Decision ID: 226d8073-4068-507f-8dd0-9062a4d0fb76
Year: 2014
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Dieter Studer, Studer Anwälte AG, Haupt
strasse 11a, 8280 Kreuzlingen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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IV-Leistungen
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 1. Februar 2010 bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug (IV-
act. 1). Er gab an, an einer "Psychose durch Suchterkrankung Cannabis" zu leiden. Die
gesundheitliche Beeinträchtigung bestehe seit 2000 und seit September 2008 sei er zu
100% arbeitsunfähig. Er habe 1998 mit einer Grafikerlehre begonnen, die er dann 2000
aufgrund seiner Erkrankung habe abbrechen müssen (IV-act. 78-35). Berichte der
Psychiatrischen Klinik B._ bestätigen Hospitalisationen des Versicherten vom 1. bis
14. Februar 2000 (IV-act. 78-64ff.), vom 7. März bis 6. April 2000 (IV-act. 78-69ff.) und
vom 2. bis 7. August 2000 (IV-act. 78-67f.). Damals wurde die Diagnose: "Sonstige
akute vorwiegend wahnhafte psychotische Störungen (ICD-10: F23.3), Psychische und
Verhaltensstörungen durch Cannabinoide. Psychotische Störung (ICD-10: F 12.5)"
gestellt. Vom 26. Oktober bis 22. Dezember 2000 war der Versicherte in der
Psychiatrischen Klinik C._ hospitalisiert (IV-act. 78-76ff.). Zum damaligen Zeitpunkt
wurden folgende Diagnosen gestellt: "Verdacht auf paranoide Schizophrenie (ICD-10:
F22.0) bei Polytoxikomanie (Heroin, Kokain, Ecstasy, Cannabis), gegenwärtig abstinent
in beschützender Umgebung (ICD-10: F19.21)".
A.b Im Anschluss an den stationären Drogenentzug und die psychiatrische Therapie in
C._ weilte der Versicherte während längerer Zeit in einem Projekt auf D._ inklusive
Entwöhnungstherapie (IV-act. 78-76). Im Jahr 2000 bestand nach dem Unterbruch
vorerst noch die Möglichkeit einer Rückkehr an die Lehrstelle. Zu diesem Zeitpunkt
wollte sich aber der Versicherte noch nicht festlegen und die Zeit in D._ nutzen, um
sich beruflich neu zu orientieren. Nach eigenen Angaben stellte der Versicherte in D._
fest, dass körperliche Arbeit ihm gut tue (IV-act. 64-4). Insgesamt sei er dann drei Jahre
dort geblieben und einem einheimischen Unternehmer zur Hand gegangen. Als er mit
23 Jahren gemerkt habe, dass er noch über keine Ausbildung verfüge, sei er in die
Schweiz zurückgekehrt. Er habe Industrial Design studieren wollen, was ihm aber
mangels Berufsmaturität nicht möglich gewesen sei. Es sei ihm daher nur geblieben,
was er in D._ gelernt habe, weshalb er eine Lehre als Landschaftsgärtner begonnen
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habe. Unter ständigem Cannabiskonsum sei es ihm gelungen, von 2005 bis 2008 eine
Lehre als Landschaftsgärtner abzuschliessen (IV-act. 17, 11). Eine Stelle als Teamchef
im Gartenbau, anschliessend an die Lehre, habe er aus Überforderung während der
Probezeit selbst gekündigt, um sich mit seiner Suchtproblematik auseinandersetzen zu
können (IV-act. 15).
A.c Gemäss einem Bericht der Klinik E._ vom 3. März 2009 war eine Ent
zugsbehandlung auf der Suchtstation vom 26. September bis 30. Dezember 2008 mit
anschliessender teilstationärer Behandlung vom 26. Januar bis 11. Februar 2009
erfolgreich verlaufen. Bezüglich einer medikamentösen Therapie sei der Versicherte
abwehrend geblieben, deshalb sei die neuroleptische Medikation, auf seinen Wunsch
hin, im letzten Behandlungsmonat abgesetzt worden (IV-act. 15).
A.d Am 19. Dezember 2009 wurde der Versicherte vom Notfallarzt wegen akuter psy
chotischer Dekompensation erneut in die Klinik E._ eingewiesen. Laut Klinikbericht
war er beim Eintritt positiv auf THC getestet worden. Unter Aufdosierung von Olanzapin
und unter Cannabis-Abstinenz sei es zu einem Rückgang der psychotischen
Symptomatik mit psychomotorischer Beruhigung gekommen. In einem erschöpften,
leicht depressiven Zustand sei der Versicherte auf eigenen Wunsch am 6. Februar 2010
ausgetreten (IV-act. 23).
A.e Am 16. Februar 2010 nahm der zuständige Arzt des Regionalen Ärztlichen
Dienstes (RAD) im Rahmen der Frühinterventionsphase mit der Klinik E._ Kontakt auf.
Die dortigen Ärzte berichteten, der Versicherte werde aktuell in der Tagesklinik des
Psychiatrie-Zentrums F._ betreut. Ihrer Ansicht nach beeinträchtigten die folgenden
Diagnosen die Arbeitsfähigkeit des Versicherten: "Paranoide Psychose, DD:
drogeninduzierten Psychose, Cannabisabusus" (IV-act. 6). Nachdem die IV-Stelle
diverse Arzt- und Klinikberichte eingeholt hatte, hielt der RAD-Arzt am 6. April 2010 in
einer Aktennotiz fest, bei einem instabilen Gesundheitszustand des Versicherten, der
keine Arbeitsfähigkeit auf dem freien Markt zulasse, könne die Frühinterventionsphase
sistiert werden (IV-act. 18, 19).
A.f Die Ärzte des Psychiatrie-Zentrums F._ berichteten, aufgrund einer suizidalen
Krise sei der Versicherte vom 26. bis 30. Juli 2010 erneut stationär in E._ behandelt
worden (Cannabisrückfall Mitte Juli 2010, IV-act. 32-4).
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A.g Mit interner Stellungnahme vom 7. September 2010 stellte sich der RAD auf den
Standpunkt, unter Ausklammerung der Suchtproblematik sei der Versicherte 100%
arbeitsfähig (IV-act. 33). Gestützt auf diese Einschätzung zeigte die IV-Stelle mit
Vorbescheid vom 16. November 2010 die Abweisung des Leistungsbegehrens an (IV-
act. 37). Dagegen liess der Versicherte durch seinen Rechtsvertreter, Rechtsanwalt
lic. iur. D. Studer, am 14. Dezember 2010 Einwand erheben (IV-act. 42).
A.h Daraufhin hielt der RAD weitere Abklärungen für angezeigt (IV-act. 43). Die IV-
Stelle forderte den Versicherten mit Schreiben vom 16. Dezember 2010 auf, im
Rahmen seiner Mitwirkungs- und Schadensminderungspflicht den Nachweis seiner
Cannabis- und Drogenabstinenz im Zeitraum von sechs Monaten zu erbringen (IV-
act. 46). Bei den regelmässig durchgeführten Labortests wurde der Versicherte bis Mai
2011 jeweils negativ auf Drogen getestet (IV-act. 53-2).
A.i In einem Bericht des Psychiatrie-Zentrums F._ wo der Versicherte in dauernder
ambulanter Behandlung stand, datierend vom 28. Juli 2011, lautete die Diagnose:
"- Paranoide Schizophrenie, vollständige Remission (ICD-10: F20.05)
- Psychische und Verhaltensstörungen durch Cannabinoide: Psychotische Störung,
schizophrene Form. Erste psychotische Episode ca. im Alter von 17 Jahren;
Cannabiskonsum seit ca. 11. Lebensjahr (ICD-10: F12.50) - Mittelgradige depressive
Episode ohne somatisches Syndrom, aktuell remittiert (ICD-10: F32.10)." (IV-act. 63).
A.j Der jüngste Bericht der Klinik E._ datiert vom 11. Oktober 2011. Der Versicherte
war dort letztmals vom 22. August 2011 bis zum 30. September 2011 in stationärer
Behandlung, nachdem er erneut einen Psychoseschub entwickelt hatte (IV-act. 74).
Diagnostiziert wurde zu diesem Zeitpunkt eine remittierte paranoide Schizophrenie
(ICD-10: F20.0). Der Versicherte, der nach erneuter psychotischer Entwicklung freiwillig
in die Klinik eingetreten sei, habe nach medikamentöser Einstellung, Besserung der
wahnhaften Symptomatik, gut verlaufenden Wochenendbeurlaubungen und
Organisation der weiteren Behandlung entlassen werden können. Die Ärzte hielten fest,
zuletzt sei der Versicherte Cannabis-abstinent gewesen.
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A.k Am 25. Mai 2011 hatte die IV-Stelle eine psychiatrische Begutachtung angeordnet
(IV-act. 56). Der Versicherte wurde am 30. September 2011 und am 27. Januar 2012
durch Dr. med. G._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, psychiatrisch
exploriert und begutachtet. Das Gutachten datiert vom 8. Februar 2012 (IV-act. 78) und
enthält folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit: "Paranoide
Schizophrenie (ICD-10: F20.0)" Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
gab er an: "Psychische und Verhaltensstörungen durch Cannabinoide,
Abhängigkeitssyndrom, gegenwärtig abstinent (ICD-10: F12.20)" (IV-act. 78-58). Der
Gutachter geht abschliessend von einer 60%igen Arbeitsfähigkeit in der bisherigen
Tätigkeit als Landschaftsgärtner aus (IV-act. 78-56). In adaptierten Tätigkeiten
(Belastung regelmässig verteilt, keine Belastungsspitzen, kein zu hoher
Produktionsdruck, gewisse Flexibilität im Einteilen der Arbeitszeiten, wohlwollendes,
familiäres Umfeld, keine Vorgesetztenfunktion) bestehe eine 80%ige Arbeitsfähigkeit.
Im Gutachten wird neben diversen Arzt- und Klinikberichten auch die (telefonisch
erfragte) Ansicht des behandelnden Psychotherapeuten, Dr. phil. H._,
wiedergegeben. Seiner Ansicht nach gehe es um eine Umschulung, nicht um eine
Rente. Der Versicherte könne arbeiten, aber nicht im Gärtnerberuf. Diese Arbeit sei
stark saisonal und wetterabhängig. Der Versicherte sei labil und brauche daher eine
gleichmässige Arbeit. Als Grafiker sei er sicher 70-80% arbeitsfähig (IV-act. 45).
A.l Mit interner Stellungnahme vom 16. Februar 2012 erachtete der RAD-Arzt das
Gutachten als plausibel (IV-act. 80).
A.m In der Zwischenzeit hatte der Versicherte am 22. Januar 2012 bei der IV-Stelle ein
Gesuch um berufliche Massnahmen gestellt; er wolle im I._ eine Ausbildung zum
Grafiker machen (IV-act. 76).
A.n Mit Bericht vom 8. März 2012 (IV-act. 84) legte der behandelnde Psychotherapeut
(gegenüber dem Rechtsvertreter des Versicherten) nochmals seine Ansicht dar. Der
Versicherte sei bei einer paranoiden Schizophrenie (ICD-10: F20.00) mit bipolarer
Störung zur Zeit relativ stabil. Bei der vorhandenen Erkrankung könne man aber nicht
mit einer Heilung rechnen. Bei entsprechendem Lebenswandel könne allerdings eine
Stabilisierung erwartet werden. Dies betreffe die Tagesstruktur und auch die Berufs
wahl. Der Versicherte brauche ein Umfeld, das ihn wenig belaste und eine berufliche
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Tätigkeit, die seinen Ressourcen (gestalterische Fähigkeiten) entspreche. Tätigkeiten
insbesondere auf dem Bau (inkl. Gartenbau) würden sich von vornherein verbieten; der
eher rauhe Umgangston sowie der Stress, der durch das hohe Arbeitstempo erzeugt
werde, berge ein hohes Rückfallrisiko. Es würde deshalb Sinn machen, nochmals in die
Grafikerausbildung, möglichst in geschütztem Rahmen, einzusteigen.
A.o Mit Vorbescheid vom 11. April 2012 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die Ab
weisung seines Rentenbegehrens bei einem Invaliditätsgrad von 23% in Aussicht (IV-
act. 87). Gleichzeitig kündigte sie an, das Gesuch um berufliche Massnahmen nach
Abschluss der Rentenprüfung zu bearbeiten.
A.p Mit Einwand vom 2. Mai 2012 beantragte der Rechtsvertreter des Versicherten die
Zusprache einer Rente mit Wirkung ab 1. August 2010 und berufliche Massnahmen.
Der Versicherte habe die Lehre als Grafiker aufgrund seiner Psychosen abbrechen
müssen; deshalb sei für das Valideneinkommen nicht auf den Gärtnerlohn, sondern das
Einkommen eines Grafikers mit 10-jähriger Berufserfahrung abzustellen. Im Übrigen sei
die Arbeitsfähigkeitsschätzung des psychiatrischen Gutachters nicht genügend
substantiiert und präsentiere eine zu idealisierte Sicht des Gesundheitsschadens und
seiner Auswirkungen. Ein Rentenanspruch sei gegeben und berufliche Massnahmen
seien dringend nötig, damit der Versicherte aus der Berentung nach Möglichkeit ins
Erwerbsleben gelange (IV-act. 88).
A.q Die IV-Stelle hielt an ihrem Entscheid fest und verfügte am 10. Mai 2012 die Ab
lehnung des Rentenanspruchs (IV-act. 90).
B.
B.a Dagegen gelangt der Rechtsvertreter des Versicherten am 11. Juni 2012 mit Be
schwerde ans Gericht (act. G 1). Er beantragt, die Verfügung aufzuheben und die
Sache an die Beschwerdegegnerin zur Vornahme eines korrekten
Sozialversicherungsverfahrens unter Gewährung des rechtlichen Gehörs
zurückzuweisen. Eventualiter sei dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab dem 1. August
2010 eine Rente zuzusprechen. Subeventualiter sei durch das Gericht eine
medizinische Begutachtung anzuordnen. Er beanstandet, dass sich die
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Beschwerdegegnerin in ihrer Verfügung nur unzureichend mit den Argumenten seines
Einwandes auseinandergesetzt habe. Damit habe sie die Begründungspflicht verletzt.
Weiter bestreitet er die Berechnung des Validen- und Invalideneinkommens. Da der
Gesundheitsschaden des Beschwerdeführers bereits während seiner ersten Lehre als
Grafiker eingetreten sei, könne nicht auf den Gärtnerlohn abgestellt werden. Ferner
bestreitet er den Beweiswert des psychiatrischen Gutachtens. Dieses sei in mehrfacher
Hinsicht mangelhaft. Der Gutachter habe es unterlassen, sich mit den abweichenden
Beurteilungen der behandelnden Ärzte auseinanderzusetzen. Daher genüge das
Gutachten den sich aus der Rechtsprechung ergebenden Anforderungen nicht. Das
Gutachten könne damit nicht als abschliessendes Beweismittel für die Beurteilung der
Leistungspflicht der Invalidenversicherung verwendet werden.
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 24. August 2012 beantragt die Beschwerdegegnerin,
die Beschwerde abzuweisen (act. G 5). Den Vorbringen des Rechtsvertreters setzt sie
entgegen, der RAD habe die Frage, ob sich aus dem Einwand neue medizinische Tat
sachen ergeben würden, verneint, was sie in der Verfügung erwähnt habe. Überdies
habe sie auch knapp zum Eintritt des Gesundheitsschadens und zur Frage eines all
fälligen Abzugs Stellung genommen und sei damit ihrer Begründungspflicht nachge
kommen. Selbst bei einer Verletzung der Begründungspflicht sei aber von einer Rück
weisung abzusehen, da kein derart schwerwiegender Mangel bestehe, der einer
Heilung im Beschwerdeverfahren entgegen stehen würde. Da der Beschwerdeführer
auch einen materiellen Beschwerdeantrag gestellt habe, würde eine Rückweisung
ausserdem zu einem formalistischen Leerlauf und unnötigen Verzögerungen führen. In
medizinischer Hinsicht stütze sich die Verfügung auf das psychiatrische Gutachten von
Dr. G._ vom 8. Februar 2012, wonach in adaptierten Tätigkeiten eine Arbeitsfähigkeit
von 80% bestehe. Das Gutachten erfülle die Anforderungen der Leitlinien der
Schweizerischen Gesellschaft der Versicherungspsychiatrie für die Begutachtung
psychischer Störungen und die von der Rechtsprechung aufgestellten Anforderungen.
Es sei in diagnostischer Hinsicht nachvollziehbar und schlüssig. Dem in allen Belangen
überzeugenden Gutachten sei volle Beweiskraft zuzumessen, wodurch kein Anlass für
eine gerichtlich angeordnete Oberbegutachtung bestehe.
B.c Am 29. August 2012 wird dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege-
und Rechtsverbeiständung gewährt (act. G 6).
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B.d Mit Replik vom 20. September 2012 bekräftigt der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers seinen Standpunkt (act. G 8). Er teilt mit, die IV-Stelle habe
inzwischen (telefonisch) bestätigt, dass Eingliederungsmassnahmen geprüft würden. Er
gehe aber nach wie vor davon aus, dass der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Rente habe und dieser Anspruch (weiterhin) zu prüfen sei. Eine Dauerberentung sei
nicht das Ziel des Beschwerdeführers, sondern er wolle, möglichst als Grafiker,
eingegliedert werden. Aufgrund der Akten könne nicht von einer vollständigen Heilung
der paranoiden Schizophrenie ausgegangen werden, auch wenn der Beschwerdeführer
Cannabis-abstinent bleibe. Die wegfallende Therapiewirkung des Cannabis müsse
durch entsprechende Medikation ersetzt werden. Die Tatsache, dass aktuell der
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers stabiler sei, bedeute nicht, dass bis anhin
ein Rentenanspruch entfalle. Der Replik legt der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers einen Bericht der Klinik für Neurologie des Spitals Z._ vom 26.
Juni 2012 über eine (neuropsychologische) Untersuchung des Beschwerdeführers vom
Vortag bei (act. G.8.3), welche eine deutlich verminderte Arbeits- und
Leistungsfähigkeit zeige.
B.e Am 15. Oktober 2012 verzichtet die Beschwerdegegnerin auf eine Duplik (act.
G 10).
B.f Am 9. April 2013 reicht der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers einen
Therapiebericht des behandelnden Psychotherapeuten Dr. H._ und am 25. April 2013
eine Ergänzung dazu ein (act. G 12 und G 14). Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf
eine weitere Stellungnahme.
B.g Am 30. September 2014 teilt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers dem
Gericht mit, bei der Beschwerdegegnerin sei inzwischen ein Revisionsgesuch einge
reicht worden. Dieser Mitteilung sind zwei weitere Berichte von Dr. H._ vom
19. November 2013 und 1. April 2014 sowie ein Bericht des Psychiatrie-Zentrums F._
vom 26. September 2014 beigelegt (act. G 16). Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf
eine Stellungnahme.

Erwägungen:
1.
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Mit der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin einen Rentenanspruch
des Beschwerdeführers abgelehnt. Gleichzeitig ist die Prüfung beruflicher
Massnahmen in Aussicht gestellt worden. Der Beschwerdeführer seinerseits beantragt
die Ausrichtung einer (vorübergehenden) Rente solange, bis er rentenausschliessend
eingegliedert sei (act. G 1.1 und G 8). Streitgegenstand bildet demnach ausschliesslich
der Rentenanspruch.
2.
2.1 Gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG,
SR 831.20) haben Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im
Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wiederherstellen, erhalten oder verbessern können, Anspruch auf eine Rente (lit. a),
wenn sie während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40% arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu
mindestens 40% invalid sind (lit. c). Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundes
gesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1)
die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist gemäss Art. 7 Abs. 1 ATSG der durch
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt. Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach
dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2
ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu
berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus
objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2).
2.2 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychischen Gesundheitsschädigung
setzt nach der Rechtsprechung eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose
nach einem wissenschaftlich anerkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50
E. 1.2, 130 V 398 ff., E. 5.3 und E. 6). Dabei ist zu betonen, dass im Kontext der
rentenmässig abzugeltenden psychischen Leiden belastenden psychosozialen
Faktoren sowie soziokulturellen Umständen kein Krankheitswert zukommt. Eine
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invalidisierende Gesundheitsschädigung im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit
Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits-
und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psychische Störung von
Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob
und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der
versicherten Person trotz des Leidens willensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten
und einem Erwerb nachzugehen (BGE 127 V 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme
einer durch eine psychische Gesundheitsbeeinträchtigung verursachten
Erwerbsunfähigkeit genügt es also nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend
erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, ob anzunehmen ist, die Verwertung der
Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder – als alternative
Voraussetzung – sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE
127 V 298 E. 4c in fine).
2.3 Nach ständiger Rechtsprechung begründet eine Drogensucht, für sich allein be
trachtet, keine Invalidität im Sinne des Gesetzes. Dagegen wird eine solche Sucht im
Rahmen der Invalidenversicherung bedeutsam, wenn sie ihrerseits eine Krankheit oder
einen Unfall bewirkt hat, in deren Folge eine körperliche oder geistige
Gesundheitsschädigung eingetreten ist, oder aber wenn sie selber Folge einer
körperlichen oder geistigen Gesundheitsschädigung ist, welcher Krankheitswert
zukommt (Urteil des früheren Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute:
Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen] vom 6. November 2006, I 955/05 E. 3.1
mit Hinweisen).
2.4 Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% auf eine halbe Rente, bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 60% auf eine Dreiviertelsrente und ab einem
Invaliditätsgrad von mindestens 70% auf eine ganze Invalidenrente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
3.
Vor der Durchführung von Eingliederungsmassnahmen darf (vorübergehend) eine
Rente nur gewährt werden, wenn der Versicherte wegen seines Gesundheitszustandes
noch nicht eingliederungsfähig ist (BGE 121 V 190 E. 4a, Urteil des Bundesgerichts
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vom 10. August 2009, 9C_341/2009 E. 4). Als Ausdruck der allgemeinen
Schadenminderungspflicht hat der Versicherte, solange allfällige berufliche
Massnahmen noch nicht feststehen, keinen Rentenanspruch, wenn er auch ohne
Eingliederungsmassnahmen zumutbarerweise in der Lage wäre, ein
rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl. Meyer, Rechtsprechung
des Bundesgerichts zum IVG, 2. Aufl., 2010, S. 270).
4.
4.1 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe der
Ärzte ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in
welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person
arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine
wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der
versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4 mit
Hinweisen). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und
demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung
des strittigen Leistungsanspruchs gestatten.
4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversiche
rungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) –
wie alle anderen Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, so
wie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das
Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen,
objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine
zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf
es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht
erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben,
warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt.
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob
dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht,
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
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abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a,
122 V 160 E. 1c). Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit
dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte
Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung
aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125
V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und
4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer
Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und
Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der
Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien
gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit
weiteren Hinweisen).
5.
5.1 Beim Beschwerdeführer liegen unbestrittenermassen psychische und Verhaltens
störungen durch Cannabinoide vor. Infolge des jahrelangen, teilweise extensiven
Substanzgebrauchs sind wiederholte schwere Psychosen aufgetreten. Bereits im Jahr
2000 wurde aber in der Psychiatrischen Klinik C._, wo er sich zum stationären
Drogenentzug aufhielt, auch der Verdacht auf eine paranoide Schizophrenie
diagnostiziert (IV-act. 78-78). Nach einer weiteren stationären Entzugsbehandlung im
Herbst 2008 in der Psychiatrischen Klinik E._ und anschliessender teilstationärer
psychiatrischer Behandlung (bis Februar 2009), hielten die dortigen Ärzte eine
Fortführung der neuroleptischen Medikation (bei anhaltender Cannabisabstinenz) für
angezeigt. Testpsychologische Ergebnisse hatten damals auf eine klinisch relevante
depressive Symptomatik, auf eine deutlich erhöhte psychische Beeinträchtigung und
auf ein ängstlich-unsicheres Persönlichkeitsprofil hingewiesen (IV-act. 15). In einem
Bericht der gleichen Klinik vom 12. April 2010 (über eine stationäre Behandlung des
Beschwerdeführers zwischen Dezember 2009 und Februar 2010) wird die paranoide
Schizophrenie als Grunderkrankung beschrieben und differenzialdiagnostisch eine
schizoaffektive Störung in Betracht gezogen (IV-act. 23). Die Behandler in der
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Tagesklinik des Psychiatrie-Zentrums F._ berichten am 2. September 2010 zu
Handen der IV-Stelle, aufgrund der Diagnose Schizophrenie (aktuell vollständige
Remission) sowie der langjährigen Cannabis-Problematik, der mittlerweile wiederholt
auftretenden schweren Psychosen und der labilen Therapieverläufe (positive
Tendenzen, bei zunehmender Konfrontation dann jeweils ausgeprägte psychische
Einbrüche) sei die Prognose eher als ungünstig zu beurteilen (IV-act. 32-5). Dem
Bericht der Psychiatrischen Klinik E._ vom 7. Dezember 2011 (IV-act. 74) ist zu
entnehmen, dass der Beschwerdeführer zwischen dem 22. August und dem
30. September 2011 erneut wegen eines aufgetretenen verwirrt psychotischen
Zustands stationär behandelt werden musste. Unter guter medikamentöser (Seroquel)
Compliance und ohne Drogenkonsum wurde ärztlicherseits von einem (sich)
stabilisierenden Zustand ausgegangen, aber auf keinen Fall von einer Heilung.
5.2 Der psychiatrische Gutachter stellt im Januar 2012 ebenfalls als Diagnose mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit jene einer paranoiden Schizophrenie. Ohne
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit bezeichnet er psychische und
Verhaltensstörungen durch Cannabinoide sowie ein Abhängigkeitssyndrom (IV-act.
78-50). Der Beschwerdeführer sei seit Juni 2010 abstinent, was aufgrund der
Laboruntersuchungen in den Akten glaubhaft erscheine. Der Beschwerdeführer leide
an einer paranoiden Schizophrenie, was aufgrund der Akten und der anamnestischen
Angaben eindeutig und zweifelsfrei sei. Da der Beschwerdeführer zum Zeitpunkt der
Untersuchungen (30. September 2011 und 27. Januar 2012) psychopathologisch
unauffällig gewesen sei, sehe er die Schizophrenie aktuell als remittiert an (IV-
act. 78-55). Ob die paranoide Schizophrenie Folge des Cannabiskonsums sei
respektive der Cannabiskonsum mit zur Auslösung der paranoiden Schizophrenie
beigetragen habe oder aber, ob die Psychose als Ursache der Cannabisabhängigkeit
zu sehen sei, könne nicht beantwortet werden; die Frage müsse offen bleiben (IV-
act. 78-59).
5.3 Mit dem Gutachter, dessen Beurteilung sich mit jenen der behandelnden Ärzte
deckt, ist somit davon auszugehen, dass zwischen der Cannabisabhängigkeit des
Beschwerdeführers und seiner Schizophrenie-Erkrankung jedenfalls ein Kausalzu
sammenhang besteht. Deshalb ist grundsätzlich auf den gesamten, unter Mitberück
sichtigung der Folgen der Suchtmittelabhängigkeit bestehenden Arbeits- bzw.
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Erwerbsunfähigkeitsgrad abzustellen (vgl. die Entscheide des EVG vom 9. Juli 2002,
I 257/01, und vom 8 August 2006, I 169/06). Anzufügen ist, dass der psychiatrische
Gutachter die Einhaltung der Abstinenz als für dem Beschwerdeführer zumutbar hält.
6.
6.1 Was die erhobenen Befunde betrifft, besteht demnach in der medizinischen
Aktenlage Übereinstimmung. Uneinheitlich ist hingegen die Einschätzung des daraus
resultierenden Einflusses auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers und der
zumutbaren Tätigkeiten.
6.2 Den Akten ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer seit dem Abschluss
seiner Ausbildung als Gärtner im Sommer 2008 keiner länger dauernden Erwerbsarbeit
mehr nachgegangen ist. Die Stelle als Teamchef in einem Gartenbaubetrieb gab er
wegen Überforderung, welcher ein Klinikaufenthalt folgte, bereits nach einem Monat
wieder auf (IV-act. 15). Weitere Arbeitseinsätze zwischen 2009 und 2011 (IV-act. 63,
78-36f., 78-17) wurden jeweils wegen Verschlechterung des Gesundheitszustandes
abgebrochen. Zudem war der Beschwerdeführer seit September 2008 wiederholt
hospitalisiert.
6.3 Die psychiatrische Klinik E._ bescheinigte dem Beschwerdeführer bei dessen
Austritt ab 12. Februar 2009 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Er habe sich aufgrund der
Behandlung stabilisieren können. Der Beschwerdeführer verfüge über gute
handwerkliche, gestalterische Ressourcen, jedoch auch die Tendenz zu einer passiv-
vermeidenden Problembewältigung, die bei der Unterstützung zur Alltagsbewältigung
und zum beruflichen Wiedereinstieg berücksichtigt werden sollten (IV-act. 15). Gemäss
Gesprächsprotokoll des RAD vom 31. März (unterzeichnet 8. April 2010) hielt Dr. med.
J._ vom Psychiatrie-Zentrum F._ eine verwertbare Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers wegen seiner psychischen Instabilität für nicht gegeben, was der
RAD-Arzt bestätigte (IV-act. 22). Die gleiche Einschätzung ist dem Bericht der
Psychiatrischen Klinik E._ vom 12. April 2010 (nach dem stationären Aufenthalt vom
19. Dezember 2009 bis 6. Februar 2010) zu entnehmen (IV-act. 23). Im Bericht vom
2. September 2010 an die IV-Stelle schätzten die Behandler vom Psychiatrie-Zentrum
F._ die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer behinderungsadaptierten
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Tätigkeit auf 20-40%; seine Belastbarkeit sei stark schwankend, wechselnd zwischen
übermässiger Belastung ohne ausreichende Wahrnehmung der Leistungsgrenzen und
Erschöpfungszuständen, in der Auswirkung mit fehlender Kontinuität in der
Arbeitsleistung (IV-act. 32-5f.). Am 26. Juli 2011 berichtete das Psychiatrie-Zentrum
von einem seit sechs Monaten stabilen psychischen Zustandsbild beim
Beschwerdeführer unter strikter Cannabisabstinenz und Verzicht auf begleitende
Psychopharmakotherapie. Es habe inzwischen wieder eine 100%ige Arbeitsfähigkeit
(im bisherigen Beruf als Gärtner) erreicht werden können (IV-act. 63-1ff.). Ab 15. Juli
2011 war der Beschwerdeführer allerdings wegen einer Hepatitis-A-Erkrankung erneut
100% arbeitsunfähig (IV-act. 67). Nach einem weiteren stationären Aufenthalt in der
Psychiatrischen Klinik E._ vom 22. August bis 30. September 2011 attestierten die
dort behandelnden Ärzte ihm bei Klinikaustritt wiederum eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit bis auf weiteres. Vermindertes Durchhaltevermögen,
Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen würden seine Leistungsfähigkeit sehr
beeinträchtigen (IV-act. 74).
6.4 Der psychiatrische Gutachter kommt in seiner Beurteilung zum Schluss, der Be
schwerdeführer sei als Gärtner seit Lehrabschluss im Jahr 2008 zu 60% arbeitsfähig. In
einer seinem Leiden ideal adaptierten Tätigkeit sei der Beschwerdeführer zu 80%
arbeitsfähig. Der Gutachter stützt sich dabei auf den von ihm anlässlich der beiden
Untersuchungen am 30. September 2011 und 27. Januar 2012 erhobenen
Psychostatus des Beschwerdeführers. Diesen beschreibt er als psychopathologisch
unauffällig; die Schizophrenie sei aktuell wieder als remittiert anzusehen. Hinweise für
das Vorliegen einer affektiven Erkrankung fänden sich keine. Die depressive Episode,
welche aktenkundig sei, scheine einmalig gewesen zu sein; vom Vorliegen einer
rezidivierenden depressiven Störung sei darum nicht auszugehen. Ferner gäbe es auch
keine Hinweise auf eine neurotische Störung, eine Belastungs- oder somatoforme
Störung oder eine Persönlichkeitsstörung (IV-act. 78-55f.).
6.5 Zwar mag es zutreffen, dass sich der Beschwerdeführer im Zeitpunkt der
psychiatrischen Untersuchung relativ stabil und symptomfrei präsentierte. Auf dem
Hintergrund der wechselvollen Krankheitsentwicklung während der vorangegangenen
Jahre hätte der Gutachter aber auch explizit zur Frage Stellung nehmen müssen, für
wie stabil er den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers halte und welche
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Prognose er mittelfristig stellen würde. Ob die Arbeitsfähigkeitsschätzung unter
Berücksichtigung dieser Aspekte gemacht wurde, erscheint fraglich. In diesem
Zusammenhang rügt der Beschwerdeführer zu Recht, dass der Gutachter sich nicht
mit den abweichenden Beurteilungen der behandelnden Ärzte und Psychotherapeuten
zur Prognose und zur Arbeitsfähigkeit auseinandergesetzt habe. Dies wäre umso
naheliegender gewesen, als der Beschwerdeführer noch unmittelbar bis zum ersten
Untersuchungstermin (30. September 2011) in der psychiatrischen Klinik E._ wegen
eines erneuten akut psychotischen Zustands hospitalisiert gewesen war. Die
Arbeitsfähigkeitsschätzung des psychiatrischen Gutachters vermag unter den
gegebenen Umständen nicht zu überzeugen. Allerdings erlaubt auch die übrige
Aktenlage nicht, abschliessend über die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit des
Beschwerdeführers zu befinden. Die Sache ist daher zur ergänzenden medizinischen
Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Da zudem berufliche
Massnahmen zur Prüfung anstehen, könnte es zielführend sein, die Leistungsfähigkeit
des Beschwerdeführers im Rahmen der beruflichen Abklärung in einem mehrmonatigen
praktischen Arbeitstraining zu testen. Das Einholen eines Gerichtsgutachtens ist bei
den vorliegenden Voraussetzungen nicht angezeigt.
7.
Aufgrund der vorstehenden Ausführungen ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen.
Die Sache ist an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese im Sinn der
Erwägungen weitere Abklärungen vornehme und anschliessend über den Leistungs
anspruch des Beschwerdeführers neu verfüge. Bei diesem Verfahrensausgang kann
offen bleiben, ob – wie gerügt – die Beschwerdegegnerin das rechtliche Gehör des
Beschwerdeführers verletzt hat.
8.
8.1 Das Beschwerdeverfahren in IV-Streitigkeiten ist kostenpflichtig. Eine Rückweisung
zur weiteren Abklärung der Streitsache und anschliessender neuer Verfügung an die
Beschwerdegegnerin stellt praxisgemäss aus prozessualer Sicht in Bezug auf die
Kosten ein vollständiges Obsiegen dar (vgl. SVR 1995 IV Nr. 51 S. 143; ZAK 1987
S. 266 E. 5a). Angesichts des Unterliegens der Beschwerdegegnerin sind ihr die
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Gerichtskosten, die nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert
festgelegt werden (Art. 69 Abs. 1 IVG), gesamthaft aufzuerlegen (vgl. Art. 95 Abs. 1
VRP/SG). Eine Entscheidgebühr von Fr. 600.-- erscheint angemessen. Das Gesuch des
Beschwerdeführers um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege ist damit hinfällig.
8.2 Der Beschwerdeführer hat bei diesem Ausgang des Verfahrens gegenüber der
Beschwerdegegnerin Anspruch auf Ersatz der Parteikosten, die vom Gericht ohne
Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der
Schwierigkeit des Prozesses bemessen werden (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98ff.
VRP/SG, sGS 951.1). Der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand angemessen
erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP