Decision ID: dfeb7f5d-439e-5d68-a555-aab4d3f501a8
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1977 geborene
X._
meldete sich am
1.
Februar 2011 bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leis
tungen der Invalidenversicherung an (
Urk.
8/1). Zur Klärung der erwerblichen und medizinischen Verhältnisse zog die IV-Stelle nebst den Akten der Unfall
versicherung (
Urk.
8/16, 8/26 und 8/38) einen Auszug aus dem individuellen Konto bei (
Urk.
8/9) und holte Berichte der behandelnden Ärzte ein (
Urk.
8/11, 8/17 und 8/25). Zusätzlich liess sie die Versicherte am 3
0.
April 2012 durch
Dr.
med.
Y._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, begut
achten (Expertise vom
4.
Mai 2012 [
Urk.
8/33]). Mit Vorbescheid vom
9.
Januar 2013 stellte die Verwaltung die
Zusprache
einer vom 1. Dezember 2011 bis 31. Juli 2012 befristeten ganzen Rente der Invalidenversicherung in Aussicht (Urk. 8/46). Daran hielt sie – auf Einwand von
X._
(
Urk.
8/53) hin – mit Verfügung vom 2
3.
Juli 2013 fest (
Urk.
2, 8/62 und 8/66).
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 16. September 2013 Be
schwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr eine unbefristete ganze Rente mit Wirkung ab 1. August 2011 auszu
richten; eventuell sei ein psychiatrisches Obergutachten zu veranlassen. In pro
zessualer Hinsicht ersuchte sie um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 21. Oktober 2013 schloss die IV
Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 7). Mit Gerichtsverfügung vom 20. November 2013 wurde das Gesuch der Beschwerdeführerin um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege mangels Bedürftigkeit abgewiesen. Gleichzeitig wurde ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet (Urk. 13). Nachdem die Beschwer
deführerin weitere Unterlagen zu ihren Vermögensverhältnissen einge
reicht hatte (Urk. 14-15/1+2), wurde ihr angesichts erheblich veränderter Ein
kommensverhältnisse beziehungsweise eines ab 1. Januar 2014 ausgewiesenen monatlichen Mankos von Fr. 1‘246.-- die unentgeltliche Prozessführung ge
währt und ihr mit Wirkung ab 1. Januar 2014 in der Person von Felix
Barmett
ler
ein unentgeltlicher Rechtsvertreter für das vorliegende Verfahren
bestellt
(Urk. 16). Am 10. Februar 2014 (Urk. 19) hielt die Beschwerdeführerin
replica
ndo
an ihren Anträgen fest (Urk. 19-20/1-5), wohingegen die
Beschwerde
gegnerin
am 10. März 2014 auf die Einreichung einer Duplik verzichtete (Urk. 23). Mit Beschluss vom 1
3.
August 2015 setzte das hiesige Gericht der Beschwerdeführerin Frist an, um zu der in Betracht gezogenen Möglichkeit einer
reformatio
in
peius
Stellung zu nehmen oder die Beschwerde zurückzu
ziehen (
Urk.
25). Mit Eingabe vom
7.
September 2015 hielt sie an ihrer Beschwerde fest (
Urk.
27).
3.
Die Unfallversicherung stellte ihre Leistungen mit Wirkung per 3
1.
Dezember 2013
ein
. Die dagegen am
3.
Februar 2014 erhobene Beschwerde wurde mit heutigem Urteil des hiesigen Gerichts abgewiesen (Prozess-Nr. UV.2014.00027).
4
.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
).
Sie kann Folge von
Geburts
gebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen fest
zustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vor
liegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erle
digen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE
134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fre
den
hagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die
Zusprache
einer befristeten Rente
im Wesentlichen
damit, aufgrund der getätigt
en Abklärungen bestehe seit 13.
De
zember 2010 in der angestammten wie auch
in
einer leidensangepassten
Tätigkeit eine vollständige Arbeitsunfähigkeit.
Gestützt auf die Ergebnisse der psy
chiatri
schen Begutachtung
sei
jedoch
davon auszugehen, dass der Beschwerdeführerin seit der Untersu
chung vo
m 3
0.
April 2012 die bisherige Erwerbst
ä
tigkeit zu 50
%
und eine
adaptierte
Tätigkeit
wieder
zu 100
%
zumut
bar sei.
Das Vorliegen einer posttraumatischen Belastungsstörung
(PTBS)
erweise sich aufgrund der Art und Weise des Ereignisses vom 9.
Dezember 2009 und des seit über zwei Jahren andauernden Leidens als nicht über jeden Zweifel erhaben. Zudem sei von der Überwindbarkeit
der PTBS
auszugehen
. Der eben
falls diagnostizierten mittelgradigen depressiven Episode spreche das Bundes
gericht aufgrund der vorübergehenden Natur
d
en invalidisierenden Charakter ab.
Unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzugs von 15
%
betrage das Invalideneinkommen
Fr.
45‘267.--. Bei einem
Valideneinkommen
von Fr. 53‘255.-- ergebe sich
ein Invaliditätsgrad von 15
%
, weshalb ab
1.
August 2012 kein Rentenanspruch mehr bestehe (
Urk.
2
und Urk. 7 S. 2
).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber
hauptsächlich
auf den Stand
punkt,
das Gutachten von
Dr.
Y._
sei nicht beweiskräftig und stehe im Widersprich zu den Arbeitsunfähigkeitsbeurteilungen der behandelnden und der SUVA-Ärzte. Es könne daher nicht darauf abgestellt werden. Auch die Ermitt
lung
des
Validen- und Invalideneinkommens erweise sich als fehlerhaft (
Urk.
1 S. 6 ff.).
Die
fortbestehenden Beschwerden
würden
nicht auf einer
soma
tofor
men
Schmerzstörung beruhen
, weshalb die Überwindbarkeitspraxis keine Anwendung finde. Die Beschwerdegegnerin habe es zudem unterlassen, die fachärztlichen Abklärungen der Unfallversicherung, die gestützt
darauf bis 3
1.
Dezember 2013
Taggeld bei einer 100%ige
n Arbeitsunfähigkeit ausgerichtet
habe
, zu konsultieren (
Urk.
19 S. 5 ff.).
3.
3.1
Die erstbehandelnden Ärzte der Notfallpraxis des Spitals
Z._
diagnostizier
ten am 9. Dezember 2009 eine Rippenkontusion dorsal links und eine posttrau
mati
sche Angstreaktion (
Urk.
8/16/74
).
3.
2
Dr.
med.
A._
, Fachärztin FMH für Physikalische Medizin, führte am 1
5. Januar 2010 (
Urk.
8/16/63
) folgende Diagnosen an:
Rippenkontusion links dorsal
Posttraumatische
Periarthropathia
humeroscapularis
links
Posttraumatisches zervikal betontes
Panvertebralsyndrom
Reaktive Depression
Sie berichtete, den von der Beschwerdeführerin gewollte Arbeitsversuch halte sie für verfrüht. Letztgenannte habe die Arbeit am
7.
Januar 2010 mit einem Pensum von 50
%
wieder aufgenommen.
3.3
Dr.
med.
B._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, stellte am 2
0.
Januar 2010 die Verdachtsdiagnose einer posttraumatischen
Belas
tungsstörung
.
Sie führte aus, die Beschwerdeführerin sei betreffend die
mnesti
schen
Funktionen im klinischen Gespräch unauffällig. Das formale Denken sei kohärent und etwas verlangsamt. Im Stimmungsfeld sei die Versicherte nieder
geschlagen und deprimiert. Es sei ein andauerndes Gefühl von Bedrohung und Vermeidungsverhalten vorhanden und sie leide unter Flashbacks. Der Antrieb sei vermindert. Die Beschwerdeführerin klage über Schlafstörungen und Alb
träume.
Betreffend die Arbeitsfähigkeit
hielt Dr.
B._
fest
, die Beschwerde
führerin solle versuchen, ihr Arbeitspensum
von 50
%
zu behalten (
Urk.
8/16/66-67
).
3.4
Dr.
A._
berichtete am 1
6.
April 2010, die belastungsabhängigen Schmerzen im Bereich der linken Schulter sowie des ganzen Rückens mit Betonung zervikal hätten sich unter physikalischer Therapie deutlich zurückgebildet. Hingegen komme es immer mehr zum depr
essiven Zustandsbild (
Urk.
8/16/43
).
3.5
Dr.
B._
n
annte am
6.
Mai 2010 (
Urk.
8/16/39-40
) nachstehende Diagno
sen (S. 1):
Subsyndromale
Ausprägung einer posttraumatischen Belastungsstörung nach Überfall auf der Arbeitsstelle (ICD-10 F43.1)
Mittelschwere depressive Episode (ICD-10 F32.1)
Schmerzsyndrom
Die betreffende Ärztin führte aus, als Voraussetzung für eine zukünftige Erwerbs
fähigkeit stehe die psychische Stabilisierung der Beschwerdeführerin im Vordergrund. Das Zustand
sbild habe sich im Vergleich zu
dem am 2
0.
Januar 2010
verfassten
Bericht unter den verordneten Psychopharmaka und der begleitenden Psychotherapie verbessert. Einzig die Schmerzsymptomatik sei unverändert geblieben. Hauptsymptom sei die Angst. Die Beschwerdeführerin sei weiterhin zu 50
%
arbeitsunfähig (S. 1 f.).
3.6
Med.
pract
.
C._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
Versi
cherungspsychiatrischer
Dienst
der SUVA
, gab am 2
3.
Dezember 2010 an, die Beschwerdeführerin habe nach dem Überfall bis zum jetzigen Zeitpunkt eine nicht ganz ausgeprägte posttraumatische Belastungsstörung mit einer depressi
ven und ängstlichen Reaktion kombiniert sowie ein chronisches
Schmerzsyn
drom
entwickelt. Die Entwicklung einer psychischen traumatischen Reaktion
dieses Ausmasses sei an sich nicht untypisch. Bemerkenswert sei die eher un
typische Entwicklung eines chronischen Schmerzsyndroms. Dieses sei als
soma
tisierende
Überlagerung der traumatischen Reaktion zu sehen und hänge mit einer allfälligen partiellen Vulnerabilität der Persönlichkeitsstruktur sowie der Psyche der Beschwerdeführerin zusammen. Er empfahl die
Kosten
übernahme
für eine stationäre psych
iatrische Behandlung (
Urk.
8/16/22-25
S. 3 f.).
3.7
Dr.
B._
wiederholte am 1
1.
März 2011 die bereits im Bericht vom
6.
Mai 2010 (E. 3.5
hievor
) genannten Diagnosen, wobei sie dem Schmerzsyndrom keine Auswirkung au
f die Arbeitsfähigkeit beimass
. Sie
erhob dieselben Befunde wie im Bericht vom 2
0.
Ja
nuar 2010 aufgeführt (E. 3.3
hie
vor
). Sie
attestierte vom 1
8.
Januar bis
6.
Dezember 2010 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit und danach eine solche von 100
%
. Sie verwies darauf, dass sich die Beschwerde
führerin
zur Zeit
in der Klinik
D._
behandeln lasse
(Urk.
8/11
/1-5).
3.8
Nachdem sie die Beschwerdeführerin vom 1
3.
Dezember 2010 bis 1
9.
April 2011 stationär behandelt hatten, stellten die Ärzte der Klinik
D._
im Bericht vom 3
1.
Ma
i 2011 (
Urk.
8/25/7-12
) folgende psychiatrische Diagnosen (S. 1):
Mittelschwere depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11)
Posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
Somatische Diagnosen führten sie keine an (S. 1).
Sie berichteten, i
m schützenden Umfeld der Klinik
habe
in den ersten Wochen
eine Stabilisierung des Zustands der Beschwerdeführerin
erreicht werden
kön
nen
. Im weiteren Verlauf des Aufenthalts
habe
sich
dieser
insofern weiter
ver
bessert, als
sich
die Versicherte
schwingungsfähiger und offener
gezeigt und
immer klar
er von Suizidalität distanziert habe. Es habe zudem
eine Verbesse
rung der Konzentration und Aufmerksamkeit
erzielt
werden k
önnen
. Eine wei
tere Verbesserung oder eine Stabilisierung des Zustands und
eine Reduktion der Ängste seien
jedoch nicht möglich
gewesen
. Das Erarbeiten eines psychosozia
len Krankheitsmode
l
ls
habe
sich insofern schwierig
gestaltet, als
die
Beschwer
deführerin
eine s
ehr fatalistische Einstellung in Bezug auf ihre Erkrankung habe
, alle Schuld für ihren Zustand un
d die Folgen dem Täter zuschreibe und es nicht gelungen sei
, ihr einen konstruktiven Umgang mit Gefühlen und Span
nungszuständen zu vermitteln.
Sie trete
in nur ansatz
weise gebessertem
biopsy
chischem
Zustand bezüglich der remittierten depressiven Symptomatik und des allgemeinen Zustandes aus. Die Ängste und di
e allgemeine Anspannung hätten
nur sehr bedingt eine Verbesserung
erfahren und ihr
Krankheitsverständnis
habe
nur leicht erweitert werden
können (S. 5 f.).
Be
reits am 1
6.
Mai 2011 hatten die betreffenden Ärzte
in ihrem im Auftrag der Beschwerdegegnerin
verfassten Bericht geschildert, es seien mässige Beeinträchtigungen hinsichtlich Konzentration und Gedächtnis bei der Beschwerdeführerin bemerkbar. Ausser
dem bestünden leichte Auffassungs- und Merkfähigkeitsstörungen.
Das formale Denken sei inhaltlich stark eingeengt auf die aktuelle Symptomatik. Die Motorik sei unauffällig, wogegen der Antrieb stark reduziert sei. Die Stimmung zeige sich stark deprimiert, hoffnungslos und sehr ängstlich. Der Affekt sei
dyspho
risch
, gereizt, innerlich unruhig und
klagsam
. Es bestehe eine ausgeprägte Stö
rung der Vitalgefühle und die Beschwerdeführerin leide unter Schuldgefühlen. Bei deutlichem Leidensdruck sei eine Therapiemotivation vorhanden (
Urk.
8/17/1-5 S. 2).
3.9
Dr.
B._
diagnostizierte am 1
1.
Oktober 2011 eine posttraumatische
Belas
tungsstörung
nach Überfall auf der Arbeitsstelle (ICD-10 F43.1) und eine mit
telschwere depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11).
Sie berichtete,
die Ausübung der bisherigen Tätigkeit sei der Beschwerdeführerin nicht zumutbar. Ihre Leistungsfähigkeit sei durch Ängstlichkeit und Depression stark reduziert. Für eine Wiedereingliederung in einem geeigneten Tätigkeitsfeld bestehe initial eine 20%ige Arbeitsfähigkeit, wobei eine Steigerung theoretisch möglich sei (
Urk.
8/26/24-25
).
3.10
In
ihrem Verlaufsbericht vom 2
0.
Januar 2012 berichtete die nämliche Ärztin, die Behandlung stagniere über weite Strecken hin. Die Beschwerdeführerin ziehe sich immer wieder zurück und gerate nur langsam aus einem Zustand der Hilf
losigkeit. Zwecks Optimierung der psychotherapeutischen Behandlung finde aktuell die Psychotherapie bei einer delegierten Psychologin
statt. Die Leis
tungsfähigkeit s
e
i
aufgrund von Ängstlichkeit und Depression stark reduziert. Die bisherige Tätigkeit sei der Versicherten nicht zumutbar. In einem geeigneten Tätigkeitsfeld bestehe initial eine Arbeitsfähigkeit von 20
%
. Eine Steigerung sei theoretisch möglich (
Urk.
8/25/1-6 S. 4).
3.1
1
Nachdem
Dr.
med.
Y._
die Beschwerdeführerin am 3
0.
April 2012 unter
sucht hatte, stellte er in seinem Gutach
ten vom 4.
Mai 2012 (Urk. 8/33
) als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine in Remission befindliche posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1). Den akzentuierten ängst
lich-vermeidenden Persönlichkeitszügen (ICD-10 Z73) mass er keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bei (S. 11).
Im Rahmen der Exploration
habe sich – so der psychiatrische Experte –
unter Einnahme sedierender Psychopharmaka eine müde und verhangen wirkende
Beschwerdeführerin gezeigt
.
Sie spreche
mit gut modulierter, aber etwas v
erwaschener
Stimme.
Ihre Grundstimmung sei depri
miert. Die
affektive Schwingungsfähigkeit
sei
jedoch nicht gravierend einge
schränkt. Die Beschwerdeschilderungen
hätten
einen gewissen
appellativen
Charakter,
wobei
eine Tendenz zur Symptomausweitung und Selbstlimitierung nicht ganz ausgeschlossen werden
könne
. Akzentuierte ängstlich verm
eidende Persönlichkeitszüge seien
erkennbar. Die Gedächtnisfunktionen sowie Auf
merksamkeit und Konzentration
seien
infolge medikamentöser Sedierung kli
nisch
lei
chtgradig
beeinträchtigt. Das Antriebsve
rhalten sei
, ebenfalls
aufgrund
der medikamentösen Sedierung, red
uziert und die Psychomotorik
verlangsamt. Insgesamt
würden sich bei der Beschwerdeführerin
noch Restsymptome einer posttraumatischen Belastungsstörung
zeigen (S. 12 f.). Dr.
Y._
führte weiter aus, e
in gewisser
therapieresistenter Verlauf werde sowohl im Bericht von
Dr.
B._
als auch in dem der Ärzte der Klinik
D._
beschrieben
. Das
Vollbild einer posttraumatischen Belastungsstörung
lasse sich – wie bereits ausgeführt –
aktuell nicht mehr bestätigen. Auch eine gravierende depressive Störung
sei
nicht mehr
erkennbar. Im Vordergrund stünden
Psycho
pharmaka-Nebenwirkungen und ängstlich vermeidende Persönlichkeitszüge.
Es bestehe
ein sekundärer Krank
heitsgewinn, der den Krankheitsverlauf
neben den akzentuierten
Persönlich
keitszügen ungünstig beeinflusse
. D
ass die Symptome mehr als zwei
Jahre nach dem Ereignis nicht weiter
abgeklungen seien, spreche
für die überwiegende Bedeutung anderer Faktoren.
Allenfalls bestünden
noch Symptome einer abklingenden post
traumatischen Belastungsstörung.
Depri
miert
heit
könne zwar
im Zusammenhang mit einer abklingenden posttraumati
schen
B
elastungsstörung auftreten,
rechtfertige
bei der
Beschwerdeführerin
aber nicht die Diagnose einer zusätzlichen affektiven Störung
.
Auf Nachfrage
habe sie
zudem an
gegeben
, im Sommer 2011 mit
ihrem
Ehemann per Flugzeug nach
E._
gereist
zu sein und ihre Mutter besucht
zu haben, was ihr beim Vollbild einer posttraumatisch
en Belastungsstörung beziehungsweise depressi
ven Störung nicht möglich gewesen wäre (S. 13 f.). Aus
versicherungspsy
chiatrischer
Sicht
so der Gutachter weiter
sei der Beschwerdeführerin seit dem Untersuchungsdatum in den bisher ausgeübten Tätigkeiten als Verkäuferin respektive Raumpflegerin eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit zu attestieren. In einer dem psychischen Leiden angepassten Arbeit bestehe hingegen eine unein
geschränkte Arbeitsfähigkeit. Prognostisch sei unter Weiterführung der psy
chotherapeutischen Behandlung und Dosisanpassung der sedierenden Psycho
phar
maka medizinisch-theoretisch innerhalb von sechs bis 18 Monaten eine weitere Verbesserung des Gesundheitszustands und damit der Arbeitsfähig
keit auf 100
%
zu erwarten (S. 15 f.).
3.12
Was die diagnostische Beurteilung betrifft, schloss sich
Dr.
med.
F._
, Fach
arzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, Versicherungsmedizin SUVA, am 1
3.
August 2012
(
Urk.
8/38
/2-13
=
Urk.
20/3
) der Meinung des Psychiaters
C._
an. In der Symptomatik und in den Befunden
habe
sich über die Zeit
hinweg eine gewisse Verlagerung des Schwerpunkts hin zu einem eher
angst
betonten
klinischen Bild ergeben. Bis zum heutigen Tag würden Symp
tome aus den drei Hauptbereichen Intrusionen, Vermeidungsverhalten und Über
erreg
bar
keit bestehen. Parallel dazu
habe
sich aber in erster Linie auf der körperlichen Ebene eine starke
Chronifizierung
der begleitenden Schmerz- und der vegetati
ven Problematik ergeben, die bisher therapeutisch praktisch nicht
habe
beein
flusst werden können. Es würden auch die Symptome zunehmen, die im Rahmen einer Angststörung verstanden werden könnten (S. 9 f.). Im Weiteren hätten sich die Bewältigungsstrategien der Beschwerdeführerin verstärkt und der Versuch, alle möglichen, die Erinnerung und das Wiedererleben hervorru
fenden Auslöser zu vermeiden, scheine stärker denn je zu sein. Dies sei prog
nostisch sehr ungünstig. Der Rückzug in die Passivität und der Verzicht auf eigene Ressourcen, vor allem hinsichtlich der Sozialkontakte, könne auch als beginnende dauerhafte Modifikation der Persönlichkeit nach schwerem Trauma gedeutet werden. Zusammenfassend – so
Dr.
F._
weiter – handle es sich durchwegs um Symptome und Befunde, die oft nach Psychotraumata auftreten würden, deren genaue diagnostische Zuordnung aber das Vorliegen von voll
ständigen, aktuellen Untersuchungsresultaten erfordern würden. Der Verlauf werde sicher auch von verschiedenen unfallfremden Faktoren (Persönlichkeit, Migrationserfahrung, etc.) negativ beeinflusst. Es handle sich um eine etwas verfahrene Situation mit einer klaren Tendenz zur
Chronifizierung
und einer damit verbundenen therapeutischen Ohnmacht. Worin die Ursache dieser Stag
nation und
Chronifizierung
liege, b
leibe unklar (S.
10 f.). Es scheine daher nicht nur notwendig, sondern geradezu dringlich, die Gesamtsituation in der
Trau
masprechstunde
des
G._
oder der Klinik
H._
vorzustellen (S. 12).
3.13
Im Beschwerdeverfahren reichte die Beschwerdeführerin den
Abschlussbericht über die Behandlung vom
3.
Mai bis am 1
6.
Dezember 2012 in der Sprech
stunde für Belastungsreaktionen des
G._
vom 19.
Februar 2013
(
Urk.
20/5
)
ein. Darin
diagnostizierte
Dr.
med.
I._
, Oberärztin, eine schwere posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) und eine schwere depressive Episode.
Die Beschwerdeführerin sei wach, bewusstseinsklar und allseits orientiert. Die Konzentration sei deutlich reduziert. Es bestehe eine
Grübelneigung
mit Gedankenkreisen, jedoch keine inhaltlichen Denkstörungen. Die Versicherte leide unter Wahrnehmungsstörungen im Sinne von
Pseudohal
luzinationen
. Manchmal schlage sie sich und rupfe an ihrer Haut, um ihren Körper zu spüren. Ihre Stimmung sei erheblich gedrückt. Es bestehe Freud- und Lustlosigkeit und sie weine häufig. Sie liege
morgens wie gelähmt im Bett. Di
e
Beschwerdeführerin
habe ausgeprägte Ängste, allein irgendwo hinzugehen. Sie verlasse die Wohnung nur in Begleitung ihres Ehemanns. Psychomotorisch sei
sie ruhig. Die Mimik sei maskenhaft.
Es sei
– so die nämliche Ärztin weiter –
versucht worden, im Rahmen einer
traumafokussierten
Therapie
expositionell
, sowohl imaginativ und in vivo, zu arbeiten. Es seien einige
Expositionssitzun
gen
durchgeführt worden. Die
Versicherte
schrecke jedoch immer wieder davor zurück und habe sich nur schwer auf die Expositionen einlassen können. Expo
sitionen in vivo, zum Beispiel alleine einkaufen gehen, seien von
ihr
nicht angenommen worden und nicht durchführbar gewesen. Die Beschwerdeführerin habe eine Atemübung nach
Prolonged
Explosure
zur Entspannung sowie die Gedankenstopp-Methode erlernt. Sie habe angegeben, dass ihr die Gespräche gut tun und sie entlasten würden. Die
psychotraumatologische
Symptomatik habe jedoch persistiert und es sei nur eine geringfügige Symptomreduktion ein
getreten. Es habe zudem eine Körpertherapie vereinbart werden können. Diese sei von der Beschwerdeführerin gut aufgenommen worden und stelle einen neuen Zugang zu ihrem Erleben dar (S. 3 f.). Seit dem Unfall sei die Versicherte bis auf weiteres zu 100
%
arbeitsunfähig (S. 2).
3.14
Med.
pract
.
C._
bestätigte anhand des Berichts über die
Traumasprech
stunde
und unter Berücksichtigung der bisherigen psychiatrischen Beurteilun
gen sowie
des Gutachtens
von
Dr.
Y._
am
5.
April 2013 das Weiterbe
stehen einer posttraumatischen Belastungsstörung mit einer depressiven Stö
rung kombiniert. Aus erst genanntem Bericht lasse sich ableiten, dass die
trau
maspezifische
Therapie nicht zwangsläufig in der Muttersprache der Beschwer
deführerin durchgeführt worden sei und die aktuell verordnete Medikation mit zwei verschiedenen Antidepressiva nicht ausreichend genug sei, um sowohl die ängstliche, depressive und
traumaspezifische
Symptomatik zu lindern. Diesbe
züglich empfehle sich das kontrollierte
Aufdosieren
zumindest eines der Präpa
rate auf eine maximale Dosierung. Gegebenenfalls biete sich eine Umstellung auf eine andere Medikation mit evidenzbasierter Wirksamkeit auf die beschriebene schwere Symptomatik an. Das aktuelle Behandlungssetting sei als geeignet zu erachten. Unabhängig der erwähnten Diagnose und der
Behand
lungsumstände
sei anhand des gesamten Verlaufs gegenwärtig von einer
Chro
nifizierung
und Unveränderlichkeit der beschriebenen Symptomatik auszuge
hen. Die fehlenden intrapsychischen Ressourcen, die Sprachbarriere
zusammen mit der
erhebliche
n
ängstliche
n
und traumatische
n
Symptomatik würden die Durchführung einer erfolgsversprechenden (teil-)stationären Behandlung ver
unmöglichen. Ausser der Durchführung einer Medikationsumstellung und der köperorientierten Therapie würden sich keine weiteren Massnahmen empfehlen lassen
(
Urk.
20/4
S. 3 f.).
4.
4.1
Aufgrund
der unter
Beizug
der
Akten der Unfallversicherung erfolgten
Abklärun
g
en
ging die Beschwerdegegnerin davon
aus
, dass die Beschwerde
führerin seit 1
3.
Dezember 2010 in ihrer angestammten wie auch
in
einer behinderungsangepassten
Arbeit
vollständig arbeitsunfähig sei.
Gestützt auf die psychiatrische
Expertise
von
Dr.
Y._
vom
4.
Mai 2012
nahm sie sodann eine Besserung des (psychischen) Gesundheitszustands an und hielt ab 3
0.
April 2012 die bisherige Tätigkeit wieder
zu 50
%
und
eine
Verweistätigkeit zu 100
%
zumutbar (
Urk.
2 S. 2).
Der
Gutachter
diagnostizierte eine in Remission befindli
che posttraumatische Belastungsstörung
(ICD-10 F43.1) und akzentuierte ängst
lich-vermeidende Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73).
Er attestierte in einer dem psychischen Leiden optimal angepassten Tätigkeit eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Betreffend das Tätigkeitsprofil führte er aus, günstig seien eine geregelte A
rbeitszeit, wenig Kundenkontakt
sowie eine wohlwollende und
kon
fliktarme
Arbeitsatmosphäre ohne permanenten Zeit- und Termindruck. Die emotionale Belastbarkeit sei bei der Beschwerdeführerin noch reduziert. Auf
grund der Psychopharmaka bestehe
derzeit eine Antriebsminderung und Ver
langsamung des Arbeitstempos (
Urk.
8/33 S. 10 und S. 14). Vor diesem Hinter
grund
ist
fraglich, ob die Beschwerdeführerin ihre Arbeitsfähigkeit
in einer adaptierten Tätigkeit
vollzeitlich und ohne Leistungsminderung um
zu
setzen
vermag
. Hinzu kommt,
dass
die Beschwerdeführerin w
enige Tage nach der
Begutachtung eine Behandlung im
G._
, Klinik für Psychi
atrie und Psychotherapie,
begonnen hatte
und
bis am 1
6.
Dezember 2012
die Sprechstunde fü
r Belastungsreaktionen
besuchte
.
In ihrem Beric
ht von 1
9.
Februar 2013
nannte
Dr.
I._
als Diagnose eine schwere posttrau
matische Belas
tungsstörung (ICD-10 F43.1) sowie
eine schwere depressive Ep
i
sode
. Sie
attestierte eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
20/5)
, wobei
unklar
i
st, ob
die betreffende Einschätzung der Arbeitsfähigkeit auch eine
leidensange
passte
Tätigkeit umfasst.
Die
Beurteilu
ngen
der
Dres
.
Y._
und
I._
stehen damit
zumindest vordergründig
im Widerspruch zueinander
.
In diesem Zusammenhang aber
fragt sich
,
ob nach der psychiatri
schen Begutachtung durch Dr.
Y._
im April 2012 eine Verschlechterung der psychiatrischen Situation eingetreten ist und die
betreffenden
ärztlichen Einschätzungen
nur scheinbar unvereinbar sind.
4.2
Nach dem Gesagten lässt sich aufgrund der vorhandenen medizinischen Berichte nicht zuverlässig beurteilen, ob und gegebenenfalls inwieweit die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen in
invalidenversicherungsrechtlich relevanter
W
eise
in der Zeit
bis zum
Erlass der angefochtenen Verfügung in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt
war.
Da nach der gesetzlichen Konzeption dem Versicherungsträger die Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts (vgl. Art. 43 Abs. 1 ATSG in Verbindung mit Art. 69 Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV]) obliegt und
es
entsprechend dem Untersuchungsgrundsatz in erster Linie Sache der zuständigen Behörde ist, die materielle Wahrheit zu ermitteln (Urteil des dama
ligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 478/04 vom 5. Dezember 2006 E.
2.2.4.3), ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (vgl.
hiezu
auch BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4 mit Hinweisen), damit sie entsprechende Abklärungen treffe und hernach über den Rentenanspruch neu befinde.
Weil nicht
gänzlich
auszuschliessen ist, dass die zu tätigenden Abklärungen zu neuen Erkenntnissen führen, die auch den Anspruchszeitraum von Dezember 2011 bis Juli 2012 umfassen, besteht im vorliegenden Verfahren kein Anlass, über die
Zusprache
einer ganzen Rente während dieser Zeit zu entscheiden.
Anzumerken ist,
dass im vom Bundesgericht am
3.
Juni 2015
gefällten
Leitent
scheid
BGE 141 V 281 die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung
nicht als
ein
mit einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung vergleich
bares psychosoma
tisches Leiden
genannt
wurde
(E. 4.2 mit Hinweis auf BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3)
; dies einer defizi
t
- und ressourcenorientierten Beurteilung des Leistungsvermögens indes nicht entgegenstehen dürfte.
5.
5.1
Die Kost
en des Verfahrens sind auf Fr. 8
00.-- festzulegen und, da die
Rückwei
sung
an die Verwaltung nach ständiger Rechtsprechung als vollständiges Obsie
gen gilt (vgl. etwa Urteil des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts
U 199/02 vom 10. Februar 2004 E. 6, mit Hinweis auf BGE 110 V 57 E. 3a; SVR 1999
IV Nr. 10 S. 28 E. 3), ausgangsgemäss von der Beschwerdegegnerin zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).
5.2
Die
anwaltlich vertretene Beschwerdeführer
in
hat sodann ausgangsgemäss ge
stützt auf Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) Anspruch auf eine
Prozessent
schädigung
. Diese ist unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache
sowie
der Schwierigkeit des Prozesses
und nach Einsicht in die Honorarnote
(
Urk.
28)
unter Berücksichtigung auch der vo
r
5.
Dezember 2013 angefallenen Aufwendungen
bei Anwendung des gerichtsü
blichen Stundenansatzes von Fr.
200.-- (
zuzüglich Mehrwertsteuer;
bis 3
1.
Dezember 2014)
respektive Fr.
220.00 (
zuzüglich Mehrwertsteuer;
ab
1.
Januar 2015)
und einer Entschädi
gung von
Fr.
0.50 pro kopierter Seite
auf Fr.
2‘
5
00
.
-- (inklusive Mehrwertsteuer und Barauslagen) festzusetzen.