Decision ID: ab599666-51e3-4e52-b7ef-a3814475e91c
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ war in der Zeit von 1969 bis 1990 in der Schweiz als Maurer tätig gewesen
(vgl. UV-act. 6 S.10, IK-Auszug). Am 13. April 1990 hatte er einen Verkehrsunfall in
B._ erlitten (vgl. UV-act. 7f.). Bei diesem Unfall hatte er sich eine Trimalleolarfraktur
am linken Fuss zugezogen, die bei der Erstbehandlung im Spital C._ mittels
Osteosynthese behandelt worden war (UV-act. 18, act. G 9.3). Mit Schadenanzeige für
Motorfahrzeugversicherungen vom 26. April 1990 hatte A._ den Schadenfall den
Winterthur Versicherungen gemeldet, bei welchen er u.a. für Haftpflicht versichert
gewesen war. In dieser Schadenanzeige war als Arbeitgeber „selbständig“ vermerkt
(act. G 9.2).
A.b Wegen persistierender Schmerzen (vgl. IV-act. 38) war im Rahmen einer
Hospitalisation im Kantonalen Spital D._ zwischen 25. Februar und 1. März 1991 das
Osteosynthesematerial entfernt worden (UV-act. 18). Gestützt auf eine Untersuchung
vom 27. März 1992 hielt Dr. med. E._ im Bericht vom 30. März 1992 an die
Winterthur Versicherungen eine Erwerbsunfähigkeit von 50% für gegeben und eine
Anmeldung bei der Invalidenversicherung für erforderlich (IV-act. 37 S.22-24).
Daraufhin unterbreitete die Winterthur Versicherungen A._ am 25. Mai 1992 eine
Vereinbarung zur Abgeltung der nach dem Unfall vom 13. April 1990 verbleibenden
Einschränkung am linken Fuss (Entschädigungsvereinbarung im Betrag von Fr.
17'350.-- als Abfindung für alle Folgen des genannten Unfalls, IV-act. 39).
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A.c Im April 1992 erfolgte eine Anmeldung bei der Eidgenössischen
Invalidenversicherung (IV, vgl. act. G 3.2). In der Folge sprach die IV schliesslich am 8.
Mai 2001 ihrem Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 58 % ab 1. April 1991 eine
halbe Rente zu (UV-act. 6 S.28).
A.d Im Jahr 1993 musste der Beschwerdeführer seinen letzten schweizerischen
Wohnsitz in F._ verlassen (UV-act. 6 S.18; IV-act. 42 S.35). Seitdem lebt er in seiner
Heimat G._ (vgl. act. G 9.9, act. G 1 S.2).
B.
B.a Am 20./26. Oktober 2011 meldete sich A._ bei der Suva Linth und verlangte die
Ausrichtung von Versicherungsleistungen im Zusammenhang mit dem Unfall vom 13.
April 1990. Er machte geltend, er habe bisher fälschlicherweise angenommen, die
monatliche Rente werde nicht von der IV, sondern von der Suva bezahlt. Wie aus dem
IK-Auszug hervorgehe, sei er im Zeitpunkt des Unfalls bei H._ angestellt und somit
bei der Suva obligatorisch unfallversichert gewesen (UV-act. 6 S. 3). In ihrer
Stellungnahme vom 12. Dezember 2011 wies die Suva darauf hin, dass ihr nie ein
Unfall gemeldet worden bzw. ein solcher nicht bekannt sei. Den Akten lasse sich
entnehmen, dass der Versicherte vom 1. Juli 1978 bis mindestens 1983 über die
freiwillige Kranken- und Unfallkasse versichert gewesen sei. Aus einem weiteren
Dokument werde auf die Winterthur Versicherungen verwiesen; eventuell sei er dort
versichert gewesen. Die Suva bedaure, nicht weiter helfen zu können und retourniere
die eingereichten Unterlagen (UV-act. 5 f.). Gut zwei Jahre später erschien A._ am
10. April 2014 bei der Suva Linth und meldete den Unfall vom 13. April 1990 förmlich
an (Schadenmeldung vom 10. April 2014; UV-act. 7). Bei seiner Vorsprache erklärte er
nochmals, er sei immer der Meinung gewesen, die Rente werde ihm von der Suva und
nicht von der IV bezahlt. Das sei der Grund, weshalb er den Unfall so spät melde (UV-
act. 8).
B.b Die Suva Linth versuchte in der Folge beim Spital C._ (UV-act. 3 und 15), beim
Spital D._ (UV-act. 4 und 10), beim damaligen Rechtsvertreter des Versicherten,
Rechtsanwalt Dr. Niklaus Widmer, St. Gallen (UV-act. 14), bei der Freiwilligen Kranken-
und Unfallkasse, St. Gallen (UV-act. 13), bei der Axa Winterthur (UV-act. 11) sowie bei
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der IV-Stelle für Versicherte im Ausland (UV-act. 9) Unterlagen zu beschaffen. Die
Angeschriebenen lieferten entweder keine Unterlagen, da solche nicht mehr vorhanden
waren, oder spärliche und teilweise unleserliche Unterlagen (UV-act. 11, 14 und 15).
B.c Mit Verfügung vom 17. Juni 2014 (UV-act. 22) stellte die Suva fest, dass der
Versicherte am Tag des Unfalls, 13. April 1990, nicht bei ihr versichert war, und
verneinte eine Leistungspflicht aus der obligatorischen Unfallversicherung zu ihren
Lasten. Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte mit Eingabe vom 14. Juli 2014
Einsprache (UV-act. 23 S. 1). Mit Einspracheentscheid vom 22. August 2014 (zugestellt
am Wohnsitz in G._ am 1. September 2014, UV-act. 30) hielt die Suva an ihrem
Standpunkt fest (UV-act. 26).
C.
C.a Am 27. September 2014 erhob A._ (in der Folge: Beschwerdeführer), vertreten
durch Rechtsanwältin Maria Irene Rotella, Catanzaro, bei der Schlichtungsstelle für
Arbeitsverhältnisse St. Gallen Beschwerde gegen den Einspracheentscheid der Suva
(in der Folge: Beschwerdegegnerin) vom 22. August 2014 und verlangte die
Ausrichtung der gesetzlichen Leistungen (act. G 1). Die Schlichtungsstelle leitete die
Beschwerde am 3. Oktober 2014 zuständigkeitshalber an das Versicherungsgericht
des Kantons St. Gallen weiter (act. G 0).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 5. Februar 2015 beantragte die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Aus den Akten gehe hervor, dass der
Beschwerdeführer im Zeitpunkt des Unfalls als selbständigerwerbender Maurer tätig
gewesen sei. Der damals anwaltlich vertretene Beschwerdeführer habe denn auch den
Unfall nie bei der Suva gemeldet (act. G 9).
C.c Der Beschwerdeführer verzichtete auf eine Replik (act. G 10 f.).
D.
D.a Die Abklärung des Gerichts beim Baugeschäft H._ als allenfalls möglicher
Arbeitgeberfirma im Unfallzeitpunkt (vgl. Schreiben vom 17. November 2015, act. G 13)
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verlief ergebnislos (act. G 14). Das wurde den Parteien mit Schreiben vom 11.
Dezember 2015 mitgeteilt (act. G 15).
D.b Die weitere Abklärung bei der Ausgleichskasse I._ (vgl. Schreiben vom 17.
Dezember 2015, act. G. 16) ergab, dass im Jahr 1990 für den Beschwerdeführer ein
Betrag von Fr. 17'433.- für die Zeit von Januar bis Juli 1990 abgerechnet worden war
(vgl. AHV-Lohnbescheinigung 1990 der Firma H._, act. G 17 und 17.1).
D.c Mit Schreiben vom 8. Januar 2016 teilte das Gericht den Parteien mit, das
Abklärungsergebnis bei der Ausgleichskasse I._ spreche dafür, dass der
Beschwerdeführer im Zeitpunkt des Unfalls am 13. April 1990 als angestellter
Mitarbeiter des Baugeschäfts H._ tätig gewesen sei. Gleichzeitig wurde die
Beschwerdegegnerin ersucht, zum Abklärungsergebnis Stellung zu nehmen und
allenfalls einen Vorschlag zum weiteren Vorgehen zu unterbreiten (act. G 18).
