Decision ID: 0f048d43-639e-508e-a503-eeaec4a6b7a2
Year: 2009
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass die Beschwerdeführenden am 15. September 2008 - zusammen mit dem volljährigen Sohn F._. (Verfahrensnummer) - in der Schweiz um Asyl nachsuchten,
dass die Beschwerdeführenden 1-4 im Rahmen der Erstbefragungen im Empfangs- und Verfahrenszentrum G._ vom 8. Oktober 2008 und den Anhörungen nach Art. 29 Abs. 1 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) durch das BFM vom 27. und 31. Oktober 2008 zur Begründung im Wesentlichen ausführten, Mazedonien nach dem Kriegsausbruch - als dort grosse Armut geherrscht habe - im Jahr 1992 verlassen und seither in H._ gelebt zu haben, wo die Beschwerdeführenden 4 und 5 zur Welt gekommen seien,
dass sich die Situation für die Familie in H._ in der letzten Zeit verschlechtert habe, da Roma schikaniert würden und sie mit ihren Tätigkeiten im (...-)handel und (...-)verkauf kaum mehr Einkünfte  hätten beziehungsweise ihnen das Arbeiten aufgrund fehlender Aufenthaltsbewilligungen verunmöglicht worden sei,
dass sie H._ deshalb am 12. September 2008 in ihrem eigenen Auto verlassen hätten und illegal in die Schweiz eingereist seien, damit insbesondere die Kinder hier ein geregeltes Leben führen könnten,
dass bezüglich der weiteren Aussagen beziehungsweise der  des rechtserheblichen Sachverhalts auf die Protokolle bei den  verwiesen wird (vgl. A1, A2, A3, A4, A18, A19, A20 und A21),
dass die (...) Behörden am 3. Februar 2009 der Rückübernahme der Beschwerdeführenden zustimmten,
dass das BFM mit Verfügung vom 6. März 2009 in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. a AsylG auf die Asylgesuche nicht eintrat und die Wegweisung der Beschwerdeführenden aus der Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug anordnete,
dass das BFM am 24. August 2009 seine Verfügung vom 6. März 2009 aufhob und das Asylverfahren wieder aufnahm,
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dass das BFM mit Verfügung vom 24. August 2009 - eröffnet am 28. August 2009 - in Anwendung von Art. 34 Abs. 1 AsylG auf die Asylgesuche der Beschwerdeführenden vom 15. September 2008 nicht eintrat und die Wegweisung aus der Schweiz sowie den  anordnete,
dass die Beschwerdeführenden dagegen mit Eingabe vom 4.  2009 (Datum Poststempel) beim Bundesverwaltungsgericht  erhoben, worin um Aufhebung der vorinstanzlichen  und um Eintreten auf die Asylgesuche respektive um  Anweisung des BFM, eventualiter um Feststellung der  und Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs und  der vorläufigen Aufnahme ersucht wurde,
dass zudem in formeller Hinsicht um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) und um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ersucht wurde,
dass die Beschwerdeführenden mit der Beschwerdeschrift eine  eines Austrittsberichts der Klinik I._ vom 5. August 2009 bezüglich der pulmonalen Rehabilitation des Beschwerdeführers 1 zu den Akten reichten,
dass die vollständigen vorinstanzlichen Akten am 9. September 2009 beim Bundesverwaltungsgericht eintrafen (vgl. Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden  Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-34 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),
dass die Beschwerdeführenden durch die angefochtene Verfügung  berührt sind, ein schutzwürdiges Interesse an deren  beziehungsweise Änderung haben und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert sind (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),
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dass somit auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde  ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG sowie Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 52 VwVG),
dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden kann (Art. 106 Abs. 1 AsylG),
dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, bei denen es das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen (Art. 32-35 AsylG), die Beurteilungskompetenz der  grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,
dass sich die Beurteilungszuständigkeit der Beschwerdeinstanz somit darin erschöpft, bei Begründetheit des Rechtsmittels die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurückgehen zu lassen (vgl. Entscheidungen und  der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1 S. 240 f.),
dass indes die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs der Wegweisung materiell prüft, weshalb dem  diesbezüglich volle Kognition zukommt,
dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in  Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters  einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend - wie nachfolgend aufgezeigt - um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),
dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen  verzichtet wurde,
dass auf Gesuche von Asylsuchenden aus verfolgungssicheren  nach Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG (sogenannte Safe-Country-) nicht eingetreten wird, ausser es gebe Hinweise auf Verfolgung (Art. 34 Abs. 1 AsylG),
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dass die Beschwerdeführenden 1 bis 3 in Mazedonien geboren  (vgl. A1 S. 1, A2 S. 1 und A3 S. 1 sowie Pass der  2, in welchem auch die Beschwerdeführende 3 eingetragen ist) und somit gemäss Art. 3 des mazedonischen Staatsbürgergesetzes vom 12. November 1992 mazedonische Staatsangehörige sind  Anspruch auf Erteilung der mazedonischen Staatsbürgerschaft ,
dass die in H._ geborenen Beschwerdeführenden 4 und 5 aufgrund der Abstammung ebenfalls einen entsprechenden Anspruch besitzen (vgl. Art. 4 des mazedonischen Staatsbürgergesetzes),
dass die Vorbringen in der Beschwerdeschrift hinsichtlich der  von Roma bei der Ausstellung von Ausweisen in Staaten wie  oder Bosnien und Herzegowina an dieser Einschätzung nichts zu ändern vermögen,
dass der Bundesrat Mazedonien mit Beschluss vom 1. August 2003 zu einem verfolgungssicheren Staat (safe country) im obgenannten Sinn erklärt hat,
dass somit die formellen Voraussetzungen für den Erlass eines  auf der Grundlage von Art. 34 Abs. 1 AsylG  sind,
dass zu prüfen bleibt, ob Hinweise auf eine Verfolgung vorliegen (Art. 34 Abs. 1 AsylG),
dass bei Art. 34 Abs. 1 AsylG praxisgemäss derselbe weite  zur Anwendung kommt wie in Art. 18, Art. 33 Abs. 3 Bst. b und Art. 35 AsylG (zu den beiden erstgenannten Bestimmungen vgl. EMARK 2004 Nr. 35 E. 4.3 S. 247),
dass demzufolge auch bei Asylsuchenden aus verfolgungssicheren Staaten einlässlich geprüft werden muss, ob sie die  erfüllen, sobald sich aus den Akten Hinweise auf Verfolgung , deren Unglaubhaftigkeit nicht bereits auf den ersten Blick  werden kann (vgl. EMARK 2005 Nr. 2 E. 4.3 S. 16 f.),
dass die Beschwerdeführenden 1-3 Mazedonien gemäss eigenen  im Jahr 1992 aufgrund des Kriegsausbruchs und der damit  schwierigen Situation für die Bevölkerung verlassen haben,
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dass der Krieg in Mazedonien unterdessen seit vielen Jahren beendet ist,
dass es den Beschwerdeführenden somit nicht gelungen ist, die in  auf Mazedonien bestehende Vermutung der Verfolgungssicherheit zu widerlegen,
dass in der Beschwerde nichts geltend gemacht wird, das allenfalls zu einer anderen Beurteilung führen könnte,
dass die medizinischen Vorbringen ebenfalls nicht geeignet sind, zur Annahme einer Verfolgung oder einer menschenrechtswidrigen  der Beschwerdeführenden in Mazedonien zu führen,  diese grundsätzlich unter dem Aspekt der Zumutbarkeit des  zu prüfen sind,
dass das BFM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 34 Abs. 1 AsylG auf die Asylgesuche der Beschwerdeführenden nicht  ist,
dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die  aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend die Beschwerdeführenden weder eine Aufenthaltsbewilligung besitzen noch einen Anspruch auf Erteilung einer solchen haben (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und demnach vom BFM zu Recht angeordnet wurde,
dass das BFM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen  über die vorläufige Aufnahme von Ausländern regelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des  vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und  [AuG, SR 142.20]),
dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn  Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),
dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land  werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus
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einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),
dass der Vollzug der Wegweisung vorliegend in Beachtung dieser massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da es den Beschwerdeführenden nicht gelungen ist, eine  erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des  Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige  ersichtlich sind, die ihnen in Mazedonien droht,
dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als  erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und  Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),
dass in Mazedonien keine Situation allgemeiner Gewalt herrscht,  derer die Bevölkerung konkret gefährdet wäre und eine  dorthin als generell unzumutbar betrachtet werden müsste,
dass der Umstand, wonach der Beschwerdeführer 1 an Tuberkulose erkrankt ist - wobei diese unterdessen nicht mehr ansteckbar ist, er gemäss Austrittsbericht der Klinik I._ vom 5. August 2009 am 22. Juli 2009 in die ambulante Weiterbehandlung entlassen worden ist und aktuell ein guter Allgemeinzustand festgestellt wurde -, nicht auf eine konkrete Gefährdung aufgrund einer medizinischen Notlage schliessen lässt, welche im Heimatstaat nicht behandelbar wäre,
dass aufgrund der medizinischen Versorgungslage in Mazedonien  ausgegangen werden kann, dass die medikamentöse  des Beschwerdeführers 1 dort ebenfalls möglich ist (vgl. Europäisches Ministerforum der WHO: „Alle gegen Tuberkulose“, Die Erklärung von Berlin, 2008), was ebenfalls für die Behandlung anderer Familienmitglieder bei allfälliger Ansteckung und auch für die von der Beschwerdeführenden 2 vorgebrachten gesundheitlichen  (Medikamenteneinnahme nach erfolgter Operation an der [...] in H._, vgl. A12 S. 2, A19 S. 3) gilt,
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dass die Beschwerdeführenden über Arbeitserfahrung als (...) und (...) verfügen, die Kinder in H._ die Schule besucht haben, alle neben der Muttersprache auch über (...-)kenntnisse und teils weitere Fremdsprachenkenntnisse verfügen (vgl. A1 S. 3, A2 S. 3, A3 S. 3, A4 S. 3) und sie zudem mit der (Verwandten) des Beschwerdeführers 1 in Mazedonien auch Verwandte haben (vgl. A1 S. 4),
dass überdies blosse soziale oder wirtschaftliche Schwierigkeiten, wie namentlich der Mangel an Arbeitsplätzen, von welchen die ansässige Bevölkerung betroffen ist, keine existenzbedrohende Situation , welche den Wegweisungsvollzug in den Heimat- oder  als unzumutbar erscheinen liesse (vgl. EMARK 2005 Nr. 24 E. 10.1 S. 215), weshalb auch anfängliche wirtschaftliche  dem Vollzug nicht entgegenstehen,
dass schliesslich bei einem Wegweisungsvollzug nach einer  in der Schweiz von rund einem Jahr nicht von einer  der Kinder aus dem ihnen vertrauten Umfeld gesprochen  kann, wie in der Beschwerdeschrift geltend gemacht,
dass somit nach dem Gesagten der Vollzug der Wegweisung der  insgesamt als zumutbar zu erachten ist,
dass der Vollzug der Wegweisung schliesslich auch möglich ist, da  Vollzugshindernisse bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es den  obliegt, bei der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG),
dass nach dem Gesagten der vom BFM verfügte Vollzug der  nach Mazedonien zu bestätigen ist,
dass es den Beschwerdeführenden demnach nicht gelungen ist , inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletze, den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststelle oder unangemessen sei (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde  ist,
dass mit vorliegendem Urteil ohne vorgängige Instruktion das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses  geworden ist,
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dass die vorliegende Beschwerde aufgrund obiger Erwägungen als aussichtslos zu qualifizieren ist und daher das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG - ungeachtet der allfälligen Bedürftigkeit der Beschwerdeführenden - abzuweisen ist,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens dessen Kosten von Fr. 600.-- (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) den Beschwerdeführenden aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).
(Dispositiv nächste Seite)
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