Decision ID: 557dff49-ea12-5132-94be-cfeef970fa28
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Die Beschwerdeführerin stellte am 22. Februar 2017 in der Schweiz ein
Asylgesuch. Das SEM anerkannte sie mit Verfügung vom 26. Februar 2020
als Flüchtling und gewährte ihr Asyl.
B.
Mit Eingabe vom 25. April 2020 stellte die Beschwerdeführerin ein Gesuch
um Familienzusammenführung zugunsten von B._.
Als Beweismittel reichte sie eine Fotografie einer Identitätskarte ihres be-
haupteten Ehemannes zu den Akten.
C.
Mit Schreiben vom 2. Juni 2020 informierte das SEM die Beschwerdefüh-
rerin darüber, dass die von ihr am 4. Dezember 2017 im Rahmen der Bun-
desanhörung eingereichte Eheurkunde einer Analyse durch eine Doku-
mentenprüfungsstelle unterzogen worden sei. Die Urkunde sei hierbei
zweifelsfrei als Totalfälschung erkannt worden. Das Dokument weise klare
Abweichungen in Bezug auf die Sicherheitsmerkmale, die Qualität und die
Beschaffenheit auf. Die betroffene Urkunde sei daher in Anwendung von
Art. 10 Abs. 4 AsylG eingezogen worden. Das SEM räumte ihr unter
Fristansetzung die Möglichkeit ein sich hierzu zu äussern.
Zusätzlich wies das SEM auf festgestellte Unstimmigkeiten hinsichtlich der
Geburtsdaten des behaupteten Ehemannes hin. Das im Rahmen des Fa-
miliennachzugsgesuchs genannte Geburtsdatum stimme nicht mit der An-
gabe überein, welche die Beschwerdeführerin anlässlich ihrer Befragung
zur Person (BzP) vom 1. März 2017 hierzu gemacht habe.
Gleichzeitig forderte die Vorinstanz sie auf, darzulegen, an welchen Orten
sich ihr Partner seit der Anhörung vom 4. Dezember 2017 aufgehalten
habe, und forderte sie auf, Unterlagen als Nachweis für dessen Identität
sowie Aufenthalte und zwei aktuelle Passfotos von ihm einzureichen.
D.
Mit Eingabe vom 9. Juni 2020 nahm die Beschwerdeführerin zur Sache
Stellung. Hierbei hielt sie daran fest, dass es sich bei der Eheurkunde ent-
gegen dem Resultat der Dokumentenprüfungsstelle um ein Original
handle. Weiter äusserte sie sich zu den Abweichungen hinsichtlich der Ge-
burtsdaten ihres behaupteten Ehemannes und gab an, dieser sei am (...)
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geboren. Er habe bis am 2. Februar 2020 in Israel gelebt und sei dann nach
Uganda gereist, wo er sich immer noch aufhalte. Er habe in Israel keine
Aufenthaltsbewilligung erhalten, weshalb er sich für die Ausreise nach
Uganda entschlossen habe. Der Stellungnahme legte sie die Kopie eines
Flugtickets ihres behaupteten Ehemannes, eine weitere Kopie seiner Iden-
titätskarte, Auszüge aus ihrer Kommunikation sowie seine Einverständnis-
erklärung bei.
E.
Mit Schreiben vom 29. Juni 2020 informierte die Vorinstanz die Beschwer-
deführerin darüber, dass aufgrund der als Totalfälschung erkannten Hei-
ratsurkunde objektive Zweifel an der Ehegemeinschaft bestehen würden.
Die Beschwerdeführerin wurde daher aufgefordert, weitere Belege für die
behauptete Ehegemeinschaft nachzureichen, wie beispielsweise Fotos der
Hochzeitszeremonie, Registerblätter oder andere Beweismittel.
F.
Am 2. Juli 2020 teilte die Beschwerdeführerin dem SEM schriftlich mit,
dass sie leider keine Fotos von ihrer Hochzeit besitze. In ihrem Dorf habe
es zur Zeit der Hochzeit noch keine Mobiltelefone mit Kamerafunktion ge-
geben. Ferner habe auch niemand einen Fotoapparat besessen. Zusätz-
lich gebe es auch keine weiteren Unterlagen, welche ihre Ehe belegen
könnten. Dem Schreiben legte sie zwei Passfotos ihres Ehemannes bei.
G.
Mit Verfügung vom 16. Juli 2020 – eröffnet am 17. Juli 2020 – wies das
SEM das Familienzusammenführungsgesuch zugunsten B._ ab
und bewilligte dessen Einreise in die Schweiz nicht.
H.
Mit Eingabe vom 17. August 2020 erhob die Beschwerdeführerin beim
Bundesverwaltungsgericht Beschwerde gegen diese Verfügung. Darin be-
antragte sie deren Aufhebung, die Anerkennung von B._ als Flücht-
ling gemäss Art. 51 Abs. 1 und 4 AsylG sowie die Bewilligung seiner Ein-
reise in die Schweiz. Eventualiter sei die Verfügung aufzuheben und die
Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In prozessu-
aler Hinsicht ersuchte sie um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege
inklusive Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und um amt-
liche Rechtsverbeiständung.
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Der Beschwerde legte sie erneut eine Kopie der betroffenen Eheurkunde
bei, auf der sie nun eine aktuelle Fotografie ihres behaupteten Ehemannes
befestigt hat. Ferner reichte sie Fotografien von drei handschriftlich in Tigri-
nya verfassten Schreiben ein.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher
zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-
det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig
(Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die
Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen,
ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung. Sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105
und Art. 108 Abs. 6 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf
die Beschwerde ist einzutreten.
1.3 Mit dem vorliegend instruktionslos ergehenden, verfahrensabschlies-
senden Urteil wird das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kos-
tenvorschusses hinfällig.
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG.
3.
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-
ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-
hend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur
summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).
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Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines
Schriftenwechsels verzichtet.
4.
Gemäss Art. 51 Abs. 1 AsylG werden – unter dem Titel Familienasyl – na-
mentlich Ehegatten und minderjährige Kinder von Flüchtlingen ihrerseits
als Flüchtlinge anerkannt und erhalten Asyl in der Schweiz, wenn keine
besonderen Umstände dagegensprechen. Wurden die anspruchsberech-
tigten Personen nach Abs. 1 durch die Flucht getrennt und befinden sie
sich im Ausland, so ist ihre Einreise auf Gesuch hin zu bewilligen (Art. 51
Abs. 4 AsylG). Die Erteilung der Einreisebewilligung setzt eine vorbestan-
dene Familiengemeinschaft, die Trennung der Familie durch die Flucht so-
wie die fest beabsichtigte Familienvereinigung in der Schweiz voraus.
Zweck von Art. 51 Abs. 4 AsylG ist allein die Wiedervereinigung vorbestan-
dener Familiengemeinschaften und nicht die Aufnahme neuer respektive
vor der Flucht noch nicht gelebter familiärer Beziehungen (vgl. BVGE 2018
VI/6 E. 5, 2017 VI/4 E. 3.1 und E. 4.4.2, 2012/32 E. 5; Botschaft zur Total-
revision des Asylgesetzes sowie zur Änderung des Bundesgesetzes über
Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer vom 4. Dezember 1995, BBl
1996 II 1 ff., insb. S. 68). Dem Einbezug in die Flüchtlingseigenschaft und
der Asylgewährung entgegenstehende "besondere Umstände" sind bei-
spielsweise anzunehmen, wenn das Familienmitglied Bürger eines ande-
ren Staats als der Flüchtling ist und die Familie in diesem Land nicht ge-
fährdet ist, wenn der Flüchtling seinen Status derivativ erworben hat, oder
wenn das Familienleben während einer längeren Zeit nicht gelebt wurde
und erkennbar ist, dass die Familienmitglieder nicht den Willen haben, als
Familie zusammenzuleben (vgl. zum Ganzen BVGE 2012/32 E. 5.1).
5.
5.1 Die Vorinstanz begründete ihren ablehnenden Entscheid damit, dass
die geltend gemachte Eheschliessung nicht glaubhaft sei. Eine Urkunden-
prüfung der von der Beschwerdeführerin eingereichten Eheurkunde habe
ergeben, dass es sich hierbei zweifelsfrei um eine Totalfälschung handle.
Dabei verwies sie auf ihr Schreiben vom 2. Juni 2020, in welchem der Be-
schwerdeführerin das rechtliche Gehör zum Resultat der Dokumentenprüf-
stelle gewährt wurde. Weiter wies die Vorinstanz ergänzend auch noch auf
inhaltliche Auffälligkeiten der Urkunde hin. Hierbei falle auf, dass die Ur-
kunde (sowohl im tigrinischen als auch im englischen Teil) zweimal nur das
Datum der Trauung nach gregorianischem Kalender aufweise. Eine solche
doppelte Eintragung des Heiratsdatums gemäss gregorianischem Kalen-
der ohne entsprechende Datumsangabe nach orthodoxem Kalender
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müsse als sehr ungewöhnlich eingestuft werden. Weitere Beweismittel lä-
gen nicht vor. Ferner könne auch nicht geglaubt werden, dass an einem
wichtigen sozialen Ereignis wie einer Hochzeit keine Fotos gemacht wor-
den seien. Die simple Erklärung der Beschwerdeführerin, es seien keine
Fotoapparate verfügbar gewesen, erweise sich gerade angesichts der auf
der eingereichten Eheurkunde vom (...) 2009 angebrachten Fotos als be-
helfsmässig. Zudem sei fraglich, ob die abgebildete Person auf dem Pass-
foto, welches auf der Eheurkunde befestigt sei, überhaupt dieselbe sei wie
diejenige auf den am 2. Juli 2020 eingereichten Passfotos. Die von der Be-
schwerdeführerin eingereichten Chatverläufe vermöchten das behauptete
Eheverhältnis ebenso nicht zu belegen.
5.2 Die Beschwerdeführerin stellte sich in der Beschwerdeschrift nach wie
vor auf den Standpunkt, dass die von ihr eingereichte Heiratsurkunde echt
sei. Es sei ihr nicht bekannt, welches Vergleichsmaterial die Vorinstanz
herbeigezogen habe. Deshalb könne sie zu den Vorwürfen nicht gezielt
Stellung nehmen. Sie erachte ihr rechtliches Gehör als verletzt. Unter Ver-
weis auf einen Herkunftsländerbericht macht sie geltend, die Kirchen in
Eritrea führten keine zentralen Register für abgehaltene Zeremonien. Es
existiere keine generelle, uniforme Aufmachung für Heirats- und Taufurkun-
den. Weiter sei zu berücksichtigen, dass alle eritreischen Kirchen den gre-
gorianischen Kalender benutzten, so dass es gut möglich sei, dass in bei-
den Teilen einer Urkunde (sowohl im tigrinischen als auch im englischen
Teil) das Datum nach gregorianischem Kalender angegeben sei. Die von
ihr eingereichten Passfotos würden dieselbe Person abbilden, die auch auf
der Eheurkunde zu sehen sei. Ihr Ehemann habe in der Zeit seit der Heirat
einfach ein wenig zugenommen, jedoch seien seine charakteristischen
Züge (Kopfform, enganliegende Ohren, Haaransatz, Augenpartie, Nase,
Bartbehaarung) gleichgeblieben. Ihre Aussagen in den Befragungen
stimmten mit den Informationen auf der Eheurkunde überein. Die Kontakt-
aufnahme zu ihrer Familie gestalte sich leider als schwierig, weshalb es ihr
nicht möglich sei, eine neue Heiratsbestätigung zu erlangen. Schliesslich
wies sie darauf hin, dass die auf der Eheurkunde vorhandene Unterschrift
ihres Ehemannes mit derjenigen auf der Einverständniserklärung vom
9. Juni 2020 übereinstimme.
6.
6.1 In der Beschwerdeschrift wird der Vorinstanz eine Verletzung des recht-
lichen Gehörs vorgeworfen. Diese formelle Rüge ist vorab zu prüfen, da
sie allenfalls geeignet sein könnte, eine Kassation der vorinstanzlichen
Verfügung zu bewirken (vgl. BVGE 2013/34 E. 4.2).
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6.2 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches
Gehör, welches als Mitwirkungsrecht alle Befugnisse umfasst, die einer
Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt
wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 144 I 11 E. 5.3; BVGE
2009/35 E. 6.4.1). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der Be-
hörden, die Vorbringen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in ihrer
Entscheidfindung angemessen zu berücksichtigen. Aus dem Anspruch auf
rechtliches Gehör erwächst der Behörde somit die Pflicht, die Vorbringen
einer gesuchstellenden Person einerseits nicht nur entgegenzunehmen,
sondern sie auch wirklich zu hören, sorgfältig zu prüfen und in der Ent-
scheidfindung zu berücksichtigen – was gewissermassen das Kernstück
des rechtlichen Gehörs ausmacht (vgl. WALDMANN/BICKEL, in: Praxiskom-
mentar VwVG, 2. Aufl. 2016, Art. 32 Rz. 18; BGE 123 I 31 E. 2c) – und
andererseits der gesuchstellenden Person gegenüber im Rahmen einer
Verfügung mitzuteilen, wieso der Entscheid so und nicht anders ausgefal-
len ist beziehungsweise warum ihren Anträgen nicht stattgegeben wird.
Nicht erforderlich ist, dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunk-
ten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrück-
lich widerlegt (vgl. BGE 143 III 65 E. 5.2).
6.3 Die Beschwerdeführerin vermag in der Beschwerde keine Verletzung
ihres Anspruchs auf rechtliches Gehör aufzuzeigen. Das SEM hatte ihr in
seiner Aufforderung zur Stellungnahme zum Ergebnis der Dokumentenprü-
fung die zentralen inhaltlichen Anhaltspunkte im Sinne der Art. 27 und 28
VwVG aufgezeigt, um sie in die Lage zu versetzen, ihren Anspruch auf
rechtliches Gehör wahrzunehmen (vgl. SEM-Akte 1067957-2/2 Ziffer 1). Im
Übrigen hält die Verweigerung einer detaillierteren Offenlegung vor dem
Anspruch auf rechtliches Gehör durchaus stand, zumal ein überwiegendes
öffentliches Interesse an der Vermeidung missbräuchlicher Weiterverwen-
dung weiterer Informationen besteht (vgl. Art. 27 f. VwVG). Es bestehen
insbesondere bezüglich der Prüfungspunkte bei der Durchführung einer
derartigen Dokumentenanalyse gewichtige Geheimhaltungsinteressen, die
geeignet sind, eine Einschränkung der Akteneinsicht und damit des recht-
lichen Gehörs zu rechtfertigen (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der
Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1998 Nr. 34 E. 9 m.w.H.,
bestätigt im Urteil des BVGer D-1466/2013 vom 19. November 2015
E. 5.2). Die diesbezügliche Rüge erweist sich demnach als unbegründet.
Nach dem Gesagten besteht keine Veranlassung, die Sache aus formellen
Gründen aufzuheben und an die Vorinstanz zurückzuweisen. Das diesbe-
zügliche Rechtsbegehren ist abzuweisen.
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7.
7.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt in Übereinstimmung mit dem
SEM zum Schluss, dass die Voraussetzungen für eine asylrechtliche Fa-
milienzusammenführung nach Art. 51 Abs. 1 und 4 AsylG vorliegend offen-
sichtlich nicht erfüllt sind. Auf die betreffenden Erwägungen kann vollum-
fänglich verwiesen werden. Die Beschwerde führt dabei nicht zu einer an-
deren Betrachtungsweise.
Das SEM legte in seinem Schreiben vom 2. Juni 2020 dar, dass die einge-
reichte Eheurkunde einer Analyse durch eine Dokumentenprüfungsstelle
unterzogen wurde. Hierbei wurden eindeutige Abweichungen in Bezug auf
die Sicherheitsmerkmale, die Qualität und die Beschaffenheit der Urkunde
festgestellt. Die betroffene Urkunde wurde sodann zweifelsfrei als Fäl-
schung erkannt und in Anwendung von Art. 10 Abs. 4 AsylG eingezogen.
Aufgrund der Aktenlage besteht keine Veranlassung am Ergebnisse der
Dokumentenprüfung, welche von einer zertifizierten und qualifizierten
Stelle durchgeführt wurde, zu zweifeln. Der eindeutig als Totalfälschung er-
kannten Eheurkunde kommt somit kein Beweiswert in Bezug auf den be-
haupteten Eheschluss zu.
Darüber hinaus ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin abgesehen
von der gefälschten Eheurkunde keinerlei Beweismittel vorlegte, welche
die Behauptung der am (...) 2009 eingegangenen Ehegemeinschaft zu
stützen vermögen. Ferner ist auch der Vorinstanz zuzustimmen, dass die
von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Gründe für das vollstän-
dige Fehlen von Fotografien oder Bilder der Hochzeit als sehr wenig le-
bensnah einzustufen sind. Der hierzu aufgeführte Erklärungsversuch, zur
damaligen Zeit, im Jahr 2009, habe niemand über die Möglichkeiten ver-
fügt, Fotos der Zeremonie zu machen, steht in offenem Widerspruch zu
dem Umstand, dass die Beschwerdeführerin im Rahmen ihres Asylverfah-
rens mehrere Fotografien von sich einreichte (vgl. SEM-Akte A10) bezie-
hungsweise dass auf der Eheurkunde Fotografien der beiden angeblichen
Eheleute angebracht wurden.
Hinzu kommt der aufgetretene Widerspruch hinsichtlich des Geburtsda-
tums ihres angeblichen Ehemannes (vgl. SEM-Akte A3 Ziffer 1.14 und
1067957-1/6 S. 1).
Die nunmehr auf Beschwerdeebene eingereichten Fotografien von drei
handschriftlich in Tigrinya verfassten Schreiben vermögen hieran nichts zu
ändern. Vorab ist hierzu festzuhalten, dass in Bezug auf die Umstände und
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die Herkunft dieser fotografierten Schreiben keine gesicherten Erkennt-
nisse vorliegen und diese auch keinerlei Sicherheitsmerkmale aufweisen.
Bei den angeblich von Trauzeugen verfassten Schreiben ist jedoch davon
auszugehen, dass es sich hierbei um reine Gefälligkeitsschreiben handelt,
denen kein rechtsgenügender Beweiswert beigemessen werden kann. Zu-
sätzlich ist in diesem Zusammenhang darauf hinzuweisen, dass vor dem
Hintergrund, dass die Beschwerdeführerin diese Schreiben beschaffen
konnte, nur wenig nachvollziehbar erscheint, weshalb sie wie von ihr be-
hauptet nicht in der Lage sein soll, heimatliche Urkunden für den behaup-
teten Eheschluss zu erwirken.
Vor dem Hintergrund, dass es sich bei der vorgelegten Eheurkunde zwei-
felsohne um eine Totalfälschung handelt, kann folglich auch offengelassen
werden, ob die auf der Urkunde angebrachte Fotografie nun die gleiche
Person zeigt, wie auf den von der Beschwerdeführerin anlässlich ihrer Ein-
gabe vom 2. Juli 2020 eingereichten Fotos beziehungsweise ob die auf der
(als Fälschung eingestuften) Urkunde angebrachte Unterschrift mit derje-
nigen des behaupteten Ehemannes auf der dem SEM eingereichten Ein-
willigungserklärung vom 9. Juni 2020 Ähnlichkeiten aufweist.
7.2 Insgesamt ist es der Beschwerdeführerin nicht gelungen, den behaup-
teten Eheschluss glaubhaft zu machen. An dieser Einschätzung vermag
letztlich auch der blosse Umstand, dass die Beschwerdeführerin einen
Eheschluss in der BzP und der Anhörung erwähnt hat, nichts zu ändern.
7.3 Zusammenfassend hat das SEM das Gesuch der Beschwerdeführerin
um asylrechtliche Familienzusammenführung gemäss Art. 51 Abs. 1 und 4
AsylG zu Recht abgelehnt und die Einreise des (angeblichen) Ehemannes
in die Schweiz nicht bewilligt.
8.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig
sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist ab-
zuweisen.
9.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der Beschwerde-
führerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.–
festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die
Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE,
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SR 173.320.2]). Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Rechts-
pflege und der amtlichen Rechtsverbeiständung (vgl. Art. 65 Abs. 1 und 2
VwVG) sind angesichts der erkannten Aussichtslosigkeit der Beschwerde
abzuweisen.
(Dispositiv nächste Seite)
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