Decision ID: 4792eb4b-68d1-4427-bf57-29d15b764a3e
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1963, war seit 1
5.
November 2013 in seiner eige
nen Firma Y._
GmbH als Chauffeur und Geschäftsführer tätig und dadurch bei der Suva gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er am
2.
März 2018 stürzte (vgl.
Urk.
8/1). Die Suva erbrachte V
ersicherungsleistungen, stellte diese jedoch mit Verfügung vom 2
8.
November 2018 (
Urk.
8/57) per 3
1.
Dezember 2018 ein. Nachdem der Versicherte dagegen Einsprache erhoben hatte (
Urk.
8/67;
Urk.
8/75), teilte die Suva dem Versicherten am 2
9.
Mai 2019 mit, dass sie ab 1.
Januar 2019 weiterhin Leistungen erbringen werde (
Urk.
8/78), und nahm weitere Abklärungen vor. Mit Verfügung vom 2
4.
Februar 2020 stellte die Suva die Leistungen per 3
1.
März 2020 ein (
Urk.
8/141), wogegen die Kranken
versicherung am 2
8.
Februar 2020 (
Urk.
8/156)
und der Versicherte am 2
5.
März 2020 Einsprache erhoben (
Urk.
8/160). Die Suva wies die Einsprachen mit Entscheid vom 1
2.
November 2020 ab (
Urk.
8/181 =
Urk.
2).
2.
Am
7.
Dezember 2020 erhob der Versicherte Beschwerde gegen den
Einsprache
entscheid
vom 1
2.
November 2020 (
Urk.
2) und beantragte dessen Aufhebung sowie - allenfalls nach Durchführung weiterer Abklärungen - die
Zusprache
der gesetzlichen Leistungen über den 3
1.
März 2020 hinaus sowie eventuell einer Rente und einer Integritätsentschädigung (
Urk.
1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom
2.
März 2021 die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7), wozu der Beschwerdeführer am 1
8.
Juni 2021 Stellung nahm (
Urk.
14). Am 2
9.
Juni 2021 (
Urk.
17) und 1
5.
Juli 2021 (
Urk.
19) ergingen weitere Rechtsschriften
, wovon die Parteien am 1
6.
Juli 2021 in Kenntnis gesetzt wurden (
Urk.
21).
Im unter der Prozessnummer IV.2020.00171 hängigen invalidenver
sicherungs
rechtlichen Beschwerdeverfahren ergeht mit heutigem Datum ebenfalls ein Urteil.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6
des Bundesgesetzes üb
er die Unfallversicherung (UVG)
werden
soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt
die Versicherungs
leistun
gen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch
bei den im Einzelnen in Abs. 2 auf
geführten
Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf
Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind. Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teil
weise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss
Art.
16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat (
Art.
18 Abs. 1 UVG)
.
Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG).
1.2
Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG erbringt die Versicherung ihre Leistungen auch
bei folgenden
Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind: Knochenbrüche (
lit
. a); Verrenkungen von Gelenken (
lit
. b), Meniskusrisse (
lit
. c), Muskelrisse (
lit
. d), Muskelzerrungen (
lit
. e), Sehnenrisse (
lit
. f), Bandläsionen (
lit
. g) und Trommelfellverletzungen (
lit
. h).
Diese Aufzählung der den Unfällen gleichgestellten Körperschädigungen ist abschliessend (BGE
146 V 51 E. 7.1 sowie BGE
116 V 136 E. 4a, 147 E. 2b, je mit Hinweisen).
Seit dem Inkrafttreten der Revision des UVG und der dazugehörigen Verordnung
über die Unfallversicherung
(UVV) per 1. Januar 2017 ist das Bestehen einer vom Unfallversicherer zu übernehmenden unfallähnlichen Körperschädigung nicht länger vom Vorliegen eines äusseren Ereignisses abhängig. Die Tatsache, dass eine in Art. 6 Abs. 2 UVG genannte Körperschädigung vorliegt, führt zur Vermu
tung, dass es sich hierbei um eine unfallähnliche Körperschädigung handelt, die vom Unfallversicherer übernommen werden muss. Dieser kann sich aber von der Leistungspflicht befreien, wenn er beweist, dass die Körperschädigung vor
wiegend auf Abnützung oder Krankheit zurückzuführen ist (Zusatzbotschaft zur Änderung des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [Unfallversicherung
und Unfallverhütung; Organisation und Nebentätigkeiten der Suva] vom 19. Sep
tember 2014,
BBl
2014 7922 7934 f.).
Gemäss
BGE 146 V 51
ergibt sich a
us der in Art. 6 Abs.
2 UVG vorgesehenen Möglichkeit des Gegenbeweises weiterhin die Notwendigkeit der Abgrenzung der vom Unfallversicherer zu übernehmenden unfallähnlichen Körperschädigung von der abnützungs- und erkrankungsbedingten Ursache einer Listenverletzung und damit letztlich zur Leistungspflicht des Krankenversicherers. Insoweit ist die Frage nach einem initialen
erinnerlichen
und benennbaren Ereignis - nicht zuletzt auch aufgrund der Bedeutung eines zeitlichen Anknüpfungspunktes (Ver
sicherungsdeckung; Zuständigkeit des Unfallversicherers; Berechnung des versi
cherten Verdienstes; intertemporalrechtliche Fragestellungen) - auch nach der UVG-Revision relevant. Lässt sich dabei kein initiales Ereignis erheben oder le
diglich ein solches ganz untergeordneter respektive harmloser Art, so verein
facht dies zwangsläufig in aller Regel den Entlastungsbeweis des Unfallver
sicherers. Denn bei der in erster Linie von medizinischen Fachpersonen zu beur
teilenden Abgrenzungsfrage ist das gesamte Ursachenspektrum der in Frage stehenden Körperschädigung zu berücksichtigen. Nebst dem Vorzustand sind somit auch die Umstände des erstmaligen Auftretens der Beschwerden näher zu beleuchten. Die verschiedenen Indizien, die für oder gegen Abnützung oder Erkrankung sprechen, müssen aus medizinischer Sicht gewichtet werden. Damit der Entlastungsbeweis gelingt, hat der Unfallversicherer gestützt auf beweis
kräftige ärztliche Ein
schätzungen - mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit - nachzuweisen, dass die fragliche Listenverletzung vor
wiegend, das heisst im gesamten Ursachenspektrum zu mehr als 50
%, auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist. Besteht das Ursachenspektrum einzig aus Elementen, die für Abnützung oder Erkrankung sprechen, so folgt daraus unweigerlich, dass der Entlastungsbeweis des Unfallversicherers erbracht ist und sich we
itere Abklärungen erübrigen (E.
8.6).
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der
versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, das heisst rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang prak
tisch keine selbständige Bedeutung (
Urteil des Bundesgerichts 8C_75/2016 vom 18. April 2016 E. 2.2 mit Hinweis auf
BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.4
Die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und der infolge eines Schleudertraumas der Halswirbelsäule auch nach Ablauf einer gewissen Zeit nach dem Unfall weiterbestehenden gesundheitlichen Beein
trächtigungen, die nicht auf organisch nachweisbare Funktionsausfälle zurück
zuführen sind, hat nach der in BGE 117 V 359 begründeten Rechtsprechung des Bundesgerichts in analoger Anwendung der Methode zu erfolgen, wie sie für psychische Störungen nach einem Unfall entwickelt worden ist (vgl. BGE 123 V 98 E. 3b, 122 V 415 E. 2c). Es ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise der Erwerbsunfähigkeit zukommt. Das trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Demnach ist zunächst zu ermitteln, ob der Unfall als leicht oder als schwer zu betrachten ist oder ob er dem mittleren Bereich angehört. Auch hier ist der adäquate Kausal
zusammenhang zwischen Unfall und gesundheitlicher Beeinträchtigung bei leichten Unfällen in der Regel ohne Weiteres zu verneinen und bei schweren Unfällen ohne Weiteres zu bejahen, wogegen bei Unfällen des mittleren Bereichs weitere Kriterien in die Beurteilung mit einzu
beziehen sind. Je nachdem, wo im mittleren Bereich der Unfall einzuordnen ist und abhängig davon, ob einzelne dieser Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sind, genügt zur Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein Kriterium oder müssen mehrere her
angezogen werden.
Als Kriterien nennt die Rechtsprechung hier:
-
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalles;
-
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen;
-
fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung;
-
erhebliche Beschwerden;
-
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
-
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
-
erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.
Diese Aufzählung ist abschliessend. Anders als bei den Kriterien, die das Bundes
gericht in seiner oben zitierten Rechtsprechung (BGE 115 V 133) für die Beurtei
lung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und einer psychischen Fehlentwicklung für relevant erachtet hat, wird bei der Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall mit Schleuder
trauma der Halswirbelsäule und den in der Folge eingetretenen Beschwerden auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten ver
zichtet, da es bei Vorliegen eines solchen Traumas nicht entscheidend ist, ob Beschwerden medizinisch eher als organischer und/oder psychischer Natur bezeichnet werden (BGE 134 V 109; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., 1999 Nr. U 341 S. 409 E. 3b, 1998 Nr. U 272 S. 173 E. 4a; BGE 117 V 359 E. 5d/
aa
und 367 E. 6a).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten ver
siche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungs
träger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch
nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzu
nehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen Entscheid (
Urk.
2) wie folgt: Es sei auf die kreisärztlichen Beurteilungen abzustellen. Der Beschwerde
führer habe sich anlässlich des Unfalls vom
2.
März 2018 eine Distorsion der Halswirbelsäule (HWS) zugezogen bei vorbestehenden degenerativen Verände
rungen an der HWS und ohne überwiegend wahrscheinliche unfallbedingte zusätzliche strukturelle Läsionen. Es sei davon auszugehen, dass die HWS-Distorsion spätestens nach 6-12 Wochen als folgenlos abgeheilt zu gelten habe. Es sei zudem lediglich möglicherweise zu einer Kontusion der linken Schulter gekommen, nicht aber zu strukturell objektivierbaren Folgen. Hingegen zeigten sich degenerative Veränderungen an der linken Schulter, weshalb es möglicher
weise unfallbedingt zu einer vorübergehenden Verschlimmerung des Vorzustan
des gekommen sei. Dies sei aber nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit anzunehmen.
Ansonsten wäre von einer vollständigen Erholung und Wiederer
langung des Vorzustandes nach spätestens 6-8 Wochen auszugehen. Die erst anderthalb Jahre nach dem Unfall aufgetretene
Frozen
Shoulder
/
Kapsulitis
sei nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit unfallkausal (S. 13
Ziff.
5.2-5.3).
Hinsichtlich der geklagten von der HWS ausgehenden Beschwerden sei kein unfallbedingtes organisches Substrat nachweisbar (S. 14
Ziff.
5.4). Der Fallab
schluss sei erfolgt, weil durch weitere Behandlung keine erhebliche Verbesserung des Gesundheitszustandes zu erwarten sei (S. 15
Ziff.
6.2). Die Adäquanz der nicht nachweisbaren Beschwerden sei nach der Schleudertrauma-Rechtsprechung zu beurteilen (S. 16
Ziff.
7.1). Der Unfall sei als mittelschwer an der Grenze zu leicht einzustufen (S. 17
Ziff.
7.3), wobei keines der erforderlichen Kriterien erfüllt sei (S. 18
Ziff.
7.5).
Eine psychiatrische Diagnose sei nie gestellt worden und es finde sich kein Hin
weis auf eine entsprechende Erkrankung, weshalb keine weiteren Abklärungen nötig seien (
Urk.
7 S. 7
Ziff.
6.9). Bezüglich Unfallmechanismus sei festzuhalten, dass eine Beteiligung der Schulter oder dass der Beschwerdeführer auf den aus
gestreckten Arm gefallen wäre, aus den Akten nicht hervorgehe (S. 7
Ziff.
6.10
; vgl. auch
Urk.
17).
2.2
Der Beschwerdeführer machte geltend (
Urk.
1), er habe sich anlässlich des Unfalls vom
2.
März 2018 im Nacken- und Kopfbereich sowie an den Armen und am
Rücken verletzt. Er sei aus einer Höhe von 6 bis 7 Treppenstufen gefallen und mit dem Kopf linksseitig auf dem Boden aufgeschlagen. Dabei sei es zu einer Knick
bewegung des Halses/Nackens nach hinten gekommen. Unmittelbar danach seien starke Schmerzen, Schwindel, Nausea und so weiter aufgetreten. Der Aufprall sei sehr heftig gewesen und die Fallhöhe habe
insgesamt fast drei Meter betragen (S.
2
Ziff.
1). Auf die kreisärztliche Beurteilung könne aus näher dargelegten Grün
den nicht abgestellt werden, insbesondere seien mehrere Disziplinen abzuklären (S. 4 f.
Ziff.
5). Kreisarzt
Dr.
Z._
sei als Facharzt für ortho
pädische Chirur
gie zur Beurteilung eines komplexen Gesundheitsschadens nicht fachkundig (S. 5 f.
Ziff.
6). Es sei deshalb ein externes Gutachten einzuholen (S.
7 f., vgl. auch
Urk.
14).
Die Schulterbeschwerden seien im Übrigen unmittelbar nach dem Unfall aufgetreten und zeitnah dokumentiert worden (
Urk.
19).
2.3
Streitig und zu prüfen ist die Unfallkausalität der Beschwerden sowie die Frage, ob über den 3
1.
März 2020 ein Leistungsanspruch besteht.
3.
3.1
In der Bagatellunfall-Meldung vom 1
2.
März 2018 (
Urk.
8/1) wurde zum Unfall vom
2.
März 2018 Folgendes festgehalten (
Ziff.
6): «Bin von der Gartentreppe gestürzt, weil mein Hund mir zwischen die Beine lief und ich dadurch einen Treppentritt verpasste». Als verletztes Körperteil wurde die Halswirbelsäule und als Art der Schädigung «Schmerzen Kopf Nacken» angegeben (
Ziff.
9).
3.2
Anlässlich der Erstbehandlung vom 1
0.
März 2018
(
Urk.
8/13)
diagnostizierte Dr.
med. A._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, eine HWS-Distorsion und hielt zur Anamnese fest, der Beschwerdeführer sei vor einer Woche auf der Treppe gestürzt, nach vorne gefallen, habe sich mit beiden Armen etwas abgestützt, aber auch das Gesicht angeschlagen mit Hyperextension der HWS. Seither habe er Schmerzen im Nacken mit Ausstrahlung in beide Arme symmetrisch. Er stelle sich mit anhaltenden Schmerzen im Nacken und beiden Schultern vor.
3.3
Dr.
med. B._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, hielt mit Schreiben vom 1
5.
Juni 2018 (
Urk.
8/16) fest, der Beschwerdeführer habe sich am 1
9.
März 2018 erstmals bei ihm gemeldet, wobei er immer noch über starke Nackenschmerzen geklagt habe. Er sei immer noch stark blockiert im Nacken
bereich und habe Sensibilitätsstörungen; er könne maximal eine Stunde Auto
fahren oder am Computer sitzen, weil dann die Arme wieder schmerzen und ein
schlafen würden. So könne er maximal zwei Stunden pro Tag arbeiten (S. 1).
3.4
Dr.
med. C._
, Fachärztin für Neurologie, diagnostizierte mit Bericht vom 2
2.
August 2018 (
Urk.
8/31) einen Status nach HWS-Distorsionstrauma sowie Commotio cerebri und
labyrinthi
am
2.
März 2018 (S. 1). Die Schmerzen seien so wie sie der Patient schildere nicht nachvollziehbar. Es sei nicht verständlich
,
dass er bei diesem gut trainierten Körper nach fünf Monaten keine Muskelatrophie zeige bei den starken Schmerzen und der physischen Inaktivität, weshalb eine Schmerzverarbeitungsstörung vorliegen könnte (S. 2).
In ihrem Verlaufsbericht vom
6.
September 2018 (
Urk.
8/36) führte
Dr.
C._
aus, der Beschwerdeführer klage nach wie vor über starke Schmerzen im Bereich des linken Oberarms und der Schulter.
3.5
Eine bildgebende Untersuchung vom 2
6.
März 2018 (
Urk.
8/40) ergab keine Hin
weise auf eine intrakranielle Blutung, eine einzelne unspezifische
Demyelini
sierung
frontal rechts sowie eine
diskossäre
Einengung des rechten
Neuro
foramens
auf Höhe des Halswirbelkörpers (HWK) 4/5 und HWK 5/6 mit Kontakt zur entsprechenden C5 und C6 Wurzel
intraforaminal
, jedoch keine Hinweise auf eine Myelopathie (S. 1).
3.6
Dr.
C._
hielt mit Bericht vom
8.
November 2018 (
Urk.
8/50) fest, man komme ambulant nicht mehr weiter. Es sei dringend ein stationärer Rehabilitations
aufenthalt zu empfehlen. Eine
otoneurologische
Untersuchung erachte sie als nicht notwendig, zum jetzigen Zeitpunkt sogar als kontraproduktiv, da durch die forcierten Bewegungen im Bereich der Nacken-/Schultermuskulatur die Sympto
matik mit Sicherheit verstärkt werde. Die klinischen Tests seien praktisch unauf
fällig. Es sei möglich, dass eine leichte Störung des
Vestibularapparates
vorliege, diese sei aber mit Sicherheit nicht limitierend und vorerst von untergeordneter Wichtigkeit.
3.7
Kreisarzt
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
hielt mit Stellungnahme vom 27.
No
vember 2018 (
Urk.
8/55) fest, es lägen gemäss MRI vom 2
6.
März 2018 keine strukturell objektivierbaren Unfallfolgen vor. Es sei durch eine weitere Behand
lung nicht mit einer wesentlichen Verbesserung des unfallbedingten Gesundheits
zustandes zu rechnen. Beim Unfallereignis sei es bei vorbestehender degenerati
ver Veränderung der HWS zu einer Distorsion ohne überwiegend wahrscheinlich unfallbedingte zusätzliche strukturelle Läsionen gekommen. Eine HWS-Distor
sion sei im natürlichen Verlauf nach spätestens 6 bis 12 Wochen folgenlos ausgeheilt (S. 2 unten). Die aktuell vorliegenden Schmerzen und die zunehmende Ausweitung deuteten auf eine Schmerzwahrnehmungsstörung psychogener Ursache hin, die überwiegend wahrscheinlich nicht unfallkausal sei (S. 3).
3.8
Dr.
med. D._
, Leitender Arzt Neurologie der
Klinik E._
, stellte mit Bericht vom 1
7.
Dezember 2018 (
Urk.
8/66) folgende Diagnosen (S. 1):
-
chronifiziertes
,
multilokuläres
Schmerzsyndrom unklarer Ätiologie mit und bei
-
klinisch-neurologisch altersentsprechend normalem Status
-
anamnestisch seit einem Sturz nach vorne auf den Gesichts- und linken
Hemithorax
-Bereich vom
2.
März 2018
-
MRI vom 2
6.
März 2018: keine posttraumatische
n
Veränderungen und leichtgradige
Chondrose
mit relativer
foraminaler
Enge betont C5/6 beidseits, keine zervikale Myelopathie
-
chronisches, belastungsbetontes Nackenschulterschmerzsyndrom beid
seits
-
differentialdiagnostisch
myofaszial
-
Verdacht auf depressives Zustandsbild
-
aktuell unter
Mirtazapin
Die klinisch-neurologische Untersuchung sei bis auf
myofasziale
Komponenten im betont oberen HWS-Bereich unauffällig ausgefallen ohne Hinweise für eine zentrale oder peripher-neurologische Ausfallsymptomatik. In der Bildgebung zervikal wie auch zerebral zeigten sich keine posttraumatischen Veränderungen oder Hinweise für eine zervikale Myelopathie
.
Im Sitzen sei der Beschwerdeführer aktiv/passiv schmerzbedingt kaum untersuchbar. Es finde sich eine ausgeprägte
Myogelose
im Nackenschultergürtelbereich. In Rückenlage trete eine markante muskuläre Entspannung und eine gute passive Beweglichkeit der HWS ein. Es bestünden positive Irritationszeichen der oberen HWS-
Segmente beidseits (S.
2
3)
.
3.9
Eine 3-
P
ha
sen
-Skelettszintigraphie und SPECT-CT Fusion sowie eine Computer
tomographie der HWS vom 2
7.
Dezember 2018
(
Urk.
8/97)
ergaben eine diskret aktivierte
Osteochondrose
TH3/
4.
Die bilateral starken
Spondylarthrosen
TH3/4 und die leichten
Spondylarthrosen
TH2/3 seien nicht aktiviert. Die
Atlantodental
arthrose
und die dorsal betonte
Osteochondrose
C2/3
seien
jeweils nicht aktiviert.
Ein MRI der Lendenwirbelsäule (LWS) vom 2
4.
Januar 2019 (
Urk.
8/96) ergab keinen Nachweis durchgemachter Frakturen, eine leichte Segmentdegeneration auf
Höhe L3/L4 mit minimaler Tangierung der absteigenden Nervenwurzel L4 rechts
rezessal
sowie keine
Diskopathie
und keine neurale Tangierung auf Höhe L4/L
5.
Die bildgebende Untersuchung der Ellbogen vom
8.
Mai 2019 ergab rechts eine leichte Reizung des Trizeps Sehnenansatzes, möglicherweise nach Zerrung, keine Ruptur/Partialruptur der
Trizepssehne
, keine Fraktur und kein Knochen
marksödem sowie unauffällige Weichteile (
Urk.
8/92). Links zeigte sich eine
diskrete Reizung des Trizeps Sehnenansatzes, möglicherweise nach Zerrung, keine Ruptur/Partialruptur der
Trizepssehne
und unauffällige Verhältnisse der übrigen Knochen und der Weichteile (
Urk.
8/93).
3.10
Im Bericht über das ambulante Assessment in der Rehaklinik
F._
vom 16.
Juli 2019 (
Urk.
8/98) wurden folgende, hier gekürzt wiedergegebene Diagno
sen gestellt (S. 1):
-
Unfall vom
2.
März 2018: Sturz von Treppe im Garten
-
HWS-Distorsion
-
Beschwerden LWS
-
Beschwerden Schultergelenke beidseits
Die psychische Verfassung sei unauffällig. Es sei insgesamt eine erhebliche Symp
tomausweitung beobachtet worden. Durch weitere ambulante Therapien sei mit keiner Verbesserung zu rechnen. Aufgrund der erheblichen Symptomausweitung habe der Beschwerdeführer auch in einem Reha-Setting leider kaum Rehabilita
tionspotential. Er habe im bisherigen Verlauf suffiziente Therapien gehabt und aus medizinischer Sicht wäre eine sukzessive Besserung der Beschwerden zu erwarten, welche abe
r bisher nicht eingetreten sei (S. 3). Unter Beachtung der Therapieempfehlungen (Heimprogramm, selbständiges Training in einem Trainingscenter) sei von einer raschen Steigerung der Arbeitsfähigkeit auszuge
hen (S. 3 unten f.).
Zu den hauptsächlichen Befunden wurde festgehalten, die Muskulatur des Nackens und des Schultergürtels sei unauffällig, ebenso der Nacken- und S
chürzengriff links. Es bestehe eine ausgeprägte
Handbeschwielung
mit offenen Blasen beidseits (S. 7 unten).
Die Symptomausweitung sei erheblich. Die Angabe von starken Schmerzen entspreche nicht dem wenig leidenden Eindruck, den der Beschwerdeführer während Aktivitäten vermittelt habe. Es sei weiter eine Diskre
panz bei der Handkraft im Sinne eines Varianzkoeffizienten von über 15
%
fest
gestellt worden (S. 10 unten).
3.11
Das
Arthro
-MRI der linken Schulter vom 1
8.
September 2019 (
Urk.
8/114) ergab
eine mässige
Tendinopathie
der
Supraspinatussehne
, etwas geringer auch der
Infraspinatussehne
, keine Rupturen der
Rotatorenmanschette
und eine leichte Bursitis
subacromialis
/
subdeltoidea
.
3.12
Die Ärzte der Schulter- und Ellbogenchirurgie an der
Klinik E._
dia
gnosti
zierten mit Bericht vom 1
8.
Oktober 2019 (
Urk.
8/119) eine
Frozen
Shoulder
links, bildgebend mit Hinweisen auf eine
retraktive
Kapsulitis
und Bursitis
sub
acromialis
Schulter rechts mit funktioneller muskulärer
Dysbalance
; beide Schulterschmerzen nach Sturz am
2.
März 2018 (S. 1). Im Bereich der linken
Schulter sei von einer reaktiven
Kapsulitis
und einer Bursitis
subacromialis
aus
zugehen. Im Bereich der rechten Schulter gebe es keine Hinweise für eine strukturelle Läsion. Die Schmerzsituation sei links nachzuvollziehen, rechts nicht (S. 2).
3.13
Mit Bericht vom 1
8.
November 2019
(
Urk.
8/121)
nannten die Ärzte
des
Zentrum
s
G._
folgende Diagnosen (S. 1):
-
aktuell kein Hinweis auf eine vestibuläre Funktionsstörung bei asympto
matischem Patienten
-
Verdacht auf möglichen stattgehabten benignen paroxysmalen Lage
rungsschwindel
-
aktuell vollständig
regrediente
Symptomatik
-
leichtgradige
sensorineurale
Schwerhörigkeit mit Hochtonabfall beidseits
-
traumatische HWS-Distorsion bei Status n
ach Treppensturz am
2.
März 2018
-
Klinik: schmerzbedingt starke Einschränkung der HWS-Beweglichkeit sowie der weiteren Wirbelsäulenabschnitte, starke schmerzbedingte Einschränkung der Funktion der linken Schulter
-
Verdacht auf posttraumatischen Spannungskopfschmerz
Eine Verlaufskontrolle sei bei subjektiv fehlendem Schwindel nicht geplant (S. 3).
3.14
Kreisarzt
Dr.
Z._
hielt mit Stellungnahme vom 1
7.
Januar 2020 (Urk.
8/132) fest, es lägen wie in der Beurteilung vom 2
7.
November 2018 fest
gestellt keine strukturell objektivierbaren Unfallfolgen vor. Medizinisch sei eine weitere Behandlung/Therapie bereits mit Beurteilung vom 2
7.
November 2018 als nicht sinnvoll bezeichnet worden. Die weitere Behandlung und Fallübernahme sei rein administrativ erfolgt (S. 1).
In sämtlichen Berichten zuvor würden multiple diffuse Beschwerden festgehalten. eine Bewegungseinschränkung oder Krafteinbusse im linken Schultergelenk werde nicht dokumentiert. Stets werde davon ausgegangen, dass die Beschwerden in beiden Schultergelenken durch eine Ausstrahlung von der Halswirbelsäule aus
gehend vorlägen. Die neurologischen Abklärungen zeigten keine Ein
schränkungen im Bereich der Beweglichkeit der oberen Extremität und insbeson
dere der Schultergelenke. E
s würden
jeweils eine ausführliche Beurteilung der Schultergelenke und der Schulter-Nacken-Region durchgeführt und vor allem Verspannungen und
Myogelosen
sowie eine Irritation der oberen Halswirbelsäule festgehalten, jedoch keine Einschränkung des linken Schultergelenks in Beweg
lichkeit oder Bewegungsumfang.
Auch bildgebend seien keine Hinweise für eine Verletzungsfolge im linken Schultergelenk vorhanden; konkrete Abklärungen des
linken Schultergelenks seien bis zum 1
8.
September 2019 nicht durchgeführt worden (S. 2).
Die linke Schulter sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit schon vor dem Unfall in stummer oder manifester Weise beeinträchtigt gewesen, denn es bestehe eine
Tendinopathie
der Sehne des M. supra- und
infraspinatus
. Bei einer
Tendino
pathie
handle es sich um eine degenerative Veränderung der Sehne, wie sie im MRI sehr gut dargestellt und auch vom Radiologen bestätigt worden sei (S.
2 unten).
Die Diagn
ose der
Frozen
Shoulder
erst eineinhalb
Jahre nach dem Unfall
ereignis sei überwiegend wahrscheinlich nicht auf dieses zurückzuführen (S. 3).
3.15
Eine weitere bildgebende Untersuchung vom 2
2.
Januar 2020 (
Urk.
8/160/13-14) ergab die Diagnose einer
Frozen
Shoulder
links nach Treppensturz am
2.
März 2018 (S. 1).
3.16
Dr.
med. H._
, Facharzt für Neurologie, führte mit zuhanden des Rechts
vertreters des Beschwerdeführers am
4.
Februar 2020 verfasstem Bericht (
Urk.
8/160/11-12) aus, es bestehe ein Schmerzkomplex im Bereich der HWS sowie der Nacken- und Schultermuskulatur mit erheblicher Einschränkung der Beweglichkeit beziehungsweise der Funktion. Die Schmerzen verursachten Schlaf- und Konzentrationsstörungen. Die Arbeitsunfähigkeit betrage 80
%
(S. 2).
3.17
Kreisarzt
Dr.
med. I._
, Facharzt für
Oto
-
Rhino
-Laryngologie, hielt mit Stellungnahme vom 2
0.
Februar 2020 (
Urk.
8/140) fest, es ergäben sich keine Hinweise für eine Verletzung im Hals-Nasen-Ohrenbereich, im Speziellen der
vestibulo-cochleären
Organe, aufgrund des Unfallereignisses.
3.18
Kreisarzt
Dr.
Z._
hielt mit Stellungnahme vom
2.
April 2020 (
Urk.
8/163) fest, eine erst eineinhalb Jahre nach dem Unfallereignis aufgetretene
Frozen
Shoulder
sei nicht überwiegend wahr
scheinlich unfallkausal (S. 2).
3.19
PD
Dr.
med. J._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, stellte im Kurzbericht vom
3.
Juli 2020
(
Urk.
8/170/2-3)
über die Verlaufskontrolle folgende Diagnosen (S. 1):
-
Status nach
Frozen
Shoulder
links nach Treppensturz am
2.
März 2018
-
Status nach Untersuchung Schulter links in Narkose und Schulter
arthroskopie,
zirkumferenzielle
Kapsulotomie
,
Bicepstenotomie
und -
Tenodese
sowie
subacromiale
Bursektomie
mit Entnahme von Gewebs
proben Schulter links am 2
5.
Mai 2020
(vgl.
Urk.
8/175)
Der Verlauf sei nicht unerwartet langsam. So sei der Beschwerdeführer nicht arbeitsfähig (S. 1 unten).
Ergänzend hielt
PD
Dr.
J._
am 2
0.
Juli 2020 (
Urk.
8/178/1-2) fest, es habe sich bei der Operation ein deutlich entzündetes,
eingesteiftes
Gelenk inklusive einer entzündeten langen
Bizepsseh
n
en
gefunden. Diese entzündlichen Veränderungen der Schulter erklärten die starken Schmerzen und passten voll
umfänglich zum Unfall vom
2. März 2018 (S. 1).
3.20
Am
3.
November 2020 nahm
Dr.
Z._
eine ergänzende Beurteilung vor (
Urk.
8/179) und hielt fest, dass eine vorübergehende oder richtunggebende Ver
schlimmerung eines Vorzustandes möglich sei. Eine direkte Verletzung der linken Schulter beim Unfallereignis sei nicht dokumentiert. Es könne maximal zu einer Kontusion des Schultergelenkes gekommen sein. Davon ausgehend sei lediglich mit dem Beweisgrad der Möglichkeit von einer vorübergehenden Verschlimme
rung des bekannten (MRI vom 1
8.
September 2019) degenerativen Vorzustandes der Supra- und
Infraspinatussehne
auszugehen. Ausgehend von einer möglichen Kontusion sei hinsichtlich der linken Schulter im natürlichen Verlauf von einer vollständigen Erholung und Wiedererlangung des Vorzu
standes spätestens nach sechs bis acht Wochen auszugehen. Erwähnens
wert sei nochmals, dass die diagnostizierte
Frozen
Shoulder
/
Capsulitis
mit
Ein
steifung
der Schulter erst anderthalb Jahre nach dem Unfallereignis aufgetreten sei. Eine solche Diagnose trete durchaus häufig im Rahmen einer spontanen Erkrankung auf und sei nicht zwangsläufig Folge eines Traumas. Ein spontanes Auftreten anderthalb Jahre nach dem Unfallereignis sei nicht überwiegend wahrscheinlich als unfallkausal zu beurteilen (S. 1).
Im Operationsbericht von
Dr.
J._
werde ein partiell
rupturierter
Ansatz der
Bicepssehne
festgehalten, die
Rotatorenmanschette
werde als intakt beschrieben bei nur minimaler Unter
flächenpartialruptur an der
Supra
spinatussehne
. Eine solche sei durch ein Anpralltrauma nicht überwiegend wahr
scheinlich zu erklären. Als technische Verrichtung werde in der Operation neben der Narkosemobilisation und
Kapsolyse
eine Tenotomie und
Tenodese
der langen
Bicepssehne
durchgeführt. Der beschriebene Befund mit ursprungsnaher partieller Ruptur der
Bicepssehne
spreche überwiegend wahrscheinlich für eine degenera
tive Ursache, auch sei eine Läsion der langen
Bicepssehne
beziehungsweise des
Bicepssehnenankers
nicht durch eine Kontusion der Schulter zu erklären.
3.21
Nach ständiger Rechtsprechung beurteilt das Sozialversicherungsgericht die
Gesetzmässigkeit
der Verwaltungsverfügungen beziehungsweise der
Einsprache
entscheide
in der Regel nach dem Sachverhalt, der zur Zeit des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens gegeben war. Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsver
fügung sein (BGE 130 V 138 E. 2.1 mit Hinweis). Jedoch sind Tatsachen, die sich
erst später verwirklichen, insoweit zu berücksichtigen, als sie mit dem Streitge
genstand in engem Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die Beur
teilung im Zeitpunkt des Erlasses der Verwaltungs
verfügung beziehungsweise des
Einspracheentscheides
zu beein
flussen (BGE 121 V 362 E. 1b, 99 V 98 E. 4; Urteil des Bundesgerichts 8C_95/2017 vom 15. Mai 2017 E. 5.1 mit Hinweisen).
Diese Voraussetzungen sind für das Schreiben von
Dr.
B._
vom
7.
Juli 2021 (
Urk.
20/1)
erfüllt,
weshalb es vorliegend Berücksichtigung findet.
Darin hielt
Dr.
B._
fest, der Beschwerdeführer habe bis zum Unfallereignis nicht unter
muskuloskelettalen
Beschwerden gelitten. Am 1
9.
März 2018 sei er erstmals nach dem Unfallereignis in die Praxis gekommen. Dabei sei
die Schul
terbeweglichkeit
beidseitig schmerzhaft ei
ngeschränkt gewesen, ebenso die HWS
Rotation. Es hätten auch Kribbelparästhesien in den Armen und Fingern beidseits bei einer ausgesprochen schmerzhaften Verspannung im Schulter-/Nacken
be
reich bestanden.
Erst später sei eine Verletzung der Schulter diagnostiziert worden, welche dann habe operiert werden müssen. Da zuvor der Beschwerde
führer ein gesunder Mann gewesen sei, sei der kausale Zusammenhang des Schul
terleidens mit dem Unfall gegeben.
4.
4.1
Zu prüfen ist zunächst die Beeinträchtigung der linken Schulter. In der Unfall
meldung vom 1
2.
März 2018 wurde hinsichtlich des zehn Tage vorher erlittenen Unfalls
k
eine Beeinträchtigung der linken Schulter erwähnt. Als verletztes Körperteil wurde einzig die Halswirbelsäule und als Art der Schädigung Schmerzen im Kopf und Nacken angegeben (vgl. vorstehend E. 3.1). Sollte sich
der Beschwerdeführer
dabei, wie geltend gemacht (vgl. vorstehend E. 2.2)
,
an den Armen so verletzt haben, dass es zehn Tage nach dem Ereignis noch spürbar war und nach seiner Darstellung bis heute Beschwerden verursacht, so ist nicht nach
vollziehbar, weshalb dies nicht Eingang in die Unfallmeldung fand. Dies insbe
sondere, als er am 1
0.
März 2018 bei
Dr.
A._
erstmals in Behandlung war und ihr gegenüber Schmerzen im Nacken und beiden Schultern angab (vgl.
vor
stehend E. 3.2), wobei
Dr.
A._
einzig eine HWS-Distorsion diagnostizierte und keine spez
ifischen Schulterbefunde erhob
. In der Folge stellte
Dr.
C._
mit Bericht vom 2
2.
August 2018 (vgl. vorstehend E. 3.4) fest, dass die Schmer
zen
,
so wie der Beschwerdeführer sie schildere
,
nicht nachvollziehbar seien. Denn es sei nicht verständlich, weshalb nach fünf Monaten mit
angeblich
starken Schmerzen und physischer Inaktivität keine Muskelatrophie sichtbar sei, sondern ein gut trainierter Körper. In der Rehaklinik
F._
wurden
noch
im Juli 2019 bei
unauffälliger Schultergürtelmuskulatur eine ausgeprägte
Handbeschwielung
mit offenen Blasen festgestellt, was sich mit den geltend gemachten angeblich u
nfallbedingten Schulterbeeinträchtigungen
in keiner Weise vereinbaren lässt.
Der Schwerpunkt der Untersuchungen im Nachgang zum Unfallereignis lag denn auch auf der HWS
(vgl. vorstehend E. 3.4 - 3.6 sowie 3.8 - 3.9), der LWS und den Ellbogen (vgl. vorstehend E. 3.9). Die
Tendinopathie
der Supra- und
Infraspi
natussehne
und die
Frozen
Shoulder
wurden erst im Herbst 2019 festgestellt (vgl.
vorstehend E. 3.11-3.12).
4.2
B
ei näherer Beleuchtung der Umstände des erstmaligen Auftretens
der Beschwer
den (vgl. vorstehend E. 1.2) zeigt sich daher, dass das initiale Ereignis maximal untergeordneter respektive harmloser Art war. Eine Beteiligung erscheint lediglich als möglich; was den
Entlastungsbeweis der Beschwerdegegnerin ver
einfacht
.
Denn eine blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht (vgl. vorstehend E. 1.3).
Es ist daher nicht zu beanstanden, dass
Dr.
Z._
(vgl. vorstehend E. 3.14 und 3.20)
die Beeinträchtigung der linken Schulter als vorbestehend beurteilte. Er legte schlüssig dar, dass trotz ausführlichen Beurteilungen der Schultergelenke und der Schulter-Nackenregion keine Einschränkung des linken Schultergelenks in Beweglichkeit oder Bewegungsumfang dokumentiert und bis September 2019 gar keine konkreten Abklärungen durchgeführt worden seien. Die
Tendinopathie
sei
als
degenerative Veränderung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
vorbeste
hend. Dass die
Frozen
Shoulder
ebenfalls nicht überwiegend wahrscheinlich auf den Unfall zurückzuführen ist, wird wie dargelegt - nebst dem Fehlen zeitnah dokumentierter Einschränkungen - durch den Umstand untermauert, dass
auf
grund der unveränderten
Bemuskelung
und der offensichtlich erheblichen Bean
spruchung der Hände mit offenen Blasen
nicht von einer Schonung nach dem Unfallereignis
auszugehen ist
.
Dr.
Z._
wies denn auch darauf hin, dass
eine
Frozen
Shoulder
häufig spontan auftreten könne. Zur von
PD
Dr.
J._
versorgten Ruptur der
Bicepssehne
hielt
Dr.
Z._
fest, diese sei nicht durch eine Kontusion zu erklären (vgl. vorstehend E.3.20).
An dieser Einschätzung vermögen die Berichte von
Dr.
J._
,
Dr.
H._
und
Dr.
B._
(vgl. vorstehend E
. 3.16
, 3.19 und
3.
21) keine Zweifel zu wecken, da sie auf das Fehlen zeitnah aufgetretener Beschwerden und den nicht auflös
baren Widerspruch zwischen den geltend gemachten Schmerzen und den
eindeu
tigen
Zeichen körperlicher Aktivität gar nicht eingingen.
Im Übrigen reicht es zur Begründung von geringen Zweifeln an der versicherungsinternen Einschätzung (vgl. vorstehend E. 1.5) nicht aus, wenn behandelnde Fachärzte lediglich eine andere Meinung vertreten, ohne die gesamte Sachlage objektiv zu würdigen,
ansonsten der Beweiswert versicherungsinterner Berichte regelmässig ausge
hebelt würde und in jedem Fall
, in dem ein behandelnder Arzt oder privater Gut
achter eine - nicht schlüssig begründete - andere Meinung vertritt,
ein externes Gutachten einzuholen wäre. Vergleichbar zu
Rechtsprechung im Bereich der Invalidenversicherung ist es nicht
geboten,
ein Administrativ
gutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen (Urteil 9C_725/2013 vom 2
9.
Januar 2014
E. 4.2 mit Hinweis
).
4.3
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat.
Wenn, wie vorliegend, ein Zusammenhang bloss möglich ist, so
genügt
dies
für die Begrün
dung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Weitere Abklärungen sind somit nicht notwendig.
4.4
Nach dem Gesagten ist hinsichtlich der Schulterbeschwerden zusammenfassend festzuhalten, dass die Leistungseinstellung
per 3
1.
März 2020, somit zwei Jahre nach dem Ereignis, nicht zu beanstanden ist.
5.
5.1
Es bleibt die Unfallkausalität der HWS-Beschwerden zu prüfen. Dabei ist unbe
stritten, dass
sich
der Beschwerdeführer anlässlich des Unfalls vom
2.
März 2018 eine HWS-D
istorsion zugezogen hat. Für die geltend gemachten
verbleibenden
Beschwerden wurde
jedoch
kein organisches Korrelat gefunden. So wies
Dr.
C._
darauf hin, dass die Schmerzen nicht nachvollziehbar seien (vgl. vor
stehend E. 3.4); die klinischen Tests seien unauffällig (vgl. vorstehend E. 3.6). Bildgebend wurde keine Verletzung festgestellt (vgl. vorstehend E. 3.5; 3.9). Auch
Dr.
D._
hielt fest, dass die klinisch-neurologische Untersuchung bis auf
myofasziale
Komponenten unauffällig ausgefallen sei (vgl. vorstehend E. 3.8). In
F._
wurde eine erhebliche Symptomausweitung festgestellt (vorstehend E. 3.1
0). Am Universitätsspital K._
wurde kein Hinweis auf eine vestibuläre Funktionsstörung bei dem asymptomatischen Beschwerdeführer gefunden, jedoch eine schmerzbedingt starke Einschränkung der HWS-Beweglichkeit (vorstehend E. 3.13), wobei
ein organisches Korrelat nicht thematisiert wurde.
Eine psychiatrische Diagnose wurde nicht gestellt.
5.2
Dementsprechend prüfte die Beschwerdegegnerin die Adäquanz nach der Schleu
dertrauma-Rechtsprechung und stufte den Unfall
, bei dem de
r Beschwerdeführer einen Sturz von der Gartentreppe
erlitt, als ihm sein Hund zwischen die Beine lief
,
als mittelschwer an der Grenze zu den leichten Unfällen ein (vgl. vorstehend E. 2.1).
D
ies ist nicht zu beanstanden
und wird vom Beschwerdeführer auch nicht bestritten.
Die Adäquanz eines Kausalzusammenhanges der
Beschwerden
ist dann zu beja
hen, wenn vier
der
massgeblichen
Kriterien
(oder eines der Kriterien ausge
prägt) erfüllt sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_833/2016 vom 14. Juni 2017 E.
6.1; vgl. auch vorstehend E. 1.4
).
5.3
Der Berücksichtigung des Kriteriums der besonders dramatischen Begleit
um
stände oder besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls liegt der Gedanke zugrunde, dass solche Umstände geeignet sind, bei der betroffenen Person während des Unfallgeschehens oder nachher psychische Abläufe in Gang zu setzen, die an den nachfolgenden psychischen Fehlentwicklungen mitbeteiligt sein können (Urteil des Bundesgerichts 8C_473/2019 vom 11. November 2019 E. 5.2). Ob
besonders dramatische Begleitumstände oder eine besondere Eindrücklichkeit des Unfalles vorliegen, beurteilt sich objektiv und nicht aufgrund des subjektiven Empfindens beziehungsweise Angstgefühls der versicherten Person. Zu beachten ist, dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit eigen ist, welche somit noch nicht für eine Bejahung des Kriteriums ausreichen kann. Es wird nur das Unfallgeschehen an sich und nicht die dabei erlittene Verletzung betrachtet. Der nachfolgende Heilungsprozess wird bei diesem Kriterium nicht einbezogen (Urteil des Bundesgerichts
8C_114/2018 vom 22. August 2018 E. 6.3 mit Hinweisen, unter anderem
auf nicht publizierte
E. 3.5.1 des Urteils BGE 137 V
199).
Vorliegend stürzte der Beschwerdeführer über seinen Hund und die Gartentreppe hinunter. Eine besondere Eindrücklichkeit des Unfalls oder besonders dramatische Begleitumstände sind zu verneinen.
Es liegt keine besondere Art der erlittenen Verletzungen vor.
Der Beschwerde
führer erlitt eine HWS-Distorsion
und begab sich 10 Tage
später
in ärztliche Behandlung.
Aus objektiver Sicht kann nicht von schweren oder besonderen Ver
letzungen gesprochen werden.
Was das Kriterium der «fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen Behand
lung» betrifft, muss eine kontinuierliche, mit einer gewissen
Planmässigkeit
auf die Verbesserung des Gesundheitszustands gerichtete fachärztliche Behandlung, welche von ungewöhnlich langer Dauer oder in anderer Hinsicht mit einer
deutlichen Mehrbelastung verbunden gewesen ist, vorliegen (Urteil des Bundes
gerichts 8C_749/2010 vom 1. Juni 2011 E. 6.3.2).
Dies ist
vorliegend
unter Aus
klammerung der Schulterbeschwerden klar zu verneinen.
Der Beschwerdeführer begab sich lediglich in Abklärungen; eine spezifische Behandlung war weder fort
gesetzt noch belastend.
Das Kriterium der fortgesetzten spezifischen und belastenden ärztlichen Behandlung ist vorliegend also nicht erfüllt.
Keine Hinweise ergeben sich sodann auf eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hätte, und auch ein schwieriger Heilungsverlauf oder erhebliche Komplikationen sind ohne Weiteres zu vernei
nen.
Von den verbleibenden beiden Kriterien der erheblichen Beschwerden sowie der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen müsste für eine Bejahung der Adäquanz mindestens eines in besonders
ausgeprägter Weise erfüllt sein.
Die Erheblichkeit der Beschwerden beurteilt sich nach den glaubhaften Schmer
zen und nach der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person im Lebensall
tag wegen ihnen erfährt (BGE 134 V 109 E. 10.2.4).
Vorliegend sind im Zeitpunkt der Leistungseinstellung
vor allem
vorliegend
rechtlich
unbeachtliche Beein
trächtigungen der Schulter dokumentiert. Im Dezember 2018 (vgl.
vorstehend E.
3.8) war die klinisch-neurologische Untersuchung unauffällig.
Im November 2019 war bei subjektiv fehlendem Schwindel keine Verlaufskontrolle geplant (vgl.
vor
stehend E. 3.13).
Dr.
H._
stellte im Februar 2020 einen Schmerz
komplex fest, differenzierte jedoch nicht zwischen Schulter- und Nacken
beschwerden (vgl. vor
stehend E. 3.16).
Erhebliche unfallbedingte
andauernde
HWS-Beschwerden sind somit nicht ausgewiesen. Eine erhebliche Arbeitsun
fähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengu
ngen ist ebenfalls zu verneinen;
soweit eine solche noch dokumentiert ist, ist sie ebenfalls auf die Schulterbeschwerden zurückzuführen.
5.4
Nach dem Gesagten ist der adäquate Kausalzusammenhang zwischen
allfälligen
nach dem
1
2.
November 2020
weiterbestehenden Beschwerden und dem Unfall
ereignis vom
2.
März 2018
zu verneinen
, weshalb die Leistungseinstellung auch bezüglich dieser Beeinträchtigungen nicht zu beanstanden ist. Weitere Abklärun
gen sind nicht vorzunehmen.
Der angefochtene Entscheid ist rechtens. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.