Decision ID: cee19ffd-7c06-495f-b482-9a0814f69244
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
,
geboren 1955, arbeitet seit dem
1. Januar 2000 am
Y._
,
zuerst in der Näherei und Wäscherei, nunmehr als Küchen
hil
fe
in einem Pensum von zuletzt 80 % (Urk. 7/10).
Am 2
0.
September 2010 mel
dete
sie
sich unter Hinweis auf
Fibromyalgie
rheumatica
, Diabetes,
Zitteran
fälle
, Al
lergie, Migräne
, Depressionen und Nierensteine
bei der Invaliden
ver
siche
rung
zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/2
Ziff.
6.2).
Die
Sozialversiche
rungs
anstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte in der Folge einen Auszug aus dem individuel
len Konto (
Urk.
7/7
),
Arztberichte (
Urk.
7/8,
Urk.
7/11-12)
sowie
einen
Ar
beitge
berbericht
(
Urk.
7/
10
) ein
und
zog die Akten des
Krankentaggeld
ver
si
che
rers
(
Urk.
7/9)
bei.
Mit Vorbescheid vom
1
6.
Dezember 2011 (
Urk.
7/32) stellte
die IV-Stelle
zu
nächs
t
die
Zusprache
einer
Dreiviertels
rente
in Aussicht (
gemischte Methode,
In
vali
di
täts
grad
: 60
%
). Nach Einwanderhebung durch die BVK Personalvorsorge des
Kantons Zürich (Urk. 7/38), in deren Folge neue Arztberichte
(
Urk.
7/44,
Urk.
7/46
-47
, Urk.
7/49
und
Urk.
7/52)
aufgelegt
und ein
polydisziplinä
res
Gut
achten veranlasst
w
o
rde
n
waren
(
Urk.
7/57), verneinte
sie
– nach erneut durch
geführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/62) – mit Verfügung vom
2
0. Juni 2013
(
Urk.
2) einen Leistungsanspruch
der Versicherten
.
2.
Gegen die Verfügung vom 2
0.
Juni 2013 (
Urk.
2) erhob die Versicherte am 22. August 2013 Beschwerde mit den Anträgen, es sei diese aufzuheben und es seien ihr die gesetzlichen Rentenleistungen, mindestens
aber
eine
Dreiviertel
s
rente
,
auszurichten
. E
ventualiter sei sie interdisziplinär zu begutachten (
Urk.
1).
Die Beschwerdegegnerin beantragte am
1.
Oktober 2013 (
Urk.
6) die Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerde
führerin am 1
6.
Oktober 201
3
zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8).
Mit Schreiben vom 1
4.
Januar 2014 reichte die Beschwerdeführerin einen ärztli
chen Bericht nach und beantragte
,
die
dadurch
angefallenen Kosten von
Fr. 200.-- der Beschwerdegegnerin aufzu
er
legen, sollte der Bericht zur
Ent
scheid
findung
beitragen (
Urk.
9 und
Urk.
10).
Mit Schreiben vom 2
2.
Januar 2014 (Urk. 13) verzichtet
e
die Beschwerdegegnerin
auf
entsprechende Stellungnahme.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1 des Bun
desge
setzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be
einträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zu
dem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG
) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine
halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Drei
viertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen
(BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.4
V
ersicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das
heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflicht
ge
mäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozial
versicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stamm
en
, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
baren Un
terlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere me
di
zi
ni
sche These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines
Arztbe
richtes
ist also ent
scheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf all
seitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer
den berück
sich
tigt,
in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen be
grün
det sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grund
sätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut
achten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
begründet
e
die Leistungsablehnung damit, dass
weder aus rheumatologischer noch
-
seit Juli 2011
-
aus
psychiatrischer Sicht
eine Ar
beitsunfähigkeit
für die angestammte
Tätigkeit
der Beschwerdeführerin
als Kü
chenhilfe
be
scheinigt
werde (Urk. 2
S. 2
)
. Dabei stützte sie sich im Wesentlichen
auf das Gutachten des
Z._
vom 1
3.
De
zem
ber
2012
(
Urk.
7/57).
2.2
Die Beschwerdeführerin
wandte in ihrer Beschwerde vom 2
2.
August 2013
ein
,
es gehe ihr gesundheitlich nicht besser und sie verwerte bereits ihre
Restar
beits
fähigkeit
von 25
%
. Das
Z._
-
Gutachten vom 1
3.
Dezember 201
2
stehe in klarem
Widerspruch zu anderen ärztlichen Beurteilungen
, weshalb zur Beurtei
lung ihres
Gesundheitszustandes nicht auf dieses abzustellen
sei (
Urk.
1 S. 4 ff.).
3.
3.1
Im Gutachten vom 3
1.
Januar 2011 (
Urk.
7/22) zuhanden der BVK
Personalvor
sorge
des Kantons Zürich nannte
Dr.
med.
A._
,
Allgemeinmedizinerin,
fol
gen
d
e
Diagnose
n
:
C
hronisch
es
generalisiertes Schmerzsyndrom (ED 2008)/
Fibromyalgia
rheumatica
mit/bei
Symptombeginn ca. 2003
Polytopen
myofascialen
Druckpunk
t
en an den
Extremitäten
Positiven „
tender
points
“/brennenden Ganzkörperschmerzen
Chronischer Müdigkeit/Schlafstörungen
Cervikal
betontem
Panvertebralsyndrom
:
Brustwirbelsäule
-Hyperkyphose,
Lendenwirbelsäule
-Hyperlordose,
mit Haltungsinsuffizienz
Ausgeprägter muskulärer
Dekonditionier
ung
/
Dysbalance
Leichter Torsionsskoliose mit Rippenbuckel links
Polyarthralgien:
Finger, insbesondere PIP-Gelenke, Handgelenke
Hüfte, Knie und Sprunggelenke beidseits
Die
chronisch
musculo-skelettale
n
Beschw
erden im Bereich des ganzen Körpers
würden bereits seit Jahren
bestehen
, wobei keine
entzündlich-rheumatologische Grunderkrankung
, welche die geklagten Beschwerden erklären würde,
nachge
wie
sen worden
sei.
Dr.
A._
empfahl
eine Abklärung einer allenfalls vorlie
gen
den relevanten psychiatrischen Erkrankung. Aus somatischer Sicht bestehe keine
Arbeitsunfähigkeit (S. 7 f.).
3.2
Im
psychiatrischen
Gutachten vom 1
5.
Mai 2011
(
Urk.
7/25) zuhanden der BVK
Personalvorsorge des Kantons Zürich
stellte
Dr.
med.
B._
,
FMH Psychia
trie
und Psychotherapie,
die Diagnose einer mittelschweren depressiven Episode ohne
somatisches Syndrom (ICD 10 F32.10), eines chronisch generalisierten
Schmerz
syndroms
/
Fibromyalgia
rheumatica
und
eines
Diabetes mellitus Typ II (S.
6
Ziff.
8).
Die mittelschwere Depression, die eine Arbeitsunfähigkeit von 75
%
in der angestammten Tätigkeit
begründe,
bestehe seit ca. Mai 2010 und h
ab
e sich
schleichend entwickelt
, wobei hierfür
die
Fibromyalgie
massgebend
gewesen sei.
Eine Prognose
könne
angesichts des hartnäckigen Schmerzleidens
nur mit Zu
rück
haltung gestellt werden.
E
s
handle sich aber um keinen Endzustand
(S.
7)
.
3.3
Im
B
ericht vom 1
2.
August 2011
(
Urk.
7/27)
nannte
Dr.
med. univ.
C._
,
Fach
arzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
folgende psychiat
rische
n
Diag
nosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
Mittelschwere depressive Episode (ICD
-
10 F32.1)
Ag
o
r
a
phobie (ICD
-1
0 F40.0)
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD
-
10 F45.41)
Als somatische Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er:
Fibromyalgiesyndrom
(ICD
-
10 M79.7)
Chronisches zervikal betontes
Panvertebralsyndrom
(ICD
-
10 M54.0)
Polyarth
ralgie (ICD
-
10 M25.5)
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bezeichnete er
einen
Diabetes melli
tus
Typ II (ICD
-
10 E11
,
S.
1).
Er attestierte der Beschwerdeführerin eine Arbeitsun
fähigkeit
von
75
%
in ihrer bisherigen Tätigkeit. Eine Prognose könne nicht abschliessend gemacht werden, da die therapeutischen Massnahmen noch nicht vol
lständig ausgeschöpft seien (S. 2 f.).
3.4
Dr.
D._
,
Chiropraktorin
SCG/ECU, teilte im Bericht vom 1
7.
April 2012
(
Urk.
7/47)
mit, dass die Schmerzen bei der Beschwerdeführerin
seit 2010
(vgl. Urk.
7/8)
zuge
nommen hätten und dadurch ihre
gesamte Belastbarkeit abge
nom
men habe. Es sei nicht von einer wesentlichen Verbesserung auszugehen (
Ziff.
1.4).
3.5
Im Bericht vom
9.
Juli 2012 (
Urk.
7/49) wiederholte
Dr.
C._
im Wesentli
chen
das bereits im Bericht vom 1
2.
August 2011 (
Urk.
7/27) Dargelegte.
Zu
sätzlich
führte er aus
, dass mittels Belastbarkeitstraining eine Steigerung der Arbeits
fäh
ig
keit auf 50
%
erzielt werden könne.
Da die depressive Entwicklung und
Angst
er
krankung
vor dem Hintergrund der
Fibromyalgie
und des Schmerzsyndroms zu
sehen seien
und
nicht isoliert betrachtet werden könnten, seien die
se
bislang nicht überwindbar gewesen
(
S. 1
)
.
3.6
Dr.
med.
E._
,
FMH für
Rheumatologie
,
nannte im Bericht vom
3.
September 2012 (
Urk.
7/52) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
Verdacht auf
seronegative
undifferenzierte Arthritis mit/bei
Mitbeteiligung MCP I, II rechts und PIP II, III rechts sowie DIP III rechts, links MCP I und III, PIP III und II, DIP II und III, Schulterge
lenke, Ellbogen beidseits
m
it Skelettszintigraphie vom 24.1
1.
übereinstimmend
Basistherapie mit
Salazopyrin
(3.4.12-3.8.12) wurde wegen Wirkungs
losigkeit gestoppt
Cervicothoracospondylogenes
Syndrom beidseits mit
Wirbelsäulenfehlhaltung: Muskuläre
Dysbalance
Lumbospondylogenes
Syndrom mit/bei
degenerativen Veränderungen, muskulärer
Dysbalance
PHS
tendopathica
links mit/bei
p
ositivem
Impingement
Tendopathie
der
Supraspinatussehne
links mehr als rechts
P
eriarthropathia
coxae
beidseits bei
wahrscheinlich
spondylogen
bedingten muskulären Befunden
mögliche leichte
Coxarthrose
DD: im Rahmen der undifferenzierten
seronegativen
Arthritis
Gemischte
Beinoedeme
beidseits bei/mit
Status nach
Crossektomie
,
Magnastripping
und
Phlebektomie
beid
seits 2/97
Rezidiv Varikose vom Seitenasttyp beidseits
Lipoedem
Mediale
Gonarthrose
mit/bei
Knick-, Senk- und Spreizfuss beidseits
Diabetes mellitus Typ II
Migräne sei
t
über 20 Jahren
Ausgeprägte
Pannikulitis
Reaktiv depressive Entwicklung (S. 6 f.).
Die Prognose sei unbestimmt (S. 8). Es gehe der Beschwerdeführerin deutlich
schlechter als im Jahr 200
6.
Eine Arbeitsfähigkeit von 25
%
erscheine
ange
bracht
(S.
11).
3.7
Im
Z._
-
Gutachten vom 1
3.
Dezember 201
2
(
Urk.
7/57) nannten die
Dres
. med
.
F._
,
FMH Allgemeine Innere Medizin,
G._
,
FMH Psychiatrie und Psy
cho
therapie, und
H._
,
Fachärztin für Rheumatologie,
folgende Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(S. 22)
:
Chronisches
zervikospondylogenes
Schmerzsyndrom (ICD
-
10 M53.1)
Dysbalancen
der Schultergürtelmuskulatur
klinisch keine Hinweise für
radikuläre
Symptomatik
Chronisches
thorako-lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom (ICD
-
10 M54.5)
m
yostatische
Insuffizienz mit den entsprechenden
muskuloligamentä
ren
Überlastungsreaktionen
klinisch keine Hinweise für
radikuläre
Symptomatik
kernspintomographisch 07/12 unauffälliger Befund
Hypermobilitätssyndrom (ICD
-
10 M35.7)
PHS
tendopathica
links (ICD
-
10 M75.0)
Impingement
-Test positiv
s
onographisch
05/12 leichte degenerative Veränderungen der
Supra
spinatussehne
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie:
Anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD
-
10 F45.4)
Chronisches
multilokuläres
Schmerzsyndrom (ICD
-
10 R52.9)
Ganzkörperschmerzen mit vegetativer Begleitsymptomatik
(
klinisch, labortechnisch, kernspintomographisch und
skelettszintigraphisch
keine Hinweise für entzündlich-rheumatische
s
Geschehen
)
Status nach mittelgradiger depressiver Episode (ICD
-
10 F32.1)
Diabetes mellitus Typ II (ICD
-
10 E11.9)
anamnetisch ED ca. im Jahr 2000
mässiggradig
medikamentös eingestellt mit HbA1c von 7.7
%
(Norm < 6.3
%
)
Anamne
s
tisch rezidivierende Migräne seit 20 Jahren
Lipomatose vor allem an den Beinen und Unterschenkeln
Übergewicht (BMI 28 kg/m
2
)
Medikamenten-
Malcompliance
(ICD
-
10 Z91.1)
Neben der anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung
, die keine Einschrän
kung
der Arbeitsfähigkeit begründe,
könne keine weitere
psychiatrische
Diag
nose ge
stellt werden
. Die
somatoforme
Schmerzstörung sei
weder von erhebli
cher psy
chi
atrischer
Komorbi
di
tät
, noch
weise sie
einen
chronifizierten
Krank
heitsver
lauf
auf
.
Es seien keinerlei Hinweise auf das Vorhandensein einer de
pressiven Störung zu finden. Die medikamentöse Behandlung
h
ab
e
relativ rasch zu einer wesentlichen Besserung der depressiven
Phase
ge
führ
t.
Die mittelgra
dige de
pressive Episode sei remittiert. Aus psychiatrischer Sicht sei es daher
der Be
schwer
deführerin zumutbar,
spätestes ab Juli 2011
ganztags einer beruflichen Tä
tigkeit nachzugehen
(S. 1
3
f
f.).
In ihrer rheumatologischen Beurteilung (S. 20) führten die Ärzte aus,
dass keinerlei Hinweiszeichen für ein entzündlich-rheu
matisches Geschehen
bestünden
. Sämtliche
fibromyalgietypischen
Ten
derpoints
seien druckschmerzhaft, doch l
ie
ge keine
Fibromyal
g
ie
sondern ein generalisier
tes
multilokuläres
Schmerzsyndrom vor. Bei der Untersuchung seien die
Hals
wirbelsäule
(HWS), Brustwirbelsäule
(
BWS) und Lendenwirbelsäule (LWS) frei beweglich gewesen. F
ür eine
radikuläre
oder
Wurzelkompressions
symptomatik
wie Reflexausfälle oder Abschwächung von Kennmuskeln
hätten
keine
Hinweis
zeichen
bestanden
.
Aus rheumatologischer Sicht sei die Be
schwerdeführerin
in ihrer bisherigen Tätigkeit
100%ig arbeitsfähig. Da
überdies
aus
allgemeininter
nis
tischer
Sicht der Diabetes mellitus, der ungenügend einge
stellt sei, keine Ar
bei
tsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit begründe, sei zu
sammenfassend fest
zu
halten, das
s
aus interdisziplinärer Sicht für die ange
stammte Tätigkeit keine Arbeitsunfähigkeit bestehe (S. 23).
Analog zum
Er
werbsbereich
bestehe auch im Haushalt keine Einschränkung der Arbeitsfähig
keit (S. 24).
4.
4.1
Vorwegzuschicken ist, dass das
Z._
-
Gutachten vom 1
3.
Dezember 201
2
(Urk. 7/57)
in sämtlichen Punkten den praxisgemässen Anforderungen an den
Be
weiswert
einer Expertise entspricht. Der Bericht beantwortet die gestellten
Fragen umfassend und erging
nach einlässlicher Abklärung der Vorgeschichte und
Befunderhebung in Kenntnis der
Vorakten
. D
as
Gutachten
ist sorgfältig ab
gefasst, berücksichtig
t
die
ge
klagten Be
schwerden der Beschwerdeführerin und
setzt sich damit auseinander
.
Insbeson
dere
wird
im Bericht auch zu früheren ärzt
lichen Einschätzung
en
detailliert
Stellung
genommen
und nachvollziehbar dar
ge
legt, weshalb
i
n psychiatrischer Hinsicht
bei der Beschwerdeführerin
nebst der
anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung
nunmehr
keine affektive Störung
mehr
festzustellen
ist.
So zeigten
die Gutachter
schlüssig auf,
dass die mittel
gradige depressive Episode
dank
wirkungsvoller
Medikation
und erfolgreicher The
rapie
remittiert ist.
Ebens
o
legten
sie aus
all
gemeininternistischer
Sicht stich
haltig dar, da
ss bei adäquater Einstellung der Diabetes mellitus
und
weiteren un
auffälligen Befunde
n
keine Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit bewirken. Gleich verhält es sich mit ihrer
schlüssigen
rheumatischen Beurteilung,
wonach
f
ür
die
von der Beschwerdeführe
rin geklagten Beschwerden nur teilweise ein entsprech
endes morphologisches Korrelat vorliegt
, dieses indes aufgrund seines Ausmasses
die Arbeitsfähigkeit nicht einschränkt.
4.2
4.2.1
Eine fachärztlich (psychiatrisch) diagnostizierte anhaltende
somatoforme
Schmerz
störung
begründet als solche noch keine Invalidität. Vielmehr besteht
eine Vermutung, dass die
somatoforme
Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer
zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind. Bestimmte Umstände,
welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, können den Wie
dereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien.
Im Vordergrund steht die Feststellung einer psychischen
Komorbidität
von er
heblicher Schwere, Ausprägung und Dauer. Massgebend sein können auch wei
tere Faktoren, so: chronische körperliche Begleiterkrankungen; ein mehrjähri
ger,
chronifizierter
Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progredienter Sympto
matik ohne längerdauernde Rückbildung; ein sozialer Rückzug in allen Be
lang
en
des Lebens; ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer
inner
see
lischer
Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden
Kon
fliktbewältigung
(primärer Krankheitsgewinn; "Flucht in die Krankheit"); das Scheitern einer konsequent durchgeführten ambulanten oder stationären Be
hand
lung (auch mit unterschiedlichem therapeutischen Ansatz) trotz koope
ra
tiver Haltung der versicherten Person. Je mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die entsprechenden Befunde darstellen, desto eher sind
–
aus
nahmsweise - die Voraussetzungen für eine zumutbare Willensanstrengung zu verneinen (BGE 130 V 352).
4.2.
2
Vorliegend
führten die
Z._
-
Ärzte im Gutachten aus, dass die diagnostizierte
so
matoforme
Schmerzstörung weder von erheblicher psychiatrischer
Komorbi
di
tät
sei, einen
chronifizierten
Krankheitsverlauf
aufweise
noch
Rückzugsten
denzen
vor
lägen
(
Urk.
7/57 S.
14)
.
B
ei der Frage
,
ob
die Folgen einer
somatoforme
n
Schmerz
störung
mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar
sind (Vorliegen einer
psychischen
Komorbidität
und der Intensität der weiteren Kri
te
rien
)
,
handelt es sich um eine ausserhalb des Kompetenzbereichs des Arztes
lie
gende Rechtsfrage
, womit der Beschwerdeführerin
diesbezüglich
beizupflich
ten
ist
(vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_285/2009
vom
7.
August 2009
E
. 3.3.2, un
ter
Hin
weis auf BGE 130 V 352)
.
4.2.3
Wie aufgezeigt, steht bei der Beschwerdeführerin eine anhaltende
Schmerzver
arbeitungsstörung
im Vordergrund, wobei die Gutachter anhand des erhobenen
Psychostatus keine weitere psychiatrische Diagnose stellten.
Demnach
liegt keine
psychiatrische Störung vor, die als eigenständiges, von der
Schmerzsympto
ma
tik
losgelöstes Beschwerdebild die Schmerzverarbeitung be
einträchtigen könnte
.
Es fehlt damit
an einer mitwirkenden, psychisch ausge
wiesenen
Komorbidität
von
erheblicher Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer
.
Folglich müssten die
übrigen qualifizierten Kriterien mit gewisser Inten
sität und Konstanz erfüllt sein.
Hier ist aber
mangels Anhaltspunkte
n
das Kriterium der chronischen körper
li
chen
Begleiterkrankung zu verneinen. Demgegenüber ist au
fgrund der Tatsache, dass bereits im Jahr 2008 ein Schmerzsyndrom diagnostiziert
beziehungsweise ein Symptombeginn
im Jahr 2003 festgestellt wurde
(
Urk.
7/12
und
Urk.
7/22 S.
9
lit
. d
)
,
das Kriterium
eines
chronifizierten
Krankheitsverlaufs mit unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne längerdauernde Rückbildung zu bejahen. Gänzlich zu verneinen ist jedoch ein sozialer Rückzug in allen Belangen des Le
bens. So geht die Beschwerdeführerin
nach
eigenen Angaben zufolge ein- bis zweimal pro Woche mit ihrer Schwiegertochter baden, treffe Kollegin
nen, gehe
täglich mit einer älteren Nachbarin und deren Hund sowie
auch
mit ihrem Mann
spazieren (
Urk.
7/57 S.
12
).
Weiter gibt es keine Hinweise auf einen
v
erfestigte
n
,
therapeutisch nicht mehr beeinflussbare
n
innerseelische
n
Verlauf
, de
n
die
Schmerz
symptomatik
als Ausdruck
einer an sich missglückten, psy
chisch aber ent
lastenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn; "Flucht in die Krankheit")
erschienen liesse.
Auch
kann
in Anbetracht der erhobenen Medika
menten –
Malcompliance
(vorstehend E. 3.7)
nicht vom
Scheitern ei
ner konse
quent durchgeführten ambulanten oder stationären Behandlung (auch mit unte
r
schiedlichem
therapeutischen
Ansatz) trotz kooperativer Haltung der ver
sicher
ten Person
die Rede sein.
V
or diesem Hintergrund
ist offenkundig, dass die Kriterien
,
die
ein Abweichen von
der
Überwindbarkeitsvermutung erlaub
t
, nicht erfüllt sind.
Die di
agno
sti
zier
te anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung vermag keinen invalidi
sie
ren
den
psychischen Gesundheitsschaden im Sinne der Rechtsprechung zu be
gründen.
4.
3
4.3.1
Die Beschwerdeführerin bringt vor, es sei zur Beurteilung ihres psychischen Ge
sundheitszustandes auf die Beurteilungen von
Dr.
B._
im Gutachten vom 1
5.
Mai 2011 (
Urk.
7/25) abzustellen, wonach
sie
an einer mittelschweren De
pression leide, die sich erneut im April 2011 verstärkt habe.
Die Beurteilung von
Dr.
G._
,
wonach sich das depressive Zustandsbild bereit
s
im Mai 2011 we
sentlich gebessert haben soll
e, stimm
e
nicht mit
vorgenannter
ärztlicher
Beur
teilung überein (
Urk.
1 S. 6 ff.).
4.3.2
Dr.
B._
hielt
im Gutachten
vom 1
5.
Mai 2011 (
Urk.
7/25)
fest
, dass
die ausge
prägte Depression der Beschwerdeführerin der entscheidende Grund für die Ar
beitsunfähigkeit sei.
Sie
beurteilte
die
damalige
psychische Situation
der Be
schwerdeführerin
jedoch
nicht als Endzustand, sondern
war
der
Ansicht, dass zumindest eine deutliche Besserung und Steigerung der Arbeitsfähigkeit erreich
t werden könne
, zumal hinsichtlich der depressiven Verstimmung noch fast sämt
liche therapeutische Optionen offen
ständen
(S. 7).
Die entspre
chende Behand
lung sei bei weitem nicht ausgeschöpft, vielmehr beginne diese erst richtig (S. 8).
Führte
nun
Dr.
G._
im
Z._
-
Gutachten vom 13. Dezember 201
2
(
Urk.
7/57
S.
14 f.
) aus, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerde
führerin ab Mai 2011 verbessert
, mithin sich die mittelschwere depressive Phase aufgrund adä
qua
ter Therapie rasch zurückgebildet
und spätestens ab Juli 2011 remittiert
habe
, ist der
von der Beschwerdeführerin
gelt
end gemachte Wider
spruch in
den
ärzt
lichen Beurteilungen nicht
zu ersehen,
g
ing
doch
Dr.
B._
gerade
davon
aus
, dass sich die depressive Phase der Beschwerdefüh
rerin infolge Therapien
zu
rückbilden
w
er
d
e
.
Vor diesem Hinterg
r
und
empfahl sie
wohl auch
eine Nach
un
ter
suchung
der Beschwerdeführerin
sechs Monate
später
(
Urk.
7/25 S. 8
Ziff.
8.e
)
.
4.3.3
Mit Schreiben vom 14. Januar 2014 (Urk. 9)
ersuchte
die Beschwerdeführerin
,
den
Arztbericht von
Dr.
E._
(Urk. 10) gebührend zu berücksichtigen. Die Ärz
tin führt
e in ihrem Bericht vom 1
3.
August 2013 zuhanden der Beschwerde
führerin aus, das
s
sie die
von den
Z._
-
Gutachtern gezogenen Schlüsse aufgrund
eigene
r
Einschätzungen nicht nachvoll
ziehen
könne
.
I
hrer
Ansicht nach
sei die Pa
tien
tin
insbesondere
bei der psychiatrischen Beurteilung
falsch eingeschätzt worden.
Nach wie vor
bestehe eine Arbeitsun
fähigkeit von 75
%
aus
di
versen
Gründe
n
.
Vorliegend ist festzustellen, dass
Dr.
E._
keine objektivierbaren Gründe zu nennen
vermochte, weshalb das
Z._
-
Gutachten nicht plausibel sein soll
te
. Das
von ihr
gegen das fragliche Gutachten
Vorgebrachte beruht auf
subjektiven Wahr
nehmung und persönlichen Schilderungen der gesundheitlichen Situation
der Beschwerdeführerin
, nicht aber auf dokumentierten, nachvollzie
h
baren
Befund
schilderungen
. Damit
vermag
der Bericht
das schlüssige
Z._
-
Gutachten nicht in Frage zu stellen
.
4.
4
Zusammenfassend ist
demnach
festzuhalten, dass auf das überzeugende und sorgfältige
Z._
-
Gutachten vom
1
3.
Dezember 201
2
abzustellen ist.
Es ist somit
davon auszugehen,
dass
die Beschwerdeführerin
aus psychiatrischer Sicht
in ihrer
angestammten
Tätigkeit nicht eingeschränkt ist.
Au
s rheumatologischer Sicht hat
hinsichtlich ihrer angestammten Tätigkeit
zu keine
r
Zeit eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestanden.
Der medizini
sche Sachverhalt ist in dem Sinne als erstellt zu betrachten. Von weiteren medi
zinischen Abklärungen, wie in Ziffer 2 der Beschwerdeschrift beantragt wurde, sind keine neuen Erkenntnisse
zu erwarten, weshalb darauf zu verzichten ist (antizipierte Beweiswürdigung, BGE
124 V 94 E. 4b; 122 V 162 E. 1d.). So wur
den die organischen Befunde voll
stän
dig erhoben und es ist nicht ersichtlich, welche abweichenden Resultate eine
weitere interdisziplinäre Begutachtung er
geben könnte.
Für ein Abweichen von der bundesgerichtlichen Praxis betreffend Krankheitswert einer
Fibromalgie
(Urk. 1 S. 9) besteht keine Veranlassung.
4.5
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde.
5.
5.1
Die vo
n der B
eschwerdeführer
in
geltend gemachten
Kosten von Fr. 200.-- für den bei Dr.
E._
eingeholten Bericht
(Urk. 1
4
) fallen unter den Begriff der
Par
teikosten
im Sinne von Art. 61
lit
. g
ATSG. Die
Beschwerdeführer
in
unterliegt
in diesem Verfahren
, weshalb sie
keinen Anspruch auf Ers
tattung
dieser Kosten
hat, zumal der Bericht für den Ausgang dieses Verfahrens auch nicht mass
geb
lich war (Urteil des Bundesgerichts 8C_231/2013 vom 18. Juli 2013 E. 6 mit Hin
weisen).
5.
2
Die Gerichtskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind ermessensweise auf
Fr. 700.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzuerle
gen.