Decision ID: 88acb1b6-edab-4deb-850e-a47b8e6f8db3
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1976 geborene
X._
war vom
1. März 2006 bis 31. Januar 2011 als Sachbearbeiter beim Verein
Y._
angestellt und
im Rah
men dieses Arbeitsverhältnisses (bis 31. Dezember 2010; vgl. Urk. 12/21 S. 8)
bei der Stiftung Auffangeinrichtung BVG
berufsvorsorgeversichert
(Urk. 2/3-8
, Urk. 12/21
S. 2-6 und S. 9-11
).
1.2
Am 25. Oktober 2005 hatte sich
X._
unter Hinweis auf
eine
–
aufgrund einer
seit dem Jahr 2000 bestehenden
Behinderung
–
seit April 2005
anhaltende
100%ige Arbeitsunfähigkeit
zum Bezug von Leistungen
(Berufsberatung, Umschulung auf eine neue Tätigkeit, Arbeitsvermittlung)
der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) an
gemeldet
(Urk.
12/2
).
Am 28. September
beziehungsweise 3. November
2006 zog er sein Leistungsgesuch wieder zurück
, weil er zwischenzeitlich eine befriedigende Stelle im Unterneh
men seine
r
Mutter
gefunden habe
und
für
die Kosten einer Weiterbildung
selber
aufkommen
könne
(Urk. 12/15
, Urk. 12/18
S. 2
).
Die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle
,
schrieb das Leistungsbegehren in der Folge am 14. November 2006 als gegenstandslos geworden ab (Urk. 12/20).
Am 23. Februar 2011
beantragte
X._
erneut Leis
tun
gen
der IV
(Urk. 12/22
= Urk. 12/29
).
Die IV-Stelle traf in der F
olge beruf
li
che, erwerbliche sowie
medizinische Abklärungen
und sprach dem Versicherten – in Bestätigung ihres Vorbescheids vom 2. September 2011 (Urk. 12/39) – m
it Verfügung vom 12. Dezember 2011 (Urk. 12/51)
mit Wirkung ab
1. August
2011 eine auf einem Invaliditätsgrad von 100 %
beruhende ganze Rente zu.
1.3
Daraufhin ersuchte der Versicherte
die
Stiftung Auffangeinrichtung BVG um
Ausrichtung von Invalidenleistungen, was diese – unter Hinweis darauf, dass die invalidisierende Arbeitsunfähigkeit
bereits vor Beginn des
Vorsorgeverhält
nisses
eingetreten sei
–
mit Schreiben vom 15. Mai
und vom 26. Oktober 2012
ablehnte (Urk.
2/10, Urk. 2/12
).
2.
Am
7. Juni 2013
liess
X._
mit folgendem
Rechts
begehren
Klage gegen die
Stiftung Auffangeinrichtung BVG
erheben (Urk. 1 S. 2):
„
D
em Kläger sei rückwirkend ab 1. Juli 2011 eine Invalidenrente samt
Ver
zugszinsen aus der beruflichen Vorsorge Stiftung Auffangeinrichtung
BVG auszurichten.
Unter Entschädigungsfolgen zulasten der Beklagten.“
Die Beklagte schloss am 21. Oktober 2013 auf Abwei
sung der Klage (
Klageant
wort
, Urk. 8)
. Nachdem mit Verfügung vom 22. Oktober 2013 (Urk. 9) die Akten der IV beigezogen worden waren (Urk. 12/1-
65),
verzichteten die Parteien auf
Replik (Urk.
15) und Duplik
(Urk. 18). Le
tzteres wurde dem Kläg
er am 6. Januar 2014 zur Kenntnis gebracht (Urk. 19).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen ein
zugehen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 24 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die berufliche Vorsorge (BVG) hat der Versicherte Anspruch auf eine volle Invalidenrente, wenn er im Sinne der Invalidenversicherung mindestens zu 70 Prozent, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn er mindestens zu 60 Prozent, auf eine halbe Rente, wenn er mindestens zur Hälfte und auf eine
Viertelsrente
, wenn er mindestens zu 40 Prozent invalid ist. Gemäss Abs. 1 von Art. 26 BVG gelten für den Beginn des Anspruchs auf Invalidenleistungen sinngemäss die entsprechenden Bestimmungen des Bundes
gesetzes über die Invalidenversicherung (Art. 29
des Bundesgesetzes über die In
validenversicherung [IVG]). Die Invalidenleistungen nach BVG werden von derjenigen Vorsorgeeinrichtung geschuldet, welcher die den Anspruch erhe
bende Person bei Eintritt des versicherten Ereignisses angeschlossen war. Im Bereich der obligatorischen beruflichen Vorsorge fällt dieser Zeitpunkt nicht mit dem Eintritt der Invalidität nach IVG, sondern mit dem Eintritt der Arbeitsunfä
higkeit zusammen, deren Ursache zur Invalidität geführt hat (vgl. Art. 23 BVG). Auf diese Weise wird dem Umstand Rechnung getragen, dass die versicherte Person meistens erst nach einer längeren Zeit der Arbeitsunfähigkeit (nach einer Wartezeit von einem Jahr gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG in Verbindung mit Art. 26 BVG) invalid wird. Damit nämlich der durch die zweite Säule bezweckte Schutz zum Tragen kommt, muss das Invaliditätsrisiko auch dann gedeckt sein, wenn es rechtlich gesehen erst nach einer langen Krankheit eintritt, während welcher die Person unter Umständen aus dem Arbeitsverhältnis ausgeschieden ist und daher nicht mehr dem Obligatorium unterstanden hat (BGE 123 V 262 E. 1b, 121 V 97 E. 2a, 120 V 112 E. 2b, je mit Hinweisen).
1.2
Anspruch auf Invalidenleistungen haben gemäss Art. 23 BVG Personen, die im Sinne der Invalidenversicherung zu mindestens 40 % invalid sind und bei Ein
tritt der
Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert waren. Nach Art. 23 BVG versichertes Ereignis ist einzig der Eintritt der rele
vanten Arbeitsunfähigkeit, unabhängig davon, in welchem Zeitpunkt und in welchem Masse daraus ein Anspruch auf Invalidenleistungen entsteht. Die
Ver
sicherteneigenschaft
muss nur bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit gegeben sein, dagegen nicht notwendigerweise auch im Zeitpunkt des Eintritts oder der Ver
schlimmerung der Invalidität. Diese wörtliche Auslegung steht in Einklang mit Sinn und Zweck der Bestimmung, nämlich denjenigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern Versicherungsschutz angedeihen zu lassen, welche nach einer längeren Krankheit aus dem Arbeitsverhältnis ausscheiden und erst später inva
lid werden. Für eine einmal aus
während der Versicherungsdauer aufgetre
tene
Arbeitsunfähigkeit geschuldete Invalidenleistung bleibt die
Vorsorgeein
rich
tung
somit leistungspflichtig, selbst wenn sich nach Beendigung des
Vor
sorge
verhältnisses
der Invaliditätsgrad ändert. Entsprechend bildet denn auch der Wegfall der Versicherteneigenschaft kein Erlöschungsgrund (Art. 26 Abs. 3 BVG e
contrario
; BGE 123 V 262 E. 1a, 118 V 35 E. 5).
1.3
Art. 23 BVG kommt auch die Funktion zu, die Haftung mehrerer
Vorsorge
einrich
tungen
gegeneinander abzugrenzen, wenn eine in ihrer Arbeitsfähigkeit bereits beeinträchtigte versicherte Person ihre Arbeitsstelle (und damit auch die Vorsorgeeinrichtung) wechselt und ihr später eine Rente der Invalidenver
siche
rung zugesprochen wird. Der Anspruch auf
Invaliden
leistungen
nach Art. 23 BVG entsteht in diesem Fall nicht gegenüber der neuen
Vorsorge
ein
richtung
, sondern gegenüber derjenigen, welcher die Person im Zeitpunkt des Eintritts der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit angehörte.
Damit eine Vorsorgeeinrichtung, der eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeit
neh
mer beim Eintritt der Arbeitsunfähigkeit angeschlossen war, für das erst nach Beendigung des Vorsorgeverhältnisses eingetretene Invaliditätsrisiko auf
zukom
men hat, ist indes erforderlich, dass zwischen Arbeitsunfähigkeit und Invalidität ein enger sachlicher und zeitlicher Zusammenhang besteht (BGE 130 V 270 E.
4.1). In sachlicher Hinsicht liegt ein solcher Zusammenhang vor, wenn der der Invalidität zu Grunde liegende Gesundheitsschaden im Wesentlichen der
selbe ist, der zur Arbeitsunfähigkeit geführt hat. Sodann setzt die Annahme eines engen zeitlichen Zusammenhangs voraus, dass die versicherte Person nach Ein
tritt der Arbeitsunfähigkeit nicht während längerer Zeit wieder arbeits
fähig wurde. Die frühere Vorsorgeeinrichtung hat nicht für Rückfälle oder Spätfolgen einer Krankheit einzustehen, die erst Jahre nach Wiederer
langung der vollen Arbeitsfähigkeit eintreten. Demnach darf nicht bereits eine Unter
bre
chung des zeitlichen Zusammenhangs angenommen werden, wenn die Person bloss für kurze Zeit wieder
an die Arbeit zurückgekehrt ist. Ebenso wenig darf die Frage des zeitlichen Zusammenhangs zwischen Arbeitsunfähig
keit und Invalidität in schematischer (analoger) Anwendung der Regeln von Art. 88a Abs. 1 der Ver
ordnung über die Invalidenversicherung (IVV) beurteilt werden, wonach eine anspruchsbeeinflussende Verbesserung der Erwerbsfähig
keit in jedem Fall zu berücksichtigen ist, wenn sie ohne wesentliche Unterbre
chung drei Monate ge
dauert hat und voraussichtlich andauern wird. Zu berücksichti
gen sind vielmehr die gesamten Umstände des konkreten Einzel
falles, nament
lich die Art des
Ge
sundheitsschadens
, dessen prognostische ärztli
che Beurtei
lung und die Be
weg
gründe, die die versicherte Person zur Wieder
aufnahme der Arbeit veranlasst haben (BGE 123 V 262 E.
lc
, 120 V 112 E. 2c/
aa
und 2c/
bb
mit Hinweisen).
1.4
Die Arbeitsunfähigkeit ist relevant, wenn sie mindestens 20
% beträgt und sich auf das Arbeitsverhältnis sinnfällig auswirkt oder ausgewirkt hat. Es muss arbeitsrechtlich in Erscheinung treten, dass die versicherte Person im bisherigen Beruf an Leistungsvermögen eingebüsst hat, so etwa durch einen Abfall der Leistungen mit entsprechender Feststellung oder gar Ermahnung des Arbeitge
bers oder durch gehäufte, gesundheitlich bedingte Arbeitsausfälle. Der Zeitpunkt des Eintritts der berufsvorsorgerechtlich relevanten Arbeitsunfähigkeit muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit grundsätzlich echtzeitlich nachgewiesen sein. Dieser Nach
weis darf nicht durch nachträgliche Annahmen und spekulative Überlegungen ersetzt werden
(Urteil des Bundesgerichts 9C_91/2013 vom 17. Juni 2013 E. 4.1.2 mit Hinweisen)
.
1.5
Aus der engen Verbindung zwischen dem Recht auf eine Rente der Invaliden
versi
cherung und demjenigen auf eine Invalidenleistung nach BVG ergibt sich, dass der Invaliditätsbegriff im obligatorischen Bereich der berufli
chen Vorsorge und in der Invalidenversicherung grundsätzlich der gleiche ist (BGE 123 V 269 E. 2a, 120 V 106 E. 3c, je mit Hinweisen).
Praxisgemäss sind daher die Vorsorgeeinrichtungen im Bereich der gesetzlichen Mindestvorsorge (Art. 6 BVG) an die Feststellungen der IV-Organe (Eintritt der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit, Eröffnung der Wartezeit, Festsetzung des Invaliditätsgrades) gebunden, soweit die IV-rechtliche Betrachtung aufgrund einer gesamthaften Prüfung der Akten nicht als offensichtlich unhaltbar erscheint (BGE 126 V 309 E. 1 in
fine
). Diese Konzeption fusst auf der Überle
gung, die Organe der (obligatorischen) beruflichen Vorsorge von eigenen auf
wändigen Abklärungen freizustellen, und gilt nur bezüglich Feststellungen und Beurteilungen der IV-Organe, welche im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entschei
dend waren (BGE 132 V 1 E. 3.2). So hat
beispielsweise eine verspätete Anmel
dung zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung rechtsprechungsgemäss die freie Überprüfbarkeit des leistungserheblichen Sachverhaltes durch die
Vor
sorge
einrichtung
beziehungsweise das Berufsvorsorgegericht zur Folge (Urteil des Bundesgerichts 9C_49/2010 vom 23. Februar 2010 E. 2.1).
Diese Bindungswirkung setzt voraus, dass die Vorsorgeeinrichtung (spätestens) ins
Vorbescheidverfahren
(
aArt
. 73bis IVV; seit 1. Juli 2006: Art. 73ter IVV) einbezogen und ihr die Rentenverfügung formgültig eröffnet wurde (Urteil des Bundesgerichts 9C_81/2010 vom 16. Juni 2010 E. 3.1, mit Hinweisen). Dem BVG-Versicherer steht ein selbständiges Beschwerderecht im Verfahren nach IVG zu. Unterbleibt ein solches Einbeziehen der Vorsorgeeinrichtungen, ist die IV-rechtliche Festsetzung des Invaliditätsgrades (grundsätzlich,
masslich
und zeitlich) berufsvorsorgerechtlich nicht verbindlich (BGE 130 V 270 E. 3.1).
Stellt die Vorsorgeeinrichtung auf die invalidenversicherungsrechtliche Betrach
tungsweise ab, muss sich die versicherte Person diese entgegenhalten lassen, soweit diese für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entschei
dend war, und zwar ungeachtet dessen, ob der Vorsorgeversicherer im Ver
fah
ren der Invalidenversicherung beteiligt war oder nicht. Vorbehalten sind jene Fälle, in denen eine gesamthafte Prüfung der Aktenlage ergibt, dass die
Inva
liditätsbemessung
der Invalidenversicherung offensichtlich unhaltbar war (BGE 130 V 270 E. 3.1).
2.
2.1
Der Kläger fü
hrte zur Klagebegründung aus, zwar habe er bereits im Jahr 2000 an gesundheitlichen Beeinträchtigungen gelitten, diese hätten sich
in der Folge
jedoch erheblich
gebessert, sodass er vom 1. März 2006 bis 31. Januar 20
11
wieder in der Lage gewesen sei
, einer
Tätigkeit als Sachbearbeiter
beim Verein
Y._
nachzugehen. Dabei habe er ohne Leitungseinschränkung qualifizierte Arbeiten verrichtet
, bis er Mitte 2009 wieder habe hospitalisiert werden müssen (Urk. 1 S. 4 f.). Insofern könne – auch wenn
es sich bei der
Geschäftsführerin des Vereins
Y._
um seine Mutter handle
– nicht gesagt werden, dass es sich bei der fraglichen Stelle um einen geschützten Arbeitsplatz gehandelt habe. Während die im Jahr 2000 aufgetretene Arbeitsunfähigkeit durch eine
Polytoxi
komanie
bedingt gewesen sei, sei die – während der Dauer des
Vorsorgeverhält
nisses
mit der Beklagten
eingetretene
-
nun invalidisiere
nde Arbeitsunfähigkeit auf
eine komplexe Erkrankung
psychischer Natur zurückzuführen. Demnach habe er ab 1. Juli 2011 Anspruch auf Invalidenleistungen der Beklagten (Urk. 1 S.
5 f.).
2.2
Die Beklagte stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt,
bei
m
per
1.
Mai
[richtig: 1. März;
Urk. 12/21 S. 4 und
Urk. 12/30 S. 1]
2006 eingegangenen
Arbeitsverhältnis
zwischen dem Kläger und dem
Verein
Y._
habe es sich um eine Tätigkeit in geschütztem Rahmen gehandelt. D
a der zeitliche Zusammen
hang zwischen der aktenkundig zwischen November 2000 und Februar
2006 bestandenen
und der
aufgrund des nämlichen Leidens während des
Vorsorge
verhältnisses
attestierten,
schliesslich
in der Invalidität resultierenden Arbeits
unfähigkeit
nicht
unterbrochen worden sei, bestehe ihr
– der Beklagten -
gegen
über keine Anspruchsgrundlage für Invaliditätsleistungen
(Urk. 8 S. 3 f.).
3.
3.1
3.1.1
Auf der erstmaligen Anmeldung zum Bezug von Leis
tungen der IV gab der Klä
ger am 25. Oktober 2005
an
, seine Behinderung, welche
sich in
emotionale
r
In
stabilität, Depressionen, fehlende
m
Durchhaltevermögen und Drogen[
ab
hän
gig
keit
]
manifestiere
, bestehe seit dem Jahr 2000 (Urk. 12/2 S. 6). Seit April 2005 sei er gänzlich arbeitsunfähig (S. 5).
3.1.2
Im – der IV-Anmeldung
(Urk. 12/2)
beigelegten – Lebenslauf hielt der Kläger fest, er habe von 1995 bis November 2000 an verschiedenen Stellen gearbeitet und sei dann bis Mai 2004 aufgrund einer psychischen Gesundheitsstörung arbeitsunfähig gewesen.
In der Folge habe er vo
n Mai bis Oktober 2004 als Verwaltungsangestellter im
Kinderparadies
Y._
, dem
Unternehmen seiner Mutter
,
gearbeitet und sei daraufhin
von Februar bis April 2005 als
Kunden
dienstmitarbeiter
eines Möbelhauses angestellt gewesen. Seit April
2005
sei er aufgrund psychischer Beschwerden arbeitsunfähig (Urk. 12/1).
3.1.3
Die Mutter des Klägers gab a
uf dem Arbeitgeberfrag
ebogen vom 17.
November
2005 an, das per
1. Mai 2004 eingegangene Arbeitsverhältnis sei
– wegen Konzentrationsmangels, Leistungsschwäche sowie depressiven, aggressiven
"
u.a.“ Auf
tretens des Klägers -
in gegenseitigem Einvernehmen per 31. Oktober 2004 auf
gelöst worden; letzter effektiver Arbeitstag sei der 27. Oktober 2004 gewesen
(Urk. 12/8 S. 1)
.
Während der ersten zwei Monate seiner Anstellung habe der Kläger ein Vollzeitpensum erfüllt; nach Eintritt des
Gesundheitsscha
dens
im Juli 2004 habe er noch drei bis vier Stunden täglich beziehungsweise 15 bis 17 Stun
den pro Woche gearbeitet (S. 2)
.
Er habe Defizite in den Berei
chen
Kon
zentration beziehungsweise Aufmerksamkeit, Durchhaltevermögen und Sorgfalt
aufgewiesen und sich nervös und unsicher gezeigt.
Immer wieder h
abe
er
meh
re
re Aufgaben gleichzeitig übernommen,
dann
aber nur wenige zu Ende führen können. Ratschläge habe er
immer w
eniger entgegen genommen, und es
habe
ihm
grosse Mühe
bereitet
, sich anzupassen. Im zwischenmenschli
chen Bereich – so
wohl betriebsintern als auch gegenüber Aussenstehenden – habe er den Anforderungen
der Stelle
nicht entsprechen können (S. 5).
3.1.4
Dr.
med.
Z._
, Oberarzt Dualstation
der Psychiatrischen Univers
itäts
klinik A._
, Klinik für
S
oziale Psychiatrie und Allgemeinpsychiatrie, stellte am 14. Februar 2006 folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 12/11 S. 5):
Rezidivierende depressive Störung (ICD-10 F33.1), bestehend seit März 2002
Verdacht auf emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom
Borderline
-Typ (ICD-10 F60.31), bestehend seit August 2001
Keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten nachstehende Diagnosen:
Polytoxikomanie
(ICD-10 F19.2)
HCV-positiv und HIV-positiv
Zwischen November 2001 und April 2005 habe sich der
Kläger
elfmal stationär behandeln la
sse
n
, wobei während der Dauer der
Klinikaufenthalt
e
jeweils eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden habe (S. 5).
Das Konzentrationsvermögen sei leicht und die Anpassungsfähigkeit sowie die Belastbarkeit seien deutlich eingeschränkt. Eine behinderungsangepasste Tätigkeit sei dem Kläger ganztags zumutbar; ab wann dies der Fall sei, könne derzeit nicht beurteilt werden (S. 4).
3.1.5
Am 27
. Juli 2006 stellte
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und
Psychotherapie,
von der
A._
folgende Diag
nose
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 12/12 S. 1):
Emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom
Borderline
-Typus, ICD-10 F60.31
Keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit resultiere aus nachstehenden Diagno
sen:
Abhängigkeitssyndrom von Opioiden, aktuell Substitution mit
Subutex
, ICD-10 F11.22
Abhängigkeitssyndrom von Kokain, aktuell abstinent, ICD-10 F14.20
Abhängigkeitssyndrom von Alkohol, aktuell abstinent, ICD-10 F10.20
Abhängigkeitssyndrom von
Nikotin, aktuell reduzierter Konsum, ICD-10 F17.20
Schädlicher Gebrauch von Cannabis, aktuell abstinent, ICD-10 F12.20
HIV-Infektion
In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Büroangestellter habe von November 2000 bis April 2004, vo
n
November 2004 bis Februar 2005 und von Mai 2005 bis Februar 2006 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden.
Der Gesundheits
zustand des Klägers sei
besserungsfähig. Weitere medizinische Massnahmen seien nicht vorgesehen; es seien beruflic
he Massnahmen indiziert (S. 1).
Der Kläger habe schon elf stationäre Aufenthalte in der Psychiatrischen Univer
sitätsklinik
A._
(Entzugsbehandlung), zwei
Hospitalisationen
im Sanatorium
C._
(fürsorgerischer Freiheitsentzug wegen Suizidalität), eine stationäre Behandlung im Stadtspital
D._
sowie verschiedene stationäre Aufenthalte in auf Drogentherapie spezialisierten Einrichtungen hinter sich. Eine wegen mehr
fachen Diebstahls am 18. September 2003
gegen den Kläger
verhängte sechs
monatige Haftstrafe sei
zugunsten einer
ambulante
n
Massnahme
aufgeschoben; dieser habe sich der Kläger
von April 2004 bis September 2005 unterzogen. Im Sommer
2004
habe er es wieder geschafft, über eine längere Ph
ase abstinent zu bleiben. Er sei
wieder in der Lage gewesen, einer Arbeitstätigkeit
im Betrieb sei
ner Mutter
nachzugehen. Nach einem Streit mit d
ies
er habe er von Februar bis April 2005 in einem grossen Möbelhaus gearbeitet. Diese Stelle habe er – im Zusammenhang mit einer durch das Scheitern einer Beziehung ausgelösten de
pressiven Krise und
damit verbundenem
heftigem Drogen- und Alkoholkonsum – wieder verloren. Nach diversen
Kurzhospitalisationen
in der Psychiatrischen Universitätsklinik
A._
sei er
Ende Januar 2006
– vor allem zum
Alkoholent
zug
– in die Klinik
E._
eingewiesen worden, wo eine Behandlung mit
Antabus
initiiert worden sei. Seither sei es zu einer positiven Entwicklung gekommen; der Kläger sei abstinent und arbeite derzeit praktisch zu 100 %
als Büroange
stellter im Geschäft seiner
Mutter. Er lebe in einer eigenen Wohnung und plane, den Führerausweis wieder zu erwerben (S. 2).
In therapeutischer Hinsicht sei eine spezialpsychiatrische Dauerbehandlung indiziert. Der Kläger benötige eine Pharmakotherapie und bedürfe zur Vermeidung von Rückfällen mit Drogen
konsum der Hilfe bei emotionalen Krisen (S. 3).
Beim Kläger bestehe als Grundstörung
eine Persönlichkeitsstörung vom
Border
line-Typus
; im Vordergrund stehe die emotionale Instabilität. Im Verlauf sei es nach stabilen Phasen - auch ohne Drogeneinfluss - immer wieder zu schweren emotionalen Krisen gekommen, in denen er sehr unreflektiert gehandelt habe. Ohne Drogenprobleme sei der Kläger arbeitsfähig gewesen. Zwischen November 2000 und April 2004, als er massiv Drogen konsumiert habe, habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden.
Seit Mai 2004 sei in Bezug auf die
Kontrolle der
Drogenkrankheit eine positive Entwicklung zu verzeichnen.
Insbesondere im Rahmen der im Februar 2006 aufgenommenen Tätigkeit im Unternehmen seiner Mutter, einer Art geschütztem Arbeitsplatz, habe der Kläger erstmals wieder über längere Zeit stabil bleiben und auch seine Arbeitsleistung kontinuierlich verbessern können. Er leiste dabei – praktisch ohne Ausfälle – einen grossen Einsatz
. Um seine Stellung im Betrieb der Mutter abzusichern und allenfalls bei Konflikten auch in
einem anderen Unternehmen eine Chance zu haben, sei
es
wichtig, dass der Kläg
er, der lediglich über ein Bürofachdiplom verfüge, seine beruflichen Qualifikationen
noch
verbessere
(
idealerweise mit einer
Ausbildung zum Buchhalte
r).
Angesichts der stetigen Verbesserung des
Gesundheitszustand
s
in den letzten Monaten
ersch
i
e
nen berufliche Massnahmen als sinnvoll. Diese könnten den Kläger be
i der Arbeit
noch zusätzlich motivieren (S. 3). Die bishe
rige Tätigkeit sei
ihm
seit Februar 2006 ganztags zumutbar. Es besteh
e
eine leichte Einschränkung der Anpassungsfähigkeit und der Belastbarkeit (S. 5).
3.2
3.2.1
Auf der Neuanmeldung zum
Bezug von Leistungen der IV hielt
d
er Kläger am 23. Februar 2011 fest
, seine gesundheitliche Beeinträchtigung bestehe seit 1999 und werde stetig schlimmer. Er leide an Angstzuständen, Depressionen, Pani
kattacken, einem
Borderline
-Syndrom, Hepatitis, einer HIV-Infektion,
durch mentale Belastungen ausgelösten
Nervenzusammenbrüchen und Blockaden; zu
dem
gerate
er immer wieder
in
zwischenmenschliche Auseinandersetzung
en
. Vom 1. August 2010 bis 31. Januar 2011 sei er zu 20 %
in seiner Arbeitsfähig
keit eingeschränkt gewesen; seither sei er
gänzlich arbeitsunfähig
(Urk. 12/22 S. 7).
3.2.2
Anlässlich des Ressourcengesprächs
vom
8. M
ärz 2011
gab der Kläger
gegen
über der zuständigen Mitarbeiterin der IV-Stelle
an, sämtliche
Gesundheitsstö
run
gen
seien auf seine langjährige Kokainsucht zurückzuführen. Ein bis zwei
mal pro Jahr komme es zu einen Rückfall
. Er stehe seit elf Jahren in psychotherapeuti
scher Behandlung. Die Beschwerden
würden immer schlimmer. Im Mome
n
t
sei er zu nichts in der Lage und traue sich nichts
zu. Er sei nervös im Kontakt mit
Menschen, auch seinen engsten Freunden, verbarrikadiere sich zu Hause und fühle sich nur dort sicher. Er leide an anhaltenden Angstzuständen
und
könne
nicht mit Konflikten umgehen; diese lösten
starke (
psychosomatisch
bedingte)
Schmerzen aus. Wenn er Termine wahrnehme oder am Arbeitsplatz ankomme, habe er Schweissausbrüche. Er fühle sich müde, sei ausserstande, seinen eigenen Haushalt zu erledigen oder - oftmals – auch nur die Zähne zu putzen. Bei allem fühle er sich schnell überfordert
(Urk. 12/27 S. 2).
3.2.3
Gemäss Arbeitgeberfragebogen vom 22. März 2011
erfolgte die Kündigung des
am 1. März 2006 begonnene
n
Arbeitsverhältnis
ses
beim Verein
Y._
per 31. Januar 2011
(
Urk.
1
2
/30 S. 7)
aufgrund
von
Konflikten
und stetig abneh
mender Arbeitsleistung des Klägers
(
S. 1)
.
Dieser h
abe – anfänglich vollzeitlich und ab 1. August 2010 noch im Pensum von 80 % - Sekretariatsarbeiten ver
richtet. Im Verlaufe der letzten zwei Jahre seien die Aufgaben aufgrund der gesundheitlichen
Beeinträchtigungen immer wieder vereinfacht beziehungs
weise reduziert worden. Der Lohn habe nicht
der Arbeitsleistung entsprochen
(S. 2)
.
3.2.4
Die Ärzte des Universitätsspitals
A._
, Klinik für Infektionskrankheiten und Spitalhygiene, stellten am 30. März 2011 nachstehende Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 12/31 S. 5):
Psychische Erkrankung unklarer Diagnose
möglicherweise Persönlichkeitsveränderungen bei langjähriger stoffli
cher Abhängigkeit
chronische Angststörung, chronische depressive Entwicklung
Polytoxikomanie
(IVDA)
intermittierend Kokain-, Heroin-, Alkohol-, Cannabis- und Benzodiaze
pine-Abusus
aktuell Methadon-Substitution
aktuell ambulante Psychopharmaka- und Gesprächstherapie
Status nach multiplen stationären Entzugsversuchen zirka 2000
-
Adipositas und metabolisches Syndrom unter Neuroleptika
Weiter bestünden folgende Diagnosen, bei denen fraglich sei, ob sie die Arbeitsfä
higkeit einschränkten:
Chronische Hepatitis C
Genotyp 3
a
ISHAK 2/6 (Biopsie Juni 2006)
normale Sonographie und normale Lebersteifigkeit im
Fibroscan
vom Februar 2010
HIV-Infektion CDC-Stadium A2, Erstdiagnose 2001
Ob die auffallenden psychischen Symptome
Ursache oder Folge der langjähri
gen stofflichen Abhängigkeit seien, müssten die den Kläger suchtmedizinisch und psychiatrisch behandelnden Ärzte beurteilen. Der Kläger, der sich seit 4. November 2005 ambulant in der Klinik behandeln lasse, erscheine nur selten in der Sprechstunde, bleibe den abgemachten Terminen häufig fern und unter
ziehe sich konstant einer
neuroleptischen
und sedierenden Therapie (S.
5
). Die Phasen von Arbeitsunfähigkeit, die in den vergangenen Monaten offenbar bestanden hätten, seien rein psychisch bedingt gewesen. Die bisher
symptom
lo
se
HIV-Infektion und die chronische Hepatitis C wirkten sich nicht wesentlich auf das Leistungsvermögen aus.
Was die Arb
eitsanamnese anbelange, sei der Kläger von 2000 bis 2005 aufgrund der
Polytoxikomanie
sowie primärer und sekundärer Befindlichkeitsstörungen keiner Erwerbstätigkeit nachgegangen. Von 2005 bis 30. März 2011 sei er beim Verein
Y._
, der von
V
erwandten
von ihm
betrieben werde, angestellt gewesen und habe Büroarbeiten verrichtet. Es sei unklar, inwiefern diese Anstellung als Tätigkeit in geschütztem Rahmen zu betrachten sei.
Der Kläger habe angegeben, dass
ihm seit Jahren bestehende Ängste phasenweise den Kontakt zu Mitmenschen und
Kunden fast
verunmög
lichten
. Teilweise habe er seine Emotionen nicht unter Kontrolle
und leide an Weinanfällen, Nervenzusammenbrüchen et
cetera
. Er sei deshalb in den letzten sechs Monaten wiederholt krankgeschrieben worden und habe schliesslich die Kündigung erhalten (S. 7
).
3.2.5
Dr.
B._
,
A._
,
Zentrum für Abh
ängigkeitserkrankungen, stellte
in
seinem
Bericht vom 1. Juli 2011 folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit (Urk. 12/36 S. 1):
Bipolare affektive Störun
g, gegenwärtig manische Episode,
ICD-10 F31.1
Kombinierte Persönlichkeitsstörung mit emotional instabilen (
Borderline
) sowie narzisstischen Anteilen,
ICD-10 F60.8
Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitätsstörung des Erwachsenen
,
ICD
10 F90.1
Kokainabhängigkeitssyndrom, e
pisodischer Konsum (intravenös),
ICD-10 F14.26
Keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten nachstehende Diagnosen:
Heroinabhängigkeitssyn
drom, Substitution mit Methadon,
ICD-10 F11.22
Abhängigkeitssyndrom von Sedativa, ICD-10 F13.22
Nikotinabhängigkeitssyndrom,
ICD-10 F1
7.25
HIV-Infektion
HCV-Infektion
Nach dem Beginn der Behandlung mit
Antabus
im Januar 2006 sei es nochmals zu ei
ner guten Phase gekommen. Rückfä
lle betreffend den Kokainkonsum seien im Jahr 2007 nur noch vereinzelt vorgekommen, und der Kläger sei wieder in der Lage gewesen, im Unternehmen seiner Mutter admin
istrative Arbeiten zu erledigen, habe im April 2007 eine neue Wohnung bezogen und Umgang mit Freunden ge
pflegt
, die nichts mit Drogen zu tun gehabt hätten. Er habe den Führerausweis wieder erwerben können und sich ein Auto gekauft. Ende März 2009 habe dann leider wieder eine negative Phase mit zunehmenden Abstürzen mit Kokain, zunehmendem Konsum von Sedativa und – in geringerem Um
fang
– auch von Alkohol begonnen. Im Mai 2009 sei dem Kläger der Fahrausweis wieder entzogen worden. Die sozialpsychiatrische Behandlung sei intensiviert worden (tägliche Kontakte), und vom 1
6.
bis 18.
September 2009 sei eine
Hos
pitalisation
in der Klinik
F._
erfolgt
. Nachdem im Oktober 2009 eine Behandlung mit
Concerta
, das eine beruhigende und die Konzentration fördernde Wirkung gehabt habe, initiiert worden sei, sei der Kläger wieder einige Monate in
der
Lage gewesen, konstant im Betrieb seiner Mutter zu arbeiten.
Ab Juli 2010 sei es dann abermals
zu krankheitsbedingten Ausfällen
gekommen, und ab September 2010 sei der Kläger im Wesentlichen arbeitsunfähig gewesen. Inzwischen habe er die Stelle definitiv verloren
(S. 3)
.
Ab März 2011 habe der Kläger zunehmen
d
unruhig, angetrieben und rasch wütend gewirkt; es sei auch zu aggressiven
Aus
brüchen gekommen. Mittler
weile werde diese neue Phase als erste klare manische Dekompensation bei einer seit vielen Jahren bekannten rezidivierenden depressiven Störung interpretiert. Die Versuche, die gesundheitliche Situation mittels einer stationären Therapie und mit einer medikamentösen Behandlung mit
Antipsychotika
zu stabilisieren
,
seien bis anhin mässig erfolgreich verlaufen; der manische Zustand dau
e
re an und werde inzwischen noch durch vermehrte Rückfälle mit Kokainkonsum kompliziert. Belastend hinzugekommen sei, dass die über Jahr
e
hinweg stabilen CD4-Zellen im April 2011 so weit abgefallen seien, dass eine antiretrovirale Therapie habe begonnen werde
n
müssen (S. 3). Der Kläger sei als ausgesprochen schwer psychisch krank zu qualifizieren. Es sei sehr unwahrscheinlich, dass er wieder einmal in der Lage sein werde, einer Erw
erbstätigkeit nachzugehen. Nach diversen Phasen von (Teil
)Arbeitsunfähigkeit ab dem 2. Juni 2009 bestehe in der angestammten Tätigkeit als Büromitarbeiter seit 13. Dezember 2010 und bis auf Weiteres eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (S. 4).
Dem Kläger sei keine Erwerbstätigkeit mehr zumutbar. Es bestünden – seit zwei Jahren in zunehmen
dem Ausmass - eine massive Einschränkung des Konzentrationsvermögens, der Anpassungsfähigkeit und der Belastbarkeit sowie eine leichte Beeinträchtigung des Auffassungsvermögens (S. 6).
Zu Beginn der Behandlung habe die
Polytoxikomanie
im Vordergrund
gestan
den; als
komorbide
, eventuell auch primäre Störung sei von den Ärzten ver
schie
dener Kliniken eine rezidivierende
depressive Störung diagnostiziert worden. Im Laufe der Zeit
sei eher die kombinierte Persönlichkeitsstörung mit emotional instabilen und narzisstischen Anteilen in den Vordergrund getreten; diese sei allenfalls als Persönlichkeitsänderung infolge der anderen langjährigen psychi
schen Störungen zu interpretieren. Im Nachhinein könnten auch gewisse „posi
tive“ Phasen in der Vergangenheit als hypomanische Zustände angesehen wer
den. Das derzeit seit ein paar Wochen anhaltende manische Zustandsbild sei beim Kläger zuvor noch nie beobachtet worden. Da es sich unabhängig vom Konsum psychotroper Substanzen entwickelt habe und sich klinisch von den bekannten, durch Drogen induzierten Zuständen deutlich unterscheide, sei nun schliesslich die Diagnose einer bipolaren affektiven Störung zu stellen. Es sei davon auszugehen, dass der Kläger als Kind an einer Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitätsstörung
(ADHS)
gelitten habe. Ob
diese Störung
– nebst den weiteren Beeinträchtigungen – auch aktuell noch vorhanden sei, sei schwierig zu beurteilen
(S. 6)
. Eine Behandlung mit mittleren
Dosen des retardierten
Methylphenidats
scheine
beim Kläger
jedenfalls
über mehrere Monate hinweg eine Beruhigung, eine Verbesserung der Leistungsfähigkeit und eine Reduktion des
Kokaincravings
bewirkt
zu
habe
n
, bevor
dies
er dann im Zusammenhang mit Stress am Arbeitsplatz (Konflikt mit der Schwester) wieder
dekompensiert
habe (S. 6 f.).
Die Prognose in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit sei schlecht. Seit dem Verlust der Stelle bei einem Telekommunikationsunternehmen im Jahr 2000 habe der Kläger noch zweimal die Möglichkeit gehabt, während mehrerer Monate im Unternehmen seiner Mutter zu arbeiten.
Er sei in dieser – ihm meist wohlwol
lend gesinnten Umgebung – in guten Phasen auch durchaus produktiv und bei den Mitarbeitenden beliebt gewesen. Am Schluss habe sich der Kläger mit seiner Mutter und seiner inzwischen auch im Betrieb arbeitenden Schwester heillos
zerstritten
(S. 7).
3.2.6
In ihrer am 20. Juli 2011 gestützt auf die Akten verfassten Beurteilung gelangte Dr. med.
G._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
Ärztin des Regionalärztlichen Dienstes (RAD) der IV,
zum Schluss, dass der Kläger
nebst somatischen Erkrankungen -
an einer bipolaren affektiven Störung, einer kombinierten Pers
önlichkeitsstörung, einem ADHS und eine
m
Kokainab
hängig
keitssyndrom
leide.
Es sei davon auszugehen, dass aufgrund der
komor
biden
psychischen Störungen seit Juli 2010 in jeglicher Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe. Dass sich die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nicht bereits früher abgezeichnet habe, sei mit überwiegender Wahrscheinlich
keit auch damit zu erklären, dass der Kläger im Betrieb seiner Mutter ein wohl
wollendes Arbeitsumfeld vorgefunden habe, welches
seine
Defizite bis zuletzt zu kompensieren vermocht habe (
Urk. 12/38
S. 3).
4.
4.1
Str
ittig und zu prüfen ist, ob die invalidisierende Arbeitsunfähigkeit während der Dauer des Vorsorgeverhältnisses mit der Beklagte
n eingetreten ist.
4.2
Zwar ist au
fgrund der Ak
ten unklar, ob die IV-Stelle
der Beklagten die
Renten
verfügung
vom 12. Dezember 2011 (Urk. 12/51) formgültig
zugestellt hat (vgl. Urk. 12/56
).
Angesichts
der am 23.
Februar
2011 erfolgten Neuanmeldung
(Urk. 12/22)
und
der Tatsache, dass der Kläger
, der über das Bürofachdiplom verfügt,
nach dem Rückzug seines ersten Leistungsgesuchs während längerer Zeit
wieder
im Rahmen einer
vollzeitlich
en Anstellung
einer Bürotätigkeit nachging
und dabei ein
jedenfalls nicht unter
durchschnittliches Einkommen erzielte
(Urk. 12/30 S. 9-11)
, hatte die IV-Stelle keinen Anlass zu prüfen, ob
die zur
Zusprache
der ganzen Invalidenrente führende Arbeits
unfähig
keit
schon vor
den aktenkundig ab
Juli 2010 (vermehrt) aufgetretenen krankheitsbedingten Ausfällen (Urk. 12/36 S. 3) beziehungsweise der
Pensumsreduktion
per August 2010 (Urk. 1
2
/30 S. 2) eingetreten war.
Da der
von der IV-Stelle auf den 19. Juli 2010 festgesetzte Beginn des Wartejahrs (Urk. 12/38 S. 4)
demnach
nicht iden
tisch
ist
mit dem
Zeitpunkt des Eintritts der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit
im Sinne von Art. 23 BVG
, ist d
ie Rentenverfügung
(Urk. 12/51)
diesbezüglich für d
ie
Beklag
t
e
nicht
verbindlich.
4.3
4.3.1
Aus den medizinischen Akten geht
übereinstimmend
hervor
, dass der Kläger aufgrund psychischer Beschwerden
seit 1998 konstant in ambulanter und im
me
r wieder auch stationärer
Behandlung steht
(Urk. 12/11 S. 4 f., Urk. 12/12, Urk. 12/36) und mittlerweile zu 100 % invalid ist (Urk. 12/51, Urk. 12/36 S. 6, Urk.
12/38 S. 3)
.
Fest steht zudem, dass die
-
ebenfalls seit geraumer Zeit beste
hende
-
chronische
Hepatitis C und die
HIV-Infektion
zumindest bis zum Ende des Vorsorge
verhältnis
ses
mit der Beklagten keine Arbeitsunfähigkeit zeitigte
n
(vgl.
hiezu
insbesondere Urk. 12/31 S. 7).
4.3.2
Die IV-Stelle ging in ihrer Verfügung v
om 12. Dezember 2011 (Urk. 12/51
)
ge
stützt auf den Bericht
von
Dr.
B._
von der
A._
, Zentrum für
Abhängig
keitserkrankungen
, vom 1. Juli 2011 (Urk. 12/36) – davon aus,
dass der Kläger aufgrund
einer bipolaren affektiven Störung, einer kombinierten
Persönlich
keitsstörung
mit emotional instabilen (
Borderline
) sowie narzissti
schen Anteilen
, eines ADHS des Erwachsenen und eines
Kokainabhängigkeits
syndroms
in jegli
cher Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig sei
.
Der vom
Psychiater der genannten Klinik
schon
(
rund fünf Jahre zuvor
)
am 27. Juli 2006 -
für die Zeit von November 2000 bis April 2004, von November 2004 bis Februar 2005 und von Mai 2005 bis Februar 2006
–
attestierten
Arbeitsunfähigkeit
lagen
eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom
Boderline
-Typus
sowie eine rezidivierende depressive Störung
(Urk. 12/12 S. 1
, Urk. 12/11 S. 5
)
zugrunde
und – entgegen den entsprechenden Ausführungen des Klägers (Urk. 1 S.
5 f.
) – nicht
etwa
die
(verschiedentlich als
Polytoxikoma
nie
qualifizierten) Abhängigkeitssyndrome von verschiedenen Substanzen
(vgl. auch Bericht vom 14. Februar 2006
über die 1
0.
Hospilitation
in einer
Kran
kenstation
der
A._
[Urk. 12/11 S. 5]
). Zwar schränkte der Drogen
- und
Alko
hol
konsum
die Leistungsfähigkeit des Klägers
aktenkundig
immer wieder mas
siv ein. Eigentliche Ursache der Arbeitsunfähigkeit waren gemäss den Ärzten
indes
nicht die verschiedenen Abhängigkeitssyndrome, sondern die diesen zu Grunde liegende Persönlichkeitsstörung beziehungsweise die dadurch bedingte emotionale Instabilität (vgl. insbesondere Urk. 12/12 S.
3).
Die
vor Beginn des
Vorsorgeverhältnisses
mit der Beklagten bestandene und die während dessen Dauer erneut attestierte und schliesslich invalidisierende Arbeitsunfähigkeit sind
demnach
im Wesentlichen auf den nämlichen psychi
schen Gesundheitsschaden zurückzuführen.
Daran ändert nichts, dass die Ärzte betreffend
dessen genaue diagnostische Qualifikation
zu leicht abweichenden
Beurteilung
en
gelangten. D
ass es
betreffend die Natur der
seit über fünfzehn Jahren persistierenden
psychischen Symptomatik
(im vorliegend relevanten Zeitraum
bis zum Ende des Vorsorgeverhältnisses
mit der Beklagten am 31. Dezember 2010 [Urk. 12/21 S. 8]
)
zu einer wesentlichen Veränderung
gekommen ist, ist aufgrund der zitierten medizinischen Berichte
nämlich
aus
zuschliessen. Anzumerken ist, dass das
von den
Ärzte
n
der Psychiatrischen Universitätsklinik
A._
- erstmals
– im Frühsommer 2011
beobachte
und seit
her
anhaltende manische Zustandsbild
(
vgl. Bericht vom 1. Juli 2011,
Urk. 12/36 S. 6)
vorliegend insofern nicht von Bedeutung ist, als
es
letzlich
lediglich zu einer neuen Diagnose (bipolare affektive Störung (
a.a.O
S.
7) führte und
es jedenfalls nach dem Ende des Vorsorgeverhältnisses mit der Beklagten auftrat und
angesichts der schon zuvor gänzlichen Arbeitsunfähigkeit
keine relevante zusätzliche
Leistungseinbusse
verursachte
. Insofe
rn
ist der enge sach
liche Konnex
zwischen der schon vor de
m Vorsorgeverhältnis attestierten
und der nun invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit
zu bejahen
.
4.3.3
Die Annahme eines engen zeitlichen Zusammenhangs setzt voraus, dass die versicherte Person nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Inva
lidität geführt hat, nicht während längerer Zeit wieder arbeitsfähig war. Bei der Prüfung dieser Frage sind die gesamten Umstände des konkreten Einzelfalles zu berücksichtigen, namentlich die Art des Gesundheitsschadens, dessen prognos
ti
sche Beurteilung durch den Arzt sowie die Beweggründe, welche die versi
cherte Person zur Wiederaufnahme oder Nichtwiederaufnahme der Arbeit ver
anlasst haben. Mit Bezug auf die Dauer der den zeitlichen Konnex unterbre
chenden Arbeitsfähigkeit kann die Regel von
Art. 88a Abs.
1 IVV
als Richt
schnur gelten. Nach dieser Bestimmung
(in der bis 31. Dezember 2011 in Kraft gestandenen Version)
ist eine anspruchsbeeinflussende Verbesserung der Er
werbsfähigkeit in jedem Fall zu berücksichtigen, wenn sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und voraussichtlich weiterhin andau
ern wird. Bestand während mindestens drei Monaten wieder volle Arbeitsfähig
keit und erschien gestützt darauf eine dauerhafte Wiedererlangung der Er
werbsfähigkeit als objektiv wahrscheinlich, stellt dies ein gewichtiges Indiz für eine Unterbrechung des zeitlichen Zusammenhangs dar. Anders verhält es sich, wenn die fragliche, allenfalls mehr als dreimonatige Tätigkeit als
Eingliede
rungsversuch
zu werten ist oder
massgeblich
auf sozialen Erwägungen
des Arbeitgebers beruhte und eine dauerhafte Wiedereingliederung aber unwahr
scheinlich war
(vgl. BGE 134 V 20 E. 3.2.1 mit Hinweisen
).
Aufgrund der ärztlichen Beurteilungen und der weiteren Akten ist davon auszu
gehen, dass der Kläger
, der nach dem Erwerb des Bürofachdiploms im Jahr 1997
als Allrounder beziehungsweise als Sachbearbeiter bei einem
Telekommunikati
onsunternehmen
gearbeitet hatte (Urk. 12/1)
, spätestens ab November 2000 erheblich in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt war
(vgl. insbesondere Urk. 12/12 S. 1)
. Zwar erhielt er im Mai 2004 – nach rund dreieinhalbjähriger krankheitsbedingter Abwesenheit vom Arbeitsmarkt – eine Anstellung
im Bürobereich
. Beim Arbeitgeber handelte es sich indes um den
Verein
Y._
; eingestellt wurde der Kläger mithin von seiner Mutter. Unter Berücksichtigung dieses Umstands und aufgrund der
Tatsache, dass der Kläger
– trotz wohlwol
lendem Arbeitsumfeld -
bereits nach zwei Monaten nicht mehr in der Lage war, ein Vollzeitpensum zu erfüllen und die Stelle aufgrund krankheitsbedingter Defizite Ende Oktober 2004 schon
wieder verlor
(Urk. 12/8)
, ist nicht vom Wie
dererlangen einer vollen Arbeitsfähigkeit im Frühjahr 2004 auszugehe
n. Auch das drei Monate später per Februar 2005 eingegangene Arbeitsverhältnis als Kundendienstmitarbeiter i
n
einem Möbelgeschäft
lässt nicht auf eine uneinge
schränkte
Arbeitsfähigkeit im damaligen Zeitpunkt schliesse
n
, wurde
dem Klä
ger
die fragliche Stelle
doch
–
ebenfalls
aufgrund der durch die p
sychische Störung bedingten
funktionellen Defizite
– nach nur drei Monaten wieder gekündigt
(Urk. 12/12 S. 2)
.
In seiner
(ersten)
Anmeldung bei der IV
gab der Kläger daraufhin am 25. Oktober 2005 an,
infolge
der seit dem Jahr 2000 beste
henden
(psychischen)
Behinderung seit April 2005 gänzlich arbeitsunfähig zu sein (Urk
.
12/2 S. f
; vgl. auch Lebenslauf [Urk. 12/1]
).
Dass er sein Leistungsgesuch
daraufhin
am 28. September 2006 wieder zurück
zog (Urk. 12/15), ist nicht etwa mit einer mit dem Wieder
er
langen der vollen Arbeitsfähigkeit einhergehenden Verbesserung
des Gesundheitszustandes
zu erklären, sondern damit,
dass
er
, nachdem die im Januar 2006 begonnene Behandlung mit
Antabus
eine positive Entwicklung b
etreffend Alkohol- wie auch Dro
genkonsum bewirkt
und eine – von den behandelnden Psychiatern im Nachhinein als hypomanischer Zustand interpretierte –
positive Phase einge
setzt
hatte (Urk. 12/36 S. 3
und S. 6 f.
),
Anfang März 2006
erneut
eine Anstel
lung
als Büromitarbeiter beim Verein
Y._
e
rhielt
.
Dieses Arbeitsverhältnis lässt indes, auch wenn es in der Folge
noch
bis 31. Januar 2011 andauerte (Urk.
12/30 S. 7), nicht auf
das –
vorübergehende - Erreichen
eine
r
mindestens für drei Monate ununterbrochen anhaltende
n
und voraussichtlich dauerhafte
n
(
E. 1.3)
uneingeschränkte
n Arbeitsfähigkeit
während seiner knapp fünfjährigen Dauer
schliessen.
So ist
aktenkundig, dass der Kläger ab März 2006
anfänglich zwar grundsätzlich in der Lage war, das
ursprünglich vereinbarte
(
und in der Folge
per 1. August 2010 – aus gesundheitlichen Gründen – auf 80 % reduzierte [Urk. 12/30 S. 2]) Vollzeitpensum (
„praktisch zu 100 %
“
[Urk. 12/12 S. 2)]
mit
gelegentlichen
krankheitsbedingten Ausfällen
[Urk. 12/12 S. 3]
) zu erfüllen
. Auch wenn er dabei – im Rahmen des ihm aufgrund der psychischen Sympto
matik
M
öglichen –
nach Lage der Akten
einen grossen Einsatz leistete und seine Arbeitsleistung kontinuierlich verbesserte,
ist angesichts der ihm von den Ärz
ten weiterhin bescheinigten
Einschränkung sowohl der Anpassungsfähigkeit als auch der Belastbarkeit (Urk. 12/12 S. 3 und S. 5
; Urk. 12/36 S. 6
)
von einer fortdauernden
erheblichen
Leistungseinbusse auszugehen.
Dass
er trotz der von Anfang an offensichtlich reduzierten Arbeitsfähigkeit
über
die dreimonatige
Probezeit
(Urk. 12/21 S. 4)
hinaus weiterbeschäftigt
wurde
,
lässt sich
– wie schon die
(erneute)
Anstellung
beim Verein
Y._
an sich
–
nur
mit
seinen
familiäre
n Beziehungen
erklären.
So wiesen die
Ärzte
der Psychiatrischen Uni
versitätsklinik
A._
wiederholt darauf hin, dass die Arbeit im Unternehmen der Mutter als Tätigkeit i
n geschütztem Rahmen betrachtet
werden könne (Urk. 12/12 S. 3, Urk. 12/31 S. 7), wobei der Kläger in der
„
wohlwollend gesinnten Umgebung
“
–
(nur)
in guten Phasen – auch durchaus produktiv gewesen sei
. Allerdings
seien ihm als Sohn der
Chefin auch grosse Freiheiten gewährt worden
, und er habe sich Aussetzer leisten können, die bei einer Anstellung in einem anderen Unternehmen nie akzeptiert worden wären (Urk. 12/36 S. 7).
Anzumerken ist in diesem Zusammenhang auch,
dass das Salär des
– lediglich über das Bürofachdiplom und kaum
über entsprechende
Berufserfahrung verfügende
n
(Urk. 12/1
, Urk
.
12/21 S. 7
) – Kläger
s gerade zu jenem Zeitpunkt, in dem sich
sein
Gesundheitszustand
massiv verschlechterte und
die krankheitsbedingten Absenzen
sich
zu häufen begannen (Urk. 12/36 S. 3 f.)
,
vom ursprünglich
ab März 2006
vereinbarten
Stundenlohn von Fr. 23.20 zuzüglich Fr. 1.80 Ferienzulage (Urk. 12/21 S. 4) per 1. November 2009 auf Fr. 5‘662
.--
mona
tlich (Urk. 12/21 S. 5) und im März 2010 gar auf Fr. 6‘600.
--
erhöht wurde (Urk. 12/21 S. 6)
, wobei der Beklagten für das Jahr 2010 – für ein Pensum von 80 % - ein Jahreslohn von Fr. 82‘800.-- gemeldet wurde (Urk. 12/21 S. 10).
Diese Lohnentwicklung
steht in klarem Widerspruch zum gesundheitlichen Verlauf beziehungsweise der von Anfang an bestandenen und im Laufe der Zeit noch zugenommenen Leistungseinschränkung. Auf dem Arbeitgeberfragebogen vom 22. März
2011 hielt die zuständige Mitarbeiterin des Vereins
Y._
denn auch explizit fest, dass der Lohn nicht der Arbeitsleis
tung entsprochen habe.
Welcher Lohn adäquat gewesen wäre, könne nicht beurteilt werden; der Kläger habe sehr viele Ausfälle zu verzeichnen gehabt (Urk. 12/30 S. 2).
4
.4
In Würdigung sowohl der medizinischen Akten als auch der
geschilderten
tat
sächlichen Ge
ge
benheiten ist die
erneute
Tätigkeit
des Klägers beim Verein
Y._
vom 1. März 2006 bis 31. Januar 2011
nach dem Gesagten als
Einglie
derungsversuch
zu werten,
der den engen zeitlichen Zusammenhang zwischen der – aufgrund der nämlichen psychischen Gesundheitsstörung - bis zum Be
ginn des Vorsorgeverhältnisses mit der Beklagten am
1. März 2006
attestierten
100%igen (Urk. 12/12 S. 1)
und der seit
Sommer 2010 anhaltend bescheinigten (Urk. 12/36 S. 3) und nun invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit
nicht zu unter
brechen vermochte.
Die Leistungsverweigerung der Beklagten erweist sich daher als rechtens.
Die Klage ist demnach abzuweisen.