Decision ID: 1fdb9ee7-862e-43bf-89f0-bc99ee6fa456
Year: 2009
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
M._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Michael Schöbi, Erlenweg 15, Postfach 538,
9450 Altstätten SG,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Integritätsentschädigung
Sachverhalt:
A.
A.a Der 1964 geborene M._ war bei der A._ beschäftigt und dadurch bei der
Suva versichert. Am 28. Juni 2006 meldete die A._, der Versicherte habe am 8. Juni
2006 beim Schleifen einen Fremdkörper ins rechte Auge bekommen (Suva-act. 2).
Gemäss dem Schreiben von Dr. med. B._, Augenarzt FMH, vom 30. August 2007
entfernte der Augenarzt Dr. med. C._ den Hornhautfremdkörper. Unterlagen zur
Diagnose oder zum Behandlungsverlauf von Dr. C._ liegen keine vor. Am 1. Juni
2007 drang dem Versicherten wiederum Schleifstaub ins rechte Auge ein (Suva-act. 1),
weshalb er am 4. Juni 2007 Dr. B._ aufsuchte. Der Versicherte gab an, immer noch
an Beschwerden zu leiden, die vom Unfall aus dem Vorjahr herrührten. Dr. B._ stellte
beim rechten Auge einen Visuswert (Sehschärfe) von 0.5 - 0.6 und am linken Auge
einen solchen von 1.0 fest (Suva-act. 3, 4 und 9). Nach Behandlungsabschluss
überwies er den Versicherten zur weiteren Beurteilung und zur allfälligen Abklärung
eines Integritätsschadens mit Schreiben vom 30. August 2007 an die Augenklinik des
Kantonsspitals St. Gallen (Suva-act. 4).
A.b Die erste Konsultation in der Augenklinik des Kantonsspitals am 5. Oktober 2007
ergab den Befund einer parazentralen Hornhautnarbe am rechten Auge nebst mehreren
weiteren Hornhautnarben beidseits. Der Visus des linken Auges war normal (Suva-
act. 5 und 7). Nach weiteren Untersuchungen hielten die Ärzte der Augenklinik im
Abschlussbericht vom 8. Februar 2008 fest, dass der Versicherte unter Vernebelung
des linken Auges einen maximalen Fernvisus von 0.8 erreichen könne. Die leichte
Visusabnahme rühre wahrscheinlich von der parazentral gelegenen Hornhautnarbe her,
wobei eine zusätzliche Aggravation bestehe. Auf Grund des erreichten Fernvisus
ergebe sich kein Integritätsschaden (Suva-act. 10). Gestützt auf diese Angaben der
Augenklinik kam auch der Suva-Arzt Dr. med. D._, Facharzt für Ophthalmologie und
Ophthalmochirurgie FMH, in seiner Beurteilung vom 6. März 2008 zum Schluss, dass
kein Integritätsschaden resultiere (Suva-act. 12).
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A.c Mit Verfügung vom 14. März 2008 wies die Suva das Gesuch des Versicherten
um Zusprache einer Integritätsentschädigung ab. Zur Begründung verwies sie auf die
Beurteilung von Dr. D._ vom 6. März 2008, wonach keine erhebliche Schädigung der
körperlichen Integrität vorliege. Die Voraussetzungen für eine Entschädigung seien
deshalb nicht erfüllt (Suva-act. 14). Die Suva wies die gegen diese Verfügung erhobene
Einsprache mit Einspracheentscheid vom 26. Mai 2008 ab (Suva-act. 20).
B.
B.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die von Rechtsanwalt Dr. iur.
Michael Schöbi, Altstätten, für den Versicherten eingereichte Beschwerde vom 24. Juni
2008 mit den Anträgen, der Entscheid sei aufzuheben und der Vorinstanz zur
Sachverhaltsabklärung zurückzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Zur
Begründung führt er im Wesentlichen an, dass der beim Beschwerdeführer am rechten
Auge noch vorhandene Restvisus bis zum heutigen Zeitpunkt nicht hinlänglich
festgestellt sei. Auch sei weder schlüssig dargetan noch nachvollziehbar, wie der
Befund des Kantonsspitals St. Gallen, welcher von einem maximalen Fernvisus von 0.8
ausgehe, durch den Suva-Experten in einen Fernvisus von mindestens 0.8
uminterpretiert worden sei.
B.b In der Beschwerdeantwort vom 22. September 2008 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung des
angefochtenen Entscheids. Zur Begründung verweist sie auf ihren Einspracheentscheid
vom 26. Mai 2008 sowie auf die Erläuterungen von Dr. D._ vom 26. August 2008
(Suva-act. 22).
B.c Der Beschwerdeführer verzichtete auf die Einreichung einer Replik (act. G 7).
B.d Am 27. November 2008 stellte das Versicherungsgericht dem Beschwerdeführer
die Erläuterungen von Dr. D._ vom 26. August 2008 zur Stellungnahme zu. Mit
Eingabe vom 15. Dezember 2008 nahm der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
dazu Stellung und hielt an seinen Rechtsbegehren fest.

Erwägungen:
1.
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1.1 Erleidet eine versicherte Person durch einen Unfall eine dauernde erhebliche
Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Integrität, so hat sie Anspruch auf
eine angemessene Entschädigung (Art. 24 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]). Als dauernd gilt ein Integritätsschaden, wenn er
voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang bestehen
wird, und als erheblich, wenn die körperliche oder geistige Integrität unabhängig von
der Erwerbsfähigkeit augenfällig oder stark beeinträchtigt ist (Art. 36 der Verordnung
über die Unfallversicherung [UVV; SR 832.202]; vgl. RKUV 1998 Nr. U 303 S. 354).
1.2 Die Entschädigung ist nach der Schwere des Integritätsschadens abzustufen
(Art. 25 Abs. 1 UVG). Für ihre Bemessung gelten die Richtlinien des Anhangs 3 zur UVV
(Art. 36 Abs. 2 UVV). Der Anhang 3 zur UVV enthält eine Skala der Integritätsschäden.
Dadurch, dass ein Integritätsschaden in der Liste steht, ist dessen Erheblichkeit bejaht,
nicht dagegen in jedem Fall die Dauer, d.h. der voraussichtlich lebenslange Charakter
(Gilg/Zollinger, Die Integritätsentschädigung, 1984, S. 49 f.). Die Skala ist verbindlich,
als Grobraster indessen nicht abschliessend. Sie enthält lediglich richtunggebende, in
der Praxis häufig vorkommende Schäden mit den entsprechenden Werten.
Teilschäden, andere Schäden oder Kombinationen derartiger Ganz- oder Teilschäden
müssen mit den Listenfällen verglichen und nach der Schwere der durchschnittlichen
Auswirkungen taxiert werden (Art. 36 Abs. 3 UVV; Ziff. 1 Abs. 2 der Richtlinien im
Anhang 3 zur UVV). Die Schätzung des Integritätsschadens ist eine ausschliesslich
ärztliche Angelegenheit. Die Skala der Integritätsschäden im Anhang 3 zur UVV erlaubt
es dem Arzt oder der Ärztin, grundsätzlich jeden Integritätsschaden annähernd
vergleichbaren Integritätsschäden in dieser Skala zuzuordnen. Trotzdem hat sich in der
Praxis ein Bedürfnis zur differenzierten listenmässigen Erfassung der
Integritätsschäden manifestiert. Die Suva hat in der Folge, basierend auf der erwähnten
Skala und unter Berücksichtigung dieser verbindlichen Werte, weitere
Schätzungsgrundlagen in tabellarischer Form erarbeitet (Mitteilungen der
Medizinischen Abteilung der Suva Nr. 57 bis 59, Tabellen 1 bis 16). Diese von der
Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für
die Parteien nicht verbindlich, umso mehr als Ziffer 1 der Richtlinien im Anhang 3 zur
UVV bestimmt, dass der in der Skala angegebene Prozentsatz des Integritätsschadens
für den Regelfall gilt, welcher im Einzelfall Abweichungen nach unten wie nach oben
ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich als Richtwerte angesehen werden, mit denen
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die Gleichbehandlung aller versicherten Personen gewährleistet werden soll, sind sie
mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 113 V 218; RKUV 1987 Nr. U 21 S. 328 und
Nr. U 31 S. 438). Für die Schätzung des Integritätsschadens nach einer
Augenverletzung kann auf die Tabelle 11 (Revision 1998) zur Integritätsentschädigung
gemäss UVG verwiesen werden. Gemäss Ziff. 2 dieser Tabelle gilt als untere Grenze für
die Beurteilung der Erheblichkeit ein Restvisus von 0.7. Höhere Werte berechtigen
grundsätzlich nicht zu einer Integritätsentschädigung.
1.3 Bei der Schätzung der Beeinträchtigung der Integrität hat der Arzt oder die Ärztin
festzustellen, in welcher Hinsicht die versicherte Person durch den Unfall noch
körperlich oder geistig/psychisch geschädigt ist. Sie haben sich im Weiteren dazu zu
äussern, welche dieser Schäden als dauernd zu betrachten sind, d.h. voraussichtlich
während des ganzen Lebens mindestens im gleichen Umfang bestehen bleiben. Bei
geringfügigen Verletzungsfolgen hat sich der Arzt oder die Ärztin zur Frage zu äussern,
ob die Schädigung im Hinblick auf die im Anhang 3 zur UVV enthaltenen
Listenpositionen als erheblich, d.h. augenfällig oder stark zu gelten hat. Gegebenenfalls
haben sie zudem auf voraussehbare Verschlimmerungen aufmerksam zu machen.
Anschliessend ist es Sache der Verwaltung bzw. des Sozialversicherungsgerichts, die
ärztlichen Schlussfolgerungen daraufhin zu prüfen, ob sie den gesetzlichen
Anforderungen gerecht werden.
1.4 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren
gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und
Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das
Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle
Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und
danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige
Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei
einander widersprechenden Arztberichten den Prozess nicht erledigen, ohne das
gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die
eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichts ist nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
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Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis
der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Fachperson begründet
und nachvollziehbar sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit
weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder
in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen
Inhalt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352 mit Hinweis; BGE 122 V 157 E. 3c S. 160 f. mit
Hinweisen; RKUV 2000 Nr. KV 124 S. 214 f.). Auch den Berichten versicherungsinterner
Ärztinnen und Ärzte kann rechtsprechungsgemäss Beweiswert beigemessen werden,
sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich
widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125
V 351 E. 3b/ee S. 353 f. mit Hinweis). Art. 8 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK geben keinen
formellen Anspruch auf versicherungsexterne Begutachtung, wenn Leistungsansprüche
streitig sind. Erachtet das Sozialversicherungsgericht die rechtserheblichen
tatsächlichen Entscheidgrundlagen bei pflichtgemässer Beweiswürdigung als
schlüssig, darf es den Prozess ohne Weiterungen - insbesondere ohne Anordnung
eines Gerichtsgutachtens - abschliessen. In solchen Fällen sind an die
Beweiswürdigung jedoch strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe
Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen, sind
ergänzende Abklärungen vorzunehmen (RKUV 1997 Nr. U 281 S. 281 f. E. 1a).
2.
2.1 Die Beschwerdegegnerin stützt sich bei der Beurteilung des Integritätsschadens
auf den Bericht der Augenklinik des Kantonsspitals St. Gallen vom 8. Februar 2008.
Dieser geht beim rechten Auge von einem maximalen Fernvisus von 0.8 aus. Davon
abweichend stellte Dr. B._ Visuswerte von 0.5 - 0.6 fest. Dr. D._ geht in seinen
Beurteilungen vom 6. März 2008 und 26. August 2008 grundsätzlich vom
Untersuchungsergebnis der Augenklinik aus, weicht davon jedoch insofern ab, als er
den Wert von 0.8 als minimal und nicht als maximal gegeben betrachtet. Gemäss
seinen Erläuterungen vom 26. August 2008 (Ziff. 2), welche in medizinischer Hinsicht zu
den Argumenten in der Beschwerde Stellung nehmen, könne der Visus des
Beschwerdeführers auch besser sein als 0.8, also 1.0, 1.2 oder sogar 1.5. Dr. D._
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begründet diese Annahme dadurch, dass einerseits absolut normale Augenbefunde
vorhanden seien, welche ein normales Sehen ermöglichten, und andererseits Hinweise
dafür bestehen würden, dass der Beschwerdeführer aggraviere. Als Beweis für diese
Aggravation diene der Nachweis eines spiralförmigen Gesichtsfeldes aus der
Untersuchung der Augenklinik vom 27. November 2007. Eine solche Diagnose ist
jedoch nicht nachvollziehbar. Im Bericht der Augenklinik vom 8. Februar 2008 werden
die Befunde der Gesichtsfelduntersuchungen unter den Titeln "Octopus-
Gesichtsfelduntersuchung vom 13.11.2007" und "Goldmann-Gesichtsfelduntersuchung
spiralförmig vom 27.11.2007" zusammengefasst. Auf Grund der Darstellung und aus
dem Gesamtverständnis des Augenklinik-Berichts geht hervor, dass es sich bei beiden
Untersuchungen und somit insbesondere auch bei der "Goldmann-
Gesichtsfelduntersuchung spiralförmig" um Methoden zur Feststellung des
Gesichtsfeldes handelt. Ein spiralförmiges Gesichtsfeld als Untersuchungsresultat ist
demgegenüber nicht vorstellbar. Dass ein solches Ergebnis zudem den Nachweis für
eine Aggravation liefern soll, lässt sich weder dem Bericht der Augenklinik noch den
übrigen medizinischen Akten noch allgemein zugänglicher Fachliteratur entnehmen.
Infolge dieser schwerwiegenden Ungereimtheiten können die Erläuterungen von Dr.
D._ keine Beurteilungsgrundlage bilden.
2.2 Obgleich der Bericht der Augenklinik auf eine mögliche Aggravation hinweist,
führt er nicht aus, wie diese festgestellt oder wieso sie vermutet wurde. Abgesehen von
den nicht überzeugenden Erläuterungen von Dr. D._ finden sich auch in den übrigen
ärztlichen Berichten keine Erklärungen dazu. Damit steht die Möglichkeit einer
Aggravation zwar im Raum, dies allein ist aber nicht ausreichend, um darauf
abzustellen.
2.3 Die Frage, ob es sich beim Visuswert von 0.8 um einen minimalen oder
maximalen Wert handelt, ist letztlich für die Zusprache einer Integritätsentschädigung
nicht von massgeblicher Bedeutung, da der Visuswert die nach Tabelle 11 (Revision
1998) zur Integritätsentschädigung gemäss UVG erforderliche Höhe für eine
Integritätsentschädigung ohnehin nicht erfüllt. Entscheidend ist vielmehr die Analyse
der Differenz zwischen dem Visuswert der Augenklinik und jenem von Dr. B._. Dr.
D._ hält fest, dass der tiefere Wert von Dr. B._ morphologisch nicht erklärbar sei.
Ausführend nimmt er in seiner Begründung vom 26. August 2008 (Ziff. 4) wiederum
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Bezug auf die Aggravation. Da der Nachweis einer solchen jedoch nicht erbracht ist,
überzeugt letztlich auch seine Aussage betreffend den Visuswert von Dr. B._ nicht.
2.4 Hinsichtlich der Divergenz zwischen den unterschiedlichen Visuswerten der
Augenklinik und von Dr. B._ besteht damit nach wie vor Erklärungsbedarf. Ebenfalls
zu begründen bleibt, weshalb die Augenklinik zur Visusmessung die
Vernebelungsmethode angewendet und welche Bedeutung die Anwendung dieser
Methode hat. Der Bericht der Augenklinik enthält dazu keine Ausführungen. Da die
unterschiedlichen Visuswerte zudem in einer engen Bandbreite um den
anspruchsbegründenden Restvisusgrenzwert von 0.7 liegen, drängen sich zusätzliche
Abklärungen auf. Der Einspracheentscheid vom 26. Mai 2008 ist somit aufzuheben. Die
Vorinstanz wird verpflichtet, den Sachverhalt durch einen bisher nicht beteiligten
Augenspezialisten abklären zu lassen, bevor sie erneut zu entscheiden hat.
3.
Festzuhalten ist schliesslich, dass entgegen der Argumentation des Beschwerdeführers
einem ärztlichen Gutachten nicht allein deshalb kein Beweiswert zukommt, weil es dem
Patienten unmöglich war, die diagnostizierten Befunde den verschiedenen
behandelnden Ärzten und Untersuchungen zuzuordnen. Ein Spital bzw. eine Abteilung
davon zeichnet sich gerade dadurch aus, dass zahlreiche Spezialisten voneinander
unterschiedliche Aufgaben wahrnehmen. Dadurch können sie dem Patienten
gemeinsam ein breiteres Fachwissen gewährleisten, als es dem Einzelnen alleine
möglich wäre. Einzig die fehlende Zuordnungsmöglichkeit von Untersuchungen durch
verschiedene Ärzte einerseits und an unterschiedlichen medizinischen Geräten
andererseits würde somit die Beweiskraft des Berichts der Augenklinik nicht von
vorneherein schmälern. Da vorliegend jedoch aus anderen Gründen nicht allein auf den
Bericht der Augenklinik des Kantonsspitals abgestellt werden kann, erübrigen sich
weitere Ausführungen zu dessen Beweiswert.
4.
Zusammenfassend ist festzustellen, dass auf Grund der Widersprüche zwischen den
vorliegenden ärztlichen Berichten keine abschliessende Beurteilung möglich ist und die
Beschwerdegegnerin weitere Abklärungen vorzunehmen hat.
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5.
Auf Grund der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des
angefochtenen Einspracheentscheids vom 26. Mai 2008 in dem Sinn gutzuheissen,
dass die Angelegenheit zur weiteren Abklärung und neuer Verfügung an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61
lit. a ATSG). Hingegen hat der Beschwerdeführer bei diesem Verfahrensausgang
Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG). Angesichts der
Schwierigkeit des Falles sowie der Art und des Umfangs der Bemühungen erscheint
eine Parteientschädigung, wie in vergleichbaren Fällen üblich, von Fr. 3'000.--
einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG