Decision ID: a6cb872b-7e29-48ad-af7f-4bec0706fa94
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1959 geborene
X._
ist gelernte Zahnarztgehilfin und arbeitet seit März 2006 als Fachangestel
lte Gesundheit bei der Y._
bei einem 50%-Pensum (Urk. 7/22 S.
4). Bereits 1993 meldete sich die Versicherte wegen Polyarthritis bei der IV-Stelle zum Bezug von IV-Leis
tungen (Hilfsmittel) an (Urk. 7
/22
S. 3
). Im Laufe der Jahre erteilte die IV-Stelle wiederholt Kosten
guts
prache für Spezialschuhe (Urk. 7/9-10, Urk. 7/16, Urk. 7/19 und Urk. 7
/21). Am 10. Januar 2012 ersuchte
X._
um berufliche Massnahmen
bezie
hungsweise
eine Rente
(Urk. 7
/22). Sie machte geltend, sie würde aus finanziellen Gründen, da ihr Ehemann per Ende Februar 2012 arbeitslos werde, ab März 2012 (ohne Gesundheitsschaden) eine mindestens 80
%ige Tätigkeit aufnehmen (Urk. 7
/26). Am 20. Januar 2012 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass keine beruflichen Eingliederun
gsmassnahmen nötig seien (Urk. 7
/27). Daraufhin traf die
IV-Stelle medizinische und
erwerbliche Abklärungen (Urk. 7
/28-34).
Am 27. Februar 2012 wurden die Versicherte und ihr Ehemann in ihrem Ferienhaus in Portugal Opfer eines bewaffneten Raubüberfalls
, woraufhin d
ie AXA Versiche
rungen AG (nachfolgend: AXA) als Unfallversicherung auf den Schaden ein
trat
und
bis am 31. Dezember 2015
Heilbehandlungs- und
Taggeldleistungen
gewährte
.
Am 22. März 2012 führte med.
pract. Z._
, Fachärztin für Orthopädie, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) eine orthopädisch-rheumatologische Untersuchung der Versicherten durch (Untersuchungsb
ericht vom 3. April 2012, Urk. 7
/36, und Stellungnahme vom 3. April 2012,
Urk. 7/38 S.
3). Mit Vorbescheid vom 4. April 2012 kündigte die IV-Stelle die Abweisung des Rentenbegehrens bei einem Invaliditätsgrad von 19 % an, wobei sie davon ausging, dass die Versicherte ohne Gesundheitsschaden zu einem Pensum von 80 % erwerbstätig und zu 20 % im Aufgabenber
eich Haushalt tätig wäre (Urk. 7
/40). Dagegen erhob
X._
am 7. Mai beziehungsweise
am 12. Juli 2012 Einwand (Urk. 7/42 und Urk. 7
/46). Am 16. Oktober 2012 verfügte die IV-Stelle die vorbeschiedene Abweisung des Rentengesuchs (Urk.
7/53
).
Eine dage
gen am 19.
November 2012 erhobene Beschwerde (Urk. 7/56
) wies das Sozialver
sicherungsgericht mit Urteil
IV.2012.01210
vom
10. Juni 2014
ab
(Urk. 7/60)
.
Die
hernach
gegen dieses Urteil erhobene Beschwerde wies das Bundesgericht mit Urteil 9C_629/2014 vom 21. November 2014 ab (Urk. 7/62).
1.2
Am
20. November 2017 (Eingangsdatum)
meldete sich die Versicherte erneut zum Leistungsbezug an (Urk.
7/71). Auf entsprechende Aufforderung der IV-Stelle hin
(Urk. 7/72)
reichte sie die verlangten Beweismittel nach (Urk. 7/74
/1-69
) und machte
geltend, dass sie nach dem Auszug der Kinder eigentlich wieder zu 100 % erwerbstätig wäre (Urk. 7/75).
Die IV-Stelle tätigte
daraufhin
medizinische und erwerbliche Abklärungen.
Mit Vorbescheid vom
21. März 2018
kündigte sie
der Versicherten an,
das Leistu
ngsgesuch abzuweisen (Urk. 7/84
). Nachdem
X._
hiergegen am
28.
März respektive 13. April 2018
(Urk.
7/85 und Urk. 7/88
) Einwände erhoben hatte, bestätigte die IV-Stelle mit Verfügung vom
16. August 2018
, dass kein Anspruch auf IV-Leistungen bestehe (Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob
X._
am 18. September 2018 Beschwerde
mit folgenden Anträgen
:
«1.
Die Verfügung vom 16. August 2018 sei vollumfänglich aufzuheben.
2.
Es sei der Beschwerdeführerin eine halbe Invalidenrente zuzusprechen.
3.
Die
Kosten für die Begutachtung durch die
A._
von CHF 4'780.-- seien der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
4.
Eventualiter sei eine ergänzende psychiatrische Begutachtung vor
zuneh
men.
5.
Eventualiter sei eine bidisziplinäre orthopädische und rheumatologische Begutachtung vorzunehmen.
6.
Eventualiter sei eine polydisziplinäre Begutachtung vorzunehmen.
7.
Eventualiter sei eine Haushaltsabklärung vorzunehmen.
8.
Eventualiter sei die Angelegenheit zur Vornahme weitere
r
Abklärungen an die Vorinstanz zurückzuweisen.
9.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich MWSt) zu Lasten der
Beschwerdegegnerin. »
Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 22. Oktober 2018 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6, unter Beilage ihrer Akten; Urk. 7/1-96), was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 30. Oktober 2018 mitgeteilt wurde (Urk. 8).
Am 22. Januar 2020 reichte die Beschwerdeführerin unter Beilage eines im ebenfalls am hiesigen Gericht hängigen unfallversicherungsrechtlichen Verfahrens UV.2019.00023 eingeholten psychiatrischen Gutachtens vom 7. Januar 2020 (Urk. 10/5) eine Beschwerdeergänzung ein mit folgenden (neuen) Anträgen:
«1.
Die Verfügung vom 16. August 2018 sei vollumfänglich aufzuheben;
2.
Es sei der Beschwerdeführerin bis März 2019 eine halbe IV-Rente zuzu
sprechen;
3.
Es sei der Beschwerdeführerin ab April 2019 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen;
4.
Eventualiter seien die Kosten für die Begutachtung durch die
A._
von CHF 4'780.-- der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen;
5.
Es sei eine ergänzende rheumatologische Begutachtung vorzunehmen;
6.
Eventualiter sei eine Haushaltsabklärung vorzunehmen;
7.
Eventualiter sei die Angelegenheit zur Vornahme weitere
r
Abklärungen an
die Vorinstanz zurückzuweisen;
8.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich MWST) zu Lasten der Beschwerdegegnerin.»
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird -
soweit erforderlich - im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
1.1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.1.2
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine
Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zu
mutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Sowohl bei der erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs als auch bei der Ren
tenrevision und im Neuanmeldungsverfahren ist die Methode der Invaliditätsbe
messung (
Art.
28a IVG) zu bestimmen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 117 V 198 E. 3b).
Die für die Methodenwahl (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betäti
gungsvergleich) entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, beurteilt sich danach, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umstän
den täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Beson
deren sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Massgebend sind die Verhältnisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht
übliche Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 144 I 28 E. 2.3, 141 V 15 E. 3.1, 137 V 334 E. 3.2, 125 V 146 E. 2c, 117 V 194 E. 3b).
Die Beantwortung der Statusfrage erfordert zwangsläufig eine hypothetische Beurteilung, die auch die hypothetischen Willensentscheidungen der versicherten Person zu berücksichtigen hat. Diese Entscheidungen sind als innere Tatsachen wesensmässig einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in der Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden (vgl. BGE 144 I 28 E. 2.4).
1.4
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach Art. 87 Abs. 3 IVV eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraus
set
zungen gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revi
sions
gesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versi
cherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat.
Ergibt die Prüfung durch die Verwaltung, dass die Vorbringen der versicherten Person nicht glaubhaft sind, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versi
cherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tat
sächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revi
sionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festge
stellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
2.
2.1
Die B
eschwerdegegnerin ging in der an
gefochtenen Verfügung (U
rk. 2)
gestützt
auf ihre Abklärungen davon aus, dass eine Verschlechterung der gesundheitli
chen Einschränkungen der Beschwerdeführerin nicht ausgewiesen sei. Aus soma
tischer Sicht sei ihr die angestammte Tätigkeit als
Y._
-Mitarbeiterin weiterhin zu 50 % und eine angepasste Tätigkeit zu 100 % zumutbar. Die psychischen Beeinträchtigungen
könnten nicht berücksichtigt werden, da die mit dem Raub
überfall zusammenhängende posttraumatische Belastungsstörung
(PTBS)
zwi
schenzeitlich
durch eine Anpassungsstörung, welche auf iv-fremde Faktoren (Krebserkrankung des Ehemannes, Tod der Mutter) zurückzuführen sei, abgelöst worden sei
. Das Gutachten der
A._
vom 7. September 2017
(Urk. 7/74 S.
1-
24) sei auf Veranlassung der Beschwerdefüh
rerin erfolgt, weshalb sie selbst die Kosten zu tragen habe.
Ausserdem
ging die Beschwerdegegnerin implizit davon aus
, dass die Beschwerdeführerin im Gesund
heitsfall zu 80 % einer Erwerbstätigkeit nachgehen würde.
2.2
Demgegenüber brachte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen vor (Urk. 1),
dass nicht nur in rheumatologischer Hinsicht eine erhebliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes eingetreten sei, sondern
dass
zwischenzeitlich
auch
eine
- verselbständigte -
psychische Problematik
hinzugetreten sei.
Der medizi
nische Sachverhalt sei ungenügend abgeklärt worden und müsse nochmals geprüft werden
. Ausserdem wäre sie angesichts der aktuellen familiären, persön
lichen und finanziellen Situation bei guter Gesundheit vollerwerbstätig. Die Kos
ten des Privatgutachtens seien
im Weiteren
von der Beschwerdegegnerin zu tragen, da diese ansonsten in jedem Fall eine psychiatrische Begutachtung hätte vornehmen müssen.
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung hat.
Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung der Beschwerdeführerin vom
20. November 2017 (Urk. 7/71
) materiell eingetreten. Es ist daher zu untersuchen, ob sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin im massgeblichen Zeit
raum zwischen
der
mit Urteil
IV.2012.01210 des hiesigen Gerichts vom 10.
Juni 2014 (Urk. 7/60) respektive
der
mit Urteil
des
Bundesgerichtes
vom
21. November 2014
(Verfahrens-Nr.
9C_629/2014,
Urk.
7/62
) bestätigten Verfügung vom
16. Oktober 2012 (Urk. 7/53
), mit welcher die Beschwerdegegnerin letztmals einen Leistungsanspruch nach umfassender Abklärung des Sachverhaltes ver
neint hat, und der nun angefochtenen Verfügung vom
16. August 2018
(Urk. 2) in anspruchsrelevanter Weise verschlechtert hat (vgl. E. 1.4).
3.
3.1
Im
Untersuchungsbericht
vom
3. April 2012
(Urk.
7/36
) nannte
RAD-Ärztin
Z._
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
:
-
Psoriasisarthritis mit Beteiligung vorwiegend der kleinen Gelenke der
oberen und unteren
Extremitäten
-
Komplexe Fussdeformität rechts mit Versteifung des tragenden ersten
Strahles und instabilem Längsgewölbe
-
Links Vorfussdeformität und Luxation Digitis 3 und 4 im Grundgelenk und
Subluxation Digitus 2 und 5 im Grundgelenk
-
Wackelsteife der Grosszehe im Grundgelenk
-
Rezidi
vierende Synovit
is der Fingergelenke und der Handgelenke mit
Funktionseinschränkungen der Hand- und Fingergelenke beider Hände
In der versicherungsmedizinischen Beurteilung wurde festgehalten, dass bei der als Gesundheitsfachfrau tätigen Beschwerdeführerin anhand der vorliegenden medizinischen Berichterstattung und der körperlichen Untersuchung vom 22. März 2012 ein somatischer Gesundheitsschaden ausgewiesen sei, der die Arbeitsfähigkeit beeinträchtige. In der bisherigen Tätigkeit als
Y._
-Angestellte bestehe seit Juli 2000 (Vorfuss Arthrodese-Operation) eine 50%ige Arbeitsfähig
keit.
In angepasster Tätigkeit mit ausreichender Möglichkeit zu Bewegungspausen ohne besondere Anforderungen an die Kraft und das manuelle Geschick der Hände, ohne repetitive Belastung der Hand- und Fingergelenke, ohne Vibrations- und Schlagbelastungen der Hände sei seit jeher eine 100%ige Arbeitsfähigkeit gegeben.
Eine wesentliche Besserung des Gesundheitszustandes sei in der Zukunft nicht zu erwarten. Aufgrund des degenerativen Charakters der Grunderkrankung mit Tendenz zum Befall weitere
r
Gelenke sei eine schrittweise Verschlechterung zukünf
tig medizinisch wahrscheinlich.
3.2
Die seither ergangenen Berichte ergeben über den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin folgendes Bild:
3.2.1
Dipl.
Psychologin
IAP
B._
, Psychotherapeutin SPV/SBAP,
diagnos
tizierte im Therapiebericht vom 18. August 2014
(Urk. 7/74 S. 27-29)
zuhanden des vertrauensärztlichen Dienstes der AXA Unfallversicherung
(1) eine PTBS (ICD-10
:
F43.1), (2) einen Status nach ak
uter Belastungsreaktion (ICD-10:
F43.0) und (3) einen tätlichen Angriff mit körperlicher Gewalt (ICD-10
:
Y04). Sie gab an, dass bei der Beschwerdeführerin im Jahr 1986, nach der Geburt der ersten Tochter, eine Polyarthritis diagnostiziert worden sei. Im Jahr 2000 – nach diver
sen Operationen – sei im
C._
eine Psoriasis-Polyarthritis ohne Psoriasis festgestellt worden. Seither nehme sie Methotrexat i.m. 15 mg pro Woche. Dadurch sei ihr Immunsystem massiv beeinträchtigt. Die Beschwerde
führerin leide unter häufigen Erkältungskrankheiten, Bronchitiden, Sinusitiden usw. Sie habe chronische Schmerzen am ganzen Bewegungsapparat durch die Polyarthritis, Gehprobleme durch versteifte Zehen und versteifte Hände mit Krafteinbusse und Schmerzen. Seit dem 9. März 2012 sei die
Beschwerdeführerin infolge des Raubüberfalls vom 27. Februar 2012 bei ihr in traumatherapeutischer Behandlung. Seither hätten 62 Sitzungen stattgefunden. Eine zusätzliche Belas
tung für die Beschwerdeführerin würden die Krebsdiagnose ihres Ehemannes im Herbst 2013 und die Tatsache, dass der Ehemann seit dem Überfall arbeitsunfähig sei, darstellen. Ende 2013 habe sich ihre Symptomatik deutlich verstärkt, weshalb sie Anfang 2014 von ihrem Hausarzt krankgeschrieben worden sei. Mittlerweile habe sie erneut ein mehr oder weniger stabiles Gleichgewicht auf dem beschrie
benen Niveau erreicht. Nach wie vor gelte es, die
50%ige
Arbeitsfähigkeit zu erhalten und einen Klinikaufenthalt zu verhindern. Dies gelinge bisher einiger
massen gut.
3.2.2
Im Bericht der
D._,
Fus
schirurgie, vom 14. März 2017 (U
rk. 7/74 S. 43-45) zuhanden des behand
elnden Hausarztes Dr. med. E._
, Facharzt für Allgemeinmedizin FMH,
wurde eine s
tark aktivierte Lisfranc-Arthrose 2/3 rechts bei Zustand nach Metallentfernung im arthrodisierten MP 1-Gelenk rechts um circa 5°
, flektierende Osteotomie im arthrodisierten MP 1-Gelenk rechts und Exostosenabtragung im arthrodisierten IP-Gelenk dorsalseitig rechts vom 7. November 2016 bei Extensionsfehlstellung im arth
rodisierten MP 1-Gelenk rechts diagnostiziert.
Die Beschwerden von Seiten der bereits erfolgten Operation seien nahezu ver
schwunden. Momentan ständen Beschwerden im Bereich der Lisfranc Gelenke
2 und 3
rechtsseitig im Vordergrund, sodass nach erfolglosen Infiltrationen und starken Beschwerden bei entsprechendem Leidensdruck ein operatives Vorgehen
(Lisfranc-Arthrodese 2/3 rechts in einem supramalleolären Fussblock)
zu empfeh
len sei
.
3.2.3
Im Bericht des
F._
vom 7. April 2017
(Urk. 7/74 S. 47-48) zuhanden
Dr.
E._
wurden folgende Diagnosen aufgeführt:
-
Undislozierte Patellaschrägfraktur rechts
-
OSG-Distorsion mit Ruptur Ligamentum talofibulare anterius links bei Sta
tus nach Stolpersturz am 27. Dezember 2016
-
Status nach TMT II
- und III-Arthrodese Fuss rechts am 20. März 2017
Zudem beständen folgende Nebendiagnosen:
-
Psoriasisarthropathie sine psoriase
-
Status nach Arthrodese rechtes Interphalangealgelenk Grosszehe rechts (Oktober 2011)
-
Status nach Synovektomie
-
Status nach TMT I-Ar
throdese, MP I-Arthrodese und IP-Arthrodese
-
Status nach Metallentfernung im arthrodesierten MP I-Gelenk rechts am 7. November 2016
-
Status nach präpylorischem Magenulcus unter NSAR-Therapie 2008
-
Struma multinodosa
-
Status nach Colitis unter NSAR-Therapie
Im Rahmen der
Verlaufskontrolle
wurde
festgehalten, dass bezüglich des rechten Kniegelenkes soweit ein zeitgerechter Verlauf vorliege. Aktuell liege der Haupt
fokus im Bereich des Fusses nach dortiger tarsometatarsaler Arthrodese. Bezüg
lich des Kniegelenkes sei die Beschwerdeführerin nach wie vor in physiothera
peutischer Behandlung, wobei dieses grundsätzlich voll belastet werden könne.
3.2.4
Dr. med.
G._
, Leitender Arzt der
A._
, erklärte im
für
die Beschwer
deführerin
verfassten
Gutachten vom 7. September 2017
(Urk. 7/74 S. 1-24)
,
welches
von ihr
im Hinblick auf das
ebenfalls am hiesigen Gericht hängige
unfall
versicherungsrechtliche Verfahren
UV.2019.00023 (respektive
UV.2016.00432
-
vor dem bundesgerichtlichen Rückweisungs-Urteil)
in Auftrag gegeben
wurde,
dass die Diagnose einer voll ausgeprägten PTBS nicht mehr zu stellen sei. Es liege jedoch eine Restsymptomatik vor, welche mit an Sicherheit grenzender Wahr
scheinlichkeit direkt auf das Unfallereignis zurückgeführt werden könne.
Zusam
menfassend liege eine lediglich teilremittierte PTBS vor. Die zudem bestehende
n
erhöhte Ermüdbarkeit, Konzentrationsstörungen, Einschlafstörungen,
Zukunfts
ängste
etc. entsprächen
am ehesten einer Anpassungsstörung mit vorwiegender Beeinträchtigung von anderen Gefühlen (ICD-10: F43.23).
Diese Störung könne nicht als direkte Folge des Unfalls betrachtet werden. Der Unfall und seine Folgen hätten jedoch eine grosse Belastung dargestellt, welche die Resilienz der Beschwerdeführerin verringere, weshalb davon auszugehen sei, dass die zusätz
l
iche
Symptomatik auf dem Boden der Unfallfolgen entstanden sei.
Die Krebser
krankung des Ehemannes und deren Folgen stellten zwar eine schwere Belastung dar, doch sei
anzunehmen
, dass die
Beschwerdeführerin
aufgrund des hohen prae
morbiden Funktionsniveaus und der Resilienz deswegen eher keine krank
heitswertige psychische Beeinträchtigung entwickelt hätte. Die
Beschwerdeführe
rin
habe relativ bald nach dem Unfall ihr 50%iges Arbeitspensum wieder aufge
nommen, was auch von der behandelnden Psychotherapeutin als ungewöhnlich angesehen worden sei. Mit ihrem Pensum sei sie mit überwiegender Wahrschein
lichkeit an der Grenze ihrer Arbeitsfähigkeit gewesen. Bei einem Pensum von 100% sei auch aktuell eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit gegeben.
3.3
Im Rahmen der Beschwerdeergänzung vom 2
2.
Januar 2020 reichte die Beschwerdeführerin unter anderem das im unfallversicherungsrechtlichen Ver
fahren Nr. UV.2019.00023 eingeholte psychiatrische Gutachten von
Dr.
med.
H._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 7. Januar 2020 (Urk. 10/5) ein,
wobei zu berücksichtigen ist, dass nach stän
diger Rechtsprechung das Sozialversicherungsgericht die Gesetzmässigkeit des angefochtenen Entscheids in der Regel nach dem Sachverhalt
beurteilt, der zur Zeit des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens gegeben war. Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung sein (BGE 131 V 242 E. 2.1, 121 V 362 E. 1b).
Darin wurden folgende Diagnosen mit und ohne Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit genannt (Urk. 10/5 S.- 54):
-
Posttraumatische Belastungsstörung gemäss ICD-10: F43.1: nicht mehr vollständig ausgeprägt
-
Anhaltende leicht bis mittelschwere depressive Episode gemäss ICD-10: F32.0/1
-
Akzentuierte zwanghafte Persönlichkeitszüge gemäss ICD-10: Z73
Vor dem Ausfall aufgrund der Polyarthritis im Frühjahr 2019 sei die Beschwer
deführerin maximal in der Lage gewesen, ein 50%-Pensum auszuüben, wobei die ausgeübte Tätigkeit als Fachfrau Gesundheit bei der
Y._
einer gut angepassten Tätigkeit entspreche.
4.
4.1
Gestützt auf die vorhandene medizinische Aktenlage ist ausgewiesen, dass im Vergleichszeitpunkt (Verfügung vom
16. Oktober 2012, Urk. 7/53
) a
ls gesund
heitliche Problematik
eine Polyarthritis und damit zusammenhängende somati
sche Beschwerden
vorlagen.
Zwar wurden im Rahmen des Beschwerdeverfahrens IV.2012.01210 gegen die rentenablehnende Verfügung vom 16. Oktober 2012 Berichte der Psychologin
B._
vom 13. Juni und vom 1. Oktober 2012 ein
gereicht (vgl. Urk. 7/56 S. 17-19)
, worin aufgrund des erlebten Raubüberfalles eine akute Belastungssituation diagnostiziert
worden war
. Mangels attestierter Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
wurde bei der damaligen Prüfung des Ren
tenanspruches
jedoch
keine psychische Gesund
heitsproblematik berücksichtigt.
So ist dem Feststellungsblatt für den Beschluss vom 4. April 2012
(
Urk. 7/38
)
zu entnehmen, dass durch den RAD im Rahmen der funktionellen Einschränkungen in einer noch zumutbaren Tätigkeit
lediglich somati
sche Aspekte beachtet wurden
.
Hinsichtlich der geltend gemachten psychisch
en Beeinträchtigung wurde mangels
aussagekräftiger psychiatrischer B
efundberichte davon ausgegangen
, dass es sich lediglich um eine reaktive Störung ausgelöst durch den Überfall handle,
die
jedoch keinen dauerhaften Gesundheitsschaden bewirke (vgl. Fest
stellungsblatt für den Einwand vom 4. Oktober 2012, Urk. 7/48
)
.
4.2
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der
Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwie
rige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der ent
scheidrelevante Sach
verhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
4.3
Nachdem neu fachärztlich diagnostiziert
eine teilremittierte PTBS sowie eine
An
passungsstörung mit vorwiegender Beeinträchtigung von anderen Gefühlen
und eine deswegen attestierte Arbeitsunfähigke
it von 50 % im Raum steht
(vgl. vorstehend
E. 3.2.1 und E. 3.2.4
sowie E. 3.3
)
und sich zudem auch die orthopädi
sche/rheumatologische Situation
durch das Hinzutreten neuer Diagno
sen
verän
dert hat (vgl. vorstehend E. 3.2.2-3)
,
ist der Standpunkt der Beschwer
degegnerin, es würden keine neuen medizinischen Tatsachen vorliegen, akten
widrig.
Der lapidare Hinweis, dass die remittierte PTBS nun einfach durch eine Anpassungs
störung, welche durch iv-fremde Faktoren mitverursacht sei, abgelöst worden sei, findet in den psychiatrischen Beurteilungen keine
rlei
Grundlage.
Aufgrund der dargelegten ge
sundheitlichen Problematiken der Beschwerdeführe
rin
sowie der allenfalls bestehenden Wechselwirkung zwischen den somatisch und den psychisch bedingten Einschränkungen
in
einer zumutbaren Verweistä
tigkeit sind vorliegend
- auch unter Berücksichtigung des im unfallversicherungs
rechtlich eingeholten unfallspezifischen psychiatrischen Gutachtens (vgl. E. 3.3) -
weitere medizinische Abklärungen angezeigt. Da in erster Linie die Beschwer
degegnerin für die richtige und vollständige Sachverhaltsabklärung zu sorgen hat, besteht vorliegend weder Raum noch Anlass, ein
Gerichtsgutachten einzu
holen
.
Demnach ist die Sache
zur Durchführung einer polydisziplinären (psychiatrischen und orthopädischen/rheumatologischen) Begutachtung zurück
zuwei
sen.
5.
Die Statusfrage der Beschwerdeführerin wurde letztmals im
März 2012
anlässlich
des Ressourcengesprächs geprüft (vgl. Urk. 7/26
).
Mit
Urteil IV.2012.01210 des hiesigen Gerichts vom 10.
Juni 2014 (Urk. 7/60) respektive mit Urteil
des Bun
desgerichtes vom 21. November 2014 (Verfahrens-Nr.
9C_629/2014, Urk.
7/62)
wurde die von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Qualifikation der Beschwerdeführerin als mutmasslich zu 80 % im Erwerbsbereich und zu 20 % im Haushalt tätig - unter Hinweis auf die Rechtsprechung bezüglich der Aussage der ersten Stunde - bestätigt.
Aufgrund der zwischenzeitlich gelebten Wohnsituation (2-Personenhaushalt nach dem Auszug der beiden erwachsenen Kinder) stellt sich die Frage nach einem noch zu berücksichtigenden Aufgabenbereich
(vgl. entsprechenden Vorbe
halt im Urteil IV.2012.01210 vom 10. Juni 2014 E. 3.3). Im Rahmen der weiteren Abklärungen durch die Beschwerdegegnerin
wird daher neu zu beurteilen sein
, ob die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall als Vollerwerbstätige oder als (Nur-)Erwerbstätige mit Teilzeitpensum zu qualifizieren ist.
6.
Zusammenfassend ist der medizinische Sachverhalt ungenügend erstellt. Es ist von der Beschwerdegegnerin ein polydisziplinäres Gutachten zu veranlassen. Ebenfalls ist die Statusfrage a
ufgrund der aktuellen Umstände
neu zu prüfen.
Die angefochtene Verfügung vom
16. August 2018
(Urk. 2) ist aufzuheben und die Sache zur weiteren Abklärung in medizinischer und erwerblicher Hinsicht an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
Demzufolge ist die Beschwerde im Sinne des entsprechenden Eventualantrags
gutzuheissen.
7
.
7.1
Die Kosten eines von der versicherten Person veranlassten Gutachtens sind vom Versicherungsträger dann zu übernehmen, wenn sich der Sachverhalt erst auf
grund des neu beigebrachten Untersuchungsergebnisses schlüssig feststellen lässt und dem Versicherungsträger insoweit eine Verletzung der ihm im Rahmen des
Untersuchungsgrundsatzes obliegenden Pflicht zur rechtsgenüglichen Sachver
haltsabklärung (Art. 43 Abs. 1 ATSG) vorzuwerfen ist (vgl. auch Art. 45 ATSG; RKUV 2004 Nr. U 503 S. 186).
Angesichts der vorliegenden Rückweisung der Sache
zu weiteren (psychiatrischen und orthopädisch
e
n
/rheumatologischen) Abklärungen
an die Vorinstanz und da auch im ebenfalls hängigen unfallversicherungsrechtlichen Verfahren UV.2019.00023 über die Kostentragung des psychiatrischen
- unfallspezifischen -
A._
-Gutachtens vom 7. September 2017 zu entscheiden ist (vgl. bundesgericht
liches Rückweisungs-Urteil 8C_305/2018 vom 23. Januar 2019 E. 6), kann die Beurteilung dieser Frage vorerst offen bleiben.
Sollte
n
jedoch in besagtem
UV-Verfahren die Kosten des Privatgutachtens nicht dem Unfallversicherer AXA auf
erlegt werden, steht es der Beschwerdeführerin frei, von der Beschwerdegegnerin eine diesbe
zügliche
beschwerdefähige Verfügung zu verlangen.
7.2
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskos
ten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzule
gen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
7.3
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
die
vertretene Beschwerdeführer
in
Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
In Anwendung dieser Kriterien ist die Parteientschädigung vorliegend auf
Fr.
1‘900.--
(inkl
usive
Mehrwertsteuer und Barauslagen) festzusetzen und aus
gangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.