Decision ID: bad1e4c5-b992-47b0-ab8e-eece7c1e47cc
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1969,
ist gelernter Automechaniker (Urk. 8/83 Ziff. 6.2), arbeitete jedoch seit dem Jahre 1993 als Reinigungsangestellter (Urk. 8/83 Ziff. 6.3.1), als er sich am 24. Januar 2001 unter Hinweis auf eine Radiustrümmerfraktur am linken Handgelenk bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug anmeldete (Urk. 8/83 Ziff. 7.2). Die Sozialversicherungsan
stalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach ihm in der Folge mit Verfügungen vom 23. Januar 2004
(Urk. 8/174)
sowie 10. Februar 2004
(Urk. 8/176)
mit Wir
kung ab
1.
Mai 2002 eine ganze Rente
zu.
Mit Verfügung vom 29. Juli 2005 erteilte die IV-Stelle Kostengutsprache für eine Umschulung im Sinne einer lerntechnischen Vorbereitung und Abklärung an einer Handelsschule (Urk. 8/194), wobei die Massnahme aus gesundheitli
chen Gründen per 20. Januar 2006 abgebrochen wurde (Urk. 8/210).
Mit Verfügung vom 28. November 2006 hob die IV-Stelle die bisherige Rente des Versicherten
auf (Urk. 8/227). Die dagegen beim hiesigen Gericht erhobene Beschwerde vom 12. Januar 2007 (Urk. 8/228/3-12) wurde mit Urteil vom 14. August 2008 abgewiesen (Urk. 8/232; Prozess-Nr. IV.2007.00052).
1.2
Am 16. April 2010
meldete sich der Versicherte aufgrund körperlicher und psychischer Leiden erneut bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 8/246 Ziff. 6.2), worauf die IV-Stelle unter anderem eine
polydisziplinäre Begutachtung veranlasste (Gutachten vom 11. April 2011, Urk. 8/270) und dem Versicherten mit Verfügungen vom 2. März 2012
(Urk. 8/298) sowie 4. Mai 2012 (Urk. 8/312)
bei einem Invaliditätsgrad von 60 % (vgl. Verfügungsteil
2, Urk. 8/285)
eine
Dreiviertelsrente
ab November 2011 zusprach.
1.3
Nach Eingang eines am 30. Juli 20
13 ausgefüllten Revisionsfragebogens (Urk. 8/321) holte die IV-Stelle unter anderem bei
Dr.
Y._
so
wie Prof.
Z._
ein psychiatrisch-rheumatologisches Gutachten ein, welches am 2
3.
Dezember 2014 (Urk. 8/346) beziehungsweise 24. Januar 2015 (Urk. 8/347) erstattet wurde. Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 8/354
-355
, Urk. 8/360)
hob die IV-Stelle mit Verfügung vom 18. August 2016 die bisher ausgerichtete Rente auf (Urk. 8/371 = Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am
19. September 2016 Beschwerde gegen die Verfügung vom 18. August 2016 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihm weiterhin eine
Dreiviertelsrente
mitsamt der entsprechenden Kinderrente zu gewähren
,
e
ventuell sei eine erneute Begutachtung zu veranlassen oder sub
eventuell der Fall zur weiteren Abklärung des Sachverhaltes an die IV-Stelle zurückzuweisen (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 24. Oktober 2016 schloss die IV-Stelle a
uf
Aufweisung der Beschwerde (Urk. 7). Mit Gerichtsver
fügung vom 22. November 2016 wurden antragsgemäss (vgl. Urk.
1 S. 3)
die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung bewilligt und dem Beschwerdeführer die Beschwerdeantwort zugestellt (vgl. Urk.
11
)
. Am 27. März 2017 reichte der Beschwerdeführer
eine
Replik ein (Urk. 19). Mit Schreiben vom 15. Juni 2017 verzichtete die Beschwerdegegnerin ausdrücklich auf das Einrei
chen einer Duplik (Urk. 24), was dem Beschwerdeführer am 16. Juni 2017 mit
geteilt wurde (Urk. 25).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Renten
be
zügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächli
chen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Renten
anspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentli
chen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidier
bar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heits
zustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revi
sions
grund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte in der angefochtenen Verfügung
(Urk. 2)
aus, gemäss den medizinischen Abklärungen habe sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers verbessert
(
S. 2). Bei der psychiatrischen Begutachtung hätten weder Gedächtnis- noch Konzentrationsstörungen festgestellt werden können, das formale Denken sei im normalen Tempo, das inhaltliche Denken unauffällig und die Grundstimmung ausgeglichen gewesen
. Der Beschwerde
führer habe nicht über
Grübelneigung
, Freud-, Interessen- und Energielosigkeit geklagt. Gemäss dem Gutachten sei die Depression nicht mehr ausgewiesen. Die
rheumatologische Gutachterin habe ebenfalls befunden, dass sich der Gesund
heitszustand im Gegensatz zur letzten Begutachtung im Jahre 2011 deutlich verbessert habe. Nicht zuletzt habe die Schmerzmitteleinnahme weitgehend ein
gestellt werden können. Die beklagten Beschwerden seien altersentsprechend. Der Einkommensvergleich sei korrekt erfolgt. Der Beschwer
de
führer sei in einer angepassten Tätigkeit voll arbeitsfähig und die Rente sei ein
zu
stellen (S. 3).
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer geltend
(
Urk.
1)
, entgegen der Auf
fassung der Beschwerdegegnerin könne nicht von einem Revisionsgrund aus
gegangen werden, es liege klar keine relevante Verbesserung des Gesund
heitszustandes vor (S. 11
Rz
24). Er leide aktenkundig nach wie vor an den glei
chen und bereits seit langem bekannten Einschränkungen, welche im Jahre 2012 zur
Zusprache
einer
Dreiviertelsrente
ab Oktober 2010 geführt hätten. Dass sich keine revisionsmässig relevante Veränderung eingestellt habe, beleg
ten unter anderem die Arztberichte des behandelnden Arztes Dr.
A._
sowie die Stellungnahme der behandelnden Psychologin (S. 11
Rz
25).
Bezüg
lich des
bidisziplinären
Gutachtens von Dr.
Y._
und Prof.
Z._
könne lediglich von einer
andere
n
Beurteilung eines im Wesentlichen gleichgebliebe
nen Sachverhaltes
ausgegangen werden (S. 11
Rz
26). Es sei nicht plausibel, wie die Gutachterin Dr.
Y._
in Anbetracht der festgehaltenen diversen Diag
nosen und Beeinträchtigungen von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit ausgehen könne. Dies insbesondere, da diese alle noch bestehen würden und gemäss dem
B._
Gutachten im Jahre 2011 noch zu einer Einschränkung von 30 % beziehungsweise 50 % geführt hätten. Eine entsprechende Begründung fehle (S. 12
Rz
32).
Die von Dr.
Y._
gestellte gute Prognose widerspreche in erheblicher Weise dem bisherigen Verlauf wie auch den vorgängigen diversen fachärztlichen Einschätzungen (S. 13
Rz
33). Insgesamt sei das Gutachten von Dr.
Y._
verschiedentlich mangelhaft (S. 13
Rz
37). Auch bei der Ein
schätzung durch Prof.
Z._
hinsichtlich der im Jahre 2011 als vorwiegend einschränkend erklärten Persönlichkeitsstörung liege lediglich eine andere Beur
teilung eines im Wesentlichen gleichgebliebenen Sachverhaltes vor, welche revi
sions
rechtlich nicht relevant sei (S. 14
Rz
39). Prof.
Z._
sei zudem nicht genügend auf die geklagten Beschwerden eingegangen (S. 14
Rz
39). Betreffend die Persönlichkeit habe Prof.
Z._
ausgeführt, es würden sich Hinweise auf eine impulsive und narzisstische Persönlichkeitsakzentuierung ergeben, messe dieser Tatsache
jedoch anders als im Jahre 2011 keine
n
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zu (S. 15
Rz
41). Gemäss der Aktenlage sei es im Jahre 2011 primär die Persönlichkeitsstruktur gewesen, welche zur Attestierung der 50%igen Arbeitsunfähigkeit geführt habe. Somit sei selbst bei einem - vorlie
gend bestrittenen - Wegfall der Depression keine revisionsrelevante Verbesse
rung
nachgewiesen (S. 15
Rz
43). Insgesamt seien die Voraussetzungen für eine Rentenrevision nicht gegeben, weshalb auch weiterhin eine
Dreiviertelsrente
auszurichten sei (S. 16
Rz
46). Bei der Durchführung des Einkommensverglei
ches sei zudem - wie bei den beiden letzten Rentenzusprachen - ein Leidensab
zug von 20 % vorzunehmen (S. 18
Rz
53 f.).
Im Rahmen der Replik vom 27. März 2017 (Urk. 19) wies der Beschwerdeführer zudem darauf hin, die von Prof.
Z._
vorgenommene Änderung von sekundärer in nunmehr primärer Genese
der Suchterkrankung
überzeuge nicht. Insbesondere betreffend die im Jahre 2011 gutachterlich festgehaltene Persön
lichkeitsstörung und die als sekundär eingestufte Suchterkrankung liege keine Veränderung vor (S. 2 Ziff. 2).
Es sei zudem völlig
unplausibel
und nicht schlüssig, was aus rheumatologischer Sicht mit all den aktennotorischen Ein
schränkungen und bildgebend dargestellten Einschränkungen geschehen sein solle beziehungsweise weshalb diese nun plötzlich betreffend die Arbeitsfähig
keit keine einschränkende Rolle mehr spielen würden (S. 3 Ziff. 3).
Hinzu komme, dass die diagnostischen Erwägungen in den beiden Gutachten in Anbe
tracht der neuen Qualitätsleitlinien SGPP nicht überzeugen würden (S. 7
lit
. a). Prof.
Z._
begründe sodann seine pauschale Annahme einer pri
mären Sucht, welche nicht
IV
-relevant sei, nicht und verletze damit die Begrün
dungs
pflicht schwer (S. 7
lit
. b). Auch ein ausführlicher klinisch-psychiatrischer Befund gemäss den Qualitätsleitlinien sei nicht ersichtlich (S. 7 f.
lit
. c). Es fehle zudem eine Fremdanamnese wie auch die Formulierung des noch zumutbaren Belastungsprofils (S. 8
lit
. d-e).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob sich der Gesundheitszustand und die Arbeitsfähig
keit des Beschwerdeführers seit der
Rentenzusprache
per November 2011 ver
bessert
haben
und die Renteneinstellung demnach zu Recht erfolgt ist.
3.
Im Rahmen der
Rentenzusprache
per 1. November 2011 wurde der Beschwerde
führer im Auftrag der Beschwerdegegnerin durch Ärzte de
s
B._
,
C._
, vom 1
4.
bis 16. Februar 2011 psychiatrisch, rheumatologisch sowie neurologisch begutachtet. In ihrem Gutachten vom 11. April 2011
nannten die Ärzte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 8/270 S. 21 Ziff. 5.1):
-
p
sychische Verhaltensstörung durch multiplen Substanzgebrauch und Konsum anderer psychotropischer Substanzen, Cannabiskonsum, episo
discher Kokainkonsum, episodischer Alkoholkonsum, wahrscheinlich
Analgetikaabusus
-
a
nhaltende somatoforme Schmerzstörung sehr wahrscheinlich
-
r
ezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode
-
k
ombinierte Persönlichkeitsstörung vom asozialen und impulsiven Typus
-
Periarthropathie
der rechten Schulter mit leichter Instabilität bei Status nach zweimaligem chirurgischen Eingriff zur Fixation nach Luxation
-
b
eginnende Radiokarpal-Gelenksarthrose rechts bei Status nach intra
arti
kulärer Radiusfraktur und mehreren Rekonstruktions- und Sta
bili
sationseingriffen
-
l
umbales Syndrom mit
spondylogener
Komponente beidseits mit beginnen
den degenerativen Veränderungen mit
Chondrose
L5-S1 und
anteriorer
Spondylose sowie
Chondrose
L4-L5 und
Lumboischialgie
rechts bei Diskushernie L5-S1 anamnestisch
-
Status nach
Malleolarfraktur
Weber C links und Osteosynthese am 30.4.2007 mit
malleolaren
Schmerzen
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Ärzte sodann
eine
Myopie linksseitig
,
einen
Mikrostrabismus linksseitig
,
eine
Amblyopie
linksseitig
,
einen
Astigmatismus beidseits
,
einen
Status nach Tonsillektomie 1982
,
einen
Status nach
Claviculafraktur
1989
,
einen
Nikotin
abusus
und einen
virale
n
Infekt der oberen Luftwege
(S. 21 Ziff. 5.2).
Während der psychiatrischen Untersuchung seien
hysteriforme
Aspekte aufge
fal
len. Der Beschwerdeführer sei psychomotorisch etwas agitiert, insbe
sondere habe er eine lebhafte Gesichtsmimik. Das Gespräch gestalte sich insge
samt verworren mit
u
nsicheren zeitlichen Angaben. Es seien keine schweren Störungen der Denkinhalte
eruierbar
, auch wenn der Beschwerdeführer para
noid gefärbte Aussagen mache
. Die Stimmung sei labil, manchmal euphorisch abwechselnd mit Lachen und Traurigkeit. Der Beschwerdeführer habe keine Zukunftspläne, der Lebensmut sei aber erhalten. Es bestehe eine soziale Rück
zugstendenz. Sowie der Beschwerdeführer seine Schmerzen beschreibe, seien somatoforme Züge möglich. Während des Gespräches seien die Aufmerksamkeit und die Konzentration gestört und der Beschwerdeführer leicht verlangsamt
gewesen
(S. 23).
Aus psychiatrischer Sicht bestehe aktuell eine 50%ige Arbeits
unfähigkeit. Der Beschwerdeführer leide unter einer gemischten Persönlich
keitsstörung sowie einer affektiven Störung und daraus habe sich sekundär ein multipler
Substanzabusus
entwickelt. Eine somatoforme Komponente sei wahr
scheinlich, die Arbeitsfähigkeit werde aber vorwiegend durch die
Persönlich
keits
- und affektive Störungen beeinflusst. Durch seine Krankheiten sei der Beschwerdeführer verlangsamt und habe ein Aufmerksamkeits- und Konzentra
tionsdefizit. Seine sozialen Fähigkeiten seien deutlich eingeschränkt. Die Ein
schränkung bestehe mit grösster Wahrscheinlichkeit seit Jahren, sei aber retro
spektiv anhand der Akten und der Anamnesen nicht genau zu datieren.
Prognostisch sei die Intensivierung der Psychotherapie notwendig. Der Beschwer
deführer brauche eine antidepressive, eine stabilisierende und eine unter
stützende Behandlung, so könne er dahin stabilisiert werden, dass eine stationäre Aufnahme zur Entzugstherapie und Tagesstrukturierung möglich werde. Eine erfolgreiche Therapie könne die Arbeitsfähigkeit verbessern
(S. 26 Ziff. 8)
.
Die Einschränkung von 50 % gelte für sämtliche Berufe (S. 26 Ziff. 9).
Im Rahmen der rheumatologischen Untersuchung zeige sich eine gut bewegli
che Wirbelsäule mit einer leichten lumbalen Schmerzangabe am Ende der Bewegung. Es bestehe eine leichte
Druckdolenz
zervikal und lumbal sowie
gluteal
beidseits. Die Schulter rechts habe eine leichte
Einschränkung
der Abduktion und Elevation und es bestehe ein schmerzhafter Bogen. Das Radio
karpalgelenk linksseitig zeige eine gute Beweglichkeit mit einem
Endphasen
schmerz
der
Volarflexion
und dorsal Extension. Linksseitig bestehe eine
Druck
dolenz
im Bereich des
Malleolis
lateralis
und
medialis
. Der Beschwerdeführer habe Spreizfüsse beidseits (S. 24).
Aus rheumatologischer Sicht könne der Beschwerdeführer als Aussenmitarbeiter der Telekommunikationsfirma zu 100 % eingesetzt werden. In der Arbeit als Automechaniker sei er zu 50 % limi
tiert. Als Servicefachtechniker für Spielzeugautomaten könne er zu
7
0 % ein
gesetzt werden (S. 26 Ziff. 8).
4.
4.
1
Im Rahmen des Revisionsverfahren
s
wurde der Beschwerdeführer am
8. De
zember 2014 durch
Dr.
med. und
Dr.
sc. nat
. ETH
Y._
, Fach
ärztin für Innere Medizin und Rheumaerkrankungen, rheumatologisch begut
achtet. In ihrem Gutachten vom 23. Dezember 2014 (Urk. 8/346/1-100) nannte Dr.
Y._
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit (S. 89 Ziff. 9.1):
-
Status nach Unfall am 9. Dezember 1999 mit distaler intraartikulärer Radi
usfraktur links und multiplen Operationen mit gutem postoperati
vem Befund (Röntgen Februar 2011)
-
Status nach Sturz aus zwei Metern Höhe am 25. September 1999 mit Schulterverletzung rechts mit Abriss des
anteroinferiorem
Labrums und des oberen und mittleren
glenohumeralen
Ligaments mit vorderer Insta
bilität und
Rezidivluxation
und gutem postoperativem Befund (Röntgen Februar 2011)
-
Status nach
Fibular
-Fraktur links mit Ruptur der
Syndesmose
(Weber C) am 26. April 2007 mit gutem postoperativem Befund (Röntgen Dezember 2013)
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigke
it nannte Dr.
Y._
einen
Vitamin D-Mangel
,
einen
Nikotin-Abusus
,
eine
Polytoxomanie
seit der
Jugend mit ungewöhnlich starkem Kokain-Konsum
,
einen
Status nach Liege
trauma am 17. Juni 2013 nach Konsum von Kokain und Benzodiazepin
,
eine
Medikamenten-
Noncompliance
,
eine
Adipositas Grad I (BMI 32.5 kg/m
2
)
,
einen
Status nach operativer Versorgung eine
Umbilicalhernie
am 13. No
vember 2014
und einen
S
tatus nach Clavicula-Fraktur rechts 1995 mit Osteosynthese
(S. 90 Ziff. 9.2).
Der Beschwerdeführer
klage
über lumbale Schmerzen mit Ausstrahlung in beide Beine mehr rechts als links. Ausserdem würden die linke Hand, die rechte Schulter und der linke Fuss schmerzen
. Der normale Gang wie auch der Zehen- und Fersengang seien unauffällig. Alle drei Wirbelsäulenabschnitte seien nor
mal beweglich.
Radikuläre
Zeichen seien nicht vorhanden. Der
Lasègue
sei beidseits normal. Die rechte Schulter sei in der Flexion und Abduktion leicht eingeschränkt beweglich. Das linke obere Sprunggelenk sei in der Dorsalexten
sion leicht eingeschränkt beweglich. Alle übrigen grossen peripheren Gelenke seien normal beweglich.
Gelenksergüsse
,
Synovitiden
oder überwärmte Gelenke seien nicht vorhanden. Die Bioimpedanz-Analyse zeige trotz Adipositas eine erfreulich kräftige Muskelmasse von 53 %, welche den Normwert von 40 % weit übertreffe. Eine lang andauernde körperliche Schonung könne daraus nicht abge
leitet werden. Die Röntgenuntersuchungen des linken Handgelenkes und der rechten Schulter wie auch des linken oberen Sprunggelenkes hätten alle gute postoperative Befunde gezeigt.
Die Röntgen-Untersuchungen der LWS, die MRI-Untersuchung der LWS sowie die CT
Untersuchung der LWS hätten alle altersentsprechende Befunde gezeigt. Eine Diskushernie oder neurale Kompres
sionen seien nicht sichtbar
(S. 91 Ziff. 10). Im Bereich der linken, nichtdomi
nanten Hand, der rechten Schulter und im rechten oberen Sprunggelenk bestünden strukturelle Veränderungen, welche die Leistungsfähigkeiten ein
schränkten. Sie seien jedoch nicht besonders gravierend und gut geheilt
(S. 92).
Der Beschwerdeführer könne
mit
Lasten bis 12.5 kg hantieren
(leichtes bis knapp mittelschweres Belastungsniveau). Tätigkeiten, die diesem Profil entspre
chen würden, könne der Beschwerdeführer zu 100 % ausüben, bezogen auf ein Pensum von 100 %. Die angestammte Tätigkeit als Aussendienstmitarbeiter im Kreditkartenverkauf sei angepasst. Reinigungsarbeiten könne er ausüben, sofern er dabei keine Lasten über 12.5 kg hantieren müsse und mit dem rechten Arm nicht über der Brusthöhe arbeiten müsse. Dasselbe gelte auch für die Tätigkeit als Servicetechniker oder Automechaniker (S. 94). In einer angepassten Tätigkeit habe nie eine lang andauernde Arbeitsunfähigkeit bestanden. Tätigkeiten mit spezifischer Belastung der linken nicht-dominanten Hand oder der rechten Schulter habe er seit den beiden Unfällen im Jahre 1999 nicht mehr ausüben können. Tätigkeiten mit Gehen auf unebenem Gelände oder mit sehr häufigem
Kauern und Knien habe er seit dem Unfall vom 26. April 2007 nicht mehr ausü
ben können (S. 95 Ziff. 11.2). In adaptierten Tätigkeiten bestehe eine Arbeitsfä
higkeit von 100 % bezogen auf ein Pensum von 100 % (S. 95 Ziff. 11.3). Die berufliche Eingliederung könne ab sofort auf die übliche Art erfolgen (S. 96 Ziff. 12.2). Die Prognose sei gut, es sei wahrscheinlich, dass der Beschwerde
führer lang andauernd werde arbeiten können (S. 96 Ziff. 12.3).
Bei der Untersuchung für das Gutachten im Jahre 2011 habe der Beschwerde
führer berichtet, dass er täglich vier bis sechs Kapseln
Tramal
50 mg zusammen mit dreimal 20
Tramal
Tropfen und bis zu acht Co-
Dafalgan
pro Tag benötige sowie mindestens eine Tablette
Temesta
pro Tag. Erfreulicherweise gehe es ihm nun deutlich besser. Die aktuelle Haaranalyse habe bewiesen, dass er in der Periode von Anfang Juli 2014 bis Ende November 2014 nie
Tramal
, Tramadol oder Co-
Dafalgan
geschluckt habe. Er habe ausserdem berichtet, dass er
Temesta
zuletzt vor einem Monat gebraucht habe, auch dies weise auf eine deutliche Verbesserung gegenüber April 2011 hin (S. 97 Ziff. 12.4).
Seit der Begutachtung im Jahre 2011 habe sich der Gesundheitszustand deutlich ver
bessert. Die MRI-Untersuchung der LWS im Januar 2012 wie auch die CT
Untersuchung der LWS im Juni 2013 zeigten altersentsprechende Befunde. Es bestünden daher aktuell weder eine lumbale Diskushernie noch neurale Kompressionen. Im
D._
-Gutachten sei von einer Diskushernie L5/S1 ausge
gangen worden. (S. 98 Ziff. 13).
Die angestammte Tätigkeit als Aussendienstmitarbeiter im Kreditkartenverkauf sei angepasst und könne dem Beschwerdeführer zu 100 % bezogen auf ein Pensum von 100 % zugemutet werden. In dieser Tätigkeit habe nie eine lang andauernde Arbeitsunfähigkeit bestanden (S. 99
lit
. a): Tätigkeiten mit spezifi
scher Belastung der linken nicht-dominanten Hand oder der rechten Schulter habe er seit den beiden Unfällen im Jahre 1999 nicht mehr ausüben können. Tätigkeiten mit Gehen auf unebenem Gelände oder mit sehr häufigem Kauern und Knien habe er seit dem Unfall vom 26. April 2007 nicht mehr ausüben können (S. 99
lit
. b).
4
.2
Am 23. Januar 2015 wurde der Beschwerdeführer durch Prof.
Dr.
med. habil.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Neuro
logie, begutachtet. In seinem Gutachten vom 24. Januar 2015
(Urk. 8/347)
,
für welches er sich auf die erhobenen Befunde
sowie
die vorhan
denen Akten stützte (vgl. S. 3),
führte
Prof.
Z._
aus,
es liege keine quanti
tative oder qualitative Bewusstseinsstörung des Beschwerdeführers vor. Dieser sei wach und zeitlich, örtlich und situativ orientiert (S. 15 unten). Subjektiv klage der Beschwerdeführer über Gedächtnisstörungen, in der Untersuchungs
situation sei
das Kurz- beziehungsweise Langzeitgedächtnis intakt. Es gebe kli
nisch keine Hinweise auf Amnesie, Konfabulationen oder
Paramnesien
. Der Beschwerdeführer beklage subjektiv Defizite in der Konzentration, die während der Exploration jedoch nicht beobachtbar seien. Während des zweistündigen Gespräches seien die Konzentration und Aufmerksamkeit nicht abgefallen. Der formale und inhaltliche Gedankengang sei unauffällig, es bestehe kein Gedan
kenkreisen. Die Grundstimmung sei ausgeglichen, die Schwingungsfähigkeit sei nicht eingeschränkt (S. 16). Insgesamt habe
keine depressive Störung objekti
viert werden können. Es seien weder die Grundstimmung, noch der Antrieb oder die Freudfähigkeit des Beschwerdeführers betroffen. Es bestünden kein
e
Ängste oder weiteren somatischen Symptome, einzig eine Schlafstörung werde angege
ben. Insgesamt könne keine depressive Störung diagnostiziert werden und es sei davon auszugehen, dass eine gegebenenfalls vorbestehende depressive Episode als abgeklungen einzustufen sei (S. 20). Auch für eine somatoforme Störung (chronische Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Faktoren) oder eine Schmerzverarbeitungsstörung gebe es
keine Anhaltspunkte (S. 20 f.).
Es sei zu unterstellen, dass der Leidensdruck bezüglich der Schmerzen gering sei. Die Haaranalyse habe zweifels
frei ergeben, dass der Beschwerdeführer die Analgetika
Tramal
und
Dafalgan
erst kurz vor dem Begutachtungstermin einzu
nehmen begonnen habe. Im Zeitraum von Anfang Juli 2014 bis Ende November 2014 habe er weder
Tramal
noch Co-
Dafalgan
eingenommen. Hingegen sei von einem anhaltenden hohen Drogenkonsum von Kokain und THC auszugehen. Zusätzlich habe ein mässiger Gebrauch von Alkohol bestanden. Insoweit der Beschwerdeführer angebe, die Drogen zur „Schmerztherapie“ einzusetzen, sei dies
gutachterlicherseits
nicht nachvollziehbar. Die Drogenabhängigkeit habe bereits vor dem Auftreten von Schmerzen bestanden und sei nicht deren Folge. Inso
weit neuro-kognitive Störungen beklagt worden seien, hätten ebensolche psychopathologisch nicht objektiviert werden können. Allfällig seien diese Neben
wirkungen des chronischen Drogenkonsums. Soweit dem Beschwerde
führer vom Vorgutachter eine kombinierte Persönlichkeitsstörung unterstellt werde, so bleibe dieser in seinem Gutachten schuldig nachzuweisen, dass es beim Beschwerdeführer seit seiner Jugendzeit entsprechende Hinweise in allen Lebensbereichen gegeben habe. Der Beschwerdeführer sei psychiatrisch erstmals mit einer allfälligen leichten depressiven Episode in Erscheinung getreten
(S. 21)
.
Diagnostisch könne nur von einer narzisstischen Persönlichkeitsakzentuierung
mit impulsiven Symptomen
(ICD-10 Z73.1)
ausgegangen werden. Weitere schwe
re psychiatri
sche Krankheitsbilder wie eine bipolare Störung, eine schwere Persönlichkeitsstörung oder eine wahnhafte Störung würden nicht vorliegen.
Insbesondere fänden sich keine Zeichen einer PTBS mit erhöhtem
Arousal
, Schreckhaftigkeit und Misstrauen, Intrusionen, Albträumen und vermeidendem Verhalten
(S. 22 oben)
.
Aus psychiatrischer-versicherungsmedizinischer gutachterlicher Sicht
lägen
beim Beschwerdeführer keine psychiatrischen Störungsbilder vor, die
handica
pierende
Fähigkeitsstörungen in invalidenversicherungsrelevanter Weise erzeu
gen würden. Die
Polytoxikomanie
sei primärer Genese und die
Persönlichkeits
akzentuierung
löse keine
handicapierenden
Fähigkeitsstörungen aus (S.
22).
Betreffend die Arbeitsfähigkeit hielt Prof.
Z._
fest, aktuell bestehe beim Beschwerdeführer ein primärer Substanzgebrauch von
Cannabinoiden
und
Cocain
ohne organische Folgestörungen. Eigenständige psychiatrische Erkran
kungen mit Folgen auf die Arbeitsfähigkeit würden nicht vorliegen. Aus psychia
trisch-versicherungsmedizinischer Sicht bestehe daher weder in der zuletzt ausgeübten noch in einer adaptierten Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von mehr als 20 %.
Der Beginn dieser Einschätzung sei zumindest mit dem Begutachtungsdatum anz
unehmen. Aus gutachterlicher Sic
ht seien die renten
begründenden psychiatrischen Vordiagnosen nicht nachvollziehbar, weshalb die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht auch schon längere Zeit zuvor bestanden haben könnte (S. 23
lit
. F).
Seit dem Jahre 2012 habe sich der Gesundheitszustand verändert, die Depression sei im Vergleich zum letzten
D._
-Gutachten remittiert, ansonsten seien keine psychopathologischen Befunde vorhanden (S. 24
lit
. I).
4
.3
In der
bidisziplinären
Zusammenfassung vom 28. Januar 2015 nannten Dr.
Y._
sowie Prof.
Z._
insgesamt folgende Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 8/350 S. 1):
-
k
eine psychiatrischen Diagnosen
-
Status nach Unfall am 9. Dezember 1999 mit distaler intraartikulärer Radi
usfraktur links und multiplen Operationen mit gutem postoperati
vem Befund (Röntgen Februar 2011)
-
Status nach Sturz aus zwei Metern Höhe am 25. September 1999 mit Schulterverletzung rechts mit Abriss des
anteroinferiorem
Labrums und des oberen und mittleren
glenohumeralen
Ligaments mit vorderer Insta
bilität und
Rezidivluxation
und gutem postoperativem Befund (Röntgen Februar 2011)
-
Status nach
Fibular
-Fraktur links mit Ruptur der
Syndesmose
(Weber C) am 26. April 2007 mit gutem postoperativem Befund (Röntgen Dezember 2013)
In der angestammten Tätigkeit als Aussendienstmitarbeiter im Kreditkarten-Ver
kauf sei der Beschwerdeführer zu 100 % arbeitsfähig bezogen auf ein Pensum
von 100
%. In einer angepassten Tätigkeit habe nie eine lang andauernde Arbeits
unfähigkeit bestanden (S. 2).
4
.
4
Der Hausarzt
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Allgemeine
Innere
Medi
zin, führte in seinem Bericht vom 1
4.
September 2015 aus, die Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien dieselben geblieben. Es sei keine Verbesserung eingetreten. Der Beschwerdeführer habe deshalb weiter
hin Anspruch auf die Rente (Urk. 8/359/3).
4
.
5
Die behandelnde
dipl.
psych. FH
Psycho
therapeutin
E._
nannte in ihrem Bericht vom 24. September 2015 (Urk. 8/359/1-2)
folgende Diagnosen (S. 1):
-
Kombinierte Persönlichkeitsstörung mit vorwiegend dissozialen und nar
zisstischen Zügen (ICD-10 F61.0)
-
Abhängigkeitssyndrom
durch multiple Substanzen (insbesondere Alko
hol, Kokain und Opiate), gegenwärtig abstinent (ICD-10 F19.20)
Der Beschwerdeführer leide unter raschen Stimmungsschwankungen mit teils depressiver Stimmungslage, Verzweiflung und Reizbarkeit. Er habe eine geringe Frustrationstoleranz, eine niedrige Schwelle für aggressives Verhalten sowie eine verminderte Impuls- und Aggressionskontrolle und zeige eine grobe und andauernde Verantwortungslosigkeit gegenüber den Gefühlen anderer, eine Unfähigkeit zum Erleben von Schuldbewusstsein oder zum Lernen aus Erfahrungen.
Der Beschwerdeführer neige ausgeprägt dazu, andere zu beschul
digen oder einleuchtende Rationalisierungen für das eigene Verhalten anzubie
ten. Er habe ein vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen, Schuldge
fühle und Gefühle der Wertlosigkeit mit kompensatorisch narzisstischem
Imponierverhalten
und dem Bedürfnis nach übermässiger Bewunderung. Sein Verhalten sei arrogant und hochmütig. Er leide an Durchschlafstörungen und man
gelnder
Empathiefähigkeit
, seine Fähigkeiten, Bedürfnisse anderer wahrzu
nehmen und zu respektieren, sei reduziert. Die zu Beginn erfolgreich verlau
fende Stabilisierung der Stimmungslage, der leichten Verminderung der Aggressions
symptomatik und der leichten Verbesserung der Steuerung der Impulsdurchbrüche hätten eine erneute Verschlechterung erfahren. Diese sei durch gravierende Schicksalsschläge ausgelöst worden, nachdem seine von ihm getrennt lebende Ehefrau wegen Fremd- und Selbstgefährdung über längere Zeit in einer Psychiatrischen Klinik habe hospitalisiert werden müssen. Es handle sich um eine schwere Persönlichkeitsstörung mit langjährigem Verlauf, welcher Hintergrund für den Konflikt mit dem Gesetz mit konsekutiver Verurteilung sowie Verhängung einer ambulanten Massnahme sei. Eine weitere Psychothera
pie sei aus psychiatrisch-psychotherapeutischer Sicht absolut notwendig und vom Gericht angeordnet (S. 2).
5
.
5
.1
Der Beschwerdeführer
erhält aufgrund rheumatologischer und psychiatrischer Beeinträchtigungen
seit November 2011 bei einem Invaliditätsgrad von 60 % eine
Dreiviertelsrente
.
Die
Rentenzusprache
erfolgte
gestützt auf die
Angaben der Ärzte des
B._
,
welche in ihrem
Gutachten vom 11. April 2011
die Arbeits
fähigkeit für alle leidensangepassten Tätigkeiten auf 50 % festgesetzt hatten (E. 3.1). In seiner Beschwerde machte der Beschwerdeführer
insbesondere
gel
tend, es liege keine relevante Verbesserung des Gesundheitszustandes vor, im Gut
achten von Dr.
Y._
sowie Prof.
Z._
werde lediglich eine andere Beurteilung desselben Sachverhaltes vorgenommen
. Er leide aktenkundig nach wie vor an den gleichen bereits seit langem bekannten Einschränkungen, wel
che zur
Zusprache
der
Dreiviertelsrente
geführt hätten
(E. 2.2).
S
elbst unveränderte Diagnosen
schliessen
eine Rentenrevision nicht grundsätz
lich aus, da jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, wel
che geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beein
fluss
en, Anlass zur Rentenrevision gibt (
BGE 141 V 9 mit weiteren Hinweisen). Invalidenversicherungsrechtlich erheblich ist einzig, ob und in welchem Masse eine Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit - und zwar unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie - ausgewiesen ist (BGE 136 V 279 E. 3.2.1)
. Unabhängig von den gestellten Diagnosen ist somit zu prüfen, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der
Renten
zusprache
per November 2011 verbessert hat.
5
.2
Im Rahmen der
B._
-Begutachtung fielen anlässlich der psychiatrischen Unter
su
chung
hysteriforme
Aspekte auf, ebenso
war
der Beschwerdeführer psycho
motorisch agitiert.
D
as Gespräch
gestaltete sich gemäss den Angaben des psychia
trischen Gutachters
etwas verworren mit unsicheren zeitlichen Angaben. Es
waren
keine schweren Störungen der Denkinhalte
eruierbar
, auch wenn der Beschwerdeführer paranoid gefärbte Aussagen gemacht ha
tt
e. Die Stimmung
war
labil, manchmal euphorisch abwechselnd.
Der Beschwerdeführer
hatte
zwar
keine Zukunftspläne, der Lebensmut
war
aber erhalten.
Die Aufmerksamkeit und die Konzentration
waren
gestört und der Beschwerdeführer
leicht
verlang
samt. Es
bestand
eine soziale Rückzugstendenz (
vgl.
E. 3.1).
Demgegenüber
beschrieb Prof.
Z._
den Beschwerdeführer
anlässlich der Begutachtung im Jahre 2015
als zeitlich, örtlich und situativ orientiert.
Dieser
klag
t
e zwar über Gedächtnis-
und
Konzentrationsstörungen, solche
konnten
jedoch nicht mehr objektiviert werden.
Die Konzentration und Aufmerksamkeit
fielen
während der zweistündigen Untersuchung nicht ab
und
waren
gut erhal
ten
, der formale und inhaltliche Gedankengang unauffällig. Die Grundstim
mung beschrieb Prof.
Z._
als ausgeglichen
, die Schwingungsfähigkeit
als
nicht eingeschränkt. Ebenfalls unauffällig
war
die Psychomotorik. Der Beschwer
de
führer klagte
weder
über
eine
Grübelneigung
noch
Freud-, Interesse- oder Energielosigkeit
(
vgl.
E. 3.2.2).
Ein Vergleich der erhobene
n psychiatrischen Befunde zeigt
, dass sich der
psychi
sche Gesundheitszustandes
des Beschwerdeführers
seit der Begutachtung im Jahre 2011
wesentlich
verbessert hat
und weder die früher festgestellten Befunde bestätigt noch die geklagten Beschwerden objektiviert werden konnten
. Beim Gutachten von Prof.
Z._
handelt es sich dementsprechend nicht um eine lediglich andere Beurteilung eines an sich gleich gebliebenen Sachverhal
tes.
5
.3
Soweit der Beschwerdeführer
gegen das Gutachten von Prof.
Z._
einwen
det, die geänderte Beurteilung der Suchterkrankung von sekundärer zu primärer Genese sei nicht überzeugend, ist auf die Rechtsprechung zu verweisen, gemäss welcher Drogensucht (wie auch Alkoholismus und Medikamentenmissbrauch) als solche nicht zu einer Invalidität im Sinne des Gesetzes führt. Dagegen wird sie im Rahmen der Invalidenversicherung relevant, wenn sie eine Krankheit oder einen Unfall bewirkt hat, in deren Folge ein körperlicher oder geistiger, die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigender Gesundheitsschaden eingetreten ist, oder wenn sie selber Folge eines körperlichen oder geistigen Gesundheitsschadens ist, dem Krankheitswert zukommt (BGE 124 V 265 E. 3c). Aus letzterem Leitsatz folgt nicht, dass die Auswirkungen einer Drogensucht, die ihrerseits auf einen Gesundheitsschaden zurückgeht, per se invaliditätsbegründend sind. Die zitierte Praxis setzt vielmehr den Grundsatz um, dass funktionelle Einschränkungen nur anspruchsbegründend sein können, wenn sie sich als Folgen selbständiger Gesundheitsschädigungen darstellen (Art. 6 ff. ATSG und Art. 4 Abs. 1 IVG). Insofern verhält es sich ähnlich wie im Verhältnis zwischen psychosozialen oder soziokulturellen Umständen und fachärztlich festgestellten psychischen Störun
gen von Krankheitswert (BGE 127 V 294 E. 5a): Wo die Gutachter im Wesentli
chen nur Befunde erheben, welche in der Drogensucht ihre hinreichende Erklä
rung finden, gleichsam in dieser aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben. Dies trifft zu, wenn davon auszugehen ist, dass sich beispielsweise ein depressives Zustandsbild bei einer (angenommenen) positiven Veränderung der suchtbedingten psychosozialen Problematik wesent
lich
bessern
(und die damit verbundene Beeinträchtigung des Leistungsvermö
gens sich entsprechend verringern) würde (Urteil des Bundesgerichts 8C_582/2015 vom 8. Oktober 2015 E. 2.2.1 unter Hinweis auf 8C_580/2014 vom 11. März 2015 E. 2.2.1 und 9C_856/2012 vom 19. August 2013 E. 2.2.1).
Angesichts der insoweit finalen Natur der Invalidenversicherung (BGE 120 V 95 E. 4c; Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Aufl. 2014,
Rz
51 zu Art. 4 IVG) ist nicht entscheidend, ob die Drogensucht Folge eines körperlichen oder geistigen Gesundheitsschadens ist oder ob die Sucht ausserhalb eines Kausalzusammenhangs mit dem versicherten Gesundheitsscha
den steht. In beiden Konstellationen sind reine Suchtfolgen IV
rechtlich irrele
vant, soweit sie als solche allein leistungsmindernd wirken. Hingegen sind sie gleichermassen IV-rechtlich relevant, soweit sie in einem engen Zusammenhang mit einem eigenständigen Gesundheitsschaden stehen. Dies kann der Fall sein, wenn die Drogensucht – einem Symptom gleich – Teil eines Gesundheitsscha
dens bildet (BGE 99 V 28 E. 3b); dies unter der Voraussetzung, dass nicht allein die unmittelbaren Folgen des Rauschmittelkonsums, sondern wesentlich auch der psychiatrische Befund selber zu Arbeitsunfähigkeit führt. Sodann können selbst reine Suchtfolgen invalidisierend sein, wenn daneben ein psychischer Gesund
heitsschaden besteht, welcher die Betäubungsmittelabhängigkeit auf
recht erhält oder deren Folgen massgeblich verstärkt. Umgekehrt können die Auswirkungen der Sucht (unabhängig von ihrer Genese) wie andere psychosozi
ale Faktoren auch mittelbar zur Invalidität beitragen, wenn und soweit sie den Wirkungsgrad der Folgen eines Gesundheitsschadens beeinflussen (Urteil des Bundesgerichts 8C_582/2015 vom 8. Oktober 2015 E. 2.2.2 unter Hinweis auf 8C_580/2014 vom 11. März 2015 E. 2.2.2 und 9C_856/2012 vom 19. August 2013 E. 2.2.2).
Insofern ist vorliegend nicht relevant, ob es sich um eine primäre oder sekun
däre Suchterkrankung handelt. Zu beachten ist jedoch, dass Prof.
Z._
die beklagten neuro-kognitiven Störungen als allfällige Nebenwirkungen des chro
nischen Drogenkonsums psychopathologisch nicht objektivieren konnte (vgl.
E.
4
.2). Im Übrigen ging selbst die behandelnde Psychotherapeutin in ihrem Bericht vom 24. September 2015 von einer gegenwärtigen Abst
inenz aus (vgl. E. 4.5
).
Was sodann die im Raum stehende Diagnose einer Persönlichkeitsstörung betrifft
(vgl. auch Bericht der behandelnden Psychotherapeutin vom 24. Sep
tember 2015, E. 4
.5
)
, stellte Prof.
Z._
diese nachvollziehbar
begründet
in Frage, nachdem es beim Beschwerdeführer seit der Jugendzeit keine ent
sprechende Hinweise in allen Lebensbereichen gab und der Beschwer
deführer erst
mals mit einer leichten depressiven Episode in Erscheinung getre
ten war. Gemäss den Angaben im
B._
-Gutachten verlief die Pub
ertätsent
wicklung ohne Pro
bleme
, eine psychiatrische Behandlung
nahm
der Beschwer
deführer erstmals im November 2005 - mithin im Alter von 36 Jahren - auf, wobei eine leichte depressive Episode bei narzisstischer Persönlichkeitsstruktur
diagnostiziert, jedoch keine Arbeitsfähigkeit attestiert worden war (vgl. Urk. 8/270 S. 15). Dass Prof.
Z._
sodann
die festgestellte impulsive und narzisstische Persönlich
keits
akzentuierung als für die Arbeitsfähigkeit nicht wesentlich beurteilte, belegte dieser mit den festgestellten Befunden und ist insofern nachvollziehbar und überzeugend
(E.
4
.2)
.
5
.
4
Was sodann die rheumatologischen Beeinträchtigungen betrifft, machte der Beschwerdeführer geltend, die Beurteilung durch Dr.
Y._
sei nicht plausi
bel, nachdem sie bei diversen unveränderten Diagnosen und Beeinträchtigungen eine vollständige Arbeitsfähigkeit attestiert habe, ohne dies näher zu begründen. Hierzu ist festzuhalten, dass Dr.
Y._
ausführlich über die festgestellten Befunde berichtete und damit ihre Beurteilung nachvollziehbar und plausibel begründete. Insbesondere führte Dr.
Y._
detailliert aus, welche Tätigkeiten dem Beschwerdeführer noch zugemutet werden können und erstellte ein aus
führliches Belastungsprofil (vgl. E.
4
.1). Ihre Beurteilung
eines verbesserten Gesundheitszustandes und damit
einer vollständigen Arbeitsfähigkeit sowohl in der angestammten Tätigkeit wird sodann einerseits durch die Tatsachen gestützt, dass der Beschwerdeführer gemäss der Haaranalyse zwischen Juli und November 2014 keine Schmerzmittel mehr benötigte, und
andererseits stellt auch die
weit überdurchschnittliche Muskelmasse
eine körperliche Schonung in Frage
(vgl. E.
4
.2).
5
.5
Bezüglich der Qualitätsleitlinien der SGPP ist sodann darauf hinzuweisen, dass weder Gesetz noch Rechtsprechung den Psychiatern eine Begutachtung nach den diesbezüglichen Richtlinien vorschreiben. Ob das Gutachten von Prof.
Z._
und Dr.
Y._
den Leitlinien der SGPP entsprechen, bedarf daher im vorliegenden Fall keiner vertieften Prüfung; insbesondere verliert es (auch) bei Verneinung nicht automatisch seine Beweiskraft (Urteil des Bundes
gerichts vom 30. März 2017, 9C_88/2017, E. 3.3.1.1).
5
.
6
Insgesamt ist der medizinische Sachverhalt gestützt auf das Gutachten von Prof.
Z._
und Dr.
Y._
als dahingehend erstellt zu betrachten, dass
der Beschwerdeführer
spätestens seit dem Gutachten vom Januar 2015
sowohl in der angestammten Tätigkeit als Aussendienstmitarbeiter im Kreditkartenver
kauf als auch in einer leidensangepassten Tätigkeit bezogen auf ein volles Pensum zu 100 % arbeitsfähig ist (E.
4.2
).
Das Belastungsprofil umfasst dabei
das Hantieren mit Lasten bis 12.5 kg ohne Arbeiten, bei welchen der Beschwer
deführer den rechten Arm über Brusthöhe heben muss. Nicht mehr zumutbar sind sodann Tätigkeiten mit spezifischer Belastung der linken nicht-dominanten Hand oder der rechten Schulter sowie Tätigkeit mit Gehen auf unebenem Gelände oder mit sehr häufigem Kauern und Knien (vgl. E.
4
.2).
6
.
6
.1
Es bleibt die Prüfung der erwerblichen Auswirkungen der bestehenden Ein
schrän
kungen mittels Einkommensvergleich.
6
.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Ver
bindung mit Art. 28a Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invaliden
versi
cherung (IVG)
aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Ein
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
vergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenüberge
stellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Ein
kommens
vergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
6
.3
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
ein
kommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt
der Renten
revision
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müs
sen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die ver
si
cherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invali
dität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohn
struk
tur
erhebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berück
sichtigen sind (BGE 139 V 28
E. 3.3.2; BGE 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundes
gerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).
Der Beschwerdeführer ist gelernter Automechaniker, arbeitete jedoch von 1993 bis 2001 als Reinigungsangestellter und war zuletzt
für zwei bis drei Monate
als
Aussendienstmitarbeiter im Kreditkartenverkauf tätig
(vgl. Urk. 8/347 S. 10). Nach
dem er seit dem Jahre 2001 nicht mehr erwerbstätig ist
und aufgrund der Stellenwechsel unklar ist, welchen Beruf
er
im heutigen Zeitpunkt tatsächlich ausüben würde
, ist
für die Ermittlung des
Valideneinkommens
von den
Tabel
len
löhnen
gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausge
gebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) auszugehen
.
Dabei sind grundsätzlich die im Verfü
gungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu ver
wen
den (Urteile des Bundesgerichts 9C_699/2015 vom 6. Juli 2016 E. 5.2, 8C_78/2015 vom 10. Juli 2015 E. 4 und 9C_526/2015 vom 11. September 2015 E. 3.2.2; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisio
nen vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.8.1 und BGE 133 V 545 E. 7.1).
Gemäss der Tabelle T1_skill_level der LSE 2012 erzielten Männer mit einfachen Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art (Anforderungsniveau 1) im Jahre 2012 durchschnittlich einen monatlichen Verdienst von Fr. 5‘295.-- (LSE
2012, Bundesamt für Statistik, Neuenburg
2015, T1_skill_level, Total). Unter Berücksichtigung der Nominallohnerhöhung (Schweizerischer Lohnindex insgesamt [1939 = 100], Männer, Stand 2012:
2188
, Stand 2016:
2239
; www.bfs.admin
.ch, Arbeit und Erwerb, Löhne, Erwerbseinkommen und Arbeits
kosten, Lohnentwicklung, Serie 1939 = 100, Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne) sowie
einer wöchentlichen Arbeitszeit im Jahre 2016
von
41.7 Stunden (Normalarbeitsstunden gemäss der Statistik der betriebsüblichen Arbeitszeit; www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Erwerbstä
tigkeit und Arbeitszeit, Arbeitszeit
, Total
)
führt dies zu einem jährlichen
Vali
deneinkommen
im Jahre 2016 von gerundet Fr. 67‘784.-- (Fr. 5‘295.-- : 2188 x 2239 : 40 x 41.7 x 12).
6
.4
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtspre
chung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch her
ausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; BGE 129 V 472 E. 4.2.1; BGE 126 V 75 E. 3b).
Nachdem der Beschwerdeführer seit dem Jahre 2001 nicht mehr erwerbstätig ist, ist auch für die Ermittlung des Invalideneinkommens auf die Tabellenlöhne abzustellen, weshalb sich das Invalideneinkommen bei einer Restarbeitsfähigkeit von 100 % (vgl. vorstehend E. 5
.6
) ebenfalls auf Fr. 67‘784.-- beläuft (vgl. vor
stehend E.
6
.3).
6
.5
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt,
dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Aus
wirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der Vergleichsein
kommen mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen. Es ist nicht von dem von der IV-Stelle vorgenommenen Abzug auszugehen und dieser ange
messen zu erhöhen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E.
3
.
2 mit Hinweis auf
SVR 2011 IV Nr. 31 S. 90, 9C_728/2009 E. 4.1.2).
Der Beschwerdeführer beantragte einen Abzug von mindestens 20 % (Urk. 1 S. 18 Ziff. 54). Selbst wenn ein Maximalabzug von 25 % gewährt würde, würde dies nicht zu einem rentenbegründenden Invaliditätsgrad führen
(vgl. nachfol
gend E.
6
.6)
.
6
.6
Unter Berücksichtigung eines
- kaum gerechtfertigten -
Maximalabzuges von 25 % beträgt das Invalideneinkommen
insgesamt
rund Fr. 50‘838.-- (Fr. 67‘784.-- x 0.75, vorstehend E.
6
.4), womit sich bei einem
Valideneinkom
men
von Fr. 67‘784.-- (vgl. vorstehend E.
6
.3) eine Erwerbseinbusse von Fr. 16‘946.-- ergibt. Dies entspricht einem rentenausschliessende
n
Invaliditäts
grad von 25 %.
Die angefochtene Verfügung vom 18. August 2016, mit welcher die bisher ausge
richtete Rente auf Ende des folgenden Monats aufgehoben wurde, ist damit nicht zu beanstanden. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
7
.
7
.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens
sind sie dem Beschwerdeführer aufzuerlegen, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen. Der Beschwerdeführer ist auf
§ 16 Ab. 4 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
hinzuweisen.
7
.2
Für das Beschwerdeverfahren wurde das Gesuch des Beschwerdeführers um Bewil
li
gung der unentgeltlichen Rechtsvertretung mit Verfügung vom 22. No
vember 2016
gutgeheissen
(Urk. 11).
Nachdem trotz telefonischer Auffor
derung zur Einreichung einer Honorarnote am 16. November 2017 (Urk. 26) keine solche eingegangen ist, ist die Prozessentschädigung ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Pro
zesses zu bemessen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
). Vorliegend erscheint eine Pro
zess
entschädigung von Fr. 3‘300.-- (inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen) als ange
messen.