Decision ID: 444da88b-9a2a-4cff-9f4c-7967f4052db2
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1956 geborene
X._
meldete sich am 2
9.
Mai 2009 (Eingangsdatum gemäss Aktenverzeichnis) bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/1).
Nach Vornahme medizini
scher und erwerblicher Abklärungen verneinte die IV-Stelle m
it Verfügung vom 1
2.
März 2010 einen Leistungsanspruch (
Urk.
8/19).
1.2
Am 1
5.
Oktober 2013 rutschte
X._
, welcher seit dem
8
.
September 2009 bei der
Y._
AG
als Gärtner/Maschinist
angestellt und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert
war
, beim Verlegen einer Platte
ab
und
verspürte danach
starke Schmerzen in der
rechten
Schulter (Unfallmeldung vom 1
1.
November 2013,
Urk.
8/27/80). Die Suva kam in der Folge für Heilbehandlungskosten auf und erbrachte Taggeldleistungen (vgl. Schreiben der Suva vom 2
9.
Januar 2014,
Urk.
8/27/50). Am 3
1.
März 2014 (Datum gemäss Aktenverzeichnis) meldete sich
X._
bei der IV-Stelle
erneut
zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/2
0
). Die IV-Stelle liess in
der Folge einen Auszug aus dem I
ndividuellen Konto (IK-Auszug vom 2
4.
April 2014
,
Urk.
8/24
) erstellen
, zog die Akten der Suva
bei (
Urk.
8/27,
Urk.
8/35, Urk. 8/40 und
Urk.
8/48) und nahm erwerbliche und medizinische Abklärungen vor, in deren Rahmen sie ein Gutachten bei
Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und
Psychotherapie, und
Dr.
med.
A._
, Facharzt FMH für
Innere Medizin und Rheumaerkrankungen
,
in Auftrag
gab (Mitteilung vom 5. März 2015,
Urk.
8/54).
Die
Suva verneinte mit Verfügung vom 1
2.
Februar 2015 einen Anspruch
von
X._
auf
eine Rente
und auf eine Integritätsentschädigun
g. Mit
Einspracheentscheid
vom 2
9.
Mai
2015
verneinte sie weiterhin einen Renten
anspruch,
sprach
X._
aber
eine auf einer Integritätseinbusse von 1
5
%
beruhende Entschädigung zu
(vgl. Prozess Nr. UV.2015.00127)
.
Nachdem die
Dres
.
Z._
und
A._
am 2
3.
Juni 2015
ihr Gutachten
erstattet hatten (
Urk.
8/59)
,
verneinte die IV-Stelle na
ch durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(Vorbescheid vom
9.
November 2015,
Urk.
8/68, und Einwand vom
5.
Dezember 2015,
Urk.
8/71) mit Verfügung vom 1
8.
Dezember 2015 einen Rentenanspruch von
X._
(
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am
2
1.
Januar
2016 Beschwerde und beantragte, es sei die angefochtene Verfügung
aufzuheben
und ihm eine auf einem
Invaliditätsgrad von
mindestens
50
%
basierende Rente zuzusprechen. In pro
zessualer Hinsicht beantragte er die Gewährung der unentgeltlichen
Prozess
führung
(
Urk.
1). Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom
9.
Februar 2016 die
Abweisung der Beschwerde (Urk.
7), was dem Beschwerdeführer am 2
9.
Febr
uar 2016 mitgeteilt wurde (Urk.
12).
3.
Mit heutigem Urteil wurde die vom Beschwerdeführer am
3
0.
Juni 2015
gegen den
Einspracheentscheid
der Suva
vom 2
9.
Mai 2015
erhobene Beschwerde
abgewiesen
(
Prozess Nr. UV.2015.00127).
4.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung hat.
2.
2.1
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mi
ndes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6
des Bundesgesetzes über den Allgemei
nen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
Der Rentenanspruch entsteht frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs (Art. 29 Abs. 1 IVG).
2.2
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversiche
rung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gut
achten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
3
.
3.1
Dr.
med.
B._
, Stellvertretende Oberärztin Obere Extremität
en, und Dr. med.
C._
, L
eitende
r Oberarzt Orthopädie, von der
Klinik
D._
, nannten mit Bericht an die Suva vom 2
2.
Januar 2014 als Diagnose:
Rotatorenmanschettenl
äsion
Schulter rechts
p
osttraumatisch nach
Verhebetrauma
am 1
5.
Oktober 2013.
Der Beschwerdeführer leide an einer
Supraspinatussehnen
r
uptur
, welche in Zusammenhang stehe mit einem
Verhebetrauma
vor einem guten halben Jahr. Es sei eine operative Behandlung vorgesehen.
Ob es dem Beschwerdeführer je wieder möglich sein werde, eine genügende Kraftentwicklung aufzubringen um die angestammte Tätigkeit wieder ausüben zu können, könne momentan nicht beurteilt werden.
Falls überhaupt
sei dies frühestens
fünf Monate nach der Operation
möglich
(
Urk.
8/28/6-7).
3.2
Am 2
1.
Februar 2014
führten
Dr.
B._
und
Dr.
C._
ei
ne Arthroskopie Schulter rechts mit
Acromioplastik
,
Bursektomie
und
Rotatorenmanschetten
r
e
konstruktion
durch.
Sie
attestierte
n
dem Beschwerdeführer
postoperativ
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für etwa fünf Monat
e
(vgl. Operationsbericht vom 21.
Februar 2014,
Urk.
8/27/38-39).
3.3
Mit Bericht
an die Beschwerdegegnerin
vo
m 2
8.
Mai 2014
(
Urk.
8/29/1-4)
nannte
Dr.
med.
E._
, Facharzt FMH für Innere Medizin und für Rheumatologie, als Diagnosen
mit Auswir
kungen auf die Arbeitsfähigkeit
:
Status nach Schulterdistorsion rechts me
hr als links am 1
5.
Oktober 2013
c
hronisches
l
umbosp
ond
ylogen
es
S
yndrom
Gonarthrose beidseits
r
eaktive Dep
r
ession
r
ez
i
di
viere
n
de
Zephalea
/Schwindel
Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit seien
eine arterielle
Hypertonie un
d
ein
Hämorrhoidalleiden
.
Der Beschwerdeführer sei
seit dem 1
8.
November 2013
für sämtliche Tätigkeiten
zu 100
%
arbeitsunfähig
.
3.4
Dr.
B._
erklärte
mit Bericht an die
Suva vom
1.
Oktober 2014
(
Urk.
8/40/5-6)
, aufgrund persistierender Beschwerden ein halbes Jahr
nach der
Rotatorenman
schettenr
ekonstruktion
habe
sie sich für eine
subacromiale
Infiltration mit
Diprophos
und
Rapidocain
entschieden
. Beim Ankleiden habe der Beschwerde
führer eine leichte Verbesserung bemerkt, die Beweglichkeit habe sich dadurch aber nicht verbessert. Sie
werde
den Beschwerdeführer erneut in zwei Monaten zur klinischen Kontrolle
sehen
. In der Zwischenzeit werde eine
Suva-Kreis
arzt
untersuchung
stattfinden, was sie für sinnvoll halte.
E
rneut beton
te
Dr.
B._
, es könne
nicht erwartet werden
, dass der Beschwerdeführer eine Arbeit mit schwerer körperlicher Belastung wieder
aufnehmen werde.
3.5
Kreisarzt
Dr.
med.
univ.
F._
,
Arzt für Allgemeinmedizin (A)
,
untersuchte den Beschwerdeführer am 2
0.
Oktober 201
4.
Er hielt
mit Bericht vom gleichen Tag (
Urk.
8/40/7-12)
als Diagnosen fest:
Verdacht auf Symptomausweitung/Selbstlimitierung bei
Status nach
arthroskopische
r
Rekonstruktion einer
bursaseitigen
Supraspinatussehnenruptur
sowie
Acromioplastik
Schulter rechts am 2
1.
Februar 2014
kleine
m
subtotale
n
Einriss im Ansatzbereich der
Supraspinatussehne
links ventral mit begleitender
leichtgradiger
Bursitis, AC-Arthrose sowie
Ansatztendinose
und geringfügiger partieller Ablösung der
kranialen
Subscapularissehne
als Befund im Rahmen der MRI-Abklärung am 2
6.
Mai 2014
Status nach Schmerzauslösung in der rechten Schulter beim verkrampften Halten einer etwa 25 bis 30 Kilogramm schweren Betonplatte im Oktober 2013
Das anlässlich der
aktuellen
Untersuchung gezeigt
e
massive Schon- und Vermeidungshalten mit massiver Einschränkung der Kraft sämtlicher
Rotato
renmuskeln
beidseits sei aufgrund der Befunde nicht erklärbar. Insbesondere sei auch die massive Kraftminderung beider Hände nicht erklärbar, da für das Drü
cken des Handdynamometers die Schultermuskulatur nicht benötigt werde. Diese massive Kraftminderung sei als Selbstlimitierung/Symptomausweitung zu werten. In mehreren Berichten der
Ärzte der
Klinik
D._
werde erwähnt, dass die bisherige Tätigkeit im Gartenbau nicht mehr möglich sein werde. Kon
frontiert mit dem Arbeitsplatzprofil, gemäss welchem überwiegend von leichten bis gelegentlich mittelschweren Arbeiten auszugehen sei,
habe der Beschwer
deführer
angegeben, dass das Belastungsprofil des Arbeitgebers nicht korrekt sei. Aufgrund der vorliegenden Inkonsistenzen
sei
mit dem Beschwerdeführer ein stationärer Aufenthalt zur arbeitsorientierten Rehabilitation und
zum
Festle
gen des Arbeitsplatzprofis, gegebenenfalls medizinisch/theoretisch aufgrund der objektivierbaren Befunde
,
vereinbart
worden
. Grundsätzlich wäre aufgrund des Belastungsprofils des Arbeitgebers davon auszugehen, dass – abgesehen von seltenen Überkopfarbeiten – die bisherige Arbeit wieder ohne relevante Ein
schränkungen verrichtet werden könnte. Rücken-, Handgelenks- und Knie
schmerzen seien anlässlich der
aktuellen
Konsultat
ion auf Nachfrage nicht geklagt
und auch nicht als unfallbedingt geltend gemacht worden. Echtzeitlich sei zudem diesbezüglich keine Verletzung dokumentiert. Die Beschwerden der linken Schulter, Rückenschmerzen, Knieschmerzen rechts sowie
Handgelenks
schmerzen
rechts seien nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das als Unfall anerkannte Ereignis zurückzuführen bzw. als Unfallfolge auszuschlies
sen
.
3.6
Mit Bericht an die Suva vom 2
4.
November 2014
(
Urk.
8/48/17-18) hielt Dr.
B._
zusammen mit
Dr.
med.
G._
, Leitender Arzt Orthopädie, fest, die MRI-Untersuchung
zeige eine kleine längsausgerichtete Schlitzbildung der rekonstruierten
Supraspinatsussehne
.
Es bestehe ein geringer Kontrastmit
telaustritt nach
s
ubacromial
, was im Rahmen einer Rekonstruktion regelmässig zu sehen und nicht als sichere
Reruptur
zu werten sei. Insgesamt bestehe eine mehrheitlich intakte
Rotatorenmanschette
.
Die Sehne sei gemäss der vorliegen
den Qualität, wie aus der MRI-Untersuchung
zu
entnehmen
sei
, stabil und mechanisch belastbar.
Falls eine Rest-Bursitis bestünde
,
wäre
nach
subacromia
ler
Infiltration eine deutliche Schmerzreduktion für mindestens zwei Wochen
zu
erwarten,
was
aber nicht der Fall
sei
. Die klinischen und MR-tomographisch vorliegenden Befunde seien diskrepant, so dass das Problem höchstwahrschein
lich an einem anderen Ort liege. So könne auch eine operative Intervention an der linken Schulter ihres Erachtens nicht vorbehaltslos empfohlen werden, da der Verlauf rechts nicht als positiv zu werten sei. Möglicherweise könne eine rheumatologische Behandlung die Beschwerden lindern.
3.
7
Der Beschwerdeführer hielt sich vom
4.
November bis
am
9.
Dezember 2014 in der
Klinik H._
auf.
Die Ärzte dieser Klinik
notierten
mit Austrittsbericht vom
9.
Dezember 2014
folgende gekürzt wiedergegebene
Diagnosen (
Urk.
8/48/5-14):
a
m 1
5.
Oktober 2013 erlittene
bursaseitige
Partialruptur am Ansatz der
Supraspinatussehne
Schulter rechts
k
leiner subtotaler Einriss der
Supraspinatussehne
im Ansatzbereich vent
ral Schulter links
a
rterielle Hypertonie
Es wurde sodann berichtet, e
s sei eine mässige Symptomausweitung beobachtet worden. Es sei davon auszugehen, dass bei gutem
Effort
eine bessere Leistung erbracht werden könnte, als bei den Leistungstestes und im
Behandlungspro
gramm
gezeigt worden sei. Infolge Selbstlimitierung hätte
n
die zu erwartenden Verbesserungen bezüglich Funktion und Belastbarkeit nicht erreicht werden können. Die Resultate der physischen Leistungstests seien deshalb für die Beur
teilung der zumutbaren körperlichen Belastbarkeit nur teilweise verwertbar. Das Ausmass der demonstrierten physischen Einschränkungen lasse sich mit den objektivierbaren pathologischen Befunden der klinischen Untersuchung und bildgebenden Abklärung sowie den Diagnosen nur zum Teil erklären. Die Beur
teilung der Zumutbarkeit stütze sich auch auf medizinisch theoretische Überle
gungen, unter Berücksichtigung der Beobachtungen bei den Leistungstests und im Behandlungsprogramm. Aus unfallkausaler Sicht könne der Beschwerde
führer die angestammte Tätigkeit im Gartenbau nicht mehr ausüben, da das Heben und Tragen bis zu
sehr
schweren Lasten und die häufige Überkopfarbeit nicht mehr möglich seien. Leichte Tätigkeiten seien jedoch ganztags zumutbar. Als spezielle Einschränkungen gelte es zu beachten, dass mit der rechten Schulter keine Lasten über Kopf gehoben werden könn
t
en. Ständige Drehbewe
gungen mit der rechten Hand seien
ebenfalls
nicht möglich. Leicht
e
bis mittel
schwere Arbeit sollte in etwa sechs bis acht Wochen wieder möglich sein.
3.8
Dr.
med.
I._
, Spezialarzt FMH für orthopädische Chirurgie, nannte mit Bericht an
Dr.
E._
vom 1
8.
Dezember 2014 (
Urk.
3/1) als Diagnosen:
Impingementsyndrom
Schulter rechts mit/bei
Status nach Schulteroperation 2
1.
Februar 2014
Partialreruptur
gelenkseitig (MRI 2
4.
November 2014)
lumbospondylogenes
Syndrom mit/bei
Diskushernie L3/L4 (MRI)
aufgebrauchte Bandscheibe L5/S1
Zervikalsyndrom
klinisch
Ob die Halswirbelsäule (HWS), wo sich eine relevante Bewegungseinschränkung zeige, bei den Schmerzen in den rechten Arm bis zur Hand eine Rolle spiele, müsse allenfalls eine Röntgenaufnahme noch zeigen. Für die Schulter wichtig sei, dass der Beschwerdeführer die instruierte Übung mit dem abgegebenen
Theraband
konsequent täglich mehrmals durchführe. Diese Übung sei neben regelmässigem Gehen und
Crunches
auch eine gute Übung für die Wirbelsäule. Durch die erhobenen Befunde an den Kniegelenken werde die Arbeitsfähigkeit insofern eingeschränkt, als langes Gehen und Stehen sowie mehr als ganz selte
nes Treppengehen vermieden werden sollten. Aufgrund der Befunde an der rechten Schulter seien auch zum jetzigen Zeitpunkt Überkopfarbeiten sowie das Heben und Bewegen von Lasten über 10 Kilogramm nicht mehr zumutbar. Es könne vermutet werden, dass auch allfällige degenerative Veränderungen an der HWS erforderten, dass nicht in Zwangshaltungen gearbeitet werden müsse. Leichte Arbeit brauche der Beschwerdeführer auch wegen der Befunde an
der Lendenwirbelsäule (LWS), welche das Tragen und Heben von Lasten über
10 Kilogramm und besonders auch häufige Rumpfrotationen verböten. Aus rein orthopädischer Sicht wäre dem Beschwerdeführer eine wie oben beschriebene angepasste Arbeit ganztags mit Pausen zumutbar, die Leistung wäre aber aus seiner Sicht etwa um 30
%
vermindert.
3.
9
Die
Dres
.
Z._
und
A._
nannten in ihrem Gutachten vom 2
3.
Juni 2015
(
Urk.
8/59)
als Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
8/59/11-12
;
Urk.
8/59/34
)
:
Periarthropathia
humeroscapularis
(PHS)
beidseits
Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit seien:
l
eichte depressive Reaktion seit Anfang 2015
(ICD-10 F43.21)
familiäre Schwierigkeiten (Getrenntleben von Töchtern und
Grosskin
dern
; ICD-10 Z60.3)
finanzielle und berufliche Probleme in Zukunft (ICD-10 Z59/Z56)
mässige kulturelle Integration (ICD-10 Z63)
c
hronisches, generalisiertes Schmerzsyndrom
nicht ausreichend somatisch abstützbar
primäres Fibromyalgie-Syndrom
betont im Bereich
d
er rechten im Vergleich zur linken Körperhälfte
Panalgie
diffuse Druckschmerzangabe
Polyarthralgien axialer und peripherer Gelenke
multiple Beschwerden wie Schlafstörungen, Müdigkeit, Kraftverlust der Hände
Panvertebralsyndrom
mit
spondylogener
Ausstrahlung
d
iffuse idiopathische
skelettale
Hyperostose
Bewegungseinschränkung der Wirbelsäule
Gonarthrosen
Übergewicht mit BMI von 28,8 kg/m
2
g
estörte
Gluconeogen
e
se
a
namnestisch Reizmagen-Syndrom
Die Arbeitsfähigkeit sei
aus rein somatisch-rh
eumatologischer Sicht beurteilt
für die früher langjährig ausgeübte Tätigkeit
als Hilfsgärtner
seit dem Unfall vom 1
5.
Oktober 2013 vollumfänglich eingeschränkt. Für eine angepasste Ver
weistätigkeit könne, aus rein som
a
ti
s
ch-rheumatologischer Sicht beurteilt, zu keine
m
Zeitpunkt eine anhaltende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
begrün
det werde
n
(
Urk.
8/59/1). Angepasst seien Tätigkeiten in einem temperierten Raum, die
leichtgradig
körperlich belastend seien und bei denen die Möglichkeit
bestehe
,
zwischen sitzender, stehender und gehender Körperhaltung zu wech
seln. Das Einhalten der Rückenergonomie sei wünschenswert. Berufliche Tätig
keiten, bei denen die Arme repetitiv oberhalb der Augenhöhe eingesetzt werden müss
t
en
, seien
, sofern die Ellbogen nicht abgestützt werden könn
t
en, nicht mehr zumutbar. Die repetitiv zu bewegenden Gewichte, sofern sie körpernah bis Brusthöhe bewegt w
ü
rden, sollten nicht schwerer als 7,5 Kilogramm sein. Ober
halb der Brusthöhe sollten die zu bewegenden Gewichte nicht schwerer als
2,5 Kilogramm sein. Zu vermeiden seien zudem berufliche Tätigkeiten, bei denen die Arm
e
Vibrati
o
nen ausgesetzt seien oder bei denen die Arm
e
repetitiv Drehbewegungen auszuüben
hätten
(
Urk.
8/59/21)
.
Aus psychiatrischer Sicht habe nie eine anhaltende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestanden (
Urk.
8/59/1).
3.10
Mit Arztzeugnis vom 2
0.
August 2015 erklärte
Dr.
E._
, der Beschwerdeführer leide an einer deutlichen Verschlechterung seines Gesundheitszustandes am Bewegungsapparates im Sinne einer Aktivierung der beidseitigen Gonarthrose sowie einer akuten
PHS
vo
m
Supraspinatus
-Typ rechts
. Er sei somit bis auf
Weiteres
sowohl im angestammten Beruf als Gärtner als auch in einer ange
passten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsunfähig
(
Urk.
3/2)
.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Entscheid vom 1
8.
Dezember 2015 aus medizinischer Sicht davon aus, dass der Beschwerdeführer in der angestammten Tätigkeit nicht mehr, in einer behinderungsangepassten Tätigkeit jedoch zu 100
%
arbeitsfähig sei (
Urk.
2). Sie stützte sich dabei im Wesentlichen auf das Gutachten der
Dres
.
Z._
und
a._
vom 2
3.
Juni 2015 (E. 3.
9
;
vgl. Stellungnahme von PD
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Neurologie, vo
m Regionalen Ärztlichen Dienst
der Beschwerdegegnerin,
Urk.
8/67/6).
4
.2
Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens durch die Sozialversicherung einge
holten Gutachten ist Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete
Indizien
gegen deren Zuverlässigkeit sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/
bb
). Vorliegend bestehen keine
Indizien
, welche gegen die Beweistauglichkeit des Gutachtens
der
Dres
.
Z._
und
A._
vom 2
3.
Juni 2015
(Urk.
8/59
) sprechen würden. Vielmehr erfüllt das Gutachten die rechtsprechungsgemässen Anforderungen, welche an beweistaugliche medizini
sche Gutachten gestellt werden (vgl. E. 2.2
).
Der Beschwerdeführer lässt beschwerdeweise beanstanden, dass keine
neurolo
-
gische Untersuchung durchge
führt worden sei, obwohl am 28.
November 2008 ein Kavernom
hatte
entfernt werden
müssen
(vgl. Bericht der Ärzte der Neurochirurgischen Klinik des
K._
vom
2.
Dezember 2008, Urk.
8/8
/25-27). Hierbei gilt es zu beachten, dass
die Beschwerdegegnerin bereits mit Verfügung vom 1
2.
März 2010 einen Leistungsanspruch des Beschwerdeführers verneinte hatte, da – insbesondere auch aus neurologischer Sicht – eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit bestand (
Urk.
8/19). Anhaltspunkte, dass es seither aus neuro
-
logischer Sicht zu einer Verschlechterung der Arbeitsfähigkeit gekommen wäre, liegen nicht vor. Vielmehr wurde im Februar 2011 die ant
i
epileptische Therapie abgesetzt
und die Therapie im Juni 2011 beendet, ohne dass weitere Kontrollen vorgesehen waren
(vgl. Bericht der Ärzte des
L._
vom
9.
Juni 2011,
Urk.
8/29/8
-9). D
er Beschwerdeführer nimmt
seither weder
antiepileptische Medikamente ein (vgl.
Urk.
8/59/4
-5
) noch sind
neurologische Beschwerden
oder
Behandlungen
aktenkundig
. Im Rahmen der psychiatrischen Untersuchung durch
Dr.
Z._
wurden
zudem
weder Konzentrations
-
probleme noch Einschränkungen des Kurzzeit- oder Langzeitgedächtnisses fest
-
gestellt (
Urk.
8/59/33).
Das Fehlen von spezifischen neurologischen Untersuchungen schadet daher der Beweistauglichkeit des Gutachtens der
Dres
.
Z._
und
A._
nicht.
4.3
Die
Dres
.
B._
und
C._
äusserten
sich in ihren Berichten vom 22.
Januar 2014 (E 3.1) und vom 2
1.
Februar 2014 (E. 3.2) lediglich zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in der angestammten Tätigkeit. Dass der Beschwerdeführer in der angestammten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsunfähig ist,
ist unbestritten.
Die beiden Berichte stammen ohnehin aus einem
Zeitraum,
in welchem der Beschwerdeführer noch nicht bei der Beschwerdegegnerin zum Leistungsbezug angemeldet war und daher von vornherein keinen
Leistungs
anspruch
haben kann
(vgl.
Art.
29
Abs.
1 IVG).
Im Bericht vom
1.
Oktober 2014 machte (E. 3.4)
Dr.
B._
ebenfalls nur Anga
ben zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in der angestammten Tätigkeit
, deren Unzumutbarkeit feststeht
.
Befunde, welche in einer angepassten Tätigkeit auf eine weitergehende Einschränkung als die von den Gutachtern Dr.
A._
und
Dr.
Z._
attestierte schliessen liessen, führte sie nicht an. Nachdem
Dr.
B._
sich
in ihrem zusammen mit
Dr.
G._
verfassten Bericht
v
om 2
4.
November 2014 (E. 3.
6
)
überhaupt nicht zur Arbeitsfähigkeit äusserte und wiederum keine Befunde nannte, welche auf eine weitergehende als auf die gut
achterlich erhobene Arbeitsunfähigkeit hinwiesen, stellen ihre Berichte die
Ein
schätzung
von
Dr.
Z._
und
Dr.
A._
nicht in Frage
.
4.4
Dr.
E._
attestierte
dem Beschwerdeführer
mit Bericht vom 2
8.
Mai 2014
(E. 3.
3
)
für sämtliche Tätigkeiten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit.
Diese Ein
schätzung ist gestützt auf die von
Dr.
E._
angeführten Angaben nicht nachvollziehbar. So ist
nicht
einsichtig
, weshalb die verminderte Belastbarkeit der Schulter- und Kniegelenke und der LWS der Ausübung
eine
r
nicht bzw. wenig belastende
n
Tätigkeit
entgegenstehen soll
.
Analoges gilt auch für
das
Arztzeugnis
vom 2
0.
August 2015 (E. 3.10)
,
aus welchem sich weder
Befunde
noch eine nachvollziehbare Begründung für eine allfällige
Verschlecht
erung des Gesundheitszustandes
ergeben. Unte
r Berücksichtigung, dass
es
bei der Würdi
gung der Einschätzung
von
Dr.
E._
auch
der Erfahrungstatsache
Rechnung zu tragen gilt, dass Hausärzte und behandelnde Spezialärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten au
ssagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc), vermögen seine Berichte die Einschätzung der
Dres
.
Z._
und
A._
nicht in Frage zu stellen.
4.5
Ebenso wenig ergeben sich aus den weiteren im Rahmen des
unfallversiche-rungsrechtlichen
Verfahrens e
rstatteten Arztberichte (E. 3.5,
E. 3.7) Indizien, welche gegen die Zuverlässigkeit des genannten Gutachtens schliessen liessen.
4.
6
Dr.
I._
hielt
in seinem Bericht vom 1
8.
Dezember 2014 (E. 3.
8
).
im Gegensatz zu den
Dres
.
A._
und
Z._
in einer angepassten Tätigkeit
eine 30%ige Leistungseinschränkung fest.
Dr.
I._
begründete diese Leistungseinschränkung
jedoch
nicht näher, das heisst er legte nicht dar, weshalb der Beschwerdeführer auch in einer seinen Leiden angepassten Tätigkeit keine volle Leistung erbringen kann. Sein Bericht stellt daher die Einschätzungen der
Dres
.
A._
und
Z._
ebenfalls
nicht in Frage.
4.
7
Nach dem Gesagten erweist es sich als rechtens, dass die Beschwerdegegnerin in Übereinstimmung mit den
Dres
.
A._
und
Z._
von einer 100%igen Arbeits
unfähigkeit des Beschwerdeführers in der angestammten und einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit ausgegangen ist.
5.
5.1
Zur Ermittlung der erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlich bedingten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ist
ein Einkommensvergleich
vorzunehmen. Für den
Einkommensvergleich
sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypothe
tischen) Beginns des Rentenanspruchs
massgebend
, wobei Validen- und
Invali
deneinkommen
auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige
renten
wirksame
Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass zu berü
cksichtigen sind.
In Anbetracht dessen, dass der Beschwerdeführer den zur Arbeitsunfähigkeit führenden Unfall am
1
5.
Oktober 2013
erlitt und sich
am 3
1.
März 2014 bei der Beschwerd
egegnerin zum Leistungsbezug anmeldete (
Urk.
8/20), ist der
hypothetische Rentenbeginn
im Oktober 2014
.
5.2
Die Beschwerdegegnerin
setzte in der
angefochtenen Verfügung vom 18.
Dezember 2015 (
Urk.
2)
das
Valideneinkommen
des Beschwerdeführers gestützt auf d
essen
Einkommen in den Jahren 2010 bis 2013 bei der
Y._
AG
auf Fr. 67‘416.35 fest
(vgl. auch Einkommensvergleich,
Urk.
8/66).
Dies ist grundsätzlich nicht zu beanstan
den. Gestützt auf die im IK-Auszug
(
Urk.
8/24) e
nt
haltenen Angaben ergibt sich jedoch unter Anpassung der Einkommen der einzelnen Jahre an die Nominallohnentwicklung (
vgl. Nominallo
h
nindex Männer, 2011-2015, des Bundesamtes für Statistik, Tabelle T1.1.10,
F [Baugewerbe/Bau])
ein durchschnittliches Einkommen im Jahre 2014
von Fr. 66‘
929.65
([73‘293.30 {
2010: Fr. 71‘297.-- : 100 x 102,8
} + Fr. 68‘
397
.
60
{
2011: Fr. 67‘
2
00.-- : 101 x 102,8}
+ Fr. 60‘787.45 {
2012
:
Fr. 60‘137.-- : 101,7 x 102,8
} + Fr. 65‘240.30 {
2013: Fr. 64‘
923.-- : 102,3 x 102,8}] : 4]).
5.3
5.3.1
Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung
zumutbarerweise
erzielbare Einkommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln, wobei an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und
Verdienstaussich
ten
keine übermässigen Anforderungen zu stellen sind (Urteil des Bundesge
richts 9C_734/2013 vom 1
3.
März 2014 E. 2.1 mit Hinweis auf SVR 2008
IV
Nr. 62 S. 203, 9C_830/2007 E. 5.1).
Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
realistischerweise
nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zumutbar ist. Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leistungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt ab von den Umständen, die mit Blick auf die Anforderungen der Verweisungstätigkeiten massgebend sind (Urteil
des Bundesgerichts 9C_954/2012 vom 10. Mai 2013 E. 2 mit Hinweisen, insbesondere auf BGE 107 V 17 E. 2c).
Massgebend können die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein (Urteil des Bundesgerichts 9C_734/2013 vom 13. März 2014 E. 2.1 mit Hinweisen).
Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt nicht zuletzt auch davon ab, welcher Zeit
raum der versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor allem auch für einen allfälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht. Die im gesamten Bereich des Sozialversicherungsrechts geltende Schadenminderungspflicht und die daraus abgeleitete Selbsteingliederungslast gebieten grundsätzlich, die Frage nach der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit möglichst früh zu beantworten. Gemäss BGE 138 V 457 E. 3.4 steht die medizinische Zumutbarkeit einer (Teil-) Erwerbstätigkeit fest, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuverlässige Sachverhaltsfeststellung erlauben (Urteil des Bundesgerichts 9C_734/2013 vom 13. März 2014 E. 2.2 mit weiteren Hinweisen).
5.3.2
Wie dargelegt,
sind dem Beschwerdeführer
angepasste Tätigkeiten zu
100
%
zumutbar
(E. 4).
Unter Beachtung des Zumutbarkeitsprofils (E. 3.8)
stehen
ihm
weiterhin diverse Arbeitstätigkeiten offen. Insbesondere sind ihm verschiedene feinmotorische Tätigkeiten, Überwachungsarbeiten und gewisse Sortierarbeiten vollzeitlich zumutbar. In Anbetracht dessen und unter Berücksichtig
ung
,
dass der Beschwerdeführer
im Zeitpunkt, als das Gutachten der
Dres
.
Z._
und
A._
(
Urk.
8/59) erstattet wurde
,
59 Jahre alt
war
,
und ihm somit
noch beinahe sechs Jahre bis
zur ordentlichen Pensionierung
blieben
und
dass das Bundesge
richt für die Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit älterer Menschen relativ
hohe Hürden entwickelt hat (vgl. Urteil 8C_345/2013 vom 10. September 2013 E. 4.3.3),
ist dem Beschwerdeführer die Verwertbarkeit
der verbliebenen Arbeitsfähigkeit
auf dem ausgeglichenen
Arbeitsmarkt
noch möglich und zumutbar
(vgl. den Einwand des Beschwerdeführers,
Urk.
1 S. 3)
.
5.3.3
Da der Beschwerdeführer keine Erwerbstätigkeit mehr ausübt und die ange
stammte Tätigkeit nicht
mehr ausüben kann, ist das Invalideneinkommen gestützt auf die Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE) zu berechnen. Massgebend ist das Total für Männer des Kompetenzniveaus 1 (einfache Tätigkeiten körperlicher oder hand
werklicher Art) der Tabelle TA1 (monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht
, privater Sektor) der LSE 201
2.
Dieses beträgt Fr. 5‘210.--
. In Anpassung an die Nominallohnentwicklung (
vgl. Nominallohnindex Männer, 2011-2015, des Bundesamtes für Statistik, Tabelle T1.1.10, Total
) und in Anbetracht der betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit im Jahr 2014 für alle Sektoren von 41,7 Stunden
(vgl.
Betriebsübli
che
Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen [NOGA 2008], in Stunden pro Woche, Total
) ergibt dies für das Jahr 201
4
ein Jahreseinkommen von Fr.
66‘138.40
(Fr. 5‘210.-- x 12 : 40 x 41,7 : 10
1,7
x 10
3,2
).
5.3.4
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
-
schnittswerten
ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75).
Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen. Es ist nicht von dem von der IV-Stelle vorgenommenen Abzug auszugehen und dieser ange
messen zu erhöhen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E.
3
.
2 mit Hinweis auf
SVR 2011 IV Nr. 31 S. 90, 9C_728/2009 E. 4.1.2).
5.3.5
Die Beschwerdegegnerin nahm keinen Abzug
vom Tabellenlohn vor (vgl. Urk.
8/66 und
Urk.
2). Es kann offen bleiben, ob dies rechtens ist bzw. falls nicht, in welchem Umfang ein Abzug vorzunehmen wäre, hat der Beschwerde
führer doch selbst bei
einem
rechtsprechungsgemäss höchsten
s
zulässigen Abzug von 25
%
keinen Rentenanspruch ([
Fr. 66‘
929.65
-
Fr.
66‘138.40
x 0,75
] :
Fr. 66‘
929.65
= 25,
9
%
).
6.
Nach dem Gesagten erweist es sich als rechtens, dass die Beschwerdegegnerin einen Rentenanspruch des Beschwerdeführers verneint hat. Die Beschwerde ist daher unbegründet und abzuweisen.
7.
7.1
D
a
es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
8
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie de
m
unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.
7.2
Der Beschwerdeführer stellte mit Beschwerde vom 2
1.
Januar 2016 ein Gesuch um unentgeltliche Prozessführung (
Urk.
1).
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraus
setzungen für die Bewilli
gung der unentgeltlichen Prozessführung und
Verbeiständung
erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos, die Partei bedürftig und die anwaltliche
Verbeistän
dung
notwendig oder doch geboten ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
Der Beschwerdeführer
und seine
Ehefrau weisen gemäss ihren Angaben (vgl.
Urk.
10) monatliche Einnahmen von Fr. 6‘044.50
(Fr. 4‘544.50 + Fr. 1‘500.--)
auf. Als Ausgaben
schlagen
monatlich neben dem Grundbetrag von Fr. 1‘700.--, Mietkosten von Fr. 698.-- (vgl.
Urk.
11/3 und
Urk.
11/4), Kranken- und Unfall
versicherungskosten von Fr. 8
02
.65 (
Fr. 410.70 [
Urk.
11/8] +
Fr.
391
.95 [
Urk.
11/
9]
)
, Krankentaggeldversicherungskosten von Fr. 445.50 (
Urk.
11/13)
, Arbeitswegkosten von Fr. 94.-- (
Urk.
11/12)
und Steuern von etwa Fr.
38
5.--
(Fr.
3
60.-- Staats- und Gemeindesteuern,
Urk.
11/10, und Fr.
2
5.—Bundessteu
ern,
Urk.
11/11) zu Buche. Insgesamt resultiert so ein Einnahmeüberschuss von Fr.
1‘919
.35 (Fr. 6‘044.50 - Fr. 1‘700.-- - Fr. 698.-- - Fr. 802.65
–
Fr. 445.50
– Fr. 94.-- –
Fr.
38
5.--)
. Der Beschwerdeführer ist daher nicht bedürftig, weshalb sein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege abzuweisen is
t
.
Das Gericht
beschliesst
:
Das Gesuch des Beschwerdeführers um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird
abgewiesen,
und erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
800
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
dem
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
Milosav Milovanovic
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.