Decision ID: 2e9464c5-7af5-4552-a1a4-3a827b84c015
Year: 2009
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
P._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Hans Frei, Kriessernstrasse 40, 9450 Altstätten,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
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Sachverhalt:
A.
A.a P._, Jahrgang 1944, meldete sich am 3./8. April 2005 zum Bezug einer IV-Rente
an. Er gab an, seit ca. sieben Jahren an Herz- und Rückenbeschwerden zu leiden und
seit dem 31. Dezember 2000 krankheitshalber keiner Beschäftigung mehr
nachzugehen. Seit diesem Zeitpunkt sei er arbeitsunfähig (IV-act. 1).
A.b Dr. med. A._, Allgemeinmedizin FMH, hielt in seinem Bericht vom 17. Mai 2005
fest, der Versicherte sei vor der Aufgabe seines Betriebs im Jahr 2002
selbständigerwerbend als Wirt und Koch tätig gewesen. Er leide an einer valvulären
Herzkrankheit, einem Status nach Mitralklappenrekonstruktion 11/03 wegen schwerer
Mitralinsuffizienz, einer postoperativen TIA, einem Status nach Synkope bei
Kammertachykardie 09/03, einem chronischen Vorhofflimmern, einer persistierenden
Sternumdehiszenz, einem Status nach Sternumrevision 09/04 sowie an einem
chronischen Lumbovertebralsyndrom. 1995 sei eine kardiologische Abklärung erfolgt,
die unter anderem eine mittelschwere Mitralinsuffizienz gezeigt habe. 1997 habe eine
Zwischenkontrolle stattgefunden, worauf eine Endokarditisprophylaxe vorgesehen
worden sei. Im Jahr 2001 sei ein schweres Lumbovertebralsyndrom aufgetreten. Im
MRI hätten sich eine Fehlhaltung der LWS, schwerste Spondylarthrosen und eine
Diskusprotrusion L5/S1 (keine eigentliche Diskushernie) gezeigt. 2002 sei bei einer
Kontrolle bei Dr. med. B._, Kardiologie FMH, festgestellt worden, dass nun eine
mittelschwere bis schwere Mitralinsuffizienz und ein chronisches Vorhofflimmern
entstanden seien. Der Versicherte wäre in seiner bisherigen Tätigkeit wegen der
Sternum- und Rückenbeschwerden seit dem 6. September 2003 zu 100 %
arbeitsunfähig – mit Ausnahme einer Arbeitsfähigkeit von 50 % vom 1. März 2004 bis
20. September 2004 und einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit vom 21. bis
26. September 2004. Eine andere Tätigkeit sei ebenfalls nicht zumutbar. Nach
Ausheilung der Sternum-Pseudarthrose und bei rückläufigen Rückenbeschwerden
wäre eine körperlich nicht belastende Tätigkeit theoretisch möglich (IV-act. 12; vgl.
auch den ausführlichen ärztlichen Bericht vom 31. Mai 2005, IV-act. 13, worin von einer
Fehlhaltung der LWS mit Osteochondrose der Disci intervertebrales L3 bis S1,
schwersten Spondylarthrosen in allen Etagen, einer Einengung der Neuroforamina L4/
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L5 und beidseits L5/S1 und einer Diskusprotrusion L5/S1 ohne eigentliche
Diskushernie die Rede ist).
A.c Auf durch den Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der Invalidenversicherung
veranlasste Rückfragen hin gab Dr. A._ am 20. Dezember 2005 bekannt, die
angestammte Arbeit als Wirt könnte nicht wieder ausgeübt werden, eine leichte Arbeit
ohne Rücken- und Thoraxbelastung wäre theoretisch halbtags denkbar mit im
Vergleich zur Tätigkeit als Wirt eingeschränkter Leistungsfähigkeit und wegen des
Lumbovertebralsyndroms habe vom 9. Februar bis 14. Juni 2001 eine
Arbeitsunfähigkeit von 100 % und danach bis 1. Januar 2002 von 50 % bestanden. Es
habe am 29. Juni 2005 noch ein Konsilium bei Prof. Dr. med. C._, Chirurgie FMH,
stattgefunden. Es hätten sich im Verlauf je nach Tätigkeit wechselnde, eher
abklingende Schmerzen im oberen Sternumbereich und zudem Rücken- und
Hüftbeschwerden rechts gezeigt (IV-act. 22).
A.d Der RAD hielt am 1. Juni 2006 dafür, die Sternumschmerzen hätten bei der
Berufsaufgabe im Dezember 2000 noch nicht bestanden. Eine invalidisierende kardiale
Symptomatik gehe aus den vorliegenden Befundbeschreibungen nicht hervor und die
Operationsindikation sei erst durch eine Verschlechterung im Jahr 2003 ausgelöst
worden. Es sei unwahrscheinlich, dass der Versicherte seine Tätigkeit wegen
invalidisierender Rückenschmerzen habe aufgeben müssen (IV-act. 28).
A.e Am 18. August 2006 führte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons
St. Gallen eine Abklärung an Ort und Stelle durch. Der Versicherte habe angegeben,
man habe bei ihm vor bald zehn Jahren einen Herzklappenfehler festgestellt und ihm
geraten, diesen zu gegebener Zeit operieren zu lassen. Er habe damit zugewartet, weil
er sein Restaurant nicht während eines halben Jahres habe schliessen können. Er habe
sich dann entschlossen, das Restaurant 1999 aufzugeben und sich (nach der
Herzoperation) noch als Aushilfskoch unselbständig zu betätigen. Damals habe er auch
sehr starke Rückenbeschwerden gehabt. Deswegen habe man die (Herz-) Operation
bis 2003 hinausgeschoben. Er habe die Pacht des Restaurants Ende 2003 (IV-act. 40-4
und 5/10; vgl. aber IV-act. 7/10, 2001) aufgegeben. Der Abklärungsbeauftragte hielt
dafür, der Versicherte sei bereits in seiner Tätigkeit als Wirt wesentlich eingeschränkt
gewesen, sei seinen Aufgaben aber bis zur Aufgabe der Pacht am 31. Dezember 2003
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noch mit 50 % Leistungsfähigkeit nachgekommen. Im Monat September 2004 habe er
noch während einer Woche versucht, eine volle Leistung zu erbringen, sei damit aber
gescheitert und sei seither voll arbeitsunfähig (IV-act. 40-9/10). Es bestehe eine
Invalidität von 100 % ab 6. September 2004 (Ablauf der Wartezeit).
A.f Am 22. März 2007 wurde eine Begutachtung veranlasst. In einem Verlaufsbericht
vom 3. April 2007 erklärte inzwischen Dr. A._, die Sternumschmerzen persistierten,
das chronisch rezidivierende Lumbovertebralsyndrom fluktuiere, sei aber dauernd
vorhanden. Neu bestehe gemäss dem beigelegten Bericht von Dr. B._ vom
10. Februar 2007 ein chronisches Vorhofflimmern. Eine körperlich nicht belastende,
teils im Sitzen, im Stehen und im Gehen auszuübende Tätigkeit wäre theoretisch
denkbar, aber abhängig von den jeweiligen Rückenbeschwerden (IV-act. 47-1 bis 3/6).
A.g Dr. med. D._, Spezialarzt FMH für Innere Medizin, führte in seinem Gutachten
vom 3. Mai 2007 folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit auf:
Chronisches Lumbovertebralsyndrom rechtsbetont mit Beckentorsion;
Osteochondrosereaktion tief lumbal, Spondylosis deformans;
Wirbelgelenksdysfunktionen seit 1998 zunehmend, therapierefraktär ohne aktuelle
Wurzelreizproblematik; Status nach Thorakotomie mit Mitralklappenrekonstruktion
2003 wegen chronischem Vorhofflimmern mit Synkope wegen Kammertachykardie;
postoperative Sternumdehiszenz mit frustraner Reoperation 2004, seither
persistierende Thoraxschmerzen bei Husten, Niesen, Pressen und Einsatz des
Oberkörpers. Eine eigentliche Arbeitsunfähigkeit als Koch habe aufgrund der
Wirbelsäulenbeschwerden seit ca. Sommer 2002 zu 50 % bestanden, und zwar bis
zum Auftreten der Kammertachykardie im September 2003. Ab diesem Zeitpunkt liege
eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % vor. Leichte Arbeiten im Sitzen mit der Möglichkeit,
zwischendurch aufstehen und umhergehen und Wechselpositionen einnehmen zu
können, ohne die Erfordernisse, repetitiv und über längere Zeit hinweg Lasten über
7 kg zu heben, mehr als 20 bis 30 Minuten in vornübergebeugter Position zu verharren
oder häufig Treppen oder Leitern zu steigen, seien dem Versicherten während ca. vier
Stunden täglich zumutbar. Auch im Haushalt bestehe etwa eine Arbeitsfähigkeit von
50 % (IV-act. 49).
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A.h Mit Vorbescheid vom 4. Juli 2007 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
Ausrichtung einer Viertelsrente (bei einer Invaliditätsbemessung nach der gemischten
Methode) ab dem 1. September 2004 in Aussicht (IV-act. 54 f.). Dagegen liess der
Versicherte am 6. September 2007 Einwand erheben und Zusprechung einer ganzen
Invalidenrente beantragen. Das seit 1998 bestehende Rücken- und das seit 1997
bestehende Herzleiden hätten ihn letztlich zur Betriebsaufgabe im Jahr 2000
gezwungen. Er habe sich nicht mehr länger in der Lage gesehen, 70 bis 80
Arbeitsstunden pro Woche zu leisten. Nur einen Monat später sei es zur
Dekompensation des Rückenleidens gekommen. Bei guter Gesundheit hätte er den
Betrieb bis zum ordentlichen Pensionierungsalter weitergeführt. Somit sei er als
Selbständigerwerbender einzustufen und die Invaliditätsbemessung habe folglich unter
Anwendung eines Einkommensvergleichs zu erfolgen. Zu vergleichen seien ein
Valideneinkommen von Fr. 200'240.-- im Jahr 2005 und ein Invalideneinkommen von
Fr. 29'658.-- (IV-act. 60).
A.i Mit Verfügung vom 17. Oktober 2007 sprach die Sozialversicherungsanstalt/IV-
Stelle des Kantons St. Gallen dem Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 42 %
(bei einem Anteil der Erwerbstätigkeit von 65 % mit einer Einschränkung von 38 % und
einem Anteil der Tätigkeit als Hausmann von 35 % mit einer Einschränkung von 50 %)
ab dem 1. September 2004 eine Viertelsrente zu. Anlässlich der Abklärung an Ort und
Stelle habe sich ergeben, dass der Versicherte und seine Frau die Betriebsaufgabe
unabhängig vom Gesundheitszustand beschlossen hätten, weil keine wirtschaftliche
Notwendigkeit bestanden habe, bis zum Erreichen des AHV-Alters in der bisherigen
Form weiterzuarbeiten (IV-act. 62 f.).
B.
Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur. Hans Frei für den
Betroffenen am 21. November 2007 erhobene Beschwerde. Der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers beantragt, die angefochtene Verfügung aufzuheben und dem
Beschwerdeführer eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. 1998 hätten sich die
Rückenschmerzen des Beschwerdeführers so verschlimmert, dass er in der Ausübung
seines Berufes als Koch und Wirt, den er an sechseinhalb Tagen pro Woche ausgeübt
habe, zunehmend behindert gewesen sei. Angesichts seiner gesundheitlichen
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Beschwerden sei ihm die berufliche Belastung zu viel geworden. Er habe sich daher
Ende 2000 im Hinblick auf die für das Jahr 2001 geplante Herzoperation zur
Betriebsaufgabe entschlossen. Infolge der anfangs 2001 massiv aufgetretenen
Rückenbeschwerden habe die geplante Herzoperation dann verschoben werden
müssen. Auf den Abklärungsbericht könne vorliegend nicht abgestellt werden. Die
Annahme, der Beschwerdeführer wäre ohne Gesundheitsschaden im Umfang von 65
% als Hilfskoch und daneben als Hausmann tätig, werde bestritten. Ohne
Gesundheitsschaden hätte er den wirtschaftlich gut gehenden Betrieb, in welchem
auch seine Frau mitgearbeitet habe, weitergeführt. Sein Hausarzt und sein Treuhänder
könnten das bestätigen. Es sei daher ein Einkommensvergleich vorzunehmen. Als
Valideneinkommen sei das Durchschnittseinkommen aus der selbständigerwerbenden
Tätigkeit als Wirt und Koch in den letzten fünf Jahren von Fr. 216'584.-- massgebend.
Bei der Berechnung des Invalideneinkommens sei ein Gesamtabzug von 25 %
vorzunehmen; es stelle sich auf Fr. 22'135.--. Selbst bei Anwendung der gemischten
Methode mache der Invaliditätsgrad mehr als 42 % aus.
C.
Mit Beschwerdeantwort vom 4. Februar 2008 beantragt die Beschwerdegegnerin, die
Beschwerde teilweise gutzuheissen, die angefochtene Verfügung aufzuheben und dem
Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. September 2004 bei einem Invaliditätsgrad von
63.7 % eine Dreiviertelsrente zuzusprechen. Es sei mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer im Gesundheitsfall
nach der Betriebsaufgabe weiterhin erwerbstätig geblieben wäre. Auf die Einschätzung
im Abklärungsbericht, wonach er sich im Umfang von 65 % als Aushilfskoch und zu
35 % im Haushalt betätigt hätte, könne nicht abgestellt werden. Da der
Beschwerdeführer seit September 2003 als Koch zu 100 % arbeitsunfähig sei, die
Betriebsaufgabe jedoch bereits Ende 2000 erfolgt sei, könne zur Bemessung des
Valideneinkommens das einstige Einkommen als Wirt nicht herangezogen werden. Der
Beschwerdeführer hätte keine selbständigerwerbende Tätigkeit mehr aufgenommen,
weshalb vom Tabellenlohn auszugehen sei (Sektor 3, Gastgewerbe; Niveau 2,
selbständige und qualifizierte Arbeiten), der Fr. 65'064.-- ausmache. Für das
Invalideneinkommen sei der Tabellenlohn des privaten Sektors, Niveau 4 (einfache und
repetitive Tätigkeiten), massgebend. Bei einer Arbeitsfähigkeit von 50 % und unter
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Berücksichtigung eines Leidens- und eines Teilzeitabzugs von je 10 % resultiere ein
Invaliditätsgrad von 63.7 %.
D.
Mit Replik vom 15. Februar 2008 lässt der Beschwerdeführer als nicht nachvollziehbar
rügen, wie die Beschwerdegegnerin davon ausgehen könne, die Betriebsaufgabe sei
nicht aus gesundheitlichen Gründen erfolgt. Er habe seinen Betrieb im Hinblick auf die
geplante Herzoperation aufgegeben. Hätte dies nicht Ende 2000 stattgefunden, hätte
er den Betrieb jedenfalls spätestens im Februar 2001 nicht mehr weiterführen können,
da er vom 9. Februar 2001 bis 14. Juni 2001 zu 100 % und vom 15. Juni 2001 bis
1. Januar 2002 zu 50 % arbeitsunfähig gewesen sei. Dies sei ärztlich bescheinigt und
aktenkundig. Für die Bestimmung des Valideneinkommens sei deshalb vom
durchschnittlichen Einkommen der Jahre 1996 bis 2000 auszugehen.
E.
Am 6. März 2008 hat die Beschwerdegegnerin an ihrem Antrag festgehalten und im
Übrigen auf die Erstattung einer Duplik verzichtet.

Erwägungen:
1.
1.1 Da ein Sachverhalt zu beurteilen ist, wie er sich bis zum Zeitpunkt des Erlasses der
angefochtenen Verfügung am 17. Oktober 2007 entwickelt hat, sind die auf den
1. Januar 2008 in Kraft getretenen Rechtsänderungen nicht anwendbar.
1.2 Mit der im Streit liegenden Verfügung hat die Beschwerdegegnerin dem
Beschwerdeführer ab dem 1. September 2004 eine Viertelsrente zugesprochen. Zum
Streitgegenstand gehört unter diesen Umständen notwendigerweise auch die Frage,
ob die Verwaltung den Grundsatz "Eingliederung vor Rente" beachtet und eine allfällige
Pflicht des Beschwerdeführers zu Massnahmen korrekt in Anspruch genommen habe.
Diesbezüglich gibt es keinen Grund zur Beanstandung.
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1.3 Die Beschwerdegegnerin hat dem Gericht in ihrer Beschwerdeantwort den Antrag
gestellt, dem Beschwerdeführer (ab 1. September 2004) eine Dreiviertelsrente
zuzusprechen. Eine Verfügung pendente lite (Art. 53 Abs. 3 ATSG) dieser Art hat sie
zuvor nicht erlassen. Das Gericht ist an die Parteibegehren nicht gebunden (Art. 61 lit.
d ATSG).
2.
Nach Art. 28 Abs. 1 IVG (in der bis 31. Dezember 2003 gültig gewesenen Fassung)
besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person
mindestens zu zwei Dritteln, derjenige auf eine halbe Rente, wenn sie wenigstens zur
Hälfte invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 40 % vor, so besteht
Anspruch auf eine Viertelsrente oder, sofern ein Härtefall gegeben ist, auf eine halbe
Rente (Art. 28 Abs. 1 IVG). Nach Art. 28 Abs. 1 IVG (in der vom 1. Januar 2004 bis
31. Dezember 2007 gültig gewesenen Fassung) besteht der Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad
von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.
3.
3.1 Ob eine versicherte Person für die Invaliditätsbemessung als ganztägig oder
zeitweilig Erwerbstätige oder als Nichterwerbstätige einzustufen ist - was je zur
Anwendung einer andern Methode führt -, ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im
Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung
bestünde. Abgestellt wird nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts bei der
Beurteilung des Status - einzig - auf den Beweis der hypothetischen
Erwerbsverhältnisse im Gesundheitsfall (Entscheid des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts i/S A. vom 4. Januar 2002, I 715/00). Die konkrete Situation und
die Vorbringen der versicherten Person sind nach Massgabe der allgemeinen
Lebenserfahrung zu würdigen (Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/
S R. vom 24. Juli 2006, I 116/06). Zu beachten ist allerdings, dass der Entscheid über
die Statusfrage immer ein solcher über eine Hypothese bleibt, da sie sich immer stellt,
bis
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wenn in Wirklichkeit eine gesundheitliche Beeinträchtigung (schon seit längerer oder
kürzerer Zeit) eingetreten ist (nicht veröffentlichter Entscheid des Versicherungsgerichts
des Kantons St. Gallen i/S V.L.-R. vom 2. Februar 2006).
3.2 Der Beschwerdeführer war viele Jahre lang als Selbständigerwerbender tätig
gewesen. Er berichtete in der Anmeldung von seit ca. 1998 bestehenden Herz- und
Rückenbeschwerden und einer Arbeitsunfähigkeit seit dem 31. Dezember 2000. Dort
wie bei der Abklärung an Ort und Stelle schilderte er die Betriebsaufgabe als Folge
seiner gesundheitlichen Situation. Die Beschwerdegegnerin hingegen geht davon aus,
er habe seinen Betrieb nicht aus Gründen einer invalidenversicherungsrechtlich
relevanten Einschränkung aufgegeben, er wäre aber nach der Betriebsaufgabe
anderweitig voll erwerbstätig geblieben. Die Betriebsaufgabe sei im Jahr 2000 erfolgt,
eine volle Arbeitsunfähigkeit als Koch aber erst ab September 2003 eingetreten.
3.3 Der Zeitpunkt der Aufgabe des Restaurationsbetriebes wurde in den Akten
uneinheitlich bezeichnet. Der Beschwerdeführer erklärt im Schriftenwechsel, er habe
seinen Betrieb am 31. Dezember 2000 aufgegeben. Bei der Abklärung an Ort und Stelle
ging der Abklärungsbeauftragte davon aus, der Beschwerdeführer sei seiner
Erwerbstätigkeit trotz wesentlicher Einschränkung noch bis zur Aufgabe der Pacht am
31. Dezember 2003 nachgekommen. Im Monat September 2004 habe er während einer
Woche noch eine volle Leistung zu erbringen versucht, sei damit aber gescheitert
(act. 40-9/10). Der Abklärungsbeauftragte hatte im Bericht festgehalten, der
Beschwerdeführer habe erklärt, er habe sich entschlossen, das Restaurant Ende 1999
aufzugeben und sich noch unselbständigerwerbend als Aushilfskoch zu betätigen
(act. 40-1/10), er habe die Pacht Ende 2003 aufgegeben (act. 40-3/10), er arbeite seit
Ende 2003 nicht mehr (act. 40-4/10) bzw. nicht mehr selbständigerwerbend
(act. 40-5/10), und eine selbständige Erwerbstätigkeit hätte er nach 2001 nicht mehr
angenommen (act. 40-7/10). Dr. A._ benannte im Arztbericht vom 17. Mai 2005 eine
Arbeitsaufgabe des Beschwerdeführers im Jahr 2002, seither sei dieser in Pension
(act. 12-2 f./4, act. 13-2/11). Der Gutachter Dr. D._ erwähnte in seiner
Anamneseschilderung eine Betriebsaufgabe am 23. Dezember 1999 (act. 49-2/13).
Gemäss dem IK-Auszug und der Bescheinigung des Steueramtes schliesslich erzielte
der Beschwerdeführer nach dem Jahr 2000 kein Erwerbseinkommen mehr. Wenn auch
die letzteren Indizien von einiger Bedeutung sind, so lassen sie doch bei den
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geschilderten Umständen nicht ohne weiteres den Schluss zu, eine Betriebsaufgabe
sei Ende 2000 erfolgt. Es sind zum Verlauf der Erwerbstätigkeit des Beschwerdeführers
und ihrer Beendigung (Betriebsaufgabe, Einstellung der selbständigerwerbenden
Tätigkeit, allfällige unselbständigerwerbende Tätigkeiten) vielmehr ergänzende
Abklärungen zu tätigen, allenfalls durch Zuziehen der Abschlüsse der letzten
Geschäftsjahre oder der vollständigen Abrechnungen mit der Ausgleichkasse.
3.4 Ob die Aufgabe der Tätigkeit als Selbständigerwerbender invaliditätsbedingt
erfolgt ist oder nicht, hängt des Weiteren vom Verlauf der gesundheitlichen Situation
des Beschwerdeführers ab. Ärztliche Arbeitsunfähigkeitsatteste zur angestammten
Tätigkeit liegen von Dr. A._ für die Zeiten vom 9. Februar bis 14. Juni 2001 (100 %),
anschliessend vom 15. Juni 2001 bis 1. Januar 2002 (50 %), vom 6. September 2003
bis 28. Februar 2004 (100 %), anschliessend vom 1. März 2004 bis 20. September
2004 (50 %) und ab 27. September 2004 (100 %) vor. Der Gutachter Dr. D._ hielt
dafür, eine eigentliche Arbeitsunfähigkeit als Koch habe wegen der
Wirbelsäulenbeschwerden seit ca. Sommer 2002 im Umfang von 50 % bestanden. Seit
September 2003 sei der Beschwerdeführer zu 100 % arbeitsunfähig.
3.5 Den Angaben von Dr. A._ vom 17. Mai 2005 lässt sich ausserdem entnehmen,
dass die Mitralinsuffizienz 1995 diagnostiziert worden war und damals ein
mittelschweres Ausmass aufgewiesen hatte. Dass 1997 nach einer Zwischenkontrolle
eine Endokarditisprophylaxe installiert wurde, könnte auf eine allfällige Progredienz
hinweisen. Im Jahr 2002 jedenfalls stellte Dr. B._ gemäss dem Bericht von Dr. A._
bereits eine mittelschwere bis schwere Mitralinsuffizienz und ein chronisches
Vorhofflimmern fest. Was das Rückenleiden betrifft, geht aus dem Gutachten hervor,
dass therapierefraktäre Wirbelgelenksdysfunktionen seit 1998 zugenommen hätten. Dr.
A._ berichtete am 17. Mai 2005, im MRI hätten sich (bei Auftreten des schweren
Lumbovertebralsyndroms 2001) eine Fehlhaltung der LWS, schwerste Spondyl
arthrosen und eine Diskusprotrusion L5/S1 (keine eigentliche Diskushernie) gezeigt. Im
Bericht vom 31. Mai 2005 beschrieb der Arzt dann eine Fehlhaltung der LWS mit
Osteochondrose der Disci intervertebrales L3 bis S1, schwerste Spondylarthrosen in
allen Etagen, eine Einengung der Neuroforamina L4/L5 und beidseits L5/S1 und eine
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3.6 In Anbetracht der 2001 festgestellten Wirbelsäulenschädigungen und des damals
schon fortgeschrittenen Herzleidens erscheint als auffällig, dass gemäss den bis anhin
aktenmässig belegten Bescheinigungen von Dr. A._ in der Zeit vom 2. Januar 2002
bis 5. September 2003 keine Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers als Koch und
Wirt (unter anderem mit der Notwendigkeit längere Zeit zu haltender vorübergeneigter
Arbeitspositionen) vorgelegen hat. Der Gutachter hat die Arbeitsunfähigkeit (von 50 %)
der Rückenbeschwerden wegen jedenfalls bereits auf einen Zeitraum ab Sommer 2002
zurückbezogen. Es wäre denkbar, dass Dr. A._ die an ihn gerichtete Frage 3 am
20. Dezember 2005 (act. 22-2/2) - allenfalls wegen der beispielhaften Erwähnung des
Jahres 2001 - nicht für den gesamten Zeitraum vollständig beantwortet hat. Das könnte
auch für den Zeitpunkt des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit gelten. Es erscheint nach der
Aktenlage zumindest nicht ausgeschlossen, dass eine wenigstens namhafte
Einschränkung in der Leistungsfähigkeit als Wirt und Koch bereits vor dem 9. Februar
2001 aufgetreten war. Auch unter diesen beiden medizinischen Aspekten sind die
Abklärungen ergänzungsbedürftig. Allenfalls könnten auch Akten der
Krankentaggeldversicherung entsprechende Informationen enthalten.
3.7 Da sich aufgrund der gegebenen Aktenlage nicht mit ausreichender
Wahrscheinlichkeit beurteilen lässt, wann der Beschwerdeführer den
selbständigerwerbend geführten Betrieb aufgegeben hat und ob dies
invaliditätsbedingt geschah oder nicht, wird die Beschwerdegegnerin zusätzliche
Erhebungen zur Klärung zu tätigen haben. Anschliessend wird sie die
Invaliditätsbemessung vornehmen können.
3.8 Sollte sich zeigen, dass die Betriebsaufgabe unbeeinflusst von einem
invalidisierenden Leiden erfolgt ist, kann mit Blick auf die Bestimmung des
Valideneinkommens angemerkt werden, dass dem Beschwerdeführer - solange eine
Arbeitsunfähigkeit es ihm nicht verwehrte - immerhin das Potential erhalten blieb,
dennoch wieder einen Betrieb zu übernehmen, vielleicht mit weniger starker Belastung.
4.
4.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der
angefochtenen Verfügung vom 17. Oktober 2007 teilweise zu schützen. Die Sache ist
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zu ergänzenden Abklärungen im Sinne der Erwägungen und zu entsprechender neuer
Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.2 Angesichts des Unterliegens der Beschwerdegegnerin rechtfertigt es sich, ihr die
Gerichtskosten, die nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert
festgelegt werden (Art. 69 Abs. 1 IVG), gesamthaft aufzuerlegen (vgl. Art. 95 Abs. 1
VRP/SG). Eine Entscheidgebühr von Fr. 600.-- erscheint angemessen. Dem
Beschwerdeführer ist der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- zurückzuerstatten.
4.3 Der Beschwerdeführer hat bei vollem Obsiegen Anspruch auf Ersatz der
Parteikosten, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung
der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen werden (Art. 61
lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP). Die Entschädigung ist auf pauschal Fr. 3'500.--
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzulegen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht