Decision ID: e2b0e0b4-7ae7-4b14-89d5-da6b2b0b1c20
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 19
58
geborene
X._
war als
Flachdach-
Isoleur
für die
Y._
tätig
(
Urk.
10/4)
, als er sich bei einem Sturz auf den Rücken am
8.
Mai 2000 eine Rückenkontusion zuzog
(
Urk.
10/10/32)
. Im weiteren Ver
lauf litt er
insbesondere
an einem
Lumbovertebralsyndrom
(Urk.
10
/10/
31, Urk. 10/10/
35
).
Am
2
8.
März 2003
meldete er sich
wegen Rückenbeschwerden
bei der Eidgenössischen Invaliden
versicherung zum
Leistungs
bezug an (Urk. 10/
1
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle (nach
folgend: IV-Stelle), klärte die medizinischen und erwerblichen Ver
hältnisse ab
und liess vom 15.
März
bis 4.
Juni 2004
ein Arbeitstraining durchführen (Urk. 10/
21
,
Urk.
10
/
29
).
Mit Verfügung
en
vom
8.
April und 1
2.
Mai 2005
sprach die IV-Stelle dem Versicherten eine
Viertelsrente
ab dem
1.
Mai 2003
bei einem Invaliditäts
grad von 42
%
zu (Urk.
10/39-40
).
1.2
Im
Mai
2
007 meldete
Dr.
med. Z._
, Facharzt für Innere Medizin, spez. Rh
eu
matologie,
der IV-Stelle
unter Beilage verschiedener Arztberichte
eine Ver
schlechterung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers
(Urk.
10/43
-45
). Nach Durchführung des
Vorbescheidverfahrens
(Vor
bescheid vom
1
4.
Juni 2007, Urk.
10/47;
Einwandschreiben
vom 27.
Juni 2007, Urk. 10/48; Rückzug des Ein
wandes
am 2
9.
August
2007
, Urk. 10/51) trat die IV-Stelle
mit Verfügung vom 11.
September 2007
auf das Leistungsbegehren nicht ein (
Urk.
10/52).
Ab
1.
Juli 2008 war der Beschwerde
führer in einem 50%igen Pensum als Flugzeugtankwart
(Fuel Operator)
für die
A._
tätig (
Urk.
10/71).
Im Februar 2009 eröffnet
e die IV-Stelle
ein Revisions
ver
fahren (
Urk.
10/54) und klärte die aktuellen Verhältnisse ab. Am 3
1.
März 2009
teilte die IV-Stelle dem Beschwerdeführer mit, dass
die
Überprüfung des Invaliditätsgrades keine Än
de
rung ergeben habe und weiterhin Anspruch auf eine
Viertelsrente
bei einem
unveränderten
Invaliditätsgrad von 42
%
bestehe (Urk. 10/61).
Im Juni 2012 eröffnete die I
V-Stelle ein weiteres Revisionsver
fahren (Urk. 10/62)
und
bestätigte
nach Abklärung der aktuellen Verhältnisse mit Mitteilung
vom 6. September 2012
, dass weiterhin Anspruch auf die
eine
Viertelsrente
bestehe
, und zwar nunmehr bei einem Invaliditätsgrad von 48
%
(
Urk.
10/67).
1.3
Mit Schreiben vom 2
0.
August
2014 machte der Versicherte gegenüber der IV-Stelle eine Verschlechterung seines Gesundheitszustandes
mit einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit in seiner Tätigkeit als Flugzeugtankwart
seit dem 2
3.
März 2014
geltend und ersuchte um Erhöhung
der
Viertelsr
ente
auf eine ganze Rente
(Urk.
10/72
).
Die IV-Stelle holte daraufhin unter anderem
den Bericht
des Zent
rums für Soziale Psychiatrie, Ambulatorium
B._
,
der C._
vom 2
9.
April 2015
(
Urk.
10/92) und
das Gutachten
der
D._
vom 1
9.
November 2015
(
Urk.
10/105) ein
. Mit Schreiben vom 1
4.
Oktober 2016 forderte die
IV-Stelle den Versicherten
auf, im Rahmen seiner Mitwirkungspflicht die Psychotherapie unter Einschluss einer konsequenten und auch medikamentösen Depressions- und Schmerztherapie zu intensivieren (
Urk.
10/124).
Mit Vorbescheid gleichen Datums kündigte die IV-Stelle
die Abweisung des Leistungsbegehrens auf Erhöhung der Invalidenrente an (
Urk.
10/125). Dagegen erhob der Versicherte mit Schreiben vom 2
8.
Oktober
2016 Einwände (Urk.
10/131).
Mit Schreiben vom 1.
November 2016
(Urk. 10/137) und vom 1
3.
Januar 2017 (Urk. 10/142/1) wurden die
Bericht
e
des Ambulatoriums
B._
der
C._
vom 28. Oktober 2016 (Urk.
10/136)
und vom 13. Januar 2017 (Urk. 10/142/2-5) sowie
der Bericht von Dr.
med.
E._
, Fachärztin für Allge
meine Medizin, vom
5.
Januar 2017 (
Urk.
10/142/7-8)
zu den
Verwaltungsakten
gegeben
.
Mit Verfügung vom 22. März 2017 wies die IV-Stelle das Leistungs
begehren auf Erhöhung der Invalidenrente
wie ange
kündigt ab (
Urk.
2).
2.
Hier
gegen erhob der Versicherte mit Schreiben vom
8.
Mai 2017
Be
schwerde und beantragte, es sei die Verfügung vom
22. März 2017
aufzu
heben,
die Beschwer
de
gegnerin sei zu verpflichten, ihm
die gesetzlich geschuldeten Leistungen zu er
bringen, insbesondere sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihm ab
dem 1.
August 2014 eine ganze Invalidenrente auszurichten
(Urk. 1 S. 2)
.
Mit der Beschwerde reichte er den Bericht
des Ambulatoriums
B._
der
C._
vom 1.
Mai 2017 ein (
Urk.
3/3
).
In prozessualer Hinsicht stellte der Be
schwerde
führer den Antrag auf unentgeltliche Prozessführung und Bestellung eines unentgelt
lichen Rechtsvertreters in der Person von Rechtsanwalt Markus Steudler
(Urk. 1 S. 2).
Die Beschwerdegeg
nerin schloss in der Beschwerde
antwort vom
12.
Juni 2017
auf Ab
weisung der Be
schwerde (Urk. 9).
Mit Verfügung vom 15.
Juni 2017 wurde das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung und unent
geltliche Rechtsvertretung abgewiesen (
Urk.
11 S. 4).
Mit
der Replik vom 10.
Ok
tober 2017 hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen fest (
Urk.
18 S. 2)
und reichte die Berichte von
Dr.
med. F._
, Facharzt für
Neurochirurgie
, und von
Dr.
med. G._
des
H._
, vom
5.
Oktober 2016 und vom
7.
Februar 2017 e
in (
Urk.
19
/
2-3)
. Die Beschwerdegeg
nerin
ver
zichtet mit Eingabe vom 27.
Oktober 2017 auf e
ine weitere Stellung
nahme (Urk.
21).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundes
gesetzes über den Allge
m
ei
nen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsge
brechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesge
setzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Er
werbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs
möglichkeiten auf dem in Betracht kom
men
den ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsun
fähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beein
träch
tigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun
fähig
keit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
1.2.1
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen,
ob ein psychischer Gesundheits
schaden mit Krankheitswert besteht, welcher
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Er
werbs
einkommen zu erzielen (
vgl.
BGE
139 V 547
E. 5
,
131 V 49
E. 1.2
,
130 V 352
E. 2.2.1
; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E. 5.4).
Die Annahme
eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt
eine psychiatrische,
lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (
vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2,
141 V 281 E. 2.1
, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6
). Eine fachärztlich
einwandfrei
festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit un
ab
hängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie aus
gewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die
nach einem weit
gehend objektivierten Massstab zu beurteilende
Frage, ob es der versicherten Per
son zu
mutbar ist, eine Arb
eitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281
E. 3.7,
139 V 547 E. 5.2
, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2.2
Gemäss der für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychoso
ma
tische Leiden entwickelten Rechtsprechung des Bundesgerichts ist die tat
säch
liche Arbeits- und Leistungsfähigkeit der versicherten Person in einem struk
turierten, ergebnisoffenen Beweisverfahren anhand von auf den funk
tionellen Schweregrad bezogenen Standardindikatoren zu ermitteln (BGE 141 V 281).
Mit
BGE 143 V 4
18
hat das Bundesgericht erkannt, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Leiden einem strukturierten Beweis
ver
fahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen
sind
, wobei es je nach Krank
heitsbild allenfalls gewisser Anpas
sungen hinsicht
lich der We
rtung einzelner Indikatoren beda
rf. Diese Abklä
run
gen enden laut Bundesgericht stets mit der Rechtsfrage, ob und in welchem Umfang die ärztli
chen Fest
stellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechts
erheblichen Indika
toren auf Arbeitsun
fähigkeit schliessen lassen (E. 7).
1.3
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad vo
n mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch
führung der medizi
nischen Behandlung und allfälliger Eingliederungs
massnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkom
men), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Validen
einkommen
). Der Ein
kommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ein
ander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der In
validi
täts
grad be
stimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkom
mens
ver
gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.5
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des
Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Um
ständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methoden
wahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (
BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen
). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesent
lichen gleich geblie
benen Sach
verhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbe
achtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächli
cher Hinsicht umfassend («
allseitig
»
) zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte zur Begründung der angefochtenen Verfügung aus,
die erneute materielle Abklärung habe einen medizinisch unveränderten Sachverhalt seit der
Rentenzusprache
vom 3
1.
Januar 2005 ergeben. Die geltend gemachte Verschlechterung des
Gesundheitszustandes sei aus juristischer Sicht nicht nachvollziehbar. Die Abklärungen hätten ergeben, dass die psychischen Beschwerden und die Schmerzstörung auf psychosoziale
Umstände
zurückzu
füh
ren seien, welche keine Einschränkung auf die Arbeitsfähigkeit und damit auch keinen Rentenanspruch begründen würden. Die Verschlechterung des Gesund
heitszustandes hänge mit der letzten Arbeitsstelle im Flughafen zusam
men
, bei der er sich überfordert und körperlich übernommen habe. Ausserdem seien die medizinischen Massnahmen (zur Behandlung der psychischen Be
schwerden) noch nicht ausgeschöpft
. Eine Therapieresistenz liege nicht vor und es liege erst ein relativ kurzer Behandlungszeitraum der intensivierten Psycho
therapie vor. Es werde empfohlen, die Behandlung motiviert weiterzuführen, damit eine Verbes
serung des Gesundheitszustandes erreicht werden könne. Eine Erhöhung der Invalidenrente müsse somit abgelehnt werden, solange nicht alle Therapieoptio
nen ausgeschöpft seien und motiviert durchgeführt würden (
Urk.
2 S. 1 f.)
.
2.2
Der Beschwerdeführer wendet dagegen ein,
im Vergleich zum Gesundheitszustand im Jahr der Rentenzusprechung 2005 sei eine erheblic
he Verschlechterung einge
treten, die einen R
evisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs.
1 ATSG und eine Erhöhung des Invaliditätsgrades begründe.
Insbesondere sei erst im Jahr 2007 eine psychiatrische Diagnose nach ICD-10 bezüglich der depressiven Symptomatik gestellt
worden
.
Gemäss dem
D._
-Gutachten würden psychiatrische Diag
nosen
nunmehr eine
dauerhafte
Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit
in einer lei
densange
passten
Tätigkeit
um
60 bis 70
%
bewirken.
Aber auch aus ortho
pädischer Sicht würden im Vergleich zum Jahr 2005 im
D._
-Gutachten verstärkte dege
nerative Veränderungen erwähnt.
Zudem sei im Verlauf des Jahres 2016 eine deutliche Verschlechterung hinsichtlich der Diagnose
der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (PAVK)
eingetreten, welche
von den
D._
-Gutachter
n noch unter den Nebendiagnosen ohne wesentliche Einschränkungen auf die
Arbeitsfähigkeit
aufgeführt worden sei (
Urk.
10/105/34). Denn er habe wegen die
ser Beschwerden mehrfach und teils notfallmässig
im Spital
B._
ho
spitali
siert werden müssen, wie dem Bericht von
Dr.
E._
vom
5.
Januar 2017 zu ent
nehmen sei, welche ein Stadium
IIb
angegeben habe. Die beschwerdefreie Gehstre
cke liege mittlerweile somit unter 200 Meter
n
, was sich zweifellos auch auf seine Arbeitsfähigkeit auswirke. Die
Beschwerdegegnerin
habe von dieser Entwicklung Kenntnis gehabt. Sie habe
den medizinischen Sachverhalt
daher
nicht nur in psy
chischer, sondern auch in somatischer Hinsicht ungenügend abgeklärt
, Beweise willkürlich gewürdigt und auch die Dokumentationspflicht (fehlende Aktennotiz zur Besprechung mit dem RAD vom
5.
April 2016) und so unter anderem
Art.
6 und 14 der Europäischen Menschenrechtskonvention
(EMRK)
Kon
vention verletzt
.
Was die
Beschwerdegegnerin
in ihrer Verfügung ausführe,
treffe nicht zu
. So sei aktenwidrig, dass die psychischen Be
schwerden und Schmerz
störungen laut den ärztlichen Beur
teilungen auf psycho
soziale Faktoren zurück
zuführen seien
sowie
von den
D._
-Gutachtern
auf eine vermeidbare respektive vorübergehende Überforderung
aufgrund
der Tätigkeit am
I._
mit Dekompensation seines narzisstischen Selbstbildes und Verstärkung der Beschwerden bei Stellen
verlust
zurückgeführt
worden seien
.
Auch sei die am 14.
Oktober 2016 auferlegte Schadenminderungspflicht unrechtmässig
, da sie un
zweckmässig, unnötig und unverhältnismässig sei
. Denn der psychiatrische
D._
-Gutachter habe aus
geführt, medizinische Mass
nahmen zur Verbesserung oder Erhaltung der Arbeits
fähigkeit seien nicht erfolgsversprechend. Dieser Ansicht habe sich auch die Ärztin des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) angeschlossen.
Zudem befinde er, der
Beschwerdeführer
, sich seit langem gut kooperierend in einer dem aktuellen medi
zinischen Stand entsprechenden geeigneten
Pharmako
- und Psychotherapie, ohne dass es zu einer namhaften Besserung gekommen sei. Inso
fern sei von Therapiere
sistenz auszugehen.
Des Weiteren sei entgegen den Diagnosen der
D._
-Gutachter und gestützt auf die
gut und nachvollziehbar be
gründeten
Bericht
e
der
C._
-Ärzte
, welche sich auf allseitige und umfassende Untersuchungen stützen würden,
von der Diagnose einer kom
binierten und andere
r
Persönlichkeits
störun
gen: narzisstische Persönlich
keitsstö
rung und emotional instabile Persönlichkeits
störung,
Borderline
-Typ (ICD-10 F61), auszugehen, welche Störung einen IV-
relevanten Gesundheitsschaden darstelle.
Diese Berichte
hätten
im angefochtenen Entscheid keine oder eine nur unge
nügende Berücksichtigung gefunden und
seien
in Verletzung von
Art.
43
Abs.
1 ATSG sowie den Grundsätzen der antizipierten Beweiswürdigung weder dem RAD noch dem
psychiatrischen Gutachter vorgelegt worden
.
Zudem wäre ihm s
elbst
gestützt auf die Diagnosen (gemäss dem
D._
-Gutachten, Urk. 10/105/34)
einer depressiven Störung und einer chronischen Schmerzstörung
eine ganze Rente auszurichten, zumal es sehr wahrscheinlich sei, dass der Schweregrad der depressiven Episoden ab 2007 stets zwischen schwer und mittelschwer variiert habe
.
Im Übrigen sei auf die angekündigte (
und mittlerweile erfolgte)
bundesgerichtliche Praxis
(BGE 143 V 409, 418)
bei depressiven Störun
gen hinzuweisen. Insbesondere das
(bisher mass
gebliche)
Kriterium der Therapie
resistenz sei nicht sachgerecht und lasse sich medizinisch sowie gesetzlich nicht begründen.
Ferner
seien
bereits
aufgrund der Diagnose einer chronischen Schmerz
störung mit dem Ergebnis der Standard
indikatoren-Prüfung funk
tionelle Auswir
kungen ausge
wiesen, welche einen An
spruch auf eine ganze Rente begründen wür
den.
Schliesslich
fehle es bei den
gege
benen
Einschränkungen und
dem
Belas
tungs
profil gemäss dem
D._
-Gutachten sowie
wegen
seines Alters an der Verwertbarkeit der Restarbeits
fähigkeit. Jedoch
wäre ihm selbst ausgehend vom unrealistischen Fall, dass er eine entsprechende Arbeitsstelle finden würde und ein Einkommen gemäss LSE 2014 erzielen könnte, unter Berücksichtigung eines
Vali
deneinkommens
von Fr. 67'454.--, dem Grad der Arbeitsunfähigkeit (gemeint wohl:
Arbeitsfähigkeit
) von durchschnittlic
h 35
% sowie eines leidensbedingten Abzuges vom Tabel
lenlohn von 25
%
, eine ganze Rente bei einem Invaliditätsgrad von 77 %
zuzu
sprechen
(
Urk.
1 S. 12 ff.,
Urk.
18 S. 2 ff.
).
2.3
Strittig
und prüfen
ist, ob die Beschwerdegegnerin das Gesuch des Be
schwerde
führers um Erhöhung der bisherigen
Viertelsrente
vom 2
0.
August 2014 zu Recht
abgewiesen hat.
Dabei bildet der Erlass der angefochtenen Verfügung
vom
2
2.
März
2017 (Urk. 2) rechtsprechungsge
mäss die zeitliche Grenze der richterli
chen Überprü
fungs
be
fugnis in diesem Ver
fahren
(
vgl.
BGE 132 V 220 E. 3.1.1,
122 V 77 E. 2b, Urteil des Bundesgerichts 8C_76/2009 vom 19. Mai 2009 E. 2, je mit Hin
weis).
3.
3.1
3.1.1
Die bisherige
Viertelsrente
wurde dem Beschwerdeführer gemäss dem Verfü
gungsteil 2
zu den
Verfügung
en
vom
8.
April und vom 1
2.
Mai 2005
(Urk.
10/39-40
)
ausgehend von einer 75%igen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten
Tätigkeit zugesprochen. Dabei stützt
e
sich die Beschwerdegegnerin gemäss dem damaligen
Feststellungs
blatt (Urk. 10/
35
)
auf die
Stellungnahme von
Dr.
me
d. J._
vom
K._
vom 9.
September 2003
(Urk.
10/35/2).
Dieser führte aus,
die Ärzte der
L._
, hätten eine Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit von 50 bis 100
%
attestiert. Er
erachte
daher
eine 75%ige
Arbeitsfähigkeit
in einer leidensangepassten Tätig
keit als
zumutbar
. Neben den Be
schwerden aus rheumatologischer Sicht liege eine Beeinträchtigung der Gefässe vor. Gemäss dem Hausarzt sei der Beschwerdeführer doch in diversen Belangen beeinträchtigt (
Urk.
10/35/2).
Der Hausarzt
Dr.
med. M._
, Facharzt für Innere Medizin, hatte gemäss dem Bericht vom 1
0.
April 2003 ausgeführt, der Beschwerdeführer sei derzeit noch halbtags in der bisherigen Anstellung (als
Isoleur
) tätig. Die körperliche Leistungsfähigkeit sei in vielen Belangen ein
geschränkt. Er könne nicht lange stehen, nicht lange sitzen und brauche eine abwechslungsreiche Tätigkeit, die ohne grosse körperliche Belastungen ausgeübt werden könne. In einer (solchen) leidensangepassten Tätigkeit sei eine 100%ige Arbeitsfähigkeit nach ent
sprechen
der Umschulung zumutbar (
Urk.
10/5/1-5).
Dem zitierten
Bericht der
L._
vom 2
3.
April 2003
ist zu entnehmen, dass die folgenden Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
gestellt worden waren: Chronisches
lumbospondylogenes
Syndrom
links (Erstmani
festa
tion nach Sturz am
8.
Mai 2000) mit/bei
Fehlform
und Fehlhaltung
der Wirbel
säule (Flachrücken, linkskonvexe Skoliose), keine Einengung des Spinal
kanals oder von
Neuroforamina
, paramediane
Diskusprotrusion
BWK
10/
11 links, mus
kuläre
Dysbalance
; periphere arterielle Ver
schlusskrankheit
, Stadium I, bei
/
mit Status n
ach
p
erkutane
r
transluminale
r
Angioplastie
(
PTA
)
und
Stenteinlage
am 17.
September 2002 bei Verschluss der
Arteria
iliaca
communis
links
sowie mit/bei arterieller Hypertonie,
Hyperlipidämie
, positiver Familienanamnese und fort
gesetztem Nikotinkonsum
. Aus rheumatologischer Sicht bestehe mittelfristig für eine leichte bis mittelschwere körperliche Tätigkeit mit Wechselbelastung eine 50
bis
100%ige Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
10/6/4
-5
).
3.1.2
Von dieser Sachlage
, welche
den Verfügungen vom
8.
April und vom 1
2.
Mai 2005 (Urk. 10/39-40) zugrunde lag,
ist im Hinblick auf Art. 17 Abs. 1 ATSG als Vergleichsbasis auszugehen.
Der
Beschwerdeführer
ersuchte mit Schreiben vom 2
0.
August 2014
(
Urk.
10/72)
um Erhöhung der bisherigen
Viertelsrente
. Eine Revision der Rente nach
Art.
17 Abs. 1 ATSG im Sinne einer allfälligen Erhöhung der Rente ist damit gege
benen
falls frühestens ab August 2014 möglich (
Art.
88
bis
Abs.
1
lit
. a IVV).
3.2
3.2.1
Gemäss
dem
Bericht
vom 29. April 2015
des Ambulatoriums
B._
der
C._
habe beim
Beschwerdeführer
zu Beginn der ambulanten Behandlung
ab dem 3.
November 2014
(mit seither 14-tägigen stützenden Terminen mit bera
ten
dem und
psychoedukativem
Inhalt ohne medikamentöse Behandlung)
eine schwere depressive Symptomatik mit kognitiven Störungen, formalge
danklicher Einengung, verminderter Schwingungsfähigkeit, Antriebsarmut, Hoffnungs
losig
keit und sozialem Rückzug bestanden. Die depressive Sympto
matik habe sich im Verlauf leicht gebessert, jedoch sei es im Rahmen der Per
sönlichkeitsstörung (
borderline
- und narzisstische Züge) wieder
holt zu affektiven Einbrüchen teils mit depressiver Symptomatik, teils mit dis
soziativen Phänomen und Suizidgedanken
gekommen
. Es wurden im Wesentlichen
die folgenden Diagnosen
aufgeführt
: kombinierte und andere Persönlichkeitsstörungen:
narzisstische
Persön
lichkeits
störung und emo
tional instabile Persönlichkeitsstörung,
Borderline
Typ (ICD-10 F61
; seit der Jugend
)
; rezidivie
rende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psycho
tische Symptome (ICD-10 F33.2; seit 2000
). Seit April 2014 bestehe eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit
als Flugzeugtankwart (
Urk.
10/92).
3.2.2
Laut dem
polydisziplinären Gutachten der
D._
vom 1
9.
November
2015 wurde der
Beschwerdeführer
am 1
6.
und 17.
September
2015
aus allgemein-internistischer, orthopädischer und psychia
trischer
Sicht
untersucht und be
gut
achtet
(
Urk.
10/105/1)
. Der
Beschwerdeführer
gab
danach
gegenüber den Gutach
tern
an,
er leide vor allem an Rückenschmer
z
en, welche unter Belastung zuneh
mend seien, und an Verspannungen, so dass er sich nicht mehr bewegen könne. Diese Verspannungen würden in letzter Zeit auch in die unteren Extre
mitäten auss
trahlen, wobei er keine sensomotorischen Ausfälle verspüre. Ein anderes Problem sei seine Psyche, seine Selbstzweifel und das Gefühl, nicht genug für seine Familie da zu sein und wertlos zu sein (Urk.
10/105/18).
Die Gutachter schlossen auf
die
folgenden
Diagnosen
mit Ein
fluss auf die Arbeits
fähigkeit
:
Osteochondrose
und Spondylose L3 bis S1 (ICD-10 M51.3),
Interverte
bralarthrose
L5/S1 (ICD-10 M19.8)
, chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41), rezidivierende dep
ressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode ohne soma
tisches Syndrom (ICD-10 F33.10). Als Diagnosen ohne wesentliche Einschränkung der Arbeits
fähigkeit seien die folgenden gestellt worden: Ak
z
entuierte Persönlichkeitszüge (narzisstische Per
sönlichkeitszüge, Selbstwertproblematik; ICD-10 Z73.1),
Tabakabhän
gigkeits
syn
drom (ICD-
10 F17.2), periphere arterielle Verschlusskrankheit, aktuell Sta
dium I,
Status nach
PTA
und
Stenteinlage
am 17. September 2002 bei Verschluss der
Arteria
iliaca
communis
links sowie mit/bei arterieller Hypertonie,
Dys
lipidämie
, Diabetes mellitus mit aktuell HbA1c von 6,6
%
und Vitamin D3-Mangel (
Urk.
10/105/34-35).
Dabei folge aus der mittelgradigen rezidivierenden depressiven Störung und der chronischen Schmerzstörung
eine kognitive Störung bedingt
durch Ängstlichkeit, vermehrte Fokussierung auf Schmerzen und Erwartungsangst, welc
he zu einer reduzierten Aufmerk
samkeit und Konzentration führen würden. Dadurch sei die Fähigkeit zur Anpassung an Regeln und Routinen sowie zur Planung und Struk
turierung von Aufgaben instabil und insgesamt reduziert. In orthopädischer Hin
sicht habe die Skelettszintigraphie und die Magnetresonanztomographie 2007 eine bekannte
mediolaterale
Diskushernie Th10/11 links ohne wesentliche Wur
zelkompressi
on und eine aktivierte Fa
c
ettengelenks
arthritis
neben leichter
Chondrose
L5/S1 ergeben. Die jetzt durchgeführte Röntgenaufnahme zeige eine mäs
sige Höhenminderung und Spondylose L3 bis S1 sowie eine hochgradige hyper
trophe
Intervertebralarthrose
L5/S
1.
Dies erkläre mindestens teilweise die ange
ge
benen Schmerzen
(
Urk.
10/105/36).
Die Arbeitsfähigkeit habe sich in den letzten Jahren verschlechtert (Urk. 10/105/39).
In der zuletzt
(bis im März 2014)
ausgeübten Tätigkeit als Flug
zeugbetanker sei der Be
schwerde
führer
aus psychiatrischer und aus ortho
pä
discher Sicht zu 100
% arbeitsunfähig. Diese Tätigkeit verlange eine hoch
gradige Aufmerk
samkeit und Konzentration, was durch erhebliche psychische Störungen bei ihm herabgesetzt sei. Auch bezüglich der vor dem Sturz
(vom 8. Mai 200)
ausgeübte
n
Tätigkeit als
Isoleur
bestehe aus ortho
pädischer Sicht eine vollstän
dige Arbeitsunfähigkeit. Denn
das
in beiden Tätig
keiten
vorkommende
wieder
holte Heben von Lasten (Material, Leitungen) und Zwangs
haltungen des Ober
körpers seien angesichts der erheblichen lumbalen Verän
derungen nicht mehr möglich.
Die Verschlechterung respektive die 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit bestehe seit dem 2
3.
März 2014; zuvor hätten teilweise Arbeitsunfähigkeiten ab dem 7. Mai 2003 bestanden
.
In einer leidensangepassten Tätigkeit sei
aus orthopädischer Sicht eine 100%ige Arbeitsfähigkeit ab Mai 2014 (
Urk.
10/105/32) und
aus psychiatrischer Sicht
eine Rest
arbeitsfähigkeit von 30
bis 40
%
gegeben. D
ie Einschrän
kung um 60 bis 70
%
resultiere
aus der
oben be
schriebenen
psychisch bedingten
Funktionsstörung
. Aus internistischer Sicht befinde sich der Beschwerdeführer in einem stabilen Zustand und sei keine Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit begründet
(
Urk.
10/105/36-37).
Insgesamt sei
en dem Beschwerdeführer
im Rahmen der Restarbeitsfähigkeit
Tätig
keiten mit dem folgenden
Belastungsprofil
zumutbar
:
Tätigkeiten
mit be
darfsweisem Wechsel vom Sitzen zum Stehen mit Arbeit an einem hohen Tisch oder Liegen, ohne Zwangshaltung des Oberkörpers, ohne wiederholtes Heben von Lasten über 10 Kilogramm, ohne hohes Mass an Aufmerksamkeit und Kon
zen
t
ration sowie in
einem möglichst reizarmen Umfeld
mit hoher Flexibilität bezüg
lich Pausen und Abwesenheiten
(
Urk.
10/
105/38
).
3.2.3
Im Bericht vom 5. Januar 2017 führte die Hausärztin
Dr.
E._
sodann aus, es sei in den letzten zwei Jahren zu einer deutlichen Verschlechterung des somatischen und psychischen
Gesundheitszustand
es gekommen.
In somatischer Hinsicht seien die folgenden Diagnosen zu stellen: Chronisches
lumbovertebrales
/-
sp
ondylo
ge
nes
Schmerzsyndrom mit anlagebedingt grenzwertig breitem lumbalem Spinal
kanal,
mediolateral
linksseitiger Diskushernie Th10/11, flacher
Protrusion
L4/5, leichter Spinalkanalstenose L4/5, Status nach
Abzessdrainage
im
Dezember 2004 bei Infekt der
P
a
r
avertebralmuskulatur
lumbal links bei Status nach Facetten
gelenksinfiltration;
PAVK der unteren Extremitäten Stadium
IIa
beidseits mit/b
ei Status nach PTA/Stent der A.
ili
a
ca
communis
links 2002 und Status nach PTA/Stent der A.
ili
a
ca
communis
beidseits und PTA der A.
iliaca
externa
rechts am 2
3.
November
2015 im Stadium
IIb
, Status nach
endovaskulärer
Rekana
l
isation
eines Verschlusses
der Beckenachse links mittels
Rotationsthrombektomie
,
Lyse
, Einlage
Stentgraft
, PTA und PTA A.
iliaca
communis
rechts am 1
0.
Oktober 2016 bei Stadium
IIb
, aktuell 2016: A.
iliaca
communis
rechts mit persistierender 50-75%iger In-Stent
Stenosierung
, links 50-70%iger Stenose der dist
alen A.
iliaca
externa
; depressive und Persönlichkeitsstörung.
Aus medizinischer Sicht sei dem
Beschwerdeführer
lediglich eine leichte wechselbelastende Tätigkeit in ein
em reduzierten Pensum zumutbar
(
Urk.
10/142/7-8).
3.
3
3.3.1
Mit dem
D._
-Gutachten vom 1
9.
November
2015 (
Urk.
10/105) liegt eine medizinische Einschät
zung vor, die alle
rechtsprechungsgemäss
erforderl
ichen Kriterien für beweiskräf
tige ärztliche Entscheidungsgrundlagen (vgl. B
GE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351
E. 3a, 122 V 157 E. 1c) erfüllt. Darauf
kann
in medizinischer Hinsicht
daher grundsätzlich abgestellt werden.
Bei
gegebener
Aktenlage und insbesondere m
it dem
umfassenden sowie nach
voll
ziehbar begründeten
Gutachten der
D._
vom 1
9.
November
2015
steht fest
, dass der
Beschwerdeführer
bereits
zufolge der
lumbalen
dege
nerativen
Rückenbeschwerden
sowohl in der ange
stammten Tätigkeit als Flachdach-
Isoleur
als auch in der zuletzt bis im März 2014 ausgeübten Tätigkeit als Flugzeugbe
tanker
seit April 2014
zu 100
%
arbeits
unfähig ist.
Auch in Bezug auf eine leidensangepasste, wechselbelastende und rücken
scho
nende Tätigkeit sind sich die
behandelnden
Ärzte
und Gutachter
darin einig, dass
weiterhin
eine erhebliche Ein
schränkung
der Arbeitsfähigkeit
besteht.
3.3.2
In somatischer Hinsicht
kamen die
D._
-Gutachter zwar zum Schluss, dass die Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit aus orthopädischer und
allgemein-internistischer Sicht
unter Berücksichtigung des beschriebenen Be
las
tungsprofils
nicht eingeschränkt sei
(Urk.
10/105/32, Urk. 10/105/37-38)
, wes
halb insofern keine
massgebliche
Verschlechterung aus
gewiesen ist. Jedoch erfolgte diese Einschätzung aufgrund der Untersuchung im September 2015 (Urk.
10/105/1), weshalb die im Bericht von
Dr.
E._
vom 5. Januar 2017
aufge
führten Behandlungen der
Gefässerkrankung
PAVK
im
weiter vorgeschrit
tenen
Stadium
IIb
, welche auf eine Ver
schlechterung dieser Erkrankung
ab dem 23. November 2015
hinweisen
(
Urk.
10/142/7-8)
, in der Beurteilung der Gutach
ter nicht berücksichtigt wurde
n
.
Aufgrund der
gutach
terliche attestierten
Folgen der
psychischen Erkrankung
(dazu E. 3.3.3 und E. 4 hernach)
kann
ausgangsge
mäss
indes
offen bleiben
,
ob und in welchem
genauen
Umfang aufgrund
des Verlaufs der
Gefässkrankheit
seither
eine
(zusätzliche)
Ein
schrän
kung der Arbeitsfähigkeit anzunehmen
wäre
. Denn
auch
Dr.
E._
hatte
in ihrem
Bericht
vom 5. Januar 2017
festge
halten
- wie letztlich
schon
die Gutachter -
, dass sie eine wechselbelastende leichte Erwerbstätigkeit in einem sehr redu
zierten Pensum als zumutbar erachte (
Urk.
10/142/8).
3.3.3
In
psychischer Hinsicht
ist
i
m Vergleich
zum
im Frühjahr 2005
vor
liegenden Sachverhalt
mit dem
D._
-Gutachten
belegt
, dass neu spätestens ab März 2014
zufolge
einer rezidi
vierenden
depressiven
Störung
mittel
gradiger Aus
prä
gung
und
einer
chronischen Schmerzstörung
(
Urk.
10/105/34
)
eine Ver
schlech
terung des Gesundheits
zustandes
eingetreten ist
, welche
sich
seither
erheblich
a
uf die Arbeitsfähigkeit auswirkt.
Insgesamt ist gestützt auf das
D._
-Gutachten
(
Urk.
10/105/36-38)
in
medizinischer
Hinsicht
von einer 60-70%igen Arbeitsunfähigkeit, mithin einer 35%igen Restarbeit
s
fähigkeit in einer leidens
angepassten Tätigkeit ab April 2014 mit dem folgenden Profil auszugehen:
Tätigkeiten mit be
darfsweisem Wechsel vom Sitzen zum Stehen mit Arbeit an einem hohen Tisch oder Liegen, ohne Zwangshaltung des Oberkörpers, ohne wie
derholtes Heben von Lasten über
10
Kilogramm, ohne hohes Mass an Aufmerksamkeit und Kon
zen
tration sowie in einem möglichst reizarmen Umfeld mit hoher Flexibilität bezüg
lich Pausen und Abwesenheiten.
3.4
3.4.1
Der Einwand des
Beschwerdeführer
s, es sei in diagnostischer Hinsicht auf die
Berichte de
s
Ambulatoriums
B._
der
C._
abzustellen
,
vermag den Beweiswert des Gutachtens nicht in Zweifel zu ziehen.
Der psychiatrische Teil
gutachter hat
ausführlich
begründet, weshalb
er sich der
von der Psychologin und den Ärzten des Ambulatoriums
B._
der
C._
(erstmals) im Jahr 2015
gestellte
n
Diagnose
einer kombinierten und andere Persön
lichkeits
störun
gen: narzisstische Persön
lichkeits
störung und emo
tional instabile Per
sönlich
keits
störung,
Borderline
Typ (ICD-10 F61; seit der Jugend)
nicht
anschliessen
könne. Und zwar führte er dazu überzeugend aus,
beim
Be
schwerdeführer
seien keine psychische Störung, Verhaltensauffälligkeiten oder soziale Auffälligkeiten (familiäre Beziehungen, Arbeit) vor dem Unfall im Jahr 2000, als er 42-jährig gewesen sei, bekannt. Eine Persönlichkeitsstörung vom kom
binierten Typ sei indes eine
äusserst
schwere Erkran
kung, die immer zu zwischenmenschlichen Störungen und häufig auch zu Störungen im Berufsleben führe.
Dass der
Beschwerdeführer
in seiner Persönlichkeit starke narzisstische Züge aufweise sei wahrscheinlich. Diese Züge würden jedoch nach seiner Ansicht nicht
zur
Diag
nose
stellung einer andauernden Persönlichkeitsstörung genügen
(Urk.
10/105/23-24
). Hiervon ist auszugehen
, zumal auch
gemäss
den medi
zini
schen
Vorakten
keine
Diagnose einer Persönlichkeits
störung
diskutiert,
gestellt
und/oder behandelt
worden war
(Urk. 10/5
-6
,
Urk. 10/43
).
D
er
Be
schwerdeführer
war
beruflich und sozial
denn auch
vollständig integriert
(Urk.
10/43/13
, Urk. 10/43
)
. Und zwar ist er
seit 1988 verheiratet
und hat zwei Kinder
(Urk. 10/2/1),
er hat
eine Lehre bei der
N._
als Betriebsangestellter abgeschlossen
(
Urk.
10/14/4), war bis zum Unfall vom
8.
Mai 2000 s
tets beruf
stätig (
Urk.
10/
14/1
)
und
wurde
von seinen Arbeitgebern selbst nach dem Unfall vom
8.
Mai 2000 noch sehr geschätzt (
Urk.
10/4/3,
Urk.
10/71/2
).
Die Ausführungen
in den Berichten des Ambulatoriums
B._
der
C._
hierzu überzeugen
dagegen nicht
.
Zur Begründung
der Diagnose
wurde
im Bericht vom
1.
Mai 2017
ausgeführt, es sei dem
Beschwerdeführer
(vor dem Unfall vom
8.
Mai 2000) gelungen, im Leben gut zu Recht zu kommen und nicht auffällig zu sein. Denn d
urch den exzessiven Sport, die körperliche Arbeits
tätig
keit und das
Motorrad
fahren
sei er in der Lage gewesen, sein Selbst
wert
gefühl zu stärken und seine Emotionen zu regulieren. Da er die bisher wichtigen Bewälti
gungsstrategien des Sports nicht mehr habe
anwenden können, habe sich die Symptomatik der Persönlichkeitsstörung nun so verstärkt, dass sie sein Funk
tionsniveau zunehmend beeinträchtigt und ihn
schliesslich
auch in der Arbeits
fähigkeit eingeschränkt habe
(
Urk.
3/3 S. 3)
.
Damit wird
indes lediglich
bestätigt
, dass
sich
bis zum Unfall
vom
8.
Mai 2000 keine Persönlichkeitsstörung manifestierte.
Es ist zudem unzutreffend
,
wie im Bericht des
C._
-Ambulatoriums ausgeführt wurde,
dass für die Diagnose einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung im ICD-10 keine Diag
nosek
riterien festge
legt seien (Urk.
3/3 S. 1).
Vielmehr müssen
gemäss
der von der Weltge
sundheits
organisation herausgegebenen Internationalen Klassifikation psychi
scher Störun
gen, ICD-10 Kapitel V (F),
für diese Diagnose
die allgemeinen Kriterien für eine
Persön
lichkeitsstörung erfüllt sein, wie sie im psychiatrischen
D._
-
Teilgutachten zutreffend
aufgeführt wurden
(Urk. 10/105/
23
)
. Zusätzlich
müssen
mindestens fünf
von
neun
Merkmale
n
erfüllt sein (
Dil
ling
/
Mombour
/Schmidt, Internationalen Klassifikation psychischer Störun
gen, ICD-10 Kapitel V (F), klinisch-diagnostische Leitl
inien, 1
0.
Auflage 2015, S. 276
f. und S. 283; vgl. auch:
Dilling
/
Mombour
/Schmidt/Schulte-Mark
wort, Interna
tionalen Klassifika
tion psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V (F), Diag
nostische Kriterien für For
schung und Praxis,
5.
Auflage 2011, S
. 155
f.,
S.
1
61
und Anhang I, S. 210
). Dass diese Diagnosek
riterien erfüllt sind,
ist bei gegebener Aktenlage
indes
nicht
aus
gewiesen
.
3.4.2
Was die depressive Symptomatik betrifft, führten auch die behandelnde Psycho
login und Ärzte des
C._
-Ambulatoriums
im Bericht vom
1.
Mai 2017
aus, dass
sich
die zu Beginn
ihrer
Behandlung im November 2014 bestehende schwere depressive
Symptomatik im Verlauf gebessert habe und ab Januar 2016 durch
die Einnahme des Antidepressivums
Mirtazapin
(ab Juli 2016 von
Trazodon
) stabil geblieben sei, wobei indes trotz Intensivierung der Therapie und der Einnahme von zwei unterschiedlichen Antidepressiva keine weitere Besserung habe erreicht werden können (
Urk.
3/3 S. 3 f.). Die
diagnostische
Einschätzung des psychia
t
rischen
D._
-Gutachters einer
rezidivierende
n
dep
ressive
n
Störung, gegen
wärtig mittelgradige Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10 F33.10)
,
und die von ihm beschriebenen daraus folgenden Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit (
Urk.
10/105/
26
)
haben
daher auch
noch
für die Zeit nach der Begut
achtung im September 2015
Gültigkeit.
3
.
5
3.5
.1
Des Weiteren rechtfertigen auch die Ausführungen der
Beschwerdegegnerin
im angefochtenen Entscheid (
Urk.
2) nicht,
von der schlüssig begründeten gutach
terlichen Einschätzung einer 60-
70%igen Einschränkung der Arbeits
fähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit (Urk. 10/105/26, Urk. 10/105/37) abzu
weichen
.
Namentlich
ist das von der
Beschwerdegegnerin
im angefochtenen Entscheid auf
ge
führte Argument, die Verschlechterung des Gesundheitszustandes hänge mit der letzten Erwerbstätigkeit des
Beschwerdeführer
s am Flughafen
(als Flug
zeug
tankwart von Juli 2008 bis März 2014, Urk. 10/71)
zusammen, mit welcher er sich überfordert und körperlich übernommen habe (
Urk.
2 S. 1 f.
), nicht dazu geeignet, eine Rentenerhöhung
auszuschliessen
. Zum einen ist
ein solcher
Kau
salzu
sammenhang
nicht ausgewiesen
, wobei
es
bei der
Invalidenversicherung als final konzipierter Erwerbsausfallversicherung
ohnehin
auf
die
Kausalität von Ge
sundheitsschaden und Erwerbsunfähigkeit ankommt
(
Art.
4
Abs.
1 IVG; BGE
126
V 461 E. 2
), und nicht auf den Grund für
einen ausgewiesenen
Gesundheits
scha
den.
Zum anderen ist hier die Arbeitsfähigkeit ab August 2014
massgeblich
.
3.5.2
Auch die
Begründung
im angefochtenen Entscheid
, es sei
en
die medizinischen
Massnahmen
zur Behandlung der psy
chischen
Beschwerden nicht ausgeschöpft
worden
und
es sei
keine Therapieresistenz geg
eben
(
Urk.
2 S. 2
)
, rechtfertigt nicht
ohne Weiteres
die Schlussfolgerung, es liege keine (invalidenver
sicherungs
recht
lich) relevante Gesundheitsverschlechterung vor
.
Denn
die bisherige Recht
sprechung, wonach
leichte
bis mittelschwere Störungen aus dem depressiven For
menkreis
nur als invalidisierend zu werten
waren
, wenn sie
als
schwer und the
rapeutisch nicht (mehr)
angehbar
im Sinne einer Behandlungsresistenz galten
(BGE 140 V 193
E.
3.3;
Urteil des Bundesgerichts
8C_14/2017 vom 1
5.
März 2017
E. 4.2
)
,
wurde vom Bundesgericht aufgegeben. N
ach
der neuesten
bundesge
richt
lichen
Rechtsprechung
sind
auch
fachärztlich diag
nostizierte
Leiden mit
mittel
schwerer
depressive
r Symp
tomatik (BGE 143 V 409 E. 4.5
)
,
wie nunmehr grund
sätzlich sämtliche psychi
schen
Erkrankungen (BGE 143 V 418 E.
7.1
),
einem struk
turierten Beweis
verfahren
mittels eines nor
mativen Prü
fungsrasters
nach BGE 141 V 281 zu unterziehen
. Dabei
sind
die Inan
spruchnahme von thera
peu
tischen Optionen
sowie Behandlungserfolg oder -resistenz nicht allein, sondern
nebst weiteren
Indikatoren
im Rahmen einer ergeb
nisoffenen Gesamtbetrachtung zur Bestim
mung der funktionellen Leistungs
einschränkungen
ausschlaggebend
und zu prüfen (vgl. dazu E.
4 nach
folgend)
.
Im Übrigen
ist bereits aufgrund der von den
D._
-Gutachtern ge
stellten Diagnose einer chro
nischen Schmerz
störung (ICD-10 F45.41) eine solche Prüfung angezeigt.
3.5.3
Da hier unstrittig keine Ausschlussgründe gegeben sind, und ein konkreter Beweisbedarf besteht (vgl. BGE 143 V 418 E. 7.1, 409 E. 4.5.3, 141 V 281 E. 2.2), darf von einem struk
turierten Beweisverfahren mit Gesamtbetrachtung sämtlicher Leiden in Berück
sichtigung ihrer Wechselwirkungen (BGE 143 V 418 E. 8.1, 141 V 281 E. 4.3.1.3) nicht abgesehen werden.
4.
4.1
4.1.1
Zu
klären
gilt
es
dabei
die Rechtsfrage, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen der Gutachter zu den psychischen Beschwerden mit Prüfung der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Standardindikatoren auf Ar
beitsun
fähig
keit im Sinne von Art. 6 ATSG schliessen lassen (BGE 143 V 418 E. 7). Dabei obliegt es den Rechtsanwendern, mithin hier dem Gericht, im Rahmen der Beweiswürdigung
zu überprüfen, ob ausschliesslich funktionelle Aus
fälle bei der
medizinischen Ein
schätzung berücksichtigt wurden und ob die Zumutbar
keitsbe
urteilung auf einer objektivierten Grundlage
erfolgte (BGE 141
V 281 E.
5.2.2;
Art.
7
Abs.
2 ATSG). Eine rentenbegründende Invalidität ist nur dann anzu
neh
men, wenn funktionelle Auswirkungen medi
zinisch anhand der Indika
toren schlüssig und widerspruchsfrei festgestellt sind und somit den versicherungs
me
dizinischen Vorgaben Rechnung getragen wurde (BGE 141 V 281 E. 6
; Urteil des Bundes
gerichts 9C_194/2017 vom 29.
Januar 2018
E. 6.2
).
4.1.2
Beim
mit Leit
entscheid BGE 141 V 281 (Urteil des Bundesgerichts vom 3. Juni 2015)
fest
gelegten
strukturier
ten, normativen Prüfungsraster (präzisiert in BGE 141 V 418 E. 5.2 und E. 8.1), sind
die funktionellen Auswirkungen eines Gesund
heitsschadens mit
den folgenden
Standardindikatoren vermehrt
zu gewichten, wobei den Umstän
den des Einzelfalls Rechnung zu tragen ist (BGE 141 V 281 E. 4).
Unter die Kategorie „funk
tio
neller Schweregrad" (E. 4.3) fällt der Komplex „Ge
sundheits
schädigung" (E. 4.3.1) mit der Frage nach der Ausprägung der diag
no
serelevanten Befunde (E. 4.3.1.1
; präzisiert in BGE 141 V 418 E. 5.2
), dem Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder der Behandlungs
resistenz (E. 4.3.1.2) und den Komor
biditäten (E. 4.3.1.3
; präzisiert in BGE 141 V 418 E. 8.1
),
ausserdem
der Komplex „Persön
lichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, per
sönliche Ressourcen; E. 4.3.2) und der Komplex „Sozialer Kontext"
(E. 4.3.3)
. Unter der Kategorie
„Konsistenz" (Ge
sichtspunkte des Verhaltens; E. 4.4)
ist die g
leichmässige Einschränkung des
Aktivitätenni
veaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
und der b
ehandlungs- und eingliederungsanam
nes
tisch ausgewiesene Leidens
druck (E. 4.4.2)
relevant.
4.2
4.2.1
Hinsichtlich des Indikators der Ausprägung der
diagnoserelevanten Befunde
und Symptome
im Sinne der Schwere des Krankheits
geschehens
(BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1)
führte das Bundesgericht im BGE 143 V 418 präzisierend aus, dass eine Diagnose i
n grundsätzlicher Hinsicht
selbst bereits ein Schweregradindikator sein
könne,
soweit darin ein Bezug zum Sc
hweregrad der Erkrankung bestehe;
insbe
sondere dann, wenn die Begründung der Diagnose einen ausreichenden Bezug zur funktionserheblichen Befundlage aufweis
e
.
Fehle
in der Diagnose aber die
se Schweregradbezogenheit, zeige
sich die Schwere der Störung in ihrer rechtlichen Relevanz erst bei deren funk
tionellen Auswirkungen
.
Ein Leiden als leicht ein
zu
stufen, weil diagnostisch kein Bezug zum Schweregrad desselben gefordert
sei
und ihm bereits deshalb eine ver
sicherungsrechtlich relevante Einschränkung der
Arb
eitsfähigkeit abzu
sprechen, gehe
daher fehl
(E. 5.2.2). Entscheidend bleibe
letztlich vielmehr die Frage der funktionellen Auswirkungen einer Störung
(E. 6)
.
Bei den
diesbezüglich relevanten, vom psychiatrischen
D._
-Gutach
ter gestellten Diag
nosen
einer
chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) und einer rezidivierenden depressive
n
Stö
rung, gegenwärtig mittelgradige Episode ohne somatisches Syn
drom (ICD-10 F33.10;
Urk.
10/105/26)
,
handelt es sich um solch
e, welche einen Bezug zum Schwe
regrad aufweis
en
.
Dabei ist zu beachten, dass der Schweregrad nicht
nur
durch den
Schweregrad der depressiven Erkrankung bestimmt wird, sondern auch
durch die Diagnose der Schmerz
störung nach ICD-10 F45.4
1
, welche ei
nen diagnose-inhärenten Mindest
schweregrad aufweist.
Im psychiatrischen
D._
-Teilgutachten wurde denn auch festgehalten, dass
eine massive und behindernde Schmerzstörung vorliege (
Urk.
10/105/24).
Insgesamt weisen die Diag
nosen auf chronische mittelschwere bis schwere psychische Störungen hin, die grundsätz
lich inva
lidisierend sein können (BGE 143 V 418 E. 5.2.2).
Entscheidend aber ist rechtsprechungsgemäss und daher im Folgenden zusätzlich zu prüfen, ob nach den übrigen Standardin
dikatoren auf einen
funk
tionelle
n
Schweregrad
der psychischen Stö
rung zu schliessen ist,
der sich nach
dessen
kon
kreten funk
tionellen Auswir
kungen und insbesondere danach beurteilt, wie stark die ver
sicherte Person in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Funk
tions
bereichen
dadurch bedingt
beeinträchtigt ist
(Urteil des Bundesgerichts 8C_130/2017 vom 30. November 2017 E. 5.2.3).
4.2.2
Betreffend den Indikator des Behandlungs
erfolges oder der Behandlungsresis
tenz (Verlauf und Ausgang von Therapien; BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2)
geht aus den Akten hervor, dass
im Jahr 2007 und ab November 2014 eine Psychotherapie sowie
dass
zeitweise eine
Pharmakotherapie durch
die
Hausärztin
durchgeführt
wurde
n
(Urk. 10/43/15, Urk. 10/92/3,
Urk.
10/105/
25,
Urk. 10/142)
. Der psychia
trische
D._
-Gutachter
führte dazu aus, die bisherige Therapie
n hätten zu keiner Besserung geführt. Der Beschwerdeführer habe grosse Skepsis bezüglich der Wirksamkeit von
Pharmako
- und Psychotherapie geäussert, was durchaus seiner Persönlichkeitsstruktur mit starken narzisstischen Zügen
entspreche.
Er sei daher wahrscheinlich nicht mehr in der Lage, eine wirksame und intensive Psy
chotherapie zu akzeptieren. Angeblich seien länger dauernde Versuche einer antidepressiven Therapie ohne sichtbaren Erfolg durchgeführt worden. Dass eine Intensivierung der therapeutischen Massnahmen zu einem Erfolg führen könne, sei daher aus heutiger Sicht fraglich.
Die
s
würde mit grosser Wahrschein
lichkeit
auch
die Arbeitsfähigkeit nicht verbessern (
Urk.
10/105/25).
Aus psychiatrischer Sicht seien medizinische Mass
nahmen (somit) nicht erfolgsver
sprechend. Solche
Massnahmen (intensivere
und störungsspezifische Psycho
therapie allenfalls begleitet durch entsprechende Pharmak
otherapie
)
sei
e
n jedoch zumutbar (Urk.
10/105/28).
Dem Bericht
des
C._
-Ambulatoriums vom
1.
Mai 2017 ist
ausserdem
zu ent
neh
men, dass die
-
seit November 2014 14-täglich durchgeführte
(
Urk.
10/92/3)
-
Psychotherapie intensiviert und ab Januar 2016 durch eine antidepressive medi
kamentöse Therapie ergänzt worden sei, wodurch eine Stabilisierung, insge
samt indes keine weitere Besserung erreicht worden sei
. Aufgrund der Dauer der depressiven Symptomatik seit 2007 könne von einer
Chronifizierung
der Symptomatik ausgegangen werden
. Auch sei von einer Therapieresistenz auszugehen, da trotz Intensivierung der Therapie und der Einnahme von zwei unter
schied
lichen Antidepressiva (
Mirtazapin
ab Januar und
Trazodon
ab Juli 2016) keine weiteren Besserungen des
Gesundheitszustand
es hätten erzielt werden können
(
Urk.
3/3
S. 3
f.).
Angesichts
dieser
im Wesentlichen
übereinstimmenden fachärztlichen Beurtei
lungen
und
angesichts
des anhaltenden Krankheitsgesche
hens
kann entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin auf eine weitgehende Behandlungsresistenz der psychischen Leiden in dem Sinne geschlossen werden, dass die durchgeführte kombinierte psychotherapeutische und medika
mentöse Behandlung insgesamt zur Stabilisierung der
chronischen
depressiven Symptomatik beitragen
konnte und
kann,
über
wiegend wahrscheinlich
jedoch
nicht zu deren gänzlichen Hei
lung.
Dies
ist Indiz für
den Schwere
grad
der Störung
und seiner Folgen
im Sinne
der gutachterlichen
Einschätzung
.
4.2.3
Zum Indikator der Komorbiditäten (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3) führte das Bun
des
gericht im BGE 143 V 418 präzisierend aus, d
as strukturierte Beweisverfahren
stehe
einer Aufteilung von Einbussen auf einzelne Leiden entgegen, da es auf einer ergebnisoffenen Gesamtbetrachtung in Be
rücksichtig
ung der Wechselwir
kungen basiere
. Fortan
sei
E. 4.3.1.3 von BGE 141 V 281 so zu verstehen, dass Störungen unabhängig von ihrer Diagnose be
reits dann als rechtlich bedeutsame Komorbidität in Betracht fallen, wenn ihnen im konkreten Fall ressourcen
hem
mende Wirkung beizumessen
sei
.
So werde
beispielsweise eine
Dysthymie
für sich allein betrachtet keine Invalidität be
wirken. Eine
dysthyme
Störung
könne
die Arbeitsfähigkeit im Einzelfall jedoch erheblich beeinträchtigen, wenn sie zusam
men mit anderen Befunden - wie etwa einer ernsthaften Persönlichkeits
störung -
auftrete (E. 8; vgl. auch: Urteil des Bundesgerichts 9C_194/2017 vom 29.
Januar 2018
E. 6.2.3).
Hier
schränken
die festgestellten somatischen Befunde und objektivierbaren Be
schwer
den
an der LWS
(Urk.
10/105/31)
und
die
internistisch relevanten Diag
no
sen (
Tabakabhängigkeitssy
ndrom, periphere arterielle Verschluss
krankheit,
arte
rielle Hypertonie,
Dyslipidämie
, Diabetes mellitus,
Vitamin D3-Mangel; Urk. 10/105/
34-35
)
gemäss der gutachterlichen Einschätzung
den Umfang der Arbeitsfähigkeit in einer leidens
angepassten Tätigkeit nicht ein. Sie
fallen
daher als
ressourcenhemmende
r
Faktor
und rechtlich bedeutsame Komor
biditäten
höchstens insofern in Betracht
, als sie das Belastungsprofil der zu
mutbaren Rest
arbeitsfähigkeit beeinträchtigen
und einer Behandlung schlecht zugänglich sind, was
zumindest
auf die degenerativen Veränder
ungen an der LWS zutrifft (Urk.
10/105/36-38).
Dagegen ist
die mittelgradige depressive
Störung
als
ressourcenhemmende
r
Fak
tor
zusätzlich
und in Wechselwirkung
zur chronischen Schmerzstörung
beacht
lich.
Der psychiatrische
D._
-Gutachter führte
dazu
nach
vollziehbar aus,
der Beschwerde
führer
scheine seit seiner Kindheit eine Selbstwertstörung zu haben, welche er während Jahrzehnten mittels seiner körperlichen Kraft und Tüchtigkeit habe kompensieren können. Der Unfall (vom Mai 2000) mit empfun
dener körperlicher Beeinträchtigung habe dieses Konstrukt erschüttert, was zu einer depressiven Erkrankung und einer chronischen Schmerzstörung geführt habe. Konkrete Erscheinungsformen der Gesundheitsschädigung seien eine mas
sive und behindernde Schmerzstörung mit starker Ängstlichkeit und Depression, die unter anderem zu Konzentrationsstörungen und stark ver
minderter Belastbar
keit geführt hätten. Die Wechselwirkung
en zwischen
der Persönlichkeitsproble
matik (
akzentuierte [narzisstische] Persönlichkeitszüge mit Selbstwertprob
le
matik
und starker Kränkbarkeit
; ICD-10 Z73.1)
und den Folgen des Unfalls
hätten dazu geführt, dass die chronische Schmerz
störung und die depressive Störung Auswir
kungen auf die Arbeitsfähigkeit hätten. So seien unter anderem
durch
die depres
sive Störung kognitive Störungen gegeben und
(teilweise beträchtlich)
die Flexi
bilität, Umstellungsfähigkeit,
die Fähigkeit zur Anwendung fachlicher Kompeten
zen, Entscheidungs-, Urteils- und Durchhalte
fähigkeit sowie die Aufmerksamkeit und Konzentration
vermindert (Urk.
10/105
/24-25).
Es ist daher
davon auszu
gehen, dass zusätz
lich zur
Schmerzstörung
die depressive Symptomatik
dem Be
s
chwerdeführer
in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit Ressour
cen
rauben, weshalb sie als
rec
htlich bedeutsame Komorbidität
zu berück
sichti
gen
ist
.
4.2
.4
In Bezug auf die im
Komplex Persönlichkeit (
BGE 141 V 281
E. 4.3.2) zu prüfen
den Merkmale
(Persönlichkeitsentwicklung und -struktur, grundlegende psychi
sche Funktionen) ist dem
D._
-Gutachten zu entnehmen, dass eine eigent
liche
Persönlichkeitsstörung nicht besteht
(vgl. dazu auch E. 3.4.1 hiervor)
.
Indes l
iegen
- wie soeben beschrieben - mit
den
akzentuierten [narzisstischen] Persön
lichkeitszügen mit Selbstwertproble
matik
und starker Kränkbarkeit
(ICD-10 Z73.1)
erhebliche
Persön
lichkeitsaspekte vor, die bei diesem Indikator
ins Gewicht fallen
und insbesondere Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit, die Kon
takt- und Gruppen
fähigkeit sowie die Flexibilität und Umstellungsfähigkeit beeinträchtigen
(Urk.
10/105/25).
Aufgrund
der
gutachterlichen Angaben ist
daher
davon auszu
gehen, dass sich die Persönlichkeitsstruktur des Beschwerde
führers
ressourcen
hemmend auswirkt.
4.2
.5
D
er soziale Lebenskontext (
BGE 141 V 281
E. 4.3.3
)
begründet durch die
seit Jahrzehnten intakte Ehe
und die gemeinsamen zwei Kinder
eine gewisse Unter
stützung und Stabilität, wobei gemäss den Angaben im
D._
-Gutachten die Tochter (wieder) bei ihren Eltern wohnt, die Ehefrau mit einer 50%igen Erwerbstätigkeit zum
Unterhalt der Familie beiträgt und
mit ihm
gelegentlich etwas unternimmt.
Ausserdem besteht ein, wenn auch lockerer Kontakt zu d
en vier Geschwistern
(
Urk.
10/105/16-17).
Dies
es familiäre Umfeld
ist
daher
als
bestätigende
r
, sich po
tenziell günstig auf die Ressourcen auswir
kende
r Faktor zu beurteilen, was auch der psychiatrische
D._
-Gutachter berücksichtigte (
Urk.
10/105/25).
Allfällige direkt negative funktionelle Folgen durch soziale Belastungen sind rechtsprechungsgemäss auszuklammern. Dazu
mögen
etwa
die
beschriebene gewisse Entfremdung
von seiner Ehefrau
seit dem Verlust eines ungeborenen Kindes und die psychische Labilität seiner Tochter
gehören
(
Urk. 10/105/16,
Urk
. 10/105/22
).
4.2
.6
Es zeigt sich somit, dass der funktionelle Schweregrad mittelgradig
bis schwer
eingeschränkt ist durch die
Schmerzstörung
an sich und durch die ressourcen
hemmende Wechselwirkung der
depressiven Symptomatik
, wobei
sich die Per
sönlichkeitsstruktur erheblich ressourcenhemmend auswirkt und allein der soziale Lebenskontext als eine die Leistungsfähigkeit leicht begünstigende Res
source in Gewicht fällt
. Die von den
D._
-Gutachtern attestierte 60
-70
%
ige Arbeits
fähigkeit in einer leidens
angepassten Tätigkeit ist in der Gesamt
betrachtung
daher
nachvollziehbar.
4.3
4.3
.1
Beweisrechtlich
relevant ist sodann
der
Aspekt
der Kon
sis
tenz mit den verhal
tensbezogenen Kategorien
(BGE 141 V 281
E. 4.4)
im Sinne einer Konsistenz
prü
fung der Folgenabschätzung aus dem festge
stellten funktio
nellen Schwere
gr
ad der psychischen Störung(en
) (
BGE 141 281 E. 4.3).
Dazu
wird bereits im
D._
-Gutachten festgehalten, dass die Angaben des Beschwerde
führer
s kohärent seien
.
Und zwar sei die gezeigte Agitation authentisch gewesen, es hätten sich keine Hinweise auf Aggravation gezeigt und
das
Verhalten wäh
rend der aktuellen Untersuchung habe der zu erwartenden Verhaltensweise auf
grund seiner Diag
nosen entsprochen
(
Urk.
10/105/
24-
25).
4.3
.2
Im Einzelnen ergibt sich i
n Bezug auf den Indikator einer
gleichmässigen
Ein
schränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleichbaren Lebensbereichen
(
BGE
141 V 281 E. 4.4.1)
aus den Akten, dass
das Aktivitätsniveau des
Be
schwer
de
führer
s
na
ch gesundheitsbedingter Aufgabe
Ende März
2014
der
bereits auf
50
%
reduzierte
Tätig
keit als Flugzeugbetanker
(
Urk.
10/105/29)
nicht nur in dieser ber
uflichen Hinsicht, sondern
gesamth
aft deutlich zurückgegangen ist.
Er
hat sich auf ein limitiertes soziales Leben eingestellt, das im Wesentlichen in der Pflege von innerfamiliären Beziehungen besteht
, und seine Freizeitaktivitäten nahezu eingestellt
.
Im
psychiatrischen
D._
-
Teilg
utachten wurde
dazu ausgeführt, sein Alltag sei gegenwärtig recht monoton und eingeengt.
Wegen der empfundenen Ein
schränkungen habe er auf seine früheren Hobbys, nämlich sportliche Betätigung, Motor
radfahren und Fischen, verzichten müssen. Auch seine sozialen Kontakte hätten sich stark vermindert (
Urk.
10/105/24).
Im orthopädischen
D._
-Teilgutachten wurde zur sozialen Anamnese
ausserdem
festgehalten
, seine Hob
bys wie Motorradfahren und Fischen könne der
Beschwerdeführer
nur selten und kurze Zeit ausüben und müsse es mit einer Beschwerdezunahme
büssen
(Urk. 10/105/10).
Dem allgemein-internistischen Teil des Gutachtens ist sodann zu entnehmen, der
Beschwerdeführer
versuche Kleinigkeiten im Haushalt wie Geschirrspülen und Aufräumen zu tätigen, wobei er sich immer wieder hinlegen müsse, da die Rückenschmerzen unter Belastung zunehmen würden. Sein Freun
deskreis habe sich zu Beginn seiner Erkrankung stark eingeschränkt, je nach Befinden versuche er immer wieder
,
mit der Ehefrau etwas zu unternehmen
(Urk. 10/105/17).
Die
Aktivitäten
des
Beschwerdeführer
s
sind damit in allen vergleichbaren Lebens
bereichen reduziert.
4.3
.3
Die Inanspruchnahme von therapeutischen Op
tionen (BGE 141 V 281 E. 4.4.2) wurde - wie
hiervor ausgeführt (E.
4.2.2
) - insbesondere ab dem hier
massge
b
lichen
Zeitraum ab August 2014
im Wesentlichen
erfüllt. Dabei ist
beachtlich, dass
gemäss fachärztlicher Einschätzung
die festgehaltene
grosse Skepsis bezüg
lich der Wirksamkeit von
Pharmako
- und Psychotherapie seiner Persön
lichkeits
struktur mit starken narzisstischen Zügen
z
uzuschreiben
und
länger dauernde Versuche einer antidepressiven Therapie ohne sichtbaren Erfolg durch
geführt
wurden
(Urk.
10/105/25).
Ein mangelnder Leidensdruck ist daraus nicht abzulei
ten.
Auch
die im Jahr 2007 im Bericht des
O._
vom 19.
März 2007
festgehaltene fragliche Motivation zur Psychotherapie
(Urk.
10/43/4
)
ist
bei damaliger attestierter fehlender Einsicht in die (psychisch zugeordnete) Diagnose der chronischen Schmerzerkrankung
nicht
einem man
gelnden
Leidensdruck
zuzuschreiben
; dies gilt umso mehr für die Zeit ab Mitte 201
4.
Des Weiteren
wur
den gemäss den
Akten keine
beruflichen
Eingliede
rungsmass
nahmen
durchge
führt
, bei welchen
etwa
mangelnde
Kooperation
seitens des Beschwerdeführers
festgestellt
worden wäre.
4.3.4
Anhaltspunkte für inkonsistentes Verhalten sind bei dieser Sachlage nicht ersichtlich.
Somit
ist von einem Leidensdruck auszugehen, welcher mit der von den Gutachtern attestierten
60 bis 70
%ige
n
Arbeitsunfähigkeit
in einer leidens
ange
passten Tätigkeit vereinbar ist.
4.4
4.4.1
Der festgestellte insgesamt mittelgradige
bis schwere funktionelle Schweregrad der Gesundheitsbeeinträchtigung hält damit auch der Kon
sistenz
prüfung stand.
Die
Indikatorenprüfung
ergibt damit insgesamt, dass die
funktionelle
n
Auswir
kungen
der Gesundheits
beeinträchtigungen
medizinisch
-gutachter
lich
schlüssig und widerspruchsfrei festgestellt
wurden.
Es
ist daher die gutachterlich be
urteilte
60-70
%ige
respektive durchschnittlich 65%ige
Ein
schränkung der Arbeit
s
fähig
keit in einer leidensangepassten Tätigk
eit aus rechtlicher Sicht zu be
stätigen.
4.4.2
Damit ist
entgegen der Ansicht der
Beschwerdegegnerin
ausgewiesen, dass im Vergleich zum Gesundheitszustand im Frühjahr 2005 (
Urk.
10/39-40) bis zum Erlass der Verfügung vom 2
2.
März 2017 (
Urk.
2) eine insgesamt erhebliche Ver
schlechterung des Ge
sundheits
zustandes mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit im Sinne eines Revisionsgrundes nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG eingetreten ist
.
5
.
5
.1
Der Invaliditätsgrad ist mittels eines Einkommensvergleichs von
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben (vgl. BGE 129 V 223 f. E. 4.2 in
fine
, 128 V 174), und zwar auf den Zeitpunkt
der
frühest
mög
li
chen Renten
revision, mithin
ab
August 2014.
5
.2
5
.2.1
Für die Ermittlung des
Valideneinkommens
ist entscheidend, was die versicherte Person in diesem Zeitpunkt nach dem Beweis
grad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am
zuletzt erzielten, nötigen
falls der Teuerung und der realen Einkommens
ent
wick
lung angepassten Ver
dienst angeknüpft, weil es der Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätig
keit ohne Gesundheits
schaden fort
gesetzt worden wäre. Aus
nahmen müs
sen mit überwiegender Wahrschein
lichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hin
weis; Urteil des Bundesgerichts 8C_322/2011 vom 21. Juli 2011 E. 4.1).
Der Beschwerdeführer war
vor Eintritt des Gesundheitsschadens bei der
Y._
angestellt (
Urk.
10/4).
Die Beschwerdegegnerin ging bei der
Renten
zu
sprache
(
Urk.
10/39-40)
gestützt auf den Arbeitgeberbericht vom
7.
April 2003 (
Urk.
10/4
/2
) von einem
Valideneinkommen
von
Fr.
66'950.-- (13 x Fr. 5'150.--) im Jahr 2003 aus (
Urk.
10/39/5). Dieses
Valideneinkommen
legt der Beschwerde
führer zu Recht auch seinem aktuellen Einkommensvergleich zugrunde (
Urk.
1 S. 19). Unter Berücksichtigung der
branchenspezifischen
Nominallohn
entwick
lung
im Baugewerbe
von 2003 bis 2014 resultiert damit
indes nicht
ein
Validen
einkommen
im Jahr 2014 von
Fr. 77'170.75
(Urk. 1 S. 19)
, sondern von
Fr.
7
4'805.75
(
Fr.
66'950.--
:
1
12.
3 x 1
22.
8 [2003-2010] und
: 100 x 102.
18 [2010-2014]
; Bundes
amt für Statistik [BFS]
, Schweize
rischer Lohnindex nach Wirt
schafts
zweigen, Nominal
lohnindex,
Tabelle T1.1.93_I,
Männer, 20
02
-201
0, [1993
= 100
], Baugewerbe
, 2003
:
112,3
, 2010
:
122,8, sowie
Tabelle T1.1.10 Nominallohnindex, Männer, 2011-2017, [2010 = 100], Baugewerbe/Bau, 2010:
100,
2014:
102.8
)
5
.2.2
Das Invalideneinkommen ist ausgehend vom Tabellenlohn gemäss der LSE 2014, Tabelle TA1_tirage_skill_level (Kompetenz
niveau 1, Männer, Total), von Fr. 5'312.-- pro Monat respektive Fr. 63'744.-- pro Jahr zu ermitteln. Unter Be
rücksichtigung einer durch
schnitt
lichen (vom BFS erhobenen) wöchent
lichen Ar
beitszeit von 41,7 Stunden im Jahr 2014 (
Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirt
schafts
abteilungen in Stun
den pro Woche, Tabelle T 03.02
.03.01.04.01, Abschnitt A-S, To
tal)
be
trug das massgebliche Durch
schnittseinkommen im Jahr 2014
Fr.
66'453.10
(Fr. 63'744.
-- :
40 x 41,7), was bei einem
krankheitsbedingt ver
bleibenden
Pensum von
35
% den Betrag von Fr.
23'258.60
ergibt.
Dieser Betrag ist recht
sprechungsgemäss zu kürzen, wenn persönliche und be
ruf
liche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienst
jahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswir
kungen auf die Lohnhöhe haben (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Der Abzug ist unter Würdi
gung der Um
stände im Einzelfall nach pflicht
gemässem Ermes
sen ge
samthaft zu schätzen und darf 25 % nicht über
steigen (BGE 134 V 322 E. 5.2; Urteil des Bun
desgerichts 8C_361/2011 vom 20. Juli 2011 E. 6.1 mit weiteren Hinweisen).
Hier führt bereits ein Abzug von 5
%
zu
einer Erwerbseinbusse von Fr. 52'710.10 (Fr. 74'805.75 - [Fr. 23'258.60 - 5
%
]) und damit zu
einem Invaliditätsgrad von
gerundet
70
%
([Fr. 52'710.10 x 100
] :
Fr. 74'805.75)
, was den Anspruch auf eine ganze Rente begründet (
Art.
28
Abs.
2 IVG)
.
Ein solcher oder höherer
Abzug ist bereits aufgrund des zumutbaren Beschäftigungsgrades von 35 % gerecht
fertigt (
vgl. Urteil
e
des Bundes
gerichts
9C_421/2017 vom 19. Sep
tember 2017 E. 2.1.1 und
8C_482/2016
vom 15. September 2016 E. 5.4.3; SVR 2011 IV Nr. 37 S. 109).
Denn
nach der
hier
anwendbaren Tabelle
(Monatlicher Bruttolohn [
Zen
tralwert]
nach Beschäftigungsgrad, beruflicher Stellung und Ge
schlecht
,
Pr
ivater und öffentlicher Sektor [
Bund, Kantone, Bez
irke, Gemeinden, Körper
schaften]
zusam
men
, T18, Schweiz 2014)
ist
die
Teilzeitarbeit
mit einem Pensum von
25-49
% bei Männern
in einer Tä
tigkeit
auf der untersten Stufe der berufliche
n Stellung (ohne Kaderfunktion)
vergleichsweise weniger gut
entlöhnt
als eine Voll
zeittätig
keit.
Es kann daher
offen bleiben
, ob aufgrund des verbleibenden
krankheitsbe
dingten
Anforderungs- und Belastungsprofil
s
sowie aufgrund weiterer Kategorien (
Alter,
Dienst
jahre
, Nationalität oder Aufenthaltskatego
rie
)
ein höherer Abzug gerechtfertigt sei.
5
.3
Nach dem Gesagten ist somit von einem Inval
iditätsgrad von mindestens 70
%
auszugehen, weshalb die bisherige
Viertelsrente
ab dem 1. August 2014 (An
mel
dung vom
2
0.
August 2014,
Urk.
10/72;
Art.
88
bis
Abs. 2
lit
. a IVV)
in An
wen
dung von
Art.
17
Abs.
1 ATSG
auf
eine ganze Rente zu erhöhen ist.
Die angefochtene Verfügung vom
2
2.
März
2017 (Urk. 2) ist somit aufzuheben und es ist in Gutheissung der Beschwerde festzustellen, dass der Be
schwerde
füh
rer Anspruch auf eine
ganze Rente
ab
August 2014
hat.
6
.
Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Bewilligung oder Verweigerung
von Versicherungsleistungen. Das Verfahren ist daher kostenpflichtig. Die Ge
richtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG in der seit dem 1. Juli 2006 in Kraft stehenden Fassung) und ermessensweise auf Fr. 900.-- anzusetzen. Ausgangsgemäss
sind die Gerichtskosten
der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
Dem
Beschwerdeführer
ist
nach
Massgabe
von
Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungs
gericht ohne Rücksicht auf den Streit
wert nach der
Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen eine Prozessentschädigung von mit Fr.
3'100.
-- (inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen)
zuzusprechen.