Decision ID: 72958994-bb27-4743-a5a4-8ab8fc185cfc
Year: 2011
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
INTRAS Kranken-Versicherung AG, Rue Blavignac 10, 1227 Carouge GE,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch INTRAS Kranken-Versicherung AG, Unternehmen der CSS Gruppe,
Abteilung Recht & Compliance, Tribschenstrasse 21, 6002 Luzern,
gegen
AXA Versicherungen AG, General Guisan Strasse 40, Postfach 357, 8401 Winterthur,
Beschwerdegegnerin,
und
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St.Galler Gerichte
A._,
Beigeladene,
betreffend
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a A._ war seit dem 1. September 2008 bei der B._ als Zeitungsverträgerin tätig.
Gemäss Unfallmeldung an die AXA Winterthur (heute: AXA Versicherungen AG,
nachfolgend: AXA) vom 15. September 2008 sprang die Versicherte am 10. September
2008 während eines Streits mit ihrem Lebenspartner vom Balkon oder flüchtete über
diesen und zog sich dabei ein Polytrauma zu (AXA-act. 1 und M2).
A.b Mit Verfügung vom 10. Juli 2009 (nochmalige Zustellung am 28. Juli 2009 infolge
Adressänderung der Versicherten) teilte die AXA der Versicherten mit, dass aus der
obligatorischen Unfallversicherung keine Leistungen erbracht werden könnten, da es
sich beim Ereignis vom 10. September 2008 um eine absichtliche
Gesundheitsschädigung bzw. um einen Suizidversuch gehandelt und dabei keine
vollständige Urteilsunfähigkeit vorgelegen habe (AXA-act. 22 und 31).
A.c Gegen diese Verfügung erhoben die Versicherte am 4. August 2009 sowie die
Krankenversicherung der Versicherten, die INTRAS Kranken-Versicherung AG
(nachfolgend: INTRAS), am 4. September 2009 Einsprache (AXA-act. 33 und 36).
A.d Mit Schreiben vom 20. November 2009 teilte die AXA der Versicherten sowie der
INTRAS mit, dass die Versicherte bei einem wöchentlichen Arbeitspensum von
7.4 Stunden aus der obligatorischen Unfallversicherung lediglich für Berufsunfälle
versichert sei. Für Nichtberufsunfälle bestehe nur eine Deckung aus einer KUV-Police
nach VVG (AXA-act. 40). Im Schreiben vom 4. Dezember 2009 führte die INTRAS aus,
dass die AXA auf den Fall materiell eingetreten sei und eine Leistungspflicht für
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Nichtberufsunfälle anerkannt habe. Die Voraussetzungen der Revision seien nicht
gegeben (AXA-act. 42).
A.e Mit Einspracheentscheid vom 14. Dezember 2009 wies die AXA die Einsprachen
ab (AXA-act. 46).
B.
B.a Gegen diesen Entscheid richtet sich die von der INTRAS eingereichte
Beschwerde vom 15. Januar 2010 mit den Anträgen, der Einspracheentscheid vom 14.
Dezember 2009 und die Verfügung vom 10. Juli 2009 seien aufzuheben und die
Behandlungskosten des Ereignisses vom 10. September 2008 seien von der
Beschwerdegegnerin zu übernehmen, eventualiter sei der Fall an die
Beschwerdegegnerin zur Abklärung zurückzuweisen. Die Beschwerdegegnerin habe
das Anhörungsrecht der Beschwerdeführerin verletzt und sei ihrer Abklärungspflicht
nur ungenügend nachgekommen. A._ sei auch für Nichtberufsunfälle versichert, da
sie 9 Stunden pro Woche gearbeitet habe. Die Beschwerdegegnerin sei auf den Fall
materiell eingetreten, habe verschiedene Abklärungen durchgeführt und auch bestätigt,
dass für A._ eine Deckung für Nichtberufsunfälle bestehe. Die Voraussetzungen der
Wiedererwägung und der Revision seien nicht gegeben. Die Ablehnung der Einsprache
mit substituierter Begründung würde das Anhörungsrecht verletzen. Beim Ereignis vom
10. September 2008 handle es sich um einen Unfall und nicht um einen Suizidversuch.
Zur Beurteilung der Urteilsunfähigkeit seien weitere Abklärungen notwendig (act. G 1).
B.b Die im Beschwerdeverfahren zum Prozess beigeladene A._ hat sich nicht
vernehmen lassen (act. G 2 und
3).
B.c In der Beschwerdeantwort vom 3. Mai 2010 beantragt die Beschwerdegegnerin
Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei; unter Kosten- und
Entschädigungsfolge. A._ verfüge bei der Beschwerdegegnerin über eine Deckung
für Berufsunfälle und sei für Nichtberufsunfälle lediglich im Rahmen der KUV-Police
nach VVG versichert. Die ehemalige Arbeitgeberin habe für Teilzeitangestellte, die
gemäss UVG nur für Berufsunfälle gedeckt seien, zusätzlich einen Vertrag nach VVG
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abgeschlossen, damit diese auch für Nichtberufsunfälle versichert seien. Die
Arbeitgeberin habe mehrfach bestätigt, dass die Versicherte 7.4 Stunden pro Woche
gearbeitet habe, weitere Abklärungen diesbezüglich seien nicht angezeigt. Ein
privatrechtliches Rechtsverhältnis könne nicht dem UVG unterstellt werden, auch wenn
die Beschwerdegegnerin anfangs auf den Fall materiell eingetreten sei und gewisse
Abklärungen getroffen habe. Das Ereignis vom 10. September 2008 habe sich
zweifelsohne nicht während der Arbeitszeit ereignet und weise auch sonst keinen
unmittelbaren Bezug zur Berufstätigkeit auf, weshalb mangels Nichtberufsunfall-
Deckung aus UVG keine Leistungspflicht bestehe. Selbst wenn eine Deckung für
Nichtberufsunfälle aus UVG bestehen würde, wäre eine Leistungspflicht zu verneinen,
da von einem Suizidversuch auszugehen und die Versicherte höchstens teilweise
urteilsunfähig gewesen wäre (act. G 7).
B.d Mit Replik vom 30. Juni 2010 hält die Beschwerdeführerin vollumfänglich an den
gestellten Rechtsbegehren fest. Zusätzlich beantragt sie, es seien die im Polizeirapport
erwähnten Fotografien von der AXA und/oder des zuständigen Untersuchungsamts
bzw. der Kantonspolizei St. Gallen einzuholen. Da ausserdem Asservate lediglich zwei
Jahre aufbewahrt würden, habe das Gericht dafür zu sorgen, dass diese Beweise
sichergestellt würden (act. G 12).
B.e Mit Schreiben vom 14. Juli 2010 veranlasste der Gerichtspräsident entsprechend
dem Antrag der Beschwerdeführerin die Sicherstellung der Asservate (act. G 17).
B.f Mit Duplik vom 21. Juli 2010 hält die Beschwerdegegnerin an ihren Anträgen fest
(act. G 18).
B.g Das vom Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen bei der Kantonspolizei
St. Gallen angeforderte Fotodossier (act. G 20.2) wurde der Beschwerdeführerin am
11. August 2010 mit der Möglichkeit zur Stellungnahme zugestellt (act. G 21). Davon
hat sie mit Schreiben vom 20. August 2010 Gebrauch gemacht (act. G 22). Mit
Schreiben vom 30. August 2010 äusserte sich auch die Beschwerdegegnerin zur
Fotodokumentation sowie zur Eingabe der Beschwerdeführerin (act. G 24).

Erwägungen:
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1.
1.1 Die Beschwerdeführerin beanstandet vorweg eine mehrfache Verletzung des
rechtlichen Gehörs sowie eine Verletzung der Abklärungspflicht. Nach der Mitteilung
der Beschwerdegegnerin vom 20. November 2009 (Eingang bei der
Beschwerdeführerin am 23. November 2009), wonach keine Deckung für
Nichtberufsunfälle aus UVG bestehe, habe die Beschwerdegegnerin der
Beschwerdeführerin lediglich eine 11-tägige Frist für eine Stellungnahme gewährt.
Auch die Ablehnung der Einsprache mit substituierter Begründung würde das
Anhörungsrecht verletzen. Sodann sei das von der Beschwerdegegnerin übermittelte
Dossier unvollständig gewesen. Entgegen den entsprechenden Anträgen habe die
Beschwerdegegnerin die Fotodokumentation bei der Kantonspolizei St. Gallen nicht
eingeholt und auch keine spezifische Analyse auf LSD durchgeführt sowie keine
chromatographische Bestätigung des Barbiturats- und Benzodiazepinkonsums
angefordert.
1.2 Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin verletzt die Ablehnung einer
Einsprache mit substituierter Begründung nicht das Anhörungsrecht, zumal die
Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin das Recht zur Stellungnahme gewährt
hat (vgl. BGE 125 V 368 E. 4a). Auch eine 11-tägige Frist zur entsprechenden
Stellungnahme stellt dabei keine Verletzung des Anhörungsrechts dar, da die Frist mit
entsprechendem Gesuch bei Bedarf erstreckbar gewesen wäre. Der Umstand, dass die
Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin nicht die vollständigen Akten zugestellt
hat, stellt hingegen eine Verletzung des rechtlichen Gehörs dar. Aus Inhalt und
Funktion des Akteneinsichtsrechts als Teil des Anspruchs auf rechtliches Gehör folgt
nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung, dass grundsätzlich sämtliche
beweiserheblichen Akten den Beteiligten gezeigt werden müssen, sofern in der sie
unmittelbar betreffenden Verfügung darauf abgestellt wird (BGE 132 V 388 E. 3.1). Das
Recht auf Akteneinsicht ist wie das Recht, angehört zu werden, formeller Natur. Die
Verletzung des rechtlichen Gehörs führt ungeachtet der Erfolgsaussichten der
Beschwerde in der Sache selbst zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung bzw.
des Einspracheentscheids. Vorbehalten bleiben praxisgemäss Fälle, in denen die
Verletzung des Akteneinsichtsrechts nicht besonders schwer wiegt und dadurch
geheilt wird, dass die Partei, deren rechtliches Gehör verletzt wurde, sich vor einer
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Instanz äussern kann, welche sowohl die Tat- als auch die Rechtsfragen
uneingeschränkt überprüft (BGE 132 V 390 E. 5.1, mit Hinweisen). Da die der
Beschwerdeführerin erstmals im Beschwerdeverfahren zugestellten Akten für die
Beurteilung des vorliegenden Falls nicht entscheidwesentlich sind und dem angerufen
Gericht volle Kognition zukommt, kann die Gehörsverletzung als geheilt betrachtet
werden. Wie die folgenden Erwägungen zeigen werden, besteht vorliegend aufgrund
einer zu tiefen wöchentlichen Arbeitszeit keine Versicherungsdeckung nach UVG,
weshalb auf weitere Ausführungen bezüglich einer allfälligen
Abklärungspflichtverletzung (Fotodokumentation zum Ereignis vom 10. September
2008 und Urteilsfähigkeit) verzichtet werden kann.
2.
2.1 Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG;
SR 832.20) werden Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen,
Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes
bestimmt.
2.2 Gemäss Art. 8 Abs. 2 UVG in Verbindung mit Art. 7 Abs. 2 UVG und Art. 13 der
Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) sind teilzeitbeschäftigte
Arbeitnehmer nicht gegen Nichtberufsunfälle versichert, sofern ihre wöchentliche
Arbeitszeit bei einem Arbeitgeber nicht mindestens acht Stunden beträgt. Für
Teilzeitbeschäftigte, welche diese Mindestdauer nicht erreichen, gelten auch Unfälle
auf dem Arbeitsweg als Berufsunfälle (Art. 7 Abs. 2 UVG in Verbindung mit Art. 13
UVV).
2.3 Im Sozialversicherungsprozess tragen die Parteien in der Regel eine Beweislast
nur insofern, als im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zuungunsten jener Partei
ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte.
Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im
Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen
Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der
Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 261 E. 3b S. 264 mit Hinweis; Urteil
8C_496/2009 vom 17. April 2009 E. 2.2).
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2.4 Streitig ist vorliegend der Leistungsanspruch aus der obligatorischen
Unfallversicherung. Das Ereignis vom 10. September 2008 passierte gemäss Rapport
der Kantonspolizei St. Gallen um 19:35 Uhr bei der Versicherten zu Hause, weshalb
unbestrittenermassen nicht von einem Berufsunfall auszugehen ist. Vorab gilt es somit
zu prüfen, ob die wöchentliche Arbeitszeit der Versicherten mindestens acht Stunden
betrug und sie somit für einen allfälligen Nichtberufsunfall überhaupt versichert
gewesen war. Andernfalls entfallen ohnehin Leistungen aus der obligatorischen
Unfallversicherung.
3.
3.1 In der Unfallmeldung an die Beschwerdegegnerin führte die damalige
Arbeitgeberin der Versicherten aus, dass die durchschnittliche Arbeitszeit bei einem
Beschäftigungsgrad von 18% und einer Vollarbeitszeit von 41 Stunden pro Woche 7.4
Stunden pro Woche betragen habe. Am 11. Dezember 2009 bestätigte die ehemalige
Arbeitgeberin der Beschwerdegegnerin telefonisch, dass die Versicherte 7.4 Stunden
pro Woche gearbeitet habe. Dies entspreche auch der Route, welche sie bei der
Zustellung absolviert habe. Der Arbeitsvertrag sei nur mündlich abgeschlossen worden
(AXA-act. 43). Auf entsprechende Anfrage der Beschwerdegegnerin reichte die
ehemalige Arbeitgeberin der Versicherten weitere Unterlagen ein. Der Unfallanzeige
vom 11. September 2008 ist zu entnehmen, dass die Versicherte 74 Minuten pro Tag
gearbeitet habe (AXA-act. 51).
3.2 Aufgrund der vorliegenden Unterlagen ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
davon auszugehen, dass die Versicherte im Zeitpunkt des Ereignisses vom 10.
September 2008 weniger als acht Stunden pro Woche gearbeitet hat. Bereits in der
Unfallmeldung teilte die ehemalige Arbeitgeberin mit, dass die durchschnittliche
Arbeitszeit 7.4 Stunden pro Woche betrage habe. Die Arbeitgeberin war sich
offensichtlich der Problematik der fehlenden Nichtberufsunfalldeckung für
Teilzeitarbeitnehmer mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von weniger als acht Stunden
bewusst und hat dementsprechend für diese Mitarbeiter eine kollektive
Unfallversicherung mit Einschluss für Nichtberufsunfälle abgeschlossen (act. G 7.4)
Dieser Abschluss einer Police für Nichtberufsunfälle spricht für die Richtigkeit der
Angaben in der Unfallmeldung, wonach die Versicherte effektiv lediglich 7.4 Stunden
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pro Woche gearbeitet habe. Hinweise für eine absichtliche Falschdeklaration in der
Unfallmeldung sind den Akten nicht zu entnehmen, weshalb grundsätzlich auf die
Angaben der Arbeitgeberin abzustellen ist. Gründe für eine solche Falschangabe sind
auch nicht ersichtlich, nachdem die Arbeitgeberin ja gerade zusätzlich einen
Versicherungsschutz für Nichtberufsunfälle abgeschlossen hat. Die von der
Beschwerdeführerin dagegen vorgebrachten Argumente lassen keinen anderen
Schluss zu. Zwar ist nicht auszuschliessen, dass die Versicherte gemäss eigenen
Angaben jeweils etwa 1.5 Stunden für die Route gebraucht hat. Allerdings ist der
Lohnabrechnung zu entnehmen, dass die Angestellten nicht nach Stundenlohn,
sondern pauschal pro Tour entschädigt wurden, für welche eine Zeitvorgabe von 74
Minuten vorgesehen war (AXA-act. 51). Bei der Bestimmung der massgeblichen
durchschnittlichen Arbeitszeit ist daher nicht von der von der Versicherten tatsächlich
aufgewendeten Arbeitszeit, sondern von der von der Arbeitgeberin effektiv
entschädigten Arbeitszeit auszugehen, jedenfalls solange als sich diese nicht als völlig
unangemessen und unrealistisch für die zu erledigende Tätigkeit erweist. Bei dem von
der Beschwerdeführerin beigelegten Internetauszug (act. G 1.1/18), wonach gemäss
ihrer Ansicht belegt sei, dass die tägliche Arbeitszeit 1.5 Stunden betragen habe,
handelt es sich eher um einen Zeitrahmen, innert welchem die Sendungen zugestellt
werden müssen. Aufgrund dieses Auszugs kann jedenfalls nicht als erstellt gelten, dass
die tägliche Arbeitszeit der Versicherten tatsächlich 1.5 Stunden betrug. Die Umstände,
dass lediglich ein mündlicher Vertrag und kein Schreiben im Sinn von Art. 330b OR
vorlag, sind für den vorliegend zu beurteilenden Fall nicht entscheidwesentlich.
Nachdem das Arbeitsverhältnis bereits im 1. Monat wieder aufgelöst wurde (AXA-act.
51 S. 3), musste die Arbeitgeberin der Verpflichtung gemäss Art. 330b OR auch nicht
mehr nachkommen. Von weiteren Abklärungen bei der ehemaligen Arbeitgeberin der
Versicherten sind unter den gegebenen Umständen keine neuen Erkenntnisse zu
erwarten, weshalb in antizipierter Beweiswürdigung darauf zu verzichten ist.
3.3 Zusammenfassend gilt es damit festzuhalten, dass die durchschnittliche
Arbeitszeit der Versicherten mit überwiegender Wahrscheinlichkeit lediglich 7.4
Stunden pro Woche betrug und somit für Nichtberufsunfälle keine Deckung der
obligatorischen Unfallversicherung bestand. Die Beschwerdegegnerin hat ihre
Leistungspflicht aus der obligatorischen Unfallversicherung daher zu Recht verneint.
Unter diesen Umständen kann offen bleiben ob es sich beim Ereignis vom 10.
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September 2008 um einen Suizidversuch gehandelt und wie es dabei gegebenenfalls
um die Urteilsfähigkeit der Versicherten gestanden hat.
3.4 Dem Einwand der Beschwerdeführerin, wonach die Beschwerdegegnerin
materiell auf den Fall eingetreten sei und daher eine Deckung für Nichtberufsunfälle
grundsätzlich anerkannt haben soll, kann nicht gefolgt werden. Es ist nachvollziehbar,
dass die Beschwerdegegnerin nach Erhalt einer Unfallmeldung ihre Leistungspflicht
prüft und Abklärungen durchführt. Eine Ablehnung der Einsprache mit substituierter
Begründung ist zudem wie bereits erwähnt zulässig und bedarf keines
Rückkommenstitels, da noch kein rechtskräftiger Entscheid vorgelegen hat.
4.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gegen den Einsprache
entscheid vom 14. Dezember 2009 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu erheben
(Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP