Decision ID: f1ba8b23-a48e-484e-aa31-9dcbbc2729da
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1969, bezog aufgrund der Folgen eines 1996 erlittenen Verkehrsunfalles (Urk. 7/22/27 ff.) zunächst eine vom 1.
November
1997 bis 31.
Mai
1998 befristete und ab Januar 1999 eine unbefristete halbe Rente der
Invalidenversicherung
bei einem Invaliditätsgrad von 65 %
(Urk.
7/28
ff., Urk.
7/38, Urk. 7/45; vgl. auch
das Urteil des
Sozialversicherungsgerichts des
Kan
tons Zürich
IV.2001.00460 vom 28. Februar 2003
[
Urk. 7/96
]
und
das Urteil des Bundesgerichts
I 208/03 vom 26. März 2004
[
Urk. 7/105
]
). Ab Januar 2004 wurde die halbe Rente aufgrund der 4. IVG-Revision auf eine Dreiviertelsrente erhöht
;
eine
Verschlechterung
des
Gesundheitszustandes
und eine Rentener
hö
hung
wurde
mit dem die Verfügung vom 27. August 2004 bestätigenden Einspra
cheentscheid vom 25. Mai 2005
verneint (Urk. 7/119, Urk. 7
/136).
1.2
Im April 2009 leitete die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
, ein Revisionsverfahren ein (Urk. 7/145 ff.). Gestützt auf die Ergebnisse
von
Obser
vation
en
der Versicherten
in den Jahren 2009 und 2010
, veranlasst vom Haft
pflichtversicherer des Unfallverursachers (
Urk. 7/158-162, Urk. 7
/174
,
Urk. 8/1-3
),
verfügte die IV-Stelle am 2. November 2010 die Sistierung der Rente mit sofor
tiger Wirkung (Urk. 7/172). Die dagegen erhobene Beschwerde wurde vom hiesi
gen Gericht mit Urteil IV.2011.00177 vom 12. Juli 2011 gutgeheissen und die Verfügung vom 2. November 2010 ersatzlos aufgehoben (Urk. 7/233).
1.3
Zwischenzeitlich hatte die IV-Stelle am 11. November 2010 eine Begutachtung
am
Y._
angeordnet (Urk. 7/178), wobei die Ver
sicherte die Teilnahme an der
Beweismassnahme
verweigerte
(Urk. 7
/179, Urk.
7
/183/7). Mit Verfügung vom 31. Mai 2011 hob die IV-Stelle die der Ver
sicherten seit Januar 1999 ausgerichtete Invalidenrente rückwirkend per 1. Juni 2009 auf und forderte die zwischen dem 1. Juni 2009 und dem 31. Oktober 2010 ausbezahlten
Rentenleistungen zurück (Urk. 7
/223). Die von der Versicherten dagegen erhobene Beschwerde hiess das hiesige Gericht im Urteil IV.2011.00733 vom 23. Oktober 2012
dahingehend
teilweise gut, dass es die angefochtene Ver
fügung aufhob mit der Feststellung, die Versicherte habe bis zum 31. Juli 2011 weiterhin Anspruch auf eine Dreiviertelsrente und ein Rückforderungsanspruch bestehe nicht (Urk. 7/263). Die von der Versicherten dagegen erhobene Beschwer
de wies das Bundesgericht mit Urteil 8C_1013/2012 vom 17. Juli 2013 ab, soweit es auf die B
eschwerde eintrat (Urk. 7/274).
1.4
Bereits am 4. Oktober 2012 hatte sich die Versicherte bei der IV-Stelle wiederum zum Leistungsbezug angemeldet (Urk. 7/260).
Nachdem
sie sich
nach wie vor nicht mit einer Begutachtung durch das
Y._
einverstanden erklärt hatte (Urk.
7/270)
,
trat die IV-Stelle mit Verfügung vom 26. August 2013 (richtig: 20.
Dezember
2013;
vgl. Urk. 7/298
) auf das Leistungsbegehr
en nicht ein (Ur
k.
7/295
).
Die g
egen diese Verfügung erhob
ene Beschwerde
wies das Sozial
versicherungsgericht mit Urteil IV.2014.00133 vom 30.
September
2014 ab (Urk
.
7/315).
1.5
Am 23. Oktober 2015 teilte die Versicherte der IV-Stelle mit,
sie werde sich
einer durch den Unfallversicherer
zu veranlassenden Begutachtung
unterziehen und ersuchte um Koordination der Begutachtung (Urk. 7/314).
Zudem meldete sie sich am 15. August 2018 nach einem Bandscheibenvorfall erneut zum Leistungsbezug an (
Urk. 7/364). Am 26. März 2019 erstattete die
Gutachtenstelle Z._
das polydisziplinäre Gutachten in den Fachrichtungen
Psy
chiatrie, Innere Medizin, Rheumatologie und Neurologie (Urk.
7/370
)
, das der IV-
Stelle seitens des Unfallversicherers am 1.
April
2019 übermittelt wurde (Urk.
7/369)
.
Mit Vorbescheid vom 16. April 2019 stellte die IV-Stelle
der Ver
sicherten die Abweisung ihres
Leistungsbegehrens in Aussicht (Urk. 7/372). Nach
dem die
Versicherte am 28. Mai 2019
dagegen Einwand erhoben hatte (Urk. 7/373),
entschied die IV-Stelle mit Verfügung vom 5. Juni 2019 im angekündigten Sinne (Urk. 7/376 = Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Ronald Peder
gnana
,
am 8. Juli 2019
Beschwerde mit den Anträgen
,
die Verfügung der
IV-Stelle
vom 5. Juni 2019 sei aufzuheben und es sei ein polydisziplinäres Gutachten zur Leistungsfähigkeit in angepasster Tätigkeit zu erstellen unte
r Vorlage aller Akten
und
gestützt
darauf
eine Rente zu sprechen. Ferner sei ab dem Zeitpunkt der Ein
stellung der Leistungen mindestens eine halbe Rente der Invalidenversicherung zu leisten (Urk. 1
S. 2
). Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 29. August 2019 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6). Dies wurde der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 30. August 2019 zur Kenntnis gebracht (Urk. 9).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2
des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung; IVG
).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zuspre
chung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Renten
an
spruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Ände
rung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs-
oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner
kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachver
halts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung
bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche
auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
ver
gleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Aus
wirkungen des Gesundheitszustands) beruht
(BGE 133 V 108 E. 5.4)
.
1.4
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuver
lässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dür
fen sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische These ab
stellen (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Abweisung des Rentenbegehrens damit, dass die Gutachter des
Z._
zum Schluss gekommen
seien, dass keine Ein
schrän
kung
der Ar
beitsfähigkeit nachweisbar
und die Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit im kaufmännischen Be
reich zu 100 % arbeitsfähig sei, wobei sich d
ie Diskrepanz zwischen der Selbsteinschätzung der Beschwerde
füh
rerin, sie sei zu maximal 60 % arbeitsfähig
,
und den objektivierbaren Befunden durch eine habituelle Selbstlimitier
ung und Cognitophobie begründen
lasse
(Urk.
2 S. 2).
In der Beschwerdeantwort ergänzte die Beschwerdegegnerin, die in den Jahren 2009 und 2010 durchgeführten Observationen der Beschwerdeführerin seien recht
mässig erfolgt
,
wodurch auch das unter anderem gestützt darauf erstellte Aktengutachten
von Dr. med.
A._
vom 31. August 2010 - das den Gutachtern des
Z._
zur Verfügung gestellt worden sei - verwertbar sei. Die Observierung sei sodann abgesehen davon, dass
der begutachtende Rheumatologe des
Z._
Dr. med.
B._
die
damals im Aktengutachten
von Dr.
A._
erfolgte Einschätzung für nachvollziehbar erachtete, für das Gutachten nicht relevant gewesen (Urk. 6 S. 2). Ob die Verbesserung des Gesundheitszustandes schon im Observationszeit
punkt eingetreten sei, sei für diese
s
Verfahren unbeachtlich, da schon seit 2011 keine Rente mehr ausgerichtet werde und die vorliegend zu beurteilende Neu
anmeldung erst im Jahr 2018 erfolgt sei (Urk. 6 S. 3).
2.2
Die Beschwerdeführerin brachte dagegen vor,
das Gutachten des
Z._
sei parteiisch und unvollständig. So
habe darin das Akte
ngutachten von Dr.
A._
vom 31. August 2010
- worin ausführlich zu den i
n den
Jahr
en
2009 und 2010
ihres Erachtens
unrechtmässig
durchgeführten Observationen
Stellung
genom
men werde - eine nicht weiter hinterfragte Bedeutung, während die kritische Würdigung dieser Observationen durch das Sozialversicherungsgericht im Urteil IV.2011.00733 nicht berücksichtigt worden sei. Folglich sei das
Z._
-
Gutachten parteiisch und nicht verwertbar (Urk. 1 S. 7 ff.). Ferner hätte - analog der Rege
lung im Strafrecht bezüglich Fernwirkung von Beweisverwertungsverboten
- das Gutachten von Dr.
A._
als Beweisfrucht, welche von einem unzulässigen Beweismittel (verdeckte Überwachung) stamme, grundsätzlich nicht verwertet werden dürfen. Falls die Überwachung als rechtmässig angesehen werde, hätte hingegen zumindest das Überwachungsvideo beigezogen werden müssen (Urk. 1 S. 10 f.).
Der Einbezug der Observation und der darauf gestützten Unterlagen verstosse gegen Art. 8 EMRK und Art. 13 BV. Es habe an einer gesetzlichen Grundlage
für die Überwachung gefehlt und diese sei in Umfang und Auslöser völlig unver
hältnismässig gewesen. Sie sei zudem teilweise im Ausland gemacht worden, was gegen das Territorialitätsprinzip verstosse
. Unter Berufung auf das Urteil
des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte
61
8
38/10 vom 18. Oktober 2016 in der Sache Vu
k
o
ta-Bojic gegen die Schweiz rügte
d
ie
Beschwerdeführerin
die fehlende verfassungsrechtliche Grundlage für die Observation
(Urk. 1 S. 11
f.
).
2.3
Zu prüfen ist vorliegend
,
ob die Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin nach der per 31. Juli 2011 erfolgten Einstellung der seit Janu
ar 2004 ausgerichteten Dreiviertelsrente (vgl. Urk. 7/
263)
zu Recht verneint hat.
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung davon aus, dass die Beschwerdeführerin sich mit Schreiben vom 23. Oktober 2015 (Urk. 7/314) erneut zum Leistungsbezug angemeldet hatte (Urk. 2 S. 2). In der Beschwer
de
antwort hielt sie hingegen fest,
eine
Neuanmeldung
sei erst mit Einreichen des Formulars am 27. August 2018
(Urk. 7/364)
erfolgt (Urk. 6 S. 1). Wie es sich damit verhält, ist vorab zu prüfen.
3.2
Das Bundesgericht hat sich im Urteil 8C_481/2013 vom 7.
November
2013 E.
6.3.7.2-6.3.9 (publiziert ohne Erwägung 6.3.9
in
BGE 139 V 585) ausführlich mit der Frage auseinandergesetzt, wie in verschiedenen Konstellationen zu ver
fahren ist, wenn eine versicherte Person, deren verweigernde Haltung mit einer Leistungseinstellung nach Art. 43 Abs. 3 ATSG sanktioniert wurde, später ihre vorbehaltlose Mitwirkung anbietet.
Z
usammengefasst
erwog
es, massgebend sei die Berücksichtigung des Verhältnismässigkeitsgrundsatzes. Denn werde die verweigerte Mi
twirkung in einem späteren Zeit
punkt erbracht, könne sich die festgelegte San
ktion – Nichteintreten oder Ent
scheid aufgrund der Akten – nur auf diejenige Zeitspanne beziehen, während der die Mitwirkung verweigert worden sei (E. 6.3.7.5). Hinsichtlich der Leistungseinstellung, die während einer von Amtes wegen eingeleiteten Revision verfügt wurde, kam das Bundesgericht daher zum Schluss, mit Kenntnisnahme der Bereitschaftserklärung der vorbehalt
losen Einwilligung der versicherten Person in die Abklärungsmassnahme sei d
er Versicherungsträger
in der Lage gewesen, das Revisionsverfahren fortzusetzen. Demnach sei ab jenem Zeitpunkt die bisherige Rente erneut auszurichten und zwar bis zum Zeitpunkt, in
welchem
dem
Versicherungsträger
im Rahmen des laufenden Rentenrevisionsverfahrens gegebenenfalls der rechtsgenügliche Nach
weis einer anspruchsrelevanten erheblichen Änderung der tatsächlichen Verhält
nisse gelinge (E. 6.3.8)
.
3.3
Im Urteil IV.2011.00733 vom 23. Oktober 2012
betreffend die mit Verfügung vom
31.
Mai
2011 angeordnete rückwirkende Aufhebung der Dreiviertelsrente (Urk.
7/223)
erwog das So
zialversicherungsgericht, dass weder
eine Verbesserung
noch ein gleichbleibender Gesundheitszustand mit dem erforderlichen Beweis
gra
d der überwiegenden Wahrscheinlichkeit festgestellt werden könne, weshalb die Beschwerdegegnerin zu Recht eine polydisziplinäre Begutachtung angeordnet habe. Indem die Beschwerdeführerin sich dieser Begutachtung widersetzt habe, habe sie ihre Mitwirkungspflicht verletzt, was eine Umkehr der Bew
eislast zur Folge habe. Daher trage
die Beschwerdeführerin die Beweislast für eine
nach wie vor bestehende rentenbegründende Einschränkung der erwerblichen Leistungs
fähig
k
eit im Verfügungszeitpunkt
. Da die Aktenlage einen solchen Schluss nicht
zulasse, habe die Beschwerdegegnerin die bisherige Rente zu Recht eingestellt (Urk. 7/263 E. 6).
Dies bedeutet, dass die Beschwerdeführerin die aufgrund der
Verweigerung
der Mitwirkung an der Begutachtung eingetretene Verzögerung
des Verfahrens zu verantworten hat.
Für
die Zeit
ab 1. August 2011
(
vgl. Urk.
7/263
) hat s
ie daher
während der
Dauer
ihrer unentschuldbaren Verletzung der Mitwirkungspflicht
- entgegen ihrem Antrag (vgl. Urk. 1 S. 2) - keinen An
spruch auf eine Invalidenrente.
3.4
Mit Schreiben vom 23. Oktober 2015 erklärte sich die Beschwerdeführerin zu einer durch die Unfallversicherung anzuordnende
n
Begutachtung bereit und ersuchte darum, das Verfahren der Beschwerdegegnerin mit demjenigen der Un
fallversicherung zu koordinieren (Urk. 7/314). Die Beschwerdegegnerin leitete in der Folge eine Koordination der Begutachtung mit dem Unfallversicherer in die Wege (Urk. 7/316
, Urk. 7/318, Urk. 7/320
). Dies bestätigte sie der Beschwerde
füh
rerin ausdrücklich mit Schreiben vom 20. Oktober 2017 (Urk. 7/339)
und unter
breitete dem Unfallversicherer gleichzeitig ihren Fragekatalog (Urk. 7/340
-341
)
. Aus diesem Vorgehen der Beschwerdegegnerin ist zu schliessen, dass diese das Schreiben der Beschwerdeführerin als Angebot zur vorbehaltlosen Mitwirkung entgegennahm. Indem sich die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort auf den Standpunkt stellt, die Neuanmeldung der Beschwerdeführerin sei erst
im
August 2018 erfolgt, als diese das Formular «Anmeldung zum Leistungsbezug» einreichte, verhält sie sich daher widersprüchlich, zumal sie der Beschwerde
führerin nach Eingang des Anmeldeformulars am 2
1
. August 2018 (Urk. 7/364) wiederum bestätigte, dass
die Prüfung des
Anspruch
s
auf Leistungen der Inva
lidenversicherung bereits
im Gang sei
(Urk. 7/368). Es ist daher davon auszu
gehen, dass das Schreiben der Beschwerdeführerin vom 23. Oktober 2015 die Aufgabe der Verweigerung der Mitwirkung darstellt und der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente ab diesem Zeitpunkt zu prüfen ist.
3.5
Entgegen der
Ansicht der
Beschwerdegegnerin ist dabei in Nachachtung der zitier
ten bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht von einer Neuanmeldung aus
zugehen, sondern von einer Wiederaufnahme des im
April
2009 eingeleiteten
amtlichen
Revisionsverfahrens
(Urk. 7/145)
. Die Beschwerdegegnerin war ab
dem 23. Oktober 2015
in der Lage, die notwendigen Abklärungen durchzuführen, um eine Veränderung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin seit der letzten materiellen Prüfung des Rentenanspruchs
im Jahr 2004
(vgl. Urk. 7/136/3)
festzustellen und damit dieses Verfahren abzuschliessen. Die weiteren Verfah
rens
verzögerungen hatte sie mithin selbst zu ver
treten
. Es widerspricht daher dem Verhältnismässigkeitsprinzip, die Sanktion der Renteneinstellung weiterhin aufrecht zu erhalten.
D
as Sozialversicherungsgericht
hat
im Urteil IV.2011.00733 vom 23. Oktober 2012
im Zusammenhang mit der verfügten Rückforderung
verbindlich
entschie
den, dass die Beschwerdeführerin sich keiner Meldepflichtverletzung
in dem Sinne
schuldig gemacht habe
, dass sie eine leistungsrelevante Verbesserung des Ge
sund
heitszustandes nicht gemeldet habe.
D
aher
sei es
unzulässig,
die bisherige Rente im Sinne von Art. 88
bis
Abs. 2 lit. b
der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV)
rückwirkend einzustellen
. Vor diese
m
Hintergrund
hat die Be
schwerdeführerin
grundsätzlich
ab Oktober 2015
bis zum Zeitpunkt, in dem der
IV-Stelle
im Rahmen des laufenden Rentenrevisionsverfahrens der rechtsge
nüg
liche Nachweis einer anspruchsrelevanten erheblichen Änderung der ta
tsäch
li
chen Verhältnisse gelingt,
weiterhin Anspruch auf die bisherige Dreiviertels
rente. Eine allfällige
Herabsetzung
oder Aufhebung der Rente kann in Anwen
dung von Art. 88
bis
Abs. 2 lit. a IVV
nur
nach Erlass der angefochtenen Revisionsverfügung
für die Zukunft (ex nunc et pro futuro)
erfolgen.
4.
4.1
Der Gesetzgeber hat mit Art. 43a-b ATSG
die gesetzliche Grundlage für eine
Observation im Sozialversicherungsrecht geschaffen. Diese Bestimmungen traten am 1. Oktober 2019 in Kraft.
Das Bundesgericht hatte vor Inkrafttreten dieser Bestimmungen in Nachachtung des Urteils 61838/10 des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte vom 18. Oktober 2016 betreffend ein unfallversicherungsrechtliches Verfahren erkannt, dass es auch in der Invalidenversicherung an einer genügenden gesetzlichen Grundlage fehlt, welche die verdeckte Überwachung umfassend klar und detail
liert regelt. Hingegen hielt das Bundesgericht fest, es sei eine andere Frage, ob das Material, welches im Rahmen der widerrechtlichen Observation gesammelt worden sei, beweismässig verwertbar sei (BGE 143 I 377 E. 4-5). Das Bundes
gericht hat die Verwertung der Ergebnisse von
widerrechtlich
en Observationen schliesslich gestützt auf eine Abwägung zwischen privaten und öffentlichen Interessen insoweit als zulässig bezeichnet, als die Ergebnisse im öffentlich frei einsehbaren Raum gewonnen wurden und unbeeinflusstes Handeln der beobach
teten Person zeigten (BGE 143 I 377 E. 5
.1
).
4.2
Die Beschwerdeführerin bestritt die Verwertba
rkeit des Observationsmaterials auf
grund der fehlenden gesetzlichen Grundlage, ihrer Unverhältnismässigkeit im Umfang und Auslöser sowie der
teilweisen Durchführung im Ausland
, was gegen das Territorialitätsprinzip verstosse (Urk. 1 S. 11
).
Zwar trifft es zu, dass Art. 43a-b ATSG bei der Durchführung der Überwachung
en
der Beschwerdeführerin in den Jahren 2009 und 2010 noch nicht in Kraft stan
den
. Ohnehin ist aber festzuhalten, dass die Überwachung de
r
Beschwerdefüh
rer
in
gar nicht durch die eine solche Gesetzesgrundlage benötigende Beschwer
degegnerin vorgenommen wurde, sondern durch eine Privatversicherung.
Unab
hängig von der Frage, von wem die Überwachung angeordnet worden ist, ist deren Ergebnis in Anwendung der hiervor zitierten bundesgerichtlichen Rechtsprechung
jeden
falls
nicht als
von vornherein
unverwertbar zu beurteilen.
In der Sozialver
si
cherung begründet eine Überwachung an mehreren Tagen über mehrere Stunden bei alltäglichen Verrichtungen, wie sie bei der Beschwerdeführerin erfolgte, in der Regel keine schwere Verletzung der Persönlichkeit (Urteil
e des Bundesgerichts
8C_235/2017
vom 23. November 2017
E. 4.5, 9C_569/2018 vom 30. Januar 2019 E. 5.1 und 8C_304/2016 vom 15. September 2017 E. 4.2).
Ferner bleibt Beweis
material, welches im Rahmen der Rechtsprechung im Sinne von BGE 143 I 377 E. 5.1.1 verwertbar ist, unabhängig von der Frage, ob die Observation objektiv geboten gewesen ist («Anfangsverdacht») oder nicht, verwertbar (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_581/2019 vom 22. April 2020 E. 4.3.3 mit Hinweisen).
Auch die Tatsache, dass die Observation im Ausland stattgefunden hat, steht deren Ver
wertbarkeit nicht entgegen (Urteil des Bundesgerichts
8C_570/2017 vom 8.
Novem
ber 2017 E. 2.5).
Die Beschwerdeführerin hat somit nichts vorgebracht, was auf eine Unverwertbarkeit der Observationsergebnisse schliessen
liesse
.
Stellt man diesen Aspekten das erhebliche und gewichtige öffentliche Interesse an der
Missbrauchsbekämpfung
gegenüber
(vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts
8C_579/2018 vom 9. Januar 2019
E. 5.2.1
),
steht der
Verwertbarkeit der Observa
tions
ergebnisse
nichts entgegen
.
5.
5
.1
5
.1.1
Der
letzten
materiellen
Anspruchs
prüfung, auf welche schliesslich der Ein
spracheentscheid vom 25. Mai 2005
(Urk. 7/136)
folgte, lagen folgende Arzt
be
richte zu Grunde:
5
.1.2
Dr.
med. C._
, Facharzt für Neurologie, diagnostizierte im Bericht vom 7. Juni 2004 einen St
atus nach Halswirbelsäulen
-Trauma (Urk. 7/114/1). Er führte aus, der gesundheitliche Verlauf sei unverändert geblieben, wobei es zwischen
zeitlich zu einer vollstän
digen Chronifizierung des cervic
ocephalen Beschwerde
bildes gekommen sei. Eine Erwerbstätigkeit komme nicht in Frage (Urk. 7/114/2).
5
.1.3
Mit Bericht vom 9. Juni 2004 diagnostizierten die Ärzte der
D._
am
E._
ein cervic
ocephalo-brachiales Schmerz
syndrom links sowie segmentale Funktionsstörungen des Atlas links C3-C6, Th6-8
und des linken Iliosakralgelenkes
(Urk. 7/115/1).
Das Ausmass der Einschränkung der beruflichen Tätigkeit könne nicht beurteilt werden, es
«
dürfte unseres Erach
tens eher klein sein
»
(Urk. 7/115/4).
5
.1.4
Am 24. Au
gust 2004 erstattete Dr. med.
F._
, Facharzt für Neurologie, ein Gutachten im Auftrag des Unfallversicherers der Beschwerdeführerin. Er stellte im Wesentlichen folgende Diagnosen
(Urk. 7/124/21)
:
-
chronische distale
Z
ervikalgie und
z
ervikobrachiales Syndrom links, wahr
scheinlich bei Facettengelenksverletzung C5/6 links, möglicherweise auch C2/3 mit reflektorischem Hartspann der linksseitigen Schultergürtelmuskulatur einschliesslich der hinteren Scaleni mit Ausbildung eines funktionellen Thora
cic outlet-Syndroms links
-
neuropsychologisch schmerzbedingte diskrete bis höchstens leichte Hirnfunk
tionsstörung im Sinne eines
z
erviko
z
ephalen Syndroms
5.1.5
Auf Anraten von Dr.
F._
(Urk. 7/124/15) war
zusätzlich ein rheuma
tolo
gisches Gutachten veranlasst
worden
, welches am 5
. Juli 2004 durch Dr. med.
G._
, Facharzt für physikalische Medizin, Rehabilitation und
Rheuma
tologie, erstellt wurde
. Dieser diagnostizierte ein
z
erviko
z
ephales und linksseitiges
z
erviko-spondylogenes Syndrom nach HWS-Di
storsionstrauma (Urk. 7/125/14
). In der angestammten Tätigkeit als kaufmännische Angestellte bestehe aus rheu
matologischen Gründen eine Arbeitsunfähigk
eit von 70 % (Urk. 7/125/16
). In einer angepassten Tätigkeit sei eine Arbeitsfähigkeit v
on 60
% möglich (Urk.
7/125/17
).
Dr.
F._
führte nach Durchsicht des Gutachtens von Dr.
G._
aus, aus neurologischer Sicht bestehe in der angestammten Tätigkeit als kaufmännische Angestellte eine Arbeitsunfähigkeit von 30 %, unter Berücksichtigung des be
schwerdebestimmenden rheumatologischen Gesamtbildes aber eher 70 %. In einer leidensangepassten Tätigkeit betrage die Arbeitsfähigkeit 60 %
(Urk. 7/124/22
).
5.1.6
Der im Referenzzeitpunkt ergangene Einspracheentscheid
vom 25. Mai 2005
(Urk.
7/136/3) stützte sich für die Invaliditätsbemessung auf das Urteil des hiesigen Gerichts IV.2001.00460 vom 28. Februar 2003 (Urk. 7/96) und den dieses
Urteil
schützenden Entscheid des Bundesgerichts I
208/03 vom 26. März 2004 (Urk.
7/105). Der
ermittelte
Invali
di
tätsgrad von 65 % fusste dabei auf einer Arbeitsfähigkeit
von 50
% in
der bisherigen
kaufmännischen Tätigkeit
wie
auch
in einer Verweistätigkeit
(Urk. 7/96/23 E. 5.7 und E. 6.3
,
Urk. 7/105/6 E. 3.3).
5
.2
5
.2.1
Nach
dem die Beschwerdeführerin am 23. August 2015 (Urk. 7/314)
mitgeteilt hatte
, sie sei zu einer Begutachtung bereit, wurden folgende medizinischen Unterlagen zu den Akten genommen:
5
.2
.2
Dr.
C._
stellte am 12. März 2018 die Diagnosen eines akuten lumboradi
kulären Schmerzsyndroms links bei breitbasiger Diskushernie L5/S1 mit Kontakt zur Nervenwurzel S1 links und eines schweren, chronischen, posttraumatischen zerviko-zephalen Schmerzsyndroms bei Status nach seitlichem Überdehnungs
trauma der Halswirbelsäule am 10. März 1996. Er führte aus, am 25. Februar 2018 sei
en akut
Schmerz
en
lumbal
aufgetreten
mit im weiteren Verlauf zunehmenden Schmerzausstrahlungen ins linke Bein bis in den linken Fuss. In den
letzten
zwei Tagen hätten die Schmerzen etwas nachgelassen, unverändert sei jedoch eine seither bestehende Schwäche im linken Bein. Vorläufig könne konservativ weitergefahren werden mit intensiver Physiotherapie (Urk. 7/358).
5
.2.3
Im am 26. März 2019 erstatteten
polydis
z
iplinären Gutachten stellten die Exper
ten des
Z._
die folgenden Diagnosen mit rein qualitativem Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/
3
70/16):
-
c
hronisches myotendinotisches zervikales Schmerzsyndrom mit/bei:
-
m
yotendinotischen Verspannungen der paravertebralen und der Schulter
gürtel
muskulatur beidseits ohne Zeichen einer segmentalen Dysfunktion der Halswirbelsäule
-
k
ernspintomographisch diskrete degenerative Veränderungen in Form von Spinalkanalstenose HWK 5/6 und führend 6/7 mit mittelgradiger bilateraler neuroforaminaler Enge HWK 5/6 rechtsbetont im MRI der Halswirbelsäule vom 30. Oktober 2018
-
k
linisch keine Hinweise auf eine zervikale Radikulopathie oder auf eine zervikale Myelopathie
-
r
egredientes lumboradikuläres Reizsyndrom S1 linksseitig, Erstdiagnose Februar 2018 mit/bei:
-
k
ernspintomographisch Chondrose L5/S1 mit breitbasiger Diskushernie
und Kontakt zur Nervenwurzel S1 im Recessus
beidseits
linksbetont, mässig erosive Osteochondrose Typ Modic I, keine Hinweise auf eine Sakroil
i
itis (MRI LWS ISG nativ vom 1. März 2018)
-
a
ktuell regrediente irritative radikuläre Reizsymptomatik bei normal erhal
tener Beweglichkeit der Lendenwirbelsäule unter konservativer Behand
lung
.
Den folgenden Diag
nosen massen die Experten
keinen Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit zu (Urk. 7/370/16):
-
k
ognitiver Normalbefund
-
Anämie unklarer Ätiologie, abklärungsbedürftig
-
Status nach HWS-Beschleunigungstrauma am 9. Mai 1996 ohne posttrau
ma
tische Läsionen
.
Dr. med.
H._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherap
ie
,
stellte keine
Diagnosen
auf seinem Fachgebiet
(Urk. 7/370/79).
Er hielt fest, zum gegenwärti
gen Zeitpunkt sei die Beschwerdeführerin vorrangig durch die Schmerzsymp
tomatik eingeengt. Es sei aus psychiatrischer Sicht jedoch nicht anzunehmen, dass den Schmerzen hauptsächlich oder überwiegend eine psychogene Kompo
nente zu Grunde liege. Aus psychiatrischer Sicht gebe es keine Hinweise auf Simulation oder Aggravation
,
welche die Aussagen der Beschwerdeführerin in Frage stellen würden. Die beklagten kognitiven Einschränkungen hätten
hinge
gen
weder in der psychiatrischen Untersuchung noch in der dezidierten neuropsy
chologischen Testung validiert werden können (Urk. 7/370/82).
Im
rheumatologischen Teil
gutachten hielt Dr. med.
B._
, Facharzt für Rheumatologie
,
fest,
die Beschwerdeführerin habe im
Wesentlichen
über
Schmer
zen im Bereich des Nackens mit Ausstrahlung in die latero-zervikalen Regionen beidseits bis zu den Schultern sowie eine Schmerzausstrahlung in den linken Arm bis zu den Fingern IV und V linksseitig, begleitet von Kribbelparästhesien des linken Armes sowie eine verminderte Belastbarkeit
g
eklagt. Sie habe ebenfalls berichtet, dass sie sich mittlerweile einer intensiven Physiotherapie
unterzogen
habe, so dass sie mit ihren restlichen - subjektiv im
W
esentlichen unveränderten
- Beschwerden besser umgehen könne. Bei der aktuellen rheumatologischen Unter
suchung hätten sich im Nackenbereich residuell myotendinotische
Verspannung
en
der paravertebralen Muskulatur sowie de
r Trapezmuskeln beidseits und
der para
vertebralen Muskulatur im thorakalen und lumbalen Bereich ohne Zeiche
n
einer segmentalen Dysfunktion der gesamten Wirbelsäule gezeigt
(Urk. 7/370/95)
. Hin
weise auf strukturell bedingte Einschränkungen der Beweglichkeit
der Halswir
bel
säule
h
ä
tten sich keine ergeben. Ein MRI der Halswirbelsäule vom 30. Oktober
2018 habe leichtgradige degenerative Veränderungen
ergeben,
die allerdings ohne
klinische Releva
nz seien, da
sie
f
ür die restliche Schmerzsymptom
atik nicht ver
antwortlich gemacht werden könnten
, sonder
n als normale Alterserscheinung zu werten
seien
. Klinische Hinweise auf eine residuelle irritative Radikulopathie S1 linksseitig, die seit Februar 2018 entstanden sei, liessen sich aktuell weder
klinisch noch anamnestisch
feststellen.
Die genannten Befunde
führten zu einer verm
inderten Belastbarkeit
für körperlich schwere oder anhalten
d
mittelschwere
Tätigkeiten, welche das repetitive Heben, Tragen oder Stossen von Lasten erfor
dern würden
,
oder für Tätigkeiten mit der Notwendigkeit, repetitiv in die Hocke zu gehen
beziehungsweise
sich zu bücken. Ebenfalls ungeeignet seien länger
e
Zwangshaltungen der Wirbelsäule. Für körperlich leichte bis maximal (inter
mit
tierend) mittelschwere Tätigkeiten - wie sie die
Beschwerdeführerin
bisher aus
geübt habe -
liessen sich keine funktionellen Auswirkungen der objektivierbaren
Befunde
und damit auch keine Einschränkung der
Leistungsfähigkeit
aus rheu
matologischer Sicht begründen (Urk. 7/370/96).
Im Rahmen der Konsistenz
prü
fung hielt er fest, eine Schmerzchronifizierung seit dem Unfall im Jahr 1996 lasse sich anhand der objektivierbaren Befunde am Bewegungsapparat aus rheuma
to
logischer Sicht nicht begründen (Urk. 7/370/97).
PD Dr. med.
I._
, Facharzt für Neurologie
, hielt im neurologischen Teil
gutach
ten fest, die Beschwerdeführerin berichte von
Schmerzen
,
die
sich jedoch
an
hand der objektivierbaren Befunde
aus neurologischer Sicht
nicht plausibel
be
grün
den
liessen
.
Daher seien die
S
chmerzen eher einem somatoformen
Schmerz
syndrom zuzuordnen, wobei er auf das psychia
trische Teilgutachten verw
i
es
(Urk.
7/370/10
8
f.)
.
Gemäss lic. phil. J._
, Fachpsychologe für Neuropsychologie, liege aufgrund der anamnestischen Angaben, der Verhaltensbeobachtungen sowie der
Testergebnisse ein kognitiver Normalbefund vor. Die Minderleistungen in der Auf
gabe de
r selektiven Aufmerksamkeit seien
in Anbetracht der
übrigen
unauf
fälli
gen
Ergebnisse der Aufmerksamkeit, Konzentrationsfähigkeit und des Arbeits
tem
pos als wahrscheinliche Leistungsschwankungen zu werten. Das leichte Defizit des semantisch
en Wissens (Allgemeinwissen) sei
wahrscheinlich prä
morbid vorbeste
hend und im Rahmen des schulischen Bildungsniveaus zu erklä
ren. Die Leis
tungs
schwankung in der Aufgabe der selektiven Aufmerksamkeit könnte mögli
cher
weise Ausdruck der Schmerzproblematik sein. Ein
auffälliges Schmerzver
halten sei
im Rahmen der mehrstündigen Untersuchung nicht erkenn
bar gewesen (Urk.
7/370/124).
Die Gutachter kamen
im Rahmen der Gesamtbeurteilung
zum Schluss,
dass aktuell
neurologisch, neuropsychologis
ch
, rheumatologisch und psychiatrisch keine Ein
schränkungen der Arbeitsfähigkeit begründbar seien. Aus rheumatologischer Sicht
lägen insgesamt diskrete myotendinotische Verspannungen und diskrete degene
rative Veränderungen mit lediglich qualitativer Auswirkung (medizinisch-theore
ti
sch) für schwere Tätigkeiten
, bei voller Arbeitsfähigkeit für die angestammte und aktuelle Tätigkeit
vor
. Es sei davon auszugehen, dass initial eine hochgradige Fehlverarbeitung aufgrund der damaligen
Situation
stattgefunden habe. Spätes
tens ab dem Zeitpunkt der Würdigung der Observationen (04/2009 bis 04/2010)
im Aktengutachten vom August 2010 sei die Diskrepanz zwischen den objekti
vier
baren Befunden und der subjektiven Befindlichkeit manifest geworden und unfallkausale Restfolgen nicht mehr überwiegend wahrscheinlich nachweisbar gewesen. Es habe ab diesem Zeitpunkt eine volle Arbeitsfähigkeit aus unfall
kausaler Sicht bestanden. Für den Zeitraum davor könne anhand der Aktenlage
und Anamnese keine nähere Eingrenzung vorgenommen werden. Es verbleibe eine
nicht auflösbare Differenz (subjektiv aktuell weiterhin maximal zu 60 %
a
rbeits
fähig / objektiv keine Einschränkung begründbar)
, welche sich am wahrschein
lichs
ten im Sinne einer habituellen Selbstlimitierung und Cognitophobie verin
nerlicht habe, ohne dass dies neuro
logisch begründet werden könnte
und ohne dass sich dies auf eine psychische Diagnose (zum Beispiel eine Schmerzstörung im engeren Sinne) von Krankheitswert zurückführen lasse (Urk. 7/370/13).
Zum Verlauf führten die Gutachter aus, seit dem 24. März 2005 habe sich die Arbeitsfähigkeit verändert. Damals habe ein Schmerzkomplex ohne organisches Substrat im Vordergrund gestanden. Objektiv fänden sich aktuell weiterhin myo
tendinotische Verspannungen von sehr geringer Ausprägung. Diese hätten sich wahrscheinlich durch intensive Physiotherapie und durch die vermehrte Aktivität und den beruflichen Wiedereinstieg sowie die ganze Schmerzperzeption und das Coping deutlich verbessert. Die Beschwerdeführerin habe eine
n
besseren Umgang mit den Beschwerden
geschildert
(Urk. 7/370/18).
6
.
6
.1
In medizinischer Hinsicht beruht die angefochtene Verfügung massgeblich auf dem
Gutachten des
Z._
vom 26. März 2019 (Urk. 7/370). Es ist daher zunächst der Beweiswert dieser Expertise zu überprüfen.
Das
polydisziplinäre
Z._
-Gutachten
wurde in Kenntnis der medizinischen Vor
akten erstellt
(Urk. 7/370/27 ff.)
und es basiert auf einlässlichen fachärztlichen Untersuchungen
in den einschlägigen Fachgebieten
. Die Gutachter führten je
weils eine sorgfältige Anamnese- und Befunderhebung durch
(Urk. 7/370/69 ff.,
Urk.
7/370/91
ff., Urk.
7/370/106
f., Urk.
7/370/118
ff.) und befragten die Be
schwer
deführerin eingehend sowohl zu ihrem aktuellen Leiden sowie dessen Verlauf als au
ch zu weiteren Themen wie dem
übl
ichen Tagesablauf und dem
Werdegang (Urk. 7/370/65 ff.
,
Urk. 7/370/88 ff., Urk. 7/370/114 ff.)
. Sie berück
sichtig
t
en die geklagten Beschwerden angemessen und beantworteten die gestell
ten Fragen umfassend.
Ihre eigene Einschätzung
begründeten
sie sodann
schlüssig
und nachvollziehbar
(Urk.
7/370/13
ff.
,
Urk.
7/370/80
ff., Urk.
7/370/94
ff., Urk.
7/370/102 ff., Urk. 7/370/107 ff., Urk. 7/370/123 ff.).
Sämtliche von der
Rechtsprechung statuierten
formellen
Anforderungen an ein medizinisches Gut
achten sind daher grundsätzlich erfüllt (vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1 und 125 V 351 E. 3a).
6
.2
Die
Beschwerdeführerin
brachte dagegen vor,
die Expertise sei von
v
ornherein
unverwertbar, da die Gutachter sich darin auf die
Aktenb
eurteilung
durch Dr.
A._
vom 31. August 2010
ge
stütz
t
hätt
en
, die seit der Observation eine volle Arbeitsfähigkeit postuliert habe
.
D
ie fehlende kritische Würdigung dieser Stel
lungnahme und deren nicht weiter hinterfragte Bedeutung im Gutachten
zeige,
dass das
Z._
-Gutachten nicht neutral, sondern parteiisch sei (Urk. 1 S. 9 f.).
Zu
mindest hätten die Gutachter - angenommen die Observationen würden als verwertbar angesehen - das ursprüngliche Überwachungsvideo beiziehen müssen
, das Gutachten sei daher jedenfalls unvollständig (Urk. 1 S. 11)
.
6.3
Im Hinblick auf die Bedeutung der
vom Unfallversicherer veranlassten
Akten
b
eurteilung von Dr.
A._
vom 31. August 2010
(
vgl.
Urk. 7/
370/48-50
)
für das
Z._
-Gutachten ist zunächst zu bemerken
,
dass - wie sich aus den vorangehenden Erwägungen (E. 3) ergibt - vorliegend
zwar die Entwicklung des Gesundheits
zu
standes der Beschwerdeführerin zu prüfen ist. Da jedoch eine allfällige Renten
auf
hebung beziehungsweise -
herabsetzung
frühestens
nach Erlass der angefoch
tenen
Revisionsverfügung (
Art. 88
bis
Abs. 2 lit. a IVV) erfolgen
könnte, sind
die Verhältnisse zum Zeitpunkt der letzten Rentenprüfung im Jahr 2004 mit den
jenigen im Gutachtenszeitpunkt
beziehungsweise im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung
zu vergleichen
, wodurch die Bedeutung der Stellung
nahme von Dr.
A._
wie
auch der in den Jahren 2009 und 2010 durchgeführten Observationen
(Urk. 8/1-3)
von vornherein relativiert wird
.
So
dient
en
sie auch den
Z._
-Gutachtern einzig zur Festlegung des Zeitpunktes, in dem die aufgrund der
aktuellen klinischen Untersuchung un
ter Berücksichtigung
der medizinischen
Vorakten
festgestellte Verbesserung des Gesundheitszustandes eingetreten ist
(Urk. 7/370/13
und Urk. 7/370/23
)
.
Dieser Zeitpunkt ist jedoch für das vorliegende Verfahren nicht weiter relevant
. Es ist daher auch nicht
zwingend
erforderlich, dass die Gutachter das ursprüngliche Überwachungsvideo beziehungsweise die Originalakten
der Observation
visi
oni
eren.
6.4
Sodann trifft es nicht zu, dass die Gutachter ohne weitere Begründung auf
die Beurteilung
von Dr.
A._
abstellten
.
Die
Einschätzung der Sachverständigen
basiert
vielmehr
auf dem gemeinsamen Konsens und den eingehend begründeten
Untersuchungse
rgebnissen der beteiligten Exp
erten,
in dessen Rahmen sie sich
auch
mit den
Vorakten
befassten
und diese durchaus kritisch hinterfragten
. In
diesem Zusammenhang gelangten sie hinsichtlich der
Ausführungen
von Dr.
A._
zum Schluss
, dass
diese
deswegen
nachvollziehbar sei
en
, da sie mit den aktuellen
Normalbefunden korrespondier
t
e
n
und seither bis heute
–
abge
sehen von der lumbalen Problematik
-
keine Verschlechterung erkennbar oder begründbar sei
(Urk. 7/370/22)
.
Zwar setzten sich die Gutachter
-
wie von der Beschwerde
führerin
vorgebracht
-
nicht mit den in den Urteilen des Sozialversicherungsgerichts
IV.2011.00177 vom 12. Juli 2011 und IV.2011.00733 vom 23. Oktober 2012
vorgenommenen Würdi
gung
en
der Observationsergebnisse auseinander
.
A
ngesichts der Tatsache, dass diesen keine definitive Einschätzung zum Vorliegen einer Verbesserung des Ge
sund
heitszustands entnommen werden kann und
sie insoweit keine Bindungs
wir
kung entfalten
,
war dies
jedoch
auch nicht erforderlich
.
Jedenfalls widerspre
chen die
Z._
-
Gutachter
dem Dispositiv des Urteils des Sozialversiche
rungs
ge
richts
IV.2011.00733
vom 23. Oktober 2012
nicht
, da dessen Festlegung des Zeitpunkts der Renteneinstellung auf Ende Juli 2011 nicht auf einer ab diesem Zeitpunkt angenommenen Verbesserung
, sondern
auf der
Verletzung der Mitwirkungs
pflicht
beruhte,
die
in Anwendung von Art. 88
bis
Abs. 2 lit. a
IVV
nur pro futuro Wirkung zu entfalten vermochte.
Eine Aussage zum Zeitpunkt des Eintritts einer allfälligen Verbesserung kann dem genannten Dispositiv nicht entnommen werden. Die
Erwägungen
des Gerichts in den Urteilen IV.2011.00177 und IV.2011.00733, dass
sich
im Verfügungszeitpunkt eine gesundheitliche Verbesse
rung aufgrund der Observationsvideos beziehungsweise der Stellungnahme von Dr.
A._
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
ergebe
, be
ruhte
sodann lediglich auf d
er
Würdigung der zu diesem Zeitpunkt vor
gelegen
en
Akten ohne Einbezug der seither erfolgten polydisziplinären Untersuchung der Beschwerde
führerin.
Insgesamt kann festgehalten werden, dass die
Z._
-
Gutachter sich weder einzig
von der
Beurteilung
von Dr.
A._
leiten
liessen, noch sich durch ihre Stellung
nahme in Widerspruch zu den
G
ericht
su
rteilen setzten. Eine Parteilichkeit der Gutachter ist somit nicht ersichtlich, eine solche lässt sich auch nicht
in
der aus
führlichen Zitierung beziehungsweise
im
Fettdruck der Schlussfolgerungen von Dr.
A._
erblicken
. Das
Z._
-
Gutachten ist mithin
auch
unter diesem Aspekt
beweiskräftig
.
6.5
Die Gutachter des
Z._
kamen zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit voll arbeitsfähig sei. Es ist zu prüfen, ob es sich dabei lediglich um eine andere Beurteilung desselben Sachverhalts handelt oder ob sich die tatsächlichen Verhältnisse seit de
m Einspracheentscheid
vom
25. Mai 2005
in rentenrelevanter Weise verbessert haben, so dass der Rentenanspruch der Be
schwerdeführerin umfassend ohne Bindung an frühere Beurteilungen überprüft werden konnte (vgl. E. 1.
3
).
Die Gutachter d
es
Z._
hielten dazu fest,
ein direkter Vergleich
werde dadurch erschwert
, dass schon der Beurteilung zum Berentungszeitpunkt primär subjek
tive Schmerzklagen zugrunde gelegt
worden sei
en
, welche durch die objekti
vier
baren Befunde nicht wirklich gestützt
gewesen sei
en
(Urk. 7/370/15).
Sie würden davon ausgehen, d
ass
die Arbeitsunfähigkeit im damaligen Rahmen zunächst ausgewiesen gewesen sei (primär bedingt durch die funktionelle Fehlverarbeitung und übermässige Schonung) und dass ab dem Zeitpunkt des Aktengutachtens von Dr.
A._
im August 2010 die objektivierte funktionelle Leistungsfäh
igkeit ein Ausmass erreicht hab
e, die eine Reduktion der Arbeitsfähigkeit in der ange
stammten Tätigkeit nicht mehr plausibel
habe
begründen
können
(Urk. 7/370/16).
Im Weiteren schrieben sie
der
erfolgreichen Physiotherapie, der vermehrten Aktivität und dem beruflichen Wiedereinstieg eine durchaus positive Wirkung zu (Urk. 7/370/18).
Die Gutachter bl
ieben
bezüglich der Frage, inwiefern s
ich der Gesundheitszustand der B
eschwerdeführerin verbessert habe, eher vage.
Jedoch
können auch
bei an sich gleich
gebliebenem Gesundheitszustand
veränderte Aus
wirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich
als Revisionsgrund von Be
deu
tung sein
(BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3).
Dazu führte die Beschwer
deführerin selbst aus, dass sich ihre Beschwerden seit dem Unfall nicht verändert hätten, lediglich ihr Umgang mit den Beschwerden und die allgemeinen Um
stände hätten sich verändert (Urk. 7/370/14). Dies zeigt sich auch darin, dass es der Beschwerdeführerin möglich war, wieder ihre bisherige Tätigkeit
aufzuneh
men
und ihr Pensum schrittweise zu steigern, so dass sie
seit 1. Juli
2017
zu 60 %
als kaufmännische Angestellte in einem Treuhandbüro tätig ist (Urk. 7/370/5).
Da
im
Referenzzeitpunkt
von einer Arbeitsfähigkeit von
lediglich
50
% ausge
gangen
worden war
(
vgl.
vorstehend E.
5.1.6)
, ergibt sich ein
e wesentliche gesundheit
liche
B
esserung
im Sinne
einer Angewöhnung oder Anpassung an die Behinde
rung
(Urteil des Bundesgerichts
8C_322/2018 vom 12. Dezember 2018 E. 2.2)
, so dass
ein
Revisionsgrund
gegeben ist
.
D
er Rentenanspruch
der Beschwerdeführerin ist daher
in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend
und ohne Bindung an die frühere Beurteilung
zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen)
.
6.6
Was die Beurteilung des aktuellen G
esundheitszustandes der Beschwerdeführerin betrifft
,
hielten die Gutachter fest,
aus rheumatologischer Sicht lägen insgesamt diskrete myotendinotische Verspannungen und diskrete degenerative Verände
rungen mit lediglich qualitativer Auswirkung (medizinisch-theoretisch) für schwere
Tätigkeiten, bei voller Arbeitsfähigkeit für die angestammte und aktuelle Tätigkeit vor (Urk. 7/370/13).
Dieser Schluss erscheint angesichts der über alle Fachrich
tungen
gering ausgeprägten Un
tersuchungsbefunde (Urk. 7/370/14
) einleuchtend.
Eine andere Einschätzung lässt sich auch
den aktuelleren Berichten
der behan
deln
den Ärzte nicht entnehmen
(vgl. Urk. 7/358)
und wird auch seitens der
Beschwerdeführerin
nicht
postuliert
.
Es ist daher von einer vollen Arbeits
fähig
keit der Beschwerdeführerin in der bisherigen Tätigkeit auszugehen.
Entgegen dem
A
ntrag der Beschwerdeführerin
(Urk.
1 S. 2
)
ist von weiteren medizinischen
Abklärungen abzusehen, da von diesen keine neuen entscheidrelevanten Erkennt
nisse zu erwarten sind (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 90 E. 4b, 122 V 157 E. 1d, 136 I 229 E. 5.3).
Da die Beschwerdeführerin in ihrer bisherigen Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig ist, erübrigt sich die Durchführung eines Einkommensvergleichs.
6.7
Im Zusammenhang mit der Erwerbstätigkeit ist dem
Z._
-Gutachten zu ent
nehmen, dass die Beschwerdeführerin nach der (einstweiligen) Aufhebung der Rente im Jahr 2011 ein Treuhandbüro eröffnete und dort zunächst im Umfang von 20 %, ab
Januar
2015 von 30 % und ab Juli 2017 von 60 % tätig war (Urk.
7/370/89). Die Wiederaufnahme der Erwerbstätigkeit stellt rechtsprechungs
ge
mäss auch einen Revisionsgrund dar, soweit sie Auswirkungen auf den Inva
li
ditätsgrad hat (Urteil des Bundesgerichts 9C_33/2016 vom 16. August 2016 E. 8.1).
Die Aufnahme der Erwerbstätigkeit per 1. Oktober 2011 hat die Beschwer
de
führerin am 22. September 2011 gemeldet (Urk. 7/239).
Obschon die Rente
nicht definitiv, sondern
wegen der verweigerten Mitwirkung
nur einstweilen
aufge
hoben worden war, hat die
Beschwerdeführerin
die Erhöhung
ihres Arbeitsp
en
sums
auf 30 %
Anfang 2015
mit der
Mitteilung vom 23. Oktober 2015 betreffend ihre Mitwirkung
nicht gemeldet
. Erst im November 2017 gab sie der
Be
schwer
degegnerin
Kenntnis von
ihrem Pensum von
60 % und
den
Arbeitsverträge
n
(Urk.
7/344
-346
).
Darüber hinaus gab sie an, das Pensum bereits ab 1. Januar 2015 teilweise auf 40-50 % gesteigert zu haben (Urk. 7/346), was sich in den verabgab
t
en Einkommen niederschlug (Urk. 7/347). Dieses betrug zwar im Jahr 2016 Fr. 34'554.-- (Urk. 7/347), was über dem seinerzeit vom
Bundesgericht im
Urteil vom 26. März 2004
für das Jahr 1999
ermittelten
Invalideneinkommen von
Fr.
30'096.---
liegt
(Urk. 7/105
/
7).
Doch kann unter Berücksichtigung der Nomi
nallohnentwicklung
bei Frauen
von 2
1
56
(1999) auf
2759 (2019;
Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne,
T39) nicht gesagt werden, d
ies
er Lohn habe den Invaliditätsgrad beeinflusst.
Im Weiteren fällt ins Gewicht, dass
die Beschwerdeführerin im fraglichen Zeitraum effektiv
gar
keine Rente bezog.
Es ist deshalb nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin diesbezüglich keine Meldepflichtverletzung thematisiert hat.
6.8
Soweit trotz der Aufnahme der Erwerbstätigkeit weiterhin ein Rentenanspruch bestehen würde, bleiben
die Auswirkungen des im Februar 2018 aufgetretenen akuten lumboradikulären Schmerzsyndroms links bei breitbasiger Diskushernie L5/S1 mit Kontakt zur Nervenwurzel S1 links (Urk. 7/358
)
zu beurteilen
, wobei eine allfällige dadurch verursachte Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit - unter die vorbestehende 50%
ige
Arbeitsfähigkeit (
vgl.
Urk. 7/96/23 E. 5.7 und E. 6.3, Urk. 7/105/6 E. 3.3) - erst zu berücksichtigen ist, wenn sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat (Art. 88a Abs. 2 IVV). Dem Bericht von Dr.
C._
vom 12
. März 2018 an Dr. med.
K._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, lässt sich dazu entnehmen, dass die Beschwerde
führerin am 25. Februar 2018 akute Schmerzen lumbal verspürt habe, mit im weiteren Verlauf zunehmenden Schmerzausstrahlungen ins linke Bein bis in den linken Fuss. In den zwei Tagen vor dem Berichtszeitpunkt hätten die Schmerzen indes etwas nachgelassen, unverändert sei hingegen eine seither bestehende Schwäche im linken Bein (Urk. 7/358). Dr.
K._
attestierte der Beschwerde
führerin in der Folge eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % vom 27. Februar bis am
6. April 2018
, eine Arbeitsfähigkeit von zwei Halbtagen in der Woch
e vom 9. bis am 22. April
2018
und von drei Halbtagen in der Woche vom 23. April bis am 20. Mai 2018 (Urk. 7/363/4
ff.
). Nachher sei die Beschwerdeführerin noch vom 21. Mai bis am 30. Juni 2018 zu 50 % und ab dem 1. Juli bis am 31. August 2018 zu 40 % von 60 % arbeitsunfähig gewesen (Urk. 7/363/1 ff.). Im Begutach
tungszeitpunkt am 15. Oktober 2018 liessen sich schliesslich keine klinischen Hinweise auf eine residuelle irritative Radikulopathie S1 linksseitig mehr fest
stellen (Urk. 7/370/96).
Die Beschwerdeführerin war
demnach
zumindest vom 27. Februar bis am 20. Mai 2018 zu mehr als 50 % arbeitsunfähig. Was die Zeit danach betrifft, stellt sich die Frage, ob die attestierten 50 % beziehungsweise 40 % von 60 % Arbeitsun
fähig
keit zusätzlich zu den vorbestehenden 50 % Arbeitsunfähigkeit zu verstehen sind. Da Dr.
K._
für die Zeitspanne vom 9. April bis am 22. April sowie vom 23.
April bis am 20. Mai 2018 ausdrücklich festhielt, die Beschwerdeführerin sei an zwei beziehungsweise drei Halbtagen pro Woche arbeitsfähig und dies ab dem 21. Mai 2018 nicht mehr anmerkte, ist anzunehmen, da
ss die
Arbeitsunfähigkeit
ab diesem Zeitpunkt
nicht mit der vorbestehenden Ar
beitsfähigkeit zu kumu
lie
ren, sondern unabhängig davon zu betrachten ist. Die aufgrund der Diskus
hernie attestierte Arbeitsunfähigkeit überstieg daher die vorbestehende
50%ige
Arbeits
un
fähigkeit ab dem 21. Mai 2018 nicht mehr.
Somit lässt sich zwar eine vorübergehende
Verschlechterung der Arbeitsfähigkeit d
er Beschwerdeführerin feststellen
, die jedoch weniger als drei Monate andauerte und damit kein rentenrelevantes Ausmass angenommen hat. Die
allenfalls noch
laufende
R
ente ist mithin aufgrund der im Februar 2018 erlittenen Diskushernie nicht zu erhöhen.
7
.
Aus
dem Gesagten
ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin ab dem Zeitpunkt der Aufgabe ihrer Mitwirkungsverweigerung am
23. Oktober
2015
(Urk. 7/314)
wiederum Anspruch auf eine Dreiviertelsrente der Invalidenversicherung hat. Da sie gemäss dem beweiswerten
Z._
-Gutachten spätestens ab dem Gutachtens
zeit
punkt in ihrer angestammten Tätigkeit voll arbeitsfähig ist, ist die Dreiviertels
rente
laut
Art. 88
bis
Abs. 2 lit. a IVV
nach der Zustellung der Verfügung vom 5.
Juni 2019
per
1.
August 2019 aufzuheben.
Insoweit ist d
ie Beschwerde
daher
teilweise gutzuheissen
.
8
.
8
.1
Da der Streitgegenstand die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungs
leistungen betrifft, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG), ermessensweise auf Fr.
1’0
00.-- anzusetzen und den Parteien mit Blick auf den Ausgang des Verfahrens je zur Hälfte aufzuerlegen.
8
.2
Dem Vertreter
d
er Beschwerdeführerin, Rechtsanwalt Dr. Ronald Pedergnana
, steht eine
im selben Umfang reduzierte
Prozessentschädigung zu, welche nach
Art.
61 lit. g ATSG in Verbindung mit
§
34 des Gesetzes über das Sozial
versi
cherungsgericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit
sache, nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Baraus
lagen
ermessensweise auf Fr. 1'200.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer)
fest
zusetzen ist.