Decision ID: 2b2b1e18-c1c7-5f3e-90b7-8da23d6d8da2
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_BRK
Chamber: ZH_BRK_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: public_law

hat sich ergeben:
A. Mit Beschluss vom 4. Juni 2019 erteilte die Bausektion der Stadt Zürich der Baugenossenschaft O. (nachfolgend: Bauherrschaft) die Baubewilligung für den Ersatzneubau einer Wohnüberbauung mit 134 Wohnungen, einer  und Gewerbelokalen im Erdgeschoss sowie 69  in einer Tiefgarage an der L.-Strasse 1 und der W.- Strasse 1 bis 9 [...] in Zürich (Arealüberbauung). Zusammen mit dem  wurde die Gesamtverfügung der Baudirektion [...] betreffend  der Lärm-Belastungsgrenzwerte, Lage an einer Nationalstrasse und Lage in einem Perimeter gemäss Kataster der belasteten Standorte .
B. Mit Eingabe vom 10. Juli 2019 gelangte die Bauherrschaft fristgerecht an
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das Baurekursgericht des Kantons Zürich und beantragte die Aufhebung des Bausektionsbeschlusses vom 4. Juni 2019 insoweit, als in  I.C Ziff. 1 lit. c in Verbindung mit Erwägung C lit. a die Bewilligung für die Wegverbindung mit Aussentreppe und den Veloabstellplatz in der  verweigert wurde; die entsprechende Bewilligung sei zu erteilen. Weiter sei der Beschluss insoweit aufzuheben, als in Dispositivziffer III.C Ziff. 92 des Beschlusses verlangt wird, dass die Schleusen in der  mit einem Mindest-Feuerwiderstand EI 60 anstatt mit einer geplanten Länge von 1,2 m (bei einer Breite von 1,6 m) mit einer Länge von 2,4 m (bei einer Breite von 1,2 m) auszuführen seien; demgemäss seien die Schleusen mit einer Länge von 1,2 m (und einer Breite von 1,6 m) zu . Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der  der Stadt Zürich.
Vom Rekurseingang wurde mit Verfügung vom 12. Juli 2019 unter der  R1S.2019.05081 Vormerk genommen, die  Kanton Zürich in das Verfahren einbezogen und das  eröffnet.
C. Mit gemeinsamer Eingabe vom 12. Juli 2019 gelangten auch M. R., T. E., U. M. und E. D., A. und B. E., M. M., H. und I. M., S. S., S. K., R. und S. G., S. R. und S. W., M. B. und F. G. B., U. S., W. E., K. Z. sowie A. H. (: Rekurrierende 1-15) an das Baurekursgericht und beantragten – unter den gesetzlichen Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich Mehrwertsteuer – die Aufhebung der Entscheide der Bausektion der Stadt Zürich und der Baudirektion.
Von diesem Rekurs wurde mit Verfügung vom 15. Juli 2019 unter der G.-Nr. R1S.2019.05086 Vormerk genommen und das  eröffnet.
D. Im Rekursverfahren der Bauherrschaft beantragten die Baudirektion mit Eingabe vom 9. August 2019 und die Bausektion der Stadt Zürich mit  vom 14. August 2019 die Abweisung des Rekurses; letztere stellte zudem Antrag auf Zusprechung einer Parteientschädigung. Die Gebäude-
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versicherung Kanton Zürich beantragte mit Eingabe vom 3. September 2019 die Abweisung des Rekurses in Bezug auf die feuerpolizeiliche  in der Tiefgarage.
Die Bauherrschaft hielt an ihren Anträgen mit Replik vom 26. September 2019 fest; ebenso die Bausektion der Stadt Zürich mit Duplik vom 21.  2019. Die Gebäudeversicherung Kanton Zürich verzichtete , die Baudirektion stillschweigend auf Duplik.
E. Im Rekursverfahren der Rekurrierenden 1-15 beantragte die Baudirektion mit Eingabe vom 30. Juli 2019 die Abweisung des Rekurses, soweit sie  Stellung nahm (Lärmschutzrecht). Die Bausektion der Stadt Zürich schloss mit Rekursantwort vom 14. August 2019 auf Abweisung des , soweit darauf einzutreten sei. Die Bauherrschaft beantragte mit Vernehmlassung vom 15. August 2019 Abweisung des Rekurses, soweit darauf einzutreten sei; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Rekurrierenden 1-15.
Mit Replik vom 30. September 2019 hielten die Rekurrierenden 1-15 an  Anträgen fest; ebenso die Bauherrschaft und die Bausektion der Stadt Zürich mit Dupliken je vom 22. Oktober 2019. Die Baudirektion verzichtete stillschweigend auf Duplik.
F. Am 11. November 2019 führte die 1. Abteilung des Baurekursgerichts im Beisein aller Parteien mit Ausnahme der Baudirektion einen Augenschein vor Ort durch.
G. Mit Eingabe vom 13. Dezember 2019 zeigte die Bauherrschaft im  G.-Nr. R1S.2019.05081 die Einreichung eines  in Bezug auf die feuerpolizeiliche Auflage an. Mit Bauentscheid Nr. 102/20 vom 22. Januar 2020 hiess die Bausektion der Stadt Zürich das Wiedererwägungsgesuch gut und formulierte die feuerpolizeiliche Auflage in der Tiefgarage neu.
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H. Mit Eingabe vom 3. März 2020 erklärte die Bauherrschaft in der Folge den Rückzug ihres Rekurses in Bezug auf die feuerpolizeiliche Auflage. An der Rüge betreffend Dispositivziffer I.C Ziff. 1 lit. c in Verbindung mit  C lit. a des Beschlusses hielt sie fest.

Es kommt in Betracht:
1. Die Verfahren G.-Nrn. R1S.2019.05081 und R1S.2019.05086 betreffen dasselbe Bauvorhaben, weshalb sie zu vereinigen sind.
2.1. Die Bauherrschaft ist als Baugesuchstellerin und Entscheidadressatin  rekurslegitimiert (§ 338a des Planungs- und Baugesetzes [PBG]).
2.2. Zufolge Grundstückeigentums in unmittelbarer Nähe des Bauvorhabens sind im Lichte der erhobenen Rügen grundsätzlich auch die  1-15 im Sinne von § 338a PBG zur Rekurserhebung berechtigt. Die Bauherrschaft bestreitet indes, dass E. D. (Rekurrentin 3) und A. H. ( 15) rechtsgültig im Sinne von § 315 PBG um Zustellung des  Entscheids ersucht hätten.
2.3. Sinn und Zweck von § 315 PBG liegen im Bestreben des Gesetzgebers, den Rechtssicherheitsinteressen des Bauherrn Rechnung zu tragen. Der Bauherr soll frühzeitig Kenntnis davon haben, ob er mit Rechtsmitteln  das Bauvorhaben zu rechnen hat oder nicht. Gleichzeitig muss er sich auch über die Person des möglichen Gegners im Klaren sein. Ein allfälliges Vertretungsverhältnis muss daher bereits im schriftlichen Zustellbegehren zum Ausdruck kommen. Dabei sind die Bestimmungen über die direkte
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Stellvertretung gemäss Art. 32 des Obligationenrechts (OR) analog . Aus dem Text des Begehrens um Zustellung des baurechtlichen Entscheids muss somit hervorgehen, ob der Absender das Begehren auch oder ausschliesslich in Vertretung einer dritten Person stellt und wer diese ist. Gibt sich der Vertreter nicht als solcher zu erkennen, so ist , er stelle das Begehren ausschliesslich in eigenem Namen. Ohne eine entsprechende Offenbarungspflicht allfälliger Vertretungsverhältnisse im Zustellungsbegehren würde der Bauherr den Kreis möglicher Rekurrenten nicht vollständig erfahren. Dies verunmöglichte oder erschwerte zumindest Vorkehren zur Vermeidung von Rekursen. Wichtig ist sodann, dass der Gesetzgeber gerade auch den blossen Anschluss an ein  unterbinden wollte, weshalb die Anforderungen an die  streng zu handhaben sind. Eine Ausnahme besteht bei den  Vertretungsverhältnissen unter Ehegatten (Art. 166 des  Zivilgesetzbuches [ZGB]) oder unmündiger Kinder durch die Eltern (Art. 304 ZGB). Diesfalls muss das Vertretungsverhältnis nicht bereits im Zustellungsbegehren dargestellt werden (VB.1993/0008 und 0038 vom 25. Mai 1993, E. 2).
2.4. Ein Blick in das entsprechende Zustellbegehren zeigt, dass U. M. ( 3) das Zustellbegehren nur in eigenem Namen gestellt hat, ohne auf ein Vertretungsverhältnis für E. D. aufmerksam zu machen (act. 28.1).  greift zufolge Ehegemeinschaft (vgl. Prot. S. 13) Art. 166 ZGB. E. D. kann sich das durch ihren Ehegatten U. M. gestellte Zustellbegehren  anrechnen lassen. Demzufolge ist sie ebenfalls rekurslegitimiert.
2.5. A. H. (Rekurrentin 15) hat nicht in eigenem Namen um Zustellung des  Entscheids ersucht. Es liegt nur ein Zustellbegehren von I. H. vor, auf das sich A. H. beruft. Dass I. H. die Tochter von A. H. ist und diese vorliegend vertrete, geht aus dem von I. H. gestellten Zustellbegehren in keiner Weise hervor (act. 28.2). Demzufolge liegt für A. H. kein  Zustellbegehren vor, weshalb auf ihren Rekurs nicht einzutreten ist.