang von
der Beschwerdeführerin beantragten Beweise sind mangels Entscheidwesentlichkeit
nicht abzunehmen.
3.7 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der eigenmächtige Kursabbruch - ohne
jegliche vorgängige Bereitschaft zu konstruktiven Lösungsbemühungen seitens der
Beschwerdeführerin - durch die Beschwerdeführerin verschuldet wurde. Was die Dauer
der Einstellung von 20 Tagen betrifft, ist diese in Berücksichtigung der gesamten
objektiven und subjektiven Umstände vertretbar.
4.
Im Hinblick auf den Devolutiveffekt der Beschwerde an das kantonale
Versicherungsgericht ist des Weiteren anzumerken, dass die lite pendente
vorgenommenen Abklärungen des Beschwerdegegners nicht als unbedenklich
erscheinen (vgl. BGE 127 V 228). Doch erübrigen sich – mangels Beanstandung –
Weiterungen (vgl. Urteil des EVG vom 10. März 2005 i.S. S., U 261/04, E. 1).
5.
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Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Da die Beschwerdeführerin vollständig unterliegt, ist ihr
ausgangsgemäss keine Parteientschädigung zuzusprechen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG