Decision ID: 7d02f056-8518-5597-9731-d4327b3b84fa
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer ersuchte am 30. September 2015 ein erstes Mal um
Asyl in der Schweiz.
Zur Begründung seines Gesuchs brachte er im Wesentlichen vor, er sei sri-
lankischer Staatsangehöriger tamilischer Ethnie und stamme aus dem Dis-
trikt Jaffna, Nordprovinz (Ortschaften B._ und zuletzt C._).
Im Jahre 2006 hätten Unbekannte, wohl Angehörige des Criminal Investi-
gation Department (CID), nach ihm gesucht, weshalb er nach D._
gegangen sei und dort bis 2015 als (...) gearbeitet habe. Kurze Zeit nach
seiner Rückkehr im April 2015 sei er von Personen, die sich als Angehörige
des CID ausgegeben hätten, entführt und unter Folter befragt worden, na-
mentlich zu seinen Gründen für die Ausreise nach D._ sowie zu
einem Freund, der früher für die Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE)
Waffen transportiert habe und seit 2008 verschwunden sei. Um den Schlä-
gen zu entgehen, habe er wahrheitswidrig angegeben, bei den Transporten
dabei gewesen zu sein sowie Waffen für die LTTE versteckt zu haben.
Nach der Entführung sei seine Familie wohl von CID-Angehörigen aufge-
sucht und nach ihm befragt worden.
B.
Mit Verfügung vom 11. März 2019 stellte das SEM fest, der Beschwerde-
führer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte sein Asylgesuch ab
und verfügte die Wegweisung aus der Schweiz sowie deren Vollzug.
Es begründete seinen Entscheid im Wesentlichen damit, die Vorbringen zu
den im (...) 2015 erlittenen Problemen seien nicht glaubhaft. Der Be-
schwerdeführer sei weder Mitglied der LTTE gewesen, noch habe er sich
bis zur Ausreise im Jahr 2006 für diese betätigt. Angesichts wenig unter-
mauerter Angaben sei nicht anzunehmen, er sei von CID-Angehörigen auf-
gesucht worden. Bei der Ausreise nach D._, während seines Auf-
enthalts dort sowie auch bei seiner Rückkehr habe er keine Probleme mit
den sri-lankischen Behörden geltend gemacht (Ausreise legal mit Reise-
pass, Visum und Arbeitsbewilligung für D._; keine Suche nach ihm
bei der Familie; problemlose Erneuerung des Reisepasses 2010/2011 bei
der sri-lankischen Botschaft in D._; kein Background Check am
Flughafen bei Rückkehr). Es sei demnach nicht davon auszugehen, er
habe zuvor im Visier der Behörden gestanden und figuriere auf einer «Stop
list». Die Angaben zum Grund seiner Festnahme und zu seiner Befragung
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(von Leuten verraten; Schwager sei bei seiner Entführung zum Beschwer-
deführer befragt worden; Festnahme wegen Besuchs der gleichen Klasse
mit einer der LTTE-Verbindung verdächtigten Person) seien nicht hinrei-
chend substantiiert und wenig nachvollziehbar. Es gebe auch keine kon-
kreten Anhaltspunkte für einen Zusammenhang zwischen der Entführung
des Schwagers und den behaupteten Problemen des Beschwerdeführers
(im Gegenteil Festnahme des Schwagers wegen politischer Aktivitäten;
nach Freilassung und Einreichung einer Beschwerde im (...) 2015 keine
Probleme mehr). Schliesslich seien die Aussagen zum Besuch von Perso-
nen bei seiner Familie nach seiner Entführung im (...) 2015 knapp ausge-
fallen und deren Zugehörigkeit zum CID werde lediglich vermutet.
C.
Die dagegen erhobene Beschwerde vom 11. April 2019 wies das Bundes-
verwaltungsgericht mit Urteil D-1731/2019 vom 7. Juni 2019 ab, soweit es
darauf eintrat.
Zur Hauptsache bestätigte es mehrheitlich die Ausführungen der Vo-
rinstanz zur fehlenden Glaubhaftigkeit der Asylvorbringen. Zwar sei selbst
nach längerer Zeit eine Verfolgung aufgrund einer vergangenen LTTE-Ver-
bindung nicht ausgeschlossen. Diese habe der Beschwerdeführer aber
auch auf Beschwerdeebene nicht glaubhaft machen können (nur frühere
Teilnahme an Heldentagsfeierlichkeiten; Bekanntschaft mit einigen LTTE-
Mitgliedern; nachgeschobene Hypothese über Preisgabe seines Namens
durch gefolterten Freund; keine Beweise über Entführung des Schwagers
seinetwegen oder umgekehrt; Beobachtung des Netzwerks des Schwa-
gers und in der Folge Verfolgung von ihm wenig überzeugend; familiäre
Verbindung allein nicht ausreichend, ebenso wenig pauschale Behaup-
tung, aufgrund Bekanntheit des Schwagers als Politiker sei dieser nicht
mehr festgenommen worden). Weiter enthielten die Schilderungen des Be-
schwerdeführers zur Festhaltung durchaus Details und gewisse Realkenn-
zeichen. Gesamthaft betrachtet dürften ihn aber andere als die vorge-
brachten Gründe zur Ausreise bewogen haben. Die ärztlichen Dokumente
vermöchten lediglich als Beweis der gesundheitlichen Probleme (Schmer-
zen an [...]), nicht jedoch deren Ursache zu dienen. Der Beschwerdeführer
weise schliesslich kein Risikoprofil auf, demnach er von den sri-lankischen
Behörden verdächtigt würde, den tamilischen Separatismus wieder aufle-
ben lassen zu wollen (keine Vorverfolgung; keine erkennbare Gefährdung
aufgrund des Schwagers; nur niederschwellige exilpolitische Tätigkeiten
durch Teilnahme an Demonstrationen, Heldentagsfeierlichkeiten, pro-tami-
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lischen Veranstaltungen sowie organisatorische Arbeiten in diesem Zu-
sammenhang; Zugehörigkeit zur tamilischen Ethnie, knapp vierjährige Lan-
desabwesenheit, Asylgesuchstellung in einem tamilischen Diasporaland
und Fehlen ordentlicher Reisepapiere nicht ausreichend; Registrierung auf
«Stop list» unwahrscheinlich).
D.
Mit Eingabe eines mandatierten Rechtsvertreters vom 14. Oktober 2019
ersuchte der Beschwerdeführer beim SEM um «Feststellung der Vollzugs-
hindernisse» und reichte einen Arztbericht vom 11. Oktober 2019 ein.
E.
Mit einer als «Zweites Asylgesuch resp. Mehrfachgesuch, eventualiter Wie-
dererwägungsgesuch, sub-eventualiter qualifiziertes Wiedererwägungsge-
such, sub-sub-eventualiter Revisionsgesuch» bezeichneten Eingabe des
rubrizierten Rechtsvertreters vom 12. November 2019 gelangte der Be-
schwerdeführer erneut an die Vorinstanz.
Zur Begründung seines Gesuchs machte er im Wesentlichen geltend, auf-
grund der neu eingereichten Beweismittel sei seine früher geltend gemach-
ten Gefährdung als glaubhaft zu erachten, weshalb das Verfahren wieder
aufzunehmen und die Glaubhaftigkeitsprüfung erneut vorzunehmen sei.
Ein Foto zeige seinen Schwager mit Basil Rajapaksa, einen Bruder von
Mahinda Rajapaksa (früherer Präsident Sri Lankas). Ersterer sei mutmass-
lich durch die sri-lankischen Behörden entführt und nach der Freilassung
zur Arbeit für die Partei des Rajapaksa-Clans gezwungen worden. Mit dem
Foto sei erstellt, dass er die Seiten gewechselt habe und ihn (den Be-
schwerdeführer) bei seiner Rückkehr denunzieren würde. Das zweite Foto
zeige zwei Personen mit Motorfahrradhelmen, eine davon mit Schlagstock,
und belege, dass er daheim vom CID gesucht worden sei. Das Referenz-
schreiben des Friedensrichters E._ vom 22. Oktober 2019 bestä-
tige die ihm drohende Gefahr bei einer Rückkehr. Das Schreiben des Dorf-
vorstehers vom 6. Juni 2019 bezeuge seine Festnahme durch das CID.
Aus dem Schreiben seiner Mutter vom 28. Juni 2018 gehe hervor, dass er
unter anderem am 28. April 2017 von Sicherheitskräften gesucht worden
sei. Der Anzeige des Vaters eines Freundes bei der Human Rights Com-
mission (HRC) vom 9. Juli 2008 sei zu entnehmen, dass der Sohn am Tag
zuvor durch unbekannte Personen entführt worden sei.
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Ferner habe sich die Sicherheits- und Menschenrechtslage insbesondere
für ethnische Minderheiten in Sri Lanka seit Herbst 2018 kontinuierlich ver-
schlechtert (vorerst erfolgloser Putschversuch des früheren Präsident Ma-
hinda Rajapaksa; Agieren des Rajapaksa-Clans im Hintergrund; Terroran-
schläge im April 2019; bevorstehende Präsidentschaftswahlen, aus denen
gemäss Prognosen die Partei des Rajapaksa-Clans als Sieger hervorge-
hen werde; Verhaftungen, Entführungen und Folter politisch engagierter
Tamilen). Mit seinem Profil (von den Behörden der Unterstützung der LTTE
verdächtigt und gesucht; längerer Auslandsaufenthalt; als abgewiesener
tamilischer Asylbewerber Angehöriger einer bestimmten sozialen Gruppe,
deren Mitglieder ein erhöhtes Risiko asylrelevanter Verfolgung aufwiesen)
sei er angesichts der veränderten Sicherheitslage nunmehr massiv gefähr-
det.
Mit seiner Eingabe reichte er die erwähnten Fotos als Ausdruck und die
weiteren Dokumente in Kopie zu den Akten.
F.
Mit Schreiben vom 24. Dezember 2019 forderte die Vorinstanz die beiden
Rechtsvertreter zur Bezeichnung einer gemeinsamen Zustelladresse auf
und verwies auf Art. 12 AsylG (SR 142.31).
G.
Mit E-Mail vom 7. Januar 2020 teilte der erste Rechtsvertreter mit, dass
das Mandatsverhältnis mit dem Beschwerdeführer beendet und alle wei-
tere Korrespondenz an den rubrizierten Rechtsvertreter zu richten sei.
H.
Mit Verfügung vom 22. Januar 2020 – eröffnet am 27. Januar 2020 – trat
das SEM auf die als Mehrfachgesuch entgegengenommene Eingabe vom
12. November 2019 funktional sowie materiell nicht ein, ordnete die Weg-
weisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz sowie deren Vollzug an
und erhob eine Gebühr von Fr. 600.–.
I.
Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 3. Februar 2020 erhob der Be-
schwerdeführer gegen diesen Entscheid Beschwerde beim Bundesverwal-
tungsgericht und ersuchte mit den als «Hauptanträge» bezeichneten Be-
schwerdevorbringen darum, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben
und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen,
eventualiter sei seine Flüchtlingseigenschaft festzustellen und ihm sei Asyl
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in der Schweiz zu gewähren, sub-eventualiter sei die Unzulässigkeit und/
oder Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und die vor-
läufige Aufnahme zu verfügen.
Als «Eventualanträge» für den Fall der Anhandnahme als Revisionsverfah-
ren beantragte er, das Urteil D-1731/2019 vom 7. Juni 2019 sei in Revision
zu ziehen, nach Aufhebung des Urteils sei im wiederaufzunehmenden Be-
schwerdeverfahren die Verfügung des SEM vom 11. März 2019 aufzuhe-
ben und seine Flüchtlingseigenschaft festzustellen sowie ihm Asyl zu ge-
währen, eventualiter sei die Unzulässigkeit und/oder Unzumutbarkeit des
Wegweisungsvollzugs festzustellen und die vorläufige Aufnahme zu verfü-
gen, sub-eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz
zurückzuweisen.
In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte er, die kantonale Migrations-
behörde sei anzuweisen, den Vollzug der Wegweisung auszusetzen. Zu-
dem ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege unter
Beiordnung seines Rechtsvertreters als amtlicher Rechtsbeistand.
Mit der Eingabe reichte er diverse Medienberichte sowie eine Unterstüt-
zungsbestätigung zu den Akten.
J.
Am 6. Februar 2020 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht den Ein-
gang der Beschwerde.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist zuständig für Beschwerden gegen
Verfügungen auf dem Gebiet des Asyls und entscheidet regelmässig – so
auch hier – endgültig (Art. 5 VwVG, Art. 31 ff. VGG, Art. 105 AsylG [SR
142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Es ist ausserdem zuständig für die Re-
vision von Urteilen, die es in seiner Funktion als Beschwerdeinstanz gefällt
hat (vgl. BVGE 2007/21 E. 2.1).
1.2 Prozessrechtlich geht die Prüfung eines Revisionsgesuches demjeni-
gen eines Mehrfachgesuches voraus, zumal das Gericht bei deren Gut-
heissung den früheren Entscheid aufheben und – auch unter Berücksichti-
gung weiterer Vorbringen – neu entscheiden würde (vgl. Art. 128 BGG;
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dazu sogleich E. 2). Das Bundesverwaltungsgericht prüft damit zunächst
die unter der Bezeichnung «Eventualanträge» geltend gemachten Anträge
in der Eingabe vom 3. Februar 2020 auf Revision seines Urteils
D-1731/2019 vom 7. Juni 2019. Über die «Hauptanträge» in der Eingabe
vom 3. Februar 2020 wird nachfolgend im Rahmen des vorliegenden Ver-
fahrens als Beschwerde gegen das Nichteintreten auf ein Mehrfachgesuch
befunden (Art. 111c Abs. 1 Satz 1 AsylG, so auch BVGE 2014/39 E. 7).
2.
2.1 Das Bundesverwaltungsgericht kann sich zu revisionsrechtlichen Vor-
bringen unter Beachtung der Art. 121‒128 BGG (vgl. Art. 45 VGG) äussern
(vgl. zu Inhalt, Form und Ergänzung des Revisionsgesuches Art. 47 VGG,
Art. 67 Abs. 3 VwVG). Als Adressat des angefochtenen Urteils ist der Be-
schwerdeführer zur Einreichung eines Revisionsgesuchs legitimiert
(Art. 48 Abs. 1 VwVG analog).
2.2 Massgeblich für die Beurteilung eines Revisionsgesuchs ist, dass einer
der in Art. 121‒123 BGG aufgeführten Revisionsgründe vorliegt (Art. 45
VGG) und rechtzeitig geltend gemacht wird (vgl. Art. 124 BGG).
Die Revision eines Urteils in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann
verlangt werden, wenn die ersuchende Partei nachträglich erhebliche Tat-
sachen erfährt oder entscheidende Beweismittel auffindet, die sie im frühe-
ren Verfahren nicht beibringen konnte, unter Ausschluss der Tatsachen und
Beweismittel, die erst nach dem Entscheid entstanden sind (vgl. auch
BVGE 2013/22). Erhebliche Tatsachen beziehungsweise entscheidende
Beweismittel bilden jedoch nur dann einen Revisionsgrund im Sinne von
Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG, wenn sie vor dem in Revision zu ziehenden
Entscheid entstanden sind, in früheren Verfahren aber nicht beigebracht
werden konnten, weil sie der gesuchstellenden Person damals nicht be-
kannt waren beziehungsweise trotz hinreichender Sorgfalt nicht bekannt
sein konnten oder ihr die Geltendmachung oder Beibringung aus ent-
schuldbaren Gründen nicht möglich war (vgl. BGE 134 III 47 E. 2.1; ANDRÉ
MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem
Bundesverwaltungsgericht, Handbücher für die Anwaltspraxis, Band X, Ba-
sel 2008, Rz. 5.47). Nicht als Revisionsgründe gelten demnach Gründe,
welche die Partei, die um Revision nachsucht, bereits im ordentlichen Be-
schwerdeverfahren hätte geltend machen können (Art. 46 VGG). Es ob-
liegt den Prozessparteien, rechtzeitig und prozesskonform zur Klärung des
Sachverhalts entsprechend ihrer Beweispflicht beizutragen. Der Revisions-
grund der neuen und erheblichen Tatsachen und Beweismittel dient nicht
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dazu, bisherige Unterlassungen in der Beweisführung wiedergutzuma-
chen.
Verspätete Revisionsvorbringen können dessen ungeachtet – aber einge-
schränkt auf die Frage der Flüchtlingseigenschaft und Wegweisung – zur
Revision eines rechtskräftigen Urteils führen, wenn aufgrund dieser Vor-
bringen offensichtlich wird, dass der gesuchstellenden Person Verfolgung
oder menschenrechtswidrige Behandlung drohen und damit ein völker-
rechtliches Wegweisungshindernis besteht (vgl. D-2346/2012 vom 7. Ja-
nuar 2014).
3.
3.1 Die Vorinstanz hat sich in ihrem Entscheid vom 22. Januar 2020 über
die in Bezug auf bestimmte Vorbringen und Beweismittel des Beschwerde-
führers in seiner Eingabe vom 12. November 2019 für funktional unzustän-
dig erklärt und auf die revisionsrechtlichen Vorgaben verwiesen. Im Weite-
ren hat es die Eingabe als Mehrfachgesuch entgegengenommen. Der Be-
schwerdeführer machte in seiner Eingabe vom 3. Februar 2020 geltend,
die Vorinstanz sei betreffend zweier Beweismittel zu Unrecht wegen funk-
tionaler Unzuständigkeit nicht auf sein Gesuch vom 12. November 2019
eingetreten. Da Letzteres hauptsächlich mit dem bevorstehenden Macht-
wechsel und seiner damit verbundenen individuellen Gefährdungslage be-
gründet worden sei, hätte die Vorinstanz die Beweismittel zusammen mit
allen anderen Vorbringen und den zeitlich nach dem Urteil entstandenen
Beweismitteln im Rahmen des Mehrfachgesuchs prüfen müssen. Lediglich
eventualiter sei seine Eingabe vom 3. Februar 2020 als Revisionsgesuch
entgegenzunehmen.
Dem ist entgegenzuhalten, dass das SEM seine Prüfung des erneuten
Asylgesuches zu Recht aufgrund der Sach- und Beweislage vornahm, wie
sie im in Rechtskraft erwachsenen Urteil vom 7. Juni 2019 festgestellt
wurde. Wird eine ursprüngliche Fehlerhaftigkeit der Sachverhaltsfeststel-
lungen geltend gemacht, so muss dies nämlich vorab im Rahmen eines
ausserordentlichen Verfahrens in die Wege geleitet werden, deren Prüfung
prozessual einem zweiten Asylgesuch denn auch vorausgeht. Anders zu
entscheiden hiesse, dass Asylsuchende rechtskräftige Entscheide bei je-
der Veränderung der politischen Lage in einem Land immer wieder in Frage
stellen könnten, indem sie zusammen mit der Lageveränderung neue
Sachverhaltselemente und Beweismittel einbringen würden. Dies unter
Umgehung der hohen formellen Voraussetzungen, denen die Revision be-
ziehungsweise das Wiedererwägungsverfahren unterliegen. Ein solches
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Verhalten kann keinen Rechtsschutz verdienen. Demzufolge sind ausser-
ordentliche Rechtsmittel stets vorab zu prüfen.
Im Rahmen des Revisionsgesuchs obliegt die Prüfung der Eingabe auf re-
visionsrechtlich erhebliche Vorbringen und Beweismittel anhand der vor-
stehenden Vorgaben dem Gericht (Art. 121–128 BGG).
3.2 Hinsichtlich der Anzeigebestätigung der HRC vom 9. Juli 2008 und dem
Schreiben der Mutter vom 28. Juni 2018 ist festzustellen, dass diese vor
Erlass des Urteils D-1731/2019 am 7. Juni 2019 entstanden und somit –
wie von der Vorinstanz zutreffend festgehalten – grundsätzlich revisions-
rechtlich zu beurteilen sind. Beide hätten jedoch bei Beachtung der pflicht-
gemässen Sorgfalt offensichtlich bereits im Rahmen des ordentlichen Ver-
fahrens vorgebracht werden müssen, erging doch das Urteil im ersten Be-
schwerdeverfahren knapp ein respektive elf Jahre nach Entstehen der ein-
gereichten Beweismittel. Hierzu wird nichts geltend gemacht, das auf eine
andere Sichtweise schliessen lassen könnte. Die eingereichten Beweismit-
tel müssen damit als offensichtlich verspätet qualifiziert werden. Ohnehin
muss beiden Dokumenten aber auch die Erheblichkeit abgesprochen wer-
den. Hinsichtlich der Bestätigung der HRC über die Anzeige des Vaters des
Freundes, dass sein Sohn am 8. Juli 2008 durch bewaffnete Unbekannte
entführt worden sei, wurde weder in der Eingabe vom 12. November 2019
noch auf Beschwerdeebene vorgebracht, inwieweit daraus eine asylrele-
vante Gefährdung des Beschwerdeführers resultieren sollte. Das Schrei-
ben der Mutter ist seinerseits als Gefälligkeitsschreiben zu werten, dem nur
ein geringer Beweiswert zukommt. Dass beide Dokumente eine andere
Einschätzung der Glaubhaftigkeit der Vorfluchtgründe nach sich ziehen
könnten, kann aufgrund der Akten und mit Verweis auf die Glaubhaftig-
keitsprüfung im ersten Asylverfahren ausgeschlossen werden.
3.3 Das Bestätigungsschreiben des Dorfvorstehers datiert vom 6. Juni
2019 und damit einen Tag vor dem Urteil D-1731/2019. Das Schreiben ist
damit ebenfalls funktional durch das Gericht im Rahmen des Revisionsge-
suchs zu prüfen. Die Vorinstanz hat das Dokument im Rahmen des Mehr-
fachgesuchs entgegengenommen. Da dem Beschwerdeführer aus der Be-
handlung durch die Vorinstanz, die nun einer Überprüfung unterzogen wird,
jedoch keine Nachteile erwachsen sind, ist darauf nicht weiter einzugehen.
Im Weiteren ist das Schreiben ebenfalls als verspätet und überdies revisi-
onsrechtlich als unerhebliches Beweismittel zu taxieren. So bestätigte der
Dorfvorsteher die Untersuchung des Beschwerdeführers durch das CID
nach seiner Rückkehr vom 2015, wobei er sich auf Angaben der Familie
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stützte. Angesichts des knapp vier Jahre andauernden ersten Verfahrens
ist nicht ersichtlich, warum der Beschwerdeführer dieses Schreiben nicht
bereits früher vom Dorfvorsteher erhalten konnte. Den Akten sind weiter
keine Angaben zu entnehmen, welche die späte Einreichung des Doku-
ments rechtfertigen könnten. Auch diesem Beweismittel ist aber ohnehin
die Erheblichkeit abzusprechen. In seiner konkreten Ausgestaltung stellt es
ein Gefälligkeitsschreiben mit nur geringer Beweiskraft dar. Im Urteil
D-1731/2019 wurde abgesehen davon festgehalten, dass die Schilderun-
gen des Beschwerdeführers zu seiner Festhaltung durch das CID durch-
aus Realkennzeichen aufwiesen. Das Schreiben bestätigt damit lediglich
einen Sachverhalt, der nicht per se in Abrede gestellt wurde. Es vermag
jedoch mangels weitergehender Ausführungen in den Eingaben vom
12. November 2019 oder vom 3. Februar 2020 nicht die gesamthafte Ein-
schätzung im vorangegangenen Verfahren umzustossen, dass der Be-
schwerdeführer aus anderen Gründen ausreiste.
3.4 Das Schreiben des Friedensrichters vom 22. Oktober 2019, welches
bestätigen soll, dass der Beschwerdeführer vom CID gesucht werde und
bei einer Rückkehr nach Sri Lanka in asylrelevanter Weise gefährdet wäre,
ist nach dem Urteil D-1731/2019 vom 7. Juni 2019 entstanden. Damit stellt
es keinen zulässigen Revisionsgrund dar, weshalb insoweit nicht auf das
Gesuch einzutreten ist.
3.5 Das Foto, welches unbekannte Personen mit Motorradhelmen und
Schlagstock, und jenes, welches den Schwager des Beschwerdeführers
zusammen mit einem Bruder von Mahinda und Gotabaya Rajapaksa zei-
gen soll, sind undatiert. Mangels gegenteiliger Ausführungen und Anhalts-
punkte ist davon auszugehen, der Beschwerdeführer mache eine Verän-
derung der Sachlage im Hinblick auf die Flüchtlingseigenschaft geltend,
welche nach dem Erlass des Urteil D-1731/2019 eingetreten und damit
ebenfalls nicht revisionsrechtlich zu beurteilen ist.
3.6 Soweit der Beschwerdeführer auf die Entwicklungen in Sri Lanka seit
dem Herbst 2018 (Absetzung des Premierministers Wickremesinghe und
kurzzeitige Einsetzung des früheren Präsidenten Mahinda Rajapaksa als
Premierminister, Agieren des Rajapaksa-Clans im Hintergrund, Terroran-
schläge im April 2019) und in dem Zusammenhang auf das Vorliegen von
Risikofaktoren in seiner Person abstellt, ist darauf zu verweisen, dass diese
sich bereits vor Erlass des letzten Urteils D-1731/2019 ereigneten bezie-
hungsweise dem Gericht bekannt waren und mit dem genannten Urteil ab-
schliessend gewürdigt wurden. Es handelt sich demnach nicht um neue
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Tatsachen, weshalb auch diesbezüglich nicht auf das Revisionsgesuch
einzutreten ist.
3.7 Soweit der Beschwerdeführer mit der Eingabe vom 14. Oktober 2019
eine Verschlechterung seines Gesundheitszustands seit Erlass des Urteils
D-1731/2019 geltend macht, zielt er auf die Feststellung eines nachträglich
eingetretenen Wegweisungsvollzugshindernisses ab, welches jedenfalls
nicht im Rahmen des Revisionsgesuchs zu prüfen ist (zur weiteren Prüfung
des Wegweisungsvollzugs vgl. E. 8).
3.8 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass keine Gründe dargetan sind,
die unter dem Aspekt der Revision eine Neubeurteilung des Sachverhalts
rechtfertigen könnten. Das Revisionsgesuch ist demnach abzuweisen, so-
weit darauf einzutreten ist.
4.
Im Weiteren prüft das Gericht die Beschwerde gegen das Nichteintreten
auf ein Mehrfachgesuch.
4.1 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden und der
Beschwerdeführer ist beschwerdelegitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 6
AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG), weshalb auf die Be-
schwerde einzutreten ist.
4.2 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü-
gen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des
Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
4.3 Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines
Schriftenwechsels verzichtet.
5.
Prüfungsgegenstand bildet dabei die Frage, ob die Vorinstanz gemäss
Art. 111c Abs. 1 Satz 1 AsylG auf die von ihr im Rahmen des Mehrfachge-
suchs geprüften Beweismittel und diesbezüglichen Vorbringen mangels
hinreichender Begründung zu Recht nicht eingetreten ist. Die Beschwer-
deinstanz enthält sich, sofern sie den Nichteintretensentscheid als unrecht-
mässig erachtet, einer selbständigen materiellen Prüfung; sie hebt die an-
gefochtene Verfügung auf und weist die Sache zu neuer Entscheidung an
die Vorinstanz zurück (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 m.w.H.). Die Frage der
Wegweisung und des Vollzugs wird jedoch materiell geprüft.
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Seite 12
6.
Der Beschwerdeführer erhebt die formellen Rügen der unrichtigen Sach-
verhaltsabklärung und der Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Ge-
hör. Diese sind vorab zu prüfen, da sie allenfalls zur Kassation und Rück-
weisung der Sache an die Vorinstanz führen können.
6.1 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches
Gehör, welcher als Mitwirkungsrecht alle Befugnisse umfasst, die einer
Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt
wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 135 II 286 E. 5.1; BVGE
2009/35 E. 6.4.1 m.H.). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der
Behörden, die Vorbringen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in
ihrer Entscheidfindung angemessen zu berücksichtigen. Nicht erforderlich
ist, dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunkten einlässlich aus-
einandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (vgl.
BGE 136 I 184 E. 2.2.1).
Die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sach-
verhalts in Verletzung der behördlichen Untersuchungspflicht bildet einen
Beschwerdegrund (Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Unrichtig ist die Sachver-
haltsfeststellung, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwidriger Sach-
verhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch gewürdigt worden sind;
unvollständig ist sie, wenn nicht alle für den Entscheid rechtswesentlichen
Sachumstände berücksichtigt werden (vgl. KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwal-
tungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl. 2013,
Rz. 1043).
6.2 Der Beschwerdeführer rügt eine unrichtige Sachverhaltsabklärung und
Verletzung des rechtlichen Gehörs durch die Vorinstanz damit, Letztere
habe sich durch den Erlass eines Nichteintretensentscheids nicht mit den
vorgebrachten wesentlichen Tatsachen und vorhandenen Beweismitteln
auseinandergesetzt. Die individuelle Gefährdungslage habe sie aufgrund
der (im Zeitpunkt des Gesuchs bevorstehenden) Machtübernahme durch
den Rajapaksa-Clan nicht berücksichtigt und damit das rechtliche Gehör
verletzt. Schliesslich habe die Vorinstanz auch bei der Prüfung der Weg-
weisungsvollzugshindernisse nicht auf seinen konkreten Fall abgestellt
und die vom Gericht vorgegebenen Risikofaktoren nicht geprüft.
6.3 Die Vorinstanz hat sämtliche eingereichten Beweismittel sowie die vom
Beschwerdeführer geltend gemachten Vorbringen im Sachverhalt aufge-
http://links.weblaw.ch/BVGE-2009/35 http://links.weblaw.ch/BVGE-2009/35
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Seite 13
nommen und diese im Hinblick auf ihre Zuständigkeit sowie inhaltlich ent-
sprechend gewürdigt. Dies gilt ebenso für die individuelle Gefährdungslage
des Beschwerdeführers im Zeitpunkt der bevorstehenden sowie der einge-
tretenen Machtübernahme. Auch im Rahmen der Prüfung der Wegwei-
sungsvollzugshindernisse ist sie in rechtsgenüglicher Weise auf seit dem
Urteil D-1731/2019 neu vorgebrachte individuelle Gründe des Beschwer-
deführers eingegangen. Der blosse Umstand, dass Letzterer die Auffas-
sung des SEM namentlich zur funktionalen Unzuständigkeit, zum Nichtein-
treten auf das Mehrfachgesuch wegen unzureichender Begründung sowie
zu den Feststellungen bei der Wegweisungsvollzugsprüfung nicht teilt,
spricht nicht für eine Verletzung der Pflicht zur vollständigen und richtigen
Sachverhaltsabklärung oder des Anspruchs auf rechtliches Gehör. Eine
sachgerechte Anfechtung der vorinstanzlichen Verfügung war schliesslich
möglich. Ob die Vorinstanz zu Recht auf das Gesuch nicht eingetreten ist,
wird nachfolgend erörtert (vgl. E. 7).
6.4 Die Rüge der unvollständigen Sachverhaltsabklärung und der Verlet-
zung des rechtlichen Gehörs erweist sich als unbegründet, weshalb sich
keine Rückweisung der Sache an die Vorinstanz aufdrängt.
7.
Im Hinblick auf die bereits erfolgte revisionsrechtliche Beurteilung (vgl.
E. 3) beschränkt sich die Prüfung der Rechtsmässigkeit des Nichteintre-
tens auf das Mehrfachgesuch auf das Bestätigungsschreiben des Frie-
densrichters vom 22. Oktober 2019, die zwei eingereichten Fotos sowie die
Entwicklungen in Sri Lanka und die Geltendmachung von Risikofaktoren
seit Erlass des Urteils D-1731/2019 am 7. Juni 2019.
7.1 Die Vorinstanz hielt in ihrem Entscheid fest, dem Bestätigungsschrei-
ben des Friedensrichters vom 22. Oktober 2019 seien ausser der allgemei-
nen Bestätigung einer Gefährdung bei Rückkehr und dem Hinweis auf die
Suche des Beschwerdeführers durch das CIP (wohl CID) keine Angaben
zur konkreten Situation des Beschwerdeführers oder sonst individuelle
Kenntnisse des Friedensrichters über dessen Fall zu entnehmen. Es zeige
auch nicht auf, weshalb gerade der Beschwerdeführer mit hoher Wahr-
scheinlichkeit durch die sri-lankischen Behörden verfolgt werden sollte,
und weise demnach sämtliche Charakteristika eines reinen Gefälligkeits-
schreibens auf. Hinsichtlich des Fotos mit Basil Rajapaksa könne nicht
überprüft werden, ob es sich bei einer der weiteren Personen tatsächlich
um den Schwager des Beschwerdeführers handle. Es sei auch nicht er-
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sichtlich, inwiefern das Foto eine ihm drohende Verfolgungsgefahr bewei-
sen solle. Die Annahme, der Schwager werde ihn nach seinem zwangs-
weisen Wechsel der politischen Seite bei einer Rückkehr verraten, erweise
sich als reine Spekulation. Bei den beiden Personen auf dem anderen
Foto, welche mit Motorradhelmen und einem Schlagstock zu sehen seien,
könne es sich um irgendwelche Personen handeln, die von irgendjeman-
dem bei einer beliebigen Gelegenheit mit einer Handykamera aufgenom-
men worden seien. Das Schreiben wie auch die beiden Fotos seien danach
offensichtlich untauglich, eine asylrelevante Verfolgung des Beschwerde-
führers bei einer Rückkehr nach Sri Lanka glaubhaft erscheinen zu lassen.
Die Eingabe vom 12. November 2019 halte insoweit nicht den Anforderun-
gen an die Begründungspflicht für ein Mehrfachgesuch stand, weshalb auf
die Vorbringen nicht einzutreten sei. An dieser Einschätzung vermöchten
auch die neuesten politischen Veränderungen in Sri Lanka (namentlich die
Wahl Gotabaya Rajapaksas zum Präsidenten) nichts zu ändern, zumal
keine persönliche Betroffenheit des Beschwerdeführers zu den Ereignis-
sen ersichtlich werde.
7.2 Dem wird in der Beschwerdeschrift entgegengehalten, die Vorinstanz
habe durch ihr Nichteintreten die Vorbringen und Beweismittel des Be-
schwerdeführers nicht umfassend materiell gewürdigt, zumal im Zusam-
menhang mit dem bevorstehenden Machtwechsel und der damit verbun-
denen individuellen Gefährdungslage. Es folgen weitergehende allge-
meine Ausführungen zur Entwicklung der politischen Situation, der Sicher-
heitslage und namentlich der Situation von Tamilen in Sri Lanka. Die Ge-
fährdung von zurückkehrenden abgewiesenen tamilischen Asylsuchenden
mit (unterstellten) LTTE-Beziehungen habe sich angesichts der aktuellen
politischen Lage markant erhöht.
7.3
7.3.1 Eine Prüfung der Akten ergibt, dass die Vorinstanz das Bestätigungs-
schreiben wie auch die Fotos durchaus einer inhaltlichen Würdigung un-
terzogen hat. Zudem hat sie sein Gesuch vor dem Hintergrund der aktuel-
len politischen Entwicklungen geprüft. Ob sie dabei das Schreiben des
Friedensrichters zutreffend unter dem Aspekt eines Mehrfachgesuchs
prüfte, kann angesichts der fehlenden Erheblichkeit der diesbezüglichen
Vorbringen dahinstehen. So hielt sie berechtigterweise fest, dass sich die
Ausführungen des Beschwerdeführers betreffend die eingereichten Be-
weismittel auf die oben erwähnten Angaben (vgl. E. 7.2) beschränken. Zu-
zustimmen ist der Vorinstanz auch in ihrer Feststellung, damit erwiesen sie
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sich als Gefälligkeitsschreiben beziehungsweise als Fotografien ohne un-
mittelbaren Bezug zum Beschwerdeführer, womit ihnen nur geringe Be-
weiskraft zukommt. Nachdem die Asylvorbringen des Beschwerdeführers
im vorangehenden Beschwerdeverfahren als unglaubhaft erachtet wurden,
sind die nunmehr eingereichten Unterlagen offensichtlich nicht geeignet,
die Feststellungen zur fehlenden Glaubhaftmachung umzustossen und die
Behauptung einer asylrelevanten Gefährdung des Beschwerdeführers
nunmehr zu stützen.
7.3.2 Im vorliegenden Fall hat das Gericht im Urteil D-1731/2019 vom
7. Juni 2019 umfassend festgehalten, dass der Beschwerdeführer kein
Profil aufweist, welches die Aufmerksamkeit der sri-lankischen Sicherheits-
behörden auf sich ziehen könnte (vgl. Urteil D-1731/2019 E. 12.6 [nament-
lich keine Vorverfolgung; keine erkennbare Gefährdung aufgrund des
Schwagers; nur niederschwellige exilpolitische Tätigkeiten durch Teil-
nahme an Demonstrationen, Heldentagsfeierlichkeiten, pro-tamilischen
Veranstaltungen und organisatorische Arbeiten in diesem Zusammenhang;
Zugehörigkeit zur tamilischen Ethnie, knapp vierjährige Landesabwesen-
heit, Asylgesuchstellung in einem tamilischen Diasporaland und Fehlen or-
dentlicher Reisepapiere nicht ausreichend; Registrierung auf «Stop list»
unwahrscheinlich]). Das SEM hat zu Recht festgestellt, dass an dieser Ein-
schätzung auch der inzwischen eingetretene Machtwechsel zugunsten des
Rajapaksa-Clans nichts zu ändern vermag. Den Akten ist nichts Entspre-
chendes zu entnehmen und der Beschwerdeführer hat nichts Substanziel-
les dazu vorgetragen, dass und inwieweit für ihn im konkreten Einzelfall als
ethnischer Tamile mit einem geringen Risikoprofil dadurch eine erhöhte
Gefährdungslage in Sri Lanka resultieren könnte. Dies gilt im Weiteren
auch im Zusammenhang mit der vorübergehenden diplomatischen Krise
zwischen Sri Lanka und der Schweiz.
7.3.3 Die Angaben in der Beschwerdeeingabe erschöpfen sich ebenfalls in
der Wiederholung bereits beurteilter Risikofaktoren (namentlich vermeintli-
che LTTE-Verbindung; Tamile mit Auslandsaufenthalt). Soweit der Be-
schwerdeführer auf die Zugehörigkeit zur sozialen Gruppe der abgewiese-
nen tamilischen Asylsuchenden abstellt, vermengt er seine Argumentation
teilweise mit Kriterien für die Feststellung einer Kollektivverfolgung. Die An-
forderungen für die Annahme einer Kollektivverfolgung sind praxisgemäss
sehr hoch (vgl. BVGE 2013/11 E. 5.4.1 m.w.H.) und im aktuellen Kontext
von Sri Lanka für abgewiesene tamilische Asylsuchende auch nach dem
Machtwechsel praxisgemäss nicht als erfüllt zu erachten. Im Übrigen sind
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der Eingabe vom 12. November 2019 und in gleicher Weise der Beschwer-
deschrift sowie den mit ihr eingereichten Medienberichten lediglich allge-
meine Ausführungen zur Entwicklung der politischen Machtverhältnisse
seit Juni 2019, der Sicherheitslage und der Situation ethnischer Minderhei-
ten in Sri Lanka zu entnehmen, ohne jedoch einen Zusammenhang zum
konkreten Fall des Beschwerdeführers und den eingereichten Beweismit-
teln herzustellen.
Nach dem zuvor Gesagten ergibt die individuelle Prüfung im vorliegenden
Fall, dass der Beschwerdeführer über kein hinreichendes Risikoprofil ver-
fügt, wonach er nunmehr von den sri-lankischen Behörden als tamilischer
Separatist angesehen würde und bei seiner Rückkehr ernsthaft gefährdet
wäre.
7.4 Vor diesem Hintergrund durfte die Vorinstanz berechtigterweise davon
ausgehen, der Beschwerdeführer habe sein Mehrfachgesuch, gerichtet auf
die Feststellung seiner Flüchtlingseigenschaft, nicht ausreichend im Sinne
von Art. 111c Abs. 1 AsylG begründet und ist mithin in Anwendung von
Art. 13 Abs. 2 VwVG zu Recht auf das Gesuch nicht eingetreten.
8.
8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den ge-
setzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG;
Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]).
8.2 Wie zuletzt im Asylverfahren mit Urteil D-1731/2019 vom 7. Juni 2019
rechtskräftig festgestellt wurde, erweist sich der Vollzug der Wegweisung
des Beschwerdeführers nach Sri Lanka sowohl im Sinne der asyl- als auch
der völkerrechtlichen Bestimmungen als zulässig (vgl. D-1731/2019
E. 14.3). Die Vorbringen im vorliegenden Verfahren rechtfertigen keine an-
dere Einschätzung, da weiterhin nicht von einer asylrelevanten Gefähr-
dung des Beschwerdeführers auszugehen ist, weshalb das flüchtlings-
rechtliche Non-Refoulement-Prinzip nicht tangiert ist, und auch sonst –
auch unter Beachtung der aktuellen Entwicklungen in Sri Lanka – keine
anderweitigen völkerrechtlichen Vollzugshindernisse erkennbar sind. Der
Vollzug der Wegweisung ist somit zulässig.
8.3 Sodann hat das Bundesverwaltungsgericht im Urteil D-1731/2019 den
Wegweisungsvollzug für zumutbar erachtet (vgl. Urteil D-1731/2019
E. 14.4). Wie die Vorinstanz zutreffend festhält, sind auch im vorliegenden
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Verfahren die Voraussetzungen von Art. 83 Abs. 4 AIG nicht erfüllt. Von
einer bürgerkriegsähnlichen Situation oder einer landesweiten Situation all-
gemeiner Gewalt kann trotz der politischen Entwicklungen in Sri Lanka
nicht ausgegangen werden. Den Akten lassen sich sodann keine neuen
individuellen Gründe entnehmen, welche gegen den Wegweisungsvollzug
sprechen dürften. Die Vorinstanz prüfte in diesem Rahmen die Eingabe
des Beschwerdeführers vom 14. Oktober 2019 und den dazu eingereichten
Arztbericht vom 11. Oktober 2019. Danach leide der Beschwerdeführer seit
dem negativen Urteil D-1731/2019 unter verstärkten Angst- und Schlafstö-
rungen, Alpträumen sowie Panikattacken. Das Gericht schliesst sich der
vorinstanzlichen Einschätzung an, angesichts gänzlich fehlender Ausfüh-
rungen zu gesundheitlichen Beschwerden in der Eingabe vom 12. Novem-
ber 2019 erscheine zweifelhaft, dass der Beschwerdeführer ernsthaft unter
psychischen Problemen leide. Vorbehaltlich der Glaubhaftigkeit der Be-
schwerden ist zudem davon auszugehen, dass die psychischen Symptome
in Sri Lanka behandelt werden können. Dass im Heimat- oder Herkunfts-
staat allenfalls nur eine nicht dem schweizerischen Standard entspre-
chende medizinische Behandlung möglich ist, steht dem Wegweisungs-
vollzug nicht entgegen (vgl. BVGE 2009/2 E. 9.3.2 und 2011/50 E. 8.3). Der
Vollzug der Wegweisung erweist sich demnach weiterhin als zumutbar.
8.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer weiterhin, sich bei der
zuständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwen-
digen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu
auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als
möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG).
8.5 Die Vorinstanz hat demnach den Wegweisungsvollzug zu Recht als zu-
lässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der vorläufigen
Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG).
9.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-
wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich
überprüfbar – angemessen ist. Das Revisionsgesuch wird abgewiesen, so-
weit darauf einzutreten ist. Die Beschwerde ist ebenfalls abzuweisen.
10.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens erübrigen sich weitere Ausführungen
zu allfälligen vorsorglichen Massnahmen.
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11.
11.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und praxisgemäss
bei Aussichtslosigkeit eines Mehrfachgesuchs beziehungsweise eines Re-
visionsgesuchs auf insgesamt Fr. 1'500.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reg-
lements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor
dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).
11.2 Die mit der Eingabe vom 12. November 2019 eingereichten Gesuche
um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung des rubrizierten Rechts-
vertreters sind angesichts der Aussichtslosigkeit der Eingabe abzuweisen.
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