Decision ID: ab25ee64-c736-4b6f-a9cd-8aabc9cffc9d
Year: 2011
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Ehescheidung
Berufung gegen ein Urteil des Einzelrichters im ordentlichen Verfahren des Bezirkes Uster vom 8. Februar 2011; Proz. FE090087
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Rechtsbegehren:
"Es sei die Ehe der Gesuchsteller zu scheiden unter gerichtlicher  der Nebenfolgen."
Urteil des Einzelrichters im ordentlichen Verfahren des Bezirksgerichtes Uster vom 8. Februar 2011 (act. 80):
1. Die Ehe der Gesuchsteller wird geschieden.
2. Die aus der Ehe der Gesuchsteller hervorgegangenen Kinder C._, ge-
boren am tt.mm.1997, D._, geboren am tt.mm.1999, und E._, ge-
boren tt.mm.2000, werden unter die elterliche Sorge der Gesuchstellerin ge-
stellt.
Es wird davon Vormerk genommen, dass sich die Gesuchstellerin bereit er-
klärt hat, die aus der elterlichen Sorge fliessenden Befugnisse wenn immer
möglich im Einvernehmen mit dem Gesuchsteller auszuüben, wobei sich die
Gesuchstellerin insbesondere bereit erklärt hat, den Gesuchsteller über die
Entwicklung der Kinder regelmässig zu informieren und wichtige, die Kinder
betreffende Entscheidungen wie Wahl der Schule, Nachhilfe- und Stützun-
terricht, Ausbildungsrichtung, Berufswahl, Abschluss von Lehrverträgen,
medizinische Eingriffe von einiger Tragweite und anderes mit ihm zu be-
sprechen.
Weiter wird davon Vormerk genommen, dass sich die Gesuchstellerin ver-
pflichtet hat, den Gesuchsteller von wichtigen Anlässen (Schulbesuchstag,
Elternabend etc.) rechtzeitig in Kenntnis zu setzen und ihm jeweils Kopien
der Schulzeugnisse zukommen zu lassen.
Im Übrigen wird vorgemerkt, dass die Gesuchsteller Kenntnis vom Recht
des Gesuchstellers haben, sich bei den Lehrkräften und anderen, mit der
Ausbildung befassten Personen sowie bei Ärzten und Therapeuten und wei-
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teren, mit der Pflege und Betreuung der Kinder befassten Personen, über
die Kinder zu erkundigen.
3. Es wird davon Vormerk genommen, dass sich die Gesuchsteller und die
Kinder im direkten Gespräch über die Gestaltung des gegenseitigen An-
spruches der Kinder und des Gesuchstellers auf angemessenen persönli-
chen Verkehr einigen.
Falls eine Einigung nicht zustande kommt, ist der Gesuchsteller berechtigt,
die Kinder wie folgt auf eigene Kosten zu sich oder mit sich auf Besuch zu
nehmen:
− an Wochenenden ungerader Kalenderwochen von Freitagabend, 18.00
Uhr, bis Sonntagabend, 18.00 Uhr,
− in Jahren mit gerader Jahreszahl über Ostern (von Ostersamstag bis
und mit Ostermontag),
− in Jahren mit ungerader Jahreszahl über Pfingsten (von Pfingstsams-
tag bis und mit Pfingstmontag,
− jährlich am zweiten Tag der Doppelfeiertage Weihnachten (26. De-
zember) und Neujahr (2. Januar) von 8.00 Uhr bis 20.00 Uhr.
Weiter wird der Gesuchsteller berechtigt erklärt, die Kinder jährlich für die
Dauer von drei Wochen auf eigene Kosten zu sich oder mit sich in die Ferien
zu nehmen, wobei er sich verpflichtet, der Gesuchstellerin die Ausübung des
Ferienbesuchsrechts mindestens drei Monate im Voraus anzumelden bezie-
hungsweise mit ihr abzusprechen.
Es wird davon Vormerk genommen, dass sich die Gesuchstellerin im Ge-
genzug verpflichtet, den Gesuchsteller jeweils unverzüglich über beabsich-
tigte bzw. feststehende Lagerteilnahmen etc. der Kinder zu informieren so-
wie bei der Planung ihrer eigenen Ferien nach Möglichkeit auf die für den
Gesuchsteller möglichen Ferientermine Rücksicht zu nehmen bzw. diesen
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über ihre eigenen Ferien bzw. Ferienpläne frühzeitig zu informieren respek-
tive sich diesbezüglich mit ihm abzusprechen.
4. Die Teilvereinbarung der Gesuchsteller über die Scheidungsfolgen vom
4./8. Juni 2009 wird im Übrigen hinsichtlich deren Buchstaben B.4, C. und D.
genehmigt. Sie lautet:
"A. Gemeinsames Scheidungsbegehren / Diverse Feststellungen
1. Die Gesuchsteller haben am tt.mm.1997 geheiratet.
2. Die Gesuchsteller leben seit dem 1. März 2007 getrennt.
3. Nach reiflicher Überlegung und in der Überzeugung, dass ihre Ehe nicht  werden kann, begehren die Gesuchsteller gemeinsam die Scheidung.
4. Die Gesuchsteller beantragen im Sinne von Art. 140 ZGB die gerichtliche  ihrer Teilvereinbarung, die sie aus freiem Willen und nach reiflicher Überlegung abgeschlossen haben.
B. Kinderbelange, Elternrechte und -pflichten
1. Die Gesuchsteller beantragen, es seien die aus ihrer Ehe hervorgegangenen Kinder - C._, geb. tt.mm.1997, - D._, geb. tt.mm.1999, und - E._, geb. tt.mm.2000, unter die elterliche Sorge der Gesuchstellerin zu stellen.
2. Die Gesuchstellerin erklärt sich bereit, die aus der elterlichen Sorge fliessenden  wenn immer möglich im Einvernehmen mit dem Gesuchsteller auszuüben.
Die Gesuchstellerin erklärt sich insbesondere bereit, den Gesuchsteller über die  der Kinder regelmässig zu informieren und wichtige, die Kinder betreffende Entscheidungen wie Wahl der Schule, Nachhilfe- und Stützunterricht, , Berufswahl, Abschluss von Lehrverträgen, medizinische Eingriffe von  Tragweite und anderes mit ihm zu besprechen.
Ausserdem verpflichtet sie sich, den Gesuchsteller von wichtigen Anlässen (, Elternabend etc.) rechtzeitig in Kenntnis zu setzen und ihm jeweils Kopien der Schulzeugnisse der Kinder zukommen zu lassen.
Die Gesuchsteller haben Kenntnis vom Recht des Gesuchstellers, sich bei den  und anderen, mit der Ausbildung befassten Personen sowie bei Ärzten und Therapeuten und weiteren, mit der Pflege und Betreuung der Kinder befassten  über die Kinder zu erkundigen.
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3.1 Die Eltern und die Kinder einigen sich im direkten Gespräch über die Gestaltung des gegenseitigen Anspruches der Kinder und des Gesuchstellers auf angemessenen persönlichen Verkehr.
3.2 Falls eine Einigung nicht zustande kommt, gilt die folgende Regelung:
3.2.1 Dem Gesuchsteller einerseits und den Kindern andererseits steht das Recht auf  Verkehr an Wochenenden ungerader Kalenderwochen (von Freitagabend, 18.00 Uhr, bis Sonntagabend, 18.00 Uhr) sowie in Jahren mit gerader Jahreszahl über Ostern (von Ostersamstag bis und mit Ostermontag) und in Jahren mit  Jahreszahl über Pfingsten (von Pfingstsamstag bis und mit Pfingstmontag) sowie jährlich am zweiten Tag der Doppelfeiertage Weihnachten (26. Dezember) und  (2. Januar) jeweils von 8.00 Uhr bis 20.00 Uhr zu.
3.2.2 Weiter steht dem Gesuchsteller einerseits und den Kindern anderseits das Recht auf persönlichen Verkehr während drei Wochen Ferien im Jahr zu.
Der Gesuchsteller verpflichtet sich, der Gesuchstellerin die Ausübung des  mindestens drei Monate im Voraus anzumelden beziehungsweise mir ihr abzusprechen. Die Gesuchstellerin verpflichtet sich, den Gesuchsteller jeweils  über beabsichtigte bzw. feststehende Lagerteilnahmen etc. der Kinder zu informieren. Die Gesuchstellerin wird sodann bei der Planung ihrer eigenen Ferien nach Möglichkeit auf die für den Gesuchsteller möglichen Ferientermine Rücksicht nehmen bzw. diesen über ihre eigenen Ferien bzw. Ferienpläne frühzeitig informieren respektive sich diesbezüglich mit ihm absprechen.
3.3 Die mit der Ausübung des persönlichen Verkehrs verbundenen Kosten übernimmt der Gesuchsteller.
4. Der Gesuchsteller verpflichtet sich, sich an ausserordentlichen Auslagen für die  (z.B. für Zahnkorrekturen, schulische Fördermassnahmen u.ä.) zur Hälfte zu  und zwar nach Vorlage der entsprechenden Rechnungen, soweit nicht Dritte, insbesondere Versicherungen, für diese Kosten aufkommen und sofern er vorgängig seine schriftliche Zustimmung gegeben hat.
C. Güterrechtliche Auseinandersetzung
In güterrechtlicher Hinsicht vereinbaren die Gesuchsteller das Folgende:
1. Die Gesuchsteller halten fest, dass die Gesuchstellerin Gesellschafterin mit einem Stammanteil von Fr. 7'000.– der sich mittlerweile in Liquidation befindlichen F._ GmbH, c/o A._, ... [Adresse], ist und dieser Stammanteil seinerzeit aus  des Gesuchstellers geleistet wurde. Der Gesuchsteller, welcher als  mit der Auflösung der genannten Gesellschaft betraut ist, versichert, dass die auf die einzelnen Gesellschafter entfallenden Anteile am Liquidationsergebnis  wertmässig in etwa einer Rückzahlung der betreffenden Stammanteile  werden. Entsprechend verpflichtet sich die Gesuchstellerin, dem  nach Abschluss der Liquidation der genannten Gesellschaft den ihr ausbezahl-
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ten (Liquidations-)Anteil innert 30 Tagen nach Erhalt an den Gesuchsteller (weiter) zu überweisen, jedoch frühestens nach Rechtskraft des Scheidungsurteils.
2. Die Gesuchstellerin verpflichtet sich, dem Gesuchsteller nach Rechtskraft des  auf erstes Verlangen hin dessen Kreissägemaschine, eine der zwei Nachttisch-Designer-Lampen sowie das chinesische Rollbild mit Dorflandschaft . Über die Aufteilung von CD's und Büchern werden sich die  ausserhalb dieser Vereinbarung in direktem Gespräch einigen.
3. Des Weiteren verpflichtet sich die Gesuchstellerin, dem Gesuchsteller im effektiven Auszahlungszeitpunkt die Hälfte des dannzumaligen Mietzinsdepots inkl.  Zins bis Stichtag Gütertrennung (der Liegenschaft ...weg ... in G._) nach vorgängigem Abzug der Kosten für die Behebung der (noch während des  der Gesuchsteller entstandenen) drei wasserbedingten Parkettschäden (respektive eines allfälligen Selbstbehalts, sofern diese Kosten von einer  getragen würden) sowie der allfälligen (d.h. sofern die Vermieterschaft diese nicht übernehmen würde) Kosten für das Weissstreichen derjenigen Wände, welche die Gesuchsteller seinerzeit gemeinsam farbig streichen liessen, innert zehn Tagen nach Erhalt weiterzuleiten.
4. Im Übrigen stellen die Gesuchsteller fest, dass sie mit Vollzug dieser Vereinbarung in güterrechtlicher Hinsicht vollständig auseinandergesetzt sind und demzufolge jede Seite mit Aktiven und Passiven behält, was sie gegenwärtig besitzt respektive was auf ihren Namen lautet.
D. Vorsorgeausgleich
1. Der Gesuchsteller verpflichtet sich, aus seinem während der Ehe bis zur Rechtskraft des Scheidungsurteils geäufneten Austrittsleistungen die Hälfte abzüglich der Hälfte der von der Gesuchstellerin während der Ehe bis zur Rechtskraft des  geäufneten Vorsorgeguthaben auf die Gesuchstellerin zu übertragen, und die Gesuchsteller ersuchen das Gericht gemeinsam, die Pensionskasse des  (H._; AHV-Nr. ...) anzuweisen, unmittelbar nach Eintritt der Rechtskraft des Scheidungsurteils den betreffenden Betrag auf das Freizügigkeitskonto der  bei der I._, ... [Adresse], (AHV-Nr. ...), zu überweisen.
2. Die Gesuchsteller werden nach Eintritt der Rechtskraft des Scheidungsurteils  bei der zuständigen AHV-Ausgleichskasse einen Splittingantrag stellen. Sie verpflichten sich, die dafür notwendigen Unterlagen vorzulegen und die erforderlichen Willenserklärungen auf erstes Verlangen hin abzugeben.
E. Grundlagen der Scheidungsvereinbarung
Die Gesuchsteller versichern, dass sie sich gegenseitig im Rahmen der  vollständig über die Vermögens- und Vorsorgeverhältnisse orientiert haben, und dass insbesondere sämtliche vorhandenen Vermögenswerte in die  Auseinandersetzung bzw. sämtliche vorhandenen Vorsorgeguthaben in den betreffenden Ausgleich mit einbezogen wurden und es insbesondere keine  von Vorsorgemitteln gegeben hat.
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Sie nehmen zur Kenntnis, dass das Verheimlichen von Vermögens- oder  der andern Partei allenfalls die Möglichkeit eröffnet, die vorliegende Teilvereinbarung wegen Irrtums oder Täuschung anzufechten (Art. 23 ff. OR)."
5. Die H._, ... [Adresse], wird angewiesen, vom Vorsorgekonto des Ge-
suchstellers (A._, AHV-Nr. ...) den Betrag von Fr. 87'586.75 auf das
Freizügigkeitskonto der Gesuchstellerin (B._, AHV-Nr. ...) bei der
I._, [Adresse], zu übertragen.
6. Der Gesuchsteller wird verpflichtet, der Gesuchstellerin an die Kosten des
Unterhalts der Kinder C._, D._ und E._ monatliche Beiträge
von je Fr. 1'400.–, zuzüglich allfällige gesetzliche oder vertragliche Kinderzu-
lagen, zu bezahlen, zahlbar im Voraus, je auf den Ersten des Monats ab
Rechtskraft des Urteils bis zur Mündigkeit der Kinder, vorbehältlich früherer
voller Erwerbsfähigkeit.
Diese Unterhaltsbeiträge sind auch über die Mündigkeit hinaus bis zum or-
dentlichen Abschluss einer angemessenen Ausbildung der Kinder geschul-
det und an die Gesuchstellerin zahlbar, solange das entsprechende Kind in
ihrem Haushalt lebt und keine eigenen Ansprüche stellt bzw. keinen anderen
Zahlungsempfänger bezeichnet.
Für den Fall, dass ein Kind einen Lehrlingslohn erzielen sollte, wird der Ge-
suchsteller berechtigt erklärt, die Hälfte des monatlich über Fr. 400.– hinaus
gehenden Lehrlingslohnes vom Unterhaltsbeitrag für das entsprechende
Kind abzuziehen.
7. Der Gesuchsteller wird verpflichtet, der Gesuchstellerin wie folgt monatliche
nacheheliche Unterhaltsbeiträge im Sinne von Art. 125 ZGB zu bezahlen,
zahlbar jeweils im Voraus, auf den Ersten eines jeden Monats:
− Fr. 3'800.– ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis und mit Juli 2014,
− Fr. 1'600.– ab August 2014 bis und mit Mai 2016.
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Darüber hinaus wird der Gesuchsteller verpflichtet, der Gesuchstellerin je-
weils 2/3 seines in den Jahren 2011 bis 2014 ausbezahlten Bonus zu bezah-
len, jedoch maximal insgesamt Fr. 36'400.– für alle vier Jahre zusammen,
zahlbar jeweils innert 30 Tagen nach Erhalt des Bonus.
Der Gesuchsteller wird verpflichtet, der Gesuchstellerin die entsprechenden
Auszahlungsbelege innert 10 Tagen nach Erhalt zur Einsicht zukommen zu
lassen.
8. Die Unterhaltsbeiträge gemäss Dispositivziffern 6 und 7 sowie der Betrag
des zur Reduktion berechtigenden Lehrlingseinkommens gemäss Ziff. 6 ba-
sieren auf dem Landesindex der Konsumentenpreise des Bundesamtes für
Statistik per Ende Dezember 2010 mit 104.2 Punkten (Basis Dezember
2005 = 100 Punkte). Sie werden jährlich auf den 1. Januar dem Indexstand
per Ende November des Vorjahres angepasst, erstmals auf den 1. Januar
2012. Berechnungsart:
(Alter Unterhaltsbeitrag) x (neuer Index)
Neuer Unterhaltsbeitrag =
–––––––––––––––––––––––––––––––––
104.2
Weist der Gesuchsteller nach, dass sich sein Einkommen nicht in vollem
Umfange der Teuerung angepasst hat, so erhöhen sich die Unterhaltsbei-
träge gemäss Ziff. 7 nur im Verhältnis der tatsächlich eingetretenen Ein-
kommenserhöhung.
9. Den Unterhaltsbeiträgen gemäss Ziffer 6 und 7 liegen folgende finanzielle
Verhältnisse der Gesuchsteller in Schweizer Franken zugrunde:
- Einkommen Gesuchstellerin bis Juli 2014:
(Vermögensertrag)
1'000.–
- Einkommen Gesuchstellerin August 2014 bis Mai 2016: (Vermögensertrag Fr. 1'000.–, hyp Erwerbseinkommen netto, inkl. 13. Monatslohn Fr. 2'750.–)
3'750.–
- Einkommen Gesuchstellerin ab Juni 2016: (Vermögensertrag Fr. 1'000.–, hyp Erwerbseinkommen netto, inkl.
6'500.–
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13. Monatslohn Fr. 5'500.–)
- Erwerbseinkommen Gesuchsteller: (monatlich netto, inkl. Spesenentschädigung, exkl. Kinderzulagen, exkl. Bonus)
13'070.–
- Gebührender Bedarf Gesuchstellerin und Kinder bis Juli 2011 sowie ab August 2014:
9'550.–
- Gebührender Bedarf Gesuchstellerin und Kinder von August 2011 bis Juli 2014:
9'950.–
- Gebührender Bedarf Gesuchstellerin ohne Kinder:
5'270.–
- Bedarf Gesuchsteller:
4'516.–
- Vermögen Gesuchstellerin:
ca. 600'000.–
- Vermögen Gesuchsteller:
ca. 20'000.–
- Zur Deckung des gebührenden Unterhalts der  durchschnittlich fehlender Betrag gemäss Art. 129 Abs. 3 und Art. 143 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB bis Juli 2014, falls Bonus Fr. 0.–:
910.–
10. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: Fr. 8'000.–.
11. Die Kosten werden den Gesuchstellern je zur Hälfte auferlegt.
12. Es wird keine Prozessentschädigung zugesprochen.
13./14. Mitteilung / Rechtsmittel
Berufungsanträge:
des Gesuchstellers, Erstberufungsklägers und Zweitberufungsbeklagten:
Ursprüngliche Anträge (act. 81)
,,1. Disp. Ziff. 7 des Urteils vom 8. Februar 2011 sei aufzuheben und der Gesuchsteller
sei zu verpflichten, der Gesuchstellerin wie folgt monatliche nacheheliche  im Sinne von Art. 125 ZGB zu bezahlen, zahlbar jeweils im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats:
- CHF 3'350.- ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis 30. September 2011 - CHF 1'000.- ab 1. Oktober 2011 bis 31. Mai 2016.
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2. Disp. Ziff. 9. des Urteils vom 8. Februar 2011 sei aufzuheben und durch folgende Fassung zu ersetzen: "Den Unterhaltsbeiträgen gemäss Ziff. 6 und 7 liegen folgende finanzielle Verhältnisse der Gesuchsteller in Schweizer Franken zugrunde:
- Einkommen Gesuchstellerin bis 30. September 2011: 2'000.- (Vermögensertrag - Vorbehalt der Änderung nach Durchführung des Beweisverfahrens)
- Einkommen Gesuchstellerin ab 1. Oktober 2011 bis 31. Mai 2016: 5'000.- (Vermögensertrag CHF 2'000.-, hyp. Erwerbseinkommen netto, inkl. 13. Monatslohn CHF 3'000.-)
- Einkommen Gesuchstellerin ab 1. Juni 2016: 8'000.- (Vermögensertrag CHF 2'000.-, hyp. Erwerbseinkommen netto, inkl. 13. Monatslohn CHF 6'000.-)
- Erwerbseinkommen Gesuchsteller: 13'070.- (monatlich netto, inkl. Spesenentschädigung, exkl. Familienzulagen, exkl. Bonus)
- Gebührender Bedarf Gesuchstellerin und Kinder: 9.550.-
- Gebührender Bedarf Gesuchstellerin ohne Kinder 5'270.-
- Bedarf Gesuchsteller: 5.466.-
- Vermögen Gesuchstellerin: Vorbehalt nach Durchführung des Beweisverfahrens
- Vermögen Gesuchsteller: ca. 20.000.-
3. Disp. Ziff. 11. und 12. seien aufzuheben und die erstinstanzlichen Kosten- und  gemäss Verfahrensausgang neu aufzuerlegen, unter  einer Prozessentschädigung (zuzügl. MwSt) an den Gesuchsteller;"
und dem Eventualbegehren:
4. Es sei Disp. Ziff. 7. Abs. 2 des Urteils vom 8. Februar 2011 aufzuheben und durch folgende Formulierung zu ersetzen:
"Darüber hinaus wird der Gesuchsteller verpflichtet, der Gesuchstellerin in den  2011, 2012 und 2013 jeweils die Hälfte seines Nettobonus, maximal jährlich CHF 10'920.-, sowie für das Jahr 2014 maximal CHF 3'640.- zu bezahlen, zahlbar jeweils innert 30 Tagen nach Erhalt des Bonus.
5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich MwSt) zu Lasten der ."
Modifizierte Anträge gemäss act. 108 (Modifikationen kursiv/fett )
,,1. Disp. Ziff. 7 des Urteils vom 8. Februar 2011 sei aufzuheben und der Erstberufungs-
kläger sei zu verpflichten, der Zweitberufungsklägerin wie folgt monatliche  Unterhaltsbeiträge im Sinne von Art. 125 ZGB zu bezahlen, zahlbar jeweils im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats:
- CHF 3'350.- ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis 30. September 2011 - CHF 1'270.- ab 1. Oktober 2011 bis 31. Mai 2016.
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2. Disp. Ziff. 9. des Urteils vom 8. Februar 2011 sei aufzuheben und durch folgende Fassung zu ersetzen: "Den Unterhaltsbeiträgen gemäss Ziff. 6 und 7 liegen folgende finanzielle Verhältnisse der Parteien in Schweizer Franken zugrunde:
- Einkommen Zweitberufungsklägerin bis 30. September 2011: 1'000.- (Vermögensertrag )
- Einkommen Zweitberufungsklägerin ab 1. Oktober 2011 bis 31. Mai 2016: 4'000.- (Vermögensertrag CHF 1'000.-, hyp. Erwerbseinkommen netto, inkl. 13. Monatslohn CHF 3'000.-)
- Einkommen Zweitberufungsklägerin ab 1. Juni 2016: 7'000.- (Vermögensertrag CHF 1'000.-, hyp. Erwerbseinkommen netto, inkl. 13. Monatslohn CHF 6'000.-)
- Erwerbseinkommen Erstberufungskläger: 13'070.- (monatlich netto, inkl. Spesenentschädigung, exkl. Familienzulagen, exkl. Bonus)
- Gebührender Bedarf Zweitberufungsklägerin und Kinder: 9.550.-
- Gebührender Bedarf Zweitberufungsklägerin ohne Kinder 5'270.-
- Bedarf Erstberufungskläger: 5.466.-
- Vermögen Zweitberufungsklägerin (gemäss Bilanz des Nachlass- vermögens J._ sel. per tt.12.2010, erstellt von der K._, abzüglich Kosten etc. von ca. 50'000) 600'000.- - Vermögen Erstberufungskläger: ca. 20.000.-
3. Disp. Ziff. 11. und 12. seien aufzuheben und die erstinstanzlichen Kosten- und  gemäss Verfahrensausgang neu aufzuerlegen, unter  einer Prozessentschädigung (zuzügl. MwSt) an den Erstberufungskläger;"
und dem Eventualbegehren:
4. Es sei Disp. Ziff. 7. Abs. 2 des Urteils vom 8. Februar 2011 aufzuheben und durch folgende Formulierung zu ersetzen:
"Darüber hinaus wird der Erstberufungskläger verpflichtet, der  in den Jahren 2011, 2012 und 2013 jeweils die Hälfte seines Nettobonus,  jährlich CHF 10'920.-, sowie für das Jahr 2014 maximal CHF 3'640.- zu , zahlbar jeweils innert 30 Tagen nach Erhalt des Bonus.
5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich MwSt) zu Lasten der ."
der Gesuchstellerin, Zweitberufungsklägerin und Erstberufungsbeklagten (act. 94A/3):
"1. Es sei Dispositivziffer 7 des Urteils des Einzelrichters im ordentlichen Verfahren am
Bezirksgericht Uster vom 8. Februar 2011 teilweise aufzuheben und neu zu fassen, wie folgt:
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,,7. Der Gesuchsteller wird verpflichtet, der Gesuchstellerin wie folgt monatliche nacheheliche Unterhaltsbeiträge im Sinne von Art. 125 ZGB zu bezahlen,  jeweils im Voraus, auf den Ersten eines jeden Monats:
- Fr. 3'800.- ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis und mit Juli 2014,
- Fr. 2'064.- ab August 2014 bis und mit Mai 2016.
Darüber hinaus wird der Gesuchsteller verpflichtet, der Gesuchstellerin jeweils 2/3 seines in den Jahren 2011 bis 2014 ausbezahlten Bonus zu bezahlen,  maximal insgesamt Fr. 72'520.- für alle vier Jahre zusammen, zahlbar  innert 30 Tagen nach Erhalt des Bonus.
Der Gesuchsteller wird verpflichtet, der Gesuchstellerin die entsprechenden Auszahlungsbelege innert 10 Tagen nach Erhalt zur Einsicht zukommen zu ."
2. Es sei Dispositivziffer 9 des Urteils des Einzelrichters im ordentlichen Verfahren am Bezirksgericht Uster vom 8. Februar 2011 teilweise aufzuheben und neu zu fassen bzw. ergänzen, wie folgt:
,,9. ... - Gebührender Bedarf der Gesuchstellerin und
Kinder bis Juli 2011: Fr. 10'453.-
- Gebührender Bedarf der Gesuchstellerin und Kinder von August 2011 bis Juli 2014: Fr. 10'853.-
- Gebührender Bedarf der Gesuchstellerin und Kinder ab August 2014: Fr. 10'014.-
...
- Zur Deckung des gebührenden Unterhalts der Gesuchstellerin durchschnittlich fehlender Betrag gemäss Art. 129 Abs. 3 ZGB und Art. 282 Abs.1 lit. c ZPO bis Juli 2014, falls Bonus Fr. 0.-: Fr. 1'813.-"
3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer) zu Lasten des Gesuchstellers und Appellaten."

Erwägungen:
I.
(Übersicht, Prozessgeschichte und anwendbares Verfahrensrecht)
1. Die Parteien haben am tt.mm.1997 in L._ geheiratet. Aus ihrer Ehe sind die Kinder C._, geboren am tt.mm.1997, D._, geboren am tt.mm.1999,
und E._, geboren am tt.mm.2000, hervorgegangen. Ab dem 1. März 2007
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lebten die Parteien getrennt, was eheschutzrichterlich am 13. Juni 2007 vorge-
merkt wurde.
2. Am 11. März 2009 gelangte der Gesuchsteller, Erstberufungskläger und  (nachfolgend: der Erstberufungskläger) an den Einzelrichter im
ordentlichen Verfahren am Bezirksgericht Uster (act. 1) und machte ein gemein-
sames Scheidungsbegehren gestützt auf Art. 112 ZGB anhängig. Die Parteien
wurden auf den 9. Juni 2009 zur Anhörung und zur Hauptverhandlung über die
strittigen Nebenfolgen vorgeladen (act. 5). Unmittelbar vor der angesetzten Ver-
handlung reichten die Parteien dem Gericht eine Teilvereinbarung über sämtliche
Nebenfolgen der Scheidung, mit Ausnahme der Regelung der Kinder- und nach-
ehelichen Unterhaltsbeiträge, ein (act. 17).
Zu den noch strittigen Nebenfolgen führte der Einzelrichter das Hauptverfah-
ren ab dem zweiten Vortrag schriftlich durch. In dessen Rahmen war der Tatsa-
che Rechnung zu tragen, dass der Vater der Gesuchstellerin, Zweitberufungsklä-
gerin und Erstberufungsbeklagten (nachfolgend: die Zweitberufungsklägerin) am
tt.mm.2009 verstorben und die Erbfolge eingetreten war. Daraus resultierten wei-
tere Schriftenwechsel. Am 8. Februar 2011 erging das Urteil (act. 80 [= act. 74 =
94A/2]; nachfolgend wird das Urteil der Kürze halber nur noch als act. 80 zitiert).
Für weitere Einzelheiten zum Verfahren des Einzelrichters – darunter u.a. auch
zur Kinderanhörung – kann auf die Erwägungen des einzelrichterlichen Urteils un-
ter Ziff. I/4 ff. verwiesen werden (vgl. act. 80 S. 6 ff.).
3. - 3.1 Am 16. März 2011 erhob der Erstberufungskläger rechtzeitig Berufung und beantragte damit die Änderung (Senkung) des in den Dispositiv-Ziffern 7 und
9 des vorinstanzlichen Urteils festgesetzten nachehelichen Unterhalts (u.a. wegen
zumutbarerer Aufnahme von Erwerbstätigkeit) sowie eine Erhöhung des ihm zu-
gerechneten gebührenden Unterhaltes (vgl. act. 81 S. 2 f.). Zur Behandlung sei-
ner Berufung wurde das vorliegende Verfahren mit der Nummer LC110018 ange-
legt, ein Kostenvorschuss eingeholt sowie danach Frist zur Berufungsantwort an-
gesetzt. Die Berufungsantwort (act. 92) samt Beilagen (act. 93/1-7) ging anfangs
Juni 20011 bei der Kammer ein.
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Ebenfalls am 16. März 2011 erhob die Zweitberufungsklägerin rechtzeitig
Berufung (act. 94A/3) und beantragte dabei die Änderung der Dispositivziffern 7
und 9 des vorinstanzlichen Urteils, und zwar im Sinne der Erhöhung des nach-
ehelichen Unterhalts (angemessene Altersvorsorge) usw. Zu der Behandlung die-
ser zweiten Berufung wurde das Verfahren mit der Nummer LC110021 angelegt,
gleichfalls ein Kostenvorschuss eingeholt und später Frist zur Berufungsantwort
angesetzt. Ebenso diese Berufungsantwort ging anfangs Juni 2011 bei der Kam-
mer ein (vgl. act. 94A/11).
Beide Parteien beantragten in ihren Berufungsantworten jeweils die Abwei-
sung der Berufung der Gegenpartei.
3.2 Mit Beschlüssen vom 14. Juni 2011 vereinigte die Kammer vorab die zwei  unter der Nummer des vorliegenden Prozesses und schrieb das
Verfahren mit der Nummer LC110021 als erledigt ab. Sie nahm zudem Vormerk
davon, dass das Urteil vom 8. Februar 2011 am 1. Juni 2011 in den unangefoch-
ten gebliebenen Punkten, nämlich den Dispositivziffern 1-6 sowie 8 am 1. Juni
2011 in Rechtskraft erwachsen war.
3.3 In ihrer Berufungsantwort hatte die Zweitberufungsklägerin diverse Noven vorgetragen und mit Beilagen unterlegt (vgl. act. 93/1-7). Mit Beschluss vom 14.
Juni 2011 gab die Kammer dem Erstberufungskläger daher Gelegenheit, zu die-
sen Noven Stellung zu nehmen. Nachdem die Zweitberufungsklägerin mit Einga-
be vom 25. August 2011 (act. 103) in Ergänzung ihrer Berufungsantwort unaufge-
fordert einen Schätzbericht zu einer Ferienliegenschaft in M._ eingereicht
hatte (act. 104), wurde dem Erstberufungskläger mit Verfügung vom 26. August
2011 Gelegenheit gegeben, sich ebenso zu diesem Novum zu äussern. Der Erst-
berufungskläger nahm diese Gelegenheiten mit einer Eingabe vom 1. September
2011 wahr (act. 108). Dabei modifizierte er seine Berufungsanträge und zog zwei
von drei prozessualen Anträgen zurück (vgl. a.a.O.).
Am 15. September 2011 wurde der Zweitberufungsklägerin Frist angesetzt
und Gelegenheit gegeben, sich zu den modifizierten Berufungsanträgen sowie
zum modifizierten prozessualen Antrag des Erstberufungsklägers zu äussern. Die
Zweitberufungsklägerin reichte daraufhin im Oktober 2011 eine Stellungnahme
- 15 -
ein (act. 112), welche hernach dem Zweitberufungsbeklagten zur Kenntnisnahme
zugestellt wurde.
4. Am 1. Januar 2011 ist die Schweizerische Zivilprozessordnung (ZPO) in Kraft getreten. Gemäss deren Art. 405 Abs. 1 gilt für Rechtsmittel das Recht, welches
bei der Eröffnung des Entscheides in Kraft ist. Das Urteil des Einzelrichters datiert
vom 8. Februar 2011 und wurde den Parteien danach eröffnet. Die Eröffnung er-
folgte somit, nachdem die ZPO in Kraft gesetzt worden war, weshalb sich das
Rechtsmittelverfahren ausschliesslich nach den Bestimmungen der ZPO richtet;
die Parteien wurden darauf bereits hingewiesen (vgl. act. 109). Ebenso gelangen
die auf den 1. Januar 2011 in Kraft getretenen ergänzenden kantonalen Erlasse
zur Anwendung, namentlich die Verordnungen des Obergerichts zu den Gerichts-
und Anwaltsgebühren.
Soweit das Verfahren des Einzelrichters zu überprüfen sein wird, hat das
hingegen gestützt auf Art. 404 Abs. 1 ZPO noch gemäss den Bestimmungen der
altrechtlichen ZPO/ZH, des GVG/ZH und der dazugehörigen ergänzenden kanto-
nalen Bestimmungen zu erfolgen.
II.
(Zu den Berufungen im Einzelnen)
1. Der Erstberufungskläger hat im Verlauf des Verfahrens seine Berufungsanträge modifiziert. Der Sache nach handelt es sich im Wesentlichen um einen teilweisen
Rückzug seiner anfänglich gestellten weiter gehenden Begehren. Das ist im Beru-
fungsverfahren ohne Weiteres zulässig. Weiterungen zu dem Thema an dieser
Stelle erübrigen sich insofern.
Nach dem Rückzug von zwei der drei prozessualen Anträge durch den Erst-
berufungskläger (vorn Ziff. I/3.3) ist einzig noch der Antrag übrig geblieben, mit
dem der Erstberufungskläger die Edition des Erbteilungsvertrages durch die
Zweitberufungsklägerin beantragt. Nachdem die Ehe der Parteien bereits rechts-
kräftig geschieden ist, findet dieser Antrag – wie der Erstberufungskläger selbst
richtig erkannt hat – allerdings keine Stütze mehr im materiellen Recht (zur Aus-
kunft unter Ehegatten), sondern ist prozessualer Natur. Als solcher erlischt er mit
- 16 -
der Beendigung des Prozesses. Da heute das Urteil zu fällen und der Prozess zu
beenden ist, entfällt ein Eingehen auf den Antrag selbst, nachdem keine der Par-
teien behauptet hat, der Erbteilungsvertrag sei mittlerweile zu Stande gekommen.
Anzumerken bleibt einzig noch, dass auf den Antrag aus den eben genann-
ten Gründen (fehlende Grundlage im materiellen Recht) auch dann nicht einzutre-
ten wäre, wenn der Erstberufungskläger mit ihm eine Verpflichtung der Zweitberu-
fungsklägerin zur Edition erst nach Beendigung des Berufungsverfahren anstre-
ben wollte. Ob er das mit dem (prozessualen) Antrag wirklich anstrebte, folgt aus
dem Antrag selbst so allerdings nicht zwingend, kann aufgrund der Begründung
des Antrages immerhin nicht ausgeschlossen werden, jedoch offen bleiben. Denn
am hier gezeichneten Ergebnis des Nichteintretens änderte sich nichts.
2. Die zwei Berufungen drehen sich – wie schon angesprochen – um den  Unterhalt i.S. des Art. 125 ZGB, geregelt im vorinstanzlichen Urteil vom
8. Februar 2011 (act. 80) in der Dispositiv-Ziffer 7, sowie um die Festsetzung des
gebührenden Unterhalts (Dispositiv-Ziffer 9 des Urteils vom 8. Februar 2011).
Bevor im Einzelnen auf die strittigen Fragen eingegangen wird, gilt es noch
einige Vorbemerkungen anzubringen.
2.1 Der Einzelrichter hat den gebührenden Unterhalt/Bedarf der  (ohne Berücksichtigung eines Bedarfs für angemessene Altervorsorge)
einerseits für die Zweitberufungsklägerin allein errechnet und auf Fr. 5'270.- pro
Monat festgelegt, sowie anderseits für die Zweitberufungsklägerin zusammen mit
den drei Kindern errechnet und auf monatlich Fr. 9'550.- festgesetzt. Diese zwei
Werte sind im Berufungsverfahren von beiden Parteien so nicht mehr in Frage
gestellt worden (vgl. etwa act. 81 S. 5). Die Zweitberufungsklägerin nimmt sie zu-
dem zum Ausgangspunkt ihrer Berechnungen zum sog. Vorsorgeunterhalt (vgl.
act. 94A/3 S. 6), worauf noch zurückzukommen sein wird.
2.2 Bei der Prüfung der Eigenversorgungskapazitäten der Zweitberufungsklägerin kam der Einzelrichter im angefochtenen Urteil u.a. zum Ergebnis, aufgrund der
von der Zweitberufungsklägerin angetretenen Erbschaft von rund Fr. 600'000.-
und dem Zugeständnis der Zweitberufungsklägerin, sich einen Vermögensertrag
von 2% anrechnen zu lassen, resultiere auf den Monat umgerechnet ein Betrag
- 17 -
von jeweils Fr. 1'000.-. Den habe sich die Zweitberufungsklägerin als Einkommen
zur Deckung ihres Unterhaltes/Bedarfes anrechnen zu lassen (vgl. act. 80 S. 36).
Auch das ist im Ergebnis des Berufungsverfahrens kein strittiges Thema
mehr (vgl. etwa act. 94A/3 S. 5, act. 92 S. 15 und S. 17, act. 108 S. 2 f. [modifi-
zierte Anträge], S. 8). Zu ergänzen bleibt einzig, dass das Einkommen aus Ver-
mögensertrag an den zugestandenen Vermögensumfang anknüpft; das schliesst
es konsequenterweise aus, von der Zweitberufungsklägerin zugleich den Verzehr
dieses Vermögens zu verlangen.
2.3 Der Einzelrichter hat in seinem Urteil endlich eine Unterhaltspflicht des  auf den Zeitraum ab Eintritt der Rechtskraft des Scheidungsurteils
bis und mit Mai 2016 festgesetzt. Er kam zum Schluss, ab dem Juni 2016 sei die
Zweitberufungsklägerin in der Lage, ihren Unterhalt durch Erwerbstätigkeit selbst
zu decken.
Keine der Parteien hat mit den Berufungsanträgen in Frage gestellt, dass die
Unterhaltspflicht des Erstberufungsklägers gegenüber der Zweitberufungsklägerin
auf den Zeitraum bis Mai 2016 begrenzt bleibt. Nachdem das Urteil des Einzel-
richters vom 8. Februar 2011 in den unangefochten gebliebenen Punkten am
1. Juni 2011 in Rechtskraft erwachsen ist (vgl. vorn Ziff. I/3.2) und die Parteien
seit da rechtskräftig geschieden sind, gilt es im Folgenden, die strittigen Fragen
zum übrigen Umfang der Pflicht usw. mit Wirkung ab dem 1. Juni 2011 für die Zeit
bis Ende Mai 2016 zu prüfen.
3. Der Einzelrichter erwog im angefochtenen Urteil, der Zweitberufungsklägerin sei ein Wiedereinstieg ins Berufsleben schon vor Juni 2016 zuzumuten, und zwar
ab August 2014 wenigstens zu 50%. Er rechnete der Zweitberufungsklägerin ab
diesem Zeitpunkt deshalb ein hypothetisches Einkommen von monatlich
Fr. 2'750.- an und reduzierte die Unterhaltspflicht des Erstberufungsklägers ent-
sprechend.
Zu diesem Ergebnis gelangte der Einzelrichter im Wesentlichen aus folgen-
den Überlegungen. Unter Verweis auf Vorbringen der Zweitberufungsklägerin hielt
er zunächst in seinem Urteil fest, es habe der Wiedereinstieg der Zweitberufungs-
klägerin ins Erwerbsleben ihrem schon während des ehelichen Zusammenlebens
- 18 -
geäusserten Wunsch entsprochen. Diesen Wunsch habe sie im Rahmen des
Eheschutzverfahrens gar bekräftigt, danach eine Weiterausbildung in Angriff ge-
nommen und im Jahr 2008 abgebrochen (wegen Überlastung/Burnout), nicht aber
ohne ein gewisses Mitverschulden. Es sei von daher nicht nachvollziehbar, wenn
die Zweitberufungsklägerin nun im Scheidungsverfahren (vor erster Instanz) den
Standpunkt einnehme, ein Wiedereinstieg ins Berufsleben sei ihr nicht mehr zu-
zumuten.
Im Weiteren hielt der Einzelrichter dafür, es stehe einer Wiederaufnahme
der abgebrochenen Ausbildung ab August 2011 nichts entgegen; die Zweitberu-
fungsklägerin sei in der Lage, die Ausbildung bis in den Sommer 2014 vollständig
zu absolvieren. Ab da sei sie in der Lage, ein 50%-Pensum im Erwerbsleben zu
erfüllen, ohne die Kinderbetreuungsaufgaben wesentlich zu vernachlässigen, zu-
mal die drei Kinder dannzumal 17, 15 und 14 Jahre alt sein werden. Für die Zeit
bis August 2014 billigte er der Zweitbildungsklägerin Zusatzkosten für Ausbildung-
/Kinderbetreuung von Fr. 400.- pro Monat zu (vgl. act. 80 S. 31 ff.). Das von der
Zweitberufungsklägerin ab August 2014 erzielbare Einkommen schätzte er auf
Fr. 2'750.- und rechnete ihr den entsprechenden Wert ab August 2014 als hypo-
thetisches Einkommen an (a.a.O.).
Um hier die Wiederholung der einzelrichterlichen Ausführungen im Detail zu
vermeiden, wird auf die entsprechenden Erwägungen im angefochtenen Urteil
verwiesen.
3.1 - 3.1.1 Der Erstberufungskläger wendet sich gegen diese Sicht des . Nach seinem Dafürhalten ist es der Zweitberufungsklägerin zuzumuten, oh-
ne Verzögerungen wieder eine Tätigkeit im angestammten Berufsfeld (Mode-
Design, Modeberatung, Modeeinkauf) zu einem Beschäftigungsgrad von 50%
aufzunehmen. Die Weiterausbildung hat die Zweitberufungsklägerin nach seinem
Dafürhalten im Jahre 2008 letztlich freiwillig abgebrochen. Die Anordnung des
Einzelrichters, es dürfe die Gesuchstellerin die einst abgebrochene Ausbildung im
Sommer 2011 wieder aufnehmen und im Jahre 2014 abschliessen, sei ohne
rechtliche Grundlage und widerspreche dem einst von den Parteien Vereinbarten
(vgl. act. 81 S. 7). Bis heute habe sich die Zweitberufungsklägerin – so der Erst-
berufungskläger ebenfalls – ohne nachvollziehbare Gründe nicht um eine Anstel-
- 19 -
lung bemüht (vgl. act. 81 S. 7 f., act. 108 S. 7). Das dürfe sich nicht zu seinen
Lasten auswirken (vgl. act. 108 S. 7).
Der Erstberufungskläger billigt der Zweitberufungsklägerin immerhin aus-
drücklich eine Übergangsfrist von 7 Monaten für die Aufnahme teilweiser Er-
werbstätigkeit ein (vgl. act. 81 S. 8), wobei er diese nicht ab dem Zeitpunkt der
Scheidung berechnet (vgl. a.a.O.), sondern ab März 2011. Ab dem 1. Oktober
2011 ist der Zweitberufungsklägerin daher nach seiner Auffassung ein monatli-
ches Nettoerwerbseinkommen von Fr. 3'000.- anzurechnen, ein Lohn, der auf
dem hiesigen Markt im angestammten Beruf der Gesuchstellerin erzielbar sei
(vgl. act. 81 S. 8 f.).
3.1.2 Die Zweitberufungsklägerin wehrt sich im Berufungsverfahren nicht (mehr) gegen den Standpunkt des Einzelrichters, es sei ihr die Wiederaufnahme einer
Erwerbstätigkeit ab August 2014 wenigstens zu 50% zuzumuten (vgl. etwa act. 92
S. 13). Sie hält der Sache nach jedoch fest, auf ihrem angestammten Beruf als
Modedesignerin/Einkäuferin könne sie, welche auch für die drei Kinder zu sorgen
habe, nicht (mehr) tätig werden, solange sie noch Betreuungsaufgaben wahr-
nehmen müsse. Die Tätigkeit in diesem Berufsfeld sei nämlich stets mit Reisen
sowie längeren Abwesenheiten usw. verbunden (vgl. etwa act. 92 S. 6). Ohne
vorgängige Weiter-/Ausbildung könne sie zudem auch anderweitig nicht erwerbs-
tätig werden (vgl. a.a.O. S. 13). Die Vorinstanz habe im Einklang mit bundesge-
richtlichen Maximen richtig erkannt, dass sie noch gut drei Jahre benötige, um
sich wieder fit für den Arbeitsmarkt machen zu können (vgl. act. 92 S. 12). Die
Aufnahme einer anderweitigen Erwerbstätigkeit vor Sommer 2014 ist ihr daher
nach ihrer Auffassung nicht zuzumuten.
Dass ihr der Einzelrichter für eine Erwerbstätigkeit von 50% als monatlichen
Nettolohn den Betrag von Fr. 2'750.- anrechnete, beanstandet die Zweitberu-
fungsklägerin sodann ausdrücklich nicht (vgl. act. 92 S. 13).
3.1.3 Strittig ist somit zwischen den Parteien einerseits, ob es der  zuzumuten ist, auf eine weitere Ausbildung zu verzichten, um den
Wiedereinstieg ins Berufsleben schon vor August 2014 zu bewerkstelligen, sowie
- 20 -
anderseits die Höhe des von ihr mutmasslich erzielbaren Erwerbseinkommens
beim Wiedereinstieg ins Berufsleben.
3.2 Nachehelicher Unterhalt ist dann und soweit geschuldet, wenn und wie es der sog. berechtigten Partei unmöglich oder wenigstens unzumutbar ist, für ihren ge-
bührenden Unterhalt selbst zu sorgen. Nach der bundesgerichtlichen Rechtspre-
chung, wie sie auch in der Literatur aufgearbeitet ist (vgl. z.B. Gloor/Spycher, in:
BSK ZGB I, 4. A., Basel 2010, Art. 125 N 6 ff., mit div. Verweisen auf die ein-
schlägige Judikatur), beurteilt sich die Zumutbarkeit unter diversen Gesichtspunk-
ten. Zu erwähnen sind etwa die persönlichen Fähigkeiten zur Aufnahme einer Er-
werbstätigkeit bzw. zur Steigerung des Beschäftigungsgrades im Rahmen einer
bereits ausgeübten Erwerbstätigkeit oder etwa die Betreuungspflichten, welche
eine Partei nachehelich für die gemeinsamen Kinder zu übernehmen hat. Hier
gelten als (schematische) Anhaltspunkte das Alter der Kinder, wobei die Erwerbs-
tätigkeit desto zumutbarer ist, je älter die Kinder sind (Stichworte: teilweise Er-
werbstätigkeit ist zumutbar, wenn das jüngste Kind älter als 10 Jahre ist, volle Er-
werbstätigkeit ist zumutbar, wenn das jüngste Kind das 16. Altersjahr vollendet
hat). Weiter können als massgebliche Gesichtspunkte beispielhaft erwähnt wer-
den das Alter des Berechtigten und die damit verbundenen Gesichtspunkte etwa
zum Wiedereinstieg ins Berufsleben, die Ehedauer sowie die Aufgabenteilung und
Ziele der Parteien in Bezug auf eine Wiederaufnahme oder die Steigerung der
Erwerbstätigkeit während der Ehe.
Der Einzelrichter hat im angefochtenen Entscheid, auf den verwiesen wer-
den kann (vgl. vorn Ziff. II/3. vor. 3.1), diese diversen Gesichtspunkte grundsätz-
lich berücksichtigt. Zwischen den Parteien ist es – wie gesehen – denn auch kein
strittiges Thema mehr, dass die Zweitberufungsklägerin, der die Kinderbetreuung
obliegt, ab Juni 2016 für den ihr gebührenden Unterhalt selbst wird vollständig
aufkommen können (bzw. müssen). Ihre wirtschaftliche Selbständigkeit ist inso-
weit das unstrittige Ziel, terminiert auf einen Zeitpunkt hin, in dem die Zweitberu-
fungsklägerin 52 Jahre und das jüngste Kind 16 Jahre alt sein wird.
3.2.1 Ein beruflicher Wiedereinstieg im Alter von 52 Jahren ist nach allgemeiner Lebenserfahrung schwer, wenn überhaupt zu bewerkstelligen, nicht hingegen der
- 21 -
Ausbau einer bereits ausgeübten beruflichen Tätigkeit. Das Ziel der wirtschaftli-
chen Selbständigkeit der Zweitberufungsklägerin ab Juni 2016 besteht denn auch
nicht darin, dass die Zweitberufungsklägerin erst dannzumal wieder in das Berufs-
leben eintreten soll, sondern setzt die frühere Aufnahme einer Erwerbstätigkeit
voraus. Das Ziel und der Weg, dieses zu erreichen, stehen insoweit im Einklang
mit dem schon während des ehelichen Zusammenlebens geäusserten Wunsch
bzw. Bestreben der Zweitberufungsklägerin, ihren beruflichen Wiedereinstieg in
Etappen zu bewerkstelligen. Die entsprechenden Fakten zu diesem Vorhaben hat
sie übrigens schon dem Einzelrichter dargelegt: Im Sommer 2006, also im Alter
von 42 Jahren, schrieb sich die Zweitberufungsklägerin für den Ausbildungslehr-
gang einer Schnitttechnikerin ein; die Anmeldung zog sie danach zurück zuguns-
ten von Ikebana- und Kalligrafiekursen (vgl. act. 41 S. 24); im Jahr 2007 begann
sie den Kurs dann gleichwohl, bevor sie ihn im Jahr 2008 abbrach.
Die Gründe für den Abbruch sowie bereits für die Abmeldung im Jahre 2006
sind hier nicht weiter zu erörtern, nachdem das Ziel der wirtschaftlichen Selbstän-
digkeit der Zweitberufungsklägerin ab Juni 2016 weiterhin besteht und auch der
Weg hierzu mit einer vorherigen teilweisen Aufnahme einer Erwerbstätigkeit. Die
von der Zweitberufungsklägerin schon dem Einzelrichter dazu vorgetragenen Fak-
ten erhellen übrigens, dass der berufliche Wiedereinstieg der Zweitberufungsklä-
gerin nach der Vorstellung der Parteien (bzw. insbesondere der Zweitberufungs-
klägerin selbst: vgl. act. 41 S. 24) bereits im Jahre 2006 nicht zwingend auf den
zuletzt ausgeübten Beruf im Textilmode-Einkauf beschränkt sein soll, sondern al-
lenfalls auch in einem verwandten Berufsumfeld erfolgen kann bzw. soll. Das
schliesst z.B. eine Tätigkeit im Handel oder Beratung im Beschaffungswesen, bei
der Qualitätskontrolle, ferner eine Stilberatung und den Verkauf im Bereich der
Textilmode ebenso wenig aus wie andere Tätigkeiten in einem Berufsumfeld, in
dem Design und Gestaltung eine Rolle spielen. Es liegt auf dieser Linie, wenn die
Zweitberufungsklägerin heute festhält, es sei ihr ein Wiedereinstieg nicht möglich
ohne weitere Ausbildung, und das z.B. auch in Bezug auf EDV-Kenntnisse und -
fertigkeiten (vgl. act. 41 S. 25). Das ist ihr denn auch ohne Weiteres zuzugeste-
hen. Was der Erstberufungskläger dagegen vorbringt, geht insoweit an der Sache
vorbei.
- 22 -
3.2.2 Auf der Linie eines gewissermassen gestaffelten Wiedereinstiegs ins  liegt es ebenso, dass nach Jahren der Absenz vom Erwerbsleben nicht
sogleich mit dem Wiedereinstieg in Kaderpositionen gerechnet werden kann, wie
die Zweitberufungsklägerin sie einst etwa als Einkäuferin bei N._ eingenom-
men hatte, und zwar aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung einerseits wegen
der anfänglich angestrebten bzw. anzustrebenden teilweisen Erwerbstätigkeit,
aber anderseits ebenso deshalb, weil Berufserfahrung im beruflichen Umfeld nach
mehr als 10 Jahren der Absenz erst wieder zu erwerben sein wird.
Der Einzelrichter hat auch das im angefochtenen Entscheid der Sache nach
durchaus erkannt. Er hat diese Erkenntnis indessen umgesetzt auf einen Sach-
verhalt, der den Wiedereinstieg der Zweitberufungsklägerin in die Erwerbstätigkeit
nach dem Abschluss eines Kurses unterstellt, den die Zweitberufungsklägerin ab-
gebrochen hat. Das kann nach dem bislang Ausgeführten dann nicht beanstandet
werden, wenn die nochmalige Inangriffnahme der Ausbildung bereits erfolgt ist
oder zumindest konkret im Raum steht (weil die erneute Anmeldung erfolgt ist
usw.). Solches ist allerdings nicht erkennbar. Im Gegenteil: Bereits im November
2009 liess die Zweitberufungsklägerin dem Einzelrichter vortragen, die Umgestal-
tung des Kurses zur Schnitttechnikerin durch die Schule gestatte die Fortsetzung
des abgebrochenen Kurses nicht mehr. Ergänzend liess sie ausführen, "sie müss-
te vielmehr den ganzen Ausbildungsgang noch einmal von vorne beginnen"
(act. 41 S. 26). Das erachtete sie indes – wie den Wiedereinstieg ins Berufsleben
überhaupt – als unzumutbar, wie der Einzelrichter richtig erkannte (vgl. act. 80
S. 33: "Nicht nachvollziehbar ..."). Eine Absicht der Zweitberufungsklägerin, das
in Angriff zu nehmen, was sie damals als Voraussetzung eines (erfolgreichen)
Wiedereinstieges ins Berufsleben erachtete, nämlich dass sie den ganzen Ausbil-
dungsgang noch einmal von vorne beginnen muss, ist damit schon vor dem Ein-
zelrichter nicht behauptet worden (sondern wenn überhaupt, dann das Gegenteil
davon).
Seit November 2009 bis heute hat die Zweitberufungsklägerin im Einklang
mit ihrer damaligen Position sodann zwar immer wieder das Absolvieren von Kur-
sen der Weiter(aus)bildung als Voraussetzung für ihren erfolgreichen beruflichen
Wiedereinstieg betont und erst jüngst darauf hingewiesen, sie benötige gut drei
- 23 -
Jahre, um sich wieder fit für den Arbeitsmarkt machen zu können (vgl. act. 92
S. 12). Wie sie sich diese Fitness konkret holen will, mit welchen Kursen, die dann
auch noch erst in drei Jahren abgeschlossen sein können, und was sie hierfür be-
reits getan hat (Anmeldungen usw.), blieb hingegen stets unerwähnt. Insbesonde-
re wurde weder dargelegt, die Zweitberufungsklägerin plane z.B. einen bestimm-
ten EDV-Kurs zu besuchen (um hier Fertigkeiten zu erlangen, die ihr nach ihrer
Darstellung fehlen) oder besuche gar einen solchen, noch wird behauptet, sie
plane nunmehr doch, den neu gestalteten Kurs der Schnitttechnikerin in Angriff zu
nehmen (bei dem es sich mutmasslich um den Kurs zur Dipl. Technikerin ...
[Kursbezeichnung] der O._ [Schule] handelt).
Es hat daher als erstellt zu gelten, dass die Zweitberufungsklägerin seit No-
vember 2009 weder konkrete Pläne gefasst, geschweige denn konkrete Schritte
unternommen hat, um ihre "Fitness" für den beruflichen Wiedereinstieg zu erlan-
gen. Von daher fehlt der Auffassung, aus Weiter(aus)bildungsgründen sei ein be-
ruflicher Wiedereinstieg erst nach Abschluss einer berufsspezifischen dreijährigen
Weiter(aus)bildung im Sommer 2014 möglich und zumutbar, auch heute weiterhin
eine tatsächliche Grundlage. Und es liegt zudem kein Sachverhalt vor, der die
Annahme als begründet rechtfertigen könnte, die Zweitberufungsklägerin habe
überhaupt konkrete Pläne zu einer langdauernden beruflichen Weiter(aus)bildung,
die sie in Bälde umsetzen werde. Fehlt es an solchen Plänen, kann folgerichtig für
die Zweitberufungsklägerin die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit erst nach Ab-
schluss einer besonderen, mehrjährigen berufsspezifischen Weiter(aus)bildung
nicht im Vordergrund stehen. Insoweit ist ihr dann aber die Aufnahme einer Er-
werbstätigkeit im unter Ziff. II/3.2.1 dargelegten Berufsfeld auch ohne besondere,
mehrjährige berufsspezifische Weiter(aus)bildung zuzumuten.
Mit Blick auf das Alter der Kinder sowie die der Zweitberufungsklägerin zu-
zubilligende vorgängige allgemeine Weiterbildung etwa in Bereichen der EDV o-
der im Hinblick auf eine bestimmte Stelle, welche auch im unter Ziff. II/3.2.1 dar-
gelegten Berufsumfeld ohne Kaderposition (vgl. vorn Ziff. II/3.2.2, am Anfang) un-
erlässlich scheinen, ist der Zweitberufungsklägerin jedoch eine Übergangsfrist
von rund eineinhalb Jahren ab Eintritt der Rechtskraft des Scheidungsurteils bis
Ende 2012 zuzugestehen, um im reduzierten Pensum den Wiedereinstieg zu be-
- 24 -
werkstelligen. Dannzumal wird die Tochter E._, das jüngste Kind, im 13. Le-
bensjahr stehen, wird sich der Betreuungsaufwand für sie entsprechend reduziert
haben und kann von der Tochter wie auch von den älteren Söhnen z.B. erhöhte
Mitwirkung im Haushalt sowie erhöhte Selbständigkeit im Schulischen sowie in
der Ausübung von Freizeitaktivitäten erwartet werden (diese Erwartung darf an
Kinder in diesem Alter ganz allgemein gestellt werden, unabhängig davon, ob sie
mit beiden Eltern zusammen wohnen oder mit einem allein erziehenden Eltern-
teil). Die Zweitberufungsklägerin wird Ende 2012 sodann erst 48 Jahre alt sein,
was ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt als Stellensuchende für eine Teilzeitbe-
schäftigung im Vergleich zu einem späteren Zeitpunkt des Wiedereinstiegs erfah-
rungsgemäss erhöht. Hinzu kommt, dass ein Wiedereinstieg bereits zu Beginn
des Jahres 2013 es der Zweitberufungsklägerin gestattet, aktuelle Berufserfah-
rung zu gewinnen, was wiederum ihre Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt für die
Aufnahme der vollen Erwerbstätigkeit im Juni 2016 verbessert.
Um auch das zu erwähnen: Nicht zugemutet werden kann der Zweitberu-
fungsklägerin mit Blick auf das Alter der Kinder und die ihr übertragene Kinderbe-
treuung die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit auf den Januar 2013 hin, die unre-
gelmässige längere Absenzen von zu Hause mit sich bringt, etwa wegen Aus-
landaufenthalten usw., wie in früheren Stellungen, die die Zweitberufungsklägerin
ausgefüllt hatte. Das scheint der Erstberufungskläger zu übersehen.
3.3 Der Einzelrichter hat für eine Erwerbstätigkeit der Zweitberufungsklägerin im reduzierten Umfang von 50% die Prognose eines erzielbaren Einkommens von
Fr. 2'750.- pro Monat gestellt und diesen Betrag als hypothetisches Einkommen in
die Rechnung eingestellt. Die Zweitberufungsklägerin hat das akzeptiert, wäh-
renddem der Erstberufungskläger Fr. 3'000.- netto als den richtigen Wert erachtet
(dieser Wert entspricht laut Erstberufungskläger einem monatlichen Bruttoein-
kommen von Fr. 3'500.- sowie von Fr. 7'000.- bei voller Erwerbstätigkeit; vgl.
act. 94A/11 S. 4). Gemäss dem statistischen Jahrbuch 2011 des BFS (dort
S. 106 f.) ist in den Bereichen des Verkaufes und der Beratung auf dem Anforde-
rungsniveau 3 (in dem Berufs- bzw. Fachkenntnisse vorausgesetzt sind) bei ei-
nem Vollpensum im Durchschnitt ein monatlicher Bruttolohn zwischen rund
Fr. 4'300.- (Verkauf usw.) und rund Fr. 6'200.- (Beratung usw.) erzielbar. Der vom
- 25 -
Erstberufungskläger als richtig erachtete Wert erweist sich bereits insoweit als un-
realistisch. Weiterungen in diesem Punkt erübrigen sich deshalb und es bleibt
beim Anerkannten.
3.4 Im Sinne eines Zwischenergebnisses bleibt somit festzuhalten, dass für die Zweitberufungsklägerin ab Januar 2013 die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit im
Umfang von 50% zumutbar ist und ihr ab diesem Zeitpunkt ein hypothetisches
Einkommen von Fr. 2'750.- anzurechnen ist. Sachgemäss bleibt es im Übrigen
bei einer Unterhaltspflicht des Erstberufungsklägers, und zwar grundsätzlich in
dem Umfang, wie ihn bereits der Einzelrichter festgelegt hat.
4. Der Erstberufungskläger kritisiert (act. 81 S. 5 f. und S. 9), dass der  bei der Berechnung des gebührenden Bedarfs der Zweitberufungsklägerin für
die Kosten der Ausbildung und damit verbundener allfälliger Mehrkosten in der
Kinderbetreuung einen Posten von Fr. 400.- pro Monat eingerechnet hat, und
zwar für den Zeitraum von August 2011 bis Juli 2014 (vgl. dazu act. 80 S. 34). Der
Sache nach wird vorgetragen, dass es diesem Posten an der sachverhaltsmässi-
gen Grundlage fehle, nachdem die Zweitberufungsklägerin keine mehrjährige
Ausbildung zur Schnitttechnikerin besuche (vgl. act. 81 S. 9).
Der Erstberufungskläger kritisiert weiter, dass der Einzelrichter demgegen-
über den von ihm auch geltend gemachten Posten für Weiterbildung bei der Be-
rechnung des Bedarfes nicht berücksichtigt habe (vgl. act. 81 S. 12).
4.1 Was letzteres betrifft, so hat der Erstberufungskläger beim Einzelrichter die Berücksichtigung von Weiterbildungskosten für Kurse verlangt, deren Besuch der
Arbeitgeber von ihm verlange, aber nicht bezahle. Im Juni 2009 trug er Entspre-
chendes vor, unter Hinweis auf einen Kurs, den er bereits besucht hatte, und ei-
nen weiteren Kurs, den er bis August 2010 zu besuchen habe (vgl. act. 20 S. 10).
Weitere Kurse, für deren Kosten er aufzukommen hat, behauptete der Erstberu-
fungskläger in der Folge weder dem Einzelrichter gegenüber noch im Berufungs-
verfahren (vgl. act. 81 [dort insbesondere S. 12 f.], act. 108 [dort insbesondere
S. 8 f.]). Es darf daher als erstellt gelten, dass keine derartigen Kurse mehr anfal-
len. Die Folgerung des Einzelrichters, die Position Weiterbildungskosten sei dem
Erstberufungskläger nicht anzurechnen, weil nicht nachgewiesen sei, dass in Zu-
- 26 -
kunft weitere solche Kosten anfallen würden (vgl. act. 80 S. 38), erweist sich da-
her im Ergebnis auch heute als zutreffend.
4.2 Mit Blick auf das unter Ziff. II/3.2-3.4 Erwogene grundsätzlich zutreffend ist demgegenüber die Auffassung des Erstberufungsklägers zum Posten Weiterbil-
dung in der vom Einzelrichter vorgenommenen Berechnung des Bedarfes der
Zweitberufungsklägerin für den Zeitraum August 2011 bis Juli 2014. Die Zweitbe-
rufungsklägerin besucht den mehrjährigen Weiter(aus)bildungskurs, welcher zum
Anlass für die Aufnahme des Postens in die Berechnung genommen worden war,
nicht. Sie hat bis heute auch keinen anderen Kurs besucht. Die Aufnahme einer
Erwerbstätigkeit ohne diese Weiter(aus)bildung ist zudem ab dem 1. Januar 2013
zumutbar. Entsprechende Kosten für eine mehrjährige Weiter(aus)bildung entfal-
len daher.
Nicht zu übersehen ist immerhin, dass der Zweitberufungsklägerin der Be-
such von EDV-Kursen und ebenso von anderen Kursen, auch berufsspezifischer
Art, welche der Vorbereitung eines erfolgreichen beruflichen Wiedereinstiegs die-
nen, bis Ende 2012 sachgemäss zuzugestehen ist. Die Notwendigkeit der Besu-
che solcher Kurse hat die Zweitberufungsklägerin denn auch wiederholt geltend
gemacht. Allgemein bekannt ist sodann, dass die Kosten auch bloss relativ kur-
zer, einige Tage dauernder EDV-Kurse rasch einmal Fr. 400.- bis Fr. 500.- betra-
gen, die Kosten von Intensivkursen, die tagsüber stattfinden, allenfalls noch höher
liegen, und ebenso berufsspezifische Vorbereitungsveranstaltungen oder Kurse
etwa der Textilfachschule nicht gratis zu haben sind. Das rechtfertigt es, der
Zweitberufungsklägerin für das Jahr 2012 den schon vom Einzelrichter zugemes-
senen Betrag von monatlich Fr. 400.- in der Bedarfsrechnung zuzubilligen.
5. Der Erstberufungskläger kritisiert an der Berechnung seines Bedarfs durch den Einzelrichter neben dem eben behandelten Punkt der Ausbildungskosten auch
noch den für Steuern eingesetzten Posten. Der vom Einzelrichter geschätzte Be-
trag von Fr. 500.- pro Monat sei zu tief. Die von ihm vor dem Einzelrichter geltend
gemachten Fr. 750.- seien auf jeden Fall nicht überhöht (vgl. act. 81 S. 12).
Die Zweitberufungsklägerin hält sinngemäss dagegen, die vom Einzelrichter
in die Berechnung gestellten Fr. 500.- seien an sich sogar zu hoch bemessen; es
- 27 -
sei jedoch der vom Einzelrichter festgelegte Bedarf insgesamt zu belassen (vgl.
act. 92 S. 19). Sie geht dabei von einem steuerbaren Einkommen des Erstberu-
fungsklägers von Fr. 50'000.- aus und einem steuerbaren Vermögen von
Fr. 20'000.- (a.a.O., S. 18).
Der Einzelrichter hat seiner Schätzung ein steuerbares Einkommen von rund
Fr. 60'000.- und ein steuerbares Vermögen von Fr. 20'000.- zugrunde gelegt, wie
eine Nachrechnung über das Steuerberechnungsprogramm des kantonalen Steu-
eramtes für das Jahr 2011 zeigt. Gemäss diesem Programm resultiert aus Staats-
und Gemeindesteuern sowie an direkter Bundessteuer ein jährliches Steuerbe-
treffnis von gerundet Fr. 5'374.-, pro Monat ein Wert von gerundet Fr. 448.-. Das
scheint mit Blick auf die Unterhaltsleistungen, die der Erstberufungskläger der
Zweitberufungsklägerin aktuell grundsätzlich zu leisten haben wird (vgl. vorn Ziff.
II/3.4) realistisch, was demgegenüber von der Rechnung, die der Erstberufungs-
kläger zur Untermauerung seines Standpunktes vorlegt, nicht gesagt werden
kann. Diese geht nämlich bei den Unterhaltsbeiträgen an die Zweitberufungsklä-
gerin von lediglich Fr. 1'000.- pro Monat aus, klammert allfällige weitere Zahlun-
gen aus Bonus an die Zweitberufungsklägerin aus und gelangt so zu einem steu-
erbaren Einkommen von jährlich Fr. 95'000.-.
Änderungen an der Berechnung des Bedarfs des Erstberufungsklägers, wie
sie der Einzelrichter vorgenommen hat, entfallen daher auch in diesem Punkt.
6. Die Zweitberufungsklägerin rügt am Urteil des Einzelrichters im Wesentlichen, dass dieses bei der Berechnung des ihr gebührenden Bedarfes den Betrag aus-
geklammert habe, den sie zur Äufnung einer angemessenen Altersvorsorge brau-
che, so lange sie der Kinderbetreuung zu obliegen habe (vgl. act. 94A/3 S. 4 f.).
Dieser Betrag belaufe sich – die Zweitberufungsklägerin legt hierzu eine breite
Berechnung vor (vgl. a.a.O., S. 6 ff.) – bis zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit im
Umfang von 50% auf Fr. 903.- pro Monat und danach bis zur Aufnahme der vollen
Erwerbstätigkeit noch auf monatlich Fr. 464.- (vgl. a.a.O., S. 7). Diese Werte sei-
en – so die Zweitberufungsklägerin im Ergebnis ihrer Ausführungen – in der Be-
darfsberechnung einzustellen (vgl. a.a.O., S. 8), und es sei deren Abgeltung
sachgerecht durch eine Partizipation der Zweitberufungsklägerin an den variablen
Einkünften des Erstberufungsklägers zu berücksichtigen (vgl. a.a.O., S. 13).
- 28 -
Falsch sei es jedenfalls, sie zur Deckung des sog. Vorsorgeunterhaltes auf den
Vermögensverzehr zu verweisen, wie es der Einzelrichter getan habe, unter
gleichzeitiger Anrechnung von Einkommen aus dem Ertrag des ungeschmälerten
Vermögens (vgl. act. 94A/3 S. 5).
Der Erstberufungskläger hält dem im Wesentlichen entgegen, eine Verpflich-
tung zur Deckung von Vorsorgelücken über nacheheliche Unterhaltsbeiträge be-
stehe nur dann, wenn eine solche Lücke auch gegeben sei. Das sei hier aber
nicht der Fall, da die Zweitberufungsklägerin über ein Vermögen verfüge, das ihr
zur Sicherung der Altersvorsorge dienen könne (vgl. act. 94A/11 S. 2 f.). Eine Bei-
tragslücke bei der AHV könne zudem nicht entstehen, weil die Zweitberufungs-
klägerin ab dem 1. Oktober 2011 eine Teilzeiterwerbstätigkeit aufnehmen könne
(a.a.O., S. 3). Letzteres sei ebenfalls bei den von der Zweitberufungsklägerin zu
äufnenden Guthaben in der beruflichen Vorsorge zu berücksichtigen, ausgehend
von einem monatlichen Bruttoeinkommen von Fr. 3'500.- ab dem 1. Oktober 2011
sowie von Fr. 7'000.- ab dem Juni 2016 (vgl. act. 94/11 S. 4).
6.1 Der Art. 125 Abs. 1 ZGB visiert den Ausgleich nachehelicher Einbussen bei der Altersvorsorge an, die dadurch entstehen, dass ein Ehegatte nach der Schei-
dung wegen der ihm obliegenden Kinderbetreuung, seiner Gesundheit oder sei-
nes Alters vorübergehend oder dauernd keiner oder einer nur reduzierten Er-
werbstätigkeit wird nachgehen können. Der Bemessung der Einbussen ist die für
die Ehegatten massgebliche Lebenshaltung zugrunde zu legen (vgl. zu den ange-
sprochenen Themen etwa BGE 135 III 158 ff. [mit Verweis auf BGE 129 III 9];
siehe auch den vollständigen Text von BGer 5A_210/2008).
6.2 Der Zweitberufungsklägerin ist die elterliche Sorge und damit die Betreuung der gemeinsamen Kinder der Parteien rechtskräftig zugesprochen bzw. auferlegt
worden. Aufgrund der Betreuungspflichten ist ihr unangefochten die Aufnahme ei-
ner vollen Erwerbstätigkeit vor Juni 2016 nicht zuzumuten. Nicht zumutbar erweist
sich zudem für sie die Aufnahme einer auch bloss teilweisen Erwerbstätigkeit vor
dem 1. Januar 2013 (vgl. vorn Ziff. II3/2-3.4). Ohne Leistungen an die AHV bis zur
Aufnahme einer Erwerbstätigkeit wird ihr eine Beitragslücke entstehen. Ebenso
werden ihr sodann entgegen der Auffassung des Erstberufungsklägers im Ver-
- 29 -
gleich zum Stand bei der Aufnahme einer vollen Erwerbstätigkeit ab der Schei-
dung ohne Betreuungsaufgaben offensichtlich Einbussen in der beruflichen Al-
tersvorsorge entstehen, die nur durch zusätzliche Zahlungen vermieden werden
können. Entsprechend erhöht sich der unstrittig auf Fr. 5'270.- netto festgesetzte
Bedarf der Zweitberufungsklägerin (vorn Ziff. II/2.1), den diese teilweise mit Ver-
mögenserträgen von unstrittig Fr. 1'000.- im Monat selbst zu finanzieren hat (vgl.
vorn Ziff. II/2). Das hat der Einzelrichter ebenso wenig berücksichtigt wie den Um-
stand, dass die Zweitberufungsklägerin nicht zugleich angehalten werden kann,
zur Deckung der Einbussen in der Altersvorsorge das Vermögen für Zahlungen in
den kommenden Jahren anzuzehren, nachdem sie dessen Erträge (berechnet auf
einem unveränderten Vermögensstand) zur Bedarfsdeckung verwenden muss
(vgl. vorn Ziff. II/2.2).
Die Berechnung der Einbussen von Fr. 903.- pro Monat ohne Erwerbstätig-
keit und von monatlich Fr. 464.- bei einer auf 50% reduzierten Erwerbstätigkeit
durch die Zweitberufungsklägerin hat der Erstberufungskläger zu Recht nicht als
in sich fehlerhaft gerügt (vgl. act. 94A/11 S. 5 [Ziff. 2.8. a.E.]). Die Berechnung
basiert auf einem dem aktuellen Stand verpflichteten Modell, geht vom monatli-
chen Bedarf von Fr. 5'270.- (netto) aus und erweist sich auch insoweit nicht als
unrichtig. Ihre Ergebnisse sind daher ohne Weiterungen in die Bedarfsrechnung
zu übernehmen und es ist diese für die Zeit bis Ende 2012 respektive die Zeit von
Januar 2013 bis Mai 2016 entsprechend zu korrigieren: Ab Juni 2011 bis Dezem-
ber 2012 beläuft sich der monatliche Bedarf der Gesuchstellerin mit Kindern auf
Fr. 10'453.-, vom Januar 2012 bis zum Dezember 2012 auf Fr. 10'853.– und ab
Januar 2013 bis Mai 2016 auf Fr. 10'014.-.
7. - 7.1 Der Einzelrichter hat den Erstberufungskläger in Einschätzung dessen Leistungsfähigkeit für die Zeit, in welcher der Zweitberufungsklägerin die Aufnah-
me einer Erwerbstätigkeit noch nicht zumutbar ist, zu monatlichen Unterhaltsleis-
tungen im Umfang von Fr. 3'800.- verpflichtet. Daraus resultiert ein Manko in der
Deckung des gebührenden Bedarfs der Zweitberufungsklägerin, dessen Deckung
über Zahlungen aus einem allfälligen Bonus des Erstberufungsklägers angeord-
net wurde.
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Für die Zeit ab der zumutbaren Aufnahme einer wenigstens teilweisen Er-
werbstätigkeit durch die Zweitberufungsklägerin ab August 2014 bis Mai 2016
wurde die Leistungspflicht durch den Einzelrichter so bemessen, dass der gebüh-
rende Unterhalt der Zweitberufungsklägerin für sich von monatlich Fr. 5'270.- un-
ter Berücksichtigung dessen, was ihr als Einkommen anzurechnen ist, gedeckt
wird. Daraus resultierte ein monatlicher Unterhaltsbeitrag von Fr. 1'600.- bei ei-
nem gebührenden Bedarf der Gesuchstellerin für sich und die Kinder von insge-
samt Fr. 9'550.- pro Monat (vgl. act. 80 S. 48).
7.2 Die Grundsätze dieser Regelung werden von der Zweitberufungsklägerin nicht in Frage gestellt, hingegen vom Erstberufungskläger, und zwar einerseits auf-
grund von Sachverhaltsprämissen, denen – wie zu sehen war – aber nicht gefolgt
werden kann, sowie anderseits unter sinngemässem Hinweis darauf, dass die
Auszahlung von 2/3 des Bonus unverhältnismässig erscheint. Unbestritten blieb
seitens des Erstberufungsklägers indessen die Berechnung des Einzelrichters,
wonach der gebührende Bedarf der Zweitberufungsklägerin mit Kindern bei
Fr. 9'550.- pro Monat liegt (vgl. act. 81 S. 3 [Berufungsantrag 2]).
7.3 Die vom Einzelrichter angewandten Grundsätze (vorn Ziff. II/7.1), welche  für die Zeit bis zur zumutbaren Aufnahme einer Erwerbstätigkeit durch die
Zweitberufungsklägerin auf eine Mankodeckung über allfällige Bonuszahlungen
abstellen und danach nicht mehr, erscheinen mit Blick auf die Leistungsfähigkeit
des Erstberufungsklägers im Wesentlichen als sachangepasst, sind daher inso-
weit zu übernehmen und auf die Ergebnisse des vorliegenden Berufungsverfah-
rens anzuwenden.
7.3.1 Demnach ist vorab ein Manko in der Deckung des gebührenden Bedarfs bei der Gesuchstellerin ab Januar 2013 (Zeitpunkt der zumutbaren Aufnahme einer
teilweisen Erwerbstätigkeit) bis zum Mai 2016 durch entsprechende Unterhalts-
verpflichtungen zu vermeiden. Der Bedarf der Zweitberufungsklägerin ist gemäss
dem in Ziff. II/6.2 Erwogenen für diese Zeitspanne im Vergleich zu dem vom Ein-
zelrichter Errechneten monatlich um Fr. 464.- höher anzusetzen, bei ansonst
gleichbleibenden Werten. Ausgehend vom anerkannten gebührenden Unterhalt
der Gesuchstellerin für sich und die Kinder von insgesamt monatlich Fr. 9'550.-
- 31 -
führt das zu einem korrigierten monatlichen Bedarf von Fr. 10'014.- für die Zweit-
berufungsklägerin samt Kindern sowie zu einem Manko von Fr. 2'064.- statt von
Fr. 1'600.-- pro Monat. Der Erstberufungskläger ist daher zu verpflichten, der
Zweitberufungsklägerin ab dem 1. Januar 2013 bis Mai 2016 einen monatlichen
Unterhaltsbeitrag von Fr. 2'064.- zu zahlen.
7.3.2 Für die Zeit vom 1. Juni 2011 bis Ende 2012 ist die Unterhaltsleistung  der Dispositionsmaxime bei Fr. 3'600.- pro Monat zu belassen, was aufgrund
des Bedarfs der Zweitberufungsklägerin zu einem monatlichen Fehlbetrag von
Fr. 1'450.- pro Monat im Jahre 2011 und von Fr. 1'850.- pro Monat im Jahr 2012
führt. Das ergibt für beide Jahre zusammen einen Fehlbetrag von insgesamt
Fr. 32'350.-, im monatlichen Durchschnitt einen Fehlbetrag von gerundet
Fr. 1'700.-. Dem steht gegenüber, dass dem Erstberufungskläger in dieser Zeit-
spanne über alles gesehen gerundet Fr. 5'000.- pro Monat zur Deckung seines
Bedarfs von monatlich gerundet Fr. 4'500.- zur Verfügung stehen, währenddem
bei der Zweitberufungsklägerin ein doch erheblicher Fehlbetrag resultiert.
Das alles rechtfertigt es jedenfalls, den Erstberufungskläger ebenso zur De-
ckung dieses Fehlbetrages aus einem ihm allenfalls ausbezahlten Bonus für die
Jahre 2011 und 2012 zu verpflichten, wobei die Verpflichtung für das Jahr 2011
auf 7 Monate zu beschränken ist, nachdem die Parteien per 1. Juni 2011 rechts-
kräftig geschieden wurden. Am dem vom Einzelrichter gewählten Verteilschlüssel
von 2/3 ist mit Blick einerseits auf die Fehlbeträge und anderseits darauf, dass
sich diese zusätzliche Verpflichtung zur Bonusteilung auf 19 Monate beschränkt,
beizubehalten.
III.
(Kosten- und Entschädigungsfolgen)
1. Keine Partei dringt mit ihren Anträgen vollständig durch. Der  hat im Berufungsverfahren mit den nachträglich geänderten Begehren eine
Begrenzung seiner Verpflichtung auf maximal Fr. 84'520.- beantragt (ursprünglich
gar nur auf Fr. 71'120.-). Zur Änderung der Begehren des Erstberufungsklägers
kam es, weil verlässliche Zahlen zum Umfang der Erbschaft der Zweitberufungs-
- 32 -
klägerin sowie dem daraus resultierenden Ertrag, der der Zweitberufungsklägerin
als Einkommen anzurechnen ist, erst im Verlauf des Berufungsverfahrens von der
Zweitberufungsklägerin beigebracht wurden (mehr als eineinhalb Jahre nach dem
Erbfall; vgl. vorn Ziff. I/3.3 sowie act. 93/1-7 und act. 104). Das rechtfertigt es ge-
stützt auf Art. 107 Abs. 1 lit. a bzw. b ZPO, für die Bemessung von Obsiegen und
Unterliegen lediglich auf das nachträglich geänderte Begehren des Erstberu-
fungsklägers abzustellen.
Die Zweitberufungsklägerin hat im Gegenzug mit ihrer Klage eine Verpflich-
tung des Erstberufungsklägers zur Leistung von maximal (also unter Einbezug der
höchstmöglichen Verpflichtung aus Bonusteilung) Fr. 262'328.- beantragt. Die
Verpflichtung des Erstberufungsklägers zur Leistung nachehelichen Unterhaltes
ist mit diesem Entscheid auf maximal (also unter Einbezug der höchstmöglichen
Verpflichtung aus Bonusteilung) Fr. 189'324.- festzusetzen, womit der Erstberu-
fungskläger im Umfang von gerundet Fr. 105'000.- im Vergleich zu seinen Anträ-
gen unterliegt, währenddem die Zweitberufungsklägerin im Vergleich zu ihren An-
trägen im Umfang von gerundet Fr. 73'000.- unterliegt. Diese Werte stehen ei-
nander in etwa im Verhältnis von 4 zu 3 gegenüber. Es ist daher von einem Unter-
liegen des Erstberufungsklägers von 4/7 und einem der Zweitberufungsklägerin
von 3/7 auszugehen. Das führt zu einer entsprechenden Kostenverteilung und zur
Verpflichtung des Erstberufungskläger zur Leistung einer auf 1/7 reduzierten Pro-
zessentschädigung für das Berufungsverfahren.
2. Der Einzelrichter hat den maximalen nachehelichen Unterhalt des  im angefochtenen Urteil um lediglich rund Fr. 26'000.- höher bemes-
sen (entsprechend 13%) als er im Ergebnis des Berufungsverfahrens festzuset-
zen ist. Anders als im Berufungsverfahren war vor dem Einzelrichter indessen
nicht nur der nacheheliche Unterhalt strittig, sondern galt es z.B. auch den Kin-
derunterhalt zu bestimmen (dieser wurde gerichtlich auf monatlich Fr. 1'400.- pro
Kind festgesetzt, was in der Folge unangefochten blieb). Von daher erweisen sich
die Abweichungen zum Ausgang des Berufungsverfahrens quantitativ letztlich als
geringfügig, weshalb es sich rechtfertigt, die vorinstanzliche Kosten- und Ent-
schädigungsregelung unverändert zu belassen und zu bestätigen.
- 33 -
3. Im Berufungsverfahren stehen ausschliesslich noch sog. vermögenwerte  im Streit. Das für die Bemessung der Gerichtsgebühr sowie der Entschä-
digung der anwaltlich vertretenen Zweitberufungsklägerin massgebliche streitwer-
te Interesse liegt in der Differenz der von den Parteien beantragten (maximalen)
nachehelichen Unterhaltsleistungen des Erstberufungskläger und beläuft sich da-
her auf rund Fr. 177'000.-
Davon ausgehend ist gestützt auf § 12 Abs. 1-2 i.V.m. § 4 Abs. 1 und Abs. 3
GebV OG die Entscheidgebühr für das Berufungsverfahren auf Fr. 9'100.- festzu-
setzen. Analog ist die Grundgebühr für die Prozessentschädigung gestützt auf die
§ 13 Abs. 1-2 sowie von § 4 Abs. 1 und Abs. 3 AnwGebV zu bemessen und da-
nach auf 1/7 zu reduzieren (zuzüglich der beantragten 8% Mehrwertsteuer).