Decision ID: fcc9d325-d2fb-5782-be68-03ba5f2d123b
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Regula Schmid, Engelgasse 2, 9004 St. Gallen
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._, geboren 1961, meldete sich am 7. Dezember 1982 aufgrund von starken
Schmerzen und Gefühlsstörungen in der linken Hand zum Bezug einer Rente der
Invalidenversicherung bei der IV-Kommission des Kantons St. Gallen an (IV-act. 2).
Zuvor war das linke Handgelenk wegen eines Reizsyndroms des Nervus ulnaris schon
zweimal operiert worden (IV-act. 8 f. und 12).
A.b Nachdem die notwendigen Abklärungen sowie eine berufliche Massnahme (vgl.
IV-act. 28 und 33) durchgeführt worden waren, verfügte die Ausgleichskasse des
Kantons St. Gallen am 8. Februar 1985 die Abweisung des Rentengesuchs (IV-act. 41).
B.
B.a Am 12. September 1992 meldete sich die Versicherte erneut zum Bezug einer
Rente der Invalidenversicherung an (IV-act. 42).
B.b Mit Verfügung vom 25. August 1993 wurde das Rentengesuch abgewiesen (IV-
act. 54).
B.c Eine dagegen am 23. September 1993 erhobene und am 10. Januar 1994
ergänzte Beschwerde (IV-act. 62 und 64) wurde mit Entscheid IV 128/93 des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 25. August 1994 teilweise
gutgeheissen; die Angelegenheit wurde an die IV-Kommission des Kantons St. Gallen
zur Durchführung weiterer Abklärungen zurückgewiesen (vgl. IV-act. 74). Mit Verfügung
vom 28. April 1995 wurde das Rentengesuch nach Durchführung dieser Abklärungen
wiederum abgewiesen (IV-act. 85).
C.
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C.a Am 12. August 2004 meldete sich die Versicherte wiederum zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung an; sie habe am 8. Mai 2003 ein Schleudertrauma
erlitten (IV-act. 86).
C.b Am 24. August 2004 erstattete die Arbeitgeberin der Versicherten, die politische
Gemeinde
B._, vertreten durch den Gemeinderat, einen Arbeitgeberbericht. Die Versicherte sei
zu 80 % angestellt, vom 8. bis 25. Mai 2003 zu 100 % und vom 26. Mai bis 9. Juni
2003 zu 75 % arbeitsunfähig gewesen und sei seither zu 50 % arbeitsunfähig (IV-
act. 93).
C.c Am 30. August 2004 erstattete C._, einen Arbeitgeberbericht. Die Versicherte
erledige jährlich etwa 200 Stunden Buchhaltungsarbeiten für ihn und erhalte dafür
einen Stundenlohn von Fr. 36.05, zuzüglich Ferienentschädigung von 8,8 % (IV-
act. 94).
C.d Am 29. November 2004 erstattete der damalige Hausarzt der Versicherten,
Dr. med. D._, einen Arztbericht. Die Versicherte leide unter unterschiedlich starken
Nackenschmerzen und fühle sich in Räumen mit mehreren Schallquellen unwohl. Die
angestammte Tätigkeit sei als leidensadaptiert zu qualifizieren; die Arbeitsunfähigkeit
betrage 50 %, bezogen auf das vor dem Unfall ausgeübte 80 %-Pensum (IV-act. 98–
1 ff.). Dem Bericht lagen weitere medizinische Berichte bei, insbesondere zwei Berichte
von Dr. med. E._, Facharzt FMH für Neurologie, vom 16. September bzw.
20. Oktober 2003, in welchen unter anderem ausgeführt worden war, die von der
Versicherten plausibel geschilderten Beschwerden würden zum grössten Teil auf das
Unfallgeschehen zurückgehen, die beklagten Störungen im Bereich der radialen Finger
rechts seien allenfalls auf ein Carpaltunnelsyndrom zurückzuführen; zumindest
probeweise sei die Versicherte in ihrem Beruf zu 100 % arbeitsfähig (IV-act. 98–7 ff.).
C.e Im Auftrag der zuständigen obligatorischen Unfallversicherung erstattete die
Neurologische Klinik des Kantonsspitals F._ bzw. Prof. Dr. med. G._, Facharzt
FMH für Neurologie, am 4. Juli 2005 ein neurologisches Gutachten. Er diagnostizierte
einen Status nach Beschleunigungstrauma der Halswirbelsäule mit Distorsion der
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Halswirbelsäule und konsekutivem persistierendem cervico-cephalem und cervico-
brachialem Syndrom und attestierte eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit. Am 29.
September 2005 erstattete Dr. med. H._, Facharzt FMH für Physikalische Medizin
und Rehabilitation sowie Rheumatologie, RehaClinic I._, ein rheumatologisches
Gutachten. Er diagnostizierte ebenfalls einen Status nach Beschleunigungstrauma der
Halswirbelsäule und attestierte ebenfalls eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit (bezogen auf
ein Pensum von 80 %).
C.f Im Auftrag der IV-Stelle erstattete das Zentrum für Medizinische Begutachtung
(ZMB) am 6. Mai 2008 ein polydisziplinäres Gutachten. Die Gutachter diagnostizierten
im Wesentlichen ein chronisches cervicospondylogenes Syndrom sowie ein residuelles
sensibles Reiz- und Ausfallsyndrom des distalen Nervus ulnaris links und führten aus,
bezogen auf ein Vollpensum wäre der Versicherten in ihrer angestammten Tätigkeit
eine Arbeitsfähigkeit von 70 % zumutbar (IV-act. 146).
C.g Mit Schreiben vom 25. Juni 2009 liess die Versicherte mitteilen, dass sie ohne
Gesundheitsbeeinträchtigung zu 100 % erwerbstätig wäre (IV-act. 168). Mit Schreiben
vom 18. Februar 2010 liess die Versicherte ergänzend mitteilen, dass sie bei guter
Gesundheit sowohl vollzeitig in ihrer Haupterwerbstätigkeit arbeiten als auch (weiterhin)
der bisherigen Nebenerwerbstätigkeit nachgehen würde (IV-act. 183).
C.h Im Auftrag der Unfallversicherung erstattete Dr. med. J._, Fachärztin für Innere
Medizin und Rheumatologie, RehaClinic I._, am 28. August 2009 ein
rheumatologisches Verlaufsgutachten. Sie diagnostizierte im Wesentlichen ein
chronisches Cervicovertebralsyndrom und schätzte den Arbeitsunfähigkeitsgrad auf
25 % eines Pensums von 80 % (IV-act. 177).
C.i Mit Vorbescheid vom 5. März 2010 teilte die IV-Stelle mit, dass bei einem
Invaliditätsgrad von 30 % die Abweisung des Rentengesuchs vorgesehen sei (IV-
act. 185). Dagegen liess die Versicherte am 22. März 2010 Einwand erheben und
namentlich geltend machen, der Arbeitsfähigkeitsgrad betrage lediglich 75 % von
80 %; ausserdem sei dem Verlauf ab Unfalldatum im Jahr 2003 Rechnung zu tragen
(IV-act. 186).
C.j Am 19. Mai 2010 verfügte die IV-Stelle gemäss Vorbescheid (IV-act. 188).
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D.
D.a Dagegen richtet sich die am 21. Juni 2010 erhobene Beschwerde, mit der die
Zusprache einer halben Invalidenrente für den Zeitraum von Mai 2004 bis Dezember
2005 und einer Viertelsrente ab Januar 2006 beantragt und zur Begründung im
Wesentlichen ausgeführt wird, die angefochtene Verfügung trage dem Verlauf ab
Unfalldatum keine Rechnung, und die Beschwerdegegnerin gehe zu Unrecht von einem
Arbeitsunfähigkeitsgrad von 30 % aus (act. G 1). Der Beschwerde lag unter anderem
eine Beurteilung der Nachfolgerin von Dr. J._ vom 27. April 2010 zuhanden der
Unfallversicherung bei, in welcher unter anderem ausgeführt worden war, dass eine
weitere Steigerung der Arbeitsfähigkeit nicht möglich, mithin der medizinische
Endzustand erreicht sei (act. G 1.3).
D.b Die Beschwerdegegnerin schliesst auf Abweisung der Beschwerde
(Beschwerdeantwort vom 31. August 2010; act. G 4).
D.c Mit Replik vom 21. September 2010 liess die Beschwerdeführerin an ihren
Anträgen festhalten (act. G 6).
D.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 8).

Erwägungen:
1.
Was die Beschwerdegegnerin in ihrer Beschwerdeantwort vom 31. August 2010 zur
invalidisierenden Wirkung eines so genannten Schleudertraumas ausführte, ist für die
Beurteilung der vorliegenden Angelegenheit nicht von Belang. Tatsache ist, dass
sowohl die von der obligatorischen Unfallversicherung beauftragten Gutachter als auch
die von der Beschwerdegegnerin beauftragten Gutachter allesamt eine
rheumatologisch und neurologisch bedingte Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit nicht
nur aufgrund der Beschwerden im Nacken (die teilweise bildgebend objektivierbar
sind), sondern auch aufgrund der Beeinträchtigungen in der linken Hand bejaht haben.
Es stellt sich daher nicht die Frage, ob und wie die bundesgerichtliche Rechtsprechung
zu Schleudertraumata ohne nachweisbare objektive Befunde anzuwenden ist. Vielmehr
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sind – wie in jedem anderen Fall betreffend einen Anspruch auf eine Rente der
Invalidenversicherung auch – die vorliegenden medizinischen Unterlagen zu würdigen
und, falls möglich, anhand derselben der Invaliditätsgrad zu bemessen.
2.
2.1 Das im Auftrag der Beschwerdegegnerin erstattete Gutachten des ZMB erscheint
weitgehend nachvollziehbar und überzeugend. Die Gutachter haben die früheren
medizinischen Berichte studiert, die Beschwerdeführerin eingehend untersucht, den
geklagten Beschwerden Rechnung getragen und ihre Schlussfolgerungen
nachvollziehbar begründet. Bezüglich Arbeitsfähigkeitsschätzung steht das Gutachten
allerdings im Widerspruch zu den rund drei Jahren davor erstellten Gutachten von
Prof. Dr. G._ und Dr. H._, die beide eine 50%ige Arbeitsfähigkeit mit
Steigerungsmöglichkeit attestiert hatten, denn die Gutachter des ZMB führten aus, die
von ihnen attestierte Arbeitsfähigkeit gelte seit Juni 2003. Bezüglich dieses
Widerspruchs stellten sich die Gutachter des ZMB auf den Standpunkt, die von
Prof. Dr. G._ attestierte Arbeitsunfähigkeit erscheine in Anbetracht der
objektivierbaren Befunde zu hoch; Dr. H._ sei von einer Steigerung der
Arbeitsfähigkeit auf 75 % in einigen Monaten ausgegangen, was sich in etwa mit ihrer
Beurteilung decke (vgl. IV-act. 146–30). Tatsächlich vermag das ansonsten sorgfältig
erarbeitet scheinende Gutachten von Prof. Dr. G._ bezüglich
Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht zu überzeugen. Die Befunde fielen mehrheitlich
unauffällig aus, beurteilend wurden lediglich „Restbeschwerden“ eines cranio-
cervicalen Beschleunigungstraumas mit Schmerzen und damit einhergehenden
kognitiven Beeinträchtigungen festgestellt. Eine neurologisch bedingte
Arbeitsunfähigkeit von 50 % zwei Jahre nach dem Unfall erscheint, wie die Gutachter
des ZMB insofern überzeugend ausgeführt haben, vor diesem Hintergrund als zu hoch.
Zudem ging auch Prof. Dr. G._ davon aus, dass die Belastbarkeit weiter gesteigert
werden könne. Dasselbe gilt auch in Bezug auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung von
Dr. H._, der lediglich eine leichte Bewegungseinschränkung der Halswirbelsäule
sowie myofasciale Befunde im Schulter-/ Nackenbereich mit muskulären
Verspannungen und rechtsbetonter Druckdolenz feststellte, aber ebenfalls eine 50%ige
Arbeitsunfähigkeit (allerdings bezogen auf das vor dem Unfall ausgeübte Pensum von
80 %) attestierte. Sowohl Prof. Dr. G._ als auch Dr. H._ liessen sich bei ihren
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Arbeitsfähigkeitsschätzungen wohl wesentlich vom damals effektiv von der
Beschwerdeführerin geleisteten Pensum leiten, arbeitete sie doch relativ kurz nach
dem Unfall bereits wieder zu 50 % (bezogen auf ihr 80 %-Pensum). Immerhin wies
Dr. H._ darauf hin, dass die Arbeitsfähigkeit innert drei bis vier Monaten auf 75 %
(von 80 %) gesteigert werden könne. Die Gutachter des ZMB hielten denn auch dafür,
unter Berücksichtigung dieser prognostizierten Steigerung der Arbeitsfähigkeit bestehe
weitgehende Übereinstimmung zwischen der Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. H._
und ihrer eigenen Arbeitsfähigkeitsschätzung. Sie übersahen dabei zwar offenbar, dass
Dr. H._ lediglich eine Steigerung auf 60 % (bezogen auf ein Vollpensum)
prognostizierte, und nicht eine solche auf 75 %, doch kann dessen ungeachtet davon
ausgegangen werden, Dr. H._ habe eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit innerhalb
von längstens vier Monaten prognostiziert, welche von den Gutachtern des ZMB
retrospektiv als verwirklicht angesehen wurde. Die Gutachter des ZMB erachteten die
Prognose von Dr. H._ mit anderen Worten rückblickend als zutreffend. Insofern ist
unter Berücksichtigung der Tatsache, dass Dr. H._ die Beschwerdeführerin am
5. September 2005 untersuchte, von einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit spätestens
per 5. Januar 2006 (vier Monate ab Untersuchungsdatum) auszugehen. Da keine
weiteren relevanten Veränderungen des Gesundheitszustandes in den Akten
ausgewiesen sind und das Gutachten des ZMB insgesamt zu überzeugen vermag, ist
von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit (bezogen auf ein
Vollpensum) per 5. Januar 2006 auszugehen.
2.2 Für die Zeit davor ist den echtzeitlichen Berichten der Vorzug gegenüber dem
Gutachten des ZMB zu geben. Dies einerseits deshalb, weil echtzeitliche Berichte
grundsätzlich aussagekräftiger sind als rückblickende Beurteilungen Jahre später, und
andererseits darum, weil die Gutachter des ZMB sich grundsätzlich mit den
Schlussfolgerungen von Dr. H._ einverstanden erklärten, im Widerspruch dazu aber
eine 70%ige Arbeitsunfähigkeit ab Juni 2003 attestierten, ohne dies näher zu
begründen. Insofern vermag das Gutachten von Dr. H._ (mit dem sich die Gutachter
des ZMB grundsätzlich einverstanden erklärten) eher zu überzeugen als jenes des
ZMB, weshalb für die Zeit bis zum 5. Januar 2006 von 50%iger Arbeitsfähigkeit in der
angestammten Tätigkeit (bezogen auf ein Vollpensum) auszugehen ist.
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2.3 Was schliesslich die von der Arbeitsfähigkeitsschätzung der Gutachter des ZMB
in gewissem Rahmen abweichende Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. J._ betrifft, so
erstaunt, dass sie – obwohl sie mehrmals Bezug auf das Gutachten des ZMB nahm –
nicht begründet hat, weshalb sie zu einem anderen Ergebnis gelangte. Der Grund
dürfte wohl darin gelegen haben, dass sie sich am Vorgutachten von Dr. H._
orientierte (vgl. IV-act. 177–16). Ihr Auftrag lautete denn ja auch, eine
Verlaufsbeurteilung zu dessen Gutachten abzugeben. Da sich ihrem Gutachten keine
konkreten Hinweise dafür entnehmen lassen, dass die Arbeitsfähigkeitsschätzung der
Gutachter des ZMB nicht sämtlichen Umständen angemessen Rechnung getragen
hätte, besteht kein Anlass, bezüglich des Zeitraums ab dem 5. Januar 2006 nicht auf
das Gutachten des ZMB abzustellen.
3.
3.1 Für die Bemessung des Invaliditätsgrades ist zu berücksichtigen, dass die
Beschwerdeführerin nebst ihrer Haupterwerbstätigkeit bereits vor dem Unfall wie auch
danach einer Nebenerwerbstätigkeit nachging. Sie selbst machte geltend, sie würde
dieser Nebenerwerbstätigkeit auch nachgehen, wenn sie gesund und haupterwerblich
zu 100 % erwerbstätig wäre, was plausibel ist. Insgesamt würde die
Beschwerdeführerin mithin ein Pensum von etwas mehr als 100 % ausüben, wozu sie
sicherlich ohne Weiteres in der Lage wäre und was ihr zugemutet werden könnte. Das
Pensum ist, wie dies bereits der Eingliederungsberater der IV-Stelle getan hat (vgl. IV-
act. 163), auf 10 % zu beziffern, da ein Pensum von 200 Stunden geltend gemacht
wurde und ein Vollpensum ungefähr 42 Stunden pro Woche × 48 Wochen pro Jahr =
2’016 Stunden pro Jahr entspricht. Die Gutachter trugen der Nebenerwerbstätigkeit
keine Rechnung, doch ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in der Lage
wäre, ihrer Nebenerwerbstätigkeit auch bei Ausnutzung der medizinisch-theoretisch
zumutbaren Arbeitsfähigkeit von 70 % in der Haupterwerbstätigkeit nachzugehen.
Zumindest für den hier vor allem interessierenden Zeitraum von Mai 2003 bis Anfang
2006 hat sie dies auch effektiv getan. Geht man davon aus, dass der Lohnansatz
ungefähr gleich hoch ist wie in der Haupterwerbstätigkeit – letztlich spielt dies
mathematisch keine Rolle, ist aber am anschaulichsten –, konnte die
Beschwerdeführerin im erwähnten Zeitraum noch 60 % (= 50 % + 10 %) von 110 % (=
100 % + 10 %) leisten, womit der Invaliditätsgrad nicht bei 50 %, sondern etwas
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darunter lag, nämlich bei 45 %. Für die Zeit nach der Verbesserung des Zustandes lag
der Invaliditätsgrad entsprechend bei etwas unter 30 %, nämlich bei 27 %.
3.2 Unter Berücksichtigung des so genannten Wartejahres gemäss Art. 28 Abs. 1
lit. b des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) entstand
mithin per 1. Mai 2004 (ein Jahr nach dem Unfall vom 8. Mai 2003) ein Anspruch auf
eine Viertelsrente der Invalidenversicherung. Die Verbesserung des
Gesundheitszustandes per spätestens 5. Januar 2006 führte zu einer Reduktion des
Invaliditätsgrades auf lediglich unter 30 %, womit ab dann grundsätzlich kein Anspruch
auf eine Rente der Invalidenversicherung mehr bestand. Praxisgemäss ist aber in
Anwendung von Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV;
SR 831.201) eine dreimonatige Übergangsfrist zu gewähren bzw. die Rente erst auf
den Ersten des auf diese dreimonatige Übergangsfrist folgenden Monats einzustellen.
Vorliegend ist der Rentenanspruch mithin per 30. April 2006 zu befristen.
Zusammenfassend hat die Beschwerdeführerin demnach Anspruch auf eine
Viertelsrente für den Zeitraum vom 1. Mai 2004 bis zum 30. April 2006.
4.
Demnach ist die angefochtene Verfügung in teilweiser Gutheissung der Beschwerde
aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zur Berechnung der
Rentenbeträge zurückzuweisen. Die gemäss Art. 69 Abs. 1 IVG zu erhebenden und
angesichts des durchschnittlichen Aufwands auf Fr. 600.-- festzusetzenden
Gerichtskosten haben die Parteien je hälftig zu tragen, nachdem die
Beschwerdeführerin sich veranlasst sah, die Verfügung als rechtswidrig zu
beanstanden, sie insofern mit ihrem Anliegen durchgedrungen ist, ihr aber lediglich
eine befristete Viertelsrente statt einer befristeten halben und einer unbefristeten
Viertelsrente zugesprochen wird. Der von der Beschwerdeführerin geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird ihr an ihren Anteil angerechnet und im Restbetrag
zurückerstattet. Sodann hat die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin mit einer
Pauschale von Fr. 1’800.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu
entschädigen, was der Hälfte der praxisgemäss jeweils zugesprochenen Pauschale
entspricht.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
bis
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