Decision ID: d14c379f-0646-4bf1-bdd8-7e8517ba4eb9
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1969, meldete sich am 18. März 2005 bei der Inva
liden
versicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 2/5/3). In der Folge sprach ihm die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, mit Verfü
gungen vom 24. Mai 2006 mit Wirkung ab 1. November 2004 bis 31. Januar 2005 bei einem Invaliditätsgrad von 66 % eine Dreiviertelsrente (Urk. 2/5/40) sowie mit Wirkung ab 1. Februar 2005 bei einem Invaliditätsgrad von 100 % eine ganze Rente zu (Urk. 2/5/41). Die vom zuständigen BVG
Versicherer ein
gereichte Ein
sprache (Urk. 2/5/42) wies die IV-Stelle mit Einspracheentscheid vom 27. Sep
tember 2006 ab (Urk. 2/5/56).
Im Rahmen einer amtlichen Rentenrevision teilte die IV-Stelle dem Versicherten am 30. August 2007 mit, der Rentenanspruch sei unverändert (Urk. 2/5/71). Mit Verfügung vom 19. November 2007 verneinte die IV-Stelle sodann einen Anspruch des Versicherten auf Hilflosenentschädigung (Urk. 2/5/79).
1.2
Nach Eingang eines am 26. Januar 2010 ausgefüllten Revisionsfragebogens (Urk. 2/5/88) holte die IV-Stelle unter anderem
bei der
Klinik Y._
ein interdisziplinäres Gutachten ein, das am 1. Februar 2011 erstattet wurde (Urk. 2/5/104). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk. 2/5/108-109, Urk. 2/5/116) hob die IV-Stelle mit Verfügung vom 6. Januar 2012 die beiden Verfügungen vom 24. Mai 2006, den Einspracheentscheid vom 27. September 2006 sowie die Mitteilung
vom 30. August 2007 wiedererwägungsweise auf und stellte die bisherige ganze Rente für die Zukunft ein (Urk. 2/2), was das
hiesige
Gericht mit Urteil vom 15. November 2013 (Urk. 2/8, Prozess Nr. IV.2012.00183) bestätigte.
1.3
Das Bundesgericht hiess die dagegen geführte Beschwerde in öffentlich-rechtli
chen Angelegenheiten mit Urteil vom 8. Mai 2014 teilweise gut, hob das Urteil des hiesigen Gerichts auf und wies die Sache zu neuer Entscheidung an dieses zurück (Urk. 1 = Urk. 2/11 je Dispositiv-Ziffer 1).
2.
Das Gericht legte in der Folge das Verfahren unter der Prozessnummer IV.2014.00573 neu an, wobei die Prozessakten aus dem Verfahren IV.2012.00183 als Urk. 2/1-11 zu den Akten genommen wurden.
Mit Verfügung vom 3. Juni 2014 wurde den Parteien Frist angesetzt, um sich zum Urteil des Bundesgerichts zu äussern (Urk. 3). Die IV-Stelle verzichtete mit Schreiben vom 23. Juni 2014 auf eine Stellungnahme (Urk. 6), wohingegen sich
der
Beschwerdeführer
am
5.
September 2014
unter Beilage eines aktuellen medizinischen Berichts
vernehmen liess (Urk. 8)
mit den Anträgen, ihm sei weiterhin eine volle Rente auszubezahlen, eventuell sei ihm eine Teilrente aus
zurichten, subeventuell sei die Sache für weitere Abklärungen an die Vorinstanz zurückzuweisen
.
Die beiden Eingaben wurden der jeweiligen Gegenpartei am 25. September 2014 zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 10).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Hinsichtlich der rechtlichen Grundlagen kann auf die Erwägungen 1.1 bis 1.4
im Urteil des hiesigen Gerichts vom 15. November 2013 verwiesen werden (Urk. 2/8).
2.
2.1
Das Sozialversicherungsgericht hat im Urteil vom 15. November 201
3
erwogen, insgesamt hätten sowohl im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenzusprache als auch der Rentenrevision
im Jahre 2007
keine den praxisgemässen Kriterien genügenden medizinischen Unterlagen vorgelegen, so dass die Beschwerde
gegnerin sowohl bei der Rentenzusprache als auch beim im Jahre 2007 durch
geführten Revisionsverfahren den Untersuchungsgrundsatz verletzt habe (Urk. 2/8 S. 16 E. 4.4).
2.2
Hierzu erwog das Bundesgericht im Urteil vom 8. Mai 2014, eine zweifellos unrichtige fachärztliche Beurteilung des Gesundheitszustandes oder eine ent
sprechend unzutreffende Stellungnahme
zur Arbeitsunfähigkeit
sei
für den Zeit
punkt der Rentenverfügungen vom 24. Mai 2006 nicht belegt (Urk. 2/11 S. 5 Ziff. 3.3). Die Expertise der
Klinik Y._
vom 1. Februar 2011 biete jedoch einen eindeutigen Anhaltspunkt dafür, dass sich die gesundheitliche Situation des Beschwerdeführers verbessert und die Auswirkungen des Leidens auf seine Arbeitsfähigkeit im revisionsrechtlich massgebenden Zeitraum zwi
schen der Rentenfestsetzung und der Rentenaufhebung vom 6. Januar 2012 in einer für den Anspruch erheblichen Weise vermindert haben könnten. Das Sozi
alversicherungsgericht, an welches die Sache zurückzuweisen sei, werde daher zu prüfen haben, ob die Voraussetzungen für eine Revision der Invalidenrente nach Art. 17 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts (ATSG)
erfüllt seien (S. 6 Ziff. 4).
2.3
Zu prüfen ist daher, ob
sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der
Rentenzusprache im Jahre 2006 verbessert hat und damit, ob die
Voraus
setzungen für eine Rentenrevision erfüllt sind.
3.
3.1
Insbesondere gestützt auf verschiedene Berichte der
Klinik Z._
sprach die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer mit Verfügungen vom 24. Mai 2006 (Urk. 2/5/40-41) von November 2004 bis Januar 2005 eine Dreiviertels
rente sowie ab dem 1. Februar 2005 eine ganze Rente zu (vgl. Einspracheent
scheid vom 27. September 2006, Urk. 2/5/56 S. 3 Ziff. II). Mit Mitteilung vom 30. August 2007 (Urk. 2/5/71) bestätigte die Beschwerdegegnerin sodann einen unveränderten Ren
tenanspruch und stützte sich dabei auf ein vom zuständigen BVG-Versicherer veranlasstes Gutachten des
Spital A._
, Rheumaklinik und Institut für Physikalische Medizin, vom 21. Juni 2007 (Urk. 2/5/69/3-26, vgl. Urk. 2/5/73 S. 2).
In der Verfügung vom 6. Januar 2012 (Urk. 2/2) hielt die Be
schwer
degegnerin sodann fest, die Verfügungen vom 24. Mai 2006 seien ge
stützt auf die damals vorhandenen Akten zweifellos unrichtig (S. 1). Zudem habe sich der Gesund
heitszustand des Beschwerde
führers gebessert. Das interdisziplinäre
Y._-
Gutachten vom 1. Februar 2011 sei umfassend. In der periodischen Phase um die Bandscheibenoperation im Mai 2005 sei ein zeitlich begrenzter Gesundheits
schaden ausgewiesen. Vom 4. April 2005 bis 30. November 2005 sei der Beschwerdeführer sowohl für die bisherige als auch für eine angepasste Tätig
keit zu 100 % arbeitsunfähig gewesen. Seit Dezember 2005 bestehe jedoch für angepasste Tätigkeiten wieder eine volle Arbeitsfähigkeit (S. 3 Ziff. 4). Der Ein
kommensvergleich ergebe einen renten
ausschliessenden Invaliditätsgrad von 9 % (S. 3 Ziff. 5).
3.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer in seiner Stellungnahme vom 5. September 2014 (Urk. 8) geltend, die medizinischen Diagnosen im Gutachten der
Klinik Y._
vom 1. Februar 2011 seien im Wesentlichen gleich wie bei der Festsetzung der Rente im Jahre 200
6.
Damit liege lediglich eine unter
schiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit vor. Dies stelle jedoch keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar (S. 3 Ziff. 3). Im Gutachten der
Klinik Y._
werde festgestellt, dass in den letzten Jahren ganz offensichtlich von einer Verbesserung des Gesundheitszu
standes auszugehen sei. Es werde aber in keiner Weise aufgezeigt, wie und in welchem Rahmen sich der Gesundheitszustand verbessert habe, eine medizini
sche Begründung werde
nicht genannt (S. 3 Ziff. 4). Hier seien allenfalls weitere medizinische Abklärungen zu tätigen (S. 3 Ziff. 5).
Das Gutachten sei bezüglich der
Beurteilung der Schmerzen sowie der Beweglichkeit der Wirbelsäule nicht konsistent (S. 4 oben).
Beim Einkommensvergleich sei zudem von einem leidensbedingten Abzug von mindestens 15 % auszugehen
(S. 4 unten).
4.
4.1
Der damalige Hausarzt Dr. med.
B._
, FMH Innere Medizin, diagnosti
zierte in seinem Bericht vom 31. Januar 2005 (Urk. 2/5/4) eine disko
gene Spinalkanalstenose LWK3/4 mit sensiblem Ausfallsyndrom L5 rechts und elektrophysiologisch nachgewiesener chronischer Degeneration S1 links (Ziff. 1). Nach einer vollen Arbeitsunfähigkeit vom 27. bis 31. Oktober 2004 so
wie einer solchen von 50 % vom 1. bis 9. November 2004 sei der Beschwerde
führer seit dem 10. November 2004 zu 100 % arbeitsunfähig (Ziff. 6). Eine andere Tätigkeit erachte er als zumutbar, wobei die Arbeitsfähigkeit für leichtere wechselbelastende Tätigkeiten in der
Klinik Z._
überprüft werde (Ziff. 7 und 9).
Am 11. April 2005 diagnostizierte Dr.
B._
zusätzlich Kontaktekzeme bei
der Hände auf Calgonit (Urk. 2/5/14 lit. A) und erwähnte weitere Arbeitsunfä
higkeiten in den Jahren 2002 bis 2004 (lit. B). Dabei wies Dr.
B._
darauf hin, dass am 5. März 2005 in der
Klinik Z._
eine bilaterale Fenestration L3/4 mit Diskushernienentfernung durchgeführt worden sei. Es erscheine daher sinnvoll, die Situation bezüglich der Arbeitsfähigkeit in einem halben Jahr zu beurteilen, da momentan noch keine definitiven Angaben gemacht werden könnten (lit. D.7).
4.2
Im Austrittsbericht vom 24. Mai 2005 (Urk. 2/5/17/3-4) diagnostizierten die Ärzte der
Klinik Z._
, Orthopädische Chirurgie, eine primäre Spinalka
nalstenose und Diskushernie L3/4 rechts mit radikulärer Symptomatik L4 rechts. Die am 9. Mai 2005 durchgeführte Hemilaminektomie L3/4 mit Diskushernien
entfernung sei ohne Komplikationen und zufriedenstellend verlaufen. Auch der postoperative Verlauf sei komplikationslos bei reizloser Wundheilung (S. 1).
4.3
In seinem Bericht vom 2
3. Juni 2005 führte Dr. med. C._
, Oberarzt, Wirbelsäulen- und Rückenmarkchirurgie,
Klinik Z._
, aus, der Beschwer
deführer klage über neue seit ungefähr zwei Wochen bestehende Schmerzen. Diese neuen Rücken- und meistens Beinschmerzen könnten eine neue radiku
läre Reizsymptomatik darstellen. Bis zum 22. Juli 2005 bestehe eine volle Arbeitsunfähigkeit (Urk. 2/5/22/3).
Am 7. September 2005 (Urk. 2/5/22/1-2) hielt Dr.
C._
bei unveränderter Diagnose fest, der Beschwerdeführer leide unter aktuell signifikanten Rücken
schmerzen, welche mit der Höhe L3/L4/L5 korrespondierten. Die neurologische Untersuchung zeige keine radikuläre Reiz- oder defizitäre Symptomatik, somit sei die Diskushernie L3/L4 aktuell ohne klinische Nervenwurzelkompression. Andererseits seien die degenerativen Veränderungen der Bandscheibe im Seg
ment L3/4 sehr wahrscheinlich die Ursache der Rückenschmerzen. Es bleibe nur die konservative Behandlung mittels Physiotherapie solange bis die Schmerzen unerträglich würden. Dann stelle sich die Frage einer Spondylodese L3/L4. Der Beschwerdeführer wolle zunächst die konservative Behandlung probieren und gehe nach Bulgarien zur Badekur (S. 1 f.). Er habe eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % für die Zeit vom 21. August bis 31. Oktober 2005 attestiert (S. 2).
4.4
Dr.
B._
bezeichnete am 8. September 2005 (Urk. 2/5/20) den Gesundheits
zustand des Beschwerdeführers bei unveränderter Diagnose als stationär (S. 1 Ziff. 1 und 2). Eine sitzende Tätigkeit mit leichter manueller Arbeit sei seit Sep
tember 2005 in einem Pensum von 50 % denkbar (S. 2 Ziff. 5 und S. 4).
4.5
Am 28. November 2005 berichtete Dr.
C._
, die Rückenkur in Bulgarien habe keine Verbesserung der Schmerzen gebracht. Seit der Operation im Mai 2005 berichte der Beschwerdeführer über eine ungefähr 80%ige Verbesserung der radikulären Beinschmerzen, aber die Rückenschmerzen seien gleich ge
blieben oder sogar noch stärker geworden. Der Beschwerdeführer habe sich der
zeit gegen eine erneute Operation entschieden und er, Dr.
C._
, sei mit diesem Entscheid einverstanden. Die Arbeitsunfähigkeit dauere an bis 8. Dezember 2005 (Urk. 2/5/31).
Ergänzend führte Dr.
C._
am 20. Februar 2006 aus, seit der Operation am 9. Mai 2005 gestalte sich der Verlauf mit akzentuierten Rückenschmerzen. Der Beschwerdeführer leide unter persistierenden, starken Rückenschmerzen mit Ausstrahlungen ins rechte Bein. Er habe deswegen eine intensive Physiotherapie verschrieben. Aktuell sei die Arbeitsfähigkeit wegen der persistierenden Rückenschmerzen limitiert (Urk. 2/5/33 lit. D.7).
4.6
Dr. med.
D._
, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) der Beschwer
degegne
rin, nahm am 7. März 2006 zu den vorliegenden Arztberichten Stellung und führte aus, sinngemäss sei dem Verlaufsbericht der Neurochirur
gen vom 24. [richtig wohl 20.] Februar 2006 zu entnehmen, dass von einer vollen Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit auszugehen sei (Urk. 2/5/34 S. 6).
4
.7
In ihrem Bericht vom 28. Februar 2006 (Urk. 2/5/37/4-5) nannten die verant
wortlichen Ärzte der
Klinik Z._
, Rheumatologie, folgende Diagnosen (S. 1):
lumbovertebrales Schmerzsyndrom und rezidivierende Schmerzen rechts
betont bei Status nach Diskushernienoperation L3/4 rechts am 9. Mai 2005 und Diskushernienrezidiv L3/4 rechts
ISG-Dysfunktion rechts, muskulärer Hypertonus gluteal und P
iri
formis rechts, Ausstrahlungsschmerz in den rechten Oberschenkel
schmerzhafte Insertionstendinose rechts Ansatz M. levator scapulae
beginnende Coxarthrose rechtsbetont
Der Beschwerdeführer berichte über unveränderte Beschwerden, bisherige konser
vative Behandlungen hätten weder subjektiv noch objektiv zu einer Beschwerdelinderung geführt. Der Beschwerdeführer finde, die Physiotherapie verschlechtere den Zustand weiterhin, was gemäss der Physiotherapeutin jedoch objektiv nicht der Fall sei. Letzte Möglichkeit sei, mittels Akupunkturbehand
lung eine Schmerzreaktion zu erreichen (S. 1).
Am 3. März 2006 hielten die verantwortlichen Ärzte der
Klinik Z._
, Rheu
matologie, sodann fest, die bisherigen konservativen Behandlungsversuche hätten zu keiner anhaltenden Schmerzreduktion geführt. Da der Beschwerde
führer kein erneutes operatives Vorgehen wünsche, zudem jede Art der Physio
therapiebehandlung eher eine Schmerzverstärkung verursache und infiltrative Massnahmen aufgrund einer Unverträglichkeit
beziehungsweise
einer allergi
schen Reaktion nicht durchgeführt werden könnten, scheine hier eine nicht beeinflussbare chronifizierte Schmerzsymptomatik vorzuliegen. Als letzte Option werde eine Akupunkturbehandlung versucht (Urk. 2/5/37/2).
4.8
Im Rahmen des vom BVG-Versicherers erteilten Begutachtungsauftrages führte Dr. med.
E._
, Praktischer Arzt FMH, Vertrauensarzt SGV, RAD, am 18. November 2006 aus, es sei nicht klar, weshalb Dr.
D._
in seiner Stellungnahme eine vollständige Arbeitsunfähigkeit anerkannt habe. Diese Einschätzung entspreche nicht der damaligen Aktenlage und setze sich nicht mit zumutbaren anderen Tätigkeiten auseinander. Der Beschwerdeführer sei an der Lendenwirbelsäule operiert worden, genau in demjenigen Bereich, welcher alleinig für die aktuelle Schmerzproblematik zur Diskussion stehe. Anschlies
send seien vor allem subjektive Beschwerden des Beschwerdeführers dokumen
tiert, nicht aber objektivierte Pathologien und nachvollziehbare schwere Funktionseinschränkungen. Es stehe ganz klar eine volle Arbeitsfähigkeit in rücken
schonenden Tätigkeiten zur Diskussion. Da vom BVG-Versicherer alle üblichen Fragen zu den Diagnosen, zur Arbeitsfähigkeit, zu therapeutischen Optionen sowie der Prognose gestellt worden seien, seien Ergänzungsfragen nicht not
wendig (Urk.
2/
5/73 S. 1).
4
.9
Am 17. April 2007 wurde der Beschwerdeführer im Auftrag des zuständigen BVG-Versicherers im
Spital A._
, Rheumaklinik und Institut für Physikalische
Medizin, begutachtet. In ihrem Gutachten vom 21. Juni 2007 (Urk.
2/
5/69) nannten die verantwortlichen Ärzte folgende Diagnosen (S. 18 Ziff. 4):
chronisch lumbospondylogenes Schmerzsyndrom mit sensiblem lumbo
radi
kulärem Reizsyndrom L5 rechts bei/mit:
Status nach Diskushernienoperation L3/L4 rechts im Mai 2005
Diskushernienrezidiv L3/L4 rechts
Wirbelsäulenfehlhaltung
muskulärer Dysbalance
Arthritis des Akromioclaviculargelenkes rechts
allergische Disposition auf multiple Medikamente
Migräne mit Aura
Varikosis beider Unterschenkel
Die passive Beweglichkeit im Bereich der Halswirbelsäule sei unauffällig. Im Bereich der Lendenwirbelsäule sei die Beweglichkeit jedoch schmerzbedingt eingeschränkt, 3/3 bei Extension, 2/3 bei Seitenneigung beidseits und 1/3 bei Flexion. Die paravertebrale Muskulatur lumbal sei druckschmerzhaft und stark hyperton (rechtsbetont). Der Globaltest der rumpfstabilisierenden Muskulatur zeige eine Einschränkung. Das Zeichen nach Lasègue sei beidseits negativ (S. 16 Ziff. 3.2).
Nach der Operation im Mai 2005 berichte der Beschwerdeführer über eine Verän
derung der Schmerzsymptomatik dahingehend, dass die Beinschmerzen deutlich besser geworden seien, die Rückenschmerzen jedoch deutlich zuge
nommen hätten. Die Schmerzen seien permanent, der Nachtschlaf sei gestört. Der Beschwerdeführer sei nicht mehr in der Lage, jegliche körperliche Aktivitä
ten ohne Schmerzen durchzuführen. Aufgrund des bisherigen Verlaufes seit dem Jahre 2003, der nicht zufriedenstellenden Schmerzreduktion postoperativ sowie der Limitationen hinsichtlich einer suffizienten Therapie sei die Prognose hinsichtlich einer Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess sehr schlecht (S. 18 f. Ziff. 4.1). In seiner beruflichen Tätigkeit als Anlageführer sei der Beschwerdeführer nicht arbeitsfähig. Aus rheumatologischer Sicht bestehe der
zeit eine Arbeits
un
fähigkeit für jegliche körperliche Tätigkeiten (S. 20 Ziff. 5). Aufgrund der derzeitigen Situation, der Beschwerdesymptomatik des Beschwer
deführers sowie der objektiven Befunde seien dem Beschwerdeführer derzeit keinerlei Tätigkeiten, die in einem Berufsfeld ausgeführt würden, zumutbar (S. 23 Ziff. 15).
4
.10
Nach Eingang des
Gutachtens des
Spital
s
A._
schloss sich Dr.
E._
am 27. August 2007 der Einschätzung
der Gutachter
de
s
Spital
s
A._
an. Alles in allem könne ein relevanter Gesundheitsschaden nicht geleugnet werden. Angesichts der Tatsache, dass bereits eine Vollberentung erfolgt sei, welche nicht als klar falsch eingestuft werden könne, und angesichts der zumindest
vom Schweregrad der Behinde
rung her unveränderten Situation müsse weiterhin von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen werden (Urk. 5/73 S. 2).
4
.11
Die aktuelle Hausärztin Dr. med.
E._
, FMH Allgemeinmedizin, nannte in ihrem Bericht vom 15. April 2009 (Urk.
2/
5/86/9-10) folgende Diagnosen (Ziff. 2):
ausgeprägtes lumbovertebrales Schmerzsyndrom bei Status nach Rücken
operation bei Diskushernie 2007 (richtig: 2005, vgl. auch Urk.
2/
5/86/12 Ziff. 1)
mehrfache Allergien, auch medikamentös
Migräne
Status nach Nephrolithiasis links
aktuell Ureterolithiasis
Der Beschwerdeführer beklage immer noch starke Rückenschmerzen, welche es ihm verunmöglichten, einer regelmässigen körperlichen Anstrengung nachzu
gehen (Ziff. 3). Ob die bisherige Tätigkeit als Anlageführer noch zumutbar sei, sei vom Verlauf abhängig (Ziff. 8). Andere Tätigkeiten seien dem Beschwerde
führer nicht zumutbar (Ziff. 9).
4
.12
In einem undatierten, nach einer Konsultation am 29. März 2010 erstellten Bericht (Urk.
2/
5/90) nannte Dr.
E._
einzig ein chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom mit radikulärer Symptomatik als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1). Der Beschwerdeführer klage nach wie vor über starke Rückenschmerzen im gesamten lumbalen Bereich, er könne maxi
mal 30 Minuten stehen, danach würden auch die Ausstrahlungen in die Beine wieder auftreten. Der Zustand sei stationär, es sei keine Verbesserung der Symptomatik zu erwarten (Ziff. 1.4). Aufgrund der Rückenschmerzen sei der Beschwerdeführer stark in seiner Lebensqualität eingeschränkt. Arbeitstätigkei
ten seien nicht möglich und die bisherige Tätigkeit nicht mehr zumutbar (Ziff. 1.7). Mit einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit könne nicht gerechnet werden (Ziff. 1.9).
4
.13
Vom 18. bis 28. Oktober 2010 wurde der Beschwerdeführer im Rahmen eines stationären Aufenthaltes in der
Klinik Y._
neurologisch, physikalisch-medizinisch und psychiatrisch begutachtet sowie einer Evaluation der
funk
tio
nellen Leistungsfähigkeit (EFL) unterzogen (vgl. Kurzbericht vom 28. Oktober
2010, Urk.
2/
5/103, sowie Urk.
2/
5/104/10-38). Für ihre interdisziplinäre Zusam
menfassung
vom 1. Februar 2011 (Urk.
2/
5/104) stützten sich die verantwortli
chen Ärzte auf die vorhandenen Akten sowie eigene (auch bildgebende
) Unter
suchungen
(Urk.
2/
5/104/10, Urk.
2/
5/104/19, Urk.
2/
5/104/35) und nannten zusammenfassend folgende Diagnosen (Urk.
2/
5/104/5 Ziff. 1):
Zustand nach Bandscheibenvorfall L3/4 medial mit Fenestration beid
seits Mai 2005 und aktuell Rezidivhernie
Bandscheibenvorfall L4/5 intraforaminal rechts mit Kompression der Wur
zel L4 rechts
Neurologischerseits liessen sich zwar bildgebend Bandscheibenvorfälle nachwei
sen, jedoch zeige der Beschwerdeführer eine gute LWS-Beweglichkeit und sei in der Untersuchungssituation in seiner Mobilität nicht relevant beeinträchtigt. Auch klage der Beschwerdeführer über eine Sensibilitätsstörung im Segment S1, für welches sich kein entsprechender Bandscheibenvorfall nachweisen lasse. Die Angaben des Beschwerdeführers, dass er nach einer gewissen Zeit nicht mehr gehen oder sitzen könne, würden von den entsprechenden klinischen Untersu
chungsbefunden nicht gestützt. Ein gewisses Mass an Schmerzerleben sei auf
grund der degenerativen LWS-Veränderungen erklärbar, nicht jedoch das inva
lidisierende Ausmass der als erheblich geklagten Beschwerdesymptomatik. Seitens der EFL sei bei einigen Tests eine Selbstlimitierung festgestellt worden, sodass bei der Festlegung der Zumutbarkeit auch medizinisch-theoretische Überlegungen mit einfliessen würden (Urk.
2/
5/104/2).
Während der physikalisch-medizinischen Untersuchung habe der Beschwerde
führer im Vordergrund stehende lumbale Rückenschmerzen mit Ausstrahlung in das rechte Bein geschildert, weshalb er maximal 15 bis 30 Minuten sitzen und stehen könne. Hier bleibe anzumerken, dass der Beschwerdeführer anlässlich des Anamnesegespräches während 60 Minuten ohne Schmerzbekundung und ohne Aufstehen auf dem Stuhl gesessen sei. Im körperlichen Untersuchungsbefund sei eine schmerzbedingt eingeschränkte Wirbelsäulenbeweglichkeit lumbal aufge
fallen, wobei diese in unbeobachtet geglaubten Momenten oder abgelenkt wesentlich besser und umfangreicher gelungen sei. Klinisch lasse sich aktuell ein lumbospondylogenes Schmerzsyndrom rechts diagnostizieren bei Degenera
tion der lumbalen Segmente mit Bandscheibenverschmälerung, Protrusionen und umschriebenen Bandscheibenvorwölbungen. Sichere Anhaltspunkte für ein lumboradikuläres Schmerzsyndrom fänden sich aufgrund nicht vorhandener klinischer Korrelate nicht. So würden sich die im
Gutachten des
Spital
s
A._
gestellten Diagnosen und beschriebenen Befunde aktuell nicht erheben lassen, auch seien die damals beschriebenen Einschränkungen im Freizeit- und beruflichen Bereich aktuell nicht nachvollziehbar. Insbesondere die während der Untersuchung, des stationären Aufenthaltes sowie der EFL beobachteten Inkonsistenzen sowie der athletische muskulöse Habitus des Beschwerdeführers liessen nicht auf ein in äusserst ausgeprägtem Masse eingeschränktes Alltagsleben schliessen. Bei Sta
tus nach erfolgter Operation an der LWS und auch den aktuell beschriebenen degenerativen Veränderungen sei ein gewisses
Mass an positions- und belas
tungsabhängigen Schmerzen nachvollziehbar. Allerdings liessen sich die geklagten Beschwerden und Einschränkungen in ihrem Ausmass nicht erklären. Weder die klinischen Befunde noch die (radiologisch und kernspintomogra
phisch) objektivierbaren strukturellen Läsionen würden das geschilderte Aus
mass begründen (Urk.
2/
5/104/3).
Aus psychiatrischer Sicht gebe es keine Hinweise auf versicherungsmedizinisch relevante psychische Störungen (Urk.
2/
5/104/4).
Auf somatischer Ebene sei sodann aufgrund der strukturellen Schädigung der LWS ein gewisses Mass an Schmerzerleben erklärbar. Aus somatischer Sicht sei der Beschwerdeführer ganzschichtig für körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten arbeitsfähig (Urk.
2/
5/104/5 Ziff. 2 und 3). Es gebe keine Hinweise auf eine verminderte Leistungsfähigkeit. Eine medizinisch begründete Arbeits
unfähigkeit von 20 % habe allenfalls temporär vor und nach der in Rede ste
henden Bandscheibenoperation bestanden. Es sei davon auszugehen, dass einige Monate nach dem in Rede stehenden operativen Eingriff die Arbeitsfähigkeit bei Beachtung der genannten Zumutbarkeitsgrenzen wieder hergestellt gewesen sei (Urk.
2/
5/104/5-6 Ziff. 3). Ganz offensichtlich habe sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers in den letzten Jahren verbessert. Offensichtlich sei er zum Zeitpunkt der Begutachtung im
Spital A._
insgesamt in einer schlechteren kör
perlichen Verfassung gewesen, wenngleich auf die im neurologischen Gutach
ten genannten Inkonsistenzen im Rahmen der
Spital A._
-Begut
achtung hingewiesen werden müsse (Urk.
2/
5/104/7).
In Bezug auf das
Gutachten des
Spital
s
A._
vom 21. Juni 2007 führten die Gutachter aus, bei der Zusammenfassung des klinischen Befundes zeigten sich gewisse Inkon
sistenzen. Nicht nachvollziehbar sei, dass der Beschwerdeführer bei gleichzeiti
ger Angabe einer schweren lumbalen Schmerzsymptomatik, welche von den Gutachtern auf eine Beeinträchtigung der Wurzeln L5 und S1 zurückgeführt worden sei, einen beidseits negativen Lasègue aufgewiesen habe. Bei einer der
artigen Beeinträchtigung sei vielmehr zu erwarten, dass das Zeichen nach Lasègue positiv sein müsste. Auch wäre ein beeinträchtigtes Gangbild zu erwarten, was ganz offensichtlich nicht der Fall gewesen sei. Die Einschätzung, dass der Beschwerdeführer vollständig arbeitsunfähig sei, sei also nicht anhand
objektivierbarer, fokal neurologischer Beeinträchtigungen erfolgt
(Urk.
2/
5/104/1-2). Vielmehr sei den Angaben des Beschwerdeführers gefolgt worden, welcher angegeben habe, aufgrund einer lumbalen Schmerzsymptoma
tik stark in seiner Aktivität limitiert zu sein (Urk.
2/
5/104/2).
Die Angaben, welche sich in den Unterlagen des BVG-Versicherers fänden, doku
mentierten eine normale Alltagsaktivität des Beschwerdeführers. Der
Beschwerdeführer sei dabei beobachtet worden, wie er Gewichte trage und sich unauffällig bewege. Dieses Bild entspreche nach Überzeugung der Gutachter auch dem anlässlich des Aufenthaltes in der
Klinik Y._
festgestellten medizinischen Zustandsbild. Der Beschwerdeführer selber beschreibe sich als deutlich weniger leistungsfähig. Medizinischerseits sei diese Diskrepanz nicht erklärbar (Urk.
2/
5/104/8).
5.
5.1
Eine revisionsrechtliche Rentenherabsetzung im Sinne von
Art.
17 ATSG setzt eine anspruchserhebliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse voraus, wel
che entweder in einer objektiven Verbesserung des Gesundheitszustandes mit entsprechend gesteigerter Arbeitsfähigkeit oder in geänderten erwerblichen Auswirkungen einer im Wesentlichen gleich gebliebenen Gesundheitsbeein
trächtigung liegen kann. Demgegenüber stellt eine bloss abweichende Beurtei
lung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhaltes keine revisions
rechtlich relevante Änderung dar (BGE 112 V 371 E. 2b S. 372 unten; Urteil des Bundesgerichts 9C_603/2008 vom
4.
Februar 2009 E. 2.2 mit weiteren Hinwei
sen).
Identisch gebliebene Diagnosen schliessen eine revisionsrechtlich erhebliche Steigerung des tatsächlichen Leistungsvermögens (Arbeitsfähigkeit) nicht grundsätzlich aus. Dies gilt namentlich dann, wenn der Schweregrad eines Leidens sich verringert hat oder es der versicherten Person gelungen ist, sich besser an das Leiden anzupassen. Ob eine derartige tatsächliche Änderung vor
liegt oder aber eine revisionsrechtlich unbeachtliche abweichende ärztliche Einschätzung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Gesundheitszustands, bedarf auch mit Blick auf die mitunter einschneidenden Folgen für die versi
cherte Person einer sorgfältigen Prüfung. Dabei gilt der Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit; die blosse Möglichkeit einer Verbesserung tat
sächlicher Art genügt nicht.
5.2
Hinsichtlich der Bejahung des Anspruchs auf eine Dreiviertelsrente ab 1. November 2004 beziehungsweise auf eine ganze Rente ab
1.
Februar 2005 wurde insbesondere auf die Berichte der
Klinik Z._
aus den Jahren 2005 und 2006 abgestellt.
Im Bericht vom 28. Februar 2006 diagnostizierten die Ärzte der
Klinik Z._
hauptsächlich
ein lumbovertebrales Schmerzsyn
drom und rezidivierende Schmerzen rechtsbetont bei Status nach Diskus
hernienoperation L3/4 rechts am 9. Mai 2005 und Diskushernienrezidiv L3/4 rechts (E. 4.7).
Demgegenüber nannten die Ärzte der
Klinik Y._
in ihrer interdisziplinären Zusammenfassung vom
1.
Februar 2011, auf der d
ie angefochtene Verfügung
vom
6.
Januar 2012
in medizinischer Hinsicht basiert,
einen Zustand nach Bandscheibenvorfall L3/4 medial mit Fenestration beidseits Mai 2005 und aktuell Rezidivhernie sowie einen Bandscheibenvorfall L4/5 intraforaminal rechts mit Kompression der Wurzel L4 rechts (E. 4.13).
5.
3
Der Beschwerdeführer macht bezüglich des Gutachtens der
Klinik Y._
geltend, die medizinischen Diagnosen seien im Wesentlichen gleich geblieben wie bei der Festsetzung der Rente im Jahre 2006, wom
it lediglich eine unter
schiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes vorliege. Es werde aber in keiner Weise auf
gezeigt, wie und in welchem Rahmen sich der Gesundheitszustand verbessert habe
(E. 3.2).
Zutreffend ist, dass sich die
in den
Berichten der Jahre 2006
und 201
1
genannten
Diagnosen
insbesondere in Bezug auf die Rückenbeschwerden nur unwesentlich
unterscheiden
.
Dies schliesst aber - wie bereits erwähnt (vgl. E. 5.1 hiervor) -
eine revisionsrechtlich erhebliche Steigerung des tatsächlichen Leistungsvermögens (Arbeitsfähigkeit) grundsätzlich nicht aus
.
Im Gegensatz zu den Ärzten der
Klinik Z._
konnten die Gutachter der
Klinik Y._
zudem
die vom Beschwerdeführer geklagten Einschränkungen aufgrund der aktuell erhobenen
, objektiven
Befunde nicht nachvollziehen und legten dieser Beurteilung
entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers - eine medizinische Begründung zugrunde. Die Ärzte
anerkannten zwar ein gewisses Mass an posi
tions- und belastungsabhängigen Schmerzen, wiesen jedoch ausdrücklich darauf hin, dass sich das Ausmass der geklagten Beschwerden und Ein
schränkungen aufgrund der klinischen Befunde sowie der objektivierbaren strukturellen Läsionen nicht erklären lasse. Diese Beurteilung stützten sie ins
besondere auf Beobachtungen
während der Untersuchungen. Dabei stellten sie
unter anderem
fest, dass sowohl die Wirbelsäulenbeweglichkeit als auch die Mobilität und das Verbleiben in unveränderten Positionen in unbeobachtet geglaubten Momenten wesentlich besser und umfangreicher gelang
en (E. 4.13)
.
Dass die Beurteilung im Bericht der
Klinik Y._
nicht konsistent sei,
kann
damit nicht nachvollz
ogen werden
.
5.4
Entscheidend ist jedoch, dass die Ärzte der
Klinik Y._
in ihrer interdis
ziplinären Zusammenfassung auf eine entsprechende Zusatzfrage hin ausführ
ten, dass ganz offensichtlich davon auszugehen sei, dass sich der Gesundheits
zustand des Versicherten in den letzten Jahren verbessert habe. Offensichtlich sei der Versicherte zum Zeitpunkt der Begutachtung im
Spital A._
insgesamt in einer schlechteren körperlichen Verfassung gewesen (
Urk.
2/5/104 S. 7).
Die von den Ärzten der
Klinik Y._
dargelegte Verbesserung des Gesund
heitszustands des Versicherten kommt sodann auch in ihrer Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit zum Ausdruck, wonach er nunmehr leichte bis mittel
schwere körperliche Tätigkeiten vollschichtig ausüben könne (Urk. 2/5/104 S.
6).
Insgesamt ist der medizinische Sachverhalt damit gestützt auf
die interdiszipli
näre Zusammenfassung
der
Klinik Y._
als dahingehend erstellt zu betrachten, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der Rentenzusprache im Jahre 2006 verbessert hat und ihm eine leidensangepasste, körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit wieder zu 100 % zumutbar ist.
Dieser Beurteilung steht auch der nach einer Konsultation am 29. März 2010 erstellte Bericht von
Dr.
E._
nicht entgegen, zumal dieser insbesondere auf die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers abstellte, ohne seine Aus
führungen näher zu begründen (E. 4.12).
5.
5
Mit seiner Stellungnahme vom
5.
September 2014 (Urk. 8) reichte der Beschwer
deführer einen Arztbericht der
Klinik Z._
vom 24. Juni 2014 ein, in wel
chem insbesondere eine erneute Exazerbation des chronisch lumbo-spondylo
genen Schmerzsyndroms mit Ausstrahlung in beide Beine diagnostiziert wurde und eine Facettengelenksinfiltration L5/S1 beidseits sowie L4/5 empfohlen wurde (Urk. 9). Diesbezüglich ist jedoch auf die
ständige Rechtsprechung des Bundesgerichts zu verweisen, wonach
der angefochtene Entscheid die Grenze der gerichtlichen Überprüfungsbefugnis
(BGE 130 V 445 E. 1.2 mit weiteren Hinweisen) bildet. Eine allfällige Verschlechterung des gesundheitlichen Zustandes des Beschwerdeführers nach Erlass der Verfügung vom 6. Januar 2012 ist für die Beurteilung des vorliegenden Falles somit unerheblich. Eine Veränderung des Sachverhaltes nach Erlass des strittigen Entscheides kann grundsätzlich nur im Rahmen eines neuen Verfahrens überprüft werden. Des
halb hat sich das Gericht auf diejenigen Tatsachen zu stützen, welche im Zeit
punkt des angefochtenen Entscheides vorhanden waren. Für die im späteren Zeitraum vorgebrachten neuen Tatsachen hat der Beschwerdeführer ein neues Gesuch bei der Invalidenversicherung einzureichen.
6.
6.1
Es bleibt die Prüfung der erwerblichen Auswirkungen
der noch bestehenden Einschränkungen. Diesbezüglich kann auf die
weitgehend unbestritten ge
bliebenen
Ausführungen im Urteil vom 15.
November 2013 verwiesen werden und es ist
im Folgenden
von einem Valideneinkommen in der Höhe von Fr. 90‘548.-- sowie einem Invalideneinkommen von Fr. 62‘366.-- auszu
gehen (vgl. Urk. 2/8 E. 6.2-3).
6.2
D
em Beschwerdeführer
wurde
im Urteil des hiesigen Gerichts vom 15. November 2013 ein
leidensbedingter Abzug
von 10 % gewährt (Urk. 2/8 E. 6.4). Demgegenüber machte der Beschwerdeführer selber einen Leidensabzug von 15 % geltend und begründete dies
damit, dass er vor der Erkrankung zwei sehr schwere Tätigkeiten gleichzeitig ausgeübt habe. Dementsprechend habe er nur
E
rfahrung
in Berufen
, in welche
n
die körperliche Leistungsfähigkeit einen hohen Stellenwert habe. Zudem lasse sich die Arbeitsfähigkeit nach einer so langen IV-bedingten Abwesenheit vom Arbeitsmarkt - wenn überhaupt - nur mit einer grossen Lohneinbusse verwerten, da ein potentieller Arbeitgeber zu befürchten habe, dass weitere krankheitsbedingte Arbeitsausfälle anfallen könnten
(Urk. 8 S. 4 unten).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten nurmehr beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest
)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25 % des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der Vergleichsein
kommen mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt, ha
t die Beschwerdeinstanz
den Abzug gesamthaft neu zu schätzen. Es ist nicht von
dem von der IV-Stelle vorgenommenen Abzug auszugehen und dieser ange
messen zu erhöhen (
vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E
.
3
.
2 mit Hinweis auf
SVR 2011 IV Nr. 31 S. 90, 9C_728/2009 E. 4.1.2).
Aufgrund seiner gesundheitlichen Beeinträchtigungen können dem Beschwerde
führer lediglich noch körperlich leichte bis mittelschwere Arbeiten zugemutet werden. Unter Berücksichtigung der höchstrichterlichen Rechtsprechung erscheint jedoch ein Leidensabzug von mehr als 10
%
- wie vom Beschwerde
führer gefordert - auf jeden Fall nicht gerechtfertigt, nachdem dem Beschwer
deführer nach wie vor ein vollzeitiges Arbeitspensum zugemutet werden kann und ihm damit grundsätzlich eine breite Auswahl an Tätigkeiten, beispielsweise in Kontroll- und Überwachungsfunktionen, offen steht (vgl. Urteil
e
des Bundes
gerichts
9C_652/2012
vom 7. April 2013
,
U 467/06 vom 27.
Juni 2007 und 9C_47/2007 vom 2
9.
Juni 2007
).
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers vermag das
angeblich höhere Risiko, aus krankheitsbedingten Gründen der Arbeit fernbleiben zu müssen, kei
nen (zusätzlichen) Tabellenlohnabzug zu begründen (vgl. Urteil des Bundesge
richts 8C_176/2012 vom 3. September 2012 E. 8 in fine)
.
6.3
Bei einem Abzug von 10 % beträgt das Invalideneinkommen rund Fr. 56‘129.-- (vorstehend E. 6.1, Fr. 62‘366.-- x 0.9). Bei einem Valideneinkommen von Fr. 90‘548.-- (vorstehend E. 6.1) beträgt die Einkommenseinbusse somit Fr. 34‘419.--, was einem rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von rund 38 % entspricht. Die Aufhebung der
bisherigen Rente erweist sich damit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
7.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.