Decision ID: 8345eff4-0814-4152-af18-78f95fe0c3ba
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 4. Februar 2013 wegen einer Hirnblutung, Diabetes und
Rückenschmerzen bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen zum Bezug vom IV-
Leistungen an (IV-act. 1). Sie gab an, seit dem 26. Oktober 2012 voll arbeitsunfähig zu
sein. Aktuell sei sie zu 28 % als Mitarbeiterin bei B._ angestellt. Gemäss einem
Kurzaustrittsbericht der Klinik für Neurologie des KSSG vom 6. November 2012 hatte
die Versicherte am 26. Oktober 2012 eine Stammganglienblutung links mit/bei klinisch
Dysarthrie (Sprechstörung), Sensibilitätsminderung rechter Arm und Bein und Pronation
(Einwärtsdrehung) im Arm und minimer facialer Parese rechts erlitten (IV-act. 2). Als
weitere Diagnosen hatte die Assistenzärztin einen Diabetes mellitus Typ 2, eine
Migräne mit Aura, eine arterielle Hypertonie, eine Hypercholesterinämie, ein leichtes
obstruktives Schlafapnoesyndrom und eine Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion)
angegeben. Sie hatte der Versicherten für die Zeit vom 26. Oktober bis 21. November
2012 eine volle Arbeitsunfähigkeit bescheinigt (IV-act. 2-4).
A.b Die Arbeitgeberin der Versicherten berichtete am 8. März 2013, dass sie die
Versicherte seit Juli 1999 als Mitarbeiterin Küche beschäftige (IV-act. 14). Der letzte
Arbeitstag sei der 26. Oktober 2012 gewesen. Die Arbeitszeit der Versicherten habe,
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bei einer allgemeinen Arbeitszeit im Betrieb von 42 Stunden pro Woche, 11.76 Stunden
betragen (Pensum von 28 %). Die Tätigkeit der Versicherten habe die Reinigung des
Patientengeschirrs mit den grossen Bandspülmaschinen (oft), allgemeine
Reinigungsarbeiten in der ganzen Küche (manchmal) und die Mitarbeit bei der
Speiseverteilung (selten) beinhaltet. Es habe sich um eine vorwiegend stehende
Tätigkeit gehandelt, bei der die Versicherte oft leichte Gewichte habe heben oder
tragen müssen. Am 18. März 2013 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass zurzeit
keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien; die Versicherte sei
vorwiegend als Hausfrau tätig (IV-act. 17).
A.c Dr. med. C._, Assistenzarzt der Klinik für Neurologie des KSSG, berichtete der
IV-Stelle am 3. September 2013 (IV-act. 19), dass die Versicherte an einer TIA
(Transitorische ischämische Attacke, Streifung) im Mediastromgebiet rechts (1. August
2013), an subakuten lakunären Infarkten im Mediastromgebiet beidseits (Februar 2013),
an einer Stammganglienblutung links (26. Oktober 2012) und an einer Migräne mit Aura
leide (siehe auch IV-act. 20- 8 ff.). Die Versicherte sei vom 1. August bis 11. August
2013 voll arbeitsunfähig gewesen. Seit dem 12. August 2013 bestehe wieder eine volle
Arbeitsfähigkeit. Im Beiblatt zum Arztbericht gab Dr. C._ an, dass der Versicherten
die bisherige Tätigkeit (gemäss Bericht der Arbeitgeberin vorwiegend stehende
Tätigkeit; Dr. C._ verneinte aber eine Arbeitsfähigkeit für rein stehende Tätigkeiten,
IV-act. 19-4 f.) noch etwa sechs Stunden pro Tag zumutbar sei, wobei zusätzlich eine
verminderte Leistungsfähigkeit von etwa 80 % (gemeint wohl: 20 %) bestehe. In einer
adaptierten Tätigkeit sei die Versicherte ebenfalls sechs Stunden pro Tag arbeitsfähig;
in einer solchen Tätigkeit sei die Leistungsfähigkeit nicht zusätzlich vermindert. Dr.
med. D._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, berichtete am 5. September 2013
(IV-act. 20), dass der Versicherten weder die angestammte noch eine adaptierte
Tätigkeit zumutbar sei. Die Prognose sei schlecht. Dem Bericht von Dr. D._ lagen
diverse Arztberichte der Klinik für Neurologie des KSSG bei.
A.d Die Versicherte gab im Fragebogen zur Rentenabklärung betreffend
Erwerbstätigkeit/Haushalt vom 12. September 2013 an, dass sie nicht arbeitsfähig sei
(IV-act. 21). Seit der Hirnblutung habe sie keine Kraft mehr in den Händen. Der
Haushalt werde praktisch ausschliesslich durch den Ehemann, die Kinder und die
Schwiegertochter erledigt. RAD-Arzt Dr. med. E._ notierte am 22. Oktober 2013,
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dass es bei der Versicherten seit Oktober 2012 zu wiederholten, zum Teil
ausgedehnten neurologischen Ausfallserscheinungen auf dem Boden zentralnervöser
Durchblutungsstörungen gekommen sei (IV-act. 24). Die behandelnden Ärzte
beurteilten die Arbeitsfähigkeit sehr unterschiedlich.
A.e Am 3. Dezember 2013 fand eine Abklärung an Ort und Stelle statt (IV-act. 28). Da
sich die Versicherte nicht in der deutschen Sprache verständigen konnte, wurden die
Verhältnisse von deren Tochter geschildert. Die Tochter machte geltend, dass die
Versicherte seit der Hirnblutung im Oktober 2012 starke Wortfindungsstörungen habe.
Zudem habe sie grosse Konzentrations- und Gedächtnisprobleme: Sie spreche
wiederholt die gleichen Themen an, sie könne sich nicht erinnern, was sie am Vortag
gegessen habe und sie könne beim Fernsehen den Ablauf nicht erfassen. Hinzu
komme, dass die Versicherte infolge des grauen Stars nicht mehr deutlich sehe.
Nachts sei die Versicherte unruhig; sie erwache wiederholt, weil sie angeblich Stimmen
oder die Hausglocke klingeln höre. Oder sie wolle zu Unzeiten aus dem Haus, um die
Tochter zu besuchen. Die Versicherte sei grundsätzlich immer beaufsichtigt. Die
Tochter erklärte weiter, dass der Versicherten immer wieder Geschirr aus der Hand
falle, weil diese blockiere. Das rechte Bein sei geschwächt und im Gefühl gestört. Die
Versicherte gehe hinkend und müsse sich für jeden Schritt konzentrieren. Sie sei nicht
in der Lage, die Medikamente selbständig einzunehmen. Die Tochter führte weiter aus,
dass der Ehemann der Versicherten wegen Herz-, Bein- und Rückenproblemen nicht
mehr arbeitsfähig sei und seit April 2006 eine IV-Rente und Ergänzungsleistungen
beziehe. Die Versicherte würde heute ohne Behinderung weiterhin im B._ arbeiten.
Ihr Verdienst sei aus finanziellen Gründen stets nötig gewesen. Die Abklärungsperson
protokollierte, dass sich die Versicherte bei der Abklärung reduziert und apathisch
präsentiert habe. Wegen der Aufteilung der Haushaltsarbeiten mit der
Schwiegertochter habe sich der Aufwand der Versicherten im Haushalt schon vor der
Erkrankung auf zwei Stunden pro Tag beschränkt. Heute mache die Versicherte im
Haushalt überhaupt nichts mehr. Ob die totale Unterstützung durch die Angehörigen
kulturell bedingt oder ausschliesslich auf die körperlichen und geistigen Defizite
zurückzuführen sei, müsse medizinisch objektiviert werden. Mit Blick auf den bereits
ursprünglich kleinen Zuständigkeitsbereich in der Wohngemeinschaft und der
zumutbaren Schadenminderungspflicht der Angehörigen beschränke sich die
anrechenbare Einschränkung im Aufgabenbereich auf 20 %. Aufgrund des
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Jahresverdienstes müsse davon ausgegangen werden, dass das bisherige
Erwerbspensum der Versicherten rund 45 % entsprochen habe. Beim von der
Arbeitgeberin angegebenen Pensum von 28 % handle es sich um das garantierte
minimale Pensum. Das von Dr. C._ angegebene mögliche Arbeitspensum sei
aufgrund der angetroffenen Situation nicht nachvollziehbar.
A.f Dr. D._ berichtete am 13. Januar 2014 über einen verschlechterten
Gesundheitszustand (IV-act. 29). Der Versicherten sei weder die angestammte noch
eine adaptierte Tätigkeit zumutbar.
A.g Am 14. März 2014 wurde die Versicherte durch Dr. med. F._, Neurologie,
monodisziplinär begutachtet (Gutachten vom 30. April 2014, IV-act. 36). Die Diagnose
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit lautete:
• Schwere chronische Leucencephalopathie und lacunäre Infarkte vor allem im
Mediastromgebiet beidseits
- aktuell ohne objektivierbare neurologische Defizitsymptomatik
- vasculäre Risikofaktoren: Arterielle Hypertonie, Diabetes mellitus Typ II und
Hypercholesterinämie.
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gab die Gutachterin eine
Stammganglienblutung links am 26. Oktober 2012 mit initial Dysarthrie und diskretem
sensomotorischem Hemisyndrom rechts, einen Diabetes mellitus Typ II, aktuell ohne
Hinweise für eine relevante diabetische Neuropathie, eine Migräne mit Aura, ein
leichtes obstruktives Schlafapnoe-Syndrom und eine Hypothyreose an. Sie hielt fest,
dass die Versicherte nach der Spitalentlassung am 7. November 2012 nur minimale
neurologische Defizitsymptome aufgewiesen habe. Auch die im Verlauf aufgetretenen
möglichen transienten ischämischen Attacken hätten keine wesentlichen
einschränkenden Symptome hinterlassen. Die klinisch nur diskreten, vor allem
sensiblen Einschränkungen im Bereich der rechten Hand stünden im Widerspruch zur
anamnestischen Angabe der Versicherten, dass sie die rechte Hand quasi nicht mehr
gebrauchen könne. Diese Diskrepanz weise darauf hin, dass psychologische Faktoren
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wesentlich zu den empfundenen Funktionseinschränkungen beitrügen. Aus
neurologischer Sicht bleibe offen, ob und in welchem Ausmass die
kernspintomografisch sichtbaren vaskulären Läsionen tatsächlich zu vorübergehenden
Defizitsymptomen geführt hätten. Grundsätzlich sei es möglich, dass die geschilderten,
wiederholten, akut auftretenden Verschlechterungen z.B. der Arm-/Handfunktion rechts
ebenfalls vor allem einen psychologischen Hintergrund gehabt hätten und die
lacunären Infarkte klinisch asymptomatisch abgelaufen seien. Eine chronische
vaskuläre Leucencephalopathie, wie sie kernspintomografisch beschrieben worden sei,
führe zwar nicht zwingend zu körperlichen Symptomen, könne aber durchaus zu
gewissen Einschränkungen prädisponieren. Typisch seien in diesem Zusammenhang
Einschränkungen der Gehfähigkeit und der Kognition. Das Gangbild der Versicherten
sei aktuell zwar gestört, im Vordergrund stehe aber ein Hinken bei bisher nicht
dokumentierten Schmerzen im Bereich der linken Hüfte, die nicht auf einer
neurologischen Problematik beruhten. Ob die ebenfalls zu beobachtende
Kleinschrittigkeit in Zusammenhang mit den Schmerzen, dem Trainingsmangel oder
der vaskulären Leucencephalopathie stehe, lasse sich nicht sicher sagen. Klinische und
elektrophysiologische Hinweise für eine relevante (diabetische) Polyneuropathie fehlten.
Ob die Versicherte allenfalls kognitive Störungen aufweise, lasse sich schon aufgrund
der Sprachbarrieren kaum beurteilen. Die Angehörigen hätten zwar eine gewisse
Vergesslichkeit (Tendenz zum Nachfragen) beobachtet, diese könnte aber auch sehr
gut mit der Tatsache zusammenhängen, dass die Versicherte bereits seit eineinhalb
Jahren keine Aufgaben mehr übernehme und keine Anforderungen mehr an ihre
geistigen Fähigkeiten gestellt würden. Die allenfalls bestehenden, geringfügigen
neurologischen Defizite sollten zu keiner wesentlichen Einschränkung der bisherigen
Tätigkeit führen. Aufgrund der vaskulären Leucencephalopathie seien eine allgemeine
Verlangsamung und Verminderung der Leistungsfähigkeit denkbar. Dr. D._ sei bei
seiner Arbeitsfähigkeitsschätzung den subjektiven Angaben der Versicherten und ihrer
Angehörigen gefolgt. Aus heutiger Sicht sei die Einschätzung des Neurologen Dr. C._
wesentlich realistischer. Die Versicherte sollte aus neurologischer Sicht mindestens
sechs Stunden täglich im bisherigen Beruf arbeiten können. Da von einem leicht
verminderten Arbeitstempo ausgegangen werden müsse, sei die Leistungsfähigkeit der
Versicherten zusätzlich maximal zu 20 % eingeschränkt; darin sei auch ein leicht
erhöhter Pausenbedarf berücksichtigt. Bezogen auf ein Arbeitspensum von 100 %
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sollte die Versicherte unter Berücksichtigung der zeitlichen und leistungsmässigen
Einschränkung spätestens seit dem Untersuchungsdatum (14. März 2014) zu
mindestens 60 % arbeitsfähig sein. Diese Einschätzung gelte für die angestammte
Tätigkeit wie auch für Verweistätigkeiten. Dr. E._ notierte am 14. Mai 2014 (IV-act.
37), dass aus der Sicht des RAD auf die Beurteilung der neurologischen Gutachterin
abgestellt werden könne: Die Versicherte sei
in der ideal adaptierten bisherigen Tätigkeit zu 60 % arbeitsfähig.
A.h Mit Vorbescheid vom 19. Mai 2014 stellte die IV-Stelle der Versicherten bei einem
IV-Grad von 10 % die Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht (IV-act. 40). Sie
qualifizierte die Versicherte als zu 45 % erwerbstätig und als zu 55 % im
Aufgabenbereich tätig. Im Erwerb ging sie von einer 0 %igen Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit aus; das Validen- und Invalideneinkommen setzte sie je auf Fr.
23'965.-- fest. Im Erwerb resultierte somit ein Teilinvaliditätsgrad von 0 %. Im Haushalt
berücksichtigte die IV-Stelle eine 20 %ige Einschränkung. Der Teilinvaliditätsgrad im
Aufgabenbereich betrug folglich 10 %. Dagegen liess die Versicherte am 23. Juli 2014
einwenden (IV-act. 49), dass nicht nachvollziehbar sei, weshalb die IV-Stelle von einer
45 %igen Erwerbstätigkeit ausgehe, da die Versicherte vor der Hirnblutung ein Pensum
von 28 % absolviert habe. Die von der Gutachterin angegebene angeblich mangelnde
Kooperation sei unter Umständen darauf zurückzuführen, dass die Versicherte
schlichtweg nicht in der Lage gewesen sei, das Bein zu koordinieren. Auch die
Argumentation, dass auf die Lagesinnprüfung wegen Verständnisschwierigkeiten
verzichtet worden sei, überzeuge angesichts der Tatsache, dass während der
Untersuchung eine Dolmetscherin anwesend gewesen sei und an keiner anderen Stelle
Verständnisschwierigkeiten genannt worden seien, nicht. Es dränge sich der Eindruck
auf, dass die Gutachterin bereits eine vorgefasste Meinung über die Versicherte gehabt
habe. Die gutachterliche Einschätzung überzeuge somit nicht, weshalb auf das
Gutachten nicht abgestellt werden dürfe. Zu bemängeln sei auch, dass nur eine
neurologische Begutachtung in Auftrag gegeben worden sei. Die Gutachterin habe
erwähnt, dass psychologische Faktoren wesentlich zu den Gebrauchseinschränkungen
beitragen würden. Demzufolge hätte die IV-Stelle auch ein psychiatrisches Gutachten
in Auftrag gegeben müssen. Auch wenn auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung der
neurologischen Gutachterin abgestellt würde, dürfte nicht von einer vollen
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Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden, da die Versicherte offensichtlich nicht in der
Lage sei, ihre bisherige Tätigkeit im gleichen Arbeitstempo wie vor der Hirnblutung
auszuüben. Auch die Höhe des Validen- und Invalideneinkommens sei nicht korrekt:
Aus den Akten gehe hervor, dass die Versicherte im Jahr 2011 ein Einkommen von Fr.
24'376.-- erzielt habe.
A.i Mit Verfügung vom 25. Juli 2014 wies die IV-Stelle das Rentengesuch bei einem
IV-Grad von 10 % aus den im Vorbescheid angegebenen Gründen ab (IV-act. 50). Zum
Einwand der Rechtsvertreterin erwiderte sie, dass der Status (45 % Erwerb) dem in der
Vergangenheit effektiv gearbeiteten Pensum entspreche. Das Validen- und
Invalideneinkommen seien aufgrund des Einwandes auf Fr. 24'376.-- erhöht worden. In
den medizinischen Akten seien weder eine psychiatrische Diagnose gestellt noch
psychische Einschränkungen beschrieben worden. Auch bei der Abklärung an Ort und
Stelle seien keine psychischen Einschränkungen erwähnt worden. Aus medizinischer
Sicht sei eine psychiatrische Begutachtung daher nicht angezeigt. Die Versicherte
befinde sich zudem nicht in fachärztlicher psychiatrischer Behandlung.
B.
B.a Gegen diese Verfügung liess die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin)
am 15. September 2014 Beschwerde erheben (act. G 1). Ihre Rechtsvertreterin
beantragte die Aufhebung der Verfügung und die Zusprache einer auf einem IV-Grad
von mindestens 50 % basierenden Invalidenrente. Eventualiter sei die IV-Stelle
(nachfolgend Beschwerdegegnerin) zu verpflichten, ein polydisziplinäres
(neurologisches und psychiatrisches) Gutachten in Auftrag zu geben. Die
Rechtsvertreterin stellte zudem ein Gesuch um unentgeltliche Prozessführung und
Rechtsverbeiständung für das vorliegende Beschwerdeverfahren. In Ergänzung zur
Begründung im Vorbescheidverfahren machte sie geltend, dass sich die
Beschwerdeführerin bezüglich der Statusfrage offensichtlich auf eine aktenwidrige
Annahme gestützt habe. Das durchschnittliche Arbeitspensum der Beschwerdeführerin
habe im Jahr 2010 44.2 %, im Jahr 2011 40.6 % und im Jahr 2012 37.7 % betragen.
Hieraus resultiere ein durchschnittlicher Beschäftigungsgrad von 38.8 %. Es sei davon
auszugehen, dass die Beschwerdeführerin, wäre sie nicht erkrankt, auch zukünftig im
gleichen Umfang einer ausserhäuslichen Tätigkeit nachgegangen wäre, sodass der
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Anteil Erwerb auf 39 % und der Anteil Haushalt auf 61 % festzusetzen sei. Aufgrund
der Tatsache, dass die Angehörigen der Beschwerdeführerin eine gewisse
Vergesslichkeit beobachtet hätten, sei davon auszugehen, dass kognitive Störungen
vorlägen. Die Beschwerdeführerin habe offensichtlich auch Gehschwierigkeiten und
lasse Gegenstände aus der Hand fallen. Teilweise müssten ihr die Kinder das Essen
sogar eingeben. Bei der Begutachtung hätten verschiedene Tests wie die
Lagesinnprüfung an den unteren und oberen Extremitäten nicht durchgeführt werden
können. Die Beschwerdeführerin habe anlässlich der Begutachtung über Schmerzen in
der linken Hüfte, über Schwindel, Kopfschmerzen, Schlafstörungen und
Schwierigkeiten beim Sprechen geklagt. Zudem hätten offensichtlich
Verständigungsschwierigkeiten vorgelegen. Das Gutachten sei somit unvollständig.
Des Weiteren gehe es nicht an, dass die Einschätzung des Hausarztes gänzlich
unberücksichtigt bleibe. Bezüglich des Einkommensvergleichs bemängelte die
Rechtsvertreterin, dass beim Invalideneinkommen kein Teilzeitabzug vorgenommen
worden sei.
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 5. November 2014 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 5). Zur Begründung hielt sie fest, dass grundsätzlich nichts gegen
eine Qualifikation von 39 % Erwerb und 61 % Haushalt spreche. Auch bei dieser
Aufteilung resultiere jedoch kein Invaliditätsgrad von 40 %. Das neurologische
Gutachten erfülle sämtliche rechtsprechungsgemässen Kriterien der
Beweistauglichkeit. Psychologische Faktoren, wie sie die Gutachterin erwähnt habe,
seien niederschwelliger einzustufen als psychiatrische Faktoren; allenfalls seien sie mit
psychosozialen Belastungsfaktoren gleichzusetzen. Sie genügten demnach nicht, um
eine kostenintensive psychiatrische Abklärung in Auftrag zu geben. Gegen eine
invalidisierende psychiatrische Erkrankung spreche auch, dass sich die
Beschwerdeführerin nicht fachpsychiatrisch behandeln lasse.
B.c Das Gericht bewilligte am 10. November 2014 das Gesuch um unentgeltliche
Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Gewährung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung durch Rechtsanwältin lic. iur. L. Keller) für das Verfahren vor
dem Versicherungsgericht (act. G 6).
B.d Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin verzichtete auf eine Replik (vgl. act.
G 8).
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Erwägungen
1.
Vorab ist zu prüfen, ob die Beschwerde rechtzeitig erhoben worden ist. Gemäss Art. 60
Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
(ATSG, SR 830.1) ist die Beschwerde innerhalb von 30 Tagen nach der Eröffnung der
Verfügung einzureichen. Die angefochtene Verfügung datiert vom 25. Juli 2014, die
Beschwerde ist aber erst am 15. September 2014 erhoben worden. Die Verfügung ist
gemäss der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin am 28. Juli 2014 zugestellt
worden. Gesetzliche oder behördliche Fristen, die nach Tagen oder Monaten bestimmt
sind, stehen vom 15. Juli bis und mit dem 15. August still (Art. 38 Abs. 4 lit. b ATSG).
Die Frist hat also erst am 16. August 2014 zu laufen begonnen. Der letzte Tag der Frist
ist auf den Sonntag, 14. September 2014 gefallen. Ist der letzte Tag der Frist ein
Sonntag, so endet sie am nächstfolgenden Werktag (Art. 38 Abs. 3 Satz 1 ATSG). Die
Rechtsvertreterin hat am 15. September 2014 und somit am letzten Tag der Frist
Beschwerde erhoben. Auf die Beschwerde ist deshalb einzutreten.
2.
2.1 Mit der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin einen
Rentenanspruch der Beschwerdeführerin bei einem IV-Grad von 10 % verneint. Strittig
ist demnach, ob die Beschwerdeführerin einen Anspruch auf eine Invalidenrente hat.
2.2 Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht
durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder
verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses
Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung, IVG, SR 831.20). Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG die
voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung der
körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer
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Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG).
2.3 Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität grundsätzlich
durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Bei nichterwerbstätigen Versicherten
im Sinne von Art. 5 Abs. 1 IVG – namentlich bei im Haushalt tätigen Personen – wird für
die Bemessung der Invalidität darauf abgestellt, in welchem Mass eine Behinderung
besteht, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen (spezifische Methode des
Betätigungsvergleichs; Art. 28a Abs. 2 IVG). Als Aufgabenbereich der im Haushalt
tätigen versicherten Personen gilt unter anderem die übliche Tätigkeit im Haushalt
sowie die Erziehung der Kinder (Art. 27 der Verordnung über die Invalidenversicherung,
IVV, SR 831.201). Bei versicherten Personen, die teilweise erwerbstätig sind, erfolgt die
Invaliditätsbemessung nach der gemischten Methode. Dabei sind die Anteile der
Erwerbstätigkeit und der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzustellen und der
Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (Art.
28a Abs. 3 IVG).
2.4 Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat im Urteil di Trizio vs. Schweiz
vom 2. Februar 2016 (application no. 7186/09) in der Anwendung der gemischten
Methode zur Invaliditätsbemessung von Teilzeitarbeitenden eine Verletzung von Art. 14
(Diskriminierungsverbot) i.V.m. Art. 8 (Recht auf Achtung des Privat- und
Familienlebens) der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten
(EMRK, SR 0.101) erkannt. Das Bundesgericht hat dieses Urteil so ausgelegt, dass nur
dann eine Konventionsverletzung vorliegt, wenn die von der versicherten Person
getroffenen, in den Schutzbereich des Art. 8 EMRK fallenden Dispositionen − die
Geburt von Kindern und die damit (hypothetisch) verbundene teilweise Aufgabe der
Erwerbstätigkeit − die einzige Grundlage des Statuswechsels bilden und aus der
Änderung der Invaliditätsbemessungsmethode (Anwendbarkeit der gemischten
Methode statt der Einkommensvergleichsmethode) die revisionsweise Aufhebung der
Invalidenrente (bzw. die Befristung der rückwirkend zugesprochenen Rente) resultiert
(BGE 143 I 50 E. 4.1). Gemäss dem Bundesgericht ändert das EGMR-Urteil vom 2.
Februar 2016 unter der geltenden Rechtslage nichts daran, dass die gemischte
Methode in Fällen, welche ausserhalb dieser Konstellation (vgl. IV-Rundschreiben Nr.
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355 des BSV vom 31. Oktober 2016) liegen, weiterhin Anwendung finden kann. Zu
denken ist beispielsweise an eine versicherte Person, deren Statusfestsetzung als
Teilerwerbstätige mit einem Aufgabenbereich nicht familiär bedingt ist oder an die
erstmalige Rentenzusprache an eine während des ganzen massgebenden
Beurteilungszeitraums als teilerwerbstätig mit Aufgabenbereich zu qualifizierende
versicherte Person (BGE 143 I 50 E. 4.4 mit Hinweisen).
3.
3.1 Zunächst ist zu klären, anhand welcher Methode (Einkommensvergleich,
gemischte Methode oder Betätigungsvergleich) die Invaliditätsbemessung im
vorliegenden Fall vorzunehmen ist. Ob und gegebenenfalls in welchem Ausmass eine
versicherte Person auch ohne den Gesundheitsschaden im Aufgabenbereich tätig
wäre, ist nach der bisherigen ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichts anhand
der hypothetischen Verhaltensweise der versicherten Person zu prüfen. Namentlich ist
abzuklären, ob die versicherte Person ohne den Gesundheitsschaden mit Rücksicht
auf die gesamten Umstände (persönlicher, familiärer, sozialer und erwerblicher Art)
erwerbstätig oder im Aufgabenbereich tätig wäre. Dabei sollen die finanzielle
Notwendigkeit der Aufnahme oder der Ausdehnung einer Erwerbstätigkeit, allfällige
Erziehungs- und Betreuungsaufgaben, das Alter der versicherten Person sowie deren
berufliche Fähigkeiten, Neigungen und Begabungen massgebend sein. Die Statusfrage
beurteilt sich nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verfügung
entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall
ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 125 V 146 E. 2c mit
Hinweisen; vgl. auch BGE 133 V 504 E. 3.3).
3.2 Die Tochter der Beschwerdeführerin hat anlässlich der Abklärung an Ort und Stelle
angegeben, dass die Beschwerdeführerin ohne Behinderung weiterhin ihrer bisherigen
Tätigkeit als Küchenmitarbeiterin bei B._ nachgehen würde. Auch die
Rechtsvertreterin hat im Beschwerdeverfahren geltend gemacht, dass die
Beschwerdeführerin in dem vor der im Oktober 2012 erlittenen Hirnblutung ausgeübten
Pensum tätig wäre. Der Ehemann der Beschwerdeführerin ist nicht erwerbstätig und
bezieht seit dem Jahr 2006 eine ganze IV-Rente. Aus den Akten geht nicht hervor, seit
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wann er für sich und seine Ehefrau Ergänzungsleistungen bezieht. Fest steht, dass sie
spätestens seit dem Jahr 2013 auf Ergänzungsleistungen angewiesen sind. Hieraus
folgt, wie die Tochter der Beschwerdeführerin anlässlich der Abklärung an Ort und
Stelle auch geltend gemacht hat, dass die Beschwerdeführerin und ihr Ehemann im
Gesundheitsfall aus finanziellen Gründen darauf angewiesen wären, dass die
Beschwerdeführerin ein Erwerbseinkommen erzielt. Der Ehemann der
Beschwerdeführerin hat im Jahr 2014 Rentenleistungen von insgesamt Fr. 30'006.--
bezogen (siehe act. G 4.1). Das entspricht einer monatlichen Rente von lediglich Fr.
2'500.50. Hinzu kommt, dass die Beschwerdeführerin und ihr Ehemann Miteigentümer
der von ihnen und ihrem Sohn bewohnten Eigentumswohnung sind, auf der eine
Hypothek lastet. Die Beschwerdeführerin hat im Jahr 2011 bei einem Pensum von ca.
40 % einen Lohn von Fr. 24'376.-- erzielt (siehe IK-Auszug und Lohnjournal). In einem
Pensum von 45 % hätte sie, angepasst an die Nominallohnentwicklung, im Jahr 2014
etwa ein Einkommen von Fr. 28'150.-- erwirtschaften können (Lohnentwicklung 2014
des Bundesamtes für Statistik, T39, Frauen). Abzüglich von Sozialversicherungs- und
Pensionskassenbeiträgen von (geschätzt) 15 % hätte das Nettoeinkommen der
Beschwerdeführerin im Jahr 2014 rund Fr. 23'927.-- betragen. Die Einnahmen der
Beschwerdeführerin und ihres Ehemannes hätte sich im Jahr 2014 somit auf ca. Fr.
53'933.-- belaufen. Diesen Einnahmen haben gemäss der eingereichten EL-
Berechnung Ausgaben von Fr. 52'894.-- gegenübergestanden. Dabei darf nicht ausser
Acht gelassen werden, dass der Zweck der Ergänzungsleistungen lediglich ist, den
Existenzbedarf zu decken (Art. 2 Abs. 1 ELG). In der EL-Berechnung sind also nur die
existentiell notwendigen Ausgaben berücksichtigt. Hinzu kommt, dass der Ehemann
der Beschwerdeführerin gemäss der EL-Berechnung neben den Hypothekarschulden
auch noch andere Schulden in der Höhe von Fr. 14'350.-- hat. Wäre die
Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall im Verfügungszeitpunkt zu 45 % erwerbstätig
gewesen, hätten sie und ihr Ehemann lediglich knapp ihre existenziellen Ausgaben
decken können; für den Abbau der Schulden hätte das Geld kaum gereicht. Angesichts
der finanziellen Situation der Beschwerdeführerin ist fraglich, ob sie ohne Erkrankung
tatsächlich lediglich zwischen 39 und 45 % erwerbstätig wäre. Ausschlaggebend ist,
ob die Beschwerdeführerin vor Eintritt der geltend gemachten Arbeitsunfähigkeit
freiwillig oder aufgrund von arbeitsmarktlichen Zwängen, namentlich weil sie das
Arbeitspensum an ihrer angestammten Stelle nicht hat erhöhen können oder weil sie
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keine andere Arbeitsstelle in einem höheren Pensum gefunden hat, zu weniger als 50
% erwerbstätig gewesen ist. Nebst der finanziellen Situation spricht auch der Umstand,
dass die Beschwerdeführerin laut dem Bericht über die Abklärung an Ort und Stelle vor
der Erkrankung lediglich zwei Stunden pro Tag im Aufgabenbereich tätig gewesen ist
dafür, dass sie im Gesundheitsfall ein höheres Arbeitspensum ausgeübt hätte. Bei
einem Erwerbspensum von 45 % und einem Pensum im Aufgabenbereich von zwei
Stunden pro Tag (entspricht ca. 25-35 %) würde sich das gesamte Pensum der
Beschwerdeführerin nämlich lediglich auf 70-80 % belaufen. In Widerspruch zum
eigenen Abklärungsergebnis ist die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen
Verfügung ohne Begründung davon ausgegangen, dass das Pensum im
Aufgabenbereich 55 % betrage. Zwar haben die Tochter und die Rechtsvertreterin der
Beschwerdeführerin übereinstimmend angegeben, dass die Beschwerdeführerin im
Gesundheitsfall im bisherigen Pensum erwerbstätig wäre. Aus den Akten geht
allerdings nicht hervor, dass sie bei der Beantwortung der Frage, in welchem Pensum
die Beschwerdeführerin ohne Behinderung erwerbstätig wäre, die finanzielle Situation
der Beschwerdeführerin vor Augen gehabt haben und dass sie sich bewusst gewesen
sind, dass sie diese Frage unter Berücksichtigung des ausgeglichenen − und nicht des
tatsächlichen − Arbeitsmarktes beantworten müssen. Demnach steht nicht mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, in welchem Arbeitspensum die
Beschwerdeführerin ohne Gesundheitsschaden bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage
tätig wäre. Die Beschwerdegegnerin hat ihre Untersuchungspflicht nach Art. 43 Abs. 1
ATSG verletzt, indem sie die Statusfrage nicht rechtsgenüglich abgeklärt hat. Die
Sache ist bereits aus diesem Grund an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.
4.1 Zu prüfen bleibt, ob die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststeht oder ob auch
diesbezüglich weitere Abklärungen notwendig sind.
4.2 In medizinischer Hinsicht liegen insbesondere das neurologische Gutachten von
Dr. F._, der Bericht von Dr. C._ von der Klinik für Neurologie des KSSG vom 3.
September 2013 und der Bericht des Hausarztes Dr. D._ vom 5. September 2013 im
Recht. Die neurologische Gutachterin hat erklärt, dass sie bei der klinisch-
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neurologischen Untersuchung kein sicher objektivierbares Defizit habe feststellen
können (IV-act. 36-6). Allenfalls bestünden geringfügige neurologische Defizite, die
jedoch zu keiner wesentlichen Einschränkung der bisherigen Tätigkeit in der Küche bei
B._ führen sollten (IV-act. 36-9). Obwohl die Gutachterin also keine erheblichen
neurologischen Defizite hat nachweisen können, hat sie der Beschwerdeführerin in der
bisherigen wie auch in jeglicher anderen in Frage kommenden Tätigkeit lediglich
„mindestens“ eine 60 %ige Arbeitsfähigkeit attestiert (sechs Stunden pro Tag zzgl. ca.
20 % verminderte Leistungsfähigkeit). Begründet hat sie die Arbeitsfähigkeitsschätzung
einzig damit, dass aufgrund der vaskulären Leukencephalopathie eine allgemeine
Verlangsamung und Verminderung der Leistungsfähigkeit denkbar sei. Diese
Begründung reicht nicht aus, um einem medizinischen Laien nachvollziehbar
darzulegen, weshalb die Beschwerdeführerin aus neurologischer Sicht dauerhaft und
wesentlich, nämlich zu 40 %, in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sein sollte. Sie
steht auch in Widerspruch zur Aussage der neurologischen Gutachterin, dass die
Beschwerdeführerin in ihrer bisherigen Tätigkeit aus neurologischer Sicht nicht
wesentlich eingeschränkt sein sollte. Hinzu kommt, dass die Gutachterin nicht dazu
Stellung genommen hat, ob die Beschwerdeführerin neben der Erwerbstätigkeit (sechs
Stunden pro Tag) überhaupt noch über die Ressourcen verfügt, um Haushaltsarbeiten
zu erledigen und falls ja, inwieweit sie aus neurologischer Sicht bei der
Haushaltstätigkeit eingeschränkt ist. Die Abklärungsperson der Beschwerdegegnerin
hat nämlich − zu Recht − darauf hingewiesen, dass sie nicht einschätzen könne,
inwieweit die Beschwerdeführerin aus medizinischer Sicht in der Haushaltstätigkeit
eingeschränkt sei (IV-act. 28-11). Des Weiteren hat die Tochter der Beschwerdeführerin
anlässlich der Abklärung an Ort und Stelle geltend gemacht, dass die
Beschwerdeführerin an Konzentrations- und Gedächtnisstörungen sowie an
Orientierungsstörungen leide. Die neurologische Gutachterin hat hierzu lediglich darauf
hingewiesen, dass sich schon aufgrund der Sprachbarriere kaum beurteilen lasse, ob
die Beschwerdeführerin allenfalls kognitive Störungen aufweise. Sie hat sich nicht
damit auseinandergesetzt, ob allenfalls eine neuropsychologische Testung (in der
Muttersprache) möglich und sinnvoll wäre, um die geltend gemachten kognitive Defizite
plausibilisieren zu können. Vor diesem Hintergrund kann nicht auf das neurolo¬gische
Gutachten von Dr. F._ abgestellt werden. Auch auf die Arbeitsfähigkeitsschätzungen
von Dr. C._ und Dr. D._ kann nicht abgestellt werden, da sie ihre Einschätzungen
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nicht begründet haben. Demnach ist eine erneute neurologische Begutachtung (inkl.
allfälliger neuropsychologischer Testung) notwendig.
4.3 Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin hat geltend gemacht, dass eine
psychiatrische Begutachtung notwendig gewesen wäre. Die neurologische Gutachterin
ist davon ausgegangen, dass psychologische Faktoren wesentlich zu den
empfundenen Funktionseinschränkungen beitragen. Die Diskrepanz zwischen den
erhobenen Befunden und den subjektiven Einschränkungen ist enorm: Während sich
die Beschwerdeführerin nicht mehr arbeitsfähig fühlt, geht die Gutachterin von einer 60
%igen Arbeitsfähigkeit aus. Um beurteilen zu können, ob und inwieweit psychologische
Faktoren einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit haben, ist psychiatrisches Fachwissen
notwendig. Aufgrund des Hinweises der neurologischen Gutachterin, dass allenfalls
psychologische Gründe für die geltend gemachte Arbeitsunfähigkeit (mit)verantwortlich
sein könnten, erscheint eine psychiatrische Abklärung angezeigt. Aus dem Umstand,
dass sich die Beschwerdeführerin bisher nicht in fachpsychiatrischer Behandlung
befunden hat (und nach der Aktenlage auch nie dazu angehalten worden ist), kann
nicht ohne weiteres geschlossen werden, dass sie nicht an einer psychiatrischen
Störung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit leidet, zumal psychische Störungen nicht
immer (sofort) erkannt werden. Dem Gericht ist zudem nicht bekannt, dass in der
Medizin zwischen psychologischen und psychiatrischen Faktoren unterschieden
würde, namentlich dass psychologische Faktoren als niederschwelliger einzustufen
wären als psychiatrische Faktoren und allenfalls mit psychosozialen
Belastungsfaktoren gleichzusetzen wären. Die Beschwerdegegnerin hat diese
Behauptung denn auch nicht mit entsprechenden Verweisen belegt. Demnach ist
neben der neurologischen Begutachtung auch eine psychiatrische Untersuchung
notwendig.
4.4 Die Tochter der Beschwerdeführerin hat anlässlich der Abklärung an Ort und Stelle
erwähnt, dass die Beschwerdeführerin an einem fortgeschrittenen grauen Star leide,
der nicht operiert werden könne. Die Sehkraft habe sich durch die Hirnblutung im
Oktober 2012 massiv verschlechtert. Es liegen keine ärztlichen Berichte bezüglich des
grauen Stars resp. der Sehkraft der Beschwerdeführerin bei den Akten. Die
Beschwerdegegnerin wird daher abklären müssen, ob die geltend gemachten
Augenprobleme die Beschwerdeführerin in ihrer Arbeitsfähigkeit einschränken und falls
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ja, ob eine Operation tatsächlich nicht möglich resp. nicht zumutbar ist. Schliesslich
wird die Beschwerdegegnerin auch abklären müssen, ob die geltend gemachten
Rücken-, Schulter- und Hüftschmerzen arbeitsfähigkeitsrelevant sind.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass auch in medizinischer Hinsicht weitere
Abklärungen notwendig sind. Namentlich ist eine erneute neurologische Begutachtung
(inkl. allfälliger neuropsychologischer Testung) notwendig. Zusätzlich sind eine
psychiatrische Untersuchung sowie Abklärungen betreffend die geltend gemachte
Augenproblematik und die Rücken-, Schulter- und Hüftschmerzen angezeigt. Die
geeigneten Abklärungsmethoden (Einholung ärztlicher Berichte, RAD-Untersuchung,
Begutachtung) sind durch die Beschwerdegegnerin in Zusammenarbeit mit dem RAD
zu bestimmen.
4.5 Demnach ist die angefochtene Verfügung in teilweiser Gutheissung der
Beschwerde wegen der Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes nach Art. 43 Abs. 1
ATSG aufzuheben und die Sache zur Abklärung des Grades der Erwerbstätigkeit im
Gesundheitsfall und zur weiteren medizinischen Abklärung an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen.
5.
5.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Praxisgemäss ist die
Rückweisung der Sache zur ergänzenden Abklärung und neuen Beurteilung an die
Verwaltung als volles Obsiegen der Beschwerdeführerin zu werten (BGE 132 V 215 E.
6.2). Dementsprechend ist die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- vollumfänglich der
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Auch hier gilt, dass eine Rückweisung zur
weiteren Abklärung als volles Obsiegen der beschwerdeführenden Partei zu betrachten
ist. Die Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne
Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der
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Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das
Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75)
pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Die Rechtsvertreterin hat keine Honorarnote
eingereicht. Im hier zu beurteilenden Fall erscheint eine pauschale Parteientschädigung
von Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.