Decision ID: 436061dd-e8a3-461a-a2b5-f0fa4860f258
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1986 geborene
X._
ist seit
1. Juli 2011 als
Pflegeassisten
tin
im
Z._
angestellt und im Rahmen dieses Arbeitsverhältnisses
bei der
Schweizerische
n
Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG
obligatorisch unfall
versichert. Mit
Schadenmeldung vom 25. Juni 2013 (Urk. 8/U
1
)
wurde
dieser zur Kenntnis
gebracht
, dass
die Versicherte
zwei Tage zuvor von einem Geländer gesprungen sei und sich dabei eine Prellung der
rechten
Ferse zugezogen habe.
Die
Schweizerische Mobiliar Versicherungsge
sellschaft AG
lehnte ihre Leistungspflicht
mit Schreiben vom 26. August 2013 (Urk. 8/K6-7) mangels Vorliegens eines Unfall
e
s im Rechtssinne beziehungs
weise einer unfallähnlichen Körperschädigung ab und erliess am
31. Oktober 2013 (Urk. 8/K13)
eine entsprechende Verfügung.
Daran hielt sie auf Einsprache der Versicherten
(Urk. 8/K18) hin mit Entscheid
vom
4. März 2014
(Urk. 2) fest.
2.
Hiergegen erhob
X._
am 1. April 2014 Beschwerde (Urk. 1) und beantragte die Aufhebung des angefochtenen
Entscheids
und die
Zusprac
he
der gesetzlichen Leistungen.
Die
Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesell
schaft
schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 7. Mai 2014 (Urk. 6) unter Auf
lage eines Berichts ihres beratenden Arztes vom 22. April 2014 (Urk. 7) auf Ab
weisung der Beschwerde. Mit Verfügung vom 19. Mai 2014 (Urk. 9) wurde ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet, worauf die Parteien mit Replik vom 23. Juni 2
014 (Urk. 11) und Duplik vom 2.
Juli 2014 (Urk. 14) an ihren Anträ
gen festhielten.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden
–
soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt
–
die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (Abs. 2).
1.2
1.2.1
Ein Unfall ist gemäss Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigen
de Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschli
chen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesund
heit oder den Tod zur Folge hat.
1.2.2
Nach der Rechtsprechung bezieht sich das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlich
keit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selber. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere Faktor allenfalls schwer wiegende, unerwartete Folgen nach sich zog. Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im jeweiligen
Le
bensbereich Alltäg
lichen oder Üblichen überschreitet. Ausschlaggebend ist also, dass sich der äussere Faktor vom Normalmass an Umwelteinwirkungen auf den menschlichen Körper abhebt. Ungewöhnliche Auswirkungen allein begründen keine Ungewöhnlichkeit (BGE 134 V 72 E. 4.3.1 mit Hinweis).
1.2.3
Nach Lehre und Rechtsprechung kann das Merkmal des ungewöhnlichen äusse
ren Faktors in einer unkoordinierten Bewegung
(RKUV 2000 Nr. U 368 S. 100 E.
2d mit Hinweisen; Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, S. 176 f.) bestehen. Bei Körperbewegungen gilt dabei der Grundsatz, dass das Erforder
nis der äusseren Einwirkung lediglich dann erfüllt ist, wenn ein in der Aussen
welt begründeter Umstand den natürlichen Ablauf einer Körperbewegung gleichsam „programmwidrig" beeinflusst hat. Bei einer solchen unkoordinierten Bewegung ist der ungewöhnliche äussere Faktor zu bejahen; denn der äussere Faktor
–
Veränderung zwischen Körper und Aussenwelt
–
ist wegen der er
wähnten Programmwidrigkeit zugleich ein ungewöhnlicher Faktor (BGE 130
V 117 E. 2.1; RKUV 2004 Nr. U 502 S. 183 E. 4.1, Nr. U 510 S. 275
, Nr. U 523 S.
541 E. 3.1). Ohne besonderes Vorkommnis ist bei einer Sportverletzung das Merkmal der Ungewöhnlichkeit und damit das Vorliegen eines Unfall
e
s zu ver
neinen (BGE 130 V 117 E. 2.2; RKUV 2004 Nr. U 523 S. 541 E. 3.2).
1.3
Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG kann der Bundesrat Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen. Von dieser Kompetenz hat der Bundesrat in Art. 9 Abs. 2 der Verordnung über die Unfall
versicherung (UVV) Gebrauch gemacht und folgende Körperschädigungen, so
fern sie nicht eindeutig auf eine Erkrankung oder eine Degeneration zurückzu
führen sind, auch ohne ungewöhnliche äussere
Einwirkung den Unfällen gleich
gestellt:
a.
Knochenbrüche;
b.
Verrenkungen von Gelenken;
c.
Meniskusrisse;
d.
Muskelrisse;
e.
Muskelzerrungen;
f.
Sehnenrisse;
g.
Bandläsion
en;
h.
Trommelfellverletzungen.
Diese Aufzählung der den Unfällen gleichgestellten Körperschädigungen ist ab
schliessend (BGE 116 V 136 E. 4a, 147 E. 2b, je mit Hinweisen; Maurer, Schwei
zerisches Unfall
versicherungsrecht, 2. Aufl., 1989, S. 202).
1.4
Die einzelnen Umstände des Unfallgeschehens sind von der versicherten Person glaubhaft zu machen. Kommt sie dieser For
derung nicht nach, indem sie un
vollständige, ungenaue oder widersprüchliche Angaben macht, die das Bestehen eines unfallmässigen Schadens als unglaubhaft erscheinen las
sen, besteht keine Leistungspflicht des Unfallversicherers. Im Streitfall obliegt es dem Gericht zu beurteilen, ob die einzelnen Voraussetzungen des Unfallbegriffs erfüllt sind. Der Untersuchungsmaxime entsprechend hat es von Amtes wegen die notwendigen Beweise zu erheben und kann zu diesem Zwecke auch die Parteien heranziehen. Ist aufgrund dieser Massnahmen das Vorliegen eines Unfallereignisses nicht wenigstens mit Wahrscheinlichkeit erstellt
–
die blosse Möglichkeit genügt nicht
–
, so hat dieses als unbewiesen zu gelten, was sich zu Lasten der versicherten Person aus
wirkt (BGE 116 V 136 E. 4b, 114 V 298 E. 5b, 111 V 201 E. 6b; RKUV 1990 Nr. U 86 S. 50).
2
.
2.1
Streitig
und zu prüfen ist der Anspruch
der Beschwerdeführerin
auf Leistungen
aus der obligatorischen Unfallversicherung
im Zusammenhang mit dem
Ereignis
vom 23. Juni 2013.
2.2
Die Beschwerdegegnerin
hielt dafür
,
beim
kontrolliert und willentlich ausge
führ
ten
Sprung aus zirka 1.5 Meter
n
Höhe
habe sich
weder
beim Fall
noch bei der Landung
eine Programmwidrigkeit
zugetragen
.
Der Aufprall mit den Füssen auf dem Boden sei für sich alleine genommen nicht ungewöhnlich und
ausser
dem
aufgrund der physikalischen Gesetzmässigkeiten voraussehbar gewesen.
Es handle sich daher nicht um einen Unfall im Rechtssinne
. Daran vermöge nichts zu ändern, dass die Beschwerdeführerin angeblich
Ballerinas
getragen haben soll, welche die Landung nicht ausreichend abgefedert hätten.
Die Art des
Schuhwerks sei
unerheblich, solange dieses bei der Landung nicht zu einer
Pro
grammwidrigkeit
im Sinne eines Stolperns, Ausgleiten
s
oder dergleichen führe. Eine sinnfällige Überanstrengung stehe vorliegend nicht zur Diskussion.
Über
dies
liege auch keine unfallähnliche Körperschädigung vor, da
Mikroverletzun
gen
des Knochens im Rahmen eines
Bone
bruise
beziehungsweise
einer Prellung keinen Knochenbruch im Sinne von Art. 9 Abs. 2
lit
. a UVV darstelle
n würden
(
Urk.
2 S. 3 ff.,
Urk.
6 S. 2 f.,
Urk.
14).
2.3
Dagegen brachte
die Beschwerdeführerin
vor
, die Aussergewöhnlichkeit des äusseren Faktors
sei
erstens in der Höhe des Sprung
e
s und zweitens im Aufprall auf dem harten Boden mit
Ballerinas
zu sehen, welche kein a
usreichendes Ab
federn ermöglich
en
würden
. Es handle sich dabei um eine ungewöhnliche
Kör
perbewegung
respektive eine aussergewöhnliche Krafteinwirkung infolge des Aufprall
e
s aus einer Höhe von 1.5
Metern
.
Überdies
liege bei ihr keine
berufli
che oder ausserberufliche Gewöhnung
vor
.
Der
Unfallbegriff
sei daher
erfüllt,
da ein
Sprung aus
der genannten
Höhe sicherlich ein gesteigertes
Gefährdungspo
tenzial
dar
stelle
.
Schliesslich
liege
auch
eine unfallähnliche Körperschädigung vor, da die radiologische Untersuchung eindeutig Mikrofrakturen am Fersenbein gezeigt habe
, welche unter Art. 9 Abs. 2
lit
. a UVV zu subsumieren seien (Urk. 1 S.
2 f.
, Urk. 11).
3.
3.1
In der Schadenmeldung vom 25. Juni 2013
wurde
der
Hergang des Ereignisses
vom 23. Juni 2013 folgendermassen
beschrieben (Urk. 8/U1 Ziff. 6): „Ist von ei
nem Geländer gesprungen und auf
re
Ferse gelandet. Konnte sofort nicht mehr laufen.“
Als Verletzung wurde eine Prellung der rechten Ferse angegeben (Ziff. 9).
3.2
Zur diagnostischen Abgrenzung einer Fersenprellung gegenüber einer Fraktur wurde
am 15. Juli 2013 im
A._
ein MRI des
rechten Rückfusses angefertigt.
Im Bericht an den zuweisenden Hausarzt vom selben
Tag
(Urk. 8/M5)
lautete die Beurteilung des
befundenden
Radiologen wie folgt: „Schwerer
Bone-Bruise
respektive Mikrofrakturen des
Calcaneus
sowie geringes Knochenmarködem auch am
Talushals
ohne Nachweis einer dislozierten Frak
tur, insbesondere kein Vorliegen einer Fraktur vom Joint
depression
- oder
Tongue
-type. Erhaltener Böhler-Winkel.“
3.3
Im undatierten Arztzeugnis
(Urk. 8/M2)
an die
Beschwerdegegnerin
erklärte
der ab 24. Juni 2013 behandelnde
med.
pract
.
B._
, Facharzt für Allge
meine Innere Medizin
, eigenen Angaben zufolge sei die Beschwerdeführerin
am
23. Juni 2013
aus zirka 1.5 Meter
n
Höhe auf einen Betonboden gesprungen und mit der rechten Ferse gelandet. Initial habe sie leichte Schmerz
en verzeichnet, welche
dann stark zugenommen
hätten
. Aktuell hinke sie. Der Hausarzt nannte als Befund eine
Druckdolenz
im Bereich der Ferse und des
Calcaneus
rechts und verwies auf das MRI vom 15. Juli 201
3.
Seine Diagnose lautete auf eine
Fersen
prellung
rechts
, bezüglich welcher er Schonung und Analgesie verordnete.
Insgesamt
bescheinigte
der Hausarzt
folgende Arbeitsunfähigkeit
en
: 100
% ab 2
3. Juni 2013, 50 % ab 28. August 2013, 25 % ab 11.
September 2013 un
d 0
% ab 1.
Oktober 2013
(
Urk. 8/
U4).
3.
4
Nach
eröffneter
Leistungs
verweiger
ung
(Urk. 8/K7)
brachte die
nunmehr
durch ihre Rechtsschutzversicherung
vertretene
Beschwerdeführerin am 26. September (Urk. 8/K10)
und 28. November 2013 (Einsprache; Urk. 8/K18)
vor, sie sei es nicht g
ewohnt, aus einer Höhe von 1.5 Metern
zu springen. Der Sprung sei auch nicht im Rahmen einer sportlichen Betätigung erfolgt, sodass der heftige Auf
prall auf de
m
harten
Betonboden mit dünnen, flachen Schuhen
respektive
Bal
lerinas
als ungewöhnlich erachtet werden müsse. Es sei offensichtlich,
dass es sich nicht um Krankheitsfolgen handle.
An dieser Darstellung hielt sie im vor
liegenden Verfahren fest (Urk. 1 S. 2 f. und Urk.
11
).
3.5
Z
uhanden der Beschwerdegegnerin
führte Dr. med.
C._
, Facharzt für Chirur
gie, am 22. April 2014 (Urk. 7 S. 2 unten ff.) in Auseinandersetzung mit der medizinischen Lehre aus
,
so genannte
Bone
bruise
oder
Knochenmarködeme könnten einerseits durch ein singuläres Trauma verursacht werden, andererseits
kämen sie
aber
auch aufgrund repetitiver Belastungen vor.
Er legte im Einzel
nen dar, dass ein
Bone
bruise
gegenüber einer Fraktur differentialdiagnostisch abgegrenzt werden müsse respektive bei einem
Bone
bruise
definitionsgemäss keine Fraktur vorliege.
Im Falle der Beschwerdeführerin
seien die Kriterien nicht erfüllt, um eine unfallähnliche Körperschädigung im Sinne einer Fraktur defi
nieren zu können.
4.
4.
1
Zunächst stellt sich die Frage
, ob es sich beim Ereignis vom
23. Juni 2013
um einen Unfall im Rechtssinne
(E. 1.2 hiervor)
handelt
.
Strittig
und zu prüfen
ist
in diesem Zusammenhang
, ob
die Anspruchsvoraussetzung des ungewöhnlichen äusseren Faktors ge
geben
ist.
4.2
4.2.1
In
sachverhaltlicher
Hinsicht steht
unbestrittenermassen
fest, dass
die Beschwer
deführerin
a
m
23. Juni 2013
aus
einer Höhe von
rund
1.5
Metern gesprungen und
auf
hartem Untergrund gelandet
ist.
4.2.2
Ein
willentlich und
kontrolliert
ausgeführt
er
Sprung
einer erwachsenen Person
aus einer Höhe von
zirka
1.5
Metern
auf
den
betonierten
Boden
kann
nicht als
ungewöhnlich bezeichnet werden
.
Dies gilt selbst dann, wenn die
betreffende
Person – wie
offenbar
auch
die Beschwerdeführerin (Urk. 1 S. 3 oben) –
sich
nicht regelmässig
in dieser Weise körperlich betätigt
. Dadurch mag
ein solcher Sprung
für
sie allenfalls ungewohnt sei
n, d
ies genügt
jedoch
praxisgemäss (BGE 99 V 136 E. 1)
nicht, um das
Element
der Ungewöhnlichkeit als gegeben zu betrachten.
Hinzu kommt, dass das
Bundesgericht im Urteil 8C_500/2008 vom 1
1.
Februar 2009 E. 4.3 un
ter Hinweis auf BGE 134 V 72 E. 4.2.3
(vgl. auch
dortige
E. 4.1)
entschieden
hat
, dass die individuellen Fähigkeiten der ver
sicherten Person kein
massgebendes Kriterium für die –
sich nach objekt
iven Gesichtspunkten richtende
– Bejahung oder Verneinung der Ungewöhnlichkeit der äusseren Einwirkung sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_141/2009 vom 2. Juli 2009 E. 7.2
;
vgl.
Rumo-Jungo
/Holzer, Rechtsprechung des Bundesge
richts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Auflage 2012, S. 31;
vgl.
aber
Urteil des Bundesgerichts 8C_436/2009 vom 22. Oktober 2009 E. 7.2).
Dass der Absprung unplanmässig erfolgte, der Beschwerdeführerin das Herab
springen nicht optimal gelang oder sie bei der Landung ausrutschte bezie
hungsweise ihr diese anderweitig missglückte,
wurde nicht vorgebracht
.
Mithin ist
es
nicht
zu einer den normalen Bewegungsablauf
beeinträchtigenden
Pro
gramm
widrigkeit
gekommen.
D
araus, dass bei oder nach einer Körperbewegung Schmerzen auftreten,
kann
allein nicht auf eine ungewöhnliche Ursache im Sinne eines programmwidrig gestörten Ablauf
e
s geschlossen werden (Urteil
des Bundesgerichts
U 258/04 vom 23. November 2006 E. 3.2 mit Hinweisen).
Unge
wöhnlich am Ereignis vom
23. Juni 2013
ist lediglich der eingetretene
Schaden
.
Daraus vermag die Beschwerdeführerin
allerdings
nichts zu ihren Gunsten ab
zuleiten
, da ungewöhnliche Auswirkungen auf den menschlichen Körper
keine Ungewöh
nlichkeit des äusseren Faktors
begründen
(E. 1.2.2 hiervor).
Demzu
folge
kann
vorliegend
nicht von einem
Unfall im Rechtssinne
gesprochen wer
den.
4.
3
4.
3
.1
Die Beschwerdeführerin
erblickt
e
einen aussergewöhnlichen äusseren Faktor
in der Sprunghöhe
von 1.5 Metern
und dem Aufprall auf hartem
Untergrund
mit
Ballerina
s
, welche kein ausreichendes Abfedern ermöglichen würden.
4.3.2
Im Falle eines Versicherten, welcher eine Wanderung in felsigem Gelände ohne gesichertem Weg mit bis zu 1.5 Meter hohen Absätzen
unternahm,
hat das Bundesgericht
(
vgl.
vorerwähntes
Urteil
des Bundesgerichts
U 258/04 vom 23. November 2006 E. 3.2)
erwogen, dass das harte Aufschlagen mit der Ferse auf dem Boden für sich allein genommen keinen Vorgang au
ssergewöhnlicher Art darstelle. Darin könne keine für den Unfallbegriff letztlich entscheidende Programmwidrigkeit (BGE 130
V 118 E.
2.1) erblickt werden, welche den Rah
men des Normalen und Üblichen sprengen würde. Es könne sich insoweit nicht anders verhalten als bei jenem Versicherten, welcher beim Ausstieg aus einem Wagen der S-Bahn be
i einer Tritthöhe von etwa 43
Zentimetern
mit dem rech
ten Fuss hart auf dem Perron auftrete und in der Folge von der Lendengegend in
da
s Bein ausstrahlende Schmerzen verspüre (
vgl.
Urteil
des Bundesgerichts
U 82/92 vom
2. Dezember 1993).
Verneint wurde ein ungewöhnlicher
äusserer
Faktor sodann
auch
beim Aufschlagen der Füsse
auf einer harten,
teilweise nicht ganz ebenen
unverputzten Unterlage nach einem
abgestützten
Sprung e
i
nes Bauarbeiters aus etwa 1.5
Meter
n
Höhe (
vgl.
Rumo-Jungo
/Holzer,
a.a.O.
,
S. 45, mit Hinweis auf
SUVA-Jahresb
ericht 1963 Nr. 3e S.
20
).
Im Lichte dieser Praxis
ist auch
vorliegend ein
ungewöhnliche
r
äussere
r
Faktor
zu verneinen
. Dass die Beschwerdeführerin – wie erstmals nach eröffneter
Leis
tungsverweigerung
durch ihre Rechtsvertretung vorgebracht (E. 3.4 hiervor) – beim
in Frage stehenden
Ereignis flache Schuhe respektive
Ballerinas
getragen haben soll, führt nicht zu einem anderen Ergebnis.
Selbst wenn ihr Schuhwerk eine nicht optimale Dämpfung aufgewiesen haben sollte, vermag dieser Um
stand die Ungewöhnlichkeit des äusse
ren Faktors nicht zu begründen, da
er
je
denfalls nicht zu einem
programmwidrig gestörten Geschehensablauf
geführt hat. Überdies ist die
physiologische Beanspruchung
der
Füsse
bei einem Sprung wie dem vorliegenden
nicht alleine
vom getragenen
Schuh
werk
abhängig
und liegen keine Anhaltspunkte
vor
, dass die wirkenden Kräfte das übliche Mass überstiegen hätten
.
5.
5.1
Zu prüfen bleibt,
ob ein
e
Leistung
spflicht der Beschwerdegegnerin
unter dem Titel einer unfallähn
lichen Körperschädigung
(E. 1.3 hiervor)
besteht
.
Umstritten
ist dabei
insbesondere
, ob es sich bei der
festgestellten
Verletzung
um eine der in Art. 9 Abs.
2 UVV abschliessend aufg
ezähl
ten Körperschädigungen handelt, namentlich ob ein Knochenbruch gemäss
lit
. a
dieser
Bestimmung vorliegt.
5.2
Die
zur Abgrenzung einer Fersenprellung gegenüber einer Fraktur durchgeführ
te
MRI-Untersuchung
vom
15. Juli 2013 (E.
3.2
hiervor)
zeigte
k
ein
e Fraktur im eigentlichen Sinne, sondern
Bone
bruise
respektive Mikrofrakt
uren
des
Cal
ca
neus
und ein geringes Knochenmarködem auch am
Talushals
. Wie
Dr.
C._
am 22. April 2014 (E. 3.5 hiervor)
ausführlic
h und nachvollziehbar darlegte
, handelt es sich
bei dieser Verletzung
,
welche nicht nur durch ein singuläres Trauma, sondern vielmehr auch durch chronisch-repetitive Einwirkungen verursacht werden kann,
nicht um einen Knochenbruch
im Sinne von Art. 9 Abs.
2
lit
.
a UVV. Diese Einschätzung wird auch dadurch bestätigt, dass
med.
pract
.
B._
in
Kenntnis des
fraglichen
MRI eine Fersenprellung diagnostizierte (E. 3.3 hiervor).
Schliesslich ergeben sich aus den Akten
keine Anhaltspunkte für das Vorliegen einer anderen der in
Art.
9 Abs. 2 UVV aufgezählten
unfa
ll
ähnlichen
Körperschädigungen, sodass eine
Leistungspflicht der
Beschwerde
gegnerin
aufgrund dieser Bestimmung
entfällt
.
6.
Da das Ereignis vom
23. Juni 2013
nach dem Ausgeführten
weder einen Unfall im Rechtssinne
darstellt
noch eine unfallähnliche Kör
perschädigung
zur Folge hatte,
erfolgte
der leistungsabweisende
Einspracheentscheid
vom
4. März 2014 (Urk. 2) zu Recht
. Die Beschwerde ist folglich ab
zuweisen.