Decision ID: 3b4d847b-b040-404e-bc0a-4a56a5a81cbc
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1956, war seit Januar 2010 als Hauswart tätig (Urk. 8/14 Ziff. 2) und
meldete
sich am 13. Oktober 2014 unter Hinweis auf einen Lungeninfekt mit Herzinfarkt bei der Invalidenversicheru
ng zum Leistungsbezug an (Urk. 8
/4). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
klärte die medizinische (Urk. 8/15, Urk. 8
/19, Urk.
8
/46, Urk.
8
/59) und erwerbliche Si
tuation ab und zog Akten der Taggeldversicherung bei (Urk.
8
/30).
Im Rahmen des
Vorbescheidverfahrens
(Urk.
8
/66, Urk.
8
/70, Urk.
8
/115-117) holte
die IV-Stelle weitere Arztberichte (Urk.
8
/71, Urk.
8
/75, Urk.
8
/77) und beim Z
entrum
Y._
ein polydisziplinäres Gutachten ein, das am 27. März 2018 erstattet wurde (Urk.
8
/114).
Mit Verfügung vom 19. Juli 2018 verneinte die IV-Stelle einen Rentenanspruch (Urk.
8
/124).
Die vom Versicherten dagegen am 2
7.
August 2018 erhobene Be
schwerde (
Urk.
8/125/3-11) wies das hiesige Gericht im Verfahren IV.2018.00691 mit Urteil vom
2
1.
Oktober 2019 ab (
Urk.
8/128).
Die dagegen am 2
8.
November 2019 erhobene Beschwerde (
Urk.
8/129/2-7) wies das Bundesgericht im Verfahren 9C_797/2019 mit Urteil vom
6.
Januar 2020 ab (
Urk.
8/
130).
1.2
Am
5.
Februar 2020
meldete sich der Versicherte erneut bei der Invaliden
ver
si
cherung z
um Leistungsbezug an und machte eine Verschlechterung seines Ge
sundheitszustandes geltend
(
Urk.
8/134)
.
Die Sozialversicherungsanstalt des
Kan
tons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab und verneinte nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
8/150-159) mit Ver
fügung vom 1
0.
November 2020 einen Rentenanspruch (
Urk.
8/166 =
Urk.
2).
2.
Der Versicherte erhob am 1
0.
Dezember 2020
Beschwerde (
Urk.
1) gegen die Verfügung vom 1
0.
November 2020
(
Urk.
2) und beantragte,
diese sei aufzuheben und es seien ihm die gesetzlichen Leistungen zuzusprechen (S. 2).
Die IV-Stelle beantra
gte mit Beschwerdeantwort vom
1.
Februar 2021 (
Urk.
7
) die Abweisung der Beschwerde.
Dies wurde dem Beschwerdeführer am
2.
Februar 2021 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
9
).
Mit Eingabe vom
8.
Februar 2021 (
Urk.
10) reichte der Beschwerdeführer zwei weitere Arztberichte (
Urk.
11/1-2) zu den Akten. Diese wurden der Beschwerdegegnerin am
9.
Februar 2021 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
12).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unt
erbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Artikel 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Alters
jahres folgt (Abs. 1). Der Anspruch entsteht nicht, solange die versicherte Person ein Taggeld nach Art. 22 IVG beanspruchen kann (Abs. 2). Die Rente wird vom Beginn des Monats an ausbezahlt, in dem der Rentenanspruch entsteht (Abs. 3). Beträgt der Invaliditätsgrad weniger als 50 %, so werden die entsprechenden Ren
ten nur an Versicherte ausbezahlt, die ihren Wohnsitz und ihren gewöhn
lichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz haben. Diese Voraussetzung ist auch von Angehörigen zu erfüllen, für die eine Leistung beansprucht wird (Abs. 4).
1.4
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach Art. 87 Abs. 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den An
spruch erheblichen Weise geändert hat.
Ergibt die Prüfung durch die Verwaltung, dass die Vorbringen der versicherten Person nicht glaubhaft sind, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versi
cherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tat
sächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revi
sionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist
sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die fest
gestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidi
tät zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.5
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich geblie
benem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachver
halts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hin
wei
sen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesent
li
chen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbe
acht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.6
Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung zumutbarerweise erzielbare Einkommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln, wobei an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten keine übermässigen Anforderungen zu stellen sind (BGE 138 V 457 E. 3.1 mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts 9C_118/2015 vom 9. Juli 2015 E. 2.1 mit Hinweis).
Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zumu
t
bar ist. Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leis
tungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt von den Umständen des Einzelfalles ab. Massgebend können die Art und Beschaffenheit des Gesund
heitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbei
tungs
aufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeits
struktur, vorhan
dene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein (BGE
138 V 457 E. 3.1 mit Hinweisen). Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeitsfähig
keit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt nicht zuletzt davon ab, welcher Zeitraum der versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor allem auch für einen allfälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht (BGE 138 V 457 E. 3.2 mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_645/2017 vom 23. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
Gemäss BGE 138 V 457 richtet sich der Zeitpunkt, in welchem die Frage nach der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter beantwortet wird, nach dem Feststehen der medizinischen Zumutbarkeit einer (Teil-)Erwerbs-tätig
keit (E. 3.3). Als ausgewiesen gilt die medizinische Zumutbarkeit einer (Teil-)Er
werbstätigkeit, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuver
lässi
ge Sachverhaltsfeststellung erlauben (BGE 143 V 431 E. 4.5.1; vgl. BGE
138
V 457 E. 3.4).
1.7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung (
Urk.
2) damit, da
ss in der Zeit vom 2
5.
Juli 2019 bis 3
0.
November 2019 eine gesundheitliche Einschränkung vorgelegen habe. Ab Dezember 2019 sei dem Beschwerdeführer eine Tätigkeit zumutbar, in welcher er ein rentenausschliessendes Einkommen erzielen könne. Es bestehe somit eine vorübergehende gesundheitliche Einschrän
kung. Es bestehe kein Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung.
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer geltend (
Urk.
1),
gemäss Arzt
be
richte sei ihm keine realistisch denkbare Tätigkeit möglich, es bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (S. 3). Für polymorbide Personen, die in ihrem ange
stammten Tätigkeitsbereich nicht mehr arbeiten könnten, sei statistisch erstellt, dass diese keine Anstellung mehr fänden
(S. 4)
.
Er könne mit Alter 63 nur noch eine sitzende Tätigkeit ausüben. Darüber hinaus sei es nicht realistisch, dass ein Arbeitgeber einen Arbeitnehmer mit Alter 63 anstelle, der lediglich sitzen könne. Deshalb habe er Anspruch auf eine ganze Rente (S. 6).
2.
3
Strittig und zu prüfen ist ein Rentenanspruch des Beschwerdeführers.
3.
Zur medizinischen Aktenlage hielt das hiesige Gericht mit Urteil vom 2
1.
Oktober 2019 im Verfahren IV.2018.00691 in E.
3
(Urk. 8/128) Folgendes fest:
Die Ärzte des
Y._
erstatteten ihr polydisziplinäres Gutachten am 27. März 2018 (
...
) gestützt auf die Akten sowie die Untersuchungen des Be
schwer
deführers und nannten die folgenden, hier leicht gekürzt angeführten
Di
agnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
(
...)
:
k
oronare, valvuläre und hypertensive Herzkrankheit
•
k
oronare 1-Gefäss Erkrankung mit Status nach NSTEMI
Juli 2014 mit Stent-
Implantation im Ramus
Diagonalis
1 (Mallorca)
•
Status nach biologischem Aortenklappenersatz (
...
) sowie subko
ro
narer
Graftersatz
Vaskutec
32 mm sowie Sinus-
Valsalva
-
Repair
mit Rekon
str
uktion der
akoronaren
Klappenta
s
c
he und Rekonstruktion mit dem
Vaskutec
Graft bei mittelschwerer Aortenklappenstenose sowie Aneu
rysma der Aorta
ascendens
(
...
) bei
bikuspider
Aorten
klappe am 2
9. September
2017, Unispital
Z._
•
t
ransthorakale Echokardiographie 2
2. März
2018: EF 45
%
, inferiore Hypo- bis Akinesie, diastolische Dysfunktion Grad l,
normale Funktion der
aortalen
Bioprothese, keine linksventrikuläre Hypertrophie
•
Ergometrie März 20
18:
d
eutlich eingeschränkte Belastbarkeit von 53
%
der Sollleistung bei extrakardialer Limitierung und tief-normalen Blut
druckwerten
•
periphere arterielle Verschlusskrankheit (
PAVK
)
Grad
IIa
•
Status nach PTA und Stent-
lmplantation
der
Arteria
iliaca
communis
links und PTA der
Arteria
iliaca
interna
rechts
April 2015
•
CT Mai 2017
:
o
ffener Stent in der
Arteria
iliaca
communis
links bei Verdacht auf hochgradige Stenose der
Arteria
femoralis
communis
rechts
Als
Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
nannten sie die fol
genden (
...
)
:
•
Alkoholabhängigkeitssyndrom (ICD-10 F10.25)
•
k
ardiovaskuläre Risikofaktoren:
p
ersistierender Nikotinabusus, Diabetes mellitus Typ 2, arterielle Hypertonie, Hypercholesterinämie, Adipositas, Bewegungsmangel
Sie führten aus, der Beschwerdeführer sei in seiner angestammten Tätigkeit als Hauswart aufgrund der kardiologischen Befunde ab Juli 2014 auf Dauer zu 100 % arbeitsunfähig. Leichte körperliche Tätigkeiten seien dem Beschwerde
führer von Juli 2014 bis und mit zum heutigen Tag, mit Ausnahme der Hos
pi
talisationen, immer zu 100 % zumutbar gewesen. Eine mittelschwere körper
liche Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer seit drei Monaten nach der Herzope
ration, also seit zirka Februar 2018 zu 30 % zumutbar gewesen. Es sei aus allgemein medizinischer Sicht zu erwähnen, dass möglicherweise Beschwerden von Seiten des Rückens oder einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit limitierend für die Be
lastungsfähigkeit anlässlich der Ergometrie gewesen seien (
...
).
Gesamtmedizinisch sei somit festzuhalten, dass dem Beschwerdeführer lediglich leichte körperliche Tätigkeiten vollschichtig zumutbar seien. Solche Tätigkeiten seien ihm seit Juli 2014 zumutbar (
...
).
4.
4.1
Im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom 1
0.
November 2020 (
Urk.
2) lagen im Wesentlichen die folgenden Berichte vor:
Die Ärzte des Universitätsspitals
Z._
berichteten am 2
0.
Juni 2019 (
Urk.
8/127/3-4) über die Hospitalisation des Beschwerdeführers vom 1
9.
Juni bis 2
0.
Juni 2019 und nannten folgende Diagnosen (S. 1):
-
Leukoplakie
am Zungenrand links, Erstdiagnose April 2015
-
Hypopharynxkarzinom
links
-
Aneurysma der Aorta
ascendens
bei
bikuspider
Aortenklappe mit mittel
schwerer Aortenklappenstenose
-
koronare
Eingefässerkrankung
-
chronic
obstructive
pulmonal
disease
(
COPD
)
GOLD-Stadium II, Gruppe C-D
-
Status nach multifokaler Tachykardie 2014
-
Diabetes mellitus Typ 2
-
periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK)
IIa
-
chronischer Alkoholabusus
-
obstruktives Schlafapnoe-Syndrom
-
Hyperurikämie
-
Schrumpfniere rechts bei
ostialer
Stenose der rechten Nierenarterie
-
Status nach offener
Septorhinoplastik
mit I-Beam und beidseits
Turbino
plastik
November 2009
Sie führten aus,
es erfolge eine vorzeitige notfallmässige Vorstellung in der Tumorsprechstunde. Der Beschwerdeführer berichte
,
im Bereich der Exzisions
stelle der Zunge linksseitig bereits am Vorabend eine selbstlimitierende Blutung bemerkt zu haben. Heute Morgen sei die Blutung nun erneut aufgetreten. Zudem sei
en
zunehmend ein
Foetor
sowie Schmerzen aufgetreten. Es erfolge eine stationäre Aufnahme zur Therapie.
Im Verlauf sei keine erneute Blutung aufge
treten. Auch seien die Schmerzen und der
Foetor
unter der antibiotischen The
rapie im Verlauf deutlich
regredient
.
4.2
Die Ärzte des Stadtspitals
A._
berichteten am 2
9.
Juni 2019 (
Urk.
8/132/4-7)
über die ambulante Behandlung auf dem Notfall
und
führten aus, es erfolge eine notfallmässige Selbstvorstellung bei progredienter Dyspnoe seit vier Wochen, aktuell nochmals aggraviert mit Anstrengungsdyspnoe bei leichtester Belastung
, sowie b
ereits beim Gehen auf Ebene
starker
Dyspnoe (S. 2).
Insgesamt sei am ehesten von einer kardialen Dekompensation bei Beendigung der diuretischen Therapie auszugehen.
Dem Beschwerdeführer werde dringend die stationäre Aufnahme zur Rekompensation sowie Einstellung der diuretischen Therapie
emp
fohlen, was
vo
n ihm
wiederholt abgelehnt
werde
, so dass man sich auf ein ambu
lantes Prozedere mit zeitnaher Kontrolle geeinigt habe (S. 3 f.).
4.3
Die Ärzte des
Z._
berichteten am 2
9.
August 2019 (
Urk.
8/142/3)
über die ambulante Behandlung des Beschwerdeführers vom
6.
August 2019 in der Poli
klinik und führten aus, es erfolge planmässig die erste postoperative Verlaufs
kontrolle nach der am 2
5.
Juli 2019 durchgeführten transoralen Tumorresektion des
Hypopharynxkarzinoms
links
. Der Beschwerdeführer berichte insgesamt über einen erfreulichen Verlauf.
Es zeige sich eine vollständige Resektion des Prima
rius im
Bereich des Hypopharynx links. Jedoch sei formal eine elektive Neck
dissection
auf der linken Seite indiziert. Dies sei heute mit dem Beschwerdeführer ausführlich besprochen worden. Dieser möchte vorerst noch etwas Bedenkzeit. Entsprechend werde der Eingriff provisorisch für September geplant
(S. 2)
.
4.4
Die Ärzte des Stadtspitals
A._
berichteten am 3
0.
Januar 2020 (
Urk.
8/143/4-7)
über die ambulante Untersuchung des Beschwerdeführers und nannten folgende Diagnosen (S. 1):
-
chronische Niereninsuffizienz
-
koronare, valvuläre und hypertensive Herzkrankheit
-
chronische Alkoholkrankheit mit Leberzirrhose
-
Diabetes mellitus Typ 2
-
COPD GOLD-Stadium II Gruppe C-D
-
PA
VK
IIa
-
Schlafapnoe-Syndrom
-
Hypopharynx-
C
arzinom
-
Gicht
Sie führten aus,
die Zuweisung erfolge durch den Hausarzt zur nephrologischen Standortbestimmung bei einer zuletzt Verschlechterung der Nierenfunktion (S. 2).
Es liege eine chronische über die letzten vier Wochen stabile Niereninsuffizienz vor. Es sei von einer multifaktoriellen Genese auszugehen. Bei ausgeprägter Athe
ro
sklerose und bereits vorliegender Nierenarterienstenose rechts sei am ehesten primär von einer vaskulären Ursache auszugehen, wofür auch die stark fluktu
ie
rende Nierenfunktion spreche.
Die deutliche Verschlechterung der Blutzuckerein
stellung mit aktuell deutlicher Glukosurie habe vermutlich ebenfalls dazu beige
tragen
(S. 3)
.
4.5
Dr.
med.
B._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, berichtete am 1
3.
März 2020 (
Urk.
8/137/1-5) und führte aus, der Beschwerdeführer sei alle ein bis zwei Monate bei ihr in Behandlung. Es fänden ausserdem regelmässig Kontrollen in der Nephrologie sowie in der Kardiologie des Stadtspitals
A._
statt. Der Beschwerdeführer sei seit 2014 bis auf weiteres zu 100
%
arbeitsunfähig für sämtliche Tätigkeiten (S. 1
Ziff.
1.2-1.3)
.
Er
leide an einer schweren Herz
krankheit mit Status nach Herzinfarkt, COPD, Diabetes mellitus Typ 2 (insulin
pflichtig), PAVK, Schlafapnoesyndrom sowie an degenerativen Wirbelsäulenver
änderungen (S.
1
Ziff.
2.1).
Der Beschwerdeführer sei verunsichert wegen des
Hypo
pharynxkarzinoms
, dessen weiterer Verlauf unklar sei. Es sei unmöglich, eine Arbeitsfähigkeit zu erlangen (S. 2
Ziff.
2.4 und
Ziff.
2.7).
Eine Eingliederung sei nicht
möglich. Der Beschwerdeführer benötige häufige längere Erholungs
phasen, in denen er sich hinlegen müsse (S. 3
Ziff.
4.3-4.4).
4.6
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, Regionaler Ärzt
licher Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin, nahm am 2
3.
April 2020 Stellung (
Urk.
8/149/4) und führte aus,
gemäss der Aktenlage werde
neu die Diagnose eines
Hypopharynxkarzinoms
mit Erstdiagnose im Juni 2019 genannt. Es sei eine operative Therapie erfolgt, wodurch Tumorfreiheit habe erreicht werden können.
Gemäss
dem
ORL-
Arztbericht
h
abe sich der Beschwerdeführer gut erholt, sub
jektiv ginge es ihm sogar sehr gut. Essen und Trinken gehe problemlos. Schluck
beschwerden würden verneint. Somit habe sich der Gesundheitszustand durch die
Therapie des
Hypopharynxkarzinoms
nur vorübergehend verschlechtert. Die leichte
bis allenfalls moderate Niereninsuffizien
z
sei ohne andauernde Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit. Ab Juli 2019 bis November 2019 sei von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Danach sei der Beschwerdeführer wieder zu 100
%
arbeitsfähig in einer angepassten Tätigkeit.
4.7
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Neurologie, berichtete am 3
0.
September 2020 (
Urk.
8/162)
und führte aus, es bestehe nach dem Herzinfarkt weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Der Beschwerdeführer leide unter Atembeschwer
den, Leistungsabfall, sensibler- und Kraftstörung vor allem in den Beinen mit Gehbeeinträchtigung, Beeinträchtigung der Beweglichkeit der Hände, allgemeiner Unsicherheit, Rückenschmerzen sowie Übelkeit nach dem Essen (S. 1
Ziff.
2.2).
Neu nannte
Dr.
D._
einen Verdacht auf eine fortgeschrittene Polyneuropathie (S. 2
Ziff.
2.4).
Die Prognose sei unklar. Aktuell sei nicht von einer relevanten Arbeitsfähigkeit auszugehen (S. 2
Ziff.
2.7). Es bestünden eine Beeinträchtigung der Motorik durch eine sensible- und Schmerzstörung, eine Schwäche, eine redu
zierte Leistungsfähigkeit, psychische Beeinträchtigungen, K
o
nzen
trationsstö
run
gen, Ausdauermangel sowie eine verminderte Belastbarkeit (S. 3
Ziff.
3.4).
4.8
Dr.
C._
, RAD
(vorstehend E. 4.6)
, nahm am
3.
November 2020 erneut Stellung (
Urk.
8/165/3-4) und führte aus, im neurologischen Arztbericht werde aufgrund der subjektiven Beschwerden des Beschwerdeführers der dringende Verdacht auf eine Polyneuropathie geäussert. Objektive Befunde fehlten. Jedoch sei eine Poly
neuropathie als Folgeerkrankung des bekannten langjährigen insulinpflichtigen Diabetes mellitus, gegebenenfalls auch durch den chronischen Alkoholkonsum mit Leberzirrhose durchaus möglich. Eine volle Arbeitsunfähigkeit in der bishe
rigen Tätigkeit als Hauswart sei allein aufgrund der zusätzlichen Diagnosen bereits in der RAD-Stellungnahme vom 2
3.
April 2020 nicht bestritten. Es bleibe die Frage der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten, überwiegend sitzenden Tätig
keit. Vom
Beschwerdeführer würden diesbezüglich IV-fremde Gründe genannt.
Die Verwertbarkeit einer angepassten Tätigkeit sei keine von Medizinern zu be
antwortende Frage, wobei altersbedingt eingeschränkte Kompensationsmecha
nis
men aufgrund der Polymorbidität zu berücksichtigen seien.
4.9
Die Ärzte des
Z._
, Klinik für Neurologie, berichteten am
5.
Januar
2021 (
Urk.
11
/2) über die durchgeführte
Neuroangiologie
und führten aus, es
werde die Fort
set
zung der Sekundärprophylaxe sowie generelle Kontrolle und konsequente The
rapie
der vaskulären Risikofaktoren, ein aerobes Ausdauertraining moderater Intensität und eine Echokardiographie zum Ausschluss einer kardialen Genese empfohlen.
4.10
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Neurologie, berichtete am 1
4.
Januar 2021 (
Urk.
11/1)
und nannte folgende Diagnosen (S. 1):
-
ausgeprägte distal-symmetrische, sensible Polyneuropathie mit neuropa
thi
schem Schmerzsyndrom bei Diabetes mellitus
-
multipelste
zerebrovaskuläre
Risikofaktoren: Nikotinabusus, arterielle Hypertonie, Diabetes mellitus, Leberzirrhose
-
Herzinsuffizienz und Status nach NSTEMI
-
ausgeprägte Plaques mit 50%iger Stenose der
Arteria
carotis
interna
beiderseits mit Status nach Netzhautischämie
Er
führte aus, der Beschwerdeführer stelle sich zur Zweitmeinung vor wegen Schmerzen in den Beinen, die sich beidseits brennend, mal kalt mal heiss an
fühlen würden. Hinzu komme ein Taubheitsgefühl der Fusssohle mit einer ent
sprechenden Gangunsicherheit. Das Taubheitsgefühl habe sich in den letzten Jahren allmählich entwickelt.
Bei der Untersuchung der Hirnnerven zeige sich links ein partieller Gesichtsfelddefekt (Folge der Netzhautischämie), ansonsten sei der Hirnnervenbefund regelrecht. An den Fingern bestehe beidseits eine distal-symmetrische Sensibilitätsstörung mit Hypästhesie
. Weiter bestehe eine mässige sensible Ataxie mit
breitbasigem
Gangbild, eine Atrophie der Unterschenkel, eine trophische Störung in Form von reduzierter kapillärer Durchblutung an den Füssen und trockener Haut (S. 1). Die Polyneuropathie sei sehr ausgeprägt. Die Konstellation spreche nicht dafür, dass der Alkohol mit der Leberzirrhose Ursache
der
Polyneuropathie sei. Die Therapie dieses Schmerzsyndroms sei wegen der Begleiterkrankungen mit Niereninsuffizienz und Leberfunktionsstörung
nicht einfach
. Offenbar ursächlich für die Netzhautischämie dürfte die Atherosklerose mit hochgradigen Plaques an der Aorta
carotis
sein, die selbst noch nicht ope
rationswürdig seien. Allerdings wäre eine
Statintherapie
als prophylaktische Mas
s
nahme zerebraler Ischämien bei dieser Konstellation sinnvoll. Mit dem Be
schwer
deführer sei nochmals über seine gesamte Prognose gesprochen worden, die bei
Fortsetzung des Nikotinabusus und Alkoholkonsums angesichts der Vorerkran
kungen nicht sehr günstig sei. Eine unbedingte Nikotin- und Alkoholabstinenz sowie Gewichtsabnahme sei dringlich (S. 2).
5.
5.1
Die Rentenabweisung im
Juli 2018 (
Urk.
8/124) erfolgte
gestützt auf
die Beur
teilung der
Y._
-Gutachter.
Demnach war von einer koronaren, valvulären und hypertensiven Herzkrankheit sowie einer peripheren arteriellen Verschluss
krank
heit (PAVK) auszugehen. Der Beschwerdeführer war in seiner angestammten Tätigkeit als Hauswart ab Juli 2014 nicht mehr arbeitsfähig, in einer angepassten leichten körperlichen Tätigkeit bestand jedoch eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (vorstehend E. 3).
Mit diesem Sachverhalt ist derjenige zu vergleichen, welcher der hier ange
foch
tenen Verfügung zugrunde liegt. Zur Beurteilung des aktuellen Gesundheitszu
standes des Beschwerdeführers
ging die Beschwerdegegnerin gestützt auf die Beurteilungen der behandelnden Ärzte - der
Stellungnahme des RAD folgend (vorstehend E
. 4.6 und E. 4.8
)
–
nicht von einer verschlechterten gesundheitlichen Situation aus, da es sich bei der neu hinzugekommenen Diagnose einer Poly
neuropathie um eine Verdachtsdiagnose handle. Bereits bei der Verfügung vom Juli 2018 habe in einer angepassten Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit vor
gelegen. Aus medizinisch-theoretischer Sicht sei in einer angepassten rein sitzen
den Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
gegeben
(
Urk.
8/165/4)
.
Der Be
schwerdeführer bestreitet
, 100
%
arbeitsfähig zu sein. Es sei ihm keine realistisch denkbare Tätigkeit möglich, womit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe (vor
stehend E. 2.2).
5.2
Die behandelnden Ärzte diagnostizierten
neu
im Wesentlichen eine
Leukoplakie
am Zungenrand links, ein
Hypopharynxkarzinom
links
, eine Niereninsuffizienz, ein Schlafapnoe-Syndrom sowie eine Polyneuropathie (vorstehend E. 4).
Es be
stünden eine Beeinträchtigung der Motorik, eine reduzierte Leistungsfähigkeit,
psychische Beeinträchtigungen, Konzentrationsstörungen, Ausdauermangel sowie
eine verminderte Belastbarkeit. Es sei nicht von einer relevanten Arbeitsfähigkeit auszugehen (E. 4.7, E. 4.5).
Gestützt darauf führte RAD-Ärztin
Dr.
C._
aus, dass eine Polyneuropathie als Folgeerkrankung des bekannten langjährigen insulin
pflichtigen Diabetes mellitus durchaus möglich sei und eine volle Arbeits
un
fähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als Hauswart bereits im April 2020 nicht bestritten worden sei.
Die Verwertbarkeit einer angepassten, überwiegend sitzen
den Tätigkeit sei keine von Medizinern zu beantwortende Frage, wobei alters
bedingt eingeschränkte Kompensationsmechanismen aufgrund der Polymorbidi
tät zu
berücksichtigen seien (E. 4.8).
Die Einschätzung der RAD-Ärztin eines nunmehr geänderten Belastungsprofils ist ohne weiteres nachvollziehbar.
Es ist somit im Vergleich zu 2018 von einem wesentlich enger gefassten Belastungs
profil auszugehen.
5.3
F
ür die
Beantwortung der Frage, ob die Arbeits
fähigkeit des Beschwerdeführers
in
einer
angepassten
, vorwiegend sitzenden
Tätig
keiten zumutbar sei, sind unter anderem das Alter de
s Beschwerdeführers
und die voraussichtlich verbleibende Dauer
seiner
Erwerbstätigkeit von Bedeutung, dies im Zeitpunkt der ärztlichen Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit (vorstehend E. 1.6
).
Für den Zeitpunkt, in welchem die Frage nach der Verwertbarkeit der (Rest-)
Arbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter beantwortet wird, ist auf das Feststehen der medizinischen Zumutbarkeit einer (Teil-)Erwerbstätigkeit abzustellen. Gemäss BGE 138 V 457 E. 3.4 steht die medizinische Zumutbarkeit einer (Teil-)
Erwerbs
tätigkeit fest, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuver
lässige Sachverhaltsfeststellung erlauben (Urteil des Bundesgerichts 9C_734/2013 vom 13. März 2014 E. 2.2 mit weiteren Hinwe
isen). Dies war vor
liegend
mit
der medizinischen Beurteilung durch die RAD-Ärztin im November 2020
der Fall
(
vorstehend E. 4.8).
Der
im November
1956 geborene
Beschwerdeführer war zu diesem Zeitpunkt
64 Jahre
alt
, womit noch eine Erwerbstätigkeit während rund
einem Jahr
bis zum Erreichen des AHV-Pensionsalters
in
Aussicht stand.
Er ist gelernter Bau- und Möbelschreiner und war zuletzt von 2010 bis 2014 als Haus
wart tätig
(vgl.
Urk.
8/4
,
Urk.
8/14
)
.
Der Beschwerdeführer besitzt über keine anderen Berufs
kennt
nisse. Aufgrund der Bewegungs- und vor allem Belastungs
ein
schränkung
en
ist dem Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit als
Haus
wart
nicht mehr zumutbar. Er kann nur noch körperlich leichte,
überwiegend sitzende
Tätigkeiten ausüben (vorstehend E. 4.
8
). Die Stellenaus
wahl auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt wird dadurch erheblich eingeschränkt. Auch sind besondere Begabungen oder Fertigkeiten, die dem Beschwerdeführer einen beruflichen Wiedereinstieg in eine leichte,
überwiegend sitzende
Tätigkeiten oder in eine rein administrative Tätigkeit erleichtern könnten, nicht ersichtlich.
5.4
Nach dem Gesagten erscheint eine Verwertung der Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt als stark erschwert. Angesichts der genannten Fak
toren würde der Beschwerdeführer mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
auf dem Weg der Selbsteingliederung
keinen Arbeitgeber mehr finden, der ihn für eine geeignete, leichte Tätigkeit einstellte. Namentlich der Umstand, dass er
im massgeblichen Zeitpunkt nur noch
ein
Jahr
vor seiner ordentlichen Pensionie
rung stand,
würde einen durchschnittlichen Arbeitgeber davon abhal
ten, die mit seiner
Beschäftigung verbundenen Risiken wie krankheits
bedingte Ausfälle, be
rufliche Unerfahrenheit und geringe Anpassungs
fähigkeit einzuge
hen, zumal behindertengerechte Arbeitsplätze von Behinderten in jungem und mittlerem Alter ebenfalls stark nachgefragt werden (vgl. dazu das Urteil des Bun
desgerichts 9C_954/2012 vom 1
0.
Mai 2013 E. 3.2.2).
5.
5
In Gesamtwürdigung
der
für die Zumutbarkeitsfrage im vorliegenden Fall mass
gebenden objektiven und subjektiven Umstände ist davon auszugehen, dass die dem Beschwerdeführer verbleibende Restarbeitsfähigkeit mit Einschränkungen auch bei angepassten Tätigkeiten auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit Blick auf sein fortgeschrittenes Alter realistischerweise nicht mehr nachgefragt wird und ihm
der
en Verwertung auch gestützt auf die Selbsteinglie
der
ungs
pflicht nicht mehr zugemutet werden kann.
Da die Resterwerbsfähigkeit des Beschwerdeführers wirtschaftlich nicht mehr ver
wertbar ist, liegt eine vollständige Invalidität im Sinne von Art. 8 Abs. 1 ATSG
vor (vgl. vorstehend E. 1.1).
Der
Beschwerdeführer hat demnach Anspruch auf eine
ganze Rente (vgl. vorstehend E. 1.2).
5.
6
Zu prüfen bleibt der Rentenbeginn.
Der Beschwerdeführer meldete sich am
5
.
Februar
20
20
wieder bei der Invaliden
versicherung an (Urk.
8
/
134
). Nach Art. 29 Abs. 1 IVG kann der Rentenanspruch frühestens sechs Monate nach der Geltendmachung entstehen. Die versicherte Person muss in diesem Zeitpunkt während eines Jahres ohne wesentlichen Unter
bruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sein (War
tezeit), wobei die Arbeitsunfähigkeit bei Erwerbstätigen der medizinisch festge
stellten Einschränkung im bisherigen Beruf entspricht (BGE 130 V 97 E. 3.2; vgl. vorste
hende Erwägungen 1.1 und 1.3).
Vorliegend war die Wartezeit im Zeitpunkt der
erneuten Anmeldung
vom
5
.
Februar
20
20
bereits erfüllt, bestand doch unbestrittenermassen eine 100%ige Arbeitsun
fähigkeit in der bisherigen Tätigkeit.
So ergibt sich aus dem
Y._
-Gutachten vom März 2018 (vorstehend E. 3), dass der Beschwerdeführer aufgrund der kardiologischen Befunde in seiner angestammten Tätigkeit als Hauswart zu 100
%
arbeitsunfähig sei.
Da sich der Beschwerdeführer im
Februar
20
20
bei der Invalidenversicherung anmeldete, besteht der Rentenanspruch somit ab dem 1.
August
20
20. Dies führt zur
Gutheissung der Beschwerde.
6.
6.1
Gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von
Art.
61
lit
. a ATSG
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhän
gi
g vom Streitwert im Rahmen von
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.-- festgesetzt. Vorlie
gend erweist sich eine Kostenpauschale von
Fr.
800.-- als angemessen. Aus
gangs
ge
mäss sind die Kosten der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6
.2
Nach
§
34
Abs.
1
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Partei
kosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens be
messen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Der anwaltlich vertretene Beschwerdeführer ist vorliegend bei einem praxis
gemässen Stundenansatz von Fr. 220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer und Baraus
lagen) mit Fr. 2’100.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschä
digen.