Decision ID: 871a9f73-5b3f-4136-93e9-fcb8cd32017d
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law

betreffend mehrfache Veruntreuung etc.
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 9. Abteilung, vom 31. Mai 2017 (DG160201)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 1. Juli 2016
ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 24).
Nachtragsanklage:
Die Nachtragsanklage zur Anklage vom 1. Juli 2016 der Staatsanwaltschaft II des
Kantons Zürich vom 20. März 2017 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 129/14 ent-
spricht Urk. 201).
Urteil der Vorinstanz:
1. Der Beschuldigte E._ ist schuldig
− der mehrfachen Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 und
Abs. 2 StGB in Verbindung mit Art. 138 Ziff. 2 StGB,
− der ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1
Abs. 1 und Abs. 3 StGB,
− der Misswirtschaft im Sinne von Art. 165 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit
Art. 29 lit. a StGB,
− der mehrfachen Erschleichung einer falschen Beurkundung im Sinne
von Art. 253 Abs. 1 StGB,
− der mehrfachen Unterdrückung von Urkunden im Sinne von Art. 254
Abs. 1 StGB.
2. Der Beschuldigte wird freigesprochen vom Vorwurf
− der mehrfachen Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB,
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− der mehrfachen Misswirtschaft im Sinne von Art. 165 Ziff. 1 StGB
(betreffend die F._ Consulting AG und die G._ Investment
AG).
3. Das Verfahren betreffend die Anklagevorwürfe gemäss lit. A. und lit. D. der
Anklage vom 1. Juli 2016 wird insoweit eingestellt, als es sich auf Anklage-
punkte vor dem 31. Mai 2002 bezieht.
4. Das Verfahren betreffend den Anklagevorwurf gemäss lit. B. der Anklage
vom 1. Juli 2016 wird eingestellt.
5. Der Beschuldigte wird bestraft mit 6 1⁄2 Jahren Freiheitsstrafe, wovon bis und
mit heute 1'304 Tage durch Haft erstanden sind.
6. Der Beschuldigte wird verpflichtet, den folgenden Privatklägern Schadener-
satz in nachfolgender Höhe zu bezahlen:
− H1._ (2) und H2._ (3), insgesamt EUR 170'000.--, zuzüglich 5% Zins seit dem 1. Januar 2012;
− H3._ (5) und H4._ (6), insgesamt CHF 1'134'834.20,  5% Zins seit dem 5. Juni 2013;
− H5._ (7) und H6._ (8), insgesamt EUR 300'000.--, zuzüglich 5% Zins seit dem 31. Dezember 2007;
− H7._ (9), CHF 39'531.80, zuzüglich 5% Zins seit dem 13. Dezember 2012;
− H8._ (10), CHF 3'578.20, zuzüglich 5% Zins seit dem 13. Dezember 2012;
− H9._ (11), CHF 39'531.80, zuzüglich 5% Zins seit dem 13. Dezember 2012;
− H10._ (13), CHF 39'531.80, zuzüglich 5% Zins seit dem 13. Dezember 2012;
− H11._ (51), CHF 39'531.80, zuzüglich 5% Zins seit dem 13. Dezember 2012;
− H12._ (50), CHF 467'175.--, zuzüglich 5% Zins seit dem 13. Dezember 2012;
− H13._ (14) und H14._ (15), insgesamt CHF 83'494.70 und EUR 80'000.--;
− H15._ (16), CHF 250'000.-- und EUR 273'137.93, je zuzüglich 5% Zins seit dem 1. Januar 2012;
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− H16._ (19), CHF 54'818.60, zuzüglich 5% Zins seit dem 17. Juni 2013;
− H17._ (18), EUR 65'098.42, zuzüglich 5% Zins seit dem 13. August 2004;
− H18._ (59), CHF 483'446.--, zuzüglich 5% Zins seit dem 9. März 2004;
− H19._ (20), CHF 31'488.--; − H20._ (24), CHF 40'900.--, zuzüglich 5% Zins seit dem 4. August
2005; − H21._ (25) und H22._ (26), insgesamt CHF 70'164.-- und
EUR 22'190.75, je zuzüglich 5% Zins seit dem 1. Januar 2009; − H23._ (42) und H24._ (43), insgesamt CHF 127'414.--, zu-
züglich 5% Zins seit dem 1. Januar 2010; − H25._ (27), EUR 129'000.--, zuzüglich 5% Zins seit dem 28. April
2005; − H26._ (28), CHF 168'547.20, zuzüglich 5% Zins seit dem 9. April
2013; − H27._ (29), CHF 3'045'500.--, zuzüglich 5% Zins seit dem
1. Dezember 2010; − H28._ (30), CHF 60'000.--, zuzüglich 5% Zins seit dem 1. Januar
2010; − H29._ (40) und H30._ (41), insgesamt CHF 144'610.10 und
EUR 56'449.--, je zuzüglich 5% Zins seit dem 1. Juli 2011; − H31._ (31), CHF 64'796.05; − H32._ (32), CHF 21'047.20, zuzüglich 5% Zins seit dem
27. Januar 2003; − H33._ (33), CHF 126'057.85, zuzüglich 5% Zins seit dem 30. März
2011; − H34._ (36), CHF 105'800.--, zuzüglich 5% Zins seit dem 6. No-
vember 2006; − H35._ (35), CHF 46'730.--, zuzüglich 5% Zins seit dem 11. Januar
2010; − H36._ (37), EUR 50'000.--; − H37._ (38) und H38._ (39), insgesamt CHF 182'732.--, zu-
züglich 5% Zins seit dem 11. November 2009; − H39._ (46), CHF 96'735.--, zuzüglich 5% Zins seit dem 4. Juli
2011; − H40._ (54), CHF 174'015.35, zuzüglich 5% Zins seit dem 4. Juli
2011;
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− H41._ (47), CHF 1'694'723.--, zuzüglich 5% Zins seit dem 9. Februar 2010;
− H42._ (48), CHF 105'276.60, zuzüglich 5% Zins seit dem 15. Juni 2006;
− H43._ (49), CHF 214'261.15, zuzüglich 5% Zins seit dem 6. März 2003;
− H44._ (52) und H45._ (53), insgesamt EUR 14'000.--, zuzüglich 5% Zins seit dem 5. August 2008;
− A._ (60), EUR 212'133.59, zuzüglich 5% Zins seit dem 7. Juli 2009;
− H46._ (61), CHF 1'667'221.--, zuzüglich 5% Zins seit dem 6. April 2009;
− H47._ (62) und H48._ (63), insgesamt CHF 2'524'298.50,  5% Zins seit dem 11. März 2013;
− H49._ (56), USD 34'670.--, zuzüglich 5% Zins seit dem 11. April 2008;
− H50._ (58), CHF 39'090.--, zuzüglich 5% Zins seit dem 4. August 2005;
− H51._ (64), CHF 144'277.90, zuzüglich 5% Zins seit dem 27. Februar 2009;
− H52._ (65), CHF 34'073.--, zuzüglich 5% Zins seit dem 1. August 2010;
− H53._ (66) und H54._ (67), insgesamt CHF 536'979.35,  5% Zins seit dem 15. Juli 2005;
− H55._ (71), CHF 378'041.30, zuzüglich 5% Zins seit dem 28. März 2013;
− H56._ (72), CHF 55'000.--, zuzüglich 5% Zins seit dem 14. Juli 2006;
− H57._ (73), CHF 42'000.--, zuzüglich 5% Zins seit dem 14. Juli 2006;
− H58._ (74), CHF 56'355.--, zuzüglich 5% Zins seit dem 14. Juli 2006;
− H59._ (76), CHF 186'863.40 und EUR 37'939.13; − H60._ (78), CHF 105'596.40, zuzüglich 5% Zins seit dem
1. September 2010; − H61._ (80), CHF 492'696.80, zuzüglich 5% Zins seit dem
7. August 2004; − H62._ (83), CHF 139'093.40, zuzüglich 5% Zins seit dem
13. Januar 2006.
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Im allfälligen Mehrbetrag werden die Schadenersatzbegehren auf den Zivil-
weg verwiesen.
7. Die Schadenersatzbegehren der folgenden Privatkläger werden auf den Zi-
vilweg verwiesen:
− H63._-Stiftung (12); − H64._ (21); − H65._ (22); − H66._ (23); − H67._ (82); − H68._ (57); − H69._ (68); − † H70._ (69); − H71._ (70); − H72._ (75); − H73._ (77); − † H74._ (79).
8. Die Genugtuungsbegehren der folgenden Privatkläger werden auf den Zivil-
weg verwiesen:
− H65._ (22); − H20._ (24); − H39._ (46); − H40._ (54); − H42._ (48); − H46._ (61); − H50._ (58); − † H74._ (79); − H62._ (83).
9. Das Guthaben, das sich auf dem Konto Nr. 1, lautend auf die Generalagen-
tur E._, bei der I._ befindet, wird eingezogen. Die Kontosperre wird
nach Eintritt der Rechtskraft aufgehoben und die I._ wird angewiesen,
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dieses Konto zu saldieren und den Saldo der Kasse des Bezirksgerichts Zü-
rich zu überweisen.
10. Die Guthaben, die sich auf den Konti Nr. 2 CHF, Nr. 3 EUR und Nr. 3-1
USD, alle lautend auf die F._ Consulting AG, vormals J._ Immobi-
lien AG, bei der I._ befinden, werden eingezogen. Die Kontosperren
werden nach Eintritt der Rechtskraft aufgehoben und die I._ wird ange-
wiesen, diese Konti zu saldieren und die Saldi der Kasse des Bezirksge-
richts Zürich zu über-weisen.
11. Das Guthaben, das sich auf dem Konto Nr. 4, lautend auf die F._ Con-
sulting AG, bei der K._ befindet, wird eingezogen. Die Kontosperre wird
nach Eintritt der Rechtskraft aufgehoben und die K._ wird angewiesen,
dieses Konto zu saldieren und den Saldo der Kasse des Bezirksgerichts Zü-
rich zu überweisen.
12. Das Guthaben, das sich auf dem Konto Nr. 5 CHF, lautend auf die L._
Investments AG, bei der M._ befindet, wird eingezogen. Die Kontosper-
re wird nach Eintritt der Rechtskraft aufgehoben und die M._ wird an-
gewiesen, dieses Konto zu saldieren und den Saldo der Kasse des Bezirks-
gerichts Zürich zu überweisen.
13. Die Guthaben, die sich auf den Konti Nr. 6 CHF und Nr. 7 CHF, beide lau-
tend auf den Beschuldigten, bei der M._ befinden, werden eingezogen.
Die Kontosperren werden nach Eintritt der Rechtskraft aufgehoben und die
M._ wird angewiesen, diese Konti zu saldieren und die Saldi der Kasse
des Bezirksgerichts Zürich zu überweisen.
14. Der Beschuldigte wird nach Eintritt der Rechtskraft verpflichtet, dem Staat
als Ersatz für nicht mehr vorhandenen, widerrechtlich erlangten Vermögens-
vorteil CHF 50'000.-- zu bezahlen.
Die Kasse des Bezirksgerichts Zürich wird angewiesen, die 9. Abteilung des
Bezirksgerichts Zürich zu informieren, sobald der Beschuldigte den Betrag
von CHF 50'000.-- bezahlt hat, damit die Aufhebung der Beschlagnahme
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seiner in der Liegenschaft in N._ (Kataster Nr. ...) befindlichen Gegen-
stände veranlasst werden kann.
Sofern der Beschuldigte nicht freiwillig bezahlt, so wird die Kasse des Be-
zirksgerichts Zürich angewiesen, die für die Zwangsvollstreckung der Ersatz-
forderung gegen den Beschuldigten erforderlichen Schritte zu veranlassen.
In diesem Fall wird die Beschlagnahme seiner Gegenstände in N._ auf-
rechterhalten bis die zuständige Behörde in der Zwangsvollstreckung hin-
sichtlich der Ersatzforderung über die Anordnung von Sicherungsmassnah-
men entschieden hat.
15. Der mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 6. Juni
2012 beschlagnahmte Betrag von CHF 56'151.95 (Beleg Nr. 157405) wird
nach Eintritt der Rechtskraft zur Deckung der Verfahrenskosten verwendet.
16. Das Guthaben, das sich auf dem Konto Nr. 8, lautend auf den Beschuldig-
ten, bei der O._ Kantonalbank befindet, wird zur Deckung der Verfah-
renskosten verwendet. Die Kontosperre wird nach Eintritt der Rechtskraft
aufgehoben und die O._ Kantonalbank wird angewiesen, den Saldo
dieses Kontos der Kasse des Bezirksgerichts Zürich zu überweisen.
17. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom
30. Juni 2016 beschlagnahmte Collier (SK Nr. 10357) wird von der Kasse
des Bezirksgerichts Zürich nach Eintritt der Rechtskraft verwertet und der
Erlös zur Deckung der Verfahrenskosten herangezogen.
18. Das Grundstück in P._, N._ (Kataster Nr. ...), wird von der Kasse
des Bezirksgerichts Zürich nach Eintritt der Rechtskraft verwertet und der
Erlös zur Deckung der Verfahrenskosten herangezogen.
Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom
3. Februar 2012 angeordnete Grundbuchsperre betreffend dieses Grund-
stück wird auf den Zeitpunkt der Verwertung aufgehoben.
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19. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft des Kantons Obwalden vom
29. Juli 2011 angeordnete Sperre des Kontos Nr. 9, lautend auf den Be-
schuldigten, für Guthaben über CHF 5'000.-- bei der K._, wird nach Ein-
tritt der Rechtskraft aufgehoben.
20. Das Grundbuchamt Q._ wird nach Eintritt der Rechtskraft angewiesen,
die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Obwalden vom 10. Juni 2011 an-
geordnete Grundbuchsperre betreffend das Grundstück an der R._-
Strasse ... in N._ (Kataster Nr. ...) aufzuheben.
21. Die andere Verfahrensbeteiligte S._ wird nach Eintritt der Rechtskraft
verpflichtet, dem Staat als Ersatz für nicht mehr vorhandenen, widerrechtlich
erlangten Vermögensvorteil CHF 284'000.-- zu bezahlen.
Die Kasse des Bezirksgerichts Zürich wird angewiesen, die 9. Abteilung des
Bezirksgerichts Zürich zu informieren, sobald die andere Verfahrensbeteilig-
te S._ den Betrag von CHF 284'000.-- bezahlt hat, damit die Aufhebung
der Kontosperren bei der Bank T._ (Konto Nr. 10) und der I._
(Konto Nr. 11), der Grundbuchsperre betreffend ihrer Liegenschaften in
U._/TI (Grundbuchblatt ..., Parzelle-Nr. ...; Parzelle-Nr. ...) wie auch
der Beschlagnahme ihrer in der Liegenschaft in N._ (Kataster Nr. ...)
befindlichen Gegenstände veranlasst werden kann.
Sofern die andere Verfahrensbeteiligte S._ nicht freiwillig bezahlt, so
wird die Kasse des Bezirksgerichts Zürich angewiesen, die für die Zwangs-
vollstreckung der Ersatzforderung gegen die andere Verfahrensbeteiligte
S._ erforderlichen Schritte zu veranlassen. In diesem Fall werden die
Kontosperren, die Grundbuchsperre sowie die Beschlagnahme ihrer Gegen-
stände in N._ aufrechterhalten bis die zuständige Behörde in der
Zwangsvollstreckung hinsichtlich der Ersatzforderung über die Anordnung
von Sicherungsmassnahmen entschieden hat.
22. Von der Ausfällung einer Ersatzforderung gegen die andere Verfahrensbe-
teiligte V._ wird abgesehen.
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23. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft des Kantons Obwalden vom
29. Juli 2011 angeordnete Sperre des Kontos Nr. 12, lautend auf die andere
Verfahrensbeteiligte V._, bei der Bank T._ Zürich in einem Betrag
von CHF 88'268.59, wird nach Eintritt der Rechtskraft aufgehoben.
24. Das Grundbuchamt W._ wird nach Eintritt der Rechtskraft angewiesen,
die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom
14. März 2013 angeordnete Grundbuchsperre betreffend das Grundstück ...
in AA._/ZH (Kataster Nr. ...) aufzuheben.
25. Von der Ausfällung einer Ersatzforderung gegen den anderen Verfahrensbe-
teiligten AB._ wird abgesehen.
26. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom
13. Juni 2016 angeordnete Sperre des Kontos Nr. 13, lautend auf den ande-
ren Verfahrensbeteiligten AB._, bei der AC._ Kantonalbank in ei-
nem Betrag von CHF 170'000.--, wird nach Eintritt der Rechtskraft aufgeho-
ben.
27. Der andere Verfahrensbeteiligte D._ wird nach Eintritt der Rechtskraft
verpflichtet, dem Staat als Ersatz für nicht mehr vorhandenen, widerrechtlich
erlangten Vermögensvorteil CHF 150'000.-- zu bezahlen.
Die Kasse des Bezirksgerichts Zürich wird angewiesen, die 9. Abteilung des
Bezirksgerichts Zürich zu informieren, sobald der andere Verfahrensbeteilig-
te D._ den Betrag von CHF 150'000.-- bezahlt hat, damit die Aufhebung
der Beschlagnahme der Barschaften von CHF 10'050.65 (Beleg
Nr. 157406), CHF 10'004.50 (Beleg Nr. 157407), CHF 1'178.80 (Beleg
Nr. 157409) und CHF 24.75 (Beleg Nr. 157408) veranlasst werden kann.
Sofern der andere Verfahrensbeteiligte D._ nicht freiwillig bezahlt, so
wird die Kasse des Bezirksgerichts Zürich angewiesen, die für die Zwangs-
vollstreckung der Ersatzforderung gegen den anderen Verfahrensbeteiligten
D._ erforderlichen Schritte zu veranlassen. In diesem Fall wird die Be-
schlagnahme der Barschaften aufrechterhalten bis die zuständige Behörde
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in der Zwangsvollstreckung hinsichtlich der Ersatzforderung über die Anord-
nung von Sicherungsmassnahmen entschieden hat.
28. Die andere Verfahrensbeteiligte B._ wird nach Eintritt der Rechtskraft
verpflichtet, dem Staat als Ersatz für nicht mehr vorhandenen, widerrechtlich
erlangten Vermögensvorteil CHF 685'000.-- zu bezahlen.
Sofern die andere Verfahrensbeteiligte B._ nicht freiwillig bezahlt, so
wird die Kasse des Bezirksgerichts Zürich angewiesen, die für die Zwangs-
vollstreckung der Ersatzforderung gegen die andere Verfahrensbeteiligte
B._ erforderlichen Schritte zu veranlassen.
29. Der andere Verfahrensbeteiligte C._ wird nach Eintritt der Rechtskraft
verpflichtet, dem Staat als Ersatz für nicht mehr vorhandenen, widerrechtlich
erlangten Vermögensvorteil CHF 30'000.-- zu bezahlen.
Sofern der andere Verfahrensbeteiligte C._ nicht freiwillig bezahlt, so
wird die Kasse des Bezirksgerichts Zürich angewiesen, die für die Zwangs-
vollstreckung der Ersatzforderung gegen den anderen Verfahrensbeteiligten
C._ erforderlichen Schritte zu veranlassen.
30. Die Kasse des Bezirksgerichts Zürich wird angewiesen, die Summe aus
Einziehungen und Ersatzforderungserträgen (Einziehungsbetrag) gemäss
den vorstehenden Dispositivziffern 9-14, 21 und 27-29 wie folgt zu verteilen:
H1._ (2) und H2._ (3) 6,91% des Einziehungsbetrages; H35._ (35) 1,21% des Einziehungsbetrages; H34._ (36) 2,75% des Einziehungsbetrages; H47._ (62) und H48._ (63) 65,60% des Einziehungsbetrages; H52._ (65) 0,89% des Einziehungsbetrages; H52._ (71) 9,83% des Einziehungsbetrages; H61._ (80) 12,81% des Einziehungsbetrages.
Es wird davon Vormerk genommen, dass die Privatkläger 2 und 3, 35, 36,
62 und 63, 65, 71 sowie 80 den ihrem Zuweisungsanteil entsprechenden
Teil ihrer Forderung an den Staat abgetreten haben.
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31. Die Zuweisungsanträge der folgenden Privatkläger werden abgewiesen:
− H59._ (76); − H71._ (69a), H55._ (69b) und H75._ (69c) betreffend
†H70._ (69).
32. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
CHF 40'000.-- ; die weiteren Auslagen betragen:
CHF 1'860.-- Kosten der Kantonspolizei
CHF 30'300.-- Gebühr Anklagebehörde
CHF 3'000.-- Gebühr Beschwerdeverfahren
CHF 42'442.25 Auslagen Untersuchung
CHF 14'355.10 Diverse Kosten
CHF 53.-- Zeugenentschädigung
CHF 93'000.-- amtliche Verteidigung Akontozahlungen
CHF 119'208.45 amtliche Verteidigung
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
33. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem
Beschuldigten auferlegt.
Die Kosten für die Beschwerdeverfahren betreffend Anordnung und Verlän-
gerung Untersuchungshaft [Geschäfts-Nr. UB130137 und UB150072] in der
Höhe von insgesamt CHF 3'000.-- werden dem Beschuldigten auferlegt.
34. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden dem Beschuldigten auferlegt,
soweit sie durch den Verwertungserlös der beschlagnahmten und gesperr-
ten Vermögenswerte nach Deckung der Kosten gemäss Dispositivziffer 33
gedeckt sind.
Im Mehrbetrag werden die Kosten der amtlichen Verteidigung auf die Ge-
richtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss
Art. 135 Abs. 4 StPO.
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35. Rechtsanwalt lic. iur. Z._ wird für seine Aufwendungen als amtlicher
Verteidiger des Beschuldigten (unter Berücksichtigung der bereits erhalte-
nen Akontozahlungen in der Höhe von insgesamt CHF 93'000.--) mit
CHF 119'208.45 (inkl. MwSt.) aus der Gerichtskasse entschädigt.
36. Der Beschuldigte wird verpflichtet, den folgenden Privatklägern eine Pro-
zessentschädigung in nachfolgender Höhe zu bezahlen:
− H76._ (1), CHF 25'375.--; − H5._ (7) und H6._ (8), CHF 10'439.90; − H17._ (18), CHF 8'464.75; − H19._ (20), CHF 2'000.--; − H18._ (59), CHF 15'624.--; − A._ (60), CHF 6'500.--, im Mehrbetrag wird das Begehren abge-
wiesen; − H41._ (47), CHF 9'352.90.
37. Auf die Anträge der folgenden Privatkläger betreffend Prozessentschädi-
gung wird nicht eingetreten:
− H21._ (25) und H22._ (26); − H23._ (42) und H24._ (43); − H69._ (68).
38. Der anderen Verfahrensbeteiligten S._ wird nach Eintritt der Rechts-
kraft eine Entschädigung von CHF 1'000.-- (inkl. MwSt.) aus der Staatskasse
zugesprochen. Das Verrechnungsrecht des Staates bleibt vorbehalten.
39. Dem anderen Verfahrensbeteiligten AB._ wird nach Eintritt der Rechts-
kraft eine Entschädigung von CHF 4'860.-- (inkl. MwSt.) aus der Staatskasse
zugesprochen. Das Verrechnungsrecht des Staates bleibt vorbehalten.
40. Auf den Antrag der anderen Verfahrensbeteiligten D._, B._ und
C._ betreffend Entschädigung wird nicht eingetreten.
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Berufungsanträge:
a) des Vertreters des Privatklägers 60:
(Urk. 77/1 S. 2 f.)
1. Dispositiv-Ziffer 6, 37. Lemma des angefochtenen Urteils des Bezirks-
gerichts Zürich, 9. Abteilung, vom 31. Mai 2017 (Geschäfts Nr.
DG160201-L/U, damit vereinigt Geschäfts Nr. DG160346-L) sei aufzu-
heben und der Beschuldigte sei zu verpflichten, dem Privatkläger 60
Schadenersatz in der Höhe von EUR 500'000 zzgl. Zins zu 5% ab dem
17. April 2013 zu bezahlen.
2. Eventualiter zu Rechtsbegehren Ziff. 1 sei im Dispositiv des neuen Ur-
teils festzuhalten, dass der Beschuldigte seine Schuld gegenüber dem
Privatkläger 60 in der Höhe von Euro 500'000 zzgl. Zins zu 5% ab dem
17. April 2013 anerkannt hat.
3. Dispositiv-Ziffer 30 des angefochtenen Urteils des Bezirksgerichts Zü-
rich, 9. Abteilung, vom 31. Mai 2017 (Geschäfts Nr. DG160201-L/U,
damit vereinigt Geschäfts Nr. DG160346-L) sei dahingehend zu ergän-
zen und anzupassen, als auch der Privatkläger 60 in die Liste für die
Verteilung der Summe aus Einziehungen und Ersatzforderungen ge-
mäss Dispositiv-Ziffern 9-14, 21 und 27-29 im Verhältnis des ihm ad-
häsionsweise zugesprochenen Schadenersatzes aufzunehmen sei,
und die Kasse des Bezirksgerichts Zürich sei anzuweisen die verein-
nahmte Summe aus Einziehungen und Ersatzforderungen entspre-
chend zu verteilen.
4. Dispositiv-Ziffer 30 des angefochtenen Urteils des Bezirksgerichts Zü-
rich, 9. Abteilung, vom 31. Mai 2017 (Geschäfts Nr. DG160201-L/U,
damit vereinigt Geschäfts Nr. DG160346-L) sei zu ergänzen und Vor-
merk davon zu nehmen, dass der Privatkläger 60 den seinem Zuwei-
sungsanteil entsprechenden Teil seiner Forderung an den Staat abge-
treten habe.
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5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge, zuzüglich Mehrwertsteuerzu-
schlag, zu Lasten des Beschuldigten, eventuell zu Lasten des Staates,
wobei der Beschuldigte zu verpflichten sei dem Privatkläger 60 eine
Entschädigung von CHF 20'117.70 zu bezahlen.
b) des Vertreters der Verfahrensbeteiligten 4-6:
(Urk. 378 S. 2 f.)
1. Die Ersatzforderungen zulasten des als anderen Verfahrensbeteiligten
6 geführten Berufungsklägers, D._ im Betrag von CHF 150'000.–,
sowie die Ersatzforderungen zulasten der als andere Verfahrensbetei-
ligte geführte Berufungsklägerin 4, B._ im Betrag von
CHF 685'000.– wie auch die Ersatzforderung zulasten des als anderen
Verfahrensbeteiligten 5 geführten Berufungsklägers, C._ im Be-
trag von CHF 30'000.– seien vollumfänglich abzuweisen;
2. Es seien den im vorinstanzlichen Verfahren als weitere Verfahrensbe-
teiligten 4-6 geführten Berufungsklägern, D._, B._ und
C._ die beschlagnahmten Beträge von CHF 10'050.65,
CHF 1'178.80 und CHF 24.75 herauszugeben;
3. Eventualiter sei das Verfahren an die Vorinstanz zur weiteren Untersu-
chung und Befragung der Zeugen gemäss Beilagenverzeichnis zurück-
zuweisen;
4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich MwSt) zulas-
ten der Vorinstanz bzw. des Staates.
c) des Verteidigers des Beschuldigten:
(Urk. 392 S. 2)
1. Es sei die Berufung des Privatklägers 60 A._ abzuweisen.
2. Es seien die Berufungen der anderen Verfahrensbeteiligten 4-6
B._, C._ und D._ gutzuheissen und die mit den Ziffern
- 17 -
27-29 des angefochteten Urteils festgesetzten Ersatzforderungen
aufzuheben und die beschlagnahmten Gelder herauszugeben.
Von einer Rückweisung an die Vorinstanz sei aber selbst bei
Bestätigung der Ersatzforderungen abzusehen.
3. Unter ausgangsgemässer Regelung der Kosten- und
Entschädigungsfolgen.
d) der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich:
(Urk. 382)
Verzicht auf Antragsstellung.
- 18 -

Erwägungen:
I. Prozessgeschichte und Prozessuales
1. Mit Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 9. Abteilung, vom 31. Mai 2017
wurde der Beschuldigte der mehrfachen Veruntreuung, der ungetreuen Ge-
schäftsbesorgung, der Misswirtschaft, der mehrfachen Erschleichung einer fal-
schen Beurkundung und der mehrfachen Unterdrückung von Urkunden schuldig
gesprochen (Dispositivziffer 1). Von den Vorwürfen der mehrfachen Urkundenfäl-
schung und der mehrfachen Misswirtschaft, letzteres betreffend die F._ Con-
sulting AG und die G._ Investment AG, wurde der Beschuldigte freigespro-
chen (Dispositivziffer 2). Das Verfahren betreffend den Vorwurf gemäss lit. B der
Anklage wurde eingestellt. Dasjenige betreffend die Vorwürfe gemäss lit. A und D
der Anklage wurde insoweit eingestellt, als es sich auf Anklagepunkte vor dem
31. Mai 2002 bezog (Dispositivziffern 3 und 4). Der Beschuldigte wurde mit 6 1⁄2
Jahren Freiheitsstrafe bestraft, wobei 1'304 Tage Haft angerechnet wurden (Dis-
positivziffer 5). Ferner wurde der Beschuldigte gewissen Privatklägern gegenüber
zu Schadenersatz verpflichtet (Dispositivziffer 6). Andere Privatkläger wurden da-
hingegen mit ihren Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren auf den Zivilweg
verwiesen (Dispositivziffern 7 und 8). Weiter wurden diverse Entscheide betref-
fend Einziehung, Freigabe bzw. Verwendung beschlagnahmter Gegenstände und
Vermögenswerte gefällt (Dispositivziffern 9 bis 21, 23 und 24 sowie 26 und 27)
und diverse Parteien bzw. andere Verfahrensbeteiligte zur Zahlung von Ersatzfor-
derungen an den Staat verpflichtet (Dispositivziffer 14, 21, 22, 25 und 27 bis 29).
Darüber hinaus wurde die Kasse des Bezirksgerichtes Zürich angewiesen, die
Summe aus Einziehungen und Ersatzforderungserträgen nach einem gewissen
Verteilschlüssel auf diejenigen Parteien zu verteilen, deren Zuweisungsanträge
gutgeheissen wurden (Dispositivziffer 30). Andere Zuweisungsanträge wurden
abgewiesen (Dispositivziffer 31). Schliesslich wurden die Kosten- und Entschädi-
gungsfolgen geregelt (Dispositivziffern 32 bis 40) (Urk. 307 S. 298 ff.).
- 19 -
2. Gegen dieses Urteil meldeten die Privatkläger 7 und 8 (Urk. 296), 17
(Urk. 294), 40 und 41 (Urk. 298), 60 (Urk. 297) und 81 (Urk. 295) sowie die Ver-
fahrensbeteiligten 4-6 (Urk. 293) rechtzeitig Berufung an. Jeweils mit Eingabe
vom 20. Juni 2017 reichten die Verfahrensbeteiligten 4-6 (Urk. 311), die Privatklä-
ger 7 und 8 (Urk. 312) sowie der Privatkläger 60 (Urk. 313) fristgerecht ihre Beru-
fungserklärungen ein. Anschlussberufung wurde von keiner Seite erhoben.
3. Mit Präsidialverfügung vom 25. August 2017 wurde den Privatklägern 7, 8
und 60 sowie den Verfahrensbeteiligten 4-6 eine Frist zur Leistung einer Prozess-
kaution angesetzt (Urk. 328).
Mit Eingabe vom 6. September 2017 beschränkte der Vertreter der Verfah-
rensbeteiligten 4-6 deren Berufungen und beantragte, es sei von den auferlegten
Kautionen abzusehen, eventualiter sei die Frist zur Kautionsleistung zu erstrecken
(Urk. 331). Die Verfahrensleitung hielt mit Präsidialverfügung vom 7. September
2017 an den für die Verfahrensbeteiligten 4-6 festgesetzten Kautionen fest und
hiess deren Fristerstreckungsgesuch gut (Urk. 332). Am 29. September 2017 er-
suchte der Vertreter der Verfahrensbeteiligten 4-6 um Reduktion der Kautionen
und um Neuansetzung der Frist zur Kautionsleistung (Urk. 332). Mit Präsidialver-
fügung vom 3. Oktober 2017 wurden die Kautionen für die Verfahrensbeteilig-
ten 4-6 reduziert, und es wurde ihnen eine letztmalige Frist angesetzt, um die
Kautionen zu leisten (Urk. 339).
Innert erstreckter Frist ging die dem Privatkläger 60 auferlegte Kaution von
Fr. 35'000.– bei der Obergerichtskasse ein (Urk. 342). Von den Privatklägern 7
und 8 sowie von den Verfahrensbeteiligten 4-6 wurde innert erstreckter Frist keine
Kaution geleistet, weshalb das Obergericht mit Beschluss vom 18. Oktober 2017
auf deren Berufung nicht eintrat. Auch in Bezug auf die Berufungen der Privatklä-
ger 17, 40, 41 und 81 wurde ein Nichteintretensentscheid gefällt, da diese innert
Frist keine Berufungserklärung eingereicht hatten (Urk. 349).
Mit Eingabe vom 27. November 2017 erhoben die Verfahrensbeteiligten 4-6
gegen den obgenannten Nichteintretensentscheid des Obergerichtes Beschwerde
an das Bundesgericht. Sie wandten sich darin gegen die ihnen auferlegten Kauti-
- 20 -
onen (Urk. 356/2). Mit Urteil vom 17. Januar 2018 hiess das Bundesgericht die
Beschwerde der Verfahrensbeteiligten 4-6 gut, hob den Nichteintretensentscheid
auf und wies die Sache zur neuen Entscheidung an das Obergericht zurück
(Urk. 366).
Mit Beschluss vom 12. Februar 2018 trat das Obergericht auf die Berufun-
gen der Privatkläger 7 und 8 (mangels Leistung der ihnen auferlegten Kaution)
sowie auf die Berufungen der Privatkläger 17, 40, 41 und 81 (mangels Einrei-
chung einer Berufungserklärung) nicht ein (Urk. 369), ordnete gleichentags für die
verbliebenen Berufungskläger (Privatkläger 60 und Verfahrensbeteiligte 4-6) das
schriftliche Verfahren an und setzte letzteren eine Frist zur Berufungsbegründung
an (Urk. 371).
4. Die Berufung des Privatklägers 60 beschränkt sich auf Dispositivziffer 6,
37. Lemma (Forderung eines höheren Betrages als Schadenersatz) sowie Dispo-
sitivziffer 30 (Aufnahme des Privatklägers 60 in die Verteilliste unter Vormerk-
nahme der Abtretung des seinem Zuweisungsanteil entsprechenden Teils seiner
Forderung an den Staat) (Urk. 313). Die Verfahrensbeteiligten 4-6 haben ihre Be-
rufungen ihrerseits auf die Dispositivziffern 27 bis 29 (Aufhebung der Ersatzforde-
rungen ihnen gegenüber und Freigabe der beschlagnahmten Barschaften) und
Dispositivziffer 40 (Umtriebs- und Parteientschädigung) beschränkt (Urk. 311 in
Verbindung mit Urk. 331). Da die Berufung nur im Umfang der Anfechtung auf-
schiebende Wirkung hat (Art. 402 StPO), wurde mit Beschluss vom 15. Februar
2018 festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 9. Abteilung, vom
31. Mai 2017, mit Ausnahme von Dispositivziffer 6, soweit diese den appellieren-
den Privatkläger 60 betrifft (Lemma 37 und Absatz 2), Dispositivziffern 27-30 und
Dispositivziffer 40 in Rechtskraft erwachsen ist (Urk. 373).
5. Mit Eingabe vom 8. März 2018 reichten sowohl der Privatkläger 60
(Urk. 377/1) als auch die Verfahrensbeteiligten 4-6 (Urk. 378, samt Beilagen in
Urk. 379/1-7) innert Frist ihre Berufungsbegründungen ein (vgl. Urk. 372/2-3). Mit
Präsidialverfügung vom 14. März 2018 wurden dem Beschuldigten, den Privatklä-
gern 2 und 3, 35, 36, 62 und 63, 65, 71 und 80 sowie der Staatsanwaltschaft II
des Kantons Zürich Frist angesetzt, um eine Berufungsantwort einzureichen, und
- 21 -
der Vorinstanz Gelegenheit zur freigestellten Vernehmlassung gegeben
(Urk. 380). Der Beschuldigte reichte mit Eingabe vom 20. April 2018 innert er-
streckter Frist seine Berufungsantwort ein (Urk. 392, vgl. Urk. 381/2 und
Urk. 386). Die anderen Parteien und die Vorinstanz verzichteten auf eine Beru-
fungsantwort bzw. Stellungnahme oder liessen sich innert Frist nicht vernehmen
(Urk. 382, Urk. 387, vgl. Urk. 381/3-4 und Urk. 381/9). Mit Präsidialverfügung vom
24. April 2018 wurde die Berufungsantwort des Beschuldigten dem Privatklä-
ger 60, den Verfahrensbeteiligten 4-6 und der Staatsanwaltschaft II des Kantons
Zürich zugestellt (Urk. 393). Das Verfahren erweist sich damit als spruchreif.
II. Zivilansprüche
1. Der Privatkläger 60, A._, beantragt, Dispositivziffer 6, 37. Lemma
des vorinstanzlichen Urteils sei aufzuheben, und der Beschuldigte sei zu ver-
pflichten, ihm Schadenersatz im Betrag von EUR 500'000.– zuzüglich Zins zu 5%
ab dem 17. April 2013 zu bezahlen. Eventualiter sei im Dispositiv des Berufungs-
urteils festzuhalten, dass der Beschuldigte seine Schuld gegenüber dem Privat-
kläger 60 in der Höhe von EUR 500'000.– zuzüglich Zins zu 5% ab dem 17. April
2013 anerkannt habe. Zur Begründung führt er aus, er habe seine Forderung im
Betrag von EUR 500'000.– zuzüglich Zins zu 5% seit dem 7. Juli 2009 gestützt
auf eine öffentlich beurkundete Schuldanerkennung vom 17. April 2013 adhäsi-
onsweise im Strafverfahren gegen den Beschuldigten geltend gemacht. Die Vo-
rinstanz habe die Ansicht vertreten, dass diese Schuldanerkennung nur insoweit
relevant sei, als sie auf einer anklagegegenständlichen Straftat beruhe, derer der
Beschuldigte im Strafverfahren schuldig zu sprechen sei. Deshalb habe sie den
gutgeheissenen Forderungsbetrag des Privatklägers 60 auf EUR 212'133.59
(EUR 204'418.74 und CHF 12'500.– [umgerechnet in EUR zum Wechselkurs vom
11. Juli 2008 = EUR 7'714.85]) reduziert, da der adhäsionsfähige Schaden in die-
sem Umfang durch Bankbelege ausgewiesen sei, und der Beschuldigte bei seiner
Anerkennung zu behaften sei. Dies, obwohl der Beschuldigte die Forderung des
Privatklägers 60 im Betrag von EUR 500'000.– zuzüglich 5% Zins seit dem
17. April 2013 in der Hauptverhandlung nochmals anerkannt habe. Für die Zivil-
- 22 -
klage im Strafverfahren gelte jedoch die Dispositionsmaxime im gleichen Umfang
wie im gewöhnlichen Zivilprozess. Das Gericht könne dem Privatkläger nicht mehr
zusprechen, als er verlange und nicht weniger, als die Gegenpartei anerkannt ha-
be. Indem die Vorinstanz dem Privatkläger 60 weniger zugesprochen habe, als
der Beschuldigte anerkannt habe, habe sie die Dispositionsmaxime verletzt. Sollte
das Gericht wider Erwarten zum Schluss kommen, dass es den Beschuldigten
nicht zur geforderten Schadenersatzzahlung verpflichten könne, sei die Anerken-
nung der Zivilklage durch den Beschuldigten nach dem klaren Wortlaut von
Art. 124 Abs. 3 StPO im Dispositiv des Berufungsentscheides vorzumerken
(Urk. 313 S. 3 f., Urk. 377/1 S. 4 ff.).
2. Der Beschuldigte lässt beantragen, die Berufung des Privatklägers 60 sei
abzuweisen. Der Verteidiger führt hierzu aus, entgegen der Darstellung des Pri-
vatklägers 60 habe er vor Vorinstanz mehrfach zum Ausdruck bringen wollen,
dass im Rahmen eines Strafverfahrens wohl nicht adhäsionsweise über Zivilan-
sprüche zu entscheiden sei, die aufgrund der Verjährung strafrechtlich nicht mehr
relevant seien. Der Beschuldigte habe die Beantwortung dieser Frage letztlich
aber dem Gericht überlassen, weil es ihm, trotz überhöhter Forderungen und
überhöhter Schuldanerkennungen wichtig gewesen sei, zu seinen Verfehlungen
und seinem Wort gegenüber den Geschädigten zu stehen (Urk. 392 S. 2 f.).
3.1 Der Beschuldigte bestätigte anlässlich seiner Befragung vor Vorinstanz,
dem Privatkläger eine Schuldanerkennung über EUR 500'000.– ausgestellt zu
haben, und gab zu, diese Gelder veruntreut zu haben (Urk. 274 S. 14 f.).
Die Verteidigung hielt in ihrem Plädoyer ergänzend fest, im Sinne eines Ge-
ständnisses seien die Deliktsbeträge gemäss beigelegter Liste (Urk. 279/4) aner-
kannt, wobei die Liste so zu lesen sei, dass bei den rot eingefärbten Beträgen
nach Meinung der Verteidigung die Verjährung eingetreten sei oder sonstige Um-
stände (z.B. Rückzahlungen) zu berücksichtigen seien (Urk. 278 S. 12 f.). Der von
der Verteidigung eingereichten Liste der Deliktsbeträge, lassen sich drei (rot dar-
gestellte) Zahlungen des Privatklägers 60 an den Beschuldigten vom 6. Juni 1999
bis zum 9. April 2002 entnehmen, in Bezug auf welche die dem Beschuldigten
vorgeworfenen strafbaren Handlungen gemäss Ansicht der Verteidigung verjährt
- 23 -
sind (Urk. 279/4 S. 7 f. und Urk. 278 S. 71). Anschliessend werden 12 weitere
Zahlungen zwischen dem 28. Oktober 2002 und dem 7. Juli 2009 im Betrag von
insgesamt EUR 222'409.16 angeführt. Die Verteidigung erklärte hierzu, zwar er-
scheine der vom Privatkläger 60 geforderte Betrag angesichts der verjährten Zah-
lungen etwas hoch, doch habe der Beschuldigte die Summe von EUR 500'000.–
mittels Schuldanerkennung vom 17. April 2013 anerkannt und wolle er – wenn
auch mit einem späteren Zinsenlauf ab dem 17. April 2013 – zu seiner Anerken-
nung stehen (Urk. 279/4 S. 8, Urk. 278 S. 71). Dies ergibt sich auch aus der von
der Verteidigung eingereichten Liste zur Stellungnahme zu den Schadenersatz-
begehren, wo die Zeile, welche den Privatklägers 60 betrifft, grün eingefärbt wur-
de, was gemäss den Ausführungen der Verteidigung bedeutet, dass dessen An-
sprüche vollständig anerkannt sind (Urk. 279/9 S. 2, vgl. auch Urk. 278 S. 48).
Schließlich hielt die Verteidigung fest, dass – sollte das Gericht die adhäsionswei-
se Anerkennung der EUR 500'000.– vornehmlich aufgrund der genannten verjähr-
ten Zahlungen nicht für möglich erachten – die Anerkennung auf die nachgewie-
senen Zahlungen zu beschränken sei (Urk. 278 S. 71).
3.2 Die Vorinstanz ging in Übereinstimmung mit der Verteidigung von der
Verjährung der zur Anklage gebrachten Straftaten, die sich vor über 15 Jahren vor
Urteilsfällung ereignet haben sollen, aus (vgl. Urk. 307 S. 54 ff.). Folgerichtig stell-
te sie in der unangefochten gebliebenen und damit rechtskräftigen Dispositivzif-
fer 2 ihres Urteils das Verfahren gegen den Beschuldigten betreffend die Ankla-
gevorwürfe gemäss lit. A der Anklage insoweit ein, als es sich auf Anklagepunkte
vor dem 31. Mai 2002 bezog (Urk. 307 S. 299). In Hinblick auf die im Strafverfah-
ren geltend gemachten Zivilforderungen hielt die Vorinstanz fest, dass im Adhäsi-
onsverfahren nur zivilrechtliche Ansprüche aus der Straftat geltend gemacht wer-
den könnten. Auch eine anerkannte Forderung sei nur insoweit adhäsionsfähig,
als die Straftat, auf der diese Forderung basiere, nicht verjährt sei (Urk. 307
S. 200). Gestützt auf diese Überlegungen hat die Vorinstanz den Beschuldigten
verpflichtet, dem Privatkläger 60 EUR 212'133.59 zuzüglich Zins seit dem 7. Juli
2009 zu bezahlen und das Schadenersatzbegehren des Privatklägers 60 im
Mehrbetrag auf den Zivilweg verwiesen (Urk. 307 S. 236 f. und S. 301 f.).
- 24 -
3.3 Gemäss Art. 122 Abs. 2 StPO müssen sich die von der Privatkläger-
schaft adhäsionsweise geltend gemachten zivilrechtlichen Ansprüche aus der
Straftat ergeben. Die im Strafverfahren erhobene Zivilklage wird damit dem Straf-
verfahren quasi angehängt. Sie ist vom Bestand des Strafprozesses abhängig
(vgl. BSK StPO-Annette Dolge, 2. Aufl. 2014, Art. 122 N 7 f.). Nicht erforderlich ist
dahingegen, dass die Forderung auf einer anklagegegenständlichen Straftat be-
ruht, derer der Beschuldigte schuldig zu sprechen ist. Vielmehr sieht Art. 126
Abs. 1 lit. b StPO einen Entscheid über die anhängig gemachte Zivilklage auch
dann vor, wenn das Gericht die beschuldigte Person freispricht und der Sachver-
halt spruchreif ist.
Vorliegend ist aufgrund des Geständnisses des Beschuldigten in Hinblick
auf den Deliktsbetrag von EUR 500'000.– (Urk. 274 S. 14 f.) klar, dass der vom
Privatkläger 60 geforderte Schadenersatz mit dem Strafverfahren im Zusammen-
hang steht. Wie bereits erwähnt, hat die Vorinstanz das Strafverfahren gegen den
Beschuldigten hinsichtlich gewisser strafbarer Handlungen zum Nachteil des Pri-
vatklägers 60 infolge Verjährung eingestellt. Aufgrund dessen musste sie den
Sachverhalt und dabei insbesondere die Deliktssumme betreffend die verjährten
deliktischen Handlungen nicht erstellen. Dies führt dazu, dass auch der entspre-
chende Teil der Schadenersatzforderung des Privatklägers 60 nicht materiell
überprüft werden kann (Art. 126 Abs. 2 lit. a StPO).
Allerdings ist aufgrund der Aussagen des Beschuldigten vor Vorinstanz, der
Ausführungen der Verteidigung, wonach der Beschuldigte trotz der verjährten
Zahlungen zu seiner Anerkennung stehen wolle, und der von der Verteidigung als
Beilage zu seinem Plädoyer eingereichten Liste zur Stellungnahme zu den Scha-
denersatzbegehren, in welcher die Ansprüche des Privatklägers 60 als vollständig
anerkannt markiert wurden, davon auszugehen, dass der Beschuldigte die Forde-
rung des Privatklägers 60 betragsmässig anerkannt hat, was von der Vorinstanz
zu Protokoll genommen wurde (Prot. I S. 26 und S. 29 ff. i.V.m. Urk. 274 S. 14 f.,
Urk. 278 S. 48, S. 71 und Urk. 279/9 S. 2). Es liegt damit neben der Schuld-
anerkennung eine Klageanerkennung im Sinne von Art. 124 Abs. 3 StPO vor
- 25 -
(vgl. BSK StPO-Annette Dolge, a.a.O., Art. 124 N 7 und Art. 126 N 26;
Schmid/Jositsch, StPO Praxiskommentar, 3. Aufl., Art. 124 N 5).
Auch wenn das Strafverfahren teilweise infolge Verjährung eingestellt wur-
de, ist nicht einzusehen, weshalb es dem Gericht verwehrt sein sollte, die Aner-
kennung der Zivilklage durch den Beschuldigten vorzumerken. Zwar regelt
Art. 126 Abs. 2 lit. a StPO, dass die Zivilklage auf den Zivilweg zu verweisen ist,
wenn das Strafverfahren eingestellt wird, doch wird dem Gericht in diesen Fällen
nur untersagt, einen materiellen Entscheid über die Zivilklage zu fällen
(BSK StPO-Annette Dolge, a.a.O., Art. 126 N 3-6 und N 35; Schmid/Jositsch,
a.a.O., Art. 124 N5 und Art. 126 N 8). Bei einer Klageanerkennung hat das Ge-
richt den Anspruch des Privatklägers 60 nicht materiell zu überprüfen. Vielmehr
hat es unter Beachtung der Dispositionsmaxime, welche auch im Adhäsionspro-
zess gilt (BSK StPO-Annette Dolge, a.a.O., Art. 122 N 22 und N 65), festzuhalten,
dass der Beschuldigte entsprechend seiner Anerkennung zur Zahlung der Scha-
denersatzforderung des Privatklägers 60 zu verpflichten ist. Es würde denn auch
dem Sinn und Zweck der Adhäsionsklage, welche der Prozessökonomie und der
raschen und unbürokratischen Schadensregulierung zugunsten der geschädigten
Partei dient, widersprechen, den Privatkläger 60 trotz Anerkennung seiner Scha-
denersatzforderung auf den Zivilweg zu verweisen (vgl. BSK StPO-Annette Dolge,
a.a.O., Art. 122 N 65 und Art. 124 N 9).
3.4 Damit ist der Beschuldigte entsprechend seiner Anerkennung zu ver-
pflichten, dem Privatkläger 60, A._, Schadenersatz im Betrag von
EUR 500'000.– zuzüglich Zins zu 5% ab dem 17. April 2013 zu bezahlen.
III. Ersatzforderung und Beschlagnahme
Die Verfahrensbeteiligten 4-6 liessen beantragen, es sei die Ersatzforderung
zulasten des Verfahrensbeteiligten 6, D._, im Betrag von Fr. 150'000.–, die-
jenige zulasten der Verfahrensbeteiligten 4, B._, im Betrag von Fr. 685'000.–
, sowie diejenige zulasten des Verfahrensbeteiligten 5, C._, im Betrag von
- 26 -
Fr. 30'000.– aufzuheben und es seien ihnen die beschlagnahmten Barschaften
von Fr. 10'050.65, Fr. 10'004.50, Fr. 1'178.80 und Fr. 24.75 herauszugeben.
Eventualiter sei das Verfahren an die Vorinstanz zur weiteren Untersuchung und
Befragung der Zeugen zurückzuweisen (Urk. 378 S. 2 f., vgl. auch Urk. 311 in
Verbindung mit Urk. 331).
A. Ersatzforderung
1. Zur Ersatzforderung führte der Vertreter der Verfahrensbeteiligten 4-6 zu-
sammengefasst aus, diesen käme Geschädigtenstellung zu, denn sie hätten ge-
genüber dem Beschuldigten zivilrechtliche Ansprüche bzw. Schadenersatzforde-
rungen. Dies schliesse die von der Vorinstanz verfügten Einziehungsverpflichtun-
gen gegenüber den Verfahrensbeteiligten 4-6 von vornherein aus. So halte Art. 70
Abs. 1 StGB für derartige Fälle fest, dass das Gericht deliktisch erlangte Vermö-
genswerte nur einziehen könne, sofern sie nicht dem Verletzten zur Wiederher-
stellung des rechtmässigen Zustandes auszuhändigen seien (Urk. 378 S. 3 ff.).
Zudem sei die Einziehung ausgeschlossen, wenn ein Dritter die Vermö-
genswerte in Unkenntnis der Einziehungsgründe erworben und soweit er für sie
eine gleichwertige Gegenleistung erbracht habe. Zivilrechtlich durchsetzbare For-
derungen seien gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung als gleichwertige
Leistung im Sinne von Art. 70 Abs. 2 StGB zu verstehen. Vorliegend würden sich
solche aus einem Hinterlegungsvertrag im Sinne von Art. 472 Abs. 1 OR ergeben.
Die Verfahrensbeteiligten 4-6 hätten Rechtsanwalt Dr. Z1._, einem der Ver-
treter des Beschuldigten, ab dem Jahre 2006 Vermögenswerte anvertraut, um
diese sicher aufzubewahren. Ab 2008 hätten sie die Herausgabe der hinterlegten
Vermögenswerte verlangt, diese aber nur schleppend und teilweise zurückerhal-
ten. Die an die gutgläubigen Verfahrensbeteiligten 4-6 direkt und auf dem Umweg
über Rechtsanwalt Z2._ erfolgten Überweisungen seien von Rechtsanwalt
Dr. Z1._ vertraglich geschuldet gewesen. Es handle sich dabei um ein ganz
gesetzeskonformes, synallagmatisches Vertragsverhältnis zwischen den Verfah-
rensbeteiligten 4-6 und Rechtsanwalt Dr. Z1._, weshalb von einer gleichwer-
tigen Gegenleistung im Sinne von Art. 70 Abs. 2 StGB auszugehen sei. Erst im
Laufe des Jahres 2010 habe Rechtsanwalt Dr. Z1._ lückenhaft offenbart,
- 27 -
dass er als Aufbewahrer über die Vermögenswerte verfügt habe, ohne dass ihm
diese Befugnis von den Hinterlegern eingeräumt worden sei. Zur Schadensgut-
machung habe Rechtsanwalt Dr. Z1._ den Verfahrensbeteiligten 4-6 im
Herbst 2010 Schuldanerkennungen des der Familie B._C._D._
bisher völlig unbekannten Beschuldigten übergeben. Ausserdem habe Rechtsan-
walt Dr. Z1._ den Verfahrensbeteiligten 4-6 einen von ihm ausgearbeiteten
Mietvertrag für ein jahrzehntelanges Mietrecht für die Wohnung in AD._ zu-
kommen lassen, wobei die nicht herausgegebenen Vermögenswerte des Verfah-
rensbeteiligten 6, D._, in Anwendung von Art. 257e OR als (Miet-)Kaution bei
einer Bank auf den Namen des Verfahrensbeteiligten 6 hätten hinterlegt werden
sollen. Da die Wohnung in AD._ nicht termingerecht übergeben worden und
auch die Sicherheit nicht wie versprochen hinterlegt worden sei, sei der Verfah-
rensbeteiligte 6, D._, zur Gegenverrechnung berechtigt gewesen. Er habe
deshalb aus Vertrag und von Gesetzes wegen einen Anspruch auf das Erworbe-
ne und damit eine zivilrechtlich durchsetzbare Forderung, wobei es sich beim
Mietvertrag nicht um eine widerrechtliche oder unsittliche Leistung gehandelt ha-
be (a.a.O. S. 4 und S. 14 ff.).
Insgesamt seien die Rechtsbeziehungen zwischen den Verfahrensbeteilig-
ten 4-6 und dem Beschuldigten bzw. dessen Vertreter weder von der Anklägerin
noch von der Vorinstanz genügend untersucht worden. So sei beispielsweise der
Verfahrensbeteiligten 4, B._, eine Ersatzforderung von Fr. 685'000.– aufer-
legt worden, ohne dass je deren Lebensumstände, Vermögensverhältnisse oder
der allfällige Rechtsgrund für die Rückzahlungen abgeklärt worden seien. Im Ge-
genteil habe es die Vorinstanz bei der unrichtigen Feststellung bewenden lassen,
dass seitens des Ehemannes von B._ bzw. des Verfahrensbeteiligten 5,
C._, an den Beschuldigten übertragene, deliktisch erworbene Vermögens-
werte rechtsgenügende Grundlage für die Einziehungsverpflichtung aller Famili-
enmitglieder bilden würden. Die Vorinstanz mache hierzu eine Verknüpfung zu ei-
nem Strafverfahren in Österreich, in das der Verfahrensbeteiligte 5, C._, in-
volviert gewesen sei. Sie stelle aber keinen Zusammenhang mit der von Rechts-
anwaltsseite an die Verfahrensbeteiligte 4, B._, getätigten Zahlungen, die
Gegenstand der Einziehungsverpflichtung bilden würden, und dem Sachverhalt,
- 28 -
der ausschliesslich den Verfahrensbeteiligten 5, C._, betreffe, her. Ein sol-
ches Vorgehen genüge den Beweisanforderungen für eine Einziehung nicht. Auch
die Annahme der Vorinstanz, dass vom Beschuldigten Leistungen zu Gunsten der
Verfahrensbeteiligten 6, D._, und 4, B._, erbracht worden seien, um
seine Schuld gegenüber dem Verfahrensbeteiligten 5, C._, verrechnungs-
weise zu reduzieren, sei unbelegt. D._ und B._ hätten völlig getrennt
vom jeweiligen anderen Familienmitglied und dem Verfahrensbeteiligten 5,
C._, eigenes Vermögen, und hätten aufgrund des Hinterlegungsvertrages mit
Rechtsanwalt Dr. Z1._ in voller Höhe Anspruch auf das Erworbene bzw. die
Rückzahlungen (a.a.O. S. 5 f. und S. 12 und S. 19).
Die Anklagebehörde sei offenbar vor allem im Anfangsstadium der Untersu-
chung davon ausgegangen, dass die Verfahrensbeteiligten 4-6 eine wie auch im-
mer geartete Funktion im Betrugskonstrukt des Beschuldigten eingenommen hät-
ten. Obwohl sich diese Annahme in der Folge in keiner Weise erhärtet habe, sei-
en die Verfahrensbeteiligten 4-6 gleich behandelt worden, wie die Freundin des
Beschuldigten, S._ (Verfahrensbeteiligte 3), welche jedoch im Gegensatz zu
den Verfahrensbeteiligten 4-6 von Zuwendungen des Beschuldigten profitiert hät-
te. Die Anklagebehörde wie auch die Vorinstanz hätten dabei vollends ausser
Acht gelassen, dass die Verfahrensbeteiligten 4-6 keinerlei persönliche Bezie-
hungen zum Beschuldigten gepflegt hätten. So seien alle Transaktionen über ver-
schiedene Vertreter und Rechtsberater des Beschuldigten abgewickelt worden,
hätten die Verfahrensbeteiligten 4-6 den Beschuldigten lange Zeit nicht einmal
kennengelernt, und sei auch völlig offen, welche Beträge tatsächlich deliktischen
Ursprungs gewesen seien oder eben nicht. Die Anklagebehörde habe die Verfah-
rensbeteiligten 4-6 zu Unrecht nicht als Geschädigte ins Verfahren eingebunden.
Selbst wenn es den Verfahrensbeteiligten 4-6 dadurch verwehrt worden sei, ihre
Ansprüche als Privatkläger geltend zu machen, ändere dies nichts daran, dass sie
sich gestützt auf Art. 70 Abs. 1 StGB gegen die ihnen auferlegten Einziehungs-
verpflichtungen zur Wehr setzen könnten (a.a.O. S. 5 ff. und S. 11 f.).
Die Verfahrensbeteiligten 4-6 hätten im Rahmen des vorinstanzlichen Ver-
fahrens diverse Schuldanerkennungen eingereicht, worin der Beschuldigte bestä-
- 29 -
tige, dass er dem Verfahrensbeteiligten 5, C._, Fr. 850'000.– und
Fr. 950'000.– sowie dem Verfahrensbeteiligten 6, D._, Fr. 456'000.– schulde.
Grundlage der Schuldanerkennung habe das Verhalten des Beschuldigten bei
denjenigen Geschädigten gebildet, welche bei ihm nachgehakt und finanzielle
Rückzahlungen gefordert hätten. Durch die Schuldanerkennungen habe der Be-
schuldigte bzw. dessen Vertreter versucht, die Geschädigten ruhigzustellen und
Zeit zu schinden, da er im Rahmen des Schneeballsystems nicht die Absicht ge-
habt habe, die anvertrauten Vermögenswerte zurückzugeben (a.a.O. S. 8 ff.). Es
stelle eine Ungleichbehandlung dar, dass eine Vielzahl der ermittelten Geschädig-
ten keine Schuldanerkennungen eingereicht hätten und trotzdem als Privatkläger
zugelassen worden seien, dies zumal der Beschuldigte die Geschädigtenstellung
der Verfahrensbeteiligten 4-6 explizit anerkannt und selber auf die Ungleichbe-
handlung der Verfahrensbeteiligten 4-6 beispielsweise mit den Geschädigten
H18._ (Privatkläger 59) und H17._ (Privatkläger 18) hingewiesen habe
(a.a.O. S. 9 f.).
2. Die Verteidigung beantragte in ihrer Berufungsantwort zusammengefasst,
die Berufungen der Verfahrensbeteiligten 4-6 seien gutzuheissen. Der Beschul-
digte betrachte die Verfahrensbeteiligten 4-6 als von ihm Geschädigte. Er habe
von ihnen Vermögenswerte von mehreren Millionen erhalten, habe einen grossen
Teil zurückgeführt, doch sei sicherlich noch ein siebenstelliger Betrag offen.
Der Beschuldigte bleibe dabei, dass er die Familie B._C._D._
als Einheit wahrgenommen habe, wobei der Verfahrensbeteiligte 5, C._, sein
Ansprechpartner gewesen sei. Zu den genauen Hintergründen der erhaltenen
Vermögenswerte wolle er aus den auch bei anderen Geschädigten genannten
Gründen (mögliche Steuerprobleme etc.) nichts sagen. Es wäre an den Verfah-
rensbeteiligten 4-6 selber gewesen, sich bei der Staatsanwaltschaft zu melden
und Vorwürfe gegen ihn oder allenfalls andere Personen vorzubringen. Aus
Gründen, welche er nicht zu vertreten habe, seien allfällige Vorwürfe bewusst
nicht in den Anklagesachverhalt aufgenommen worden, was ihm nicht zum Nach-
teil gereichen dürfe. Durch die Festsetzung der Ersatzforderungen durch die Vo-
rinstanz laufe er im Falle der Abweisung der Berufung aber Gefahr, für bereits an
- 30 -
die Verfahrensbeteiligten 4-6 bezahlte Beträge von diesen nochmals in Anspruch
genommen zu werden.
Die dem Beschuldigten von den Verfahrensbeteiligten 4-6 übergebenen
Vermögenswerte seien als Gegenleistungen im Sinne von Art. 70 Abs. 2 StGB zu
betrachten. Es sei entgegen den Erwägungen der Vorinstanz keineswegs rechts-
genügend erstellt, dass es sich bei den dem Beschuldigten unter anderem vom
Verfahrensbeteiligten 5, C._, übergebenen Vermögenswerten, und dabei den
Zero-Bonds der AE._ International, um solche Papiere gehandelt habe, wel-
che zweifelsfrei mit den behaupteten strafbaren Handlungen gemäss Urteil des
Landgerichtes Wien gegen C._ vom 27. März 2007 "strafrechtlich" in Zu-
sammenhang zu bringen seien. Aus dem Urteil gehe vielmehr hervor, dass die
Vorwürfe gegenüber dem Verfahrensbeteiligten 5, C._, nichts mit dem Er-
werb der Papiere zu tun gehabt hätten, sondern mit dem seinerseits offenbar zu
Unrecht erreichten Einsparen von Kapitalertragssteuern. Aus diesem Grund habe
der Beschuldigte, als er entsprechende Wertpapiere vom Verfahrensbeteiligten 5,
C._, entgegengenommen habe, und auch die Verteidigung, als sie namens
des Beschuldigten zur Rückführung der Werte die Pensionskassen-Gelder des
Beschuldigten an den Verfahrensbeteiligten 5 gezahlt habe, davon ausgehen dür-
fen, dass die dem Beschuldigten übergebenen Zero-Bonds vom Verfahrensbetei-
ligten 5 weder widerrechtlich noch gar betrügerisch erlangt worden seien.
Bei allen Zahlungen des Beschuldigten an die Verfahrensbeteiligten 4-6
– seien es Zahlungen durch den Beschuldigen selbst oder von Konti seiner Fir-
men oder Beauftragen – habe es sich um Rückzahlungen gehandelt, wobei die
Verfahrensbeteiligten 4-6 nichts um die behauptete deliktische Herkunft der Ver-
mögenswerte gewusst hätten.
Darüber hinaus sei die deliktische Herkunft der Gelder, die an die Verfah-
rensbeteiligte 4-6 geleistet wurden, nicht erstellt. Die Vorinstanz anerkenne dies,
soweit Zahlungen an die Verfahrensbeteiligten 4-6 zu Lasten von Konti bei der
AF._ Bank Singapur erfolgt seien. Zu Unrecht verkürzt und falsch sei aber
die Betrachtungsweise und Beurteilung der Vorinstanz, wenn sie die deliktische
Herkunft der Rückzahlungen zulasten der Konti der L._ Investment AG bei
- 31 -
der M._ AG als erstellt erachte. Eine genaue Durchsicht der Geldflusstabelle
zeige nämlich, dass 2,6 Mio. USD und 0,2 Mio. CHF von der AF._ in Singa-
pur aus Wertschriftenerlösen auf Konti der L._ Investment AG bei der
M._ AG geflossen seien. Es sei damit erstellt, dass der Beschuldigte vor den
Zahlungen an die Verfahrensbeteiligten 4-6 seine Konti bei der M._ aus den
Wertschriftenverkäufen der Verfahrensbeteiligten 4-6 geäufnet habe und dies in
einem Umfang, der die Auszahlungen ab den Konti der L._ Investment AG
um ein Vielfaches übersteige. Damit müsse davon ausgegangen werden, dass
die Zahlungen sowohl der Anwaltskanzlei Z1a._ als auch seitens von
Rechtsanwalt Dr. Z1._ letztlich aus dem Verkaufserlös eigener Vermögens-
werte nicht deliktischer Herkunft stammen würden. Dass dabei "ihre" Gelder mit
solchen allenfalls deliktischen Ursprungs vermischt worden seien, dürfe den Ver-
fahrensbeteiligten 4-6 nicht zum Nachteil gereichen.
Insgesamt gebe es deshalb keine Grundlage für eine Ersatzforderung
(Urk. 392 S. 2 ff.).
3. Art. 70 StGB regelt die Einziehung deliktisch erlangter Vermögensvorteile,
welche wiederum die Grundlage für das Aussprechen einer Ersatzforderung dar-
stellt (Niklaus Schmid, Kommentar Einziehung, Organisiertes Verbrechen, Geld-
wäscherei, Band I, 2. Aufl., Zürich 2007, Art. 70-72 N 9 f. und N 99). Sind die Vor-
aussetzungen der Vermögenseinziehung nach Art. 70 Abs. 1 StGB erfüllt, so ist
diese grundsätzlich zwingend anzuordnen (Niklaus Schmid, a.a.O., Art. 70-72
N 11). Dieser Grundsatz erfährt einerseits im letzten Satzteil von Art. 70
Abs. 1 StGB eine Einschränkung, in welchem der Vorrang von Rückgabe- bzw.
Entschädigungsansprüchen der Geschädigten verankert ist. Eine Einziehung darf
mithin nur verfügt werden, sofern die Vermögenswerte nicht dem Verletzten zur
Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes ausgehändigt werden. Anderer-
seits regelt Art. 70 Abs. 2 StGB, dass die Einziehung ausgeschlossen ist, wenn
ein Dritter die Vermögenswerte in Unkenntnis der Einziehungsgründe erworben
hat und soweit er für sie eine gleichwertige Gegenleistung erbracht hat oder die
Einziehung ihm gegenüber sonst eine unverhältnismässige Härte darstellen wür-
de (Niklaus Schmid, a.a.O., Art. 70-72 N 66 ff. und N 77 ff.). Sind die der Einzie-
- 32 -
hung unterliegenden Vermögenswerte nicht mehr vorhanden, so erkennt das Ge-
richt auf eine Ersatzforderung des Staates in gleicher Höhe, gegenüber einem
Dritten jedoch nur, soweit dies nicht nach Art. 70 Abs. 2 StGB ausgeschlossen ist
(Art. 71 Abs. 1 StGB).
4. Die Verfahrensbeteiligten 4-6 wurden im erstinstanzlichen Verfahren nicht
als Privatkläger zugelassen (Urk. 307 S. 21 und S. 50 f.) und können im Beru-
fungsverfahren nicht mehr beantragen, als Privatkläger aufgenommen zu werden,
da sie ihre Berufung entsprechend beschränkt haben (Urk. 331 S. 2). Sie können
sich damit nicht auf Restitutionsansprüche gemäss Art. 70 Abs. 1 StGB berufen.
Der Vollständigkeit halber ist Folgendes zu ergänzen: Thema der von der
Staatsanwaltschaft aufgrund der Selbstanzeige des Beschuldigten geführten
Strafuntersuchung war die Veruntreuung von Geldern zum Nachteil von
Versicherungs- und Bankkunden, zu denen der Beschuldigte eine von
persönlichem Vertrauen geprägte Kundenbeziehung unterhielt.
Die Verfahrensbeteiligten 4-6 behaupteten selbst nicht, Versicherungs- oder
Bankkunden des Beschuldigten gewesen zu sein, geschweige denn eine vertrau-
ensvolle Kundenbeziehung zu ihm gehabt zu haben. Im Gegenteil seien alle
Transaktionen bzw. Rechtshandlungen über verschiedene Vertreter und Rechts-
berater des Beschuldigten abgewickelt worden und hätten sie den Beschuldigten
lange Zeit nicht einmal kennengelernt (vgl. Urk. 378 S. 6 und S. 17).
Trotzdem gab der Verfahrensbeteiligte 6, D._, in der Untersuchung die
schriftliche Erklärung ab, sich als Privatkläger konstituieren zu wollen (Urk. 12/2,
Urk. 12/4 und Urk. 12/7). Er brachte vor, er habe dem Beschuldigten Wertpapiere
im Wert von Fr. 480'000.– als Mietzinskaution übergeben, die der Beschuldigte
nicht auf einem Depot hinterlegt habe, weshalb er durch den Beschuldigten ge-
schädigt worden sei (Urk. 12/4). In der Folge wurde der Verfahrensbeteiligte 6 von
der Staatsanwaltschaft als Auskunftsperson bzw. Privatkläger einvernommen
(Urk. 5/7). Er verweigerte anlässlich dieser Einvernahme die Aussage und gab
insbesondere keine Auskunft über die ihm vorgehaltenen bisherigen Ermittlungs-
ergebnisse (diverse Geldflüsse vom Beschuldigten an die Familie
- 33 -
B._C._D._). Er wollte sich auch nicht zum zwischen ihm und dem
Beschuldigten abgeschlossenen Mietvertrag, einer allfälligen Gegenleistung dafür
und dem Mietzinsdepot äussern, welches er dem Beschuldigten in Form von
Wertpapieren übergeben haben will, dessen Übergabe vom Beschuldigten jedoch
in Abrede gestellt wurde (a.a.O S. 10 ff.). Die Staatsanwaltschaft informierte den
Verfahrensbeteiligten 6 anlässlich seiner Einvernahme, dass davon ausgegangen
werden müsse, dass er vom Beschuldigten Leistungen bezogen habe, ohne dass
er eine Gegenleistung erbracht habe, weshalb man bei ihm zur Sicherung der Er-
satzforderung eine Hausdurchsuchung durchführen werde (a.a.O. S. 13). Im wei-
teren Verlauf der Untersuchung wurde der Verfahrensbeteiligte 6 von der Staats-
anwaltschaft sodann in seiner Eigenschaft als Einziehungsbetroffener als Aus-
kunftsperson einvernommen, wobei er auch in dieser Einvernahme grösstenteils
die Aussage verweigerte (Urk. 5/18).
Die Verfahrensbeteiligten 4 und 5, B._ und C._, waren während
der Untersuchung unbekannten Aufenthaltes (vgl. Urk. 12/1 S. 4 und Urk. 2/11
S. 61 und S. 87 f.) und konnten von der Staatsanwaltschaft nicht kontaktiert wer-
den. Der Verfahrensbeteiligte 6, D._, machte der Staatsanwaltschaft gegen-
über keine Angaben zum Aufenthaltsort seiner Eltern (Urk. 5/7 S. 2 und S. 15).
Nach Abschluss der Untersuchung erhob die Staatsanwaltschaft am 1. Juli
2016 Anklage gegen den Beschuldigten, wobei sie beantragte, den Verfahrensbe-
teiligten 4-6 Ersatzforderungen aufzuerlegen, da der Beschuldigte Kundengelder
unter anderem für diverse Zahlungen an die Familie B._C._D._
verwendet habe, anstatt sie sicher aufzubewahren oder anzulegen (Urk. 24 S. 5
[lit. A, Ziff. 8] und S. 13). Die Vorinstanz hielt deshalb zu Recht fest, dass die von
der Familie B._C._D._ geltend gemachte Schädigung durch den
Beschuldigten nicht Gegenstand der Anklage vom 1. Juli 2016 sei, die Mitglieder
der besagten Familie deshalb nicht Geschädigte, jedoch von staatsanwaltschaftli-
chen Ersatzforderungsanträgen betroffen und deshalb als andere Verfahrensbe-
teiligte zu bezeichnen seien (Urk. 307 S. 50).
Auch vor diesem Hintergrund muss es bei der Feststellung der Vorinstanz,
dass die Verfahrensbeteiligten 4-6 durch das anklagegegenständliche Verhalten
- 34 -
des Beschuldigten nicht geschädigt wurden, sein Bewenden haben. Dass der Be-
schuldigte die Geschädigtenstellung der Verfahrensbeteiligten 4-6 anerkennt
(Urk. 392 S. 4), vermag daran nichts zu ändern. Soweit der Vertreter der Verfah-
rensbeteiligten 4-6 unter Hinweis auf deren Geschädigtenstellung geltend macht,
dass diesen nach Art. 70 Abs. 1 StGB keine Ersatzforderungen hätten auferlegt
werden dürfen (Urk. 378 S. 3 ff.), ist dies demnach nicht zu hören. Ebenso wenig
verfängt der Einwand der Ungleichbehandlung mit anderen Geschädigten
(Urk. 378 S. 9 f.).
5. Gegenstand der Anklage vom 1. Juli 2016 sind Zahlungen des Beschul-
digten an die Familie B._C._D._ (Urk. 24 S. 5 [lit. A, Ziff. 8]). Dass
solche geleistet wurden, ist unbestritten (vgl. Urk. 307 S. 154). Zu prüfen bleibt,
ob diesbezüglich die Einziehungsvoraussetzungen nach Art. 70 Abs. 1 StGB (De-
liktsverstrickung der Gelder) erfüllt sind und kein Ausschlussgrund nach Art. 70
Abs. 2 StGB (gleichwertige Gegenleistung des Dritterwerbers) gegeben ist.
6.1 Vorab ist festzuhalten, dass die Verfahrensbeteiligten 4-6 insofern als
Einheit zu betrachten sind, als dass die Zahlungen des Beschuldigten nicht direkt
an einzelne Mitglieder der Familie B._C._D._ flossen, sondern auf
Konti von verschiedenen Rechtsanwälten bzw. Kanzleien erfolgten, welche den
Verfahrensbeteiligten 4-6 zuzuordnen waren. Erst die Anwälte bzw. Kanzleien
führten hernach – teilweise auf schriftliche Anweisung der Verfahrensbeteiligten 4,
B._ –Zahlungen zugunsten der einzelnen Verfahrensbeteiligten aus (vgl.
Urk. 2/8 S. 24 ff. und Urk. 2/8/83 ff.). Der Vertreter der Verfahrensbeteiligten 4-6
stellte sich vor Vorinstanz denn auch selbst auf den Standpunkt, dass die Familie
B._C._D._ während des ganzen Verfahrens zu Recht als Einheit
angesehen worden sei. Die Verfahrensbeteiligen 4-6 würden sich selbst als Ein-
heit betrachten (Urk. 270 S. 7 und S. 15). Wenn sich der Vertreter der Verfah-
rensbeteiligten 4-6 im Berufungsverfahren auf den gegenteiligen Standpunkt stellt
und geltend macht, die Vorinstanz habe zu Unrecht nicht zwischen den einzelnen
Verfahrensbeteiligten differenziert (Urk. 378 S. 19), so ist dies nicht zu hören.
Dies zumal der Vertreter der Verfahrensbeteiligten 4-6 in der Berufungsbegrün-
dung selber nicht unterscheidet, welcher Verfahrensbeteiligte welche Überwei-
- 35 -
sungen getätigt haben soll, sondern von den Verfahrensbeteiligten 4-6 spricht,
welche bei Rechtsanwalt Dr. Z1._ Vermögenswerte hinterlegt hätten
(Urk. 378 S. 16).
6.2 Wie die Vorinstanz zutreffend erwog, sind die vom Beschuldigten ge-
mäss Schlussbericht der Kantonspolizei Zürich über die Vermögenseinziehung
vom 19. Februar 2016 (Urk. 2/11 S. 85 ff.) an die Verfahrensbeteiligten 4-6 geleis-
teten Zahlungen mit Blick auf eine allfällige Ersatzforderung nur insoweit relevant,
als diese nachweislich aus deliktisch erlangten Mitteln, mithin aus den vom Be-
schuldigten veruntreuten Kundengeldern, finanziert wurden (Urk. 307 S. 277).
Um die deliktische Herkunft der Gelder zu beurteilen, hat die Vorinstanz ge-
prüft, von welchen Konti des Beschuldigten Zahlungen an die Verfahrensbeteilig-
ten 4-6 flossen und was für Gelder sich auf diesen Konti befanden. Sie hatte da-
bei Zahlungen zu beurteilen, welche zwischen 2009 und 2011 von dem Beschul-
digten zuzurechnenden Bankkonti an Anwaltskanzleien in Zürich erfolgten, wel-
che die Gelder in der Folge an die anderen Verfahrensbeteiligten 4-6 weitergelei-
tet haben (Urk. 307 S. 279 ff.).
6.2.1 Die Vorinstanz erwog, dass die an die Anwaltskanzlei Z1a._ zu-
handen der Verfahrensbeteiligten 4-6 erbrachten Zahlungen, soweit sie von Konti
der L._ Investments AG bei der M._ in Zürich stammten, deliktischer
Herkunft seien, da der Beschuldigte die veruntreuten Gelder im fraglichen Zeit-
raum von diesen Konti abdisponiert habe. Soweit bei den Zahlungen an die Ver-
fahrensbeteiligten 4-6 Konti bei der AF._ Bank Singapur belastet worden
seien, fehle es jedoch am Nachweis der Deliktsverstrickung (a.a.O. S. 279 f.).
Anhand der Kontobelege lassen sich die von der Vorinstanz errechneten
Zahlungen ab den Konti der L._ Investments AG bei der M._ in Zürich
an die Anwaltskanzlei Z1a._ von (teilweise umgerechnet) rund Fr. 650'000.–
nachweisen. Die Zahlungen erfolgten in der Zeit vom 8. April 2009 bis zum
20. Mai 2009 (Urk. 5/7/1 Nr. 12A bis Nr. 18, vgl. auch Urk. 2/8 S. 24 f.). Dass die
Konti der L._ Investments AG bei der M._ AG aus Kundengeldern ge-
spiesen wurden, welche der Beschuldigte veruntreut hat, wurde vom Beschuldig-
- 36 -
ten eingestanden (Urk. 24 S. 5 [lit. A, Ziff. 4 und Ziff. 10], Urk. 307 S. 154) und ist
darüber hinaus durch die Geldfluss-Tabelle vom 21. Januar 2014 (Urk. 2/8/109)
belegt. Aus dieser ergibt sich, dass die folgenden Geschädigten bzw. Privatkläger
bis Anfang 2009 die angeführten Beträge auf die Konti der L._ Investments
AG bei der M._ AG einbezahlt haben, wobei anzumerken ist, dass die Beträ-
ge teilweise umgerechnet (unter Verwendung des Währungsrechners
www.oanda.com), teilweise gerundet und teilweise auf den von der Vorinstanz er-
stellten Deliktsbetrag (vgl. Urk. 307 S. 72 ff.) reduziert wurden:
Geschädigte/Privatkläger Einzahlungen (in CHF) Geldfluss-Tabelle
H77._ 66'049
4'327
S. 42
H78._ 77'520
77'417
85'000
35'313
35'506
36'246
2'990
3'000
3'030
S. 36: EUR 50'000
S. 42: EUR 50'000
S. 46 f.
H17._ 155'000 S. 40: EUR 100'000
Familie H79._ 64'910 S. 33: EUR 42'475
H80._ 54'246
25'737
S. 33, 64
- 37 -
464
42'205
H22._ (geb. ...) 70'164
79'600
S. 47
S. 56: EUR 47'512
H26._ 2'685
2'685
42'982
67'816
52'378
S. 49, 56
H27._ 850'000
60'000
977
S. 62, 64
H81._ 386'000 S. 33, 47 reduziert auf
EUR 250'000 (vgl. Urk. 307
S. 113 f.)
H34._ 105'080 S. 47
H23._ 34'608
57'681
S. 48
H82._ und H83._ 100'000 S. 36
H42._ 40'000
50'528
14'747
S. 44
- 38 -
Familie H40._ 3'139
48'652
S. 52
H49._ 34'647 S. 60
H50._ 60'800 S. 38: EUR 39'090
H47._ und H48._ 74'269
84'323
S. 36
H55._ 60'923 S. 39: EUR 39'197
H56._ 55'847
1'086
S. 45
H57._ 54'985
1'962
S. 45
H58._ 54'830
1'524
S. 45
H59._ 61'122
77'863
S. 63: EUR 37'939
H61._ 238'194
41'009
S. 38
S. 60: EUR 25'778
Total 3'742'066
Bevor die Zahlungen im Betrag von rund Fr. 650'000.– ab den Konti der
L._ Investments AG bei der M._ an die Anwaltskanzlei Z1a._ getä-
tigt wurden, flossen somit Kundengelder von insgesamt über 3,7 Millionen Fran-
ken auf diese Konti, bezüglich welcher im vorliegenden Strafverfahren erstellt
- 39 -
wurde, dass sie vom Beschuldigten veruntreut wurden. Daneben fanden zahlrei-
che weitere Einzahlungen auf diese Konti statt, bei denen kein Zusammenhang
mit dem vorliegenden Strafverfahren erstellt werden kann. Die deliktischen Gelder
wurden mithin mit nicht deliktischen vermischt. Bei der Vermischung, beim Ein-
zahlen bzw. Abheben von Konti sowie beim Umwechseln von Geld, ist davon
auszugehen, dass der ursprünglich einziehbare Vermögenswert erhalten bleibt
(unechtes Surrogat). Der deliktische Mittelzufluss kann demnach nach wie vor
eingezogen werden, wenn auch nicht der gesamte, gleichsam kontaminierte Ver-
mögenswert. In solchen Fällen hat eine anteilsmässige Einziehung zu erfolgen,
also nach den Anteilen von deliktischer bzw. legaler Herkunft am bisherigen Kon-
tostand. Erforderlich ist jedoch, dass zwischen dem ursprünglich einzuziehenden
Vermögenswert (Originalwert) und dem unechten Surrogat eine Papierspur ("pa-
per trail") beweismässig offengelegt werden kann. Zu beachten ist ferner, dass die
direkte Einziehbarkeit entfällt, wenn auf dem betreffenden Konto der deliktische
Anteil einmal vollständig aufgebraucht wurde und das Konto hernach mit nicht de-
liktischen Zuflüssen wieder aufgefüllt wird (Niklaus Schmid, a.a.O., Art. 70-72
N 50 und N 64).
Nebst den von der Verteidigung erwähnten Einzahlungen der AF._
Bank Singapur auf die Konti der L._ Investments AG bei der M._ von
1,5 Millionen USD (Urk. 2/8/109 S. 49 f. und S. 57) und Fr. 200'000.– (a.a.O.
S. 59 und S. 66) lassen sich in der Zeit vor der ersten relevanten Zahlung an die
Anwaltskanzlei Z1a._ am 8. April 2009 in der Geldfluss-Tabelle diverse Ein-
zahlungen auf die Konti der L._ Investments AG bei der M._ verzeich-
nen, die zwar mehr als auffällig erscheinen, bei denen sich jedoch kein Deliktszu-
sammenhang erstellen lässt (vgl. Urk. 2/8/109 S. 32-67). Diese werden in der fol-
genden Tabelle dargestellt, wobei Fremdwährungen unter Verwendung des Wäh-
rungsrechners www.oanda.com umgerechnet wurden. Zu erwähnen ist, dass
Kontoüberträge, bei welchen eines der M._ Konti der L._ Investments
AG belastet und ein anderes M._ Konto der L._ Investments AG eine
entsprechende Gutschrift erhielt, nicht aufgeführt werden, da diese das Verhältnis
zwischen legalen und illegalen Mitteln nicht zu beeinflussen vermögen. Nur wo
sich der Geldfluss-Tabelle nicht entnehmen lässt, woher der Übertrag stammt
- 40 -
bzw. unklar ist, ob dieser von einem der M._ Konti der L._ Investments
AG kommt, wird die Gutschrift zugunsten der Verfahrensbeteiligten 4-6 dem Anteil
der legalen Mittel angerechnet.
Herkunft Einzahlungen (in CHF) Geldfluss-Tabelle
H84._ 4'901
8'888
4'913
8'108
4'626
8'901
4'935
8'915
4'995
8'636
10'505
16'962
10'117
14'170
18'744
S. 32: EUR 3'188
USD 6'986
S. 35: EUR 3'200
USD 7'000
S. 37: EUR 3'200
USD 7'000
S. 41: EUR 3'200
USD 7'000
S. 45: EUR 3'200
USD 7'000
S. 52: EUR 6'400
USD 14'000
S. 60: EUR 6'400
USD 14'000
S. 65: EUR 12'122
H76._: H85._ 269'429 S. 32
H76._: H86._ 110'208 S. 32
H76._: H87._ (se- 59'165 S. 33
- 41 -
lig)
H88._ 65'000
100'000
S. 33
S. 43
E._, Bank T._ 450'000 S. 33
H76._: H90._ 24'841 S. 33
H76._: H91._ 111'696 S. 34: USD 73'171
H76._: H92._ 155'558 S. 34
H76._, div. 118'538
2'926
63'416
1'611
49'128
8'590
64'689
14
53'538
449
58'041
182
22'690
401
S. 34: EUR 78'279
S. 38
S. 44
S. 60
S. 61
S. 64
- 42 -
39'010
11'260
144'277
S. 66
H93._ SPA 250'734 S. 34: USD 217'500
H76._: H94._ 17'804 S. 35
H95._ u/o H96._ 250'000
30'000
S. 35
S. 45
I._-... [Ort] 100'000 S. 35
H42._ u/o H97._ 145'415 S. 37
H76._: H98._ 27'050 S. 37
H99._, AG._
[Bank]
317'275 S. 37: USD 250'000
H100._, I._
[Bank| ... [Ort]
154'250
1'086
62'306
S. 37: EUR 100'000
S. 44: EUR 40'000
H76._: H101._ 16'989 S. 38
H76._: H102._ 17'051 S. 38
H76._: H103._ 65'221 S. 38
H76._: H104._ 61'004 S. 38: EUR 39'221
H76._: H105._ 61'152 S. 38: EUR 39'316
M._ Zürich 208'618 S. 39: EUR 134'662
- 43 -
H76._: H106._ 92'943 S. 39
H107._ 265'437
265'455
S. 39: EUR 171'150
EUR 171'250
H76._: H108._ 156'899 S. 39
H76._: H109._ 100'676 S. 39
H110._, O._KB 2'944
19'354
S. 39
H111._ [Versiche-
rung]: H110._
228'861 S. 40
H76._: H112._ 114'364
97'083
S. 40
USD 75'616
H76._: H113._ 75'490 S. 40
H76._: H114._ 201'680 S. 41: EUR 129'427
H76._: H115._ 31'338 S. 41
H76._: H116._ 40'165
98'927
S. 41
H76._: H117._ 9'233
10'583
10'981
11'737
16'394
S. 42
- 44 -
L._ Financial Consul-
ting GmbH, AH._ Bank
... [Ort in Deutschland]
108'285 S. 42: EUR 69'890
H76._: H118._ 101'943 S. 42
H76._: H119._ 78'521 S. 42
H76._: H120._ 11'024 S. 43
H76._: H121._ 11'781 S. 43
H76._: H122._ 96'789 S. 43
H76._: H123._ 3'166 S. 43
H76._: H124._ 36'521 S. 43
H76._: H125._ 54'344 S. 43
H76._: H126._ 13'432 S. 43
H76._: H127._ 70'996 S. 44: EUR 45'498
H76._: H128._ 67'595 S. 44
H129._ GmbH 510'904 S. 45: EUR 326'283
H76._: H130._ 45'037 S. 45
H76._: ... 64'586 S. 45
M._ ... [Ort] 15'000 S. 45
M._ W._ 15'000 S. 46
M._ Zürich-... 15'000 S. 46
M._ Zürich-... 50'000 S. 46
H76._: H88._ 34'095 S. 46
- 45 -
6 S. 47
M._ Zürich-... 11'262 S. 47: EUR 7'092
H76._: H100._ 29'460
34'843
63'295
S. 48
E._, M._ 200'000
100'000
30'000
S. 48
S. 49
H131._ 72'582 S. 49: EUR 45'000
H132._ Ltd, AF._
Bank Singapore
623'530 S. 49: USD 500'000
H133._ 6'948 S. 50: EUR 4'297
H110._ und
H134._.
31'143 S. 50: USD 25'000
H76._: H135._ 96'916 S. 50
L._ Investments AG,
AF._ Bank Singapore
623'030
575'470
150'000
S. 50: USD 500'000
S. 57: USD 500'000
S. 59
H136._ 130'132 S. 51: EUR 80'000
L._ Investments AG 366'321
365'550
362'403
S. 51: USD 300'000
USD 300'000
S. 52: USD 300'000
- 46 -
617'290
361'290
302'555
590'720
281'415
109'146
163'088
105'513
100'000
S. 53: USD 500'000
S. 54: USD 300'000
S. 55: USD 250'000
S. 56: USD 500'000
S. 58: USD 250'000
S. 58: USD 100'000
S. 59: USD 150'000
S. 61: USD 100'000
S. 67
M._ ... [Ort] 1'000 S. 52
H76._: H137._ 39'926
29'319
S. 54
S. 60
H76._: H138._. 18
2'431
28'206
S. 54
H76._: H139._ 12
1'655
28'828
S. 54
H140._ Lebensversi-
cherung: H141._
170'211 S. 55: EUR 102'285
H142._ [Versiche-
rung]: H143._
39'407 S. 55
- 47 -
H76._: H144._ 35'364 S. 57
F._ Consulting AG 31'508 S. 59: EUR 20'000
M._ Zürich ... 15'388 S. 59: EUR 9'900
H76._: ... [Initialen] 197
812
832
17'767
17'815
S. 60
H76._: H145._ 3'671 S. 61
H76._: H147._ 182
760
20'740
S. 61
H148._ AG 10'000 S. 61
H149._ Ltd 160'604
163'175
S. 62: EUR 99'950
EUR 99950
H150._ Anstalt,
AI._ [Bank] Vaduz
100'000 S. 62
H151._ 175'000
30'000
S. 62
S. 64
H76._: H152._ 35'261 S. 63
H76._: H153._ 142'550 S. 63
- 48 -
133'969 EUR 83'912
H76._: H154._ 46'598 S. 64
H76._: H155._ 2'605
41'861
S. 64
H76._: H156._ 5'552
67'346
S. 64
H157._ Ltd, AF._
Bank Singapore
50'000 S. 66
H76._: H158._ 9'963
18'897
S. 66
H76._: H159._ 9'963
18'897
S. 66
Generalagentur E._ 25'785 S. 67
H160._ AG [Versiche-
rung]
50'000
100'000
S. 67
I._ Life (Bermuda) Ltd 1'458'940
208'280
S. 67: EUR 956'848
USD 184'237
Total 17'218'694
Die Summe dieser "legalen" Einzahlungen im Betrag von Fr. 17'218'694.– ist
dem deliktischen Betrag von Fr. 3'742'066.– gegenüberzustellen, um eine anteils-
mässige Einziehung zu berechnen.
- 49 -
Zwar ist nicht unberücksichtigt zu lassen, dass die Konti der L._ In-
vestments AG bei der M._ im relevanten Zeitraum auch regelmässig belastet
wurden. Insbesondere verwendete der Beschuldigte die ihm von Geschädigten
anvertrauten Vermögenswerte im Sinne eines Schneeballsystems, um Rückzah-
lungen zu Gunsten anderer Geschädigter zu erbringen. Diese Belastungen sind
jedoch nicht vom deliktischen Anteil der Gelder in Abzug zu bringen, da sich die
Gutschriften, welche der Beschuldigte illegal verwendete und diejenigen, deren
Deliktsbezug nicht nachgewiesen werden kann, mit den Belastungen auf den
Konti abwechseln, so dass nicht (nur) die deliktischen Gelder aufgebraucht wur-
den. Bei dieser Konstellation ist vielmehr davon auszugehen, dass der Beschul-
digte, wenn er Zahlungen vornahm oder Barbezüge tätigte, hierzu Gelder ge-
brauchte, welche sich im gleichen Verhältnis, wie die Einnahmen aus deliktischen
und legalen Mitteln zusammensetzten.
Die Zahlungen an die Anwaltskanzlei Z1a._ bestanden damit zu rund
17% (Fr. 3'742'066.– : Fr. 20'960'760.– [Fr. 3'742'066.– + Fr. 17'218'694.–]) aus
deliktischen Geldern, weshalb die von der Vorinstanz unter diesem Titel für die
Bemessung der Ersatzforderung berechneten Beträge (Urk. 307 S. 280) auf die
folgenden Beträge herabzusetzen sind:
Fr. 22'100.– betreffend den Verfahrensbeteiligten 6, D._
Fr. 82'875.– betreffend die Verfahrensbeteiligte 4, B._
Fr. 5'525.– betreffend den Verfahrensbeteiligten 5, C._.
6.2.2 In Bezug auf die am 3. Februar 2010 erfolgte Zahlung der AJ._
AG an Rechtsanwalt Dr. iur. Z1._ im Betrag von Fr. 200'000.– ist vorab an-
zumerken, dass diese den Anklagesachverhalt in der von der Staatsanwaltschaft
erhobene Nachtragsanklage vom 20. März 2017 (Urk. 219/14 = Urk. 201) be-
schlägt. Letztere wurde von der Staatsanwaltschaft nach einem Hinweis der Ver-
fahrensleitung der Vorinstanz wegen einer unbehandelten Strafanzeige nachge-
reicht. In ihr wurde dem Beschuldigten als damals einzigem Verwaltungsrat der
AJ._ AG ungetreue Geschäftsbesorgung im Zusammenhang mit der Ver-
- 50 -
wendung des Erlöses aus einem Grundstückverkauf vorgeworfen. Der Beschul-
digte soll unter anderem ab dem Konto der Geschädigten bei der AK._ Kan-
tonalbank Fr. 200'000.– an Rechtsanwalt Dr. Z1._ überwiesen haben.
Die Vorinstanz erwog, dass der Sachverhalt der Nachtragsanklage aufgrund
des Geständnisses des Beschuldigten, welches sich mit dem Untersuchungser-
gebnis decke, erstellt sei (Urk. 307 S. 163) und dass dieser unter den Tatbestand
der ungetreuen Geschäftsführung zu subsumieren sei (a.a.O. S. 178 ff.). Damit
habe der Beschuldigte das Geld, welches er an Dr. Z1._ überwiesen habe,
deliktisch erlangt (Urk. 307 S. 280). Dem ist beizupflichten. Die Zahlung des Be-
schuldigten an Dr. Z1._ ist belegt (Urk. 129/9/20 und Urk. 2/8/109 S. 76). Al-
lerdings fehlt es am direkten Nachweis (paper trail), dass die Fr. 200'000.– da-
nach an die Verfahrensbeteiligte 4, B._, geflossen sind, was der Vertreter der
Verfahrensbeteiligten 4-6 zu Recht moniert (Urk. 378 S. 20).
Aktenkundig ist, dass Dr. Z1._ der Verfahrensbeteiligten 4 ab dem 10. Juni
2010 in verschiedenen Teilbeträgen insgesamt Fr. 570'000.– überwiesen hat
(Urk. 5/7/6, vgl. auch Urk. 2/8 S. 26). Offen bleibt dahingegen, ob die
Fr. 200'000.– für diese Überweisungen verwendet wurden. Es liegt weder eine
betragsmässig übereinstimmende Überweisung noch ein enger zeitlicher Konnex
vor. Zwischen der Zahlung an Dr. Z1._ und den Überweisungen an die Ver-
fahrensbeteiligte 4 liegen über vier Monate. Zwar ist in Übereinstimmung mit der
Vorinstanz (Urk. 307 S. 280 f.) festzuhalten, dass es aufgrund der Aussagen des
Beschuldigten, wonach das Geld verwendet worden sei, um einen anderen Ge-
schädigten, vermutlich den Verfahrensbeteiligten 5, C._, zu bezahlen, nahe-
liegt, dass der Beschuldigte Rechtsanwalt Dr. Z1._ die Fr. 200'000.– zuhan-
den der Familie B._C._D._ überwiesen hat (vgl. Urk. 129/ 5 S. 4
und Urk. 392 S. 5). Doch lässt sich der Geldfluss-Tabelle entnehmen, dass der
Beschuldigte auch in anderem Zusammenhang Geld an Dr. Z1._ überwiesen
hat (vgl. 2/8/109 S. 76S. 66 ff.; Betreff: Vertrag mit "AL._ Shanghai"). Damit
kann nicht ausgeschlossen werden, dass Dr. Z1._ im Auftrag des Beschul-
digten Überweisungen an andere Geschäftspartner des Beschuldigten tätigte
bzw. dass die Zahlung von Fr. 200'000.– nicht auf ein Konto der Verfahrensbetei-
ligten 4 überwiesen wurde. Vor diesem Hintergrund genügt die vom Beschuldig-
- 51 -
ten geäusserte Vermutung den Beweisanforderungen in einem Einziehungsver-
fahren nicht. Der Betrag von Fr. 200'000.– ist damit nicht zur Bemessung der Er-
satzforderung gegen die Verfahrensbeteiligte 4, B._, heranzuziehen.
6.2.3 Die Vorinstanz erhöhte den zur Bemessung der Ersatzforderung ge-
genüber dem Verfahrensbeteiligten 6, D._, massgebenden Betrag unter dem
Titel "Wohnrecht AD._" um Fr. 25'000.–. Sie begründete dies damit, dass
sich der Beschuldigte im Jahre 2007 für 1,1 Millionen Franken eine 3 1⁄2 Zimmer-
Wohnung in AD._ gekauft habe, welche er durch Hypothekardarlehen und
Eigenkapital im Betrag von Fr. 200'000.– (18% des Kaufpreises) finanziert habe.
Das Eigenkapital sei deliktischer Herkunft, stamme es doch von den M._-
Konti der L._ Investments AG. Mit Mietvertrag vom 12. Oktober 2010 habe
der Beschuldigte dem Verfahrensbeteiligten 6 besagte Wohnung per 1. November
2010 auf eine feste Mietdauer von 20 Jahren zu einem jährlichen Mietzins von
Fr. 24'000.– vermietet (Urk. 5/7/12). Aufgrund der Aussagen des Beschuldigten,
welche sich mit dem Wortlaut des Mietvertrages und dem übrigen Untersu-
chungsergebnis decken würden, sei jedoch erstellt, dass der Beschuldigte vom
Verfahrensbeteiligten 6 nie Wertpapiere oder Geld erhalten habe. Der Mietzins
bzw. die Sicherheit für den Mietzins sei vielmehr mit einer alten Forderung des
Verfahrensbeteiligten 5, C._, gegenüber dem Beschuldigten in der Höhe von
mehreren Millionen verrechnet worden. Den einziehbaren (da aus deliktischen
Mitteln stammenden) Vermögensvorteil, welchen der Verfahrensbeteiligte 6
dadurch erfahren habe, bezifferte die Vorinstanz auf abgerundet Fr. 25'000.–.
Dieser Betrag entspricht 18% (deliktischer Anteil) des Mietzinses von
Fr. 144'000.–, welcher über die Dauer von rund 6 Jahren vom 1. November 2010
bis zum 26. Oktober 2016 (Datum der Versteigerung der Wohnung) angefallen ist
(Urk. 307 S. 281 f.).
Wie oben unter Erw. 6.2.1 dargelegt, kann der Deliktszusammenhang der
Gelder auf den M._-Konti der L._ Investments AG nur zu 17% erstellt
werden. Damit ist davon auszugehen, dass der deliktische Anteil, mit welchem
der Beschuldigte die Wohnung kaufte Fr. 34'000.– beträgt (17% von
Fr. 200'000.–). Dies entspricht einer deliktischen Finanzierung der Wohnung von
- 52 -
3%, was einen einziehbaren Vermögensvorteil von abgerundet Fr. 4'300.– (3%
von Fr. 144'000.– an Mieteinnahmen) ergibt. Dieser Betrag ist zur Bemessung der
Ersatzforderung gegen den Verfahrensbeteiligten 6, D._, heranzuziehen.
6.3 Zusammengefasst haben die Verfahrensbeteiligten 4-6 vom Beschuldig-
ten folgende Vermögenswerte deliktischer Herkunft erhalten:
Fr. 26'400.–, Verfahrensbeteiligter 6, D._
Fr. 82'875.–, Verfahrensbeteiligte 4, B._
Fr. 5'525.–, Verfahrensbeteiligter 5, C._.
6.4 In einem zweiten Schritt ist zu prüfen, ob die Verfahrensbeteiligten 4-6
für diese Vermögenswerte eine gleichwertige Gegenleistung erbracht haben.
An dieser Stelle ist vorab anzumerken, dass es grundsätzlich dem Staat ob-
liegt, zu beweisen, dass der Dritte keine angemessene Gegenleistung erbracht
hat. Allerdings muss der Betroffene das Zumutbare dazu beitragen, dass die Ge-
genleistung ermittelt werden kann, also beispielsweise Papiere vorlegen und die
fraglichen Transaktionen erläutern (Niklaus Schmid, a.a.O., Art. 70-72 N 96).
Wie bereits erwähnt, waren die Verfahrensbeteiligten 4 und 5, B._ und
C._, während der Untersuchung unbekannten Aufenthaltes und verweigerte
der Verfahrensbeteiligte 6, D._, anlässlich der Einvernahmen durch die
Staatsanwaltschaft die Aussage. Insbesondere gab er auch auf konkrete Nach-
frage keine Auskunft über den zwischen ihm und dem Beschuldigten abgeschlos-
sen Mietvertrag, über eine allfällige dafür erbrachte Gegenleistung und über das
Mietzinsdepot (Urk. 5/7 S. 10 ff., Urk. 5/18).
Der Vertreter der Verfahrensbeteiligten 4-6 brachte zur Begründung der Ge-
genleistung vor, die Verfahrensbeteiligten 4-6 hätten Rechtsanwalt Dr. Z1._
ab dem Jahre 2006 im Sinne eines Hinterlegungsvertrages Vermögenswerte an-
vertraut, was durch eine Bestätigung von Dr. Z1._ belegt sei und worauf
auch eine Depotanzeige der AM._ Bank an Rechtsanwalt Dr. Z1._ be-
treffend B._ hinweise (Urk. 378 S. 16 f., Urk. 379/1-2). Dr. Z1._ hätte
- 53 -
den Verfahrensbeteiligten 4-6 das hinterlegte Geld jederzeit herausgeben müs-
sen. Im Herbst 2010 habe er der Familie B._C._D._ Schuldaner-
kennungen des diesen bisher völlig unbekannten Beschuldigten zur "Schadens-
gutmachung" übergeben. Ausserdem habe er den Verfahrensbeteiligten 4-6 einen
von ihm ausgearbeiteten Mietvertrag für ein jahrzehntelanges Mietrecht für die
Wohnung in AD._ übergeben, wobei die nicht herausgegebenen Vermö-
genswerte des Verfahrensbeteiligten 6, D._, als (Mietzins-)Sicherheit bei ei-
ner Bank auf den Namen des Verfahrensbeteiligten 6 hätten hinterlegt werden
sollen. Dies sei nicht geschehen, weshalb der Verfahrensbeteiligte 6 aus Vertrag
und Gesetz (Art. 257e OR) einen Anspruch bzw. eine zivilrechtlich durchsetzbare
Forderung gegenüber dem Beschuldigten habe (Urk. 378 S. 16 ff.).
Die Hintergründe des vom Vertreter der Verfahrensbeteiligten 4-6 geltend
gemachten Hinterlegungsvertrages bleiben im Dunkeln. Der Vertreter der Verfah-
rensbeteiligten 4-6 macht hierzu keine Angaben, und auch den von ihm einge-
reichten Unterlagen (Urk. 379/1-5) lässt sich hierzu nichts entnehmen. Bemer-
kenswert ist sodann, dass der Vertreter der Verfahrensbeteiligten 4-6 selber nicht
geltend macht, die Verfahrensbeteiligten 4-6 hätten eine Forderung gegenüber
dem Beschuldigten, sondern ausführt, sie hätten einen Anspruch gegenüber
Rechtsanwalt Dr. Z1._ (Urk. 378 S. 13 und S. 17 f.). Da die Mietkaution ge-
mäss den Ausführungen des Vertreters der Verfahrensbeteiligten 4-6 ebenfalls
aus den hinterlegten und von Rechtsanwalt Dr. Z1._ nicht herausgegebenen
Geldern stammen soll (vgl. Urk. 378 S. 18 oben), ist auch hier nicht klar, aus wel-
chem Rechtsgrund die Gelder an Rechtsanwalt Dr. Z1._ geflossen sein sol-
len.
Die Vorinstanz ist gestützt auf die Aussagen des Beschuldigten davon aus-
gegangen, dass dieser vom Verfahrensbeteiligten 5, C._, im Jahre 2006
mehrere Millionen Franken in Form von Wertpapieren (u.a. sog. Zero Bonds der
AE._ International Finance) erhalten habe. Sie erwähnt darüber hinaus ver-
schiedene aktenkundige Transaktionen, welche diese Annahme stützen. Weiter
würden sich den Akten – insbesondere der Geldfluss-Tabelle – keinerlei Hinweise
auf anderweitige Überweisungen von Vermögenswerten des Verfahrensbeteilig-
- 54 -
ten 5, C._, an den Beschuldigten entnehmen lassen (Urk. 307 S. 276 ff.). Die
Ausführungen der Vorinstanz überzeugen.
Da die Verfahrensbeteiligten 4-6 ihrer Mitwirkungspflicht nicht nachgekom-
men sind und keine andere plausible Erklärung für die Transaktionen liefern konn-
ten, ist in Übereinstimmung mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass es bei
den Zahlungen des Beschuldigten zuhanden der Verfahrensbeteiligten 4-6, bzw.
des Verfahrensbeteiligten 5, C._, welcher gegenüber dem Beschuldigten als
Ansprechperson für die Familie B._C._D._ fungierte, um Rückzah-
lungen dieser Schuld ging. Andere Ansprüche der Verfahrensbeteiligten 4-6 ge-
genüber dem Beschuldigten lassen sich den Akten nicht entnehmen und konnten
von den Verfahrensbeteiligten 4-6 auch nicht nachvollziehbar dargelegt werden.
Die Vorinstanz hielt in Bezug auf die Gegenleistung fest, der Verfahrensbe-
teiligte 5, C._, sei durch Betrug in den Besitz der Wertpapiere gekommen,
welche er unter anderem dem Beschuldigten verkauft habe. Der Verfahrensbetei-
ligte 5 sei deswegen mit Urteil des Landgerichtes für Strafsachen Wien vom
27. März 2007 des gewerbsmässig schweren Betruges für schuldig befunden
worden. Der Verkauf der Wertpapiere an den Beschuldigten stelle daher keine
– im Einklang mit den herrschenden Rechtsnormen erbrachte – Gegenleistung im
Sinne von Art. 70 Abs. 2 StGB dar (Urk. 307 S. 278).
Die Verteidigung macht diesbezüglich geltend, die Verurteilung des
Landesgerichtes Wien hätte nichts mit dem Erwerb der Papiere zu tun gehabt,
sondern mit dem durch den Verfahrensbeteiligten 5 offenbar zu Unrecht
erreichten Einsparen von Kapitalertragsteuern (Urk. 392 S. 6 ff.). Der Vertreter der
Verfahrensbeteiligten 4-6 argumentiert, es fehle am (zeitlichen) Konnex zwischen
den AE._ Zero Coupons Bonds, welche der Beschuldigte gemäss
Auffassung der Vorinstanz vom Verfahrensbeteiligten 5, C._, erworben
haben soll und dem österreichischen Strafverfahren gegen den
Verfahrensbeteiligten 5, gehe aus dem Strafurteil doch hervor, dass der
Verfahrensbeteiligte 5 "sämtliche" Nullkuponanleihen bis 2000 verkauft habe.
Darüber hinaus seien nach der Verurteilung des Verfahrensbeteiligten 5 sieben
kassatorische Entscheidungen des österreichischen Verwaltungsgerichtshofes
- 55 -
betreffend die Haftungsbescheide gegen die österreichischen Banken ergangen,
aus denen sich ergebe, dass der österreichische Abgabengläubiger völlig
rechtsgrundlos eine Nichtschuld von den österreichischen Banken gefordert hätte,
welche die Zero-Bonds an den Verfahrensbeteiligten 5 ausgegeben hätten.
Ferner habe die EU-Kommission den Fall B._C._D._ zum Anlass
für ein Vertragsverletzungsverfahren gegen die Republik Österreich genommen,
und habe die Republik aufgrund dessen ihre Rechtsvorschriften ändern müssen.
Darüber hinaus habe laut Urteilsbegründung des österreichischen Urteils keine
Arglist vorgelegen, was bedeute, dass das Verhalten des Verfahrensbeteiligten 5,
C._, nach Schweizer Recht nicht als Betrug zu qualifizieren gewesen wäre
(Urk. 378 S. 21 ff.)
Mit Strafentscheid vom 27. März 2007 wurde der Verfahrensbeteiligte 5,
C._, vom Landesgericht für Strafsachen Wien wegen gewerbsmässig schwe-
ren Betruges im Sinne des österreichischen Strafgesetzbuches verurteilt. Zu-
sammengefasst wurde er für schuldig befunden, Angestellte von Kreditinstituten
durch Täuschung über Tatsachen, nämlich darüber, er wolle die Wertpapiere für
ihn erworbener Nullkuponanleihen selber verwahren, um Depotgebühren zu spa-
ren, während er diese tatsächlich ins Ausland verkauft habe, dazu gebracht zu
haben, ihm die bestellten Zertifikate zu übergeben, ohne die beim Erwerb der
Nullkuponanleihen gewährten Kapitalertragssteuer-Gutschriften einzubehalten,
wodurch die Kreditinstitute wegen ihrer Haftung für die Kapitalertragssteuer ge-
schädigt worden seien (Urk. 2/8/70).
Es ist demnach zutreffend, dass der österreichische Strafentscheid gegen
den Verfahrensbeteiligten 5, C._, insofern eine steuerrechtliche Komponente
aufweist, als der Schaden bei den Kreditinstituten damit begründet wurde, dass
sie den Finanzbehörden gegenüber für die dem Verfahrensbeteiligten 5 gutge-
schriebene Kapitalertragssteuer haften. Dem Strafentscheid ist aber auch zu ent-
nehmen, dass die täuschenden Angaben des Verfahrensbeteiligten 5 den Ange-
stellten der Kreditinstitute gegenüber dazu geführt hätten, dass diese ihm auf sein
Verlangen effektive Stücke, also Urkunden von Nullkuponanleihen u.a. der
AE._ International Finance gegeben hätten, was im modernen Wertpapier-
- 56 -
handel völlig unüblich sei (vgl. a.a.O. S. 14). Die Feststellung der Vorinstanz, dass
der Verfahrensbeteiligte 5 durch Betrug in den Besitz von verurkundeten Wertpa-
pieren gekommen sei (Urk. 307 S. 276), ist demnach nicht zu beanstanden.
Die vom Vertreter der Verfahrensbeteiligten 4-6 eingereichten Entscheide
des Verwaltungsgerichtshofes (Urk. 379/6) haben die Haftungsentscheide gegen-
über den Kreditinstituten zum Gegenstand. Auch wenn darin Ausführungen ge-
macht werden, welche sich bezüglich des durch den Verfahrensbeteiligten 5 ver-
ursachten Schadens nicht mit dem Strafentscheid des Landesgerichtes Wien de-
cken, ändert dies nichts an der rechtskräftigen Verurteilung des Verfahrensbetei-
ligten 5 (vgl. Urk. 2/8/72). Dasselbe gilt für das vom Vertreter der Verfahrensbetei-
ligten 4-6 angeführte Vertragsverletzungsverfahren der EU-Kommission gegen
die Republik Österreich.
Was die zeitliche Komponente anbelangt, lässt sich der Begründung des
österreichischen Entscheides entnehmen, dass der Verfahrensbeteiligte 5,
C._, von Januar 1997 (Urk. 2/8/70 S. 13 ff.) bis zum 21. November 2000 auf
betrügerische Art und Weise Nullkuponanleihen erwarb (a.a.O. S. 18 ff.). Entge-
gen den Ausführungen des Vertreters der Verfahrensbeteiligten 4-6 fand zwar der
letzte Erwerb von Nullkuponanleihen, welchen das Landesgericht Wien zu beur-
teilen hatte, Ende 2000 statt, nicht aber deren Verkauf. Auch wenn zwischen dem
letzten Erwerb der Anleihen durch den Verfahrensbeteiligten 5 und dem Verkauf
an den Beschuldigten etwa sechs Jahre vergingen, besteht kein Zweifel am Kon-
nex zwischen den vom Beschuldigten erworbenen Nullkuponanleihen und dem
gegen den Verfahrensbeteiligten 5 geführten Strafverfahren. Der Verfahrensbetei-
ligte 5 hat im österreichischen Strafverfahren selber eingeräumt, er habe die
Wertpapiere in der Schweiz verkauft (Urk. 2/8/70 S. 20), und der Beschuldigte hat
in der vorinstanzlichen Hauptverhandlung angegeben, dass es sich bei den "Milli-
onen" die er vom Verfahrensbeteiligten 5 erhalten habe, um die Zero-Bonds ge-
handelt habe (Urk. 274 S. 18). Schlussendlich ausschlaggebend sind aber die von
der Vorinstanz angeführten Belegstellen betreffend Transaktionen des Beschul-
digten bzw. von ihm kontrollierten Unternehmen mit den physisch vorhandenen
Zero-Bonds (Urk. 307 S. 277).
- 57 -
Der Einwand des Vertreters der Verfahrensbeteiligten 4-6, der Verfahrens-
beteiligte 5, C._, hätte sich nach Schweizer Recht nicht des Betruges schul-
dig gemacht, ist unbehelflich. Der österreichische Strafentscheid ist von den
Schweizer Gerichten zumindest insofern zu berücksichtigen, als der Verkauf der
Wertpapiere jedenfalls nicht im Einklang mit den herrschenden Rechtsnormen
stand. Eine Ordre-public-Widrigkeit ist ebenfalls nicht auszumachen.
Damit kann der Verkauf der widerrechtlich erlangten Zero-Bonds an den Be-
schuldigten – wie die Vorinstanz zutreffend schlussfolgerte – nicht als Gegenleis-
tung qualifiziert werden, welche eine spätere Einziehung des Gegenwertes ver-
hindern könnte (Urk. 307 S. 278).
6.5 Der Vorinstanz kann schliesslich darin gefolgt werden, dass kein Grund
im Sinne von Art. 70 Abs. 2 StGB ersichtlich ist, von einer Ersatzforderung ganz
oder teilweise abzusehen. Allerdings sind die für die Berechnung der Ersatzforde-
rungen massgebenden Beträge wegen der teilweisen Währungsumrechnung so-
wie der Verwendung von Circa-Beträgen abzurunden (Urk. 307 S. 284). Die ande-
ren Verfahrensbeteiligten 4-6 sind damit zu verpflichten, dem Staat als Ersatz für
nicht mehr vorhandenen, widerrechtlich erlangten Vermögensvorteil die nachfol-
gend aufgeführten Beträge zu bezahlen:
Fr. 26'000.–, Verfahrensbeteiligter 6, D._
Fr. 82'000.–, Verfahrensbeteiligte 4, B._
Fr. 5'000.–, Verfahrensbeteiligter 5, C._.
Für den Fall, dass die anderen Verfahrensbeteiligten 4 und 5, B._ und
C._, nicht freiwillig bezahlen werden, ist die Kasse des Bezirksgerichtes Zü-
rich anzuweisen, die Ersatzforderung gegen die andere Verfahrensbeteiligten 4
und 5 beim zuständigen Betreibungsamt in Betreibung zu setzen und die für den
Fortgang des Betreibungsverfahrens erforderlichen Schritte zu veranlassen.
Angesichts des unbekannten Aufenthalts der anderen Verfahrensbeteiligten
4 und 5, die in der Schweiz anwaltlich vertreten sind, ist die Kasse des Bezirksge-
- 58 -
richtes Zürich überdies darauf hinzuweisen, dass im erstinstanzlichen Verfahren
eine Zustellung an die Verfahrensbeteiligte 4, B._, über ihren österreichi-
schen Rechtsvertreter – Rechtsanwalt Dr. Y1._, ... [Adresse] – möglich war
(Urk. 198 und Urk. 199/2) und dass die von den österreichischen Behörden
rechtshilfeweise vorgenommenen Abklärungen ergeben haben, dass der Verfah-
rensbeteiligte 5, C._, in Österreich nicht gemeldet ist, jedoch gegenüber der
Sozialversicherungsanstalt folgende Zustelladresse bezeichnet hat (Urk. 199/1):
... [Adresse].
7. In prozessualer Hinsicht bemängelte der Vertreter der Verfahrensbeteilig-
ten 4-6, dass letztere im Rahmen des Untersuchungsverfahrens nie ordnungsge-
mäss über ihre prozessualen Rechte aufgeklärt worden seien. Insbesondere die
Verfahrensbeteiligten 4, B._, und 5, C._, hätten nie Gelegenheit erhal-
ten, zu den von der Staatsanwaltschaft beantragten Ersatzforderungen Stellung
zu nehmen (Urk. 378 S. 5). Zudem hätten die Verfahrensbeteiligten 4-6, welche
sich als Dritte im Sinne von Art. 70 Abs. 2 StGB auf den Standpunkt gestellt hät-
ten, eine gleichwertige Gegenleistung erbracht zu haben, nicht in zumutbarer
Weise an der Sachverhaltsermittlung mitwirken können, da die Vorinstanz den
Antrag auf Befragung der Vertreter des Beschuldigten als Zeugen abgewiesen
habe (Urk. 378 S. 12 f.).
Dem ist zu entgegnen, dass die Verfahrensbeteiligten 4 und 5 während der
Untersuchung unbekannten Aufenthaltes waren, weshalb sie es in diesem Verfah-
rensstadium selber zu vertreten haben, dass sie – im Gegensatz zum Verfah-
rensbeteiligten 6, D._ – nicht über die von der Staatsanwaltschaft beantrag-
ten Ersatzforderungen informiert werden konnten. Die Vorinstanz hat den Partei-
en und den anderen Verfahrensbeteiligten 4-6 mit Verfügung vom 10. Oktober
2016 den Termin der Hauptverhandlung bekanntgegeben und angezeigt, dass
anlässlich letzterer auch über die von der Staatsanwaltschaft beantragte Ausfäl-
lung von Ersatzforderungen befunden werde (Urk. 65 S. 10). Die Verfügung konn-
te der damaligen Vertreterin des Verfahrensbeteiligten 6, D._, zugestellt
werden. Den Verfahrensbeteiligten 4-5 konnte die Verfügung nicht zugestellt wer-
den, weshalb die Vorinstanz die Staatsanwaltschaft Wien um rechthilfeweise Zu-
- 59 -
stellung ersuchte (Urk. 67). Noch bevor die Staatsanwaltschaft Wien der Vo-
rinstanz am 14. März 2017 mitteilte, dass sie die Verfügung nur der Verfahrensbe-
teiligten 4, B._, habe zustellen können (Urk. 198, vgl. auch Urk. 199/1-2),
zeigte der heutige Vertreter der Verfahrensbeteiligten 4-6 mit Eingabe vom
30. Januar 2017 unter Beilage zweier Vollmachten und unter Bezugnahme auf die
vorgenannte Verfügung vom 10. Oktober 2016 an, dass er die Verfahrensbeteilig-
ten 4 und 5, C._ und B._, vertrete (Urk. 164, Urk. 165/1-2). Daraus
ergibt sich, dass auch die Verfahrensbeteiligten 4 und 5 mehr als drei Monate vor
der Hauptverhandlung wussten, das die Staatsanwaltschaft die Ausfällung einer
Ersatzforderung ihnen gegenüber beantragte. Mit Verfügung vom 2. Februar 2017
wurden die anderen Verfahrensbeteiligten 4-6 zur Hauptverhandlung vom
17.-19. Mai 2017 vorgeladen, wobei ihnen die Teilnahme freigestellt und festge-
halten wurde, dass bei Nichtteilnahme aufgrund der Akten entschieden werde
(Urk. 167 f.). Mit Eingabe vom 4. Mai 2017 teilte der Vertreter der Verfahrensbe-
teiligten 4-5 dem Gericht unter Beilage einer Vollmacht mit, dass er nun auch den
Verfahrensbeteiligten 6 vertrete (Urk. 225). Der Vertreter der Verfahrensbeteilig-
ten 4-6 nahm nicht an der Hauptverhandlung teil (Prot. I S. 21). Allerdings reichte
er dem Gericht am Abend vor der Hauptverhandlung per Fax seine begründeten
Anträge ein, in welchen er unter anderem zu den von der Staatsanwaltschaft be-
antragten Ersatzforderungen Stellung nahm (Urk. 270). Eine Verletzung des
rechtlichen Gehör liegt damit nicht vor.
Nicht zu beanstanden ist ferner, dass die Vorinstanz die vom Vertreter der
Verfahrensbeteiligten 4-6 beantragten Beweiserhebungen abwies (Prot. I S. 25).
Die Beweisanträge wurden im Zusammenhang mit der von den Verfahrensbetei-
ligten 4-6 angestrebten Stellung als Privatkläger, mit der Liegenschaft in Portugal
bzw. der AN._ Anstalt und mit der angeblich durch den Verfahrensbeteilig-
ten 6, D._, geleisteten Mietkaution gestellt (Urk. 270 S. 2 und S. 10 ff.). Die
Vorinstanz hat die Privatklägerstellung der Verfahrensbeteiligten 4-6 zu Recht
verneint, die AN._ Anstalt bzw. die Liegenschaft in Portugal nicht zur Be-
messung der Ersatzforderung herangezogen und sich hinsichtlich der Mietkaution
auf die Aussagen des Beschuldigten gestützt, welche mit dem Wortlaut des Miet-
- 60 -
vertrages im Einklang stehen. Damit erachtete sie weitere Abklärungen zu Recht
als entbehrlich (vgl. Urk. 307 S. 50 f. und S. 282 f.).
B. Beschlagnahme
1. Den Antrag auf Herausgabe der beschlagnahmten Bargelder begründet
der Vertreter der Verfahrensbeteiligten 4-6 zusammengefasst damit, dass sie kein
Deliktsgut darstellen würden. Sie hätten sich in Reiseportemonnaies befunden,
weshalb bereits die damalige Vertreterin des Verfahrensbeteiligten 6, D._,
festgehalten habe, dass es sich offensichtlich nicht um Barwerte von ihm, sondern
von Dritten gehandelt habe (Urk. 378 S. 24 f.).
2. Mit Verfügung vom 30. Juni 2016 hatte die Staatsanwaltschaft die anläss-
lich der Hausdurchsuchung am Wohnort des Verfahrensbeteiligen 6, D._, ...
[Adresse] sichergestellten Bargeldbeträge von Fr. 10'050.55, EUR 9'350.–,
SGD 1'696.– und AED 100.– beschlagnahmt (Urk.16/5/3).
Gegen die Beschlagnahmeverfügung erhob die damalige Vertreterin des
Verfahrensbeteiligten 6, D._, Beschwerde an die III. Strafkammer des Ober-
gerichtes (Urk. 31/11), welche mit Beschluss vom 18. Oktober 2016 nicht auf die
Beschwerde eintrat, da die Verfahrensleitung – und damit die Kompetenz zur Ent-
scheidung über Zwangsmassnahmen – mit Anklageerhebung an das erstinstanz-
liche Gericht übergegangen war (Urk. 82).
3. Die Staatsanwaltschaft beantragte vor Vorinstanz, die beim Verfahrensbe-
teiligten 6, D._, beschlagnahmte Barschaft sei zur teilweisen Deckung der
Ersatzforderung und der Verfahrenskosten zu verwenden (Urk. 24 S. 13). Die
Vorinstanz folgte diesem Antrag (Urk. 307 S. 284 f. und S. 307). Sie ist darin zu
bestätigen.
Der Einwand des Vertreters der Verfahrensbeteiligten 4-6, die beschlag-
nahmten Barwerte hätten nicht dem Verfahrensbeteiligten 6, sondern Dritten ge-
hört (Urk. 378 S. 24), verfängt nicht, gab der Verfahrensbeteiligte 6 anlässlich der
staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 15. Juni 2016 doch zu Protokoll, die
- 61 -
beschlagnahmten Gelder würden ihm gehören. Es handle sich um Urlaubsgeld.
Er brauche immer ein bisschen Bargeld, wenn er reise (Urk. 12/24 S. 2). Auf die-
ser Aussage ist der Verfahrensbeteiligte 6 zu behaften, zumal auch nicht plausibel
erscheint, dass der Verfahrensbeteiligte 6 in seiner Wohnung Reisegeld für Dritte
aufbewahrt hat.
Obwohl die dem Verfahrensbeteiligten 6, D._, auferlegte Ersatzforde-
rung auf Fr. 26'000.– reduziert wurde, übersteigt diese nach wie vor den Betrag
der bei ihm beschlagnahmten Barschaft von (in Schweizer Franken umgerechnet)
insgesamt Fr. 21'258.70 (Fr 10'050.65, Fr. 10'004.50, Fr. 1'178.80 und Fr. 24.75).
Somit sind die beschlagnahmten Beträge zur teilweisen Deckung der ihm aufer-
legten Ersatzforderung heranzuziehen. Dass die Gelder deliktischer Herkunft
sind, ist bei der Einziehungsbeschlagnahme im Sinne von Art. 263 Abs. 1
lit. d StPO in Verbindung mit Art. 71 Abs. 3 StGB nicht vorausgesetzt
(Schmid/Jositsch, StPO Praxiskommentar, a.a.O., Art. 263 N 6).
Die Kasse des Bezirksgerichtes Zürich ist somit anzuweisen, die 9. Abtei-
lung des Bezirksgerichtes Zürich zu informieren, sobald der andere Verfahrensbe-
teiligte 6, D._, den Betrag von Fr. 26'000.– bezahlt hat, damit die Aufhebung
der Beschlagnahme der Barschaft veranlasst werden kann. Sollte der andere Ver-
fahrensbeteiligte 6, D._, nicht freiwillig bezahlen, so ist die Kasse des Be-
zirksgerichtes Zürich anzuweisen, die Ersatzforderung gegen ihn beim zuständi-
gen Betreibungsamt in Betreibung zu setzen und die für den Fortgang des Betrei-
bungsverfahrens erforderlichen Schritte zu veranlassen. In diesem Fall bleibt die
Beschlagnahme der Barschaft nach Eintritt der Rechtskraft aufrechterhalten, bis
das zuständige Betreibungsamt in der Betreibung hinsichtlich der Ersatzforderung
über die Anordnung von Sicherungsmassnahmen gemäss Art. 98 ff. SchKG ent-
schieden hat.
- 62 -
IV. Verwendung zugunsten des Geschädigten
1. Der Privatkläger 60, A._, beantragt, Dispositivziffer 30 des
vorinstanzlichen Urteils sei dahingehend zu ergänzen und anzupassen, als auch
er in die Liste für die Verteilung der Summe aus Einziehungen und
Ersatzforderungen im Verhältnis des ihm adhäsionsweise zugesprochenen
Schadenersatzes aufzunehmen sei. Die Kasse des Bezirksgerichtes Zürich sei
anzuweisen, die vereinnahmte Summe aus Einziehungen und Ersatzforderungen
entsprechend zu verteilen. Weiter sei davon Vormerk zu nehmen, dass er den
seinem Zuweisungsanteil entsprechenden Teil seiner Forderung an den Staat
abgetreten habe (Urk. 313 S. 2, S. 5 f. und Urk. 377/1 S. 3, S. 7).
Die Voraussetzung zur Gutheissung seines Zuweisungsantrages nach
Art. 73 StGB seien erfüllt, da sein Schaden nicht durch eine Versicherung gedeckt
sei und er den entsprechenden Anteil seiner Schadenersatzforderung an den
Staat abtrete. Zudem sei unbestritten, dass der Beschuldigte nicht in der Lage sei,
den Schaden zu ersetzen. Art. 73 StGB setze voraus, dass der Schadenersatz in
einem Straf- oder Zivilverfahren rechtskräftig zugesprochen oder durch Vergleich
festgesetzt worden sei. Sodann sei der Entscheid grundsätzlich erst zu treffen,
wenn der zuzuwendende Betrag bei der zuständigen staatlichen Stelle eingegan-
gen sei (Urteil des Bundesgerichtes 6S.203/2004 vom 15. Juni 2006, E. 4.1). Dies
sei gemäss Kapitel VI., E. 4.1. des vorinstanzlichen Urteils noch nicht der Fall,
weshalb noch kein entsprechender Entscheid habe getroffen werden können.
Auch sei seine Schadenersatzforderung noch nicht rechtskräftig beurteilt, weshalb
die Verwendung der Ersatzforderung zu Gunsten des Geschädigten ohne Weite-
res auch im Berufungsverfahren noch verlangt werden könne. Dass vor Vor-
instanz keine weiteren Zuweisungsanträge gestellt worden seien, sei daher ent-
gegen den Ausführungen der Vorinstanz nicht "erstaunlich", sei die Zusprechung
von Ersatzforderungen im Zeitpunkt der Urteilsfällung nämlich noch gar nicht
möglich gewesen (Urk. 313 S. 5 f., Urk. 377/1 S. 7).
2. Der Beschuldigte macht sinngemäss geltend, der Zuweisungsantrag des
Privatklägers 60 sei im Berufungsverfahren nicht mehr zuzulassen. Entscheidend
sei, dass die betroffenen Geschädigten von der Möglichkeit von Bussen, Einzie-
- 63 -
hungen und Ersatzforderungen etc. Kenntnis gehabt hätten und ausdrücklich auf
die Möglichkeiten gemäss Art. 73 StGB hingewiesen worden seien. Diese Vor-
aussetzungen seien durch die Anklageschrift und die Vorladung mit dem aus-
drücklichen Hinweis auf Art. 73 StGB sowie die entsprechenden Ausführungen
des Gerichtes an der Hauptverhandlung erfüllt, umso mehr als der Privatkläger 60
anwaltlich vertreten gewesen sei (Urk. 392 S. 3).
3. Gemäss Art. 73 Abs. 1 lit. b und c StGB spricht das Gericht dem Geschä-
digten auf dessen Verlangen hin die eingezogenen Gegenstände und Vermö-
genswerte oder deren Verwertungserlös unter Abzug der Verwertungskosten so-
wie Ersatzforderungen bis zur Höhe des Schadenersatzes bzw. der Genugtuung
zu, wenn dem Geschädigten durch ein Verbrechen oder Vergehen ein Schaden
entstanden ist, der nicht durch eine Versicherung gedeckt ist und anzunehmen ist,
dass der Täter den Schaden nicht ersetzen oder eine Genugtuung nicht leisten
wird. Das Gericht kann die Verwendung zu Gunsten des Geschädigten jedoch nur
anordnen, wenn der Geschädigte den entsprechenden Teil seiner Forderung an
den Staat abtritt (Art. 73 Abs. 2 StGB).
Sind diese Voraussetzungen erfüllt, so muss die Verwendung zugunsten der
Geschädigten angeordnet werden (Niklaus Schmid, a.a.O., Art. 73 StGB N 12;
Urteil des Bundesgerichtes 6B_53/2009 vom 24. August 2009 E. 2.5, m.w.H.).
3.1 Die Zuweisung gemäss Art. 73 StGB erfolgt nur auf ausdrückliches Ver-
langen des Geschädigten. Der entsprechende Antrag kann bereits während der
Untersuchung, anlässlich der Gerichtsverhandlung oder aber – vorbehältlich eines
rechtsmissbräuchlichen Zuwartens, der Verjährung der Ansprüche gegenüber
dem Staat oder einer rechtskräftigen anderweitigen Verwendung im Einziehungs-
urteil – erst nach dem Einziehungsurteil, z.B. auch noch im Berufungsverfahren,
gestellt werden (Urteil des Bundesgerichtes 6B_53/2009 vom 24. August 2009
E. 2.6 f.; BSK StGB - Florian Baumann, 4. Aufl. 2019, Art. 73 N 19 f.;
Niklaus Schmid, a.a.O., Art. 73 StGB N 76).
Der Zuweisungsantrag des Privatklägers 60 ist damit nicht verspätet. Auch
wenn der Privatkläger 60 von der Vorinstanz mit der Vorladung zur Hauptver-
- 64 -
handlung auf die Möglichkeit von Art. 73 StGB aufmerksam gemacht wurde
(Urk. 65 S. 10), und es sicherlich verfahrensökonomischer gewesen wäre, er hät-
te seinen Zuweisungsantrag zusammen mit seiner adhäsionsweise geltend ge-
machten Zivilforderung gestellt, kann nicht von einem rechtsmissbräuchlichen
Zuwarten gesprochen werden (vgl. auch Niklaus Schmid, a.a.O., Art. 73 StGB
N 76). Dies gilt umso mehr, als der zuzuweisende Betrag noch nicht bei der zu-
ständigen staatlichen Stelle eingegangen ist, insbesondere die noch nicht rechts-
kräftig auferlegten Ersatzforderungen bisher nicht beglichen wurden (Niklaus
Schmid, a.a.O., Art. 73 StGB N 69 und Fn 232). Ferner liegt keine Verjährung vor,
beginnt die fünfjährige Verjährungsfrist doch erst mit dem Eintritt der Vorausset-
zungen einer Zusprechung nach Art. 73 Abs. 1 StGB zu laufen. Dies ist der Fall,
wenn die für die Zusprechung zu verwendenden Einziehungswerte etc. dem Staat
zur Verfügung stehen sowie zusätzlich ein Vergleich bzw. ein rechtskräftiges
Urteil vorliegt (BSK StGB - Florian Baumann, a.a.O., Art. 70/71 N 53; Niklaus
Schmid, a.a.O., Art. 73 StGB N 91 f.). Dadurch, dass der Privatkläger 60 Disposi-
tivziffer 30 des vorinstanzlichen Urteils anfechten liess, liegt auch noch keine
rechtskräftige anderweitige Verwendung der betreffenden Werte vor.
3.2 Auch die weiteren Voraussetzungen von Art. 73 StGB sind erfüllt. Der
Privatkläger 60 hat durch das vom Beschuldigten begangene Vergehen (Verun-
treuung) einen Schaden erlitten, zu dessen Ersatz der Beschuldigte aufgrund sei-
ner Anerkennung im vorliegenden Verfahren adhäsionsweise zu verpflichten ist.
Der Schaden steht damit betragsmässig fest. Der Schadenszins ist in Überein-
stimmung mit den Erwägungen der Vorinstanz (Urk. 307 S. 287) auszuklammern,
da dieser erst mit der Rechtskraft des Entscheides über den Schadenersatz be-
rechnet werden kann. Der Schaden des Privatklägers 60 ist gemäss seinen Aus-
führungen, welche unbestritten geblieben sind, nicht durch eine Versicherung ge-
deckt (Urk. 313 S. 5 f.). Dass nicht anzunehmen ist, dass der Beschuldigte den
Schaden wird ersetzen können, hat bereits die Vorinstanz zutreffend ausgeführt
(Urk. 307 S. 287). Des Weiteren hat der Privatkläger 60 den entsprechenden Teil
seiner Forderung an den Staat abgetreten (Urk. 313 S. 5 f.).
- 65 -
Die zur Zeit noch unbekannte Summe aus Einziehungen und Ersatzforde-
rungserträgen (Einziehungsbetrag) ist demnach nicht nur auf die Privatkläger 2
und 3, 35, 36, 62 und 63, 65, 71 und 80, sondern zusätzlich auch auf den Privat-
kläger 60 zu verteilen. Es liegen somit Zuweisungsanträge in der Höhe von (ge-
rundet und teilweise umgerechnet) Fr. 4'602'661.– vor (Fr. 3'847'561.– [vgl.
Urk. 307 S. 289] zuzüglich Fr. 755'100.– [entspricht EUR 500'000.– umgerechnet
per 21. Juni 2004, mittlerer Verfall der vom Privatkläger 60 erbrachten Zahlungen,
unter Verwendung des Währungsrechners auf www.oanda.com]). In Überein-
stimmung mit den Erwägungen der Vorinstanz (Urk. 307 S. 289) ist der Einzie-
hungsbetrag, welcher aufgrund der Reduktion der Ersatzforderungen gegenüber
den Verfahrensbeteiligten 4-6 um Fr. 752'000.– neu maximal ca. Fr. 471'000.– be-
trägt, proportional auf die Privatkläger zu verteilen. Dabei ist nur auf die Schaden-
ersatzforderungen ohne Zinsen abzustellen. Es resultiert folgender Verteilungs-
schlüssel:
Privatkläger 2 und 3: 5,78 % des Einziehungsbetrages
Privatkläger 35: 1,02 % des Einziehungsbetrages
Privatklägerin 36: 2,30 % des Einziehungsbetrages
Privatkläger 62 und 63: 54,84 % des Einziehungsbetrages
Privatkläger 65: 0,74 % des Einziehungsbetrages
Privatklägerin 71: 8,21 % des Einziehungsbetrages
Privatkläger 80: 10,70 % des Einziehungsbetrages
Privatkläger 60: 16,41 % des Einziehungsbetrages
Entsprechend ist die Kasse des Bezirksgerichtes Zürich anzuweisen, die
Summe aus Einziehungen und Ersatzforderungserträgen (Einziehungsbetrag)
nach Massgabe des vorerwähnten Verteilungsschlüssels auf die Privatkläger 2
und 3, 35, 36, 62 und 63, 65, 71, 80 und 60 zu verteilen. Es ist davon Vormerk zu
nehmen, dass die Privatkläger 2 und 3, 35, 36, 62 und 63, 65, 71, 80 und 60 den
ihrem Zuweisungsanteil entsprechenden Teil ihrer Forderung an den Staat abge-
treten haben.
- 66 -
V. Kosten- Entschädigungsfolgen
1. Die Verfahrensbeteiligten 4-6 liessen Dispositivziffer 40 des vorinstanzli-
chen Entscheids anfechten, mit welcher auf ihren Antrag betreffend Entschädi-
gung nicht eingetreten wurde (Urk. 311 und Urk. 331). Nachdem den Verfahrens-
beteiligten 4-6 – wenn auch massiv reduzierte – Ersatzforderungen auferlegt wur-
den, besteht kein Raum, den vorinstanzlichen Entscheid hinsichtlich der Entschä-
digungsregelung abzuändern. Der Vertreter der Verfahrensbeteiligen 4-6 stellte
diesen Antrag denn auch für den Fall der Gutheissung der im Berufungsverfahren
gestellten Anträge (Urk. 378 S. 26). Die von der Vorinstanz in Dispositivziffer 40
getroffene Regelung ist somit zu bestätigen.
2. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massga-
be ihres Obsiegens oder Unterliegen. Als unterliegend gilt auch die Partei, auf de-
ren Rechtsmittel nicht eingetreten wird (Art. 428 Abs. 1 StPO).
Um die Kostentragung unter den verschiedenen, im Berufungsverfahren un-
terliegenden Parteien bzw. anderen Verfahrensbeteiligten aufzuteilen, ist vorab zu
gewichten, welchen Aufwand die Anträge der Parteien bzw. anderen Verfahrens-
beteiligten im Rechtsmittelverfahren verursacht haben. Dabei ist festzuhalten,
dass der Hauptaufwand, welcher auf 3/4 zu schätzen ist, in der Beurteilung des
Antrages der Verfahrensbeteiligten 4-6 auf Aufhebung der ihnen gegenüber aus-
gesprochenen Ersatzforderungen bestand. Die weiteren Anträge der Verfahrens-
beteiligten 4-6 und des Privatklägers 60 machten den übrigen Viertel des Auf-
wandes aus, wobei 1/16 auf den Antrag der Verfahrensbeteiligten 4-6 auf Her-
ausgabe der Beschlagnahme, 2/16 auf den Antrag des Privatklägers 60 auf
Schadenersatz und 1/16 auf den Antrag des Privatklägers 60 auf Aufnahme in die
Verteilliste entfallen. Der Aufwand, den die Privatkläger 7, 8, 17, 40, 41 und 81
verursacht haben, da sie zwar Berufung angemeldet, diese hernach aber nicht
begründet bzw. hernach keine Kaution geleistet haben, ist dahingegen zu ver-
nachlässigen. Dasselbe gilt für den Aufwand, den die Verfahrensbeteiligten 4-6
dadurch verursacht haben, dass sie zu Beginn des Verfahrens Privatklägerstel-
lung beantragt haben, die Berufung aber hernach beschränkt haben.
- 67 -
2.1 Der Privatkläger 60 obsiegt mit seiner Berufung vollumgänglich. Aller-
dings hat er die Voraussetzungen für das Obsiegen in Bezug auf seinen Antrag
auf Aufnahme in die Verteilliste erst im Rechtsmittelverfahren geschaffen, da er
seinen Zuweisungsantrag erst im Berufungsverfahren gestellt hat, obwohl er von
der Vorinstanz mit der Vorladung zur Hauptverhandlung auf die Möglichkeit von
Art. 73 StGB aufmerksam gemacht worden war. In Anwendung von Art. 428
Abs. 2 lit. a StPO sind ihm daher 1/16 der Kosten des Berufungsverfahrens auf-
zuerlegen. Soweit er mit seinem Schadenersatzbegehren durchdringt, handelt es
sich um eine Korrektur des vorinstanzlichen Entscheides aus rechtlichen Grün-
den, was sich nicht zum Nachteil des Beschuldigten auswirken kann, weshalb
dieser Anteil der Kosten des Berufungsverfahrens im Umfang von 2/16 auf die
Staatskasse zu nehmen ist.
2.2 Die Verfahrensbeteiligten 4-6 obsiegen insofern mit ihrer Berufung, als
die ihnen auferlegten Ersatzforderungen massiv reduziert wurden. Eine Aufhe-
bung der Ersatzforderungen konnten sie dahingegen nicht erreichen. Dies recht-
fertigt es, einen Anteil der Berufungskosten von 9/16 (Obsiegen im Umfang von
3/4 des diesen Antrag betreffenden Aufwandes von 3/4) auf die Staatkasse zu
nehmen und einen Anteil von 3/16 derselben (Unterliegen im Umfang von 1/4 des
diesen Antrag betreffenden Aufwandes von 3/4) den Verfahrensbeteiligten 4-6
aufzuerlegen. In Bezug auf ihren Antrag auf Herausgabe der beschlagnahmten
Barschaft unterliegen die Verfahrensbeteiligten 4-6 mit ihrer Berufung, weshalb
ihnen ein weiterer Anteil der Kosten des Berufungsverfahrens im Umfang von
1/16 aufzuerlegen ist.
2.3 Die Kosten im Betrag von einstweilen Fr. 7'297.65 (Fr. 8'064.75 abzüg-
lich einer Rückerstattung der H76._-Versicherung im Betrag von Fr. 767.10),
welche im Berufungsverfahren im Zusammenhang mit der Verwaltung des von
der Staatsanwaltschaft beschlagnahmten, je zur Hälfte im Miteigentum des Be-
schuldigten sowie von V._ stehenden Hauses auf dem Grundstück in
P._, N._ (Kataster Nr. ...), sowie im Zusammenhang mit der von der
Staatsanwaltschaft beschlagnahmten Stockwerkeigentums-Wohnung von
S._ samt Waldstück in U._/TI (Grundbuchblatt ..., Parzelle-Nr. ...; Par-
- 68 -
zelle-Nr. ...) entstanden sind, sind auf die Staatskasse zu nehmen. Die Verwal-
tungskosten für die Liegenschaft in U._ können noch nicht abschliessend
beziffert werden, da der Verwaltungsauftrag diesbezüglich noch weiterläuft (vgl.
Urk. 405). Auch diese noch ausstehenden Kosten sind auf die Staatskasse zu
nehmen. Die Vorinstanz entschied, die Beschlagnahme dieser Grundstücke bzw.
Liegenschaften aufrecht zu erhalten, um die gegenüber dem Beschuldigten und
seiner Lebenspartnerin S._ ausgesprochenen Ersatzforderungen zu sichern
(Dispositivziffern 14 und 21). Diese Dispositivziffern waren im Berufungsverfahren
nicht mehr angefochten. Dass aufgrund des Berufungsverfahrens weitere Verwal-
tungskosten anfielen, kann damit nicht zum Nachteil des Beschuldigten und
S._ gereichen, zumal sie das vorinstanzliche Urteil akzeptiert haben.
2.4 Zusammengefasst sind die Kosten des Berufungsverfahrens, exklusive
derjenigen betreffend die Verwaltung der Liegenschaften in N._ und U._
im Betrag von einstweilen Fr. 7'297.65, inklusive derjenigen der amtlichen Vertei-
digung im Betrag von pauschal Fr. 9'700.– (inklusive Mehrwertsteuer, vgl.
Urk. 396/1-3 zuzüglich rund vier Stunden für das Studium des Urteils und Nach-
besprechung), zu 1/16 dem Privatkläger 60 sowie zu 1/4 (4/16) den Verfahrens-
beteiligten 4-6 aufzuerlegen und im Übrigen (11/16) auf die Gerichtskasse zu
nehmen. Die Kosten betreffend die Verwaltung der Liegenschaften in N._
und U._ im Betrag von einstweilen Fr. 7'297.65 zuzüglich der noch ausste-
henden Kosten für die Verwaltung der Liegenschaft in U._ sind auf die Ge-
richtskasse zu nehmen. Die dem Privatkläger 60 auferlegten Kosten sind mit der
von ihm geleisteten Kaution zu verrechnen.
3.1 Da der Privatkläger 60 hinsichtlich seiner Anträge zu 2/3 obsiegt (Obsie-
gen betreffend Schadenersatzbegehren, welches mit 2/16 des Aufwandes bewer-
tet wurde; kein anzunehmenden Obsiegen betreffend den erst im Berufungsver-
fahren gestellten Zuweisungsantrag, welcher mit 1/16 des Aufwandes bewertet
wurde), hat er im gleichen Umfang Anspruch auf eine reduzierte Prozessentschä-
digung für anwaltliche Vertretung im Berufungsverfahren. Der Vertreter des Pri-
vatklägers 60 bezifferte seinen Aufwand im Berufungsverfahren auf Fr. 20'117.70
inklusive Mehrwertsteuer (Urk. 377/2). Demnach ist dem Privatkläger 60 eine re-
- 69 -
duzierte Prozessentschädigung von Fr. 13'411.80 aus der Gerichtskasse zuzu-
sprechen.
3.2 Der Vertreter der Verfahrensbeteiligten 4-6 bezifferte seinen Aufwand im
Berufungsverfahren auf Fr. 10'698.15 inklusive Mehrwertsteuer (Urk. 404). Von
diesem Betrag sind vorab Fr. 937.– (Fr. 870.– zuzüglich 7,7% Mehrwertsteuer)
abzuziehen, da diese den Aufwand der Verfahrensbeteiligen 4-6 betreffen, wel-
chen sie im Zusammenhang mit der durch das Obergericht verfügten Kautionie-
rung hatten, welche ab dem Zeitpunkt, in welchem die Verfahrensbeteiligten 4-6
ihre Berufung beschränkten, zu Unrecht erfolgte (a.a.O., Positionen vom
11.09.2017 bis 26.09.2016). Dieser Aufwand ist den Verfahrensbeteiligten 4-6 in
vollem Umfang zu entschädigten. Beim restlichen Aufwand im Betrag von
Fr. 9'761.15 ist zu berücksichtigen, dass die Verfahrensbeteiligten 4-6 mit ihren
Anträgen zu 9/16 obsiegen (teilweises Obsiegen in Bezug auf die Aufhebung der
Ersatzforderungen) und zu 4/16 unterliegen (teilweises Unterliegen in Bezug auf
die Aufhebung der Ersatzforderungen und Unterliegen in Bezug auf die Heraus-
gabe der beschlagnahmten Barschaft), weshalb ihre Entschädigung auf 9/13, mit-
hin auf Fr. 6'757.70, zu reduzierten ist. Insgesamt ist den Verfahrensbeteiligten 4-
6 damit eine reduzierte Prozessentschädigung im Betrag von Fr. 7'694.70
(Fr. 937.– +Fr. 6'757.70) inklusive Mehrwertsteuer aus der Gerichtskasse zuzu-
sprechen.
3.3 Die Privatkläger 2, 3, 35, 36, 62, 63, 65, 71 und 80 waren im Berufungs-
verfahren involviert, da sie von der Berufung des Privatklägers 60, insbesondere
dessen Antrag auf Aufnahme in die Liste für die Verteilung der Summe aus Ein-
ziehungen und Ersatzforderungen, betroffen waren. Da der Privatkläger 60 in die-
sem Punkt obsiegt, besteht kein Anspruch der obgenannten Privatkläger auf Ent-
schädigung.
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