Decision ID: 0b3be0a4-bc0f-576b-9ee5-824ed6431db2
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1949, arbeitete bis zu ihrer Pensionierung per
30. April 2014 bzw.
3
1.
August 2014 beim
Y._
bzw.
bei der
Z._
(
Urk.
7/3
und
Urk.
7/
4
) und war dadurch bei der BVK Personalvorsorge des Kantons Züri
ch (BVK) berufsvorsorgeversichert. Mit Schreiben vom
5.
Mai 2014 teilte die BVK der
V
ersicherten mit, dass der Teilaltersrücktritt per 3
0.
April 2014 Auswirkungen auf die berufliche Vorsorge habe und sie - sofern sie einen Kapitalbezug der anteilig
en Altersleistungen wünsche - im aufgeführten Merkbla
tt
weitere Informationen
finde
(
Urk.
7/5).
Am 1
1.
Juni 2014 stellte die BVK der Versicherten eine Berechnung
der
voraussichtlichen Altersleistungen ohne Kapitalbezug zu (
Urk.
7/6) und am 2
5.
Juni 2014 teilte die BVK der Versicherten die voraussichtliche
Altersleistungen mit Kapitalbezug mit, wobei sie darauf hinwies, dass ein Kapitalbezug spätestens einen Monat vor dem Altersrücktritt beantragt werden müsse (
Urk.
7/7).
Am
2
6.
August 2014 teilte
die Versicherte
sinngemäss
schriftlich
mit, dass sie die BVK um Ausrichtung eines Kapitalbezugs von
Fr.
150‘000.-- ersucht habe, woran sie festhalte
(
Urk.
7/8).
Die BVK
konstatierte
mit Schreiben vom
8.
September
2014
,
dass
die Kapitalauszahlung
nicht mehr möglich
sei
,
da die reglementarisch vorgeschriebene Frist von einem Monat mittlerweile abgelaufen sei (
Urk.
7/9).
Nach Einsprache durch die Versicherte
am
2
4.
November 2014 (
Urk.
7/11) hielt die BVK mit
Einspracheentscheid
vom
2
6.
Februar 2015
an der Ablehnung des Antrags auf Kapitalbezug fest (
Urk.
7/12).
2.
Mit Eingabe vom
4.
September 2015 erhob die Versicherte Klage gegen die BVK und beantragte, es sei
der
Einspracheentscheid
aufzuheben und es sei ihr aus dem Sparguthaben der Betrag von
Fr.
150‘000.-- in Kapitalform auszurichten (
Urk.
1). Die Beklagte schloss in der Klageantwort vom
9.
Oktober 2015 auf Abweisung der Klage (
Urk.
6 unter Beilage ihrer Akten,
Urk.
7/1-13). Mit Schreiben vom 1
9.
November 2015 verzichtete die Klägerin auf eine Replik (
Urk.
10), was der Beklagten am 2
4.
November 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
11).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1
.
Die Klägerin brachte vor, dass die Berechnung vom
25.
Juni 2014 bestätige, dass sie den gewünschten Kapitalbezug rechtzeitig angemeldet habe. Auch sei
sie davon ausgegangen, dass der Altersrücktritt mit dem Beginn der Rente zusammenfalle, so dass eine Mitteilung am
1.
August 2014, bzw. aufgrund von Feiertag und Wochenende auch am
4.
August 201
4 noch rechtzeitig gewesen sei - dies gelte umso mehr, als sie erstmals mit Schreiben vom
5.
August 2014 darauf hingewiesen worden sei, dass das Datum des Altersrücktritts der 3
1.
August und nicht der
1.
September 2014 sei.
Zudem sei sie erstmals mit Mitteilung vom
5.
August 2014 auf ein Merkblatt verwiesen worden, aus dem hervorgehe, dass ein Antrag auf Kapitalbezug als solcher - und nicht dessen Umfang - schriftlich bis spätestens 1 Monat vor Altersrücktritt zu erfolgen habe, was offensichtlich zu spät und damit ungenügend sei, so dass eine Verletzung der Informationspflicht nach
Art.
86a BVG
(richtig:
Art.
86b BVG)
vorliege. Das Reglement besage des Weiteren nur, dass die Anmeldung des Umfangs des beabsichtigten Leistungsbezugs schriftlich zu erfolgen habe, auch sei dies ledig
lich eine Ordnungsvorschrift, da ansonsten die Konsequenzen angedroht werden müssten. Im Fall der fehlenden Schriftform innert Frist hätte ihr eine Möglich
keit zur Nachbesserung eingeräumt werden müssen, da die Mitteilung als solche bereits vor dem 2
5.
Juni 2014 erfolgt sei - dies resultiere aus dem
Anspruch
auf rechtliches Gehör. Ansonsten müssten ihr die Rechte aufgrund eines Irrtums analog
Art.
24 des
Bundesgesetz betreffend die Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (Fünfter Teil: Obligationenrecht
[OR]) zu Teil werden, was der Grundsatz de
s
Gleichbehandlungsgebots und de
s
Handelns nach Treu und Glauben im Rechtsverkehr gebiete. Auch stünden die Fristen vom 1
5.
Juli bis 1
5.
August jeweils im gesamten Bereich des Sozialversicherungsrechts still (
Art.
38
Abs.
4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversi
cherungsrechts
, ATSG) und es wäre
stossend
und mit dem
Rechtsgleichheitsge
bot
unverträglich, diese Bestimmung einzig im Be
reich des BVG nicht anzu
wenden (
Urk.
1).
Die Beklagte brachte demgegenüber im Wesentlichen vor, dass sie die Klägerin mehrmals telefonisch auf das Einhalten der Frist und der Formvorschrift für den Kapitalbezug hingewiesen habe und im Übrigen bereits im Schreiben vom
5.
Mai 2014 auf das Merkblatt „Altersleistungen“ und das Formular „Antrag auf Kapitalbezug
“
hingewiesen habe.
Auch treffe sie keine Pflicht, bei der Klägerin explizit nach den Wünschen eines Kapitalbezuges nachzu
fragen
und es handle
sich bei der Frist von 1 Monat sowie dem Formerfordernis nach
Art.
35
Abs.
2 VSR nicht um eine
blosse
Ordnungsvorschrift, sondern
eine
Gültigkeitsvoraus
setzung
und
bilde
damit
eine wesentliche Anspruchsvoraussetzung für die Genehmigung eines Kapitalbezugs (
Urk.
6).
2
.
2
.1
Nach Art. 37 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlasse
nen- und Invalidenvorsorge (BVG) werden die Leistungen der beruflichen Vor
sorge in der Regel als Rente ausgerichtet. Der Versicherte kann verlangen, dass ihm ein Viertel seines Altersguthabens, das für die Berechnung der tatsächlich bezogenen Altersleistungen (Art. 13 und Art. 13a) massgebend ist, als einmalige Kapitalabfindung ausgerichtet wird (Art. 37 Abs. 2 BVG). Die
Vorsorgeeinrich
tung
kann ausserdem in ihrem Reglement vorsehen, dass die Anspruchsberech
tigten eine Kapitalabfindung an Stelle einer Alters-, Hinterlassenen- oder Inva
lidenrente wählen können und sie eine bestimmte Frist für die Geltendmachung der Kapitalabfindung einhalten müssen (Art. 37 Abs. 4 BVG).
2
.2
2.2.1
Gestützt auf
Art.
100
Abs.
1 des Vorsorgereglements
der Beklagten
vom 1
8.
November 2013, gültig seit
1.
September 2014
(VSR)
, ist das
Vorsorgeregle
ment
anwendbar, das im Zeitpunkt des Versicherungsfalles Gültigkeit hatte (
Urk.
7/13). Der Altersrücktritt der Versicherten erfolgte per 3
1.
August 2014 (
Urk.
7/3), der Versicherungsfall trat somit per
1.
September 2014 ein. Damit ist das Vorsorgereglement vom 1
8.
November 2013 anwendbar, was
auch
seitens der Klägerin unbestritten blieb.
2.2.2
Nach
Art.
35
Abs.
1
VSR
kann die versicherte Person bei Alterspensionierung im Sinne von
Art.
7 oder bei vorzeitiger Entlassung altershalber im Sinne von
Art.
8 verlangen, dass ihr anstelle einer Altersrente das vorhandene Spargutha
ben ganz oder teilweise als Kapital ausbezahlt wird. Vorbehalten bleibt
Art.
79b
Abs.
3 BVG. Die versicherte Person hat der BVK den Umfang des Kapitalbezugs bis spätestens 1 Monat vor Beendigung des Arbeitsverhältnisses schriftlich mit
zuteilen. Innerhalb dieser Frist kann die Mitteilung nicht widerrufen werden (
Art.
37
Abs.
2 VSR).
2
.3
Nach ständiger Rechtsprechung erfolgt die Auslegung der Vorsorgeverträge nach dem Vertrauensprinzip. Es ist darauf abzustellen, wie die zur Streitigkeit Anlass gebende Willenserklärung vom Empfänger in guten Treuen verstanden werden durfte und musste. Dabei ist nicht auf den inneren Willen des Erklären
den abzustellen, sondern auf den objektiven Sinn seines Erklärungsverhaltens. Der Erklärende hat gegen sich gelten zu lassen, was ein vernünftiger und kor
rekter Mensch unter der Erklärung verstehen durfte. Weiter sind die besonderen Auslegungsregeln bei Allgemeinen Geschäfts- oder Versicherungsbedingungen zu beachten, insbesondere die Unklarheits- und die Ungewöhnlichkeitsregel (BGE 132 V 149 E. 5, 130 V 80 E. 3.2.2, 122 V 142 E. 4c).
3
.
In
Art.
35
Abs.
2 VSR
wird festgehalten, dass die versicherte Person der BVK den Umfang des Kapitalbezugs bis spätestens 1 Monat vor Beendigung des Arbeitsverhältnisses schriftlich mitzuteilen hat. Innerhalb dieser Frist kann die Mitteilung nicht mehr widerrufen werden.
Zu prüfen ist, wie
ein vernünftiger und korrekter Mensch
dies in guten Treuen verstehen d
urfte und musste (vgl.
E.
2
.3).
3
.1
3
.1
.1
Die Klägerin brachte vor,
Art.
35
Abs.
2 VSR sei Ordnungs
vorschrift
u
nd nicht Gültigkeitserfordernis.
Die Mitteilung kann gestützt auf die
Reglementsbestimmung
innert der einmonatigen Frist nicht mehr widerrufen werden (
Art.
35
Abs.
2 Satz 2 VSR). Dies macht deutlich, dass
die Frist Gültigkeitserfordernis
und nicht
bloss
Ord
nungsvorschrift
ist, da ansonsten jene Versicherten, welche erst nach Ablauf der Frist von der Wahlmöglichkeit Gebrauch machen würden, besser gestellt wür
den, als diejenigen, welche die
Mitteilung
fristgerecht vornahmen
und - bei einer allfälligen späteren Änderung des Willens -
auf ihre Willenserklärung behaftet würden.
Die Beklagte räumt den Versicherten in ihrem Reglement eine Möglichkeit ein, einen Kapitalbezug vorzunehmen, welcher über das in
Art.
37
Abs.
2 BVG gesetzliche Minimum eines Viertels hinausgeht. In
Art.
37
Abs.
4 BVG werden die Vorsorgeeinrichtungen diesbezüglich ermächtigt, in ihrem Reglement vor
zusehen, dass die Versicherten eine bestimmte Frist für die Geltendmachung der Kapitalabfindung einhalten
müssen
- auch dies spricht klar dafür, dass das Ein
halten der Frist nach
Art.
35
Abs.
2 VSR nicht eine Ordnungsvorschrift, sondern Gültigkeitserfordernis ist.
Für die Annahme eines Gültigkeitserfordernisses spricht auch, dass die
Vorsor
-
geeinrichtungen
ein berechtigtes Interesse daran haben, zu wissen, welche Leistungen im Zei
tpunkt des Altersrücktrittes
auszu
zahlen sind, da dies - gerade auch unter Berücksichtigung der allfälligen hohen Beträge bei gewählter Kapitalauszahlung - Einfluss auf ihre finanzielle Situation hat.
Insbesondere auch aufgrund des Hinweises, dass die einmal mitgeteilte Willenserklärung innert der einmonatigen Frist nicht mehr widerrufen werden kann, ist eine explizite Androhung der Rechtsfolgen bzw. der ausdrückliche Hinweis, dass die Einhaltung der Form und Frist ein Gültigkeitserfordernis sei, nicht
notwendig, damit dies von einem vernünftigen Menschen in guten Treuen entsprechend verstanden wird.
3
.
1
.2
Zu prüfen bleibt, ob ein allfälliger Kapitalbezug im Umfang eines Viertels
des Altersguthabens
nach
Art.
37
Abs.
2 BVG möglich ist oder ob die reglementa
rische Form und Frist auch im Rahmen dieser Bestimmung zum Tragen kom
men.
Das Gesetz sieht in
Art.
37
Abs.
2 BVG keine weiteren Voraussetzungen zur Ausübung des Wahlrechtes auf die gesetzlich reglementierte Kapitalabfindung vor. Für den abschliessenden Charakter spricht - nebst dem Wortlaut - auch die systematische Stellung zu
Abs.
4, welcher explizit auf die von den
Vorsorgeein
richtungen
zu erlassenden Reglemente verweist.
Allerdings enthält der zweite Teil des BVG lediglich Mindestvorschriften, welche von den Vorsorgeeinrichtungen weitergehend zu konkretisieren sind (vgl.
Art.
6 und
Art.
49
Abs.
1 BVG). Formelle Zusatzvoraussetzungen - sofern verhältnis
mässig und unter Berücksichtigung des Gleichbehandlungsgrundsatzes und Willkürverbotes - sind zulässig. Hierzu zu zählen sind u.a. das Vorschreiben der Schriftform oder das Verlangen einer angemessenen Frist (vgl.
Kahil
-Wolff in: Schneider/Geiser/
Gächter
, Handkommentar zum BVG und FZG,
Art.
37 N 6). Damit liegt es im Ermessen der Vorsorgeeinrichtung, in ihrem Reglement eine Frist zur Kapitaloption vorzusehen, wobei diese Frist auch für den
Viertelsbezug
gemäss
Art.
37
Abs.
2 BVG massgebend ist (Stauffer, Berufliche Vorsorge, Zürich/Basel/Genf 2012,
2.
Aufl., N 784).
3
.
1
.3
Zusammenfassend findet
Art.
35
Abs.
2 VSR auf den Kapitalbezug nach
Art.
37
Abs.
2 und 4 BVG Anwendung
.
I
n guten Treuen
muss
dies
aufgrund der ausdrücklichen Unwiderrufbarkeit der Willenserklärung während der Frist, der gesetzlichen Grundlage sowie des Interesses an der Planungssicherheit der Vorsorgeeinrichtungen als Gültigkeitsvorschrift verstanden werden.
3
.
2
3
.2
.1
In
Art.
35
Abs.
2 VSR wird festgehalten, dass die Mitteilung einen Monat vor Beendigung des Arbeitsverhältnisses zu erfolgen hat. Der Wortlaut „Beendigung des Arbeitsverhältnisses“ ist hinreichend klar: Ausschlaggebend ist der letzte Tag des Arbeitsverhältnisses.
Der Altersrücktritt bzw. die Auflösung des Arbeitsverhältnisses erfolgte auf den 3
1.
August 2014, was der Klägerin bereits mit Verfügung des Mittelschul- und Berufsbildungsamt
es
vom 15./1
6.
Januar und 2
5.
Februar 2014 mitgeteilt wor
den war (
Urk.
7/3). Das Vorbringen der Klägerin, sie sei vom Zusammenfallen des
Altersrücktritt
s
mit dem
Begin
n der Rente und
somit vom
1.
September 2014 als massgeblichem Zeitpunkt ausgegangen, schlägt
aufgrund des unmiss
verständlichen Wortlautes
entsprechend fehl.
Die einmonatige Frist lief damit am Donnerstag, den 3
1.
Juli 2014 ab, womit sich weitere Ausführungen
betreffend
Feiertag und Wochenende erübrigen.
Soweit die Klägerin vorbringt, dass der in
Art.
38
Abs.
4 ATSG festgehaltene Fristenstillstand zur Anwendung kommen müsse ist dem entgegenzuhalten,
dass die berufliche Vor
sorge vom
Geltungsbereich des
ATSG ausgenommen ist.
3
.
2.2
Die Klägerin
macht
e geltend
, dass lediglich
die Mitteilung des
Umfang
es
, nicht aber
die Willensäusserung, dass sie einen Kapitalbezug
tätigen wo
ll
e
, form- und fristgebunden sei
(
Urk.
1)
. Diesbezüglich ist festzuhalten, dass diese Regelung von einer vernünftigen Person in guten Treuen dahingehend verstanden werden muss, dass nicht nur der grundsätzliche Bezugswille sondern auch der genaue Betrag vor Ablauf der Frist schriftlich mitzuteilen ist
,
da
mit der
Mitteilung des
genauen
Umfanges eines Kapitalbezuges auch der grundsätzliche Bezugswille
kundgetan wird
, und umgekehrt ohne Angabe der Höhe noch gar nicht von einem konkreten Bezugswillen gesprochen werden kann.
3
.3
Zusammenfassend sind die formellen Voraussetzungen von
Art.
35
Abs.
2 VSR Gültigkeitserfordernis für den Bezug einer Kapitalauszahlung.
Aus den
im Recht liegenden
Unterlagen geht nicht hervor, dass die Klägerin vor Ablauf der Frist am 3
1.
Juli 2014 einen schriftlichen Antrag auf Kapitalbezug eingereicht hätte, womit der Antrag nicht form- und fristgerecht eingereicht wurde, so dass die Verweigerung des Kapitalbezugs durch die Beklagte grundsätzlich rechtens ist.
4
.
4
.1
Zu prüfen bleibt, ob eine
Verletzung der Informationspfl
icht gemäss
Art.
86b
BVG
vorliegt.
Die Klägerin konstatierte
diesbezüglich
, dass sie erst am
5.
August 2014 auf die Form- und Fristvoraussetzung auch in Bezug auf den Kapitalbezug als solchen und nicht nur
bezüglich des
Umfang
s hingewiesen worden sei. Dies sei
offensichtlich zu spät
, so dass eine Verletzung der Informationspflicht erstellt sei, was nicht zu ihrem Nachteil gereichen könne (
Urk.
1 S. 6).
4
.1
.1
Die Informationspflichten der Vorsorgeeinrichtungen sind in
Art.
86b BVG geregelt und gelten kraft
Art.
49
Abs.
2
Ziff.
26 BVG auch im Bereich der wei
tergehenden beruflichen Vorsorge. Nach
Art.
86b
Abs.
1 BVG muss die
Vorsor
geeinrichtung
ihre Versicherten jährlich in geeigneter Form über die
Leistungs
ansprüche
, den koordinierten Lohn, den Beitragssatz, das Altersguthaben, die Organisation und Finanzierung sowie über die Mitglieder des paritätisch besetzten Organs nach Artikel 51 informieren. Zu den Leistungsansprüchen gehören alle gesetzlichen und reglementarischen Leistungen bei einem Austritt aus der Vorsorgeeinrichtung sowie beim Eintritt eines Versicherungsfalles
(Alter, Invalidität, Tod; BGE 136 V 331 E. 4.2). Auf Anfrage hin sind den Versi
cherten Jahresrechnung und Jahresbericht auszuhändigen sowie Informationen über den Kapitalertrag, Risikoverlauf, Verwaltungskosten,
Deckungskapitalbe
rechnung
und Deckungsgrad
abzugeben
(
Art.
86b
Abs.
2 BVG).
4
.
1.
2
Die Beklagte forderte die Klägerin mit Schreiben vom
5.
Mai 2014 auf, das For
mular zum Altersrücktritt auszufüllen. Gleichzeitig wies sie darauf hin, dass - sofern ein Kapitalbezug gewünscht sei - weiterführende Informationen im Merkblatt „Altersleistungen“ zu finden seien. Das entsprechende Antragsfor
mular „Antrag auf Kapitalbezug“ als auch das Merkblatt könnten auf der
Inter
netseite
www.bvk.ch
unter Downloads/Formulare heruntergeladen werden (
Urk.
7/5).
Sowohl im Merkblatt als auch dem Antragsformular wird darauf hin
gewiesen,
dass der Kapitalbezug mindestens 1 Monat vor der
Alterspensionie
rung
bzw. der vorzeitigen Entlassung altershalber einzureichen ist. Hinzu kommt, dass die Beklagte mit Schreiben vom 2
5.
Juni 2014 die voraussichtliche Altersleistung mit Kapitalbezug mitteilte und darauf hinwies, dass ein
Kapital
bezug
spätestens einen Monat vor Altersrücktritt beantragt werden muss (
Urk.
7/7). Damit kam die Beklagte ihrer Informationspflicht ausreichend nach. Weder aus dem Grundsatz des rechtlichen Gehörs noch
aus
dem Grundsatz von Treu und Glauben kann eine weitergehende Pflicht, sich explizit nach den Wünschen hinsichtlich eines Kapitalbezugs zu erkundigen, abgeleitet werden
.
4
.2
Vollständigkeitshalber ist festzuhalten, dass nicht ersichtlich ist, welche Rechte der Klägerin aufgrund eines Irrtums analog
Art.
24 OR zum Vorteil gereichen könnten bzw. was die Klägerin daraus ableiten möchte.
4
.3
Zusammenfassend erweist sich einzig der fehlende fristgerechte
schriftliche
Antrag auf Kapitalbezug der Klägerin als entscheidend für
die nunmehrige Ausrichtung der
Altersleistungen in Rentenform, was
zur Abweisung der
Klage
führt
.
5.
Das Verfahren ist kostenlos (Art. 73 Abs. 2 BVG in Verbindung mit § 33 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht [
GSVGer
]).
Der
Beklagten steht i
n ihrer Funktion als Trägerin
der beruflichen Vorsorge trotz ihres Obsiegens keine Prozessentschädigung zu (§ 34 Abs. 2
GSVGer
; vgl. statt vieler: BGE 128 V 124 E. 5b).
Ausgangsgemäss
steht der
Kläger
i
n keine Prozessentschädigung zu.