Decision ID: e60c3e9a-9194-44ea-9574-9d7cdfce78c4
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ K. und O.N. wohnen in G. Sie sind für die F. Immobilien AG, deren Alleinaktionär K.
N. ist, unselbständig erwerbstätig. Ihre berufliche Tätigkeit üben die Eheleute in einem
an die F. Immobilien AG und deren Tochtergesellschaft D. AG vermieteten Bürotrakt
des von ihnen bewohnten, im Eigentum der Ehefrau stehenden Einfamilienhauses in G
aus.
Das kantonale Steueramt veranlagte K. und O.N. für die Staats- und Gemeindesteuern
2004 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 62'300.-- zum Satz von Fr. 77'100.--
und einem steuerbaren Vermögen von Fr. 644'000.-- zum Satz von Fr. 1'271'000.-- und
für 2005 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 65'100.-- zu ebendiesem Satz und
einem steuerbaren Vermögen von Fr. 1'662'000.-- zum Satz von Fr. 1'670'000.--.
Gegen diese Veranlagungen erhoben die Pflichtigen am 26. Juni 2007 Einsprache und
machten geltend, die Veranlagungen der mit ihnen verbundenen Firmen F. Immobilien
AG und D. AG seien noch nicht abgeschlossen.
Das kantonale Steueramt hiess die Einsprache gegen die Veranlagung 2004 gut und
veranlagte K. und O.N. mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 55'500.-- zum Satz
von Fr. 70'000.-- und einem steuerbaren Vermögen von Fr. 1'662'000.-- zum Satz von
Fr. 1'670'000.--. Die Veranlagung für 2005 wurde jedoch zu Ungunsten der Pflichtigen
abgeändert und das steuerbare Einkommen auf Fr. 195'200.-- zu eben diesem Satz
und einem steuerbaren Vermögen von Fr. 1'595'000.-- zum Satz von Fr. 1'603'000.--
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festgesetzt. In der Begründung des Entscheids wurde festgehalten, dass bei der
Veranlagung der F. Immobilien AG für 2005 ein Lohnbezug von Fr. 149'027.-- für K.N.
festgestellt worden sei. In der Steuererklärung seien jedoch lediglich Fr. 16'800.--
deklariert worden, weshalb die Veranlagung in diesem Punkt zu Ungunsten des
Pflichtigen abzuändern sei.
B./ Mit Eingabe vom 17. Januar 2008 erhoben K. und O.N. gegen die
Einspracheentscheide vom 18. Dezember 2007 Rekurs und rügten die Veranlagung
bezüglich des steuerbaren Eigenmietwerts, der Liegenschaftsunterhaltskosten und der
Krankheitskosten. Die Verwaltungsrekurskommission forderte die Pflichtigen am
18. Januar 2008 auf, Belege für die geltend gemachten Unterhalts- und
Verwaltungskosten der Liegenschaft sowie für die Krankheitskosten einzureichen. In
der Folge reichten die Pflichtigen verschiedene Unterlagen ein.
Die Verwaltungsrekurskommission wies den Rekurs mit Entscheid vom 26. September
2008 ab. Sie eröffnete ihren Entscheid mit Kurzbegründung und verwies auf den
gleichentags eröffneten Entscheid zur direkten Bundessteuer. In diesem waren die
Erträge aus der Liegenschaft der Beschwerdeführer, die Höhe der Unterhaltskosten
dieser Liegenschaft sowie die geltend gemachten Krankheitskosten geprüft und die
Begehren der Pflichtigen abgewiesen worden.
C./ Mit Eingabe vom 3. November 2008 gelangten K. und O.N. an das
Verwaltungsgericht und fochten die Entscheide der Verwaltungsrekurskommission zur
Staats- und Gemeindesteuer und zur direkten Bundessteuer an. Sie reichten
Rechnungen sowie eine Aufstellung über werterhaltenden Aufwand für die Liegenschaft
ein, u.a. 6 Rechnungskopien im Betrag von Fr. 8'835.90 und 10 Rechnungskopien im
Betrag von Fr. 27'186.05.
Am 5. November 2008 teilte das Verwaltungsgericht den Beschwerdeführern mit, in der
Beschwerde gegen die direkte Bundessteuer müssten die Begehren gestellt, die sie
begründenden Tatsachen und Beweismittel angegeben und Beweisurkunden beigelegt
oder genau bezeichnet werden. Es sei darzulegen, inwiefern der angefochtene
Entscheid auf einem unrichtig festgestellten Sachverhalt oder einer unrichtigen
Rechtsanwendung beruhe. Die Beschwerde genüge diesen Anforderungen nicht.
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Gestützt auf Art. 140 Abs. 2 Satz 2 des Gesetzes über die direkte Bundessteuer
(SR 642.11, abgekürzt DBG) werde eine Frist bis 24. November 2008 angesetzt, um die
Beschwerde hinsichtlich Antrags, Darstellung des Sachverhalts und Begründung zu
ergänzen.
Soweit sie den Rekursentscheid über die Staats- und Gemeindesteuern anfochten,
teilte das Gericht den Beschwerdeführern mit, der Entscheid sei mit Kurzbegründung
zugestellt worden. Die Beschwerdeführer hätten keinen ausführlich begründeten
Entscheid verlangt, weshalb die Beschwerde an das Verwaltungsgericht nicht möglich
sei.
Am 20. November 2008 reichten K. und O.N. eine weitere Eingabe ein. Darin hielten sie
fest, in der Kurzbegründung des Rekursentscheids zur Staats- und Gemeindesteuer
werde auf den Entscheid zur direkten Bundessteuer verwiesen. Es werde darauf
hingewiesen, dass für beide Entscheide die ausführliche Begründung wie beim
Entscheid der direkten Bundessteuer gelte. Es sei unbegreiflich, dass ein zusätzlicher
Entscheid angefordert werden müsse, um die Fristen einzuhalten.
Auf die Einholung einer Vernehmlassung bei der Vorinstanz und beim Kantonalen
Steueramt wurde verzichtet, da die Beschwerde aussichtslos erschien (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 53 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1,
abgekürzt VRP).

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die Beschwerdeführer reichten eine Beschwerdeeingabe ein, mit der sie sowohl den
Beschwerdeentscheid für die direkte Bundessteuer als auch den Rekursentscheid für
die Staats- und Gemeindesteuern anfochten. In beiden Rechtsmittelverfahren stellen
sich gleichartige Rechtsfragen, wobei allerdings die gesetzlichen Grundlagen für die
beiden Steuerarten nicht identisch sind. Vorliegend sind zwei Entscheide der
Vorinstanz angefochten; der eine betrifft die Staats- und Gemeindesteuern und der
andere die direkte Bundessteuer. Daher sind zwei Urteile zu fällen, die zwar in einem
einzigen Akt ergehen können, aber separate Begründungen und Dispositive für die
kantonalen Steuern und die direkten Bundessteuern aufweisen müssen (vgl. U. Cavelti,
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in: Zweifel/Athanas, Kommentar zum schweizerischen Steuerrecht, Band I/2b, 2. Aufl.,
Basel 2008, N 10b zu Art. 143 DBG mit Hinweis auf BGE 130 I 509 E. 8).
2. Im Recht der Staats- und Gemeindesteuern besteht die Möglichkeit, dass die
Verwaltungsrekurskommission Entscheide ohne Begründung oder mit Kurzbegründung
mitteilen und den Beteiligten anzeigen kann, dass sie innert zehn Tagen schriftlich die
ausführliche Begründung verlangen können, ansonsten der Entscheid in Rechtskraft
erwachse. In diesen Fällen wird die Entscheidgebühr um die Hälfte ermässigt (Art. 195
des Steuergesetzes, sGS 811.1, abgekürzt StG). Im Recht der direkten Bundessteuer
besteht diese Möglichkeit hingegen nicht.
Im vorliegenden Fall hat die Verwaltungsrekurskommission den Entscheid zur Staats-
und Gemeindesteuer als Entscheid mit Kurzbegründung nach Art. 195 StG mitgeteilt. In
der Rechtsbelehrung wurden die Beschwerdeführer darauf hingewiesen, dass sie innert
zehn Tagen schriftlich die ausführliche Begründung verlangen können, ansonsten der
Entscheid in Rechtskraft erwächst. Die Beschwerdeführer haben keinen begründeten
Entscheid verlangt. Auf ihre Beschwerde gegen den Rekursentscheid über die Staats-
und Gemeindesteuern kann daher nicht eingetreten werden. Es liegt gar kein
anfechtbarer Entscheid vor.
Die Beschwerdeführer halten in ihrer Eingabe vom 20. November 2008 fest, es sei
ihnen unverständlich, dass ein zusätzlicher Entscheid angefordert werden müsse, um
den Fristen gerecht zu werden. Aufgrund der unmissverständlichen gesetzlichen
Bestimmungen bestand bzw. besteht im vorliegenden Fall aber keine Möglichkeit, den
mit Kurzbegründung eröffneten Entscheid mit Beschwerde anzufechten. Die
Beschwerdeführer wurden ausdrücklich darauf hingewiesen. Bei Missverständnissen
hätten sie die Möglichkeit gehabt, sich bei den Rechtsmittelinstanzen über die
Modalitäten zu erkundigen, welche den unterschiedlichen Rechtsmittelordnungen
eigen sind.
Zusammenfassend ergibt sich, dass auf die Beschwerde gegen den Rekursentscheid
vom 26. September 2008 über die Staats- und Gemeindesteuern (Einkommen und
Vermögen 2004 und 2005) nicht eingetreten werden kann.
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3. Das Nichteintreten auf ein Rechtsmittel kommt der Abweisung desselben gleich.
Folglich sind die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens den Beschwerdeführern
aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'000.-- ist
angemessen (Ziff. 382 Gerichtskostentarif, sGS 941.12). Auf ihre Erhebung ist zu
verzichten (Art. 97 VRP).
Ausseramtliche Kosten sind nicht zu entschädigen (Art. 98bis VRP).
Demnach hat das Verwaltungsgericht