Decision ID: 37163e58-bc1e-40c2-b1ef-3cdf4b6e2cc8
Year: 2009
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
S._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Kreso Glavas ̌, Haus zur alten Dorfbank,
Dorfstrasse 33, 9313 Muolen,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a Der 1949 geborene S._ hatte sich am 17. März 1987 bei der Arbeit an der
Abkantpresse an der rechten Hand verletzt. Als Folge dieses Unfalls mussten ihm am
Zeigfinger (Dig. II) 11⁄2 Glieder und am Ringfinger (Dig. IV) die Fingerkuppe amputiert
werden. Am Mittelfinger (Dig. III) blieb eine Schwanenhalsdeformität mit
Kraftverminderung zurück (UV-act. III/64). Ab Mai 1989 erhielt er eine Invalidenrente der
Suva bei einem Invaliditätsgrad von 25% und es wurde ihm eine
Integritätsentschädigung von 7,5% zugesprochen (UV-act. III/82). Am 9. Januar 1996
erfolgte eine operative Stumpfresektion am Ringfinger (UV-act. III/121). Bei den
Befragungen vom 18. März 1996 (UV-act. III/126) und vom 15. September 1999 (UV-
act. III/133) gab der Versicherte an, dass er wegen der verbleibenden Schmerzen
Schmerzmittel einnehme und Salben einreibe. Anlässlich wiederholter
Rentenrevisionen, zuletzt am 12. Oktober 1999, wurde seine Rente überprüft und der
Invaliditätsgrad von 25% bestätigt (UV-act. III/134).
A.b Der Versicherte war als Chromstahl-Schlosser bei der A._ tätig und dadurch
wiederum bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als ihm
beim Heben von schweren Metallteilen am 6. Juni 2003 die rechte Hand abrutschte,
worauf ihn der rechte Mittelfinger und die linke Handinnenfläche schmerzten (UV-act. I/
1). Dr. med. B._, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, den der Versicherte am
11. Juni 2003 erstmals aufsuchte, wies auf den Vorzustand durch Teilamputationen der
Finger II und IV rechts nach dem Unfall 1987 hin und äusserte den Verdacht auf
schmerzhafte Sehnenscheiden-Ganglien der Finger III rechts sowie II und III links. Vom
23. Juni bis 1. Juli 2003 war der Versicherte 100% arbeitsunfähig geschrieben (UV-act.
I/2). Die Ganglien an den Fingern der linken Hand wurden am 20. August 2003 am
Spital Herisau operativ entfernt (UV-act. I/7). Der Versicherte war in der Folge bis
14. September 2003 100% arbeitsunfähig, ab 15. September 2003 50% und ab
22. September 2003 wieder voll arbeitsfähig (UV-act. I/10). Die operative Entfernung
des Ringbandganglions am rechten Mittelfinger erfolgte am 15. Juni 2004 (UV-act. I/
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15). Der Versicherte war bis 19. Juli 2004 100% arbeitsunfähig; die Wiederaufnahme
der Arbeit bereits am 5. Juli 2004 war schmerzbedingt gescheitert (UV-act. I/18, I/20
bis I/22). Die Suva erbrachte die gesetzlichen Leistungen.
A.c Dr. B._ hatte im Bericht vom 10. Mai 2004 auch Armschmerzen links, vom
Ellbogen aus, festgestellt (UV-act. I/16). Laut Dr. med. C._, Fachärztin FMH für
Handchirurgie und Konsiliarärztin, hatte sich radiologisch eine beginnende 3-
Kompartiment-Arthrose bei Status nach in Fehlstellung konsolidierter supracondylärer
Humerusfraktur gebildet. Der Versicherte führte diese Verletzung und die Beschwerden
auf einen Autounfall ca. 1985 zurück. Dieser war der Suva ursprünglich nicht gemeldet
worden. Laut Polizeirapport vom 6. September 1985 hatte er sich beim Unfall vom
23. August 1985 nicht verletzt (UV-act. II/25). Mit Verfügung vom 4. März 2005 und
Schreiben vom 21. April 2005 lehnte die Suva eine Leistungspflicht für die
Beschwerden am linken Ellbogen ab (UV-act. II/20 und II/27). Diese Verfügung erwuchs
in Rechtskraft.
A.d Wegen der Beschwerden an der rechten Hand hatte der Versicherte die Arbeit
vom 2. bis 8. November 2004 schmerzbedingt erneut niedergelegt (UV-act. I/24). Da
sich mittlerweile am rechten Mittelfinger eine Tendovaginitis stenosans gebildet hatte,
wurde er am 16. November 2004 erneut operiert (UV-act. I/28). Die Wiederaufnahme
der Arbeitstätigkeit erfolgte am 1. Januar 2005 (UV-act. I/31). Eine weitere
Arbeitsunfähigkeit folgte ab 15. Februar 2005 (UV-act. I/37). Ab 28. Februar 2005 nahm
der Versicherte seine Arbeitstätigkeit zu 50% wieder auf (UV-act. I/38). Vom 27. April
bis 1. Juni 2005 weilte er stationär in der Rehaklinik Bellikon (UV-act. I/48). Die
Zumutbarkeit wurde im Austrittsbericht vom 15. Juni 2005 auf leichte Arbeiten -
grundsätzlich ganztags mit zusätzlichen Pausen von 30 Minuten pro Tag - beschränkt
und für die bisherige Tätigkeit volle Arbeitsunfähigkeit attestiert (UV-act. I/52). Nach
dem Klinikaustritt brach der Versicherte einen Arbeitsversuch zu 50% am 6. Juni 2005
bei sehr leichten Arbeiten nach wenigen Stunden ab. Da ihm die bisherige
Arbeitgeberin keine geeignete Arbeit anbieten konnte, kündigte sie das
Arbeitsverhältnis per 30. September 2005 (UV-act. I/53f.).
A.e Am 6. Oktober 2005 stürzte der Versicherte auf das linke Handgelenk (UV-act. I/
75). Dr. med. D._, Facharzt FMH für plastische, rekonstruktive und ästhetische
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Chirurgie, speziell Handchirurgie, der ihn am 27. Oktober 2005 spezialärztlich
untersuchte, diagnostizierte eine Distorsion des linken Handgelenks (UV-act. I/70). Als
Nebendiagnosen wurden ein Carpe bossu und ein Ganglion am linken Handgelenk
festgestellt und als unfallfremd beurteilt (UV-act. I/71f.). Per 2. November 2005 nahm
der Versicherte bei der E._ im Rahmen von 50% eine neue Tätigkeit zum Austeilen
von Werbematerialien auf (UV-act. I/73-75). Dr. D._ bestätigte am 23. Februar 2006,
dass die Schmerzen rückläufig seien und der Versicherte bezüglich Unfallereignis vom
6. Oktober 2005 seit 2. November 2005 nicht mehr arbeitsunfähig sei (UV-act. I/86).
A.f Im März 2006 meldete sich der Versicherte bei der Sozialversicherungsanstalt
(SVA) des Kantons St. Gallen zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung (IV)
an. Sein Hausarzt attestierte ihm nach dem Verlust der Tätigkeit bei der E._ GmbH
ab 30. März 2006 volle Arbeitsunfähigkeit; der IV gegenüber schätzte er die
Arbeitsfähigkeit für Teilzeit mit reduzierter Arbeitsleistung jedoch auf 20% (UV-act. I/
88). In der Zusammenfassung der Krankengeschichte vom 19. Mai 2006 führte
Dr. B._ auch eine Fussdistorsion links am 11. Januar 2006 und im März 2006 eine
Schulterpathologie links auf; Ereignisse bzw. Beschwerdebilder für die gemäss
Angaben des Hausarztes in dieser Zusammenfassung nicht die Suva leistungspflichtig
war (UV-act. I/88).
A.g Am 5. Juli 2006 untersuchte Kreisarzt Dr. med. F._, Facharzt FMH für Chirurgie,
speziell Allgemein- und Unfallchirurgie, den Versicherten. Er zog die Vorakten,
insbesondere die Berichte der früheren kreisärztlichen Untersuchungen sowie
sämtliche Röntgenbilder und Tomographien bei, und liess aktuelle Röntgenbilder der
rechten Hand sowie Magnetresonanz-Tomographien (MRI) des linken Handgelenks
anfertigen (UV-act. I/94 und I/95). In den Berichten vom 6. Juli 2006 (UV-act. I/97) und
vom 28. August 2006 (UV-act. I/113) kam Dr. F._ zum Schluss, insgesamt sei die
rechte Hand im Vergleich zur Abschlussuntersuchung (1989) ohne wesentliche
Veränderung und ohne objektivierbare Verschlimmerung. Entsprechend sei die
medizinische Zumutbarkeit im Vergleich zu den Tätigkeiten anlässlich des Abschlusses
unverändert.
A.h Gestützt auf die kreisärztliche Beurteilung teilte die Suva dem Versicherten am
30. August 2006 mit, dass er ab 1. September 2006 alleine wegen der Folgen des
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Unfalls vom 6. Juni 2003 betreffend Hand rechts wieder im Rahmen der laufenden
Invalidenrente (25%) arbeitsfähig sei und daher ab diesem Zeitpunkt keine Taggelder
der Unfallversicherung mehr ausgerichtet würden. Auch die Heilungskosten würden per
31. August 2006 eingestellt; wegen der rechten Hand würde seit längerer Zeit keine
ärztliche Behandlung mehr durchgeführt (UV-act. I/114). Auf dieses Schreiben hin
betraute der Versicherte Rechtsanwalt Dr. K. Glavaš mit seiner Vertretung. Mit
Schreiben vom 18. September 2006 erhob dieser vorsorglich Einsprache, forderte die
Suva auf, Ergänzungsfragen an Dr. med. G._, medizinisches Gutachterzentrum
St. Gallen, zu stellen und beantragte die Sistierung des Verfahrens bis zum Vorliegen
dieses Gutachtens, das die IV-Stelle in Auftrag gegeben hatte (UV-act. I/126). Den
Inhalt des Schreibens vom 30. August 2006 kleidete die Suva am 25. September 2006
in eine formelle Verfügung (UV-act. I/128). Gegen diese Verfügung erhob Rechtsanwalt
Glavaš am 18. Oktober 2006 vorsorglich Einsprache und wies darauf hin, dass der
Versicherte laut Bestätigung von Dr. B._ vom 26. September 2006 weiterhin wegen
der rechten Hand in ärztlicher Behandlung stehe, weshalb kein definitiver Zustand
eingetreten und weiterhin Taggelder geschuldet seien. Er forderte die Suva wiederum
auf, Dr. G._ unfallspezifische Ergänzungsfragen zu stellen, und ersuchte um
Sistierung des Verfahrens (UV-act. I/132). Die Suva verneinte mit Schreiben vom
19. Oktober 2006 die Notwendigkeit von Zusatzfragen an den Gutachter der IV (UV-act.
I/133). Am 3. Januar 2007 erliess sie den Einspracheentscheid und wies die Einsprache
ab.
B.
B.a Dagegen richtet sich die Beschwerde vom 5. Februar 2007 mit den Anträgen, der
angefochtene Einspracheentscheid vom 3. Januar 2007 sei aufzuheben und die
Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, dem Versicherten die UVG-Leistungen,
insbesondere Taggeld, medizinische Behandlung etc. weiterhin zu gewähren.
Eventualiter sei der angefochtene Einspracheentscheid aufzuheben und die Streitsache
zwecks Neuabklärung an die Suva zurückzuweisen. Dem Beschwerdeführer sei für das
vorliegende Verfahren die unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung zu
gewähren; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der
Beschwerdegegnerin. Dem Begehren um Sistierung des Verfahrens bis zum Vorliegen
der von der SVA St. Gallen in Auftrag gegebenen medizinischen Abklärung bei
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Dr. G._ ist mit Präsidialentscheid vom 6. Februar 2007 Folge geleistet und der
Beschwerdeführer aufgefordert worden, das Gericht nach Vorliegen dieses Gutachtens
umgehend zu informieren, ob an der Beschwerde festgehalten werde (act. G 2).
Nachdem während mehr als einem Jahr keine Nachricht des Beschwerdeführers
eingegangen ist, ist sein Rechtsvertreter am 13. März 2008 aufgefordert worden, über
den Stand der Angelegenheit zu informieren (act. G 3). Am 9. April 2008 ist dem Gericht
eine Kopie des Gutachtens des medizinischen Gutachtenzentrums St. Gallen,
Dr. G._, vom 9. Januar bzw. 15. Juni 2007 (act. G 4.2) eingereicht worden, mit der
Bemerkung, an der Beschwerde werde festgehalten. Die Frist zur Ergänzung der
Beschwerdebegründung hat der Beschwerdeführer unbenutzt verstreichen lassen (act.
G 9).
B.b In der Beschwerdeantwort vom 20. August 2008 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde vom 5. Februar 2007 und die
Bestätigung ihres Einspracheentscheids vom 3. Januar 2007. Zur Begründung führt sie
im Wesentlichen an, die Leistungseinstellung durch die Suva werde auch durch das
Gutachten von Dr. G._ bestätigt, wonach die geklagten Schmerzen an der rechten
Hand weder durch klinische Untersuchungsbefunde noch durch die radiologischen
Erhebungen nachvollzogen werden könnten. Bei der Umschreibung der körperlichen
Leistungseinschränkung erwähne Dr. G._ konsequenterweise die rechte Hand gar
nicht.
B.c Mit Replik vom 15. Oktober 2008 hält der Beschwerdeführer an den
Rechtsbegehren der Beschwerde fest. Zur Begründung führt er aus, die Suva habe
sich mit den Folgen mehrerer Unfälle zu befassen, die ihm zugestossen seien und sei
daher nach dem Untersuchungsgrundsatz verpflichtet, die Folgen aller Ereignisse zu
überprüfen. Dazu gehörten auch die Unfälle 1984 und 1985 und sie habe Art. 36 UVG
zu beachten. Die Suva werde dabei behaftet, dass sie lediglich über das Taggeld und
die Heilungskosten nach dem Unfall vom 6. Juni 2003 entschieden habe. Über alle
anderen Unfälle und deren Folgen und insbesondere über die Rentenleistungen aus
dem Unfall vom 6. Juni 2003 stehe die Entscheidung noch aus. Die Angelegenheit sei
daher an die Suva zurückzuweisen, damit sie die nötigen zusätzlichen Abklärungen
vornehme und neu über alle Unfallfolgen entscheide.
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B.d Mit Entscheid des Gerichtspräsidenten vom 22. Oktober 2008 ist dem
Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtsverbeiständung durch Rechtsanwalt
Glavaš gewährt worden (act. G 22). Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung
einer Duplik verzichtet. Auf die weiteren Begründungen in den einzelnen
Rechtsschriften sowie die Ausführungen in den medizinischen Akten wird, soweit

entscheidnotwendig, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.
1.1 Streitig und zu prüfen ist, ob die Suva zu Recht per 31. August 2006 eine weitere
Leistungspflicht für den Unfall vom 6. Juni 2003 verneint und Taggelder und
Heilungskosten eingestellt hat. Soweit der Beschwerdeführer Ansprüche aufgrund
anderer Unfälle geltend macht, kann auf die Beschwerde nicht eingetreten werden. Sie
waren nicht Gegenstand des angefochtenen Einspracheentscheids und können mithin
auch nicht Streitgegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens sein (vgl. BGE
125 V 413, bestätigt in BGE 131 V 164 E. 2.1 S. 64f. und in BGE 134 V 418 E. 5.2.1
S. 426).
1.2 Die Beschwerdegegnerin hat im angefochtenen Einspracheentscheid die
rechtlichen Voraussetzungen des Bestehens eines natürlichen und adäquaten
Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall und den in Frage stehenden
Gesundheitsbeeinträchtigungen, den Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit und die Folgen der Beweislosigkeit zutreffend dargelegt (Erwägung
1). Dasselbe gilt für die Bestimmung von Art. 36 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und das Erreichen des Status quo ante bzw. quo
sine (Erwägung 2). Auf diese Ausführungen kann verwiesen werden.
2.
2.1 Am 6. Juni 2003 rutschte dem Beschwerdeführer laut Angaben auf der
Unfallmeldung und im Fragebogen vom 7. Juli 2003 die rechte Hand ab (UV-act. I/1
und I/3). Bei der detaillierten Befragung am 19. August 2003 gab er an (UV-act. I/8), am
6. Juni 2003 hätten er und ein anderer Arbeitskollege zwei 2m lange Metallteile mit
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einem Gewicht von ca. 40-50kg von Hand vom Boden in einen Wagen legen müssen.
(...) Er habe Handschuhe angehabt. Plötzlich sei ihm ein Teil von den Händen gerutscht
und er habe mit der rechten Hand nachgefasst. Er habe so das Herunterfallen der Teile
verhindern können. Es habe ihm aber dabei einen "Zwick" in den rechten Mittelfinger
gegeben und die beiden Teile seien ihm auf die ganze linke Innenhand
hinuntergerutscht. Die Teile hätten am Handschuh gestreift und er habe auch an der
linken Handinnenfläche einen Schmerz verspürt. Als er die Handschuhe ausgezogen
habe, sei die linke Handinnenfläche gerötet gewesen, dies von der Wucht des
Abrutschens der Teile. Ohne Handschuhe hätte er sich vermutlich Schürf- und
Schnittwunden an der Handinnenfläche zugezogen. Vorerst habe vor allem der rechte
Mittelfinger geschmerzt. Diesen Finger habe er ja schon im Jahre 1987 verletzt und
dieser verkrampfe sich aufgrund einer alten Sehnenverletzung immer wieder. Am
Abend sei das Grundgelenk des Dig. III rechts auch angeschwollen. In den ersten
Tagen habe er eine Salbe aufgetragen und mit Eis gekühlt. Die Handinnenfläche links
sei tagelang gerötet und etwas empfindlich gewesen. Einige Tage später habe er am
rechten Mittelfinger sowie am linken Zeig- und Mittelfinger gespürt, dass sich
Verhärtungen oder Knötchen gebildet hätten. Es habe sich angefühlt wie Reiskörnchen
und eigentlich nicht gross geschmerzt. Daher sei er dann erstmals am 11. Juni 2003 zu
Hausarzt Dr. B._ gegangen. Dieser habe ihm eine Cortison-Spritze in den rechten
Mittelfinger gemacht sowie eine Salbe und Schmerztabletten abgegeben. Im rechten
Mittelfinger habe er auch krampfartige Schmerzen gehabt und es habe ihm an Kraft
gefehlt. Die Schmerzen habe er zwar schon vom Unfall 1987 her gehabt, doch sei es
jetzt einfach mehr gewesen. - Dr. B._ äusserte im Zeugnis vom 7. Juli 2003 den
Verdacht auf schmerzhafte Sehnenscheiden-Ganglien der Finger III rechts und II und III
links (UV-act. I/2). Diese Diagnose wurde von Dr. C._ im Bericht vom 3. Juli 2003 an
den Hausarzt bestätigt (UV-act. I/5).
2.2 Der beschriebene Hergang, die ärztlichen Diagnosen und die Tatsache, dass als
Folge des Unfalls vom 6. Juni 2003 ausser konservativer Schmerztherapie als
hauptsächliche Behandlung die schmerzhaft gewordenen Sehnenscheiden-Ganglien
an den Fingern II und III links am 20. August 2003 (UV-act. I/7) und am Mittelfinger
rechts am 15. Juni 2004 operativ entfernt wurden (UV-act. I/15), zeigt, dass durch das
Ereignis in erster Linie Vorzustände symptomatisch wurden. Diese Vorzustände sind
zum Teil unfallbedingt (Unfall vom 17. März 1987 mit Einschränkungen an den Fingern
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der rechten Hand), zum Teil krankheitsbedingt (Sehnenscheiden-Ganglien an Fingern
der linken und rechten Hand). Die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin endet,
wenn der Unfall nicht mehr die natürliche und adäquate Ursache des
Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf
unfallfremden Ursachen (= nicht auf den Unfall vom 6. Juni 2006 zurückzuführenden
Ursachen) beruht, und der Gesundheitszustand erreicht ist, wie er sich nach dem
schicksalsmässigen Verlauf des Vorzustands auch ohne Unfall früher oder später
eingestellt hätte (status quo sine; vgl. SVR 2009 UV Nr. 3 S. 9 E.2.2 und dort zitierte
Entscheide).
2.3 Dr. F._ hält im Bericht vom 6. Juli 2006 (UV-act. I/97) detailliert die
Fingerbeweglichkeit des Beschwerdeführers fest und führt aus: "Objektiv ist die
Situation an der rechten Hand bei Zustand nach Amputation auf Höhe Mittelphalange
Dig. II mit guter Stumpfpolsterung und Hyposensibilität als gut zu bezeichnen. Die
Beweglichkeit des erhaltenen Endglieds Dig. III ist eingeschränkt, ebenso die übrigen
Finger für den Faustschluss. Dig. IV ist ebenfalls gut erhalten und gut gepolstert. Es
bestehen Hyposensibilitäten, aber keine Tinelphänomene. Die Bewegungsprüfung zeigt
inkonsistente Befunde, bei Wiederholung sich bessernd, jedoch mit verbleibender
Sperrdistanz von mehreren Zentimetern. Es fällt auch eine Inkonsistenz bei der
Belastbarkeit auf im Vergleich der Faustschlusskraft und der (Un-) Möglichkeit des
Hebens eines Backsteins. Die Sensibilitätsstörungen an den oberen Extremitäten kann
ich medizinisch ätiologisch nicht einteilen." Nach neuerlichen Röntgen und MRI-
Aufnahmen (Berichte vom 11. Juli 2006, UV-act. I/94f.) führt er im Bericht vom
28. August 2006 (UV-act. I/113) aus, insgesamt sei die rechte Hand im Vergleich zur
Abschlussuntersuchung (1989) ohne objektivierbare Verschlimmerung. Wie
anamnestisch angegeben, sei wohl eine Verschlimmerung im Verlauf aufgetreten durch
Überlastung bei zu postulierender nicht idealer Tätigkeit damals aus betrieblichen
Gründen. Zusammenfassend finde er aus objektivierbaren strukturellen Veränderungen
aus Unfallfolgen keine wesentliche Veränderung zum Vorzustand und daher sei auch
keine Integritätsentschädigung nachgeschuldet. Die Ausdehnung auf das Schulter-
Arm-Syndrom sei durch unfallfremde Faktoren überlagert und nicht aus
objektivierbaren strukturellen Veränderungen aus Unfallfolgen wahrscheinlich.
Entsprechend sei die medizinische Zumutbarkeit im Vergleich zu den Tätigkeiten
anlässlich des Abschlusses unverändert.
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2.4 Dr. G._ führt im Gutachten vom 9. Januar bzw. 15. Juni 2007 (act. G 4.2) keine
Anhaltspunkte an, wonach die weiterhin bestehenden Beschwerden an der rechten
Hand auf den Unfall vom 6. Juni 2003 zurückzuführen sind. Unter Beurteilung und
Prognose führt er wörtlich aus: "Die Schmerzen in der rechten Hand, insbesondere der
Hohlhand, können weder durch die klinischen Untersuchungsbefunde noch durch die
radiologischen Erhebungen nachvollzogen werden." Die operative Entfernung der
Sehnenscheiden-Ganglien an Zeige- und Mittelfinger links liess keine erwähnenswerten
Folgen zurück.
2.5 Der Beschwerdeführer benötigte wegen der Beschwerden an der rechten Hand,
besonders an den Fingern III und IV mit Schmerzmitteln und Salben die gleiche
Behandlung wie vor dem Unfall vom 6. Juni 2003 (UV-act. I/129, III/126 und III/133).
Diese kann somit nicht als Folge des hier zu beurteilenden Unfalls vom 6. Juni 2003
dargestellt werden. Die Richtigstellung von Hausarzt Dr. B._ vom 26. September
2006 (UV-act. I/129) ändert daran nichts, unterscheidet sie doch insbesondere nicht
zwischen den Folgen der Unfälle vom 17. März 1987 und vom 6. Juni 2003, die beide
die rechte Hand bzw. deren Finger betrafen.
2.6 Zusammengefasst ist eine richtungsweisende Verschlimmerung durch den Unfall
vom 6. Juni 2003 medizinisch nicht nachgewiesen und besteht nach Abklingen der
darauf zurückzuführenden Beschwerden keine Leistungspflicht der Unfallversicherung
mehr. Die Leiden, die der Beschwerdeführer nach Ende August 2006 an der rechten
Hand bzw. an deren Finger noch klagt, sind nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit natürlich kausal zum Unfall vom 6. Juni 2003. Die medizinische
Aktenlage ist schlüssig und von der eventualiter beantragten Rückweisung zu weiteren
(medizinischen) Abklärungen ist keine zusätzliche Klärung zu erwarten, weshalb darauf
zu verzichten ist (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 90 E. 4b S. 94). Die
Beschwerdegegnerin hat daher eine weitere Leistungspflicht zu Recht verneint und
Taggeldzahlungen und Heilungskostenleistungen per 31. August 2006 eingestellt. Die
Beschwerde dagegen ist abzuweisen.
3.
http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=01.07.2008&to_date=08.04.2009&sort=relevance&subcollection_mI35=on&insertion_date=&top_subcollection_aza=any&query_words=%22antizipierte+Beweisw%FCrdigung%22&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-V-90%3Ade&number_of_ranks=0#page90
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Soweit der Beschwerdeführer - besonders in der Replik vom 15. Oktober 2008 - Folgen
anderer Unfälle als demjenigen vom 6. Juni 2003 geltend macht, kann darauf – wie
bereits in Erwägung 1.1 festgehalten - mangels Streitgegenstand nicht eingetreten
werden. Aus verfahrensökonomischen Gründen rechtfertigt es sich, die Sache an die
Suva zu überweisen, damit sie auch über die Folgen der anderen Unfälle entscheide,
soweit dies nicht bereits geschehen ist (UV-act. II/20 und II/27 betreffend Ellbogen
links; Unfall vom 17. März 1987, UV-act. III).
4.
4.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen, soweit
darauf einzutreten ist. Im Übrigen wird die Sache an die Suva überwiesen, damit sie
über die Folgen der anderen Unfälle entscheide. Gerichtskosten sind keine zu erheben
(Art. 61 lit. a ATSG).
4.2 Dem Beschwerdeführer wurde die unentgeltliche Rechtsverbeiständung am
22. Oktober 2008 bewilligt. Wenn es seine wirtschaftlichen Verhältnisse gestatten, kann
er jedoch zur Nachzahlung der Gerichtskosten, der Auslagen für die Vertretung und der
vom Staat entschädigten Parteikosten verpflichtet werden (Art. 288 Abs. 1 ZPG, sGS
961.2, i.V.m. Art. 99 Abs. 2 VRP, sGS 951.1). Der Staat ist zufolge unentgeltlicher
Rechtsverbeiständung zu verpflichten, für die Kosten der Rechtsvertretung des
Beschwerdeführers aufzukommen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass dem
unentgeltlichen Rechtsbeistand lediglich ein um 20% reduziertes Honorar zusteht (vgl.
Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70). In der Verwaltungsrechtspflege wird
das Honorar vom Gericht pauschal festgesetzt, wobei der Rahmen vor
Versicherungsgericht in der Regel Fr. 750.-- bis Fr. 7'500.-- beträgt (Art. 22 Abs. 1 lit. b
der Honorarverordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten [HonO; sGS 963.75]).
Vorliegend scheint, wie in vergleichbaren Fällen üblich, ein Betrag von Fr. 3'200.--
(80% von Fr. 4'000.--; inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) der Bedeutung der
Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG
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