Decision ID: 67f9a169-cbf5-4508-bd1c-69db1f6ec94f
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1991,
schloss am 2
1.
August 2010 seine
Lehre als
Zimmermann
ab
(
Urk.
7/1)
und
war
danach seit dem 1
0.
Januar 2011
bei der
Y._
AG
für
Temporäreinsätze
als Zimmermann angestellt (
Urk.
7/2
Ziff.
5.4,
Urk.
7/10
Ziff.
2.1-2,
Ziff.
2.7)
,
als er sich
am 2
5.
April 2012 unter Hinweis auf eine seit etwa 5 Jahren bestehende Diskushernie und eine Spondylarthritis bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an
meldete
(
Urk.
7/2
Ziff.
6.2-3).
Die IV-Stelle nahm Abklärungen der medizinischen und beruf
lich-erwerblichen Situation vor und verneinte m
it Mitteilung vom 2
7.
Feb
ruar 2013 (
Urk.
7/21) eine Kostengutsprache für eine Umschulung
infolge man
geln
der Bemühungen des Versicherten
(vgl.
Urk.
7/23).
1.2
Am 1
6.
Mai 2014 meldete sich der Versicherte erneut unter Hinweis auf starke Rückenschmerzen für
Umschulungsmassnahmen
bei der Invalidenversicherung an (
Urk.
7/24,
Urk.
7/26). Die IV-Stelle nahm Abklärungen der medizinischen und beruflich-erwerblichen Situation des Versicherten vor und wies
ihn
am 3
1.
März 2015 auf die Wahrnehmung der Mitwirkungspflicht hin (
Urk.
7/35). Mit Mittei
lung vom 1
6.
April 2015 (
Urk.
7/36) verneinte die IV-Stelle eine Kostengutspra
che für eine Umschulung, aufgrund mangelnder Bemühungen seitens des Versi
cherten (
vgl.
Urk.
7/37).
1.3
Nach längerem Auslandaufenthalt ersuchte der Versicherte die IV-Stelle mit Schreiben vom 2
9.
Dezember 2018
erneut
um Wiederaufnahme der beruflichen Eingliederung (vgl.
Urk.
7/40) und meldete sich am
7.
Januar 2019 unter Hinweis auf einen seit dem Jahr 2007 bestehenden und im Jahr 2011 diagnostizierten Morbus Bechterew zum Leistungsbezug an (vgl.
Urk.
7/41
Ziff.
6.1-2,
Urk.
7/43).
Nachdem sich der Versicherte für die Umsc
hulung zum Techniker HF Holzbau
entschieden hatte
(vgl.
Urk.
7/62-63,
Urk.
7/69)
,
erteilte die IV-Stelle mit Mittei
lung vom 2
5.
Juli 2019 (
Urk.
7/65) Kostengutsprache für den ersten Teil der Um
schulung zum Techniker HF Holzbau vom
4.
September 2019 bis 3
0.
Juni 202
0.
Mit Verfügung vom
3
0.
August 20
19
sprach
die IV-Stelle
dem Versicherten sodann für
die Dauer der
Eingliederungsmassnahme
vom
4.
September
20
19
bis
3
0.
Ju
ni 202
0 ein
Taggeld
von
Fr.
25.10 (
Fr.
100
.80 minus
Fr.
75
.70
)
zu
(
Urk.
7/70 =
Urk.
2)
.
2.
Der
Versicherte erhob am
2
1.
September 2019
Beschwerde gegen die Verfügung vom
3
0.
August 2019
(
Urk.
2) und beantragte
sinngemäss
, diese sei
dahingehend abzuändern, als ihm ein höheres Taggeld basierend auf einem Erwerbseinkommen nach abgeschlossener Lehre als Zimmermann EFZ zuzusprechen sei (
Urk.
1
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
2
9.
Oktober 2019
(
Urk.
5
) die Abweisung der Beschwerde, was
dem Beschwerdeführer am
9.
Dezember 2019
zur Kenntnis gebracht
wurde
(
Urk.
8
).
Die Einzelrichterin

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Da der Streitwert
Fr.
20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der
Beschwerde
in die einzelrichterliche Zuständigkeit (
§
11
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).
1.2
Versicherte haben gemäss
Art.
22
des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche
rung (IVG)
während der Durchführung von Eingliederungsmassnahmen nach Art. 8 Abs. 3 Anspruch auf ein Taggeld, wenn sie an wenigstens drei aufeinander folgenden Tagen wegen der Massnahmen verhindert sind, einer Arbeit nachzu
gehen, oder in ihrer gewohnten Tätigkeit zu
mindestens 50 % arbeitsunfähig
sind (Abs. 1).
Das Taggeld besteht aus einer Grundentschädigung, auf die alle Versicherten An
spruch haben, und
einem Kindergeld für Versicherte mit Kindern
(Abs. 2).
1.3
Die Grundentschädigung
beträgt nach Art.
23
Abs
.
1
IVG
80 % des letzten ohne gesundheitliche Einschränkung erzielten Erwerbseinkommens.
Grundlage für die Ermittlung des Erwerbseinkommens bildet
gemäss
Abs
. 3 der genannten Bestim
mung das durchschnittliche Einkommen, von dem Beiträge nach dem
Bundesge
setz über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
(AHVG)
erhoben werden (sog.
massgebendes
Einkommen).
1.4
Personen, die in einem auf Dauer angelegten Arbeitsverhältnis stehen und deren
Einkommen
keinen starken Schwankungen ausgesetzt ist, gelten als
Versicherte
mit
regelmässigem
Einkommen
, auch wenn sie ihre Arbeit infolge Krankheit, Un
fall, Arbeitslosigkeit, Dienst, oder aus anderen, von ihnen nicht verschuldeten Gründen unterbrochen haben (Art. 21
bis
Abs. 1
der Verordnung
über die Invali
denversicherung; IVV
). Ein auf Dauer angelegtes Arbeitsverhältnis liegt vor,
wenn es unbefristet ist oder für mindestens ein Jahr eingegangen wurde (Art. 21
bis
Abs. 2 IVV).
Das
massgebende
Einkommen
wird auf den Tag ausgerechnet. Für
Versicherte
mit
Stundenlöhnen wird der letzte ohne gesundheitliche Einschränkung erzielte Stundenlohn mit der in der letzten normalen Arbeitswoche geleisteten Arbeit
s
stunden vervielfacht und mit 52
multipliziert. Dem ermittelten Jahreslohn wird ein allfälliger 1
3.
Monatslohn hinzugerechnet. Der so ermittelte Jahresverdienst wird durch 365 geteilt (Art. 21
bis
Abs. 3
lit
. b IVV).
1.5
Gemäss
Art
.
21
Abs
.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
) ist bei der Ermittlung des
massgebenden
Einkommens, wenn die versicherte Person vor mehr als zwei Jahren zum letzten Mal eine Erwerbstätigkeit ohne gesundheit
liche Einschränkung ausgeübt hat, auf das Erwerbseinkommen abzustellen, das sie durch die gleiche Tätigkeit unmittelbar vor der Eingliederung erzielt hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
berechnete
in ihrer Verfügung (
Urk.
2)
den Taggeldan
satz für die Leistungen
vom
4.
September 2019
bis 3
0.
Juni 2020
ausgehend
von einem
massgebenden
Jahreseinkommen
des Beschwerdeführers
von
Fr.
45‘719.--
, wobei sie
den so
errechneten
massgebenden
Tag
geldansatz von
Fr.
100.80
we
gen Überversicherung
(Einkommen)
um
Fr.
75.70
kürzte
und damit ein IV-Taggeld von
Fr.
25.10 resultierte
(S. 1 f.)
.
2.2
Dagegen machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde (
Urk.
1) geltend, dass die Grundentschädigung 80
%
des Erwerbseinkommens betrage, welches er in seiner letzten beruflichen Tätigkeit vor dem Eintritt des Gesundheitsschadens verdient
hätte
. Da bei ihm der Gesundheitsschaden nachweislich bereits während der Lehrzeit bestanden und ihn schon da eingeschränkt habe, beantrage er ein Taggeld, welches 80
%
des Erwerbseinkommens nach abgeschlossener Lehre als Zimmermann EFZ betrage.
Bei ihm sei die Diagnose Morbus Bechterew erst nach dem Militärdienst gestellt worden
,
und somit habe er auch im besagten Zeitraum schon Einschränkungen gehabt, welche sich negativ auf sein Einkommen ausge
wirkt hätten. Er verweise auf
Art.
21
Abs.
3 IVV, wonach
auf das Einkommen abzustellen sei,
welches erzielt worden wäre,
wenn die versicherte Person nicht invalid geworden wäre.
2.3
Strittig ist die Höhe des
Taggeld
es
während
der
Eingliederungsmassnahme
vom
4.
September 2019 bis
3
0.
Juni 202
0.
3.
3.1
Die medizinische Aktenlage präsentiert sich
vorliegend
wie folgt:
3.2
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Rheumatologie, stellte in seinem Bericht vom 3
0.
Juni 2011
(
Urk.
7/7)
folgende Diagnosen (S. 1):
-
ausgeprägte Arthritis
des
Iliosakralgelenkes
(ISG)
beidseits
-
Degeneration L1/2 mit begleitender
Schmorl’schen
Impressionen und Knochenmarksveränderungen
-
Degeneration L5/S1 mit Diskushernie
mediolateral
Dr.
Z._
führte aus, er gehe angesichts des ausgedehnten bildgebenden Be
fundes
v
on einer hier symptomatischen und bisher undifferenzierten Spon
dylarthritis aus. Dies
schliesse
nicht aus, dass begleitend eine zusätzliche mecha
nisch-statische Genese vorliege (S. 1 unten).
3.3
Dr.
Z._
führte in seinem Schreiben vom 1
1.
Juli 2014 (
Urk.
7/30) aus, dass beim Beschwerdeführer eine entzündliche rheumatische Erkrankung vorli
eg
e. In diesem Zusammenhang seien körperlich leichte bis knapp mittelschwere Tätig
keiten mit Wechselbelastung und Vermeiden von längeren vorgeneigten Rumpf
haltungen zumutbar.
3.4
Dr.
Z._
stellte in seinem Bericht vom 1
6.
Februar 2019 (
Urk.
7/51) folgende Diagnosen (S. 1):
-
Spondylarthritis
-
Status nach Behandlung mit Enbrel: Stopp wegen
längerer
Reisen
-
Enbrel erneut vorgesehen
-
intermittierend
lumbospondylogenes
- und
radikuläres
Reizsyndrom
-
Degeneration L4/5 und L5/S1 mit
Diskusprotrusionen
/-hernien
Dr.
Z._
führte aus, dass aufgrund der medizinischen Befunde und den Erfah
rungen in den letzten Jahren eine berufliche Umschulung zu
begrüssen
sei, da die Tätigkeit auf dem Bau (als Zimmermann oder ähnliches)
nicht mehr in vollem
Ausmass
zumutbar sei. Eine körperlich leichte Tätigkeit mit der Möglichkeit der Wechselbelastung sei zumutbar (S. 1).
4.
4.1
Strittig und zu prüfen ist nachfolgend, welches Erwerbseinkommen der Berech
nung der Grundentschädigung im Sinne von
Art.
23
Abs.
1 IVG zu Grunde zu legen ist.
Art.
23
Abs.
1 IVG hält fest, dass die Grundentschädigung 80 Prozent
des
letzten ohne gesundheitliche Einschränkungen erzielte Erwerbseinkommen betrage, jedoch nicht mehr als 80 Prozent des Höchstbetrages des Taggeldes
nach
Art.
24
Abs.
1
IVG
(vgl. vorstehend E.1.2).
Der Beschwerdeführer stellte sich auf den Standpunkt, dass die gesundheitlichen Einschränkungen schon seit der Lehre bestanden hätten und er bereits nach der Lehre nicht das Einkommen erzielt habe, welches er im Gesundheitsfall als Zim
mermann hätte erzielen können, weshalb bei der Berechnung des
massgebenden
Einkommens
gemäss
Art.
21
Abs.
3 IVV vorzugehen sei (vgl. vorstehend E. 2.2).
Demgegenüber stellte die IV-Stelle auf das zuletzt im Jahr 2011
gemäss
dem Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug,
Urk.
7/68) bei der
Y._
AG erzielte Einkommen
ohne Erwerbsersatz während der Rekrutenschule
ab (vgl. vorstehend E. 2.1).
4.2
Anlässlich seiner erstmaligen Anmeldung
bei der Invalidenversicherung
vom 2
5.
April 2012 gab der Beschwerdeführer an, seit 5 Jahren an einer Diskushernie und einer
Spondylarthritis
zu leiden. Aktuell arbeite er zu 100
%
temporär bei der
Y._
AG (
Urk.
7/2
Ziff.
5.4 und
Ziff.
6.2-3).
Dem Protokoll zum Standortgespräch vom 2
3.
Mai 2012 lässt sich entnehmen,
dass zu diesem Zeit
punkt
keine Arbeitsunfähigkeit attestiert
worden
sei
,
jedoch
von
eine
r
drohende
n
Invalidität
ausgegangen wurde
(vgl.
Urk.
7/5
Ziff.
2 und
Ziff.
5). Auch aus dem Bericht von
Dr.
Z._
vom 3
0.
Juni 2011 (vgl. vorstehend E. 3.2) geht keine Arbeitsunfähigkeit hervor.
Aus seinen
Folgeberichten vom 1
1.
Juli 2014 und vom 1
6.
Februar 2019
wird
jedoch
klar, dass die angestammte Tätigkeit
des Beschwer
deführers
als Zimmermann auf Dauer nicht geeignet ist und nicht
mehr
im vollen
Ausmass
ausgeübt werden kann (vgl. vorstehend E. 3.3-4).
4.3
Laut dem
Arbeitgeberbericht der
Y._
AG
vom
1.
Juli 2012
war der Beschwerdeführer seit dem
1
0.
Januar 2011 mit Unterbrüchen
als Zimmermann
angestellt,
wobei der
letzte effektive Arbeitstag am
8.
Juni 2012 war (vgl.
Urk.
7/10
Ziff.
2.1-3
,
Ziff.
2.7
)
.
Der dem Beschwerdeführer ausbezahlte Stunden
lohn entsprach einem Lohn ohne Gesundheitsschaden (vgl.
Urk.
7/10
Ziff.
2.10-11).
Wie ausg
eführt (vgl. vorstehend E. 4.2),
wurde
im Jahr 2011
auch ärztlicher
seits keine
Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen.
Jedoch lässt sich den Angaben des Beschwerdeführers in seinem Lebenslauf
(vgl.
Urk.
7/57)
entnehmen
, dass er von
März bis August 2011 die Rekrutenschule
besuchte.
Entsprechend wurde auch im
IK-Auszug (
Urk.
7/68)
eine EO-Entschädigung im Jahr 2011 im Umfang von
Fr.
5‘462.-- abgerechnet.
Soweit der Beschwerdeführer verschiedentlich
geltend machte
, er habe aufgrund seiner gesundheitliche
n Einschränkungen nur
Temporärs
tellen
angenommen
res
pektive bekommen
(vgl. vorstehend E. 2.2,
vgl.
Urk.
7/5
Ziff.
6
)
,
erweist sich diese Aussage abgesehen von den fehlenden ärztlichen Krankschreibungen in diesem Zeitraum in Anbetracht der in seinem Lebenslauf festgehaltenen Lebensgestal
tung als nicht überwiegend wahrscheinlich. So unternahm er in
den Jahren 2012 bis 2013 Auslandreisen in Europa,
nach Afrika und Amerika
und
absolvierte
eine
Ausbildung zum „Master
Diver
“
. Im
Jahr 2013 bis ins Jahr 2014 vermerkte er eine selbständige Tätigkeit als Zimmermann sowie die Gründung eines Tech-Start-Ups, von April 2017 bis Dezember 2018 befand er sich sodann auf Weltreise (vgl.
Urk.
7/57).
Diese umfangreiche Reisetätigkeit
und auch der Wunsch nach
der Verwirklichung
einer selbständigen Erwerbstätigkeit
l
assen
sich indessen
besser mit einer
Tem
poräranstellung
vereinbaren, als mit einer Festanstellung, wo eine derart lange Landesabwesenheit sicher nicht möglich gewesen wäre. Offensichtlich
liess
seine finanzielle Situation eine derartige Reisetätigkeit und auch die Möglichkeit, sich nicht ernsthaft mit seiner beruflichen Weiterentwicklung befassen
zu müssen,
zu. Dass demnach der Grund für eine
Temporäranstellung
in seinen gesundheitlichen
Einschränkungen
lag
, erscheint nicht überwiegend wahrscheinlich ausgewiesen. Das vorliegend
massgeb
ende
Einkommen ist demnach anhand des zuletzt bei der
Y._
AG erzielten Verdienstes zu berechnen.
4.4
Dem Arbeitgeberbericht der
Y._
AG lässt sich entnehmen, dass der Beschwerdeführer seit dem 1
0.
Januar 2011 mit Unterbrüchen angestellt und der letzte effektive Arbeitstag am
8.
Juni 2012 war (vgl.
Urk.
7/10
Ziff.
2.1-3).
Es handelte sich demnach um ein auf Dauer angelegtes Arbeitsverhältnis im Sinne von
Art.
21
bis
Abs.
2 IVV, woran der Unterbruch durch die Rekrutenschule nichts ändert (vgl. vorstehend E. 1.4).
Gemäss
dem Lohnkonto für das Jahr 2011 (vgl.
Urk.
7/10/11-12) erzielte
der Be
schwerdeführer
in den Monaten, in welchen er voll gearbeitet hatte
und nicht in der Rekrutenschule war
,
namentlich
im Februar
2011
und von September bis De
zember
2011 einen AHV-pf
lichtigen Lohn von
Fr.
5‘
344.52
,
Fr.
6‘733.25,
Fr.
4‘699.80,
Fr.
5‘324.19 und von
Fr.
6‘480.0
7.
Von
starken
Einkommens
schwankungen
im Sinne von
Art.
21
bis
Abs.
1 IVV
kann d
emnach nicht gespro
chen werden, weshalb der Beschwerdeführer als Versicherter mit
regelmässigem
Einkommen zu qualifizieren ist.
Zudem entsprach der
dem Beschwerdeführer a
us
bezahlte Stundenlohn dem Lohn,
welchen er
auch
im Gesun
d
heitsfall erzielt hätte (vgl.
Urk.
7/10
Ziff.
2.
10-
11). Demnach hat
die Berech
n
ung des
massgebenden
Einkommens anhand von
Art.
21
bis
Abs.
3
lit
. b IVV zu erfolgen.
Ausgehend vom Stundenlohn von
Fr.
33.-- (inklusive
1
3.
Monatslohn, vgl.
Urk.
7/10
Ziff.
2.10-11
)
und der
g
emäss
de
n
Angaben im Arbeitgeberbericht
all
gemeinen Arbeitszeit von 40
Stunden
pro
Woche
(vgl.
Urk.
7/10
Ziff.
2.9)
resul
tiert nach einer Multiplikation
mit 52
ein Jahreseinkommen von
Fr.
68‘640.--
.
Geteilt durch 365 resultiert damit ein Ein
kommen von
Fr.
188.05 pro
Tag im Jahr 201
2.
4.5
Vorliegend geht es um den Taggeldanspruch des Beschwerdeführers während der
Eingliederungsmassnahmen
beginnend am
4.
September 201
9. Art.
21
Abs.
3 IVV hält fest, dass
,
sofern die versicherte Person vor mehr als zwei Jahren zum letzten Mal eine Erwerbstätigkeit ohne gesundheitliche Einschränkungen ausge
übt hat, auf
das Erwerbseinkommen abzustellen
ist
, das die versicherte Person durch die gleiche Tätigkeit unmittelbar vor der Eingliederung erzielt hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(vgl. vorstehend E. 1.5)
.
Dementsprechend ist das für das Jahr 2012 resultierende
massge
bende
Einkom
men von
Fr.
188.05 (vgl. vorstehend E. 4.4
) anhand der bislang bis ins Jahr 2018 publizierten Nominallohnentwicklung anzupassen.
Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung von 0.5
%
im Jahr 2013 und 2014, von -0.2
%
im Jahr 2015, von 0.4
%
im Jahr 2016, von 0.3
%
im Jahr 2017 und von 0.5
%
im Jahr 2018
(vgl. Nominallohnindex, Männer, 2011-2018, Tabelle T1.1.10,
lit
. F)
resultiert
ein
massge
bendes
Tagese
inkommen von rund
Fr.
19
1.8
0
(
Fr.
188.05
x 1.005 x
1.005 :
1.002 x 1.004 x 1.003 x 1.005)
als Basis zur Festlegung der Grundentschädigung
.
4.6
Wie au
sgeführt (vgl. vorstehend E. 1.2
)
,
besteht das Taggeld
gemäss
Art.
22
Abs.
2 IVG aus einer Grundentschädigung sowie einem Kindergeld für Versicherte mit Kindern. Anspruch auf ein Kindergeld besteht für jedes eigene Kind, welches das 1
8.
Altersjahr noch nicht vollendet hat (vgl.
Art.
22
Abs.
3 IVG).
Gemäss
Art.
23
bis
IVG beträgt das Kindergeld für jedes Kind 2 Prozent des Höchstbetrages des Ta
g
geldes nach
Art.
24
Abs.
1 IVG.
Aus den Akten lässt sich verschiedentlich entnehmen, dass der Beschwerdeführer vor Beginn der
Eingliederungsmassnahme
im September 2019
Vater geworden ist.
Bereits im Rahmen des Standortgespräches vom
8.
Februar 2019 führte er aus, dass seine Freundin schwanger sei und das Kind im Juni 2019 komme (vgl.
Urk.
7/48
Ziff.
4). Dies bestätigte er auch anlässlich des Gespräches
vom 2
9.
März 2019 (vgl.
Urk.
6/1 S. 4 Mitte).
Zudem
äusserte
er zwischen dem 1
6.
und 1
8.
Juli 2019 gegenüber der Beschwerdegegnerin, dass es in einer 1-Zimmer-Wohnung mit einem Kind schon etwas knapp sei (vgl.
Urk.
6/1 S. 8 Mitte). Allfällige Ab
klärungen diesbezüglich
unterliess
die Beschwerdegegnerin
,
und ein Kindergeld
wurde dem Beschwerdeführer in der angefochtenen Verfügung nicht ausbezahlt (vgl.
Urk.
2).
4.7
Aufgrund des Gesagten ist die Beschwerde dahingehend
gutzuheissen
, als dass
das der Berechnung der Grundentschädigung zugrunde
zu legende
Erwerbsein
kommen unter Berücksichtigung von
Art.
21
bis
Abs.
3
lit
. b IVV in Verbindung mit
Art.
21
Abs.
3 IVV
zu berechnen und auf
Fr.
191.8
0
festzusetzen ist.
Zu prüfen
bleibt
weiter, ob der Beschwerdeführer
Anspruch
auf ein Kindergeld im Sinne von
Art.
22
Abs.
2 IVG
in Verbindung mit
Art.
23
bis
IVG
hat.
Die angefochtene Verfügung (
Urk.
2) ist damit aufzuheben und die Sache ist zur neuen Festsetzung des Taggeldanspruches
des Beschwerdeführers
basierend auf dem
massgebenden
Tagese
inkommen
von
Fr.
191.8
0
und zur
Ermittlung
,
ob auch ein allfälliges Kindergeld geschuldet ist
,
an
die Beschwerdegegnerin zurückzu
weisen
.
5.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
600
.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Ver
fahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.