Decision ID: f25920ca-b4b6-4254-85de-6215cd544b68
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1955 geborene
X._
ist als klinischer Psychologe / Psycho
the
rapeut tätig. Am 24. November 1998 meldete er sich unter Hinweis auf eine Innenohrschwerhörigkeit bei der Invalidenversicherung zum Leis
tungs
bezug (Hilfsmittel) an (Urk. 7/3). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach ihm in der Folge auf entsprechendes Ge
such hin jeweils zwei Hörgeräte zu (
Urk.
7/9,
Urk. 7/19, Urk. 7/34).
Am 11. beziehungsweise 30. Juni 2015 (Urk. 7/39 und Urk. 7/43) ersuchte der Versicherte um Kostenübernahme einer Hörgeräte-Nachfolgeversorgung (Rechnung der Hörinstitut Y._ GmbH vom 11. Mai 2015 über Fr. 8‘000.--; Urk. 7/62/3) mit zusätzlicher FM-Anlage (Fr. 2‘021.--; Urk. 7/40). Mit Mit
teilung vom 3. November 2015 (Urk. 7/50) sprach die IV-Stelle ihm eine Pauschale für eine beidseitige Hörgeräteversorgung von Fr. 1‘650.-- zu und übernahm zudem mit Mitteilung vom 3. November 2015 (Urk. 7/51) die Kosten von Fr. 2‘021.-- für die leihweise Abgabe einer FM-Anlage.
Am 11. November 2015 (Urk. 7/54) beantragte der Versicherte eine Härtefall
prüfung. Die IV-Stelle liess ihn daraufhin medizinisch-audiologisch abklären (Härtefallgutachten der Klinik für Ohren-, Nasen-, Hals- und Gesichtschirur
gie des Z._ vom 15. Dezember 2015; Urk. 7/59).
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk.
7/66
)
übernahm sie - nachdem die Verfügung vom 24. Mai 2016 (Urk. 7/67) innert der Rechtsmittelfrist in Wiedererwägung gezogen worden war (Urk. 7/78) - mit Verfügung vom 31. Oktober 2016 (Urk. 2) weitere Fr. 4‘931.80 der Rechnung der Hörinstitut Y._ GmbH vom 11. Mai 2016, wovon Fr. 631.80 auf die effektiven Kosten des Akustikers bis zur Abgabe der Hörgeräte entfielen. In Bezug auf die Kos
ten der Nachbetreuung durch den Akustiker (Pauschalbetrag für Anpassung und Nachkontrollen während 6 Jahren, sogenanntes Dienstleistungspaket) von Fr. 1‘418.20 (Fr. 2‘050.-- - Fr. 631.80; Urk. 7/62/3) wies sie das Härte
fallgesuch ab.
2.
Dagegen erhob
der Versicherte am 1. Dezember 2016
Beschwerde (Urk. 1) und beantragte, die Verfügung vom
31. Oktober 2016
sei
teilweise aufzuhe
ben und es seien ihm zusätzlich zum zugesprochenen Betrag von Fr. 4‘931.80 Fr. 1‘418.20 für den ungedeckten Betrag des Dienstleistungspa
kets zuzusprechen.
Am
23. Januar 2017
(Urk.
6
) beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde
. In der Replik vom 30. Januar 2017 (Urk. 10) hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen fest. Am 17. Februar 2017
verzichtete die Beschwerdegegnerin auf das Einreichen einer Duplik (Urk. 12
), was dem
Beschwerdeführer mit Verfügung vom
20. Februar 2017
zur Kennt
nis gebracht wurde (Urk.
13
).
Die Einzelrichterin

zieht in Erwägung:
1.
Gegenstand des Verfahrens ist die Übernahme des ungedeckten Betrages des Dienstleistungspakets von Fr. 1‘418.20 im Rahmen der Härtefallregelung. Da der Streitwert Fr. 20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der
Be
schwer
de
in die einzelrichterliche Zuständigkeit (§ 11 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer).
2.
2.1
Invalide
oder von einer Invalidität (Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts) bedrohte Versicherte haben gemäss Art. 8 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) An
spruch auf
Eingliederungsmassnahmen, soweit
(Abs. 1)
:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähig
keit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhal
ten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelne
n Massnahmen er
füllt sind
.
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Ausübung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festle
gung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Er
werbs
lebens zu berücksichtigen (Abs.
1
bis
). Nach Massgabe der Art.
13 und 21
IVG
besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig von der Möglich
keit einer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in den Aufg
abenbereich (Abs.
2). Nach Massgabe von Art
.
16 Abs
.
2
lit.
c
IVG
besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig davon, ob die Eingliederungsmassnahmen not
wendig sind oder nicht, um die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, zu er
halten oder zu verbessern (Abs.
2
bis
).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen
gemäss Abs. 3 in
me
dizinischen Massnahmen (lit. a),
Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die
be
rufliche Eingliederung (lit.
a
bis
),
Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsverm
ittlung, Kapital
hilfe; lit. b) und in
der Abgabe von Hilfsmitteln (lit.
d).
2.2
Gemäss
Art.
21 IVG hat die versicherte Person im Rahmen einer vom Bundes
rat aufzustellenden Liste Anspruch auf jene Hilfsmittel, deren sie für die Ausübung der Erwerbstätigkeit oder der Tätigkeit im Aufgabenbereich, zur Erhaltung oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit, für die Schulung, die Aus- und Weiterbildung oder zum Zwecke der funktionellen Angewöhnung bedarf (Abs. 1). Versicherte, die infolge ihrer Invalidität für die Fortbewe
gung, für die Herstellung des Kontaktes mit der Umwelt oder für die Selbst
sorge kostspieliger Geräte bedürfen, haben im Rahmen einer vom Bundesrat aufzustellenden Liste ohne Rücksicht auf die Erwerbsfähigkeit Anspruch auf solche Hilfsmittel (Abs. 2). Die Versicherung gibt die Hilfsmittel zu Eigentum oder leihweise in einfacher und zweckmässiger Ausführung ab. Ersetzt ein Hilfsmittel Gegenstände, die der Versicherte auch ohne Invalidität anschaffen müsste, so hat er sich an den Kosten zu beteiligen (Abs. 3). Der Bundesrat kann vorsehen, dass der Versicherte ein leihweise abgegebenes Hilfsmittel nach Wegfall der Anspruchsvoraussetzungen weiter verwenden darf (Abs. 4).
2.3
Die Befugnis zur Aufstellung der Hilfsmittelliste und zum Erlass ergänzender Vorschriften im Sinne von
Art.
21
Abs.
4 IVG hat der Bundesrat in
Art.
14
der Verordnung über die Invalidenversicherung an das Eidgenössische
De
partement des Innern übertragen, welches die Verordnung über die Abgabe von
Hilfsmitteln durch die Invalidenversicherung (HVI) mit anhangsweise auf
geführter Hilfsmittelliste erlassen hat. Laut
Art.
2 HVI besteht im Rahmen der im Anhang aufgeführten Liste Anspruch auf Hilfsmittel, soweit diese für die Fortbewegung, die Herstellung des Kontaktes mit der Umwelt oder für die Selbstsorge notwendig sind (
Abs.
1). Anspruch auf die in dieser Liste mit * be
zeichneten Hilfsmittel besteht nur, soweit diese für die Ausübung einer Erwerbstätigkeit oder die Tätigkeit im Aufgabenbereich, für die Schulung, die Ausbildung, die funktionelle Angewöhnung oder für die in der zutreffenden Ziffer des Anhangs ausdrücklich genannte Tätigkeit notwendig
sind (Abs. 2; BGE 122 V 212 E.
2a).
2.
4
Gemäss Ziff. 5.07 HVI-Anhang sind Hörgeräte bei Schwerhörigkeit abzuge
ben,
sofern das Hörvermögen durch ein solches Gerät namhaft verbessert wird und die versicherte Person sich wesentlich besser mit der Umwelt ver
ständigen kann. Die versicherte Person hat Anspruch auf eine Pauschalver
gütung, die höchstens alle 6 Jahre beantragt werden kann
. Die Pauschale für eine binaurale Versorgung beträgt Fr. 1‘650.--, dies ohne Reparaturen und Batteriekosten. Gemäss
Ziff.
5.07.2 HVI-Anhang
(Härtefallregelung Hörgerä
teversorgung)
legt d
as Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) fest, in welchen Fällen über der Pauschale nach Ziffer 5.07 liegende Beiträge an binaurale Versorgungen ausgericht
et werden können.
2.
5
Im Hinblick auf die Umsetzung der HVI beauftragte das BSV die Kommission für Audiologie und Expertenwesen der Schweizerischen Gesellschaft für Oto-
Rhino-Laryngologie, Hals- und Gesichtschirurgie mit der Erstellung der „Richt
linien für ORL-Expertenärzte zum Abklärungsauftrag zur Vergütung
von Hörgeräten durch die Sozialvers
icherungen IV und AHV“ (www.orl
hno.
ch
- Für Patienten - Informationen & Links), welche ab 1. Juli 2011 gül
tig erklärt
und per
1. Januar 2016 revidiert wurden.
Sodann machte das BSV Gebrauch von seiner Befugnis, die Härtefälle bzw. Übernahme der Mehrkosten über dem Pauschalbetrag zu regeln. Gemäss Rz 2053
*
seines Kreisschreibens über die Abgabe von Hilfsmitteln durch die Invalidenversicherung (KHMI, in der ab
1.
Januar 2013 geltenden Fassung, Stand per
1.
Januar 201
6
) ist die Härtefallregelung nur anwendbar, wenn der Versorgungsaufwand und die daraus resultierenden Kosten eine durch
schnitt
liche, einfache und zweckmässige Versorgung in unzumutbarer Weise übersteigen. Voraussetzung ist, dass die versicherte Person einer Erwerbs
tätigkeit bzw. Tätigkeit im Aufgabenbereich nachgeht oder in Schulung bzw. Ausbildung steht. Eine Zusprache der Härtefallregelung bedeutet, dass die invaliditätsbedingten Mehrkosten über dem Pauschalbetrag, aber immer noch im Rahmen einer einfachen und zweckmässigen Versorgung, durch die Inva
lidenversicherung übernommen werden können. Erläuternd und ergänzend hierzu erliess das BSV IV-Rundschreiben, konkret Nr. 304 vom 2
3.
Dezember 2011
und Nr. 342 vom 14. Dezember 201
5.
Darin listete es vorab die für die
Beurteilung eines Härtefalls massgeblichen audiologisch-medizinischen Kri
te
rien auf, die zusammen mit den HNO-Kliniken ausgearbeitet wurden, wel
che die versicherten Personen untersuchen. Die Kriterien werden laufend an
ge
passt.
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene leistungsabweisende Verfügung vom 31. Oktober 2016 (Urk. 2) damit, dass ein Beitrag an die über dem Pauschalbetrag für Hörgeräte liegenden Kosten vergütet werde. Dienst
leistungspakete oder -pauschalen, bei denen wie vorliegend nicht er
sichtlich sei, welche Dienstleistungen diese enthalten würden, könnten hin
gegen nicht übernommen werden. Es könnten nur die effektiven Kosten bis zur Abgabe der Hörgeräte übernommen werden. Diese würden Fr. 631.80 betragen. Die Nachbetreuung sei bereits in der Pauschale sowie der Mehr
kostenübernahme inbegriffen. Im Laufe des Verfahrens ergänzte sie (Urk. 6), eine allfällige Jus
tierung während der Laufzeit gestalte sich bei der Normal
versorgung wie im Härtefall vornehmlich gleich. Die Servicekosten für den Zeitraum ab Abgabe bis zur Neuversorgung würden pauschal abgegolten. Sollte sich der gesund
heitliche Zustand tatsächlich derart verschlechtern wie geltend gemacht, so sei diesem Umstand mit einer vorzeitigen Neuversor
gung zu begegnen.
3
.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1),
seit mindestens 1997 leide er an einer progredienten Innenohrschwerhörig
keit und habe seither Anspruch auf eine Hörgeräteversorgung durch die Be
schwerdegegnerin. Nachdem er am 30. Juni 2015 Antrag auf eine Hörgeräte-
Nachfolgeversorgung mit FM-Anlage gestellt habe, habe ihm die Beschwer
d
e
gegnerin Kostengutsprache für eine FM-Anlage und für die Pauschale für eine
beidseitige
Hörgeräteversorgung (
Fr.
1‘650.--) erteilt. Gestützt auf die Härte
fallregelung
habe sie ihm zusätzlich einen Kostenbeitrag von Fr. 4‘300.-- an die Hörgeräte sowie Fr. 631.80 für die bis zur Abgabe der Geräte aufge
laufenen Servicekosten in Aussicht gestellt. Die Übernahme der gesamten Kosten für das beantragte Dienstleistungspaket zur Deckung aller künftig anfallenden Nachbetreuungskosten bis zur nächsten Neuversorgung habe sie hingegen abgelehnt (S. 2-4).
Die heute geltende Pauschalbeiträge-Regelung für die Standardversorgung be
rücksichtige einen Betrag für Serviceleistungen, welche erst nach der Ab
gabe anfallen. Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb Versicherte, die auf eine
komplexere Hörgeräteversorgung unter der Härtefallregelung angewiesen seien
, für ihre nach der Erstanpassung anfallenden Dienstleistungskosten selber aufkommen müssten. Im Gegensatz zu Hörgerätebezügern mit einer Standardversorgung habe der Beschwerdeführer nicht die Wahl, welches Gerät er anschaffen und welchen überzähligen Betrag er für spätere Service
leistungen aufheben wolle, da die Kostenvergütung exakt auf ein bestimmtes, für ihn zweckmässiges Hörgerät erfolge. Damit würden von vornherein sämt
liche nach der Erstanpassung anfallende Servicekosten ungedeckt blei
ben. Sein Gehör verschlechtere sich kontinuierlich, weshalb immer wieder mit Anpassungen und dadurch anfallenden Servicekosten zu rechnen sei (S. 5 f.). Im Laufe des Verfahrens ergänzte er (Urk. 10), da bei der Härtefallre
gelung keine Pauschale zur Auszahlung komme, sondern die bis und mit Er
stan
passung tatsächlich angefallenen Kosten vergütet würden, sei systemim
ma
nent, dass kein Betrag für spätere Servicekosten zur Verfügung stehe. Dass ihm vorliegend zunächst die Pauschale zugesprochen und anschliessend die Härtefallabgabe bejaht worden sei, ändere nichts daran. Der Pauschalbe
trag sei im Rahmen der Härtefallanerkennung erhöht worden bis zum Betrag der tatsächlich für die Anschaffung der Hörgeräte und die Erstanpassung an
gefallenen Kosten. Eine Pauschale, in welcher die Anpassungs- und Service
kosten während der Laufzeit inkludiert wären, sei eben gerade nicht ausge
richtet worden. Es bestehe eine Ungleichbehandlung zwischen Versicherten, die der Pauschalabgabe unterständen, und Versicherten, bei welchen die Härtefallregelung zum Tragen komme. Diese Ungleichbehandlung entbehre einer klaren gesetzlichen Grundlage.
4.
Gemäss Härtefallgutachten vom 15. Dezember 2015 wird
aus ärztlicher Sicht
empfohlen, die Kosten
der Hörgeräte-Versorgung im Rahmen der Härtefall
re
gelung zu über
neh
men (Urk. 7/59). Nachdem mehrere Härtefallkriterien erfüllt
sind, hat die Be
schwerdegegnerin die Kosten der beiden Hörgeräte, eines C-Shell
P-Hörers sowie eines TV Sets von
Fr.
5‘950.-- vorliegend zu Recht übernommen (Pau
schalbeitrag von
Fr.
1‘650.-- sowie im Rahmen der Härte
fall
prüfung weitere
Fr.
4‘300.--;
Urk.
7/50 und
Urk.
2).
In Bezug auf die Kosten des Dienstleistungspakets komplett, Anpassung und alle Nachkontrollen für 6 Jahre, von
Fr.
2‘050.-- (vgl. Urk. 7/62/3) hat sie hin
gegen lediglich die Übernahme der bis zur Abgabe der Hörgeräte effektiv angefallenen Kosten von
Fr.
631.80
(vgl. Urk. 7/64)
angeordnet. Umstritten und nachfolgend zu prüfen bleibt, ob die Beschwerdegegnerin den Restbetrag des Dienstleis
tungspakets von
Fr.
1‘418.20, mit welchem die Kosten
einer all
fällig notwen
digen Nachbetreuung durch den Akustiker pauschal abgegolten werden, eben
falls zu übernehmen hat.
5.
5.1
Die Standardpauschale für Hörgeräte bei einer binauralen Versorgung beträgt ungeachtet der effektiven Kosten
Fr.
1‘650.--, dies inklusive alle
r
während sechs Jahren anfallenden Kosten (Sach- und Dienstleistung), ausser den Batterie- und Reparaturkosten (Faktenblatt des Bundesamtes für Sozialver
sicherungen vom 2
5.
Mai 2011).
Beiträge an Reparaturen werden nur ausge
richtet, wenn der IV-Stelle eine entsprechende Rechnung eingereicht wird (Rz 2044 KHMI).
Bei Bejahung eines Härtefalls übernimmt die Beschwerdegegnerin nur, aber
immerhin die Kosten der im Einzelfall erforderlichen Hörgeräteversorgung bis
zur Abgabe der Geräte
. Dabei wird in der Regel zunächst die Pauschale von Fr. 1‘650.-- entrichtet, anschliessend werden die über der Pauschale lie
gen
den Mehrkosten des Geräts sowie die Erstanpassungskosten beglichen. Auch die
Kosten des Hörgeräts sowie der Erstanpassung s
ind nachzuweisen.
5.2
Der Beschwerdeführer beantragte vorliegend die Übernahme von Fr. 1‘418.20 für den ungedeckten Betrag des Dienstleistungspakets, mithin von einem Pauschalbetrag, welcher unabhängig von den tatsächlich in Anspruch ge
nommenen Serviceleistungen des Akustikers anfällt.
Der Nachweis, ob und welche Dienstleistungen tatsächlich anfallen, ist damit nicht möglich. Wie bereits dargelegt, werden sowohl die Kosten der Hörgeräteversorgung inklu
sive der Erstanpassung in einem Härtefall als auch die Reparaturen der Hörgeräte nur gegen Vorlage einer entsprechenden Rechnung vergütet. Es ist nicht einzusehen, weshalb bei einer Nachversorgung im Härtefall kein Nach
weis der damit verbundenen Aufwände erforderlich sein sollte. Für e
ine pau
schale Übernahme noch gar nicht angefallener
und damit nicht ausge
wie
sener Kosten bis zu einem Höchstbetrag von vorliegend insgesamt Fr. 1‘418.2
0
bleibt folglich kein Raum. Auch bei Anwendung der Härtefallre
gelung können
nur die effektiven Kosten, bei welchen ersichtlich ist, welche Dienstleis
tung
en dafür erbracht wurden,
übernommen
werden
.
Eine Un
gleichbe
hand
lung zu Versicherten mit einer Standardversorgung ist nicht auszumachen. Die Be
schwerdegegnerin hat damit
die vor der Abgabe der Geräte angefallenen
und mit einer Kostenaufstellung des Akustikers ausge
wiesenen
Serviceleis
tungen
(vgl. Urk. 7/63 und Urk. 7/64) zu Recht bezahlt. Ebenso zu Recht hat sie jedoch mangels belegter Notwendigkeit die Vergütung der weiteren Fr. 1‘418.20 des Dienstleistungspakets verweigert.
5.3
Der Beschwerdeführer machte geltend, sein Gehör verschlechtere sich konti
nu
ierlich, weshalb immer wieder mit Anpassungen und dadurch anfallenden
Servicekosten zu rechnen sei. Soweit ersichtlich, waren entsprechende Dienst
leistungen des Akustikers jedoch bislang nicht erforderlich. Ob die Beschwer
degegnerin allfällige zukünftig anfallende
, begründete
Anpassungs- und Serviceleistungen
des Akustikers, welche
im Sinne der Invaliden
-
versicherung zweckmässig und erforderlich sind, zu übe
rnehmen hat, ist nicht in diesem
Verfahren zu entscheiden, da diese Frage nicht Anfechtungsgegenstand bildet
.
Die Beschwerde ist damit abzuweisen.
6.
Die Kosten des Verfahrens (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) sind auf
Fr. 5
00.-- fest
zusetzen und
ausgangsgemäss
de
m
Beschwerdeführer aufzuerlegen.