Decision ID: 74cc965c-4284-4053-ab44-bdbab0e96de5
Year: 2020
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_002
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law

I. Sachverhalt:
1. Der 1951 geborene A._, wohnhaft in C._, führte den
Restaurantbetrieb D._ in E._ und war dadurch vom 1. Juni 1999
bis 31. März 2012 als Inhaber einer Einzelfirma als
Selbständigerwerbender zur Abrechnung der persönlichen
Sozialversicherungsbeiträge bei der B._ angeschlossen.
2. Gestützt auf die Meldung der Steuerbehörde ("Meldung über
Erwerbseinkommen und Betriebskapital Selbständigerwerbender") setzte
die B._ mit Verfügung vom 3. Januar 2018 die persönlichen Beiträge
Selbständigerwerbende für die Beitragsperiode Januar bis März 2012 auf
CHF 67'227.85 (inkl. Verwaltungskosten und Zinsen) fest.
3. Am 13. Februar 2018 stellte A._ ein Erlassgesuch und reichte dazu
Unterlagen ein.
4. Die B._ teilte A._ am 15. Februar 2018 mit, Gegenstand eines
Gesuchs um Erlass der Beiträge könnten lediglich Beiträge sein, welche
auf dem gesetzlichen Minimum basierten. Dies sei vorliegend nicht
gegeben, so dass diese Angelegenheit als Gesuch um Herabsetzung der
Beiträge betrachtet werde. Gleichzeitig forderte sie ihn auf, das beigelegte
Formular "Gesuch um Herabsetzung der persönlichen Beiträge"
auszufüllen.
5. Am 27. Februar 2018 reichte A._ das ausgefüllte Formular "Gesuch
um Herabsetzung der persönlichen Beiträge" samt weiteren Unterlagen
ein.
6. Mit Verfügung vom 23. März 2018 wies die B._ das
Herabsetzungsgesuch von A._ ab.
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7. Die dagegen von A._ am 11. April 2018 erhobene Einsprache wies die
B._ mit Einspracheentscheid vom 10. August 2018 ab.
8. Hiergegen erhob A._ (nachfolgend: Beschwerdeführer) am
10. September 2018 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons
Graubünden. Er beantragte den vollständigen Erlass der geforderten
Beiträge. In prozessualer Hinsicht wurde verlangt, es sei der Beschwerde
die aufschiebende Wirkung zu gewähren und es sei eine mündliche
Verhandlung durchzuführen, allenfalls vor Urteilseröffnung eine
Referentenaudienz. Zur Begründung brachte der Beschwerdeführer im
Wesentlichen vor, dass er die Vorinstanz im Rahmen des Erlassgesuchs
vom 13. Februar 2018 darum ersucht habe, bei der zuständigen
Wohnsitzgemeinde eine Stellungnahme bzw. Anhörung einzufordern. Eine
Anhörung habe bis heute nicht stattgefunden, weshalb das rechtliche
Gehör verletzt worden sei. Zudem seien praktisch keine Vermögenswerte
vorhanden. Der Beschwerdeführer verfüge lediglich über ein bescheidenes
Renteneinkommen inkl. AHV, das zur Deckung der persönlichen
Lebenshaltungskosten nicht ausreiche. Die Vorinstanz übersehe, dass er
seit längerer Zeit gerichtlich von seiner Ehefrau getrennt lebe und beide
Ehegatten auch über unabhängige Wohnsitze verfügten. Sie gehe daher
fehl in der Annahme, dass für die Beurteilung der massgeblichen
wirtschaftlichen Verhältnisse auch die Einkommens- und
Vermögensverhältnisse des Ehegatten beizuziehen seien. Die vom
Beschwerdeführer geschuldeten und zum Erlass beantragten AHV-
Beiträge seien persönliche Schulden. Es bestehe keine Solidarschuld des
gerichtlich getrennten Ehegatten. Ausschliesslich seine Einkommens- und
Vermögensverhältnisse seien massgebend. Eine andere
Betrachtungsweise wäre nur dann gegeben, wenn er nachweislich
Einkommens- und Vermögensteile zugunsten seiner Ehefrau "verschoben"
oder ohne Grund abgetreten hätte, was bestritten und nicht belegt sei. Die
vom Beschwerdeführer getrennt lebende Ehefrau verfüge selbst ebenfalls
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über keine Vermögenswerte und beziehe ein monatliches
Renten(AHV)einkommen, das den Existenzbedarf nicht abdecke. Selbst
wenn die Einkommen der Ehegatten addiert würden, wäre von einer
negativen pfändbaren Lohnquote von minus CHF 1'370.30 auszugehen.
Dem Beschwerdeführer stehe in C._ sodann ein lebenslängliches und
ausschliessliches Wohnrecht zu, welches ihm von seinen Kindern
eingeräumt worden sei. Er trage die laufenden Kosten inkl.
Hypothekarkosten von monatlich CHF 1'875.-- selbst. Es sei offenkundig,
dass er mit einem derzeitigen Renteneinkommen von CHF 2'121.30 nebst
dem Grundbedarf und der Krankenkassenprämien seine
Hypothekarkosten nur teilweise abdecken könne, weshalb er sich in einer
absoluten existenziellen Notlage befinde. Ferner werde das im
angefochtenen Entscheid aufgeführte flüssige Guthaben von total CHF
46'874.25 bestritten. Der Beschwerdeführer verfüge derzeit bei der
F._ Kantonalbank lediglich über ein Sparkonto mit einem Saldo von
unter CHF 5'000.--. Das auf beide Eheleute lautende Konto sei praktisch
saldiert, da mit dem Guthaben offene Steuerforderungen hätten bezahlt
werden müssen. Das Privatkonto bei der G._ Kantonalbank laute auf
seine Ehefrau. Es weise ebenfalls einen Saldo von erheblich unter CHF
5'000.-- auf. Des Weiteren besitze weder der Beschwerdeführer noch seine
Ehefrau Immobilien. Bestritten sei auch, dass die Ehegatten über eine freie
Kapitalinvestition von je CHF 80'000.-- verfügten. Hierbei handle es sich
um eine BVG-ähnliche Rentensicherung, welche zu einer monatlichen
Rente in der Höhe von je CHF 222.-- führe. Dieses BVG-Kapitalvermögen
sei weder pfändbar, noch jederzeit rückzahlbar. Fehl gehe auch die
Argumentation der Vorinstanz, wonach die Bezahlung von rechtskräftigen
und fälligen Steuern für die Jahre 2016 und 2017 eine
Gläubigerbevorzugung darstelle. Unberechtigt sei ferner der Einwand,
wonach die Ehegatten in den Jahren 2012 bis 2017 Kapitalleistungen von
insgesamt CHF 527'158.-- bezogen hätten. Diese Kapitalleistungen seien
zur Rückzahlung von Schulden verwendet worden (Bankforderungen,
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Steuern, Löhne, AHV- und BVG-Forderungen). Um den Konkurs zu
vermeiden, habe die gesamte Kapitalleistung der Einzelfirma zur
Verfügung gestellt werden müssen. Die Bezahlung von begründeten
öffentlichen oder privaten Forderungen stelle keine grobfahrlässige
Verwendung von Mitteln dar. Bestritten sei schliesslich, dass der
Beschwerdeführer über Liegenschaftserträge verfüge. Es liege nicht nur
eine Gütertrennung, sondern eine gerichtliche Trennung vor. Daher hätten
beide Ehegatten Anspruch auf eine eigene Wohnung.
9. Am 18. Oktober 2018 reichte der Beschwerdeführer den
Einspracheentscheid der Steuerverwaltung des Kantons H._ vom 16.
Oktober 2018 betreffend Erlassgesuch ein. Darin wurde ein Teilerlass über
CHF 33'624.60 (zzgl. Zinsen) der direkten Bundessteuer sowie der Staats-
und Gemeindesteuern 2012 gewährt.
10. Mit Vernehmlassung vom 31. Oktober 2018 beantragte die B._
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde. Zur
Begründung wurde im Wesentlichen vorgebracht, die Herabsetzung der
Beiträge sei eine aussergewöhnliche Massnahme, die eine
aussergewöhnliche finanzielle Bedrängnis, eine wirkliche Notlage
voraussetze. Eine solche könne insbesondere dann vorliegen, wenn die
Versicherten schwere Schicksalsschläge erlitten hätten oder wirtschaftlich
ruiniert seien. Persönliche Beiträge könnten daher nur dann herabgesetzt
werden, wenn deren Bezahlung dem Beitragspflichtigen nicht zugemutet
werden könne. Unzumutbarkeit liege vor, wenn durch die Bezahlung des
vollen Betrags der eigene Notbedarf und jener der Familie durch die
verfügbaren Mittel nicht mehr gedeckt sei. Massgebend sei das
betreibungsrechtliche Existenzminimum. Es bedürfe einer objektiven
Notlage, weswegen es nicht genüge, wenn der Pflichtige sich subjektiv in
einer bedrängten Lage wähne. Bei blockierten Vermögenswerten sei dies
allein kein Grund für eine Herabsetzung, sondern allenfalls für einen
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Zahlungsaufschub. Rechtsprechungsgemäss sei der Zeitraum, innerhalb
welchem der Pflichtige die Beitragsschuld zu tilgen vermöge, für die
Beurteilung der Frage, ob sie herabzusetzen sei, nicht von Bedeutung. Zu
den massgebenden wirtschaftlichen Verhältnissen gehörten auch die
Einkommens- und Vermögensverhältnisse der Ehefrau, unabhängig von
dem zwischen den Eheleuten geltenden Güterstand, so namentlich auch
bei Vorliegen von Gütertrennung. Das AHV-Recht sehe keine gerichtliche
Trennung vor. Erst mit der Scheidung werde eine getrennte
Berechnungsgrundlage notwendig. Die persönlichen Beiträge von
Versicherten, welche Vermögenswerte (Liegenschaften, Wertschriften
usw.) besitzen würden, könnten mangels Unzumutbarkeit grundsätzlich
nicht herabgesetzt werden, auch wenn sie über diese nicht verfügen
könnten. Von einem Beitragspflichtigen dürfe gegebenenfalls auch die
Aufnahme eines Darlehens zur Bezahlung seiner Beiträge erwartet
werden. Bezüglich der Liegenschaft in C._ (Wohnrecht) übersehe der
Beschwerdeführer, dass für die Beurteilung einer objektiven Notlage die
gesamten wirtschaftlichen Verhältnisse zu berücksichtigen seien. In den
Steuerunterlagen der Ehegatten per 31. Dezember 2016 werde die in
Frage stehende Liegenschaft vermögensseitig mit CHF 1'164'000.--
deklariert; der Beschwerdeführer weise eine Hypothekarschuld von CHF
850'000.-- aus. Ebenfalls zum Vermögen gehörten die einmaligen
Kapitalinvestitionen von je CHF 80'000.-- vom 1. November 2017 an die
I._ Versicherung zugunsten der Eheleute. Ein Teilbezug des
Fondsvermögens oder eine vollständige Vertragsauflösung zum aktuellen
Wert der Fondsanlage sei jederzeit möglich. Tatsache sei, dass der
Beschwerdeführer Vermögen resp. Vermögenswerte ausweise. Nicht zu
den Verpflichtungen des täglichen Lebens gehörten Steuerschulden. Es
liege keine objektive Notlage vor, wenn zeitgleich mit dem
Herabsetzungsgesuch eine Überweisung über CHF 7'367.85 (recte: CHF
6'584.--) an die Steuerbehörden angewiesen werde. Diesbezüglich liege
eine Gläubigerbevorzugung vor. Der Begriff der Unzumutbarkeit schliesse
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bewusst die Berücksichtigung von anderen Elementen bzw. von
subjektiven Aspekten aus, welche eine Beitragszahlung als hart erscheinen
liessen. Auf die pfändbare Lohnquote von minus CHF 1'370.30 könne nicht
abgestellt werden, da die Berechnung nur aufgrund der überhöhten
Wohnkosten für zwei Wohnungen von insgesamt CHF 3'975.-- keine
pfändbare Lohnquote ergebe. Bei jährlichen Wohnungsausgaben von
insgesamt CHF 47'700.-- sei keine existenzielle Notlage ersichtlich. Um die
Forderung zu tilgen, dürfe von den Eheleuten eine Reduktion der
Wohnkosten erwartet werden. Bereits dadurch ergebe sich eine pfändbare
Lohnquote und die Forderung müsse unvermindert getilgt werden. So
seien die Wohnkosten der Eheleute denn auch im Rahmen des
Steuerentscheids vom 16. Oktober 2018 korrigiert und auf CHF 800.-- pro
Partei festgesetzt worden. Damit ergebe sich eine pfändbare Lohnquote
von CHF 1'004.70. Eine wirkliche Notlage sei nicht ersichtlich, zumal der
Beschwerdeführer weder schwere Schicksalsschläge erlitten habe noch
eindeutig wirtschaftlich ruiniert sei. Es seien weder Betreibung noch
Verlustscheine aktenkundig. Die Voraussetzungen für eine Herabsetzung
der Beiträge seien somit nicht gegeben.
11. Am 17. Dezember 2018 hielt der Beschwerdeführer replicando an seinen
Anträgen fest. Bei gerichtlich getrennten Personen richte sich die
wirtschaftliche Leistungsfähigkeit ausschliesslich nach dem
betreibungsrechtlichen Existenzeinkommen des Betroffenen. Die
Einkommensverhältnisse der vom Beschwerdeführer getrennt lebenden
Ehefrau wären nur dann zu berücksichtigen, wenn die Ehepartner einen
gemeinsamen Haushalt führen würden, was offenkundig nicht der Fall sei.
Berücksichtige man die Einkommensverhältnisse des Beschwerdeführers,
seine Wohnungskosten und die Sozialbeiträge, resultiere keine pfändbare
Lohnquote. Aktuell (22. November 2018) weise das Konto des
Beschwerdeführers bei der F._ Kantonalbank einen Saldo von CHF
3'199.35 aus. Zusätzlich sei er zur Hälfte am Konto bei der J._,
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welches auf ihn und seine von ihm getrennt lebende Ehefrau laute, beteiligt.
Der aktuelle Saldo per 31. Oktober 2018 betrage CHF 1'526.84. Der
Beschwerdeführer verfüge über keinen Immobilienbesitz. Er besitze
lediglich ein persönliches und nicht übertragbares Wohnrecht. Der in der
Steuererklärung aufgeführte Vermögenswert sei lediglich deshalb erfasst,
weil bei einem Wohnrecht der Berechtigte den Eigenwert wie auch den
Vermögenswert steuerlich deklarieren müsse. Daraus existiere weder ein
verwertbarer Vermögensüberschuss noch ein allfälliger Verwertungserlös.
Selbst bei Aufgabe des Wohnrechts müsste der Beschwerdeführer eine
Wohnung mieten, wobei eine solche im Raum C._ kaum unter
CHF 1'500.-- zzgl. Nebenkosten zu finden wäre. Die Kapitalinvestition von
CHF 80'000.-- könne nicht aufgelöst werden. Anstelle der Kapitalleistung
sei eine lebenslängliche Rente von CHF 222.30 pro Monat vereinbart
worden. Es bestünden keine realisierbaren Vermögenswerte. Der
Entscheid der Steuerverwaltung des Kantons H._, welche dem
Erlassgesuch bis auf einen Restbetrag von CHF 10'000.-- stattgegeben
habe, sei durch Beschwerde angefochten und somit nicht rechtskräftig.
Dieses Verfahren sei bis zum Entscheid über die vorliegende Beschwerde
sistiert. Sämtliche Drittgläubiger würden bei Gutheissung der Beschwerde
vollständig auf ihre derzeit bestehenden Forderungen verzichten. Die
entsprechenden bedingten Verzichtserklärungen lägen bei den Akten.
12. Am 10. Januar 2019 hielt die Beschwerdegegnerin duplicando an ihren
Anträgen fest. Es dürfe nicht alleine das Über- oder Unterschreiten des
beitreibungsrechtlichen Existenzminimums des Beschwerdeführers geprüft
werden. Ob eine Notlage bestehe, sei aufgrund der gesamten
wirtschaftlichen Verhältnisse und nicht allein anhand des
Erwerbseinkommens zu beurteilen. Das gemeinsame Konto bei der
J._ zeige eindeutig Einkünfte und Ausgaben von beiden Eheleuten.
Trotz Trennung würden von diesem Konto laufende Lebenskosten
(Mietzins für die Wohnung der Ehefrau, Krankenkassenprämien usw.) von
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beiden Eheleuten bezahlt. Eine differenzierte Berechnung des
Existenzminimums komme schon aus Gründen der Objektivität nicht in
Frage und entspreche nicht den vorliegenden Tatsachen.
13. Mit unaufgeforderter Triplik vom 22. Januar 2019 vertiefte der
Beschwerdeführer seinen Standpunkt.
14. Mit Quadruplik vom 31. Januar 2019 vertiefte die Beschwerdegegnerin ihre
Argumentation hinsichtlich der beitragsrechtlichen Irrelevanz des
Getrenntlebens der Eheleute mit Hinweisen auf die Rechtsprechung sowie
Lehre.
15. Am 28. April 2020 forderte die Instruktionsrichterin den Beschwerdeführer
auf, eine postalische Aktualisierung der Prozessakten vorzunehmen.
16. Mit Schreiben vom 26. Mai 2020 reichte der Beschwerdeführer die
aktualisierten Unterlagen ein.
17. Am 15. Juni 2020 nahm die Beschwerdegegnerin zum Schreiben des
Beschwerdeführers vom 26. Mai 2020 sowie zu den aktualisierten
Unterlagen Stellung.
18. Am 22. Juni 2020 nahm der Beschwerdeführer zum Schreiben der
Beschwerdegegnerin vom 15. Juni 2020 Stellung.
Auf die weiteren Vorbringen der Parteien in den Rechtsschriften, den
angefochtenen Einspracheentscheid sowie die vorliegenden Akten wird,
sofern erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:
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1.1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid
der Beschwerdegegnerin vom 10. August 2018. Solche Entscheide können
mit Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden als
zuständigem Versicherungsgericht angefochten werden (Art. 84 des
Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlassenenversicherung [AHVG;
SR 831.10] i.V.m. Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1] und Art. 49 Abs. 2 lit. a
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 370.100]). Das
angerufene Gericht ist für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde
folglich zuständig. Als formeller und materieller Adressat des
angefochtenen Einspracheentscheids ist der Beschwerdeführer davon
überdies berührt und er weist ein schutzwürdiges Interesse an dessen
gerichtlicher Überprüfung auf. Er ist somit zur Beschwerdeführung
legitimiert (Art. 59 ATSG). Auf die im Übrigen frist- und formgerecht
eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten (Art. 60 und Art. 61 lit. b
ATSG).
1.2. Der Beschwerdeführer stellte in seiner Beschwerde den prozessualen
Antrag, es sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen. Die
Instruktionsrichterin teilte dem Beschwerdeführer am 5. November 2018
diesbezüglich mit, nachdem im angefochtenen Einspracheentscheid
hinsichtlich der Forderung von CHF 67'227.85 inkl. Ausgleichs- und
Verzugszinsen einer (allfällig) dagegen gerichteten Beschwerde die
aufschiebende Wirkung nicht entzogen worden sei, komme der
Beschwerde in dieser Sache von Gesetzes wegen aufschiebende Wirkung
zu (vgl. Art. 97 AHVG). Folglich ist der Verfahrensantrag des
Beschwerdeführers bezüglich der Erteilung der aufschiebenden Wirkung
gegenstandslos geworden.
1.3. Zudem beantragte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde in
prozessualer Hinsicht, es sei eine mündliche Verhandlung durchzuführen,
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allenfalls vor Urteilseröffnung eine Referentenaudienz gemäss Art. 41
VRG.
Nach Art. 6 Ziff. 1 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und
Grundfreiheiten (EMRK; SR 0.101) hat jedermann Anspruch darauf, dass
seine Sache in billiger Weise öffentlich und innerhalb einer angemessenen
Frist von einem unabhängigen und unparteiischen, auf Gesetz beruhenden
Gericht gehört wird, das über zivilrechtliche Ansprüche und Verpflichtungen
oder über die Stichhaltigkeit der gegen ihn erhobenen strafrechtlichen
Anklage zu entscheiden hat. Die Öffentlichkeit des Verfahrens soll dazu
beitragen, dass die Garantie auf ein "faires Verfahren" tatsächlich
umgesetzt wird (vgl. BGE 142 I 188 E.3.1.1). Vorliegend sind zivilrechtliche
Ansprüche im Sinne dieser Norm streitig (vgl. BGE 122 V 47 E.2a). Das
kantonale Gericht, welchem es primär obliegt, die Öffentlichkeit der
Verhandlung zu gewährleisten (vgl. BGE 136 I 279 E.1, 122 V 47 E.3), hat
bei Vorliegen eines klaren und unmissverständlichen Parteiantrages
grundsätzlich eine öffentliche Verhandlung durchzuführen (vgl. BGE 136 I
279 E.1; Urteil des Bundesgerichts 8C_273/2013 vom 20. Dezember 2013
E.1.2 mit Hinweisen). Ein während des ordentlichen Schriftenwechsels
gestellter Antrag gilt dabei als rechtzeitig (vgl. BGE 134 I 331 E.2.3.2; vgl.
zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts 8C_723/2016 vom 30. März 2017
E.2.1 und 2.2 mit Hinweisen).
Aus dem soeben Dargelegten ergibt sich, dass vorliegend grundsätzlich ein
Anspruch auf Durchführung einer mündlichen Verhandlung besteht, zumal
der Beschwerdeführer dies klar und unmissverständlich in seiner
Beschwerde beantragte. Die Beschwerdegegnerin lehnte mit Schreiben
vom 15. Juni 2020 eine Referentenaudienz ab; zur beantragten mündlichen
Verhandlung äusserte sie sich hingegen nicht (vgl. Stellungnahme der
Beschwerdegegnerin vom 15. Juni 2020 S. 3). Der Beschwerdeführer
erklärte sich angesichts der aktualisierten Aktenlage am 22. Juni 2020
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damit einverstanden, dass das angerufene Gericht keine mündliche
Verhandlung bzw. Referentenaudienz durchführt und aufgrund der Akten
entscheidet (vgl. Stellungnahme des Beschwerdeführers vom 22. Juni
2020 S. 1). Folglich wurde vorliegend weder eine mündliche Verhandlung
noch eine Referentenaudienz angesetzt.
2. Streitgegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens ist einzig die
Frage, ob die Beschwerdegegnerin die Voraussetzungen für die
Herabsetzung der eingeforderten Sozialversicherungsbeiträge im
Gesamtbetrag von CHF 67'227.85 (inkl. Verwaltungskosten und Zinsen) zu
Recht als nicht gegeben erachtet hat (vgl. Erwägung 4.2 hiernach).
3.1. Angesichts der am 3. Januar 2018 erfolgten Beitragsfestsetzung betreffend
AHV/IV/EO-Beiträge für die Beitragsperiode Januar bis März 2012 ist
zunächst vorfrageweise zu prüfen, ob die Beiträge nicht bereits verjährt
bzw. verwirkt waren (vgl. Art. 61 ATSG i.V.m. Art. 47 Abs. 1 VRG).
3.2. Werden Beiträge nicht innert fünf Jahren nach Ablauf des Kalenderjahres,
für welches sie geschuldet sind, durch Erlass einer Verfügung geltend
gemacht, so können sie nicht mehr eingefordert oder entrichtet werden. In
Abweichung von Art. 24 Abs. 1 ATSG endet die Verjährungsfrist für
Beiträge nach den Art. 6 Abs. 1 (Arbeitnehmer ohne beitragspflichtigen
Arbeitgeber), 8 Abs. 1 (Selbständigerwerbende) und 10 Abs. 1 (Nicht-
erwerbstätige) erst ein Jahr nach Ablauf des Kalenderjahres, in welchem
die massgebende Steuerveranlagung rechtskräftig wurde (Art. 16 Abs. 1
Sätze 1 und 2 AHVG). Bei den Fristen des Art. 16 Abs. 1 AHVG handelt es
sich um Verwirkungsfristen (vgl. BGE 129 V 345 E.4.2.2, 117 V 208 E.3b;
Urteil des Bundesgerichts 9C_736/2018 vom 5. Dezember 2018 E.1;
KIESER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrecht, Alters- und Hinterlassenenversicherung, 3. Aufl.,
Zürich/Basel/Genf 2012, Art. 16 Rz. 1; Wegleitung über den Bezug der
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Beiträge in der AHV, IV und EO [WBB], gültig ab 1. Januar 2008, Stand: 1.
Januar 2020 Rz. 5002).
3.3. Im konkreten Fall geht es unbestrittenermassen um AHV/IV/EO-Beiträge
gemäss Art. 8 Abs. 1 AHVG (Selbständigerwerbende). Die am 10.
November 2017 erfolgte massgebende Steuerveranlagung betreffend
direkte Bundessteuer sowie Staats- und Gemeindesteuern 2012,
Besteuerung von Liquidationsgewinnen, wurde dem Beschwerdeführer
mitgeteilt und ist in Rechtskraft erwachsen (vgl. beschwerdegegnerische
Akten [Bg-act.] 2, Steuererlassgesuch vom 13. Februar 2018 S. 2 und
Beilagen 1 und 2 dazu). Gemäss Art. 23 Abs. 4 der Verordnung über die
Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVV; SR 831.101) sind die
Angaben der kantonalen Steuerbehörden für die Ausgleichskassen
verbindlich (vgl. auch Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft
vom 28. August 2014 [710 14 17] E.4.5). Angefochten wurde lediglich der
Einspracheentscheid vom 16. Oktober 2018 betreffend Erlass direkte
Bundessteuer sowie Staats- und Gemeindesteuern 2012, mit welchem die
Steuerverwaltung des Kantons H._ das Erlassgesuch des
Beschwerdeführers bis auf einen Restbetrag von rund CHF 10'000.--
gutheissen hat; das entsprechende Steuererlassverfahren ist bis zum
Abschluss des vorliegenden Beschwerdeverfahrens sistiert (vgl. Replik des
Beschwerdeführers vom 17. Dezember 2018 S. 7 und
beschwerdeführerische Akten [Bf-act.] 6). Gemäss Art. 16 Abs. 1 Satz 2
AHVG hatte die Beschwerdegegnerin bis am 31. Dezember 2018 Zeit, um
die Beiträge für die Beitragsperiode Januar bis März 2012 festzulegen. Die
Beschwerdegegnerin hat somit die Nachzahlung der persönlichen Beiträge
für die erwähnte Beitragsperiode am 3. Januar 2018 rechtzeitig verfügt (vgl.
Bg-act. 1), weshalb die entsprechende Beitragsforderung nicht verwirkt ist.
4.1. Gestützt auf die rechtskräftige Steuermeldung der zuständigen
Steuerverwaltung setzte die Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 3.
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Januar 2018 die persönlichen AHV/IV/EO-Beiträge
Selbständigerwerbende für die Beitragsperiode Januar bis März 2012 auf
CHF 67'227.85 (inkl. Verwaltungskosten und Zinsen) fest (vgl. Bg-act. 1).
Die ziffernmässige Beitragsfestsetzung wird vom Beschwerdeführer nicht
beanstandet. Die besagte Beitragsverfügung ist ebenfalls in Rechtskraft
erwachsen, da die zu entrichtenden Beiträge innert 30 Tagen ab
Rechnungsstellung (in casu bis am 2. Februar 2018) hätten bezahlt werden
müssen (vgl. Art. 25 Abs. 2 AHVV; Bg-act. 1), was unbestrittenermassen
nicht geschah, und auch unstreitig keine Einsprache dagegen erhoben
wurde. Nach Rechtskraft der Beitragsverfügung vom 3. Januar 2018
ersuchte der Beschwerdeführer die Beschwerdegegnerin am 13. Februar
2018 um vollständigen Erlass der geforderten AHV/IV/EO-Beiträge (vgl.
Bg-act. 2).
4.2. Der vorliegend angefochtene Einspracheentscheid vom 10. August 2018
verwehrt die Herabsetzung der persönlichen AHV/IV/EO-Beiträge und nicht
den Erlass derselben (vgl. Bf-act. 1). Streitgegenstand bildet somit die
Herabsetzung und nicht der Erlass der eingeforderten
Sozialversicherungsbeiträge (vgl. Erwägung 2 hiervor), obschon der
Beschwerdeführer in seiner Beschwerde den vollständigen Erlass
derselben beantragt (vgl. Beschwerdeschrift vom 10. September 2018 S.
2). Der (anwaltlich vertretene) Beschwerdeführer übersieht dabei, dass es
aufgrund der gesetzlichen Voraussetzungen von Art. 11 AHVG nur um eine
Herabsetzung (Abs. 1) und nicht um einen Erlass von Beiträgen (Abs. 2,
Mindestbetrag) gehen kann. Der Beschwerdeführer wurde bereits im
Rahmen des erstinstanzlichen Verfahrens vor der Beschwerdegegnerin auf
diese Rechtslage hingewiesen (vgl. Bg-act. 3 S. 1).
4.3. Die Frage der Herabsetzung der geschuldeten persönlichen Beiträge ist –
unter Vorbehalt von Fällen missbräuchlicher Verzögerung – aufgrund der
ökonomischen Verhältnisse zu beurteilen, die im Zeitpunkt gegeben sind,
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in welchem die versicherte Person bezahlen sollte (vgl. BGE 104 V 61 E.1b;
Urteil des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich AB.2018.00046
vom 14. November 2019 E.1.2). Dies ist der Zeitpunkt der Eröffnung der
Verfügung über das Gesuch bzw. des Einspracheentscheids (vgl.
Wegleitung über die Beiträge der Selbständigerwerbenden und
Nichterwerbstätigen in der AHV, IV und EO [WSN], gültig ab 1. Januar
2008, Stand: 1. Januar 2020, Rz. 3041). Dem erstinstanzlichen Gericht ist
es aber auch nicht verwehrt, unter Umständen – aus
prozessökonomischen Gründen – nach Gewährung des rechtlichen
Gehörs seinem Entscheid den neuen Sachverhalt zugrunde zu legen (vgl.
BGE 104 V 61 E.1b mit Hinweis), was im Ermessen des erkennenden
Gerichts liegt. Aus diesem Grund hat die Instruktionsrichterin den
Beschwerdeführer am 28. April 2020 aufgefordert, eine postalische
Aktualisierung der Prozessakten vorzunehmen (vgl. Schreiben der
Instruktionsrichterin vom 28. April 2020, Gerichtsakte D13).
5.1. Gemäss Art. 11 Abs. 1 AHVG können Beiträge nach den Art. 6, 8 Abs. 1
oder 10 Abs. 1, deren Bezahlung einer obligatorisch versicherten Person
nicht zumutbar ist, auf begründetes Gesuch hin für bestimmte oder
unbestimmte Zeit angemessen herabgesetzt werden; sie dürfen jedoch
nicht geringer sein als der Mindestbeitrag. Beitragspflichtige, die Anspruch
auf Herabsetzung des Beitrags erheben, haben ihrer Ausgleichskasse ein
schriftliches Gesuch und die zu dessen Beurteilung notwendigen
Unterlagen einzureichen und glaubhaft zu machen, dass ihnen die
Bezahlung des vollen Beitrags nicht zugemutet werden kann (Art. 31 Abs.
1 AHVV). Die Herabsetzung wird von der Ausgleichskasse nach
Durchführung der notwendigen Erhebungen verfügt (Art. 31 Abs. 2 AHVV).
5.2. Die Voraussetzung der Unzumutbarkeit ist erfüllt, wenn die
beitragspflichtige Person bei Bezahlung des vollen Beitrags ihren
Notbedarf und denjenigen ihrer Familie nicht befriedigen könnte. Ob eine
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Notlage besteht, ist aufgrund der gesamten wirtschaftlichen Verhältnisse
und nicht allein anhand des Erwerbseinkommens zu beurteilen (vgl. BGE
104 V 61 E.1a mit Hinweisen). Unter Notbedarf ist das Existenzminimum
im Sinne des Bundesgesetzes über Schuldbetreibung und Konkurs
(SchKG; SR 281.1) zu verstehen (vgl. BGE 120 V 271 E.5a mit Hinweis).
5.3. Massgebend für die Beurteilung der Unzumutbarkeit der vollen
Beitragsentrichtung ist allein, ob die pflichtige Person, die über kein
Vermögen verfügt, ein das betreibungsrechtliche Existenzminimum
übersteigendes Einkommen erzielt. Wird in diesem Sinn ein
Einnahmenüberschuss erwirtschaftet, hat die pflichtige Person die
geschuldeten Beiträge unvermindert zu bezahlen (vgl. Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] H 395/01 vom 26. Juli 2002
E.4b).
5.4. Aus Gründen der rechtsgleichen Behandlung bedarf es einer objektiven
Notlage, weswegen es nicht genügt, wenn die pflichtige Person sich
subjektiv in einer bedrängten Lage wähnt. Der Begriff der Unzumutbarkeit
schliesst deshalb die subjektive Beurteilung aus, nach der eine
Beitragszahlung als hart erscheint (vgl. ZAK 1984 S. 171 und WSN Rz.
3027). Vorliegend ist die in etwa zeitgleich mit der Einreichung des
Herabsetzungsgesuchs (Februar 2018) erfolgte Bezahlung von Steuern in
der Höhe von insgesamt CHF 61'831.-- (vgl. Bg-act. 2, Steuererlassgesuch
vom 13. Februar 2018 S. 10 f.) bzw. Anweisung zur Zahlung von Steuern
in der Höhe von total CHF 6'584.-- (vgl. Bg-act. 17) zumindest ein Indiz,
welches gegen das Vorliegen einer objektiven Notlage spricht (vgl. auch
Bg-act. 9, Rückstellung für Steuern).
5.5. Zur Gesamtheit der für die Beurteilung der Unzumutbarkeit einer
Beitragsleistung massgebenden wirtschaftlichen Verhältnisse gehören
praxisgemäss auch die Einkommens- und Vermögensverhältnisse des
- 17 -
Ehegatten bzw. der Ehegattin der beitragspflichtigen Person. Dies
unabhängig von dem zwischen den Eheleuten geltenden Güterstand,
namentlich auch bei Gütertrennung (vgl. FREY/MOSIMANN/BOLLINGER,
AHVG/IVG-Kommentar, Zürich 2018, Art. 11 AHVG Rz. 5; WSN Rz. 3025
und 3043; siehe auch BGE 135 V 361 E.5 und BGE 125 V 221 E.3c zur
beitragsrechtlichen Irrelevanz einer gerichtlichen Ehetrennung). Vor
diesem Hintergrund zielt der Einwand des Beschwerdeführers, wonach
sich die Beurteilung der Notlage ausschliesslich nach seinen persönlichen
Einkommens- und Vermögensfaktoren zu richten habe und daher die
Einkommens- und Vermögensverhältnisse seiner gerichtlich von ihm
getrennt lebenden Ehefrau für die Beurteilung der massgeblichen
wirtschaftlichen Verhältnisse nicht beizuziehen seien, ins Leere. Ohnehin
ist darauf hinzuweisen, dass – entgegen der Behauptung des
Beschwerdeführers – nicht ein rechtskräftiges Ehetrennungsurteil (mit
Gütertrennung von Gesetzes wegen gemäss Art. 118 Abs. 1 des
Schweizerischen Zivilgesetzbuches [ZGB; SR 210]) vorliegt, sondern nur
ein Eheschutzentscheid vom 26. September 2017, welcher lediglich vom
Getrenntleben der Eheleute Vormerk nimmt (vgl. Bg-act. 2, Beilage 6 zum
Steuererlassgesuch vom 13. Februar 2018). Thema ist nicht – wie der
Beschwerdeführer rechtsirrig vorbringt – eine Solidarhaftung seiner
Ehefrau, sondern lediglich der Einbezug ihrer Einkommens- und
Vermögenssituation bei der Beurteilung der Frage der Herabsetzung von
Sozialversicherungsbeiträgen.
5.6. Rechtsprechungsgemäss ist der Zeitraum, innerhalb welchem die pflichtige
Person die Beitragsschuld zu tilgen vermag, für die Beurteilung der Frage,
ob sie herabzusetzen sei, nicht von Bedeutung (vgl. Urteil des EVG H 72/03
vom 25. Juli 2003 E.3.2, H 395/01 vom 26. Juli 2002 E.4b). Solange die
Möglichkeit besteht, durch die Massnahme einer Stundung die Bezahlung
der vollen Beiträge zu erwirken, sind die Voraussetzungen der
Herabsetzung grundsätzlich nicht erfüllt (vgl. FREY/MOSIMANN/BOLLINGER,
- 18 -
a.a.O., Art. 11 AHVG Rz. 2). Zudem kann die Ausgleichskasse gemäss Art.
34b Abs. 1 AHVV Zahlungsaufschub in Form von Ratenzahlung gewähren,
wenn eine beitragspflichtige Person glaubhaft macht, dass sie sich in
finanzieller Bedrängnis befindet. Voraussetzung ist, dass sich die
beitragspflichtige Person zu regelmässigen Abschlagszahlungen
verpflichtet, die erste Zahlung sofort leistet und begründete Aussicht
besteht, dass die weiteren Abschlagszahlungen sowie die laufenden
Beiträge fristgemäss entrichtet werden können.
5.7. Gemäss konstanter Rechtsprechung des Bundesgerichts ist eine
Berücksichtigung von Schulden bei der Frage der Herabsetzung von
persönlichen Beiträgen ausgeschlossen. Dies mit der Begründung, dass es
einer Aushöhlung des konkursrechtlichen Privilegs von Art. 219 SchKG für
AHV-Forderungen gleichkäme, wenn diese Forderungen zu den in die
Bedarfsrechnung einzukalkulierenden Verpflichtungen des täglichen
Lebens gezählt würden (vgl. ZAK 1984 S. 172). Denn die Berücksichtigung
von Schulden hätte die Wirkung, dass diese gegenüber den Schulden an
die AHV-Ausgleichskassen bevorzugt und die AHV-Beiträge diesen
hintangestellt würden und nur zu bezahlen wären, wenn die übrigen
Schulden der Beitragspflichtigen gedeckt sind (vgl. Urteil des
Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich AB.2012.00047 vom 20.
Februar 2013 E.1.3).
5.8. Ein Steuererlass zieht nicht notwendigerweise eine Herabsetzung der
persönlichen AHV/IV/EO-Beiträge nach sich; der Erlass kann allenfalls ein
Indiz bilden, jedoch obliegt es in jedem Fall der Verwaltung zu beurteilen,
ob und in welchem Ausmass die Bezahlung von Beiträgen als eine zu
schwere Last betrachtet werden muss (vgl. FREY/MOSIMANN/BOLLINGER,
a.a.O., Art. 11 AHVG Rz. 2 mit Hinweis auf BGE 120 V 271 E.6; WSN
Rz. 3046). Dem Einspracheentscheid der Steuerverwaltung des Kantons
H._ betreffend Erlass direkte Bundessteuer sowie Staats- und
- 19 -
Gemeindesteuern 2012 ist zu entnehmen, dass mit der bezogenen
Kapitalleistung 2016 auch Drittklassgläubiger befriedigt wurden, ohne dass
die offenen Steuerschulden 2012 zumindest teilweise beglichen worden
wären (vgl. Bf-act. 6 S. 2). Ausserdem wurde im besagten Entscheid
festgehalten, eine Notlage sei dann gegeben, wenn die Steuerschuld trotz
Einschränkung der Lebenshaltungskosten auf das betreibungsrechtliche
Existenzminimum nicht in "absehbarere Zeit" (praxisgemäss zwei bis drei
Jahre) vollumfänglich beglichen werden könne (vgl. Bf-act. 6 S. 3).
Entgegen dieser steuerrechtlichen Sichtweise ist demgegenüber der
Zeitraum für die Tilgung der Beitragsschuld für die Beurteilung der
Herabsetzung von Beiträgen nicht von Bedeutung (vgl. Erwägung 5.6
hiervor).
6.1. Zur Prüfung der Frage, ob es dem Beschwerdeführer zumutbar ist, die
rechtskräftig festgesetzten persönlichen AHV/IV/EO- Beiträge für die
Beitragsperiode Januar bis März 2012 in der Höhe von CHF 67'227.85 (inkl.
Verwaltungskosten und Zinsen) zu bezahlen, ist eine Vergleichsrechnung
durchzuführen, wobei dem betreibungsrechtlichen Existenzminimum die
verfügbaren Mittel gegenüberzustellen sind.
6.2. Somit stellt sich zunächst die Frage nach dem massgebenden
Existenzminimum. Erwerbseinkommen kann soweit gepfändet werden, als
es für den Schuldner und seine Familie nicht unbedingt notwendig ist (Art.
93 Abs. 1 SchKG). Für Einzelheiten zur Bestimmung des
betreibungsrechtlichen Existenzminimums sind die einschlägigen
kantonalen Ansätze und Berechnungsregeln heranzuziehen (vgl. WSN Rz.
3033). Gemäss dem Beschluss des Kantonsgerichts von Graubünden vom
18. August 2009 betreffend die Richtlinien für die Berechnung des
betreibungsrechtlichen Existenzminimums (Notbedarf) (nachfolgend:
Richtlinien) beträgt der monatliche Grundbetrag für Nahrung, Kleidung und
Wäsche (einschliesslich deren Instandhaltung), für Körper- und
- 20 -
Gesundheitspflege, für den Unterhalt der Wohnungseinrichtung, für
Privatversicherungen, für Kulturelles sowie für Auslagen für Beleuchtung,
Kochstrom und/oder Gas etc. im Fall eines Ehepaars CHF 1'700.-- (vgl.
Ziff. I S. 2 der Richtlinien). Zum monatlichen Grundbetrag sind noch weitere
Zuschläge für bestimmte Auslagen (Miet- bzw. Hypothekarzins, Heiz- und
Nebenkosten, Sozialbeiträge, unumgängliche Berufsauslagen, rechtlich
geschuldete Unterhaltsbeiträge, Schulung der Kinder, Abzahlung oder
Miete/Leasing von Kompetenzstücken, verschiedene Auslagen)
miteinzubeziehen (vgl. Ziff. II S. 3 ff. der Richtlinien).
6.2.1. Der monatliche Grundbetrag für Ehepaare beträgt gemäss den Richtlinien
– wie soeben dargelegt – CHF 1'700.-- (vgl. Ziff. I S. 2) und wurde von der
Beschwerdegegnerin korrekt angerechnet (vgl. Bf-act. 1 S. 4).
6.2.2. Was die Privatschulden des Beschwerdeführers betrifft, wird im Rahmen
der Existenzminimumberechnung weder die Honorarforderung der
K._ AG noch diejenige seines Rechtsvertreters (vgl. Bestätigung des
Wirtschaftsprüfers vom 9. Februar 2018, Steuererklärung 2019 des
Beschwerdeführers vom 25. Mai 2020 Formular 4, Stellungnahme des
Beschwerdeführers vom 26. Mai 2020) berücksichtigt. Diese Forderungen
gehören wie Steuerschulden nicht zu den Verpflichtungen des täglichen
Lebens (vgl. Erwägung 5.7 hiervor; siehe betreffend Steuerschulden auch
BGE 126 III 89 E.3b).
6.2.3. Betreffend Wohnkosten ist festzuhalten, dass den Eheleuten mit
Dienstbarkeitsvertrag vom 9. April 2008 ein lebenslanges Wohnrecht an
einer Wohnung in der O._ in C._ (= 1⁄4 der gesamten Liegenschaft
Nr. 1958) eingeräumt wurde (vgl. Bg-act. 2, Beilagen 3 und 5 zum
Steuererlassgesuch vom 13. Februar 2018). Zudem hat die Ehefrau des
Beschwerdeführers in E._ eine Wohnung für monatlich CHF 2'100.--
(ab. 1. Januar 2017) inkl. Nebenkosten und Garage gemietet (vgl. Bg-act.
- 21 -
10, Beilage 9, Ergänzung zum Mietvertrag in den aktualisierten Unterlagen
und Kontoauszug der J._ E._ vom 31. Januar 2020 S. 3). Die
Pfändbarkeit oder Verwertbarkeit des Vermögenswerts (Wohnrecht) ist für
die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums nicht
massgebend. Hierfür sind aber rechtsprechungs-gemäss angemessene
Wohnkosten zu berücksichtigen bzw. übersetzte Wohnkosten
herabzusetzen (vgl. dazu die nachfolgenden Ausführungen). Im
vorliegenden Fall sind Hypothekarzinsen von monatlich CHF 1'055.--
(CHF 12'665.-- : 12) zu berücksichtigen (vgl. Jahresabschluss O._
2019). Für die Liegenschaftssteuer ist ein monatlicher Betrag von CHF 64.-
- (CHF 768.-- : 12) einzusetzen (vgl. definitive Veranlagungsverfügung
Kantons- und Gemeindesteuern 2018 vom 17. Juni 2019). Hinzu kommt
eine Pauschale von monatlich je CHF 300.-- für zusätzliche öffentlich-
rechtliche Abgaben und durchschnittliche Unterhaltskosten sowie für Heiz-
und Nebenkosten, zumal die entsprechenden Auslagen in den Akten nur
äusserst rudimentär belegt sind (vgl. Bg-act. 10, Beilage 7 und
Jahresabschluss O._ 2019). Bezüglich der Mietkosten der Ehefrau
des Beschwerdeführers von monatlich CHF 2'100.-- ist darauf hinzuweisen,
dass ein den wirtschaftlichen Verhältnissen und persönlichen Bedürfnissen
des Schuldners nicht angemessener Mietzins nach Ablauf des nächsten
Kündigungstermins auf ein ortsübliches Normalmass herabzusetzen ist
(vgl. BGE 129 III 526 E.2 mit Hinweisen). In ähnlicher Weise wurde in BGE
109 III 52 festgehalten, dass der Mietzinszuschlag spätestens nach Ablauf
des nächsten gesetzlichen Kündigungstermins auf ein Normalmass
herabgesetzt werden kann, sofern der Schuldner lediglich zu seiner
grösseren Bequemlichkeit eine teure Wohnung benützt (vgl. auch BGE 119
III 70 E.3c f.). Die Ehefrau des Beschwerdeführers bewohnt die Wohnung
in E._ unstreitig allein. Dabei handelt es sich gemäss der
Beschreibung im Mietvertrag vom 9./16. Februar 2015 um eine eher
grössere Wohnung (Wohnräume im ersten und zweiten Stock) (vgl. Bg-act.
10, Beilage 9). Dies wird denn auch durch die Tatsache, dass der besagte
- 22 -
Mietvertrag von beiden Eheleuten unterzeichnet wurde, bestätigt (vgl. Bg-
act. 10, Beilage 9). Ausserdem wurde im Schreiben an die kantonale
Steuerverwaltung H._ vom 12. Juni 2018 festgehalten, dass die
Ehefrau des Beschwerdeführers derzeit versuche, einen Teil der Wohnung
unterzuvermieten oder sich im Raum E._ eine günstigere
Zweizimmerwohnung zu beschaffen (vgl. Bg-act. 10). Nach dem Gesagten
erscheint der Mietzins von monatlich CHF 2'100.-- für einen
Einpersonenhaushalt überhöht, weshalb er bei der betreibungsrechtlichen
Existenzminimumberechnung gekürzt mit pauschal CHF 800.-- –
entsprechend dem Einspracheentscheid der Steuerverwaltung des
Kantons H._ vom 16. Oktober 2018 betreffend Erlass direkte
Bundessteuer sowie Staats- und Gemeindesteuern 2012 (vgl. Bf-act. 6
S. 3) – anzurechnen ist. Die zu berücksichtigenden Wohnkosten sind somit
mit insgesamt CHF 2'519.-- pro Monat zu veranschlagen.
6.2.4. Was die Versicherungskosten anbelangt, ist schliesslich darauf
hinzuweisen, dass die monatlich zu bezahlenden
Krankenversicherungsprämien 2019 unter Mitberücksichtigung der
individuellen Prämienverbilligung des Beschwerdeführers CHF 746.05
(CHF 269.35 für den Beschwerdeführer + CHF 476.70 für seine Ehefrau)
betragen (vgl. Prämienübersichtsbordereau vom 20. Juli 2019 und
definitive Verfügung Prämienverbilligung 2019 vom 26. Juni 2019).
6.2.5. Das betreibungsrechtliche Existenzminimum beläuft sich somit auf einen
Monatsbetrag von CHF 4'965.05 (CHF 1'700.-- + CHF 2'519.-- +
CHF 746.05).
6.3. Damit stellt sich die weitere Frage nach den verfügbaren Mitteln.
6.3.1. Als Einkünfte des Beschwerdeführers bestehen eine AHV-Rente von
jährlich (2019) CHF 22'980.-- bzw. monatlich CHF 1'915.-- (vgl.
- 23 -
Steuerausweis 2019 der Beschwerdegegnerin vom 20. Januar 2020,
Kontoauszug J._ E._ vom 31. Januar 2020 S. 1, Steuererklärung
2019 des Beschwerdeführers vom 25. Mai 2020 S. 2) und eine TwinStar-
Rente von jährlich (mindestens) CHF 2'667.-- bzw. monatlich (mindestens)
CHF 222.30 (vgl. Bestätigung zum Auszahlungsplan der L._ AG). Nur
der Vollständigkeit halber ist noch darauf hinzuweisen, dass bei den Akten
eine Rentenbestätigung der N._ AG für das Jahr 2016 über
CHF 19'867.20 liegt (vgl. Bg-act. 10), welche in keiner Steuererklärung
erwähnt wird und wahrscheinlich Vorläuferin der M._-Leistungen der
L._ AG (Vertragsbeginn November 2017) war (vgl. Bestätigung zum
Auszahlungsplan der L._ AG und Steuerwerte Auszahlungsplan
M._ vom Januar 2020).
6.3.2. Die Ehefrau des Beschwerdeführers bezieht eine AHV-Rente von jährlich
(2019) CHF 23'208.-- bzw. monatlich CHF 1'934.-- (vgl. Steuerausweis
2019 der Beschwerdegegnerin vom 20. Januar 2020, Steuererklärung
2019 der Ehefrau des Beschwerdeführers vom 25. Mai 2020 S. 5), eine
TwinStar-Rente von jährlich (mindestens) CHF 2'667.-- bzw. monatlich
(mindestens) CHF 222.30 (vgl. Bestätigung zum Auszahlungsplan der
L._ AG) sowie eine BV-Rente von jährlich CHF 11'671.20 bzw.
monatlich CHF 972.60 (vgl. Berechnungsmitteilung direkte Bundessteuer
sowie Staats- und Gemeindesteuern 2018 vom 16. Juli 2019,
Rentenbestätigung 2019 der L._ AG vom 14. Januar 2020,
Kontoauszug der J._ E._ vom 31. Januar 2020 S. 2,
Steuererklärung 2019 der Ehefrau des Beschwerdeführers vom 25. Mai
2020 S. 5).
6.3.3. Die verfügbaren Mittel aus regelmässigen Einkünften erreichen somit eine
Monatssumme von (mindestens) CHF 5'266.20 (CHF 1'915.-- +
CHF 222.30 + CHF 1'934.-- + CHF 222.30 + CHF 972.60).
- 24 -
6.4. Damit übersteigen die verfügbaren Mittel aus Einkünften das
Existenzminimum um etwas mehr als CHF 300.--. Der
betreibungsrechtliche Notbedarf des Beschwerdeführers ist somit durch
ausreichende Einnahmen gedeckt, weshalb eine Notlage nicht
ausgewiesen ist. Dabei ist insbesondere darauf hinzuweisen, dass
hinsichtlich der verfügbaren Mittel weitere Konti, welche positive Saldi
aufweisen und auf den Beschwerdeführer bzw. auf beide Eheleute lauten,
unberücksichtigt geblieben sind (vgl. Kontoabschluss per Ende 2019 der
F._ Kantonalbank vom 31. Dezember 2019, Zins- und Kapitalausweis
2019 der F._ Kantonalbank vom 31. Dezember 2019, Zins- und
Kapitalausweis 2019 der G._ Kantonalbank vom 31. Dezember 2019,
Kontoauszug der G._ Kantonalbank vom 31. Januar 2020,
Kontoauszug der J._ E._ vom 31. Januar 2020, Zins- und
Saldoausweis der J._ E._ vom 15. Mai 2020, Steuererklärung
2019 des Beschwerdeführers vom 25. Mai 2020 Formular 2, S. 2,
Steuererklärung 2019 der Ehefrau des Beschwerdeführers vom 25. Mai
2020 S. 9). Die erforderliche objektive Notlage im AHV-beitragsrechtlichen
Sinn zur Herabsetzung der persönlichen Beiträge ist somit klar nicht
gegeben. Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die
Beschwerdegegnerin mit Einspracheentscheid vom 10. August 2018 einen
Anspruch des Beschwerdeführers auf Herabsetzung der von ihm für die
Beitragsperiode Januar bis März 2012 geschuldeten Beiträge aus
selbständiger Erwerbstätigkeit in der Höhe von CHF 67'227.85 (inkl.
Verwaltungskosten und Zinsen) verneinte. Sollte der Beschwerdeführer
nicht in der Lage sein, die in Rechnung gestellten Beiträge auf einmal zu
bezahlen, besteht – wie bereits dargelegt – die Möglichkeit von
Ratenzahlungen (vgl. Erwägung 5.6 hiervor).
7. Die Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs gemäss Art. 29 Abs. 2 der
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 101),
weil die Beschwerdegegnerin bei der Gemeinde C._ keine Abklärung
- 25 -
hinsichtlich der wirtschaftlichen Verhältnisse des Beschwerdeführers
vornahm, erweist sich als unbegründet, da dies nur für den Erlass von
Beiträgen erforderlich wäre, was in casu (Herabsetzung von Beiträgen
gemäss Art. 11 Abs. 1 AHVG) – wie bereits dargelegt – nicht
Streitgegenstand ist (vgl. Art. 11 Abs. 2 AHVG i.V.m. Art. 32 Abs. 1 AHVV
und Art. 11 Abs. 1 der Vollziehungsverordnung zum Einführungsgesetz zu
den Bundesgesetzen über die Alters- und Hinterlassenenversicherung und
die Invalidenversicherung [VVzEGzAHVG/IVG; BR 544.010]).
8. In antizipierter Beweiswürdigung (vgl. BGE 134 I 140 E.5.3, 127 V 491
E.1b, 124 V 90 E.4b, 122 V 157 E.1d) kann auf die Edition der gesamten
Akten der kantonalen Steuerverwaltung H._ verzichtet werden, zumal
die rechtskräftige, der Beitragsverfügung vom 3. Januar 2018
zugrundeliegende Steuerveranlagung vom 10. November 2017 bei den
Akten liegt (vgl. Bg-act. 2, Beilagen 1 und 2 zum Steuererlassgesuch vom
13. Februar 2018) und das diesbezügliche Steuererlassverfahren für das
vorliegende Beschwerdeverfahren nicht mehr als ein Indiz für eine allfällige
objektive Notlage darstellt (vgl. Erwägung 5.8 hiervor). Der diesbezügliche
Teilerlass vom 16. Oktober 2018 wird im vorliegenden
Beschwerdeverfahren gewürdigt; der Weiterzug ist erfolgt und das
entsprechende Beschwerdeverfahren sistiert (vgl. Replik des
Beschwerdeführers vom 17. Dezember 2018 S. 7 und Bf-act. 6), so dass
keine weiteren entscheidrelevanten Erkenntnisse aus einem Beizug der
Steuerakten zu erwarten sind. Aus dem letztgenannten Grund erübrigt sich
ebenfalls eine Amtsauskunft der Gemeinde C._ zu den
wirtschaftlichen Verhältnissen des Beschwerdeführers im Sinn eines
Beweismittels.
9. Zusammenfassend erweist sich der angefochtene Einspracheentscheid
vom 10. August 2018 als rechtens, was zur Abweisung der dagegen
erhobenen Beschwerde führt.
- 26 -
10. Gemäss Art. 61 lit. a ATSG ist das kantonale Beschwerdeverfahren in
Sozialversicherungssachen − ausser bei leichtsinniger oder mutwilliger
Prozessführung − kostenlos, weshalb vorliegend keine Kosten erhoben
werden. Der obsiegenden Beschwerdegegnerin steht kein Anspruch auf
Ersatz der Parteikosten zu (vgl. Art. 61 lit. g ATSG).