Decision ID: 26f0c261-26ea-54bf-bf6b-115233a8064b
Year: 2008
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass die Beschwerdeführenden - ethnische Roma - eigenen Angaben zufolge von Deutschland her kommend am 26. Juli 2008 in die Schweiz gelangten, wo sie am gleichen Tag um Asyl nachsuchten,
dass das BFM am 4. August 2008 im Empfangs- und  (EVZ) Basel die Personalien der Beschwerdeführenden erhob und A._ und B._ summarisch zum Reiseweg und zu den Asylgründen befragte,
dass die deutschen Behörden mit schriftlicher Mitteilung vom 5. August 2008 der Rückübernahme der Beschwerdeführenden vorbehältlich der zum Reiseweg gemachten Angaben zustimmten,
dass das BFM A._ und B._ am 18. August 2008 in Anwendung von Art. 29 Abs. 1 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) direkt zu den Asylgründen anhörte und ihnen im Rahmen der Anhörung in Bezug auf die Rückübernahmeerklärung Deutschlands das rechtliche Gehör gewährte,
dass das BFM mit Verfügung vom 28. August 2008 in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. a AsylG auf das Asylgesuch der  nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz verfügte und deren Vollzug anordnete,
dass die Beschwerdeführenden mit Eingabe vom 3. September 2008 Poststempel. 4. September 2008) gegen diesen Entscheid beim  Beschwerde erhoben und beantragten, es sei die Verfügung des BFM vom 28. August 2008 aufzuheben und es  die Asylgesuche zur materiellen Prüfung an die Vorinstanz ; eventualiter sei die Flüchtlingseigenschaft festzustellen und ihnen Asyl zu gewähren; subeventualiter sei die Unzulässigkeit des Vollzugs der Wegweisung festzustellen und die vorläufige Aufnahe ,
dass sie in verfahrensrechtlicher Hinsicht zudem beantragten, es sei von der Erhebung eines Kostenvorschusses abzusehen,
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und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20.  1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-34 des  vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),
dass die Beschwerdeführenden durch die angefochtene Verfügung berührt sind, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung bzw. Änderung haben und daher zur Einreichung der Beschwerde  sind (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),
dass somit auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte  - unter Vorbehalt der nachstehenden Erwägungen -  ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 52 VwVG),
dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),
dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen (Art. 32-35 AsylG), die Beurteilungskompetenz der  grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,
dass sich demnach die Beschwerdeinstanz - sofern sie den  als unrechtmässig erachtet - einer selbständigen  Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen  [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),
dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs  prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle Kognition zukommt,
dass deshalb auf den Eventualantrag, es sei den  Asyl zu gewähren, nicht einzutreten ist,
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dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in  Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters  einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),
dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen  verzichtet wurde,
dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn  in einen sicheren Drittstaat im Sinne von Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG zurückkehren können, in welchem sie sich vorher  haben (Art. 34 Abs. 2 Bst. a AsylG),
dass diese Bestimmung keine Anwendung findet, wenn Personen, zu denen die asylsuchende Person enge Beziehungen hat, oder nahe  in der Schweiz leben, oder die asylsuchende Person  die Flüchtlingseigenschaft nach Art. 3 AsylG erfüllt, oder  darauf bestehen, dass im Drittstaat kein effektiver Schutz vor Rückschiebung nach Art. 5 Abs. 1 AsylG besteht (Art. 34 Abs. 3 Bst. a-c AsylG),
dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen ausführte, der  habe Deutschland als sicheren Drittstaat bezeichnet und die Beschwerdeführenden hätten sich gemäss eigenen Angaben vor der Einreise in die Schweiz in Deutschland aufgehalten,
dass die deutschen Behörden am 7. August 2008 einer  der Beschwerdeführenden zugestimmt hätten,
dass in der Schweiz keine Personen, zu denen die  eine enge Beziehung haben, und nahen Angehörigen leben ,
dass die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführenden zudem nicht offensichtlich zutage trete,
dass sie soziale und wirtschaftliche Probleme im Heimatstaat geltend machen würden, die Asylbegründung damit ungeeignet sei, die  gemäss Art. 3 AsylG geltend zu machen,
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dass auch keine Hinweise darauf bestünden, dass in Deutschland kein effektiver Schutz vor Rückschiebung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG bestehe, weshalb auf das Asylgesuch nicht einzutreten sei,
dass Deutschland die Flüchtlingskonvention und die Europäische  ratifiziert habe und diese in der Praxis auch anwende,
dass Art. 33 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die  der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und  (EMRK, SR 0.101) die Rückschiebung von Personen, deren Leben oder Freiheit wegen Rasse, Religion, Staatsangehörigkeit, ihrer Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Überzeugungen bedroht seien, bzw. wenn diesen Folter  unmenschliche, erniedrigende Strafen oder Behandlungen , untersage,
dass in der Beschwerde geltend gemacht wird, das BFM sei zu  auf die Asylgesuche nicht eingetreten, da Art. 34 Abs. 2 Bst. a AsylG nicht zur Anwendung gelangen könne, wenn Hinweise auf  im Sinne von Art. 34 Abs. 1 AsylG vorliegen würden,
dass sich aus den Befragungen zahlreiche Hinweise auf Verfolgung  würden, die nicht völlig haltlos seien, weshalb die Asylgesuche materiell zu prüfen seien,
dass die Beschwerdeführenden mit dieser Argumentation verkennen, dass bei der Anwendung von Art. 34 Abs. 2 AsylG (sicherer Drittstaat) im Unterschied zu Art. 34 Abs. 1 AsylG (verfolgungssicherer Heimat- oder Herkunftsstaat) nicht zu prüfen ist, ob es Hinweise auf Verfolgung gebe, sondern lediglich die Ausnahmeklausel von Art. 34 Abs. 3 Bst. b AsylG zu beachten ist, gemäss welchem Art. 34 Abs. 2 AsylG einzig dann nicht zur Anwendung gelangt, wenn die asylsuchende Person offensichtlich die Flüchtlingseigenschaft erfüllt,
dass somit das BFM auch nicht darlegen muss, dass der  die Flüchtlingseigenschaft offensichtlich nicht erfüllt, sondern bereits die Feststellung genügt, dass die Flüchtlingseigenschaft  nicht offensichtlich zutage tritt,
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dass die Beschwerdeführenden vor ihrer Einreise in die Schweiz seit 2001 in Deutschland gelebt haben,
dass das BFM zu Recht festgestellt hat, aufgrund der von den  zur Begründung der Asylgesuches geltend  Vorbringen, wonach sie in Kosovo über kein Beziehungsnetz verfügen würden und sie dort keine Wohnung und keine Arbeit hätten, die Flüchtlingseigenschaft nicht offensichtlich zutage tritt,
dass in der Schweiz keine nahen Angehörigen der  oder andere Personen im Sinne von Art. 34 Abs. 3 Bst. a AsylG leben, zu denen sie eine enge Beziehung haben, was in der  denn auch nicht bestritten wird,
dass bei der Anordnung einer Wegweisung in einen vom Bundesrat als sicher bezeichneten Drittstaat die Schweizer Behörden von der  ausgehen, dass die asylsuchende Person dort vor einer  des Non-Refoulement-Gebotes sowie vor  im Sinne von Art. 44 AsylG sicher ist und dabei die Beweislast des Gegenteils, das heisst das Umstossen dieser Vermutung, der  Person obliegt (vgl. dazu: Botschaft des Bundesrates zur Änderung des Asylgesetzes [BBl] 2002 6884),
dass die Beschwerdeführenden keine Nachteile durch die deutschen Behörden machen, die geeignet wären, die Vermutung der Sicherheit des Drittstaates Deutschland zu widerlegen,
dass insbesondere keine substanziierten Anhaltspunkte dafür , dass die Beschwerdeführenden in Deutschland unmenschliche Behandlung oder eine Strafe im Sinne von Art. 3 EMRK oder eine  für Leib, Leben oder Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 AsylG befürchten müssten,
dass Deutschland sowohl Vertragsstaat der FK als auch der EMRK ist und den sich daraus ergebenden völkerrechtlichen Pflichten Folge leistet,
dass somit hinreichende Gewähr dafür besteht, dass die  von Deutschland nicht in ein Land ausgewiesen werden, in dem sie eine menschenrechtswidrige Bestrafung oder Behandlung  würde, sofern sie den deutschen Behörden gegenüber eine solche Gefährdung geltend machen,
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dass die in der Beschwerde erhobenen Einwände im Zusammenhang mit der Rückführungspraxis Deutschlands gegenüber Roma nach  an dieser Einschätzung nichts zu ändern vermögen, zumal sich aus den Akten - wie erwähnt - nicht schliessen lässt, die  würden die Flüchtlingseigenschaft offensichtlich erfüllen,
dass die Beschwerdeführenden - wie vom BFM zutreffend erkannt - in den sicheren Drittstaat Deutschland zurückkehren können, da dessen Behörden mit Erklärung vom 7. August 2008 bzw. deren Verlängerung vom 22. August 2008 gegenüber der Schweiz die Rückübernahme der Beschwerdeführenden zugesichert haben,
dass die Prüfung der Akten ergibt, dass das BFM auf die Asylgesuche der Beschwerdeführenden gestützt auf Art. 34 Abs. 2 Bst. a AsylG zu Recht nicht eingetreten ist,
dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die  aus der Schweiz zur Folge hat, vorliegend der Beschwerdeführer weder eine Aufenthaltsbewilligung besitzt noch einen Anspruch auf  einer solchen hat, weshalb die verfügte Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und zu bestätigen ist (Art. 44 Abs. 1 AsylG, Art. 32 Bst. a der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen [AsylV 1, SR 142.311]; vgl. EMARK 2001 Nr. 21),
dass zu prüfen bleibt, ob es Gründe gibt, die dem Vollzug der  entgegenstehen, da im Fall eines unzulässigen, unzumutbaren oder unmöglichen Vollzugs das Anwesenheitsverhältnis nach den  des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) über die vorläufige Aufnahme zu regeln ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG),
dass der Vollzug der Wegweisung in Beachtung der massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist (Art. 83 Abs. 3 AuG), da die Beschwerdeführenden in einen Drittstaat reisen können, in dem sie Schutz vor Rückschiebung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG findet,
dass weder die allgemeine Situation in Deutschland noch individuelle Gründe zu einer existenziellen Gefährdung der Beschwerdeführenden im Falle der Rückkehr nach Deutschland führen, weshalb der Vollzug der Wegweisung nach Deutschland nicht unzumutbar im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG ist
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dass schliesslich der Vollzug der Wegweisung auch möglich ist (vgl. Art. 83 Abs. 2 AuG), da Deutschland einer Rückübernahme der  zugestimmt hat,
dass es den Beschwerdeführenden demnach nicht gelungen ist , inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletze, den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststelle oder unangemessen sei (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen ist, soweit auf diese einzutreten ist,
dass das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines  mit dem Entscheid über die Beschwerde im vorliegenden Urteil gegenstandslos wird,
dass die Kosten des Verfahrens von Fr. 600.-- (Art. 1-3 des  vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) den  aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).
(Dispositiv nächste Seite)
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