Decision ID: 57c71488-bc39-50c9-9de6-bba8d697873d
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 23. Februar 2011 bei der Invalidenversicherung (IV) zum
Leistungsbezug an. Als gesundheitliche Beeinträchtigung nannte er eine
Lumboischialgie mit Operationen in den Jahren 2008 und 2010 (IV-act. 1).
A.b Die behandelnden Ärzte der Neurochirurgie des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG)
hielten im Arztbericht vom 19. April 2011 fest, es bestehe ein Status nach
Refenestration LWK 5/SWK 1 sowie TLIF LWK 5/SWK 1 und Spondylodese LWK 5/
SWK 1 am 1. Oktober 2010 und nach Diskushernienoperation LWK 5/SWK 1 im
Sommer 2008. Es persistierten eine Lumboischialgie L5 links und Rückenschmerzen
(IV-act. 10-1 ff., vgl. auch Bericht über die Operation vom 4. [richtig: 1.] Oktober 2010,
IV-act. 10-8 ff., und Bericht an den Hausarzt Dr.med. B._, Allgemeine Medizin FMH,
vom 15. Oktober 2010, IV-act. 10-11 ff.).
A.c Während seines Aufenthaltes in der Klinik Valens vom 7. April bis 4. Mai 2011
wurde dem Versicherten die Diagnose einer Anpassungsstörung (ICD-10: F43.23)
gestellt. Die berufsbezogene Leistungsevaluation ergab eine Einschränkung in der
bisherigen Tätigkeit als Maschinenbediener auf vier Stunden täglich. Eine leichte
wechselbelastende Tätigkeit ohne repetitive Gewichtsbelastungen und ohne
andauernde vorgeneigte Arbeitshaltung sei ganztags mit zusätzlichen Pausen von zwei
Stunden täglich zumutbar (Austrittsbericht vom 30. Mai 2011, IV-act. 20-1 f.).
A.d Dr.med. C._, Neurologie FMH, fand gemäss Bericht vom 8. Juni 2011
elektrophysiologisch keine Polyneuropathie. Die Befunde seien zusammen mit der
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Klinik vereinbar mit einer axonalen Radikulopathie L5 links. Für schwere körperliche
Arbeit und als Maschinist sei der Versicherte aktuell zu 100 % arbeitsunfähig. Für
adaptierte Tätigkeiten (wechselbelastend, ohne Heben schwerer Lasten) bestehe
langfristig eine Arbeitsfähigkeit von mindestens 50 % (IV-act. 26).
A.e Der regionale ärztliche Dienst (RAD) empfahl am 1. Juli 2011 die berufliche
Eingliederung (IV-act. 27). Im Rahmen eines Case-Managements im Auftrag des BVG-
Versicherers erklärte sich der Versicherte bereit zu arbeiten; vorerst müssten jedoch die
Schmerzen gelindert werden. Unter den aktuell starken Schmerzen könne er keine
Arbeit vernünftig verrichten (IV-act. 39-6, Bericht Case Management vom 7. Juli 2011).
A.f Das Palliativzentrum des KSSG hielt am 9. August 2011 fest, der Versicherte
berichte, seine Situation habe sich nach der Hospitalisation in Valens massiv
verschlechtert, nachdem die Taggeldversicherung ab Juni 2011 unerwartet weitere
Zahlungen eingestellt habe. Zusammen mit der kürzlich erhaltenen Kündigung seiner
Arbeitsstelle (per 31. Mai 2011, IV-act. 11-6), der eingeschränkten und für ihn selber
noch nicht klar greifbaren gesundheitlichen Situation sowie der Ablehnung
unterstützender Angebote durch RAV und Sozialamt sei für den jungen Familienvater
nun eine massive Belastungssituation entstanden, die durch die drohende Trennung
von der Ehefrau noch zugenommen habe. Es bestehe ein chronisches
Schmerzsyndrom von vermutlich gemischt nozizeptiv-neuropathischem
Schmerzcharakter. In dessen Folge sei es zu verschiedenen psychosozialen
Belastungen und dadurch zu ausgeprägter Nervosität und Unruhe gekommen. Es
bestehe der Verdacht auf eine Anpassungsstörung (IV-act. 68-5 ff.). Der konsultierte
Arzt der Klinik für Neurologie, KSSG, diagnostizierte eine floride Radikulopathie L5 links
sowie den Verdacht auf eine Meralgia paraesthetica. Er empfahl ein interdisziplinäres
Schmerzprogramm sowie eine probatorische Infiltration (Bericht vom 10. August 2011,
IV-act. 44).
A.g Der Schlussbericht Case Management vom 19. September 2011 hielt fest, die
bevorstehende Scheidung und der dadurch bedingte Auszug aus der Wohnung sowie
die Trennung von den Kindern machten dem Versicherten zu schaffen. Dies sei für ihn
ein zusätzlicher Stress (IV-act. 60-4). Im Oktober 2011 kam es zu einer ersten
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Dekompensation mit Kurzhospitalisation in der Psychiatrischen Klinik D._ wegen
Suizidalität (Verlaufsbericht von Dr. B._ vom 2. Juli 2012, IV-act. 78-1).
A.h Lic.phil. E._, Psychotherapeutin Palliativzentrum KSSG, berichtete am 18.
Oktober 2011 über die Diagnosen einer Anpassungsstörung im Sinne einer
posttraumatischen Belastungsstörung bei Kriegstrauma und eine mittelschwere
depressive Episode. Die Ehe des Versicherten sei seit Längerem von Spannungen
geprägt gewesen. Mit Zunahme der Schmerzen und der Arbeitsunfähigkeit hätten die
Eheprobleme zugenommen, so dass im Jahr 2011 die Scheidung eingereicht worden
sei. Die heftigen Streitereien hätten dem Versicherten zugesetzt und die
Gesamtsituation (Erwerbslosigkeit, finanzielle Situation, Schmerzen, eheliche Probleme)
hätte seine psychische Verfassung destabilisiert. Da der Versicherte sehr
aggressionsgehemmt sei, könne er sich nur unzureichend gegen Anschuldigungen
wehren und schützen. Aggressives oder gewalttätiges Verhalten löse bei ihm am
ehesten wegen seiner kriegsgeprägten Vergangenheit eine depressiv unterlegte
Handlungsunfähigkeit aus. Scheidungsbedingt sei der Versicherte in eine kleine
Unterflurwohnung gezogen, was die Isolation und Depressivität verstärkt habe. Der
Verlust des angestammten Umfeldes und vor allem des Alltags mit seinen zwei Söhnen
hätten kurzfristig zum psychischen Zusammenbruch geführt. Da die Ehefrau ihm den
Kontakt zu seinen Söhnen erschwert habe, seien für ihn eine Welt und vor allem sein
Halt und die Geborgenheit zusammengebrochen. Die depressive Verstimmung und die
Suizidalität hätten wegen dieser Verluste überhandgenommen. Es sei zu einer
Notfallhospitalisation in der Psychiatrischen Klinik D._ gekommen. Zwischenzeitlich
habe sich der Versicherte wieder stabilisieren können. Die soziale Isolation habe er
etwas auflockern und den Kontakt zu Freunden verstärken können. Die wichtigste
Ressource sei nach wie vor der Kontakt zu seinen Kindern. Die familiären, finanziellen
und sozialen Belastungen setzten dem Versicherten zu und verstärkten als
Stressreaktion Schmerzen und depressive Verstimmungen. Wegen der multiplen
gesundheitlichen Beschwerden sei die körperliche und psychische Leistungsfähigkeit
derzeit stark eingeschränkt und eine Erwerbstätigkeit könne zum jetzigen Zeitpunkt
nicht aufgenommen werden (IV-act. 65).
A.i Die IV-Stelle teilte dem Versicherten am 3. Januar 2012 mit, aufgrund seines
Gesundheitszustandes seien zurzeit keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen
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möglich. Aktuell stünden medizinische Behandlungsmassnahmen im Vordergrund (IV-
act. 67).
A.j Vom 3. Februar bis 5. April 2012 erfolgte ein zweiter stationärer Aufenthalt in der
Psychiatrischen Klinik D._. Gemäss Austrittsbericht vom 10. April 2012 wurden eine
mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F32.11) sowie
eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) diagnostiziert (IV-act.
75-1 ff.).
A.k Dr.med. F._, Oberarzt Psychiatrische Tagesklinik G._, berichtete am 25.
September 2012, der Versicherte werde seit 9. Juli 2012 in der Tagesklinik behandelt.
Er leide an einer mittelgradig depressiven Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10:
F32.11) sowie an einer akzentuierten Persönlichkeit mit vor allem ängstlichen und
impulsiven Anteilen bei Zustand nach Kriegstraumatisierung im Heimatland während
der Adoleszenz. Hinsichtlich der körperlichen Symptomatik spreche der Versicherte
offenbar gut auf stattfindende Infiltrationen im KSSG an. Auch hinsichtlich der
depressiven Symptomatik zeige sich eine leichte, wenn gleich stark schwankende
Symptomverbesserung. Aktuell stünden die posttraumatischen Symptome in deutlich
fluktuierender Intensität (erhöhte Reizbarkeit, Schlafstörungen, Albträume,
Konzentrationsprobleme mit der Unfähigkeit, strukturiert zu denken und wirksame
Handlungsstrategien zu entwickeln, deutliche innere Unruhe, Misstrauen gegenüber
der Umwelt, starke Tendenz zum sozialen Rückzug) im Vordergrund. Die dysphorisch
gereizte, traurige und verzweifelte Stimmungslage, der aufgrund der posttraumatischen
Symptomatik deutlich erhöhte Stresslevel und die ausgeprägte Impulsivität bewirkten
immer wieder eine rasche Überforderung mit Tendenz zu heftigen aggressiven
Ausbrüchen, gefolgt von Schmerzverstärkung, Gedankenkreisen und vor allem
negativen Gedankeninhalten und der Überzeugung, dass alles ohnehin keinen Sinn
mache, er nicht mehr aus dem beklagenswerten Zustand herauskäme (IV-act. 89). Im
Verlaufsbericht vom 11. März 2013 informierte Dr. F._ über eine Verbesserung des
Gesundheitszustandes. Es sei insgesamt eine leichte Abnahme der depressiven
ebenso wie der posttraumatischen Symptome zu beobachten. Vor diesem Hintergrund
sei ein besseres Aushalten der an Intensität und Frequenz deutlich schwankenden
Schmerzen möglich. Wenngleich noch recht inkonstant, seien doch allmählich ein
Fortschritt der Affektregulation bei Impulsivität, ein verbesserter Umgang mit
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Spannungen sowie eine Abnahme der bestehenden Schlafstörungen und der
Konzentrationsprobleme zu beobachten (IV-act. 93).
A.l Am 19./26. Juni 2013 wurde dem Versicherten ein Impulsgeber zur epiduralen
Rückenmarkstimulation (Neurostimulator) implantiert (IV-act. 104).
A.m Der Versicherte wurde im Auftrag der IV-Stelle durch die MEDAS Ostschweiz
orthopädisch (Dr.med. H._, Facharzt Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates) und psychiatrisch (med.prakt. I._, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie) bidiziplinär begutachtet (Gutachten vom 21. August 2013, IV-act. 110).
Als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden eine therapieresistente
Lumboischialgie und eine mittelgradige depressive Episode mit somatischem
Syndrom (ICD-10: F32.11) erhoben. Die depressive Episode führe zu einer
Arbeitsunfähigkeit von 50 %. Da die Implantation des Stimulators zu wenig weit
zurückliege, sei dessen Wirkung noch nicht absehbar. In der angestammten Tätigkeit
bestehe seit der Operation im Jahr 2010 keine Arbeitsfähigkeit wegen des Tragens von
Lasten. Für sehr leichte Arbeiten in Wechselposition (Sitzen, Gehen, Stehen) mit auf 10
kg beschränktem wiederholten Heben und Tragen bestehe eine Arbeitsfähigkeit aus
psychiatrischer Sicht von 50 % (IV-act. 110-43).
A.n Mit Vorbescheid vom 6. Januar 2014 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht, da die Arbeitsfähigkeit vorwiegend durch
psychosoziale Belastungsfaktoren eingeschränkt sei (IV-act. 116). Dagegen erhob der
Versicherte am 11. Februar 2014 Einwand (IV-act. 117). Zu dessen Begründung reichte
er am 30. April 2014 eine Stellungnahme von Dr. F._ vom 22. April 2014 ein, wonach
die psychosozialen Faktoren verstärkend wirkten, aber nicht vorwiegend für das
Zustandsbild des Versicherten verantwortlich seien (IV-act. 123).
A.o Nachdem die IV-Stelle Stellungnahmen des RAD (vom 7. Mai 2014, IV-act. 124)
und ihres Rechtsdienstes (vom 21. Mai 2014, IV-act. 125) eingeholt hatte, wies sie das
Leistungsbegehren mit Verfügung vom 3. Juni 2014 ab. Zum Einwand führte sie aus,
gemäss Gutachten liege zwar eine eigenständige depressive Erkrankung im Sinne einer
mittelgradigen depressiven Episode vor, jedoch sei diese überlagert durch viele
psychosoziale Probleme (IV-act. 126).
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B.
B.a Gegen die Verfügung vom 3. Juni 2014 lässt der Versicherte am 7. Juli 2014
Beschwerde erheben. Er beantragt, die angefochtene Verfügung sei unter Kosten- und
Entschädigungsfolge aufzuheben. Es sei ihm eine ganze Rente auszurichten.
Eventualiter sei die Sache zur weiteren Abklärung und Neubeurteilung an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Der psychiatrische Gutachter führe aus, dass
der Beschwerdeführer in der bisherigen wie auch in einer adaptierten Tätigkeit im
Rahmen der eigenständigen mittelgradigen depressiven Erkrankung zu 50 % in der
Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei. Er differenziere sehr wohl zwischen der IV-rechtlich
relevanten Arbeitsfähigkeit und den durch die IV-fremden Faktoren bzw.
psychosozialen Belastungen verursachten Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit. Der
Gutachter verneine ausdrücklich die Überwindbarkeit der mittelgradigen depressiven
Erkrankung durch eine zumutbare Willensanstrengung. Ferner sei gemäss Gutachten in
einer durch zahlreiche Einschränkungen (psychiatrisch und somatisch) spezifizierten
adaptierten Tätigkeit die Restarbeitsfähigkeit nicht verwertbar, da entsprechende
Möglichkeiten im ersten Arbeitsmarkt kaum zur Verfügung ständen. Demnach sei er in
Bezug auf den massgebenden ausgeglichenen ersten Arbeitsmarkt zu 100 %
arbeitsunfähig. Er habe damit Anspruch auf eine ganze Invalidenrente (act. G 1).
B.b In ihrer Beschwerdeantwort vom 3. September 2014 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Der psychische
Krankheitsverlauf sei vorwiegend durch invaliditätsfremde psychosoziale Umstände
geprägt. Die Belastungsfaktoren seien sukzessive aufgetreten und hätten die
psychische Verfassung des Beschwerdeführers nach und nach destabilisiert. Vor
diesem Hintergrund könne nicht von einer von der soziokulturellen oder psychosozialen
Belastungssituation unzweideutig zu unterscheidenden und in diesem Sinne
verselbständigten psychischen Störung mit Auswirkung auf die Arbeits- und
Erwerbsfähigkeit ausgegangen werden. Vielmehr enthalte die Aktenlage deutliche
Anhaltspunkte dafür, dass sich die invaliditätsfremden Elemente nicht klar vom
medizinischen Leiden selbst trennen liessen. Die Einschätzung des Gutachters sei nicht
mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen. Der
Gutachter gehe davon aus, dass die mittelgradige depressive Störung von vielen
psychosozialen Belastungen überlagert sei, daher fühle sich der Beschwerdeführer
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auch zu 100 % arbeitsunfähig. Bei mittelgradigen Depressionen attestierten die Ärzte
erfahrungsgemäss eine Arbeitsunfähigkeit bis maximal 50 %. Könnte man die
invaliditätsfremden Faktoren ausklammern (was vorliegend nicht möglich sei), so käme
die Arbeitsunfähigkeit auf weit weniger als 50 % zu stehen. Hinzu komme, dass der
Beschwerdeführer seine Therapieoptionen nicht ausgeschöpft habe. So empfehle der
psychiatrische Gutachter, dass die Therapie intensiviert werden müsste. Leichte bis
höchstens mittelschwere Störungen aus dem depressiven Formenkreis gälten als
therapierbar. Daher weise die psychiatrische Beeinträchtigung hier keinen
invalidisierenden Charakter auf (act. G 4).
B.c Mit Replik vom 19. Januar 2015 bringt der Beschwerdeführer vor, entgegen der
Auffassung der Beschwerdegegnerin treffe es nicht zu, dass der psychische
Krankheitsverlauf vorwiegend durch invaliditätsfremde und psychosoziale Umstände
geprägt sei, was der psychiatrische Gutachter ausdrücklich festhalte. Der RAD und Dr.
F._ bestätigten diese Einschätzung. Über diese medizinische Einschätzung von drei
Fachpsychiatern könne sich die Rechtsanwendung nicht einfach hinwegsetzen. Selbst
wenn es zuträfe, dass die psychiatrische Therapie intensiviert werden müsste, liesse
sich daraus nicht zwingend ableiten, der Beschwerdeführer habe in vorwerfbarer Weise
nicht alle Therapieoptionen ausgeschöpft. Er sei zweimal stationär in der
Psychiatrischen Klinik Wil und anschliessend in der Tagesklinik behandelt worden. Die
nicht weiter begründete Auf¬fassung, wonach die Behandlung intensiviert werden
müsste, sei daher nicht zu hören (act. G 12).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G 14).

Erwägungen
1.
Umstritten ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers.
1.1 Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und
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nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen.
Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht
überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR
831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person
mindestens zu 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60 %, auf eine
halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 %, und auf eine Viertelsrente, wenn sie
mindestens zu 40% invalid ist. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).
1.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; Urteil vom 1. Dezember
2015, 8C_586/2015, E. 2).
1.4 Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen; BGE 141 V 14 E. 6.3.1). Im Sinne
einer Richtlinie ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten
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von externen Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und
Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, volle Beweiskraft
zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise
sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; BGE 125 V 353 E. 3b/bb).
1.5 Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und
Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a).
Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den
streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben
Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen
stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). Im Sozialversicherungsrecht hat
das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht,
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse
Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht.
Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen
möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 360 E.
5b, 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen).
2.
Medizinische Grundlage der angefochtenen Verfügung bildet das bidisziplinäre
Gutachten der MEDAS Ostschweiz vom 21. August 2013 (betreffend Untersuchung
vom 17. Juli 2013). Es ist zu prüfen, ob auf dieses abzustellen ist.
2.1 Der orthopädische Gutachter Dr. H._ hielt fest, die Stimulatorimplantation liege
zuwenig weit zurück, als dass das Behandlungsergebnis schlüssig angegeben werden
könne. Die Belastbarkeit der stabilisierten Wirbelsäule habe sich durch die Implantation
des Neurostimulators nicht gebessert (IV-act. 110-43). Aus Sicht des
Bewegungsapparates könne nur eine sehr leichte Arbeit ausgeführt werden. Sie müsse
Wechselpositionen zwischen Sitzen, Stehen und Gehen beinhalten, unter Umständen
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seien sogar kurze Liegepausen nötig. Das wiederholte Heben und Tragen von Lasten
müsse auf 10 kg beschränkt sein (IV-act. 110-44). In psychiatrischer Hinsicht wurde
vom Gutachter med. prakt. I._ anamnestisch erhoben, der in J._ aufgewachsene
Beschwerdeführer habe als 13-Jähriger die Gräueltaten des Krieges hautnah miterlebt.
Er vermisse seine zwei Kinder sehr und halte es kaum aus, sie nur jedes zweite
Wochenende zu sehen. Sehr selten habe er mit einem oder zwei Kollegen Kontakt. Er
möchte gerne allein sein, ziehe sich am liebsten in seine Wohnung zurück und möchte
seine Ruhe haben. Bis März 2013 habe er in einer 1 1⁄2-Zimmer- Kellerwohnung ohne
richtiges Tageslicht gelebt, was ihn "kaputt" gemacht habe. Seine aktuelle 3 1⁄2-
Zimmer-Wohnung sei ein Zufluchtsort. In der Nacht träume er häufig vom Krieg. Er
könne oft nicht durchschlafen. Er habe Mühe, mit anderen Leuten zusammen zu sein.
Er fühle sich ständig unter Druck, verspüre Ärger und Frustration (IV-act. 110-35 f.). Im
Befund erhebt der psychiatrische Gutachter leichte Konzentrationsstörungen, aber
keine Gedächtnisstörungen. Das formale Denken sei einfach strukturiert, der
Beschwerdeführer wirke schnell überfordert. Der affektive Rapport sei herstellbar. Die
Grundstimmung sei nach unten geschoben, die Schwingungsfähigkeit sei
eingeschränkt. Der Beschwerdeführer wirke sehr gespannt, resigniert, frustriert und
auch traurig. Er bezeichne seine Lebensfreude und Lebenslust als wechselnd. Er
"möge" oft nicht und ziehe sich am liebsten zurück. Er sei sehr schreckhaft und
berichte von Ein- und Durchschlafstörungen. Im Antrieb wirke er wenig auffällig.
Psychomotorisch sei er deutlich erregt, unruhig, gespannt. Todeswünsche seien
vorhanden gewesen, zurzeit aber eher im Hintergrund. Er studiere viel, grüble dauernd
und könne nicht mehr "abstellen" (IV-act. 110-38).
2.2 Hinsichtlich der Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode erscheint das
Gutachten nachvollziehbar (vgl. dazu H. DILLING / H.J. FREYBERGER, Taschenführer
zur ICD-10-Klassifikation psychischer Störungen, 7. Aufl., Bern 2014, S. 135 f.). Der
psychiatrische Gutachter diagnostiziert weiter Ereignisse in der Kindheit und Jugend,
die den Verlust des Selbstwertgefühls zur Folge haben (ICD-10: Z61.3),
Familienzerrüttung durch Trennung oder Scheidung (ICD-10: Z63.5) sowie
Anpassungsprobleme bei Veränderung der Lebensumstände (ICD-10: Z60.0) (IV-act.
110-40). Er führt im Wesentlichen aus, aufgrund der einmaligen Untersuchung und der
vorhandenen medizinischen Aktenlage könne er nicht abschliessend beurteilen, ob eine
posttraumatische Belastungsstörung vorliege, ob diese die Arbeitsfähigkeit
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beeinträchtigen würde, ob eine akzentuierte Persönlichkeit mit ängstlichen,
selbstunsicheren und auch impulsiven Anteilen bestehe oder ob die entsprechenden
Symptome auf psychosoziale Belastungsfaktoren zurückzuführen seien (IV-act.
110-40). In der Klinik Valens wurde die Diagnose einer Anpassungsstörung (ICD-10:
F43.23) festgehalten, ohne jedoch näher darauf - auch nicht in Bezug auf die
Arbeitsfähigkeit - einzugehen (Austrittsbericht vom 30. Mai 2011, IV-act. 20-1 f.). Die
behandelnde Psychotherapeutin lic.phil. E._ erwähnte am 18. Oktober 2011 die
Diagnose einer Anpassungsstörung im Sinne einer posttraumatischen
Belastungsstörung bei Kriegstrauma (IV-act. 65-1). Dr. F._ stellte gemäss Arztbericht
vom 25. September 2012 die Diagnose einer akzentuierten Persönlichkeit mit vor allem
ängstlichen und impulsiven Anteilen bei Zustand nach Kriegstraumatisierung während
der Adoleszenz. Diese führe zu einem deutlich erhöhten Stresslevel und zusammen mit
der dysphorisch gereizten, traurigen und verzweifelten Stimmungslage zu einer raschen
Überforderung mit Tendenz zu heftigen aggressiven Ausbrüchen (IV-act. 89-3). Eine
posttraumatische Belastungsstörung mit eigenem direkten Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit wurde beim Beschwerdeführer nicht diagnostiziert. Es erscheint auch
nachvollziehbar, wenn der Gutachter einer möglichen posttraumatischen
Belastungsstörung keine eigenständige Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zuspricht,
weil der Beschwerdeführer während mehreren Jahren in der Lage war, vollzeitlich zu
arbeiten (IV-act. 110-40). Davon ist auch bezüglich der Akzentuierung von
Persönlichkeitszügen auszugehen, welche zudem gemäss der ICD-Klassifizierung mit
einer Z-Diagnose (Z73) kodiert wird und als solche zu den Diagnosen gehört, welche
nicht als Erkrankung im Sinne der anerkannten internationalen Klassifikationssysteme
gelten, aber als Faktoren, die den Gesundheitszustand beeinflussen und zur
Inanspruchnahme des Gesundheitswesens führen (Urteil des Bundesgerichts vom 28.
Juni 2012, 9C_537/2011, E. 3.1).
2.3 Der psychiatrische Gutachter attestiert dem Beschwerdeführer aufgrund einer
eigenständigen Depression eine Arbeitsunfähigkeit von 50 %, ausdrücklich ohne
Berücksichtigung der psychosozialen Belastungen (IV-act. 110-41). Der Gutachter
begründet die Abweichung von den Einschätzungen der behandelnden Ärzte und des
Beschwerdeführers selbst, wonach eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vorliege,
insbesondere mit dem Umstand, dass sie auch psychosoziale Belastungsfaktoren
berücksichtigten (IV-act. 110-39, 41). Dies wird durch die Aktenlage gestützt: Die
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Psychotherapeutin lic.phil. E._ legte in ihrem Bericht vom 18. Oktober 2011 dar, die
familiären, finanziellen und sozialen Belastungen setzten dem Beschwerdeführer zu
und verstärkten als Stressreaktion Schmerzen und depressive Verstimmungen. Wegen
der multiplen gesundheitlichen Beschwerden sei die körperliche und psychische
Leistungsfähigkeit aktuell stark eingeschränkt und eine Erwerbstätigkeit könne nicht
aufgenommen werden (IV-act. 65-3). Dr. F._ nahm am 22. April 2014 zum Gutachten
Stellung, dieses begründe nachvollziehbar die Arbeitsunfähigkeit von 50 % in
adaptierten Tätigkeiten, und dafür seien Krankheitssymptome verantwortlich, die durch
psychosoziale Faktoren verstärkt würden (IV-act. 123-2). Ebenso ist mit der
medizinischen Aktenlage vereinbar, dass aus somatischer Sicht keine
Arbeitsunfähigkeit in adaptierter Tätigkeit besteht, welche die psychiatrisch attestierte
von 50 % übersteigt. In der Klinik Valens wurde die bisherige Tätigkeit als
Maschinenbediener während täglich vier Stunden und eine leichte, wechselbelastende
Tätigkeit ganztägig mit zusätzlichen Pausen von zwei Stunden als zumutbar erachtet
(IV-act. 20-2). Dr. F._ berichtete bereits am 25. September 2012 von einem guten
Ansprechen der Schmerzen auf Infiltrationen (IV-act. 89-2), und der Beschwerdeführer
selbst beschrieb anlässlich der Begutachtung, dass seit der Implantation des
Stimulators, die allerdings erst vor vier Wochen erfolgt sei, eine sehr deutliche
Besserung der Rückenbeschwerden eingetreten sei (IV-act. 110-31, 32, 33). Der
Beschwerdeführer besuchte zur Zeit der Begutachtung an vier Tagen pro Woche
während je zwei Stunden vor- und nachmittags das Werkatelier der Tagesklinik G._
(IV-act. 110-31, 38). Nach eigenen Angaben gegenüber dem Gutachter ruhe er sich
nach der Arbeit aus (IV-act. 110-35 f.). Die Haushaltsarbeiten verrichte er selbständig,
wobei er täglich kleine Einkäufe tätige (IV-act. 110-31). Jedes zweite Wochenende
betreue er seine 2002 geborenen Zwillingssöhne (IV-act. 110-30, 31). In Anbetracht
dieser Angaben erscheint insgesamt eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit plausibel. Auf das
Gutachten der MEDAS Ostschweiz vom 21. August 2013 kann daher in
Übereinstimmung mit dem RAD (Stellungnahme vom 28. August 2013, IV-act. 111)
versicherungsmedizinisch abgestellt werden.
3.
Die Beschwerdegegnerin macht geltend, entgegen der medizinischen Einschätzung sei
die diagnostizierte mittelgradige depressive Episode nicht invalidisierend und es
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bestehe aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht keine Erwerbsunfähigkeit. Darauf
ist im Folgenden näher einzugehen.
3.1 Zur Annahme einer Invalidität braucht es in jedem Fall ein medizinisches Substrat,
das (fach)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die
Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosoziale oder
soziokulturelle Faktoren im Einzelfall in den Vordergrund treten und das
Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte
psychische Störung von Krankheitswert vorhanden sein. Das bedeutet, dass das
klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den
belastenden soziokulturellen und psychosozialen Faktoren herrühren, bestehen darf,
sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat, zum
Beispiel eine von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare
andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren
psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokulturellen oder psychosozialen
Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbständigte
psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind
unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Soweit
psychosoziale und soziokulturelle Faktoren selbstständig und insofern direkte
Ursachen der Einschränkung der Arbeitsfähigkeit sind, die erhobenen Befunde in den
psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden,
gleichsam in ihnen aufgehen, liegt kein Gesundheitsschaden im Sinne der
Invalidenversicherung vor. Wenn und soweit (jedoch) solche Umstände zu einer
eigentlichen Beeinträchtigung der psychischen Integrität führen, welche ihrerseits eine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bewirkt, wenn sie einen verselbstständigten
Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad seiner - unabhängig von
den invaliditätsfremden Elementen bestehenden - Folgen verschlimmern, können sie
sich mittelbar invaliditätsbegründend auswirken. Ist eine psychische Störung von
Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der Frage zentrale Bedeutung zu, ob und
inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versicherten
Person trotz des Leidens willensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten (eventuell in
einem geschützten Rahmen) und einem Erwerb nachzugehen (Urteile des
Bundesgerichts vom 28. Juni 2012, 9C_537/2011, E. 3.2, und vom 6. Juni 2011,
9C_1040/2010, E. 3.2, je mit weiteren Verweisen).
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3.2 Dr. F._ führt in seiner Stellungnahme vom 22. April 2014 aus, im Gutachten
werde klar und nachvollziehbar beschrieben, dass Krankheitssymptome für diese
Einschränkungen verantwortlich seien, die durch psychosoziale Faktoren noch
verstärkt würden. Die mittelgradige depressive Episode werde sodann nicht isoliert
beschrieben, sondern es bestünden neben den dabei bestehenden körperlichen
Einschränkungen weitere Defizite der Affekt- und Impulskontrolle. Diese seien sehr
krankheitsrelevant, unabhängig davon, ob sie im Rahmen einer posttraumatischen
Erkrankung vorhanden seien oder Merkmale der Persönlichkeit darstellten (IV-act.
123-2). Dass das Krankheitsbild des Beschwerdeführers nicht ausschliesslich auf
psychosoziale Belastungsfaktoren zurückzuführen ist, geht auch aus dem Bericht der
Psychotherapeutin hervor, die darlegte, dass mit Zunahme der Schmerzen und der
Arbeitsunfähigkeit die Eheprobleme zugenommen hätten, so dass im Jahr 2011 die
Scheidung eingereicht worden sei. Die heftigen Streitereien hätten dem
Beschwerdeführer zugesetzt und die Gesamtsituation (Erwerbslosigkeit, finanzielle
Situation, Schmerzen, eheliche Probleme) hätte seine psychische Verfassung
destabilisiert, so dass sich eine mittelgradige depressive Störung eingestellt habe (IV-
act. 65-2 f.). Ausgangspunkt der Entwicklung der Depression bildeten demnach die
Rückenbeschwerden, die zur Kündigung, zu finanziellen Problemen und zum
endgültigen Scheitern der Ehe führten (vgl. auch IV-act. 110-30 f., 36 f.). Insofern ist
plausibel dargetan, dass die psychosozialen Belastungsfaktoren die Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit nicht überwiegend direkt verursachen, sondern sich vor allem
ungünstig auf das unabhängig davon vorbestehende Beschwerdebild des
Beschwerdeführers auswirken. Der Gutachter geht nachvollziehbar von einer
eigenständigen depressiven Erkrankung aus. Er begründet mit dem Vorhandensein der
psychosozialen Belastungsfaktoren nachvollziehbar, dass nicht eine Arbeitsunfähigkeit
von 100 %, sondern eine solche von 50 % vorliege (vgl. dazu E. 2.3). In seiner
Einschätzung sind damit die psychosozialen Belastungsfaktoren rechtskonform und
angemessen berücksichtigt worden. Der Beschwerdeführer hat mehrere
Rückenoperationen hinter sich und ist bei lic.phil. E._ und Dr. F._ in Behandlung
(IV-act. 110-36). Die verordneten Medikamente waren im Blutserumspiegel
nachweisbar (IV-act. 110-38), wobei es sich bei Escitalopram und Trazodon um
antidepressive Wirkstoffe handelt (www.kompendium.ch). Eine nicht konsequente
Therapie oder eine Inkonsistenz bezüglich des Leidensdrucks kann dem
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Beschwerdeführer somit nicht vorgehalten werden, wenn auch der Gutachter die
Intensivierung der psychiatrischen Therapie vorschlägt (IV-act. 110-47). Ein
suboptimales Leistungsverhalten bzw. relevante Inkonsistenzen sind nicht ersichtlich
(vgl. auch RAD-Stellungnahme vom 28. August 2013, IV-act. 111-2). Das Gutachten
berücksichtigt die Akten und die vom Beschwerdeführer angegebenen
Beeinträchtigungen, ist schlüssig und widerspruchsfrei. Somit ist darauf abzustellen,
und es besteht insgesamt kein Anlass, aus rechtlichen Gründen von der
gutachterlichen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit abzuweichen.
4.
4.1 Was die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit anbelangt, gehen die Gutachter
zwar davon aus, dass ein den Adaptionskriterien entsprechender Arbeitsplatz im ersten
Arbeitsmarkt kaum zur Verfügung stehe (IV-act. 110-44). Hierbei handelt es sich nicht
um eine medizinische Feststellung, die sich zudem auf den tatsächlichen und nicht auf
den im Invalidenversicherungsrecht relevanten ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 16
ATSG) beziehen dürfte. Der Begriff des ausgeglichenen Arbeitsmarktes gemäss Art. 16
ATSG ist ein theoretischer und abstrakter Begriff, welcher die konkrete
Arbeitsmarktlage nicht berücksichtigt (BGE 134 V 70 f. E. 4.2.1). Er umfasst auch
sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei welchen
Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen
können (Urteil 9C_485/2014 E. 2.2 mit Hinweis auf Urteil 9C_95/2007 vom 29. August
2007 E. 4.3). Eine Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ist hingegen in denjenigen
Fällen anzunehmen, in denen die zumutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form
möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur
unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers
möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als
ausgeschlossen erscheint (Urteil vom 28. November 2014, 9C_485/2014, E. 3.3.1 mit
Hinweisen). Das Belastungsprofil des Beschwerdeführers setzt die Berücksichtigung
einer Gewichtslimite von 10 kg für wiederholtes Heben und Tragen von Lasten und eine
Wechselbelastung voraus (vgl. E. 2.1) Aus psychiatrischer Sicht bedarf der
Beschwerdeführer einer klaren Struktur und Führung bei der Arbeit, wobei es sich um
einfache Tätigkeiten handeln soll (IV-act. 110-41). Mit Arbeitsangeboten entsprechend
diesen Anforderungen an eine adaptierte Tätigkeit kann in Industrie- und
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Gewerbebetrieben auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt durchaus gerechnet werden.
Eine Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ist nicht anzunehmen.
4.2 Der Beschwerdeführer arbeitete zuletzt vom 1. März 2008 bis 31. Mai 2011 bei der
K._ AG in der Produktion von Stahlrohren (Ein- und Umrichten von vollautomatischen
Produktionsanlagen, Bedienung und Überwachung der Bearbeitungszentren, Mess-
und Prüfaufgaben, Rückmeldung der Produktionsstunden) zu einem Monatslohn von
Fr. 4'680.-- (zuzüglich 13. Monatslohn bzw. Gratifikation, IV-act. 11-2 und IV-act. 11-8
ff.; Jahreslohn Fr. 60'840.--). Indes weist der IK-Auszug (IV-act. 21) sowohl für die
Arbeitsverhältnisse bei der K._ AG, Wil (2008: Fr. 63'583.--; 2009: Fr. 58'600.--; 2010:
Fr. 60'149.--) und bei der L._ (2003: Fr. 58'206.--; 2004: Fr. 63'392.--; 2005: Fr.
62'470.--; 2006: Fr. 57'869.--) wie auch für das dazwischen liegende Jahr 2007
beträchtliche Einkommensschwankungen aus. Im Jahr 2007 wurden bei verschiedenen
Arbeitgebern kleine Einkommen erzielt. Nachdem der Beschwerdeführer die
Arbeitsstelle bei der K._ AG am 1. März 2008 angetreten hatte (IV-act. 11-8), leistete
er im April, Mai und Juni 2008 (offenbar bis zur Operation im Sommer 2008)
Überstunden (IV-act. 11-15). Deren Entschädigungen gehören allerdings nur zum
Valideneinkommen, wenn und soweit die versicherte Person effektiv weiterhin mit
solchen Einkünften hätte rechnen können (Urteil des Bundesgerichts vom 1. Juli 2010,
9C_159/2010, E. 6.4), was vorliegend in Anbetracht der kurzen Dauer, während welcher
diese Einkünfte erzielt wurden, nicht ausgewiesen ist. Insgesamt fehlt es somit an einer
repräsentativen Grundlage für die Bestimmung des Valideneinkommens, und der
Beschwerdeführer konnte während den genannten Arbeitsverhältnissen mindestens
das Durchschnittseinkommen des Anforderungsniveaus 4, Männer, gemäss
Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik (BFS) erzielen (vgl.
Informationsstelle AHV/IV, Invalidenversicherung, Ausgaben 2012 und 2015, Anhang 2:
2004: Fr. 57'258.--; 2005: Fr. 58'389.--; 2006: Fr. 59'197.--; 2007: Fr. 60'167.--; 2008:
Fr. 59'979.--; 2009: Fr. 61'240.--; 2010: Fr. 61'164.--). Da das Invalideneinkommen auf
derselben Grundlage zu berechnen ist, kann ein Prozentvergleich vorgenommen
werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom vom 25. Januar 2011, 9C_882/2010, E. 7.1
und Entscheid des Versicherungsgerichts vom 19. November 2015, IV 2013/459, E.
4.1).
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4.3 Sind Validen- und Invalideneinkommen ausgehend vom selben Tabellenlohn zu
berechnen, entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter
Berücksichtigung des Abzuges vom Tabellenlohn. Beim Invalideneinkommen ist somit
in Form eines entsprechenden Abzugs der Tatsache Rechnung zu tragen, dass
persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung,
Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und
Beschäftigungsgrad, Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können und je nach
Ausprägung die versicherte Person deswegen die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf
einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichen
Erfolg verwerten kann. Dabei ist der Abzug unter Würdigung der Umstände im Einzelfall
nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen. Er darf 25 % nicht
übersteigen (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Januar 2011, 9C_882/2010, E. 7.3.1).
Vorliegend kann aufgrund der Teilzeittätigkeit und der zusätzlich zu den psychischen
bestehenden körperlichen Einschränkungen ein Tabellenlohnabzug von 15 % als
angemessen bezeichnet werden, womit ein Invaliditätsgrad von (aufgerundet) 58 % (1 -
[50% x 85%]) und damit ein Anspruch auf eine halbe Rente resultiert.
4.4 Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit in der Produktion von Sägeketten besteht seit
28. September 2010 eine volle Arbeitsunfähigkeit (vgl. Fremdakten der
Krankentaggeldversicherung, act. G 4.2). Die Anmeldung bei der IV zum
Leistungsbezug erfolgte am 23. Februar 2011 (IV-act. 1). Somit besteht ein
Rentenanspruch nach Massgabe der Arbeitsunfähigkeit von 50 % ab Ablauf des
Wartejahres ab 1. September 2011 (Art. 28 Abs. 1 lit. b und Art. 29 Abs. 1 und Abs. 3
IVG).
5.
5.1 Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 3. Juni 2014 in teilweiser
Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und der Beschwerdeführer hat ab
September 2011 Anspruch auf eine halbe Rente.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
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in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Gemäss
bundesgerichtlicher Rechtsprechung zur Überklagung in
sozialversicherungsrechtlichen Rentenfällen ist im vorliegenden Fall, wo der
Beschwerdeführer mit seinem Rentenbegehren nur teilweise durchdringt, bezüglich
Prozesskosten von einem vollständigen Obsiegen auszugehen, nachdem die
Überklagung (Antrag auf ganze Rente) keinen zusätzlichen Prozessaufwand verursacht
hat (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Januar 2008, 9C_466/2007, E. 5 mit
Hinweisen). Die Beschwerdegegnerin hat daher die gesamten Gerichtskosten von Fr.
600.-- zu bezahlen. Der geleistete Kostenvorschuss ist dem Beschwerdeführer
zurückzuerstatten.
5.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art.
22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Der
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat keine Kostennote eingereicht. Aufgrund
der Bedeutung der Streitsache und des Aufwands ist dem Beschwerdeführer eine
Parteientschädigung von praxisgemäss Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer) zuzusprechen.