Decision ID: 505d2422-c385-4e8c-b08e-6f3b64b15158
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Abänderung Scheidungsurteil
Berufung gegen ein Urteil und eine Verfügung des Einzelgerichts im ordentlichen Verfahren am Bezirksgericht Dielsdorf vom 17. Dezember 2020 (FP180002-D)
- 2 -
Rechtsbegehren: (Urk. 25 S. 2)
"1. Es sei das Scheidungsurteil des Bezirksgerichts vom 16. Februar 2015 in den Ziffern 5. und 6. des Dispositivs wie folgt abzuändern:
2. Es sei der Beklagte zur Leistung von angemessenen  an den Barbedarf inkl. Fremdbetreuungskosten der Kinder C._, geb. tt.mm.2006, D._, geb. tt.mm.2008 und E._, geb. tt.mm.2012, zu verpflichten, zahlbar jeweils monatlich im Voraus bis spätestens zum letzten Tag des  an die Klägerin, mindestens in der Höhe von monatlich Fr. 2'550.-- insgesamt, nämlich Fr. 850.– für jedes Kind, zuzüglich gesetzliche und vertragliche Kinder- und Familienzulagen,  erstmals für den Monat August 2017.
3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des ."
Urteil des Einzelgerichts im ordentlichen Verfahren am Bezirksgericht Dielsdorf vom 17. Dezember 2020: (Urk. 64 S. 36 ff. = Urk. 69 S. 36 ff.)
1. Die Klage vom 4. Januar 2018 wird gutgeheissen.
2. Die Dispositiv-Ziffern 5 und 6.7 des Urteils des Bezirksgerichts Dielsdorf vom
16. Februar 2015 (FE140236-D) werden aufgehoben und durch folgende
Fassung ersetzt und ergänzt:
"5.1 Der Beklagte [Gesuchsteller] wird verpflichtet, an die Kosten des Unterhalts
und der Erziehung eines jeden Kindes monatlich im Voraus jeweils auf den
Ersten eines jeden Monats zahlbare Unterhaltsbeiträge (zuzüglich allfälliger
gesetzlicher und vertraglicher Familienzulagen) wie folgt zu bezahlen:
August 2017 bis November 2017:
Für C._: Fr. 430.–
Für D._: Fr. 430.–
Für E._: Fr. 430.–
Dezember 2017 bis Dezember 2018:
Für C._: Fr. 655.–
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Für D._: Fr. 450.–
Für E._: Fr. 450.–
Januar 2019 bis November 2020:
Für C._: Fr. 663.–
Für D._: Fr. 713.–
Für E._: Fr. 508.–
Dezember 2020 bis Juni 2022:
Für C._: Fr. 663.–
Für D._: Fr. 663.–
Für E._: Fr. 508.–
Juli 2022 bis Juni 2024:
Für C._: Fr. 663.–
Für D._: Fr. 663.–
Für E._: Fr. 713.–
ab Juli 2024:
Für C._: Fr. 663.–
Für D._: Fr. 663.–
Für E._: Fr. 663.–
bis zum ordentlichen Abschluss einer angemessenen Erstausbildung jedes
Kindes, auch über die Mündigkeit hinaus.
Sofern ein Kind eine Lehrstelle antritt, reduziert sich der entsprechende Un-
terhaltsbeitrag um einen Drittel des Nettolehrlingslohnes.
5.2 Der Beklagte wird verpflichtet, für die Kinder zusätzlich wie folgt einen monat-
lichen Betreuungsunterhalt zu bezahlen:
Dezember 2017 bis Dezember 2018:
Für C._: Fr. 240.–
Für D._: Fr. 240.–
Für E._: Fr. 240.–
Januar 2019 bis März 2019:
Für C._: Fr. 160.–
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Für D._: Fr. 160.–
Für E._: Fr. 160.–
April 2019 bis Dezember 2019:
Für C._: Fr. 105.–
Für D._: Fr. 105.–
Für E._: Fr. 105.–
Januar und Februar 2020:
Für C._: Fr. 0.–
Für D._: Fr. 213.–
Für E._: Fr. 213.–
März 2020 bis Juli 2024:
Für C._: Fr. 0.–
Für D._: Fr. 50.–
Für E._: Fr. 50.–
August 2024 bis Juni 2028:
Für C._: Fr. 0.–
Für D._: Fr. 0.–
Für E._: Fr. 100.–
5.3 Mit den vereinbarten Unterhaltszahlungen ist der gebührende Unterhalt der
Kinder nicht gedeckt. Es fehlen monatlich die folgenden Beträge (teilw. ge-
rundet):
August 2017 bis November 2017:
Für C._: Fr. 1'213.– (davon Fr. 988.– Betreuungsunterhalt)
Für D._: Fr. 1'008.– (davon Fr. 988.– Betreuungsunterhalt)
Für E._: Fr. 1'008.– (davon Fr. 988.– Betreuungsunterhalt)
Dezember 2017 bis Mai 2018:
Für C._: Fr. 748.– (Betreuungsunterhalt)
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Für D._: Fr. 748.– (Betreuungsunterhalt)
Für E._: Fr. 748.– (Betreuungsunterhalt)
Juni 2018 bis Dezember 2018:
Für C._: Fr. 668.– (Betreuungsunterhalt)
Für D._: Fr. 668.– (Betreuungsunterhalt)
Für E._: Fr. 668.– (Betreuungsunterhalt)
Januar 2019 bis März 2019:
Für C._: Fr. 748.– (Betreuungsunterhalt)
Für D._: Fr. 748.– (Betreuungsunterhalt)
Für E._: Fr. 748.– (Betreuungsunterhalt)
April 2019 bis Dezember 2019:
Für C._: Fr. 479.– (Betreuungsunterhalt)
Für D._: Fr. 479.– (Betreuungsunterhalt)
Für E._: Fr. 481.– (Betreuungsunterhalt)
Januar und Februar 2020:
Für C._: Fr. 0.–
Für D._: Fr. 481.– (Betreuungsunterhalt)
Für E._: Fr. 481.– (Betreuungsunterhalt)
März 2020 bis März 2021:
Für C._: Fr. 0.–
Für D._: Fr. 644.– (Betreuungsunterhalt)
Für E._: Fr. 644.– (Betreuungsunterhalt)
April 2021 bis Juli 2024:
Für C._: Fr. 0.–
Für D._: Fr. 546.– (Betreuungsunterhalt)
Für E._: Fr. 546.– (Betreuungsunterhalt)
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August 2024 bis Juni 2028:
Für C._: Fr. 0.–
Für D._: Fr. 0.–
Für E._: Fr. 50.– (Betreuungsunterhalt)
5.4 Diese Unterhaltsbeiträge basieren auf dem Landesindex der Konsumenten-
preise des Bundesamtes für Statistik (Stand bei Rechtskraft des Scheidungs-
urteils; Basis Dezember 2015 = 100 Punkte). Sie sind jeweils auf den 1. Ja-
nuar eines jeden neuen Jahres der Veränderung des Indexstandes anzupas-
sen (nach der Formel: Unterhaltsbeitrag mal neuer Index geteilt durch alten
Index). Massgebend für die Anpassung ist der Indexstand von Ende Novem-
ber des Vorjahres.
Die erste Anpassung erfolgt per 1. Januar 2022.
5.5 Ausserordentliche Kinderkosten (mehr als Fr. 200.– pro Ausgabeposition;
bspw. Zahnkorrekturen, Schullager etc.) übernehmen die Parteien je zur Hälf-
te, soweit nicht Dritte, insbesondere Versicherungen, für diese Kosten auf-
kommen. Voraussetzung für die hälftige Kostentragung ist, dass sich die Par-
teien vorgängig über die ausserordentliche Ausgabe geeinigt haben. Kommt
keine Einigung zustande, so trägt die veranlassende Partei die entsprechen-
de Ausgabe einstweilen allein. Die gerichtliche Geltendmachung der Kosten-
beteiligung bleibt vorbehalten.
6.7 Diesen Unterhaltsbeiträgen liegen nachstehende finanzielle Verhältnisse zu-
grunde:
a) Einkommen (pro Monat, netto): Klägerin: ohne Einkommen, bis Mai 2018 Fr. 0.–
Stundenlohn, Delivery Service,
exkl. Kinderzulagen, Juni 2018 bis März 2019 Fr. 240.–
Stundenlohn, Call Center,
exkl. Kinderzulagen, April 2019 bis Dezember 2019 Fr. 1'182.–
Stundenlohn, Call Center,
exkl. Kinderzulagen, Januar 2020 bis März 2021 Fr. 1'549.–
50%-Pensum, hypothetisch, Fr. 1'850.–
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exkl. Kinderzulagen, April 2021 bis Juli 2024
80%-Pensum, hypothetisch,
exkl. Kinderzulagen, August 2024 bis Juni 2028 Fr. 2'960.–
100%-Pensum, hypothetisch,
exkl. Kinderzulagen, ab Juli 2028 Fr. 3'700.–
Beklagter: 100%-Pensum, Stundenlohn,
exkl. Kinderzulagen, Juli bis November 2017 Fr. 4'336.–
100%-Pensum, exkl. Kinderzulagen,
Dezember 2017 bis Dezember 2019 Fr. Fr. 5'580.–
100%-Pensum, exkl. Kinderzulagen, ab Januar 2020 Fr. 5'773.–
C._ (Kinderzulage, bis Dezember 2018): Fr. 200.–
C._ (Ausbildungszulage, ab Januar 2019): Fr. 250.–
D._ (Kinderzulage, bis November 2020): Fr. 200.–
D._ (Kinderzulage, ab Dezember 2020): Fr. 250.–
E._ (Kinderzulage, bis Juni 2024): Fr. 200.–
E._ (Ausbildungszulage, ab Juli 2024): Fr. 250.–
b) Bedarf (pro Monat):
Klägerin:
August 2017 bis März 2019: Fr. 2'964.–
April 2019 bis März 2021: Fr. 2'936.–
April 2021 bis Juli 2024: Fr. 3'041.–
August 2024 bis Juni 2028: Fr. 3'104.–
ab Juli 2028: Fr. 3'146.–
Beklagter:
August 2017 bis März 2019: Fr. 2'614.–
April 2019 bis November 2019: Fr. 2'824.–
ab Dezember 2019: Fr. 2'802.–
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C._:
August 2017 bis Dezember 2018: Fr. 855.–
ab Januar 2019: Fr. 913.–
D._:
August 2017 bis Dezember 2018: Fr. 650.–
ab Januar 2019: Fr. 913.–
E._:
August 2017 bis Dezember 2018: Fr. 650.–
Januar 2019 bis Juni 2022: Fr. 708.–
ab Juli 2022: Fr. 913.–
c) Vermögen:
Klägerin: Fr. 0.–
Beklagter: Fr. 0.–
d) Schulden:
Klägerin: Fr. 0.–
Beklagter: Fr. 0.–"
3. Die Entscheidgebühr wird auf Fr. 6'000.– festgesetzt.
4. Die Kosten des Entscheids werden dem Beklagten auferlegt, jedoch zufolge
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege einstweilen auf die Gerichts-
kasse genommen. Der Beklagte wird auf die Nachzahlungspflicht gemäss
Art. 123 ZPO hingewiesen.
5. Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin eine Parteientschädigung in Hö-
he von insgesamt Fr. 9'000.– (inkl. MwSt.) zu bezahlen.
6. Es wird davon Vormerk genommen, dass Rechtsanwalt Z._ bereits mit
Fr. 3'751.75 aus der Gerichtskasse entschädigt wurde.
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7. Infolge Uneinbringlichkeit der Parteientschädigung beim Beklagten wird
Rechtsanwalt Y._ mit Fr. 5'248.25 aus der Gerichtskasse entschädigt.
8. Mit der Zahlung gemäss Ziffer 7 an Rechtsanwalt Y._ geht der gesamte
Anspruch auf Parteientschädigung gegenüber dem Beklagten in Höhe von
Fr. 9'000.– (Entschädigung beider Rechtsanwälte der Klägerin) auf den Kan-
ton über.
9. (Schriftliche Mitteilung)
10. (Rechtsmittelbelehrung: Berufung, 30 Tage)
11. (Rechtsmittelbelehrung: Beschwerde gegen Kostenentscheid, 30 Tage)
Berufungsanträge:
des Beklagten und Berufungsklägers (Urk. 68 S. 2):
"1. Es sei das Urteil des Bezirksgerichts Dielsdorf vom 17. Dezember 2020
(Geschäfts-Nr.: FP180002-D) vollumfänglich aufzuheben. 2. Es sei die Klage vollumfänglich abzuweisen: 3. Eventualiter: Es sei das Verfahren an die Vorinstanz zur Ergänzung des
Sachverhalts und Neuentscheidung zurückzuweisen. 4. Unter Gerichtskosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MWST zu Lasten der
Berufungsbeklagten.
Prozessuale Anträge:
1. Es sei dem Berufungskläger auch für das vorliegende Berufungsverfahren
mit Wirkung ab Zustellung des angefochtenen Urteils (29. März 2021) die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren;
2. Es sei dem Beklagten in der Person von MLaw X._, ... [Kanzlei], ... [Adresse], ein unentgeltlicher Rechtsvertreter mit Wirkung ab 29. März 2021 zu bestellen.
der Klägerin und Berufungsbeklagten (Urk. 72 S. 2):
"1. Es sei die Berufung des Berufungsklägers abzuweisen und das Urteil des
Bezirksgerichts Dielsdorf vom 17. Dezember 2020 (FP180002)  gutzuheissen.
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2. Es sei der Berufungsbeklagten mit Wirkung ab 17. Mai 2021 (Zustellung der Mitteilung Berufungseingang) auch für das obergerichtliche Verfahren die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und in meiner Person ein  Rechtsbeistand zu bestellen.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzügl. MWSt zulasten des ."

Erwägungen:
I.
1. Die Parteien heirateten am tt. August 2004. Sie sind die Eltern der ge-
meinsamen Kinder C._, geboren am tt.mm.2006, D._, geboren am
tt.mm.2008, und E._, geboren am tt.mm.2012. Mit Urteil des Bezirksgerichts
Dielsdorf vom 16. Februar 2015 wurde die Ehe der Parteien geschieden und wur-
den die Nebenfolgen geregelt. U.a. wurde festgestellt, dass der Gesuchsteller
zurzeit nicht in der Lage sei, irgendwelche Kinderunterhaltsbeiträge zu bezahlen
(Sozialhilfeempfänger), und er wurde verpflichtet, bei Aufnahme einer Erwerbstä-
tigkeit einen Unterhaltsvertrag abzuschliessen und sich mit der zuständigen KESB
(Dielsdorf) in Verbindung zu setzen (Urk. 7/11, Dispositiv-Ziffer 5).
2. Mit unbegründeter Abänderungsklage vom 15. Januar 2018 (Datum
Poststempel) samt Beilagen verlangte die Klägerin und Berufungsbeklagte (fortan
Klägerin) aufgrund einer wesentlichen Veränderung der Einkommensverhältnisse
des Beklagten bei der Vorinstanz die Festsetzung von Unterhaltsbeiträgen für die
drei gemeinsamen Kinder (Urk. 1-3/9). Mit der Klagebegründung vom 27. Novem-
ber 2018 liess die Klägerin das obgenannte Rechtsbegehren stellen (Urk. 25 S.
2). Der Prozessverlauf kann dem angefochtenen Urteil entnommen werden (Urk.
69 S. 3 ff.). Mit dem vorstehend wiedergegebenen Urteil vom 17. Dezember 2020
hiess die Vorinstanz die Klage gut (Urk. 69 S. 36 ff.).
3. Gegen dieses Urteil hat der Beklagte und Berufungskläger (fortan Be-
klagter) mit Eingabe vom 11. Mai 2021 unter Berücksichtigung des Fristenstill-
stands (Art. 145 Abs. 1 lit. a ZPO) innert Frist (vgl. Urk. 65/1) Berufung erhoben
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mit den eingangs wiedergegebenen Anträgen (Urk. 68 S. 2). Die Berufungsant-
wort datiert vom 14. Juli 2021 (Urk. 72). Sie wurde dem Beklagten mit Verfügung
vom
11. August 2021 zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 76). Eine weitere Eingabe er-
folgte nicht. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 1-67).
II.
1. Nach Eingang der Berufung prüft die Rechtsmittelinstanz von Amtes
wegen das Vorliegen der Rechtsmittelvoraussetzungen. Diese sind vorliegend
gegeben. Die Berufung ging rechtzeitig, schriftlich begründet und mit konkreten
Anträgen versehen bei der Rechtsmittelinstanz ein (Urk. 68). Der Beklagte ist
durch das vorinstanzliche Urteil beschwert und zur Rechtsmittelerhebung legiti-
miert; für das Rechtsmittel gegen den vorinstanzlichen Entscheid ist das angeru-
fene Obergericht zuständig. Auf die Berufung ist einzutreten.
2. Das Berufungsverfahren stellt keine Fortsetzung des erstinstanzlichen
Verfahrens dar, sondern ist nach der gesetzlichen Konzeption als eigenständiges
Verfahren ausgestaltet (BGE 142 III 413 E. 2.2.1 m.w.H. auf die Botschaft zur
Schweizerischen ZPO, BBl 2006, S. 7374). Mit der Berufung kann eine unrichtige
Rechtsanwendung und eine unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend
gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die Berufungsinstanz verfügt über unbeschränk-
te Kognition bezüglich Tat- und Rechtsfragen, einschliesslich der Frage richtiger
Ermessensausübung (Angemessenheitsprüfung; BGer 5A_184/2013 vom 26. Ap-
ril 2013, E. 3.1). In der schriftlichen Berufungsbegründung (Art. 311 ZPO) ist hin-
reichend genau aufzuzeigen, inwiefern der erstinstanzliche Entscheid in den an-
gefochtenen Punkten als fehlerhaft zu betrachten ist bzw. an einem der genann-
ten Mängel leidet. Das setzt (im Sinne einer von Amtes wegen zu prüfenden Ein-
tretensvoraussetzung) voraus, dass der Berufungskläger die vorinstanzlichen Er-
wägungen bezeichnet, die er anficht, sich argumentativ mit diesen auseinander-
setzt und mittels genügend präziser Verweisungen auf die Akten aufzeigt, wo die
massgebenden Behauptungen, Erklärungen, Bestreitungen und Einreden erho-
ben wurden bzw. aus welchen Aktenstellen sich der geltend gemachte Beru-
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fungsgrund ergeben soll. Die pauschale Verweisung auf frühere Vorbringen oder
deren blosse Wiederholung genügen nicht (vgl. BGE 138 III 374 E. 4.3.1; BGer
5A_247/2013 vom 15. Oktober 2013, E. 3.2; BGer 5A_751/2014 vom 28. Mai
2015, E. 2.1). Was nicht oder nicht in einer den gesetzlichen Begründungsanfor-
derungen entsprechenden Weise beanstandet wird, braucht von der Rechtsmittel-
instanz nicht überprüft zu werden; diese hat sich – abgesehen von offensichtli-
chen Mängeln – grundsätzlich auf die Beurteilung der Beanstandungen zu be-
schränken, die in der schriftlichen Begründung formgerecht gegen den erstin-
stanzlichen Entscheid erhoben werden (vgl. BGE 142 III 413 E. 2.2.4 m.w.H.;
BGer 5A_111/2016 vom 6. September 2016, E. 5.3; BGer 4A_258/2015 vom
21. Oktober 2015, E. 2.4.3; BGer 4A_290/2014 vom 1. September 2014, E. 3.1
und E. 5). Insofern erfährt der Grundsatz "iura novit curia" (Art. 57 ZPO) im Beru-
fungsverfahren eine Relativierung (BK ZPO I-Hurni, Art. 57 N 21 und N 39 ff.;
Glasl, DIKE-Komm-ZPO, Art. 57 N 22).
3. Im Bereich der Kinderbelange gelten der uneingeschränkte Untersu-
chungsgrundsatz und die Offizialmaxime (Art. 296 ZPO). Dies bedeutet, dass das
Gericht alle Tatsachen, die für die Anordnungen über ein Kind von Bedeutung
sind, von Amtes wegen zu ermitteln hat, wobei es die ihm bedeutsam erschei-
nenden Gegebenheiten frei würdigt. Das Gericht ist sodann nicht an die Parteian-
träge gebunden. Es kann Entscheide auch ohne entsprechende Anträge treffen
(BGE 137 III 617 E. 4.5.2; BGE 128 III 411 E. 3.2.1; BGer 5A_416/2008 vom 25.
August 2008, E. 4). Infolgedessen können die Parteien im Berufungsverfahren
auch dann neue Tatsachen und Beweismittel vorbringen, wenn die Vorausset-
zungen nach Art. 317 Abs. 1 ZPO nicht erfüllt sind (BGE 144 III 349 E. 4.2.1). Da
sich das vorliegende Berufungsverfahren einzig auf Kinderbelange bezieht, sind
die von den Parteien vorgebrachten neuen Vorbringen und Beweismittel zu be-
rücksichtigen.
III.
1. Gegenstand des vorliegenden Berufungsverfahrens bildet einzig die
Frage der Aktivlegitimation der Klägerin im Verfahren. Die fehlende Aktivlegitima-
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tion der Klägerin führt nach dem Dafürhalten des Beklagten zur vollumfänglichen
Abweisung der Klage (Urk. 68 Rz 7).
2. Die Vorinstanz erwog, gemäss Art. 276 ZGB leiste der nicht mit dem
Kind zusammenlebende Elternteil an dessen Unterhalt grundsätzlich einen Betrag
in Geld. Nach Art. 289 Abs. 1 ZGB stehe der Anspruch auf Unterhaltsbeiträge
dem Kind zu. Komme jedoch das Gemeinwesen für den Unterhalt auf, gehe der
Unterhaltsanspruch nach Art. 289 Abs. 2 ZGB mit allen Rechten auf das Ge-
meinwesen über (Subrogation oder Legalzession). Das Bundesgericht habe dies-
bezüglich festgehalten, dass nur abtretungsfähige und nicht an die Person des
Berechtigten gebundene Rechte im Umfang der in Art. 289 Abs. 2 ZGB vorgese-
henen Legalzession übergehen würden. Ohne Weiteres abtretbar sei demnach
das Recht, eine Unterhaltsklage zu erheben oder die Abänderung des Unterhalts-
beitrags zu verlangen (vgl. BGE 137 III 193). Das Bundesgericht habe in seinem
Entscheid weiter festgehalten, dass die Gemeinde dabei auch in künftige, noch
nicht fällige Kinderunterhaltsforderungen subrogiere. Dies zeige sich unter ande-
rem dadurch, dass dem Gemeinwesen eben gerade die Befugnis zur Unterhalts-
klage oder zur Klage auf Abänderung des Unterhaltsbeitrages zustehe. Dabei
handle es sich um eine Befugnis, welche sich nicht auf den Übergang einer ein-
zelnen Unterhaltsforderung stützen lasse. Mit der erfolgreichen Unterhaltsklage
werde als Ausfluss des Rechts auf Unterhalt nach Art. 276 ZGB überhaupt erst
ein Dauerschuldverhältnis geschaffen, welches anschliessend periodisch die je
einzelnen Unterhaltsforderungen entstehen lasse. Die Legalzession umfasse da-
her nicht nur den einzelnen fällig gewordenen und bevorschussten Betrag, son-
dern den Anspruch auf alle während der Dauer der bewilligten Bevorschussung
fällig werdenden Beträge oder anders gesagt das Stammrecht auf Unterhalt (BGE
137 III 193, BGE 143 III 177).
Als Folge dieser Legalzession falle somit das Unterhalts(abänderungs-
)klagerecht grundsätzlich dem Gemeinwesen zu. Gemäss Eingabe von
Rechtsanwalt Y._ vom 28. Mai 2020 sei jedoch eine Rückzession der
Unterhaltsansprüche an die Klägerin erfolgt (Urk. 54 und 55). Dem Gemeinwesen
stehe es frei, eine Unterhaltsforderung unabhängig vom Entstehungsgrund und
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vom Einverständnis des Beklagten als Schuldner an eine von ihr gewählte Person
zu zedieren, sofern die Voraussetzungen der Zession nach Art. 164 OR erfüllt
seien. Gemäss Art. 164 Abs. 1 OR könne der Gläubiger eine ihm zustehende
Forderung ohne Einwilligung des Schuldners an einen anderen abtreten, soweit
nicht Gesetz, Vereinbarung oder Natur des Rechtsverhältnisses dem entgegen-
stünden. Die Abtretung als Verfügungsgeschäft bedürfe zu ihrer Gültigkeit der
schriftlichen Form (Art. 165 Abs. 1 OR), während dem die Verpflichtung zum Ab-
schluss eines Abtretungsvertrages formlos begründet werden könne (Art. 165
Abs. 2 OR). Die Formvorschriften seien vorliegend eingehalten, da die Abtretung,
d.h. das Verfügungsgeschäft, von der Zedentin, dem Sozialamt der Gemeinde
G._, vertreten durch die Sozialarbeiterin H._, in der Abtretungserklärung
vom 28. Mai 2020 schriftlich festgehalten und von der Zedentin unterzeichnet
worden sei (Urk. 55). Das Sozialamt der Gemeinde G._ sei im Zeitpunkt der
Abtretung am 28. Mai 2020 gestützt auf die in Art. 289 Abs. 2 ZGB vorgesehene
Legalzession Gläubigerin der zedierten Unterhaltsforderungen gewesen und habe
demnach über die entsprechende Verfügungsmacht hinsichtlich dieser zedierten
Unterhaltsforderungen verfügt. Anhaltspunkte für Nichtigkeits- resp. Ungültig-
keitsgründe im Sinne von Art. 19 ff. OR lägen keine vor. Schliesslich seien die
vom Sozialamt der Gemeinde G._ abgetretenen Unterhaltsansprüche auch
nicht unabtretbar i.S.v. Art. 164 Abs. 1 OR, da weder das Gesetz oder die Natur
des Rechtsverhältnisses eine Abtretung ausschlössen noch die Parteien ein pac-
tum de non cedendo vereinbart hätten, welches einer Abtretung entgegenstehen
würde. Entsprechend sei die Klägerin aufgrund der Abtretung zur Gläubigerin der
Unterhaltsforderungen geworden und sei demnach im vorliegenden Verfahren
aktivlegitimiert (Urk. 69 S. 7 ff.)
3. Der Beklagte macht geltend, der Unterhaltsanspruch gehe kraft gesetz-
licher Subrogation auf das Gemeinwesen über, wenn es für das Kind aufkomme,
was zutreffe, wenn das Kind von der Sozialhilfe unterstützt werde. Dabei be-
schränke sich diese Subrogation auf den Betrag, den das Gemeinwesen erbringe
und nur für die Dauer, auf welche diese Unterstützung beschränkt sei (Urk. 69
Rz 8). Er hält fest, dass die Vorinstanz die Aktivlegitimation der Klägerin als Folge
der Legalzession verneint habe (ohne sich über die Dauer und Höhe des Betra-
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ges zu äussern) (Urk. 69 Rz 11). Eine Rückzession des Unterhaltsanspruchs mit
allen Rechten, welche auf das bevorschussende Gemeinwesen übergegangen
sei, erweise sich als unzulässig und ungültig, und die Bejahung der Aktivlegitima-
tion sei daher bundesrechtswidrig (Urk. 69 Rz 12).
4. Unbestrittenermassen wird die Klägerin bereits seit längerer Zeit, na-
mentlich auch während der Zeitspanne, für welche vorliegend Unterhaltsbeiträge
geltend gemacht werden (ab 1. August 2017), mit wirtschaftlicher Hilfe der Ge-
meinde G._ (Sozialhilfeleistungen) unterstützt (Urk. 27/1). Gemäss den Ver-
fügungen der Sozialbehörde G._ vom 27. März 2018 und 30. März 2020 be-
trägt die Unterstützung für die Klägerin (samt Kindern) Fr. 3'860.– abzüglich aller
Einnahmen (Urk. 14/10 = Urk. 27/1, Urk. 52/7). Gemäss Budget sind darin ab Ja-
nuar 2018 für die Kinder C._ und D._ Fr. 1'057.30 (Grundbedarf Fr.
527.50, Miete
Fr. 437.50, KK-Prämie Fr. 92.30) und für E._ Fr. 1'002.10 (Grundbetrag
Fr. 527.50, Miete Fr. 437.50, KK-Prämie Fr. 37.10) enthalten. Abgezogen werden
davon die Kinderzulagen von je Fr. 200.– sowie die IPV-Beiträge von Fr. 87.– pro
Kind (Urk. 3/4 = Urk. 14/9). Es resultiert ein Unterstützungsbetrag für C._
und D._ von Fr. 770.30 und für E._ von Fr. 715.10. Ab September 2018 erfolgte eine leichte Reduktion des Mietzinses auf Fr. 430.50 für alle Kinder (Fr.
7.– weniger, Urk. 27/1). Ab April 2019 erhöhte sich die KK-Prämie für alle Kinder
leicht, bei C._ und D._ zuzüglich Zahnversicherung, die abzuziehende
Kinderzulage von C._ erhöhte sich auf Fr. 250.– und die IPV-Beträge erhöh-
ten sich auf Fr. 89.– je Kind (Urk. 32/15). Es resultieren Unterstützungsbeiträge
für C._ von Fr. 725.75, für D._ von Fr. 775.75 und für E._ von Fr. 707.10. Eine weitere Anpassung erfolgte per 1. April 2020 (Urk. 52/8). Der Grundbedarf beläuft sich nunmehr auf Fr. 477.50 (Fr. 527.50 abzüglich Fr. 50.–
für auswärtiges Essen) je Kind, die Krankenkassenprämien betragen Fr. 94.45 für
C._ und D._ und Fr. 38.65 für E._, und die IPV-Beträge machen Fr.
90.– aus. Es resultieren Unterstützungsbeiträge für C._ von Fr. 674.80, für D._ von Fr. 724.80 und für E._ von Fr. 656.65.
- 16 -
5. Gemäss Art. 289 Abs. 1 ZGB steht der Anspruch auf Unterhaltsbeiträ-
ge dem Kind zu. Nach Abs. 2 der Bestimmung geht für den Fall, dass das Ge-
meinwesen für den Unterhalt aufkommt, der Unterhaltsanspruch mit allen Rech-
ten auf das Gemeinwesen über. Erfasst werden neben der Bevorschussung von
Unterhaltsbeiträgen auch Fürsorge- bzw. Sozialhilfeleistungen (BK-Hegnauer, Art.
289 ZGB
N 80; BSK ZGB I-Fountoulakis/Breitschmid/Kamp, Art. 289 N 10). Bei diesem
Rechtsübergang handelt es sich um eine Legalzession nach Art. 166 OR (Sub-
rogation; BGE 137 III 193 E. 2.1). Der Unterhaltsanspruch geht im Umfang der
tatsächlich erbrachten und künftig zu erbringenden Unterhaltsleistungen über
(BGE 143 III 177 E. 6.3.2; BGer 5A_634/2013 vom 12. März 2014 E. 4.1). In die-
sem Umfang kommt dem Gemeinwesen mithin auch die Aktivlegitimation zur Er-
hebung einer Abänderungsklage zu (BGE 137 III 193 E. 3.2-3.5; 138 III 145 E. 3.3
und 3.4). Indessen tangiert die Subrogation die Gestaltungsrechte und prozessua-
len Befugnisse des unterhaltsberechtigten Kindes hinsichtlich des Dauerschuld-
verhältnisses aber nicht. Mithin bleibt das Kind selbst dann neben dem Gemein-
wesen legitimiert, wenn dieses in zeitlicher und quantitativer Hinsicht vollständig
in den Unterhaltsanspruch subrogiert (vgl. BGE 143 III 177 E. 6.3.3 betreffend
Passivlegitimation, was auch für die Aktivlegitimation gelten muss).
6. Die Klägerin verlangt im Abänderungsverfahren für jedes Kind einen
Unterhaltsbeitrag von Fr. 850.– rückwirkend ab August 2017 (vgl. Rechtsbegeh-
ren Ziff. 2). Soweit dieser Betrag die Unterstützungsbeiträge der Sozialbehörde
G._ an die Kinder übersteigt, ist die Klägerin ohne weiteres zur Geltendma-
chung aktivlegitimiert. Allerdings hat die Klägerin es unterlassen zu beziffern, in
welcher Höhe Unterstützungsbeiträge der Sozialbehörde G._ genau an die
Kinder erfolgt sind. Die obgenannte Berechnung (vorstehend E. III./4.) basiert le-
diglich auf den erstellten Budgets. Welche Beträge effektiv ausbezahlt worden
sind, wurde nicht konkret dargetan. Nach einigen vorgelegten Abrechnungen der
Sozialbehörde G._ (Urk. 52/9) erhellt, dass die tatsächlich bezahlten Beträge
höher sein könnten, als gemäss Budget berechnet. Es lässt sich daher nicht
rechtsgenügend feststellen, in welchem Umfang genau die Klägerin ohne weite-
res aktivlegitimiert ist.
- 17 -
7. Bleibt dem Kind trotz Subrogation des Gemeinwesens im Umfang der
Unterstützungsleistung das Stammrecht erhalten, war die Klägerin im Zeitpunkt
der Einreichung der Klage grundsätzlich auch hinsichtlich der bereits geleisteten
und zukünftig zu leistenden Unterstützungsbeiträge der Sozialbehörde G._
für die Kinder - als Prozessstandschafterin - aktivlegitimiert. Jedoch kam ihr dies-
bezüglich nicht die alleinige Aktivlegitimation zu. Noch vor Aktenschluss (Art. 229
Abs. 3 ZPO) reichte die Klägerin aber eine Abtretungserklärung der Gemeinde
G._ vom 28. Mai 2020 zu den Akten (Urk. 54 und 55). Diese hat folgenden
Wortlaut:
"Die Gemeinde G._, Sozialamt, ... [Adresse], tritt die Unterhaltsansprüche von C._, geb. tt.mm.2006, D._, geb. tt.mm.2008 und E._, geb. tt.mm.2012, welche gemäss der gesetzlichen Regelung von Art. 289 Abs. 2 ZGB, auf sie übergegangen sind, an B._, geb. tt.02.1982, F._-strasse ..., ... G._, ab."
Gestützt darauf erachtete die Vorinstanz die Klägerin als aktivlegitimiert.
7.1. Unzutreffend ist die Ansicht des Beklagten, dass das Kind seinen
Klageanspruch verliert, sofern das Gemeinwesen vollständig für den Unterhalt
des Kindes aufkommt (Urk. 68 Rz 9). Bleibt dem Kind - wie dargelegt - das
Stammrecht erhalten, bleibt es - wenn auch nicht allein - aktiv- oder passivlegiti-
miert.
7.2 Als falsch rügt der Beklagte die Feststellung der Vorinstanz, wonach
die Klägerin aufgrund der Abtretung zur Gläubigerin der Unterhaltsforderung ge-
worden und demnach aktivlegitimiert sei, da eine Abtretung nicht erfolgt sei und
nicht sein könne. Eine Rückzession des Unterhaltsanspruchs mit allen Rechten
erweise sich als unzulässig und ungültig (Urk. 68 Rz 12).
7.2.1 Gemäss Abtretungserklärung vom 28. Mai 2020 werde lediglich fest-
gehalten, so der Beklagte, dass das Sozialamt der Gemeinde G._ Unter-
haltsansprüche abtrete. Es sei nicht spezifiziert worden, welche Ansprüche genau
abgetreten worden seien. Insbesondere sei das Klagerecht auf Feststellung einer
Unterhaltspflicht (sofern überhaupt möglich) offensichtlich nicht abgetreten wor-
den, so dass die Klägerin durch die fragliche Rückzession gar nicht Partei des
Verfahrens habe werden können. Die Abtretbarkeit von zukünftigen Forderungen,
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deren Bestand und Umfang unbestimmbar sei, sei ohnehin nicht möglich, zumal
die Höhe zum Zeitpunkt der Abtretung nicht bestimmbar gewesen sei (Urk. 68 Rz
13 f.).
Dem Kläger kann nicht gefolgt werden, dass die abzutretenden Ansprüche
nicht spezifiziert worden sind. Abgetreten wurden die Unterhaltsansprüche der
drei Kinder, soweit sie gemäss der gesetzlichen Regelung von Art. 289 Abs. 2
ZGB auf die Gemeinde übergegangen sind (im von dieser bezahlten oder noch zu
bezahlenden Umfang). Die Abtretung umfasst auch die Nebenrechte, mithin das
Klagerecht. Das OR schliesst sodann die Zession von künftigen Forderungen
nicht aus. Gültigkeitsvoraussetzung ist die Bestimmbarkeit der abgetretenen For-
derung.
Massgebender Zeitpunkt für die Bestimmbarkeit einer abgetretenen zukünftigen
Forderung ist der (künftige) Zeitpunkt der Entstehung der Forderung und nicht
derjenige der Abgabe der Abtretungserklärung. Diese hat lediglich die Elemente
aufzuweisen, welche die Bestimmung der Forderung im Zeitpunkt deren Entste-
hung ermöglichen (BSK OR I-Girsberger/Hermann, Art. 164 N 36 m.w.H.; BGE
113 II 163 Regeste). Festzuhalten bleibt, dass auch nicht einzusehen wäre, wes-
halb eine Rückzession eben jener (bestehenden und zukünftigen) Forderungen,
in welche das Gemeinwesen samt Nebenrechten subrogiert, nicht möglich sein
sollte.
7.2.2 Der Beklagte wendet weiter ein, nicht überprüft habe die Vorinstanz,
ob H._, welche in ihrer Funktion als Sozialberaterin die Abtretungserklärung
vom 28. Mai 2020 unterzeichnet habe, für die Gemeinde G._ rechtsverbind-
lich habe unterzeichnen können. Gemäss Art. 17 der Gemeindeordnung G._
vom 28. Februar 2016 (wiedergegeben in Urk. 68 Rz 17) bestehe der Gemeinde-
rat mit Einschluss des Präsidenten aus sechs Mitgliedern. Gemäss Art. 19 Ziff. 10
und 11 stehe dem Gemeinderat die Vertretung der Gemeinde nach aussen und
die Bestimmung der rechtsverbindlichen Unterschriften sowie die Führung von
Prozessen mit dem Recht, sich vertreten zu lassen, zu. Frau H._ sei nicht
Mitglied des Gemeinderates. Als Behördenmitglied der Sozialbehörde amtiere als
deren Präsidentin und Gemeinderätin I._. Es gelte somit festzustellen, dass
- 19 -
die Abtretungserklärung mangels rechtsverbindlicher Unterschrift der Gemeinde
G._ ungültig sei. Die vorinstanzliche Feststellung, wonach die Formvorschrif-
ten eingehalten seien, seien falsch. Aus Sicht des Beklagten seien diese Sach-
verhaltsfeststellungen von Amtes wegen zu berücksichtigen (Urk. 68 Rz 16 ff.).
Die Klägerin bestreitet unter Hinweis auf ein Schreiben der Sozialbehörde
G._ vom 14. Juli 2021 (Urk. 74/1), dass die Abtretungserklärung nicht
rechtsgültig unterzeichnet worden sei. Weder sei es nötig, dass ein Mitglied des
Gemeinderats die Abtretungserklärung persönlich unterschreibe, noch gehe es
bei dieser Erklärung um die "Führung von Prozessen mit dem Recht sich vertre-
ten zu lassen". Die Rückzession sei durch rechtsgültige Vertretung der Sozialbe-
hörde der Gemeinde G._ erfolgt (Urk. 72 S. 3 f. zu Ziffer 3.3.).
Soweit im Scheidungs- oder Scheidungsabänderungsverfahren Kinderbe-
lange zu regeln sind, gilt der uneingeschränkte Untersuchungsgrundsatz (Art. 296
Abs. 1 ZPO). Das Gericht erforscht den Sachverhalt von Amtes wegen. Das
Sammeln des Prozessstoffes bleibt jedoch in erster Linie Sache der Parteien.
Diese sind nach dem Grundsatz von Treu und Glauben zur Mitwirkung verpflich-
tet, weil sie in der Regel den Prozessstoff am besten kennen (BSK ZPO-
Mazan/Steck,
Art. 296 N 12). Vor Vorinstanz wurde vom Beklagten nicht geltend gemacht, Frau
H._ sei nicht unterschriftsberechtigt. Das neue Vorbringen des Beklagten im
Berufungsverfahren ist jedoch zulässig.
Gemäss den Ausführungen von I._, Sozialvorsteherin, und J._,
Abteilungsleiterin Soziales, im Schreiben vom 14. Juli 2021 werden sämtliche
Leistungsabtretungen und Verrechnungen gegenüber Dritten von den fallführen-
den Sozialarbeiterinnen der Abteilung Soziales G._ beantragt und unter-
zeichnet. Diesbezüglich sei kein Beschluss oder eine Weisung der Sozialbehörde
G._ nötig, da die Abteilung Soziales G._ für die lückenlose Klärung und
Sicherung der subsidiären Ansprüche zuständig sei. Die Abtretungserklärung vom
28. Mai 2020 sei deswegen durch Frau H._ in rechtmässiger Vertretung der
Sozialbehörde G._ unterzeichnet worden. Die Sozialbehörde sei diesbezüg-
lich auch in der Präsidialverfügung vom 30. März 2021 informiert worden, welche
- 20 -
ohne weitere Anmerkungen in Rechtskraft erwachsen sei (Urk. 74/1). Es kann
dahingestellt bleiben, wie es sich damit verhält. Selbst wenn die Unterschriftsbe-
rechtigung von Frau H._ fraglich wäre, wäre die Unterzeichnung der Abtre-
tungserklärung durch die - auch nach Ansicht des Beklagten unterschriftsberech-
tigte - Sozialvorsteherin und Gemeinderätin I._ mit Schreiben vom 14. Juli
2021 nachträglich genehmigt worden. Es ist damit von einer rechtsgültig unter-
zeichneten Abtretungserklärung auszugehen.
7.2.3 Weiter macht der Beklagte geltend, abtretbar seien allenfalls grund-
sätzlich fällige Forderungen auf bereits festgesetzte Unterhaltsleistungen. Eine
Unterhaltspflicht des Beklagten sei erst mit dem angefochtenen Urteil gerichtlich
festgesetzt worden. Zum Zeitpunkt der behaupteten Rückzession habe es folglich
gar keine abtretbare Forderung gegeben. Die Legalzession umfasse gemäss den
von der Vorinstanz zitierten BGE 137 III 193 und BGE 143 III 177 das "Stamm-
recht auf Unterhalt". Zu prüfen sei vorliegend, ob dieses "Stammrecht" willkürlich
an Dritte weiterzediert werden dürfe. Das Bundesgericht habe sich in BGE 107 II
465 E. 6b dahingehend geäussert, dass der familienrechtliche Unterhaltsanspruch
des ehelichen Kindes - weil höchstpersönlicher Natur - grundsätzlich einer Abtre-
tung nicht zugänglich sei (Urk. 68 Rz 21 f.).
Dem Beklagten kann nicht gefolgt werden. Festgehalten werden kann vorab,
dass die Klägerin keine "Dritte" ist, sondern die Mutter und gesetzliche Vertreterin
der Kinder, deren Unterhaltsanspruch in Frage steht. Der Unterhaltsanspruch und
das "Stammrecht" stehen grundsätzlich den Kindern zu. Aufgrund der Spezial-
normen von Art. 133 und 176 Abs. 3 ZGB steht aber im Rahmen eherechtlicher
Verfahren (und in Abänderungsverfahren) dem gesetzlichen Vertreter neben dem
Kind ein selbständiger Klageanspruch zu (sog. Prozessstandschaft). Als Prozess-
standschafterin kann die Klägerin den Unterhaltsanspruch ihrer Kinder selbstän-
dig geltend machen (BGer 5A_287/2012 vom 14. August 2012). Eine Rückzessi-
on an sie ist daher nicht zu beanstanden. Abgetreten werden können sodann
nicht nur fällige und bereits festgesetzte, sondern auch zukünftige Forderungen
(vgl. oben
E. III./5.2.1). Subrogiert das Gemeinwesen bei Ausrichtung von Sozialhilfeleistun-
- 21 -
gen für den Unterhalt in diese Unterhaltsforderung, kann sie auch (samt Neben-
rechten) zurückzediert werden.
7.2.4 Der Beklagte hält weiter dafür, die Rückzession widerspreche dem
Grundsatz von Treu und Glauben im Prozess und sei als missbräuchlich zu quali-
fizieren. Die Gemeinde G._ habe seit Rechtshängigkeit des Abänderungs-
verfahrens gewusst, dass die Klägerin eine entsprechende Klage eingereicht ha-
be. Obwohl der Beklagte auf die fehlende Aktivlegitimation hingewiesen und die
Problematik mit der Gemeinde offen angesprochen habe, hätten weder die Kläge-
rin noch die Gemeinde auf das Vorbringen reagiert. Er habe folglich davon aus-
gehen dürfen und müssen, dass die bevorschussende Gemeinde keine Forde-
rung ihm gegenüber stellen werde. Offenbar habe man den Beklagten mit Ver-
gleichsgesprächen hingehalten, um dann erstmals nach Abschluss des Verfah-
rens während noch laufender Urteilsberatung eine Rückzession behaupten zu
können. Ein solches Prozessverhalten erweise sich als rechtsmissbräuchlich (Urk.
68 Rz 24 f.). Die Klägerin weist den Vorwurf, sich gegen Treu und Glauben ver-
halten zu haben, zurück. Im Gegenteil habe sich der Beklagte bereits vorpro-
zessual und auch im hängigen Abänderungsverfahren selbst rechtsmissbräuch-
lich und treuwidrig verhalten (Urk. 72 S. 4 zu Ziffer 3.4.).
Eine Verletzung des Grundsatzes von Treu und Glauben im Prozess ist
nicht ersichtlich. Gemäss Art. 52 ZPO haben alle am Verfahren beteiligten Partei-
en nach Treu und Glauben zu handeln. Die Vorwürfe, die der Beklagte erhebt,
richten sich praktisch ausschliesslich gegen eine nicht am Verfahren beteiligte
Dritte (Gemeinde G._). Ein missbräuchliches Verhalten der Klägerin selber
hat der Beklagte nicht konkret dargetan. Der Umstand, dass die Abtretungserklä-
rung durch die Klägerin erst in einem späten Verfahrensstadium eingereicht wur-
de, reicht nicht aus, um einen offenbaren Rechtsmissbrauch im Sinne von Art. 2
Abs. 2 ZGB anzunehmen, zumal die fehlende Aktivlegitimation noch in der Replik
bestritten wurde (Urk. 50 S. 2 zu Ziff. 2.1.) und die Abtretungserklärung von der
Zedentin erst danach am 28. Mai 2020 ausgestellt und sodann unverzüglich ein-
gereicht wurde (Urk. 54 und 55).
- 22 -
8. Schliesslich macht der Beklagte geltend, jedenfalls wäre das willkürlich
geschaffene Novum (Abtretung der Unterhaltsansprüche) im Rahmen der Kosten-
und Entschädigungsfolgen angemessen zu berücksichtigen. Insbesondere sei
dem Umstand Rechnung zu tragen, dass der Beklagte mit seiner Klageantwort
bereits einen prozessualen Antrag gestellt gehabt habe, das Verfahren zunächst
auf die Aktivlegitimation zu beschränken, welches Begehren die Vorinstanz ab-
gewiesen habe. Auch zu berücksichtigen sei, dass die Gemeinde G._ dem
Beklagten, welcher sich um eine Lösung der Angelegenheit mit der Gemeinde
bemüht habe, habe mitteilen lassen, man werde die Sachlage prüfen und bei Be-
darf eines Vergleichs Kontakt aufnehmen (Urk. 68 Rz 27 f.).
Über die Neuregelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen der ersten In-
stanz ist in der Berufungsschrift ein materieller, d.h. bezifferter Antrag zu stellen,
jedenfalls dann, wenn der Berufungskläger unabhängig vom Ausgang des Beru-
fungsverfahrens in der Hauptsache auch Einwände gegen die vorinstanzliche
Kosten- und Entschädigungsregelung erheben will (BSK ZPO-Spühler, Art. 311 N
12; Hungerbühler/Bucher, DIKE-Komm-ZPO, Art. 311 N 23; ZK ZPO-
Reetz/Theiler, Art. 311 N 35; für das Bundesgericht vgl. BGer 4A_74/2020 vom
28. Mai 2020,
E. 3.1 m.H). Der Beklagte hat keinen entsprechenden Berufungsantrag gestellt
(allgemeine Kritik am vorinstanzlichen Entscheid genügt dafür nicht), und es fehlt
ebenso an der zwingend notwendigen Bezifferung des Antrages, weshalb auf die-
sen Punkt der Berufung nicht eingetreten werden kann.
9. Zusammenfassend vermag der Beklagte mit seinen Beanstandungen
nicht durchzudringen. Die Klägerin erweist sich als aktivlegitimiert, die vorliegende
Unterhaltsklage zu führen. Die Berufung ist demgemäss abzuweisen, soweit da-
rauf einzutreten ist und der angefochtene Entscheid ist zu bestätigen.
IV.
1. Ausgangsgemäss sind die Kosten des Berufungsverfahrens in der Hö-
he von Fr. 4'000.– dem unterliegenden Beklagten aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1
- 23 -
ZPO;
§ 5 Abs. 1, § 6 Abs. 1 und § 12 Abs. 1 und 2 GebVO), jedoch zufolge der ihm zu
gewährenden unentgeltlichen Rechtspflege (vgl. nachfolgend E. 2.) einstweilen
auf die Gerichtskasse zu nehmen.
Aufgrund seines Unterliegens ist der Beklagte sodann zu verpflichten, der
Klägerin für das Berufungsverfahren eine Prozessentschädigung zu bezahlen. Mit
Eingabe vom 14. Juli 2021 reichte Rechtsanwalt Y._ seine Honorarnote in
Höhe von Fr. 1'827.30 (einschliesslich MWST und Barauslagen) für seine Bemü-
hungen als Rechtsvertreter der Klägerin dem Gericht ein (Urk. 75). Der Beklagte
hat sich dazu nicht geäussert. Das Honorar erscheint als dem Zeitaufwand und
der Schwierigkeit des Falles angemessen (§ 5 Abs. 1, § 11 Abs. 1 und § 13 Abs.
1 und 2 AnwGebV). Entsprechend ist die Prozessentschädigung auf
Fr. 1'827.30 festzusetzen.
2. Der Beklagte ersucht um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege
für das Berufungsverfahren (Urk. 68 Rz 30 ff.). Die Vorinstanz gewährte ihm mit
Verfügung vom 17. Dezember 2020 die unentgeltliche Rechtspflege (Urk. 69 S.
32 und 35). In finanzieller Hinsicht ist davon auszugehen, dass sich die Verhält-
nisse des Beklagten seither nicht entscheidend verbessert haben, was sich aus
seinen Ausführungen in der Berufungsschrift (unveränderte Einkommens- und
Bedarfsverhältnisse) ergibt. Es konnte zudem nicht von vornherein gesagt wer-
den, dass die Gewinnaussichten des Beklagten im Berufungsverfahren aussichts-
los gewesen seien. Ihm ist dementsprechend unter Hinweis auf die Nachzah-
lungspflicht gemäss Art. 123 Abs. 1 ZPO die unentgeltliche Rechtspflege im Sinne
von Art. 117 ZPO auch für das Berufungsverfahren zu gewähren, und es ist ihm
Rechtsanwalt MLaw X._ als unentgeltlicher Rechtsvertreter zu bestellen. Die
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege entbindet jedoch nicht von der
Pflicht zur Zahlung einer Parteientschädigung an die Gegenpartei (Art. 118 Abs. 3
ZPO).
3. Auch die Klägerin ersucht um Gewährung der unentgeltlichen Rechts-
pflege für das Berufungsverfahren (Urk. 72 S. 5). Nachdem ihr im Rechtsmittel-
verfahren ausgangsgemäss keine Gerichtskosten entstehen und ihr eine Partei-
- 24 -
entschädigung zuzusprechen ist, ist ihr Gesuch um Gewährung der unentgeltli-
chen Rechtspflege, soweit es sich auf die Befreiung der Gerichtskosten bezieht,
zufolge Gegenstandslosigkeit abzuschreiben. Das Gesuch um Bestellung eines
unentgeltlichen Rechtsbeistandes darf gemäss Bundesgericht hingegen nicht
schon deshalb als gegenstandslos geworden abgeschrieben werden, weil der be-
dürftigen Partei eine Parteientschädigung zugesprochen wird. Ein solches Vorge-
hen ist lediglich dann zulässig, wenn die Solvenz der Gegenpartei ausser Zweifel
steht und damit eine Parteientschädigung ohne weiteres als einbringlich gelten
kann. Erweist sich die Zahlungsfähigkeit demgegenüber als unsicher, muss ge-
währleistet bleiben, dass der Anwalt der bedürftigen Partei nötigenfalls durch den
Staat gemäss Art. 122 Abs. 2 ZPO entschädigt wird (BGer 5A_407/2014 vom 7.
Juli 2014, E. 2.2. m.w.H.).
Mit Hinweis auf die Ausführungen in E. 2. vorstehend steht die Mittellosigkeit
des Beklagten fest. Damit ist das Gesuch der Klägerin um Bestellung eines un-
entgeltlichen Rechtsbeistandes materiell zu behandeln. Die Mittellosigkeit der
Klägerin im Sinne von Art. 117 ZPO ist ausgewiesen. Die Vorinstanz hat der Klä-
gerin die unentgeltliche Rechtspflege bereits mit Verfügung vom 5. April 2019 be-
willigt
(Urk. 36). Sie ist vermögenslos (vgl. Urk. 69 Dispositiv-Ziffer 2./6.7) und wird nach
wie vor von der Sozialhilfe unterstützt (Urk. 74/2). Ausserdem war die Klägerin als
rechtsunkundige Partei zur gehörigen Führung des Prozesses auf Rechtsverbei-
ständung angewiesen, zumal auch der Beklagte anwaltlich vertreten wird. Der
Klägerin ist deshalb für das Berufungsverfahren die von ihr beantragte Rechtsver-
tretung beizugeben.
4. Aufgrund der erstellten Mittellosigkeit des Beklagten ist davon auszu-
gehen, dass die der Beklagten zuzusprechende Parteientschädigung voraussicht-
lich uneinbringlich ist. Entsprechend ist in Anwendung von Art. 122 Abs. 2 ZPO
diese direkt aus der Gerichtskasse an Rechtsanwalt MLaw Y._ für seine
Bemühungen als unentgeltlicher Rechtsbeistand der Klägerin im Berufungsver-
fahren auszubezahlen. Mit der Zahlung geht der Anspruch auf den Kanton über.
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