Decision ID: 1c5ff348-276c-4534-9802-dfb93395c50a
Year: 2019
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._, gelernter Montage-Elektriker, meldete sich im Januar 2015 wegen starker
Rückenschmerzen bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen zum Bezug von IV-
Leistungen an (IV-act. 1, 11). Gemäss einem beiliegenden Kurzaustrittsbericht vom 18.
Oktober 2013 hatte sich der Versicherte am 16. Oktober 2013 in der Klinik für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates des
Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) wegen einer Diskushernie L5/S1 einer
Mikrodiskektomie L5/S1 von rechts unterzogen (IV-act. 9; definitiver Austrittsbericht
siehe IV-act. 40-12 f.). Der intra- und postoperative Verlauf war komplikationslos und
die Schmerzen und die motorische Schwäche waren im Verlauf regredient gewesen.
Der Hausarzt des Versicherten, Dr. med. B._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
hatte der Rücken-Sprechstunde des Kantonsspitals St. Gallen am 29. Juli 2014 über
starke, rezidivierende bzw. persistierende Rückenschmerzen, von der OP-Narbe auf
beide Seiten in den Rücken ausstrahlend, berichtet (IV-act. 7). Konservative
Massnahmen mit Physiotherapie etc. hätten bisher keine Verbesserung gebracht.
A.a.
Dr. B._ berichtete der IV-Stelle am 9. Februar 2015 (IV-act. 16), dass der
Versicherte an einem diffusen lumbovertebralen, chronifizierten Schmerzsyndrom, einer
Diskushernie L5/S1 rechts, ventral betonte Osteochondrose L5/S1, und an einem
Status nach Mikrodiskektomie am 16. Oktober 2013 leide. Es bestünden eine
Bewegungseinschränkung und eine Schlafstörung wegen der Schmerzen. Der
Versicherte leide auch psychisch unter der Situation. Die Arbeitsfähigkeit müsse durch
einen Vertrauensarzt der IV abgeklärt werden.
A.b.
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RAD-Ärztin Dr. C._, Radiologie, notierte am 18. Februar 2015, dass seit August
2013 immer wieder längere und kürzere Arbeitsunfähigkeiten von verschiedenen Ärzten
bescheinigt worden seien (IV-act. 18). Aus versicherungsmedizinischer Sicht sei von
einer Arbeitsfähigkeit von mindestens 50 % für adaptierte Tätigkeiten auszugehen. Das
Belastungsprofil im angestammten Beruf als Montage-Elektriker sei unklar, weshalb zur
Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit derzeit nicht Stellung genommen
werden könne.
A.c.
Das Schmerzzentrum des KSSG hatte dem Hausarzt Dr. B._ bereits am
7. Januar 2015 berichtet (IV-act. 22), dass der Versicherte allgemeine lumbale
Rückenschmerzen von VAS 8 (7-9) beklage, welche durch Infiltrationen nicht
therapierbar gewesen seien. Die Dauerschmerzen, welche vor allem beim Stehen sowie
bei der Ausübung leichter Tätigkeiten zunähmen, seien von einem dumpfen
Schmerzcharakter. Dem Versicherten gehe es aktuell psychisch nicht gut, die
Stimmung schwanke stark.
A.d.
Anlässlich eines Assessmentgesprächs vom 27. April 2015 (IV-act. 24) gab der
Versicherte an, dass er sich höchstens zu 20 % arbeitsfähig fühle. Er wünsche keine
beruflichen Massnahmen, sondern die Rentenprüfung. In medizinischer Hinsicht
verwies die zuständige IV-Sachbearbeiterin auf die Stellungnahme des RAD vom
27. April 2015 (liegt nicht bei den Akten). Gemäss RAD-Arzt Dr. med. D._ bestehe in
der angestammten Tätigkeit als Montage-Elektriker seit August 2013 eine volle
Arbeitsunfähigkeit. In einer adaptierten Tätigkeit (Wechselbelastung, kein Heben und
Tragen von Lasten über 10 kg, keine Zwangshaltungen) sei der Versicherte ab sofort
voll arbeitsfähig. Am 7. Mai 2015 notierte Dr. D._, dass das Befinden des
Versicherten aus medizinischer Sicht nicht nachvollziehbar sei (IV-act. 27).
A.e.
Die zuständige IV-Sachbearbeiterin notierte am 1. September 2015, dass der als
Hilfsarbeiter qualifizierte Versicherte keinen Anspruch auf berufliche Massnahmen
habe, weil er in einer adaptierten Tätigkeit voll arbeitsfähig sei (IV-act. 28). Am selben
Tag teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass er keinen Anspruch auf berufliche
Massnahmen habe (IV-act. 29).
A.f.
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Ebenfalls am 1. September 2015 stellte die IV-Stelle dem Versicherten mit einem
Vorbescheid die Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht (IV-act. 31). Zur
Begründung hielt sie fest, die Abklärungen hätten ergeben, dass der Versicherte in
seiner angestammten Tätigkeit seit dem 7. August 2013 gesundheitlich eingeschränkt
sei. Da er seit Jahren keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgegangen sei, werde beim
Einkommen ohne Behinderung auf die Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für
Statistik (LSE) abgestellt. Aus medizinischer Sicht bestehe in einer adaptierten Tätigkeit
eine Arbeitsfähigkeit von 100 %. Dem Versicherten sei es weiterhin zumutbar, ein
Jahreseinkommen von Fr. 65'172.-- zu erzielen. Da der Versicherte keine
Erwerbseinbusse erleide, betrage der IV-Grad 0 %. In einem Einwand vom 2. Oktober
2015 forderte die Vertreterin des Versicherten die IV-Stelle auf (IV-act. 35), die
Mitteilung betreffend die beruflichen Eingliederungsmassnahmen und den Vorbescheid
vom 1. September 2015 aufzuheben. Zusammengefasst machte sie geltend, dass die
medizinische Situation ungenügend abgeklärt worden sei. Auf Anfrage hin teilte die
Vertreterin des Versicherten der IV-Stelle am 6. November 2015 mit (IV-act. 38), dass
der Versicherte aktuell weder aus somatischer noch aus psychiatrischer Sicht
arbeitsfähig sei. Es bestehe der Verdacht auf ein Bertolotti-Syndrom. Die weitere
Behandlung im KSSG sei abzuwarten. Die Klinik für Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates des KSSG hatte im Bericht vom 13. Oktober
2015 an den Hausarzt als Diagnosen ein diffuses lumbovertebrales chronifiziertes
Schmerzsyndrom und eine depressive Störung angegeben. Im Röntgenbefund war ein
Verdacht auf ein Bertolotti-Syndrom rechts erwähnt worden. Aufgrund der
Rückenschmerzen sowie aufgrund einer leichtgradigen Druckdolenz gluteal links bei
einer Verschmälerung der ISG-Gelenke sei mit dem Versicherten eine Infiltration des
linken ISG besprochen worden. Zudem sei bei einer Rezidivbandscheibenhernie L5/S1
eine Infiltration epidural L5/S1 geplant. Der Versicherte habe die ihm nahegelegte
physiotherapeutischen "Beübungen" abgelehnt.
A.g.
Dr. B._ berichtete der IV-Stelle am 17. November 2015 (IV-act. 40), dass der
Versicherte wegen der Rückenschmerzen nicht arbeitsfähig sei. Er empfahl erneut, die
Arbeits- und Eingliederungsfähigkeit durch einen Vertrauensarzt abklären zu lassen.
Dr. rer. nat. E._, psychologische Psychotherapeutin, Schmerzzentrum KSSG, hatte
dem Hausarzt am 10. Februar 2015 über eine depressive Störung, gegenwärtig
A.h.
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mittelgradig ausgeprägt (ICD-10: F32.1), berichtet. Der Versicherte leide unter seinem
zunehmenden Rückzugs- und Vermeidungsverhalten sowie den schmerzbedingten
Einschränkungen in der Haushaltsbewältigung und im Sport. Im Bericht vom 11. März
2015 über eine Verlaufskontrolle hatten die Ärzte des Schmerzzentrums des KSSG
ausgeführt (IV-act. 40-6 f.), dass eine körperliche Aktivierung des Versicherten nicht
erfolgreich gewesen sei. Der Versicherte sei der Meinung, dass eine Physiotherapie
nichts bringe und dass die Medikamente bei seinem Körper nicht wirkten. Er sei
weiterhin sehr passiv in seinem Verhalten.
Dr. rer. nat. E._ berichtete der IV-Stelle am 26. November 2015 (IV-act. 43), dass
der Versicherte an einer mittelgradigen depressiven Störung mit einer Traumatisierung
in der Kindheit ("Familiendrama" in F._, Adoption in die Schweiz im 3. Lebensjahr)
und einer Hörbehinderung leide. Der Versicherte befinde sich seit dem 2. Februar 2015
in ihrer Behandlung. Wegen der schwierigen Biografie und der eingeschränkten
Gesprächsbereitschaft seien Fortschritte relativ begrenzt zu erwarten. Zur
Arbeitsfähigkeit könne sie als psychologische Psychotherapeutin keine Stellung
nehmen.
A.i.
Dr. med. G._, Klinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates des KSSG, berichtete der IV-Stelle am 3. Dezember 2015 (IV-
act. 42), dass der Versicherte aktuell über lumbovertebrogene Schmerzen klage.
Aufgrund der Depression und der Antriebslosigkeit sei eine Aktivierung des
Versicherten kaum möglich. In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit sei der Versicherte zu
100 % arbeitsunfähig. Angesichts der möglichen Mobilisation und der bisher fehlenden
Analgesie, welche von Seiten des Versicherten nicht gewünscht worden sei, sei eine
Arbeitstätigkeit prinzipiell möglich. Allerdings müsste die Depression von
psychiatrischer Seite her in Augenschein genommen werden und es müsste eine
konsequente Analgesie erfolgen. Dr. G._ erklärte, dass er die Ergebnisse der
epiduralen Infiltration L5/S1 sowie der ISG-Infiltration linksseitig (27. November 2015)
und das Ansprechen auf die verordnete Basisanalgesie mit Arcoxia abwarten wolle,
bevor er Stellung zum Umfang einer behinderungsangepassten Tätigkeit nehme. In der
Beilage zum Arztbericht nahm Dr. G._ dann aber doch Stellung zur Arbeitsfähigkeit in
einer adaptierten Tätigkeit. Er schätzte die Arbeitsfähigkeit in einer
A.j.
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Im Februar/März 2016 wurde der Versicherte polydisziplinär (allgemeininternistisch,
orthopädisch, neurologisch, psychiatrisch) durch die SMAB AG abgeklärt (Gutachten
vom 28. April 2016, IV-act. 52). Die Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(letzte Tätigkeit) lauteten: 1) Leichte depressive Episode (F32.0); 2) rezidivierendes
lumbales Schmerzsyndrom bei Rezidivdiskushernie und aktivierter Osteochondrose L5/
S1 rechts. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gaben die
Gutachter unter anderem eine Dysthymia (F34), ein residuelles Ausfallsyndrom S1
rechts nach Diskektomie L5/S1 (16.10.2013) und eine Schwerhörigkeit beidseits an
(vollständige Diagnoseliste siehe IV-act. 52-7 f.). Der psychiatrische Gutachter Dr. med.
H._ erklärte, dass aufgrund einer sehr belasteten Biografie schon seit der Jugend
depressive Verstimmungen im Ausmass einer Dysthymia vorlägen. Die depressiven
Symptome hätten sich ab 2013 im Zusammenhang mit der orthopädisch bedingten
Schmerzsymptomatik verstärkt. Unter Berücksichtigung des klinischen Eindrucks
sowie der anamnestischen Angaben (insbesondere der Tagesaktivitäten) ergebe sich
die Diagnose einer leichten depressiven Episode. Es liege eine "double depression"
vor. Es bestünden Fähigkeitsstörungen in den Bereichen Durchhaltefähigkeit,
Flexibilität und Umstellungsfähigkeit sowie Selbstbehauptungsfähigkeit. Die
Arbeitsfähigkeit in der bisherigen und in einer leidensadaptierten Tätigkeit betrage
spätestens ab Februar 2015 (Behandlungsbeginn in der Klinik für Psychosomatik des
KSSG) ca. 80 %. Die von der Behandlerin angegebene Diagnose einer mittelgradigen
depressiven Episode sei unter Berücksichtigung des sozialen Funktionsniveaus, das
der Versicherte aktuell, aber auch im Jahr 2015 habe aufrechterhalten können, nicht
nachvollziehbar. Mit ganz überwiegender Wahrscheinlichkeit habe zu keinem Zeitpunkt
eine depressive Symptomatik vorgelegen, die das Ausmass einer leichten depressiven
Episode überschritten hätte. Die orthopädische Gutachterin Dr. med. I._ hielt fest,
wechselbelastenden, behinderungsangepassten Tätigkeit ab Oktober 2015 auf vier bis
fünf Stunden pro Tag.
RAD-Arzt Dr. D._ notierte am 9. Dezember 2015 (IV-act. 47), dass sich der
Gesundheitszustand des Versicherten auch mit den neu eingetroffenen medizinischen
Berichten nicht konklusiv beurteilen lasse. Daher sei ein polydisziplinäres Gutachten
erforderlich.
A.k.
A.l.
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dass sich bei der klinischen Untersuchung eine Steilstellung der LWS, eine reduzierte
Muskulatur sowie eine Druck- und Klopfschmerzangabe über allen
Lendenwirbelsäulenkörpern und Facettengelenken beidseits gezeigt hätten. Bei freier
Beweglichkeit, fehlender Schon- oder Fehlhaltung, fehlendem paravertebralen
Muskelhartspann, fehlendem sensomotorischem Defizit beider Beine und beidseits
negativem Zeichen nach Lasègue und Bragard hätten sich jedoch aktuell keine
Hinweise auf das Vorliegen einer lumbalen Nervenwurzelreizung gefunden. Aufgrund
der klinischen und radiologischen Befunde bestehe eine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit für regelmässige mittelschwere und schwere Tätigkeiten mit
Zwangshaltungen der Wirbelsäule und Tätigkeiten mit häufigem Bücken. Die zuletzt
ausgeführte Tätigkeit als Montage-Elektriker sei deshalb nicht mehr möglich. In einer
adaptierten Tätigkeit bestehe aufgrund eines erhöhten Pausenbedarfs eine
Arbeitsfähigkeit von 80 %. Die neurologische Gutachterin Dr. med. J._ führte aus,
dass vor der Diskektomie L5/S1 im Oktober 2013 Lähmungen bestanden hätten, die
sich nach der Operation zurückgebildet hätten. Die Schmerzen seien aber verblieben.
Aktuell zeige sich im Zusammenhang mit dem Residualbefund noch ein fehlender ASR
rechts. Weitere neurologische Ausfälle lägen nicht vor. Von neurologischer Seite her
könnten die Schmerzen nicht erklärt werden. Eine quantitative Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit bestehe aus neurologischer Sicht nicht. Auch der allgemein-
internistische Gutachter Dr. med. K._ stellte keine Diagnosen mit Auswirkungen auf
die Arbeitsfähigkeit fest. In interdisziplinärer Hinsicht kamen die Gutachter zum
Schluss, dass die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als Montage-Elektriker seit
August 2013 aufgehoben sei. Zwischen August 2013 und ca. März 2014 habe aus
orthopädischen Gründen auch in einer leidensadaptierten Tätigkeit keine
Arbeitsfähigkeit bestanden. Ab März 2014 habe die heute noch gültige
Arbeitsunfähigkeit von 20 % vorgelegen. RAD-Arzt Dr. D._ notierte am 9. Mai 2016
(IV-act. 54), dass das Gutachten die versicherungsmedizinischen Anforderungen
erfülle. Die Standardindikatoren seien diskutiert worden. Aus versicherungsärztlicher
Sicht könne auf das Gutachten abgestellt werden.
A.m. Mit Vorbescheid vom 23. Mai 2016 kündigte die IV-Stelle dem Versicherten bei
einem IV-Grad von 20 % erneut die Abweisung des Rentengesuchs an (IV-act. 56). Zur
Begründung hielt sie fest, dass der Versicherte ohne Behinderung gemäss der LSE ein
Jahreseinkommen von Fr. 65'172.-- hätte erzielen können. Die ergänzenden
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medizinischen Abklärungen hätten ergeben, dass dem Versicherten eine adaptierte
Tätigkeit zu 80 % zumutbar sei. Somit sei es ihm möglich, ein Jahreseinkommen von
Fr. 52'138.-- zu erzielen. Dagegen wendete der Versicherte am 21. Juni 2016 ein (IV-
act. 59), dass er mit dem Gutachten der SMAB nicht einverstanden sei. Die Schmerzen
behinderten ihn tagtäglich in einem grossen Ausmass, sodass ihm auch die Ausübung
einer leichten, wechselbelastenden Tätigkeit nicht möglich sei. Zudem sei es ihm
aufgrund der psychischen Problematik nicht möglich, trotz der Beschwerden arbeiten
zu gehen. Sein psychischer Zustand habe sich seit der Begutachtung laufend
verschlechtert. Die behandelnde Psychotherapeutin hatte der früheren Vertreterin des
Versicherten am 12. Juli 2016 berichtet (IV-act. 62), dass der Versicherte gegenwärtig
an einer mittelgradig ausgeprägten depressiven Störung leide. Zwischenzeitlich habe
ein Gespräch mit dem Psychiater Dr. med. L._ stattgefunden. Der Versicherte habe
nun eine antidepressive Behandlung begonnen. Die Psychotherapeutin hatte den von
Dr. L._ angegebenen psychopathologischen Status und dessen Beurteilung
wiedergegeben: Der Versicherte habe über ein besonders abends auftretendes
Gedankenkreisen und Katastrophisieren berichtet. Es bestünden Existenzängste, eine
"Verlassensangst" und Panikattacken. Die Stimmungslage sei bedrückt, traurig und der
Antrieb stark reduziert gewesen. Das freudvolle Erleben sei extrem eingeschränkt. Es
bestünden ein sozialer Rückzug mit dem Fokus auf wenige Bezugspersonen, ein
Verlust der Tagesstruktur und Ein- und Durchschlafstörungen. Der Versicherte habe
berichtet, seit mehreren Wochen abermals eine depressive Episode im Rahmen seiner
rezidivierenden depressiven Störung zu erleben. Laut Dr. L._ wirke der Versicherte
aufgrund seines psychischen Zustandes nicht in der Lage, am Arbeitsprozess
teilzunehmen. Eine intensivere Behandlung, stationär und unter Zuhilfenahme von
Psychopharmaka, wäre sinnvoll. Der Versicherte habe eine stationäre Therapie jedoch
abgelehnt, weil er die Abgeschnittenheit von seinen Bezugspersonen nicht tolerieren
könne.
A.n. Am 21. Juli 2016 stellte die IV-Stelle dem Versicherten erneut die Abweisung des
Rentengesuchs in Aussicht (IV-act. 63). Zwar trug die Mitteilung den Titel "Verfügung".
Inhaltlich war sie jedoch als Vorbescheid ausgestaltet. Zum Einwand vom 21. Juni 2016
hielt die IV-Stelle fest, dass eine leichte depressive Störung rechtsprechungsgemäss
nicht invalidisierend sei. Dies gelte auch für eine Dysthymie. Die Behandlungen in der
Klinik für Psychosomatik des KSSG seien bei der gutachterlichen Beurteilung
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berücksichtigt worden. Der Versicherte habe mit seinem Einwand keine neuen
medizinischen Tatsachen bekannt gegeben. Dagegen wendete der Versicherte am 6.
September 2016 erneut ein (IV-act. 64), dass sich sein Gesundheitszustand wesentlich
verschlechtert habe. Seine Psychotherapeutin habe ihn bei der Tagesklinik anmelden
müssen. Dem Einwand lag eine Einladung zu einem Vorgespräch am 14. September
2016 in der Psychiatrischen Tagesklinik M._ bei (IV-act. 64-5).
A.o. Mit Verfügung vom 7. September 2016 (IV-act. 65) "ersetzte" die IV-Stelle den als
Verfügung bezeichneten Vorbescheid vom 21. Juli 2016 und wies das Gesuch um eine
Invalidenrente ab. Die Begründung für diesen Abweisungsentscheid entsprach
inhaltlich derjenigen im Vorbescheid.
B.
B.a. Gegen diese Abweisungsverfügung erhob der Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführer) am 23. September 2016 Beschwerde (act. G 1). Er machte geltend,
dass er aufgrund seiner psychischen Verfassung aktuell keiner Arbeitstätigkeit
nachgehen könne. Sein Gesundheitszustand habe sich weiter verschlechtert, sodass
eine teilstationäre tagesklinische Behandlung notwendig sei. Leider habe das
Vorgespräch auf den Oktober 2016 verschoben werden müssen. Der
Beschwerdeführer stellte ausserdem ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege. Der
Beschwerde lag eine Einladung zum Vorgespräch am 13. Oktober 2016 in der
Psychiatrischen Tagesklinik M._ bei (act. G 1.2).
B.b. Die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) beantragte am 7. November
2016 die Abweisung der Beschwerde (act. G 5). Zur Begründung hielt sie fest, dass der
Beschwerdeführer bei der SMAB umfassend polydisziplinär untersucht worden sei. Das
Gutachten sei ausführlich abgefasst und dessen Schlussfolgerungen und die
Arbeitsfähigkeitsschätzung erschienen als begründet. Die behandelnde
Psychotherapeutin habe im Bericht vom 12. Juli 2016 wiederum eine depressive
Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, diagnostiziert. Ihre Beurteilung sei im
SMAB-Gutachten berücksichtigt und gewürdigt worden. Zudem stütze sich die
Einschätzung der Psychotherapeutin weitgehend auf die subjektiven Angaben des
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Beschwerdeführers. Somit könne weiterhin auf das SMAB-Gutachten abgestellt
werden.
B.c. Am 15. November 2016 bewilligte das Gericht das Gesuch um unentgeltliche
Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten) für das Verfahren vor dem
Versicherungsgericht (act. G 6). Am 1. Dezember 2016 zeigte der zwischenzeitlich
beauftragte Rechtsvertreter die Mandatsübernahme an und beantragte die
unentgeltliche Rechtsverbeiständung (act. G 8). Diese wurde vom Gericht am 6.
Dezember 2016 bewilligt (act. G 9).
B.d. In seiner Replik vom 10. Februar 2017 (act. G 15) beantragte der Rechtsvertreter
des Beschwerdeführers die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die
Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin zur Abklärung der
Eingliederungsmöglichkeiten und zur Ausrichtung eines Wartezeittaggeldes nach Art.
18 IVV. Eventualiter sei ein monodisziplinäres psychiatrisches Gutachten in Auftrag zu
geben. Subeventualiter sei dem Beschwerdeführer eine ganze Rente zuzusprechen.
Zur Begründung machte der Rechtsvertreter geltend, dass psychiatrische
Einschätzungen der Leistungsfähigkeit ein und derselben Person riesigen Divergenzen
unterworfen seien, die ihre Ursache darin hätten, wer der Auftraggeber sei. Dies sei
durch eine Studie bestätigt worden (act. G 15.1.9). Auch die Zwischenergebnisse der
sog. Rely-Studie vom März 2015 seien ernüchternd: Die vier Gutachter hätten bei der
Bewertung der Leistungs- und Arbeitsfähigkeit ein und derselben Person eine
geringere Übereinstimmung erzielt als erwartet. Deshalb sei es wichtig, dass die
Einschätzung der Leistungsfähigkeit insbesondere von Schmerzpatienten und Leuten
mit psychischen Störungsbildern über jeden Zweifel erhaben sei. Die Beurteilungen der
SMAB seien praktisch immer rentenausschliessend, weshalb von einem
gutachterlichen Auftrags-Bias ausgegangen werden müsse. Die für adaptierte
Tätigkeiten attestierte Arbeitsfähigkeit von 80 % sei vom 16. Juni bis 10. September
2014 im N._ unter realen Bedingungen getestet worden. Der Beschwerdeführer habe
eine Woche lang durchgehalten, danach sei er krank gewesen und schliesslich in eine
Depression gefallen. Offensichtlich gebe es also keine Übereinstimmung zwischen dem
SMAB-Gutachten und der Realität. Der behandelnde Arzt gehe davon aus, dass der
Beschwerdeführer in einer adaptierten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 50 %
erreichen könnte. Der psychiatrische Gutachter habe den Befund in 65 Minuten
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erhoben, was sehr effizient sei. Effizienz bedeute allerdings nicht Effektivität. Der
Gutachter habe "halt irgendwas geschrieben". Es sei nicht nachvollziehbar, warum
lediglich eine leichte Depression ausgewiesen und warum die Einschätzung der Klinik
für Psychosomatik des KSSG nicht valide sein sollte. Unverständlich sei auch, weshalb
die Depression im Zusammenspiel mit dem körperlichen Schmerz nicht eine
Leistungsunfähigkeit begründen sollte. Der Replik lagen die SMAB-Statistiken 2014
und 2015, die Kündigung des N._, die Präsenzzeiten im N._,
Arbeitsunfähigkeitszeugnisse des Hausarztes und die Publikation "Are forensic experts
biased by the side that retained them?" bei.
B.e. Am 21. Februar 2017 reichte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers eine
Kopie einer E-Mail einer Mitarbeiterin der Sozialen Dienste vom 21. Februar 2017 ein
(act. G 17). Er merkte an, dass das Ehlers-Danlos-Syndrom der Grund für die
Schmerzen des Beschwerdeführers sein könnte. Der eingereichten E-Mail war zu
entnehmen, in alten Notizen sei vermerkt worden, dass der Beschwerdeführer unter
dem Ehlers-Danlos-Syndrom (EDS) leide. Wer diese Erkrankung diagnostiziert habe,
sei in den Akten nicht erwähnt worden.
B.f. Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 19).
B.g. Das Gericht bat den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers am 29. Oktober 2018
darum, die zwischenzeitlich vorhandenen medizinischen Unterlagen bezüglich des
Ehlers-Danlos-Syndroms nachzureichen (act. G 20). Am 11. Dezember 2018 informierte
der Rechtsvertreter das Gericht darüber, dass der Beschwerdeführer seit dem 1. Juni
2018 in einem Pensum von rund 50 % bei der O._ GmbH (Treuhandfirma) im Facility
Management arbeite (act. G 23). Nach mehreren Fristerstreckungen reichte der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers am 2. September 2019 einen Bericht der
Medizinischen Genetik des Universitätsspitals Basel vom 6. August 2019 und einen
Echokardiographie-Befund von Dr. med. P._ vom 12. Juli 2019 ein (act. G 31). Der
Rechtsvertreter merkte an, dass die Berichte wenig ergiebig seien. Das EKG habe zwar
Unregelmässigkeiten ergeben, aber nichts, was die Arbeitsfähigkeit wesentlich
beeinflussen würde. Dem Bericht des Universitätsspital Basels war zu entnehmen (act.
G 31.1), dass die kardiologische Abklärung keine Hinweise auf einen Herzfehler
ergeben habe. Es habe sich jedoch eine isolierte Ausweitung an der Wurzel der
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Hauptschlagader gefunden. Derzeit bestünden keine eindeutigen Anhaltspunkte für das
Vorliegen eines EDS. Dies schliesse eine atypische Form (z.B. mit einer milden
Ausprägung) oder eine anderweitige Bindegewebsschwäche jedoch nicht aus. Eine
weiterführende Diagnostik erscheine aktuell jedoch als wenig aussichtsreich. Nur der
Nachweis einer eindeutig krankheitsursächlichen Veränderung würde die EDS-
Verdachtsdiagnose bestätigen.
B.h. Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Stellungnahme hierzu (act. G 32).

Erwägungen
1.
Mit der angefochtenen Verfügung vom 7. September 2016 hat die
Beschwerdegegnerin einen Rentenanspruch des Beschwerdeführers verneint. Der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat als Hauptantrag aber die Rückweisung der
Sache zur Abklärung der Eingliederungsmöglichkeiten und zur Ausrichtung eines
Wartezeittaggeldes verlangt. Da sich dies nicht mit dem Entscheidinhalt der Verfügung,
nämlich der Abweisung des Rentengesuches, deckt, kann auf den Hauptantrag des
Beschwerdeführers nicht eingetreten werden. Zu prüfen sind also nur der
Eventualantrag, es sei ein monodisziplinäres psychiatrisches Gutachten einzuholen,
und der Subeventualantrag, es sei eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. Dem
Eventualantrag wird nur stattgegeben werden können, wenn der Arbeitsfähigkeitsgrad
des Beschwerdeführers nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit feststehen sollte. Zunächst wird deshalb zu prüfen sein, ob die dem
Versicherungsgericht vorliegenden Akten ausreichen, um den Sachverhalt mit diesem
Beweisgrad zu belegen.
2.
Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die ihre
Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch
zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern
können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu
mindestens 40 % invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung, IVG, SR 831.20). Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG,
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 13/21
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SR 830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung
der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach
zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist
der Invaliditätsgrad grundsätzlich durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln.
Dabei wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der
Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen).
3.
Um das Invalideneinkommen und damit den IV-Grad festlegen zu können, muss
die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit feststehen.
3.1.
Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat geltend gemacht, die Beurteilung
durch die Gutachter der SMAB sei SVA-freundlich und patientenfeindlich gewesen; es
müsse von einem gutachterlichen Auftrags-Bias ausgegangen werden. Er hat dazu auf
das Ergebnis einer US-amerikanischen Studie verwiesen, laut der die psychiatrische
Einschätzung der Leistungsfähigkeit ein und derselben Person riesigen Divergenzen
unterworfen sei; diese Divergenzen würden davon abhängen, wer die psychiatrische
Einschätzung in Auftrag gegeben habe. Auch die Zwischenergebnisse der unter
anderem vom BSV mitfinanzierten, noch nicht publizierten RELY-Studie (Anmerkung:
Publiziert am 3. Juli 2019 durch das Universitätsspital Basel) hätten gezeigt, dass die
Psychiater die Leistungsfähigkeit ein und derselben Person praktisch nie gleich
einstuften. Schliesslich hat der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers auf die
"Statistik 2014 des SMAB" verwiesen. Daraus sei ersichtlich, dass die Einschätzungen
der SMAB praktisch immer rentenausschliessend seien. Dem ist entgegenzuhalten,
dass gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung die Unabhängigkeit und die
Unparteilichkeit der Gutachter durch deren fachlich-inhaltliche
Weisungsunabhängigkeit gewährleistet ist (BGE 137 V 210 E. 1.3.1 mit Hinweisen).
Selbst wenn ein Gutachter oder eine Begutachtungsinstitution von einem
Versicherungsträger wirtschaftlich abhängig ist, kann daraus allein noch nicht auf eine
Befangenheit geschlossen werden (vgl. BGE 137 V 210 E. 1.3.3 mit Hinweisen). Im
3.2.
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vorliegenden Fall bestehen keine Indizien, die auf eine Befangenheit der Gutachter
hindeuten würden. Der beigelegten "Statistik" kann nicht entnommen, woher sie
stammt, wer sie erstellt hat, worauf sie sich stützt und welchen Zeitraum sie betrifft
(act. G 15.1.1). Dem Gericht ist es daher nicht möglich, den Inhalt dieser "Statistik" auf
seine Richtigkeit und auf seine Relevanz zu beurteilen. Darüber hinaus sagt diese
"Statistik" natürlich nichts darüber aus, ob die in den erfassten Einzelfällen ermittelte
Arbeitsfähigkeit jeweils korrekt gewesen ist oder nicht. Die Interpretation des
Rechtsvertreters beruht auf der stillschweigenden Unterstellung, dass die Exploranden
absolut ausgewogen gewesen seien, dass also bei einer absolut objektiven
Arbeitsfähigkeitsschätzung in jeder der elf Gruppen (0 % - 9 %, 10 % - 19 %, 20 % -
29 % etc., vgl. act. G 15.1.1) gleich viele Exploranden einzuordnen gewesen wären. Da
die Gutachter bei deutlich mehr Exploranden eine Arbeitsfähigkeit von 70 % - 79 %,
80 % - 89 % und 100 % (vgl. wiederum act. G 15.1.1) angegeben hätten, müssten sie
zulasten dieser Exploranden befangen gewesen sein. Tatsächlich kann aber nicht
davon ausgegangen werden, dass die Verteilung absolut ausgewogen gewesen sei. Es
ist also durchaus möglich, dass tatsächlich ein grosser Teil der Exploranden in einer
adaptierten Tätigkeit zu 70 % oder mehr arbeitsfähig gewesen ist. Die
Schlussfolgerung des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers, die "Statistik" (vgl. act.
G 15.1.1) belege die Voreingenommenheit der Gutachter der SMAB zulasten der
Exploranden, ist somit offensichtlich nicht stichhaltig.
Der Beschwerdeführer hat sich wegen eines Bandscheibenvorfalls L5/S1 am
16. Oktober 2013 einer Mikrodiskektomie L5/S1 unterziehen müssen. Trotz eines intra-
und postoperativ komplikationslosen Verlaufs hat er in der Folge weiterhin über starke
Rückenschmerzen geklagt. Die somatische Diagnose ist grundsätzlich unbestritten: Die
orthopädische Gutachterin der SMAB hat als Diagnose ein rezidivierendes lumbales
Schmerzsyndrom bei Rezidivdiskushernie und aktivierter Osteochondrose L5/S1 rechts
angegeben, die Ärzte der Klinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates des KSSG und der Hausarzt des Beschwerdeführers haben von
einem diffusen lumbovertebralen chronifizierten Schmerzsyndrom gesprochen.
Unbestritten und überzeugend ist, dass dem Beschwerdeführer aufgrund der
Rückenproblematik die bisherige, körperlich belastende Tätigkeit als Montage-
Elektriker nicht mehr zumutbar ist. Für adaptierte, d.h. wechselbelastende, körperlich
leichte bis gelegentlich mittelschwere Tätigkeiten ohne Zwangshaltungen der
Wirbelsäule und ohne Tätigkeiten mit häufigem Bücken hat die orthopädische
Gutachterin der SMAB die Arbeitsfähigkeit wegen eines erhöhten Pausenbedarfs auf
80 % geschätzt. Der Hausarzt hat keine Arbeitsfähigkeitsschätzung für adaptierte
Tätigkeiten abgegeben. Dr. G._ von der Klinik für Orthopädische Chirurgie und
3.3.
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Traumatologie des Bewegungsapparates des KSSG hat im Bericht vom 3. Dezember
2015 angegeben, dass der Beschwerdeführer in einer behinderungsangepassten
Tätigkeit vier bis fünf Stunden pro Tag arbeitsfähig sei. Allerdings ist unklar, ob er in
seiner Arbeitsfähigkeitsschätzung auch die depressive Störung mitberücksichtigt hat.
Zudem hat er an anderer Stelle im gleichen Bericht auf die Frage, in welchem Umfang
und seit wann eine behinderungsangepasste Tätigkeit mit welchem Belastungsprofil
möglich sei, erklärt, dass eine dauerhafte behinderungsanpasste Tätigkeit im Moment
noch "schwer abschätzbar" sei und dass er die Ergebnisse der Infiltrationen und das
Ansprechen auf die verordnete medikamentöse Therapie abwarten wolle. Das Ausmass
einer möglichen "Arbeitseinsetzung" werde erst nach einer nochmaligen Begutachtung
des Beschwerdeführers möglich sein. Die Angaben von Dr. G._ können nur so
interpretiert werden, dass es sich um eine bewusst vorläufige Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit gehandelt hat. Diese vorläufige Arbeitsfähigkeitsschätzung kann daher
keine Zweifel an der wenige Monate später vorgenommenen gutachterlichen
Arbeitsfähigkeitsschätzung wecken. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung der
orthopädischen Gutachterin überzeugt zudem angesichts des von ihr beschriebenen
klinischen Befundes (Steilstellung der LWS, reduzierte Muskulatur, Druck- und
Klopfschmerzangabe über allen Lendenwirbelsäulenkörpern und Facettengelenken
beidseits, freie Beweglichkeit der LWS, fehlende Schon- und Fehlhaltung, fehlender
paravertebraler Muskelhartspann, fehlende sensomotorisches Defizit beider Beine und
beidseits negative Zeichen nach Lasègue und Bragard). Die neurologische Gutachterin
hat die Schmerzen aus der Sicht ihres Fachgebietes nicht erklären können. Aufgrund
der nach der Begutachtung durchgeführten Abklärungen betreffend den Verdacht auf
ein Ehlers-Danlos-Syndrom steht mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit fest, dass kein solches Syndrom vorliegt. Zusammenfassend ist
festzuhalten, dass die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Montage-
Elektriker seit August 2013 bleibend aufgehoben ist. Für die Zeit nach der
postoperativen Heilungsphase, also etwa ab März 2014, besteht aufgrund der
somatischen Beeinträchtigung für behinderungsangepasste Tätigkeiten mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit eine Arbeitsfähigkeit von 80 %.
Der psychiatrische Gutachter der SMAB hat beim Beschwerdeführer eine leichte
depressive Episode und eine Dysthymia diagnostiziert. Letzterer hat er jedoch keinen
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beigemessen. Die Arbeitsfähigkeit hat er für die
bisherige wie auch für adaptierte Tätigkeiten ab dem Beginn der Behandlung in der
Klinik für Psychosomatik des KSSG, d.h. ab Februar 2015, auf 80 % geschätzt. Der
psychiatrische Gutachter hat ausgeführt, dass aufgrund einer sehr belasteten Biografie
schon seit der Jugend eine Dysthymia vorliege. Die depressiven Symptome hätten sich
3.4.
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ab dem Jahr 2013 im Zusammenhang mit der orthopädisch bedingten
Schmerzsymptomatik verstärkt. Es liege eine "double depression" vor. Daraus
resultierten Fähigkeitsstörungen in den Bereichen Durchhaltefähigkeit, Flexibilität und
Umstellungsfähigkeit sowie Selbstbehauptungsfähigkeit. Der psychiatrische Gutachter
hat ein strukturiertes Beweisverfahren im Sinne von BGE 141 V 281 durchgeführt, d.h.
er hat die vom Bundesgericht aufgestellten Standardindikatoren geprüft (siehe IV-act.
52-24 f.). Mit Bezug auf den Komplex "Persönlichkeit" hat er festgehalten, dass der
Beschwerdeführer zwar selbstunsicher wirke und durch eine schwierige Biografie
sowie viele Enttäuschungen und Zurückweisungen belastet sei. Eine Störung im Sinne
einer Persönlichkeitsakzentuierung oder gar einer Persönlichkeitsstörung liege aber
nicht vor. Eine deutliche Diskrepanz hat der psychiatrische Gutachter zwischen der
Selbsteinschätzung des Beschwerdeführers bezüglich der subjektiven Einschätzung
der Arbeitsfähigkeit, d.h. dass der Beschwerdeführer sich voll arbeitsunfähig fühle, und
dem jeweiligen Aktivitätsniveau in den Bereichen Haushalt und Freizeit gesehen. Er hat
ausserdem darauf hingewiesen, dass noch erhebliche Behandlungsreserven
bestünden, da zurzeit keine psychopharmakologische Medikation erfolge und da noch
keine teil- oder vollstationäre psychiatrische Therapie durchgeführt worden sei. Die
vom psychiatrischen Gutachter angegebenen Diagnosen bzw. deren Ausprägung
werden auch durch den erhobenen psychopathologischen Befund gestützt:
Insbesondere seien die Aufmerksamkeit, die Konzentration und das Gedächtnis nicht
beeinträchtigt gewesen, der Antrieb sei leicht reduziert und die Grundstimmung
bedrückt gewesen. Bei der Thematisierung der sehr belasteten Biografie und der
Schmerzen habe der Beschwerdeführer deutlich traurig gewirkt, unter Ablenkung durch
neutrale Themen sei er aber sehr gut auflockerbar gewesen. Seine affektive
Schwingungsfähigkeit sei nicht beeinträchtigt gewesen. Eine Affektlabilität oder eine
Affektinkontinenz, eine Interessenlosigkeit, ein ausgewiesener Rückzug oder eine
Anhedonie hätten nicht vorgelegen. Der Beschwerdeführer leide aber an Ein- und
Durchschlafstörungen und an einem reduzierten Appetit (zum ganzen psychiatrischen
Befund siehe IV-act. 52-21 f.). Im Gegensatz zum psychiatrischen Gutachter der SMAB
haben die behandelnden Ärzte respektive die behandelnde Psychotherapeutin die
depressive Störung als mittelgradig eingestuft. Die Psychotherapeutin hat zur
Arbeitsfähigkeit keine Stellung genommen (IV-act. 43). In ihrem Bericht vom 12. Juli
2016, der vom Klinikleiter Psychosomatik (Dr. med. Q._) mitunterzeichnet worden ist,
hat sie aber den durch Dr. med. L._ erhobenen aktuellen psychopathologischen
Status und dessen Beurteilung wiedergegeben. Dr. L._ sei zum Schluss gekommen,
dass der Beschwerdeführer aufgrund seines psychischen Zustandes aktuell nicht in der
Lage "wirke", am Arbeitsprozess teilzunehmen. Die unterschiedliche Einschätzung der
Schwere der Depression durch die Gutachter und den Behandler kann damit erklärt
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werden, dass behandelnde Ärzte wegen ihrer auftragsrechtlichen Vertrauensstellung
erfahrungsgemäss im Zweifel eher zugunsten ihrer Patienten auszusagen pflegen (vgl.
etwa das Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 5. April 2004, I 814/03
E. 2.4.2) und weil sie erfahrungsgemäss dazu neigen, die (pessimistischen)
Beschwerdeschilderungen ihrer Patienten als objektiv ausgewiesen zu qualifizieren. Der
psychiatrische Gutachter der SMAB hat denn auch überzeugend begründet, dass die
Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode unter Berücksichtigung des
sozialen Funktionsniveaus, welches der Beschwerdeführer im Begutachtungszeitpunkt,
aber auch im Jahr 2015 habe aufrechterhalten können, nicht nachvollziehbar sei (IV-
act. 52-23). Zudem sei die Diagnose nicht ausreichend belegt worden. So sei etwa
über eine "ausgeprägte Antriebsschwäche" berichtet worden; eine derartige
Einschränkung hätte aber anhand des Aktivitätenniveaus (Tages- und Wochenstruktur)
eruiert werden müssen, was nicht erfolgt sei (IV-act. 52-25). Die von der behandelnden
Psychotherapeutin und von den Ärzten der Klinik für Psychosomatik des KSSG
angegebene Diagnose einer mittelgradigen depressiven Störung überzeugt demnach
nicht. Folglich kann auch nicht auf deren Einschätzung abgestellt werden, laut der der
Beschwerdeführer aktuell nicht arbeitsfähig sein soll. Der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers hat geltend gemacht, dass sich dessen psychischer
Gesundheitszustand zwischen der Begutachtung im März 2016 und dem
Verfügungserlass im September 2016 erheblich verschlechtert habe. Zwar haben die
Behandler der Klinik für Psychosomatik des KSSG im Bericht vom 12. Juli 2016 eine
intensivere Therapie (stationär und Psychopharmaka) empfohlen. Ihre diagnostische
Einschätzung haben sie jedoch nicht geändert. Der Beschwerdeführer selbst hatte
gegenüber den Behandlern angegeben, er erlebe seit mehreren Wochen abermals eine
depressive Episode im Rahmen der rezidivierenden depressiven Störung. Dieser
Zustand halte nun zumindest schon drei Monate an, davor sei es "wenig besser"
gewesen. Demnach hat sich der psychische Gesundheitszustand mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit zwischenzeitlich nicht erheblich verschlechtert, weshalb kein
weiterer Abklärungsbedarf besteht. Somit ist gestützt auf das Gutachten der SMAB
davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
spätestens seit Februar 2015 aus psychiatrischer Sicht in der angestammten Tätigkeit
als Montage-Elektriker wie auch in adaptierten Tätigkeiten zu 20 % in seiner
Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist.
Dass die Arbeitsfähigkeitsschätzung der Gutachter nicht mit den Ergebnissen des
Arbeitsversuchs im N._ übereinstimmt, überrascht nicht und ist entgegen der
Meinung des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers kein Grund, an der Richtigkeit
der gutachterlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung zu zweifeln. Die im Rahmen eines
3.5.
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4.
Arbeitsversuchs gezeigte Leistung einer versicherten Person wird nämlich wesentlich
von deren subjektiver Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung beeinflusst. Sie sagt deshalb
erfahrungsgemäss nichts über die objektive Arbeitsfähigkeit einer Person aus.
Die Notwendigkeit einer (teilweisen) "Addition" der Arbeitsunfähigkeiten aus
somatischer und aus psychiatrischer Sicht haben die Gutachter sinngemäss verneint,
indem sie die Arbeitsfähigkeit in polydisziplinärer Hinsicht für adaptierte Tätigkeiten auf
80 % geschätzt haben. Indizien dafür, dass die Kombination aus somatischen und
psychischen Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers zu einer Verstärkung der
Beeinträchtigungen und damit in einer adaptierten Tätigkeit gesamthaft zu einer
Arbeitsunfähigkeit von über 20 % führen würden, finden sich in den Akten nicht.
Demnach ist davon auszugehen, dass der aus somatischer Sicht notwendige erhöhte
Pausenbedarf auch zur Kompensationen der psychisch bedingten Einschränkung
genutzt werden kann. In interdisziplinärer Hinsicht ist also ab März 2014 von einer
Arbeitsfähigkeit von 80 % für adaptierte Tätigkeiten auszugehen. Die Arbeitsfähigkeit
vor März 2014 ist im vorliegenden Verfahren nicht relevant, da ein allfälliger
Rentenanspruch aufgrund der sechsmonatigen Wartezeit gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG
frühestens am 1. Juli 2015 entstehen könnte.
3.6.
Somit bleibt noch der Einkommensvergleich zu überprüfen. Die
Beschwerdegegnerin hat das Valideneinkommen ausgehend vom Durchschnittslohn
männlicher Hilfsarbeiter ermittelt. Sie ist also davon ausgegangen, dass der
Beschwerdeführer auch bei einer fiktiv uneingeschränkt erhaltenen Gesundheit im
massgebenden Zeitraum nicht mehr in seinem erlernten Beruf hätte tätig sein können.
Begründet hat sie dies damit, dass der Beschwerdeführer seit Jahren keiner
Arbeitstätigkeit in seinem angestammten Beruf mehr nachgegangen sei (IV-act. 55-2).
Der Beschwerdeführer hat eine Ausbildung zum Montage-Elektriker absolviert und
nach dem Abschluss der Lehre − wenn auch sehr unregelmässig bzw. gemäss eigenen
Angaben "immer mal wieder" − auf diesem Beruf gearbeitet, zuletzt wohl im Jahr 2010
oder 2011 (vgl. IK-Auszug, IV-act. 15 und IV-act. 52-21). Nach der allgemeinen
Lebenserfahrung dürfte der Beschwerdeführer weder sein berufliches Können noch
seine Berufserfahrung so weit eingebüsst haben, dass er nicht wieder in den Beruf
einsteigen könnte. Dass der inzwischen eingetretene technische Fortschritt in jenem
Bereich, in dem der Beschwerdeführer seinen Beruf ausüben würde, einen
Wiedereinstieg ohne umfassende Wiedereingliederung i.S. von Art. 17 Abs. 2 IVG
ausschliessen würde, ist – ebenfalls nach der allgemeinen Lebenserfahrung – nicht
anzunehmen. Es spricht also nichts dagegen anzunehmen, dass der Beschwerdeführer
4.1.
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ohne gesundheitliche Beeinträchtigung weiterhin seinen erlernten Beruf ausüben
könnte. Die Validenkarriere besteht daher in einer Tätigkeit als Montage-Elektriker und
nicht wie von der Beschwerdegegnerin angenommen in einer Hilfsarbeit. Der
Beschwerdeführer hat seine Berufslehre im Jahr 2005 abgeschlossen (IV-act. 11). Im
Verfügungszeitpunkt (Jahr 2016) hätte er also eigentlich 11 Dienstjahre erreicht gehabt.
Da sein bisheriger beruflicher Werdegang durch eine stark unregelmässige
Arbeitstätigkeit (höchstes, je erzieltes Jahreseinkommen: Fr. 19'215.--) und Phasen der
Arbeitslosigkeit/Nichterwerbstätigkeit geprägt gewesen ist, kann ihm jedoch nicht eine
Arbeitserfahrung von 11 Jahren angerechnet werden. Gemäss dem Lohnrechner des
Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (www.lohnrechner.ch) hätte der
Beschwerdeführer unter Berücksichtigung von fünf Dienstjahren und einer
betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden pro Woche einen Lohn
von Fr. 71'182.-- erzielen können (Berufsgruppe: Elektriker, Branche: Bauinstallation,
Ausbildung: Berufslehre, Stellung: Ohne Kaderfunktion, Beruf: Montage-Elektriker,
Alter: 33, Kanton: St. Gallen). Der Lohnrechner Salarium des Bundesamtes für Statistik
BFS (www.gate.bfs.admin.ch/salarium/public/index.html#/start) kommt auf einen
Zentralwert von Fr. 71'628.-- (Region Ostschweiz, Branche: Hochbau, Berufsgruppe:
Elektriker, Stellung: Ohne Kaderfunktion, abgeschlossene Berufsausbildung, Alter 33,
fünf Dienstjahre, Unternehmensgrösse 50 und mehr Beschäftigte). Die beiden
Lohnrechner haben also fast identische Werte ergeben. Zwar kommt den Resultaten
dieser beiden Lohnrechner kein ausreichender Beweiswert für den genauen Betrag des
Valideneinkommens zu, aber als Annäherungswerte sind sie beweisrechtlich
ausreichend, wenn angesichts der Höhe des zumutbaren Invalideneinkommens klar ist,
dass der Invaliditätsgrad unter 40 % liegen muss. Das Valideneinkommen liegt somit
im Bereich von etwa Fr. 71'000.--. Als Invalidenkarriere kommt, da der
Beschwerdeführer auf seinem erlernten Beruf definitiv nicht mehr arbeitsfähig ist,
lediglich eine Hilfsarbeit in Frage. Die Frage nach einer Eingliederungspflicht würde sich
im Sinne des Grundsatzes "Eingliederung vor Rente" erst dann stellen, wenn ohne
Umschulungsmassnahmen ein IV-Grad von über 40 % resultieren würde. Das
durchschnittliche Erwerbseinkommen eines Hilfsarbeiters hat gemäss der
Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE) für das Jahr 2016,
aufgerechnet auf die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden,
Fr. 67'022.-- betragen (Anhang 2 der IVG-Ausgabe der Informationsstelle AHV/IV,
Ausgabe 2018). In einem Pensum von 80 % hätte der Beschwerdeführer also einen
Jahreslohn von Fr. 53'617.-- erzielen können. Ohne einen Tabellenlohnabzug würde
demnach ein IV-Grad von etwa 25 % resultieren. Ob ein Tabellenlohnabzug
gerechtfertigt ist, kann offen bleiben, da selbst bei einem Abzug von 15 % ein nicht
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