Decision ID: da4855fb-0050-4cd0-aaef-8e9c6b70959a
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1957,
studierter Wirtschaftsinformatiker,
war zuletzt als Business Analyst bei der
Y._
im 100%-Pensum tätig. Am 10. August 2009 meldete er sich
unter Hinweis auf ein seit 2009 bestehendes Burnout-Syndrom
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 7/2).
Nach Abklärung der medizinischen und beruflichen Verhältnisse (Urk. Urk. 7/
6
-2
4
)
sprach die IV-Stelle dem Versicherten m
it V
erfügung vom 8. November 2010
gestützt auf einen
Inva
liditätsgrad
von 100 % eine ganze Rente mit Wirkung ab 1. Februar 2010 zu (Urk. 7/32).
Im Rahmen der im
Januar
2011
von Amtes wegen
eingeleiteten Rentenrevision (Urk. 7/34)
bestätigte
die IV-Stelle
am 22. Juni 2011
den Anspruch des Versicherten auf eine ganze Invalidenrente gestützt auf einen unveränderten
Invaliditätsgrad von 100 %
(Urk. 7/39).
1.
2
Am 2. Januar 2014 teilte die
Z._
der IV-Stelle mit, dass der Versi
cherte im Bereich Datenerfassung und Software
-Optimierung Arbeiten
für sie
ausführe
(Urk. 7/40). Daraufhin l
eitete die IV-Stelle erneut ein
Rentenrevi
sion
s
verfahren
ein (Urk. 7/41) und veranlasste in
dessen
Rahmen eine psy
chi
atrische Begutachtung
bei
Dr.
med.
A._
, Facharzt FMH
für
Psy
chiatrie und
Psychotherapie
, welcher das Gutachten am 4. September 2014
erstattete (Urk. 7/52). Am 2
9.
Januar 2015 erteilte die IV-Stelle dem Versi
cherten Kostengutsprache für ein
Belastbarkeitstraining
vom
2. Februar bis 30. April 2015
bei der
B._
(Urk. 7/
59
)
. A
m 22. April
2015 wurde Kostengutsprache
für ein
anschliessendes
Aufbautraining vom 1. Mai bis 30. Oktober
2015
erteilt
(Urk. 7/
63
)
, welches aber per 5. Juni
2015 abge
brochen wurde (
Mitteilung vom 3. Juni 2015,
Urk. 7/6
7
).
1.3
Mit Vorbescheid vom
23
. Juni 201
5
stellte die IV-Stelle
dem Versicherten die
wiedererwägungsweise
Aufhebung
der Verfügung vom 8. November 2010
und
die Einstellung der Invalidenrente in
Aussicht
(Urk. 7/
70
)
.
Dagegen er
hob der Versicherte
mit Eingaben vom
19. August
und 25. September 2015
Einw
ä
nd
e
(Urk. 7/74
, Urk. 7/78
)
und reichte
weitere Arztberichte ein
(Urk. 7/77
, Urk. 7/84-85, Urk. 7/90-91
)
, zu welchen Dr.
A._
a
m 6. Januar
sowie am
4. April
2016 Stellung nahm (Urk. 7/82, Urk. 7/87).
Mit Verfügung vom 18. Mai
2016
hob die IV-Stelle die Verfügung vom 8. November 2010
wieder
erwägungsweise
auf
und stellte die Rente per Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats ein. Einer allfälligen Beschwerde entzo
g sie die aufschiebende Wirkung
(Urk. 2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am
16. Juni 2016
Beschwerde und
beantragte,
die Verfügung vom 18. Mai 2016 sei aufzuheben und es sei ihm weiterhin die bisherige Invalidenrente auszurichten. Zudem stellte er den
Verfahrens
antrag
, es sei auf Kosten der Invalidenversicherung eine psychiatrische Be
gutachtung durch das Gericht zu veranlassen (Urk. 1).
Mit
Beschwerdeant
wort
vom
28. Juli
2016 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk.
6
unter Beilage ihrer Akten, Urk.
7
/1-1
00
), was de
m Be
schwerdeführer
am
2. August
2016 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk.
8
).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.
1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
, ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgeset
zes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit ver
ursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie
körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4
Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsge
mäss
ist bei psychischen Beeinträchti
gungen zu prüfen, ob ein seelische
s Leiden
mit Krankheitswert besteht, wel
che
s
die versicherte Person auch bei Aufbie
tung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbs
ein
kommen
zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131
V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015
vom 15. Dezember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesge
richts 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und
in ihrem Ausmass bestimmt sein
(BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bun
desgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
1
.
3
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von min
destens 60 % auf eine
Drei
viertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.
4
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbe
zügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1
ATSG
). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht
nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch
dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Ver
hältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähig
keit verändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1
ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer
anspruchser
heblichen
Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Einspracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit
rechtskon
former
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundes
gerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
1.
5
Der Revisionsordnung gemäss
Art.
17 ATSG geht
jedoch
der Grundsatz vor, dass die Verwaltung befugt ist, jederzeit von Amtes wegen auf eine formell rechtskräftige Verfügung, welche nicht Gegenstand materieller richterlicher Beurteilung gebildet hat, zurückzukommen, wenn diese zweifellos unrichtig und ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (BGE 110 V 176 E.
2a;
Art.
53
Abs.
2 ATSG). Unter diesen Voraussetzungen kann die Verwaltung
eine Rentenverfügung auch dann abändern, wenn die
Revisionsvoraus
setzu
ng
en
des
Art.
17
Abs.
1 ATSG nicht erfüllt sind. Wird die zweifellose Un
richtigkeit der ursprünglichen Rentenverfügung erst vom Gericht festge
stellt, so kann es die auf
Art.
17
Abs.
1 ATSG gestützte Revisionsverfügung der Verwaltung mit dieser Begründung schützen (BGE 125 V 368 E.
2 mit Hin
weisen). Nach der Rechtsprechung lässt sich eine allgemein gültige
be
trag
li
che
Grenze für die Voraussetzung der Erheblichkeit der Berichtigung nicht festlegen. Massgebend sind vielmehr die gesamten Umstände des Einzel
falles. Bei periodischen Leistungen ist die Erheblichkeit der Berichti
gung zu bejahen (BGE 119 V 475 E.
1c; Urteil des Bundesgerichts 9C_11/2008 vom 29. April 2008 E. 4.2 mit Hinweisen
).
1.
6
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen fest
zustellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Be
urteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Pro
zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizi
nische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erfor
derlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Per
son auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit
den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizini
schen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die
rechts
anwendende
Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenen
falls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auf
lage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog in der angefochtenen Verfügung
im Wesent
lichen, dass
b
ei der erstmaligen
Zusprache
der Rente eine depressive Episode, mittelgradig
,
bei Status nach Erschöpfungssyndrom (Burnout) diagnostiziert worden
sei
.
Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit sei nachvollziehbar, aus rechtlicher Sicht werde jedoch die geforderte Erheblichkeit der depressiven Episode verneint. Dieser Gesundheitsschaden könne nicht als invalidisierend beurteilt werden.
E
in re
ines Burnout sei ebenfalls kein erheblicher
und dau
ernde
r
Gesundheitssch
a
den. Da bereits bei der ursprünglichen
Rentenzuspra
che
kein invalidisierender Gesundheitsschaden ausgewiesen gewesen sei, sei die Verfügung vom 8. November 2010 zweifellos unrichtig. Gemäss psychi
a
trischem Gutachten von
Dr.
A._
vom 4. September 2014 liege eine
Dys
thymie
vor. Diese gelte nach der aktuellen Rechtsprechung ebenfalls nicht als invalidisierender Gesundheitsschaden
.
Auf die Erstellung eines
Ein
kommens
vergleichs
werde verzichtet, da der Beschwerdeführer in der bishe
rigen wie auch in einer angepassten Tätigkeit voll arbeitsfähig sei
(Urk. 2)
.
2.2
Der Beschwerdeführer machte seinerseits
im Wesentlichen
geltend,
die Vor
aussetzungen für eine Wiedererwägung der ursprünglichen Rentenverfügung seien nicht erfüllt.
Sowohl aus den vor der
Rentenzusprache
eingeholten
Be
richten
als auch der aktuellen Beurteilung des behandelnden Psychiaters gehe
der Schweregrad der seit vielen Jahren bestehenden psychischen Krank
heit klar hervor. Entsprechend sei der Rentenanspruch auch
revisions
weise
be
stätigt worden. Zudem sei auch die Pensionskasse nach eigenen Ab
klärungen zur Überzeugung gelangt, dass nach wie vor krankheitswertige Beschwe
rden vorlägen
. Bei der Beurteilung von
Dr.
A._
handle es sich demgegenüber lediglich um eine rechtlich unbeachtliche andere Beurteilung des medizinisch
unveränderten Sachverhalts. Das Gutachten vermöge nicht zu überzeugen
(Urk. 1
S. 7
).
Es sei auf die überzeugenden Ausführungen
des behandelnden Psychiaters
zu verweisen (Urk. 1 S
.
10 ff.).
Weiter
sei es nach der Begut
achtung zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustands des Beschwerde
führers gekommen. Die
Einschätzung der
B._
begründe Zweifel am psychiatrischen Gutachten.
D
ie Beschwerdegegnerin
könne sich
für die Beur
teilung der aktuellen Situation nicht auf das alte Gutachten
stüt
zen. Es sei
im Sinne eines Verfahrensantrags
eine psychiatrische
Oberbegut
achtung
durch das Gericht zu prüfen. Im Weiteren sei auch die
revisions
weise
Aufhebung der Rente nicht möglich, da sich der Gesundheitszustand des Beschwerde
füh
rers nicht verbessert habe (Urk. 1 S. 13 ff.). Schliesslich habe die
Beschwer
de
gegnerin
in Verletzung der Begründungspflicht keinen
Einkommensver
gleich
vorgenommen (Urk. 1 S. 17 ff.).
3.
3.1.
In medizinischer Hinsicht basierte die Verfügung
vom 8. November 2010
(
Urk.
7/32)
insbesondere auf
folgende
n
Berichte
n
:
3.
1
.1
Im Bericht vom 12.
Oktober 2009 (Urk. 7/14)
diagnostizierte
Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
eine seit etwa April 2008 bestehende
depressive Episode, mittelgradig
,
bei Status nach
Er
schöpfungssyndrom
(Burnout-Syndrom, ICD-10 Z73.0)
sowie
ein
en
Verdacht
auf generalisierte Angststörung mit sozialphobischen,
klaustrophobischen
u
nd Krankheitsängsten (ICD-10 F41.1).
Seit dem 19. Januar 2009 bestehe eine 100%ige und ab Oktober 2009 eine 30-40%ige Arbeitsunfähigkeit.
Es sei eine dreiwöchige Behandlung in der
Z._
geplant.
Bei günstigem Verlauf
dieser
Behandlung sei eine Tätigkeit von zu Beginn 50-60% vorstell
bar.
3.
1
.
2
Vom 5. bis 30. Oktober 2009 wurde der Beschwerdeführer in der
Z._
behandelt (Urk. 7/16). Der behandelnde Psychiater Dr.
med.
D._
,
Facharzt FMH für Psychiatrie und
Psychotherapie,
stellte im Bericht
vom 16. November 2009 (Urk. 7/17) folgende Diagnosen mit Auswir
kung auf di
e Arbeitsfähigkeit: Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion
(IC
D-
10 F43.21), bestehend seit Anfang 2009, sowie Burnout-Syn
drom (ICD-1
0
Z73.0)
und Akzentuierung der ängstlich-zwanghaften
Persön
lichkeitszüge
(ICD-10 Z73.1), bestehend seit Jahren. Es bestünden eine redu
zierte psy
chi
sche Belastbarkeit, leichte Konzentrationsstörungen sowie eine leichte psy
cho
physische Erschöpfung. Der Beschwerdeführer sei vom 23. September bis 31. Oktober 2009 zu 100 % arbeitsunfähig gewesen. Ab 1. November 2009
bestehe eine 50%ige und ab 1. Dezember 2009 eine 100%ige Arbeitsfähig
keit
. Unter medizinischen Massnahmen sei mit der Wiederherstellung und Erhal
tung der vollen Arbeitsfähigkeit zu rechnen.
3.
1
.
3
Im Verlaufsbericht vom
8.
März 2010
(Urk. 7/20)
berichtete
Dr.
D._
, der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers habe
sich verschlechtert. Es be
stünden
neu
ei
n Status nach schwerer depressiver Episode ohne psychotische Sy
mptome
mit latenter Suizidalität (ICD-19 F32.2) sowie ein Verdacht auf generalisierte Angststörung (ICD-10 F41.1).
Nach der massiven Verschlech
te
rung des psychischen Zustands habe der Beschwerdeführer vom 21. Dezem
ber
2009 bis 29. Januar
2010 zum zweiten Mal eine ambulante Rehabili
tation in der Klinik absolviert. Unter intensiven therapeutischen Massnahmen habe sich die depressive Symptomatik deutlich zurückgebildet, wobei weiter
hin eine stark reduzierte psychische Belastbarkeit, stark redu
zierte geistige
Flexi
bilität, allgemeine Ängstlichkeit, mangelndes Selbstver
trauen sowie rasche
Ermüdbarkeit vorhanden sei
en
. Deshalb
sei der Be
schwerdeführer
trotz deutlichen Fortschritten weiterhin 100 % arbeitsunfä
hig. Unter den therapeu
tischen Massnahmen sei mit einer weiteren Verbes
serung des psychischen Zustandes zu rechnen und bei gutem Verlauf sollte eine berufliche Wieder
eingliederung ab Mai 2010 in die Wege geleitet wer
den.
3.1.4
RAD-Arzt
Dr.
med.
E._
, Facharzt FMH für Anästhesiologie, führte in der Stellungnahme vom 17. März 2010 (Urk. 7/24/4) aus, aus den vorliegen
den Arztberichten folge, dass die aktuelle Arbeitsfähigkeit in der bisherigen und in einer angepassten Tätigkeit 0 % betrage.
3.2
Zu prüfen ist, ob die Verfügung vom
8.
November 2010, mit welcher dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab
1.
Februar 2010 eine ganze Rente zuge
sprochen w
o
rde
n war
(Urk. 7/32), von der Beschwerdegegnerin zu Recht in
Wie
dererwägung
gezogen wurde.
3
.2
.1
Die Verwaltung kann auf formell rechtskräftige Verfügungen zurückkom
me
n, wenn diese zweifellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheb
licher Bedeutung ist
(
E. 1.5,
Art. 53 Abs. 2 ATSG
)
.
Zweifellose Unrichtigkeit im wiedererwägungsrechtlichen Sinn liegt etwa vor, wenn eine
Leistungs
zu
spra
che
aufgrund falsch oder unzutreffend verstandener Rechtsregeln erfolgt ist oder wenn massgebliche Bestimmungen nicht oder unrichtig angewandt wurden
.
Die Wiedererwägung im Sinne dieser Bestimmung dient damit der Korrektur einer anfänglich unrichtigen Rechtsanwendung einschliesslich un
richtiger Feststellung im Sinne
der Würdigung des Sachverhalts
. Darunter fällt insbesondere eine unvollständige Sachverhaltsabklärung aufgrund einer
klaren Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes (vgl. Art. 43 Abs. 1 und Art. 61
lit
. c ATSG
;
Urteil des Bundesgerichts 8C_
752/2010 vom 27. Januar 2011 E.
2
). Eine auf keiner nachvollziehbaren ärztlichen Einschätzung der massgeblichen Arbeitsfähigkeit beruhende Invaliditätsbemessung ist nicht rechtskonform und die entsprechende Verfügung zweifellos unrichtig im
wieder
erwägungsrechtlichen
Sinne (
Urteil des Bundesgerichts 8C_33/2011 vom 16.
Mai 2011 E. 2.2 mit Hinweisen
).
3
.
2.2
Die
Rentenzusprache
basierte
einzig
auf den Berichten der behandelnden Psy
chiater und insbesondere auf den Ausführungen von
Dr.
D._
.
Dr.
C._
n
ah
m in seinem Bericht lediglich
zu
m Gesundheitszustand des Beschwerdeführers vor dessen Behandlung in der
Z._
Stellung (E. 3.1.1), womit einer für die Invaliditätsbemessung massgeblichen
Abklä
rung der
Arbeits
fähigkeit nicht Genüge getan ist. Der
erste
Bericht
von
Dr.
D._
vom No
vember 2009 ist in weiten Teilen unvollständig und ent
hält weder eine Anamnese noch aktuelle Symptome oder objektive Befunde. Es wurden le
diglich bei der Frage zur bisherigen Tätigkeit leichte Ein
schrän
kungen, wie insbesondere eine reduzierte psychische Belastbarkeit, aufgeführt,
und es wurde
mit einer Wiederherstellung der vollen Arbeitsfähigkeit
per Dezember 2009
gerechnet (
E. 3.
1.2
). Dem - wiederum sehr kurz gefassten - Verlaufsbericht vom März 2010 ist dagegen eine zwischenzeitlich aufge
tre
tene, massive Verschlechterung des psychischen Zustands des Beschwerde
führers zu entnehmen. Eine Ursache für diese Verschlechterung findet sich im Verlaufsbericht jedoch ebenso we
nig, wie eine Begründung für die vom ersten Bericht
diametral
abweichende
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit trotz zwischenzeitlich deutlicher Rückbildung der depressiven Symptomatik.
Eine
Begründung wäre jedoch umso mehr von Relevanz gewesen, als der Be
schwe
r
deführer trotz der
g
enannten Diagnose einer schweren depressive
n Episode mit latenter Suizidalität offenbar
nie stationär, sondern lediglich ambulant behandelt worden war.
Im Weiteren geht aus den Berichten nicht hervor, ob die aufgeführten Befunde
anlässlich der Untersu
chung
objektivierbar
waren
oder
ob
es sich
lediglich
um eine nicht über
prüfbare Selbstbeschreibung des Beschwerdeführers
handelt
e
.
Dr.
D._
nahm
,
wie bereits dargelegt,
keine aussagekräftige Beurteilung der Arbeitsfähigkeit vor, sondern ging lediglich weiterhin von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit aus (
E. 3.
1
.3
).
Eine Diffe
renzierung zwischen der Arbeitsfähigkeit in der bis
herigen und einer
ange
passten
Tätigkeit erfolgte nicht
. Dennoch ging RAD-Arzt
Dr.
E._
in der Folge
einzig gestützt auf diese Berichte von einer voll
ständigen Arbeitsun
fähig
keit
für sämtliche Tätigkeiten
aus.
3.2.3
Wird alleine von der Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit, ohne Prüfung der Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit, auf eine In
validität geschlossen, beruht dies auf einem rechtlich falschen
Invalidi
täts
be
griff
und die für die Bestimmung des Invaliditätsgrades massgeblichen Art. 7 und Art. 16 ATSG werden ausser Acht gelassen (Urteil des Bundesge
richts 8C_73/2015 vom 15. April
2015 E.
3.3). Da eine solche
Invaliditätsbe
mes
sung
nicht rechtskonform
ist
, ist die entsprechende Verfügung bereits aus diesem Grund als zweifellos unrichtig zu e
rachten (vgl. vorstehend E. 4.2
).
Im Übrigen wurde das nach der Beurteilung des RAD ergangene Schreiben von
Dr.
D._
von Ende März 2010, indem er für eine allfällige zusätzliche Abklärung die Vorstellung des Beschwerdeführers bei einem RAD-Kollegen
mit psychiatrischer Fachausbildung empfahl (
Urk. 7/21
), dem RAD nicht m
ehr vorgelegt, obwohl angesichts
der unvollst
ändigen medizinischen Aktenlage
weitere Abklärungen
und
insbesonere
eine
psychiatrische Begut
achtung angezeigt gewesen wäre
n
.
Hinzu kommt, dass aus rechtlicher Sicht bereits damals weder ein Burnout noch eine Verdachtsdiagnose oder ein Status nach depressiver Episode einen relevanten psychischen Gesundheitsschaden zu belegen vermocht hätten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_810/2013 vom 9.
April 2014 E. 5.2.2, 8C_302/2011 vom 20. September 2010 E.
2.3). Der von Dr.
D._
beschriebenen Symptomatik wäre daher - auch - aus recht
lichen Gründen eine invalidisierende Wirkung abzusprechen gewesen. Auch daher erweist sich die damalige Verfügung als zweifellos unrichtig.
3.3
Zusammenfassend
erweist sich
d
ie Verfügung
vom 8. November 2010 als
zwei
fellos unrichtig.
Ausser Frage steht, dass
ihre
Berichtigung
von erheb
licher Bedeutung ist (vgl.
E. 1.
5
). Damit sind die Voraussetzungen für eine Wiedererwägung erfüllt.
Der Umstand, dass die Rente
mit
Mitteilung vom
22. Juni 2011 (Urk. 7/39)
bestätigt worden ist, steht der Wiedererwägung der ursprüngli
chen Rentenverfügung nicht entgegen (Urteil des Bundesgerichts I 859/05 vom 10. Mai 2006 E. 2.2).
4
.
4
.1
Sind die Voraussetzungen für eine Wiedererwägung erfüllt, müssen die Anspruchsberechtigung und allenfalls der Umfang des Anspruchs pro
futuro
geprüft werden. Wie bei einer materiellen Revision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG ist auf der Grundlage eines richtig und vollständig festgestellten Sachverhalts der Invaliditätsgrad zu ermitteln (
vgl. E. 1.
4
). Dabei hat eine freie Beurteilung der Rentenanspruchsvoraussetzungen nach den Verhältnissen im Zeitraum
bis zum Erlass der die Rente ex
nunc
et pro
futuro
aufhebenden
Wiederer
wägungsverfügung
vom
18. Mai 2016
zu erfolgen (Urteil des Bundesgerichts 9C_208/2016 vom 17. Juni 2016 E. 2.2 mit Hinweis).
4
.2
Beim Erlass der vorliegend angefochtenen Verfügung
vom 18. Mai
2016
(Urk. 2
) stützte sich die Beschwerdegegnerin in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf das psychiatrische Gutachten von
Dr.
A._
vom 4. September 2014 (Urk. 7/52)
.
Darin wurden die bis zur Begutachtung des Beschwerdeführers aktenkundigen medizinischen Berichte zusammengefasst
(
Urk.
7/52/2-4)
, weshalb sie an dieser Stelle nicht noch einmal wiedergege
ben
werden.
4
.2
.1
Der Gutachter nannte als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine seit April 2011 bestehende
Dysthymie
(ICD-10 F34.1). Ohne Auswirkun
gen auf die Arbeitsfähigkeit bestünden im Wesentlichen ein Burnout-Syn
drom ab Januar 2009 (ICD-10 Z73.0), eine lä
ngere depressive Reaktion
von März 2009 bis
2011
(ICD-10 F43.21) sowie akzentuierte, ängstliche
Persön
lich
keitszüge
(
ICD-10
Z73.1).
B
is etwa im
Herbst 2008
habe
der Beschwer
deführer
einen sehr hohen Arbeitseinsatz
geleistet
, auf den er mit der Zeit mit den Symptomen eines Burnout
s
reagiert habe
.
Im Jahr
200
9
sei
eine deutlichere psychische Problematik auf
getreten und der Beschwerdeführer habe wegen des Burnouts krankgeschrieben werden
müssen
.
Die Burnout-Symptomatik habe sich trotz
mehrmaligen ambulanten psychosomatischen Rehabilitationsversuchen
vorerst nicht zurückgebildet
. Da
sich der Beschwer
deführer
nun
aber
viele Jahre
habe
schonen
können
,
sei davon auszugehen, dass sich
das
Burnout
nun zurückgebildet habe.
Die
Diagnose
sei
denn auch ab 2010 nicht mehr gestellt
worden (Urk. 7/52/9-10).
4
.2
.2
Dr.
A._
hielt fest, d
ie Aufgabe der Arbeitstätigkeit
habe
für
den Be
schwer
deführer und seine
Familie negative Konsequenzen
gehabt
. Teil
weise
sei
der Lohn weg
gefallen und es seien Eheprobleme aufgetreten.
Auf diese Schwierigkeiten
habe der Beschwerdeführer
ab März 2009
mit einer de
pressi
ven Reaktion
reagiert, da er damals eineinhalb
Monate arbeitsunfähig
gewe
sen sei
und sich die negativen Konsequenzen
gezeigt hätten
. Die von ihm gemach
ten Angaben
und
auch die Arztz
eugnisse aus dieser Zeit
liessen
auf diese Diagnose
schliessen
.
Aus der längeren depressiven Reaktion habe sich beim Beschwerdeführer eine gewisse negative Eigendynamik entwickelt
.
So
zeige er bis heute phasenweise
depressive
Verstimmungen. Hinweise für schwere
depressive Symptome
lägen aber nicht vor, da der Beschwerdeführer
nie wahnhaft
gewesen sei
,
nie halluziniert
habe und
eindeutige
Suizidim
pulse
nicht vorhanden gewesen seien.
Bei der Untersuchung
habe der Beschwerdeführer
keine be
deutende depressive Symptomatik gezeigt. Es sei
schwierig,
chronifizierte
depressive Verläufe eindeutig diagnostisch abzu
grenzen,
aber es lasse sich das
Ausmass der Depressivität bestimmen.
Eine
Angststörung sei beim Beschwerdeführer
nicht nachweisbar,
da er
seit jeher eher ängstlich und übervorsichtig
sei
. Diese Problematik sei mit der Diagnose von akzentuierten Persönlichkeitszügen zu erfassen
(Urk.
7/52/10-11).
B
eim Beschwerdeführer habe
sich in den letzten Jahren eine eigenwillige Lebens
führung
entwickelt
. Er
habe
si
ch immer mehr in seine Religion geflüchtet
.
Der Beschwerdeführer könne sich nicht vorstellen
zu arbeiten,
er habe unter
dessen e
ine inne
re Abwehr zur normalen Welt aufgebaut.
Es
gebe auch
noch andere ungün
stige krankheitsfremde Faktoren, wie
die
l
ange Phase von Arbeitsuntätig
keit, familiäre Schwierigkeiten sowie
fehlende Motivation zur Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit
(Urk. 7/52/11).
4
.2
.
3
Dr.
A._
hielt zusammenfassend fest, i
m Januar 2009
sei der Beschwer
deführer
unter dem Bild eines Burnout
dekompensiert
. Beim
Burnout handle
es sich
jedoch
nicht um eine psychische
Störung, welche eine Arbeitsu
n
fähigkeit verursach
e
. Im Zusammenhang mi
t der Arbeitsaufgabe sowie fami
li
ären und sonstigen Problemen
sei
der Beschwerdeführer
von März 2009 bis 2011 in eine längere depressive Reaktion
geraten
. Auch diese Störung
sei nicht invalidi
sierend, da sie rückbildungsfähig
sei
und beim nicht mehr Vor
handensein der u
ngünstigen Faktoren verschwinde.
Die ängs
tlich-unsichere Persönlichkeitss
truktur besteh
e
seit jeher
. Es handle
sich dabei um akzen
tuierte Persönlichkeitszüge, welche immer vorhanden
gew
e
sen seien
und
den Beschwerdeführer
unter anderem nicht
gestört hätten, als er
die Hochschule besucht
respektive
als Bankinformatiker
gearbeitet habe
. Auch daraus
lasse
sich keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ableiten
.
Seit April 20
11 liege
eine im Ausmass leichte bis gelegentlich mittelgradige Depress
ivität vor. Diagnostisch handle
es sich am ehesten um eine
Dysthymie
,
differentialdiag
nostisch
könne
eine depressi
ve Episode erwogen werden. Ange
sichts des ins
gesamt eher m
ä
ssigen Ausmasses der Depressivität
lasse
sich
keine über 20%
ige Arbeitsunfähigkeit ableiten.
Die therapeutischen Bemühungen
seien
genügend
. D
er
Beschwerdeführer befinde
sich in einer Therapie in der
Z._
, wo er alle
drei
Wochen einige Stund
en Zeit in der Ergotherapie ver
bring
e
und auch Gespräch
e
führ
e
. Dabei dürfte es sich nicht um eine inten
sive Therapie handeln, allerdings erh
alte
der Beschwerdeführer
Psycho
pharmaka. Seine medikamentöse Compliance
sei jedoch
ungenügend, da von den drei ihm abgegebenen Medikamenten nur eines im Referenzbereich lieg
e. Di
e
ungünstigen krankheitsfremden Faktoren
seien
derart einschneidend, dass sie
den Beschwerdeführer
davon
abhielten, arbeitstätig zu werden res
pek
tive
seine R
estarbeitsfähigkeit auszunutzen
(Urk. 7/52/11-12).
4
.2
.
4
Weiter notierte
Dr.
A._
,
da der Beschwerdeführer
nach
einer
derart lange
n
Arbeitsabstinenz Mühe
haben werde, wieder zu arbeiten,
benötige er
Einar
beitungszeit
.
Danach
könne dem Beschwerdeführer eine bleibende 20%
ige Einschränkung sowohl für die bisher ausgeübte als auch für eine an
gepasste Tätigkeit attestiert werden. In zeitlicher Hinsicht könne aus psy
chia
trischer Sicht erst ab April 2011 von einer tatsächlich
krankheits
be
ding
ten
Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit gesprochen werden. Seit April 2011 sei
es bei
der
80%igen Arbeitsfähigkeit geblieben. Die Einschränkung der Arbeits
fähigkeit entstehe
grossteil
s
durch
die genannten
psychosoziale
n
Faktoren (Urk. 7/52/13-16).
4
.2
.
5
Im Rahmen der Beurteilung früherer Arztberichte führte
Dr.
A._
an, die im Bericht vom März 2010 durch
Dr.
D._
gestellte Diagnose einer schweren depressiven Episode sei nicht nachvollziehbar, da der Beschwer
deführer nicht manifest suizidal gewesen sei und sich die depressive Symp
tomatik zurückgebildet habe. Eine mittelgradige Depressivität, wie sie
Dr.
D._
im
Bericht vom
August 2010
genannt habe
, könne für diese Zeit nicht beschrieben werden, da sich die Symptomatik gebessert
gehabt habe
. Auch die in den Berichten vom März 2011 und März 2014 beschriebene be
deutende depressive Störung könne nicht begründet werden.
Dr.
D._
gehe nicht auf die Problematik d
e
r ungünstigen krankheitsfremden Faktoren ein und sei nicht in
Kenntnis
der ungenügenden medikamentösen Compliance des Beschwerdeführers gewesen (Urk. 7/52/17-18).
4
.3
Dr.
D._
stellte im Bericht vom 22. Juli
2015 (Urk. 7/77
/1-2
) die Diag
no
sen rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige bis
schwere
Episode mit somatischen
Symptomen (ICD-10 F33.11/2)
,
sowie ängst
liche Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.6) und führte aus, es sei von einer erheb
lichen
Chronifizierung
des psychischen Leidens auszugehen
.
M
edizinische Mass
nahmen
zur
langfristige
n
Stabili
sierung des psychischen Zustands
be
stün
de
n
keine
. Der Beschwerdeführer sei sowohl gegenwärtig als auch lang
f
ristig zu 100 % ar
beitsunfähig.
Am 8. Februar 2016 (Urk. 7/84) berichtete
Dr.
D._
, er habe eine anerkannte Testabklärung durchgeführt und die Ergebnisse zeigten Persönlichkeitszüge im Störungsbereich bei selbst
lo
sen und spontanen
Borderline
-Zügen. Damit sei die Diagnose einer
Persönlich
keits
störung
auch auf ein anerkanntes Testverfahren zurückzuführen.
Die
tiefgreifenden
Per
sönlichkeitsdefizite
des Beschwerdeführers seien erst n
ach der Teilremission der depressiven Symptome zunehmend in
den Vordergrund getreten.
4
.4
Am 6. Januar 2016
(Urk. 7/82) und 4. April
2016 (Urk. 7/87) nahm Dr.
A._
zu
den Berichten
von
Dr.
D._
im Wesentlichen dahingehend
Stellung, als er festhielt
,
dass die Diagnose einer ängstlichen
Persönlich
keitsstö
rung
nicht nachvollziehbar sei.
Dr.
D._
habe in seinen
Arztzeug
nissen
von 2009 bis 2011
immer
nur von akzentuierten Persönlichkeitszügen gesprochen.
Es sei nicht nachvollziehbar, eine Persönlichkeitsstörung wegen einer Depressivität nicht zu erkennen. Bei dem genannten Test handle es sich um ein Selbstbeurteilungsinstrument, das nicht geeignet sei, objektive Be
funde zu erheben. Weiter
lägen
durchaus therapeutische Möglichkeiten vor, welche den psychi
schen Zustand des Beschwerdeführers
verbessern könn
t
en
, da die medikamentöse Compliance des Beschwerdeführers partiell ungenü
gend sei
.
5
.
5
.1
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers kann zur
Beurteilung des Gesund
heitszustandes auf das Gutachten von
Dr.
A._
(
E.
4
.2
)
und des
sen ergänzende
Stellungnahmen
(E.
4
.4
)
abgestellt werden. Das Gutachten erweist sich für die zu beurteilenden Fragen als umfassend
.
Es würdigt die vorhandenen Arztberichte sorgfältig
(vgl. E.
4
.2.5)
, berücksichtigt die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden und setzt sich mit diesen hinrei
chend auseinander. Die Darlegung der medizinischen Zusammenhänge ist im Wesentlichen einleuchtend.
5
.
2
Der
Gutachter
begründete
in nachvollziehbarer Weise,
dass der Beschwerde
führer in seiner Arbeitsfähigkeit grösstenteils durch psychosoziale Faktoren und
nicht durch e
in psychisches Leiden mit Krankheitswert
eingeschränkt
ist (E.
4
.2.2, E.
4
.2.3)
.
Im Weiteren erweist sich auch
die gutachterliche
Ein
schätzung,
dass die
von
Dr.
D._
gestellten
Diagnosen
einer ängstlichen
Per
sönlichkeitsstörung
respektive einer
Angststörung nicht nachvollziehbar seien,
als schlüssig. Wie
Dr.
A._
ausführte, war d
er Beschwerdeführer nach eigenen Angaben bereits
in
der Jugend ängstlich und übervorsichtig
.
Dennoch
war
es
ihm
möglich, ein Studium zu absolvieren und jahrelang einen Lebensunterhalt zu erwirtschaften, ohne dass sich seine Persönlichkeit
störend ausgewirkt h
ä
tte
(E.
4
.
2.3
, vgl. auch Urk. 7/52/5, Urk.
7/52/9
).
A
kzen
tuierte
Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1) vermögen denn nach der Recht
sprechung keinen rechtserheblichen Gesundheitsschaden zu begründen (Urtei
l
des Bundesgerichts 8C_558/2015 vom 22. Dezember 2015 E. 4.2.4 mit Hin
weis auf 9C_537/2011 vom 28. Juni 2012 E. 3.1). Auch das Burnout-Syndrom, welches in den Jahren 2009
bis
2010
diagnostiziert
und von
Dr.
A._
anlässlich der Begutachtung
rück
wirkend bestätigt wurde
(vgl. E. 3.1, E.
4
.2.1, E.
4
.2.3)
,
stellt als Z-Diagnose kein
en
rechtserhebliche
n
Ge
sundheitsschaden
dar (Urteil des Bundesgerichts
9C_645/2015 vom 3. Febru
ar 2016 E. 4.1 mit Hinweis
).
Dr.
A._
legte sodann anhand der erho
be
nen Befunde ausführlich dar,
weshalb
entgegen der Einschätzung
von
Dr.
D._
(E.
4
.3
)
- zumindest
aktuell
-
nicht
von einer
schweren de
pressi
ven Störung auszugehen sei
.
So hielt er insbe
sondere fest, dass der Be
schwerdeführer bei der Untersuchung
keine be
deu
tende depressive Sympto
matik gezeigt habe und insbesondere weder Wahn, noch Sinnestäuschungen oder Ich-Störungen vorhanden gewesen seien, kein Zwangsverhalten bestan
den habe und sich keine manifesten Ängste gezeigt hätten. Der Gutachter
erklärte,
dass beim Beschwerdeführer zwar bis heute phasenweise eine depressive Verstimmung vorläge, sich aber
nie
Hinweise auf eine schwere depressive Symptome gezeigt hätten (
E.
4
.2.1, E.
4
.2.5, Urk. 7/52/8
).
5
.3
Dr.
A._
stellte die Diagnose einer
Dysthymie
bei Differentialdiagnose einer leicht- bis gelegentlich mittelgradigen depressiven Episode und ging aufgrund des geringen Ausmasses der psychischen Störungen von einer 20%igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus.
5
.3.1
Eine
Dysthymie
ist nach der im gebräuchlichen Klassifikationssystem ICD-10 enthaltenen Umschreibung eine chronische depressive Verstimmung, die weder schwer noch hinsichtlich einzelner Episoden anhaltend genug ist, um die Kriterien einer schweren, mittelgradigen oder leichten rezidivierenden depressiven Störung zu erfüllen. Findet sich im Psychostatus nur eine
Dys
thy
mie
, so kann dies rechtsprechungsgemäss wohl eine Einbusse an Leis
tungs
fähigkeit mit sich bringen, kommt aber für sich allein betrachtet nicht einem Gesundheitsschaden im Sinne des Gesetzes gleich. Eine
dysthyme
Störung kann die Arbeitsfähigkeit im Einzelfall erheblich beeinträchtigen, wenn sie zusammen mit anderen Befunden
auftritt (Urteil
des Bundesgerichts
9C_146/
2015 vom 19. Januar
2016 E. 3.2
mit Hinweisen
), was vorliegend
beim
Beschwerdeführer
nicht der Fall ist.
5
.3.2
Soweit der
Gutachter die Differentialdiagnose einer leicht- bis mittelgradig
depressive
n
Episode als möglich erachtete, bleibt anzumerken, dass n
ach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes leichte bis mittelgradige depressive Stö
rungen, seien sie im Auftreten rezidivierend oder episodisch, einzig dann als
invalidis
ierende Krankheiten in Betracht fallen,
wenn sie erwiesenermas
sen therapieresistent sind (statt vieler: BGE 140 V 193 E. 3.3 mit Hinweis).
Eine
solche Therapieresistenz ist vorliegend nicht gegeben, zumal
Dr.
A._
a
us
drücklich auf die ungenügende medikamentöse Compliance des Beschwerde
führers hinwies (vgl. E.
4
.2.3, E.
4
.4
)
und eine stationäre Behandlung bislang nie erfolgte
.
5
.3.3
Ein Abweichen von den durch die Ärzte gezogenen Schlussfolgerungen ist mög
lich, wenn sich aus rechtlicher Sicht eine andere Einschätzung ergibt (vgl. BGE 140 V 193 E. 3.1 und 3.2 sowie 130 V 352 E. 3.3).
Damit ist hin
sicht
lich der Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit nicht auf das Gutachten abzustellen.
Aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht ist eine psychisch be
dingte Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit
nach dem Gesagten
vorliegend
nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ausge
wiesen
.
5
.4
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (E. 2.2) ergeben sich auch keine o
bjektive
n
Anhaltspunkte dafür, dass sich
sein
Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit
seit der
Begutachtung
im September 2014
bis zum massge
blichen Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung
im
Mai 2016
(Urk. 2)
we
sent
lich
verschlechtert haben könnten
.
Die Berichte
von
Dr.
D._
(E.
4
.3)
enthalten keine neuen Befunde oder Diagnosen, welche im Wesentlichen nic
ht bereits in den Vorberichten genannt und entsprechend
von Dr.
A._
gut
achterlich
diskutiert
oder zur Stellungnahme vorgelegt wor
den
wären. Sie beinhalten keine Gesichtspunkte, welche Anlass dazu geben könnten, an der Beurteilung des psychiatrischen Gutachters zu zweifeln.
Auch aus dem Be
richt der
B._
(Urk. 7/68) kann der Beschwerdeführer nichts zu seinen Gunsten ableiten, da
Dr.
A._
nachvollziehbar darlegte, dass berufliche Massnahmen aus rein psychiatrischer Sicht sogar aussichts
reich wären,
die
ungünstige
n
psychosoziale
n
Faktoren
aber
derart massge
blich seien, dass sie
den Beschwerdeführer
von der Aufnahme einer
Arbeits
tätigkeit
abhielten
(E.
4
.
2.3
)
.
Dr.
A._
nahm
sodann
letztmals im April 2016 und somit
zeitnah zur
angefochtenen
Verfügung
ergänzend Stellung,
weshalb
insbe
son
dere
auch
der
beschwerdeweise geltend gemachte
Einwand, die
gutachter
lichen Ausführungen
seien veraltet
(E. 2.2), fehl geht
.
5
.
5
Schliesslich
kann der Beschwerdeführer aus dem Umstand, dass Dr. med.
F._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, als Vertrauensarzt der Pensionskasse der Arbeitgeberin des Beschwerdeführers am 2
7.
Juli 2015 (Urk. 7/77/3-6) die Voraussetzungen für eine
weitere
Berentung
zu 100 %
als
gegeben erachtete, nichts zu seinen Gunsten ableiten, zumal
sich der Ver
trauensarzt
bei seiner fachfremden Beurteilung ausschliesslich auf die Ein
schätzung des behandelnden Psychiaters
Dr.
D._
stützte
(vgl. auch Urk. 7/82/3)
.
5
.
6
Zusammenfassend
ist
festzuhalten, dass im Zeitpunkt der angefochtenen Ver
fügung
im Mai 2016
ein invalidisierender Gesundheitsschaden
nicht aus
ge
wiesen ist
.
Die Vornahme eines Einkommensvergleichs erübrigt sich damit.
Schliesslich sind v
on den beantragten weiteren medizinischen Abklärungen (
E. 2.
2) keine
entscheidre
levanten
neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb davon abgesehen werden kann (BGE 124 V 90 E. 4b).
Der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen, dass sich an diesem Resul
tat nichts änderte, selbst wenn entgegen dem Dargelegten (E. 3.3) von einer
rechtskonformen Sachverhaltsabklärung beziehungsweise von einer
invaliden
ver
sicherungsrechtlich
relevanten Gesundheitsschädigung im Rahmen der mi
t
Verfügung vom 8. November 2010 zugesprochenen Rente ausgegangen würde
. Fest steht jedenfalls, dass es im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung an einem relevanten Gesundheitsschaden mangelte. Soweit der Beschwerde
führer diesbezüglich einwendete, die Einschätzung des Gutachters stelle bloss eine andere Beurteilung eines medizinisch unveränderten Sachverhalts dar (E.
2.2), wäre er nicht zu hören. Mangels echtzeitlicher gutachterlicher Beurteilung ist die per April 2011 rückwirkende Einschätzung nicht mit dem
nötigen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit dargetan, sondern
bloss möglich, was einem Revisionsgrund mithin nicht im Wege stünde.
6.
Nach dem Gesagten erweist sich die angefochtene Verfügung als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
7
.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr.
7
00.-- festzusetzen und
ausgangsge
mäss
vom Beschwerdeführer zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG),