Decision ID: 86e048ed-e3d9-4734-bc75-e8c47c0b4829
Year: 2020
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._, von Beruf Lehrer, meldete sich am 7. August 2017 beim Regionalen
Arbeitsvermittlungszentrum Oberuzwil (nachfolgend: RAV) zur Arbeitsvermittlung an
und bezog ab diesem Datum Leistungen der Arbeitslosenversicherung (act. G3.1/III/1).
Am 30. August 2019 stellte er bei der Unia Arbeitslosenkasse (nachfolgend: Kasse)
Antrag auf Arbeitslosenentschädigung für eine Folgerahmenfrist ab 7. August 2019
(act. G3.1/III/2).
A.a.
Mit Schreiben vom 24. September 2019 informierte die Kasse den Versicherten,
dass innerhalb der Rahmenfrist für die Beitragszeit (7. August 2017 bis 6. August 2019)
die Mindestbeitragszeit von zwölf Monaten nicht nachgewiesen sei. Sie gab ihm
Gelegenheit zur Stellungnahme (act. G3.1/I/10).
A.b.
Mit auf den 16. September 2019 datierter Stellungnahme nahm der Versicherte
Bezug auf das Schreiben der Kasse vom 24. September 2019. Er habe jeweils als
Vikar/ Stellvertreter gearbeitet. Sämtliche Arbeitgeber hätten, namentlich aus
Spargründen, nur die geleisteten Lektionen oder Schulpräsenzzeiten in den Verträgen
festgehalten. Die im Lektionenlohn enthaltene Vorbereitungs- und Einarbeitungszeit
müsse bei der Berechnung der Beitragszeit einbezogen werden. Seine Arbeitseinsätze
seien jeweils als volle Monate anzurechnen, da Schulferien einen längeren
Arbeitseinsatz verunmöglicht hätten und Vorbereitung sowie Korrekturzeiten zu
berücksichtigen seien. Andernfalls werde es für ihn schwierig, die von der Kasse
verlangte Mindestbeitragszeit zu erreichen (act. G3.1/I/9).
A.c.
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B.
Mit Verfügung vom 1. Oktober 2019 wies die Kasse den Antrag auf
Arbeitslosenentschädigung ab (act. G3.1/I/8). Dagegen erhob der Versicherte, vertreten
durch Rechtsanwältin Jasmina Husidic, am 23. Oktober 2019 Einsprache. Die
Begründung der Einsprache sowie der Einspracheergänzung vom 22. November 2019
stimmt im Wesentlichen mit jener der Stellungnahme überein, wobei der Versicherte
sich detaillierter zu den einzelnen Arbeitsverhältnissen äusserte. Zusätzlich machte er
geltend, er werde aufgrund seines Alters von keiner Schule als langfristiger Lehrer
eingestellt und könne deshalb nur Vikariate übernehmen. In Berufen mit häufig
wechselnden oder befristeten Anstellungen, wie dies bei ihm in der letzten Rahmenfrist
der Fall gewesen sei, seien die ersten 60 Kalendertage eines befristeten
Arbeitsverhältnisses für die Beitragszeit zu verdoppeln (act. G3.1/I/7 und G3.1/I/3).
A.d.
Mit Entscheid vom 20. Dezember 2019 wies die Kasse die Einsprache ab.
Innerhalb der relevanten Rahmenfrist für die Beitragszeit vom 7. August 2017 bis
6. August 2019 könne der Versicherte beitragspflichtige Beschäftigungen für die Dauer
von 10.46 Monaten nachweisen. Aus den vorliegenden Bescheinigungen über
Zwischenverdienste, den Lohnabrechnungen, Arbeitsverträgen und
Arbeitgeberbescheinigungen würden keine längeren Beschäftigungszeiten
hervorgehen. Die vom Versicherten beantragte Verdoppelung während der ersten
60 Kalendertagen wie in Berufen mit häufig wechselnden oder befristeten Anstellungen
falle ausser Betracht. Diese Regelung gelte nur für folgende Berufe: Musiker,
Schauspieler, Artist, künstlerischer Mitarbeiter bei Radio, Fernsehen oder Film,
Filmtechniker, Journalist (act. G3.1/I/2).
A.e.
Gegen diesen Entscheid erhebt A._ am 24. Januar 2020 Beschwerde. Er
beantragt, der Einspracheentscheid sei aufzuheben und es seien die gesetzlichen
Leistungen zu erbringen. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Er habe die
Mindestbeitragszeit erfüllt und damit Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung. Von
November 2017 bis Sommer 2019 habe er als Lehrer diverse Vikariatseinsätze an
verschiedenen Schulen geleistet. Bevor er eine Stelle angetreten habe, habe er sich
vorbereiten, mit der zu unterrichtenden Klasse auseinandersetzen, den aktuellen Stand
und die Unterrichtsmaterialien der zu vertretenden Lehrperson prüfen sowie sich
B.a.
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Erwägungen
1.
entsprechend einarbeiten müssen. Zudem müsse jede Lektion vor- und nachbereitet
werden und Korrekturarbeiten seien notwendig. Dies gehöre zum Lehrerberuf dazu.
Nicht nur die Schullektionen, auch die Vor- und Nachbereitungszeit sei als Beitragszeit
anzurechnen. Er sei ausschliesslich für befristete Stellvertretungen aufgeboten worden.
Aus diesem Grund sei von einem Beruf mit häufig wechselnden oder befristeten
Anstellungen auszugehen. Die von der Beschwerdegegnerin zitierte Aufzählung sei
nicht abschliessend. Seine Vikariatseinsätze seien ebenfalls unter die Bestimmung der
Verordnung zu subsumieren (act. G1).
Mit Beschwerdeantwort vom 25. Februar 2020 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des
Beschwerdeführers. Zur Begründung verweist sie auf den Einspracheentscheid
(act. G3).
B.b.
Am 6. April 2020 ersucht der Beschwerdeführer um eine rasche Behandlung der
Angelegenheit und einen baldigen Bescheid, da er seit seiner Aussteuerung kaum mehr
ein Einkommen habe und ihm auch keine Arbeit vermittelt werde. Seine Situation habe
sich wegen der Corona-Krise zusätzlich verschärft (act. G5).
B.c.
Gemäss Art. 8 Abs. 1 lit. e des Bundesgesetzes über die obligatorische
Arbeitslosenentschädigung und die Insolvenzentschädigung (AVIG; SR 837.0) setzt der
Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung voraus, dass die versicherte Person die
Beitragszeit erfüllt hat oder von der Erfüllung der Beitragszeit befreit ist. Die
Beitragszeit hat erfüllt, wer innerhalb der dafür vorgesehenen Rahmenfrist gemäss
Art. 9 Abs. 3 AVIG während mindestens zwölf Monaten eine beitragspflichtige
Beschäftigung ausgeübt hat (Art. 13 Abs. 1 AVIG). Die Ausübung einer
beitragspflichtigen Beschäftigung bedeutet hier jede auf die Erzielung eines
beitragspflichtigen Einkommens gerichtete Tätigkeit der versicherten Person während
der Dauer eines Arbeitsverhältnisses (Gerhard Gerhards, AVIG-Kommentar, Bd. I,
Art. 13 Rz 8).
1.1.
Die Mindestbeitragspflicht ist letztlich Ausfluss der verfassungsrechtlichen
Konzeption, wonach die Arbeitslosenversicherung zur Hälfte mit Beiträgen der
1.2.
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Arbeitnehmenden zu finanzieren ist (Thomas Nussbaumer, Arbeitslosenversicherung, in
SBVR, Bd. XIV, 3. Aufl., Rz 201).
Als Beitragsmonat zählt jeder volle Kalendermonat, in dem die versicherte Person
beitragspflichtig ist (Art. 11 Abs. 1 der Verordnung über die obligatorische
Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung [AVIV; SR 837.02]). Als
Beitragszeiten, die nicht einen vollen Kalendermonat umfassen, gelten solche aus
angebrochenen Kalendermonaten, in denen Beginn oder Ende des Arbeitsverhältnisses
innerhalb des gleichen Monats liegen oder in denen ein Arbeitsverhältnis nicht den
ganzen Monat angedauert hat. Solche Beitragszeiten werden zusammengezählt, wobei
die Beschäftigungstage grundsätzlich mit dem Faktor 1.4 vervielfacht werden. Dabei
gelten je 30 Kalendertage als ein Beitragsmonat (BGE 125 V 42 E. 3c mit Hinweisen;
Urteil des Bundesgerichts vom 13. Juni 2017, 8C_127/2017, E. 2.1; Art. 11 Abs. 2
AVIV).
1.3.
Für den Leistungsbezug und für die Beitragszeit gelten, sofern das Gesetz nichts
anderes vorsieht, zweijährige Rahmenfristen. Die Rahmenfrist für den Leistungsbezug
beginnt mit dem ersten Tag, für den sämtliche Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind.
Die Rahmenfrist für die Beitragszeit beginnt zwei Jahre vor diesem Tag. Ist die
Rahmenfrist für den Leistungsbezug abgelaufen und beansprucht die versicherte
Person wieder Arbeitslosenentschädigung, so gelten, sofern das Gesetz nichts anderes
vorsieht, erneut zweijährige Rahmenfristen für den Leistungsbezug und die Beitragszeit
(Art. 9 AVIG).
1.4.
Im früheren Recht musste eine versicherte Person nachweisen, dass sie in den 365
Tagen vor der Geltendmachung während mindestens 150 vollen Arbeitstagen eine
genügend überprüfbare Beschäftigung als Arbeitnehmende ausgeübt hat, für die sie
beitragspflichtig war. Der Akzent lag bei dieser Regelung auf dem vollen Arbeitstag und
auf der genügenden Überprüfbarkeit der Arbeitsstunden, die die versicherte Person
tatsächlich geleistet hat. Diese wurden dann in volle Arbeitstage umgerechnet. Bei
dieser Lösung stand somit die Beitragspflicht bezogen auf einen vollen Arbeitstag im
Vordergrund. Die Dauer des Arbeitsverhältnisses war nur von sekundärer Bedeutung.
Im neuen Recht steht hingen der Beitragsmonat im Vordergrund. Es kommt demnach
auf die formale Dauer des Arbeitsverhältnisses an, nicht mehr dagegen darauf, ob die
während des Arbeitsverhältnisses ausgeübte Beschäftigung der versicherten Person
volle Arbeitstage ergibt (Gerhard Gerhards, a.a.O., Art. 14 Rz 3 f.). Das Abstellen auf
den Beitragsmonat als massgebende Grösse kann dazu führen, dass eine versicherte
Person mit bloss wenigen Arbeitstagen verteilt auf zwölf Monate innerhalb eines
Arbeitsverhältnisses die Mindestbeitragszeit erfüllt, bei ungleich mehr
1.5.
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2.
beitragspflichtigen Beschäftigungstagen oder Arbeitsstunden im Rahmen
verschiedener kurzfristiger Arbeitsverhältnisse hingegen nicht. Dieses Ergebnis ist vom
Gesetzgeber gewollt (vgl. Nussbaumer, a.a.O., Rz 213; Urteil des Bundesgerichts vom
26. August 2008, 8C_20/2008, E. 4.2).
Versicherten Personen, die im Anschluss an eine Tätigkeit in einem Beruf
arbeitslos werden, in dem häufig wechselnde oder befristete Anstellungen üblich sind,
wird die Beitragszeit für die ersten 60 Kalendertage eines befristeten
Arbeitsverhältnisses verdoppelt (Art. 13 Abs. 4 und 5 AVIG i.V.m. Art. 12a AVIV). Als
Berufe, in denen häufig wechselnde oder befristete Anstellungen üblich sind, gelten
insbesondere Musiker, Schauspieler, Artist, künstlerischer Mitarbeiter bei Radio,
Fernsehen oder Film, Filmtechniker und Journalist (Art. 8 AVIV). Die Ausnahmeklausel
ist eine Folge der Erhöhung der Mindestbeitragszeit von sechs auf zwölf Monate. Damit
wollte der Gesetzgeber dem drohenden faktischen Ausschluss von Berufsleuten im
Bühnen- und künstlerischen Bereich und von anderen unregelmässigen Tätigkeiten
vorbeugen. Personen aus diesen Berufsgruppen müssten aufgrund der spezifischen
Arbeitssituation auch unfreiwillig ohne Festanstellung arbeiten, seien teilweise nur an
bestimmten Tagen engagiert und könnten ohne Selbstverschulden in der Zwischenzeit
keine andere geregelte Arbeit annehmen. Zweck war mithin eine erleichterte Erfüllung
der Beitragszeit für bestimmte Personengruppen, die exemplarisch aufgezählt wurden.
Den in Art. 8 AVIV definierten Berufsgruppen ist eigen, dass ihre Arbeit durch
unregelmässige, kurz- oder längerfristige Einsätze mit (möglichen) Arbeitsausfällen
zwischen zwei Engagements gekennzeichnet und die Tätigkeit mitunter aufgrund ihres
produktions- und projektbezogenen Charakters nicht immer planbar ist. Die
Unregelmässigkeit der Tätigkeiten bringt demnach naturgemäss Beschäftigungslücken
mit sich oder kann sie zumindest mit sich bringen (Nussbaumer, a.a.O., Rz 211; BGE
137 V 126 E. 4.3 f.).
1.6.
Die Rahmenfrist für die Beitragszeit beginnt vorliegend unstreitig am 7. August
2017 und endet am 6. August 2019.
2.1.
Die Beschwerdegegnerin hat die Beitragsmonate gestützt auf die jeweils konkrete
Anstellungsdauer des Beschwerdeführers gemäss den im Recht liegenden
Arbeitgeberbescheinigungen, Arbeitsverträgen, Lohnabrechnungen und
Arbeitsbestätigungen richtig ausgerechnet (siehe act. G3.1/II/1 bis 5; zur
Berechnungsweise siehe auch E. 1.3 vorstehend). Auf ihre diesbezüglichen
2.2.
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3.
Ausführungen im Einspracheentscheid kann deshalb verwiesen werden. Daraus
resultiert eine Beitragszeit von 10.46 Monaten (siehe act. G3.1/I/2).
Der Beschwerdeführer macht geltend, er habe faktisch länger gearbeitet und
dadurch mehr Beitragszeit akkumuliert, weil er seine Arbeitseinsätze habe vor- und
nachbereiten müssen. Es ist deshalb zu prüfen, ob ihm dafür zusätzliche Beitragszeit
anzurechnen ist.
3.1.
Als Beitragszeit ist nur diejenige Zeit anzurechnen, während welcher die
versicherte Person eine auf die Erzielung eines beitragspflichtigen Einkommens
gerichtete Tätigkeit während der Dauer eines Arbeitsverhältnisses ausübt (siehe E. 1.1
vorstehend). Eine Erwerbstätigkeit ausserhalb eines Arbeitsverhältnisses wird demnach
nicht berücksichtigt. Der Gesetzgeber nahm grundsätzlich in Kauf, dass versicherte
Personen, welche in der Rahmenfrist lediglich verschiedene kurzfristige
Arbeitsverhältnisse vorweisen können, die Mindestbeitragszeit nicht erfüllen. Dies
selbst dann, wenn sie während dieser Arbeitsverhältnisse mehr gearbeitet haben, als
andere versicherte Personen in einem längerfristigen, auf zwölf Monate verteilten
Arbeitsverhältnis (E. 1.5 vorstehend). Dies spricht ebenfalls dafür, dass die Vor- und
Nachbereitung des Beschwerdeführers nicht als Beitragszeit zu berücksichtigen ist, ist
doch der Antritt einer neuen Stelle ebenso wie die Beendigung eines
Arbeitsverhältnisses in vielen Berufssparten mit einer gewissen Einarbeitungs- und
Abschluss- oder Übergabephase verbunden. Dennoch verlangt der Gesetzgeber von
Personen mit kurzfristigen Arbeitsverhältnissen grundsätzlich eine Mindestbeitragszeit
von zwölf Monaten.
3.2.
Der Beschwerdeführer erwähnte in seiner Stellungnahme vom September 2019, im
Lektionenlohn sei die Vorbereitungs- und Einarbeitungszeit enthalten. Die Vor- und
Nachbereitung gehört zum Lehrerberuf, wie der Beschwerdeführer selbst vorbringt (vgl.
etwa act. G3.1/I/7, S. 2). In der von ihm eingereichten Bestätigung der B._ hielt der
Schulpräsident fest: "Als Lehrperson gibt es nebst der Unterrichtszeit
selbstverständlich auch Vor- und Nachbereitungsaufgaben, die insbesondere bei
Stellvertretungen auch ausserhalb der effektiven Anstellung anfallen
können" (act. G1.2). Dieser Aufwand wird demnach im Lehrerberuf als normal
angesehen und den Lehrpersonen mit dem während des Arbeitsverhältnis bezahlten
Lohn abgegolten. Eine Ausdehnung des Arbeitsverhältnisses auf die Vor- und
Nachbereitungszeit findet nicht statt. Folgerichtig entrichtet die Lehrperson für diesen
Zeitraum auch keine Beiträge an die Arbeitslosenversicherung. Diese werden für die
3.3.
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4.
5.
Dauer des Arbeitsverhältnisses auf den tatsächlich entrichteten Lohn erhoben.
Während der Vor- und Nachbereitungszeit trägt die versicherte Lehrperson folglich
nicht zur Finanzierung der Arbeitslosenversicherung bei (vgl. E. 1.2 vorstehend). Auch
unter diesem Blickwinkel rechtfertigt sich keine Ausdehnung der Beitragszeit.
Der Beschwerdeführer macht geltend, es liege ein Anwendungsfall von Art. 13
Abs. 4 und 5 AVIG i.V.m. Art. 12a AVIV und Art. 8 AVIV vor. Da er lediglich häufig
wechselnde und befristete Anstellungen erhalten habe, müssten die ersten 60
Kalendertage dieser Anstellungen für die Beitragszeitberechnung jeweils verdoppelt
werden. Die erwähnten Bestimmungen können jedoch vorliegend keine Anwendung
finden. Sie sind Berufsgruppen vorbehalten, für welche häufige Wechsel und kurze
befristete Engagements üblich sind. Dies ist bei vielen Künstlerberufen der Fall. Der
zugrundeliegende Gedanke dieser Gesetzesregelung liegt darin, dass nicht ganze
Berufsgruppen als solche vom Anspruch der Arbeitslosenversicherung faktisch
ausgeschlossen werden sollen (vgl. E. 1.6 vorstehend).
4.1.
Der Lehrerberuf ist hingegen nicht auf häufig wechselnde, kurzfristige Anstellungen
ausgerichtet. Vielmehr üben Lehrpersonen ihren Beruf meist über längere Zeit an der
gleichen Institution aus.
4.2.
Auch der Beschwerdeführer suchte nicht bloss eine vorübergehende Anstellung
als Stellvertretung, sondern eine Festanstellung. Er fand aber nur kurze Vikariate. Sie
dauerten 0.65, 0.89, 1.28, 2.03, 2.49 und 3.12 Monate. Diesem Umstand ist auch
geschuldet, dass in seine Anstellungsdauer keine Schulferien fielen, welche als
zusätzliche Beitragsmonate hätten angerechnet werden können. Der Beschwerdeführer
führt die Tatsache, dass er keine länger dauernde Anstellung erhielt, auf sein Alter und
die damit für einen potentiellen Arbeitgeber verbundenen höheren Lohnkosten zurück.
Dies mag zutreffen, hat aber nicht zur Folge, dass der Beschwerdeführer einer
Berufsgruppe gemäss Art. 8 AVIV zuzuordnen wäre. Er verbleibt in der Berufsgruppe
der Lehrpersonen, welche nicht von einer Verdoppelung der Beitragszeit profitiert, auch
wenn sein persönliches Jobprofil ihm das Auffinden einer Festanstellung erschwert.
4.3.
Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin die Beitragszeit des
Beschwerdeführers korrekt berechnet. Da er die Mindestbeitragszeit nicht erfüllt, hat
der Beschwerdeführer, wie die Beschwerdegegnerin richtig festgestellt hat, keinen
5.1.
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