Decision ID: baf6884f-f1f2-4eca-86f6-05902c41ab3a
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._, geboren 1959, Mutter von zwei Kindern (Jahrgang 1976 und
1979), arbeitete bei verschiedenen Privatpersonen als Raumpflegerin (Urk. 11/13,
vgl. auch Urk. 11/29)
.
Unter Hinweis auf
Hüft
beschwerden
meldete sich
die Versicherte
am 16. März 2015 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 11/1, Urk. 11/9). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte daraufhin die medizinische und erwerb
liche Situation ab und verneinte nach ergangenem Vorbescheid (Urk. 11/32)
mit Verfügung vom 7. März 2016 einen Rentenanspruch (Urk. 11/39 = Urk
. 2).
2.
Die Versicherte erhob am
21. April 2016
Beschwerde
gegen die Verfügung vom 7. März 2016 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr eine ganze Rente zuzusprechen, eventuell seien weitere Arztberichte oder ein Gutachten einzuholen (Urk. 1 S. 1 unten).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 26. Mai 2016 (Urk. 10) die Abweisung der Beschwerde. Mit Gerichtsverfügung vom 8. August 2016
wurden antragsgemäss (vgl. Urk. 1 S. 1) die unentgeltliche Prozessführung und
Rechtsvertretung bewilligt und der Beschwerdeführerin die
Beschwerdeant
wort
zugestellt (Urk. 12).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung
der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliess
lich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Auf
gabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mit
arbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätig
keit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerbstätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter
ande
rem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versi
cherte
Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich
mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, famili
ä
ren, sozialen und erwerblichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Metho
de
bestimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Ein
kom
mens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenom
men wird,
wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 E.
3.3 mit Hinweisen; vgl. BGE 134 V 9).
1.3
Die Arbeitsunfähigkeit im Sinne von
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG (bis 31. Dezem
ber 2007:
Art.
29
Abs.
1
lit
. b IVG) entspricht der Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich (
Art.
6 ATSG; BGE 105 V 156 E.
2a). Bei der Bemessung der Invalidität von im Haushalt tätigen Versicherten ist die Schadenminderungspflicht von erheblicher Rele
vanz. Nach der Rechtsprechung ist dabei vom Grundsatz auszugehen, dass einem Leistungsansprecher im Rahmen der Schadenminderungspflicht Mass
nahmen zuzumuten sind, die ein vernünftiger Mensch in der gleichen Lage ergreifen würde, wenn er keinerlei Entschädigung zu erwarten hätte. Für die im Haushalt tätigen Versicherten bedeutet dies, dass sie Verhaltensweisen zu entwickeln haben, welche die Auswirkungen der Behinderung im hauswirt
schaftlichen Bereich reduzieren und ihnen eine möglichst vollständige und unabhängige Erledigung der Haushaltarbeiten ermöglichen. Kann die versi
cherte Person wegen ihrer Behinderung gewisse Haushaltarbeiten nur noch mühsam und mit viel höherem Zeitaufwand erledigen, so muss sie in erster Linie ihre Arbeit einteilen und in üblichem Umfang die Mithilfe von Fami
lienangehörigen in Anspruch nehmen. Ein invaliditätsbedingter Ausfall darf bei im Haushalt tätigen Personen nur insoweit angenommen werden, als die Aufgaben, welche nicht mehr erfüllt werden können, durch Drittpersonen gegen
Entlöhnung
oder durch Angehörige verrichtet werden, denen dadurch nachgewiesenermassen eine Erwerbseinbusse oder doch eine unverhältnis
mässige Belastung entsteht. Die im Rahmen der Invaliditätsbemessung bei einer Hausfrau zu berücksichtigende Mithilfe von Familienangehörigen geht daher weiter als die ohne Gesundheitsschädigung üblicherweise zu erwar
tende Unterstützung. Geht es um die Mitarbeit von Familienangehörigen, ist danach zu fragen, wie sich eine vernünftige Familiengemeinschaft
einrichten würde, wenn keine Versicherungsleistungen zu erwarten wären. Dabei darf
nach der Rechtsprechung unter dem Titel der Schadenminderungspflicht nicht
etwa die Bewältigung der Haushalttätigkeit in einzelnen Funktionen oder
insgesamt auf die übrigen Familienmitglieder überwälzt werden mit der Folge
, dass gleichsam bei jeder festgestellten Einschränkung danach gefragt werden müsste, ob sich ein Familienmitglied finden lässt, das allenfalls für eine ersatzweise Ausführung der entsprechenden Teilfunktion in Frage kommt. Schliesslich vermag die Tatsache, dass sich die der Rechtsprechung zugrunde liegenden, in
Art.
159
Abs.
2 und 3
des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB)
zwischen den Ehegatten und in
Art.
272 ZGB zwischen Eltern und Kindern statuierten Beistandspflichten nicht unmittelbar durchsetzen lassen (d.h. weder klagbar noch vollstreckbar sind), sondern nur freiwillig erfüllt werden können (
Honsell
/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar,
3.
Aufl., Basel 2006,
N.
9 zu
Art.
272 ZGB;
Bräm
/
Hasenböhler
, Zürcher Kommentar,
3.
Aufl., Zürich 1998,
N.
168 zu
Art.
159 ZGB), an der
Schadenminde
rungs
pflicht
der im Haushalt beschäftigten Versicherten nichts zu ändern. Denn wie
auch im Erwerbsbereich darauf abzustellen ist, ob die verbleibende Erwerbs
fähigkeit auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt grundsätzlich verwertbar ist, unabhängig davon, ob eine solche Anstellung rechtlich durchsetzbar ist, ist auch in Bezug auf den Haushaltbereich davon auszugehen, was in der sozialen Realität üblich und zumutbar ist, unabhängig davon, ob eine Mit
hilfe rechtlich durchsetzbar ist (BGE 133 V 504 E. 4.2 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_729/2009 vom 3
0.
November 2009 E. 4.1-3).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter
suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt
nis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Darlegung der medi
zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begrün
det sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.5
Die von einer qualifizierten Person durchgeführte Abklärung vor Ort (nach Mass
gabe des
Art.
69
Abs.
2
der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV
; vgl. auch
Rz
. 3084 ff. des Kreisschreibens des BSV über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH]) stellt für gewöhnlich die
ge
eignete und genügende Vorkehr zur Bestimmung der gesundheitlichen Ein
schränkung im Haushalt dar (Urteil
des Bundesgerichts
9C_201/2011 vom 5. September
2011 E.
2, in: SVR 2012 IV Nr.
19 S.
86). Einer ärztlichen Fachperson, die sich zu den einzelnen Positionen der Haushaltführung unter dem Gesichtswinkel der Zumutbarkeit zu äussern hat, bedarf es nur in Aus
nahmefällen, namentlich bei unglaubwürdigen Angaben der versicherten Per
s
on, die im Widerspruch zu den ärztlichen Befunden stehen (Urteil des Bun
desgerichts
8C_817/2013 vom 2
8.
Mai 2014 E. 5.1 mit weiteren Hin
wei
sen
).
Für den Beweiswert eines Berichtes über die Abklärung im Haushalt einer versicherten Person sind – analog zur Rechtsprechung betreffend die Beweis
kraft von Arztberichten (BGE 125 V 351 E.
3a mit Hinweis) – verschiedene Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer
qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis von den örtlichen und räum
lichen Verhältnissen sowie den aus den medizinischen Diagnosen sich erge
ben
den Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Anga
ben
der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzel
nen Einschränkungen sein und in
Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Abklärungsbericht voll beweiskräftig (AHI 2003 S. 218 E. 2.3.2 [in BGE 129 V 67 nicht ver
öffentlichte Erwägung]; Urteil des Bundesgerichts I 733/03 vom
6.
April 2004 E.
5.1.2; vgl. auch BGE 130 V 61 E.
6.2 und 128 V 93 E. 4 betreffend
Abklä
rungsberichte
im Zusammenhang mit der Hauspflege und Hilflosigkeit). Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im Abklärungsbericht ent
hal
tenen Angaben zu Art und Umfang der Behinderung im Haushalt mass
gebend, sondern gelten analog für jenen Teil eines Abklärungsberichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tätigkeit von teilerwerbstätigen Versicherten mit häuslichem Aufgabenbereich im Gesundheitsfall betrifft
(Urteil des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1 mit weite
ren
Hinweisen
).
Der Abklärungsbericht ist seiner Natur nach in erster Linie auf die Ermittlung
des Ausmasses physisch bedingter Beeinträchtigungen zugeschnitten, wes
ha
lb seine grundsätzliche Massgeblichkeit unter Umständen Einschränkungen er
fah
ren kann, wenn die versicherte Person an psychischen Beschwerden leidet
. Grundsätzlich jedoch stellt er auch dann eine beweistaugliche Grundlage dar, wenn es um die Bemessung einer psychisch bedingten Invalidität geht, das heisst wenn die Beurteilung psychischer Erkrankungen im Vordergrund steht (AHI 2004 S.
137 E. 5.3). Widersprechen sich die Ergebnisse der Abklärung vor Ort und die fachmedizinischen Feststellungen zur Fähigkeit der versi
cherten Person, ihre gewohnten Aufgaben zu erfüllen, ist aber in der Regel den ärztlichen Stellungnahmen mehr Gewicht einzuräumen als dem Bericht über die Haushaltsabklärung, weil es der Abklärungsperson regelmässig nur beschränkt möglich ist, das Ausmass des psychischen Leidens und der damit verbundenen Einschränkungen zu erkennen (Urteile des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1,
9C_986/2009 vom 11. November 20
10 E. 7.2 und 9C_631/2009 vom 2. Dezember 2009 E. 5.1.2, je mit Hinweisen).
1.6
Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches als auc
h anlässlich einer Rentenrevision (
Art.
17
Abs.
1 ATSG) stellt sich unter dem Gesichtspunkt des
Art.
28a
Abs.
3 IVG in Verbindung mit
Art.
16 und 7
Abs. 2 ATSG die Frage nach der anwendbaren
Invaliditätsbe
messungs
methode
.
Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, führt je zur Anwendung einer anderen Metho
de der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich,
Betätigungsver
gleich
, gemischte Methode) und ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der
Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden
könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch, das heisst ohne
Gesund
heitsschaden
, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbs
tätig wäre (
Art.
27
bis
IVV). Die gemischte Methode bezweckt damit eine möglichst
wirk
lichkeitsgerechte
Bemessung des Invaliditätsgrades (BGE 133 V 504 E.
3.3 mit Hinweisen).
Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben. Dabei sind
die konkrete Situation und die Vorbringen der versicherten Person nach Mass
gabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit ist der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit erforderlich (
BGE 137 V 334
E. 3.2,
130 V 393
E. 3.3,
125 V 146
E. 2c, je mit Hinweisen).
Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl.
Art.
27 IVV) sind die persönlichen, familiären, sozialen
und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 9C_915/2012 vom 1
5.
Mai 2013 mit Hinweisen auf BGE 133 V 504 E.
3.3).
Die gemischte Methode findet auch Anwendung, wenn der (in einem Auf
gabenbereich tätigen) versicherten Person ohne gesundheitliche Beeinträchti
gung eine vollzeitliche Erwerbstätigkeit zumutbar wäre, sie aber trotzdem eine solche nicht ausüben würde (vgl. BGE 133 V 504 E.
3.3 in
fine
). Ist je
doch anzunehmen, die versicherte Person wäre ohne gesundheitliche Beein
trächtigung teilerwerbstätig oder sie arbeitete unentgeltlich im Betrieb des Ehe
gatten oder der Ehegattin mit, ohne daneben in einem andern Aufgaben
bereich nach
Art.
5
Abs.
1 IVG
tätig zu sein, ist die Invalidität ausschliesslich nach den Grundsätzen für Erwerbstätige, somit nach
Art.
16 ATSG zu be
messen (
Art.
28a
Abs.
3 e
contrario
). Die gemischte Methode gelangt hier
eben
so wenig zur Anwendung wie bei ohne Gesundheitsschaden voll Erwerbs
tätigen (
Art.
27
bis
IVV). Das
Valideneinkommen
ist nach Massgabe der ohne
Gesundheitsschaden ausgeübten Teilerwerbstätigkeit festzulegen. Entscheidend
ist, was die versicherte Person als Gesunde tatsächlich an Einkommen erzie
len würde, und nicht, was sie bestenfalls verdienen könnte. Wäre sie ge
sund
heitlich in der Lage, voll erwerbstätig zu sein, reduziert sie aber das
Arbeits
pensum
aus freien Stücken, insbesondere um mehr Freizeit zu haben, oder ist die Ausübung einer Ganztagestätigkeit aus Gründen des Arbeitsmarktes nicht möglich, hat dafür nicht die Invalidenversicherung einzustehen (
BGE 125 V 157
E. 5c/
bb
mit Hinweisen; ZAK 1992 S.
92 E.
4a). Das
Invalidenein
kommen
bestimmt sich entsprechend den gesetzlichen Vorgaben danach, was die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage
erzielen könnte. Dabei kann das – vom Arzt festzulegende – Arbeitspensum unter Umständen grösser sein als das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung geleistete (vgl. BGE 131 V 51 E. 5.1.2).
Bei der Bestimmung der im konkreten Fall anwendbaren
Invaliditätsbe
messungs
methode
und damit der Beantwortung der entscheidenden Statusfrage hande
lt es sich um eine hypothetische Beurteilung, die auch hypothetische
Willens
entscheidungen
der versicherten Person berücksichtigen muss. Dies gilt auch für die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesund
heit
liche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre. Diese inneren Tatsachen sind in
dessen einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in aller Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden. Die Beurteilung hypothe
ti
scher Geschehensabläufe ist eine Tatfrage, soweit sie auf Beweiswürdigung
beruht, selbst wenn darin auch Schlussfolgerungen aus der allgemeinen Lebens
erfahrung mitberücksichtigt werden. Rechtsfragen sind hingegen Folge
rungen, die ausschliesslich – losgelöst vom konkreten Sachverhalt – auf die allgemeine Lebenserfahrung gestützt werden oder die Frage, ob aus festge
stellten Indizien mit Recht auf bestimmte Rechtsfolgen geschlossen worden ist
(vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_287/2013 vom
8.
November 2013 E.
3.5
und 8C_511/2013 vom 3
0.
Dezember 2013, je
mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) ge
stützt auf die medizinischen Abklärungen
sowie den Abklärungsbericht Beruf und Haushalt vom 16. Dezember 2015 (Urk. 11/29)
davon aus,
dass die Be
schwerdeführerin ohne Gesundheitsschaden weiterhin ihrer Tätigkeit als Reini
gungskraft zu einem Pensum von 33 % nachgehen würde. Die restlichen 67 % würden in den Aufgabenbereich entfallen. Aus ärztlicher Sicht sei die Ausübung einer angepassten Tätigkeit zu 50 % zumutbar. Unter Berück
sich
tigung der Einschränkung
im Haushaltsbereich resultiere ein Invaliditätsgrad von 13 % (S. 2).
2.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin im Wesentlichen auf den Standpunkt (Urk. 1), es sei davon auszugehen, dass sie seit mindestens Juli 2010 zu 100 % arbeitsunfähig sei und zwar auch in einer angepassten Tätig
keit (S. 3 oben). Dies werde auch von Dr. Y._ vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) so beurteilt. Insbesondere da ihr Ehemann bereits pensioniert sei, sei es durchaus glaubhaft, dass sie ohne gesundheitliche Einschrän
kung
en heute zumindest eine 50%ige Erwerbstätigkeit ausüben würde. Es sei des
halb davon auszugehen, dass sie heute ohne Behinderung zu 50 % erwerbs
tätig und zu 50 % im Haushalt tätig wäre (S. 4 oben). Nachdem sowohl der RAD-Arzt als auch Dr. Z._ von einer 50%igen Restarbeitsfähigkeit im Haushalt ausgehen würden, sei es nicht nachvollziehbar, weshalb in der Abklärung von einer Einschränkung von lediglich knapp 20 % ausgegangen werde (S. 4 Mitte). Es sei von der ärztlichen Einschätzung auszugehen, wo
nach sie im Haushalt zu 50 % eingeschränkt sei (S. 4 unten). Die gemischte Methode der Invaliditätsbemessung bei teilzeitlich erwerbstätigen Personen mit Haushaltspflichten werde nun auch vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) kritisiert, da diese fast ausschliesslich bei Frauen
angewendet werde und diese damit diskriminiere. Auch im Lichte dieser Recht
sprechung sei von der ärztlichen Einschätzung der Restarbeitsfähigkeit aus
zugehen und nicht von den nicht nachvollziehbaren Zahlen der
Haushalts
abklärung
(S. 4 unten f.). Zusammenfassend ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 75 %.
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Rentenanspruch
der Beschwerdeführerin und in diesem Zusammenhang
insbesondere das Ausmass der Einschränkungen im Aufgab
en- und im Erwerbsbereich.
3.
3.1
Dr. med. A._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, führte im Bericht vom 16. Juni 2015 (Urk. 11/11/6-7) aus, er behandle die Beschwerde
führerin seit 1994 (Ziff. 1.2) und nannte als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine massive
Coxarthrose
beidseits, einen Status nach multiplen Hüftoperationen beidseits mit TP-Wechsel und einen Verdacht auf septische Schaftlockerung rechts. Die Beschwerdeführerin leide unter starken Schmerzen im Bereich der Hüften beidseits. Ebenso würden sich Schmerzen im Bereich des Rückens und der Muskelansätze der Hüftgelenke zeigen (Ziff. 1.4). Die Beschwerdeführerin sei weiterhin zu 100 % arbeitsunfähig (Ziff. 1.6). Sie sei nicht im Stande, eine regelmässige Tätigkeit zu verrichten (Ziff. 1.7).
3.2
Die Ärzte der Universitätsklinik
B._
nannten im Bericht vom 30. Juli 2015
(Urk. 11/15/6-8) die folgenden Diagnosen:
-
Status nach schmerzhafter Exazerbation der Hüfte links im Dezember 2014 mit/bei:
-
Verdacht auf aseptische Prothesenlockerung
-
Status nach Hüft-TP Wechsel links im Jahr 1995 (auswärts)
-
Status nach primärer Hüft-TP Implantation links, unbekannten Datums
-
Status nach stationärer Rehabilitation bei
Tendinopathie
der
Iliopsoassehne
links im November 2014
-
Status nach Hüft-TP-Revision rechts mit
Zementspacerausbau
und Hüft-TP-Reimplantation vom 23. November 2010 bei
-
Status nach Hüft-TP Ausbau,
Zementspacereinbau
rechts vom 16. Juli 2010 nach Low-grade-Hüft-TP Infekt rechts bei
Strepto
coccus
sanguinis
und septischer Schaftlockerung
-
Status nach Hüft-TP Implantation rechts am 16. August 2006
-
HWI, Erstdiagnose 19. Dezember 2014
Dazu führten sie aus, bei der Beschwerdeführerin habe sich eine sympto
matische, sekundäre fortgeschrittene
Coxarthrose
rechts gezeigt, woraufhin die Hüft-TP
Implantation rechts im Jahr 2006 erfolgt sei. Bei Hüft-TP Infekt sei der zweiseitige Wechsel im Jahr 2010 erfolgt. Postoperativ habe sich in der Kontrolle im Mai 2011 eine beschwerdearme und zufriedene Beschwer
deführerin gezeigt. Im weiteren Verlauf seien dann zunehmende Schmerzen aufgetreten, so dass im Dezember 2014 der Verdacht auf eine
Prothesen
locke
rung
gestellt worden sei. Im weiteren Verlauf seien die Beschwerden spontan zurückgegangen, so dass zunächst ein konservatives weiteres Vor
gehen vereinbart worden sei. Die nächste Verlaufskontrolle im Juni 2015 habe die Beschwerdeführerin abgesagt. Die weitere Behandlung sei durch Dr. Z._ erfolgt (S. 2).
3.3
Dr. med.
Z._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie des Bewegungsapparates, führte im Bericht vom 7. Oktober 2015 (Urk. 11/25/6-9) aus, er behandle die Beschwerdeführerin seit Juni 2015 (Ziff. 1.2) und nannte die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit (Ziff. 1.1):
-
Zustand nach angeborener Hüftdysplasie mit
Coxarthrose
beidseits
-
Zustand nach Hüft-TP links im Jahr 1986 (Jugoslawien)
-
Zustand nach Hüft-TP-Wechsel links im Jahr 1995 (Spital C._)
-
Zustand nach Hüft-TP rechts am 16. August 2006 (B._)
-
Zustand nach Hüft-TP-Revision rechts mit Hüft-TP-Ausbau bei Verdacht auf Infekt im Jahr 2010 (B._)
-
Zustand nach Hüft-TP-Revision rechts mit erneuter Reimplantation einer Hüft-TP rechts am 23. November 2010 (B._)
-
aktuell: Verdacht auf beginnende Schaftlockerung links (Szintigraphie vom 8. Juni 2015)
-
Beinverkürzung links
Dazu führte er aus, der aktuelle Befund ergebe Schmerzen im Bereich des linken Hüftgelenkes mit eingeschränkter Beweglichkeit und Schmerzen in der Oberschenkelmuskulatur und in der Leiste sowie eine
Beinverkürzung links. Es bestehe aufgrund der Skelettszintigraphie vom 8. Juni 2015 Verdacht auf
beginnende Lockerung (Ziff. 1.4). Die Beschwerdeführerin sei zurzeit als Haus
frau in ihrem eigenen Haushalt zu etwa 50 % eingeschränkt (Beginn unbe
kannt) und habe die Tätigkeit als Putzfrau vollständig aufgegeben (Beginn ebenfalls unbekannt) (Ziff. 1.6). Es würden nur körperliche Einschränkungen infolge Schmerzen im linken Bein bestehen. Bei der Arbeitsausübung würden
die Schmerzen zunehmen. Die Tätigkeit als Hausfrau sei etwa zu 50 % zumut
bar. Die Arbeit als Reinigungsfrau habe sie aufgeben müssen. Zurzeit könne keine behinderungsangepasste Tätigkeit ausgeführt werden (Ziff. 1.7). Die Be
schwerdeführerin mache zurzeit Physiotherapie, nehme Medikamente und mit
Verbesserung des muskulären Zustandes sollte wieder eine Arbeitsfähigkeit als Hausfrau, eventuell auch als auswärtsarbeitende Reinigungsfrau erreicht
werden können (Ziff. 1.8). Dr.
Z._
empfahl schliesslich, die häusli
chen
Rahmenbedingungen vor Ort am Wohnort der Beschwerdeführerin durch die IV abzuklären (Ziff. 1.11).
3.4
Dr. med. Y._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie des Bewegungsapparates, RAD, führte in seiner Stellungnahme vom 19. Oktober 2015 (Urk. 11/31/5) aus, e
in konkreter Beginn der
100%igen Arbeitsunfähigkeit
in der früheren Tätigkeit
als
Reinigungskraft
werde
nir
gends genannt, dürfte aber im Hinblick auf den Hüft-TEP-Ausbau und
Zement
spacereinbau
rechts am 1
6. Juli 2010
wegen septischer
Schaft
locke
rung
medizintheoretisch überwiegend wahrscheinlich
spätestens ab diesem Datum anzunehmen sein
(Ziff. 2)
.
Die von
Dr. Z._
angegebene, der
zeitige
50%ige Arbeitsfähigkeit
für die Tätigkeit als Hausfrau
erscheine
im Hinblick auf die genannten Diagnosen aus medizinischer Sicht nachvoll
zieh
bar - wobei auch diesbezüglich in den bisherigen Arztberichten keine kon
kreten Angaben zu finden
seien
.
Diesbezüglich wäre es sinnvoll, eine Abklä
rung durchzuführen (Ziff. 3).
Für eine angepasste
Tätigkeit
würden
- ausser im aktuellen Bericht von
Dr. Z._
- ebenfalls aktenkundige Angaben
fehlen. Aber auch Dr. Z._ gebe
diesbezüglich keinen konkreten Be
ginn an. Medizintheoretisch
lasse
sich nur feststellen, dass eine Erwerbs
tätig
keit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht in einem höheren Prozent
satz möglich
sei
als die eigene Haushaltstätigkeit.
Ab wann genau die
Ar
beits
fähigkeit
für eine angepasste Tätigkeit in der Vergangenheit in welchem konkreten Prozentsatz eingeschränkt
gewesen sei
,
sei
aus den Akten nicht zu entnehmen. Rein medizintheoretisch
sei
aber mit überwiegender Wahrschein
lichkeit davon auszugeben, dass nach jeder der bisher seit
Juli
2010 erfolgten Hüft-Operationen während eines mindestens 6- monatigen Rekonvaleszenz-Zeitraumes eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit
vorgelegen habe
und in den Zeiträumen dazwischen die
Arbeitsfähigkeit
unter Beachtung
des
folgenden Belastun
g
sprofils
zirka
50
%
betragen habe
:
k
örperlich leichte, vorwiegend sitzende Tätigkeit ohne Heben und Tragen von Lasten
von mehr als
5-6
kg, ohne Knien, Kauern und Hocken, ohne häufiges Treppensteigen
(Ziff. 4)
.
3.5
Anlässlich der Haushaltsabklärung vom 16. Dezember 2015 (Bericht vom
8. Dezember 2015; Urk. 11/29) führte die Beschwerdeführerin im Beisein ihre
r Schwiegertochter als Übersetzerin aus, gesundheitlich gesehen gehe es ihr
nicht gut. Nach dem Reha Aufenthalt in
D._
im Jahr 2014 sei es ihr kur
z
fristig etwas besser gegangen. Dann hätten die Beschwerden wieder zuge
nommen, worauf sie ihren Hausarzt aufgesucht habe. Man habe in der
bild
gebenden
Diagnostik festgestellt, dass sich die Hüft-Prothese gelockert habe.
Heute sei es so, dass
sie
weiterhin eine reduzierte Kraft in der linken Hüft
e
habe
.
Die Muskulatur im linken Hüftgelenk sei verkürzt. Die Problematik sei, dass sich
ihre
gesundheitliche Verfassung stets etwas ändere. Es gebe regel
mässige Phasen
- diese würden
zwischen 1-4-Wochen
dauern
- dann
gehe es
ihr
etwas besser und dann n
ä
hmen die Schmerzen und Blockaden wieder deutlich zu
(S. 2 oben).
Aktuell könne sie keine Teilzeittätigkeit in der Reinigung mehr ausführen. Beim Arbeitslosenamt oder beim Sozialamt sei sie bisher nicht gemeldet. Die
jenigen Teilzeitstellen, welche innerhalb der Familie durch ihre Tochter, oder die Schwiegertochter übernommen worden seien, würden weiterhin bestehen. Jedoch werde das Salär direkt an diese Person ausgerichtet, welche die Arbeit effektiv verrichte (Ziff. 2.3). Die Arbeit sei ihr stets sehr wichtig gewesen. Sie sei deshalb sogar oftmals mit Schmerzen zur Arbeit erschienen. Wenn sie bei guter Gesundheit wäre, würde sie weiterhin in der Reinigung arbeiten. Durch die Mund zu Mund Propaganda habe sie immer mal wieder eine Empfehlung und einen neuen Arbeitseinsatz erhalten. Die restliche Zeit habe sie im Rahmen der Haushaltsarbeiten investiert. Zur Aussage, dass sie bei guter Gesund
heit zu 100 % arbeiten würde, hielt die Abklärungsperson fest, dass
dies aufgrund der bisherigen Erwerbsbiografie nicht nachvollziehbar und glaub
haft sei. Darauf aufmerksam gemacht, führte die Beschwerdeführerin aus, sie würde bei guter Gesundheit weiterhin mehrere Teilzeitstellen kombi
nieren und wäre die restliche Zeit als Hausfrau tätig (Ziff. 2.5).
Zur Begründung der Qualifikation führte die Abklärungsperson aus, die Beschwerdeführerin sei
in Mazedonien geboren und aufgewachsen. Seit dem 3
1. Januar
1993 leb
e
die
Beschwerdeführerin
in der Schweiz. Gestützt auf die Angaben im IK-Auszug
sei
die
Beschwerdeführerin
erstmals im Jahr 1997 beruf
lich als Raumpflegerin teilzeit
erwerbstätig
gewesen
. Wobei sie stets meh
rere kleine Teilzeitstellen miteinander kombiniert
habe
, um das
Familien
budget
aufzubessern. Gestützt auf die RAD
-
Stellungnahme
könne
die einjäh
rige Wartezeit ab Juli 2010 eröffnet werden. Da die
Beschwerdeführerin
auch vor Eintritt des Gesundheitsschadens keine Bemühungen unternommen
habe,
ihr
Arbeitspensum zu erhöhen,
müsse
mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit angenommen werden, dass
die Beschwerdeführerin
weiterhin in einem tiefen Teilz
eit
pensum beruflich tätig wäre.
Für das Jahr 2010 ergebe sich eine durchschnittliche Teilzeittätigkeit von 33 % und eine effektive Arbeitszeit von 13 Stunden pro Woche. Die restlichen 67 % würden in den
Haushalts
be
reich
fallen (Ziff. 2.6).
Unter Berücksichtigung der Mitwirkungs- und Schadenminderungspflicht der Familienangehörigen und vor dem Hintergrund, dass die Beschwerdeführerin
in einem Mehrgenerationenhaushalt lebt, ermittelte die Abklärungsperson ein
e Gesamteinschränkung im Haushalt von 19.7 % (Ziff. 6), was bei einem Anteil Haushaltsbereich von 67 % einen Teilinvaliditätsgrad von 13.2 % ergebe (Ziff. 7).
4.
4.1
Unbestritten und gemäss vorliegender Aktenlage ausgewiesen ist, dass die
Beschwerdeführerin an angeborener Hüftdysplasie mit beidseitiger
Coxar
throse
leidet, sich bereits mehreren Hüftoperationen mit beidseitigem
endoprothe
tischem
Ersatz unterziehen musste und infolgedessen in der Zwischenzeit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit als Raumpflegerin besteht. Uneinigkeit be
steht hingegen bei der Beurteilung der Auswirkungen der gesundheitlichen Einschränkungen auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer ada
ptierten Tätigkeit.
4.2
Die Ansicht der Beschwerdeführerin, wonach sie gestützt auf die Berichte ihrer behandelnden Ärzte seit mindestens Juli 2010 durchgehend zu 100 % arbeitsunfähig sei, dies auch in einer angepassten Tätigkeit, vermag nicht zu überzeugen und findet in den Akten keine hinreichende Stütze. Die ärztli
cherseits postulierte (durchgehende) vollständige Arbeitsunfähigkeit seit Juli 2010 in der Tätigkeit als Raumpflegerin erscheint nur schon deshalb nicht plausibel, da die Beschwerdeführerin
gemäss Auszug aus dem individuellen Konto (IK) selbst im Jahr 2011 noch Einkünfte praktisch in gleicher Höhe wie im Jahr 2009 und 2010 erzielte und sogar in den Folgejahren in ihrer ange
stammten Tätigkeit ein Einkommen erzielte (vgl. IK-Auszug; Urk. 11/40). Weiter berichteten die Ärzte der Uniklinik B._ im Bericht nach einer postoperativen Verlaufskontrolle vom 18. Mai 2011 (vgl. Urk. 11/20/3-4) von einer beschwerdearmen und zufriedenen Patientin, was ebenfalls gegen eine durchgehende Arbeitsunfähigkeit spricht. Der RAD-Arzt Dr. Y._ stellte in seiner Stellungnahme vom 19. Oktober 2015 (vgl. vorstehend E. 3.4) richti
ger
weise fest, dass ein konkreter Beginn der 100%igen Arbeitsunfähigkeit in der früheren Tätigkeit als Raumpflegerin nirgends genannt werde. Im Bericht vom 30. Juli 2015 berichteten die Ärzte der Uniklinik B._ von im Verlauf zunehmend aufgetretenen Schmerzen und einem Verdacht auf eine
Pro
thesen
lockerung
im Dezember 2014. Die Beschwerden seien im weiteren Ver
lauf zurückgegangen, so dass zunächst ein konservatives weiteres Verhalten vereinbart worden sei. Die nächste Verlaufskontrolle im Juni 2015 sei schliess
lich von der Beschwerdeführerin abgesagt worden, wobei die weitere Behand
lung durch Dr. Z._ erfolgt sei (vgl. vorstehend E. 3.2). Schliesslich führte auch Dr. Z._ aus, dass der Zeitpunkt, seitdem die Beschwerdeführerin als Hausfrau eingeschränkt und ihre Tätigkeit als Raum
pflegerin aufgegeben habe, unbekannt sei.
