Decision ID: 2ac7f9d2-2fe3-41ca-967e-9fd5473d94f6
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ (nachfolgend Versicherter) meldete sich am 5. September 2003 aufgrund
eines Panvertebralsyndroms mit Kribbelparästhesien am ganzen Körper,
Kopfschmerzen, muskulärer Dysbalance und Fehlhaltung und aufgrund von
Knieschmerzen zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 1). Der Versicherte arbeitete
zuletzt vom 15. Februar 2000 bis zum 31. Januar 2001 zu 100% bei der B._ AG als
Rollenwechsler (IV-act. 19) und vom 19. Februar 2001 bis zum 31. Mai 2002
(Kündigung aufgrund längerer Krankheit) zu 100% bei der C._ AG als Metallarbeiter
in der Schweisserei (IV-act. 22).
A.b Gemäss IV-Arztbericht seines Hausarztes Dr. med. D._, Facharzt für
Gastroenterologie und Allgemeine Innere Medizin FMH, vom 29. September 2003,
bestand für die angestammte Tätigkeit (leichte bis mittelschwere Tätigkeit) eine
verminderte Leistungsfähigkeit von 50%. Dem Versicherten sei eine Tätigkeit, welche
die Wirbelsäule nicht belaste und das Tragen und Heben von nur leichten
Gegenständen in einem zeitlichen Rahmen von vier Stunden pro Tag zumutbar (IV-act.
17). Der Versicherte befand sich vom 18. August bis 13. September 2003 in stationärer
Behandlung in der Klinik Valens. Diese diagnostizierte ein Panvertebralsyndrom (ICD: M
54.8) bei degenerativen LWS-Veränderungen, diskreter Bandscheibenprotrusion L4/5
ohne Neurokompression, muskulärer Dysbalance und Wirbelsäulenfehlhaltung,
psychischen Faktoren (ICD-10: F 54), namentlich: dysfunktionaler
Krankheitsbewältigungsstil mit ausgeprägt ängstlich-vermeidendem Coping-Verhalten.
Ein Wiedereinstieg in eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit zu 50% sei realistisch (IV-
act. 21 und 23). Das Psychiatrische Zentrum E._ diagnostizierte am 15. Februar 2005
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eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F 45.4), eine Panikstörung
(ICD-10: F 41.0) und ein Panvertebralsyndrom (ICD-10: M 54.8). Die angestammte
Tätigkeit (Metallarbeiter) sei aus psychiatrischer Sicht zumutbar, zunächst z.B. für drei
Stunden täglich, im Verlauf steigerungsfähig. In einer adaptierten Tätigkeit sei zu
beachten, dass der Versicherte die Körperposition häufig wechseln könne. Anfänglich
sollte eine solche Tätigkeit auf ca. drei bis vier Stunden, ohne verminderte
Leistungsfähigkeit begrenzt sein. Insgesamt sei davon auszugehen, dass die 50%ige
Arbeitsfähigkeit (Teilzeit mit voller Leistung) in einer adaptierten Tätigkeit realisierbar
sein könnte (IV-act. 34).
A.c Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) notierte am 18. April 2005, es liege ein Fall
mit einer bereits fortgeschrittenen Chronifizierung vor. Bei einer Gesamtbetrachtung
könne mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit
ausgegangen werden. Eine weitere Verbesserung scheine jedoch möglich. Es sei
deshalb ein Gutachten angezeigt (IV-act. 35). Am 31. Mai 2005 wurde dem
Versicherten mitgeteilt, eine medizinische Abklärung sei notwendig (IV-act. 37).
A.d Das somatische Teilgutachten vom 8. Mai 2006 des Zentrums für Arbeitsmedizin,
Ergonomie und Hygiene AG (AEH) hielt die Diagnose eines chronischen
Panvertebralsyndroms mit leichter muskulärer Dysbalance und Dekonditionierung,
Wirbelkörper-Hämangiom BWK9, leichte Chondrose Th8/9 mit minimaler Protrusion
dieses Diskus, breitbasige Diskusprotrusionen L2/3 und L3/4, kleinvolumige mediane
Diskushernie L4/5 mit möglichem Kontakt zur Nervenwurzel L5 links, leicht L4/5 rechts
und L5/S1 beidseits, moderate spondylogene Foraminaleinengung L5/S1 fest. Infolge
erheblicher Symptomausweitung, Selbstlimitierung und Inkonsistenz seien die
Resultate der Belastbarkeitstests für die Beurteilung nur teilweise verwertbar gewesen.
Für die angestammte Tätigkeit (Metallbauarbeiter) bestünde eine volle Arbeitsfähigkeit.
Für eine körperlich leichte Tätigkeit, in vorwiegend sitzender Position und mit
gelegentlichem Hantieren mit Lasten bis zehn Kilogramm sei aus rheumatologischer
Sicht von einer vollen Arbeitsfähigkeit auszugehen (IV-act. 44-7 f.). Im psychiatrischen
Teilgutachten vom 13. November 2006 diagnostizierte Dr. med. F._, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, der Klinik G._, eine Anpassungsstörung mit
Angst und Depression gemischt (ICD-10: F 43.22) sowie ein chronisches
Schmerzsyndrom (ohne psychiatrische Codierung nach ICD-10), bei dem
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Verhaltensfaktoren (ICD-10: F 54.0; dysfunktionale Krankheitsbewältigung,
Vermeidungsverhalten) an der Schmerzchronifizierung mitbeteiligt seien. Es fände sich
eine deutliche Selbstlimitierung und Symptomausweitung. Aus psychiatrischer Sicht sei
der Versicherte mindestens zu 50% arbeitsfähig. Bei Durchführung einer ambulanten
fachärztlichen psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung mit medikamentöser
Therapie und einer Gesprächs- und Verhaltenstherapie sollte die Wiedererlangung der
vollen Arbeitsfähigkeit innerhalb eines Jahres möglich sein (IV-act. 47-4 f.). Im
interdisziplinären Konsens gelangte das AEH-Gutachten zum Schluss, die
Einschränkungen des Versicherten seien auf die psychiatrischen Probleme
zurückzuführen und die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit betrage vier
Stunden pro Tag mit der Möglichkeit zu vermehrten Pausen. Aus somatischer Sicht
seien keine Limitierungen vorhanden. In einer leichten körperlichen Tätigkeit, mit
vorwiegend sitzender Position, bestehe aus rheumatologischer Sicht eine volle
Arbeitsfähigkeit. Die zeitliche Limitierung betrage auch hier vier Stunden pro Tag,
wobei nach Durchführung einer fachärztlichen psychiatrisch-psychotherapeutischen
Behandlung eine Besserung erwartet werde, welche die Wiedererlangung einer vollen
Arbeitsfähigkeit innerhalb eines Jahres wahrscheinlich mache (IV-act. 48).
A.e Der RAD führte in seiner Stellungnahme vom 29. Januar 2007 aus, eine anhaltende
somatoforme Schmerz- und Angststörung mit gleichzeitig vorliegender (leichter)
depressiver Komponente sei plausibler und aufgrund der dokumentierten
Krankengeschichte wahrscheinlicher, als eine temporär zu sehende
Anpassungsstörung. Es liege sowohl angestammt wie auch adaptiert eine 50%ige
Arbeitsunfähigkeit vor (IV-act. 49). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (IV-act.
52 f.) wurde dem Versicherten mit den Verfügungen vom 4. April und 6. August 2007
basierend auf einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit bei einem IV-Grad von 50% eine halbe
Rente ab 1. Januar 2003 zugesprochen (IV-act. 56 und 61 f.).
A.f Im Januar 2009 wurde eine Rentenrevision durchgeführt. Nach Einholen eines
Arztberichts bei Dr. D._, welcher bei einem stationären Gesundheitszustand weiterhin
lumbovertebrale und cervicale Schmerzen angab, wurde dem Versicherten am 11.
März 2009 mitgeteilt, es bestünde weiterhin ein Anspruch auf eine halbe Rente (IV-act.
68 bis 73).
B.
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B.a Für die aktuelle Rentenrevision im Mai 2014 (IV-act. 76) holte die IV-Stelle bei
Dr. med. H._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, einen IV-Arztbericht vom
18. Juli 2014 ein. Dieser war lediglich rudimentär ausgefüllt. Angekreuzt hatte der Arzt,
dass der Gesundheitszustand stationär sei. Er habe den Versicherten zuletzt am 12.
Juni 2013 gesehen. Er wisse lediglich, dass der Versicherte eine halbe IV-Rente erhalte
(IV-act. 81). Der RAD schloss daraus in seiner Stellungnahme vom 28. November 2014,
dass keine Anhaltspunkte für die Annahme eines veränderten Gesundheitszustands
vorlägen, da scheinbar kaum Arztkonsultationen erfolgt seien. Er verwies auf die RAD-
Stellungnahme vom 29. Januar 2007 und auf das AEH-Gutachten (IV-act. 87).
B.b Zur genaueren Abklärung des medizinischen Sachverhalts gab die IV-Stelle am 18.
Februar 2015 ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag (IV-act. 90) und teilte dies dem
Versicherten gleichen Datums mit (IV-act. 89).
B.c Im psychiatrischen Gutachten vom 27. April 2015 konnte Dr. med. I._, Facharzt
für Psychiatrie und Psychotherapie, weder Diagnosen mit noch ohne Auswirkungen auf
die Arbeitsfähigkeit stellen. Er führte aus, es fänden sich keine Hinweise, dass dies zu
einem früheren Zeitpunkt anders gewesen wäre. Die von Dr. F._ diagnostizierte
Anpassungsstörung sei aufgrund des damals beschriebenen Psychostatus durchaus
plausibel, allerdings lasse sich damit eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nicht
begründen, und aktuell könne diese Diagnose auch nicht mehr gestellt werden.
Deshalb sei die Arbeitsfähigkeit des Versicherten aus psychiatrischer Sicht sowohl in
der angestammten als auch in einer adaptierten Tätigkeit 100% (IV-act. 93).
B.d Mit Vorbescheid vom 1. Juli 2015 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass
sie die Aufhebung der Rente auf das Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden
Monats vorsehe. Im Rahmen der amtlichen Rentenrevision sei eine medizinische
Begutachtung durchgeführt worden, welche eine erhebliche Verbesserung des
Gesundheitszustandes aus psychiatrischer Sicht belege (IV-act. 96). Am 23. September
2015 verfügte die IV-Stelle gemäss Vorbescheid und entzog einer allfälligen
Beschwerde die aufschiebende Wirkung (IV-act. 100).
C.
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C.a Gegen diese Verfügung richtet sich die durch den Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers erhobene Beschwerde vom 26. Oktober 2015 mit den Anträgen,
die Verfügung vom 23. September 2015 sei vollumfänglich aufzuheben und dem
Beschwerdeführer sei die ihm seit anfangs des Jahres 2003 zugesprochene
Invalidenrente (50%) zu belassen. Des Weiteren sei der eingereichten Beschwerde die
aufschiebende Wirkung wieder zuzuerkennen. Zudem sei die vollumfängliche
unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren. Dr. F._ habe einst eine
Anpassungsstörung mit Angst und Depression (ICD-10: F 43.22) diagnostiziert,
weshalb nicht glaubhaft sei, wenn das im Jahr 2015 erstellte Gutachten aufgrund eines
lediglich zweistündigen Gesprächs zum Schluss komme, es habe sich im Verlauf der
vergangenen Jahre etwas verändert. Deshalb sei ein Obergutachten einzuholen. Der
Beschwerdeführer trage keine Schuld an der Chronifizierung seines Leidens sowie
seiner Vermittlungsunfähigkeit. Ein am 14. November 2001 erlittener Unfall habe zur
totalen Arbeitsunfähigkeit geführt und der Beschwerdeführer werde für die
verbleibenden 13 Jahre nicht mehr in den Arbeitsprozess zu integrieren sein. Der
Beschwerdeführer habe "gar" Anspruch auf Hilflosenentschädigung (act. G 1).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 3. Dezember 2015 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Das Gutachten von Dr. I._
könne keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit mehr feststellen. Zudem
enthalte es eine vollständige Anamnese, berücksichtige die geklagten Beschwerden,
leuchte in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge ein und enthalte
begründete Schlussfolgerungen. Insbesondere sei unter Berücksichtigung des sozialen
Umfeldes, des Tagesablaufes, des Aktivitätsniveaus und der anlässlich der
gutachterlichen Untersuchung festgestellten objektiven Befunde eine volle
Arbeitsfähigkeit nachvollziehbar. Die objektiven Befunde der psychiatrischen
Untersuchung liessen auf keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit schliessen. Zudem
sprächen die fehlende adäquate psychiatrische Therapie und Medikation gegen einen
erheblichen Leidensdruck und eine Arbeitsunfähigkeit. Zusammenfassend sei es
aufgrund der objektiven Befunde im Gutachten von Dr. I._ nachvollziehbar zu einer
Verbesserung des Gesundheitszustandes gekommen, womit ein Revisionsgrund
vorliege. Aus diesen Gründen könne mit grosser Wahrscheinlichkeit auch davon
ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer im Hauptverfahren nicht obsiegen
würde, weshalb der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu Recht entzogen
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worden sei. Des Weiteren seien die Verfügungen vom 4. April und 6. August 2007
aufgrund der Rechtsprechung zur Überwindbarkeit von unklaren syndromalen
Beschwerdebildern zweifellos unrichtig, weshalb die Verfügung vom 23. September
2015 auch mit der substituierten Begründung der Wiedererwägung geschützt werden
könne. Abschliessend führt die Beschwerdegegnerin aus, die berufliche Integration sei
bisher aus IV-fremden Gründen unterblieben, womit vor der Rentenaufhebung kein
Anspruch auf Durchführung beruflicher Eingliederungsmassnahmen bestanden hätte
(act. G 8).
C.c Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wurde am 16. Dezember 2015
bewilligt (act. 10).
C.d Am 15. Dezember 2015 wies das Versicherungsgericht das Gesuch um
Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung mit der Begründung ab, nach
summarischer Prüfung der Akten erscheine eine Gutheissung der Beschwerde zwar
möglich, aber eher wenig wahrscheinlich, weshalb der Ausgang des Verfahrens in der
Hauptsache bei summarischer Prüfung offen sei (act. G 9).
C.e In der Replik vom 22. Februar 2016 beantragt der Beschwerdeführer den Beizug
der sozialversicherungsrechtlichen Akte bei der Gemeinde für die Beurteilung des IV-
Anspruchs. Es könne nicht Ziel der IV-Gesetzgebung sein, dass die einst
zugesprochene IV-Rente revidiert werde, um dann den Beschwerdeführer der Fürsorge
zu überweisen. Dies unter dem Aspekt, dass die über lange Jahre ausgerichtete Rente
zu einer Chronifizierung des Leidens beigetragen habe (act. G 14). Mit einer weiteren
Eingabe vom 7. März 2016 stellt der Beschwerdeführer einen Editionsantrag
insbesondere gegenüber der Steuerbehörde der Gemeinde, um den Hintergrund der
finanziellen Verhältnisse des Beschwerdeführers und dessen Frau besser zu
erleuchten. Weiter müsste noch einmal über die Wiedereinräumung der suspensiven
Wirkung nachgedacht werden (act. G 17).
C.f Die Beschwerdegegnerin verzichtet am 23. März 2016 auf das Einreichen einer
Duplik (act. G 19).

Erwägungen
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1.
1.1 Der Beschwerdeführer beantragt den Beizug der Steuerakten (act. G 1 S. 4) und
stellt einen Editionsantrag gegenüber allen Institutionen, welche möglicherweise dem
Beschwerdeführer und dessen Ehefrau Geldwerte zukommen lassen würden,
insbesondere gegenüber der Steuerbehörde der Gemeinde (act. G 17 S. 2).
1.2 Die Einzelrichterin hat im Entscheid vom 15. Dezember 2015 das Gesuch um
Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung abgewiesen. Dagegen wurde kein
Rechtsmittel ergriffen. Für eine Wiedererwägung desselben sind keine Gründe
ersichtlich. Auch ein allfälliger Beizug der Steuerakten würde zu keinem anderen
Ergebnis führen, da das Interesse der Beschwerdegegnerin, Rückforderungen wegen
der Gefahr der Uneinbringlichkeit und der administrativen Umtriebe zu vermeiden,
rechtsprechungsgemäss regelmässig höher zu gewichten ist als das Hauptinteresse
des Beschwerdeführers, während der Dauer des Beschwerdeverfahrens nicht die
Sozialhilfe in Anspruch nehmen zu müssen (ZAK 1990 S. 152 E. 5c mit Hinweisen). Es
hat damit vorliegend sein Bewenden.
1.3 Auch das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wurde durch das Gericht bereits
behandelt und bewilligt (act. G 10), weshalb sich in dieser Hinsicht und auch bezüglich
des geltend gemachten Rückbehalts der Versicherungsansprüche der
Arbeitslosenversicherung durch die Gemeinde der Beizug der Steuerakten ebenfalls
erübrigt.
1.4 Des Weiteren ist zum implizit gestellten Antrag auf Hilflosenentschädigung
festzuhalten, dass diese nicht Gegenstand der Verfügung war und damit nicht Thema
der Beschwerde bzw. des vorliegenden Entscheids sein kann. Es sind den
medizinischen Akten denn auch keine Hinweise auf eine Hilflosigkeit (keine persönliche
Überwachung notwendig, IV-act. 71-4; keine Anzeichen für Bedarf der dauernden Hilfe
Dritter) zu entnehmen, weswegen der Antrag auch nicht der IV-Stelle zur weiteren
Bearbeitung zu überlassen ist.
2.
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Mit der angefochtenen Verfügung vom 23. September 2015 hat die
Beschwerdegegnerin die halbe Rente des Beschwerdeführers für die Zukunft
aufgehoben. Nachfolgend ist zu prüfen, ob die Rentenaufhebung zu Recht erfolgt ist
und dabei als Erstes, ob das psychiatrische Gutachten von Dr. I._ vom 27. April 2015
beweistauglich ist und darauf abgestellt werden kann.
2.1 Um den Grad der Arbeitsunfähigkeit und gestützt darauf die Erwerbsunfähigkeit
bzw. Invalidität bemessen zu können, sind Verwaltung und Gericht auf Unterlagen
angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu
stellen haben. Aufgabe der ärztlichen Sachverständigen ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4 mit Hinweisen). Unter Berücksichtigung des Grundsatzes der freien
Beweiswürdigung hat das Gericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig
davon, von wem sie stammen. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist
deshalb allein entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist,
auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V
352 E. 3a). Je mehr ein Gutachten von diesen Qualitätsanforderungen abweicht, desto
kleiner ist sein Beweiswert (GABRIELA RIEMER-KAFKA [Hrsg.],
Versicherungsmedizinische Gutachten, 2007, S. 20). Die Rechtsprechung hat es mit
dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar betrachtet, in Bezug auf
bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die
Beweiswürdigung aufzustellen. So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens
eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten volle Beweiskraft zuzuerkennen,
solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE
125 V 353 E. 3b/bb mit Hinweisen).
2.2 Das Gutachten von Dr. I._ sollte in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit insbesondere
die Frage beantworten, ob sich seit den rentenbegründenden Verfügungen vom 4. April
und 6. August 2007 eine Verbesserung des Gesundheitszustandes des
Beschwerdeführers ergeben hat. Das Gutachten hielt weder Diagnosen mit noch ohne
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Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit fest, weshalb eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in
allen Tätigkeiten attestiert wurde. Insgesamt berücksichtigte Dr. I._ in seinem
Gutachten die Vorakten umfassend und setzte sich auch mit dem Gutachten von Dr.
F._ aus dem Jahr 2006 und den darin gestellten Diagnosen ausführlich auseinander
(vgl. IV-act. 93-32 f.). Des Weiteren beruht das Gutachten auf einer vollständigen
Exploration (Krankheitsanamnese, biographische und soziale Anamnese, subjektive
Angaben etc.) des Beschwerdeführers und auf eigenen psychiatrischen
Untersuchungen (Verhaltensbeobachtung, Hamilton Depressionsskala 17). Zuletzt
berücksichtigte Dr. I._ die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden, das
Gutachten leuchtet in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge ein und
schliesslich sind auch die Schlussfolgerungen von Dr. I._ begründet und
nachvollziehbar. Die volle Arbeitsfähigkeit ist auch plausibel, nachdem der
Beschwerdeführer nie eine entsprechende psychiatrische Behandlung in Anspruch
genommen hat und bereits Dr. F._ in seinem Gutachten ein Ausweich- und
Schonverhalten sowie eine deutliche Selbstlimitierung und Symptomausweitung
festgehalten hatte (vgl. IV-act. 47-4).
2.3 Der Beschwerdeführer machte in der Beschwerde geltend, Dr. I._ könne in
einem lediglich zweistündigen Gespräch nicht glaubhaft zum Schluss kommen, es
habe sich im Verlauf der vergangenen Jahre etwas verändert (act. G 1 S. 4). Dazu ist
festzuhalten, dass gemäss Rechtsprechung der für eine psychiatrische Untersuchung
zu betreibende zeitliche Aufwand der Fragestellung und der zu beurteilenden
Psychopathologie angemessen sein muss. Wie hoch dieser im Einzelfall zu
veranschlagen ist, unterliegt letztlich aber der Fachkenntnis und dem
Ermessensspielraum des damit befassten Experten (Urteil des Bundesgerichts vom 9.
Mai 2017, 9C_44/2017 E. 4.3). Wie vorab bereits ausgeführt (E. 2.2), hat sich Dr. I._
eingehend mit den medizinischen Vorakten sowie mit dem Beschwerdeführer selbst
befasst.
2.4 Gesamthaft betrachtet erweist sich das psychiatrische Gutachten in medizinischer
Hinsicht als beweistauglich, da keine konkreten Indizien gegen die Zuverlässigkeit der
Expertise vorliegen.
3.
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Des Weiteren ist zu prüfen, ob sich der Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers seit der Rentenzusprache verbessert haben.
3.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer rentenbeziehenden Person erheblich, so wird
die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht,
herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Anlass zur
Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die
geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE
130 V 349 f. E. 3.5). Ob eine solche Änderung eingetreten ist, beurteilt sich durch
Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der letzten, der versicherten Person
eröffneten rechtskräftigen Verfügung vorlag, die auf einer materiellen Prüfung des
Rentenanspruchs beruht, mit demjenigen zur Zeit der streitigen Revisionsverfügung
(BGE 133 V 108 E. 5.4). Dabei stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der
Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustands
auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinn von
Art. 17 Abs. 1 ATSG dar (BGE 112 V 372 E. 2b mit Hinweisen).
3.2 In den rentenbegründenden Verfügungen vom 4. April und 6. August 2007 stützte
sich die IV-Stelle in psychiatrischer Hinsicht auf das Gutachten vom 13. November
2006 von Dr. F._. Es wurde eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit aufgrund einer
Anpassungsstörung mit Angst und Depression gemischt (ICD-10: F 43.22) und eines
chronischen Schmerzsyndroms (ohne psychiatrische Codierung nach ICD-10), bei dem
Verhaltensfaktoren (ICD-10: F 54; dysfunktionale Krankheitsbewältigung,
Vermeidungsverhalten) an der Schmerzchronifizierung mitbeteiligt seien, attestiert (IV-
act. 47-4). Im aktuellen Gutachten von Dr. I._ konnte keine psychiatrische Diagnose
mehr gestellt werden. Die im Gutachten von Dr. F._ diagnostizierte
Anpassungsstörung hielt Dr. I._ jedoch aufgrund der beschriebenen Symptomatik für
plausibel. Er führte weiter aus, zum Zeitpunkt der aktuellen Untersuchung sei der
Beschwerdeführer psychopathologisch unauffällig, die Diagnose der
Anpassungsstörung könne nicht mehr gestellt werden (IV-act. 93-33). Damit kann von
einer Verbesserung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers ausgegangen
werden.
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3.3 Der RAD hatte in der Stellungnahme vom 29. Januar 2007 eine anhaltende
somatoforme Schmerzstörung und Angststörung mit gleichzeitig vorliegenden
(leichten) depressiven Komponenten aufgrund der Krankengeschichte für
wahrscheinlicher als eine temporär zu sehende Anpassungsstörung gehalten, da bei
dieser von einer grundsätzlich gut behandelbaren und zeitlich begrenzten Erkrankung
ausgegangen werden könne. Bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung hatte der RAD dann
wieder auf das Gutachten von Dr. F._ abgestellt und eine 50%ige Rest-
Arbeitsfähigkeit sowohl in der angestammten wie auch in einer adaptierten Tätigkeit
festgehalten (IV-act. 49). Die Beschwerdegegnerin stützte sich dann aber in ihren
Verfügungen vom 4. April und 6. August 2007 auf das psychiatrische Teilgutachten und
die Diagnosen von Dr. F._ ab (IV-act. 50 und 60 f.). Weiter bestätigte Dr. D._ im
Arztbericht vom 9. Februar 2009 einen stationären Gesundheitszustand, machte aber
lediglich Aussagen betreffend die somatischen Beschwerden (IV-act. 71), weshalb
darauf nicht abgestellt werden kann. Am 18. Juli 2014 hielt Dr. H._ einen stationären
Gesundheitszustand fest, konnte aber nichts weiter ausführen, ausser, dass er wisse,
dass der Beschwerdeführer eine 50%-Rente erhalte (IV-act. 81). Aus diesem Grund,
und auch weil die letzte ärztliche Kontrolle schon über ein Jahr (12. Juni 2013) her ist,
kann bei der Beurteilung, ob ein gleichgebliebener Gesundheitszustand besteht, nicht
auf diesen Arztbericht abgestellt werden. Der RAD führte am 28. November 2014 dazu
dennoch aus, für die Annahme eines veränderten Gesundheitszustandes lägen keine
Anhaltspunkte vor, da scheinbar kaum Arztkonsultationen erfolgt seien. Weitere
Abklärungen veranlasste er trotz unzureichender Aktenlage nicht (IV-act. 87). Diese
wurden unabhängig vom RAD durch die Rentensachbearbeiterin eingeleitet (vgl. IV-act.
88). Weitere medizinische Unterlagen liegen nicht vor.
3.4 Zuletzt ist darauf hinzuweisen, dass Dr. I._ in seinem Gutachten ausführte,
aufgrund der damaligen Diagnose der Anpassungsstörung durch Dr. F._ lasse sich
keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründen (IV-act. 93-33). Dies ist hier nicht
von Belang, da Dr. I._ diese Diagnose nicht mehr stellt, sondern überhaupt keine
Diagnosen mehr erhebt - weder solche mit noch ohne Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit. Damit liegt auch nicht eine bloss unterschiedliche Beurteilung der
Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes
auf die Arbeitsfähigkeit vor. Unabhängig davon, welche Diagnosen im Zeitpunkt der
Rentenzusprache tatsächlich festzustellen waren, steht fest, dass beim
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Beschwerdeführer damals diverse behandlungsbedürftige Befunde vorhanden waren
und diese anlässlich der Begutachtung durch Dr. I._ nicht mehr feststellbar waren.
Mithin ist spätestens seit der Begutachtung durch Dr. I._ von einem verbesserten
Gesundheitszustand auszugehen. Damit kann das Vorliegen eines Revisionsgrundes
gemäss Art. 17 ATSG bestätigt werden und die Beschwerdegegnerin durfte die
Verfügung anpassen. Bei völligem Fehlen von psychiatrischen Diagnosen sowie
uneingeschränkter Arbeitsfähigkeit besteht kein Rentenanspruch mehr.
4.
Der Beschwerdeführer rügt, durch das Vorgehen der Beschwerdegegnerin läge eine
Verletzung von Art. 8a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR
831.20) vor (act. G 1 S. 3). Die Wiedereingliederung gemäss Art. 8a IVG ist für
Rentenbezüger mit vermutetem Eingliederungspotenzial vorgesehen, bei welchen der
Gesundheitszustand oder die erwerblichen Verhältnisse keine anspruchswesentliche
Änderung erfahren haben. Dies ist beim Versicherten, der infolge erheblicher
Verbesserung des Gesundheitszustands keine Invalidenrente mehr beanspruchen
kann, nicht der Fall (Urteil vom 23. Dezember 2015, 9C_324/2015 E. 5). Im Übrigen sind
die Voraussetzungen, die eine Selbsteingliederung nicht zulassen (Vollendung des 55.
Altersjahres oder Rentenbezugsdauer von mindestens 15 Jahren; vgl. Urteil vom 18.
Oktober 2012, 9C_572/2012 mit Hinweisen), vorliegend nicht gegeben. Dem implizit
gestellten Antrag auf Wiedereingliederungsmassnahmen ist damit unter dem Titel von
Art. 8 IVG nicht zu folgen.
5.
5.1 Aufgrund des nachweislich verbesserten Gesundheitszustandes war die Revision
zulässig. Da keine anspruchsbegründende Invalidität mehr besteht, ist die Einstellung
der Rente zu Recht erfolgt und die Beschwerde abzuweisen.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegenden Angelegenheit als angemessen. Dem unterliegenden
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Beschwerdeführer sind die Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 600.-- aufzuerlegen.
Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist er von der Bezahlung zu befreien.
5.3 Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der
Rechtsvertretung des Beschwerdeführers. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art.
61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr.
12'000.--. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat keine Kostennote
eingereicht. Im hier zu beurteilenden Fall erscheint mit Blick auf die Anforderungen und
Komplexität der Streitsache eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'000.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen. Diese ist um einen
Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70). Somit hat der
Staat den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers pauschal mit Fr. 2'400.-- (inklusive
Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
5.4 Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur
Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).