Decision ID: 3ac59e31-5d4c-4c7f-bb03-0511c9b987aa
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1957 geborene
X._
war nach seiner Einreise
in die Schweiz von 1992 bis 2003
als angelernter Gipser tätig (
Urk.
7/1
6 f.
).
Hernach bezog der Versicherte Taggelder der Arbeitslosenversicherung (vgl. Urk. 7/5). Im Herbst 2005 folgte ein befristeter Einsatz als Handwerker/Allrounder an der Berufsmaturitätsschule in Zürich (Urk. 7/9). Sodann übernahm der Versicherte die Betreuung der Ehefrau und der noch schulpflichtigen Kinder, nachdem seine Ehefrau aufgrund eines im Jahr 2005 erlittenen Unfalles pflegebedürftig geworden war (vgl.
Urk.
7/48/3,
Urk.
7/55/2 f.,
Urk.
7/55/6).
Im
März
2006 meldete er sich unter Hinweis auf Wirbelsäulenschmerzen
bei der Eidgenössischen Invali
denversicher
ung zum Leis
tungsbezug an (
Urk.
7/13).
Mit Verfügung vom
2.
März 2007 ver
neinte die Sozialversicherungsanstalt des Kanto
ns Zürich, IV-Stelle, einen Rentenanspruch (
Urk.
7/30).
Am 29. Oktober 2007 meldete er sich erneut zum
Bezug von Leistungen der Invali
denversicherung an (Urk. 7/32). Die IV-Stelle nahm Abklärungen vor und
ver
neinte mit Verfügung vom 26. Juli 2011 erne
ut den Anspruch auf eine Inva
lidenrente (
Urk.
7/97). Die vom Versicherten am 16. September 2011 dagegen erhobene Beschwerde (Urk. 7/100/3-7) hiess das Sozialversicherungsgericht mit dem unangefochten in Rechtskraft erwachsenen Urteil IV.2011.00842 vom 31. August 2012 in dem Sinne gut, dass es di
e Sache an die IV-Stelle zurück
wies, damit diese allfällige Einschränkungen
im Aufgabenbereich aus orthopä
discher Sicht und die Gewichtung der einze
lnen Haushaltsbereiche
nochmals prüfe, und hernach über den allfälligen Rent
enanspruch neu entscheide (
Urk.
7/111).
1.2
Die IV-Stelle holte in der Folge medizinische Berichte ein (
Urk.
7/119/5-6, 7/120/1-4 und 7/127/4-5) und veranlasste
ein Haushaltsabklärung
(
Urk.
7/126). Gestützt
darauf
stellte
sie
nach durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
mit Verfü
gung vom 1
7.
Juli 2013 fest, dass der Versicherte ab 1. Mai 2012 Anspruch auf eine
Viertelsrente
habe (
Urk.
7/152).
Die dagegen erhobene Beschwerde hiess das Sozialversicherungsgericht
mit Urteil IV.2013.00765 vom 3
0.
Juni 2014
in dem Sinne gut, dass es die angefochtene Verfügung insoweit aufhob, als sie den Anspruch auf eine die
Viertelsrente
übersteigende Invalidenrente verneint
e
. Im Übrigen wies es die Sache an die IV-Stelle zurück, damit diese nach
weiteren Abklärungen - insbesondere in orthopädischer Hinsicht
sowie in Bezug auf den Gesundheitszustand der Ehefrau des Versicherten
- erneut über den Leistungsan
spruch des Versicherten verfüge (
Urk.
7/175
). Auch dieser gerichtliche
Entscheid
blieb unangefochten.
1.3
Zwecks Umsetzung d
es Urteils
vom 3
0.
Juni 2014 holte die IV-Stelle
nebst den die Ehefrau des Versicherten betreffenden Unfallakten (
Urk.
7/200 f.) namentlich
Berichte der behandelnden Ärzte ein (
Urk.
7/206 f., 7/209/6 f.). Darüber hinaus führte sie am 2
3.
Januar und
9.
November 2017 eine Haushaltsabklärung durch (
Urk.
7/218)
und liess den Versicherten am
8.
August 2017 durch den Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) psychiatrisch und orthopädisch untersuchen (
Urk.
7/219 f.). Mit Vorbescheid vom
5.
Februar 2018 stellte sie dem Versicherten die
Aufhe
bung der Invalidenrente auf Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats in Aussicht (
Urk.
7/223), wogegen jener Einwand erhob (
Urk.
7/225, 7/228). Am 2
3.
April 2018 verfügte die IV-Stelle im angekündigten Sinne, wobei sie einer allfällig dagegen erhobenen Beschwerde die aufschiebende Wirkung ent
zog (
Urk.
7/231 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 1
8.
Mai 2018 Beschwerde
mit den Rechtsbegeh
ren, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und ihm sei mindestens die bis
herige
Viertelsrente
weiterhin auszurichten. Eventualiter sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und es seien vor der Rentenaufhebung
berufliche Mass
nahmen zu initialisieren.
Subeventualiter
sei eine polydisziplinäre Abklärung unter Einschluss eines Internisten sowie eines Neurologen in Auftrag zu geben (
Urk.
1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 1
4.
Juni 2018 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), worüber der Versicherte mit Verfügung vom 1
8.
Juni 2018 orientiert wurde (
Urk.
8). Dessen
Eingabe
vom 1
6.
Juli 2018 (
Urk.
9) wurde der IV-Stelle mit Schreiben vom 1
7.
Juli 2018 zur Kenntnisnahme zugestellt (
Urk.
10).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (
BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen
). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesent
lichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbe
achtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.4
Sowohl bei der erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs als auch bei der Ren
tenrevision und im Neuanmeldungsverfahren ist die Methode der Invaliditätsbe
messung (
Art.
28a IVG) zu bestimmen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 117 V 198 E. 3b).
Die für die Methodenwahl (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betäti
gungsvergleich) entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, beurteilt sich danach, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umstän
den täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Beson
deren sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen
Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Massgebend sind die Verhält
nisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE
144 I 28 E. 2.3, 141 V 15 E. 3.1, 137 V
334
E. 3.2, 125 V 146 E. 2c, 117 V 194 E. 3b
).
Die Beantwortung der Statusfrage erfordert zwangsläufig eine hypothetische Beurteilung, die auch die hypothetischen Willensentscheidungen der versicherten Person zu berücksichtigen hat. Diese Entscheidungen sind als innere Tatsachen wesensmässig einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in der Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden (vgl. BGE 144 I 28 E. 2.4)
.
1.5
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funk
tionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
beurteilen die RAD die medi
zinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmetho
den können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allge
meinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Unter
suchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht – gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wer
tung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei. Sie wür
digen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundesge
richts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem exter
ner medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den pra
xisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1)
genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis versiche
rungsinterner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte gehören – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung vom 2
3.
April 2018 (
Urk.
2) zog die Beschwer
degegnerin im Wesentlichen in Erwägung,
die Abklärungen hätten ergeben, dass die Kinder des Versicherten ab Januar 2015 die gesamte Betreuung ihrer
pflege
bedürftigen
Mutter übernommen hätten. Der Versicherte hätte sich folglich
im Gesundheitsfall
wieder einer Erwerbstätigkeit widmen können und sei ab diesem Zeitpunkt
als
vollerwerbstätig
zu qualifizieren
.
Die angestammte Tätigkeit als Gipser sei ihm nicht mehr zumutbar; bezüglich einer angepassten - insbesondere leichten und wechselbelastenden Tätigkeit - bestehe jedoch eine 80%ige Leis
tungsfähigkeit.
Der
Einkommensvergleich führe zu einem Invaliditätsgrad von 28
%
, weshalb kein Anspruch mehr auf eine Invalidenrente bestehe. Berufliche Massnahmen seien nicht angezeigt und der Versicherte
sei
auf den Weg der Selbsteingliederung
zu
verwiesen.
2.2
Der Versicherte rügte in seiner Beschwerdeschrift vom 1
8.
Mai 2018 (
Urk.
1) zusammengefasst, die Beschwerdegegnerin
sei zu Unrecht davon ausgegangen, dass er im Gesundheitsfall zu 100
%
erwerbstätig wäre. Vielmehr würde er sich nach wie vor um seine schwer kranke Ehefrau kümmern. Die IV-Stelle habe es unterlassen
, seinen Gesundheitszustand umfassend abzuklären und die zwischen
zeitlich eingetretene Verschlechterung der gesundheitlichen Situation zu berück
sichtigen.
Darüber hinaus habe sie im Widerspruch zur bundesgerichtlichen Rechtsprechung trotz der verfügten Rentenaufhebung nicht einmal den Versuch unternommen, ihn in den freien Arbeitsmarkt zu integrieren.
2.3
Z
ur
Begründung ihres
Antrag
s auf Abweisung der Beschwerde verwies
die IV-Stelle m
it Beschwerdeantwort vom 1
4.
Juni 2018 (
Urk.
6)
insbesondere auf die durch
den RAD sowie den Abklärungsdienst vorgenommenen umfassenden
Untersuchungen und Abklärungen. Als Revisionsgrund sei die Änderung der sozialversicherungsrechtlichen Qualifikation ab Januar 2015 einzustufen.
2.4
Mit Stellungnahme vom 1
6.
Juli 2018 (
Urk.
9) kritisierte der Beschwerdeführer erneut, dass die IV-Stelle die Rente aufgehoben habe, ohne zuvor berufliche Massnahmen durchzuführen. Ausserdem sei eine polydisziplinäre Begutachtung notwendig, weshalb es sich rechtfertige, die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
3.
3.1
Da das Sozialversicherungsgericht im Urteil IV.2013.00765 vom 3
0.
Juni 2014 (Urk. 7/175) die mit Verfügung der IV-Stelle vom 1
7.
Juli 2013 zugesprochene
Viertelsrente
(Urk. 7/152) bestätigt und nur bezüglich des noch zu prüfenden wei
tergehenden Anspruchs eine Rückweisung vorgenommen hat, bedarf es für die mit der angefochtenen Verfügung erfolgte Aufhebung der Rente eines nach dem 1
7.
Juli 2013 eingetretenen Revisionsgrundes.
3.2
Sowohl seitens der Beschwerdegegnerin als auch des hiesigen Gerichtes wurde der Versicherte in den vorangegangenen Verfahren als zu 100
%
im Aufgaben
bereich tätig eingestuft
(
Haushalt, Krankenpflege;
Urk.
7/97/1, 7/111/8, 7/145/2 und 7/175).
Nunmehr
stellt sich die IV-Stelle
demgegenüber auf den Standpunkt, der Beschwerdeführer würde
im Gesundheitsfall
seit Januar 2015
zu 100
%
einer Erwerbstätigkeit nachgehen, weshalb ein Revisionsgrund vorliege
.
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre Sichtweise damit, dass die Kinder des Versicherten und seiner Ehefrau mittlerweile erwachsen seien. Zwei Töchter wür
den über eine abgeschlossene Lehre im Gesundheits- und Pflegebereich verfügen. Ab Januar 2015 hätten die Kinder die gesamte Betreuung ihrer Mutter übernom
men, weshalb sich der Versicherte ab diesem Zeitpunkt wieder einer Erwerbstä
tigkeit hätte widmen können (
Urk.
2 S. 2).
Mit dieser Argumentation lässt die IV-Stelle massgebliche persönliche und fami
liäre Verhältnisse des Beschwerdeführers ausser Acht. So
finden sich keine
Angaben
des Versicherten, w
elche darauf hindeuten, dass
er im hypothetischen Gesundheitsfall einer Erwerbstätigkeit nachgehen würde.
Bis Januar 2015 hatte er über viele Jahre die Betreuung und Pflege seiner im Juli 2005 verunfallten Ehefrau übernommen
, bis er sich aus somatischen und psychischen Gründen nicht mehr dazu in der Lage sah (
Urk.
7/218/6).
Es liegt
somit
nicht nahe, dass er
nach dieser langen Abwesenheit vom Arbeitsmarkt im Alter von rund 60 Jahren bei guter Gesundheit wieder eine Erwerbstätigkeit aufgenommen hätte
. Hinzu kommt, dass er sich beruflich neu hätte orientieren müssen, da ihm die
ange
stammte
Tätigkeit als angelernter Gipser aus
orthopädischer
Sicht nicht mehr zumutbar ist (
Urk.
7/
58/23, vgl.
Urk.
7/220/10).
Im Übrigen kann nicht mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass die Kinder des Versicherten
die Betreuung ihrer Mutter
auch
ohne dessen Erkrankung
vo
llum
fänglich übernommen hätten
.
So
wohnen nur noch
der einzige Sohn (
O._
) sowie die zweitjüngste Tochter
(
P._
)
bei den Eltern
. Während
O._
eine Ausbildung zum Detailhandelsangestellten absolviert, ist
P._
als Fachange
stellte Gesundheit in einem 100
%
-Pensum in der
Y._
tätig. Die Töchter
Z._
und
A._
- welche bei der
Q._
tätig ist -
leben oder arbeiten zwar in unmittelbarer Nähe der Eltern; sie gehen allerdings ebenfalls vollzeitig einer Erwerbstätigkeit nach. Die Töchter
B._
und
C._
seien
jeweils am Freitagmorgen respektive -mittag bei den Eltern (
Urk.
7/218/3). Es trifft somit zwar zu, dass zwei Töchter im Gesundheits- und Pflegebereich tätig sind
. Wie die anderen Kinder sind sie jedoch in einem hohen Pensum erwerbstätig und
über
nehmen die Pflege der Mutter zusätzlich gemäss einem von ihnen erstellten Wochenplan. Es ist nicht davon auszugehen, dass sie diesen erheblichen Zusatz
aufwand auch im Gesundheitsfall des Vaters betreiben würden.
Gesamthaft ist dem Versicherten beizupflichten, dass er im hypothetischen Gesundheitsfall auch aktuell mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keiner Erwerbstätigkeit nachgehen, sondern sich nach wie vor um seine pflegebedürftige
Ehegattin kümmern würde. Eine Neubeurteilung der Statusfrage rechtfertigt sich im gegebenen Kontext nicht
.
4.
4.1
Dem
bi
disziplin
ären
Gutachten des D._
vom 2
0.
September 2009
sind folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zu entnehmen (
Urk.
7/58/23):
-
Osteochondrose
und
Discushernie
C5/6 mit
foraminaler
Stenose und in Extension positionsabhängiger Spinalkanalstenose mit
Myelonkompres
sion
,
-
Spondylolisthesis
L5/S1 Grad I nach
Meyerding
mit Einengung der
Neu
roforamina
u
nd Kompression der Nervenwurzel
L5,
-
Adipositas,
-
Dysthymie
bei Zustand nach Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion (ICD-10 F34.1),
-
Anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4).
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien demgegenüber die
lordotische
Brust
wirbelsäule sowie die arterielle Hypertonie.
Im Ergebnis gelangten die Gutachter
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, und
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, im interdisziplinären Konsens zum Schluss, dass dem Versicherten
körperlich schwere Arbeiten in kalter und feuchter Umgebung, die mit häufigen inklinierten,
reklinierten
sowie rotierten Körperhaltungen und regelmässigem Heben und Tra
gen von Lasten über fünf bis zehn Kilogramm verbunden sind, nur mehr zu 10
%
zumutbar seien. Dies gelte etwa für die angestammte Tätigkeit als Gipser. Eine 90%ige Arbeitsfähigkeit bestehe demgegenüber für körperlich leichte Tätigkeiten in temperierten Räumen, die abwechslungsweise sitzend und
stehend
ausgeübt werden können, ohne dass dabei häufig inklinierte,
reklinierte
sowie rotierte Kör
perhaltung eingenommen und Gegenstände über fünf Kilogramm gehoben oder getragen werden müssen. Zudem sollte es sich um eine Tätigkeit ohne erhöhte emotionale Belastung, ohne Stressbelastung, ohne erforderliche geistige Flexibi
lität sowie ohne erforderliche überdurchschnittliche Konzentrationsfähigkeit und ohne Dauerbelastung handeln (
Urk.
7/58/23 f.).
4.2
Im Urteil IV.2013.00765 vom 3
0.
Juni 2014 (Urk. 7/175) würdigte das Sozialver
sicherungsgericht den von der IV-Stelle ergänzend eingeholten Verlaufsbericht von
Dr.
med.
G._
, Fachärztin FMH für Physikalische Medizin und Rehabilitation, vom 2
2.
Dezember 2012 (Urk. 7/120). Diese nannte als
relevante
Diagnosen
eine
Synkope unklare
r
Genese
mit Sturzereignis
am 17.
Mai 20
12, ein c
hronisches
lumbospondylogenes
und rezidivierendes
lumboradikuläres
Reizsyn
drom
und ein chronisches
Zervikovertebralsyndrom
(
Urk.
7/120/1).
Sodann führte sie aus, in letzter Zeit bestü
nden
lumbosakral
zunehmende Schmerzen mit zum Teil
spondylogenen
, zum Teil
radikulären
Ausstrahlungen in beide Beine. Radiologisch zeige sich durch die
Antelisthesis
L5 eine Diskushernie auf der Breite von 15 mm, die zur Tangierung der Nervenwurzeln führe. Nebenbei beständen
Zervikalgien
mit
spondylogenen
Ausstrahlungen in beide Arme bei deutlich eingeschränkter Beweglichkeit der Halswirbelsäule. Die
Beweglichkeit der
Lendenwirbelsäule sei in alle Richtungen je
um zwei Drittel eingeschränkt
(Urk. 7/120/2). Dem Beschwerdeführer könne weder psychisch noch körperlich belastende Arbeit zugemutet werden. Er sei zu 50 % arbeitsfähig für wechselbe
lastende Tätigkeiten
. Tätigkeiten wie Bücken, Überkopfa
rbeiten, Kauern, Knien und Heben/Tragen seien ihm nicht zumutbar (Urk. 7/120/3-4).
Das Sozialversicherungsgericht kam zum Schluss, der Verlaufsbericht von Dr.
G._
führe in Bezug auf die gemäss Rückweisungsentscheid vom 31. August 2012 (Urk. 7/111) noch offenen Aspekte nicht zu den gewünschten Erkenntnissen. Insbesondere liege weiterhin keine schlüssige Stellungnahme einer orthopädischen Fachperson vor, welche sich zur Zumutbarkeit der Haus
halts- und Pflegetätigkeiten äussere, weswegen die Sache erneut zur Vornahme von orthopädischen Abklärungen zurückzuweisen sei (E. 3).
4.3
Die RAD-Ärzte
Dr.
med. H._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, und
Dr.
med. I._
, Facharzt für Orthopädische Chi
rurgie und Traumatologie, untersuchten den Versicherten am
8.
August 201
7.
Ihren Berichten vom 2
5.
Januar 2018 sind
folgende Diagnosen mit Aus
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zu entnehmen (
Urk.
7/219/
8, 7/220/12):
-
Dysthymie
(ICD-10 F34.1),
-
Anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.40),
-
Lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom bei
subligamentärer
medianer sowie
mediolinkslateraler
intraspinaler Diskushernie L4/5 mit Kontakt zu Nervenwurzel L5 links sowie
Spondylolisthesis
mit
Antelisthesis
von L5 auf S1 von fünf Millimetern (
Meyerding
Grad I) mit Diskushernie L5/S1,
-
Cervicospondylogenes
Schmerzsyndrom bei
Osteochondrose
C5/6,
Uncovertebralarthrosen
C4-6 und bilateraler
Diskusprotrusion
C4-6 ohne Nervenwurzelirritation,
-
Gonarthrose rechts.
Nicht beeinträchtigt sei die Arbeitsfähigkeit demgegenüber durch
(
Urk.
7/220/12):
-
Diabetes mellitus Typ II,
-
Adipositas,
-
Verdacht auf
Restless
-
Legs
-Syndrom,
-
Bizepssehnenruptur
links.
Im Rahmen der psychiatrischen Exploration sei der Versicherte wach, bewusst
seinsklar sowie zu allen Modalitäten orientiert gewesen. Die Aufmerksamkeit und Konzentration habe er über die gesamte Untersuchungszeit aufrechterhalten kön
nen. Er habe nicht immer direkt auf die ihm gestellten Fragen und ausschweifend geantwortet. Das inhaltliche Denken sei auf die Schmerzen eingeengt gewesen. Wahrnehmungs- oder Ich-Störungen hätten nicht vorgelegen. Sowohl die affek
tive Schwingungsfähigkeit als auch der Antrieb seien etwas reduziert gewesen. Der Versicherte habe überwiegend
dysphorisch
gewirkt. Hinweise auf Zwangsge
danken respektive -handlungen, Ängste oder eine Fremd- beziehungsweise
Selbstgefährdung hätten sich nicht ergeben. Subjektiv habe sich der Versicherte von den meisten alten Kollegen zurückgezogen
(
Urk.
7/219/6 f.). Vor diesem Hin
tergrund gelangte
Dr.
H._
zum Schluss, dass
aus psychiatrischer Sicht eine leichte Antriebsstörung mit Hemmungen sowie eine psychophysische Belastbar
keitsminderung mit vorzeitiger Erschöpfung und Minderung der
konzentrativen
Ausdauerbelastbarkeit bestünden. Gegenüber dem Vorgutachten von 2009 stelle sich der psychiatrische Befund weitgehend unverändert dar. Infolge eines erhöh
ten Pausenbedarfs
liege seit dem Zeitpunkt der Untersuchung eine 80%ige Arbeitsfähigkeit in einer den somatischen Beschwerden angepassten Tätigkeit vor (
Urk.
7/219/8
f.
).
Dr.
I._
hielt im orthopädischen Untersuchungsbericht im Wesentlichen fest, dass
die Diagnosen des
D._
-Gutachtens vom 1
7.
Juni 2009 hätten bestä
tigt werden können. Neu hinzugetreten sei die radiologisch bestätigte Diagnose der Gonarthrose rechts, welche einen zusätzlichen Gesundheitsschaden darstelle und die Arbeitsfähigkeit einschränke. Die vom Versicherten anlässlich der Unter
suchung angegebenen
st
arken
Schmerzen seien jedoch fragwürdig, zumal die angegebenen Medikamente
- Psychopharmaka und Antirheumatika -
im Blut
serum nur in Spuren hätten nachgewiesen werden können.
Zudem habe sich eine Selbstlimitierung gezeigt. Insgesamt bestehe eine verminderte Belastbarkeit für regelmässiges mittelschweres und schweres Heben, Tragen und Transportieren von Lasten, für Arbeiten mit Überstreckbelastung der Wirbelsäule über Kopf- und Schulterhöhe,
für Arbeiten
auf Leitern und Gerüsten, für ausschliesslich stehende Tätigkeiten, für häufiges Bücken und Arbeiten in vorgeneigter Körperposition, Kauern, Knien, Hocken, für repetitive Rotation im Sitzen sowie für Tätigkeiten in körperlichen Zwangshaltungen.
Unter Einhaltung dieser Einschränkungen seien dagegen leichte, wechselbelastende Tätigkeiten mit seltener Belastung bis zu zehn Kilogramm ohne häufiges Gehen auf unebenem Gelände in einem 100%-Pensum möglich, wobei eine 20%ige Einschränkung für vermehrte Pausen bestehe.
Diese Einschätzung gelte seit dem Zeitpunkt der
D._
-Begutachtung vom 1
7.
Juni 2009 (
Urk.
7/220/10).
4
.4
Zunächst ist festzuhalten, dass die RAD-
Untersuchungsb
erichte vom 2
5.
Januar 2018
auf umfassenden orthopädischen sowie psychiatrischen Untersuchungen
basieren
und
in Kenntnis der
Vorakten
erstellt
wurden
(
Urk.
7/
219/1). Der Ver
sicherte konnte gegenüber den RAD-Ärzten
, welche über die notwendigen fach
lichen Qualifikationen verfügen,
seine Beschwerden schildern und wurde von diesen jeweils - soweit fachspezifisch erforderlich - eingehend befragt (
Urk.
7/219/1 ff., 7/220/1 ff.). Die geklagten Leiden fanden sodann im Rahmen der Feststellung der Diagnosen Berücksichtigung, wobei sowohl diese als auch die aus medizinischer Sicht resultierenden Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
dargelegt und erläutert wurden (
Urk.
7/219/8 f., 7/220/12 f.).
Die RAD-Ärzte setzten sich ausserdem mit vorangegangenen ärztlichen Beurteilungen - insbesondere denjenigen der
D._
-Gutachter - auseinander (
Urk.
7/219/8, 7/220/10).
Insgesamt erfüllen die RAD-Berichte somit die formalen Anforderun
gen,
welche an ein ärztliches Gutachten gestellt werden
(vgl. E. 1.6).
Gestützt auf die Ausführungen der RAD-Ärzte
wird deutlich, dass sich der Gesundheitszustand des Versicherten seit der
D._
-Begutachtung weder in kör
perlicher noch in psychischer Hinsicht
ge
bessert hat
, was denn auch seitens der Beschwerdegegnerin nicht
vorgebracht
wird (
Urk.
2 S. 3).
Entgegen der Argumentation des Beschwerdeführers
(
Urk.
1 S. 5)
ist mit überwie
gender Wahrscheinlichkeit auch nicht
von einer
relevanten
Verschlechterung des Gesundheitszustandes auszugehen.
Dr.
H._
bestätigte die von
Dr.
F._
im Jahr 2009 festgestellten psychiatrischen Diagnosen und führte ergänzend aus, dass sich die chronische Schmerzsymptomatik weitgehend unverändert darstelle
(
Urk.
7/219/8).
Dr.
I._
schloss aus orthopädischer Sicht ebenfalls auf im Wesentlichen vergleichbare Diagnosen wie die
D._
-Gutachter. Allein das Hin
zutreten der Gonarthrose rechts stellt für sich
ebenfalls
keinen Revisionsgrund dar
, da damit
die
erforderliche erhebliche Verschlechterung des Gesundheitszu
stands nicht bereits ausgewiesen ist (vgl. BGE 141 V 9 E. 5.2).
Eine solche liegt insbesondere in Anbetracht des Umstands, dass der Versicherte die ihm verord
neten Psychopharmaka und Schmerzmittel
nicht einzunehmen scheint (vgl.
Urk.
7/220/9 f.), nicht nahe.
Dr.
I._
stellte im Rahmen seiner Untersuchung zudem Selbstlimitierungen fest (
Urk.
7/220/4, 7/220/8 und 7/220/10).
In Bezug auf den vom Versicherten angeführten Tremor an der rechten oberen Extremität
(
Urk.
1 S. 5)
ist anzumerken, dass
dieser von
beiden RAD-Ärzten bemerkt wurde, wobei
s
ie übereinstimmend fest
hielten
, dass
er
bei Ablenkung schwächer werde (
Urk.
7/219/6, 7/220/4). E
s ist vor diesem Hintergrund nachvollziehbar, dass das Zittern nicht als invalidisierendes Leiden eingestuft wurde, zumal es bereits
vor
mehreren Jahren
erstmals aufgetreten war
(vgl.
Urk.
7/126/5) und
es
der Beschwerdeführer - soweit ersichtlich -
bis anhin
nicht für notwendig erachtet hat
, sich einer spezifischen Untersuchung oder Behandlung zu unterziehen. Hinzu kommt, dass der Versicherte in der Lage
ist
, beide Hände gleichmässig einzu
setzen, worauf die seitengleich mittelgradig ausgeprägte
Beschwielung
hinweist (
Urk.
7/220/6).
Auf e
ine wesentliche Verschlechterung der gesundheitlichen Situation
kann sodann auch mit Blick auf die Berichte der behandelnden Ärzte nicht geschlossen werden.
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, ging
im März 2017 von einem stationären Gesundheitszustand und einer seit Jahren
unveränderten Leistungsfähigkeit
aus, wobei der Versicherte allenfalls leichte körperliche Arbeiten ausführen könne (
Urk.
7/206/1 f.). Im Weiteren
deu
ten auch die Berichte von
Dr.
med.
G._
, Fachärztin für Physikalische Medizin und Rehabilitation, und
Dr.
med.
K._
, Facharzt für Psy
chiatrie und Psychotherapie, vom 1
0.
April und 2
2.
Mai 2017
(
Urk.
7/207, 7/209/6 f.) nicht auf einen massgeblich veränderten Gesundheitszustand hin.
Ihre Beurteilungen
sind
im Kern sowohl hinsichtlich der gestellten Diagnosen als auch der attestierten Arbeitsfähigkeit
mit
vorangegangenen Einschätzungen
vergleich
bar
(vgl.
Urk.
7/
119 f.).
Nach dem Gesagten kann somit weder auf eine
B
esserung, noch auf eine Ver
schlechterung des Gesundheitszustandes des Versicherten geschlossen werden. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit liegt vielmehr
eine bloss unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen unveränderten Sachverhaltes
vor, welche im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich ist (vgl. E. 1.3).
Es kann somit
festge
halten werden, dass die Beschwerdegegnerin die Rente
des Versicherten in Ermangelung eines Revisionsgrunds zu Unrecht aufgehoben hat.
5
.
5
.1
Unabhängig von einem materiellen Revisionsgrund kann die IV-Stelle auf formell rechtskräftige Verfügungen, welche nicht Gegenstand materieller richterlicher Überprüfung gebildet haben, zurückkommen, wenn diese zweifellos unrichtig sind und wenn – was auf periodische Dauerleistungen regelmässig zutrifft (BGE 119 V 475 E. 1c mit Hinweisen) – ihre Berichtigung von erheblicher Bedeu
tung ist (Art. 53 Abs. 2 und 3 ATSG; BGE 141 V 405 E. 5.2, 138 V 147 E. 2.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_819/2017 vom 13. Februar 2017 E. 2.2). Nach stän
diger Rechtsprechung kann das Gericht eine zunächst auf
Art.
17 ATSG gestützte Rentenaufhebung oder -herabsetzung gegebenenfalls mit der (substituierten) Begründung schützen, dass die ursprüngliche (bzw. die letzte auf einer umfassenden materiellen Prüfung beruhende, vgl. BGE 140 V 514, 133 V 108) Rentenverfügung oder Mitteilung zweifellos unrichtig und die Berichti
gung von erheblicher Bedeutung sei (BGE 144 I 103 E. 2.2, 140 V 85 E. 4.2, 125 V 368 E. 2, je mit Hinweisen; vgl. Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invaliden
versicherung, 3. Auflage 2014,
Rz
77 zu Art. 30–31 IVG).
5
.2
Die rentenzusprechende Verfügung vom 1
7.
Juli 2013 (
Urk.
7/152) war bereits Gegenstand richterlicher Überprüfung und die Zusprechung mindestens einer
Viertelsrente
wurde mit Urteil vom 3
0.
Juni 2014 bestätigt (
Urk.
7/175).
An diese Beurteilung ist auch das Gericht in einem allfälligen weiteren Entscheid in der
betreffenden Sache gebunden (Meyer/
Reichmuth
, Rechtsprechung des Bundesge
richts zum IVG,
3.
A., Zürich 2014,
Art.
28a
Rz
291).
Davon abgesehen
fehlt es an Anhaltpunkten dafür, dass die Rentenzusprechung zweifellos unrichtig gewesen
ist
.
Insbesondere geht selbst die Beschwerdegegne
rin davon aus, dass die fehlerhaften Angaben im Haushaltsabklärungsbericht vom 2
8.
März 2013 in Bezug auf den Bereich Haus
halt
führung (
Urk.
7/126/4) mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf einen technischen Mangel am Dokument zurückzuführen
und
die Voraussetzung
en
für eine Wiedererwägung nicht erfüllt
seien (vgl.
Urk.
7/222/3 f., 7/222/9).
Davon ausgehend, dass der Beschwerdefüh
rer in der Haushaltführung nicht eingeschränkt war, erweist sich denn auch der damals bestimmte
Gesamti
nvaliditätsgrad von 42
%
ab Februar 2012 (
Urk.
7/126/
7
) im Ergebnis als zutreffend.
In Anbetracht dieser Gegebenheiten kann die angefochtene Verfügung auch nicht unter dem Rechtstitel der Wieder
erwägung geschützt werden.
6
.
6
.1
Zu klären bleibt
in Nachachtung des Urteils des hiesigen Gerichts IV.2013.00765 vom 3
0.
Juni 2014 (
Urk.
7/175), ob der Beschwerdeführer gegebenenfalls Anspruch auf eine die
Viertelsrente
übersteigende Invalidenrente hat.
Zunächst ist
festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin
die mit genanntem Urteil geforder
ten Abklärungen
vorge
nommen hat.
Sie hat
zum einen
- nebst einer psychiat
rischen Exploration (
Urk.
7/219) - eine orthopädische Untersuchung durch den RAD veranlasst (
Urk.
7/220).
Zum anderen zog die IV-Stelle die Unfallakten der Ehegattin des Versicherten bei (
Urk.
7/200 f.) und nahm eine Haushaltsabklärung vor, an welcher
Dr.
I._
vom RAD ebenfalls
anwesend war
, um sich ein Bild der Lage vor Ort machen zu können (
Urk.
7/218/1, 7/220/11 f.).
Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers
(
Urk.
1 S. 5)
sind
von
weiteren medizinischen Abklärungen
keine anderen
entscheidrelevanten
Erkenntnisse zu erwarten
(
anti
zipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 90 E. 4b, 122 V 157 E. 1d, 136 I 229 E. 5.3
)
.
Er legt selbst nicht näher dar, inwiefern eine internistische Untersuchung not
wendig sein soll. Für weitere Abklärungen in Bezug auf den Tremor an der rech
ten oberen Extremität besteht ebenfalls kein Anlass (vgl.
diesbezüglich
E. 4
.4).
6.2
Im
Haushaltsabklärungsbericht vom
2.
März respektive 2
0.
November 2017
wur
de
n
sodann
, ebenfalls
in Umsetzung des
Urteil
s
IV.2013.00765 (
Urk.
7/175/6)
,
die einzelnen Haushaltsbereiche neu gewichtet. Die Position 6.6
„
Betreuung von Kin
dern oder anderen
“
wurde mit 50
%
beziffert, was in Anbetracht der erheblichen Pflegebedürftigkeit der Ehefrau (vgl.
Urk.
7/218/4 ff.) angemessen erscheint. Die in der Konsequenz resultierenden Abänderungen in der Gewichtung der
übrigen
Haushaltsb
ereiche erscheinen ebenfalls als sachgerecht und werden seitens des Versicherten auch nicht in Frage gestellt.
Nicht zu überzeugen vermögen
aller
dings die jeweils festgehaltenen Einschränkungen
. Einerseits handelt es sich hier
bei um eine unterschiedliche Beurteilung desselben Sachverhalts, zumal sich seit der letzten Haushaltsabklärung weder der Gesundheitszustand des Versicherten noch dessen Wohnverhältnisse massgebl
ich verändert haben (vgl. E. 4
.4,
Urk.
7/218/7).
Der Beschwerdeführer kritisiert andererseits berechtigterweise, dass seinen Kindern
- obwohl diese selbst in hohen
Pensen
erwerbstätig sind (vgl. E. 3.2) -
in Bezug auf die Haushaltsführung sowie die
Pflege der Mutter eine sehr weitreichende Mitwirkungspflicht zugemutet wurde
(vgl.
Urk.
7/218/7 ff.)
.
Über
dies ist
die vom Abklärungsdienst anerkannte Einschränkung bei der Kranken
pflege in der Höhe von
bloss
20
%
(vgl.
Urk.
7/218/10)
angesichts des Umstands
, dass dem Beschwerdeführer nur noch leichte
, wechselbelastende Arbeiten zumut
bar sind (vgl. E.
4
.3)
und die Pflege der Ehefrau im konkreten Fall mit mittel
schweren bis schweren körperlichen Belastungen einhergeht, nicht angemessen.
6.3
Nach dem Gesagten kann somit zwar
auf die Gewichtung der einzelnen
Haus
haltsbereiche
im
aktuellen Haushaltsbericht
ab
gestellt werden
. Hinsichtlich
der jeweiligen Einschränkungen
rechtfertigt es sich
jedoch
, den
Bericht vom 2
8.
März 2013 (
Urk.
7/126) heranzuziehen, w
elcher nicht die obgenannten Unzulänglichkeiten
ausweist
und grundsätzlich auf demselben entscheid
-
relevanten Sachverhalt basiert
, wie der aktuelle Bericht
.
Dieses Vorgehen führt zu einem Invaliditätsgrad von 51.7
%
beziehungsweise 52
%
(zum Runden: BGE 130 V 121), weshalb Anspruch auf eine halbe Rente der Invalidenversicherung besteht ([
0.02
*
0
%
(Haushaltsführung)] + [
0.23
* 40
%
(Ernährung)] + [
0.10
* 30
%
(Wohnungspflege
)
] + [
0.05
*30
%
(Einkauf und weitere Besorgungen)] + [
0.10 * 80
%
(Wäsche und Kleiderpflege)] + [0.50 * 60
%
(Betreuung von Kindern und anderen)].
Basierend auf der Verfügung der IV-Stelle vom 1
7.
Juli 2013 (
Urk.
7/152) und dem rechtskräftigen Urteil des hiesigen Gerichts vom 3
0.
Juni 2014 (
Urk.
7/175) ist der Beginn des Rentenanspruchs auf Mai 2012 festzulegen.
7
.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin die dem Ver
sicherten mit Verfügung vom 2
6.
Juli 2011 zugesprochene
Viertelsrente
zu Unrecht aufgehoben hat. Weder liegt ein Revisionsgrund vor, noch sind die Voraussetzungen für eine wiederwägungsweise Aufhebung erfüllt.
Vielmehr ist d
ie
angefochtene Verfügung vom 2
3.
April 2018 (
Urk.
2) in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und es ist
ausgehend von den obigen Erwägungen
fest
zustellen, dass der Beschwerdeführer
ab
Mai 2012
Anspruch auf
eine halbe Rente der Invalidenversicherung
hat.
8
.
8
.1
Da die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen zu prüfen war, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtkosten sind nach dem Verfah
rensaufwand sowie unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Ver
fahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
8
.2
Nach
§
34
Abs.
1
GSVGer
hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Unter Berücksichtigung der
genannten
Kriterien
, des gerichtsüblichen Stunden
ansatzes von
Fr.
220.-- sowie der Tatsache, dass Rechtsanwalt
Glavas
den Beschwerdeführer bereits in den vorangegangenen Gerichtsverfahren vertreten hat, weshalb er mit den Akten bereits vertraut gewesen ist,
ist die von der
Beschwerdegegnerin an den Beschwerdeführer zu bezahlende
Prozessentschädi
gung auf
Fr.
1'5
00.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.
Diese ist nicht zu reduzier
en, da das Hauptbegehren
des Versicherten
, soweit über die zuzusprechende
halbe Invalidenrente
hinausgehend (sog. Überklagen), den Pro
zessaufwand nicht wesentlich beeinflusst hat (BGE 117 V 401 E. 2c; Urteil des Bundesgerichts 9C_846/2015 vom
2.
März 2016 E. 3).