Decision ID: e076e046-0f9e-58ad-8524-649b2ca31446
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Ausgleichskasse des Kantons St.
Gallen, Brauerstrasse 54, Postfach, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Schadenersatzforderung (i.S. B._ GmbH in Konkurs)
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Sachverhalt:
A.
A.a Die 2006 gegründete B._ GmbH war im Bereich des innerstaatlichen und
grenzüberschreitenden Güternah- und Fernverkehrs sowie im Kurier- und
Chauffeurdienst tätig. Am 11. Dezember 2009 wurde über die Gesellschaft der Konkurs
eröffnet. In der Folge musste die Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen,
kantonale Ausgleichskasse, offen gebliebene Lohnbeiträge aus den Jahren 2008 und
2009 abschreiben. Mit Verfügung vom 25. August 2010 forderte sie vom zuletzt
eingetragenen Geschäftsführer mit Einzelzeichnungsberechtigung, A._,
Schadenersatz für entgangene bundesrechtliche Beiträge in Höhe von Fr. 14'620.60
sowie für entgangene kantonalrechtliche Beiträge in Höhe von Fr. 2'137.85. A._ hätte
dafür sorgen müssen, dass die Beiträge korrekt abgeliefert werden (act. G 3.1/201).
A.b Mit Einsprache vom 16. September 2010/2. November 2010 wurde im
Wesentlichen geltend gemacht, der Einsprecher sei nicht für die Ablieferung der
Beiträge verantwortlich gewesen, weshalb er dafür nicht haftbar gemacht werden
könne (act. G 3.1/202 und 205). Mit Entscheid vom 19. Januar 2011 wies die
Sozialversicherungsanstalt die Einsprache ab. Der Einsprecher sei ab 14. November
2008 Geschäftsführer der B._ GmbH mit Einzelunterschrift gewesen. Als formelles
und faktisches Organ der Gesellschaft sei er verpflichtet gewesen, dafür zu sorgen,
dass die Beiträge korrekt abgerechnet und pünktlich abgeliefert würden. Dies habe er
offensichtlich unterlassen. Er habe damit rechnen müssen, dass die GmbH die Beiträge
später nicht mehr würde abliefern können. Trotzdem habe er nicht dafür gesorgt, dass
nur soviel Löhne ausbezahlt worden seien, wie darauf auch Beiträge hätten bezahlt
werden können. Auch habe er die zu tiefen Akontorechnungen für die Beiträge 2008
nicht anpassen lassen, habe keine Reserven für die höheren Beiträge gebildet und
nicht dafür gesorgt, dass die Jahresabrechnung 2008 rechtzeitig eingereicht werde.
Durch diese Verletzung von AHV-Vorschriften habe der Beschwerdeführer die
Gesellschaft auf Kosten der Sozialwerke weitergeführt und den entstandenen Schaden
grobfahrlässig verursacht (act. G 3.1/223).
B.
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B.a Gegen diesen Entscheid richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 21. Februar
2011 mit dem Antrag auf Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids. Der
geltend gemachte Schaden sei nicht durch ein Fehlverhalten des Beschwerdeführers
zu Stande gekommen. Als dieser die Tätigkeit als Geschäftsführer übernommen habe,
seien praktisch keine liquiden Mittel mehr vorhanden gewesen, die es ihm ermöglicht
hätten, die Beitragszahlungen an die Beschwerdegegnerin zu leisten. Verantwortlich für
die finanzielle Führung der Gesellschaft sei C._ gewesen. Dies ergebe sich auch aus
dem Einvernahmeprotokoll des Konkursamtes. Nachdem der Schaden bei Amtsantritt
des Beschwerdeführers bereits eingetreten sei, habe der Beschwerdeführer diesen
auch nicht mehr verursachen können. Mithin fehle es an einem adäquaten
Kausalzusammenhang (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 7. März 2011 beantragt die Verwaltung Abweisung
der Beschwerde. Zunächst sei festzustellen, dass sich die Beschwerde nur gegen den
bundesrechtlichen Teil der Forderung richte, da der kantonalrechtliche Teil bereits
rechtskräftig geworden sei. Materiell lasse sich die Behauptung, die Gesellschaft sei
beim Antritt des Beschwerdeführers als Geschäftsführer bereits insolvent gewesen,
widerlegen. Abgesehen davon, dass die Firma sogar noch neue Mitarbeiter eingestellt
habe, habe sie zwischen November 2008 und Februar 2009 wöchentliche
Beitragsteilzahlungen von Fr. 1'500.-- geleistet. Der Beschwerdeführer hafte für die
Handlungen der beauftragten Hartmann Treuhand AG (act. G 3).
B.c Mit Replik vom 13. April 2011 führt der Rechtsvertreter aus, dass das
Arbeitsverhältnis von D._ gemäss Feststellung des Arbeitsgerichts per 21. November
2008 aufgelöst worden sei. Ein weiterer Mitarbeiter habe am 15. September 2008 wohl
noch einen Einsatzvertrag für den Zeitraum 1. November 2008 bis 19. Dezember 2008
erhalten. Dieser Einsatz sei jedoch wegen der Wirtschaftskrise nicht mehr durchgeführt
worden (act. G 6).
B.d Mit Duplik vom 21. April 2011 macht die Beschwerdegegnerin geltend, der
Beschwerdeführer habe die Beitragsforderung für die bis und mit November 2008
ausgerichteten Löhne anerkannt, da er in der Replik keine Zahlungsunfähigkeit der
GmbH beim Amtsantritt als Geschäftsführer mehr angebe und nur noch geltend
mache, die Firma habe nach November 2008 keine Löhne mehr ausgerichtet. Aus den
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mit der Replik eingereichten Unterlagen gehe zudem hervor, dass der Schaden noch
grösser als verfügt sei, da die zusätzliche Lohnsumme von Fr. 4'271.10 für D._
betreffend den Monat November 2008 und die Ferien des Jahres 2008 in der
Jahresabrechnung 2008 nicht angegeben worden seien. Die Abrechnung für die
Quellensteuer enthalte zudem zwei weitere Mitarbeiter, die in der Jahresabrechnung
2008 nicht erwähnt würden. Offensichtlich seien nicht alle Mitarbeiter bzw. nicht
sämtliche Löhne abgerechnet worden, womit der Schaden womöglich noch grösser sei
(act. G 8).

Erwägungen:
1.
1.1 Vorliegend bildet lediglich die bundesrechtliche Schadenersatzforderung im
Betrag von Fr. 14'620.60 Streitgegenstand. Demgegenüber blieb der
kantonalrechtliche Teil unangefochten. Dieser Schaden ist von Seiten des
Beschwerdeführers grundsätzlich unbestritten, wohingegen die Beschwerdegegnerin
duplicando eine Erhöhung der Schadenssumme geltend macht. Im Weiteren ist
unbestritten, dass der Schaden frühestens mit der Konkurseröffnung am 11. Dezember
2009 entstanden ist (vgl. BGE 129 V 195 E. 2.2) und die Schadenersatzverfügung vom
25. August 2010 jedenfalls rechtzeitig ergangen ist. In Frage steht demgegenüber, ob
der geltend gemachte Schaden dem Beschwerdeführer angelastet werden kann,
insbesondere, ob ihn an der Entstehung des Schadens ein qualifiziertes Verschulden
trifft.
1.2 Verschuldet ein Arbeitgeber durch absichtliche oder grobfahrlässige Missachtung
von Vorschriften einen Schaden, so hat er diesen der Ausgleichskasse zu ersetzen
(Art. 52 AHVG). Unter den Begriff des Arbeitgebers fallen nach der höchstrichterlichen
Praxis auch die für eine juristische Person handelnden Organe (AHI 1993, 82 mit
Hinweisen, ausdrücklich bestätigt in BGE 129 V 11 ff.; seit 1. Januar 2012 zudem
ausdrücklich in Art. 52 Abs. 2 AHVG geregelt). Die Passivlegitimation des
Beschwerdeführers ist damit gegeben. Er war vom 14. November 2008 bis zur
Löschung der Gesellschaft im Handelsregister als Geschäftsführer mit
Einzelunterschrift eingetragen (online-Handels-registerauszug; vgl. auch die Liste der
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unübertragbaren Aufgaben der Geschäftsführer einer GmbH [Art. 810 Abs. 2
insbesondere Ziff. 3 und 4 OR]). Damit eine Schadenersatzpflicht entstehen kann,
müssen alle Haftungsvoraussetzungen gegeben sein, d.h. es muss ein Schaden
eingetreten sein, der auf ein widerrechtliches und schuldhaftes Verhalten des
verantwortlichen Organs zurückzuführen ist (Urs-Christoph Dieterle/ Ueli Kieser, Der
Schadenersatzprozess, in: Der Schweizer Treuhänder, 7-8/95, 657). Schliesslich muss
zwischen dem Verhalten der belangten Person und dem eingetretenen Schaden ein
adäquater Kausalzusammenhang gegeben sein.
2.
2.1 Vorliegend blieben beim Konkurs der B._ GmbH die Rechnung vom
11. Dezember 2008 für das 4. Quartal 2008 teilweise sowie die Jahresrechnung 2008
vom 5. März 2009 und die Rechnung für das 1. Quartal 2009 vom 20. März 2009 (bzw.
die Jahresrechnung 2009; jeweils inkl. Mahn- und Betreibungskosten sowie
Verzugszinsen) offen. Bei den Rechnungen für das 2. und 3. Quartal 2009 vom 11. Juni
2009 und vom 10. September 2009 blieben jeweils die Mahn- und Betreibungskosten
sowie die Verzugszinsen offen (act. G 3.1/209; Posten 2008/0011, 2009/0001,
2009/0004, 2009/0005 und 2009/0006). Mit den in der Zeit von Oktober 2008 bis
Februar 2009 eingegangenen Zahlungen von insgesamt Fr. 21'500.-- (Posten
2008/0007) konnten die Pauschalen (inkl. Nebenkosten) für das 2. und 3. Quartal 2008
beglichen werden. An die Pauschale für das 4. Quartal 2008 von Fr. 8'979.75 (zuzügl.
Nebenkosten) konnten - zusammen mit einer Gutschrift von Fr. 535.10 aus der
Jahresabrechnung 2007 (Posten 2009/0002) - noch Fr. 3'633.50 angerechnet werden
(Posten 2008/0011), was gut einem Drittel der Pauschale (zuzügl. Nebenkosten)
entspricht. Zusammengefasst hat die Gesellschaft damit die Lohnbeiträge bis etwa
Ende Oktober/Anfang November 2008 beglichen, danach nicht mehr.
2.2 Die Beschwerdegegnerin wirft dem Beschwerdeführer konkret vor, er habe es
versäumt, die beim Konkurs der Gesellschaft (teilweise) offen gebliebenen Rechnungen
vom 11. Dezember 2008 sowie vom 5. und 20. März 2009 zu bezahlen oder für
Bezahlung zu sorgen, obwohl die Gesellschaft noch über genügend Mittel verfügt
habe. Zudem habe die Gesellschaft noch Ende 2008 neue Mitarbeiter angestellt (D._
und E._ [vgl. act. G 3.1/79 und 109]). Im Weiteren wirft sie dem Beschwerdeführer
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vor, er habe die Pauschalen für das Jahr 2008 nicht rechtzeitig erhöhen lassen, was
den Schaden vergrössert habe. Zudem habe er der Beschwerdegegnerin nicht
mitgeteilt, dass die Gesellschaft ab Februar 2009 kein Personal mehr beschäftige, was
unnötigen Mahnungs- und Betreibungsaufwand zur Folge gehabt habe.
Mit dem Beschwerdeführer ist zunächst festzustellen, dass die Gesellschaft im Oktober
und November 2008 kein neues Personal angestellt hat. So war der Mitarbeiter D._
bereits in der Jahresabrechnung 2008 für die Monate Januar bis Oktober 2008
aufgeführt (act. G 3.1/97). Gemäss Urteil des Arbeitsgerichts Rheintal vom 28. April
2009 wurde das Arbeitsverhältnis im gegenseitigen Einverständnis per 21. November
2008 aufgelöst (act. G 6.1 E. 6). Wie sich sodann aus der Quellensteuerabrechnung für
die Monate November und Dezember 2008 ergibt, bezog E._ in dieser Periode
keinen Lohn (act. G 6.3 und 6.4). Damit erscheint die Erklärung des Rechtsvertreters,
der besagte Mitarbeiter sei wegen der Wirtschaftskrise nicht mehr zum Einsatz
gekommen, plausibel. Abgesehen davon war der geplante Einsatz ohnehin nur auf die
kurze Dauer vom 1. November bis zum 19. Dezember 2008 befristet (act. G 6.5). Im
Übrigen geht aus der Jahresabrechnung 2008 hervor, dass 4 der 13 mindestens
während des halben Jahres beschäftigten Mitarbeiter nur bis Oktober oder November
2008 Lohn erhielten (act. G 3.1/98). Unbestrittenermassen war im Januar 2009 noch ein
Mitarbeiter beschäftigt, ab Februar 2009 beschäftigte die Gesellschaft keine
Angestellten mehr (vgl. act. G 3.1/178). Mithin ist festzustellen, dass nach Amtsantritt
des Beschwerdeführers als Geschäftsführer und "Liquidator" der Personalbestand
massiv reduziert wurde, so dass rund anderthalb Monate später nur noch ein,
zweieinhalb Monate später keine Mitarbeiter mehr beschäftigt waren. Es kann somit
nicht gesagt werden, der Beschwerdeführer habe die Gesellschaft über längere Zeit auf
Kosten der Sozialwerke weitergeführt. Vielmehr war nach einer Zeitspanne, die wohl
nicht viel länger als die zu beachtenden Kündigungsfristen war, kein Personal mehr
beschäftigt.
Im Weiteren kann auch nicht davon ausgegangen werden, die Gesellschaft hätte neben
den wöchentlichen Zahlungen von Fr. 1'500.--, die sie im Zeitraum von Ende Oktober
2008 bis Anfang Februar 2009 geleistet hat (vgl. act. G 3.1/209, Posten 2008/0007),
ohne Weiteres noch weitere Zahlungen vornehmen können. Jedenfalls ergeben sich
aus den Akten - etwa aus dem Einvernahmeprotokoll des Konkursamtes (act. G
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3.1/184 ff.) - keine Hinweise darauf, und auch die Beschwerdegegnerin vermag ihre
dahingehende Behauptung nicht zu belegen. Auch die Tatsache, dass der Konkurs nur
kurze Zeit nach der Eröffnung mangels Aktiven wieder eingestellt wurde, spricht nicht
für das Vorhandensein weiterer substanzieller Mittel.
Weiter macht die Beschwerdegegnerin geltend, der Beschwerdeführer hätte die
Akontozahlungen für das Jahr 2008 erhöhen sollen, womit der Schaden kleiner
geworden
wäre. Tatsächlich trifft zu, dass die definitiven Beiträge 2008 um gut 25 % höher aus
fielen als die Akontozahlungen, so dass eine rechtzeitige Erhöhung der Pauschalen
angebracht gewesen wäre (Akontozahlungen: 4 x Fr. 8'979.75 = Fr. 35'919.--;
Schlussabrechnung: Fr. 45'260.40 [act. G 3.1/209, Posten 2009/0001]). Ob die Firma
bzw. die Vorgänger des Beschwerdeführers - namentlich seine Frau oder der als Zeuge
vorgeschlagene C._, der im Übrigen nicht nur beauftragter Buchhalter, sondern
selber Gesellschafter und zeitweise auch Geschäftsführer mit Einzelunterschrift der
B._ GmbH war (vgl. online-Handelsregisterauszug) - diesbezüglich ein
haftungsrelevanter Vorwurf trifft, kann vorliegend allerdings offen bleiben, da jedenfalls
nicht der Beschwerdeführer dafür verantwortlich gemacht werden kann. Er wurde erst
am 14. November 2008 als Geschäftsführer im Handelsregister eingetragen, zu einem
Zeitpunkt also, als der Personalbestand bereits abgebaut wurde bzw. kurz vor dem
gänzlichen Abbau stand. Darüber hinaus neigte sich das Beitragsjahr ohnehin dem
Ende zu. Es hätte also keinen Sinn mehr gehabt, zu diesem Zeitpunkt noch eine
Erhöhung der Akontozahlungen zu verlangen.
2.3 In einer Zwischenbilanz ist damit zu konstatieren, dass nach Amtsantritt des
Beschwerdeführers der Personalbestand massiv reduziert bzw. sogar ganz aufgelöst
wurde und der Beschwerdeführer in nicht unerheblichem Umfang für
Abschlagszahlungen gesorgt hat. Diese Massnahmen haben dazu beigetragen, dass
die unbezahlt gebliebenen Lohnbeiträge letztlich nur eine kurze Zeitspanne von rund
zwei Monaten umfassten und der Schaden deutlich kleiner ausfiel als ohne dieses
Handeln. Mithin hat der Beschwerdeführer grundsätzlich das unternommen, was ein
verständiger Mensch in seiner Lage tun konnte, und ist seiner Rolle als "Liquidator"
durchaus gerecht geworden. Insofern erscheint der Vorwurf der Beschwerdegegnerin,
der Beschwerdeführer habe versagt, als nicht angebracht. Daran ändert auch nichts,
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dass die Jahresabrechnung 2008, für deren korrekte Erstellung der Beschwerdeführer
verantwortlich war, möglicherweise nicht ganz vollständig war und etwas verspätet bei
der Beschwerdegegnerin
eintraf.
2.4 Schliesslich macht die Beschwerdegegnerin geltend, der Beschwerdeführer sei
für den unnötigen Verwaltungsaufwand haftbar zu machen, der durch die Zustellung,
Mahnung und Betreibung der Quartalsrechnungen 2009 entstanden sei. Dieser Vorwurf
trifft zu. So wäre es Aufgabe des Beschwerdeführers gewesen, die
Beschwerdegegnerin darüber zu informieren, dass ab Februar 2009 keine Mitarbeiter
mehr beschäftigt waren (Art. 35 Abs. 2 AHVV). Indem er diese Meldung grundlos
unterlassen hat, hat er der Beschwerdegegnerin grobfahrlässig und widerrechtlich
einen Schaden zugefügt. Zwischen der Unterlassung des Beschwerdeführers und dem
entsprechenden Schaden besteht sodann ein adäquater Kausalzusammenhang, hätte
sich doch die Beschwerdegegnerin bei rechtzeitiger Kenntnis des Sachverhalts den
weiteren Aufwand ersparen können. Der Beschwerdeführer ist demnach zu
verpflichten, den durch die unterlassene Meldung verursachten Schaden zu ersetzen.
Dieser besteht in den zusätzlichen Gebühren sowie in den Mahn- und
Betreibungskosten für die Akontorechnungen vom 20. März 2009, 11. Juni 2009 und
10. September 2009 (act. G 3.1/209, Posten 2009/0004, 2009/0005 und 2009/0006).
Dabei ist zu berücksichtigen, dass der jeweils auf den kantonalrechtlichen Teil der
Beitragsforderung entfallende Anteil der Kosten bereits in der vorliegend nicht mehr
streitigen Schadenersatzsumme von Fr. 2'137.85 enthalten ist. Er ist demzufolge nicht
nochmals zu berücksichtigen. Der bundesrechtliche Teil der massgeblichen Kosten
beträgt damit Fr. 261.95 (Fr. 122.25 + Fr. 122.25 + Fr. 17.45 (act. G 3.1/200, Posten
2009/0004, 2009/0005 und 2009/0006).
2.5 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Voraussetzungen für die
Zusprechung von Schadenersatz (insbesondere des Verschuldens) nur gerade für die
unnötig verursachten Nebenkosten in Bezug auf die Quartalsabrechnungen (1. bis 3.
Quartal) 2009 ausgewiesen sind. In Bezug auf die Hauptforderung der
Beschwerdegegnerin fehlt es dagegen an einem rechtsgenüglichen Verschulden. Die
Forderung der Beschwerdegegnerin ist daher im Mehrbetrag abzuweisen.
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3.
3.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde unter Aufhebung des angefochtenen
Einspracheentscheids teilweise gutzuheissen und der Beschwerdeführer zu
verpflichten, der Beschwerdegegnerin Fr. 261.95 als Schadenersatz zu bezahlen.
3.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Indessen hat der
Beschwerdeführer bei diesem Verfahrensausgang Anspruch auf eine
Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei
insbesondere der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses
Rechnung zu tragen ist (Art. 61 lit. g ATSG). Da der Beschwerdeführer mit seinem
Antrag weitestgehend durchgedrungen ist, rechtfertigt es sich, eine ungekürzte
Entschädigung zuzusprechen. Dabei ist an sich zu berücksichtigen, dass der
Rechtsvertreter sein Mandat am 20. Juni 2011 niedergelegt hat (act. G 12). Dadurch
entfiel ein gewisser Teil des Aufwands (weitere Stellungnahme gemäss Schreiben des
Versicherungsgerichts vom 16. Mai 2011 [act. G 9], Studium des Urteils,
Schlussbesprechung mit dem Beschwerdeführer), der beim vorliegenden
Verfahrensausgang allerdings nicht allzu stark ins Gewicht fällt. Es rechtfertigt sich
daher, dem Beschwerdeführer eine Entschädigung von Fr. 3'000.-- (inkl. Barauslagen
und Mehrwertsteuer) zuzusprechen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP