Decision ID: be1483fa-e984-4fb0-8be1-bdbc67f01652
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1962, zuletzt als Angestellte bei der
Y._
tätig, meldete sich im Juli 2009 bei der Invalidenversicherung zum
Leis
tungsbezug
an (
Urk.
11/2).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte die medizinisch
en und erwerblichen Abklärungen
und holte
einen Fragebogen für
Arbeitgebende
(
Urk.
11
/7)
,
einen IK-Auszug (
Urk.
11
/8)
sowie
medizinische Berichte von
den behandelnden Ärzten ein (
Urk.
11
/
18;
Urk.
11
/26/1-3
Urk.
11
/66
). Ebenso zog sie die Akten des
Krankentaggeldversi
cherers
(
Urk.
11
/15
)
und
– nachdem die Versicherte im April 2010 einen Auto
unfall erlitten hatte – die Akten
des Unfallversicherers bei (
Urk.
11
/28;
Urk.
11
/37
;
Urk.
11
/87)
.
Die Versicherte nahm ab dem
6.
September 2010 an einer Integrationsmassnahme
(
„Aufbautraining“
)
bei der
Z._
GmbH tei
l
(Kostengutsprache vom 1
3.
August 2010,
Urk.
11/39)
.
Die a
b dem
1.
Dezember 2010
gesprochene
Fortsetzung der Integrationsmassnahme
(Mitteilung vom 3
0.
November 2010,
Urk.
11/54)
,
wurde
per 2
3.
Dezember
2010
definitiv
für
beendigt erklärt, nachdem
die
behandelnde
Psychiaterin d
i
e Ve
rsicherte
für vier Wochen krankgeschrieben hatte (
Urk.
11
/63)
.
Mit Schreiben vom
1
1.
März 2011 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, es sei eine medizinische Abklärung notwendig (Urk.
11
/74). Am 1
1.
Mai 2011 fand eine rheumatologische Unter
suchung durch Dr. med.
A._
, Innere Medizin FMH, spez.
Rheuma
erkrankungen
, statt (rheumatologisches Teilgutachten), am
25
. Mai 2011 eine psychiatrische Untersuchung in der Klinik
B._
durch Dr. med.
C._
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH (psychiatrisches Teilgutachten). Das internistisch-rheumatologische Gutachten wurde am
3
1.
Mai
2011 erstattet (Urk.
11
/81
), das psychiatrische Gutachten mit interdisziplinärer Zusammenfas
sung (psychiatrisch und rheumatologisch) am
7.
Juni
2011 (Urk.
11
/
82
).
Mit Schreiben
vom 2
5.
Juli 2011
äusserte sich
Dr.
C._
zu Ergänzungsfragen der IV-
Stelle
(
Urk.
11
/88). Nachdem die IV-Stelle gestützt auf eine Stellungnahme des
D._
zum Schluss kam, auf das Gutachten von
Dr.
C._
könne nicht abgestellt werden, gab sie am
1
5.
August 2011 bei
Dr.
med.
E._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, ein weiteres psychiatrisches Gutachten in Auftrag (
Urk.
11
/92).
Gestützt auf d
ie ambulante psychiatrische Untersuchung
vo
m 1
5.
September 2011
er
statt
ete
Dr.
E._
das Gutachten am
1
6.
September 2011 (
Urk.
11
/96).
Mit Vor
be
scheid vom
1.
Dezember 2011 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, es be
stehe kein Anspruch auf eine Invalidenrente (
Urk. 11/102-103
). Die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin von Aesch von der Organisation Integration
Han
dicap, erhob am 1
2.
Januar bzw. 7
./
8.
März 2012 Einwand (
Urk. 11/105
;
Urk.
11
/109-110)
und liess am
5.
April 2012 (
Urk.
11/113) die Stellung
nahme ihrer
behandelnde
n
Psychiaterin
Dr.
med.
F._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie,
vom
3
0.
März 2012
zum
Gutachten von
Dr.
E._
auf
leg
en
(
Urk.
11
/112).
Dr.
E._
äusserte
sich
in der Folge
mit Schreiben vom 1
4.
Mai 2012
zur Eingabe
von
Dr.
F._
(
Urk.
11
/118)
. Daraufhin nahm
Dr.
F._
am
6.
Juni 2012
auch noch zu diesen ergänzenden gutachterlichen Bemerkungen
Stellung (
Urk.
11
/121).
Die IV-Stelle verfügte
schliesslich
am 2
3.
Juli 2012 im Sinne des Vorbescheids und wies das Leistungsbegehren der Versicherten ab (
Urk.
2
).
2.
Hiergegen liess die Versicherte mit Eingabe vom 1
0.
September 2012 (Urk. 1) Beschwerde erheben, mit dem
Rechtsbegeh
ren
, es sei die angefochtene Verfü
gung aufzuheben; es sei ihr eine ganze Rente zuzusprechen; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin.
Ferner sei ihr für das Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren.
Am
9.
Okto
ber 2012 reichte die Beschwerdeführerin das ausgefüllte Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit
sowie weitere Belege
betreffend das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung
ein
(
Urk.
8
;
Urk.
9/1-2)
.
In ihrer Ver
nehmlassung vom
1
5.
Oktober 2012
(
Urk.
10)
beantragte die
Beschwerdegegne
rin
die Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am 1
7.
Oktober 2012 angezeigt wurde (
Urk.
12
).
3.
Auf die einzelnen Ausführungen der Parteien wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs.
1 des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbs
unfä
higkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi
schen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Einglie
derung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs
möglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbs
unfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträch
tigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun
fähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG in der seit 1. Januar 2008 geltenden Fas
sung).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG (bis 31. Dezember 2007: Art. 28
Abs.
2 IVG) aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Einglie
de
rungs
massnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung ge
setzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen
Erwerbsein
kommen
ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenüber
ge
stellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkomm
ensvergleichs; BGE 130 V 349 E.
3.4.2 mit Hinweisen).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG; bis 31. Dezember 2007: Art. 28
Abs.
1 IVG).
1.4
Die Wartezeit im Sinne Art. 28
Abs.
1
lit
. b IVG gilt in jenem Zeitpunkt als eröff
net, in welchem eine deutliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit ein
getreten ist. Als erheblich in diesem Sinne gilt bereits eine Arbeitsunfähigkeit von 20 % (AHI 1998 S. 124 E. 3c; Urteil des Bundesgerichts I 10/05 vom 14. Juni 2005 E. 2.1.1 in
fine
mit Hinweisen).
Unter relevanter Arbeitsunfähig
keit im Sinne
dieser Bestimmung
ist eine Einbusse an funktionellem Leistungs
vermögen im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zu verstehen
(vgl. Art. 6 ATSG; BGE 130 V 99 E. 3.2, bereits unter Hinweis auf den künftigen Art. 6 ATSG; Urteile des Eidgenössischen Versicherungsgerichts bzw. des Bundesge
richts I 392/02 vom 2
3.
Oktober 2003 und 9C_684/07 vom 2
7.
Dezember 2007)
. Das heisst, es muss arbeitsrechtlich in Erscheinung treten, dass die versicherte Person an Leistungsvermögen eingebüsst hat, so etwa durch einen Abfall der Leistungen mit entsprechender Feststellung oder gar Ermahnung des
Arbeitsge
bers
oder durch gehäufte, aus dem Rahmen fallende gesundheitlich bedingte Arbeitsausfälle. Mit anderen Worten: Die Leistungseinbusse muss in aller Regel dem seinerzeitigen Arbeitgeber aufgefallen sein. Eine erst nach Jahren rück
wirkend festgelegte medizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit genügt nicht. Umgekehrt ist eine in der beruflichen Tätigkeit im Vergleich zu einer gesunden Person tatsächlich nur reduziert erbrachte Leistung für sich allein gesehen in aller Regel ebenso wenig ausreichend für die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit im Sinne des Gesetzes. Vielmehr bedarf es dazu regelmässig zusätzlich einer (überzeugenden) medizinischen Einschätzung, die
ordentlicherweise
echtzeitli
cher
Natur ist. Der Zeitpunkt des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit nachgewiesen sein. Dieser Nachweis darf nicht durch nachträg
liche erwerbliche oder medizinische Annahmen und spekulative Überlegungen ersetzt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_204/2012
vom 1
9.
Juli 2012 E. 3.2 mit weiteren Hinweisen
).
Ein wesentlicher Unterbruch der Arbeitsunfähigkeit im Sinne von Artikel 28
Abs.
1
lit
. b IVG liegt gemäss Art. 29
ter
IVV vor, wenn die versicherte Person an mindestens 30 aufeinanderfolgenden Tagen voll arbeitsfähig war.
1.
5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätig
keiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beur
teilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zuge
mutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.
6
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorlie
gen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledi
gen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gut
ach
tens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beantwor
tung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersu
chun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt
was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist
, in Kenntnis der und gegebenen
falls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklar
heiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer
Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialver
sicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gut
achten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).In Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mit
unter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfäl
len eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc).
2.
Die medizinische Aktenlage stellt sich im Wesentlichen wie folgt dar:
2.1
Dr.
med.
G._
, Oberärztin bei der
H._
,
Privatklinik für Psychiatrie und Psychotherapie,
I._
, führte in ihrem
Arztbericht vom 1
7.
Februar 2009
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf: Kombinierte Persönlichkeitsstörung mit depressiven, ängstlichen,
anankas
tischen
und emotional instabilen Zügen (F.61.0),
Dysthymia
(F34.1)
,
Agorapho
bie ohne Panikstörung (F40.0). Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien ein Vitamin B12-Mangel, ein latenter Eisenmangel, Allergien auf Pollen,
Kat
zenhaar
und Hausstaubmilben (allergisches Asthma, allergische Konjunktivitis), ein Status nach Nasennebenhöhlenoperation 2001 sowie ein
gastroösophagealer
Reflux.
Die Beschwerdeführerin sei zweimal in der
H._
statio
när
behandelt worden, nämlich vom 1
3.
bis 2
5.
November 2008
und
vom 2
7.
November 2008 bis
9.
Februar
200
9.
In diesen Phasen habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden
(
Urk.
11
/18/6-9).
2.2
Dr.
med.
J._
, Innere Medizin FMH, führte in seinem (undatierten) Bericht
mit Verweis und unter Beilage des genannten Berichts (E. 2.1)
die
selben Diagnosen auf wie die
Klinik
H._
. Seit dem
Klinikau
fenthalt
liege die Arbeitsunfähigkeit zwischen 40 und 60
%
(
Urk.
11/18/2-5).
2.3
Dr.
med.
K._
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
gab in seinem Bericht
zuhänden
des Krankentaggeldversicherers
vom 1
0.
November 20
09
die Diagnosen
ICD-10 F 33.1 und F 60.5 an, was einer rezidivierenden depressiven Störung, mittelgradige depressive Episode
,
sowie einer
anankastischen
Persön
lichkeitsstörung
entspricht. Vom
6.
November 2008 bis 1
5.
Februar 2009 habe die Arbeitsunfähigkeit 100
%
betragen, vom 1
6.
Februar bis 3
0.
Juni 2009
5
0
%
, vom
1.
Juli bis 3
0.
Oktober 2009 75
%
und vom
1.
November 2009 bis auf weiteres 60
%
(
Urk.
11/15/5).
2.4
In
seinem
IV-
Arztbericht vom 1
0.
Mai 2010
gab
Dr.
K._
die ICD-Codes F.32.3, F61.0, F34.1 an, was einer schweren depressiven Episode mit psychoti
schen Symptomen,
einer Persönlichkeitsstörung, sowie
einer
Dysthymia
ent
spricht
.
In der bisherigen Tätigkeit als kaufmännische Sachbearbeiterin habe a
b März 2009 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Die
Arbeitsfähigkeit
lasse sich schrittweise auf 60
%
erhöhen. In einer behinderungsangepassten T
ätigkeit sei der Beschwerdeführer
in
nach einer kontinuierlichen Steigerung während de
r
letzten Monate ein Pensum von 60
%
zumutbar. Dieses sollte möglichst gleich
mässig über den Tag verteilt geleistet werden
(
Urk.
11
/26/1-3).
2.
5
Suva-
Kreisarzt
Dr.
L._
, Facharzt FMH für orthopädische Chirurgie, hielt in seiner Beurteilung vom 1
3.
Oktober 2010 fest, seit dem Autounfall, welchen die Beschwerdeführerin am 2
7.
April 2010 erlitten habe, habe aus rheumatologi
scher Sicht eine 100%ige Arbeits
un
fähigkeit bestanden. Per 1
5.
Oktober 2010 sei nun eine 50%
ige
Arbeitsunfähigkeit anzunehmen (
Urk.
11/81/61
64
).
2.
6
Dr.
med.
F._
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, hielt in ihrem Bericht vom 2
4.
Januar 2011 als Diagnosen fest: Kombinierte
Persönlichkeits
störung
(F61.0);
chronifizierte
mittelschwere Depression mit
Somatisierungs
tendenz
; somatische Diagnosen. Es bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
11
/66).
2.
7
Nach der kreisärztlichen Untersuchung vom 1
6.
März 2011 gab
Dr.
L._
in seiner Beurteilung an, die Annahme einer unfallbedingten Arbeitsunfähigkeit von 50
%
gelte noch bis 3
0.
April 201
1.
Ab dem
1.
Mai 2011 dürfe bezogen auf das Unfallereignis von einer vollen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden (
Urk.
11/81/57
60
).
2.
8
2.
8
.1
In dem rheumatologisch-psychiatrischen Gutachten von
Dr.
A._
/
Dr.
C._
vom 3
1.
Mai/
7.
Juni 2011 werden
fol
gende rheumatologische
und psychi
atrische
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
gestellt
(Urk. 1
1
/8
2
/
11
):
Leichte depressive Episode ohne somatische Symptome (ICD-10: F31.0)
;
Akzentuierung der ängstlichen und emotional
instabilen Persönlichkeitszüge
(ICD-10: Z73.1)
;
DD: Kombinierte Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F61.0)
;
Cervikalsyndrom
, bei
m
ultisegmentalen degenerativen Veränderungen (vor allem C5/C6 und C6/C7)
mit
r
echtsbetonter
mässiger
Spinalkanalstenose C6/C7 (ø 8 - 9 mm)
;
o
hne Nervenwurzelkompression (CT 05/2011)
;
ohne
radikuläre
Zeichen
.
Unter den Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sind genannt:
Nikotin-Abusus;
Vitamin D-Mangel
35
nmol
/l
;
Status nach HWS-Distorsion QTF I am 27.04.2010 mit
Thoraxkontusion
mit möglicher nicht dislozierter Abrissfraktur von
Spondylophyten
C6 (CT 04/2010), im Mai 2011 jedenfalls nicht mehr nachweisbar (CT 05/2011)
.
2.
8
.2
In der interdisziplinären Beurteilung gelang
en
d
ie
Gutachte
r
zum Ergebnis, es bestehe in der bisherigen angestammten Tätigkeit seit November 2008 eine volle Arbeitsunfähigkeit. Der Beschwerdeführerin sei in den Berichten
aus dem
Jahre 2010 auch eine 50%ige Arbeitsfähigkeit attestiert worden, die jedoch nicht verwertbar gewesen sei, wie auch das gescheiterte Aufbautraining bei der
Z._
GmbH bestätige. In einer angepassten Tätigkeit sei ebenfalls von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen (
Urk.
11/82/11).
2.8.3
Dr.
A._
führte i
n ihrer Beurteilung
(
Urk.
11
/81/36-37)
aus,
d
ie vorhande
nen
rheumatologischen
Befunde
würden weder das Ausmass noch die Dauer der von der Beschwerdeführerin angegebenen Beschwerden erklären.
D
ie Beschwer
deführerin
klage
über Nackenbeschwerden und eine eingeschränkte Beweg
lich
keit der HWS. In der klinischen Untersuchung sei kein wesentlicher pathologi
scher Befund feststellbar gewesen. Die HWS sei normal beweglich. Die ganze Muskulatur und insbesondere die
cervikothorakale
Muskulatur
sei
nicht ver
spannt.
Radikuläre
Zeichen seien nicht vorhanden. In der CT-Untersuchung der
HWS (05/2011
)
zeigten sich
weiterhin multisegmentale degenerative Verän
de
rungen mit kräftigen
Spondylophyten
vor allem der unteren HWS sowie eine
mässige
, rechtsbetonte Spinalkanalstenose C6/C
7.
Nervenwurzelkompressionen bestünden keine. Die im April 2010 festgestellten Aufhellungslinien C6/C7, die als mögliche, nicht dislozierte Abrisslinien interpretiert worden seien, seien im Mai 2011 nicht mehr erkennbar. In der Blutuntersuchung finde sich ein Vita
min-D-Mangel. Die drei angegebenen Psychopharmaka seien nicht im thera
peutischen Bereich nachweisbar. Dies sei erstaunlich, da die Beschwerdeführerin im Rahmen der Untersuchung angegeben habe, dass es ihr an jenem Tag viel besser gegangen sei
als
sonst, weil sie sämtliche Psychopharmaka wie verordnet eingenommen habe.
Es sei davon auszugehen, dass wenn die Beschwerdeführe
rin sich wirklich derart krank einschätze, sie medizinische Massnahmen korrekt durchführen würde
.
Schmerzmittel habe die Beschwerdeführerin schon lange keine mehr gebraucht.
Die von der Beschwerdeführerin angegebenen Muskel
schmerzen könnten ein Symptom des Vitamin-D-Mangels sein. Vitamin-D beeinflusse den
Knochen
stoffwechsel
sowie den Calcium- und Phosphathaushalt. Es bewirke eine Erhö
hung des Calciums und Phosphats im Blut. Sonnenlicht und Milchprodukte seien die wichtigsten Vitaminquellen. Ein Vitamin-D-
Mangel
sei nicht selten, er könne jedoch in der Regel durch Vitaminsubstitu
t
ion gut behoben werden.
In Bezug auf die Frage der Arbeitsfähigkeit weist
Dr.
A._
darauf hin, die Beschwerdeführerin sei sowohl in der angestammten wie auch in einer adap
tierten Tätigkeit voll arbeitsfähig. Eine langfristige Arbeitsunfähigkeit habe nie bestanden. In qualitativer Hinsicht sei zu beachten, dass
Rückenfunktionsein
schränkungen
sich je nach Art und
Ausmass
unterschiedlich auf die Fähigkeit auswirken könnte
n
, häufig Lasten ohne Hilfsmittel zu heben und zu tragen. Bei HWS-Problemen sei es oft zusätzlich erforderlich
, Überkopfarbeiten sowie Vib
rationen zu vermeiden.
Ebenfalls kämen Arbeiten nicht in Frage, bei welchen die Beschwerdeführerin
längere
Zeit
in vornüber geneig
ter Haltung – ob ste
hend oder sitzend –
verharren müsse
.
Weiter
seien uner
wartete, asymmetrische Lasteinwirkungen
auszuschliessen
. Eher günstig seien wechselbelastende Tätig
keiten.
2.
8
.
4
Dr.
C._
äusserte
sich in seiner Beurteilung
(
Urk.
11
/82/8-10)
dahin
gehend, bei der Beschwerdeführerin könne aufgrund der anamnestischen Angaben eine genetische Vulnerabilität für die Entwicklung der psychiatrischen Erkrankung eher ausgeschlossen werden. Ihre Kindheit sei ohne gravierende traumatische Ereignisse verlaufen, jedoch durch fehlende Anerkennung und aggressive Aus
brüche des Vaters geprägt gewesen, was bei ihr zur Bildung einer Persönlichkeit
mit vermehrten ängstlich und emotional instabilen Zügen geführt habe.
Intelli
genzminderung
und Verhaltensstörungen in der Kindheit bzw. im Pubertäts- und Erwachsenenalter könnten indes ausgeschlossen werden. Die Beschwerde
führerin pflege auch konstante Beziehungen, z.B. zu ihren Eltern und einem befreundeten Ehepaar, was für die Fähigkeit spreche, langfristige Bindungen zu pflegen.
Die Beschwerdeführerin habe in den belastenden Lebenssituationen
mehrere psychische Dekompensationen gehabt, anhaltende Störungen der Impuls- und Affektkontrolle seien aber weder anamnestisch erhoben noch
aktenmässig
dokumentiert. Damit sei eher von akzentuierten Persönlichkeitszügen in den belastenden Situationen auszugehen
,
und ihre Ressourcen würden gegen die Bildung einer Persönlichkeitsstörung sprechen.
Gemäss
anamnestischen Anga
ben habe die Beschwerdeführerin ihre erste psychische Krise bereits im Alter von 18 Jahren gehabt. Seither sei es in den belastenden Lebenssituationen zu fünf psychischen Krisen gekommen, die aufgrund der geschilderten Symptome und des Verlaufs auf wiederholte depressive Episoden hindeuten würden.
Zu den Ausbrüchen der depressiven Episoden hätten nebst den belastenden
Le
bens
situationen
intermittierende Einschränkungen der psychischen Belastbarkeit in der Akzentuierung der Persönlichkeitszüge geführt. Aufgrund der Anamnese habe die Beschwerdeführerin seit Jahren unter subjektiv wahrgenommener reduzierter psychischer Belastbarkeit,
Deprimiertheit
und Zurückgezogenheit gelitten. Ihre erbrachten Leistungen würden aber gegen anhaltende depressive
Episoden sprechen, eher für eine
Dysthymia
, die auch
aktenmässig
dokumen
tiert sei. Die gegenwärtige depressive Episode habe sich seit dem Führungs
wechsel bei der
Y._
im Jahr 2006 angebahnt
,
und spätestens seit November 2008 sei es zum Ausbruch der depressiven Episode gekommen, weshalb die Beschwerdeführerin zur stationären Behandlung in
die
psychiatrische Klinik
I._
eingewiesen worden sei. Aus den Akten ergebe sich, dass sich
der psychische Zustand der Beschwerdeführerin u
nter den stationären und den daran
anschliessenden
ambulanten therapeutischen
Massnahmen
im Verlauf des Jahres 2010 stabilisiert
habe
,
und im September 2010 seien berufliche
Mass
nahmen
im Sinne eines Arbeitstrainings eingeleitet worden.
Gemäss
dem Be
richt der
Z._
GmbH habe sich der psychische Zustand anfänglich weiterhin verbessert. Der Wechsel der Bezugsperson bei der
Z._
gegen Ende Dezember 2010 habe bei ihr indes eine erneute Verstärkung der depressiven Symptomatik und der Akzentuierung der Persönlichkeitszüge ausgelöst, weshalb das Aufbau
training abgebrochen worden sei. Seither habe
sich
der psychische Zustand im Rahmen der geplanten IV-Abklärung weiterhin verschlechtert, was auf die Ak
zentuierung der Zukunftsängste zurückzuführen sei.
Im Rahmen der gutachterlichen Untersuchung im Mai 2011 sei lediglich eine leichte bis mittelschwere depressive Symptomatik feststellbar gewesen. Im Vor
dergrund gestanden hätten erneut stark akzentuierte Persönlichkeitszüge
mit Affektlabilität bzw. Gedankeneinengung auf Ängste und Zukunftssorgen
,
und es habe sich eine deutliche Herabsetzung der psychischen Belastbarkeit, der geistigen Flexibilität, sowie der Konzentration und Ausdauer präsentiert. Auf
grund ihres gegenwärtigen Zustands könne man der Beschwerdeführerin über längere Zeit keine Arbeitsfähigkeit auf dem freien Arbeitsmarkt attestieren.
Sowohl in der angestammten wie auch in einer adaptierten Tätigkeit sei
– seit November 2008 -
von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Die Beschwerdeführerin benötige weiterhin
regelmässige
und intensive ambulante psychiatrische
Behandlung. Unter diesen therapeutischen
Massnahmen
und ohne Leistungsdruck sei von der Stabilisierung de
s
psychischen Zustands
im Verlauf des Jahres 2011
auszugehen.
Falls sich die Akzentuierung der
Persön
lichkeitszüge
im Verlauf 2011 bestätigen sollte,
w
ä
ren
berufliche
Massnahmen
im Januar 2012
wieder möglich
.
Falls sich
hingegen
die Differentialdiagnose einer Persönlichkeitsstörung bestätigen sollte, wäre mit einer Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit nicht mehr zu rechnen.
Es sei eine erneute Evaluation der Arbeitsfähigkeit
im Dezember 2011
notwendig.
2.
8
.
5
Die Beschwerdegegnerin stellte
Dr.
C._
am 2
8.
Juni 2011 Ergänzungsfra
gen
(
Urk.
11/85)
.
Einerseits
bat sie um nähere Ausführungen zur Frage
,
weshalb die
im Gutachten diagnostizierte leichte depressive Episode
eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit zur Folge haben soll.
Dr.
C._
erklärte in seinem Schreiben vom 2
5.
Juli 2011
(
Urk.
11/88)
, er habe in seinem Gutachten dokumentiert, dass im Rahmen der gutachterlichen Untersuchung eine leichte bis mittelschwere depressive Episode festzustellen gewesen sei.
Im Vordergrund gestanden hätten aber erneut stark akzentuierte Persönlichkeitszüge mit Affektlabilität bzw. Gedankeneinengung auf Ängste und Zukunftssorgen
,
und es habe sich eine deutliche Herabsetzung der psychischen Belastbarkeit, der geistigen Flexibilität, sowie der Konzentration und Ausdauer präsentiert. Aufgrund ihres gegenwärti
gen Zustands könne man der Beschwerdeführerin über längere Zeit keine Arbeitsfähigkeit auf dem freien Arbeitsmarkt attestieren. Sowohl
eine
Akzentu
ierung der Persönli
chkeitszüge als auch depressive
Störungen seien im Allge
meinen gut behandelbar, weshalb er eine neue Zustandsbeurteilung im Dezem
ber 2011 empfohlen habe.
Die Beschwerdegegnerin
bat sodann den Gutachter um eine Stellungnahme zum Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung, welche von sämtlichen behandelnden Ärzten attestiert worden sei, im psychiatrischen Gutachten hingegen nur als Differentialdiagnose erwähnt
werde
.
Dr.
C._
führte diesbezüglich aus, er habe in seinem Gutachten festgestellt, dass bei der
Beschwerdeführerin aufgrund der anamnestischen Angaben weder von einer genetischen Vulnerabilität noch von Persönlichkeitsfaktoren für die Entwick
lung der psychiatrischen Erkrankung inkl. Persönlichkeitsstörung auszugehen sei. Die Kindheit der Beschwerdeführerin sei ohne gravierende traumatische Ereignisse verlaufen, im Erwachsenenalter habe sie über Jahre eine konstante Arbeitsleistung erbracht
,
und sie pflege konstante zwischenmenschliche Bezie
hungen
. Anhaltende Störungen der Impuls- oder Affektkontrolle seien weder anamnestisch erhoben noch aktenmässig dokumentiert worden
,
und damit könne er die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung nicht bestätigen. Es handle sich seines Erachtens um eine intermittierende Akzentuierung der
Persönlich
keitszüge
. Allerdings müsse der weitere Verlauf abgewartet werden, weshalb er eine erneute Zustandsevaluation im Dezember 2011 empfohlen habe
(
Urk.
11
/88)
.
2.
9
2.
9
.1
Dr.
E._
stellte in ihrem psychiatrischen Gutachten vom 1
6.
September 2011 folgende Diagnosen
(
Urk.
11
/96/39)
:
Rezidivierende depressive Störung bzw. aktuell seit November 2008 andau
ernde zweite depressive Episode, gegenwärtig
leichtgradig
(ICD-10: F3
3
.0)
, mit/bei
anhaltender bzw. wiederkehrender psychosozialer Belastungssituation, ak
tuell Probleme mit Bezug auf die wirtschaftlichen Verhältnisse und
die
drohende Fürsorgeabhängigkeit; weiter auch Probleme als alleinle
bende Person, Verlust der Arbeitsstelle (ICD-10: Z59, Z60.2, Z56);
Dysthymia
(ICD-10: F43.1
)
;
Neurasthenie (ICD-10: F48.0)
;
a
kzentuierte
histrionische
,
dependente
, ängstlich-unsichere und passiv-ag
gressive Persönlichkeitszüge (ICD-10; Z73.1)
.
2.
9
.2
In ihrer Beurteilung hielt
Dr.
E._
fest, aus objektiv-psychiatrischer Sicht seien keinerlei psychischen Störungen für die kindliche und
adoleszentäre
Zeit
achse zu eruieren, keine etwaigen Entwicklungs-, Verhaltens-,
Aufmerksam
keitsdefizits
-, Intelligenz- oder Affektstörungen, keine Traumatisierungen und auch keine psychotische Entwicklung oder relevante Suchtanamnese. Auch im Erwachsenenalter seien bis 35-jährig (1997) keine psychischen
Krankheits
phasen
festzustellen, dies im Einklang mit der erhobenen psychiatrischen Anamnese anlässlich des Aufenthalts der Beschwerdeführerin in der psychiat
rischen Privatklinik
H._
von November 2008 bis Februar 200
9.
Aufgrund der berichteten Ausprägung und Dauer sei damals korrekterweise, im Einklang
mit den ICD-Kriterien
,
eine
Dysthymia
diagnostiziert worden, eine Feststellung, die auch heute aufrecht zu halten sei
(
Urk.
11
/96/34-35)
.
Aus psychiatrisch-diagnostischer Sicht seien die beiden
eruierbaren
wiederkeh
renden depressiven Phasen (1997
und seit November 2008 bis heute) jeweils im Zusammenhang mit B
elastungssituationen aufgetreten
und müssten auch nach ICD-10-Kriterien als Anpassungsreaktionen kodiert werden, wobei dies für die aktuelle Phase durch das überschrittene Zeitkriterium verunmöglicht werde
.
D
ie psychosoziale Belastungssituation
gelte dennoch
nach wie vor als Auslöser
und
erhalte
auch – zusammen mit den problematischen Persönlichkeitszügen – die depressive Verstimmung aufrecht. Anamnestisch sei der Schweregrad der aktu
ellen depressiven Phase wohl zwischen leicht- und mittelgradiger Ausprägung geschwankt, je nach momentaner Zusatzbelastung (insbesondere: Unfall, exis
tenzielle Verunsicherung, Erwartungen an IV), wobei im April 2011 von den damaligen stationär behandelnden Ärzten sogar keine depressiven Symptome mehr festgestellt worden seien. Im Rahmen der Erstbegutachtung im Juni 2011 und auch anlässlich der aktuellen Begutachtung sei die Depressivität als
leicht
gradig
zu bezeichnen, wenngleich die Beschwerdeführerin sich subjektiv als schwer depressiv und gänzlich arbeitsunfähig erlebe
(
Urk.
11
/96/38)
.
Die habituellen Verstimmungszustände, im Zusammenhang mit einer weit rei
chenden Unzufriedenheit (frustrierte Partnerschafts- und Versorgungswünsche, sich als Arbeitnehmerin ungenügend anerkannt zu fühlen), seien hingegen als neurotisch zu bezeichnen,
im
Sinne einer
dysthymen
Veranlagung, die in einer ängstlich-unsicheren,
dependenten
, aber auch
histrionischen
und passiv-aggres
siven – bzw. bei leicht auslösbarem passivem Widerstand und geringer
Frustra
tionstoleranz
neurotisch-
negativistischen
– Persönlichkeitsstruktur
ange
legt erscheine
.
Was die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung im engeren Sinne be
treffe, so würden die ICD-Kriterien voraussetzen, dass die charakteristischen und dauerhaften inneren Erfahrungs- und Verhaltensmuster der Betroffenen insgesamt deutlich von kulturell erwarteten und akzeptierten Vorgaben
in mehr als einem der Bereiche
Kognition, Affektivität,
Impulskon
trolle
/Be
dürfnis
be
frie
digung und Art des Umgangs mit anderen Menschen abweichen würden. Diese Kriterien seien bei der Beschwerdeführerin nicht erfüllt. Sie sei sehr wohl in der Lage gewesen, in ihren Arbeits- und Sozialbeziehungen,
z. T. jahrelang, Aus
dauer und Verbindlichkeit an den Tag zu legen und Befriedigung zu finden. Eine überdauernd krankheitswert gestörte Affektivität oder Impulskontrolle sei keineswegs belegt
,
und ihre Kognition sei gänzlich ungestört. Was im Übrigen die
Dysthymia
betreffe, habe diese keinerlei arbeitsmedizinische Relevanz
(
Urk.
11
/96/38)
.
Sodann sei auf eine neurotische Konfliktverarbeitung hinzuweisen durch
Psycho
somatisierung
, aktuell im Sinne von mässigen Kopfschmerzen, Schwin
del- und Magenbeschwerden bzw. Unpässlichkeit und vor allem einem weiter
hin im Zentrum stehenden subjektiven Erschöpfungs
gefühl, im Sinne einer Neurasthenie. Zu diese
r
Diagnose zählten ein anhaltendes und quälendes
Er
schöpfungsgefühl
nach geringer geistiger Anstrengung, auch beim Versuch zur Bewältigung alltäglicher Aufgaben, die keine ungewöhnlichen geistigen An
strengungen erforderten, sowie wechselnde Beschwerden im Sinne von unange
nehmen körperlichen Empfindungen, wie Schwindelgefühl, Spannungskopf
schmerz und allgemeine Unsicherheit, Sorge über abnehmendes geistiges und körperliches Wohlbefinden, einer Störung des Schlafs, etc. Diese Leiden würden auf die Beschwerdeführerin vollumfänglich zutreffen. Die Prüfung der Zumut
barkeit der Überwindung der Beschwerden sei anhand der
Försterschen
Kriterien vorzunehmen. Letztere seien im Falle der Beschwerdeführerin nicht erfüllt
(
Urk.
11
/96/38-39)
.
Zum zeitlichen Verlauf der Arbeitsunfähigkeit sei festzuhalten, dass die Be
schwerdeführerin vorübergehend, während des stationären Klinikaufenthaltes in der psychiatrischen Klinik
H._
vom 1
3.
November 2008 bis
9.
Februar 2009 zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen sei. Anschliessend sei sie bis November 2009 zur Hälfte ihres üblichen 80%igen Arbeitspensums tätig gewesen bzw. habe – bei der von
Dr.
K._
damals im Mai bzw. November 2009 diagnosti
zierten gar
leichtgradigen
depressiven Episode -
eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit vorgelegen.
Ab November 2009 habe die Beschwerdeführerin mit 60%iger Leistungsfähigkeit/Arbeitsfähigkeit eingesetzt werden können. Die 100%ige Arbeits
unfähigkeit vom 2
7.
April bis 1
3.
Oktober 2010 und die 50%ige Arbeits
unfähigkeit vom 1
4.
Oktober 2010 bis 3
0.
April 2011 habe in ausschliesslichem Zusammenhang mit dem Autounfall gestanden; allerdings sei diesbezüglich zu beachten, dass die Gutachterin
Dr.
A._
diese Arbeitsunfähigkeit aus rheu
matologischer Sicht verneint habe. Aus psychiatrischer Sicht sei am 2
8.
April 2010 – unmittelbar nach dem Autounfall
– durch das Spital
M._
eine mittelgradige depressive Episode festgehalten worden, was mit einer weiter auf
rechtzuerhaltenden 60%igen Arbeitsfähigkeit zu vereinbaren sei. Der Ab
bruch der Integrationsmassnahme bei der
Z._
GmbH im Dezember 2010 habe dann im Zusammenhang mit
exazerbierten
psychosozialen
Belastungs
umständen
bzw. existenziellen Ängsten gestanden
, eine eigentliche neue Krankheitsphase oder Zustandsverschlechterung sei nicht feststellbar. Im April 2011 sei gar keine depressive Episode mehr festgestellt worden. Pragmatisch sei an einer weiteren 60%igen Arbeitsfähigkeit bis 2
5.
Mai 2011 festzuhalten. An diesem Tag sei anlässlich der psychiatrischen Untersuchung in der Klinik
B._
durch
Dr.
C._
eine noch
leichtgradige
depressive Symptomatik festgestellt worden, mit absolut mit dem heutigen psychopathologischen Befund identischer
Be
fundsaufnahme
. Ab dem 2
5.
Mai 2011 sei somit mindestens von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit – sowohl in der angestammten als auch in einer adaptierten Tätigkeit - auszugehen. Wie zuvor dargelegt, sei der Beschwerde
führerin die Willensanstrengung, ihre
dysthyme
n
und neurasthenische
n
Be
schwerden zu überwinden, um dies
e
Arbeitsfähigkeit umzusetzen, absolut zumutbar.
Im Übri
gen dürfte eine Intensivierung der psychiatrischen
Behand
lungsbemühungen
bzw. vor allem die Installation eine
r
adäquaten
psychophar
makologischen
Be
handlung, die bis anhin nicht erfolgt sei (seit 1997 unverän
dert
Mianserin
in tiefer Dosierung)
,
eine vollständige Remission der Symptomatik begünstigen
(
Urk.
11
/96/40-41)
.
2.
10
Dr.
F._
nahm in ihrem Schreiben vom 3
0.
März 2012
zum psychiatrischen Gutachten von
Dr.
E._
Stellung. Die behandelnde Ärztin führte aus, es falle auf, dass Persönlichkeitsgestörte nicht in der Lage seien, ihre eigene Anamnese bezüglich Schwierigkeiten mit der Umwelt objektiv zu beurteilen. Der krankheitsbedingt verschobene Blickwinkel der Wahrnehmung von sich selbst sowie der Umwelt lasse meist eine Eigenanamnese entstehen, welche von der Fremdanamnese erheblich abweiche. Zur korrekten Diagnosestellung wäre dies aber nötig, werde sogar vom ICD-10 dringend empfohlen. Bei genauerer Durchsicht der
Gutachten und Austrittsberichte
über die Beschwerdeführerin falle auf, dass in sämtlichen dieser Berichte fremdanamnetische Auskünfte fehlten. Sowohl
Dr.
C._
wie auch
Dr.
E._
würden sich in ihren Aussa
gen, die persönliche Anamnese der Beschwerdeführerin lasse eindeutige Hin
weise
auf die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung nicht zu, ausschliesslich auf Aussagen der Beschwerdeführerin selbst
stützen
. Der ICD empfehle sodann auch, im Falle einer Persönlichkeitsstörung mehrere Interviews zu führen. Kei
ner der Interviewer habe die Beschwerdeführerin mehrmals gesehen bzw. mit ihr über ihre Probleme gesprochen.
Dr.
F._
zeigt sodann auf, was die Gründe seien, weshalb
Dr.
E._
zur (
falschen) Diagnose
Dysthymie
,
a
sthenische Persönlichkeit, etc., unter Ausschluss der „Leitdiagnose“ Persönlichkeitsstörung gekommen
sei. Sodann zitiert die behandelnde Ärztin die von ihr eingeholten Fremdauskünfte
; gerade diese würden aufzeigen, dass die Feststellung von
Dr.
E._
falsch sei,
wonach
die Kinder- und Jugendanamnese der Be
schwer
deführerin keine Störungen auf
weise
. Gesamthaft gelang
t
Dr.
F._
zum Ergebnis, bei der Beschwerdeführerin liege eine ausgeprägte
Persönlich
keitsstörung
im Sinne von ICD-10: F61.0 vor. Die Störung falle nun immer mehr ins Gewicht, da die Beschwerdeführerin zuneh
mend
neurotisiert
werde durch d
e
n
immer sich wiederholende
n
Non-
Reponse
und
das Ausbleiben von
Erfolgserlebnissen, sei es in den zwischenmenschlichen Beziehungen, sei es in beruflicher Hinsicht. Letztlich erweise sich somit auch die von
Dr.
E._
vorgenommene Arbeitsfähigkeitsschätzung als falsch. Diesbezüglich sollte von der Beurteilung von
Dr.
J._
ausgegangen werden, welcher v
on einer schlechten Prognose
ausgegangen sei und
eine Tätigkeit in einer nischenartigen Umgebung empfohlen habe, wo der psychische Druck nicht allzu gross sei (
Urk.
11
/112).
2.
1
1
Dr.
E._
hielt in ihrer Stellungnahme vom 1
4.
Mai 2012 fest, der Bericht von
Dr.
F._
bringe keine wesentlichen neuen Aspekte vor, die zu einer diagnostischen oder arbeitsmedizinischen Revision ihrer Schlussfolgerungen Anlass geben würden.
Insbesondere vermöge das Argument nicht zu überzeu
gen, die subjektive Wahrnehmung von Bezugspersonen falle mehr ins Gewicht als die genaue fachliche Prüfung der relevanten ICD-Kriterien (
Urk.
11
/118).
2.
1
2
In ihrem Schreiben vom
6.
Juni 2012 betont
Dr.
F._
erneut
die Wichtigkeit von Fremdauskünften im Zusammenhang mit der Diagnose einer
Persönlich
keitsstörung
. Des Weiteren unterstreicht sie die Bedeutung der
Langzeitbe
obachtung
. Die Beschwerdeführerin sei einmal schwer depressiv, einmal völlig
undepressiv
in ihrer Praxis erschienen. Gerade deshalb sei festzustellen, dass all die gemachten Tests die diagnostische Treffsicherheit der Langzeitbeobachtung nicht erreichen würden, im Gegenteil
würden sie das Bild der sich über Jahre hinweg herauskristallisierten Langzeitdiagnose verzerren. Im Übrigen würde die Tatsache, dass sämtliche behandelnden Psychiater, die mit der Beschwerdefüh
rerin zu tun gehabt hätten, unabhängig voneinander die Diagnose einer
Per
sön
lichkeitsstörung
gestellt hätten, mit grosser Wahrscheinlichkeit nur den Schluss zulassen, dass sich diese Kollegen wohl nicht alle im Irrtum befunden hätten (
Urk.
11
/121).
3.
Die Beschwerdegegnerin stützt die Ablehnung eines Rentenanspruchs auf das rheumatologische Teilgutachten von
Dr.
A._
sowie das psychiatrische Gutachten von
Dr.
E._
. Dem psychiatrischen Teilgutachten
von
Dr.
C._
erkannte sie
keinen ausreichenden
Beweiswert zu
.
3.1
D
as rheumatologische Teilgutachten
von
Dr.
A._
beruht auf eigenstän
digen Abklärungen und ist für die streitigen Belange umfassend. Die medizini
schen
Vorakten
wurden verwertet und die von der Beschwerdeführerin geklag
ten Beschwerden berücksichtigt und gewürdigt. Für die Zuverlässigkeit der Beurteilung spricht sodann, dass sie mit jener von Kreisarzt
Dr.
L._
grundsätzlich übe
reinstimmt;
Dr.
L._
hatte in seinem Arztbericht vom 1
6.
März 2011 für die Zeit ab
1.
Mai 2011 ebenfalls eine volle Arbeitsfähigkeit
angenommen.
Auch von Seiten der Beschwerdeführerin wurde im Übrigen nichts gegen das Gutachten vorgebracht. Im Ergebnis ist die Beschwerdeführe
rin aus somatischer Sicht medizinisch-theoretisch
spätestens
ab Mai 2011
als
zu 100
%
arbeitsfähig zu qualifizieren.
3.2
In Bezug auf das psychiatrische Teilgutachten
von
Dr.
C._
ist grundsätzlich festzuhalten, dass sich der Gutachter mit den psychopathologischen Befunden detailliert auseinandersetzt. Wie jedoch bereits der
D._
darauf hinwies, erscheint die Annahme einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit
seit November 2008
mit Blick auf die gestellten Diagnosen
(leichte depressive Episode, akzentuierte Persönlichkeitszüge)
sowie die effektiv gezeigte Leis
tungs
fähigkeit nicht
nachvollziehbar.
Der
D._
legte auch zutref
fend dar, dass
die
ergänzende Stellungnahme
von
Dr.
C._
vom 2
5.
Juli 2011
keine
schlüssige Erklärung ergab
, sondern im Wesentlichen d
i
e bisherige
(nicht schlüssige)
Beurteilung
wiederholte
. Aufgrund des Gesagten ist festzu
stellen, dass die Beschwerdegegnerin
zurecht
nicht auf das psychiatrische
Teil
gutachten
von
Dr.
C._
abstellte bzw. sie zurecht eine erneute psychiatrische Begutachtung
(durch
Dr.
E._
)
anordnete.
3.3
Sodann ist auf das psychiatrische Gutachten von
Dr.
E._
einzugehen.
Die Beschwerdeführerin hält dieses nicht für beweistauglich.
So bringt
sie - bezug
nehmend auf die Einschätzungen ihrer behandelnden Ärztin
Dr.
F._
-
ins
besondere vor, es sei nicht nachvollziehbar, dass die Gutachterin das Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung verneint habe.
Dr.
E._
habe das Krankheits
bild der Beschwer
deführerin unzureichend erfasst und es namentlich in frag
würdiger Weise unterlassen, fremdanamnetische Auskünfte einzuholen.
Ausser
dem
wäre es angezeigt gewesen mehr als nur ein Interview durchzuführen, da der Langzeitbeobachtung zentrale Bedeutung zukomme. Entgegen dieser Aus
führungen ist festzustellen, dass
Dr.
E._
ihre Diagnose
plausibel begrün
dete.
Die Gutachterin legte eingehend dar, im Zusammenhang mit der Frage nach dem Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung sei letztlich die hinreichende Auseinandersetzung mit den betreffenden ICD-
10-
Kriterien entscheidend.
Eine Persönlichkeitsstörung setze demnach voraus, dass
die charakteristischen und dauerhaften inneren Erfahrungs- und Verhaltensmuster der Betroffenen insge
samt deutlich von kulturell erwarteten und akzeptierten Vorgaben in mehr als einem der Bereiche Kognition, Affektivität, Impulskontrolle/Bedürf
nisbe
frie
di
gung und Art des Umgangs mit anderen Menschen abweichen würden. Diese Kriterien seien bei der Beschwerdeführerin nicht erfüllt. Sie sei sehr wohl in der Lage gewesen, in ihren Arbeits- und Sozialbeziehungen, z. T. jahrelang, Aus
dauer und Verbindlichkeit an den Tag zu legen und Befriedigung zu finden. Eine überdauernd krankheitswert gestörte Affektivität oder Impulskontrolle sei
keineswegs belegt
,
und ihre Kognition sei gänzlich ungestört.
Die Beschwerde
führerin weist grundsätzlich zutreffend auf die medizinische Literatur hin, wonach
ein Persönlichkeitsbild
zwar
manchmal durch ein einziges Interview deutlich
werde
,
dass allerdings oft auch
mehr als ein Interview durchgeführt und fremdanamnestische Angaben ein
geholt werden
müssten
(
Dilling
/
Mom
bour
/
Schmidt [Hrsg.],
Internationale
Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien,
5.
Aufl., S. 226).
Die Begut
achtung von
Dr.
E._
erweist sich allerdings gerade auch gestützt auf diese Lehrmeinung nicht als rechtsfehlerhaft, da die Gutachterin aufgrund einer ein
maligen Untersuchung in der Lage war, einleuchtend aufzuzeigen, weshalb die für eine Persönlichkeitsstörung erforderlichen Merkmale nicht gegeben
sind
. Insofern erweist sich der Vorwurf des Fehlens von Fremdauskünften bzw. einer Langzeitbeobachtung als nicht stichhaltig.
Ebenso wenig überzeugend ist
weiter
das Argument, es sei von sämtlichen
Ärzten, die die Beschwerdeführerin zuvor behandelt hätten,
das Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung bejaht worden. In den Arztberichten der
H._
, von
Dr.
J._
,
von
Dr.
K._
(E. 2.1-2.3)
–
und
wie auch von
Dr.
F._
selbst (E. 2.5) -
wurde
zwar jeweils eine Persönlichkeitsstörung
aufgeführt
, allerdings ohne nähere Begründung. Insbesondere fehlt die von
Dr.
E._
als zentral
erachtete
präzise Auseinan
dersetzung mit den
relevanten
ICD-10-Kriterien.
Diese Feststellung gilt im Übri
gen auch für die
nach Erstattung des Gutachtens erfolgte
Stellungnahme von
Dr.
F._
. Diese hat weitgehend einzig zum Gegenstand, weshalb die Begut
achtung von
Dr.
E._
aufgrund des Nichteinholens von Fremdauskünften bzw.
des Nichtdurchführens mehrerer Untersuchungsgespräche – was
nach dem Gesagten
beides
gerade nicht zwingend erforderlich
ist
– fehlerhaft sei,
wäh
renddem
eine direkte Bezugnahme auf die ICD-Kriterien nicht erfolgt
e
. Ein wichtiges Indiz für die Zuverlässigkeit
der Angaben
von
Dr.
E._
stellt schliesslich auch die gutachterliche Beurteilung von
Dr.
C._
dar
. Wenn auch
den
Einschätzung
en
von
Dr.
C._
zur
Arbeitsfähigkeit
nicht
gefolgt werden kann
, gelang es ihm doch schlüssig aufzuzeigen, weshalb seiner Ansicht nach die Merkmale einer Persönlichk
eitsstörung nicht gegeben sind. Demnach sei die Kindheit der Beschwerdeführerin ohne gravierende traumatische Ereignisse verlaufen, im Erwachsenenalter habe sie über Jahre eine konstante Arbeitsleis
tung erbracht – z. B. habe sie an ihrem letzten Arbeitsplatz bei der
Y._
über 13 Jahre gearbeitet -, sie pflege konstante zwischenmenschliche Beziehungen und es seien keine anhaltenden Störungen der Impuls- oder Affektkontrolle erhoben bzw. aktenmässig dokumentiert worden.
Diese Beurteilung erweist sich mit jener von
Dr.
E._
als weitgehend identisch, auch letztere hatte die Kon
stanz in den Arbeits- und Sozialbeziehungen der Beschwerdeführerin bzw. das
Fehlen
von Hinweisen auf
Störungen der Impuls- und Affektkontrolle hervor
gehoben.
Gesamthaft
ist
das Gutachten von
Dr.
E._
als ausgesprochen umfassend
, differenziert
und gut nachvollziehbar
zu qualifizieren
. Es
ist
gestützt darauf
anzunehmen
, dass die Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht
ab dem 2
5.
Mai 2011
eine 80%ige Arbeitsfähigkeit sowohl in der angestammten wie auch in einer angepassten Tätigkeit aufweist.
4.
4.1
Nachdem die Beschwerdeführerin somit aus rheumatologischer Sicht zu 100
%
und aus psychiatrischer Sicht
ab spätestens Mai 2011
zu 80
%
arbeitsfähig ist, sind im Folgenden ausgehend von einer 80%igen Restarbeitsfähigkeit die erwerblichen Auswirkungen zu prüfen. Dazu ist vorab zu bemerken, dass
die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung in unzutreffender Weise davon ausging, die Beschwerdeführerin verfüge über einen Aufgabenbereich.
In der Beschwerde wird
zurecht
vorgetragen
,
die Beschwerdeführerin
nehme keine Betreuungsaufgaben wahr und sei auch weder künstlerisch noch gemeinnützig tätig. Zufolge Fehlens eines Aufgabenbereichs bleibt
hier
für die Anwendung der gemischten Methode kein Raum.
Macht
die Beschwerdeführerin jedoch
gel
tend
, im Rahmen des Einkommensvergleichs sei für die Bestimmung des
Vali
deneinkommens
von einem Vollzeitpensum auszugehen, so
k
ann dem
nicht gefolgt werden. Entgegen ihrer Behauptung
finden sich
keine konkreten Hin
weise, dass
sie
im
Jahr 2000 ihr Pensum aus gesundheitlichen Gründen von 100
%
auf 80
%
reduzierte.
Vielmehr muss angenommen werden, dass sie sich damals aus freien Stücken
zu Gunsten mehr Freizeit
für ein tieferes Pensum entschied. Demzufolge ist das
Valideneinkommen
nachstehend auf der Basis eines 80%igen Erwerbspensums zu bestimmen.
4.2
Die Beschwerdegegnerin nahm in der angefochtenen Verfügung per 2
6.
Mai 2011 bei einem 80%-Pensum ein
Valideneinkommen
von
Fr.
58‘993.-- an. Das Invalideneinkommen setzte sie auf
Fr.
58‘691.-- fest. Diese Einkommenszahlen wurden von der Beschwer
deführerin
nicht beanstandet und sie geben auch kein
en
Anlass zu einer Korrektur von Amtes wegen.
Die Gegenüberstellung der bei
den Einkommen ergibt einen nicht rentenbegründenden Invaliditätsgrad von 1
%
.
5.
Zu prüfen bleibt, ob der Beschwerdeführerin
allenfalls
rückwirkend ein
e befris
tete Rente
zusteht.
5.1
Aufgrund der Akten ist eine für dieses Verfahren relevante
psychiatrisch be
ding
te
Arbeitsunfähigkeit erstmals ab November 2008 dokumentiert
. Die Be
schwerdeführerin
hielt sich
zwischen dem 1
3.
und 2
5.
November 2008 bzw. zwischen 2
7.
November 2008 und
9.
Februar 2009 in der Klinik
H._
in stationärer Behandlung
auf
, wobei
in diesen Phasen eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
attestiert wurde
, bei Austritt eine solche von 50 %
(
Urk.
11/18/6-9).
Für die Zeit ab 1
0.
Februar 2009 liegen keine einheitlichen Angaben vor.
Dr.
J._
hatte eine Arbeitsunfähigkeit von 40 – 60
%
ange
nommen
(
Urk.
11/18/2-5). Der behandelnde Psychiater
Dr.
K._
hatte ge
genüber dem Krankentaggeldver
sicherer
in seinem Bericht vom 1
0.
November 2009 ab
M
itte Februar 2009 eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
angegeben, ab
1.
Juli 2009 75
%
und ab
1.
November 2009 bis auf weiteres 60
%
(
Urk.
11/15/5). In seinem
IV-Arzt
bericht
vom 1
0.
Mai 2010 hatte
Dr.
K._
demgegenüber in der bisherigen Tätigkeit als kaufmännische Sachbearbeiterin ab März 2009 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit
attestiert
. Diese lasse sich schrittweise auf 60
%
erhöhen. In einer behinderungsangepassten Tätigkeit sei der Beschwerdeführer
in
nach einer kontinuierlichen Steigeru
ng während der
letzten Monate
ein Pensum von 60
%
zumutbar
(
Urk.
11/26/1-3)
.
Schliesslich hatte
Dr.
F._
, welche die Beschwerdeführerin
seit August 2010 behan
delt,
in ihrem Bericht vom 2
4.
Januar 2011 eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
angenommen, wobei mit einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit nicht gerechnet werden könne (
Urk.
11/66). Vorliegend ist festzustellen, dass die Einschätzungen von
Dr.
F._
deutlich von den anderen behandelnden Ärz
ten abweichen, wes
halb diese nicht als massgebend erachtet werden können.
Was die Einschätzun
gen von
Dr.
K._
betrifft, ist gemäss vorstehenden Er
wägungen festzustel
len, dass der Bericht vom 1
0.
November 2009 und jener vom 1
0.
Mai 2010 keine übereinstimmenden Angaben zur Arbeitsfähigkeit ent
halten. Hinsichtlich der Frage nach dem tatsächlichen Verlauf der Arbeitsfähig
keit ist hier deshalb auf die Beurteilung von
Dr.
E._
abzustellen
(E. 2.9
.
2 S. 14 f.)
.
Im Ergebnis
ist bei der Prüfung eines befristeten Rentenanspruchs
aus psychiatrischer Sicht
ab November 2008
somit
von folgenden Arbeitsunfähig
keiten auszugehen
: Vom
1
3.
November 2008
bis
9.
Februar 2009 100
%
, zwi
schen dem 1
0.
Februar und 3
1.
Oktober 2009 50
%
und vom
1.
November 2009 bis 2
4.
Mai 2011
25
%
(bei 60
%
Arbeitsfähigkeit in einem 80%igen Pensum)
.
5.2
Was den Verlauf der Arbeitsfähigkeit aus somatischer Sicht betrifft,
erlitt
die Beschwerdeführerin wie erwähnt am
2
7.
April 2010 einen Autounfall
. D
ie
Ärzte des Spitals
M._
, wo die Beschwerdeführerin vom
2
7.
bis 2
9.
April 2010
hospitalisiert war, hatte
n
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt
(
Urk.
11/28/2)
.
In der Folge wurde
ihr
von
Dr.
J._
im Rahmen der
haus
ärztlichen
Konsultationen, welche zwischen dem
3.
Mai und dem 2
7.
September 2010 stattfanden,
ebenfalls
eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
attestiert (
Urk.
11/87/65).
Nach der kreisärztlichen Untersuchung vom 1
2.
Oktober 2010
führte
sodann auch
Dr.
L._
in seinem Bericht vom 1
3.
Oktober 2010 aus, dass seit dem Unfallzeitpunkt eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bestanden
habe
, per 1
5.
Oktober 2010 d
ürf
e jedoch von einer mindestens 50%igen Ar
beits
fä
higkeit ausgegangen werden (
Urk.
11/81/61).
Am 1
6.
März 2011 erfolgte die
Abschlussu
ntersuchung, nach welcher
Dr.
L._
zum Schluss kam, die Annahme einer unfallbedingten Arbeitsunfähigkeit von 50
%
habe ihre Gültig
keit noch bis 3
0.
April 201
1.
Ab dem
1.
Mai 2011 dürfe bezogen auf das Unfallereignis indes von einer vollen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden (
Urk.
11/81/57).
Die Gutachterin
Dr.
A._
nahm zum Verlauf der Arbeits
un
fähigkeit ebenfalls Stellung
und
verneinte für die Vergangenheit
eine
lang
andauernde
Arbeitsunfähigkeit
aus somatischen Gründen
.
Die Tragweite dies
er Einschätzung ist nicht klar.
Für die vorliegenden Belange ist aber massgebend, dass
– entgegen den Angaben von
Dr.
E._
-
die Beurteilung von
Dr.
A._
mit jener von
Dr.
L._
übereinstimmt
, denn
Dr.
A._
h
ielt
ausdrücklich fest,
dass sie die Einschätzungen des Suva-Kreisarztes teile (
Urk.
11/81/38).
Im Ergebnis ist aufgrund der Beurteilungen
von
Dr.
L._
und
Dr.
A._
davon auszugehen
, dass bei der Beschwerdeführerin zwischen dem 2
7.
April und 1
4.
Oktober 2010 die Arbeitsunfähigkeit aus rheumatolo
gi
scher Sicht 100
%
betr
u
g, zwischen dem 1
5.
Oktober 2010 und dem 3
0.
April 2011 50
%
und ab dem
1.
Mai 2011 0
%
.
5.3
Zusammenfassend ist für die Prüfung eines befristeten Rentenanspruchs von folgenden Arbeitsunfähigkeiten auszugehen: 1
3.
November 2008 bis
9.
Februar 2009 100
%
; 1
0.
Februar bis 3
1.
Oktober 2009 50
%
;
1.
November 2009 bis 2
6.
April 2010
25
%
; 2
7.
April bis 1
4.
Oktober 2010 100
%
; 1
5.
Oktober 2010 bis
3
0.
April 2011 50
%
;
1.
bis
2
4.
Mai 2011
25
%
.
Anzumerken bleibt, dass es – entgegen den Vorbringen in der Beschwerde – nicht darauf ankommen kann, welche Leistungsfähigkeit nach Ansicht des Arbeitgebers oder der Beschwerde
führerin selbst effektiv gezeigt wurde, sondern massgebend
ist
einzig die auf medizinische-theoretischer Basis attestierte zumutbare Arbeitsfähigkeit, unge
achtet dessen, ob diese auch effektiv verwertet wird.
5.
4
Nachdem gemäss vorstehenden Erwägungen eine relevante Arbeitsunfähigkeit
ununterbrochen
ab November 2008 dokumentiert ist,
bleibt zu prüfen, ob im November 2009 ein Rentenanspruch entstanden ist
(Art. 28
Abs.
1
lit
. b IVG).
Dabei
ist zu beachten, dass die durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit von 40
%
während eines Jahres
an sich
bereits im November 200
9 überschritten wurde. Konkret betrug die
durchschnittliche
Arbeitsunfähigkeit zwischen November
2008 und November 2009
62
,
5
%
. Allerdings bestand bei der Beschwerdeführe
rin ab dem
1.
Nov
ember 2009
wie schon erwähnt
eine Arbeits- und Leistungs
fähigkeit
von 60
%
-
was bei einem Erwerbspensum von 80
%
einer
Einbusse
von
25
%
entspricht
-
, womit die Voraussetzung des Art. 28
Abs.
1
lit
. c
IVG
(
min
destens
40%ige
Invalidität
nach Ablauf des betreffenden Jahres) nicht erfüllt ist. Die Frage nach einer befristeten Rente stellt sich damit erst wieder ab April 201
0
,
da
infolge des Unfalls
ab dem 2
7.
April 201
0
von neuem eine Arbeitsun
fähigkeit von 100
%
vorlag
.
Zwischen dem 2
8.
April 2009 und dem 2
7.
April 2010
war
jedoch noch keine durch
schnittliche Arbeitsunfähigkeit von 40
%
gegeben
, diese Schwelle wurde erst einen Monat später,
am 2
7.
Mai 2010
,
überschritten
; der
Durchschnitt
betrug damals aufgerundet 42
%
(5 Monate und 3 Tage à 50
%
; 5 Monate und 27 Tage à 25
%
; 30 Tage à 100
%
)
. Damit hat die Besch
werdeführerin ab dem
1.
Mai 2010
Anspruch auf eine
Viertelsrente
(vgl. zum Erwerbsvergleich E. 4.2)
.
Art. 88a IVV
schreibt sodann
vor,
dass eine Ver
schlechterung des Gesundheitszustands zu berücksichtigen ist, wenn sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat. Bei der Beschwerdeführe
rin
war
ab dem 2
7.
April 2010 e
ine volle Arbeitsunfähigkeit gegeben
. Laut der Bestimmung des Art. 88a IVV wäre die Verschlechterung an sich per Juli
2011
zu berücksichtigen, nachdem die Beschwerdeführerin das Wartejahr jedoch erst im Mai 2010 bestanden hat, erfolgt
so
mit
auch die Erhöhung der
Viertelsrente
auf eine ganze Rente einen Monat später, konkret per
1.
August 2010 (
vgl.
dazu
BGE 121 V 272 E. 6
f.)
.
Die Phase mit einer Arbeitsunfähigkeit von 100
%
dau
erte bis 1
4.
Oktober 2010, per 1
5.
Oktober 2010 reduzierte sie sich auf 50
%
. Art. 88a
Abs.
1 IVV sieht vor, dass auch eine Ver
besser
ung des Gesundheitszu
stand zu berücksichtigen ist, wenn sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat.
Demgemäss
ist die ganze Rente per
1.
Februar 2011 auf eine halbe Rente herabzusetzen
. Nachdem sich
schliesslich
die Arbeitsunfähig
keit per
1.
Mai 2011 auf
den nicht rentenbegründenden Invaliditätsgrad von
25
%
reduzierte, erfolgt in Anwend
u
ng von
Art.
88a
Abs.
1 IVV per
1.
August 2011 die Einstellung der befristeten Rente.
6.
Zusammenfassend ist in teilweiser Gutheissung
der Beschwerde
festzustellen, dass die Beschwerdeführerin vom
1.
Mai bis 3
1.
Juli 2010 Anspruch auf eine
Viertelsrente
, vom
1.
August
2010
bis 3
1.
Januar 2011 auf eine ganze Rente
und
v
om
1.
Februar bis
1.
August 2011
auf
eine halbe Rente
hat. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.
Bezüglich
Auszahlung der Rente ist zu beachten, dass die Beschwerdeführerin im Zeitraum
6.
September
bis 2
3.
Dezember 201
0
Taggelder für das Aufbautraining bei der
Z._
GmbH bezog (
Urk.
11/39;
Urk.
11/47;
11/54-55
)
.
Der Renten- und der
Taggeldanspruch
können
zwar
grundsätzlich nebeneinander
bestehen
, allerdings erfolgt gemäss
Art.
47
Abs.
1
IVG
(in der bis 3
1.
Dezember
2011
gültig gewesenen Fassung)
eine Kürzung
des Tag
gelds
um einen Dreissigstel des Rentenbetrags.
7
.
7
.1
Da die - über keine Rechtsschutzversicherung verfügende (
Urk.
8 S. 1) - Be
schwer
deführerin selbst rechtsunkundig ist und ein erhebliches Interesse am Ausgang diese Verfahrens hat, ihre Bedürftigkeit ausgewiesen ist (vgl.
Unter
stützungsbestätigung
der Sozialdienste der Wohnsitzgemeinde vom 2
7.
Septem
ber 2012,
Urk.
9) und der vorliegende Prozess nicht als von vornherein aussichtslos bezeichnet werden kann, ist ihr - antragsgemäss (
Urk.
1 S. 12) - die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren.
7
.2
Gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen abweichend von
Art.
61
lit
. a ATSG vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit
wert im Rahmen von
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.-- festgelegt. Aufgrund des Aus
gangs des Verfahrens rechtfertigt sich, die Gerichtskosten in der Höhe
von
Fr.
700.--
den Parteien je zur Hälfte aufzuerlegen. Zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ist der Anteil der Beschwerdeführerin einstwei
len auf die Gerichtskasse zu nehmen.
Die Beschwerdeführerin
wird jedoch darauf aufmerksam gemacht, dass sie zur Nachzahlung ihres Kostenanteils ver
pflichtet ist, wenn ihre wirtschaftlichen Verhältnisse es gestatten (
§
16
Abs.
4 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht
,
GSVGer
).
7.3
Die teilweise obsiegende Beschwerdeführerin hat Anspruch auf eine
Prozessent
schädigung
. Ihre Rechtsvertreterin reichte am
1
0.
September 2013
eine
Kosten
note
ein, in welcher sie einen Aufwand von
10,5
Stunden und Barauslagen in der Höhe von
Fr.
27.50
geltend macht
e
. Der verrechnete Zeitaufwand erscheint als angemessen.
Jedoch bezog sich der Aufwand weitestgehend auf Vorbringen, welche in Zusammenhang mit dem Antrag auf eine unbefristete ganze Rente standen und nicht zur teilweisen Gutheissung führten, weshalb es sich höchs
tens rechtfertigt,
die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, die Vertretungskosten der Beschwerdeführerin hälftig zu übernehmen und ihr somit einen Betrag von
Fr.
1‘150.
zu bezahlen.