Decision ID: 655cba2a-29f9-562a-beb5-f6f66831405a
Year: 2008
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
M._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Daniel Speck, St. Gallerstrasse 29,
9032 Engelburg,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Erlass der Rentenrückerstattung (guter Glaube)
Sachverhalt:
A.
A.a M._ meldete sich am 21. März 2002 zum Bezug von Leistungen bei der IV-Stelle
an (act. G 15.1.1). Mit Verfügung vom 15. Mai 2003 sprach die IV-Stelle dem
Versicherten ab dem 1. April 2001 eine ganze ordentliche Invalidenrente, sowie drei
ordentliche Kinderrenten und eine Zusatzrente für den Ehegatten zu (act. G 15.1.10).
Am 3. März 2004 wurde der Versicherte geschieden (act. G 15.1.26d). Am 26. Januar
2005 verlangte er telefonisch das Splittingformular (act. G 15.1.14a und 14).
A.b Am 10. November 2005 teilte der Versicherte mit, dass er seit dem 15. Juli 2005
wieder verheiratet sei, und bat zu prüfen, ob Anspruch auf eine Zusatzrente für seine
Frau bestehe (act. G 15.1.17). Mit Schreiben vom 6. Juni 2006 teilte ihm die IV-Stelle
mit, dass ihr die Scheidung seiner ersten Ehe nicht mitgeteilt worden sei und deshalb
die IV-Rente inklusive Zusatzrenten neu berechnet werden müsse. Deshalb solle er das
beiliegende Splittingformular ausfüllen, unterzeichnen und retournieren. Bis zur
definitiven Berechnung bzw. Verfügung würde sie den bisherigen Betrag auf
provisorischer Basis ausrichten, damit kein Zahlungsunterbruch entstehe. Die
Rückforderung allfällig zuviel bezahlter Rentenbeträge ab Mai 2004 behalte sie sich vor
(act. G 15.1.21).
A.c Mit Verfügung vom 6. Juli 2006 stellte die IV-Stelle fest, dass sie aufgrund der zu
spät gemeldeten Scheidung vom 3. März 2004 im Zeitraum vom 1. April 2004 bis
30. Juni 2006 Fr. 12'520.-- zuviel an Rente ausbezahlt hatte und forderte diesen Betrag
vom Versicherten zurück (act. G 15.1.34).
A.d Mit Schreiben vom 16. August 2006 bat der Versicherte um Erlass der
Rückforderung von Fr. 12'520.-- (act. G 15.1.37).
A.e Mit Verfügung vom 17. Oktober 2006 lehnte die IV-Stelle das Gesuch um Erlass der
IV-Rentenrückforderung ab und entzog einer allfälligen Beschwerde die aufschiebende
Wirkung, soweit sie den zur Verrechnung gelangenden Teil der Rückforderung betraf.
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Der Versicherte habe die Ehescheidung trotz Meldepflicht nicht mitgeteilt, weshalb die
zu Unrecht ausgerichteten Leistungen hätte zurückgefordert werden müssen. Aufgrund
der Meldepflichtverletzung könne nicht davon ausgegangen werden, dass der
Versicherte gutgläubig gewesen sei. Ob die Rückzahlung für ihn eine grosse Härte
bedeute, könne deshalb offen gelassen werden. Die Rückforderung würde sie in der
Höhe von Fr. 9'492.-- mit der Nachzahlung von Ergänzungsleistungen (EL) verrechnen
und den Restbetrag von Fr. 3'082.-- unter dem Vorbehalt neuen Vermögens zufolge
Uneinbringlichkeit abschreiben (act. G 1.1).
A.f Mit Verfügung vom 17. Oktober 2006 teilte die Sozialversicherungsanstalt St. Gallen
dem Versicherten mit, dass er mit Wirkung ab 1. Juli 2006 zu seiner IV-Rente
Ergänzungsleistungen von Fr. 2'373.-- erhalte. Die Nachzahlung für Juli bis Oktober
2006 (Fr. 9'492.--) werde mit der IV-Rückforderung vom 6. Juli 206 verrechnet (act. G
15.1.44).
A.g Am 24. November 2006 liess die IV-Stelle die Verfügung vom 17. Oktober 2006 ein
zweites Mal zustellen (act. G 15.1.43).
B.
B.a Mit Beschwerde vom 20. Dezember 2006 lässt der Versicherte beantragen, die
Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 17. Oktober/24. November 2006 sei
aufzuheben und die Rückforderung der Beschwerdegegnerin von Fr. 12'520.-- sei ihm
zu erlassen. Die angefochtene Verfügung datiere zwar vom 17. Oktober 2006, sei aber
erst am 24. November 2006 an den Beschwerdeführer versandt und diesem am
Folgetag zugestellt worden, weshalb die Rechtsmittelfrist gewahrt sei. Der
Beschwerdeführer sei beim Bezug der IV-Renten gutgläubig gewesen. Es sei zwar
richtig, dass er die Meldepflicht bezüglich der Veränderung im Zivilstand verletzt habe.
Aber aufgrund des Scheidungsurteils, in welchem suggeriert worden sei, die Renten
würden weiterbezahlt werden, habe er annehmen dürfen, dass die Scheidung die
Renten nicht tangieren würde. Ein Nicht- Jurist dürfe sich auf solche richterlichen
Feststellungen verlassen. Auch habe er nicht damit rechnen müssen, dass nach der
Scheidung nicht nur die Ehefrauenrente entfallen, sondern dass sich zusätzlich seine
und die Kinderrenten reduzieren würden. Im Übrigen hätte die Erfüllung der
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Meldepflicht mit den geänderten Renten dazu geführt, dass der Beschwerdeführer das
Scheidungsurteil hätte abändern lassen und Ergänzungsleistungen hätte beantragen
müssen. Eine Verrechnung der Ergänzungsleistungen von Fr. 9'492.-- hätte zur Folge,
dass Steuern von Fr. 4'900.-- uneinbringlich wären und das Sozialamt für
Krankenkassenprämien und Miete (insgesamt Fr. 4'500.--) aufkommen müsste. Die
Rückzahlung der Schuld würde für den Beschwerdeführer eine grosse Härte bedeuten.
So habe er sich in den letzten Monaten verschulden müssen und sei nicht in der Lage
gewesen, die Krankenkassenprämien zu bezahlen. Ausserdem seien ihm
Ergänzungsleistungen von monatlich Fr. 2'373.-- zugesprochen worden, wobei von
einem Vermögen von Fr. 912.-- ausgegangen worden sei (act. G 1).
B.b Am 27. Dezember 2006 lässt der Beschwerdeführer ein Gesuch um unentgeltliche
Rechtspflege und Rechtsverbeiständung beantragen. Er sei nicht in der Lage, neben
seinem Lebensunterhalt die Kosten des Gerichtsverfahrens zu bezahlen, welches auch
nicht aussichtslos erscheine (act. G 3). Am 1. März 2007 lässt der Beschwerdeführer
mitteilen, dass er über keine Rechtsschutzversicherung verfüge (act. G 8).
B.c Mit Beschwerdeantwort vom 1. März 2007 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde. Der Beschwerdeführer habe das Splittingformular zwar
telefonisch am 26. Januar 2005 verlangt, jedoch nie ausgefüllt eingereicht. Der
Beschwerdeführer habe unbestrittenermassen die Meldepflicht verletzt, weil er seine
Scheidung vom 3. März 2004 nicht rechtzeitig gemeldet habe. Auf diese Meldepflicht
werde auf den IV-Verfügungen ausdrücklich hingewiesen. Es sei nicht Sache des
Versicherten, darüber zu spekulieren, ob eine Änderung in seinen persönlichen
Verhältnissen einen Einfluss auf seine IV-Rente habe oder nicht. Dies zu bestimmen, sei
ausschliesslich Aufgabe der IV-Stelle. Der Beschwerdeführer könne sich nicht auf den
guten Glauben berufen, weil die bewusste Nichtmeldung einer Änderung der
persönlichen Verhältnisse von vornherein als grobfahrlässig zu taxieren sei. Da die
Erlassvoraussetzung des guten Glaubens nicht gegeben sei, könne offenbleiben, ob
die Rückerstattung für den Versicherten eine grosse Härte bedeute (act. G 15).
B.d Die Verfahrensleitung des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen entspricht
am 1. März 2007 dem Gesuch um unentgeltliche Prozessführung (Befreiung von den
Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung; act. G 17).
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B.e Mit Replik vom 12. März 2007 hält der Beschwerdeführer fest, dass er tatsächlich
am 26. Januar 2005 ein Splittingformular bestellt habe. Er habe dieses gemeinsam mit
seiner ehemaligen Ehefrau ausgefüllt und dieses auch eingereicht. Als Zeugin gibt er
Frau A._ an (act. G 18). Mit Schreiben vom 16. März 2007 berichtigt der
Rechtsvertreter, dass der Beschwerdeführer das Splittingformular nicht mit seiner
ehemaligen Ehefrau, sondern mit seiner neuen Ehefrau ausgefüllt habe und gibt jene
als Zeugin an (act. G 20).
B.f Mit Duplik vom 15. März 2007 hält die IV-Stelle an ihrem Antrag und ihren
Ausführungen in der Beschwerdeantwort fest. Ausserdem stellt sie fest, dass sie das
vom Beschwerdeführer ausgefüllte Splittingformular nicht erhalten habe (act. G 22).

Erwägungen:
1.
Die angefochtene Verfügung datiert vom 17. Oktober 2006. Ob die
Beschwerdegegnerin die Verfügung damals dem Beschwerdeführer tatsächlich
eröffnete, ist unbewiesen und von der beweisbelasteten Beschwerdegegnerin auch
nicht nachweisbar. Deshalb liess die Beschwerdegegnerin die Verfügung am 24.
November 2006 nochmals zustellen. Der Beschwerdeführer erhielt die Verfügung nach
eigenen Angaben am folgenden Tag, womit die Beschwerde vom 20. Dezember 2006
unbestrittenermassen innert Frist erfolgte.
2.
Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens ist der Erlass der Rückforderung
von Fr. 12'520.--. Die Verfügung betreffend Rückforderung ist nicht angefochten
worden; sie ist in Rechtskraft erwachsen. Die Rückforderung als solche und deren
Höhe sind hier somit nicht zu überprüfen.
3.
Nach Art. 25 ATSG sind unrechtmässig bezogene Leistungen zurückzuerstatten. Wer
Leistungen in gutem Glauben empfangen hat, muss sie nicht zurückerstatten, wenn
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eine grosse Härte vorliegt. Umstritten ist, ob dem Beschwerdeführer der gute Glaube
zugebilligt werden kann.
3.1 Der zivilrechtliche Gutglaubensschutz nach Art. 3 ZGB ist auch im öffentlichen
Recht anwendbar (VSGE vom 12. Februar 2004 [EL 2003/26] E. 1c und d). Im Zivilrecht
ist die Berufung auf eine nicht mehr vorhandene Bereicherung ausgeschlossen, wenn
der Bereicherte schon beim Empfang oder dann beim Verbrauch bösgläubig war oder
nach den Umständen mit der Rückerstattung rechnen musste (Art. 64 OR). Wer beim
Empfang einer Zahlung um deren Grundlosigkeit weiss oder hätte wissen müssen,
unterliegt einer uneingeschränkten Rückerstattungspflicht, weil die
Gutglaubensvermutung zerstört ist. Die nach Art. 3 Abs. 2 ZGB verlangte
Aufmerksamkeit ist in einem Ermessensentscheid nach einem möglichst objektiven
Massstab zu ermitteln. Dabei ist das Mass an gebotener Sorgfalt im Einzelfall in
persönlicher, sachlicher und zeitlicher Hinsicht zu definieren.
3.2 Der gute Glaube wird nach Art. 3 Abs. 1 ZGB vermutet, d. h. der Beweis des
fehlenden guten Glaubens obliegt der den guten Glauben bestreitenden Partei. Die
Unkenntnis eines Rechtsmangels allein reicht aber nicht aus, um den guten Glauben zu
bejahen. Die Rechtsprechung unterscheidet zwischen dem guten Glauben als
fehlendem Unrechtsbewusstsein und der Frage, ob sich jemand unter den gegebenen
Umständen auf den guten Glauben berufen kann beziehungsweise ob er bei
zumutbarer Aufmerksamkeit den bestehenden Rechtsmangel hätte erkennen sollen
(vgl. AHI 1994 S. 122; BGE 102 V 245). Wer unrechtmässige Leistungen bezieht, darf
sich nicht nur keiner böswilligen Absicht, sondern auch keiner groben Nachlässigkeit
schuldig gemacht haben. Der Erlass der Rückforderung ist daher zu verweigern, wenn
jemand die nach den Umständen gebotene zumutbare Aufmerksamkeit nicht beachtet
oder seine Meldepflicht hinsichtlich Änderungen in den massgebenden Verhältnissen in
grober Weise verletzt hat (BGE 102 V 245 mit Hinweisen). Die versicherte Person, die
sich auf den guten Glauben beruft, darf ihre Melde- und Auskunftspflicht somit nicht in
grober Weise verletzt haben; eine bloss leichte Verletzung der Sorgfalts- und
Aufmerksamkeitspflicht schliesst hingegen den Begriff des guten Glaubens nicht aus
(BGE 110 V 176; ZAK 1985 S. 63). Nach der Rechtsprechung ist grobe Fahrlässigkeit
gegeben, wenn jemand das ausser Acht lässt, was jedem verständigen Menschen in
gleicher Lage und unter gleichen Umständen als beachtlich hätte einleuchten müssen
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(BGE 110 V 181 E. 3d). Wie in anderen Bereichen beurteilt sich das Mass der
erforderlichen Sorgfalt zwar nach einem objektiven Massstab, doch darf das den
Betroffenen in ihrer Subjektivität noch Mögliche und Zumutbare (Urteilsfähigkeit,
Gesundheitszustand, Bildungsgrad usw.) nicht ausgeblendet werden (vgl. statt vieler
RKUV 1989 Nr. U 79 S. 368).
4.
Der Beschwerdeführer macht geltend, er habe aufgrund des Scheidungsurteils davon
ausgehen dürfen, dass die Scheidung die Renten nicht tangiere, weshalb er gutgläubig
gewesen sei.
4.1 Es ist vorweg festzuhalten, dass der Familienrichter offensichtlich nicht für die
Beurteilung und Berechnung von IV-Renten zuständig ist. Im Scheidungsurteil wird
denn auch nicht festgestellt, dass die Renten durch die Scheidung nicht tangiert
würden, sondern es wird nur aufgeführt, von welchen Grundlagen bei der Berechnung
der Unterhaltsbeiträge ausgegangen wird. Bei der Ehefrau wurde von einem
Nettoerwerbseinkommen von Fr. 3'500.-- und beim Beschwerdeführer von
Renteneinkünften von insgesamt rund Fr. 3'700.-- ausgegangen. Auf dieser Grundlage
haben die Ehegatten einerseits gegenseitig auf nachehelichen Unterhalt verzichtet,
andererseits fand nicht eine Ermittlung und Festsetzung eines Geldbeitrages an den
Unterhalt der drei Kinder statt, sondern der Unterhalt wurde nach Ausgabebereichen
geteilt, weil sich die Eltern auf eine gemeinsame elterliche Sorge geeinigt hatten. Es
geht aus dem Urteil denn auch nicht hervor, wie gross der Anspruch der Kinder
gegenüber dem Beschwerdeführer auf Unterhalt in Geld ist. Es wurden nur die üblichen
Kosten für Kinder in den einzelnen Altersstufen festgehalten. Damit wurde aber nicht
suggeriert, dass die bisherigen Renten weiterbezahlt würden, sondern nur der status
quo im Zeitpunkt der Scheidung festgehalten. Ausserdem wäre eine gerichtliche
Feststellung im Scheidungsurteil über die IV-Rentenbetreffnisse offensichtlich und
erkennbarerweise unrichtig gewesen.
4.2 Die IV-Rentenverfügung hat obligatorisch den Hinweis auf die Meldepflicht zu
enthalten. Die Belehrung über die Meldepflicht hat folgenden Text zum Inhalt
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(Wegleitung über die Renten [RWL] in der eidgenössischen Alters- Hinterlassenen- und
Invalidenversicherung des Bundesamtes für Sozialversicherung Rz 9104 ff.):
"Leistungsberechtigte Personen haben der Ausgleichskasse jede Änderung der
Verhältnisse, welche den Wegfall, die Herabsetzung oder die Erhöhung
zugesprochener Leistungen zur Folge haben kann, sowie Adressänderungen,
unverzüglich zu melden. Dies ist insbesondere erforderlich bei: ...- Todesfällen sowie
Änderungen im Zivilstand (Verheiratung, Scheidung) und in Pflegeverhältnissen, ....".
Die Verfügung vom 15. Mai 2003 enthält denn auch eine entsprechende Belehrung (vgl.
act. G 15.1.10). Aus dem Hinweis auf die Meldepflicht ergibt sich unmissverständlich,
dass solche Änderungen Auswirkungen auf die zugesprochene Leistung haben
können. Das war auch für den Beschwerdeführer erkennbar. So hat er seine zweite
Heirat im Jahr 2005 der Beschwerdegegnerin gemeldet für die Prüfung, ob ein
Zusatzrentenanspruch für seine zweite Frau bestehe (act. G 15.1/17). Auch die
Adressänderung im Rahmen des Scheidungsverfahrens gab er der
Beschwerdegegnerin bekannt, nämlich am 31. März 2004, d.h. relativ kurz nach der am
4. März 2004 erfolgten Scheidung. Dass er damals nicht gleichzeitig die Scheidung
meldete, ist nicht nachvollziehbar und dem Beschwerdeführer jedenfalls als grobe
Fahrlässigkeit anzulasten. Es kann ihm deshalb der gute Glaube nicht zugebilligt
werden.
5.
Da das Vorliegen des guten Glaubens zu verneinen ist, braucht nicht geprüft zu
werden, ob die Rückerstattung für den Beschwerdeführer eine grosse Härte darstellt.
5.1 Nach Art. 69 Abs.1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen
Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt.
Mit Art. 69 Abs. 1 IVG sollte die Verfahrensvorschrift von Art. 61 lit. a ATSG in Bezug
auf die Kos-tenlosigkeit ausser Kraft gesetzt werden (vgl. BBI 2005 3089). Das hat nach
der Praxis des Versicherungsgerichts trotz der einschränkenden Formulierung für alle
bis
bis
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IV-Verfahren zu gelten. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens hat der
Beschwerdeführer die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu tragen. Indessen ist er zufolge
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege durch Präsidialverfügung vom 1. März
2007 von deren Bezahlung zu befreien.
5.2 Zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung hat der Beschwerdeführer
auch Anspruch auf Ersatz der Kosten der Prozessführung und Vertretung nach
gerichtlicher Festsetzung zu Lasten des Staates. Die vom Vertreter des
Beschwerdeführers am 30. März 2007 eingereichte Kostennote von Fr. 724.05 (wovon
Fr. 600.-- Honorar) erscheint angemessen. Eine Herabsetzung um einen Fünftel
gemäss Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes (sGS 963.70) ist nicht angebracht,
nachdem der unentgeltliche Vertreter einen reduzierten Stundenansatz von Fr. 180.-- in
Rechnung stellt (vgl. BGE 132 I 201 ff.).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG