Decision ID: 65946895-3f00-4f3f-88da-a0225cb9e00e
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1953 geborene
X._
war seit
dem 10.
Mai 2010
über die
C._
beim
D._
in Winterthur
als Staplerfahrer tätig und bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als ihm am 24. November 2011 eine Metallkiste
auf die Brust fiel
und er
eine
Thoraxkontusion
erlitt (Urk.
8/1 und Urk. 8/14
). Die SUVA kam für die Heilbehandlung auf und richtete Taggelder aus
(
Urk.
8/7)
.
Das
Arbeitsverhältnis wurde per 7.
Mai 2012 gekündigt (Urk. 8/102
und
Urk.
8/59/3
).
Mit Verfügung vom 14. November 2012 verneinte die SUVA mangels Unfallkausalität eine Leistungspflicht für die Schulterbeschwerden rechts sowie für die Halswirbelsäulenbeschwerden (Urk. 8/76). Für
die
Schulter
be
schwerden
links übernahm sie weiterhin die Behandlungskosten und richtete Taggelder aus.
Gegen die Verfügung vom 14. November 2012 erhob der Versi
cherte
am 2
7.
November 2012
Einsprache (Urk. 8/79
; Ergänzung der Einsprache vom 1
3.
Februar 2013,
Urk.
8/116).
Die Krankenversicherung des Versicherten, die Sana 24 AG
,
zog ihre
vorsorglich erhobene
Einsprache
am 4. März 2013
zurück (Urk.
8/109 und Urk.
8/127).
Mit Schreiben vom 8. April 2013
teilte die SUVA
dem Versicherten mit, dass sie weitere Abklärungen tätigen werde
und bis zur definitiven Stellungnahme bezüglich ihrer Leistungspflicht die Versi
cherungsleistungen vollumfänglich erbringen könne; ihre Verfügung vom 1
4.
November 2012 gelte als gegenstandslos
(Urk. 8/130). Am 23. August 2013
wurde der Versicherte kreisärztlich untersucht (Urk. 8/172). Gestützt darauf stellte die SUVA die Versicherungsleistungen mangels
adäquater
Unfallkausali
tät
m
it Verfügung vom
3. September 2013
per
30. September 2013
ein (Urk.
8/174
). Die dagegen erhobene Einsprache des Versicherten vom
3. Oktober
2013
(Urk.
8/176
) wies sie mit Entscheid vom
18. Juli 2014
ab (Urk.
8/189
= Urk. 2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom
12.
September 2014
Be
schwerde und beantragte,
der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten
,
dem
Beschwerdeführer
Heilbehand
lungskosten
und Taggelder auszurichten. Eventualiter sei sie zu verpflichten
,
anstelle der Taggelder eine Invalidenrente sowie eine Integritätsentschädigung auszurichten (Urk. 1)
. Mit
Beschwerdeantwort vom
20. Oktober 2014
beantragte die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde (Urk.
7
).
Mit Replik vom
6. Februar 2015
(Urk.
13
) und Duplik vom
13. März 2015
(Urk.
17
) hielten die Parteien
an ihren Anträgen fest.
Am 25. November 2015 teilte der Rechtsver
treter des Beschwerdeführers mit, dass der Beschwerdeführer am 12. Februar 2015 verstorben sei (Urk. 18). Mit Verfügung vom 26. November 2015 wurde das Verfahren sistiert und dem Rechtsvertreter des verstorbenen Beschwerde
führers d
as Doppel der Duplik zugestellt (Urk.
19
).
Mit Eingabe vom 5.
April 2016
reichte der Rechtsvertreter des verstorbenen Beschwerdeführers den Erb
schein
des Bezirksgerichts Uster
vom 19. November 2015 ein und
teilte
mit, dass die gesetzlichen Erben
Y._
,
Z._
,
A._
und
B._
den
Prozess weiterführen wollten (Urk. 21 und
Urk. 22). Mit Verfügung vom 11.
April 2016 wurde die Sistierung des Verfahrens aufgehoben (Urk. 23).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen einzuge
hen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art.
6
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (
UVG
)
werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und
Berufskrankheiten gewährt (Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die
Versicherung einbeziehen (Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versi
cherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbe
handlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetr
etenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind a
lle Umstände, ohne deren Vor
han
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetr
eten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass e
in Unfall die allei
nige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schä
di
gende Ereignis zusammen mit anderen Beding
ungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohn
e dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat.
Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
–
anspruches
nicht
(BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges
zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der al
lgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.4
Für die Beurteilung der Frage, ob ein Unfall nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, eine psychische Gesundheitsschädigung herbeizuführen, ist nach der in BGE 115 V 133 ergan
genen Rechtsprechung auf eine weite Bandbreite von Versicherten abzustellen. Dazu gehören auch jene Versicherten, die aufgrund ihrer Veranlagung für psy
chische Störungen anfälliger sind und einen Unfall seelisch weniger gut ver
kraften als Gesunde, somit im Hinblick auf die erlebnismässige Verarbeitung des Unfalles zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko gehören, weil sie aus
versiche
rungsmässiger
Sicht auf einen Unfall nicht optimal reagieren (BGE 115 V 133
E.
4b).
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S. 288 E. 3b; BGE 115 V 133 E. 7 mit Hinwei
sen). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei – ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf – folgende Einteilung vorgenommen wurde: banale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und schliesslich der dazwischen liegende mittlere Bereich (BGE 115 V 133 E. 6; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1, 120 V 352
E.
5b/
aa
; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
1.5
Bei banalen Unfällen wie zum Beispiel bei geringfügigem Anschlagen des Kop
fes oder Übertreten des Fusses und bei leichten Unfällen wie zum Beispiel einem gewöhnlichen Sturz oder Ausrutschen kann der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und psychischen Gesundheitsstörungen in der Regel ohne wei
teres verneint werden, weil aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung aber auch unter Einbezug unfallmedizinischer Erkenntnisse davon ausgegangen wer
den darf, dass ein solcher Unfall nicht geeignet ist, einen erheblichen
Gesund
heitsschaden
zu verursachen (BGE 120 V 352
E.
5b/
aa
, 115 V 133 E. 6a).
1.
6
Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalles allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen:
-
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls;
-
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
-
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
-
körperliche Dauerschmerzen;
-
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
-
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
-
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 134 V 109 E. 6.1, 115 V 133 E. 6c/
aa
).
Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genü
gen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, wel
cher zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist (vgl. RKUV 1999 Nr. U 346 S. 428, 1999 Nr. U 335 S. 207 ff.; 1999 Nr. U 330 S. 122 ff.; SVR 1996 UV Nr. 58). Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Krite
rium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, wie zum Beispiel eine auffallend lange Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit infolge schwierigen Heilungsverlaufes. Kommt keinem Einzelkriterium beson
deres beziehungsweise ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Kriterien herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem Grenzbereich zu den leichten Unfällen zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu berücksichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffal
lender Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann. Diese Wür
digung des Unfalles zusammen mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung der Adäquanz. Damit entfällt die Notwendigkeit, nach andern Ursachen zu forschen, die möglicherweise die psychisch bedingte Erwerbsunfä
higkeit mitbegünstigt haben könnten (BGE 115 V 133 E. 6c/
bb
, vgl. auch BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., Nr. U 449 S. 53 ff., 1998 Nr. U 307 S. 448 ff., 1996 Nr. U 256 S. 215 ff.; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
1.
7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134
V
231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.
8
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im
Sozialversiche
rungsrecht
zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gut
achterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/
ee
, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid
erwog die Beschwerdegegnerin,
die Kreisärztin
Dr.
J._
sei unter Berücksichtigung sämtlicher medizinischer Akten und gestützt auf die eigenen Untersuchungsergebnisse zum Schluss gekommen, dass die
bursaseitigen
Partialläsionen der
Supraspinatussehnen
nur möglicher
weise unfallkausal
seien
. Die ausgeprägten Beschwerden seien nicht mit der Diagnose einer Partialläsion der
Supraspinatussehne
zu erklären. Im Bereich der linken Schulter habe sich zusätzlich eine
posttraumatische
frozen
shoulder
etabliert
, welche
im Oktober 2012 abgeklungen
sei
. Bezüglich der
Halswirbel
säule
l
ie
ge
keine ka
usale strukturelle Läsion vor
. Somit seien die
se
Beschwerden nicht durch den Unfall zu erklären. Die Kopfschmerzen seien
eben
falls nicht
mit der notwendigen Wahrscheinlichkeit
unfallkausal
. Auch die persistierenden
Thoraxschmerzen
links seien nicht mehr durch
das Unfallereignis zu erklären
, da bei einer
Thoraxkontusion
davon ausgegangen werden könne, dass die Beschwerden nach
acht bis zwölf
Wochen abgeklungen seien. Der Versicherte
leide
auch an einer mittelgradigen depressiven
Episode (ICD-10: F32.1)
.
Da das Unfallereignis höchstens mittelschwerer Natur gewesen sei und keines der
Adä
quanzkriterien
in ausgeprägter Weise erfüllt sei, sei der adäquate Kausalzusam
menhang zwischen dem Unfallereignis und den psychischen Beschwerden zu verneinen
(Urk. 2
S. 6
ff.
).
2.2
Der
Rechtsvertreter des
Versicherte
n
machte
beschwerdeweise
im Wesentlichen geltend,
Verletzungen seien an der Schulter beidseits diagnostiziert worden. Demzufolge habe
die Beschwerdegegnerin Leistungen ausgerichtet, un
d
zwar nicht beschränkt auf die Beschwerden in der linken Schulter.
D
ie Läsionen an den beiden Schultern seien kurz nach dem Unfall festgestellt worden. Aufgrund des Unfallherganges sei überwiegend wahrscheinlich, dass diese Läsionen mit dem Unfallereignis
zusammenhängten
.
Durch die Einschätzung seitens der Kreisärztin sei keinesfalls der Beweis erbracht, dass die Kausalität zwischen den seit dem Unfallereignis bestehenden Beschwerden und dem Unfal
lereignis weg
gefallen sei
.
Es habe
noch kein Endzustand vor
gelegen
, womit die
Leistungs
einstellung
nicht zulässig sei. Die Prüfung der Adäquanz sei verfrüht, da der Wegfall der Kausalität
zwischen den somatischen Beschwerden und dem
Unfall
ereignis
von der Beschwerdegegnerin nicht erbracht worden sei
(Urk. 1
S.
6 ff.
)
.
2.3
In ihrer Beschwerdeantwort vom
20. Oktober 2014
brachte die
Beschwerdegegne
rin
vor
,
aus dem Umstand, dass Leistungen für die
Schulter
beschwerden
erbracht
worden seien
, lasse sich nicht ableiten, dass die
bursasei
tigen
Partialläsionen der
Supraspinatussehne
als unfallkausal anerkannt worden seien. Vielmehr sei von Beginn weg darauf hingewiesen worden, dass diese nur möglicherweise unfallkausal seien
.
Gemäss der kreisärztlichen Beurteilung vom 23. August 2013 liege
kein strukturelles organisches Substrat vor, das die geklagten Beschwerden erklären würde. Abweichende medizinische Berichte, wonach die noch geklagten Schulterbeschwerden auf einem unfallkausalen organischen Substrat beruhen würden, lägen nicht vor.
Es sei somit nicht zu beanstanden, dass die Leistungen unter zusätzlicher Prüfung der Adäquanz ter
miniert worden seien
(Urk. 7 S. 4 ff.).
2.4
In seiner Replik vom
6. Februar 2015
hielt der
Rechtsvertreter des Versicherten
an seinen beschwerdeweise vorgebrachten Ausführungen fest.
Ergänzend führte er aus, dass die Beschwerdegegnerin entgegen ihrer Aussage nicht von einem Endzustand ausgegangen sei, sondern von einem Wegfall der Unfallkausalität. Wäre sie von einem Endzustand ausgegangen, hätte sie eine Rentenprüfung vornehmen müssen. Es erstaune sehr, dass die Beschwerdegegnerin keine Not
wendigkeit für weitere medizinische Abklärungen sehe. Aufgrund des ihr oblie
genden Untersuchungsgrundsatzes sei sie verpflichtet, den rechts
erheblichen Sachverhalt zu ermitteln, was sie nicht gemacht habe (Urk. 13
S. 2 ff.
).
3.
3.1
Anlässlich der
ambulanten Behandlung
vom
24. November 2011 im
E._
wurde die Diagnose einer
Thoraxkontusion
sowie die Differenzial
diagnose einer
undislozierten
Rippenfraktur gestellt (Urk. 8/14).
3.2
Am 14.
November
2011 wurde
n
am
F._
Röntgenaufnah
men
durchgeführt. Diese ergab
en
keinen Nachweis einer
Sternumfraktur
, keine parasternal besonders linksseitig gelegene Rippen-Knorpel-Fraktur, kein
en
Hämatopneumothorax
und keine Wirbelfraktur (Urk. 8/18).
3.3
Dr.
med.
G._
n
annte in seinem Bericht vom 23.
Dezember 2011 die folgenden Diagnosen
(Urk. 8/17)
:
-
Status nach
Thoraxkontusion
am 24.11.2011
-
Rippenriss links vorne
-
Grosses Hämatom daselbst
-
Kontusion/Dist
o
r
sion linke Schulter
-
BWS Kontusion
3.4
Die Magnetresonanz-Tomographie der
linken Schulter
nach intraartikulärer Kon
trastmittelinjektion (
Arthro
-MRT) vom 5. Januar 2012 ergab eine
oberfläch
liche
bursaseitige
Supraspinatussehnenläsion
, eine
leichtgradige
Begleitbursitis
und eine
Arthrose im
Acromioclaviculargelenk
sowie kein
en
transtendinöse
n
Sehnenriss (Urk. 8/26).
3.5
Die
Arthro
-MRT der
rechten Schulter
vom 9. Januar 2012 ergab eine
oberflächli
che Läsion der
Supraspinatussehne
knapp oberhalb des
Tuberculum
majus
und
eine
leichtgradige
subacromiale
Bursitis
(Urk. 8/27).
3.6
In seinem Bericht vom 3.
Februar 2012 gab
Dr.
G._
an, der Versicherte leide unter starken Schmerzen nach wie vor thorakal, aber auch sehr ausgeprägt im Bereich beider Schultern
und im Bereich der Brustwirbelsäule (Urk. 8/25).
3.7
Im Bericht der
H._
vom 2. Mai 2012 betreffend die K
onsul
tation vom 12.
März 2012 wurde die folgende Diagnose gestellt
(Urk. 8/39)
:
Posttraumatische Schulterschmerzen beidseits bei
-
partieller, oberflächlicher Läsion der
Supraspinatussehne
und
subacromia
ler
Bursitis rechts und
-
oberflächlicher
bursaseitiger
Supraspinatussehnenläsion
mit
Begleitbursi
tis
und Arthrose im
Acromioclaviculargelenk
links
3.8
Im Bericht
der
H._
vom 29.
Mai 2012 betreffend die Kon
sultation vom 16. Mai 2012 wurde abgesehen von der bereits im Bericht vom 2.
Mai 2012
genannten
Diagnose ein Verdacht auf eine
Cervikalgie
erwähnt.
Es wurde ausgeführt,
der Versicherte habe die Schmerzmedikamente nur unregel
mässig eingenommen. Physiotherapie habe er nicht durchgeführt.
Aufgrund der Untersuchung werde tendenziell eher nicht von einer Schulterproblematik aus
gegangen, da insbesondere die AC-Gelenksinf
iltration und die
subacromiale
I
nfiltration keinerlei B
eschwerdebesserung erbracht hätten (Urk. 8/46).
3.9
Im Bericht der
H._
vom 12. Juli 2012 betreffend die Kon
s
ultation vom 4. Juli 2012 wurde
folgende Diagnos
e
genannt:
Frozen
shoulder
links
mit/bei
Status nach Arbeitsunfall im November 2011
Supraspinatussehnenruptur
, partiell
bursaseitig
und
subacromialer
Bur
sitis beidseits
leichte AC-Gelenksarthrose links
Es wurde festgehalten, die Hauptbeschwerden lokalisierten sich im Ber
e
ich der linken Schulter, wobei sich das Bild einer
frozen
shoulder
mit massiver Schmerzhaftigkeit zeige. Auf die
glenohumerale
Infiltration habe der Versi
cherte mit zumindest vorübergehender Beschwerdelinderung reagiert
. MR-radi
ologisch finde sich eine
Unkovert
e
bral
- und Facettengelenksarthrose HWK 4/5 mit möglicher Irritation der linken C5-Wurzel, jedoch ohne Kompression
dersel
ben
(Urk. 8/51
und Urk. 8/155
).
3.10
Kreisärztin
Dr.
med.
I._
führte in
ihrer
Stellungnahme vom 23. Juli 2012 aus, aktuell liege eine
frozen
shoulder
links
vor. Diese sei mit der notwen
digen Wahrscheinlichkeit
unfallkausal.
Die Ursache dieser
f
ro
zen
shoulder
sei nicht geklärt. Es seien zwar
Partialläsionen der
Supraspinatussehnen
diagnosti
ziert worden. Eine
subacromiale
Infiltration habe jedoch keine Besserung erbracht. Somit scheine diese Problematik nicht im Vordergrund zu stehen. Ebenso die AC Arthrose (vorbestehend, traumatisiert). Die Infiltration sei ohne Effekt geblieben (Urk. 8/52
und
Urk.
8/55
).
3.11
Kreisärztin
Dr.
med.
J._
, Fachärztin für Orthopädische Chirur
gie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, führt
e
in ihrem Bericht vom 14. September 2012 aus,
der Versicherte leide linksseitig an einer Schultersteife, einer sogenannten
frozen
shoulder
. Diese sei mit der notwendi
gen Wahrscheinlichkeit
unfallkausal
. Bei persis
tie
renden Beschwerden beider Schultern seien MR-Untersuchungen durchgeführt worden. Es hätten sich
bursaseitige
Partialläsionen der
Supraspinatussehnen
gezeigt.
Subacromiale
Infiltrationen hätten zu keiner Besserung dieser Symptomatik geführt. Damit sei davon auszugehen, dass diese Problematik nicht im Vordergrund stehe. Eine
glenohumerale
Infiltration habe zu einer deutlichen Verbesserung der Sympto
matik geführt, so dass nur noch die linke Seite im Vordergrund stehe
.
Medizi
nisch sei die
Verursachung der
bursaseitigen
Partialläsion der
Supraspinatus
sehne
nur möglicherweise unfallkausal,
wenn man die Häufigkeit dieser Läsion in der Gesamtbevölkerung betrachte und zur Kenntnis nehme, dass eine
sub
acromiale
Infiltration keine Linderung erbracht habe.
Es liege also nur möglich
erweise eine unfallbedingte strukturelle Läsion im Bereiche der beiden Schultern vor.
Offenbar habe auf der rechten Seite eine Schulterdistorsion/Kontusion ohne weitere Folgen stattgefunden.
Rechtsseitig
sei somit davon auszugehen, dass
drei Monate nach dem Ereignis die unfallkausalen Beschwerden abgeklungen seien
. Auf der
linken Seite habe
sich eine wahrscheinlich posttraumatische
fro
zen
shoulder
entwickelt. Diese Symptomatik könne ein bis
eineinhalb Jahre bis zum Abklingen dauern.
Bei der im Bericht vom 19.
Juli 2012 beschriebenen Schmerzhaf
t
igkeit der linken Schulter und der sehr stark eingeschränkten Beweglichkeit sei noch nicht von einer Arbeitsfähigkeit
des
Versicherten
auszugehen. In der Regel verschwänden bei einer
frozen
shoulder
zuerst die Beschwerden und danach verbessere sich der Bewegungsumfang. Es sei davon auszugehen, dass eine Arbeitsfähigkeit ohne Einschränkung wiederhergestellt werden könne. Bezüglich der
HWS-Beschwerden
und der MR-Untersuchung
liege
keine unfallkausale strukturelle Läsion
vor. Allfällige Beschwerden hätten ihre Ursache in den
degenerativen Veränderungen der HWS
(Urk. 8/65).
3.1
2
Im Bericht
der
H._
vom 23.
Oktober 2012
betreffend die Konsultation vom 17. Oktober 2012
wurde unter Erwähnung der bereits genannten Diagnosen
(vgl. E. 3.9)
ausgeführt, der Versicherte gebe
beidseits massive Schmerzen an, welche nicht objektiviert werden könnten.
Die
gleno
humerale
Beweglichkeit
scheine
beid
seits frei
zu sein. Anhaltspunkte für eine Pathologie in der Schulter, welche chirurgisch angegangen werden könnte, könnten nicht nachgewiesen werden (Urk. 8/72).
3.1
3
Dr.
G._
führte in seinem Bericht vom
12.
Januar 2013 aus, der Versicherte klage nach wie vor über Schmerzen bei Bewegungen.
Aus seinen Äusserungen sei zu schliessen, dass
der Leidensdruck sehr gross
sei
.
Der Versicherte
sei der Meinung, dass auch die rechte Schulter, die genauso wehtue, unfallbedingt sei (Urk. 8/94).
3.1
4
Dr.
med.
K._
diagnostizierte
in seinem Bericht vom 26. April 2014
posttraumatische Schulterschmerzen beidseits bei partieller oberflächlicher Läsion der
Supraspinatussehne
und
subakromialer
Bursitis rechts und ober
flächlicher
bursaseitiger
Supraspinatussehnenläsion
mit Beg
leitbursitis-Arthrose in
Acromio
claviculagelenk
links sowie ein
cervical
- und lumbalbetonte
s
Pan
vertebralsyndrom
und hielt fest, dass der Versicherte
über seit dem Unfall vom November 2014 bestehende Schulterbeschwerden beidseits und
über ein
seit Jahren bestehendes
cervical
und lumbal betontes
Panvertebralsyndrom
klage
(Urk. 8/151).
3.1
5
Im Bericht des
L._
vom
16.
August 2013
wurde zusätzlich zu den
von
Dr.
K._
genannten Diagnosen
unter anderem
die Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode (ICD-10 F32.1) gestellt (Urk. 8/161).
3.1
6
Am 23. August 2013 wurde der Versicherte kreisärztlich untersucht.
Dr.
J._
stellte folgende unfallkausalen Diagnosen:
-
Thoraxkontusion
links, Schulterkontusion beidseits vom 24.11.2011
-
keine unfallkausale strukturelle Läsion im Bereiche des Thorax und der Schultern beidseits
-
linksseitig Status nach
frozen
shoulder
-
im MRI
bursaseitige
Supraspinatusrupturen
beidseits
Als nicht unfallkausale Diagnosen nannte sie die Folgenden:
-
Degenerative Veränderungen der HWS
-
Arterielle Hypertonie, medikamentös behandelt
In der Untersuchung sei die rechte Schulter berührungsempfindlich, frei beweg
lich und die
Rotatorenmanschette
unauffällig
. Im Bereich der linken Schulter liege eine starke Berührungsschmerzhaftigkeit vor, welche sich nicht auf eine Struktur begrenzen lasse. Der Bewegungsumfang sei sowohl aktiv wie auch passiv massiv eingeschränkt mit bei der passiven Prüfung starkem
Gegenspan
nen
. Die
Rotatorenmanschettenmuskulatur
werde bei der Prüfung nicht akti
viert. Alle diese Befunde seien nicht auf die Struktur im Schultergelenk zurück
zuführen und insbesondere die
Berührungs
schmerzhaftigkeit
lasse nicht auf eine
frozen
shoulder
schliessen. Zusätzlich sei die Kraft im Bereich der Hand sowie im Bereich der Finger bei der Testung mit dem
Baselinedynamometer
und dem
Pinchmeter
massiv eingeschränkt, was sich durch ein Schulterleiden nicht erklären lasse. Da die starken Einschränkungen der linken Schulter nicht struk
turell erklärt werden könnten, die Berührungsschmerzen sehr demonstrativ wirkten und es keinerlei Begründung für die eingeschränkte Kraft der Hand gebe, müsse von einer ausgeprägten Selbstlimitierung ausgegangen werden. Wie bereits in der är
ztlichen Beurteilung vom 14.
September 2012 diskutiert, seien die
bursaseitigen
Partialläsionen der
Supraspinatussehnen
nur möglicher
weise unfallkausal
. Wenn man die Häufigkeit dieser Läsion in der
Gesamtbevöl
kerung
betrachte und zur Kenntnis nehme, dass eine
subacromiale
Infiltration keine Linderung gebracht habe, werde diese Beurteilung gestützt. Zusätzlich seien
die ausgeprägten Beschwerden nicht mit der Diagnose einer Partialläsion der
Supraspinatussehne
zu erklären
. Im Bereich der linken Schulter habe im Verlauf eine
frozen
shoulder
vorgelegen.
Im Untersuchungsbefund der
H._
vom 23. Oktober 2012 sei die
glenohumerale
Beweglichkeit als beidseits frei beschrieben worden. Somit sei die Problematik, was die
frozen
shoulder
betreffe, zeitgerecht verschwunden. Da der Versicherte in der Untersu
chung massiv gegengespannt habe, könnten keine Schlüsse auf die Beweglich
keit der Schulter gezogen werden. Die Beurteilung, dass
ohne unfallbedingte strukturelle Läsion in den Schultern
eine Schulterdistorsion/-kontusion vorliege und man davon ausgehen könne, dass die
unfallkausalen Beschwerden nach drei Monaten abgeklungen seien
, behalte ihre Gültigkeit. Im Bereich der linken Schulter habe sich dieser Zeitraum verlängert, weil sich eine
posttraumatische
frozen
shoulder
etabliert habe, welche
im Oktober 2012 abgeklungen
sei. Bezüglich der HWS liege keine kausale strukturelle Läsion vor. Somit seien diese Beschwerden nicht durch den Unfall zu erklären. Die Kopfschmerzen seien nicht mit der notwendigen Wahrscheinlichkeit unfallkausal. Die persistierenden
Thoraxschmerzen
links seien heute nicht mehr durch das Unfallereignis zu erklären. Bei einer
Thoraxkontusion
könne davon ausgegangen werden, dass die
unfallkausalen Beschwerden nach acht bis zwölf Wochen abgeklungen seien (Urk. 8/172).
4.
4.1
Streitig und z
u prüfen ist, ob über den
30
.
September 2013
hinaus Leistungen zu erbringen sind,
insbesondere
ob die nach diesem Zeitpunkt geklagten Beschwerden in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum Unfallereignis stehen.
4.2
Nebst diversen Berichten der behandelnden Ärzte und der Berichte betreffend die durchgeführten bildgebenden Abklärungen liegt die Stellungnahme der Vertrauensärztin der Beschwerdegegnerin,
Dr.
J._
, vom 23. August 2013 vor
(Urk. 8/172).
Diese basiert auf einer eigenen Untersuchung und wurde in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) erstellt.
Dr.
J._
hat detail
lierte Befunde erhoben und sich mit den vom Versicherten geklagten Beschwer
den auseinandergesetzt. Sie hat die medizinischen Zusammenhänge einleuch
tend dargelegt und ihre Schlussfolgerungen
und Diagnosen
nachvollziehbar begründet. Im Übrigen decken sich ihre Ausführungen im Wesentlichen mit den vorhandenen medizinischen Akten.
Die Beurteilung von Dr.
J._
erfüllt somit sämtliche Anforderungen an eine beweiskräftige medizinische
Entscheidgrundlage
, weshalb darauf abgestellt werden kann.
4.3
Aus den medizinischen Akten geht hervor, dass der Versicherte
beim
Unfallereig
nis
vom 24.
November 2011 eine
Thoraxkontusion
erlitt. D
ie
anfäng
lich gestellte
Differenzialdiagnose einer
undislozierten
Rippenfraktur
erwies sich aufgrund der bildgebenden Abklärungen als unzutreffend.
Anhand
von
Arthro
-MRT beider Schultern
am
5.
beziehungsweise 9. Januar 2012
wurde
n
oberfläch
liche
bursaseitige
Supraspinatus
sehnenläsionen
mit Begleitbursitis beidseits
festgestellt
(Urk. 8/
26 und Urk. 8/27
)
.
Kreisärztin
Dr.
J._
hielt bereits in ihrer Stellungnahme vom 14. September 2012 fest, dass die
bursasei
tigen
Partialläsion
en
der
Supraspinatussehnen
angesichts der Häufigkeit dieser Läsionen in der Gesamtbevölkerung und
in Anbetracht
der Tatsache, dass eine
subacromiale
Infiltration keine Linderung gebracht habe
,
nur möglicherweise unfallkausal
seien
(Urk. 8/
65
)
.
Die Argumentation des
Rechtsvertreters des Versicherten
, wonach die Läsionen kurz nach dem Unfall festgestellt worden seien (
Urk.
1
S.
10), entspricht letztlich der unzulässigen Beweisregel "
post
hoc, ergo
propter
hoc", welche
zum Beweis
eines natürlichen Kausalzusammenhanges
nic
ht zu genügen vermag (BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
;
Urteil des Bundesgerichts 8
C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E.
5.1)
. Im Übrigen wurde im Bericht des
F._
betreffend die – nach der Verfügung vom
3.
September 2013 (
Urk.
8/147) – am 1
2.
November 2013 durchgeführte
Arthro
-MRT der linken Schulter festgehalten, dass damit nicht zu klären sei, ob die
bursaseitige
Partialruptur der
Supraspinatussehne
auf das Unfallereignis im Jahr 2011 zurückzuführen sei (
Urk.
8/183)
.
Die blosse Möglichkeit eines Zusammen
hangs genügt
jedoch
für die Begründung eines Leistungsanspruches
nicht
(vgl. E.
1.2).
Entgegen der Auffassung des Rechtsvertreters des Versicherten (Urk. 1 S.
7
und Urk. 13 S. 4
) steht
insoweit v
orliegend
nicht
der Wegfall der Kausalität
zur Diskussion,
da
in Bezug auf die
Supraspinatussehnenläsionen
eine
Unfall
kausalität
von der Beschwerdegegnerin
nie als überwiegend wahrscheinlich erachtet
und dementsprechend auch nicht anerkannt wurde
.
Die
Leistungs
pflicht
wird denn auch durch die faktische Erbringung vorübergehender Leis
tungen nicht präjudiziert (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_22/2010 vom 28. September 2010
E. 4
mit weiteren Hinweisen).
Im Übrigen ist
der Stellung
nahme von Dr.
J._
zu entnehmen
, dass
die
vom
Versicherten
geklagten
ausgeprägten Beschwerden
ohnehin
nicht mit der Diagnose einer Partialläsion der
Supraspinatussehne
n
zu erklären
sind
(Urk. 8/172
)
.
Dies ergibt sich auch aus dem Bericht der
H._
vom
23. Oktober 2012
, wonach die vom Versicherten angegebenen massiven Beschwerden nicht objek
tiviert werden könnten (Urk.
8/72
).
Demnach fehlt es jedenfalls an einem orga
nischen Substrat, welche
s
die nach dem 3
0.
September 2013
(resp. bereits nach Oktober 2012)
fortbestehenden Schulterbeschwerden erklären würde.
In Bezug auf die Halswirbelsäule
-Beschwerden
ist den medizinischen Akten zu entnehmen, dass
keine unfallkausale strukturelle Läsion
vorliegt und die Beschwerden ihre Ursache in den
deg
enerativen Veränderungen der
H
alswir
belsäule
haben.
Ein Zusammenhang
zum Unfallereignis vom 24. Novem
ber 2011 ist nicht ersichtlich.
Dasselbe gilt für die geltend gemachten Kopfschmer
zen.
Als unfallkausal anerkannte die Beschwerdegegnerin eine Schulterdistorsion/-kontusion. Gemäss den Ausführungen von
Dr.
J._
ist davon aus
zugehen, dass die dadurch verursachten
Beschwerden nac
h drei Monaten abge
klungen sind (Urk. 8/
172
).
Des Weiteren anerkannte die Beschwerdegegnerin eine
posttraumatische
frozen
shoulder
links
, welche gestützt auf die
medizini
schen Akten
im Oktober 2012 abgeklungen
ist. Dafür erbrachte die
Beschwerde
gegnerin
kulanterweise
bis Ende September 2013
Leistungen.
4.4
4
.4
.1
Da spätestens im Zeitpunkt der Leistungseinstellung
am 30.
September 2013
kein organisches Korrelat für
die vom Versicherten geklagten Beschwerden mehr bestand
und der
Versicherte
gemäss medizinischer Aktenla
ge kein
Schleudertrauma erlitt
,
hat die
Adäquanzprüfung
dieser Beschwerden
nach Massgabe der Rechtsprechung zur Adäquanz bei psychi
schen Unfallfolgen gemäss BGE 115 V 133 E. 6c/
aa
(„Psycho-Praxis“) zu erfolgen.
4.4.2
Die Prüfung der Adäquanz ist bei Anwendung der Psychopraxis in dem Zeit
punkt vorzunehmen, in dem von der Fortsetzung der auf die somatischen Lei
den gerichteten ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesund
heitszustandes mehr erwartet werden kann
(BGE 134 V 109 E. 6.1; vgl. Urteil des Bundesgerichtes 8C_295/2013 vom 25. September 2013 E. 3.1 mit Hinwei
sen
).
Wie die Beschwerdegegnerin in der Beschwerd
eantwort vom 20. Oktober 2014 (Urk.
7 S. 5) zu Recht bemerkte, lassen
entgegen der Auffassung
des Rechtsvertreters des Versicherten
insbesondere auch die unspezifischen Behandlungsvorschläge im Bericht des
L._
vom 16. August 2013 (Urk.
8/161) nicht darauf schliessen, dass
im Zeitpunkt der Adäquanzprüfung (September 2013, Urk. 8/174), also rund 22
Monate nach dem Unfall, noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers zu erwarten war.
4.4.3
Beim Ereignis vom
24.
November 2011
handelt es sich um e
inen
Unfall im mittle
ren Bereich
an der Grenze zu den leich
ten Unfällen
(vgl.
Kasuistik
in:
Rumo-Jungo
/Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversiche
rungsrecht
, UVG,
4.
Auflage 2012, S. 62 ff.). Die rechtsprechungsgemässen Kri
terien müssten demnach
in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein
(
vgl. vorne E. 1.6
), was vorliegend nicht der Fall ist.
Objektiv be
trachtet hat sich das Ereignis vom
2
4.
November 2011
weder unter besonders dramatischen
Begleit
umständen ereignet, noch ist
es
als besonders eindrücklich zu bezeichnen
. Die erlittenen Verletzungen waren nicht besonders schwer und erfahrungsgemäss auch nicht geeignet, psychische Fehlentwicklungen auszulösen. Anzeichen für eine die Unfallfolgen verschlechternde ärztliche Behandlung sind ebenso wenig vorhanden wie für einen bezüglich der organischen Verletzungen schwierigen Heilungsverlauf oder diesbezügliche erhebliche Komplikationen.
Da die von den Ärzten attestierte Arbeitsunfähigkeit gestützt auf die subjektiven Beschwerden erging, welche vorliegend jedoch ausser Acht zu lassen sind,
sind auch die Kri
terien Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit zu verneinen. Da den geklagten Beschwerden
nach dem Abklingen der posttraumatischen
fro
zen
shoulder
im Oktober 2012 (vgl. E. 3.16 und E. 4.3) ein
organisches Korrelat fehlt, kann auch das Kriterium der körperlichen Dauerschmerzen nicht aner
kannt werden.
Da keines der massgebenden Adäquanzkriterien erfüllt ist, ist die Adäquanz eines etwaigen natürlichen Kausalzusammenhang
s zwischen dem Ereignis vom
24.
November 2011
und
den über den 30. September 2013
hinaus geklagten Beschwer
den
zu verneinen.
4.5
Somit ist die Beschwerdegegnerin nicht über
Ende
September
2013
hinaus
leis
tungspflichtig
, was zur Abweisung der Beschwerde
führt.