Decision ID: 33e724ae-29b3-426b-bbb8-c69291047c74
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Kündigungsschutz / Anfechtung
Berufung gegen einen Beschluss des Mietgerichtes Dietikon vom 8. April 2014
(MB140001)
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Rechtsbegehren: (sinngemäss act. 1 und 2)
1. Es sei festzustellen, dass die Kündigung vom 25. September 2013 unwirksam ist.
2. Eventualiter sei die Kündigung vom 25. September 2013 als ungültig zu erklären.
Beschluss des Mietgerichtes Dietikon vom 8. April 2014
1. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird
abgewiesen.
2. Auf die Klage wird nicht eingetreten.
3. Die Gerichtsgebühr (Pauschalgebühr) wird festgesetzt auf Fr. 1'000.–.
4. Die Gerichtskosten werden dem Kläger auferlegt.
5. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
6./7. Schriftliche Mitteilung / Rechtsmittel
Berufungsanträge (act. 19):
" 1. Es sei die Beschwerde gutzuheissen und den angefochtenen Beschluss des Mietgerichts Dietikon vom 8. April 2014 vollumfänglich aufzuheben.
2. Eventualiter sei die Vorinstanz anzuweisen, mir wegen Mittellosigkeit die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und in der Folge auf den Fall einzutreten. Gleichzeitig sei die, mir im Beschluss der Vorinstanz  Gerichtsgebühr abzuschreiben.
3. Es sei mir im vorliegenden Beschwerdeverfahren vor ihrer Instanz  Mittellosigkeit und Bedürftigkeit die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und es sei von einem allfälligen Kostenvorschuss  abzusehen.
4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der ."
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Erwägungen:
I.
1. Mit Beschluss der Schlichtungsbehörde des Bezirksgerichts Dietikon
vom 15. Januar 2014 wurde dem Kläger und Berufungskläger (nachfolgend Klä-
ger) die Klagebewilligung erteilt (act. 3/1a). Daraufhin reichte der Kläger mit Ein-
gabe vom 25. Januar 2014 beim Mietgericht Dietikon eine (als Aberkennungskla-
ge betitelte) Klage betreffend Kündigungsschutz ein (act. 1 und 2). Mit Beschluss
vom 17. Februar 2014 wurde dem Kläger Frist angesetzt, um einen Kostenvor-
schuss zu leisten (act. 4). Mit Eingabe vom 24. Februar 2014 stellte der Kläger ein
Begehren um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (act. 6). Mit Be-
schluss vom 7. März 2014 wurde das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen
Rechtspflege abgewiesen und dem Kläger eine Nachfrist zur Leistung des Kos-
tenvorschusses angesetzt (act. 7). Daraufhin stellte der Kläger erneut ein Begeh-
ren um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (act. 9). Mit Beschluss vom
24. März 2014 wurde das Gesuch des Klägers um Gewährung der unentgeltli-
chen Rechtspflege abgewiesen und gleichzeitig, da die Nachfrist bereits abgelau-
fen war, eine Notfrist von 3 Tagen zur Leistung des Vorschusses eingeräumt
(act. 12). Der Kostenvorschuss wurde innert der eingeräumten Notfrist nicht ge-
leistet, hingegen stellte der Kläger ein weiteres Gesuch um Gewährung der un-
entgeltlichen Rechtspflege (act. 14). Mit Beschluss vom 8. April 2014 wurde das
Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege erneut abgewiesen
(Dispositivziffer 1) und auf die Klage nicht eingetreten (Dispositivziffer 2, act. 15 =
act. 18).
2. Gegen diesen Beschluss vom 8. April 2014 richtet sich die vom Kläger
rechtzeitig (vgl. act. 16/1) mit Eingabe vom 5. Mai 2014 erhobene Beschwerde mit
den vorstehenden Anträgen (act. 19). Nach der Praxis der Kammer wird ein un-
richtig bezeichnetes Rechtsmittel ohne Weiteres mit dem richtigen Namen be-
zeichnet und nach den richtigen Regeln behandelt (OGer ZH, NQ110026 Erw. 2.2
vom 23. Juni 2011). Demnach ist das vorliegende als "Beschwerde" bezeichnete
Rechtsmittel als Berufung entgegenzunehmen.
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3. Die Akten der Vorinstanz wurden beigezogen (act. 1-16). Auf das Ein-
holen eines Kostenvorschusses bzw. einer Berufungsantwort wurde verzichtet
(Art. 98 und Art. 312 Abs. 1 ZPO). Das Verfahren erweist sich als spruchreif.
II.
1. Der Kläger beanstandet, die Vorinstanz habe ausgeführt, nur für Strei-
tigkeiten aus Wohn- und Geschäftsräumen, und damit nicht für den streitgegen-
ständlichen Abstellplatz im Freien, zuständig zu sein, und dennoch habe sie einen
Kostenvorschuss für das von ihm angehobene Verfahren verlangt. Es sei für ihn
nicht nachvollziehbar, weshalb die Vorinstanz einen Kostenvorschuss erhebe,
wenn sie sich ohnehin als unzuständig betrachte (act. 19 S. 3).
Ein solcher Widerspruch betreffend fehlender Zuständigkeit und Einholung
eines Kostenvorschusses besteht nicht. Das Gericht prüft von Amtes wegen, ob
die Prozessvoraussetzungen erfüllt sind (Art. 60 ZPO), und tritt nur auf eine Klage
oder auf ein Gesuch ein, sofern diese gegeben sind (Art. 59 Abs. 1 ZPO). Die
Vorinstanz hat somit von Amtes wegen zu prüfen, ob sie sachlich und örtlich zu-
ständig ist (Art. 59 Abs. 2 lit. b ZPO). Sofern das Gericht – wie vorliegend ge-
schehen – von der klagenden Partei einen Vorschuss in der Höhe der mutmassli-
chen Gerichtskosten verlangt, wird die Leistung desselben auch zur Prozessvor-
aussetzung (Art. 59 Abs. 2 lit. f ZPO, ZK ZPO-ZÜRCHER, Art. 59 N 50 ff.).
2. Nachdem die Vorinstanz das erste vom Kläger gestellte Gesuch um
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege abwies und ihm eine Nachfrist für
den Vorschuss ansetzte (act. 6 und act. 7), stellte der Kläger ein erneutes Ge-
such, welchem er auch zahlreiche Belege zur Gesuchsbegründung beilegte
(act. 9-11). Das Gesuch wurde in der Folge mit Beschluss vom 24. März 2014 er-
neut abgewiesen und ihm wurde eine kurze Notfrist zur Leistung des Kostenvor-
schusses angesetzt, mit dem Hinweis, dass ein weiteres Gesuch um Gewährung
der unentgeltlichen Rechtspflege zu keiner neuen Fristansetzung führen und bei
Säumnis auf die Klage nicht eingetreten werde (act. 12). Daraufhin stellte der
Kläger abermals ein Gesuch (act. 14); der Beschluss vom 24. März 2014 blieb
unangefochten.
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3. Ein neuerliches Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechts-
pflege aufgrund desselben Sachverhalts hat den Charakter eines Wiedererwä-
gungsgesuches, auf dessen Beurteilung kein Anspruch besteht. Würde es den
Parteien ermöglicht, jederzeit und voraussetzungslos die umfassende Wiederer-
wägung von abweisenden Entscheiden über ein Armenrechtsgesuch zu veranlas-
sen, wäre der Prozessverschleppung Tür und Tor geöffnet. Anders stellt sich die
Situation nur dar, wenn sich die Verhältnisse seit dem Entscheid über das erste
Gesuch geändert haben. Die Zulässigkeit eines neuen Gesuches auf der Basis
geänderter Verhältnisse ergibt sich aus dem Umstand, dass der Entscheid über
die Gewährung bzw. Verweigerung der unentgeltlichen Rechtspflege ein prozess-
leitender Entscheid ist, der nur formell, jedoch nicht materiell rechtskräftig wird
(BGer 5A_430/2010 vom 13. August 2010 mit Hinweis auf Urteil 4P.170/1996
vom 16. Oktober 1996 E. 2.a).
4. Die Vorinstanz hat das dritte (hier angefochtene) Armenrechtsgesuch
des Klägers zu Recht abgewiesen, da der Kläger ihr gegenüber namentlich auch
nicht behauptete, sein (Wiedererwägungs-)Gesuch auf zwischenzeitlich veränder-
te Verhältnisse zurückzuführen, die eine andere Schlussfolgerung zulassen wür-
den. Die Vorinstanz hat auch richtig gehandelt, indem sie androhungsgemäss
– ohne weitere Fristansetzung – auf die Klage wegen Nichtleistung des Kosten-
vorschusses nicht eingetreten ist. Dem Kläger wäre es ohne weiteres möglich
gewesen, die Abweisung seines (zweiten) begründeten Armenrechtsgesuchs mit
Beschwerde anzufechten, worauf er im Beschluss vom 24. März 2014 auch aus-
drücklich hingewiesen wurde (vgl. act. 12 Dispositivziffer 4). Seine diesbezügli-
chen Rügen sind im Berufungsverfahren daher nicht mehr anzuhören. Der Voll-
ständigkeit halber ist anzufügen, dass die Vorinstanz ihre Zuständigkeit aufgrund
der klägerischen Vorbringen zu Recht verneinte (act. 18 S. 3).
5. Dem Vorstehenden folgend erweist sich die Berufung als unbegründet
und ist abzuweisen.
6. Der Kläger stellte auch für das Rechtsmittelverfahren ein Gesuch um
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege. Eine Person hat gemäss Art. 117
ZPO Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, wenn (lit. a) sie nicht über die er-
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forderlichen Mittel verfügt und (lit. b) ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos er-
scheint. Im Rechtsmittelverfahren ist die unentgeltliche Rechtspflege neu zu be-
antragen (Art. 119 Abs. 5 ZPO). Wie die vorstehenden Ausführungen zeigen, er-
weist sich die Berufung von vornherein als aussichtslos, weshalb das Gesuch ab-
zuweisen ist.
Ausgangsgemäss wird der Kläger für das Berufungsverfahren kostenpflichtig
(Art. 106 Abs. 1 ZPO). Grundlage für die Festsetzung der Gerichtskosten bilden
der Streitwert bzw. das tatsächliche Streitinteresse, der Zeitaufwand des Gerichts
und die Schwierigkeit des Falls (§ 2 Abs. 1 GebV OG). In Anwendung von § 4
Abs. 1 und 2 GebV OG in Verbindung mit § 12 GebV OG ist die Entscheidgebühr
auf Fr. 500.– festzusetzen. Eine Parteientschädigung an die Beklagte ist mangels
entstandener Umtriebe nicht zuzusprechen.