Decision ID: b901704f-bebf-4932-a771-4fa522c43677
Year: 2012
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Andreas Fäh, Oberer Graben 26, 9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich erstmals am 1. September 2000 zum Bezug von Leistungen
der Invalidenversicherung (Berufsberatung, Umschulung auf eine neue Tätigkeit, Rente)
an (IV-act. 2).
A.b Gemäss Zeugnis des Hausarztes des Versicherten, Dr. med. B._, Spezialarzt
FMH für Innere Medizin, vom 17. April 2000 klagte der Versicherte seit einem Sturz von
einem Baugerüst im Januar 1999 über Rückenschmerzen; das Heben eines 40 kg
schweren Sackes Anfang Oktober 1999 habe sodann einen chronischen Lumbago
(Hexenschuss) hervorgerufen (IV-act. 13-10).
A.c Dr.med. B._ berichtete der IV-Stelle des Kantons St. Gallen sodann mit
Arztbericht vom 3. April 2001, der Versicherte leide an einem chronischen, aetiologisch
unklaren Schmerzsyndrom mit chronischer Lumboischialgie, an einer vegetativen
Dystonie und an einem Colon irritabile (Reizdarmsyndrom). Es bestehe der Verdacht
auf eine reaktive Depression. Er sei vom 5. Februar 2001 bis auf Weiteres in der zuletzt
ausgeübten Tätigkeit als Gipser zu 50% arbeitsunfähig (IV-act. 13-1). Die Arbeitsfähig
keit könne durch medizinische Massnahmen nicht verbessert werden. Jedoch seien
berufliche Massnahmen sowie ergänzende medizinische Abklärungen der Arbeitsun
fähigkeit angezeigt.
A.d Gemäss interdisziplinärer arbeitsspezifischer Abklärung der MEDAS
Zentralschweiz vom 11. April 2002 war dem Versicherten die bis anhin ausgeübte
Tätigkeit als Gipser nicht mehr zumutbar. In körperlich leichten Tätigkeiten, vorwiegend
wechselbelastend, war der Versicherte unter der Voraussetzung, dass keine Tätigkeit
gehäuft vorgeneigt oder abgedreht ausgeübt werden muss, zu 80% arbeitsfähig (IV-
act. 28).
A.e Mit Verfügung vom 20. Dezember 2002 (IV-act. 50) sprach die IV-Stelle dem Ver
sicherten bei einem Invaliditätsgrad von 50% eine halbe Rente, befristet vom 1. Januar
2001 bis 31. März 2002, zu.
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A.f In teilweiser Gutheissung einer dagegen erhobenen Beschwerde verlängerte das
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit Urteil IV 2003/22 vom 26. Februar
2004 die befristete halbe Rente bis 30. Juni 2002 (IV-act. 59).
B.
B.a Am 26. Mai 2004 meldete sich der Versicherte aufgrund der seit 10. Februar 1999
bestehenden Rückenschmerzen erneut zum Bezug von Leistungen der Invaliden
versicherung (Umschulung auf eine neue Tätigkeit, Arbeitsvermittlung, besondere
medizinische Eingliederungsmassnahmen) an (IV-act. 68).
B.b Der neue Hausarzt des Versicherten, Dr. med. C._, Facharzt FMH für
Allgemeine Medizin, berichtete der IV-Stelle mit Arztbericht vom 5. Juni 2004 über
einen unveränderten Befund (IV-act. 77). Am 30. November 2004 leitete die IV-Stelle
eine berufliche Abklärung ein (IV-act. 85). Am 19. April 2005 verfügte die IV-Stelle den
Abschluss der Arbeitsvermittlung, weil der Versicherte sich nicht arbeitsfähig fühle (IV-
act. 92). Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
C.
C.a Am 23. Oktober 2007 meldete sich die Versicherte zum dritten Mal zum Bezug
von Leistungen der Invalidenversicherung (Rente) an (IV-act. 102). Als gesundheitliche
Beeinträchtigungen gab er an: "Arm-, Hüft-, Hals- und Rückenschmerzen sowie zwei
maliger Herzinfarkt".
C.b In der Folge gingen der IV-Stelle ein Bericht über die ambulante Behandlung auf
der Notfallstation vom 27. Mai 2007 im Spital D._, zwei Herzkatheterberichte vom
27. bzw. 29. Mai 2007 und ein Austrittsbericht des Herz-Neuro-Zentrums E._ vom 1.
Juni 2007 betreffend den stationären Aufenthalt vom 27. Mai bis 1. Juni 2007 (IV-
act. 104) sowie ein Austrittsbericht des Spitals D._ vom 15. Juni 2007 betreffend den
stationären Aufenthalt vom 1. bis 11. Juni 2007 (IV-act. 104) zu. Weiter gingen ein
provisorischer und ein definitiver Austrittsbericht der Klinik Z._ vom 29. Juni bzw.
30. August 2007 ein, in welchen eine koronare Herzkrankheit diagnostiziert und eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit bis 2. August 2008 attestiert wurde (IV-act. 104).
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C.c Am 27. November 2007 reichte Dr. med. C._ seinen Arztbericht ein (IV-act.
108). Er verwies auf die eingereichten medizinischen Unterlagen und attestierte dem
Versicherten eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit. Dr. med. F._, Facharzt FMH für
Arbeitsmedizin, vom Regionalen Ärztlichen Dienst der Invalidenversicherung (RAD)
erachtete in seiner Stellungnahme vom 13. Dezember 2007 eine Verschlechterung des
Gesundheitszustands aufgrund der koronaren Herzerkrankung für erwiesen. Nach
überstandenem Herzinfarkt sollte sich die Belastbarkeit resp. die Arbeitsfähigkeit in
einer angepassten Tätigkeit jedoch wieder weitgehend normalisieren. Insofern sei die
von der Klinik Z._ attestierte befristete 100%ige Arbeitsunfähigkeit nachvollziehbar.
Zur weiteren Klärung sei eine verbindliche kardiologische Stellungnahme zur
Arbeitsfähigkeit erforderlich. Er empfahl deshalb die Einholung eines Arztberichts des
Herz-Neuro-Zentrums E._ empfohlen (IV-act. 109).
C.d Am 8. April 2008 ging der Arztbericht des Herz-Neuro-Zentrums E._ bei der IV-
Stelle ein (IV-act. 113). Diagnostiziert wurde eine koronare 1-Ast-Erkrankung. Es seien
mittelschwere bis schwere körperliche Belastungen zu meiden. Es bestehe eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 25. Mai bis 2. August 2007 sowie eine 50%ige
Arbeitsunfähigkeit vom 10. März 2008 bis auf Weiteres.
C.e Gemäss der Stellungnahme des RAD-Arztes Dr. med. G._, Facharzt FMH für
Innere Medizin, Pneumologie, Arbeitsmedizin, Sozialmedizin, vom 22. Juli 2008 ist auf
das kardiologische Arztzeugnis abzustellen: die aktuelle Arbeitsfähigkeit in der bis
herigen Tätigkeit liege bei 50% (IV-act. 115). In einer weiteren Stellungnahme vom
4. August 2008 hielt er hingegen fest, dass für die bisherige Tätigkeit als Gipser bereits
gestützt auf das Gutachten der MEDAS Zentralschweiz vom 11. April 2002 keine
Arbeitsfähigkeit mehr bestehe, während für angepasste Tätigkeiten eine
Arbeitsfähigkeit von 80% angenommen werde. Diese wiederum sei durch den am 25.
Mai 2007 abgelaufenen komplizierten Myokardinfarkt gemindert. Es sei demnach
entsprechend dem kardiologischen Arztzeugnis des Herz-Neuro-Zentrums E._ ab
August 2007 eine Arbeitsfähigkeit von 50% für leidensangepasste Tätigkeiten (leichte
körperliche Arbeit) anzunehmen (IV-act. 118).
C.f Am 22. April 2009 ging der IV-Stelle der Arztbericht des seit August 2008 neu als
Hausarzt des Versicherten tätigen Dr. med. H._, Facharzt FMH für Allgemeine
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Medizin, vom 21. April 2009 zu (IV-act. 124). Diesem lag ein Arztbericht von Dr. med.
I._, Facharzt FMH für Innere Medizin und Facharzt FMH für Kardiologie, vom 7.
Januar 2009 bei. Der Hausarzt hielt fest, aufgrund der koronaren Herzkrankheit mit
Myocardinfarkt mit Status seit 25. Mai 2007 sei der Versicherte nur für leichte,
höchstens mittelschwere Arbeiten arbeitsfähig. Mitte September 2008 habe der
Versicherte zusätzlich eine akute Hepatitis B-Ansteckung erlitten, weswegen er
vorübergehend arbeitsunfähig gewesen sei. Seit anfangs Dezember 2008 sei die
Hepatitis B jedoch abgeheilt und es bestehe von dieser Seite her keine
Arbeitsunfähigkeit mehr. Der Herzinfarkt mit seinen Folgen und wahrscheinlich auch die
Hepatitis B hätten hingegen zu psychischen Störungen geführt, wahrscheinlich zu einer
posttraumatischen Belastungsstörung. Dr. med. J._, Fachärztin FMH für Psychiatrie
und Psychotherapie, hielt in ihrem Arztbericht vom 23. April 2009 fest, der Versicherte
leide an einer mittelgradigen depressiven Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10:
F 32.11) (IV-act. 125). Er sei aus psychiatrischer Sicht aktuell in der bisherigen Tätigkeit
zu 100% und für angepasste Tätigkeiten zu 50% arbeitsunfähig.
C.g RAD-Arzt Dr. med. G._ hielt am 27. November 2009 in einer weiteren
Stellungnahme fest, es sei nach wie vor von einer 50%-igen Arbeitsfähigkeit in leidens
adaptierten Tätigkeiten auszugehen. Der Versicherte benötige eine vierwöchige Ein
gewöhnungsphase mit kontinuierlicher Steigerung des Arbeitspensums (IV-act. 126).
C.h Mit Vorbescheid vom 27. April 2010 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
Zusprache einer halben Rente mit Wirkung ab 1. Mai 2008 in Aussicht (IV-act. 131).
C.i Dagegen erhob der Versicherte am 21. Mai 2010 Einwand (IV-act. 132). Während
die IV-Stelle bei der Berechnung des Invalideneinkommens auf die Schweizerischen
Lohnstrukturerhebung (LSE) 2008 des Bundesamtes für Statistik (BFS) abstelle, werde
bei der Ermittlung des Valideneinkommens unrichtigerweise der Jahreslohn bei Beginn
der Einschränkung als massgebend betrachtet. Korrekterweise müsse auch bei der
Berechnung des Valideneinkommens auf die LSE 2008 abgestellt werden. Die LSE
2008 weise als Zentralwert für einen gelernten Gipser des Anforderungsniveaus 3 im
privaten Sektor einen monatlichen Bruttolohn im Baugewerbe von Fr. 5'602.-- aus.
Unter Berücksichtigung eines 13. Monatslohns und einer minimalen Lohnerhöhung von
monatlich Fr. 50.-- pro weiteres Beschäftigungsjahr ergebe sich nach ca. neun
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weiteren Jahren Berufserfahrung insgesamt ein Jahreslohn von Fr. 78'676.--. Ebenso
erscheine im vorliegenden Fall ein Abzug vom Tabellenlohn (Teilzeitabzug von 10%
und Leidensabzug von 20%) von max. 25% als angemessen. Somit weise der
Versicherte einen Invaliditätsgrad von 70,1% auf, was einer ganzen Rente entspreche.
C.j Mit Verfügung vom 8. Juli 2010 sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit
Wirkung ab 1. Mai 2008 eine halbe Rente zu (IV-act. 134). Die Ermittlung des Validen
einkommens sei mit Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom
26. Februar 2004 gestützt auf den Fragebogen für Arbeitgeber der Firma K._vom 19.
Januar 2001 bestätigt und unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung bis
2008 aufgerechnet worden. Betreffend Invalideneinkommen sei auf die LSE 2008
abgestellt worden. Ein weiterer über den Teilzeitabzug von 10% hinausgehender Abzug
sei nicht vorzunehmen, da in der medizinisch theoretischen Arbeitsfähigkeitsschätzung
die weiteren Einschränkungen in leidensangepassten Tätigkeiten bereits berücksichtigt
worden seien.
D.
D.a Gegen die Verfügung vom 8. Juli 2010 richtet sich die vorliegende Beschwerde
vom 30. August 2010 (act. G 1). Der Beschwerdeführer beantragt unter Kosten- und
Entschädigungsfolge die Aufhebung der Verfügung vom 8. Juli 2010. Dem
Beschwerdeführer sei eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. Im vorliegenden Fall
vermöge ein Teilzeitabzug von 10% den gesamten Nachteil, welchen der
Beschwerdeführer auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt erleide, nicht auszugleichen.
Insgesamt erscheine demnach ein Abzug vom Tabellenlohn (Teilzeitabzug von 15%
und Leidensabzug von 20%) von max. 25% als angemessen. Selbst wenn bei den
Berechnungen auf das von der IV-Stelle unzutreffend festgestellte Valideneinkommen
von Fr. 67'056.-- abgestellt werde, liesse sich durch den (unbestrittenen) Teilzeitabzug
von 10% zusammen mit dem vom Versicherungsgericht zugesprochenen
Leidensabzug von 10% bereits ein Invaliditätsgrad von 63.3% ermitteln, was einer
Dreiviertelsrente entspreche.
D.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 11. Oktober
2010 die Abweisung der Beschwerde (act. G 7). Es sei unbestritten, dass eine Rest
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arbeitsfähigkeit von 50% in einer leidensangepassten Tätigkeit vorliege. Da der Be
schwerdeführer Stress und Zeitdruck vermeiden müsse, sei die Restarbeitsfähigkeit
von 50% nicht mit einem Pensum von 50%, sondern ganztags zu verwerten. Ein Teil
zeitabzug komme somit grundsätzlich nicht in Frage. Der Leidensabzug werde mit der
Berücksichtigung einer Leistungsfähigkeit von 50% der Norm vollständig abgegolten
und könne nicht zusätzlich berücksichtigt werden. In den Akten finde sich zudem kein
Ausbildungsnachweis als Gipser. Aus dem Auszug aus dem individuellen Konto gehe
vielmehr hervor, dass der Beschwerdeführer jeweils kaum den Tabellenlohn eines Hilfs
arbeiters erzielt habe. Nur der letzte Arbeitgeber habe ihm im Jahr 2001 Fr. 60'840.--
ausgerichtet. Dies sei knapp 7% mehr als der damalige Tabellenlohn für Hilfsarbeiter
von Fr. 58'883.--. Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen habe mit Urteil vom
26. Februar 2004 das in der Verfügung vom 20. Dezember 2002 berücksichtigte
Valideneinkommen von Fr. 60'840.-- bestätigt. Der Tabellenlohn für Hilfsarbeiter habe
sich zwischen 2001 und 2008 um 5.44% erhöht. Entsprechend sei das Validenein
kommen von Fr. 60'840.-- ebenfalls um 5.44% aufzuwerten. Das Invalideneinkommen
entspreche der Hälfte des Tabellenlohns 2008 für Hilfsarbeiter von Fr. 59'979.--,
nämlich Fr. 29'989.50. Bei einem Valideneinkommen von Fr. 64'150.-- und einem
Invalideneinkommen von Fr. 29'989.50 betrage die Erwerbseinbusse somit Fr.
34'160.50, was einem Invaliditätsgrad von 53,2% entspreche. Der Beschwerdeführer
habe demnach Anspruch auf eine halbe Invalidenrente. Im Ergebnis sei die Verfügung
vom 8. Juli 2010 daher richtig.
D.c Der Beschwerdeführer verzichtete auf eine Replik (act. G 11).

Erwägungen:
1.
Streitig und vorliegend zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine
Rente der Invalidenversicherung. Zwischen den Parteien sind insbesondere die erwerb
lichen Auswirkungen der Leistungsbeeinträchtigung umstritten.
2.
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2.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Erwerbs
unfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG).
2.2 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte
Person mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60%
invalid ist, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50% invalid ist und auf eine
Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40% invalid ist. Der Grad der für einen allfälligen
Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG durch einen Ein
kommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die versicherte Person nach
dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der notwendigen und
zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen
könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Einkommen,
das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen).
2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Be
schwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls
auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe der Ärztin oder des
Arztes ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in
welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsun
fähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen fest
zustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige
Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts
eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
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medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).
3.
3.1 Aufgrund der medizinischen Unterlagen ist erstellt und unbestritten, dass sich der
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit dem Myokardinfarkt am 25. Mai 2007
erheblich verändert hat und sich die gesundheitlichen Beschwerden einschränkend auf
die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auswirken.
3.2 Aus kardiologischer Sicht ist der Beschwerdeführer gestützt auf den Arztbericht
von Dr. med. I._, Facharzt FMH für Innere Medizin und Facharzt FMH für Kardiologie,
vom 7. Januar 2009 (IV-act. 124) wie auch gestützt auf den Verlaufsbericht des Herz-
Neuro-Zentrums E._ vom 8. April 2008 (IV-act. 113) aufgrund der koronaren
Herzkrankheit nur für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten arbeitsfähig. Dieser
Beurteilung schloss sich auch Hausarzt Dr. med. H._, Facharzt FMH für Allgemeine
Medizin, an (vgl. IV-act. 124). Entsprechend dem Verlaufsbericht des Herz-Neuro-
Zentrums E._ besteht ab 10. März 2008 bis auf Weiteres eine Arbeitsfähigkeit von
50%. Aus psychiatrischer Sicht ist der Beschwerdeführer gestützt auf den Arztbericht
von Dr. med. J._, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 23. April
2009 in der bisherigen Tätigkeit zu 100% und in einer leidensangepassten Tätigkeit zu
50% arbeitsunfähig (IV-act. 125).
3.3 Gemäss übereinstimmenden ärztlichen Äusserungen ist demnach erstellt, dass
der Beschwerdeführer seiner bisherigen Tätigkeit als Gipser nicht mehr nachgehen
kann. In einer leidensangepassten Tätigkeit liegt eine Arbeitsfähigkeit von 50% vor. Die
medizinischen Unterlagen sind schlüssig und nachvollziehbar begründet. Der
Sachverhalt ist demnach als ausreichend abgeklärt zu betrachten. Der
Beschwerdeführer bestreitet denn auch die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht (act.
G 1).
4.
4.1 Die Beschwerdegegnerin hat dem Einkommensvergleich ein Valideneinkommen
in der Höhe von Fr. 67'056.-- und ein Invalideneinkommen von Fr. 27'661.-- zugrunde
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gelegt (IV-act. 128). Beim Valideneinkommen stützte sie sich auf die Angaben gemäss
Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 26. Februar 2004
(Fr. 60'840.--) und rechnete dieses Einkommen entsprechend der Nominallohnent
wicklung auf das Jahr 2008 hoch. Für die Berechnung des Invalideneinkommens ging
sie von einem Einkommen von Fr. 61'468.-- aus. Unter Berücksichtigung einer zumut
baren Arbeitsfähigkeit von 50% resultierte ein Wert von Fr. 30'734.--, bzw. mit einem
Tabellenlohnabzug von 10% ein Wert von Fr. 27'661.--.
4.2 Da vorliegend mangels gegenteiliger Hinweise davon auszugehen ist, dass der
Beschwerdeführer als Gesunder weiterhin im gleichen Umfang in seiner bisherigen
Tätigkeit weitergearbeitet hätte, bildet das zuletzt vor Eintritt des Gesundheitsschadens
erzielte Einkommen einen wichtigen Anhaltspunkt für die Bestimmung des Validen
einkommens. Den Akten kann entnommen werden, dass der Beschwerdeführer zuletzt
bei der Firma K._ vom 25. Mai 1999 bis 25. August 2000 als Gipser tätig war (IV-act.
3-5 und 9-2). In Übereinstimmung mit der Verfügung der Beschwerdegegnerin vom
8. Juli 2010 und dem Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 26.
Februar 2004 betreffend die befristete halbe Rente vom 1. Januar 2001 bis 30. Juni
2002 ist das Valideneinkommen der Arbeitgeberbescheinigung zu entnehmen.
Demnach hätte der Beschwerdeführer im Jahr 2001 ein Einkommen von Fr. 4'680.--
plus 13. Monatslohn erzielt; zusätzlich erhielt der Beschwerdeführer monatliche
Mittagszulagen und Fahrspesen in der Höhe von Fr. 250.-- ausbezahlt (IV-act. 9; 3-6).
Diese Zulagen und Spesen sind beim Valideneinkommen zu berücksichtigen (vgl.
Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 1. März 2007, IV
2006/84, E. 3b mit Hinweisen; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG;
seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 7.
Dezember 2005, I 398/05, E. 3.2). Angepasst an die Nominallohnentwicklung bis 2008
beläuft sich das Einkommen auf Fr. 66'918.-- (Fr. 4'680.-- x 13) (Index 2001 Männer:
1902, 2008: Index 2092). Die Zulagen und Spesen sind entsprechend dem
Landesindex für Konsumentenpreise bis 2008 anzupassen (Index 2001: 101.3, 2008:
Index 109.1), womit sich jährliche Zulagen und Spesen in der Höhe von Fr. 3'231.--
ergeben. Insgesamt beläuft sich das Valideneinkommen somit auf Fr. 70'149 (Fr.
66'918.-- + Fr. 3'231.--).
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4.3 Der Beschwerdeführer verfügt über keine anerkannte abgeschlossene Berufsaus
bildung. Vor der Aufnahme der Erwerbstätigkeit in der Schweiz hat er in seiner Heimat
L._ offenbar als Bäcker/Konditor gearbeitet (IV-act. 125). Der Beschwerdeführer ist
nur noch für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten zu 50% arbeitsfähig. Er ist damit in
der Wahl einer neuen Stelle als Hilfsarbeiter behinderungsbedingt eingeschränkt, so
dass ihm nicht mehr das gesamte Spektrum an Hilfsarbeiten offen steht. Das bedeutet
aber nicht, dass der Beschwerdeführer die ihm verbliebene Arbeitsfähigkeit nur noch in
einer bestimmten Branche verwerten kann. Es ist vielmehr davon auszugehen, dass in
praktisch allen Branchen leichte bis mittelschwere Hilfsarbeiten nachgefragt werden.
Als Ausgangseinkommen zur Ermittlung des zumutbaren Invalideneinkommens ist
demnach auf das durchschnittliche Einkommen gemäss LSE 2008, TA 1,
Anforderungsniveau 4, abzustellen. Der LSE 2008 ist zu entnehmen, dass der auf die
betriebsübliche Arbeitszeit von 41.6 Stunden umgerechnete, monatliche Bruttolohn von
Männern für einfache, repetitive Tätigkeiten (Anforderungsniveau 4), TA 1, Fr. 59'979.--
beträgt. Bei einer zumutbaren Arbeitsfähigkeit von 50% resultiert somit ein Wert von
Fr. 29'989.50.
4.4
4.4.1 Die statistischen Löhne auf der Grundlage der Daten gesunder
Arbeitnehmer können nach der Rechtsprechung um bis zu 25% gekürzt werden, um
dem Umstand Rechnung zu tragen, dass versicherte Personen mit einer
gesundheitlichen Beeinträchtigung in der Regel das durchschnittliche Lohnniveau nicht
erreichen (RKUV 1999 Nr. U242 S. 412 E. 4b/bb) bzw. ihre Restarbeitsfähigkeit auf dem
allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichen Erfolg zu
verwerten in der Lage sind. Dabei handelt es sich um einen allgemeinen
behinderungsbedingten Abzug (BGE 126 V 78 E. 5a/bb). Nach der Rechtsprechung
hängen die Fragen, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind,
von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen, insbesondere auch von
invaliditätsfremden Faktoren des konkreten Einzelfalls ab (etwa leidensbedingte
Einschränkung, Alter und Beschäftigungsgrad), die nach pflichtgemässem Ermessen
gesamthaft zu schätzen sind, wobei der maximal zulässige Abzug auf 25%
festzusetzen ist. Eine schematische Vornahme des Leidensabzugs ist unzulässig (BGE
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126 V 79 E. 5b, bestätigt etwa in AHI 2002 S. 62 und BGE 129 V 481 E. 4.2.3 mit
Hinweisen).
4.4.2 Vorliegend fällt diesbezüglich insbesondere das Alter des
Beschwerdeführers in Betracht. Der Beschwerdeführer war bei Verfügungserlass über
57 Jahre alt und wird sich bei der Verwertung seiner Restarbeitsfähigkeit in anderen
Tätigkeiten mit zahlreichen lohnwirksamen Nachteilen konfrontiert sehen, insbesondere
in Bezug auf hohe Lohnnebenkosten für die Arbeitgeber, zu erwartende längere
gesundheitsbedingte Absenzen, kürzere Aktivitätsdauer, Entwertung des
Erfahrungswissens und zu beachtende GAV-Bestimmungen. Zusätzlich ist vorliegend
entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin zu berücksichtigen, dass für den
Arbeitgeber aufgrund der reduzierten Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers auch
bei ganztägiger Präsenz zusätzliche Kostennachteile bestehen. So hielt das
Bundesgericht fest, dass ein rund hälftiges Arbeitspensum, das lediglich über einen
ganzen Arbeitstag verteilt erbracht werden könne, aus betriebswirtschaftlicher Sicht
(Auslastung des Arbeitsplatzes) als lohnmässig relevante Erschwernis für die
erwerbliche Verwertung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit anzuerkennen sei (vgl. Urteil
des Bundesgerichts vom 8. Januar 2008, 9C_603/2007, E. 4.2.3.; vgl. jedoch davon
abweichende bundesgerichtliche Rechtsprechung in: Urteile vom 26. August 2011,
8C_379/2011, mit Hinweisen E. 4.2.2.1 und vom 3. November 2011, 9C_582/2011,
E. 3.1). Dies gilt umso mehr, als dass der Beschwerdeführer als Hilfsarbeiter bezüglich
leichten bis mittelschweren bzw. einfachen und repetitiven Tätigkeiten (TA 1,
Anforderungsniveau 4) durch seine ganztägige Präsenz bei reduzierter
Leistungsfähigkeit verhindert, dass der Arbeitgeber den Arbeitsplatz durch eine
weitere, voll leistungsfähige Arbeitskraft nutzen kann (Philipp Geertsen, Der
Tabellenlohnabzug, in: Ueli Kieser/Miriam Lendfers [Hrsg.] Jahrbuch zum
Sozialversicherungsrecht 2012, Zürich/St. Gallen 2012, S. 146 ff.). Insgesamt erscheint
aus diesen Gründen und angesichts der leidensbedingten Einschränkung, dass der
Beschwerdeführer nur noch zu 50% für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten unter
Berücksichtigung einer Phase der Eingewöhnung von ca. vier Wochen mit
kontinuierlicher Steigerung des Arbeitspensums ohne Stress und Zeitdruck arbeitsfähig
ist, ein Tabellenlohnabzug von 15% als angemessen. Aus dem Vorbringen der Be
schwerdegegnerin, der Leidensabzug sei mit der Berücksichtigung der Arbeitsfähigkeit
von 50% vollständig abgegolten und sei somit nicht zusätzlich zu berücksichtigen
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(act. G 7), lässt sich in diesem Zusammenhang nichts ableiten, denn die
Arbeitsfähigkeit gibt die gesundheitsbedingte Einschränkung wieder, während der
Tabellenlohnabzug die behinderungsbedingten Nachteile auf dem Arbeitsmarkt abgilt.
4.5 Das Invalideneinkommen ist ausgehend von einer 50%-igen Arbeitsunfähigkeit
und eines Leidensabzugs von 15% auf Fr. 25'491.-- festzusetzen ([Fr. 29'989.50] -
15%). Wird das Invalideneinkommen in Beziehung gesetzt zum Valideneinkommen von
Fr. 70'149.-- resultiert daraus eine Lohneinbusse von Fr. 44'658.--. Aus der be
hinderungsbedingten Erwerbseinbusse von Fr. 44'658.-- ergibt sich ein Invaliditätsgrad
von 64%. Der Beschwerdeführer hat somit Anspruch auf eine Dreiviertelsrente der
Invalidenversicherung (Art. 28 Abs. 2 IVG).
4.6 Die Rente wird gemäss Art. 29 Abs. 3 IVG vom Beginn des Monats an ausbezahlt,
in dem der Anspruch entsteht. Der Rentenbeginn blieb unbestritten und ist nach Lage
der Akten ausgewiesen. Damit hat der Beschwerdeführer grundsätzlich Anspruch auf
eine Dreiviertelsrente der Invalidenversicherung mit Wirkung ab 1. Mai 2008.
5.
5.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die angefochtene Verfügung vom 8.
Juli 2010 in teilweiser Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und die Beschwerde
gegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. Mai 2008 eine
Dreiviertelsrente auszurichten. Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die
Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im
Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine
Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint angemessen. Mit Blick auf das Obsiegen des
Beschwerdeführers hat die Beschwerdegegnerin die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu
bezahlen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird dem Beschwerdeführer
zurückerstattet.
5.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Aufgrund des Obsiegens im materiellen Punkt
hat der Beschwerdeführer Anspruch auf Parteientschädigung. Ausgehend von einer
"mittleren" Entschädigung bei vollem Obsiegen von Fr. 3'500.-- erscheint die Zu
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sprechung einer Parteientschädigung in dieser Höhe (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer) angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP