Decision ID: 812e8db9-de01-51e0-a187-39e582a490ae
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1975, arbeitete seit dem
1.
Oktober 2010 bei der
Z._
AG, als Bauhilfsarbeiter
, als er sich
am
7.
Februar 2014 beim Reinigen einer Mischmörtelpumpe den linken Arm einklemmte und ver
letzte
(
Urk.
7/4/49
,
Urk.
7/4/53
,
Urk.
7/4/95,
Urk.
7/4/121
)
.
Unter Hinweis auf
diesen
Unfall
meldete sich
der Versicherte
am
2
7.
Mai 2014
bei der Invaliden
versicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/1
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab, zog Akten de
s Unfallversicherers
b
ei (
Urk.
7/4,
Urk.
7/19,
Urk.
7/22-25,
Urk.
7/28
) und
sprach
dem Versicherten
nach durchgeführtem
V
orbescheidver
fahren
(
Urk.
7/32
;
Urk.
7/40
)
mit Verfügung vom
3.
Mai 2018 bei einem Inva
liditätsgrad von
100
%
eine
vo
n
Februar 2015 bis Februar 2017
befristete
ganze Rente zu (
Urk.
7/5
2
=
Urk.
2).
2.
Der Versicherte erhob am
6.
Juni 2018
(Datum des Poststempels)
Beschwerde
gegen die Verfügung vom
3.
Mai 2018
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzu
heben und es sei
ihm
eine
(sinngemäss unbefristete)
volle Invalidenrente zuzu
sprechen
, eventuell sei
ein medizinisches Gutachten in Auftrag zu geben
(
Urk.
1 S. 2
oben
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
1
1.
Juli 2018
(
Urk.
6
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am
3.
Juli 2019
zur Kenntnis gebracht (
Urk.
8
).
3.
Die Suva sprach dem Versicherten mit
Einspracheentscheid
vom
4.
Oktober 2017
(
Urk.
7/28
) eine Integritätsentschädigung bei einer Integritätseinbusse von
50
%
und ab dem
1.
Februar 2017
eine Invalidenrente auf der Basis einer Erwerbsun
fähigkeit von
28
%
zu
(vgl. Verfügung vom 2
0.
Dezember 2016,
Urk.
7/23)
. Die dagegen erhobene Beschwerde wurde mit Urteil des hiesigen Gerichts vom
2
4.
September 2018
abgewiesen (Prozess Nr. UV.
2017.00250
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG
).
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversi
cherung,
IVG)
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leis
tung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung (BGE 125 V 413 E. 2d;
Urteil des Bundesgerichts 8C_780/2007 vom 27. August 2008 E. 2.3; vgl. Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflag
e 2014,
Rn
11 zu Art. 30–31
). Rechtsprechungsgemäss bildet eine solche Verfügung insgesamt den Anfechtungs- und Streitgegenstand und unterliegt integral der gerichtlichen Prüfung, selbst wenn nur einzelne Punkte davon bestritten sind (vgl. BGE
131
V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_440/2017 vom 25. Juni 2018 E. 5.1 [in BGE 144 V 153 nicht publiziert] und 9C_50/2011 vom 25. Mai 2011 E. 2.1).
Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine abgestufte oder befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Abstufung oder die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen
Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert blieben. Die gerichtliche Prü
fung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise gereg
elten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Abstufung oder Aufhebung der Rente zu erfassen (BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; Urteile des Bundesgerichts 8C_765/2007 vom 11. Juli 2008 E. 2 und I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen). Dabei ist in anfechtungs- und streitge
gen
ständlicher Hinsicht irrelevant, ob eine rückwirkende Zusprechung einer abge
stuften oder befristeten Invalidenrente in einer oder in mehreren Verfü
gungen gleichen Datums eröffnet wird (BGE 131 V 164 Regeste; Urteil des Bundesge
richts 8C_489/2009 vom 23. Okt
ober 2009 E. 4.1 mit Hinweis).
1.4
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Bestim
mungen (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a IVV) analog anzuwenden (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_399/2016 vom 18. Januar 2017 E. 4.8.1). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Ände
rung der tatsächlichen Verhältnisse eingetreten und damit der für die Abstufung oder Befristung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt des Rentenbeginns mit demjenigen im – nach Massgabe des analog anwendbaren Art. 88a Abs. 1 IVV festzusetzenden – Zeitpunkt der Anspruchsänderung (vgl. BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis
).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
be
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.
6
Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kommt nach der Rechtsprechung Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nach
vollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hi
nweis auf BGE 125 V 351 E. 3b
/
ee
). Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseignung kommt den Be
richten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44
ATSG vom Versicherungsträger veranlassten Gutachten unabhängiger Sachver
ständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssig
keit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Ab
klärungen vorzune
hmen (BGE 142 V 58 E. 5.1; 139 V 225 E. 5.2;
135 V 465 E. 4.4
und E. 4.7
).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung
(
Urk.
2)
gestützt auf die medizinischen Abklärungen davon aus, dass
der
Beschwerdeführer
seit
dem Unfall vom
7.
Februar 2014 in seiner Arbeitsfähigkeit erheblich einge
schränkt
sei und sowohl die Ausübung der bisherigen als auch die Ausübung einer an
gepassten Tätigkeit nicht zumutbar gewesen sei. Seit der kreisärztlichen Unter
suchung vom 1
1.
November 2016 könne in einer angepassten Tätigkeit wieder
von einer Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden, weshalb kein Anspruch mehr a
uf eine Rente bestehe. Gemäss Rechtsprechung würden die
Einhändigkeit
und die Beschränkung der dominanten Hand als
Zudienhand
die Verwertung der Arbeits
fähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt erschweren. Trotzdem würden
genügen Betätigungsmöglichkeiten für derartig beeinträchtigte Personen bestehen
. Ein Lohnabzug beim Einkommen mit gesundheitlicher Einschränkung von 25
%
sei gerechtfertigt. Als zumutbare Tätigkeiten
kämen
einfache Überwachungs-,
Prüf- und Kontrolltätigkeiten sowie die Bedienung und Überwachung von (halb-)
automatischen Maschinen oder Produktionseinheiten, die nicht den Einsatz beider Arme und beider Hände voraussetzen würden, in Frage (S. 3). Die fehlende berufliche Ausbildung und die mangelnden Deutschkenntnisse hätten nichts mit der gesundheitlichen Einschränkung zu tun, weshalb diese bei der Invaliditätsbe
messung nicht berücksichtigt worden sei (S. 4 oben).
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführerin auf den Standpunkt (
Urk.
1),
er sei nicht mehr in der Lage einer Arbeitstätigkeit nachzugehen. Seit dem Unfall befinde er sich in medizinischer Behandlung. Die Prognosen seien schlecht. Er be
streite, dass er in einer angepassten Tätigkeit eine hypothetische residuale Ar
beits
fähigkeit verwerten könne. Sämtliche Mediziner wie auch die Suva würden davon ausgehen, dass er nicht mehr in seinem angestammten Beruf oder in einem Beruf auf dem Bau arbeiten könne (S.
4
). Er gelte als Einarmiger. Als Linkshänder bleibe ihm nur noch der Gebrauch des rechten Armes übrig. Die Feinmotorik dieses Armes sei jedoch durch die persistierenden Schmerzen stark beeinträchtigt. Er sei 42 Jahre alt, habe keine Ausbildung und spreche kein Wort Deutsch.
Gemäss Aussage der Stiftung
A._
gebe es auf dem Arbeits
markt nur sehr wenige Tätigkeiten, die von einer Person mit seinem Profil durch
geführt werden könnten und die wirtschaftlich nachhaltig seien. Meistens stünden
für Leute wie ihn nur einige
Minipensen
zu sehr tiefen Lohnbedingungen zur Ver
fügung. Von einer angepassten Tätigkeit, die es ihm erlauben sollte, seinen Lebensunterhalt zu finanzieren, sei hier kaum die Rede
(S. 5)
. Die Frage sei, ob ein potentieller Arbeitgeber ihn in Anbetracht seines eingeschränkten Tätigkeits
profils und der noch bestehenden Fähigkeiten tatsächlich einstellen würde (S.
6 oben
). Es werde sich kaum ein Arbeitgeber finden lassen, der ihn einstellen würde. Aus Sicht des RAV sei er nicht vermittelbar.
Es sei nicht anzunehmen,
dass er in der Lage sein solle, als unausgebildeter, unter konstanten Schmerzen leidender Einarmiger, ohne dominanten Arm, so viel wie vor dem Unfall zu erwirtschaften
(S.
6 Mitte
)
.
Die Beschwerdegegnerin bewerte den Fall lediglich aus dem Gesichts
punkt der fehlenden Funktion eines Gliedes (linker Arm) und übersehe dabei gänzlich, dass er
zum einen
an starken, persistierenden und pulsierenden Schmer
zen leide, welche die Leistungsfähigkeit auf ein Minimum reduzieren würden, und
zum anderen
, alltäglich mit einem lahm hängenden Unterarm auskommen müsse
(S.
6 unten f.)
.
Kombiniere man alle Leidenselemente, verstehe man viel besser, warum eine Wiederaufnahme der Arbeit zurzeit utopisch sei. Er sei vollum
fäng
lich arbeitsunfähig und werde es in Zukunft auch bleiben.
Ein Invaliditätsgrad von 27
%
würde
des Weiteren
das Recht auf berufliche Eingliederungsmass
nah
men eröffnen (S. 7).
2.3
Strittig und zu prüfen ist somit, wie es sich mit der Arbeitsfähigkeit
des
Beschwerdeführer
s
verhält und ob die
Rentenbefristung rechtens war.
3.
3.1
Am
7.
Februar 2014 wurde der Beschwerdeführer
laut Suva-Unfallrapport vom 1
2.
Mai 2014
beim Reinigen einer Mischmörtelpumpe in das Mischwerk gezogen und erlitt dadurch eine subtotale A
mputation des linken Unterarms.
Er war daher vom
7.
bis 1
7.
Februar 2014 im
B._
hospitalisiert und wurde mehrfach operiert (
Urk.
7/4/28-29
,
Urk.
7/4/49,
Urk.
7/4/53,
Urk.
7/4/95,
Urk.
7/4/121
).
3.2
Die Ärzte der Rehaklinik
C._
berichteten am 1
8.
April 2014 (
Urk.
7/4/63-65 =
Urk.
7/8/6-8 =
Urk.
7/13/6-8
=
Urk.
7/19/188-190 =
Urk.
7/22/318-320
) von einer stationären Rehabilitation vom 1
7.
Februar bis 1
1.
April 2014 und nannten als Diagnosen eine subtotale Amputation des Unterarms proximal links (beid
händig dominant). Bei Austritt hätten folgende Probleme bestanden:
E
in vermin
derter Arm-/Handeinsatz links (der Beschwerdeführer trage einen massgefertigten Kompressionshandschuh), Einschränkungen in Aktivitäten des täglichen Lebens
sowie spärliche Deutschkenntnisse (S. 1). Die stationäre Rehabilitation sei im Wes
entlichen komplikationslos mit zeitgerechter Wundheilung und guter lokaler Abschwellung sowie zunehmender Hand- und Handgelenksfunktion links ver
laufen. Bei Klinikaustritt habe eine
Fallhand
und ein i
n
kompletter Faustschluss links bestanden. Elektromyographisch sei eine
axonale
Schädigung des
N.
media
nus
und des
N.
radialis
bestätigt worden. Zu erwähnen sei, dass die Untersuchung durch Narben und Wunden zum Teil erschwert gewesen sei und möglicherweise ein Teil der Paresen durch lokale Muskelläsionen mitbedingt gewesen seien (S. 2 Mitte).
Die aktuelle Tätigkeit als (angelernter) Bodenleger sei nicht mehr zumutbar und es bestehe ab dem 1
1.
April 2014 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (S. 1 unten). Auch andere berufliche Tätigkeiten seien aktuell nicht zumutbar (S. 2 oben).
3.3
Die Ärzte des
B._
, Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie, führten im Bericht vom
1.
Juli 2014 (
Urk.
7/19/98-99 =
Urk.
7/22/230-231
) aus, bei Status
nach subtotaler Amputation des linken Unterarms zeige sich eine komplette
axonale
Schädigung des
N.
interosseus
posterior
, was gut zum klinischen Bild einer noch erhaltenen, radialen Extensionsbewegung des Handgelenks passe. Zu
sätzlich bestehe eine schwere, aber nicht komplette
Medianus
-Läsion am Unter
arm, wobei die Sensibilität partiell intakt sei und sich auch die Motorik zu erholen scheine, wobei die laterale
Thenarmmuskulatur
noch
dennerviert
sei (S. 2).
3.4
Die Ärzte des
B._
berichteten am 1
9.
August 2014 (
Urk.
7/19/63-64 =
Urk.
7/19/83
-84 =
Urk.
7/19/87-88 = 7/22/192-193 =
Urk.
7/22/213-214 =
Urk.
7/22/217-218 =
Urk.
7/58/3-4
) über eine
Hospitalisation
vom 1
4.
bis 1
6.
August
2014 und nannten als Diagnose einen störenden
Radialisausfall
bei Status nach subtotaler Amputation Unterarm proximal links am
7.
Februar 2014 (S. 1). Die Ärzte berichteten weiter von einem problemlosen
peri
- und postope
ra
tiven Verlauf (S. 2).
3.5
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Neurologie,
B._
, berichtete am
2.
Dezem
ber 2014 (
Urk.
7/19/8-9 =
Urk.
7/19/40-41 =
Urk.
7/22/138-139 =
Urk.
7/22/171-172
) von einer neurologischen und elektrodiagnostischen Untersuchung und führte
dazu aus, im Vordergrund der Beschwerden stünden aktuell brennende, elektri
sierende Missempfindungen im Bereich der Finger I, II und III sowie radial IV der linken Hand, sowie Missempfindungen und Schmerzen am medialen Unterarm radialer Unterarm
dorso
-proximal und bei Dehnbewegungen am radialen Hand
gelenk. Es bestünden starke Überempfindlichkeiten und Berührungsschmerzen. Durch die bisherige Behandlung mit
Lyrica
und
Capsaicin
sei es nicht zu einer relevanten Besserung gekommen (S. 1). Es bestünden
Reinnervations
-Neuralgien des
N.
medianus
mit Hyperalgesie im
Medianusversorgungsgebiet
. Erfreulicher
weise
könne neurographisch zur Voruntersuchung nun eine
Reinnervation
im
Be
reich des
Thenars
objektiviert werden. Es bestünden belastungsabhängige Hand
gelenksschmerzen sowie
neuralgiforme
Schmerzen im Sinne einer
Irrititations
neuralgie
des
N.
cutaneus
antebrachii
medialis
, eines
Radialis
Astes, sensibel am proximalen
dorso
-radialen Unterarm sowie des R.
superficialis
N.
radialis
bewe
gungsabhängig (S. 2).
3.6
Die Ärzte des
B._
, Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie, berichteten am 2
9.
Januar 2015 (
Urk.
7/22/85-86 =
Urk.
7/22/118-119 =
Urk.
7/22/126-127 =
Urk.
7/58/7-8
) von einer
Hospitalisation
vom 1
8.
bis 2
1.
Januar 2015 und nannten als Diagnose eine
Synostose
radiounal
proximal links bei Status nach
subtotaler Amputation Unterarm proximal links am
7.
Februar 201
4.
Dazu führten
sie aus, der Beschwerdeführer
berichte
über eine weiterhin bestehende, unverän
derte linksseitige Arm- und Handschwäche ab Ellenbogenregion und
Sensibiliäts
verlust
an den Fingerkuppen der ersten drei Finger. Weiterhin leide er unter einer stark ausgeprägten Hyperästhesie am gesamten linken Unterarm mit Ausnahme eines zirka 2 mal 2 Zentimeter grossen Areals an der distalen
Ulna
(S. 1). Der
perioperative
Verlauf habe sich komplikationslos gestaltet. Am ersten postopera
tiven Tag habe eine Bestrahlung durch die Kollegen der Radio-Onkologie statt
gefunden. Es bestehe vom 1
9.
Januar bis
1.
Februar 2015 eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit (S. 2).
3.7
Dr.
D._
(vorstehend E.
3.5) führte im Bericht vom 2
4.
Februar
2015 (
Urk.
7/22/101-102
) aus, seit der letzten neurologischen Untersuchung sei es zu zunehmenden Schmerzen im Bereich der linken Hand gekommen. Es bestehe eine Überempfindlichkeit bei geringsten Berührungen. Im Wesentlichen bestehe ein unveränderter neurologischer Befund. Neu bestünden eine ausgeprägte Hyper
ästhesie und neuropathische Schmerzen bei Berührungen an den
Medianus
-Fingern links. Die neuropathischen Schmerzen seien im Rahmen einer
Reinner
vation
zu interpretieren (S. 1).
3.8
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trauma
to
logie des Bewegungsapparates und für Handchirurgie,
B._
, führte im Bericht vom 1
1.
Mai 2015 (
Urk.
7/22/70-71
) nach handchirurgischer Sprechstunde aus, er habe heute den Beschwerdeführer nochmals kontrolliert. Er habe ihm erklärt, dass im Moment keine deutliche chirurgische Indikation bestehe, um die Situation verbessern zu können. Ein Eingriff am distalen Radio-
Ulnargelenk
würde nicht mit Sicherheit eine verbesserte schmerzfreie Pronation/
Suspination
erbringen. Es stelle sich also die Frage, ob es überhaupt eine Indikation für eine chirurgische Intervention gebe, da noch neuropathische Schmerzen im Vordergrund stünden, die noch verbessert werden müssten (S. 2).
3.9
Im Sprechstundenbericht vom
2.
Juli 2015 (
Urk.
7/22/57-58
) führte
Dr.
E._
(vorstehend E. 3.8) aus, es zeige sich eine Verschlechterung der neuropathischen Schmerzen und der Hypersensibilität der Hand im Bereich des
N.
medianus
. Der Beschwerdeführer habe ein deutliches
Tinel
-Zeichen, genau an der distalen Grenze des Karpaltunnels, proximal davo
r
nicht. Er zeige eine Schonhaltung («
Über
schützung
») und die Finger seien etwas steifer und geschwollen. Das
Tinel
-Zeichen an der anatomischen
Tabatière
sei ein Zeichen der Regeneration des
Ramus
superficialis
des
N.
radialis
. Dies sei ein gutes Zeichen und der Beschwer
deführer verspüre dort auch keine neuropathischen Schmerzen. Nach Rück
sprach
e mit
Dr.
D._
seien sie der Meinung, dass es sich um ein ganz untypisches CRPS, eine Kompression des
N.
medianus
am Karpaltunnel oder aber um wieder
holte Schmerzen aufgrund der
Reinnervation
, welche allenfalls noch nicht das Ende der Finger erreicht mögen habe, handeln könnte (S. 1 unten f.).
3.10
Dr.
D._
(vorstehend E. 3.5) führte nach elektrodiagnostischer Untersuchung am 1
8.
August 2015 (
Urk.
7/22/44-45
) aus, klinisch und vor allem elektrodiag
nos
tisch sei es zu einer deutlichen Besserung der Befunde zum Vorzustand ge
kommen mit
Reinnervation
der
Interosseus
anterior
-Anteile sogar des lateralen
Thenars
mit hier praktisch normaler
Trophik
. Elektrodiagnostisch zeige sich eine weitere Besserung der Befunde. Ob tatsächlich ein relevantes Carpaltunnel
syn
drom vorliege oder nicht sei schwierig zu determinieren. Für eine Kompression des
N.
medianus
am Handgelenk links spreche der klinische Befund mit ausge
prägtem
Tinel
-Zeichen auf dieser Höhe, relativ die elektrodiagnostischen Befunde mit nur leichter distal motorischer Latenz, dagegen allerdings die Tatsache, dass es zwischenzeitlich zu einer sehr guten Erholung mit neu auch sensiblen Poten
tialen gekommen sei. Im Nerven-Ultraschall könne eine fokale
Auftreibung
des
N.
medianus
proximal des Carpaltunnels nicht nachgewiesen werden. Da ein Carpaltunnel-Syndrom durchaus die Beschwerden erklären könnte, wäre er unter Zusammenschau der klinischen Befunde und der elektrodiagnostischen Indika
tionsstellung für eine Carpaltunnel-Spaltung eher grosszügig (S. 2).
3.11
Dr.
E._
(vorstehend E.
3.8) führte im Bericht vom 1
6.
Dezember
2015 (
Urk.
7/22/19-20
) aus, am
2.
September 2015 sei linksseitig eine Carpaltunnel-
Spaltung durchgeführt worden, jedoch seien die neuropathischen Schmerzen nicht
relevant besser geworden. Der Beschwerdeführer klage immer noch
über
Kribbel
parästhesien und elektrisierende Schmerzsensationen im Bereich der linken Hand. Die Beweglichkeit im Bereich der Langfinger der linken Hand sei komplett, volle Streckung und Beugung sei
en
möglich, auch mit Schmerzen. Die Beweglichkeit des Daumens sei vermindert. Insgesamt glaube er, dass die konservativen Mass
nahmen etwas gebracht hätten, mehr als die
chirurgische Carpaltunnel-Spal
tung. Er sehe keine Indikation für weitere chirurgische Interventionen (S. 1).
3.12
Die Ärzte des
B._
, Physiotherapie Ergotherapie, führten im Abschlussbericht der Handtherapie vom 1
8.
Februar 2016 (
Urk.
7/22/5-8
) aus, es bestünden elektrisie
rende Schmerzen bei Berührung (
Allodynie
) im von
N.
medianus
,
N.
ulnaris
und
N.
radialis
innervierten Hautgebiet der linken Hand. Das hindere den Beschwer
deführer daran, die neu gewonnenen Funktionen der linken Hand, Handgelenk und Ellbogen im Alltag einzusetzen. Der Beschwerdeführer berichte, die linke Hand im Alltag nicht einsetzen zu können. Schmerzen bestünden sowohl in Ruhe, wie auch bei Bewegung von Fingern, Daumen und Handgelenk.
3.13
Dr.
D._
(vorstehend E.
3.5) führte im Bericht vom 1
1.
April
2016 (
Urk.
7/25/19-20 =
Urk.
7/25-29-30
) nach elektrodiagnostischer Untersuchung im Wesentlichen aus, der Beschwerdeführer leide unverändert an starken Schmer
zen und einer starken Berührungsempfindlichkeit seiner ganzen linken Hand. Die einzige Intervention, die eine gewisse Linderung bringen würde, sei die Elektro
stimulation (S. 1). Im Vergleich zur Voruntersuchung vom 1
8.
August 2015 habe sich nun ein vollständiges Bild eines CRPS der linken Hand mit schwerster
Hyper
pathie
und
Allodynie
bei bereits geringsten Berührungen im Bereich der linken Handfläche entwickelt. Elektrodiagnostisch würden sich weitgehend unverän
derte Befunde einer normalen
Medianus
- und
Ulnaris
-Neurographie zeigen. Im Nerven-Ultraschall stelle sich der
N.
medianus
normal dar. Der R.
superficialis
könne im Narbenbereich insbesondere an der Lokalisation wo das
Tinel
-Zeichen am stärksten sei, technisch bedingt nicht lokalisiert werden. Unter Zusammen
schau des bisherigen Verlaufs sei nicht davon auszugehen, dass durch irgend
welche nervenchirurgischen Eingriffe wie Neurom-Chirurgie am R.
superficialis
irgendeine relevante Verbesserung der aktuellen Beschwerden erreicht werden könne.
3.14
Die Ärzte des
B._
, Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie, berichteten am 1
5.
August 2016 (
Urk.
7/25/38-39
) über eine
Hospitalisation
vom
8.
bis
9.
August 2016 und führten aus, wegen persistierender Schmerzen dorsal über dem distalen Unterarmdrittel sei bei
sonographisch
nachgewiesenem Ganglion im Bereich des zweiten Strecksehnenfaches die Indikation zur Exstirpation gestellt worden. Der Beschwerdeführer leide unverändert an starken Schmerzen und einer starken Berührungsüberempfindlichkeit seiner ganzen linken Hand (S. 1). Der postoperative Verlauf habe sich unauffällig gestaltet (S.
2).
3.15
Dr.
med.
F._
, Fachärztin für Chirurgie, nannte in der kreisärztlichen Untersuchung vom 1
1.
November 2016 (
Urk.
7/25/62-70
) folgende Diagnosen (S.
7):
-
persistierende Schmerzen und eingeschränkte Handfunktion/
Unterarm
funktion bei:
-
Status nach subtotaler Amputation des linken Unterarms proximal Februar 2014 mit
Readaptation
-
Status nach verkürzender Osteosynthese Februar 2014
-
Status nach Sehnentransfer zum Extensor
pollicis
longus
FCU
und EDC August 2014
-
Status nach Plattenentfernung,
Neurolyse
N.
medianus
, Nervennaht
Ramus
superficialis
N.
radialis
Januar 2015
-
Status nach offener Karpaltunnelspaltung links September 2015
-
Status nach
Tenolyse
EPL
links und Ganglienexstirpation August 2016
-
im Verlauf Entwicklung eines CRPS im Bereich des linken Unterarms/ Hand
Dazu führte
Dr.
F._
aus, die klinische Untersuchung sei zur Beurteilung der Abschlussmodalitäten erfolgt. Entsprechend den vorliegenden Unterlagen habe der Beschwerdeführer am
7.
Februar 2014 bei der Arbeit die oben dokumentierte Verletzung erlitten. Die Erstbehandlung sowie darauffolgende dokumentierte mul
ti
ple Operationen seien im
B._
erfolgt. Des Weiteren sei eine engmaschige Betreuung und Überwachung durch
Dr.
D._
erfolgt, wobei bei der letzten neu
rologischen Untersuchung im April 2016 weitgehend unveränderte Befunde im Vergleich zu August 2015 erhoben und in Zusammenschau von weiteren opera
tiven Revisionen abgeraten worden sei. Es sei die Fortführung der TENS-Behand
lung sowie die Indikation zu einem Nervenstimulator zu überprüfen empfohlen worden. Der Beschwerdeführer gebe anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung an, dass er durch die Entfernung des Ganglions nicht profitiert habe, er sei zurzeit in keiner Behandlung und führe die Therapie mit dem TENS-Gerät und die Gel-Applikation eigentätig durch. Gesamthaft habe sich in seinen Augen in den letzten Wochen/Monaten keine wirkliche Veränderung ergeben (S. 7 unten).
Bei der heutigen klinischen Untersuchung stelle sich der Beschwerdeführer in einem guten Allgemein- und Ernährungszustand vor. Die gesamte Anamnese sei durch das Schmerzerleben und Fokussierung auf den linken Unterarm geprägt. Eine wirklich klinische Untersuchung des linken Unterarms sei heute im Rahmen der kreisärztlichen Untersuchung nicht möglich gewesen. Der Beschwerdeführer toleriere überhaupt keine Berührung, obwohl er während der Anamnese eine Bandage ohne vermehrte Schmerzäusserung mehrmals an- und ausziehe. Ver
gleiche man das heutige Verhalten des Beschwerdeführers mit dem in den Be
richten von
Dr.
G._
und
Dr.
D._
, so sei es nicht kongruent. Auch während der Anamnese seien die Angaben des Beschwerdeführers nicht immer stimmig gewesen. Einerseits werde angegeben, dass die Ehefrau alles für ihn mache, während dann im Weiteren angegeben werde, dass er zwei Nachbarinnen habe, die ihn sehr unterstützen würden und er mittlerweile von der Ehefrau getrennt lebe.
Inspektorisch
seien die Fingernägel an beiden Händen seitengleich gepflegt
und seitengleich kurz geschnitten, die Pflege würde er selbst durchführen. Auf
grund der etwas inkongruenten Angaben, und da vom Beschwerdeführer keine Berührung/passive Untersuchung toleriert werde, stütze sie ihre weitere Beurtei
lung der Gesamtsituation auf die Untersuchungsbefunde von
Dr.
G._
sowie
Dr.
D._
. Da sich in den letzten Wochen/Monaten keine Veränderung der Situation auch in den Augen des Beschwerdeführers ergeben habe und von den behandelnden Ärzten keine weiteren Therapieoptionen sowie operative Revision empfohlen worden seien, könne man gesamthaft von einem stationären Zustand ausgehen (S. 8 oben).
In Gesamtschau der vorliegenden Berichte und der heutigen kreisärztlichen Unt
er
suchung sei der Beschwerdeführer als
Einhänder
einzuschätzen. Entspre
chend sei eine Tätigkeit nur mit der rechten Hand ausführbar. Eine zeitliche Einschränkung liege bei der postulierten
Einhändigkeit
nicht vor, der Beschwerdeführer sollte lediglich die Möglichkeit haben, in der Mittagspause das TENS-Gerät zu nutzen, da gemäss vorliegenden Berichten die Behandlung mit dem TENS-Gerät zu einer Schmerzreduktion über vier bis sechs Stunden führe. Eine zeitliche Einschrän
kung sei nur dann zu postulieren, wenn der linke Unterarm
oder die linke
Hand als Haltehand fungiere, sodass dann zusätzlich alle Stunden eine Pause von 10 Minuten von Nöten wäre (S. 8 Mitte).
Die dokumentierte Funktionseinschränkung des linken Unterarms bei Status nach subtotaler Amputation sei nachvollziehbar und unfallkausal (S. 8 unten).
3.16
Zur Behandlung der chronischen Schmerzen erfolgte am 1
3.
März 2017 im
B._
, Institut für Anästhesiologie, eine Erstkonsultation (
Urk.
7/39/3-4
). Die Ärzte des
B._
führten dazu aus, die ausgedehnten Schmerzen mit
Allodynie
des linken Unterarms seien vereinbar mit einer Neuropathie, wobei der Beschwerdeführer klinisch kaum untersuchbar gewesen sei. Die Ausdehnung und Funktionsein
schränkung der Hand bei normalen ENMG-Befunden des
N.
medianus
und
ulnaris
zusammen mit der objektivierbaren Hypersudation seien vereinbar mit einem CRPS oder sympathisch unterhaltener Schmerzproblematik. Der Beschwerde
füh
rer stehe aufgrund der vielen Voroperationen invasiven Therapiemöglichkeiten aktuell skeptisch gegenüber. Mit dem Beschwerdeführer sei deshalb zunächst eine Medikamentenaustestung besprochen worden und sie würden anschliessend diagnostische Nervenblockaden durchführen. Bei Verdacht auf eine sympathische Komponente (
Sudomotorik
) könne eine Ganglion
Stellatum
-Blockade erfolgen, welche bisher nicht thematisiert worden sei.
3.17
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Chirurgie und für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), führte in der Stellungnahme vom
9.
Oktober 2017 (
Urk.
7/30/5-7) aus, beim
Beschwerdeführer
bestehe
eine funktionelle
Einhändigkeit
. Für die linke Hand
bestehe
dauerhaft eine hochgradige, schmerzhafte Funktionseinschränkung. Ein Endzustand
sei
erreicht. Die angestammte Tätigkeit als Bodenleger
sei
nicht mehr zumutbar. In einer angepassten Tätigkeit
könne
aus versicherungsmedizinischer Sicht mindestens
eine
80%
ige
Arbeitsfähigkeit angenommen werden. Die Ein
schränkung von 20%
sei
durch einen höheren Pausenbedarf
bedingt.
Für Tätig
keiten, die auf den Gebrauch der linken Hand völlig verzichten
und eine ent
spannte Schonhaltung ermöglichen
würden,
besteh medizinisch -theoretisch
eine
100%
ige
Arbeitsfähigkeit.
Es handle
sich um einen rein unfallkausalen Gesund
heitsschaden.
Unfallfremde Faktoren mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
seien
aus den vorliegenden
Berichten nicht erkennbar (S. 6 unten f.).
3.18
Im Abschlussbericht vom 2
7.
Februar 2018 (
Urk.
7/58) führten die Ärzte des
B._
aus, der Beschwerdeführer berichte, aktuell seien die Schmerzen wieder schlimmer
aufgrund des kalten Wetters. Allerding
s
habe die stärkere
Ketamin
-
Amitriptylin
-Creme eine deutlich bessere Wirkung als das zuvor verschriebene Gel und redu
ziere den Schmerz von zirka NRS 5 auf 3 für die Dauer von zirka zwei bis drei Stunden. Wenn er direkt im Anschluss das TENS-Gerät anwende, lasse sich der Effekt sogar verlängern. Weiterhin bleibe jedoch die linke Hand funktionell stark eingeschränkt
und es imponiere eine ausgeprägte
Allodynie
, der Faustschluss sei inkomplett selbst unter Ausschaltung der Schwerkraft und der Beschwerdeführer vermöge nicht einmal ein Blatt Papier zwischen den Fingern festzuhalten. Den
noch sei er mit der aktuellen Therapie sehr zufrieden und wolle auf eigenen W
unsch keine Termine mehr.
4.
4.1
Eine 100%ige Arbeits
un
fähigkeit in der angestammten Tätigkeit als
angelernter
Hilfsarbeiter
auf dem Bau
ist ausgewiesen und unbestritten. Dasselbe gilt für die 100%ige Arbeitsunfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit bis zur kreisärztlichen Untersuchung der Suva am 1
1.
November 2016, nachdem sich der Beschwerde
führer bis zu jenem Zeitpunkt mehreren Operationen unterziehen musste.
Suva-Kreis
ärztin
Dr.
F._
erachtete die Situation
anlässlich der Untersuchung als stationär und schätzte den Beschwerdeführer als
Einhänder
ein, wobei eine
Tätig
keit
nur mit der rechten Hand ausführbar sei (vgl. vorstehend E. 3.15)
.
Der Beginn der
Rentenzusprache
ist denn auch unbestritten.
4.2
Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, er sei
immer noch
vollumfänglich arb
eits
unfähig (vgl. Urk.1 S.
4 ff.
), wurde im rechtskräftigen Urteil des hiesigen Gerichts vom 2
4.
September 2018 (
Prozess Nr. UV.
2017.00250) begründet dargelegt,
dass sich im Hinblick auf die Zumutbarkeit einer angepassten Tätigkeit
die durch
Kreis
ärztin
Dr.
F._
im November 2016 vorgenommene Beurteilung als schlüssig
und nachvollziehbar
erweist und darauf abgestellt werden kann.
Dr.
F._
erstattete
ihre Einschätzung in Kenntnis der entsprechenden
Vorakten
und nahm selbst eine ausführliche klinische Untersuchung des Beschwerdeführers vor. In Gesamtschau schätzte
Dr.
F._
den Beschwerdeführer als
Einhänder
ein und erachtete eine Tätigkeit nur mit der rechten Hand ausführbar. Bei postulierter
Einhändigkeit
ging
Dr.
F._
zudem von keiner zeitlichen Einschränkung aus (vgl. vorstehend E. 3.15).
Das Gericht stellte im genannten Urteil
sodann weiter
fest
(vgl. E. 4.2 im Urteil UV.2017.00250)
, dass e
ine vom im Bericht der kreisärztlichen Untersuchung erstellten Zumutbarkeitsprofil abweichende medizinische Einschätzung nicht vor
liegt
und die Berichte des
B._
zu keinem abweichenden Ergebnis führen würden. So berichteten die Ärzte darin von einer
zunehmenden Besserung der Schmerzen. Auch wird erneut darüber berichtet, dass die TENS-Behandlung einen ausgesprochen schmerzlindernden Effekt habe. Daraus lässt sich im Vergleich zum Befund anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung (vgl. vorstehend E. 3.15) auf eine Besserung der Situation schliessen. Während der Beschwerdeführer anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung auf der Schmerzskala noch von einem Wert von acht sprach (vgl.
Urk.
7/25/66)
, geht aus de
m
neuesten Bericht des
B._
eine Schmerzintensität von
drei bis fünf
hervor (vgl. vorstehend E. 3.1
8
).
Schliesslich
stellte das
hiesige Gericht
fest
, da
ss der Beschwerdeführer
gerne zu reduziertem Pensum wieder eine Tätigkeit, welche er einarmig durchführen könne, aufnehmen wolle
und mit
Unterstützung des RAV und seiner Freunde eine neue, angepasste Arbeitsstelle suche
, was ebenfalls gegen eine die Annahme einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit spricht
(vgl. E. 4.2 im Urteil UV.2017.00250).
4.3
Nach dem Gesagten ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer aufgrund der unfallbedingten Beschwerden am linken Unterarm in der bisherigen Tätigkeit als Bauhilfsarbeiter nicht mehr arbeitsfähig ist. Gestützt auf die beweiskräftige kreis
ärztliche Beurteilung ist er indessen
ab November 2016
in einer angepassten Tätig
keit in Beachtung des Belastungsprofils (vgl. vorstehend E. 3.15) vollschich
tig einsatzfähig
, womit eine anspruchsrelevante Verbesserung eintrat
.
Damit ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin in Anwendung von
Art. 88a IVV
(vgl. vorstehend E. 1.4) die
Rentenzusprache
bis Februar 2017 befristete.
Es ist nach dem Gesagten nicht ersichtlich, inwiefern die vom Beschwerdeführer geforderte Anordnung eines Gutachtens neue, für die Beurteilung des vorlie
gen
den Falls entscheidende Erkenntnisse liefern könnte, sodass darauf im Sinne der antizipierten Beweiswürdigung zu verzichten ist (BGE 122 V 157 E. 1d).
5.
5.1
Soweit der Beschwerdeführer schliesslich geltend macht, dass es für ihn mit seiner Behinderung und Ausbildung keine angepasste Tätigkeit gäbe respektive kaum ein Arbeitgeber bereit wäre ihn einzustellen, so kann dem nicht gefolgt werden. Zwar ist bei faktischer
Einhändigkeit
eine erheblich erschwerte Verwertbarkeit
anzunehmen. Der Beschwerdeführer verkennt jedoch, dass auf dem ausgegliche
nen
Arbeitsmarkt gemäss gefestigter Rechtsprechung (vgl. dazu Urteil 8C_31/2017 vom 3
0.
März 2017 in Erwägung 6.2) genügend realistische Betätigungs
mög
lich
keiten selbst für Personen bestehen, die funktionell als Einarmige zu betrachten sind und überdies nur noch leichte Arbeit verrichten könnten. Zu denken ist etwa an einfache Überwachungs-, Prüf- und Kontrolltätigkeiten sowie an die Bedie
nung und Überwachung von (halb-) automatischen Maschinen oder Produktions
einheiten sowie die Arbeit als Museums- oder Parkplatzwärter (Urteile 8C_622/201
6 vom 2
1.
Dezember 2016 E. 5.2.2, 8C_477/2016 vom 2
3.
November 2016 E. 4.3, 8C_345/2016 vom
1.
September 2016 E. 5, 8C_37/2016 vom
8.
Juli 2016 E. 5.1.2). Es besteht im vorliegenden Fall entgegen der Ansicht des Be
schwerdeführers kein Anlass für eine andere Betrachtungsweise.
Der Beschwerdeführer verkennt schliesslich auch, dass die Beschwerdegegnerin der Tatsache, dass er aufgrund der erheblichen funktionellen Beeinträchtigung der linken Hand sowie weiterer einkommensbeeinflussender Faktoren die verblie
bene Arbeitsfähigkeit auch auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit unter
durch
schnittlichem erwerblichen Erfolg verwerten kann, mit dem maximalen Abzug von 25
%
vom Tabellenlohn Rechnung trug (vgl.
Urk.
2 S. 9 oben), was gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung angemessen ist (vgl. Urteil des Bun
des
gerichts 9C_418/2008 vom 1
7.
September 2008 E. 3.3.2).
Im Übrigen wird die von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Invaliditäts
be
messung nicht bestritten und ist auch nicht zu beanstanden.
Beim resultierenden rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 27
%
war die Rentenbefristung per
Februar 2017
somit korrekt.
5.2
Die
angefochtene
Verfügung
erweist sich demnach als rechtens, was zur Abwei
sung der Beschwerde führt.
Anzumerken bleibt
, dass
bei
ein
em
Invaliditätsgrad von 27
%
grundsätzlich be
ruf
liche Massnahmen zu prüfen sind, wie der Beschwerdeführer zu Recht bemerkt (vgl.
Urk.
1 S. 7 Mitte).
Entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin schliessen
mangelnde Sprachkenntnisse wie auch eine fehlende Berufsausbildung einen Anspruch auf berufliche Massnahmen nicht von vornherein aus.
Nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils
hat die Beschwerdegegnerin
deshalb
den Anspruch
des
Beschwerdeführers
auf berufliche Massnahmen
näher
zu prüfen
und darüber
gegebenenfalls
eine be
gründete Verfügung zu erlassen.
6.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die
Gerichtskosten
sind nach dem Verfahrens-aufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 1‘000.-- festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
8
00.-- festzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem unterliegenden Beschwer
de
führer aufzuerlegen.