Decision ID: 3e5d75f5-7fea-4de3-908e-ae799b42c02c
Year: 2016
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_003
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law

durch. Auf der Grundlage dieser Sachverhaltsabklärungen wies sie
daraufhin nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens mit Verfügung
vom 24. Juni 2015 das Gesuch von A._ um Ausrichtung einer
Hilflosenentschädigung ab.
4. Dagegen gelangte A._ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am
23. Juli 2015 mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons
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Graubünden. Darin beantragte sie sinngemäss, die angefochtene
Verfügung sei aufzuheben und ihr sei eine Hilflosenentschädigung
mittleren Grades zuzusprechen. Zur Begründung brachte sie im
Wesentlichen vor, bedingt durch ihre gesundheitliche Verfassung in mehr
als vier alltäglichen Lebensverrichtungen auf Hilfe Dritter angewiesen zu
sein. Ausserdem müsse sie nahezu immer überwacht werden und
bedürfe der lebenspraktischen Begleitung. Vorliegend seien folglich die
Anspruchs-voraussetzungen für eine Hilflosenentschädigung mittleren
Grades erfüllt. Die IV-Stelle habe ihr Gesuch auf Ausrichtung einer
Hilflosenentschädigung demzufolge zu Unrecht abgewiesen.
5. Am 22. Mai 2015, 8., 10. und 16. September 2015 liess die IV-Stelle die
Beschwerdeführerin observieren und öffentlich zugängliche Videoklips
sowie Zeitungsartikel über die Beschwerdeführerin sichten und
analysieren. Die fraglichen Unterlagen sowie die übrigen Akten reichte die
IV-Stelle mit der Vernehmlassung vom 29. September 2015 beim
Verwaltungsgericht ein. In der Vernehmlassung beantragte die IV-Stelle
die Abweisung der Beschwerde. Die Beschwerdeführerin sei wegen ihrer
gesundheitlichen Verfassung in der alltäglichen Lebensverrichtung
Fortbewegung/Kontaktaufnahme regelmässig in erheblichem Umfang auf
Dritthilfe angewiesen. In den übrigen alltäglichen Lebensverrichtungen
bestehe keine Hilfsbedürftigkeit im Rechtssinne. Ausserdem sei die
Beschwerdeführerin weder auf dauernde persönliche Überwachung noch
auf lebenspraktische Begleitung angewiesen. Soweit die IV-Stelle im
letztgenannten Bereich in der angefochtenen Verfügung gewisse
gesundheitsbedingte Beeinträchtigungen als ausgewiesen angesehen
habe, sei diesen in der alltäglichen Lebensverrichtung
Fortbewegung/Kontaktaufnah-me Rechnung getragen worden, was eine
abermalige Berücksichtigung als lebenspraktische Begleitung
ausschliesse. Der Beschwerdeführerin stünde demnach keine
Hilflosenentschädigung zu.
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6. In der Replik vom 7. November 2015 beantragte die Beschwerdeführerin,
das Verwaltungsgericht habe die bei der Observation rechtswidrig
entstandenen Videoaufnahmen im Original einzufordern und der
Beschwerdeführerin zwecks Vernichtung auszuhändigen. Zudem stellte
sie die fachliche Qualifikation der von der IV-Stelle eingesetzten
Abklärungspersonen in Abrede und bekräftigte ihre Auffassung, eine
Hilflosenentschädigung mittleren Grades beanspruchen zu können.
7. In der Duplik vom 23. November 2015 hielt die IV-Stelle fest, die von ihr
beschäftigten Abklärungsexpertinnen verfügten mindestens über eine
(Grund-)Ausbildung als Pflegefachfrau oder als medizinische
Praxisassistentin und hätten die spezifischen Fachkurse der
Invalidenversicherung für die Abklärung besucht. Dies gelte auch für die
Abklärungsexpertinnen, welche die Abklärung für die
Hilflosenentschädigung vorliegend gemeinsam vorgenommen hätten.
Deren Feststellungen erwiesen sich als voll beweiskräftig. Ebenfalls nicht
zu beanstanden sei die durchgeführte Observation, die nur wenige Tage
gedauert und sich auf die für die Beurteilung der begehrten
Versicherungsleistungen wesentlichen Sachumstände beschränkt habe.
Die entsprechenden Ergebnisse dürften daher im vorliegenden Verfahren
verwertet und mit den übrigen Beweismitteln als Grundlage für die
Beurteilung der beantragten Hilflosenentschädigung herangezogen
werden. Diese Beweismittel sowie die übrigen von der IV-Stelle
eingeholten Unterlagen zeigten, dass die Beschwerdeführerin aufgrund
ihrer gesundheitlichen Verfassung zwar in ihrem Leistungsvermögen
beeinträchtigt sei, jedoch nicht derart weitgehend, um eine erhebliche und
regelmässige Hilfe in zwei alltäglichen Lebensverrichtungen zu
begründen oder aus gesundheitlichen Gründen der dauernden
Überwachung bzw. lebenspraktische Begleitung zu bedürfen.
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Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensparteien und die
eingereichten Beweismittel wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die Verfügung der IV-
Stelle des Kantons Graubünden vom 24. Juni 2015. Eine solche
Anordnung, die gemäss Bundesrecht der Beschwerde an das
Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle unterliegt, kann beim
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden angefochten werden (vgl.
Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRG;
BR 370.100] i.V.m. Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20] und Art. 57 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG;
SR 830.1]). Die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde fällt folglich in
die Zuständigkeit des angerufenen Gerichts. Als formelle und materielle
Verfügungsadressatin ist die Beschwerdeführerin von der angefochtenen
Verfügung überdies unmittelbar betroffen und hat ein schutzwürdiges
Interesse an deren Aufhebung oder Abänderung. Demnach ist sie zur
Beschwerdeführung berechtigt (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 59 ATSG).
Schliesslich hat sie ihre Beschwerde frist- und formgerecht beim
Verwaltungsgericht eingereicht (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 60 und
Art. 61 lit. b ATSG). Auf die vorliegende Beschwerde ist damit einzutreten.
2. a) Streitig und nachfolgend zu prüfen ist der Anspruch der
Beschwerdeführerin auf eine Hilflosenentschädigung. Volljährige
Versicherte mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in
der Schweiz, die hilflos (Art. 9 ATSG) sind, haben gemäss Art. 42 Abs. 1
IVG Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung. Als hilflos gilt eine
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Person, die wegen einer Beeinträchtigung der Gesundheit für alltägliche
Lebensverrichtungen dauernd der Hilfe Dritter oder der persönlichen
Überwachung bedarf (Art. 9 ATSG). Dabei ist zwischen schwerer,
mittelschwerer und leichter Hilfslosigkeit zu unterscheiden (Art. 42 Abs. 2
IVG). Gemäss Art. 37 Abs. 3 der Verordnung über die
Invalidenversicherung (IVV; SR 832.201) gilt die Hilflosigkeit als leicht,
wenn eine Versicherte trotz der Abgabe von Hilfsmitteln in mindestens
zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise
auf die Hilfe Dritter angewiesen ist (lit. a), einer dauernden persönlichen
Überwachung bedarf (lit. b), infolge des Leidens ständiger und besonders
aufwendiger Pflege bedarf (lit. c), wegen einer schweren
Sinnesschädigung oder eines schweren körperlichen Gebrechens nur
dank regelmässiger und erheblicher Dienstleistungen Dritter
gesellschaftliche Kontakte pflegen kann (lit. d) oder dauernd auf
lebenspraktische Begleitung im Sinne von Artikel 38 IVV angewiesen ist
(lit. e). Die Hilflosigkeit gilt gemäss Art. 37 Abs. 2 IVV als mittelschwer,
wenn die Versicherte trotz der Abgabe von Hilfsmitteln in den meisten
alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf
die Hilfe Dritter angewiesen ist (lit. a), in mindestens zwei alltäglichen
Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe
Dritter angewiesen ist und überdies einer dauernden persönlichen
Überwachung bedarf (lit. b) oder in mindestens zwei alltäglichen
Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe
Dritter und überdies dauernd auf lebenspraktische Begleitung im Sinne
von Art. 38 IVV angewiesen ist (lit. c). Vollständig hilflos ist eine
versicherte Person, wenn sie in allen Lebensverrichtungen hilfsbedürftig
ist. Dies ist der Fall, wenn sie in allen alltäglichen Lebensverrichtung
regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist und
überdies der dauernden Pflege oder der persönlichen Überwachung
bedarf (Art. 37 Abs. 1 IVV; vgl. BGE 107 V 136 E.2; ULRICH MEYER/MARCO
REICHMUTH, in: STAUFFER/CARDINAUX [Hrsg.], Bundesgesetz über die
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Invalidenversicherung, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, Art. 42-42ter
N. 23).
b) Mit Verfügung vom 11. Februar 2005 hob die IV-Stelle des Kantons
X._ die der Beschwerdeführerin im 2002 zugesprochene
Hilflosenentschädigung mittleren Grades per 31. März 2005 auf und
verneinte den Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine
Hilflosenentschädigung (alte Akten der IV [altIV-act.] 6.11). Mit Verfügung
vom 27. November 2012 wies die IV-Stelle des Kantons Y._ ein neu
eingereichtes Gesuch der Beschwerdeführerin um Ausrichtung einer
Hilflosenentschädigung ab (alt-IV-act. 106). Am 11. Dezember 2014
meldete sich die Beschwerdeführerin abermals zum Bezug einer
Hilflosenentschädigung an. Auf dieses Gesuch trat die IV-Stelle des
Kantons Graubünden ein, nahm Sachverhaltsabklärungen vor und
verneinte in der Folge mit Verfügung vom 24. Juni 2015 den Anspruch der
Beschwerdeführerin auf eine Hilflosenentschädigung (IV-act. 122).
c) Wurde die Ausrichtung einer Hilflosenentschädigung wegen fehlender
Hilflosigkeit in der Vergangenheit verweigert, so ist ein neuerliches
Gesuch zum Bezug einer Hilflosenentschädigung nur zu prüfen, wenn die
Versicherte glaubhaft macht, dass sich der für die Bemessung der
Hilflosigkeit massgebliche Sachverhalt zwischenzeitlich in
rechtserheblicher Weise verändert hat (Art. 87 Abs. 3 i.V.m. Art. 87 Abs. 2
der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV, SR 831.201];
Kreisschreiben über Invalidität und Hilflosigkeit in der
Invalidenversicherung [KSIH], Stand 1. März 2016, Rz. 8113). Bei der
Prüfung dieser Frage ist der IV-Stelle ein gewisser Beurteilungsspielraum
zuzubilligen, den das im Beschwerdefall angerufene Versicherungsgericht
zu respektieren hat. Dieses hat die Behandlung der Eintretensfrage daher
nur zu prüfen, wenn das Eintreten streitig ist. Tritt eine IV-Stelle dagegen
– wie vorliegend – auf eine Neuanmeldung ein, so hat das
Versicherungsgericht in analoger Anwendung von Art. 17 Abs. 2 ATSG
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vorderhand zu untersuchen, ob die glaubhaft gemachte Veränderung der
Hilflosigkeit sich tatsächlich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
verwirklicht hat (vgl. BGE 137 V 424 E.2.2, 133 V 450 E.3.2; Urteile des
Bundesgerichts 9C_839/2009 vom 4. Juni 2010 E.2.2, 9C_115/2011 vom
30. März 2011, HARDY LANDOLT, in: STEIGER-SACKMANN/MOSIMANN [Hrsg.],
Recht der Sozialen Sicherheit, Basel 2014, Rz. 21.105). Ist dies zu
bejahen, so hat es in einem weiteren Schritt in freier Prüfung der
massgeblichen Sach- und Rechtslage zu prüfen, ob die
Anspruchsvoraussetzungen für den Bezug der begehrten
Hilflosenentschädigung erfüllt sind. Werden diese Überlegungen auf den
vorliegenden Fall übertragen, so bedeutet dies, dass sich die abschlägige
Verfügung der IV-Stelle vom 24. Juni 2015 als rechtmässig erweist, wenn
kein (materieller) Revisionsgrund vorliegt oder die Beschwerdeführerin
nach wie vor nicht in anspruchsbegründendem Umfang hilflos ist.
3. Im vorliegenden Fall fand vor Erlass der angefochtenen Verfügung eine
umfassende materielle Prüfung des Anspruchs der Beschwerdeführerin
auf Ausrichtung einer Hilflosenentschädigung letztmals im Verfahren statt,
das mit der Verfügung der IV-Stelle des Kantons Y._ vom 27.
November 2012 seinen Abschluss fand (IV-act. 13, altIV-act. 206).
Sowohl in der letztgenannten Verfügung als auch in der vorliegend
angefochtenen gehen die zuständigen IV-Stellen davon aus, die
Beschwerdeführerin sei infolge ihrer gesundheitlichen Verfassung nur in
der alltäglichen Lebensverrichtung Fortbewegung/Kontaktaufnahme
beeinträchtigt, weshalb ihr keine Hilflosenentschädigung zustehe (vgl.
altIV-act. 206, IV-act. 13, IV-act. 119, IV-act. 122).
a) Die Beschwerdeführerin erachtet diese Auffassung vorderhand insofern
als unrichtig, als sich ihre gesundheitliche Verfassung mit dem Auftreten
eines Lungenemphysems sowie sensomotorischer Symptome in Form
eines Post-Polio-Syndroms seit 2013 wesentlich verschlechtert habe. Den
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hieraus resultierenden Beeinträchtigungen wie auch den übrigen
gesundheitlichen Beschwerden habe die IV-Stelle unzureichend
Rechnung getragen. Das Bild, welches im Abklärungsbericht vom 14. Mai
2015 von ihr gezeichnet werde, stehe in eklatantem Widerspruch zu den
aktenkundigen ärztlichen Stellungnahmen, wonach sie infolge ihrer
gesundheitlichen Verfassung bei den alltäglichen Verrichtungen in
erheblicher Weise eingeschränkt und deshalb auf Dritthilfe angewiesen
sei. Aus dem Abklärungsbericht vom 14. Mai 2015 gehe im Übrigen nicht
hervor, über welche Ausbildung die beiden Abklärungspersonen
verfügten, die vorgäben, in nur gerade 1.3 Stunden herausgefunden zu
haben, wie ihr Gesundheitszustand tatsächlich sei und welche
Hilfeleistungen sie im Alltag benötige. Die IV-Stelle hätte sich in der
angefochtenen Verfügung daher nicht auf den Abklärungsbericht vom
14. Mai 2015 stützen dürfen. Nicht verwertbar seien zudem die während
der Observation gemachten Beobachtungen. Mit der Observation habe
die IV-Stelle in das Grundrecht auf Schutz der Privatsphäre eingegriffen.
Ein solches Vorgehen sei nur bei einem begründeten Anfangsverdacht
zulässig, welcher hier nicht vorliege. Die Observation wäre auch nicht
erforderlich gewesen, weshalb sie als unverhältnismässig anzusehen sei.
Sodann gehöre der Balkon einer Wohnung zum geschützten
Privatbereich. Mit den dort gemachten Aufnahmen hätten sich die im
Auftrag der IV-Stelle handelnden Privatdetektive strafbar gemacht. Auch
seien auf den Aufnahmen unbeteiligte Dritte zu sehen, was gegen das
Datenschutzgesetz verstosse. Im Übrigen hätte die Überwachung nur auf
richterliche Anordnung hin erfolgen dürfen. Aus den genannten Gründen
erwiesen sich die durch die Observation erhobenen Beweismittel als
widerrechtlich, weshalb sie im vorliegenden Verfahren keine
Berücksichtigung finden dürften und der Beschwerdeführerin zur
Vernichtung auszuhändigen seien. Das unverantwortliche Vorgehen der
IV-Stelle habe ausserdem – wie Dr. med. C._ im Arztbericht vom
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28. Oktober 2015 darlege – zu einer Verschlechterung der
gesundheitlichen Verfassung der Beschwerdeführerin geführt.
b) Dieser Argumentation hält die IV-Stelle entgegen, die von ihr
beschäftigten Abklärungsexpertinnen verfügten alle mindestens über eine
(Grund-)- Ausbildung als Pflegefachfrau oder als medizinische
Praxisassistentin und hätten die spezifischen Fachkurse der
Invalidenversicherung für die Abklärung besucht. Dies gelte auch für die
Abklärungsexpertinnen, welche die Abklärung für die streitige
Hilflosenentschädigung vorgenommen hätten. Die beteiligten
Abklärungsexpertinnen verfügten somit über die erforderliche fachliche
Qualifikation um den Hilfsbedarf der Beschwerdeführerin zuverlässig zu
beurteilen. Ebenfalls nicht zu beanstanden sei die durchgeführte
Observation, die nur wenige Tage gedauert und sich auf den für die
Beurteilung der begehrten Versicherungsleistungen massgeblichen
Sachverhalt beschränkt habe. Die Beschwerdeführerin bestätige in ihrer
Replik vom 7. November 2015 ausserdem selbst, dass der Balkon (und
der Vorplatz) des von ihr bewohnten Hauses von drei Seiten frei
einsehbar sei(en). Damit habe die Observation nicht gegen Art. 179quater
des Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB; SR 311.0) verstossen.
Die Observation sei ausserdem objektiv geboten, erforderlich sowie
zumutbar gewesen. Diese Sachverhaltserhebung erweise sich folglich als
rechtmässig, womit die dadurch gewonnenen Ergebnisse im vorliegenden
Verfahren berücksichtigt und mit den übrigen Beweismitteln als
Grundlage für die Beurteilung der streitigen Hilflosenentschädigung
herangezogen werden dürften. Hinsichtlich des Arztberichts der
behandelnden Psychiaterin, Dr. med. C._, vom 28. Oktober 2015 sei
schliesslich festzuhalten, dass die darin beschriebene Instabilität des
psychischen Zustands der Beschwerdeführerin offensichtlich auf eine
reaktive Störung, verursacht durch den Entscheid der
Invalidenversicherung resp. die Observation, zurückzuführen sei.
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Diesbezüglich sei daran zu erinnern, dass reaktive Störungen auf eine
negative IV-Verfügung einer adäquaten ärztlichen Behandlung zugänglich
seien und damit nicht geeignet seien, eine voraussichtlich dauerhafte
Beeinträchtigung des Gesundheitszustands zu bewirken. Daher könne
darin keine invalidisierende psychische Beeinträchtigung erblickt werden,
ansonsten der gesetzliche Invaliditätsbegriff seine Konturen verlöre.
c) Dass der massgebliche Sachverhalt seit der ablehnenden Verfügung der
IV-Stelle des Kantons Y._ vom 27. November 2012 (IV-act. 13; altIV-
act. 206) eine wesentliche Änderung erfahren hat und die
Beschwerdeführerin im invalidenversicherungsrechtlichen Sinne hilflos ist,
gilt als erstellt, wenn dies mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ausgewiesen ist (vgl.
THOMAS FLÜCKIGER, in: STEIGER-SACKMANN/MOSIMANN [Hrsg.], Recht der
Sozialen Sicherheit, Basel 2014, Rz. 4.160). Dabei hat die IV-Stelle die
für die Erhebung des massgeblichen Sachverhalts erforderlichen
Abklärungen von Amtes wegen vorzunehmen (Art. 43 Abs. 1 ATSG).
Hierfür ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Arzt und IV-Stelle
notwendig. Dabei hat der Arzt anzugeben, inwiefern die Versicherte
aufgrund der bestehenden gesundheitlichen Beeinträchtigung in ihren
körperlichen und/oder geistigen Funktionen eingeschränkt ist. Der
Versicherungsträger kann alsdann an Ort und Stelle weitere Erhebungen
vornehmen, die er in einem Abklärungsbericht festzuhalten hat (BGE 130
V 61 E.6.1.1). Einem solchen Bericht kommt nach der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung voller Beweiswert zu, wenn als
Berichterstatter eine qualifizierte Person mitwirkt, welche einerseits die
örtlichen und räumlichen Verhältnisse, andererseits die ärztlichen
Diagnosen und die sich hieraus ergebenden funktionellen
Beeinträchtigungen kennt (BGE 128 V 93 E.4). Bei Unklarheiten über
physische oder psychische Störungen und/oder deren Auswirkungen auf
alltägliche Lebensverrichtungen sind Rückfragen an die medizinischen
Fachpersonen notwendig. Weiter sind die Angaben der Hilfe leistenden
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Personen zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der
Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext muss überdies
plausibel, begründet und detailliert bezüglich der einzelnen alltäglichen
Lebensverrichtungen sowie der tatbestandsmässigen Erfordernisse der
dauernden persönlichen Überwachung und der Pflege sein. Schliesslich
hat er in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben
zu stehen. Das Gericht greift, sofern ein Bericht eine zuverlässige
Entscheidungsgrundlage im eben umschriebenen Sinne darstellt, in das
Ermessen der die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar
feststellbare Fehleinschätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere
der Umstand, dass die fachlich kompetente Abklärungsperson näher am
konkreten Sachverhalt ist als das im Beschwerdefall angerufene Gericht
(BGE 133 V 450 E.11.1.1, 130 V 61 E.6.2, 128 V 93 E.4;
MEYER/REICHMUTH, a.a.O., Art. 42-42ter N. 52; URS MÜLLER, Das
Verwaltungsverfahren in der Invalidenversicherung, Y._ 2010,
Rz. 1611; vgl. auch Kreisschreiben über das Verfahren in der
Invalidenversicherung [KSVI], Stand 1. Januar 2016, Rz. 2113 f.).
d) Im vorliegenden Fall sichtete die IV-Stelle zunächst die massgeblichen
medizinischen Unterlagen und liess die Hilfsbedürftigkeit der
Beschwerdeführerin alsdann an Ort und Stelle in Anwesenheit der
Beschwerdeführerin und ihres Ehemannes durch zwei
Abklärungspersonen untersuchen, die ihre Ergebnisse im
Abklärungsbericht vom 14. Mai 2015 festhielten (IV-act.119). Am 22. Mai
2015, 8., 10. und 16. September 2015 liess die IV-Stelle die
Beschwerdeführerin überdies observieren und öffentlich zugängliche
Videoklips sowie Zeitungsartikel über die Beschwerdeführerin analysieren
(vgl. Aktendokumentation BVM). Entgegen der Auffassung der
Beschwerdeführerin finden sich in den Akten keine Anhaltspunkte,
wonach diese Beweisvorkehren die massgeblichen gesetzlichen
Vorgaben missachten würden. Als unbegründet erweist sich
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insbesondere die Kritik der Beschwerdeführerin an der fachlichen
Qualifikation der Abklärungspersonen. Diese haben, wie die IV-Stelle in
der Duplik vom 23. November 2015 festgehalten hat, (zumindest) eine
(Grund-)-Ausbildung als Pflegefachfrau oder als medizinische
Praxisassistentin abgeschlossen und die spezifischen Fachkurse der
Invalidenversicherung für die Abklärung besucht. Damit verfügen sie über
das fachliche Rüstzeug, um ärztlicherseits festgestellte gesundheitliche
Beeinträchtigungen korrekt zu erfassen und die Hilfsbedürftigkeit einer
Versicherten vor dem Hintergrund der massgeblichen medizinischen
Sachlage bei einer Abklärung vor Ort zuverlässig zu bestimmen. Der
hierfür erforderliche Zeitaufwand hängt von der Fragestellung und den zur
Beurteilung stehenden funktionellen Beeinträchtigungen ab. Ein genauer
Zeitrahmen lässt sich nicht festlegen. Die interessierende Abklärung
dauerte 1 3⁄4 Stunden (IV-act. 119 S. 8) und bewegt sich damit im üblichen
Zeitrahmen, was unter den gegebenen Umständen umso weniger zu
beanstanden ist, als eine der beiden Abklärungspersonen bereits die der
Verfügung der IV-Stelle des Kantons Y._ vom 27. November 2012
zugrunde liegende Abklärung durchgeführt (vgl. Abklärungsbericht vom
23. April 2012 [IV-act. 13 S. 1]) und sich damit bereits zum zweiten Mal
mit der Hilfsbedürftigkeit der Beschwerdeführerin befasst hat. Es
bestehen überdies keine Anhaltspunkte, dass eine längere Abklärung
angezeigt gewesen wäre und zu zuverlässigeren Ergebnissen geführt
hätte. Der Abklärungsbericht vom 14. Mai 2015 ist für die streitigen
Belange zudem umfassend, detailliert sowie in sich schlüssig begründet
und leuchtet in der Beurteilung der gesundheitsbedingten
Beeinträchtigungen der Beschwerdeführerin in den für die
Hilfsbedürftigkeit massgeblichen Bereichen ein. Dem Abklärungsbericht
vom 14. Mai 2015 kommt folglich volle Beweiskraft zu.
e) Dieser Abklärungsbericht wäre indessen teilweise überholt, wenn sich die
gesundheitliche Verfassung der Beschwerdeführerin seit der Abklärung
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im Mai 2015 (IV-act. 119 S. 1) verschlechtert hätte, was die
Beschwerdeführerin (sinngemäss) unter Berufung auf die Arztberichte
von Dr. med. C._ (Beilagen der Beschwerdeführerin [Bf-act.] J), Dr.
med. D._ (Bf-act. F) und Dr. med. E._ (Bf-act. G) geltend macht.
In diesem Zusammenhang ist mit der IV-Stelle vorderhand darauf
hinzuweisen, dass im vorliegenden Verfahren nur der Sachverhalt
berücksichtigt werden kann, wie er sich bis zum Abschluss des
vorinstanzlichen Verfahrens mit dem Erlass der angefochtenen Verfügung
vom 24. Juni 2015 verwirklicht hat (vgl. BGE 121 V 366 E.1b; KIESER,
a.a.O., Art. 56 N. 13 und Art. 52 N. 35 f., 19). Spätere Entwicklungen
finden im Rahmen des vorliegenden Verfahrens nur Beachtung, wenn
sich daraus Rückschlüsse auf den Sachverhalt bis zum Zeitpunkt des
Erlasses der angefochtenen Verfügung ziehen lassen (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 9C_95/16 vom 30. Mai 2016 E.3.1). Im Arztbericht vom
28. Oktober 2015 beschreibt Dr. med. C._ eine Verschlechterung der
psychischen Verfassung der Beschwerdeführerin, die eingetreten sein
soll, als die Beschwerdeführerin im Oktober 2015 von der Observation
erfahren hat (Bf-act. J). Diese Entwicklung hat sich zugetragen, nachdem
die IV-Stelle den Anspruch der Beschwerdeführerin auf
Hilfslosenentschädigung in der Verfügung vom 24. Juni 2015 verneint hat.
Die geltend gemachte Verschlechterung ist daher im vorliegenden
Verfahren nicht zu berücksichtigen. Anders dürfte es sich bezüglich der
Ausführungen von Dr. med. D._ vom 24. Oktober 2015 (Bf-act. F)
und Dr. med. E._ vom 5. November 2015 (Bf-act. G) verhalten. Zwar
beziehen sich sowohl Dr. med. D._ als auch Dr. med. E._ im
Wesentlichen auf Befunde, die anlässlich der Hospitalisation der
Beschwerdeführerin vom 20. bis 24. Oktober 2015 erhoben wurden. Die
darin zum Ausdruck kommenden gesundheitlichen Einschränkungen
dürften jedoch bereits früher bestanden haben, weshalb die
entsprechenden Beurteilungen den mutmasslich bereits im Juni 2015
bestehenden Gesundheitszustand widerspiegeln. Die fraglichen
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Arztberichte sind im vorliegenden Verfahren daher zu beachten.
Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin beschreibt indessen
weder Dr. med. D._ (Bf-act. F) noch Dr. med. E._ (Bf-act. G)
gesundheitliche Beeinträchtigungen, die eine erhebliche und
regelmässige Hilfe in zwei alltäglichen Lebensverrichtungen, einen Bedarf
an dauernden Überwachung oder lebenspraktischer Begleitung
begründen (vgl. dazu die Ausführungen in der nachfolgenden Erwägung
4b/bb). Der massgebliche medizinische Sachverhalt hat somit seit der im
Mai 2015 durchgeführten Abklärung keine rechtserhebliche Änderung
erfahren.
f) Nicht gefolgt werden kann der Beschwerdeführerin ausserdem, wenn sie
verlangt, die während der Observation gemachten Aufnahmen dürften
nicht verwertet werden und seien ihr zwecks Vernichtung auszuhändigen.
Die Überwachung einer Versicherten stellt einen Eingriff in deren
Privatsphäre dar und tangiert demzufolge, wenn sie, wie vorliegend, von
der IV-Stelle als einer eine öffentliche Aufgabe erfüllenden Behörde
vorgenommen wird, das in Art. 13 Abs. 1 der Verfassung der
Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 101) verankerte Grundrecht
auf Privatsphäre (BGE 137 I 327 E.4.4; 135 I 171; Urteil des
Bundesgerichts 8C_807/2008 vom 15. Juni 2009 E.4 und 5). Ein solcher
Eingriff in eine verfassungsmässig geschützte Grundrechtsposition ist
freilich zulässig, wenn er auf einer ausreichenden gesetzlichen Grundlage
beruht, im öffentlichen Interessen liegt, sich als verhältnismässig erweist
und nicht in den Kerngehalt eines Grundrechts eingreift (Art. 36 BV). Dass
diese Voraussetzungen in Bezug auf die interessierende Observation
erfüllt sind, hat die IV-Stelle zu Recht bejaht. So bietet Art. 59 Abs. 5 IVG,
der Art. 28 Abs. 2 ATSG für das IV-Verfahren konkretisiert, eine
genügende gesetzliche Grundlage, um Versicherte durch Privatdetektive
oder versicherungsinterne Fachspezialisten überwachen zu lassen
(Art. 36 Abs. 1 BV, vgl. BGE 137 I 327 E.5.2, 135 I 169 E.4.4). Das
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öffentliche Interesse an einer solchen Sachverhaltsermittlung liegt in der
Bekämpfung der ungerechtfertigten Inanspruchnahme von
Versicherungsleistungen (Art. 36 Abs. 2 BV, vgl. BGE 137 I 327 E.5.3,
129 V 325 E.3.3.3). Die IV-Stelle ordnete die in Frage stehende
Observation denn auch erst an, als die Abklärungspersonen anlässlich
der Abklärung vom 11. Mai 2015 den Eindruck gewannen, die
Beschwerdeführerin stelle ihre aktuelle gesundheitliche Situation
schlechter dar, als sie in Tat und Wahrheit sei (Aktendokumentation BVM
S. 5). Überdies erfuhr die IV-Stelle davon, dass die Beschwerdeführerin in
den Medien aufgetreten sei, ohne dass bei den Medienauftritten
nennenswerte kognitive Störungen und motorische Beeinträchtigungen
erkennbar gewesen seien (Aktendokumentation BVM S. 5). Die am
22. Mai, 8., 10. und 16. September 2015 durchgeführte Observation
gründete somit auf objektiven Verdachtsmotiven, die Zweifel an den
geltend gemachten funktionellen Beeinträchtigungen und der deshalb
bestehenden Hilfsbedürftigkeit weckten. Die in Frage stehende
Observation geht sodann nicht über das in zeitlicher und räumlicher
Hinsicht Gebotene hinaus und steht in einem vernünftigen Verhältnis zu
dem hiermit angestrebten Ziel, das bestehende Leistungsvermögen der
Beschwerdeführerin zuverlässig zu erfassen. Die Beschwerdeführerin
wurde während der viertägigen Observation im Übrigen nur bei der
Ausübung von für die Anspruchsbeurteilung relevanten
Alltagshandlungen gefilmt, die sie aus freiem Willen im öffentlichen Raum
oder von dort frei einsehbaren Orten ausführte und die keinen engen
Bezug zum Persönlichkeitsbereich aufweisen. Dies trifft insbesondere für
die Aufnahmen zu, welche die Beschwerdeführerin auf dem Balkon sowie
dem Vorplatz des von ihr bewohnten Einfamilienhauses zeigen, zumal
diese Örtlichkeiten – wie die Beschwerdeführerin in der Replik vom
7. November 2015 selber festhält – von drei Seiten frei einsehbar und die
Beschwerdeführer somit damit rechnen musste, bei den dort
vorgenommenen Handlungen von Dritten beobachtet zu werden (BGE
- 17 -
137 I 327 E.5.2 und 6.2). In Abwägung der massgeblichen Interessen
erweist sich die durchgeführte Observation demnach als verhältnismässig
(Art. 36 Abs. 3 BV). Der hiermit verbundene Eingriff in den
verfassungsmässig geschützten Persönlichkeitsbereich wiegt unter den
gegebenen Umständen nicht schwer und berührt den unantastbaren
Kerngehalt des fraglichen Grundrechts offensichtlich nicht (Art. 36 Abs. 4
BV). Die durchgeführte Observation verstösst ausserdem nicht gegen
Art. 179quater StGB (vgl. BGE 137 I 327 E.6.2). Sie erweist sich
demzufolge als rechtmässig, weshalb die hierdurch gewonnenen
Beweismittel (Observationsbericht sowie vier DVD) im vorliegenden
Verfahren verwertet werden dürfen und der Beschwerdeführerin nicht
auszuhändigen sind.
g) Die Beschwerdeführerin ist schliesslich der Auffassung, die getätigten
Sachverhaltsabklärungen seien dahingehend zu ergänzen, als die
Strafakten der Staatsanwaltschaft Graubünden betreffend den von ihr im
2013 erlittenen Steinschlag einzuholen seien (vgl. Replik vom
7. November 2015 S. 9). In diesem Strafverfahren werden die Umstände
des vorgenannten Steinschlags abgeklärt, um die verantwortlichen
Personen zu ermitteln und gegebenenfalls strafrechtlich zur
Verantwortung ziehen zu können. Im vorliegenden Verfahren sind die
dabei gewonnenen Erkenntnisse ohne Bedeutung. Die
Invalidenversicherung ist zwar insofern als kausale Versicherung
konzipiert, als sie bloss dann leistungspflichtig wird, wenn eine
Gesundheitsbeeinträchtigung vorliegt, die eine Invalidität oder Hilflosigkeit
nach sich zieht. Sie ist aber eine finale Versicherung im Hinblick auf die
Ursache, welche zum Gesundheitsschaden geführt hat (vgl. Urteil des
Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden S 14 115 vom 20. Januar
2015 E.2, S 13 56 vom 2. Dezember 2014 E.3c; GUSTAVO
SCARTAZZINI/MARC HÜRZELER, Bundessozialversicherungsrecht, 4. Aufl.,
Basel 2012, § 13 N. 18; ALFRED MAURER,
- 18 -
Bundessozialversicherungsrecht, Basel 1993, S. 135). Für die
Invalidenversicherung ist es daher nicht von Bedeutung, ob und inwieweit
der Steinschlag und dessen Begleitumstände für die geltend gemachten
gesundheitlichen Beschwerden verantwortlich sind. Entscheidend ist, ob
die behaupteten gesundheitlichen Beeinträchtigungen vorliegen und die
Beschwerdeführerin in alltäglichen Lebensverrichtungen beeinträchtigen
oder einen Bedarf an dauernder persönlicher Überwachung oder
lebenspraktischer Begleitung begründen. Dass von den zur Edition
begehrten Strafakten diesbezüglich neue Erkenntnisse zu erwarten sind,
ist nicht ersichtlich. Der fragliche Editionsantrag ist daher in antizipierter
Beweiswürdigung abzuweisen (BGE 134 I 140 E.5, 131 I 153 E.3; Urteil
des Bundesgerichts 4A_130/2014 vom 14. Juli 2014 E.5.3). Die von der
IV-Stelle getätigten Sachverhaltserhebungen sind folglich nicht zu
beanstanden.
4. a) Auf deren Grundlage ist anschliessend zu prüfen, ob die
Beschwerdeführerin in mehr als einer alltäglichen Lebensverrichtung trotz
Inanspruchnahme zumutbarer Hilfsmittel regelmässig in erheblicher
Weise auf Dritthilfe angewiesen ist. Als alltägliche Lebensverrichtungen
im Sinne von Art. 37 Abs. 3 IVV gelten nach ständiger bundesgerichtlicher
Rechtsprechung (a) das An- und Auskleiden, (b) das Aufstehen, Absitzen
und Abliegen, (c) das Essen, (d) die Körperpflege, (e) das Verrichten der
Notdurft und (f) die Fortbewegung (im oder ausser Haus) sowie die
Kontaktaufnahme (BGE 127 V 94 E.3c, 125 V 297 E.4a, 121 V 90 E.3a).
Soweit eine dieser Lebensverrichtungen mehrere Teilfunktionen umfasst,
ist für die Bejahung einer rechtserheblichen Hilfestellung nicht
erforderlich, dass die Versicherte bei allen diesen Teilfunktionen auf
fremde Hilfe angewiesen ist. Es genügt vielmehr, wenn sie bei der
Ausübung einer oder mehrerer dieser Teilfunktionen auf regelmässige
und erhebliche Hilfe Dritter angewiesen ist (BGE 133 V 463, 121 V 91,
117 V 146 E.2). Dabei kann die benötigte Hilfe nicht nur in der direkten
- 19 -
Dritthilfe, sondern auch bloss in Form einer Überwachung der
versicherten Person bei der Vornahme einer relevanten
Lebensverrichtungen bestehen (sog. indirekte Dritthilfe, vgl.
BGE121V91E.3c). Ob eine Versicherte einer solchen Dritthilfe bedarf,
muss objektiv nach deren Zustand beurteilt werden. Grundsätzlich
unerheblich sind dabei die Umgebung, in der sich die Versicherte aufhält,
und deren familiäre Situation. Massgeblich ist allein, ob die Versicherte,
wäre sie auf sich eingestellt, regelmässig in erheblichem Umfang auf
Dritthilfe angewiesen wäre. Auch im Bereich der Hilflosenentschädigung
gilt indessen der Grundsatz der Schadenminderungspflicht. Deshalb
besteht solange kein Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung, als die
Versicherte in der Lage ist, durch geeignete organisatorische
Massnahmen und die Mithilfe der Familienangehörigen eine
Hilfsbedürftigkeit zu vermeiden (Urteil des Bundesgerichts 9C_633/2012
vom 8. Januar 2014 E.4.2.1; MEYER/REICHMUTH, a.a.O., Art. 42-42ter N. 8;
UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl., Zürich/Basel/ Genf 2015, Art. 9
N. 8). Die Mithilfe von Familienmitgliedern geht dabei zwar weiter als die
ohne Gesundheitsschaden üblicherweise zu erwartende Unterstützung,
jedoch darf den Familienangehörigen keine unverhältnismässige
Belastung entstehen. Vielmehr ist bei der Mitarbeit von
Familienangehörigen stets danach zu fragen, wie sich eine vernünftige
Familiengemeinschaft einrichten würde, wenn keine
Versicherungsleistungen zu erwarten wären (Urteil des Bundesgerichts
9C_410/2009 vom 1. April 2010 E.5.1 und 5.5, Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 1013/06 vom 9. November
2007 E.7.1.2; MEYER/REICHMUTH, a.a.O., Art. 42-42ter N. 10).
b) Im Abklärungsbericht vom 14. Mai 2015 legen die Abklärungspersonen
ausführlich dar, weshalb die Beschwerdeführerin in den alltäglichen
Lebensverrichtungen An- und Auskleiden (IV-act. 119 S. 4), Aufstehen,
Absitzen und Abliegen (IV-act. 119 S. 4), Essen (IV-act. 119 S. 4),
- 20 -
Körperpflege (IV-act. 119 S. 5) sowie der Verrichtung der Notdurft (IV-
act. 119 S. 5) nach Inanspruchnahme zumutbarer Hilfsmittel und der
zumutbaren Mithilfe von Familienmitgliedern nicht regelmässig in
erheblicher Weise auf Hilfe angewiesen ist. Dabei setzen sie sich mit den
von der Beschwerdeführerin beklagten Einschränkungen auseinander
und erläutern, weshalb sie diese im geltend gemachten Ausmass nicht als
ausgewiesen ansehen. Die diesbezüglichen Darlegungen sind in sich
schlüssig, detailliert und leuchten in den daraus gezogenen
Schlussfolgerungen ein. Es sind keine klar feststellbaren
Fehleinschätzungen erkennbar, die das Gericht dazu veranlassen
müssten, in den Beurteilungsspielraum der Abklärungspersonen
einzugreifen und dem Abklärungsbericht vom 14. Mai 2015 die
Beweiskraft abzusprechen. Die diesbezüglich getroffenen Feststellungen
stimmen ausserdem mit denen im Abklärungsbericht vom 23. Mai 2012
überein (IV-act. 13 S. 3-5), auf welchen sich die Verfügung der IV-Stelle
des Kantons Y._ vom 27. November 2012 (altIV-act. 106) in
sachverhaltsrechtlicher Hinsicht stützt.
aa) Die Beschwerdegegnerin wendet gegen diese Betrachtungsweise primär
ein, die Beurteilung im Abklärungsbericht vom 14. Mai 2015 stünde im
Widerspruch zur von den behandelnden Ärzten vorgenommenen
Einschätzung ihres Leistungsvermögens. Diesbezüglich ist in Bezug auf
den Arztbericht der Hausärztin der Beschwerdeführerin, Dr. med.
F._, vom 23. Juli 2015 (Bf-act. D) festzuhalten, dass die
Beschwerdeführerin, die im Gesundheitsfall zu 50 % im Erwerb und zu
50 % im Haushalt tätig wäre, unter anderem wegen ihrer gesundheitlichen
Beeinträchtigungen in der Haushaltsführung eine Dreiviertelsrente bezieht
(vgl. Vorbescheid vom 16. Oktober 2012 [altIV-act. 103 und 104];
Abklärungsbericht Haushalt 18. April 2012 [IV-act. 14]). Die IV-Stelle stellt
denn auch nicht in Abrede, dass die Beschwerdeführerin, bedingt durch
ihre gesundheitliche Verfassung, bei der Haushaltsführung beeinträchtigt
- 21 -
ist. Diese funktionellen Beeinträchtigungen sind indessen für die
Beurteilung der bei den alltäglichen Lebensverrichtungen im Sinne von
Art. 37 Abs. 3 IVV bestehenden Hilflosigkeit nicht von Bedeutung. Soweit
sich Dr. med. F._ im Arztbericht vom 23. Juli 2015 sodann zu den
interessierenden Lebensverrichtungen äussert, gibt sie an, die
Beschwerdeführerin sei bei der Körperpflege auf Hilfsmittel und die Hilfe
der Spitex angewiesen. Diese Aussage ist insoweit aktenwidrig, als die
Spitex der IV-Stelle am 12. Januar 2015 auf entsprechende Nachfrage hin
mitteilte, für die Beschwerdeführerin ausschliesslich hauswirtschaftliche
Leistungen (Reinigungsarbeiten, Bügeln) im Umfang von sechs Stunden
pro Woche zu erbringen (IV-act. 109 S. 1). Unter diesen Umständen
weckt der Arztbericht von Dr. med. F._ vom 23. Juli 2015 keine
Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit des Abklärungsberichts
vom 14. Mai 2015.
bb) Dasselbe gilt für die Arztberichte von Dr. med. D._ vom 24. Oktober
2015 (Bf-act. F) und Dr. med. E._ vom 5. November 2015 (Bf-
act. G). Laut Ersterem leidet die Beschwerdeführerin an einem
Lungenemphysem. Aggravierend komme eine symptomatische nächtliche
Hyperventilation und eine grenzwertige, obstruktive Schlafapnoe hinzu.
Aufgrund nächtlicher alveolären Hypoventilation mit signifikantem Anstieg
des transkutan gemessenen pCO2-Werts habe eine nächtliche Bileval-
Maskenbeatmung installiert werden müssen (Bf-act. F). Diese
Ausführungen ergänzt Dr. med. E._ im Arztbericht vom 5. November
2015 hinsichtlich der Auswirkungen der vorgenannten Krankheiten
dahingehend, als das Lugenemphysem zu einer Verschlechterung der
Atemmechanik und zu einer Einschränkung der Diffusionskapazität führen
könne mit daraus folgender Anstrengungsdyspnoe und Einschränkung
der Leistungsfähigkeit (Bf-act. G). Die zusätzlich nachgewiesene
bronchiale Hyperreagibilität könne diese Probleme verstärken. Die
schlafassoziierte Atemstörung (obstruktive Schafapnoe und nächtliche
- 22 -
Hypoventilation) könne zu einem gestörten Nachtschlaf und zu einer
schlechteren Tagesform und vermehrter Tagesmüdigkeit und –
schläfrigkeit führen (Bf-act. G). Mit diesen Ausführungen beschreibt Dr.
med. E._ lediglich, welche funktionellen Beeinträchtigungen mit den
bei der Beschwerdeführerin diagnostizierten Krankheiten verbunden sein
können. Dass die Beschwerdeführerin unter derartigen Auswirkungen
leidet, stellt Dr. med. E._ nicht fest. Ebenso wenig macht er geltend,
dass deshalb ein Bedarf an Dritthilfe bestünde. Die Arztberichte von Dr.
med. D._ und Dr. med. E._ sind folglich nicht geeignet, eine
Hilflosigkeit der Beschwerdeführerin in den alltäglichen
Lebensverrichtungen zu belegen.
cc) Auch die Arztberichte der behandelnden Psychiaterin der
Beschwerdeführerin vom 21. Juli 2015 (Bf-act. C) und 28. Oktober 2015
(Bf-act. J) vermögen den Abklärungsbericht vom 14. Mai 2015 nicht zu
erschüttern. Im Arztbericht vom 21. Juli 2015 leitet Dr. med. C._ aus
den von ihr dia-gnostizierten psychischen Krankheiten ab, dass die
Beschwerdeführerin für Verrichtungen ausserhalb des Hauses auf
Begleitung angewiesen sei. Dass die Beschwerdeführerin
darüberhinausgehend der direkten oder indirekten Unterstützung bei
alltäglichen Lebensverrichtungen bedarf, begründet sie ausschliesslich
mit den entsprechenden Angaben der Beschwerdeführerin selbst und
ihres Ehemannes, ohne diese mit der psychischen Verfassung der
Beschwerdeführerin zu verknüpfen oder sogar darauf zurückzuführen.
Der Arztbericht vom 21. Juli 2015 belegt folglich keine durch die
psychische Verfassung der Beschwerdeführerin bedingte
Beeinträchtigung in den streitigen alltäglichen Lebensverrichtungen An-
und Auskleiden, Aufstehen, Absitzen und Abliegen, Essen, Körperpflege
sowie der Verrichtung der Notdurft. Im Ergebnis gleich verhält es sich mit
dem Arztbericht vom 28. Oktober 2015 (Bf-act. J), soweit er im
vorliegenden Verfahren zu berücksichtigen ist (vgl. vorstehend Erwägung
- 23 -
3e). Darin führt Dr. med. C._ zunächst überzeugend aus, dass sich
die psychische Verfassung der Beschwerdeführerin seit der
Behandlungsaufnahme im August 2011 verbessert habe und es der
Patientin nunmehr vermehrt möglich sei, allein das Haus zu verlassen
und zu anderen Personen in Kontakt zu treten. Zugleich schildert sie
vermehrt auftretende und im Ausmass zunehmende, körperliche
Beschwerden, die sie jedoch nicht als durch die psychische Krankheit der
Beschwerdeführerin verursacht ansieht, sondern auf die diagnostizierten
somatischen Krankheiten (Post-Polio-Syndrom und Lungenemphysem)
zurückführt. Inwiefern diese somatischen Krankheiten die
Beschwerdeführerin bei der Ausführung der streitigen alltäglichen
Lebensverrichtungen beeinträchtigen, lässt Dr. med. C._ im
Arztbericht vom 28. Oktober 2015 richtigerweise unter Verweis auf die
entsprechenden Arztberichte der behandelnden Ärzten offen, vermag sie
doch als Psychiaterin Bestand und Umfang somatischer Beschwerden
nicht zuverlässig zu beurteilen. Im Übrigen weist sie lediglich die im
Abklärungsbericht vom 14. Mai 2015 getroffene Schlussfolgerung als
unrichtig zurück, wonach jemand, der sich kurzzeitig mit einer Hand durch
die Haare fahren könne, in der Lage sei, sich alleine die Haare zu
waschen. Dass die Beschwerdeführerin wegen ihrer psychischen
Beschwerden ausser Stande sei, sich selber die Haare zu waschen, stellt
sie freilich nicht fest. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin
wird im Arztbericht vom 28. Oktober 2015 demzufolge aus psychiatrischer
Sicht keine über den bereits anerkannten Hilfsbedarf hinausgehende
Notwendigkeit an Dritthilfe geltend gemacht (vgl. Bf-act. J). Der fragliche
Arztbericht steht somit im Einklang mit den im Abklärungsbericht vom
14. Mai 2015 getroffenen Feststellungen.
dd) Die IV-Stelle weist zudem zu Recht darauf hin, dass die Ergebnisse der
Observation und der öffentlich zugänglichen Videoklips sowie
Zeitungsartikel über die Beschwerdeführerin erhebliche Zweifel an den
- 24 -
behaupteten Einschränkungen wecken (vgl. Aktendokumentation BVM).
Zwar zeigen die während der Observation gemachten Aufnahmen die
Beschwerdeführerin nur im Freien und nicht bei alltäglichen
Lebensverrichtungen. Dort aber hinterlässt die Beschwerdeführerin einen
grundsätzlich vitalen Eindruck. So kann sie sich ohne Gehstützen, teils
mit leicht hinkendem Gang, fortbewegen, im Wechselschritt unter
gelegentlichem Abstützen an der Mauer eine relativ steile Treppe hinauf-
und hinabsteigen, selbständig absitzen und wieder aufstehen, am Boden
liegende Gegenstände aufheben, ihrem Ehemann beim Tragen einer
Kiste helfen, ohne Probleme in ein Fahrzeug einsteigen und wieder
aussteigen sowie ein Fahrzeug selber lenken (vgl. Aktendokumentation
BVM S. 10; Film-/Bilddaten DVD 1 und 2). Diese Beobachtungen stehen
im Widerspruch zu den von der Beschwerdeführerin anlässlich der
Abklärung vom 11. Mai 2015 gemachten Aussagen, wonach sie mit
Spezialkrücken nur einige wenige Meter gehen könne (IV-act. 19 S. 1),
beim Ankleiden auf die Hilfe ihres Ehemannes angewiesen sei, weil sie
die Hosen nicht alleine hochziehen und verschliessen könne (IV-act. 19
S. 4), nur Aufstehen könne, wenn sie sich irgendwo festhalte, nicht in der
Lage zu sei, von ihrem Bett aufzustehen (IV-act. 119 S. 4) und bei der
Körperpflege auf Dritthilfe angewiesen sei. Angesichts der während der
Observation gemachten Beobachtungen erscheinen diese Angaben
höchst zweifelhaft, womit sie nicht geeignet sind, entsprechende
Beeinträchtigungen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachzuweisen.
Für das Gericht besteht auch insofern kein Anlass, an der Richtigkeit und
Schlüssigkeit des Abklärungsberichts vom 14. Mai 2015 zu zweifeln.
ee) In Würdigung der Aktenlage gelangt das Gericht damit zum Schluss, dass
die Beschwerdeführerin nach der Inanspruchnahme der zumutbaren
Hilfsmittel und der zumutbaren Mithilfe ihres Ehemannes, bedingt durch
ihren Gesundheitszustand, ausschliesslich bei der Fortbewegung im
Freien und der Pflege gesellschaftlicher Kontakte regelmässig in
- 25 -
erheblicher Weise auf Dritthilfe angewiesen ist. Damit hat der für die
Beurteilung der Hilflosigkeit massgebliche Sachverhalt seit der Verfügung
der IV-Stelle des Kantons Y._ vom 27. November 2012 keine
rechtserhebliche Änderung erfahren. Betreffend die alltäglichen
Lebensverrichtungen liegt folglich kein Revisionsgrund vor.
5. a) Die Beschwerdeführerin bringt im Weitern vor, nicht alleine sein zu
können. Als ihr Ehemann einmal nicht da gewesen sei, habe sie versucht,
sich das Leben zu nehmen. Ausserdem habe sie Probleme mit ihrer
Atmung und Angst vor Stürzen. Dieser Argumentation hält die IV-Stelle
entgegen, der Suizidversuch habe sich gemäss dem Arztbericht von
Dr. med. C._ nach den Angaben der Patientin nach einem Streit im
häuslichen Umfeld ereignet, mithin eben gerade nicht, weil die
Beschwerdeführerin alleine zu Hause gewesen sei. Wie die
Abklärungsexpertinnen sodann zu Recht festhielten, sei die
Beschwerdeführerin in ihren Handlungen zuverlässig und könne im
Bedarfsfall Hilfe holen. Auch aus den Überwachungsvideos gehe klar
hervor, dass die Beschwerdeführerin nicht dauernd überwacht werden
müsse. Es bestehe keine Eigen- oder Fremdgefährdung.
b) Unter der persönlichen Überwachung ist eine medizinische und
pflegerische Hilfeleistung zu verstehen, die infolge des physischen
und/oder psychischen Gesundheitszustandes der Versicherten notwendig
ist. Eine solche ist beispielsweise erforderlich, wenn eine Drittperson mit
kleineren Unterbrüchen bei der Versicherten anwesend sein muss, da sie
nicht alleine gelassen werden kann (ZAK 1989 S. 174 E.3b; MEYER/
REICHMUTH, a.a.O., Art. 42-42ter N. 35). Um als anspruchsrelevant zu
gelten, muss die persönliche Überwachung ein erhebliches Mass an
Intensität aufweisen; dazu genügt nicht, dass die versicherte Person auf
Grund ihrer gesundheitsbedingten Einschränkungen vorzugsweise in
einer speziell auf die Beschäftigung Behinderter ausgerichteten Institution
- 26 -
tätig ist und dort unter ständiger Beaufsichtigung steht. Diese in
Behindertenwerkstätten übliche, nicht aber direkt auf die Versicherte
bezogene kollektive Betreuung, welche bei allfälligem Bedarf einschreiten
kann, genügt für die Annahme einer persönlichen
Überwachungsbedürftigkeit nicht (BGE 107 V 136 E.1b; 106 V 153 E.2a).
Aus einer Überwachungsbedürftigkeit im Sinne einer bloss allgemeinen
Aufsicht (beispielsweise in einem Heim) kann keine rechtlich relevante
Hilflosigkeit abgeleitet werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_912/2008
vom 5. März 2009 E.3.2.3).
c) Die Beschwerdeführerin hat anlässlich der Abklärung vom 11. Mai 2015
angegeben, der dauernden persönlichen Überwachung zu bedürfen. Sie
könne nicht lange allein zu Hause sein, weil sie Angst habe, zu stürzen
und von Panikattacken heimgesucht zu werden. Die Attacken seien
allerdings weniger geworden und träten nicht täglich auf. Ihr Ehemann
habe rund um das Haus Videokameras installiert, damit sie ihn sehen
könne (IV-act. 119 S. 6). Auf diese Weise wisse sie, wo sich ihr Ehemann
aufhalte und wann er ungefähr wieder zu Hause sei. Sein Handy habe
ausserdem eine Ortungsfunktion, die es ihm erlaube, ihren Aufenthaltsort
festzustellen. Das Telefon zu Hause sei schliesslich so eingerichtet, dass
sie nicht eine ganze Telefonnummer wählen, sondern nur einzelne Tasten
drücken müsse, um mit dem gewünschten Teilnehmer verbunden zu
werden (IV-act. 119 S. 6). Im Abklärungsbericht vom 23. Mai 2012 wird zu
diesem Punkt lediglich ausgeführt, der Ehemann der Beschwerdeführerin
sei zumeist zu Hause; die Beschwerdeführerin könne jedoch auch einige
Stunden alleine zu Hause bleiben (IV-act. 13 S. 6). Damit ist nicht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass sich der für die
Beurteilung der Notwendigkeit der persönlichen Überwachung
massgebliche Sachverhalt seit der Verfügung der IV-Stelle des Kantons
Y._ vom 27. November 2012 verändert hat.
- 27 -
aa) Was die Beschwerdeführerin gegen diese Schlussfolgerung einwendet,
vermag nicht zu überzeugen. Soweit sie die Notwendigkeit einer
dauernden persönlichen Überwachung aus ihrem Suizidversuch ableitet,
ist mit der IV-Stelle festzuhalten, dass Dr. med. C._ im Arztbericht
vom 21. Juli 2015 ausführt, der Suizidversuch habe sich nach Angaben
der Patientin nach einem Streit im häuslichen Umfeld ereignet (Bf-act. C
S. 2), mithin gerade nicht weil die Beschwerdeführerin allein zu Hause
gewesen ist. Ausserdem stuft Dr. med. C._ die Beschwerdeführerin
weder im Arztbericht vom 21. Juli 2015 (Bf-act. C) noch in jenem vom
28. Oktober 2015 (Bf-act. J) als suizidal ein. Im Gegenteil diagnostiziert
sie eine vollständig remittierte rezidivierend depressive Episode. Ohnehin
hat sich die psychische Verfassung der Beschwerdeführerin im Vergleich
zu dem der Verfügung der IV-Stelle des Kantons Y._ vom
27. November 2012 zugrunde liegenden Sachverhalt verbessert. So hält
Dr. med. C._ in ihrem Arztbericht vom 28. Oktober 2015 fest, die
Beschwerdeführerin leide unter anderem an einer Agoraphobie. Hierbei
handle es sich um eine Angststörung, bei der die Angst, hilf- und
schutzlos zu sein, dazu führe, Situationen, in denen man sich hilf- und
schutzlos wähne, zu vermeiden. Typischerweise seien dies Orte
ausserhalb des als sicher empfundenen Heimes. In schweren Fällen
führe Agoraphobie auch dazu, dass das eigene Heim nicht mehr
verlassen werde. In sehr schweren Fällen könne auch Angst innerhalb
des Hauses auftreten (Bf-act. J S. 2). Zu Beginn der Behandlung
(24. August 2011) habe bei der Patientin eine ausgeprägte
Angstsymptomatik bestanden, die derart schwerwiegend gewesen sei,
dass ihr das Verlassen des Hauses nicht möglich gewesen sei. Auch
innerhalb des Hauses habe die Patientin gewisse Räume nicht alleine
aufsuchen können. Längere Zeit allein zu sein, habe bei ihr ebenfalls
massive Angstgefühle ausgelöst (Bf-act. J S. 1). Im Laufe der ambulanten
Therapie habe die Patientin gelernt, Anspannungen und Gefühle zu
regulieren. Ab Frühjahr 2012 sei ein intensives Expositionstraining
- 28 -
aufgenommen worden. Dieses Training habe dazu geführt, dass die
Patientin ab 2013 wieder in Begleitung ihr Haus habe verlassen,
Geschäfte aufsuchen und Auto fahren können (Bf-act. J S. 2). Aus diesen
Schilderungen von Dr. med. C._ folgt, dass die Agoraphobie
mittlerweile insoweit erfolgreich behandelt werden konnte, als es der
Beschwerdeführerin wieder möglich ist, sich allein im Haus aufzuhalten
und dieses in Begleitung zu verlassen. Die psychische Verfassung der
Beschwerdeführer hat sich folglich seit der Verfügung der IV-Stelle
Y._ vom 27. November 2012 verbessert.
bb) Demgegenüber wurde bei der Beschwerdeführerin im Juni 2014 neu ein
Lungenemphysem diagnostiziert, zu dem im Oktober 2015 eine
obstruktive Schlafapnoe leichten Grades, nächtliche alveoläre
Hypoventilation sowie eine bronchiale Hyperreagibilität hinzutraten. Diese
Krankheiten erfordern indessen laut den Arztberichten von Dr. med.
D._ (Bf-act. F) und Dr. med. E._ (Bf-act. G) keine dauernde
persönliche Überwachung. Zwar musste mittlerweile eine nächtliche
Bileval-Masken-Therapie installiert werden (vgl. Bf-act. F und G), welche
die spontane Atmung der Beschwerdeführerin mithilfe eines Überdrucks
unterstützt, um Atemaussetzer zu vermeiden und eine suffiziente
Sauerstoffversorgung zu gewährleisten (vgl. https://de. wikipedia.org/ >
CPAP-Beatmung, letztmals besucht am 13. Juli 2016). Diese Apparatur
funktioniert aber automatisch und bedingt keine dauerhafte Überwachung.
Durch die neu aufgetretenen pneumologischen Erkrankungen hat der für
die Beurteilung der persönlichen Überwachung massgebliche Sachverhalt
folglich keine Änderung erfahren. Schliesslich wird im Abklärungsbericht
vom 15. Mai 2015 zutreffend festgehalten, die Beschwerdeführerin und ihr
Ehemann hätten Vorkehren getroffen, um der Beschwerdeführerin zu
ermöglichen, im Bedarfsfall Hilfe zu holen. Im vorliegenden Fall ist somit
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgewiesen, dass die
Beschwerdeführerin aufgrund ihrer gesundheitlichen Verfassung der
- 29 -
dauernden persönlichen Überwachung bedarf. In Bezug auf die
Notwendigkeit einer dauerhaften persönlichen Überwachung ist
demzufolge seit der Verfügung der IV-Stelle des Kantons Y._ vom
27. November 2012 keine rechtserhebliche Änderung eingetreten. Auch
in dieser Beziehung ist demzufolge kein Revisionsgrund ausgewiesen.
6. a) Die Beschwerdeführerin macht schliesslich geltend, nicht im Stande zu
sein, allein zu wohnen. Sie wäre allein ernsthaft gefährdet, sich von der
Aussenwelt zu isolieren. Sie müsse ausserdem zu allen Aussenterminen
begleitet werden. Sie könne nicht alleine irgendwo hingehen. Dagegen
wendet die IV-Stelle ein, in der angefochtenen Verfügung eine Dritthilfe
bei der Fortbewegung – wie sie auch bei der lebenspraktischen
Begleitung vorgesehen sei – akzeptiert zu haben. Die entsprechende
Beeinträchtigung könne daher nicht abermals in Form der
lebenspraktischen Begleitung Berücksichtigung finden. Aufgrund der
Überwachungsvideos sowie der Auftritte in den Medien sei aber ohnehin
erstellt, dass die Beschwerdeführerin in der Fortbewegung nicht erheblich
und dauernd hilflos sei. Sodann wäre die vom Ehemann geleistete Hilfe
nicht voll anrechenbar, sondern nur insoweit, als sie das zumutbare Mass
überschreite. Soweit die Hausärztin der Beschwerdeführerin im Übrigen
bestätige, dass die Beschwerdeführerin aus gesundheitlichen Gründen
nicht alleine wohnen könne, vermöge diese Auffassung weder aus
medizinischer Sicht noch in Berücksichtigung der Überwachungsvideos
und der Auftritte der Beschwerdeführerin in den Medien zu überzeugen.
Die Auskünfte der Beschwerdeführerin gegenüber der IV-Stelle bzw. der
Abklärungsexpertinnen und (offenbar) ihrer behandelnden Ärzten seien
diesbezüglich unvollständig und/oder falsch, womit sie keine zuverlässige
Grundlage für die Beurteilung der Hilfsbedürftigkeit der
Beschwerdeführerin bildeten.
- 30 -
b) Bei der lebenspraktischen Begleitung handelt es sich um ein zusätzliches
und eigenständiges Institut der Hilfe für Personen, die ausserhalb eines
Heimes leben. Sie umfasst weder die direkte noch indirekte Dritthilfe bei
den sechs alltäglichen Lebensverrichtungen noch die besonders
aufwendige Pflege oder die persönliche Überwachung (BGE 133 V 466
E.9; MEYER/REICHMUTH, a.a.O., Art. 42-42ter N. 43). Gemäss Art. 38 Abs. 1
IVV liegt ein Bedarf an lebenspraktischer Begleitung im Sinne von Art. 42
Abs. 3 IVG vor, wenn eine volljährige Versicherte ausserhalb eines
Heimes lebt und infolge ihrer gesundheitlichen Verfassung ohne
Begleitung einer Drittperson nicht selbstständig wohnen kann (lit. a), für
Verrichtungen und Kontakte ausserhalb der Wohnung auf Begleitung
einer Drittperson angewiesen ist (lit. b) oder ernsthaft gefährdet ist, sich
dauernd von der Aussenwelt zu isolieren (lit. c). Zu berücksichtigen ist nur
diejenige lebenspraktische Begleitung, die regelmässig und im
Zusammenhang mit den vorerwähnten Situationen erforderlich ist. Ob
eine Dritthilfe aufgrund der gesundheitlichen Verfassung der Versicherten
notwendig ist, beurteilt sich objektiv nach dem Zustand der Versicherten
(BGE 133 V 461 E.5; Urteil des Bundesgerichts 9C_410/2009 vom
1. April 2010 E.5). Die lebenspraktische Begleitung gilt als regelmässig,
wenn sie über eine Periode von drei Monaten gerechnet im Durchschnitt
mindestens zwei Stunden pro Woche benötigt wird (BGE 133 V 450).
Nicht erforderlich ist, dass sie durch fachlich qualifiziertes oder speziell
geschultes Betreuungspersonal erbracht wird (KSIH Rz. 8047). Im
Rahmen der lebenspraktischen Begleitung ist die direkte und indirekte
Dritthilfe zu berücksichtigen (BGE 133 V 461 E.5.3.1; MEYER/REICHMUTH,
a.a.O., Art. 42-42ter N. 44; KSIH Rz. 8050.2).
c) In dem der Verfügung der IV-Stelle des Kantons Y._ vom
27. November 2012 zugrundeliegenden Abklärungsbericht vom 23. Mai
2012 wurde in Bezug auf die lebenspraktische Begleitung festgehalten
(IV-act. 13 S. 6), die Beschwerdeführerin lebe in ehelicher Gemeinschaft.
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Sie sei fähig, sich den Tag selbständig zu strukturieren und sich bei
Bedarf die erforderliche Unterstützung zu organisieren. Persönliche
Kontakte pflege sie via Telefon, Internet und Besuchen bei ihr zu Hause
(IV-act. 16 S. 6). Hinsichtlich der Beeinträchtigung in der alltäglichen
Lebensverrichtung Fortbewegung/Kontaktaufnahme werden diese
Ausführungen dahingehend ergänzt, als die Beschwerdeführerin sich
innerhalb des Hauses selbständig fortbewegen könne, indem sie an den
Wänden entlang gehe. Die Treppe ins obere Stockwerk (mit Handlauf)
könne sie langsam, jedoch allein bewältigen. Die steile Treppe zum Stall
traue sie sich hingegen nur in Begleitung zu (IV-act. 13 S. 5). Ausser
Haus begebe sich die Beschwerdeführerin seit rund vier Jahren nicht
mehr. Auch habe sie Angst vor Stürzen, da sie kein Gefühl mehr im
(linken) Bein habe. Gesellschaftliche Kontakte könne sie aufgrund ihrer
Ängste ebenfalls nicht mehr pflegen. Sie erhalte manchmal Besuch,
empfange diesen jedoch nur, wenn sie wisse, wer es sei und die
Besucher sich vorgängig angemeldet hätten (IV-act. 13 S. 5).
d) Im Vergleich dazu hat sich die psychische Verfassung der
Beschwerdeführerin – wie Dr. med. C._ im Arztbericht vom
28. Oktober 2015 überzeugend darlegt (vgl. Bf-act. J, vgl. vorstehende
Erwägungen 5c/aa) – zwischenzeitlich verbessert. Die
Beschwerdeführerin selbst hat anlässlich der Abklärung vom 11. Mai
2015 angegeben, ihr gehe es psychisch wieder besser. Sie könne mit
dem Elektrorollstuhl vermehrt wieder unter Menschen gehen; verlasse
das Haus nunmehr wieder regelmässiger (IV-act. 119 S. 2). Die
Beschwerdeführerin begründet die geltend gemachte Verschlechterung
im Bereich der persönlichen Begleitung denn auch, soweit ersichtlich, mit
der abnehmenden körperlichen Belastbarkeit und
Lähmungserscheinungen in Beinen sowie Händen und Armen.
Diesbezüglich hielt Dr. med. C._ im Arztbericht vom 13. Juli 2013
(IV-act. 43) zuhanden der IV-Stelle fest, bei der Patientin bestehe aktuell
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eine Lähmung des linken Beins bei der Verdachtsdiagnose einer
dissoziativen Störung (ICD-10: F 44.7). Deshalb sei sie auf einen
elektrischen Rollstuhl angewiesen. Dieser sei für die Patientin von
grösster therapeutischen Relevanz, weil sie ansonsten nicht in der Lage
sei, das Haus alleine zu verlassen (IV-act. 43 S. 1). Auf diese Beurteilung
ist Dr. med. C._ im Arztbericht vom 28. Oktober 2015 (Bf-act. J)
zurückgekommen. Diesem zufolge sind die fraglichen Beeinträchtigungen
nicht psychischer Natur, sondern bedingt durch die bei der
Beschwerdeführerin diagnostizierten somatische Krankheiten (Post-Polio-
Syndrom und Lungenemphysem). Somatische Krankheiten mit derart
schwerwiegenden Auswirkungen sind jedoch in keinem Arztbericht
ausgewiesen (vgl. dazu vorstehende Erwägung 4b/bb). Die während der
Observation gemachten Videoaufnahmen zeigen sodann, dass die
Beschwerdeführerin entgegen ihren Angaben ohne Gehstützen, teils mit
leicht hinkendem Gang, gehen kann, im Wechselschritt unter
gelegentlichem Abstützen an der Mauer eine relativ steile Treppe hinauf-
und hinabsteigen, selbständig absitzen und wieder aufstehen, am Boden
liegende Gegenstände aufheben, ihrem Ehemann beim Tragen einer
Kiste helfen, ohne Probleme in eine Fahrzeug einsteigen und wieder
aussteigen sowie ein Fahrzeug selber lenken (vgl. Aktendokumentation
BVM S. 10; Film-/Bilddaten DVD 1 und 2 und vorstehende Ausführungen
in Erwägung 4b/dd). Bei dieser Sachlage kann ausgeschlossen werden,
dass die gesundheitlich bedingte Beeinträchtigung bei der Fortbewegung
im Vergleich zu dem der Verfügung der IV-Stelle Y._ vom
27. November 2012 zugrunde liegenden Sachverhalt zugenommen hat.
Die in Bezug auf die persönliche Begleitung massgebliche Sachlage hat
im massgeblichen Zeitraum folglich keine Änderung erfahren, womit auch
diesbezüglich kein Revisionsgrund vorliegt. Bei diesem Ergebnis kann
dahingestellt bleiben, ob die IV-Stelle es zu Recht von vornherein
ausgeschlossen hat, die der Beschwerdeführerin zugebilligten
Beeinträchtigungen in der Fortbewegung und Kontaktaufnahme im
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Rahmen der lebenspraktischen Begleitung zu prüfen, weil sie diesen
bereits bei der alltäglichen Lebensverrichtung
Fortbewegung/Kontaktaufnahme Rechnung getragen hat (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 9C_135/2014 vom 14. Mai 2014 E.4.3.1; KSIH Rz. 8051).
7. Aus dem vorangehend Ausgeführten folgt, dass die massgebliche
Sachlage seit der Verfügung der IV-Stelle des Kantons Y._ vom 27.
November 2012 keine rechtserhebliche Änderung erfahren hat. Die IV-
Stelle hat das Gesuch der Beschwerdeführerin um Ausrichtung einer
Hilflosenentschädigung demzufolge in der Verfügung vom 24. Juni 2015
zu Recht abgewiesen. Die vorliegende Beschwerde erweist sich folglich
als unbegründet, was zu deren Abweisung und zur Bestätigung der
angefochtenen Verfügung führt.
8. Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung
von Leistungen der Invalidenversicherung geht, ist das Verfahren
kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG nach
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert zu bemessen.
Diese werden für den vorliegenden Fall, der mit einem durchschnittlichen
Aufwand verbunden war, ermessensweise auf Fr. 700.-- festgelegt und
entsprechend dem Verfahrensausgang der Beschwerdeführerin als
unterliegender Partei zur Bezahlung auferlegt (Art. 73 Abs. 1 VRG). Die
obsiegende IV-Stelle hat keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung
(Art. 61 lit. g ATSG e contrario).