Decision ID: e8177e4e-fef1-5eba-8376-f992e8390a99
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 31.05.2011 Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG i.V.m. Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV, Art. 45 Abs. 3 und 4 AVIV: Selbstkündigung einer befristeten Anstellung während der Probezeit. Keine triftigen Gründe ersichtlich, welche die Arbeitsstelle unzumutbar machen würden (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 31. Mai 2011, AVI 2010/68). Abteilungspräsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichter Joachim Huber, Versicherungsrichterin  Rüegg Haltinner; Gerichtsschreiber Marcel Kuhn Entscheid vom 31. Mai 2011 in Sachen A._, Beschwerdeführer, gegen Kantonale Arbeitslosenkasse, Davidstrasse 21, 9001 St. Gallen, Beschwerdegegnerin, betreffend Einstellung in der Anspruchsberechtigung (Selbstkündigung) Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 16. März 2010 erneut bei der Arbeitslosenversicherung und
beantragte ab 23. März 2010 die Ausrichtung von Arbeitslosenentschädigung (act. G
5.1/23 und 29). Aus einer früheren Anmeldung bei der Arbeitslosenversicherung
bestand vom 15. September 2008 bis 14. September 2010 bereits eine Rahmenfrist für
den Leistungsbezug (act. G 5.1/17). Der Versicherte kündigte sein letztes
Arbeitsverhältnis (befristet vom 1. Februar bis 31. Juli 2010) bei der Klinik B._,
innerhalb der Probezeit per 22. März 2010 (act. G 5.1/23, 30 und 32). Als Gründe für
seine Kündigung nannte er in der Verschuldensabklärung vom 31. März 2010, dass er
nach zwei Praktika (Tagesschule und Wohngruppe) im sozialpädagogischen Bereich
bereits einige Erfahrungen und Arbeitsroutine gesammelt habe. Dieses Engagement
und der Wille zur Eigenverantwortung seien mit den strengen Richtlinien einer Klinik
nicht vereinbar gewesen, weshalb er sich entschieden habe, aus dem Arbeitsumfeld
auszutreten (act. G 5.1/25).
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A.b Mit Verfügung vom 5. Mai 2010 stellte die Kantonale Arbeitslosenkasse den
Versicherten ab 23. März 2010 für 25 Tage in der Anspruchsberechtigung ein. Es wäre
dem Versicherten zumutbar gewesen, bis zum Auffinden einer neuen Stelle an der alten
zu verbleiben. Die Aufgabe der Stelle zu Lasten der Arbeitslosenkasse würde ein
mittelschweres Verschulden darstellen (act. G 5.1/18). Die gegen diese Verfügung
erhobene Einsprache vom 20. Mai 2010 (act. G 5.1/14) wies die Kantonale
Arbeitslosenkasse mit Einspracheentscheid vom 8. Juni 2010 (act. G 5.1/8) ab.
B.
B.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die vorliegende Beschwerde des
Versicherten vom 7. Juli 2010 mit dem sinngemässen Antrag auf Aufhebung des
angefochtenen Einspracheentscheids. Da er zum Zeitpunkt der Kündigung psychische
Probleme gehabt habe, sei er seinem Arbeitgeber mit der Auflösung des
Arbeitsverhältnisses zuvorgekommen. Ein Verbleiben an der Arbeitsstelle sei ihm nicht
mehr zumutbar gewesen, weshalb ihn kein Verschulden an der Arbeitslosigkeit treffen
würde (act. G 1). Zusätzlich zur Beschwerde reichte der Beschwerdeführer eine
Bestätigung der B._ vom 18. Mai 2010 und ein ärztliches Attest von Dr. med. C._,
FMH Allgemeine Medizin, vom 25. Juni 2010 ein (act. G 1.1 und 1.2).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 27. August 2010 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Bei Antragstellung auf Arbeitslosenentschädigung
habe der Beschwerdeführer keine Angaben über eine eingeschränkte Arbeitsfähigkeit
gemacht. Das im Beschwerdeverfahren eingereichte ärztliche Attest mache keine
Angaben über den Zusammenhang seiner psychischen Probleme und seinem
Arbeitsverhältnis mit der B._. Es werde von Dr. C._ insbesondere keine ärztliche
Empfehlung zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses aus gesundheitlichen Gründen
abgegeben. Es würden auch keine Angaben über die Art und Dauer der Therapie
gemacht und es sei nicht ersichtlich, ob es sich um ein vorübergehendes oder länger
dauerndes psychisches Problem handle oder gehandelt habe. Somit bestehe kein
aussagekräftiges Arztzeugnis, sondern es sei lediglich die Bestätigung eines
Arztbesuchs eingereicht worden. Die genaue Beurteilung und die Therapie seien wohl
durch einen Spezialisten erfolgt (act. G 5).
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B.c Mit Replik vom 27. Oktober 2010 führt der Beschwerdeführer aus, dass er das
Arbeitsverhältnis mit der B._ nach Absprache mit der Praktikumsbetreuerin und dem
Schulleiter selbst gekündigt habe. Eine Weiterbeschäftigung als Schulassistent in einer
anderen Schulklasse in der Institution wäre möglich gewesen. Er hätte im Team auch
einen guten Rückhalt gehabt. Der Grund für die Kündigung sei jedoch gewesen, dass
er gemerkt habe, dass er bei der Ausübung der Tätigkeit an Grenzen gestossen sei und
diese auch hätte übertreten müssen. Dies habe bei ihm psychische Probleme
verursacht, weshalb ihn Dr.C._ in eine ambulante Therapie zu Dr. med. D._,
Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, überwiesen habe. Diese Grenzen
seien jedoch nur durch das besondere Umfeld der Institution relevant gewesen,
weshalb eine weitere Anstellung nicht mehr zumutbar gewesen sei. Als Vergleich lege
er ein Arbeitszeugnis des vorletzten Arbeitgebers bei, wo er ebenfalls mit Kindern und
Jugendlichen mit Lern- und Verhaltensstörungen gearbeitet habe. Wenn er bereits
beim Vorstellungsgespräch psychische Probleme gehabt hätte, wäre dies den
Mitarbeitern der B._ sicher aufgefallen (act. G 9). Zusätzlich zur Replik legte der
Beschwerdeführer eine ärztliche Bestätigung von Dr. D._ vom 21. September 2010
sowie das bereits erwähnte Arbeitszeugnis des ehemaligen Arbeitgebers, ins Recht
(act. G 9.1 und 9.2).
B.d Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet (act. G 11).

Erwägungen:
1.
1.1 Nach Art. 30 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die obligatorische
Arbeitslosenversicherung und Insolvenzentschädigung (AVIG; SR 837.0) ist die
versicherte Person in der Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn sie durch eigenes
Verschulden arbeitslos ist. Selbstverschuldet ist die Arbeitslosigkeit namentlich dann,
wenn die versicherte Person das Arbeitsverhältnis von sich aus aufgelöst hat, ohne
dass ihr eine andere Stelle zugesichert war, es sei denn, dass ihr das Verbleiben an der
Arbeitsstelle nicht zugemutet werden konnte (Art. 44 Abs. 1 lit. b der Verordnung über
die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung [AVIV; SR
837.02]). Im Bereich der freiwilligen Stellenaufgabe findet demnach das
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sozialversicherungsrechtliche Schadenminderungsprinzip seine Grenze bei der
Zumutbarkeit. So kann es der versicherten Person nicht zugemutet werden, eine Stelle,
die im Sinn von Art. 16 Abs. 2 AVIG unzumutbar und damit von der Annahmepflicht
ausgenommen ist, beizubehalten.
1.2 Im Weiteren ist bei der Prüfung der Frage, ob eine Sanktion wegen Selbstaufgabe
der Stelle im Sinn von Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV zulässig ist, das Übereinkommen
Nr. 168 der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) über die Beschäftigungsförderung
und den Schutz gegen Arbeitslosigkeit vom 21. Juni 1988 (nachfolgend
Übereinkommen; SR 0.822.726.8) zu beachten, das für die Schweiz am 17. Oktober
1991 in Kraft getreten ist. Nach Art. 20 lit. c des Übereinkommens können Leistungen
der Arbeitslosenversicherung verweigert, zum Ruhen gebracht oder gekürzt werden,
wenn die zuständige Stelle festgestellt hat, dass die betreffende Person ihre
Beschäftigung freiwillig ("volontairement") ohne triftigen Grund ("sans motif légitime")
aufgegeben hat. Da diese Bestimmung inhaltlich hinreichend bestimmt und klar ist, ist
sie im Einzelfall direkt anwendbar und geht den nationalen Bestimmungen über den
Erlass einer Einstellungsverfügung vor (BGE 124 V 236 f. E. 3c). Damit dürfen bei einer
völkerrechtskonformen Auslegung von Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV keine überhöhten
Anforderungen an die Zumutbarkeit des Verbleibens am Arbeitsplatz gestellt werden;
insbesondere sind bei der Zumutbarkeitsprüfung auch subjektive Beweggründe der
versicherten Person zu berücksichtigen (Jacqueline Chopard, Die Einstellung in der
Anspruchsberechtigung, Diss. Zürich 1998, S. 80). Es kann nicht von einer freiwilligen
Beschäftigungsaufgabe im Sinn des Übereinkommens gesprochen werden, wenn eine
versicherte Person nicht von sich aus, sondern vom Arbeitgeber oder durch die
Entwicklung am Arbeitsplatz zur Kündigung gedrängt wird. Gleiches gilt für den Fall, da
die versicherte Person für das Verlassen der Stelle legitime Gründe zu nennen vermag
(BGE 124 V 238 E. 4b/aa).
2.
2.1 Vorliegend kündigte der Beschwerdeführer das Arbeitsverhältnis mit der B._
unbestrittenermassen selber auf den 20. März 2010 (unter Einhaltung der
Kündigungsfrist auf den 22. März 2010; act. G 5.1/23 und 32). Der Beschwerde legte er
eine Bestätigung der B._ vom 18. Mai 2010 bei, wonach der Beschwerdeführer mit
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der Selbstkündigung des befristeten Arbeitsverhältnisses der Kündigung durch den
Arbeitgeber lediglich zuvorgekommen sei. Sie hätten das Arbeitsverhältnis sonst
ihrerseits gekündigt (act. G 1.1). Diese Bestätigung vermag nicht zu überzeugen. Sie
steht auch im Widerspruch zur Darstellung in der Replik vom 27. Oktober 2010,
wonach eine Weiterbeschäftigung als Schulassistent in einer anderen Schulklasse
möglich gewesen wäre (act. G 9). Zudem hat der Beschwerdeführer diesen
wesentlichen Punkt in der Verschuldensabklärung vom 31. März 2010 nicht erwähnt.
Ausserdem sind den vorliegenden Akten keine Hinweise zu entnehmen, dass die B._
einen triftigen Grund gehabt hätte, das befristete Arbeitsverhältnis vorzeitig aufzulösen.
Aufgrund der vorliegenden Unterlagen ist nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
erstellt, dass die B._ das Arbeitsverhältnis mit dem Beschwerdeführer tatsächlich
aufgelöst hätte. Es ist daher von einer selbstverschuldeten Arbeitslosigkeit im Sinn von
Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV und nicht von Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV (Kündigung durch
Arbeitgeber wegen Verhalten des Versicherten) auszugehen.
2.2 Zu prüfen bleibt, ob dem Beschwerdeführer das Verbleiben an der Arbeitsstelle
hätte zugemutet werden können. In der Verschuldensabklärung vom 31. März 2010
machte er geltend, dass sein Engagement und sein Wille zur Eigenverantwortung mit
den strengen Richtlinien einer Klinik nicht vereinbar gewesen seien. Grundsätzlich wäre
es möglich gewesen, einer anderen Lehrperson zu assistieren. Da er jedoch Probleme
mit dem Konzept der Klinik und deren Erwartungen an ihn gehabt habe, sei eine
Kündigung der bessere Weg für alle gewesen. In einer Klinik zu arbeiten, bedeute einen
enormen emotionalen und zeitlichen Druck. Bei Stellenantritt habe er nicht gewusst,
wie hoch dieser sei. Im Beschwerdeverfahren führte der Beschwerdeführer
hauptsächlich aus, dass er im Zeitpunkt der Kündigung an psychischen Problemen
gelitten habe.
2.3 Die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Kündigungsgründe bezüglich
Organisation der B._ (strenge Richtlinien, Probleme mit dem Konzept der Klinik)
rechtfertigen noch keine Kündigung. Diesbezüglich wäre es dem Beschwerdeführer
zweifellos zumutbar gewesen, bis zum Auffinden einer neuen Stelle mit der Kündigung
zuzuwarten, zumal bei der Beurteilung der Zumutbarkeit ein strenger Massstab
anzuwenden ist (vgl. KS ALE, Rz D26). Zu prüfen bleibt, ob die Stelle aus
gesundheitlichen Gründen noch zugemutet werden konnte. Unzumutbarkeit aus
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medizinischen oder gesundheitsgefährdenden Gründen muss durch ein eindeutiges
Arztzeugnis oder Gutachten belegt sein (Thomas Nussbaumer,
Arbeitslosenversicherung, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Bd. XIV
Soziale Sicherheit, 2. Auflage, Rz 832 mit Hinweisen). Dr. C._ bestätigte im ärztlichen
Attest vom 25. Juni 2010, dass sich der Beschwerdeführer am 17. März 2010 in seiner
Sprechstunde gemeldet habe. Da er an psychischen Problemen gelitten habe, sei eine
entsprechende Therapie eingeleitet worden. Dr. D._ bestätigte im Schreiben vom 21.
September 2010, dass der Beschwerdeführer vom 24. März bis 30. Juni 2010 in
ambulanter Behandlung gewesen sei. Den vorliegenden medizinischen Akten ist eine
eindeutige Unzumutbarkeit der Arbeitsstelle nicht zu entnehmen. Allein das Vorliegen
von psychischen Problemen und die Durchführung einer ambulanten Therapie vermag
für sich alleine eine solche noch nicht zu begründen. Der Umstand, dass der
Beschwerdeführer erst im Beschwerdeverfahren erstmals psychische Probleme als
Kündigungsgrund vorbrachte, spricht dafür, dass diese nicht als Hauptgrund für die
Auflösung des Arbeitsverhältnisses verantwortlich waren. Vielmehr bezeichnete er in
der Verschuldensabklärung vom 31. März 2010 die strengen Richtlinien der B._,
welche mit seinem Willen zur Eigenverantwortung nicht vereinbar gewesen seien, für
die Kündigung ursächlich. Diesen Ausführungen des Beschwerdeführers sind mit Blick
auf die Beweismaxime der "Aussagen der ersten Stunde" (vgl. BGE 121 V 47 E. 2a)
höheres Gewicht beizumessen, weshalb die psychischen Probleme nicht überwiegend
wahrscheinlich als Hauptgrund für die Kündigung zu erachten sind. Vor diesem
Hintergrund sind von weiteren medizinischen Abklärungen auch keine
entscheidrelevanten neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf verzichtet
werden kann (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 122 V 157 E. 1d).
2.4 Zusammenfassend ergibt sich, dass die geltend gemachte Unzumutbarkeit des
selbst gekündigten Arbeitsverhältnisses nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
festgestellt werden kann, weshalb der Beschwerdeführer aus eigenem Verschulden im
Sinn von Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG i.V.m. Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV arbeitslos geworden
ist.
3.
3.1 Es bleibt zu prüfen, in welchem Umfang eine Einstellung in der
Anspruchsberechtigung zu erfolgen hat.
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3.2 Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach dem Grad des Verschuldens (Art. 30
Abs. 3 AVIG). Die Einstellungsdauer beträgt gemäss Art. 45 Abs. 3 AVIV 1-15 Tage bei
leichtem Verschulden (lit. a), 16-30 Tage bei mittelschwerem Verschulden (lit. b) und
31-60 Tage bei schwerem Verschulden (lit. c). Ein schweres Verschulden liegt gemäss
Art. 45 Abs. 4 AVIV vor, wenn der Versicherte ohne entschuldbaren Grund eine
zumutbare Arbeitsstelle ohne Zusicherung einer neuen aufgegeben oder eine
zumutbare Arbeit abgelehnt hat.
3.3 Zu Recht hat die Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer nicht aufgrund eines
schweren Verschuldens in der Anspruchsberechtigung eingestellt. Als entschuldbare
Gründe im Sinn von Art. 45 Abs. 4 AVIV sind vorliegend die befristete Anstellung
auszumachen sowie der Umstand, dass der Beschwerdeführer das Arbeitsverhältnis in
der Probezeit aufgelöst hat (vgl. Jacqueline Chopard, a.a.O., S. 170). Das befristete
Arbeitsverhältnis zwischen der B._ und dem Beschwerdeführer hätte noch bis am 31.
Juli 2010 gedauert. Die vom Beschwerdeführer verschuldete Arbeitslosigkeit beträgt
somit etwas mehr als vier Monate. Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung
aufgrund einer Kündigung eines befristeten Arbeitsverhältnisses kann analog zu der
Ablehnung einer befristeten Stelle angewendet werden. Der Einstellraster des seco (vgl.
KS ALE, Rz D72) sieht für die Ablehnung einer auf vier Monate befristeten Stelle eine
Sanktion zwischen 27 und 34 Einstelltagen vor. Mit 25 Einstelltagen liegt die von der
Beschwerdegegnerin verfügte Sanktion leicht unter diesem Richtwert. Eine Reduktion
der verfügten Einstelltage ist vorliegend nicht angezeigt. Insbesondere wurde durch die
Beschwerdegegnerin bereits berücksichtigt, dass der Beschwerdeführer das befristete
Praktikum noch während der Probezeit aufgelöst hatte. Sodann haben die obigen
Erwägungen gezeigt, dass die geklagten gesundheitlichen Probleme im Zeitpunkt der
Kündigung beweismässig nicht im Vordergrund standen, sondern andere Gründe für
die Auflösung des Arbeitsverhältnisses wesentlich waren. Weitere Umstände, welche
das Verschulden an der Selbstkündigung reduzieren würden, werden vom
Beschwerdeführer nicht hinreichend dargelegt. Die Unvereinbarkeit der strengen
Richtlinien der B._ mit seiner Arbeitshaltung sowie die übrigen pauschal geltend
gemachten belastenden Umstände am Arbeitsplatz können nicht
verschuldensmindernd berücksichtigt werden. Zusammenfassend ist die von der
Beschwerdegegnerin aufgrund eines mittelschweren Verschuldens verfügte Einstellung
in der Anspruchsberechtigung von 25 Tagen nicht zu beanstanden.
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4.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des
angefochtenen Einspracheentscheids abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP