Decision ID: 177383a6-112b-5c82-bb42-dfb487e54b71
Year: 2008
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A. Der aus dem Kosovo stammende, 1972 geborene M._ (im : Gesuchsteller) beantragte am 3. Januar 2007 beim damaligen Schweizerischen Verbindungsbüro in Pristina ein Visum für einen  Besuchsaufenthalt bei seinem Vater G._ (im : Gastgeber bzw. Beschwerdeführer), seiner Mutter und seinen  Brüdern in Seon (AG).
Der Gastgeber war schon zuvor, am 20. Oktober 2006 mit einem  an das Schweizerische Verbindungsbüro gelangt.  hatte er unter anderem darauf hingewiesen, der Gesuchsteller  als Bauer sein eigenes Land und verdiene umgerechnet ca. CHF 1'000 pro Monat. Sein Sohn besitze ein Haus, zusätzlich eine Wohnung in der Stadt und habe somit eine gute Perspektive im , so dass er an einem längeren Aufenthalt in der Schweiz nicht  wäre.
Die Schweizer Vertretung lehnte es formlos ab, ein Visum in eigener Kompetenz zu erteilen und leitete das Gesuch zur Prüfung und zum Entscheid an die Vorinstanz weiter.
B. Nachdem das Migrationsamt des Kantons Aargau beim Gastgeber weitere Auskünfte eingeholt hatte, verweigerte die Vorinstanz in einer Verfügung vom 13. Februar 2007 die nachgesuchte . Dies im Wesentlichen mit der Begründung, die anstandslose und fristgerechte Wiederausreise könne angesichts der wirtschaftlichen und soziokulturellen Lage im Herkunftsland sowie der persönlichen Verhältnisse des Gesuchstellers (dieser habe keine beruflichen und gesellschaftlichen Verpflichtungen) nicht als gesichert betrachtet .
C. Mit Beschwerde vom 26. Februar 2007 beantragte der Gastgeber beim Bundesverwaltungsgericht die Aufhebung der vorinstanzlichen  und die Erteilung der Einreisebewilligung. Zur Begründung bringt er sinngemäss vor, die Vorinstanz gehe zu Unrecht davon aus, dass die Wiederausreise des Gesuchstellers nach einem Besuchsaufenthalt nicht gesichert wäre. Er habe schon mehrmals erfolglos versucht, den
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Gesuchsteller in die Schweiz einzuladen, und er verstehe nicht,  Voraussetzungen vorliegend nicht erfüllt seien. Der Gesuchsteller habe im Kosovo eine Familie (Ehefrau und zwei Kinder), er habe eine sichere Arbeitsstelle und verdiene recht gut, und er besitze ein  Haus und zusätzlich eine Wohnung in der Stadt. Die Eltern und Geschwister lebten alle in der Schweiz. Da sie im Kosovo eine  besässen, müsse jemand aus der Familie dort ansässig bleiben. Vorliegend seien alle Voraussetzungen für die Annahme einer  Wiederausreise erfüllt, insbesondere sei auch die politische Lage im Kosovo stabil. Er (der Beschwerdeführer) und die übrigen in der Schweiz lebenden Familienangehörigen garantierten für eine  Wiederausreise des Gesuchstellers.
D. Die Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 15. Mai 2007 auf Abweisung der Beschwerde. Entgegen den Ausführungen in der  gehe der Gesuchsteller keiner gefestigten Erwerbstätigkeit nach. Der Gesuchsteller stamme aus einer Region, aus der als Folge der dort herrschenden wirtschaftlichen und soziokulturellen  der Zuwanderungsdruck unbestrittenermassen nach wie vor stark anhalte. Viele dort Ansässige hegten den Wunsch, im westlichen  eine neue Zukunft aufzubauen. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass auch der Gesuchsteller diesen Weg beschreiten möchte. Dies umso mehr, als bereits ein Grossteil der Familienangehörigen in der Schweiz wohnhaft sei.
E. In einer Replik vom 1. Juni 2007 hält der Beschwerdeführer an seinen Rechtsbegehren und an deren Begründung fest. Er betont erneut, dass der Gesuchsteller kein Interesse daran habe, länger als  in der Schweiz zu bleiben.
F. Auf den weiteren Akteninhalt wird, soweit entscheidswesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1. Verfügungen des Bundesamtes für Migration (BFM) betreffend  der Einreisebewilligung unterliegen der Beschwerde an das
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Bundesverwaltungsgericht (Art. 31, Art. 32 sowie Art. 33 Bst. d des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]).
1.1 Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem  nach dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), soweit das  nichts anderes bestimmt. Das Urteil des  ist endgültig (Art. 1 Abs. 2 VGG i.V.m. Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).
1.2 Der Beschwerdeführer ist gemäss Art. 48 VwVG zur Beschwerde legitimiert; auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 49 ff. VwVG).
2. Am 1. Januar 2008 traten das neue Bundesgesetz vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) sowie die dazugehörigen Ausführungsverordnungen in Kraft (u.a. die  vom 24. Oktober 2007 über das Einreise- und Visumverfahren [VEV, SR 142.204]). Gemäss Art. 126 Abs. 1 AuG bleibt auf Gesuche, die vor dem Inkraftreten des AuG eingereicht worden sind, das  Recht anwendbar. Die Beurteilung erfolgt somit noch nach dem  Recht. Einschlägig sind das Bundesgesetz vom 26. März 1931 über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (aANAG, BS 1 121, zum vollständigen Quellennachweis vgl. Ziff. I des Anhangs zum AuG) und die Verordnung vom 14. Januar 1998 über die Einreise und  von Ausländerinnen und Ausländern (aVEA, AS 1998 194, zum vollständigen Quellennachweis vgl. Art. 39 VEV).
3. Die Schweizerische Rechtsordnung gewährt grundsätzlich keinen  auf Bewilligung der Einreise. Der Entscheid darüber ist -  nachfolgend zu erörternder Hinderungsgründe - von der  in pflichtgemässer Ausübung ihres Ermessens zu  (Art. 4 und Art. 16 Abs. 1 aANAG, Art. 9 Abs. 1 aVEA, PETER UEBERSAX, Einreise und Anwesenheit, in: PETER UEBERSAX / PETER MÜNCH / THOMAS GEISER / MARTIN ARNOLD (Hrsg.), Ausländerrecht, Ausländerinnen und Ausländer im öffentlichen Recht, Privatrecht, Steuerrecht und  der Schweiz, Basel/Genf/München 2002, S. 143; URS BOLZ, Rechtsschutz im Ausländer- und Asylrecht, Basel und Frankfurt a.M. 1990, S. 29 mit weiteren Hinweisen; PHILIP GRANT, La protection de la
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vie familiale et de la vie privée en droit des étrangers, Basel usw. 2000, S. 24.
3.1 Ausländerinnen und Ausländer benötigen zur Einreise in die Schweiz einen Pass und ein Visum, sofern sie nicht aufgrund  Regelung von diesem Erfordernis ausgenommen sind (Art. 1 bis 5 aVEA). Um ein Visum zu erhalten, müssen Ausländerinnen und  die in Artikel 1 Absatz 2 aVEA aufgeführten Voraussetzungen erfüllen. Sie haben unter anderem Gewähr für eine fristgerechte  zu bieten (Art. 1 Abs. 2 Bst. c aVEA).
4. Der Gesuchsteller benötigt aufgrund seiner Nationalität zur Einreise in die Schweiz nebst dem Pass ein Visum. Die Vorinstanz verweigerte die Erteilung eines solchen Visums mit der Begründung, die anstandslose und fristgerechte Wiederausreise erscheine nicht als hinreichend .
4.1 Wenn es zu beurteilen gilt, ob das Kriterium der gesicherten  erfüllt ist, muss ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. Dazu lassen sich in der Regel keine Feststellungen, sondern lediglich Prognosen treffen. Dabei rechtfertigt es sich durchaus,  von Bürgerinnen und Bürgern aus Staaten oder Regionen mit  respektive wirtschaftlich vergleichsweise ungünstigen  zum vornherein mit Zurückhaltung zu begegnen, da die  Interessenlage in solchen Fällen häufig nicht mit dem Ziel und Zweck einer zeitlich befristeten Einreisebewilligung in Einklang steht.
4.2 Die parlamentarische Versammlung des Kosovo hat am 17.  2008 die Unabhängigkeit des Kosovo erklärt. Am 27. Februar 2008 anerkannte die Schweiz den Kosovo. Wie jedoch die  mit dieser neuen Lage umgehen wird, ist noch ungewiss. Aus wirtschaftlicher Sicht ist es jedoch trotz grosser internationaler  bisher nicht gelungen, eine Wachstumsdynamik im Kosovo einzuleiten; es herrscht wirtschaftliche Stagnation und die  bleibt hartnäckig hoch. So sind mehr als die Hälfte der  ohne oder zumindest ohne regelmässiges Einkommen. Gemäss World Bank Brief lag der Armutsanteil der Bevölkerung im Kosovo im Jahr 2005 bereits bei 37% (Tendenz steigend). Der  aus dieser Region ist dementsprechend hoch, was sich auch in der schweizerischen Asylstatistik widerspiegelt. So stammten im Jahr 2007 9.2% der Asylsuchenden aus Serbien (inklusive Kosovo). Unter
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den Migrationswilligen gilt vor allem Westeuropa und damit auch die Schweiz als Wunschdestination. Der Trend zeigt sich  dort besonders stark, wo durch die Anwesenheit von Verwandten oder Freunden bereits ein minimales soziales Beziehungsnetz im  besteht. Im Falle der Schweiz führt dies angesichts der  Zulassungsregelung nicht selten zur Umgehung  Bestimmungen.
5. Bei der Risikoanalyse sind allerdings nicht nur solch allgemeine  und Erfahrungen, sondern auch sämtliche Gesichtspunkte des konkreten Einzelfalles zu berücksichtigen. Obliegt einer  oder einem Gesuchsteller im Heimatland beispielsweise eine  berufliche, gesellschaftliche oder familiäre Verantwortung, kann dieser Umstand durchaus die Prognose für eine anstandslose Wiederausreise begünstigen. Umgekehrt muss bei Antragstellerinnen und Antragstellern, die in ihrer Heimat keine besonderen  haben, das Risiko für ein fremdenpolizeilich nicht regelkonformes Verhalten (nach bewilligter Einreise zu einem Besuchsaufenthalt) hoch eingeschätzt werden.
5.1 Beim Gesuchsteller handelt es sich um einen 35-jährigen,  Mann. Als Ehemann und Vater zweier Kinder hat er durchaus familiäre Verpflichtungen im Heimatland. Solche Verhältnisse ( Familienangehörige) bilden für sich allein aber noch keine Garantie für eine anstandslose und fristgerechte Wiederausreise nach einem Besuchsaufenthalt. Wesentliche Bedeutung kommt hier den wirtschaftlichen Verhältnissen zu, in denen sich die Betroffenen . Der Wunsch nach einer Emigration ist nämlich häufig auch mit der Hoffnung und Erwartung verbunden, nahe Angehörige später nachziehen zu können, oder zurückbleibende Familienangehörige aus dem Ausland effizienter unterstützen zu können, was in vielen Fällen nicht unrealistisch sein dürfte.
5.2 Zur wirtschaftlichen Situation des Gesuchstellers erwähnte der Beschwerdeführer in seinem Einladungsschreiben an das  Verbindungsbüro in Pristina, sein Sohn arbeite selbständig als Bauer und erwirtschafte dabei umgerechnet etwa 1'000 CHF pro . Er besitze zudem nebst einem Haus noch eine Wohnung in der Stadt. Auf Beschwerdeebene zeichnet der Beschwerdeführer ein  positives Bild von den wirtschaftlichen Umständen: Der Gesuch-
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steller habe eine sichere Arbeitsstelle und verdiene recht gut.  erwähnte dieser in seinem persönlichen Einreisegesuch in der Rubrik berufliche Tätigkeit die angebliche selbständige  nicht. Vielmehr vermerkte er: „without job“. Auch der  selbst erwähnte im Gesuchsverfahren die im  behauptete Tätigkeit des Gesuchstellers als Bauer nicht. So hielt er in einem schriftlichen Auskunftsbogen, datiert vom 19. Januar 2007, gegenüber dem kantonalen Migrationsamt auf die Frage, wie der Gesuchsteller seinen Lebensunterhalt bestreite, bloss fest, dieser habe eine „gute Anstellung“. Die Behauptung des Beschwerdeführers, der Gesuchsteller erziele seinen Lebensunterhalt als selbständiger Bauer, findet somit in den übrigen Akten keine Stütze. Abgesehen von diesen widersprüchlichen Äusserungen zur Art der beruflichen  des Gesuchstellers kann auch die Behauptung zur Höhe des  Einkommens (umgerechnet etwa 1'000 CHF) nicht überzeugen. Dies würde einem Mehrfachen eines durchschnittlichen Lohnes im Kosovo entsprechen. Bezeichnenderweise wurden auch keinerlei Belege (Bank, Steuerbehörde o.a.) eingereicht, die  auf ein solches Einkommen zuliessen. Tritt hinzu, dass der Gesuchsteller noch im Jahre 2002 im Rahmen eines befristeten  als Kellner in einem Hotel gearbeitet haben will, so aus den in einem früheren Einreisebewilligungsverfahren edierten Akten zu schliessen. Insgesamt konnte der Beschwerdeführer somit seine  durch nichts erhärten, wonach der Gesuchsteller im Kosovo in besonders vorteilhaften Verhältnissen leben würde.
5.3 Dass Grundbesitz im Herkunftsland nicht schon per se von einer Emigration abzuhalten vermag, versteht sich von selbst. Die  von Liegenschaften in Abwesenheit der Eigentümer lässt sich vermutungsweise durch Dritte organisieren. Dass dies im Falle des  nicht so sein sollte, wird in keiner Weise begründet.
5.4 Vor dem aufgezeigten allgemeinen und persönlichen Hintergrund durfte die Vorinstanz demnach davon ausgehen, dass keine  Gewähr für eine fristgerechte und anstandslose  des Gesuchstellers nach einem Besuchsaufenthalt besteht. An  Beurteilung können die Zusicherungen des Beschwerdeführers nichts ändern. Diese sind rechtlich nicht verbindlich und faktisch auch nicht durchsetzbar. Der Beschwerdeführer kann zwar für gewisse  Risiken im Zusammenhang mit dem Besuchsaufenthalt, aus
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nahe liegenden Gründen aber nicht für ein bestimmtes Verhalten  Gastes garantieren.
6. Aus vorstehenden Erwägungen folgt, dass die angefochtene Verfügung im Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
7. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens wird der unterliegende Beschwerdeführer kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die  sind auf Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 1, Art. 2 und Art. 3 Bst. b des Reglements vom 11. Dezember 2006 über die Kosten und  vor dem Bundesverwaltungsgericht [SR 173.320.2]).
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