Decision ID: 0b2a6a5a-4207-435c-b329-6d7d9c409448
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Abänderung Unterhalt und weitere Kinderbelange
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am
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Bezirksgericht Dielsdorf vom 25. September 2019 (FK180023-D)
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Rechtsbegehren:
A. Der Klägerin 1 (Urk. 12 und VI-Prot. S. 3):
"1. Die beiden Töchter B._ geb. tt.mm.2007 und C._ geb. tt.mm.2009 seien unter die alternierende Obhut der Parteien zu stellen. Die Tochter B._ soll ihren Wohnsitz beim Vater, die Tochter C._ bei der Mutter haben.
2. Die Erziehungsgutschriften seien vollumfänglich der Klägerin .
3. Die Betreuung der Töchter B._ und C._ sei wie folgt festzuhalten: der Beklagte betreut die Kinder in den geraden , die Klägerin in den ungeraden Kalenderwochen, wobei der Wechsel jeweils am Sonntagabend um 18 Uhr . Die Schulferien der Kinder werden nach Absprache zwischen den Parteien je hälftig aufgeteilt. Die Feiertage verbringen die Kinder am ersten Feiertag bei der Klägerin und am zweiten  beim Beklagten. Abänderungen sind nach Absprache der  möglich.
4. Es sei der Beklagte in Abänderung der Unterhaltsverträge vom 4. Mai 2010, Ziffer 2.2. zu nachfolgendem Kinderunterhalt zu :
Für B._ – ab (Trennung) spätestens ab Rechtskraft bis 31. August 2020: - Barunterhalt: Fr. 1‘181.– - Abzüglich Kinderzulagen: Fr. 200.– - Betreuungsunterhalt: Fr. 217.– - Anspruch Überschuss: Fr. 302.– - Gesamtunterhalt (gerundet): Fr. 1‘500.– – ab 1. September 2020 (ab Oberstufe) bis Abschluss einer an-
gemessenen Erstausbildung auch über die Mündigkeit hinaus: - Barunterhalt: Fr. 1‘150.– - Abzüglich Kinderzulagen: Fr. 250.– - Betreuungsunterhalt: Fr. 0.– - Anspruch Überschuss: Fr. 300.– - Gesamtunterhalt (gerundet): Fr. 1‘200.– Für C._ – ab (Trennung) spätestens ab Rechtskraft bis 31. August 2020: - Barunterhalt: Fr. 1‘077.–
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- Abzüglich Kinderzulagen: Fr. 200.– - Betreuungsunterhalt: Fr. 217.– - Anspruch Überschuss: Fr. 306.– - Gesamtunterhalt (gerundet): Fr. 1‘400.– – ab 1. September 2020 bis 31. August 2021: - Barunterhalt: Fr. 1‘077.– - Abzüglich Kinderzulagen: - Fr. 200.– - Betreuungsunterhalt: Fr. 434.– - Anspruch Überschuss: Fr. 289.– - Gesamtunterhalt (gerundet): Fr. 1‘600.– – ab 1. September (C._ 12 Jahre) 2021 bis 31. August 2022: - Barunterhalt: Fr. 1‘077.– - Abzüglich Kinderzulagen: Fr. 250.– - Betreuungsunterhalt: Fr. 434.– - Anspruch Überschuss: Fr. 289.– - Gesamtunterhalt (gerundet): Fr. 1‘550.– – ab 1. September 2022 (ab Oberstufe) bis Abschluss einer an-
gemessenen Erstausbildung auch über die Mündigkeit hinaus: - Barunterhalt: Fr. 1‘150.– - Abzüglich Kinderzulagen: Fr. 250.– - Betreuungsunterhalt: Fr. 0.– - Anspruch Überschuss: Fr. 300.– - Gesamtunterhalt (gerundet): Fr. 1‘200.– (aufgeteilt in einen Bar- und Betreuungsunterhalt) zuzüglich allfäl-
liger vertraglicher oder gesetzlicher Kinderzulagen für die Töchter B._ und C._ zu verpflichten.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich gesetzlicher Mehrwertsteuer zu Lasten des Beklagten."
B. Des Beklagten (Urk. 15 und Vi-Prot. S. 4)
"1. Es sei der Entwurf der Parteien für die Vereinbarung über die gemeinsame Sorge und die Betreuung der Kinder B._ (geb. tt.mm.2007) und C._ (geb. tt.mm.2009) zum Urteil zu ;
2. Der Unterhalt der Kinder sei wie folgt festzulegen:
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2.1. Langfristige Kosten, wie Krankenkasse, Versicherungen, , medizinische und zahnärztliche Versorgung  Medikamente (soweit nicht von Dritten wie Schule, Versicherungen getragen) sollen ab einem Kinderkonto bezahlt werden, das von den Parteien mit monatlichen Einlagen in der Höhe der Kinderzulagen gespiesen wird. Ist das Konto erschöpft, haben die Parteien das Manko je zur Hälfte zu decken.
2.2. Die laufenden Kosten, wie Verpflegung, Unterkunft, Hygiene, sind von der jeweils obhutsbelasteten Partei zu tragen;
2.3. Ausflüge, Exkursionen, Lager, Veranstaltungen werden von  Partei getragen, auf welche in der betreffenden Woche die Obhut fällt. Bei mehrwöchiger, ungerader Wochenzahl  Aufenthalte übernehmen die Parteien die Kosten der mittleren Woche je zur Hälfte.
2.4. Rückerstattungen gehen an die Stelle der Vorleistung. 3. Die Erziehungsgutschriften der AHV sollen entsprechend der Ob-
hut hälftig auf die Parteien aufgeteilt werden. 4. Im Übrigen seien die restlichen Anträge der Parteien abzuweisen. Alles u.K.u.E.F. zzgl.MwSt. zu Lasten der Klägerin."
Urteil des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am Bezirksgericht Dielsdorf vom 25. September 2019:
1. Die beiden Vereinbarungen über den Unterhalt und die gemeinsame elterli-
che Sorge von B._ und C._ je vom 4. Mai 2010, beide genehmigt
durch die Vormundschaftsbehörde E._ AG am 27. Mai 2010, werden
vollumfänglich aufgehoben.
2. Die Kinder B._, geboren am tt.mm.2007, und C._, geboren am
tt.mm.2009, werden unter der gemeinsamen elterlichen Sorge von A._
und D._ belassen.
3. Entsprechend sind die Eltern verpflichtet, sämtliche wesentlichen Fragen der
Pflege, Erziehung und Ausbildung miteinander abzusprechen. Den Eltern ist
bekannt, das ein Aufenthaltswechsel der Kinder der Zustimmung beider El-
tern bedarf, wenn der neue Aufenthaltsort im Ausland liegt oder der Wechsel
des Aufenthaltsort erhebliche Auswirkungen auf die Ausübung der elterli-
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chen Sorge und die persönlichen Kontakte zwischen einem Elternteil und
den Kindern hat.
4. Die Kinder B._, geboren am tt.mm.2007, und C._, geboren am
tt.mm.2009, werden unter die alternierende bzw. hälftige Obhut von A._
und D._ gestellt.
Der gesetzliche Wohnsitz von B._ im Sinne von Art. 25 Abs. 1 ZGB be-
findet sich am jeweiligen Wohnsitz von D._, derjenige von C._ am
jeweiligen Wohnsitz von A._.
5. Die Eltern regeln die Betreuungsanteile (inkl. der Ferien und Feiertage) von
Fall zu Fall selbst. Im Streitfall gilt Folgendes:
Der Beklagte ist berechtigt und wird verpflichtet, B._ und C._ in
den geraden Kalenderwochen jeweils von Sonntag, 18:00 Uhr bis Sonntag,
18:00 Uhr, auf eigene Kosten zu betreuen.
Die Klägerin 1 ist berechtigt und wird verpflichtet, B._ und C._ in
den ungeraden Kalenderwochen jeweils von Sonntag, 18:00 Uhr bis Sonn-
tag, 18:00 Uhr auf eigene Kosten zu betreuen.
Der Beklagte und die Klägerin 1 sind zudem je berechtigt und werden ver-
pflichtet, die beiden Kinder jährlich während der Hälfte der Schulferien der
Kinder auf eigene Kosten zu sich oder mit sich in die Ferien zu nehmen.
Beide Elternteile werden dazu verpflichtet, dem jeweils anderen Elternteil
mindestens zwei Monate im Voraus mitzuteilen, wann er sein Ferienbe-
suchsrecht ausüben will.
Die Eltern teilen die Ferien und Feiertage nach Absprache auf. Bei Uneinig-
keit kommt in geraden Jahren das Entscheidungsrecht dem Beklagten und
in ungeraden Jahren der Klägerin 1 zu.
6. Die Erziehungsgutschriften für die Berechnung künftiger AHV-/IV-Renten
werden den Eltern je zur Hälfte gutgeschrieben. Es obliegt den Eltern, die
betroffenen Ausgleichskassen zum Zeitpunkt der Rentenberechnung über
diese Regelung zu informieren.
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7. Der Beklagte wird verpflichtet, an die Lebenshaltungskosten der Klägerin 1
monatlich im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats zahlbare
Betreuungsunterhaltsbeiträge wie folgt zu bezahlen:
Für C._:
In Phase I (rückwirkend ab 11. August 2018 bis 31. August 2019):
Fr. 210.– (vollständig Betreuungsunterhalt)
In Phase II (rückwirkend ab 1. September 2019 bis 31. August 2021):
Fr. 565.– (vollständig Betreuungsunterhalt)
Diese Unterhaltsbeiträge sind an die Klägerin 1 zu bezahlen, solange die
beiden Kinder hälftig durch beide Eltern betreut werden.
8. Die Unterhaltsbeiträge basieren auf dem Landesindex der Konsumenten-
preise des Bundesamtes für Statistik zu basieren (Stand bei Rechtskraft;
Basis Dezember 2015 = 100 Punkte). Sie werden jeweils auf den 1. Januar
eines jeden neuen Jahres der Veränderung des Indexstandes angepasst
(nach der Formel: Unterhaltsbeitrag mal neuer Index geteilt durch alten In-
dex). Massgebend für die Anpassung ist der Indexstand von Ende Novem-
ber des Vorjahres. Die erste Anpassung erfolgt per 1. Januar 2020.
9. Die Entscheidgebühr wird auf Fr. 4‘000.– festgesetzt.
10. Die Gerichtskosten werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt.
11. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
12. (Mitteilung)
13. (Berufung)
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Berufungsanträge:
A. Der Klägerin 1 und Berufungsklägerin (Urk. 20):
" 1. Es sei Dispositiv Ziffer 7 des Urteils des Bezirksgerichts Dielsdorf vom 25. September 2019 zu ergänzen und es sei der  zu verpflichten, der Berufungsklägerin jeweils auf den  eines jeden Monats zahlbare Unterhaltsbeiträge jeweils  der halben Kinderzulage wie folgt zu bezahlen:
Für C._: Phase I (11.8.18 bis 31.8.19) - Fr. 1'204.00 Gesamtunterhalt (Fr. 444.00 als Betreuungsun-
terhalt) Phase II (1.9.2019 bis 31.8.21) - Fr. 1'536.00 Gesamtunterhalt (Fr. 565.00 als Betreuungsun-
terhalt) Phase III - Fr. 640.00 als Barunterhalt (kein Betreuungsunterhalt) Phase IV - Fr. 433.00 als Barunterhalt (kein Betreuungsunterhalt)
Für B._: Phase I (11.8.18 bis 31.8.19) - Fr. 986.00 als Barunterhalt (kein Betreuungsunterhalt) Phase II (1.9.2019 bis 31.8.21) - Fr. 1'050.00 als Barunterhalt (kein Betreuungsunterhalt) Phase III - Fr. 700.00 als Barunterhalt (kein Betreuungsunterhalt) Phase IV - Fr. 466.00 als Barunterhalt (kein Betreuungsunterhalt)
Zahlbar an die Berufungsklägerin bis zum Abschluss einer  Erstausbildung auch über die Mündigkeit hinaus.
2. Die zu diesem Entscheid führenden Bedarfs- und  seien im Urteilsdispositiv festzuhalten.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich gesetzlicher Mehrwertsteuer von 7.7% zu Lasten des Berufungsbeklagten."
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B. Des Beklagten und Berufungsbeklagten (Urk. 26):
" Es sei das vorinstanzliche Urteil zu bestätigen und die Anträge der Klägerin seien abzuweisen;
Eventualiter seien die Barbeiträge neu zu kalkulieren; alles u.K.u.EF. zuzüglich MwSt. zu Lasten der Klägerin."

Erwägungen:
A. Sachverhalt und Prozessgeschichte
1. Die Parteien sind die Eltern von B._, geboren am tt.mm.2007, und
C._, geboren am tt.mm.2009. Am 11. August 2018 ist die Klägerin 1 und Be-
rufungsklägerin (fortan Klägerin 1) mit den beiden Töchtern aus dem gemeinsa-
men Haushalt der Parteien ausgezogen.
2. Seit Oktober 2018 stehen sich die Parteien in einem Verfahren betreffend
Regelung der Kinderbelange inkl. Kinderunterhalt gegenüber (Urk. 1). Die Vor-
instanz fällte nach Durchführung des Hauptverfahrens am 25. September 2019
das eingangs wiedergegebene Urteil (Urk. 21).
3. Hiergegen erhob die Klägerin 1 innert Frist Berufung (Urk. 20). Die Beru-
fungsantwort des Beklagten und Berufungsbeklagten (fortan Beklagter) datiert
vom 3. Januar 2020 (Urk. 26) und wurde der Gegenseite zur Kenntnisnahme zu-
gestellt (Urk. 29).
4. Das Verfahren erweist sich als spruchreif.
B. Vorbemerkungen
1. Gegenstand des vorliegenden Berufungsverfahrens sind ausschliesslich die
Kinderunterhaltsbeiträge. Die Dispositiv-Ziffern 1 (Aufhebung älterer Parteiverein-
barungen), 2 und 3 (elterliche Sorge), 4 (Obhut), 5 (Betreuungsanteile), 6 (Erzie-
hungsgutschriften) und 8 (Indexierung) blieben unangefochten, weshalb sie in
Rechtskraft erwachsen sind (Art. 315 Abs. 1 ZPO). Dies ist vorzumerken. Eben-
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falls unangefochten blieben die Dispositiv-Ziffer 9 bis 11 (erstinstanzliche Kosten-
und Entschädigungsfolgen). Hinsichtlich der Kostenfolgen des erstinstanzlichen
Verfahrens erfolgt indessen keine Vormerknahme der (Teil-) Rechtskraft (vgl.
Art. 318 Abs. 3 ZPO).
2. Mit der Berufung können unrichtige Rechtsanwendung und unrichtige Fest-
stellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die Beru-
fungsinstanz verfügt über eine umfassende Überprüfungsbefugnis der Streitsa-
che, d.h. über unbeschränkte Kognition bezüglich Tat- und Rechtsfragen, ein-
schliesslich der Frage richtiger Ermessensausübung (Angemessenheitsprüfung;
BGer 5A_184/2013 vom 26. April 2013, E. 3.1). In der schriftlichen Berufungsbe-
gründung (Art. 311 ZPO) ist hinreichend genau aufzuzeigen, inwiefern der erstin-
stanzliche Entscheid in den angefochtenen Punkten als fehlerhaft zu betrachten
ist bzw. an einem der genannten Mängel leidet (BGE 142 I 93 E. 8.2; BGE 138 III
374 E. 4.3.1). Was nicht oder nicht in einer den gesetzlichen Begründungsanfor-
derungen genügenden Weise beanstandet wird, ist – abgesehen von offensicht-
lichen Mängeln – von der Rechtsmittelinstanz grundsätzlich nicht zu überprüfen
(BGE 142 III 413 E. 2.2.4).
3. Bei Verfahren betreffend Kinderbelange ist der Sachverhalt nach Art. 296
ZPO von Amtes wegen zu erforschen. Infolgedessen können die Parteien im Be-
rufungsverfahren auch dann neue Tatsachen und Beweismittel vorbringen, wenn
die Voraussetzungen nach Art. 317 Abs. 1 ZPO nicht erfüllt sind (BGE 144 III 349
E. 4.2.1).
C. Kinderunterhalt
1. Die Vorinstanz hat den Beklagten verpflichtet, der jüngeren Tochter C._
in einer ersten Phase (11. August 2018 bis 31. August 2019) einen Betreuungsun-
terhalt von Fr. 210.– und in einer zweiten Phase (1. September 2019 bis 31. Au-
gust 2021) einen solchen von Fr. 565.– zu bezahlen. Barunterhaltsbeiträge wur-
den weder für B._ noch für C._ zugesprochen (vgl. Urk. 21, Dispositiv-
Ziffer 7).
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2. Die Klägerin 1 verlangt im Berufungsverfahren die Zusprechung von Barun-
terhaltsbeiträgen für B._ und C._ sowie die Zuteilung der halben Kin-
derzulage. Sie macht zusammengefasst geltend, sie sei mit ihrem Einkommen,
welches die Vorinstanz zu hoch angesetzt habe, nicht in der Lage, ihre eigenen
Lebenshaltungskosten zu decken. Damit sei sie folgerichtig auch nicht in der La-
ge, sich am Barunterhalt der Kinder zu beteiligen. Auf Seiten des Beklagten resul-
tiere hingegen bei der Gegenüberstellung seines Einkommens und seines Be-
darfs ein monatlicher Überschuss, welcher es ihm erlaube, die bei ihr anfallenden
Barbedarfskosten der Kinder zu übernehmen. Ab Ausdehnung ihres Arbeitspen-
sums auf 80% könne sie einen Beitrag an die Barbedarfskosten der Kinder leis-
ten. Dieser sei allerdings proportional nach Massgabe der Leistungsfähigkeit der
Parteien zu bemessen (Urk. 20 S. 7 ff.).
3. Der Beklagte stellt sich demgegenüber auf den Standpunkt, aus dem von
den Parteien gelebten hälftigen Betreuungsmodell resultiere für beide Parteien ein
logischer Gleichstand beim Baraufwand und eine gegenseitige Aufhebung beim
Betreuungsaufwand. Die Klägerin 1 verkenne, dass beim Beklagten aufgrund sei-
ner hälftigen Betreuung der Kinder dieselben Natural- und Barkosten anfielen,
womit die Ansprüche gegenseitige würden und der Verrechnung unterliegen wür-
den. Eine Aufteilung der Barkosten rein nach Leistungsfähigkeit sei mit Verweis
auf BGer 5A_727/2018 in Situationen wie der vorliegenden nicht zulässig, da bei-
de Parteien je die Hälfte des Naturalaufwandes erbringen würden (Urk. 26
S. 3 ff.).
4. Der Unterhalt eines Kindes wird durch Pflege, Erziehung und Geldzahlung
geleistet (Art. 276 Abs. 1 ZGB). Der Unterhaltsbeitrag wird demnach in natura
(Naturalunterhalt) und in Form von Geldleistung (Geldunterhalt bzw. Bar- und Be-
treuungsunterhalt) erbracht (BGE 144 III 481 E. 4.3). Diese beiden Arten von Bei-
trägen an den Kindesunterhalt sind nach der Konzeption des Gesetzes gleichwer-
tig (BGE 135 III 66 E. 4; 114 II 26 E. 5b). Nach Art. 276 Abs. 2 ZGB sorgen die El-
tern gemeinsam, ein jeder nach seinen Kräften, für den gebührenden Unterhalt
des Kindes. Daraus und aus dem Grundsatz der Gleichwertigkeit von Natural-
und Geldunterhalt folgt, dass die Aufteilung des Geldunterhalts auf beide Eltern
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sowohl von den jeweiligen Betreuungsanteilen als auch von deren Leistungsfä-
higkeit abhängt. Wie schon unter Geltung des alten Unterhaltsrechts hat derjenige
Elternteil, der keinen Beitrag an die Pflege und Erziehung des Kindes leistet,
grundsätzlich alleine zur Deckung des Barbedarfs des Kindes aufzukommen. Mit
anderen Worten hat derjenige Elternteil, der das Kind nicht oder nicht wesentlich
betreut, grundsätzlich für dessen Barunterhalt aufzukommen hat, während der
andere Elternteil, der das Kind betreut, gleichwertig seinen Unterhaltsbeitrag in
natura, also durch Pflege und Erziehung bzw. Betreuung erbringt (BGer
5A_339/2018 vom 8. Mai 2019 E. 5.4.3; BGer 5A_583/2018 vom 18. Januar 2019
E. 5.1; BGer 5A_584/2018 vom 10. Oktober 2018 E. 4.3; BSK ZGB I-
Fountoulakis, Art. 285 N 21 ff.; Jungo/Arndt, Barunterhalt der Kinder: Bedeutung
von Obhut und Betreuung der Eltern, in: FamPra.ch 2019 S. 762). Ausnahmen
hiervon bestehen bei einer erhöhten Leistungsfähigkeit des hauptbetreuenden El-
ternteils (Botschaft, BBl 2014 572 Ziff. 2.1.1; BGer 5A_119/2017 vom 30. August
2017 E. 7.1; BGer 5A_96/2017 vom 20. Juli 2017 E. 4.1; BGer 5A_85/2017 vom
19. Juni 2017 E. 6.1; BGer 5A_134/2016 vom 18. Juli 2016 E. 3). Teilen die Eltern
die Betreuung des Kindes demgegenüber unter sich auf, haben sie sich - wiede-
rum grundsätzlich - umgekehrt proportional zum jeweils eigenen Betreuungsanteil
am Geldunterhalt zu beteiligen (vgl. BGE 144 III 377 E. 7.1.3). Sodann kommt die
finanzielle Leistungsfähigkeit der Eltern ins Spiel. Gilt der hauptbetreuende Eltern-
teil als leistungsfähig, kann ihn das Gericht einzelfallbezogen und ermessenswei-
se dazu verpflichten, neben dem Naturalunterhalt einen Teil des Barbedarfs des
Kindes zu decken. Ausschliessliches Kriterium für die Aufteilung des Barunter-
halts auf die Eltern ist deren finanzielle Leistungsfähigkeit, wenn sie das Kind je
hälftig betreuen, denn diesfalls tragen sie gleichermassen durch Pflege und Er-
ziehung zum Unterhalt des Kindes bei, sodass sie auch beide gleichermassen,
nach Massgabe ihrer Leistungsfähigkeit, für den Barbedarf des Kindes aufzu-
kommen haben (BGer 5A_727/2018 vom 22. August 2019 E. 4.3.2.3; BGer
5A_743/2017 vom 22. Mai 2019 E. 5.3.2, 5.4.3 und 5.4.4; BGer 5A_386/2012
vom 23. Juli 2012 E. 3 und 4).
4. Die Parteien betreuen die beiden Töchter B._ und C._ je zur Hälfte
(vgl. Urk. 21, Dispositiv-Ziffern 4 und 5). Mit Verweis auf die vorstehenden Aus-
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führungen ist damit für die Aufteilung des Barunterhalts auf die Eltern einzig deren
finanzielle Leistungsfähigkeit massgebend. Dem Beklagten ist damit zu wider-
sprechen, wenn er dafür hält, dass er sich an den bei der Klägerin 1 anfallenden
Barkosten nicht zu beteiligen habe, weil er die Hälfte der Betreuung übernehme.
Dies ist mit Blick auf die von ihm selber zitierte bundesgerichtliche Rechtspre-
chung falsch.
5. Die Leistungsfähigkeit der Parteien wurde von der Vorinstanz nicht geprüft.
Dies ist nachzuholen. Die Leistungsfähigkeit eines Elternteils ergibt sich aus der
Gegenüberstellung seines Einkommens und seines Bedarfs. Als leistungsfähig
gilt ein Elternteil, wenn er mit seinem eigenen Einkommen seinen Bedarf zu de-
cken vermag und darüber hinausgehend über einen Überschuss verfügt (BGer
5A_743/2017 vom 22. Mai 2019 E. 5.3.2; BGer 5A_273/2018 vom 25. März 2019
E. 6.3.1.1).
6. Leistungsfähigkeit der Klägerin
6.1 Auf Seiten der Klägerin 1 ist - da im Berufungsverfahren unangefochten -
von einem massgebenden Bedarf (inkl. VVG und Steuern) von Fr. 3'325.–
(11. August 2018 bis 31. August 2019) resp. Fr. 3'450.– (1. September 2019 bis
31. August 2021) resp. Fr. 3'500.– (1. September 2021 bis 31. August 2025) resp.
Fr. 3'545.– (ab 1. September 2025) auszugehen.
6.2 Einkommensseitig ist die Vorinstanz bei der Klägerin 1 von einem Betrag
von Fr. 3'115.– (11. August 2018 bis 31. August 2019) resp. Fr. 2'885.– (1. Sep-
tember 2019 bis 31. August 2021) resp. Fr. 4'610.– (1. September 2021 bis
31. August 2025) resp. Fr. 5'570.– (ab 1. September 2025) ausgegangen. Dabei
handelt es sich ab 1. September 2019 (Phase II) um das aktuelle Einkommen der
Klägerin 1, welches sie in ihrem 50%-Pensum bei der F._ AG erzielt. Mit Er-
reichen des 12. bzw. 16. Altersjahres der jüngeren Tochter C._ wurde das
Einkommen der Klägerin 1 in Übereinstimmung mit der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung auf 80% (Phase III) bzw. 100% (Phase IV) aufgerechnet. In der
(rückwirkenden) Phase I wurde ein Durchschnittswert der von der Klägerin 1 in
dieser Zeit erzielten Einkünfte aus Taggeldern, der Arbeit bei der F._ AG so-
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wie einem zweimonatigen Einsatz bei der vom Beklagten geführten G._
GmbH berücksichtigt (Urk. 21 S. 15 f., 18 f.).
6.2.1 Die Klägerin wehrt sich im Berufungsverfahren einzig gegen die Phase I
der Einkommensberechnung. Sie macht geltend, die Vorinstanz sei bezüglich ih-
res Einsatzes für die G._ GmbH im Januar und Februar 2019 von einem
Verdienst von gesamthaft Fr. 4'600.– ausgegangen. Tatsächlich habe sie aber
bloss einen Betrag von Fr. 1'850.– erhalten. Damit habe sich ihr Einkommen in
der Zeitspanne vom 11. August 2018 bis 31. August 2019 nicht wie von der Vor-
instanz ermittelt auf Fr. 40'495.90, sondern bloss auf Fr. 37'745.50 belaufen. Dar-
aus resultiere ein monatliches Einkommen in der Phase I von Fr. 2'903.– (Urk. 20
S. 7).
Die Vorinstanz hat zum Einkommen der Klägerin 1 aus ihrem zweimonatigen Ein-
satz für die G._ GmbH ausgeführt, es würden diesbezüglich kein Arbeitsver-
trag und keine weiteren Belege im Recht liegen. Gestützt auf die Ausführungen
der Parteien sei von einem Stundenlohn von netto Fr. 100.– und einer Einsatz-
dauer von durchschnittlich 5.75 Stunden pro Woche auszugehen. Daraus resultie-
re ein durchschnittlicher Verdienst von netto Fr. 2'300.– pro Monat (Urk. 21 S. 16).
Die Klägerin bestreitet im Berufungsverfahren weder den Stundenlohn von netto
Fr. 100.– noch die angenommene Arbeitszeit von 5.75 Stunden pro Woche. Ge-
stützt auf diese Parameter resultiert in Übereinstimmung mit der Vorinstanz ein
durchschnittlicher Lohn von netto Fr. 2'300.– pro Monat. Die von der Klägerin 1
erstmals im Berufungsverfahren vorgetragene Behauptung, sie sei von der
G._ GmbH für den zweimonatigen Einsatz nur im Umfang von gesamthaft
Fr. 1'850.– entlöhnt worden, ist nicht stichhaltig. Zum einen widerspricht sie damit
ihrer eigenen Darstellung im vorinstanzlichen Verfahren, wo sie noch ausgeführt
hatte, alleine im Januar 2019 einen Verdienst von Fr. 2'052.– erzielt zu haben (VI-
Prot. S. 6). Zum anderen blieb ihre Behauptung unbelegt. Anstatt die effektiv er-
folgten Lohnzahlungen mit Kontoauszügen zu belegen, verlangt die Klägerin 1 die
Edition der Lohnzahlungsbelege durch den Beklagten (vgl. Urk. 20 S. 7). Weshalb
sie selber nicht dazu in der Lage sei, erklärt sie nicht. An einer Edition besteht un-
ter diesen Umständen kein schützenswertes Interesse. Damit gelingt es der Klä-
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gerin 1 nicht, darzutun, dass die G._ GmbH sie für die von ihr geleistete Ar-
beit nur mit Fr. 1'850.– entlöhnt habe. Es bleibt damit bei der von der Vorinstanz
vorgenommenen Berechnung des Einkommens aus dem zweimonatigen Einsatz
für die G._ GmbH.
6.2.2 Der Beklagte beharrt im Berufungsverfahren auf der Anrechnung eines
Einkommens der Klägerin 1 von ca. Fr. 600.– pro Monat aus dem Betrieb einer
Solaranlage auf dem Dach ihrer Schwester. Der blosse Umstand, dass die Kläge-
rin 1 das entsprechende Einkommen nicht in der Steuererklärung deklariere, be-
deute nicht, dass dieses nicht anfalle (Urk. 26 S. 6).
Die Vorinstanz hat diesbezüglich ausgeführt, den Akten - insbesondere der Steu-
ererklärung der Klägerin 1 - lasse sich kein Ertrag aus der auf dem Dach der
Schwester installierten Solaranlage entnehmen. Der Beklagte habe seine diesbe-
züglichen Behauptungen nicht zu untermauern vermocht (Urk. 21 S. 18).
Die Behauptungen des Beklagten zum Einkommen der Klägerin 1 aus der Solar-
anlage blieben im erstinstanzlichen Verfahren vage. Er führte im Rahmen seiner
Klageantwort bloss aus, die Klägerin 1 habe seinerzeit Fr. 32'000.– in die Solar-
anlage der Schwester investiert und erziele heute daraus ein Einkommen (Urk. 15
S. 4). Dieses bezifferte er in der Einkommenstabelle ohne weitere Ausführungen
auf Fr. 250.– pro Monat (Urk. 15, Einkommenstabelle). In der Duplik ergänzte er,
die Schwester der Klägerin 1 bezahle ihr den Betrag jeweils direkt auf die Hand.
Die Klägerin habe "diesen" Ertrag (VI-Prot. S. 10). Im Berufungsverfahren ist nun
neu und ohne weitere Erklärung von einem Ertrag von Fr. 600.– pro Monat die
Rede. Belege, die ein solches Einkommen aufzeigen, liegen nach wie vor nicht
vor. Der Beklagte reicht im Berufungsverfahren neu einen Buchungsbeleg über
eine Gutschrift mit dem Zahlungszweck "Anzahlung Anlage ..." auf dem Firmen-
konto der G._ GmbH im Betrag von Fr. 20'000.– vom 27. September 2012
ein (Urk. 28/2). Entgegen seiner Darstellung ist aber nicht die Klägerin 1, sondern
ihre Schwester als Auftraggeberin der Zahlung angeführt. Was der Beklagte aus
diesem Beleg zu seinen Gunsten ableiten will, erhellt nicht. Auch der an die Klä-
gerin 1 adressierten Rechnung für einen bei der Schwester installierten Energie-
zähler für Fr. 256.60 lässt sich nichts über einen allfälligen Ertrag der Klägerin 1
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aus der Solaranlage entnehmen (Urk. 28/3). Der Beweisantrag des Beklagten be-
treffend Edition "des Vertrages mit der Schwester" (vgl. Urk. 26 S. 6) ist sodann
zu unspezifisch und nicht begründet, weshalb nicht weiter darauf einzugehen ist.
Damit bleibt es dabei, dass die Behauptungen des Beklagten zu einem Ertrag der
Klägerin 1 aus der auf dem Dach der Schwester installierten Solaranlage in den
Akten keine Stütze finden.
6.2.3 Weiter kritisiert der Beklagte, die von der Klägerin 1 ausgeübten unent-
geltlichen Tätigkeiten seien entgegen der Vorinstanz zu gewichten und zu be-
rücksichtigen. Es dürfe nicht sein, dass die Klägerin 1 ihre freiwillige, unentgeltli-
che Tätigkeit zulasten des Beklagten ausübe, indem sie vorgebe, ihre eigenen
Kosten nicht decken zu können, da sie ihre Tätigkeit im gewinnbringenden Be-
reich nicht ausdehnen könne (Urk. 26 S. 6 f.). Der Beklagte verlangt damit sinn-
gemäss, dass der Klägerin 1 ein höheres Pensum angerechnet werde.
Die Klägerin engagiert sich im Rahmen eines 15%-Pensums für den Verein
"H._" sowie ihre Einzelfirma "I._". Die Vorinstanz gelangte zum Schluss,
dass diese Tätigkeit ehrenamtlich erfolge (Urk. 21 S. 17). Dies blieb im Beru-
fungsverfahren unbestritten. Weiter führte die Vorinstanz aus, dass auf das wäh-
rend der Partnerschaft geleistete Pensum abzustellen sei und die Klägerin 1 nach
der Trennung keinen Anspruch auf Reduktion ihrer Arbeitstätigkeit habe. Aller-
dings habe die Klägerin 1 ihr Pensum nicht zulasten einer nicht gewinnbringenden
Tätigkeit reduziert. Sie sei bereits vor der Trennung in diesem Pensum ehrenamt-
lich tätig gewesen. Die Klägerin 1 könne nun nach der Trennung nicht verpflichtet
werden, einer entgeltlichen Tätigkeit in einem höheren Pensum nachzugehen, als
es die bundesgerichtliche Rechtsprechung vorsehe. Eine ehrenamtliche Tätigkeit
in einem vernünftig betriebenen Umfang sei einer erwachsenen Person zuzuge-
stehen, stelle dies doch eine wichtige Ressource für das Funktionieren einer mo-
dernen Gesellschaft dar (Urk. 21 S. 17 f.).
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist beim hauptbetreuenden Eltern-
teil mit der obligatorischen Beschulung des jüngsten Kindes eine Erwerbsarbeit
von 50%, ab dessen Eintritt in die Sekundarstufe eine solche von 80% und ab
dessen Vollendung des 16. Lebensjahres ein Vollzeiterwerb zumutbar. Von dieser
- 17 -
Richtlinie kann je nach den Umständen des konkreten Einzelfalls nach pflichtge-
mässer richterlicher Ermessensausübung abgewichen werden (BGE 144 III 481,
E. 4.7.6-4.7.9). Im vorliegenden Fall werden die Kinder von beiden Elternteilen in
gleichem Masse betreut. Es gibt daher keinen hauptbetreuenden Elternteil. Durch
die Aufteilung der Betreuungsverantwortung verfügt die Klägerin 1 über mehr zeit-
liche Kapazität zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit, als dies gemäss bundesge-
richtlicher Rechtsprechung vorgesehen ist. Dass es der Klägerin 1 neben der Be-
treuung der beiden Töchter möglich ist, in einem Pensum von mehr als 50% tätig
zu sein, zeigt sich gerade aufgrund ihres ehrenamtlichen Engagements im Um-
fang von rund 15%. Diese Kapazität hat sie in Übereinstimmung mit der Darstel-
lung des Beklagten auszuschöpfen und zum Familienunterhalt beizutragen. Zwar
ist der Vorinstanz zuzustimmen, dass ehrenamtliche Tätigkeiten eine wichtige
Ressource für die Gesellschaft darstellen. Es kann aber nicht angehen, dass sich
die Klägerin 1 im Dienste der Gesellschaft ehrenamtlich betätigt und der Beklagte
ihren ihr dadurch entgehenden Verdienst durch Unterhaltszahlungen ausgleichen
muss. Vielmehr ist von der Klägerin zu verlangen, dass sie das von ihr ehrenamt-
lich bestrittene Pensum für eine entgeltliche Tätigkeit nutzt. Ausgehend von ihrem
derzeitigen Verdienst bei der F._ AG von Fr. 2'885. – für ein 50%-Pensum
erscheint ein Einkommen durch Aufstockung des Pensums auf 65% von Fr.
3'750. – erzielbar. Der Klägerin 1 ist für die Ausdehnung ihrer Erwerbstätigkeit ei-
ne angemessene Übergangsfrist einzuräumen, damit sie die rechtlichen Vorga-
ben in die Wirklichkeit umzusetzen kann (BGE 129 III 417 E. 2.2 m.H.; BGer
5P.388/2003 vom 7. Januar 2004, E. 1.1). Es erscheint angemessen, diese Um-
stellungsfrist auf rund vier Monate festzusetzen. Der Klägerin 1 ist damit ab
1. September 2020 ein Erwerbseinkommen von Fr. 3'750. – anzurechnen.
6.2.4 Gesamthaft ist folglich von einem Einkommen der Klägerin 1 von
Fr. 3'115.– (11. August 2018 bis 31. August 2019) resp. Fr. 2'885.– (1. September
2019 bis 31. August 2020) resp. Fr. 3'750. – (1. September 2020 bis 31. August
2021) resp. Fr. 4'610.– (1. September 2021 bis 31. August 2025) resp. Fr. 5'570.–
(ab 1. September 2025) auszugehen.
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6.3 Die Klägerin weist folglich in einer ersten Phase (11. August 2018 bis
31. August 2019) ein Manko von Fr. 210.– pro Monat sowie in einer zweiten Pha-
se (1. September 2019 bis 31. August 2020) ein solches von Fr. 565.– pro Monat
auf. In der dritten Phase (1. September 2020 bis 31. August 2021) resultiert ein
Überschuss von Fr. 300. –, in der vierten Phase (1. September 2021 bis 31. Au-
gust 2025) ein solcher von Fr. 1'110.– pro Monat und in der fünften Phase (ab
1. September 2025) ein solcher von Fr. 2'025.– pro Monat.
7. Leistungsfähigkeit des Beklagten
7.1 Der Beklagte hat im vorinstanzlichen Verfahren Lebenshaltungskosten von
Fr. 3'595.– geltend gemacht (Urk. 15, Bedarfstabelle). Die Klägerin 1 anerkennt
im Berufungsverfahren diese Bedarfsberechnung ausdrücklich, mit Ausnahme
des für Steuern eingesetzten Betrages von Fr. 900.– pro Monat. Sie bringt dies-
bezüglich vor, dieser Betrag werde nicht substantiiert und sei auf maximal die
Hälfte zu reduzieren (Urk. 20 S. 9).
Der Beklagte stellt sich diesbezüglich auf den Standpunkt, die Klägerin schaffe
einen Widerspruch durch die Berechnung eines wesentlich höheren, bestrittenen
Einkommens und die verlangte Herabsetzung des Steuerbetreffnisses (Urk. 26 S.
7).
Die Steuerlast kann nur grob geschätzt werden, da sie von der Höhe und vom Er-
halt der Unterhaltszahlungen sowie von variablen Abzugsmöglichkeiten abhängt.
Legt man der Schätzung ein Einkommen des Beklagten von Fr. 6'851. – pro Mo-
nat (vgl. Erw. 7.2 nachstehend) sowie den zu versteuerenden Eigenmietwert von
Fr. 7'839.– (vgl. Urk. 9/2 S. 2) zu Grunde und veranschlagt Abzüge (Fremdbe-
treuung, Berufskosten, Sozialabzüge, Versicherungsprämien etc.) von rund
Fr. 30'000.– (vgl. die vom Beklagten geltend gemachten Abzüge in Urk. 9/2 S. 3)
sowie abzugsfähige Unterhaltszahlungen in der ersten Phase von monatlich rund
Fr. 1'800.– (vgl. Erw. 9.1 nachstehend), resultiert ein steuerbares Einkommen von
ca. Fr. 39'000.–. Ausgehend von einem steuerbaren Vermögen von Fr. 1.3 Mio.
(vgl. 9/2 S. 4) ergibt dies eine Steuerlast von ungefähr Fr. 4'700. – pro Jahr resp.
Fr. 390.– pro Monat (www.steueramt.zh.ch). In der zweiten Phase erhöhen sich
- 19 -
die Unterhaltszahlungen des Beklagten aufgrund der grösseren Unterdeckung der
Klägerin 1 auf rund Fr. 2'400.– pro Monat (vgl. Erw. 9.2 nachstehend), weshalb
sich die Steuerlast auf rund Fr. 4'000.– pro Jahr resp. Fr. 330.– pro Monat redu-
ziert. Mit der Erhöhung des Pensums der Klägerin 1 ab 1. September 2020 redu-
zieren sich die Unterhaltszahlungen wieder, womit sich auch die Steuerlast er-
höht. Zunächst ist ausgehend von Unterhaltszahlungen von Fr. 1'800.– in der drit-
ten Phase (vgl. Erw. 9.3 nachstehend) wiederum von einer Steuerlast von monat-
lich Fr. 390.– auszugehen (vgl. Erw. oben). Hernach reduzieren sich die Unter-
haltszahlungen auf monatlich Fr. 1'000.– in der vierten Phase resp. monatlich
Fr. 800.– in der fünften Phase (vgl. Erw. 9.4 und 9.5 nachstehend), womit sich die
Steuerlast auf ungefähr Fr. 490.– belaufen wird.
Gesamthaft ist damit in einer ersten Phase (11. August 2018 bis 31. August 2019)
von einem beklagtischen Bedarf von Fr. 3'085.– auszugehen. In der zweiten Pha-
se (1. September 2019 bis 31. August 2020) beläuft sich der Bedarf des Beklag-
ten zufolge Reduktion des Steuerbetreffnisses auf Fr. 3'025.– und erhöht sich in
der dritten Phase (1. September 2020 bis 31. August 2021) wieder auf Fr. 3'085.–
pro Monat. Ab 1. September 2021 ist von einem beklagtischen Bedarf von monat-
lich Fr. 3'185.– auszugehen (vgl. Urk. 21 S. 26 mit Verweis auf act. 15 S. 5 ff.).
7.2 Zum Einkommen des Beklagten macht die Klägerin 1 geltend, dieses habe
bis kurz vor der Trennung bei einem 80%-Pensum bei der J._ Inc.
Fr. 9'508.75 brutto zzgl. 13. Monatslohn betragen. Diese Anstellung habe der Be-
klagte anfangs 2018 gekündigt, weil er sich auf seine eigene Firma, die G._
GmbH, habe konzentrieren wollen. Sein Einkommen lege er seither selber fest.
Im Jahr 2018 habe er gegenüber den Steuerbehörden ein Einkommen aus der
Tätigkeit für die G._ GmbH von Fr. 20'936.– deklariert, womit er sich - abzüg-
lich der Kinderzulagen - einen Lohn von bloss Fr. 1'344.– pro Monat ausbezahlt
hätte. Dies sei kaum denkbar. Von den deklarierten Zahlen könne daher nicht
ausgegangen werden. Wenn der Beklagte nicht in der Lage sei, ein für die ganze
Familie deckendes Einkommen zu erzielen, sei es ihm zuzumuten, wieder für die
J._ Inc. zu arbeiten. Es sei daher vom letzten Einkommen des Beklagten bei
der J._ Inc. von netto Fr. 8'786.– zzgl. 13. Monatslohn auszugehen. Hinzu
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komme ein Einkommen aus der eigenen Solaranlage von monatlich
Fr. 2'350.–, womit auf Seiten des Beklagten ein Einkommen von Fr. 11'136.– an-
zurechnen sei. Der Beklagte selber beziffere sein Einkommen ohne nähere Be-
gründung auf Fr. 6'851.75. Von diesem Mindesteinkommen sei auszugehen
(Urk. 20 S. 8 f.).
Der Beklagte führt aus, die Vorinstanz habe seine berufliche Situation bis auf ein
paar Details zutreffend wiedergegeben. Es brauche nicht weiter darauf eingegan-
gen zu werden. Ein hypothetisches Einkommen könne nicht angerechnet werden
(Urk. 26 S. 7).
Entgegen der Darstellung des Beklagten hat die Vorinstanz seine berufliche Si-
tuation nicht beurteilt. Dem vorinstanzlichen Urteil sind keinerlei Ausführungen zu
seinem Einkommen zu entnehmen. Inwiefern der Beklagte zur J._ Inc. zu-
rückkehren könnte und in welcher Höhe ihm diesfalls ein Einkommen anzurech-
nen wäre, kann vorliegend indes offenbleiben. Die Klägerin 1 legt ihrer Unter-
haltsberechnung im Berufungsverfahren letztlich das vom Beklagten im erstin-
stanzlichen Verfahren behauptete und im Berufungsverfahren von ihm nicht the-
matisierte Einkommen von netto Fr. 6'851.– pro Monat (vgl. Urk. 15, Einkom-
menstabelle) zu Grunde (Urk. 20 S. 10). Hierauf ist abzustellen.
7.3 Eine Gegenüberstellung des beklagtischen Bedarfs mit seinem Einkommen
ergibt eine Leistungsfähigkeit in der ersten Phase (11. August 2018 bis 31. Au-
gust 2019) von Fr. 3'766.– pro Monat. In der zweiten Phase (1. September 2019
bis 31. August 2020) erhöht sich die Leistungsfähigkeit auf Fr. 3'826.–. In der drit-
ten Phase beträgt die Leistungsfähigkeit des Beklagten wieder Fr. 3'766.– pro
Monat. Ab 1. September 2021 ist schliesslich von einer Leistungsfähigkeit des
Beklagten von monatlich Fr. 3'666.– auszugehen.
8. Barbedarf der Kinder
8.1 Den Barbedarf von B._ und C._ hat die Vorinstanz ebenfalls nicht
ermittelt. Dies ist nachzuholen. Wie der Beklagte zutreffend ausführt (Urk. 26 S.
4), fallen aufgrund der hälftigen Kinderbetreuung bei beiden Parteien Kinderkos-
- 21 -
ten an. Die Berechnung des Barbedarfs der Kinder hat daher zu unterscheiden,
bei welchem Elternteil die Kosten anfallen resp. wer diese Kosten übernimmt.
8.2 Der Barbedarf von B._ und C._ präsentiert sich wie folgt.
B._/Mutter C._/Mutter B._/Vater C._/Vater
Grundbetrag
ab 1. September 2019
Fr. 300 200
300
300 200
300
Wohnkosten Fr. 380 380 190 190
Krankenkasse
ab 1. September 2019
Fr. 31
120
27
116
Fremdbetreuungskosten Fr. 205 205 205 205
Hobbies Fr. 40 40 40 40
abzgl. Kinderzulage
ab 1. September 2019
ab 1. September 2021
Fr. 100
125
100
125
100
125
100
125
Total (gerundet)
ab 1. September 2019
ab 1. September 2021
Fr.
Fr.
Fr.
855
920
920
750
940
915
635
610
610
535
635
610
8.3 Hierzu ist Folgendes festzuhalten:
- Die Grundbeträge stützen sich auf das Kreisschreiben der  des Obergerichts des Kantons Zürich betreffend die Richtlinien
für die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums vom
16. September 2009 (ZR 2009 S. 253 ff., fortan Richtlinien). C._ ist im
Verlaufe des Augusts 2019 10 Jahre alt geworden, womit sich ihr Grundbe-
- 22 -
trag ab 1. September 2019 auf Fr. 600.– erhöht. Da die Eltern die Betreuung
der Kinder je zur Hälfte übernehmen, rechtfertigt es sich, den Grundbetrag
der Kinder je hälftig bei beiden Elternteilen anzurechnen.
- Die Wohnkosten der Klägerin 1 sind im Betrag von Fr. 1'900.– ausgewiesen
(Urk. 6/9). Bei einem Haushalt mit zwei Kindern werden gemäss Erläuterun-
gen des Amtes für Jugend und Berufungsberatung zur Zürcher Kin-
derkostentabelle pro Kind ein Viertel der Wohnkosten angerechnet
(ww.ajb.zh.ch/internet/bildungsdirektion/ajb/de/beratung-familie-und-kinder/
unterhalt/erlaeuterungen_kinderkostentabelle.html). Die Vorinstanz hat im
Bedarf der Kinder bloss einen Wohnkostenanteil von 20% angerechnet. Die
Klägerin 1 stellt in ihrer Bedarfsberechnung auf den von der Vorinstanz be-
rechneten Wohnkostenanteil von Fr. 380.– pro Kind ab (Urk. 20 S. 10 ff.),
weshalb sich keine Korrektur aufdrängt.
Die Wohnkosten des Beklagten blieben im geltend gemachten Betrag von
Fr. 950.– (Urk. 15, Bedarfstabelle) sowohl im erstinstanzlichen wie auch im
Berufungsverfahren unbestritten. Ausgehend von einem Wohnkostenanteil
der Kinder von je 20% ist im Bedarf ein Betrag von je Fr. 190.– zu berück-
sichtigen.
- Die Kosten für die Krankenkasse sind im Betrag von Fr. 120.30 bei B._
und Fr. 116.– bei C._ ausgewiesen (Urk. 14/20). Hiervon ist die für das
Jahr 2019 ebenfalls ausgewiesene Prämienverbilligung von Fr. 89.–
(Urk. 14/24) in Abzug zu bringen. Wie die Klägerin 1 zu Recht ausführt
(Urk. 20 S. 11) und vom Beklagten auch unbestritten blieb, ist künftig unter
Einrechnung der vom Beklagten zu leistenden Unterhaltsbeiträge nicht mehr
mit einer Prämienverbilligung zu rechnen. Aus Praktikabilitätsgründen ist in
Übereinstimmung mit dem vorinstanzlichen Urteil mit einem Wegfall der
Prämienverbilligung ab der zweiten Phase der Unterhaltsberechnung zu
rechnen. Im Berufungsverfahren blieb unbestritten, dass die Klägerin 1 für
die Krankenkassenkosten der Kinder aufkommt (vgl. Urk. 20 S. 6).
- 23 -
- Die Klägerin 1 geht von Fremdbetreuungskosten ohne Vergünstigungen von
Fr. 260.– pro Kind für den Mittagstisch und Fr. 150.– pro Kind für das Ferien-
lager aus. Sie macht geltend, beide Elternteile würden jeweils diejenigen
Kosten übernehmen, welche in ihrer Betreuungszeit anfielen, weshalb bei
jedem Elternteil die Hälfte der Kosten anzurechnen seien (Urk. 20 S. 6).
Der Beklagte hält dem entgegen, es sei bloss von Kosten für den Mittags-
tisch von Fr. 137.50 pro Monat für beide Kinder zusammen auszugehen. Der
von der Klägerin 1 für das Ferienlager eingesetzte Betrag von je Fr. 150.–
pro Kind sei zwar richtig, aber diese Kosten habe in der Vergangenheit je-
weils er bezahlt. Die Klägerin 1 habe lediglich Fr. 110.– für das Herbstlager
bezahlt, womit bei ihr bloss Fr. 9.20 für das Ferienlager angerechnet werden
könnten (Urk. 26 S. 5).
Die Ausführungen der Parteien zu den Fremdbetreuungskosten erweisen
sich als äusserst rudimentär. Es wird nicht ausgeführt, welches Kind an wel-
chem Tag in welcher Regelmässigkeit den Mittagstisch oder die Nachmit-
tagsbetreuung besucht und wie viel dies kostet. Den von der Klägerin 1 im
vorinstanzlichen Verfahren eingereichten Rechnungen der Primarschule
K._ (Urk. 14/29) sowie der vom Beklagten eingereichten Bestätigung
über die Betreuungskosten im Jahr 2018 (Urk. 9/6) kann immerhin entnom-
men werden, dass für B._ und C._ in der Zeit von Januar 2018 bis
Februar 2019 Fremdbetreuungskosten von insgesamt Fr. 2'905.90 angefal-
len sind, was einem monatlichen Betrag von Fr. 104.– pro Kind entspricht.
Hiervon ist auszugehen. Den Rechnungen ist in Verbindung mit dem Rabatt-
reglement ebenfalls zu entnehmen, dass der Tarif ausgehend von einem
steuerbaren Einkommen zwischen Fr. 30'001.– und Fr. 50'000.– mit 40%
Rabatt berechnet wurde (Urk. 14/29). Entgegen der Darstellung der Klägerin
1 ist auch unter Berücksichtigung der vom Beklagten zu leistenden Unter-
haltszahlungen derzeit nicht von einem Fr. 50'000.– übersteigenden steuer-
baren Einkommen auszugehen. Die Rabattstufe bleibt daher unverändert.
Dies würde sich grundsätzlich mit Erhöhung des Arbeitspensums der Kläge-
rin 1 auf 80% ab 1. September 2021 bzw. 100% ab 1. September 2025 än-
- 24 -
dern. Es ist aber davon auszugehen, dass der Fremdbetreuungsbedarf der
Kinder mit steigendem Alter abnimmt, sodass die Kostenerhöhung aufgrund
des wegfallenden Rabatts dadurch kompensiert wird. Es rechtfertigt sich da-
her, in allen Phasen mit Fremdbetreuungskosten der Kinder von Fr. 104.–
pro Monat zu rechnen. Diese sind mit Blick auf die unbestritten gebliebene
Behauptung der Klägerin, wonach beide Parteien die in ihren Betreuungs-
wochen anfallenden Kosten übernehmen würden, bei beiden Parteien je zur
Hälfte anzurechnen.
Was die Auslagen für das Ferienlager anbelangt, sind die Kosten von
Fr. 150.– pro Kind unbestritten. Dem Beklagten ist es nicht gelungen darzu-
legen, dass er in der Vergangenheit für diese Kosten aufgekommen ist. Er
verweist in der Berufungsantwort zwar auf die Markierung auf dem einge-
reichten Auszug des Kinderkontos (Urk. 26 S. 5). Diesem Auszug kann aber
nichts zur Frage, wer für die Ferienlager aufgekommen ist, entnommen wer-
den. Die Kosten sind demnach bei beiden Parteien je zur Hälfte anzurech-
nen.
- Die Klägerin 1 macht geltend, die Parteien hätten die Hobbykosten der Kin-
der jeweils zur Hälfte übernommen und seien daher nun aufzuteilen. Für
B._ würden für das Reiten und Töpfern rund Fr. 340.– und für C._
für den Turnverein und das Töpfern rund Fr. 140.– pro Monat anfallen (Urk.
20 S. 6).
Der Beklagte stellt sich auf den Standpunkt, die Kosten für das Reiten und
das Töpfern für beide Kinder zusammen hätten sich in der Vergangenheit
auf Fr. 1'185.– bzw. Fr. 720.– pro Jahr belaufen, womit monatliche Hobby-
kosten von Fr. 158.75 resultieren würden (Urk. 26 S. 5).
Die (sehr vagen) Angaben beider Parteien lassen sich anhand der Akten
nicht verifizieren. Es ist unklar, welche Hobbies die Kinder derzeit ausüben
und welche Auslagen in diesem Zusammenhang anfallen. In den Akten lie-
gen für das Jahr 2019 eine Rechnung für einen Kochkurs von B._ so-
wie einen Töpferkurs mit einem Kursgeld von je Fr. 50.– sowie eine Kursbe-
- 25 -
stätigung für einen Semesterkurs im Werkatelier für C._ mit einem
Kursgeld von Fr. 180.– (Urk. 14/30). Hieraus resultieren ausgewiesene Hob-
bykosten für beide Kinder im Jahr 2019 von Fr. 280.–, was einem durch-
schnittlichen Betrag von Fr. 12.– pro Monat und Kind entspricht. Belege zu
den von beiden Parteien erwähnten Kosten im Zusammenhang mit dem Rei-
ten fehlen. Ebenso wenig liegen Unterlagen zu den von der Klägerin 1 gel-
tend gemachten Kosten für den Turnverein von C._ im Recht. Mangels
Belegen ist daher auf den vom Beklagten anerkannten Betrag für Hobbies
von Fr. 158.75 pro Monat für beide Kinder abzustellen. Dieser Betrag von
gerundet Fr. 80.– pro Kind erscheint mit Blick auf das Alter der Kinder auch
angemessen. Zu der von der Klägerin 1 erhobenen Behauptung, die Partei-
en hätten die Hobbykosten der Kinder in der Vergangenheit zur Hälfte über-
nommen, äussert sich der Beklagte nicht in verständlicher Weise (vgl. Urk.
26 S. 5 f.). Es ist damit auf die Darstellung der Klägerin 1 abzustellen und
beiden Parteien je die Hälfte der Hobbykosten der Kinder anzurechnen.
- B._ und C._ steht bis zum zwölften Altersjahr eine Kinderzulage
von monatlich Fr. 200.– zu. Danach erhöht sich diese auf Fr. 250.– pro Mo-
nat. In diesem Umfang reduziert sich der Barbedarf der Kinder. Mit Blick auf
die hälftige Betreuung der Kinder erscheint es angemessen, jeder Partei die
Hälfte der Kinderzulagen zuzusprechen. Entsprechend ist derjenige Eltern-
teil, welcher die Kinderzulagen bezieht, zu verpflichten, dem anderen Eltern-
teil die Hälfte der Kinderzulage zu überweisen.
9. Konkrete Unterhaltsberechnung
9.1 Phase I (11. August 2018 bis 31. August 2019)
9.1.1 Die Klägerin weist in der ersten Phase ein Manko von Fr. 210.– pro Monat
auf. Sie ist entsprechend nicht in der Lage, mit ihrem Einkommen ihren eigenen
Bedarf zu decken, geschweige denn für die bei ihr anfallenden Kinderkosten auf-
zukommen.
- 26 -
9.1.2 Der Beklagte weist demgegenüber eine Leistungsfähigkeit von Fr. 3'766.–
pro Monat auf. Damit ist er in der Lage, neben den bei ihm anfallenden Kinderkos-
ten (Fr. 635.– für B._ und Fr. 535.– für C._) für die Differenz zwischen
dem Einkommen der Klägerin und ihrem Bedarf von Fr. 210.– (Betreuungsunter-
halt) sowie für die bei der Klägerin 1 anfallenden Barkosten von Fr. 855.– für
B._ bzw. Fr. 750.– für C._ (Barunterhalt) aufzukommen. Der Beklagte
ist daher in der ersten Phase zu verpflichten, der Klägerin 1 für B._ einen Un-
terhaltsbeitrag von Fr. 855.– pro Monat und für C._ einen solchen von Fr.
960.– (hiervon
Fr. 210.– als Betreuungsunterhalt) zu bezahlen.
9.2 Phase II (1. September 2019 bis 31. August 2020)
9.2.1 In der zweiten Phase weist die Klägerin 1 ein Manko von Fr. 565.– pro
Monat auf. Sie ist damit nach wie vor nicht in der Lage, mit ihrem Einkommen ih-
ren eigenen Bedarf zu decken oder für die bei ihr anfallenden Kinderkosten auf-
zukommen.
9.2.2 Auf Seiten des Beklagten liegt demgegenüber eine Leistungsfähigkeit von
Fr. 3'826.– pro Monat vor. Er ist damit in der Lage, neben den bei ihm anfallenden
Kinderkosten (Fr. 610.– für B._ und Fr. 635.– für C._) für die Differenz
zwischen dem Einkommen der Klägerin und ihrem Bedarf von
Fr. 565.– (Betreuungsunterhalt) sowie für die bei der Klägerin 1 anfallenden Bar-
kosten von Fr. 920.– für B._ bzw. Fr. 940.– für C._ (Barunterhalt) aufzu-
kommen. Der Beklagte ist daher in der zweiten Phase zu verpflichten, der Kläge-
rin für B._ einen Unterhaltsbeitrag von Fr. 920.– pro Monat und für C._
einen solchen von Fr. 1'505.– (hiervon Fr. 565.– als Betreuungsunterhalt) zu be-
zahlen.
9.3 Phase III (1. September 2020 bis 31. August 2021)
9.3.1 Ab 1. September 2020 verfügt die Klägerin 1 aufgrund der Erhöhung ihres
Arbeitspensums auf 65% über eine Leistungsfähigkeit von Fr. 300.– pro Monat.
Der Beklagte weist eine solche von Fr. 3'766.– auf. Die Parteien haben den Bar-
- 27 -
bedarf der Kinder grundsätzlich proportional zu ihrer Leistungsfähigkeit zu über-
nehmen. Der Beklagte erweist sich indes als über zehn Mal leistungsfähiger als
die Klägerin 1, sodass es sich bei diesen Grössenordnungen rechtfertigt, auf eine
Beteiligung der Klägerin 1 an den Barbedarfskosten der Kinder zu verzichten. Der
Beklagte ist nämlich in der Lage, neben den bei ihm anfallenden Kinderkosten
(Fr. 610.– für B._ und Fr. 635.– für C._) für die bei der Klägerin 1 anfal-
lenden Barkosten von Fr. 920.– für B._ bzw. Fr. 940.– für C._ (Barun-
terhalt) aufzukommen. Ihm verbleibt auch dann noch ein Überschuss von Fr.
661.–. Der Beklagte ist daher in der dritten Phase zu verpflichten, der Klägerin für
B._ einen Unterhaltsbeitrag von Fr. 920.– pro Monat und für C._ einen
solchen von monatlich Fr. 940.– für C._ zu bezahlen.
9.3.2 Da die Klägerin 1 mit ihrem Einkommen ihre Lebenshaltungskosten de-
cken kann, ist kein Betreuungsunterhalt geschuldet.
9.4 Phase IV (1. September 2021 bis 31. August 2025)
9.4.1 Ab 1. September 2021 verfügt die Klägerin 1 aufgrund der Erhöhung ihres
Arbeitspensums auf 80% über eine Leistungsfähigkeit von Fr. 1'100.– pro Monat.
Der Beklagte weist eine Leistungsfähigkeit von monatlich Fr. 3'666.– auf. Ausge-
hend von der proportionalen Leistungsfähigkeit der Parteien hat der Beklagte für
drei Viertel der Barbedarfskosten von B._ und C._ aufzukommen.
9.4.2 B._ weist gesamthaft einen Barbedarf von Fr. 1'530.– auf, wovon der
Beklagte seiner Leistungsfähigkeit entsprechend insgesamt Fr. 1'147.50 zu über-
nehmen hat. Hiervon kommt er im Umfang von Fr. 610.– durch Bezahlung der bei
ihm anfallenden Kinderkosten auf. Folglich hat der Beklagte der Klägerin 1 noch
gerundet Fr. 537.– an den Barunterhalt von B._ zu bezahlen.
C._ weist einen Barbedarf von insgesamt Fr. 1'525.– auf. Hiervon hat der
Beklagte seiner Leistungsfähigkeit entsprechend Fr. 1'143.75 zu übernehmen. Da
er im Umfang von Fr. 610.– für die bei ihm anfallenden Kinderkosten von C._
aufkommt, hat er der Klägerin 1 noch einen Betrag von gerundet Fr. 534.– an den
Barunterhalt von C._ zu bezahlen.
- 28 -
9.4.3 Da die Klägerin 1 mit ihrem Einkommen ihre Lebenshaltungskosten de-
cken kann, ist kein Betreuungsunterhalt geschuldet.
9.5 Phase V (ab 1. September 2025)
9.4.1 Ab 1. September 2025 verfügt die Klägerin 1 aufgrund der Erhöhung ihres
Arbeitspensums auf 100% über eine Leistungsfähigkeit von Fr. 2'025.– pro Mo-
nat. Der Beklagte weist unverändert eine solche von Fr. 3'666.– auf. Ausgehend
von der proportionalen Leistungsfähigkeit der Parteien hat der Beklagte für zwei
Drittel der Barbedarfskosten von B._ und C._ aufzukommen.
9.5.2 B._ weist gesamthaft einen Barbedarf von Fr. 1'530.– auf, wovon der
Beklagte seiner Leistungsfähigkeit entsprechend insgesamt Fr. 1'020.– zu über-
nehmen hat. Hiervon kommt er im Umfang von Fr. 610.– durch Bezahlung der bei
ihm anfallenden Kinderkosten auf. Folglich hat der Beklagte der Klägerin 1 noch
(gerundet) Fr. 410.– an den Barunterhalt von B._ zu bezahlen.
C._ weist einen Barbedarf von insgesamt Fr. 1'525.– auf. Hiervon hat der
Beklagte seiner Leistungsfähigkeit entsprechend Fr. 1'016.65 zu übernehmen. Da
er im Umfang von Fr. 610.– für die bei ihm anfallenden Kinderkosten von C._
aufkommt, hat er der Klägerin 1 noch einen Betrag von gerundet Fr. 407.– an den
Barunterhalt von C._ zu bezahlen.
9.5.3 Da die Klägerin 1 mit ihrem Einkommen ihre Lebenshaltungskosten de-
cken kann, ist kein Betreuungsunterhalt geschuldet.
D. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Abschliessend ist über die Kosten- und Entschädigungsfolgen des erst- und
zweitinstanzlichen Verfahrens zu befinden.
2. Die Vorinstanz hat die Gerichtskosten auf Fr. 4'000. – festgesetzt und den
Parteien je zur Hälfte auferlegt. Parteientschädigungen wurden nicht zugespro-
chen (Urk. 21, Dispositiv-Ziffern 9-11). Die Höhe der Gerichtsgebühr entspricht
den gesetzlichen Vorgaben und wurde von den Parteien zu Recht nicht bean-
standet, weshalb sie zu bestätigen ist. Angesichts des Umstandes, dass vor Vor-
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instanz neben den Unterhaltsbeiträgen auch sämtliche Kinderbelange im engeren
Sinn (elterliche Sorge, Obhut, Betreuungsanteile) zu regeln waren, erweist sich
auch die praxisgemässe hälftige Kostenauflage an die Parteien unter Wettschla-
gung der Entschädigungsansprüche als sachgerecht.
3. Die Höhe der Gerichtsgebühr richtet sich nach der Gebührenverordnung des
Obergerichts vom 8. September 2010 und ist aufgrund der vermögensrechtlichen
Natur der vorliegenden Klage streitwertabhängig (§ 2 GebV OG). Für die Streit-
wertberechnung gilt als Wert wiederkehrender Nutzungen und Leistungen der
Kapitalwert. Bei ungewisser oder unbeschränkter Dauer gilt als Kapitalwert der
zwanzigfache Betrag der einjährigen Nutzung oder Leistung und bei Leibrenten
der Barwert (Art. 92 ZPO). Die Unterhaltsbeiträge werden vorliegend bis zum Ab-
schluss einer ordentlichen Ausbildung der Klägerinnen 2 und 3 zugesprochen.
Obwohl damit die Leistungsdauer an sich ungewiss ist, wäre das Abstellen auf
den zwanzigfachen Betrag der Jahresrente unangebracht. Es ist das zu erwar-
tende Ende der Ausbildung abzuschätzen und dann im Sinne von Art. 92 Abs. 1
ZPO der Kapitalwert zu ermitteln (Diggelmann, DIKE-Komm-ZPO, Art. 92 N 7).
Mangels anderer Angaben ist der Abschluss der Ausbildung mit Erreichen des
20. Lebensjahres anzunehmen.
Ausgehend von den Rechtsbegehren der Parteien ist von einem Streitwert im Be-
rufungsverfahren von rund Fr. 170'000.– auszugehen. Die Grundgebühr ist damit
in Anwendung von § 2 lit. a, c und d, § 4 Abs. 1 und 2 sowie § 12 Abs. 1 in Ver-
bindung mit Abs. 2 GebV OG auf Fr. 11'550.– festzusetzen und in Anwendung
von § 4 Abs. 3 GebV OG auf Fr. 5'800.– zu reduzieren.
4. Die Klägerin 1 begehrte im Berufungsverfahren die Festsetzung von Unter-
haltsleistungen, welche bis zum Erreichen des 20. Altersjahres von B._ und
C._ einen Gesamtbetrag von rund Fr. 186'000.– ausmachen würden. Der
Beklagte schloss auf Abweisung der Berufung, womit er sich mit dem vorinstanz-
lichen Urteil identifizierte, welches eine Unterhaltspflicht im Gesamtbetrag von
rund Fr. 16'000.– bis zum Erreichen des 20. Altersjahr von B._ und C._
vorsah.
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Nach erfolgter Anpassung im Berufungsverfahren resultiert ein Gesamtunter-
haltsbetrag von rund Fr. 155'000.–. Unter diesen Umständen rechtfertigt es sich,
dem Beklagten 4/5 und der Klägerin 1 1/5 der Kosten des zweitinstanzlichen Ver-
fahrens aufzuerlegen. Ausgangsgemäss ist der Beklagte zu verpflichten, der Klä-
gerin 1 eine auf 3/5 reduzierte Parteientschädigung von Fr. 3'000.– zzgl. 7.7%
Mehrwertsteuer, also gesamthaft Fr. 3'231.–, zu bezahlen (§ 4 Abs. 1, 2 und 3
i.V.m. § 11 Abs. 1 i.V.m. § 13 Abs. 1 und 2 AnwGebV).
5. Die Klägerin 1 ersucht im Berufungsverfahren um Gewährung der unentgelt-
lichen Rechtspflege. Sie macht geltend, sie könne selbst unter Berücksichtigung
der von ihr verlangten Unterhaltsbeiträge die Lebenshaltungskosten der Familie
nur knapp decken. Auch auf Vermögen könne sie zur Bestreitung der Gerichts-
und Rechtsvertretungskosten nicht zurückgreifen. Da sie lange Zeit selbständig-
erwerbend gewesen sei, habe sie ihr Geld in einem Vermögensbildungs-Fonds
namens L._ angelegt. Dies ersetze ihre Altersvorsorge. Es handle sich um
langfristige Rückstellungen, welche nicht angetastet werden sollten. Da sie auch
nicht auf sonstiges Vermögen zurückgreifen könne, habe sie bereits bei verschie-
denen Freunden Darlehen aufnehmen müssen (Urk. 20 S. 15).
Die gesuchstellende Person hat gemäss Art. 119 Abs. 2 ZPO die zur Beurteilung
ihres Gesuchs relevanten Einkommens- und Vermögensverhältnisse umfassend
darzulegen - es trifft sie bei der Abklärung der wirtschaftlichen Verhältnisse eine
umfassende Mitwirkungspflicht. Kommt sie dieser Mitwirkungspflicht nicht oder
nur ungenügend nach und kann als Folge davon ihre Bedürftigkeit nicht hinrei-
chend beurteilt werden, ist der Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege zu ver-
weigern (BGE 120 Ia 179).
Dieser Mitwirkungspflicht ist die Klägerin 1 nicht ausreichend nachgekommen. Sie
dokumentiert neben ihrem Privatkonto mit einem Saldo von Fr. 1'040.90
(Urk. 23/1) einzig ihr im Vermögensbildungs-Fonds L._ angelegtes Vermö-
gen, welches sich per 30. September 2019 auf Fr. 43'791.39 belaufen hat (Urk.
23/2-4). Ob dieses Vermögen ihre Altersvorsorge ersetzt, kann nicht beurteilt
werden, weil die Klägerin 1 keine Belege zu der von ihr geltend gemachten selb-
ständigen Erwerbstätigkeit oder dem bestehenden Altersguthaben aus beruflicher
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Vorsorge einreicht. Hinzu kommt, dass aus der von ihr eingereichten provisori-
schen Rechnung für die Staats- und Gemeindesteuern 2019 als Berechnungs-
grundlage ein Vermögen von Fr. 58'000.– zu entnehmen ist (Urk. 23/10). In der
Steuererklärung 2017 weist die Klägerin 1 denn auch ein Vermögen von Fr.
58'488.– auf, welches sich neben dem Fonds-Vermögen und dem Saldo des Raif-
feisenkontos hauptsächlich aus einem Postkonto sowie einem Kontokorrent bei
der G._ GmbH ergibt (Urk. 6/1). Was mit dem Postkonto sowie dem Konto-
korrent bei der G._ GmbH resp. den entsprechenden Vermögenswerten
passiert ist, führt die Klägerin 1 nicht aus. Die aktuelle Steuererklärung 2018 wur-
de nicht eingereicht. Damit besteht auch keine Klarheit über ihre aktuellen finan-
ziellen Verhältnisse. Unter diesen Umständen ist es dem Gericht nicht möglich,
die Bedürftigkeit der Klägerin 1 abschliessend zu beurteilen. Das Gesuch um Ge-
währung der unentgeltlichen Rechtspflege ist damit abzuweisen.