Decision ID: b8fef0c9-c616-4ea8-98ba-4e623829521f
Year: 2019
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_003
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law

Sachverhalt: Urteil des Verwaltungsgerichts [VGU] S 14 181 vom 24.
November 2015).
2. Bereits am 22. Oktober 2010 hatte sich A._ bei der IV-Stelle des
Kantons Graubünden (fortan IV-Stelle) zum Bezug von IV-Leistungen
angemeldet.
3. Im Nachgang zum Urteil VGU S 14 181 i.S. Beschwerde A._ gegen
Zwischenverfügung IV-Stelle betreffend polydisziplinäre Begutachtung,
welche vom Verwaltungsgericht abgewiesen wurde, veranlasste die IV-
Stelle eine polydisziplinäre Begutachtung im ABI Basel.
4. Laut polydisziplinärem ABI-Gutachten vom 23. Februar 2017 wurde
A._ im Zeitraum von Oktober 2016 bis Ende Januar 2017
psychiatrisch, rheumatologisch, neurologisch, opthalmologisch und
otorhinolaryngologlisch untersucht, woraus folgende Diagnosen mit
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit resultierten:
 Chron zervikospondylogees bis zervikozepahles/zervikofrontales Schmerzsyndrom [...]  Chron lumbospondylogenes Schmerzsyndrom [....]  Chron costales/thorakales Schmerzsyndrom [....]  Leichtgradiges Schulterimpingementsyndrom rechts [....]  Chron Kniegelenksbeschwerden links bei St.n. traumatischer Kniegelenksdistorsion links mit
Ruptur des hinteren Kreuzbandes und Zerrung der lateralen und kollateralen Ligamente beim Unfallereignis 21.04.10 [....]
 Chron Kniegelenksbeschwerden rechts [....]  Rez depr Störung, ggw leichte bis mittelgradige Episode [.....]  Chron Schmerzstörung mit somatischen und psych Faktoren[....]  Periphere vestibulo-cochleäre Funktionsstörung links [....]  Schallempfindungsschwerhörigkeit bds [....]  Tinnitus bds [....]
Ausserdem wurden verschiedene Diagnosen ohne Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit gestellt.
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Zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit wurde festgehalten, dass A._ seit
dem Unfall 2010 eine bleibende volle Arbeitsunfähigkeit für die
angestammte und für andere körperlich mittel- bis schwerbelastende
Tätigkeiten attestiert werde. Für körperlich leichte, angepasste Tätigkeiten
sei er zu 50 % arbeitsfähig, idealerweise auf 2 x 2 Std. pro Tag verteilt. Die
Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht von 80 %, ganztags mit der
Möglichkeit zu vermehrten Pausen, und aus rheumatologischer Sicht von
50 %, würde sich nicht addieren, sondern ergänzte sich. Es könnten die
gleichen Zeitabschnitte zum Einlegen vermehrter Pausen verwendet
werden. Die interdisziplinär abgeklärte Arbeitsfähigkeit in adaptierter
Tätigkeit sei seit Januar 2011 gegeben.
5. Im Abschlussbericht vom 20. April 2017 stellte Dr. med. B._ des
regionalen ärztlichen Dienstes (RAD-Arzt) auf das ABI-Gutachten ab.
6. Gemäss Verfügung vom 14. September 2017 führte die IV-Stelle ein
Vorbescheidverfahren durch, wogegen A._ am 2. Oktober 2017
Einwand erhob.
7. Mit Verfügung vom 12. April 2018 teilte die IV-Stelle A._ mit, dass er
ab 1. April 2011 Anspruch auf eine halbe IV-Rente bei einem
Invaliditätsgrad (IV-Grad) von 54 % habe. Begründend wurde vorgebracht,
dass A._ seit Beginn des Wartejahrs am 21. April 2010 in der
Arbeitsfähigkeit erheblich eingeschränkt sei. Es bestünden sowohl unfall-
als auch krankheitsbedingte Beschwerden. Als Betonmaschinist sei er
nicht mehr arbeitsfähig; in leichter, wechselbelastender, mehrheitlich
sitzender Tätigkeiten sei er zu 50 % arbeitsfähig. Das Valideneinkommen
für 2017 als Betonmaschinist habe (indexiert) Fr. 74'233.--, das
Invalideneinkommen (laut LSE 2014, Kn 1, männlich, Leistungsfähigkeit 50
%, indexiert) Fr. 34'018.95 betragen, woraus ein IV-Grad von 54 %
resultiere. Dem Einwand vom 2. Oktober 2017 wurde entgegengehalten,
dass auf das ABI-Gutachten abzustellen sei und dieses voll beweiswertig
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sei. Die früheren psychiatrischen Abklärungen des PDGR sowie das
psychiatrische Gutachten der SUVA könnten das psychiatrische
Teilgutachten des ABI nicht erschüttern. Es sei nicht zu beanstanden, dass
der ABI-Teilgutachter und die IV-Stelle bei einer Arbeitsfähigkeit von 4 Std.
pro Tag von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen seien. Bei einem
üblichen Arbeitstag von 8 Std. und 24 Minuten (42 Std./Wo) seien
normalerweise 30 Minuten (2 x 15 Minuten) Pause inbegriffen. Die
Nettoarbeitszeit betrage somit nicht ganz 8 Std. pro Tag. Beim
Invalideneinkommen sei kein separater Leidensabzug vorzunehmen.
Selbst bei einem Leidensabzug von 10 % würde unverändert Anspruch auf
eine halbe IV-Rente bestehen (Invalideneinkommen Fr. 30'617.05 ergäbe
IV-Grad von 59 % [58.76 %]).
8. Dagegen erhob A._ (hiernach Beschwerdeführer) am 14 Mai 2018
Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit den
Begehren um Aufhebung der angefochtenen Verfügung und Gewährung
mindestens einer Dreiviertelsrente ab 1. April 2011. Das festgelegte
Valideneinkommen von Fr. 74'233.-- sowie die Anwendung der LSE 2014,
Kn. 1, für die Ermittlung des Invalideneinkommens würden akzeptiert.
Kritisiert wurde hierzu aber, dass die angerechneten Arbeitsstunden zu
hoch ausgefallen seien und zu Unrecht ein Leidensabzug verneint worden
sei. Gemäss ABI-Gutachten sei der Beschwerdeführer 2 x 2 Std. pro Tag
arbeitsfähig, was einer Leistungsfähigkeit von 50 % - bei Annahme einer
40 Std.-Woche – entspreche. Bei einer täglichen Arbeitszeit von max. 4
Std. seien keine Pausen inbegriffen (Art. 15 Abs. 1 ArG). Der
Beschwerdeführer habe somit keinen Anspruch auf Pausen; diese zählten
nicht zur Arbeitszeit und müssten daher von Gesetzes wegen nicht bezahlt
werden. Es sei daher auch keine Anrechnung als Invalideneinkommen
zulässig. Bei der Festlegung des Invalideneinkommens nach LSE sei somit
von 40 und nicht 41.7 Std. pro Woche auszugehen. Es ergebe sich damit
– noch ohne Leidensabzug – ein Invalideneinkommen von Fr. 32'523.30
(Fr. 5'312.-- x 12 x 50, zzgl. Teuerung). Gehe das Gericht von einer 41.7
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Std.-Woche aus, würde die Arbeitsfähigkeit bei einer täglichen Arbeitszeit
von 4 Std. nur 48 % betragen. Dies ergäbe – ebenfalls noch ohne
Leidensabzug – ein Invalideneinkommen von Fr. 32'549.30 (Fr. 5'312.-- :
40 x 41.7 x 12 x 48, zzgl. Teuerung). Vorliegend sei ein Leidensabzug von
mind. 15 % zu gewähren. Die LSE stelle auf gesunde Arbeitskräfte ab.
Beim Beschwerdeführer lägen verschiedene behinderungsbedingte
Umstände vor, die nicht bereits in der medizinischen Arbeitsfähigkeit
erfasst seien. Dazu kämen sprachliche Schwierigkeiten sowie
eingeschränkte berufliche und schulische Ausbildung. Unter
Berücksichtigung all dieser Umstände sei deshalb ein Leidensabzug von
mind. 15 % zu gewähren. Damit belaufe sich der IV-Grad auf 62.76 % (bei
Valideneinkommen Fr. 74'233.--; Invalideneinkommen Fr. 27'644.80), was
zu einer Dreiviertelrente berechtige.
9. In der Vernehmlassung vom 31. Mai 2018 beantragte die IV-Stelle
(hiernach Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde. An der
Begründung in der angefochtenen Verfügung werde festgehalten.
Hinsichtlich der angerechneten Arbeitsstunden werde auf VGU S 10 172
E.4c verwiesen. Die Aussage der Gutachter, dass die Restarbeitsfähigkeit
von 50 % idealerweise auf zwei zweistündige (2 x 2) Tranchen aufzuteilen
sei, ergebe sicherlich keine Arbeitsfähigkeit von weniger als 50 %. Die
übliche durchschnittliche Arbeitszeit von 8 Std. pro Tag enthalte auch
Arbeitspausen. Die pro Tag geleistete Arbeitszeit betrage damit im
Durchschnitt eher weniger als 8 Stunden.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.1. Nach Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) sind Verfügungen der kantonalen
IV-Stellen direkt vor dem Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle
anfechtbar. Die Verfügung der IV-Stelle des Kantons Graubünden vom 12.
- 6 -
April 2018 stellt somit ein taugliches Anfechtungsobjekt für ein Verfahren
vor dem Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden dar. Die sachliche
Zuständigkeit ergibt sich aus Art. 57 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in
Verbindung mit Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Als Adressat der
angefochtenen Verfügung ist der Beschwerdeführer berührt und weist ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung auf (Art. 59
ATSG). Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde
ist somit einzutreten.
1.2. Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer ab dem 1. April 2011
nach Art. 29 Abs. 1 IVG (6 Monate nach erfolgter Anmeldung am 22.
Oktober 2010) Anspruch auf eine Dreiviertel- anstatt halben IV-Rente hat.
Im Streit liegt insbesondere die Berechnung des Invalideneinkommens.
Umstritten sind dabei einerseits die angerechneten zumutbaren
Arbeitsstunden in adaptierter Tätigkeit und andererseits die Frage, ob ein
Leidensabzug vorzunehmen sei oder nicht. Demgegenüber sind die
Anwendung der LSE 2014, Kompetenzniveau 1, beim
Invalideneinkommen, das Valideneinkommen von Fr. 74'233.-- und die
100%ige Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers in angestammter
Tätigkeit als Betonmaschinist unbestritten. Ebenfalls nicht (mehr) streitig ist
der Beweiswert des ABI-Gutachtens vom 23. Februar 2017, welchem hier
somit volle Beweiskraft zukommt.
2.1. Als Invalidität gilt die durch einen körperlichen oder geistigen
Gesundheitsschaden verursachte, voraussichtlich bleibende oder längere
Zeit dauernde Erwerbsunfähigkeit (vgl. Art. 8 ATSG i.V.m. Art. 4 IVG). Bei
erwerbstätigen Versicherten erfolgt die Ermittlung der Invalidität in der
Regel nach der Methode des Einkommensvergleichs (Art. 16 ATSG; Art.
28a Abs. 1 IVG). Bei dieser Methode wird das gegenwärtig trotz
Behinderung noch zumutbare Erwerbseinkommen mit jenem ohne
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Behinderung verglichen, wobei die daraus resultierende Differenz in
Prozenten den Invaliditätsgrad (IV-Grad) ergibt. Ist eine versicherte Person
danach mindestens 40 % invalid, so hat sie Anspruch auf eine
Viertelsrente, bei mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei mindestens
60 % auf eine Dreiviertelsrente und ab 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs. 2 IVG). Für die Festsetzung des IV-Grads kommt es in erster Linie auf
die wirtschaftliche Erwerbsunfähigkeit und nicht auf die medizinisch-
theoretische Arbeitsunfähigkeit an (PVG 2005 Nr. 11, 1982 Nr. 80; BGE
132 V 393 E.2.1). Ohne zuverlässige und beweistaugliche Festlegung der
graduellen Arbeitsfähigkeit durch die Ärzte und Spezialisten ist eine seriöse
und sachgerechte Ermittlung der Erwerbsunfähigkeit (IV-Grad) jedoch zum
Voraus gar nicht möglich (BGE 125 V 21 E.4, 122 V 157 E.1c, 115 V 133
E.2).
2.2. Um beurteilen zu können, in welchem Umfang und bezüglich welcher
Tätigkeiten einem Versicherten noch oder überhaupt eine Erwerbstätigkeit
zugemutet werden kann, sind die Verwaltung und das im Beschwerdefall
angerufene Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls andere Fachleute zur Verfügung stellen. Dabei können sich
die IV-Stellen und im Streitfall die Sozialversicherungsgerichte auf die
Regionalen Ärztlichen Dienste (Art. 59 Abs. 2bis Satz 1 IVG), auf die
Berichte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte oder auf externe
medizinische Sachverständige abstützen (Art. 59 Abs. 3 IVG). Die Aufgabe
des Arztes besteht darin, den Gesundheitszustand zu beurteilen und −
wenn nötig − seine Entwicklung im Laufe der Zeit zu beschreiben, d.h. mit
den Mitteln fachgerechter ärztlicher Untersuchung unter Berücksichtigung
der subjektiven Beschwerden Befunde zu erheben und gestützt darauf eine
Diagnose zu stellen. Hiermit erfüllt der Arzt seine genuine Aufgabe, wofür
die Verwaltung und im Streitfall das Gericht nicht kompetent sind.
2.3. Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel zu
würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und
- 8 -
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und
Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an
förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen.
Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Gericht alle
Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen
und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine
zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten.
Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen
Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial
zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht
auf die andere medizinische These abstellt (BGE 125 V 351 E.3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt,
in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der
Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des
Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a).
Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die
Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder
in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE
125 V 351 E.3a, 122 V 157 E.1c). Dennoch hat es die Rechtsprechung mit
dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in
Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten
Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (BGE 125 V 351 E.3b, 118
V 286 E.1b, 112 V 30 E.1a). Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens
eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten, welche aufgrund
eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in
die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu
schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle
Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die
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Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 E.1.3.4,
125 V 351 E.3b/bb). In Bezug auf Berichte von Hausärzten darf und soll
der Richter auch der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass
Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten
aussagen (BGE 135 V 465 E.4.3.2, 4.4 und 4.5, 125 V 351 E.3a und 3b).
Sodann kommt auch Berichten/Gutachten versicherungsinterner Ärzte
Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar
begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre
Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in
einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht
schon auf mangelnde Objektivität oder Befangenheit schliessen. Es bedarf
vielmehr besonderer Umstände, die das Misstrauen in die Unparteilichkeit
der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf
die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im
Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des
Gutachters allerdings ein strenger Massstab anzulegen (BGE 125 V 351
E.3b, 122 V 157 E.1c). Bestehen auch bloss geringe Zweifel an der
Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen
Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE
135 V 465 E.4.3.2 und 4.4; Urteil des Bundesgerichtes 8C_245/2011 vom
25. August 2011 E.5.3).
3.1. In der angefochtenen Verfügung vom 12. April 2018, mit welcher ein
Anspruch auf eine halbe IV-Rente ab 1. April 2011 anerkannt wurde, stellte
die Beschwerdegegnerin auf eine 50%ige Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers in adaptierter Tätigkeit ab. Sie stützte sich dabei
insbesondere auf das externe polydisziplinäre ABI-Gutachten vom 23.
Februar 2017 ab, das auf persönlichen Abklärungen (psychiatrisch,
rheumatologisch, neurologisch, opthalmologisch und
otorhinolaryngologisch) des Beschwerdeführers durch spezialisierte
Teilgutachter beruhte und sämtliche Vorakten berücksichtigte (vgl. IV-act.
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238 S. 4-13 [Grauer Ordner]). Aus polydisziplinärer Sicht bestehe beim
Beschwerdeführer aufgrund der Diagnosen mit Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit (IV-act. 238 S. 45 f.) in adaptierter (d.h. leichte,
wechselbelastende, mehrheitlich sitzende) Tätigkeit noch eine
Arbeitsfähigkeit von 50 % ab Januar 2011, wobei die Arbeit idealerweise
auf 2 x 2 Std. pro Tag verteilt werden sollte (IV-act. 238 S. 47 f.).
3.2. Der Beschwerdeführer bringt dagegen vor, dass er laut ABI 2 x 2 Std. pro
Tag arbeitsfähig sei und dies laut Gutachter einer 50%igen Arbeitsfähigkeit
entspreche, womit sie von einer 40 Std.-Woche ausgegangen seien. Eine
Hochrechnung der Lohnangaben LSE auf eine 41.7 Std.-Woche sei
deshalb nicht zulässig, wenn eine 50%ige Arbeitsfähigkeit angenommen
werde. Bei der Ermittlung des Invalideneinkommens nach LSE sei somit
von einer 40 Std.-Woche auszugehen. Sollte das Gericht aber von einer
41.7 Std.-Woche ausgehen, betrage die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers bei 4 Std. Arbeit pro Tag umgerechnet nur noch 48 %.
3.3. Nach Auffassung des Gerichts sind diese Einwände unbegründet. Wie die
Beschwerdegegnerin zu Recht festhält, kann davon ausgegangen werden,
dass den ABI-Teilgutachtern bei der Festlegung und Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit die übliche, durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit
(zwischen 38.5 und 42.5 Std. pro Woche) nicht bewusst ist und sie auch
nicht danach unterscheiden, sondern sie gehen bei der Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit regelmässig von einem 8 Std.-Arbeitstag aus (vgl. VGU S
10 172 vom 13. Dezember 2011 E.4c und S 10 126 vom 11. Januar 2011
E.3a). Im ABI-Gutachten wird die Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit
wiederholt ausdrücklich und damit klar mit 50 % eingeschätzt (IV-act. 238
S. 32, insbesondere S. 47, 48, 49, und 50). Die Präzisierung, dass die
Arbeitsfähigkeit idealerweise auf 2 x 2 Std. pro Tag verteilt werden sollte,
ändert nichts an den 50 % und es ergibt sich daraus auch keine
Arbeitsfähigkeit von weniger als 50 %. Insbesondere für die gutachterliche
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit von 50 % trifft es nicht dazu, dass – wie
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der Beschwerdeführer geltend macht – bei der Ermittlung des
Invalideneinkommens die Hochrechnung auf eine 41.7 Std.-Woche
zwingend wäre bzw. deswegen von einer niedrigeren Arbeitsfähigkeit von
48 % auszugehen wäre. Daran ändern auch die Ausführungen des
Beschwerdeführers zu den Pausen von 2 x 15 Minuten pro Tag gemäss
Art. 15 Abs. 1 ArG nichts. Daraus folgt, dass das Invalideneinkommen 2017
– wie vom Beschwerdeführer anerkannt - nach der LSE 2014 (TA 1, Total,
Kn.1, männlich, Leistungsfähigkeit 50 %, indexiert) zu ermitteln ist und Fr.
34'018.95 (Fr. 5'312 : 40 x 41.7 x 12 x 0.5 [Leistungsfähigkeit] x 1.003674
[Teuerung 2015] x 1.01 [Teuerung 2016] x 1.01 [Teuerung 2017]) beträgt.
An der Höhe des Invalideneinkommens gibt es – mit Ausnahme der
Berücksichtigung eines allfällig gerechtfertigten Leidensabzugs (vgl. dazu
E.4, hiernach) – somit aber grundsätzlich nichts auszusetzen.
3.4. Werden das unbestrittene Valideneinkommen von Fr. 74'233.-- und das
korrekt ermittelte Invalideneinkommen von Fr. 34'018.95 einander
gegenüberstellt, ergibt dies eine Erwerbseinbusse von Fr. 40'214.05 bzw.
einen IV-Grad von 54 %, was nach Art. 28 Abs. 2 IVG einen Anspruch auf
eine halbe IV-Rente ab dem 1. April 2011 [laut Art. 29 Abs. 1 IVG] ergäbe.
4.1. Zu prüfen bleibt damit noch die allfällige Berücksichtigung und Aufrechnung
eines Leidensabzugs zum korrekt ermittelten Invalideneinkommen. Laut
gefestigter Rechtsprechung des Bundesgerichts hängt der Einbezug eines
Leidensabzugs von allen persönlichen und beruflichen Umständen des
Einzelfalles ab (wie leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre,
Nationalität, Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), die jeweils
nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind (BGE 134
V 322 E.5.2, 129 V 472 E.4.2.3, 126 V 75 E.5b/bb; Urteil des
Bundesgerichts 8C_381/2017 vom 7. August 2017 E.4.1). Ein derartiger
Abzug sollte aber nicht automatisch erfolgen, sondern nur dann, wenn im
Einzelfall genügend Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte
Person wegen eines oder mehrerer der genannten Merkmale die
- 12 -
gesundheitlich bedingte Restarbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen
Arbeitsmarkt nur noch mit unterdurchschnittlichem Erwerbserfolg
verwerten kann. Hinsichtlich der Überprüfung des Leidensabzugs ist die
Kognition des kantonalen Versicherungsgerichts nicht auf die
Rechtsverletzung beschränkt, sondern sie erstreckt sich auch auf die
Beurteilung der Angemessenheit der im konkreten Fall angefochtenen
Verwaltungsverfügung (BGE 137 V 71 E.5.2; MEYER/REICHMUTH,
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 3. Aufl., 2014, Art. 28a, Rz.
114 S. 350). Vorliegend gilt es zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin zu
Recht einen Leidensabzug verneint hat bzw. der Beschwerdeführer mit
Grund einen Leidensabzug von mindestens 15 % gefordert hat. Der Abzug
darf laut Rechtsprechung jedoch 25 % nicht übersteigen (BGE 135 V 297
E.5.2 mit Hinweisen).
4.2. In der angefochtenen Verfügung vom 12. April 2018 wurde ein allfälliger
Leidensabzug mit Verweis auf das ABI-Gutachten verneint. Gestützt darauf
sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer im Umfang der
Restarbeitsfähigkeit eine adaptierte Tätigkeit ausüben könne, ohne dass
eine künftige Arbeitgeberin weitere nennenswerte gesundheitlich bedingte
Einschränkungen des Leistungsvermögens zu gewärtigen hätte, weshalb
kein Leidensabzug gerechtfertigt sei. Allein die aus somatischer Sicht
einzuhaltenden Vorgaben würden die allgemeine wirtschaftliche
Verwertbarkeit des Restleistungsvermögens des Beschwerdeführers kaum
erheblich mindern. Auch der reduzierte Beschäftigungsgrad würde keinen
solchen Abzug rechtfertigen. Zudem wies die Beschwerdegegnerin noch
darauf hin, dass selbst bei einem Leidensabzug von 10 % kein Anspruch
auf eine höhere als eine halbe IV-Rente bestünde, da bei einem
Invalideneinkommen von Fr. 30'617.05 (inkl. LA 10 %) noch immer (bloss)
ein IV-Grad von 59 % [58.76 %] resultieren würde (vgl. im Sachverhalt Ziff.
7 in fine).
- 13 -
4.3. Der Beschwerdeführer bringt dagegen vor, dass unter Berücksichtigung
aller persönlichen und beruflichen Umstände mindestens ein Leidensabzug
von 15 % zu gewähren sei (vgl. im Detail Beschwerde Rz. 20 ff., mit
Hinweisen auf die Rechtsprechung). Der Beschwerdeführer sei vor dem
Unfall 2010 Schwerarbeiter gewesen, nun könne er lediglich noch leichte
Hilfsarbeitertätigkeiten verrichten, was für sich alleine einen Leidensabzug
von 10 % gerechtfertigt hätte. Weiter seien die qualitativen
Einschränkungen wegen auditiver Störungen und Schwindelsymptomatik
vom rheumatologischen Gutachter bei der Bemessung der
Leistungsfähigkeit nicht berücksichtigt worden. Bei Hilfsarbeiten im
Kompetenzniveau 1 seien repetitive Arbeiten am Fliessband oder
Kontrollarbeiten in lärmiger Umgebung zu erwarten. Aufgrund dieser
qualitativen Einschränkungen habe der Beschwerdeführer lohnmässig
relevante Nachteile hinzunehmen, da ihm ein Grossteil der Hilfsarbeiten
verwehrt sei. Ferner seien auch Einschränkungen bezüglich Gehleistung
und Gehfähigkeit nicht ins qualitative Zumutbarkeitsprofil eingeflossen. Die
noch zumutbare Tätigkeit müsse mehrheitlich sitzend ausgeführt werden.
Weitere rein qualitative Einschränkungen – wie regelmässiges Wechseln
der Arbeitsplatzposition und Vermeiden von Überkopfarbeiten – würden für
den Beschwerdeführer auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu finanziell
erheblichen Nachteilen führen. Sodann sei ein Teilzeitabzug (bei 50%iger
Arbeitsfähigkeit) zu gewähren. Die depressiven Störungen seien zumindest
als qualitative Einschränkungen anzuerkennen. Trotz adäquater
Behandlung sei die Rückfallgefahr erheblich. Aufgrund der bestehenden
depressiven Verstimmung und Konzentrationsstörungen müsse ein
potentieller Arbeitgeber mit verschiedenen Arbeitsausfällen rechnen.
Gemäss Rechtsprechung des Bundesgerichts (8C_536/2014) sei eine
eingeschränkte Leistungsfähigkeit, die über den ganzen Arbeitstag verteilt
erbracht werden müsse, lohnmässig relevant. Es sei deshalb ebenfalls ein
Leidensabzug gerechtfertigt. Hinzu kämen noch sprachliche
Schwierigkeiten und eine eingeschränkte berufliche und schulische
Ausbildung. Die LSE stelle auf gesunde Arbeitskräfte ab. Beim
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Beschwerdeführer lägen verschiedene behinderungsbedingte Umstände
vor, die nicht bereits in der medizinischen Arbeitsfähigkeit erfasst seien.
Unter Berücksichtigung aller Umstände sei deshalb ein Leidensabzug von
mindestens 15 % gerechtfertigt und vom Gericht zu gewähren.
4.4. Nach Auffassung des Gerichts sind die Einwände des Beschwerdeführers
nicht gänzlich unbegründet und deshalb noch näher zu behandeln. So ist
zwar zutreffend, dass dem Beschwerdeführer nur noch körperlich leichte
Tätigkeiten zumutbar sind und umgekehrt die angestammte Tätigkeit als
Betonbohrmaschinist nicht mehr in Frage kommt. Nichts Anderes ist auch
dem rheumatologischen Teilgutachten des ABI zu entnehmen, worin
festgehalten wurde, dass körperlich leichte, wechselbelastende,
mehrheitlich sitzende Tätigkeiten ohne repetitive Überkopfarbeiten mit dem
rechten dominanten Arm und ohne Verbindung mit regelmässigen
Gehleistungen möglich und zumutbar seien (vgl. im Detail IV-act. 238 S. 32
unten und S. 33 oben). Dies rechtfertigt jedoch entgegen des Einwands
des Beschwerdeführers keinen Leidensabzug, weil die gesundheitlichen
Einschränkungen bereits bei der Festsetzung der verbleibenden
Arbeitsfähigkeit von 50 % berücksichtigt wurden. Ein weiterer Einbezug der
gesundheitlichen Einschränkungen beim Leidensabzug würde somit eine
unzulässige doppelte Berücksichtigung darstellen (s. Urteile des
Bundesgerichts 8C_163/2015 vom 16. Juni 2015 E.3.2.2, 8C_678/2015
vom 9. Juni 2016 E.5.6 und 8C_12/2017 vom 28. Februar 2017 E.5.5.1).
Massgebend ist einzig, dass die dem Beschwerdeführer noch zumutbaren
leichten Tätigkeiten dem – eine Vielzahl von leichten und mittelschweren
Tätigkeiten umfassenden – Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1
zuzuordnen sind (Urteil des Bundesgerichts 9C_284/2018 vom 17. Juli
2018 E.2.2.1, welches die Beschwerde gegen VGU S 17 39 vom 13.
Februar 2018 zum Gegenstand hatte). Hingegen ist richtig, dass die im
otorhinolaryngologischen Teilgutachten (IV-act. 238 S. 44) aufgeführten
qualitativen Einschränkungen aufgrund der auditiven Problematik (keine
Tätigkeiten, die ein gutes Sprachverständnis unter Störungslärm
- 15 -
voraussetzen sowie keine Tätigkeiten unter erhöhtem
Umgebungsgeräuschpegel mit möglicher Zunahme der auditiven
Schwierigkeiten und möglicher Akzentuierung des Tinnitus für
Beschwerdeführer geeignet) sowie der Schwindelsymptomatik (keine
sturzgefährdete Tätigkeiten) nicht in die Beurteilung der
Restarbeitsfähigkeit aus rheumatischer Sicht eingeflossen sind. Ein Abzug
unter diesem Aspekt könnte durchaus berücksichtigt werden. Entgegen der
Auffassung des Beschwerdeführers wurde die eingeschränkte Gehleistung
und Gehfähigkeit aber bereits insofern berücksichtigt, als nur noch
körperlich leichte, wechselbelastende, mehrheitlich sitzende Tätigkeiten
zumutbar sind (IV-act. 238 S. 32 unten und S. 33 oben). Dem
Beschwerdeführer ist jedoch hinsichtlich des Einwands nicht zu folgen,
wonach die qualitativen Einschränkungen – mit der Möglichkeit die
Arbeitsposition regelmässig zu wechseln und keine Überkopfarbeiten
auszuführen – auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt im Vergleich mit
gesunden Arbeitnehmern zu lohnmässig relevanten Nachteilen führten.
Wie eingangs erwähnt, sind diese rheumatologischen Einschränkungen
bereits bei der Festsetzung der Arbeitsfähigkeit berücksichtigt worden.
Entgegen des Einwands des Beschwerdeführers besteht kein Anlass für
einen Abzug wegen psychischer Leiden (IV-act. 238 S. 16 ff.). Laut
Bundesgericht können nicht vorhersehbare und schwer kalkulierbare
Absenzen, wie sie durch Krankheitsschübe verursacht werden, einen
Tabellenlohnabzug rechtfertigen (SVR 2018 IV Nr. 62 [8C_178/2018]
E.4.2). Solches liegt hier aber nicht vor und ergibt sich auch nicht aus dem
psychiatrischen ABI-Teilgutachten. Aus der Tatsache, dass der
Beschwerdeführer bereits dreimal in einer psychiatrischen Klinik
hospitalisiert war (so 2012, 2014/15 und 2016 [vgl. IV-act. 238 S. 3 und S.
4 ff.; beschwerdeführerische Akten [Bf-act.] 3]) und seit dem 6. Juli 2016
an drei Halbtagen pro Woche die Allgemeinpsychiatrische Tagesklinik
einer Klinik besucht, kann nicht auf nicht vorhersehbare und schwer
kalkulierbare Absenzen geschlossen werden. Umgekehrt ist aber richtig,
dass die eingeschränkte Leistungsfähigkeit von 50 %, die über den ganzen
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Arbeitstag verteilt erbracht werden muss (2 x 2 Std. über ganzen Tag
verteilt [vgl. IV-act. 238 S. 48 unten]), aus betriebswirtschaftlicher Sicht
lohnmässig relevant ist (s. Urteile des Bundesgerichts 8C_552/2017 vom
18. Januar 2018 E.5.3.1 und 8C_536/2014 vom 20. Januar 2015 E.4.4).
Unter diesem Gesichtspunkt ist ein Abzug vorzunehmen. Entgegen der
Auffassung der Beschwerdegegnerin ist vorliegend der verminderte
Beschäftigungsgrad im Rahmen des Leidensabzugs zu berücksichtigen.
Gemäss der massgebenden LSE 2014 T18 (s. Gerichtsbeilage) verdienen
teilzeitbeschäftigte Männer ohne Kaderfunktion mit 50-74 % Pensum (Fr.
5'714.--) 5.85 % weniger als vollzeitlich beschäftigte Männer (Fr. 6'069.--).
Die Beschwerdegegnerin stützte ihre Angaben in der angefochtenen
Verfügung fälschlicherweise auf die LSE 2012. Bei einem zumutbaren
Pensum von 50 % ist somit ein Abzug unter dem Titel Beschäftigungsgrad
vorzunehmen. Im Übrigen rechtfertigen die geltend gemachten
sprachlichen Schwierigkeiten keinen Leidensabzug. Der
Beschwerdeführer ist seit dem Jahr 1990 in der Schweiz und seit 2005
besitzt er das Schweizer Bürgerrecht (IV-act. 2 S. 1 und IV-act. 238 S. 14).
Allfällige sprachliche Schwierigkeiten und allfällige mangelnde schulische
und berufliche Ausbildung sind mit der Wahl des tiefsten
Kompetenzniveaus 1 bereits berücksichtigt, weil Tätigkeiten auf dieser
Leistungsstufe weder sprachliche noch berufliche Fähigkeiten
voraussetzen (vgl. MEYER/REICHMUTH, a.a.O., Art. 28a Rz. 111 m.w.H.).
4.5. Unter Berücksichtigung der gesamten Umstände ist das
Verwaltungsgericht vorliegend zur Überzeugung gelangt, dass im Einzelfall
die gänzliche Verweigerung eines Leidensabzugs nicht rechtens ist. In
Würdigung und unter Einbezug der in E.4.4 erwähnten Gründe und
Überlegungen erachtet das Gericht hierzu ermessensweise einen
Leidensabzug von 10 % als angemessen. Dieser setzt sich einerseits aus
der tatsächlich geringer entlöhnten Teilzeitarbeit (Abzug 5 %) und
andererseits aus der effektiv unberücksichtigt gebliebenen
Schwindelsymptomatik (Abzug 5 %) zusammen. Daran ändert auch nichts,
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dass der Beschwerdeführer trotz Arbeitsfähigkeit (freiwillig) längere Zeit
nicht gearbeitet bzw. nicht berufstätig gewesen ist. Zudem war er zum
Zeitpunkt der Verfügung am 12. April 2018 erst 57-jährig und damit noch
weit unter 60 Jahren, weshalb sein Alter und seine lange Arbeitsuntätigkeit
hier auch nicht zu seinen Gunsten zu werten sind. Total ergibt sich damit
aber zusätzlich ein anrechenbarer Leidensabzug von 10 % auf das
Invalideneinkommen. Ein höherer Abzug von 15 %, 20 % oder gar maximal
25 % ist behinderungsbedingt nicht mehr vertretbar.
4.6. Werden das unbestrittene Valideneinkommen von Fr. 74'233.-- und das mit
einem Leidensabzug von 10 % angepasste Invalideneinkommen von Fr.
30'617.05 (Fr. 5'312. : 40 x 41.7 x 12 x 0.5 [Leistungsfähigkeit] x 0.9
[Leidensabzug] x 1.003674 [Teuerung 2015] x 1.01 [Teuerung 2016] x 1.01
[Teuerung 2017]) einander gegenüberstellt, führt dies im Ergebnis zu einer
Erwerbseinbusse von Fr. 43'615.95 bzw. einem IV-Grad von 59 % ([58.76
%]; zur Rundung vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_447/2017 vom 17.
Januar 2018 E.5.6, BGE 130 V 121 E.3.2), was gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG
einen Anspruch auf eine halbe IV-Rente (ab 1. April 2011) ergibt.
5.1. Die angefochtene Verfügung vom 12. April 2018 erweist sich damit im
Ergebnis als rechtmässig, was zu ihrer Bestätigung und zur Abweisung der
dagegen erhobenen Beschwerde vom 14. Mai 2018 führt.
5.2. Nach Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren – in Abweichung
von Art. 61 lit. a ATSG – bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder
Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem
kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Aufgrund des Ausgangs des
Beschwerdeverfahrens rechtfertigt es sich hier, dem unterliegenden
Beschwerdeführer die Gerichtskosten von Fr. 700.-- zu überbinden (vgl.
Art. 73 Abs. 1 VRG). Eine aussergerichtliche (Partei-) Entschädigung steht
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der obsiegenden Beschwerdegegnerin nicht zu (Umkehrschluss aus Art.
61 lit. g ATSG).