Decision ID: b92ad75f-3319-56b9-82fe-edf652240271
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Robert Baumann, Waisenhausstrasse 17,
Postfach,
9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Rentenrevision
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 28. Dezember 1999 zum Bezug von IV-Leistungen an (act.
G 4.1). Gestützt auf das interdisziplinäre (rheumatologische, psychiatrische) Gutachten
des Universitätsspitals Bern vom 4. Februar 2002, worin die Experten mit relevantem
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches spondylogenes Syndrom der Hals- und
Lendenwirbelsäule sowie eine Fibromyalgie - bei u.a. depressiver Verstimmung -
diagnostizierten und für leidensangepasste Tätigkeiten eine 50%ige
Restarbeitsfähigkeit bescheinigten (act. G 4.36), sprach die IV-Stelle der Versicherten
mit Verfügungen vom 23. Oktober 2002 mit Wirkung ab 1. Oktober 1999 eine halbe
Rente bei einem Invaliditätsgrad von 60% zu (act. G 4.56). Die hälftige
Rentenzusprache wurde sowohl vom Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen
(Urteil vom 28. Oktober 2003, IV 2002/236, act. G 4.64) als auch vom damaligen
Eidgenössischen Versicherungsgericht (EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche
Abteilungen des Bundesgerichts; Urteil vom 17. Juni 2004, I 766/03, act. G 4.68)
bestätigt, wobei der Invaliditätsgrad neu auf 55% festgesetzt wurde.
A.b Im Rahmen eines von Amtes wegen eingeleiteten Revisionsverfahrens (vgl. act.
G 4.69) holte die IV-Stelle beim behandelnden Dr. med. B._, Facharzt für
Allgemeinmedizin FMH, einen Verlaufsbericht ein. Dieser gab darin am 30. März 2005
an, dass sich der Gesundheitszustand der Versicherten seit dem Gutachten vom
4. Februar 2002 verschlechtert habe; wegen einer Diskushernie L4/L5 hätten die
Beschwerden im Bereich LWS sowie auch der HWS zugenommen (act. G 4.79).
Daraufhin beauftragte die IV-Stelle am 26. Juli 2005 das Kantonsspital Basel mit einer
Verlaufsbegutachtung (act. G 4.85). Im interdisziplinären (internistischen,
rheumatologischen und psychiatrischen) Gutachten des Kantonsspitals Basel vom
13. Februar 2006 diagnostizierten die Experten mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein
generalisiertes Schmerzsyndrom im Sinn einer Fibromyalgie (ICD-10: M79.0) sowie eine
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mittelschwere depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F32.11). Im
Vergleich zur Vorbegutachtung vom 4. Februar 2002 sei keine relevante
Verschlechterung eingetreten (act. G 4.91).
A.c Gestützt auf das Verlaufsgutachten vom 13. Februar 2006 teilte die IV-Stelle der
Versicherten am 21. April 2006 mit, dass weiterhin ein Anspruch auf die bisherige halbe
Invalidenrente bestehe (act. G 4.97).
A.d Am 27. November 2007 stellte die Versicherte wegen gesundheitlicher
Verschlechterung einen Antrag auf eine Rentenrevision (act. G 4.104). Dr. B._
berichtete am 21. Dezember 2007, dass sich der Gesundheitszustand der Versicherten
seit Herbst 2007 verschlechtert habe. Neu bestünden ein subakutes Cervikalsyndrom,
Spannungskopfschmerzen und Myalgien im Schultergürtel. Aus seiner Sicht sei die
Versicherte zu 100% arbeitsunfähig (act. G 4.111-2). Die seit 11. August 2007
behandelnde Dr. med. C._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
stellte im Bericht vom 22. Dezember 2007 folgende Diagnosen: andauernde depressive
Störung mittelschwerer Ausprägung mit im Vordergrund stehenden generalisierten,
chronischen und permanenten Schmerzen, einer starken Nervosität mit innerer Unruhe,
Stimmungsschwankungen, emotionaler Labilität, Existenzängsten, schweren
Schlafstörungen sowie passiven jedoch stets latent vorhandenen Gedanken des
Lebensüberdrusses (ICD-10: F38.8). Die Versicherte sei aus psychischen Gründen zu
100% arbeitsunfähig (act. G 4.111-1).
A.e Am 7. und 8. April 2008 fand im Universitätsspital Basel eine weitere
interdisziplinäre (internistische, rheumatologische und psychiatrische)
Verlaufsbegutachtung statt. Im Verlaufsgutachten vom 23. Juni 2008 (nachfolgend:
asim-Verlaufsgutachten) diagnostizierten die Experten mit Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit eine mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom
(ICD-10: F32.11), ein achsenskelettäres, zervikal und lumbal betontes generalisiertes
Schmerzsyndrom sowie femoropatelläre Knieschmerzen anamnestisch bei
Hypermobilität beider Knie. Sie gelangten zum Schluss, dass sich seit der letzten
Verlaufsbegutachtung vom Januar 2006 keine relevante Veränderung des
Gesundheitszustandes ergeben habe. Leidensangepasste Tätigkeiten seien der
Versicherten weiterhin zu 50% zumutbar (act. G 4.119). Gestützt auf das asim-
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Verlaufsgutachten verneinte der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) Ostschweiz das
Vorliegen eines medizinischen Revisionsgrundes (RAD-Stellungnahme vom 29. Juli
2008, act. G 4.120).
A.f Mit Vorbescheid vom 11. August 2008 stellte die IV-Stelle der Versicherten in
Aussicht, das Rentenerhöhungsgesuch abzuweisen (act. G 4.123).
A.g Dagegen erhob die Versicherte am 12. September 2008 Einwand (act. G 4.126)
und reichte einen Bericht der behandelnden Psychiaterin vom 8. September 2008 ein,
worin diese der Versicherten für jegliche Tätigkeit auf dem freien Wirtschaftsmarkt eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigte (act. G 4.126). In der ergänzenden Eingabe
vom 14. Oktober 2008 brachte die Versicherte vor, dass von einem beträchtlich
höheren Arbeitsunfähigkeitsgrad auszugehen sei, als von der IV-Stelle angenommen
werde. Allein aufgrund der psychischen Leiden sei von einer 100%igen
Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Die davon abweichenden gutachterlichen
Einschätzungen seien nicht beweiskräftig. Ihr körperlicher Gesundheitszustand habe
sich verschlechtert, was sich aus den am 13. Mai und 17. September 2008 in der Klinik
Stephanshorn vorgenommenen bildgebenden Untersuchungen ergebe (vgl. hierzu act.
G 4.129). Ferner rügte sie den von der IV-Stelle vorgenommenen Einkommensvergleich
(act. G 4.128).
A.h Im von der IV-Stelle eingeforderten Verlaufsbericht vom 10. April 2009 führte Dr.
B._ aus, dass eine Zunahme der Beschwerden vor allem im Bereich der Gelenke und
des Achsenskeletts bestehe. Es bestehe weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit.
Prognostisch sei eine Verschlechterung zu erwarten (act. G 4.136).
A.i Mangels Vorliegens eines medizinischen Revisionsgrundes wies die IV-Stelle das
Rentenerhöhungsgesuch der Versicherten in der Verfügung vom 3. Juni 2009 ab, wobei
sie neu einen Invaliditätsgrad von 51% festhielt (act. G 4.138).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 3. Juni 2009 richtet sich die vorliegend zu beurteilende
Beschwerde vom 2. Juli 2009. Die Beschwerdeführerin beantragt darin unter Kosten-
und Entschädigungsfolge deren Aufhebung und "allerspätestens" ab 1. Februar 2008
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die Erhöhung der bisherigen halben auf eine ganze Rente. Eventualiter sei die Sache an
die Beschwerdegegnerin zur Vornahme weiterer Abklärungen zurückzuweisen. Zur
Begründung führt sie aus, dass sich seit dem Verlaufsgutachten vom 13. Februar 2006
sowohl der psychische wie auch der körperliche Gesundheitszustand verschlechtert
hätten. Das asim-Verlaufsgutachten lasse die Feststellungen der behandelnden
Psychiaterin ausser Acht. Die Verlaufsgutachter hätten sich nicht genügend mit den
Einschätzungen der behandelnden Psychiaterin und denjenigen von Dr. B._
auseinandergesetzt. Ferner rügt sie die Untersuchungsdauer anlässlich der asim-
Verlaufsbegutachtung als zu kurz. Unzutreffend sei auch, dass sie bei zumutbarer
Willensanstrengung noch zu 50% arbeitsfähig wäre. Das asim-Verlaufsgutachten
beruhe schliesslich auch nicht auf aktuellen bildgebenden Befunden. Die
Beschwerdeführerin beanstandet des Weiteren die von der Beschwerdegegnerin
vorgenommene Ermittlung des Invalideneinkommens. So rechtfertige sich vorliegend
ein Tabellenabzug von 25% (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom
21. September 2009 die Beschwerdeabweisung. Sie stellt sich auf den Standpunkt,
dass sie gestützt auf das aussagekräftige asim-Verlaufsgutachten zu Recht von einer
weiterhin bestehenden 50%igen Restarbeitsfähigkeit ausgegangen sei und eine
revisionserhebliche Veränderung nicht stattgefunden habe. Daran würden die von der
Beschwerdeführerin eingereichten ärztlichen Berichte nichts ändern. Da wegen dem
unverändert gebliebenen Arbeitsunfähigkeitsgrad von 50% kein medizinischer
Revisionsgrund gegeben sei, bestehe kein Anlass, vom damaligen kantonalen
Gerichtsentscheid abzuweichen, worin ein 55%iger Invaliditätsgrad ermittelt worden
sei. In diesem nicht rentenrelevanten Sinn sei die angefochtene Verfügung zu
berichtigen (act. G 4).
B.c In der Replik vom 3. Dezember 2009 hält die Beschwerdeführerin unverändert an
ihren Anträgen und deren Begründung fest (act. G 8).
B.d Die Beschwerdegegnerin hat auf eine Duplik verzichtet (act. G 10).

Erwägungen:
1.
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Vorliegend ist die Frage streitig, ob die Beschwerdegegnerin eine revisionsweise
Erhöhung der früher zugesprochenen halben IV-Rente zu Recht abgewiesen hat.
1.1 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte
Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens
zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch
auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % Anspruch
auf eine Viertelsrente.
1.2 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer rentenbeziehenden Person erheblich, so
wird die Rente gemäss Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) von Amtes wegen oder auf Gesuch
hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben. Anlass zu
einer Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen
Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu
beeinflussen. Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen
Änderung bildet dabei die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige
Verfügung, die auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen
Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die
Rechtsprechung zur Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 133 V 108).
Nach der Rechtsprechung ist die Invalidenrente nicht nur bei einer wesentlichen
Veränderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die
erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes
erheblich verändert haben (BGE 130 V 349 E. 3.5). Eine bloss unterschiedliche
Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts stellt keine
revisionsbegründende Änderung dar (BGE 112 V 372 E. 2 mit Hinweisen). Eine
anspruchsbeeinflussende Änderung ist zu berücksichtigen, sobald sie ohne
wesentliche Unterbrechung 3 Monate angedauert hat (Art. 88a der Verordnung über die
Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]).
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1.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von
Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel
eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Die
Rechtsprechung hat es mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar
erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten
Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b). Das im
Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholte Gutachten von externen Spezialärzten,
die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in
die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen
Ergebnissen gelangen, besitzt bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft, solange
nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V
351 E. 3b/bb). Was Berichte von Hausärzten angeht, darf und soll die
Erfahrungstatsache mitberücksichtigt werden, dass Hausärzte aufgrund des Auftrags-
und teilweise persönlichen Verhältnisses zu ihren Patienten in Zweifelsfällen eher dazu
neigen, zu Gunsten ihrer Patienten auszusagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc). Bei der
Abschätzung des Beweiswerts im Rahmen einer freien und umfassenden
Beweiswürdigung dürfen allerdings auch die potentiellen Stärken der Berichte
behandelnder Ärzte nicht vergessen werden. Der Umstand allein, dass eine
Einschätzung vom behandelnden Mediziner stammt, darf nicht dazu führen, sie als von
vornherein unbeachtlich einzustufen; die einen längeren Zeitraum abdeckende und
umfassende Betreuung durch behandelnde Ärzte bringt oft wertvolle Erkenntnisse
hervor. Auf der anderen Seite lässt es die unterschiedliche Natur von
Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und
Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits
(BGE 124 I 175 E. 4) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage
zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden
Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in
denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte
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wichtige Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder
ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06,
E. 2.2.1 mit Hinweisen).
2.
Das Schreiben vom 21. April 2006, worin nach umfassender medizinischer Abklärung
im Januar 2066 mitgeteilt wurde, mangels revisionsrelevanter Veränderung werde die
halbe Rente unverändert weiter ausgerichtet (Art. 74 IVV), erlangte wie eine formelle
Verfügung Rechtskraft (Art. 51 ATSG; SVR 2009 UV Nr. 21, 8C_99/2008 E. 3.2; vgl.
auch BGE 134 V 150 E. 5.2). Zeitlicher Referenzpunkt für die Beurteilung der Frage, ob
sich die für den Invaliditätsgrad massgeblichen Verhältnisse bis zur angefochtenen
Verfügung vom 3. Juni 2009 (BGE 116 V 248 E. 1a) geändert haben, bildet daher der
21. April 2006.
2.1 Die Beschwerdegegnerin verneinte in der angefochtenen Verfügung vom 3. Juni
2009 gestützt auf das asim-Verlaufsgutachten vom 23. Juni 2008, dass sich der
Gesundheitszustand der Versicherten seit der letzten medizinischen Abklärung
verschlechtert habe (act. G 4.138). Die Beschwerdeführerin erachtet das asim-
Verlaufsgutachten hingegen als nicht beweiskräftig (act. G 1).
2.2 Gegen den psychiatrischen Teil des asim-Verlaufsgutachtens bringt die
Beschwerdeführerin vor, dass es an einer eigentlichen Auseinandersetzung mit den
Einschätzungen der behandelnden Psychiaterin (namentlich betreffend starke
Stimmungsschwankungen und emotionale Labilität) fehle, die Expertise auf einer
lediglich einstündigen Untersuchung beruhe und ohne Langzeitbetrachtung erfolgt sei
(act. G 1, S. 5 f.).
2.2.1 Was die Rüge der fehlenden Auseinandersetzung mit den Einschätzungen
der behandelnden Psychiaterin anbelangt, so ist zunächst festzustellen, dass der
psychiatrische Experte im psychiatrischen Teil des asim-Verlaufsgutachtens (act.
G 4.119-27 ff.) in der Tat keine Stellung zu deren Einschätzungen genommen hat. Der
Bericht von Dr. C._ vom 22. Dezember 2007 wird nicht einmal erwähnt. Allerdings
erschüttert dieses Versäumnis die Beweiskraft des asim-Verlaufsgutachtens nicht, da
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in der gesamtgutachterlichen Beurteilung der lediglich rudimentär begründete Bericht
der behandelnden Psychiaterin erwähnt wird (act. G 4.119-3 und G 4.119-5) und deren
Einschätzungen - wenn auch nur knapp - diskutiert werden (act. G 4.119-12). Im
Übrigen deckt sich die Einschätzung der behandelnden Psychiaterin mit derjenigen der
psychiatrischen asim-Experten insoweit, als übereinstimmend ein mittelgradiger
Schweregrad des depressiven Leidens diagnostiziert wurde (vgl. act. G 4.111 und
G 4.119-37). Es sind auch keine wesentlichen Gesichtspunkte ersichtlich, die im
psychiatrischen Teil des asim-Verlaufsgutachtens im Vergleich zur Einschätzung von
Dr. C._ (act. G 4.111 und G 4.126-4) ausser Acht gelassen worden wären. So stellten
die asim-Experten mit der behandelnden Psychiaterin namentlich eine innere Unruhe,
"Nervosität und Gespanntheit und der Ungeduld dem Kranksein gegenüber" sowie
einen Lebensüberdruss fest. Ferner beschrieben sie auch unterschiedliche
Stimmungslagen (Bedrückung, Lustlosigkeit, grundsätzlich Freude und Humor nur in
sehr geringem Ausmass sichtbar, Vorhandensein von "Galgenhumor" und Ironie,
Gefühle "impulshaft/aggressiver Art"; act. G 4.119-36). Insgesamt zeichnet sich die
psychiatrische Abklärung durch eine sorgfältige, detaillierte Exploration und
Untersuchung aus, wie sie umfassend im Teilgutachten dargestellt werden.
2.2.2 Nach der Auffassung der Beschwerdeführerin spricht der Umstand, dass
die psychiatrische Untersuchung lediglich eine Stunde gedauert habe und nicht auf
einer Langzeitbetrachtung erfolgt sei, gegen die Beweiskraft des psychiatrischen Teils
des asim-Verlaufsgutachtens (act. G 1, S. 5 f.). Aus dem Gutachten geht nicht hervor,
wie lange die psychiatrische Untersuchung tatsächlich gedauert hat. Die Experten
gaben aber immerhin an, dass nach "ca. einer Stunde" eine "kurze Unterbrechung"
vorgenommen wurde und danach eine zweite "Untersuchungsetappe" stattgefunden
habe (act. G 4.119-35). Mit Blick darauf, dem eingehenden psychiatrischen
Verlaufsgutachtensteil und die mehreren psychiatrischen Zusatzuntersuchungen (vgl.
zu den vorgenommenen Tests act. G 4.119-36) ist entgegen dem Vorbringen der
Beschwerdeführerin davon auszugehen, dass die psychiatrische Verlaufsbegutachtung
vom 8. April 2008 erheblich länger als eine Stunde gedauert hat. Die von der
Beschwerdeführerin bemängelte fehlende "Langzeitbetrachtung" vermag ebenfalls
keine Zweifel am asim-Verlaufsgutachten entstehen zu lassen. So erfolgte die asim-
Verlaufsbegutachtung vom 8. April 2008 in Kenntnis sowie in Würdigung der
umfassenden Voraktenlage und die Experten berücksichtigten die vollständige
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Leidensgeschichte der Beschwerdeführerin. Damit geht einher, dass keine
entscheidwesentlichen Gesichtspunkte bei dieser Verlaufsbegutachtung ausser Acht
gelassen worden sind (vgl. auch vorstehende E. 2.2.1).
2.3 Aus der Sicht der Beschwerdeführerin ist der somatische Teil des asim-
Verlaufsgutachtens nicht aussagekräftig, weil es an einer Auseinandersetzung mit den
Feststellungen von Dr. B._ fehle und er mit Blick auf die neuen bildgebenden
Befunde vom 13. Mai und 16. September 2008 auch nicht auf einer aktuellen
Grundlage beruhe (act. G 1, S. 6 f.).
2.3.1 Der Bericht von Dr. B._ vom 21. Dezember 2007 (act. G 4.111-2) ist wie
auch derjenige vom 10. April 2009 (act. G 4.136) stichwortartig und äusserst rudimentär
begründet. Er wurde von den asim-Verlaufsgutachtern zur Kenntnis genommen (act.
G 4.119-4) und entsprechend seinem knappen Inhalt kurz diskutiert (act. G 4.119-12).
Dr.B._ gab an, dass seit Herbst 2007 Dauerschmerzen und eine
Bewegungseinschränkung bestünden, mithin deswegen eine Verschlechterung des
Gesundheitszustands eingetreten sei (act. G 4.111-2). Indessen bestanden bereits zum
Zeitpunkt der Verlaufsbegutachtung vom Januar 2006 Dauerschmerzen ("Schmerzen
sind Tag und Nacht vorhanden", act. G 4.91-9; "es gebe keine Minute ohne
Schmerzen", act. G 4.91-21). Ferner sprachen die Gutachter schon damals von einem
ausgeprägten Schon- und Vermeidungsverhalten (act. G 4.91-9), weshalb die von Dr.
B._ genannte Bewegungseinschränkung keinen neuen Gesichtspunkt darstellt. Dies
gilt umso mehr, als die Beschwerdeführerin damals auch davon berichtete, "kaum
laufen" zu können (act. G 4.91-21).
2.3.2 Wie die Beschwerdeführerin zu Recht einwendet, wirft der Umstand, dass
anlässlich der rheumatologischen Verlaufsbegutachtung vom 8. April 2008 keine
aktuellen bildgebenden Befunde vorlagen, Zweifel auf. Dies umso mehr als sämtliche
vom rheumatologischen Experten gesichteten bildgebenden Befunde im Zeitpunkt der
Verlaufsbegutachtung mehr als zwei Jahre zurück lagen (act. G 4.119-23 f.). Dieser
Mangel führt indessen nicht zur Erschütterung der Beweiskraft des asim-
Verlaufsgutachtens. Die fehlenden bildgebenden Untersuchungen wurden im Auftrag
von Dr. B._ nach der Verlaufsbegutachtung veranlasst ("HWS und BWS ap./seitlich
und Dens und cervicale Kernspintomographie vom 13. Mai 2008", act. G 4.129-1 f.;
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vertebro-spinale Kernspintomographie Th11-S2 vom 16. September 2008, act.
G 4.129-3). Trotz Kenntnis dieser bildgebenden Untersuchungsergebnisse berichtete
Dr. B._ am 10. April 2009 nicht von neuen relevanten objektivierbaren Veränderungen
(act. G 4.136). Der Rheumatologe hielt in seinem Gutachten explizit fest, dass schon
bei der ersten Verlaufsbegutachtung im Jahr 2006 weitgehend identische klinische
Befunde und auch radiomorphologisch an der LWS keine Progression degenerativ
vorbestehender Veränderungen gegeben waren. Zwar schien die LWS-Beweglichkeit in
der Untersuchung deutlich mehr eingeschränkt. Dies führte der Gutachter aber auf
muskuläre Gegeninnervationen zurück, was zusammen mit den diffus
schmerzvermittelnden, verlangsamten und kleinschrittigen Motilitätsbild als Ausdruck
akzentuierteren Schmerzvermeidungsverhalten und Schmerzverdeutlichungstendenz
interpretierte. Der Gutachter hielt sodann fest, dass selbst bei radiomorphologischem
Nachweis einer progredienten Segmentdegeneration im Lumbalbereich aus der Klinik
und Radiomorphologie keine signifikante massive Verschlechterung des
Gesundheitszustands abgeleitet werden könnte (act. G 4.119-25). Insgesamt vermag
der rheumatologische Teil des asim-Verlaufsgutachtens zu überzeugen, obschon er
nicht auf aktuellen bildgebenden Untersuchungen beruht. Ergänzend kann auch auf die
diesbezüglichen schlüssigen Ausführungen des RAD-Arztes Dr. med. D._, Facharzt
für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom
27. Mai 2009 (act. G 4.137) verwiesen werden.
2.4 Bei der Würdigung der gutachterlichen Verlaufsbeurteilung fällt weiter ins
Gewicht, dass sie auf eigenständigen Abklärungen beruht und für die streitigen
Belange umfassend ist. Die medizinischen Vorakten wurden verwertet und die von der
Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden berücksichtigt und gewürdigt. Die
Verneinung einer gesundheitlichen Verschlechterung leuchtet in der Darlegung der
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein.
Weiter bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass objektiv wesentliche Tatsachen nicht
berücksichtigt worden wären. Zusammenfassend ist demnach gestützt auf das asim-
Verlaufsgutachten vom 23. Juni 2008 von einem im Vergleich zur Mitteilung vom
21. April 2006 (vgl. vorstehende E. 2) bis zum Erlass der streitigen Revisionsverfügung
vom 3. Juni 2009 unveränderten Gesundheitszustand auszugehen, der wie bis anhin zu
einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin von 50% führt. Somit
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fehlt es an einer nachträglichen Sachverhaltsänderung im vorliegend relevanten
Zeitraum.
2.5 Insoweit die Beschwerdeführerin bei der Bestimmung des
Invalideneinkommens einen Tabellenabzug von 25% geltend macht, ist auf die
anhaltende Wirksamkeit bzw. materielle Rechtskraft des Entscheids der Verwaltung
vom 21. April 2006 hinzuweisen. Mit dem Entscheid soll die Frage, ob die versicherte
Person einen Anspruch auf eine bestimmte Dauerleistung habe, grundsätzlich
beantwortet sein. Diese Frage soll dann so lange nicht mehr zum Gegenstand eines
neuen Entscheids gemacht werden können, als nicht ein besonderer Anlass dies
erlaubt. Ergeben die umfassenden Abklärungen im Rahmen des Revisionsverfahrens,
dass keine relevante Veränderung, weder im gesundheitlichen noch im erwerblichen
Bereich, eingetreten ist, so muss das Revisionsgesuch ohne weiteres abgewiesen
werden. Da vorliegend keine Veränderung der qualitativen Einschränkungen mit
relevanten Auswirkungen im erwerblichen Bereich ausgewiesen ist, bleibt kein Raum
für die Vornahme eines neuen Einkommensvergleichs. Wie die Beschwerdegegnerin in
der Beschwerdeantwort einräumt, bleibt es damit beim Anspruch auf eine halbe Rente
bei einem unveränderten Invaliditätsgrad von 55% (nicht 51% wie in der
angefochtenen Verfügung festgehalten).
3.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Das Beschwerdeverfahren ist
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom
Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1
IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint als angemessen. Diese ist
vollumfänglich der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Der geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihr daran anzurechnen. Bei diesem
Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP
bis
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