Decision ID: cdad6b31-e234-52fe-b599-aa54df17f018
Year: 2014
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Die Kommanditgesellschaft A._ (nachfolgend: die Steuerpflichti-
ge), welche gemäss Handelsregisterauszug insbesondere die Beratung
von Unternehmen sowie deren Mitarbeiter im Bereich von Mitarbeiterbe-
teiligungsplänen sowie die Vermögensverwaltung bezweckt, ist seit dem
1. Juli 2004 im Register der Mehrwertsteuerpflichtigen bei der Eidgenös-
sischen Steuerverwaltung (ESTV) eingetragen. Nach einer Kontrolle zu
Beginn des Jahres 2013 erliess die ESTV am 20. März 2013 die «Ein-
schätzungsmitteilung Nr. [...] / Verfügung». Damit belastete sie für die
Steuerperioden 1. Quartal 2008 bis 4. Quartal 2009 (Zeitraum vom
1. Januar 2008 bis 31. Dezember 2009) einen Steuerbetrag von
Fr. 15'703.- zuzüglich Verzugszins seit dem 15. April 2009 (mittlerer Ver-
fall) nach. Zur Begründung führte sie insbesondere aus, die Steuerpflich-
tige habe zu Unrecht den steuerpflichtigen Verkauf eines Fahrzeuges des
Typs Porsche Boxter S sowie die teilweise private Verwendung eines an-
deren Fahrzeuges (des Typs Porsche 911 Coupé 3.6) nicht deklariert und
verschiedene nicht zulässige Vorsteuerabzüge vorgenommen.
B.
B.a Mit einem als «Einsprache» bezeichneten Schreiben vom 19. April
2013 beantragte die Steuerpflichtige bei der ESTV sinngemäss, die
Nachbelastung gemäss der «Einschätzungsmitteilung Nr. [...] / Verfü-
gung» sei auf Fr. 781.34 (nebst Verzugszins) zu reduzieren.
B.b Mit unaufgefordert eingereichtem Schreiben mit der Bezeichnung
«Ergänzung zu den Einsprachen» vom 10. September 2013 machte die
Beschwerdeführerin unter Einreichung verschiedener Unterlagen weitere
Ausführungen zur «Einschätzungsmitteilung Nr. [...] / Verfügung» der
ESTV vom 20. März 2013.
C.
Mit «Einspracheentscheid» vom 10. Dezember 2013 hielt die ESTV (im
Folgenden auch: Vorinstanz) zunächst fest, ihre «Verfügung [...] vom
20. März 2013 (Einschätzungsmitteilung Nr. [...])» sei im Umfang von
Fr. 781.35 zuzüglich Verzugszins seit dem 15. April 2009 in Rechtskraft
erwachsen (Dispositiv-Ziff. 1 des «Einspracheentscheids»). Die «Einspra-
che» der Steuerpflichtigen hiess die ESTV teilweise gut (Dispositiv-Ziff. 2
des «Einspracheentscheids»). Ferner verfügte die Vorinstanz, die Steu-
erpflichtige schulde ihr für die Steuerperioden 1. Quartal 2008 bis
4. Quartal 2009 nebst den für diese Perioden schon deklarierten Beträ-
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gen «und über den in Rechtskraft erwachsenen Betrag der Verfügung der
ESTV vom 20. März 2013 (gemäss [Dispositiv-]Ziffer 1 [des 'Einsprache-
entscheids']) hinaus» Fr. 5'207.65 Mehrwertsteuer zuzüglich Verzugszins
seit dem 15. April 2009 (mittlerer Verfall) (Dispositiv-Ziff. 3 des «Einspra-
cheentscheids»). Gemäss Dispositiv-Ziff. 4 des «Einspracheentscheids»
wird an die erwähnte Steuerschuld (gemäss Dispositiv-Ziff. 1 und 3 des
«Einspracheentscheids») eine am 19. April 2013 geleistete Zahlung in der
Höhe von Fr. 2'043.01 angerechnet. Die ESTV ordnete ferner an, dass
die Steuerpflichtige ihr die nach dieser Anrechnung verbleibende Steuer-
nachforderung zu bezahlen habe (vgl. Dispositiv-Ziff. 5 des «Einsprache-
entscheids»).
D.
Gegen den genannten «Einspracheentscheid» erhob die Steuerpflichtige
(nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 10. Januar 2014 unter Einrei-
chung neuer Unterlagen Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht.
Sie beantragt sinngemäss, unter teilweiser Aufhebung des «Einsprache-
entscheids» sei die nach diesem «Einspracheentscheid» verbleibende
Steuernachforderung auf Fr. 637.89 (nebst Verzugszins) zu reduzieren. In
verfahrensrechtlicher Hinsicht fordert sie sinngemäss, das Verfahren sei
mit einem anderen Beschwerdeverfahren zu vereinigen, welches einen
an die Beschwerdeführerin adressierten «Einspracheentscheid» der
ESTV vom 10. Dezember 2013 hinsichtlich der Steuerperioden 2010 und
2011 betrifft. Sodann verlangt sie, ihre «Ergänzung vom 12. [rec-
te: 10.] September 2013» sei zusammen mit ihrer «Einsprache» bei der
Entscheidfindung zu berücksichtigen.
E.
Mit Vernehmlassung vom 14. April 2014 beantragt die ESTV, die Be-
schwerde sei unter vollumfänglicher Kosten- und Entschädigungsfolge zu
Lasten der Beschwerdeführerin im Umfang von Fr. 13.30 gutzuheissen
und im Übrigen abzuweisen.
F.
Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten und die eingereichten Akten
wird – soweit entscheidwesentlich – im Rahmen der nachfolgenden Er-
wägungen eingegangen.
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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Vorliegend stellt jeden-
falls der angefochtene «Einspracheentscheid» vom 10. Dezember 2013
eine solche Verfügung dar (vgl. dazu ausführlich die neuere Rechtspre-
chung des Bundesverwaltungsgerichts zu seiner funktionalen Zuständig-
keit zur Behandlung von Beschwerden gegen «Einspracheentscheide»
der ESTV, die im Zuge von «Einsprachen» gegen Einschätzungsmittei-
lungen ergangen sind: Urteile des Bundesverwaltungsgerichts
A-720/2013 vom 30. Januar 2014 E. 1.2.3, A-3779/2013 vom 9. Janu-
ar 2014 E. 1.2.2 und 1.2.3, je mit zahlreichen Hinweisen, sowie [erstmals]
A-707/2013 vom 25. Juli 2013 E. 1.2.3 und 4.2 f.; zur grundsätzlichen
Unzulässigkeit, eine Einschätzungsmitteilung direkt als Verfügung im Sin-
ne von Art. 5 VwVG auszugestalten, vgl. BGE 140 II 202 E. 5 f.). Eine
Ausnahme nach Art. 32 VGG liegt nicht vor. Die Vorinstanz ist zudem ei-
ne Behörde im Sinne von Art. 33 VGG. Das Bundesverwaltungsgericht ist
demnach für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig.
Das Verfahren vor diesem Gericht richtet sich nach dem VwVG, soweit
das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG). Die Beschwerdeführe-
rin ist zur Erhebung der vorliegenden Beschwerde berechtigt (Art. 48
Abs. 1 VwVG), hat diese frist- und formgerecht eingereicht (Art. 50 Abs. 1
und Art. 52 Abs. 1 VwVG) und den einverlangten Kostenvorschuss recht-
zeitig geleistet (vgl. Art. 21 Abs. 3 VwVG).
Auf die Beschwerde ist nach dem Gesagten einzutreten.
1.2 Die Beschwerdeführerin verlangt sinngemäss, das vorliegende Ver-
fahren sei mit einem anderen Beschwerdeverfahren zu vereinigen, das
einen an die Beschwerdeführerin adressierten «Einspracheentscheid»
vom 10. Dezember 2013 hinsichtlich der Steuerperioden 2010 und 2011
betrifft.
Das entsprechende Beschwerdeverfahren ist zwischenzeitlich vom Bun-
desverwaltungsgericht mit Urteil A-187/2014 vom 10. April 2014 mit ei-
nem Nichteintretensentscheid erledigt worden, weil die Beschwerdeführe-
rin den in jenem Verfahren einverlangten Kostenvorschuss nicht geleistet
hat. Die Frage nach einer Verfahrensvereinigung stellt sich vor diesem
Hintergrund nicht mehr.
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Seite 5
1.3 Am 1. Januar 2010 ist das Bundesgesetz vom 12. Juni 2009 über die
Mehrwertsteuer (MWSTG, SR 641.20) in Kraft getreten. Dessen Verfah-
rensbestimmungen finden auf sämtliche im Zeitpunkt des Inkrafttretens
hängige Verfahren sofort Anwendung (Art. 113 Abs. 3 MWSTG). In mate-
rieller Hinsicht bleiben die bisherigen Vorschriften auf alle während ihrer
Geltungsdauer eingetretenen Tatsachen, entstandenen Rechtsverhältnis-
se und erbrachten Leistungen anwendbar (Art. 112 Abs. 1 und 2
MWSTG). Der vorliegende Sachverhalt betrifft Steuerperioden vor dem
1. Januar 2010, aber nach dem 1. Januar 2001. Er untersteht damit in
materieller Hinsicht dem am 1. Januar 2001 in Kraft getretenen Bundes-
gesetz vom 2. September 1999 über die Mehrwertsteuer (aMWSTG,
AS 2000 1300) sowie der dazugehörigen Verordnung vom 29. März 2000
(aMWSTGV, AS 2000 1347).
1.4 Die Entscheidfindung (Rechtsanwendung) setzt voraus, dass die
Sachlage korrekt und vollständig ermittelt wurde. Das Verwaltungsverfah-
ren und die Verwaltungsrechtspflege werden deshalb grundsätzlich von
der Untersuchungsmaxime beherrscht. Danach muss die entscheidende
Behörde die für das Verfahren notwendigen Sachverhaltsunterlagen von
sich aus beschaffen und die rechtlich relevanten Umstände abklären so-
wie darüber ordnungsgemäss Beweis führen. Der Untersuchungsgrund-
satz wird im Mehrwertsteuerverfahren indes dadurch relativiert, dass dem
Steuerpflichtigen spezialgesetzlich statuierte Mitwirkungspflichten aufer-
legt werden (vgl. BVGE 2009/60 E. 2.1.1 f.). Insbesondere gilt es zu be-
achten, dass für die Veranlagung und Entrichtung der Mehrwertsteuer
das Selbstveranlagungsprinzip gilt (Art. 46 f. aMWSTG; BGE 137 II 136
E. 6.2; Urteil des Bundesgerichts 2C_970/2012 vom 1. April 2013 E. 4.1).
1.5 Die Steuerbehörde trägt die Beweislast für Tatsachen, welche die
Steuerpflicht als solche begründen oder die Steuerforderung erhöhen,
das heisst für die steuerbegründenden und -mehrenden Tatsachen. Dem-
gegenüber ist die steuerpflichtige Person für die steueraufhebenden und
steuermindernden Tatsachen beweisbelastet, das heisst für solche Tatsa-
chen, welche Steuerbefreiung oder Steuerbegünstigung bewirken (statt
vieler: Urteil des Bundesgerichts vom 14. Juli 2005, veröffentlicht in:
ASA 75 S. 495 ff. E. 5.4; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts
A-1373/2006 vom 16. November 2007 E. 2.1). Eine von der steuerpflich-
tigen Person zu beweisende steuermindernde Tatsache stellt etwa die Er-
füllung der Voraussetzungen für das Recht zum Vorsteuerabzug dar (Ur-
teil des Bundesgerichts 2A.406/2002 vom 31. März 2004 E. 3.4; Urteile
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Seite 6
des Bundesverwaltungsgerichts A-3696/2012 vom 14. Juni 2013 E. 1.4,
A-1648/2006 vom 27. April 2009 E. 2.7).
1.6 Verwaltungsverordnungen (Merkblätter, Richtlinien, Kreisschreiben
etc.) sind nur, aber immerhin, Meinungsäusserungen der Verwaltung über
die Auslegung der anwendbaren Gesetzesbestimmungen. Sie dienen der
Sicherstellung einer einheitlichen, gleichmässigen und sachrichtigen Pra-
xis des Gesetzesvollzugs (BVGE 2010/33 E. 3.3.1, 2007/41 E. 4.1; MI-
CHAEL BEUSCH, Was Kreisschreiben dürfen und was nicht, in: Der
Schweizer Treuhänder 2005 S. 613 ff.). Als solche sind sie für die als ei-
gentliche Adressaten figurierenden Verwaltungsbehörden verbindlich,
wenn sie nicht klarerweise einen verfassungs- oder gesetzeswidrigen In-
halt aufweisen (MICHAEL BEUSCH, in: Zweifel/Athanas [Hrsg.], Kommentar
zum Schweizerischen Steuerrecht, Teil I/Bd. 2b, Bundesgesetz über die
direkte Bundessteuer [DBG], 2. Aufl., Basel 2008, Art. 102 N 15 ff.). Die
Gerichtsbehörden sollen Verwaltungsverordnungen bei ihrer Entschei-
dung denn auch mitberücksichtigen, sofern diese eine dem Einzelfall an-
gepasste und gerecht werdende Auslegung der anwendbaren gesetzli-
chen Bestimmungen zulassen. Dies gilt umso mehr, als es nicht Aufgabe
der Gerichte ist, als Zweitinterpreten des der Verwaltungsverordnung
zugrunde liegenden Erlasses eigene Zweckmässigkeitsüberlegungen an
die Stelle des Vollzugskonzepts der zuständigen Behörde zu setzen
(BGE 126 II 275 E. 4c, 123 II 16 E. 7a; BVGE 2010/33 E. 3.3.1, 2007/41
E. 3.3).
2.
Der Besteuerung im Inland unterliegen nach Art. 5 aMWSTG die entgelt-
lich erbrachten Lieferungen von Gegenständen (Bst. a), die entgeltlich
erbrachten Dienstleistungen (Bst. b), der Eigenverbrauch (Bst. c) sowie
der entgeltliche Bezug von Dienstleistungen aus dem Ausland (Bst. d),
sofern die entsprechenden Umsätze nicht nach Art. 18 aMWSTG aus-
drücklich von der Steuer ausgenommen sind.
2.1 Eine Lieferung liegt vor, wenn die Befähigung verschafft wird, im ei-
genen Namen über einen Gegenstand wirtschaftlich zu verfügen (Art. 6
Abs. 1 aMWSTG). Als Dienstleistung gilt jede Leistung, die keine Liefe-
rung eines Gegenstandes ist (Art. 7 Abs. 1 aMWSTG).
2.2 Eigenverbrauch liegt vor, wenn die mehrwertsteuerpflichtige Person
aus ihrem Unternehmen Gegenstände dauernd oder vorübergehend ent-
nimmt, die oder deren Bestandteile sie zum vollen oder teilweisen Vor-
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steuerabzug berechtigt haben, und die sie unter anderem für unterneh-
mensfremde Zwecke, insbesondere für ihren privaten Bedarf oder für den
Bedarf ihres Personals verwendet (Art. 9 Abs. 1 Bst. a aMWSTG). Eigen-
verbrauch ist ferner unter anderem dann gegeben, wenn die steuerpflich-
tige Person aus ihrem Unternehmen Gegenstände, die oder deren Be-
standteile sie zum vollen oder teilweisen Vorsteuerabzug berechtigt ha-
ben, unentgeltlich abgibt; mit Ausnahme von Geschenken bis Fr. 300.-
pro Empfänger und pro Jahr und Warenmustern zu Zwecken des Unter-
nehmens (Art. 9 Abs. 1 Bst. c aMWSTG).
2.3 Von der Steuer ausgenommen sind unter anderem gemäss Art. 18
Ziff. 24 aMWSTG
«die Lieferungen gebrauchter Gegenstände, die ausschliesslich für eine
nach diesem Artikel von der Steuer ausgenommene Tätigkeit verwendet
wurden, sofern diese Gegenstände mit der Warenumsatzsteuer belastet sind
oder deren Bezug nicht zum Vorsteuerabzug berechtigte, sowie die Liefe-
rungen im Betrieb gebrauchter Gegenstände, deren Bezug vom Vorsteuer-
abzug ausgeschlossen war».
2.3.1 Art. 18 Ziff. 24 aMWSTG will die Mehrfachbesteuerung der im Be-
trieb gebrauchten Gegenstände (Betriebsmittel) vermeiden. Sofern für
diese Gegenstände bei der Anschaffung und beim Unterhalt kein Vor-
steuerabzug geltend gemacht werden konnte oder diese Gegenstände
noch mit der Warenumsatzsteuer belastet sind, wird die Steuer nicht er-
hoben, wenn sie aus dem Betrieb ausgeschieden und veräussert werden.
Von dieser Regelung betroffen sind in erster Linie Gegenstände (Be-
triebsmittel), die zur Erzielung der nach Art. 18 aMWSTG von der Steuer
ausgenommenen Umsätze verwendet werden, weil diese Gegenstände
ohne Berechtigung zum Vorsteuerabzug angeschafft und unterhalten
werden müssen (vgl. Art. 17 und Art. 38 Abs. 4 aMWSTG; IVO P. BAUM-
GARTNER, in: Kompetenzzentrum MWST der Treuhand-Kammer [Hrsg.],
mwst.com, Kommentar zum Bundesgesetz über die Mehrwertsteuer, Ba-
sel/Genf/München 2000 [nachfolgend: mwst.com], Rz. 3 und 14 zu Art. 18
Bst. W; vgl. zum früheren Recht ferner Urteil des Bundesgerichts
2A.416/1999 vom 22. Februar 2011 E. 7). Nach der Lehre sollen diesen
Betriebsmitteln im Sinne von Art. 18 Ziff. 24 aMWSTG Gegenstände
gleichgestellt sein, welche nebst der Verwendung für von der Steuer aus-
genommene Tätigkeiten in untergeordnetem Umfang für eine besteuerte
Unternehmenstätigkeit eingesetzt wurden. In welchem Umfang eine sol-
che Verwendung für nicht von der Steuer ausgenommene Tätigkeiten zu-
lässig sein bzw. der Anwendung von Art. 18 Ziff. 24 aMWSTG nicht ent-
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gegenstehen soll, ist jedoch umstritten: So ist nach einer Autorenmeinung
eine Verwendung für steuerbare Tätigkeiten im Umfang von bis zu 20 %
tolerierbar (so ALOIS CAMENZIND et al., Handbuch zum Mehrwertsteuerge-
setz [MWSTG], 2. Aufl., Bern/Stuttgart/Wien 2003, Rz. 876); während
nach anderer Auffassung die entsprechende Toleranzgrenze bei 5-10 %
anzusetzen sei (so BAUMGARTNER, a.a.O., Rz. 19 zu Art. 18 Bst. W).
2.3.2 Die Steuerausnahme von Art. 18 Ziff. 24 aMWSTG greift unter an-
derem bei Lieferungen von gebrauchten Gegenständen, die aus dem Be-
trieb herausgenommen und veräussert werden, wenn bei deren Bezug
ein Vorsteuerabzug infolge Erwerbes von einem Nichtsteuerpflichtigen
nicht möglich war (vgl. BAUMGARTNER, a.a.O., Rz. 15 zu Art. 18 Bst. W).
2.3.3 Aufgrund von Art. 18 Ziff. 24 aMWSTG steuerausgenommen ist
auch der Verkauf von Gegenständen, welche zwar zum Geschäftsvermö-
gen gehören, deren Nutzung aber nicht im Sinne von Art. 38 Abs. 1 und 2
aMWSTG geschäftsmässig begründet war und mit Bezug auf deren Lie-
ferung deshalb kein Vorsteuersteuerabzugsrecht gegeben war (vgl. CA-
MENZIND et al., a.a.O., Rz. 877; s. ferner zum Ausschluss des Vorsteuer-
abzugsrechts mangels geschäftlich begründeten Zwecks sogleich E. 3).
2.3.4 Nach der Verwaltungspraxis zum aMWSTG sind Verkäufe von Ge-
genständen, welche im Betrieb gebraucht wurden, ohne Rücksicht auf
Art. 18 Ziff. 24 aMWSTG zu versteuern, wenn an diesen Gegenständen
vorsteuerabzugsberechtigte Arbeiten bewirkt bzw. wenn für diese Ge-
genstände vorsteuerabzugsberechtigte Dienstleistungen bezogen wurden
(Wegleitung 2008 zur Mehrwertsteuer [herausgegeben von der ESTV im
Dezember 2007; gültig vom 1. Januar 2008 bis 31. Dezember 2009],
Rz. 682; ebenso Wegleitung 2001 zur Mehrwertsteuer [herausgegeben
von der ESTV im Sommer 2000], Rz. 682). Das Bundesgericht hat die
entsprechende Verwaltungspraxis zur Steuerausnahme von Art. 14
Ziff. 20 der früheren Verordnung über die Mehrwertsteuer vom 22. Juni
1994 (aMWSTV), deren Formulierung in Art. 18 Ziff. 24 aMWSTG unver-
ändert übernommen wurde, mit Bezug auf Gegenstände, welche von ei-
nem Nichtsteuerpflichtigen erworben wurden, für rechtskonform befunden
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 2A.416/1999 vom 22. Februar 2011 E. 9).
3.
Verwendet eine steuerpflichtige Person Gegenstände oder Dienstleistun-
gen für einen in Art. 38 Abs. 2 aMWSTG genannten geschäftlich begrün-
deten Zweck, kann sie in ihrer Steuerabrechnung die ihr von anderen
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Steuerpflichtigen in Rechnung gestellte Mehrwertsteuer für Lieferungen
und Dienstleistungen als Vorsteuer in Abzug bringen (sog. Vorsteuerab-
zug; Art. 38 Abs. 1 Bst. a aMWSTG).
3.1 Nach Art. 38 Abs. 2 Bst. a und b aMWSTG berechtigt namentlich die
Verwendung von Gegenständen und Dienstleistungen für steuerbare Lie-
ferungen oder Dienstleistungen zum Vorsteuerabzug (vgl. ferner für Um-
sätze, für deren Versteuerung optiert wurde, Art. 38 Abs. 2 Bst. c
aMWSTG). Verwendet die steuerpflichtige Person in diesem Sinn die
Eingangsleistung für eine steuerbare Ausgangsleistung, kann sie die auf
der Eingangsleistung lastende Steuer als Vorsteuer in Abzug bringen
(statt vieler: BGE 132 II 353 E. 8 und 10; Urteil des Bundesgerichts
2C_814/2010 vom 23. September 2011 E. 5.2; Urteil des Bundesverwal-
tungsgerichts A-4750/2012 vom 22. Juli 2013 E. 2.5.1). Zum Vorsteuer-
abzug berechtigt ferner die Verwendung von Gegenständen für unentgelt-
liche Zuwendungen von Geschenken bis zum Wert von Fr. 300.- pro
Empfänger und Jahr und von Warenmustern zu Zwecken des Unterneh-
mens (vgl. Art. 38 Abs. 2 Bst. d aMWSTG).
3.2 Art. 38 Abs. 1 Bst. a aMWSTG sieht vor, dass zum Vorsteuerabzug
nur berechtigt ist, wer die geltend gemachten Beträge mit Belegen nach
Art. 37 Abs. 1 und 3 aMWSTG nachweisen kann. Die Rechnung des Leis-
tungserbringers muss enthalten: seinen Namen und seine Adresse sowie
seine Mehrwertsteuernummer; Namen und Adresse des Leistungsemp-
fängers; Datum oder Zeitraum der Leistung; Art, Gegenstand und Umfang
der Leistung; das Entgelt; den Steuersatz und den geschuldeten Steuer-
betrag, wobei die Angabe des Steuersatzes genügt, wenn das Entgelt die
Steuer einschliesst (Art. 37 Abs. 1 aMWSTG).
Von der Rechtsprechung wurde anerkannt, dass die im vorstehenden Ab-
satz dargestellte Regelung verfassungsmässig ist und die Verwaltung und
die Gerichte im Prinzip an diesen gesetzlichen Formalismus gebunden
sind. Wenn die Rechnungen die im aMWSTG aufgestellten Vorausset-
zungen für die Vornahme des Vorsteuerabzugs nicht kumulativ erfüllen,
muss die ESTV den Abzug verweigern (Urteile des Bundesverwaltungs-
gerichts A-5800/2012 vom 19. November 2013 E. 2.2, A-2963/2012 vom
12. März 2013 E. 2.1, A-607/2012 vom 20. Dezember 2012 E. 2.4.1, je
mit Hinweisen; keine Rolle spielt im vorliegenden Verfahren die Relativie-
rung dieser Formstrenge gemäss Verwaltungspraxis und Rechtsprechung
zu den Formularen 1310 bzw. 1550 sowie Art. 15a bzw. 45a aMWSTGV).
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Seite 10
3.3 Verwendet die steuerpflichtige Person vorsteuerbelastete Eingangs-
leistungen sowohl für Zwecke, die zum Vorsteuerabzug berechtigen, als
auch für andere Zwecke (sog. gemischte Verwendung), so ist der Vor-
steuerabzug nach dem Verhältnis der Verwendung zu kürzen (Art. 41
Abs. 1 aMWSTG).
4.
4.1 Bei der vorübergehenden Entnahme von Gegenständen oder ihrer
Bestandteile zum Eigenverbrauch nach Art. 9 Abs. 1 aMWSTG wird der
Mehrwertsteuerbetrag von der Miete berechnet, die einem unabhängigen
Dritten dafür in Rechnung gestellt würde (Art. 34 Abs. 3 aMWSTG). Die
Eigenverbrauchsbesteuerung erweist sich im Wesentlichen als Vorsteu-
erkorrekturregel, da sie den – sich im Nachhinein als ungerechtfertigt er-
weisenden – Vorsteuerabzug rückgängig zu machen hat (DANIEL RIEDO,
in: mwst.com, Rz. 13 f. zu Art. 9).
4.2
4.2.1 Aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung ist grundsätzlich zu
vermuten, dass Geschäftsfahrzeuge auch für private Zwecke benutzt
werden, und sei es nur für kurze Fahrten zwischen Wohn- und Arbeitsort,
die ebenfalls als Privatfahrten gelten, bzw. für private Erledigungen
(vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-2081/2007 vom 31. August
2009 E. 4.2).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts hat ein Mehrwertsteuer-
pflichtiger, der trotz gegenteiliger Anhaltspunkte darauf besteht, dass ein
Geschäftsfahrzeug nicht für unternehmensfremde Zwecke verwendet
wird, «diese im Ergebnis steuermindernde Tatsache – weil die Steuerbe-
hörde anders als etwa die Strafverfolgungsbehörden über keine besonde-
ren Sachverhaltsermittlungsbefugnisse verfügt – nicht nur zu behaupten,
sondern auch zu belegen» (Urteil des Bundesgerichts 2A.406/2002 vom
31. März 2003 E. 3.4, mit Hinweisen). Die Frage, ob es sich hierbei wirk-
lich um den Beweis einer steuermindernden Tatsache handelt oder nicht
vielmehr um den Gegenbeweis, dass eine steuerbegründende Tatsache
nicht vorliegt, kann hier offen bleiben (vgl. Urteil des Bundesverwaltungs-
gerichts A-2081/2007 vom 31. August 2009 E. 4.3).
4.2.2 Gemäss der vom 1. Januar 2008 bis 31. Dezember 2009 geltenden
Verwaltungspraxis ist bei der Verwendung von Geschäftsfahrzeugen für
private Zwecke (vorbehältlich hier nicht interessierender Ausnahmen) ein
Privatanteil zu versteuern und kann der Mehrwertsteuerpflichtige diesen
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Seite 11
Anteil effektiv ermitteln (vgl. Wegleitung 2008, Rz. 497; Merkblatt Nr. 3
über die Vereinfachungen bei Privatanteilen / Naturalbezügen / Personal-
verpflegung [Nr. 610.545.03] in der vom 1. Januar 2008 bis 31. Dezember
2009 gültigen Fassung, Ziff. 2). Bei der effektiven Ermittlung ist eine Fahr-
tenkontrolle zu führen, welche zuverlässig über die Verwendung des
Fahrzeuges für geschäftliche bzw. private Fahrten Auskunft gibt (Merk-
blatt Nr. 3, Ziff. 2.2.1).
Statt einer effektiven Ermittlung können alle Mehrwertsteuerpflichtigen,
welche Personenwagen vorwiegend geschäftlich, daneben aber auch pri-
vat verwenden, nach der genannten Verwaltungspraxis eine pauschale
Ermittlung des Privatanteils vornehmen (auf die Art des Betriebes oder
die Rechtsform kommt es für die Zulässigkeit der pauschalen Ermittlung
nicht an). Die pauschale Ermittlung ist indes nur bei Personenwagen er-
laubt, welche zu höchstens 50 % für Privatfahrten verwendet werden. Be-
stand beim Kauf des Fahrzeuges ein Vorsteuerabzugsrecht, gilt pro Mo-
nat 0.8 % des Bezugspreises (exkl. Mehrwertsteuer) des Fahrzeuges –
mindestens aber der Betrag von Fr. 150.- – als Privatanteil, der zum
Normalsatz zu versteuern ist. Bestand beim Kauf des Fahrzeuges kein
Vorsteuerabzugsrecht, gilt pro Monat 0.4 % des Bezugspreises des Fahr-
zeuges – mindestens aber der Betrag von Fr. 150.- (exkl. Mehrwertsteu-
er) – als Privatanteil, der zum Normalsatz zu versteuern ist (vgl. zum
Ganzen Merkblatt Nr. 3, Ziff. 2.1).
Sonderregeln für die Berechnung des Privatanteils gelten nach der er-
wähnten Verwaltungspraxis bei Fahrzeugen der Luxusklasse (vgl. Merk-
blatt Nr. 3, Ziff. 2.3.4). Dabei wird bei Fahrzeugen, deren Anschaffungs-
kosten exklusive Mehrwertsteuer den Betrag von Fr. 100'000.- überstei-
gen, in der Regel von Fahrzeugen der Luxusklasse ausgegangen (Merk-
blatt Nr. 3, Ziff. 2.3.1).
Soweit hier interessierend, erscheinen die erwähnten, in Verwaltungsver-
ordnungen festgehaltenen Regelungen als gesetzeskonform (vgl. Urteile
des Bundesverwaltungsgerichts A-4506/2011 vom 30. April 2012 E. 2.6,
A-5078/2008 vom 26. Mai 2010 E. 3.3, A-2081/2007 vom 31. August
2009 E. 3.4). Da sie eine dem vorliegenden Einzelfall angepasste und ge-
recht werdende Auslegung der anwendbaren gesetzlichen Vorschriften
zulassen, sind sie im Folgenden zu berücksichtigen (vgl. E. 1.6).
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Seite 12
5.
Vorliegend bestreitet die Beschwerdeführerin unter anderem im Umfang
von Fr. 1'107.95 die Nachbelastung gemäss Position 1 («Umsatzdifferen-
zen») der Einschätzungsmitteilung in der Höhe von Fr. 1'144.25. Die
ESTV führte zur Begründung dieser Nachbelastung unter Verweisung auf
einen aktenkundigen «Verkaufvertrag» vom 31. Dezember 2008 aus,
dass die Beschwerdeführerin mit dem Verkauf eines Fahrzeuges des
Typs Porsche Boxter S zum Preis von Fr. 16'200.- an B._ eine
steuerbare Lieferung erbracht habe.
5.1 Zu Recht nicht in Abrede gestellt wird, dass die Beschwerdeführerin
mit dem Verkauf des genannten Fahrzeuges an B._ eine entgeltli-
che Lieferung erbracht hat und damit ein unter Vorbehalt der Anwendbar-
keit einer Steuerausnahme im Sinne von Art. 18 aMWSTG steuerbarer
Umsatz vorliegt (vgl. E. 2.1). In Frage steht einzig, ob die vorn (E. 2.3)
genannte Ausnahme für gebrauchte Gegenstände greift.
Da es sich bei den Steuerausnahmen im Sinne von Art. 18 aMWSTG um
steuerschuldmindernde bzw. -aufhebende Tatsachen handelt (vgl. E. 1.5),
ist die Beschwerdeführerin hinsichtlich der Sachumstände, welche für die
in Frage stehende Steuerausnahme relevant sind, beweisbelastet.
5.2
5.2.1 Vorliegend ist nicht ersichtlich, dass das fragliche Fahrzeug vor dem
Verkauf an B._ ausschliesslich für steuerausgenommene Tätigkei-
ten oder im Sinne der vorn (E. 2.3.1) genannten Lehrmeinungen lediglich
in untergeordnetem Umfang für eine besteuerte Unternehmenstätigkeit
und im Übrigen für steuerausgenommene Zwecke verwendet wurde. Ein
Gegenstand, der im Sinne von Art. 18 Ziff. 24 aMWSTG ausschliesslich
für eine nach Art. 18 aMWSTG von der Steuer ausgenommene Tätigkeit
verwendet wurde, liegt deshalb nicht vor; wobei hier offen bleiben kann,
ob die genannten Literaturmeinungen überhaupt mit dem Bundesrecht
vereinbar sind.
5.2.2 Zwar behauptet die Beschwerdeführerin, das Fahrzeug sei ur-
sprünglich vom späteren Käufer B._ «ohne Vorsteuerabzug» in ih-
re Gesellschaft eingebracht worden (vgl. dazu S. 2 der – hier gemäss
dem entsprechenden Beschwerdeantrag zu berücksichtigenden – «Ein-
sprache» vom 19. April 2013). Diese Darstellung ist jedoch nicht hinrei-
chend substantiiert. Auch ist den Akten nicht zu entnehmen, dass die Be-
schwerdeführerin das Fahrzeug seinerzeit tatsächlich von einer nicht
A-184/2014
Seite 13
steuerpflichtigen Person erworben hat. Es kann deshalb nicht davon aus-
gegangen werden, dass die Beschwerdeführerin aufgrund Erwerbs des
Fahrzeuges von einem Nichtsteuerpflichtigen nicht vorsteuerabzugsbe-
rechtigt war und sie sich deshalb (entsprechend den Ausführungen in
E. 2.3.2) mit Recht auf die hier interessierende Steuerausnahmevorschrift
berufen kann.
5.2.3 Die Beschwerdeführerin macht sinngemäss auch geltend, sie habe
den Porsche Boxter S vor dem Verkauf an B._ für einen das Vor-
steuerabzugsrecht ausschliessenden, geschäftlich nicht begründeten
Zweck genutzt. Der Verkaufsumsatz sei deshalb als steuerausgenommen
zu qualifizieren.
Wie aufgezeigt, ist vorliegend nicht erstellt, dass die Beschwerdeführerin
das hier in Rede stehende Fahrzeug vor dem Verkauf ausschliesslich für
steuerausgenommene Tätigkeiten oder im Sinne der vorn (E. 2.3.1) ge-
nannten Lehrmeinungen lediglich in untergeordnetem Umfang für eine
besteuerte Unternehmenstätigkeit und im Übrigen für steuerausgenom-
mene Zwecke verwendet hat. Insoweit stösst denn auch das Vorbringen
der Beschwerdeführerin, sie habe das Fahrzeug nicht für geschäftlich be-
gründete Zwecke im Sinne von Art. 38 Abs. 1 und 2 aMWSTG verwendet,
ins Leere.
Auch im Übrigen bestehen keine hinreichenden Anhaltspunkte für die An-
nahme, dass die Beschwerdeführerin den Porsche Boxter S vor dem Ver-
kauf nicht für einen geschäftlich begründeten Zweck im Sinne der ein-
schlägigen Regelung des Vorsteuerabzuges verwendet hat. Nichts daran
ändern kann der Umstand, dass grundsätzlich zu vermuten ist, dass die-
ses Fahrzeug auch für private Zwecke benutzt worden ist (vgl. E. 4.2.3).
Denn selbst wenn eine solche (teilweise) Privatnutzung vorliegen würde,
hätte die Beschwerdeführerin ein der Steuerausnahme von Art. 18 Ziff. 24
aMWSTG entgegenstehendes Vorsteuerabzugsrecht gehabt (gegebe-
nenfalls wäre der Vorsteuerabzug aufgrund gemischter Verwendung zu
kürzen gewesen [vgl. E. 3.3]). Ob am fraglichen Fahrzeug vor dem Ver-
kauf an B._ zum Vorsteuerabzug berechtigende Arbeiten vorge-
nommen bzw. für dieses vorsteuerabzugsberechtigte Dienstleistungen
bezogen wurden und die streitige Steuerausnahme gegebenenfalls auch
deshalb nicht greift (vgl. E. 2.3.4), kann hier offen bleiben.
Unerheblich ist sodann entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin
der Umstand, dass die Vorinstanz bei einem anderen Fahrzeug der Be-
A-184/2014
Seite 14
schwerdeführerin (der Marke BMW) eine Verwendung für einen geschäft-
lich begründeten Zweck ausgeschlossen hat (vgl. Ziff. II/6.2.13 des «Ein-
spracheentscheids»). Auch aus dem von der Beschwerdeführerin in die-
sem Kontext angerufenen Revisionsbericht der Steuerverwaltung des
Kantons C._ kann nichts zugunsten der Beschwerde abgeleitet
werden, zumal darin Kosten für das hier streitbetroffene Fahrzeug (Por-
sche Boxter S) als «geschäftsmässig nicht begründet» qualifiziert wurden
(vgl. Akten Vorinstanz, act. 4 Ziff. 3.1.2.6.1). Mit ihren Ausführungen, wo-
nach sie in der Beschwerde «aus Prozessgründen» argumentiere, «dass
das hier diskutierte Fahrzeug nicht geschäftsbegründet ist» (Beschwer-
de, S. 3), konzediert die Beschwerdeführerin im Übrigen, dass sie keine
in der tatsächlichen Verwendung dieses Fahrzeuges vor dem Verkauf an
B._ liegende Gründe für die Anwendbarkeit der in Frage stehen-
den Steuerausnahmevorschrift sieht.
Soweit vorliegend im Streit stehend, ist somit die Nachbelastung gemäss
Position 1 («Umsatzdifferenzen») der Einschätzungsmitteilung nicht zu
beanstanden (betreffend die vorinstanzliche Berechnung der Höhe der
Steuernachforderung wurden zu Recht keine Rügen erhoben).
6.
Im Streit liegt sodann die Nachbelastung gemäss Position 3 («Privatanteil
an den Autokosten») der Einschätzungsmitteilung in der Höhe von
Fr. 1'456.30. Die ESTV hat die entsprechende Aufrechnung aufgrund der
ihrer Ansicht nach (teilweisen) privaten Verwendung eines Fahrzeuges
des Typs Porsche 911 Coupé 3.6 durch den Geschäftsführer der Be-
schwerdeführerin (D._) in den Jahren 2008 und 2009 vorgenom-
men.
6.1 Das erwähnte Fahrzeug wurde unbestrittenermassen als Geschäfts-
fahrzeug verwendet. Grundsätzlich ist indessen nach allgemeiner Le-
benserfahrung zu vermuten, dass es auch für private Zwecke benutzt
wurde, und sei es nur für kurze Fahrten zwischen Wohn- und Arbeitsort
(vgl. E. 4.2.1 Abs. 1). Über diese Vermutung hinaus bestehen vorliegend
gewichtige Anhaltspunkte, dass das Fahrzeug teilweise für unterneh-
mensfremde Zwecke eingesetzt wurde. Denn unbestrittenermassen wur-
de es von D._ benutzt und auf einem Parkplatz an dessen Wohn-
ort – in einer Entfernung zum Geschäftsort von ca. 20 Fahrminuten – ab-
gestellt. Vor diesem Hintergrund obliegt es der Beschwerdeführerin pra-
xisgemäss, die Behauptung zu belegen, dass das Geschäftsfahrzeug
A-184/2014
Seite 15
nicht für unternehmensfremde Zwecke verwendet wurde (vgl. E. 4.2.1
Abs. 2).
6.2
6.2.1 Die Beschwerdeführerin behauptet, das Fahrzeug sei in erster Linie
für Geschäftsfahrten vom Wohnsitz D._s zu Kundenbesuchen so-
wie Präsentationen und zurück benutzt worden. Es sei nur dann für Fahr-
ten vom Wohnort D._s zum Geschäftsort der Beschwerdeführerin
eingesetzt worden, wenn das Fahrzeug gleichzeitig habe retabliert (z.B.
gereinigt oder aufgetankt) oder für geschäftlich bedingte Einkäufe einge-
setzt werden müssen. Für andere Fahrten zwischen dem Wohnort
D._s und dem Geschäftsort der Beschwerdeführerin sei aus-
schliesslich ein privater Personenwagen verwendet worden. Für die An-
nahme, dass der Porsche 911 Coupé 3.6 in dieser Weise lediglich für ge-
schäftliche Fahrten eingesetzt worden sei, spreche auch der Umstand,
dass die Beschwerdeführerin den Parkplatz am Wohnort D._s von
Letzterem gemietet habe.
6.2.2 Die erwähnte Behauptung der Beschwerdeführerin, mit dem streit-
betroffenen Fahrzeug des Typs Porsche 911 Coupé 3.6 seien nur dann
Fahrten vom Wohnort D._s zu ihrem Geschäftsort unternommen
worden, wenn das Fahrzeug retabliert worden sei oder es für Ge-
schäftseinkäufe habe eingesetzt werden müssen, ist nicht belegt. Diese
Behauptung ist umso weniger glaubhaft, als auch keine Nachweise für
die angeblich mit einem anderen Personenwagen zurückgelegten Fahr-
ten zwischen dem Wohnort D._s und dem Geschäftsort der Be-
schwerdeführerin vorliegen. Aus dem Umstand, dass die Beschwerdefüh-
rerin den genannten Parkplatz am Wohnort D._s gemietet hat,
lässt sich nicht ableiten, dass der Porsche 911 Coupé 3.6 in der von der
Beschwerdeführerin behaupteten Weise grundsätzlich nur für Fahrten von
diesem Wohnort zu Kundenbesuchen und Präsentationen sowie zurück
verwendet worden ist. Es ist deshalb davon auszugehen, dass das Fahr-
zeug teilweise für – als privat zu qualifizierende – Fahrten zwischen dem
Wohnort D._s und dem Arbeitsort bzw. dem Geschäftsort der Be-
schwerdeführerin verwendet wurde. Diesem Schluss steht nicht entge-
gen, dass D._ seine Arbeit für die Beschwerdeführerin nicht aus-
schliesslich am Geschäftsort der Beschwerdeführerin, sondern örtlich fle-
xibel verrichtete.
6.3 Die ESTV ist somit zu Recht davon ausgegangen, dass der Por-
sche 911 Coupé 3.6 auch privat genutzt worden ist. Sie hat unter den ge-
A-184/2014
Seite 16
gebenen Umständen – insbesondere auch mangels Fahrtenkontrolle –
zulässigerweise den Privatanteil unter Verwendung der pauschalen Me-
thode aufgerechnet (vgl. E. 4.2.2). Infolge der Anwendbarkeit der pau-
schalen Methode kann hier offen bleiben, ob auch die Fahrten vom
Wohnort D._s zu den Kundenbesuchen und Präsentationen sowie
zurück für Steuerzwecke als privat zu behandeln sind und welchen Anteil
diese Fahrten an den gesamten Fahrten ausmachten. Dies gilt umso
mehr, als die Beschwerdeführerin zu Recht die zahlenmässige Ermittlung
der Aufrechnung nicht beanstandet hat.
7.
Die Nachbelastung gemäss Position 4 («Vorsteuer») der Einschätzungs-
mitteilung in der Höhe von Fr. 3'389.- wird seitens der Beschwerdeführe-
rin im vorliegenden Verfahren im Umfang von Fr. 2'005.51 bestritten. Die
genannte Nachbelastung beruht auf der Aufrechnung von nach Auffas-
sung der Vorinstanz zu Unrecht vorgenommenen Vorsteuerabzügen be-
züglich insgesamt 67 Teilpositionen (vgl. Beilage 3 der Einschätzungsmit-
teilung vom 20. März 2013). Die Beschwerdeführerin nimmt in ihrer Be-
schwerde auf 43 der von der Vorinstanz beanstandeten Teilpositionen
ausdrücklich Bezug.
7.1 Bei 14 der in der Beschwerde explizit erwähnten Vorsteuerabzugsteil-
positionen beschränkt sich die Beschwerdeführerin in der Begründung ih-
res Rechtsmittels darauf, jeweils Folgendes festzuhalten (vgl. etwa Be-
schwerde, S. 8):
«Aufgrund der Prozessökonomie wird auf die weitere Verteidigung dieses
strittigen Punktes verzichtet. Am geschäftsbegründenden Aufwand wird fest-
gehalten.»
Bei zwei weiteren, in der Beschwerde erwähnten Teilpositionen findet sich
in der Beschwerdebegründung jeweils einzig der Hinweis, dass am «ge-
schäftsbegründenden» Aufwand festgehalten werde.
Da die Beschwerdeführerin die vorinstanzliche Aufrechnung der Vorsteu-
erabzüge bezüglich der hier genannten 16 Teilpositionen nicht substanti-
iert bestreitet und keine Anhaltspunkte für die Annahme bestehen, dass
diese Aufrechnung nicht rechtskonform war, erübrigt es sich hier, weiter
auf diese Teilpositionen einzugehen.
7.2 Zu zwei der in Frage stehenden Teilpositionen gemäss Position 4
(«Vorsteuer») (bzw. Beilage 3) der Einschätzungsmitteilung enthält die
A-184/2014
Seite 17
Beschwerde zwar Ausführungen. Dabei bestreitet die Beschwerdeführerin
aber die Aufrechnung der entsprechenden Vorsteuerbetreffnisse (eben-
falls) nicht substantiiert: So konzediert sie in Bezug auf die Teilposition
«18.08.08 L._» zu Recht, dass hinsichtlich der ihrer Auffassung
nach vorsteuerbelasteten Leistung keine zum Vorsteuerabzug berechti-
gende Rechnung vorhanden ist (vgl. Beschwerde, S. 8; s. zum Erforder-
nis eines rechtsgenügenden Beleges E. 3.2). Ferner hält sie in der Be-
schwerde zwar an ihrem Standpunkt fest, wonach es sich bei dem ge-
mäss der Teilposition «19.10.09 M._ AG» aufgerechneten Betrag
von Fr. 33.88 um «geschäftsbegründenden [recte: geschäftlich begründe-
ten] Aufwand» handle (Beschwerde, S. 11). Indes verzichtet sie darauf,
diesen Standpunkt zu begründen (die an der entsprechenden Stelle der
Beschwerde gemachten Ausführungen zielen einzig darauf ab, die
Rechtmässigkeit einer unter einer anderen Teilposition vorgenommenen
Aufrechnung zu bestreiten [vgl. Beschwerde, S. 11]). Auch liegt kein be-
gründeter Anlass vor, die erwähnte Aufrechnung des Betrages von
Fr. 33.88 als nicht rechtskonform zu qualifizieren.
Im Folgenden bleibt bezüglich der übrigen 25 bestrittenen Teilpositionen
zu untersuchen, ob die Beschwerdeführerin vorsteuerabzugsberechtigt
ist. Soweit dabei nicht auf die Höhe der seitens der Vorinstanz vorge-
nommenen Aufrechnungen eingegangen wird, wird diese zu Recht nicht
bestritten.
7.3
7.3.1 Ein Teil der fraglichen Teilpositionen betrifft Vorsteuerabzüge im Zu-
sammenhang mit dem Bezug von Mobiliar in den Jahren 2008 und 2009.
Bei vier dieser Teilpositionen (Teilpositionen «03.01.08 I._ AG»,
«05.12.08 I._», «14.07.09 J._ AG» und «19.12.09
K._» [vgl. Beilage 3 der Einschätzungsmitteilung vom 20. März
2013]) führt die ESTV zur Begründung der Aufrechnung der Vorsteuer-
betreffnisse aus, die Beschwerdeführerin habe den ihr obliegenden Be-
weis der Verwendung des fraglichen Mobiliars (bestehend aus einem Si-
deboard, einem Barhocker, einer Känguru-Statue, zwei Blumenspindeln
sowie einem Teppich) für geschäftlich begründete Zwecke nicht erbracht.
Die Beschwerdeführerin habe nämlich seit Ende des Jahres 2010 über
keine eigenen Räumlichkeiten und dementsprechend auch über keine ei-
genen Möbel (mehr) verfügt. Weil auch keine Hinweise bestünden, dass
das Mobiliar von der Beschwerdeführerin mittels steuerbarer Lieferungen
veräussert oder im Eigenverbrauch abgerechnet worden sei, müsse da-
von ausgegangen werden, dass es für private Zwecke bezogen worden
A-184/2014
Seite 18
sei. Bei der Känguru-Statue komme hinzu, dass es sich um ein Produkt
für Kinder handle und dieser Gegenstand infolgedessen mit Blick auf die
Tätigkeit der Beschwerdeführerin (im Bereich der Unternehmensberatung
und Vermögensverwaltung) von vornherein nicht für einen geschäftlich
begründeten Zweck habe verwendet werden können.
Die Beschwerdeführerin führt demgegenüber aus, die Vorinstanz verken-
ne mangels Durchführung einer Kontrolle in F._, dass das Mobiliar
bis Ende 2010 in einem dort unterhaltenen Geschäftslokal für geschäftlich
begründete Zwecke verwendet worden sei. Gegenwärtig sei das Mobiliar
eingelagert. Die in Frage stehende Känguru-Statue sei kein Produkt für
Kinder und habe in F._ in der Kundenzone gestanden. Es sei im
Übrigen «nachvollziehbar», dass im Geschäft ein Teppich hingelegt wer-
de und Blumenspindel (bzw. Blumen) zur Dekoration eingesetzt würden
(Beschwerde, S. 10 f.).
7.3.2 Die Beschwerdeführerin hat – soweit aktenkundig – ihren Sitz per
29. Dezember 2010 nach Z._ verlegt (vgl. Akten Vorinstanz, act. 2
Ziff. 2.2). Nach den anlässlich der Kontrolle im Jahr 2013 gemachten
Feststellungen der ESTV verfügt die Beschwerdeführerin jedoch an der
Adresse des Firmensitzes in Z._ über keine eigenen Räumlichkei-
ten. Stattdessen werde dort bei Bedarf ein Sitzungszimmer der
H._ GmbH benutzt (Akten Vorinstanz, act. 6 Beiblatt Nr. 1). Diese
Feststellungen der Vorinstanz werden seitens der Beschwerdeführerin
nicht bestritten. Was die Zeit vor der erwähnten Sitzverlegung betrifft, be-
hauptet die Beschwerdeführerin indessen wie erwähnt, über Geschäfts-
räumlichkeiten in F._ verfügt und diese entsprechend mit Mobiliar
ausgestattet zu haben.
Aus den Akten ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin in den Jahren
2008 und 2009 tatsächlich über gemietete Räumlichkeiten in F._
verfügte (vgl. dazu die Erfolgsrechnungen 2008 und 2009 der Beschwer-
deführerin sowie den Kontoauszug der G._ AG in Akten Vorin-
stanz, act. 4 Beilagen C und E). Nichts daran ändern kann der Umstand,
dass D._ nach dem erwähnten Revisionsbericht der Steuerverwal-
tung des Kantons C._ keinen Mietvertrag zur Miete der Räumlich-
keiten in F._ vorlegen konnte und nach diesem Bericht in den Jah-
ren 2008 und 2009 kein Mietaufwand für ein Büro in F._ verbucht
worden ist (vgl. Akten Vorinstanz, act. 4 Ziff. 3.1.2.4).
A-184/2014
Seite 19
Freilich ist nicht belegt, dass das hier interessierende Mobiliar tatsächlich
– wie von der Beschwerdeführerin behauptet – in den gemieteten (Ge-
schäfts-)Räumen in F._ verwendet worden ist. Ebenso fehlt es an
einem Beleg für die behauptete Einlagerung dieses Mobiliars. Mit der Vor-
instanz ist ferner davon auszugehen, dass es an Anhaltspunkten fehlt,
welche auf eine steuerbare Veräusserung des Mobiliars oder auf die Ab-
rechnung von dessen Eigenverbrauch durch die Beschwerdeführerin
schliessen lassen. Vor diesem Hintergrund muss zu Ungunsten der für
die Voraussetzungen des Vorsteuerabzuges beweisbelasteten Be-
schwerdeführerin (vgl. E. 1.5) angenommen werden, dass sie das Mobili-
ar nicht für einen geschäftlich begründeten Zweck verwendet hat. Dem-
entsprechend hat die Vorinstanz die vorgenommenen Vorsteuerabzüge
zu Recht mangels Anspruchs auf Vorsteuerabzug aberkannt (vgl. E. 3).
Nicht näher geklärt werden muss unter den gegebenen Umständen, ob
es sich bei der streitbetroffenen Känguru-Statue um ein zum Einsatz für
geschäftlich begründete Zwecke mit Blick auf das Tätigkeitsfeld der Be-
schwerdeführerin ungeeignetes Produkt für Kinder handelt. Ebenso wenig
ist hier entscheidend, ob grundsätzlich ein Teppich und zwei Blumenspin-
del als Ausstattung bzw. Dekoration von Geschäftsräumlichkeiten ge-
schäftlich begründet sind.
Die im vorliegenden Kontext im Übrigen sinngemäss erhobene Rüge, die
Vorinstanz habe durch den Verzicht auf die Durchführung einer Kontrolle
in F._ die Untersuchungsmaxime (vgl. E. 1.4) verletzt, verfängt
schon deshalb nicht, weil die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Durch-
führung der Kontrolle der ESTV (im Jahr 2013) über keine Geschäfts-
räumlichkeiten in F._ mehr verfügte.
7.3.3 Die Beschwerdeführerin bestreitet unter anderem auch die Aufrech-
nung der abgezogenen Vorsteuer bezüglich der Teilposition «26.01.08
I._ AG» betreffend einen Sessel mit der Bezeichnung «Rocky»
(vgl. dazu Beilage 3 der Einschätzungsmitteilung). Die Vorinstanz nahm
diese Aufrechnung mit der Begründung vor, auf der Rechnung für diesen
Sessel sei statt der Beschwerdeführerin eine Frau «N._» als
Leistungsempfängerin ausgewiesen. Die Beschwerdeführerin wendet ein,
sie sei als Leistungsempfängerin der Lieferung des Sessels vorsteuerab-
zugsberechtigt, weil Frau N._ den entsprechenden Kauf als ihre
Stellvertreterin getätigt habe (Beschwerde, S. 5).
A-184/2014
Seite 20
Wer beim streitigen Kauf des Sessels mehrwertsteuerlich als Leistungs-
empfängerin zu gelten hat, kann hier offen gelassen werden. Denn auch
mit Bezug auf diesen Sessel ist – wie bei den hiervor erwähnten Gegens-
tänden (Sideboard, Barhocker, Känguru-Statue, Blumenspindel und Tep-
pich) – weder hinreichend substantiiert, noch aus den Akten ersichtlich,
dass eine Verwendung für einen geschäftlich begründeten Zweck erfolgte
und damit die entsprechende Voraussetzung für das Vorsteuerabzugs-
recht erfüllt ist. Sinngemäss lässt sich diesbezüglich auf die vorstehenden
Erwägungen verweisen (vgl. E. 7.3.1 f.).
7.4 Acht Teilpositionen, welche zur Nachbelastung gemäss Position 4
(«Vorsteuer») der Einschätzungsmitteilung vom 20. März 2013 führten,
betreffen Vorsteuerabzüge im Zusammenhang mit tierärztlichen Behand-
lungen (Teilpositionen «22.04.08 Tierarztpraxis O._», «13.10.08
Tierarztpraxis O._», «02.06.09 Dr. med. vet. P._»,
«16.06.09 Dr. med. vet. P._», «03.08.09 Dr. med. vet. P._»,
«14.08.09 Dr. med. vet. P._», «07.10.09 Dr. med. vet. P._»
und «07.12.09 Dr. med. vet. P._» [vgl. Beilage 3 der Einschät-
zungsmitteilung]). Nach überzeugender Ansicht der Vorinstanz sind diese
Vorsteuerabzüge nicht gerechtfertigt und aufzurechnen, weil die Be-
schwerdeführerin den Nachweis nicht erbringt, dass die Leistungsbezüge
von Tierärzten für geschäftlich begründete Zwecke im Sinne der ein-
schlägigen Regelung des Vorsteuerabzuges erfolgten (vgl. E. 3).
Die Beschwerdeführerin hält zwar dieser Beurteilung durch die Vorinstanz
entgegen, sie habe mit der Begleichung der Tierarztrechnungen «Image-
pflege» betrieben, indem sie damit gegen aussen dokumentiert habe,
auch «anderweitige gesellschaftliche Verpflichtungen» ernst zu nehmen
(Beschwerde, S. 6). Die Tierarztkosten seien deshalb Werbeaufwand. Mit
diesem Vorbringen vermag die Beschwerdeführerin indes den ihr oblie-
genden Beweis (vgl. E. 1.5) nicht zu erbringen, dass sie die in Anspruch
genommenen tierärztlichen Behandlungen für steuerbare Ausgangsleis-
tungen und damit für einen geschäftlich begründeten Zweck verwendet
hat (vgl. E. 3). Gleiches gilt hinsichtlich der Ausführungen der Beschwer-
deführerin im vorinstanzlichen Verfahren, wonach die Begleichung der
Tierarztkosten ein mit der Unterstützung verschiedener Tierschutzorgani-
sationen im Zusammenhang stehendes «soziales Engagement» der Be-
schwerdeführerin sei («Einsprache» vom 19. April 2013, S. 6). Ein
rechtsgenügender Nachweis der Verwendung der tierärztlichen Leistun-
gen für einen geschäftlich begründeten Zweck kann schon deshalb nicht
angenommen werden, weil weder substantiiert dargetan, noch aus den
A-184/2014
Seite 21
Akten ersichtlich ist, dass die Beschwerdeführerin die Bezahlung der
Tierarztkosten – wie von ihr behauptet – zur Werbung für ihr Unterneh-
men publik gemacht hat.
7.5 Die Vorinstanz rechnete sodann Vorsteuern im Zusammenhang mit
dem Bezug einer Uhr und einer Kamera mangels geschäftlich begründe-
tem Zweck auf (Teilpositionen «26.04.08 Q._» und «04.08.08
R._» der Nachbelastung gemäss Position 4 [«Vorsteuer»] der
Einschätzungsmitteilung [vgl. Beilage 3 der Einschätzungsmitteilung]).
Diesbezüglich erklärt die Beschwerdeführerin, es habe sich bei der Uhr
und der Kamera um Geschenke im Wert von Fr. 289.- (inkl. Mehr-
wertsteuer) bzw. Fr. 249.- (inkl. Mehrwertsteuer) an N._ und
S._ gehandelt. Diese Gegenstände seien folglich im Sinne der
einschlägigen Vorschrift für unentgeltliche Zuwendungen im Wert von je-
weils weniger als Fr. 300.- verwendet worden, weshalb hinsichtlich deren
Bezuges der Vorsteuerabzug zuzulassen sei (vgl. Beschwerde, S. 6
und 8).
Die bezüglich der hier interessierenden Voraussetzungen des Vorsteuer-
abzuges beweisbelastete Beschwerdeführerin (vgl. E. 1.5) legt nicht nä-
her dar, ob die von ihr behaupteten Schenkungen im Sinne von Art. 38
Abs. 2 Bst. d aMWSTG «zu Zwecken des Unternehmens» erfolgten
(vgl. zu dieser Bestimmung E. 3.1). Auch findet die Annahme, dass diese
Voraussetzung des Vorsteuerabzugsrechtes hinsichtlich der Uhr und der
Kamera erfüllt ist, in den Akten keine Stütze. Die in diesem Kontext er-
gänzend aufgestellte Behauptung der Beschwerdeführerin, die Kamera
sei S._, welche regelmässig das Büro der Beschwerdeführerin ge-
reinigt und sporadisch kleine Aufträge ausgeführt habe, als Entgelt für ih-
re Arbeitsleistung bzw. als Werbung geschenkt worden (vgl. «Einspra-
che» vom 19. April 2013, S. 7 f.), ist nicht substantiiert.
Selbst wenn die in Frage stehenden unentgeltlichen Zuwendungen tat-
sächlich erfolgt wären und die geschenkten Gegenstände für sich allein
jeweils einen Wert von nicht mehr als Fr. 300.- aufgewiesen hätten, sind
die in Frage stehenden Vorsteuerabzüge somit zu Recht aberkannt wor-
den.
Es ist an dieser Stelle im Übrigen darauf hinzuweisen, dass die Be-
schwerdeführerin im vorinstanzlichen Verfahren (im Widerspruch zu ihren
Ausführungen in der Beschwerde) noch behauptete, die Uhr habe zu
Repräsentationszwecken im Büro für Kundenanlässe gelegen (vgl. «Ein-
A-184/2014
Seite 22
sprache» vom 19. April 2013, S. 6). Diese Behauptung lässt aus den in
E. 7.3 – hinsichtlich des angeblich in den Geschäftsräumen verwendeten
Mobiliars – erwähnten, hier sinngemäss geltenden Gründen nicht auf eine
zum Vorsteuerabzug berechtigende Verwendung der Uhr für geschäftlich
begründete Zwecke im Sinne der einschlägigen Regelung (vgl. E. 3)
schliessen.
7.6
7.6.1 Die Beschwerdeführerin bestreitet ferner die vorinstanzliche Auf-
rechnung von Vorsteuern, welche sie im Zusammenhang mit Leistungs-
bezügen betreffend ein Fahrzeug der Marke BMW in Abzug gebracht hat-
te (diese Rüge betrifft folgende Teilpositionen der Nachbelastung gemäss
Position 4 [«Vorsteuer»] der Einschätzungsmitteilung: «09.06.08
T._ AG», «30.09.08 U._, 3. Quartal 2008», «30.10.08
V._», «31.12.08 U._, 4. Quartal 2008», «31.03.09
U._, 1. Quartal 2009», «30.06.09 U._, 2. Quartal 2009»,
«30.09.09 U._, 3. Quartal 2009» und «31.12.09 U._,
4. Quartal 2009» [vgl. Beilage 3 der Einschätzungsmitteilung]). Dabei be-
steht unter den Verfahrensbeteiligten wiederum Uneinigkeit bezüglich der
(seitens der Vorinstanz verneinten) Frage, ob das Fahrzeug für einen ge-
schäftlich begründeten Zweck verwendet wurde und diesbezüglich folg-
lich Vorsteuerabzüge beansprucht werden dürfen.
7.6.2 Nach dem aktenkundigen Revisionsbericht der Steuerverwaltung
des Kantons C._ wurde der genannte BMW von E._ (Mut-
ter von D._ und Kommanditärin der Beschwerdeführerin) genutzt.
Nach diesem Bericht war E._ nicht «im täglichen Geschäft» der
Beschwerdeführerin tätig (vgl. Akten Vorinstanz, act. 4 S. 15). Demge-
genüber wird in der Beschwerde behauptet, E._, die seit Jahren in
die Geschäftsaktivitäten der Beschwerdeführerin involviert sei, und
B._ (der Vater D._s) hätten für die Beschwerdeführerin
«diverse Administrationsarbeiten» verrichtet und dafür den BMW benötigt
(vgl. Beschwerde, S. 8). In diesem Zusammenhang verweist die Be-
schwerdeführerin auf den Umstand, dass D._ seiner Mutter ein
anderes, im Jahr 2008 gekauftes neues Fahrzeug (der Marke Toyota) für
die private Nutzung zur Verfügung stellte (vgl. Beschwerde, S. 11; vgl.
auch Beschwerdebeilage 1).
Die für die Voraussetzungen des Vorsteuerabzugsrechts beweisbelastete
Beschwerdeführerin (vgl. E. 1.5) benennt keine Beweise für die – soweit
ersichtlich erst im Beschwerdeverfahren erstmals geltend gemachte –
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Seite 23
geschäftliche Verwendung des streitigen BMWs durch E._
und/oder B._. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin
lässt sich aus der Tatsache, dass E._ für ihre privaten Bedürfnisse
über ein anderes, von ihrem Sohn zur Verfügung gestelltes Fahrzeug ver-
fügte, nicht schliessen, dass der BMW im vorsteuerabzugsberechtigen-
den Sinne (vgl. E. 3) durch E._ und/oder B._ für Ge-
schäftszwecke der Beschwerdeführerin genutzt wurde. Beweise für eine
solche Verwendung dieses Fahrzeuges sind auch im Übrigen nicht ak-
tenkundig. Vor diesem Hintergrund kann aus der angeblichen Nutzung
des Fahrzeuges durch die Mutter und/oder den Vater des Geschäftsfüh-
rers der Beschwerdeführerin nichts zugunsten der Beschwerde abgeleitet
werden.
7.6.3 Zwar behauptet die Beschwerdeführerin, der vom Streit betroffene
BMW sei auch durch D._ geschäftlich genutzt worden. Entgegen
ihrer Auffassung ist aber der Beweis für diese Sachdarstellung allein
durch den Hinweis, dass D._ für seine private Zwecke über ande-
re Fahrzeuge verfügte, nicht erbracht. Auch der Umstand, dass in der Er-
folgsrechnung der Beschwerdeführerin Leasingaufwand für den BMW
verbucht wurde (vgl. dazu Beschwerde, S. 8; Beschwerdebelage 2), be-
legt keine geschäftliche Nutzung dieses Fahrzeuges.
7.6.4 Die Beschwerdeführerin macht im Weiteren geltend, der BMW sei
im Jahr 2008 im Zusammenhang mit einer von ihr damals verfolgten Ex-
pansionsstrategie geleast worden. Es sei geplant gewesen, dass der
BMW von N._, B._ und W._ zur Umsetzung dieser
Expansionsstrategie eingesetzt werde. Diese Strategie habe sich aber in
der Folge aufgrund der Finanzkrise im Jahr 2008 als unrealisierbar erwie-
sen. Eine Rückgabe des Fahrzeuges sei jedoch mit Blick auf drohende
Schadenersatzforderungen nicht möglich gewesen, weshalb beschlossen
worden sei, das Fahrzeug anderweitig geschäftlich einzusetzen, nämlich
für eine neue Strategie (Outsourcing-Strategie; vgl. zum Ganzen: Be-
schwerde, S. 6 f.; «Einsprache» vom 19. April 2013, S. 7; s. ferner S. 2
der – vorliegend gemäss dem entsprechenden Beschwerdeantrag zu be-
rücksichtigenden – «Ergänzung zu den Einsprachen vom 10. September
2013»).
Mit den Ausführungen zu ihrer Unternehmensstrategie und zur ursprüng-
lich geplanten Verwendung des BMWs vermag die Beschwerdeführerin
den ihr obliegenden Nachweis, dass sie das Fahrzeug im hier interessie-
renden Sinne für einen geschäftlich begründeten Zweck verwendet hat
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(vgl. E. 1.5 und 3), ebenfalls nicht zu erbringen. Zum einen ist ihr entge-
genzuhalten, dass keine Belege für eine Verwendung des Fahrzeuges als
Geschäftsfahrzeug vorliegen (dies gilt auch insoweit, als die Beschwerde-
führerin mit ihren Ausführungen behaupten sollte, W._ habe das
Fahrzeug geschäftlich genutzt [vgl. Beschwerde, S. 7]; s. auch
E. 7.6.2 f.). Zum anderen ist zu berücksichtigen, dass in der hier interes-
sierenden Zeitspanne weder eine Veräusserung des Fahrzeuges mittels
steuerbarer Lieferung erfolgt ist, noch bezüglich dieses Fahrzeuges eine
Versteuerung des Eigenverbrauchs stattgefunden hat. Aus einem be-
haupteten Dahinfallen des ursprünglich vorgesehenen geschäftlich be-
gründeten Zweckes des Fahrzeuges ergibt sich deshalb nichts, was zu-
gunsten der Beschwerdeführerin zu berücksichtigen wäre.
7.6.5 Ins Leere stösst die Beschwerdeführerin auch mit ihrem Vorbringen,
die Steuerverwaltung des Kantons C._ habe sich bei der Veranla-
gung der direkten Steuern hinsichtlich des streitbetroffenen BMWs wider-
sprüchlich verhalten (vgl. dazu Beschwerde, S. 8; «Ergänzung zu den
Einsprachen vom 10. September 2013», S. 2). Es ist nicht erkennbar,
weshalb ein allfälliges widersprüchliches Verhalten einer kantonalen
Steuerbehörde bei der Veranlagung anderer, nämlich direkter Steuern die
vorliegend streitige Vorsteuerabzugsberechtigung bei der Mehrwertsteuer
beeinflussen sollte.
7.6.6 Nach dem Dargelegten hat die Vorinstanz zu Recht die Vorsteuer-
abzüge, welche die Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit dem er-
wähnten BMW beansprucht hatte, mangels Verwendung des Fahrzeuges
zu einem geschäftlich begründeten Zweck im Sinne der einschlägigen
Vorsteuerabzugsregelung (vgl. E. 3) aufgerechnet.
7.7 Einen Vorsteuerabzug, welchen die Beschwerdeführerin im Zusam-
menhang mit einem angeblichen Leistungsbezug von der Firma
X._ vorgenommen hatte, rechnete die Vorinstanz mit der Begrün-
dung auf, es fehle an einem diesbezüglichen Beleg (Teilposition
«04.05.09 X._» der Nachbelastung gemäss Position 4 [«Vorsteu-
er»] der Einschätzungsmitteilung; «Einspracheentscheid», Ziff. II./6.2.28).
Wie erwähnt (vgl. E. 3.2), ist zum Vorsteuerabzug nur berechtigt, wer die
geltend gemachten Beträge mit Belegen nach Art. 37 Abs. 1 und 3
aMWSTG überhaupt nachweisen kann. Trotz des Umstandes, dass die
Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde die Einreichung eines solchen
Beleges bezüglich der hier in Frage stehenden Leistung(en) der Firma
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X._ in Aussicht stellte (vgl. Beschwerde, S. 10), liegt bis heute
keine entsprechende Rechnung vor. Es muss daher in diesem Punkt bei
der seitens der Vorinstanz vorgenommenen Aufrechnung bleiben.
7.8 In Bezug auf einen Leistungsbezug vom Verein Y._ rechnete
die Vorinstanz aufgrund des diesbezüglich im vorinstanzlichen Verfahren
fehlenden Beleges bzw. der fehlenden Rechnung des Leistungserbrin-
gers die in Abzug gebrachte Vorsteuer von Fr. 30.94 auf (Teilposition
«01.10.08 Y._» der Nachbelastung gemäss Position 4 [«Vorsteu-
er»] der Einschätzungsmitteilung]; s. zum Erfordernis des Beleges als
Voraussetzung der Vorsteuerabzugsberechtigung E. 3.2). Im Beschwer-
deverfahren reichte die Beschwerdeführerin den fehlenden Beleg nach
(Beschwerdebeilage 3). Auf diesem Beleg wird ein Mehrwertsteuerbetrag
von Fr. 13.30 ausgewiesen, da die Rechnung lediglich im Umfang von
Fr. 175.- der Mehrwertsteuer unterliegende Leistungen betraf. Es ist da-
mit erstellt, dass die Beschwerdeführerin im Umfang von Fr. 13.30 zum
fraglichen Vorsteuerabzug berechtigt ist. Die Beschwerde ist deshalb in-
soweit gemäss dem diesbezüglich nunmehr übereinstimmenden Antrag
der Verfahrensbeteiligten gutzuheissen.
8.
8.1 Dem Gesagten zufolge ist die Beschwerde im Sinne der Erwägungen
teilweise gutzuheissen und die in Dispositiv-Ziff. 3 des angefochtenen
«Einspracheentscheids» bezifferte Mehrwertsteuerschuld um (den recht-
mässigen Vorsteuerabzug von) Fr. 13.30 zu reduzieren. Im Übrigen ist die
Beschwerde abzuweisen.
8.2 Die Verfahrenskosten sind in der Regel der unterliegenden Partei auf-
zuerlegen. Unterliegt diese nur teilweise, werden die Verfahrenskosten
ermässigt (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Einer obsiegenden Partei dürfen nur
Verfahrenskosten auferlegt werden, die sie durch die Verletzung von Ver-
fahrenspflichten verursacht hat (Art. 63 Abs. 3 VwVG in Verbindung mit
Art. 4 des Reglements vom 11. Dezember 2006 über die Kosten und Ent-
schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE,
SR 173.320.2]). Dabei muss als unnötigerweise verursacht ein Verfahren
insbesondere dann gelten, wenn eine Beschwerdeführerin ihren Mitwir-
kungspflichten nicht nachgekommen ist und sie beispielsweise Beweis-
mittel spät eingereicht hat (Urteile des Bundesverwaltungsgerichts
A-1527/2006 und A-1528/2006 vom 6. März 2008 E. 6.2, A-1389/2006
vom 21. Januar 2008 E. 7.2, A-1344/2006 vom 11. September 2007
E. 5.1). Indem die Beschwerdeführerin erst im Verfahren vor dem Bun-
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desverwaltungsgericht den Beleg einreichte, aus welchem sich die (teil-
weise) Berechtigung zum Vorsteuerabzug bezüglich des Leistungsbezu-
ges vom Verein Y._ ergibt (vgl. E. 7.8), ist ihr eine solche Pflicht-
verletzung zum Vorwurf zu machen. Die entsprechende Rechnung hätte
sie bereits anlässlich der Kontrolle oder aber im Verfahren vor der Vorin-
stanz vorlegen können. Unter diesen Umständen ist das von ihr vor dem
Bundesverwaltungsgericht angestrengte Verfahren in demjenigen Um-
fang, der zur partiellen Gutheissung der Beschwerde geführt hat, als von
ihr unnötig verursacht zu bezeichnen. Trotz der teilweisen Gutheissung
der Beschwerde in ohnehin untergeordnetem Umfang ist es folglich ge-
rechtfertigt, ihr die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'000.- vollum-
fänglich aufzuerlegen und den von ihr in gleicher Höhe geleisteten Kos-
tenvorschuss zur Bezahlung dieser Kosten zu verwenden.
Eine (teilweise) Parteientschädigung an die (im Übrigen nicht vertretenen)
Beschwerdeführerin ist aus den genannten Gründen nicht zuzusprechen
(Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario, vgl. auch Art. 7 Abs. 1 VGKE e contra-
rio; s. ferner Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-1527/2006 und
A-1528/2006 vom 6. März 2008 E. 6.2).
(Das Dispositiv befindet sich auf der nächsten Seite.)
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