Decision ID: 2046be82-d6c6-4296-b5cd-4ee6aa28a6d8
Year: 2019
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 1. Dezember 2003 wegen eines Rückenleidens zum Bezug
von IV-Leistungen an (IV-act. 1). Mit Verfügung vom 20. Mai 2005 sprach die IV-Stelle
ihr mit Wirkung ab 1. November 2004 eine halbe Rente zu (IV-act. 41). In den
nachfolgenden Revisionsverfahren wurde der Anspruch auf eine halbe Invalidenrente
bestätigt (IV-act. 69 und 79).
A.b Am 15. April 2011 machte die Versicherte eine Verschlechterung des
Gesundheitszustands geltend und ersuchte die IV-Stelle um Erhöhung der
Rentenleistungen (IV-act. 80). Nach medizinischen Abklärungen, Einholung von
Arztberichten und eines orthopädisch-psychiatrischen Gutachtens der Medizinischen
Gutachtenzentrums Region St. Gallen GmbH (MGSG) lehnte die IV-Stelle das Gesuch
mit Verfügung vom 29. Mai 2013 ab (IV-act. 154). Die von der Versicherten erhobene
Beschwerde hiess das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit Entscheid vom
2. Dezember 2015 teilweise gut, hob die Verfügung auf und wies die Sache zur
Vornahme weiterer medizinischer Abklärungen und neuen Verfügung im Sinne der

Erwägungen an die IV-Stelle zurück (IV-act. 174; IV 2013/299).
B.
B.a Am 14. April 2016 gab die IV-Stelle eine polydisziplinäre Abklärung (Allgemeine
Innere Medizin / Neurologie / Orthopädie / Psychiatrie) beim Zentrum für medizinische
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Begutachtung (ZMB) in Auftrag (IV-act. 189). Die Versicherte wurde vom 27. bis 30.
Juni 2016 begutachtet. Die ZMB-Gutachter stellten folgende Diagnosen mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: Chronisches lumbovertebrogenes Syndrom mit
eingeschränkter Beweglichkeit und Anschlussirritation lumbal und iliosacral sowie mit
vorwiegend sensibler radiculärer Symptomatik in L3 links und sensomotorisch in S1
rechts bei Fehlstatik (Hohlrundrückenform), muskulärer Insuffizienz und Dysbalance
(Bauchmuskulatur JANDA 1/5), St. n. Fenestration, Sequestrektomie, dynamischer
Stabilisation L5/S1 13.12.2000, St. n. Mikrodiskektomie L3/4 links und Dekompression
L4/5 links 04.04.2007, St. n. Dekompression mit Spondylodese L3-5 20.01.2011, St. n.
interspinöser DIAM – Stabilisation L2/3 und ausgeprägter Hyperlordose (Lordosewinkel
80 Grad), unauffälliger Implantatlage und knöcherner Durchbauung (Rx 29.06.2016);
chronisches cervicospondylogenes Schmerzsyndrom mit aktivierter
Anschlussdegeneration, residuell motorischer Hemisymptomatik rechts mit Niveau ab
C6 rechts mit leichter Spastik rechts und residueller sensibler radiculärer
Ausfallsymptomatik in C7 rechts bei Status nach mikro¬chirurgischer Dekompression
und Discektomie C4/7 mit intercorporeller Cage-Einlage und ventraler
Plattenosteosynthese C4/7 28.03.2014, muskulärer Dysbalance und Insuffizienz sowie
Fehlstatik, spinaler Stenose ossär discogen der Segmente C4-C7 beidseits,
Diskusprotrusion C4/C5 breitbasig beidseits foraminal rechtsbetont, bei C5/C6
Stenose der Foramina beidseits rechtsbetont und kompressionsbedingter Myelopathie
rechts, bei C6/C7 links paramedian gelegener Discushernie mit Tangierung der Wurzel
C7 links und Myelonkompression (MRI 28.2.2014), unauffälliger Implantatlage und
knöcherner Durchbauung cervicothoracaler Facettenarthrose (Rx 29.6.2016); Verdacht
auf Opioid-induzierte Hyperalgesie (OIH) (IV-act. 202-52 f.). Die letzte Tätigkeit sei vor
allem im Stehen durchgeführt worden, zeitweise hätten auch schwere Lasten getragen
werden müssen. Sie könne spätestens seit dem Eingriff am 20. Januar 2011 nicht mehr
durchgeführt werden. Durchgeführt werden könnten leichte Tätigkeiten im Wechsel von
Sitzen, Stehen und Gehen unter Vermeidung von regelmässigen Arbeiten in gebückter
Position, Überkopfarbeiten und erhöhten Ansprüchen an Kraft und Koordination der
rechten dominanten Hand. In Anbetracht der vielfältigen operativen Eingriffe sei
retrospektiv eine genaue Festlegung der Arbeitsfähigkeit seit Mai 2011 nicht fundiert
und mit dem exakten zeitlichen Verlauf möglich. Eine Arbeitsfähigkeit im Umfang von
50% werde "um den 20.01.2011" datiert (IV-act. 202-57). Empfohlen werde eine
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medizinische Trainingstherapie zur Stabilisierung der LWS. Auf eine weitere Gabe von
Opiaten solle zur Vermeidung der OIH-Komponente verzichtet werden. Zu diskutieren
sei eine Optimierung der antidepressiven Therapie. Eine prinzipielle Änderung der
Arbeitsfähigkeit nach Durchführung der vorgeschlagenen Massnahmen sei nicht zu
erwarten (IV-act. 202-57 f.).
B.b Mit Stellungnahme vom 10. Oktober 2016 hielt die RAD-Ärztin Dr. B._ fest, auf
das polydisziplinäre Gutachten des ZMB könne abgestellt werden. Im Vergleich zur
medizinischen Referenzsachlage habe sich der Gesundheitszustand vorübergehend
insofern verschlechtert, als zwei Rückenoperationen am 20. Januar 2011 und am 27.
Juni 2011 hätten durchgeführt werden müssen. Vom 27. Dezember 2010 bis 14.
September 2011 habe eine peri- und postoperative Arbeitsunfähigkeit von 100%
angestammt und adaptiert bestanden. Ab 15. September 2011 gelte eine
Arbeitsfähigkeit adaptiert von 50%, die letzte Tätigkeit als Produktionsmitarbeiterin sei
nicht mehr möglich (IV-act. 203).
B.c Mit Vorbescheid vom 28. November 2016 stellte die IV-Stelle der Versicherten die
Abweisung des Rentenerhöhungsgesuchs in Aussicht (IV-act. 209). Dagegen erhob die
Versicherte am 18. Januar 2017 Einwand (IV-act. 212). Am 3. Februar 2017 verfügte die
IV-Stelle die Abweisung des Rentenerhöhungsgesuchs (IV-act. 213).
C.
C.a Gegen die Verfügung vom 3. Februar 2017 erhob die Versicherte, vertreten durch
Rechtsanwalt Adrian Rufener, am 9. März 2017 Beschwerde. Sie beantragt die
Aufhebung der Verfügung und die Ausrichtung einer auf einem IV-Grad von mindestens
60% basierenden Invalidenrente, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Die
Schlussfolgerung der ZMB-Gutachter betreffend Arbeitsfähigkeit für den Zeitraum von
November 2011 bis zum Zeitpunkt der Begutachtung sei nicht nachvollziehbar. Wenn
"eine genaue Festlegung der Arbeitsfähigkeit seit 5/2011 nicht fundiert und mit dem
exakten zeitlichen Verlauf" möglich sei, wie es im ZMB-Gutachten heisse, könne auch
keine verwertbare Aussage gemacht werden. Für den Zeitraum vom 16. Dezember
2011 bis 14. April 2016 sei deshalb auf die von den Hausärzten attestierte
Arbeitsunfähigkeit abzustellen, zumal sich die Gutachter entgegen den Vorgaben des
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Versicherungsgerichts nicht mit den Berichten von Dr. C._, insbesondere jenem vom
5. Mai 2012 auseinandergesetzt hätten. Auch zum Bericht der Klinik D._ vom 14.
Oktober 2013 hätten die Gutachter keine Stellung genommen, obwohl die
Beschwerdeführerin notfallmässig in die Klinik eingeliefert worden sei und im
Nachgang erneut ein operativer Eingriff durch Dr. E._ erfolgt sei, welcher eine
"höhergradige discogene und ossär bedingte Stenose C4 bis C7 mit
Myelonkompression C6/7 und C5/6" diagnostiziert habe. Die Gutachter hätten die
Richtigkeit der erhobenen Medikation nicht in Abrede gestellt. Im orthopädischen
Teilgutachten würden umfangreiche Diagnosen gestellt, wobei es sich im Wesentlichen
um schmerzhafte Einschränkungen der Hals- und Lendenwirbelsäule handle. Zudem
werde bemerkt, es bestehe die Möglichkeit einer Opioid-induzierten Hyperalgesie. Wie
es sich mit dieser geäusserten Vermutung jedoch verhalte, werde nicht beurteilt. Diese
Bemerkung sei deshalb nicht zu beachten. Im neurologischen Teilgutachten heisse es,
dass "bei rückenadaptierter Beschäftigung ohne allzu grosse Anforderungen bis zu
50% Arbeitsfähigkeit resultieren kann". Daraus folge, dass im Zeitpunkt der
Begutachtung aus neurologischer Sicht offen sei, ob eine Arbeitsfähigkeit von 50%
erreicht werden könne oder nicht. Demzufolge könne nicht von einer Arbeitsfähigkeit
von 50% ausgegangen werden. Aufgrund der umfangreichen Diagnosen mit
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit, der offenen Beurteilung in neurologischer
Hinsicht sowie unter Berücksichtigung des Alters der Beschwerdeführerin rechtfertige
sich ein Invaliditätsgrad von 50% nicht. Der Gesundheitszustand habe sich seit der
Rentenzusprechung erheblich verschlechtert, was auch die ZMB-Gutachter
attestierten. Diese Verschlechterung müsse sich in der Beurteilung des IV-Grades
niederschlagen, zumal seitens der Beschwerdegegnerin nicht geltend gemacht werde,
die initiale Beurteilung des IV-Grades, wohlverstanden vor Durchführung diverser
operativer Eingriffe, sei fehlerhaft gewesen. Ein leidensbedingter Abzug von
mindestens 15% sei gerechtfertigt (act. G1).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 14. Juni 2017 beantragt die Beschwerdegegnerin, der
Beschwerdeführerin sei eine befristete ganze Rente vom 1. April 2011 bis 31. März
2013 auszurichten. Im Übrigen sei die Beschwerde abzuweisen. Die
Beschwerdegegnerin habe die vom Gericht beauftragten Abklärungen vorgenommen.
Eine abschliessende Klärung der rückwirkenden Arbeitsunfähigkeit habe auch das
neue Gutachten nicht ergeben. Nach Rücksprache mit den RAD-Ärzten könne aus
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medizinischer Sicht der Sachverhalt rückwirkend nicht weiter abgeklärt werden. Eine
Teilarbeitsfähigkeit sei durch mehrere versicherungsmedizinische Berichte mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgewiesen. Seit Juni 2011 sei es (ausser am 28.
März 2014 mit komplikationslosem postoperativem Verlauf) auch zu keinem grösseren
operativen Eingriff mehr gekommen, sodass sich die Situation nach Abschluss der
postoperativen Phase nicht mehr verschlechtert habe. Das Versicherungsgericht sei in
seinem Urteil davon ausgegangen, dass der verschlechterte Gesundheitszustand mit
vollständiger Arbeitsunfähigkeit bis 13. Dezember 2011 fortbestanden habe. Der
Verlauf ab Dezember 2011 könne durch das ZMB-Gutachten nicht vollständig geklärt
werden, da aus medizinischer Sicht eine fundierte Aussage nicht möglich sei. Die
Beschwerdegegnerin schlage eine gütliche Einigung im Sinne eines Vergleichs vor. In
diesem Sinne würde sie von der rückwirkenden Einschätzung der 50%igen
Arbeitsfähigkeit des ZMB-Gutachtens per 20. Januar 2011 abweichen und als
massgebendes Datum für die Verbesserung auf den Zeitpunkt des Untersuchs bei Dr.
F._ am 14. Dezember 2012 abstellen (act. G6).
C.c Am 23. August 2017 teilte die Beschwerdeführerin mit, sie habe am 1. August 2017
im zweiten Arbeitsmarkt bei G._ eine Beschäftigung im Teilzeitpensum von 50%
beginnen können (act. G8).
C.d Mit Replik vom 28. September 2017 hielt die Beschwerdeführerin an ihren
Anträgen fest. Sie behafte die Beschwerdegegnerin auf die Teilanerkennung der
Beschwerde für die Zeit vom 1. April 2011 bis 31. März 2013. Die Einnahme von
Schmerzmitteln sei soweit möglich reduziert worden. Gemäss hausärztlichem Zeugnis
bestehe eine deutliche Müdigkeit mit massiv eingeschränkter Belastbarkeit betreffend
Dauer und Intensität, welche auch bei Opiatreduktion persistiere. Aufgrund der
Tätigkeit bei G._ habe die Beschwerdeführerin die Schmerzmitteleinnahme wieder
erhöhen müssen. Eine Verwertung der in den Gutachten attestierten Arbeitsfähigkeit
auf dem ersten Arbeitsmarkt sei nicht realistisch (act. G10). Die Beschwerdegegnerin
verzichtete auf eine Duplik (act. G12).
C.e Am 12. Januar und 18. Juni 2018 reichte die Beschwerdeführerin je einen
Zwischenbericht von G._ ein. Die Beschwerdeführerin arbeite seit 1. August 2017 als
Mitarbeiterin Service/Buffet im internen Bistro an einem geschützten Arbeitsplatz. Im
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für externe Gäste betriebenen Dorfcafé sei ein erhöhtes Mass an körperlicher und
psychischer Leistung erforderlich, dem sie nicht gewachsen sei. Ihre Tätigkeit sei
wechselbelastend und für die Rückenproblematik ideal adaptiert. Sie würde diese
Aufgaben sehr zuverlässig, gewissenhaft und ohne Fehlzeiten erledigen. Das
ursprüngliche 50%-Pensum habe trotz der Möglichkeit, sich bei Bedarf hinzusetzen,
und trotz Hilfe beim Heben von Lasten über 5 kg, rasch zu einer Überlastung geführt,
sodass das Arbeitspensum auf 40% angepasst worden sei. Trotz Einnahme von
Morphintropfen werde bei ansteigenden Schmerzen ein Hinken sichtbar. Die
Konzentration nehme jeweils während eines Einsatzes merklich ab. Die
Beschwerdeführerin zeige Einsatzwillen und sei motiviert, mehr Leistung zu erbringen
und Verantwortung zu tragen, als möglich sei. Sie werde von der Gruppenleitung/
Bezugsperson regelmässig auf ihre fragilen körperlichen Ressourcen hingewiesen
(G14.1 und 16.1).
C.f Die Beschwerdegegnerin äusserte sich nicht zu den eingereichten
Zwischenberichten.
Erwägungen
1.
1.1 Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und
nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen.
Eine Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar
ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2 Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz und der Grundsatz
der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Verwaltung und
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Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a).
Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den
streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben
Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen
stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). Im Sozialversicherungsrecht hat
das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht,
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V
360 E. 5b; BGE 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen).
1.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Ob einer
versicherungsmedizinischen Expertise oder einem ärztlichen Bericht Beweiswert
zukommt, stellt eine frei überprüfbare Rechtsfrage dar. Den von Versicherungsträgern
im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten, den Anforderungen der Rechtsprechung
entsprechenden Gutachten externer Spezialärzte (sogenannte Administrativgutachten)
darf voller Beweiswert zuerkannt werden, solange nicht konkrete Indizien gegen die
Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (Entscheid des Bundesgerichts vom 20. August
2018, 9C_86/2018, E. 5.1 mit Hinweisen).
2.
2.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft
entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur
Rentenrevision gibt jede Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist,
den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (Revisionsgrund;
Urteil des Bundesgerichts vom 8. Juli 2011, 9C_126/2011, E. 1.1 mit Hinweisen).
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Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des
Gesundheitszustandes oder der erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich
gebliebenen Gesundheitszustandes revidierbar. In diesem Zusammenhang schliessen
selbst identisch gebliebene Diagnosen eine revisionsrechtlich erhebliche Steigerung
des Leistungsvermögens (Arbeits¬fähigkeit) nicht grundsätzlich aus. Zu denken ist
etwa an eine Veränderung des Schweregrades des Gesundheitsschadens oder wenn
es der versicherten Person gelungen ist, sich besser an das Leiden anzupassen.
Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im
Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit
keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar (UELI KIESER, ATSG-
Kommentar, 3. Auflage, Bern/St. Gallen/Zürich 2015, Art. 17 N 28; vgl. zum Ganzen
Urteile des Bundesgerichts vom 31. Januar 2012, 9C_896/2011, E. 3.1; vom 12. Januar
2010, 9C_798/2009, E. 3.1).
2.2 Zeitlicher Ausgangspunkt für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung
des Invaliditätsgrads ist bei der Prüfung eines Gesuchs um Erhöhung der Rente wie
auch bei der Prüfung einer Rentenanpassung von Amtes wegen die letzte
rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs
mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkommensvergleichs beruht. Relevant ist mithin die letzte anspruchsändernde
Verfügung. Verfügungen, welche eine laufende Rente bloss bestätigen, sind
demgegenüber revisionsrechtlich unbeachtlich (BGE 133 V 108 E. 4.1 und 5.4). Ob eine
revisionsbegründende Änderung eingetreten ist, beurteilt sich also durch Vergleich des
Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der letzten (der versicherten Person eröffneten)
rechtskräftigen Verfügung bestand, welche auf einer materiellen Prüfung des
Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in
den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht, mit demjenigen zur
Zeit der streitigen Neubeurteilung (BGE 133 V 108; BGE 130 V 351 E. 3.5.2; BGE 125 V
369 E. 2).
2.3 Wenn ein Revisionsgrund gegeben ist, prüft die Verwaltung den Rentenanspruch in
tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht umfassend ("allseitig"), wobei keine Bindung an
frühere Beurteilungen besteht. Es ist nicht erforderlich, dass gerade die geänderte
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Tatsache zu einer Neufestsetzung der Invalidenrente führt; vielmehr kann sich bei der
allseitigen Prüfung des Rentenanspruchs ergeben, dass ein anderes Anspruchselement
zu einer Herauf-, Herabsetzung oder Aufhebung der Invalidenrente führt (Urteil des
Bundesgerichts vom 21. Oktober 2014, 9C_378/2014, E. 4.2 mit Hinweisen).
3.
