Decision ID: 9f8293c1-f2b7-4ad9-9490-29f0a216f116
Year: 2015
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 26.05.2015 Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG. Art. 14a ELV. Anrechnung eines hypothetischen Einkommens für die Beschwerdeführerin. Die von der Beschwerdeführerin eingereichten Arbeitsbemühungen in Form von zehn telefonischen Blindbewerbungen pro Monat erwiesen sich – auch unter Berücksichtigung der Praxis der Arbeitslosenversicherung – als qualitativ und quantitativ genügend (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 26. Mai 2015, EL 2013/59).Präsidentin Karin Huber-Studerus, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug undMiriam Lendfers; Gerichtsschreiberin Nadja Francke ZubairEntscheid vom 26. Mai 2015in SachenA._,Beschwerdeführerin,vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Marcel Landolt, Molkereistrasse 1, Postfach, 8645 Jona,gegenSozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Ausgleichskasse, Brauerstrasse 54, Postfach, 9016 St. Gallen,Beschwerdegegnerin,betreffendErgänzungsleistung zur IVSachverhalt:
A.
A.a A._ bezieht seit Juli 2003 Ergänzungsleistungen (EL) zu ihrer Invalidenrente (EL-
act. 173). Der Versicherten war bei einem Invaliditätsgrad von 40% aufgrund eines
wirtschaftlichen Härtefalls eine halbe Rente zugesprochen worden (EL-act. 189-13). Die
EL-Durchführungsstelle nahm in den Jahren 2003 bis 2010 diverse Anpassungen in der
EL-Berechnung vor, wobei jeweils das Einkommen des Ehemannes angerechnet wurde
(EL-act. 171, 169, 164, 162, 161, 158, 154, 153, 151, 148, 127, 114, 96, 92, 88).
A.b Im Rahmen des Einspracheverfahrens gegen die EL-Abweisungsverfügung vom
15. Juli 2010 (kein Anspruch mehr ab 1. August 2010, EL-act. 92) warf die EL-Durch
führungsstelle die Frage nach der Anrechnung eines hypothetischen Einkommens für
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die Versicherte auf (El-act. 83). Am 18. November 2010 kündigte sie der Versicherten
eine Schlechterstellung an und teilte ihr insbesondere mit, es sei irrtümlich unterlassen
worden, ihr ein Einkommen von Fr. 24'960.-- gemäss Art. 14a der Verordnung über die
Ergänzungsleistungen anzurechnen (EL-act. 81). Die Versicherte hielt in der Folge an
ihrer Einsprache fest (EL-act. 75) und liess der EL-Durchführungsstelle diverse
Unterlagen einreichen (EL-act. 66 - 69). Es handelte sich dabei u.a. um
Bewerbungsabsagen für den Zeitraum Februar und März 2011, einen Arbeitsvertrag
betreffend eine Anstellung im Stundenlohn als Verkäuferin ab 1. April 2011 sowie eine
Lohnabrechnung für April 2011. Am 17. August 2011 teilte die Versicherte der EL-
Durchführungsstelle mit, dass ihr Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis per 10. Juni 2011
gekündigt habe. Das Kündigungsschreiben vom 3. Juni 2011 sowie die
Lohnabrechnungen für Mai und Juni 2011 legte die Versicherte ihrem Schreiben bei
(EL-act. 59). Mit einem Einspracheentscheid vom 5. September 2011 wies die EL-
Durchführungsstelle die Einsprache der Versicherten ab. Sie hielt in Bezug auf die
Anrechnung eines hypothetischen Einkommens fest, die Versicherte habe die
Vermutung, dass sie mindestens Fr. 24'960.-- im Jahr 2010 hätte verdienen können,
nicht widerlegen können (EL-act. 58). Eine gegen diesen Einspracheentscheid
erhobene Beschwerde der Versicherten hiess das Versicherungsgericht des Kantons

St. Gallen mit Entscheid vom 22. März 2012 teilweise gut. In den Erwägungen wurde
zum Einkommen der Versicherten u.a. festgehalten, dass es vorliegend nach dem
Grundsatz von Treu und Glauben nicht angehe, der Versicherten ohne Abmahnung
rückwirkend ein hypothetisches Erwerbseinkommen anzurechnen. Da die Versicherte
erst im Rahmen des Einspracheverfahrens am 18. November 2010 von der
beabsichtigten Anrechnung Kenntnis erhalten habe, sei es gerechtfertigt, eine
Anrechnung eines hypothetischen Einkommens erst nach einer Übergangsfrist von
sechs Monaten, d.h. ab Juni 2011, zu prüfen. Für das Jahr 2010 bis und mit Mai 2011
erübrige sich daher eine Prüfung der Stellenbemühungen. Für die Zeit von April bis 10.
Juni 2011 sei auf das von der Versicherten tatsächlich erzielte Einkommen abzustellen,
welches auf ein Jahr hochgerechnet und gerundet Fr. 25'500.-- brutto betragen habe.
Für die Zeit nach dem Stellenverlust sei abzuklären, ob sich die Versicherte
nachweislich ernsthaft um eine Stelle bemüht habe. Andernfalls sei ein hypothetisches
Einkommen anzurechnen (EL-act. 45).
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A.c Für die Überprüfung und Neuberechnung der Ergänzungsleistungen forderte die
EL-Durchführungsstelle die Versicherte am 13. August 2012 auf, u.a. alle getätigten
Bewerbungen inklusive Absageschreiben seit Juli 2011 einzureichen (EL-act. 36).
Daraufhin reichte die Versicherte für die Monate November 2011 bis Juli 2012 Listen
mit je zehn Bewerbungsanrufen pro Monat sowie ein Arztzeugnis von Dr. med. B._,
Facharzt für Neurologie, vom 8. November 2011 ein (EL-act. 35-9 - 35-17). Dr. B._
hatte festgehalten, dass es bei der Versicherten immer wieder zu Verschlechterungen
ihres Gesundheitszustandes und dadurch zu einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit
komme. Zwischen Mitte Juni 2011 und Ende Oktober 2011 sei die Versicherte in einem
schlechten Gesundheitszustand und dadurch in erheblichem Masse arbeitsunfähig
gewesen (EL-act. 35-8). Die zuständige Sachbearbeiterin fragte am 19. September
2012 den Ehemann der Versicherten an, in welcher Form (telefonisch oder schriftlich)
sich die Versicherte beworben habe. Der Ehemann der Versicherten antwortete
gleichentags, dass sich seine Ehefrau von Januar bis April 2011 schriftlich beworben
habe. Die Bewerbungsunterlagen und Absagen hätten sie damals schon zugestellt.
Seitdem bewerbe sie sich telefonisch. Weil seine Ehefrau seit über 13 Jahren nicht
erwerbstätig gewesen sei und sehr schwache Bewerbungsunterlagen habe, hätten sie
telefonische gegenüber schriftlichen Bewerbungen als vorteilhafter erachtet (EL-act.
32). Am 30. Oktober 2012 reichte die Versicherte für August 2012 eine Liste mit zehn
Bewerbungsanrufen sowie im Weiteren ein Arztzeugnis des Spitals C._ ein (EL-act.
26 - 28). Gemässdem Arztzeugnis hatte vom 3. September bis zum 18. November
2012 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vorgelegen. Seitens der EL-Durchführungsstelle
wurde auf dem Zeugnis vermerkt, dass die Versicherte anscheinend eine OP gehabt
und während dieser Zeit keine Bewerbungen geschrieben habe (EL-act. 28). In einem
Feststellungsblatt vom 10. November 2012 führte die zuständige Sachbearbeiterin aus,
dass alle ab November 2011 getätigten Arbeitsbemühungen der Versicherten
telefonische Blindbewerbungen gewesen seien. Die Versicherte habe immer wieder bei
den gleichen Firmen angerufen. Ein hypothetisches Einkommen sei erst ab dem 1. Juli
2011 anzurechnen, da die Versicherte bis zum 30. Juni 2011 eine Arbeitsstelle gehabt
habe (EL-act. 25). Gemäss den EL-Berechnungsblättern rechnete die EL-
Durchführungsstelle der Versicherten für die Zeit vom 1. August 2010 bis 31. März
2011 kein Einkommen an (EL-act. 14, 18) Für die Zeit vom 1. April bis 30. Juni 2011
rechnete sie ein tatsächliches Einkommen von Fr. 25'500.-- an (EL-act. 17). Ab 1. Juli
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2011 erfolgte die Anrechnung eines hypothetischen Einkommens in Höhe von
Fr. 25'400.-- (EL-act. 20, 16, 19, 21, 22). Mit einer Verfügung vom 1. Dezember 2012
teilte die EL-Durchführungsstelle der Versicherten mit, dass die Voraussetzungen für
die Ausrichtung von Ergänzungsleistungen vom 1. August 2010 bis 31. Juli 2011 erfüllt
seien. Ab 1. August 2011 bestehe kein Anspruch auf Ergänzungsleistungen mehr. Die
EL-Durchführungsstelle hielt erklärend fest, dass für die Versicherte ab dem 1. Juli
2011 ein hypothetisches Einkommen angerechnet werde. Die telefonischen
Blindbewerbungen seien qualitativ und quantitativ ungenügend. Es werde auch immer
wieder bei den gleichen Arbeitgebern angerufen, welche keine freie Stelle hätten. Die
Arbeitsbemühungen gälten dann als genügend, wenn monatlich mindestens acht
schriftliche, qualitativ einwandfreie Bewerbungen auf tatsächlich freie Stellen getätigt
würden. Wenn Blindbewerbungen per Telefon, Vorsprache, E-Mail oder Kurzbriefe
getätigt würden, seien monatlich mindestens 15 Bewerbungen zumutbar (EL-act. 15).
A.d Gegen diese Verfügung liess die Versicherte am 15. Januar 2013 Einsprache er
heben mit dem Antrag, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die gesetz
lichen Leistungen seien ihr zuzusprechen (EL-act. 10). In der Einspracheergänzung vom
21. Februar 2013 hielt die Rechtsvertreterin der Versicherten in Bezug auf das
angerechnete hypothetische Einkommen fest, dass der Versicherten ein solches per se
nicht angerechnet werden dürfe. Die Versicherte sei in der Schweiz abgesehen von
einer Zeitspanne von drei Monaten nie erwerbstätig gewesen. Zudem spreche sie sehr
schlecht Deutsch. Selbst wenn ein hypothetisches Einkommen grundsätzlich
angerechnet werden könnte, so habe die Versicherte mit den getätigten Bewerbungen
den Nachweis erbracht, dass es ihr nicht möglich sei, eine Arbeitsstelle zu finden. Die
EL-Durchführungsstelle erachte die telefonischen Blindbewerbungen als qualitativ
ungenügend. Sie habe jedoch spätestens im Zeitpunkt der Einreichung der
Bewerbungen am 27. August 2012 Kenntnis davon gehabt, dass sich die Versicherte
telefonisch beworben habe. Die EL-Durchführungsstelle wäre verpflichtet gewesen, die
Versicherte darüber aufzuklären, dass die getätigten Bewerbungen qualitativ
ungenügend sein könnten. Bei entsprechender Aufklärung hätte die Versicherte die
Bewerbungen spätestens ab September 2012 wie gewünscht vorgenommen. Für die
Zeit von Juni 2011 bis August 2012 dürfe der Versicherten daher kein hypothetisches
Einkommen angerechnet werden. Vom 3. September bis 12. (richtig: 18.) November
2012 sei die Versicherte zudem aufgrund einer Operation zu 100% arbeitsunfähig
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gewesen und habe sich nicht bewerben können, womit auch für diese Zeit keine
Anrechnung erfolgen dürfe (EL-act. 8). Der Fachbereich der EL-Durchführungsstelle
hielt am 18. Juli 2013 diesbezüglich intern fest, dass aufgrund von mangelnden
Sprachkenntnissen und wenig Arbeitserfahrung nicht auf die Anrechnung eines
hypothetischen Einkommens verzichtet werde. Die Versicherte habe einen Deutschkurs
besuchen können und sei gemäss den Unterlagen sogar über 11 Jahre in einer Firma in
D._ tätig gewesen. Für gewisse Arbeitsstellen als Hilfsarbeiterin seien nicht einmal
gute Deutschkenntnisse notwendig. Die Versicherte habe ab November 2011 nur noch
telefonische Blindbewerbungen gemacht und innert kürzester Zeit immer wieder die
gleichen Arbeitgeber angerufen. Somit könne nicht von einer seriösen Stellensuche die
Rede sein. Für die Zeit der Krankschreibung werde das hypothetische Einkommen in
der Berechnung belassen, da die Versicherte – hätte sie eine Arbeitsstelle – auch für
diese Zeit Einkommen erhalten hätte. Insgesamt beantragte der Fachbereich eine
teilweise Gutheissung der Einsprache, da bei der Versicherten für die Zeit vom 1. April
bis 30. Juni 2011 die Gewinnungskosten nicht vom Einkommen abgezogen worden
seien (EL-act. 3). Mit einem Einspracheentscheid vom 31. Juli 2013 hiess die EL-
Durchführungsstelle die Einsprache der Versicherten teilweise gut. Zur Begründung
wurde ergänzend zur Stellungnahme des Fachbereichs vom 18. Juli 2013 festgehalten,
dass die von der Versicherten geltend gemachte Arbeitsunfähigkeit vom 3. September
bis 12. (richtig: 18.) November 2012 nicht mit der Unfähigkeit, sich zu bewerben,
gleichzusetzen sei. Zudem lasse das gesamte Bewerbungsverhalten der Versicherten
überwiegend wahrscheinlich darauf schliessen, dass wenn keine Rekonvaleszenz
eingetreten wäre, sie sich wie vor und nach jener Zeit ungenügend beworben hätte. Der
Ansicht der Versicherten, sie hätte abgemahnt werden müssen, könne nicht gefolgt
werden. Auch wenn die SVA strengere Anforderungen an die Bewerbungspflicht als die
Arbeitslosenkasse stelle, so müsse zumindest der Standard der Arbeitslosenkasse
erfüllt werden, um die der Versicherten obliegende Schadenminderungspflicht auch
ohne Abmahnung seitens der SVA zu erfüllen. Ausschliesslich Blindbewerbungen
genügten den Anforderungen der Arbeitslosenkasse nicht. Insbesondere aufgrund des
Umstandes, dass die Versicherte gemäss ihren eigenen Angaben sehr schlecht
Deutsch spreche, seien telefonische Bewerbungen nicht zielführend und daher auch
ohne Abmahnung als unzureichend zu qualifizieren (EL-act. 2).
B.
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B.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die vorliegende Beschwerde der
Versicherten, vertreten durch Rechtsanwalt M. Landolt, vom 16. September 2013. Die
Beschwerdeführerin beantragt die Aufhebung des Einspracheentscheids vom 31. Juli
2013 und die Rückweisung an die Beschwerdegegnerin zur Neuberechnung der
Ergänzungsleistungen für die Zeit vom 1. Juli 2011 bis 31. Juli 2012. Zur Begründung
führt der Rechtsvertreter im Wesentlichen aus, die Beschwerdeführerin sei gemäss
dem Zeugnis von Dr. B._ vom 8. November 2011 von Mitte Juni bis Ende Oktober
2011 in erheblichem Masse arbeitsunfähig gewesen, womit sie auch nicht in der Lage
gewesen sei, sich zu bewerben. Die Beschwerdegegnerin schweige sich über diesen
Zeitraum aus und habe ohne Begründung zu Unrecht ein hypothetisches Einkommen
angerechnet. Die Beschwerdeführerin habe sich ab November 2011 telefonisch
beworben, weil sie sich dadurch bessere Chancen als mit schriftlichen Bewerbungen
versprochen habe. Die Unterlagen über die Bewerbungen habe sie der
Beschwerdegegnerin regelmässig eingereicht. Diese habe die Beschwerdeführerin
dennoch nicht darauf hingewiesen, dass die Bewerbungen nicht den gesetzlichen
Anforderungen entsprächen. Aus diesem Grund sei von Juli 2011 bis Juli 2012 kein
hypothetisches Einkommen anzurechnen. Falls der Beschwerdeführerin trotzdem ein
solches angerechnet werde, so müssten vom hypothetischen Einkommen
Sozialversicherungsbeiträge und Gewinnungskosten im Umfang wie beim tatsächlich
erzielten Einkommen von April bis Juni 2011 abgezogen werden. Das anrechenbare
Nettoeinkommen beliefe sich demnach auf Fr. 20'115.25 (act. G 1).
B.b Am 25. September 2013 beantragt die Beschwerdegegnerin die Abweisung der
Beschwerde. Zur Begründung verweist sie auf die Erwägungen im
Einspracheentscheid (act. G 3).
Erwägungen:
1.
1.1 Streitig ist die Frage, ob für die Beschwerdeführerin in der EL-Berechnung ab Juli
2011 ein hypothetisches Einkommen anzurechnen ist.
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1.2 Die jährliche EL entspricht dem Betrag, um den die anerkannten Ausgaben die
anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 9 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung [ELG;
SR 831.30]). Die anerkannten Ausgaben und die anrechenbaren Einnahmen, worin in
bestimmtem Umfang auch das Vermögen einbezogen ist, werden nach den in Art. 10
und 11 ELG sowie Art. 11 bis 18 der Verordnung über Ergänzungsleistungen zur
Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELV; SR 831.301) festgelegten
Bestimmungen ermittelt. Als Einnahmen anzurechnen sind nach Art. 11 Abs. 1 ELG
unter anderem Einkünfte, auf die verzichtet worden ist (lit. g). Eine Verzichtshandlung
liegt vor, wenn die versicherte Person ohne rechtliche Verpflichtung auf Vermögen
verzichtet hat, wenn sie einen Rechtsanspruch auf bestimmte Einkünfte und
Vermögenswerte hat, davon aber faktisch nicht Gebrauch macht bzw. ihre Rechte nicht
durchsetzt oder wenn sie aus von ihr zu verantwortenden Gründen von der Ausübung
einer möglichen und zumutbaren Erwerbstätigkeit absieht (EVGE P 18/02 vom 9. Juli
2002; BGE 121 V 205 Erw. 4a; AHI 2001 S. 133 Erw. 1b).
1.3 Art. 14a Abs. 2 lit. a ELV bestimmt, dass bei Teilinvaliden das Einkommen aus
einer zumutbaren Erwerbstätigkeit als Erwerbseinkommen anzurechnen ist, wobei als
anrechenbares Mindesteinkommen für noch nicht sechzigjährige Versicherte bei einem
Invaliditätsgrad von 40 bis unter 50% der um einen Drittel erhöhte Höchstbetrag für
den Lebensbedarf von Alleinstehenden nach Art. 10 Abs. 1 lit. a Ziff. 1 ELG gilt. Nach
der Rechtsprechung kann grundsätzlich davon ausgegangen werden, dass es einer
teilinvaliden versicherten Person vermutungsweise möglich und zumutbar ist, im
Rahmen ihres von den Organen der Invalidenversicherung festgestellten verbliebenen
Leistungsvermögens die in Art. 14a ELV festgelegten Grenzbeträge zu erreichen. Dies
hat eine Umkehr der Beweislast zur Folge, indem bei unbewiesen gebliebener
Unmöglichkeit, dieses Arbeitsvermögen zu verwerten, das dem Invaliditätsgrad des
Versicherten entsprechende Erwerbseinkommen angerechnet wird (ZAK 1989 S. 568 E.
3c). Die gesetzliche Vermutung kann durch den Beweis des Gegenteils umgestossen
werden, wobei die versicherte Person auch Umstände geltend machen kann, die bei
der Bemessung der Invalidität ohne Bedeutung waren, ihr jedoch verunmöglichen, ihre
theoretische Restarbeitsfähigkeit wirtschaftlich zu nutzen (BGE 117 V 153 E. 2c mit
Hinweisen).
2.
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2.1 Im Fall der Beschwerdeführerin verunmöglichen Kriterien wie Alter, Ausbildung,
sprachliche Fähigkeiten oder Dauer der Abwesenheit vom Arbeitsmarkt die Verwertung
ihrer 60%igen Restarbeitsfähigkeit nicht. Für die Beschwerdeführerin kommen
Hilfsarbeitertätigkeiten in Frage. Solche Tätigkeiten stellen grundsätzlich geringe
Anforderungen an die sprachliche Kommunikation und an die Ausbildung (Urteil des
Bundesgerichtes vom 9. Februar 2010, 9C_539/09, E. 5.2.2), da sie aus einfachen und
repetitiven Tätigkeiten bestehen. Dass die Beschwerdeführerin über keine besonders
gute Deutschkenntnisse und berufliche Qualifikationen verfügt, fällt daher nicht ins
Gewicht. Nach einer rund 11-jährigen Erwerbstätigkeit bei der E._ AG (1987 bis 1998,
vgl. EL-act. 69-3) war die Beschwerdeführerin als Hausfrau und Mutter tätig. Trotz der
langen Abwesenheit vom Berufsleben erscheint ein Wiedereintritt der
Beschwerdeführerin ins Berufsleben als möglich. Diese Annahme hat sich dadurch
bestätigt, dass es der Beschwerdeführerin 2011 gelungen ist, eine Stelle als
Verkäuferin zu finden (vgl. EL-act. 68-1).
2.2 Im Gegensatz zur Invalidenversicherung, welche auf den ausgeglichenen
Arbeitsmarkt abstellt, ist im Bereich der Ergänzungsleistungen von den tatsächlichen
Verhältnissen des Arbeitsmarktes auszugehen. Aus diesem Grund ist auf die
Anrechnung eines hypothetischen Einkommens zu verzichten, wenn die
Beschwerdeführerin den Nachweis erbringen kann, dass sie trotz quantitativ und
qualitativ ausreichender Bewerbungen auf dem konkreten Arbeitsmarkt keine Stelle
finden kann. Zu prüfen ist somit, ob die Beschwerdeführerin sich rechtsgenüglich um
Arbeit bemüht hat und damit die natürliche Vermutung der Verwertbarkeit ihrer
Arbeitsfähigkeit widerlegen konnte.
2.3 Vorweg ist zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin für die Zeiträume von
Mitte Juni bis Ende Oktober 2011 sowie vom 3. September bis 18. November 2012 an
Stelle von Bewerbungen Arztzeugnisse eingereicht hat, mit welchen ihr erhebliche bzw.
100%ige Arbeitsunfähigkeiten attestiert worden waren (EL-act. 35-8 und 28).
2.3.1 Die von Dr. B._ attestierte "erhebliche" Arbeitsunfähigkeit von Mitte Juni
bis Ende Oktober 2011 ist offenbar auf die von der Beschwerdeführerin zuvor
ausgeübte Erwerbstätigkeit als Verkäuferin (April bis Mitte Juni 2011) zurückzuführen.
Dem Kündigungsschreiben des Arbeitgebers vom 3. Juni 2011 ist zu entnehmen, dass
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bei der Beschwerdeführerin gesundheitliche Probleme aufgetreten waren und ihr das
stundenlange Stehen beim Verkauf Schmerzen in den Beinen verursacht hatte (vgl. EL-
act. 59-2). Dass es infolge dieser Tätigkeit zu einer vorübergehenden Verschlechterung
des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin mit einer erheblichen
Arbeitsunfähigkeit gekommen ist, erscheint nachvollziehbar. Zu der Ansicht der
Beschwerdegegnerin, die Beschwerdeführerin könne aus dem Stellenverlust nichts zu
ihren Gunsten ableiten, da es sich nicht um eine leidensadaptierte Tätigkeit gehandelt
habe (vgl. EL-act. 53-4), ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin diejenigen
Stellen hat annehmen müssen, welche verfügbar gewesen sind. Dass sich die
Verkaufstätigkeit als nicht leidensadaptiert erwiesen und nach dem Stellenverlust zu
einer vorübergehend erheblichen Arbeitsunfähigkeit geführt hat, darf der
Beschwerdeführerin nicht zum Nachteil gereichen. Die von Dr. B._ attestierte
Arbeitsunfähigkeit ist zu berücksichtigen, womit es der Beschwerdeführerin im
Zeitraum von Mitte Juni bis Ende Oktober 2011 unmöglich gewesen ist, ihre
Restarbeitsfähigkeit von 60% zu verwerten. Es ist überwiegend wahrscheinlich davon
auszugehen, dass die Beschwerdeführerin auch nicht in der Lage gewesen ist, sich zu
bewerben. Hinzu kommt, dass allfällige Arbeitsbemühungen in diesem Zeitraum als
aussichtslos zu qualifizieren gewesen wären, da im Voraus nicht abzusehen gewesen
ist, ob und wann eine Verbesserung des Gesundheitszustandes bzw. der
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin eintreten würde. Festzuhalten ist, dass die
Beschwerdeführerin mit dem Eintritt der Verbesserung ihres Gesundheitszustandes ab
November 2011 ihre Arbeitsbemühungen selbständig wieder aufgenommen hat.
2.3.2 Die 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 3. September bis 18. November 2012
ist von gynäkologischen Fachärzten des Spitals C._ attestiert worden. Seitens der
Beschwerdegegnerin ist auf dem Arztzeugnis vermerkt worden, dass die
Beschwerdeführerin anscheinend eine Operation gehabt habe (vgl. EL-act. 28-1). Auf
das Arztzeugnis ist jedenfalls abzustellen und für den Zeitraum vom 3. September bis
18. November 2012 von einer vollständigen Arbeits- und überwiegend wahrscheinlich
auch Bewerbungsunfähigkeit der Beschwerdeführerin auszugehen.
2.4 Somit darf der Beschwerdeführerin aufgrund ihres Gesundheitszustandes für die
Zeiträume von Mitte Juni bis Ende Oktober 2011 sowie vom 3. September bis 18.
November 2012 kein hypothetisches Einkommen angerechnet werden.
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2.5 Fraglich und zu prüfen ist, ob sich die Beschwerdeführerin in den Monaten
November 2011 bis August 2012 quantitativ und qualitativ ausreichend beworben hat.
Gemäss den eingereichten Listen hat die Beschwerdeführerin pro Monat jeweils zehn
telefonische Blindbewerbungen gemacht (vgl. EL-act. 35-9 - 35-17, 27). Die
Beschwerdegegnerin hat beanstandet, dass die Beschwerdeführerin sich
ausschliesslich telefonisch beworben und dass es sich nur um Blindbewerbungen
gehandelt habe. Zudem habe die Beschwerdeführerin immer wieder die gleichen
Unternehmen um eine Stelle angefragt. In der angefochtenen Verfügung hat die
Beschwerdegegnerin u.a. darauf hingewiesen, dass bei Blindbewerbungen per Telefon
pro Monat mindestens 15 Bewerbungen zumutbar seien (vgl. EL-act. 15-4). Die
Beschwerdeführerin erfülle somit weder die qualitativen noch die quantitativen
Anforderungen an die Arbeitsbemühungen.
2.6 In qualitativer Hinsicht ist vorweg festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin der
Beschwerdeführerin nie klare Auflagen betreffend Qualität und Art ihrer Bewerbungen
gemacht hat. Die Ernsthaftigkeit von Bewerbungen kann jedenfalls nicht allein nach
deren Form beurteilt werden. Welche Bewerbungsart die grössten Erfolgschancen auf
eine Arbeitsstelle verspricht, ist letztlich im konkreten Einzelfall und unter
Berücksichtigung der gesamten Umstände zu prüfen. Es kann daher nicht von
vornherein als ungenügend qualifiziert werden, dass die Beschwerdeführerin sich nur
telefonisch und ausschliesslich auf nicht ausgeschriebene Stellen, d.h. blind, beworben
hat. Blindbewerbungen können durchaus sinnvoll sein. Sie dienen der Abklärung, ob
eine Stelle frei ist, und können gegebenenfalls zu Vorstellungsgesprächen führen.
Zudem ist die Konkurrenz bei einer ausgeschriebenen Stelle viel grösser als bei einer
potentiellen Stelle, die noch nicht ausgeschrieben ist, aber demnächst vakant wird.
Gerade im Bereich der Hilfsarbeiten werden Arbeitseinsätze oftmals nicht
ausgeschrieben, so dass Blindbewerbungen üblich sind. Hinzu kommt, dass die
Beschwerdeführerin sich im Zeitraum von Februar bis März 2011 zwar schriftlich, aber
ebenfalls ausschliesslich blind beworben hat (vgl. EL-act. 25, 69), was von der
Beschwerdegegnerin offenbar als genügend erachtet worden ist. Mangels eines
gegenteiligen Hinweises der Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdeführerin somit
davon ausgehen dürfen, dass Blindbewerbungen den Anforderungen genügen. Die
Beschwerdeführerin ist dazu übergegangen, sich statt schriftlich nur noch telefonisch
zu bewerben. Als Begründung hat sie angegeben, sie erachte telefonische
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Bewerbungen wegen ihrer langen Abwesenheit vom Arbeitsleben sowie ihrer
schwachen Bewerbungsunterlagen als vorteilhafter (vgl. EL-act. 32). Die
Beschwerdegegnerin hat geltend gemacht, dass telefonische Bewerbungen im Fall der
Beschwerdeführerin nicht zielführend seien, da diese gemäss eigenen Angaben sehr
schlecht Deutsch spreche. Da es bei Blindbewerbungen in erster Linie um eine
Abklärung betreffend die Verfügbarkeit einer Stelle in einem Unternehmen geht,
erscheint eine telefonische Anfrage nicht weniger zielführend als eine schriftliche. Falls
eine Stelle vorhanden gewesen wäre, hätte die Beschwerdeführerin immer noch die
Gelegenheit gehabt, auf Wunsch schriftliche Bewerbungsunterlagen nachzureichen. Es
ist nicht davon auszugehen, dass allfällig mangelnde Deutschkenntnisse eine
Weiterführung der Bewerbung bzw. ein Vorstellungsgespräch von vornherein
ausgeschlossen haben, da die sprachlichen Anforderungen bei den für die
Beschwerdeführerin in Frage kommenden Hilfsarbeitertätigkeiten in der Regel gering
sind. Dass die Beschwerdeführerin zumindest diese geringen Anforderungen erfüllt, hat
sich im Jahr 2011, in welchem sie eine Anstellung als Verkäuferin erlangt hat, gezeigt.
In qualitativer Hinsicht sind die Arbeitsbemühungen der Beschwerdeführerin somit
unter den dargelegten Umständen als genügend zu qualifizieren.
2.7 Bezüglich der quantitativen Anforderungen ist es sachgerecht, die Praxis in der
Arbeitslosenversicherung zu berücksichtigen. Gemäss der seit 1. Januar 2010 gültigen
Weisung GL-018 der Geschäftsleitung des Amts für Arbeit des Kantons St. Gallen
werden pro Monat fünf bis acht Arbeitsbemühungen verlangt, wobei die konkrete Zahl
bei der erstmaligen Vereinbarung und bei jeder Änderung schriftlich festzuhalten ist;
Abweichungen nach oben oder unten sind in Einzelfällen zwar möglich, müssen aber
gegenüber den Versicherten schriftlich und nachvollziehbar begründet werden. Für
Stellensuchende, für welche eine interinstitutionelle Zusammenarbeit (IIZ) in Betracht
fällt, also insbesondere für gesundheitlich beeinträchtigte Personen, sollen nicht mehr
als vier Arbeitsbemühungen verlangt werden. Diese Vorgaben entfalten zwar für die EL-
Durchführungsstelle keine Verbindlichkeit, da sie sich an die Vollzugsorgane der
Arbeitslosenversicherung, namentlich an die kantonale Amtsstelle und die Regionalen
Arbeitsvermittlungszentren (RAV), wenden und die Anwendung des Arbeitslosenver
sicherungsrechts zum Gegenstand haben. Indessen können die Vollzugsorgane der
Arbeitslosenversicherung die tatsächliche Arbeitsmarktsituation besser einschätzen als
die EL-Durchführungsstelle, weisen doch ihre Kernaufgaben unmittelbaren Bezug zu
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derselben auf. Deshalb liegt es nahe, etwa die erwähnte Weisung GL-018 auch für die
Anwendung des Ergänzungsleistungsrechts heranzuziehen, soweit dieses Bezug zu
Fragen des Arbeitslosenversicherungsrechts aufweist – nicht im Sinne einer formellen
Bindung, sondern vielmehr im Sinne einer sachlichen Gebotenheit. Anders ausgedrückt
sind keine überzeugenden Gründe ersichtlich, im Bereich des
Ergänzungsleistungsrechts deutlich höhere Anforderungen an
Stellenbemühungsnachweise zu stellen als im Bereich der Arbeitslosenversicherung. In
der Regel sollte daher von EL-Bezügern bzw. von in die EL-Berechnung mit
einbezogenen Personen zurzeit lediglich vier bzw. fünf bis acht Bemühungen pro
Monat verlangt werden. Davon kann im Einzelfall abgewichen werden, wenn
nachvollziehbare Gründe für eine solche Abweichung vorliegen (vgl. Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 10. Oktober 2012, EL 2012/1, E.
2.3).
2.8 Die gesundheitlich beeinträchtigte Beschwerdeführerin hat gemäss den
eingereichten Listen pro Monat zehn telefonische Bewerbungen gemacht. Da
telefonische Bewerbungen grundsätzlich weniger aufwändig sind als schriftliche
Bewerbungen, rechtfertigt es sich, eine gegenüber der Weisung GL-018 höhere Anzahl
an Stellenbemühungen zu fordern. Statt der empfohlenen vier Stellen erscheint der
Nachweis von mindestens acht Arbeitsbemühungen pro Monat als zumutbar. Die
Beschwerdegegnerin hat vorgebracht, die Beschwerdeführerin habe immer wieder bei
den gleichen Unternehmen angefragt. Aufgrund der Fluktuationen auf dem
Arbeitsmarkt macht es insbesondere bei grösseren Arbeitgebern durchaus Sinn,
spontane Arbeitsbemühungen in vernünftigen Abständen zu wiederholen. Andererseits
gilt es, möglichst viele neue potentielle Arbeitgeber in die Stellensuche einzubeziehen.
Es fällt auf, dass die Beschwerdeführerin etliche Unternehmen, bei welchen sie sich im
Zeitraum November und Dezember 2011 beworben hatte, im April 2012 nochmals
angefragt hat (vgl. EL-act. 25). Der zeitliche Abstand ist hier noch als vernünftig zu
betrachten. Jedoch hat sich die Beschwerdeführerin bei gewissen Unternehmen auch
in zu kurzen Zeitabständen wiederholt beworben, womit diese
(Wiederholungs-)Bewerbungen nicht zu berücksichtigen sind (namentlich: F._ AG im
Januar und April 2012, G._ AG im Januar und April 2012, H._ AG im April und Juni
2012, I._ AG im April und Juni 2012, J._ AG im Juni und Juli 2012, K._ AG im
April und Juli 2012, L._ AG im April und Juli 2012, M._ AG im März, Juni und
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August 2012, N._ AG im März und Juni 2012 und O._ GmbH im März, Juni und
August 2012, vgl. EL-act. 25). Lässt man diese mehrfach erfolgten Bewerbungen
unberücksichtigt, reduziert sich die Anzahl der getätigten Arbeitsbemühungen der
Beschwerdeführerin auf durchschnittlich acht bis neun Bewerbungen pro Monat, was
jedoch noch immer als ausreichend zu betrachten ist. Somit ist im Zeitraum von
November 2011 bis August 2012 auch in quantitativer Hinsicht von genügenden
Arbeitsbemühungen seitens der Beschwerdeführerin auszugehen.
2.9 Da die Beschwerdeführerin mittels rechtsgenüglicher, aber erfolgloser
Arbeitsbemühungen die natürliche Vermutung der Verwertbarkeit ihrer
Restarbeitsfähigkeit widerlegt hat, darf ihr auch im Zeitraum von November 2011 bis
August 2012 kein hypothetisches Einkommen angerechnet werden. Der
Einspracheentscheid vom 31. Juli 2013 erweist sich folglich als unrechtmässig.
2.10 Ob die Beschwerdeführerin ab Dezember 2012 genügend Arbeitsbemühungen
unternommen hat, ist nicht Gegenstand dieses Verfahrens. Für die Überprüfung eines
Einspracheentscheides sind nämlich nur die tatsächlichen Verhältnisse bis zum Erlass
der einspracheweise angefochtenen Verfügung, d.h. vorliegend bis zum Erlass der
Verfügung vom 1. Dezember 2012, und nicht die Verhältnisse bis zum Erlass des
Einspracheentscheides massgebend. Andernfalls würde sich der Streitgegenstand des
Einspracheverfahrens während des Verfahrens dauernd vergrössern und der Teil des
(erweiterten) Streitgegenstandes, welcher sich mit dem Verfügungsgegenstand nicht
decken würde, würde direkt, d.h. ohne vorausgehende Verfügung, im
Einspracheentscheid beurteilt. Damit würde für diesen Teil des Streitgegenstandes de
facto das Rechtsmittel der Einsprache verweigert, weil nur die Beschwerde als
Rechtsmittel gegeben wäre (vgl. Urteile des Versicherungsgerichts des Kantons St.
Gallen vom 2. März 2015, EL 2012/37, E. 2, und vom 3. März 2015, EL 2013/51, E. 1).
Die Beschwerdegegnerin wird daher noch zu prüfen haben, ob die Anrechnung eines
hypothetischen Erwerbseinkommens ab Dezember 2012 rechtmässig ist. Dabei ist – im
Unterschied zu davor – zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin mit der
Verfügung vom 1. Dezember 2012 seitens der Beschwerdegegnerin in Kenntnis
darüber gesetzt worden ist, welche qualitativen und quantitativen Anforderungen diese
an die Arbeitsbemühungen stellt.
3.
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3.1 Nach dem Gesagten ist der Einspracheentscheid vom 31. Juli 2013 in teilweiser
Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin
zur Neuberechnung des EL-Anspruchs ab Juli 2011 im Sinn der Erwägungen und
anschliessender Neuverfügung zurückzuweisen.
3.2 Gerichtskosten sind gemäss Art. 61 lit. a ATSG keine zu erheben.
3.3 Die obsiegende Beschwerdeführerin hat Anspruch auf eine Parteientschädigung.
Die Parteikosten werden vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art.
61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP). Vorliegend war der Aufwand des
Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin unterdurchschnittlich, war doch lediglich eine
Position strittig und fand nur ein einfacher Schriftenwechsel statt. Die Rückweisung
einer Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuer Verfügung gilt
praxisgemäss als volles Obsiegen der Beschwerde führenden Partei (BGE 132 V 235 E.
6.1 mit zahlreichen Hinweisen). Angesichts des in diesem Sinn vollen Unterliegens der
Beschwerdegegnerin rechtfertigt es sich, sie zu verpflichten, die Beschwerdeführerin
mit Fr. 2’500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP