Decision ID: f710e986-450f-52c4-9ccf-9b741d041c70
Year: 2015
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

tscheid Versicherungsgericht, 24.02.2015 Art. 6 UVG: Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 24. Februar 2015, UV 2014/16).Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz), VersicherungsrichterJoachim Huber und Ralph Jöhl; Gerichtsschreiberin Beatrix ZahnerEntscheid vom 24. Februar 2015in SachenA._,Beschwerdeführerin,vertreten durch AXA-ARAG Rechtsschutz, Affolternstrasse 42, Postfach 6944, 8050 Zürich,gegenSchweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 6002 Luzern,Beschwerdegegnerin,betreffendVersicherungsleistungenSachverhalt:
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherte) und als Büroangestellte und
Reinigungsmitarbeiterin bei der B._ GmbH, bei der Suva gegen die Folgen von
Unfällen versichert, liess am 25. Oktober 2012 einen Unfall melden, der sich am 6.
Oktober 2012 ereignet habe. Der Unfall wurde wie folgt beschrieben: "ausgerutscht,
Bürotisch angeschlagen". Als betroffener bzw. verletzter Körperteil wurde der Thorax
links (Rippen, Brustkorb) und als Art der Schädigung eine Quetschung vermerkt. Die
Versicherte habe die Arbeit ab 6. Oktober 2012 aussetzen müssen (Suva-act. 1). Mit
Schreiben vom 26. Oktober 2012 teilte die Suva der Arbeitgeberin der Versicherten mit,
dass für die Folgen des Berufsunfalls vom 6. Oktober 2012 Versicherungsleistungen
ausgerichtet würden (Suva-act. 3).
A.b Am 7. Oktober 2012 hatte die Versicherte wegen starker Schmerzen im Bereich
der linken Thoraxwand/Flanke notfallmässig das Spital C._ konsultiert. Dessen Ärzte
hatten eine Intercostalneuralgie links, am ehesten muskuloskelettaler Genese bei
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Myogelose, diagnostiziert (Suva-act. 33). Ab 12. Oktober 2012 war die
Nachbehandlung durch den Hausarzt Dr. med. D._, erfolgt (vgl. dazu insbesondere
Suva-act. 1, 9, 16, 47). Dieser bestätigte mit ärztlichem Zeugnis vom 11. Dezember
2012, dass die Versicherte einen Unfall erlitten habe (Suva-act. 15). In einem ärztlichen
Zwischenbericht vom 12. Dezember 2012 bestätigte Dr. D._ die Diagnose der
Intercostalneuralgie links (Suva-act. 11). Am 17. Dezember 2012 beschrieb die
Versicherte der Suva telefonisch, sie sei im Büro rückwärts gestürzt und mit der linken
Schulter auf einer Tischkante aufgeprallt. Wie es genau passiert sei, wisse sie nicht
mehr. Sie sei auf jeden Fall gestürzt und habe hierauf Schmerzen in der Schulter und
im Unterarm links verspürt. Sie sei dann ins Spital gegangen und habe gesagt, sie sei
gestürzt, doch man habe ihr gesagt, sie habe wohl eine Grippe. Vor dem Unfall habe
sie nie Probleme mit der Schulter oder dem Arm gehabt (Suva-act. 14). In den
Physiotherapie-Verordnungen vom 30. November 2012 und 29. Januar 2013 vermerkte
Dr. D._ die Diagnosen "Status nach Schulter- und Rippenquetschung links" (Suva-
act. 23) bzw. "Rippenkontusion" (Suv-act. 23). Auch in den ärztlichen
Zwischenberichten vom 17. und 18. Februar 2013 stellte Dr. D._ die Diagnose einer
Rippenkontusion links und schrieb auf, die Versicherte habe weiterhin starke
Schmerzen, so dass die Malerarbeit kaum möglich sei. Mehrere Arbeitsversuche seien
gescheitert (Suva-act. 27, 29). Laut Unfallschein UVG war die Versicherte bis 21.
Dezember 2012 zu 100% arbeitsunfähig und vom 22. Dezember 2012 bis 6. Januar
2013 zu 100% arbeitsfähig. Für die Zeit ab 7. Januar 2013 attestierte Dr. D._ der
Versicherten wiederum Arbeitsunfähigkeiten mit verschiedenen Prozentsätzen.
Letztmals vermerkte er am 22. Februar 2013 eine solche von 66 1/3 % (Suva-act. 30).
A.c Derweilen legte die Suva am 18. Februar 2013 den Schadenfall zur Prüfung der
Arbeitsfähigkeit der Versicherten und ob überhaupt Unfallfolgen vorliegen würden
ihrem Kreisarzt Dr. med. E._ vor (Suva-act. 26). Nachdem dieser in seiner Beurteilung
vom 20. März 2013 mit Blick auf den Inhalt des Berichts des Spitals C._ vom 12.
März 2013 betreffend die ambulante Notfallkonsultation vom 7. Oktober 2012 das
überwiegend wahrscheinliche Vorliegen unfallkausaler Gesundheitsschädigungen
verneint hatte (Suva-act. 32), eröffnete die Suva der Versicherten mit Verfügung vom
21. März 2013, dass aufgrund der medizinischen Unterlagen kein sicherer oder
wahrscheinlicher Kausalzusammenhang zwischen dem Ereignis vom 6. Oktober 2012
und den heute bestehenden Rippen- und Rückenbeschwerden bestehe, womit die
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Suva nicht leistungspflichtig sei. Die bis zum 20. Dezember 2012 erbrachten
Versicherungsleistungen in Form von Taggeld und Heilkosten würden
entgegenkommenderweise nicht zurück gefordert (Suva-act. 34).
A.d Nachdem die Versicherte am 5. April 2013 das Spital C._ ersucht hatte, den
Sachverhalt in seinem Bericht betreffend die Konsultation vom 7. Oktober 2012
hinsichtlich der Tatsache zu korrigieren, dass darin keine Rede von einem
Unfallereignis sei, teilte dieses der Suva mit Schreiben vom 11. April 2013 mit, dass der
Versicherten mehrfach erklärt worden sei, dass im Nachhinein keinerlei Dokumente
abgeändert würden und bezüglich der konkreten Angelegenheit auch weiterhin neutral
geblieben werde (Suva-act. 36/3 f.).
A.e Mit Eingabe vom 26. April 2013 erhob Rechtsanwalt lic. iur. St. Pöcze, AXA-ARAG
Rechtsschutz, Zürich, für die Versicherte gegen die Verfügung vom 21. März 2013
vorsorglich Einsprache (Suva-act. 37). Am 26. April 2013 reichte er die
Einsprachebegründung und im Mai 2013 Antworten von Dr. D._ zu verschiedenen,
diesem vom Rechtsvertreter gestellten Fragen ein (Suva-act. 40/4 f.). Am 24. Juli 2013
schilderte die Versicherte gegenüber der Suva insbesondere nochmals das Ereignis
vom 6. Oktober 2012, den Heilverlauf sowie ihre Krankengeschichte (Suva-act. 41, 42).
Auf Anfrage der Suva vom 2. August 2013 an Dr. D._, ob dieser die von der
Versicherten ihm gegenüber gemachten Erstaussagen bezüglich des Vorfalls vom 6.
Oktober 2012 bekannt geben würde, teilte Dr. D._ mit, er habe sich am 12. Oktober
2012 folgendes wortwörtlich notiert: "Am Samstag beim Boden putzen gefallen. Seither
Schmerzen Thorax links lateral und beide Achseln." (Suva-act. 47). Aufgrund eines
Hinweises der Versicherten anlässlich der Befragung durch die Suva vom 24. Juli 2013
auf ärztlich behandelte Schmerzen im Brustbereich im Jahr 2011 im KSSG und im
Dezember 2012 durch Dr. med. F._, Pneumologie und Innere Medizin FMH, Notarzt
SGNOR (Suva-act. 41), ersuchte diese das KSSG sowie Dr. F._ um Zustellung
entsprechender Berichte (Suva-act. 45, 48 f., 51, 54).
A.f Gestützt auf eine kreisärztliche Beurteilung der Unfallkausalität der objektiven
Befunde (vorübergehende/dauernde/richtungsgebende Verschlimmerung) von Dr. med.
G._ vom 5. November 2013 (Suva-act. 55 f.) eröffnete die Suva dem Rechtsvertreter
der Versicherten mit Verfügung vom 7. November 2013), dass ab dem 6. Januar 2013
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eine Abheilung der Kontusionsfolgen des Unfallereignisses vom 6. Oktober 2012
anzunehmen sei. Die weiterhin bestehenden Beschwerden seien nicht mehr
unfallbedingt, sondern ausschliesslich krankhafter Natur, womit der Anspruch auf
weitere Versicherungsleistungen abgelehnt werde. Die bisherigen
Versicherungsleistungen (Taggeld und Heilkosten) würden per 6. Januar 2013
eingestellt. Gemäss dem von Dr. D._ ausgefüllten Unfallschein vom 20. Dezember
2012 habe per 21. Dezember 2012 eine volle Arbeitsfähigkeit bestanden. Das Taggeld
sei bis und mit 20. Dezember 2012 ausbezahlt worden. Eine erneute Arbeitsunfähigkeit
resultiere erst ab dem 7. Januar 2013 (Suva-act. 57).
B.
Die am 10. Dezember 2013 von Rechtsanwalt Pöcze gegen diese Verfügung
zusammen mit einem weiteren Bericht von Dr. D._ vom 2. Dezember 2013 (Suva-act.
59) eingereichte Einsprache (Suva-act. 59) wies die Suva mit Einspracheentscheid vom
28. Januar 2014 ab (Suva-act. 62).
C.
C.a Gegen diesen Entscheid erhob Rechtsanwalt Pöcze für die Versicherte am 28.
Februar 2014 Beschwerde mit den Anträgen, die Verfügung vom 7. November 2013
sowie der Einspracheentscheid vom 28. Januar 2013 (richtig: 2014) seien aufzuheben
und es seien der Beschwerdeführerin über den 22. Dezember 2012 hinaus die
gesetzlichen Leistungen aus der Unfallversicherung auszurichten. Eventualiter seien
weitere medizinische Abklärungen vorzunehmen, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge (act. G 1).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 23. April 2014 beantragte die Beschwerdegegnerin
Abweisung der Beschwerde unter Bestätigung des angefochtenen
Einspracheentscheids (act. G 3).
C.c Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin verzichtete auf die Einreichung einer
Replik (act. G 4 f.).
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C.d Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften und die Ausführungen in
den medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
1.
1.1 Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR
832.20) werden die Versicherungsleistungen, soweit das Gesetz nichts anderes
bestimmt, bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt.
Gemäss Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) gilt als Unfall die plötzliche, nicht
beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den
menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen
Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Die einzelnen Umstände des Unfallgeschehens
sind von der leistungsansprechenden Person glaubhaft zu machen. Kommt sie dieser
Forderung nicht nach, indem sie unvollständige, ungenaue oder widersprüchliche
Angaben macht, die das Bestehen eines unfallmässigen Schadens als unglaubwürdig
erscheinen lassen, besteht keine Leistungspflicht der Unfallversicherung. Im Streitfall
obliegt es dem Gericht zu beurteilen, ob die einzelnen Voraussetzungen des
Unfallbegriffs erfüllt sind. Der Untersuchungsmaxime entsprechend hat das Gericht von
Amtes wegen die notwendigen Beweise zu erheben und kann zu diesem Zwecke auch
die Parteien heranziehen. Dabei schliesst der Untersuchungsgrundsatz die Beweislast
im Sinne einer Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Die Parteien tragen somit in
der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid
zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt
Rechte ableiten wollte (BGE 117 V 264 E. 3b, 115 V 142 E. 8a; RKUV 1994 Nr. U 206 S.
326, RKUV 1990 Nr. U 86 S. 50). Das Gericht darf eine Tatsache nur dann als bewiesen
annehmen, wenn es von ihrem Bestehen überzeugt ist. Es hat seinen Entscheid, sofern
das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten
Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht (BGE 117 V 360 E. 4a mit
Hinweisen).
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1.2 Gestützt auf Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer sodann bei Vorliegen
eines Unfalls für einen Gesundheitsschaden nur insoweit Leistungen zu erbringen, als
dieser in einem natürlichen sowie adäquaten Kausalzusammenhang zum versicherten
Ereignis steht (BGE 129 V 181 E. 3.1 ff. mit Hinweisen; A. Rumo-Jungo/A. P. Holzer,
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz
über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012, S. 55; Urteil des
Bundesgerichts [bis 31. Dezember 2006 Eidgenössisches Versicherungsgericht, EVG]
vom 22. Februar 2007, U 37/06, E. 5.2). Während es Aufgabe des Arztes ist, den
natürlichen Kausalzusammenhang zu beurteilen, obliegt es dem Gericht, die Frage
nach dem adäquaten Kausalzusammenhang zu beantworten (vgl. BGE 129 V 181 E.
3.1 und 3.2 sowie in BGE 135 V 465 nicht publizierte E. 2 des Urteils 8C_216/2009 vom
28. Oktober 2009, je mit Hinweisen).
1.3 Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit
nachgewiesen, entfällt die deswegen anerkannte Leistungspflicht des
Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht mehr die natürliche oder adäquate
Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also letzterer nur noch und
ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder
der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat
(Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem
schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher
oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328
E. 3b mit Hinweisen). Während bei der Frage, ob ein Kausalzusammenhang überhaupt
jemals gegeben ist, die versicherte Person beweisbelastet ist, trägt die Beweislast für
einen behaupteten Wegfall der Kausalität aufgrund des Erreichens des Status quo sine
bzw. ante die Unfallversicherung (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 326; Urteil des
Bundesgerichts vom 6. August 2008, 8C_101/2008, E. 2.2; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O.,
S. 54).
1.4 Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch
die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
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des Experten oder der Expertin begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert
eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels
noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als
Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a mit Hinweis). Den
Berichten versicherungsinterner Ärzte kann rechtsprechungsgemäss gleichfalls
Beweiswert beigemessen werden, sofern sie schlüssig erscheinen, nachvollziehbar
begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre
Zuverlässigkeit bestehen (RKUV 1991 Nr. U 133 S. 312 f. E. 1b).
2.
Im konkreten Fall ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin am 6. Oktober 2012 in
ihrem Büro rückwärts ausgerutscht bzw. gestürzt und in der Folge mit der linken
Körperhälfte auf einer Tischkante aufgeprallt ist. Dieser Geschehensablauf erfüllt
unbestrittenermassen das Unfallbegriffsmerkmal des ungewöhnlichen äusseren
Faktors (vgl. Art. 4 ATSG). Das Unfallereignis vom 6. Oktober 2012 wurde in den Akten,
insbesondere auch von der Beschwerdeführerin, wiederholt einheitlich beschrieben
(vgl. Suva-act. 1, 14, 41, 42), weshalb die Beschwerdegegnerin zu Recht von diesem
ausgegangen ist. Der Umstand allein, dass Ereignisse wie ein Sturz, ein Ausrutschen
oder ein Aufprall mit dem Körper auf einem Gegenstand, potentiell geeignet wären,
körperlich gravierende Verletzungen oder gar den Tod einer Person herbeizuführen,
bedeutet jedoch weder, dass dadurch ausnahmslos eine schädigende Einwirkung auf
den menschlichen Körper erfolgt (vgl. Art. 4 ATSG), noch dass zwingend für alle
Beschwerden im Bereich eines vom konkreten Unfall betroffenen Körperteils dieser
Unfall verantwortlich sein muss und damit auch natürlich kausale Unfallfolgen vorliegen
(vgl. Art. 6 UVG und Erwägung 1.2). Die Beschwerdeführerin klagt über linksseitige
Thorax- bzw. Rippenschmerzen sowie über Schulterschmerzen (vgl. Suva-act. 59).
Nachdem die Beschwerdegegnerin - wenn auch ohne bereits erbrachte Leistungen
zurückzuverlangen (vgl. dazu Suva-act. 3) - zunächst mit Verfügung vom 21. März 2013
(Suva-act. 34) mangels Vorliegens unfallkausaler Verletzungsfolgen im Bereich des
Thorax und der linken Schulter von Beginn weg eine Leistungspflicht ablehnte, erliess
sie am 7. November 2013 eine Einstellungsverfügung (Suva-act. 57). Diese liegt dem
Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens, d.h. dem Einspracheentscheid
vom 28. Januar 2014 (Suva-act. 63), zu Grunde. Es ist davon auszugehen, dass die
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Beschwerdegegnerin ihre infolge Einspracheerhebung nicht in Rechtskraft erwachsene
Verfügung vom 21. März 2013 konkludent widerrief und die dagegen erhobene
Einsprache vom 26. April 2013 (Suva-act. 37, 40) gegenstandslos geworden ist. Die
Beschwerdegegnerin hat damit in Bezug auf das Geschehen vom 6. Oktober 2012
sowohl ein Unfallereignis, aber auch das anfängliche Vorliegen von durch dieses
Geschehen verursachte Gesundheitsschäden anerkannt. Per 6. Januar 2013 geht sie
jedoch von einem Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen
der weiterhin geklagten Schmerzen im Bereich des Thorax und der linken Schulter aus.
In der Beschwerdeantwort vom 23. April 2014 (act. G 3) macht nun die
Beschwerdegegnerin wiederum geltend, dass ihre Leistungspflicht insgesamt zum
vornherein entfalle, weil der Unfall vom 6. Oktober 2012 weder auf die linke Schulter
noch auf den linken Thoraxbereich schädigend eingewirkt habe (vgl. Art. 4 ATSG).
Angesichts dessen, dass die Schilderungen des Ereignisses vom 6. Oktober 2012
grundsätzlich einen Kontusionsvorgang (Anschlagen an der Tischkante) beschreiben,
als betroffener Körperteil die linke Schulter (Suva-act. 14), aber auch allgemein die linke
Körperhälfte bzw. der Schulterbereich (Suva-act. 42) genannt werden, von Dr. D._
eine Rippenkontusion links diagnostiziert wurde (Suva-act. 27, 29), bei der
Beschwerdeführerin anlässlich der notfallmässigen Konsultation im KSSG am 7.
Oktober 2012 Druckschmerzen über der linken Thoraxwand und der linken Schulter
erhoben worden sind (Suva-act. 33) und sich Dr. D._ am 12. Oktober 2012 in der
Krankengeschichte die Angaben der Versicherten notiert hat, sie leide seit dem Vorfall
unter Schmerzen im Bereich des Thorax links lateral und beider Achseln (Suva-act. 47),
erscheint jedoch die anfängliche Anerkennung eines Leistungsanspruchs der
Beschwerdeführerin als regelrecht. Die Schultermuskulatur liegt in unmittelbarer Nähe
des Thorax mit seinen Rippen. Es ist somit durchaus denkbar, dass vom fraglichen
Sturz sowohl der Thorax linkslateral als auch die linke Schulter betroffen waren.
Überdies ist die Lokalisation von Schmerzen für den Betroffenen nicht immer einfach
und ihre Fähigkeit zur Ausstrahlung - von der Schulter in den Rippenbereich und
umgekehrt - ist ein bekanntes Phänomen. Nachdem jedoch die Beschwerdegegnerin
keinerlei Rückforderungsansprüche geltend macht, gilt es im vorliegenden Verfahren
ohnehin einzig die Frage zu prüfen, ob sie für die ab 6. Januar 2013 geklagten Thorax-
und Schulterbeschwerden leistungspflichtig ist.
3.
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3.1 Die Einstellung der Versicherungsleistungen mit Wirkung per 6. Januar 2013
bezüglich der Thorax- bzw. Rippen- sowie Schulterschmerzen mangels (natürlichem)
Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 6. Oktober 2012 und den über das
Leistungseinstellungsdatum hinaus fortbestehenden Symptomen ist insbesondere
gestützt auf die Beurteilung des Kreisarztes der Beschwerdegegnerin, Dr. G._, vom
5. November 2013 (Suva-act. 56) erfolgt. Dieser hält fest, dass bei fehlenden, zeit
nahen, pathologischen, unfallbedingten, körperlichen und radiologischen Befunden
sowie fehlender traumatisch bedingter Diagnose eine Unfallkausalität aus
versicherungsmedizinischer Sicht nicht mit der notwendigen überwiegenden
Wahrscheinlichkeit zu erkennen sei. Die von der Beschwerdeführerin beklagten
Beschwerden seien laut der vorliegenden Arztberichte und
Patientinnenbeschreibungen bezüglich weiterbestehender Beschwerdesymptomatik
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als krankheitsbedingt zu klassifizieren. Bei nicht
beschriebenen funktionellen Einschränkungen und unter der Voraussetzung, dass sich
das Unfallereignis gemäss Patientinnenbeschreibung ereignet habe, könne bei
fehlenden strukturellen Schäden eine richtungsgebende Verschlimmerung eines
vorbestehenden Krankheitszustands ausgeschlossen werden. Spätestens drei Monate
nach Unfallereignis sei eine Abheilung der Kontusionsfolgen anzunehmen.
3.2 Der Umstand, dass Dr. G._ seine Beurteilung ausschliesslich aufgrund der
Akten abgegeben und die Beschwerdeführerin nicht selbst untersucht hat, steht deren
Beweiswert nicht entgegen (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts vom 18. Juni 2014,
9C_196/2014, E. 5.1.1; PVG 1996, 267 E. 3b; RKUV 1988 Nr. U 56 S. 371 E. 5b). Der
Kreisarzt legte die Anamnese ("aktenmässiger Verlauf") bzw. die Ergebnisse der im
konkreten Fall durchgeführten persönlichen ärztlichen Untersuchungen lückenlos dar.
Im Weiteren beziehen sich seine Ausführungen auf die im Rahmen der Beurteilung des
Dahinfallens einer Unfallkausalität trotz fortdauernder Beschwerden
richtungsweisenden Beurteilungskriterien, nämlich die zeitnah gestellten
Unfalldiagnosen als massgebender Ausgangspunkt für traumatische Folgeschäden,
welche ihrerseits auf den ursprünglich erhobenen Befunden basieren, die nachfolgend
erhobenen Befunde und gestellten Diagnosen, die Ergebnisse radiologischer
Untersuchungen betreffend Vorliegen unfallkausaler somatischer Befunde im Sinn
struktureller Veränderungen sowie das Vorliegen von Vorzuständen.
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3.3 Für die Annahme unfallkausaler somatischer Restfolgen wird im Regelfall eine
strukturelle Läsion bzw. eine schlecht verheilte strukturelle Läsion als objektivierbares
Korrelat verlangt. Als objektiviert gilt eine solche Läsion, wenn sie durch einen
entsprechenden radiologischen Untersuchungsbefund erhoben wird. Im
Unfallversicherungsrecht gibt es allerdings auch Fälle, bei denen die Unfallfolgen bzw.
deren Anteil an einer Gesundheitsschädigung im Rahmen des posttraumatischen
Verlaufs nie wirklich sichtbar gemacht werden können. Dennoch wird bei einem
geeigneten bzw. adäquaten Ereignis in einer ersten Phase von einer schädigenden
Wirkung dieses Ereignisses (Unfall) auf den Körper ausgegangen, die in der Folge
aufgetretenen bzw. ausgelösten Beschwerden nach einem bestimmten Zeitraum - trotz
ihres möglichen Fortdauerns - aber nicht mehr dem Unfall zugerechnet. Die
untersuchenden Ärzte des Spitals C._ erhoben bei der Beschwerdeführerin nach
dem Unfall, d.h. am 7. Oktober 2012, einen lokalen Druckschmerz über der linken
Thoraxwand und linken Schulter. Im Bereich der linken lateralen Thoraxwand war eine
Myogelose tastbar, wo sich das Schmerzmaximum befand. Die Diagnose lautete
"Intercostalneuralgie links, am ehesten muskuloskelettaler Genese bei
Myogelose" (Suva-act. 33) und lässt vorderhand nicht von einer traumatisch bedingten,
strukturellen Veränderung im Bereich des Thorax oder der Schulter ausgehen.
Neuralgie heisst übersetzt Nervenschmerz, d.h. es wird damit lediglich eine
Symptomatik umschrieben, ohne deren Ursache zu benennen (vgl. dazu Pschyrembel,
Klinisches Wörterbuch 2013, 264. Aufl. Berlin 2012, S. 1453; Roche Lexikon Medizin, 5.
Aufl. München 2003, S. 1316 f.). Grundsätzlich können sich Nervenschmerzen nach
traumatischen Nervenverletzungen (vgl. dazu Pschyrembel, a.a.O., S. 1442; Roche
Lexikon Medizin, a.a.O., S. 1308) entwickeln. Im konkreten Fall wurde jedoch von den
untersuchenden Ärzten des Spitals C._ offensichtlich keine konkrete traumatische
Ursache in Erwägung gezogen. Myofasciale Beschwerden und eine Funktionsstörung
allein sind nicht als organisch hinreichend nachweisbare Unfallfolge zu betrachten.
Myogelosen werden in der medizinischen Literatur vielmehr als krankheits- oder
degenerativ bedingt beschrieben (Urteil des Bundesgerichts vom 17. Oktober 2008,
8C_124/2008, mit vielen Hinweisen, sowie vom 7. Februar 2008, U 13/07, E. 3.2 und
3.3.; Pschyrembel, a.a.O., S. 1405; Roche Lexikon Medizin, a.a.O., S. 1275; Alfred M.
Debrunner, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. Bern 2005, S. 578, 782, 860).
Dies ist eine Myogelose insbesondere dann, wenn sie - wie im konkreten Fall - als
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Ursache für die Neuralgie vermutet ("am ehesten") wurde und damit in der
Gesamtbetrachtung eine unfallfremde Konstellation nicht ausgeschlossen werden
kann, dafür aber eine unfallkausale strukturelle Körperverletzung ausser Betracht fällt.
Laut Bericht von Dr. F._ vom 25. Oktober 2013 über die röntgenologische
Untersuchung vom 19. Dezember 2012 zeigte sich bei der Beschwerdeführerin ein
alters- und Habitus entsprechender Thorax. Unfallbedingte pathologische Befunde
werden keine genannt (Suva-act. 54/1). Die Thoraxröntgenaufnahme vom 19.
Dezember 2012 wurde auch von Dr. G._ begutachtet, der das Fehlen eines
Hinweises auf eine unfallbedingte Gesundheitsschädigung bestätigte (Suva-act. 56). Im
vorliegenden Fall ist sodann in den medizinischen Akten ein Vorzustand ausgewiesen,
der mit der im Spital C._ am 7. Oktober 2012 gestellten Diagnose bzw. den
erhobenen Befunden übereinstimmt und mithin einen fortdauernden
Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 6. Oktober 2012 und den über das
Datum der Leistungseinstellung hinaus geklagten Beschwerden nochmals
unwahrscheinlicher erscheinen lässt. So konsultierte die Beschwerdeführerin das Spital
Rorschach rund ein Jahr vor dem Unfall, d.h. am 4. Dezember 2011, mit gleichartigen
Beschwerden; starken thorakalen Schmerzen, ausstrahlend in die linke Halsseite sowie
in den linken Arm. Auch damals wurde laut Bericht vom 4. Dezember 2011 die
Diagnose "Thoraxschmerzen muskuloskelettaler Genese" gestellt (Suva-act. 48). Die
Beschwerdeführerin hatte angegeben, dass sie die Schmerzen kenne. Das letzte Mal
habe sie gestern (am 3. Dezember 2011) eine dreistündige Episode gehabt. So stark
wie heute (am 4. Dezember 2011) seien die Schmerzen aber noch nie gewesen.
Während der Vorzustand eine konkrete ursächliche Zuordnung der Beschwerden
möglich macht, ist eine solche bezüglich einem ausgewiesenen unfallbedingten
organischen, strukturellen Substrat nicht möglich. Die im Spital C._ klinisch
erhobenen Druckdolenzen sollen zwar nicht in Abrede gestellt werden, doch handelt es
sich allgemein bei klinisch erhobenen Untersuchungsergebnissen - im Vergleich zu
einer radiologischen Untersuchung - nicht um eine uneingeschränkt exakte bzw.
objektive Untersuchungsmethode. Die Ursächlichkeit von Beschwerden liegt überdies
mit dem klinischen Untersuchungsergebnis nicht in jedem Fall eindeutig vor, sondern
bedarf einer ärztlichen Interpretation.
3.4 Den Berichten von Dr. D._ ist sodann die eine unfallkausale Verletzung
beschreibende Diagnose einer Rippenkontusion zu entnehmen (Suva-act. 27, 29).
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Angesichts des von der Beschwerdeführerin beschriebenen Unfallmechanismus sowie
der im Spital C._ erhobenen und anlässlich der Konsultation von Dr. D._ am 12.
Oktober 2012 von der Beschwerdeführerin beschriebenen (Druck-)Schmerzen im
Bereich des Thorax und der linken Schulter bzw. der Achseln (Suva-act. 33, 47) ist die
fragliche Diagnose nachvollziehbar. Es ist allerdings davon auszugehen, dass die
Rippenkontusion spätestens im Zeitpunkt der Leistungseinstellung keine
Verletzungsfolgen mehr zeitigte. Es ist eine medizinische Erfahrungstatsache, dass
harmlose Traumen mit fehlenden strukturellen Schädigungen der Gelenke, Muskeln,
Sehnen, Bänder und Knochen, wie beispielsweise Prellungen, Verstauchungen oder
Zerrungen, normalerweise innert kurzer Zeit folgenlos abheilen und sich die damit
verbundenen Schmerzen gänzlich zurückbilden. Die Beschwerdegegnerin stellte ihre
Leistungen gestützt auf die Beurteilung von Dr. G._ drei Monate nach dem fraglichen
Unfall ein. Aus den Akten ergeben sich keinerlei Hinweise, welche gegen eine Heilung
innerhalb dieses Zeitraums sprechen würden. Wie in Erwägung 3.3 dargelegt, sind im
konkreten Fall keine organischen Unfallrestfolgen nachgewiesen. Bezüglich der linken
Schulter wurde zwar nie eine radiologische Untersuchung durchgeführt. Angesichts
dessen, dass jedoch die linke Schulter anlässlich der Untersuchung im Spital C._
vom 7. Oktober 2012 abgesehen von der Druckdolenz gar kein Thema war, in den
ärztlichen Zwischenberichten von Dr. D._ (nur) im Zusammenhang mit der Diagnose
einer Rippenkontusion weiterhin starke Schmerzen vermerkt sind und keine auf die
linke Schulter bezogene Diagnose gestellt worden ist, von der Beschwerdeführerin -
wie von Dr. G._ festgehalten - nie, solche bei einer Schulterverletzung regelmässig
vorkommende, funktionelle Einschränkungen beklagt worden sind, und die Ärzte eine
radiologische Untersuchung offensichtlich nicht als erforderlich angesehen haben, lässt
sich auch bezüglich der linken Schulter nicht von einer strukturellen Verletzung
ausgehen. Massgebende, auf eine schwerere Thoraxkontusion hinweisende Befunde,
wie Atemnot, Herzrhytmusstörungen, Hämatom (vgl. Pschyrembel, a.a.O., S. 325
"Brustkorbprellung"; http://de.wikipedia.org/wiki/Prellung, Abfrage vom 19. Dezember
2014) sind in den Akten ebenfalls keine vermerkt (vgl. insbesondere Bericht des Spitals
C._ vom 12. März 2013 [Suva-act. 33]). Der einzigen subjektiven Angabe "weiterhin
starke Schmerzen" (Suva-act. 27, 29) kann kein Beweiswert entsprechend einem
ärztlich objektivierten Befund und grundsätzlich auch keine aussagekräftige Bedeutung
hinsichtlich des tatsächlichen Schweregrades der Schmerzen zukommen.
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3.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Rippenkontusion und eine Kontu
sionierung der linken Schulter - wie von Dr. G._ unter Berücksichtigung der in
Erwägung 3.2 angeführten Beurteilungskriterien angenommen und schlüssig begründet
- drei Monate nach dem Unfall vom 6. Oktober 2012, d.h. am 6. Januar 2013, abgeheilt
waren und zu keinen bleibenden Unfallrestfolgen geführt haben. Damit hat die
Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht aus der obligatorischen Unfallversicherung
zu Recht ab 6. Januar 2013 verneint. Gestützt wird die Beurteilung von Dr. G._ durch
diejenige von Dr. E._ vom 20. März 2013 (Suva-act. 32). Dieser ging mit Blick auf
gleiche Anhaltspunkte - wie frühere Myogelosen sowie das Fehlen von
Kontusionszeichen und sonstigen Verletzungszeichen - sogar vom anfänglichen Fehlen
der natürlichen Kausalität zwischen dem Unfallereignis vom 6. Oktober 2012 und den
geklagten Beschwerden aus.
3.6 Entgegen der Auffassung des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin eignet
sich der Bericht von Dr. D._ vom 2. Dezember 2013 (Suva-act. 59/7), aber auch
derjenige vom 7. Mai 2013 (Suva-act. 40/4 f.) nicht, die Beurteilung von Dr. G._
hinsichtlich des Dahinfallens jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen
der über den 1. Januar 2013 hinaus geklagten Beschwerden zu widerlegen. Dr. D._
argumentiert höchstens mit der Formel "post hoc ergo propter hoc", wenn er eine
fortdauernde Unfallkausalität mit der Anamnese bzw. der ungenügenden
Berücksichtigung der persistierenden Schmerzen begründet. Der Aspekt, dass nach
einem Unfall Beschwerden fortdauern und davor keine entsprechenden Beschwerden
geklagt worden sind, vermag für sich nach konstanter bundesgerichtlicher Praxis
keinen Beweis für eine anhaltende Unfallkausalität zu erbringen, da der zeitliche Aspekt
allein keine wissenschaftlich genügende Erklärung liefert. Andernfalls würde man sich
mit dem blossen Anschein des Beweises bzw. mit der blossen Möglichkeit begnügen
und davon ausgehen, dass eine gesundheitliche Schädigung schon dann fortdauernd
durch den Unfall verursacht sei, wenn sie nach diesem auftrat (A. Maurer,
Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 460 Fn 1205; BGE
119 V 340 ff., E. 2b/bb; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55). Die Aussage von Dr. D._,
bei der Beschwerdeführerin liege kein Vorzustand vor, entspricht sodann nicht der
medizinischen Aktenlage (vgl. Erwägung 3.3). Vielmehr ist ein Vorzustand dokumentiert,
der mit der posttraumatischen Situation übereinstimmt und sich als eigenständiger
Sachverhalt darstellt, der die Beschwerden nach dem Unfall grundsätzlich auch ohne
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zusätzliche Kontusionierung der linken Schulter und des linken Thorax zu begründen
vermöchte. Selbst Dr. D._ räumt schliesslich ein, dass die Prognose im konkreten
Fall gut sei, Quetschungen eigentlich immer heilen würden und die Heilung selten so
lange dauern würde. Einen Grund, der für einen andern Verlauf sprechen würde, nennt
er nicht. Insbesondere führt er keine konkrete Verletzungsdiagnose an, die das
Fortdauern einer Unfallkausalität zu begründen vermöchte. Sein Zusatz im früheren
ärztlichen Zwischenbericht vom 12. Dezember 2012 (Suva-act. 11) "Chronifizierung"
deutete im Übrigen das Gesagte bereits an. Eine Chronifizierung spricht nicht für ein
unfallkausales organisches Substrat. Im Verlauf einer Chronifizierung wird das
ursprünglich erlittene Verletzungsmuster für das Ausmass der erlebten Behinderung
immer bedeutungsloser und die medizinische Literatur geht davon aus, dass die
Chronifizierung nicht auf eine ungenügende Heilung der Verletzung zurückzuführen sei,
sondern dass der Schmerz durch unfallfremde Faktoren unterhalten werde (vgl. E. Bär/
B. Kiener, Medizinische Mitteilungen der Suva Nr. 67 vom Dezember 1994, S. 45 ff.).
3.7 Die Darlegungen des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin, diese sei vom 21.
Dezember 2012 bis 6. Januar 2013 nicht voll arbeitsfähig, sondern lediglich
"ferienfähig" gewesen, und Dr. D._ habe aufgrund der Betriebsferien, und nicht weil
tatsächlich keine Arbeitsunfähigkeit mehr bestanden habe, kein
Arbeitsunfähigkeitszeugnis mehr ausgestellt, sind bezüglich der Frage des Zeitpunktes
des Dahinfallens der Unfallkausalität unerheblich. Die Frage der Unfallkausalität steht
grundsätzlich nicht im Zusammenhang mit der Frage der Arbeitsfähigkeit. Letztere
kann fortdauernd gegeben sein, jedoch eben auf verschiedenen Ursachen - unfall-
oder krankheitsbedingten - beruhen. Der Unfallversicherer hat für eine
Arbeitsunfähigkeit lediglich dann aufzukommen, wenn sie durch einen Unfall verursacht
worden ist.
3.8 Die Überlegungen der Beschwerdegegnerin zur Adäquanz erübrigen sich. Bei
physischen Unfallfolgen hat die Adäquanz gegenüber dem natürlichen
Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 127 V 103 E. 5b/
bb, 123 V 102 E. 3b, 118 V 291 E. 3a, 117 V 365 E. 5d/bb mit Hinweisen). Nachdem in
den medizinischen Akten keinerlei Hinweise auf eine psychische Beeinträchtigung der
Beschwerdeführerin enthalten sind, erübrigt sich sodann auch eine Adäquanzprüfung
zwischen dem Unfall vom 6. Oktober 2012 und einer anschliessend einsetzenden
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psychischen Fehlentwicklung (BGE 115 V 133; vgl. dazu auch Urteil des
Bundesgerichts vom 3. Juni 2009, 8C_951/2008, E. 3.4.2; SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67).
4.
Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gegen den
Einspracheentscheid vom 28. Januar 2014 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin keinen
Anspruch auf eine Parteientschädigung.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP