Decision ID: 1e05db44-8395-4cb3-9533-6b9751105192
Year: 2022
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_005
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

I. Sachverhalt:
1. Am 14. Oktober 2021 reichte A._ ein Baugesuch bei der Gemeinde
B._ zur Erstellung eines Fensters an der Ostfassade des
Gebäudes C._ auf der Parzelle D._, E._, ein. Das Fenster
soll oberhalb der beiden bereits bestehenden Öffnungen (Fenster und
verglaste Balkontür) im ersten Obergeschoss eingebaut werden und
wendet sich zum F._. Das Baugesuch wurde im Amtsblatt der
Gemeinde B._ am 22. Oktober publiziert; gegen das Vorhaben
gingen keine Einsprachen ein.
2. Mit Entscheid vom 6. Dezember 2021, mitgeteilt am 21. Dezember 2021,
erteilte der Kleine Landrat der Gemeinde B._ die Baubewilligung,
jedoch verbunden mit folgender Auflage:
"2. Sämtliche Fensterfluchten des projektierten Fensters sind den
darunterliegenden Fenstern anzupassen. Dies gilt auch für die vertikale
Unterteilung.
Der überarbeitete Fassadenplan ist vor Baubeginn dem Bauamt einzureichen."
3. Gegen die Auflage in der Baubewilligung erhob A._ (nachfolgend
Beschwerdeführer) am 12. Januar 2022 Beschwerde beim
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden. Verlangt wurde die
ersatzlose Streichung der Ziff. 2 der Baubewilligung unter voller Kosten-
und Entschädigungsfolge zulasten der Gemeinde B._ (nachfolgend
Beschwerdegegnerin). Der Beschwerdeführer rügte eine Verletzung des
rechtlichen Gehörs in zweierlei Hinsicht: Einerseits habe er sich vor dem
Erlass der angefochtenen Auflage nicht äussern können und anderseits
sei die verfügte Auflage nicht begründet. Eine Heilung der Verletzung des
rechtlichen Gehörs sei nur ausnahmsweise möglich. Weiter erweise sich
die Auflage als willkürlich. In der Nähe zum Einfamilienhaus des
Beschwerdeführers seien mehrere Liegenschaften zu sehen, welche die
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unterschiedlichsten Fenstergestaltungen aufwiesen. Er erwähnte
insbesondere Gebäude mit Fenstern, die einen fehlenden Bezug zu den
anderen Geschossen hätten, die verschiedene Fensterformen auf der
gleichen Fassade aufwiesen sowie ein Haus mit verglastem Treppenhaus.
Der Vergleich mit den erwähnten Liegenschaften zeige, dass die verfügte
Auflage willkürlich sei. Insbesondere stelle das neue Fenster keinen
fremden Eingriff in das Gebäude dar und zudem sei es zurückversetzt, da
der Balkon über eine Überdachung verfüge. Mit der Auflage habe die
Gemeinde das ihr in Bausachen zukommende Ermessen bei Weitem
gesprengt, da sie eine für die Bauherrschaft einschränkende Auflage
erlassen habe, die nicht nachvollziehbar sei. Die Anordnung werde auch
nicht durch das Ermessen, über welches die Gemeinden bei
Ästhetikfragen verfügten, gedeckt.
4. Die Beschwerdegegnerin reichte am 21. Februar 2022 ihre
Vernehmlassung ein und beantragte die Abweisung der Beschwerde unter
Kostenfolgen zu Lasten des Beschwerdeführers. Zur
Sachverhaltsdarstellung stellte sie präzisierend fest, dass das neue
Fenster wohl die Belichtungssituation des bis in den Giebel reichenden
Wohnraumes im ersten Obergeschoss verbessere, jedoch ohne Einfluss
auf den Blick ins F._ bleibe, da die Unterkante des Fensters sich
ungefähr 2.5 m über dem Fussboden des Wohnraumes befinde.
Begründend führte die Beschwerdegegnerin weiter aus, dass die
Bestimmungen betreffend die gestalterische Einordnung einer Baute ins
Orts- und Landschaftsbild der Gemeinde naturgemäss einen relativ weiten
Ermessensspielraum einräumten. Nach seiner Rechtsprechung übe das
Verwaltungsgericht bei der Überprüfung von Fragen der Ästhetik und
Gestaltung eine gewisse Zurückhaltung, indem es nur mit triftigen
Gründen vom Ermessen der Vorinstanz abweiche. Das geplante Fenster
bewirke eine Unruhe in der Struktur der Gebäudefassade, da dieses die
unmittelbar darunterliegenden Gebäudeöffnungen auf beiden Seiten um
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je ca. 35 cm überrage. Die dadurch verursachte Störung der
Gesamtwirkung der Baute mit der Umgebung und Landschaft lasse sich
aber über eine geringfügige Projektanpassung beheben. Daher habe die
Beschwerdegegnerin die angefochtene Auflage verfügt. Diese habe
geringe Tragweite, weshalb nicht die Rede von einer Verletzung des
rechtlichen Gehörs sein könne. Vielmehr bezwecke die Auflage, dass ein
bewilligungsfähiges Fenster den gestalterischen Anforderungen genüge.
Insofern der Beschwerdeführer die fehlende Begründung der
Baubewilligung rüge, habe er übersehen, dass die Bewilligung nicht
abgelehnt, sondern unter einer Auflage bewilligt worden sei. Dass die
betreffende Auflage einer gestalterischen Massnahme entspreche, sei
offensichtlich und die Beschwerdegegnerin hätte dies auf Nachfrage dem
Beschwerdeführer gerne bestätigt. Der Vorwurf, dass die umstrittene
Gestaltungsauflage willkürlich sei, sei haltlos. Die Beschwerdegegnerin
habe ihr Ermessen in zulässigem Umfang genutzt.
5. Der Beschwerdeführer reichte am 28. März 2022 die Replik ein. Er hielt an
den Anträgen in seiner Beschwerde fest und präzisierte seine
Begründungen. Insbesondere führte er aus, dass das geplante Fernster
keine Störung der Gesamtwirkung der Baute mit der Umgebung und der
Landschaft bewirke. Geplant sei ein neues Fenster in einer Liegenschaft,
die bereits verschiedene Fenstertypen aufweise. Weiter sei die Willkür der
Vorinstanz mit Blick auf die in unmittelbarer Nähe bereits bewilligten
Fenstertypen, welche sich in der gleichen Zone befänden, offensichtlich.
Die Beschwerdegegnerin gehe auf ihre bisherige Bewilligungspraxis nicht
ein und stelle sich einfach auf den Standpunkt, dass der Vorwurf haltlos
sei. Dass eine Auflage verfügt worden sei, sei sachlich nicht gerechtfertigt.
Vielmehr liege die Vermutung nahe, dass die Baubehörde ein Exempel
statuieren wolle. Das Baugesuch des Beschwerdeführers werde anders
behandelt als gleich gelagerte Fälle im umliegenden Gebiet, sodass der
Grundsatz der Rechtsgleichheit verletzt worden sei. Der
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Beschwerdeführer führte weiter aus, dass eine zwingende Voraussetzung
für die Anordnung einer Auflage ein widerrechtlicher Zustand sei, der
durch die Nebenbestimmung aufgehoben werden könne. Ein solcher liege
hier gar nicht vor, weshalb die Auflage sich als widerrechtlich und
willkürlich erweise.
6. Die Beschwerdegegnerin reichte am 25. April 2022 ihre Duplik ein. Sie
führte aus, sie habe ihr Ermessen nicht überschritten, sondern sie habe
innerhalb des durch die Gestaltungsvorschriften eingeräumten
Entscheidungsspielraums eine wenig einschneidende Anordnung zur
gestalterischen Abstimmung getroffen. Ausserdem diene die Auflage der
Behebung der Verletzung der Gestaltungsvorschriften, weshalb eine
entsprechende Intervention der Baubehörde gerechtfertigt gewesen sei.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften sowie
auf die eingereichten Beweismittel wird, soweit erforderlich, in den
nachstehenden Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Gemäss Art. 49 Abs. 1 lit. a des Gesetztes über die
Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) beurteilt das
Verwaltungsgericht Beschwerden gegen Entscheide von Gemeinden,
soweit diese nicht bei einer anderen Instanz angefochten werden können
oder nach kantonalem oder eidgenössischem Recht endgültig sind. Der
angefochtene Entscheid des Kleinen Landrates vom 6. Dezember 2021,
mitgeteilt am 21. Dezember 2021 (beschwerdeführerische Beilage [Bf-
act.] 1), ist weder endgültig noch kann er bei einer anderen Instanz
angefochten werden. Die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde fällt
demzufolge in die Zuständigkeit des angerufenen Gerichts. Die
Eintretensvoraussetzungen geben vorliegend zu keinen Bemerkungen
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Anlass, weshalb auf die im Übrigen im Sinne von Art. 38 und Art. 52 VRG
frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten ist.
2. Der Beschwerdeführer beanstandet, dass er vor Erlass der mit einer
Auflage verbundenen Baubewilligung nicht angehört worden sei und dass
diese keine Begründung enthalte. Damit macht er eine Verletzung des
rechtlichen Gehörs geltend.
2.1. Die Verletzung des Gehörsanspruchs führt in der Regel ungeachtet der
Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst zur Aufhebung des
angefochtenen Entscheides (BGE 144 I 11 E. 5.3, 115 Ia 8 E.2a). Nach
der Rechtsprechung des Bundesgerichts kann aber eine nicht besonders
schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs ausnahmsweise als
geheilt gelten, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor
einer Rechtsmittelinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie
auch die Rechtslage frei überprüfen kann. Unter dieser Voraussetzung ist
darüber hinaus – im Sinne einer Heilung des Mangels – selbst bei einer
schwerwiegenden Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör von
einer Rückweisung der Sache an die Vorinstanz abzusehen, wenn und
soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu
unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der Anhörung
gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer beförderlichen
Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 137 I 195 E.2.3,
136 V 117 E.4.2.2.2, 133 I 201 E.2.2; Urteil des Bundesgerichts
8C_682/2020 vom 17. Februar 2021 E.3.1.2; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN,
Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. Aufl., Zürich/St. Gallen 2020, Rz. 1176).
2.2. Der durch Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung (BV; SR 101)
gewährleistete Anspruch auf rechtliches Gehör dient einerseits der
Sachaufklärung und garantiert andererseits ein persönlichkeitsbezogenes
Mitwirkungsrecht der Parteien im Verfahren, soweit dies Einfluss auf ihre
Rechtsstellung haben kann. Dieser Anspruch umfasst insbesondere das
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Recht auf vorgängige Anhörung, Mitwirkungsrechte bei der
Beweiserhebung, das Akteneinsichtsrecht sowie den Anspruch auf
Begründung von Verfügungen (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O.,
Rz. 1001 f.). Neben den sich aus Art. 29 Abs. 2 BV und der langjährigen
Bundesgerichtspraxis ergebenden Mindestgarantien finden für die
kantonalen Behörden die im kantonalen Recht vorgesehenen
Verfahrensvorschriften Anwendung (vgl. BGE 131 I 185 E.2.1).
2.3. Soweit der Beschwerdeführer beanstandet, dass er vor Erlass der mit
einer Auflage verbundenen Baubewilligung nicht angehört worden sei, rügt
er eine Verletzung des Rechts auf vorgängige Anhörung.
2.3.1. Der Anspruch auf vorgängige Anhörung wird auf kantonaler Ebene durch
Art. 16 Abs. 1 VRG gewährleistet und aus diesem Recht folgt, dass vor
Erlass einer Verfügung den Betroffenen in der Regel Gelegenheit zur
Stellungnahme zu geben ist. Um den Betroffenen eine Stellungnahme zu
ermöglichen, muss ihnen die Verwaltungsbehörde den voraussichtlichen
Inhalt der Verfügung bekannt geben (zumindest die wesentlichen
Elemente), sofern sie diese nicht selbst beantragt haben oder deren Inhalt
voraussehen konnten (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 1011).
Dieser verlangt aber nicht, dass eine Partei die Gelegenheit erhalten
muss, sich zu jedem möglichen Ergebnis, das von der entscheidenden
Behörde ins Auge gefasst wird, zu äussern. Die Behörde hat in diesem
Sinne nicht ihre Begründung den Betroffenen vorweg zur Stellungnahme
zu unterbreiten. Es genügt, dass sich die Parteien zu den Grundlagen des
Entscheids, insbesondere zum Sachverhalt sowie zu den anwendbaren
Rechtsnormen, vorweg äussern können (BGE 132 II 485 E.3.4; Urteile des
Bundesgerichts 1C_6/2022 vom 30. Juni 2022 E.2.1, 2C_251/2016 vom
30. Dezember 2016 E.2.3). Nur wenn die Behörde eine Praxisänderung
beabsichtigt oder ihren Entscheid auf eine unerwartete Rechtsgrundlage
stützen will, muss sie den Betroffenen Gelegenheit zur Stellungnahme
geben. Ausserdem besteht ein Anspruch auf vorgängige Anhörung, wenn
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eine Behörde in Anwendung einer unbestimmt gehaltenen Norm oder in
Ausübung eines besonders grossen Ermessensspielraums einen
Entscheid von grosser Tragweite für die Betroffenen fällt (BGE 132 II 485
E.3.2 und E.3.4, 128 V 272 E.5b/dd, 127 V 431 2.b/cc, 114 IA 97 E.2a;
Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-5905/2014 vom 29. Mai 2015
E.3.1.1; zum Ganzen siehe auch HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O.,
Rz. 1011; KIENER/RÜTSCHE/KUHN, Öffentliches Verfahrensrecht, 3. Aufl.,
Zürich 2021, Rz. 651 f.; STEINMANN, in:
EHRENZELLER/SCHINDLER/SCHWEIZER/VALLENDER [Hrsg.], Die
schweizerische Bundesverfassung, St. Galler Kommentar, 3. Auflage,
Zürich/St. Gallen 2014, Art. 29 Rz. 46).
2.3.2. Nach HÄNNI (HÄNNI, Planungs-, Bau- und besonderes Umweltrecht,
7. Aufl., Bern 2022, S. 377) ist der Bauherr vor dem Erlass einer
Verfügung, die mit Auflagen und Bedingungen verbunden ist, anzuhören.
Diese Meinung wird von dem Autor aber weder näher vertieft noch wird
einschlägige bundesgerichtliche oder kantonale Rechtsprechung dazu
zitiert. Nach dem Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden
(VGU) R 09 46 vom 27. August 2007 E.2c sowie nach dem Urteil des
Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich VB.2006.00403 vom
7. Dezember 2006 E.4.1 ist ein Anspruch auf Anhörung vor Erlass einer
mit Auflagen verbundenen Baubewilligung zu verneinen. In der Lehre wird
ansonsten für die Anordnung von Nebenbestimmungen im
Zusammenhang mit Baubewilligungen keine vorgängige Anhörung des
Gesuchstellers explizit verlangt (RUCH, in:
AEMISEGGER/MOOR/RUCH/TSCHANNEN [Hrsg.], Praxiskommentar RPG:
Baubewilligung, Rechtsschutz und Verfahren, Zürich/Basel/Genf 2020,
Art. 22 Rz. 18 ff.; STALDER/TSCHIRKY, in:
GRIFFEL/LINIGER/RAUSCH/THURNHERR [Hrsg.], Fachhandbuch Öffentliches
Baurecht, Zürich/Basel/Genf 2016, Rz. 2.36 ff.;
FRITSCHE/BÖSCH/WIPF/KUNZ, Zürcher Planungs- und Baurecht, Band 1,
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Planungsrecht, Verfahren und Rechtsschutz, 6. Auflage, Wädenswil 2019,
S. 437 ff.). Gleiches gilt im Allgemeinen für Nebenbestimmungen im
Zusammenhang mit Verfügungen: Auch hier wird die Notwendigkeit der
Gewährung einer vorgängigen Anhörung vor Erlass einer Verfügung, die
mit einer Nebenbestimmung bzw. einer Auflage verbunden ist, nicht
erwähnt (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 906 ff.;
TSCHANNEN/MÜLLER/KERN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 5. Auflage,
Bern 2022, Rz. 726 ff.).
2.3.3. Im vorliegenden Fall hat der Beschwerdeführer ein Gesuch für den Einbau
eines Fensters an der Ostfassade des Gebäudes C._ auf der
Parzelle D._ eingereicht. Da er selbst die Baubewilligung beantragt
hat, war ihm der Sachverhalt, auf den die Beschwerdegegnerin ihren
Entscheid gestützt hat, bestens bekannt. Die Baubehörde hat keine
weiteren Sachverhaltsfeststellungen vorgenommen, sondern die
Verfügung ausschliesslich gestützt auf das eingereichte Baugesuch
erlassen. Da dem Beschwerdeführer der Sachverhalt bekannt war, war er
diesbezüglich nicht vorgängig anzuhören (vgl. VGU R 09 46 vom
27. August 2007 E.2c). Der Beschwerdeführer hatte ausserdem die
Möglichkeit, sich im Rahmen seiner Baueingabe auf diejenigen Umstände
zu berufen, die seiner Auffassung nach zu einer unbelasteten Bewilligung
seines Vorhabens geführt hätten.
2.3.4. Nach den obigen Ausführungen (E.2.3.1) ist eine vorgängige Anhörung
bezüglich der rechtlichen Würdigung eines Sachverhaltes nur
ausnahmsweise notwendig. Die Überprüfung eines Baugesuches auf die
Konformität mit den Bauvorschriften sowie die Anordnung einer allfälligen
Auflage sind Akte der Rechtsanwendung, sodass diesbezüglich
grundsätzlich keine vorgängige Anhörung des Beschwerdeführers
notwendig war. Dem von einem Architekten vertretenen
Beschwerdeführer musste bewusst sein, dass sein Vorhaben den
geltenden Bauvorschriften – darunter auch den Gestaltungsvorschriften –
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zu entsprechen hat und dass die Baubehörde bei Abweichungen eine
Bewilligung mit Auflagen erteilen kann, da diese nach Art. 90 des
Raumplanungsgesetzes für den Kanton Graubünden (KRG; BR 801.100)
bzw. Art. 20 des kommunalen Baugesetzes (BauG) auch explizit
vorgesehen sind. Die Baubehörde hat somit vorliegend nicht gestützt auf
für den Beschwerdeführer nicht voraussehbaren Normen entschieden und
es kann auch nicht die Rede von einer Praxisänderung sein. Soweit der
Beschwerdeführer sich darauf beruft, dass er nicht mit einer Auflage
rechnen musste und daher vorgängig anzuhören gewesen wäre, ist ihm
nicht zu folgen (vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich
VB.2006.00403 vom 7. Dezember 2006 E.4.1).
2.3.5. Ein Recht auf vorgängige Anhörung könnte sich vorliegend allenfalls
aufgrund des relativ grossen Ermessensspielraums, über den die
Gemeinden naturgemäss bei Ästhetikfragen verfügen, ergeben (vgl.
Art. 73 Abs. 1 KRG sowie Art. 24 Abs. 1 BauG). Hier betrifft jedoch das
Ermessen einen Nebenaspekt des Bauvorhabens und es handelt sich
nicht um einen Entscheid, der für den Beschwerdeführer von grosser
Tragweite ist, da die Baubewilligung – wenn auch mit Auflage – erteilt
wurde. Noch zu erwähnen ist, dass die Gewährung der vorgängigen
Anhörung vor Erlass jeder Auflage, die aus ästhetischen Gründe
angeordnet wird, nicht praxisnah wäre und dem gleich wichtigen Interesse
an der Verfahrensbeschleunigung entgegenstünde. Auflagen werden vor
allem aufgrund des Verhältnismässigkeitsprinzips und zur Vermeidung der
Verweigerung einer Baubewilligung angeordnet, was in der Regel auch für
den Gesuchsteller vorteilhaft ist. Wenn der Beschwerdeführer mit einer
Auflage nicht einverstanden ist, besteht schliesslich die Möglichkeit, diese
mittels Verwaltungsgerichtsbeschwerde anzufechten.
2.3.6. Schliesslich ist noch zu erwähnen, dass selbst wenn man hier eine
Verletzung des rechtlichen Gehörs bejahen würde, von einer Heilung
auszugehen wäre (vgl. E.2.1), da der Beschwerdeführer sich im Rahmen
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der Beschwerde und der Replik betreffend die Auflage ausführlich äussern
konnte. Der Duplik ist ausserdem zu entnehmen, dass die
Beschwerdegegnerin an der Abweisung der Beschwerde festhält, weshalb
anzunehmen ist, dass sie auch nach einer erfolgten Anhörung gleich
entscheiden würde. Eine Rückweisung an die Vorinstanz würde somit
einen formalistischen Leerlauf darstellen.
2.4. Der Beschwerdeführer wendet weiter ein, dass in der Baubewilligung
keine Begründung für die angeordnete Auflage enthalten und die
Beschwerdegegnerin ihrer Begründungspflicht daher nicht
nachgekommen sei.
2.4.1. Aus Art. 29 Abs. 2 BV folgt insbesondere auch ein Mindestanspruch auf
Begründung eines hoheitlichen Aktes. Die Begründungspflicht für
kantonale und kommunale Behörden ergibt sich aus dem kantonalen
Verfahrensrecht, vorliegend aus Art. 22 Abs. 1 VRG, welcher ausdrücklich
festhält, dass Entscheide zu begründen sind. Der Sinn und Zweck der
Begründungspflicht liegt darin, dass der Bürger wissen soll, warum eine
Behörde entgegen seines Antrages entschieden hat. Die Begründung
eines Entscheids muss deshalb so abgefasst sein, dass der Betroffene ihn
gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann. Dies ist nur möglich, wenn
sowohl er wie auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des
Entscheids ein Bild machen können. In diesem Sinne müssen wenigstens
kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde leiten
liess und auf welche sich ihr Entscheid stützt. Es ist insbesondere auch
nicht nötig, dass sie sich mit jeder tatbestandlichen Behauptung und jedem
rechtlichen Einwand auseinandersetzt, sondern sie kann sich vielmehr auf
die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (statt
vieler: BGE 133 I 270 E.3.1). Ob die Begründung rechtlich zutreffend und
haltbar ist, ist wiederum keine Frage des formellen Anspruchs auf
rechtliches Gehör, sondern der materiellen Beurteilung der Streitfrage.
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2.4.2. Was die fehlende Begründung angeht, ist festzustellen, dass die
Beschwerdegegnerin im Entscheid vom 6. Dezember 2021 bloss erklärt
hat, dass die Bewilligung erteilt werde, jedoch unter der Auflage, dass
sämtliche Fensterfluchten des projektierten Fensters den
darunterliegenden Fenstern angepasst werden; dies gelte auch für die
vertikale Unterteilung. Die Auflage wurde aber seitens der
Beschwerdegegnerin in keiner Weise begründet, sodass das rechtliche
Gehör damit offensichtlich verletzt wurde. Nun, mit Einreichung ihrer
Vernehmlassung im Rahmen dieses Beschwerdeverfahrens, begründet
sie die angeordnete Auflage ausführlich und insbesondere wird ersichtlich,
dass die Auflage gestützt auf die Gestaltungsvorschriften nach Art. 73
Abs. 1 KRG bzw. Art. 24 Abs. 1 BauG angeordnet worden ist.
2.4.3. Im vorliegenden Fall würde eine Rückweisung der Sache zur Gewährung
des rechtlichen Gehörs jedoch bloss zu einem in prozessökonomischer
Hinsicht nicht vertretbaren formalistischen Leerlauf und einer unnötigen
Verlängerung des Verfahrens führen. Das angerufene Verwaltungsgericht
verfügt über die gleiche Kognition wie die Vorinstanz und ist demnach zur
freien Prüfung aller Sachverhalts- und Rechtsfragen befugt (vgl. Art. 51
Abs. 1 VRG). Ausserdem konnte sich der Beschwerdeführer umfangreich
im Rahmen der am 28. März 2022 eingereichten Replik mit den
Argumentationen der Beschwerdegegnerin auseinandersetzen und sich
diesbezüglich äussern. Der von der Beschwerdegegnerin am 25. April
2022 eingereichten Duplik ist zu entnehmen, dass sie nach wie vor die
angeordnete Auflage für rechtmässig hält. Vor diesem Hintergrund ist aus
verfahrensökonomischen Überlegungen von einer Rückweisung
abzusehen. Die festgestellte Verletzung des Anspruchs auf rechtliches
Gehör wird nach dem Gesagten (mit Blick auf die vorstehend unter E.2.1
zitierte Rechtsprechung) im vorliegenden Beschwerdeverfahren geheilt.
3. In materieller Hinsicht ist vorliegend streitig, ob die Beschwerdegegnerin
das Bauvorhaben zu Recht mit der Auflage, dass sämtliche
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Fensterfluchten inklusive der vertikalen Unterteilung des projektierten
Fensters den darunterliegenden Fenstern anzupassen sind, bewilligte.
4.1. Die angefochtene Auflage wurde angeordnet, weil nach Ansicht der
Beschwerdegegnerin das Vorhaben des Beschwerdeführers den
Anforderungen von Art. 73 Abs. 1 KRG nicht entspricht. Auch wenn die
Gemeinde ihre eigene Ästhetikklausel mit Art. 24 Abs. 1 BauG erlassen
hat, ist hier die kantonale Bestimmung anzuwenden: Nach Art. 107 Abs. 2
KRG ist Art. 73 Abs. 1 KRG unmittelbar anwendbar und geht kommunalen
Vorschriften grundsätzlich vor, vorbehalten bleiben allgemein strengere
Vorschriften der Gemeinden. Art. 73 Abs. 1 KRG schreibt vor, dass
Siedlungen, Bauten und Anlagen nach den Regeln der Baukunst so zu
gestalten und einzuordnen sind, dass mit der Umgebung und der
Landschaft eine gute Gesamtwirkung entsteht. Gemäss Art. 24 Abs. 1
BauG sind Bauten und Anlagen architektonisch so zu gestalten, dass sie
auf ihre Umgebung Bezug nehmen und sich in das Orts- und
Landschaftsbild einordnen. Da die kommunale Bestimmung im Wesentlich
mit Art. 73 Abs. 1 KRG deckungsgleich ist und entsprechend nicht
strenger i.S.v. Art. 107 Abs. 2 KRG sein kann, kommt ihr keine
selbständige Bedeutung zu (vgl. VGU R 10 71 vom 1. März 2011 E.2b).
Zu prüfen ist mithin, ob das Bauvorhaben Art. 73 Abs. 1 KRG entspricht.
4.2. Nach konstanter Rechtsprechung des streitberufenen
Verwaltungsgerichts kommt den Gemeinden bei der Auslegung von
Ästhetikfragen bzw. bei der Prüfung der Frage der Eingliederung von
Bauten in eine bestehende Umgebung ein geschützter (weiter)
Beurteilungs- und Ermessensspielraum zu, in welchen das Gericht nur
eingreift, wenn die Gemeinde diesen Ermessensspielraum missbraucht
oder überschritten hat (statt vieler: VGU R 19 95 vom 26. Januar 2021
E.3.1, R 15 12 vom 11. Juni 2015 E.3b, R 14 1 vom 20. Mai 2014 E.3a, R
03 8 vom 10. April 2002 E.1a; PVG 1994 Nr. 20; siehe ferner Urteile des
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Bundesgerichts 1C_115/2011 vom 17. Mai 2011 E.3.2, 1A.9/2007 vom
4. Dezember 2007 E.2.2.1, E.2.2.2 und E.3.4).
4.3. Insbesondere ist daher zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin bei der
Behandlung des Baugesuches den ihr in Gestaltungsfragen zustehende
Ermessensspielraum überschritten oder missbraucht hat resp. ob ihre
Auslegung der vorliegend relevanten gesetzlichen Bestimmung gegen das
Willkürverbot verstösst. Das Willkürverbot verbietet qualifizierte Verstösse
gegen Regeln, welche für das Funktionieren der Rechtsordnung
konstitutiv sind. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung wird ein
Entscheid nur aufgehoben, wenn nicht bloss die Begründung, sondern
auch das Ergebnis unhaltbar ist (statt vieler siehe BGE 140 III 267 E.2.1).
Willkürliche Rechtsanwendung wird unter anderem bei einer
offensichtlichen Gesetzesverletzung sowie bei groben Ermessensfehlern
angenommen. Im Gegensatz zum Gebot der rechtsgleichen Behandlung
werden beim Willkürverbot nicht verschiedene Rechtsanwendungsakte
miteinander verglichen, sondern es wird nur das Verhältnis zwischen dem
angewandten Rechtssatz und dem betreffenden Anwendungsakt
untersucht (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 605 ff.).
4.4. Lässt ein Rechtssatz durch das Verwenden unbestimmter Rechtsbegriffe
oder das Einräumen von Ermessen einen Spielraum offen, so hat die
rechtsanwendende Behörde davon in allen gleich gelagerten Fällen
gleichen Gebrauch zu machen. Eine rechtsanwendende Behörde verletzt
dann den Gleichheitssatz, wenn sie zwei gleiche tatsächliche Situationen
ohne sachlichen Grund unterschiedlich beurteilt
(HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 587 m.w.H.; BGE 136 I 345 E.5).
Das Gebot der rechtsgleichen Rechtsanwendung ist allerdings nur
verletzt, wenn die ungleiche Behandlung gleichartiger Verhältnisse von
derselben Behörde ausgeht (BGE 121 I 49 E.3c).
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4.5.1. Nach dem eingereichten Fassadenplan überragt das geplante Fenster
horizontal die unmittelbar darunterliegenden Wohnraumfenster und die
verglaste Balkontüre bei beiden Seiten um je ca. 35 cm. Zudem fehlt die
vertikal mittige Unterteilung. Aus Sicht der Beschwerdegegnerin bewirkt
das so geplante Fenster zusammen mit der fehlenden auf die
bestehenden Gebäudeöffnungen abgestimmten Unterteilung eine
erhebliche Unruhe in der Struktur der Gebäudefassade, was zu einer
Störung der Gesamtwirkung der Baute mit der Umgebung und Landschaft
führt. Dadurch werde die gesetzliche Gestaltungsvorgabe von Art. 73
Abs. 1 KRG verletzt.
4.5.2. Der Beschwerdeführer hingegen findet die Beurteilung der
Beschwerdegegnerin willkürlich, da in nächster Umgebung unzählige
Liegenschaften, welche die unterschiedlichsten Fenstergestaltungen
aufwiesen, lägen (beschwerdegegnerische Beilage [Bg-act.] 6).
Insbesondere die Fenster des Nachbarhauses des Beschwerdeführers
nähmen keinen Bezug zu dem darunterliegenden Fenster, sodass die
Auflage, wonach sämtliche Fensterfluchten den darunterliegenden
Fenstern anzupassen seien, nicht praxisgemäss angeordnet worden sei.
Weiter erwähnt er andere Liegenschaften, die verschiedene
Fensterformen auf der gleichen Fassade aufwiesen sowie ein Haus mit
verglastem Treppenhaus. Im Rahmen seiner Replik rügt der
Beschwerdeführer noch, dass indem sein Baugesuch nicht unbelastet von
Auflagen bewilligt worden sei, eine Ungleichbehandlung vorliege, da die
Baubehörde im hier gegenständlichen Gebiet sämtliche Fensterformen
bewilligt habe.
4.6. Insofern der Beschwerdeführer eine Ungleichbehandlung geltend macht,
ist ihm entgegenzuhalten, dass es sich nicht um gleichgelagerte Fälle
handelt: Hier geht es um ein dreieckiges Fenster mit einem rechten Winkel
und einer schrägen Oberkante (Hypotenuse), bei den anderen Häusern
ging es um rechteckige Gebäudeöffnungen. Das einzige Fenster, welches
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ebenfalls einem rechtwinkligen Dreieck entspricht, hat eine auf das direkt
darunterliegende Fenster abgestimmte Breite (vgl. Bg-act. 6 S. 4). Von
einer Verletzung des Gleichbehandlungsgebots kann daher nicht die Rede
sein.
4.7. Auch wenn in der nicht immer sehr ansprechenden baulichen Umgebung
(vgl. Bg-act. 6) verschiedene Fenstertypen anzutreffen sind, folgt daraus
nicht, dass jegliches Vorhaben bewilligungsfähig ist. Insofern die
Beschwerdegegnerin ausführt, dass das geplante Fenster eine Unruhe in
der Fassadenstruktur bewirkt, ist ihr zuzustimmen: Durch das geplante
Fenster wird ein neues Element (dreieckiges Fenster mit schräger
Oberkante) eingeführt, welches störend wirken kann, wenn es keinen
Bezug zu den bestehenden Gebäudeöffnungen aufweist. Daraus folgt,
dass die Beschwerdegegnerin gestützt auf einen sachlichen Grund die
Verletzung von Art. 73 Abs. 1 KRG angenommen hat und daher nicht
willkürlich gehandelt hat. Angesichts des grossen Ermessensspielraums
der Gemeinden in Ästhetikfragen besteht für das angerufene Gericht kein
Anlass, in den Entscheidungsspielraum der Beschwerdegegnerin
einzugreifen.
5. Zu prüfen bleibt noch, ob die Beschwerdegegnerin zur Behebung des
Mangels hinsichtlich der Fenstergestaltung zu Recht die Auflage
angeordnet hat.
5.1. Eine gestützt auf Art. 89 KRG erteilte Bewilligung kann nach Art. 90 Abs. 1
KRG mit den gebotenen Nebenbestimmungen (Auflagen, Bedingungen,
Befristungen) verknüpft werden, wenn dadurch inhaltliche oder formale
Mängel eines Bauvorhabens ohne besondere Schwierigkeiten behoben
werden können oder wenn sich Anordnungen zur Schaffung oder
Erhaltung des rechtmässigen Zustands aufdrängen. Art. 90 KRG
umschreibt dabei generalklauselartig, welche Nebenbestimmungen im
Zusammenhang mit Baubewilligungen materiell zulässig sind. Nach
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Art. 107 Abs. 2 KRG ist Art. 90 Abs. 1 KRG unmittelbar anwendbar und
geht den kommunalen Bestimmungen – hier könnte vor allem Art. 20
BauG in Frage kommen – vor. Damit ist die erforderliche formell-
gesetzliche Grundlage zur Verknüpfung einer Auflage mit einer
Baubewilligung ohne Weiteres gegeben (vgl. PVG 2008 Nr. 21, E.2c).
5.2. Nach dem oben Ausgeführten entspricht das Bauvorhaben des
Beschwerdeführers den Anforderungen von Art. 73 Abs. 1 KRG nicht,
sodass – entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers – das
Projekt als mangelhaft zu qualifizieren ist und grundsätzlich nicht
bewilligungsfähig ist. Das Baugesuch wurde jedoch unter der Auflage
bewilligt, dass sämtliche Fensterfluchten, inklusive die vertikale
Unterteilung des projektierten Fensters, den darunterliegenden Fenstern
anzupassen sind. Mit der Auflage wird sichergestellt, dass die
Fenstergestaltung auf die bestehende Fassadenstruktur abgestimmt wird,
wodurch die nach Art. 73 Abs. 1 KRG verlangte gute Gesamtwirkung mit
der Umgebung und Landschaft erreicht werden kann. Mit der Auflage kann
daher die Rechtmässigkeit des Bauvorhabens des Beschwerdeführers
sichergestellt und – auch im Sinne des Verhältnismässigkeitsprinzips – die
Erteilung der Baubewilligung ermöglicht werden.
6. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerdegegnerin die
Baubewilligung zurecht mit einer Auflage i.S.v. Art. 90 Abs. 1 KRG
verbunden hat. Die dagegen erhobene Beschwerde erweist sich daher als
unbegründet und ist abzuweisen.
7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten gestützt auf
Art. 73 Abs. 1 VRG vollumfänglich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.
Der Beschwerdegegnerin steht nach Art. 78 Abs. 2 VRG keine
Parteientschädigung zu, da sie in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegte.
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