4.3
Vorliegend haben sich einzig Dr. Z._ und der RAD-Arzt Dr. Y._ zur Arbeitsfähigkeit geäussert. Dr. Z._ führte nach dreimonatiger Be
hand
lung im Bericht vom 7. Oktober 2015 aus, dass die Beschwerdeführerin im Haushalt zu etwa 50 % eingeschränkt sei und dass sie die Tätigkeit als Raumpflegerin nicht mehr ausüben könne. Zur Arbeitsfähigkeit in einer
be
hinderungsangepassten
Tätigkeit machte er verschiedene - teils wider
sprüch
liche - Ausführungen. Zum einen hielt er fest, dass eine solche zurzeit nicht ausgeübt werden könne. Zur Frage,
welche Arbeiten der Beschwerdeführerin unter Berücksichtigung ihrer gesundheitlichen Einschränkungen in
behinde
rungsangepasster
Tätigkeit noch zumutbar seien, hielt er wiederum fest, dass er für das Erstellen des Berichtes über die Arbeitstätigkeit die Beschwer
de
führerin speziell aufbieten müsste, wenn diese Angaben gewünscht seien. Sodann hielt er fest, dass mit einer Verbesserung des muskulären Zustandes wieder eine Arbeitsfähigkeit als Hausfrau, eventuell auch als
auswärtsar
beitende
Raumpflegerin erreicht werden können sollte. Schliesslich empfahl
Dr.
Z._
die häuslichen Rahmendbedingungen vor Ort abzuklären (vgl.
vorstehend E. 3.3).
Nach dem Gesagten ist die Beurteilung durch Dr. Z._ im Hinblick auf die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit sowohl in einer
behinderungsan
ge
passten
Tätigkeit als auch im Hinblick auf die Einschränkung im Haushalt widersprüchlich und zu wenig genau begründet, um darauf abzustellen.
4.4
RAD-Arzt Dr. Y._ erachtete im Hinblick auf die vorliegenden Diagnosen die von Dr. Z._ angegebene derzeitige 50%ige Einschränkung im Haus
halt als plausibel, wies seinerseits aber ebenfalls daraufhin, dass die Durch
füh
rung einer Haushaltsabklärung sicher sinnvoll wäre (vgl. vorstehend E. 3.4). Zur Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit führte er aus, dass ausser im Bericht von Dr. Z._ aktenkundige Angaben fehlen würden. Aus den Akten könne ausserdem nicht entnommen werden, ab wann genau die Arbeitsfähigkeit für eine angepasste Tätigkeit in der Vergangenheit in welchem konkreten Prozentsatz eingeschränkt gewesen sei. Sodann stellte er aus medizintheoretischer Sicht fest, dass eine Erwerbstätigkeit mit überwie
gender Wahrscheinlichkeit nicht in einem höheren Prozentsatz möglich sei als die eigene Haushaltstätigkeit. Er schloss daraus, dass die Arbeitsfähigkeit in einer körperlich leichten, vorwiegend sitzenden Tätigkeit ohne Heben und Tragen von
Lasten von mehr als fünf bis sechs Kilogramm, ohne Knien, Kauern und Hocken und ohne häufiges Treppensteigen zirka 50 % betrage.
4.5
4.5.1
Nach ständiger Rechtsprechung beurteilt das Sozialversicherungsgericht die Gesetzmässigkeit der Verwaltungsverfügungen in der Regel nach dem Sach
verhalt, der zur Zeit des Verfügungserlasses gegeben war (BGE 121 V 366
E. 1b). Abgesehen von den Einschätzungen von Dr.
Z._
und Dr.
Y._
fehlt es an weiteren medizinischen Stellungnahmen zur Arbeitsfähigkeit. Wie bereits dargelegt erscheint die Beurteilung von Dr. Z._ nicht genü
gend beweiswertig und plausibel, um von einer vollständigen Arbeitsun
fähig
keit auch in einer leidensangepassten Tätigkeit auszugehen (vgl. dazu vorstehend E. 4.3). Eine solche erscheint - mit Blick auf das von Dr. Y._ erstellte Belastungsprofil - auch vor dem Hintergrund, dass Dr. Z._
die Beschwerdeführerin im Haushalt zu 50 % eingeschränkt erachtet, als wenig
plausibel. Schliesslich ist zu bemerken, dass es Dr. Z._ offenbar gar nicht möglich war, eine abschliessende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit abzugeben (vorstehend E. 3.3 und E. 4.3).
4.5.2
Gemäss
Art.
59
Abs.
2
bis
IVG stehen die regionalen ärztlichen Dienste den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des
Leistungs
an
spruchs
zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Artikel 6 ATSG massgebende funktionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich aus
zu
üben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unab
hängig. Nach
Art.
49 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) beurteilen die regionalen ärztlichen Dienste die medizinischen Voraussetz
ungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen
des Bundesamtes frei wählen (
Abs.
1). Die regionalen ärztlichen Dienste können bei Bedarf selber ärztliche Untersuchungen von Versicherten durchführen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (
Abs.
2).
Sinn und Zweck dieser Bestimmung liegen darin, dass die IV-Stellen zur Beur
teilung der medizinischen Anspruchsvoraussetzungen auf eigene Ärzte und Ärztinnen zurückgreifen können. Diese sollen aufgrund ihrer speziellen versicherungsmedizinischen Kenntnisse für die Bestimmung der für die Inva
lidenversicherung massgebenden funktionellen Leistungsfähigkeit der Versi
cher
ten verantwortlich sein. Damit soll eine konsequente Trennung der
Zuständigkeiten zwischen behandelnden Ärzten (Heilbehandlung) und Sozial
ver
sicherung (Bestimmung der Auswirkungen des Gesundheitsschadens) ge
schaffen werden. Die RAD bezeichnen die zumutbaren Tätigkeiten und die unzumutbaren Funktionen unter Angabe einer allfälligen medizinisch begrün
deten zeitlichen Schonung. Damit soll im Hinblick auf eine erfolg
reiche Eingliederung eine objektive Festlegung der massgebenden funktio
nellen Leistungsfähigkeit der Versicherten ermöglicht werden. Gestützt auf die Angaben des RAD hat die IV-Stelle zu beurteilen, was einer versicherten Person aus objektiver Sicht noch zumutbar ist und was nicht.
Es ist nach dem Gesagten somit nicht zwingend erforderlich, dass die ver
sicherte Person durch den RAD untersucht wird.
Nach
Art.
49
Abs.
2 IVV führt der RAD für die Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs nur „bei Bedarf“ selber ärztliche Untersuchungen durch. In den übrigen Fällen stützt er seine Beurteilung auf die vorhandenen ärzt
lichen Unterlagen ab. Das Absehen von eigenen Untersuchungen ist somit nicht an sich ein Grund, um einen RAD-
Bericht
in Frage zu stellen. Dies gilt insbesondere, wenn es im Wesentlichen um die Beurteilung eines feststeh
enden medizinischen Sachverhalts geht und die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den
Hintergrund rückt (Urteil des Bundes
ge
richts I 1094/06 vom 14. November 2007 E. 3.1.1; vgl. auch BGE 127 I 54 E.
2
e
und
f).
Dass der RAD vorliegend nicht selber eine klinische Unter
suchung durchführte, schmälert nach dem Gesagten den Beweiswert seiner Stellungnahme nicht, und zwar umso weniger, als die somatischen Befunde als solche nie umstritten waren, sondern lediglich deren Auswirkung auf die Leistungsfähigkeit.
4.5.3
Angesichts der vorliegenden Aktenlage (vorstehend E. 3.1-5) im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) ist gestützt auf die medizinisch-theo
retische Beurteilung des RAD mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in einer entsprechend angepassten Tätigkeit auszugehen.
4.5.4
Für die richterliche Beurteilung eines Falles sind grundsätzlich die tatsäch
l
ichen Verhältnisse zur Zeit des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens mass
gebend. Tatsachen, die sich erst später verwirklichen, sind jedoch insoweit zu berücksichtigen, als sie mit dem Streitgegenstand in engem Sachzusammen
hang stehen und geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des
Entscheid
er
lasses
zu beeinflussen (BGE 121 V 362 E. 1b; 99 V 98).
An der vorliegenden Beurteilung ändern entgegen der Ansicht der Beschwer
de
führerin (vgl. Urk. 1 S 2 Ziff. 4) auch die von ihr beschwerdeweise einge
reichten Berichte (vgl. Urk. 3/3/1-4) nichts. Zum einen wurden diese erst nach Verfügungserlass erstellt, zum anderen ergeben sich daraus hinsichtlich einer Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit bis zum
Verfügungs
er
lass
keine neuen Erkenntnisse. Die auch im Bericht von Dr. Z._ vom 7. April 2016 (vgl. Urk. 3/3/1 S. 1) rückwirkend attestierte dauerhafte und vollständige Arbeitsunfähigkeit seit Juli 2010 ist - wie bereits dargelegt (vgl. vorstehend E. 4.2) - nicht nachvollziehbar. Unter diesen Umständen kann auch auf die Einholung von weiteren medizinischen Berichten verzichtet werden, da daraus für die Zeit vor
Verfügungserlass keine neuen Erkennt
nisse zu erwarten sind (
antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 94 E. 4b, 122 V 157 E. 1d).
4.6
Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, dass vorliegend von der ärztlichen Einschätzung der Einschränkung im Haushalt und nicht von der im
Abklä
rungsbericht
festgestellten auszugehen sei (vgl. Urk. 1 S. 4 f.), ist zu bemer
ken, dass d
ie von einer qualifizierten Person durchgeführte Abklärung vor Ort für gewöhnlich die geeignete und genügende Vorkehr zur Bestimmung der gesundheitlichen Einschränkung im Haushalt dar
stellt und der
Abklä
rungsbericht
seiner Natur nach in erster Linie auf die Ermittlung des Aus
masses physisch bedingter Beeinträchtigungen zugeschnitten
ist (vgl. vor
steh
end E. 1.5). F
ür
die Feststellung der
Behinderung
im Aufgabenbereich
ist
nicht die medizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit
massgebend
; entschei
dend ist vielmehr, wie sich der Gesundheitsschaden in der nichterwerblichen Betätigung konkret auswirkt, was durch die Abklärung an Ort und Stelle erhoben wird
(vgl. Urteil des Bundesgerichts
I 673/05 vom
8.
Februar 2006 E.
2.2).
So ist es
denkbar, dass die Abklärungsperson hinsichtlich d
es Haus
haltes zu einer tieferen
Einschränkung gelangt als die generelle gutachter
liche Einschätz
ung der leistungsmässigen
Beeinträchtigung, weil
es
im
Haus
halt
möglich ist, die Arbeiten in z
eitlicher und organisatorischer
Hinsicht frei zu gestalten und schadenmindernde Vorkehren zu treffen
(vgl. Urteil des Bundesgerichts
I 107/05
vom 29. November 2005 E. 4.2).
Die Beschwerdeführerin übersieht schliesslich, dass sowohl Dr. Z._ als auch Dr. Y._ trotz ihrer Beurteilung der prozentualen Einschränkung im Haushalt eine Abklärung vor Ort empfohlen haben. Dies wohl gerade auch aus dem Grund, da sie die häuslichen Rahmenbedingungen vor Ort am Wohnort der Beschwerdeführerin nicht haben einschätzen können. Zu den einzelnen im Abklärungsbericht festgestellten
Einschränkungen bringt die Beschwerdeführerin schliesslich nichts Konkretes vor und es besteht nach Lage der Akten kein Grund, von der Beurteilung der Abklärungsperson abzu
wei
chen. Rechtsprechungsgemäss geht die Mithilfe der Familienangehörigen weiter als der übliche Umfang, den man erwarten darf, wenn die versicherte Person nicht an einem Gesundheitsschaden leiden würde (vgl. BGE 133 V 509 E. 4.2; vgl. zum Ganzen auch vorstehend E. 1.3). Die Abklärungsperson gewichtete die Mithilfe bzw. die Mitwirkungspflicht der im
Mehrgeneratio
nen
haushalt
lebenden Personen hoch, was angesichts der familiären Um
stän
de (Mehrgenerationenhaushalt, pensionierter Ehemann) nicht zu beanstanden ist. Damit kommt dem Abklärungsbericht Beweiskraft zu und es ist entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin davon auszugehen, dass die sie im Haus
halt zu 19.7 % eingeschränkt ist.
Sodann kann die Beschwerdeführerin auch mit dem Hinweis, dass die ge
mischte Methode bei teilzeitlich erwerbstätigen Personen nun auch vom Euro
päischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) kritisiert werde, da diese fast
ausschliesslich
bei Frauen angewendet werde und diese damit dis
kri
miniere (Urk. 1 S. 4 unten f.), nichts zu ihren Gunsten ableiten.
Im kürz
lich
ergangenen Urteil 9C_552/2016 vom 9. März 2017 hat das Bundesge
richt seine in BGE 143 V 50 geäusserte Auffassung bekräftigt, wonach das EGMR-Urteil Di
Trizio
vom 2. Februar 2016 unter der geltenden Rechtslage nichts daran ändert, dass die gemischte Methode auf ausserhalb der beschriebenen
Konstellation liegende Fälle weiterhin Anwendung finden kann (vgl. E. 4.3.2).
Als Beispiel genannt wurde unter anderem die erstmalige
Rentenzusprache
an eine während des ganzen massgebenden Beurteilungszeitraums als teil
erwerbstätig mit Aufgabenbereich zu qualifizierende versicherte Person (vgl. auch IV-Rundschreiben Nr. 355 des BSV vom 3
1.
Oktober 2016), wie sie vorliegend zur Diskussion steht.
Der Anwendbarkeit der gemischten Methode der
Invaliditätsbemessung auf den hier zu beurteilenden Sachverhalt steht somit auch das EGMR-Urteil Di
Trizio
gegen die Schweiz vom
2.
Februar 2016 (7186/09) grundsätzlich nicht entgegen.
Der Vollständigkeit halber wird jedoch zu prüfen sein, wie es sich verhielte, wenn die gemischte Methode in der voraussichtlich ab 1. Januar 2018 modifizierten Art gehandhabt würde (nachstehend E. 5.4).
4.7
Weiter ist d
ie
von der Beschwerdegegnerin unter Berücksichtigung aller Um
stände vorgenommene Qualifikation der Beschwerdeführerin mit einem Anteil
von 3
3
% Erwerbs- und
67
% Haushaltbereich nicht zu beanstanden.
Die Beschwerdeführerin selbst hielt anlässlich der Haushaltsabklärung fest, dass sie bei guter Gesundheit weiterhin mehrere Teilzeitstellen kombinieren würde und die restliche Zeit als Hausfrau tätig wäre. Dies ist angesichts des famili
ä
ren Umfeldes - der Ehemann der Beschwerdeführerin ist zwar pensioniert, die Familie lebt aber in einem Mehrgenerationenhaushalt und kann die Kosten entsprechend aufteilen - welches ein Teilpensum der Beschwerdeführerin als naheliegend erscheinen lässt, wie auch angesichts ihrer bisherigen
Erwerbs
biographie
(vgl. IK-Auszug; Urk. 11/40) nachvollziehbar.
Auch nahm die
Be
schwerdegegnerin
eine Vergleichsrechnung anhand der statistischen
Lohn
werte
in der Reinigungsbr
anche vor (vgl. Urk. 11
/
29
/
5
), welche das ange
nommene Pensum im Gesundheitsfall bestätigte. Ein hypothetischer Anteil von
33
% im Erwerbsbereich erscheint insgesamt als überwiegend wahr
schein
lich, weshalb von einer Qualifikation von
33
% Erwerbs- und
67
% Haushalttätigkeit auszugehen ist.
Wie nachfolgend aufgezeigt, würde selbst die Annahme einer Qualifikation von 50 % Erwerbs- und 50 % Haushaltstätigkeit zu keinem anderen Schluss führen (vgl. nachfolgend E. 5.2).
4.8
Zusammenfassend ist demnach für den Erwerbsbereich von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten
Tätigkeit auszugehen. Im
Haushalts
be
reich
besteht eine Einschränkung im Umfang von 19.7 %.
5.
5.1
Die Beschwerdegegnerin ermittelte gestützt auf die Tabellenlöhne
gemäss
LSE (Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik) ein
Invaliden
einkommen
von Fr. 17‘438.--. welches sie dem
Valideneinkommen
von Fr. 6‘777.30 (ausgehend von den mittels Nominallohnentwicklung aufge
werteten Jahreseinkommen 2012 bis 2014) gegenüberstellte.
Angesichts des Umstandes, dass die Beschwerdegegnerin selbst von einem Beginn des Wartejahres im Juli 2010 ausging, ist es nicht nachvollziehbar, dass sie zur Ermittlung des
Valideneinkommens
auf Einkommenszahlen von 2012 bis 2014 zurückgriff, welche - wohl aufgrund der gesundheitlichen Ein
schränkungen, dessen Beginn medizinisch nicht eindeutig dokumentiert wurde
-
zahlenmässig
bereits tiefer lagen als die Jahre davor. Insofern rügte die Beschwerdeführerin dies zu Recht (vgl. Urk. 1 S. 4 Ziff. 11). Die Höhe des
Inva
lideneinkommens
blieb dagegen unbestritten und ist nach Lage der Akten
nicht zu beanstanden.
5.2
Angesichts des prozentual kleinen Erwerbsbereichs von 33 % würde mit Blick auf die obigen Feststellungen zur Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit und die Einschränkung im Haushalt (vgl. vorstehend E. 4.8) sowie mit Blick auf den Einkommensvergleich in der angefochtenen Verfügung (vgl. Urk. 2 S. 2) selbst unter Berücksichtigung früherer und deutlich höherer Einkommenszahlen von beispielsweise durchschnittlich Fr. 14‘023.-- für die
Jahre 2009 bis 2011 noch kein anspruchsbegründender Invaliditätsgrad resul
tieren. Die Annahme eines im Gesundheitsfall weit höheren Einkommens, wie dies die Beschwerdeführerin beschwerdeweise vorbrachte (vgl. Urk. 1 S. 4 Ziff. 11), erscheint angesichts der bisherigen Erwerbsbiografie und
der bishe
rigen Einkommenszahlen (vgl. IK-Auszug; Urk. 11/40) als nicht überwiegend wahrscheinlich.
5.3
Voraussichtlich wird ab 1. Januar 2018 in einer modifizierten
Anwendungs
weise
der gemischten Methode das
Valideneinkommen
bezogen auf ein volles
Pensum ermittelt werden (vgl. Urteil des hiesigen Gerichts IV.2016.00548 vom 19. Mai 2017 E. 8).
Vorliegend ergäbe dies eine Einschränkung von 50 % im Erwerbsbereich, mithin einen Teilinvaliditätsgrad von 16.67 % (50 % x 1/3), zusammen mit dem Teilinvaliditätsgrad im Aufgabenbereich von 13.13 % (19.7 % x 2/3) also gesamthaft einen Invaliditätsgrad von 29.80 % und gerundet 30 %. Mithin würde auch dergestalt kein anspruchsbegründender Invaliditätsgrad resultieren.
5.4
Nach dem Gesagten erweist sich die anspruchsverneinende Verfügung vom 7. März 2016 (Urk. 2) als rechtens, was zur Abweisung der dagegen erho
be
nen Beschwerde führt.
6.
6.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert
festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend
dem Ausgang des Verfahrens sind sie de
r
unterliegenden Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen. Zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung werden
diese jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse genommen, dies mit Hinweis auf §16
Abs.
4 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
).
6.2
Der unentgeltlichen Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin, Rechtsan
wältin Yvonne Mäder, steht bei diesem Verfahrensgang eine Entschädigung aus der Gerichtskasse zu. Mit Honorarnote vom 18. August 2016 machte sie einen Aufwand von 7.75 Stunden und
Barauslagen von Fr. 14.-- geltend (Urk. 14). Dieser Aufwand ist dem Umfang und der Schwierigkeit der Sache angemessen. Die Entschädigung beläuft sich unter Berücksichtigung des gerichtsüblichen Stundenansatzes von Fr. 185.-- auf Fr. 1‘564.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer).