Decision ID: cfccf764-1d28-4632-8dc2-610efc5903ac
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1962,
leidet seit ihrer Kindheit an
einer erst später diagnostizier
ten Schrumpfblase und daher an chronischer
Harn
i
nkontinenz
(vgl.
Urk.
6/4/2-8
;
Urk.
6/40/27
).
Mit Bescheid des Landesamtes für Gesundheit und Soziales Berlin vom
8.
Mai 2002 (
Urk.
6/3/1-2) wurde fest
ge
stellt, dass der Grad der Behinderung der Versicherten 60 betrage; als
Funkti
ons
beeinträchtigungen
wurden eine völlige Harninkontinenz, ein seelisches Lei
den, eine chronische Bronchitis, eine Sehbehinderung sowie ein operiertes
Schild
drü
sen
leiden
genannt.
1.2
Nach ihrer Einreise in die Schweiz im Februar 2010 war
d
ie
Versicherte
von Juli 2010 bis März 2012 bei der
Y._
als Reinigungsangestellte
auf Abruf
tätig (
vgl.
Urk.
6/9/1-7
)
.
Ab April 2012
arbeitete sie für das Dachdeckergeschäft ihres Ehemannes im Stundenlohn (vgl.
Urk.
6/12).
Zudem war sie seit August 2011 in einem Privathaushalt als Raumpflegerin tätig (vgl.
Urk.
6/10).
Unter Hin
weis auf
Bandscheiben
beschwerden
, Inkontinenz und eine Sehbehinderung
meldete sich
die Versicherte
am
1.
Juli 2013
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/1
).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zü
rich, IV-Stelle, klärte die medizinisc
he und erwerbliche Situation ab
und holte
bei der
Z._
ein
polydisziplinäres Gut
achten ein,
das am 1
0.
Juni 20
14
erstattet wurde
(
Urk.
6/40/2-33
)
. Nach durch
geführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/43
;
Urk.
6/45
) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
2.
März 2015
einen
Leistungs
anspruch (
Urk.
6/58
= Urk.
2)
.
2.
Die Versicherte erhob am 1
4.
April 2015
Beschwerde
gegen
die Verfügung vom
2.
März 2015
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und die Sache sei zu neuer Abklärung
und Entscheidung
an die IV-Stelle zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2 oben).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2
6.
Mai 2015 (
Urk.
5) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am 1
2.
August 2015 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
7).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die massgebenden rechtlichen Grundlagen, insbesondere betreffend die
Invali
di
tätsbemessung
(
Art.
16 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG) und den Rentenanspruch (
Art.
28 des Bundes
gesetzes über die Invalidenversicherung, IVG), sind im angefochtenen Entscheid zutreffend wiedergegeben (
Urk.
2 S. 1). Darauf kann, mit den nachstehenden Ergänzungen, verwiesen werden.
1.2
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
ben
bereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unent
geltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerbs
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter an
derem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozi
alen und erwerb
lichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode be
stimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Auf
gabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die
Ge
samtinvalidität
aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittel
ten und gewichteten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 E. 3.3 mit Hin
weisen; vgl. BGE 134 V 9).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vor
akten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.4
In Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften ist auf die Erfah
rungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre
auftrags
rechtliche
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patien
tinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Be
hand
lung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es die unterschiedliche
Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-) Person einer
sei
ts und Be
gutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Exper
ten ander
seits (BGE 124 I 170
E.
4
) nicht zu, ein Administrativ- oder
Gerichts
gut
achten
stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu neh
men, wenn die behandelnden Arztpersonen bzw. Therapiekräfte zu anders
lau
tenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abwei
chende Beurteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Einschä
t
zung
en wich
tige - und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende - Aspekte benen
nen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Ur
teil
des Bundesgerichts
8C_677/2014 vom 2
9.
Oktober 2014 E. 7.2
mit Hin
wei
sen, u.a. auf
SVR 2008 IV Nr
. 15 S. 43 E. 2.2.1 [I 514/06]
).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) davon aus, dass die Beschwerdeführerin bei Gesundheit zu
2
5
%
erwerbstätig und zu
7
5
%
im Haushalt tätig wäre (S.
2 Mitte
). Des Weiteren hielt sie fest, dass der
Be
schwerdeführerin
eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit wie die bisher aus
ge
übte
zu
9
0
% zumutbar sei
. Im Haushalt resultiere eine 15%ige Einschrän
kung, da schwere Tätigkeiten nicht zumutbar seien
(S.
2 unten).
Die
Beschwer
de
gegne
rin
stellte einem
Valideneinkommen
von
Fr.
13‘668.65
ein
Invaliden
ein
kommen
in gleicher Höhe
gegenüber und ermittelte eine Einschränkung von
0
% im Erwerbsbereich, entsprechend einem Teilinvaliditätsgrad von
0
%. Zusammen mit dem Teilinvaliditätsgrad im Haushaltsbereich von
11
%
(Ein
schrän
kung von
15
%
bei einem Anteil von
75
%) resultierte somit ein
Inva
liditätsgrad
von
11
%
, weshalb die Beschwerdegegnerin das Rentenbegehren ab
wies (S.
3
oben
).
Auch bestehe kein Anspruch auf berufliche Eingliederungs
massnahmen (S. 3).
2.
2
Die Beschwerdeführerin stellte sich in ihrer Beschwerde
(
Urk.
1) auf den Stand
punkt,
dass sie
im Gesundheitsfall
zu
100 %
erwerbstätig
wäre
. Sie führt
e
an, es liege ein langjähriges Leiden vor und zwar in Zusammenhang mit der seit ihrer Kindheit bestehenden Blasenproblematik. Dies habe sie dennoch nicht
daran
gehindert, bei der
Y._
eine Anstellung zu einem 100
%-Pensum an
zunehmen. Wegen de
r beginnenden Rückenproblematik
sei es ihr nicht möglich gewesen,
das vorgesehene Pensum von 100
% weiter auszuüben
(S. 2
Ziff.
2)
.
Des Weiteren übte die Beschwerdeführerin Kritik am
Z._
-Gutachten
vom 1
0.
Juni 20
1
4.
So sei ihre massive Sehbehinderung zwar festgehalten, aber nicht richtig gewürdigt worden (S.
3
Ziff.
3.a).
Zudem sei davon auszugehen, dass entgegen der
Z._
-Beurteilung ein
radikuläres
Syndrom vorgelegen habe, habe sie doch Ende Januar 2015 an der Wirbelsäule operiert werden müssen (S.
3 f.
Ziff.
3.b).
Auch habe sich der orthopädische Gutachter trotz anamnestischem Verdacht auf eine beidseits vorhandene Schulterproblematik auf das Vorliegen von nicht organischen Schmerzkomponenten festgelegt (S.
4
Ziff.
3.c). Des Weiteren sei nicht von rezidivierenden, sondern von chronischen Harnwegsin
fekten auszugehen, gebe es doch keine Phasen von spontaner Abheilung (S. 4 f.
Ziff.
3.d).
Schliesslich falle auf, dass der urologische Gutachter eine Psychothe
rapie zur Stabilisation empfohlen habe, während der psychiatrische Experte keine Arbeitsunfähigkeit und auch keine ausgeprägte psychiatrische Komorbi
di
tät fest
ge
stellt
hab
e (S. 5
Ziff.
3.e
).
2.3
Strittig und z
u prüfen
sind
demnach
vorliegend
insbesondere die
Arbeits
fähig
keit sowie die
Qualifi
kation
der Beschwerdeführerin als zu
2
5
%
erwerbstätig und zu
7
5
%
im Haushalt tä
tig
.
3.
3.1
Dr.
med.
A._
,
Facharzt für
Allgemeine
Innere Medizin,
nannte im Bericht
vom 1
5.
September 2013 (
Urk.
6/19/1-3) folgende Diagnosen
mit Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1
):
se
it 2012 bestehende Diskushernie:
Bandscheibenprotrusion
C5,
Protru
sio
n
HWK 6/7 und BWK 1 mit Einengung
Neu
roforamina
;
Anter
o
lis
thesis
L4/5
Seh
behinderung, starke Kurzsichtigkeit
Schrumpfblase,
Selbstkathe
te
risierung
schwere pulm
onale Überblähung (COPD)
Dr.
A._
attestierte
der Beschwerdeführerin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit.
Sie arbeite etwa zwei Stunden
pro Tag mit Unterbrüchen von
zwei bis drei
Pausen
(
Ziff.
1.6)
.
Die Beschwerdeführerin
könne keiner regelmässigen Arbeit nachgehen wegen plötzlichem Auftreten von Blasenbeschwerden oder ein
schiessenden Rückenschmerzen bei Bewegunge
n
(
Ziff.
1.7.1)
. Im Haushalt schätze
er die Arbeitsfähigkeit
auf 50
%
(
Ziff.
1.11)
.
Dr.
A._
gab
zudem
an,
dass auch
angepasste Tätigkeiten nicht verrichtet werden
könnten (
Urk.
6/20/6 Ziff.
11.5-6
).
3.2
Die Urologin am
B._
hielt
mit Bericht vom
4.
Oktober 2013
(
Urk.
6/22/1-3) fest, dass die Beschwerdeführerin durch den fünf Mal täglich no
t
wendigen Selbstkatheterismus eingeschränkt sei (örtlich, hygienisch; Ziff. 1.1) und verwies im Übrigen
auf
die Beurteilung durch
Dr.
A._
.
3.3
Der
Leiter
der Orthopädie am
B._
hielt
mit Bericht vom 2
7.
Mai 2014 (
Urk.
6/44/9) fest, dass die von der Beschwerdeführerin angegebenen Be
schwerden durch die
Foraminalstenose
L4/5 rechts bei degenerativer
Olisthese
L4/5 gut zu erklären seien.
3.4
Das polydisziplinäre Gutachten der Ärzte des
Z._
vom 1
0.
Juni
2014
(Urk.
6/40/2-33)
basiert auf einer
allgemeininternistisch
en, einer psychiatri
schen
, einer
orthopädisch
en,
einer
ophthalmologisch
en, einer
urologisch
en
und
einer
gynäkologisch
en
Untersuchung sowie den vorhandenen Akten (vgl. S. 1 unten). Die Ärzte des
Z._
nannten folgende
Hauptd
iagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S.
2
7
f.
Ziff.
5.1):
c
hronisches lumbal betontes panvertebrales Schmerzsyn
drom ohne
radi
kuläre
Sym
p
tomatik
anamnestisch
er
Verdacht auf leichtes
subakromiales
Impingement
Schul
ter b
eidseits
(bei der aktuellen Untersuchung nicht eindeutig verifi
zierbar)
verminderte Sehfähigkeit
rechts > links
rezidivierende
Harnwegsinfekte
unter Selbstkatheterismus seit 2003
Aus
allgemeininternist
ischer Sicht wurde festgehalten, dass
aufgrund der COPD keine zumutbare Arbeitsfähigkeit für körperlich schwer belastende berufliche Tätigkeiten bestehe. Für körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten
bestehe
eine volle Arbeits- und Leistungsfähigkeit (S. 8
Ziff.
3.4).
Im Rahmen der psychiatrischen Beurteilung wurde
ausgeführt
, dass
mit Aus
nahme der chronischen Schmerzstörung keine weitere psychiatrische Störung diagnostiziert werden könne. Eine Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht bestehe nicht. Daher könne es der Beschwerdeführerin zugemutet werden, trotz der geklagten Beschwerden die nötige Willensanstrengung aufzubringen, um ganztags einer beruflichen Tätigkeit nachgehen zu können (S. 12
Ziff.
4.1.5).
Der orthopädische Gutachter
gab an, die Beschwerdeführerin leide seit etwa 20 Jahren an lumbal betonten panvertebralen Rückenschmerzen, welche sich seit etwa eineinhalb Jahren deutlich verstärkt hätten. Zudem bestünden seit etwa einem halben Jahr beidseitige Schulterschmerzen (S.
17
Ziff.
4.2.4). Aufgrund der Untersuchung ergäben sich pathologische Befunde vor allem an der unteren Lendenwirbelsäule, in geringerem Ausmass auch an der Halswirbelsäule. Ins
ge
samt dürfe von einer verminderten Belastungsfähigkeit des Bewegungsappa
rates ausgegangen werden, doch ergäben sich auch Hinweise auf
nichtorgani
sche
Schmerzkomponenten (S.
18 Mitte).
In Bezug auf die bisherige Tätigkeit in der Reinigung könne von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden.
Für körperlich leichte Tätigkeiten in wechselnder Position, wo eine Hebe- und
Trag
limite
von 5 kg nur ausnahmsweise und von 10 kg nicht überschritten werde und keine Zwangshaltungen des Rumpfes oder Kopfes und keine Bewe
gungen der Arme oberhalb der Horizontalen vorkämen, bestehe eine zeitlich und
leis
tungs
mässig
uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit (S. 19 oben).
Aus
ophthalmologisch
er Sicht bestehe eine 10%ige Einschränkung der Arbeits
fä
higkeit für alle in der freien Wirtschaft verwertbaren beruflichen Tä
tigkeiten. Aufgrund des reduzierten Stereosehens seien potentiell gefährliche Arbeitsplätze für die Beschwerdeführerin weniger geeignet (S. 22
Ziff.
4.3.5).
Im Rahmen
der
urolog
ischen Beurteilung wurde
ausgeführt, dass eine Arbeits
un
fähigkeit von 10 % vorliege. Für schwere Tätigkeiten bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Sämtliche Tätigkeiten könnten nur an Orten durchgeführt werden, an denen Toiletten vorhanden seien (S. 24
Ziff.
4.4.5). Aufgrund der jahrzehntelangen Anamnese sei aus urologischer Sicht eine Psy
chotherapie zur Stabilisation zu empfehlen (S. 25
Ziff.
4.4.8).
In der
Gesamtbeurteil
ung hielten die Ärzte des
Z._
fest, dass
für körperlich schwer belastende Tätigkeiten
seit 2002
eine volle Arbeitsfähigkeit bestehe
. Für die bisherige Tät
igkeit als Reinigerin bestehe eine
Einschränkung der Arbeits
fähigkeit
von 50
%
. Für körperlich leichte bis mittelschwere, angepa
sste Tätig
kei
ten
bestehe
eine Arbeitsfähigkeit
und Leistungsfähigkeit von 90
%
,
dies sich
er ab Begutachtungszeitpunkt
.
Die Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit
aus oph
thalmologischer und urologischer Sicht
würden sich nicht addieren, sondern ergänzen
. Für angepasste Tätigkeiten sei vorangehend keine länger dauernde relevante A
rbeitsunfähigkeit
dokumentiert. Im Haushalt
bestehe eine Einschrän
kung für schwer belastende Tätigkeiten von insgesamt
15
%
(S. 30 Mitte)
.
Aus orthopädischer Sicht scheine vor allem die Etablierung eines
Rückenprogramm
s
sinnvoll
. Als nächster Schritt wären selektive Infiltrationen denkbar
(S.
30
Ziff.
6.7)
.
3.
5
Dem Bericht des
Leiter
s
der Orthopädie am
B._
vom 1
9.
August 2014 (
Urk.
6/44/7) sind die Diagnosen eines
lumboradikulären
Syndrom
s
L4 links
bei
Foraminalstenose
L4/5
mit
Olisthese
Meyerding
Grad I sowie
Osteo
chondrose
L5/S1 zu entnehmen.
Eine
erneute
CT-
gesteuerte
Infiltration sei wir
kungslos geblieben
. Die Beschwerdeführerin leide an Kreuzschmerzen und habe immer wieder ausstrahlende Beschwerden
(
vgl. auch Bericht vom 1
7.
Juni 2014,
Urk.
6/44/8
, wonach
bereits
im Juni 2014 eine CT-gesteuerte Wurzel
infiltration L4/5 links erfolgt war
).
3.
6
Dem
Bericht
der Ärzte des
C._
, Klinik und Poliklinik für
Otorhinolar
yngologie, Hals- und Gesichtschirurgie, vom
1.
Oktober
2014 (Urk. 6/48
) ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin im Oktober
2013 rechts einen Hörsturz erlitten hatte
(vgl. auch Bericht des
C._
vom 1
3.
Februar 2014,
Urk.
6/27)
. Die Hörminderung sei seither persistierend und deutlich störend. Zuvor hätten nie Hörprobleme bestanden. Aufgrund der Beschwerden, insbesondere im
Störlärm
, profitiere die Beschwerdeführerin von einem Hörgerät (
Ziff.
7).
3.
7
Die
Ärzte des
Z._
wiesen in ihrer Stellungnahme
vom 2
9.
Januar
20
15 (Urk.
6/56) darauf hin, dass
das zwischenzeitlich durchgeführte
MRI
der LWS
eine
rezessale
Einengung L
4/5
auf
der
rechte
n
Seite
beschrieben
habe
(
S.
1 Ziff.
1)
.
Eine ausstrahlende Symptomatik links lasse sich dadurch kaum begrün
den
(S.
2
Ziff.
2)
.
In der Folge sei eine CT-gesteuerte Infiltration durchgeführt worden, jedoch auf der linken Seite
(
S.
1 Ziff. 1). Zur neu gestellten Diagnose eines
lumboradikulären
Syndrom
s
L4 links
hielten die Ärzte zudem fest, dass die klinischen Befunde a
nlässlich ihrer Untersuchung keine Hinweise auf eine akute
radikuläre
Symptomatik
ergeb
en
hätten (S. 2
Ziff.
2).
Die bei wiederholter Durchführung offenbar vollständig fehlende Wirkung der Infiltration deute darauf hin, dass die Schmerzursache eher nicht im vermuteten Bereich liege (S.
2 oben).
Sämtliche objektivierbaren Befunde könnten zwar eine verminderte
Be
lastungsfähigkeit
des unteren Rumpfanteils begründen, nicht aber eine Ein
schränkung in körperlich adaptierten Tätigkeiten. Entsprechend werde an der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit gemäss Gutachten vom 1
0.
Juni 2014 festge
halten (S. 2 oben).
3.
8
Dem Operationsb
ericht
des
Leiter
s
der Orthopädie am
B._
ist zu entnehmen, dass am 2
8.
Januar 20
15
eine
Repositionsspondylodese
L4/5 durch
geführt
wurde,
bei beidseitiger Stenose bei
Olisthesis
L4/5 (
Urk.
3/1)
. Im
Aus
trittsbericht
vom
2.
Februar 2015 (Urk.
3/2) wurde ein
lumboradikuläres
Syn
drom L4 beidseits diagnostiziert
. Zudem wurde über einen komplikationslosen postoperativen Verlauf berichtet.
4.
4.1
Die Expertise
der Ärzte des
Z._
samt ergänzende
r Stellungnahme
erfüllt die Anforderungen an den Beweiswert medizinischer Berichte im Sinne der Recht
sprechung (vgl. vorstehende E.
1.
3
) vollumfänglich.
Sie
setzt sich mit allen Aspekten der gesundheitlichen Beeinträchtigungen auseinander und berück
sich
tigt insbesondere auch sämtliche bis dahin eingegangenen ärztlichen Unter
suchungsberichte. Insgesamt ist das Gutachten umfassend und vermag zu über
zeugen.
Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch die Ärzte des
Z._
erscheint
nachvoll
ziehbar.
So
erfolgte unter anderem eine ausführliche Befunderhebung aus
ophthalmologische
r Sicht und es wurde eine 10%ige Einschränkung der Arbeits
fä
higkeit festgestellt. Soweit die Beschwerdeführerin geltend machte, dass ihre
Sehbehinderung nicht richtig gewürdigt wurde, vermag dies nicht zu überzeu
gen
. Es liegt denn auch keine andere ophthalmologische Beurteilung vor, wel
che die Beurteilung im
Z._
-Gutachten in Zweifel ziehen würde
.
Die Beschwerdeführerin machte zu Recht geltend
, dass betreffend die
Schulter
problematik
nur klinische Tests durchgeführt wurden, die den anamnestisch erhobenen Eindruck auf ein
subakromiales
Impingement
beider Schultern nicht verifizieren
konnt
en
(vgl. Urk.
6/40/2-33
S. 1
8
Mitte
)
. Die Ärzte des
Z._
hielten jedoch fest
, dass insgesamt von einer verminderten Belastungsfähigkeit des Bewegungsapp
arates auszugehen sei. Zudem berücksichtigten sie
beim
Anfor
de
rungsprofil
für eine angepasste Arbeit, dass keine Bewegungen der Arme ober
halb der Horizontalen vorkommen dürften
(Urk.
6/40/2-33
S. 19 oben
)
.
Im Zeitpunkt der Begutachtung stellten die Ärzte des
Z._
keine Hinweise auf ein
radikuläres
Syndrom fest. In ihrer Stellungnahme
vom 2
9.
Januar
2015 (Urk. 6/56) führten sie aus, dass sich durch die zusätzlichen Abklärungen des
Leiters der Orthopädie am
B._
keine wesentlichen neuen Er
kenn
t
nisse in Bezug auf die Rückenproblematik der Beschwerdeführerin ergä
ben. Die
objektivierbaren Befunde könnten keine Einschränkung in körperlich adap
tier
te
n
Tätigkeiten begründen (S. 2 oben).
Entsprechend hielten die Ärzte des
Z._
auch in Kenntnis der aktuellen orthopädischen Berichte, in welchen ein
lumboradi
kuläres
Syndrom L4
diagnostiziert wurde, an ihrer Einschätzung der Arbeits
fähigkeit fest.
Aus urologischer Sicht wurde im
Z._
-Gutachten festgehalten, dass nur Tätigkei
ten an Orten möglich seien, an denen eine Toilette in der Nähe sei.
Soweit die Beschwerdeführerin geltend machte, dass es sich nicht um rezidivierende, son
dern chronische Harnwegsinfekte handle, ist auf den Bericht der Fachärztin für Urologie am
B._
vom 1
9.
Dezember 2012 (Urk.
6/22/8-9) zu ver
weisen, welche ebenfalls von rezidivierenden Harnwegsinfekten spr
a
ch.
Im
Übri
gen ist die genaue Diagnose von „rezidivierenden“ oder „chronischen“ Harn
wegsinfekten für die entscheidende Frage nach der Arbeitsfähigkeit nicht wesentlich.
Schliesslich vermag auch die psychiatrische Beurteilung zu überzeugen, wonach aus psychiatrischer Sicht keine Arbeitsunfähigkeit besteht.
So ergaben die Schilderungen der Beschwerdeführerin keine Hinweise auf Veränderungen der Stimmung oder des Antriebes. Vielmehr gab sie an, dass es ihr noch nie so gut gegangen sei (Urk.
6/40/2-33
S.
11 und S.
12
)
. Die Beschwerde
führerin befindet sich nicht in psychiatrischer Behandlung und fühlt sich selbst aufgrund ihrer
körperlichen Beschwerden nur noch beschränkt arbeitsfähig (Urk. 6/40/2-33 S. 13
oben
)
.
Die Empfehlung des urologischen Gutachters zu ei
ner Psychotherapie zur Stabilisation
vermag d
aran nichts zu ändern, kann dar
aus doch auch noch nicht auf eine Beeinträchtigung der
Arbeitsfähigkeit ge
schlossen werden
.
4.2
Soweit
der Hausarzt
Dr.
A._
von einer vollen Arbeitsunfähigkeit
auch in einer angepassten Tätigkeit
ausgeht, vermag dies das Gutachten nicht in Zweifel zu ziehen, zumal bei der Beweiswürdigung der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen ist, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Ver
trauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (vgl. E.
1.
4
). Zudem
differenzierte
Dr.
A._
nicht zwischen su
bjektiven Angaben und objektivem Befund
(vgl.
Urk.
6/19/2
Ziff.
1.4.2) und attestierte
der Beschwerde
führerin
eine volle Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit, ohne dies zu begründen (
Urk.
6/20/6 Ziff. 11.5-6).
In den
zeitlich nach der Begutachtung im
Z._
ergangenen
medizinischen
Berich
ten
finden sich keine Beurteilungen
de
r Arbeitsfähigkeit. Auch ergeben sich daraus keine wesentlichen neuen Erkenntnisse
, welche das Gutachten der Ärzte des
Z._
in Frage stellen würden.
Die Beschwerdeführerin unterzog sich Ende Januar 20
15
einer Operation der Wirbelsäule. In der Beschwerde führte sie dazu aus, dass zurzeit noch nicht klar
sei, ob sich diesbezüglich eine Besserung ergeben habe (
Urk.
1 S.
4 oben).
Dies ist für die Beurteilung des vorliegenden Falles indessen nicht massgebend. So
konnte im Zeitpunkt der
angefochtenen
Verfügung
vom
2.
März 2015, mit wel
cher das Verwaltungsverfahren abgeschlossen wurde,
jedenfalls noch nicht von einer stabilen Veränderung ausgegangen werden.
4.3
Nach dem Gesagten kann auf das Gutachten der Ärzte
des
Z._
vom Juni 2014
samt ergänzende
r Stellungnahme vom Januar 2015
abgestellt werden, wonach bei der Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit eine
9
0%ige Ar
beits
fähigkeit besteht.
Der medizinische Sachverhalt ist als in diesem Sinne erstellt zu betrachten.
Wei
tere Abklärungen sind nicht erforderlich.
5.
Die Beschwerdegegnerin ermittelte das
Valideneinkommen
gestützt auf die
Lohn
statistik
gemäss der Lohnstrukturerhebung des Bundesa
mtes für Statistik (LSE), da die
Beschwerdeführer
in
seit ihrer Einreise in die Schweiz
kein fixes Einkommen, sondern
verschiedene
Einkommen
im Stundenlohn erzielt habe, welche monatlich, je nach Einsätzen, sehr unterschiedlich
gewesen seien
(vgl.
Urk.
6
/
41
S.
1).
Auch das Invalideneinkommen berechnete sie gestützt auf
den
selben
Tabellenlohn
(vgl.
Urk.
6
/
41 S.
2
)
.
Dieses Vorgehen ist nicht zu bean
standen.
Angesichts
der 9
0%ige
n
Arbeitsfähigkeit
in einer angepassten Tätigkeit
kann
das Ausmass der Erwerbstätigkeit
der Beschwerdeführerin
im Gesundheitsfall
offen gelassen werden,
ergäbe sich
doch
selbst bei
einer
Qualifikation der Be
schwerdeführerin als Vollerwerbstätige
– welche nach der Aktenlage indessen nicht
zu überzeugen vermag
–
ein rentenausschliessender
Invaliditätsgrad
.
Damit erweist sich die anspr
uchsverneinende Verfügung vom
2.
März 2015
(
Urk.
2) als zutreffend, womit die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist.
6.
Die Kosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind ermessensweise auf
Fr.
600
.-- fest
zusetzen und ausgangsgemäss de
r
Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen.