Decision ID: 04354eac-603f-4049-9ad0-d4f3ee35c775
Year: 2015
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 1. Juni 2011 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (IV-act. 4). Gemäss den Akten der Suva, die die IV-Stelle
bereits im April 2011 erhalten hatte (vgl. IV-act. 3), hatte der Versicherte, der als
Heizungsmonteur erwerbstätig gewesen war, sich im Januar 2010 bei einem Sturz an
der rechten Schulter verletzt (IV-act. 2–142). Die behandelnden Ärzte hatten eine
Supraspinatussehnenläsion und eine Teilruptur der Subscapularissehne diagnostiziert
(IV-act. 2–140). Im April 2010 war eine Arthroskopie an der rechten Schulter
durchgeführt worden (IV-act. 2–128). Die Symptomatik hatte sich nur langsam
gebessert; der Verlauf war langwierig gewesen (IV-act. 2–116). Der Versicherte hatte in
einem Gespräch mit einer Aussendienstmitarbeiterin der Suva und seinem Arbeitgeber
angegeben (IV-act. 2–112 f.), er habe in seinem Herkunftsland den Beruf des
Heizungsmonteurs erlernt und nach seiner Einreise in die Schweiz vorwiegend als
Heizungsmonteur gearbeitet. Für den aktuellen Arbeitgeber habe er überwiegend
selbständig gearbeitet, das heisst er sei jeweils alleine auf der Baustelle gewesen. Sein
Arbeitgeber hatte in diesem Gespräch angegeben, dass er aufgrund des Ausfalls des
Versicherten temporär einen Heizungsmonteur habe einstellen müssen. Im Sommer
2010 hatte der Versicherte begonnen, zu 20 Prozent zu arbeiten (IV-act. 2–95), im
September 2010 hatte er das Pensum auf 50 Prozent erhöht (IV-act. 2–94). Anlässlich
einer MRI-Untersuchung war eine Supraspinatussehnenruptur in der linken Schulter
festgestellt worden (IV-act. 2–91). Im November 2010 hatte der Versicherte die Arbeit
wegen Schmerzen im Bein unterbrechen müssen (IV-act. 2–81). Die Klinik für
orthopädische Chirurgie des Kantonsspitals St. Gallen hatte eine fortgeschrittene
Gonarthrose beidseits diagnostiziert (IV-act. 2–38). Im März 2011 war dem Versicherten
eine Totalendoprothese im linken Knie eingesetzt worden (IV-act. 2–5). Der Arbeitgeber
des Versicherten berichtete der IV-Stelle am 9. Juni 2011, dass er den Versicherten als
Heizungsmonteur beschäftige und ihm ab Januar 2011 einen Lohn von 13 × 5’730
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Franken ausgerichtet hätte, wenn er noch vollständig arbeitsfähig gewesen wäre (IV-
act. 11). Gemäss einem Auszug aus dem individuellen Beitragskonto (IK) hatte das
beitragspflichtige Einkommen des Versicherten in den Jahren 2002–2009 zwischen
56’351 Franken und 79’907 Franken geschwankt (IV-act. 12). Die Klinik für
orthopädische Chirurgie des Kantonsspitals St. Gallen hatte in einem Bericht vom 25.
Mai 2011 festgehalten, dass auch am rechten Knie eine Operation geplant sei (IV-act.
32). Diese Operation wurde am 6. September 2011 durchgeführt; dem Versicherten
wurde eine Totalendoprothese implantiert (IV-act. 33). Am 17. Januar 2012 notierte Dr.
med. Harald D._ vom IV-internen regionalen ärztlichen Dienst (RAD), dass dem
Versicherten nach der Implantation von zwei Totalendoprothesen nicht mehr
zugemutet werden könne, weiterhin als Heizungsmonteur zu arbeiten; körperlich leichte
bis mittelschwere Tätigkeiten seien dagegen zunächst zu 50 Prozent und im Verlauf zu
100 Prozent zumutbar (IV-act. 39). Die Klinik für orthopädische Chirurgie des
Kantonsspitals St. Gallen berichtete am 31. August 2012 über einen erfreulichen
Verlauf nach den beiden Knieoperationen (IV-act. 55). Der Chiropraktor Dr. B._ teilte
im Januar 2013 mit, dass der Versicherte seines Erachtens wechselbelastende
Tätigkeiten ohne Bücken, ohne Knien und mit einer Gewichtslimite von zehn Kilogramm
uneingeschränkt ausüben könnte; als Heizungsmonteur könne er dagegen nicht mehr
eingesetzt werden (IV-act. 58). Der Hausarzt Dr. med. C._ berichtete am 17. Mai
2013 (IV-act. 80), der Versicherte leide nach wie vor an persistierenden,
belastungsabhängigen Knieschmerzen beidseits sowie an belastungsabhängigen
Schulterschmerzen. Dies wirke sich auf seine Arbeitsfähigkeit aus; er sei verlangsamt
und verfüge über weniger Ausdauer. Für körperlich adaptierte Tätigkeiten bestehe eine
Arbeitsfähigkeit von maximal 30 Prozent.
A.b Die IV-Stelle hatte bereits im Februar 2012 eine berufliche Eingliederung geprüft
(IV-act. 82). In mehreren Gesprächen hatten der Versicherte und auch dessen
Arbeitgeber bekräftigt, dass eine Auflösung des Arbeitsverhältnisses nicht in Frage
komme. Der Arbeitgeber hatte dem Versicherten allerdings nur teilweise leichtere
Arbeiten zuweisen können. Der Versicherte hatte sich ausserstande gesehen, einer
vollzeitigen Erwerbstätigkeit nachzugehen. Zudem hatte er befürchtet, keine andere
Arbeitsstelle zu finden. Die IV-Stelle hatte den Versicherten in Zusammenarbeit mit dem
zuständigen regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) bei der Stellensuche
unterstützen wollen. Dieser hatte es aber schliesslich vorgezogen, weiterhin, aber in
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einem reduzierten Pensum für seinen bisherigen Arbeitgeber tätig zu bleiben. Im Juni
2013 wurde die berufliche Eingliederung deshalb abgebrochen. Am 17. Juli 2013 teilte
die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass er keinen Anspruch auf weitere berufliche
Massnahmen habe (IV-act. 85). Mit einem Vorbescheid vom 8. August 2013 kündigte
sie ihm die Abweisung seines Rentengesuchs mangels eines rentenbegründenden
Invaliditätsgrades an (IV-act. 89). Sie hatte ein Valideneinkommen von 74’490 Franken
(= 13 × 5’730 Franken) mit einem zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommen
von 61’776 Franken (statistischer Hilfsarbeiterlohn) verglichen. Dies hatte einen
Invaliditätsgrad von 17 Prozent ergeben. Dagegen liess der nun anwaltlich vertretene
Versicherte am 9. September 2013 einwenden (IV-act. 95), die Voraussetzungen für
eine Umschulung seien offenkundig erfüllt, weshalb eine solche in die Wege zu leiten
sei. Da der Versicherte gemäss dem IK-Auszug schon vier Jahre früher 79’907 Franken
verdient habe, sei das Valideneinkommen augenscheinlich zu tief angesetzt worden.
Das Valideneinkommen liege mindestens bei 82’000 Franken. Der bald 60 Jahre alte
Versicherte leide an diversen Gesundheitsbeeinträchtigungen und sei deshalb
sicherlich nicht mehr in der Lage, ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen.
Am 18. September 2013 liess der Versicherte mitteilen, dass der Arbeitgeber ein
Valideneinkommen von 82’000 Franken telefonisch als korrekt bezeichnet habe (IV-
act. 97). Am 26. September 2013 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass sie eine
Berufsberatung und eine Abklärung der beruflichen Eingliederungsmöglichkeiten
vornehmen werde (IV-act. 100). Am 22. Oktober 2013 fand eine Besprechung zwischen
einer Eingliederungsberaterin der IV-Stelle, dem Versicherten und dem Arbeitgeber
statt (IV-act. 104). Der Versicherte gab gemäss einer Notiz der Eingliederungsberaterin
an (IV-act. 107), dass er kein Interesse an einer Umschulung habe; ihm gehe es nur
darum, dass er als Berufsmann qualifiziert werde. Die Eingliederungsberaterin hielt
weiter fest, dass angesichts der mangelnden Deutschkenntnisse und des
fortgeschrittenen Alters des Versicherten eine Umschulung kaum durchführbar wäre.
Am 11. November 2013 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass er keinen
Anspruch auf berufliche Massnahmen habe (IV-act. 112). Dieser liess am 26. November
2013 einwenden, dass er sehr wohl an einer Umschulung interessiert sei und erwarte,
dass die IV-Stelle ihn mit beruflichen Eingliederungsmassnahmen unterstütze und ihm
eine halbe Rente zuspreche (IV-act. 113). Mit einer Verfügung vom 14. Februar 2014
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verneinte die IV-Stelle einen Anspruch auf berufliche Massnahmen (IV-act. 114).
Gleichentags verfügte sie die Abweisung des Rentenbegehrens (IV-act. 115).
B.
B.a Am 12. März 2014 liess der Versicherte (nachfolgend: der Beschwerdeführer)
eine Beschwerde gegen die beiden Verfügungen vom 14. Februar 2014 erheben (act. G
1). Sein Rechtsvertreter beantragte die Gewährung von beruflichen Massnahmen, die
Zusprache mindestens einer halben Rente und eventualiter die Einholung eines
polydisziplinären Gutachtens. Zur Begründung führte er aus, die medizinische
Aktenlage sei veraltet. Der neuste medizinische Bericht, in dem alle Beschwerden des
Beschwerdeführers berücksichtigt würden, datiere vom 20. Dezember 2010. Die IV-
Stelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) verhalte sich widersprüchlich, weil sie
den Beschwerdeführer veranlassen wolle, bei seinem aktuellen Arbeitgeber die
Kündigung zu provozieren, obwohl er dann auf dem freien Arbeitsmarkt keine
Arbeitsstelle mehr finden werde. Der Beschwerdeführer habe sich um eine Arbeitsstelle
bemüht, aber keine gefunden. Auch die Beschwerdegegnerin habe ihm keine
Arbeitsstelle zuweisen können. Die angestammte Tätigkeit sei ihm nicht mehr
zumutbar. Ohne eine Umschulung finde er aber keine geeignete andere Tätigkeit. Wenn
er nicht einmal mehr im erlernten Beruf arbeiten könne, könne er ohne eine
Umschulung gewiss auch keine Hilfsarbeiten verrichten. Der Validenlohn liege bei
82’000 Franken. Der Arbeitgeber des Beschwerdeführers habe dies explizit bestätigt.
Das von der Beschwerdegegnerin angeführte Invalideneinkommen von 61’776 Franken
könnten „die Leute aus dem Balkan“ selbst dann kaum je erzielen, wenn sie gesund
seien. Die Beschwerdegegnerin habe nicht einmal leidensbedingte Abzüge
vorgenommen. Der Beschwerdeführer könne dieses Einkommen jedenfalls niemals
erzielen.
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 16. Mai 2014 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 4). Zur Begründung führte sie an, die medizinische Aktenlage sei
nicht veraltet. Der neuste Bericht des Hausarztes datiere vom 17. Mai 2013. Bezüglich
der beiden Knie lasse sich den Berichten des Kantonsspitals St. Gallen entnehmen,
dass die postoperativen Verhältnisse regelkonform seien. Es lägen keine Hinweise
dafür vor, dass sich an der harmlosen Befundlage etwas geändert habe. Auch
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bezüglich des Rückens liege eine unproblematische Befundlage vor. Bezüglich der
rechten Schulter sei von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit in leidensadaptierten
Tätigkeiten auszugehen. Der Gesundheitszustand sei umfassend und kompetent
abgeklärt worden. Es bestehe keine Veranlassung für weitere medizinische
Abklärungen. Das Durchschnittseinkommen des Beschwerdeführers habe in den
Jahren 2006–2009 74’582 Franken betragen. Der Arbeitgeber habe ein Einkommen von
74’490 Franken angegeben. Dem Beschwerdeführer seien leidensadaptierte
Hilfsarbeiten uneingeschränkt zumutbar. Allerdings sei ein „Leidensabzug“ von zehn
Prozent zu berücksichtigen, weil der Beschwerdeführer nur noch leichte Tätigkeiten
verrichten könne. Beim Alter handle es sich um einen invaliditätsfremden Faktor,
weshalb dafür kein Abzug vorzunehmen sei. Damit resultiere ein Invalideneinkommen
von 55’723 Franken. Der Invaliditätsgrad betrage folglich 26 Prozent, weshalb das
Rentenbegehren zu Recht abgewiesen worden sei. Ein Umschulungsanspruch bestehe
nicht, weil der Beschwerdeführer in der Schweiz stets als Hilfsarbeiter tätig gewesen
sei. Seit dem Jahr 1974 habe er sich nicht mehr schulisch weitergebildet. Folglich sei er
gar nicht in der Lage, eine Umschulung in angemessener Zeit zu absolvieren, was
deshalb von Bedeutung sei, weil er bereits 58 Jahre alt sei. Ein Anspruch auf eine
Arbeitsvermittlung bestehe ebenfalls nicht, weil dem Beschwerdeführer zugemutet
werden könne, sich selbst um eine geeignete Hilfsarbeit zu bemühen.
B.c Der Beschwerdeführer liess am 2. Juli 2014 an seinen Anträgen festhalten (act.
G 6). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (vgl. act. G 8).

Erwägungen
1.
Die vom Beschwerdeführer erhobene Beschwerde richtet sich gegen zwei Verfügungen
der Beschwerdegegnerin, von denen eine den Anspruch auf berufliche
Eingliederungsmassnahmen und die andere den Rentenanspruch betroffen hat.
Materiell handelt es sich vor diesem Hintergrund um zwei Beschwerden mit je einem
eigenen Streit- und Anfechtungsgegenstand. Angesichts des engen sachlichen
Zusammenhangs rechtfertigt es sich allerdings aus verfahrensökonomischen Gründen,
die beiden Beschwerden mit einem Entscheid zu beurteilen.
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2.
Der Beschwerdeführer hat in seinem Herkunftsland eine Berufslehre zum
Heizungsmonteur absolviert. Ob diese Ausbildung in der Schweiz anerkannt worden
wäre, ist ungewiss, weil die Qualität der Berufsausbildung im Herkunftsland des
Beschwerdeführers erfahrungsgemäss oft nicht als jener einer vergleichbaren
Ausbildung in der Schweiz entsprechend angesehen wird. Allerdings hat der
Beschwerdeführer in der Schweiz fast durchgehend als Heizungsmonteur gearbeitet.
Die Angaben seines letzten Arbeitgebers belegen, dass er zumindest von diesem wie
ein gelernter Heizungsmonteur eingesetzt worden ist. Er hat nämlich mehrheitlich
selbständig gearbeitet, was bedeutet, dass er das ganze Spektrum der Tätigkeiten
eines gelernten Heizungsmonteurs abgedeckt hat. Sein Lohn hat dem Lohn eines
gelernten Heizungsmonteurs entsprochen und ist damit deutlich höher als ein
Hilfsarbeiterlohn gewesen. Nach seinem Ausfall hat der Arbeitgeber einen
Heizungsmonteur und nicht etwa einen Hilfsarbeiter als Ersatz einstellen müssen. Der
Beschwerdeführer muss also während der Zeit seiner Erwerbstätigkeit in der Schweiz
durch seine berufliche Erfahrung allfällige Lücken seiner Ausbildung wettgemacht
haben. Beim Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung hat er somit über die
Erwerbsfähigkeit eines gelernten Heizungsmonteurs verfügt. Da keine Indizien dafür
sprechen, dass er seine beruflichen Qualifikationen ohne die
Gesundheitsbeeinträchtigung weiter hätte verbessern wollen, und da das
fortgeschrittene Alter eher dafür spricht, dass er weiterhin als Heizungsmonteur tätig
gewesen wäre, besteht die Validenkarriere in der Verrichtung einer durchschnittlich
entlöhnten Tätigkeit als Heizungsmonteur.
3.
3.1 Anhand der medizinischen Akten ist mit dem erforderlichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit belegt, dass dem Beschwerdeführer die
Weiterführung seiner angestammten Tätigkeit aufgrund seiner
Gesundheitsbeeinträchtigung nicht mehr zumutbar ist. Als Berufsmann, der seinen
Beruf nicht mehr ausüben kann, hätte er an sich einen Anspruch auf eine Umschulung
(Art. 17 IVG). Angesichts seiner mangelhaften Deutschkenntnisse und der langen Dauer
seit der letzten Ausbildung dürfte er allerdings nicht in der Lage sein, dem schulischen
Teil einer Berufsausbildung folgen zu können. Wenn überhaupt könnte der
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Beschwerdeführer eine Umschulung nur mit einer intensiven Vorbereitung,
insbesondere in Form von Deutschkursen, und mittels einer „Verlängerung“ der
Umschulung, verbunden mit einer intensiven Begleitung, erfolgreich abschliessen. Im
besten Fall würde eine Umschulung somit erst unmittelbar vor der Pensionierung
abgeschlossen. Vor diesem Hintergrund wäre die Durchführung einer Umschulung
unverhältnismässig, weshalb die Beschwerdegegnerin im Ergebnis zu Recht eine
Umschulung verweigert hat. Berufsleuten kann grundsätzlich nicht zugemutet werden,
für den Rest ihres Erwerbslebens als Hilfsarbeiter tätig zu sein. Weil aber vorliegend
eine Umschulung unverhältnismässig wäre, kann dem Beschwerdeführer nur die
Verrichtung einer Hilfsarbeit oder aber gar keine Erwerbstätigkeit mehr zugemutet
werden, womit er einen Anspruch auf eine ganze Rente hätte. Angesichts der
gesamten Umstände kann dem Beschwerdeführer aufgrund seiner
Schadenminderungspflicht die Verrichtung einer Hilfsarbeit während der kurzen Zeit, in
der er noch erwerbstätig sein kann, objektiv zugemutet werden. Hilfsarbeiten können
per definitionem ohne eine vorgängige berufliche Ausbildung verrichtet werden. Zwar
ist verständlich, dass der Beschwerdeführer keine (vollständige) Arbeitslosigkeit
riskieren will, doch kann die Invalidenversicherung nicht für das Risiko der
Arbeitslosigkeit aufkommen. Eine Leistungspflicht der Invalidenversicherung besteht
deshalb nur für Schäden, die die Folge einer versicherten Invalidität sind, weshalb für
die Bemessung der Invalidität auch nicht auf den realen, sondern auf den
ausgeglichenen Arbeitsmarkt abgestellt wird.
3.2 Dennoch hätte der Beschwerdeführer an sich einen Anspruch auf die
Unterstützung der Beschwerdegegnerin bei der Stellensuche gehabt. Da er jedoch der
Weiterbeschäftigung beim bisherigen Arbeitgeber den Vorzug gegeben und klar zum
Ausdruck gebracht hat, dass er kein Interesse daran habe, nach einer anderen
Arbeitsstelle zu suchen, hat im massgebenden Zeitraum bis zum Erlass der Verfügung
vom 14. Februar 2014 kein Anlass für eine Arbeitsvermittlung bestanden. Sollte der
Beschwerdeführer allerdings seine aktuelle Arbeitsstelle verlieren, läge diesbezüglich
eine völlig andere Ausgangslage vor. Im Sinne eines obiter dictum ist darauf
hinzuweisen, dass die Beschwerdegegnerin in dieser Situation eine eingehende
berufliche, allenfalls eine beruflich-medizinische Abklärung durchzuführen hätte, damit
sie den offenkundig arbeitswilligen Beschwerdeführer anschliessend optimal bei der
Stellensuche unterstützen könnte. In der massgebenden Situation beim
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Verfügungserlass hat dafür aber aus den dargelegten Gründen keine Veranlassung
bestanden. Die Verfügung vom 14. Februar 2014, mit der ein Anspruch auf berufliche
Massnahmen verneint worden ist, erweist sich somit im Ergebnis als rechtmässig.
4.
4.1 Gemäss den Angaben des Arbeitgebers hätte der Lohn des Beschwerdeführers
im Jahr 2011 ohne eine Gesundheitsbeeinträchtigung 13 × 5’730 = 74’490 Franken
betragen. Der Arbeitgeber hat zwar später angegeben, dass er dem Beschwerdeführer
heute 82’000 Franken pro Jahr bezahlen würde. Diese Angabe genügt aber nicht, um
mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit einen
entsprechenden Validenlohn zu belegen. Der Arbeitgeber hat nämlich nicht von sich
aus eine Lohnsumme genannt, sondern nur bestätigt, was der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers angegeben hatte. Bei seiner Aussage ist der Arbeitgeber also
beeinflusst gewesen. Zudem wäre eine Lohnerhöhung von rund zehn Prozent (von
74’490 Franken auf 82’000 Franken) als ungewöhnlich zu bezeichnen. Während seiner
Tätigkeit für diesen Arbeitgeber hat der Beschwerdeführer auf folgenden Einkommen
AHV/IV/EO-Beiträge entrichtet: 56’351 Franken (2002), 64’004 Franken (2003), 69’298
Franken (2004), 66’984 Franken (2005), 74’432 Franken (2006), 68’250 Franken (2007),
75’737 Franken (2008) und 79’907 Franken (2009). Der Durchschnitt der
beitragspflichtigen Einkommen in den Jahren 2002–2009 beträgt also 69’370 Franken.
Trotz der teils starken Schwankungen der Einkommen zeichnet sich allerdings ein
genereller Anstieg der Einkommen ab, weshalb angenommen werden kann, dass der
Beschwerdeführer mindestens eine Lohnerhöhung erhalten hat. Blendet man die Jahre
2004 (als ungewöhnliche „Spitze“) und 2007 (als ungewöhnliche „Senke“) aus, sind die
ab dem Jahr 2006 erzielten Einkommen deutlich höher als die davor erzielten. Der
Durchschnitt der in den Jahren 2006–2009 erzielten Einkommen dürfte daher eher dem
Valideneinkommen als der Durchschnitt der in den Jahren 2002–2009 erzielten
Einkommen entsprechen. Er beträgt 74’582 Franken (für die Berechnung des
Durchschnittes muss das im Jahr 2007 erzielte Einkommen selbstverständlich mit
berücksichtigt werden) und entspricht damit ziemlich genau dem vom Arbeitgeber
angegebenen Einkommen von 74’490 Franken. Der statistische, standardisierte
Medianlohn eines gelernten Heizungsmonteurs hat im Jahr 2010, in dem der
Beschwerdeführer der Arbeit erstmals gesundheitsbedingt länger hat fern bleiben
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müssen, gemäss den Ergebnissen der vom Bundesamt für Statistik durchgeführten
Lohnstrukturerhebung 5’559 Franken betragen (Ausbaugewerbe, Branche 43,
Anforderungsniveau 3). Dies hat bei einer betriebsüblichen Arbeitszeit von 41,4
Stunden pro Woche im Jahr 2010 (Ausbaugewerbe, Branche 43) einem Jahreslohn von
69’043 Franken entsprochen. Ein gelernter Heizungsmonteur, der selbständige und
qualifizierte Arbeiten verrichtet hat (Anforderungsniveau 2), hat dagegen 6’240 Franken
beziehungsweise 77’501 Franken verdient. Statistisch liegt das Einkommen, das der
Beschwerdeführer in den Jahren 2006–2009 erzielt hat, respektive das Einkommen,
das der Arbeitgeber in seinem Arbeitgeberbericht als Valideneinkommen angegeben
hat, somit ziemlich genau in der Mitte der Einkommen, die ein gelernter
Heizungsmonteur (69’043 Franken) und ein selbständig tätiger, qualifizierte Arbeiten
verrichtender Heizungsmonteur (77’501 Franken) im Jahr 2010 im Durchschnitt verdient
haben. Da der Beschwerdeführer – ohne eine in der Schweiz anerkannte Ausbildung –
wie ein gelernter Heizungsmonteur gearbeitet hat und von seinem Arbeitgeber
regelmässig für qualifizierte Arbeiten eingesetzt worden ist, die er alleine und
selbständig ausgeführt hat, und da er sich damit „zwischen“ den Anforderungsniveaus
2 und 3 befunden hat, entspricht das vom Arbeitgeber in dessen Arbeitgeberbericht
angegebene Einkommen den statistischen Angaben. Gesamthaft ist deshalb davon
auszugehen, dass der Beschwerdeführer ohne eine Gesundheitsbeeinträchtigung im
Jahr 2011 ein Einkommen von 74’490 Franken hätte erzielen können. Angepasst an die
Nominallohnentwicklung in den Jahren 2011–2014 ergibt sich ein Valideneinkommen
von 75’818 Franken (Nominallohnindex Baugewerbe: Stand 2011 = 101; Stand 2014 =
102,8; Basis 2010).
4.2 Der Beschwerdeführer leidet an Beeinträchtigungen an beiden Schultern und an
beiden Knien. An den Knien sind erfolgreich Totalendoprothesen eingesetzt worden.
Der postoperative Verlauf ist als erfreulich bezeichnet worden. Gemäss einem Bericht
des Hausarztes vom 17. Mai 2013 sind die verbliebenen Kniebeschwerden stärker als
die Beschwerden an den Schultern gewesen. Dies deckt sich mit dem Verlauf der
Schulterbeschwerden gemäss den Akten der Suva, der zwar langwierig gewesen ist,
schliesslich aber keine erhebliche Beeinträchtigung zurückgelassen hat. Hinweise auf
weitere Gesundheitsbeeinträchtigungen finden sich in den Akten nicht. Ebenso wenig
finden sich Hinweise auf eine zwischenzeitliche Verschlechterung des
Gesundheitszustandes. Der Hausarzt des Beschwerdeführers hat aufgrund der Knie-
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und Schulterbeschwerden eine Arbeitsunfähigkeit von 70 Prozent selbst für
leidensadaptierte Tätigkeiten attestiert. Es liegen aber keine objektiven Befunde vor,
die diese praktisch vollständige Aufhebung jeglicher Arbeitsfähigkeit rechtfertigen
würden. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung des Hausarztes überzeugt also nicht. Der
Chiropraktor Dr. B._ hat für leidensadaptierte Tätigkeiten eine uneingeschränkte
Arbeitsfähigkeit attestiert, was der RAD-Arzt Dr. D._ am 11. Juli 2013 als
überzeugend erachtet hat (vgl. IV-act. 83). Angesichts der Aktenlage besteht somit kein
Anlass zur Annahme, der Beschwerdeführer sei in Tätigkeiten, bei denen weder seine
Knie noch seine Schultern übermässigen Belastungen ausgesetzt sind, nur
eingeschränkt arbeitsfähig. Weitere medizinische Abklärungen sind bei dieser
Aktenlage nicht notwendig gewesen. Der Beschwerdeführer ist in leidensadaptierten
Tätigkeiten überwiegend wahrscheinlich uneingeschränkt arbeitsfähig.
4.3 Als Hilfsarbeiter hätte der Beschwerdeführer im Jahr 2010 einen Jahreslohn von
61’164 Franken (= 4’901 Franken × 12 ÷ 40 × 41,6) erzielen können. Angepasst an die
Nominallohnentwicklung (alle Branchen; Stand 2010 = 2151 Punkte; Stand 2014 =
2220 Punkte) ergibt sich für das Jahr 2014 ein Ausgangswert des zumutbarerweise
erzielbaren Invalideneinkommens von 63’126 Franken. Zu prüfen bleibt, ob von diesem
Tabellenlohn ein Abzug zu machen ist, der teilweise missverständlich als
„Leidensabzug“ bezeichnet wird (vgl. BGE 126 V 75). Bei diesem Abzug handelt es sich
nicht um einen Abzug wegen einer medizinisch bedingten Beeinträchtigung der
Leistungsfähigkeit, denn diese wird von den medizinischen Sachverständigen ermittelt.
Vielmehr soll mit diesem Abzug Umständen Rechnung getragen werden, die es der
versicherten Person verunmöglichen, ihre Restarbeitsfähigkeit mit einem
durchschnittlichen wirtschaftlichen Erfolg zu verwerten. Dieser Abzug trägt also
Tatsachen Rechnung, die einen wirtschaftlich denkenden potentiellen Arbeitgeber
veranlassen werden, der versicherten Person einen Lohn zu bezahlen, der tiefer ist als
der Lohn, den ein gesunder Arbeitnehmer erhalten würde. Vorliegend stellt das
fortgeschrittene Alter des Beschwerdeführers einen solchen Umstand dar, denn ein
potentieller Arbeitgeber wird sich entsprechend mit hohen
Sozialversicherungsbeiträgen konfrontiert sehen, was ihn veranlassen wird, den
Bruttolohn unterdurchschnittlich tief anzusetzen. Weiter ist zu berücksichtigen, dass
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der Beschwerdeführer an allen vier Extremitäten beeinträchtigt ist, weshalb er
hinsichtlich vieler Arbeiten rasch seine Leistungsgrenze erreichen dürfte. Ein
potentieller Arbeitgeber wird ihn entsprechend nicht flexibel einsetzen können, sondern
akzeptieren müssen, dass der Beschwerdeführer nur die Arbeiten verrichten kann, die
leidensadaptiert sind. Diese Umstände rechtfertigen einen Abzug von nicht mehr als
zehn Prozent. Angesichts der uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit für leidensadaptierte
Tätigkeiten beträgt das zumutbarerweise erzielbare Invalideneinkommen folglich
56’813 Franken (= 90 Prozent von 63’126 Franken).
4.4 Bei einem Valideneinkommen von 75’818 Franken und einem zumutbarerweise
erzielbaren Invalideneinkommen von 56’813 Franken ergibt sich ein nicht
rentenbegründender Invaliditätsgrad von 25 Prozent. Folglich besteht kein Anspruch
auf eine unbefristete Rente im Sinne des Art. 28 IVG. In Frage könnte somit nur noch
die Zusprache einer so genannten Arbeitsunfähigkeitsrente im Sinne von BGE 121 V
190 kommen, also einer befristeten Rente für die Zeit bis zum Erreichen der
Eingliederungsfähigkeit. Der Beschwerdeführer hat sich im Juni 2011 zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung angemeldet. Gemäss dem Art. 29 Abs. 1 IVG hat
ein Rentenanspruch frühestens ab dem 1. Dezember 2011 entstehen können. Die letzte
grosse Operation, das Einsetzen einer Totalendoprothese im rechten Knie, ist am 6.
September 2011 durchgeführt worden. Gemäss den Verlaufsberichten der Klinik für
orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Kantonsspitals St. Gallen ist der
Beschwerdeführer bereits im Oktober 2011 wieder eingliederungsfähig gewesen; ab
November 2011 hat er das rechte Bein wieder voll belasten können. Im Zeitpunkt des
frühestmöglichen Rentenbeginns, am 1. Dezember 2011, hat somit kein Anspruch
mehr auf eine so genannte Arbeitsunfähigkeitsrente mehr bestehen können. Die
Beschwerdegegnerin hat deshalb im Ergebnis zu Recht einen Rentenanspruch des
Beschwerdeführers verneint. Auch die Verfügung vom 14. Februar 2014 betreffend den
Rentenanspruch erweist sich damit als rechtmässig.
5.
Folglich sind beide Beschwerden abzuweisen. Für die beiden Beschwerdeverfahren
müsste an sich je eine Gerichtsgebühr erhoben werden. Da die Vereinigung der beiden
Beschwerdeverfahren vorliegend aber einen verfahrensökonomischen Vorteil bewirkt
hat, rechtfertigt es sich, die Gerichtskosten auf 600 Franken festzusetzen, was der
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praxisgemässen Gebühr für ein Verfahren mit einem durchschnittlichen
Verfahrensaufwand entspricht. Diese Kosten hat der unterliegende Beschwerdeführer
zu bezahlen. Diese Gebühr ist durch den von ihm geleisteten Kostenvorschuss
gedeckt. Ein Anspruch auf eine Parteientschädigung besteht nicht.