Decision ID: e921f72d-611c-4e95-a67e-04c10d17a51e
Year: 2013
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Ausgleichskasse des Kantons St.
Gallen, Brauerstrasse 54, Postfach, 9016 St. Gallen,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
Ergänzungsleistung zur IV (Erlass der Rückforderung)
Sachverhalt:
A.
A.a A._, meldete sich am 15. Februar 2007 zum Bezug von Ergänzungsleistungen
(EL) an (EL-act. 68). Im Rahmen des Anmeldeverfahrens hatte die Versicherte der EL-
Durchführungsstelle unter anderem ein Schreiben der Swiss Life, Schweizerische
Lebensversicherungs- und Rentenanstalt (Swiss Life) vom 2. Oktober 2006 eingereicht.
Gemäss diesem Schreiben wurde der Versicherten, gestützt auf eine von der Swiss Life
seit März 2006 anerkannten 50%-igen Erwerbsunfähigkeit, eine BVG-Invalidenrente
aus dem Vertrag Nr. 03804 ausgerichtet. Die Jahresrente betrug Fr. 4'764.-- (EL-act.
69-8). Die EL-Durchführungsstelle rechnete die BVG-Invalidenrente ab dem Jahr 2006
als Einkommensposition an (EL-act. 65). Der Versicherten wurden ab März 2005 EL zur
halben Rente der Invalidenversicherung zugesprochen (EL-act. 62-4, 61-4, 61-1, 60-1).
Mit Verfügung vom 10. Juli 2008 wurde der Versicherten mitgeteilt, dass sie ab
1. August 2008 keinen Anspruch auf EL zur Invalidenrente mehr habe (EL-act. 57-1).
A.b Am 25. August 2008 ging bei der EL-Durchführungsstelle ein Lohnausweis der
Versicherten zur Änderung der EL-Berechnung ein. Mit Schreiben vom
15. September 2008 teilte die EL-Durchführungsstelle der Versicherten mit, dass der
Anspruch auf EL bereits rechtskräftig abgewiesen worden sei und deshalb keine
Änderung bezüglich der Berechnung mehr vorgenommen werden könne. Es sei eine
Neuanmeldung vorzunehmen (EL-act. 54). Nachdem die EL-Durchführungsstelle von
der Rentenabteilung die Mitteilung bekommen hatte, dass die Versicherte neu eine
100%-ige Invalidenrente erhalte, forderte sie am 22. Oktober 2008 bei der AHV-
Zweigstelle die entsprechende Verfügung der IV-Stelle sowie die neuen Rentenbelege
der Swiss Life an (EL-act. 53-2). Gemäss der Verfügung der IV-Stelle vom
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13. Juni 2008 war für die Versicherte rückwirkend ein Invaliditätsgrad von 70% ab
1. Juni 2007 ermittelt worden. Statt der bisher ausbezahlten halben wurde ihr eine
ganze Invalidenrente ab 1. Juli 2008 zugesprochen (IV-act. 58-2). Für die Periode vom
1. März 2005 bis 30. Juni 2008 wurde ihr eine Verfügung in Aussicht gestellt (EL-
act. 58-1). Gemäss einem Schreiben vom 7. August 2008 passte die Swiss Life ihre
Erwerbsunfähigkeitsleistungen dem Entscheid der IV-Stelle an und richtete gestützt auf
den Vertrag Nr. U3804 rückwirkend per Juni 2007 eine jährliche BVG-Invalidenrente in
Höhe von Fr. 5'317.-- aus (EL-act. 52-7). Die Swiss Life hielt in diesem Schreiben
ebenfalls fest, dass der Versicherten die ihr zustehenden Leistungen aus dem Vertrag
Nr. 03804 weiterhin unverändert ausbezahlt würden (EL-act. 52-10). In der fälschlichen
Annahme, die Swiss Life habe eine Mutation der Leistungen aus dem Vertrag Nr. 03804
vorgenommen, rechnete die EL-Durchführungsstelle in der Folge lediglich die BVG-
Invalidenrente aus dem Vertrag Nr. U3804 in Höhe von Fr. 3'987.-- (1. Januar bis 30.
September 2008 [Fr. 5'317.--:4 x3]) als Einnahme an (EL-act. 49-3, 48). Die EL-
Berechnung ergab einen Leistungsanspruch der Versicherten ab dem 1. August 2008,
was am 3. Dezember 2008 entsprechend verfügt wurde (EL-act. 49-1).
A.c Auf dieser Berechnungsbasis passte die EL-Durchführungsstelle die EL mit Ver
fügung vom 23. Dezember 2008 per 1. Januar 2009 an (EL-act. 47). Eine weitere An
passung der EL erfolgte mit Verfügung vom 19. März 2009 per 1. Januar 2009 unter
Berücksichtigung der Swiss Life-Rente in Höhe von Fr. 5'317.-- (EL-act. 44-3). Weiter
hin unter Anrechnung der Swiss Life-Rente aus dem Vertrag Nr. U3804 in Höhe von
Fr. 5'317.-- passte die EL-Durchführungsstelle die EL mit den Verfügungen vom
16. April 2009 per 1. Januar 2009 (EL-act. 42) und vom 28. Dezember 2009 mit
Wirkung ab dem 1. Januar 2010 an (EL-act. 39).
A.d Anlässlich der periodischen Überprüfung der EL im Februar 2011 (EL-act. 32)
stellte die EL-Durchführungsstelle fest, dass bei der Berechnung der EL bisher fälsch
licherweise nur eine Rente der Swiss Life als Einnahme berücksichtigt worden war (EL-
act. 22-4, 22-7). Eine Neuberechnung unter Berücksichtigung der beiden Swiss Life
Renten ergab, dass die Versicherte seit dem 1. August 2008 keinen Anspruch auf EL
mehr hatte (EL-act. 17 bis 21). Mit Verfügung vom 9. Dezember 2011 forderte die EL-
Durchführungsstelle die im Zeitraum vom 1. August 2008 bis 31. Dezember 2011 zu
viel ausbezahlten EL in Höhe von Fr. 16'088.-- zurück (EL-act. 15-2).
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A.e Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte am 3. Januar 2012 Einsprache (EL-
act. 10). Am 14. Januar 2012 liess die Versicherte, vertreten durch B._, ein
Teilerlassgesuch stellen. Die Vertreterin beantragte, dass mit der Zahlung eines
einmaligen Betrages von Fr. 5'000.-- an die Rückforderungssumme der restliche Teil
der Schuld zu erlassen sei. Zur Begründung führte sie an, dass die Versicherte an
psychischen und kognitiven Beeinträchtigungen leide, welche ihre Fähigkeit in der
Erledigung administrativer Aufgaben einschränke. Aus diesem Grund sei sie der
Meldepflicht der erweiterten BVG-Rente ab 2008 nicht nachgekommen. Die EL habe
sie jedoch in gutem Glauben bezogen. Bei einer Koordination unter den Versicherern
hätte seitens der EL-Durchführungsstelle zu Beginn festgestellt werden müssen, dass
sich das Einkommen der Versicherten verändert habe. Da die Versicherte gemäss
einem Kontoauszug per Ende 2011 über Ersparnisse von rund Fr. 8'500.-- verfügt
habe, würde eine Rückerstattung der zu viel bezogenen EL eine grosse Härte bedeuten
(EL-act. 7). Mit einer Verfügung vom 16. Mai 2012 wies die EL-Durchführungsstelle das
Gesuch der Versicherten um Erlass der EL-Rückforderung ab mit der Begründung,
dass die Voraussetzungen des guten Glaubens nicht erfüllt seien. Die Versicherte habe
den Bezug der beiden Swiss Life-Renten zwar korrekt gemeldet, doch habe ihr unter
Einhaltung der Kontrollpflicht auffallen müssen, dass nur eine Rente auf dem
Berechnungsblatt aufgeführt gewesen sei. Damit habe sie die Kontrollpflicht verletzt,
weshalb ihr der gute Glaube nicht zugesprochen werden könne. Unter diesen
Umständen erübrige sich auch die Prüfung, ob die Rückzahlung eine grosse Härte
bedeuten würde (EL-act. 5).
A.f Gegen die Verfügung vom 16. Mai 2012 erhob die Vertreterin der Versicherten am
5. Juni 2012 Einsprache. Sie verwies nebst den psychischen Beeinträchtigungen
abermals auf die kognitiven Einschränkungen der Versicherten und darauf hin, dass die
Rückzahlung eine grosse Härte bedeuten würde (EL-act. 3). Die EL-
Durchführungsstelle wies die Einsprache der Versicherten mit einem Entscheid vom
6. August 2012 ab. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, dass ihr Irrtum,
wonach es sich bei der ab Juni 2007 zusätzlich ausgerichteten BVG-Rente um die bis
anhin geleistete Rente handelte, nicht dazu führe, dass der Bezug der überhöhten EL
als rechtmässig betrachtet werden könne. Der Versicherten sei anzulasten, dass sie
blind auf eine korrekte Berechnung und Ausrichtung der EL vertraut habe. Es hätte ihr
schon zu Beginn des EL-Anspruchs bewusst sein müssen, dass ihr die Fähigkeiten
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fehlten, einzuordnen, welche Unterlagen sie der EL-Durchführungsstelle im Rahmen
der ihr obliegenden Meldepflicht unverzüglich hätte zustellen müssen. Daher hätte sie
viel früher die Hilfe einer mit administrativen Belangen vertrauten Drittperson
beanspruchen müssen. Diese hätte bei einer mit Sorgfalt vorgenommenen Prüfung der
den Verfügungen vom 3. Dezember 2008 beigelegten EL-Berechnungsblätter mit
Sicherheit erkannt, dass der bei der Einnahmeposition "Andere Renten und Pensionen
aller Art" aufgeführte Betrag nicht habe stimmen können. Dass die AHV-Zweigstelle
den Irrtum nicht erkannt habe, sei darin begründet, dass den Mitarbeitern wohl nicht
die vollständigen Unterlagen der Swiss Life vorgelegen hätten. Vor diesem Hintergrund
stelle der Umstand, dass die Versicherte stets auf die Richtigkeit der verfügten EL
vertraut habe und die Berechnungen nicht durch eine fachkundige Drittperson habe
überprüfen lassen, einen nicht nur leichten Verstoss gegen die Sorgfaltspflicht dar.
Damit sei der gute Glauben beim unrechtmässigen Leistungsbezug zu verneinen. Da
die beiden Erlassvoraussetzungen des guten Glaubens und der grossen Härte
kumulativ erfüllt sein müssten, erübrige sich die Abklärung der grossen Härte. Die
Abweisung des Gesuchs um Teilerlass sei somit nicht zu beanstanden (act. G 1.5).
B.
B.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtete sich die von der Vertreterin der
Versicherten erhobene Beschwerde vom 4. September 2012. Die Beschwerdeführerin
beantragte sinngemäss die Aufhebung des Einspracheentscheids vom 6. August 2012.
Die Rückerstattung der unrechtmässig bezogenen Ergänzungsleistungen sei mit einem
Teilerlass abzugelten. Nach der Überweisung eines Betrags von Fr. 5'000.-- sei sie von
der Restschuld zu befreien. Sie führte an, die Beschwerdegegnerin sei nicht auf die bei
ihr objektiv vorhandene Einschränkung beim Nachvollziehen einer Berechnung wie
auch im Erkennen von rechnerischen Zusammenhängen eingegangen. Die
Finanzierung der Rückforderung sei ihr aufgrund ihres Einkommens nicht möglich. Sie
sei jedoch entsprechend ihren Möglichkeiten bereit, einen Betrag von Fr. 5'000.-- als
Zeichen für eine teilweise Wiedergutmachung zu leisten. Der gute Glaube könne ihr
nicht abgesprochen werden (act. G 1).
B.b Am 21. September 2012 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der

Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die Erwägungen im Einspracheentscheid
(act. G 3).
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B.c Die Beschwerdeführerin verzichtete auf eine Akteneinsicht mit Stellungnahme
(act. G 4).
Erwägungen:
1.
1.1 Streitig und im vorliegenden Verfahren einzig zu beurteilen ist die Frage, ob die
Rückforderung vom 9. Dezember 2011 in der Höhe von Fr. 16'088.-- zu erlassen ist.
Zwar hat die Beschwerdeführerin am 3. Januar 2012 formal Einsprache gegen die be
sagte Verfügung erhoben (vgl. EL-act. 10), jedoch geht aus dem anschliessend einge
reichten Schreiben vom 14. Januar 2012 hervor, dass sie um einen Teilerlass der
Rückforderung ersucht und die Forderung als solche nicht anficht (vgl. EL-act. 7).
Aufgrund des Desinteresses der Beschwerdeführerin, das Einspracheverfahren gegen
die Verfügung vom 9. Dezember 2011 weiterzuführen, ist das Verfahren seitens der EL-
Durchführungsstelle konkludent abgeschrieben worden. Vor diesem Hintergrund sowie
angesichts dessen, dass die Beschwerdeführerin die Rechtmässigkeit der
Rückforderung in der Beschwerde auch ausdrücklich anerkannt hat (vgl. act. G 1, S. 2
oben), ist diese in Bestand und Höhe in Rechtskraft erwachsen und kann vom Gericht
nicht überprüft werden.
1.2 Unrechtmässig bezogene Leistungen sind zurückzuerstatten. Wer die
unrechtmässigen Leistungen aber in gutem Glauben empfangen hat, muss sie nicht
zurückerstatten, wenn eine grosse Härte vorliegt (Art. 25 Abs. 1 ATSG; Art. 4 f. der
Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSV; SR
830.11]). Die Rückerstattung kann nur erlassen werden, wenn die beiden
Voraussetzungen des gutgläubigen Empfangs und der grossen Härte der
Rückerstattung kumulativ erfüllt sind (vgl. etwa Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl.,
Zürich 2009, Rz. 19 zu Art. 25 ATSG). Diese Kriterien sind in einer reichhaltigen
Rechtsprechung konkretisiert worden. Hinsichtlich des guten Glaubens sind die
Voraussetzungen nicht schon mit der Unkenntnis des Rechtsmangels gegeben. Die
Rechtsprechung unterscheidet zwischen dem guten Glauben als fehlendem
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Unrechtsbewusstsein und der Frage, ob sich jemand unter den gegebenen Umständen
auf den guten Glauben berufen kann, beziehungsweise ob er bei zumutbarer
Aufmerksamkeit den bestehenden Rechtsmangel hätte erkennen sollen (vgl. AHI 1994,
122; BGE 102 V 245 mit Hinweisen). Der Bezüger unrechtmässiger Leistungen darf sich
nicht nur keiner böswilligen Absicht, sondern auch keiner groben Nachlässigkeit
schuldig gemacht haben. Der Erlass der Rückforderung ist daher zu verweigern, wenn
der Leistungsbezüger die nach den Umständen gebotene zumutbare Aufmerksamkeit
nicht beachtet oder seine Meldepflicht hinsichtlich Änderungen in den massgebenden
Verhältnissen in grober Weise verletzt hat (BGE 102 V 245 mit Hinweisen).
1.3 Die Verletzung der Melde- oder Auskunftspflicht ist eine zwar häufige, aber nicht
die einzige Form eines schuldhaften Verhaltens, das die Berufung auf den guten
Glauben ausschliesst. In Betracht fällt z.B. auch die Unterlassung, sich bei der
Verwaltung (nach der Rechtmässigkeit der Auszahlung) zu erkundigen (vgl. ARV 1998
Nr. 41, 234). Zwar kann von einem Bezugsberechtigten in der Regel nicht erwartet
werden, dass er die EL-Berechnung vollständig nachzuvollziehen vermag. Um sich
nicht dem Vorwurf einer Sorgfaltspflichtverletzung auszusetzen, muss es grundsätzlich
genügen, dass er die Berechnungsblätter, die den EL-Verfügungen beigelegt sind, im
Rahmen seiner individuellen Möglichkeiten auf offensichtliche Fehler hin kontrolliert. In
diesem Umfang besteht aber eine Prüfungspflicht. Bei dieser Pflicht handelt es sich um
einen analogen Anwendungsfall von Art. 3 Abs. 2 ZGB i.V.m. Art. 64 OR: Wer beim
Empfang der Zahlung um deren Grundlosigkeit weiss bzw. hätte wissen müssen,
unterliegt einer uneingeschränkten Rückerstattungspflicht, weil die
Gutglaubensvermutung zerstört ist (vgl. dazu Entscheid des Versicherungsgerichts des
Kantons St. Gallen vom 12. Februar 2004, EL 2003/26). Als Beispiel eines ohne
weiteres zu erkennenden Fehlers, dessen Nichtmeldung einen gutgläubigen
Leistungsbezug ausschliesst, ist etwa die Anrechnung von zu hohen
Krankenkassenprämien zu nennen (EVG i/S B. vom 3. März 1993 [P42/92]). Das
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen hat beispielsweise auch die Tatsache,
dass EL-Bezüger nicht bemerkt hatten, dass eine zu hohe Tagestaxe angerechnet oder
eine IV-Zusatzrente oder eine Lebensversicherungs- oder Leibrente nicht
berücksichtigt worden war, als groben Verstoss gegen die Sorgfaltspflicht gewertet
(Urteile EL 1998/28 vom 22. Mai 2001; EL 2003/26 vom 12. Februar 2004; EL 2005/22
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vom 13. März 2006; EL 2008/1 vom 12. März 2008; EL 2008/16 vom 4. September
2008).
2.
2.1 Vorliegend hat die Beschwerdeführerin für die Prüfung eines EL- Anspruchs ab
August 2008 der EL-Durchführungsstelle durch die AHV-Zweigstelle ein Schreiben der
Swiss Life vom 7. August 2008 als Rentenbeleg eingereicht. Aus diesem Schreiben
geht hervor, dass die Leistungen aus dem Vertrag Nr. U3804 gemäss der Verfügung
der IV-Stelle angepasst worden sind und dass rückwirkend eine ganze BVG-
Invalidenrente in Höhe von Fr. 5'317.-- ausbezahlt werden wird. Weiter ist festgehalten
worden, dass die der Beschwerdeführerin aus dem Vertrag Nr. 03804 zustehenden
Leistungen weiterhin unverändert ausbezahlt würden (vgl. EL-act. 52-10). Die BVG-
Invalidenrente aus dem Vertrag Nr. 03804 beläuft sich auf jährlich Fr. 4'764.-- (vgl. EL-
act. 69). Einen entsprechenden Rentenbeleg der Swiss Life vom 2. Oktober 2006
reichte die Beschwerdeführerin der EL-Durchführungsstelle bereits anlässlich der
Erstanmeldung zum Bezug von EL ein. Einerseits lagen der EL-Durchführungsstelle
damit Unterlagen vor, aus welchen sie hätte entnehmen können, dass die
Beschwerdeführerin zwei Renten der Swiss Life bezogen hat. Andererseits ist
nachvollziehbar, dass die EL-Durchstelle aufgrund des Schreibens der Swiss Life vom
7. August 2008 von einer Leistungsanpassung der bisherigen BVG-Invalidenrente
ausgegangen ist. Aus dem Schreiben ist nicht ohne Weiteres hervorgegangen, dass die
IV-Revision dazu führte, dass nebst der bisherigen eine weitere BVG-Invalidenrente
ausgerichtet wurde. Zum einen haben sich die Vertragsnummern der beiden Renten
(Nr. 03804 und Nr. U3804) lediglich durch ein Zeichen unterschieden. Zum anderen ist
der letzte Satz auf der zweiten Seite des Schreibens, wonach der Beschwerdeführerin
die ihr zustehenden Leistungen aus dem Vertrag Nr. 03804 weiterhin unverändert
ausbezahlt würden, leicht zu übersehen gewesen (vgl. act. 52-7 und 52-10). Die Frage,
ob die Beschwerdeführerin unter diesen Umständen zur Erfüllung ihrer Meldepflicht
weitergehend hätte informieren müssen, um einen Irrtum der EL-Durchführungsstelle
zu vermeiden, kann jedoch vorliegend offen bleiben.
2.2 Die EL-Durchführungsstelle hat in der Folge nur die zweite BVG-Invalidenrente
aus dem Vertrag Nr. U3804 in Höhe von Fr. 5'317.-- bei den Einnahmen angerechnet.
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Die erste Swiss Life-Rente aus dem Vertrag Nr. 03804 in Höhe von jährlich Fr. 4'764.--
wurde nicht berücksichtigt. Auf diesen Fehler hat die Beschwerdeführerin die EL-
Durchführungsstelle nicht aufmerksam gemacht, wobei davon auszugehen ist, dass sie
den Fehler nicht bemerkt hat. Deshalb ist zu prüfen, ob ihr die Feststellung dieses
Fehlers möglich und zumutbar gewesen wäre. Dabei sind die Art und die objektive
Erkennbarkeit des Fehlers und die Fähigkeit der betroffenen Person, diesen Fehler
effektiv festzustellen, zu untersuchen (Entscheid des Versicherungsgerichts des
Kantons St. Gallen EL 2003/26 vom 12. Februar 2004, E. 2). Die Beschwerdeführerin
macht geltend, sie sei aufgrund ihrer psychischen und kognitiven Beeinträchtigungen
nicht in der Lage gewesen, die EL-Berechnungen nachzuvollziehen und sie auf ihre
Richtigkeit zu überprüfen. Dazu ist festzuhalten, dass es für die Beschwerdeführerin
grundsätzlich leicht erkennbar gewesen wäre, dass bei der EL-Berechnung die Swiss
Life-Rente in Höhe von Fr. 4'764.-- nicht angerechnet worden ist, da es sich dabei um
eine wesentliche Einnahmenposition handelt. Selbst wenn die Beschwerdeführerin
nicht in der Lage gewesen sein sollte, die Berechnung im Einzelnen nachzuvollziehen,
so hätte ihr doch auffallen müssen, dass die von der EL-Durchführungsstelle
berechneten Gesamteinnahmen deutlich unter ihren tatsächlichen Einnahmen gelegen
sind. Aus dem Schreiben der Vertreterin der Beschwerdeführerin vom 14. Januar 2012
geht hervor, dass die Beschwerdeführerin ihren finanziellen Verpflichtungen
selbständig nachgekommen ist und ihre periodischen Rechnungen fristgemäss bezahlt
hat (vgl. EL-act. 7). Angesichts der selbständigen Verwaltung ihrer Finanzen ist davon
auszugehen, dass die Beschwerdeführerin ihre Einnahmen und Ausgaben überblickt
hat. Vor diesem Hintergrund hätte ihr auffallen müssen, dass die tatsächlichen
Einnahmen nicht mit denen gemäss dem EL-Berechnungsblatt übereinstimmen
konnten. Indem sie diesen offensichtlichen Fehler in der EL-Berechnung nicht bemerkt
und den Fehler der Verwaltung nicht korrigiert hat, hat sie es an der gebotenen
zumutbaren Aufmerksamkeit fehlen lassen. Die von der Beschwerdeführerin geltend
gemachten psychischen und kognitiven Beeinträchtigungen in Bezug auf die
Überprüfung der EL-Berechnung sind nicht näher beschrieben oder medizinisch belegt
worden. Selbst wenn die Beschwerdeführerin zu einer angemessenen Prüfung der Be
rechnungsblätter nicht selbst in der Lage gewesen sein sollte, so hätte sie dafür die
Unterstützung eines Dritten beanspruchen können und müssen. Denn dass sie selbst
zur Beauftragung eines Dritten (vgl. für eine IV-Anmeldung: ZAK 1984 S. 403) nicht
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mehr fähig (vgl. zur Urteilsfähigkeit: BGE 112 V 97; ZAK 1987 S. 488) gewesen wäre,
wird zu Recht nicht geltend gemacht.
2.3 Von Seiten der Beschwerdeführerin kann dem nicht entgegen gehalten werden,
die EL-Durchführungsstelle habe ihrerseits ihre Sorgfalts- und Untersuchungspflicht
verletzt, indem sie trotz der vorliegenden Unterlagen über beide BVG-Renten der Swiss
Life nur eine Rente in der EL-Berechnung berücksichtigt habe. Der Zweck der
Erlassmöglichkeit besteht ausschliesslich darin, dem Rückerstattungspflichtigen eine
Rechtswohltat zu erweisen (vgl. ZAK 1948, S. 230 f.). In den Genuss dieser
Rechtswohltat soll nur derjenige Rückerstattungspflichtige kommen, dem kein Vorwurf
in Bezug auf die Verursachung des unrechtmässigen Leistungsbezuges gemacht
werden kann. Daraus folgt, dass ausschliesslich die Qualität des Verhaltens des
Rückerstattungspflichtigen im Zusammenhang mit dem unrechtmässigen
Leistungsbezug massgebend sein darf für die Gewährung der Rechtswohltat des
Erlasses. Es ist nicht zulässig, in Analogie zu Selbstverschuldensüberlegungen im
Haftpflichtrecht eine Verletzung der Untersuchungspflicht gegen die Qualität des
Verhaltens des Rückerstattungspflichtigen "aufzurechnen" (Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen EL 2003/48 vom 23. September 2004,
E. 2.b). Das fehlerhafte Verhalten der Beschwerdegegnerin vermag die Verletzung der
Sorgfaltspflicht der Beschwerdeführerin somit nicht zu kompensieren.
2.4 Unter diesen Umständen erübrigt sich die Prüfung der grossen Härte, denn die
Voraussetzungen des gutgläubigen Leistungsbezugs und der grossen Härte müssen
kumulativ erfüllt sein (Ueli Kieser, a.a.O., Rz. 19 zu Art. 25 ATSG). Der Erlass der
Rückforderung kann somit auch dann nicht gewährt werden, wenn die Rückforderung
für die Beschwerdeführerin tatsächlich eine grosse Härte darstellen sollte.
2.5 Der Beschwerdeführerin steht es offen, bei der Beschwerdegegnerin ein Gesuch
um Ratenzahlung zu stellen.
3.
3.1 Aufgrund dieser Erwägungen ist die Beschwerde gegen den Einspracheentscheid
vom 6. August 2012 abzuweisen.
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3.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP