Decision ID: 6f3af6c8-95a4-4500-9fc6-6c0b0c9cbd08
Year: 2021
Language: de
Court: BL_KG
Chamber: BL_KG_001
Canton: BL
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: 

den Sachverhalt falsch festgestellt, als sie davon ausgegangen sei, dass ihr Ehemann auf den
Philippinen vorerst kein und in der Schweiz erst ab dem 1. Juni 2022 ein Einkommen erzielen
könne. Des Weiteren habe die Vorinstanz das Recht falsch angewendet, als sie verkannt habe,
welch hohe Erwartungen das Recht und insbesondere die Rechtsprechung an einen unter-
haltspflichtigen Elternteil stelle und sie überdies das Einkommen der Berufungsklägerin bei der
Berechnung des Unterhaltsbeitrags mitberücksichtigt habe, obwohl diese bereits den gesamten
Naturalunterhalt leiste und dementsprechend nicht dazu gezwungen sein könne, zusätzlich
auch noch für den Barunterhalt besorgt zu sein.
D. Mit Verfügung vom 22. September 2022 wurde den Parteien der Eingang der Berufung
bestätigt und diese B._ zur Berufungsantwort innert 10 Tagen zugestellt.
E. Mit Eingabe vom 4. Oktober 2021 reichte B._ (nachfolgend: Berufungsbeklagter),
vertreten durch Advokatin Dr. Vanessa Duss Jacobi, die Berufungsantwort mit folgenden
Rechtsbegehren ein:
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1. Es seien die Begehren der Berufungsklägerin abzuweisen und die Ziffern 4 und 5 des Urteils des
Zivilkreisgerichtes Basel-Landschaft Ost vom 6. Juli 2021 zu bestätigen.
2. Eventualiter sei die Ziffer 4 des Urteils des Zivilkreisgerichtes Basel-Landschaft Ost vom 6. Juli
2021 wie folgt zu ändern:
4. Grundlage der Unterhaltsberechnung bilden die folgenden Werte:
Nettoeinkommen des Ehemannes während des Aufenthaltes in der
Schweiz vom 7. Mai 2021 bis zum 27. September 2021 von netto pro
Monat CHF 1'516.00, resp. unter Abzug des betreibungsrechtlichen
Existenzminimums (ohne Mietkosten) sowie der zwingend notwendi-
gen Zusatzausgaben und der Reise- und Einreisequarantänekosten
CHF 260.00
Hypothetisches Nettoeinkommen des Ehemannes pro Monat auf den
Philippinen ab Juni 2022 bzw. Ende der Pandemie (Einkommen aus
dem Resort, ohne Zulagen)
CHF 300.00
Hypothetisches Nettoeinkommen des Ehemannes pro Monat in der
Schweiz ab Juni 2022 (4 Monate pro Jahr, temporäre Arbeit, ohne
Zulagen)
CHF 3’000.00
Aktuelles Nettoeinkommen der Ehefrau pro Monat (70% Pensum mit
Taggeld, gemäss Lohnabrechnung März 2021, ohne 13. Monatslohn,
ohne Zulagen, inkl. Prämienanteil X._)
CHF 5'324.75
Aktuelles Nettoeinkommen der Ehefrau pro Monat ab neuem Vertrag
(50% Pensum mit inkl. 13. Monatslohn, ohne Zulagen, inkl. Prämien-
anteil X._)
CHF 4'357.00
Nettoeinkommen des Kindes (Kinderzulagen und Zusatzzulagen) CHF 637.00
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zzgl. MWST) zu Lasten der Berufungsklägerin.
Zudem beantragte der Berufungsbeklagte die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege mit
der Unterzeichneten als unentgeltliche Rechtsbeiständin.
Zur Begründung bringt der Berufungsbeklagte dabei im Wesentlichen vor, dass er aufgrund der
nach wie vor herrschenden Pandemielage und der Einreisebeschränkungen auf den Philippinen
dort bis auf Weiteres kein Einkommen erzielen könne, da er vollständig auf den Tourismus an-
gewiesen sei. Ebenso wenig sei es ihm möglich, in der Schweiz einer Erwerbstätigkeit nachzu-
gehen, da er das Resort auf den Philippinen trotz fast gänzlich ausbleibender Gäste nach wie
vor unterhalten müsse. Dass er sich von Mai bis September 2021 in der Schweiz aufgehalten
und im Impfzentrum gearbeitet habe, sei lediglich notgedrungen geschehen, da er damit we-
nigstens einen kleinen Verdienst habe erzielen können, welcher jedoch durch diverse notwen-
dige Ausgaben sogleich wieder aufgezehrt worden sei. Es sei ihm auch nicht möglich, in der
Schweiz Sozialhilfe zu beziehen, weil er die Voraussetzungen dafür nicht erfülle.
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F. Mit kantonsgerichtlicher Verfügung vom 5. Oktober 2021 wurde die Berufungsantwort
der Berufungsklägerin zur Kenntnisnahme zugestellt und der Schriftenwechsel geschlossen.
Weiter wurden die Parteien darauf aufmerksam gemacht, dass allfällige freiwillige Bemerkun-
gen nach der Praxis zum freiwilligen Replikrecht innert 10 Tagen zu erfolgen hätten. Schliess-
lich wurde der Entscheid aufgrund der Akten und der Entscheid über die unentgeltliche Rechts-
pflege zusammen mit dem Hauptentscheid in Aussicht gestellt.
G. Mit Eingabe vom 20. September 2021 (recte: 19. Oktober 2021) reichte die Berufungs-
klägerin eine freiwillige Replik ein und hielt dabei an ihren Rechtsbegehren fest.
H. Mit Verfügung vom 20. Oktober 2021 wurde die Replik dem Berufungsbeklagten zur
Kenntnisnahme zugestellt.
I. Mit Eingabe vom 1. November 2021 kündigte der Berufungsbeklagte an, eine Beru-
fungsduplik einzureichen, was er dann mit Eingabe vom 8. November 2021 tat. Darin beantrage
der Berufungsbeklagte, „die Vorbringen der Berufungsklägerin in der Berufungsreplik aus dem
Recht zu weisen“. Dies unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zzgl. MWSt) zu Lasten der
Berufungsklägerin. Im Übrigen hielt er an seinen Rechtsbegehren fest.
J. Mit Verfügung vom 9. November 2021 wurde die Berufungsduplik vom 8. November
2021 der Berufungsklägerin zu Kenntnisnahme zugestellt.

Erwägungen
1.1 Gegen Eheschutzentscheide, welche in Anwendung des summarischen Verfahrens er-
gehen (vgl. Art. 271 lit. a ZPO), kann gemäss Art. 308 Abs. 1 lit. b ZPO Berufung erhoben wer-
den, wobei in vermögensrechtlichen Streitigkeiten der Streitwert der zuletzt aufrechterhaltenen
Rechtsbegehren mindestens CHF 10'000.00 betragen muss (Art. 308 Abs. 2 ZPO). Bei wieder-
kehrenden Nutzungen oder Leistungen gilt der Kapitalwert, wobei bei ungewisser oder unbe-
schränkter Dauer als Kapitalwert der zwanzigfache Betrag der einjährigen Nutzung oder Leis-
tung gilt (siehe Art. 92 ZPO). Im vorliegenden Verfahren beantragte die Berufungsklägerin bei
der Vorinstanz einen monatlichen Kindesunterhaltsbeitrag von CHF 1'200.00 sowie einen noch
zu beziffernden Ehegattenunterhalt und der Berufungsbeklagte einen vom Gericht ermessens-
weise festzusetzenden, jedoch maximal CHF 900.00 betragenden Kindesunterhaltsbeitrag und
den Verzicht auf einen Ehegattenunterhalt, sodass die Differenz von (mindestens) CHF 300.00
pro Monat im Streit lag und die Streitwertgrenze von CHF 10‘000.00 somit erreicht ist. Die Beru-
fung ist schriftlich und begründet innert zehn Tagen seit Zustellung des begründeten Entscheids
bzw. seit der nachträglichen Zustellung der Entscheidbegründung bei der Rechtsmittelinstanz
einzureichen (Art. 314 Abs. 1 i.V.m. Art. 311 Abs. 1 ZPO). Im vorliegenden Fall wurde der
schriftlich begründete Entscheid der Präsidentin des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft Ost
vom 6. Juli 2021 der Berufungsklägerin bzw. ihrer Rechtsvertreterin am 9. September 2021 zu-
gestellt. Die zehntägige Berufungsfrist ist unter Berücksichtigung von Art. 142 Abs. 3 ZPO mit
der Berufungseingabe vom 20. September 2021 eingehalten. Die Berufungsklägerin macht so-
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wohl eine falsche Feststellung des Sachverhalts als auch die unrichtige Rechtsanwendung gel-
tend und bringt damit zulässige Berufungsgründe vor (Art. 310 ZPO). Auch die weiteren formel-
len Voraussetzungen sind erfüllt, sodass auf die vorliegende Berufung einzutreten ist. Gemäss
§ 5 Abs. 1 lit. a EG ZPO ist das Präsidium der Abteilung Zivilrecht des Kantonsgerichts für die
Beurteilung von Berufungen gegen Entscheide der Präsidien der Zivilkreisgerichte, die im
summarischen Verfahren ergangen sind, sachlich zuständig.
1.2 Vorab ist festzuhalten, dass es sich beim Kindesunterhalt um Kinderbelange i.S.v.
Art. 295 ff. ZPO handelt, weshalb gemäss Art. 296 Abs. 3 ZPO die Offizialmaxime gilt und das
Gericht den Sachverhalt von Amtes wegen zu erforschen hat (Art. 296 Abs. 1 ZPO), mithin die
uneingeschränkte Untersuchungsmaxime Anwendung findet und deshalb – entgegen der An-
sicht des Berufungsbeklagten – die Berufungsinstanz Noven ohne Einschränkung nach Art. 317
Abs. 1 ZPO zu berücksichtigen hat (BGE 144 III 349 E. 4.2.1). Jedoch ist auch hierbei der Rü-
gepflicht und Begründungslast im Sinne von Art. 310 ZPO nachzukommen, so dass die Beru-
fungseingabe einerseits Anträge zu enthalten hat, mit welchen bestimmt zu erklären ist, welche
Änderungen im Dispositiv des angefochtenen Entscheids verlangt werden. Andererseits muss
sich die Berufung führende Partei sachbezogen mit den Erwägungen des angefochtenen Ent-
scheides auseinandersetzen und bestimmt dartun, inwiefern von der ersten Instanz das Recht
falsch angewendet bzw. der Sachverhalt unrichtig festgestellt worden sein soll. Es ist grund-
sätzlich nicht Sache der Berufungsinstanz, einen vorinstanzlichen Entscheid von Amtes wegen
einer umfassenden Prüfung gemäss Art. 310 ZPO zu unterziehen. Ausnahmsweise gebietet es
allerdings die Offizial- und Untersuchungsmaxime einzuschreiten, sofern der Fehler bei der
Sachverhaltsfeststellung oder in der Rechtsanwendung geradezu augenscheinlich ist oder
wenn aufgrund neuer Hinweise eine weitergehende Erforschung eines bestimmten Sachver-
halts geboten ist (zum Ganzen siehe KGer BL 400 20 225/227 vom 22. Dezember 2020 E. 2.1;
400 19 176 vom 12. November 2019 E. 3.1 ff.).
2. Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens ist die Höhe des vom Berufungsbeklag-
ten monatlich zu entrichtenden Kindesunterhaltsbeitrags resp. die Höhe seines Einkommens
sowie die Frage, ob die Vorinstanz das Recht falsch angewendet hat, als sie das Einkommen
der Berufungsklägerin bei der Unterhaltsberechnung resp. der Bemessung der Übergangsfrist
mitberücksichtigt hat.
3.1 Die Vorinstanz hat erwogen, dass der Betrieb des Resorts auf den Philippinen seit jeher
kein nennenswertes Einkommen generiert habe und sich die Ehegatten während ihres Zusam-
menlebens jeweils CHF 300.00 bis CHF 500.00 aus dem Resort hätten auszahlen können. Sie
hätten dementsprechend vielmehr vom Vermögensverzehr gelebt. Der Ausbruch der Corona-
Pandemie hätte die finanzielle Lage dabei noch verschlimmert. Folglich sei davon auszugehen,
dass der Berufungsbeklagte momentan kein Einkommen aus dem Betrieb des Resorts erzielen
könne, dies jedoch nach einer Aufhebung der Reisebeschränkungen wieder der Fall sein wer-
de. Es sei deshalb zu erwarten, dass der Berufungsbeklagte ein Einkommen von CHF 300.00
werde erzielen können. Damit könne er einen Überschuss von monatlich CHF 100.00 erzielen,
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was jedoch zur Deckung des Bedarfs von C._ von CHF 764.00 nicht ausreiche. Weiter hat
die Vorinstanz erwogen, dass es dem Berufungsbeklagten nicht zumutbar sei, seine Tätigkeit
für das Resort – in welchem rund CHF 500'000.00 Vermögen der Ehegatten investiert sei –
aufzugeben und sich eine anderweitige Erwerbstätigkeit zu suchen. Dies auch vor dem Hinter-
grund, dass das Lohnniveau auf den Philippinen sehr tief sei und es folglich nicht möglich sei,
ein dem schweizerischen Lohnniveau entsprechendes Einkommen zu erzielen. Die Erzielung
eines nennenswerten Zusatzeinkommens aus Homeoffice-Arbeiten sei überdies unwahrschein-
lich, was unter der schwierigen globalen Arbeitsmarktlage umso mehr zu gelten habe. Der Be-
rufungsbeklagte habe seine angestammte Berufstätigkeit als Architekt seit nunmehr acht Jah-
ren nicht mehr ausgeübt, weshalb die Rückkehr zu dieser Tätigkeit – noch dazu im Homeoffice
– sehr unwahrscheinlich erscheine und nicht erwartet werden könne. Indes sei es dem Beru-
fungsbeklagten zuzumuten während insgesamt vier Monaten pro Jahr in der Schweiz einer Er-
werbstätigkeit nachzugehen, zumal er zur Ausübung seines Besuchsrechts ohnehin in die
Schweiz reisen müsse. Dabei sei jedoch nicht das Einkommen eines Architekten anzurechnen,
sondern eines von CHF 32.00 pro Stunde, da der Berufungsbeklagte ein solches auch schon im
Jahr 2021 als temporär Angestellter im Impfzentrum habe erzielen können. Es sei dem Beru-
fungsbeklagten somit ein Einkommen von CHF 3'000.00 über jeweils vier Monate pro Jahr an-
zurechnen, was bei einem Stundenlohn von CHF 32.00 einem Arbeitspensum von rund 65%
entspreche und damit der Ausübung seines Besuchsrechts und den Besonderheiten von tem-
porären Anstellungen genügend Rechnung trage. Somit resultiere ein Überschuss von jährlich
CHF 9'380.00 (acht Monate Überschuss von CHF 100.00 und vier Monate Überschuss von
CHF 2'145.00) resp. monatlich im Durchschnitt CHF 781.65, was den Barbedarf von C._
von gerundet CHF 765.00 vollständig zu decken vermöge.
3.2 Weiter hat die Vorinstanz festgehalten, dass eine umgehende Aufnahme der Unterhalts-
zahlungspflicht vorliegend ausser Betracht falle. Es sei zu berücksichtigen, dass der Beru-
fungsbeklagte aufgrund der Pandemie momentan kein Einkommen aus dem Resort erzielen
könne. Dem Berufungsbeklagten müsse deshalb eine angemessene Übergangsfrist eingeräumt
werden, bis er bei seinem nächsten Aufenthalt in der Schweiz ein Einkommen erzielen könne.
Dies werde vermutungsweise wohl erst im April oder Mai 2022 der Fall sein, weshalb die Unter-
haltsbeiträge erstmals per 1. Juni 2022 zu bezahlen seien. Dem hat die Vorinstanz ergänzend
angefügt, dass die mehrmonatige Übergangsfrist auch dadurch relativiert werde, dass die Beru-
fungsklägerin zurzeit einen monatlichen Überschuss von CHF 1'857.75 erziele und dadurch den
Barunterhalt für C._ somit ohne Weiteres zu decken vermöge.
4.1 In ihrer Berufung vom 20. September 2021 rügt die Berufungsklägerin, dass die
Vorinstanz – obwohl sie festgehalten habe, dass die Ehegatten auf den Philippinen jeweils vom
Vermögensverzehr gelebt hätten – einen solchen dem Berufungsbeklagten nicht anrechne. Die
Pandemie habe schliesslich keinen Einfluss auf ein Einkommen aus Vermögensverzehr, wes-
halb bereits ab Sommer 2021 ein hypothetisches Einkommen aus Vermögensverzehr ange-
rechnet werden müsse. Zudem würde das aktuelle Einkommen aus dem Resort nicht einfach
null betragen, da dieses für inländische Gäste nach wie vor offen sei. Des Weiteren müsse be-
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rücksichtigt werden, dass die Impfquote auch auf den Philippinen langsam wachse, und es mit
Blick auf die europäischen Feriendestinationen – wo der Tourismus mittlerweile wieder boome –
nicht ersichtlich sei, wieso nicht bereits Anfangs 2022 die ersten Öffnungsschritte vorgenom-
men würden und der Berufungsbeklagte ab dann bereits wieder ein Einkommen aus dem Res-
ort werde erzielen können. Ebenfalls sei nicht nachvollziehbar, weshalb vom Berufungsbeklag-
ten während seines Aufenthalts in der Schweiz nicht ein Arbeitspensum von 80% verlangt wer-
de. Das Besuchsrecht erstrecke sich lediglich auf einen Nachmittag unter der Woche sowie
einen Tag am Wochenende. Ausserdem könne der Berufungsbeklagte seine Temporäreinsätze
bereits von den Philippinen aus koordinieren, sodass ohne Weiteres eine Erwerbstätigkeit von
80% erwartet werden könne und das dadurch erwirtschaftete Nettoeinkommen bei einem Stun-
denlohn von brutto CHF 32.00 auf CHF 3'600.00 erhöht werden müsse.
4.2 Zur von der Vorinstanz gewährten Übergangsfrist bis zum 1. Juni 2022 bringt die Beru-
fungsklägerin vor, dass sich der Berufungsbeklagte bereits seit dem 7. Mai 2021 in der Schweiz
aufhalte und im Impfzentrum arbeite. Zwar habe es der Berufungsbeklagte unterlassen seine
Einkommensnachweise der Vorinstanz einzureichen, jedoch erziele er zweifellos jetzt schon ein
Einkommen. Wenn die Vorinstanz ausführe, dass er das aktuelle Einkommen für die Kosten der
Rückkehr in die Philippinen spare (oder für die Abzahlung des Darlehens für die Reise benöti-
ge), so berücksichtige sie diese Ausgaben doppelt, da sie bereits einen monatlichen Betrag von
CHF 100.00 dafür einkalkuliert habe. Ebenfalls nicht zu berücksichtigen sei, dass der Beru-
fungsbeklagte das Einkommen, welches er heute in der Schweiz erwirtschafte, für die Dauer die
er auf den Philippinen weile, vorausverdienen müsse, da ihm die Vorinstanz genau dieses Ein-
kommen ab dem Jahr 2022 anrechne. Daraus folge, dass dem Berufungsbeklagten bereits ab
Mai 2020 ein Einkommen von CHF 300.00 während zwölf Monaten und eines von
CHF 3'600.00 während vier Monaten anzurechnen sei. Zudem habe der Berufungsbeklagte im
Rahmen des Eheschutzverfahrens selbst beantragt, den Unterhaltsbeitrag auf CHF 900.00
festzulegen. Zwar gelte dabei die Offizialmaxime, jedoch sei es vorliegend nicht angezeigt, die-
sen Betrag zu unterschreiten. Schliesslich sei das Einkommen der Berufungsklägerin nicht zu
berücksichtigen, da sie bereits für den gesamten Naturalunterhalt aufkommen müsse und die-
ser mit dem Barunterhalt gleichwertig sei.
5. Demgegenüber wendet der Berufungsbeklagte in seiner Berufungsantwort vom
4. Oktober 2021 ein, dass er zurzeit sämtliche Ausgaben und Verluste des Resorts alleine tra-
gen müsse, obwohl die Betreibergesellschaft Y._ Inc. beiden Ehegatten gemeinsam gehöre
und sie auch gemeinsam für deren Verbindlichkeiten haften würden. Die Gesellschaft sei seit
Mitte 2020 zahlungsunfähig und habe zwei Darlehen aufnehmen müssen, wovon eines jedoch
bereits aufgebraucht sei. Auch (liquides) privates Vermögen weise der Berufungsbeklagte kei-
nes auf, vielmehr habe er noch Schulden bei seinen Eltern im Umfang von CHF 2'300.00. Zu-
dem sei realistischer Weise ein Ende der Pandemie nicht per Juni 2022, sondern frühestens im
Jahr 2023 zu erwarten. Trotzdem werde vom Berufungsbeklagten erwartet, ein minimales Ein-
kommen von CHF 300.00 zu erzielen. Der Vergleich mit europäischen Tourismusdestinationen
hinke zudem, da auf den Philippinen die Impfquote und die Verfügbarkeit der Vakzine weitaus
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prekärer sei. Dank der temporären Anstellung im Impfzentrum, welche vom 7. Mai 2021 bis zum
27. September 2021 gedauert habe, habe er so viel Geld verdient, um seine Lebenshaltungs-
kosten in der Schweiz zu bestreiten, sich einen Geschäftscomputer anzuschaffen und einen
Teil der Kosten des Resorts zu decken. Die Gegenüberstellung des Einkommens und der Aus-
gaben in der Schweiz würden zeigen, dass ein Überschuss von lediglich CHF 260.34 monatlich
resultierte, was auch den zurzeit hohen Reisekosten (Flug, Covid Tests, Quarantänekosten)
geschuldet sei. Die Ausführungen der Berufungsklägerin zum zumutbaren Einkommen in der
Schweiz basierten zudem auf reinen Hypothesen. So sei der Stundenlohn im Impfzentrum von
CHF 35.34 sehr hoch und in keiner Weise repräsentativ. Vielmehr müsse bei Temporärarbeiten
von einem Stundenlohn von rund CHF 25.00 ausgegangen werden. Der Beginn der Unterhalts-
zahlungen per 1. Juni 2022 sei überdies sachlich gerechtfertigt und nicht zu beanstanden. Der
Berufungsbeklagte habe für Ende April 2022 bereits einen Flug von den Philippinen in die
Schweiz gebucht und sei willens, seinen Pflichten gemäss dem Urteil der Vorinstanz Folge zu
leisten. Schliesslich sei zu keinem Zeitpunkt ein Unterhaltsbeitrag von CHF 900.00 zugestan-
den worden, sondern lediglich geltend gemacht worden, dass dieser maximal CHF 900.00 be-
tragen könne.
6. Ergänzend hält die Berufungsklägerin in ihrer unaufgeforderten Replik vom
20. September 2021 (recte: 19. Oktober 2021) fest, es habe nie dem gemeinsamen Lebensplan
der Ehegatten entsprochen, auf den Philippinen vom Vermögensverzehr zu leben, andernfalls
sie das Resort gar nicht hätten eröffnen müssen. Zudem könne es nicht noch Aufgabe der Be-
rufungsklägerin sein, nebst dem Natural- und Barunterhalt für die gemeinsame Tochter C._
auch noch den Betrieb des Resorts zu finanzieren, zumal der Berufungsbeklagte das einst noch
vorhandene Privatvermögen der Ehegatten von rund CHF 24'000.00 mittlerweile vollständig
verbraucht habe. Die Tatsache, dass der Betrieb des Resorts trotz des Aufenthalts des Beru-
fungsbeklagten in der Schweiz von Mai bis September 2021 laufe, zeige klar, dass dessen phy-
sische Präsenz dort nicht notwendig sei. Dies habe zum jetzigen Zeitpunkt umso mehr zu gel-
ten, da gemäss seiner Aussage das Resort keine Gäste habe. Der Berufungsbeklagte habe
keinerlei Beweise dafür eingereicht, dass er im August und September 2021 viel weniger hätte
arbeiten können, zumal er, auch ohne seine Erwerbstätigkeit vollumfänglich auszuschöpfen,
einen Verdienst von CHF 15'661.70 habe erzielen können, jedoch keinen Unterhaltsbeitrag be-
zahlt habe. Im Weiteren seien die vom Berufungsbeklagten geltend gemachten (einmaligen)
Ausgabenpositionen von Mai bis September 2021 viel zu hoch bemessen und nicht durch sach-
liche Notwendigkeit gerechtfertigt.
7. Dem entgegnet der Berufungsbeklagte in seiner unaufgeforderten Duplik vom
8. November 2021, die Behauptung, wonach er das Privatvermögen mehrheitlich alleine ver-
braucht habe, treffe nicht zu. Auch stimme es nicht, dass der Betrieb des Resorts ohne seine
physische Präsenz ohne Weiteres möglich sei. Vielmehr sei die Präsenz vor Ort notwendig, um
die monatlichen Verluste zu minimieren. Bei einer Schliessung würden diese deutlich höher
ausfallen, was in niemandes Interesse sei. Staatliche Unterstützung für betroffene Unterneh-
men gäbe es auf den Philippinen nicht. Schliesslich sei auch der Vorwurf, dass der Berufungs-
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beklagte in den Monaten August und September 2021 seine Erwerbstätigkeit nicht voll ausge-
schöpft habe haltlos. Der Einkommensrückgang sei durch den Rückgang der Anzahl Impfungen
verursacht. Der Kanton Basel-Landschaft habe das Impfzentrum deshalb auch schon früher als
ursprünglich geplant wieder geschlossen. Aufgrund der hohen Flexibilität und der guten Arbeits-
leistungen habe der Berufungsbeklagte glücklicherweise dennoch dort weiterarbeiten und Zu-
satzaufgaben wahrnehmen können.
8. Der Unterhalt eines Kindes wird durch Pflege, Erziehung und Geldzahlung geleistet (vgl.
Art. 276 Abs. 1 ZGB). Für diese drei Unterhaltskomponenten sorgen die Eltern gemeinsam, ein
jeder nach seinen Kräften, wobei das Kind Anspruch auf gebührenden Unterhalt hat (vgl.
Art. 276 Abs. 2 ZGB). Der Umfang des gebührenden Unterhalts richtet sich nach mehreren Kri-
terien. Gemäss Art. 285 Abs. 1 ZGB soll der Geldunterhalt zum einen den Bedürfnissen des
Kindes und zum anderen der Lebensstellung sowie der Leistungsfähigkeit der Eltern entspre-
chen. Der Unterhaltsbeitrag dient zudem der Gewährleistung der Betreuung des Kindes durch
die Eltern oder durch Dritte (vgl. Art. 285 Abs. 2 ZGB).
Grundsätzlich hat derjenige Elternteil, der keine Betreuungsaufgaben übernimmt resp. der nicht
als hauptbetreuend gilt, für den geldwerten Unterhalt des Kindes aufzukommen. Bei deutlich
höherer finanzieller Leistungsfähigkeit hat allerdings auch der wirtschaftlich besser gestellte
Elternteil, der allein oder hauptsächlich für die Betreuung des Kindes zuständig ist, einen Geld-
beitrag an dessen Unterhalt zu leisten (vgl. BGE 147 III 265 E. 8.1; BGer 5A_583/2018 vom
18. Januar 2019 E. 5.1).
9.1 Die Vorinstanz hat den Barbedarf von C._ auf CHF 1'402.00 beziffert und davon ein
Kindseinkommen (Kinderzulagen, Zusatzzulagen und Kinderzulage für Alleinerziehende) von
CHF 637.50 in Abzug gebracht. Daraus resultierte eine monatliche Unterdeckung von
CHF 764.50. Gestützt auf diese Berechnung hat die Vorinstanz den Berufungsbeklagten ver-
pflichtet, ab dem 1. Juni 2022 einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von CHF 765.00 zu bezah-
len. Die Berufungsklägerin moniert in ihrer Berufung vom 20. September 2021 diese Bedarfs-
rechnung nicht. Sie stellt sich lediglich auf den Standpunkt, dass dem Berufungsbeklagten ein
(höheres) hypothetisches Einkommen anzurechnen sei, der Berufungsbeklagte folglich einen
Unterhaltsbeitrag von CHF 900.00 zu bezahlen habe und die Unterhaltsbeiträge nicht erst ab
1. Juni 2022, sondern bereits ab 1. Mai 2020 geschuldet seien. Indes unterlässt sie es, die
Notwendigkeit einer Erhöhung des Unterhaltsbeitrags zu begründen, zumal der Berufungsbe-
klagte den Barbedarf von C._ (zumindest ab 1. Juni 2022) vollständig zu decken vermag.
Die Berufungsklägerin verlangt denn auch nicht die Zusprechung eines Betreuungsunterhalts
resp. hat einen solchen explizit nicht beantragt (siehe Berufung vom 20. September 2021,
Rechtsbegehren 1.5). Folglich muss davon ausgegangen werden, dass sie mit der beantragten
Anrechnung eines höheren hypothetischen Einkommens die Bildung eines Überschusses mit
anschliessender Überschussverteilung bezweckt. Eine Partizipation des Kindes am Überschuss
ist allerdings lediglich in guten bis sehr guten wirtschaftlichen Verhältnissen vorgesehen (vgl.
KGer BL 400 20 204 vom 29. Dezember 2020 E. 5.4 mit Hinweis). Dass und inwiefern vorlie-
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Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht
gend von solchen auszugehen wäre, legt die Berufungsklägerin ebenfalls nicht dar und ist auch
nicht ersichtlich. Wie in E. 1.2 hievor erwähnt, muss sich die Berufung führende Partei – trotz
Geltung der uneingeschränkten Untersuchungsmaxime – im Rechtsmittelverfahren sachbezo-
gen mit den Erwägungen des angefochtenen Entscheids auseinandersetzen und bestimmt dar-
tun, inwiefern die Vorinstanz das Recht falsch angewendet oder den Sachverhalt unrichtig fest-
gestellt hat. Dies lässt die Berufungsklägerin betreffend die Notwendigkeit einer Erhöhung des
Unterhaltsbeitrags jedoch gänzlich vermissen. Es ist somit nicht angezeigt, dem Berufungsbe-
klagten ein höheres hypothetisches Einkommen anzurechnen resp. den von der Vorinstanz
festgesetzten Unterhaltsbeitrag zu erhöhen. Folglich bleibt lediglich ein allfälliges Zugeständnis
des Berufungsbeklagten für einen höheren Unterhaltsbeitrag sowie die von der Vorinstanz ein-
geräumte Übergangsfrist resp. die Anrechnung eines hypothetischen Einkommens während
dieser Zeitperiode zu prüfen.
9.2 Die Berufungsklägerin stützt ihre Forderung unter anderem darauf, dass der Berufungs-
beklagte im vorinstanzlichen Verfahren einen Unterhaltsbeitrag von monatlich CHF 900.00 zu-
gestanden habe. Dies wird vom Berufungsbeklagten im Rechtsmittelverfahren bestritten, da er
sich vor der Vorinstanz lediglich dahingehend habe vernehmen lassen, dass ein allfälliger Un-
terhaltsbeitrag von der Vorinstanz nach Ermessen zu veranschlagen sei, dieser jedoch „maxi-
mal“ CHF 900.00 betragen könne. Aus dem Wortlaut des Rechtsbegehrens vor der Vorinstanz
(„Es sei der Gesuchsgegner [...] zu verpflichten, einen Kindesunterhaltsbeitrag in Höhe des
Barbedarfs von C._ zu bezahlen, die genaue Bezifferung wird ins Ermessen des Gerichts
gelegt, sollen jedoch CHF 900.00 nicht überschreiten“) geht jedoch kein Zugeständnis hervor,
da es an einem eindeutigen Rechtsbindungswillen mangelt und zudem Rechtsbegehren nicht
isoliert, sondern stets im Lichte der dazu gegebenen Begründung auszulegen sind
(BGer 4A_462/2017 vom 12. März 2018 E. 3.2 mit Hinweis). In seiner Stellungnahme vom
25. Mai 2020 (Rz. 9) beziffert der Berufungsbeklagte den Unterhaltsbeitrag aufgrund der bis
dahin eingereichten Unterlagen lediglich vorläufig auf CHF 845.55 resp. CHF 897.55, was kei-
nem Zugeständnis gleichkommt. Ebenso wenig sind weitere Hinweise vorhanden, die darauf
schliessen lassen würden, dass der Berufungskläger sich auf diesem Betrag habe behaften
lassen wollen. Vielmehr hat der Berufungsbeklagte vor den vorinstanzlichen Schranken anläss-
lich der Verhandlung vom 6. Juli 2021 klar zum Ausdruck gebracht, den Betrag von CHF 900.00
nicht bezahlen zu können und mit dieser Unterhaltshöhe nicht einverstanden zu sein (Protokoll
der Gerichtsverhandlung vom 6. Juli 2021, S. 8). Selbiges hat er auch für den Betrag von
CHF 775.00 vorgebracht (a.a.O.), weshalb – entgegen der Ansicht der Berufungsklägerin – der
Berufungsbeklagte nicht einen Unterhaltsbeitrag von CHF 900.00 zugestanden hat.
9.3.1 Was die von der Vorinstanz eingeräumte Übergangsfrist resp. die Anrechnung eines
hypothetischen Einkommens während dieser Zeitperiode betrifft, ist mit der Berufungsklägerin
einig zu gehen, dass das Recht strenge Anforderungen an den Unterhaltspflichtigen stellt und
eine besondere Anstrengungspflicht vorsieht (BGE 147 III 265 E. 7.4; BSK ZGB-
FOUNTOULAKIS/BREITSCHMID, 6. Aufl., Basel 2018, Art. 276 N 25 m.w.H.). So soll sich der Pflich-
tige seiner Leistungspflicht nicht alleine dadurch entziehen können, dass er sich auf seine feh-
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Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht
lende Leistungsfähigkeit beruft. Vielmehr ist gegebenenfalls ein (höheres) hypothetisches Ein-
kommen anzurechnen, sofern ein höherer Verdienst des Pflichtigen zumutbar und tatsächlich
möglich ist (BGE 143 III 233 E. 3.2; 137 III 118 E. 2.3; BSK ZGB-FOUNTOULAKIS, Art. 285 N 18).
Bei der Anrechnung eines hypothetischen Einkommens ist dem Unterhaltspflichtigen jedoch
zwingend eine angemessene Übergangsfrist – deren Bemessung dem Ermessen des Gerichts
anheimgestellt ist – zu gewähren, damit dieser die nötigen Dispositionen treffen kann (BGE 129
III 417 E. 2.2; BGer 5A_184/2015 vom 22. Januar 2016 E. 3.2). Nur ausnahmsweise ist auf eine
solche zu verzichten, wenn der Unterhaltspflichtige sein Einkommen freiwillig, einseitig sowie im
Wissen um seine Unterhaltspflicht reduziert (BGer 5A_372/2016 E. 3.1 in fine). Zudem gehen
die wirtschaftlichen Realitäten einem hypothetischen Einkommen in jeder Hinsicht vor, da keine
unzumutbaren hypothetischen Einkommen angenommen werden dürfen, ohne dass diese auf
einer entsprechenden ökonomischen Basis fussen (BGE 147 III 265 E. 7.4 mit Hinweis auf
BGer 5A_170/2011 vom 9. Juni 2011 E. 2.3 und 5A_513/2012 vom 17. Oktober 2012 E. 4, in:
FamPra.ch 2013 S. 236; ferner 5A_629/2007 vom 20. März 2008 E. 3). Die von der Vorinstanz
gewährte Übergangsfrist ist mit rund zehn Monaten isoliert betrachtet zwar lang, angesichts der
speziellen Unterhaltsregelung jedoch gar notwendig und damit nicht unangemessen. Soweit die
Berufungsklägerin die rückwirkende Bezahlung des Kindesunterhaltsbeitrags ab 1. Mai 2020
verlangt, übersieht sie, dass ein hypothetisches Einkommen aufgrund des Erfordernisses einer
realen Verdienstmöglichkeit lediglich pro futuro, nicht jedoch für die Vergangenheit angerechnet
werden kann. Wenn nun die Berufungsklägerin moniert, der Berufungsbeklagte habe von Mai
bis September 2021 bereits in der Schweiz gearbeitet und müsse sich demnach gar nicht auf
eine neue Situation einstellen, sondern habe sich dieser bereits schon angepasst, kann ihr
ebenso wenig gefolgt werden. Einerseits wurde die Unterhaltsregelung dem Berufungsbeklag-
ten erst am 14. Juli 2021 im Dispositiv eröffnet, wodurch er sich folglich erst ab diesem Zeit-
punkt effektiv hat darauf einstellen können. Andererseits führt der Berufungsbeklagte aus, den
von Mai bis September 2021 erzielten Verdienst zur Deckung der allgemeinen Lebenshaltungs-
kosten, der Kosten des Resorts, der zurzeit hohen Reisekosten (inkl. Quarantänekosten), der
Anschaffung eines Geschäftscomputers sowie zur Tilgung eines Darlehens seiner Eltern ver-
braucht zu haben (siehe Berufungsantwort vom 4. Oktober 2021, Rz. 26 und 38). Für diese Be-
hauptungen liegen Belege im Recht. Sodann hat die Vorinstanz dem Berufungskläger zu Recht
auch kein hypothetisches Einkommen für die Zeitperiode, in welcher er sich auf den Philippinen
befindet (September 2021 bis April/Mai 2022), angerechnet. Einerseits kann das Resort unter
den derzeitigen Bedingungen nicht gewinnbringend betrieben werden und jegliche Diskussion
über die Aufhebung der Reisebeschränkungen auf den Philippinen ab dem Jahr 2022 kommt
reiner Spekulation gleich und kann damit nicht als wirtschaftliche Realität zur Anrechnung eines
hypothetischen Einkommens gelten. Andererseits erscheint betreffend die von der Berufungs-
klägerin verlangte Anrechnung eines hypothetischen Einkommens aus Vermögensverzehr frag-
lich, ob – abgesehen vom in das Resort investierten Vermögen – überhaupt noch Mittel vorhan-
den sind, die verzehrt werden könnten. Zudem ist unbestritten, dass das Resort nicht kurzfristig
zur Mittelbeschaffung verkauft werden kann und soll, schon gar nicht angesichts der derzeit
herrschenden Pandemielage (siehe Protokoll der Gerichtsverhandlung vom 6. Juli 2021, S. 7).
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Dazu kommt, dass Vermögensverzehr zur Deckung des Kindesunterhalts nur in Ausnahmefäl-
len verlangt werden darf (BGer 5A_582/2018 und 5A_588/2018 vom 1. Juli 2021 E. 6.1.1) und
die Berufungsklägerin nicht darlegt, inwiefern vorliegend von einem solchen auszugehen wäre,
zumal sie auch geltend macht, dass es nicht dem gemeinsamen Plan entsprach, auf den Phi-
lippinen vom Vermögensverzehr zu leben. Schliesslich überzeugt das Vorbringen des Beru-
fungsbeklagten, dass es – trotz nur weniger Gäste – notwendig ist, vor Ort zu sein, um das Re-
sort zwar nicht gewinnbringend, dafür jedoch verlustmindernd betreiben zu können, zumal die-
ses immerhin noch Binnentouristen beherbergen kann. Der Einwand der Berufungsklägerin,
dass dafür jemand angestellt werden und der Berufungsbeklagte dadurch einer anderen Er-
werbstätigkeit (auf den Philippinen oder in der Schweiz) nachgehen könne, mag zwar ange-
sichts der strengen Anforderungen an die Unterhaltspflicht zunächst diskutabel erscheinen,
scheitert jedoch zum einen am sehr tiefen Lohnniveau auf den Philippinen (siehe Urteil der Ge-
richtspräsidentin des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft Ost vom 6. Juli 2021 E. 16) sowie zum
anderen an der bloss vorübergehenden Natur eines Eheschutzentscheides, wodurch eine der-
art drastische Änderung der Lebensumstände (wie einem Zuzug in die Schweiz mit hiesiger
Erwerbstätigkeit) nicht erwartet werden darf, zumal der Betrieb des Resorts der gemeinsame
und langfristige Lebensplan der Ehegatten war (vgl. Protokoll der Gerichtsverhandlung vom
6. Juli 2021, S. 3, 7 und 9).
9.3.2 Soweit die Berufungsklägerin schliesslich moniert, die Vorinstanz habe zur Begründung
der Übergangsfrist bis zum 1. Juni 2022 ihr eigenes Einkommen herangezogen und dieses da-
mit in unzulässiger Weise berücksichtigt, ist ihr ebenso wenig zu folgen. Obschon gemäss bun-
degerichtlicher Rechtsprechung der allein betreuende Elternteil nicht auch noch für den Barun-
terhalt besorgt zu sein hat, kann dies nicht absolut gelten (siehe E. 8 hievor). Eine Abweichung
dieser strikten Aufteilung kann und muss namentlich dann angezeigt sein, wenn der hauptbe-
treuende Elternteil leistungsfähiger ist als der andere (BGE 147 III 265 E. 8.1 mit Verweis auf
BGer 5A_584/2018 vom 10. Oktober 2018 E. 4.3; 5A_583/2018 vom 18. Januar 2019 E. 5.1 in
fine; 5A_339/2018 vom 8. Mai 2019 E. 5.4.3; 5A_727/2018 vom 22. August 2019 E. 4.3.2.2).
Dies ist im vorliegenden Fall zweifellos der Fall, weshalb der Vorinstanz kein Vorwurf zu ma-
chen ist, wenn sie das Einkommen der Berufungsklägerin bei der Festlegung der Übergangs-
frist mitberücksichtigt hat.
Nach dem Gesagten erweist sich die Berufung vom 20. September 2021 als unbegründet, wes-
halb sie abzuweisen ist.
10. Für das Berufungsverfahren beantragen beide Ehegatten die Bewilligung der unentgelt-
lichen Rechtspflege sowie die unentgeltliche Verbeiständung mit ihrer jeweiligen Rechtsvertre-
terin. Gemäss Art. 117 ff. ZPO hat eine Person Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, wenn
sie einerseits nicht über die erforderlichen Mittel verfügt (lit. a) und andererseits ihr Rechtsbe-
gehren nicht aussichtslos erscheint (lit. b). Wer diese Bedingungen erfüllt, hat ausserdem An-
spruch auf einen unentgeltlichen Rechtsbeistand, soweit dies zur Wahrung seiner Rechte not-
wendig ist (Art. 118 Abs. 1 lit. c ZPO). Massgeblich sind die finanziellen Verhältnisse zum Zeit-
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punkt der Gesuchstellung (EMMEL, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO Komm,
3. Aufl., 2016, Art. 117 ZPO N 4). Den Akten ist zu entnehmen, dass beide Ehegatten nicht über
die erforderlichen Mittel verfügen, um die mutmasslichen Prozesskosten des Berufungsverfah-
rens decken zu können, zumal derzeit der Berufungsbeklagte kein Einkommen erzielt und die
Berufungsklägerin den vollen Kindesunterhalt alleine trägt. Sie haben auch kein liquides Ver-
mögen, welches zur Bezahlung der Prozesskosten herangezogen werden könnte. Da zudem
die Berufung – obwohl sie abzuweisen ist – nicht aussichtslos ist, ist ihr jeweiliges Gesuch um
Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege gutzuheissen. Ebenso erscheint die Beiordnung
der beiden Rechtsbeiständinnen in der vorliegenden Sache notwendig, zumal es sich bei der
Berechnung des Kindesunterhalts um eine komplexe Materie handelt und sowohl die Beru-
fungsklägerin als auch der Berufungsbeklagte juristische Laien sind.
11.1 Es bleibt über die Verteilung der Prozesskosten, bestehend aus den Gerichtskosten so-
wie der Parteientschädigung (Art. 95 Abs. 1 ZPO), zu befinden. Massgebend für die Regelung
der Kostenfolgen sind die Bestimmungen der Art. 104 ff. ZPO, die auch im Berufungsverfahren
gelten, da das Gesetz für das Rechtsmittelverfahren keine speziellen Kostenregelungen vor-
sieht (SEILER, Die Berufung nach ZPO, 2013, Rz. 1560). Gemäss Art. 106 Abs. 1 ZPO werden
die Prozesskosten der unterliegenden Partei auferlegt. Hat keine Partei vollständig obsiegt, so
werden die Prozesskosten nach dem Ausgang des Verfahrens verteilt (Art. 106 Abs. 2 ZPO).
Da die Berufungsklägerin mit ihrer Berufung vollständig unterlegen ist, sind ihr die Prozesskos-
ten aufzuerlegen. Eine abweichende ermessensweise Kostenverteilung nach Art. 107 Abs. 1
lit. c ZPO drängt sich nicht auf. Die Entscheidgebühr für das Berufungsverfahren ist in Anwen-
dung von § 9 Abs. 1 i.V.m. § 8 Abs. 1 lit. h der Verordnung über die Gebühren der Gerichte
(GebT, SGS 170.31) auf CHF 2’000.00 festzusetzen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtspflege für das Berufungsverfahren sind die Gerichtskosten jedoch vorläufig vom Staat zu
tragen (Art. 122 Abs. 1 lit. b ZPO).
11.2 Auch die Parteikosten des Berufungsverfahrens sind ausgangsgemäss vollumfänglich
der Berufungsklägerin aufzuerlegen. Daraus folgt, dass die Berufungsklägerin ihre Anwaltskos-
ten selber zu tragen und dem Berufungsbeklagten eine Parteientschädigung zu entrichten hat
(Art. 122 Abs. 1 lit. d ZPO).
Die Rechtsvertreterinnen beider Parteien haben keine Honorarnote eingereicht, weshalb ihr
Zeitaufwand vom Gericht von Amtes wegen zu schätzen ist (vgl. § 2 Abs. 1 sowie § 18 der Ta-
rifordnung für die Anwältinnen und Anwälte [TO, SGS 178.112]) und allfällige Auslagen nicht zu
ersetzen sind (vgl. KGer BL 400 19 237 vom 3. Dezember 2019 E. 9.1). Angesichts des Um-
fangs der eingereichten Rechtsschriften sowie der Tatsache, dass die Ausführungen in der
freiwilligen Replik und Duplik mehrheitlich an der Sache vorbeigehen, ist von einem Aufwand
von je 13 Stunden auszugehen. Bei unentgeltlicher Verbeiständung ist ein Stundenansatz von
CHF 200.00 einzusetzen (§ 3 Abs, 2 TO). Demzufolge ist der Rechtsvertreterin der Berufungs-
klägerin ein Honorar von CHF 2'600.00 (exkl. Auslagen und MWSt) aus der Gerichtskasse aus-
zurichten. Hinsichtlich der an den Berufungsbeklagten zu entrichtenden Parteientschädigung ist
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angesichts der Komplexität des vorliegenden Verfahrens von einem Stundenansatz von
CHF 250.00 auszugehen (vgl. § 3 Abs. 1 TO). Der Berufungsbeklagte hat zudem eine Partei-
entschädigung zzgl. MWSt beantragt. Demzufolge hat die Berufungsklägerin dem Berufungs-
beklagten eine Parteientschädigung von CHF 3'250.00 zzgl. 7,7% MWSt von CHF 250.25, total
somit CHF 3'500.25 (exkl. Auslagen), zu bezahlen.