Decision ID: 49843552-0524-4a3b-bbbf-20466e1cc752
Year: 2014
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Kurt Gemperli, advokatur am brühl, Scheffel
strasse 2, 9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 16. Juni 2010 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen an (IV-act. 2).
A.b Am 25. Juni 2010 berichtete der Arbeitgeber des Versicherten, das Alters- und
Pflegeheim B._, der Versicherte sei vom 1. September 1996 bis 20. Januar 2010
vollzeitlich als Koch tätig gewesen. Das Arbeitsverhältnis mit dem Versicherten sei in
folge von Leistungsschwanken und Problemen innerhalb des Teams per 31. März 2010
aufgelöst worden (IV-act. 15).
A.c Gemäss dem Austrittsbericht der Klinik Gais vom 18. Juni 2010 hatte der Ver
sicherte vom 25. Februar bis 31. März 2010 einen stationären Aufenthalt absolviert.
Anschliessend war bis 16. Juni 2010 eine ambulante Behandlung erfolgt. Die
behandelnden Ärzte nannten als Diagnosen eine mittelgradige depressive Episode,
einen Nikotinabusus sowie den Verdacht auf eine Hypercholesterinämie. Sie hielten
fest, es sei beim Versicherten im Dezember 2009 zu einer akuten Belastungssituation
im Zusammenhang mit einer für ihn unvorhersehbaren Arbeitsplatzkündigung
gekommen. Daraus habe sich zunächst eine Anpassungsstörung mit Angst und
depressiver Reaktion entwickelt, welche zunehmend in eine mittelgradige depressive
Phase übergegangen sei. Klinisch habe ein ausgeprägtes gehemmt depressives
Syndrom mit Somatisierung vorgelegen. Es hätten sich ausgeprägte Antriebs-, Affekt-
und Denkstörungen gezeigt. Der Versicherte habe zunehmend die Befriedigung basaler
Bedürfnisse vernachlässigt und es sei zu einem Nikotin- und Kaffeeabusus sowie einer
unfreiwilligen Gewichtsabnahme von ca. 9 kg in den drei Monaten vor der
Hospitalisierung gekommen. Im Behandlungsverlauf habe sich eine psycho-physische
Stabilisierung mit Rückgang des depressiven Syndroms gezeigt. Im Rahmen der
ambulanten Behandlung sei der Versicherte bei den Konsultationen erschöpft, affektiv
gedrückt, antriebsgehemmt und psychomotorisch matt gewesen. Das formale Denken
sei gehemmt, verlangsamt, zum Teil umständlich gewesen. Es habe sich eine
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Reduktion der mnestischen Funktionen gezeigt, vor allem in Form von
Konzentrationseinbussen. Die Compliance des Versicherten unter adäquater
Psychopharmakotherapie sei gut. In den vergangenen vier Wochen habe sich die
hirnorganische Leistungsfähigkeit verringert, ohne dass dies mit der depressiven
Grunderkrankung zu erklären wäre. Es bestehe die Indikation zu einer differenzierten
neuropsychologischen Untersuchung. Mittlerweile sei die Arbeitsfähigkeit dauerhaft
gefährdet. Im Zeitpunkt der Entlassung aus der ambulanten Rehabilitation sei der
Versicherte zu 100% arbeitsunfähig (IV-act. 21).
A.d Am 6. August 2010 berichtete Dr. med. D._, Psychiatrie und Psychotherapie
FMH, er habe den Versicherten vom 12. Januar bis 5. Februar 2010 ambulant be
handelt. Als Diagnose liege eine mittelgradige depressive Episode vor, welche
vermutlich seit ca. 2007 in schwankender Ausprägung bestehe. In der bisherigen
Tätigkeit liege aufgrund der psychisch vermehrten Empfindlichkeit, der Resignation, der
depressiven Hemmung sowie der erheblichen Konflikte am Arbeitsplatz seit dem 21.
Januar 2010 keine Arbeitsfähigkeit mehr vor (IV-act. 25).
A.e Die seit Februar 2011 ambulant behandelnde Psychiaterin Dr. med. E._,
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, nannte in ihrem Bericht vom 9. August 2011 als
Diagnose eine depressiv ängstliche Anpassungsstörung mit prolongiertem Verlauf im
Sinne einer Verbitterungsstörung. Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit gab sie
die Diagnose eines Verdachts auf akzentuierte Persönlichkeitszüge mit zwanghaften
und narzisstischen Anteilen an. Somatisch und geistig lägen keine Einschränkungen
vor. In psychischer Hinsicht bestünden eine reduzierte Konzentrationsspanne, eine
deutlich geminderte Belastbarkeit sowie eine fehlende Stressresistenz mit depressiv
ängstlichen Einbrüchen. Die bisherige Tätigkeit sei dem Versicherten nicht mehr
zumutbar. In einer behinderungsangepassten Tätigkeit sei der Versicherte seit August
2011 zu 50% arbeitsfähig, wobei unter adäquater Behandlung eine Steigerung der
Arbeitsfähigkeit möglich sei (IV-act. 40).
A.f Am 18. Januar 2012 erstattete Dr. med. F._, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie, einen Verlaufsbericht. Er gab an, den Versicherten seit dem
stationären Aufenthalt in der Klinik Gais (Februar/März 2010) zu behandeln. Die
Behandlung durch Dr. E._ sei nur kurzfristig vertretungsweise erfolgt. Der
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Gesamtzustand des Versicherten habe sich in den vergangenen Monaten nicht
verbessert; es liege ein fluktuierender Behandlungsverlauf mit Chronifizierung vor. Eine
Änderung der Diagnose habe sich nicht ergeben. Es bestehe eine monopolare affektive
Psychose: endogene Depression. Dabei handle es sich um eine Major Depression,
gegenwärtig mittelgradig ausgeprägt. Aus somatischer Sicht bestehe eine anhaltende
diabetische Stoffwechsellage, welche sich zusätzlich einschränkend auf die
Antriebslage auswirke. Im Zusammenhang mit den auffälligen hirnorganischen
Leistungseinbussen sei im August 2010 eine neuropsychologische Untersuchung im
Kantonsspital St. Gallen (KSSG) erfolgt. Bereits zu diesem Zeitpunkt habe eine leichte
neuropsychologische Funktionsstörung objektiviert werden können. Im Vordergrund
der kognitiven Befunde hätten mittelschwer beeinträchtigte exekutive Störungen im
Sinne einer verminderten geistigen Flexibilität und verminderten Arbeitsgedächtnis-
und Monitoring-Prozesse gestanden. Die verbalen Lern- und Gedächtnisleistungen
seien leicht beeinträchtigt gewesen. Aufgrund einer Zunahme der Beschwerden sei im
November 2011 eine Nachuntersuchung im Rahmen der ambulanten Psychotherapie
durch Frau Dipl. psych. G._ erfolgt, wobei vergleichbare Befunde erhoben worden
seien. Es bestehe der Eindruck, dass die persistierende depressive Symptomatik
zusätzlich auch die kognitiven Leistungen beeinträchtige. Differentialdiagnostisch sei
von einer depressiven Pseudo-Demenz im Rahmen einer endogenen Depression
auszugehen. Derzeit seien keine den gesundheitlichen Leistungseinbussen
angemessenen Tätigkeiten vorstellbar, vorrangig aufgrund der vorliegenden Antriebs-,
Affekt- und Denkstörungen. Eine Verbesserung des Gesundheitszustandes bzw. der
Arbeitsfähigkeit sei nicht zu erwarten (IV-act. 45). Der Regionale Ärztliche Dienst der IV-
Stelle (RAD) hielt am 29. März 2012 fest, dass gestützt auf den ausführlichen und
medizinisch nachvollziehbaren Bericht von Dr. F._ nicht mehr auf die Einschätzung
von Dr. E._, wonach der Versicherte zu 50% arbeitsfähig sei, abgestellt werden
könne. Dies sei eine zu optimistische prognostische Einschätzung gewesen. Es sei
vielmehr von einer bleibenden vollständigen Arbeitsunfähigkeit sowohl in der
angestammten wie auch einer leidensangepassten Tätigkeit seit dem 21. Januar 2010
auszugehen (IV-act. 47).
A.g Auf Nachfrage des RAD (IV-act. 48-2) teilte Dr. F._ am 23. Februar 2012 er
gänzend mit, dass eine Wiedervorstellung des Versicherten in der neurologischen Ab
teilung des KSSG auf Ende 2012 geplant sei. Bei der (neuropsychologischen) Unter
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suchung durch Frau G._ habe es sich lediglich um eine orientierende Untersuchung
gehandelt, welche mit der neuropsychologischen Testung im KSSG im August 2010
nicht vergleichbar sei. Betreffend die abweichende Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr.
E._ führte Dr. F._ aus, dass Dr. E._ den Versicherten nur im Rahmen einer
Ferienvertretung gesehen habe. In der Sprechstundensituation seien u.a. die kognitiven
Störungen des Versicherten nicht gleich ersichtlich. Zudem neige der Versicherte zur
Dissimulation (IV-act. 48-1).
A.h Am 27. April 2012 hielt der zuständige Mitarbeiter des Rechtsdienstes der IV-Stelle
fest, dass in sämtlichen relevanten medizinischen Berichten die diagnostizierte
mittelgradige depressive Episode mit der für den Versicherten belastenden Kündigung
seines Arbeitsplatzes per Ende März 2010 begründet worden sei. Dabei handle es sich
um eine psychosoziale Problematik, welche für sich allein keine Invalidität im Sinne von
Art. 8 Abs. 1 ATSG begründe. Etwas anderes gelte nur, wenn nebst den
psychosozialen Faktoren eine davon abschichtbare ausgeprägte psychische Störung
vorläge, was vorliegend aber nicht der Fall sei. Entgegen der Beurteilung Dr. F._s
gebe es auch keine Hinweise, dass beim Versicherten eine hirnorganisch bedingte
Leistungseinbusse vorliege. Soweit Dr. F._ eine solche aus dem (nicht vorliegenden)
neurologischen Untersuchungsbericht des KSSG vom August 2010 ableite, sei dies
nicht plausibel. Neuropsychologische Untersuchungen hätten für die Objektivierung
von geklagten Beschwerden generell einen verminderten Beweiswert, da es unmöglich
sei, zu bestimmen, ob die bei der neuropsychologischen Testung gefundenen
Hirnleistungsschwächen auf fehlende Motivation, ein Unfallereignis oder auf die
Erbanlage des Versicherten zurückzuführen sei. Auch psychische Beeinträchtigungen
oder eine psychosoziale Problematik führten zwangsläufig zu entsprechend schwachen
neuropsychologischen Testergebnissen, was diese zusätzlich relativiere. Eine
hirnorganische Störung müsste zweifelsfrei von einem Neurologen diagnostiziert
werden und zwar gestützt auf entsprechende neurologische Befunde, welche
vorliegend nicht gegeben seien. Es lägen zurzeit keine Hinweise vor, dass die
depressive Episode beim Versicherten aus anderen als psychosozialen Umständen
ableitbar sei. Demnach erfülle die diagnostizierte Depression nicht die Kriterien für eine
psychische Komorbidität, zumal auch keine Förster-Kriterien ersichtlich seien. Im
Übrigen hätte selbst eine invalidisierende mittelgradige Depression nicht eine
vollständige Arbeitsunfähigkeit zur Folge, wie dies von Dr. F._ geltend gemacht
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werde. Dr. E._ habe denn auch lediglich eine Arbeitsunfähigkeit von 50% mit einer
möglichen Arbeitsfähigkeitssteigerung angenommen (IV-act. 53).
A.i Auf Aufforderung der IV-Stelle hin reichte die Klinik für Neurologie des KSSG den
Untersuchungsbericht vom 5. August 2010 ein. Die untersuchende Psychologin hatte
festgehalten, im Vordergrund der Befunde stehe die depressive Erkrankung des Ver
sicherten. Neuropsychologisch hätten leichte neuropsychologische
Funktionsstörungen objektiviert werden können mit den für depressive Patienten
typischen exekutiven Störungen und verbalen Gedächtnisstörungen sowie einer
reduzierten konzentrativen Belastbarkeit. Die übrigen Funktionsbereiche seien
unauffällig. Somit seien die Befunde gut mit der depressiven Erkrankung vereinbar.
Hinweise auf eine Demenz ergäben sich aus der Untersuchung nicht. Es hätten sich
deutliche Diskrepanzen im Schweregrad zwischen den vom Versicherten
wahrgenommenen starken Leistungseinbussen im Alltag und den in der strukturierten
Untersuchungssituation objektivierten leichten neuropsychologischen Defiziten gezeigt.
Diese Diskrepanz ergebe sich vermutlich zum einen durch die selektive Wahrnehmung
und depressive Verarbeitungsweise des Versicherten. Zum anderen sei der Versicherte
im Alltag aufgrund der gestörten Antriebs- und Handlungsinitiierung wahrscheinlich
stärker beeinträchtigt als in der gut strukturierten und geführten
Untersuchungssituation (IV-act. 55).
A.j Auf Veranlassung des RAD (IV-act. 63) wurde der Versicherte am 9. Oktober 2012
neurologisch und psychiatrisch von Dr. med. H._, Arzt für Neurologie und
Psychiatrie, untersucht. Im entsprechenden Gutachten vom 10. Oktober 2012 nannte
Dr. H._ als Diagnosen eine Persönlichkeitsstörung mit anankastischen und
selbstunsicheren Zügen, eine neurasthenische Leistungsminderung sowie eine
chronifizierte Depression. Zentral bezüglich der funktionellen Auswirkungen auf die
soziale und berufliche Leistungsfähigkeit des Versicherten und die sekundär
resultierenden Störungen in Form der neurasthenischen Leistungsminderung sowie der
Depression sei die Persönlichkeitsstörung des Versicherten. Geprägt durch die
besondere Konstellation im Elternhaus (übermächtig und unberechenbar erlebter Vater,
ideal erlebte Mutter und Position als Jüngster von drei Brüdern) habe der Versicherte
ein sehr heterogenes Persönlichkeitsbild entwickelt. Nach standardisierten
Diagnosekriterien könne die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung aus dem
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anankastischen Bereich gestellt werden. Die erweiterte Untersuchung habe aber auch
Hinweise auf akzentuierte Wesenszüge aus den Bereichen selbstunsicher, abhängig,
histrionisch, impulsiv und schizoid gezeigt. Die neurasthenische Leistungsminderung
stehe diagnostisch hilfsweise für die im mehrjährigen Verlauf intrapsychisch verfestigte
innere Überzeugung des Versicherten, er sei nur noch minimal belastbar bei
gleichzeitig maximal erhöhtem Erholungsbedarf. Die Diagnose einer chronifizierten
Depression ergebe sich aus der Angabe und Demonstration von Symptomen aus dem
depressiven Bereich. Rein nominell wäre nach der einschlägigen Skala ein eben gerade
mittelgradig ausgeprägtes depressives Syndrom zu diagnostizieren. Erheblich relativiert
werde dieser Wert dadurch, dass der überwiegende Teil der zur Diagnose führenden
Punkte aus Angaben des Versicherten stamme und nur zu einem geringen Anteil aus
den erhobenen objektiven Befunden. Syndromal resultiere aus der Gesamtheit der
vorgenannten psychiatrischen Störungen eine Beeinträchtigung der Stimmung, des
Antriebs, der Wahrnehmung der eigenen Person, des Selbsterlebens, der affektiven
Resonanz, des affektiven Ausdrucks und der affektiven Stabilität. Die Auswirkungen
der Störungen auf der Ebene von Teilhabe und Partizipation in der Arbeit sowie im
ausserberuflichen Alltag seien erheblich. Momentan liege ein stabiler
Gesundheitsschaden vor. Bezugnehmend auf das Arztzeugnis von Dr. E._ sei der
Beginn der Gesundheitsstörung auf August 2011 festzulegen. Angesichts der
psychiatrischen Diagnose einer neurasthenischen Leistungsminderung sei die Frage zu
diskutieren, ob zumindest ein Teil der Beschwerden durch Aufbietung von zumutbarer
Willensanspannung überwunden werden könnte. Auf Seiten der möglichen Ressourcen
zu nennen seien die Bildung und Intelligenz des Versicherten, der Verlauf der
Erwerbstätigkeit bis zum Bruch der Erwerbsbiografie 2009, die Bedeutung der
beruflichen Tätigkeit bis zur Dekompensation, das prinzipiell vorhandene
Krankheitsverständnis sowie die fördernden Faktoren des familiären Umfelds. Auf
Seiten der hemmenden Kriterien seien zu nennen die psychiatrische Komorbidität in
Form der Persönlichkeitsstörung, der mehrjährige Verlauf mit unveränderter
Symptomatik, die unbefriedigenden Behandlungsergebnisse, der faktisch vollzogene
Verlust der Integration in die Arbeitswelt sowie der partiell ausgewiesene soziale
Rückzug. Nach Abwägung der Kriterien könne festgelegt werden, dass ein Teil der vom
Versicherten empfundenen Beeinträchtigungen durch die Aufbietung einer zumutbaren
Willensanspannung überwunden werden könne. In der angestammten Tätigkeit als
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Koch in der freien Wirtschaft sei der Versicherte zu 40% arbeitsfähig. In einer
leidensangepassten Tätigkeit (Koch in einer besonders verständnisvollen Umgebung,
keine Notwendigkeit zur hierarchischen Einordnung) bestehe eine Arbeitsfähigkeit von
60% (IV-act. 67). Der RAD erachtete das bidisziplinäre Gutachten von Dr. Gut als
überzeugend (IV-act. 68).
A.k Am 21. Februar 2013 hielt der zuständige Mitarbeiter des Rechtsdienstes der
IV-Stelle fest, dass sich die von Dr. H._ attestierte Einschränkung der Arbeitsfähig
keit des Versicherten überwiegend aus der Diagnose einer Persönlichkeitsstörung mit
anankastischen und selbstunsicheren Zügen ergebe. Eine Persönlichkeitsstörung ent
wickle sich bereits im Lauf der Kindheit bzw. im Jugendalter. Der Versicherte sei trotz
dieser Störung als Erwachsener stets in der Lage gewesen, bis Ende Januar 2008
(gemeint wohl: 2010) einer vollzeitlichen Erwerbstätigkeit nachzugehen und ein hohes
Einkommen zu erzielen. Demnach habe die Persönlichkeitsstörung keinen
massgeblichen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit des Versicherten gehabt. Eine
Persönlichkeitsstörung sei denn auch nicht per se invalidisierend. Dr. H._ habe die
Persönlichkeitsstörung vor allem aus der psychiatrischen Testung abgeleitet. Solche
Testungen, welche auf den Selbstangaben und den vielfach pessimistischen
Einschätzungen der versicherten Personen beruhten, ergäben jedoch
rechtsprechungsgemäss keine massgeblichen Erkenntnisse für eine
Arbeitsfähigkeitsschätzung. Es sei nach wie vor davon auszugehen, dass sich das
psychische Leiden des Versicherten vor allem aufgrund der von ihm als belastend
empfundenen Kündigung seines Arbeitsplatzes per Ende März 2010 entwickelt habe
und diese psychosoziale Problematik für sich allein keine Invalidität begründe (IV-act.
69)
A.l Mit einem Vorbescheid vom 14. März 2013 stellte die IV-Stelle dem Versicherten
die Abweisung seines Rentenanspruchs in Aussicht. Sie hielt zur Begründung fest, die
Abklärungen hätten ergeben, dass die vorliegenden psychiatrischen Diagnosen nicht
invalidisierend seien. Daher sei in der angestammten Tätigkeit als Koch sowie in einer
leidensangepassten Tätigkeit von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen (IV-
act. 72).
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A.m Dr. F._ erklärte am 6. April 2013, dass der Versicherte mit dem Vorbescheid
nicht einverstanden sei. Er führte in medizinischer Hinsicht aus, dass das Gutachten
von Dr. H._ in erheblichem Masse den diversen Vorbefunden aus den stationären
und ambulanten Behandlungen widerspreche. Im Mittelpunkt der chronischen
psychiatrischen Störung stehe eine monopolare affektive Psychose: endogene
Depression. Die anhaltende diabetische Stoffwechsellage mit Beeinträchtigung der
kognitiven Funktionen werde vom Gutachter gar nicht als relevant erachtet. Die
Kündigung im März 2010 habe möglicherweise eine erneute depressive Phase
ausgelöst, wie dies bei anderen endogenen Depressionen der Fall sei, jedoch seien
keine weiteren psychosozialen Belastungsfaktoren erkennbar. Im Zusammenhang mit
den hirnorganischen Leistungseinbussen habe das MRI des Neurokraniums im April
2010 eine disseminierte zerebrale Parenchymschädigung vaskulärer Genese gezeigt.
Der Gutachter habe in eigener Interpretation des Bildes "ganz diskret feinfleckige
Alterationen im subkortikalen Marklager" beschrieben, habe den Befund aber nicht für
pathologisch gehalten. Die Diagnose einer Neurasthenie sei falsch, da eine solche
gemäss den Leitlinien ICD-10 nicht diagnostiziert werden könne, wenn die
vorliegenden depressiven Symptome anhaltend schwer genug seien, um die Kriterien
für eine der spezifischeren Störungen in der Klassifikation zu erfüllen. Bezüglich der
diagnostizierten Persönlichkeitsstörung sei bemerkenswert, dass eine solche zuvor
weder im Rahmen der stationären noch ambulanten Behandlung festgestellt worden
sei. Eine Persönlichkeitsstörung sei im Längsschnitt zu diagnostizieren und keinesfalls
in einer einmaligen Untersuchungssituation als sogenannte Querschnittsdiagnostik.
Beim Versicherten bestehe bereits seit länger als einem Jahr ein andauernder
Gesundheitsschaden. Es bestehe eine psychiatrische Komorbidität (endogene
Depression, hirnorganisches Psychosyndrom). Es lägen körperliche
Begleiterkrankungen vor (u.a. Hormonstörungen sowie diabetische Stoffwechsellage
und Fettstoffwechselstörung, zerebrale Durchblutungsstörungen). Es sei zu einem
Verlust der sozialen Integration mit zunehmenden sozialen Rückzug und Isolierkontakt
mit der Ehefrau gekommen. Es bestehe ein ausgeprägter primärer, aber kein
erkennbarer sekundärer Krankheitsgewinn. Im Längsschnitt handle es sich um einen
mehrjährigen Krankheitsverlauf mit progredienter Symptomatik, ohne dass es
zwischenzeitlich zu einer längerfristigen Remission gekommen sei. Die
Behandlungsergebnisse seien trotz konsequent durchgeführter
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allgemeinmedizinischer, internistischer, psychiatrischer sowie psychotherapeutischer
Behandlungsmassnahmen unbefriedigend. Aus diesen Gründen habe der Versicherte
keine Fähigkeit mehr, die psychischen Defizite zu überwinden. Es sei nicht mit einer
relevanten Besserung des Gesundheitszustandes zu rechnen, zumal sogar
Rehabilitationsbemühungen gescheitert seien (IV-act. 74).
A.n Der Mitarbeiter des Rechtsdienstes hielt am 16. Mai 2013 fest, dass der Bericht
von Dr. F._ keine neuen Erkenntnisse bringe. Es lägen seither keine neuen
neurologischen Erkenntnisse vor, die eine dementielle Entwicklung oder andere hirn
organische Störungen objektivieren würden (IV-act. 75).
A.o Mit einer Verfügung vom 17. Mai 2013 wies die IV-Stelle das Rentengesuch des
Versicherten ab (IV-act. 76).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 28. Mai
2013. Der Beschwerdeführer beantragt sinngemäss die Aufhebung der Verfügung und
die Zusprache von Rentenleistungen. Er macht im Wesentlichen geltend, dass auf das
Gutachten von Dr. H._ nicht abgestellt werden könne. Dr. H._ habe die
hirnorganischen Leistungseinbussen, welche bereits im April 2010 durch die
neuropsychologische Testung im KSSG objektiviert worden seien, nicht berücksichtigt.
Weiter seien die niedrigen Werte bezüglich Arbeitsgeschwindigkeit und
Kurzzeitgedächtnis sowie die unterdurchschnittliche geistige Leistungsfähigkeit auf das
Krankheitsgeschehen und nicht – wie von Dr. H._ unterstellt – auf ein suboptimales
Leistungsverhalten oder Selbstlimitierung zurückzuführen. Der Rechtsdienst der IV-
Stelle habe selbst die von Dr. H._ attestierte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
ignoriert und sei zu Unrecht von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit ausgegangen (act.
G 1).
B.b Am 29. Juli 2013 beantragt die Beschwerdegegnerin die Abweisung der
Beschwerde. Sie führt zur Begründung aus, beim Beschwerdeführer liege keine
objektivierbare hirnorganische Leistungseinbusse vor. Die diagnostizierte
Persönlichkeitsstörung habe sich in der Vergangenheit nie auf die Arbeitsfähigkeit des
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Beschwerdeführers ausgewirkt und sei für sich allein auch nicht invalidisierend. Es sei
davon auszugehen, dass das psychische Leiden des Beschwerdeführers auf die
Kündigung des Arbeitsplatzes per Ende März 2010 zurückzuführen sei. Dabei handle
es sich um eine psychosoziale Problematik, welche für sich allein keine Invalidität
begründe. Eine von den psychosozialen Faktoren abschichtbare, allenfalls
invalidisierende, ausgeprägte psychische Störung sei nicht ersichtlich (act. G 6).
B.c Mit einer Replik vom 5. Dezember 2013 hält der Beschwerdeführer, nunmehr ver
treten durch Rechtsanwalt Kurt Gemperli, an seinen Beschwerdeanträgen fest. Der
Rechtsvertreter beantragt spezifizierend die Aufhebung der Verfügung vom 17. Mai
2013 sowie die Zusprache mindestens einer Dreiviertelsrente. Zur Begründung führt
der Rechtsvertreter zunächst aus, die Beschwerdegegnerin habe den Anspruch des
Beschwerdeführers auf rechtsgleiche Behandlung verletzt, indem der während dem
Abklärungsverfahren zuständige Mitarbeiter des Rechtsdienstes erneut beim
Vorbescheidverfahren angefragt worden sei und derselbe schliesslich auch noch die
Vertretung der Beschwerdegegnerin im vorliegenden Verfahren übernommen habe.
Betreffend die Würdigung des Gutachtens von Dr. H._ hält der Rechtsvertreter fest,
die Beschwerdegegnerin sei zu Unrecht davon ausgegangen, dass Aussagen eines
Psychiaters nicht verwertbar seien, wenn sie auf der Anamnese, auf Tests oder auf
neuropsychologischen Tests beruhten. Die psychiatrische Exploration berücksichtige
von der Natur der Sache her wesentlich die vom Patienten gemachten Angaben. Es sei
die Aufgabe des psychiatrischen Gutachters, die subjektiven Angaben zu würdigen,
diese gestützt auf eigene Untersuchungsbefunde zu beurteilen und in dem Sinn zu
objektivieren. Gängige Tests könnten zur Objektivierung in diesem Sinne beitragen und
seien in ihren Ergebnissen daher ebenfalls nicht einfach irrelevant. Mit ihren
Ausführungen zur gutachterlichen Diagnose einer Persönlichkeitsstörung greife die
Beschwerdegegnerin zu Unrecht in den Kompetenzbereich der Mediziner ein. Ob eine
Persönlichkeitsstörung Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe oder nicht, unterliege der
Beurteilung des Mediziners. Psychosoziale Umstände wie sie beim Beschwerdeführer
vorlägen, seien als invalidisierend zu berücksichtigen, wenn sie einen verselbständigten
Gesundheitsschaden aufrecht erhielten oder den Wirkungsgrad seiner Folgen
verschlimmerten. Dr. H._ sei in seiner Beurteilung durchaus auch kritisch gewesen,
habe jedoch nur vereinzelt Zweifel an der Plausibilität der vorgetragenen Beschwerden
gehabt. Diese Zweifel habe er in seine Beurteilung miteinbezogen. Der Gutachter habe
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eine Würdigung der Gesamtheit der psychischen Störungen vorgenommen und habe
weder die Persönlichkeitsstörung noch die mittelgradige Depression für sich allein als
invalidisierend betrachtet, sondern die Kombination der Störungen. Zwar komme Dr.
H._ entgegen der Beurteilung der behandelnden Ärzte zu Unrecht zum Schluss, dass
eine teilweise Überwindbarkeit der Beschwerden gegeben sei, jedoch sei von
medizinischer Seite her unbestritten, dass ein invalidisierender Gesundheitsschaden
vorliege. Die vom Gutachter beschriebene leidensangepasste Tätigkeit als Koch in
einer verständnisvollen Umgebung und ohne Notwendigkeit, sich hierarchisch
einzuordnen, gebe es auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nicht. Sollte auf die
gutachterliche Einschätzung abgestellt werden, so wäre von einer 60%igen
Arbeitsunfähigkeit auszugehen, was in der vorliegenden Konstellation eine Invalidität
von 60% ergebe (act. G 14).
B.d Am 9. Januar 2014 reicht der Rechtsvertreter einen Bericht des Instituts für
Radiologie am KSSG vom 17. Dezember 2013 ein. Er hält fest, es werde im Bericht
bestätigt, dass entsprechend der Ansicht Dr. F._s beim Beschwerdeführer ein
objektivierbarer hirnorganischer Schaden vorliege. Dies sei seit mindestens 19. April
2010 der Fall (act. G 16). Aus dem genannten Bericht geht hervor, dass auf
Veranlassung von Dr. F._ beim Beschwerdeführer am 17. Dezember 2013 ein
Verlaufs-MRI des Neurocranium nativ durchgeführt worden sei. Der untersuchende Arzt
hielt in klinischer Hinsicht fest, dass offenbar eine disseminierte zerebrale
Parenchymschädigung vaskulärer Genese vorliege. Die klinische Symptomatik des
hirnorganischen Psychosyndroms habe sich verschlechtert. Ausserdem bestehe eine
dysexekutive Funktionsstörung. Bezüglich des Befundes lägen vergleichend zur
Voruntersuchung vom 19. April 2010 unverändert mehrere Glioseherde im Marklager
beidseits bei frontaler Betonung mikroangiopathischen Aspektes vor. Ansonsten
handle es sich um ein altersentsprechend normales Kernspintomogramm (act. G 16.1).
B.e Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf die Einreichung einer Duplik (act. G 18).

Erwägungen:
1.
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1.1 Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers beanstandet zunächst in formeller
Hinsicht, dass die Beschwerdegegnerin sowohl im Abklärungs- als auch im
Vorbescheid- und Beschwerdeverfahren jeweils den gleichen Mitarbeiter des
Rechtsdienstes mit der Bearbeitung des Leistungsbegehrens des Beschwerdeführers
betraut habe. Dieses Vorgehen verletzte den Anspruch des Beschwerdeführers auf
rechtsgleiche Behandlung. Der Rechtsvertreter geht offenbar davon aus, dass der
zuständige Mitarbeiter des Rechtsdienstes aufgrund seiner Vorbefassung im
Abklärungsverfahren nicht mehr in der Lage gewesen ist, die Angelegenheit im
folgenden Vorbescheids- und Beschwerdeverfahren objektiv und unbefangen zu
beurteilen und macht damit das Vorliegen eines Ausstandsgrunds geltend.
1.2 Gemäss Art. 36 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) treten Personen, die Entscheidungen über
Rechte und Pflichten zu treffen oder vorzubereiten haben, in den Ausstand, wenn sie in
der Sache ein persönliches Interesse haben oder aus anderen Gründen in der Sache
befangen sein könnten. Den Bestimmungen über den Ausstand kommt nicht nur im
Gerichtsverfahren, sondern auch im Verwaltungsverfahren Bedeutung zu. Die
Unbefangenheit der Verwaltung ist eine massgebende Garantin, dass die Behörden
gesetzmässig handeln (Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl., 2009, Art. 36 N 2).
Rechtsprechungsgemäss stellt es jedoch keinen allgemeinen Ausstandsgrund dar,
wenn sich die betreffende Person innerhalb des Verwaltungsverfahrens bereits mit der
entsprechenden Sache befasst hat, da ansonsten eine Verwaltungstätigkeit nicht mehr
möglich wäre (Ueli Kieser, a.a.O., Art. 36 N 12). Auch der Umstand, dass die mit der
Angelegenheit vorbefasste Person zu ungünstigen Schlussfolgerungen für die
versicherte Person gelangt ist, begründet allein noch keinen Grund für einen Ausstand
(BGE 132 V 110). Der vorliegend zuständige Mitarbeiter des Rechtsdienstes ist zwar in
jedem Verfahrensschritt zum Ergebnis gekommen, dass ein Leistungsanspruch des
Beschwerdeführers abzuweisen sei. Jedoch hat er seine Beurteilungen jeweils mittels
der ihm im entsprechenden Zeitpunkt zur Verfügung stehenden Akten objektiv
begründet. Konkrete Hinweise auf ein persönliches Interesse an einem
leistungsabweisenden Entscheid in der Sache des Beschwerdeführers oder Hinweise
auf andere Ausstandsgründe sind nicht ersichtlich und werden auch nicht geltend
gemacht. Aus diesem Grund erweist sich die Verfahrensrüge des Rechtsvertreters als
unbegründet.
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2.
2.1 Streitig und zu prüfen ist im Folgenden der Anspruch des Beschwerdeführers auf
eine Rente der Invalidenversicherung.
2.2 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte
Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens
zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht ein
Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein
Anspruch auf eine Viertelsrente. Gemäss Art. 16 ATSG ist zur Bemessung des
Invaliditätsgrades das Einkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der
Invalidität und nach der Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung zu setzen zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen). Das ausschlaggebende Element der Bemessung des zumutbaren
Invalideneinkommens – und damit indirekt des Invaliditätsgrades – ist grundsätzlich der
Grad der verbliebenen Arbeitsfähigkeit, so dass dessen Ermittlung normalerweise den
ersten Schritt bei der Erhebung des massgebenden Sachverhalts bildet.
2.3 Um den Grad der Arbeitsunfähigkeit, der Erwerbsunfähigkeit und der Invalidität
bemessen zu können, sind Verwaltung und Gericht auf Unterlagen angewiesen, die
ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben.
Aufgabe der ärztlichen Sachverständigen ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen
und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten
die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen).
Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die
streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden
ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).
3.
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3.1 Vorab zu klären ist die Frage, ob die medizinische Aktenlage eine rechtsgenügliche
Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers erlaubt. Die
Beschwerdegegnerin hat in rein medizinischer Hinsicht auf das Gutachten von Dr.
H._ vom 10. Oktober 2012 abgestellt. Bezüglich der Arbeitsfähigkeitsschätzung ist
sie jedoch vom Gutachten abgewichen. Sie hat die von Dr. H._ gestellten Diagnosen
in rechtlicher Hinsicht als nicht invalidisierend erachtet und ist daher von einer
100%igen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ausgegangen. Zu beurteilen ist im
Folgenden zunächst, ob das Gutachten von Dr. H._ in medizinischer Hinsicht
überzeugt und als Grundlage für eine Arbeitsfähigkeitsbeurteilung dienen kann.
3.2 Der behandelnde Psychiater Dr. F._ hat am 6. April 2013 zum Gutachten von Dr.
H._ Stellung genommen. Er hat vorgebracht, dass die Ausführungen von Dr. H._ in
erheblichem Masse diversen Vorbefunden aus den stationären und ambulanten
Behandlungen widersprächen (vgl. IV-act. 74-1 ff.). Dr. F._ hat u.a. auf eine MRI-
Untersuchung des Neurokraniums vom April 2010 verwiesen und festgehalten, dass
sich dabei eine disseminierte zerebrale Parenchymschädigung vaskulärer Genese
gezeigt habe (vgl. IV-act. 74-2). Die Unterlagen betreffend die erwähnte MRI-
Untersuchung sind in den vorliegenden Akten nicht zu finden. Gemäss dem Bericht des
Instituts für Radiologie am KSSG vom 17. Dezember 2013 ist ein Verlaufs-MRI des
Neurokraniums durchgeführt worden. Der untersuchende Arzt hat festgehalten, dass
vergleichend zur Voruntersuchung vom 19. April 2010 unverändert mehrere
Glioseherde im Marklager beidseits bei frontaler Betonung mikroangiopathischen
Aspekte bestünden (vgl. act. G 16.1). Dr. F._ hat diesen objektiven Befund im
Zusammenhang mit den anlässlich der neuropsychologischen Untersuchung im KSSG
vom August 2010 festgestellten Funktionsstörungen des Beschwerdeführers gesehen
und die Leistungseinbussen dementsprechend als hirnorganisch qualifiziert. Der
Gutachter Dr. H._ hat demgegenüber weder zu den MRI-Befunden vom April 2010
noch zur Frage, ob eine hirnorganische Störung mit Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit gegeben ist, ausdrücklich Stellung genommen. Er hat lediglich im
Rahmen des Aktenauszuges zu der darin zitierten MRI-Untersuchung vom 19. April
2010 bemerkt, dass die Weite der inneren und äusseren Liquorräume im altersüblichen
Rahmen liege. Im Hyrparenchym fänden sich nur im T2-Bild ganz diskrete, feinfleckige
Alterationen im subkortikalen Marklager. Beurteilend hat er festgehalten dass kein
wertbar pathologischer Befund intrakraniell bestehe (vgl. IV-act. 67-6). Die
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neuropsychologischen Leistungseinbussen hat er somit nicht als durch eine
hirnorganische Schädigung verursacht angesehen. Dr. H._ hat anlässlich der
Begutachtung diverse psychologische und neuropsychologische Testungen mit dem
Beschwerdeführer durchgeführt. Zu den Testergebnissen hat er in der Beurteilung
festgehalten, dass Hinweise auf Selbstlimitierung und verminderte
Anstrengungsbereitschaft seitens des Beschwerdeführers bestanden hätten (vgl. IV-
act. 67-13). In ihrem Bericht vom 5. August 2010 hat die untersuchende
Neuropsychologin der Klinik für Neurologie am KSSG festgehalten, dass die erhobenen
leichten kognitiven Funktionsstörungen in Form von exekutiven Störungen, verbalen
Gedächtnisstörungen sowie einer reduzierten konzentrativen Belastbarkeit mit der
depressiven Erkrankung des Beschwerdeführers gut vereinbar seien. Die deutliche
Diskrepanz zwischen der subjektiv erlebten starken kognitiven
Leistungsbeeinträchtigung im Alltag und den objektivierten leichten
neuropsychologischen Defiziten weise ebenfalls auf eine affektive Störung hin.
Hinweise auf eine Demenz ergäben sich aus der Untersuchung nicht (vgl. IV-act. 55-4).
Die Neuropsychologin hat demnach sämtliche erhobenen Befunde auf die depressive
Störung des Beschwerdeführers zurückgeführt. Bezüglich der MRI-Untersuchung vom
19. April 2010 hat sie in der Anamnese ausgeführt, dass die Untersuchung aufgrund
des Verdachts auf eine zerebrale Parenchymschädigung vaskulärer Genese
durchgeführt worden sei. Es hätten sich dabei einzelne kleine unspezifische,
subkortikale, grosshemisphärische Glioseherde gefunden, jedoch kein im Sinne der
Fragestellung relevanter pathologischer Befund (vgl. IV-act. 55-1). Sowohl die Neuro
psychologin als auch Dr. H._ haben also den MRI-Befund im Gegensatz zu Dr. F._
als nicht relevant in Bezug auf die neuropsychologischen Beeinträchtigungen erachtet.
Jedoch haben sich weder die Neuropsychologin noch H._ ausführlich zum MRI-
Befund geäussert, sondern haben lediglich und ohne weitere Begründung festgestellt,
dass der MRI-Befund nicht pathologisch sei. Angesichts der Umstände, dass beim
Beschwerdeführer bereits im Vorfeld der MRI-Untersuchung im April 2010 ein Verdacht
auf ein zerebrale Parenchymschädigung vaskulärer Genese bestanden hat, dass seit
dem wiederholt neuropsychologische Defizite haben objektiviert werden können, dass
Dr. F._ in seiner Stellungnahme zum Gutachten vom 6. April 2013 erneut die
Diagnose einer zerebralen Parenchymschädigung vaskulärer Genese als Ursache für
die kognitiven Leistungseinbussen nicht ausgeschlossen hat und im Bericht des
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Verlaufs-MRI vom 17. Dezember 2013 (act. G 16.1), welcher diese Diagnose bestätigt,
zudem eine Verschlechterung der klinischen Symptomatik des Beschwerdeführers
festgestellt worden ist, erscheint die Frage nach einem allfälligen Zusammenhang
zwischen einer hirnorganischen Schädigung und den Funktionsausfällen des
Beschwerdeführers noch immer als offen. Die Beschwerdegegnerin hätte nicht ohne
Weiteres davon ausgehen dürfen, dass beim Beschwerdeführer keine objektivierbare
hirnorganische Schädigung vorliegt. Ein objektivierbarer Befund im Neurokranium hat
sich im MRI vom 19. April 2010 sowie im Verlaufs-MRI vom 17. Dezember 2013
gezeigt. Ob die neuropsychologischen Defizite auf diesen Befund zurückzuführen sind,
wie es Dr. F._ vermutet hat, wäre seitens der Beschwerdegegnerin vor Erlass der
Verfügung ergänzend abzuklären gewesen. Demnach erweist sich der
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers in neurologischer Hinsicht als
ungenügend abgeklärt, weshalb auch nicht auf das Gutachten von Dr. H._ abgestellt
werden kann. Die Angelegenheit ist zur Vornahme ergänzender medizinischer
Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Angezeigt erscheint eine
erneute neurologische Untersuchung – sinnvollerweise in der Klinik für Neurologie am
KSSG – und je nach objektivem Befund allenfalls eine erneute neuropsychologische
Abklärung des Beschwerdeführers. Anschliessend sind die Untersuchungsergebnisse
Dr. H._ zur erneuten Beurteilung zu unterbreiten, Gleichzeitig soll der Gutachter auch
zu den Einwänden Dr. F._s vom 6. April 2013 – sowohl zu denen in neurologischer
als auch zu jenen in psychiatrischer Hinsicht – Stellung nehmen.
3.3 Da auf das Gutachten von Dr. H._ nicht abgestellt werden kann, entfällt die er
forderliche medizinische Grundlage für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Be
schwerdeführers. Somit fällt auch die Arbeitsfähigkeitsschätzung der Beschwerde
gegnerin, welche sich in medizinischer Hinsicht auf das nicht überzeugende Gutachten
abstützt, dahin. Festzuhalten bleibt, dass dem Beschwerdeführer sowohl wiederholt
von den behandelnden Ärzten als auch vom Gutachter Dr. H._ eine mittelgradige
depressive Störung diagnostiziert worden ist (vgl. IV-act. 21-1, 25-1, 45-1, 67-12), was
aufgrund der erhobenen Befunde nachvollziehbar erscheint. Entgegen der Ansicht der
Beschwerdegegnerin kann eine invalidisierende Wirkung dieser depressiven Störung
nicht ohne Weiteres verneint werden. Bezüglich der Bedeutung psychosozialer
Belastungsfaktoren für die Entstehung und Aufrechterhaltung der depressiven Störung
finden sich in den Akten widersprüchliche Angaben. Die Beschwerdegegnerin ist davon
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ausgegangen, dass die depressive Störung allein auf die Kündigung des Arbeitsplatzes
per Ende März 2010 zurückzuführen sei (vgl. act. G 6). Demgegenüber hat der
behandelnde Psychiater Dr. D._ hat am 6. August 2010 angegeben, dass die
depressive Episode vermutlich schon seit ca. 2007 in schwankender Ausprägung
bestehe (vgl. IV-act. 25-1). Dr. F._ hat der Kündigung – wenn überhaupt – lediglich
eine auslösende Wirkung für eine erneute depressive Phase bei einer vorbestehenden
endogenen Depression beigemessen (vgl. IV-act. 74-2). Dr. Gut hat die Depression als
sekundär resultierende Störung der von ihm als vordergründig diagnostizierten
Persönlichkeitsstörung gesehen (vgl. IV-act. 67-12). Vor diesem Hintergrund ist die
Frage eines Zusammenhangs zwischen allfälligen psychosozialen Belastungsfaktoren
und der depressiven Störung des Beschwerdeführers (d.h. ob diese rein reaktiver Natur
ist oder selbstständigen Krankheitswert aufweist) im Rahmen der ergänzenden
medizinischen Abklärungen nochmals aufzugreifen und eine Stellungnahme seitens
des Gutachters Dr. H._ einzuholen.
4.
4.1 Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung
der angefochtenen Verfügung vom 17. Mai 2013 teilweise gutzuheissen und die
Angelegenheit zur weiteren medizinischen Abklärung im Sinne der Erwägungen und
entsprechender neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.2 Nach Art. 69 Abs. 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um
die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Ver
sicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt.
Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden
Angelegenheit angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als
volles Obsiegen (BGE 132 V 235 E. 6). Die unterliegende Beschwerdegegnerin hat
deshalb die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Dem
Beschwerdeführer ist der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- zurückzuerstatten.
4.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei An
spruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom Versicherungs
bis
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gericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der
Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In der Verwaltungs
rechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b
HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Für den
Vertretungsaufwand, wie es die vorliegende Angelegenheit erfordert hat, erscheint eine
pauschale Parteientschädigung von Fr. 2'200.-- (inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer) als angemessen. Die Beschwerdegegnerin hat somit dem Be
schwerdeführer eine Parteientschädigung von Fr. 2'200.-- (inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer) zu bezahlen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht