Decision ID: 0d39a19d-be79-47c5-9720-83b416f7b8b4
Year: 2008
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
F._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Roland Ilg, Rämistrasse 5, Postfach 462,
8024 Zürich 1,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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IV-Leistungen
Sachverhalt:
A.
A.a Die 1966 geborene F._, Mutter von sechs Kindern (geboren 1988, 1990, 1992,
1996, 2000 und 2006), beantragte am 21. November 2003 Leistungen bei der
Invalidenversicherung. Sie gab an, sie leide seit 25. August 2003 an Rheuma mit
Wirbelsäulen- und Schulterschmerzen. Sie habe im Kosovo die Primar- und Realschule
besucht und keinen Beruf erlernt (IV-act. 1). Vom 1. September 2001 bis 31. Januar
2004 war sie in einem Textilpflegebetrieb mit einem Pensum von gut 50 % und (ab
2003) einem Stundenlohn von Fr. 14.50 als Hilfskraft in der Wäscherei angestellt. Die
Arbeitgeberin hatte das Arbeitsverhältnis nach Ablauf der Sperrfrist zufolge
vollständiger Arbeitsunfähigkeit gekündigt. Der letzte Arbeitstag war der 23. August
2003 gewesen (IV-act. 9).
A.b Hausarzt Dr. med. A._, Innere Medizin FMH, berichtete der
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen am 15. Dezember 2003,
die Versicherte leide seit Frühjahr 2003 an einem chronischen lumbospondylogenen
Syndrom bei Diskushernie L4/L5, seit Sommer 2003 zusätzlich an einem
Fibromyalgiesyndrom und seit Herbst 2003 auch an einem Schulterimpingement links.
Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit seien eine Hypertonie, eine
Eisenmangelanämie, der Status nach Morbus Basedow und eine chronische
helicobacter pylori assoziierte Gastritis. Vom 15. April bis 9. Juni 2003 und seit dem 25.
August 2003 bis auf weiteres sei die Versicherte sowohl für die bisherige wie andere
Tätigkeiten vollständig arbeitsunfähig. Patienten mit dem klassischen
Fibromyalgiesyndrom fühlten sich ausser Stande, überhaupt irgendwelche Tätigkeiten
auszuüben, seien sie im Stehen oder im Sitzen zu verrichten, wechselbelastend oder
sonst wie geartet. Merkwürdig sei, dass nicht nur die 18 typischen tender-points,
sondern eigentlich der ganze Körper schmerzhaft sei. Der Gesundheitszustand
verschlechtere sich (IV-act. 8). Dr. med. B._, Rheumatologisches Ambulatorium am
Kantonsspital St. Gallen, bestätigte am 14. Mai 2004 das Vorliegen eines
lumbovertebralen Schmerzsyndroms und einer Fibromyalgie. Alle Tätigkeiten ohne
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Heben von schweren Lasten seien der Versicherten zu 100 % zumutbar (IV-act. 13).
Eine von der IV am 17. Mai 2004 durchgeführte Haushaltabklärung (mit einem Freund
der Familie als Dolmetscher) ergab eine Einschränkung von 46.45 % (IV-act. 15). Auf
Empfehlung des RAD (IV-act. 16) wurde eine interdisziplinäre medizinische Abklärung
veranlasst.
A.c Am 23. Januar 2006 erstattete das Medizinische Zentrum Römerhof (MZR) das
Gutachten. Es enthält eine internistische, rheumatologische und psychiatrische
Beurteilung und wurde am 22. November 2005 durchgeführt (IV-act. 23). Die adipöse
und im vierten Monat schwangere Versicherte sei in gutem Allgemeinzustand
erschienen. Sie spreche kein Deutsch; die sie begleitende Tochter habe übersetzt.
Während der Erhebung der Anamnese anlässlich der internistischen Untersuchung sei
die Versicherte entspannt und ohne Leidensdruck ca. eine Stunde lang auf dem
Untersuchungsstuhl gesessen. In unbeobachteten Momenten sei das Gangbild
unauffällig gewesen, während der Untersuchung betont langsam und von Stöhnen
begleitet. Dem Rheumatologen berichtete die Versicherte, die Schmerzen seien
praktisch während 24 Stunden vorhanden, verstärkt bei Husten und Niesen.
Schmerzmedikamente seien lindernd, fortgesetzte Physiotherapie mit Massagen und
Elektrotherapie hätten keine Besserung gebracht (keine stationäre Rehabilitation). Am
angenehmsten sei die liegende Position. Der Arzt berichtete, durch die
Bandscheibenhernie, die Dekonditionierung mit Fehlhaltung und das Übergewicht
komme es zu einer dauernden Überlastung der betroffenen Segmente, weshalb
wahrscheinlich die Schmerzen therapieresistent seien. Grundsätzlich wäre die
Prognose gut, wenn die konkommittierenden Faktoren, v. a. die Dekonditionierung und
das Übergewicht, nicht zusätzlich vorhanden wären. Die bleibende
Belastbarkeitsverminderung bei beruflicher Tätigkeit betrage etwa 20 %, entsprechend
verbleibe eine Belastbarkeit für ein Pensum von 80 %. Dabei müssten Schonkriterien
berücksichtigt werden, nämlich das Vermeiden von repetitiven Flexionen oder
Extensionen an der LWS bzw. monotone gebückte Stellungen, das Vermeiden von
repetitivem Gewichtheben über 15 kg, idealerweise mit Wechsel zwischen sitzender
und stehender Position. Die Kriterien für eine Fibromyalgie seien zurzeit nicht erfüllt. Die
psychiatrische Abklärung wurde mit Hilfe einer Dolmetscherin durchgeführt. Die
Versicherte erklärte, die beiden älteren Töchter und der Ehemann übernähmen den
Haushalt. Die Psychiaterin stellte keine psychiatrische Diagnose. Die Arbeitsfähigkeit
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betrage aus psychiatrischer Sicht 100 %. Im Gesamtgutachten wurden als Diagnosen
angegeben: chronifizierte, bisher therapieresistente lumbovertebrale bis
lumbospondylogene Schmerzproblematik mit/bei (erstens) kleiner mediolateraler
Diskushernie L4/L5 mit Duralsackreizung, ohne Hinweis auf eine radikuläre
Mitbeteiligung, (zweitens) diskreter Protrusion L5/S1 und (drittens) global muskulärer
Dekonditionierung mit Fehlhaltung thorakal und lumbosakral. Die Schmerzangaben
wurden als objektiviert bezeichnet, namentlich durch die Dekonditionierung und
Fehlhaltung. Für körperlich leichte, wechselbelastende und rückenschonende Arbeiten,
welchen auch die angestammte Tätigkeit in der Textilpflege entspreche, betrage die
Arbeitsfähigkeit 80 %, für mittelschwere und schwere körperliche Tätigkeiten sei die
Versicherte nicht mehr arbeitsfähig. Nach der Schwangerschaft sei eine
Gewichtsreduktion anzustreben und eine Trainingstherapie zu empfehlen. Aufgrund der
Risikoschwangerschaft sei eine Arbeitstätigkeit momentan nicht möglich. Zudem habe
die Versicherte bereits vier schulpflichtige Kinder, so dass eine Arbeitsaufnahme bald
zu einer Doppelbelastung führen würde. Das seien jedoch invaliditätsfremde Aspekte.
In Ergänzung zum Gutachten erklärte das MZR am 10. Februar 2006, es sei
anzunehmen, dass die Versicherte bei der Haushaltführung lediglich für die schweren
Arbeiten auf die Hilfe der Familie angewiesen sei. Auch im Haushaltbereich bestehe
eine Restarbeitsfähigkeit von 80 % (IV-act. 26).
A.d Mit Verfügung vom 2. März 2006 verneinte die IV-Stelle einen Anspruch auf eine IV-
Rente. In der angestammten und in einer angepassten Tätigkeit sowie im Haushalt
liege eine Arbeitsfähigkeit von 80 % vor. Der Invaliditätsgrad betrage 10 % (keine
Einschränkung im erwerblichen Bereich; 20 % im Haushaltbereich, bezogen auf 0.5
also 10 %; IV-act. 30).
A.e Gegen diese Verfügung liess die Versicherte am 3. April 2006 durch Rechtsanwalt
Dr. Roland Ilg Einsprache erheben mit dem Antrag auf Zusprache einer ganzen Rente,
eventualiter auf Durchführung von Eingliederungsmassnahmen. Zusätzlich sei ihr der
Rechtsvertreter zum unentgeltlichen Rechtsbeistand beizugeben. Die erheblichen und
definitiven Veränderungen in der arbeitsmarktlichen Welt (Auslagerung von leichten
Tätigkeiten nach Asien) seien zu berücksichtigen. Ein blosses Abstellen auf die
Tabellen sei unzulässig. Die Beschwerdegegnerin könne nur durch einen konkreten
Tatsachenbeweis belegen, dass sie (die Versicherte) noch in den freien Arbeitsmarkt
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eingliederbar sei. Eingliederungsmassnahmen seien gerade bei Schmerzerkrankungen
schnellstmöglich an die Hand zu nehmen, da sonst eine Vollinvalidität unmittelbar
drohe (Eingliederung vor Rente). Die Zeit der Schwangerschaft könne sie nutzen, um
Deutsch zu lernen, um dann in leichter Heimarbeit (z.B. in der Schmuckherstellung) in
Eigenverantwortung zu arbeiten. Dazu seien ihr Taggelder auszurichten, weil sonst auf
einer Berentung beharrt werden müsste (IV-act. 34). Ein ausgefüllter Fragebogen vom
19. April 2006 zum Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wurde am 24. April 2006
nachgereicht (IV-act. 39).
A.f Am 14. September 2006 wies der Rechtsdienst der Sozialversicherungsanstalt/
IV-Stelle die Einsprache ab. Eingliederungsmassnahmen würden für die Hilfsarbeiterin
nicht in Betracht fallen. Der ausgeglichene Arbeitsmarkt biete genügend Stellen für eine
körperlich leichte Tätigkeit. Da es der Einsprecherin zumutbar sei, eine angepasste
Hilfstätigkeit zu 80 % auszuüben, stehe fest, dass sie bei einem Erwerbsanteil von
50 % keine Erwerbseinbusse erleide. Im Haushaltbereich sei ebenfalls von einer
zumutbaren Arbeitsfähigkeit von 80 % auszugehen. Im Rahmen der anwendbaren
gemischten Methode zur Invaliditätsbemessung betrage der Invaliditätsgrad 10 %.
Dem Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung wurde entsprochen (IV-act. 41).
B.
Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die von Rechtsanwalt Dr. Roland Ilg für
die Betroffene am 9. Oktober 2006 erhobene Beschwerde. Der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin beantragt, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und es
seien der Beschwerdeführerin Eingliederungsmassnahmen oder eine ganze Rente
zuzusprechen, eventualiter sei die Sache zu weiteren Abklärungen und zur
Neuentscheidung zurückzuweisen. Ferner sei die unentgeltliche Rechtsverbeiständung
zu gewähren. Die Beschwerdeführerin könne sich nicht allein wieder eingliedern,
sondern sei auf die Eingliederungshilfe der IV mit Taggeld angewiesen. Für eine
sogenannte "Umschulung light", welche keine vollwertige eigentliche Berufsausbildung
beinhalte, müsse auch ein Invaliditätsgrad von 10 % genügen. Es bestehe nach dem
Grundsatz "Eingliederung vor Rente" Anspruch auf eine eigenständige Verfügung über
die Eingliederungsmassnahmen. Die angefochtene Rentenverfügung sei somit zur
Unzeit ergangen, nämlich vor Erlass einer Verfügung zur Eingliederungsfrage. Dadurch
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sei das rechtliche Gehör schwer verletzt worden. Zwecks Einhaltung der
ordnungsgemässen Vorgehensweise sei die Sache an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen (act. G 1).
C.
Am 25. Oktober 2006 beantragt die Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde

und führt ergänzend zu den Erwägungen im Einspracheentscheid aus, auf dem im IV-
Recht massgebenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt stehe der Beschwerdeführerin eine
Vielzahl von Hilfstätigkeiten offen, die die Beherrschung der deutschen Sprache nicht
voraussetzten (act. G 3). Mit Replik vom 15. November 2006 hält der Rechtsvertreter
der Beschwerdeführerin an den gestellten Anträgen fest (act. G 5), mit Duplik vom
21. November 2006 desgleichen die Beschwerdegegnerin (act. G 7).
Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IV-Revision verschiedene Änderungen des IVG in
Kraft getreten. Weil in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze
massgebend sind, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes
Geltung haben (BGE 127 V 467 E. 1), und weil bei der Beurteilung ferner auf den bis
zum Zeitpunkt des Erlasses des streitigen Einspracheentscheides vom 14. September
2006 eingetretenen Sachverhalts abzustellen ist (BGE 121 V 366 E. 1b), sind die bis
zum 31. Dezember 2007 geltenden materiellen Bestimmungen anzuwenden.
2.
Die Beschwerdeführerin hat in ihrer Anmeldung vom November 2003 die beantragten
Versicherungsleistungen nicht bezeichnet (IV-act. 1-6/7), auf Aufforderung der IV-Stelle
hin aber bekannt gegeben, sie beantrage nur eine IV-Rente (IV-act. 6). Die
Beschwerdegegnerin hatte ihre Verfügung vom 2. März 2006 auf das Rentengesuch
beschränkt. In ihren Einspracheentscheid vom 14. September 2006 hat sie
Ausführungen zum Grundsatz "Eingliederung vor Rente" einfliessen lassen. Im Streit
liegt der Einspracheentscheid vom 14. September 2006, mithin die Verweigerung von
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Eingliederungsmassnahmen und die Verweigerung eines Rentenanspruchs der
Beschwerdeführerin. Ihr Rechtsvertreter beantragt im Hauptstandpunkt
Eingliederungsmassnahmen mit Ausrichtung von Taggeldern oder eine ganze Rente.
3.
Was das Gesuch um berufliche Massnahmen betrifft, hat die Beschwerdegegnerin zu
Recht auf die Anordnung beruflicher Eingliederungsmassnahmen verzichtet. Im Laufe
des Verwaltungsverfahrens war die Beschwerdeführerin mit dem sechsten Kind
schwanger geworden und anschliessend stand für längere Zeit eine Neuorientierung im
erwerblichen Bereich nicht zur Debatte. Bei dieser Sachlage wäre es der
Beschwerdeführerin schlicht nicht zumutbar gewesen, unter der Belastung des 8-
Personen-Haushaltes mit kleineren Kindern und einem Säugling sich mit einer
Wiederaufnahme der Erwerbstätigkeit zu befassen. Ohnehin stünde bei einer
Hilfsarbeiterin nur eine Stellenvermittlung in Frage, weil nur ein Wechsel von einer
Hilfstätigkeit in eine andere möglich wäre. In erster Linie wird sich die
Beschwerdeführerin an das Regionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) wenden
müssen, weil die gesundheitlichen Einschränkungen für die Stellensuche nicht
besonders gravierend sind. Auch ein Anspruch auf den beantragten Sprachkurs entfällt
mangels der Voraussetzungen für Eingliederungsmassnahmen (vgl. SVR 1996 IV
Nr. 79).
4.
4.1 Die Anwendung der gemischten Methode wird von der Beschwerdeführerin bzw.
ihrem Rechtsvertreter nicht bestritten. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat
überdies die Bemessung des Invaliditätsgrades im vorliegenden Beschwerdeverfahren
überhaupt nicht kritisiert, vielmehr selber auf den vorinstanzlich festgesetzten
Invaliditätsgrad von 10 % Bezug genommen, auch keine Einwendungen gegen die der
Verfügung zugrunde liegende medizinische Expertise vorgebracht und auf die
tatsächlich festgestellte Einschränkung im Haushalt und bei leichten Tätigkeiten von
20 % verwiesen. Es ist in der Eingabe des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin
nicht einmal ansatzweise eine Begründung zu finden für die geforderte Zusprache einer
ganzen Rente.
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4.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von
Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel
eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten.
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für
die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden
ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a). Es steht fest, dass die im MZR-Gutachten
festgehaltenen, aufgrund ausführlicher Untersuchungen gewonnenen Erkenntnisse
durch die Aussagen der Beschwerdeführerin bzw. ihres Rechtsvertreters in keiner
Weise entkräftet werden. Die Beschwerdegegnerin hat sich bei ihrer Entscheidfindung
zu Recht auf die Erkenntnisse des MZR-Gutachtens gestützt. Bei der Bemessung der
Invalidität ist sie demnach zu Recht von einem Arbeitsfähigkeitsgrad von 80 %
ausgegangen.
4.3 Man kann sich vorliegend fragen, ob die Beschwerdeführerin nicht wie eine nur im
Aufgabenbereich des Haushalts tätige Versicherte zu betrachten sei, steht sie doch
einem 8-Personen-Haushalt vor und betreut neben grösseren und kleineren Kindern
auch noch einen Säugling. Jedenfalls erscheint eine Pflicht zur Aufnahme einer
ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit als nicht begründbar. Unter diesem Aspekt wären
die Ergebnisse der Haushaltabklärung vom 17. Mai 2004 von Bedeutung für die
Rentenberechtigung. Indessen lässt sich, wie die Beschwerdegegnerin zu Recht
ausführt, jenes Abklärungsergebnis im Licht der medizinischen Situation ganz
allgemein nicht halten, im Speziellen krankt der ermittelte Invaliditätsgrad von 46.45 %
am Fehler, dass allein für die verlorene Möglichkeit des Strickens von Pullovern und
Socken ein Teilinvaliditätsgrad von rund 10 % zugebilligt wurde. Das erscheint auch
beim bestehenden Rückenleiden als nicht nachvollziehbar. – Damit erweist es sich
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auch bei Annahme des Status als nur im Haushalt tätige Person als aussichtslos, eine
rentenbegründende Invalidität geltend zu machen.
5.
5.1 Es stellt sich bei dieser Sach- und Rechtslage die Frage, ob die
Beschwerdeführerin im Verfahren vor dem Versicherungsgericht einen Anspruch auf
unentgeltliche Rechtsverbeiständung hat. Nach Art. 61 lit. f ATSG wird der Beschwerde
führenden Partei, wo die Verhältnisse es rechtfertigen, ein unentgeltlicher
Rechtsbeistand bewilligt (vgl. Art. 29 Abs. 3 Satz 2 BV). Die Voraussetzungen für die
Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung sind in der Regel erfüllt, wenn
der Prozess nicht offensichtlich aussichtslos, die Partei bedürftig und die Vertretung
durch einen Anwalt notwendig oder doch geboten ist. Als aussichtslos sind
Prozessbegehren anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten beträchtlich geringer
sind als die Verlustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden
können. Dagegen gilt ein Begehren nicht als aussichtslos, wenn Gewinnaussichten und
Verlustgefahren sich ungefähr die Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als
diese. Massgebend ist, ob eine Partei, die über die nötigen finanziellen Mittel verfügt,
sich bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen würde; eine Partei
soll einen Prozess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht
deshalb anstrengen können, weil er sie nichts kostet (nicht publizierte E. 1.1.2 des
Urteils BGE 131 V 483, veröffentlicht in SVR 2006 UV Nr. 10 S. 37).
5.2 Die Beschwerdegegnerin hat die unentgeltliche Rechtsverbeiständung im
Einspracheverfahren bewilligt. Nach dem Vorliegen des Einspracheentscheids war eine
Weiterführung der Streitsache manifest aussichtslos. Die Beschwerdeführerin ist
unbestrittenermassen in einer adaptierten Tätigkeit als zu 80 % arbeitsfähig, im
Haushalt für schwere Arbeiten als zu ebenfalls 20 % eingeschränkt zu betrachten. Ein
solcher Arbeitsfähigkeitsgrad für eine adaptierte Tätigkeit mit einem Pensum von 50 %
schliesst praxisgemäss einen Invaliditätsgrad von wenigstens 40 % und damit die
Gewährung einer Rente aus. Es war somit von vornherein aussichtslos, überhaupt eine
Rente zu fordern. Dies auch dann, wenn man die Invalidität mit einem reinen
Betätigungsvergleich für eine Hausfrau zu ermitteln hätte. Die Gewinnaussichten im
vorliegenden Verfahren sind somit von Beginn weg als beträchtlich geringer als die
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Verlustgefahren, wenn nicht gar als kaum ernsthaft in Betracht zu ziehend einzustufen.
Die unentgeltliche Rechtsverbeiständung kann somit nicht gewährt werden.
6.
Gemäss den Übergangsbestimmungen des IVG zur Änderung vom 16. Dezember 2005
gilt für die am 1. Juli 2006 bei der IV-Stelle hängigen Einsprachen das bisherige Recht
(lit. b). Somit gelangt Art. 69 Abs. 1 IVG zur Kostenpflicht von Streitigkeiten um die
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen im kantonalen Gerichtsverfahren
nicht zur Anwendung. Gerichtskosten sind keine zu erheben.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG