Decision ID: 3bcc5619-41b3-4d80-8c63-9a0e91aeaee8
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der am
16
.
August
20
14
geborene
X._
wurde
am
22
.
Dezember
20
14 von seinen Eltern
unter Hinweis auf
ein
Geburtsgebrechen
bei der Invalidenver
sicherung zum Leistungsbezug an
gemeldet
(Urk. 7/
1
).
Die
Sozialversicherungsan
stalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte
in der Folge
Abklärungen in medizi
nischer Hinsicht und
verneinte
nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/9-12)
mit Verfügung vom
31
.
August
20
15
eine Kostengutsprache für medizinische Massnahmen
(Urk. 7/
13
=
Urk.
2
)
.
2.
Gegen die Verfügung vom
31
.
August
2015
(
Urk.
2)
erhob
die Helsana Versiche
rungen AG als
Krankenversicherer des
Versicherte
n
am
14.
Oktober
201
5
Beschwerde mit dem Antrag auf Aufhebung des angefochtenen Entscheides und
Kostengutsprache für medizinische
Massnahmen
entsprechend
dem
Geburtsge
brechen
Ziffer 395
des Anhang
s
zur
Verordnung über
Geburtsgebrechen
(
GgV
-
Anhang)
.
Eventuell sei das Verfahren
zwecks weiterer Abklärungen und
Neu
entscheidung
an die IV-Stelle
zurückzuweisen
(Urk. 1 S.
2
)
.
Mit
Beschwerde
antwort
vom
24
.
November
201
5
(Urk.
5
) beantragte die Beschwerdegegnerin
die teilweise
Gutheissung
der Beschwerde und
Rückweisung d
er Sache zur wei
teren Abklärung, was der Beschwerdeführerin am
25
. November 2015 zur Kenntnis gebracht wurde
(Urk.
8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach
Art.
1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) in Verbindung mit
Art.
43 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts (ATSG) prüft der Versicherungsträger die Begeh
ren
der versicherten Person, nimmt die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen
vor und holt die erforderlichen Auskünfte ein. Soweit ärztliche oder fachliche Untersuchungen für die Beurteilung notwendig und zumutbar sind, hat sich die versicherte Person diesen zu unterziehen (
Art.
43 Abs. 2 ATSG).
In Ergänzung und Präzisierung zu
Art.
43 Abs. 1 ATSG hält
Art.
57 IVG in Ver
bindung mit Art. 69 Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
fest, dass die IV-Stellen, wenn die
versicherungsmässigen
Voraussetzun
gen erfüllt sind, die erforderlichen Unterlagen, insbesondere über den Gesund
heits
zu
stand, die Tätigkeit, die Arbeits- und Eingliederungsfähigkeit der versi
cherten Person sowie die
Zweckmässigkeit
bestimmter
Eingliederungsmassnah
men
beschaf
fen und zu diesem Zwecke Berichte und Auskünfte verlangen, Gut
achten einholen, Abklärungen an Ort und Stelle vornehmen sowie Spezialisten der öffent
lichen oder privaten Invalidenhilfe beiziehen können.
1.2
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheid
re
levante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
Be
i
ungenügenden Abklärungen
durch den Versicherungsträger holt
die Beschwer
deinstanz im Regelfall ein Gerichtsgutachten ein
, wenn sie einen (im Verwaltungsverfahren anderweitig erhobenen) medizinischen Sachverhalt über
haupt für gutachtlich abklärungsbedürftig hält oder wenn eine
Administrativ
expertise
in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig ist. Die betref
fende Beweiserhebung erfolgt alsdann vor der
–
anschliessend
reformatorisch entscheidenden
–
Beschwerdeinstanz selber statt über eine Rückweisung an die Verwaltung. E
ine Rückweisung an den Versicherungsträger
bleibt hingegen möglich, wenn sie allein in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten
Frage begründet
ist.
Ausserdem
bleibt es dem kantonalen Gericht (unter dem Aspekt der Verfahrensgarantien) unbenommen, eine Sache zurück
zuweisen, wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachtlichen Ausführungen erforderlich ist (B
GE
137 V 210
E.
4.4.1.
4 mit Hin
weisen; Urteil des Bundesgerichts
8C_815/2012 vom 21.
Oktober 2013 E.
3.4
,
publi
ziert in SVR 1/2014 UV Nr. 2 S.
3)
.
2.
2.1
Die Beschwerdeführerin stellte sich in ihrer Beschwerde im Wesentlichen auf den Standpunkt,
die Beschwerdegegnerin hätte zur Beurteilung des vorliegen
den Falles aufgrund ihrer Abklärungspflicht weitere Arztberichte, insbesondere
über die stationäre Behandlung im
Y._
vom
2.
bis 1
3.
Oktober 2014
,
einholen müssen (
Urk.
1 S. 5 Mitte).
2.2
Die Beschwerdegegnerin hielt in ihrer Beschwerdeantwort fest, dass
zur sicheren medizinischen Beurteilung zusätzliche Arztberichte notwendig seien (vgl.
Urk.
6 S. 2 unten)
.
Die Sache sei daher
zu weiteren Abklärungen zurückzuweisen und die Beschwerde in diesem Sinne teilweise gutzuheissen (
Urk.
5).
2.3
Nachdem in Bezug auf die Rückweisung zu weiteren Abklärungen übereinstim
mende Anträge (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
2 oben
; Urk.
5
) vorliegen und diese mit der Akten- und Rechts
lage im Einklang stehen, ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, dass die angefochtene Verfügung vom
31.
August
2015
aufzuhe
ben und die Sache an die
Be
schwerdegegnerin
zur Vornahme der notwendigen Abklärungen und zum neuen Entscheid zurückzuweisen ist.
3.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 400.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
In Bezug auf die von der Beschwerdeführerin beantragte Prozessentschädigung
(vgl.
Urk.
1 S. 2)
gilt, dass Art. 61
lit
. g ATSG in Übereinstimmung mit Art. 68 Abs. 3 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) auszulegen ist (Urteil des Bundesgerichts 9C_67/2008 vom 16. Februar 2009 E. 2.3). Krankenkassen gehören zu den im Sinne von Art. 68 Abs. 3 BGG mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben betrauten Organisationen, weshalb ihnen beim Obsiegen im amtli
chen Wirkungskreis kein Anspruch auf eine Prozessentschädigung zusteht (vgl. auch § 34 Abs. 2
GSVGer
).