Decision ID: e3f53664-7eca-4965-9462-ebbd4c4db22d
Year: 2011
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Fürsprecher lic. iur. Daniel Küng, Anwaltskanzlei St. Jakob,
St. Jakob Strasse 37, 9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Rente; berufliche Massnahmen
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich im Januar 2006 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung (IV) an. Vom 1. Juli 1994 bis 31. Dezember 2005 hatte die
Versicherte als Mitarbeiterin bei der B._ in einem Arbeitspensum von 68.29%
gearbeitet (IV-act. 1 und 14).
A.b Die Swica Gesundheitsorganisation veranlasste als Krankentaggeldversicherer
eine interdisziplinäre Begutachtung der Versicherten bei der Zentrum für
Arbeitsmedizin, Ergonomie und Hygiene (AEH) AG, Zürich. Im AEH-Gutachten vom 16.
Juni 2006 (psychiatrisches Teilgutachten Dr. C._, Facharzt FMH für Psychiatrie und
Psychotherapie, vom 28. April 2006) wurden im Wesentlichen ein chronisches
unspezifisches Schmerzsyndrom des rechten Beins, ein Panvertebralsyndrom, eine
allgemeine Dekonditionierung und ein mittelschweres depressives Syndrom im
Rahmen einer Anpassungsstörung bei chronifiziertem Schmerzsyndrom diagnostiziert.
Für die angestammte und eine adaptierte Tätigkeit bestehe, vor allem aufgrund der
psychiatrischen Befunde, aktuell nur eine Restarbeitsfähigkeit von 20 bis 30% (act. G
4.2). Am 25. Januar 2007 veranlasste die IV-Stelle eine interdisziplinäre Abklärung bei
der Academy of Swiss Insurance Medicine (asim), Universitätsspital Basel (IV-act. 46).
Im asim-Gutachten vom 7. Mai 2007 wurden die Diagnosen chronisches
Schmerzsyndrom des rechten Beins und Panvertebralsyndrom gestellt. Ohne Einfluss
auf die Arbeitsfähigkeit wurde u.a. eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung
festgehalten. Die angestammte Tätigkeit sei der Versicherten noch zu 50% zumutbar
(bezogen auf ein volles Pensum). Für eine Verweistätigkeit körperlich leichter Natur, in
Wechselbelastung, nicht rein stehend und gehend, bestehe aus gesamtmedizinischer
Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 90% (IV-act. 54). Vom 14. Juni bis 4. Juli 2007 befand
sich die Versicherte in stationärer Rehabilitation in der Klinik Gais. Im Austrittsbericht
vom 10. September 2007 wurden eine mittelgradige depressive Episode und eine
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anhaltende somatoforme Schmerzstörung diagnostiziert. Zur Zeit bestehe eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 61).
A.c Mit Vorbescheid vom 2. Oktober 2007 stellte die IV-Stelle der Versicherten in
Aussicht, das Leistungsbegehren abzuweisen. Es sei ihr möglich, ohne Unterstützung
der Invalidenversicherung eine Arbeitsstelle zu suchen und ein rentenausschliessendes
Einkommen zu erzielen (IV-act. 67). Gegen den Vorbescheid erhob der Rechtsvertreter
der Versicherten am 2. November 2007 Einwand und reichte in der Folge eine
Stellungnahme von Dr. C._ vom 13. November 2007 (IV-act. 70) und einen ärztlichen
Bericht von Dr. D._, Fachärztin FMH Psychiatrie und Psychotherapie am Institut für
Medizinsch-Psychiatrische Expertensysteme (IMPE), Zürich, vom 17. Dezember 2007
(IV-act. 74) ein.
A.d Auf Empfehlung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) der
Invalidenversicherung (IV-act. 75) veranlasste die IV-Stelle eine weitere psychiatrische
Abklärung bei Dr. E._, FMH Psychiatrie und Psychotherapie (IV-act. 77). Im
Gutachten vom 20. Juni 2008 diagnostizierte Dr. E._ eine somatoforme
Schmerzstörung und eine leichte depressive Episode. Die zumutbare Arbeitsfähigkeit in
einer adaptierten Tätigkeit liege bei etwa 80% (IV-act. 92).
A.e Die Verfügung vom 6. August 2008 (IV-act. 94) wurde am 20. August 2008 durch
die IV-Stelle widerrufen und es wurde der Versicherten die Möglichkeit zur
Stellungnahme eingeräumt (IV-act. 98). Davon hat der Rechtsvertreter der Versicherten
mit Schreiben vom 29. Juni 2009 Gebrauch gemacht und legte zusätzlich einen Bericht
des Psychiatrischen Zentrums, St. Gallen, vom 28. Januar 2009 ins Recht (IV-act. 107
und 108).
A.f Mit Verfügung vom 13. August 2009 eröffnete die IV-Stelle der Versicherten, dass
kein Anspruch auf berufliche Massnahmen und Rentenleistungen bestehe (IV-act. 111).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die von Fürsprecher lic. iur. Daniel Küng,
St. Gallen, im Namen der Versicherten eingereichte Beschwerde vom 8. September
2009 mit den Anträgen, die Verfügung vom 13. August 2009 sei vollumfänglich
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aufzuheben, es sei der Beschwerdeführerin eine ganze Invalidenrente ab wann
rechtens, spätestens ab Dezember 2005, zuzusprechen, eventualiter sei die Sache zu
weiteren Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen und subeventualiter
seien der Beschwerdeführerin berufliche Massnahmen zuzusprechen; unter Kosten-
und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin. Aus der angefochtenen
Verfügung gehe nicht hervor, welche Methode zur Bemessung des Invaliditätsgrads
angewendet worden sei. Es sei weder ein Einkommensvergleich noch ein
Einkommens- und Betätigungsvergleich durchgeführt worden. Die Beschwerdeführerin
würde im Gesundheitsfall einer vollzeitlichen Erwerbstätigkeit nachgehen, weshalb die
Methode des Einkommensvergleichs zu Anwendung komme. Es bestehe keine
Veranlassung, von den Beurteilungen von Dr. C._ und Dr. D._ abzuweichen.
Ausgehend von einer 60 bis 80%igen Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten,
somit durchschnittlich 70%, bestehe ein Anspruch auf eine ganze Invalidenrente.
Selbst ausgehend von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit, wäre die Erheblichkeitsschwelle
für berufliche Massnahmen erreicht (act. G 1).
B.b In der Beschwerdeantwort vom 3. November 2009 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Das "Obergutachten" von Dr.
E._ entspreche klar den Anforderungen der Rechtsprechung, weshalb darauf
abgestellt werden könne. Es sei tatsächlich nicht ersichtlich, welche Methode bei der
Invaliditätsbemessung angewandt worden sei. Die Beschwerdeführerin sei bei der
B._ zu 68.29% angestellt gewesen. Unter Annahme einer 80%igen Erwerbstätigkeit
ergebe sich bei einer 80%igen Arbeitsfähigkeit keine Erwerbseinbusse. Im Haushalt sei
die Beschwerdeführerin gemäss dem Gutachten von Dr. E._ im gleichen Sinn
eingeschränkt wie in einer adaptierten Tätigkeit. Somit sei auch ohne
Abklärungsbericht im Haushalt offensichtlich, dass sie unter Berücksichtigung der
Schadenminderungspflicht nicht mehr als ca. 10% eingeschränkt wäre und der
Invaliditätsgrad dementsprechend klar unter den rentenbegründenden 40% liege. Ein
Rentenanspruch ergäbe sich auch nicht unter der Annahme einer vollen
Erwerbstätigkeit. Die Beschwerdeführerin habe mit 68.29% ein Jahreseinkommen von
Fr. 34'060.-- erzielt. Dieser Lohn sei tiefer als der Tabellenlohn einer Hilfsarbeiterin,
weshalb unter Berücksichtigung der 80%igen Arbeitsfähigkeit höchstens ein
Invaliditätsgrad von 20% resultiere (act. G 4).
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B.c Mit Replik vom 21. April 2010 hält die Beschwerdeführerin an den gestellten
Anträgen fest und reicht zusätzlich einen Bericht des Psychiatrischen Zentrums, St.
Gallen, vom 6. April 2010 ein (act. G 14 und 14.1).
B.d Die Beschwerdegegnerin hat auf eine weitere Stellungnahme verzichtet (act. G
16).
B.e Auf weitere Ausführungen der Parteien wird, soweit erforderlich, in den folgenden

Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.
1.1 Zu prüfen ist vorliegend, ob die Beschwerdeführerin gegenüber der
Invalidenversicherung Anspruch auf eine Rente und auf berufliche Massnahmen hat.
1.2 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).
Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder
geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Der Grad der für
einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG
durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die
versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der
notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
1.3 Die Rentenabstufungen nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die
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Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) geben bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40% Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 50% Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 60% Anspruch auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 70% Anspruch auf eine ganze Rente.
1.4 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und
demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung
des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Die Rechtsprechung hat es mit dem
Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte
Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung
aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b). Das im Rahmen des Verwaltungsverfahrens
eingeholte Gutachten von externen Spezialärzten, die aufgrund eingehender
Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht
erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen,
besitzt bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft, solange nicht konkrete Indizien
gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb).
1.5 Rechtsprechungsgemäss können somatoforme Schmerzzustände oder
Schmerzverarbeitungsstörungen unter gewissen Umständen eine Arbeitsunfähigkeit
verursachen. Sie fallen unter die Kategorie der psychischen Leiden, für die
grundsätzlich ein psychiatrisches Gutachten erforderlich ist, wenn es darum geht, über
die durch sie bewirkte Arbeitsunfähigkeit zu befinden (AHI 2000 S. 159 E. 4b mit
Hinweisen). Wie jede andere psychische Beeinträchtigung begründet indes auch eine
diagnostizierte anhaltende somatoforme Schmerzstörung als solche noch keine
Invalidität. Vielmehr besteht eine Vermutung, dass die somatoforme Schmerzstörung
oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind.
Bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant
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behindern, können den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil
die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen
notwendigen Ressourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet
sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststellung
einer psychischen Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer.
Massgebend sein können auch weitere Faktoren wie chronische körperliche
Begleiterkrankungen, ein mehrjähriger, chronifizierter Verlauf einer an sich
missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer
Krankheitsgewinn; "Flucht in die Krankheit") oder das Scheitern einer konsequent
durchgeführten ambulanten oder stationären Behandlung (auch mit unterschiedlichem
therapeutischem Ansatz) trotz kooperativer Haltung der versicherten Person. Je mehr
diese Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die entsprechenden Befunde
darstellen, desto eher sind - ausnahmsweise - die Voraussetzungen für eine zumutbare
Willensanstrengung zu verneinen (BGE 131 V 50 E. 1.2).
2.
2.1 Zu prüfen ist vorab, ob die medizinische Aktenlage eine rechtsgenügliche
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin erlaubt. Die
Beschwerdegegnerin stützt sich in der angefochtenen Verfügung auf das Gutachten
von Dr. E._ vom 20. Juni 2008 und die darin festgelegte 80%ige Arbeitsfähigkeit in
einer adaptierten Tätigkeit. Die Beschwerdeführerin ist hingegen der Ansicht, dass auf
die Ausführungen von Dr. C._ und Dr. D._ abzustellen sei.
2.2 Gegen das Gutachten von Dr. E._ wendet die Beschwerdeführerin
hauptsächlich ein, dass es nicht geeignet sei, die Beurteilungen von Dr. C._ und Dr.
D._ zu widerlegen. Deren Einschätzungen würden nicht auf einer Überbewertung der
subjektiven Klagen und einer Unterbewertung der objektiven Befunde beruhen. Es sei
unverständlich, wenn Dr. E._ zwar angeblich einen hohen Unsicherheitsgrad bei der
Beurteilung festgestellt habe, dann aber ohne nachvollziehbar und plausibel zu
begründen annehme, dass "nach Massgabe all dieser Faktoren und unter
Berücksichtigung der Foerster-Kriterien" von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
in der angestammten Tätigkeit von mindestens 50 bis 60% und in einer
leidensangepassten Tätigkeit von 20% auszugehen sei.
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2.3 Die Einwände der Beschwerdeführerin gegen das Gutachten von Dr. E._
vermögen dessen Beweiswert nicht zu schmälern. Entgegen der Auffassung der
Beschwerdeführerin ist die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten
Tätigkeit hinreichend und nachvollziehbar begründet. Insbesondere setzte sich Dr.
E._ ausreichend mit den von der höchstrichterlichen Rechtsprechung entwickelten
Kriterien zur Überwindbarkeit einer somatoformen Schmerzstörung (vgl. BGE 130 V
353 E. 2.2.3) auseinander. Diese Prüfung habe ergeben, dass einige der relevanten
Faktoren teilweise erfüllt seien. Insgesamt bestehe aufgrund der Schmerzen, welche
nicht vollständig mit einer zusätzlichen Willensanstrengung zu überwinden seien, eine
20%ige Einschränkung in einer angepassten Tätigkeit (IV-act. 92/14-15). Diese
Beurteilung ist aufgrund der vorliegenden Aktenlage nicht zu beanstanden. Die
zusätzlich attestierte leichte depressive Episode stellt keine psychische Komorbidität
von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer dar. Mit einer 20%igen
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit - aufgrund fehlender zumutbarer Überwindbarkeit
der Schmerzen - wurde den übrigen teilweise zu bejahenden Kriterien (insbesondere
dem mehrjährigen chronifizierten Krankheitsverlauf), soweit aufgrund der teilweise
ungenügenden Compliance der Beschwerdeführerin beurteilbar, hinreichend Rechnung
getragen, weshalb die Einschätzung auch diesbezüglich nachvollziehbar erscheint.
Sodann hat Dr. E._ bei seiner Einschätzung die somatische Problematik aktenkundig
mitberücksichtigt und die diesbezüglichen Einschränkungen in einer angepassten
Tätigkeit gemäss asim-Gutachten vom 7. Mai 2007 in seine Gesamtbeurteilung
integriert (vgl. IV-act. 92/14-15). Zu den in den vorliegenden Akten teilweise
abweichenden medizinischen Einschätzungen, insbesondere den Beurteilungen von
Dr. C._ und Dr. D._, hat Dr. E._ in seinem Gutachten ausführlich Stellung
genommen. Die abweichende Beurteilung von Dr. C._ vom 28. April 2006
(mittelgradige depressive Störung) dürfte mit der unterschiedlichen Gewichtung der
objektiven und subjektiven Befunde erklärbar sein. Allenfalls habe auch ein
medikamentöser Response stattgefunden oder es hätten sonst Schwankungen in der
psychischen Befindlichkeit vorgelegen. Die Herleitung der 70 bis 80%igen
Arbeitsunfähigkeit sei nicht transparent dargestellt. Es lasse sich nicht schlüssig
verfolgen, wie aus der Diagnose über Fähigkeitsstörungen die Arbeitsfähigkeit
abgeleitet werde. Sodann würden Konsistenz und Plausibilität sowie die Kriterien zur
Beurteilung der Zumutbarkeit nicht diskutiert. Im Bericht von Dr. D._ vom 17.
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Dezember 2007 seien die subjektiven Schilderungen im Verhältnis zu den eher weniger
ausgeprägten objektiven Befunden ebenfalls sehr stark gewichtet worden. Die
Schlussfolgerung, wonach das aktuelle Beschwerdebild einer mittelgradigen
depressiven psychischen Beeinträchtigung bei struktureller Vulnerabilität zur
neurotischen Symptombildung im Sinn einer anzunehmenden prämorbiden
Problematik entspreche, sei bezüglich Vulnerabilität und neurotischer Symptombildung
sowie komorbider Problematik rein spekulativ und lasse sich nicht aus der Anamnese
und den Befunden ableiten. Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sei ebenso wenig
transparent von der Psychopathologie über die Fähigkeitsstörungen abgeleitet (vgl. IV-
act. 92/19-20). Die Ausführungen von Dr. E._ legen plausibel und nachvollziehbar
dar, wie es zu den unterschiedlichen Beurteilungen der Arbeitsfähigkeit gekommen ist.
Auch die übrigen in den Akten liegenden ärztlichen Berichte vermögen an der
Zuverlässigkeit des Gutachtens von Dr. E._ nichts zu ändern. Insbesondere gilt es
der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass Hausärzte - wie auch behandelnde
Spezialärzte - mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in
Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (vgl. Urteil des Bundesgerichts
[bis 31. Dezember 2006 Eidgenössisches Versicherungsgericht] vom 24. März 2009,
8C_871/2008, E. 3.2).
2.4 Die Beschwerdeführerin macht keine weiteren konkreten Mängel im Gutachten
von Dr. E._ geltend. Insgesamt sind auch keine Indizien auszumachen, welche gegen
die Zuverlässigkeit dieses Gutachtens sprechen würden. Es beruht auf einer
umfassenden eigenständigen psychiatrischen Abklärung und integriert die somatischen
Aspekte gemäss der Beurteilung im asim-Gutachten ausreichend. Die Vorakten wurden
hinreichend berücksichtigt und zu abweichenden Einschätzungen hat Dr. E._
ausführlich Stellung genommen. Insgesamt leuchtet das Gutachten in der Darlegung
der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation
ein. Vor diesem Hintergrund vermögen die darin enthaltenen Schlussfolgerungen,
insbesondere die 80%ige Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit, zu überzeugen.
2.5 Dem Eventualantrag der Beschwerdeführerin, es seien weitere Abklärungen zu
tätigen, ist nicht stattzugeben. Die medizinische Aktenlage vermittelt genügend Klarheit
über den rechtserheblichen Sachverhalt. Von weiteren medizinischen Untersuchungen
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sind keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf zu verzichten ist
(antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 122 V 157 E. 1d).
3.
3.1 Ausgehend von einer Restarbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit von 80%
gilt es die erwerblichen Auswirkungen der Leistungsbeeinträchtigung zu prüfen.
3.2 Vorab ist festzulegen, in welchem Umfang die Beschwerdeführerin im
Gesundheitsfall erwerbstätig gewesen wäre. Ob eine versicherte Person als ganztägig
oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, ergibt sich aus
der Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine
gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde (BGE 125 V 150 E. 2c). Da die folgenden
Erwägungen zeigen werden, dass selbst bei Annahme einer vollen Erwerbstätigkeit im
Gesundheitsfall - wodurch der Invaliditätsgrad anhand eines für die
Beschwerdeführerin günstigeren Einkommensvergleichs zu ermitteln ist - kein
rentenbegründender Invaliditätsgrad resultiert, kann vorliegend auf eine detaillierte
Abklärung der Statusfrage verzichtet werden.
3.3 Bei der Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte
Person im massgebenden Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde. Die
Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen. Es ist in der Regel vom
letzten Lohn, welchen die versicherte Person vor Eintritt der Gesundheitsschädigung
erzielt hat, auszugehen (Urteil des Bundesgerichts vom 16. Mai 2001, I 42/01, mit
Hinweisen). Diese Praxis wird mit der empirischen Feststellung begründet, dass die
bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall in der Regel weitergeführt worden wäre (Urteil
des Bundesgerichts vom 29. August 2002, I 97/00). Für die Bestimmung des
Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen,
in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes
Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des
Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue
Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung
Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
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Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 76 f. E. 3b/aa und
bb, mit Hinweisen).
3.4 Für das Valideneinkommen ist demnach auf das von der Beschwerdeführerin
zuletzt bei der B._ erzielte Einkommen abzustellen. Die ehemalige Arbeitgeberin der
Beschwerdeführerin teilte am 24. Februar 2006 mit, dass die Beschwerdeführerin im
Jahr 2006 - aufgerechnet auf ein 100% Pensum - Fr. 49'868.-- (13 x Fr. 3'836.--)
verdient hätte (IV-act. 14/2). Der von der Beschwerdeführerin erzielte Lohn wäre somit
knapp unter dem Durchschnittslohn für eine Hilfstätigkeit gemäss der LSE gelegen. Für
das Jahr 2006 betrug dieser Fr. 50'278.-- (LSE 2006 Tabelle TA1, Anforderungsniveau
4 bei einer durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden pro Woche).
Da keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die Beschwerdeführerin sich aus freien
Stücken mit einem bescheidenen Einkommensniveau hätte begnügen wollen, ist das
Validen- und Invalideneinkommen auf der gleichen Grundlage zu bestimmen. Sind
demnach Validen- und Invalideneinkommen ausgehend vom selben Lohn zu
berechnen, erübrigt sich deren genaue Ermittlung. Diesfalls entspricht der
Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung des Abzugs
vom Tabellenlohn (sogenannter Leidensabzug; vgl. zur Parallelisierung der
Vergleichseinkommen bei Minderverdienst SVR 2008 IV Nr. 2 S. 3 E. 5.4).
3.5 Zu beurteilen bleibt daher noch die Frage, in welchem Umfang ein sogenannter
Leidensabzug auf dem Invalideneinkommen vorzunehmen ist. Nach der
Rechtsprechung können die statistischen Löhne um bis zu 25% gekürzt werden, um
dem Umstand Rechnung zu tragen, dass versicherte Personen mit einer
gesundheitlichen Beeinträchtigung in der Regel das durchschnittliche Lohnniveau nicht
erreichen (RKUV 1999 Nr. U242 S. 412 E. 4b/bb) bzw. ihre Restarbeitsfähigkeit auf dem
allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg zu
verwerten in der Lage sind. Dabei handelt es sich um einen allgemeinen
behinderungsbedingten Abzug (BGE 126 V 78 E. 5a/bb). Nach der Rechtsprechung
hängt die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von
sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen – auch von invaliditätsfremden
Faktoren – des konkreten Einzelfalles ab (namentlich leidensbedingte Einschränkung,
Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), die nach
pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind. Eine schematische
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Vornahme des Leidensabzugs ist unzulässig (BGE 126 V 79 E. 5b, bestätigt in AHI
2002 S. 62 und BGE 129 V 481 E. 4.2.3 mit Hinweisen). Dabei ist zu beachten, dass
allfällige bereits bei der Parallelisierung der Vergleichseinkommen mitverantwortliche
invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des sogenannten Leidensabzuges nicht
nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 328 E. 5.2).
3.6 Unter Berücksichtigung sämtlicher Umstände erscheint insbesondere aufgrund
der Tatsache, dass die Beschwerdeführerin selbst in leichten Tätigkeiten noch
gewissen Einschränkungen unterliegt, ein Abzug von höchstens 10% als angemessen.
Bei Vornahme eines 10%igen Leidensabzugs resultiert ein nicht rentenbegründender
Invaliditätsgrad von 28% (100% - [80% x 0.9]). Die Verneinung des Rentenanspruchs
durch die Beschwerdegegnerin ist daher im Ergebnis nicht zu beanstanden.
4.
4.1 Zu prüfen bleibt ein Anspruch auf berufliche Massnahmen. In der Beschwerde
vom 8. September 2009 beantragt die Beschwerdeführerin konkret
Umschulungsmassnahmen.
4.2 Nach Art. 8 Abs. 1 IVG haben Invalide oder von einer Invalidität bedrohte
Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und
geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu
betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern (lit. a) und die
Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b).
Die Massnahme hat verhältnismässig zu sein, was Geeignetheit, Notwendigkeit und
Angemessenheit (sachlich, zeitlich, wirtschaftlich und persönlich) umfasst. In der Regel
besteht also nur ein Anspruch auf die dem jeweiligen Eingliederungszweck
angemessenen, notwendigen Massnahmen, nicht aber auf die nach den gegebenen
Umständen bestmöglichen Vorkehren (BGE 121 V 258). Denn das Gesetz will die
Eingliederung lediglich so weit sicherstellen, als diese im Einzelfall notwendig, aber
auch genügend ist (BGE 124 V 108).
4.3 Gemäss Art. 17 Abs. 1 IVG besteht ein Anspruch auf eine Umschulung in eine
neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und
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dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder wesentlich verbessert
werden kann.
4.4 Die obigen Erwägungen haben gezeigt, dass die Beschwerdeführerin in einer
angepassten Tätigkeit ein leicht höheres Einkommen als bei der zuletzt ohne
Gesundheitsschaden ausgeübten Tätigkeit (die Beschwerdeführerin hat seit 1994 für
die B._ gearbeitet; IV-act. 14/1) erzielen könnte, weshalb vorliegend eine
Umschulung offensichtlich nicht als notwendig und angemessen erscheint. Die
Beschwerdegegnerin hat somit auch den Anspruch der Beschwerdeführerin auf
berufliche Massnahmen (Umschulung) zu Recht abgelehnt.
5.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Das
Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem
Ausgang des Verfahrens entsprechend sind sie vollumfänglich der Beschwerdeführerin
aufzuerlegen. Die Forderung ist mit dem von ihr geleisteten Kostenvorschuss von
Fr. 600.-- zu verrechnen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP