Decision ID: 2c093184-8fd6-53b9-acdf-89160681fcce
Year: 2013
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
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A.a A._ meldete sich am 29. Dezember 2008 (act. 52) bei der Invalidenversicherung
und stellte verschiedene Ansprüche, etwa auf eine Integritätsentschädigung wegen
starker körperlicher Überlastung am Arbeitsplatz und rascher Erschöpfung sowie
Erschwerung des wirtschaftlichen Fortkommens und auf Schadenersatz. Die
Invaliditätsfrage stelle sich seit Geburt bzw. seit medizinischen Fehlbehandlungen im
Jahr 1965. Eine berufliche Weiterbildung sei für sie wegen des Gesundheitszustands
undenkbar gewesen. - Der Versicherten war früher einmal ab Januar 1986 eine ganze
Rente zugesprochen worden, die nach einer Nierentransplantation vom April 1986 auf
Ende Mai 1987 wieder eingestellt worden war. - Die Sozialversicherungsanstalt/IV-
Stelle des Kantons St. Gallen schrieb ihr am 9. Januar 2009, für Schadenersatz
betreffend medizinische Massnahmen sei sie nicht die richtige Instanz. Nachdem sie
die eingereichten Unterlagen am 24. Januar 2009 zurückerbeten hatte, beantragte die
Versicherte in einem Schreiben vom 27. Januar 2009 (eingereicht mit Schreiben vom
9. Februar 2009, vgl. act. 56 und 57-1) unter anderem eine Rente ab dem Zeitpunkt, da
sich ihr Zustand nach der Transplantation verschlechtert habe. Deswegen habe sie in
den vergangenen Jahren nämlich nicht mehr zu 100 % arbeiten können. Die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle antwortete ihr am 5. März 2009 (act. 61), die
Verfügung zur Einstellung der Rente von 1987 sei rechtskräftig und rückwirkende
Rentenleistungen könnten daher nicht gewährt werden. Sollte sich ihr Ge
sundheitszustand seither relevant verschlechtert haben, könne sie ein schriftliches
Revisionsbegehren einreichen. Dieses erfordere allerdings, dass ein behandelnder Arzt
eine Verschlechterung der Arbeitsfähigkeit bestätige. Am 5./16. Dezember 2009
(act. 62) schrieb die Versicherte, sie reiche beiliegend Unterlagen von zwei Nieren
spezialisten ein (Kantonsspital St. Gallen, Funktionsbescheinigung über Dezember
2008, und Dr. med. B._, Innere Medizin, spez. Nephrologie FMH). Daraus sei
ersichtlich, dass das Transplantat schon vor Dezember 2008 sehr schlecht gearbeitet
habe. Die Abteilung Nephrologie am Kantonsspital St. Gallen hatte der Versicherten auf
ihre Erkundigung hin am 1. Juli 2009 (act. 95-2) bescheinigt, dass ihr Transplantat im
Dezember 2008 noch zu 19 % gearbeitet habe. Auf Veranlassung der Sozialver
sicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen füllte die Versicherte am 29. De
zember 2009 eine Anmeldung aus (act. 64). Sie gab darin an, sie habe eine Berufs
anlehre (interne Ausbildung) für den Aussendienst gemacht. Die Berufsausübung sei ihr
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nicht mehr möglich, und zwar fliessend seit Ende Februar 2000 bis Januar 2002. Seit
1. Januar 2003 arbeite sie noch zu 80 % und erledige Büro-Hilfsarbeiten.
A.b Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der Invalidenversicherung nahm am 5. Januar
2010 (act. 112-1, vgl. act. 76) Stellung und hielt dafür, bei der aktuellen medizinischen
Betreuungssituation sei ein Eingliederungspotential kaum gegeben, unter korrekter
Dialyse wäre aber eine Arbeitsfähigkeit von 50 % denkbar. Der RAD führte Gespräche
mit den in der Anmeldung bezeichneten Ärzten. Dr. med. C._, Allgemeinmedizin,
erklärte am 7. Januar 2010 (act. 72), er kenne die Versicherte nur vom Bericht der
Nephrologie am Kantonsspital St. Gallen vom 1. Juli 2009. Unter Dialyse sollte eine
Teilarbeitsfähigkeit möglich werden; nach erneuter Transplantation sei eine volle
Arbeitsfähigkeit denkbar. Dr. B._ gab gemäss Protokoll gleichentags (act. 73; vgl.
act. 94) an, er habe einzig im Oktober 2009 mit der Versicherten Kontakt gehabt. Sie
brauche dringend Dialyse. Sie suche einen anderen Nephrologen, weil für eine korrekte
Betreuung die Berichte des Kantonsspitals St. Gallen angefordert werden müssten. Die
Versicherte verweigere aber die (sc. wohl: Offenlegung der) medizinischen Aktenlage.
Dr. B._ berichtete am 22. Januar 2010 (act. 81), die Versicherte habe darauf
bestanden, dass er von auswärts, besonders vom Kantonsspital St. Gallen, keinerlei
Akten beiziehe, und reichte ein Schreiben an die Versicherte vom 1. Dezember 2009
ein, worin er ihr erklärt hatte, ihre Nierenleistung liege bei schätzungsweise 10 bis
15 %. Die Transplantatniere arbeite sehr schlecht. In diesem Stadium sei jede medi
kamentöse Therapie mit gewissen Risiken und Nebenwirkungen verbunden. Es sei
davon abzuraten, irgendwelche Medikamente auszuprobieren, zum Beispiel Prednison
oder bestimmte Blutdrucksenker. Auch bei der Cholesterinsenkung sei wegen diverser
Interaktionen mit anderen Medikamenten oder Nebenwirkungen Vorsicht geboten. Auf
grund der Nierenfunktionsverminderung werde die IV sicherlich bereit sein, eine Rente
auszurichten. Er denke, man dürfe mit einer Rente von 50 % rechnen, möglicherweise
sei auch eine solche von 100 % gerechtfertigt. Es sei zu erwarten, dass sich die Ver
sicherte einmal einer Dialyse werde unterziehen müssen und wieder eine Transplan
tation benötigen werde.
A.c Mit Schreiben vom 10. Februar 2010 (act. 86) hielt die Versicherte dafür, ihre
Gesundheitsbeeinträchtigung sei durch die Nierenfunktionsbescheinigungen und
Laborwerte ausreichend belegt. In einer beigelegten "Bescheinigung" (act. 88) erklärte
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sie, bei ihrer Ausbildung habe es sich um eine Verkaufsschulung gehandelt. Ab
Oktober 1986 habe sie während fünfzehn Jahren auf ihrem Beruf gearbeitet. Wegen
des merklich schlechter werdenden Gesundheitszustandes habe sie die Leistung im
Aussendienst nicht mehr erbringen können, sei dann aber im Büro eingesetzt worden,
was eine Erleichterung, aber auch eine lohnmässige Rückstufung bedeutet habe.
A.d Am 22. Februar 2010 fand eine FI-Triage statt (act. 91) und am 24. Februar 2010
(act. 96) wurde die Versicherte zu einem Gespräch auf den 17. März 2010 eingeladen.
Am 7. März 2010 (act. 101) hielt sie unter anderem fest, ihr Anmeldebrief sei Ende 2008
eingeschrieben eingereicht worden. Sie sei seit 2002 und immer noch als Büroan
gestellte beschäftigt. Im Jahr 2001 habe sie noch in ihrem Beruf arbeiten und gemäss
IK-Auszug Fr. 83'467.-- verdienen können. Sie sei der Meinung, dass der Termin vom
17. März 2010 entfallen könne, weil sie ja einen Arbeitsplatz habe.
A.e In einer Arbeitgeberbescheinigung vom 15. März 2010 (act. 102) wurde angegeben,
dass die Versicherte seit ca. 1985 angestellt sei. Bis Ende 2001 sei sie als Aussen
dienstverkäuferin tätig gewesen, seither (bei fliessendem Übergang) als
Verlagssekretärin, seit 2003 noch zu 80 %. In den Jahren 2007, 2008 und 2009 habe
sie einen Jahresverdienst von Fr. 50'310.-- erzielt. Seit Januar 2010 betrage der AHV-
pflichtige Lohn Fr. 60'000.-- pro Jahr.
A.f Am 22. März 2010 (act. 103) forderte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle die
Versicherte unter Androhung von Rechtsfolgen auf, sich bei der
Eingliederungsberaterin zu melden und an einem Assessmentgespräch und einer
"RAD-Novo" teilzunehmen. Die Versicherte erkundigte sich am 29. März 2010
(act. 105), worin denn eine berufliche Eingliederung bestehen könnte, da sie doch
arbeite. Nach ihrer Auffassung sei ein ärztlicher Untersuch nicht erforderlich. Mit
Schreiben vom 16. und vom 21. April 2010 (act. 107 und 108) beantwortete die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle der Versicherten diverse Fragen. In einer
undatierten Eingabe (act. 110) korrigierte die Versicherte verschiedene Angaben im
Triageprotokoll. Sie gab etwa an, ihr Gesundheitszustand wirke sich schon länger als
seit Juli 2009 auf die Arbeitsfähigkeit aus. Es sei auch bei Dialyse keine volle Leistung
möglich. Sie sei schon seit mehr als 20 Jahren im selben Betrieb tätig. Bevor es ihr
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schlecht gegangen sei, habe sie ein Jahreseinkommen von Fr. 97'378.-- verdient. Ob
sie eine Dialyse mache, sei ihre eigene Sache und werde vom Arzt geklärt.
A.g Am 27. April 2010 fand das Assessmentgespräch statt. Die Versicherte hat sich
dabei gemäss Protokoll mit einem Abschluss der Eingliederungsmassnahmen
einverstanden erklärt (act. 115). Am 3. Mai 2010 (act. 111) wurde als Ergebnis des
Assessmentgesprächs festgehalten, die Versicherte wünsche keine Unterstützung der
IV im Sinn beruflicher Massnahmen. Medizinisch sei von einer mindestens 50-
prozentigen Arbeitsfähigkeit für die angestammte Arbeit und für adaptierte Tätigkeiten
unter korrekter Dialyse auszugehen. Der RAD hielt am 3. Mai 2010 (act. 112) fest, die
Versicherte wolle zunächst noch nicht an die Dialyse. Sie arbeite noch in ihrem 80 %-
Pensum, doch bestehe eine drohende Invalidität. Mit Schreiben vom 5. Mai 2010
(act. 117) brachte die Versicherte weitere Korrekturen am Triageprotokoll an. Mit der
Einschätzung des Arztes sei sie nicht einverstanden. Er empfehle keine Diät und
behandle sie nicht medikamentös, sondern wolle, dass sie an die Dialyse komme.
A.h Am 6. Mai 2010 (act. 114) teilte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle der
Versicherten mit, ihr Leistungsgesuch betreffend berufliche Massnahmen werde abge
wiesen. Sie sei angemessen eingegliedert.
A.i Mit Vorbescheid vom 14. Mai 2010 (act. 118 f.) stellte die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle der Versicherten die Abweisung ihres
Rentengesuchs in Aussicht. Der Invaliditätsgrad betrage 20 % (Valideneinkommen
Fr. 75'000.--, Invalideneinkommen Fr. 60'000.--).
A.j Die Versicherte wandte am 9. Juni 2010 (act. 123) ein, eine Invalidität könne
angesichts der nicht selbst verschuldeten gesundheitlichen Beeinträchtigung nicht mit
Recht abgelehnt werden. Ihr Gesundheitszustand habe sich seit einigen Jahren ver
schlechtert. Gemäss dem Attest des Kantonsspitals vom 1. Juli 2009 habe ihre Niere
weniger als 20 % Funktion gebracht. Am 1. November 2009 habe ihr Kreatininwert bei
358 gelegen. Mit Schreiben vom 12. Juni 2010 (act. 124) stellte die Versicherte Fragen
zur Bedeutung der protokollierten Angaben.
A.k Mit Verfügung vom 1. Juli 2010 (act. 126) wies die Sozialversicherungsanstalt/IV-
Stelle den Rentenanspruch der Versicherten ab.
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A.l Die Versicherte erhob dagegen Beschwerde (act. 131-2 ff.) und beantragte unter
anderem die Ausrichtung einer Rente und eine rückwirkende "Teilrente" von 30 % für
die Zeit von 1986 bis 2010 (samt Verzugszins). Der Erwerbsausfall betrage 80.65 %
(berechnet auf Nettolohnbasis; Fr. 78'000.-- Jahreseinkommen im Beruf; Fr. 15'093.--
Einkommen bei 80 % Pensum und 30 % Einsatz in einer Ersatztätigkeit). Seit einer
Medikamentenumstellung im Jahr 2003 arbeite ihr Transplantat immer schlechter. Zur
zeit arbeite die Niere noch zu 14 %. Sie sei müde und erschöpft, leide an
Darmblähungen und Gliederschmerzen und ihre Konzentration sei eingeschränkt.
Gemäss dem Bundesamt für Sozialversicherungen gebe es in der Schweiz 1'785
Nierenpatienten, von denen 685 eine Teil- und 1'100 eine ganze Rente bekämen. Mit
Eingabe vom 1. September 2010 erklärte die Beschwerdeführerin, sie beantrage die
Rentenleistung ab dem 1. Januar 2010. - Die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle
beantragte eine Abweisung der Beschwerde (act. 142). - In der Replik (act. 145-2 f.)
brachte die Versicherte vor, sie halte es für unverständlich, dass sie mit einer
Organfunktion von nur noch 10 % einen Invaliditätsgrad von 20 % aufweisen sollte,
während sie nach der Transplantation bei einer Organfunktion von 100 % einen
Invaliditätsgrad von 33.3 % gehabt habe. Sie habe ihre Mitwirkungspflicht erfüllt. Allein
die berufliche Eingliederung betreffend wünsche sie keine Unterstützung durch die IV.
Wie dem beigelegten Arztzeugnis zu entnehmen sei, sei sie ab dem 20. September
2010 bis auf weiteres zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben. Sie erlaube das Einholen
ihrer Krankengeschichte vom Kantonsspital nicht. Sie habe sich dazu entschieden, den
Arzt zu wechseln und die Krankengeschichte nicht weiterleiten zu lassen. Im Brief von
Dr. B._ habe sie bestätigt gefunden, dass sie im Kantonsspital Medikamente erhalten
habe, die sich mit den Immunsuppressiva nicht vertrügen. Weil sie im Hinblick auf eine
mögliche Dialyse eine Behandlung am Kantonsspital benötige, habe sie von dort die
Erklärung betreffend die Verwendung von Daten für statistische Zwecke
zurückverlangt. Sie dulde keine Tests. - In dem beigelegten ärztlichen Zeugnis vom
21. September 2010 (act. 145-5) hatte Dr. med. D._, Allgemeine Medizin FMH,
bestätigt, dass die Beschwerdeführerin ab 20. September 2010 voll arbeitsunfähig sei.
- Die Verfügung vom 1. Juli 2010 wurde mit Entscheid des Versicherungsgerichts des
Kantons St. Gallen vom 9. Dezember 2010 (act. 154) aufgehoben und die Sache zu
ergänzenden Abklärungen an die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle zurückgewiesen.
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Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit der Versicherten würden sich aufgrund der
vorhandenen spärlichen Unterlagen nicht ausreichend zuverlässig beurteilen lassen.
A.m Am 3. Dezember 2010 (act. 152) hatte eine private Versicherungseinrichtung die
Versicherte zur Früherfassung angemeldet. Sie sei seit dem 8. September 2010 voll
arbeitsunfähig.
A.n Die Arbeitgeberin gab am 21. Februar 2011 (act. 161) an, die Versicherte sei in
einem Pensum von 80 % angestellt. Seit dem 1. Januar 2010 erziele sie einen Jahres
lohn von Fr. 52'000.--. Seit dem 8. September 2010 sei sie zu 100 % arbeitsunfähig.
A.o In einem Arztbericht vom 12. April 2011 (act. 164) gab die Abteilung Hämodialyse
am Kantonsspital St. Gallen an, die Versicherte sei vom 21. bis 24. Dezember 2010
hospitalisiert gewesen. Nun erfolge regelmässig dreimal pro Woche Hämodialyse. Es
bestünden bei ihr eine Refluxnephropathie seit Kindheit (seit Dezember 2010 nach
Transplantatversagen wieder an Hämodialyse), eine Anpassungsstörung mit reaktiver
Depression, akzentuierte Persönlichkeitszüge, eine hypertensive Herzkrankheit, eine
Struma nodosa und eine rezidivierende Hyperbilirubinämie unklarer Genese. Als
Aussendienstmitarbeiterin/Büroangestellte sei sie seit September 2010 zu 100 %
arbeitsunfähig; zuvor sei sie seit unbestimmter Zeit zu 80 % arbeitsunfähig gewesen.
Zurzeit sei auch eine behinderungsangepasste Tätigkeit nicht möglich. Aufgrund der
nephrologischen Diagnose bestehe eine verminderte Leistungsfähigkeit von 60 % (ge
meint wohl: eine Arbeitsunfähigkeit von 60 %), denn an den Tagen mit Dialyse, d.h. an
drei Tagen pro Woche, sei die Versicherte nicht arbeitsfähig. Ca. sechs Stunden seien
durch die Behandlung selbst mit An- und Abreise blockiert. Und nach der Behandlung
mit dem für die Patienten sehr anstrengenden Verfahren würden oft Schwächegefühl,
Konzentrationsstörungen, Schwindel und Kopfschmerzen auftreten. An Tagen ohne
Dialyse seien der Versicherten körperlich altersentsprechende Tätigkeiten grundsätzlich
möglich (d.h. im Ergebnis zu 40 %). Konzentrations- und Auffassungsvermögen, An
passungsfähigkeit und Belastbarkeit seien im Rahmen psychiatrischer Diagnosen ein
geschränkt. Nach Auskunft der Abteilung für Psychosomatik, wo die Versicherte eben
falls behandelt werde, bestehe auch an Tagen ohne Dialyse Arbeitsunfähigkeit; das sei
aber auf der betreffenden Abteilung zu erfragen.
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A.p Der RAD hielt am 30. Mai 2011 (act. 170) dafür, die Pensenreduktion auf 80 % ab
Januar 2003 könnte medizinisch nachvollzogen werden.
A.q Der Fachbereich Psychosomatik am Kantonsspital St. Gallen gab in einem
Arztbericht vom 28. Juli 2011 (act. 181) als Diagnosen eine wahnhafte Störung, eine
Dysthymie mit rezidivierenden Exazerbationen und eine Dialyse-pflichtige
Nierenerkrankung an. Die Versicherte sei vom 5. Oktober 2004 bis 3. März 2005
behandelt worden, dann wieder am 23. Mai 2006, am 16. Juli 2008 und am 12. Mai
2009. Nun sei eine Hospitalisation in der Klinik E._ notwendig geworden. Es sei
davon auszugehen, dass die Versicherte seit einigen Jahren nicht mehr arbeitsfähig sei.
A.r Dr. B._ erklärte in einem Arztbericht vom 18. August 2011 (Eingang SVA;
act. 191), die Versicherte, welche er seit Mitte Juli 2011 behandle, sei zurzeit voll
arbeitsunfähig. Sie komme dreimal wöchentlich zur Dialyse. Ausserdem bestünden eine
Anämie und ein schlecht eingestellter arterieller Hypertonus. Dazu komme die psy
chische Einschränkung, die er nicht quantifizieren könne. Es bestehe eine Persönlich
keitsstörung und die Versicherte weigere sich, ihm Einblick in die psychiatrischen Akten
zu geben.
A.s Der RAD berichtete am 9. September 2011 (act. 196), die Versicherte sei sowohl in
der angestammten wie einer leidensadaptierten Tätigkeit voll arbeitsunfähig. Die lang
dauernde Krankheit habe in der Kindheit begonnen. Die Transplantatniere funktioniere
nach Abstossung nicht mehr. Die Versicherte gehe dreimal wöchentlich an die Hämo
dialyse. Zurzeit sei sie hospitalisiert. Eventuell müsse eine Nebenschilddrüsen-Ope
ration durchgeführt werden. Aufgrund der Persönlichkeitsstörung sei die
Kommunikation mit der Versicherten stark gestört. Sollte sich der Gesundheitszustand
verbessern, werde ohne Transplantation eine Einschränkung von mindestens 50 %
bestehen bleiben. Die Aktenverweigerung gegenüber den Behandelnden aufgrund der
Persönlichkeitsstörung verhindere eine optimale Betreuung.
A.t Am 15. Januar 2012 gab Dr. med. F._, Innere Medizin und Nierenerkrankungen
FMH, in einem Arztbericht (act. 222) bekannt, die Versicherte stehe seit dem
26. November 2011 in seiner Behandlung; vorher habe die Nephrologie der Klinik G._
sie behandelt. Es handle sich um "chron. HD-Behandlung/Wo". Die Versicherte sei in
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ihrer Tätigkeit als gelernte Aussendienstverkäuferin/Büroangestellte (ohne Berufs
ausbildung) seit dem 8. September 2010 wegen allgemeiner Schwächezustände bei
chronischer Nierenersatztherapie voll arbeitsunfähig. Die Frage, in welchem Umfang
und seit wann eine behinderungsangepasste Tätigkeit mit welchem Belastungsprofil
möglich sei, liess er offen, hingegen benannte er für verschiedene bezeichnete
Aktivitäten (z.B. Tätigkeiten im Sitzen, Bücken, Knien, Heben/Tragen - obwohl Zumut
barkeit grundsätzlich verneint) die Dauer, während welcher sie pro Tag zumutbar seien.
Die höchste Dauer ergab sich mit vier Stunden pro Tag für wechselbelastende Tätig
keiten (für sie als einzige Kategorie wurde Zumutbarkeit auch grundsätzlich bejaht) und
für vorwiegend im Gehen ausgeübte Tätigkeiten. Uneingeschränkt seien Konzentra
tions- und Auffassungsvermögen sowie Anpassungsfähigkeit. Eingeschränkt sei hin
gegen die Belastbarkeit (Leistungsintoleranz). Diese Angaben hätten seit Dezember
2010 Geltung. Mit einer Erhöhung der Einsatzfähigkeit könne nicht gerechnet werden.
A.u Die Arbeitgeberin erklärte am 16. Februar 2012 (Eingang SVA; act. 229), es sei vor
gesehen, das Arbeitsverhältnis auf Ende August 2012 aufzulösen; es bestehe weiterhin
volle Arbeitsunfähigkeit.
A.v Der RAD stellte sich am 29. Februar 2012 (act. 232) auf den Standpunkt, eine
leidensadaptierte Tätigkeit scheine gemäss dem Bericht von Dr. F._ an vier Stunden
pro Tag ohne wesentliche Einschränkungen zumutbar zu sein. Diese Arbeitsfähigkeit
von 50 % gelte theoretisch seit Dezember 2010. Eine Steigerung könnte allenfalls eine
weitere Transplantation bringen, die aber derzeit nicht zur Diskussion stehe. Die
zumutbaren Therapien seien offenbar wieder in Gang. Zurzeit würden weitere
Abklärungen nicht weiterhelfen.
A.w Mit Vorbescheid vom 16. März 2012 (IV-act. 235 f.) wurde der Versicherten die
Zusprechung einer Viertelsrente ab 1. Mai 2011 mit Erhöhung auf eine halbe Rente ab
1. August 2011 in Aussicht gestellt. Sie sei ab dem 4. Mai 2010 in
rentenbegründendem Ausmass arbeitsunfähig. Nach Ablauf des Wartejahres seien es
im Durchschnitt 40 % gewesen, weshalb ab Mai 2011 eine Viertelsrente zugesprochen
werden könne. Zum Zeitpunkt des Rentenbeginns sei sie zu 50 % erwerbsunfähig
gewesen (Valideneinkommen Fr. 73'164.--, Invalideneinkommen Fr. 36'582.--), weshalb
nach drei Monaten ab 1. August 2011 Anspruch auf eine halbe Rente bestehe.
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A.x Mit Einwand vom 18. April 2012 (act. 238) beantragte die Versicherte ab Mai
2011 eine ganze Rente. Sie verwies auf beigelegte Arztberichte. So hatte etwa das
Departement Innere Medizin, Nephrologie/Transplantationsmedizin am Kantonsspital
St. Gallen am 23. Juni 2011 (act. 238-14 f.) einer Privatversicherung berichtet, die
Dialysebedürftigkeit (die Dialyse werde seit Dezember 2010 wieder durchgeführt;
damals Transplantatversagen) führe zu einer Arbeitsunfähigkeit von 60 %, doch sei die
Versicherte aufgrund der psychiatrischen Diagnosen als zu 100 % arbeitsunfähig zu
betrachten. Es werde regelmässig dreimal wöchentlich Hämodialyse durchgeführt und
die Versicherte werde zusätzlich regelmässig durch die Ärzte der Psychosomatik
betreut. Dr. med. H._, Facharzt für Innere Medizin FMH, spez. Nierenkrankheiten,
hatte am 2. April 2012 (act. 238-16) erklärt, die Versicherte benötige dreimal pro Woche
an dreieinhalb Stunden Dialysetherapie. Sie sei stark geschwächt und könne auch
leichte Arbeiten nicht ausführen. Deshalb sei eine "100 %-IV-Rente" angezeigt.
A.y Die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle holte daraufhin einen Arztbericht von
Dr. H._ ein. Dieser verwies auf einen Arztbericht von Dr. B._ (vom 18. August
2011), namentlich auch auf dessen Arbeitsfähigkeitsschätzung. Der ärztliche Befund
sei gleich geblieben. Mit einer Erhöhung der Einsatzfähigkeit der Versicherten könne
nicht gerechnet werden. Er behandle die Versicherte seit dem 1. Februar 2012 (nach
Dr. F._; act. 242).
A.z Nachdem der RAD am 8. Juni 2012 (act. 243) darauf hingewiesen hatte, dass die
Verneinung der Möglichkeit von Eingliederungsmassnahmen durch Dr. H._ im Wider
spruch zur Beurteilung der Dres. B._ und F._ stehe, und dass aus arbeits- und
versicherungsmedizinischer Sicht von einer Arbeitsfähigkeit von 50 % für die ange
stammte und adaptierte Arbeiten auszugehen sei, wie sie aus dem Bericht von
Dr. F._ hervorgehe, eine Arbeitsfähigkeit nämlich, die bei Dialysierten bis zur
Transplantation üblich sei, sprach die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle der Ver
sicherten mit einer Verfügung vom 19. Juli 2012 (act. 251; in zwei Teilen) ab 1. Mai
2011 eine Viertelsrente und ab 1. August 2011 eine halbe Rente der IV zu. Es könne
von einer Arbeitsfähigkeit von 50 % ausgegangen werden. Wäre die Versicherte im
hypothetischen Gesundheitsfall als Mitarbeiterin auf Provisionsbasis im Aussendienst
eines kleineren Verlags im Bereich Information und Werbung tätig geblieben, hätte sie
aus wirtschaftlichen Gründen bei der allgemeinen Entwicklung der Verlagsbranche
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zuletzt deutlich weniger verdient als in den Spitzenjahren 2000 und 2001 (damals
Fr. 97'000.--). Es sei daher auf die Schweizerische Lohnstrukturerhebung 2008 zurück
zugreifen, wonach Frauen im Bereich Verlag/Druck/Vervielfältigung mit Anforderungs
niveau 3 Fr. 68'904.-- verdient hätten, bezogen auf die zutreffende Arbeitszeit und auf
das Jahr 2009 Fr. 73'164.--.
B.
Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde vom 7. September 2012
(Poststempel: 10. September 2012). Die Beschwerdeführerin beantragt, dass ihre
Arbeitsunfähigkeit von 100 % anerkannt werde. Während den Jahren mit dem
Transplantat habe sie sich optimal verhalten (bezüglich Zuverlässigkeit in der
Medikamenteneinnahme, gesundheitsbewussten Verhaltens), so dass dieses nicht bis
zu zehn, sondern fast 25 Jahre lang habe im Einsatz sein können. Es habe ihr sehr gut
gefallen, dass sie damals so viel Kraft gehabt habe und ihren Beruf habe ausüben
können. Zuletzt habe sie noch in den Jahren 1998 bis 2000 in ihrem Beruf arbeiten und
im Durchschnitt Fr. 94'700.-- verdienen können. Im Jahr 2000 sei es ihr immer
schlechter gegangen. Seit sie nicht mehr im Beruf arbeiten könne, sei sie schon mit
leichter Büroarbeit überfordert gewesen. Seit September 2010 habe sie wegen
ständiger Müdigkeit, Gelenkschmerzen und Konzentrationsschwierigkeiten auch die
(damalige) Tätigkeit nicht mehr ausüben können. Krankheitsbedingt hätten sich immer
mehr unnötige Fehler eingeschlichen, während sie doch gern sehr gute Arbeit
abgeliefert hätte. Da sei es nicht mehr gegangen. Sie müsse dreimal pro Woche an die
Hämodialyse. Seither bzw. seit sie im September 2010 voll arbeitsunfähig geworden
sei, habe sich ihr Gesundheitszustand noch verschlechtert. Nach der Dialyse gehe es
ihr jeweils viel schlechter als unmittelbar davor. Sie sei dann extrem müde, ihr sei
schwindlig und sie habe Kopfschmerzen und manchmal Muskelkrämpfe. Ihr Einwand
gegen den Vorbescheid sei nur ungenügend berücksichtigt worden. - Am
18. September 2012 beantragt die Beschwerdeführerin zusätzlich einen Verzugszins
von 5 %.
C.
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Die Beschwerdegegnerin hat am 2. November 2012 mitgeteilt, sie habe am 26. Oktober
2011 die Psychiatrische Klinik E._ (aufgrund einer dort im Jahr 2011 durchgeführten
Behandlung der Beschwerdeführerin) um Zustellung von Unterlagen ersucht und be
antrage daher eine Fristerstreckung zur Erstattung der Beschwerdeantwort. Mit
Eingabe vom 10. Dezember 2012 hat sie um eine weitere Erstreckung ersucht.
D.
Am 4. Januar 2013 hat die Beschwerdegegnerin eine Sistierung des Verfahrens be
antragt. Die Beschwerdeführerin habe ihr den Bericht der Klinik trotz Mahnung noch
nicht ausgehändigt. Sobald sie dies tue, werde sie (die Beschwerdegegnerin) mitteilen,
ob sie an der Verfügung festhalten oder sie wegen eines weiteren Abklärungsbedarfs
widerrufen wolle.
E.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 21./25. Februar 2013 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Die im Bericht des
Kantonsspitals erwähnten Diagnosen einer Anpassungsstörung mit reaktiver
Depression und akzentuierter ängstlich-histrionischer Persönlichkeitszüge begründeten
mangels invalidisierender Wirkung keine IV-rechtlich relevante Arbeitsunfähigkeit. Die
Beschwerdeführerin sei zwar in der Psychiatrischen Klinik behandelt worden, eine
länger dauernde Behandlung habe aber offenbar nicht stattgefunden. Wenn eine
anhaltende wahnhafte Störung im Vordergrund stehe, wie es der Bericht des
Kantonsspitals vom 28. Juli 2011 vermuten lasse, so lasse das noch nicht auf eine
anhaltende Arbeitsunfähigkeit von 100 % aus psychischen Gründen schliessen, zumal
der Bericht von Dr. F._ vom 12. Januar 2012 keine Hinweise enthalte, die auf eine
schwerwiegende psychische Erkrankung hindeuten würden. Unter diesen Umständen
sei in antizipierter Beweiswürdigung zu schliessen, dass mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit zu keinem Zeitpunkt eine so ausgeprägte Psychopathologie
vorgelegen habe, die es der Beschwerdeführerin verunmöglicht hätte, ab Dezember
2010 eine Erwerbstätigkeit von 50 % auszuüben. Die erwerblichen Auswirkungen der
ab Dezember 2010 anzunehmenden Arbeitsunfähigkeit von 50 % und die Bestimmung
der Vergleichseinkommen seien im Verfügungsteil 2 dargelegt worden.
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F.
Die Beschwerdeführerin hat am 18. März 2013 auf die Erstattung einer Replik ver
zichtet. - Zum Hinweis vom 16. April 2013 auf eine mögliche reformatio in peius (in
Form einer Rückweisung zur ergänzenden Abklärung) und auf die Möglichkeit zum
Rückzug der Beschwerde hat sie innert Frist keine Stellungnahme eingereicht.

Erwägungen:
1.
1.1 Am 1. Januar 2008 ist die 5. IV-Revision in Kraft getreten. Nach dem davor (bis
31. Dezember 2007) in Kraft gewesenen Recht entsteht der Rentenanspruch frühestens
nach Ablauf der Wartezeit (aArt. 29 Abs. 1 IVG). Meldet sich eine versicherte Person
mehr als zwölf Monate nach Entstehen des Anspruchs an, so werden die Leistungen
nach aArt. 48 Abs. 2 IVG für die zwölf der Anmeldung vorangehenden Monate aus
gerichtet. Nach dem neuen, ab 1. Januar 2008 geltenden Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht
der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach der Geltend
machung des Leistungsanspruchs. - Die Beschwerdegegnerin hat die angefochtene
Verfügung am 19. Juli 2012, also unter der Geltung des Rechts dieser Revision, er
lassen. Zu beurteilen ist der Sachverhalt, wie er sich bis zum Zeitpunkt des Erlasses
dieser Verfügung entwickelt hat. Dieser Sachverhalt reicht in eine Zeit vor Inkrafttreten
der 5. IV-Revision zurück, so dass zu entscheiden ist, ob sich der Rentenbeginn nach
altem oder nach neuem Recht richte. Die 5. IV-Revision enthält keine die Rente be
treffende übergangsrechtliche Bestimmung. Das Bundesamt für Sozialversicherungen
unterstellt aber in Bezug auf den Rentenbeginn zu Recht eine ausfüllungsbedürftige
Lücke (vgl. das Rundschreiben Nr. 253 vom 12. Dezember 2007). Die Definition der
Sachverhalte, auf die noch altes Recht anwendbar sein soll, sollte durch ein materiell
rechtliches, unbeeinflussbares Merkmal (also nicht etwa durch den Zeitpunkt der An
meldung) erfolgen (vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/
S M. vom 28. Oktober 2009, IV 2009/5). Gemäss dem erwähnten IV-Rundschreiben gilt
altes Recht, wenn der Versicherungsfall gemäss altem Recht (im Folgenden zitiert) vor
dem 1. Januar 2008 eingetreten (d.h. die Wartezeit mit anschliessender Erwerbs
unfähigkeit vor dem 1. Januar 2008 bereits abgelaufen) ist. Das ist (im Unterschied zur
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Übergangsregelung in Fällen, da die Wartezeit erst im Jahr 2008 erfüllt wurde; vgl. BGE
138 V 475 E. 3.3.1, Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S
F. vom 25. März 2011, IV 2009/425 E. 3.1) unbestritten (vgl. auch Entscheid des Ver
sicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S J. vom 8. März 2013, IV 2011/31). Wie es
sich mit dem Eintritt des Versicherungsfalls vorliegend verhält, wird zu erwägen sein.
Für die Invaliditätsbemessung als solche hat sich keine Änderung der Rechtslage er
geben.
1.2 Mit der angefochtenen Verfügung vom 19. Juli 2012 hat die Beschwerdegegnerin
der Beschwerdeführerin ab 1. Mai 2011 eine Viertelsrente und ab 1. August 2011 eine
halbe Rente zugesprochen.
2.
2.1 Nach Art. 28 IVG (in der vom 1. Januar 2004 bis 31. Dezember 2007 gültig ge
wesenen wie der auf den 1. Januar 2008 hin geänderten Fassung) besteht der An
spruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu
70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.
2.2 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades nach Art. 16 ATSG wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Valideneinkommen). Da nach empirischer Feststellung in der Regel die
bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall weitergeführt worden wäre, ist
Anknüpfungspunkt für die Bestimmung des Valideneinkommens grundsätzlich der
letzte vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielte, nötigenfalls der Teuerung und
der realen Einkommensentwicklung angepasste Verdienst (vgl.
Bundesgerichtsentscheid i/S. K. vom 23. März 2009, 8C_515/2008).
2.3 Im Fall einer rückwirkenden Rentenfestsetzung ist es unter Umständen notwendig,
den Invaliditätsgrad für verschiedene zurückliegende Zeitabschnitte nach Massgabe
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der jeweiligen Erwerbsunfähigkeit unterschiedlich hoch zu bemessen (vgl. BGE
106 V 16; BGE 109 V 125).
3.
3.1 Aus dem IK-Auszug geht hervor, dass die Beschwerdeführerin bei ihrer letzten
Arbeitgeberin von 1992 bis 1999 jährlich steigende Einkommen erzielt hat. Im Jahr
1999 handelte es sich um ein Jahreseinkommen von Fr. 97'906.--. Im Folgejahr 2000
lag das Einkommen nochmals bei Fr. 97'378.--. Danach ging das Erwerbseinkommen
bis 2003 jährlich merklich zurück (bis auf damals Fr. 46'702.--) und stabilisierte sich in
den Jahren 2004 bis 2006 bei Fr. 51'197.-- bzw. Fr. 52'581.--. Der
Arbeitgeberbescheinigung vom 15. März 2010 (act. 102) lässt sich entnehmen, dass
die Beschwerdeführerin bis Ende 2001 als Aussendienstverkäuferin tätig gewesen sei,
seither (bei fliessendem Übergang) als Verlagssekretärin, seit 2003 noch zu 80 %. Ein
Grund für den Wechsel des Arbeitsbereichs und die Pensenreduktion wird im
Arbeitgeberbericht nicht erwähnt.
3.2 Die Beschwerdeführerin hat sich wie erwähnt im Dezember 2008 an die Invaliden
versicherung gewandt. Sie machte im Verfahren geltend, sie habe wegen einer Ver
schlechterung des Gesundheitszustands in den vergangenen Jahren ihre angelernte
Tätigkeit im Aussendienst nicht mehr und die daraufhin aufgenommene Büroarbeit
nicht mehr voll ausüben können. Die Beschwerdegegnerin nimmt gemäss
Beschwerdeantwort an, die Beschwerdeführerin sei ab Dezember 2010 zu 50 %
arbeitsunfähig.
3.3 Für die Invaliditätsbemessung sind zunächst die medizinischen Vorbedingungen
von Bedeutung. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu
beschreiben und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher
Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind im
Weiteren eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeits
leistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 f.
E. 4; ZAK 1982 S. 34).
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3.4 Als früheste hier relevante ärztliche Äusserung liegt eine solche der Abteilung
Nephrologie am Kantonsspital St. Gallen vom 1. Juli 2009 in Beantwortung einer
Anfrage der Beschwerdeführerin vor, wonach ihr Transplantat im Dezember 2008 noch
zu 19 % gearbeitet habe. Der RAD nahm am 5. Januar 2010 - ohne eigene Unter
suchung der Beschwerdeführerin, wohl aufgrund der Angabe der Abteilung
Nephrologie und eigener Erfahrung - an, eine Arbeitsfähigkeit von 50 % wäre unter
korrekter Dialyse denkbar. Dr. B._ und Dr. C._ haben gemäss zwei
Gesprächsprotokollen des RAD am 7. Januar 2010 angegeben, unter Dialyse sollte der
Beschwerdeführerin eine (im Ausmass nicht bestimmte) Teilarbeitsfähigkeit möglich
werden. Dr. B._ hatte der Beschwerdeführerin ausserdem am 1. Dezember 2009
mitgeteilt, ihre Nierenleistung liege noch bei 10 bis 15 %. Es sei nach seinem
Dafürhalten mit einer Rente von 50 %, eventuell auch von 100 % zu rechnen. Eine
eigentliche Arbeitsfähigkeitsangabe wurde zwar nicht abgegeben, doch nahm der Arzt
damals (rund ein Jahr nach der Meldung der Beschwerdeführerin bei der IV) offenbar
eine rentenbegründende Arbeitsunfähigkeit an.
3.5 Auch wenn bis anhin Arztberichte aus der Zeit bis Juli 2009 fehlen, so liegt nun mit
der Beurteilung der Abteilung Hämodialyse am Kantonsspital St. Gallen vom 12. April
2011, wonach die Beschwerdeführerin als Aussendienstmitarbeiterin/Büroangestellte
vor September 2010 seit einem unbekannten Datum zu 80 % arbeitsunfähig gewesen
sei (IV-act. 164-2), ein (wenn auch erst einige Zeit später geschaffener) Anhaltspunkt für
eine möglicherweise schon länger andauernde Arbeitsunfähigkeit der Beschwerde
führerin vor. Der Fachbereich Psychosomatik am Kantonsspital St. Gallen gab in einem
Arztbericht vom 28. Juli 2011 (act. 181) im Übrigen an, es sei davon auszugehen, dass
die Beschwerdeführerin seit einigen Jahren nicht mehr arbeitsfähig sei (tatsächlich hat
sie allerdings bis September 2010 jedenfalls noch teilweise Arbeit geleistet). Vom
5. Oktober 2004 bis 3. März 2005 stand die Beschwerdeführerin dort einmal in psychi
atrischer Behandlung. Der RAD hat am 30. Mai 2011 (act. 170) dafürgehalten, die
Pensenreduktion auf 80 % ab Januar 2003 könne medizinisch nachvollzogen werden.
Eine Arbeitsunfähigkeit von (mindestens) 20 % ab 2003 erscheint denn auch plausibel.
3.6 Die Beschwerdeführerin hat nicht nur im Jahr 2003 ihr Pensum reduziert, sondern
auch ab 2000 den angestammten Tätigkeitsbereich als Aussendienstverkäuferin all
mählich verlassen. Es kann nach Lage der Akten mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
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davon ausgegangen werden, dass (nebst der Pensenreduktion) auch dieser Wechsel
der Beschäftigung aus gesundheitlichen Gründen erforderlich war (für den
Aussendienst also weitreichende - eventuell zunehmende - Arbeitsunfähigkeit bestand)
und dass ferner die im IK-Auszug abgebildete, 80 % überschreitende Lohnreduktion
Ausdruck des tieferen (einzig noch zumutbaren) Lohnniveaus als Verlagssekretärin (und
also nicht konjunkturell begründet) war.
3.7 Der altrechtliche Eintritt des Rentenfalls wird durch Art. 29 Abs. 1 IVG (in der bis
31. Dezember 2007 gültig gewesenen Fassung) geregelt. Der Rentenanspruch entsteht
danach (abgesehen von der hier nicht anwendbaren lit. a) frühestens in dem Zeitpunkt,
in dem die versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens zu 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen war (lit. b).
Die einjährige Wartezeit gilt als eröffnet, sobald eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens
20 % vorliegt (AHI 1998 S. 124 E. 3c). Im Rahmen des Art. 29 Abs. 1 IVG nicht an
wendbar ist nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts der Grundsatz, dass bei
langdauernder Arbeitsunfähigkeit im angestammten Beruf - oder sobald klar wird, dass
die Wiederaufnahme der bisher ausgeübten Tätigkeit nicht mehr in Frage kommt - nach
Ablauf einer gewissen Übergangsfrist auch zumutbare Tätigkeiten in einem andern
Beruf zu berücksichtigen sind. Bei der Anwendung der genannten Bestimmung ist aus
schliesslich die Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit zu betrachten (Ent
scheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S S. vom 23. Oktober 2003,
I 392/02, vgl. BGE 130 V 99 E. 3.2, bereits unter Hinweis auf den künftigen Art. 6 ATSG;
Bundesgerichtsentscheid i/S P. vom 27. Dezember 2007, 9C_684/07). Auch vor der
Anmeldung liegende Zeiten von Arbeitsunfähigkeit sind zu berücksichtigen (ZAK 1966
S. 58; Ulrich Meyer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 1. A. 1997, S. 238;
BGE 117 V 26 E. 3b; BGE 121 V 264; Entscheid des Eidgenössischen Versicherungs
gerichts i/S C. vom 2. März 2000, I 307/99). Da der Wechsel der Beschäftigung zeitlich
unbestimmt ist (weil er fliessend erfolgte), rechtfertigt es sich, darauf abzustellen, dass
die Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit jedenfalls ab 1. Januar 2003 eine
volle war. Ein Wartejahr konnte demnach erstmals am 1. Januar 2004 ablaufen. - Nebst
der durchschnittlichen Arbeitsunfähigkeit während des Wartejahres ist für einen
Rentenanspruch erforderlich, dass anschliessend eine rentenbegründende Invalidität
vorliegt. Zusammen mit der Pensenreduktion um 20 % ab Januar 2003 erlitt die
Beschwerdeführerin ab jenem Zeitpunkt insgesamt einen krankheitsbedingten
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Erwerbsausfall, der 40 % erreichte (bzw. überschritt). Denn in den beiden Jahren vor
dem Beginn der internen beruflichen Umstellung, 1999 und 2000, hatte sie im
Durchschnitt Fr. 97'642.-- verdient. Dieses Einkommen kann als Valideneinkommen
2000 betrachtet werden. Für die Vornahme des Einkommensvergleichs ist
grundsätzlich auf die Gegebenheiten im Zeitpunkt des allfälligen Rentenbeginns
abzustellen (BGE 129 V 222), vorliegend somit auf das Jahr 2004, da in jenem Jahr die
Wartezeit ablief. Im Jahr 2004 erzielte die Beschwerdeführerin ein tatsächliches
Einkommen von Fr. 51'197.--, das unter den gegebenen Umständen als Ausdruck des
Invalideneinkommens 2004 betrachtet werden kann. Das um die
Nominallohnentwicklung der Frauenlöhne von 2000 auf 2004 (2'360/ 2'190 gemäss T39
Lohnentwicklung 2011 des Bundesamtes für Statistik) angepasste Valideneinkommen
betrug Fr. 105'222.--, so dass ein rentenbegründender Invaliditätsgrad (von 51.3 %)
bestand. Berufliche Massnahmen, die diesen hätten senken können, waren nicht
verfügbar. Es entstand somit ab 1. Januar 2004 (Ablauf des Wartejahres) ein Anspruch
auf eine halbe Rente, allerdings ohne Auszahlungsanspruch (vgl. E. 3.8). Der
Versicherungsfall gemäss altem Recht ist vor Inkrafttreten der 5. IV-Revision
eingetreten. In den folgenden Jahren änderten sich die Verhältnisse zunächst nicht
wesentlich.
3.8 Hier liegt eine IV-Anmeldung vom 29. Dezember 2008 (act. 52) vor (so schon der
Entscheid vom 9. Dezember 2010). Dabei handelt es sich demnach um eine verspätete
Anmeldung im Sinn von aArt. 48 Abs. 2 IVG. Der Anspruch auf eine halbe Rente kann
ab 1. Dezember 2007 ausbezahlt werden.
4.
4.1 Nach der Aktenlage ist, was die weitere Sachverhaltsentwicklung betrifft, ausge
wiesen, dass die Beschwerdeführerin am Ende des Jahres 2008 eine schlechte
Nierenfunktion aufwies und dann dialysebedürftig wurde (zunächst ohne
entsprechende Behandlung). Es ist hernach im Dezember 2010 zu einem
Transplantatversagen und zur Aufnahme der Dialyse gekommen. Schon ab September
2010 wurde der Beschwerdeführerin von Dr. D._ (im September 2010) in einem
ärztlichen Zeugnis eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % bescheinigt. Eine volle
Arbeitsunfähigkeit attestierten ihr später Dr. B._ (im August 2011) und Dr. H._ (im
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April 2012). Sowohl die Abteilung Hämodialyse (im April 2011; act. 164) wie das
Departement Innere Medizin, Nephrologie/Transplantationsmedizin, am Kantonsspital
St. Gallen (im Juni 2011; act. 238-14 f.) beschrieben eine somatisch bedingte
Arbeitsunfähigkeit von 60 % und gingen unter Hinweis auf die Abteilung
Psychosomatik am Kantonsspital St. Gallen davon aus, dass die Arbeitsfähigkeit über
dieses Ausmass hinaus aus psychischen Gründen eingeschränkt sei, so dass
insgesamt eine volle Arbeitsunfähigkeit vorliege. Diese Abteilung hat im Arztbericht
vom 28. Juli 2011 dargelegt, es sei davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin
seit einigen Jahren nicht mehr arbeitsfähig sei (act. 181).
4.2 Nach der Einschätzung des RAD liegt allerdings ab Dezember 2010 eine Arbeits
unfähigkeit der Beschwerdeführerin von 50 % vor. Diese Arbeitsunfähigkeit sei bei
dialysierten Patienten bis zur Transplantation üblich und ergebe sich aus dem Bericht
von Dr. F._. Dieser Arzt hatte am 15. Januar 2012 zwar ebenfalls erklärt, die
Beschwerdeführerin sei als Aussendienstverkäuferin/Büroangestellte seit dem
8. September 2010 und bis auf weiteres wegen allgemeiner Schwächezustände bei
chronischer Nierenersatztherapie voll arbeitsunfähig. Für die Zeit ab Dezember 2010
hatte er jedoch für verschiedene bezeichnete Aktivitäten angegeben, wie lange sie der
Beschwerdeführerin je zumutbar seien. Wechselbelastende (und vorwiegend im Gehen
ausgeübte, diese allerdings unter "zumutbar": nein) Tätigkeiten hielt er je an vier
Stunden pro Tag für möglich. In welchem Umfang eine behinderungsangepasste Tätig
keit insgesamt möglich sei, gab der Arzt nicht an. Diese Darlegungen von Dr. F._
deuten zwar darauf hin, dass nach seiner Beurteilung in einer adaptierten Tätigkeit eine
gewisse Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin vorhanden wäre. Weshalb die Be
schwerdeführerin in einer Bürotätigkeit allerdings (gleichzeitig) voll arbeitsunfähig sein
sollte, ist in sich nicht ohne weiteres nachvollziehbar. Dazu kommt, dass Dr. F._
einzig die Auswirkungen der Niereninsuffizienz in seine Einschätzung einbezogen hat.
4.3 Dass (relevante) Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischen
Gründen nicht bestünden, wie es die Beschwerdegegnerin vorbringt, lässt sich bei der
gegebenen Aktenlage ebenfalls nicht von vornherein bestätigen. Auch bei den Diag
nosen einer Anpassungsstörung mit reaktiver Depression und akzentuierter ängstlich-
histrionischer Persönlichkeitszüge können unter Umständen invalidisierende Wirkungen
vorliegen. Dass eine längerdauernde psychiatrische Behandlung nicht stattgefunden
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habe, ist möglicherweise mit der diesbezüglichen Zurückhaltung der Beschwerde
führerin zu erklären (vgl. act. 181-2 Ziff. 1.5). Zwar hat Dr. F._ (als Nierenspezialist) in
seinem Arztbericht keine Hinweise auf eine psychische Erkrankung der
Beschwerdeführerin angebracht, doch tat dies - was insofern mehr Gewicht hat - die
spezialärztliche Fachstelle (Fachbereich Psychosomatik am Kantonsspital St. Gallen).
Der Fachbereich Psychosomatik bezeichnete die Erkrankung im Bericht vom 28. Juli
2011 als erheblich und bescheinigte der Beschwerdeführerin aufgrund einer
wahnhaften Störung und einer Dysthymie mit rezidivierenden Exazerbationen eine volle
Arbeitsunfähigkeit.
4.4 Es lässt sich somit festhalten, dass das Nierenleiden der Beschwerdeführerin nach
der Aktenlage eine Arbeitsunfähigkeit zu einem Teil bewirkt. Noch am 23. Juni 2011 hat
das Departement Innere Medizin, Nephrologie/Transplantationsmedizin am Kantons
spital St. Gallen diese mit 60 % angegeben. Ab 26. November 2011 wurde die Hämo
dialyse (nach weiteren Behandlungsstellen) durch Dr. F._ durchgeführt, ab 1. Februar
2012 durch Dr. H._. Gemäss Dr. H._ dauert die Dialyse dreieinhalb Stunden und
findet dreimal pro Woche statt. Es ist möglich, dass damit weiterhin ein Ausfall an
Arbeitskraft an drei ganzen Tagen verbunden war, auch wenn das nicht so festgehalten
wurde. Der Arztbericht von Dr. F._, der auf eine leicht grössere Arbeitsfähigkeit
hindeuten könnte, ist wie erwähnt als solcher erklärungsbedürftig.
4.5 Was den psychiatrischen Aspekt (wahnhafte Störung und Dysthymie bzw. An
passungsstörung mit reaktiver Depression und akzentuierte ängstlich-histrionische
Persönlichkeitszüge) betrifft, liegen erhebliche Anhaltspunkte vor, welche auf eine
dadurch bewirkte länger dauernde vollständige Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen.
Der letzte Kontakt des Fachbereichs Psychosomatik zur Beschwerdeführerin hatte
zwar bereits zwei Jahre vor dem Arztbericht, am 12. Mai 2009 (vor dem
Transplantatversagen und der Dialysebehandlung), stattgefunden, was den Beweiswert
der Einschätzung für den Sachverhalt in der jüngeren Zeit grundsätzlich in Frage stellt.
Indessen war der Fachbereich offenbar in Kenntnis des Befundes der Psychiatrischen
Klinik, in welcher die Beschwerdeführerin im Juli 2011 - wenn auch eventuell nur kurz
zeitlich - hospitalisiert war. Danach sei die gesundheitliche Situation der Beschwerde
führerin damals nicht "einstellbar" gewesen. Das wiederum hebt den Beweiswert der
Beurteilung für die damalige Zeit. Den Bericht der Psychiatrischen Klinik einzuholen,
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gelang bis anhin nicht. Zu berücksichtigen ist allerdings, dass die ängstliche depressive
Symptomatik der Beschwerdeführerin nach Angaben des Fachbereichs Psychosomatik
am Kantonsspital St. Gallen noch 2004/2005 recht gut behandelbar gewesen war. Sie
hatte ihre Arbeit damals (wenn auch mit geändertem Tätigkeitsfeld) trotzdem noch
weiterführen können. Entgegen der Auffassung des Fachbereichs Psychosomatik war
sie gemäss den Akten somit nicht bereits seit Jahren arbeitsunfähig. Zumindest im Juli
2011 war die Therapierbarkeit allerdings nach der Aktenlage gering gewesen. Auf eine
ergänzende Abklärung des Sachverhalts ab September 2010 ist indessen zu
verzichten, wie sich aus dem Folgenden ergibt.
5.
5.1 Es kann davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin von
September 2010 bis zur Aufnahme der Dialyse im Dezember 2010 voll arbeitsunfähig
war. Die vorhandene Aktenlage deutet in der Folge auf eine medizinische
Arbeitsunfähigkeit aus somatischen Gründen von 60 % und auf eine möglicherweise
psychiatrisch bedingt noch weiterreichende Arbeitsunfähigkeit hin. Es kann aber ohne
weiteres davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin insgesamt auch ab
Dezember 2010 jedenfalls nicht weniger als zu 50 % - auf welche die
Beschwerdegegnerin abstellt - arbeitsunfähig war.
5.2 In erwerblicher Hinsicht ist nicht ausgeschlossen, dass die Beschwerdeführerin
ihre beruflichen Kenntnisse auch nach Eintritt bzw. Verschlechterung des Gesundheits
schadens noch weiter einzusetzen vermag, weshalb in Erwägung gezogen werden
könnte, ihr Invalideneinkommen nicht anhand der statistischen durchschnittlichen
Löhne für einfache und repetitive Tätigkeiten, sondern anhand des Durchschnitts im
Lohnniveau 3 zu bestimmen. Immerhin in der nach Eintritt der gesundheitlichen
Beeinträchtigung aufgenommenen Tätigkeit als Verlagssekretärin (deren Zumutbarkeit
allerdings fraglich ist) hat sie ein Lohnniveau erreicht, das etwa auf diesem Niveau lag.
Im Jahr 2008 hat sie mit dem 80 %-Pensum Fr. 56'304.-- verdient, was bei 100 %
Fr. 70'380.-- entsprach. Im statistischen Mittel konnten Frauen im Jahr 2008 mit
Tätigkeiten im privaten Sektor, bei denen Berufs- und Fachkenntnisse vorausgesetzt
waren (d.h. Niveau 3), nämlich gemäss Tabelle T1 der Schweizerischen
Lohnstrukturerhebung LSE 2008 des Bundesamtes für Statistik Fr. 64'992.-- (12x
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Fr. 5'416.--) erzielen, was bei einer betriebsüblichen durchschnittlichen Arbeitszeit im
Jahr 2008 von 41.6 Stunden (statt 40 Stunden) pro Woche den Betrag von Fr. 67'592.--
ergibt.
5.3 Selbst bei dem (nach Lage der gegenwärtig vorhandenen Akten eher über
stiegenen) Arbeitsunfähigkeitsgrad von 50 % und selbst wenn das Invalideneinkommen
ausserdem anhand der Tabellenlöhne des Niveaus 3 und erst noch ohne jegliche
Berücksichtigung eines Abzugs vom Tabellenlohn bestimmt würde, ergäbe sich für die
Beschwerdeführerin ein Anspruch auf eine ganze Rente. Denn das
Invalideneinkommen würde sich schon in diesem Fall auf Fr. 33'796.-- stellen und im
Vergleich zum Valideneinkommen 2008 von Fr. 111'419.-- (Fr. 97'642.-- x 2'499/2'190
gemäss T39 Lohnentwicklung 2011 des Bundesamtes für Statistik) würde ein
Invaliditätsgrad von rund 70 % erreicht. Ob die Arbeitsunfähigkeit 50 % überschreite,
der Beschwerdeführerin nur noch Tätigkeiten auf dem Lohnniveau 4 zumutbar seien
und gegebenenfalls wie hoch ein angemessener Abzug sei, kann offen bleiben. Der
Invaliditätsgrad beträgt jedenfalls mindestens 70 %.
5.4 Die Verschlechterung des Gesundheitszustands und der Leistungsfähigkeit ist für
September 2010 (8. bzw. 20. September) ausgewiesen, so dass der Rentenanspruch
gemäss Art. 88a Abs. 2 IVV auf den 1. Januar 2011 hin zu erhöhen ist. Nach dieser Be
stimmung ist eine anspruchsbeeinflussende Änderung bei einer Verschlechterung der
Erwerbsfähigkeit zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei
Monate angedauert hat.
6.
Mit Eingabe vom 18. September 2012 beantragte die Beschwerdeführerin zusätzlich
einen Verzugszins von 5 %. Darüber hat die Beschwerdegegnerin bis anhin weder
verfügt noch eine Stellungnahme abgegeben. Zuständigkeitshalber ist ihr das Gesuch
zu überweisen.
7.
7.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der
angefochtenen Verfügung vom 19. Juli 2012 teilweise zu schützen. Der
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Beschwerdeführerin ist im Sinn der Erwägungen ab 1. Dezember 2007 eine halbe
Rente auszurichten, ab 1. Januar 2011 besteht Anspruch auf eine ganze Rente. Das
Gesuch um Verzugszins ist zuständigkeitshalber zu überweisen.
7.2 Es rechtfertigt sich, bei diesem Verfahrensausgang von einem Unterliegen der Be
schwerdegegnerin auszugehen und ihr die Gerichtskosten, die nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festgelegt werden (Art. 69 Abs. 1 IVG),
gesamthaft aufzuerlegen (vgl. Art. 95 Abs. 1 VRP/SG). Eine Entscheidgebühr von
Fr. 600.-- erscheint angemessen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist der
Beschwerdeführerin zurückzuerstatten.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39
VRP entschieden:
1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom
19. Juli 2012 aufgehoben.
2. Der Beschwerdeführerin ist im Sinn der Erwägungen ab 1. Dezember 2007 eine
halbe Rente auszurichten und ab 1. Januar 2011 besteht Anspruch auf eine ganze
Rente.
3. Das Gesuch um Verzugszins in der Eingabe vom 18. September 2012 wird
zuständigkeitshalber der Beschwerdegegnerin überwiesen.
4. Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen.
5. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird der Beschwerdeführerin zurück
erstattet.
bis
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