Decision ID: aca32e8e-bc9b-5e85-a09d-4d83a8ffc808
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 22. November 2006 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen an (IV-act. 1). Im
Rahmen der von der IV-Stelle durchgeführten Abklärungen wurde die Versicherte im
Dezember 2007 und Januar 2008 durch das Medizinische Gutachtenzentrum St. Gallen
(MGSG) polydisziplinär (orthopädisch, rheumatologisch und psychiatrisch) untersucht
und begutachtet. Im entsprechenden Gutachten vom 21. April 2008 wurde der
Versicherten für die bisherige Tätigkeit als Näherin aus interdisziplinärer Sicht eine
Arbeitsfähigkeit von 40% attestiert. In adaptierten Tätigkeiten gaben die Gutachter eine
Arbeitsfähigkeit von 50% an (vgl. IV-act. 38). Ausgehend von der gutachterlich
attestierten Restarbeitsfähigkeit von 50% führte die IV-Stelle zur Invaliditätsbemessung
einen Einkommensvergleich durch, wobei sie für die Bestimmung des
Valideneinkommens auf den zuletzt erzielten Lohn der Versicherten abstellte. Für die
Bestimmung des Invalideneinkommens zog sie die Tabellenlöhne gemäss der
Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik heran und nahm einen
Tabellenlohnabzug von 15% vor. Die resultierende Erwerbseinbusse entsprach einem
Invaliditätsgrad von 58% (IV-act. 60). Mit einer Verfügung vom 3. April 2009 sprach die
IV-Stelle der Versicherten ein halbe Rente mit Wirkung ab 1. November 2007 zu (IV-act.
67, 62). Die gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde der Versicherten wurde vom
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit einem Entscheid vom 8. April 2011, IV
2009/172, abgewiesen (IV-act. 76). Für den detaillierten Sachverhalt ist im Übrigen auf
den erwähnten Gerichtsentscheid zu verweisen.
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A.b Anlässlich eines im August 2011 von Amtes wegen eingeleiteten
Rentenrevisionsverfahrens (IV-act. 78) machte die Versicherte im entsprechenden
Fragebogen einen sowohl psychisch als auch somatisch verschlechterten
Gesundheitszustand geltend (IV-act. 80). Der Hausarzt der Versicherten, Dr. med.
B._, Facharzt für Allgemeine Medizin FMH, gab in einem Verlaufsbericht vom 19.
September 2011 ebenfalls einen verschlechterten Gesundheitszustand der
Versicherten seit der Rentenzusprache an. Er führte aus, dass nebst den
vorbestehenden unveränderten Diagnosen aktuell ein dringender Verdacht auf Multiple
Sklerose bestehe. Die neue Diagnose hätte bestimmt einen negativen Einfluss auf die
Restarbeitsfähigkeit der Versicherten zur Folge. Die diesbezüglichen Abklärungen seien
aber noch nicht abgeschlossen. In der bisherigen Tätigkeit als Näherin bestehe eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit. In leidensadaptierten Tätigkeiten sei die Versicherte
allenfalls für ein bis zwei Stunden pro Tag arbeitsfähig. Die Einschränkung ergebe sich
aufgrund der jahrelangen Chronifizierung der sowohl somatischen als auch
psychischen Gesamtproblematik (IV-act. 83). Der behandelnde Psychiater der
Versicherten, Dr. med. C._, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, berichtete am
21. September 2011 von einem verbesserten Gesundheitszustand. Er hielt fest, dass
sich die depressive Symptomatik der Versicherten seit November 2007 leicht, jedoch
nicht vollständig zurückgebildet habe. Aktuell bestehe eine leichte depressive Episode
bei akzentuierter Persönlichkeit mit perfektionistischen Zügen und bei anhaltender
Belastung durch chronischen Schmerz bei Fibromyalgie. Die in einer ambulanten
Abklärung in der Klinik für Neurologie am Kantonsspital St. Gallen (KSSG) festgestellten
radiologischen Hinweise auf eine demyelinisierende Erkrankung des
Zentralnervensystems könnten als ein organisches Korrelat für das depressive
Syndrom gedeutet werden. Aus rein psychiatrischer Sicht sei von einer Verbesserung
der Arbeitsfähigkeit der Versicherten von 0% auf 50% in leidensadaptierten Tätigkeiten
auszugehen (IV-act. 84). In dem von Dr. C._ erwähnten Bericht der Klinik für
Neurologie am KSSG vom 23. August 2011 war festgehalten worden, dass sich bei der
Versicherten anlässlich der Kernspintomographie-Untersuchungen vom 26. Juni und 1.
Juli 2011 eine kleine demyelinisierende Läsion im Myelon, eine fragliche Läsion in der
Pons sowie mehrere periventrikuläre, paraventrikuläre, kortikale und subkortikale
Signalstörungen, welche verdächtig für das Vorliegen einer demyelinisierenden
Erkrankung seien, gezeigt hätten. Anamnestisch und klinisch-neurologisch hätten sich
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keine Hinweise für das Vorliegen einer solchen Erkrankung gefunden. Die besondere
Konstellation eines radiologischen Zufallbefundes, der grundsätzlich die radiologischen
Kriterien für eine Multiple Sklerose erfülle, ohne darüber hinausgehende Hinweise auf
das Vorliegen einer demyelisierenden Erkrankung des zentralen Nervensystems sei in
der täglichen Praxis ein zunehmend häufiges Problem. Diese Konstellation werde als
radiologisch isoliertes Syndrom oder als inzidentelle Multiple Sklerose bezeichnet. Die
Datenlage hierzu sei unbefriedigend. Einige wenige Studien wiesen darauf hin, dass –
insbesondere wenn kontrastmittelaufnehmende Läsionen zu finden seien – das Risiko
für Patienten, im Verlauf eine Multiple Sklerose zu entwickeln, nicht ganz unerheblich
sei. So werde darauf hingewiesen, dass ca. ein Drittel dieser Patienten im Verlauf ein
klinisches Ereignis erleide, welches Ausdruck einer chronisch-entzündlichen
Zentralnervensystemserkrankung sei. Bei ca. 60 - 75% der Patienten sei im Verlauf
eine zeitliche Dissemination der Befunde im MRI festzustellen. Bei der Versicherten
seien keine kontrastmittelaufnehmenden Läsionen zu finden gewesen, weshalb ihr
Risiko geringer sein dürfte. Erforderlich seien weitere diagnostische Abklärungen
bezüglich des Vorliegens einer chronisch-entzündlichen Erkrankung des
Zentralnervensystems (IV-act. 84-5 ff.)
A.c Auf Nachfrage der IV-Stelle betreffend die angekündigten weiteren Abklärungen
über das Vorliegen von Multipler Sklerose (IV-act. 89) reichte Hausarzt Dr. B._ einen
weiteren Bericht der Klinik für Neurologie am KSSG vom 20. September 2011 ein. Darin
hatten die Ärzte festgehalten, dass sich bei der Versicherten im Hinblick auf die
mögliche chronisch-entzündliche Erkrankung des Zentralnervensystems im Rahmen
der differentialdiagnostischen Aufarbeitung kein richtungsweisender Befund ergeben
habe. Das Ergebnis der u.a. am 20. September 2011 durchgeführten
Liquoruntersuchung sei unauffällig gewesen. Am ehesten handle es sich um ein
radiologisch isoliertes Syndrom. Es sei eine Verlaufsuntersuchung nach sechs Monaten
zu empfehlen. Sollten sich bis dahin Hinweise auf eine zeitliche Dissemination im MRI
zeigen oder ein klinisches Schubereignis auftreten, so werde bei Vorliegen eines
positiven Liquorbefunds eine immunmodulatorische Behandlung empfohlen. Im Falle
eines unauffälligen Verlaufs könnten die Kontrollintervalle auf 24 Monate ausgedehnt
werden. Die rezidivierenden Kollapszustände und Synkopen könnten gut durch die
objektivierte orthostatische Hypotonie erklärt werden (IV-act. 90). In einem von der IV-
Stelle angeforderten Verlaufsbericht der Klinik für Neurologie am KSSG vom 20.
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Februar 2012 wurde ein unveränderter Gesundheitszustand seit der letzten Kontrolle
vom 20. September 2011 angegeben. Der zuständige Arzt nannte als Diagnosen mit
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine orthostatische Hypotension mit rezidivierenden
Kollapsen und Synkopen, anamnestisch ein Fibromyalgiesyndrom sowie eine
Depression. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gab er u.a. die Diagnose eines
radiologisch isolierten Syndroms an. Er hielt fest, dass bei der Versicherten aus rein
neurologischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe. Bei
erfolgreicher Therapie der orthostatischen Hypotension ergäben sich auch
diesbezüglich keine Einschränkungen. Ansonsten wären längeres Stehen und die
Arbeit unter ungünstigen klimatischen Bedingungen (feuchte, warme Umgebung) zu
vermeiden. Aus der Diagnose eines radiologisch isolierten Syndroms ergebe sich keine
Therapieindikation. Aus neurologischer Sicht werde ein abwartendes und
beobachtendes Prozedere empfohlen (IV-act. 99). Der Regionale Ärztliche Dienst der
IV-Stelle (RAD) hielt am 12. April 2012 fest, dass sich der Gesundheitszustand der
Versicherten seit dem MEDAS-Gutachten vom 31. Oktober 2007 (richtig: 21. April
2008) gesamthaft nicht geändert habe. Rein qualitativ würden wegen der
orthostatischen Hypotension gewisse adaptive Empfehlungen gemacht. Zurzeit seien
keine weiteren medizinischen Abklärungen angezeigt (IV-act. 104).
A.d Mit einem Schreiben vom 21. Mai 2012 machte der Rechtsvertreter der
Versicherten eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes geltend und verwies
dafür auf ein Schreiben des behandelnden Psychiaters Dr. C._ vom 24. April 2012,
wonach bei der Versicherten aus psychiatrischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von
100% vorliege (IV-act. 112). Dr. C._ hatte festgehalten, dass die Versicherte von
Ende Dezember 2011 bis Ende Februar 2012 einen Arbeitsversuch mit einem
Teilzeitpensum in der Sozialfirma D._ absolviert habe. Der Versuch habe wegen
anhaltender psychischer Instabilität mit unvorhergesehenen Angstattacken
abgebrochen werden müssen. Aufgrund des Verlaufs des Arbeitsversuchs sei nun – im
Gegensatz zum Verlaufsbericht vom 21. September 2011 – doch von einer 100%igen
Arbeitsunfähigkeit der Versicherten auszugehen. An spezifischen Beschwerden seien
insbesondere eine überwiegend gedrückte Grundstimmung, eine ausgeprägte
Affektlabilität, eine Energielosigkeit und Insuffizienzgefühle bei einer sehr inkonstanten
Tagesverfassung zu nennen (IV-act. 109-4). Der Verantwortliche der D._ AG hatte in
einem Arbeitsbericht vom 19. März 2012 ausgeführt, dass die Versicherte am 16.
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Januar 2012 ihre Arbeit mit einem Pensum von 50%, d.h. 20 Stunden pro Woche,
aufgenommen habe. Die Tätigkeit sei eine einfache, manuelle Montagearbeit von
Kunststoffteilen gewesen. Nach einem Tag habe die Versicherte unter Tränen
mitgeteilt, dass es ihr nicht möglich sei, die vereinbarten vier Stunden zu leisten,
woraufhin das Pensum auf zwei Stunden täglich reduziert worden sei. Die Versicherte
habe nur sehr beschränkt eingesetzt werden können, obwohl ihr sehr leichte, einfache
und sitzende Tätigkeiten angeboten worden seien, die nur ein Minimum an sozialer
Interaktionsfähigkeit und körperlicher Kraft verlangt hätten. Ein leidensadaptierter
Arbeitsplatz für die Versicherte sei kaum vorstellbar. Eine Arbeitsfähigkeit sei bei der
Versicherten wohl höchstens stundenweise im geschützten Rahmen denkbar. Bei einer
Arbeitsfähigkeit von weniger als 50% und bei fehlender Aussicht auf eine Verbesserung
der Leistungsfähigkeit werde das Arbeitsverhältnis bei der D._ AG in der Regel
aufgelöst, da in solchen Fällen eine Reintegration in die freie Wirtschaft
unwahrscheinlich erscheine. Die Versicherte habe während ihrer sieben Wochen
dauernden Anstellung 15 Krankheitstage gehabt, womit die Arbeitsfähigkeit nur
zeitweise gegeben gewesen sei (IV-act. 106-68).
A.e Am 18. September 2012 teilte die IV-Stelle mit, dass sie bei der Überprüfung des
Invaliditätsgrades der Versicherten keine rentenbeeinflussende Änderung festgestellt
habe. Es bestehe deshalb weiterhin Anspruch auf die bisherige (halbe) Rente bei einem
Invaliditätsgrad von 58% (IV-act. 119). Auf Verlangen des Rechtsvertreters der
Versicherten (IV-act. 122) erliess die IV-Stelle diesbezüglich am 27. Februar 2013 eine
beschwerdefähige Verfügung (IV-act. 124). Am 12. März 2013 ersuchte der
Rechtsvertreter um Wiedererwägung und führte aus, dass das Revisionsgesuch der
Versicherten vom 21. Mai 2012 seitens der IV-Stelle nicht mit der notwenigen Sorgfalt
geprüft worden sei. Dr. C._ habe der Versicherten mit seinem Schreiben vom 24.
April 2012, welches Grund für das Revisionsgesuch gewesen sei, eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit attestiert. Diese Einschätzung habe Dr. C._ mit einem Schreiben
vom 4. März 2013 bestätigt (IV-act. 126). In dem vom Rechtsvertreter erwähnten
Schreiben hatte Dr. C._ festgehalten, dass sich an der gesundheitlichen Situation der
Versicherten seit seinem Schreiben vom 24. April 2012 nichts geändert habe (IV-act.
126-4). Mit einer Verfügung vom 15. März 2013 widerrief die IV-Stelle die Verfügung
vom 27. Februar 2013 und kündigte weitere Abklärungen sowie den Erlass einer neuen
Verfügung an (IV-act. 127).
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A.f Dr. C._ gab in einem Verlaufsbericht vom 2. April 2013 einen seit seinem letzten
Bericht vom 21. September 2011 stationären Gesundheitszustand der Versicherten an.
Als Diagnosen nannte er ein leichte depressive Episode sowie den Verdacht auf eine
organische emotional labile (asthenische) Störung. In der Beurteilung führte Dr. C._
aus, dass bei der Versicherten seit seinem letzten Bericht vom 21. September 2011 ein
unveränderter Befund bestehe mit gedrückter Stimmung, Energielosigkeit,
Insuffizienzgefühlen sowie einer ausgeprägten Affektlabilität mit raschen
Stimmungseinbrüchen bereits bei geringfügigen Anlässen. Diese auffällige
Affektlabilität sei in jeder Konsultation durchgehend zu beobachten. Ein
Integrationsversuch in der Sozialfirma D._ sei von einer fehlenden Belastbarkeit mit
zahlreichen vegetativ begleitenden Angstanfällen geprägt gewesen und habe trotz einer
Pensumsreduktion Ende Februar 2012 abgebrochen werden müssen. Die psychische
Verfassung der Versicherten habe sich während der Zeit des Belastungstrainings
konstant mit einer Zunahme der depressiven Symptome sowie einer Intensivierung des
Schmerzerlebens deutlich verschlechtert. Erst im Verlauf der nachfolgenden Monate
sei es wieder zu einer allmählichen Rückbildung auf das vorherige Niveau gekommen
(IV-act. 128). Dr. B._ berichtete am 22. Mai 2013 ebenfalls von einem stationären
Gesundheitszustand der Versicherten seit seinem letzten Bericht vom 19. September
2011 (IV-act. 131).
A.g Auf Veranlassung des RAD (IV-act. 135) wurde die Versicherte am 5. und 16.
November 2013 durch die MEDAS Interlaken Unterseen GmbH polydisziplinär
(neurologisch, rheumatologisch und psychiatrisch) untersucht und begutachtet. Im
entsprechenden Gutachten vom 2. Dezember 2013 (IV-act. 140) wurden als
arbeitsfähigkeitsrelevante Diagnosen eine rezidivierende depressive Störung,
momentan mittelgradigen Ausmasses, bestehend seit dem Jahr 2005, eine
somatoforme Schmerzstörung, klinisch sich manifestierend als myofasziales
Schmerzsyndrom im Rahmen einer muskulären Dysbalance, sich entwickelnd seit
2005, ein zervikospondylogenes Syndrom bei einer bisegmentalen degenerativen
Diskopathie, bestehend seit 2005, sowie ein lumbospondylogenes Syndrom,
bestehend seit 2005, genannt. Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
wurde u.a. ein Radiological Isolated Syndrome (bei normalem Neurostatus und
anamnestisch keinen Anhaltspunkten für akute neurologische transitorische Ausfälle)
angegeben (IV-act. 140-28). Der rheumatologische Gutachter hielt fest, dass bezüglich
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der Beschwerden am Bewegungsapparat generalisierte Weichteilschmerzen mit mehr
oder weniger symmetrischer Anordnung von Weichteildruckdolenzen am Schultergürtel
beidseits, um beide Ellenbogengelenke und am gesamten Beckengürtel im
Vordergrund stünden. Das Weichteilschmerzsyndrom gehe nicht einher mit
alltagsrelevanten Funktionseinschränkungen der peripheren Gelenke und es ergäben
sich weder anamnestisch noch klinisch Hinweise auf eine inflammatorische Grundlage.
Differentialdiagnostisch seien die Beschwerden am ehesten vereinbar mit einer
ausgedehnten myofaszialen Schmerzsymptomatik im Rahmen einer muskulären
Dysbalance. Es komme auch ein Fibromyalgiesyndrom resp. eine anhaltende
somatoforme Schmerzstörung in Frage. Neben dieser generalisierten
Weichteilschmerzsymptomatik bestehe ein leichtgradiges zervikospondylogenes
Syndrom bei einer bisegmentalen degenerativen Diskopathie ohne radikuläre
Kompression und ein leichtgradiges lumbospondylogenes Syndrom, bei unauffälligen
Bandscheiben und einer wahrscheinlichen Spondylarthrose auf Höhe L5/S1 beidseits.
Weder an der Hals- noch an der Lendenwirbelsäule könnten im Moment Zeichen einer
radikulären Kompression nachgewiesen werden. Aus der funktionellen Optik
bestünden diesbezüglich keine alltagsrelevanten Einschränkungen. Die übrigen, von
der Versicherten angegebenen Beschwerden an den peripheren Gelenken
(insbesondere am Fingergrundgelenk II der rechten Hand, an beiden Hüftgelenken
sowie an Grosszehengrundgelenken beider Vorfüsse) dürften mechanisch induzierte
Oligoarthralgien sein, höchstwahrscheinlich im Rahmen einer beginnenden
Polydegeneration. Bezüglich der Arbeitsfähigkeit hielt der Gutachter fest, dass sich aus
rheumatologischer Sicht eine leichte Reduktion der zumutbaren Belastbarkeit des
Achsenskeletts sowie der Gelenke der unteren Extremitäten und eine leichtgradige
Einschränkung der allgemeinen Leistungsfähigkeit infolge einer schmerzbedingten
Reduktion der körperlichen Aktivität (Dekonditionierung) ergebe. Für eine dem Leiden
bestens angepasste Tätigkeit (beispielsweise eine rückenschonende Tätigkeit mit der
Möglichkeit zu Wechselpositionen, ohne die Notwendigkeit zu repetitivem Anheben
und Tragen von Lasten über 7 kg, ohne die Notwendigkeit zu Arbeitstätigkeiten in der
chronischen Vorneigehaltung des Rumpfes, ohne die Notwendigkeit zu
Arbeitstätigkeiten in kniender Position und ohne die Notwendigkeit zu wiederholten
Treppengängen) dürfte der Versicherten eine Arbeitsfähigkeit von 8 Stunden pro Tag
zugemutet werden können mit einer Leistungsminderung von 25%, dies infolge der
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beginnenden polyfokalen Degeneration der peripheren Gelenke und des
Achsenskeletts. Diese Beurteilung stehe in Kohärenz zu der rheumatologischen
Einschätzung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit durch das MGSG vom April 2008.
Wesentliche Änderungen der Befunde am Bewegungsapparat hätten sich seit 2008
nicht eingestellt (140-31 f.). Der neurologische Gutachter führte aus, dass sich in Bezug
auf das chronische tägliche Schmerzsyndrom keine Anhaltspunkte für eine Störung
des zentralen und/oder peripheren Nervensystems als mögliche Ursache gefunden
hätten. Die im 2011 durchgeführten MRI-Untersuchungen der HWS und des Schädels
hätten T2-hyperintense Läsionen im Myelon auf Höhe HWK 7 und eventuell im Pons
sowie auch verschiedene periventrikuläre kortikale und subkortikale ähnliche Läsionen
gezeigt. Die aktuelle detaillierte neurologische Untersuchung sei ganz unauffällig
gewesen und anamnestisch bestünden keine Anhaltspunkte für akute neurologische
transitorische Ausfälle. Das klinische und neuroradiologische Bild solle deshalb als RIS
(Radiological Isolated Syndrom) interpretiert werden, sei ein Zufallsbefund und erkläre
die Beschwerden der Versicherten nicht. Ein Drittel der Patienten könne im Verlauf des
Lebens eine Multiple Sklerose entwickeln, jedoch bestünden bei der Versicherten
zurzeit überhaupt keine Anhaltspunkte in diese Richtung. Aus neurologischer Sicht
bestehe zurzeit keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (IV-act. 140-32). Der
internistische Gutachter hielt fest, dass die internistischen Leiden der Versicherten (eine
leichtgradige Adipositas, eine Hypovitaminose B12 und eine leichtgradige
Stressinkontinenz) alle behandelbar seien, so dass aus rein internistischer Sicht keine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe (IV-act. 140-32 f.). Der psychiatrische
Gutachter hielt fest, dass die Arbeitsfähigkeit der Versicherten durch die rezidivierende
depressive Störung eingeschränkt sei. Darüber hinaus bestehe eine Komorbidität mit
einer somatoformen Schmerzstörung. Die Einschränkung betreffe aus psychiatrischer
Sicht 50% des Leistungsvermögens in einer angepassten Tätigkeit (einfach strukturiert,
mit erhöhtem Pausenbedarf). Die depressive Störung habe auch chronifizierten
Charakter und die Somatisierungsstörung sei langjährig vorbestehend. Von einer
konsequenten Behandlung könne jedoch nicht gesprochen werden, auch nicht von
gescheiterten Rehabilitationsmassnahmen bei Motivation und Eigenanstrengung.
Vielmehr schienen psychodynamische Gründe Hinweise zu geben auf eine
Verweigerungshaltung. Die Versicherte lehne teilstationäre und stationäre Massnahmen
ab, obwohl genau diese sinnvoll wären. Die „Förster-Kriterien“ träfen somit nur
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teilweise zu. Aus diesem Grund sei das Leiden der Versicherten in Teilen durchaus für
überwindbar zu halten und es werde in Zusammenschau mit der rezidivierenden
depressiven Störung eine 50%ige Arbeitsfähigkeit postuliert. Die rezidivierende
depressive Störung scheine mal besser, mal schlechter zu verlaufen. Bisher seien
jedoch keine schwergradigen Episoden beschrieben worden, was sich auch durch das
Fehlen von Suizidversuchen oder Hospitalisierungen bestätige. Die aus psychiatrischer
Sicht zumutbare 50%ige Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten, sei in 2 Stunden
vormittags und 2 Stunden nachmittags aufzuteilen (IV-act. 140-33). In polydisziplinärer
Hinsicht hielten die Gutachter fest, dass die bisherige Tätigkeit der Versicherten als
Näherin aufgrund der rezidivierend einzunehmenden Zwangshaltungen nicht mehr
zumutbar sei. Es bestehe somit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. In einer somatisch
und psychisch leidensadaptierten Tätigkeit sei die Versicherte zu 50% arbeitsfähig (d.h.
4 Stunden pro Tag, eventuell aufgeteilt auf zweimal 2 Stunden). Diese
Arbeitsfähigkeitsschätzung gelte seit dem Jahr 2005 (IV-act. 140-33 ff.). Gegenüber
dem Gutachtem vom 21. April 2008 habe sich der Gesundheitszustand der
Versicherten nicht signifikant verändert (IV-act. 140-37).
A.h Mit einem Vorbescheid vom 6. Februar 2014 stellte die IV-Stelle die Abweisung des
Rentenerhöhungsgesuchs der Versicherten und die Bestätigung des Anspruchs auf die
bisherige (halbe) Rente in Aussicht. Zur Begründung führte sie aus, dass im Rahmen
der medizinischen Begutachtung durch die MEDAS Interlaken keine signifikante
Veränderung gegenüber dem Gutachten des MGSG vom 21. April 2008 habe bestätigt
werden können. Es liege somit kein wesentlicher medizinischer Revisionsgrund vor (IV-
act. 144). Gegen diesen Vorbescheid liess die Versicherte am 13. März 2014 Einwand
erheben. Der Rechtsvertreter hielt fest, dass sich der Einwand gegen den
Einkommensvergleich richte, welcher der Invaliditätsgradbemessung zu Grunde liege.
Es werde bestritten, dass das Invalideneinkommen korrekt berechnet worden sei,
zumal in den Akten keine nachvollziehbaren Belege vorhanden seien. Weiter werde
beantragt, dass der Leidensabzug von 15% auf mindestens 20% erhöht werde. Der
Rechtsvertreter stellte ausserdem ein Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung
für das Einwandverfahren (IV-act. 145). Mit einer Verfügung vom 25. März 2014 wies
die IV-Stelle das Rentenerhöhungsgesuch der Versicherten ab und bestätigte den
Anspruch auf die bisherige Invalidenrente. Zum Einwand des Rechtsvertreters hielt sie
fest, dass aufgrund der (aus medizinischer Sicht) unveränderten Verhältnisse auch aus
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wirtschaftlicher Sicht kein Grund bestehe, den Einkommensvergleich anzupassen (IV-
act. 147).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde der Versicherten
(nachfolgend: Beschwerdeführerin), vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. David
Brassel, vom 9. Mai 2014. Die Beschwerdeführerin beantragt die Aufhebung der
angefochtenen Verfügung vom 25. März 2014 und die Ausrichtung einer
Dreiviertelsrente rückwirkend ab 21. Mai 2012. In formeller Hinsicht führt der
Rechtsvertreter aus, dass die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung
nicht auf das zusammen mit dem Einwand gegen den Vorbescheid vom 6. Februar
2014 gestellte, frist- und formgerechte Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege vom
13. März 2014 eingegangen sei. Das Gesuch sei bis heute nicht behandelt worden,
was einer Rechtsverweigerung gleichkomme. Ebenfalls aus formeller Sicht rügt der
Rechtsvertreter eine Verletzung des rechtlichen Gehörs. Er beanstandet, dass die
Begründung der angefochtenen Verfügung ungenügend sei. Sie sei derart knapp und
nichtssagend gewesen, dass es der Beschwerdeführerin nicht möglich gewesen sei,
die Überlegungen der Vorinstanz nachzuvollziehen und damit die Verfügung auf
Vollständigkeit, Richtigkeit und Verhältnismässigkeit zu prüfen. Nicht nachvollziehbar
seien insbesondere die Berechnungsgrundlagen, welche für die Bemessung des
Invaliditätsgrades herangezogen worden seien. Weder das Validen- noch das
Invalideneinkommen liessen sich nachvollziehen und überprüfen. Selbst nach einer
entsprechenden Rüge im Einwand habe die Beschwerdegegnerin nicht über die
Berechnungsgrundlagen aufgeklärt. Die Zahlen stimmten jedenfalls nicht mit den
beiden letzten Berechnungen vom 3. Februar 2009 und 8. April 2011 überein. Weiter
sei die Beschwerdegegnerin auch auf den Antrag einer Erhöhung des Leidensabzugs
von (vermutungsweise) 15% auf mindestens 20% nicht eingegangen. In materieller
Hinsicht hält der Rechtsvertreter im Wesentlichen fest, dass die Feststellung im
MEDAS-Gutachten vom 2. Dezember 2013, wonach bei der Beschwerdeführerin keine
signifikante Veränderung des Gesundheitszustandes seit dem Vorgutachten vom 21.
April 2008 eingetreten sei, nicht zutreffe. Seit der Rentenzusprache sei es zu einer
Verschlechterung des Gesundheitszustandes gekommen. Einerseits seien bei der
Beschwerdeführerin im Sommer 2011 Verdachtsmomente für eine beginnende Multiple
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Sklerose festgestellt worden und andererseits habe der behandelnde Psychiater der
Beschwerdeführerin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit aufgrund der psychischen
Beschwerden attestiert. Ausgehend von den Arbeitsfähigkeitsschätzungen im
Gutachten vom 21. April 2008 zeige sich ebenfalls eine deutliche Verschlechterung im
Vergleich zum Gutachten vom 2. Dezember 2013. Während der Beschwerdeführerin im
ersten Gutachten noch eine 40%ige Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als
Näherin attestiert worden sei, sei im psychiatrischen Teilgutachten vom November
2013 festgehalten worden, dass eine Arbeitsfähigkeit lediglich in einer angepassten
Verweistätigkeit erzielbar sei. Weiter falle die Umschreibung der leidensangepassten
Tätigkeit im Gutachten vom 2. Dezember 2013 deutlich restriktiver aus als in jenem
vom 21. April 2008. Dies lasse auf eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes
und der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin schliessen. In Bezug auf die mögliche
beginnende Multiple Sklerose sei festzuhalten, dass bereits enge Verwandte der
Beschwerdeführerin an Multiple Sklerose erkrankt seien. Die von den Ärzten als
radiologisch isoliertes Syndrom bezeichnete Erscheinungsform sei mit dem Verweis auf
fehlende Testergebnisse und nicht näher genannte Studien als ohne Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit qualifiziert worden, was eine unzulässige Schlussfolgerung darstelle.
Es sei nicht auszuschliessen, dass sich die Beschwerdeführerin bereits im
Anfangsstadium einer Multiplen Sklerose befinde. Zudem wirke sich allein schon das
Wissen um die Möglichkeit dieser Erkrankung sowie die unsichere Zukunft negativ auf
die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin aus. In Bezug auf den
Einkommensvergleich macht der Rechtsvertreter geltend, dass es die
Beschwerdegegnerin im Revisionsverfahren – selbst wenn keine wesentliche
Veränderung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin zu bejahen wäre – zu
Unrecht unterlassen habe, die Höhe des Leidensabzuges zu prüfen. Zu
berücksichtigen seien dabei die neue Erkenntnis einer möglichen beginnenden
Multiplen Sklerose, das im Vergleich zum Gutachten vom 21. April 2008 noch weiter
eingeschränkte Tätigkeitsfeld und die Aufteilung der Arbeitseinsätze auf je 2 Stunden
vormittags und 2 Stunden nachmittags, womit die Beschwerdeführerin einen
Arbeitsplatz zu 100% belege, dem Arbeitgeber aber nur die Hälfte der Leistung bringe.
Dies sei ein schwerwiegender Nachteil gegenüber gesunden Arbeitnehmern und wirke
sich nachteilig auf den Lohn aus. Die zu berücksichtigenden Veränderungen müssten
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zu einer Erhöhung des Leidensabzugs von bisher 15% auf mindestens 20% führen
(act. G 1).
B.b Am 13. Juni 2014 beantragt die Beschwerdegegnerin die Abweisung der
Beschwerde. In der Begründung weist sie zunächst darauf hin, dass das Gesuch um
unentgeltliche Rechtsverbeiständung zurzeit noch in Bearbeitung sei. Angesichts der
Verfahrensdauer von erst drei Monaten könne noch nicht von einer
Rechtsverweigerung die Rede sein. Es sei entgegen der Ansicht des Rechtsvertreters
auch nicht zwingend, dass über die unentgeltliche Rechtsverbeiständung spätestens
mit dem Erlass der Rentenverfügung befunden werde. Zu dem Vorbringen des
Rechtsvertreters, die angefochtene Verfügung sei in Bezug auf den
Einkommensvergleich ungenügend begründet, sei festzuhalten, dass es vorliegend
mangels eines Revisionsgrundes keinen Anlass gegeben habe, den
Einkommensvergleich anzupassen. Dies sei in der Verfügung zu Recht so festgehalten
worden. Gemäss dem MEDAS-Gutachten vom 2. Dezember 2013 sei es entgegen der
Ansicht des Rechtsvertreters nicht zu einer erheblichen Verschlechterung des
Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin seit der letzten Verfügung vom 3. April
2009 gekommen. Es gebe keine Hinweise, dass die MEDAS die Beschwerdeführerin
nicht umfassend und kompetent untersucht habe. Die vom Rechtsvertreter
vorgebrachte Multiple Sklerose sei von den MEDAS-Gutachtern nicht diagnostiziert
worden. Demnach liege eine solche nicht vor. Die pessimistische
Arbeitsfähigkeitsschätzung im Bericht von Dr. C._ sei nicht nachvollziehbar. Er habe
die Arbeitsunfähigkeit aus einem gescheiterten Arbeitsversuch der Beschwerdeführerin
abgeleitet, was IV-rechtlich nicht zulässig sei. Zudem stehe die von Dr. C._ im
Verlaufsbericht gestellte Diagnose einer leichten depressiven Episode nicht im Einklang
mit der attestierten vollen Arbeitsunfähigkeit, zumal eine leichte depressive Episode
gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts nicht als invalidisierend gelte. Somit
sei ohne Abstriche auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung im MEDAS-Gutachten
abzustellen. Wie bereits im MGSG-Gutachten vom 21. April 2008, worauf sich die
Verfügung vom 3. April 2009 gestützt habe, sei der Beschwerdeführerin im MEDAS-
Gutachten vom 2. Dezember 2013 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in einer
rückenadaptierten Tätigkeit attestiert worden (act. G 3).
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B.c Mit einer Eingabe vom 7. Juli 2014 weist der Rechtsvertreter darauf hin, dass die
Beschwerdegegnerin in Bezug auf das Gesuch um unentgeltliche
Rechtsverbeiständung für das Vorbescheidverfahren am 20. Juni 2014 nun eine
Verfügung erlassen und das Gesuch abgewiesen habe. Auf die Ergreifung eines
Rechtsmittels werde aus wirtschaftlichen Überlegungen verzichtet. In Bezug auf die
Rechtsverweigerungsbeschwerde werde jedoch an den Ausführungen in der
Beschwerde vom 9. Mai 2014 festgehalten. Sollte die
Rechtsverweigerungsbeschwerde infolge der ergangenen Verfügung als
gegenstandslos betrachtet werden, so seien die entsprechenden Kosten der
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen, da sie mit ihrem Verhalten die
Rechtsverweigerungsbeschwerde ausgelöst habe (act. G 6).
B.d Mit einer Replik vom 19. August 2014 hält der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin an den Beschwerdeanträgen fest. In Bezug auf das Gesuch um
unentgeltliche Rechtsverbeiständung führt er aus, dass ein diesbezüglicher Entscheid
entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin zwingend spätestens mit dem Erlass
der Rentenverfügung zu ergehen habe. Andernfalls bleibe die gesuchstellende Person
im Ungewissen, ob die Aufwendungen für den Rechtsvertreter im Hauptverfahren
gedeckt seien oder nicht. Werde das Verfahren, auf welches sich das Gesuch beziehe,
bereits mit einer Verfügung erledigt, bevor das Gesuch um unentgeltliche
Rechtsverbeiständung behandelt werde, komme dies einer unzulässigen
Einschränkung der Rechte der gesuchstellenden Person gleich. In Anwendung der
Schweizerischen Zivilprozessordnung müsse das zuständige Gericht bzw. die
zuständige Behörde im Zeitpunkt des Gesucheingangs summarisch prüfen, ob die
Voraussetzungen erfüllt seien. Diese summarische Prüfung habe unverzüglich, auf
jeden Fall vor Erlass des Entscheides oder der Verfügung in der Hauptsache, zu
erfolgen. Zum Einkommensvergleich in der angefochtenen Verfügung hält der
Rechtsvertreter fest, dass die Beschwerdegegnerin entgegen ihren eigenen Aussagen
eine Anpassung der Zahlen im Vergleich zur Verfügung vom 3. April 2009
vorgenommen habe. Die Veränderung des Validen- und Invalideneinkommens sei ohne
Begründung erfolgt und die Beschwerdegegnerin habe sich trotz Aufforderung nicht zu
den Berechnungsgrundlagen geäussert. In medizinischer Hinsicht hält der
Rechtsvertreter an seinem Standpunkt, wonach sich der Gesundheitszustand der
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Beschwerdeführerin im Vergleich zum April 2009 erheblich verschlechtert habe, fest
(act. G 9).
B.e Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf die Einreichung einer Duplik (act. G 11).

Erwägungen
1.
1.1 In formeller Hinsicht beanstandet der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin
zunächst, dass es die Beschwerdegegnerin im Verwaltungsverfahren unterlassen habe,
über sein Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung vom 13. Mai 2014 zu
entscheiden. Bei der Rüge des Rechtsvertreters handelt es sich um eine
Rechtsverweigerungsbeschwerde gemäss Art. 56 Abs. 2 des Bundesgesetzes über
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; 830.1). Mit einer
Gutheissung einer Rechtsverweigerungsbeschwerde wird der Versicherungsträger
durch die Gerichtsinstanz angewiesen, die fragliche Handlung vorzunehmen (Ueli
Kieser, ATSG-Kommentar, 3. Aufl., Art. 56 N 36). Wie aus der Eingabe des
Rechtsvertreters vom 7. Juli 2014 hervorgeht, hat die Beschwerdegegnerin mit einer
Verfügung vom 20. Juni 2014 das Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung für
das Vorbescheidverfahren abgelehnt (vgl. act. G 6, 6.1). Mit diesem Entscheid ist das
Begehren des Rechtsvertreters gegenstandslos und die
Rechtsverweigerungsbeschwerde hinfällig geworden. Wäre darüber zu entscheiden
gewesen, hätte eine Rechtsverweigerung seitens der Beschwerdegegnerin jedoch
verneint werden müssen. Der Rechtsvertreter hat das Gesuch um unentgeltliche
Rechtsverbeiständung erstmals im Einwand vom 13. März 2014 gestellt (vgl. IV-act.
145). Kurz darauf ist am 25. März 2014 die angefochtene Verfügung ergangen.
Entgegen der Ansicht des Rechtsvertreters ist es durchaus üblich, dass die Verwaltung
über ein Gesuch um unentgeltliche Verbeiständung nicht zusammen mit dem
Leistungsbegehren, sondern in einer separaten Verfügung entscheidet, welche auch
erst nach dem Entscheid in der Hauptsache ergehen kann (Urteil des Bundesgerichts
vom 12. November 2009, 8C_454/2009, E. 1.1). Zwar wäre es aus Sicht des
Rechtsvertreters wünschenswert gewesen, wenn die Beschwerdegegnerin über das
Gesuch bereits im Rahmen der Verfügung über den Rentenerhöhungsanspruch
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entschieden hätte, jedoch kann aus dem Umstand, dass erst nach dem Erlass der
angefochtenen Verfügung über das Gesuch entschieden worden ist, keine
Rechtsverweigerung der Beschwerdegegnerin abgeleitet werden, zumal der Entscheid
auch zeitnah zur angefochtenen Verfügung erfolgt ist. Folglich wäre der entsprechende
Teil des Beschwerdebegehrens abzuweisen gewesen, wenn er nicht durch die am
20. Juni 2014 nachträglich verfügte Ablehnung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung gegenstandslos geworden wäre. Auf die vom Rechtsvertreter
gegen den ablehnenden Entscheid vorgebrachten materiellen Einwände ist nicht
einzugehen, da die Verfügung vom 20. Juni 2014 nicht mehr Streitgegenstand des
vorliegenden Verfahrens bildet.
1.2 Im Weiteren rügt der Rechtsvertreter aus formeller Sicht eine Verletzung des
Anspruchs auf rechtliches Gehör. Die angefochtene Verfügung sei – insbesondere im
Hinblick auf die Berechnungsgrundlagen zur Bemessung des Invaliditätsgrades –
ungenügend begründet gewesen. Zudem sei die Beschwerdegegnerin nicht auf die
Einwände gegen den Vorbescheid und den darin gestellten Antrag, den Leidensabzug
von 15% auf 20% zu erhöhen, eingegangen. Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör
(Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung [BV; SR 101]) folgt unter anderem die
grundsätzliche Pflicht der Behörden, ihren Entscheid zu begründen. Die Begründung
eines Entscheids muss so abgefasst sein, dass die betroffene Person diesen in voller
Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann; in diesem Sinne müssen
wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat
leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt (Urteil des Bundesgerichts vom 4. Mai
2009, 8C_541/2008; BGE 134 I 83 E. 4.1). Nicht erforderlich ist hingegen, dass sich der
Entscheid mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne
Vorbringen ausdrücklich widerlegt (Urteil des Bundesgerichts vom 28. Oktober 2008,
9C_508/2008; BGE 133 III 439 E. 3.3).
1.3 Die Beschwerdegegnerin hat zu den Einwänden des Rechtvertreters insofern
Stellung genommen, als sie angegeben hat, dass sich aus medizinischer Sicht gemäss
der durchgeführten Abklärung keine rentenrelevante Änderung ergeben habe. Auch aus
wirtschaftlicher Sicht bestehe aufgrund unveränderter Verhältnisse kein Grund, den
Einkommensvergleich anzupassen. Es bestehe weiterhin Anspruch auf die halbe Rente
(vgl. IV-act. 147). Aus der Begründung der Beschwerdegegnerin geht hervor, dass sie
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die für die Annahme eines Revisionsgrundes vorausgesetzte wesentliche Veränderung
des Sachverhalts verneint hat. Demzufolge hat sie keine Anpassung des
Einkommensvergleichs, wozu auch der sog. “Leidensabzug“ (nachfolgend:
Tabellenlohnabzug) gehört, vorgenommen. Der bisherige Invaliditätsgrad von 58% und
der sich daraus ergebende Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine halbe Rente
sind daher bestätigt worden. Eine weitergehende Begründung zum
Einkommensvergleich ist mangels einer den Invaliditätsgrad beeinflussenden
Anpassung nicht nötig gewesen. Der Einkommensvergleich entspricht jenem, welcher
bereits der rentenzusprechenden Verfügung vom 3. April 2009 zu Grunde gelegt
worden ist (vgl. IV-act. 60, 62, 67). Da diese Verfügung gerichtlich überprüft und
bestätigt worden ist, kommt eine voraussetzungslose nachträgliche Überprüfung der
damals herangezogenen Berechnungsgrundlagen – wie sie der Rechtsvertreter im
Einwand vom 13. März 2014 gefordert hat – nicht in Betracht. Der Vollständigkeit
halber kann festgehalten werden, dass sich die Berechnungsgrundlagen des
Einkommensvergleichs in der Verfügung vom 3. April 2009 anhand der Akten sehr wohl
nachvollziehen lassen. Dazu ist auf den Entscheid des Versicherungsgerichts St. Gallen
vom 8. April 2011, IV 2009/172, zu verweisen, mit welchem die Verfügung vom 3. April
2009 sowie der von der Beschwerdegegnerin im Februar 2009 vorgenommene
Einkommensvergleich (vgl. IV-act. 60) überprüft und bestätigt worden sind (vgl. IV-act.
76, insbesondere Erwägung 3.4 des erwähnten Entscheids). Der Rechtsvertreter bringt
vor, die Beschwerdegegnerin habe entgegen ihrer eigenen Aussage doch eine
Anpassung des Einkommensvergleichs vorgenommen, da die Zahlen in der
angefochtenen Verfügung nicht mit jenen in der Verfügung vom 3. April 2009
übereinstimmten. Diese Diskrepanz ist jedoch lediglich darauf zurückzuführen, dass die
Beschwerdegegnerin sowohl beim Validen- als auch beim Invalideneinkommen die
Nominallohnerhöhung bis zum Jahr 2011 berücksichtigt hat (vgl. IV-act. 142-2). Es
handelt sich dabei um eine rein rechnerische Anpassung bei den Vergleichseinkommen
ohne Einfluss auf den Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin. Eine diesbezügliche
Erklärung der Beschwerdegegnerin, insbesondere auf die entsprechende Nachfrage
des Rechtsvertreters hin, wäre – mangels Relevanz zwar nicht erforderlich – für das
bessere Verständnis jedoch wünschenswert gewesen. Eine Verletzung des Anspruchs
der Beschwerdeführerin auf rechtliches Gehör ist jedenfalls zu verneinen.
2.
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2.1 In materieller Hinsicht ist umstritten und zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin
das Rentenerhöhungsgesuch der Beschwerdeführerin vom 21. Mai 2012 zu Recht
abgelehnt hat.
2.2 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft
entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Der
Wortlaut des Art. 17 Abs. 1 ATSG ("Ändert sich der Invaliditätsgrad ...") ist nicht
eindeutig, weil er die Revisionsvoraussetzungen allzu verkürzt wiedergibt. Dies zeigt ein
Vergleich mit der Revisionsbestimmung für andere Dauerleistungen in Art. 17 Abs. 2
ATSG, die eine nachträgliche erhebliche Veränderung des der Dauerleistung zugrunde
liegenden Sachverhalts voraussetzt. Darin kommt das Wesen der Revision zum
Ausdruck: Verändert sich der anspruchsbegründende Sachverhalt und damit der
Leistungsbedarf, so muss die laufende Dauerleistung diesem neuen Bedarf angepasst
werden, damit nicht eine ungenügende, überhöhte oder ungerechtfertigte Leistung
ausgerichtet wird. Das bedeutet für die Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG, dass
die Veränderung des Invaliditätsgrads nur dann revisionsrechtlich relevant ist, wenn sie
auf eine Veränderung des zugrunde liegenden Sachverhalts zurückzuführen ist. Eine
Veränderung des Invaliditätsgrads, die beispielsweise nur auf eine abweichende
Ermessensausübung bei der Schätzung des Tabellenlohnabzugs zurückzuführen ist,
kann also keine revisionsweise Erhöhung, Herabsetzung oder Aufhebung der
Invalidenrente rechtfertigen, weil es an der zwingend notwendigen Veränderung des
zugrunde liegenden Sachverhalts mangelt. Würde man unter das Wort "ändert" auch
den Fall der anderen Ermessensausübung in Bezug auf den Tabellenlohnabzug bei
völlig unverändertem Sachverhalt subsumieren, käme die Revision nach Art. 17 Abs. 1
ATSG auch in weiteren, nicht mehr definierten Zusammenhängen zur Anwendung, was
sich mit dem Sinn und Zweck dieser Norm nicht in Übereinstimmung bringen liesse.
Wenn allerdings eine erhebliche Veränderung des Sachverhaltes vorliegt und es zu
einer Revision kommt, dann kann bei einer Neubemessung des Einkommensvergleichs
auch der Tabellenlohnabzug neu festgelegt werden. Ob und gegebenenfalls in
welchem Umfang sich der relevante Sachverhalt verändert hat, ist durch einen
Vergleich des aktuellen Sachverhalts mit dem Sachverhalt bei der ursprünglichen
Rentenzusprache zu ermitteln. Dabei stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der
Auswirkungen eines im Wesenllichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustands
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auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von
Art. 17 Abs. 1 ATSG dar (BGE 112 V 372 E. 2b mit Hinweisen).
2.3 Wird von der versicherten Person ein Gesuch um eine Revision eingereicht, so
ist darin glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität – bzw. der dem Inva
liditätsgrad zugrunde liegende Sachverhalt – in einer für den Anspruch erheblichen
Weise geändert hat (Art. 87 Abs. 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV;
SR 831.201]). Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin im August 2011 zunächst ein
Revisionsverfahren von Amtes wegen eingeleitet (vgl. IV-act. 78). Die durchgeführten
medizinischen Abklärungen haben gemäss der Stellungnahme des RAD vom 12. April
2012 keine wesentlichen Veränderungen des Gesundheitszustandes der
Beschwerdeführerin seit der Rentenzusprache ergeben (vgl. IV-act. 104). Bevor die
Beschwerdegegnerin das Revisionsverfahren beenden konnte, hat die
Beschwerdeführerin am 21. Mai 2012 eine Verschlechterung ihres
Gesundheitszustandes aus psychischer Sicht geltend gemacht und dafür auf den
Bericht von Dr. C._ vom 24. April 2012 verwiesen (vgl. IV-act. 112). Dr. C._ hatte
neu eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin angegeben (vgl. IV-act.
122-3). Da im Zeitpunkt der Rentenzusprache von einer aus psychiatrischer Sicht nur
50%igen Arbeitsunfähigkeit in leidensadaptierten Tätigkeiten ausgegangen worden
war, hat die Beschwerdeführerin mit dem Bericht von Dr. C._ eine Verschlechterung
ihres Gesundheitszustandes glaubhaft gemacht. Die Beschwerdegegnerin hat somit
das noch laufende Revisionsverfahren zu Recht weitergeführt und zu Recht weitere
medizinische Abklärungen veranlasst.
3.
3.1 Bei der das Revisionsverfahren beendenden und vorliegend angefochtenen Ver
fügung vom 25. März 2014 hat sich die Beschwerdegegnerin in medizinischer Hinsicht
im Wesentlichen auf das MEDAS-Gutachten vom 2. Dezember 2013 gestützt. Sie hat
festgehalten, dass gemäss diesem Gutachten keine signifikante Veränderung des
Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin seit der Rentenzusprache am 3. April
2009 eingetreten sei, womit das Rentenerhöhungsgesuch abzulehnen sei. Zu prüfen ist
zunächst, ob das Gutachten vom 2. Dezember 2013 eine rechtsgenügliche Grundlage
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für die Beurteilung des Gesundheitszustandes bzw. des Arbeitsfähigkeitsgrades der
Beschwerdeführerin darstellt.
3.2 Um den Grad der Arbeitsunfähigkeit, der Erwerbsunfähigkeit und der Invalidität
bemessen zu können, sind Verwaltung und Gericht auf Unterlagen angewiesen, die
ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben.
Aufgabe der ärztlichen Sachverständigen ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen
und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten
die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen).
Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die
streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden
ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).
3.3 Die Beschwerdeführerin ist durch die MEDAS Interlaken Unterseen GmbH
rheumatologisch, neurologisch, internistisch und psychiatrisch untersucht und
begutachtet worden. Der rheumatologische Gutachter hat bei der Beschwerdeführerin
als relevante objektivierbare Befunde eine generalisierte Weichteilsymptomatik, ein
leichtgradiges zervikospondylogenes Syndrom bei einer bisegmentalen degenerativen
Diskopathie ohne radikuläre Kompression sowie ein leichtgradiges
lumbospondylogenes Syndrom bei einer wahrscheinlichen Spondylarthrose auf Höhe
L5/S1 festgestellt. Gestützt auf diese Befunde hat er eine leichte Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit attestiert und festgehalten, dass der Beschwerdeführerin eine
leidensangepasste Tätigkeit im Umfang von 8 Stunden pro Tag mit einer
Leistungsminderung von 25% zugemutet werden könne. Die Leistungsminderung
ergebe sich infolge der beginnenden polyfokalen Degeneration der peripheren Gelenke
und des Achsenskeletts (vgl. IV-act. 140-38 ff.). Die vom rheumatologischen Gutachter
attestierte Leistungsminderung von (lediglich) 25% (ausgehend von 8 Stunden pro Tag)
erscheint angesichts der eher geringgradigen objektivierbaren Befunde
nachvollziehbar. Hinzu kommt, dass seine Beurteilung in Kohärenz zu der
rheumatologischen Einschätzung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit durch das MGSG
vom April 2008 steht (vgl. IV-act. 40-8 ff.). Sowohl die Beurteilung als auch die
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Arbeitsfähigkeitsschätzung aus rheumatologischer Sicht sind daher überzeugend. Der
neurologische Gutachter hat sich insbesondere mit der seit Beginn des
Revisionsverfahrens im Raum stehenden Verdachtsdiagnose einer Multiplen Sklerose
und den in diesem Zusammenhang durchgeführten Abklärungen in der Klinik für
Neurologie am KSSG auseinandergesetzt. Er hat festgehalten, dass die aktuelle
neurologische Untersuchung ganz unauffällig gewesen sei und es anamnestisch keine
Anhaltspunkte für akute neurologische transitorische Ausfälle gebe. Das klinische und
neuroradiologische Bild solle als Radiological Isolated Syndrom interpretiert werden,
sei ein Zufallsbefund und erkläre die Beschwerden der Beschwerdeführerin nicht. Es
gebe zurzeit überhaupt keine Hinweise darauf, dass sich bei der Beschwerdeführerin
eine Multiple Sklerose entwickle. Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe aus
neurologischer Sicht nicht (vgl. IV-act. 140-32). Die Beurteilung des neurologischen
Gutachters stimmt mit jener im Verlaufsbericht der Klinik für Neurologie vom 20.
Februar 2012 überein. Darin war festgehalten worden, es bestehe lediglich die
Diagnose eines radiologisch isolierten Syndroms, das sich jedoch nicht auf die
Arbeitsfähigkeit auswirke. Aus rein neurologischer Sicht sei die Beschwerdeführerin in
ihrer Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt (vgl. IV-act. 99). Gemäss dem Verlaufsbericht
sowie den früheren Abklärungsberichten der Klinik für Neurologie (vgl. IV-act. 99-4 -
99-7) hat es bei der Beschwerdeführerin bis auf den verdächtigen radiologischen
Befund keine weiteren Hinweise auf das Vorliegen einer Multiplen Sklerose gegeben
(Hinweise wären gemäss dem Bericht der Klinik für Neurologie vom 23. August 2011
beispielsweise ein klinisches Schubereignis, ein positiver Liquorbefund oder eine
zeitliche Dissemination im MRI gewesen, vgl. IV-act. 99-5 f.). Offenbar hat es auch in
der Zeit zwischen dem Verlaufsbericht der Klinik für Neurologie vom 20. Februar 2011
und der Begutachtung im November 2013 keine solchen Hinweise gegeben. Der
neurologische Gutachter hat die Diagnose einer Multiplen Sklerose somit zu Recht
nicht gestellt und ist nachvollziehbarerweise von einer aus neurologischer Sicht noch
immer vollen Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin ausgegangen. In somatischer
Hinsicht vermag schliesslich auch die Beurteilung des internistischen Gutachters zu
überzeugen, wonach die internistischen Leiden (eine leichtgradige Adipositas, eine
Hypovitaminose B12 und eine leichtgradige Stressinkontinenz) alle behandelbar seien,
so dass diesbezüglich keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe (vgl. IV-act.
140-32).
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3.4 Der psychiatrische Gutachter hat als arbeitsfähigkeitsbeeinflussende Diagnosen
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, sowie eine
somatoforme Schmerzstörung angegeben. Zur Herleitung der Diagnosen hat er in
seinem Teilgutachten vom 7. November 2013 in Bezug auf die depressive Störung
ausgeführt, dass bereits im Gutachten des MGSG von 2007 (recte: 2008) von einem
mittelgradig ausgeprägten depressiven Syndrom ausgegangen worden sei. Auch eine
externe Einschätzung der Klinik Valens habe die depressive Episode bestätigt. Im April
2013 sei die depressive Störung vom behandelnden Psychologen Dr. C._ als
leichtgradig klassifiziert worden. In der aktuellen psychiatrischen Begutachtung habe
ein psychopathologischer Befund erhoben werden können, der mit einer
rezidivierenden depressiven Störung – wie in der Aktenanamnese vorbeschrieben –
grundsätzlich korreliere, gegenwärtig auf dem Niveau einer mittelgradigen Störung (vgl.
IV-act. 140-56). Bezüglich der Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung hat der
Gutachter festgehalten, dass bereits im Gutachten des MGSG von 2007 (recte: 2008)
von einem Fibromyalgiesyndrom bzw. einer Somatisierung ausgegangen worden sei.
Auch dieser Befund sei mehrfach bestätigt worden, indirekt auch vom behandelnden
Psychiater durch die Variante “Belastung durch chronischen Schmerz durch
Fibromyalgie“. Das Bild habe anlässlich der aktuellen Begutachtung bestätigt werden
können. Es hätten sich die typischen Klagen über somatisch nicht ausreichend
begründbare Beschwerden sowie eine Multisomatoformität gefunden. Das
Beschwerdemuster sei bunt gewesen und mit affektgeladener Wortwahl präsentiert
worden. Komorbidität bestehe im Sinne einer depressiven Störung, darüber hinaus
erscheine die Krankheitsbewältigung dysfunktional. Möglicherweise könne von einer
prädisponierten Persönlichkeitsstruktur ausgegangen werden, vielleicht auch von
biographischen Belastungsfaktoren. Die Beschwerdeführerin habe immer wieder
hypochondrische Ängste beschrieben. Sie beschäftige sich mit möglichen körperlichen
Krankheiten und kämpfe um Anerkennung dieser Störungen. Zusammenfassend sei
von einer chronischen anhaltenden somatoformen Schmerzstörung auszugehen (vgl.
IV-act. 140-60 f.). Die Ausführungen des psychiatrischen Gutachters zu den von ihm
gestellten Diagnosen sind ausführlich und nachvollziehbar begründet.
3.5 Die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin hat der psychiatrische Gutachter
insbesondere durch die depressive Störung als eingeschränkt erachtet. Nach einer
Prüfung der Förster-Kriterien aufgrund des Vorliegens einer somatoformen
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Schmerzstörung ist er zum Schluss gekommen, dass das Leiden der
Beschwerdeführerin teilweise für überwindbar zu halten sei. In Zusammenschau mit der
rezidivierenden depressiven Störung bestehe aus psychiatrischer Sicht eine 50%ige
Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit (vgl. IV-act. 140-33). Zu beachten ist
vorliegend, dass das Bundesgericht mit seinem Entscheid vom 3. Juni 2015, BGE 141
V 281, seine langjährige Praxis in Bezug auf somatoforme Schmerzstörungen und
vergleichbare psychosomatische Leiden geändert hat. Neu begründet die Diagnose
einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung keine Überwindbarkeitsvermutung
mehr. An die Stelle des Regel-/Ausnahmemodells mit der Prüfung der Förster-Kriterien
hat gemäss neuer Praxis ein strukturiertes Beweisverfahren zu treten. In dessen
Rahmen ist das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen der versicherten Person in
einer Gesamtbetrachtung ressourcenorientiert, einzelfallgerecht und ergebnisoffen zu
beurteilen. Diese Bewertung erfolgt anhand eines Katalogs von Indikatoren, welche die
massgeblichen Aspekte psychosomatischer Leiden umfassen. Schematisch können
diese Indikatoren folgendermassen dargestellt werden (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.1.3):
I Funktioneller Schweregrad
1. Komplex “Gesundheitsschädigung“
1.1. Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
1.2. Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz
1.3. Komorbiditäten
2. Komplex “Persönlichkeit“: Persönlichkeitsdiagnostik (Persönlichkeitsstruktur,
Persönlichkeitsentwicklung und -störungen, persönliche Ressourcen)
3. Komplex “Sozialer Kontext“
3.1. Abgrenzung psychosozialer und soziokultureller Faktoren
3.2. Eruierung der Ressourcen anhand des sozialen Umfelds
II Konsistenzprüfung (Gesichtspunkte des Verhaltens)
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1. Gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren
Lebensbereichen
2. Behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidensdruck (bzw.
Inanspruchnahme von therapeutischen Optionen)
3.6 Die Tatsache, dass die psychiatrische Begutachtung und Beurteilung der
Beschwerdeführerin unter Geltung der altrechtlichen bundesgerichtlichen Praxis erfolgt
ist, schränkt den Beweiswert des psychiatrischen Teilgutachtens vom 7. November
2013 nicht per se ein. Das Bundesgericht hat dazu ausgeführt, dass bezüglich der
geänderten materiell-beweisrechtlichen Anforderungen in jedem Einzelfall zu prüfen sei,
ob die beigezogenen administrativen und/oder gerichtlichen
Sachverständigengutachten – gegebenenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen
Berichten – eine schlüssige Beurteilung im Licht der massgeblichen Indikatoren
erlaubten oder nicht. Je nach Abklärungstiefe und -dichte könne zudem unter
Umständen eine punktuelle Ergänzung genügen (BGE 141 V 281 E. 8). Zu prüfen ist
somit im Folgenden, ob das psychiatrische Teilgutachten vom 7. November 2013 eine
im Sinn der neuen Praxis rechtsgenügliche Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin erlaubt. Dem psychiatrischen Teilgutachten lässt sich in Bezug auf
den zu prüfenden 1. Komplex der “Gesundheitsschädigung“ aus psychopathologischer
Sicht entnehmen, dass die Emotionalität der Beschwerdeführerin geprägt sei von
Labilität und negativen angstbesetzten Affekten. Antriebsstörungen seien nicht
auszuschliessen. Die Somatisierung sei ausgeprägt. Im Weiteren hat der Gutachter
ausgeführt, dass die Art, Dosis und Intensität der Pharmakotherapie für das Vorliegen
eines psychischen Leidens sprächen. Weniger dafür sprächen das Ablehnen von
rehabilitativen Therapiemassnahmen. Kontakt zu Selbsthilfegruppen und
Beratungsstellen lägen nicht vor und würden abgelehnt. Dennoch seien der
Ausprägungsgrad der psychosozialen Restriktion und Desintegration nicht unerheblich
(vgl. IV-act. 140-58). Als Komorbiditäten zur somatoformen Schmerzstörung hat der
Gutachter eine rezidivierende depressive Störung, momentan eher mittelgradig, sowie
auffällige Persönlichkeitszüge angegeben (vgl. IV-act. 140-60). Bezüglich des 2.
Komplexes der “Persönlichkeit“ geht aus dem Teilgutachten hervor, dass bei der
Beschwerdeführerin zwar keine Persönlichkeitsstörung nachweisbar sei, jedoch
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bestünden auffällige Persönlichkeitszüge, namentlich perfektionistische
Persönlichkeitszüge mit Entwertung bei Nichterbringen von Leistung (vgl. IV-
act. 140-57). Der Gutachter hat zudem festgehalten, dass bei der Beschwerdeführerin
die Anpassung an Regeln und Routinen grundsätzlich gegeben sei. Insofern bestehe
auch die Fähigkeit zur Planung und Strukturierung von Aufgaben wie z.B. der Führung
des Haushaltes. Die Flexibilität und Umstellungsfähigkeit dürften eingeschränkt sein.
Fachliche Kompetenzen seien auf beruflichem Wege nur beschränkt nutzbar.
Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit seien grundsätzlich gegeben. Als eingeschränkt
erscheine die Durchhaltefähigkeit nach langjähriger Dekonditionierung, aber auch
krankheitsbedingt. Eingeschränkt dürften auch die Selbstbehauptungs- und
Durchhaltefähigkeit sein. Die Kontaktfähigkeit mit Dritten sei gegeben, die
Gruppenfähigkeit leicht eingeschränkt und werde wohl auch immer wieder vermieden.
Arbeitsplatzbezogene Ressourcen seien bei der Beschwerdeführerin nicht erkennbar.
Gegenwärtig gebe es auch keinen Ehrgeiz und keine Ausdauer bezüglich des
Erreichens beruflicher Ziele. Die Beschwerdeführerin erlebe es als ungerecht, dass sie
keine 100%ige IV-Rente erhalte (vgl. IV-act. 140-59). Aus den Ausführungen ergibt
sich, dass der psychiatrische Gutachter eine ausführliche Beurteilung der
ressourcenfördernden und ressourcenhemmenden Persönlichkeitsmerkmale der
Beschwerdeführerin vorgenommen hat. In Bezug auf den 3. Komplex des “Sozialen
Kontextes“ wird im Teilgutachten festgehalten, dass bei der Beschwerdeführerin
familiäre, aber keine intimen Beziehungen bestünden (vgl. IV-act. 140-58). Der
Gutachter zeigt Hinweise auf einen sozialen Rückzug auf (vgl. IV-act. 140-55). Im
Übrigen sind im Gutachten keine relevanten ressourcenhemmenden Kriterien im
Bereich des sozialen Kontextes der Beschwerdeführerin beschrieben worden.
Nachdem die unter dem Begriff des “funktionellen Schweregrads“
zusammengengefassten Indikatoren geprüft worden sind, hat in einem zweiten Schritt
eine Konsistenzprüfung zu erfolgen. Auch dazu lassen sich dem psychiatrischen
Teilgutachten Angaben entnehmen. So hat der Gutachter ausgeführt, dass die von der
Beschwerdeführerin gemachte Aussage, wonach ihr aufgrund ihrer Beschwerden gar
nichts mehr möglich sei, nicht nachvollzogen werden könne. Dies zeige sich auch
daran, dass die Beschwerdeführerin davon berichtet habe, Fahrrad zu fahren, Reisen
im Auto nach Bosnien zu unternehmen, eine Frauengruppe zu besuchen, als Hobby zu
stricken, ein Haustier zu pflegen und den Haushalt zu erledigen. Bezüglich der
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Compliance werde nicht von einer Medikamentenverweigerung ausgegangen, jedoch
nehme die Beschwerdeführerin keine weitergehenden therapeutischen Massnahmen in
Anspruch. Sie sehe selbst kaum Verbesserungsmöglichkeiten ihres
Gesundheitszustandes (vgl. IV-act. 140-55). Von einer konsequenten Behandlung
könne nicht gesprochen werden, auch nicht von gescheiterten
Rehabilitationsmassnahmen bei Motivation und Eigenanstrengung. Vielmehr schienen
psychodynamische Gründe Hinweise auf eine Verweigerungshaltung zu geben. Die
Beschwerdeführerin lehne teilstationäre und stationäre Massnahmen ab, obwohl diese
sinnvoll wären (vgl. IV-act. 140-59). Im Sinne einer Gesamtbetrachtung – wie es
entsprechend der neuen Praxis des Bundesgerichts vorgesehen ist – hat der
psychiatrische Gutachter festgehalten, dass bei der Beschwerdeführerin aufgrund der
somatoformen Schmerzstörung in Zusammenschau mit der rezidivierenden
depressiven Störung eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
bestehe (vgl. IV-act. 140-59). Diese Arbeitsfähigkeitsschätzung erscheint vor dem
Hintergrund der geprüften Indikatoren nachvollziehbar und überzeugend. Die
Beurteilung der Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin ist ressourcenorientiert und
einzelfallgerecht erfolgt. Zusammengefasst stellt das psychiatrische Teilgutachten vom
7. November 2013 auch im Hinblick auf die nach der neuen bundesgerichtlichen Praxis
massgeblichen Indikatoren eine rechtsgenügliche Grundlage zur Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht dar. Ergänzende
Abklärungen sind somit nicht angezeigt.
3.7 Im Übrigen vermag die abweichende Beurteilung des behandelnden Psychiaters
Dr. C._ den Beweiswert des psychiatrischen Teilgutachtens nicht zu schmälern. Im
Verlaufsbericht vom 21. September 2011 hat Dr. C._ angegeben, dass sich die
depressive Symptomatik der Beschwerdeführerin seit November 2007 zurückgebildet
habe und aktuell eine leichte depressive Episode bei akzentuierter Persönlichkeit mit
perfektionistischen Zügen und anhaltender Belastung durch chronischen Schmerz bei
Fibromyalgie bestehe. Aus psychiatrischer Sicht sei von einer Verbesserung der
Arbeitsfähigkeit von 0% auf 50% in leidensadaptierten Tätigkeiten auszugehen (vgl. IV-
act. 84). Am 24. April 2012 hat Dr. C._ seine Beurteilung im Verlaufsbericht revidiert
und festgehalten, dass er aufgrund des Verlaufes des Arbeitseinsatzes der
Beschwerdeführerin bei der D._ AG von Ende Dezember 2011 bis Ende Februar 2012
nun doch von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht ausgehe.
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Der Arbeitsversuch habe wegen anhaltender psychischer Instabilität mit
unvorhersehbaren Angstattacken abgebrochen werden müssen. An spezifischen
Beschwerden seien in der Hauptsache eine überwiegend gedrückte Grundstimmung,
eine ausgeprägte Affektlabilität, Energielosigkeit und Insuffizienzgefühle bei einer sehr
inkonstanten Tagesverfassung zu nennen (vgl. IV-act. 112-3). Die Befunde sind
vergleichbar mit jenen, die Dr. C._ bereits im Verlaufsbericht vom 21. September
2011 angegeben hatte (vgl. IV-act. 84-3). Im Weiteren hat er auch keine andere
Diagnose gestellt. Seine Einschätzung einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit basiert
somit einzig auf dem gescheiterten Arbeitsversuch, was nicht nachvollziehbar ist. Der
Verantwortliche der D._ AG hatte im Bericht vom 19. März 2012 festgehalten, dass
die Beschwerdeführerin bereits nach einem Tag unter Tränen mitgeteilt habe, dass ihr
das Pensum von vier Stunden täglich nicht möglich sei, woraufhin das Pensum auf
zwei Stunden täglich reduziert worden sei. Die Beschwerdeführerin habe jedoch selbst
für sehr leichte, einfache und sitzende Tätigkeiten, die nur ein Minimum an sozialer
Interaktionsfähigkeit gefordert hätten, nur sehr beschränkt eingesetzt werden können.
Zudem habe sie während der sieben Wochen dauernden Anstellung 15 Krankheitstage
gehabt. Eine Arbeitsfähigkeit sei wohl höchstens im geschützten Rahmen denkbar (vgl.
IV-act. 106-68). Diese von der Beschwerdeführerin gezeigte erhebliche
Leistungseinschränkung lässt sich anhand von objektiven medizinischen Befunden
nicht erklären. Es ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass
die gezeigte Einschränkung lediglich ein Ausdruck der subjektiven Einschätzung der
Beschwerdeführerin, wonach sie zu 100% arbeitsunfähig sei, gewesen ist. Der
psychiatrische MEDAS-Gutachter hat zu dieser Eigeneinschätzung der
Beschwerdeführerin ebenfalls festgehalten, dass diese nicht nachvollziehbar sei,
insbesondere unter Berücksichtigung der von der Beschwerdeführerin gleichzeitig
angegebenen diversen Freizeit- und Haushaltstätigkeiten (vgl. IV-act. 140-55). Im
Verlaufsbericht vom 2. April 2013 hat Dr. C._ ausgeführt, dass der
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin nach der vorübergehenden
Verschlechterung während des Arbeitsversuchs wieder dem Zustand, wie er im
Verlaufsbericht 21. September 2011 angegeben worden sei, entspreche (vgl. IV-act.
128). Eine Arbeitsfähigkeitsschätzung ist in diesem Bericht nicht ersichtlich. Jedenfalls
liesse sich eine aus psychiatrischer Sicht volle Arbeitsunfähigkeit der
Beschwerdeführerin angesichts der Diagnose einer nur leichtgradigen depressiven
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Episode nicht begründen. Demgegenüber ist die vom psychiatrischen Gutachter
attestierte 50%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aufgrund der Diagnosen einer
rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, und einer
somatoformen Schmerzstörung überzeugend.
3.8 Schliesslich ist auch die im Gesamtgutachten vom 2. Dezember 2013 aus
polydisziplinärer Sicht angegebene Arbeitsfähigkeitsschätzung von 50% für
leidensadaptierte Tätigkeiten nachvollziehbar. Zusammengefasst erfüllt das Gutachten
alle rechtsprechungsgemässen Beweisanforderungen, weshalb vollumfänglich darauf
abgestellt werden kann.
4.
4.1 Im Folgenden ist nun zu prüfen, ob sich eine revisionsbegründende Änderung des
Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin im Vergleich zum Zeitpunkt der
Rentenzusprache ergeben hat. Der leistungszusprechenden Verfügung vom 3. April
2009 hat die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen das Gutachten des MGSG vom 21.
April 2008 zu Grunde gelegt. Dem MEDAS-Gutachten vom 2. Dezember 2013 ist zu
entnehmen, dass sich nach Ansicht der Gutachter der Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin im Vergleich zum MGSG-Gutachten nicht signifikant geändert hat
(vgl. IV-act. 140-37). Dies ergibt sich zum einen aus den Gesamtbeurteilungen der
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin, welche in beiden Gutachten auf 50% in
leidensadaptierten Tätigkeiten geschätzt worden ist, und zum anderen auch aus den
jeweiligen Fachgutachten bzw. Fachbeurteilungen. So hat der rheumatologische
MEDAS-Gutachter festgehalten, dass seine Beurteilung in Kohärenz zu der
rheumatologischen Einschätzung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit durch das MGSG
vom April 2008 stehe. Seitdem habe sich keine versicherungsrelevante Änderung der
Befunde am Bewegungsapparat eingestellt (vgl. IV-act. 140-32). Der psychiatrische
MEDAS-Gutachter hat in seinem Teilgutachten festgehalten, dass die von ihm
gestellten Diagnosen der mittelgradigen depressiven Störung und der somatoformen
Schmerzstörung bereits im Gutachten des MGSG beschrieben worden seien (vgl. IV-
act. 140-56 f.). Hinzu kommt, dass die Arbeitsfähigkeitsschätzungen der beiden
psychiatrischen Gutachter, wonach die Beschwerdeführerin in leidensadaptierten
Tätigkeiten zu 50% arbeitsfähig sei, übereinstimmen (vgl. IV-act. 38-11, 140-59). Eine
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relevante Änderung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin seit dem
MGSG-Gutachten ist somit nicht ersichtlich. Der Rechtsvertreter macht geltend, dass
sich die Verschlechterung des Gesundheitszustandes daran zeige, dass der
psychiatrische MEDAS-Gutachter der Beschwerdeführerin in der bisherigen Tätigkeit
als Näherin eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert habe, währenddessen der
psychiatrische MGSG-Gutachter noch eine 40%ige Arbeitsfähigkeit in dieser Tätigkeit
angegeben habe. Zudem sei das Tätigkeitsprofil einer leidensangepassten Tätigkeit im
MEDAS-Gutachten vom 2. Dezember 2013 deutlich restriktiver als im Vorgutachten
umschrieben worden (vgl. act. G 1). Entgegen der Ansicht des Rechtsvertreters kann
daraus jedoch keine revisionsbegründende Änderung abgeleitet werden, denn bei der
Begutachtung durch die MEDAS ist – wie bereits ausgeführt – ein im Vergleich zum
Vorgutachten im Wesentlichen unverändert gebliebener Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin beurteilt worden. Die lediglich unterschiedliche Beurteilung der
Auswirkungen eines im Wesentlichen gleichen Gesundheitszustandes auf die
Arbeitsfähigkeit vermag aber keinen Revisionsgrund im Sinn von Art. 17 Abs. 1 ATSG
zu begründen. Dass es sich um eine lediglich andere Beurteilung als im Vorgutachten
handelt, zeigt sich auch daran, dass im MEDAS-Gutachten vom 2. Dezember 2013
festgehalten worden ist, dass die aktuellen Angaben zur Arbeitsfähigkeit sowohl in
Bezug auf die bisherige als auch auf eine leidensadaptierte Tätigkeit rückwirkend ab
dem Jahr 2005 Geltung hätten (vgl. IV-act. 140-34 f.). Eine erhebliche
revisionsbegründende Änderung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin
liegt folglich nicht vor.
4.2 Nachdem festgestellt worden ist, dass seit der Rentenzusprache keine erhebliche
Änderung des relevanten Sachverhalts, namentlich des Gesundheitszustandes der
Beschwerdeführerin, eingetreten ist, endet das Revisionsverfahren vorliegend mit der
Bestätigung des Anspruchs der Beschwerdeführerin auf die bisherige halbe Rente.
Eine (erneute) Invaliditätsbemessung muss in einem solchen Fall unterbleiben, weil sie
revisionsrechtlich betrachtet keinen Sinn macht und weil sie die Gefahr schafft, dass
ein abweichender Invaliditätsgrad ermittelt und zum Anlass genommen wird, die
laufende Rente zu erhöhen, herabzusetzen oder aufzuheben, obwohl die zwingend
notwendige Voraussetzung der Rentenrevision, der Eintritt einer Veränderung des
relevanten Sachverhalts, nicht erfüllt ist. Würde die laufende Rente entsprechend dem
aktuell ermittelten Invaliditätsgrad neu festgesetzt, so würde die Rente nicht revidiert,
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sondern korrigiert, ohne sich dabei aber auf Art. 17 Abs. 1 ATSG abstützen zu können
(vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 6. April 2011, IV
2009/140, E. 3). Aus diesem Grund hat vorliegend die (erneute) Durchführung eines
Einkommensvergleichs und damit einhergehend die Überprüfung der Höhe des
Tabellenlohnabzugs zu unterbleiben. Die angefochtene Verfügung vom 25. März 2014,
mit welcher der Anspruch der Beschwerdeführerin auf die bisherige halbe Rente
bestätigt worden ist, erweist sich folglich als rechtmässig.
5.
5.1 Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gegen die
Verfügung vom 25. März 2014 abzuweisen. Die Rechtsverweigerungsbeschwerde wird
zufolge Gegenstandslosigkeit abgeschrieben.
5.2 Der Beschwerdeführerin ist die unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den
Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) am 18. Juni
2014 bewilligt worden (act. G 4). Wenn ihre wirtschaftlichen Verhältnisse es gestatten,
kann sie jedoch zur Nachzahlung verpflichtet werden (Art. 123 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).
5.3 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit betreffend die
Rentenerhöhung angemessen. Der unterliegenden Beschwerdeführerin ist die
Gerichtsgebühr in Höhe von Fr. 600.-- aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher
Rechtspflege ist die Beschwerdeführerin von der Bezahlung der Gerichtsgebühr zu
befreien. Betreffend die Rechtsverweigerungsbeschwerde wird keine Gerichtsgebühr
erhoben.
5.4 Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der
Rechtsvertretung der in Bezug auf das Rentenerhöhungsgesuch unterliegenden und in
Bezug auf die gegenstandslos gewordene Rechtsverweigerungsbeschwerde
bis
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mutmasslich unterliegenden Beschwerdeführerin (vgl. oben E. 1.1). Die Entschädigung
wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach
der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen
(Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.--
bis Fr. 12'000.--. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat auf das Einreichen
einer Kostennote verzichtet. In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit
betreffend die Rentenerhöhung erscheint eine pauschale Entschädigung von
Fr. 3'000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) angemessen. Diese ist um
einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetztes [AnwG/SG; sGS 963.70]),
womit ein Betrag von Fr. 2‘400.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) resultiert.
Betreffend die Rechtsverweigerungsbeschwerde erscheint eine pauschale
Entschädigung von Fr. 500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer)
angemessen, welche ebenfalls um einen Fünftel zu kürzen ist. Die Entschädigung in
Bezug auf die Rechtsverweigerungsbeschwerde beträgt somit Fr. 400.-- (inklusive
Barauslagen und Mehrwertsteuer). Insgesamt hat der Staat den Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin somit pauschal mit Fr. 2‘800.-- (inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer) zu entschädigen.