Decision ID: 608d0368-31e5-44b9-841e-570625743d5b
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
D
ie
19
99
geborene
X._
meldete sich am 21
.
September
2021
mit einem mög
lich
en Stellenantritt am Folgetag
beim Regio
nalen Arbeitsver
mittlungs
zen
trum (RAV) Y._
z
ur Arbeits
ver
mittlung (Urk. 7/2). Am 2
6.
Sep
tember 2021
beantragte s
ie
die Ausrichtung von
Arbeitslosenent
schädigung
(Urk. 7/3
).
Die
Unia
Arbeitslosenkasse forderte sie am 1
9.
Oktober 2021 unter an
derem auf, weitere Unterlagen zu ihren Arbeitsver
hältnissen ab Oktober 2019 einzureichen (
Urk.
7/4). Dazu nahm
X._
mit E-Mail-Nachricht vom 2
2.
Oktober 2021 Stellung (
Urk.
7/6).
Alsdann h
olte die
Unia
Arbeitslosenkasse
die folgenden Arbeitgeberbescheinigungen ein:
die
Beschei
nigung der
Z._
AG zum Arbeitsverhältnis vom 1
9.
Oktober bis 3
1.
Dezember 2019 (
Urk.
7/19),
die
Bescheinigung der
A._
zum
von der Beschwerdeführerin absolvierten
Prak
ti
kum vom
1.
August
2020 bis 3
1.
Januar
2021 (
Urk.
7/17),
die
Bescheini
gung der
B._
zum Arbeits
ver
hältnis vom 2
9.
Juli
2020 bis 3
1.
März
2021 (
Urk.
7/18/1)
sowie die
Besch
einigung des Vereins C._
zum Arbeitsver
hältnis vom
1.
April bis 1
4.
Juni 2021 (
Urk.
7/16). Am
8.
November 2021 reichte die
B._
bei d
er
Unia
Arbeitslosenkasse eine korrigierte Arbeit
geberbescheinigung und
die
Unterlagen zur Arbeitszeiter
fassung ein (
Urk.
7/11,
Urk.
18/2).
Und schliesslich beantworte
te
die
Z._
AG m
it Schreiben vom 1
1.
No
vember 2021 zwei Zusatz
fragen der
Unia
Arbeitsloskasse (
Urk.
7/19). Gestützt auf diese Ab
klä
rungen
ver
neinte
Unia
Arbeitsloskasse
m
it Verfügung vom
1
7
.
November
202
1
e
inen An
spruch von
X._
auf Arbeitslosenent
schä
digung ab dem 22
.
Sep
t
em
ber
202
1.
Zur Begründung führte sie an, dass
die
Anspruchs
voraus
setzung von min
destens
zwölf beitragspflichtige
n
Beschäfti
gung
smonaten
nicht erfüll
t
und kein Grund für die Befreiung von der Erfüllung der Beit
ragszeit ersichtlich sei (Urk.
7/A
).
Die hiergegen am 2
9.
November
2021
erhobene
Ein
sp
r
a
che
(
Urk.
7/B)
wies die
Unia
Arbeitsloskasse
mit
Ein
spracheentscheid
vom
13
.
Januar 2022
ab (Urk. 2).
2
.
Dagegen erhob
X._
am
24
.
Januar 2022
Beschwerde und beantragte
sinngemäss
, der angefochtene
Einsprache
ent
scheid
sei aufzuheben und
es sei ein
Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung an
zu
erkennen (Urk. 1). Mit Beschwer
deantwort vom
16. Februar 2022
schloss die Beschwerdegegnerin auf
Abweisung der Beschwerde
(Urk. 6
, unter
Beilage ihrer Akten, Urk.
7/1-21,
Urk.
7/A-H
), was de
r
Beschwerdeführer
in mit Verfügung
vom 21. Februar 2022
zur
Kenntnis ge
bracht wurde (Urk. 9
).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird - soweit erforderlich - im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ein Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung besteht, wenn die Voraus
setzungen gemäss Art. 8 Abs. 1
lit
. a bis g des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und Insolvenzentschädigung (
AVIG
) gegeben sind. Zu diesen Voraussetzungen gehört gemäss Art. 8 Abs. 1
lit
.
e
AVIG
auch, dass die versicherte Person die Beitragszeit erfüllt hat oder von der Erfüllung der Beitrags
zeit befreit ist (
Art.
13 und
Art.
14 AVIG).
1.2
Nach Art. 9 Abs. 1
AVIG
gelten - soweit das Gesetz nichts
anderes
vorsieht - für den Leistungsbezug und für die Beitragszeit zweijährige Rahmenfristen. Die Rah
menfrist für den Leistungsbezug beginnt mit dem ersten Tag, für den sämtliche Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind (Art. 9 Abs. 2 AVIG), und die Rahmenfrist für die Beitragszeit beginnt zwei Jahre vor diesem Tag (Art. 9 Abs. 3 AVIG).
Die Beitragszeit hat erfüllt, wer innerhalb der dafür vorgesehenen Rahmenfrist für die Beitragszeit (Art. 9 Abs. 3 AVIG) während mindestens zwölf Monaten eine beitragspflichtige Beschäftigung ausgeübt hat (Art. 13 Abs. 1 AVIG).
In Art.
13 Abs.
2 AVIG sind ausserdem diejenigen Zeiten aufgelistet, die den Zeiten einer beitragspflichtigen Beschäftigung, obwohl eine solche nicht ausgeübt wird
,
gleichgestellt sind
. Dazu gehören unter anderem die Zeiten, in denen die versi
cherte Person zwar in einem Arbeitsverhältnis steht, aber wegen Krankheit (
Art.
3 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]) oder Unfalls (
Art.
4 ATSG) keinen Lohn erhält und daher keine Beiträge bezahlt
(
Art.
13 Abs.
2
lit
.
c AVIG
).
1.3
Von der Erfüllung der Beitragszeit befreit sind gemäss Art. 14 Abs. 1 AVIG Per
sonen, die innerhalb der Rahmenfrist (Art. 9 Abs. 3 AVIG) während insgesamt mehr als zwölf Monaten nicht in einem Arbeitsverhältnis standen und die Bei
tragszeit nicht erfüllen konnten wegen:
a.
einer Schulausbildung, einer Umschulung, einer Aus- und Weiterbildung, sofern sie während mindestens zehn Jahren in der Schweiz Wohnsitz hatten;
b.
Krankheit (Art. 3
ATSG), Unfall (Art. 4 ATSG) oder Mutterschaft (Art. 5 ATSG), sofern sie während dieser Zeit Wohnsitz in der Schweiz hat
ten;
c.
eines Aufenthaltes in einer schweizerischen Haft- oder Arbeitserziehungsan
stalt oder in einer ähnlichen schweizerischen Einrichtung.
Nach dem klaren Wortlaut von Art. 14 Abs. 1 AVIG muss die versicherte Person durch einen der in dieser Bestimmung genannten Gründe an der Ausübung einer beitragspflichtigen Beschäftigung gehindert worden sein. Zwischen dem Befrei
ungsgrund und der Nichterfüllung der Beitragszeit muss ein Kausalzusammen
hang bestehen. Dabei muss das Hindernis während mehr als zwölf Monaten be
standen haben. Da eine Teilzeitbeschäftigung mit Bezug auf die Erfüllung der Beitragszeit einer Vollzeitbeschäftigung gleichgestellt ist (
vgl. nachfolgend E. 1.4.1
), liegt die erforderliche Kausalität zudem nur vor, wenn es der versicher
ten Person aus einem der in Art. 14 Abs. 1
lit
. a bis c AVIG genannten Gründe auch nicht möglich und zumutbar war, ein Teilzeitarbeitsverhältnis einzugehen (BGE 139 V 37 E. 5.1 mit Hinweisen).
Die Befreiungstatbestände von Art.
14 Abs.
1 AVIG sind im Verhältnis zur Bei
tragszeit subsidiär. Sie gelangen daher nur zur Anwendung, wenn die in Art.
13
Abs.
1 AVIG verlangte Erfüllung der Mindestbeitragszeit aus den in Art.
14
Abs.
1 AVIG genannten Gründen nicht möglich ist (BGE 141 V 674 E.
2.1
).
E
ine Kumulation von Beitragszeiten
nach Art. 13 AVIG
und beitragsbefreiten Zeiten
(Art. 14 Abs. 1 AVIG) ist
ausgeschlossen; dies ergibt sich
schon aufgrund der eindeutigen Formulierung in Art.
8 Abs.
1
lit
.
e AVIG
, wonach
alternativ voraus
gesetzt wird
, dass die versicherte Person die Beitragszeit erfüllt oder von der Er
füllu
ng der Beitragszeit befreit ist
(
BGE 141 V 674 E.
4.3.1)
.
1.4
1.4
.1
Gemäss
Art. 11 der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversi
cherung und die Insolvenzentschädigung (AVIV) zählt
als Beitragsmonat
jeder volle Kalendermonat, in dem
die
v
ersicherte
Person
beitragspflichtig ist
(
Abs. 1
)
.
Beitrags
zeiten, die nicht einen vollen Kalendermonat umfassen, werden zusam
men
ge
zählt. Je 30 Kalendertage gelten als Beitragsmonat (Abs. 2).
Die den Bei
trags
zei
ten gleichgesetzten Zeiten (
Art.
13
Abs.
2 AVIG) und Zeiten, für die
die v
ersi
cherte
Person
einen Ferienlohn bezogen hat, zählen in gleicher Weise
(Abs. 3)
.
Die Beitragszeit von Teilzeitbeschäftigten wird nach den gleichen Regeln ermittelt wie bei Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
n
mit Vollzeitbe
schäf
tigung. Übt die versicherte Person gleichzeitig mehrere Teilzeitbeschäftigungen aus, so wird die Beitragszeit nur einmal gezählt (Abs. 4).
1.4.2
Bei
Arbeitsverhältnisse
n, die nicht auf
den
Beginn eines Kalendermonats aufge
nommen beziehungsweise nicht auf
das
Ende eines Kalendermonats beendet wer
den,
ist von den Werktagen auszugehen, unabhängig davon, ob und wie viel die
versicherte Person an ihnen tatsächlich gearbeitet hat; die Zahl dieser Werktage ist mit dem Faktor 1.4 in Kalendertage umzuwandeln. Als Werktage gelten nur die Tage von Montag bis Freitag. Es werden auch diejenigen Werktage innerhalb eines Arbeitsverhältnisses in
Beitragszeit
umgerechnet, an denen nicht gearbeitet worden ist. Arbeitstage, die auf einen Samstag oder Sonntag fallen, werden Werk
tagen gleichgestellt, wenn diese wöchentlich deren 5 nicht übersteigen.
Solcher
massen
ermittelte Kalendertage entsprechen einem vollen Beitragsmonat, wenn sie die Zahl 30
erreichen (BGE 122 V 249
E. 2c
;
AVIG-Praxis ALE des Staats
sekretariats für Wirtschaft [SECO]
Rz
. B150
).
1.4.3
Erbringt die versicherte Person im Rahmen eines sich über mehrere Monate erstreckenden Arbeitsverhältnisses regelmässig oder unregelmässig eine Arbeits
leistung, so gilt jeder Kalendermonat, in dem Arbeit geleistet wird, als Beitrags
monat, während jene Kalendermonate innerhalb dieses Arbeitsverhältnisses aus
ser Betracht fallen, in denen die versicherte Person an gar keinem Tag gearbeitet
hat (BGE 121 V 165 E. 2c/
bb
mit Hinweis, Urteil des Bundesgerichts 8C_20/2008 vom 26. August 2008 E. 4.1 mit Hinweis; s. a
.
Rz
. B150a der AVIG-Praxis ALE
).
2.
2.
1
Der Beginn der Rahmenfristen wird von den Arbeitslosenkassen
festgelegt (
Rz
.
B41 der AVIG-Praxis ALE). Die Beschwerdegegnerin stellte vorliegend auf den
2
2.
September
2021 ab, weil dies der Tag war, per welchem sich die Beschwerde
führerin erstmals beim RAV zur Erfüllung der Kontrollpflicht ange
meldet und sich der Kontrollvorschrift unter
zogen habe (
Urk.
2 S. 3, vgl.
Urk.
7/2). Ausge
hend davon resultierte eine Rahmen
frist für die Beitragszeit vom 2
2.
September
2019 bis 2
1.
September
2021
(
Urk.
2 S. 3).
Die von der Beschwer
deführerin be
antragte Verlängerung der Rahmenfrist wegen Krankheit (
Urk.
1 S.
2) ist im Ge
setz nicht vorgesehen (vgl.
Art.
9 ff. AVIG).
Die von der Beschwerdegegnerin festgelegte Rahmen
frist für die Beitragszeit vom 2
2.
September 2019 bis 2
1.
September 2021 gibt zu keinen Beanstandungen An
lass.
2.
2
Gemäss den Abklärungen der Beschwerde
gegnerin
ist in der hier massgebenden Rahmenfrist (2
2.
September 2019 bis 2
1.
September 2021) eine Beitragszeit von insgesamt 11.887 Monaten
zu berücksichtigen
(
Urk.
2 S. 4)
:
2.467
Monate
(
1.
April bis 1
4.
Juni 202
1; Verein C._
) +
6.000
Monate
(
1.
August 2020 bis 3
1.
Januar 2021; A._
) +
3.420
Monate
(1
9.
Oktober 2019 bis 3
1.
Januar 2020:
Z._
)
Dazu führte die Beschwerdegegnerin aus, dass die von der Beschwerdeführerin aufgrund des Arbeitsverhältnisses mit der
B._
erworbene Beitragszeit (
2.
August bis 1
9.
Dezember 2020) wegen der für denselben
Zeitraum
bereits be
rücksichtigten Beitragszeit aufgrund des
ent
löhnten
Praktikums in der A._
(vgl. Arbeitgeberbescheinigung vom
4.
Oktober
2021,
Urk.
7/17) nicht angerechnet werden könne (
Urk.
2 S. 4).
2.3
Die
Vorbringen
der Beschwerde
führerin
richten
sich
zunächst
gegen diese Nicht
berück
sichtigung der
bei der
B._
erworbene
n
Beitragszeit
vom
2. August bis 19. Dezember 2020
(
Urk. 1 S. 3-4).
Diesbezüglich darf aber keine Korrektur erfolgen
, weil
dies
eine unzu
lässige doppelte Berücksichtigung von Bei
tragszeit bedeuten
würde
(
Urteil
des
Bundesgerichts 8C_541/2020 vom 21. Dezember
2020 E. 5.3.2 unter Hinweis auf
Rz
. B156a und B
160 der
AVIG-Praxis ALE
).
Selbst wenn
der Ansicht der
Beschwerdeführerin
zu folgen wäre
, dass dem Praktikum
an
der A._
ein andere
r
Stel
lenwert
zukomme
, weil das Praktikum für ihr Studium obliga
torisch und deshalb als
Teil ihrer Ausbildung zu quali
fizieren sei (
Urk.
1 S. 3)
, liesse sich daraus nicht
s
zu ihren Gunsten ableiten
.
Bei
An
nahme des Befreiungsgrundes «Ausbildung» (
Art.
14
Abs.
1
lit
. a AVIG) könnte die Praktikumszeit
nicht
zur
Beitragszeit
hin
zugerechnet
werden
, da eine
Kumulation von Beitragszeiten
(Art. 13 AVIG)
und beitragsbefreiten Zeiten
(Art. 14 Abs. 1 AVIG) ausgeschlossen ist (vgl. E. 1.
3
).
Des Weiteren bringt die Beschwerdeführerin vor, dass sie bei der
B._
bis
zum
31. März 2021
angestellt gewesen sei (
Urk.
1 S. 4).
Ihrem Arbeits
zeugnis vom 1
6.
Februar 2021 (
Urk.
3/2) könne entn
om
men werden, dass sie im von der
B._
betrie
benen Café «
D._
» ein geregeltes Arbeitspensum gehabt habe.
Die Be
triebe der
B._
seien
allerdings
ab dem 2
2.
Dezember 2021
(richtig: 2020)
wegen der
«
Corona Krise» geschlossen worden.
Deswegen habe sie nach ihrem letzten Arbeits
ein
satz vom 1
9.
Dezember
2020 nicht mehr im Café «
D._
» arbeiten können (
Urk.
1 S. 5).
Dazu ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin g
emäss dem Arbeitsvertrag vom 2
9.
Juli 2020
bei der
B._
im Stundenlohn als Mitarbeiterin mit unregelmässigem Arbeitspensum angestellt
war
(
Urk.
7/
18/2). Das Arbeitsverhältnis wurde
sodann
seitens Arbeit
geberin am 12. Februar 2021
per 3
1.
März 2021 gekündigt. Die Kündigung wurde mit der schwierigen finanziellen Lage des Unternehmens aufgrund der Covid-19-Pande
mie begründet
(
Urk.
7/
18/1).
Es ist ferner zu berücksichtigen, dass der Bun
desrat mit der Änderung der Verordnung über Massnahmen in der beson
deren Lage zur Bekämpfung der Covid-19-Epidemie vom 18. Dezem
ber
2020 den Be
trieb von
Restaura
tions
-, Bar- und Club
betrieben sowie von Diskotheken und Tanzlokalen mit Wirkung ab 22. Dezember 2020 um 00.00 Uhr verboten hatte (Art. 5a Abs. 1
dieser Verordnung). Die von der Beschwerdeführerin be
schriebe
nen Folgen dieser behördlichen Massnahme sind somit nach
vollziehbar: Wenn das Café «
D._
» ab dem 22. Dezember 2020 geschlossen bleiben musste, konnte die
B._
die Beschwerdeführerin dort ab jenem Tag auch mehr nicht als Mitarbeiterin Service/Bar (Urk. 3/2) einsetzen. Es stellt sich die Frage, welche Auswirkungen dies auf die hier zu prüfende Frage nach der Erfüllung der Bei
trag
s
zeit hat. Zur Milderung der wirtschaftlichen Folgen der von behördlichen Massnahmen zur Bekämpfung des
Coronavirus
betroffenen Per
sonen wurden dem Bundesrat mit dem Bundesgesetz über die gesetzlichen Grundlagen für Ver
ord
nun
gen des Bundesrates zur Bewäl
tigung der Covid-19-Epidemie vom 2
5.
September
2020 (Covid-19-Gesetz, SR 818.102) unter anderem auch im Be
reich der Arbeitslosen
versicherung zahlreiche Kompetenzen eingeräumt (vgl. Art. 17 des Covid-19-Gesetzes). Vom Erfordernis der Erfüllung der Beitragszeit wurde aber weder im Covid-19-Gesetz noch in der vom Bundesrat erlassenen Ver
ord
nung über Mass
nahmen im Bereich der Arbeitslosenversicherung im Zusam
menhang mit dem
Coronavirus
(Covid-19; Covid-19-Verordnung Arbeits
lo
sen
versicherung, SR 837.033) ab
gewichen.
Daher
gilt auch vorliegend die in E. 1.4.3 dargelegte Praxis, wonach
jene Kalendermonate innerhalb des Arbeits
verhältnisses, in denen die versicherte Person an gar keinem Tag gearbeitet
hat
, nicht als Beitragsmonate zu berücksichtigen sind.
Da
die Beschwerdeführerin im Februar und März 2021 trotz formell bis zum
31. März 2021
weiterbestehendem Arbeitsverhältnis mit
der
B._
keine
n Arbeitseinsatz geleistet hat, kön
nen
ihr für diese beiden Monate keine Beitragszeiten angerechnet werden.
Die Zeiten, in welchen die Beschwerde
führerin nicht im Café «
D._
» arbeiten konnte, weil dieses wegen einer Anordnung des Bundesrates ab dem 22. Dezem
ber 2020 geschlossen bleiben musste,
fallen
auch nicht
unter einen der in
Art. 13 Abs. 2 AVIG
aufgeführten Tatbestände, welche
der Beitragszeit gleichgestellt werden.
Soweit die
Beschwerdeführerin
schliesslich geltend macht, das Unterneh
men
B._
habe für sie zu Unrecht keine Kurzarbeitsentschädigung beantragt und ihr stattdessen gekündigt, betrifft dies eine
n
Streitpunkt, der nicht Gegenstand des
vorliegenden
V
erfahrens bildet
. Immerhin ist die Beschwerde
führerin darauf hinzuweisen, dass
gemäss
Art. 8
f
der
C
ovid-19-Verordnung Arbeits
losen
versicherung
(in der rückwirkend ab 1. September
2020
bis
zum 30.
September
2021
geltenden Fassung)
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf Ab
ruf, deren Beschäftigungsgrad starken Schwankungen unterliegt (mehr als 20
%),
zwar in
Abweichung von
Art.
31
Abs.
3
lit
. a und Art.
33 Abs.
1
lit
.
b AVIG
grundsätzlich
ebenfalls
Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung
hatt
en
; dies setzte jedoch voraus, dass die versicherte Person
seit mindestens
sechs
Monaten unbefri
stet in dem Unternehmen arbeitet
, das Kurzarbeit anmeldet
.
Die Berechnung
der Beitragszeit durch die
Beschwerdegegnerin gibt
auch im Übrigen
zu keinen Beanstandungen Anlass.
Anzufügen ist, dass das Aufrunden der als Beitragszeit anrechenbare
n
Kalender
tage auf die gesetzliche Mindestbei
tragszeit nicht zulässig
ist
, auch wenn diese nur um den Bruchteil eines Tages nicht erreicht wird
(BGE 122 V 256
E. 3c; Urteil des Bundesgerichts 8C_541/2020 vom 21. Dezember 2020 E. 5.3.6 mit weiteren Hinweisen).
Gründe für e
ine An
rechnung von der Ausübung einer beitragspflichtigen Beschäftigung gleichge
stellten Zeiten (Art. 13 Abs. 2 AVIG)
sind
vorliegend nicht
gegeben
.
Die anre
chenbare Beitragszeit beträgt
somit
11.887 Monate.
2.4
Schliesslich
liegen auch keine
Gründe im Sinne von Art. 14 Abs. 1 AVIG vor, welche die Beschwerdeführerin während insgesamt mehr als zwölf Monaten da
ran gehindert hätten, die Beitragszeit zu erfüllen
. Mit
den
Ausführungen zu ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigung
macht die Beschwerdeführerin nicht einen Befreiungsgrund «Krankheit» (Art. 14 Abs. 1
lit
. b AVIG) geltend.
Im
Arztzeugnis
, auf das
sie
sich beruft, wird keine allgemeine Arbeitsunfähigkeit, sondern ein
e
verminderte Belastbarkeit der Wirbelsäule
attestiert
(Urk. 7/6/1). Es
wurde
von der Beschwerdegegnerin verlangt um
zu beurteilen, ob
die
Auflösung des Arbeits
verhältnisses
be
im Verein C._
durch die Beschwerdeführerin
(
Urk.
7/6,
Urk.
7/16)
als
selbstverschuldete Arbeitslosigkeit
zu qualifizieren ist
, die zu einer Einstellung in der Anspruchsberechtigung führen würde
.
Daher ist auch nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Ent
scheid nicht mehr darauf eingegangen ist, denn die Frage, ob eine selbstverschul
dete Arbeitslosigkeit vorliegt, stellt sich nur dann, wenn die Anspruchsberechti
gung gegeben ist.
Es finden sich sodann auch keine Hinweise dafür, dass sich die Beschwerdeführerin - nebst dem
als Beitragszeit
berücksichtig
t
en
sechsmonati
gen
Praktikum
an der A._
(E. 2.2-2.3) - in der Rah
menfrist für die Beitragszeit
(ausschliesslich)
ihrer Ausbildung gewidmet hat.
2.5
Bei einer
anrechenbare Beitragszeit von 11.887 Monaten (E. 2.3) ist die Voraus
setzung einer Beitragszeit von 12 Monaten (E. 1.2) während der Rahmenfrist für die Beitragszeit vom 22. September 2019 bis 21. September 2021 (E. 2.1) nicht erfüllt. Somit hat die Beschwerde
führerin
ab dem 2
2.
September
2021
kein An
spruch auf Arbeitslosenentschädigung (E. 1.1).
3.
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde, soweit
auf sie einzu
treten ist.