Decision ID: c8ab034f-f79f-4f69-aaeb-6c0be9d8d176
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1968 geborene
X._
war zuletzt
ab
2.
April 2007 als Reini
gungs
mitarbeiterin bei der
Y._
angestellt.
Am 2
6.
Mai 2014 kün
digte die Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis per 3
1.
Juli 2014
teilweise
, sodass die Versicherte a
b dem
1.
August 2014
für ihre Arbeitgeberin
noch in einem Pen
sum von
knapp 55
%
(23 Stunden pro Woche)
tätig
war
(
Urk.
8/1 und
Urk.
8/3).
Am
2.
Oktober 2014
meldete
sie sich
unter Hinweis auf die erfolgte Teilkündigung
beim
R
egionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV)
Z._
_
zur
Arbeits
vermitt
lung an
und beantragte
am 14. Oktober 2014
die Ausrichtung von
Arbeitslo
sen
entschädigung (
Urk. 8/4, Urk.
8/6
).
Die
Unia
Arbeitslosenkasse richtete ihr daraufhin vom
2.
Oktober 2014 bis
30. Juni
2015
volle
Taggelder aus (
Urk.
8/4,
Urk.
8/8 und
Urk.
8/13), ohne einen Zwi
schen
verdienst anzurechnen
(vgl.
Urk.
8/27)
.
Mit Verfügung vom
6.
Oktober 2017 (
Urk.
8/19) forderte sie
von der Versicherten
- unter Hinweis auf unvollständige Abklärungen beziehungsweise Unterlagen zu Beginn der Rahmenfrist Leistungsbezug - einen Betrag von
Fr.
22'167.
65 zurück.
Die vo
n der
Versicherten gegen diesen Entscheid erhobene Einsprache vom
6. November 2017
(Urk.
8/22
)
, ergänzt am
8.
Dezember 2017 (
Urk.
8/24)
,
wies die Arbeitslosenkasse am
4.
April 2018
ab (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte am
4.
Mai 2018 Beschwerde (Urk. 1) und bean
tragte, der angefochtene
Einspracheentscheid
sei aufzuheben und es sei von einer
Rückforderung abzusehen. Eventualiter sei der Rückforderungsbetrag angemessen
zu reduzieren.
Dazu reichte
sie
mehrere Unterlagen ein (
Urk.
3
/
3-24).
Am 3
0.
Mai 2018 beantragte die Arbeitslosenkasse, die Beschwerde sei
abzuweisen (Urk. 7). Mit Replik vom
6.
Juli 2018 (
Urk.
12)
hielt die Beschwerdeführerin an ihren An
trägen fest und legte am 1
1.
Juli 2018 ein weiteres Aktenstück auf (
Urk.
14-15). Mit Duplik vom 1
6.
Juli 2018 (
Urk.
18) hielt die Beschwerdegegnerin ebenfalls an ihrem Antrag fest,
was
der Beschwerdeführerin
mit Verfügung vom
1
8.
Juli 2018
zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
21
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Der Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung setzt unter anderem voraus, dass die versicherte Person ganz oder teilweise arbeitslos ist (
Art.
8
Abs.
1
lit
. a des
Bun
desgesetz
es
über die obligatorische Arbeitslosenversicherung
und die Insol
venz
entschädigung,
AVIG
). Als ganz arbeitslos gilt, wer in keinem Arbeitsver
hältnis steht und eine Vollzeitbeschäftigung sucht (
Art.
10
Abs.
1 AVIG). Als teilweise arbeitslos gilt, wer eine Teilzeitbeschäftigung hat und eine Vollzeit- oder eine weitere Teilzeitbeschäftigung sucht (
Art.
10 Abs. 2
lit
. b AVIG).
Zu den gesetzlichen Anspruchsvoraussetzungen gehört ferner, dass die versi
cherte Person einen anrechenbaren Arbeitsausfall erlitten hat (
Art.
8
Abs.
1
lit
. b AVIG). Arbeitsausfall heisst Ausfall an normaler Arbeitszeit. Dieser ist nach der Rechtsprechung in der Regel aufgrund der im Beruf oder Erwerbszweig der ver
sicherte
n
Person allgemein üblichen Arbeitszeit zu ermitteln (Nussbaumer, Arbeits
losenversicherung, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], 3. Aufl
.
2015, S. 2310
Rz
151). Nach
Art.
11
Abs.
1 AVIG ist der Arbeitsausfall anrechen
bar, wenn er einen Verdienstausfall zur Folge hat und mindestens zwei aufein
anderfolgende volle Arbeitstage dauert. Kumulativ erforderlich ist damit ein Ver
dienstausfall und ein Mindestarbeitsausfall (Nussbaumer, a.a.O., S. 2311
Rz
153).
1.2
Nach
Art.
24 AVIG gilt als Zwischenverdienst jedes Einkommen aus unselb
stän
diger oder selbständiger Erwerbstätigkeit,
das
der Arbeitslose innerhalb einer Kon
trollperiode erzielt. Der Versicherte hat Anspruch auf Ersatz des Verdienst
aus
falls (
Abs.
1). Als Verdienstausfall gilt die Differenz zwischen dem in der Kon
trollperiode erzielten Zwischenverdienst, mindestens aber dem berufs- und orts
üb
lichen Ansatz für die betreffende Arbeit, und dem versicherten Verdienst; ein Nebenverdienst (
Art.
23
Abs.
3 AVIG
) bleibt unberücksichtigt (Abs. 3).
1.3
Der Versicherungsträger kann auf formell rechtskräftige Verfügungen, welche nicht Gegenstand materieller richterlicher Überprüfung gebildet haben, zurück
kommen, wenn diese zweifellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (sogenannte Wiedererwägung; Art. 53 Abs. 2 und 3
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
],
BGE 144 I 103 E. 2.2, 141 V 405 E. 5.2, 138 V 147 E. 2.1 mit Hinweis).
1.4
Laut
Art.
95
Abs.
1 AVIG richtet sich die Rückforderung ausser in den Fällen nach
Art.
55 und
Art.
59c
bis
Abs.
4 AVIG nach
Art.
25 ATSG. Gemäss
Art.
25 Abs.
1 ATSG sind unrechtmässig bezogene Leistungen zurückzuerstatten. Wer
Leis
tungen in gutem Glauben empfangen hat, muss sie nicht zurückerstatten, wenn
eine grosse Härte vorliegt.
Der Rückforderungsanspruch erlischt mit dem Ablauf eines Jahres, nachdem die Versicherungseinrichtung davon Kenntnis erhalten hat, spätestens aber mit dem Ablauf von fünf Jahren nach der Entrichtung der einzelnen Leistung. Wird der Rückerstattungsanspruch aus einer strafbaren Handlung hergeleitet, für welche das Strafrecht eine längere Verjährungsfrist vorsieht, so ist diese Frist massge
bend (
Art.
25
Abs.
2 ATSG).
Eines
Rückkommenstitels
bedarf es auch dort, wo eine Leistung – wie hier – zulässigerweise mit formlosem Entscheid zugesprochen worden ist, insbesondere mit einer Leistungsabrechnung, und dieser Entscheid eine vergleichbare Rechts
beständigkeit erreicht hat wie eine unangefochten gebliebene Verfügung. Eine solche Rechtsbeständigkeit tritt für die Verwaltung nach Ablauf der Zeitspanne
ein, die der Rechtsmittelfrist bei formellen Verfügungen entspricht, also nach 30
Tagen
(BGE 129 V 110; Urteil des Bundesgerichts 8C_789/2014 vom 7. Septem
ber 2015 E. 2.2).
1.
5
Bei
den genannten
Fristen handelt es sich um Verwirkungsfristen, die immer und von Amtes wegen zu berücksichtigen sind (BGE 133 V 582 E. 4.1; 128 V 12 E. 1).
Geht die
unrechtmässige
Leistungsausrichtung auf einen Fehler des Versiche
rungs
trägers zurück, beginnt die einjährige Frist nicht mit der Leistungsaus
richtung zu laufen,
massgebend
ist vielmehr der (spätere) Zeitpunkt, in welchem der Versicherungsträger anlässlich einer Kontrolle
zumutbarerweise
den Fehler hätte entdecken können (vgl. BGE 124 V 383) beziehungsweise entdeckt hat.
Massgebend
ist also nicht der ursprüngliche Irrtum, sondern erst ein zweiter Anlass, nämlich die zumutbare Kenntnis über den ursprünglichen Irrtum (
Kieser
, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. 2015, N
58 zu
Art.
25 ATSG mit Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Massgebend
für den Beginn der absoluten Frist von fünf Jahren ist der tatsächliche Bezug der einzelnen Leistung.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren
Einsprachee
ntscheid
(
Urk.
2) damit, dass
die Arbeitgeberin der Beschwerdeführerin per 3
1.
Juli 2014 eine Teilkün
di
gung ausgesprochen habe. Obwohl das Arbeitsverhältnis somit teilweise weiter
bestand
en habe
, habe
die Beschwerdeführerin
auf den Formularen
«A
ngaben der versicherten Perso
n»
jeweils die Frage, ob sie im entsprechenden Monat gearbeitet habe, verneint. Die Beschwerdegegnerin habe die Weiterbeschäftigung irrtüm
licherweise nicht beachtet und ihr deshalb von Oktober 2014 bis Juni 2015 Taggelder ausgerichtet, ohne das weiterhin erzielte Einkommen an die Arbeits
losenentschädigung anzurechnen.
Sie habe deshalb m
it
Verfügung vom 6.
Okto
ber 2017
zu Recht und
rechtzeitig Leistungen im Umfang von Fr.
22'167.65
von ihr
zurückgefordert
. Allfällige fehlende Deutschkenntnisse und ungenügende Lesefähigkeiten der Beschwerdeführerin würden nichts daran ändern, dass die aus
gerichteten Leistungen weitgehend zu Unrecht erfolgt seien, ebenso wenig der Umstand, dass die Beschwerdegegnerin
davon
hätte
Kenntnis haben müssen, dass die Beschwerdeführerin weiterhin ein Einkommen bei ihrer Arbeitgeberin erziel
t
e
(S. 1-
3).
Im Laufe des Verfahrens brachte sie erneut vor, den Rückforderungsanspruch rechtzeitig geltend gemacht zu haben und begründete dies eingehend (
Urk.
7).
Weiter wies sie darauf hin (
Urk.
18), dass die Beschwerdeführerin ihr nie ihr monatlich erzieltes Einkommen deklariert habe. Ebenso wenig habe sie sich erkundigt, weshalb ihre Arbeitslosenentschädigung trotz weiterhin erzieltem Ein
kommen so hoch ausfalle und sie als
teilweise A
rbeitslose
höhere Einnahmen habe
als vor der Anmeldung bei der Arbeitslosenversicherung.
2.2
D
i
e Beschwerdeführer
in
stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1),
ihrer Anmeldung bei der Arbeitslosenversicherung sei klar zu entnehmen, dass sie sich als teilzeitbeschäftigt gemeldet habe. Auch der Teilkündigung, dem
Arbeitsvertrag, der Arbeitgeberbescheinigung und den Lohnkontoauszügen könne
entnommen werden, dass sie bei ihrer Arbeitgeberin noch immer in einem Pen
sum von rund 23 Stunden pr
o Woche engagiert geblieben sei. Dass sie im Antrag auf Arbeitslosenentschädigung unter Frage 12 das Kästchen «Nein» statt
«J
a
»
angekreuzt habe, sei vor diesem Hintergrund offensichtlich ein Versehen. Die Beschwerdegegnerin könne sich deshalb nicht auf den Standpunkt stellen, nichts
von ihrer
Teilzeitbeschäftigung
gewusst zu haben (S. 3-4). Nachdem
die Be
schw
er
degegnerin zudem
seit Oktober 2014 von ihrer Erwerbstätigkeit gewusst habe, sei die Rückzahlung am
6.
Oktober 2017 offensichtlic
h verspätet eingefordert wor
den
(S. 6-7)
.
Richtigerweise habe die Beschwerdegegnerin nicht vorgebracht, sie habe unwahre oder unvollständige Angaben gemacht
. Vielmehr habe sie
die Rückforderung mit unvollständigen Abklärungen beziehungsweise Unterlagen zu Beginn der Rahmenfrist begründet.
Solche hätten jedoch keinesfalls vorgelegen.
D
ie Beschwerdegegnerin
habe
ihren Anspruch schlicht fehlerhaft berechnet. Dies
sei nicht ihr, sondern der Beschwerdegegnerin zuzurechnen. Sie habe ihre Arbeit
s
tätigkeit stets kommuniziert und im Oktober 2014 mehrfach dargelegt. Dennoch seien ihr von Anfang an Leistungen basierend auf einer 100%igen Erwerbs
losigkeit ausgerichtet worden. Diesen Fehler habe sie aufgrund ihrer Sprach- und
Rechtsunkundigkei
t
nicht bemerken können (S. 9).
Im Laufe des Verfahrens bestritt sie, dass die Beschwerdegegnerin den Rückfor
de
rungsanspruch rechtzeitig geltend gemacht habe und begründete dies detailliert (
Urk.
12).
3.
3.1
Der Beschwerdeführerin wurden von
2.
Oktober 2014 bis 30. Juni 2015 volle Taggelder ausgerichtet, obwohl sie in derselben Zeit einen Zwischenverdienst erzielte. Die Abrechnungen von Oktober 2014 bis Juni 2015, bei welchen der Zwischenverdienst jeweils fälschlicherweise nicht
einbezogen
wurde, erweisen sich
damit
als zweifellos
unrichtig (vgl. dazu auch BGE 126 V 401 E. 2b/
bb
)
.
Am 6. Oktober 2017 erfolgte die rückwirkende Korrektur der Taggeldabrechnungen für den Zeitraum Oktober 2014 bis Juni 2015 (Urk. 8/28), woraus sich ein Betrag von insgesamt Fr. 22'167.65 an
zuviel
bezogenen Taggeldleistungen ergibt. Damit steht die Unrechtmässigkeit des Taggeldbezugs als Grundlage der Rückforderung in dieser Höhe fest; in
masslicher
Hinsicht wurde diese denn auch nicht bestritten.
Die rückwirkende Änderung einer Leistungsausrichtung setzt nicht voraus, dass die versicherte Person die fehlerhafte Leistungsausrichtung kausal zu verantwor
ten hat oder dass diese auf einer Meldepflichtverletzung beruht; eine Rück
er
stattungspflicht kann sich mithin auch dann ergeben, wenn der unrechtmässige Bezug auf das Verhalten des Versicherungsträgers zurückzuführen ist (
Kieser
, a.a.O., N 16-17 zu Art. 25
ATSG
).
Ob die Nichtberücksichtigung des Zwischenver
dien
s
tes auf einen der Beschwerdegegnerin anzulastenden Fehler zurückzuführen ist
oder ob die Beschwerdeführerin den Antrag auf Arbeitslosenentschädigung un
sor
g
fältig ausgefüllt hat, ist
damit
unerheblich, ändert sich doch in beiden Fällen nichts an der zweifellosen Unrichtigkeit der Abrechnungen.
Die diesbezügliche Problematik wi
rd vielmehr
im Erlassverfahren
in Bezug auf die Frage der Gut
gläubigkeit der Beschwerdeführerin zu prüfen sein.
Aus demselben Grund kann
offen bleiben
, ob
sie
die Beschwerdegegnerin
nicht
auf die falschen Abrech
nungen hätte aufmerksam machen müssen. Immerhin
erzielte sie mit ihrer nach der Teilkündigung weiterhin ausgeübten Tätigkeit sowie den zusätzlich ausge
richteten Arbeitslosentaggeldern ab Oktober 2014 ein mehr als 1.75 mal höheres durchschnittliches Monatseinkommen als ihr im Jahr vor der Teilkündigung von ihrer Arbeitgeberin durchschnittlich pro Monat
aus
bezahlt
wo
rde
n war
(vgl. dazu Abrechnungen ALV Oktober 2014 bis Juni 2015,
Urk.
8/27; Auszug aus dem
Lohnkonto von Oktober 2014 bis Juni 2015,
Urk.
8/18
,
und Auszug aus dem Lohn
konto von August 2013 bis Juli 2014,
Urk.
8/2). E
s ist zu erwarten, dass e
in
e solche Einkommensdifferenz
auch bei Sprach- und
Rechtsunkundigkeit
bemerkt
wird
.
Angesichts der Höhe der zu Unrecht gewährten Leistungen ist
die Berichtigung
der Abrechnungen zudem von erheblicher Bedeutung
, sodass die Voraus
setz
un
gen für ein wiedererwägungsweises Zurückkommen auf die
Leistungsausrichtung erfüllt sind
.
3.2
Zu prüfen bleibt, ob d
e
r
Rückforderung
sanspruch
nicht bereits verwirkt ist.
Wie bereits dargelegt und entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin
(vgl. etwa
Urk.
12)
begann die einjährige Verwirkungsfrist nicht mit der Leistungsaus
rich
tung zu laufen,
sondern erst im
Zeitpunkt,
in welchem die Beschwerdegegnerin
anlässlich einer Kontrolle
zumutbarerweise
hätte entdecken können
, dass diese mehrheitlich zu Unrecht
ausgerichtet wurde (E. 1.5
hievor
). Den Akten ist zu
entnehmen, dass
die Beschwerdegegnerin
in Anwendung des Bundesgesetzes über
Massnahmen
zur Bekämpfung der Schwarzarbeit (BGSA) einen Abgleich mit den Daten der AHV-Ausgleichskasse vornahm, um eine Überschneidung der Arbeits
lo
sen
entschädigung mit AHV-Beitragszeiten zu prüfen.
Die Rückerstattungsvor
aus
setzungen musste sie frühestens bei Eingang des
dafür erforderliche
n
Auszug
s
aus dem individuellen Konto der Beschwerdeführerin
vom
2.
Februar 2017
(Urk. 8/14)
erkennen.
Nach
dessen
Eingang bemühte sie sich in Nachachtung des Untersuchungsgrundsatzes zu Recht um
eine
weitere Abklärung des Sachverhalts, indem sie die entsprechenden Lohnjournale und eine Arbeitgeberbescheinigung bei der Arbeitgeberin der Beschwerdeführerin einforderte (
Urk.
8/15). Diese wur
den ihr
mit Schreiben vom
1
4.
Juni 2017 zugestellt (
Urk.
8/16-18). Unter diesen Umständen begann die Verwirkungsfrist erst zu laufen, als die
Beschwerde
geg
nerin
keine weiteren Abklärungen mehr zu treffen hatte. Das war nach Eingang der Auskünfte der Arbeitgeberin der Fall. Denn erst zu diesem Zeitpunkt konnte sie erkennen, dass und in welchem Umfang sie zu Unrecht Leistungen aus
gerichtet hatte
(vgl. zum Ganzen auch Urteil des Bundesgerichts 8C_617/2017 vom 1
2.
Januar 2018 E. 4.2).
Mit Erlass der
Rückerstattungsverfügung
vom
6.
Oktober 2017 (
Urk.
8/19)
hat
sie
den Rückforderungsanspruch
demnach
recht
zeitig geltend gemacht.
3
.3
Die Rückforderung der Beschwerdegegnerin gegenüber de
r
Beschwerdeführer
in im Umfang von
Fr.
22'167.65
ist
zusammenfassend
zu bestätigen
. Für eine Reduktion
de
s
Rückforderung
sbetrags
besteht kein Anlass, die Beschwerde
füh
rerin begründete ihren diesbezüglichen Antrag denn auch nicht weiter.
Die Beschwerde ist damit abzuweisen.
4
.
Die Beschwerdeführerin wies darauf hin, dass sie erhebliche finanzielle
Schwie
rig
keiten habe und eine Rückzahlung des geforderten Betrages nicht möglich sei.
Diesbezüglich ist festzuhalten, dass die Fragen des guten Glaubens beim Empfang der Rentenleistungen und der grossen finanziellen Härte bezüglich deren Rück
forderung nicht in vorliegendem Verfahren zu prüfen sind.
Nach
Art.
95
Abs.
3
AVIG
unterbreitet
die Beschwerdegegnerin ein Erlassgesuch der kantonalen Amts
stelle zum Entscheid
, sobald die Rückerstattungspflicht rechtskräftig feststeht (vgl.
dazu auch
Art. 4
der
Verordnung über den Allgemeinen Teil
des Sozialver
sicherungsrechts,
ATSV
)
. Die Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdeführerin nach ihrem am
6.
November 2017 (
Urk.
8/22) und 8. Dezember 2017 (
Urk.
8/24) sinngemäss gestellten Erlassgesuch bereits darauf hingewiesen (
Urk.
2 S. 1).
5
.
5
.1
Das Verfahren ist kostenlos (
Art.
61
lit
. a ATSG in Verbindung mit
Art.
1
Abs.
1 AVIG; § 33 Abs. 1 des
Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht [
GSVGer
]
).
5
.2
Art. 61
lit
. g ATSG beschränkt den Anspruch auf eine Parteientschädigung auf die Beschwerde führende Person. Der obsiegenden Beschwerdegegnerin steht des
halb trotz entsprechendem Antrag (Urk. 7 S. 1) keine Prozessentschädigung zu.