Decision ID: 6f8e8594-09ef-4f7e-8dad-a75cc55e8150
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1977 geborene
X._
war
als arbeitslose Person
(letzte Tätigkeit vor
der Arbeitslosigkeit: Service-Te
chniker)
durch die
Suva
obligat
orisch unfallversi
chert. Gemäss Schadenmeldung vom 19. September 2013 stürzte er am 24. Au
gust 2013 beim Feigenpflücken in Italien aus zwei Metern Höhe von der Leiter auf den Boden, nachdem ein Ast des Feigenbaumes abgebrochen war. Dabei zog
er
sich
eine Verlet
zung am linken Knie zu (Urk. 12/1
[Schadenmeldung]
).
Die
Suva
kam für die H
eilkosten auf und erbrachte Taggeldleistungen (Urk. 12/3
).
Dr. med. Y._
, Facharzt FMH für allgemeine Medizin, stellte in seinem Bericht vom 1. Oktober 2013 die Diagnose Kniedistorsion links mit
Bonebruise
am
Tibiakopf
medial und attestierte dem Versicherten eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % bis Mitte Oktober 2013 (Urk. 12/8).
Nach einer zwischenzeitlichen Verbesserung
(Urk. 12/9)
persistierten Beschwerden im linken Knie (
vgl.
insbe
sondere
Urk. 12/16/2
), weshalb der Versicherte am
20. Januar 2014 kreisärztlich untersucht
wurde
. Eine Unfall
kausalität der noch vorhandenen Schmerzen w
urde bejaht. Dem Versicherten wurde aller
dings eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit attestiert (vgl. den Bericht vom 20. Januar 2014 von Kreis
arzt Dr. m
ed. Z._
, Fac
harzt FMH für Chirurgie [Urk. 12
/35]).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, verneinte mit Ver
fügung vom 13. Juni 2014 einen Anspruch des Versicherten auf Leistungen der Invalidenversicherung. Diese Verfügung blieb unangefochten (Urk. 12/67).
Per 1. August 2014 wurde der Versicherte als Verkaufsfahrer Hygieneexpress in einem 100 %-Pensum bei
der
A._
AG
angestellt (
vgl. den entsprechenden Arbeitsvertrag vom 14. April 2014
[Urk. 12
/68
/2-7
]).
Dr. med. B._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, stellte in seinem Bericht vom 16. Dezember 2014 die Diagnose einer
Avulsions
verletzung
des medialen
Men
iskushinterhornes
links (Urk. 12
/84).
Anlässlich ei
nes
Gespräch
s
mit dem
Aussendienstmitarbeiter der Suva vom
12. Juni 2015
be
richtete der Versicherte von
zusätzlich hinzugetretenen Verspannungen im Rückenbereich
(Urk. 12
/95
/1
)
.
Mit Verfügung vom 13. Oktober 2015 schloss die Suva den Fall ab und verneinte die Anspruchsvoraussetzungen für eine Invali
denrente und eine Integri
tätsentschädigung (Urk. 12
/112).
Die dagegen erhobene Einsprache vom 13. November 2015 (Urk. 12
/117)
wies die Suva mit
Entscheid vom 19. Februar 2016 ab (
Urk. 12/139
).
Hiergegen erhob der Versicherte am 6. April 2016 Beschwerde beim hiesigen Gericht (Urk. 12/146).
1.2
Mit Schadenmeldung
vom 30. Juni 2016 meldete die Arbeitgeberin des Versi
cherten einen Rückfall zum Schadenereignis vom 24. August 2013 (Urk. 12/159).
Als
Rückfallbeginn
wurde
der 16. Juni 2016
angegeben
(
Urk. 12/172 f.).
Nach
chirurgischer
Beurteilung
durch
Dr. med. C._
, Facharzt
FMH
für Chirurgie,
vom 25. Juli 2016
(Urk. 12/180)
und
kreisärztlicher Beurteilung durch
Dr. med. D._
, Facharzt
FMH
für Physikalische Medizin und Reha
bilitation,
vom 23. Mai 2017 (Urk. 12/244) verneinte die Suva mit Verfügung vom 9. Juni 2017 (Urk. 12/252) eine Leistungspflicht im Zusammenhang mit dem gemeldeten Rückfall (Rücken- und Kniebeschwerden links).
D
agegen
erhob der Versicherte am
12. Juli 2017
Einsprache
(Urk. 12/265)
, wobei das
Einsprachever
fahren
in Anbetracht des hängigen Beschwerdeverfahrens vor dem hiesigen Ge
richt
von der Suva am 13. September 2017
sistiert wurde (Urk. 12/296).
Am 20. September 2017 unterzog sich der Versicherte einer Knieoperation (Arthro
skopie, mediale
Teilmeniskektomie
Knie links;
valginisierende
Tibiakopf
-
osteo
tomie mit einer Korrektur von 7
°, Osteosynthese mit der
T
omo
fix
-Platte Knie links (Urk. 12/300
/1
).
Der Operateur äusserte sich mit Schreiben vom 31. Oktober 2017 zur Unfallkausalität des Meniskusschadens und bejahte diese (Urk. 12/322
/4 f.
).
Mit Urteil vom 17. November 2017 wies das hiesige Gericht die Beschwerde gegen den
Einspracheentscheid
vom 19. Februar 2016 ab (Urk. 12/345)
.
In der chirurgischen Beurteilung vom 28. Dezember 2017 g
elangte PD Dr. med. E._
, Facharzt
FMH
für Chirurgie, Schwerpunkt für Allgemeinchirurgie und Traumatologie, zum Schluss, die intraoperativen Bilder der Arthroskopie würden den Meniskuswurzelriss deutlich zeigen. Eine Unfallkausalität sei gege
ben (Urk. 12/351).
In der Folge erhob der Versicherte gegen das Urteil des hiesigen Gerichts vom 17. November 2017 am 26. Januar 2018 Beschwerde beim Bundes
gericht (Urk. 12/354).
Die IV-Stelle erteilte mit Mitteilung vom 2. März 2018 Kostengutsprache für be
rufliche Massnahmen in Form eines Job Coachings vom 1. April 2018 bis 31. März 2019 und schloss weitere berufliche Massnahmen ab (Urk. 12/365/2-6).
Am 18. April 2018 wurde die
Tomofix
-Platte vom medialen
Tibiakopf
Knie links wieder entfernt (Urk. 12/372).
Das Bundesgericht hiess
die Beschwerde gegen das Urteil
des hiesigen Gerichts
vom 17. November 2017
mit Urteil vom 7. August 2018
teilweise gut, soweit es
auf diese
eintrat. Es hob sowohl das
besagte
Urteil
des hiesigen Gerichts
als auch den
Einspracheentscheid
der Suva vom 9. Februar 2016 auf und verpflichtete letztere, dem Beschwerdeführer die gesetzlichen Leistungen im Zusammenhang
mit den Beschwerden im linken Knie zu erbringen. Bezüglich der Rückenbe
schwerden wies es die Sache an die
Suva
zurück. Im Übrigen wies es die Be
schwerde ab (Urk. 12/473). In Nachachtung dieses U
rteils
hob die Suva
(auch)
die Verfügung vom 9.
Juni 2017
(Rückfall) auf (Schreiben vom 29. August 2018 [Urk. 12/483]),
erbrachte betreffend das linke Knie die Versicherungsleistungen und
holte bei der Klinik F._
ein wirbelsäulen-chirurgisches Gutachten ein (vgl. den Auftrag vom 20. Dezember 2018 [Urk. 12/526]), welches am
10. Mai 2019 von Dr. med. G._
, Fachärztin FMH für Rheumatolo
gie, Physikalische Medizin und Rehabilitation sowie Innere Medizin,
sowie Dr. med. H._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie des Bewegungsapparates,
erstattet wurde (Urk. 12/
552
). Am 13. Juni 2019 wurde das Gutachten
durch die Beantwortung der
Ergänzungsf
ragen des Versicherten
ergänzt (Urk. 12/567).
Am 30. September 2019 fand eine kreisärztliche Untersuchung betreffend das li
nke Knie statt (Bericht von Dr. med.
I._
,
Facharzt
für Allge
meinmedizin
(D)
, vom 7. Oktober 2019 [Urk. 12/600]).
Nachdem sich der Rechts
vertreter des Versicherten mit
Eingabe vom 31. Oktober 2019 da
zu geäussert hatte (Urk. 12/608
), nahm Kreisarzt Dr.
I._
am 20. November 2019
hierzu
Stellung (Urk. 12/619).
Mit Schreiben vom 22. Mai 2020 teilte die Suva dem Ver
sicherten mit, das Taggeld werde noch bi
s
31. Mai 2020 ausgerichtet
(Urk. 12/644).
Mit Verfügung vom 27. Mai 2020 verneinte die Suva einen An
spruch des Versicherten auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädi
gung (Urk. 12/655). Da diese Verfügung irrtümlicherweise an eine falsche Adresse gesandt worden war, nahm die Suva diese vollumfänglich zurück und erliess am 8. Juni 2020 eine neue, mit welcher sie wiederum einen Anspruch des Versicher
ten auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung verneinte (Urk. 12/663).
Der vom Versicherten neu mandatierte Rechtsvertreter (Urk. 12/664) erhob mit Eingabe vom 2. Juli 2020 Einsprache gegen die Verfügung vom 8. Juni 2020 (Urk. 12/675) und ergänzte sie am 9. Juli 2020 (Urk. 12/678).
Kreisarzt Dr.
I._
nahm am 22. August 2020 zur Beurteilung der Integritätseinbusse erneut Stellung (Urk. 12/682).
Am 20. August 2020
erliess die Suva eine Verfügung, mit welcher sie
die Unfall
kausalität der gemeldeten Rückenbeschwerden verneinte
(Urk. 12/685). Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 18. September 2020 Einsprache (Urk. 12/688).
Daraufhin liess die Suva das Gutachten von Dr.
G._
erneut ergänzen (
Urk. 12/698). Dr.
G._
erstattete die Er
gänzung des Gutachtens am 19. Januar 2021 (Urk. 12/700). Mit Verfügung vom 27
. April 2021 hiess die Suva die Einsprache betreffend Rückenproblematik teil
weise gut und nahm die
Verfügung vom 20. August 2020 zurück. Sie verfügte neu, dass die gesetzlichen Versicherungsleistungen von Dezember 2014 bis Juni 2016 erbracht würden. Danach seien die persistie
renden lumbalen Beschwerden hin
gegen nicht mehr als unfallkausal anzusehen (Urk. 12/707).
Diese Verfügung blieb unangefochten.
Die Suva veranlasste
in der Folge
eine MRT-Untersuchung des linken Kniegelen
kes
(Urk. 12/710)
, welche am 11. Mai 2021
durchgeführt
wurde (Urk. 12/715). Betreffend das linke Kniegelenk erfolgte am 28. Mai 2021 eine weitere kreisärzt
liche Beurteilung
durch Dr.
I._
(Urk.
12/720). Mit Entscheid vom 9. Juni 2021 wies die Suva die Einsprache vom 2. beziehungsweise 9. Juli 2020 ab (Urk. 2 [= Urk. 12/725]).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, verneinte mit Ver
fügung vom 21. Juni 2021 einen Anspruch des Versicherten auf eine Invaliden
rente. Diese Verfügung blieb unangefochten (Urk. 12/728).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
der Suva
vom 9. Juni 2021 erhob der Versicherte mit Eingabe vom 12. Juli 2021 Beschwerde und beantragte, in Aufhebung des angefochtenen Entscheids sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihm mit Wirkung ab 1. Juni 2020 eine angemessene Invalidenrente zuzusprechen und auszurichten (Urk. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 28. Oktober 2021 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 11), was dem Be
schwerdeführer mit Verfügung vom 1. November 2021 angezeigt wurde (Urk. 15).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Den nachstehenden Erwägungen ist vorauszuschicken, dass
die Beschwerdegeg
nerin
e
ine Leistungspflicht im Zusammenhang
mit den lumbalen Beschwerden
ab Juli 2016 mit
Verfügung vom 27.
April 2021
verneinte (Urk. 12/707). Diese Ver
fügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft, weshalb die lumbalen Beschwer
den
nicht
mehr
Gegenstand des angefochtenen
Einspracheentscheids
waren/
sind
(Urk.
2).
1.2
Gegenstand des angefochtenen
Einspracheentscheids
vom 9. Juni 2021
ist
die
Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin
in Bezug
auf das linke
K
niegelenk
. Die Beschwerdegegnerin ging
gestützt auf die kreisärztlichen Beurteilungen
davon aus,
dass der Endzustand erreicht sei und
dem Beschwerdeführer wechselbelas
tende, leichte und mittelschwere Tätigkeiten ganztags vollzeitig zumutbar seien.
Die bisherigen Tätigkeiten seien ihm hingegen nicht mehr zumutbar. Nach Durch
führung eines Einkommensvergleichs und Ermittlung eines
Valideneinkommens
von Fr. 75'752.15 sowie eines Invalideneinkommens von Fr. 68'923.60
verneinte
die Beschwerdegegnerin bei einem Invaliditätsgrad von 9.01 %
einen Rentenan
spruch
des Beschwerdeführers. Sodann verneinte sie einen Anspruch auf eine In
tegritätsentschädigung.
1.3
In seiner
Beschwerde
vom 12. Juli 2021
hielt
der Beschwerdeführer
explizit fest, diese richte sich alleine gegen die Ablehnung des Anspruchs auf eine angemes
sene Invalidenrente, derweil er den Entscheid betreffend die Verneinung eines Anspruchs auf eine Integritätsentschädigung akzeptiere (Urk. 1 S. 5 Ziff. 7). Er machte im Zusammenhang mit der Ablehnung des Anspruchs auf eine Invaliden
rente
insbesondere
geltend,
es sei
von einem
Valideneinkommen
von Fr. 105'016.85
und
ein
em
Invalideneinkommen von Fr. 62'031.24
auszugehen
. Daraus resultiere ein Invaliditätsgrad von 41 %. Des Weiteren sei von einem ver
sicherten Verdienst von Fr. 90'325.-- auszugehen, was zu einer Rente
von Fr. 2'468.88
pro Monat beziehungsweise
von Fr. 29'626.60
pro Jahr führe (Urk. 1).
1.4
.
Nachdem der Beschwerdeführer die kreisärztliche Einschätzung (vgl. E. 2.6 nach
folgend) nicht mehr in Frage gestellt hat, bleibt der
von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Einkommensvergleich
strittig
, welcher Grundlage für einen all
fälligen Anspruch auf eine Invalidenrente bildet
.
2.
2.1
2.1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. No
vember 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversiche
rung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem
1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu be
urteilende Unfall hat sich am 24. August 2013
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
2.1.2
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10 % invalid (Art. 8
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs
rechts [
ATSG
]
), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des In
validitätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger Ein
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
2.1.3
Zur Ermittlung des
Valideneinkommens
ist entscheidend, was die versicherte Per
son im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesund
heitsschaden fort
gesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 129 V 222 E. 4.3.1 mit Hinweisen).
Soll bei der Festsetzung des
Valideneinkommens
eine berufliche Weiterentwick
lung, welche die versicherte Person normalerweise vollzogen hätte, mitberück
sichtigt werden, so müssen praxisgemäss konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie einen beruflichen Aufstieg und ein entsprechend höheres Einkommen tatsächlich realisiert hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Sodann genü
gen blosse Absichtserklärungen der versicherten Person nicht. Vielmehr muss die Absicht, beruflich weiterzukommen, bereits im Zeitpunkt des Unfalls durch kon
krete Schritte wie Kursbesuche, Aufnahme eines Studiums, Ablegung von Prü
fungen usw. kundget
an worden sein
. Bei der Prüfung der mutmasslichen beruf
lichen Entwicklung können unter Umständen aus einer besonderen beruflichen Qualifizierung im Invaliditätsfall Rückschlüsse auf die hypothetische Entwick
lung gezogen werden, zu der es ohne Eintritt des (unfallbedingten) Gesundheits
schadens gekommen wäre. Nach der Rechtsprechung ist eine solche Annahme
unter anderem dann zulässig, wenn die angestammte Tätigkeit auch nach dem Unfall weitergeführt werden kann. Indessen darf aus einer erfolgreichen Invali
denkarriere in einem neuen Tätigkeitsbereich nicht ohne Weiteres abgeleitet wer
den, die versicherte Person hätte ohne Invalidität eine vergleichbare Position auch im angestammten Tätigkeitsgebiet e
rreicht (Urteil des Bundesgerichts
8C_667/2010
vom 15.
Dezember 2010
E. 3.3 mit Hinweisen
).
2.2
2.2.1
Zur Bemessung des
Valideneinkommens
erachtete die Beschwerdegegnerin die vor der Arbeitslosigkeit ausgeübte Tät
igkeit als Service-Techniker als
massgebend (Urk. 2). Sie
stützte sich
daher
auf die statistische
n
Werte der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2018 und zog den Lohn gemäss der Tabelle TA1_tirage_skill_level, privater Sektor,
Wirtschaftszweig 31-33,
Kompetenzni
ve
au 2, Männer, von monatlich Fr. 5'968.-- heran und ermittelte für das Jahr 2020 ein Jahreseinkommen von Fr. 75'752.15 (Fr. 5'968 x 12 Monate / 40 Stun
den x 41.6 Stunden + 0.9 % + 0.8 %).
2.2.2
Demgegenüber brachte der Beschwerdeführer vor, es sei auf das Einkommen, wel
ches er als Verkaufsfahrer Hygieneexpress erzielt habe, abzustellen. Der in der Zeit nach dem Unfall bis zur Berentung tatsächlich durchlaufene beruflich-erwerbliche Werdegang sei von beachtlicher Bedeutung. Er sei im Zeitpunkt des Unfalls arbeitslos gewesen und habe eine neue Stelle gesucht. Er habe somit nicht unfallbedingt seine Stelle verloren. Eine neue Stelle habe er schliesslich im April 2014 auf den 1. August 2014 gefunden, ohne Unterstützung der Beschwerdegeg
nerin oder der IV-Stelle, sondern aus eigenem Antrieb. Er habe sehr erfolgreich gearbeitet, sich einen Kundenstamm aufgebaut, und es sei ihm gelungen, sein Rayon zu vergrössern und überdurchschnittlich viele Neukunden
zu gewinnen (Urk. 1).
2.3
Der Beschwerdeführer war im Zeitpunkt des Unfalls vom 24. August 2013 ar
beitslos (vgl.
den Auszug aus dem individuellen Konto [IK-Auszug] vom 19. März 2014,
Urk. 12/5
4/2) und davor
als Service-Techniker tätig (vgl. Urk.
12/1
).
Grundsätzlich ist bei Arbeitslosigkeit vor dem Unfall an denjenigen Verdienst anzuknüpfen, den die versicherte Person zuletzt vor der Arbeitslosigkeit erzielte (vgl.
BSK UVG-
Flückiger
, Art. 18 N 20
mit Hinweisen
, vgl. auch das Urteil des Bundesgerichts
8C_242/2007
vom 20.
Februar 2008
E. 3 mit Hinweisen)
, wobei unter Umständen auch auf statistische Werte abgestellt werden kann (vgl. insbe
sondere das Urteil U 3/03 vom 4. September 2003 E. 6.2).
Fraglich ist, ob im hier zu beurteilenden Fall von diesem Grundsatz abzuweichen ist.
2.4
Nach dem Unfall nahm
der Beschwerdeführer
eine neue Arbeitstätigkeit
bei der
A._
AG
auf; ab dem 1. August 2014 war er als Verkaufsfah
rer Hygieneexpress angestellt
.
Das Dienstleistungsangebot Hygieneexpress um
fasste die gesamte B
etreuung der
Kunden rund um das Thema Reiniger-, Küchen
hygiene, Wasseraufbereitung, Spülkörbe und Dosieranlagen. Z
u gewährleisten war die
lückenlose «Rund-um-Betreuung»
der Kunden
. Mitunter war ein Ver
kaufsfahrer auch für den Service von
A._
Verbrauchsgütern (
Reiniger
produkte
, Wasseraufbereitung, Zubehör etc.) zuständig
(Urk. 12/401/6). Gemäss Anstellungsvertrag vom 25. Juni 2015 wurde ein fixes Salär von brutto Fr. 5'000.-- zuzüglich
13.
Monatslohn sowie eine variable Umsatzprovision von 4 % auf Umsätze bei Lieferungen auf Lieferschein und von 8 % bei Lieferungen gegen Barzahlung vereinbart; die variable Provision betrug bis zum 31. Dezember 2015 mindestens Fr. 1'700.--. Zusätzlich wurde eine jährliche Gratifikation ge
mäss Art. 322d des Obligationenrechts (OR) vorgesehen
, auf wel
che jedoch kein Anspruch bestand
(Urk. 12/401/8 f.).
Der Beschwerdeführer
g
ab
zu
r
Tätigkeit an, e
r
verkaufe
Spühlmittel
von circa 300-400 Kilogramm, welche in
Bidons
à je 12 Kilogramm (ca. 1/3 der Lieferungen) sowie à je 25 Kilogramm (ca. 2/3 der Liefe
rungen)
abgefüllt seien. Die
Bidons
, welche er ein- und auslade, liefere er
mit dem Lieferwagen (Automat)
aus. Für die Fahrten lege er circa 3000-4000 Kilometer pro Monat zurück
.
Die Tätigkeit umfasse Gehen auf ebenem Boden, das Begehen von Treppen mit dem Sackrolli, teils kniende Körperstellu
ngen beim Kontrollieren der Dos
iergeräte unter dem Lavabo oder beim Einsetzen von Wasserfilterpatronen (
Britafilter
;
Urk. 12/105/5 und Urk. 12/108/2 ff.).
Die Ausbildung/Einarbeitung erfolgte «on
the
job
» (Urk. 12/401/2).
I
m Jahr 2015 erzielte der Beschwerdeführer ein Bruttoeinkommen (
inkl. Provisionen
und Erfolgsbeteiligung sowie
13. Mo
natslohn,
exkl. Tagesspesen und Infrastrukturanteil)
von Fr. 92'1
40.45
(Januar 2015 Fr. 6'7
00.--, Februar 2015 Fr. 6'785.55
, März 2015 Fr. 7'066.75, April 2015 Fr. 7'148.70, Mai 2015 Fr. 6'800.85 [Urk. 12/94], Juni 2015 Fr. 8'180.05, Juli 2015 Fr. 7'966.90, August 2015 Fr. 6'700.55, September 2015 Fr. 6'700.--, Okto
ber 2015 Fr. 6'908.90, November 2015 Fr. 13'634.40, Dezember 2015 Fr. 7'547.80 [Urk. 12/398]).
N
achdem dem
Beschwerdeführer ab dem 16. Juni 2016
eine Arbeitsunfähigkeit von
50 %
und ab dem 28. Juni 2016
eine solche von
100 %
attestiert worden
war
, wurde das Arbeitsverhältnis per 31. Dezember 2016 aufgelöst
(Urk. 12/157, Urk. 12/197
, Urk. 12/392/3
und Urk. 12/401/2)
.
Aufgrund dieser
Arbeitsunfähig
keit meldete
die Arbeitgeberin des
Beschwerdeführer
s
der Beschwerdegegnerin
ein
en
Rückfall mit Rückfallbeginn
per
16. Juni 2016 (Urk.
12/159 und
Urk.
12/172
f.).
2.5
Der Beschwerdeführer verwies
in seiner Beschwerde
zur Geltendmachung eines Anspruchs auf eine Invalidenrente
unter anderem auf BGE 145 V 141 und zitierte die Erwägung E. 5.2.1 (Urk. 1 S. 7 Ziff. 8), welche wie folgt lautet: «
Im Revisions
verfahren besteht insoweit ein Unterschied zur ursprünglichen Rentenfestsetzung, als der in der Zwischenzeit tatsächlich durchlaufene beruflich-erwerbliche Wer
degang als invalide Person bekannt ist. Eine trotz Invalidität erlangte besondere berufliche Qualifizierung erlaubt zwar allenfalls Rückschlüsse auf die mutmass
liche Entwicklung, zu der es ohne Eintritt des (unfallbedingten) Gesundheitsscha
dens bis zum Revisionszeitpunkt
gekommen wäre (BGE 139 V 28 E. 3.3.3.2 in
fine
S.
3
1; BGE 96 V 29; SVR 2010 UV Nr. 13 S. 51, 8C_550/2009 E.
4.2; Urteil 8C_5
03/2015 vom 26. Oktober 2015 E.
3.1.2 mit Hinweisen). Allerdings darf aus einer erfolgreichen Invalidenkarriere in einem neuen Tätigkeitsbereich nicht ohne Weiteres abgeleitet werden, die versicherte Person hätte ohne Invalidität eine ver
gleichbare Position auch im angestammten Tätigkeitsgebiet
erreicht
.»
2.6
Ein Revisionsverfahren liegt nicht vor. Der vorliegend zu beurteilende Sachver
halt lässt sich mit einem Revisionsverfahren aber insofern vergleichen, als der vom Beschwerdeführer in der Zwischenzeit tatsächlich durchlaufene beruflich-erwerbliche Werdegang bekannt
ist.
Abweichend von der bundesgerichtlichen Rechtsprechung hat der Beschwerdeführer allerdings keine Invalidenkarriere durchlaufen, denn er nahm keine Stelle in einem neuen
(
angepassten
)
Tätigkeits
bereich auf.
Dies ergibt sich aus
der
Beurteilung
von Kreisarzt Dr.
Z._
vom 20. Januar 2014 (Urk. 12/35)
, in welcher er festhielt
, zumutbar seien wechselbe
lastende Tätigkeiten ohne längeres Stehen, ohne das Tragen von Lasten auf un
ebenem Gelände, ohne längeres Gehen auf unebenem Gelände, ohne das Bestei
gen von Leitern und Gerüsten, ohne repetitives Treppengehen und ohne Arbeiten in hockender, kniender und kauernder Stellung. Bei der Tätigkeit als
Verkaufs
fahrer
Hygieneexpress
musste der Beschwerdeführer
hingegen
Treppen mit dem Sackrolli besteigen und teils kniende Körperstellungen beim Kontrollieren der Dosiergeräte unter dem Lavabo oder beim Einsetzen von Wasserfilterpatron
en einnehmen (vgl. E. 2.4)
.
2.7
Die Beschwerdegegnerin argumentierte, eine nicht angepasste Tätigkeit dürfe nicht als Referenz dienen, andernfalls könnte eine versicherte Person eine gut bezahlte, aber in Bezug auf das Zumutbarkeitsprofil nicht geeignete Stelle antre
ten, um dann bei einem Rückfall (welcher vom Ausführen einer eigentlich «un
zumutbaren» Tätigkeit herrühre) von einem höheren
Valideneinkommen
zu pro
fitieren (Urk. 11 S. 5
Rz
31). Dieses Argument ist durchaus berechtigt. In
casu
vermag
es jedoch nicht durchzudringen:
Da der Beschwerdeführer zum Zeitpunkt seines Unfalls im Jahr 2013 arbeitslos war, hätte er sich auch ohne den Unfall wieder eine neue Arbeitsstelle suchen müssen. Per 1. August 2014 fand er eine solche.
Die Tätigkeit als Verkaufsfahrer Hygieneexpress beinhaltete Aufgaben, welche der Beschwerdeführer als Service-Techniker nutzen konnte, zumal ein technisches Basiswissen für diese Stelle vorausgesetzt wurde (Urk. 12/401/7). Sodann ist die Dienstleistungs-Tätigkeit bei
der
A._
AG
im Segment Chemikalien einzuordnen.
Bereits in den Jahren 1999 bis 2006 war der Beschwerdeführer als Service-Techniker bezie
hungsweise Servic
e-Monteur für die J._
AG bez
iehungsweise für K._
im Aussendienst im Bereich Chemietechnik tätig, montierte Waschanlagen für Wäschereien und erbrachte Service-Dienstleitungen (Urk. 12/13, Urk. 12/19/2, Urk. 12/101/2 und Urk. 12/600/17).
Ausserdem nutzte der Beschwerdeführer seine Verkaufserfahrungen, welche er während seiner Tä
tigkeit bei der
L._ GmbH, ehemals N._
GmbH
(gemäss Eintrag im Han
delsregister ist der Zweck dieser Gesellschaft die
Finanz- und Versicherungsbera
tung von privaten sowie juristischen Personen
; vgl. www.zefix.ch) sammeln konnte. Die Einkünfte aus dieser Tätigkeit in den Jahren vor dem Unfall waren gemäss IK-Auszug vom 19. März 2014 zwar nicht hoch (Urk. 12/54/2), doch trat der
Beschwerdeführer den Beweis an, dass er
in dieser kombinierten Aufgabe (Bereich Service-Technik und
Verkauf)
reüssieren konnte, zumal er in seiner Funktion als
Verkaufsfahrer Hygieneexpress
während annähernd zwei Jahren tä
tig war (1. August 2014 bis zumindest 16. Juni 2016; vgl. Urk. 12/171/3 f.) und nicht bloss Mindestprovisionen erzielte. Weshalb er diese Stelle ohne den Unfall nicht ebenfalls angenommen beziehungsweise weshalb er sie ohne die erneut ein
getretene Arbeitsunfähigkeit nicht nach wie vor ausüben würde, lässt sich daher nicht nachvollziehen. Auch bei
K._
war der Beschwerdeführer während mehrerer Jahre angestellt.
Hinzu k
ommt, dass der bei der
A._
AG im Jahr 2015 erzielte Lohn von
Fr. 92'140.45
den Rahmen dessen, was der Beschwerdeführer bei
K._
im Jahr 2014
maximal
verdient hätte (Fr.
88'629.
-
- [13 x Fr. 6'395.-- Monatslohn, zuzüglich leistungsabhängiger Jahresprämie bei maximal Fr. 3'000.-
-, zuzüglich TPA-Bonus von maximal 3 % des Jahresgehalts]; vgl. Urk. 12/55/2
), nicht sprengt.
2.8
Es
ist
somit fest
zu
halt
en, dass die Tätigkeit bei der
A._
AG durchaus
Rückschlüsse auf die mutmassliche berufliche Entwicklung ohne
Ge
sundheitsschaden
zu
lässt
und die bundesgerichtliche Rechtsprechung zur Invali
denkarriere analog herangezogen werden kann. Demzuf
olge durfte
die
Beschwer
degegnerin bei der Berechnung
des
Valideneinkommens
nicht
auf statistische Werte
abstellen.
2.9
Die Beschwerdegegnerin ermittelte für die Taggeld-Ansatz-Berechnung ein Jah
reseinkommen im Jahr 2016 von Fr. 102'738.34 (Urk. 12/409), worauf der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde
hinwies
. Diesen Betrag passte er an die No
minallohnentwicklung bis ins Jahr 2020 an und ermittelte so ein
Validenein
kommen
von Fr. 10
5'016.85
(Urk. 1 S. 8 f. Ziff. 8). Diese Berechnung kann hier nicht übernommen werden,
da sie nicht auf denselben Grundlagen basiert
(vgl. Art. 15-17 UVG)
wie
die Berechnung zur Ermittlung des
Valideneinkommens
(E. 2.1.2 f.).
Während der Brutto-Monatslohn
bei der
A._
AG
fix Fr. 5'000.--
(x 12)
betrug,
variierte
die Provision
je nach Lieferung
(Urk. 12/401/9)
. Aus diesem Grund rechtfertigt es sich, bei der Provision einen Durchschnittswert für das Jahr 2015 und das Jahr 2016 zu ermitteln, wobei im Jahr 2016 die Zahlen bis zum Monat
Juni herangezogen werden können
. Im Jahr 2015 erzielte der Beschwerdeführer Provisionen von total Fr. 23'117.55 (Urk. 12/392/5). Im Jahr 2016 erzielte er bis im Monat Ju
ni
solche von total
Fr. 13'695.95
(Urk. 12/391/3)
.
Es ergibt sich somit ein Durchschnittswert von Fr. 2'045.20 ([Fr. 23'117.55 + Fr. 13'695.95] / 18).
Sowohl im Jahr 2015 als auch im Jahr 2016 wurde dem Beschwerdeführer eine Erfolgsbeteiligung ausbezahlt; im Jahr
2015
eine solche von Fr. 1'380.
05
(Urk. 12/398/2)
,
im Jahr 2016 eine solche von Fr. 1'781.40 (Urk. 12/392/18)
.
Ein Anspruch auf einen Bonus
besteht nur dann, wenn er als Lohnbestandteil zu qualifizieren ist (
vgl. BGE 136 III 313 E.
2 und Urteil des Bu
ndesgerichts 4A_502/2010 vom 1.
Dezember 2010 E. 2.1.2)
,
und eine Anrechnung an das
Va
lideneinkommen
findet nur stat
t, wenn er regelmässig erfolgt (vgl. RKUV 2000 Nr.
U 400 S. 381; U
rteil des Bundesgerichts vom 9.
Mai
2005 U 268/04; SVR 2002 IV Nr.
21 S.
63).
Vorliegend wurde im Arbeitsvertrag explizit festgehalten, dass es sich bei der jährlichen Gratifikation um eine solche gemäss Art. 322d OR handle, auf welche kein Anspruch bestehe (Urk. 12/401/9). Dementsprechend fin
det keine Anrechnung an das
Valideneinkommen
statt.
D
er 13.
Monatslohn betrug im
Jahr 2015 Fr. 6'934.40
(Urk. 12/398/13)
und im
Jahr 2016 Fr. 7'239.70 (Urk. 12/392/21).
Er betrug durchschnittlich somit Fr. 7'087.05.
Das durchschnittliche E
inkommen in den Jahren 2015 und 2016
betrug
Fr.
91
’
629.45
(
{[
Fr.
5'000.-- + Fr. 2'045.20] x 12} + Fr. 7'087.05)
, wobei dieser
Wert an die Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2020 anzupassen ist.
Das
Va
lideneinkommen
im Jahr 2020 ist demgemäss auf
Fr. 94’319
.
--
(
Fr.
91
’
629.45
/ 2226 x 2298 bzw.
Fr.
91
’
629.45
/ 2239 x 2298) festzusetzen.
3.
3.1
Zur Ermittlung
des Invalideneinkommens
stützte sich die Beschwerdegegnerin
auf die statistischen Werte der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2018 und zog den Lohn gemäss der Tabelle TA1_tirage_skill_level, privater Sektor,
TOTAL, Kompetenzniveau 1
, Männer, von monatlich Fr.
5’417
.
--
heran. Für das Jahr 2020 errechnete sie ein Jahreseinkommen von Fr.
68'923.60
(
Fr. 5’417.-- x 12 Monate / 40 Stunden x 41.7
Stunden + 0.9 % + 0.8 %). Einen Abzug gewährte sie nicht (Urk. 2 S. 13 f.).
3.2
Der Beschwerdeführer
schloss
sich der Ansicht der Beschwerdegegnerin
insoweit an,
als
dass als
Ausgangsbasis von einem Jahreseinkommen von
Fr. 68'923.60
ausgegangen werden könne
(Urk. 1 S. 9 Ziff. 9.1)
.
3.3
Das Heranziehen der LSE 2018 und der
Tabelle TA1_tirag
e_skill_level, privater Sektor, ist nicht zu beanstanden. Allerdings ist entgegen den Parteien nicht auf den statistischen Monatslohn von
Fr. 5’417.
-- (
TOTAL, Kompetenzniveau 1
, Män
ner) abzustellen. Der Beschwerdeführer hat, wie bereits erwähnt (E. 2.7), unter B
eweis gestellt, dass er in seiner Funktion als
Verkaufsfahrer Hygieneexpress
reüssieren konnte. Dass er letztlich scheiterte, war nicht dem Umstand geschuldet, dass seine Verkäuferfähigkeiten nicht genügend gewesen wären.
Vielmehr zwan
gen ihn die körperlichen Einschränkungen zur Aufgabe der Tätigkeit. Die Fähig
keiten als Verkäufer müssen
indes
sehr gut gewesen sein, gab der Beschwerde
führer doch selbst an, er habe
sehr erfolgreich
gearbeitet
und sich einen Kunden
stamm auf
gebaut
. Es
sei
ihm zudem
gelungen
, sein Rayon zu vergrössern und überdurchschnittlich viele Neukunden zu gewinnen (Urk. 1 S. 6
Ziff. 8).
Der Er
folg
bei der
A._
AG
lässt somit auch
Rückschlüsse auf
die Möglichkeiten in einer angepassten Tätigkeit zu. Abzustellen ist dementsprechend auf
den statistischen Monatslohn von Fr. 5'649.-- (TOTAL, Kompetenzniveau 2
[
Prak
tische Tätigkeiten wie Verkauf/Pflege/
Datenv
erarbeitung und Administra
tion/
Bedienen von Maschi
nen und elektronischen Geräten/Sicherheitsdienst/
Fahrdienst
]
, Männer)
. Für das Jahr 2020 ergibt sich somit ein Jahreseinkommen von Fr.
71
’
857.
-- (Fr. 5'649.-- x 12 Monate / 40 Stunden x 41.7 Stunden / 2260 x 2298).
3.4
Der Beschwerdeführer machte geltend, aufgrund des statistischen Gutachtens «Nutzung Tabellenmedianlöhne LSE zur Bestimmung der Vergleichslöhne bei der IV-Rentenbemessung» des Büros für arbeits- und sozialpolitische Studien BASS AG vom 8. Januar 2021 (Autoren: Jürg
Guggisberg
, Markus
Schärrer
, Céline Ger
ber und Severin Bischof;
nachfolgend: BASS-Gutachten) lasse sich nachweisen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen zwischen 10-15 % weniger verdien
ten als gesunde Personen in der gleichen Tätigkeit. Der Tabellenlohn
sei deshalb um 10 % zu kürzen
(Urk. 1 S. 9 f. Ziff. 9
.2
).
Mit
diesem
Vorbringen
vermag der Beschwerdeführer nicht durchzudringen, nachdem das Bundesgericht in BGE
148 V 174
auf das BASS-Gutachten Bezug genommen und festgestellt hat, dass im heutigen Zeitpunkt
kein ernsthafter sach
licher Grund für die Änderung der Rechtsprechung
bestehe
, wonach
als
Aus
gangspunkt für die Bemessung des Invalideneinkommens anhand statistischer Werte grundsätzlich die Zentral- bzw. Medianwerte der LSE
dienten
(E
.
9.2.3 und 9.2.4).
Als Korrekturinstrument bestehe die Möglichkeit eines leidensbedingten Abzuges oder einer Parallelisierung der Einkommen (E. 9.2.2).
Dieses
–
zur bis
31.
Dezember 2021 geltenden Rechtslage im Bereich der Invali
denversicherung ergangene
–
Urteil gilt infolge des Grundsatzes der Einheitlich
keit des Invaliditätsbegriffs auch für den Bereich der Unfallversicherung (
Urteil des Bundesgerichts
8C_55/2022
vom 19.
Mai 2022
E. 6.3.2 mit Verweis auf das Urteil 8C_541/2021 vom 18. Mai 2022 E.
5.2.1).
3.5
Mit dem Abzug vom Tabellenlohn soll nach BGE 126 V 75 der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Aus-mass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthalts-kategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben kön
nen und je nach Ausprägung die versicherte Person deswegen die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit unter-durchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen ges
amthaft zu schätzen und darf 25
% nicht übersteigen. Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen kör
perlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist. Allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen dürfe
n nicht zusätzlich in die Bemes
sung des leidensbedingten Abzugs einfliessen u
nd so zu einer doppelten Anrech
nung des
selben Gesichtspunkts führen (Urteil des Bu
ndesgerichts 8C_58/2021 vom 30. Juni 2021 E.
4.2.1 mit weiteren Hinweisen).
Das medizinische Anforderungs- und Belastungsprofil stellt eine zum zeitlich zu
mutbaren Arbeitspensum hinzutretende qualitative oder quantitative Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit dar. Dadurch wird in erster Linie das Spektrum der erwerblichen Tätigkeiten (weiter) eingegrenzt, welche unter Berücksichtigung der Fähigkeiten, der Ausbildung und Berufserfahrung der versicherten Person
realis
tischerweise
noch in Frage kommen. Davon zu unterscheiden ist die Frage, ob mit Bezug auf eine konkret in Betracht fallende Tätigkeit bei ausgeglichener Ar
beitsmarktlage (Art. 16 ATSG) verglichen mit einem gesunden Mitbewerber nur
bei Inkaufnahme einer Lohneinbusse reale Chancen für eine Anstellung bestehen. Lediglich wenn – auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt – unter Berück
sichtigung solcher Einschränkungen, die personen- oder arbeitsplatzbezogen sein können, kein genügend breites Spektrum an zumutbaren Verweisungstätigkeiten mehr besteht, rechtfertigt sich allenfalls ein (zusätzlicher) Abzug vom Tabellen
lohn (Urteil des Bu
ndesgerichts 8C_48/2021 vom 20. Mai 2021 E.
4.3.3).
3.6
Gemäss dem Belastungsprofil sind dem Beschwerdeführer
wechselbelastende, leichte und mittelschwere Tätigkeiten ganztags, vollzeitig zumutbar. Das repeti
tive Begehen von Treppen, das Besteigen von Leitern und Gerüsten sowie Arbei
ten in körperlichen, kniebelastenden Zwangshaltungen wie Hocken, Knien und Kauern und wiederkehrende Tätigkeiten auf einem unebenen oder
sich bewegen
den Untergrund sind
auszuschliessen (vgl. E. 2.6).
E
s sind
keine Umstände ersichtlich, welche einen Abzug vom Tabellenlohn zu rechtfertigen vermögen
.
Der Beschwerdeführer kann seine Verkaufserfahrung und sein technisches Wissen auch in einem Bereich verwerten, welcher nicht mit einer körperlich belastenden Tätigkeit einhergeht.
3.7
Das Invalideneinkommen ist somit auf Fr. 71'857.-- festzusetzen
.
4.
Die aus dem Einkommensvergleich resultierende Erwerbseinbusse beträgt
Fr.
2
2
’
462
.--
(
Valideneinkommen
von
Fr. 94’319
.
--
abzüglich Invalideneinkom
men von
Fr. 71'857.--
), was einem
Invaliditätsgrad von gerundet 24
% entspricht.
Insofern i
st die Beschwerde
in Aufhebung des angefochtenen Entscheids
gutzu
heissen
,
und
es ist
festzustellen,
dass der Beschwerdeführer
ab dem 1. Juni 2020
Anspruch auf eine Invalidenrente
der Unfallversicherung
bei einem
Invaliditäts
grad von
24
% hat.
5.
Die Beschwerdegegnerin hat sich im angefochtenen
Einspracheentscheid
nicht zum versicherten Verdienst geäussert. Zur Wahrung des grundsätzlichen An
spruchs auf den doppelten Instanzenzug ist die Sache diesbezüglich an die Be
schwerdegegnerin zurückzuweisen, was sie auch selbst beantragte (Urk. 11 Ziff. 35).
6
.
6
.1
Das Verfahren ist kostenlos.
6
.2
Bei diesem Ausgang des Verfahrens
steht dem
anwaltlic
h vertretenen Beschwer
deführer gestützt auf Art. 61
lit
. g ATSG und § 34
des Gesetzes über das Sozial
versicherungsgericht (
GSVGer
) eine Prozessentschädigung zu.
Diese ist nach Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit Art.
34
GSVGer
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Sache,
der Schwierigkeit des Prozesses und dem
Mass des Obsiegens zu bemessen und auf Fr.
1'900.--
festzusetzen.