Decision ID: 4d71414d-c574-4def-9dc4-207f2deb0215
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ K. A.-M., geboren am 3. Januar 1985, ist Staatsangehörige von Bosnien und
Herzegowina. Ihre Mutter, S. F., heiratete am 11. Juli 1991 den Schweizer Bürger W. F.,
worauf K. A. im Rahmen des Familiennachzugs zu ihrer Mutter in die Schweiz einreiste.
Vorerst wurde ihr eine Aufenthalts-, in der Folge eine Niederlassungsbewilligung erteilt.
Am 15. Januar 1997 kehrte K. A. zusammen mit ihrer Mutter in die Heimat zurück. Am
1. Juni 1998 reiste sie zusammen mit ihrer Mutter erneut in die Schweiz ein und erhielt
erneut eine Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei der Mutter.
Am 10. November 2002 gebar K. A. einen Sohn, L. A. M., dessen Vater unbekannt i Mit
Verfügung der Vormundschaftsbehörde G. vom 9. Januar 2009 ist K. A. die elterliche
Obhut über L. entzogen worden. Das Kind, das über eine Aufenthaltsbewilligung
verfügt, lebt seit September 2008 bei der Grossmutter S. F. an der P-strasse 00 in T..
Am 28. Oktober 2009 hat die Vormundschaftsbehörde T. von der
Vormundschaftsbehörde G. die für L. M. bestehenden Kindesschutzmassnahmen
(Beistandschaft, Aufhebung der elterlichen Obhut) zur Weiterführung übernommen.
Am 15. Juni 2005 wurde K. A. vom Ausländeramt (heute: Migrationsamt) verwarnt. Mit
Bussenverfügung des Untersuchungsamtes Gossau vom 22. November 2004 war sie
wegen eines geringfügigen Vermögensdelikts mit Fr. 210.—- gebüsst worden. Mit
Strafbescheid vom 5. April 2005 hatte sie das Untersuchungsamt Gossau mehrfacher
Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz (SR 812.121, abgekürzt BetmG), der
Gehilfenschaft zu Vergehen gegen das BetmG sowie der mehrfachen Übertretung des
BetmG schuldig erklärt und zu einer bedingten Gefängnisstrafe von 10 Wochen und zu
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einer Busse von Fr. 250.—- verurteilt. Zudem war K. A. nie einer Erwerbstätigkeit
nachgegangen und hatte vom Sozialamt G. bis Ende März 2005 mit Fr. 53'522.75
unterstützt werden müssen. Weiter war sie beim Betreibungsamt mehrfach verzeichnet.
Am 2. Dezember 2005 wurde K. A. von der Staatsanwaltschaft wegen Widerhandlung
gegen das Transportgesetz (SR 742.40) mit Fr. 60.—- gebüsst und am 8. Dezember
2005 hat sie das Untersuchungsamt Gossau wegen unberechtigten Verwendens eines
Fahrrads zu einer bedingten Haftstrafe von 3 Tagen und zu einer Busse von Fr. 250.—-
verurteilt. Zudem wurde sie im Rahmen eines weiteren Strafverfahrens des Diebstahls,
des Ankaufs und Konsums von Heroin und des Hausfriedensbruchs verdächtigt. Weil
die Sozialhilfeleistungen zudem auf Fr. 99'815.35 angewachsen waren, lehnte es das
Ausländeramt am 5. September 2006 ab, die Aufenthaltsbewilligung von K. A. und
ihrem Sohn L. M. zu verlängern. Gegen diese Verfügung wurde Rekurs an das Justiz-
und Polizeidepartement (heute: Sicherheits- und Justizdepartement) erhoben.
Kurz nachdem die Verfügung des Ausländeramtes ergangen war, am 10. November
2006, wurde K. A. insbesondere des Diebstahls und des Versuchs dazu, des
Hausfriedensbruchs, der mehrfachen Übertretung des BetmG, der Widerhandlung
gegen das Feuerschutzgesetz, des mehrfachen Fahrens trotz Entzugs des
Lernfahrausweises und der Entwendung zum Gebrauch schuldig gesprochen und zu
einer bedingen Gefängnisstrafe von drei Monaten verurteilt. Gleichzeitig wurden die am
5. April 2005 bedingt ausgesprochene Gefängnisstrafe von 10 Wochen und die am
8. Dezember 2005 bedingt ausgesprochene Haftstrafe von 3 Tagen für vollziehbar
erklärt. Am 23. Januar 2007 bewilligte das Justiz- und Polizeidepartement den Vollzug
in Form von gemeinnütziger Arbeit.
Am 19. August 2007 gebar K. A. die Tochter B., die Schweizer Staatsangehörige i Am
7. November 2007 heiratete sie den Vater des Kindes, den im Jahr 1984 geborenen
Schweizer Staatsangehörigen P. A., der in der Folge ein Gesuch um Familiennachzug
seiner Ehefrau und ihres Sohnes L. M. stellte. Am 24. Januar 2008 gab das
Ausländeramt dem Gesuch statt und verlängerte die Aufenthaltsbewilligungen von K.
A. und L. M., worauf das Rekursverfahren betreffend Nichtverlängerung der
Aufenthaltsbewilligungen abgeschrieben wurde.
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Im September 2008 verliess K. A. mit ihrem Sohn L. M. die eheliche Wohnung in R. und
zog zu ihrer Mutter nach T.. Die Tochter B. blieb bei P. A. und dessen Mutter, die in der
Folge nach G. zogen. K. A., damals unbekannten Aufenthalts, wurde auf Antrag des
Beistands von L. M. am 9. Januar 2009 die elterliche Obhut über ihren Sohn entzogen,
das Kind wurde bis auf weiteres bei der Grossmutter in T. plaziert, und es wurde
entschieden, dass die Beistandschaft im bisherigen Rahmen weitergeführt werde. Dem
Entscheid kann entnommen werden, dass die Stadtpolizei T. am 30. November 2008
aufgrund einer Mitteilung von S. F. in einen Familienstreit hatte eingreifen müssen. K. A.
war nach einem stationären Drogenentzug rückfällig geworden und hatte die Pflege
ihres Sohnes vernachlässigt, weil sie sich die meiste Zeit auf der Gasse aufgehalten
hatte. Aus diesem Grund hatte S. F. ihre Tochter aufgefordert, den gemeinsamen
Haushalt zu verlassen, was in einem Streit geendet hatte (act. 412-415).
Am 26. Februar 2009 wurde K. A. wegen Widerhandlung gegen das Transportgesetz
mit Fr. 60.—- gebüsst. Mit Strafbescheid des Untersuchungsamtes T. vom 20. April
2009 wurde sie wegen Diebstahls und wegen Übertretungen des Transportgesetzes
und des BetmG schuldig gesprochen und zu einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu je
Fr. 30.—- und zu einer Busse von Fr. 200.—- verurteilt. Gleichzeitig wurde die mit
Strafbescheid des Untersuchungsamtes Gossau vom 10. November 2006 ausgefällte
bedingte Gefängnisstrafe von drei Monaten vollziehbar erklärt. Am 25. Mai und am 29.
Mai 2009 ergingen insgesamt sechs Bussenverfügungen im Zusammenhang mit
Widerhandlungen gegen das Transportgesetz. Am 27. Mai 2009 wurde K. A. vom
Untersuchungsamt T. wegen Vergehens gegen das BetmG schuldig erklärt und zu
einer Geldstrafe von 14 Tagessätzen zu je Fr. 30.—- verurteilt. Am 7. Juli und am 7.
August 2009 wurde sie wegen geringfügiger Vermögensdelikte (Ladendiebstähle) mit
Fr. 100.—- bzw. Fr. 150.—- gebüs Am 27. Juli 2009 trat K. A. im Regionalgefängnis X.
den Vollzug der dreimonatigen Gefängnisstrafe an. Am 7. August 2009 wurde der
Strafvollzug um 65 Tage Ersatzfreiheitsstrafe für nicht bezahlte Geldstrafen und Bussen
erweitert.
B./ Am 21. September 2009 widerrief das Ausländeramt die Aufenthaltsbewilligung von
K. A., die letztmals bis zum 6. November 2009 verlängert worden war, und verweigerte
die Unterbreitung des Falls an das Bundesamt für Migration (BFM). K. A. wurde
aufgefordert, die Schweiz bis 30. November 2009 zu verlassen.
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Gegen diese Verfügung erhob K. A., vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. P. R., T., am
6. Oktober 2009 Rekurs beim Sicherheits- und Justizdepartement. Sie beantragte, die
angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Aufenthaltsbewilligung sei zu
verlängern.
Im Rahmen des Rekursverfahrens forderte das Sicherheits- und Justizdepartement
in T. und in R. bezüglich K. A. je einen Auszug aus dem Betreibungsregister an. In T.
bestanden Forderungen im Betrag von Fr. 8'514.11, in R. Forderungen im Betrag von
Fr. 5'849.45. Sodann holte die Rekursinstanz je einen Amtsbericht beim Beistand von
L. M. und bei demjenigen von B. A. ein und verlangte Auskunft beim Sozialamt T.. Per
Juni 2010 betrug der Schuldensaldo von K. A. beim Sozialamt T. Fr. 45'475.95,
derjenige von L. M. Fr. 15'469.30.
Mit Verfügung des Amtes für Justizvollzug vom 26. Oktober 2009 wurde K. A. per 10.
November 2009 bedingt aus dem Strafvollzug entlassen. Es wurde eine Probezeit von
einem Jahr angesetzt und eine Bewährungshilfe angeordnet.
Am 15. Dezember 2009 wurde das Sicherheits- und Justizdepartement davon in
Kenntnis gesetzt, dass K. A. am 2. Dezember 2009 beim Ladendiebstahl in der Migros
angehalten worden war. Am 18. Dezember 2009 wurde sie deswegen zu einer Busse
von Fr. 250.—- verurteilt. Am 6. August und 30. August 2010 wurde sie wegen
Widerhandlungen gegen das Personenbeförderungsgesetz (SR 745.1) gebüst.
Am 6. September 2010 verwarnte das Amt für Justizvollzug K. A.. Sie wurde darauf
hingewiesen, die Bewährungshilfe habe mitgeteilt, sie habe sich anfänglich vorbildlich
an die Abmachungen gehalten. Seit Anfang des Jahres 2010 sei dies jedoch nicht mehr
der Fall. In der Folge beantragte das Amt für Justizvollzug dem Untersuchungsamt T.,
K. A. unter Widerruf der bedingten Entlassung gemäss Verfügung vom 26. Oktober
2009 in den Strafvollzug zurückzuversetzen bzw. den Strafvollzug für den nicht
verbüssten Strafrest von 53 Tagen anzuordnen. Diesem Antrag wurde am 18.
November 2010 entsprochen.
Zwischenzeitlich war K. A. beim Verkauf von Valium-Tabletten angehalten und verzeigt
worden. Am 23. Februar 2011 forderte das Amt für Justizvollzug K. A. auf, am 7. März
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2011 im Regionalgefängnis X. 53 Tage Freiheitsstrafe anzutreten. Dem Schreiben kann
entnommen werden, dass sie auf ein Schreiben vom 20. Januar 2011 nicht reagiert und
den Eintrittstermin in die Klinik K. nicht wahrgenommen hatte.
Am 2. März 2011 wies das Sicherheits- und Justizdepartement den Rekurs von K. A.
ab und lud das Migrationsamt ein, ihr eine neue Ausreisefrist zu setzen.
C./ Am 14. März 2011 wurde das Sicherheits- und Justizdepartement davon in
Kenntnis gesetzt, dass K. A. am 19. Februar 2011 einen geringfügigen (Laden)Diebstahl
begangen hatte. In der Folge, am 18. März 2011, wurde der Strafantritt von K. A.
vorläufig sistiert. Sie hatte die Strafe nicht angetreten. Am 15. März 2011 wurde in der
Klinik K. mit einer Entzugsbehandlung begonnen. Dem Schreiben des Amtes für
Justizvollzug vom 18. März 2011 kann entnommen werden, die Entzugsbehandlung
daure rund sechs Wochen. Anschliessend sei allenfalls ein Aufenthalt auf einer
Entwöhnungsstation geplant, als Vorstufe für eine Langzeittherapie. Es werde sich
zeigen, ob K. A. dafür geeignet sei.
D./ Am 17. März 2011 erhob K. A., vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. C. D., T.,
gegen den Entscheid des Sicherheits- und Justizdepartements vom 2. März 2011
Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Sie beantragte, der angefochtene Entscheid sei
aufzuheben und die Aufenthaltsbewilligung sei zu verlängern. Sodann stellte sie das
Gesuch, es sei ihr die unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung zu
gewähren.
Am 21. März 2011 wurde dem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und
Rechtsverbeiständung entsprochen und Rechtsanwältin lic. iur. C. D., T., wurde als
unentgeltliche Rechtsbeiständin bestimmt.
Am 15. April 2011 wurde das Verwaltungsgericht davon in Kenntnis gesetzt, dass K. A.
am 17. März 2011 vom Untersuchungsamt T. des geringfügigen Diebstahls schuldig
gesprochen und mit einer Busse von Fr. 100.—- bestraft worden sei.
Am 4. Mai 2011 beantragte das Sicherheits- und Justizdepartement, die Beschwerde
sei abzuweisen, und hielt fest, K. A. sei nicht ernsthaft willens, die
Suchtmittelabhängigkeit zu überwinden, weshalb ihr bezüglich Wohlverhaltens keine
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gute Prognose gestellt werden könne. Am 1. Juni 2011 hielt K. A. an ihrem
Rechtsbegehren fest und machte von der Möglichkeit Gebrauch, sich zu neuen
tatsächlichen und rechtlichen Argumenten zu äussern.
Am 7. Juni 2011 wurde das Verwaltungsgericht von einem korrigierten Vollzugsauftrag
für Strafen des Amtes für Justizvollzug in Kenntnis gesetzt, wonach K. A. vom 18. April
bis 1. Juli 2011 im Regionalgefängnis X. ihre Strafe verbüsst.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. (...).
2. Die Aufenthaltsbewilligung ist befristet (Art. 33 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die
Ausländerinnen und Ausländer (SR 142.20, abgekürzt AuG und Art. 58 Abs. 1 der
Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit, SR 142.201, abgekürzt
VZAE). Die Gültigkeit der Aufenthaltsbewilligung der Beschwerdeführerin ist während
der Dauer des Rekursverfahrens abgelaufen. Gegenstand des Rekurs- und des
Beschwerdeverfahrens ist somit die Nichtverlängerung ihrer Aufenthaltsbewilligung. Mit
der Begründung, die Beschwerdeführerin hätte nach der Rückkehr in die Schweiz im
Jahr 1998 Anspruch auf Erteilung der Niederlassungsbewilligung gehabt und sie halte
sich seit langem hier auf, hat die Vorinstanz aber die Vorschriften über den Widerruf der
Nieder-lassungsbewilligung angewendet.
3. Strittig ist, ob sich die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung der
Beschwerdeführerin als recht- und verhältnismässig erweist.
3.1.
3.1.1. Art. 8 Ziff. 1 der Europäischen Menschenrechts-konvention (SR 0.101, abgekürzt
EMRK) und Art. 13 Abs. 1 der Schweizerischen Bundesverfassung (SR 101, abgekürzt
BV) garan-tieren den Schutz des Familienlebens nur, soweit die familiäre Beziehung
tatsächlich gelebt und intakt ist, bzw. diese Garantien können verletzt sein, wenn einem
Ausländer, dessen Familienangehörige hier weilen, die Anwesenheit untersagt und das
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Familienleben damit vereitelt wird (BGE 131 II 350 E. 5, 130 II 281 E. 3.1, vgl. auch M.
Spescha, in: Spescha/Thür/Zünd/Bolzli, Migrationsrecht, Zürich 2009, N 12 in Nr. 18).
Dies trifft zu, wenn die verwandte Person das Schweizer Bürgerrecht oder eine
Niederlassungsbewilligung besitzt.
Der Anspruch auf Achtung des Familienlebens ist nicht absolut. Er verpflichtet die
Behörden nicht in jedem Fall, eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen (BGE 126 II 342 E.
3a). Nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK ist ein Eingriff in das in Ziff. 1 geschützte Rechtsgut
zulässig, wenn er gesetzlich vorgesehen und in einer demokratischen Gesellschaft
notwendig ist für die nationale oder öffentliche Sicherheit, für das wirtschaftliche Wohl
des Landes, zur Aufrechterhaltung der Ordnung, zur Verhütung von Straftaten, zum
Schutz der Gesundheit oder der Moral oder zum Schutz der Rechte und Freiheiten
anderer. Die EMRK verlangt somit ein Ab-wägen der sich gegenüberstehenden
privaten Interessen an der Erteilung der Bewilligung und den öffentlichen Interessen an
deren Verweigerung, wobei die öffentlichen Interessen in dem Sinn überwiegen
müssen, dass sich der Eingriff als notwendig erweist (BGE 122 II 6 mit Hinweis). Bei der
Interessenabwägung sind die ge-samten persönlichen Verhältnisse des Ausländers zu
würdigen, namentlich die Dauer des Aufenthalts, die Integration in der Schweiz, die
verbleibende Beziehung zum Heimatstaat und straf- und fremdenpolizeilich verpöntes
Verhalten (Haefliger/Schürmann, Die Europäische Menschenrechtskonvention und die
Schweiz, 2. Aufl., Bern 1999, S. 263; vgl. auch VerwGE vom 30. November 2006 i.S.
U.K. mit Hinweisen in: www.gerichte.sg.ch).
3.1.2. Ausländische Ehegatten und ledige Kinder von Schweizerinnen und Schweizern
haben nach Art. 42 Abs. 1 AuG Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit diesen zusammenwohnen.
Die Beschwerdeführerin ist seit dem 7. November 2007 mit dem Schweizer
Staatsangehörigen P. A. verheiratet. Unbestritten ist aber, dass sie schon lange
getrennt von ihrem Ehemann lebt, weshalb sie aus der nur formell bestehenden Ehe
keinen Anspruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung ableiten kann.
3.1.3. Was ihre Kinder anbetrifft, stellt sich die Beschwerdeführerin aber auf den
Standpunkt, der angefochtene Entscheid verletze Art. 8 Ziff. 1 EMRK und Art. 13 Abs. 1
http://www.gerichte.sg.ch/
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BV, auch wenn ihr die elterliche Obhut entzogen worden sei. Bezüglich L. M. beruft sie
sich auf die Ausführungen im Amtsbericht der Amtsvormundschaft T. vom 12. Juli
2010, bezüglich B. A. auf diejenigen der Amtsvormundschaft U. vom 27. September
2010.
3.1.2.1. Im Verhältnis zwischen Eltern und leiblichen Kindern ist ein eigentliches
Zusammenleben nicht unentbehrlich für das Bestehen eines Familienlebens im Sinn
von Art. 8 EMRK. Eine intakte und gelebte familiäre Beziehung wird schon dann
angenommen, wenn ein regelmässiger Kontakt besteht. Der nicht sorgeberechtigte
Ausländer kann die familiäre Beziehung zu seinem Kind indessen nur in beschränktem
Rahmen leben, nämlich durch Ausübung des ihm eingeräumten Besuchsrechts. Dies
begründet keine Notwendigkeit, dass er dauernd im gleichen Land wie das Kind lebt
und dort über eine Anwesenheitsberechtigung verfügt. Ein Besuchsrecht gegenüber
einem Kind mit Schweizer Bürgerrecht verschafft dem ausländischen Elternteil daher
im allgemeinen noch keinen Anspruch auf dauernde Anwesenheit; den Anforderungen
von Art. 8 EMRK ist Genüge getan, wenn das Besuchsrecht im Rahmen von
Kurzaufenthalten vom Ausland her ausgeübt werden kann, wobei allerdings dessen
Modalitäten entsprechend aus- bzw. umzugestalten sind. In ausländerrechtlicher
Hinsicht hat das Bundesgericht daraus die Konsequenz gezogen, dass die
Aufenthaltsbewilligung nur dann erteilt oder erneuert werden muss, wenn einerseits
zwischen dem Ausländer und dessen in der Schweiz ansässigem Kind in
wirtschaftlicher und affektiver Beziehung eine besonders enge Beziehung besteht, die
sich wegen der Distanz zwischen der Schweiz und dem Land, in das der Ausländer bei
Verweigerung der Bewilligung auszureisen hätte, praktisch nicht aufrechterhalten
liesse, und wenn andererseits das Verhalten des Ausländers weitgehend tadellos ist
(VerwGE vom 30. November 2006 i.S. U.K. mit Hinweis auf Urteil 2A.119/2004 vom 5.
März 2004, Urteil 2A.563/2002 vom 23. Mai 2003, BGE 120 Ib 4 ff. und 24 ff., in:
www.gerichte.sg.ch).
Ausländische Staatsangehörige müssen sich somit unter gewissen Umständen damit
abfinden, dass sie das Recht zum Besuch ihrer Kinder mit Schweizer Bürgerrecht nur
unter erheblichen Einschränkungen ausüben können. Das Verwaltungsgericht hat es
als zulässig qualifiziert, dass ein Vater aus Nigeria bzw. Mütter aus Brasilien den
Kontakt mit ihren in der Schweiz lebenden Kindern mittels Besuchen, schriftlicher und
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telefonischer Kontakte oder anlässlich von Ferienaufenthalten ausüben (VerwGE B
2003/221 vom 16. März 2004 i.S. R.M.S., VerwGE B 2004/42 vom 18. Mai 2004 i.S.
A.D. und VerwGE B 2005/85 vom 13. September 2005 i.S. L.O., in www.gerichte.sg.ch,
alle vom Bundesgericht bestätigt mit Urteilen 2A.231/2004, 2A.371/2004 und 2A.
626/2005).
3.1.3.2. Die heute gut 26 Jahre alte Beschwerdeführerin ist Mutter eines rund elf Jahre
alten Sohnes, der seit seiner Geburt in der Schweiz lebt und über eine
Aufenthaltsbewilligung verfügt. Sodann hat sie eine rund fünf Jahre alte Tochter, die
Schweizer Bürgerin ist. Unbestritten ist, dass beide Kinder nicht bei der
Beschwerdeführerin aufwachsen. L. lebt in der Obhut seiner Grossmutter
mütterlicherseits in T., B. in der Obhut ihres Vaters in G.. Nicht in Frage gestellt wird,
dass die Beschwerdeführerin die eheliche Wohnung in R. im September 2008
zusammen mit L. verlassen hat und zu ihrer Mutter nach T. gezogen ist. B. liess sie bei
ihrem Ehemann und dessen Mutter zurück. Unbestritten ist weiter, dass die
Beschwerdeführerin in der Folge nach einem stationären Drogenentzug rückfällig
wurde, die meiste Zeit auf der Gasse lebte und die Pflege und Erziehung ihres Sohnes
vernachlässigte, was dazu führte, dass sie von S. F. aufgefordert wurde, die
gemeinsame Wohnung in T. zu verlassen. Seither beschränken sich die persönlichen
Beziehungen der suchtmittelabhängigen Beschwerdeführerin zu ihren Kindern auf
Besuche, die, soweit ersichtlich, in Anwesenheit und unter Aufsicht von S. F. in deren
Wohnung stattfinden. Gemäss Bericht des Beistands von L. vom 12. Juli 2010 besucht
die Beschwerdeführerin die Kinder gemäss Besuchsplan in der Wohnung ihrer Mutter.
Er hält fest, L. freue sich, wenn er seine Mutter sehe. Allerdings wird auch ausgeführt,
S. F. verzichte darauf, ihrem Enkel im Voraus vom Besuch der Beschwerdeführerin zu
erzählen, um ihn nicht zu enttäuschen, wenn sie einmal nicht kommen sollte. Dem
Bericht ist schliesslich zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin im Umgang mit L.
versuche, eine gute Mutter zu sein, welche die Rahmenbedingungen für regelmässige
Kontakte zu ihrem Sohn einhalten möchte. Auch laut Bericht des Beistands von B. vom
27. September 2010 bemüht sich die Beschwerdeführerin während der Besuche ihrer
Rolle als Mutter bestmöglich gerecht zu werden. Er hält fest, nach einer
mehrmonatigen Zeit der Trennung zwischen Mutter und Kind sei es der
Beschwerdeführerin gelungen, eine Beziehung zu B. aufzubauen, wobei
Unzulänglichkeiten in der Ausübung des Besuchsrechts oft arg störende Faktoren
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seien. Vor allem bei Drogenabusus der Beschwerdeführerin sei ihr Verhalten und
Agieren oft zuwider einer um ihr Kind besorgten Mutter. Ihr Gemütszustand gebe dann
klar Anlass zur Sorge im Umgang mit B.. Die Beschwerdeführerin akzeptiere aber die
angemessenen Interventionen ihrer Mutter zum Schutz von B..
3.1.3.3. Aus den beiden Berichten geht zwar hervor, dass die Beschwerdeführerin L.
und B. im Beisein bzw. unter Aufsicht von S. F. besucht, von einer besonders engen
affektiven Beziehung zwischen der Mutter und ihren Kindern, die auch im Interesse der
Kinder aufrechterhalten werden sollte, ist aber nicht die Rede. Vielmehr ist davon
auszugehen, dass die Beschwerdeführerin, die keinem Beruf nachgeht und für ihre
Kinder keine Unterhaltsleistungen erbringt, ihre Besuche nicht immer in "nüchternem"
der Situation angepasstem Zustand abstattet und dass das unstete Leben, das sie
zufolge ihrer Suchterkrankung seit Jahren führt, zur Folge hatte, dass L. und B. nicht zu
ihr, sondern zu anderen Personen, d.h. zur Grossmutter bzw. zum Vater, die für ihre
Entwicklung wichtige enge familiäre Bindung aufgebaut haben. Zwischen der
Beschwerdeführerin und ihren Kindern besteht kein intaktes, intensives Familienleben
im Sinn von Art. 8 Ziff. 1 EMRK, weshalb sie keinen Anspruch darauf hat, aus diesem
Grund weiterhin dauernd in der Schweiz anwesend zu sein. Es ist ihr zumutbar, den
Kontakt mit L. und B. von Bosnien-Herzegowina aus zu pflegen, zumal die Einreise in
die Schweiz zu Besuchszwecken heute ohne Visum möglich ist.
3.2. Die Niederlassungsbewilligung kann gestützt auf Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG
widerrufen werden, wenn die Ausländerin in schwerwiegender Weise gegen die
öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz verstossen hat oder diese gefährdet.
Ein Widerrufsgrund kann somit vorliegen, wenn eine Person wiederholt, erheblich und
unbeeindruckt von strafrechtlichen Massnahmen gegen die öffentliche Sicherheit und
Ordnung unseres Landes verstossen hat und damit zeigt, dass sie auch künftig weder
gewillt noch fähig ist, sich an die Rechtsordnung zu halten. In solchen Fällen besteht
auch bei Personen mit Niederlassungsbewilligung ein grosses öffentliches Interesse an
der Entfernung und Fernhaltung (Botschaft zum AuG, in: BBl 2002 III 3810).
Entscheidend ist die Prognose bezüglich des künftigen Wohlverhaltens. Hiebei fallen
Art, Motivlage und Zeitpunkt des Fehlverhaltens wesentlich in Betracht (M. Spescha, in:
Spescha/Thür/Zünd/Bolzli, a.a.O., N 10 zu Art. 63 AuG). Nach Art. 80 VZAE liegt ein
Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit unter anderem bei einer Missachtung von
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gesetzlichen Vorschriften und behördlichen Verfügungen vor. Auch das Nichtbezahlen
von Schulden stellt einen Verstoss gegen die öffentliche Ordnung dar, jedenfalls dann,
wenn diese einen be-deutenden Umfang erreichen (BGE 122 II 391).
Die Beschwerdeführerin stellt sich auf den Standpunkt, die Tatsache, dass sie
wiederholt leichte Delikte begangen habe und dass sie keiner Erwerbstätigkeit
nachgehe, rechtfertige es nicht, die Aufenthaltsbewilligung nicht zu verlängern. Zudem
bestehe ein direkter Zusammenhang zwischen Straffälligkeit und Drogenkonsum. Sie
sei heute gewillt, ihre Suchtmittelabhängigkeit zu überwinden, weshalb ihr eine positive
Prognose bezüglich künftigem Wohlverhalten gestellt werden könne. Sie sei am
15. März 2011 freiwillig in die Psychiatrische Klinik K. eingetreten. Es sei geplant, dass
die Reststrafe von 53 Tagen nach Abschluss der Entzugsbehandlung vollzogen werde.
Weil sie endgültig von Suchtmitteln loskommen wolle, habe sie das Amt für
Justizvollzug ersucht, die Reststrafe in eine Massnahme nach Art. 60 des
Schweizerischen Strafgesetzbuches (SR 311.0) umzuwandeln. Wenn dem Gesuch
entsprochen werde, werde sie gleich nach Abschluss der Entzugstherapie in die
Entwöhnungsstation wechseln. Andernfalls werde sie nach Verbüssung der Haftstrafe
in die Klinik zurückkehren und die Therapie fortführen. Die Ärzte würden ihr im Bericht
vom 13. April 2011 eine hohe Motivationsabstinenz (gemeint ist wohl
"Abstinenzmotivation") attestieren. Somit sei nicht davon auszugehen, dass sie zufolge
von Suchtmittelabhängigkeit wieder straffällig werde.
Fest steht, dass das Leben der Beschwerdeführerin seit Jahren von ihrer schweren
Suchtmittelabhängigkeit bestimmt wird. Gemäss Bericht der Psychiatrie-Dienste Süd
vom 18. April 2011 ist die polytoxikomane Beschwerdeführerin zum wiederholten Mal
freiwillig zum Drogenentzug in die Klinik K. eingetreten. Sie geht keiner Erwerbstätigkeit
nach und ist immer wieder straffällig geworden. Dazu gehören immer wieder Verstösse
gegen das BetmG und das Transportgesetz, aber auch Vermögensdelikte
(Ladendiebstähle). Am 10. November 2006 wurde die Beschwerdeführerin des
Diebstahls und des Versuchs dazu, des Hausfriedensbruchs, der mehrfachen
Übertretung des BetmG, der Widerhandlung gegen das Feuerschutzgesetz, des
mehrfachen Fahrens trotz Entzugs des Lernfahrausweises und der Entwendung zum
Gebrauch schuldig gesprochen und zu einer bedingten Gefängnisstrafe von drei
Monaten verurteilt. Nachdem sie im Anschluss daran erneut straffällig geworden war,
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wurde die Gefängnisstrafe am 20. April 2009 vollziehbar erklärt, worauf die
Beschwerdeführerin die Gefängnisstrafe am 27. Juli 2009 antrat. Zutreffend ist, dass
die Beschwerdeführerin per 10. November 2009 bedingt aus dem Strafvollzug
entlassen worden ist Obschon das Ausländeramt die Aufenthaltsbewilligung der
Beschwerdeführerin am 21. September 2009 widerrufen hatte, hat sie am 2. Dezember
2009 indessen bereits wieder einen Ladendiebstahl begangen. Aktenkundig ist sodann,
dass das Amt für Justizvollzug am 6. September 2010 im Hinblick auf eine Verwarnung
der Beschwerdeführerin festgestellt hat, es liege nach wie vor eine unbewältigte
Suchtproblematik vor. Die Bewährungshilfe habe mitgeteilt, dass sie seit Anfang 2010
die vereinbarten Termine bei der Bewährungshilfe und bei der Suchtfachstelle nicht
mehr einhalte. Sodann halte sie die Abmachungen betreffend Abgabe von Urinproben
nicht ein. Weiter habe die Beschwerdeführerin anlässlich der letzten Zusammenkunft
mit der Betreuungsperson keinen guten Eindruck hinterlassen. Nachdem die
Beschwerdeführerin in den Strafvollzug zurückversetzt worden war, trat sie nicht wie
vorgesehen zur Weiterführung einer abgebrochenen Entzugsbehandlung in die Klinik K.
ein und trat die Strafe im Regionalgefängnis X. nicht an. Am 14. März 2011 wurde sie in
die Klinik K. eingewiesen. Zutreffend ist, dass am 15. März 2011 mit einer
Entzugsbehandlung begonnen worden ist. Fest steht ebenfalls, dass der
Beschwerdeführerin mit Verlaufsbericht vom 13. April 2011 bescheinigt worden ist, ihre
Abstinenzfähigkeit sei bei ansonsten guter Abstinenzmotivation instabil. Am 18. bzw.
19. April 2011 teilten die Psychiatrie-Dienste Süd sodann mit, die Beschwerdeführerin
sei am vergangenen Wochenende (am 16. April 2011) aus ihrem Tagesurlaub nicht wie
abgesprochen zurückgekehrt und sie habe den Tagesurlaub zum Drogenkonsum
genutzt und versucht, Drogen auf die Station einzubringen. Sie werde deshalb im
Anschluss an die Haftstrafe nicht wie geplant in die Entzugsstation aufgenommen. Die
Aufnahmesperre gelte für sechs Monate. Sodann sei dringend davon abzuraten, dass
K. A. nach der Haft übergangsweise nach Hause gehe, da der letzte Aufenthalt in der
Klinik gezeigt habe, wie instabil ihre Abstinenzfähigkeit sei. Aktenkundig ist sodann,
dass die Reststrafe der Beschwerdeführerin nicht in eine Massnahme umgewandelt
worden ist. Sie ist in der Zeit vom 18. April bis 1. Juli 2011 im Regionalgefängnis X.
vollzogen worden.
Es ergibt sich somit, dass die Beschwerdeführerin den Widerrufsgrund von Art. 63 Abs.
1 lit. b AuG gesetzt hat. Sie hat in schwerwiegender Weise gegen die öffentliche
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Ordnung ver-stossen. Daran ändert nichts, dass die Beschwerdeführerin in ihrer
Eingabe vom 1. Juni 2011 bedauert, dass sie während des Klinikaufenthalts einen
Rückfall in den Drogenkonsum hatte, weshalb der stationäre Aufenthalt abgebrochen
werden musste und eine Entwöhnungstherapie in der Klinik K. nicht mehr möglich ist.
Auch der Hinweis, es stehe ihr nach der Entlassung aus dem Strafvollzug am 1. Juli
2011 offen, sich in der psychiatrischen Klinik W. anzumelden, führt zu keiner anderen
Beurteilung. Vielmehr bestehen keine Anhaltspunkte, die es erlauben würden, der
Beschwerdeführerin bezüglich ihres künftigen Verhaltens eine gute Prognose zu stellen.
3.3. Nach auf Art. 63 Abs. 1 lit. c AuG liegt zudem ein Widerrufsgrund vor, wenn die
Ausländerin oder eine Person, für die sie oder er zu sorgen hat, dauerhaft und in
erheblichem Mass auf Sozialhilfe angewiesen ist. Dabei ist von der Praxis des
Bundesgerichtes auszugehen, wonach eine Ausweisung von Niedergelassenen
gestützt auf das ANAG möglich ist, wenn eine Person hohe finanzielle
Unterstützungsleistungen erhalten hat und wegen ihres Verhaltens nicht damit
gerechnet werden kann, dass sie in Zukunft für ihren Lebensunterhalt selber sorgen
wird (Bundesamt für Migration, Ausländerbereich, 8. Entfernungs- und
Fernhaltemassnahmen, Version 1.7.09, Ziff. 8.2.1.5.2 mit Hinweis auf BGE 123 II 529
ff.). Ohne weiteres als "erheblich" hat das Bundesgericht Unterstützungsleistungen
angesehen, welche einem Ehepaar in der Höhe von insgesamt Fr. 80'000.—- im
Zeitraum von rund 5 1⁄2 Jahren geleistet wurden (BGE 119 Ib 6). Entscheidend ist, dass
die Abhängigkeit einige Zeit andauerte und ob die Befürchtung berechtigt ist, dass
auch für die weitere Zukunft Unterstützung ge-leistet werden muss (Urteil des
Bundesgerichts 2C_795/2008 vom 25. Februar 2009).
Die Niederlassungsbewilligung von Ausländerinnen und Ausländern, die sich seit mehr
als 15 Jahren ununterbrochen und ordnungsgemäss in der Schweiz aufhalten, kann
nach Art. 63 Abs. 2 AuG nur aus Gründen von Absatz 1 Buchstabe b und Artikel 62
Buchstabe b widerrufen werden.
Die Beschwerdeführerin bestreitet nicht, dass sie dauernd und in erheblichem Mass
von Sozialhilfe abhängig ist und dass auch ihr Sohn mit Sozialhilfe unterstützt wird. Sie
stellt sich indessen auf den Standpunkt, weil sie die Suchtmittelabhängigkeit
überwinden werde, würden gute Aussichten auf eine Verbesserung der finanziellen
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Situation bestehen. Sodann halte sie sich insgesamt seit mehr als 15 Jahren
ununterbrochen in der Schweiz auf, weshalb Sozialhilfeabhängigkeit keinen
Widerrufsgrund mehr darstelle.
Nicht in Frage gestellt wird die Feststellung der Vorinstanz, wonach für die
Beschwerdeführerin und L. M. über die Jahre hinweg Sozialhilfeleistungen im Betrag
von rund 185'000.—- erbracht worden sind. In Anbetracht der seit Jahren bestehenden
Suchtproblematik ist entgegen der Auffassung der Beschwerde-führerin sodann keine
Änderung der Sozialhilfeabhängigkeit zu erwarten. Sie hat somit auch den
Widerrufsgrund von Art. 63 Abs. 1 lit. c AuG gesetzt. An dieser Beurteilung ändert
nichts, dass sich die Beschwerdeführerin wohl insgesamt, nicht aber ununterbrochen,
während mehr als 15 Jahren in der Schweiz aufgehalten hat.
3.4. Zu prüfen ist weiter, ob sich die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung der
Beschwerdeführerin als verhältnis-mässig erweist.
Unbestritten ist, dass die heute etwas mehr als 26 Jahre alte Beschwerdeführerin ihr
bisheriges Leben grösstenteils in der Schweiz verbracht hat und dass ihre Kinder, ihre
Mutter und ein Halbbruder hier leben. Nicht in Frage steht weiter, dass sie die ersten
sechs Lebensjahre und rund eineinhalb Jahre ihrer Jugendzeit in der Heimat gelebt hat
und dass ihr die dortige Sprache geläufig ist.
Die Vorinstanz geht davon aus, die Beschwerdeführerin sei hier schlecht integriert. Sie
sei seit langem suchtmittelabhängig und habe im Berufsleben nicht Fuss fassen
können, obschon ihre Kinder nicht von ihr betreut würden. Sodann werde sie immer
wieder straffällig, komme ihren finanziellen Verpflichtungen nicht nach und sei
dauerhaft sozialhilfeabhängig. Demgegenüber vertritt die Beschwerdeführerin den
Standpunkt, es sei nicht vertretbar, aufgrund ihrer Suchtmittelabhängigkeit auf
mangelhafte Integration zu schliessen, zumal sie hier die Schulen besucht habe und
Schweizerdeutsch spreche. Die Beschwerdeführerin verzichtet indessen darauf, näher
darzulegen, aus welchen Gründen sie sich in der Schweiz verwurzelt fühlt. Es werden
keine Angaben dazu gemacht, wie sich das soziale Umfeld zusammensetzt, in dem sie
sich bewegt. Die Tatsache allein, dass die Beschwerdeführerin ihr bisheriges Leben
grösstenteils hier verbracht hat, lässt jedenfalls nicht darauf schliessen, sie sei mit der
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schweizerischen Mentalität und den hier herrschenden Gepflogenheiten vertraut.
Sodann verkennt die Vorinstanz nicht, dass es der Beschwerdeführerin nicht nur in der
Schweiz, sondern auch in der Heimat schwer fallen dürfte, sich beruflich zu integrieren.
Dies macht eine Rückkehr in die Heimat indessen nicht unzumutbar, auch wenn die
Beschwerdeführerin hier mit Unterstützung durch Sozialhilfe rechnen kann. Es ist
unverständlich, dass die Beschwerdeführerin darauf verzichtet hat, ihr Verhalten
aufgrund der Verwarnung durch das Ausländeramt und aufgrund des Widerrufs der
Aufenthaltsbewilligung zu ändern. An dieser Beurteilung ändert nichts, dass die
Beschwerdeführerin darauf angewiesen wäre, sich in der Heimat mit Unterstützung von
Verwandten, insbesondere eines Onkels, der unbestrittenermassen dort lebt, und
Bekannten ein neues persönliches Umfeld zu schaffen, zumal nicht anzunehmen ist,
dass die ausserfamiliären Sozialkontakte, die sie hier pflegt, dazu beitragen, dass sie
sich von ihrer Suchtmittelabhängigkeit befreien kann. Schliesslich hat die
Beschwerdeführerin zu ihren beiden Kindern, die hier bei Dritten leben und
aufwachsen, keine derart intensive und intakte persönliche Beziehung, dass ihre
dauernde Anwesenheit in der Schweiz erforderlich ist. In Anbetracht der Tatsache,
dass die Beschwerdeführerin während Jahren nicht gewillt und nicht in der Lage war,
ihr Leben in geordnete Bahnen zu lenken, und dass keine Anhaltspunkte bestehen,
wonach sie ihr Verhalten ändern könnte, erweist sich der angefochtene Entscheid
somit auch als verhältnismässig.
4. Die Beschwerdeführerin vertritt weiter den Standpunkt, weil die Voraussetzungen zur
Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung nicht erfüllt seien, liege auch ein Härtefall
vor, der die Erteilung einer humanitären Aufenthaltsbewilligung recht-fertige.
Von den Zulassungsvoraussetzungen kann nach Art. 30 Abs. 1 lit. b AuG abgewichen
werden, um schwerwiegenden persönlichen Härtefällen oder wichtigen öffentlichen
Interessen Rechnung zu tragen. Bei der Beurteilung sind insbesondere die Integration,
die Respektierung der Rechtsordnung, die Familienverhältnisse, die finanziellen
Verhältnisse, die Dauer des Aufenthalts in der Schweiz, der Gesundheitszustand und
die Möglichkeiten für eine Wiedereingliederung im Herkunftsstaat zu berücksichtigen
(Art. 31 Abs. 1 VZAE). An einen schwerwiegenden persönlichen Härtefall werden hohe
Anforderungen gestellt (BGE 119 Ib 33 ff., 117 Ib 317 f.).
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Aus den Erwägungen hievor ergibt sich indessen, dass nicht von einem
schwerwiegenden persönlichen Härtefall auszugehen ist.
5. (...)
Demnach hat das Verwaltungsgericht