Decision ID: 9a65cce7-fe73-499e-b65f-8f74ea9d1a5d
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._, geboren 1963, Mutter von fünf Kindern (Jahrgänge 1983, 1986, 1987, 1990 und 1994), war seit November 2002 respektive Dezember 2005 teil
zeitlich als Reinigungsangestellte bei der Y._ (Urk. 7/20) und bei der Schulgemeinde Z._ tätig (Urk. 7/18 und Urk. 7/23), ehe sie ab dem 23. Sep
tember 2015 arbeitsunfähig war (Urk. 7/31/2). Am 7. Dezember 2015 (Eingangs
datum) meldete sich die Versicherte wegen Kniebeschwerden beidseits bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 7/13). Am 8. Dezember 2015 wurde im A._ ein operativer Ein
griff am linken Knie durchgeführt (Implantation einer Knie-Totalendoprothese; Urk. 7/31/11-12). Am 8. April 2016 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass zurzeit keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich bzw. nötig seien (Urk. 7/27). In der Folge holte die IV-Stelle den Bericht von Dr. med. B._, FMH Allgemeine Innere Medizin, vom 22. August 2016 (Urk. 7/31) ein und beauftragte ihren Abklärungsdienst mit der Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt (Bericht vom 23. November 2016, Urk. 7/38). Mit
Vorbescheid vom
2. Dezember 2016 stellte die IV-Stelle der Ver
sicherten die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (Urk. 7/40). Am 5. Dezember 2016 wurde im A._ ein weiterer operativer Eingriff am linken Knie vorgenommen (Revision der Knie-Prothese; Urk. 7/46/3-4). Am 17. Januar 2017 erhob die Versicherte gegen den Vorbescheid vom 2. Dezember 2016 Einwand (Urk. 7/47). Daraufhin holte die IV-Stelle den Bericht des C._ vom 2. Februar 2017 (Urk. 7/54) ein, wozu die Versicherte am 8. März 2017 Stellung nahm (Urk. 7/63). Schliesslich verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 10. April 2017 einen Anspruch auf IV-Leistungen (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 23. Mai 2017 Beschwerde und beantragte, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die IV-Stelle zu verpflichten, den rechtlich relevanten Sachverhalt ergänzend abzuklären. Eventualiter sei ihr eine ganze befristete IV-Rente bis Juli 2017 zuzusprechen (Urk. 1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 26. Juni 2017 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6), was der Beschwerdeführerin am 27. Juni 2017 angezeigt wurde (Urk. 8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden aus
geglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorlie
gens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitli
chen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invali
ditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.3
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgaben
bereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgelt
lichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG); dies ist die gemischte Methode der Invaliditätsbemessung (vgl. BGE 141 V 15 E. 3.2 mit Hinweisen).
Nach der bis 3
1.
Dezember 2017 gültigen Gerichts- und Verwaltungspraxis zur Invaliditätsbemessung nach der gemischten Methode (grundlegend BGE 125
V
146; vgl.
Art.
27 und 27
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung,
IVV
,
in der seit dem
1.
Januar 2018 geltenden Fassung und Übergangsbestimmung zur Änderung der IVV vom
1.
Dezember 2017, in Kraft seit
1.
Januar 2018) wird zunächst der Anteil der Erwerbstätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufga
benbereich (vgl. Art. 27 IVV) ermittelt. Die Invalidität bestimmt sich in der Folge dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei im Erwerbsbereich praxisge
mäss berücksichtigt wird, was die versicherte Person im Gesundheitsfall aus ihrer Teilerwerbstätigkeit erzielen würde. Die Gesamt
-
invalidität ergibt sich aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten Teilinvaliditäten (BGE 131 V 51 E. 5.5.1, 130 V 393 E
. 3.3, 125 V 146 E. 2b und 5c).
1.4
Ob eine versicherte Person als ganztägig, zeitweilig erwerbstätig oder als nicht
erwerbstätig einzustufen ist, ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen tun würde, wenn keine gesundheitliche Beeinträchti
gung bestünde. Dabei sind die konkrete Situation und die Vorbringen der versi
cherten Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Er
-
werbstätigkeit ist der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich (BGE 137 V 334 E. 3.2, 130
V
393
E.
3.3, 125 V 146 E. 2c, je mit Hinweisen). Bei im Haushalt tätigen Versi
cherten im Besonderen sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerbli
chen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 9C_915/2012 vom 15. Mai 2013 E. 4.1 mit Hinweisen). Bei der Beantwortung der sogenannten
Statusfrage
handelt es sich um eine hypothe
tische Beurteilung, die auch hypothetische Willensentscheidungen der versicher
ten Person berücksichtigen muss. Diese inneren Tatsachen sind indessen einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in aller Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_511/2013 vom 30. Dezember 2013 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.5
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.
7
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung damit, dass die Beschwerdeführerin die Tätigkeit als Reinigungsangestellte längerfristig nicht mehr ausüben könne. Eine angepasste, leichte Tätigkeit sei ihr seit Juni 2016 aber zu 100 % zumutbar. Die weiteren Abklärungen hätten gezeigt, dass bei der Beschwerdeführerin, die als zu 50 % im Erwerbs- und zu 50 % im Aufgabenbe
reich zu qualifizieren sei, im Haushaltsbereich eine Einschränkung von 18,4 % bestehe. Dies entspreche einem Teilinvaliditätsgrad von 9,2 %. Da der Beschwer
deführerin jegliche leichte Tätigkeit zumutbar sei, entstehe keine Erwerbseinbusse und der Invaliditätsgrad betrage weniger als 40 %. Aus den neu vorliegenden Unterlagen gehe hervor, dass die am 5. Dezember 2016 durchgeführte Knieope
ration erfolgreich gewesen sei und ab dem 5. April 2017 mit einer Arbeitsfähig
keit von 100 % gerechnet werden könne. Neue Diagnosen oder noch nicht bekannte Angaben über veränderte Tatsachen würden nicht aufgeführt (Urk. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber geltend, dass der Anspruch auf eine Rente aktuell noch nicht abschliessend geklärt werden könne, da weitere medizinische Untersuchungen im Gang seien. So stelle sich die Frage, ob am rechten Knie eine unikompartimentelle Knieprothese eingesetzt werde. Im Wei
teren sei das linke Knie, welches bereits zwei Mal operiert worden sei, nach wie vor schmerzhaft. Unklar sei, welche Massnahmen in Bezug auf das chronische lumbovertebrale Syndrom geplant seien. Würde man davon ausgehen, dass die Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit ab April 2017 wieder arbeits
fähig sei, was bestritten werde, sei angesichts der seit dem 24. September 2015 bestehenden 100%igen Arbeitsunfähigkeit ein Anspruch auf eine ganze unbe
fristete Rente bis zumindest Juli 2017 ausgewiesen. Der Invaliditätsgrad sei nicht anhand der gemischten Methode, sondern anhand eines Einkommensvergleichs zu berechnen. Im Übrigen habe sich der Gesundheitszustand des unter Demenz leidenden Ehemannes der Beschwerdeführerin inzwischen verschlechtert, wes
halb im Haushalt von einer höhergradigen Einschränkung auszugehen wäre (Urk. 1 S. 5 ff.).
3.
3.1
Dr. B._ stellte im Bericht vom 22. August 2016 folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/31/1):
(1)
eine chronische Belastungsstörung (durch Krankheit des Ehemannes)
(2)
Status nach Knie-Totalprothese
links,
8.
Dezember 2015
(3)
ei
ne Fasciitis plantaris links
(4)
eine Schulterläsion rechts
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er folgende (Urk. 7/31/1):
(1)
eine unklare Mikrohämaturie
(2)
eine Hypertonie, behandelt
(3)
ein Asthma bronchiale
(4)
eine Spondylarthrose Lendenwirbelsäule (LWS
; L4/5, L5/S1
)
Dr. B._ erklärte, dass die Beschwerdeführerin in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Reinigungsangestellte seit dem 23. September 2015 bis auf Weiteres zu 100 % arbeitsunfähig sei (Urk. 7/31/2).
3.2
Dipl.-med. D._, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) hielt in der Stellungnahme vom 31. August 2016 fest, dass sich die Beschwerdeführerin infolge einer Gonarthrose zunächst einer therapeutischen Kniegelenksarthroskopie und, da diese nicht zu einer nen
nenswerten Schmerzreduktion geführt habe, einer Knie-Totalprothese unterzo
gen habe. Aus versicherungsmedizinischer Sicht sei davon auszugehen, dass bei unkompliziertem Heilungsverlauf die Vollbelastung der Knie-Totalprothese spä
testens sechs Monate postoperativ möglich sein sollte. Ungeachtet dessen würden weiterhin Einschränkungen bei der Ausübung der angestammten Tätigkeit beste
hen. Arbeiten im Knien seien nicht mehr möglich. Auch schwere körperliche Tätigkeiten (Arbeit mit Reinigungsmaschinen) würden Einschränkungen unter
liegen. Durch den Hausarzt würden aktuell vorrangig psychosoziale Belastungs
faktoren für die andauernde Arbeitsunfähigkeit berichtet (kranker Ehemann, der darüber hinaus gewalttätig sei). In angepasster Tätigkeit könne die Beschwerde
führerin aus versicherungsmedizinisch-theoretischer Sicht wieder ganztägig arbeiten (Urk. 7/39/5).
3.3
Dr. med. E._, Leitender Arzt Orthopädie des C._, diagnostizierte im an die F._ gerich
teten Bericht vom 24. Oktober 2016 (1) eine Gonarthrose rechts und (2) einen Status nach Implantation einer Knie-Totalprothese links vor einem Jahr mit lateraler Instabilität. Er legte dar, dass er der Beschwerdeführerin für ihre Knie
beschwerden rechts ein operatives Verfahren ohne übermässiges Zuwarten emp
fohlen habe. Solange sich die Gonarthrose noch auf einen Gelenkspalt konzent
riere (medial), würde er ihr gerne eine unikompartimentelle Knieprothese (Teil- oder Schlittenprothese) als operative Versorgung anbieten. Er denke, dass dies in Anbetracht ihres relativ jungen Alters
die
zu bevorzugende
operative Alternative
wäre. Hinsichtlich des Knies links sei das Röntgenbild der implantierten Knie-Totalprothese unauffällig. Dennoch habe die Beschwerdeführerin Schmerzen, einen Kniegelenkserguss, eine erhöhte Temperatur und eine grosse Druckdolenz im lateralen Bereich der Tibia. Zur weiteren Abklärung habe er ein Szintigramm in drei Phasen verordnet (Urk. 7/46/1-2).
3.4
Der Abklärungsdienst der Beschwerdegegnerin
, der am 21. November 2016 einen Hausbesuch bei der Beschwerdeführerin durchgeführt hatte, ging im Bericht vom 23. November 2016 von einer Qualifikation zu 50 % im Erwerbs- und zu 50 % im Aufgabenbereich aus.
Er errechnete eine Einschränkung
im Haushalt von 18,4
%
(Urk. 7/38).
3.5
Dr. E._ führte im Bericht vom 2. Februar 2017 als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen Status nach Revision einer Knie-Totalendoprothese links vom 5. Dezember 2016 an. Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit nannte er nicht. Er erklärte, dass die Implantation der Knie-Totalprothese vom Dezember 2015 aufgrund lateraler Instabilität und aktivierter Retropatellar
arthrose von ihm am 5. Dezember 2016 revidiert worden sei. In der zuletzt aus
geübten Tätigkeit als Reinigungsangestellte sei die Beschwerdeführerin vom 5. Dezember 2016 bis zum 5. März 2017 zu 100 % arbeitsunfähig. Vom 5. März bis zum 5. April 2017 bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 50 %. Ab dem 5. April 2017 sei die bisherige Tätigkeit wieder zu 100 % zumutbar. Der postoperative Verlauf sei sehr zufriedenstellend, das Knie stabil und schmerzfrei (Urk. 7/54/1-6).
3.6
Die Ärzte des G._ diagnostizierten im an Dr. E._ ge
richteten Bericht vom 25. August 2017 eine Lumboischialgie links unklarer Ge
nese. Sie gaben an, dass die Beschwerdeführerin klinisch an einer Lumboischial
gie links leide. Aus ihrer Sicht sei die Ursache hierfür noch nicht ersichtlich. Sie würden zur Aktualisierung der Gesamtsituation eine Magnetresonanz-Abklä
rung veranlassen (Urk. 10).
4.
4.1
Umstritten ist zunächst die Statusfrage. Die Beschwerdegegnerin ist der Auffas
sung, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall
zu
50 % im Erwerbs- und zu 50 % im Haushaltbereich tätig
wäre
(
vgl.
Urk. 2). Die Beschwerdeführerin macht demgegenüber geltend, dass sie als ganztägig erwerbstätig
einzustufen sei
(Urk. 1
S. 6
).
4.2
Aktenkundig ist, dass die Beschwerdeführerin
seit Februar 2001 als Reinigungs
angestellte erwerbstätig war. In den Jahren 2001 bis 2014 war sie dabei – wie sich aus den Einkommenszahlen im Auszug aus dem individuellen Konto vom 17. Dezember 2015 (Urk. 7/18) in der Höhe von durchschnittlich Fr. 20‘072.-- ([Fr. 111‘693.-- + Fr. 169‘315.--]: 14) pro Jahr schliessen lässt – in der Regel in einem Teilzeitpensum von ca. 50 % erwerbstätig. Aus den Arbeitgeberberichten der Y._ vom 18. Dezember 2015 (Urk. 7/20) und der Schulgemeinde Z._ vom 21. Januar 2016 (Eingangsdatum, Urk. 7/23) sowie dem Haushaltab
klärungsbericht vom 23. November 2016 (Urk. 7/38/2-4) geht sodann hervor, dass die Beschwerdeführerin auch zuletzt gesamthaft maximal 22 Stunden pro Woche als Reinigungsangestellte arbeitete und
das Erwerbspensum damit nach wie vor etwa 50 % betrug. Zudem
erklärte die Beschwerdeführerin, deren jüngs
tes Kind (Jahrgang 1994) bereits seit August 2012 volljährig ist (Urk. 7/13/3), im
Rahme
n der Haushaltabklärung vom 21.
November 2016 ausdrücklich, dass
sie
bei guter Gesundheit
in unverändertem Ausmass
hätte erwerbstätig bleiben wol
len
(
Urk. 7/38/3). Schliesslich ist dem Haushaltabklärungsbericht vom 23. November 2016 zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin ihren an Demenz erkrankten Ehemann pflegt (Urk. 7/38/3 und Urk. 7/38/7).
4.3
Unter Würdigung
dieser Umstände ging die Beschwerdegegnerin zu Recht davon aus, dass die Beschwerdeführerin als zu 50
%
im Erwerbs- und zu 50
%
im
Haus
haltsbereich einzustufen ist
.
Das Argument der Beschwerdeführerin, sie sei als ganztägig erwerbstätig zu qualifizieren, da ihr Ehemann Ergänzungsleistungen beziehen müsse, was beweise, dass sie heute einer vollen Erwerbstätigkeit nach
gehen müsste (Urk. 1 S. 6), vermag nicht zu überzeugen. Massgebend ist nicht, dass sie aus finanziellen Gründen einer Erwerbstätigkeit in einem 100%-Pensum nachgehen müsste, sondern was sie tatsächlich tun würde.
5.
5.1
Was den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin und dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit betrifft, ist den vorliegenden medizinischen Akten zu entnehmen, dass der Heilungsverlauf nach der Implantation der Totalprothese am linken Knie vom 8. Dezember 2015 prolongiert war (Urk. 7/31/41-46). Dr. E._ erwähnte in diesem Zusammenhang im Sprechstundenbericht vom 24. Oktober 2016, dass die Beschwerdeführerin über Schmerzen am linken Knie klage und ein Kniegelenkserguss, eine erhöhte Temperatur sowie eine grosse Druckdolenz im lateralen Bereich der Tibia bestünden (Urk. 7/46/1-2). Im Rah
men der daraufhin durchgeführten klinischen und bildgebenden Untersuchungen wurde sodann eine aktivierte Retropatellararthrose, eine Hot Patella sowie eine laterale Instabilität festgestellt, was die Indikation für den zweiten operativen Eingriff vom 5. Dezember 2016 darstellte (Revision der Knie-Prothese; Urk. 7/46/3). Unter diesen Umständen vermag die Einschätzung von RAD-Ärztin D._ vom 31. August 2016, die von einem unkomplizierten Heilungsverlauf nach dem Eingriff vom 8. Dezember 2015 und einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit sechs Monate postoperativ, das heisst ab Juni 2016 ausging (Urk. 7/39/5), nicht zu überzeugen.
5.2
Im Weiteren ist darauf hinzuweisen, dass Dr. E._ im Sprechstundenbericht vom 24. Oktober 2016 – nebst einem Status nach Implantation einer Knie-Total
prothese links vor einem Jahr mit lateraler Instabilität – auch eine Gonarthrose rechts diagnostizierte, wobei er diesbezüglich ein operatives Vorgehen (uni-
kom
partimentelle Knieprothese) ohne übermässiges Zuwarten empfahl (Urk. 7/46/1-2). Im Bericht vom 2. Februar 2017 äusserte sich Dr. E._ aber lediglich noch zum Kniegelenk links, zum Heilungsverlauf nach der Revision der Knie-Total
prothese vom 5. Dezember 2016 und diesbezüglich prognostisch zur Arbeitsfä
higkeit (Urk. 7/54). Angaben zum Zustand des rechten Kniegelenks und dessen weiterer Behandlung fehlen.
5.3
Ungeklärt ist schliesslich die Frage, inwiefern sich die von der Beschwerdeführe
rin geklagten Beschwerden im Bereich der LWS auf die Arbeitsfähigkeit auswir
ken. Dies, nachdem im MRI der LWS und des Iliosakralgelenks vom 24. März 2016 eine Wirbelsäulenfehlform/Fehlhaltung mit Hyperlordose mit konsekutiver Spondylarthrose der untersten drei Segmente (Aktivierung der linksseitigen Spondylarthrosen Lendenwirbelkörper [LWK] 4/5 und LWK 5/Sakralwirbelkörper [SWK] 1 mit Knochenmarksödem und Gelenksergüssen) festgestellt worden war (Urk. 7/31/45).
5.4
Es ist somit festzuhalten, dass der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin und dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nicht hinreichend beurteilt werden
können
. Es sind daher weitere medizinische Abklärungen erforderlich.
6.
In Aufhebung der angefochtenen Verfügung ist die Sache demnach an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie den medizinischen Sachverhalt in orthopädischer Hinsicht
selber abklärt oder gutachterlich abklären lässt. Die/der damit betraute Gutachterin/Gutachter hat sich dabei insbesondere zur Frage der Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit im zeitlichen Verlauf zu äus
sern und ein detailliertes Belastungsprofil zu erstellen.
Zudem
wird die Beschwer
degegnerin
zu prüfen haben, ob die Beschwerdeführerin im Haushaltsbereich zwischenzeitlich hö
hergradig eingeschränkt ist. Dies in erster Linie deshalb, weil
der
en
Ehemann aufgrund der
offenbar
fortschreitenden Demenz
möglicherweise
nicht mehr in der Lage ist,
im Haushalt wie bis anhin Unterstützung zu leisten (vgl. Urk. 1 S. 6 f.
). Danach hat die Beschwerdegegnerin über einen
Anspruch der Beschwerdeführerin
auf Leistungen der Invalidenversicherung neu zu entschei
den.
Die Beschwerde ist gutzuheissen.
7.
7.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von
IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG)
, auf Fr. 600.-- anzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerde
gegnerin aufzuerlegen.
7.2
Ausgangsgemäss hat die
vertretene Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Pro
zessentschädigung.
Diese ist gestützt auf Art. 61 lit. g ATSG in Verbindung mit § 34 Abs. 1 und 3 GSVGer unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses
auf Fr. 1‘700.--
(inkl. Barauslagen und MWSt) festzusetzen.