Ausgangspunkt für die Beurteilung des gesundheitlichen Verlaufs ist im vorliegenden
Rentenrevisionsverfahren nach wie vor die Verfügung vom 20. Mai 2005 (IV-act. 41),
deren medizinische Grundlage die Berichte von Dr. med. H._, Klinik für
Neurochirurgie St. Gallen, vom 13. Februar 2004 (IV-act. 12) und von Dr. med I._,
Allgemeine Medizin FMH, vom 10./11. Februar 2005 (IV-act. 31) bilden (vgl. früheres
Urteil IV 2013/299, E. 2, IV-act. 174-7 und Sachverhalt A.b vorstehend). Es ist zu
prüfen, ob und wie sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin vom 20. Mai
2005 bis 3. Februar 2017 (angefochtene Verfügung) verändert hat.
4.
4.1 Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort, der
Beschwerdeführerin sei eine befristete ganze Rente vom 1. April 2011 bis 31. März
2013 auszurichten. Zwar wird in der Begründung von einer gütlichen Einigung im Sinne
eines Vergleichs gesprochen, im Antrag wird indes kein Vorbehalt angebracht (act. G6).
Die Beschwerdeführerin wertet dies als Teilanerkennung (G10). Selbst wenn eine
Teilanerkennung vorliegen würde, kann im Sozialversicherungsrecht anders als im
Zivilrecht nicht einfach auf gleichlautende Anträge abgestellt werden. Vielmehr ist
gestützt auf den Untersuchungsgrundsatz und vor dem Hintergrund, dass das
Versicherungsgericht unabhängig von den Anträgen die gesetzlich geschuldeten
Leistungen zuzusprechen hat (vgl. Art. 61 lit. d ATSG), zu prüfen, ob und für welchen
Zeitraum die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine ganze Invalidenrente hat.
4.2 Die Beschwerdeführerin war unstreitig peri- und postoperativ zu 100%
arbeitsunfähig, womit sich ihr Gesundheitszustand zumindest vorübergehend erheblich
verschlechtert hat. Dr. med. C._, Arzt für Allgemeine Medizin FMH, hielt mit
Arztbericht vom 14. Juni 2011 fest, es sei bei der Beschwerdeführerin im Verlaufe des
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Dezember 2010 zu einer Zunahme der Beschwerden mit akuter Verschlechterung und
Fallfuss nach links gekommen (IV-act. 93-3). Insofern ist der Beginn der vollständigen
Arbeitsunfähigkeit mit dem RAD (vgl. IV-act. 94) auf Dezember 2010 zu datieren.
4.3 Betreffend Dauer und allfälligem Ende der vollständigen Arbeitsunfähigkeit ist in
erster Linie zu prüfen, ob eines der in den Akten liegenden Gutachten darüber
beweiskräftig Aufschluss gibt.
4.3.1 Die am 15. Dezember 2011 durchgeführte arbeitsspezifische Abklärung der Klinik
Valens bescheinigte zwar für eine adaptierte Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 50%
(IV-act. 123). Sie stellt aber gegenüber den Berichten der behandelnden Ärzte lediglich
eine Momentaufnahme dar. Die Beschwerdeführerin schildert, man habe sie nur
während zwei Stunden gesehen. Sie habe danach kaum mehr laufen können und habe
sich zu Hause hinlegen müssen, das hätten die Ärzte nicht mehr gesehen (vgl. IV-act.
129-1). Die Abklärung setzt sich mit den früheren, dazu im Widerspruch stehenden
Arztberichten nicht fundiert auseinander und äussert sich nicht dazu, ab wann die
Arbeitsfähigkeit im Umfang von 50% bestehen soll. Der Bericht der Klinik Valens ist
deshalb keine beweiskräftige Grundlage für die Beurteilung der peri- und
postoperativen Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin (vgl. auch früheres Urteil, IV
2013/299, E. 2, IV-act. 174-10). Weshalb bezüglich des Verlaufs auf den
orthopädischen Teil des MGSG-Gutachten vom 14. Januar 2013 grundsätzlich nicht
abzustellen ist, wurde im Urteil IV 2013/299 ebenfalls ausführlich dargelegt (IV-act.
174-8 ff.).
4.3.2 Das ZMB-Gutachten vom 14. September 2016 wurde ausdrücklich zum Zweck
in Auftrag gegeben, die Dauer und das allfällige Ende einer vollständigen
Arbeitsunfähigkeit zu bestimmen. Es attestiert jedoch einzig eine Arbeitsfähigkeit in
adaptierter Tätigkeit im Umfang von 50% und datiert diese Einschätzung "um den
20.01.2011", wobei zwischenzeitliche zusätzliche phasenweise Beeinträchtigungen
wahrscheinlich seien. In Anbetracht der vielfältigen operativen Eingriffe sei retrospektiv
eine genaue Festlegung der Arbeitsfähigkeit seit Mai 2011 nicht fundiert und mit dem
exakten zeitlichen Verlauf möglich (IV-act. 202-57 und 59). Auch dieses Gutachten hält
also nicht fest, über welchen Zeitraum die Beschwerdeführerin zu mehr als 50%
arbeitsunfähig war.
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4.3.3 Somit gibt keines der vorliegenden Gutachten Aufschluss über die Dauer und
das Ende der peri- und postoperativen vollständigen Arbeitsunfähigkeit. Die
Beschwerdegegnerin äussert in der Beschwerdeantwort, nach Rücksprache mit den
RAD-Ärzten könne aus medizinischer Sicht der Sachverhalt rückwirkend nicht mehr
genauer abgeklärt werden (act. G6-3).
4.4 Es ist auf der Grundlage der sonstigen vorhandenen Akten zu prüfen, ob und für
welchen Zeitraum eine höhere Arbeitsunfähigkeit gestützt auf die im Recht liegenden
Arztberichte überwiegend wahrscheinlich ist.
4.4.1 Am 20. Januar 2011 wurde die Beschwerdeführerin notfallmässig hospitalisiert
und operiert (IV-act. 93-8). Anlässlich der Kontroll-Untersuchung vom 24. Februar 2011
ging Dr. med. E._, Facharzt FMH für Neurochirurgie, nach einem positiven
postoperativen Verlauf davon aus, dass die Beschwerdeführerin bis Ende April 2011
vollständig arbeitsunfähig, und ab Mai 2011 wieder 50% arbeitsfähig sein werde (IV-
act. 93-6). Dies bestätigte sich in der Folge aber nicht; Dr. C._ schilderte mit
Arztbericht vom 14. Juni 2011 vielmehr, zurzeit sei die Beschwerdeführerin in jeglicher
Tätigkeit 100% arbeitsunfähig (IV-act. 93-3). Der nächste Eingriff wurde auf den 27.
Juni 2011 geplant (Bericht Kontroll-Untersuchung Dr. E._ vom 26. Mai 2011, IV-act.
93-4). Der RAD pflichtete der Einschätzung betreffend vollständiger Arbeitsunfähigkeit
bei (Aktennotiz vom 23. Juni 2011, IV-act. 94).
4.4.2 Mit Bericht vom 23. September 2011 erachtete Dr. E._ gestützt auf die letzte
Kontrolle vom 11. August 2011 die Beschwerdeführerin in einer adaptierten Tätigkeit ab
15. September 2011 als 50% arbeitsfähig (IV-act. 100-3 ff.). Auf diese Angaben stützt
sich die RAD-Stellungnahme vom 10. Oktober 2016, welche von einer vollständigen
Arbeitsunfähigkeit für den Zeitraum vor der Rückenoperation vom 20. Januar 2011 bis
zum 14. September 2011 ausgeht (IV-act. 203-2). Auch diese Einschätzung Dr. E._s
erwies sich als zu optimistisch. Mit Assessmentprotokoll vom 12. Oktober 2011 gab
J._, Eingliederungsverantwortliche der Beschwerdegegnerin, an, die
Beschwerdeführerin habe einen leidenden Eindruck gemacht. Der Gesundheitszustand
sei noch instabil. Der Hausarzt habe die Beschwerdeführerin zu 100% arbeitsunfähig
geschrieben (IV-act. 107-3).
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4.4.3 Am 5. Dezember 2011 berichtete Dr. C._, der Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin habe sich seit dem operativen Eingriff vom 27. Juni 2011 doch
verschlechtert. Die vorgesehene Arbeitsfähigkeit von 50% ab dem 15. September 2011
habe in keiner Weise realisiert werden können. Die Schmerzsymptomatik exazerbiere
durch kleinste Spontanbewegungen. Die Medikation habe ausgedehnt werden müssen,
wobei die Beschwerdeführerin sie teilweise nicht gut vertrage. Unter den
therapeutischen Massnahmen erwähnte Dr. C._ unter anderem physikalische
Therapie. Eine medizinische Trainingstherapie (MTT) sei vorgesehen (IV-act. 111).
4.4.4 Am 8. Dezember 2011 führte Dr. E._ unter den therapeutischen Massnahmen
ebenfalls MTT und Physiotherapie auf. Der Beschwerdeführerin sei eine adaptierte
Tätigkeit im Umfang von zwei bis drei Stunden pro Tag ohne verminderte
Leistungsfähigkeit zumutbar (IV-act. 112).
4.4.5 Mit Aktennotiz vom 13. Dezember 2011 hielt der RAD fest, die Behandlung sei
noch nicht abgeschlossen. Es bestehe vorerst eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
angestammt und adaptiert (IV-act. 113). Dass bis 13. Dezember 2011 eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit vorgelegen hat, wurde denn auch im früheren Urteil vom 2.
Dezember 2015, IV 2013/299, festgehalten (E. 2.4.2; IV-act. 174-9).
4.4.6 Am 10. Februar 2012 berichtete Dr. E._, aus seiner Sicht, und übrigens auch
aus Sicht des Hausarztes, sei bei der Beschwerdeführerin eine Arbeitsfähigkeit zu 50%
für eine körperliche leichte Tätigkeit nicht gegeben. Die Patientin könne in Zukunft
höchstens einer 25%-igen leichten Tätigkeit nachgehen (IV-act. 116).
4.4.7 Am 5. Mai 2012 berichtete Dr. C._, trotz erheblicher Schmerzbehandlung und
dauernder Physiotherapie hätten sich die Schmerzen der Beschwerdeführerin immer
wieder verschlechtert. Eine MTT habe erst vor einer Woche installiert werden können.
Die Beschwerdeführerin sei nicht arbeitsfähig. Es werde sich zeigen, ob mit der nun
eingeleiteten MTT und immer wieder neu angepassten Schmerztherapie die
Symptomatik einigermassen im Griff behalten werden könne (IV-act. 131).
4.4.8 Weitere Arztzeugnisse für den Zeitraum bis Dezember 2012 finden sich in den
Akten nicht. Immerhin geht aus einem späteren Arztzeugnis hervor, dass die MTT
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lediglich einmalig stattfand (IV-act. 181-2). Aus den im Recht liegenden Berichten kann
in Verbindung mit den RAD-Aktennotizen geschlossen werden, dass der
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin sich bis 5. Mai 2012 noch nicht wieder
auf einem besseren Niveau stabilisiert hatte. Die Einschätzungen Dr. E._s hatten sich,
wie im Übrigen bereits im Urteil des Versicherungsgerichts St. Gallen vom 2. Dezember
2015 bemerkt wurde (IV-act. 175-9, E. 2.4.2), als zu optimistisch erwiesen. Sowohl die
medikamentöse Behandlung als auch die Therapiemassnahmen wurden offenbar
mindestens bis Mitte 2012 laufend angepasst bzw. umgesetzt, zuletzt mit einer Anfang
Mai 2012 begonnenen MTT. Die behandelnden Ärzte bzw. die echtzeitlichen
Arztberichte bestätigen damit nachvollziehbar und schlüssig eine vollständige bzw.
mindestens 75%ige Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin für diesen Zeitraum.
4.4.9 Da den ZMB-Gutachtern die obenerwähnten medizinischen Berichte und
Unterlagen vorgelegen hatten und sie deren Plausibilität nicht in Frage stellten, ist
anzunehmen, dass sie die ausgewiesene Arbeitsunfähigkeit als möglich bzw.
wahrscheinlich erachten. Die behandelnden Ärzte haben die Beschwerdeführerin eng
begleitet, Therapiemassnahmen ergriffen und die Medikation jeweils angepasst. Sie
haben eine höhere Arbeitsunfähigkeit nachvollziehbar begründet. Der RAD ist ihrer
Einschätzung denn auch weitgehend gefolgt. Insgesamt erscheint vorliegend deshalb
eine zumindest 75%ige Arbeitsunfähigkeit für den Zeitraum vom Dezember 2010 bis
mindestens Mitte 2012 als überwiegend wahrscheinlich.
4.5 Die Beschwerdegegnerin beantragt die Zusprache einer befristeten ganzen
Invalidenrente für den Zeitraum bis März 2013. Sie begründet dies damit, dass eine
Verbesserung des Gesundheitszustandes und damit einhergehend eine
Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit im Umfang von 50% zum Zeitpunkt der MGSG-
Begutachtung (Dezember 2012) ausgewiesen sei. Auf das MGSG-Gutachten kann, wie
bereits mit Urteil vom 2. Dezember 2015 (IV-act. 174) dargelegt, bezüglich Verlauf und
Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht abgestellt werden. Nachdem das ZMB-Gutachten
zusätzliche phasenweise Beeinträchtigungen als wahrscheinlich ansieht, ohne die
entsprechenden Phasen zu konkretisieren (IV-act. 202-57), ist es indes betreffend
diesen Punkt vertretbar, eine weitgehende Arbeitsunfähigkeit bis längstens Dezember
2012 als überwiegend wahrscheinlich anzunehmen.
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4.6 Verlangt die versicherte Person die Revision, erfolgt die Erhöhung der Rente
frühestens von dem Monat an, in dem das Revisionsbegehren gestellt wurde (Art. 88bis
Abs. 1 lit. a der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Eine
Verbesserung der Erwerbsfähigkeit ist für die Herabsetzung der Leistung von dem
Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie
voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen,
nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und
voraussichtlich weiterhin andauern wird (vgl. Art. 88a Abs. 1 IVV). Die
Beschwerdeführerin beantragte im April 2011 eine Rentenrevision. Sie war mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit bis Dezember 2012 zwischen 75% und 100%
arbeitsunfähig, sodass eine rentenrelevante Verschlechterung ihres
Gesundheitszustandes für diesen Zeitraum sowie die drei darauffolgenden Monate
vorliegt. Ihr ist deshalb von April 2011 bis und mit März 2013 eine ganze Invalidenrente
zuzusprechen.
5.
5.1 Die Beschwerdeführerin beantragt, für den Zeitraum bis 14. April 2016 auf die von
den Hausärzten attestierte Arbeitsunfähigkeit abzustellen. Sie begründet dies damit,
die rückwirkende Arbeitsfähigkeit-Beurteilung des ZMB-Gutachtens sei nicht
verwertbar. Sie bestreitet mithin den Beweiswert des Gutachtens bis zum Zeitpunkt, in
dem es in Auftrag gegeben wurde. Nachfolgend ist daher zu prüfen, ob auf das ZMB-
Gutachten für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ab Dezember 2012 abgestellt
werden kann.
5.2 Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch
die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
begründet sind (BGE 125 V 351).
5.3 Die Beschwerdeführerin kritisiert, die Schlussfolgerung des ZMB-Gutachtens sei
nicht nachvollziehbar. Da im Gutachten keine brauchbare Aussage betreffend
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Arbeitsfähigkeit gemacht werde, sei auf die von den behandelnden Hausärzten
attestierte Arbeitsunfähigkeit abzustellen. Dieser Argumentation kann nicht gefolgt
werden. Eine vollständige Arbeitsunfähigkeit muss zumindest überwiegend
wahrscheinlich sein, damit eine ganze Invalidenrente gesprochen werden kann. Für den
Zeitraum bis Dezember 2012 kann davon, wie voranstehend dargelegt, ausgegangen
werden. Danach muss jedoch angenommen werden, dass die Medikation der
Beschwerdeführerin angepasst und die medizinischen Massnahmen (Physiotherapie
und MTT) umgesetzt worden sind. Die MTT wurde offenbar nicht mehr weitergeführt,
ebenso wenig wie kraftaufbauende Trainings. Zwar fand am 28. März 2014 noch einmal
eine Operation statt. Der Eingriff verlief aber komplikationslos und der postoperative
Verlauf war sehr gut, sodass die Beschwerdeführerin von Seiten der HWS bereits Mitte
Mai 2014 die Belastung sukzessive steigern durfte und ab Ende Mai 2014 für eine
körperlich leichte bis mittlere Tätigkeit wieder arbeitsfähig war (IV-act. 173). Die volle
Arbeitsunfähigkeit vor und nach diesem Eingriff war demnach lediglich von kurzer
Dauer und nicht rentenrelevant. Atteste der behandelnden Ärzte, welche der
Beschwerdeführerin nach Dezember 2012 eine volle Arbeitsunfähigkeit bescheinigen,
sind mit Blick darauf, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin in
diesem Zeitraum (mit Ausnahme der lediglich vorübergehenden Verschlechterung im
Frühjahr 2014) nicht wesentlich verschlechtert und anschliessend wieder verbessert
hat, somit nicht nachvollziehbar.
5.4 Die Beschwerdeführerin rügt, die ZMB-Gutachter hätten sich entgegen den
Vorgaben des Versicherungsgerichts nicht mit den Berichten von Dr. C._,
insbesondere jenem vom 5. Mai 2012, und dem Bericht der Klinik D._ vom 14.
Oktober 2013 auseinandergesetzt. Tatsächlich wäre es wünschenswert gewesen, dass
die Gutachter vertieft Stellung zu den anderslautenden Arbeitsunfähigkeitsschätzungen
und den Arztberichten genommen hätten. Sie haben jedoch, wie die
Beschwerdeführerin selbst bemerkt, umfangreiche Diagnosen mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit erhoben. Die Beschwerdeführerin bringt zu Recht nicht vor, die
Gutachter hätten rentenrelevante Diagnosen oder Befunde aus den Vorakten oder den
eigenen Untersuchungen nicht berücksichtigt. Dennoch gelangen die Gutachter
betreffend Arbeitsfähigkeit zu einem anderen Ergebnis als die behandelnden Ärzte und
begründen dies anhand der erhobenen Diagnosen nachvollziehbar. Ihre Einschätzung
der Arbeitsfähigkeit gilt grundsätzlich sowohl rückwirkend als auch für die Zukunft. Zu
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den anderslautenden Arztberichten haben sie nicht im Detail Stellung genommen, weil
ihrer Meinung nach die Arbeitsfähigkeit retrospektiv nicht mehr genau festgelegt
werden kann. Dem wird vorliegend Rechnung getragen, indem eine weitgehende
Arbeitsunfähigkeit bis Dezember 2012 als überwiegend wahrscheinlich ausgewiesen ist
(vgl. E. 4.5 vorstehend). Für die Zeit danach kann indes nicht mehr unbesehen auf die
Atteste der behandelnden Ärzte abgestellt werden. Damit eine bleibende mehr als
50%ige Arbeitsunfähigkeit überwiegend wahrscheinlich wäre, müsste eine mindestens
drei Monate dauernde Verschlechterung des Gesundheitszustandes schlüssig
dargelegt werden. An einer solchen Darlegung fehlt es für den Zeitraum ab Dezember
2012.
5.5 Die Beschwerdeführerin äussert, die ZMB-Gutachter hätten ihre Medikation nicht
in Abrede gestellt. Dies ist nicht ganz korrekt. Sowohl im orthopädischen als auch im
psychiatrischen Teilgutachten wurde die Reduktion der Opiate als sinnvoll erachtet,
insbesondere mit Blick auf die Hyperalgesie. Im psychiatrischen Gutachten wird zudem
eine Umstellung der Medikation auf eine andere Kombination schmerzmodulierender
Antidepressiva vorgeschlagen (IV-act. 202-34 und 51). Zwar reichte die
Beschwerdeführerin mit der Replik ein Arztzeugnis von Dr. med. K._, seit 2013
Hausarzt der Beschwerdeführerin und Facharzt Allgemeine Innere Medizin FMH, vom
3. März 2017 ein. Darin schildert Dr. K._, jeglicher Versuch, das Targin (Opiat) zu
reduzieren, verstärke die Schmerzen. Die bestehende Müdigkeit der
Beschwerdeführerin persistiere auch während der Versuche der Opiatreduktion (act.
G10.1). Dr. K._ hat damit jedoch nicht ausgeschlossen, dass die Hyperalgesie durch
die Opiateinnahme (mit-)verursacht wird. Hinzu kommt, dass die Gutachter das
Beschwerdebild massgeblich auf die erhebliche Dekonditionierung der
Beschwerdeführerin im Bereich der muskulären Stabilisierung der Wirbelsäule sowie
der Bauchmuskulatur zurückführen (IV-act. 202-34 und 202-54).
5.6 Im neurologischen Teilgutachten gelange Dr. L._ zur Beurteilung, dass "bei
rückenadaptierter Beschäftigung ohne allzu grosse Anforderungen bis zu 50%
Arbeitsfähigkeit resultieren kann". Daraus folgert die Beschwerdeführerin, es sei offen,
ob eine Arbeitsfähigkeit von 50% erreicht werden könne oder nicht. Dr. L._ wirkte
aber auch an der Konsenskonferenz mit, anlässlich welcher eine Arbeitsfähigkeit von
50% aus somatischer Sicht attestiert wurde (IV-act. 202-57). Die Formulierung im
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neurologischen Teilgutachten ist so zu verstehen, dass nach Umsetzung der
empfohlenen medizinischen und beruflichen Massnahmen und bei einer optimal
adaptierten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 50% erreicht bzw. erhalten werden kann.
5.7 Die Beschwerdeführerin bringt vor, sie sei mit der Tätigkeit im geschützten
Rahmen bei G._ optimal eingegliedert und eine Verwertung der Arbeitsfähigkeit auf
dem ersten Arbeitsmarkt sei nicht realistisch. Es ist erfreulich, dass die
Beschwerdeführerin eine Anstellung bei G._ gefunden hat. Bei dieser Anstellung
handelt es sich indes um eine Tätigkeit im Gastrobereich, welche für die
Beschwerdeführerin auf dem ersten Arbeitsmarkt aufgrund der oftmals vorwiegend im
Stehen und Gehen ausgeführten Tätigkeiten unter Zeitdruck und erhöhten Ansprüchen
an Kraft und Koordination nicht optimal ist (vgl. IV-act. 202-40 und 57). Hinzu kommt,
dass der Bericht von G._ zwar als Indiz für die Arbeitsfähigkeit gewertet werden
kann, jedoch die medizinische Einschätzung der ZMB-Gutachter nicht zu entkräften
vermag. Es kann daher an dieser Stelle offengelassen werden, inwiefern die
Beschwerdeführerin die von den Gutachtern vorgeschlagenen Massnahmen wie
Kräftigungsübungen, Muskelaufbau, weitere MTT, Erlernen und Einsetzen von
Copingstrategien und Opiatreduktion (IV-act. 202-28, 32 ff., 47, 51 und 54 ff.)
inzwischen hat umsetzen können. Nachdem der Sachverhalt bis und mit Zeitpunkt des
Erlasses der angefochtenen Verfügung relevant ist, kommt den Berichten für das
vorliegende Verfahren keine entscheidende Bedeutung zu.
5.8 Die Beschwerdeführerin weist darauf hin, ihr Gesundheitszustand habe sich auch
nach Meinung der ZMB-Gutachter verschlechtert. Dem ist beizupflichten. Die
Verschlechterung des Gesundheitszustands wirkt sich auf die Arbeitsfähigkeit indes
nur in qualitativer Hinsicht aus. Das Spektrum der erwerblichen Tätigkeiten, welche für
die Beschwerdeführerin realistischerweise noch in Frage kommen, wurde gegenüber
2005 weiter eingegrenzt, nicht aber das Arbeitspensum (vgl. 8C_61/2018 vom 23. März
2018 E. 6.5 Abs. 2). So war ihr beispielsweise im Jahr 2005 eine Anstellung zu 50% im
Service noch zumutbar (vgl. IV-act. 33). Andere Tätigkeiten wie etwa einfache,
wechselbelastende Kontroll-, Überwachungs-, Sortier-, Recycling-, (De-)Montage-
sowie Maschinenbedienungsarbeiten sind ihr nach wie vor im Umfang von 50%
zumutbar.
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5.9 Das ZMB-Gutachten wurde unter Beizug des IV-Dossiers und damit in Kenntnis
der Vorakten erstellt. Es beruht auf interdisziplinären (innere Medizin / Orthopädie /
Neurologie / Psychiatrie) fachärztlichen Untersuchungen und setzt sich mit den
Schilderungen der Beschwerdeführerin auseinander. Nach dem Gesagten ist es für die
vorliegend streitigen Belange umfassend und in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge sowie der daraus gezogenen Schlussfolgerungen einleuchtend,
sodass darauf abzustellen ist. Die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin beträgt ab
Dezember 2012 somit 50% in einer adaptierten Tätigkeit.
6.
6.1 Die Beschwerdeführerin rügt schliesslich die Berechnung des Invaliditätsgrades
und fordert die Berücksichtigung eines Tabellenlohnabzuges.
6.2 Gemäss Art. 28a Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) ist für die Bemessung der Invalidität (Invaliditätsgrad) von erwerbstätigen
Versicherten Art. 16 ATSG anwendbar. Danach wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen; sog. allgemeine Methode der Invaliditätsbemessung). Bei der
Beurteilung der Zumutbarkeit sind objektive Kriterien wie der Zugang zum in Betracht
gezogenen Verweisungsberuf sowie subjektive Kriterien wie Alter, der bisherige Beruf,
die soziale Stellung oder die Verwurzelung am Wohnort zu berücksichtigen. Die
versicherte Person muss – auch im Rahmen einer Selbsteingliederung – grundsätzlich
alles vorkehren, um die (drohende oder bereits eingetretene) Invalidität zu vermeiden
bzw. zu verringern. Realitätsfremde Einsatzmöglichkeiten müssen jedoch
ausgeschieden werden (UELI KIESER, a.a.O., Art. 16 N 65 und Art. 7 N 57).
6.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
wenigstens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 %, und auf eine
Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40 % invalid ist.
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6.4 Die Beschwerdegegnerin hat für den Einkommensvergleich ein Valideneinkommen
aus Service-Tätigkeit im Jahr 2011 von Fr. 49'338.--, und für das Invalideneinkommen
in einer adaptierten Tätigkeit Fr. 24'669.-- eingesetzt, sodass ein IV-Grad von genau
50% resultierte (IV-act. 150).
6.5 Die Beschwerdeführerin fordert einen Tabellenlohnabzug von 15%. Mit dem
Tabellenlohnabzug ist zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte
Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu
voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren arbeitnehmenden Personen
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen
rechnen müssen. In BGE 126 V 75 ff. hat das Bundesgericht festgestellt, dass es von
sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalls
(leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität, Aufenthaltskategorie
und Beschäftigungsgrad) abhängt, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne
herabzusetzen sind. Bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit
enthaltene gesundheitliche Einschränkungen dürfen nicht zusätzlich in die Bemessung
des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung
desselben Gesichtspunkts führen. Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das
Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, d.h.
dass nicht für jedes Merkmal der entsprechende Abzug zu quantifizieren ist und die
einzelnen Abzüge zusammenzuzählen sind. Der Abzug ist auf höchstens 25%
begrenzt. Bei der Überprüfung des Abzugs darf das Gericht sein Ermessen nicht ohne
triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss sich somit auf
Gegebenheiten abstützen können, die seine abweichende Ermessensausübung als
naheliegender erscheinen lassen (Urteil des Bundesgerichts vom 20. April 2018,
9C_833/2017, E. 2.2; BGE 134 V 327 E. 5.2).
6.6 Vorliegend hat die Beschwerdeführerin gegenüber einer gesunden Konkurrentin für
einen bestimmten Arbeitsplatz ein höheres Ausfallrisiko. Trotz ihrer Medikation und
Physiotherapie (vgl. act. G6.2/4-13) kann es bei ihr spontan zu Schmerzanfällen
kommen, die ihr vorübergehend eine Arbeitstätigkeit verunmöglichen (vgl. IV-act. 111;
181-7). Aus der Sicht eines ökonomisch denkenden Arbeitgebers senkt dieses Risiko,
dessen Verwirklichung die Gesamtlohnkosten des Betriebes erhöhen würde, den
"Wert" der Beschwerdeführerin als Arbeitnehmerin. Um dies zu kompensieren und
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konkurrenzfähig zu bleiben, müsste die Beschwerdeführerin mit einem entsprechend
tieferen Lohn rechnen. Ein Tabellenlohnabzug wegen des Alters der
Beschwerdeführerin rechtfertigt sich hingegen nicht. Die Beschwerdeführerin hat keine
Ausbildung, sodass für das Invalideneinkommen auf den Lohn einer Hilfsarbeiterin
abzustellen ist. Hilfsarbeiterinnen in leichten Tätigkeiten zeichnen sich vor allem durch
ihre Zuverlässigkeit und ihre Sorgfalt aus, benötigen definitionsgemäss keine
Ausbildung und verdienen somit nicht von vornherein weniger als ihre jüngeren
Kolleginnen. Da Teilzeit arbeitende Frauen statistisch gesehen nicht schlechter
verdienen als vollzeitig arbeitende, ist auch ein "Teilzeitabzug" nicht gerechtfertigt. Die
umfangreichen Diagnosen und die Verschlechterung des Gesundheitszustands wurden
von den ZMB-Gutachtern bereits bei der Festsetzung der Arbeitsfähigkeit
berücksichtigt und können für den Tabellenlohnabzug nicht erneut beigezogen werden.
Insgesamt erscheint unter Berücksichtigung aller Umstände des Falles ein Abzug von
maximal 10% als angemessen. Das Invalideneinkommen beläuft sich somit auf Fr.
22'202.-- (Fr. 24'669.-- / 100 x 90). Wird dieses Einkommen dem Valideneinkommen
gegenübergestellt, ergibt sich ein Invaliditätsgrad von 55% (100 ./. [Fr. 22'202.-- / (Fr.
49'338.-- / 100)].
6.7 Selbst wenn dem Antrag der Beschwerdeführerin gefolgt und vom
Invalideneinkommen ein Abzug von 15% gemacht würde, bliebe dies ohne
leistungsrelevante Folge. Denn dann würde sich das Invalideneinkommen auf Fr.
20'969.-- belaufen (Fr. 24'669.-- / 100 x 85). Wird dieses Einkommen dem
Valideneinkommen gegenübergestellt, ergibt sich ein Invaliditätsgrad von aufgerundet
58% (100 ./. [Fr. 20'969.-- / (Fr. 49'338.-- / 100)]), was ebenfalls einer halben
Invalidenrente entspricht.
6.8 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen, soweit und sofern eine
Erhöhung der Invalidenrente seit März 2013 beantragt wurde.
7.
7.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
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in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit angemessen. Da die Sache bezüglich
eines befristeten Rentenanspruchs gutgeheissen und im Weiteren abgelehnt wird, ist
von einem teilweisen Obsiegen beider Parteien auszugehen. Die Gerichtsgebühr ist
ihnen daher in der Höhe von je Fr. 300.-- aufzuerlegen.
7.2 Die Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne
Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der
Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der
Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22
Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten (HonO; sGS
963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. In durchschnittlichen IV-Rentenfällen
spricht das Versicherungsgericht in Verfahren mit doppeltem Schriftenwechsel bei
Obsiegen praxisgemäss eine Parteientschädigung von Fr. 3‘500.-- (einschliesslich
Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu (anstatt vieler siehe etwa die Entscheide des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 17. November 2017, IV 2015/213).
Da die Beschwerdeführerin teilweise obsiegt, hat sie einen reduzierten Anspruch auf
eine Parteientschädigung. Vorliegend rechtfertigt sich die Zusprache eines Betrags von
Fr. 1'750.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).