Decision ID: 80879057-30bf-4f0c-8469-88fd76a5f9ed
Year: 2012
Language: de
Court: BL_KG
Chamber: BL_KG_001
Canton: BL
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: 

B. Mit Eingabe vom 28. Juni 2012 erhob A. _, vertreten durch Advokat Dr. Matthias Häuptli aus Basel, bei der Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung und Konkurs  Beschwerde gegen das Konkursamt Laufen. Er liess beantragen, die Verfügung des Konkursamtes Laufen vom 21. Juni 2012 betreffend Ausschluss des Beschwerdeführers von der Offertstellung sei aufzuheben und das Konkursamt Laufen sei anzuweisen, den  sowie die C. _ GmbH in Y. _ zur Offertstellung bezüglich der Fahrnis im  der B. _ AG zuzulassen und ein neues Bieteverfahren durchzuführen, unter Aufhebung allfälliger bereits erfolgter Verwertungshandlungen; unter o/e Kostenfolge. In der Begründung wurde zusammenfassend ausgeführt, der Beschwerdeführer sei bis kurz vor Konkurseröffnung Arbeitnehmer der Konkursitin und bis Anfang Oktober 2011 Mitglied von  Geschäftsleitung gewesen. Er habe bereits im September 2011 im Zusammenhang mit der Pfändung und Retention von Fahrnis der Konkursitin als deren einzige verfügbare  im Kontakt mit dem Betreibungs- und Konkursamt Laufen gestanden und habe diesem gegenüber sein Interesse am Erwerb der Fahrnis geäussert, um damit der Konkursitin oder  Auffanggesellschaft die Weiterführung des Geschäftsbetriebs zu ermöglichen. Nach  habe er sich mit dem Konkursamt, Exponenten der Gewerkschaft sowie  der Standortgemeinde in Verbindung gesetzt und ihnen das Projekt einer  unterbreitet. Er habe nie eine Reaktion auf dieses Projekt erhalten. Ende Dezember 2011 habe er die C. _ AG übernommen und begonnen, mit ehemaligen Angestellten der  einen neuen Geschäftsbetrieb aufzuziehen. Am 25. Januar 2012 habe das Konkursamt Strafanzeige wegen angeblicher Konkursdelikte erstattet. Der dem Beschwerdeführer  Sachverhalt werde vollumfänglich bestritten. Der Beschwerdeführer sei sowohl  als auch Gläubiger der Konkursitin. Als Gläubiger habe er ein Interesse daran, dass ein möglichst hoher Erlös erzielt werde. Der Ausschluss von Bietern zur Offertstellung führe
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dazu, dass die Konkursmasse einen geringeren Erlös erziele. Für den Beschwerdeführer gelte im Strafverfahren die Unschuldsvermutung, solange keine rechtskräftige Verurteilung  sei. Es gehe nicht an, den Beschwerdeführer und die C. _ AG als "Exponenten einer Straftat" vom Bieteverfahren auszuschliessen. Selbst wenn der Beschwerdeführer wegen eines Konkursdelikts verurteilt worden wäre, wäre die Konkursverwaltung nicht berechtigt, ihn oder seine Firma vom Bieteverfahren auszuschliessen. Die Frage, ob ein Kaufinteressent einer Straftat verdächtig oder verurteilt sei, sei kein bei der Verwertung zu berücksichtigender Punkt. Die Herstellung eines Zusammenhangs zwischen angeblichen Konkursdelikten und dem  der Konkursaktiven sei unsachlich und die auf keinerlei Gesetzesnormen gestützte , die Konkursverwaltung dürfe mit „Exponenten einer ... Straftat" keine  über Aktiven der Konkursmasse tätigen, haltlos.
C. In seiner Vernehmlassung vom 13. Juli 2012 entgegnete das Konkursamt Laufen,  durch Advokat Christoph Küng, im Wesentlichen, der gesamte vom Beschwerdeführer  Sachverhalt werde dahingehend bestritten, als dass der Beschwerdeführer auf  Weg versucht habe, eine Auffanggesellschaft zu gründen und der Konkursverwaltung auf legitime Weise die Aktiven der Konkursmasse abzukaufen. Er habe bereits vor  diverse Aktiven, insbesondere den gesamten Kundenstamm und mehrere  Inventarpositionen, beiseite schaffen lassen. Ein „Projekt Auffanggesellschaft" sei dem Konkursamt nach Konkurseröffnung zwar vorgelegt, jedoch erst nachdem bereits Aktiven  geschafft worden seien. Der Beschwerdeführer habe sich nie nach dem Stand seines  Angebotes erkundigt. In der Folge habe das Konkursamt Strafanzeige gestellt,  insbesondere gegen den Beschwerdeführer, welcher zum Ende alleiniger noch operativ  Geschäftsführer der Konkursitin gewesen und heute alleiniger Inhaber der C. _ AG sei. Das Konkursamt habe sich grundsätzlich an minimale ethische Grundsätze zu halten. Es könne nicht angehen, dass mit einem Exponenten gegen welchen wegen konkreter Schädigung der Konkursgläubiger habe Strafanzeige erstattet werden müssen und welcher nach Ansicht des Konkursamtes der Hauptverantwortliche für die angezeigte strafbare Handlung sei, in irgend einer Weise geschäftet werde. Dies gelte auch für die durch diesen beherrschte neue . Würde die Konkursverwaltung dies tun, so könne sie sich der Begünstigung einer  Handlung schuldig machen. Das Konkursamt sei im Moment daran, unter den eruierten Übernahmeinteressenten eine interne Gant durchzuführen. Das Konkursamt komme damit  Pflicht nach Erzielung eines bestmöglichen Verwertungserlöses nach. Dass es gerade der Beschwerdeführer sein solle, welcher das höchste Angebot machen würde, sei angesichts , dass er ohne zugelassen zu sein, ein Angebot unterbreite, welches sich nicht an die  des Konkursamtes halte, sehr unwahrscheinlich. Die Konkursverwaltung habe sich nicht an die im Strafrecht geltende Unschuldsvermutung zu Gunsten des Beschwerdeführers zu , sondern habe sich ausschliesslich an den Gläubigerinteressen im laufenden  zu orientieren. Die Konkursverwaltung habe die Interessen der Gläubiger bestmöglich zu wahren und sie habe den höchst möglichen Verwertungserlös zu erzielen. Dies schliesse  nicht aus, dass sie sich an die grundsätzlichsten ethischen Werte zu halten habe und sich nicht selbst strafbar machen müsse. Mit dem Beschwerdeführer dürfe die Konkursverwaltung deshalb nicht weiter geschäften und dieser, wie auch die von ihm beherrschte C. _ AG,
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seien vom laufenden Verwertungsverfahren auszuschliessen. Die Beschwerde sei daher  soweit darauf einzutreten sei.
D. Im Rahmen einer Replik vom 26. Juli 2012 erwiderte der Beschwerdeführer, solange  Forderung nicht rechtskräftig abgewiesen sei, habe er im Konkurs als Gläubiger zu gelten. Die Behauptung, er habe Aktiven beiseite geschafft, sei bestritten und Gegenstand des  Strafverfahrens. Im Strafverfahren seien bis auf eine Beschlagnahme und eine  Einvernahme des Beschwerdeführers bisher keine weiteren Ermittlungshandlungen  worden. Unwahr sei die Behauptung, der Beschwerdeführer habe nie nach dem Stand des Angebots gefragt. Es werde bestritten, dass der Beschwerdeführer bzw. die C. _ AG mit widerrechtlich entwendeten Kundendaten geschäften würden. Selbst wenn die  des Konkursamtes zutreffen würden, sei nicht ersichtlich, dass ein Verkauf von Inventar an den Beschwerdeführer oder die C. _ AG den angeblichen Schaden der Konkursmasse vergrössern würden. Zur Teilnahme an der internen Gant seien nach den Bedingungen des Konkursamtes alle und nicht nur die höchsten Bieter zugelassen. Es sei daher unerheblich, in welcher Höhe der Beschwerdeführer bzw. die C. _ AG ein Gebot abgegeben hätten. Die Behauptung, dass sich die Konkursverwaltung bei einem Zuschlag an den Beschwerdeführer bzw. die C. _ AG strafbar machen würde, sei vollkommen haltlos.
E. In der Folge teilte das Konkursamt Laufen der Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung und Konkurs mit Schreiben vom 8. August 2012 mit, dass die interne Steigerung unter den  am 20. Juli 2012 stattgefunden habe. Eine Aufstellung über den dabei erzielten  werde in der Anlage überlassen. Der Beschwerdeführer sei an der Versteigerung weder persönlich anwesend noch vertreten gewesen. Der erzielte Steigerungserlös liege über den im Vorfeld der Versteigerung abgegebenen schriftlichen Angeboten.
F. Mit Verfügung vom 9. August 2012 ersuchte die Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung und Konkurs den Beschwerdeführer um Mitteilung, ob an der Beschwerde vom 28. Juni 2012 festgehalten werde.
G. Mit Verlautbarung vom 15. August 2012 liess der Beschwerdeführer mitteilen, dass an der Beschwerde vom 28. Juni 2012 festgehalten werde. Er sei weder zur internen Steigerung  worden, noch habe er rechtzeitig Kenntnis davon gehabt. Die an die übrigen  versandte "Einladung zur internen Versteigerung des Inventars vom 12. Juli 2012" sei erst am 19. Juli 2012 und lediglich als Beilage zur Vernehmlassung dem damals ferienabwesenden Rechtsvertreter zugegangen. Im Übrigen wäre eine Teilnahme des Beschwerdeführers ohnehin sinnlos gewesen, da der Beschwerdegegner am Ausschluss des Beschwerdeführers und der C. _ AG vom Bieteverfahren festhalte. Nach dem vom Konkursamt gewählten Verfahren sei die Höhe der in der ersten Runde abgegebenen Gebote praktisch bedeutungslos, da den Bietern von Anfang an in Aussicht gestellt worden sei, dass nach Eingang der schriftlichen  eine interne Versteigerung stattfinde. Bei Gutheissung der Beschwerde würden die  Zuschläge durch das Konkursamt aufzuheben und wäre ein neues Bieteverfahren  sein. Ausserdem sei die Verwertung im Konkurs der B. _ AG noch nicht ; demnächst würden noch Kundendaten, -dossiers und Markenrechte zum Verkauf
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gelangen, wobei zu befürchten sei, dass das Konkursamt den Beschwerdeführer erneut  vom Bieteverfahren ausschliesse.

Erwägungen
1. Mit Ausnahme der Fälle, in denen das Gesetz den Weg der gerichtlichen Klage , kann gegen jede Verfügung eines Betreibungs- oder Konkursamtes bei der  über Schuldbetreibung und Konkurs wegen Gesetzesverletzung oder  Beschwerde geführt werden. Wird eine Gesetzesverletzung oder Unangemessenheit  gemacht, so muss die Beschwerde gemäss Art. 17 Abs. 2 SchKG grundsätzlich innert zehn Tagen seit dem Zeitpunkt, in welchem der Beschwerdeführer von der Verfügung Kenntnis erhalten hat, angebracht werden. Im vorliegenden Falle liess das Konkursamt Laufen im  des Konkursverfahrens über die B. _ AG dem heutigen Beschwerdeführer mit  vom 21. Juni 2012 mitteilen, dass dieser und sein Unternehmen zur Offertstellung im  auf die anstehende Gant nicht zugelassen seien. Die Konkursverwaltung dürfe nicht mit Exponenten einer sich noch im Untersuchungsstadium befindlichen Straftat Rechtsgeschäfte über Aktiven der Konkursmasse tätigen. Der Beschwerdeführer lässt gegen diese Mitteilung Beschwerde bei der Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung und Konkurs führen und , das Konkursamt Laufen sei anzuweisen, ihn sowie sein Unternehmen seien zur  bezüglich der Fahrnis im Konkursverfahren der B. _ AG zuzulassen. Vorab ist zu , ob das nämliche Schreiben vom 21. Juni 2012 der betreibungsrechtlichen Beschwerde  ist.
2.1 Als taugliches Anfechtungsobjekt für eine Beschwerde gemäss Art. 17 SchKG kommen grundsätzlich alle Verfügungen von betreibungsrechtlichen Organen im Vollstreckungsverfahren in Frage. Eine Verfügung im Sinne von Art. 17 SchKG ist eine individuell-konkrete . Der Betreibungshandlung oder Verfügung ist es eigen, dass sie auf das  irgendwie rechtlich einwirkt; im Gange des Verfahrens führt sie irgendeine rechtliche Veränderung herbei. Es handelt sich somit um Vorkehren, welche die Weiterführung oder den Abschluss des Verfahrens bewirken und für die Parteien bestimmte Folgen nach sich ziehen (BGE 116 III 91 E. 1, mit Hinweisen). Die Verfügung gemäss Art. 17 SchKG umfasst also nicht nur Verfügungen im formellen Sinne, wie sie im Allgemeinen in der Verwaltungsrechtslehre  werden, sondern jegliches amtliche Handeln. Keine Verfügungen sind hingegen amtliche Handlungen eines Betreibungsamtes, die ihrer Natur nach überhaupt nicht in den Gang der Zwangsvollstreckung eingreifen. Die allgemeine Amtstätigkeit als solche, blosse  oder Absichtserklärungen eines Vollstreckungsorgans, aber auch eine einfache  oder ein Bericht über den Stand des Verfahrens sind nicht durch Beschwerde , weil dadurch die Rechtsstellung der Personen, an die sich solche Äusserungen richten, nicht in bestimmter, konkreter Weise beeinträchtigt sind (BGE 113 III 26 E. 1; 96 III 41 E. 2).
2.2 Das Konkursamt Laufen hat dem heutigen Beschwerdeführer vorliegend auf sein  um Gelegenheit zur Einreichung von Offerten im Zusammenhang mit der Verwertung von Aktiven der B. _ AG beschieden, dass dieser und ebenso sein Unternehmen zu einer  Offertstellung nicht zugelassen seien. Die besagte Mitteilung ist nach Auffassung der Auf-
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