Decision ID: f434ae53-439e-4c33-9ebd-65716fd767c6
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1980, meldete sich am 13.
Juli 2000 nach einer abge
broche
nen Ausbildung
zur
Psychiatrieschwester wegen psychische
r Probleme
bei
der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Bezug von Leistungen der In
va
lidenversicherung an (Urk.
13/2).
Nach
gescheiterter
Durchführung von beruf
lichen Eingliederungsmassnahmen
- eine Ausbildung zur
Coiffeuse
brach die Ver
sicherte während des praktischen Teils ab (Urk. 13/72/1)
–
sprach
ihr
die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, mit Verfügung vom 10.
Dezember 2007 rückwirkend ab 1.
Mai 2003 eine ganze Invalidenrente zu.
Weiter wurde in dieser Verfügung vermerkt, der psychische Zustand
habe sich
so
weit stabilisiert, dass berufliche Mas
snahmen nun möglich seien (Urk.
13/83). Mit
Verfügung vom 20.
Mai 2008 wurde der Versicherten mitgeteilt, dass die Mehr
kosten für die Ausbildung an der
Y._
für die Zeit vom
22.
Sept
ember 2007 bis 30.
September 2010 übernommen würden (Urk.
13/99).
Diese Ausbildung konnte die Versicherte abschliessen und auf den 1.
Januar 2011 eine 60%ige Stelle als Fitness
-
Instruktorin b
ei
Z._
antreten (Urk.
13/117/10, Urk.
1
3/119).
1.2
Im Rahmen einer Rentenrevision holte die IV-Stelle nach Abschluss der berufli
chen Massnahme ärztliche Berichte ein (Urk.
13/123) und gab bei Dr.
med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
,
ein Gutachten in Auftrag
,
welches dieser am
2.
Mai 2011 erstattete
(Urk.
13/124, Urk.
13/125, Urk.
13/128).
Mit Vorbescheid vom 30.
August 2011
kündi
g
te
die IV-Stelle an
, die
Rente
auf
Ende des folgenden Monats nach Zustellung der Verfügung auf
zuheben (Urk.
13/133).
Dagegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechts
anwältin Fleisch, am 21.
September 2011 Einwand, welchen sie mit Eingabe vom 27.
Okto
ber 2011 noch ausführliche
r begründe
n liess
(Urk. 13/140, Urk.
13/144).
Mit Verfügung vom 26.
Januar 2012 entschied die IV-Stelle im angekündigten Sinne (Urk.
2).
2.
Dagegen liess die Versicherte am 29.
Februar 2012 Beschwerde erheben und beantragen, es sei ihr eine
Dreiviertel
s
rente
auszuzahlen (Urk.
1). Mit Eingabe
vom 2. April 2012 (Urk.
9) reichte s
ie
eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch
die behandelnden Ärzte des
B._
vom 28.
März 2012 ein
(Urk.
10)
.
Am
23.
April 2012 schloss die Beschwerdegegnerin auf
Ab
weisung der Beschwerde (Urk.
12). Mit Verfügu
ng vom 9.
September 2013
wurde der Be
s
chwerdeführerin die unentgeltliche Prozessführung gewährt und Rechtsan
wäl
tin
Fleisch als unentgeltliche Rechtsvertreterin bestellt. Zudem wurde ein zweiter
Sc
hriftenwechsel angeordnet (Urk. 21). Am 12.
Dezember 2013 liess die Ver
si
cher
te die Replik erstatten, wobei sie den Eventualantrag stellen liess, die IV-Stelle sei zu verpflichten, eine psychiatrische Begutachtung durchzuführen oder aber es sei vom Sozialversicherungsgericht ein psychiatri
sches Obergutachten in Auftrag zu geben und gestützt auf dieses Gutachten über den Anspruch auf eine
Rente neu zu entscheiden (Urk.
28). Dabei liess sie einen Arztbericht des
C._
vom 6.
November 2013 (Urk.
29/1) und einen Austrittsbericht
der
D._
vom 18. September 2013 (Urk.
29/2)
ein
rei
chen. Mit Eingabe vom 7.
Januar 2014 liess die Versicherte zudem ein Schrei
ben des
C._
vom 20.
Dezember 2013 einreichen (Urk. 32,
Urk.
33), mit Eingabe vom 4.
Februar 2014 einen Kurzbericht der
E._
vom 28.
Januar 2014 (Urk. 34, Urk.
35), mit Ein
gabe vom 6.
März 2014 den
Aus
trittsbericht
des
C._
vom 25.
Feb
ruar 2014 (Urk. 36, Urk.
37) und mit Eingabe vom 17.
März 2014 einen Bericht der
E._
vom 10.
März 2014 (Urk. 39, Urk. 40). Mit Eingabe vom 17.
April 2014 teilte die IV-Stelle den Ver
zicht auf eine Duplik mit (Urk.
43).
Am
28.
April 2014
reichte Rechtsanwältin Fleisch auf telefonische Aufforderung hin ihre Kostennote ein (Urk
.
45, Urk.
46
).
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder tei
lweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs.
1
des Bundesgesetzes über das All
gemeine Sozialversicherungsrecht [
ATSG
]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be
ei
nträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit ver
ur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den au
sgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vor
liegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Si
cht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs.
2
ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden ein
e Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs.
1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung
(
IVG
)
in Verbindung mit Art.
8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkun
gen
der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten
Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das
Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätig
keit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychischen Beeinträchti
gung vereinbar
ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu
einer Er
wer
bs
unfähigkeit (Art.
7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwer
tung der Arbeitsfähigkeit (Art.
6 ATSG) sei der versicherten Person so
zial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E.
1.2 mit Hinweisen).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf
eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine
halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Drei
viertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf
eine ganze Rente (Art. 28 Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art.
16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu
bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Ein
tritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalidenein
kommen
),
in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkommensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffern
mässig möglichst genau ermittelt und einander ge
genübergestellt werden, wo
rauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invalidi
täts
grad
bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E.
3.4.2 mit Hinweisen).
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch rea
lisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung pri
mär
von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die ver
sicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Er
werbs
tätigkeit aus, bei der - kumulativ - besonders stabile Arbeitsverhältnisse gege
ben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der
tatsächlich erzielte Verdienst als
Invalidenlohn (BGE 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75
E.
3b/
aa
mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts I 850/05 vom 21.
August 2006 E.
4.2).
1.
4
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer
Renten
bezügerin
oder eines
Rentenbe
zügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die
Zu
kunft entsprechend erhöht, herabgeset
zt oder aufgehoben (Art. 17 Abs.
1 ATSG).
Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Zeitli
che Vergleichsbasis für die Beurteilung
einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechts
kräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Einspracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung,
Be
weiswürdigung
und
Invaliditätsbe
messung
beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E.
1 mit Hinweisen).
1.
5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen ange
wiesen, die ärztliche und ge
ge
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszu
stand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be
züglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können
(BGE 125 V 256 E.
4 mit Hinweisen; AHI 2002 S.
70 E.
4b/cc).
1.6
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das
heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflicht
ge
mäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren be
deutet dies, dass das Sozial
versicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stam
men
,
objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches ge
statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechen
den medizinischen Be
richten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu wür
di
gen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des
Beweis
wertes
eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die ge
klagten Beschwerden berück
sichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) ab
gegeben worden ist, in der Be
urteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolge
rungen
begründet sind. Ausschlaggebend für den
Be
weiswert
ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht o
der Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E.
3a).
Jede psychogene Störung, ob einfache oder neurotische Form, kann im Einzel
fal
l Krankheitswert haben, weshalb jeder Einzelfall sorgfältig geprüft werden muss. Notwendig sind in jedem Fall ein ausführlicher ärztlicher Bericht oder ein ent
sprechendes fachärztliches Gutachten sowie die Abklärung der erwerblichen Um
stände (AHI 1997 S.
43 E.
5c). Dabei müssen psychiatrische Berichte in der Regel
auf einer persönlichen Untersuchung
beruhen (RKUV 2001 Nr. U 438 S.
345, Urteile des Bundesgerichts 9C
_602/2007 vom 11. April 2008 E.
5.3 und
I 169/06 vom 8. August 2006 E.
4.4 mit Hinweisen). Für die verlässliche Beurtei
lung des
psychischen Gesundheitszustandes und seiner Auswirkungen auf die Arbeits
fähig
keit sind in der Regel psychiatrische Fachärzte beizuziehen (BGE 130 V 352
E.
2.2.3
, Urteil des Bundesgerichts 8C_989/2010 vom 16. Februar 2011 E. 4.4.2 mit
Hinweisen).
2.
2.1
Die IV-Stelle
führte
zur Begründung
der Verfügung vom 26.
Januar 2012 zu
sammengefasst aus, dass bei der Versicherten seit dem Abschluss der Aus
bil
dun
g als
Bewe
gungstherapeutin
eine Arbeitsfähigkeit von 80
% vorliege. Es resulti
ere
bei einem nunmehr erzi
e
lbaren Einkommen von jährlich Fr. 58
‘097.22 neu
ein
In
validitätsgrad
von 24
%, weshalb kein Rentenanspruch mehr bestehe. Ein
be
hinderungsbedingter
Abzug vom Invalideneinkommen sei nicht vorzu
nehmen, da dieser bereits in der Teilarbeitsfähigke
it von 80 % enthalten sei (Urk.
2). I
n der Beschwerdeantwort vom 23.
April 2013
hielt
die IV-Stelle
erneut
fest
, dass
auf
das Gutachten von Dr.
A._
abzustellen sei
. Die
V
erschlechterung des Ge
sundheitszustandes, welche den
statio
nären Aufenthalt vom
19. Juni bis 4.
Juli 2011
zur Folge gehabt habe,
sei vorwiegend durch psychosoziale Faktoren be
dingt gewesen,
deren Auswirkungen
nicht durch die Invalidenversicherung
abge
deckt werden könnten (Urk.
12).
2.2
Die Beschwerdeführerin liess
in der Beschwerde vom 29.
Februar 2012
zu
sammengefasst
vorbringen,
realistischerweise
sei von einer 50%igen Arbeitsfä
higkei
t auszugehen, da sie zwar zu 60
% angestellt sei, jedoch monatlich ein bis drei Tage krankheitsbedingt ausfalle.
Dem Bericht des
F._
vom 28. November 2011 sei zu entnehmen, dass
sie Mühe
gehabt
habe
,
ihr Pensum zu bewälti
gen
und
eine Reduktion auf 40 bis 50
% angedacht
gewesen sei
.
Es fehle
ihr
an
Arbeits
konstanz
und Durchhaltevermögen. Die Ge
fahr von Rückfällen in alte Verhal
tensmuster sei bei psychischer Belastung hoch.
Die massive psychische Proble
matik
rechtfertige einen Abzug von 20
% vom
In
valideneinkommen
. Es resul
tiere so ein I
nvaliditätsgrad von gerundet 62
% und somit ein Anspruch
auf eine
Dreiviertel
s
rente
(Urk. 1). In der Duplik vom 12.
Dezember 2013 liess
sie er
gänzen, die häufigen und teilweise längeren
Hos
pitalisationen
sowie die erneute
Hospitalisation
ab Juli 2013
während einer Dauer von mehr als fünf
Mo
naten bewiesen, dass die
Annahme einer
80%ige
n
Arbeitsfähigkeit
durch Dr.
A._
im Rahmen
einer La
ngzeitbeobachtung nicht zutr
eff
e
. Es sei von einer maximal 50%igen Arbeitsfähi
gkeit und
für die
Zeit ab dem 2.
Juli 2013 bis auf
Weiteres
von einer 100%igen Arbeitsunfähig
keit aus
zu
gehen. Eventualiter sei die Arbeitsfä
higkeit neu zu beurteilen (Urk.
28).
3.
Um zu prüfen, ob sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin verbes
sert
hat und ob die Aufhebung der Invalidenrente zu Recht erfolgte, ist der Ge
sund
heitszustand im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom 26.
Januar 2012
(Urk.
2)
mit demjenigen im Zeitpunkt der Verfügung vom 10.
Dezember 2007
(Urk.
13/83)
zu vergleichen.
Dabei ist
anzumerken
, dass die Beschwerde
führerin selbst
ebenfalls von einer Verbesserung ausging,
da
sie
in
der Be
schwerde eine
Dreiviertel
s
rente
beantragen liess, was gegenüber der bisherigen ganzen Rente e
iner Reduktion entspricht (Urk.
1).
4.
4.1
Die
ursprüngliche
Verfügung vom 10.
Dezember 20
07
(Urk.
13/83)
beruhte im We
sentlichen auf dem
Gutachten von Dr.
med.
G._
, Fachärztin für Neurologie
und für Psychiatrie und Psycho
therapie, vom 9.
Juni 2007 (Urk.
13/70).
Dr.
G._
diagnostizierte eine emotional instabile Persönlichkeit vom
Borderline
-Typus (ICD-10 F60.31), eine rezidivie
rende depressive Störung (ICD-10 F33.0) seit der Pubertät, eine nicht näher be
zeichnete Essstörung (ICD-10 F50.9) sowie eine Störung durch multiplen
Sub
stanzgebrauch
(ICD-10 F19.20). Die in der
H._
gestellte Diagnose einer seit Kindheit bestehenden einfachen
Ak
tivitäts
- und
Aufmerksamkeits
störung
konnte Dr.
G._
nicht zwingend bestä
tigen, allerdings fanden alle Un
tersuchungen unter Behandlung mit Ritalin und
Conc
er
ta
statt, welche die Aufmerksamkeitsstörung positiv hätten beeinflussen können.
Dr.
G._
führte aus, die Versicherte sei während des
Untersuchungs
zeit
raums
von Mai 2006 bis Februar 2007 zu 100
% arbeitsfähig gewesen im Rahmen zweier Tätigkeiten als Praktikantin in Einrichtungen zur Betreuung von Kleinkindern. Eine Tätigkeit in der freien Wirtschaft
sei
angesichts des gesamten Verlaufs und der langsamen Stabilisierung in relativ geschütztem Rahmen noch nicht zumutbar. Eine stär
kere berufliche und insbesondere auch psychische Be
lastung, wie sie in der freien Wirtschaft zu erwarten sei, stelle ein hohes
Rück
fallrisiko
dar.
4.2
Für die revisionsweise Abklärung des Gesundheitszustands veran
lasste die IV-Stelle
bei Dr.
A._
ein psychiatrisches Gutachten, welches am 2.
Mai 2011 erstattet wurde (Urk.
13/128). Der Gutachter
erhob
folgende Diagnosen mit Aus
wirkung
auf die Arbeitsfähigkeit (Urk.
13/128/13):
Borderline
-Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.31) seit
Adolesenz
mit Impulsivität, Identitätsproblematik, instabiler Paarbeziehung
mit
dysfunktionaler Emotionsregulation durch Selbstverletzungen, Bul
i
mie (ICD-10 F50.2), Zwänge
n
, phasenweise exzessivem
Alkohol
konsum
zum Teil mit Heroin/Kokain (ICD-10 F19.1) und durch Pro
miskuität
auf dem Boden einer persistierenden
Aufmerksamkeitsdefizit-Hyper
aktivitätsstörung
(ICD-10 F90.0) mit Impulsivität, emotionalen Schwankungen, Hyperaktivität, Einschränkungen der
Aufmerksam
keitsfokussierung
, seit Kindheit
Zudem erhob er folgende Diagnose ohne Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit (Urk.
13/128/14):
Status nach depressiven Episoden, zum Teil
schwergradig
Dr.
A._
kam zum Schluss, dass ab Absc
hluss der beruflichen Massnahme
langfristig von einer Arbeitsfähigkeit von 80
% ausgegangen werden müsse. In
termittierend sei zwar ein volles Arbeitspensum möglich, sehr wahrscheinlich aber nicht auf Dauer. Die Einschränkung ergebe sich aus der reduzierten psy
chi
schen Belastbarkeit
,
insbesondere bei zwischenmenschlichen Spannungen und Konflikten
,
sowie zusätzlichen Ausfällen durch
dysfunktionelle
Span
nungs
regu
lation
. Die Tätigkeit als Fitnessinstruktorin sei optimal angepasst, da sie dem
Be
wegungsdrang der Versicherten entgegen komme, gewisse Ab
wechslung biete
, aber zwischenmensc
hlich nicht allzu fordernd sei
(Urk.
13/128/16).
4.3
Die behandelnden Ärzte und Psychologen vom
F._
erstellten am 28.
Februar 2011 einen Bericht zuhanden der IV-Stelle. Die von ihnen gestellten Diagnosen decken sich
im
wesentlichen
mit de
n Diagnosen
im
psychiatrischen
Gutach
ten
von Dr.
A._
vom 2.
Mai 201
1.
Allerdings führ
ten sie
aus, die Versicherte sei lediglich zu 60
% arbeitsfähig. Dies begrün
deten sie damit, dass die verminderte
Aufmerk
samkeits
- und Konzentrationsleistung, die Stimmungsschwankungen, die Im
pulsivität und der zeitweilig hohe
Alko
hol
konsum
die Versicherte in ihrer Leis
tungsfähigkeit einschränkten. Die Wahr
schein
lichkeit, dass die Versicherte wie
der zu 100
%
arbeitsfähig werde, werde aufgrund der
Chronifizierung
als gering eingeschätzt. Ziel sei es, die 60%ige Ar
beitsfähigkeit zu erhalten (Urk.
13/123/6-9).
4.4
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Neurologie und Facharzt für Psychiatrie und Psy
chotherapie, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) hielt
in
s
einer Stellung
nahme vom 17.
Mai 2011 fest, das Gutachten von
Dr.
A._
sei umfassend und einleuchtend, weshalb von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit
seit dem
Ab
schluss der Ausbildung
zur
Bewegungstherapeutin
ausgegangen werden könne (Urk.
13/132/3).
4.5
Dem Austrittsbericht d
es
C._
vom 7.
Juli 2011 lässt sich ent
nehmen, dass di
e Versicherte sich dort vom 19. Juni bis 4.
Juli 2011 in Be
handlung
befunden ha
t
. Sie
sei
dem
C._
durch das
J._
zu
gewiesen worden nach massiver Mischintoxikation in parasuizidaler Absicht
.
Im Verlaufe der Gespräche habe sich gezeigt, dass dieser Suizidversuch wohl im Rahmen einer krisenhaften Zuspitzung einer bestehenden emotionalen Instabi
lität zu werten sei
(Urk.
13/143).
4.6
Die Versicherte liess durch ihre Vertreterin beim
F._
, bei welchem sie sich in Behandlung befindet, eine Stellungnahme zum psychiatrischen Gutachten von
Dr.
A._
einholen. Diese Stellungnahme von
Dr.
med.
K._
, Fachärztin für Allgemeine Medizin, und
Dr.
phil.
klin
.
p
sych.
L._
, Klinischer Psychologe und Supervisor, erfolgte am 28.
Novem
ber 201
1.
Sie führten aus, die Versicherte sei nach eineinhalb Stun
den
nur
schon
in der Gutachtenssituation überfordert gewesen, was kein Zeichen
für
eine 80%ige Arbeitsfähigkeit darstelle. Weiter sei der diskontinuierliche
Er
werbs
ver
lauf
zu berücksichtigen. Die Versicherte habe nur die Ausbildung als
Bewe
gungs
pädagog
in
abgeschlossen, sei deutlich unterfordert und plane eine Kündi
gung. Es treffe nicht mehr zu, dass ihr die Arbeit gefalle, wie
dies vier Monate
zuvor noch der Fall gewesen sei. Die Versicherte habe
Dr.
A._
ni
e gesagt, ihr Pensum betrage 80
%, was auch auf Dauer gut durchhaltbar sei. Sie
müsse
ihr Pensum von 60
% weiter
reduzieren, wobei 40 bis 50
% ange
dacht seien. Die effektive Arbeitszeit habe 63,5
% betragen und es habe kein re
alisiertes
Ge
samt
pensum
inklusive Weg
von 80
% vorgelegen. Zudem sei die Versicherte pro Monat ein bis drei Tage arbeitsunfähig im 60%igen
Arbeits
pensum
. Die gegen
wärtige an die Behinderung angepasste Tätigkeit sei als
Ar
beitsversuch
zu werten
und es sei Ende 2012 eine Neubewertung vorzunehmen. Sie sei auf dem freien Arbeitsmarkt auch in angepasster Tätigkeit zu 100
%
ar
beitsunfähig und für den Arbeitsversuch zu 60
%
arbeitsfähig. Es sei nicht nachvollziehbar, wie Dr.
A._
trotz korrekter Auflistung der Symptome zur Schlussfolgerung einer 80%igen Arbeitsfähigkeit komme, ohne zu begründen, wie die verschiedenen Problembereiche soweit stabilisiert werden sollten, dass diese die Arbeits
fähig
keit nicht mehr einschränkten. Das Gutachten von
Dr.
G._
sei in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit falsch wiedergegeben worden. Insgesamt sei im Gutachten von
Dr.
A._
keinesweg
s nachvollziehbar, wie trotz der
aufgelisteten D
iagnosen und der genannten Multi
morbidität bei jah
relangem chronischem
Verlauf eine 80%ige Arbeitsfähigkeit resultieren solle. Es sei effektiv davon auszugehen, dass bei guter Arbeitsplatzsituation im Moment eine 6
0%ige Arbeitsfähigkeit auf
recht
erhalten werden könne (Urk.
13/145).
4.
7
Dr.
A._
nahm in einem mit
9.
Mai 2011
datierten Schreiben
(
richtiges
Ver
fassungsdatum
: sicherlich ein Zeitpunkt nach dem 2
8.
November 2011
) Stellung zur Kritik an seinem Gutachten. Er stellte sich auf den Standpunkt, es gebe kei
nen Beleg für eine Verschlechterung des Gesundheitszustands seit der Begut
achtung. Der Suizidversuch und die Hospitalisierung im
C._
seien übliche Komplikationen einer
Borderlinestörung
. Eine 80%ige
Arbeitstä
tig
keit
sei, wenn keine Änderung des Gesundheitsschadens eintrete, auch mittel- und langfristig
zumut- und
durchhaltbar. Die erwähnten Arbeitsunfähigkeiten von einem bis drei Tagen pro Monat seien aus seiner Sicht unabhängig vom Ausmass des Pensums
anzunehmen
. Es sei ein Symptom des ADHS, dass die Versicherte bei der Begut
achtung au
f
gestanden sei, und
zeige keine Über
for
de
rung
.
I
n ihrer Tätigkeit
sei
sie
ja
erwünschtermassen
ständig in Bewegung. Den diskontinuierlichen
Er
werbsverlauf
habe er berücksichtigt und er habe wieder
ge
geben, was die Versi
cherte gesagt habe, wobei sie dies auf dem Bildschirm habe mitverfolgen kön
nen. Es sei widersprüchlich, eine vollständige Arbeitsun
fähigkeit anzunehmen, wenn die Versicherte
doch
in der Lage sei, eine Stelle als Fitnessinstruktorin auszu
üben.
Es könne nicht davon ausgegangen werden, dass die Arbeitsunfähigkeit
umso
grösser sei
,
je mehr Symptome und Diagnosen vor
lägen, da nicht alle Störungen die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigten. Er behandle
selbst seit Jahren
Borderline
-Patienten, welche zum Teil trotz
Selbstver
letz
ung
en
und Suizidver
suchen voll arbeitsfähig seien. Die Störung an sich spreche nicht gegen eine Ar
beitsfähigkeit. Er finde in der Kritik an seinem Gutachten kaum triftige Argu
mente, welche seine Einschätzungen in Frage stellten, weshalb e
r an seinen im Gutachten vom 2.
Mai 2011 getroffenen
Einschätzungen festhalte (Urk.
13/147).
5.
5.1
Im Rahmen der psychiatrischen Untersuchung nahm
Dr.
A._
eigene Abklä
rungen vor
und
erhob die Anamnese
(aktuelle Situation, Lebensgeschichte,
Krank
heitsgeschichte
).
Gemäss dem
Gutachten vom 2.
Mai 2011 (Urk.
13/128)
gab ihm die
Versicherte
an,
im Januar 2011 habe sie insgesamt faktisch 100
% gearbeitet. Da die
Dauer der
erhöhte
n
Belastung absehbar gewesen sei, habe sie durchge
halten. Aktuell sei das Pensum gut und auf Dauer durchhaltbar.
Körper
lich habe sie
keine Beschwerden. Psychisch seien die Beschwerden schwankend und abhängig von der Beziehung, von der
Medikamentencompliance
, von der
Ar
beitssituation
, vom Alkoholkonsum und von hormonellen Faktoren. Anläss
lich der Untersuchung waren
gemäss Dr.
A._
keine Auffassung
s
störungen erkennbar.
Die Versicherte
habe
zu gedanklichem Springen
geneigt
und es
sei
zwanghaftes Schlucken zu beobachten
gewesen
. Ausserdem
sei sie
motorisch unruhig
gewesen
,
habe
um sich
geblickt
und
Gymnastikübungen auf dem Stuhl ausgeführt.
Dr.
A._
hielt fest, insgesamt ergebe sich ein konstantes Bild be
züglich der anamnestischen Angaben, beobachtbarem Verhalten, objektiven Be
funden und subjektiven Beschwerdeäusserungen. Aktuell liege keine Depres
sion vor
. Stimmungsschwankungen seien eher im Rahmen des ADHS, welches die
Grundstörung sei, beziehungsweise reaktiv als Folge des dysfunktionalen Ver
hal
tens aufgrund der
Borderlinestörung
zu erklären. Die Versicherte re
g
u
liere ihre
erhöhten inneren Anspannungen durch Selbstverletzungen, Erbrechen,
Essres
trik
tion
, Zwänge, Tics, Cannabis, Alkohol, Kokain, Heroin, Streit und Promiskuität.
Sie habe bereits viele Therapien absolviert, insbesondere auch ei
nes der gut wirk
samen
Borderline
-Programme mit
einer
Dialektisch-
Behaviorale
Therapie
(DBT)
und
sich danach offenbar stabilisiert. Sie habe die Ausbildung zur
Bewegungs
therapeutin
abschliessen können, arbeite relativ regelmässig, stehe in einer kon
stanten Therapie und lebe in einer Paarbeziehung (wenn auch in
border
line
typischem
on-off). Gemessen am Tiefpunkt mit Magersucht und Heroinkonsum habe sie sich über die Jahre gut herausgearbeitet - insofern sei die Prognose nicht schlecht.
Dr.
A._
begründete überzeugend und mit Verweis auf
Tester
gebnisse
, dass die Aufmerksamkeit und Konzentration der Beschwerdeführerin nicht beein
trächtigt war. Auch die Tatsache, dass die Versicherte unter Be
rück
sichtigung von Nebentätigkeiten über mehrere Monate hinweg einem
Gesamt
pensum
von mehr als 60 % nachging, spricht dafür, dass ihr das objektiv mög
lich war.
5.2
Die behandelnden Ärzte und Psychologen hielten in ihrem Bericht vom 28.
Feb
ru
ar 2011
(Urk.
13/
13/123/6-9)
zwar
die gleichen Diagnosen
wie Dr.
A._
fest.
Die Ar
beitsfähigkeit ist gemäss diesem Bericht
jedoch
nur zu 60
% gege
ben.
Begründet wurde dies mit einer verminderten
Aufmerksamkeits- und
Konzen
trationsleistung
, Stimmungsschwankungen, Impulsivität und zeitweise hohem Alkoholkonsum. Dieser Bericht vermag das Gutachten von Dr.
A._
nicht in Zweifel zu ziehen. Die Kritik am Gutachten
vom 2
8.
November 2011 wurde von
Dr.
K._
und Dr.
phil.
klin
. psych.
L._
vom
F._
verfasst
,
in
welchem sich die Versicherte in Behandlung be
findet
(
Urk.
13/145). Diese Kritik
ist w
idersprüchlich,
da sie
einerseits von einer voll
ständigen Ar
beitsunfähigkeit au
sgeht und andererseits
davon,
dass bei guter
Arbeitsplatz
situation
im Moment eine 60%ige Arbeitsfähigkeit erhalten werden könne.
Insgesamt
vermag
diese
r Bericht
nicht zu überzeugen und
das
schlüs
sige
Gutachten von Dr.
A._
nicht
zu
entkräften,
zumal die Erfahrungstatsache, dass Hausärzte, behandelnde Ärzte sowie Institutionen, in welchen Versicherte behandelt wurden oder noch werden, mitunter in durchaus nachvollziehbarer Weise im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen. Das Bundesgericht hat infolge dieses Umstandes unter anderem entschieden, dass im Streitfall eine direkte
Leis
tungs
zusprache
einzig gestützt auf die Angaben der behandelnden Ärztinnen und Ärzte kaum je in Frage kommt (BGE 135 V 465 E. 4.5 mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts
8C_160/2012
vom 13. Juni 2012, insbesondere Erwägung 3.1.2, mit Hinweisen). Aus demselben Grund kommt der Kritik
des die Beschwerde
füh
rerin behandelnden
F._
aufgrund der
bundes
gerichtlichen
Rechtsprechung keine
massgebende Beweiskraft zu (BGE 125 V 351 E.
3a/cc mit weiteren Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_882/201
0 vom 25. Januar 2011 E. 6.2.1), zumal die Kritik
in der entscheidenden Frage nach der verbliebenen Arbeitsfähigkeit widersprüchlich
ist,
ihr Dr.
A._
mit sachlichen, einleuchtenden Argumenten entgegengetreten ist (Urk. 13/147) und sein Gutachten durchwegs überzeugt.
5.3
Der
stationäre Klinikaufenthalt vom
19. Juni bis 4.
Juli 2011
ändert daran nichts.
Es
han
delt
e
sich um eine verhältnismässig kurz
e
Hospitalisation
. Im
Aus
tritts
bericht
vom 7.
Juli 2011
(Urk.
13/143)
w
u
rd
e
festgehalten, dass die Versi
cherte
bei ihrem Eintrittsgespräch ruhig und kooperativ gewesen sei. Sie habe berich
tet,
sie habe unter der ambulanten Therapie eine gute Stabilität erreicht und arbeite seit längerer Zeit als Fitnessinstruktorin. Sie
sei
bei der Aufnahme
bewusst
seins
klar
, die Aufmerksamkeit, Konzentration und Merkfähigkeit
seien
unauffällig und der Gedankengang
sei
kohärent
gewesen
. Im Affekt
sei
sie leicht gedrückt, leicht ängstlich, etwas affektlabil und ratlos
gewesen
. Psychomoto
risch
sei
sie unruhig
gewesen
und es
habe
eine leichte Antriebsminderung vor
gelegen
. Sie
habe
sich glaubhaft vor handlungsrelevanter Suizidalität
distan
ziert
. Bei Aus
trit
t
sei
sie einverstanden
gewesen
, die intakte und stützende Psy
chotherapie im
F._
weiterzuführen. Zur Ar
beitsfähigkeit äusserte sich der Austrittsbericht
nicht, bezüglich Diagnosen
ent
hält er
nichts Neues. Es ist Dr.
A._
zuzustimmen, dass diese relativ kurz
an
dauernde Verschlechte
rung nichts an den in seinem Gutachten getroffenen Schlussfolgerungen zu ändern vermag.
5.4
Was die von der
Beschwerdeführerin mit der Replik
sowie nach der Replik
ein
gereichten ärztlichen Berichte betrifft, so enthalten diese Hinweise darauf, dass
sich die gesundheitliche Situation seit
dem Verfügungszeitpunkt (26.
Januar 2012
,
Urk.
2)
möglicherweise verschlechtert haben könnte. Es ist von einer de
pressiven Episode, gegenwärtig leichte Episode, und von einer Schmerzthematik
die Rede, wobei Kopfschmerzen
sowie Schmerzen im Halswirbelsäulenbereich
ge
n
annt werden
.
Unter anderem
wird
auch
erwähnt, dass die Versicherte von Juni 2011 an eine längere stabile Phase gehabt und bis Juni 2013 zu 60
% als
Fit
ness
instruktorin
gearbeitet habe. Seit Sommer 2013 sei die Versicherte zu
100
% arbeitsunfähig, wobei die Arbeitsfähigkeit ab Frühling 201
4 schrittweise auf höchs
tens 50
% erhöht werden könne
(Urk.
29/1,
Urk. 29/2, Urk. 33, Urk. 35, Urk.
37)
.
Diese allenfalls
erst
ab Juli 2013
, also rund eineinhalb Jahre nach
dem
Verfügungszeitpunkt,
eingetretene Verschlechterung
sowie die neu hinzugetre
tenen gesundheitlichen Beschwerden
k
önnen
im
Beschwerdeverfahren
nicht
be
rücksichtigt
werden
.
5.
5
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das psychiatrische Gutachten von
Dr.
A._
die gesundheitlichen Beschwerden sowie die Arbeitsfähigkeit der Ver
sicherten überzeugend festhält und schlüssig begründet. Da es im Übrigen auch den rechtsprechungsgemässen Anforderungen entspricht, ist von einer Ar
beits
fähigkeit von 80
% für die angepasste Tätigkeit als Bewegungstherapeutin aus
zugehen.
6.
6.1
Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der psychischen Einschrän
kungen, welche im Gutachten von Dr.
A._
festgehalten wurden. Grundsätz
lich
ist das
Valideneinkommen
rechtsprechungsgemäss anhand des zuletzt er
zielten Lohns zu bestimmen. Da die Versicherte nie ein konstantes
Validenein
kommen
erzielt hatte und es sich
bei der Grundstörung ADHS um ein
Geburts
gebrechen
handelt
, stellte die IV-Stelle auf das durchschnittliche Jahresein
kommen
für Frauen
ab 30 Jahren ab, welches mit Fr.
76‘000.-- festgehalten wurde.
Das Ab
stellen auf diesen W
ert wurde von der Versicherten
zu Recht
nicht in Frage ge
ste
llt
.
6.2
Bei der Berechnung des Invalideneinkommens hat die IV-Stelle auf die vom Bun
desamt für Statistik
herausgegebene Lohnstrukturerhebung 2008 (LSE), Tabelle
TA7, Ziff. 38 (Kultur, Information, Unterhaltung, Sport und Freizeit) im
Anfor
de
rungsniveau
3 abgestellt (Frauen, Berufs- und Fachkenntnisse voraus
ge
setzt).
Un
ter Berücksichtigung der betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit im mass
geblichen Jahr 2011 von 41,6 Stunden
(
Die Volkswirtschaft Das Magazin für Wirtschaftspolitik 4-2014
, S.
90, Tabelle
B 9.2
, b
etriebsübliche wöchentliche Ar
beitszeit
im Bereich
Kunst, Unterhaltung und Erholung
)
sowie
der
Differenz vom Nominallohnindex bei Frauen im Jahr 2008 von 2499
Punkten zum
No
mi
nallohnindex
im Jahr 2011 von
2604
Punkten
(
Die Volkswirtschaft, a.a.O.,
Tabelle
B 10.3,
Nominal- und Reallohnindex, 1939 = 100
) ergibt sich damit für das Jahr 20
11
bei der Annahme eines 80%igen Arbeitspensums
ein Einkommen von rund Fr.
58‘010.--
(Fr.
5’576
.
-- x 12 : 40 x 41,6
x
: 2499 x 2604 x 0,8), was mit dem von der IV-Stelle berechneten Jahresverdienst von Fr.
58'097.22
praktisch übereinstimmt (Urk. 2 S. 2).
Ist mit Dr.
A._
davon auszugehen, dass die Versicherte in einem 80%-Pen
sum
weiterhin ihrer Tätigkeit als Bewegungspädagogin nachgehen kann, so verbleibt kein Raum für einen behinderungsbedingten Abzug mit der Begründung, die
Be
schwerdeführerin sei in der freien Wirtschaft auf eine beschützende Umge
bung
angewiesen.
Denn es stellt
praxisgemäss
kein anerkanntes eigenständiges
Ab
zugs
kriterium
dar
, wenn eine versicherte Person
auf das Entgegenkommen eines verständnisvollen Arbeitgebers
angewiesen ist
(vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_176/2012 vom 3. September 2012 E. 8, Urteil 8C_91/2013 vom 22. August 2013 E.
3.3.4). Dasselbe gilt für ein möglicherweise höheres Risiko, aus
krank
heits
bedingten
Gründen der Arbeit fernbleiben zu müssen (vgl. Urteil des Bun
des
gerichts 8C_176/2012 vom 3. September 2012 E. 8
am
Ende
).
Demgegenüber kann sich allenfalls ein (zusätzlicher) Abzug vom Tabellenlohn auch auf einem sogenannt ausgeglichenen Arbeitsmarkt - unter Berücksichtigung der vorhandenen Einschränkungen, die personen- oder arbeitsplatzbezogen sein können – rechtfertigen, wenn kein genügend breites Spektrum an zumutbaren Verweisungstätigkeiten mehr besteht (Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E. 3.1.1 mit Hinweisen). Diese Situation liegt jedoch im konkreten Fall hinsichtlich der Versicherten nicht vor, weshalb die IV-Stelle zu Recht keinen Abzug vom berechneten Tabellenlohn vorgenommen hat.
Die
von der Versicherten genannte Tatsache könnte in Übrigen ohne
hin nur
mit einem
be
hinderungsbedingten
Abzug vom Tabellen
lohn in der Höhe
von maxi
mal 10
% berücksichtigt werden.
U
nter Berücksichtigung eines solchen
Abzuges
re
sultiert
e
ein Invalid
eneinkommen in der Höhe von Fr.
52‘2
09
.
--
, eine
Erwerbs
einbusse
von Fr.
23‘7
91
.
--
und ein I
nvaliditätsgrad von gerundet 31
%, was
eben
falls
keinen An
spruch auf eine Invalidenrente verschaff
en würde
.
D
ie Auszahlung der Invalidenrente
ist somit
mit der Verfü
gung vom 26.
Januar 2012
zu Recht auf Ende des folgenden Monats
eingestellt
w
o
rde
n
, weshalb die
Beschwerde abzuweisen ist.
Zur Prüfung des Rentenanspruchs unter dem Ge
sichts
punkt einer allfälligen Verschlechterung des Gesundheitszustandes
der Ver
sicherten im Sinne von Erwägung 5.4 oben
sind die Akten nach Eintritt der Rechtskraft an die Beschwerdegegnerin zu überweisen.
7.
7.1
Da es um Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
auf
wand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen der gesetzlichen Vorgabe
(
Art.
69 Abs.
1
bis
IVG
) auf Fr.
700.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des
Verfahrens sind sie
der
unterliegenden
Beschwerdeführerin
aufzuerlegen, zufolge
der ihr gewährten unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Ge
richtskasse zu nehmen, dies unter Hinweis auf §
16 Abs.
4 des Geset
zes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
).
7.2
Der unentgeltlichen Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin, Rechtsanwältin
Fleisch, steht bei diesem Verfahrensausgang eine Entschädigung aus der Ge
richt
s
kasse zu.
Mit
Honorar
note vom 28.
April 2014
machte sie einen Aufwand
von 13 Stunden und 50 Minuten sowie Barauslagen von Fr.
107.--
geltend (Urk.
46).
Dieser Aufwand ist dem Umfang und der Schwierigkeit der Sache an
gemessen. Die Entschädigung beläuft sich unter Berücksichtigung des
gerichts
üblichen
Stundenansatzes von Fr.
200.-- auf Fr.
3‘103.60 (inklusive
Barausla
gen
und Mehrwertsteuer).