Decision ID: 6d1da674-35ad-4f70-94a2-d943ca34dd54
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1960, Mutter
einer
Tochter
(Jahrgang 1984), war von
Dezember 1999
bis
und mit November 2013
bei
der
A._
AG zuerst als Call Agent und zuletzt als Warendisponentin tätig
(
Urk.
6/29,
Urk.
6/62
).
Am 2
0.
Oktober 2013
meldete sich die Versicherte bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/5
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinisc
he und erwerbliche Situation ab und
zog Akten
des Krankentaggeldversicherers bei
(
Urk.
6/14-17,
Urk.
6/22
)
.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/34
;
Urk.
6/36
) verneinte
die IV-Stelle mit Verfügung vom
3.
Juli
2015
einen Rentenanspruch (
Urk.
6
/66
=
Urk.
2)
.
2.
Die Versicherte erhob am
2
6.
August 2015
Beschwerde gegen die Verfügung vom
3.
Juli 2015
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr
eine ganze Rente
zuzusprechen (
Urk.
1 S.
1
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
2
5.
September 2015
(
Urk.
5
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der
Versicherten
am
2.
November 2015
zur Kenntnis gebracht (
Urk.
7
).
Mit Gerichtsverfügung vom
3
0.
November 2015
wurden antragsgemäss (vgl.
Urk.
9/0 S. 2
) die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung bewil
ligt und
die Personalvorsorgestiftung der
Z._
wurde
zum Prozess beigeladen
(
Urk.
10
).
Die Personalvorsorgestiftung beantragte mit Eingabe vom
8.
Dezember 2015 (
Urk.
12) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Replik vom 3
1.
März 2016 (
Urk.
17) teilte der Rechtsvertreter der Ver
sicherten dem Gericht mit, dass diese am 2
4.
März 2016 verstorben sei.
Mit Verfügung vom
4. April 2016
(
Urk.
18) wurde
der Prozess sistiert und
der
Rechtsvertreter der Versicherten aufgefordert, das Gericht über den
Erbsch
afts
antritt
mit Erbbescheinigung in Kenntnis zu setzen. Mit Schreiben vom 1
8.
September
2016 (
Urk.
20) reichte dieser unter anderem den Erbschein vom 1
1.
Mai 2016 (
Urk.
21/2) ein. Diesem kann entnommen werden, dass die Versicherte
ihr
e
Tochter
,
Y._
,
als gesetzliche Erbin hinterlassen hat und diese den Nachlass angetreten hat.
Mit Schreiben vom 1
8.
September 2016 (
Urk.
20) teilte der Rechtsvertreter der Versicherten zudem mit, dass die Erbin die Parteinachfolge antrete und das Verfahren
ebenfalls vertreten durch ihn
weiterführen werde. Dies wurde den Parteien am 2
3.
September 2016 zur Kenntnis gebracht
, wobei
gleich
zeitig
die
Sistierung des Verfahrens aufgehoben und
der vom Gericht be
stellte unentgeltliche Rechtsbeistand der verstorbenen Versicherten entlassen
wurde
(
Urk.
22).
Mit Verfügung vom 3
1.
Januar 2017 (
Urk.
25) wurde der Rechtsvertreter der verstorbenen
Versicherten
und der den Prozess weiterführenden Erbin auf
gefordert, dem Gericht die in Aussicht gestellten Berichte einzureichen. Am
1.
Februar
2017
(
Urk.
26)
reichte dieser
die entsprechenden Berichte (
Urk.
27/1-3
) ein, was den übrigen Parteien am
9.
Februar 2017 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
29).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind aus
schliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksich
tigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreivier
telsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und ge
gebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätig
keiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medi
zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) ge
stützt auf die medizinischen Abklärungen davon aus, dass der
Versicherten
aus ärztlicher Sicht die Ausübung einer der Behinderung angepassten, leich
ten, wechselbelasteten, vorwiegend sitzenden Tätigkeit ohne Wechselschichten
im Umfang von 100
%
zumutbar sei (S.
2 oben). Bei den gesundheitlichen Beeinträchtigungen handle es sich um Begleiterkrankungen der Adipositas, welche für sich allein keine Invalidität im Sinne des Gesetzes begründe (S.
2 unten). Mit einer im Rahmen der gesetzlichen Schadenminderungspflicht zumutbaren Gewichtsreduktion sei mit einer Remission der Beschwerden und einer vollständigen Arbeitsfähigkeit zu rechnen (S. 3 oben).
In der Beschwerdeantwort vom 2
5.
September 2015 (
Urk.
5) führte die
Be
schwerdegegnerin
ergänzend aus, a
us den medizinischen Unterlagen geh
e
klar hervor, dass die geltend gemachten Einschränkungen der Arbeitsfähig
keit auf die Adipositas
beziehungsweise
deren Begleiterkrankungen zurück
zuführen
seien
.
Vorliegend
bestünden
keinerlei Anhaltspunkte, dass die gesundheitlichen Beeinträchtigungen der
Versicherten
auch bei geeigneter Be
handlung der
Adipositas
beziehungsweise
zumutbarer Gewichtsabnahme fortbestehen würden.
Vielmehr hand
le
es sich gemäss den medizinischen Unterlagen bei sämtlichen Leiden um Begleiterkrankungen derselben
(S.
1)
.
Aus dem ärztlichen Bericht der
B._
vom
3.
Dezember 2014 ge
h
e
hervor, dass bei der
Versicherten
im Rahmen des kardialen
Rehabilitations
programmes
gute Fortschritte zu verzeichnen
gewesen seien
. Auch
habe
sie gemäss dem Bericht sehr vom allgemeinen Kraft-
und Konditionsaufbau in der medizinischen Trainingstherapie profitiert. Damit
sei
vorliegend davon auszugeh
en, dass bei der
Versicherten
keine voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit vorlieg
e
(S.
2 oben)
.
2.2
Demgegenüber stellte sich die
Versicherte
auf den Standpunkt, trotz andau
ernder ambulanter Behandlung und stationärer Rehabilitation habe sich ihr Gesundheitszustand nur unwesentlich verbessert. Sie sei nicht in der Lage
,
mehr als zwei Stunden zu sitzen
,
und
g
ehen sei höchstens für eine halbe Stunde und nur mit Gehhilfen möglich. Gestützt auf die Berichte von
Dr.
C._
liege bei ihr seit dem
4.
März 2013 eine längere Zeit dauernde Erwerbsunfähigkeit vor (
Urk.
1 S. 1).
In der Replik vom 3
1.
März 2016 (
Urk.
17) führte der Rechtsvertreter der
Versicherten
aus,
dass die
se
nach einem längeren
Aufenthalt in der Intensiv
station des
D._
an einem multiplen Organ- und Kreis
l
aufversagen, welches offenbar hauptsächlich auf ihre Herzbeschwerden und auf
Wasserablagerungen im Körper zurückzuführen sei, gestorben sei (S. 2 unten
). D
ie medizinische Auffassung der Besch
werde
gegnerin
sei
absolut falsch: Die
Versicherte
habe
eben nicht „nur" an Adipositas,
sondern insbesondere an Herzproblemen
gelitten
, welche schliesslich zum Tod geführt
hätten
. Dazu komm
e
, dass es gemäss ihren behandelnden Ärzten absolut unrealistisch ge
wesen
wäre
, dass die
Versicherte
ihr Gewicht durch geeignete Behandlung
hätte
reduzieren
können
. Man
habe
dies mit der
Versicherten
intensiv
aber
leider
vergeblich
versucht
.
Die
Adipositas
habe
auch mit intensiven Mass
nahmen wie Therapie bei einem Ernährungsspezia
l
isten oder
einem
Rehabili
tationsaufenthalt nicht reduziert werden
können
. Deshalb
sei
die
Adipositas als invalidisierend zu betrachten
(S.
4 oben)
.
Hinzu komme, dass
die
Ver
sicherte
eben nicht nur an Adipositas
,
sondern auch an Herzproblemen ge
litten
habe
. Gemäss der Klinik für Kardiologie des
D._
sei
die
Versicherte
auch wegen ihrer Herzprobleme nicht arbeitsfähig
gewesen
.
Die
Versicherte
habe
gemäss dem
D._
unter einer schweren
Trikuspidalinsuffizienz
gelitten
. Dabei
handle
es sich um eine Undichtigkeit der
Trikuspidalk
l
appe
des Herzens, die während der Auswurfphase zu einem Rückfluss von Blut aus der rechten Herzkammer in den rechten Vorhof
führe
. Die Folge davon
sei
eine Unterversorgung des Körpers mit frischem Blut und Sauerstoff
(S. 4 Mitte)
.
Weiter komme hinzu, dass auch die Wassereinlagerungen im Körper der
Versicherten
ein bedrohliches, schliesslich sogar tödliches Ausmass angenommen habe. Sie
habe sich in den letzten Tagen
auf der Inten
sivstation an der Dialyse befunden, was ihr leider nicht mehr geholfen habe (S. 5 oben).
2.3
Strittig und zu prüfen ist die Arbeitsfähigkeit der
Versicherten
im
Ver
fügungszeitpunkt
und ob die Beschwerdegegnerin zu Recht einen invalidisie
renden Gesundheitsschaden verneint hat.
3.
3.1
Die Ärzte des
D._
, Klinik für Kardiologie,
nannten im Bericht vom
2.
Mai 2013 (
Urk.
6/15
=
Urk.
3/3
)
die folgenden Diagnosen
(S. 1)
:
v
alvuläre
Herzkrankheit, DD post-
Radiatio
, medikamentös, Karzinoid
aktuell:
Vorhofflattern mit
dekompensierter
Herzinsuffizienz
Status nach
kardia
ler Dekompensation März
2013
s
chwere
Trikuspidalinsuffizienz
bei vollstän
dig
retrahiertem
septa
lem
Segel,
d
i
l
atierter rechter Ventrikel mit erhaltener Funktion,
linksventrikuläre Ejektionsfraktion
(
LVEF
)
50
%
(transthorakale Echokardiographie
1
9.
März 20
13
)
i
ntermittierendes
tachykardes
Vorhofflattern mit
aberranter
Leitung
mit 2:1
Ü
berleitung
EKV am 1
5.
März
und
2.
Mai
2013
a
rterie
l
le Hypertonie
a
kute Niereninsuffizienz
prärenal
bedingt bei Tachykardie
i
nsulinpflichtiger Diabetes mellitus seit
Dezember
2006
Status nach
Hodgkin-Lymp
h
om Stadium
II
a
1994 in vollständiger Re
mission
Verdacht
auf leichtes obstruktives Schlafapnoe/
Hypopnoe
-Syndrom bei Adi
positas Januar
2011
Adipositas per magna
l
atente Hypothyreose
u
nklare
Leberparenchymveränderun
g
differentialdiagnostisch
kardiale Leberzirrhose,
Adenomatose
, tran
siente Perfusionsanomalie
ringförmi
ges Exanthem abdominal
Dazu hielten die Ärzte
unter anderem fest, i
n Zusammenschau der Befunde
sei
die Symptomatik als Zeichen einer erneuten kardialen Dekompensation im Rahmen des
tachykarden
Vorhofflatterns
zu sehen. In der
Verl
aufskon
trolle
hätten
sich die Beschwerden bereits deutlich
regredient
und die Dys
pnoe und Leistungsminderung verbessert
gezeigt
.
D
er
Versicherten
sei erneut eine Gewichtsredukt
ion nahegelegt
worden
. Zur weiteren Betreuung bezüg
lich der Gewichtsreduktion, des Diabetes mellitus und der Hypothyreose
sei
sie
im
endokrino
l
ogischen
Ambulatorium angemeldet
worden
. Einen
bariatri
schen
Eingriff
lehne
die Patientin weiterhin ab
.
3.2
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, führte
in seinem Bericht vom
3.
Februar 2014
(
Urk.
6/27/1-3
) aus, er behandle die
Versicherte
seit
1990
(
Ziff.
1.2) und
nannte
unter Beilage von weiteren Berichten (vgl.
Urk.
6/27/5-11) die bekannten Diagnosen (
Ziff.
1.1). In der bisherigen Tätigkeit sei die
Versicherte
seit
4.
März 2013 bis auf weiteres
be
ziehungsweise
bis 2
8.
Februar 2014 zu 100
%
arbeitsunfähig (
Ziff.
1.6). Mit einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit könne nicht mehr gerechnet werden (
Ziff.
1.9).
3.3
Im Bericht des
D._
, Klinik für Kardiologie,
vom 1
9.
Februar
2014 (
Urk.
6/31/6-7
=
Urk.
3/4
) führten die Ärzte aus, in der heutigen kardi
o
logischen Verlaufskontrolle schildere die
Versicherte
einen stabilen klini
sch
en Verlauf mit einer weiter bestehenden hochgradigen
Bewegungsein
schrän
kung
im Alltag durch die Gelenkschmerzen.
Zu Episoden von
Palpi
t
ati
onen
sei es nicht gekommen. Klinisch sei die
Versicherte
normotensiv
und
kardio
pulmonal
kompensiert. Der arterielle Hypertonus sowie der Diabetes seien gut eingestellt. Die transthorakale Echokardiographie zeige unverändert zur Voruntersuchung im Jahr 2013 eine schwere
Trikuspidalinsuffizienz
mit Dilatation des rechten Ventrikels bei erhaltener sowohl links- wie
rechts
ven
trikulärer
Funktion. Klinisch limitierend sei aktuell vor allem die
Schmerz
symptomatik
im Rahmen der Adipositas und der assoziierten
Ge
lenkbe
schwer
den
, so dass es im Alltag zu keiner kardialen Belastungssitua
tion komme (S. 2).
3.4
Dr.
med.
Dr.
rer
. pol.
E._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), führte in seiner Stellungnahme vom 1
1.
April 2014 (
Urk.
6/33/3-4) aus, für die zuletzt ausgeführte Tätigkeit bestehe seit dem
4.
März 2013 eine 0%ige Arbeitsfähigkeit. In einer leichten, wechselbelastenden Tätigkeit ohne Wechselschichten sitzend bestehe seit jeher ein
e
100%ige Arbeitsfähigkeit.
3.5
Im Bericht des
D._
, Klinik für Kardiologie, vom 2
5.
Juli 2014 (
Urk.
6/43
=
Urk.
3/5
) führten die Ärzte aus, bei der
Versicherten
besteh
e
aktuell ein stabiler Verlauf mit stabiler Belastungsdyspnoe NYHA II, ohne weitere Herzinsuffizienzzeichen. Im Alltag
sei sie
vor allen Dingen limitiert durch
die
Beinschwäche sowie Schmerzen im Rücken und den Knien. Es er
folg
e
zwar ein regelmässiges Kraft- und Aufbautraining, die Leistungsfähig
keit
sei
jedoch weiterhin stark eingeschränkt. Klinisch präsentier
e
sich die
Versicherte
kardiopulmonal kompensiert,
normoton
und
normokard
.
Echo
kardiographisch
finde sich ein unveränderter Befund mit schwerer
Triku
spidalinsuffizienz
bei
Retraktion des
septalen
Segels. Der rechte Ventrikel zeige
weiterhin eine normale Funktion und
sei
allenfalls leicht dilatiert. Die Funk
tion des linken Ventrikels
sei
normal.
Somit finde sich aus kardiologischer Sicht ein stabiler Verlauf bei schwerer
Trikuspidalinsuffizienz
. Klinisch limitierend
sei
aktuell für die Patientin im Allta
g eine ausgeprägte Beinschwäche
sowie Schmerzen im Rücken
und
diversen Gelenken, welche sicher im Rahmen der morbiden Adipositas zu werten
seien. In diesem Zusammenhang komme
es nur selten zu einer
kar
dio
pulmonalen
Belas
tungslimitation.
Aufgrund der morbiden Adipositas
und ihren Begleiterkrankungen
sei
die Patientin nicht voll arbeitsfähig. Ein
Be
lastungstest
sei
aus diesem Grund nicht aussagekräftig möglich
gewesen (S. 2)
.
3.6
Dr.
med.
F._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und für Kardiologie, Oberärztin i.V.
,
sowie
Dr.
med.
G._
,
Assistenzärztin, Klinik für Kardiologie des
D._
, führten in der Stellung
nahme vom
3.
Oktober 2014 (Eingangsdatum,
Urk.
6/49) aus, bei der
Versicherten
bestehe
eine morbide Adipositas mit einem BMI von 45,7kg/m
2
, wel
cher zu einer ausgeprägten Beinschwäche sowie Rücken- und Knieschmerzen führ
e
, welche die
Versicherte
stark in ihrer Beweglichkeit einschränken
würde
n
. Zudem besteh
e
eine multifaktorielle Belastungsdyspnoe NYHA II zum
e
inen im Rahmen der morbiden Adipositas, zum
a
nderen im Rahmen der schweren
Trikuspidalinsuffizienz
. Ein Belastungstes
t zur Objektivierung
der Leistungsfähi
gkeit
sei
auf Grund der
muskulo-
skelettalen
Beschwerden sowie der eine adäquate Beweglichkeit verunmöglichenden mo
rbiden
Adipositas
nicht möglich
gewesen
.
Die
Versicherte
sei
für ihren angestammten Beruf als
Wa
rendisponentin
nicht arbeitsfähig. Denkbar
sei
allenfalls eine angepasste Tä
tigkeit, welche sitzend mit nicht wechselbelastenden, leichten Belastungen einhergeh
e
.
In einer angepassten Tätigkeit wäre zu Beginn eine 30%ige Ar
beitsfähigkeit anzunehmen, welche im Verlauf eventuell gesteigert werden könne. Diese Situation
besteh
e
seit Beginn der Betreuung der
Versicherten
im
März 2013.
3.7
Im Austrittsbericht des Rehabilitationszentrums der
B._
vom
3.
Dezember 2014 (
Urk.
6/58
/5-13
) über die stationäre Behandlung vom 2
9.
Oktober bis 1
8.
November 2014 führten die Ärzte aus,
bei der
Versicherten
bestehe
aktuell ein stabiler Verlauf mit stabiler
Belastungsdys
pnoe
NYHA II.
Die
Versicherte
sei
limitiert durch
die Beinschwäche
sowie Schmerzen im Rücken und den Knien. Nach Eintritt
sei
am 2
9.
Oktober
2014 ein Kontrollröntgenbild der beiden Knie durchgeführt
worden, welche deutliche
Zei
c
hen einer Retropatellar-Arthrose mit
Lateralisation
der Patella beidseits
gezeigt hätten
. Im Verlauf
sei
ein Kra
f
t- und Aufbautraining durchgeführt
worden
, die Leistungsfähigkeit
sei
jedoch weiterhin stark eingeschränkt
(S. 2 oben)
.
Die
Versicherte
habe
motiviert
a
m physiotherapeutisch geleiteten, ärztlich supe
rvisierten medizinischen
Trainingsprogramm sowie an den
In
formationsveranstaltungen
(Vortr
ä
ge, Gruppengesprä
c
he
u
nd Beratungen mit Schwerpunkt kardiovaskuläre Risikofaktoren) im Rahmen
des
kardialen Re
habilitationsprogrammes teil
genommen
und gute Fortschritte
verzeichnet
. Im 6-Minuten-Gehtest
habe
sie sich
von
initial 55
Meter
auf 110
Meter
steigern
können
. Ebenso
habe sie
sehr vom all
gemeinen Kraft- und Konditions
aufbau in der medizinischen Trainingstherapie
profitiert (S. 2 Mitte).
3.8
Dr.
C._
(vorstehend E.
3.2) führte im Bericht vom
9.
Februar 2015 (
Urk.
6/58/1-4) aus, dass die Befunde unverändert
seien
(
Ziff.
1.3) und die
Versicherte
nach wie vor nicht arbeitsfähig sei (
Ziff.
2.1-2).
3.9
Dr.
E._
(vorstehend E. 3.4), RAD, führte in de
n
Stellungnahme
n
vom
1
1.
März 2015 (
Urk.
6/65/3-4) sowie vom
1.
Juni 2015 (
Urk.
6/65/4-5) aus, eine morbide Adipositas schränke die Beweglichkeit stark ein. Zudem be
stünden multifaktorielle
B
elastungsdyspnoen
. In der angestammten Tätigkeit als Warendisponentin sei die
Versicherte
nicht mehr arbeitsfähig. Für eine überwiegend sitzende Tätigkeit bestehe seit März 2013 eine 30%ige Arbeits
fähigkeit. Aufgrund der verbesserungsfähigen Prognose für eine adaptierte Tätigkeit sollte in sechs bis neun Monaten eine vorzeitige Überprüfung des Gesundheitszustandes durchgeführt werden. Bis dahin sollte eine
Gewichts
reduktion
als medizinische Massnahme auferlegt werden (drei bis fünf Kilo
gramm innerhalb eines Jahres). Diese Behandlung sei medizinisch indiziert und geeignet, die Arbeitsfähigkeit zu verbessern. Zudem sei sie medizinisch zumutbar.
3.10
Die Ärzte des
D._
, Klinik für Kardiologie, führten im Bericht vom 3
0.
März 2015 (
Urk.
6/84/25-26 =
Urk.
3/7)
aus, n
achdem bei der
Versicherten
in der Rehabilitation
B._
ein 6-Minuten-Gehtest durchgeführt
worden sei
und sie aktuell mit Krücken (Retropatellararthros
e beidseits) relativ eingeschränkt laufen könne, sei aktuell kein erneuter 6-Minuten-Gehtest durchgeführt worden. Insgesamt bestehe anamnestisch eine stabile kardiale Situation. Die
Versicherte
könne aus kardialer Sicht ihr körperliches Training gelenkschonend im Schwimmbad durchführen (S. 2).
3.11
Im
Bericht des
D._
, Interdisziplinäre Intensivstation, Institut für Anästhesiologie und Intensivmedizin, vom 2
4.
März 2016 (
Urk.
27/3)
be
richteten die Ärzte über die
Hospitalisation
vo
m 2
4.
Februar bis 2
4.
März 2016 nach hausärztlicher Zuweisung bei kardialer Dekompensation und fehlender Besserung durch die ambulante Therapie.
Dazu führten sie unter anderem aus, i
n den letzten
vier bis fünf
Monaten
sei es
zu einer Gewichts
zunahme
von mindestens
20
kg
gekommen
.
Bei Eintritt
habe
sich die
Ver
sicherte
kard
ial
dekompensiert
mit Beinödemen
,
Aszites und konventionell-radiol
ogisch kardiopulmonaler Stauung. Es f
ä
nden sich
hypotone
Blutdruck
werte
, welche anamnestisch bereits vor Eintritt festgestellt
worden seien. Es sei unklar
,
wie
schnell sich die Nierenfunktion verschlechtert
ha
b
e
.
Es sei
ein
kardiorena
l
es
Syndrom
bei ausgeprägter
Trikuspidalinsuffizienz
und konse
kutivem Low-outpu
t zu vermuten
(S. 2 oben)
.
Aufgrund von
Katecholaminbedarf
und Anurie
sei
die Übernahme auf die Intensivstatio
n erfolgt.
Am 2
8.
Februar
2016
sei
es zu einem Kreislaufzu
sammenbruch mit Bewusstseinsverlust
gekommen
.
Nach Wiedererlangung des Bewusstseins
habe
sich eine Hemiplegie
l
inksseitig mit einer
Blickde
viation
nach rechts
gezeigt
. Im Schädel-CT
habe
eine Blutung oder Ischämie ausgeschlossen werden
können
. Anschliessend
sei
die Hemiplegie komplett
regredient
gewesen
. Nach Rücksprache mit den Kollegen der Neurologie
habe
es sich um eine symptomatische Epilepsie im Rahmen der
Hämodialyse
hande
ln können (S. 2 unten).
Echokardiographisch
habe
sich sowohl am
1.
als am 1
2.
März
2016 ein unveränderter Befund stark
dilatiertem
rechten Ventrikel mit diastolischem D-
Shaping
gezeigt.
Die linksventrikuläre Funktion
sei
erhalten
gewesen (S. 3 Mitte).
In mehreren ausführlichen Familiengespr
ä
chen
sei
die Situation mit den An
gehörigen besprochen
worden
. Das Minimalziel, die Intensivstation verlassen zu können,
habe
trotz voller Therapieausschöpfung nicht erreicht werden
können
, weshalb ein Therapierückzug mit Sistieren der antibiotischen Thera
pie, der
Katecholamine
und des
Hämofilters
entschieden
worden sei.
Dies sei
am 2
3.
März
2016 in die Wege geleitet
worden
, worauf die Patientin am 2
4.
März
2016
verstorben sei (S. 3 Mitte).
3.12
Dr.
C._
(vorstehend E.
3.2) führte im Bericht vom 3
1.
März 2016 (
Urk.
27/1/2) aus, er betreue die
Versicherte
seit 199
0.
Sie sei schon zu die
sem Zeitpunkt übergewichtig gewesen. Ab 2000 sei es zu vermehrtem Stress, Migräne und einer psychischen Belastung gekommen, welche zur Gewichts
zunahme geführt hätten (
Ziff.
1). Es
habe
eine schwere
Trikuspidalinsuffi
zienz
ausgelöst am ehesten durch eine Radiotherapie im Oktober 1994 wegen eines Hodgkin-Lymphoms
bestanden
(
Ziff.
2). Der Diabetes mellitus Typ (Erstdiagnose Dezember 2006)
hät
te durch eine Gewichtsreduktion positiv beeinflusst werden
können
, was für die Arbeitsfähigkeit aber nicht relevant
gewesen
sei. Die
Trikuspidalinsuffizienz
bei Retraktion des
septalen
Segels
hätt
e durch eine Gewichtsreduktion nicht positiv beeinflusst werden
können
. Es
wäre
nicht realistisch
gewesen
, dass die
Versicherte
in absehbarer Zeit so viel
hätte
abnehmen könne
n
, dass sie ihre Arbeitsfähigkeit wieder erlang
t hätte
. Die Gewichtsreduktionsversuche seien auch wegen des Herzleidens und
der Stoffwechselstörungen gescheitert (
Ziff.
3). Ausserdem
hab
e die
Ver
sicherte
an psychischen Problemen
gelitten
(
Ziff.
4).
4.
4.1
Unbestritten und gemäss vorliegender Aktenlage ausgewiesen ist, dass
die
Versicherte
an
einem
polymorbiden Beschwerde
bild
l
i
t
t und infolgedessen
in der angestammten Tätigkeit als Warendisponentin nicht mehr arbeitsfähig
war
.
Uneinigkeit besteht hingegen bei der Beurteilung der Auswirkungen der
vorliegenden
Diagnosen, insbesondere der morbiden Adipositas, auf die Arbeitsfähigkeit der
Versicherte
n
in einer adaptierten Tätigkeit.
Die involvierten Ärzte sowie der RAD attestierten übereinstimmend auch in einer adaptierten Tätigkeit eine hohe Arbeitsunfähigkeit und gingen von einer 30%igen Arbeitsfähigkeit in einer sitzenden nicht wechselbelastenden leichten Tätigkeit aus.
Demgegenüber führte die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung aus,
dass es sich bei den gesundheitlichen Beein
trächtigungen der
Versicherte
n
lediglich um Begleiterkrankungen der Adipo
sitas
ge
hand
e
l
t habe
und diese für sich allein keine Invalidität im Sinne des Gesetzes begründe
t habe
(vgl. vorstehend E. 2.1).
4.2
Adipositas
bewirkt
grundsätzlich keine zu Rentenleistungen berechtigende Invalidität, wenn sie nicht körperliche oder geistige Schäden verursacht und nicht die Folge von solchen Schäden ist. Liegen diese Voraussetzungen nicht vor, muss sie unter Berücksichtigung der besonderen Gegebenheiten des Einzelfalles dennoch als invalidisierend betrachtet werden, wenn sie weder durch geeignete Behandlung noch durch zumutbare Gewichtsabnahme auf ein Mass reduziert werden kann, bei welchem das Übergewicht in Verbin
dung mit allfälligen Folgeschäden keine voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit
beziehungs
weise
der Betätigung im bisherigen Aufgabenbereich zur Folge hat (SVR 2010
IV Nr. 8 S. 25, 9C_48/2009 E. 2.3; ZAK 1984 S. 345, I 583/82 E. 3; Urteil
des Bundesgerichts
I 745/06 vom 2
1.
März 2007 E. 3.1).
4.3
Die Adipositas muss unter Berücksichtigung der besonderen Gegebenheiten des Einzelfalles mithin bereits dann als invalidisierend betrachtet werden, wenn sie für sich allein weder durch geeignete Behandlung noch durch zu
mutbare Gewichtsabnahme reduziert werden kann, bei welchem das Überge
wicht in Verbindung mit allfälligen Folgeschäden voraussichtlich keine rentenbegründende Auswirkungen mehr auf die Leistungsfähigkeit im Beruf
oder im Aufgabenbereich hat
(Urteil
des Bundesgerichts
8C_74/2008 vom 2
2.
August 2008 E. 2.2 mit Hinweis).
Davon ist im vorliegenden Fall auszugehen.
Die
Versicherte
litt
bereits seit
1990 an massivem Übergewicht (vgl.
Urk.
6/27
Ziff.
1.1) und es gelang ihr trotz dokumentierte
r Bemühungen (vgl.
Urk.
6/27/6
, 6/43/
2
,
Urk.
6/47/1) und eines mehrwöchigen stationären Klinikaufenthaltes (vgl. vorstehend E.
3.7) nicht, ihr Gewicht wesentlich zu reduzieren. Die
Versicherte
wog bei ihrem Austritt aus der stationären Rehabilitation sogar mehr, als bei ihrem Eintritt (vgl.
Urk.
6/58/8).
Soweit die Beschwerdegegnerin diesbezüglich vorbringt, dass
die
Versicherte
im Rahmen des kardialen Rehabilitationsprogrammes gute Fortschritte erzielt und sehr vom allgemeinen Kraft- und Konditionsaufbau in der medizinischen Trainingstherapie profitiert habe und daher davon auszugehen
gewesen
sei, dass voraussichtlich keine bleibende oder längere Zeit dauernde Beeinträch
tigung der Erwerbsfähigkeit vorge
legen habe
(vgl.
Urk.
5 S. 2)
, vermag dies nicht zu überzeugen.
So hielten die Ärzte im Austrittsbericht über den sta
tionären Aufent
halt im Rehabilitationszentrum
der
B._
fest, dass die Leistungsfähigkeit der
Versicherte
trotz Kraft- und Konditionsa
uf
bau weiterhin stark eingeschränkt
gewesen
sei (vgl. vorstehend E.
3.7).
Das Ausmass der Einschränkung zeigt
e
sich eindrücklich
in den
Resultate
n
des 6-Minuten
Gehtests
,
welcher der Abschätzung und Kontrolle der kardiovaskulären und pulmonalen Leistungsfähigkeit unterhalb der ana
eroben Schwelle dient
.
Zwar konnte sich die
Versicherte
von initial 55 auf 110 Meter steigern,
doch
lag
sie auch damit noch immer weit unter dem Normbereich eines Gesunden. Selbst unter Einbezug der Grösse, des Gewichts und des Alters der
Versicherte
n
lag
sie
immer noch
deutlich unter
ihrem
Soll
wert (vgl. zum Ganzen
http://www.i
g
ptr.ch/cms/uploads/PDF/
PTR/
ass_arti
kel
serie
/pp606_Assess
ment_Timed-walking.pdf
). Weiter geht auch aus dem
Bericht des
D._
hervor, dass die Leistu
ngsfähigkeit trotz regelmässigen
Kraft- und Ausdauertraining
s
weiterhin stark eingeschränk
t
war
(vgl. vorstehend E. 3.5).
4.4
Entgegen der Ansicht der
Beschwerdegegnerin
finden sich
k
eine
dahingehen
den
fachärztlichen Aussagen oder
sonstige
Anhaltspunkte da
fü
r, dass die
Versicherte
ihr Übergewicht durch eine geeignete Behandlung oder durch eine zumutbare Gewichtsabnahme soweit
hätte
reduzieren k
ö
nn
en
, dass ihr
Übergewicht in Verbindung mit allfälligen Folgeschäden keine voraussichtli
ch bleibende oder längere Zeit dauernde Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit
beziehungsweise der Betätigung im bisherigen Aufgabenbereich zur Folge
gehabt
h
ä
t
te
.
Die
Versicherte
l
it
t neben der morbiden Adipositas an zahlreichen weiteren Diagnosen, insbesondere an einer schweren
Trikuspidalinsuffizienz
, welche nicht in direktem Zusammenhang mit der Adipositas st
and
. Angesichts des polymorbiden Beschwerdebildes findet damit
auch
die Ansicht der
Beschwer
degegnerin
, wonach keine Anhaltspunkte best
a
nden
hätten
, dass die gesund
heitlichen Beeinträchtigungen der
Versicherte
n
auch bei geeigneter Behand
lung der Adipositas beziehungsweise zumutbarer Gewichtsabnahme fortbe
st
and
en
hätten
(vgl.
Urk.
5 S. 1), in den medizinischen Akten keine Stütze.
Vielmehr g
ing
en alle involvierten Ärzte und selbst der RAD nachvollziehbar von einer
lediglich
30%igen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit aus.
4.5
Der Verlauf des polymorbiden Beschwerdebildes zeigte sodann, dass
das allenfalls für möglich gehaltene Potential zur Steigerung der Arbeitsfähigkeit
nicht realisiert werden konnte.
Aus dem Bericht des
D._
vom 2
4.
März
2016 (vgl. vorstehend E.
3.11) geht sogar hervor, dass die Versi
cherte in den letzten vier bis fünf Monaten
mindestens 20 kg zugenommen hatt
e.
Angesichts des massiven Übergewichts der
Versicherte
n
wäre
auch von der
vom RAD-Arzt
Dr.
E._
im Sinne der Schadenminderungspflicht
vor
geschlagene
n
Gewichtsreduktion
von drei bis fünf Kilogramm
innerhalb eines Jahres
(vgl. vorstehend E.
3.9) kaum ei
n wesentlicher
Einfluss auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit zu
erwarten
gewesen
.
Der Hausarzt der
Ver
sicherte
n
, bei welchem sie seit 1990 in Behandlung
war
, führte im Bericht vom 3
1.
März 2016
(vgl. vorstehend E. 3.12)
bezeichnend
erweise
aus, dass die Gewichtsreduktionsversuche auch wegen des Herzleidens und der Stoff
wechselstörung gescheitert seien und dass es nicht realistisch
gewesen wäre
, dass die
Versicherte
in absehbarer Zeit so viel
hätte
abnehmen könne
n
, dass sie ihre Arbeitsfähigkeit wieder erlang
t hätte
.
Dies ist angesichts des bisheri
gen Verlaufs und der Polymorbidität nachvollziehbar und plausibel.
4.6
Nach dem Gesagten steht somit fest, dass
d
ie
morbide
Adipositas
im
Ver
fügungszeitpunkt
als invalidisi
erend
zu
betrachten ist.
Gestützt auf die vor
handenen Berichte ist damit von einer (höchstens) 30%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tä
tigkeit seit März 2013 bis zum Tod der
Versicherte
n
am 2
4.
März 2016 (vgl. vorstehend E. 3.11)
auszugehen.
Bei diesem Grad der Arbeitsunfähigkeit erübrigt sich angesichts des unbe
strit
ten gebliebenen und nach Lage der Akten nicht zu beanstandenden
Ein
kommensvergleichs
(vgl.
Urk.
2 S. 2) ein bezifferter Einkommens
vergleich. Es best
and
jedenfalls ein Invaliditätsgrad von mindestens 70
%
und somit An
spruch auf eine ganze Rente.
4.7
Die Anmeldung der
Versicherte
n
datiert vom 2
0.
Oktober 2013 (vgl.
Urk.
6/
5)
. Nach
Massgabe
von
Art.
29
Abs.
1 und 3 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente somit ab
1.
April 2014
bis
und mit
dem Monat
März 2016, in welchem die
Versicherte
verstarb (
Art.
30
IVG)
.
Mit dieser Feststellung ist die angefochtene Verfügung, in
Gutheissung
der dagegen erhobenen Beschwerde, aufzuheben.
5.
5.1
Da es um die Bewilligung oder die Verweigerung von Versicherungsleistun
gen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Soweit die Beigeladene wie vor
liegend aktiv am Verfahren teilgenommen hat, besteht grundsätzlich kein Dispens von der Kostenpflicht (vgl. Gesetz über das
Sozialversicherungsge
richt
des Kantons Zürich, Kommentar,
2.
Auflage, Zürich/Basel/Genf 2009,
§
14 N 33 mit Hinweis). Die Gerichtskosten nach
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind auf
Fr.
800
.-- anzusetzen und
ausgangsgemäss
hälftig der
Beschwerdegeg
nerin
und der Beigeladenen aufzuerlegen.
5.2
5.2
.1
Nach
§
34
Abs.
1
GSVGer
hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozes
ses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
5.2.2
Nach Einsicht in die Honorarnote von Rechtsanwalt
Dr.
Pierre Heusser
vom
2
9.
September 201
6
(
Urk.
24
) ist dieser für seine Bemühungen als unent
gelt
licher Rechtsvertreter der verstorbenen
Versicherte
n
mit
Fr.
2‘219.90
(inklu
sive Barauslagen und M
ehrwertsteuer) zu entschädigen.
5.2.3
De
r
obsiegenden und anwaltlich vertretenen
Beschwerdeführerin
steht
eben
falls
eine Prozessentschädigung zu, die beim
praxisgemässen
Stundenansatz von
Fr.
220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) ermessensweise auf
Fr.
400
.-- (in
klusive Baraus
lagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen
ist.
5.2.4
Unterliegende Beigeladene können nur bei der Bejahung einer mutwilligen oder leichtsinnigen Prozessführung zur Bezahlung einer
Prozessentschädi
gung
an die obsiegende Partei verpflichtet werden (vgl. BGE 128 V 323). Ein solches Verhalten lag bei der Beigeladenen nicht vor, weshalb die
Prozess
entschädigung
von der Beschwerdegegnerin zu leisten ist.