Decision ID: c7cbbcb7-6cc9-4536-b1c0-0ce82dd884b1
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._, geboren 1962, meldete sich am 7. September 2015 unter Hin
weis auf Handbeschwerden bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 11/2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach ihr mit Verfügung vom 20. Juli 2016 bei einem Invaliditätsgrad von 40 % eine Viertelsrente ab 1. April 2016 zu (Urk. 11/35-36).
1.2
Nach Eingang eines am 25. August 2018 ausgefüllten Revisionsfragebogens (Urk. 11/39) klärte die IV-Stelle den medizinischen Sachverhalt ab (Urk. 11/42) und holte Auskünfte bei der Arbeitgeberin ein (Urk. 11/43; Urk. 11/46). Nach
durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk. 11/49-50; Urk. 11/53; Urk. 11/55) h
ob die IV-Stelle mit Verfügung vom 6. März 2019 die bisher ausgerichtete Rente rückwirkend per März 2017 auf (Urk. 11/57 = Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am 8. April 2019 Beschwerde gegen die Verfügung vom 6. März 2019 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr die bisherige Viertelsrente zu gewähren (Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeergänzung vom 3. Juni 2019 beantragte die Beschwerdeführerin, die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 2. Mai 2019 betreffend Rückfor
de
rung (im Betrag von Fr. 6'881.--; vgl. Urk. 8/1) sei aufzuheben (Urk. 7 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 26. Juni 2019 (Urk. 10) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am 2. Juli 2019 zur Kenntnis gebracht (Urk. 12).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
,
IVG)
).
1.3
1.3.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.3.2
Bei Versicherten, die
nur zum Teil erwerbstätig sind
, wird für diesen Teil die Inva
lidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbe
reich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG); dies ist die gemischte Methode der Invaliditätsbemessung (vgl. BGE 141 V 15 E. 3.2 mit Hinweisen).
Nach der bis 3
1.
Dezember 2017 gültigen Gerichts- und Verwaltungspraxis zur Invaliditätsbemessung nach der gemischten Methode (grundlegend BGE 125 V 146; vgl.
Art.
27 und 27
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung
,
IVV
,
in der seit dem
1.
Januar 2018 geltenden Fassung und Übergangsbestimmung zur Änderung der IVV vom
1.
Dezember 2017, in Kraft seit
1.
Januar 2018) wird zunächst der Anteil der Erwerbstätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufga
ben
bereich (vgl. Art. 27 IVV) ermittelt. Die Invalidität bestimmt sich in der Folge dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei im Erwerbsbereich praxisgemäss berücksichtigt wird, was die versicherte Person im Gesundheitsfall aus ihrer Teil
erwerbstätigkeit erzielen würde. Die Gesamtinvalidität ergibt sich aus der Addie
rung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten Teilinvaliditäten (BGE 131 V 51 E. 5.5.1, 130 V 393 E. 3.3, 125 V 146 E. 2b und 5c).
1.3.3
Gemäss dem in Art. 27
bis
Abs. 2–4 IVV per 1. Januar 2018 eingeführten neuen Berechnungsmodell für die Festlegung des Invaliditätsgrads von teilerwerbs
täti
gen Versicherten nach der gemischten Methode (Art. 28a Abs. 3 IVG) werden der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich – weiterhin – summiert (
Art.
27
bis
Abs. 2 IVV). Die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Erwerbs
tätigkeit richtet sich nach
Art.
16 ATSG, wobei das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person durch die Teilerwerbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, auf eine Vollerwerbstätigkeit hochgerechnet wird (Art. 27
bis
Abs. 3 lit. a IVV) und die prozentuale Erwerbseinbusse anhand des Beschäftigungsgrads, den die versicherte Person hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet wird (Art. 27
bis
Abs. 3 lit. b IVV). Für die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich wird der prozentuale Anteil der Einschränkungen bei der Betätigung im Aufgabenbereich im Vergleich zur Situation, wenn die versicherte Person nicht invalid geworden wäre, ermittelt. Der Anteil wird anhand der Differenz zwischen dem Beschäf
ti
gungsgrad nach Absatz 3 lit. b und einer Vollerwerbstätigkeit gewichtet (
Art.
27
bis
Abs. 4 IVV).
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zuspre
chung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Renten
an
spruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Ände
rung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kon
text unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre rückwirkende Rentenaufhebung (Urk. 2) damit, dass im Rahmen der Rentenrevision festgestellt worden sei, dass die Be
schwerdeführerin zwischen März und August 2017 ein deutlich höheres Ein
kommen erzielt habe als bei der Beurteilung des Rentenanspruches im Ein
kommensvergleich zugrunde gelegt worden sei. Diese Einkommenssteigerung sei aber nicht gemeldet worden, weshalb eine Verletzung der Meldepflicht vorliege. Basierend auf der Annahme, dass die Beschwerdeführerin von September bis Dezember 2017 ein ähnliches Einkommen wie in den acht Monaten zuvor hätte erwirtschaften können, ergebe sich für das Jahr 2017 ein Jahreseinkommen von rund Fr. 35'953.--. Im Gesundheitsfall wäre die Beschwerdeführerin zu
80
% erwerblich und zu 20 % im Haushalt tätig.
In
Anwendung der gemischten Methode führe dies im erwerblichen Bereich im Jahr 2017 zu einer Einschränkung von 17 % bzw. aufgrund der geänderten Rechtsprechung ab 1. Januar 2018 zu einer Einschränkung von 30 %. Eine allfällige Einschränkung im Haushalt sei nicht ermittelt worden, da eine solche nicht rentenrelevant sei (S. 2 f.).
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin beschwerdeweise (Urk. 1) geltend, die neue Bemessungsmethode (vorstehend E. 1.3.3) sei rückwirkend anzuwenden und nicht erst ab 1. Januar 2018 (S. 3 Ziff. 4). Des Weiteren beanstandete sie die Statusfrage (S. 3 Ziff. 5) und das Fehlen einer Haushaltsabklärung, zumal sie aufgrund ihrer Verletzung der oberen Extremität nicht nur im Erwerbsbereich, sondern auch im Haushalt eingeschränkt sei (S. 3 f. Ziff. 6). In erwerblicher Hin
sicht habe sie sich im März 2017 in Absprache mit der Arbeitgeberin etwas mehr verausgabt, um zu sehen, was ihr tatsächlich zumutbar sei. Diese Mehrarbeit habe zu einer Verschlimmerung der Armproblematik (Ellbogen und Handinnenfläche) geführt, weshalb der Einsatz wieder reduziert worden sei. Unter diesen Umständen sei es verwerflich, von einer ausgebliebenen und willkürlich eingeschränkten Arbeitstätigkeit auszugehen. Noch willkürlicher sei es, für diese Zeit ein hypo
thetisches Einkommen anzurechnen. Gestützt auf die Bescheinigung ihrer Arbeit
geberin sei klar dargelegt, dass es nicht um Vereitelung der höheren Lohnein
nahmen gegangen sei, sondern dass es ihr aus medizinischen Gründen nicht gelungen sei, das höhere Pensum zu halten (S. 5 Ziff. 2).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Renteneinstellung per März 2017 und die daraus resultierende Rückforderung aufgrund einer Verletzung der Meldepflicht im Be
trag von Fr. 6'881.-- zu Recht erfolgte und in diesem Zusammenhang insbe
son
dere, ob sich die erwerblichen und gesundheitlichen Verhältnisse der Beschwer
de
führerin seit der Rentenzusprache im Jahre 2016 in anspruchsrelevanter Weise verändert haben.
3.
In medizinischer Hinsicht stützte sich die Beschwerdegegnerin bei der Renten
zusprache auf die Berichte von Dr. med. Y._, Fachärztin für Chirurgie
(Urk. 11/2/2-3; Urk. 11/2/5; Urk. 11/20/6-7; Urk. 11/26/10-11), Dr.
med.
Z._
, Fachärztin für Handchirurgie und Allgemeine Chirurgie (Urk. 11/20/8-10), Dr. med. A._, Facharzt für Neurochirurgie (Urk. 11/20/71-85), Dr. med. B._, Fachärztin für Handchi
rurgie (Urk. 11/25; Urk. 11/26/6-8), und die Einschätzung von Dr. med. C._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD, Urk. 11/28/3-4). Gemäss den behandelnden Ärzten litt die Beschwerdeführerin an einem Komplexen Regionalen Schmerzsyndrom (CRPS) bei Status nach Operation einer Dupuytren-Kontraktur Strahl V Hand rechts vom April 2015 mit residuellen Schmerzen mit Ausstrahlung in den ulnaren Unterarm bis in den Epicondylus und verminderter Kraft, was zu einer schmerzhaften Belastungseinschränkung der rechten Hand führte. Diese könne nur noch für leichteste Tätigkeiten mit Heben und Tragen bis ein Kilogramm sowie ohne repetitive Tätigkeiten und Arbeiten in der Kälte gebraucht werden. Demzufolge bestehe seit 1. April 2015 in der bisherigen Tätigkeit als Küchenhilfe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. In einer angepassten Tätigkeit gemäss ge
nanntem Belastungsprofil bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit von April bis Ende Oktober 2015 sowie eine 40%ige Arbeitsfähigkeit hernach. Der RAD-Arzt erachtete eine langfristige Besserung als möglich (Urk. 11/28/3-4).
Im weiteren Verlauf (Rentenrevisionsverfahren) berichtete Dr. med.
D._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, am 7. Oktober 2018 (Urk. 11/42/5) von chronischen Schmerzen, Gefühlsveränderungen und subjek
tiven Kraftminderungen im Bereich des rechten, operierten Ellenbogens, des rechten Unterarms und der rechten Hand der Beschwerdeführerin. Es bestehe ein stationärer Gesundheitszustand. Verschieden Arbeiten in der Küche könne die Beschwerdeführerin nicht mehr machen wie zum Beispiel Gemüse schneiden. Ausserdem habe sie Schmerzen beim Abwasch (Urk. 11/42).
4.
4.1
Im Rahmen eines ordentlichen Rentenrevisionsverfahrens im 2018 (vgl. Urk. 11/28/6; Urk. 11/34 S. 2) wurde eine Ausdehnung der Erwerbstätigkeit der Beschwerdeführerin für die Zeit von März bis August 2017 festgestellt, welche Niederschlag in den monatlichen Lohnauszahlungen fand (vorstehend E. 2.1). Aufgrund von deren Erhöhung nahm die Beschwerdegegnerin einen Revisions
grund (vorstehend E. 1.4) an.
Hierzu ist festzustellen, dass die Beschwerdeführerin gemäss eingeholtem Arbeit
geberfragebogen im Stundenlohn angestellt ist und ein Pensum von zirka 40 % leistet (Urk. 11/43), womit im Vergleich zum erwerblichen Sachverhalt im Rah
men der Rentenzusprache keine Veränderung eingetreten ist (vgl. Urk. 11/27/1). Den eingereichten Lohnabrechnungen (Urk. 11/43) lässt sich indes entnehmen, dass die Beschwerdeführerin von März bis August 2017 mit Ausnahme des Monats Mai höhere Einkommen erzielt hat, als die folgenden Monate bis zum Jahresende. Aus diesem Grund erkundigte sich die Beschwerdegegnerin am 3. Dezember 2018 bei der Arbeitgeberin (Urk. 11/44) und erhielt von dieser am 9. Dezember 2018 unter anderem die Antwort, die Beschwerdeführerin habe informiert, dass sie gemäss Auskunft der Krankentaggeldversicherung in diesem Jahr nicht mehr als Fr. 22'200.-- verdienen dürfe, weshalb die Arbeitgeberin als Massnahme den Einsatz der Beschwerdeführerin massiv habe reduzieren müssen (Urk. 11/46). Gestützt auf dieses Schreiben schloss die Beschwerdegegnerin ohne weitere Abklärungen auf eine gesteigerte Restarbeitsfähigkeit der Beschwerde
führerin und auf eine bewusste Reduktion des Arbeitspensums beziehungsweise Nichtausnützung des wirtschaftlichen Potentials ab September 2017 (Urk. 11/47; Urk. 11/48/4).
4.2
Dieser Darstellung widerspricht die Arbeitgeberin im Einwandverfahren insofern, dass die im Schreiben vom 9. Dezember 2018 gemachten Angaben (Urk. 11/46) vom Sohn des Restaurantinhabers stammten, welcher aber mit den Begebenheiten im Restaurant nicht sehr eng vertraut sei (Urk. 11/55). Sodann erfolgte im Be
schwerdeverfahren am 9. April 2019 eine Berichtigung dieses Schreibens (Urk. 3). Darin wurde sinngemäss ausgeführt, es habe nach fünf Monaten (mit Unter
brüchen) festgestellt werden müssen, dass der Beschwerdeführerin eine Aufrecht
erhaltung ihres Beschäftigungsgrades aufgrund der gesundheitlichen Probleme nicht möglich gewesen sei, weshalb in der Folge das Arbeitspensum ab September 2017 reduziert, mithin bei der Lohn- und Einsatzplanung die Frage der IV-Rente nicht berücksichtigt worden sei (S. 1).
4.3
Damit liegen unterschiedliche Auffassungen vor, weshalb weder der einen noch der anderen ohne zusätzliche Abklärung gefolgt werden kann. Ob sich das Inva
lideneinkommen der Beschwerdeführerin im Sinne von Art. 31 Abs. 1 IVG und Art. 88a Abs. 1 IVV anspruchserheblich und vor allem dauernd verändert hat, bleibt im Lichte dieser unterschiedlichen Darstellung des Sachverhaltes unklar. Wie es sich mit der erwerblichen und auch der medizinischen (nachstehend E. 4.4
) Situation genau verhält, ist daher von der Beschwerdegegnerin umfassend abzu
klären, zumal sie auch – trotz Offerte in der Einwandbegründung (Urk. 11/55) – eine Befragung vor Ort im Restaurant mit den Direktbeteiligten konkludent abge
lehnt hat (vgl. auch nachstehend E. 5.2).
4.4
In medizinischer Hinsicht ging die Beschwerdeführerin in der angefochtenen Verfügung vom 6. März 2019 (Urk. 2) gestützt auf die in E. 3 genannten Berichte von einer
40%igen Arbeitsfähigkeit in der bisherigen und auch heute noch aus
geübten Tätigkeit als Küchenhilfe und damit von einer unveränderten gesund
heitlichen Situation
aus
.
Im Widerspruch steht hingegen die aktuelle Tätigkeit der Beschwerdeführerin. Trotz
der RAD-Beurteilun
g, welche
von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin in der angestammten Täti
gkeit in der Küche ausging (
vorstehend E. 3
)
,
war
es ihr möglich, in einem Pensum von zirka 40 % zu arbeiten. Dies wurde von der Beschwerdeführerin nicht beanstandet und erscheint angesichts der Aktenlage als zutreffend.
Hingegen lässt sich aus den
Vorbringen der Beschwerdeführerin schliessen, dass eine Aufstockung des Arb
eits
pensums ab März 2017 nicht erfolgreich gewesen war, da die Mehrarbeit zu einer Verschlimmerung der Armproblematik geführt habe, welche die Beschwerde
füh
rerin gezwungen habe, ihr Pensum ab September 2017 zu reduzieren (vorstehend E. 2.2; Urk. 3). Anhand der Lohnabrechnungen ist ersichtlich, dass der Monats
lohn ab September bis Dezember 2017 sogar massiv unter dem Wert der an
lässlich der Rentenzusprache herangezogenen Invalideneinkommen gefallen war und sich die Entlöhnung ab Januar 2018 in der Höhe schwankend darstellte (Urk. 11/43/9). Ob sich dieser Einbruch und die Schwankungen – so die Be
schwer
degegnerin - als erwerbliche Entscheidung erklären lassen (vorstehend E. 4.1), oder, wie von der Beschwerdeführerin geschildert, aus gesundheitlichen Gründen erfolgte, ist vorliegend ungeklärt.
Aus medizinischer Sicht besteht dem
nach eine unklare Situation mit der Folge, dass sich die aktuelle Restarbeits
fähigkeit der Beschwerdeführerin
im Erwerbsbereich,
angestammt wie auch ange
passt
,
nicht substantiiert feststellen lässt.
Ebenso geht aus dem Feststellungsblatt für den Beschluss hervor, dass eine hand
chirurgische Beurteilung in der Klinik E._ in Aussicht genommen worden sei (Urk. 11/48/5; vgl. auch Urk. 11/42/5). Deren Ergebnisse wurden aber vorliegend von der Beschwerdegegnerin nicht abgewartet, da der Fokus einseitig auf den (vermeintlichen oder allfälligen) Revisionsgrund der erwerblichen Komponente gelegt wurde.
Darüber hinaus ist nicht nachvollziehbar, weshalb die Beschwerdeführerin in ihrer aktuellen Tätigkeit als Küchenhilfe angepasst maximal 40 % arbeiten kann (vorstehend E. 3), das heisst, gemäss Beschwerdegegnerin zu 50 % in ihrer Ar
beits
fähigkeit (bei einem 80%-Pensum) eingeschränkt sei (Urk. 11/48/8), hin
ge
gen im Haushaltbereich keine Einschränkung resultieren soll, zumal die im Be
ruf ausgeübten Arbeiten wie Reinigung des Bodens, der Toilette und der Fritteusen sowie das Rüsten und der Geschirrabwasch auch typische Tätigkeiten im Haushalt darstellen (Urk. 11/43 Ziff. 3). Ausserdem gehen nach neuerer medizinischer Einschätzung gar Gemüse schneiden und den Abwasch machen nicht, bezieh
ungsweise seien nur mit grossen Schmerzen ausführbar (Urk. 11/42 Ziff. 2.2). Hier
hat es die Beschwerdegegnerin unterlassen, fundierte Abklärungen zu treffen, um eine genaue Einschränkung der Beschwerdeführerin im Haushalt zu eruieren.
Zusammenfassend lässt sich der Gesundheitszustand gestützt auf die vorlie
gen
den Berichte und Vorbringen nicht rechtsgenüglich beurteilen.
5.
5.1
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, insbesondere, wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer). Gemäss der Recht
sprechung ist eine Rückweisung an die IV-Stelle möglich, wenn sie in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten Frage begründet ist, oder wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung der medizi
nischen Akten beziehungsweise von gutachtlichen Ausführungen erforderlich ist (BGE 139 V 99 E. 1.1 und 137 V 210 E. 4.4.1.4).
5.2
Nach dem Gesagten stellen die Akten keine genügende Grundlage für die Beur
teilung der aktuellen Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin dar
.
Namentlich d
er medizinische Sachverhalt erweist sich als ungenügend abgeklärt beziehungs
weise widersprüchlich zum Verhalten der Beschwerdeführerin,
weshalb die vor
han
denen medizinischen Akten zu ergänzen sind. Die Sache ist deshalb an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie - nach Vervollständigung der Akten sowie Einholung allfälliger weiterer wesentlicher Entscheidgrundlagen - über den Rentenanspruch
der Beschwerdeführerin
mit umfassender IV-Bemes
sung (vorstehend E. 1.3)
neu verfüge. Sinnvollerweise wird die Beschwerde
geg
nerin die Beschwerdeführerin
auch in der Einschränkung des Haushalts abklären
lassen und die entsprechende Abklärungsperson beauftragen. Im Zuge dieser ergän
zenden Sachverhaltsabklärung wird sie zudem auch die Sta
tusfrage zu prüfen haben, zumal bereits im Rahmen des Rentenzuspracheverfahrens vermerkt worden war, dass die Beschwerdeführerin aufgrund eines Armbruches und falsch zusammengewachsenen Knochens ihr Arbeitspensum auf 80 % reduziert habe bei zuvor durchgehender 100%iger Erwerbstätigkeit (Urk. 11/12 S. 3), womit bereits damals die Pensumsreduktion nicht aus freien Stücken, sondern gesundheits
be
dingt erfolgte.
In Aufhebung der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) ist d
emzufolge die Be
schwer
de gutzuheissen.
5.3
Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist auch die Verfügung der Beschwer
degeg
nerin vom 2. Mai 2019 betreffend Rückforderung im Betrag von Fr. 6‘881.-- infolge begangener Meldepflichtverletzung (Urk. 8/1) aufzuheben. Die Beschwer
de
gegnerin hat die Voraussetzungen für eine rückwirkende Rentenherabsetzung zu prüfen (vgl. vorstehend E. 5.2) und erst nach erfolgter Abklärung und je nach Ergebnis, eine allfällige Rückerstattungspflicht gemäss Art. 25 ATSG zu beur
teilen.
6.
6.1
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen
Ver
sicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige
ru
ng von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichtigung des gesetz
li
chen Rahmens
(Fr. 20
0.-- bis Fr. 1'000.--) auf Fr. 6
00.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen
.
6.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
die Beschwerdegegnerin zu verpflichten ist, der vertretenen Beschwerdeführerin eine angemessene Prozessentschädigung auszu
richten (§ 34 GSVGer). Unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses wird diese beim praxisgemässen Stundenansatz von Fr. 220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) auf Fr. 1’800.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) festgelegt.