D.d Die Beschwerdegegnerin hielt mit Schreiben vom 13. Januar 2016 an ihrem
Standpunkt fest (act. G 19). Dass für den Beschwerdeführer für die Zeit von Januar bis
Juli 1990 der Betrag von Fr. 17'433.-- abgerechnet worden sei, ändere nichts daran,
dass der Beschwerdeführer den am 13. April 1990 erlittenen Unfall nicht bei der
Beschwerdegegnerin, sondern bei den Winterthur Versicherungen gemeldet und dabei
angegeben habe, als Selbständigerwerbender tätig zu sein. Im Weiteren habe der
anwaltlich vertretene Beschwerdeführer 1992 angegeben, im Rahmen der
obligatorischen Unfallversicherung nicht bei der Beschwerdegegnerin, sondern bei den
Winterthur Versicherungen und der J._ in K._ versichert zu sein. Zudem spreche
der Umstand, dass der Beschwerdeführer sich während mehr als 20 Jahren nie an die
Beschwerdegegnerin gewandt habe, zusätzlich gegen ihre Zuständigkeit.
D.e Das Gericht beschloss an seiner Sitzung vom 29. Februar 2016, das den
Beschwerdeführer betreffende Dossier der IV-Stelle für Versicherte im Ausland
beizuziehen (Protokoll vom 29. Februar 2016, act. G 21; Schreiben an die IV-Stelle vom
gleichen Tag, act. G 22). Es räumte sodann den Parteien Gelegenheit zur Akteneinsicht
und gegebenenfalls zur Stellungnahme (Schreiben vom 15. November 2016, act. G 24).
Der Beschwerdeführer liess sich nicht vernehmen. Die Beschwerdegegnerin hielt mit
Schreiben vom 2. Dezember 2016 unverändert an ihrem Standpunkt fest (act. G 26).
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Erwägungen
1.
Vorliegend sind zunächst die Eintretensvoraussetzungen, namentlich die Frage der
örtlichen Zuständigkeit, zu prüfen.
1.1 Die Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) sind auf die Unfallversicherung
anwendbar, soweit das Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20)
nicht ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht (Art. 1 Abs. 1 UVG). Das ATSG
ist am 1. Januar 2003 in Kraft getreten. Im Zeitpunkt des Unfalls am 13. April 1990 war
das ATSG noch nicht in Kraft. Art. 82 Abs. 1 ATSG bestimmt, dass die materiellen
Bestimmungen des ATSG auf die bei seinem Inkrafttreten laufenden Leistungen und
festgesetzten Forderungen nicht anwendbar sind. Hingegen gilt für das Verfahren (Art.
27-62 ATSG) ab dessen Inkrafttreten das ATSG (U. KIESER, ATSG-Kommentar, 3.
Aufl., Zürich 2015, Art. 82, Rz 18).
1.2 Für die Beurteilung von Beschwerden aus dem Sozialversicherungsrecht ist
gemäss Art. 58 Abs. 1 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kantons zuständig,
in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung zivilrechtlichen
Wohnsitz hatte. Befindet sich der Wohnsitz der versicherten bzw. Beschwerde
führenden Person im Ausland, so ist das Versicherungsgericht desjenigen Kantons
zuständig, in dem sich ihr letzter schweizerischer Wohnsitz befand oder in dem ihr
letzter schweizerischer Arbeitgeber Wohnsitz hat (Art. 58 Abs. 2 ATSG). Betreffend das
Unfallversicherungsrecht brachte die Regelung von Art. 58 Abs. 2 ATSG gegenüber
dem bisherigen Recht keine Änderungen mit sich (U. KIESER, a.a.O., Art. 58 Rz 31 ff.
und 53). Der Beschwerdeführer lebte bei Einreichung der Beschwerde in G._. Er
hatte unbestrittenermassen seinen letzten Wohnsitz in F._ (act. G 9.7; vgl. auch act.
G 9.2, G 3.3). Gemäss Handelsregisterauszug hatte die Einzelfirma H._ ihren Sitz
ebenfalls im Kanton St. Gallen. Die örtliche Zuständigkeit des Versicherungsgerichts
des Kantons St. Gallen ist damit gegeben.
1.3 Nachdem die Beschwerde unbestrittenermassen auch rechtzeitig erhoben wurde
(vgl. act. G 2 f.), sind die Eintretensvoraussetzungen gegeben.
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2.
Obligatorisch unfallversichert sind die in der Schweiz beschäftigten Arbeitnehmer,
einschliesslich der Heimarbeiter, Lehrlinge, Praktikanten, Volontäre sowie der in Lehr-
oder Invalidenwerkstätten tätigen Personen (Art. 1a Abs. 1 UVG, das am 1. Januar
1984 in Kraft getreten ist und somit auf den vorliegenden Unfall vom 13. April 1990
Anwendung findet). Die vom Beschwerdeführer gegenüber der Beschwerdegegnerin
als obligatorischer Unfallversicherung geltend gemachten Leistungen setzen also
voraus, dass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt des Unfalls am 13. April 1990 im
Sinne der genannten Bestimmung bei der Beschwerdegegnerin obligatorisch
unfallversichert war. Umstritten und zu prüfen ist demnach in erster Linie die Frage der
Versicherteneigenschaft des Beschwerdeführers im Zeitpunkt des Unfalls am 13. April
1990.
2.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, er sei seit 1. Januar 1990, und somit auch
im Zeitpunkt des Unfalls am 13. April 1990, bei H._, angestellt und in dieser
Eigenschaft gemäss Art. 1a Abs. 1 UVG bei der Beschwerdegegnerin obligatorisch
unfallversichert gewesen. Die Beschwerdegegnerin bestreitet dies.
2.1.1 Aus der am 29. April 1992 bei der IV eingereichten Anmeldung zum Bezug von
IV-Leistungen geht hervor, dass der Beschwerdeführer nach seinen Angaben als
selbständiger Kundenmaurer tätig war und dabei einen Stundenlohn von brutto Fr.
41.-- bzw. ein Einkommen von monatlich Fr. 6‘560.-- erzielte (act. G 3.2). Die Fragen,
ob er bei der Beschwerdegegnerin angemeldet sei oder Leistungen von ihr erhalte,
wurden verneint. Hingegen wurde ausdrücklich angegeben, dass der
Beschwerdeführer gesetzliche Leistungen im Rahmen der obligatorischen
Unfallversicherung von der „Winterthur Versicherung 9000 St. Gallen und J._“ erhalte
(act. G 3.2 S. 2 f.). Der Beschwerdeführer hatte am 26. April 1990 den Unfall bei der
Winterthur Versicherung gemeldet; dort ist unter der Rubrik „Arbeitgeber“ „selbständig“
vermerkt (act. G 9.2). Auch im Arztbericht des Spitals D._ vom 11. September 1990
(act. G 9.3) wird erwähnt, dass der Beschwerdeführer im Unfallzeitpunkt als
selbständiger Maurer arbeitete. Der Arztbericht an die Winterthur Versicherungen vom
13. August 1991 (act. G 9.4) sprach ebenso von einer Tätigkeit als selbständiger
Maurer. Etwas anderes ergibt sich entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers auch
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nicht aus dem Brief der Schweizerischen Ausgleichskasse vom 29. Mai 2008
betreffend die Rentenfestsetzung ab 1. April 1991 (act. G 9.8) und ebenso wenig aus
dem Entscheid der Eidgenössischen Rekurskommission vom 18. August 2000 (act. G
9.9). Beide Dokumente halten nirgends fest, dass der Beschwerdeführer, wie von ihm
behauptet, als unselbständig erwerbend gilt. Der Entscheid der Rekurskommission hält
lediglich fest, dass der Beschwerdeführer vor dem Unfall als Maurer tätig war, was
unbestritten ist (act. G 9.9 S. 5). Im erwähnten Schreiben der Ausgleichskasse (act. G
9.8) wird in der Rentenberechnung sodann ein Erwerbseinkommen von Fr. 17‘433.-- im
Jahr 1990 aufgeführt, ohne (eigenständige) Qualifikation (act. G 9.8).
2.1.2 Den beigezogenen IV-Akten lassen sich weitere Hinweise auf eine
selbständige Tätigkeit entnehmen. So erwähnte ein Schreiben des Spitals D._ vom
30. März 1992, der Beschwerdeführer habe sich selbständig gemacht, um kleinere, für
ihn angepasste Aufträge im Baugewerbe übernehmen und den Rücken schonen zu
können; immerhin sei er als selbständiger Bauunternehmer trotz der Einschränkungen
seitens des Rückens vollständig arbeitsfähig gewesen (IV-act. 37 S. 23f.). Auf diesen
Umstand machte bereits ein Brief des leitenden Arztes des Kantonalen Spitals D._
Dr. med. E._ vom 12. März 1991 an den damaligen Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers aufmerksam. Danach hatte sich der Beschwerdeführer wegen
chronischer Rückenprobleme „vor Jahren“ in der Baubranche selbständig gemacht (IV-
act. 40 S.11).
2.1.3 Dem Auszug aus dem individuellen Konto der Schweizerischen
Ausgleichskasse lässt sich zwar entnehmen, dass H._ als Arbeitgeber paritätische
Beiträge für die Zeit Januar bis Juli 1990 in der Höhe von Fr. 17‘433.-- abgerechnet hat
(act. G 12). Allein dieser Auszug und die damit zusammenhängende Auskunft der
Ausgleichskasse SBV (act. G 17) belegen aber - besonders angesichts der in
vorstehenden Erwägungen 2.1.1 und 2.1.2 dargestellten Aktenlage - nicht mit der
nötigen Wahrscheinlichkeit, dass der Beschwerdeführer im fraglichen Zeitpunkt
tatsächlich unselbständig erwerbstätig gewesen war. Der Beschwerdeführer hatte am
18. August 2011 der Schweizerischen Ausgleichkasse für Versicherte im Ausland
mitgeteilt, H._ habe ihm im Jahr 1989 Fr. 44.--/Stunde als Selbständigerwerbendem
bezahlt. Ab Januar habe der Betrag für die Lohnpfändung (nach Betreibung) Fr.
1‘000.-- betragen, wovon zuerst die Altersbeiträge bezahlt worden seien (act. G 9.7).
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Diese Angaben dürften dahingehend verstanden werden, dass die Beiträge in der Höhe
von Fr. 17‘433.-- in diesem Zusammenhang zu sehen sind; sie würden demnach nicht
das Jahr 1990 betreffen, sondern frühere Jahre bzw. ausstehende Forderungen. Dies
scheint dadurch bestätigt zu werden, dass sich der Beschwerdeführer in demselben
Brief fragt, warum für die Jahre 1988-1989 trotz Lohnpfändung keine Beiträge bezahlt
worden seien. Dem vom Beschwerdeführer eingereichten Auszug (act. G 12) lässt sich
somit nur entnehmen, dass die angegebenen Beiträge (nachträglich) abgerechnet
wurden, nicht aber die konkreten Begleitumstände dieser Abrechnung. Schliesslich fällt
auf, dass in den relativ umfangreichen (IV-)Akten keine Lohnabrechnungen oder
Lohnausweise zu finden sind.
2.1.4 Der Beschwerdegegnerin ist ausserdem darin beizupflichten, dass ein
allfälliger Arbeitgeber einen Unfall dieses Ausmasses - gefolgt von längerer
Arbeitsunfähigkeit und Behandlungen - ohne weiteres und in Nachachtung der in Art.
45 Abs. 2 UVG vorgesehenen Pflicht dem zuständigen Unfallversicherer gemeldet
hätte. Der angegebene Arbeitgeber konnte nach so vielen Jahren nicht mehr befragt
werden (vgl. act. G 13, 14, 16 und 17). Schliesslich fällt ins Gewicht, dass der
Beschwerdeführer damals rechtlich beraten und anwaltlich vertreten war, wie in einem
Schreiben von Dr. E._ vom 18. Juni 1991 erwähnt wird und in den Akten (zumindest
teilweise) dokumentiert ist (IV-act. 40 S. 10, act. G 9.5, IV-act. 37 S.14, 42 S. 38). Es
erscheint wenig wahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer weder von der
Rechtsschutzversicherung noch vom beigezogenen Anwalt auf mögliche Leistungen
der Beschwerdegegnerin hingewiesen worden wäre, wenn er im Unfallzeitpunkt
tatsächlich in einer abhängigen Beschäftigung gestanden wäre.
2.2 Zusammenfassend ergibt die Aktenlage nicht ausreichend Anhaltspunkte für eine
unselbständige Tätigkeit im fraglichen Unfallzeitpunkt, während einiges dafür spricht,
dass der Beschwerdeführer damals als selbständiger Maurer unterwegs war.
3.
3.1 Der im Sozialversicherungsprozess herrschende Untersuchungsgrundsatz (BGE
125 V 195 E. 2; 122 V 158 E. 1a je mit Hinweisen) schliesst die Beweislast im Sinne der
Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsprozess tragen
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mithin die Parteien die Beweislast nur insofern, als im Fall der Beweislosigkeit der
Entschied zuungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen
Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Die Beweislast für einen leistungsbegründenden
Zusammenhang obliegt dem Leistungsansprecher, der nachweisen muss, dass die
leistungsbegründenden Tatsachen sich zugetragen haben. Diese Beweisregel greift
jedoch erst Platz, wenn im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes kein
wahrscheinlicher Sachverhalt ermittelt werden kann. Die blosse Möglichkeit genügt
nicht (RKUV 1994 Nr. U 206 S.328 E. 3b; 119 Nr. U 86 S.50; A. RUMO-JUNGO/A. P.
HOLZER, a.a.O., S.4f.). Ein Grundsatz, wonach die Verwaltung oder das Gericht im
Zweifel zugunsten der versicherten Person entscheiden müsse, besteht im
Sozialversicherungsrecht nicht. Bleibt demnach eine behauptete Tatsache unbewiesen,
fällt der Entscheid zuungunsten jener Partei aus, die aus dem unbewiesen gebliebenen
Sachverhalt Rechte ableiten wollte.
3.2 Es ist nicht ersichtlich, dass und was für zusätzliche Abklärungen gemacht werden
könnten, um den Sachverhalt im Unfallzeitpunkt weiter zu erhellen. Dass nach so
langer Zeit die konkreten Verhältnisse nicht mehr näher abzuklären sind, hat die
Beschwerdegegnerin nicht zu vertreten. Mithin ist aufgrund der vorhandenen Akten zu
entscheiden. Wie in Erw. 2 dargelegt, führt deren gesamthafte Würdigung zum
Ergebnis, dass der Nachweis für die Versicherteneigenschaft im Sinne von Art. 1a UVG
fehlt. Da der Beschwerdeführer von diesem Nachweis Rechte ableiten möchte, hat er
die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen.
3.3 Fehlt es am Nachweis der Versicherteneigenschaft im Zeitpunkt des Unfalls vom
13. April 1990, so ist die Beschwerdegegnerin von vornherein nicht leistungspflichtig.
Es können damit alle weiteren offenen Fragen der gesetzlichen Leistungspflicht offen
bleiben. Offen bleiben kann insbesondere die Frage, ob wegen der um mehr als 20
Jahre verspäteten Anmeldung von einem Verzicht auf Leistungen auszugehen ist (vgl.
dazu BGE 108 V 84). Die Behauptung des Beschwerdeführers, er sei immer davon
ausgegangen, eine Rente der SUVA und nicht der IV zu beziehen, erscheint wenig
plausibel, da der verwendete Briefkopf für die erhaltenen Leistungen entweder die
tatsächlich zuständige Behörde - nämlich die IV - in der italienischen Bezeichnung
angibt oder aber die Bezeichnung in drei Landessprachen nennt, darunter die
Muttersprache des Beschwerdeführers (beispielsweise UV-act. 6 S.28).
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4.
Zusammenfassend erweist sich die Beschwerde als unbegründet und ist deshalb
abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).