Decision ID: 0d793324-91aa-5a55-aa34-87c67551289f
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
Am 7. Oktober 2018 wurde die Liegenschaft Restaurant B._ in X._ durch einen Brand
beschädigt; hierbei kamen zwei Personen ums Leben. Die Schadenaufnahme durch die
Gebäudeversicherung des Kantons St. Gallen (GVA) erfolgte am 18. Oktober 2018. Das
Untersuchungsamt Y._ ging von Brandstiftung aus; das Strafverfahren ist noch
hängig. Die GVA anerkannte ein versichertes Ereignis unter Vorbehalt des Ergebnisses
des laufenden Strafverfahrens, nahm einen Teilschaden an und meldete dem
Grundbuchamt die auf einer Schätzung beruhende verhältnismässige Herabsetzung
des Versicherungswerts (Zeitwert) von CHF 446'700 auf CHF 66'000. Auf Antrag des
Grundeigentümers A._ ermittelte die GVA in der Folge einen Gebäudeschaden
(Zeitwert) von CHF 394'000 sowie Nebenleistungen für Abbruch und Entsorgung von
CHF 21'122.55 (Zeitwert) und unterbreitete als Vorschlag eine pauschale
Bruttoschadensumme per Saldo aller Ansprüche von CHF 416'000. Nachdem der
Grundeigentümer eine höhere Bruttoschadensumme geltend gemacht hatte,
anerkannte die GVA mit Verfügung vom 19. August 2019 einen Nettoschadensumme
A.a.
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B.
von CHF 414'923 (Gebäudeschaden-Zeitwert von CHF 394'000 + Nebenleistungen
Zeitwert von CHF 21'122.55 abzüglich Pflichtselbstbehalt von CHF 200). Sie wies
darauf hin, dass die bereits bezahlten Rechnungen für Abbrucharbeiten und
Entsorgung von CHF 12'806.30 bei einer möglichen Schadenleistung abgezogen
würden, und die Wiederaufbauentschädigung entfalle, wenn das Gebäude nicht
innerhalb von drei Jahren ab Schadendatum wiederhergestellt werde (act. G 16/5/14).
Gegen diese Verfügung erhob A._, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Daniel Kaiser,
Rüthi, am 20. September 2019 Einsprache und beantragte höhere Leistungen sowie
die Zusprechung einer Entschädigung (act. G 16/5/15). Nach einem Augenschein vor
Ort mit den Beteiligten vom 20. November 2019 (act. G 16/5/18) hiess die GVA die
Einsprache mit Entscheid vom 31. Januar 2020 teilweise gut und erhöhte die
Nettoschadensumme auf CHF 443'800 (Gebäudeschaden Zeitwert pauschal
CHF 422'000 + Nebenleistungen Zeitwert pauschal CHF 22'000 abzüglich
Pflichtselbstbehalt CHF 200). Den Antrag auf Entschädigung der ausseramtlichen
Kosten wies sie ab (act. G 16/5/21). Den gegen diesen Einspracheentscheid erhobenen
Rekurs vom 19. Februar 2020, mit welchem Rechtsanwalt Kaiser für A._ die
Ausrichtung einer höheren Nettoschadensumme und eine Verzinsung derselben ab
7. Oktober 2018, eine Vergütung des Wertes der nicht mehr verwendbaren Überreste
sowie eine Parteientschädigung (für das Einspracheverfahren) beantragte (act. G
16/5/22), wies der Verwaltungsrat der GVA mit Entscheid vom 3. März 2021 ab
(Dispositivziffer 1) und auferlegte dem Rekurrenten eine Entscheidgebühr von
CHF 1'500 (Dispositivziffern 2 und 3; act. G 2.1). Am 10. März 2021 wurde der
Rekursentscheid insofern berichtigt, als in Dispositivziffer 3 zusätzlich das Begehren
um Ersatz der ausseramtlichen Kosten abgewiesen wurde (act. G 2.2).
A.b.
Gegen diesen Entscheid erhob Rechtsanwalt Kaiser für A._ am 24. März 2021
Beschwerde mit den Rechtsbegehren, Dispositivziffer 1 der Beschlüsse vom 3. und
10. März 2021 sei aufzuheben. Die Nettoschadensumme sei auf mindestens
CHF 535'606.30 zuzüglich 1.5% (eventualiter 1.25%) Zins ab 7. Oktober 2018
festzulegen (Gebäudeschaden mindestens CHF 480'000 + Nebenleistungen
mindestens CHF 55'806.30 abzüglich Pflichtselbstbehalt CHF 200). Zudem sei dem
Beschwerdeführer der noch zu bestimmende Wert der nicht mehr verwendbaren
Überreste zu vergüten (Ziffer 1). Dispositivziffer 2 der Beschlüsse vom 3. und 10. März
2021 sei aufzuheben und die Entscheidgebühr sei auf die Staatskasse zu nehmen;
B.a.
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Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 56 des
Gesetzes über die Gebäudeversicherung, sGS 873.1, GVG, in Verbindung mit Art. 59
Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Sodann ist
der Beschwerdeführer zur Beschwerde berechtigt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45
Abs. 1 VRP). Im Weiteren erfüllt die Beschwerdeeingabe vom 24. März 2021 (act. G 1)
in Verbindung mit der Beschwerdeergänzung vom 10. Juni 2021 (act. G 12) zeitlich,
formal und inhaltlich die gesetzlichen Anforderungen (Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1
und 2 VRP). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
eventuell sei darauf zu verzichten (Ziffer 2). Ziffer 3 der Beschlüsse vom 3. und 10. März
2021 sei aufzuheben und dem Beschwerdeführer seien Parteientschädigungen von
CHF 13'440.95 für das Verfahren vor der GVA und von CHF 6'720.50 für das
Rekursverfahren zuzusprechen (Ziffer 3). Unter Kosten- und Entschädigungsfolge
zulasten des Staates. Eventuell sei auf die Erhebung von Kosten zu verzichten (Ziffer 4).
Es sei eine mündliche Verhandlung durchzuführen (act. G 1). In der
Beschwerdeergänzung vom 10. Juni 2021 bestätigte und begründete der
Rechtsvertreter die gestellten Anträge. Gleichzeitig reichte er eine Expertise
(Parteigutachten) der Q._ AG, vom 20. Mai 2021 ein (act. G 12 f.).
In der Vernehmlassung vom 25. Juni 2021 beantragte die Vorinstanz Abweisung der
Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die Erwägungen im Entscheid vom
3. März 2021 und äusserte sich ergänzend zur Beschwerde (act. G 15).
B.b.
Mit Eingabe vom 19. August 2021 bestätigte der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers seinen Standpunkt (act. G 20). Die Vorinstanz gab mit Schreiben
vom 9. September 2021 den Verzicht auf eine weitere Stellungnahme bekannt (act. G
22).
B.c.
Auf die Vorbringen in den Eingaben des vorliegenden Verfahrens wird, soweit für den
Entscheid notwendig, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
B.d.
bis
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2.
Anspruch auf Versicherungsleistungen besteht nach Art. 45 der Verordnung zum
Gesetz über die Gebäudeversicherung (sGS 873.11; VzGVG), wenn ein versichertes
Ereignis vorliegt, ein Gebäudeschaden entstanden ist, der unmittelbar auf das
versicherte Ereignis zurückgeführt werden kann und die Ereigniseinwirkung nicht
bestimmungsgemäss (im Sinn von Art. 48 VzGVG) war. Ein Gebäudeschaden wird dem
versicherten Ereignis zugerechnet, wenn er nicht im Wesentlichen auf andere Ursachen
zurückzuführen ist (Art. 31 Abs. 2 GVG, Art. 47 Abs. 1 VzGVG). Nicht vergütet werden
insbesondere Schäden, die auf fortgesetztes Einwirken zurückgehen oder die nicht auf
eine plötzliche, aussergewöhnlich heftige Einwirkung zurückzuführen sind, wie
Schäden zufolge schlechten Baugrundes, ungenügender Fundamente, fehlerhafter
Konstruktion oder verwahrlosten Zustandes (Art. 47 Abs. 2 VzGVG). Vorliegend ist der
Eintritt eines Versicherungsereignisses (Brand vom 7. Oktober 2018) anerkannt, wobei
die Vorinstanz aufgrund des noch laufenden Strafverfahrens einen Vorbehalt im Sinn
von Art. 33 Abs. 1 und 2 Ziffer 1 GVG anbrachte (act. G 16/5/14). Streitig ist der
Umfang der Versicherungsleistungen.
2.1.
Mündliche Verhandlung / Augenschein
Der Beschwerdeführer beanstandet die Nichtdurchführung einer mündlichen
Verhandlung durch die Vorinstanz. Auch sei er nicht persönlich angehört worden,
obschon er unter anderem die getätigten Investitionen (welche zu einem höheren
Versicherungswert führen würden), die fehlende Zustellung der Versicherungswerte und
die fehlende Aufklärung durch die GVA persönlich hätte vortragen können (act. G 12 S.
21 f.). Er rügt sodann eine Gehörsverletzung deshalb, weil im vorinstanzlichen
Verfahren kein Augenschein durchgeführt worden sei (act. G 12 S. 3 Ziffer 1.2) und
beantragt für das vorliegende Verfahren die Durchführung einer mündlichen
Verhandlung und eines sachverständigen Augenscheins (act. G 12 S. 2 und 4).
Gestützt auf Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen
Eidgenossenschaft (SR 101, BV) und Art. 64 in Verbindung mit Art. 55 Abs. 1 VRP ist
eine mündliche Verhandlung anzuordnen, wenn sie zur Wahrung der Parteirechte
notwendig ist oder zweckmässig erscheint. Nach Art. 6 Ziff. 1 der Europäischen
Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (SR 0.101, EMRK)
besteht ein Anspruch des Betroffenen, seine Argumente dem Gericht mündlich in einer
öffentlichen Sitzung vorzutragen, insbesondere in Streitigkeiten in Bezug auf
zivilrechtliche Ansprüche und Verpflichtungen (vgl. dazu BGer 1C_581/2018 vom
2.2.
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23. Juli 2019 E. 2, BGer 2C_608/2017 vom 24. August 2018 E. 4.2, VerwGE B 2019/41
vom 16. Dezember 2019 E. 3.1, VerwGE B 2019/6 vom 1. Juli 2019 E. 2.1, VerwGE
B 2014/182 vom 27. April 2016/25. Mai 2016 E. 3.1 je mit Hinweisen), soweit der
Verwaltungsakt der hoheitlich handelnden Behörde massgeblich in Rechte und
Pflichten privatrechtlicher Natur eingreift (vgl. VerwGE B 2018/73 vom 26. Februar 2019
E. 2.4, VerwGE B 2018/99 vom 13. Januar 2019 E. 2, je mit Hinweisen). Insoweit die
EMRK zur Anwendung gelangt, gilt die Verpflichtung zur Durchführung einer
öffentlichen und mündlichen Verhandlung nach Art. 6 Ziff. 1 EMRK nicht absolut. Die
Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte und des
Bundesgerichts lässt ein Absehen von einer öffentlichen und mündlichen Verhandlung
zu, wenn die Beurteilung eines umstrittenen Sachverhalts nicht vom persönlichen
Eindruck der Partei, sondern in erster Linie von den Akten abhängt. Auf die
Durchführung einer öffentlichen und mündlichen Verhandlung kann unter Umständen
verzichtet werden, wenn eine Verhandlung nichts zur Klärung der Angelegenheit
beiträgt - namentlich wenn keine Tatfragen, sondern reine Rechts- oder
Zulässigkeitsfragen umstritten sind - und die Angelegenheit adäquat aufgrund der
Akten sowie der schriftlichen Parteivorbringen gelöst werden kann (vgl.
BGer 2C_89/2019 und 2C_90/2019 je vom 22. August 2019 je E. 4.2 mit Hinweisen).
Der Augenschein ist die unmittelbare sinnliche Wahrnehmung von Tatsachen durch die
entscheidende Instanz. Er dient dem besseren Verständnis des Sachverhalts. Ob ein
Augenschein durchzuführen ist, liegt im pflichtgemässen Ermessen der urteilenden
Instanz. Unbestrittene Tatsachen brauchen nicht durch einen Augenschein überprüft zu
werden, sofern eine Nachprüfung nicht durch öffentliche Interessen geboten ist (vgl.
B. Märkli, in: Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.], Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege,
Praxiskommentar, Zürich/St. Gallen 2020, N 50 zu Art. 12-13 VRP).
Die tatsächlichen Verhältnisse ergeben sich im vorliegenden Fall grundsätzlich aus den
Akten und insbesondere auch aus dem vom Beschwerdeführer eingereichten
Gutachten (act. G 13). Es ist sodann nicht ersichtlich, inwiefern die Beantwortung der
hier zu beurteilenden Fragen eines persönlichen Eindrucks bzw. einer persönlichen
Äusserung des Beschwerdeführers bedarf. Vielmehr ist der Sachverhalt umfassend der
schriftlichen Darstellung zugänglich (vgl. dazu BGer 2C_410/2020 vom
10. November 2020 E. 3.5.1 m.H.). Dem Beschwerdeführer wurde in den
vorinstanzlichen Verfahren mehrfach in schriftlicher Form rechtliches Gehör gewährt. Er
nahm sodann neben weiteren Begehungen am Augenschein vom 20. November 2019
(act. G 16/5/18) teil. Ein konkreter Anlass, im vorinstanzlichen Verfahren erneut einen
Augenschein sowie eine mündliche Verhandlung durchzuführen, bestand damit nicht.
Mit Blick auf die nachstehend zu schildernden Gegebenheiten ist sodann nicht
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erkennbar und wird vom Beschwerdeführer auch nicht weiter substantiiert, welche
neuen entscheidrelevanten Erkenntnisse, die sich nicht bereits aus den Akten und der
sehr ausführlichen Beschwerdeergänzung ergeben, durch die für das vorliegende
Verfahren beantragte mündliche Verhandlung sowie eine Parteibefragung und einen
Augenschein gewonnen werden könnten. Auch aus den nachstehenden Erwägungen
wird sich ergeben, dass die Notwendigkeit der Durchführung einer öffentlichen,
mündlichen Verhandlung und eines Augenscheins nicht dargetan ist. Die
entsprechenden Anträge sind dementsprechend abzuweisen.
Rechtliches Gehör2.3.
Art. 29 Abs. 2 BV gewährt den Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Das rechtliche
Gehör dient einerseits der Sachaufklärung; anderseits stellt es ein
persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheids dar, welcher
in die Rechtsstellung des Einzelnen eingreift. Dazu gehört insbesondere das Recht der
Betroffenen, sich vor Erlass eines in ihre Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur
Sache zu äussern und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken
oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den
Entscheid zu beeinflussen (vgl. statt vieler BGE 127 I 54 E. 2b mit Hinweis). Das aus
dem Anspruch auf rechtliches Gehör abgeleitete Akteneinsichtsrecht umfasst den
Anspruch, während eines hängigen Verfahrens diejenigen Unterlagen einzusehen, auf
welche die Behörde ihren Entscheid zu stützen beabsichtigt (vgl. René Wiederkehr,
Öffentliches Verfahrensrecht, Zürich 2016, Rz. 81 mit Hinweisen). Aus dem
Gehörsanspruch leitet das Bundesgericht in ständiger Rechtsprechung sodann die
Pflicht der Behörden ab, ihre Verfügungen und Entscheide zu begründen (vgl. statt
vieler BGE 133 III 439 E. 3.3; BGE 133 I 270 E. 3.1; BGE 129 I 236 E. 3.2; BGE 126 I
102 E. 2b; G. Steinmann, in: Die schweizerische Bundesverfassung, St. Galler
Kommentar, 3. Aufl. 2014, N 49 zu Art. 29 BV). Die Begründung muss so abgefasst
sein, dass der Betroffene den Entscheid gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann
(BGE 133 III 439 E. 3.3; BGE 129 I 232 E. 3.2). Dies ist nur möglich, wenn sowohl der
Betroffene als auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheids ein
Bild machen können; in diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen
genannt werden, von denen sich die Behörde leiten liess und auf welche sich ihr
Entscheid stützt. Allerdings bedeutet dies nicht, dass sich die Behörde ausdrücklich
mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand
auseinandersetzen muss; vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen
Gesichtspunkte beschränken (BGE 133 I 270 E. 3.1). Im Einspracheverfahren sind die
2.3.1.
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Anforderungen an die Begründung insofern herabgesetzt, als dieses Verfahren das
rechtliche Gehör, wenn auch nachträglich, gerade sicherstellt bzw. ersetzt (vgl. H.R.
Arta, in: Rizvi/Schindler/Cavelti a.a.O., N 71 Überblick).
Im angefochtenen Entscheid hielt die Vorinstanz fest, der Beschwerdeführer sei im
Rekursverfahren in der Lage gewesen, den Einspracheentscheid und vorangehend die
Verfügung sachgerecht anzufechten. Inwiefern auch das Akteneinsichtsrecht verletzt
sein solle, sei nicht ersichtlich. Die GVA habe dem Beschwerdeführer mehrmals Akten
zugestellt (vgl. act. G 16/5/4, 6, 11 und 18). Nachdem Fumoir, Holzanbau und
Sitzplatznutzung nicht gebäudeversichert seien, sei nicht massgebend, dass - wohl
telefonisch erteilte - Auskünfte der Gemeinde, etwa dass die Investition ins Fumoir
lediglich eine Glastüre umfasse und weit unter CHF 30'000 betragen habe oder die
Sitzplatznutzung nicht bewilligt worden sei, nicht schriftlich in den Akten aufscheinen
würden. Im Übrigen habe die Rekursinstanz volle Kognition, weshalb eine allfällige
Gehörsverletzung geheilt worden wäre (act. G 2.1 S. 5).
2.3.2.
Der Beschwerdeführer rügt in diesem Verfahren mit Bezug auf die Frage des Vorliegens
eines Total- oder eines Teilschadens eine Verletzung der Begründungspflicht durch die
Vorinstanz bzw. die GVA (act. G 12 S. 3 oben und S. 23 f.). Die Vorinstanz begründete
das Vorliegen eines Teilschadens im Wesentlichen mit dem Hinweis auf die
einschlägigen rechtlichen Grundlagen und den massgebenden Sachverhalt. Sie zeigte
die Überlegungen, von denen sie sich leiten liess, in zureichender Weise auf und setzte
sich mit den wesentlichen Gesichtspunkten auseinander. Zwar äusserte sie sich zum
Antrag des Beschwerdeführers auf Einholung eines Gutachtens nicht explizit. Ein
eigentlicher Begründungsmangel im oben erwähnten Sinn lässt sich jedoch daraus
nicht ableiten, zumal die Sichtweise der Vorinstanz (und die nach ihrer Beurteilung
fehlende Notwendigkeit der Gutachteneinholung) aus ihren Ausführungen erkennbar
war. Wie sich nachstehend (E. 3.2) zeigen wird, durfte die Vorinstanz sodann auf die
Einholung eines externen Gutachtens verzichten, weshalb eine diesbezügliche
Verletzung des Gehörsanspruchs und des Anspruchs auf faires Verfahren entgegen der
Auffassung des Beschwerdeführers (act. G 12 S. 3 Ziffer 1.2 und S. 24 f.) ebenfalls zu
verneinen ist. Aus dem Einspracheentscheid (act. G 16/5/21 S. 6 f.) ging sodann die
Auffassung der GVA, dass ein Teilschaden und kein Totalschaden vorliegt,
unmissverständlich hervor. Im Weiteren ist entgegen der Auffassung des
Beschwerdeführers (act. G 12 S. 24 Ziffer 12.2.4) nicht dargetan, dass ihm die für den
Entscheid wesentlichen Akten der GVA (vgl. act. G 16/5/11 und 16/5/18) nicht bereits
2.3.3.
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im Einspracheverfahren bzw. vor dem Einspracheentscheid zur Verfügung gestanden
hatten bzw. in welche Akten er nicht hatte Einsicht nehmen können. Eine
Gehörsverletzung im Einspracheverfahren ist auch von daher nicht ersichtlich.
Teilschaden oder Totalschaden 2.4.
Während die Vorinstanz unter anderem gestützt auf die Feststellungen des GVA-
Fachspezialisten (act. G 16/5/18 Beilagen) von einem Teilschaden ausgeht und die im
Einspracheentscheid festgelegte Nettoschadensumme von CHF 443'800 bestätigt (act.
G 2.1 S. 6), macht der Beschwerdeführer einen Totalschaden geltend, weil die
vorhandenen Überreste weder für den Wiederaufbau noch für andere Zwecke
verwendet werden könnten. Er verlangt CHF 535'606.30 zuzüglich Zins und den Wert
der nicht mehr verwendbaren Überreste (act. G 12 S. 2 ff.). - Der Gebäudeschaden
wird nach dem Neuwert ermittelt. Unterliegt das Gebäude nicht der
Neuwertversicherung, so bemisst sich der Schaden nach dem Zeitwert.
Wertverminderungen seit der Gebäudeschätzung sind zu berücksichtigen. Als
Grundlage gelten die für die Prämienerhebung massgebenden Werte (Art. 34 GVG). Ein
Totalschaden liegt vor, wenn das Gebäude ganz zerstört ist oder vorhandene Überreste
weder für den Wiederaufbau noch für andere Zwecke verwendet werden können (Art.
49 VzGVG). Liegt ein Teilschaden vor und unterliegt das Gebäude der
Zeitwertversicherung, wird der Betrag abgezogen, der dem anteiligen Minderwert
entspricht (Art. 50 Abs. 3 VzGVG). Bei zeitwertversicherten Gebäuden werden die
notwendigen Abbruch- und Aufräumarbeiten im Verhältnis von Zeitwert zu Neuwert
vergütet (Art. 41 Abs. 1 Ziffer 2 GVG).
2.4.1.
Die Vorinstanz begründete ihren Standpunkt mit Hinweis darauf, dass mehrere
Besichtigungen und Gespräche mit dem Beschwerdeführer und seinem Vertreter
durchgeführt worden seien. Es lägen zureichende Berichte und Beurteilungen von
Fachspezialisten vor. Weitere Berichte und Befragungen würden kein anderes Ergebnis
erwarten lassen, weshalb in antizipierter Beweiswürdigung auf die Einholung weiterer
Berichte verzichtet werden könne. Aus den Bildern (act. G 16/5/18) sei das
Vorhandensein umfangreichen Mauerwerks ersichtlich. Gemäss Schilderungen des
Fachspezialisten seien beim Augenschein (vom 20. November 2019; act. G 16/5/18
Beilage) keine Beschädigungen des Tragwerks des Erdgeschosses festzustellen
gewesen. Die Decke des Erdgeschosses habe sich in ihrem ursprünglichen Zustand
befunden und sei durch den Brand nicht direkt beeinträchtigt worden. Zwar zeige der
2.4.2.
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Putz einzelne Abplatzungen. Tragwände, Gewölbekeller und Fundament seien aber
intakt und die Tragfähigkeit habe aufgrund der Bauweise des Mauerwerks durch die
kurzzeitige Durchnässung (Löscharbeiten) nicht oder kaum gelitten. Beim Augenschein
habe der Fachspezialist die Statik angeschaut und festgestellt, dass das Gebäude von
der Bauweise her eher feucht sei. Dies sei schon vor dem Brand der Fall gewesen.
Vorhandene Beeinträchtigungen seien auf das Alter des Mauerwerks zurückzuführen,
welches dauernden Kontakt zum Erdreich mit seiner wechselnden Feuchtigkeit gehabt
habe. Das Brandereignis habe keinen Einfluss auf die Statik gehabt. Mauerwerk und
Bodenplatten seien für einen Wiederaufbau des ursprünglichen Gebäudes
(Leichtbauweise in Holz) verwendbar (vgl. act. G 16/5/10 f. und G 16/5/18). Die GVA
habe auf die Beurteilung der Fachspezialisten abstellen dürfen und von einem
Teilschaden ausgehen müssen, da die Überreste für einen Wiederaufbau verwendet
werden könnten. Dass der Fachspezialist (in der Beurteilung vom 25. November 2019;
act. G 16/5/18 Beilage) rate, im Rahmen des Wiederaufbaus die Fugen näher zu
untersuchen und allenfalls auszubessern, stehe dem nicht entgegen, sondern sei in
Anbetracht der offenbar vernachlässigten Gebäudepflege eine Empfehlung für den
Wiederaufbau. Eine externe Begutachtung sei nicht erforderlich, da die GVA über das
notwendige Fachwissen verfüge. Eine solche komme nur in Betracht, wenn das
erforderliche Fachwissen nicht innerhalb der Behörde vorhanden sei (act. G 2.1 S. 5 f.).
Der Beschwerdeführer wendet hierzu ein, die Vorinstanz stütze sich für ihre
Auffassung, dass ein Teilschaden vorliege, einzig auf die Beurteilung des GVA-
Fachspezialisten ab. Die Erwägungen der Vorinstanz zu den Feststellungen des
Fachspezialisten stünden in erheblichem Widerspruch zu dem vom Beschwerdeführer
eingeholten Gutachten der Q._ AG. Aus dem Gutachten ergäben sich klare
Anhaltspunkte, dass ein Totalschaden vorliege und allfällige Überreste nicht mehr für
einen Wiederaufbau verwendet werden könnten. Für die gegenteilige Auffassung der
Vorinstanz fehle es an einer Begründung. Gestützt auf das Gutachten der Q._ AG sei
von einer wesentlichen Beeinträchtigung der Tragfähigkeit des Mauerwerks
auszugehen, wobei eine langfristige Durchnässung stattgefunden habe. Allein aus
statischer Sicht und aus Sicherheitsgründen würden sich die Gebäudeteile
mutmasslich nicht mehr nutzen lassen. Das Ausmass der Durchnässung und dessen
Auswirkung auf die Statik müsse durch ein unabhängiges Gutachten abgeklärt werden.
Das Gebäude weise keinen Restwert auf. Die kommunale Feuerwehr habe sich dazu zu
äussern, wie lange und wieviel Löschwasser in das Brandobjekt gepumpt worden sei.
Erst dann könne beurteilt werden, ob die Gebäudebestandteile durch das Löschwasser
2.4.3.
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dauerhaft in Mitleidenschaft gezogen worden seien. Die Vorinstanz habe die Schäden
am Brandobjekt nicht ordnungsgemäss geschätzt, was Art. 46 Abs. 1 GVG und Art. 62
Abs. 1 VzGVG verletze. Der Totalschaden sei dem versicherten Ereignis zuzurechnen,
da er mutmasslich nicht auf andere Ursachen zurückzuführen sei (Art. 47 Abs. 1
VzGVG; act. G 12 S. 2-7).
In dem vom Beschwerdeführer in diesem Verfahren eingereichten Gutachten der
Q._ AG vom 20. Mai 2021 wurde als Befund unter anderem festgehalten, die Sondage
der Bodenplatte des Gebäudes des Beschwerdeführers zeige, dass der Abschluss
gegen das Erdreich lediglich mit einem ca. 6 cm starken unbewehrten Zementüberzug
ausgebildet worden sei. Darunterliegend folge direkt das Erdreich. Eine effektive
Bodenplatte sei somit nicht vorhanden. Der Zementüberzug sei verhältnismässig weich
und habe sich gut spitzen lassen, was sich insbesondere mit einer nicht vorhandenen
Bewehrung und einem sehr geringen Zementgehalt begründen lasse. Es könne daraus
geschlossen werden, dass die Aussenwände nur auf Streifenfundamenten direkt auf
den Untergrund erstellt worden seien. Der Zementüberzug diene als Bodenplatte
lediglich zur Abgrenzung zum Erdreich und habe keine statische Wirkung. Bei der
Sondage der Aussenwand des Hochparterregeschosses sei nach wenigen Zentimetern
bereits eine massive Zunahme der Feuchtigkeit des Fugenmaterials erkennbar
gewesen. Als Ursache stehe primär der direkte Kontakt mit dem Erdreich im
Vordergrund; die Feuchtigkeit könne auch mit einem Löschwassereintrag verstärkt
worden sein. Die Sondage des Eckbereichs der Aussenfassade habe ergeben, dass
sowohl das Natursteinmauerwerk als auch das Ziegelmauerwerk sehr feucht sei und
Verwitterungserscheinungen zeige. Ursachen seien primär wieder die aufsteigende
Feuchtigkeit aus dem Erdreich sowie eine Aufnahme von Löschwasser. Infolge des
äusserlich wahrgenommenen Schadenbildes, der erhöhten Feuchtigkeit im Mauerwerk
sowie der an der Sondage vorgefundenen Hohlstelle sei gegenüber den in den
einschlägigen SIA-Normen ausgewiesenen Tragwiderständen von reduzierten
Festigkeitswerten auszugehen. Unter anderem gestützt auf diese Befunde
beantworteten die Gutachter die vom Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
gestellten Fragen (act. G 13 S. 3-11; vgl. hierzu nachstehende E. 2.4.5).
Wo das Gesetz es nicht anders bestimmt, hat derjenige das Vorhandensein einer
behaupteten Tatsache zu beweisen, der aus ihr Rechte ableitet (Art. 8 des
Schweizerischen Zivilgesetzbuches; SR 210, ZGB). Im Privatversicherungsrecht gilt der
Grundsatz, wonach Personen, die gegenüber einem Versicherer einen
2.4.4.
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Versicherungsanspruch erheben, im Sinn von Art. 8 ZGB bezüglich der Frage der
Leistungspflicht grundsätzlich behauptungs- und beweispflichtig sind. Behauptet der
Versicherer demgegenüber eine die Leistungspflicht ausschliessende oder
herabsetzende Tatsache, ist es an ihm, diese zu beweisen. Diese Beweislastverteilung
gilt auch im öffentlichen Gebäudeversicherungsrecht, namentlich bei der Anwendung
von Art. 31 Abs. 1 Ziff. 3 GVG (VerwGE B 2008/135 vom 21. April 2009 E. 3.2 mit
Hinweis auf GVP 2005 Nr. 41. GVP 2003 Nr. 42; VerwGE B 2010/222 vom 26. Januar
2011 E. 3.2). Im Versicherungsrecht gilt generell das Beweismass der "überwiegenden
Wahrscheinlichkeit" (vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2 mit Hinweis auf BGE 128 III 271 E. 2b/
aa). Entgegen dem Regelbeweismass, das erst erreicht ist, wenn die
rechtsanwendende Behörde am Vorliegen der behaupteten Tatsache keine ernsthaften
Zweifel mehr hat oder allenfalls verbleibende Zweifel als leicht erscheinen, sind die
Anforderungen an das Beweismass herabgesetzt. "Überwiegend wahrscheinlich" ist
ein Geschehensablauf dann, wenn für die Richtigkeit einer Sachbehauptung nach
objektiven Gesichtspunkten derart gewichtige Gründe sprechen, dass andere denkbare
Möglichkeiten vernünftigerweise nicht massgeblich in Betracht fallen (vgl. K. Plüss, in:
A. Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich,
3. Aufl. 2014, N 26-28 zu § 7 VRG-ZH mit Hinweisen). Die Möglichkeit, dass es sich
auch anders verhalten könnte, schliesst die überwiegende Wahrscheinlichkeit zwar
nicht aus, darf aber für die betreffende Tatsache weder eine massgebende Rolle
spielen noch vernünftigerweise in Betracht fallen. Dem Versicherer steht ein - aus Art. 8
ZGB abgeleitetes - Recht auf Gegenbeweis zu. Er hat Anspruch darauf, zum Beweis
von Umständen zugelassen zu werden, die erhebliche Zweifel an der Richtigkeit der
Gegenstand des Hauptbeweises bildenden Sachbehauptungen wachhalten und diesen
dadurch vereiteln sollen. Für das Gelingen des Gegenbeweises ist mithin bloss
erforderlich, dass der Hauptbeweis erschüttert wird und damit die Sachbehauptungen
nicht mehr als überwiegend wahrscheinlich erscheinen (BGE 130 III 321 E. 3.3 f.; zum
Ganzen vgl. VerwGE B 2019/159 vom 19. Dezember 2019 E. 2.2, B 2015/87 vom
26. April 2018 E. 3.5, a.a.O.).
Gemäss Art. 12 VRP ermittelt die Behörde den Sachverhalt und erhebt die Beweise von
Amtes wegen durch Befragen von Beteiligten, Auskunftspersonen und Zeugen, durch
Beizug von Urkunden, Amtsberichten und Sachverständigen, durch Augenschein sowie
auf andere geeignete Weise. Dieser Grundsatz gilt (mit Einschränkungen hinsichtlich
Behauptungs- und Beweisführungslast) auch im Rechtsmittelverfahren (vgl. dazu B.
Märkli, in: Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.], a.a.O., N 5 und 26 zu Art. 12-13 VRP). Nach
dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung hat die Behörde alle Beweismittel -
© Kanton St.Gallen 2022 Seite 13/27
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ungeachtet ihrer Herkunft - objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob diese
eine zuverlässige Beurteilung des rechtserheblichen Sachverhalts erlauben. Aus dem
Anspruch auf rechtliches Gehör ergibt sich sodann kein generelles Recht auf die
Einholung eines externen Gutachtens. Der Beizug externer Fachpersonen kommt nur in
Betracht, wenn das erforderliche Fachwissen nicht innerhalb der entscheidenden
Behörde vorhanden ist. Sind die zu behandelnden Fragen für Personen mit einer
bestimmten fachtechnischen Grundausbildung allgemein verständlich, bedarf es auch
nicht des Beizugs einer spezifisch in einem engen Fachgebiet ausgebildeten und
tätigen Person (VerwGE B 2019/15 vom 11. April 2019 E. 2.1 mit Hinweisen). In der
Praxis wird amtlichen Stellungnahmen von Fachstellen, die vom Gesetzgeber als
sachkundige Beurteilungsinstanzen eingesetzt wurden, ein erhöhter Beweiswert
zugemessen, sofern diese den Charakter eines Gutachtens (amtliche Expertise)
aufweisen (vgl. Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar zum
Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], 2. Aufl. 2016, N 22 zu Art. 19
VwVG mit Hinweisen). Weitere externe Abklärungen sind (lediglich) bei Zweifeln an der
Richtigkeit der Feststellungen in der amtlichen Beurteilung vorzunehmen (VerwGE
2019/159 vom 19. Dezember 2019 E. 4.3, B 2017/184 vom 13. Dezember 2018 E. 4.1).
Vorliegend ist der Schaden massgebend, wie er sich nach dem Brandereignis von
7. Oktober 2018 präsentiert hatte. Das Gutachten der Q._ AG (act. G 13) stützt sich
auf eine Begehung vom 18. Mai 2021. Wie dargelegt (vorstehende E. 2.4.3) ergab die
Begutachtung 2021 aufgrund der Sondage der Aussenwand des
Hochparterregeschosses nach wenigen Zentimetern eine massive Zunahme der
Feuchtigkeit des Fugenmaterials. Als Ursache hierfür stand für die Gutachter der
direkte Kontakt mit dem Erdreich im Vordergrund, wobei sie in Betracht zogen, dass
die Feuchtigkeit auch mit einem Löschwassereintrag verstärkt worden sein könne. Die
Sondage des Eckbereichs der Aussenfassade ergab ein stark feuchtes Naturstein- und
Ziegelmauerwerk sowie Verwitterungserscheinungen. Als Ursachen hierfür nannten die
Gutachter primär wieder die aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Erdreich sowie eine
(mögliche) Aufnahme von Löschwasser (act. G 13 S. 3 f.). Sie vermerkten sodann unter
anderem eine an der Sondage vorgefundene grössere Hohlstelle im
Natursteinmauerwerk - und damit baulich bedingte Gegebenheiten - als Ursache für
die reduzierten Festigkeitswerte des Mauerwerks. Eine statisch relevante Bodenplatte
besitzt das Gebäude gemäss Gutachten nicht; die Natursteinaussenwände wurden auf
Einzelfundamente oder direkt auf das Erdreich abgestellt. Die Gutachter erachteten es
im Weiteren aufgrund einer visuellen Begutachtung als wahrscheinlich, dass die Decke
2.4.5.
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nicht in der Lage sei, einen ausreichenden Tragwiderstand zu gewährleisten (act. G 13
S. 6). Die Bauweise des Gebäudes sei gemäss heutigem Stand der Bautechnik als
schlecht einzustufen. Das Gebäude weise keine eigentliche Bodenplatte auf. Ein
Schutz gegen eindringende Feuchtigkeit sowie allfälliges Grundwasser sei nicht
vorhanden. Die Decke über Parterregeschoss sei in Mischbauweise (Holz/Beton/Stahl)
erstellt und weise kein eindeutiges Trageverhalten auf (act. G 13 S. 7). Aufgrund des
Alters sowie des direkten Kontakts zum Erdreich sei mit einem reduzierten
Tragwiderstand des Mauerwerks zu rechnen (act. G 13 S. 8, zu Frage 6). Das gesamte
Erdgeschoss (Bodenplatte, Wände und Decken) könne grundsätzlich als verwendbarer
Überrest betrachtet werden. Dies sei aber mit sehr starken Einschränkungen bezüglich
Statik und des allgemeinen Wiederaufbaus des Gebäudes verbunden. Aufgrund des
Zustands des Tragsystems und der bei der Sondage gewonnenen Einblicke müsse in
Frage gestellt werden, ob die Verhältnismässigkeit bei der Verwendung der Überreste
für einen Wiederaufbau noch gegeben sei. Die Gewährleistung der Tragsicherheit mit
einem Bau auf die bestehenden Wände und Fundamente sei nicht gegeben. Gegen
eine Verwendung der Überreste als Tragwerk spreche die Tatsache, dass eine
abschliessende Einstufung des Tragwiderstands vom Bestand nicht möglich erscheine.
Die Überreste könnten als "Gebäudehülle" verwendet werden. Die verwendbaren
Überreste mit einem prozentualen Wert zu beziffern, sei nicht möglich (act. G 13 S. 9 f.
zu Fragen 8-11).
Aufgrund der gutachterlichen Ausführungen hat als dargetan zu gelten, dass die
geschilderten Befunde zum wesentlichen Teil durch die Konstruktion des Gebäudes
bzw. die mangelhafte Bauweise sowie dessen Alter bedingt sind. So hielten die
Gutachter fest, die Schäden im Erdgeschoss könnten altersbedingt entstanden sein.
Die permanente Feuchtigkeit im Natursteinmauerwerk sei mit einem beschleunigten
Alterungs- und Faulprozess verbunden. Im Weiteren könnten Schäden aus der
Brandeinwirkung "nicht abschliessend ausgeschlossen" werden. Ebenfalls sei ein
erhöhter Feuchtigkeitseintrag aus dem Löschwassereinsatz gegeben. Jedoch habe
nebst einem allfällig erhöhten Feuchtigkeitseintrag im Mauerwerk durch Löscharbeiten
kein Schaden eindeutig dem Einsatz von Löschwasser zugeschrieben werden können.
Bei Bauteilen in Holzbauweise führe das Löschwasser zu einer Änderung des
Feuchtigkeitsgehalts (act. G 13 S. 7 f.). Die geschilderten gutachterlichen Befunde
stehen im Ergebnis in Einklang mit den Feststellungen des GVA-internen Fachexperten
vom 25. November 2019, wonach eine allfällige eingeschränkte Tragfähigkeit des
Mauerwerks auf das Alter des letzteren zurückzuführen sei, sei dieses doch immer
einem wechselnden Feuchtigkeitsgehalt im Kontaktbereich zum Erdreich ausgesetzt
© Kanton St.Gallen 2022 Seite 15/27
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gewesen (act. G 16/5/18 Beilage). Die vom Beschwerdeführer als
"Mutmassungen" (act. G 20 S. 2) bezeichneten Feststellungen der Vorinstanz wurden
insofern durch das Ergebnis der eigenen Begutachtung von 2021 bestätigt. Eine
Verpflichtung der Vorinstanz, ein externes Gutachten einzuholen (act. G 12 S. 3 Ziffer
1.2), bestand bei diesen Gegebenheiten nicht, zumal ein fachinterner Bericht wie
erwähnt (vorstehende E. 2.4.4 zweiter Absatz) für sich allein beweistauglich ist, solange
keine konkreten Indizien gegen ihn sprechen. Zum anderen ist zu beachten, dass die
Liegenschaft nach dem Brand bis zum Zeitpunkt der Begutachtung während rund
zweieinhalb Jahren ungeschützt der Witterung ausgesetzt war (vgl. act. G 13 S. 8 zu
Frage 7 und S. 1 zu Frage 13). Es wäre am Beschwerdeführer gewesen, im Rahmen
der Schadenminderungspflicht (Art. 20 Abs. 1 GVG) entsprechende
Schutzmassnahmen zu treffen; hieran vermag das Vorbringen des Beschwerdeführers
nichts zu ändern, dass ihm aufgrund des laufenden Strafverfahrens der Zutritt zum
Grundstück für lange Zeit nicht möglich gewesen sei (act. G 20 S. 2). Inwiefern der
Feuchtigkeitseintrag sich tatsächlich (unter anderem) durch den Löschwassereinsatz
ergab, lässt sich unter diesen Umständen nicht mehr zuverlässig eruieren. Selbst wenn
- wie die Gutachter bestätigen - eine teilweise Brand- und/oder
Löschwasserverursachung "nicht abschliessend ausgeschlossen" werden könnte (act.
G 13 S. 7) bzw. der Brandfall Schäden wie Abplatzungen oder Rissbildungen mit sich
gebracht haben könnte (act. G 13 S. 11 zu Frage 12) und damit eine Teilursächlichkeit
als möglich zu erachten wäre, liesse sich hiermit eine überwiegend wahrscheinliche
Verursachung der Schäden/Mängel an den nach dem Brand stehengebliebenen
Gebäudeteilen und eine allfällig fehlende bzw. eingeschränkte Verwendbarkeit
derselben für den Wiederaufbau durch den Brand vom 7. Oktober 2018 und die
anschliessende Löschwassereinwirkung nicht belegen. Die blosse Möglichkeit einer
Ursächlichkeit reicht für den Nachweis einer überwiegenden Wahrscheinlichkeit
derselben nicht aus. Hinsichtlich der Abplatzungen bestätigten die Gutachter explizit,
dass nicht abschliessend beurteilt werden könne, ob diese dem Brandfall zuzuordnen
seien oder bereits vor dem Brand vorhanden gewesen seien (act. G 13 S. 11 zu Frage
12). Die im Gutachten 2021 vermerkte Notwendigkeit statischer Verbesserungen zur
Aufnahme neuer Lasten (act. G 13 S. 9 Antwort zu Frage 9) steht mit dem Brandfall
vom Oktober 2018 in keinem ersichtlichen Kausalzusammenhang, zumal die Gutachter
bestätigten, dass sie beim Gebäude "keine statisch wirksame Bodenplatte"
vorgefunden hätten und "die Vertikallasten direkt ... ins Erdreich eingeleitet" würden
(act. G 13 S. 10 oben zu Frage 10). Eine überwiegend wahrscheinliche
Ursachenzuordnung zum Brand vom Oktober 2018 fällt unter diesen Umständen
ausser Betracht. Die Einholung eines zusätzlichen Gutachtens zur Abklärung des
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3. Ermittlung Gebäudeschaden
Ausmasses der Durchnässung und dessen Auswirkungen auf die Statik bzw. die
Anforderung eines Berichts der kommunalen Feuerwehr zur Frage, wieviel
Löschwasser in das Brandobjekt gepumpt worden sei (act. G 12 S. 7 Ziffern 1.8 f.),
vermöchte hier keine weiteren beweiswesentlichen Erkenntnisse zu liefern und können
daher unterbleiben. Es ist mithin von baulichen und/oder altersbedingten
Gegebenheiten als wesentlicher Ursache der fehlenden Verwendbarkeit der baulichen
Überreste und - wenn überhaupt - höchstens als Nebenursache von den
Auswirkungen/Folgen eines Elementarereignisses (Brand vom 7. Oktober 2018)
auszugehen. Letzteres allein ist mit Blick auf die klaren Regelungen von Art. 31 Abs. 2
GVG und Art. 47 Abs. 1 und 2 VzGVG (vgl. vorstehende E. 2.1) nicht geeignet, einen
von der GVA zu übernehmenden Totalschaden überwiegend wahrscheinlich zu
belegen. Somit ist mit der Vorinstanz (act. G 2.1 S. 6 E. 5c) vom Vorliegen eines von
der GVA zu übernehmenden Teilschadens auszugehen.
Bei der Ermittlung des Gebäudeschadens ist von den für die Prämienerhebung
massgebenden Werten auszugehen (Art. 34 GVG). Die Vorinstanz bestätigte im
angefochtenen Entscheid, dass für die letzte Schätzungsverfügung vom 2. September
2010 (Schätzung vom 26. August 2010) kein Zustellnachweis erbracht worden sei. Es
sei jedoch von der Zustellung der entsprechenden Verfügung auszugehen. So habe der
Beschwerdeführer die Prämienrechnungen, aus denen die Versicherungswerte auch
ersichtlich seien, jeweils bezahlt. Es sei unerfindlich, wie die Verfügungszustellung
bestritten werden könne. Es sei von rechtskräftigen Versicherungswerten auszugehen
(act. G 2.1 S. 7). Der Beschwerdeführer bringt hierzu im Wesentlichen vor, in den Akten
befänden sich keine Zustellnachweise betreffend die Verfügung vom 2. September
2010 und die Prämienrechnungen. Die Versicherungswerte vom 26. August 2010 und
die Prämienrechnungen seien offenbar nicht in Rechtskraft erwachsen. Er könne sich
nicht an entsprechende Zahlungen erinnern. Offenbar seien sämtliche Unterlagen dem
Brand zum Opfer gefallen. Womöglich seien die erwähnten Zahlungen durch eine
andere Person, beispielsweise seine Schwester, welche sich um die administrativen
Belange kümmere, ausgeführt worden (act. G 2.1 S. 8 Ziffer 2.1 f.). - In diesem
Zusammenhang ist mit Blick auf die bei den Akten liegenden, auf den Namen des
Beschwerdeführers lautenden Zahlungsbestätigungen betreffend die Jahre 2017 bis
2019 (act. G 16/14 Beilagen) ohne Weiteres davon auszugehen, dass die
Prämienrechnungen vom Beschwerdeführer oder von der von ihm mit administrativen
Arbeiten beauftragten Person bezahlt wurden und ihm damit auch die den Zahlungen
3.1.
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zugrundeliegenden Prämienrechnungen, welche unter anderem jeweils die
Versicherungswerte enthalten, zugestellt worden waren. Das Bestreiten der
Rechnungszustellung erscheint schon insofern unglaubwürdig, als im normalen
Geschäftsverkehr niemand über mehrere Jahre Blanko-Zahlungen ohne Vorliegen einer
Rechnung tätigt. Der Beschwerdeführer anerkennt explizit, dass in der ihm zugestellten
Kopie der Prämienrechnung für das Jahr 2018 (act. G 16/5/4) der versicherte
Gebäudewert aufgeführt wird (act. G 2.1 S. 9 Ziffer 2.3). Angesichts der geschilderten
Gegebenheiten ist davon auszugehen, dass dem Beschwerdeführer dieser Wert
zumindest aufgrund des jährlichen Rechnungszugangs bekannt war. Wäre er damit
nicht einverstanden gewesen, hätte er dies gegenüber der GVA kundtun und die
entsprechenden Berechnungsgrundlagen - insbesondere auch die
Schätzungsverfügung vom 2. September 2010 (act. G 16/5/4 Beilage) - anfordern
sowie die Prämienrechnungen anfechten können/müssen. Zudem hätte er jederzeit
eine Neuschätzung verlangen können (Art. 6 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die
Durchführung der Grundbuchschätzung, sGS 814.1; GGS). All dies tat er in den 8
Jahren nach der Schätzung unbestrittenermassen nicht. Seine vorbehaltlosen
jährlichen Prämienzahlungen zeigen vielmehr, dass er mit dem angeführten
versicherten Gebäudewert einverstanden war und die Prämienrechnungen somit
jeweils in Rechtskraft erwuchsen. Der Einwand des Beschwerdeführers, eine
Anfechtung sei "wegen einer offenbar fehlenden ordnungsgemässen Zustellung" nicht
möglich gewesen (act. G 12 S. 9 Ziffer 2.4), erweist sich vor dem geschilderten
Hintergrund als unbegründet, weshalb auch eine nachträgliche Geltendmachung einer
"mutmasslich unvollständig und fehlerhaft durchgeführten Schätzung" bzw. eines
falschen Mietwertes (act. G 12 S. 9 Ziffer 2.4) ausser Betracht fällt. Vor diesem
Hintergrund ging die Vorinstanz zu Recht von der Rechtskraft der Versicherungswerte
aus.
Auf die von den Verfahrensparteien diskutierten Schätzungsgrundlagen im Jahr 2010
(Mietwerte und Indexanpassungen; act. G 2.1 S. 7 E. 6b/aa; act. G 12 S. 10 f. Ziffer 2.5
f.) ist unter den dargelegten Umständen nicht weiter einzugehen. Immerhin ist
festzuhalten, dass dem Versicherungsnachweis 2018 ein Baukostenindex 2018 von
120.2 zugrunde liegt (act. G 16/5/4 Beilage) und demgemäss eine Indexanpassung (Art.
16 Abs. 1 GVG, Art. 27 Abs. 2 VzGVG) erfolgt war. Wenn der Beschwerdeführer geltend
macht, dass vor dem Brandfall Renovations- und Ausbauarbeiten vorgenommen
worden seien, weshalb die GVA eine neue Schätzung hätte vornehmen müssen (act. G
12 S. 10 f. Ziffer 2.5), ist festzuhalten, dass nach Art. 20 Abs. 1 VzGVG bauliche
Wertvermehrungen an bestehenden Gebäuden von wenigstens CHF 30'000 zum Wert
3.2.
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versichert werden, der dem Baufortschritt entspricht. Bauliche Wertvermehrungen, die
nicht unter die Versicherungspflicht fallen, werden nach Art. 20 Abs. 2 VzGVG auf
Verlangen versichert. Wie erwähnt hätte der Beschwerdeführer jederzeit eine
Neuschätzung verlangen können (Art. 6 Abs. 1 lit. b GGS). Eine zusätzliche Pflicht zum
Hinweis auf die Neuschätzungsmöglichkeit bestand für die GVA entgegen der
Auffassung des Beschwerdeführers (act. G 12 S. 12 Ziffer 2.7.1) angesichts der klaren
gesetzlichen Regelung nicht. Für bauliche Änderungen, welche die Schätzung des
Objekts beeinflussen, besteht sodann eine Meldepflicht des Grundeigentümers
gegenüber dem Grundbuchamt (Art. 7 Abs. 1 lit. b GGS), welches seinerseits die
Änderungen der GVA für eine allfällige Neuschätzung meldet (Art. 21 Abs. 1 VzGVG).
Die Vorinstanz hielt in diesem Zusammenhang fest, der Beschwerdeführer habe keine
Beweise (Belege) für die behaupteten Investitionen geliefert. Fotos zeigten ein innen
und aussen wenig gepflegtes Gebäude, was auch die (nur ausnahmsweise erfolgende)
Zeitwertversicherung erkläre. Es erscheine daher wenig wahrscheinlich, dass
erhebliche Investitionen getätigt worden seien. Das Fumoir mit Entlüftung bilde
mangels Meldung nicht Bestandteil des Versicherungswertes; die Entlüftung diene als
Fahrhabe Betriebszwecken, weshalb sie ohnehin nicht GVA-versichert wäre. Dasselbe
gelte für den Holzanbau mit Terrasse, der weder gemeldet worden sei noch versichert
wäre, da es sich um eine bauliche Anlage ausserhalb des Gebäudes handle, die nicht
mit Fundament im Boden verankert sei. Inwiefern eine (ebenfalls nicht gemeldete)
Sitzplatznutzung von der Gebäudeversicherung gedeckt sein könnte, sei nicht
ersichtlich. Es erscheine missbräuchlich, der GVA Umbauarbeiten mit Wertsteigerung
nicht bekanntzugeben, und dadurch Prämienerhöhungen zu vermeiden, nach Eintritt
des Risikos aber geltend zu machen, der Gebäudewert sei längst höher als im
Versicherungsausweis verfügt (act. G 2.1 S. 8).
Vorweg ist anzumerken, dass der Einwand des Beschwerdeführers, wonach sich die
Marktverhältnisse seit 2010 signifikant verändert hätten und die Grundstückspreise
stark angestiegen seien (act. G 12 S. 11 Ziffer 2.6), zutrifft. Nur geht es vorliegend nicht
um das Grundstück, sondern um ein zeitwertversichertes, bereits vor dem Brand von
2018 renovationsbedürftiges und mit strukturellen Baumängeln behaftetes Gebäude
(vgl. die vorstehende E. 2.4.5 und Parteigutachten des Beschwerdeführers, act. G 13).
Mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass für die GVA kein Anlass bestand, vor Ablauf
von zehn Jahren seit der letzten Schätzung (Art. 6 Abs. 1 lit. a GGS) eine Neuschätzung
zu veranlassen, nachdem der Beschwerdeführer keine solche verlangt hatte. Sein
Hinweis, dass er als juristischer Laie nicht gewusst habe, dass eine Neuschätzung
erforderlich sei (act. G 12 S. 13 Ziffer 2.8.1), kann ihm hier nicht weiterhelfen. Den Wert
der Liegenschaft verändernde Umbau- und Renovationsarbeiten lassen sich sodann
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entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers auch nicht allein mit dem Umstand
belegen, dass die Wohnungen in der Liegenschaft in der Zeit vor dem Brand gut hatten
vermietet werden können bzw. einen im Zeitverlauf steigenden Mietertrag abwarfen
(vgl. act. G 12 S. 12 f. Ziffern 2.7.3 und 2.8.5). Der weitere Umstand, dass gemäss
Angaben des Beschwerdeführers in den Steuererklärungen der Jahre 2013 bis 2018 als
Unterhalts- und Verwaltungskosten jeweils lediglich die Pauschale von 20% der
Mieterträge - und nicht die effektiven Kosten - abgezogen wurde, ist jedenfalls nicht
geeignet, grössere (werterhaltende oder wertvermehrende) Renovationsarbeiten bzw.
höhere effektive Kosten zu belegen.
Was das Fumoir mit Entlüftung und die Sitzplatznutzung betrifft, vermag der
Beschwerdeführer keinerlei Anhaltspunkte - etwa Kopien der Belege von damals
beauftragten Baufirmen - zu liefern, die bauliche Wertvermehrungen am bestehenden
Gebäude von wenigstens CHF 30'000 (Art. 20 Abs. 1 VzGVG) auch nur annähernd
plausibel zu machen vermöchten. Sein Vorbringen, dass die Unterlagen betreffend
Erstellung des Fumoirs offenbar verbrannt seien (act. G 12 S. 15 Ziffer 2.91.), bewirkt
keine Unmöglichkeit, entsprechende Unterlagen bei den damals mit der Erstellung
Beauftragten einzuholen. Ein Beweis von Wertvermehrungen hat damit als nicht
erbracht zu gelten. Es war entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers nicht
Sache der GVA bzw. der Vorinstanz, Umstände zu belegen und Unterlagen einzuholen,
die gegebenenfalls die von ihm behauptete Schadenerhöhung zu belegen vermöchten;
die in diesem Zusammenhang gestellten Beweisanträge (act. G 12 S. 13 Ziffern 2.8.2
und 2.9.1) sind daher abzulehnen. Es fehlt damit auch - entgegen der Auffassung des
Beschwerdeführers (act. G 12 S. 12 Ziffer 2.7.2 am Schluss) - an Anhaltspunkten für
eine wesentliche Veränderung der wertbestimmenden Eigenschaften der Liegenschaft
durch Ausbau- und Renovationsarbeiten, welche gegebenenfalls eine Neubeurteilung
der Schätzung von Amtes wegen notwendig gemacht hätten (vgl. Art. 6 Abs. 1 lit. c
GGS). Dies ungeachtet der lediglich telefonisch-mündlichen (und damit für sich allein
nicht beweistauglichen) Auskunft des Bauamtes X._, wonach es sich bei der
Erstellung des Fumoirs lediglich um eine Glastüre mit einem Wert weit unter dem
Betrag von CHF 30'000 gehandelt habe (vgl. act. G 16/5/21 S. 6 Ziffer 7).
Beim Holzanbau mit Terrasse handelte es sich schliesslich - als bauliche Anlage
ausserhalb des Gebäudes, die nicht zur Grundausstattung des letzteren gehört und
welche betrieblichen/kommerziellen Zwecken dient - nach den Feststellungen der
Vorinstanz um kein GVA-versichertes Gebäudeteil (vgl. Art. 11 Abs. 2 Ziffer 2 VzGVG;
Abgrenzung zwischen Gebäude- und Fahrhabeversicherung, Ausgabe 2016 S. 3,
www.gvsg.ch). Unterlagen betreffend Erstellung des Holzanbaus, die der
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Beschwerdeführer nötigenfalls auch bei den damals mit der Erstellung Beauftragten
hätte einholen können, wurden von ihm nicht eingereicht. Es ist auch hier nicht Sache
der GVA/Vorinstanz, Belege einzuholen und vorzulegen, die gegebenenfalls die vom
Beschwerdeführer mit Hinweis auf die Erstellung des Holzanbaus geltend gemachte
Schadenerhöhung zu belegen vermöchten; die in diesem Zusammenhang gestellten
Beweisanträge (act. G 12 S. 13 Ziffer 2.9.2) sind abzulehnen. Ein Begehren um
Versicherung von baulichen Massnahmen, die nicht unter die Versicherungspflicht
fallen (Art. 20 Abs. 2 VzGVG), hatte der Beschwerdeführer zudem seinerzeit
unbestritten nicht gestellt.
3.3.
Ausgehend vom Versicherungsnachweis für das Jahr 2018 (act. G 16/5/4 Beilage:
Gebäudevolumen von 2'158 m , Neuwert von CHF 1'117'200, Neuwert pro m =
CHF 517.70) bestätigte die Vorinstanz für den Unterstand mit Bar im Erdgeschoss
(Volumen von 126 m ) den von der GVA veranschlagten Restwert von 80% bzw. von
CHF 52'184 (126 m x CHF 517.70 x 0.8), für das Erdgeschoss mit Kellerräumen
(Volumen von 439 m ) den Restwert von 35% bzw. gerundet CHF 79'500 (439 m x
CHF 517.70 x 0.35) und für das Obergeschoss den Restwert von Null. Daraus
errechnete sie eine Gebäudeschadensumme (Neuwert) von CHF 985'516
(CHF 1'117'200 abzüglich [CHF 52'184 + CHF 79'500]). Sie hielt fest, der Umfang des
Restwerts von insgesamt CHF 131'684 sei von den Fachspezialisten nach mehreren
Besichtigungen und Prüfungen festgelegt worden. Auf den Beizug eines externen
Gutachters habe die GVA aufgrund des vorhandenen Fachwissens verzichten können
(act. G 2.1 S. 7 mit Hinweis auf VerwGE B 2019/15 vom 11. April 2019 E. 2.1 m.H.).
Zum Einwand des Beschwerdeführers, dass (von der Versicherungsleistung
abzuziehende) Restwerte zu verneinen seien, was ein einzuholendes Gutachten
belegen werde (act. G 12 S. 17 oben), ist festzuhalten, dass wie dargelegt (vorstehende
E. 2.4.5) die Vorinstanz zu Recht keinen Totalschaden, sondern lediglich einen
Teilschaden bestätigte. Dementsprechend waren auch die anzurechnenden Restwerte
festzulegen. Die vorliegend der Schadenberechnung zugrundeliegenden Werte beruhen
zu einem erheblichen Teil auf Schätzungen von GVA-Fachspezialisten. Die
Schätzungen basieren mithin auf Tatsachenfeststellungen von fachkundigen Personen.
Jeder Schätzung wohnt eine gewisse Pauschalisierung und "Ungenauigkeit" inne; eine
mathematisch exakte Bewertung ist nicht möglich. Schätzungen stützen sich auf eine
Mehrzahl von Parametern, welche ihrerseits auf Annahmen und Schätzungen beruhen.
3.3.1.
3 3
3
3
3 3
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Sie führen zu Zahlenwerten, welche den Schaden annäherungsweise abbilden. Das
Verwaltungsgericht übt daher gegenüber Schätzungen dieselbe Zurückhaltung wie
gegenüber verwaltungsbehördlichen Ermessensentscheiden aus, und es schreitet nur
ein, wenn eine Schätzung im Ergebnis offensichtlich unrichtig erscheint bzw. wenn der
Rekursinstanz offenkundige Fehler oder Irrtümer unterlaufen sind bzw. sie bei der
Schätzung wesentliche Gesichtspunkte übergangen oder falsch gewürdigt hat (vgl.
VerwGE B 2015/190 vom 28. März 2017 E. 2.2). Vorliegend fehlt es an konkreten
Anhaltspunkten für Fehlannahmen bei der Schätzung der Restwerte bzw. für
offenkundige Ermessensverletzungen. Es besteht diesbezüglich somit kein Anlass für
eine Beanstandung des angefochtenen Entscheids.
Die vorinstanzlich bestätigte Schadenermittlung berücksichtigt sodann (den zu
entschädigenden Schaden erhöhende) Anpassarbeiten mit 7% der
Gebäudeschadensumme Neuwert, was einem Betrag von CHF 68'986 entspricht (vgl.
Berechnung Gebäudeschadensumme vom 7. Oktober 2018; act. G 16/5/18 Beilage).
Wenn der Beschwerdeführer die Anpassarbeiten als zu tief bemessen erachtet bzw. die
Bemessung als nicht nachvollziehbar bezeichnet und eine Begutachtung der
Bemessung verlangt (act. G 12 S. 17 f.), ist auch hier festzuhalten, dass es sich um
einen Schätzwert und damit um einen Ermessenswert handelt. Die Anpassarbeiten
beziehen sich dabei auf die Instandstellung der Überreste (vgl. act. G 16/5/21 S. 6
unten) und entgegen der offenbaren Auffassung des Beschwerdeführers (act. G 12 S.
18 oben) nicht auf die Instandstellung des ursprünglichen Zustands. Ein Gutachten
vermöchte möglicherweise einen anderen, nicht jedoch einen "genaueren", die
Wirklichkeit besser abbildenden Wert zu liefern. Eine Begutachtung ist deshalb
abzulehnen.
3.3.2.
Nach Art. 41 Abs. 1 Ziffer 2 GVG vergütet die GVA als Nebenleistungen notwendige
Abbruch- und Aufräumarbeiten, wobei bei zeitwertversicherten Gebäuden diese Kosten
im Verhältnis von Zeitwert zu Neuwert vergütet werden. An dieser gesetzlichen
Regelung vermag die Feststellung des Beschwerdeführers, wonach die erwähnte
Gesetzesbestimmung dem Gerechtigkeitsgedanken in stossender Weise zuwiderlaufe
und willkürlich sei (act. G 12 S. 18-20 Ziffer 7), nichts zu ändern. Es besteht kein
zureichender Anlass, dem klaren (seit 1. Januar 2016 in Kraft stehenden) Entscheid des
Gesetzgebers, die Höhe der Entschädigung von Nebenleistungen vom
Versicherungsumfang (Neuwert oder Zeitwert) und damit von Investitionen des
Grundeigentümers in der Vergangenheit abhängig zu machen (vgl. auch Botschaft der
3.3.3.
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Regierung vom 20. Januar 2015, ABl 2015, 371 ff., 386 und 393), die Anwendung zu
versagen. Die Schadenermittlung enthält vorliegend Nebenleistungen von
CHF 54'806.30 (Neuwert), welche mit einem Zeitwert (Abzug von 60% Minderwert) von
CHF 22'000 berücksichtigt wurden (vgl. act. G 16/5/18). Massgebend war in diesem
Zusammenhang die Offerte für den Teilabbruch (CHF 40'000) und - entgegen der
Auffassung des Beschwerdeführers (act. G 12 S. 18 Ziffer 6) - nicht diejenige für den
Totalabbruch, da wie dargelegt ein Teilschaden (mit einem Restwert von CHF 131'684)
und kein Totalschaden vorliegt. In der Verfügung über die Schadenanerkennung vom
19. August 2019 war der Beschwerdeführer sodann darauf aufmerksam gemacht
worden, dass die als Vorleistungen (Sofortmassnahmen) durch die GVA beglichenen
Rechnungen (R._ AG, S._ AG) im Betrag von insgesamt CHF 12'806.30 von einer
möglichen Schadenleistung in Abzug gebracht würden (act. G 16/5/14). Im
angefochtenen Entscheid wies die Vorinstanz zu Recht darauf hin, dass die teilweise
Gutheissung der Einsprache im Entscheid vom 31. Januar 2020 am Hinweis betreffend
Abzug bereits erbrachter Leistungen in der Schlusszahlungsverfügung nichts ändert
(act. G 2.1 S. 9). Die Nebenleistungen (Neuwert) von CHF 54'806.30 setzen sich somit
aus dem Teilabbruch (CHF 40'000), den bereits erbrachten Leistungen (CHF 12'806.30)
und den Kosten für Abbruch und Entsorgung des Vordachs (CHF 2'000) zusammen.
Eine Berücksichtigung der - zum zeitwertversicherten Gebäudeschaden
akzessorischen - Nebenleistungen zum Zeitwert (und nicht zum Neuwert) von
aufgerundet CHF 22'000 (Minderwert 60%) basiert auf der erwähnten Regelung von
Art. 41 Abs. 1 Ziffer 2 Satz 2 GVG und lässt sich dementsprechend nicht beanstanden.
Der Beschwerdeführer rügt im Weiteren, dass Art. 35 Abs. 1 GVG von der Vorinstanz
zu Unrecht nicht geprüft worden sei. Ein Gutachten müsse klar aufzeigen, welche
Beschädigungen an sämtlichen Stellen bestehen würden (act. G 12 S. 20 Ziffer 8).
Nach Art. 35 Abs. 1 GVG wird bei Gebäudeschäden, deren
Wiederherstellungskosten in einem offensichtlichen Missverhältnis zur Beschädigung
stehen, anstelle des Schadens nach Versicherungswert ein angemessener bleibender
Minderwert ermittelt, wenn die beschädigten Gebäudeteile weiterhin gebrauchstauglich
sind (vgl. auch Art. 52 VzGVG). Die Minderwertversicherung bezieht sich in der Regel
lediglich auf einzelne Bauteile (vgl. ABl 2015, 386). Vorliegend sind nicht lediglich
einzelne Bauteile vom Schaden betroffen. Auch fehlt es augenscheinlich an einem
offensichtlichen Missverhältnis zwischen Beschädigung und Wiederherstellungskosten,
da ein grosser Schaden entsprechend hohen Wiederherstellungskosten
gegenübersteht. Zur Klärung der Frage der Anwendbarkeit der erwähnten Bestimmung
3.3.4. bis
bis
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im konkreten Fall bedarf es keines Gutachtens. Die Bestimmung ist vorliegend klar
nicht anwendbar.
In Härtefällen kann gemäss Art. 37 Abs. 1 GVG bei Nichtwiederaufbau die
Versicherungsleistung bei einer wesentlichen Differenz zwischen geschätztem
Verkehrswert und wirklichem Verkehrswert im Zeitpunkt des Schadenereignisses oder
bei einer erheblichen Differenz zwischen dem geschätzten Verkehrswert und dem
Zeitwert angemessen erhöht werden. Im Fall von Art. 37 Abs. 1 GVG handelt es sich
um den versicherungsrechtlichen (nicht steuerrechtlichen) Verkehrswert (vgl. Art. 34
Abs. 3 GVG), welcher vorliegend im Bereich von CHF 150'000 liegt (vgl. act. G
16/5/10). Zur Rüge des Beschwerdeführers, wonach die GVA einen Härtefall nicht
geprüft und damit eine Rechtsverweigerung begangen habe, führte die Vorinstanz aus,
eine Erklärung des Beschwerdeführers betreffend Nichtwiederaufbau liege nicht vor
und es seien auch keine Gründe ersichtlich, die einen Wiederaufbau verhindern
würden, weshalb ein Härtefall von der GVA zu Recht nicht geprüft worden sei (act. G
2.1 S. 10 E. 6e). Zum Einwand des Beschwerdeführers in diesem Zusammenhang, ein
Wiederaufbau auf den Überresten sei aus öffentlich-rechtlichen Gründen (Sicherheit,
Statik) unzulässig, weshalb eine abschliessende Äusserung des Beschwerdeführers
(betreffend Nichtwiederaufbau) nicht notwendig sei (act. G 12 S. 20 Ziffer 9), ist
festzuhalten, dass die baulich-konstruktiven Mängel des Gebäudes wie dargelegt
(vorstehende E. 2.4.5) nicht durch das versicherte Ereignis bedingt sind. Damit könnte
auch eine allfällige (öffentlich-rechtliche) Unmöglichkeit eines Wiederaufbaus nicht auf
das Brandereignis zurückgeführt werden. Nachdem eine Erklärung des
Beschwerdeführers betreffend Nichtwiederaufbau nicht gegeben war und dies nach
wie vor nicht der Fall ist, konnte und musste die Vorinstanz bzw. die GVA das Vorliegen
eines Härtefalls auch nicht prüfen. Der Rechtsverweigerungsvorwurf erweist sich von
daher als unberechtigt.
Im Weiteren fiel eine Verzinsung der Nebenleistungen aufgrund von Art. 49 Abs. 2 Satz
2 GVG ausser Betracht. Die Verzinsung der Versicherungsleistungen als solche und
eine Anfechtungsmöglichkeit derselben stellte die Vorinstanz für die definitive
Ausrichtung von Versicherungsleistungen in Aussicht (act. G 2.1 E. 7.b). Sie bildet
dementsprechend nicht Thema des vorliegenden Verfahrens.
3.3.5. bis
bis
© Kanton St.Gallen 2022 Seite 24/27
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3.4.
Der Beschwerdeführer rügt, dass für das Verwaltungs- und Einspracheverfahren keine
ausseramtlichen Kosten entschädigt wurden (act. G 12 S. 22 f. Ziffer 12.1). Gemäss
Art. 98 Abs. 3 lit. b VRP werden in erstinstanzlichen und in Einspracheverfahren in der
Regel keine ausseramtlichen Kosten zugesprochen. Es wird davon ausgegangen, dass
es den Beteiligten möglich und zumutbar ist, in erstinstanzlichen Verwaltungsverfahren
ihre Rechte selbst zu wahren (R. Hirt, Die Regelung der Kosten nach st. gallischem
Verwaltungsrechtspflegegesetz, St. Gallen 2004, S. 155). Das Bundesgericht erachtet
es nicht als willkürlich, wenn das einschlägige kantonale Recht keine Entschädigung für
das erstinstanzliche Verwaltungsverfahren vorsieht (BGer 1C_544/2016 vom 20. März
2017 E. 3.4). Die Zusprechung einer ausseramtlichen Entschädigung wird allerdings
dann als gerechtfertigt erachtet, wenn das Verfahren willkürlich eröffnet wurde bzw. der
Entscheid willkürlich erging oder der Beizug eines Rechtsvertreters zur Wahrung der
Rechte des Betroffenen unbedingt erforderlich war (Hirt, a.a.O., S. 156). Dies ist in
sachgemässer Analogie zur Praxis der Notwendigkeit einer Vertretung im
Rekursverfahren (Art. 98 Abs. 2 VRP) bzw. der Gewährung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung (vgl. Art. 29 Abs. 3 BV, Art. 99 Abs. 2 VRP in Verbindung mit Art.
118 Abs. 1 lit. c der Schweizerischen Zivilprozessordnung; SR 272, ZPO) zu
beantworten. Abzustellen ist insbesondere auf die Schwierigkeit der sich im Verfahren
stellenden Fragen, die Rechtskenntnisse der Beteiligten, die Bedeutung der Streitsache
für die Betroffenen und auf eine allfällige Rechtsvertretung der Gegenpartei, wobei im
erstinstanzlichen Verfahren tendenziell höhere Anforderungen als bei der Vertretung im
Rekursverfahren zu stellen sind (vgl. VerwGE B 2015/313 vom 29. Juni 2017 E. 2.1,
B 2015/304 vom 20. Dezember 2016 E. 5).
Mit Entscheid vom 31. Januar 2020 (act. G 16/5/21) hiess die GVA die Einsprache des
Beschwerdeführers, mit welcher er die Zusprechung einer Nettoschadensumme von
total CHF 535'606.30 beantragt hatte (act. G 16/5/15), teilweise gut und erhöhte die
Nettoschadensumme von CHF 414'923 auf CHF 443'800. Dies entspricht einem
Obsiegen im Einspracheverfahren zu rund einem Viertel (beantragte Erhöhung von rund
CHF 120'000, zugesprochene Erhöhung rund CHF 30'000) bzw. einem Unterliegen zu
drei Vierteln. Nachdem der Beschwerdeführer mit seinen Anträgen im
Einspracheverfahren nicht mehrheitlich durchgedrungen ist, hat er bereits aus diesem
Grund keinen Anspruch auf ausseramtliche Entschädigung (Art. 98 VRP, A. Linder,
in: Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.], a.a.O., N 16 zu Art. 98 VRP). Eine Verletzung der
3.4.1.
bis
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Rechtsgleichheit kann in der diesbezüglichen Praxis des Verwaltungsgerichts, den
Anteil des Unterliegens von demjenigen des Obsiegens in Abzug zu bringen (vgl.
VerwGE B 2019/273 vom 9. August 2020 E. 4.2), nicht erblickt werden. Die Frage, ob
die konkreten Verhältnisse eine Ausnahme von der Regel des Art. 98 Abs. 3 lit. b VRP
rechtfertigen würden, braucht daher nicht geprüft zu werden.
Der Beschwerdeführer hält sodann fest, dass der Kanton ihm im Fall der Bestätigung
des Rekursentscheids durch das Verwaltungsgericht dennoch eine volle
Parteientschädigung für das Rekursverfahren schulde. Die Vorinstanz habe sich mit
seinen Vorbringen im Rekursverfahren (act. G 16/12 S. 18 f.) in Verletzung des
rechtlichen Gehörs nicht auseinandergesetzt. Er habe sich mit Rekurs gegen die
Gehörsverletzungen zur Wehr setzen müssen. Aus diesem Grund müsse ihm zwingend
eine Parteientschädigung für das Rekursverfahren zugesprochen werden. Die
Gehörsverletzungen stellten Verletzungen wesentlicher Verfahrensvorschriften nach
Art. 95 Abs. 2 VRP dar, weshalb dem Staat die amtlichen Kosten des Rekursverfahrens
aufzuerlegen seien (act. G 12 S. 25 f.).
Die GVA-Verfügung vom 19. August 2019 beinhaltet im Wesentlichen die
grundsätzliche Anerkennung des Schadens, wobei sie sich auf die vom
Beschwerdeführer zuvor im Schreiben vom 2. August 2019 (act. G 16/5/12)
angeführten Gegebenheiten bezieht (act. G 16/5/14). Im Einspracheentscheid vom
31. Januar 2020 verneinte die GVA eine Gehörsverletzung mit dem Hinweis, dass die
Argumente des Beschwerdeführers von Anfang an sorgfältig geprüft und berücksichtigt
worden seien und ihm mit gemeinsamer Begehung vom 20. November 2019 das Gehör
erneut gewährt worden sei (act. G 16/5/21 S. 5). Im angefochtenen Rekursentscheid
wurden die darin gezogenen Schlussfolgerungen im Wesentlichen mit dem Hinweis auf
die einschlägigen rechtlichen Grundlagen und den massgebenden Sachverhalt
begründet. Die Vorinstanz zeigte die Überlegungen, von denen sie sich leiten liess, in
zureichender und nachvollziehbarer Weise auf und setzte sich mit den wesentlichen
materiellen Gesichtspunkten auseinander (vgl. zu den Begründungsanforderungen
vorstehende E. 2.3.1). Auf die vom Beschwerdeführer im Rekurs erneut gerügte
Gehörsverletzung (act. G 16/12 S. 18 f.) ging die Vorinstanz im angefochtenen
Entscheid (act. G 2.1) jedoch nicht ein. Eine Verpflichtung, sich mit jeder
tatbeständlichen Behauptung oder jedem rechtlichen Einwand zu befassen, bestand
zwar praxisgemäss nicht. Indes hätte die Vorinstanz sich zu den einlässlich gerügten
Gehörsverletzungen, welche sie lediglich - ohne dazu Stellung zu nehmen - in einem
3.4.2.
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4.