Decision ID: de637ff0-2963-4495-a215-c80edc5a5bc0
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1976,
verfügt nach
Abbruch der Mittelschule,
Abbruch
einer Lehre als Schreiner sowie
Abbruch
einer von der Invalidenversicherung un
terstützten Lehre als Uhrmacher
über keine Berufsausbildung
(
Urk.
9/22/2,
Urk.
9/56,
Urk.
9/79 und
Lebenslauf
Urk.
9/135
). Einer
geregelten Erwerbstätig
keit
ging er nur sporadisch
nach (
IK-Auszug
Urk.
9/86).
Nach längerer Erwerbs
losigkeit
mit Bezug von Fürsorgeleistungen der Stadt Winterthur erfolgte
a
m 2
9.
Oktober 2014
die Anmeldung zum Leistungsbezug
bei der Sozialversiche
rungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle
(
Urk.
9/105
Ziff.
4.4,
Ziff.
5.4 und
Urk.
9/107
)
.
Die IV-Stelle tätigte Abklärungen in medizinischer und erwerblicher Hinsicht und wies
mit Verfügung vom 10.
November 2016
(
Urk.
9/153)
den An
spruch auf
eine Invalidenrente ab
.
Die dagegen erhobene Beschwerde
vom 1
3.
Dezember 2016 (
Urk.
9/154
/3-10)
wurde mit Urteil des hiesigen Gerichts vom
1
1.
April 2017
(Prozess Nr. IV.2016.01394 [
Urk.
9/158]
)
in dem Sinne gutgeheis
sen, dass die Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen an die IV-Stelle zurück
gewiesen
wurde
.
D
ie IV-Stelle
aktualisierte die
medizinische
Aktenlage
,
indem sie
Berichte bei den behandelnden Ärzten ein
holte
(
Urk.
9/165 und
Urk.
9/167)
und eine psychiatrische Begutachtung
bei
Dr.
med.
Z._
, Fachärztin für Psy
chiatrie und Psychotherapie FMH,
durchführen
liess
(Gutachten vom 1
0.
Dezem
ber 2017
[
Urk.
9/177
]
).
Mit Vorbescheid vom
1.
März 2018
(
Urk.
9/179)
stellte sie die Abweisung eines Anspruchs auf IV-Leistungen in Aussicht. Hieran hielt
sie
nach
Einwand (
Urk.
9/183)
mit Verfügung vom 2
2.
August
201
8 (
Urk.
2) fest
.
2.
Dagegen erhob der
Versicherte
am 2
0.
September 2018
Beschwerde
mit dem Rechtsbegehren (
Urk.
1 S. 2
),
die Verfügung sei aufzuheben und
es seien
Leistun
gen der Invalidenversicherung zuzusprechen. Eventualiter seien Abklärungen bei den involvierten Stellen mit in die Schlussfolgerungen im Gutachten einzubezie
hen. In prozessualer Hinsicht
ersuchte der Versicherte um
die
Gewährung der
unentgelt
lichen Prozessführung
.
Die IV-Stelle
schloss
mit Beschwerdeantwort vom 2
3.
Oktober 2018 (
Urk.
8
)
auf
A
bweisung der Beschwerde, was dem Be
schwerdeführer
am 2
4.
Oktober
2018 zur Kenntnis gebr
acht wurde (
Urk.
10
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
ATSG)
.
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung,
IVG)
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und
E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausge
wiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.3
Nach der Rechtsprechung führt Drogensucht (wie auch Alkoholismus und Medi
kamentenmissbrauch) als solche nicht zu einer Invalidität im Sinne des Gesetzes.
Dagegen wird sie im Rahmen der Invalidenversicherung relevant, wenn sie eine Krankheit oder einen Unfall bewirkt hat, in deren Folge ein körperlicher oder geistiger, die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigender Gesundheitsschaden eingetre
ten ist, oder wenn sie selber Folge eines körperlichen oder geistigen Gesundheits
schadens ist, dem Krankheitswert zukommt (BGE 124 V 265 E. 3c). Aus letzterem Leitsatz folgt nicht, dass die Auswirkungen einer Drogensucht, die ihrerseits auf einen Gesundheitsschaden zurückgeht, per se invaliditätsbegründend sind. Die zitierte Praxis setzt vielmehr den Grundsatz um, dass funktionelle Einschränkun
gen nur anspruchsbegründend sein können, wenn sie sich als Folgen selbständi
ger Gesundheitsschädigungen darstellen (Art. 6 ff. ATSG und Art. 4 Abs. 1 IVG). Insofern verhält es sich ähnlich wie im Verhältnis zwischen psychosozialen oder soziokulturellen Umständen und fachärztlich festgestellten psychischen Störun
gen von Krankheitswert (BGE 127 V 294 E. 5a): Wo die Gutachter im Wesentli
chen nur Befunde erheben, welche in der Drogensucht ihre hinreichende Erklä
rung finden, gleichsam in dieser aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben. Dies trifft zu, wenn davon auszugehen ist, dass sich beispielsweise ein depressives Zustandsbild bei einer (angenommenen) positiven Veränderung der suchtbedingten psychosozialen Problematik wesentlich
bessern
(und die damit verbundene Beeinträchtigung des Leistungsvermögens sich ent
sprechend verringern) würde (Urteil des Bundesgerichts 8C_582/2015 vom 8. Ok
tober 2015 E. 2.2.1).
Angesichts der insoweit finalen Natur der Invalidenversicherung (BGE 120 V 95 E. 4c; Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Aufl. 2014,
Rz
51 zu Art. 4 IVG) ist nicht entscheidend, ob die Drogensucht Folge eines körperlichen oder geistigen Gesundheitsschadens ist oder ob die Sucht ausserhalb eines Kausalzusammenhangs mit dem versicherten Gesundheitsschaden steht. In beiden Konstellationen sind reine Suchtfolgen IV-rechtlich irrelevant, soweit sie als solche allein leistungsmindernd wirken. Hingegen sind sie gleichermassen IV-rechtlich relevant, soweit sie in einem engen Zusammenhang mit einem eigen
ständigen Gesundheitsschaden stehen. Dies kann der Fall sein, wenn die Drogen
sucht – einem Symptom gleich – Teil eines Gesundheitsschadens bildet (BGE 99 V 28 E. 3b); dies unter der Voraussetzung, dass nicht allein die unmittelbaren Folgen des Rauschmittelkonsums, sondern wesentlich auch der psychiatrische Be
fund selber zu Arbeitsunfähigkeit führt. Sodann können selbst reine Suchtfolgen invalidisierend sein, wenn daneben ein psychischer Gesundheitsschaden besteht, welcher die Betäubungsmittelabhängigkeit
aufrecht erhält
oder deren Folgen massgeblich verstärkt. Umgekehrt können die Auswirkungen der Sucht (unab
hängig von ihrer Genese) wie andere psychosoziale Faktoren auch mittelbar zur
Invalidität beitragen, wenn und soweit sie den Wirkungsgrad der Folgen eines Gesundheitsschadens beeinflussen (Urteil des Bundesgerichts 8C_582/2015 vom 8. Oktober 2015 E. 2.2.2).
Im erwähnten Urteil 8C_582/2015 vom 8. Oktober 2015 E. 4 hat das Bundesge
richt entschieden, dass die Rechtsprechung gemäss BGE 141 V 281 psychosoma
tische Leiden betrifft und auf Suchtproblematiken nicht anwendbar ist (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_6/2016 vom 3. Februar 2016 E. 4.2.3 mit Hinweis auf die Kriti
k von
Liebrenz
/
Uttinger
/Ebner, s
ind Abhängigkeitserkrankungen aus höchstrichterlicher Sicht [weiterhin] nicht mit anderen psychischen Störungen [z.B. somatoformen Störungen] vergleichbar? - Eine Urteilsbesprechung von BGE 8C_582/2015 im Lichte der theoretischen Anwendbarkeit des ergebnisoffenen, strukturierten Beweisverfahrens, in: SZS 2016 S. 96; ferner:
Liebrenz
et
alii
, Das Suchtleiden bzw. die Abhängigkeitserkrankungen - Möglichkeiten der Begutach
tung nach
BGE 141 V 281
[= 9C_492/2014], in: SZS 2016 S. 12).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die
leistungsabweisende Ver
fügung vom 22
.
August 2018
(
Urk.
2) damit, dass
z
ur Klärung der Leistungsansprüche eine medizinische Untersuchung bei einem Psychiater notwendig geworden sei. Die Abklärungen hätten ergeben, dass auch weiterhin keine langandauernde Gesund
heitseinschränkung vorliege. Die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als Hilfsarbeiter sei weiterhin vollschichtig zumutbar. Schwere Tätigkeiten im Hilfs
arbei
tersektor sollten vermieden
und eine durchgängige (Drogen-)Abstinenz ein
gehalten werden.
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer
respektive
das
i
h
n vertretende Sozialdepartement der Stadt Winterthur
auf den Standpunkt
(
Urk.
1 S. 3 f.)
,
auf das Gutachten von
Dr.
Z._
könne nicht abgestellt werden. Dieses sei auf oberflächlicher Ebene erfolgt. Trotz des Hinweises, dass der Beschwerdeführer bereits als Kind von den alkoholabhängigen Eltern mit Alkohol
ruhig gestellt
worden sei
,
trotz
offensichtlicher Vernachlässigung
der
Eltern und später aus
sch
lies
sliche
m
Fokus der Mutter auf dess
en Bruder verbleibe
die Schilderung des Lebenslaufes durch den
Beschwerdeführer auf
einer emotional unzugänglichen Ebene. Die Gutachterin
habe auch
nie die Frage
gestellt
, wie sich
der Beschwer
deführer
dabei gefühlt
habe, unter diesen unwürdigen Umständen aufzuwachsen. So sei
es nicht ers
taunlich, dass
der Beschwerdeführer
auf dieser Ebene
keine Emotionen gezeigt
habe
und keine Beeinträchtigung
en
hätten
festgestellt werde
n können. Die Gutachterin beschränke
sich darauf
hinzuweisen, dass die Sozialen
Dienste nicht genügend unternommen hätten
. Dabei wäre es
hilfreich gewesen,
sich
nicht nur auf die Aussagen
des
Beschwerdeführers zu verlassen
, sondern frem
danamnestisch Auskünfte bei den
Sozialen Diensten, der
A._
oder dem
B._
ein
zuholen.
Tatsächlich
sei
der Beschwerdeführer
engmaschig
betreut
worden und das be
treute Wohnen
sei
insofern
erfolgreich, als er seither mehr oder weniger abstinent sei und Dank der Betreuung einen regelmässigen Tagesablauf und zumindest Kontakte innerhalb der Pension habe. Inwieweit der Cannabis- / Alkoholkonsum die Arbeitsfähigkeit beeinträchtige und es sich bei der wiederkehrenden Sucht
problematik um eine dysfunktiona
le Bewältigungsstrategie handle
, werde im Gutachten nicht beantwortet. Zum heutigen Zeitpunkt könne davon ausgegangen werden, dass aufgrund des Alkohol- bzw. Cannabiskonsums keine Einschränkung der Arbeitsfähigkei
t mehr vorliege. Da jedoch
lediglich
die
Aufnahme
einer Er
werbstätigkeit von
gerade einmal 20
%
in einem geschützten Rahmen habe er
folgen können, sei davon auszugeben, dass eine psychiatrische Störung als Folge der Suchterkrankung als eigenständige Erkrankung vorliege. Aus diesem Grund s
eien
dem
Beschwerdeführer
zumindest
Leist
ungen der Invalidenversicherung
in Form eines Aufbautrainings zuzusprechen
.
2.3
Der Beschwerdeführer beanstandete in formeller Hinsicht, die Beschwerdegegne
rin habe zu seinem ausführlichen Einwand (
Urk.
9/183) keine Stellung bezogen (
Urk.
1 S. 3), und rügte somit sinngemäss eine Verletzung des rechtlichen Gehörs, worauf vorab einzugehen ist.
Nach
Art.
42 ATSG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör, wobei sie vor Erlass von Verfügungen, die durch Einsprache anfechtbar sind – was auf Verfügungen über Leistungen der Invalidenversicherung nach dem Gesagten nicht zutrifft –, nicht angehört werden müssen. Der Gehörsanspruch verpflichtet die Behörde, die Vorbringen der betroffenen Person auch tatsächlich zu hören, zu prüfen und in der
Entscheidfindung
zu berücksichtigen, weshalb sie ihren Ent
scheid zu begründen hat (BGE 134 I 83 E. 4.1). Die Pflicht der Behörde, ihre Verfügungen – sofern sie den Begehren der Parteien nicht voll entsprechen
(Art. 49
Abs.
3 Satz 2 ATSG) – zu begründen, bezweckt insbesondere, die be
troffene Person in die Lage zu versetzen, eine Verfügung gegebenenfalls sachge
recht anfechten zu können (BGE 124 V 180 E. 1a, vgl. auch BGE 134 I 83 E. 4.1 mit Hinweisen).
Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass die Begründung des angefochtenen Entscheids mit Blick auf die formulierten Einwendungen eher knapp ausgefallen ist. Allerdings hat sich die Beschwerdegegnerin zu einzelnen aufgeworfenen Fra
gen wenigstens kurz geäussert und den Beschwerdeführer jedenfalls in die Lage versetzt, den Entscheid sachgerecht anzufechten. Da beschwerdeweise keine Rückweisung der Angelegenheit beantragt wurde, ist aus prozessökonomischen Gründen davon abzusehen, zumal sich der Beschwerdeführer vor dem mit voller Kognition ausgestatteten Gericht äussern konnte und dies mit einer
beförderli
chen
Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wäre (BGE 132 V 387 E. 5.1 mit Hinweisen).
3
.
3.1
Im Urteil vom 1
1.
April 2017 (
Urk.
9/158) zog das
hiesige
Gericht in Erwägung
(
E. 5
.1
),
o
bwohl der Beschwerdeführer seit
längerer Zeit weitgehend drogenabsti
nent zu sein scheine
,
in geordneten Verhältnissen lebe
und keine d
epressive Symptomatik mehr zeige,
hätten
die behan
delnden Fachleute nac
h wie vor eine verwertbare Leis
tungsfähigkeit auf dem freien Arbeitsmarkt
verneint
. Die ihm trotz Drogenabstinenz und Remission der depressiven Symptomatik
weiterhin at
testierte psychiat
risch begründete 100%ige Arbeitsunfäh
igkeit l
a
sse sich nur noch mit der Di
agnose einer
schizotypen
Störung
begründen. Diesbezüglich stelle
sich aber die Frage, ob
sich der
weitgehend
als
unauffällig angegebene psychopatho
logische Befund (auch) auf die offenbar weiterhin vorha
ndene
schizotype
Störung beziehe. Andererseits weise
die kontinuierliche
Inanspruchnahme von therapeu
tis
chen Optionen durch den Beschwerdeführ
er auf einen weiterhin vorhande
nen Leidensdruck hin.
In den Akten
seien
verschiedene Anhal
tspunkte für eine relevante psy
chische Er
krankung
zu finden
, die den Beschwerdeführer trotz Aufbietung allen guten Wil
lens an der Erlernung eines Berufes beziehungsweise an der Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem allgem
einen Arbeitsmarkt gehindert habe und weiterhin hindere
. So sei
aus seinem Leben
slauf und den
ärztlichen Stellungnahmen er
sichtlich, dass
er
wegen den Rückenbeschwerden und der psychisc
hen Problema
tik auf dem Arbeits
markt nie
habe Fuss fassen können und
mit Ausnahme eines kurzen E
insatzes im Jahr 2011 keiner Er
werb
stätigkeit mehr nachgegangen sei
.
D
iese längeren Absenzen vom Arbeitsmarkt liessen
sich mindestens zeitweis
e auf die Drogensucht zurückfüh
ren. Die wiederholten Ausbildungsabbrüche könnten aber auch auf eine weitere psychische Pathologie hinweisen. Ob es sich dabei um die von den behandelnden Ärzten diagnostiz
ierte
schizotype
Störung handle, be
zie
hungsweise welche Auswirkung eine allfällig krankheitswertige Störung
auf die Arbeitsfähigkeit habe
,
sei
weiterhin abklärungsbedürftig
(E. 5.3)
.
3.2
Gemäss dem in Umsetzung des Gerichtsurteils durch die Beschwerdegegnerin ein
geholten psychiatrischen Gutachten vom 1
0.
Dezember 2017 (
Urk.
9/177) stellte
Dr.
Z._
gestützt auf ihre Untersuchungen vom
6.
Dezember 2017 die fol
genden Diagnosen
(S. 39)
:
-
Störungen durch
Cannabinoide
, Abhängigkeitssyndrom, episodischer Ge
brauch (ICD-10 F12.26) mit
-
Status nach amotivationa
lem Syndrom (I
CD-10 F12.72)
-
Status nach cannabisinduzierter vorwiegend
halluzinatorischer
psy
chotischer Episode (ICD-10 F12.52)
-
Störungen durch Alkohol, Status nach Abhängigkeitssyndrom, gegenwär
tig schädlicher Gebrauch (ICD-10 F10.1)
-
Status nach schädlichem Gebrauch von Stimulanzien und Halluzinogenen (Status nach ICD-10 F15.1/F16.1)
-
Status nach wiederkehrenden depressiven Anpassungsstörungen, zum Teil im Rahmen von Substanzentzug sowie somatischem Schmerzleiden, mit bis zu mittelgradiger Schwere, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F33.4)
-
Akzentuierte selbstunsichere/ängstlich-vermeidende Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1)
Zum Psychostatus hielt die Expertin fest
(S. 32 f.)
, es handle sich um einen 41-jährigen
, erheblich vorgea
ltert ausse
henden
, hinreichend gepflegten, normalge
wichtig/
normosomen
Exploranden, der pünktlich und selbständig und all
eine mit dem ö
ffentlichen Verkehr
zum Termin gekommen sei. Die Kontaktaufnahme sei spon
tan, unkompliziert und lebhaft und
er sei
freundlich und
kooperativ einge
stellt.
Er
habe
sich verbindlich auf die Untersuchung ein
gelassen
,
sei
auch schwie
ri
ge
n
Themen nicht aus dem Weg gegangen
und sei in seinen Ausführungen gut nachvollzieh
bar beziehungsweise
es
seien keine paralogischen oder
«
psychotifor
men
»
Gedankeninhalte feststellbar.
Er
sei
offen und
interessiert, sympathisch und gew
innend, von der Intelligenz her
durch
schnittlich begabt,
berichte
gut selbst
strukturiert und
auch differen
ziert. Er
habe
auch mit durchau
s feststellbarer psy
chotherapeutischer
und psychodiagnostischer Selbs
terfahrung
berichtet
und
da
bei auch korrekte
Fachterminologie benutzt
, oft auch mit humo
rvollen Einstreu
ungen und
durchaus
auch selbstkritisch und reflektiert. Seine S
ymptome und Be
schwerden
h
a
be
er sorgfältig, aber ohne Drama
tisierungstendenzen
beschrieben
. Hie und da
habe er sich widersprochen. So habe er a
m Ende der
Exploration
als ihm mitgeteilt worden sei
, dass a
uch ein Drogenscreening gemacht werde
,
ange
geben
, dass er
damit nicht gerechnet habe und es
auch
n
icht stimme, dass er zuletzt im
Juli
2017
sondern
vor fünf Tagen Cannabis
konsumiert habe und er sich
dies
ab und zu gerne
leiste
.
Im Verlauf
der zweieinhalbstündigen, intensiven
Untersuchung ohne Pause sei keine
etwaige Ermüdung feststellbar
gewesen. Affektiv schwinge
er emotional
absolut adäquat mit
beziehungsweise
sei
en
keine emotio
nale Durchlässigkeit, La
bilität
oder Affektinkontinenz, auch keine Affektverflachung, Bedrückthe
it,
Ängstlichkeit oder
Deprimiertheit
festzustellen. Auch
sei das Denken beweglich und e
in guter emotionaler Rapport
sei
problemlos herstellbar.
Er sei bewusstseinsklar, in allen Qualitäten orientiert
und objektivierbare
mnes
t
ischen Störungen
seien nicht feststellbar
und es
seien
auch sichere anamnesti
sche Zeitangaben
bei guter Konzentration und während des ganzen zweieinhalb
stündigen Explorationsgespräches abgegeben worden. Formale Denkstörungen seien nicht
feststellbar,
das Denken sei geordnet, flexibel, nicht eingeengt, ohne Gedankenabreissen, Danebenreden oder Zerfahrenheit und ohne
assoziative Lo
ckerung. Inhaltliche D
enkstörungen, krankheitswertige
/ depressionstypische Schuld-,
S
cham- oder Insuffizienzgefühle bestünden nicht und
es ergäben sich auch
keine
Hinweise für Wahn,
Sinnestäuschungen oder Ich-Störungen
. E
ine Angststörung
sei nicht feststellbar und es seien auch keine frei flottierenden Ängste, Panikattacken, eine Agoraphobie, Soziophobie oder
Zwänge im psych
o
pathologischen Sinne
eruierbar
.
Affektiv
sei die Grun
dstimmung
euthym
(ausge
glichen)
, sehr adäquat, absolut schwingungsfähig, und üb
er ein breites
Sp
ektrum von Emotionen verfügend und ohne feststellbare
Affektpathologie.
Es bestünde
n
auch keine
verbale oder brachiale Impulsivität, k
eine emotionale Instabilität im
psychopath
ologischen Sinne und auch k
eine Antriebsstörungen
. Der Beschwer
deführer beklage subjektiv auch nicht
etwa
eine
verminderte Vitalität. Es
seien
keine c
ircadiane
n Besonderheiten, keine
psychovegetativen
Beschwerden
vor
ahnden
und die
Psychomotorik
sei ungestört. Auf die
Rückenschmerzen mit so
ma
tischem Korrelat (Morbus
Bechterew), die
anläss
lich der Begutachtung thema
tisiert
worden seien, scheine
er
nicht sonderlich fixiert zu sein
.
Die
Schlafqualität
sei gut
,
der Appetit unbeeinträchtigt und sozial sei er
im Rahmen der betreuten Wohnform und
der
ps
ychosozialen Angebote der Stadt
Winterthur sowie inner
halb der Familie
aktiv
(
mit
Bes
uchen
bei
Mutter, Vater, Bruder und
Pflege von
Weihnachts-, Geburts- und Oste
rtraditionen)
und ein g
enuiner sozialer Rückzug
sei nicht
feststellbar
.
In der Psychometrie nach
HAM-D (
Hamilton Depressionsskala
)
seien die Kriterien einer klinischen
Depression
(
m
ajor
depression
) nicht erfüllt und die
MADRS
(
Montgomery
Asberg
Depressionsskala
)
erg
e
be, dass
keine
kl
inische Depression vorliege (S. 33).
Eine etwaige primäre psychische Störung, die die Suchtentwicklung beim
Be
schwerdeführer
ab 15-
j
ähri
g (1991) begründen würden, sei
auch bei der
akt
u
e
llen
eingehenden psychiatrischen Exploration nicht ersichtlich. Ausschlaggebend seien eindeutig die psychiatrische Heredität/genetische Belastung durch Suchter
krankungen, in Kombination mit unvorteilhaften Milieufaktoren
(S. 36)
. Bei
7-
bzw. 10-11-jähriger
Cannabissucht und bei der damals beschriebenen
Anhedo
-
nie, Motivationsschwäche und Antriebsschwäche sei ein typisches
canna
-
bisinduzier
tes
amotivationales Syndrom zu diagnostizier
en, das sich dann auch über ein
weitere
s
Jahrzehnt hinweg fort
ge
setzt habe
;
bis durch das Erleiden einer
canna
bis
-induzierten Psychose im Jahr 2014
der
Beschwerdeführer
z
weimal kurz nach
einander (freiwillig) psychiatri
sch hospitalisiert worden sei
und
sich
von
einer drastischen Änderung seines
Konsummusters
habe überzeugen lassen
.
Seit 2014
nehme er
durchgehend ein Neuroleptikum ei
n, seit langem in tiefer Dosis,
wovon er vor allem die Sedierung/schlafanstossende Wirkung schätze.
Tatsächlich habe der Beschwerdeführer
seit dem
letzten psychiatrischen
Klinik
aufenthalt
offensichtlich
mehrhei
tlich abstinent gelebt
,
wozu
wohl auch massgeblich die Tatsache bei
trage, dass er in einer
betreuten
Wohnform (Pension) platziert
sei
,
in
der
der
Konsum von Substanzen verboten sei. Er berichte aber auch, dass er sich zeitweise
Cannabis
genehmige.
Entsprechend
sei auch
das Dro
genscreening auf
Cannabis
positiv ausgefallen
.
Gleichzeitig
sei aber
darauf hin
zuweisen, dass der
Beschwerdeführer
psychopathologisch absolut unauff
ällig sei, beziehungsweise er weder depressive noch
schizophreniforme
Symptome, auch keine
Symptomatik aus der Sparte der sozialen Ängste, Phobien aufweise
und auch subjektiv keinerlei
Beschwerden formuliere. Dass
er
dennoch hie und da, im Sommer 2017 zwei
Monate lang, Cannabis konsumiert habe
, unterstütze die Fest
stellung einer primären Sucht und nicht etwa
einer durch
eine primäre psychische
Störung induzierte Sucht
(S. 37 f.
).
B
eim
aus psychopathologischer Sicht absolut unauffälligen Beschwerdeführer, bei dem
es
vor allem aufgrund des langjährigen cannabisinduzierten amotiva
tionalen Syndroms
zu
eine
r
jahrzehntelange
n
Arbeitskarenz und
einem
„Still
stand" jeglicher Entwicklung
gekommen sei
, sei
en
lediglich noch ein Cannabisab
hängigkeitssyndrom mit gelegentlichem Konsum und weiter
ein
gelegentlicher Alkoholabusus zu diagnostizieren. Sonstige „aktive" Diagnosen seien gegenwär
tig nicht zu stellen. Auch die sekundäre rezidivierend depressive Störung sei re
mittiert
(S. 38)
.
Aus psychiatrischer Sicht liege
gegen
wärtig keine Arbeitsunfähigkeit
vor. Zuletzt
habe
aufgrund
des
entzugskorre
lierten depressiven Leidens bis 3
1.
Mai 2016 vorübergehende
eine
Teilarbeitsunfähigkeit bestanden (S. 42).
4
4.1
Das ausführliche
psychiatrische Gutachten von
Dr.
Z._
erfüllt die praxisge
mäs
sen Kriterien (vorstehend E. 1.4
), setzt sich mit den Aspekten der gesundheit
lichen Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers auseinander und berücksichtigt auch die medizinischen
Vorakten
und begründet Abweichungen, soweit die Be
urteilung mit diesen nicht im Einklang steht. Das Gutachten ist nachvollziehbar und vermag zu überzeugen. Insbe
sondere wurde mit Bezug auf das langjährige Suchtgeschehen und die Abgrenzung primäre oder sekundäre Sucht
für den Rechtsanwender
nachvollziehbar
dargelegt, dass
nach
sorgfältig erhoben
er
Anamnese und
aufgrund der
aktuellen Untersuchungsbefunde
keine
Sucht
problematik
vorliegt, die sich auf einen
vorbestehenden
Gesundheitsschaden z
u
rückführen lässt und
das Suchtverhalten
auch
nicht im Zusammenhang mit einem etwaigen „Selbstbehandlungsversuch"
zu sehen ist (vgl. Gutachten
S. 22 unten).
Zum Umstand, dass
der Beschwerdeführer
genetisch/
psychiatrisch-hereditär mit Sucht belastet ist und
von seinen Eltern schon
im Kindesalter an Substanz
-
be
ziehungsweise
Alkoholkonsum
herangeführt
wurde,
wurd
e im Gutachten ebenso Bezug genommen
(vgl. Gutachten S. 36)
.
Relevant ist, dass
unter
Cannabisabsti
nenz
der Beschwerdeführer
ein normales
psychisches
Befinden
ohne
einen
psy
chopatho
l
ogisch
erhebbaren
Befund
zeigt. D
ass er aus Lust
trotzdem
ab und zu
Anlass sieht
,
Cannabis zu rauchen,
legt dar
, dass
er
Cannabis
nicht als
„Selbstbe
handlungsmittel"
einsetzt
.
4.2
Im Gutachten erfolgte auch eine kritische Auseinandersetzung mit den medizini
schen
Vorakten
(vgl.
Urk.
9/177/43 f.). Dabei
wurde
insbesondere
Bezug zu den vorgängigen
Be
richten
behandelnder Ärzte genommen, die die
Diagnose einer
schizotypen
Störung (ICD-10 F21)
stellten
, was das Gericht letztlich i
m Urteil vom 1
1.
April 2017 (
Urk.
9/158)
veranlasste
,
die Sache an die Verwaltung zur psy
chiatrischen Abklärung zurückzuweisen (vgl. E. 3.1 hiervor)
. D
ie psychiatrische Expertin
legte in diesem Zusammenhang plausibel dar
, dass
eine solch
schwere
psychopathologische Störung gemäss ICD-10 F21 Anomalien des Denkens, des Verhaltens und der Stimmung, die schizophren wirken,
fordere,
ohne dass aber im Zeitverlauf eine eindeutige charakteristische konsistente schizophrene Symp
tomatik aufgetreten sei
und
dass
der Beschwerdeführer
k
ein einziges
dieser
Kri
teri
en erfüllt.
Damit ist nicht zu beanstanden
, dass
die psychiatrische Gutachterin die 20-jäh
rige Cannabisabhängigkeit
, die
zweifellos
zu
schwerwiegenden sozialen Folge
schäden
beim Beschwerdeführer geführt hat
,
indem er über mehr als ein Jahr
zehnt hinweg
sich passiv, lethargisch,
ohne Initiative
für einen
Erwe
rb, für eine Familie oder für soziale Aktivitäten verhielt
und dadurch auch fürsorgeabhängig wurde
, einem primären Suchtgeschehen und nicht
der
Folge eines zugrundelie
genden
Gesundheitsschaden
zugeschrieben hat
.
Daran ändert auch nicht
s
, dass
der
Beschwerdeführer
derzeit
eine
Rückkehr
zur
Autonomie und Unabhängigkeit
bei geschütztem
Wohnrahmen mit
psy
chosozialen Beschäftigungs- und
Spiel
massnahmen
nicht
als dringende
Angelegenheit
sieht
(vgl.
Urk.
9/177/42).
4.3
Nach dem Gesagten ist auf das psychiatrische Gutachten abzustellen. Eine Ar
beitsunfähigkeit aus
psychiatrische
r Sicht ist dem Beschwerdeführer mit Bezug auf den Verfügungszeitpunkt
damit
nicht zu attestieren
.
V
on weiteren Beweis
massnahmen (etwa der Einholung eines
weiteren
Gutachtens
oder fremdanam
nestischer Auskünfte; zum Antrag vgl.
Urk.
1 S. 2 f.
)
sind
keine neuen Erkennt
nisse zu erwarten, weshalb darauf zu verzichten ist (antizipierte Beweiswürdi
gung
;
BGE 124 V 90 E. 4b).
R
etrospektiv
ist zu berücksichtigen, dass
das primäre
Suchtgeschehen zeitweise die Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers ein
ge
schränkt
hat
.
Arbeitsunfähigkeiten
wurden in diesem
Zusammenhang mit einer
c
annabisinduzierten Psychose
, die
zu
zwei stationäre
n
Aufenthalte
n
vom 1
6.
Mai bis 1
1.
Juni und vom 1
0.
September bis 1
1.
November 2014
führte
n
(
Urk.
9/118/21,
Urk.
9/120/2). Die Gutachterin sprach in diesem Zusammenhang von einer protrahierten cannabisinduzierten, vorwiegend
halluzinatorischen
Psy
chose, für die sich der Beschwerdeführer erst nach Monaten in Behandlung begab und die unter Cannabisabstinenz zurückgegangen sei. Infolge des konsequenten Cannabisentzuges sei ab Ende 2014 eine entzugsbegleitende depressive Episode mittleren Grades aufgetreten, die spätestens ab Juni 2016 als remittiert zu be
trachten sei. Sie bescheinigte vor diesem Hintergrund eine 100%ige Arbeitsunfä
higkeit vom
1.
Januar bis zum Klinikaustritt am 11. November 2014 und hernach bis am 3
1.
Mai 2016 eine solche von 50
%
(Urk. 9/177/41).
Die für diesen Zeitraum attestierten Arbeitsunfähigkeiten haben jedoch nach dem Gesagten ohne Auswirkungen auf die Invalidenversicherung zu bleiben, da sie im bis zur letzten
Hospitalisation
in der
C._
anhaltenden primären Suchtgesche
hen (Urk. 9/120/3) ihre hinreichende Erklärung finden. Wie der Beschwerdeführer gegenüber der Gutachterin erklärte, wandte er sich auch nach dem letzten sta
tionären Aufenthalt nicht vollständig vom Drogenkonsum ab (Urk. 9/177/34 oben und
Urk.
9/177/37). Dem im Rahmen der bloss teilweisen Abstinenz entwi
ckelten depressiven Zustandsbild und der damit einhergehenden (Teil-)Arbeits
unfähigkeit kann daher nicht die Bedeutung eines eigenständigen psychischen Krankheitsgeschehens beigemessen werden, das eine invalidisierende Wirkung haben könnte (E. 1.3).
4.4
An dieser fachärztlichen Beurteilung vermag der Verlaufsbericht des therapeuti
schen Leiters der Integrierten Psychiatrie
C._
vom 3
0.
August 2017 (
Urk.
9/167) allein schon wegen dessen fehlender fachlichen Qualifikation nichts zu ändern. Im Übrigen beschrieb selbst der Therapeut einen psychopathologisch weitgehend unauffälligen Befund; er wies sodann auf charakterologische Probleme sowie eine wiederkehrende Suchtproblematik hin (
Ziff.
1.3) und führte die von ihm beschei
nigte Arbeitsunfähigkeit im Wesentlichen darauf zurück (Ziff. 2.1). Das Suchtge
schehen allein begründet indes - wie gesagt - grundsätzlich keine Invalidität (E. 1.3).
4.5
Zusammenfa
ssend ist festzuhalten, dass beim
Beschwerdeführer
kein invalidisie
render
psychischer
Gesundheitsschaden
vorliegt, welcher eine
Arbeitsunfähigkeit begründet. D
amit
besteht
kein
Anspruch auf
Leistungen
der In
validenversiche
rung
. Die angefochtene Verfügung der IV-Stelle vom
22
.
August 2018
ist damit zu bestätigen, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
5.
5.1
Die Voraussetzungen zur Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung gemäss
§
16
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) sind er
füllt.
Das vom Beschwerdeführer gestellte Gesuch um unentgeltliche Prozessführung (
Urk.
1 S. 2) ist damit gutzuheissen.
5.2
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und
ermessensweise auf
Fr.
800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Ver
fahrens sind sie dem Beschwerdeführer aufzuerlegen, jedoch zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
Der Beschwerdeführer ist auf
§
16
Abs.
4
GSVGer
hinzuweisen, wonach er zur Nachzahlung der Auslagen für die unentgeltliche Prozessführung verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist.