Decision ID: fe26e998-2faf-4a1c-ac20-9c4a4f046807
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 6. Oktober 2008 nach einer durch die Stiftung für berufliche
Vorsorge der Arbeitgeberin, der B._ AG, erfolgten Früherfassungsmeldung (IV-act. 1
f. und 5; Kündigung per 29. Februar 2008, IV-act. 18-22) bei der Invalidenversicherung
des Kantons St. Gallen zum Bezug von Leistungen (Rente) an und gab dabei seit 2003
bestehende Schmerzen im linken Fuss an (IV-act. 7; zur Arbeitsunfähigkeit vgl. IV-act.
8).
A.b Die zuständige Krankentaggeldversicherung liess in der Folge die Versicherte
durch Dr. med. C._, leitender Arzt Allgemeine und Unfallchirurgie, Kantonsspital
D._, begutachten. Dieser diagnostizierte ein generalisiertes Schmerzsyndrom am
linken Bein und lumbal links bei Verdacht auf eine somatoforme Schmerzstörung. Die
Versicherte sei rein medizinisch-theoretisch in angestammter sowie in anderen
Tätigkeiten zu 100 % arbeitsfähig. Auf Grund der somatoformen Schmerzstörung mit
Selbstlimitierung und fehlender Motivation lasse sich die Arbeitsfähigkeit jedoch nicht
praktisch umsetzen (Gutachten vom 19. November 2008, IV-act. 30-3 ff.). Die IV-Stelle
gewährte der Versicherten Arbeitsvermittlung (Mitteilung vom 11. Februar 2009, IV-act.
36; vgl. auch Abschluss der Arbeitsvermittlung, IV-act. 38 f.).
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A.c Am 18. Januar 2010 erstatteten Dr. med. E._, Spitalfachärztin, und Dr. med.
F._, Oberarzt des Psychiatrie-Zentrums G._, zuhanden der IV-Stelle einen
Arztbericht. Sie stellten mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit die Diagnose einer
mittelgradigen depressiven Episode (ICD-10: F32.1) mit Verdacht auf eine somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10: F45.4). Diese führe zu einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit
aus psychiatrischer Sicht, wobei jedoch nicht alle therapeutischen und
medikamentösen Optionen ausgeschöpft seien (IV-act. 51-3 ff.). Am 2. August 2010
nannten die behandelnden Ärzte des Psychiatrie-Zentrums G._ dieselbe Diagnose
und attestierten anhaltend eine volle Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 62). Die IV-Stelle hatte
unterdessen mit Verfügung vom 3. Mai 2010 einen Anspruch auf berufliche
Massnahmen verneint (IV-act. 59).
A.d Im Auftrag der IV-Stelle erstattete das Medizinische Center Maienfeld am 24.
Januar 2011 ein bidisziplinäres Gutachten (rheumatologisch-orthopädisch und
psychiatrisch, vgl. IV-act. 68). Die Gutachter Dr. med. H._, Facharzt für
Rheumatologie, Physikalische Medizin und Rehabilitation FMH, und Dr. med. I._,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, diagnostizierten mit Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit im Wesentlichen ein CRPS II des linken Fusses seit 2008
(chronifiziertes Schmerzsyndrom), ein lumbospondylogenes bis lumboradikuläres
Schmerzsyndrom links und eine leichte depressive Episode (IV-act. 68-2 f., 68-33 und
68-58). Es bestünden keine Hinweise für das Vorliegen einer neurotischen, Belastungs-
oder somatoformen Störung, insbesondere nicht einer anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung (IV-act. 68-62). Die bisherige Tätigkeit sei nicht mehr zumutbar. In
einer adaptierten Tätigkeit sei die Versicherte in wechselbelastenden, vor allem
sitzenden Tätigkeiten 4 Stunden täglich arbeitsfähig. Auf Grund der leichten
depressiven Episode bestehe höchstens eine 30 %ige Arbeitsunfähigkeit in jeglicher
(auch angestammter) Tätigkeit (IV-act. 68-6 f. und 68-63 f.; vgl. aber IV-act. 68-34 f.).
A.e Die IV-Stelle errechnete auf der Grundlage einer 50 %igen Arbeitsunfähigkeit
gemäss rheumatologisch-orthopädischem Gutachten vom 24. Ja¬nuar 2011 (IV-act.
68) und nach Vornahme der Haushaltsabklärung (die ergab, dass die Versicherte im
Gesundheitsfall eine Erwerbstätigkeit im Umfang von 100 % ausüben würde, IV-act.
82) eine invaliditätsbedingte Einbusse von 47.5 % (IV-act. 79) und stellte der
Versicherten die Zusprache einer Viertelsrente ab 1. Februar 2010 in Aussicht
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(Vorbescheid vom 23. März 2011, IV-act. 84). Die AXA Stiftung Berufliche Vorsorge und
die Versicherte erhoben Einwände gegen den Vorbescheid (IV-act. 87, 88). Die IV-Stelle
verfügte dennoch gemäss Vorbescheid die Zusprache einer Viertelsrente ab 1. Februar
2010 (Verfügungen vom 27. Juni 2011 und 8. Juli 2011, IV-act. 95-2 ff. und 96-2 ff.).
B.
B.a Gegen die Verfügungen vom 27. Juni/8. Juli 2011 beschwerte sich die Versicherte
(in der Folge: Beschwerdeführerin) beim Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen
und beantragte für die Zeit ab 1. Februar 2010 die Zusprache einer ganzen
Invalidenrente, eventualiter einer Dreiviertelsrente (IV-act. 98, 99-32 ff.). Mit Entscheid
IV 2011/256 vom 27. September 2013 hiess das Versicherungsgericht die Beschwerde
teilweise gut und wies die Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen und
anschliessender Neuverfügung an die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin)
zurück (IV-act. 114).
B.b Die Beschwerdegegnerin veranlasste daraufhin eine bidisziplinäre medizinische
Begutachtung der Beschwerdeführerin in den Disziplinen Orthopädie und Psychiatrie
durch das Medizinische Gutachtenzentrum St. Gallen (MGSG; Mitteilung vom 29.
Januar 2014, IV-act. 125 f.; Gutachten vom 8. April 2014, IV-act. 128). Im
orthopädischen Teilgutachten diagnostizierte Dr. med. J._, Facharzt für Orthopädie
FMH, mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein Lumbovertebralsyndrom bei
Anterolisthesis Grad I nach Meyerding L3 gegenüber L4, Diskushernie L3/4 und L4/5,
Diskusprotrusion L5/S1 mit leichter Kompression der Nervenwurzel L3 rechts
intraforaminal, L4 beidseits recessal, minimalem Kontakt zur Nervenwurzel S1 rechts,
Spinalkanalstenose L3/4, Facettengelenksarthrosen L4 bis S1 und linkskonvexer
leichter Skoliose sowie akzentuierter fettiger Degeneration der paraspinalen Muskulatur
(IV-act. 128-7). In angestammter Tätigkeit bestehe seit April 2009 eine Arbeitsfähigkeit
von 60 %. In leidensadaptierter Tätigkeit bestehe seit jeher eine Arbeitsfähigkeit von
100 % (IV-act. 128-9). Im psychiatrischen Teilgutachten diagnostizierte Dr. med. K._,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
eine rezidivierende depressive Störung mit mittelgradigen depressiven Episoden
(ICD-10: F33.1) von Februar 2009 bis Oktober 2010 und eine chronische depressive
Verstimmung (Dysthymie, ICD-10: F34.1) seit November 2010. Ohne Auswirkung auf
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die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte er eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung
(ICD-10: F45.4) und akzentuierte, passive, abhängige Persönlichkeitszüge (ICD-10:
Z73.1; vgl. IV-act. 128-24). Die Arbeitsfähigkeit betrage aus psychiatrischer Sicht 80 %
in angestammter Tätigkeit seit November 2010. Von Februar 2009 bis Oktober 2010
habe eine Arbeitsfähigkeit von 60 % bestanden. In einer leidensadaptierten Tätigkeit
bestehe seit November 2010 eine 100 %ige Arbeitsfähigkeit. Von Februar 2009 bis
Oktober 2010 habe eine Arbeitsfähigkeit von 70 % bestanden. Der Zeitraum vor
Februar 2009 könne bei gegebener Aktenlage nicht beurteilt werden (IV-act. 128-29 ff.).
B.c Die Beschwerdegegnerin stellte der Beschwerdeführerin am 11. August 2014
ausgehend von einer Arbeitsfähigkeit von 100 % die Verneinung des Rentenanspruchs
in Aussicht (Vorbescheid vom 11. August 2014; IV-act. 135). Dagegen erhob die
Beschwerdeführerin am 22. September 2014 Einwand (IV-act. 136). Mit Verfügung vom
26. September 2014 hielt die Beschwerdegegnerin fest, es bestehe kein
Rentenanspruch, die laufende Viertelsrente werde auf die Zukunft hin eingestellt und
auf eine Rückforderung der zu Unrecht ausbezahlten Viertelsrente werde verzichtet (IV-
act. 138). Mit der die Verfügung vom 26. September 2014 ersetzenden neuen
Verfügung vom 1. Oktober 2014 wiederholte die Beschwerdegegnerin die
Anordnungen der ersetzten Verfügung und ergänzte diese um den Entzug der
aufschiebenden Wirkung einer Beschwerde (IV-act. 141)
C.
C.a Die vorliegende Beschwerde vom 3. November 2014 (act. G 1) richtet sich gegen
die Verfügung vom 1. Oktober 2014. Die Beschwerdeführerin beantragt darin unter
Kosten- und Entschädigungsfolgen deren Aufhebung und die Zusprache einer ganzen
Invalidenrente spätestens ab 1. Februar 2010. Eventualiter beantragt sie die Erstellung
eines interdisziplinaren Gutachtens. Das orthopädisch-psychiatrische Gutachten vom
8. April 2014 bescheinige ihr in nicht nachvollziehbarer Weise und entgegen der
Ansicht der Vorgutachter eine 100 %ige Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit. Das
orthopädische Teilgutachten sei auf Grund fehlender Exploration des linken Fusses,
des linken Knies sowie der rechten Schulter und der damit einhergehenden
Schmerzproblematik unvollständig. Insbesondere sei zu bemängeln, dass neben der
orthopädischen und der psychiatrischen keine neurologische Beurteilung durchgeführt
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worden sei. Die Schlussfolgerungen im orthopädisch-psychiatrischen Gutachten vom
8. April 2014 betreffend die Arbeitsfähigkeit liessen wesentliche Aspekte hinsichtlich
der körperlichen Einschränkungen ausser Acht. Die abgegebene rückwirkende
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sei ferner an sich fragwürdig und stehe im Widerspruch
zu bestehenden medizinischen Beurteil¬ungen. Im Weiteren sei die psychiatrische
Beurteilung zu beanstanden, da die Beschwerdeführerin seit Jahren Psychopharmaka
einnehme, was im Gutachten nicht hinreichend beachtet worden sei und das
psychiatrische Teilgutachten als unvollständig erscheinen lasse. Schliesslich stünden
die gutachterlichen Schlussfolgerungen bezüglich Arbeitsfähigkeit im Widerspruch zu
den Berichten der behandelnden Ärzte.
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 19. Januar 2015 (act. G 6) beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Der orthopädische Gutachter
habe nachvollziehbar dargelegt, warum er von den Einschätzungen der Vorgutachter
abgewichen sei, warum diese nicht nachvollziehbar seien und auf Grund welcher
Befunde und Feststellungen er zu seiner Arbeitsfähigkeitsschätzung gekommen sei.
Der psychiatrische Gutachter habe ebenfalls eine umfassende Einschätzung geliefert
und zu früheren abweichenden Einschätzungen der behandelnden Ärzte
nachvollziehbar Stellung genommen. Die Konsensbeurteilung beider Gutachter sei wie
die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung ausführlich, nachvollziehbar und überzeugend. Die von
der Beschwerdeführerin eingereichten Berichte der behandelnden Ärzte attestierten
eine Arbeitsunfähigkeit von 50 %, ohne jedoch eine vollständige Anamnese und
Befunderhebung sowie eine schlüssige Beurteilung des Gesundheitszustands und eine
nachvollziehbare Arbeitsfähigkeitsschätzung zu liefern. Es lägen entgegen der
Behauptung in der Beschwerdeschrift keine Bestätigungen für eine vollumfängliche
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in sämtlichen Tätigkeiten vor.
C.c Mit Replik vom 12. Mai 2015 (act. G 12) hat die Beschwerdeführerin an ihren
Anträgen festgehalten und weitere Unterlagen zum Beweis einer Verschlechterung des
Gesundheitszustands nachgereicht (act. G 12.1 und 14.1 ff.). Die Verwertung einer
allfälligen Restarbeitsfähigkeit sei auf Grund der gesamten Umstände nicht mehr
zumutbar.
C.d Zur Replik und zu den neu eingereichten Unterlagen hat die Beschwerdegegnerin
im Rahmen der Duplik am 28. Mai 2015 Stellung genommen (act. G 16).
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Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien streitig und zu prüfen ist der originäre Anspruch der
Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente.
1.1 Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben gemäss Art. 28 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) versicherte
Personen, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu
betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen,
erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen
Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). Als Invalidität gilt
gemäss Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere
Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens
einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor,
wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Art. 16 ATSG).
1.3 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR
831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person
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mindestens zu 70 % und auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 %
invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % besteht ein Anspruch auf
eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein Anspruch auf
eine Viertelsrente.
1.4 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
256 E. 4 mit Hinweisen). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen
festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine
zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines ärztlichen Berichts ist entscheidend, ob der Bericht für die
streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a). Das im Rahmen des
Verwaltungsverfahrens eingeholte Gutachten von externen Spezialärzten, die auf Grund
eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten
Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen
gelangen, besitzt bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft, solange nicht konkrete
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Das Gleiche gilt für Berichte
und Gutachten versicherungsinterner Ärzte (BGE 125 V 351 E. 3b/ee).
2.
Zu prüfen ist vorab die Frage, ob die medizinische Aktenlage eine rechtsgenügliche
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auf Grund einer fachärztlich
einwandfrei diagnostizierten Beeinträchtigung und damit schliesslich auch des geltend
gemachten Rentenanspruchs ermöglicht. Die Beschwerdegegnerin stützt sich bei der
angefochtenen Verfügung auf das orthopädisch-psychiatrische Gutachten vom 8. April
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2014 (IV-act. 128), das die Beschwerdeführerin in verschiedener Hinsicht für nicht
beweistauglich hält.
2.1
2.1.1 In orthopädischer Hinsicht diagnostizierte Dr. J._ mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit ein Lumbovertebralsyndrom bei Anterolisthesis Grad I nach Meyerding
L3 gegenüber L4, Diskushernie L3/4 und L4/5, Diskusprotrusion L5/S1 mit leichter
Kompression der Nervenwurzel L3 rechts intraforaminal, L4 beidseits recessal,
minimalem Kontakt zur Nervenwurzel S1 rechts, Spinalkanalstenose L3/4,
Facettengelenksarthrosen L4 bis S1 und linkskonvexer leichter Skoliose sowie
akzentuierter fettiger Degeneration der paraspinalen Muskulatur (IV-act. 128-7). In
angestammter Tätigkeit bestehe seit April 2009 eine Arbeitsfähigkeit von 60%. In
leidensadaptierter Tätigkeit bestehe seit jeher eine Arbeitsfähigkeit von 100 % (IV-act.
128-9). Der Verlauf der Arbeitsfähigkeit aus orthopädischer Sicht in bisheriger und
adaptierter Tätigkeit vor April 2009 könne nicht beurteilt werden, da keine detaillierten
somatischen Befunde bzw. MRI-Befunde vorlägen (IV-act. 128-10). Nicht mehr
vollumfänglich zumutbar sind nach Beurteilung von Dr. J._ körperlich schwere
Arbeiten in kalter und feuchter Umgebung, die vorwiegend sitzend oder stehend
ausgeübt werden müssen und die mit häufigen inklinierten und reklinierten sowie
rotierten Körperhaltungen verbunden sind.
2.1.2 Dagegen bringt die Beschwerdeführerin vor, das orthopädisch-psychiatrische
Gutachten vom 8. April 2014 widerspreche der bestehenden medizinischen Aktenlage
und sei demnach unvollständig und nicht nachvollziehbar. Diese Auffassung begründet
sie damit, das Gutachten enthalte keine detaillierten Ausführungen zur Problematik des
linken Fusses, des linken Knies sowie der rechten Schulter, wovon keine Röntgenbilder
angefertigt und wozu keine weiteren Untersuchungsmassnahmen erfolgt seien (act. G
1). In dieser Hinsicht weist Dr. J._ jedoch wiederholt darauf hin, dass explizite
Schmerzen im linken Fuss von der Beschwerdeführerin spontan nicht beklagt worden
seien (IV-act. 128-7, 9 und 33). Dies hält die Beschwerdeführerin wiederum im Hinblick
auf das psychiatrische Teilgutachten für nicht korrekt, führt dies jedoch nicht weiter
aus. Bei gesamthafter Betrachtung erscheint diese Rüge in der Tat als unbegründet.
Anlässlich der Exploration gab die Beschwerdeführerin gegenüber Dr. J._ an, seit
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2003 an ziehenden lumbalen Schmerzen zu leiden, die sich bis in den Nacken und in
den linken Fuss fortsetzten und seither zugenommen hätten. Die Schmerzen in der
gesamten linken Körperhälfte würden den Schlaf beeinträchtigen. Das Sitzen und
Laufen sei auf 15 Minuten limitiert. Das Bücken sowie Heben und Tragen von Lasten
sei nicht möglich. Im Weiteren gab sie ein Elektrisieren ventral am Ober- und
Unterschenkel links sowie eine Hyposensibilität des gesamten linken Fusses an (IV-act.
128-3 f.). Anlässlich der orthopädischen Untersuchung wies Dr. J._ demgegenüber
darauf hin, bei festgestellter massiver Aggravation (IV-act. 128-5) sei das Ausmass der
linksseitigen Körperschmerzen und der subjektiven Einschränkung der körperlichen
Leistungsfähigkeit sowie der demonstrierten abnormen, kaum verwertbaren
Untersuchungsbefunde nur teilweise objektivierbar. Die erhobenen Befunde könnten
die lumbalen Schmerzen nur teilweise erklären. Bei Spinalkanalstenose L3/4 könnten
die proximal gelegenen Schmerzen und die proximal am Oberschenkel angegebene
Hyposensibilität nicht plausibilisiert werden, da Ausfälle nur distal der Stenose möglich
seien. Es sei ausserdem unerklärlich, wie die Beschwerdeführerin eine Busreise nach
L._ überstanden habe, nachdem sie angeblich nur 15 Minuten sitzen könne, dem
Psychiater aber mitgeteilt habe, im November 2013 mit dem Bus in L._ gewesen zu
sein (IV-act. 128-7 f.). Bei der massiven Adipositas sei die Wirbelsäulenform im
Weiteren nicht beurteilbar; sämtliche Untersuchungsschritte und alle Bewegungen im
Bereich der Halswirbelsäule bezeichne die Beschwerdeführerin als dolent. Die
Brustwirbelsäule zeige eine physiologische Kyphose, die Funktionsprüfung derselben
sei bei mangelnder Mitarbeit der Probandin nicht beurteilbar. Auch im Bereich der
Lendenwirbelsäule seien alle Bewegungen dolent, ebenso wie die Reklination.
Sämtliche Druckdolenzen der Dornfortsätze und der paravertebralen Muskulatur
beidseits sowie der Processi spinosi seien ohne eindeutig palpable Myogelosen. Die
Iliosakralgelenke seien bei massivem Übergewicht rechts und links nicht beurteilbar.
Sämtliche Untersuchungsschritte der Schulter-, Ellbogen- und Handgelenke sowie der
Hüft-, Knie- und oberen Sprunggelenke beidseits würden als dolent angegeben, wobei
die Beweglichkeit nicht eingeschränkt sei und die Gelenke stabil erschienen. Die
Trophik der oberen und unteren Extremitäten, die rohe Kraft der Arme und Beine könne
bei ungenügender Mitarbeit der Probandin nicht beurteilt werden. Es bestünden eine
Hyposensibilität des gesamten linken Beins im Vergleich zu rechts bei symmetrisch
normaler Sensibilität der Arme sowie kaum auslösbare Bizeps-, Trizeps-, Radialis-,
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Patellar- und Achillessehnenreflexe rechts und links; der Lasègue-Test rechts und links
sei unauffällig (IV-act. 128-4 ff.). Dr. J._ liess sodann im Rahmen der Begutachtung
Zusatzuntersuchungen durchführen (Röntgen und MRI, IV-act. 128-6 f.). Dass darüber
hinaus weitere bildgebende oder andere Untersuchungen, insbesondere eine
neurologische Abklärung, angezeigt gewesen wären, lässt sich entgegen der Ansicht
der Beschwerdeführerin (act. G 1) durch die Aktenlage nicht belegen. Die von der
Beschwerdeführerin vorgebrachten anderslautenden medizinischen Stellungnahmen
sind allesamt von Dr. J._ im Rahmen der Anamneseerhebung berücksichtigt und
gewürdigt worden. Es sind insbesondere keine neueren Berichte spezialärztlicher Natur
vorhanden, die geeignet wären, Zweifel an der gutachterlichen Einschätzung von Dr.
J._ entstehen zu lassen. Die Beurteilung von Dr. H._, die auf der Untersuchung der
Beschwerdeführerin vom Herbst 2010 basierte, hatte das Versicherungsgericht im
Übrigen wie erwähnt bereits im Urteil vom 27. September 2013 mangels hinreichender
Nachvollziehbarkeit als nicht beweiskräftig eingestuft, worauf zu verweisen und
vorliegend nicht erneut einzugehen ist. Die von Dr. J._ beschriebenen, in
verschiedener Hinsicht bestehenden Probleme in der Untersuchbarkeit der von der
Beschwerdeführerin erwähnten Beeinträchtigungen, mit denen teilweise bereits Dr.
H._ konfrontiert war, verunmöglichen den Beweis einer hinreichend plausiblen bzw.
insgesamt gesicherten Einschränkung in orthopädischer Hinsicht. Da überzeugende
Hinweise darauf fehlen, dass weitere Abklärungen diese Beweislosigkeit beseitigen
könnten, ist darauf in antizipierender Beweiswürdigung zu verzichten.
2.2
2.2.1 In psychiatrischer Hinsicht stellte Dr. K._ die Diagnosen (mit Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit) einer zwischen Februar 2009 und Oktober 2010 bestehenden
rezidivierenden depressiven Störung mit mittelgradigen depressiven Episoden (ICD-10:
F 33.1) sowie einer seit November 2010 bestehenden chronischen depressiven
Verstimmung (Dysthymie, ICD-10: F 34.1). Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
diagnostizierte er eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F 45.4)
sowie akzentuierte passive, abhängige Persönlichkeitszüge (ICD-10: Z73.1; vgl. IV-act.
128-24). Die Arbeitsfähigkeit schätzte er auf 80 % in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit
seit November 2010 und auf 60 % in der Zeit zwischen Februar 2009 und Oktober
2010. In leidensangepasster Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 100 % seit
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November 2010 und eine solche von 70 % zwischen Februar 2009 und Oktober 2010
(IV-act. 128-29 f.). Bei den leidensangepassten Tätigkeiten sollte es sich um solche
ohne erhöhte emotionale Belastung, ohne erhöhten Zeitdruck (Stressbelastung), ohne
erforderliche geistige Flexibilität, ohne vermehrte Kundenkontakte und ohne
überdurchschnittliche Dauerbelastung handeln (IV-act. 128-30). Die Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit in angestammter und angepasster Tätigkeit zwischen Februar 2009
und Oktober 2010 begründete er mit der damals bestehenden mittelgradigen
depressiven Episode, die im Zusammenhang mit körperlichen Schmerzen,
Arbeitsverlust und Kündigung zu sehen sei (IV-act. 128-26 und 29 f.). Im weiteren
Verlauf sei auf Grund der Aktenlage (psychiatrisches Teilgutachten vom 15. Dezember
2010, IV-act. 68-36 ff.; Berichte des Psychiatrie-Zentrums G._ vom 16. Oktober
2013, IV-act. 120-2, und vom 15. Dezember 2014, act. G 1.4) von einer Besserung des
psychischen Zustandsbildes mit leichter depressiver Störung entsprechend einer
chronischen depressiven Verstimmung (Dysthymie) auszugehen, die durch leichte
depressive Stimmungsschwankungen mit vermehrter Traurigkeit, gelegentlichen
Unruhezuständen, vermehrter Nachdenklichkeit bei mangelnden Zukunftsperspektiven
sowie Schlafstörungen mit Ein- und Durchschlafstörungen, ohne Suizidgedanken oder
Angstzustände und mit wiederholten Stimmungsaufhellungen gekennzeichnet sei. Er
selber stellte anlässlich der gutachterlichen Untersuchung vom 28. Februar 2014
ebenfalls nur Symptome einer leichten depressiven Störung mit leicht bedrückter
Stimmung, leichten Affektstörungen, leichter psychomotorischer Verlangsamung sowie
etwas auf ihre Beschwerden und soziale Situation eingeengtem Denken fest. Obwohl
die Beschwerdeführerin über Schlafstörungen mit Ein- und Durchschlafstörungen
klage, bestünden keine vermehrte Müdigkeit oder Erschöpfungszeichen (IV-act. 128-23
f.). Es handle sich um eine leichte depressive Störung und nicht um eine eigenständige
depressive Erkrankung; eine psychische Komorbidität von erheblicher Schwere,
Ausprägung und Dauer bestehe nicht (IV-act. 128-26 f.). Dass eine somatoforme
Schmerzstörung (ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit, vgl. IV-act. 128-24)
anzunehmen sei, begründet er mit der multiplen Schmerzsymptomatik mit
Symptomausweitung und angegebenen diffusen Schmerzen an der gesamten linken
Körperhälfte sowie Kopfschmerzen; die Schmerzen könnten durch eine organische
Störung nicht ausreichend erklärt werden und stünden in Verbindung mit emotionalen
Konflikten und psychosozialen Problemen (vor allem Arbeitslosigkeit und damit
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einhergehende finanzielle Belastungen; vgl. IV-act. 128-25). Die Explorandin zeige
wenig Motivation, wenig Interessen und erwecke einen passiven, abhängigen Eindruck;
sie wirke erschwert kontaktfähig mit Hinweisen für Rückzugstendenzen (IV-act.
128-23). Die auffallende Zurückhaltung beim Gespräch weise auf akzentuierte, passive,
abhängige Persönlichkeitszüge hin (IV-act. 128-26).
2.2.2 Gegen die gutachterliche Beurteilung der psychischen Beschwerden bringt die
Beschwerdeführerin im Wesentlichen vor, sie stehe im Widerspruch zur Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit durch die behandelnden Ärzte des Psychiatrie-Zentrums G._ (act. G
1). Konkret beanstandet sie die rückwirkende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit, ohne
diese Beanstandung jedoch genau zu begründen. Dr. K._ hat eine rückwirkende
Beurteilung nur soweit vorgenommen, als die Aktenlage und die Exploration dies
ermöglicht haben, nämlich bis Februar 2009. Er hat zu einer vor diesen Zeitpunkt
zurückreichenden Einschätzung ausdrücklich darauf hingewiesen, dass eine
Beurteilung nach den vorliegenden Arztberichten und den ungenauen anamnestischen
Angaben nicht möglich sei (IV-act. 128-32 f.). Dies ist nachvollziehbar und gibt keinen
Anlass zu Zweifeln an der Tauglichkeit seiner Einschätzungen generell. Im Weiteren
kritisiert die Beschwerdeführerin, der Gutachter habe dem Umstand, dass sie seit
Jahren Psychopharmaka einnehme, nicht hinreichend Rechnung getragen (act. G 1, S.
11). Dr. K._ hat die Medikamente samt angegebener Dosierung protokolliert (IV-act.
128-21). Eine Blutserumkontrolle oder eine andere Untersuchung, die Hinweise auf die
tatsächliche Einnahme der Medikamente geben könnten, wurde nicht durchgeführt.
Eine Laboruntersuchung vom 29. Oktober 2010 hatte hingegen beim für die
Depressionsbehandlung eingesetzten Medikament Cymbalta einen Wert deutlich
unterhalb des Referenzbereichs ergeben (87 bei Normwerten zwischen 200 und 400
nmol/l; IV-act. 68-58, 68-68), woraufhin Dr. I._ implizit eine Anpassung der
Medikation empfahl (IV-act. 68-64 Ziff. 8.1). Auch weitere Akten weisen auf eine nicht
optimal ausgeschöpfte Medikation bzw. unbefriedigende medikamentöse Resultate hin
(vgl. etwa IV-act. 51-5, 62-3). Seitens des Psychiatrie-Zentrums wurde noch am 16.
Oktober 2013 zur Medikation erneut eine Tablette Cymbalta à 60 mg täglich erwähnt -
wie bereits im (den Zustand drei Jahre zuvor abbildenden) Gutachten von Dr. I._ -
wobei ergänzt wurde, es sei "jedoch" eine regelmässige Einnahme vereinbart worden
(IV-act. 120-2). Dies könnte einen Hinweis auf nicht ausreichende Compliance
darstellen. Zwar ist bedauerlich, dass Dr. K._ sich zur Medikation nicht weiterführend
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bzw. erläuternd geäussert hat. Weitere Abklärungen drängen sich dennoch nicht auf.
Es besteht kein Anlass anzunehmen, dass die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. K._
anders ausgefallen wäre, wenn die Medikamenteneinnahme überprüft und das Resultat
gewürdigt worden wären. Insbesondere hat der Gutachter seine Einschätzung nicht
unter der Prämisse abgegeben, dass die Beschwerdeführerin die von ihm attestierte
Arbeitsfähigkeit nur bei besserer oder anderer Medikamenteneinnahme erreichen
würde. Weiter ist anzunehmen, dass Dr. K._ die von der Beschwerdeführerin
angegebene Menge und Dosierung der Medikamente, selbst wenn diese tatsächlich
regelmässig eingenommen werden, nicht als offensichtlich falsch oder zu hoch
eingestuft hat, ansonsten er dies wohl festgehalten hätte. Ein vom Gutachter irrtümlich
angenommener oder ein nicht erkannter Einfluss der Medikation auf die
Zumutbarkeitsbeurteilung betreffend Arbeitsleistung ist jedenfalls nicht ersichtlich.
Folglich ist das Ergebnis des Gutachtens auch aus diesem Blickwinkel nicht
erschüttert.
2.2.3 In einem Bericht vom 18. Januar 2010 (IV-act. 51) begründete das seit 7.
Oktober 2009 behandelnde Psychiatrie-Zentrum G._ die psychiatrische Diagnose
einer mittelgradigen depressiven Episode und die darauffolgende 100 %ige
Arbeitsunfähigkeit mit den chronischen Schmerzen im linken Fuss, im Rücken sowie im
linken Knie und mit dem teilweise Nichtansprechen auf die Schmerzmedikation. Eine
Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit bzw. eine Erhöhung der Einsatzfähigkeit sei
über eine Verbesserung der Depression durch Ausschöpfung der ambulanten
medizinisch-therapeutischen Möglichkeiten bzw. einer stationären Behandlung zu
erreichen (vgl. auch Bericht vom 19. Oktober 2009, IV-act. 48-11, und Bericht vom 2.
August 2010, IV-act. 62). In einem weiteren Bericht des Psychiatrie-Zentrums G._
vom 16. Oktober 2013 wird eine anhaltende chronische Schmerzstörung mit
somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41) diagnostiziert (IV-act. 120-2).
Dieser Bericht äussert sich nicht zur Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht.
Ausserdem wird eine Indikation für eine psychotherapeutische Therapie verneint, dies
unabhängig von der Sprachbarriere (vgl. im Weiteren den Bericht des Psychiatrie-
Zentrums G._ vom 15. Dezember 2014, act. G 1.4, der eine Verschlechterung im
Zusammenhang mit der Aberkennung der Viertelsrente durch die Beschwerdegegnerin
beschreibt und eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % attestiert, was nahelegen würde, dass
die Arbeitsfähigkeit vor Erlass der vorliegend angefochtenen Verfügung höher war). Bei
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den Berichten des Psychiatrie-Zentrums G._ fällt insgesamt auf, dass sie knapp
gehalten sind, auf eine eingehende Anamnese- und Befunderhebung verzichten, und
die subjektiven Schilderungen durch die Beschwerdeführerin übernehmen, ohne sich
damit erkennbar auseinanderzusetzen. Sie sind jedenfalls nicht geeignet, die
gutachterlichen Schlussfolgerungen in psychiatrischer Hinsicht in Zweifel zu ziehen.
2.3 In Würdigung der gesamten Aktenlage erscheint zusammenfassend das
orthopädisch-psychiatrische Gutachten des MGSG vom 8. April 2014 (IV-act. 128),
wonach die Beschwerdeführerin in einer dem Leiden angepassten Tätigkeit zu 100 %
arbeitsfähig ist, als schlüssig, widerspruchsfrei und plausibel (so auch RAD-Arzt. Dr.
M._ in seiner Stellungnahme vom 25. Juli 2014, IV-act. 131). Es erfüllt die eingangs
erwähnten bundesgerichtlichen Anforderungen an den Beweiswert von ärztlichen
Stellungnahmen. Dem Gutachten ist somit volle Beweiskraft zuzuerkennen.
3.
Die betraglichen Grundlagen zur Bestimmung der Vergleichseinkommen sind von der
Beschwerdeführerin nicht bestritten worden. Im Vergleich zu den statistischen
Hilfsarbeiterlöhnen (vgl. hierzu Anhang 2: Lohnentwicklung, IV-Gesetzesausgabe der
Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2015) hat die Beschwerdeführerin in der
Vergangenheit keine überdurchschnittlichen Jahresverdienste erzielt (vgl. Lohnblätter
bei IV-act. 18-23 ff. und Auszug aus dem individuellen Konto, IV-act. 15). Ausgehend
von einer 100 %igen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten erübrigen sich
daher die Vornahme eines konkreten Einkommensvergleichs und insbesondere die
Festsetzung eines Tabellenlohnabzugs. Denn selbst wenn bei der Bestimmung des
Invalideneinkommens gestützt auf den durchschnittlichen Hilfsarbeiterlohn der
höchstzulässige 25 %ige Tabellenlohnabzug berücksichtigt würde, resultierte
offensichtlich kein rentenbegründender Invaliditätsgrad von mindestens 40 %.
4.
4.1 Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung nicht zu beanstanden und die
Beschwerde abzuweisen.
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4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.- bis Fr.
1'000.- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.- erscheint in
der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des
Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.
Der von ihr geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.- ist ihr daran
anzurechnen.
4.3 Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung.