Decision ID: 5d44a408-280d-5bdf-93ca-931d5a151a35
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
A.a Der 1961 geborene, vormals in der Schweiz und heute in seiner Hei-
mat Österreich wohnhafte A._ arbeitete ab dem 23. Oktober 1989
bei der B._ AG in (...) als Monteur und war über diese Arbeitgeberin
bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (im Folgenden: Suva)
unter anderem gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen ver-
sichert (Akten [im Folgenden: act.] der Invalidenversicherungs-Stelle für
Versicherte im Ausland [im Folgenden: IVSTA oder Vor-instanz] 26 S. 1 bis
3). Am 11. Juli 1991 zog er sich anlässlich eines Sturzes schwerste Verlet-
zungen zu und musste hospitalisiert werden (act. 28 S. 1 bis 5, 13 bis 14,
act. 30). Nachdem er die Arbeit am 13. Januar 1992 wieder zu 50 % auf-
genommen (act. 28 S. 6 und 9) und der kreisärztliche Untersuchungsbe-
richt vom 26. Februar 1992 vorgelegen hatte (act. 28 S. 15 bis 17), erliess
die Suva am 22. April 1992 eine Verfügung, mit welcher sie dem Versicher-
ten zufolge Zumutbarkeit der Verwertung einer 50%igen Teilarbeitsfähig-
keit mit Wirkung ab dem 27. April 1992 Taggeldleistungen im Umfang von
50 % zusprach (act. 28 S. 28 bis 30; vgl. auch S. 31 bis 32).
A.b Im Anschluss an die am 5. September 1992 erhaltene Kündigung
(act. 25 S. 6) meldete sich der Versicherte am 18. März 1992 zum Bezug
von Leistungen der schweizerischen Invalidenversicherung (IV) an
(act. 37). In der Folge wurden ihm mit Präsidialbeschluss vom 10. Februar
1994 berufliche Massnahmen in Form einer Umschulung zum technischen
Kaufmann gewährt (voraussichtliche Dauer: 7. Februar 1994 bis 28. Feb-
ruar 1996; act. 24 S. 7 bis 9, act. 35 S. 1, 3 bis 4 und 18, act. 36). Nachdem
erkannt worden war, dass das diesbezügliche Anspruchsniveau zu hoch
und deswegen eine Änderung der Zielsetzung betreffend Abschluss not-
wendig geworden war (act. 25 S. 13), leistete die IV-Stelle des Kantons
C._ (im Folgenden: IV-Stelle C._) am 8. September 1995
Kostengutsprache für eine vom 14. August 1995 bis 31. Juli 1996 dauernde
Umschulung zum Büroangestellten (act. 24 S. 3 bis 4, act. 35 S. 20). In der
Folge teilte der Versicherte dem Sachbearbeiter am 14. April 1996 telefo-
nisch mit, dass er die Umschulung beende, worauf der entsprechende Auf-
trag seitens der IV-Stelle C._ abgeschlossen wurde (act. 25 S. 14
bis 15). Daraufhin erliess die IVSTA am 25. Juli 1996 eine Verfügung, mit
welcher der Rentenanspruch des Versicherten bei einem Invaliditätsgrad
von 9 % abgewiesen wurde (act. 24 S. 5 bis 6). Diese Verfügung erwuchs
– soweit aus den Akten ersichtlich – unangefochten in Rechtskraft.
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A.c Mit Verfügung vom 20. November 1996 sprach die Suva dem Versi-
cherten mit Wirkung ab 1. Januar 1996 aufgrund einer 10%igen Erwerbs-
unfähigkeit eine Rente sowie aufgrund einer Integritätseinbusse von 30 %
eine Integritätsentschädigung zu (act. 28 S. 34 bis 37). Diese Rente wurde
mit Datum vom 12. November 2004 bestätigt (act. 28 S. 31 bis 32). Mit
Verfügung vom 21. August 2010 erhöhte die Suva die Rente bei einem Er-
werbsunfähigkeitsgrad von neu 15 % mit Wirkung ab 1. Juni 2010 (act. 23).
B.
B.a Am 13. März 2013 meldete sich der Versicherte bei der Pensionsver-
sicherungsanstalt D._ erneut zum Bezug von Leistungen der IV an
(act. 1). Nach Vorliegen von medizinischen Berichten (act. 3 bis 4, 11 bis
19), des Bescheids der Pensionsversicherungsanstalt vom 25. Juli 2013
(act. 8), des auf dem Formular E 213 verfassten Arztberichts von Dr. med.
E._, Facharzt für Innere Medizin, vom 14. Mai 2013 (act. 9), des
ärztlichen Gutachtens von Dr. med. F._, Facharzt für Orthopädie
und orthopädische Chirurgie, vom 24. Juni 2013 (act. 10) sowie der Akten
der IV-Stelle C._ resp. Suva (act. 22 bis 37) gab Dr. med.
G._, Facharzt für Allgemeine Medizin, vom IV-internen medizini-
schen Dienst am 13. April 2014 eine Stellungnahme ab (act. 39). Im An-
schluss an die nachfolgende Durchführung des Vorbescheidverfahrens
(act. 40) erliess die IVSTA am 18. Juni 2014 eine Verfügung, mit welcher
sie auf das Leistungsgesuch des Versicherten vom 13. März 2013 mangels
Glaubhaftmachung einer Änderung des IV-Grades in einer für den An-
spruch erheblichen Weise nicht eintrat (act. 41). Diese Verfügung wurde
ebenfalls unangefochten rechtskräftig.
B.b Nachdem der Versicherte seine letzte Stelle als Filialleiter in einer
Metzgerei im Juni 2016 verloren hatte (act. 48 S. 1 und 2), meldete er sich
mit Datum vom 3. Februar 2017 erneut beim ausländischen Sozialversi-
cherungsträger zum Bezug von Leistungen der IV an (act. 42 bis 44). Nach
Vorliegen eines weiteren ablehnenden Bescheids der Pensionsversiche-
rungsanstalt vom 9. Juni 2017 (act. 46), des ärztlichen Gutachtens von
Dr. med. H._, Facharzt für Orthopädie, vom 6. Juni 2017 (act. 49)
sowie weiterer medizinischer Dokumente (act. 50 bis 59) erliess die liech-
tensteinische Invalidenversicherung am 24. Juli 2017 einen Vorbescheid,
mit welchem sie dem Versicherten die Abweisung des Rentenanspruchs in
Aussicht stellte (act. 63). In Kenntnis des Fragebogens für den Versicher-
ten vom 28. August 2017 (act. 67) und weiterer medizinischer Akten (act.
70 bis 74) nahm Dr. med. I._, Fachärztin für Innere Medizin, vom
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Regionalen Ärztlichen Dienst (im Folgenden: RAD) am 9. Oktober 2017
Stellung (act. 76). Daraufhin orientierte die IVSTA den Versicherten mit Vor-
bescheid vom 16. Oktober 2017 über die beabsichtigte Abweisung des
Rentenanspruchs (act. 77). Hiergegen liess der Versicherte, vertreten
durch das Advokaturbüro Dr. Reinhard Pitschmann, in der Eingabe vom
7. November 2017 unter Beilage von weiteren ärztlichen Gutachten seine
Einwendungen vorbringen (act. 79 bis 98). Gestützt auf eine weitere Stel-
lungnahme von Dr. med. I._ vom RAD vom 12. Januar 2017 (act.
100) erliess die IVSTA am 6. Februar 2018 eine dem Vorbescheid vom
16. Oktober 2017 im Ergebnis entsprechende Verfügung (act. 101).
C.
C.a Hiergegen liess der Versicherte durch seine Rechtsvertretung beim
Bundesverwaltungsgericht mit Eingabe vom 8. März 2018 Beschwerde er-
heben und die Ausrichtung einer ganzen Invalidenrente beantragen; even-
tualiter sei der Sachverhalt einer neuerlichen Beurteilung zu unterziehen
und die beigelegten Beweismittel bei der Beurteilung zu berücksichtigen
bzw. zusätzliche Sachverständigengutachten einzuholen (act. im Be-
schwerdeverfahren [im Folgenden: B-act.] 1 bis 3).
Zur Begründung liess er zusammengefasst ausführen, er sei nachweislich
krankheitsbedingt nicht in der Lage, eine gewinnbringende Tätigkeit in ren-
tenausschliessender Höhe zu erzielen. Auch sei die Erwerbsfähigkeit
durch Eingliederungsmassnahmen nicht wieder herstellbar. Es liege eine
mindestens 40%ige Invalidität auch nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten
vor, da der Versicherte gesundheitlich nicht mehr in der Lage sei, selbst
einfache körperliche oder handwerkliche Arbeit zu verrichten. Die Vo-
rinstanz halte es für nicht glaubhaft, dass sich der Grad der Invalidität in
einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert habe, und es sei des-
halb schon die Prüfung des Gesuchs versagt worden. Die körperlichen Be-
einträchtigungen hätten 1991 mit einem Polytrauma begonnen. Darüber
hinaus bestünden noch Beschwerden seitens der Lunge mit zuletzt einer
mittel- bis höhergradigen obstruktiven Ventilationsstörung bei bekanntem
COPD-Stadium III. Von Seiten der Hüft- und Beckenverletzung bestünden
insofern noch Beschwerden, als dass sich der Versicherte nicht einmal
richtig bücken könne. Dieser habe auch massive Durchschlafstörungen. In
den Jahren 2012 und 2013 sei es zusätzlich zu Schulterverletzungen ge-
kommen. Die Beeinträchtigungen und Schmerzen seitens der linken, im
Januar 2016 zwei Mal operierten Schulter seien wesentlich stärker. Hinzu
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kämen Schmerzen, die von den Halswirbeln abwärts über den Nacken zie-
hen würden, was noch auf den Unfall von 1991 zurückzuführen sei. Im Ja-
nuar 2017 habe der Versicherte eine Fraktur des Sprunggelenks links mit
anhaltenden Beeinträchtigungen bei längerem Stehen oder bei entspre-
chenden Bewegungen erlitten. Mit dieser Sturzverletzung einhergegangen
sei eine Verletzung des Kniegelenks links mit anhaltenden Beeinträchti-
gungen und Bewegungseinschränkungen sowie stechenden Schmerzen.
Von körperlicher Seite her bestünden letztlich Beeinträchtigungen im Be-
reich der Lendenwirbelsäule. Seit zirka zwei Monaten leide der Versicherte
unter zunehmenden psychischen Belastungen aufgrund der Verletzungs-
folgen. Das Sachverständigengutachten vom 22. Januar 2018 zeige deut-
lich, wie verfehlt die Annahme der Vorinstanz sei, dass der Versicherte
Raucher sei und dass es zu keiner nennenswerten Verschlechterung ge-
kommen sei.
C.b Mit Zwischenverfügung vom 9. März 2018 wurde der Beschwerdefüh-
rer unter Hinweis auf die Säumnisfolgen (Nichteintreten auf die Be-
schwerde) aufgefordert, einen Kostenvorschuss von Fr. 800.- in der Höhe
der mutmasslichen Verfahrenskosten zu leisten (B-act. 4 und 5); dieser
Aufforderung kam der Beschwerdeführer nach (B-act. 6).
C.c In ihrer Vernehmlassung vom 8. Mai 2018 beantragte die Vorinstanz
die Abweisung der Beschwerde (B-act. 8).
Zur Begründung machte sie insbesondere geltend, entgegen der Auffas-
sung des Rechtsvertreters habe eine materielle Prüfung des Leistungsge-
suchs stattgefunden. Weil mit der Beschwerde ein neues Sachverständi-
gengutachten vom 22. Januar 2018 eingereicht worden sei, sei dieses dem
ärztlichen Dienst zur Stellungnahme unterbreitet worden. Gemäss RAD-
Bericht vom 26. April 2018 könne daraus keine Verschlechterung des Ge-
sundheitszustands mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit abgeleitet wer-
den. Es verbleibe somit bei den bisherigen Stellungnahmen. Im Rahmen
des dritten Gesuchs seien zwei medizinische Stellungnahmen vom ärztli-
chen Dienst eingeholt worden. Darin seien die zahlreichen unfallchirurgi-
schen, orthopädischen, nervenfachärztlichen und pulmologischen Unterla-
gen gewürdigt worden. Die langjährigen bekannten Unfallfolgen mit den
entsprechenden funktionellen Einschränkungen würden bejaht. Dennoch
werde eine angepasste Tätigkeit als zumutbar erachtet. Eine Verschlech-
terung der Lungenfunktion sei bereits berücksichtigt. Die Fraktur im Be-
reich des Sprunggelenks und der Rippenbruch im Januar 2017 hätten zu
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vorübergehenden Beschwerden geführt, begründeten jedoch keine länger-
fristige Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit. Auch Dr. med. J._
gehe in seinem ausführlichen Bericht vom 6. Juni 2017 von der Zumutbar-
keit von angepassten vollschichtigen Tätigkeiten aus. Im orthopädischen
Gutachten von Dr. H._ vom 4. April 2017 würden permanent leichte
bis mittelschwere körperliche Belastungen als zumutbar erachtet. Aus ner-
venärztlicher Sicht bestünden keine Behinderungen oder Funktionsaus-
fälle. In der vom Beschwerdeführer genannten Abschlussuntersuchung der
Suva vom 17. Juni 2010 würden vorwiegend sitzende Tätigkeiten mit ver-
mehrten Pausen vorgeschlagen. Der Bericht von Dr. K._ vom
9. März 2017 lege eine verschlechterte Lungenfunktion dar, äussere sich
jedoch nicht zur Arbeitsfähigkeit des Versicherten. Weiter seien für die Be-
urteilung des Rentenanspruchs die Feststellungen ausländischer Versiche-
rungsträger etc. für die rechtsanwendenden Behörden in der Schweiz nicht
verbindlich. Der Behinderungsgrad von 70 % sei demnach für die Beurtei-
lung des Anspruchs auf eine schweizerische Rente unerheblich. Weiter
sage er nichts über eine allfällige rentenbegründende Arbeits- bzw. Er-
werbsfähigkeit aus. Sodann werde auch im Gutachten vom 22. Januar
2018 festgehalten, dass der Versicherte trotz seiner Funktionsbeeinträch-
tigung mit Wahrscheinlichkeit auf einem geschützten Arbeitsplatz einer Er-
werbstätigkeit nachgehen könne. Er könne dementsprechend aus diesem
Behinderungsgrad nichts zu seinen Gunsten ableiten. Die vom Rechtsver-
treter geltend gemachten psychischen Beschwerden würden sich aus den
Unterlagen nicht ergeben. Die Ärzte seien im Hinblick auf die Arbeitsfähig-
keit des Versicherten weitgehend zu übereinstimmenden Schlussfolgerun-
gen gekommen. Zusammenfassend könne festgestellt werden, dass die
medizinischen Unterlagen keine Elemente enthielten, welche darauf hin-
weisen würden, dass die Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten be-
einträchtigt wäre. Da der rechtserhebliche Sachverhalt aufgrund der vorlie-
genden Unterlagen klar feststehe, erweise sich der Antrag auf weitere Ab-
klärungen bzw. die Einholung weiterer Gutachten als unbegründet.
C.d In seiner Replik vom 19. Juni 2018 liess der Beschwerdeführer an sei-
nen Rechtsbegehren festhalten (B-act. 10 und 11).
Zur Begründung liess er ergänzend ausführen, der im Gutachten vom
22. Januar 2018 erhobene psychische Zustand beziehe sich auf denjeni-
gen während der Untersuchung. Keinesfalls sei dies mit der Einholung ei-
nes neurologischen bzw. psychiatrischen Sachbefunds gleichzusetzen.
Aus der entsprechenden Anmerkung in diesem Gutachten könne gerade
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nicht der Schluss gezogen werden, dass der psychische Status des Versi-
cherten über den Zeitpunkt der Untersuchung hinaus unauffällig sei. Zu-
dem sei der psychische Status nicht von einem Neurologen bzw. Psychia-
ter festgestellt worden, sondern von einem Orthopäden.
C.e Duplicando beantragte die Vorinstanz am 12. Juli 2018 weiterhin die
Abweisung der Beschwerde (B-act. 14).
Zur Begründung führte sie unter anderem aus, es seien keine Anhalts-
punkte für die Notwendigkeit einer Abklärung hinsichtlich des Psychostatus
vorhanden. Es sei vom ärztlichen Dienst klar festgestellt worden, dass die
psychischen Beschwerden nicht im Vordergrund stünden. Wie auch in der
Replik angedeutet, fehlten psychiatrische bzw. neurologische Sachbe-
funde. Angesichts der Akten sei es offensichtlich, dass das Gesuch um IV-
Leistungen aufgrund von somatischen Beschwerden gestellt worden sei.
Die damit zusammenhängenden funktionellen Einschränkungen würden
bejaht, führten jedoch zu keiner Erwerbsunfähigkeit. Aus der Replik würden
sich somit keine neuen Gesichtspunkte ergeben, welche geeignet wären,
die Beurteilung des ärztlichen Dienstes in Frage zu stellen, oder aufgrund
welcher weitere medizinische Abklärungen zu veranlassen wären.
C.f Mit prozessleitender Verfügung vom 18. Juli 2018 schloss die Instrukti-
onsrichterin den Schriftenwechsel (B-act. 15).
C.g In der Beilage des Schreibens vom 23. September 2019 übermittelte
die Vorinstanz dem Bundesverwaltungsgericht den Entscheid der liechten-
steinischen Invalidenversicherung vom 12. September 2019 (B-act. 16).
C.h In der Beilage des Schreibens vom 20. Januar 2020 liess zudem die
IVSTA den Bescheid der österreichischen Pensionsversicherungsanstalt,
Landesstelle Vorarlberg, vom 9. Januar 2020 zukommen (B-act. 17).
C.i
C.j Auf den weiteren Inhalten der Akten sowie der Rechtsschriften und Be-
weismittel der Parteien ist – soweit erforderlich – in den nachfolgenden Er-
wägungen einzugehen.
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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1. Das Bundesverwaltungsgericht prüft von Amtes wegen und mit freier
Kognition, ob die Prozessvoraussetzungen erfüllt sind und ob auf eine Be-
schwerde einzutreten ist (Art. 7 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. De-
zember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG; SR 172.021]; BVGE
2016/15 E. 1; 2014/4 E. 1.2).
1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005
(VGG; SR 173.32) in Verbindung mit Art. 33 Bst. d VGG und Art. 69 Abs. 1
Bst. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversiche-
rung (IVG; SR 831.20) ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung
der vorliegenden Beschwerde zuständig.
1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach
dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (vgl. Art. 37 VGG).
Gemäss Art. 3 Bst. dbis VwVG bleiben in sozialversicherungsrechtlichen
Verfahren die besonderen Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 6. Ok-
tober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
(ATSG; SR 830.1) vorbehalten. Gemäss Art. 2 ATSG sind die Bestimmun-
gen dieses Gesetzes auf die bundesgesetzlich geregelten Sozialversiche-
rungen anwendbar, wenn und soweit die einzelnen Sozialversicherungs-
gesetze es vorsehen. Nach Art. 1 IVG sind die Bestimmungen des ATSG
auf die IV anwendbar (Art. 1a - 26bis und 28 - 70 IVG), soweit das IVG nicht
ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht. Nach den allgemeinen
intertemporalrechtlichen Regeln finden diejenigen Verfahrensregeln An-
wendung, welche im Zeitpunkt der Beschwerdebeurteilung in Kraft stehen
(BGE 130 V 1 E. 3.2).
1.3 Als direkter Adressat ist der Beschwerdeführer von der angefochtenen
Verfügung vom 6. Februar 2018 (act. 101) berührt und kann sich auf ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung berufen
(Art. 59 ATSG; Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht einge-
reichte Beschwerde (Art. 60 ATSG; Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1
VwVG) ist, nachdem auch der Kostenvorschuss rechtzeitig geleistet wurde
(B-act. 6), einzutreten.
1.4 Anfechtungsobjekt und damit Begrenzung des Streitgegenstandes des
vorliegenden Beschwerdeverfahrens (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1) bildet die
Verfügung der Vorinstanz vom 6. Februar 2018 (act. 101). Streitig und zu
prüfen ist die Rechtmässigkeit dieser Verfügung und in diesem Zusammen-
hang mit Blick auf die Rechtsbegehren des Beschwerdeführers, ob dieser
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Anspruch auf eine ganze IV-Rente hat resp. die Vorinstanz den Sachver-
halt in medizinsicher Hinsicht rechtsgenüglich abgeklärt und gewürdigt hat
oder ob eine (zusätzliche) medizinische Begutachtung zu veranlassen ist.
1.5 Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht
einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens,
die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen
Sachverhalts und die Unangemessenheit (Art. 49 VwVG).
1.6 Das sozialversicherungsrechtliche Verfahren ist vom Untersuchungs-
grundsatz beherrscht (Art. 43 ATSG). Danach hat die Verwaltung und im
Beschwerdeverfahren das Gericht von Amtes wegen für die richtige und
vollständige Abklärung des erheblichen Sachverhalts zu sorgen. Dieser
Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet zum einen sein
Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (Art. 28 ff. ATSG; BGE
125 V 195 E. 2, BGE 122 V 158 E. 1a, je mit Hinweisen). Im Sozialversi-
cherungsprozess hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz
nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwie-
genden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines be-
stimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Ge-
richt hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen
möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE
126 V 360 E. 5b, 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen).
2.
Im Folgenden sind die weiteren, im vorliegenden Verfahren im Wesentli-
chen anwendbaren Normen und Rechtsgrundsätze darzustellen.
2.1 Der Beschwerdeführer verfügt über die österreichische Staatsbürger-
schaft und wohnt in Österreich (act. 1 S. 2), so dass vorliegend das am
1. Juni 2002 in Kraft getretene Abkommen zwischen der Schweizerischen
Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen Gemeinschaft ande-
rerseits über die Freizügigkeit vom 21. Juni 1999 (Freizügigkeitsabkom-
men, im Folgenden: FZA, SR 0.142.112.681) anwendbar ist (Art. 80a IVG
in der Fassung gemäss Ziff. I 4 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember
2001 betreffend die Bestimmungen über die Personenfreizügigkeit im Ab-
kommen zur Änderung des Übereinkommens zur Errichtung der EFTA, in
Kraft seit 1. Juni 2002). Das Freizügigkeitsabkommen setzt die verschie-
denen bis dahin geltenden bilateralen Abkommen zwischen der Schweize-
rischen Eidgenossenschaft und den einzelnen Mitgliedstaaten der Europä-
ischen Union insoweit aus, als darin derselbe Sachbereich geregelt wird
http://links.weblaw.ch/BGE-126-V-353 http://links.weblaw.ch/BGE-125-V-193
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Seite 10
(Art. 20 FZA). Gemäss Art. 8 Bst. a FZA werden die Systeme der sozialen
Sicherheit koordiniert, um insbesondere die Gleichbehandlung aller Mit-
glieder der Vertragsstaaten zu gewährleisten.
Mit Blick auf den Verfügungszeitpunkt (6. Februar 2018) finden vorliegend
die am 1. April 2012 in Kraft getretenen und per 1. Januar 2015 revidierten
Verordnungen (EG) Nr. 883/2004 des Europäischen Parlaments und des
Rates vom 29. April 2004 zur Koordinierung der Systeme der sozialen Si-
cherheit (SR 0.831.109.268.1, inkl. Änderungen per 1. Januar 2015) sowie
(EG) Nr. 987/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom
16. September 2009 zur Festlegung der Modalitäten für die Durchführung
der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 über die Koordinierung der Systeme der
sozialen Sicherheit (SR 0.831.109.268.11, inkl. Änderungen per 1. Januar
2015) Anwendung. Gemäss Art. 4 der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 ha-
ben Personen, für die diese Verordnung gilt, sofern (in dieser Verordnung)
nichts anderes bestimmt ist, die gleichen Rechte und Pflichten aufgrund
der Rechtsvorschriften eines Mitgliedstaats wie die Staatsangehörigen die-
ses Staates.
2.2 In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze mass-
geblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechts-
folgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 132 V 215 E. 3.1.1).
Im vorliegenden Verfahren finden demnach jene Vorschriften Anwendung,
die spätestens beim Erlass der Verfügung vom 6. Februar 2018 in Kraft
standen (so auch die Normen der am 1. Januar 2012 in Kraft getretenen
Fassung des IVG vom 18. März 2011 [6. IV-Revision]); weiter aber auch
solche, die zu jenem Zeitpunkt bereits ausser Kraft getreten waren, die
aber für die Beurteilung allenfalls früher entstandener Leistungsansprüche
von Belang sind.
2.3 Anspruch auf eine Rente der schweizerischen Invalidenversicherung
hat, wer invalid im Sinne des Gesetzes ist (Art. 8 ATSG, vgl. auch E. 2.5
hiernach) und beim Eintritt der Invalidität während der vom Gesetz vorge-
sehenen Dauer Beiträge an die Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenver-
sicherung (AHV/IV) geleistet hat, d.h. während mindestens dreier Jahre
(Art. 36 Abs. 1 IVG in der seit 1. Januar 2008 geltenden Fassung). Diese
Bedingungen müssen kumulativ gegeben sein; fehlt eine, so entsteht kein
Rentenanspruch, selbst wenn die andere erfüllt ist. Der Beschwerdeführer
hat unbestrittenermassen während mehr als drei Jahren AHV/IV-Beiträge
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Seite 11
geleistet (act. 60; vgl. auch Sachverhalt A.a. hievor), so dass die Voraus-
setzung der Mindestbeitragsdauer gemäss Art. 36 Abs. 1 IVG in der ab 1.
Januar 2008 geltenden Fassung erfüllt ist.
2.4 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG), die Folge
von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein kann (Art. 4 Abs. 1 IVG).
Invalidität ist somit der durch einen Gesundheitsschaden verursachte und
nach zumutbarer Behandlung oder Eingliederung verbleibende länger dau-
ernde (volle oder teilweise) Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt resp. der Möglichkeit,
sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen. Der Invaliditätsbegriff
enthält damit zwei Elemente: ein medizinisches (Gesundheitsschaden mit
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit) und ein wirtschaftliches im weiteren
Sinn (dauerhafte oder länger dauernde Einschränkung der Erwerbsfähig-
keit oder der Tätigkeit im Aufgabenbereich; vgl. zum Ganzen UELI KIESER,
ATSG-Kommentar, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2015, Art. 8 Rz. 7). Arbeits-
unfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen
oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im
bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei
langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf
oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist
der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliede-
rung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten
auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
ATSG).
2.5 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-
wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-
fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann
anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-
gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 141 V
281 E. 2.1). Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist noch nicht
gesagt, dass dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob dies zutrifft,
beurteilt sich gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem Einfluss, den
der Gesundheitsschaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit hat. Ent-
scheidend ist, ob der versicherten Person wegen des geklagten Leidens
nicht mehr zumutbar ist, ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb gilt eine
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Seite 12
objektivierte Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher Berücksichti-
gung von Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 142 V 106
E. 4.4). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und da-
mit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkun-
gen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung al-
len guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2, 130 V 352 E. 2.2.1; SVR 2014 IV Nr. 2
S. 5 E. 3.1). Entscheidend ist, ob und inwiefern es der versicherten Person
trotz ihres Leidens sozialpraktisch zumutbar ist, die Restarbeitsfähigkeit
auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offenstehenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt zu verwerten, und ob dies für die Gesellschaft tragbar ist. Dies
ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu prüfen (BGE 136 V
279 E. 3.2.1; SVR 2016 IV Nr. 2 S. 5 E. 4.2).
2.6 Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG in der ab 1. Januar 2008 geltenden Fassung
haben jene Versicherten Anspruch auf eine Rente, die ihre Erwerbsfähig-
keit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch
zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder
verbessern können (Bst. a), und die zusätzlich während eines Jahres ohne
wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig
(Art. 6 ATSG) gewesen sind und auch nach Ablauf dieses Jahres zu min-
destens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (Bst. b und c). Gemäss Art. 28
Abs. 2 IVG in der ab 2008 geltenden Fassung besteht der Anspruch auf
eine ganze Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derje-
nige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine
halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein sol-
cher auf eine Viertelsrente. Laut Art. 29 Abs. 4 IVG (in der ab 2008 gelten-
den Fassung) werden Renten, die einem Invaliditätsgrad von weniger als
50 % entsprechen, jedoch nur an Versicherte ausgerichtet, die ihren Wohn-
sitz und gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz haben,
soweit nicht zwischenstaatliche Vereinbarungen eine abweichende Rege-
lung vorsehen. Eine solche Ausnahme ist vorliegend gegeben (vgl. Art. 7
der Verordnung [EG] Nr. 883/2004). Nach der Rechtsprechung des Bun-
desgerichts (bis Ende Dezember 2006: Eidgenössisches Versicherungs-
gericht [EVG]) stellt diese Regelung nicht eine blosse Auszahlungsvor-
schrift, sondern eine besondere Anspruchsvoraussetzung dar (BGE 121 V
275 E. 6c).
C-1423/2018
Seite 13
2.7 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und
im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben.
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden kön-
nen (BGE 140 V 193 E. 3.2; 132 V 93 E. 4). Sache des (begutachtenden)
Mediziners ist es zunächst, den Gesundheitszustand zu beurteilen und
wenn nötig seine Entwicklung im Laufe der Zeit zu beschreiben, d.h. mit
den Mitteln fachgerechter ärztlicher Untersuchung unter Berücksichtigung
der subjektiven Beschwerden die Befunde zu erheben und gestützt darauf
die Diagnose zu stellen. Hiermit erfüllt der Sachverständige seine genuine
Aufgabe, wofür Verwaltung und Gerichte nicht kompetent sind. Bei der Fol-
genabschätzung der erhobenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen für
die Arbeitsfähigkeit kommt der Arztperson hingegen keine abschliessende
Beurteilungskompetenz zu. Vielmehr nimmt die Arztperson zur Arbeitsun-
fähigkeit Stellung, d.h. sie gibt eine Schätzung ab, welche sie aus ihrer
Sicht so substanziell wie möglich begründet. Schliesslich sind die ärztli-
chen Angaben eine wichtige Grundlage für die juristische Beurteilung der
Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden kön-
nen. Nötigenfalls sind, in Ergänzung der medizinischen Unterlagen, für die
Ermittlung des erwerblich nutzbaren Leistungsvermögens die Fachperso-
nen der beruflichen Integration und Berufsberatung einzuschalten (BGE
140 V 193 E. 3.2). Demgegenüber fällt es nicht in den Aufgabenbereich
des Arztes oder der Ärztin, sich zur Höhe einer allfälligen Rente zu äussern,
da der Begriff der Invalidität nicht nur von medizinischen, sondern auch von
erwerblichen Faktoren bestimmt wird (vgl. Art. 16 ATSG).
2.8 Tritt die Verwaltung – wie im vorliegenden Fall – auf die Neuanmeldung
ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern,
ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des
Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass der
Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine
Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls
hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt,
um nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) In-
validität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall ob-
liegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V
C-1423/2018
Seite 14
198 E. 3a; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1). Liegt eine erhebliche Ände-
rung des Sachverhalts vor, ist der Rentenanspruch in rechtlicher und tat-
sächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter Berücksichtigung des gesamten für
die Leistungsberechtigung ausschlaggebenden Tatsachenspektrums neu
und ohne Bindung an frühere Invaliditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141
V 9 E. 2.3, 117 V 198 E. 4b; SVR 2017 IV Nr. 40 S. 122 E. 5.2.2).
Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass das
Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, unab-
hängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, ob
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen,
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).
2.9 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Be-
richt für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchun-
gen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis
der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der me-
dizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Si-
tuation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2; 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E.
3a). Unabhängig davon, ob es sich um eine nachweisliche organische Pa-
thologie oder um ein unklares Beschwerdebild handelt, setzt eine An-
spruchsberechtigung stets eine nachvollziehbare ärztliche Beurteilung der
Auswirkungen des Gesundheitsschadens auf die Arbeits- und Erwerbsfä-
higkeit voraus. Dabei können – insbesondere unklaren Beschwerdebildern
inhärente – Abklärungs- und Beweisschwierigkeiten die Berücksichtigung
weiterer Lebens- und Aktivitätsbereiche wie etwa Freizeitverhalten oder fa-
miliäres Engagement erfordern, um das Ausmass der Einschränkungen zu
plausibilisieren, wobei auch fremdanamnestische Angaben zu berücksich-
tigen sind. Ohne Einbezug solcher Indizien, wie sie im Rahmen der festen
Praxis zu den organisch nicht nachweisbaren unklaren Beschwerdebildern
(BGE 141 V 281 E. 4.4.1) regelmässig zu berücksichtigen sind, ist eine
ärztliche Arbeitsfähigkeitsbeurteilung nicht beweiskräftig (BGE 140 V 290
C-1423/2018
Seite 15
E. 3.3.2). In den konsistenten Nachweis einer gestörten Aktivität und Par-
tizipation einzubeziehen sind nur funktionelle Ausfälle, die sich aus denje-
nigen Befunden ergeben, welche auch für die Diagnose der Gesundheits-
beeinträchtigung massgebend gewesen sind. Die Einschränkung in den
Alltagsfunktionen, welche begrifflich zu einer lege artis gestellten Diagnose
gehört, wird mit den Anforderungen des Arbeitslebens abgeglichen und an-
hand von Schweregrad- und Konsistenzkriterien in eine allfällige Ein-
schränkung der Arbeitsfähigkeit umgesetzt. Auf diesem Weg können gel-
tend gemachte Funktionseinschränkungen über eine sorgfältige Plausibili-
tätsprüfung bestätigt oder verworfen werden (BGE 141 V 281 E. 2.1.2).
Sofern RAD-Untersuchungsberichte den Anforderungen an ein ärztliches
Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a) genügen, auch hinsichtlich der erforder-
lichen ärztlichen Qualifikationen (vgl. hierzu Urteil des BGer 9C_736/2009
vom 26. Januar 2010 E. 2.1), haben sie einen vergleichbaren Beweiswert
wie ein anderes Gutachten (SVR 2009 IV Nr. 53 S. 165 E. 3.3.2). Eine von
anderen mit der versicherten Person befassten Ärzten abweichende Beur-
teilung vermag die Objektivität des Experten nicht in Frage zu stellen. Es
gehört vielmehr zu den Pflichten eines Gutachters, sich kritisch mit dem
Aktenmaterial auseinanderzusetzen und eine eigenständige Beurteilung
abzugeben. Auf welche Einschätzung letztlich abgestellt werden kann, ist
eine im Verwaltungs- und allenfalls Gerichtsverfahren zu klärende Frage
der Beweiswürdigung (BGE 132 V 93 E. 7.2.2). Ausschlaggebend für den
Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels
noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stel-
lungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen Inhalt (BGE 137
V 210 E. 6.2.2, 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a).
Wird die Schlüssigkeit der Feststellungen der versicherungsinternen Fach-
personen durch einen nachvollziehbaren Bericht eines behandelnden Arz-
tes in Zweifel gezogen, so genügt der pauschale Hinweis auf dessen auf-
tragsrechtliche Stellung (BGE 125 V 351 E. 3a cc) nicht, um solche Zweifel
auszuräumen. Vielmehr wird das Gericht entweder ein Gerichtsgutachten
anzuordnen oder die Sache an den Versicherungsträger zurückzuweisen
haben, damit dieser im Verfahren nach Art. 44 ATSG eine Begutachtung
veranlasst (BGE 135 V 465 E. 4.4 - 4.6).
3.
Mit Blick auf den Bescheid des Bundessozialamtes L._ vom 4. Sep-
tember 2009, worin die Zugehörigkeit des Beschwerdeführers zum Kreis
der begünstigten Behinderten aufgrund eines Grads der Behinderung von
C-1423/2018
Seite 16
50 % festgestellt wurde (act. 68; vgl. auch Beilage zu B-act. 1), kann dieser
nichts zu seinen Gunsten ableiten. Einerseits lehnte die Pensionsversiche-
rungsanstalt D._ mit ihren Bescheiden vom 25. Juli 2013 (act. 8)
und 9. Juni 2017 (act. 46) die Anträge des Beschwerdeführers auf Gewäh-
rung einer Invaliditätspension mangels Vorliegens einer Invalidität ab. An-
dererseits bestimmt sich sein allfälliger Rentenanspruch alleine aufgrund
der schweizerischen Bestimmungen, denn aus dem Ausland stammende
Beweismittel unterliegen der freien Beweiswürdigung des Gerichts (vgl. Ur-
teil des BVGer C-3377/2016 vom 28. März 2017 E. 4 mit Hinweisen; zum
Grundsatz der freien Beweiswürdigung vgl. BGE 125 V 351 E. 3a) und für
die rechtsanwendenden Behörden in der Schweiz besteht keine Bindung
an die Feststellungen ausländischer Versicherungsträger, Behörden und
Ärzte bezüglich Invaliditätsgrad und Anspruchsbeginn besteht. Dies gilt im
Übrigen auch in Bezug auf die Verfügung der liechtensteinischen Invali-
denversicherung vom 12. September 2019 (Beilage zu act. 16), mit wel-
cher der Rentenanspruch des Beschwerdeführers einerseits zufolge Feh-
lens des rentenbegründenden Invaliditätsgrades von mindestens 40 % und
anderseits aufgrund des noch nicht erfüllten Wartejahres abgewiesen
wurde (vgl. BGE 130 V 253 E.4 und AHI 1996, S. 179; vgl. auch ZAK 1989
S. 320 E. 2 und Art. 1 zu Anlage 2 zu Anhang K des Übereinkommens zur
Errichtung der Europäischen Freihandelsassoziation [EFTA] vom 4. Januar
1960 [EFTA-Abkommen; SR 0.632.31] in Verbindung mit Art. 46 Abs. 3 der
per 1. April 2012 in Kraft getretenen Verordnung [EG] Nr. 883/2004 [SR
0.831.109.268.1] und deren Anhang VII) sowie für den Entscheid der ös-
terreichischen Pensionsversicherungsanstalt vom 9. Januar 2020 (Beilage
zu act. 17).
4.
In Bezug auf die Verfügungen der Suva vom 20. November 1996 (act. 28
S. 34 bis 37; vgl. auch S. 31 bis 32) und 21. August 2010 (act. 23) ist in
koordinationsrechtlicher Hinsicht weiter festzuhalten, dass die IV-Stellen
und die Unfallversicherer die Invaliditätsbemessung in jedem Einzelfall
selbstständig vorzunehmen haben. Keinesfalls dürfen sie sich ohne wei-
tere eigene Prüfung mit der blossen Übernahme des Invaliditätsgrads des
Unfallversicherers bzw. der IV-Stelle begnügen (BGE 126 V 288 E. 2d).
Der koordinationsrechtliche Gesichtspunkt hat sodann dadurch an Bedeu-
tung verloren, dass nach BGE 131 V 362 die Invaliditätsschätzung der In-
validenversicherung gegenüber dem Unfallversicherer keine Bindungswir-
kung entfaltet. Dasselbe gilt auch in umgekehrter Hinsicht (BGE 133 V 549
E. 6). Aufgrund dieser höchstrichterlichen Rechtsprechung war die
Vorinstanz beim Erlass der vorliegend angefochtenen Verfügung vom
C-1423/2018
Seite 17
6. Februar 2018 grundsätzlich nicht an die durch die Suva vorgenommene
Invaliditätsbemessung gebunden. Da die Invaliditätseinschätzung der
Suva lediglich die natürlich und adäquat kausalen gesundheitlichen und
erwerblichen Unfallfolgen berücksichtigt hatte, ist im Folgenden mit Blick
auf den finalen Charakter der IV insbesondere auch zu prüfen, ob beim
Beschwerdeführer zusätzliche krankheitsbedingte gesundheitliche Beein-
trächtigungen bestehen und ob bzw. in welchem Umfang und ab welchem
Zeitpunkt die Gesamtheit der gesundheitlichen Einschränkungen allenfalls
zu einer rentenbegründenden Erwerbsunfähigkeit geführt haben.
5.
Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invaliditätsgrad
erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuanmeldungs-
verfahren durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letz-
ten materiellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat,
mit demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108
E. 5.3; 130 V 71 E. 3.1). In Anwendung dieser höchstrichterlichen Recht-
sprechung bilden im vorliegenden Fall zeitliche Referenzpunkte einerseits
der 25. Juli 1996 (act. 24 S. 5 bis 6; Datum der letzten rechtskräftigen Ver-
fügung, welcher eine rechtsgenügliche materielle Beurteilung zu Grunde
lag) und andererseits der 6. Februar 2018 (act. 101; Datum der vorliegend
angefochtenen Verfügung).
5.1 Wie aus dem Arbeitsprotokoll der damaligen IV-Regionalstelle für die
berufliche Eingliederung Behinderter, (...), hervorgeht (act. 25 S. 18),
stützte sich die Vorinstanz im Rahmen des Erlasses der Verfügung vom
25. Juli 1996 in medizinischer Hinsicht insbesondere auf den Bericht des
Spitals M._ vom 27. Juli 1991 (act. 30 S. 1 und 2). In diesem Spi-
talbericht wurden ein akutes Atemnotsyndrom (ARDS) bei einem Poly-
trauma am 11. Juli 1991, Rippenserienfrakturen 8 bis 10 rechts, ein
Pneumothorax mit einer Totalatelektase rechts, eine Lungenkontusion
rechts, eine instabilen Beckenfraktur mit Symphysensprengung (Fraktur
des unteren Schambeinastes rechts, Sprengung des ISG rechts und Frak-
tur durch die Massa lateralis sacri links), ein Status nach einer Nephrekto-
mie links am 11. Juli 1991 wegen einer Nierenruptur (bei multiplen Nie-
renzysten), ein Status nach Leberriss-Übernähung am 11. Juli 1991, ein
Status nach Naht eines Mesenteriumeinrisses am 11. Juli 1991 sowie eine
Commotio cerebri diagnostiziert. Weiter wurde ausgeführt, bei demissio
[Anm. des Gerichts: Entlassung] hätten saubere und reizlose Wundverhält-
nisse bestanden. Der Versicherte sei abdominell beschwerdefrei gewesen.
C-1423/2018
Seite 18
Im Rahmen der Rehabilitation sei er erst im Gehbad mobilisationsfähig ge-
wesen.
5.2 Im Zusammenhang mit der vorliegend angefochtenen Verfügung vom
6. Februar 2018 (act. 101) stützte sich die Vorinstanz in medizinischer Hin-
sicht insbesondere auf die Stellungnahmen der RAD-Ärztin Dr. med.
I._, Fachärztin für Innere Medizin, vom 9. Oktober 2017 (act. 76)
und 12. Januar 2017 (recte: 2018; act. 100). Diese sowie weitere medizini-
sche Dokumente, welche Dr. med. I._ zur Verfügung gestanden
hatten, sind nachfolgend zusammengefasst wiederzugeben und einer
Würdigung zu unterziehen. Anhand dieser medizinischen Akten ist zu prü-
fen, ob der Beschwerdeführer einen (befristeten oder unbefristeten) Ren-
tenanspruch hat resp. ob die materiellen, kumulativen Anspruchsvoraus-
setzungen von Art. 28 Abs. 1 Bst. a bis c IVG (vgl. zum kumulativen Cha-
rakter von Art. 28 Abs. 1 Bst. a bis c IVG bspw. Urteil des BGer
9C_942/2015 vom 18. Februar 2016 E. 3.1) und Art. 28 Abs. 2 IVG erfüllt
sind (vgl. E. 2.5 hiervor). In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen,
dass der Rentenanspruch gemäss Art. 29 IVG frühestens nach Ablauf von
sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Art.
29 Abs. 1 ATSG entsteht, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollen-
dung des 18. Altersjahres folgt (Abs. 1). Aufgrund der Anmeldung vom 3.
Februar 2017 (act. 42 bis 44) könnte dem Beschwerdeführer demnach frü-
hestens ab August 2017 unter der Bedingung, dass die materiellen An-
spruchsvoraussetzungen von Art. 28 Abs. 1 Bst. a bis c IVG erfüllt sind
(vgl. E. 2.6 hiervor), eine IV-Rente ausgerichtet werden.
5.2.1 Dr. N._, Facharzt für Lungenkrankheiten, führte in seinem
Gutachten vom 5. Dezember 2013 (act. 87 S. 11 bis 18 resp. act. 97) zu-
sammenfassend aus, beim Versicherten bestehe eine COPD Grad II nach
GOLD mit partieller Reversibilität auf Broncholytika sowie ein mässiggradig
ausgeprägtes Lungenemphysem. Ihm seien mittelschwere, fallweise auch
schwere körperliche Arbeiten zumutbar. Die Arbeiten könnten im Gehen,
Stehen oder Sitzen, im Freien und in geschlossenen Räumen verrichtet
werden. Der Versicherte könne ohne längere Unterbrechung einen übli-
chen Arbeitstag verrichten. Von pulmonaler Seite müssten bestimmte Ver-
richtungen nicht ausgeschlossen werden, eine Vermeidung inhalativer No-
xen wäre allerdings trotz weiterhin bestehendem Nikotinabusus zweck-
mässig. Bei nicht kalkülsüberschreitender Tätigkeit seien aus Sicht des
Fachgebietes keine leidensbedingten zusätzlichen Krankenstände zu er-
warten.
C-1423/2018
Seite 19
5.2.2 Dr. O._, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, stellte in sei-
ner Expertise vom 5. Dezember 2013 (act. 87 S. 1 bis 10 resp. act. 96)
keine fachärztlichen Diagnosen. Weiter brachte er zusammengefasst vor,
aus nervenfachärztlicher Sicht würden keine Behinderungen und Funkti-
onsausfälle verursacht. Bezüglich der Beschwerden im Bewegungsappa-
rat bestünden keine Hinweise auf Funktionsstörungen peripherer Nerven
oder Nervenwurzeln, sodass diese von orthopädischer Seite zu beurteilen
seien. In psychiatrischer Hinsicht bestünden keine Hinweise auf eine de-
pressive Störung oder Somatisierung. Bei der neurologischen Untersu-
chung sei eine Koordinationsstörung der Augen festgestellt worden. Die
Abklärung habe keine Hinweise auf eine Erkrankung des zentralen Ner-
vensystems ergeben. Insbesondere hätten sich auch keine Durchblutungs-
störungen des Gehirns oder verletzungsbedingte Schädigungen ergeben.
Im Jahr 1991 habe der Versicherte ein Polytrauma einschliesslich eines
Schädel-Hirn-Traumas erlitten; dieses sei folgenlos ausgeheilt.
5.2.3 Dr. P._, Facharzt für Orthopädie und orthopädische Chirurgie,
erwähnte in seinem Gutachten vom 13. Januar 2014 (act. 88 resp. 98) un-
ter anderem eine geringe Tendinopathie der Supra- und Infraspinatus-
sehne beidseits, eine Diskopathie C5-7 mit breitbasigen Diskusprotrusio-
nen, Neuroforamenstenosen C5-7 beidseits, beginnende Coxarthrosen, ei-
nen Verdacht auf Ankylose des rechten ISG, einen Zustand nach einer
Fraktur der 10. und 11. Rippe rechts 2013 sowie einen Zustand nach einem
Polytrauma 1991. Weiter führte er aus, durch die allseits als gering einzu-
stufenden Pathologien sowohl an beiden Schultern als auch an der HWS
und an beiden Hüften würden keine besonderen Behinderungen oder
Funktionsausfälle verursachen. Durch das Polytrauma 1991 sei es lang-
fristig zu einer Verblockung des rechten Kreuzdarmbeingelenkes gekom-
men, und es hätte auch die Symphyse versteift werden müssen. Diese bei-
den Veränderungen führten jedoch zu keiner wesentlichen Funktionsein-
schränkung des Beckenrings. Unter Berücksichtigung der leichten co-
xarthrotischen Veränderungen an beiden Hüften sollten jedoch überwie-
gend in der Hocke stattfindenden Arbeiten vermieden werden. Vereinzelnte
Arbeiten in der Hocke seien jedoch zumutbar. Mit Rücksicht auf den beste-
henden Gesundheitszustand könne der Versicherte seit 1. April 2013
schwere, mittelschwere und leichte Arbeiten 8 Stunden ohne längere als
die üblichen Unterbrechungen verrichten. Aus orthopädischer und auch
aus gesamtgutachterlicher Sicht sei nicht mit leidensbedingten Kranken-
ständen zu rechnen.
C-1423/2018
Seite 20
5.2.4 Gemäss dem Bericht von Dr. Q._ vom Institut R._ vom
8. April 2016 (act. 91) wurde anlässlich der MRT des linken Sprungelenks
eine leichte Verdickung der Achillessehne festgestellt. Eine relevante Peri-
tendinitis und Knochenödem fand sich ebenso wenig wie ein Erguss in der
Bursa achillea. Das Ergebnis lautete auf eine distale Achillestendopathie
ohne relevante Ruptur oder Peritendinitis.
5.2.5 Dr. S._, Facharzt für Unfallchirurgie, nahm in seinem Gutach-
ten vom 25. März 2017 (act. 85 resp. 92) eine "Kausalitätsüberprüfung der
Operation vom Februar 2016 (AC-Gelenksarthrose links mit arthroskopi-
scher subacromialer Dekompression und lateraler Clavicula-Resektion
zum Ereignis aus dem Jahr 2013" vor. Weiter berichtete Dr. S._, in
den vorliegenden Röntgenbildern vom 4. und 12. März 2013 habe sich be-
reits zum damaligen Zeitpunkt eine deutliche Arthrose des linken Schulter-
gelenks gezeigt. Dies sei auch bereits im Gutachten von Dr. T._
vom 1. März 2014 als Vorverletzung bzw. -erkrankung und Vorinvalidität
berücksichtigt worden. Die darauffolgenden Operationen vom 3. Februar
und 27. Juli 2016 seien daher als nicht unfallkausal zum Unfall vom 2. März
2013 bei unfallvorbestehender AC-Gelenksarthrose links zu werten.
5.2.6 Dr. H._, Facharzt für Orthopädie, diagnostizierte in seinem
Gutachten vom 4. April 2017 (act. 49) als Hauptursache der Minderung der
Erwerbsfähigkeit eine Lumbalgie, ein Impingementsyndrom der linken
Schulter bei einem Zustand nach zweimaliger Operation im Jahr 2016, eine
Gonalgie links sowie einen Zustand nach einer Sprunggelenksfraktur links
im Januar 2017. Weiter berichtete Dr. med. H._, zusammenfassend
seien dem Versicherten leichte bis mittelschwere körperliche Belastungen
zumutbar. Einschränkungen bestünden bezüglich der Arbeitshaltung und
gegenüber bestimmten Zwangshaltungen.
5.2.7 Dr. K._, Facharzt für Lungenkrankheiten, fasste in seinem Be-
richt vom 9. März 2017 (act. 50) zusammengefasst aus, beim Versicherten
bestehe eine COPD im Stadium III mit deutlich verschlechterter Lungen-
funktion gegenüber einem Vorbefund aus dem Jahre 2011. Radiologisch
zeigten sich ältere Rippenfrakturen sowie einzelne narbige Residuen.
5.2.8 Gemäss Bericht der Krankenhäuser U._ vom 18. April 2017
(act. 93) wurde beim Versicherten am 12. Januar 2017 eine "Weber B Frak-
tur OSG rechts" diagnostiziert. Der Versicherte erhielt einen Unterschen-
kelspaltgips für 6 Wochen und wurde mit Krücken entlassen.
C-1423/2018
Seite 21
5.2.9 Dr. J._ wies in seinem Arztbericht vom 6. Juni 2017 (act. 48)
auf die "unsererseits" durchgeführte orthopädische Fachbegutachtung
durch Dr. H._ hin und führte weiter aus, lungenärztlich bestehe
beim Versicherten eine COPD im Stadium III bei anhaltendem chronischen
Nikotinabusus. Aus allgemeinärztlicher Sicht ergäben sich Einschränkun-
gen entsprechend dem umliegenden Gesamtleistungskalkül. Der Zustand
habe sich verschlechtert. Es seien noch ständig leichte Arbeiten ohne be-
sonderen Zeitdruck möglich. Weiter formulierte Dr. med. J._ ein um-
fassendes Leistungskalkül und attestierte unter anderem für leichte bis mit-
telschwere, ständig sitzende und/oder gehende, überwiegend gehende Ar-
beiten mit normalem Arbeitstempo ein vollschichtiges "Fähigkeitsprofil".
5.2.10 In ihrem Bericht vom 9. Oktober 2017 (act. 76) nahm Dr. med.
I._, Fachärztin für Innere Medizin, vom RAD Bezug auf den aus-
führlichen Arztbericht von Dr. J._ vom 6. Juni 2017 (act. 48) und
berichtete, die von diesem erwähnte Verschlechterung und die Beurteilung,
es seien nur noch leichte Arbeiten ohne besonderen Zeitdruck möglich,
könnten nicht nachvollzogen werden. Im Leistungsprofil seien dann doch
vollschichtig leichte bis mittelschwere, vor allem sitzende und stehende,
überwiegend gehende Tätigkeiten ohne inhalatorische Belastung möglich.
Die vorgelegten Veränderungen seien wohl vorhanden und entsprächen
auch dem erwarteten Verlauf der COPD. Nach dem Trauma von 1991 per-
sistierten die schon vorbekannten Beschwerden. Die im Januar 2017 erlit-
tenen Frakturen würden wieder verheilen und keine Beschwerden hinter-
lassen, welche das Gesamtbild verändern würden. Weiterhin sei eine
leichte bis gelegentlich mittelschwere Tätigkeit möglich. Inhalative Noxen,
längere Gehstrecken und Zwangshaltungen des Rückens und der Knie,
langes Stehen, erhöhte Belastung der Schultern und Arbeiten über Schul-
terhöhe sollten vermieden werden. Eine substantielle Veränderung des
Gesundheitszustandes mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit lasse sich
aus den Unterlagen nicht ableiten.
5.2.11 In ihrer Stellungnahme vom 12. Januar 2017 (recte: 2018; act. 100)
listete Dr. med. I._ die vorstehend zusammengefasst wiedergege-
benen Gutachten und Berichte resp. die darin enthaltenen Diagnosen
grösstenteils auf. Sie vertrat die Auffassung, dass sich aus diesen vorge-
legten Unterlagen keine neuen Aspekte ergeben würden, welche zu einem
anderen Schluss führten als in der Stellungnahme vom 9. Oktober 2017.
Der Versicherte sei sehr gut abgeklärt.
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Seite 22
5.2.12 Dr. V._, Facharzt für Orthopädie, führte in seinem Gutachten
vom 22. Januar 2018 (Beilage zu B-act. 1 bzw. 3) zur Begründung für den
Gesamtgrad der Behinderung zusammenfassend aus, dieser betrage
70 %. Im Vordergrund stehe eine eingeschränkte Lungenfunktion bei be-
kannter COPD Grad III. Unter der laufenden medikamentösen Therapie
zeige sich anamnestisch ein stabiler Befund. Durch die teilweise degene-
rativen und posttraumatischen Leiden am Bewegungsapparat und der be-
kannten Nephrektomie links komme es aufgrund der Ausprägung der ein-
zelnen Leiden und teilweisen Wechselwirkung insgesamt zur Steigerung
um 2 Stufen. Als gesundheitliche Änderungen im Vergleich zum Vorgutach-
ten erwähnte Dr. V._ neu aufgetretene Beschwerden der HWS, eine
Verschlechterung der vorbestehenden COPD sowie Beschwerden am
Knie, die keine relevante Einschränkung zeigten. Der Versicherte könne
trotz seiner Funktionsbeeinträchtigung mit Wahrscheinlichkeit auf einem
geschützten Arbeitsplatz oder in einem integrativen Betrieb einer Erwerbs-
tätigkeit nachgehen.
5.3 Wie bereits dargelegt wurde (vgl. E. 2.7 hiervor), kann auf Stellungnah-
men von Fachärztinnen und –ärzten des RAD nur unter der Bedingung ab-
gestellt werden, dass deren Beurteilungen den allgemeinen beweisrechtli-
chen Anforderungen an einen ärztlichen Bericht (resp. an ein Gutachten)
genügen und zudem die beigezogenen Ärztinnen und Ärzte über die im
Einzelfall gefragten persönlichen und fachlichen Qualifikationen verfügen.
Den Stellungnahmen resp. Berichten im Sinne von Art. 59 Abs. 2bis IVG von
Dr. med. I._ kann volle Beweiskraft zukommen, wenn die übrigen,
von der bundesgerichtlichen Rechtsprechung herausgearbeiteten Kriterien
erfüllt sind. Daran besteht im vorliegenden Fall grundsätzlich kein Zweifel,
obwohl retrospektive Beurteilungen der Arbeits(un)fähigkeit schwierig sind
und deshalb entsprechende Begutachtungen erhöhten Ansprüchen genü-
gen müssen (vgl. Urteil des BVGer C-8902/2010 vom 14. März 2013
E. 5.2.1 mit Hinweisen). Dr. med. I._ standen Informationsquellen
in Form von Arztberichten der behandelnden Ärzte und Anamnesen zur
Verfügung. Ihre Stellungnahmen berücksichtigten einerseits die Leiden des
Beschwerdeführers und wurden in Kenntnis der Vorakten abgegeben, an-
dererseits sind die Beurteilungen der medizinischen Situation in somati-
scher Hinsicht und die entsprechenden Schlussfolgerungen nachvollzieh-
bar begründet. Dass Dr. med. I._ über keinen Facharzttitel auf den
Gebieten der Orthopädie, der Orthopädischen Chirurgie, der Pneumologie
und/oder der Neurologie und Psychiatrie verfügt, vermag daran nichts zu
ändern. Sie verfügt mit Blick auf die beim Beschwerdeführer vorhandenen
gesundheitlichen Beeinträchtigungen über ausreichend Fachwissen, um
C-1423/2018
Seite 23
eine überzeugende, schlüssige und somit rechtsgenügliche Beurteilung
abgeben zu können, zumal ihr zahlreiche fachärztliche Berichte und Gut-
achten zur Verfügung standen, die auch der freien Beweiswürdigung des
Gerichts unterliegen (vgl. Urteil des BVGer C-6398/2009 vom 18. Mai 2012
E. 2.1; zum Grundsatz der freien Beweiswürdigung vgl. BGE 125 V 351
E. 3a). Auf das Einholen von weiteren Berichten entsprechend ausgebilde-
ter Spezialärztinnen und –ärzte konnte und kann unter diesen Umständen
verzichtet werden (zur antizipierten Beweiswürdigung vgl. BGE 122 V 157
E. 1d; SVR 2005 IV Nr. 8 S. 37 E. 6.2, 2003 AHV Nr. 4 S. 11 E. 4.2.1).
5.3.1 In psychisch-psychiatrischer Hinsicht ist vorab festzuhalten, dass ge-
mäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung medizinische Abklärungen
beim Zusammenwirken von physischen und psychischen Beschwerden
zwar interdisziplinär (vgl. hierzu Urteil 8C_168/2008 des BGer vom 11. Au-
gust 2008 E. 6.2.2 mit Hinweisen) und – im Zusammenhang mit der Prü-
fung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegründende In-
validität zu bewirken vermag – anhand eines strukturierten normativen Prü-
fungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 und BGE 141 V 281 E. 4.1) zu erfolgen
haben. Auf entsprechende Abklärungen konnte jedoch aus den folgenden
Gründen verzichtet werden: Dr. O._, Facharzt für Neurologie und
Psychiatrie, hatte in seiner Expertise vom 5. Dezember 2013 keine nerven-
fachärztlichen Diagnosen gestellt (vgl. E. 5.2.2 hiervor). Zwar mangelt es
diesem Gutachten zufolge des Zeitablaufs mittlerweile an Aktualität. Dieser
Umstand ändert jedoch nichts daran, dass beim Beschwerdeführer auf-
grund der vorliegenden Akten entgegen seinen Vorbringen keine relevan-
ten psychischen Beschwerden vorliegen.
Einerseits führte Dr. J._ in seinem ausführlichen ärztlichen Bericht
vom 6. Juni 2017 zum seelischen Zustand was folgt aus act. 48 S. 3): "In
der Stimmung und im Affekt indifferent, im Antrieb nicht reduziert, keine
formalen od. inhaltlichen Denkstörungen, Aufmerksamkeit und Konzentra-
tion gegeben, beklagt seine orthopädischen und seine lungenärztlichen
Beschwerden, einer psychovegetativen Dekompensation nicht erkennbar
nahestehend". Darüber hinaus stellte auch Dr. V._ in seiner Exper-
tise vom 22. Januar 2018 (Beilage zu B-act. 1 bzw. 3) einen unauffälligen
Psychostatus fest. Andererseits beklagte der Beschwerdeführer selber
Dr. O._ gegenüber keinerlei psychische Beeinträchtigungen, son-
dern vielmehr bloss insbesondere Nackenschmerzen, LWS-Beschwerden
und belastungsabhängige Knieschmerzen beidseits und zunehmende be-
lastungsabhängige Atembeschwerden. Hinzu kommt, dass der Beschwer-
deführer auch gegenüber den Dres. H._, S._ und
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Seite 24
V._ keinerlei Beeinträchtigungen in psychischer Hinsicht geltend
machte und offensichtlich auch keine Hinweise auf solche vorhanden wa-
ren, da sie ärztlicherseits nicht diskutiert wurden (act. 49 S. 2, 50 [Bericht
von Dr. K._ vom 9. März 2017] und 85 S. 4 sowie Beilage zu B-act.
1 bzw. 3). Da sich in den medizinischen Akten demnach keine Anhalts-
punkte für ein psychisches Leiden mit Krankheitswert finden lassen, kann
auf den (erneuten) Beizug eines Facharztes für Psychiatrie und Psycho-
therapie resp. auf eine (erneute) entsprechende Begutachtung von vorn-
herein verzichtet werden (vgl. hierzu Urteil des EVG I 316/99 E. 3b vom
28. August 2000 mit weiteren Hinweisen).
5.3.2 In pulmonaler Hinsicht ergibt sich weiter, dass Dr. N._, Fach-
arzt für Lungenkrankheiten, in seinem Gutachten vom 5. Dezember 2013
(act. 87 S. 11 bis 18 resp. act. 97) eine COPD Grad II nach GOLD mit
partieller Reversibilität auf Broncholytika sowie ein mässiggradig ausge-
prägtes Lungenemphysem festgestellt hatte (vgl. E. 5.2.1 hiervor). Mit Blick
auf den Bericht von Dr. K._, Facharzt für Lungenkrankheiten, vom
9. März 2017 (act. 50), wonach beim Versicherten eine COPD im Stadium
III mit deutlich verschlechterter Lungenfunktion gegenüber einem Vorbe-
fund aus dem Jahre 2011 bestehe (vgl. E. 5.2.7 hiervor), liegt ohne Zweifel
eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes in rein pulmonaler Hin-
sicht vor. Aufgrund der Ausführungen von Dr. J._ in dessen Bericht
vom 6. Juni 2017 (act. 48; E. 5.2.9 hiervor) und Dr. V._ in dessen
Gutachten vom 22. Januar 2018 (Beilage zu B-act. 1 bzw. 3; E. 5.2.12 hier-
vor) ergeben sich zufolge der COPD im Stadium III bei anhaltendem chro-
nischen Nikotinabusus (Nikotinstopp im Juli 2017 [Beilage zu B-act. 1 S. 3
unten]) zwar gewisse Einschränkungen, können doch dem Versicherten
gemäss Dr. V._ – im Gegensatz zu vorwiegend sitzenden (mit ge-
legentlichem Aufstehen und Umhergehen) – stehende Tätigkeiten nicht
mehr uneingeschränkt zugemutet werden. Das von Dr. J._ bzw. Dr.
H._ im Bericht vom 4. April 2017 (act. 49; vgl. E. 5.2.6 hiervor) for-
mulierte Leistungskalkül ist demnach insofern zu relativieren, als stehende
und überwiegend gehende Tätigkeiten nicht mehr, leichte bis mittel-
schwere und vor allem sitzende Tätigkeiten ohne inhalatorische Belastung
jedoch noch immer vollschichtig möglich sind. Mit Blick auf die nachvoll-
ziehbare Beurteilung von Dr. med. I._ ergibt sich schliesslich auch,
dass die ebenfalls von Dr. J._ gemachten abweichenden Ausfüh-
rungen, wonach nur noch leichte Arbeiten ohne besonderen Zeitdruck
möglich seien, nicht rechtsgenüglich nachvollziehbar sind.
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Seite 25
5.3.3 Betreffend die Gesundheitsbeeinträchtigungen aus rein orthopädi-
scher Sicht ergibt sich weiter, dass aufgrund des Gutachtens von Dr.
P._, Facharzt für Orthopädie und orthopädische Chirurgie, vom 13.
Januar 2014 (act. 88 resp. 98; vgl. E. 5.2.3 hiervor) die allseits als gering
einzustufenden Pathologien sowohl an beiden Schultern als auch an der
HWS und an beiden Hüften keine besonderen Behinderungen oder Funk-
tionsausfälle verursachten und die Veränderungen (Verblockung des rech-
ten Kreuzdarmbeingelenkes und Versteifung der Symphyse) zu keiner we-
sentlichen Funktionseinschränkung des Beckenrings führten. Dr.
P._ war der nachvollziehbaren Auffassung, dass dem Beschwerde-
führer die Verrichtung von schweren, mittelschweren und leichten Arbeiten
8 Stunden ohne längere als die üblichen Unterbrechungen zumutbar sei.
Daran hat sich mit Blick auf die schlüssige und überzeugende Expertise
von Dr. H._, Facharzt für Orthopädie, vom 4. April 2017 (act. 49;
vgl. E. 5.2.6 hiervor) insofern nichts geändert, als dem Beschwerdeführer
im Zeitpunkt der Gutachtenserstellung noch immer – unter Beachtung der
Einschränkungen (Arbeitshaltung bzw. gewisse Zwangshaltungen) –
leichte bis mittelschwere körperliche Belastungen zumutbar waren, was im
Übrigen mit der Beurteilung von Dr. V._ in dessen Gutachten vom
22. Januar 2018 nicht in Widerspruch steht.
5.4 Nach dem vorstehend Dargelegten ergibt sich zusammenfassend,
dass der rechtserhebliche Sachverhalt rechtsgenüglich abgeklärt und ge-
würdigt wurde (Art. 43 ff. ATSG sowie Art. 12 VwVG) und sich der gesund-
heitliche Zustand des Beschwerdeführers und dessen Auswirkungen auf
die Arbeits- und Leistungsfähigkeit aufgrund der vorliegenden Aktenlage
und mit Blick auf die aktuelle bundesgerichtliche Rechtsprechung (BGE
143 V 418, 143 V 409 und 141 V 281) schlüssig und zuverlässig beurteilen
lässt (vgl. BGE 125 V 353 E. 3b/bb; vgl. zum Ganzen auch E. 2.9 hiervor),
weshalb sich entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers weitere
medizinische Abklärungen erübrigen. Zwar verschlechterte sich dessen
Gesundheitszustand zwischen dem 25. Juli 1996 und dem 6. Februar 2018
(vgl. E. 5. hiervor) insbesondere in pulmologischer Hinsicht. In Gesamtwür-
digung der vorliegenden Expertisen und Berichte von Dr. med. I._
vom 9. Oktober 2017 (act. 76; E. 5.2.10 hiervor) und 12. Januar 2018
(act. 100; E. 5.2.11 hiervor) ist jedoch davon auszugehen, dass auch die
im Januar 2017 erlittenen Frakturen nicht zu einer langandauernden, ren-
tenbegründenden Invalidität führten und dem Beschwerdeführer unter Be-
achtung der Einschränkungen (Vermeidung von inhalativen Noxen, länge-
ren Gehstrecken und Zwangshaltungen des Rückens und der Knie, ste-
henden und überwiegend gehenden Tätigkeiten, erhöhter Belastung der
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Schultern und Arbeiten über Schulterhöhe) leichte bis gelegentlich mittel-
schwere Tätigkeiten zumutbar sind. Es ist demnach davon auszugehen,
dass beim Beschwerdeführer keine wesentliche gesundheitliche, renten-
begründende Änderung eingetreten ist und die Anspruchsvoraussetzun-
gen gemäss Art. 28 Abs. 1 Bst. b und c IVG nicht erfüllt sind.
6.
In der zuletzt bis Juni 2016 ausgeübten Arbeit als Filialleiter in einer Metz-
gerei (act. 48 S. 1 und 2; vgl. Bst. A.e hiervor) hatte der Beschwerdeführer
eine Vorbild- und Vorgesetztenfunktion, welche erfahrungsgemäss bei-
spielsweise die Disponierung, Bestellung, Prüfung und Auslage von
Fleisch- und Wurstwaren und allenfalls die Einsatzplanung von weiterem
Personal, die Planung und Überwachung des Inventars sowie allgemeine
Büroarbeiten beinhaltet. Da demnach auszuschliessen ist, dass die Arbeit
als Metzgereifilialleiter eine körperlich schwere, ausschliesslich stehende
und überwiegend gehende Tätigkeit darstellt, kann darauf verzichtet wer-
den, beim letzten Arbeitgeber ein detailliertes Stellenprofil resp. Pflichten-
heft einzuholen. Vielmehr kann davon ausgegangen werden, dass diese
Tätigkeit dem von Dr. med. I._ im Bericht vom 9. Oktober 2017
(act. 76; E. 5.2.10 und E. 5.4 hiervor) formulierten Zumutbarkeitsprofil ent-
spricht. Da der Beschwerdeführer unter Beachtung dieses Profils somit so-
wohl in der angestammten Tätigkeit als auch in einer Verweisungstätigkeit
zu 100 % arbeits- und erwerbsfähig ist, ergibt bereits ein Prozentvergleich
einen rentenausschliessenden IV-Grad von 0 % (zum Verzicht auf einen
bezifferten Einkommensvergleich bzw. zur Zulässigkeit des Prozentver-
gleichs vgl. Urteil des BGer 9C_785/2009 vom 2. Dezember 2009 E. 2.2
mit Hinweisen).
7.
Schliesslich ergeben sich aus den vorliegenden Akten keine Hinweise da-
rauf, dass der Beschwerdeführer nicht in der Lage wäre, einer regelmässi-
gen, seinen Funktionsstörungen angepassten Arbeit nachzugehen. Da er
seine Erwerbsfähigkeit durch die Aufnahme einer zumutbaren, leidens-
adaptierten Verweisungstätigkeit wiederherstellen könnte, ist auch die An-
spruchsvoraussetzung gemäss Art. 28 Abs. 1 Bst. a IVG nicht erfüllt. In
diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass die vom Beschwer-
deführer zu fordernde, gegenüber der beruflichen Eingliederung vorran-
gige Selbsteingliederung (vgl. hierzu BGE 113 V 22 E. 4a S. 28; SVR 2007
IV Nr. 1 S. 3 E. 5.1) direkt zur rentenausschliessenden arbeitsmarktlichen
Verwertbarkeit des funktionellen Leistungsvermögens führt, weshalb von
der Durchführung beruflicher Eingliederungsmassnahmen abgesehen
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werden konnte (vgl. hierzu bspw. Urteile des BVGer C-135/2013 vom
22. September 2015 E. 6.2.2 und C-3191/2012 vom 8. August 2013 E. 4.1
mit Hinweisen; vgl. hierzu auch Urteile des BGer 9C_163/2009 vom
10. September 2010 E. 4.2.2 mit Hinweisen und 9C_726/2011 vom 1. Feb-
ruar 2012 E. 5.2).
8.
Betreffend das Gutachten der medizinischen Gutachtenszentrum
W._ GmbH vom 21. Dezember 2018 (Beilage zu B-act. 16 S. 5 Zif-
fer 16 [Entscheid der liechtensteinischen Invalidenversicherung] ist ab-
schliessend festzuhalten, dass diese nach Verfügungserlass vom 6. Feb-
ruar 2018 erstellte Expertise im vorliegenden Beschwerdeverfahren unbe-
rücksichtigt zu bleibenden hat (vgl. hierzu BGE 130 V 138 E. 2.1). Dem
Beschwerdeführer steht es jedoch frei, sich mit Blick auf die von den Gut-
achtern aufgrund der orthopädischen Einschränkungen attestierte Teilar-
beitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als Filialleiter einer Metzgerei
neu anzumelden.
9.
Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ergibt sich zusammenfassend,
dass die materiellen Anspruchsvoraussetzungen von Art. 28 Abs. 1 Bst. a
bis c IVG nicht erfüllt sind (vgl. E. 2.6 und 5.4 hiervor) und die Vorinstanz
den Rentenanspruch des Beschwerdeführers zu Recht verneint hat. Die
angefochtene Verfügung vom 6. Februar 2018 erweist sich demnach als
rechtens, weshalb die dagegen erhobene Beschwerde vom 8. März 2018
als unbegründet abzuweisen ist.
10.
Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und eine allfällige Par-
teientschädigung.
10.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis in Verbindung mit Art. 69 Abs. 2 IVG ist das
Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Ver-
weigerung von IV-Leistungen vor dem Bundesverwaltungsgericht kosten-
pflichtig. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerde-
führer die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Diese sind
auf Fr. 800.- festzusetzen und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher
Höhe zu entnehmen.
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Seite 28
10.2 Der obsiegenden Partei kann von Amtes wegen oder auf Begehren
eine Entschädigung für ihr erwachsene notwendige und verhältnismässig
hohe Kosten zugesprochen werden (Art. 64 Abs. 1 VwVG). Als Bundesbe-
hörde hat die obsiegende Vorinstanz jedoch keinen Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Art. 7 Abs. 3 des Reglements vom 21. Februar 2008
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht
[VGKE, SR 173.320.2]). Dem unterliegenden Beschwerdeführer ist ent-
sprechend dem Verfahrensausgang ebenfalls keine Parteientschädigung
zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG).