Decision ID: bd2c744a-3b73-46a9-a21e-b679e3114860
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1971, arbeitete von 23. Mai bis 29. Juli 2017 beim Personalvermittlungsunternehmen
Y._
AG und wurde bei der
Z._
AG als Lastwagenchauffeur eingesetzt (Urk. 14/1 S. 1, Urk. 14/2 S. 3). In dieser Eigenschaft war er bei der Suva gegen die Folgen von Unfällen ver
sichert (
Urk.
14/1).
Der Versicherte begab sich am
8.
Juni 2017 in die Notfallam
bulanz des
A._
, wo er angab, dass er sich
(rund)
7
Tage
zuvor
(am
2.
Juni 2017)
bei der Gartenarbeit mit einer Eisenstange gegen das rechte Knie geschlagen habe. Die Ärzte des
A._
diagnostizierten eine Riss
quet
schwunde
präpatellär
sow
ie eine laterale
Patellafraktur
. Es wurde keine chirur
gische Inter
vention durchgeführt (Urk.
14/16 S.
1).
Am selben Knie
kam es
später
zu
eine
r Schleimbeutelentzündung (Bursitis
präpatellaris
)
, weswegen der
Ver
sicherte am
24. Juni 2017
im
A._
operiert
wurde
(Urk.
14/15
S.
1, Urk.
14
/16
)
.
Alsdann liess
der Versicherte
der Suva
a
m 5. Juli 2017
den Un
fall vom
2.
Juni 2017
melden
(Urk. 14/1 S.
2).
Die Suva erbrachte
Heilbehand
lungs
- und Taggeld
leistungen (
Urk.
14/3-5).
Nach
der Operation im
A._
vom 24.
Juni 2017
kam es zu eine
r
Wundinfekt
ion, welche
ebenfalls dort
behandelt wurde
(Urk. 14/18-20).
Wegen der
gemäss den Angaben des Versicherten
persis
tierenden
massive
n
Schmerzsymptomatik wurde zur Ab
klärung eines allfälligen Binnenschaden
s
des Kniege
lenks
am 2
2.
August 2017 im
A._
eine MRI-Untersuchung durchgeführt
(Urk.
14/23 S.
2).
Danach hielten die Ärzte des
A._
am 2
4.
August 2017 fest, dass das Knie vollumfänglich belastbar sein sollte, und schlossen die Behandlung ab (Urk. 14/27 S. 2).
Der
Versicherte
klagte jedoch
weiterhin
über Knies
chmerzen
, weshalb
sein Hausarzt die Suva um eine Unter
suchung durch den Kreisarzt
ersuchte
(Urk. 14/37, Urk.
14/39).
Die kreisärztliche Untersuchung
fand
am 13. November 2017
statt
(
Urk.
14/50).
Die Suva liess am
6.
Dezember 2017 zudem eine psychiatrische Beurteilung durchführen (
Urk.
14/66).
Am 9. Januar 2018
kam es
im
A._
zu einer
Mobilisation des rechten Knies
des Versicherten
unter Vollnarkose (Urk. 14/71)
.
1.2
Mit Verfügung vom 1
6.
Januar 2018 stellte die Suva ihre Versicherungsleistun
gen per 2
8.
Februar 2018 ein
. Zur Begründung führte sie aus, ihre Abklärungen hätten ergeben, dass die vom Versicherten noch geklagten, organisch nicht hin
reichend nachweisbaren Beschwerden nicht in einem adäquaten Kausalzusam
menhang zum Unfall vom
2.
Juni 2017 stünden
(
Urk.
14/
74 S. 1
).
Am 1
4.
Februar 2018 berichtete
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Chirurgie, speziell Un
fallchirurgie,
C._
,
der Suva über seine
a
b dem 22. Januar 2018
durchgeführten Untersuchungen des
Versicherten
(
Urk.
14/91-92).
Der Ver
sicherte erhob
sodann
am
15. Februar 2018 Einsprache
gegen die Verfügung
der Suva
vom 1
6.
Januar 2018
(
Urk. 14/89
).
Die Suva holte die ärztliche Beurteilung ihre
s
Kreis
arztes vom 1
8.
Juni 2018 ein (
Urk.
14/107).
Her
nach wies s
ie
die Ein
sprache
des Versicherten
mit
Einspracheentscheid
vom 25. Juni 2018 ab (Urk. 2)
.
In der Folge
gingen bei der Suva zwei Berichte von
Dr.
B._
zur Kniegelenks
arthroskopie vom 2
8.
Juni 2018
(
Urk.
14/116) sowie ein Bericht zur Verlaufs
untersuchung vom 3
1.
Juli 2018 (
Urk.
14/118) ein
.
Die Suva legte diese Berichte ihrem Kreisarzt vor (
Urk.
14/120).
2.
Mit Eingabe vom 23. August 2018
erhob
X._
Beschwerde
gegen den
Einspracheentscheid
der Suva vom 2
5.
Juni 201
8.
Er
beantrag
te,
dass ihm
in Aufhebung des angefochtenen
E
ntscheids auch über den 28. Februar 2018 hinaus Leistungen nach
dem
Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG)
zu
zu
sprechen
seien
. Eventualiter sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen mit der Anweisung, den medi
zinischen Sachverhalt
rechtsgenüglich
abzuklären und hernach über seine Ver
sicherun
gsansprü
ch
e
neu zu befinden. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er um Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertreterin in der Person von Rechtsanwältin Aurelia Jenny
, Zürich
(Urk. 1 S.).
Die Beschwerdegegnerin beantragte m
it Beschwerdeantwort vom 3
0.
Oktober 20
18
Abweisung der Beschwerde (
Urk.
13, unter Beila
ge der Suva-Akten [Urk. 14/1-13
1
]
und der
orthopädisch-chirurgische
n
Beurteilung von
PD
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, Leiter Fachgruppe Chirur
gie, Suva, Ver
siche
rungsmedizin, vom 2
6.
Oktober 2018
[
Urk.
14/
132]
).
Mit Verfügung vom
1
9.
Juni 2019
wurde
dem Beschwerdeführer in Bewilligung des Gesuchs vom 2
3.
August 2018
Rechtsanwältin Aurelia Jenny, Zürich, als unentgeltliche Rechtsvertreterin für das vorliegende Verfahren bestellt (
Urk.
16).
Die Parteien hielten
replicando
(
Urk.
17) und
duplicando
(
Urk.
20) jeweils an ihren Anträgen fest. Dem Beschwerdeführer wurde
am 2
1.
August 2019
ein Dop
pel der Duplik zugestellt (
Urk.
21).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin
f
ür die vom Beschwerde
führer geklagten Beschwerden beziehungsweise Schmerzen am rechten Knie
über den
28. Februar 2018
hinaus leistungspflichtig ist, mithin ob diese Beschwerden und Schmerzen noch in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum Unfallereignis vom
2.
Juni 2017 stehen.
1.2
Die Beschwerdegegnerin
führte
im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom 25. Juni 2018
im Wesentlichen aus
, ihr Kreisarzt habe überzeugend dargelegt, dass aktuell keine unfallkausalen strukturellen Läsionen vorliegen würden und die aktuellen Beschwerden
des Beschwerdeführers
somit in somatischer Hinsicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht auf das Ereignis vom 2. Juni 2017 zurückzuführen seien
(Urk. 2 S. 10)
. Hinsichtlich der vom Beschwerdeführer ge
klagten psychischen Beeinträchtigung
müsse
eine Adäquanzprüfung
nach der sogenannten Psycho-Praxis des Bundesgerichts
vorgenomm
en
werden
(Urk. 2 S. 10). Diesbezüglich sei festzuhalten, dass es sich bei der Kontusion des rechten Knies mit einer Eisenstange, welche
sich
der Beschwerdeführer am 2. Juni 2017 zugezogen habe, um einen leichten beziehungsweise banalen Unfall gehandelt habe. Daher müsse nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen diesem Unfall und den psychischen Beschwer
den des Beschwerde
führers verneint werden (Urk. 2 S. 12-13). Da zwischen den psy
chischen beziehungsweise organisch nicht hinreichend nach
weisbaren Be
schwer
den und dem Unfall vom 2. Juni 2017 kein adäquater Kausalzusam
men
hang bestehe, seien die Versicherungsleistungen zu Recht per 28. Februar 2018 eingestellt worden. Der Beschwerdeführer habe keinen An
spruch auf weitere Geld
leistungen in Form einer Invalidenrente, einer Übergangs
rente und/oder einer Integritätsentschädigung (Urk. 2 S. 14).
1
.
3
Der Beschwerdeführer lässt demgegenüber
im Wesentlichen
vorbringen,
Dr.
B._
sei n
ach durchgeführter MRI-Untersuchung
seine
s
rechten Knies
zum Schluss ge
kommen, dass eine verdickte und verkürzte
Patellasehne
mit einer
Patella
baja
vorliege, welche eine Flexionseinschränkung am Knie zumindest teilweise erklä
ren könnte. Des Weiteren habe anlässlich der am 28. Juni 2018 durchgeführten Operation unter Narkose lediglich eine Knieflexion von 15 Grad erreicht werden können. Dr.
B._
habe eine massive
Synovitis
und das Vorliegen derber Narben
strukturen entdeckt.
Dr.
B._
habe das Knie persönlich im Rahmen einer Opera
tion untersuchen k
önnen. Nach seiner Einschätzung
seien die Beschwerden klarerweise auf das Unfallereignis zurückzuführen
(Urk. 1 S. 7)
.
Die Ergebnisse der Narkose
mobilisation im Januar 2018 würden dadurch stark relativiert und könnten nicht per se als Indiz dafür herangezogen werden, dass die jetzigen Be
schwerden nicht auf das Unfallereignis
vom 2. Juni 2017
zurück
zuführen seien (Urk. 1 S. 10, Urk. 17 S. 1-2).
Weil die
Bewegungseinschränkungen unter Narkose bestätigt worden seien, könne auch eine willentliche Simulation ausgeschlossen werden (Urk. 17 S. 2).
Die Unfallkausalität der weiterhin bestehenden Beschwer
den sei zu bejahen und es bestehe auch über den 28. Februar 2018 hinaus eine Leistungspflicht seitens der Beschwerde
gegnerin (Urk. 1 S. 7). Nach dem Dafür
halten von Dr.
B._
sei
die Durchführung einer
Arthrolyse
angezeigt (Urk. 1 S.
8,
S.
10).
Es müsse zudem berücksichtigt werden
, dass es nach der Erst
behandlung am rechten Knie zu Komplikationen im Heilverlauf gekom
men sei, welche meh
rere weitere Eingriffe mit Wundrevisionen erforderlich ge
macht hätten. Diese Ein
griffe seien klarerweise im Zusammenhang mit dem Un
fall
ereignis gestanden. Nun sei es zu einer Vermehrung von Bindegewebe ge
kom
men beziehungsweise eine
r
Arthrofibrose
, welche sich nachweislich auf die Beweg
lichkeit des Knies auswirken würde (Urk. 1 S. 11). Die vom behandelnden Arzt erwähnte
Arthro
fibrose
könne gemäss der Stellungnahme von PD Dr.
D._
auch
durch Narben
bildung hervorgerufen werden. Eine solche liege gemäss Operationsbericht von Dr.
B._
vom 28. Juni 2018 beim Beschwerde
führer nach
weislich vor (Urk. 17 S.
2).
Zudem sei - wie erwähnt
-
festgestellt worden,
dass
die Gel
enkkapsel ent
zün
det sei
(
Synovitis
)
.
Es könne
daher
nicht ausgeschlossen werden, dass die aktuellen Diagnosen ebenfalls im Rahmen eines protrahierten und komplikations
behafteten Heilungsverlaufs aufgetreten seien.
Dies müsste näher abgeklärt wer
den, wenn dem Vorbringen des Beschwerdeführers, wonach seine Beschwer
den nach wie vor unfallbedingt seien, nicht sowieso gefolgt werde
(Urk. 1 S. 11).
2
.
2
.1
Gemäss Art. 6 Abs. 1 des
Bundesgesetz
es
über die Unfallversicherung (UVG)
werden - soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt - die Versicherungs
leis
tungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt.
2
.2
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teil
weise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat (Art. 18 Abs. 1 UVG). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesund
heits
zustandes mehr erwartet werden kann und allfällige Ein
gliederungs
mass
nahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG).
Wird der Entscheid der IV über die (berufliche) Eingliederung erst später gefällt, kann dies Anlass für eine das Taggeld ablösende Übergangsrente nach Art. 19 Abs. 3 UVG in Verbindung mit Art. 30 UVV bilden. Damit eine Übergangsrente nach Art. 19 Abs. 3 UVG ausgerichtet werden kann, muss der ausstehende IV-Entscheid über die berufliche Eingliederung Vorkehren beschlagen, welche einer Eingliederungsproblematik aufgrund eines unfallkausalen Gesundheitsschadens gelten. Rechtsprechungsgemäss kann sich sodann der in Art. 19 Abs. 1 erster Satz UVG vorbehaltene Abschluss allfälliger IV-Eingliederungsmassnahmen, soweit es um berufliche Massnahmen geht, nur auf Vorkehren beziehen, welche geeignet sind, den der Invalidenrente der Unfallversicherung zu Grunde zu legenden Inva
liditätsgrad zu beeinflussen. Für das Vorliegen dieser Voraussetzungen braucht
es konkrete Anhaltspunkte (Urteile des Bundesgerichts 8C_892/2015 vom 29. April
2016 E. 4.1 und 8C_588/2013 vom 16. Januar 2014 E. 3.4).
Wie jede Leistung der Unfallversicherung müssen für die Ausrichtung einer Über
gangsrente der natürliche und adäquate Kausalzusammenhang gegeben sein. Der Voraussetzung des adäquaten Kausalzusammenhangs kommt dabei die Funktion einer Haftungsbegrenzung zu (BGE 129 V 177 E. 3.3 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_272/2009 vom
1.
Oktober 2009 E. 4.1, Urteil des Bundes
ge
richts 8C_176/2018 vom 2
7.
September 2018 E. 12).
2
.3
2
.3.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invali
dität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Be
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Mög
lichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
an
spruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
2
.3.2
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 402 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, das heisst rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang prak
tisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
2.4
2.4.1
Für die Beurteilung der Frage, ob ein Unfall nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, eine psychische Ge
sund
heits
schädigung herbeizuführen, ist nach der in BGE 115 V 133 ergangenen Rechtsprechung auf eine weite Bandbreite von Versicherten abzustellen. Dazu gehören auch jene Versicherten, die aufgrund ihrer Veranlagung für psychische Störungen anfälliger sind und einen Unfall seelisch weniger gut verkraften als Gesunde, somit im Hinblick auf die erlebnismässige Verarbeitung des Unfalles zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko gehören, weil sie aus versicherungsmässiger Sicht auf einen Unfall nicht optimal reagieren (BGE 115 V 133 E. 4b).
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S. 288 E. 3b; BGE 115 V 133 E. 7 mit Hinweisen). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei – aus
gehend vom augenfälligen Geschehensablauf – folgende Einteilung vorgenom
men wurde: banale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und schliesslich der
dazwischen liegende
mittlere Bereich (BGE 115 V 133 E. 6; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1, 120 V 352 E. 5b/
aa
; SVR 1999 UV Nr.
10 E. 2).
2.4.2
Bei banalen Unfällen wie zum Beispiel bei geringfügigem Anschlagen des Kopfes oder Übertreten des Fusses und bei leichten Unfällen wie zum Beispiel einem gewöhnlichen Sturz oder Ausrutschen kann der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und psychischen Gesundheitsstörungen in der Regel ohne wei
teres verneint werden, weil aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung aber auch unter Einbezug unfallmedizinischer Erkenntnisse davon ausgegangen werden darf, dass ein solcher Unfall nicht geeignet ist, einen erheblichen Gesundheits
schaden zu verursachen (BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
, 115 V 133 E. 6a).
2.
5
2.
5
.1
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
5
.2
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erschei
nen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungs
träger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befan
gen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versiche
rungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzuneh
men (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
3.
3.1
3.1.1
Bei der radiologischen Untersuchung im
A._
vom 1
7.
August 2017 des rechten Knies zeigte sich verglichen mit der Voruntersuchung vom
5.
August 2017 weiter
hin kein Hinweis auf
ossäre
Läsionen, eine normale Stellung im Kniegelenk und ein
regredienter
Erg
uss
suprapatellär
(
Urk.
14/24).
3.1.2
Die MRI-Untersuchung im
A._
vom 2
2.
August 2017
ergab eine bei Status nach
Patellafraktur
entsprechend
residuelle
Signalalternation am lateralen
Patella
rand
ohne Hinweis auf eine Osteo
myelitis, eine zentrale Signalalternation der Patellar
sehne, am ehesten infolge einer Partialruptur derselben, Z
eichen der
Inaktivitäts
osteopenie
femoro
tibial
und
patellofemoral
sowie Degeneration des medialen
Meniskushinterhorns
(
Urk.
14/25).
3.1.3
Nach der Untersuchung des Beschwerdeführers
vom 2
4.
August 2017 hielten
die Ärzte des
A._
, Klinik für Traumatologie,
fest, dass sich klinisch-radiologisch keine weiteren
Traumafolgen
ergeben hätten. Das Knie sollte vollumfänglich be
lastet und
beübt
werden dürfen. Die vom Beschwerdeführer angegebenen Schmer
zen könnten derzeit zu keinem MRI-Befund korreliert werden. Sie würden daher keine Veranlassung für eine weitere Arbeitsunfähigkeit sehen. Es sei eine schnellstmögliche vollumfängliche Belastung und Beweglichkeit anzustreben (Urk. 14/27 S. 2).
3.2
3.2.1
Suva-Kreisarzt
med.
pract
.
E._
, Facharzt für Chirurgie, hielt nach der Untersuchung des Beschwerdeführers vom 1
3.
November 2017
in seiner Beur
teilung fest, dass der Beschwerdeführer beim Ereignis vom
2.
Juni 2017 eine laterale Abspren
gung der Patella infolge einer Kontusion erlitten habe. Im Verlauf habe sich eine Bursitis
präpatellaris
entwickelt, die operativ entfernt und wegen Wund
hei
lungs
störungen mit einem VAC-Verband habe versorgt werden müssen. Es sei eine verzögerte Wundheilung mit sekundärem Wundverschluss erfolgt. Im Verlauf habe sich ein erhebliches Schmerzsyndrom
entwickelt
, welches zu einer voll
stän
digen Bewegungseinschränkung im Bereich des rechten Kniegelenks trotz inten
siver Physiotherapie geführt habe
. Bei der heutigen Untersuchung könne eine Immobi
lität im Bereich des rechten Kniegelenks sowie eine deutliche Inakti
vitätsatrophie des rechten Oberschenkels festgestellt werden
(
Urk.
14/50 S.
4).
Aufgrund des vom Versicherten angegeben Schmerzsyndroms sei die aktive Ü
ber
prüfung des Bewegungsausmasses im rechten Kniegelenks nicht durchführ
bar, die passive Überprüfung werde verweigert. Die überwiegend wahrschein
lichen unfallkausalen strukturellen Läsionen seien sowohl klinisch als auch radiologisch
verheilt. Das im heutigen Untersuchungsbefund erhobene Ergebnis hinsichtlich der Bewegungsunfähigkeit im rechten Kniegelenk sei durch die Un
fallfolgen nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erklärbar. Auch seien die vom Versicher
ten
geklagten Schmerzen, die mit 10 auf der visuellen Analog
skala (VAS) ange
geben würden, durch die erlittene
Patellafraktur
und die konsekutive Bursitis
präpatellaris
nicht erklärbar (
Urk.
14/50).
3.2.2
In seiner
ärztlichen Beurteilung vom 1
8.
Juni 2018
führte
med.
pract
.
E._
betreffend die Kniebeschwerden unter anderem aus, dass
die Narkose
mobilisation, durchgeführt am
9.
Januar 2018 im
A._
, eine ausreichende Beweg
lichkeit des rechten Kniegelenks gezeigt habe. Aus den nachfolgenden Berichten
sowohl der Fachabteilungen Traumatologie, Orthopädie und Schmerztherapie gehe
hervor, dass die Therapiemöglichkeiten weitgehend ausgeschöpft gewesen seien
, und dass die durchgeführte Diagnostik inklusive objektivierbaren Befunden die vom Beschwerdeführer demonstrierten Bewegungseinschränkungen und Schmer
zen nicht hätten erklären können (
Urk.
14/107 S. 3).
3.3
3.3.1
Nach
der auf Zuweisung von
Dr.
B._
am
8.
Februar 2018 durchgeführten MRI-Untersuchung
gelangte
Dr.
med.
F._
, Radiologie und
G._
,
C._
, zu folgender Beurteilung (Urk. 14/93 S. 1): «Nach
Bursektomie
und Fraktur noch ödematöse Patella und Hinweis auf eine kleine
subchondrale
Nekrosezone
am lateralen
Femurkondylus
posterior
. Kein signifikanter Gelenkserguss oder Knorpelläsionen. Auffallend ist die Verdickung und deutliche Verkürzung der Patellarsehne, möglicherweise postentzündlich be
dingt. Partialruptur des vorderen Kreuzbandes».
3.3.2
Dr.
B._
hielt nach der MRI-Untersuchung
vom
8.
Februar 2018
in seinem Sprech
stundenverlaufsbericht vom selben Tag sowie in seinem Bericht zuhanden des Suva-Kreisarztes vom 14. Februar 2018
fest, dass als Hauptbefund eine
Patella
baja
imponiere. Das Ligamentum
patellae
stelle sich verkürzt und ver
dickt dar.
Der Beschwerdeführer sei zur klinischen Untersuchung vom 8. Februar 2018 immer noch mit einem gestreckten Knie erschienen. Auch bei der heutigen Untersuchung könne das Kniegelenk mit Mühe maximal 10 Grad gebeugt werden. A
ufgrund der
Patella
baja
sei
ein Beugedefizit gut erklärbar
und liege mög
licherweise auch vor. Die nahezu vollständige Beugeunfähigkeit mit gestrecktem respektive passiv maximal 10 Grad flektierbaren Kniegelenk sei jedoch nicht erklärbar (
Urk.
14
/
91 S. 1,
Urk.
14
/92 S. 3).
3.3.
3
Im Austrittsbericht vom
1.
Juli 2018 zur
Hospitalisation
des Beschwerdeführers vom 2
8.
Juni bis
1.
Juli 2018 im
H._
,
führte
Dr.
B._
die folgenden Diagnosen an (
Urk.
14/116 S. 2):
-
Kniesteife rechts bei schwerer
Arthrofibrose
-
Status nach Kniegelenksverletzung rechts vom
2.
Juni 2017 mit:
-
Primärer offener lateraler
Patellafraktur
mit
Bursaeröffnung
-
Status nach
Bursektomie
am 2
4.
Juni 2017 mit nachfolgender VAC-Behandlung
-
Sekundärer Wundverschluss Kniegelenk rechts am 1
8.
Juni 2017
-
Status nach Narkose-Mobilisation Kniegelenk rechts am
8.
Januar 2018
Dazu führte
Dr.
B._
unter anderem aus, dass am
8.
Januar 2018 im
A._
eine Narkose-Mobilisation durchgeführt worden sei. Gemäss Operationsbericht sei eine Flexion von 90 Grad erreicht worden. Bereits am 2
2.
Januar 2018, anlässlich einer Erstkonsultation habe das Kniegelenk rechts nicht mehr gebeugt werden können. Es sei vorerst eine konservative Therapie erfolgt. Eine Erklärung für die Bewegungseinschränkung habe sich nicht gefunden.
Ein MRI vom
8.
Februar 2018 habe jedoch eine Patella
baja
mit einem verkürzten und verdickten Liga
mentum
patellae
gezeigt. Da sich die Situation nicht gebessert habe und die Schmerzen eher zunehmend gewesen seien, habe sich der Beschwerdeführer für eine erneute Mobilisation in Narkose in Ar
throskopie-Bereitschaft entschie
den (
Urk.
14/116 S. 2).
3.4
PD
Dr.
D._
hielt
in sein
er orthopädisch-chirurgischen Beurteilung
vom 26.
Oktober 2018
fest
, dass sich die Verletzung der rechten Kniescheibe bildge
bend als Absprengung in der aussenseitigen Region dargestellt habe. Sie sei von
Dr.
B._
als
extraartikulär
, mithin ausserhalb des Gelenks gelegen, beurteilt worden. Er stimme mit
Dr.
B._
überein, dass bei der Computertomographie (CT)-Untersuchung vom
8.
Juni 2017 keine Beteiligung der Gelenksfläche erkenn
bar gewesen sei
. Abgesehen von diesen bildgebenden Befunden würden sich über den gesamten Verlauf, und auch von
Dr.
B._
erhoben, keine wesentlichen klinischen Untersuchungsergebnisse zeigen, welche auf einen unfallkausal pathologisch intraartikulären, mithin sich im Inneren des Gelenks abspielenden Prozess
hin
weisen würden
(
Urk.
14/132 S. 5).
Dagegen würden die Spezialisten des
A._
einen «hohe
(
n
) Muskeltonus im Bereich des Oberschenkels»
beschreiben, was auch von
Dr.
B._
nach der Untersuchung vom 2
2.
Januar 2018 bestätigt worden sei. Er habe festhalten, dass klinisch eine aktive Anspannung der (sic)
Quadriceps
imponiert habe
. Eine solche Muskelaktivität sei somatisch nicht mit den Folgen des Geschehens vom
2.
Juni 2017 zu erklären. Gleichwohl sei ein hierdurch bedingtes dauerhaftes Verharren in Streckstellung
geeignet, wie bei einer Gips
immobilisation zu einem Verlust der Beweglichkeit zu führen.
Der Verlust von Beweglichkeit im Kniegelenk sei vor allem für die Streckung von grosser klinischer Bedeutung.
Hier könnten bereits geringe Einbussen zu erheb
lichen Einschränkungen führen, weshalb diese schneller und häufiger auftreten würden. Beim Beschwerdeführer sei jedoch das Gegenteil der Fall. Über den ge
samten Verlauf werde die Extension als vollständig gegeben und damit als normal dokumentiert. Ein Beugeverlust, der sich typischerweise kontinuierlich ent
wickle und deutlich günstigere therapeutische Optionen bieten würde, habe dage
gen in vorliegendem Fall bereits zum erste
n Zeitpunkt einer ärztlichen Do
kumentation am 1
3.
Juli 2017
eine submaximale Ausprägung gezeigt («auf 10° reduziert») und bleibe im Weiteren ohne wesentliche Änderung. Bei der Unter
suchung vom 13. November 2017 habe der Kreisarzt sodann (und im Gegensatz zu einer Untersuchung im
A._
vier Tage zuvor) ein komplett steifes Kniegelenk festgestellt. Damit sei ein Befund dokumentiert, der als Ankylose, mithin als voll
ständige pathologische Unbeweglichkeit zu werten sei (im Gegensatz zu einer oper
ativ angestrebten Gelenksverst
eifung, einer
Arthrodese
), und in kompletter Streckstellung als ausgesprochen aussergewöhnlich zur Kenntnis genommen werden müsse.
Eine
Arthrofibrose
, welche sich wesentlich aufgrund der Aus
wir
kungen von Absonderungen der Gelenkinnenhaut entwickle, lasse entsprechende
intraartikuläre Befunde, insbesondere Fl
üssigkeitsansammlungen erwarten.
Abg
e
sehen von der zeitlich ersten dokumentierten ärztlichen
Konsultation
am 8. Juni 2017 («leichter Gelenkserguss») und im Verlauf am 17. August 2017 («mässiger Gelenkserguss»
) werde zu keinem Zeitpunkt eine intraartikuläre Flüssigkeits
an
sammlung dokumentiert. Vielmehr habe sich der lo
kale Gelenk
befund, abgesehen von Druckschmerzhaftigkeit, durchgehend prak
tisch unauf
fällig und in ortho
pä
disch-chirurgisch unerklärtem Widerspruch zu den vom Beschwerdeführer ange
gebenen Beschwerden und Funktionseinbussen
präsen
tierte
. So habe sich bei der am
9.
Januar 2018 im
A._
im Rahmen der Mobilisa
tion vor
genom
menen Unter
suchung in Narkose gemäss Bericht «kein
Hämarthros
, keine Schwel
lung im Knie
gelenk» gezeigt.
Auch der am 2
2.
Januar 2018 erstmalig konsultierte
Dr.
B._
beschreibe ein «ergussfreies Kniegelenk» und habe als Hauptbefund eines am
8.
Februar 2018
durchgeführt
en
Kernspintomogramms
eine Patella
baja
, mithin eine zu tief stehende Kniescheibe, erhoben.
Dr.
B._
habe festgehalten, dass hiermit «ein Beugedefizit gut erklärbar» sei. Die ergänzend getroffene Aus
sage,
«die nahezu vollständige Beugeun
fähigkeit [...] ist jedoch nicht erklärbar» sei mit Nachdruck zu bestätigen
(Urk. 14/132 S.
6)
.
Typische Folge von Vernar
bungen im oberen
Rezessus
, wie es auch in vorliegendem Fall von
Dr.
B._
be
schrieben werde, sei demnach eine Patella
alta
, mithin ein
pathologischer Hoch
stand der
Kniescheibe und damit das Gegenteil einer Patella
baja
(Urk.
14/132 S.
6-7).
Eine Patella
baja
, ein Tiefstand, trete dagegen mit Vernarbungen
unter
halb der Knie
scheibe, im
anterioren
Intervall auf
. Ein Zusammenhang einer Patella
baja
mit einer vornehmlich im oberen
Rezessus
ausgeprägten
Arthrofib
rose
sei zwar nicht zwingend auszuschliessen, eine Patella
baja
als unfallkausale Ursache für einen
Beugeverlust des Kniegelenks
sei im vorliegenden Fall jedoch unwahrscheinlich
(Urk. 14/132 S. 7).
Auf orthopädisch-chirurgischen Fachgebiet habe der Unfall vom
2.
Juni 2017 in Bezug auf die nach dem 2
8.
Februar 2018 anhaltenden Beschwerden am rechten Knie mit überwiegender Wahrscheinlichkeit jegliche kausale Bedeutung verloren. Die anhaltenden Beschwerden am rechten Knie
seien
mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit
nicht auf ein objektives unfallkausales organisches Korrelat zurückzuführen (Urk. 14/132 S. 7).
4
.
4.1
Der Beschwerdeführer bringt im Wesentlichen vor, dass
der
Unfall vom 2. Juni 2017
gemäss den Berichten von
Dr.
B._
Ursache seiner Beschwerden
s
ei (E. 1.3).
Falls aufgrund dieser Berichte von
Dr.
B._
auch nur geringe Zweifel
am Be
weiswert
de
r
Beurteilungen der für die Beschwerdegegnerin tätigen
Ärzte
med.
pract
.
E._
und PD Dr.
D._
bestünden, müssten vorliegend weitere Ab
klä
rungen durchgeführt werden (E. 2.
5
.2).
Zu diesen Berichten von
Dr.
B._
ist zu
nächst
festzuhalten, dass
sie keine Beurteilungen zur Unfallkausalität
der von ihm erhobenen Befunde ent
halten.
Formulierungen in Arztberichten wie
«
Status nach Kniegelenksverletzung rechts
»
(vgl. Urk. 14/116 S. 2) treffen
nur eine anam
nestische Feststellung und
entsprechen
als solche keiner hinreichenden Aussage zur Kausa
lität (
vgl.
Urteil des Bundesgerichts U 12/06 vom
6.
Juni 2006 E.
4.3.1 mit Hinweis auf das Urteil U 264/04 vom 1
6.
Juni 2005 E. 4.1).
Was die von
Dr.
B._
gestellten Diagnosen Patella
baja
und
Arthrofibrose
betrifft, so hat PD
Dr.
D._
mit seiner überzeugenden Beurteilung vom 26. Oktober 2018
fest
gehalten, weshalb diesbezüglich nicht von Folgen des Unfalls vom
2.
Juni 2017 ausgegangen werden kann.
Weil PD
Dr.
D._
nebst den
anderen
medizinischen
Akten der Beschwerdegegnerin
insbesondere auch der Austrittsbericht von Dr.
B._
vom 1. Juli 2018 (Urk.
14/116 S.
2-3) und
der
Operationsbericht vom
4.
Juli 2018 (Urk.
14/116 S.
4-5) vorlagen, hat er seine orthopädisch-chirur
gi
schen Beurteilung
mithin
auch in Kenntnis der in diesen Berichten wiedergeben
Befunde ab
gegeben. Dies
gilt auch für die vom Beschwerdeführer angeführte ein
ge
schränkte Beweg
lichkeit des Knies und die
Synovitis
(Urk.
1 S.
7). Der Umstand
allein, dass PD Dr.
D._
aufgrund dieser Befunde bezüglich der Frage der Unfall
kausalität zu eine
r anderen Beurteilung als der behandelnde Arzt Dr.
B._
gelangte, begrün
dete noch keine Zweifel an
dessen
Beurteilung. Er hat mit seiner orthopädisch-chirurgischen Beurteilung vom 26. Oktober 2018 schlüssig und
gut
nachvollziehbar aufgezeigt, weshalb
die vom Beschwerdeführer
nach wie vor geklagten
Beschwerden am rechten Knie mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht
mehr
auf ein objektives unfallkausales orga
nisches Korrelat zurückzuführen
sind
(Urk. 14/132 S. 7).
In Gewicht fällt sodann, dass Dr.
B._
in seinen Berichten nicht
auf die
Beurteilungen zur Unfallkausalität
in
den früheren ärzt
lichen Be
richten
eingegangen ist. D
ie Ärzte des
A._
,
welche den Beschwerde
führer nach
dem Unfall behandelt haben,
veranlassten die MRI-Unter
suchung vom 2
2.
August
2017
,
mit welcher unter anderem
geklärt werden
sollte
, ob
ein
Binnenschaden im Knie oder eine Osteomyelitis (Entzündung des Knochens und des Knochenmarks) der Patella vorlieg
t
(
Urk.
14/25).
Danach hielten die Ärzte des
A._
fest, dass die vom Beschwerdeführer angegeben
en
Schmerzen zu keinem MRI-Befund korre
liert werden könnten (Urk. 14/27 S. 2). A
m 2
4.
August 2017
konnten sie
keine weiteren Folgen des Unfalls vom
2.
Ju
ni 2017 mehr feststellen
.
Sie hielten
weiter
fest
, dass der Heilungsverlauf regel
ge
recht gewesen und kein
e
weiter
e
Sprech
stunde nötig sei. Zudem attestierten sie dem Beschwerdeführer
damals
keine
(un
fallbedingte) Arbeitsunfähigkeit mehr
(Urk.
14
/27 S.
2).
Der Kreisarzt med.
pract
.
E._
wies in seiner ärztlichen Beurteilung vom 18. Juni 2018 sodann darauf hin, dass die Narkosemobilisation im
A._
vom 9. Januar 2018 eine ausreichende Beweglichkeit des rechten Knie
gelenks gezeigt habe (Urk.
14/107 S.
3).
Diese ärztlichen Beurteilungen wider
sprechen somit dem
vom Beschwerdeführer auf
grund der Berichte von
Dr.
B._
gezogenen Schluss, wonach weiterhin behand
lungsbedürfte Unfallfolgen vor
liegen würden. Der Umstand, dass dies
e
r
Verlauf
in den
Berichte
n
von Dr.
B._
un
bea
cht
et
bliebt
,
spricht ebenfalls gegen den Beweiswert
dieser
Berichte.
Damit ist festzuhalten, dass die Berichte von
Dr.
B._
keine Zweifel an der Beur
teilungen von Kreisarzt med.
pract
.
E._
und PD
Dr.
D._
von der Abteilung Versicherungsmedizin der Beschwerdegegnerin
zu
begründen
vermögen
. Weil
diese Einschätzungen
zudem die Anforderungen an den Beweiswert einer medizi
nischen Beurteilung (E. 2.
5
)
genügen, ist vorliegend auf die Berichte der versiche
rungsinternen Ärzte abzustellen.
Weitere Abklärungen sind nicht nötig.
Die vom Beschwerdeführer nach wie vor geklagten Beschwerden am rechten Knie sind somit nicht
mehr
überwiegend wahrscheinlich auf ein objektives un
fallkausales orga
nisches Korrelat zu
rückzuführen
.
4.
2
Zu ergänzen ist
, dass der
Konsiliarpsychiater
der Beschwerdegegnerin, Dr. med.
I._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, nach der Untersuchung
des Beschwerdeführers vom 6. Dezember 2017 eine somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) sowie eine dissoziative Bewegungs
störung
bei praktisch aufgehobener Flexion im rechten Kniegelenk
(ICD-10: F44.4)
diagnos
tizierte (Urk. 14/66 S. 19).
Ob die noch geklagten Beeinträchtigungen, welchen nach den vorstehenden Ausführungen kein klar fassbares unfall
bedingtes orga
nisches Korrelat zugrunde
liegt, in einem natürlichen Kausalzusammenhang zum vers
icherten Unfaller
eignis stehen,
kann
offen gelassen
werden. Denn dies
be
züglich ist
-
anders als bei Gesundheitsschädigungen mit einem klaren unfall
be
dingten organischen Sub
strat, bei welchen der adäquate Kausalzusam
menhang in der Regel mit dem natürlichen bejaht werden kann (BGE 127 V 102 E. 5b/
bb
mit Hinweisen)
-
eine besondere Adäquanz
prü
fung vor
zu
nehmen.
Diese hat vor
liegend nach
den in BGE 115 V 133 genannten Kriterien (Psycho-Praxis)
zu er
folgen. Diesbezüglich ging d
ie Beschwerdegegnerin zu Recht davon aus, dass es sich beim Schlag mit der Eisenstange auf das Knie
des Beschwerdeführers vom 2.
Juni 2017
nur um ein banales Ereignis im Sinne dieser Rechtsprechung
ge
han
delt
hat
(
Urk.
2 S. 12)
.
Dies blieb unbestritten
. Der Beschwerdeführer ging im vorliegenden Verfahren nicht
auf
die Ausführungen der Beschwerdegegnerin im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom 2
5.
Juni 2018 ein (
Urk.
2 S. 11-14)
. Weil der Unfall vom 2.
Juni 2017
im Sinne der erwähnten Rechtsprechung als
ein leichter Unfall
gilt, ist ein
adäquate
r
Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall
ereignis vom 2. Juni 2017 und den psychischen Beschwerden des Beschwerde
führers
zu verneinen
(E. 2.4.2)
. Die Beschwerdegegnerin ist dafür somit mangels Adäquanz
nicht leistungspflichtig ist.
4.
3
Anders als im
Einspracheverfahren
(
Urk.
14/89 S.
3) machte der Beschwerdefüh
rer im vorliegenden Verfahren nicht mehr geltend, dass die Beschwerdegeg
nerin
für den
Anulusriss
an
seiner
unteren Lendenwirbelsäule
ebenfalls leistungs
pflichtig sei.
Diesbezüglich würde auch keine Leistungspflicht der Beschwerde
gegnerin bestehen.
Kreisarzt med.
pract
.
E._
zeigte
in seiner Beurteilung
vom 18. Juni 2018 mit einer schlüssigen Begründung auf, dass überwiegend wahr
scheinlich kein Kausalzusammenhang zwischen den kleinen, radiologisch diag
nostizierten Risse
n
des
Anulus
fibrosus
und dem Unfall vom 2. Juni 2017 besteht (
Urk.
14/107 S. 3).
Er begründete dies damit
, dass eine durch das Unfall
ereignis (Kontusion des rechten Kniegelenks mit einer Eisenstange) verursachte struktu
relle Läsion ein
e kleine Rissbildung des
Anulus
fibrosus
(fibröser Ring der Band
scheibe) biomechanisch überwiegend wahrscheinlich nicht
erkläre
. Auch unter der Annahme einer indirekten Unfallfolge durch Fehlbelastung sei eine solche strukturelle Läsion im Bereich der Bandscheiben nicht erklärbar.
(
Urk.
14/107
S.
3).
Berichte von Arztinnen und Ä
rzten, welche von eine
m
Kausalzusammen
hang ausgehen und Zweifel an der Beurteilung von med.
pract
.
E._
be
gründen könnten, liegen
keine vor.
4.4
Aufgrund des Gesagten ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin ihre Leis
tungen zu Recht
per
28. Februar 2018
eingestellt
hat, den
n
(spätestens) zu diesem Zeit
punkt bestand zwischen dem Unfall vom
2.
Juni 2017 und den vom Be
schwer
de
führer geklagten Beschwerden kein natürlicher und/oder adäquater Kau
salzusam
menhang mehr.
Bereits a
us diesem Grund
(vgl. E. 2.2 a. E.)
best
eht
auch kein Anspruch auf eine Übergangsrente
bis zur Mitteilung der Sozialver
siche
rungsan
stalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom 2
4.
April 2018,
wonach
keine Eingliede
rungsmassnahmen möglich seien (
Urk.
3/4). Es sind keine weiteren Ver
sicherungsleistungen geschuldet.
5.
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde.
6.
6.1
Die
unentgeltliche Rechtsvertreter
in
d
es Beschwerdeführers, Rechtsanwä
lt
in Aurelia Jenny
,
machte
von der Möglichkeit zur Einreichung einer Honorar
note
kei
nen Gebrach (
vgl.
Dispositiv-Ziffer 1
der
Verfügung vom 19
.
Juni
2016 [Urk.
16
])
.
Ihre
Entschädigung ist daher nach Ermessen unter Berücksichtigung dessen, dass Rechtsanw
ä
lt
in
Aurelia Jenny
den Beschwerdeführer bereits im Ver
waltungs
verfahren vertreten hat (vgl.
Urk. 14/89
), auf Fr.
2
‘
0
00.-- (inkl. Baraus
lagen und
MWSt
) festzusetzen
.
6.2
Der Beschwerdeführer
ist
auf § 16 Abs. 4 des Gesetzes über das Sozialversiche
rungsgericht (
GSVGer
) hinzuweisen, wonach er zur Nachzahlung der Auslagen für die unentgeltliche Rechtspflege verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist.