Decision ID: 292829a3-fe9c-57e7-8e63-ef1fe0dab173
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Fabienne Brandenberger-Amrhein,
Kirchstrasse 24a, Postfach 1332, 8580 Amriswil,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 19. September 2008 zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-
act. 1). Im Gesuchsformular gab er u.a. an, er habe an der Universität B._
Volkswirtschaftslehre studiert und dann an der Universität C._ doktoriert. Er sei zu
80% als Investment Consultant und zu 20% als Anlageberater selbständig
erwerbstätig. Die D._ AG teilte am 3. Oktober 2008 mit (IV-act. 11), sie beschäftige
den Versicherten seit dem 1. Mai 2007 als Head of Service Department mit einem
Beschäftigungsgrad von 80%. Ohne den Gesundheitsschaden würde der Versicherte
Fr. 166'400.-- verdienen. Die Arbeit beinhalte folgende Tätigkeiten: Entwicklung neuer
Methoden für D._ Services, Betreuung von Controlling-Kunden und Durchführung
von Beratungsprojekten. Dr. med. E._, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, gab am
23. Oktober 2008 telephonisch an (IV-act. 13), der Versicherte leide an einer
Kryptopyrollurie und an einem Burn-out. Er klage über Konzentrationsstörungen,
erhöhte Ermüdbarkeit, Schlafstörungen und Störungen im Frischgedächtnis. Er könnte
weniger komplexe und anspruchslosere Tätigkeiten ausüben. Dr. med. F._ vom RAD
empfahl am 23. Oktober 2008, ein von der Krankentaggeldversicherung in Auftrag
gegebenes Gutachten von Dr. G._ abzuwarten. Wenn dieses nicht ausreiche, um
Klarheit zu schaffen, seien eine neuropsychologische Untersuchung und eine
psychiatrische Begutachtung notwendig (IV-act. 14). Dr. med. Dr. phil. G._, Facharzt
FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, Verhaltensneurologie SGVN,
Versicherungspsychiatrie IMPE, gab der Krankentaggeldversicherung am 17. Oktober
2008 an (Fremdakten), klinisch-objektiv imponiere ein schweres, agitiert-depressives
Zustandsbild, das die Kriterien einer mittelschweren bis schweren depressiven Episode
erfülle. Die Arbeitsunfähigkeit betrage 100%. Am 31. Oktober 2008 notierte Dr. F._
(IV-act. 16), die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. G._ sei aufgrund der fehlenden
Befundbeschreibung wenig nachvollziehbar. Die Eingliederungsfähigkeit und
schliesslich auch die Arbeitsfähigkeit könnten durch eine psychiatrische Behandlung
wesentlich verbessert werden. Die Aufnahme einer solchen Behandlung sei zumutbar.
Unbehandelt sei von einer stark verzögerten Besserung auszugehen. Dr. E._
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berichtete am 24. Februar 2009 (IV-act. 28), er behandle den Versicherten seit dem 20.
November 2008. Dieser befinde sich in einem mittelschweren bis schweren
depressiven Zustand, der durch folgende Symptome charakterisiert werde:
Merkfähigkeits- und Konzentrationsstörungen, Grübeln, Niedergeschlagenheit,
Verzweiflung, starke Reizbarkeit, zeitweilig Todessehnsüchte ohne konkrete suizidale
Handlungsplanung, Schlafstörungen, ausgeprägte Energielosigkeit und
Antriebsstörung. Die depressionsspezifische Behandlung bestehe aus 5-Http und L-
Methionin. Falls der Zustand weiter stagniere, sollte ein klassisches Antidepressivum
zugegeben werden. Im gegenwärtigen Zustand sei der Versicherte weder arbeits- noch
eingliederungsfähig. Die IV-Stelle beauftragte die BEGAZ Begutachtungszentrum BL
GmbH mit einer interdisziplinären Abklärung (IV-act. 34). Die I._ teilte am 18. März
2009 mit (IV-act. 36), sie habe den Versicherten vom 1. September 2003 bis zum 15.
November 2006 als Teamleiter Asset Management mit einem Beschäftigungsgrad von
100% beschäftigt. Die Jahresverdienste hätten 2004 Fr. 175'540.-- (inkl. Bonus Fr.
20'000.--), 2005 Fr. 218'241.-- (inkl. Bonus Fr. 70'000.--) und 2006 Fr. 239'202.-- (inkl.
Bonus Fr. 110'000.--) betragen.
A.b Die Sachverständigen der BEGAZ GmbH hielten in ihrem Gutachten vom 7. Juli
2009 (IV-act. 41) fest, der Versicherte habe angegeben, er habe von 1989 bis 1999 bei
der H._, 1999 bis 2003 im Bereich Investment-Consulting und ab 2003 als Direktor
bei der I._ gearbeitet. All diese Stellen hätten ein effektives Arbeitspensum von weit
über 100% beinhaltet. 2006 habe er sich ausgebrannt gefühlt. Er habe bei der I._
gekündigt und eine Auszeit von einem halben Jahr genommen. Im Mai 2007 habe er
als Chef Vermögensberatung mit einem Beschäftigungsgrad von 80% zu arbeiten
begonnen. Nach zwei bis drei Monaten hätten die Symptome zugenommen und im
Dezember 2007 sei er zu 100% arbeitsunfähig geschrieben worden. Der Versicherte
habe die folgenden fünf Hauptsymptome angegeben: Schlafstörungen, bleierne
Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Gedächtnisstörungen, Probleme beim
Verarbeiten. Der psychiatrische Sachverständige führte aus, der Versicherte habe ihm
gegenüber angegeben, er halte sich oft in seinem Rustico auf, wo er Gartenarbeiten
verrichte. Zuhause in Jona gehe er oft an den See oder er mache einen
Waldspaziergang. Seit Jahren sei er praktisch sozial vereinsamt, weil er nur die Arbeit
gekannt habe. Er lebe mit einer Partnerin (Jg. 1979) zusammen. In seiner Beurteilung
führte der psychiatrische Sachverständige an, der Versicherte zeige keine
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objektivierbaren Befunde mehr, die auf eine depressive Störung hindeuten würden.
Eine mögliche diskrete Erregungstendenz reiche für sich allein nicht aus, um die
Diagnose einer depressiven Störung zu stellen. Aufgrund der subjektiven Angaben
könne eine gewisse Restsymptomatik vermutet werden. Diese mache sich in einer
erhöhten Erschöpfbarkeit bemerkbar. Der Versicherte gehe verschiedenen Interessen
nach und könne sich aktivieren. Das spreche gegen eine relevante depressive Störung.
Aus rein psychiatrischer Sicht sei die vormals festgestellte depressive Störung als
weitgehend remittiert zu betrachten. Es sei dem Versicherten zumutbar, wenigstens in
Teilzeit einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Allenfalls aufgrund der abgelaufenen
depressiven Episode könne noch eine etwas verminderte Belastbarkeit angenommen
werden. Das mache sich vor allem bei komplexen Tätigkeiten bemerkbar, denn der
Versicherte sei zur Zeit nur bedingt in der Lage, Verantwortung zu tragen und
Entscheidungen zu treffen. In der bisherigen Tätigkeit sei von einer 40%igen
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auszugehen. Müsste der Versicherte nicht allein
Entscheidungen treffen und unter hohem Zeitdruck arbeiten, wäre eine Arbeitsfähigkeit
von 80% möglich. Diese Arbeitsfähigkeitsschätzung gelte ab dem aktuellen
Untersuchungsdatum. In der Zeit davor scheine eine vollständige Arbeitsunfähigkeit
bestanden zu haben. Der neuropsychologische Sachverständige berichtete, bei der
Untersuchung habe der Versicherte angegeben, er leide unter ausgeprägten
Konzentrations-, Lern- und Gedächtnisproblemen sowie an einer raschen
Erschöpfbarkeit. Er sei erhöht affektlabil und könne kaum mehr Freude am Leben
empfinden. Allerdings habe er in der letzten Zeit eine leichte Besserung des
körperlichen und psychischen Allgemeinbefindens festgestellt. Der Sachverständige
hielt weiter fest, aus klinisch-neuropsychologischer Sicht habe der Versicherte
gelegentlich Mühe gehabt, komplexe Sachverhalte auf den Punkt zu bringen. Sonst
seien keine mental-kognitiven Einschränkungen festzustellen gewesen. Affektseitig sei
eine gute Schwingungs- und Steuerungsfähigkeit mit nur ganz flüchtigen Anzeichen
einer vermehrten Affektlabilität festzustellen gewesen. Das neuropsychologische
Befundbild weise auf leicht bis mässig stark ausgeprägte frontomesiale und
linksfrontodorsolaterale/ linkstemporobasale Hirnfunktionsstörungen hin. Diese
Störungen könnten sowohl Ausdruck einer leichten Demenz als auch eines Zustands
bei Depression bzw. eines Restzustands nach durchgemachter Depression sein. Die
neuropsychologischen Befunde seien authentisch und beeinträchtigten die
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Arbeitsfähigkeit in einem erheblichen Ausmass. Die leichte bis teilweise mässig
schwere neuropsychologische Störung habe zur Folge, dass der Versicherte als
Vermögensverwalter/Investmentberater mit Führungs- und
Entscheidungsverantwortung nicht arbeitsfähig sei. In einer von Zeitdruck,
Führungsverantwortung und permanentem Entscheidungsdruck freien und zudem
wenig kurzzeit-/frischgedächtnislastigen Tätigkeit sei der Versicherte fähig, über den
Tag verteilt 60-70% der üblichen Arbeitszeit zu absolvieren und dabei eine Leistung
von 80% zu erbringen. Das entspreche einer Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten
Tätigkeit von 50%. Die Sachverständigen der BEGAZ GmbH gaben abschliessend die
folgenden Diagnosen an: Leichte bis teilweise mässig schwere neuropsychologische
Störung, Kryptopyrrolurie, St. n. depressiver Episode, aktuell remittiert, und - ohne
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit - Coxarthrose bds. unklarer Ätiologie, HSV II Infektion,
St. n. rezidivierenden respiratorischen Infekten 1982 und Pleuritis 1999 sowie Tinnitus
bds. Die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aus interdisziplinärer Sicht entsprach den
Angaben des neuropsychologischen Sachverständigen (Arbeitsunfähigkeit angestammt
100%, Arbeitsunfähigkeit adaptiert 50%).
A.c Dr. med. F._ vom RAD hielt am 24. Juli 2009 fest (IV-act. 43), er habe
zusammen mit Dr. med. J._ festgestellt, dass die Ergebnisse der allgemein
medizinischen und der psychiatrischen Begutachtung nachvollziehbar seien. Das gelte
aber nicht für die neuropsychologische Beurteilung. Psychiatrisch sei eine
Vollremission der anamnestisch erhobenen depressiven Episode festgestellt worden.
Dies schliesse kognitive Defekte als Folge einer Depression aus. Die
Verdachtsdiagnose einer dementiellen Erkrankung sei nicht weiterverfolgt worden.
Deshalb könne davon ausgegangen werden, dass die klinisch-psychiatrische
Untersuchung keine Hinweise auf ein derartiges Krankheitsbild ergeben habe.
Kognitive Defizite als Folge einer dementiellen Erkrankung seien deshalb
auszuschliessen. In der neurokognitiven Beurteilung sei unterstellt worden, dass die
punktuell aufgetretenen Defizite prämorbid nicht aufgetreten seien (obwohl keine
Voruntersuchungen vorlägen) und deshalb aktuell für die Einschränkungen in der
bisherigen Tätigkeit verantwortlich seien. Die in der Testsituation aufgetretenen
kognitiven Defizite fänden in der klinischen Untersuchung kein Korrelat und könnten
deshalb als isolierter Befund keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit angestammt um
40% begründen. Aus den erhobenen psychiatrischen und somatischen Befunden
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ergebe sich keine Arbeitsunfähigkeit angestammt. Am 19. November 2009 gab Dr.
F._ an (IV-act. 48), es gebe keine medizinisch nachvollziehbare Einschränkung in der
angestammten Tätigkeit als Anlageberater. Ab Dezember 2007 sei der Versicherte
wegen der depressiven Episode vollständig arbeitsunfähig gewesen. Als Zeitpunkt der
Remission dieser Depression sei aufgrund der fehlenden Möglichkeit einer validen
Verlaufsbeurteilung der Untersuchungszeitpunkt anzunehmen. Weitere medizinische
Abklärungen seien nicht notwendig. In seinem Kommentar zum Gutachten führte der
Versicherte am 9. Dezember 2009 u.a. aus (IV-act. 55), die umfangreiche Testung
durch den neuropsychologischen Sachverständigen habe den Mangel gehabt, dass sie
den typischen Berufsalltag nicht habe erfassen können. Im Übrigen sei der
Gesundheitszustand zum Zeitpunkt der Untersuchungen ausnehmend gut gewesen.
Als notorischer Optimist habe er einen Aufwärtstrend gesehen und die entsprechende
Hoffnung in den Gesprächen portiert. Leider habe sich sein Gesundheitszustand aber
anschliessend wieder massiv verschlechtert. Nach mehreren Monaten im Rustico habe
er sich dann wieder besser gefühlt. Vor ein paar Monaten sei er noch beinahe ein
Pflegefall gewesen. Er habe knapp den Haushalt besorgen können. Die Immunabwehr
sei nach wie vor extrem schlecht. Die Depression sei nicht einfach verschwunden. Sie
korreliere hoch mit der körperlichen Befindlichkeit. Es sei nur seiner ausgeprägten
Selbstkontrolle zu verdanken, dass er seinen Zorn meist im Zaum halten könne. Die
Lebenspartnerin habe sich von ihm getrennt. Auf Empfehlung von Dr. F._ stellte die
IV-Stelle den Sachverständigen der BEGAZ GmbH folgende Fragen (IV-act. 61):
Welche medizinisch objektivierbaren Einschränkungen in der bisherigen Tätigkeit
können unter Berücksichtigung versicherungsmedizinischer Beurteilungsgrundlagen
und der damit verbundenen aktuellen Rechtsprechung anhand der klinischen
Untersuchung und der neuropsychologischen Testung dargestellt werden? In welchem
Ausmass wirken sich diese Einschränkungen objektivierbar auf die Tätigkeit als
Anlageberater aus? Der medizinische Leiter der BEGAZ GmbH ersuchte am 28. Januar
2010 um präzisierende Angaben und Fragen, da die gestellten beiden Fragen im
Gutachten bereits beantwortet worden seien (IV-act. 62). Dr. med. Z._, Facharzt
Allgemeine Medizin, von der Y._ berichtete am 12. Februar 2010 (IV-act. 65), die
Kryptopyrrolurie sei eine genetisch bestimmte, biochemisch-enzymatische Störung in
der chemischen Synthese des roten Blutfarbstoffs. Für verschiedenste Krankheiten
spiele dieser Defekt eine wesentliche Rolle: Chronische Erkrankungen wie Allergien und
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Reizdarmsymptome, Herpes simplex Virenerkrankungen, CFS bzw. Burnout,
Schlafstörungen, MCS (multiple Chemikaliensensibilität), psychische Erkrankungen
(Depressionen, Psychosen, Schizophrenie) und Koffein- oder Narkoseunverträglichkeit.
Psychophysische Erschöpfungszustände stünden im Vordergrund. Der vom
Versicherten empfundenen Schwäche lägen Störungen der Hormonsynthese (tiefe
Werte für Serotonin, Cortisol und DMSA) zugrunde.
A.d Der psychiatrische Sachverständige der BEGAZ GmbH führte am 1. April 2010
aus (IV-act. 68), nach Rücksprache mit dem RAD versuche er, die gestellten Fragen
etwas besser zu klären. Anlässlich der Untersuchung sei keine depressive Störung
mehr festzustellen gewesen. Einzig aufgrund der vorgängig abgelaufenen depressiven
Episode sei angenommen worden, dass der Versicherte in seiner bisherigen Tätigkeit
zu 40% und in einer adaptierten Tätigkeit zu 20% eingeschränkt sei. Begründet worden
sei dies mit einer verminderten Belastbarkeit, die sich vor allem bei komplexen
Tätigkeiten bemerkbar mache. Der Versicherte sei weiterhin nur bedingt in der Lage,
Verantwortung zu tragen und Entscheide zu fällen. Bei der neuropsychologischen
Abklärung sei aufgefallen, dass sich zwar Hinweise auf eine aktuell zumindest
mittelschwere depressive Störung gezeigt hätten, dass diese aber in Kontrast zum
klinischen Eindruck gestanden hätten, wo eher ein leicht depressives Befinden
vermutet worden sei. Die Hirnfunktionsstörungen könnten Ausdruck sowohl einer
leichten Demenz als auch eines Zustands bei Depression bzw. eines Restzustands
nach durchgemachter Depression sein. Aus klinisch psychiatrischer Sicht habe keine
relevante Störung gefunden werden können. Erst mit Hilfe von spezifischen
neuropsychologischen Tests habe eine gewisse kognitive Einschränkung angenommen
werden können. Andererseits habe der Versicherte auch einige neuropsychologisch
unauffällige Werte aufgewiesen. Entscheidend sei die klinische Situation unter
Berücksichtigung der neuropsychologischen Befunde. Aus klinisch psychiatrischer
Sicht könne nicht nachvollzogen werden, dass aufgrund von leichten bis mässigen
neuropsychologischen Einschränkungen eine volle Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen
Tätigkeit bestehen solle. Es müsse angenommen werden, dass eine gewisse
Restarbeitsfähigkeit vorliege, denn nicht alle Aufgaben in der bisherigen Tätigkeit
verlangten ein derart komplexes Denkvermögen, dass sich die neurokognitiven
Einschränkungen immer im gleichen Ausmass bemerkbar machten. Der Versicherte
weise genügend Kompensationsmöglichkeiten auf, um zumindest einen Teil der
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kognitiven Einschränkungen kompensieren zu können. Insgesamt könne eine etwa
50%ige Einschränkung in der bisherigen Tätigkeit angenommen werden. Der
Versicherte sei leicht verlangsamt und bei der geteilten Aufmerksamkeit leicht
beeinträchtigt bei unauffälliger Daueraufmerksamkeit. Beeinträchtigend seien auch die
verbal auditiven Merkfähigkeitsstörungen sowie teilweise die Behaltens-/
Langzeitgedächtnisstörungen. Die kognitiven Einschränkungen seien nicht ganz klarer
Genese und müssten als mögliche Restsymptomatik der abgelaufenen depressiven
Störung interpretiert werden, da dies die naheliegendste Genese sei. Betrachte man
die subjektiven Angaben zum Tagesablauf, so gehe der Versicherte verschiedenen
Interessen nach, er pflege soziale Kontakte und er sei praktisch den ganzen Tag aktiv.
Demnach könne er in einer adaptierten Tätigkeit 70% leisten. Die Frage, inwieweit der
Versicherte als Anlageberater objektiv eingeschränkt sei, sei schwierig zu beantworten
und hänge vom Arbeitsumfeld ab. Solange er nicht unter hohem Zeitdruck stehe, keine
Führungsverantwortung tragen müsse und nicht dauernd einem Entscheidungsdruck
ausgeliefert sei, sei er zu 70% arbeitsfähig. Begründet sei die entsprechende
Arbeitsunfähigkeit durch die verminderte Belastbarkeit, durch die Verlangsamung und
durch den erhöhten Bedarf nach Erholungsphasen.
A.e Dr. F._ notierte am 21. April 2010 (IV-act. 69), der psychiatrische
Sachverständige der BEGAZ GmbH sei zum nachvollziehbaren Schluss gekommen,
dass der Versicherte in der bisherigen Tätigkeit seit Dezember 2007 zu 70% und seit
Juni 2009 noch zu 50% arbeitsunfähig sei. In einer adaptierten Tätigkeit bestehe seit
Juni 2009 eine Arbeitsunfähigkeit von 30%. Die IV-Stelle ging davon aus, dass der
Versicherte als unselbständig erwerbender Investment Consultant zu 50% invalid und
als selbständig erwerbender Anlageberater zu 30% invalid sei. Bei einem
Beschäftigungsgrad als Unselbständigerwerbender von 80% und als
Selbständigerwerbender von 20% ergaben sich anteilige Invaliditätsgrade von 40%
und von 6%. Bei einem Eintritt der Arbeitsunfähigkeit im Dezember 2007 war das
Wartejahr am 30. November 2008 erfüllt. Ausgehend von einem Gesamtinvaliditätsgrad
von 46% bestand demnach ab Dezember 2008 ein Anspruch auf eine Viertelsrente (IV-
act. 72). Mit einem Vorbescheid vom 7. Mai 2010 (IV-act. 75) teilte die IV-Stelle dem
Versicherten mit, dass sie beabsichtige, ihm ab Dezember 2008 eine Viertelsrente
zuzusprechen. Der Versicherte liess am 14. Juni 2010 u.a. sinngemäss einwenden (IV-
act. 80), es dürfe nicht auf das Gutachten bzw. auf die vom psychiatrischen
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Sachverständigen im Alleingang vorgenommene Anpassung des Gutachtens abgestellt
werden, denn das Vorgehen der Sachverständigen sei äusserst widersprüchlich und
das Verhalten des RAD inakzeptabel gewesen. Ausserdem hätten sich die
Sachverständigen gar nicht mit den Folgen der Kryptopyrrolurie auseinandergesetzt.
Während der Begutachtung habe er noch geglaubt, dass es gesundheitlich aufwärts
gehe. Deshalb habe er seinen Zustand zu positiv geschildert. Gemäss den aktuellen
Angaben der behandelnden Ärzte bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Das
Validen- und das Invalideneinkommen seien falsch ermittelt worden. Das vom letzten
Arbeitgeber genannte Einkommen von Fr. 133'120.-- sei nicht der Lohn bei einem
Beschäftigungsgrad von 80%, sondern das Krankentaggeld, also 80% von 80%. Das
angerechnete Einkommen aus der selbständigen Erwerbstätigkeit habe nicht dem
langfristig möglichen Ertrag entsprochen, da es sich um den Ertrag in der
Anfangsphase nach der Unternehmensgründung gehandelt habe. Das
Valideneinkommen aus der selbständigen und der unselbständigen Erwerbstätigkeit
zusammen betrage Fr. 208'000.--. Als Invalideneinkommen könne nicht die Hälfte des
Valideneinkommens angerechnet werden, da die Arbeit für die D._ AG nicht in einem
eingeschränkten Ausmass ausgeübt werden könne. Sie erfordere durchwegs
Konzentration, Aufmerksamkeit und Durchhaltevermögen. Eine eingeschränkte
Arbeitsfähigkeit sei mit dieser Arbeitstätigkeit nicht vereinbar. Es bestehe also eine
vollständige Arbeitsunfähigkeit an der bisherigen Arbeitsstelle. Das zumutbare
Invalideneinkommen müsste, wenn nicht generell von einer Arbeitsunfähigkeit von
100% ausgegangen werde, anhand der Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für
Statistik ermittelt werden, womit eine ganze Invalidenrente resultiere. Entgegen der
Auffassung der IV-Stelle seien die Anforderungen an einen Selbständigerwerbenden
noch höher, da dort zusätzliche Arbeiten ausgeführt werden müssten, die
anforderungsreich seien. Deshalb sei auch hier von einer Arbeitsunfähigkeit von 100%
auszugehen. Die krankheitsbedingten Einschränkungen liessen nur noch eine Tätigkeit
im Anforderungsniveau 4 zu. Bei einem Tabellenlohnabzug von 15% resultiere ein
Invalideneinkommen von Fr. 2'800.-- monatlich. Das entspreche einem Invaliditätsgrad
von 83,5%, so dass ein Anspruch auf eine ganze Invalidenrente bestehe. Eventualiter
seien weitere Abklärungen vorzunehmen. Dr. E._ hatte am 10. Juni 2010 eine
mittelschwere depressive Episode und die Kryptopyrrolurie angegeben und die
Arbeitsunfähigkeit auf 100% geschätzt (IV-act. 80-10). Dr. med. K._, Arzt für
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Allgemeine Medizin FMH, hatte am 4. Juni 2010 neben den depressiven Symptomen
auch Persönlichkeitsstörungen mit fixen Ideen diagnostiziert und ebenfalls jede
Arbeitsfähigkeit verneint (IV-act. 80-12). Der CEO der D._ AG hatte am 14. Juni 2010
angegeben (IV-act. 80-12), die gesundheitlichen Probleme hätten sich massiv auf die
Arbeitsleistung des Versicherten ausgewirkt. Er sei meist sehr vergesslich und
unkonzentriert gewesen. Fristgebundene Arbeiten habe er in vielen Fällen nicht
pünktlich ausgeführt, weil er damit überfordert gewesen sei. Er sei oft krank gewesen,
wenn er fristgebundene Arbeiten hätte vorlegen müssen. Dadurch sei er äusserst
unzuverlässig geworden, was mit seiner Tätigkeit im Unternehmen nicht vereinbar
gewesen sei. Die Folge der Unkonzentriertheit sei gewesen, dass die Überlegungen
und Schlüsse in den Arbeitsprozessen oft falsch gewesen seien.
A.f Dr. F._ notierte dazu am 20. August 2010 (IV-act. 82), die Rückfrage an den
psychiatrischen Sachverständigen sei nur eine Bitte um Präzisierung gewesen. Das
dürfe nicht als Beeinflussung des Gutachters gewertet werden. Dass es zu einer
teilweisen Neueinschätzung gekommen sei, sei nicht der Grund für die präzisierende
Nachfrage gewesen. Es habe dem psychiatrischen Sachverständigen freigestanden,
mit dem Neuropsychologen Rücksprache zu nehmen. Der versicherungsmedizinische
Stellenwert der Kryptopyrollurie sei gering, da es sich nicht um eine wissenschaftlich
schulmedizinisch anerkannte Krankheit handle. Üblicherweise würden die
Beschwerden nach einigen Monaten adäquater Therapie abklingen. Die vorgelegten
medizinischen Berichte brächten nichts Neues. Die Weigerung des Versicherten, sich
einer adäquaten Behandlung zu unterziehen, verzögere und erschwere den
Heilungsverlauf. Nach dem sieben Monate dauernden Aufenthalt im Rustico habe der
Versicherte eine beinahe vollständige Remission seiner depressiven Symptomatik
aufgewiesen. Da er dabei keine medizinische Hilfe in Anspruch genommen habe, liege
keine dokumentierte Geisteserkrankung vor. Die IV-Stelle erhöhte die
Valideneinkommen, rechnete aber weiterhin 50% bzw. 70% dieser Einkommen als
zumutbare Invalideneinkommen an und ermittelte so wieder einen
Gesamtinvaliditätsgrad von 46%. Mit einer Verfügung vom 13. September 2010 sprach
sie dem Versicherten ab Oktober 2010 eine Viertelsrente zu (IV-act. 86). Sie kündigte
den Erlass einer Rentenverfügung für Dezember 2008 bis September 2010 auf die Zeit
nach dem Abschluss des Verrechnungsverfahrens an. Diese Verfügung erging am 19.
Oktober 2010 (IV-act. 93).
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B.
B.a Der Versicherte liess am 18. Oktober 2010 gegen die Verfügung vom 13.
September 2010 Beschwerde erheben und (sinngemäss) die Ausrichtung einer ganzen
Invalidenrente rückwirkend ab Dezember 2008 beantragen; eventualiter sei die
Angelegenheit für weitere Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen
(act. G 1). Zur Begründung machte seine Rechtsvertreterin u.a. geltend, das
polydisziplinäre Gutachten sei widersprüchlich. Insbesondere sei nicht nachvollziehbar,
weshalb das Ergebnis der neuropsychologischen Abklärung im Nachhinein anders
bewertet worden sei. Es sei anzunehmen, dass dies auf Druck des RAD geschehen sei.
Es handle sich nämlich nicht um eine Präzisierung, sondern um eine Neueinschätzung.
Der Beschwerdeführer habe ein Privatgutachten in Auftrag gegeben. Er sei
neurologisch, neuropsychologisch und psychiatrisch abgeklärt worden. Die
Sachverständigen hätten eine vollständige Arbeitsunfähigkeit ermittelt. Sie hätten
festgehalten, der Krankheitswert der Kryptopyrrolurie sei nicht allgemein anerkannt. Es
sei aber nicht massgebend, worauf die Beschwerden letztlich zurückzuführen seien.
Massgebend sei einzig, dass sie vorhanden seien. Der Beschwerdeführer leide gemäss
dem Privatgutachten an einer schweren depressiven Episode. Im Sinn einer
Eventualbegründung führte die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers weiter aus,
das Valideneinkommen in der unselbständigen Erwerbstätigkeit betrage Fr. 166'400.--,
dasjenige in der selbständigen Erwerbstätigkeit Fr. 41'600.--. Da die angestammte
Tätigkeit für die D._ AG nur entweder mit voller Leistung oder dann gar nicht
ausgeübt werden könne, sei von einem Arbeitsunfähigkeitsgrad von 100%
auszugehen. Auf eine adaptierte Tätigkeit könne der Beschwerdeführer nicht
ausweichen. Dasselbe gelte für die selbständige Erwerbstätigkeit. Als adaptierte
Tätigkeit käme höchstens eine Hilfsarbeit in Frage. Bei einem Arbeitsfähigkeitsgrad von
54% und einem Tabellenlohnabzug von 15% betrage das zumutbare
Invalideneinkommen Fr. 2'206.-- monatlich. In der selbständigen Erwerbstätigkeit
würde kein Gewinn mehr resultieren, so dass der Invaliditätsgrad 100% betragen
müsse. Bei einem Valideneinkommen von Fr. 17'333.-- und einem zumutbaren
Invalideneinkommen von Fr. 2'206.-- betrage der Invaliditätsgrad in der
unselbständigen Erwerbstätigkeit 87,27%. Die Sachverständigen des Instituts für
Interdisziplinäre Medizinische Begutachtungen (IIMB) in Zug hatten in ihrem
interdisziplinären Privatgutachten vom 16. Oktober 2010 (act. G 1.1.7) ausgeführt,
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neurologische Ausfälle hätten nicht objektiviert werden können. Die
neuropsychologischen Testungen hätten Auffälligkeiten in unterschiedlichen kognitiven
Bereichen gezeigt. Im Vordergrund hätten deutliche Minderleistungen der
Aufmerksamkeit generell, ein verzögerter Abruf von verbalem und figuralem
Gedächtnismaterial und der konstruktiven Praxis gestanden. Zudem hätten sich
Hinweise auf eine klinisch relevante depressive Symptomatik ergeben. Die Überprüfung
der Exekutivfunktionen habe intakte Planungs- und Kategorisierungsleistungen gezeigt.
Es sei von einem überdurchschnittlichen Intelligenzniveau auszugehen. Im Vergleich
mit den Befunden des neuropsychologischen Teilgutachtens vom 27. Juni 2009 hätten
sich eine deutliche Verschlechterung der basalen Aufmerksamkeitszuwendung und neu
eine visuokonstruktive Beeinträchtigung ergeben. Ansonsten sei das Profil analog. Die
Ausprägung der depressiven Symptomatik werde in einem vergleichbaren Ausmass
eingeschätzt. Allerdings sei ein direkter Vergleich aufgrund der teilweise
unterschiedlichen Untersuchungsinstrumente nur bedingt zulässig. Die
Verschlechterung könnte ihre Ursache darin haben, dass die Symptome der Krankheit
einer gewissen Schwankung unterlägen. Die kognitiven Defizite seien aufgrund der
teilweise massiven Ausprägung nicht ausschliesslich im Rahmen der Kryptopyrrolurie
zu interpretieren. Da die Minderleistungen der Aufmerksamkeit sehr basale Funktionen
beträfen, wären eigentlich Defizite in anderen kognitiven Funktionsbereichen (Planen,
Kategorisieren) zu erwarten gewesen. Der Beschwerdeführer habe sich praktisch als
Pflegefall geschildert. Dies und die massiven kognitiven Defizite stünden etwas im
Widerspruch zum klinischen Eindruck. Der Beschwerdeführer habe sich problemlos
zweimal je zweieinhalb Stunden am Stück auf hohem Niveau konzentrieren können. Er
habe dem Gespräch gut folgen und Fragen stets adäquat beantworten können. Es
seien keine offenkundigen kognitiven Symptome auszumachen gewesen, was Fragen
hinsichtlich der zugrundeliegenden Leistungsmotivation aufwerfe. Aus den Ergebnissen
zu den Symptomvalidierungsverfahren gebe es Hinweise auf ein Abschneiden
unterhalb des tatsächlichen Leistungsniveaus. Hinzu komme, dass die
Aufmerksamkeitsdefizite teilweise sehr massiv und variabel gewesen seien, was eher
ungewöhnlich sei. Zusammenfassend hielt der neuropsychologische Sachverständige
fest, dass im Hinblick auf das präsentierte Leistungsprofil auf keine spezifische
neuropsychologische Störung geschlossen werden könne. Da bewusstseinsnahe
Beschwerden und eine ungenügende Leistungsmotivation im Sinn einer Aggravation
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nicht ausgeschlossen werden könnten, sei die tatsächliche Beeinträchtigung nicht
genau zu bestimmen. Die neuropsychologische Diagnose lautete: Massive
Beeinträchtigung der attentionalen Funktionen und der Abrufleistung von verbalem und
figuralem Gedächtnismaterial sowie mittelgradige Beeinträchtigung der konstruktiven
Praxis unklarer Ursache. Der psychiatrische Sachverständige gab an, aufgrund der
klinischen Befunde und der Testergebnisse liege aktuell eine schwere Depression vor.
Der Beschwerdeführer sei latent suizidal. Da er von einer rein somatischen Problematik
ausgehe, sei er einer Psychotherapie nicht zugänglich. Die psychiatrische Diagnose
lautete: Schwere depressive Episode bei akzentuierter Persönlichkeit mit
anankastischen Zügen. Der psychiatrische Sachverständige betrachtete den
Beschwerdeführer als zu 100% arbeitsunfähig. Seit der Vorbegutachtung scheine es im
vergangenen Jahr zu einer deutlichen Verschlechterung gekommen zu sein. In einer
gemeinsamen Einschätzung hielten die Sachverständigen abschliessend fest, am
gesundheitlichen Ist-Zustand sei nicht herumzudeuten, da der Beschwerdeführer klar
an einer schweren depressiven Episode leide und dadurch nicht arbeitsfähig sei. Die
kognitiven Defizite seien am ehesten im Rahmen der depressiven Episode zu sehen.
Eine Arbeitsfähigkeit von 70%, wie sie der Verfügung vom 13. September 2010
zugrunde gelegt worden sei, sei mit dem tatsächlichen Gesundheitszustand nicht
vereinbar. Aus neuropsychologischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit aufgrund der
mässigen bis mittelschweren kognitiven Defizite um 50% vermindert. Am 4. November
2010 liess der Beschwerdeführer auch gegen die Verfügung vom 19. Oktober 2010
Beschwerde erheben und die Zusprache einer ganzen Invalidenrente für die Periode
Dezember 2008 bis September 2009 beantragen (act. G 5).
B.b Die Beschwerdegegnerin stellte am 12. Januar 2011 (act. G 7) folgenden Antrag:
Die Beschwerde sei abzuweisen und es sei festzustellen, dass der Beschwerdeführer
keinen Rentenanspruch habe. Zur Begründung führte sie u.a. an, der psychiatrische
Sachverständige der BEGAZ GmbH habe keine depressive Störung und auch kein
anderes ausgeprägtes psychisches Leiden feststellen können. Mangels eines
invalidisierenden psychischen Gesundheitsschadens müsse von einer Arbeitsfähigkeit
von 100% für eine adaptierte Erwerbstätigkeit ausgegangen werden. Die
neuropsychologischen Untersuchungs- und Testergebnisse seien das Resultat IV-
fremder Gegebenheiten (z.B. starke Selbstlimitierung, subjektive
Krankheitsüberzeugung) und vermöchten deshalb keine Arbeitsunfähigkeit auszulösen.
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Deshalb müsse von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit im angestammten
Bereich ausgegangen werden. Die Arbeitsfähigkeitsschätzungen der behandelnden
Ärzte hätten keine Beweiskraft. Gemäss einer Stellungnahme des RAD vom 17.
Dezember 2010 sei die im Gutachten des IIMB gestellte Diagnose einer schweren
depressiven Episode zuwenig konsistent aus den klinischen Befunden abgeleitet
worden. An die Konsistenz der Befundvalidierung sei im vorliegenden Fall ein höherer
Anspruch zu stellen als an das Abfragen von anamnestischen Daten aus dem Bereich
des depressiven Formenkreises. Der vom psychiatrischen Sachverständigen
gewonnene Eindruck eines psychischen Leidens werde nicht angezweifelt, wohl aber
die Dauerhaftigkeit und Schwere des gewonnenen Eindrucks. Das monatelange
autonome Leben und die Umgebungspflege im Rustico liessen sich nicht mit dem
Vollbild einer schweren Depression vereinbaren. Es fehle eine tatsächliche
Auseinandersetzung mit dem Krankheitsbild einer Depression. Auch das Fehlen einer
qualifizierten Behandlung spreche gegen eine schwere Depression. Die deutlichen
Inkonsistenzen zwischen den Beschwerdeschilderungen und den faktischen Befunden
sowie die im Gutachten erwähnte Möglichkeit einer bewusstseinsnahen
Leistungsminderung hätten zur Folge, dass die Arbeitsunfähigkeit nicht überzeugend
nachgewiesen sei.
B.c Der Beschwerdeführer liess am 3. März 2011 (G 14) einwenden, der
psychiatrische Sachverständige der BEGAZ GmbH habe darauf hingewiesen, dass die
Hirnfunktionsstörungen Ausdruck einer leichten Demenz, eines Zustands bei
Depression oder eines Restzustands nach durchgemachter Depression sein könnten.
Somit lägen keine IV-fremden Gegebenheiten vor. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung sei
vom RAD akzeptiert worden. Die Kritik des RAD am Gutachten des IIMB sei haltlos.
Der psychiatrische Sachverständige des IIMB hatte am 4. Februar 2011 (act. G
14.1.1.1) ausgeführt, es erstaune, dass Dr. F._ den Wert der psychiatrischen
Untersuchung zu einem Abfragen der Daten aus dem depressiven Formenkreis
herabgewürdigt habe. Die Untersuchung sei auf der Basis des international
anerkannten AMDP-Systems erhoben worden. Im Gutachten stehe der in der
klinischen Untersuchung gewonnene Eindruck im Vordergrund. Dieser sei ergänzt und
verstärkt durch die ebenfalls anerkannten Ratingskalen der Hamilton Depressionsskala
und des Beck Depressionsinventars. Im Gegensatz zu Dr. F._ habe er selbst mit
klinischem Blick untersucht und einen persönlichen Eindruck gewonnen. Er habe den
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Beweis einer Verschlechterung schuldig bleiben müssen, weil er den Beschwerdeführer
2007 nicht selbst untersucht habe.
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 8. März 2011 auf eine Duplik (act. G 16).

Erwägungen:
1.
1.1 Gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. a IVG kann nur dann ein Anspruch auf eine
Invalidenrente bestehen, wenn die Erwerbsfähigkeit durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen nicht mehr verbessert, wiederhergestellt oder erhalten
werden kann. Hinter dieser Norm steht die sozialversicherungsspezifische
Schadenminderungspflicht in ihrer Ausprägung als "Eingliederung vor Rente" (vgl. U.
Kieser, ATSG-Kommentar, 2. A., Vorbemerkungen N. 47). Sie ist positivrechtlich nicht
geregelt, aber ihre Existenz wird in verschiedenen Bestimmungen des ATSG und des
IVG vorausgesetzt. So findet die Schadenminderungspflicht beispielsweise in Art. 6
Satz 2 ATSG Berücksichtigung: Bei langer Dauer der Arbeitsunfähigkeit im
angestammten Beruf wird nur noch die (tiefere) Arbeitsunfähigkeit in einem zumutbaren
anderen Beruf berücksichtigt. Soweit die Höhe einer Sozialversicherungsleistung von
der Höhe der Arbeitsunfähigkeit abhängt, besteht die Schadenminderungspflicht also
in einem Wechsel in einen besser adaptierten, d.h. eine geringere Arbeitsunfähigkeit
auslösenden Beruf. Art. 6 Satz 2 ATSG fingiert demnach die erfolgreiche Erfüllung der
konkreten Schadenminderungspflicht. Dasselbe gilt gemäss Art. 16 ATSG beim
Einkommensvergleich: Die Ausübung einer behinderungsangepassten (adaptierten),
d.h. den Invaliditätsgrad - und damit den Rentenanspruch - möglichst tief haltenden
Erwerbstätigkeit wird fingiert. Ob die versicherte Person diese adaptierte
Erwerbstätigkeit tatsächlich ausübt, ob sie keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgeht oder
ob sie immer noch am alten, nichtadaptierten Arbeitsplatz tätig ist, ist irrelevant. In
diesen beiden Bestimmungen wird also die erfolgreiche Erfüllung der allgemeinen
Schadenminderungspflicht in der konkreten, von der Einzelnorm vorgesehenen Art
unterstellt. Bei den beruflichen Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung
hat der Gesetzgeber eine andere Lösung gewählt. Ist beispielsweise eine Umschulung
(Art. 17 Abs. 1 IVG) in einen bestimmten Beruf geeignet, die Entstehung eines
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rentenbegründenden Invaliditätsgrads von 40% oder mehr zu verhindern, so kann nicht
(parallel zu den oben genannten Regelungen) unabhängig vom konkreten Verhalten der
versicherten Person eine erfolgreiche Umschulung fingiert werden. Vielmehr kommt
Art. 21 Abs. 4 ATSG zur Anwendung: Weigert sich eine eingliederungspflichtige
versicherte Person, sich umschulen zu lassen, so erfolgt eine Abmahnung des
verlangten Eingliederungsverhaltens, wobei als mögliche Sanktion der Nichtbefolgung
dieser Abmahnung auch die Fiktion einer erfolgreichen Umschulung zur Verfügung
steht. Grundsätzlich gibt es also zwei Arten konkreter Schadenminderungspflichten,
zum einen diejenigen, deren erfolgreiche Erfüllung ohne weiteres fingiert werden kann,
und zum andern diejenigen, bei denen eine Abmahnung mit der Androhung der Fiktion
der erfolgreichen Erfüllung notwendig ist, bevor schliesslich bei Nichtbefolgen eine
erfolgreiche Erfüllung fingiert wird. Im vorliegenden Fall stellt sich die Frage, zu welcher
Art die medizinische Behandlung des Beschwerdeführers gehört, von der von
verschiedener Seite behauptet worden ist, dass sie den Gesundheitszustand hätte
verbessern können, womit auch der Arbeitsfähigkeitsgrad angestiegen wäre. Sich
ärztlich behandeln zu lassen, wenn man krank ist, ist eine Selbstverständlichkeit. Das
bedeutet, dass es zwar grundsätzlich zulässig sein muss, die Durchführung aller
möglichen und zumutbaren therapeutischen Massnahmen zu fingieren. Es bedeutet
aber nicht, dass immer auch der Erfolg all dieser Therapiemassnahmen fingiert werden
darf. Der Erfolg kann nur fingiert werden, wenn mit ausreichender Wahrscheinlichkeit
feststeht, dass die fraglichen therapeutischen Massnahmen den Gesundheitszustand
ganz oder teilweise wiederhergestellt und damit den Arbeitsfähigkeitsgrad in einem
bestimmten Mass angehoben hätten. Nur wenn auch diese Bedingung erfüllt ist, kann
die Fiktion einer erfolgreichen medizinischen Behandlung aufgestellt werden (wobei
keine Abmahnung gestützt auf Art. 21 Abs. 4 ATSG erfolgen muss). Gerade diese
Bedingung ist beim Beschwerdeführer aber nicht erfüllt. Es ist nämlich nicht
ausreichend wahrscheinlich, dass eine umfassende medizinische Behandlung (inklusive
psychiatrisch-psychotherapeutische und psychopharmakologische Therapie) eine
relevante Verbesserung des Gesundheitszustands und damit des
Arbeitsfähigkeitsgrads in der angestammten Erwerbstätigkeit bewirkt hätte. Die Fiktion
einer erfolgreichen medizinischen Behandlung und damit der Verbesserung oder der
Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit kann also nicht aufgestellt werden, so dass das
zumutbare Invalideneinkommen anhand des zwischen dem Ende des Wartejahres und
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dem Erlass der angefochtenen Verfügung effektiv bestehenden
Arbeitsunfähigkeitsgrads ermittelt werden muss. Da der Beschwerdeführer nicht
gestützt auf Art. 21 Abs. 4 ATSG abgemahnt worden ist, sich ausreichend medizinisch
behandeln zu lassen, hat er seine Schadenminderungspflicht nicht bzw. nicht in einem
rechtlich relevanten Ausmass verletzt. Die in Art. 28 Abs. 1 lit. a IVG definierte
Voraussetzung eines Rentenanspruchs ist also erfüllt. Selbstverständlich bleibt es der
Beschwerdegegnerin unbenommen, in der Zukunft in diesem Zusammenhang Art. 21
Abs. 4 ATSG anzuwenden.
1.2 Gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG setzt ein Anspruch auf eine Invalidenrente
voraus, dass die versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen
Unterbruch mindestens zu 40% arbeitsunfähig gewesen ist (sog. Wartejahr). Die
behandelnden Ärzte haben ab Dezember 2007 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit des
Beschwerdeführers am letzten Arbeitsplatz attestiert. Der Beschwerdeführer hat
gegenüber dem psychiatrischen Sachverständigen der BEGAZ GmbH aber angegeben,
bereits während der Arbeit für die I._ sei es zu massiven Belastungen gekommen,
weil Stellen abgebaut worden seien. Damals habe er erstmals eine
Erschöpfungssymptomatik verspürt. Er habe deswegen gekündigt, eine "Auszeit" von
einem halben Jahr genommen und dann eine Arbeitsstelle mit einem
Beschäftigungsgrad von 80% angenommen, um daneben selbständig tätig zu sein. Zu
Beginn sei es gut gelaufen, aber dann habe er zunehmend unter
Erschöpfungsproblemen gelitten. Diese Angaben deuten darauf hin, dass der
Beschwerdeführer in seiner Arbeitsfähigkeit schon eingeschränkt gewesen sein könnte,
bevor er im Dezember 2007 zu 100% arbeitsunfähig geschrieben worden ist. Sollte er
tatsächlich ab Dezember 2007 zu 100% arbeitsunfähig gewesen sein, so ist aufgrund
der bereits früher aufgetretenen Erschöpfungszustände zu vermuten, dass sich diese
Arbeitsunfähigkeit stetig entwickelt hat, d.h. dass bereits vor Dezember 2007 eine
wartezeitrelevante Arbeitsunfähigkeit bestanden haben könnte. Ein allfälliger
Rentenanspruch könnte demnach nicht erst am 1. Dezember 2008, sondern bereits
früher entstanden sein. Das Vorliegen einer relevanten Arbeitsunfähigkeit in der Zeit vor
Dezember 2007 ist zwar wahrscheinlich, aber nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit belegt. In antizipierender Beweiswürdigung ist
davon auszugehen, dass sich der Nachweis der effektiven Arbeitsunfähigkeit vor
Dezember 2007 auch nicht führen lässt, weil sich der Beschwerdeführer nicht
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konsequent hat ärztlich behandeln lassen. Die Selbsteinschätzung/Selbstangaben des
Beschwerdeführers zu seinem Gesundheitszustand in der Zeit vor Dezember 2007
reichen nicht aus, um einen bestimmten Arbeitsfähigkeitsgrad mit dem erforderlichen
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu belegen. Das Wartejahr kann
deshalb erst am 30. November 2008 nachweislich erfüllt gewesen sein.
1.3 Anspruch auf eine Invalidenrente hat, wer seine Erwerbsfähigkeit nicht durch eine
zumutbare Eingliederungsmassnahme wieder herstellen, erhalten oder verbessern kann
(Art. 28 Abs. 1 lit. a IVG), wer während eines Jahres durchschnittlich mindestens 40%
arbeitsunfähig gewesen ist (Art. 28 Abs. 1 lit b IVG) und wer nach Ablauf dieses Jahres
zu mindestens 40% invalid ist (Art. 28 Abs. 1 lit. c IVG). Gemäss Art. 16 ATSG ist zur
Bestimmung des Invaliditätsgrads das Einkommen, das die versicherte Person nach
dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der medizinischen Behandlung
und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung
zu setzen zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Valideneinkommen). Das Valideneinkommen ist anhand jener - fiktiven
- Erwerbstätigkeit zu bemessen, die der Beschwerdeführer ausüben würde, wenn er
gesund geblieben wäre (sog. Validenkarriere).
1.3.1 Die Parteien des Beschwerdeverfahrens sind übereinstimmend davon
ausgegangen, dass der Beschwerdeführer ohne die Gesundheitsbeeinträchtigung
weiterhin zu 80% für die D._ AG tätig gewesen und daneben einer selbständigen
Erwerbstätigkeit nachgegangen wäre. Die I._ hat der Beschwerdegegnerin
angegeben, der Beschwerdeführer habe per Ende 2006 gekündigt; er habe ungünstige
betriebliche Strukturen als Grund angegeben. Im Lauf des Verwaltungsverfahrens hat
der Beschwerdeführer darauf hingewiesen, dass er bereits in der Zeit, in der er noch für
die I._ tätig gewesen sei, erste Erschöpfungszustände erlitten habe. In der
Anmeldung zum Leistungsbezug hat der Beschwerdeführer sich selbst für November
2006 bis Ami 2007 als arbeitsunfähig bezeichnet. Er habe gekündigt, um eine "Auszeit"
zu nehmen. Es ist davon auszugehen, dass diese "Auszeit" eigentlich eine
selbstverordnete Rekonvaleszenzphase war. Die während oder nach der "Auszeit"
aufgenommene selbständige Erwerbstätigkeit und der Stellenantritt bei der D._ AG
waren demnach der Versuch einer beruflichen Selbsteingliederung. Dieser Versuch ist
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in der Folge an jener Gesundheitsbeeinträchtigung gescheitert, die bereits während der
Tätigkeit für die I._ eingetreten ist. Obwohl der Beschwerdeführer gegenüber der
I._ nur betriebliche Gründe für die Kündigung geltend gemacht hat, kann unter
diesen Umständen davon ausgegangen werden, dass die
Gesundheitsbeeinträchtigung eine wichtige Mitursache gewesen ist, die der
Beschwerdeführer gegenüber dem Arbeitgeber nicht hat bekanntgeben wollen. Die
geltend gemachten betrieblichen Nachteile hätten kaum ausgereicht, um in einer
Situation die Kündigung zu rechtfertigen, in der überhaupt keine berufliche Alternative
vorhanden war. Daraus folgt, dass der Beschwerdeführer im fiktiven "Gesundheitsfall"
weiterhin in der damaligen Position bei der I._ tätig gewesen wäre. Das
Valideneinkommen bemisst sich deshalb anhand der Verdienstmöglichkeiten bei der
I._.
1.3.2 Die zumutbare Invalidenkarriere besteht in der bestmöglichen Verwertung
der verbliebenen Arbeitsfähigkeit. Das bedeutet, dass bei einer versicherten Person,
die über qualifizierte Berufskenntnisse verfügt, in aller Regel weder die
Weiterbeschäftigung am nicht adaptierten bisherigen Arbeitsplatz (mit einem
entsprechend tiefen Arbeitsfähigkeitsgrad) noch eine Beschäftigung an einem ohne
berufliche Eingliederung in Frage kommenden adaptierten Arbeitsplatz (mit einem
tiefen Einkommensniveau) die massgebende Invalidenkarriere sein kann. Vielmehr hat
eine Umschulung in eine adaptierte Erwerbstätigkeit zu erfolgen, in der bei einem dem
früheren mindestens entsprechenden Einkommensniveau ein möglichst hoher
Arbeitsfähigkeitsgrad erreicht wird. Eine ideale Umschulung ist dann gelungen, wenn
das Einkommensniveau im neuen Beruf dasselbe ist wie im angestammten Beruf und
wenn im neuen Beruf eine Arbeitsfähigkeit von 100% besteht. Im Fall des
Beschwerdeführers hat die Gesundheitsbeeinträchtigung zwar auch eine
Beeinträchtigung bei der Umsetzung des Fachwissens und der beruflichen Erfahrung
bewirkt. Einschneidender ist aber, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner
Erkrankung die Fähigkeit vollständig verloren hat, sein berufliches Können unter hohem
Zeitdruck, unter Erfolgszwang, unter dem Druck der Verantwortung für das von der
Untergebenen Geleistete bei der Lösung hochkomplexer Probleme anzuwenden.
Würde der Beschwerdeführer in einen anderen akademischen Beruf umgeschult, um
das frühere Einkommensniveau wieder zu erreichen, würde auch im neuen Beruf
gerade jene Fähigkeit, unter höchstem Druck erfolgreich zu arbeiten, ein dem früheren,
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validen Einkommensniveau entsprechendes Einkommen rechtfertigen. Es ist davon
auszugehen, dass es keine akademische Ausbildung gibt, bei der kurz nach dem
Studienabschluss das bei der I._ - bei einer fiktiven Weiterbeschäftigung über den
31. Dezember 2006 hinaus - erzielbare Einkommen erreicht werden könnte, ohne dass
der Beschwerdeführer sich einem hohen Leistungs-, Erfolgs-, Verantwortungsdruck
aussetzen müsste. Im Übrigen ist vorweg davon auszugehen, dass der
Beschwerdeführer aufgrund seiner Gesundheitsbeeinträchtigung einem
Universitätsstudium als Fünfzigjähriger gar nicht gewachsen wäre. Der
Beschwerdeführer ist also einer jener Ausnahmefälle, bei denen die zumutbare
Invalidenkarriere in der Ausübung einer ohne Umschulung möglichen und zumutbaren
adaptierten Erwerbstätigkeit besteht, obwohl das Einkommensniveau deutlich unter
demjenigen der Validenkarriere liegt. An einem adaptierten Arbeitsplatz könnte der
Beschwerdeführer ohne Zeitdruck, ohne Stress, ohne Führungs- und
Entscheidungsverantwortung seine beruflichen Kenntnisse und Erfahrungen einsetzen,
wobei es ihm wohl möglich wäre, auch komplexere Probleme erfolgreich zu lösen.
Diesen Anforderungen würde beispielsweise eine Tätigkeit in der öffentlichen
Verwaltung gerecht, bei welcher der Beschwerdeführer gesetzgeberische oder
verwaltungsmässige Entscheide aus ökonomischer Sicht vorbereiten und begleiten
könnte, ohne dabei in irgendeiner Form einem unerträglichen Druck/Stress ausgesetzt
zu sein. Gemäss der Tabelle T1 im Anhang zu der vom Bundesamt für Statistik
herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung 2008 hat der
Durchschnittslohn in den beiden höchsten beruflichen Qualifikationsstufen in der
öffentlichen Verwaltung Fr. 8'140.-- bzw. Fr. 97'680.-- betragen. Umgerechnet von 40
Wochenarbeitsstunden auf die in der öffentlichen Verwaltung übliche
Wochenarbeitszeit von 42 Std. resultiert ein Jahreseinkommen von Fr. 102'564.--. Die
zumutbare Invalidenkarriere besteht somit in einer ohne berufliche
Eingliederungsmassnahme möglichen und zumutbaren Erwerbstätigkeit mit einem
Einkommenspotential von Fr. 102'564.--. Der Beschwerdegegnerin bleibt es
selbstverständlich unbenommen, die Möglichkeit einer Umschulung zu prüfen, wenn
sich die gesundheitliche Situation des Beschwerdeführers in der Zukunft verbessern
sollte.
1.3.3 Da sowohl die Validen- als auch die Invalidenkarriere des
Beschwerdeführers in einer vollzeitlichen, unselbständigen Erwerbstätigkeit besteht, ist
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der Einkommensvergleich entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin nicht in
zwei Teilen, für eine unselbständig ausgeübte Erwerbstätigkeit mit einem
Beschäftigungsgrad von 80% und für eine selbständige Erwerbstätigkeit mit einem
Anteil von 20%, vorzunehmen. Vielmehr erfolgt ein "normaler" Einkommensvergleich
für einen Arbeitnehmer. Ausschlaggebendes Element der Bemessung des zumutbaren
Invalideneinkommens ist der Arbeitsfähigkeitsgrad des Beschwerdeführers in einer
behinderungsadaptierten Erwerbstätigkeit, die in Bezug auf das Einkommenspotential
der angestammten Tätigkeit so weit wie möglich entspricht. Dr. G._ hat den
Beschwerdeführer in seinem Kurzgutachten vom 17. Oktober 2008 als mittelschwer bis
schwer depressiv bezeichnet. Er hat ihm eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert.
Auch Dr. E._ hat am 24. Februar 2009 einen seit dem 25. August 2008 anhaltenden
mittelschweren bis schweren depressiven Zustand angegeben, der eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit zur Folge habe. Diese beiden Arbeitsfähigkeitsschätzungen haben
sich nicht nur auf die angestammte Tätigkeit, sondern auf jede Art von Erwerbstätigkeit
bezogen. Der psychiatrische Sachverständige der BEGAZ GmbH hat diese
Einschätzungen als plausibel betrachtet. Er hat sich sogar indirekt auf sie abgestützt,
indem er gewisse beim Beschwerdeführer festgestellte Einschränkungen auf die
Nachwirkungen des mittelschweren bis schweren depressiven Zustands zurückgeführt
hat. Er selbst hat keine Hinweise für eine gravierende depressive Störung mehr
festgestellt. Nur aufgrund von Nachwirkungen des früher bestehenden mittelschweren
bis schweren depressiven Zustands hat er für die angestammte Tätigkeit eine
Arbeitsunfähigkeit von 40% und für eine adaptierte Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit
von 20% angenommen. Eine adaptierte Tätigkeit enthielte nach seiner Auffassung
keine komplexen Tätigkeiten, keine Pflicht, Verantwortung zu tragen, keine Arbeit unter
hohem Zeitdruck und keine Notwendigkeit, wichtige Entscheidungen zu fällen. Er ist
zugunsten des Beschwerdeführers von der Vermutung ausgegangen, dass die
vollständige Arbeitsunfähigkeit in allen Arten von Erwerbstätigkeiten bis zum Vortag
seiner Untersuchung (7. Juni 2009) angehalten habe. In seiner ergänzenden
Stellungnahme vom 1. April 2010 hat sich der psychiatrische Sachverständige der
BEGAZ GmbH dann nicht mehr zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers vor dem
Untersuchungstag geäussert. Der psychiatrische Sachverständige des IIMB hat nur
indirekt zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in der Zeit vor seiner Begutachtung
Stellung genommen, in dem er die vom psychiatrischen Sachverständigen der BEGAZ
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GmbH angegebene Arbeitsunfähigkeit als Faktum betrachtet hat. Da die
Arbeitsfähigkeitsschätzungen von Dr. G._ und von Dr. E._ von den beiden
psychiatrischen Sachverständigen nicht in Frage gestellt worden sind, kann mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als erstellt gelten, dass der
Beschwerdeführer im Oktober 2008 (Dr. G._) und im Februar 2009 (Dr. E._)
aufgrund seines psychischen Zustands sowohl in der angestammten als auch in einer
adaptierten Erwerbstätigkeit zu 100% arbeitsunfähig gewesen ist. Nach dem 24.
Februar 2009 und vor dem 8. Juni 2009 (Untersuchung durch den psychiatrischen
Sachverständigen der BEGAZ GmbH) muss es zu einer Verbesserung des psychischen
Gesundheitszustands gekommen sein, wenn man davon ausgeht, dass der
psychiatrische Sachverständige der BEGAZ GmbH zu Recht eine praktisch
vollständige Remission der Depression angegeben hat. Bei der Beurteilung der
Überzeugungskraft dieser psychiatrischen Einschätzung ist zu berücksichtigen, dass
der psychiatrische Sachverständige des IIMB die Symptome einer schweren
depressiven Episode festgestellt und dass er gestützt darauf eine erneute vollständige
Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Arten von Erwerbstätigkeiten angenommen hat. Die
Ursache für diese abweichende Einschätzung hat er in einer nach der Begutachtung
durch die BEGAZ GmbH eingetretenen massiven Verschlechterung gesehen. Stellt
man auf die Einschätzungen der beiden psychiatrischen Sachverständigen ab, muss
für die Zeit ab dem Ende des Wartejahres (1. Dez. 2008) bis zur Untersuchung durch
Dr. E._ (Februar 2009) von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit in jeder Art von
Erwerbstätigkeit ausgegangen werden. Aufgrund der materiellen Beweislastverteilung
muss zu Ungunsten des Beschwerdeführers für die Zeit unmittelbar nach dieser
Untersuchung bis zur Begutachtung durch den psychiatrischen Sachverständigen der
BEGAZ GmbH und darüber hinaus von einer vollständigen Remission der Depression
und damit von einer wiederhergestellten Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden, da für
den genauen Zeitpunkt des Eintritts der Remission der Nachweis fehlt (und in
antizipierender Beweiswürdigung auch nicht mehr ermittelt werden kann). Die
materielle Beweislastverteilung muss auch für die Zeit nach der psychiatrischen
Abklärung durch die BEGAZ GmbH gelten, d.h. es ist zu Ungunsten des
Beschwerdeführers davon auszugehen, dass die vom psychiatrischen
Sachverständigen des IIMB festgestellte mittelschwere bis schwere Depression erst
anfangs Juni 2010 (Bericht von Dr. E._ vom 10. Juni 2010) wieder aufgetreten ist.
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Nun hat Dr. F._ vom RAD aber die psychiatrische Begutachtung durch den
Sachverständigen des IIMB als nicht stichhaltig bezeichnet. Er hat dies damit
begründet, dass die Diagnose einer schweren depressiven Episode zuwenig konsistent
aus den klinischen Befunden abgeleitet worden sei. Der psychiatrische
Sachverständige des IIMB habe nur anamnestische Daten aus dem depressiven
Formenkreis abgefragt. Das genüge angesichts der überdurchschnittlichen
Konzentrationsfähigkeit des Beschwerdeführers bei der neuropsychologischen
Untersuchung, des Zurückbleibens der subjektiven Einschätzung hinter den objektiven
Leistungen in den Testungen und der ungenügenden Leistungsmotivation bei
bewusstseinsnaher Präsentation der Beschwerden nicht. Das mehrmonatige Leben
und die Umgebungspflege im Rustico liessen sich zudem nicht mit der Diagnose einer
schweren Depression vereinbaren. Es fehle eine tatsächliche Auseinandersetzung des
psychiatrischen Sachverständigen des IIMB mit dem Krankheitsbild der Depression.
Dr. F._ hat dem psychiatrischen Sachverständigen des IIMB also vorgeworfen, dass
dieser sich vom Beschwerdeführer habe an der Nase herumführen lassen, indem er
bereits aus der Aufzählung und Schilderung der faktisch gar nicht vorhandenen oder
sehr viel schwächer ausgebildeten Symptome auf eine schwere Depression
geschlossen habe und alle anderen Indizien, die gegen eine solche Krankheit
gesprochen hätten, ignoriert habe. Beim Beschwerdeführer handelt es sich um einen
hochintelligenten Menschen. Daraus folgt, dass es jedem Psychiater schwer fallen
würde, eine bewusste oder bewusstseinsnahe Aggravation zu entdecken, da sie
äusserst geschickt mit der Wahrheit verwoben sein könnte. Deshalb kommt dem
Verhalten des Beschwerdeführers in der Zeit ab dem ersten Auftreten von
Krankheitszeichen noch während der Anstellung bei der I._ besondere Bedeutung zu.
Entgegen dem Vorwurf von Dr. F._ hat der psychiatrische Sachverständige des IIMB
das Verhalten des Beschwerdeführers in seine Beurteilung einbezogen. Dieses
Verhalten ist ein ausserordentliches gewesen. Dass der überaus leistungsorientierte
und ambitionierte Beschwerdeführer auf die ungünstige Situation bei der I._ mit
Erschöpfungszuständen und einer Frustrationskündigung reagiert hat, ist ohne weiteres
nachvollziehbar. Das würde auch für die anschliessende "Auszeit" gelten, wenn sie
dazu gedient hätte, die selbständige Erwerbstätigkeit vorzubereiten oder sich in aller
Ruhe eine ideale Arbeitsstelle zu suchen. Dass der Beschwerdeführer aber entgegen
seiner beruflichen Motivation den neuen Arbeitsplatz wegen seiner Unfähigkeit verloren
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hat, den an ihn gestellten Anforderungen (denen er früher ohne weiteres genügt hätte)
gerecht zu werden, lässt sich nicht mit einer bewusst fehlenden Leistungsbereitschaft
erklären. Je mehr sich der Beschwerdeführer angestrengt hat, die (in der Vergangenheit
ohne weiteres mögliche) Leistung zu erbringen, desto weniger ist ihm das gelungen.
Entgegen dem Eindruck, den Dr. F._ offenbar erhalten hat, hat sich der
Beschwerdeführer nach dem Scheitern seines beruflichen
Selbsteingliederungsversuchs bei der D._ AG nicht in der Art eines Robinson Crusoe,
der sich aus der ihn umgebenden Wildnis zielstrebig und fleissig eine kleine zivilisierte
Welt schafft, im Rustico eingelebt. Die (plausiblen) Schilderungen des Lebens dort
weisen vielmehr darauf hin, dass der Beschwerdeführer (wie auch zuhause) weitgehend
nur vor sich hin gedämmert hat. Er hat nicht mehr fertiggebracht als das, was er zum
Überleben benötigt hat. Die Arbeit im Garten dürfte keine Arbeitsleistung, sondern nur
ein Zeitvertreib gewesen sein. Wenn Dr. F._ auf die vom Beschwerdeführer bei den
Testungen gezeigte teilweise überdurchschnittliche Konzentrationsfähigkeit hinweist,
übersieht er, dass der Beschwerdeführer bereits vor dem Eintritt der Krankheit über
eine überdurchschnittliche Konzentrationsfähigkeit verfügt haben muss. Die Testungen
haben aber nicht diese überdurchschnittliche Konzentrationsfähigkeit darauf geprüft,
ob sie noch uneingeschränkt zur Verfügung stehe, sondern der Beschwerdeführer ist
darauf geprüft worden, ob er noch eine durchschnittliche Konzentrationsfähigkeit
aufweise. Dass dies anscheinend der Fall gewesen ist, lässt aber noch nicht den
Schluss zu, dass keine krankheitsbedingte Reduktion der Konzentrationsfähigkeit
vorliege. Aus der Fähigkeit, während einer im Vergleich zur früheren Erwerbstätigkeit
kurzen Phase eine durchschnittliche Konzentrationsleistung zu erbringen, kann also
nicht auf eine Aggravation geschlossen werden. Der Schluss vom Fehlen einer
psychiatrischen Behandlung auf das Fehlen einer Depression ist ebenfalls nicht
stichhaltig, denn es kann durchaus ein Symptom der Depression sein, dass der
Beschwerdeführer all seine Beschwerden auf die seiner Meinung nach von der
Schulmedizin "verkannte" Kryptopyrrolurie zurückführt und eine psychiatrische
Beeinträchtigung hartnäckig negiert. Die Kritik von Dr. F._ am Ergebnis der
psychiatrischen Abklärung durch den Sachverständigen des IIMB vermag demnach
nicht zu überzeugen. Die kritische nachträgliche Stellungnahme dieses
Sachverständigen ist deshalb berechtigt gewesen. Zusammenfassend ist davon
auszugehen, dass der Beschwerdeführer allein schon aus psychischen Gründen von
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Dezember 2008 bis Februar 2009 und wieder seit Juni 2010 für jede Art von
Erwerbstätigkeit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu 100% arbeitsunfähig
gewesen war und ist.
Anlässlich der neuropsychologischen Abklärung durch den Sachverständigen der
BEGAZ GmbH ist bereits im Gespräch mit dem Beschwerdeführer aufgefallen, dass
letzterer gelegentlich Mühe hatte, komplexere Sachverhalte auf den Punkt zu bringen.
In den Testungen sind dem Sachverständigen wiederholte kurze
Konzentrationseinbrüche und zentralexekutive Schwächen sowie Beeinträchtigungen in
den kognitiven Basisfunktionen aufgefallen. Er hat aufgrund grenzwertig auffälliger
Werte im Symptomvalidierungstest eine nochmalige, vertiefte Analyse und Synopsis
aller Befunde und deren Zustandekommens vorgenommen, um zu klären, ob der
Beschwerdeführer eine ungenügende Leistungsbereitschaft aufgewiesen habe. Er hat
diese Frage klar verneinen können. Erhoben hat er Hinweise auf das Vorliegen von für
die grenzwertig auffälligen Werte verantwortlichen genuinen, d.h. krankheitsgeprägten
Aufmerksamkeits-, Konzentrations- und Lernstörungen. Bei der Beurteilung der
Auswirkung der leichten bis teilweise mässig schweren neuropsychologischen Störung
auf die beruflichen Anforderungen, die an den Beschwerdeführer gestellt werden, hat
er eine Arbeitsfähigkeit vollständig verneint. Nur für eine adaptierte Tätigkeit ist er von
einer Arbeitsfähigkeit von 50% ausgegangen. Dr. F._ hat dem neuropsychologischen
Sachverständigen der BREGAZ GmbH vorgeworfen, die in den Testsituationen
aufgetretenen kognitiven Defizite hätten in der klinischen Untersuchung kein Korrelat
gefunden und könnten deshalb keine Arbeitsunfähigkeit begründen. Der psychiatrische
(nicht der neuropsychologische) Sachverständige der BREGAZ GmbH hat am 1. April
2010 nicht die Arbeitsfähigkeitsschätzung bzw. deren medizinische Begründung
abgeändert, wie es die Kritik von Dr. F._ eigentlich hätte erwarten lassen. Vielmehr
hat er die angestammte Erwerbstätigkeit anders umschrieben als der
neuropsychiatrische Sachverständige. Er ist nämlich davon ausgegangen, dass eine
Restarbeitsfähigkeit vorliegen müsse, weil nicht alle bei der Arbeit zu erfüllenden
Aufgaben ein derart komplexes Denkvermögen erforderte, dass sich die
neuropsychologischen Einschränkungen immer in gleichem Ausmass bemerkbar
machten. Der Beschwerdeführer sei fähig, einen Teil der kognitiven Einschränkung zu
kompensieren. Deshalb betrage die Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit
wohl nicht 100%, sondern nur 50%, in einer adaptierten Tätigkeit gar nur 30%. Die
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Auffassung, der Beschwerdeführer würde als Investment-Consultant oder als
Anlageberater mit einem Beschäftigungsgrad von 50% angestellt, obwohl er nicht
mehr in der Lage ist, die berufstypischen komplexen Probleme zu lösen, weitreichende
Entscheide unter Zeitdruck zu fällen und die Vorgesetztenfunktion wahrzunehmen, weil
er noch die restliche, nicht so stark fordernde Hälfte der berufstypischen Aufgaben
erfüllen könne, ist offensichtlich nicht realistisch. Diese andere Hälfte der Arbeiten
könnte für sich allein wohl billiger durch eine kaufmännisch ausgebildete Person oder
sogar durch eine Sekretärin erledigt werden. Der Beruf des Investment-Consultants
oder des Anlageberaters in der extrem anforderungsreichen Form, in der er vom
Beschwerdeführer lange Zeit ausgeübt worden ist, der allein das hohe
Valideneinkommen rechtfertigt, kann nur uneingeschränkt oder gar nicht ausgeübt
werden. Die nachgewiesenen neuropsychologischen Störungen schliessen, wie der
Sachverständige der BEGAZ GmbH richtig erkannt hat, die Ausübung dieses Berufs
vollständig aus, d.h. sie bewirken eine vollständige Arbeitsunfähigkeit des
Beschwerdeführers im angestammten Beruf. Der Versuch des psychiatrischen
Sachverständigen, mittels einer "Modifikation" der Anforderungen, die im
angestammten Beruf an den Beschwerdeführer gestellt werden, die seiner Meinung
nach offenbar "gewünschte" Reduktion der Arbeitsunfähigkeit zu begründen, ist
demnach gescheitert. Bezeichnend ist, dass Dr. F._ diesen Versuch am 21. April
2010 als überzeugend qualifiziert hat, obwohl damit der von ihm erhobene Vorwurf der
fehlenden fachlichen Qualität der neuropsychologischen Abklärung nicht widerlegt
worden ist. Die Einwände von Dr. F._ vermögen keine Zweifel an der Richtigkeit der
fachlichen Ergebnisse der neuropsychologischen Abklärung (und damit an der
Richtigkeit der entsprechenden Arbeitsfähigkeitsschätzung) zu wecken, da es sich
offenkundig um eine lege artis und sorgfältig durchgeführte Untersuchung gehandelt
hat. Zu prüfen bleibt, ob das Ergebnis der neuropsychologischen Abklärung durch das
IIMB Zweifel an der Richtigkeit der Diagnosestellung und der
Arbeitsfähigkeitsschätzung der neuropsychologischen Untersuchung durch die BEGAZ
GmbH weckt. Der Sachverständige des IIMB hat zwar eine massive Beeinträchtigung
der attentionalen Funktionen, der Abrufleistung von verbalem und figuralem
Gedächtnismaterial sowie eine mittelgradige Beeinträchtigung der konstruktiven Praxis
festgestellt, was an sich eine vollständige Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers in
seiner angestammten Erwerbstätigkeit bewirken würde. Gleichzeitig hat der
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neuropsychologische Sachverständige des IIMB aber den Verdacht geäussert, dass
bewusstseinsnahe Beschwerden und eine daraus resultierende ungenügende
Leistungsmotivation im Sinn einer Aggravation beteiligt gewesen sein könnten, weshalb
die tatsächliche Beeinträchtigung nicht genau habe bestimmt werden können. Mit dem
Umstand, dass der neuropsychologische Sachverständige der BEGAZ GmbH aufgrund
vergleichbarer Verdachtsmomente eine sorgfältige Überprüfung vorgenommen und
gestützt darauf dann den Verdacht der Aggravation verworfen hatte, hat er sich
allerdings nicht auseinandergesetzt, obwohl dies möglicherweise seine Bedenken im
Hinblick auf eine Aggravation zerstreut hätte. Beweisrechtlich bedeutet der nicht
ausgeräumte Zweifel des neuropsychologischen Sachverständigen des IIMB, dass für
den Zeitpunkt der Untersuchung weder die Existenz noch das Fehlen
neuropsychologischer Defizite nachgewiesen ist, die geeignet wären, die
Arbeitsfähigkeit einzuschränken. Ebenfalls nicht nachgewiesen ist eine Aggravation. Als
Indizien dafür hat der neuropsychologische Sachverständige des IIMB nämlich nur
angegeben, der Beschwerdeführer habe sich zweimal zweieinhalb Stunden auf hohem
Niveau konzentrieren und er habe dem Gespräch gut folgen und die Fragen stets
adäquat beantworten können. Nicht bekannt ist, ob er dem Umstand Rechnung
getragen hat, dass der Beschwerdeführer in Bezug auf die Konzentrationsfähigkeit und
die Fähigkeit, ein Gespräch zu führen, kein durchschnittlicher Explorand gewesen ist,
da er diesbezüglich bereits vor dem Eintritt der Krankheit ein überdurchschnittlich
hohes Potential aufgewiesen hat. Möglicherweise wären die entsprechenden
neuropsychologischen Beeinträchtigungen aufgetreten, wenn die Untersuchung
wesentlich länger gedauert und damit die verbliebenen Ressourcen des
Beschwerdeführers erschöpft hätte. Es ist durchaus möglich, dass der
Beschwerdeführer sich aufgrund seines hohen Leistungswillens während der
Untersuchung so stark hat "zusammenreissen" können, dass er dem
neuropsychologischen Sachverständigen gegenüber den Eindruck erweckt hat, in den
genannten Bereichen neuropsychologisch gar nicht eingeschränkt zu sein. Da der
Verdacht auf eine Aggravation also nicht stichhaltig ist, bestehen keine Zweifel an der
Richtigkeit der neuropsychologischen Einschätzung der BEGAZ GmbH, zumal die
festgestellten Einschränkungen in weiten Teilen deckungsgleich sind. Somit steht mit
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass der Beschwerde
führer in seiner angestammten Tätigkeit bzw. in jeder Tätigkeit, die vergleichbare
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Anforderungen stellt, auch zwischen März 2009 und Mai 2010 zu 100% arbeitsunfähig
gewesen ist. Bezogen auf eine adaptierte Erwerbstätigkeit ist für diesen Zeitraum von
einer Arbeitsunfähigkeit von 50% auszugehen.
1.3.4 Für die Zeit von Dezember 2008 bis Februar 2009 und wieder ab Juni 2010
ist der Beschwerdeführer für jede Art von Erwerbstätigkeit zu 100% arbeitsunfähig
gewesen. Damit kann sich der Einkommensvergleich nach Art. 16 ATSG auf einen
Prozentvergleich beschränken. Der Invaliditätsgrad beträgt 100%. Einzig für die
Periode März 2009 bis Mai 2010 muss ein regulärer Einkommensvergleich
vorgenommen werden, weil der Beschwerdeführer in dieser Zeit in einer adaptierten
Erwerbstätigkeit zu 50% arbeitsfähig gewesen ist. Ausgangseinkommen zur Ermittlung
des zumutbaren Invalideneinkommens ist der oben ermittelte Tabellenlohn von Fr.
102'564.--. Dieser bezieht sich zwar auf das Jahr 2008, aber eine
Nominallohnanpassung kann unterbleiben, weil nicht anzunehmen ist, dass sich das
Valideneinkommen nominal anders entwickelt hätte als dieser Tabellenlohn. Bei einem
Arbeitsfähigkeitsgrad von 50% resultiert ein Einkommen von Fr. 51'282.--. Für einen
potentiellen Arbeitgeber würde der Beschwerdeführer einige krankheitsbedingte
Nachteile gegenüber gesunden Arbeitnehmern aufweisen, welche durch die
Ausrichtung eines unterdurchschnittlichen Lohns kompensiert werden müssten. Dazu
gehört der Umstand, dass die Leistung des Beschwerdeführers starken Schwankungen
unterworfen sein könnte, was einen deutlich höheren Kontrollbedarf mit sich bringen
würde, dass der Beschwerdeführer weder zeitlich noch leistungsmässig flexibel wäre,
also nicht bei Bedarf Überstunden leisten oder vorübergehend eine nichtadaptierte
Tätigkeit ausüben könnte, dass er von Seiten der Vorgesetzten und der Kollegen
besonderer Rücksichtnahme bedürfte usw. Es ist zu bezweifeln, dass der
Beschwerdeführer diese Nachteile durch seine überdurchschnittlichen intellektuellen
Fähigkeiten und durch seine Berufserfahrung kompensieren könnte. Unter diesen
Umständen erscheint ein Tabellenlohnabzug von 10% als angemessen. Das zumutbare
Invalideneinkommen beträgt somit 46'154.--. Bei der I._ hat der Beschwerdeführer
im Jahr 2006 Fr. 239'202.-- verdient. Der darin enthaltene Bonus bildet Teil des
beitragspflichtigen Lohns (Art. 25 Abs. 1 Satz 1 IVV). Es kann ohne weiteres davon
ausgegangen werden, dass - langfristig betrachtet - weiterhin jährlich ein Bonus in
entsprechender Höhe ausgerichtet worden wäre. Der Betrag von Fr. 239'202.-- ist
deshalb als Valideneinkommen in den Einkommensvergleich einzusetzen. Bei einem
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zumutbaren Invalideneinkommen von Fr. 46'154.-- resultiert eine
behinderungsbedingte Erwerbseinbusse von Fr. 193'048.--. Das entspricht einem
Invaliditätsgrad von (aufgerundet) 81%. Der Beschwerdeführer hat somit rückwirkend
ab 1. Dezember 2008 einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente.
1.3.5 Diese Invaliditätsbemessung ist insofern atypisch, als sie sich auf einen
Gesundheitszustand stützt, von dem anzunehmen ist, dass er sich noch nicht so weit
verfestigt hat, dass er keiner Therapie mehr zugänglich wäre. Es besteht durchaus eine
Chance, die gesundheitliche Situation - und damit indirekt die Einbusse an erwerblicher
Leistungsfähigkeit - durch eine adäquate Therapie zu verbessern. Diese Therapie dürfte
entgegen der vom Beschwerdeführer - möglicherweise krankheitsbedingt - dezidiert
vertretenen Auffassung, ausschliesslich an einer (von der Schulmedizin nicht
ausreichend ernst genommenen) somatischen Beeinträchtigung zu leiden, im
psychischen Bereich anzusiedeln sein. Eine psychiatrisch-psychotherapeutische und
nötigenfalls auch psychopharmakologische Therapie wäre dem Beschwerdeführer
wohl zumutbar. Der Beschwerdegegnerin wird deshalb empfohlen, das
Verwaltungsverfahren in dieser Richtung weiterzuführen, d.h. die entsprechenden
Therapiemöglichkeiten abklären zu lassen und den Beschwerdeführer dazu zu bringen,
sich in Erfüllung seiner IV-spezifischen Schadenminderungs- bzw. Eingliederungspflicht
(nötigenfalls unter Anwendung von Art. 21 Abs. 4 ATSG: Androhung einer Reduktion
oder Einstellung der Rente bei einer Verletzung der Mitwirkungspflicht) adäquat
behandeln zu lassen.
2.
Die Beschwerde ist somit vollumfänglich gutzuheissen. Der obsiegende Beschwerde
führer hat einen Anspruch auf den Ersatz seiner Parteikosten. Da der
Vertretungsaufwand als durchschnittlich zu qualifizieren ist, wäre praxisgemäss
eigentlich eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer) zuzusprechen. Nun hat der Beschwerdeführer aber ein medizinisches
Gutachten in Auftrag gegeben. Dessen Kosten haben sich auf insgesamt Fr. 13'000.--
belaufen. Dabei handelt es sich um einen der Qualität und dem Umfang des
Gutachtens angemessenen Betrag. Das gilt auch für die durch Rückfragen an die
(privaten) Sachverständigen entstandenen zusätzlichen Kosten, denn das Gutachten
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kann seinen Beweiszweck nur erfüllen, wenn es klar und eindeutig ist. Gemäss Art. 45
Abs. 1 Satz 2 ATSG besteht ein Anspruch auf die Übernahme dieser
Begutachtungskosten durch die Beschwerdegegnerin, falls die Begutachtung für die
Beurteilung des Anspruchs unerlässlich gewesen ist. Unerlässlich ist ein
Privatgutachten, wenn die entsprechende Abklärung im Rahmen der Unter
suchungspflicht bereits im Verwaltungsverfahren hätte vorgenommen werden müssen
(vgl. U. Kieser, ATSG-Kommentar, 2. A., N. 14 zu Art. 45 ATSG). Die
Beschwerdegegnerin hat nicht auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung in dem von ihr in
Auftrag gegebenen interdisziplinären Gutachten der BEGAZ GmbH, sondern auf eine
Arbeitsfähigkeitsschätzung in einer durch den psychiatrischen Sachverständigen der
BEGAZ GmbH allein auf Veranlassung des RAD erstellten "Ergänzung" des Gutachtens
abgestellt. Der RAD hatte die Richtigkeit des Gutachtens angezweifelt. Diese
"Ergänzung" ist eigentlich auf eine Korrektur des Gutachtens hinausgelaufen, wobei die
übrigen Sachverständigen nicht beigezogen worden sind. Die Zweifel des RAD an der
Richtigkeit des Gutachtens der BEGAZ GmbH hätten durch eine von allen beteiligten
Sachverständigen interdisziplinär abgegebene Ergänzung des Gutachtens ausgeräumt
werden müssen. Dies ist in Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes unterblieben.
Der Beschwerdeführer ist gezwungen gewesen, zur Ausräumung der Zweifel an der
Richtigkeit des Gutachtens und zur Wiederlegung der vom Gutachten abweichenden
Arbeitsfähigkeitsschätzung des psychiatrischen Sachverständigen in dessen
"Ergänzung" selbst ein polydisziplinäres Gutachten in Auftrag zu geben. Die
entsprechenden Kosten sind deshalb von der Beschwerdegegnerin zu übernehmen.
Daran kann der Umstand nichts ändern, dass die Beschwerdegegnerin bei einer
korrekten Erfüllung ihrer Untersuchungspflicht nur eine (interdisziplinäre) Ergänzung
des Gutachtens der BEGAZ GmbH hätte einholen müssen, was erheblich weniger als
Fr. 13'000.-- gekostet hätte. Es kann dem Beschwerdeführer nämlich nicht zugemutet
werden, anstelle der Beschwerdegegnerin bei der BEGAZ GmbH eine solche
Gutachtensergänzung einzuholen. Er ist berechtigt gewesen, eine andere Institution mit
der interdisziplinären Begutachtung zu beauftragen. Die Beschwerdegegnerin hat
deshalb die gesamten Kosten der privaten Begutachtung von Fr. 13'000.-- zu
übernehmen. Die Parteientschädigung beträgt insgesamt Fr. 16'500.--. Die
unterliegende Beschwerdegegnerin hat auch die Kosten des Beschwerdeverfahrens zu
tragen. Diese belaufen sich angesichts des durchschnittlichen Verfahrensaufwands
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praxisgemäss auf Fr. 600.--. Der vom Beschwerdeführer geleistete Kostenvorschuss in
gleicher Höhe wird zurückerstattet.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht