Decision ID: 09256b57-c078-5d9b-b089-028d4b99917b
Year: 2008
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
D._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Fürsprecher lic. iur. Daniel Küng, Rosenbergstrasse 51, Postfach 1121,
9001 St. Gallen,
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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St.Galler Gerichte
Ergänzungsleistung zur AHV
Sachverhalt:
A.
A.a D._, Jahrgang 1955, meldete sich am 1. September 2005 bei der Alters- und
Hinterlassenenversicherung (AHV) für eine Hinterlassenenrente an. Ihr Ehemann war
am 8. Juli 2005 verstorben (EL-act. 51). Mit Verfügung vom 5. Oktober 2005 sprach die
AHV der Versicherten eine Witwenrente sowie für ihren Sohn eine Waisenrente ab 1.
August 2005 zu (EL-act. 49). Diese Verfügung ersetzte sie mit Verfügung vom 29.
Dezember 2005 (EL-act. 46). Am 14. Februar 2006 meldete sich die Versicherte zum
Bezug von Ergänzungsleistungen (EL) zur Hinterlassenenrente an (EL-act. 36). Nach
Vornahme verschiedener Abklärungen verneinte die EL-Durch¬führungs¬stelle mit
Verfügung vom 13. März 2007 einen EL-Anspruch ab 1. September 2005 (EL-act. 11).
A.b Gegen diese Verfügung erhob Fürsprecher lic. iur. Daniel Küng in Vertretung der
Versicherten am 14. April 2007 Einsprache. Er beantragte die Aufhebung der Verfügung
und die Zusprache abgestufter EL für August und September 2005 sowie für die Zeit
ab Oktober 2006 (EL-act. 8). Vom 19. September 2005 bis 28. September 2006 hatte
die Versicherte Arbeitslosenentschädigung bezogen (EL-act. 3-2; 32-3 ff.). Mit
Einspracheentscheid vom 4. Juni 2007 hiess der Rechtsdienst der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen in Vertretung der EL-
Durch¬führungs¬stelle die Einsprache teilweise gut und sprach der Versicherten für
September 2005 EL von Fr. 530.- zu. Im Übrigen wies er die Einsprache ab. Der
Anspruch könne frühestens im Monat der Einreichung der Anmeldung zum
Rentenbezug, d.h. am 1. September 2005, entstehen. Die ab 19. September 2005
ausbezahlten Arbeitslosentaggelder seien erst ab 1. Oktober 2005 zu berücksichtigen,
weshalb sich für September 2005 ein Ausgabenüberschuss ergebe. Ab Oktober 2006
sei der Versicherten ein hypothetisches Erwerbseinkommen anzurechnen. Zwar habe
sie noch nie eine Erwerbstätigkeit ausgeübt, doch habe ihr seit dem Tod ihres
Ehemanns ausreichend Zeit zur Verfügung gestanden, sich daran zu gewöhnen, ihren
Lebensunterhalt aus eigener Kraft bestreiten zu müssen. Ab Oktober 2006 falle deshalb
keine Anpassungsfrist für die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit in Betracht. Nicht
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entscheidend sei, dass das Regionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) die
Versicherte scheinbar wegen mangelnder Deutschkenntnisse sowie fehlender
Berufserfahrung als nicht vermittelbar erachtet habe. Die für die Versicherte in Frage
kommenden Hilfsarbeiten würden in der Regel geringe Anforderungen an die
sprachliche Kommunikation des Arbeitnehmers stellen, da sie aus einfachen und
repetitiven Tätigkeiten bestünden. Nur durch anhaltende ernsthafte, erfolglose
Arbeitsbemühungen hätte die Versicherte eine EL-rechtliche Arbeitslosigkeit ab
Oktober 2006 nachweisen können. Da sie seit Ende September 2006 keine
Arbeitsbemühungen mehr nachgewiesen habe, sei es ihr nicht gelungen, die
gesetzliche Vermutung umzustossen, dass ihr ab Oktober 2006 die Erzielung des für
nichtinvalide Witwen ihrer Alterskategorie vorgesehenen Erwerbseinkommens
zumutbar sei (act. G 1.1).
B.
B.a Gegen diesen Entscheid richtet sich die Beschwerde des Rechtsvertreters der
Versicherten vom 2. Juli 2007. Er beantragt die Aufhebung des Entscheids, soweit er
weitergehende Leistungsansprüche der Beschwerdeführerin verneine. Der
Beschwerdeführerin seien EL von Oktober 2006 bis Dezember 2006 in der Höhe von
monatlich Fr. 449.- und ab Januar 2007 in der Höhe von monatlich Fr. 576.-
zuzusprechen, alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Auszugehen sei vom
Grundsatz, dass der Sinn der EL in der angemessenen Deckung des Existenzbedarfs
bedürftiger Rentnerinnen und Rentner bestehe. Grundsätzlich seien nur effektive
Einnahmen und effektiv vorhandene Vermögenswerte bei der Berechnung der
Anspruchsberechtigung zu berücksichtigen. Die Beschwerdeführerin übersehe nicht,
dass eine natürliche Vermutung für die Verwertung der Arbeitskraft bestehe, selbst
wenn es sich um eine Ausländerin ohne Ausbildung, ohne Arbeitserfahrung und ohne
Deutschkenntnisse handle. Allerdings habe sie die Vermutung widerlegt, indem sie sich
während eines Jahres, als sie Arbeitslosentaggelder bezogen habe, erfolglos um eine
Arbeit bemüht habe. Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin seien diese
Bemühungen auch ernsthaft und intensiv erfolgt (act. G 1). In der
Beschwerdeergänzung vom 1. November 2007 bezeichnet der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin die natürliche Vermutung für die Verwertbarkeit der Arbeitskraft als
nicht ganz unproblematisch. Ein "Verzicht auf eine Einnahme" impliziere eine
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Freiwilligkeit der verzichtenden Person. Ob ein Arbeitsverhältnis zustande komme oder
nicht, hänge jedoch selbstverständlich nicht allein von der Beschwerdeführerin ab.
Allein die Tatsache, dass sich eine versicherte Person, sei es auch noch so intensiv, um
eine Stelle bemühe, biete keine Garantie dafür, dass sie eine Arbeitsstelle antreten
könne. Wie schwierig es für die Beschwerdeführerin sei, Arbeit zu finden, ergebe sich
bereits aus dem Umstand, dass sie sich in der Zeit, während der sie
Arbeitslosentaggelder bezogen habe, über neunzig mal vergeblich beworben habe.
Auch nach der Aussteuerung bei der Arbeitslosenversicherung habe sich die
Beschwerdeführerin weiterhin erfolglos um eine Arbeitsstelle bemüht. Die Anrechnung
eines hypothetischen Einkommens sei somit nicht gerechtfertigt (act. G 7).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt am 12. November 2007 die Abweisung der
Beschwerde, verweist zur Begründung auf die Erwägungen im Einspracheentscheid
und verzichtet auf eine weitergehende Stellungnahme (act. G 9).

Erwägungen:
1.
1.1 Am 1. Januar 2008 ist das neue Bundesgesetz über Ergänzungsleistungen zur
Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG; SR 831.30) in Kraft getreten.
Es ersetzt das ELG vom 19. März 1965 in der bis 31. Dezember 2007 gültigen Fassung.
Weil in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die
bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE
127 V 467 Erw. 1), und weil bei der Beurteilung ferner auf den bis zum Zeitpunkt des
Erlasses des streitigen Einspracheentscheids vom 4. Juni 2007 eingetretenen
Sachverhalt abzustellen ist (BGE 121 V 366 Erw. 1b), sind vorliegend die bis zum 31.
De¬zember 2007 geltenden Bestimmungen anzuwenden.
1.2 Streitig und im vorliegenden Verfahren zu überprüfen ist die Frage, ob der
Beschwerdeführerin bei der EL-Berechnung ein hypothetisches Erwerbseinkommen
anzurechnen ist.
2.
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2.1 Die jährliche EL hat dem Betrag zu entsprechen, um den die anerkannten
Ausgaben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 3a Abs. 1 aELG). Die
anerkannten Ausgaben und die anrechenbaren Einnahmen, worin in bestimmtem
Umfang auch das Vermögen einbezogen ist, werden nach den in den Art. 3b und 3c
aELG – unter Vorbehalt des den Kantonen in Art. 5 aELG eingeräumten Rechts auf
Sonderregelung – und nach den in Art. 11 bis 18 der Verordnung über die EL zur
Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELV; SR 831.301) festgelegten
Bestimmungen ermittelt. Als Einnahmen anzurechnen sind nach Art. 3c Abs. 1 aELG
unter anderem Erwerbseinkünfte in Geld oder Naturalien (lit. a) und Einkünfte, auf die
verzichtet worden ist (lit. g). Eine Verzichtshandlung liegt vor, wenn die versicherte
Person ohne rechtliche Verpflichtung auf Vermögen verzichtet hat, wenn sie einen
Rechtsanspruch auf bestimmte Einkünfte und Vermögenswerte hat, davon aber
faktisch nicht Gebrauch macht bzw. ihre Rechte nicht durchsetzt oder wenn sie aus
von ihr zu verantwortenden Gründen von der Ausübung einer möglichen und
zumutbaren Erwerbstätigkeit absieht (EVGE P 18/02 vom 9. Juli 2002; BGE 121 V 205
Erw. 4a; AHI 2001 S. 133 Erw. 1b).
2.2 Haben nichtinvalide Witwen keine minderjährigen Kinder (mehr), wird ihnen
zwischen dem 51. und dem 60. Altersjahr nach Art. 14b lit. c ELV mindestens ein
Erwerbseinkommen in der Höhe von zwei Dritteln des Höchstbetrags für den
Lebensbedarfs von Alleinstehenden nach Art. 3b Abs. 1 lit. a aELG angerechnet.
Hierbei handelt es sich – wie die Beschwerdegegnerin entgegen der Ansicht des
Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin zutreffend erkennt – um eine gesetzliche
Vermutung, die im Einzelfall widerlegt werden kann. Die vom Rechtsvertreter
angedeutete natürliche Vermutung der Verwertbarkeit der Erwerbsfähigkeit dürfte etwa
im Fall von erwerbsfähigen Ehegatten invalider Personen Bedeutung haben, die weder
unter Art. 14a ELV noch Art. 14b ELV subsumiert werden können. Die gesetzliche
Vermutung des vorliegend massgebenden Art. 14b ELV hat eine Umkehr der objektiven
Beweislast zur Folge. Gelingt es der EL-ansprechenden Witwe nicht, die
Unmöglichkeit, eine zumutbare Tätigkeit auszuüben, zu beweisen, wird ihr das ihrem
Alter entsprechende Pauschaleinkommen gemäss lit. a bis c angerechnet. Im Rahmen
von Art. 14b ELV hat die EL-Durch¬führungs¬stelle nicht von sich aus nach
Umständen zu forschen, die der Erzielung des hypothetischen Einkommens
entgegenstehen. Bringt die versicherte Person jedoch vor, sie sei nicht in der Lage, ein
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entsprechendes Einkommen zu erzielen, hat die Verwaltung abzuklären, ob die
angegebenen Gründe die Vermutung umzustossen vermögen (m.w.H. URS MÜLLER,
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum ELG, 2. Aufl., Zürich 2006, Rz. 493 und 501).
2.3 Im vorliegenden Fall war die Beschwerdeführerin seit dem Tod ihres Ehemanns am
8. Juli 2005 auf eigenes Einkommen angewiesen. Sie meldete sich denn auch zum
Bezug einer Hinterlassenenrente und zum Bezug von Arbeitslosentaggeldern an. Trotz
ihrer Lebensumstände (sie ist offenbar Analphabetin ohne Ausbildung und ohne
Deutschkenntnisse; vgl. EL-act. 2-3) war ihr bewusst, dass sie sich um eine
Arbeitsstelle bemühen musste. Zwischen September 2005 und September 2006
bewarb sie sich denn auch bei mehreren potentiellen Arbeitgebern als Putzfrau (EL-act.
20). Seit der Aussteuerung bei der Arbeitslosenversicherung weist die
Beschwerdeführerin keine Stellenbemühungen mehr nach. Sie musste sich jedoch
darüber im Klaren sein, dass sie aus EL-rechtlicher Sicht verpflichtet ist, sich weiterhin
intensiv und ernsthaft um Arbeit zu bemühen. Der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin behauptet, diese habe sich auch nach der Aussteuerung weiterhin
erfolglos um eine Stelle bemüht und beantragt eine Befragung der Beschwerdeführerin
an Schranken. Darauf ist jedoch zu verzichten, da davon keine neuen Erkenntnisse zu
erwarten sind (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 122 V 157, Erw. 1d). Allfällige
mündliche Beteuerungen betreffend Arbeitsbemühungen haben nicht die erforderliche
Beweiskraft. Dokumente, die auf ernsthafte, quantitativ und qualitativ ausreichende
Arbeitsbemühungen würden schliessen lassen – wie etwa Absageschreiben von
Unternehmen –, vermag die Beschwerdeführerin nicht beizubringen, weshalb sie den
Nachteil der Beweislosigkeit zu tragen hat. Sie vermag nicht zu beweisen, sich seit
Oktober 2006 in der erforderlichen Weise um Arbeit bemüht zu haben.
2.4 Die Kritik des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin, auch eine noch so
intensive Stellensuche biete keine Garantie dafür, dass die stellensuchende Person
tatsächlich eine Arbeitsstelle antreten könne, ist nicht zielführend. Freilich kann eine
derartige Garantie nicht gewährt werden. Dies ist aber auch nicht notwendig, da die
Vermutung des Art. 14b ELV nicht unumstösslich ist, sondern durch den mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit zu erbringenden Beweis widerlegt werden kann,
dass trotz der erforderlichen Bemühungen die Verwertung der Erwerbsfähigkeit nicht
gelingt.
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2.5 In der Beschwerdeschrift stellt sich der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin auf
den Standpunkt, die Vermutung der Verwertbarkeit der Erwerbsfähigkeit sei widerlegt,
da sich die Beschwerdeführerin während des Jahres des Bezugs der
Arbeitslosentaggelder erfolglos um Arbeit bemüht habe. Die aktenkundigen
Arbeitsbemühungen im Zeitraum September 2005 bis September 2006 (EL-act. 20)
reichen jedoch nicht aus, um die Vermutung des Art. 14b ELV zu widerlegen.
Insbesondere die natürlichen Fluktuationen auf dem Arbeitsmarkt machen es möglich,
dass auch eine erschwert vermittelbare Person früher oder später eine Arbeit finden
kann, wenn sie sich bei der Stellensuche auch von einer möglicherweise grossen
Anzahl an Absagen nicht entmutigen lässt. Denkbar ist auch ein Arbeitseinstieg über
eine unter Umständen kurze Aushilfstätigkeit, die möglicherweise durch permanente,
langfristige Beobachtung des Arbeitsmarkts und prompte Reaktion erlangt werden
könnte. Bis zu einem gewissen Masse obliegt es der stellensuchenden Person selbst,
ihre Chancen zu erhöhen, so etwa durch die Demonstration einer besonderen
Einsatzbereitschaft und der Bereitwilligkeit, nötigenfalls auch für einen
unterdurchschnittlichen Lohn zu arbeiten. Die Beschwerdeführerin ist offenbar
Analphabetin ohne Ausbildung und Arbeitserfahrung, und sie versteht kein Deutsch
(EL-act. 2-3). Freilich ist es für sie unter diesen Umständen nicht leicht, eine
Arbeitsstelle zu finden. Ausgeschlossen ist ein Erfolg bei der Stellensuche jedoch nicht.
Hilfsarbeiten stellen in der Regel geringe Anforderungen an die sprachliche
Kommunikation des Arbeitnehmers, da sie aus einfachen und repetitiven Tätigkeiten
bestehen. Die Anforderungen an die Deutschkenntnisse der Beschwerdeführerin wären
für das Verstehen einfachster Anweisungen sehr gering; die nötigen rudimentären
Kenntnisse hätte sie sich bald angeeignet, soweit sie nach einem Aufenthalt in der
Schweiz von über 14 Jahren nicht bereits darüber verfügt. Die mangelhaften
Deutschkenntnisse stellen damit kein Hindernis für eine Erwerbstätigkeit als
Hilfsarbeiterin dar. Sodann gibt es viele Hilfsarbeiten, die Zuverlässigkeit, Sorgfalt und
ausdauernde Konzentration auch bei der Ausübung immer gleicher Arbeitsgänge
erfordern. An einem solchen Arbeitsplatz kommt es nicht auf das Alter der
Arbeitnehmerin an. Da der Beschwerdeführerin nur der Verzicht auf eine Tätigkeit als
Hilfsarbeiterin unterstellt wird, spielt ausserdem das Fehlen einer beruflichen
Ausbildung zum Vornherein keine Rolle. Das gilt weitgehend auch für die fehlende
Erfahrung im Erwerbsleben, da sich dies bei einfachen und repetitiven Tätigkeiten
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höchstens während einer Einarbeitungsphase auswirken würde und zudem durch
besonderen Einsatzwillen kompensiert werden könnte (vgl. auch die Entscheide des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen EL 2006/5 vom 20. Oktober 2006, Erw.
4e.bb, und EL 2007/22 vom 22. August 2007, insbes. Erw. 3d).
2.6 Somit steht fest, dass die Beschwerdeführerin grundsätzlich einen Erwerb erzielen
könnte. Wenn es der Beschwerdeführerin tatsächlich unmöglich wäre, einer
Erwerbstätigkeit nachzugehen, könnte dies nicht durch in ihrer Person liegende
Gründe, sondern nur durch äussere Umstände erklärt werden. Einziger möglicher
Grund für die behauptete Unfähigkeit, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, bleibt das
Fehlen geeigneter offener Stellen. Bietet der regionale Arbeitsmarkt keine solchen
Stellen, so ist nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung von der Anrechnung eines
hypothetischen Erwerbseinkommens abzusehen. Das RAV teilte der EL-
Durch¬führungs¬stelle mit Schreiben vom 16. März 2007 mit, die Beschwerdeführerin
hätte krankheitshalber nicht an einem für sie vorgesehenen Alphabetisierungskurs
teilnehmen können. Ihre berufliche und persönliche Situation sei auf dem Arbeitsmarkt
leider nicht verwendbar, weshalb ihre Arbeitsbemühungen sehr grosszügig beurteilt
worden seien (EL-act. 2-3). Der Beschwerdegegnerin ist zuzustimmen, dass diese
Auskunft nicht auf die absolut fehlende Verfügbarkeit von für die Beschwerdeführerin
geeigneten Stellen schliessen lässt. Gerade die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin
zum Bezug von Arbeitslosentaggeld anspruchsberechtigt war, ist ein Indiz darauf, dass
immerhin eine gewisse Möglichkeit für die Verwertbarkeit ihrer Erwerbsfähigkeit
bestanden haben musste. Andernfalls hätte ihr die Vermittlungsfähigkeit als
Voraussetzung für den Bezug von Arbeitslosentaggeldern gefehlt (vgl. Art. 8 Abs. 1 lit. f
i.V.m. Art. 15 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversicherung
und die Insolvenzentschädigung [AVIG; SR 837.0]). Vor diesem Hintergrund kann auf
weitere Abklärungen zur Verfügbarkeit einer potentiellen Arbeitsstelle verzichtet
werden, ist doch überwiegend wahrscheinlich, dass die gesundheitlich in ihrer
Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkte Beschwerdeführerin bei entsprechender
Anstrengung eine Arbeitsstelle finden könnte, zumal die Arbeitslosenquote aufgrund
der guten Wirtschaftslage zurzeit deutlich tiefer liegt als noch in den Vorjahren. Das ihr
zu zwei Dritteln angerechnete hypothetische Nettoeinkommen von gut Fr. 7'000.- pro
Jahr ist zudem bescheiden und dürfte für eine uneingeschränkt arbeitsfähige und
arbeitswillige Person keine unerreichbare Hürde darstellen.
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2.7 Im Gegensatz zum Vermögensverzicht, der zu einem bestimmten Zeitpunkt erfolgt
ist und dessen Folgen für die Anspruchsberechnung (Anrechnung eines hypothetischen
verzehrbaren Vermögens und eines hypothetischen Vermögensertrages) grundsätzlich
(mit Ausnahme des hypothetischen Vermögensverzehrs gemäss Art. 17a ELV)
unveränderlich sind, stellt der Verzicht auf Einkünfte einen Dauersachverhalt dar. Dass
eine Person bisher auf die Erzielung von Einkünften verzichtet hat, bedeutet nicht, dass
ihr auch in Zukunft immer hypothetische Einkünfte anzurechnen sein werden. Nichts
hindert diese Person daran, sich nun anders zu verhalten und effektiv Einkünfte zu
erzielen bzw. sich intensiv und ernsthaft um Arbeit zu bemühen. Sollte es der
Beschwerdeführerin etwa gelingen, die Vermutung des Art. 14b ELV doch noch
dadurch zu widerlegen, dass sie sich ernsthaft und intensiv um Arbeit bemüht und
dennoch erfolglos bleibt, so steht ihr eine Neuanmeldung zum EL-Bezug frei.
3.
3.1 Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist der angefochtene Einspracheentscheid
nicht zu beanstanden und die Beschwerde abzuweisen. Die Beschwerdegegnerin hat
der Beschwerdeführerin in der EL-Berechnung zu Recht ein hypothetisches
Erwerbeseinkommen angerechnet, sodass die Beschwerdeführerin ab Oktober 2006
aufgrund eines Einnahmenüberschusses keinen Anspruch auf EL begründet.
3.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG