Decision ID: cfcdde0f-8963-4d3c-b430-155fcf8dffb1
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 12. Dezember 2005 erstmals wegen Rücken- und
Blasenleiden bei der Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (IV-act. 4).
A.b Gestützt im Wesentlichen auf ein polydisziplinäres Gutachten vom 6. Dezember
2007 des Zentrums für Medizinische Begutachtung Basel (ZMB; Allgemeine Innere
Medizin, Rheumatologie, Neurologie, Ophthalmologie, Psychiatrie; IV-act. 42) und auf
eine stationäre psychiatrische Begutachtung durch die Psychiatrische Klinik B._ vom
8. bis 13. Februar 2009 (Gutachten vom 6. Mai 2009, IV-act. 122), welche eine
quantitativ volle Arbeitsfähigkeit ergaben (IV-act. 42-33 und IV-act. 122-15), verfügte
die IV-Stelle am 27. August 2009 die Abweisung des Leistungsbegehrens (IV-act. 137).
A.c Mit Entscheid vom 1. Dezember 2011 wies das Versicherungsgericht eine gegen
die Verfügung vom 27. August 2009 erhobene Beschwerde ab (IV-act. 162; Verfahren
IV 2009/337). Das Bundesgericht wies mit Urteil vom 5. November 2012 (Verfahren
9C_30/2012) eine Beschwerde gegen den Entscheid des Versicherungsgerichts ab
(IV-act. 166).
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B.
B.a Die Versicherte meldete sich am 6. Dezember 2012 unter Hinweis auf Depression
und Harninkontinenz erneut zum Leistungsbezug an (IV-act. 169).
B.b Die IV-Stelle stellte der Versicherten mit Vorbescheid vom 20. Februar 2013 in
Aussicht, auf das neue Leistungsbegehren nicht einzutreten (IV-act. 187). Trotz
Einwand vom 22. März 2013 (IV-act. 188-37 ff.) verfügte die IV-Stelle am 28. Mai 2013,
auf das neue Leistungsbegehren werde nicht eingetreten (IV-act. 194), wogegen die
Versicherte am 11. Juni 2013 Beschwerde an das Versicherungsgericht einreichen
liess. Sie machte im Wesentlichen geltend, mehrere haus- und fachärztliche Berichte
dokumentierten eine massgebliche Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes,
namentlich im Bereich der Urgeinkontinenz und der psychischen Beschwerden und
Störungen (IV-act. 199-2 ff.). Nach Einholung einer RAD-Stellungnahme vom 9. August
2013, gemäss der weitere Abklärungen als erforderlich betrachtet wurden (IV-act. 207),
widerrief die IV-Stelle am 22. August 2013 ihre Nichteintretensverfügung vom 28. Mai
2013 (IV-act. 213), und das Versicherungsgericht schrieb das Beschwerdeverfahren am
9. Oktober 2013 ab (IV-act. 217, Verfahren IV 2013/258).
B.c Am 17. Januar 2014 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, aufgrund ihres
Gesundheitszustandes seien zurzeit keine beruflichen Massnahmen möglich (IV-act.
227).
B.d Im Auftrag der IV-Stelle wurde die Versicherte durch die MEDAS Zentralschweiz
polydisziplinär begutachtet (Gutachten vom 22. Mai 2015, IV-act. 256; Allgemeine
Innere Medizin, Neurologie, Ophthalmologie, Psychiatrie und Psychotherapie,
Rheumatologie, Urologie; Untersuchungen 27. Februar bis 12. März 2015). Die
Gutachter diagnostizierten mit wesentlicher Einschränkung der zumutbaren
Arbeitsfähigkeit eine rezidivierend depressive Störung, gegenwärtig weitgehend
remittiert, entsprechend einer subsyndromalen Depression (ICD-10: F33.4),
psychologische Faktoren oder Verhaltensfaktoren bei andernorts klassifizierten
Erkrankungen (ICD-10: F54) sowie eine neurogene Blasenentleerungsstörung mit
Detrusor-Sphinkter-Dyssynergie und damit verbundene Inkontinenz mit/bei ätiologisch
postulierter Schädigung des Plexus pelvicus im Rahmen der abdominalen
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Hysterektomie und mehrfach urodynamisch objektivierter Diagnose (IV-act. 256-40).
Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Reinigungsfachfrau werde die Arbeitsfähigkeit
auf 75 % der Norm geschätzt, wobei hier vorwiegend die psychiatrischen Befunde
limitierend wirkten. Insgesamt bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 25 % für eine
Verweistätigkeit, wobei auch hier vorwiegend die psychiatrischen Faktoren limitierend
seien. Aus urologischer und neurologischer Sicht müsse auch in einer Verweistätigkeit
ein leichter Zugang zu einer Toilette gewährleistet sein sowie genügend Zeit für die
Einmalkatheterisierung eingeräumt werden (IV-act. 256-41). Aufgrund der Akten und
der Anamnese könne retrospektiv keine genaue Aussage gemacht werden, ob und
wann sich der Gesundheitszustand verändert habe, sodass die aktuelle Einschätzung
ab dem Untersuchungszeitpunkt gelte. Allerdings sei überwiegend wahrscheinlich
anzunehmen, dass der Gesundheitszustand und damit die Arbeitsunfähigkeit seit dem
Gutachten des ZMB vom Dezember 2007 zwar etwas geschwankt habe, seither aber
immer in einem Bereich zwischen 10 % und 30 % gelegen habe, dies vorwiegend aus
psychiatrischer Sicht. Es könne davon ausgegangen werden, dass sich der
Gesundheitszustand seit 2012 jedoch dahingehend verschlechtert habe, dass aktuell
eine Arbeitsfähigkeit von 75 % bestehe, während im Vorgutachten des ZMB noch von
einer 100 %igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen worden sei (IV-act. 256-42).
B.e Die IV-Stelle legte das Gutachten dem RAD vor (Stellungnahme Dr.med. C._,
Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie FMH vom 3. Juni 2015, IV-act. 257) und
stellte der Versicherten mit Vorbescheid vom 15. Juli 2015 die Abweisung des
Leistungsbegehrens in Aussicht (IV-act. 259).
B.f Mit Einwand vom 9. September 2015 machte die Versicherte geltend, es sei unklar,
ob die urologische Problematik bei der Festlegung der retrospektiven
Arbeitsunfähigkeit überhaupt berücksichtigt worden sei. Die Einschränkung aufgrund
der Inkontinenz von lediglich 10 % sei zeitlich zu knapp bemessen. Das psychiatrische
Gutachten sei von einer in der Zwischenzeit überholten Rechtsprechung des
Bundesgerichts ausgegangen. Mit Blick auf die Vielzahl der Einschränkungen sei eine
allfällige Restarbeitsfähigkeit überhaupt nicht mehr verwertbar. Bei der Ermittlung des
IV-Grades sei ein angemessener Leidensabzug zu berücksichtigen (IV-act. 262).
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B.g Mit Eingabe vom 7. Januar 2016 trug die Versicherte vor, im Gutachten finde sich
kein Hinweis, dass die im Vergleich zum bundesgerichtlichen Entscheid eingetretene
deutliche Verschlechterung der Urgeinkontinenz mitberücksichtigt worden sei. Sie habe
vom 10. bis 17. Oktober 2015 notfallmässig stationär behandelt werden müssen (IV-
act. 265-1 ff.; Austrittsbericht der Klinik D._ vom 19. Oktober 2015, IV-act. 265-4 ff.).
B.h Nach Eingang von Stellungnahmen der Uniklinik E._ vom 20. Januar 2016,
wonach aus urologischer Sicht aktuell keine Arbeitsunfähigkeit bestehe (IV-act. 266),
und von RAD-Arzt Dr. C._ vom 8. März 2016, an der gutachterlichen Beurteilung
könne weiterhin festgehalten werden (IV-act. 267), verfügte die IV-Stelle am 10. März
2016 die Abweisung des Leistungsbegehrens. Aus medizinischer Sicht seien keine
weiteren Abklärungen notwendig und es werde an der Beurteilung einer
Arbeitsfähigkeit von 75 % in angestammter und adaptierten Tätigkeiten festgehalten.
Es bestehe keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit, welche die
Abhandlung der Indikatoren gemäss neuer Rechtsprechung erfordere. Die Frage, ob
aufgrund der Vielzahl an Einschränkungen überhaupt noch eine Restarbeitsfähigkeit
gegeben sei, werde bereits mit der Festlegung der Arbeitsfähigkeit beantwortet.
Gerade die Reinigung von Büroräumlichkeiten werde oft abends ausgeführt, wenn
keine Angestellten mehr anwesend seien und ein ruhiges, kontaktfreies Arbeiten mit
ungestörtem Aufsuchen der Toilette möglich sei (IV-act. 268).
C.
C.a Gegen die Verfügung vom 10. März 2016 lässt A._, vertreten durch Rechtsanwalt
Dr.iur. M. Dolder, am 7. April 2016 Beschwerde erheben. Sie beantragt, die
angefochtene Verfügung sei unter Kosten- und Entschädigungsfolgen aufzuheben. Ihr
seien ab wann rechtens die ihr zustehenden gesetzlichen Leistungen, insbesondere
eine ganze Invalidenrente, zuzusprechen. Eventualiter sei die Sache an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Diese sei anzuweisen, das Beweisverfahren
formgerecht durchzuführen und dabei ein (neues) interdisziplinäres Gutachten über ihre
Arbeitsunfähigkeit sowie gegebenenfalls Abklärungen zur Verwertbarkeit einer
allfälligen Restarbeitsfähigkeit einzuholen und anschliessend sei über die ihr
zustehenden Leistungen neu zu befinden. Die Beschwerdegegnerin habe die
angefochtene Verfügung erlassen, ohne ihr zuvor den Bericht der Uniklinik E._ vom
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20. Januar 2016 und die RAD-Stellungnahme vom 8. März 2016 zukommen lassen zu
haben. Damit habe sie den Anspruch auf rechtliches Gehör missachtet, welcher das
Recht beinhalte, sich zum Ergebnis von Beweiserhebungen äussern zu können. Das ihr
zugestellte Aktenverzeichnis biete keine zweckdienliche Übersicht über die
vorhandenen Akten, weshalb von einem Verstoss gegen die Pflicht zur sorgfältigen
Aktenführung auszugehen sei. Ein Rentenanspruch sei auch rückwirkend zu prüfen; es
finde sich jedoch in Ziff. 5.4 des Gutachtens der MEDAS Zentralschweiz kein Hinweis
dafür, dass die im Vergleich zum bundesgerichtlichen Entscheid eingetretene deutliche
Verschlechterung der Urgeinkontinenz mitberücksichtigt worden sei. Die
Beschwerdegegnerin habe die im Einwand vom 9. September 2015 erbetene
Nachfrage bei den Gutachtern offenbar nicht vorgenommen. Die von den MEDAS-
Ärzten aufgrund der Inkontinenz angenommene Einschränkung von bloss 10 % werde
den tatsächlichen Einschränkungen im Alltag bzw. dem effektiven Zeitbedarf nicht
gerecht. Der Bericht von Dr. F._ vom 20. Januar 2016 sei widersprüchlich und daher
nicht beweistauglich, weil er zum einen urologische Diagnosen mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit attestiere und zum anderen eine Arbeitsunfähigkeit verneine. Der
diagnostizierten "Tendenz zu generalisiertem Schmerzsyndrom, somatisch nicht
erklärbar" sei nach überholten Kriterien Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
abgesprochen worden. Die angenommene Arbeitsfähigkeit von 75 % sei erst nach
einem Wiedereinstieg in die Arbeitswelt unter Begleitung einer Arbeitsvermittlung/
Berufsberatung überhaupt möglich. Dies spreche dafür, dass eine deutlich höhere als
25 %ige, rentenbegründende Arbeitsunfähigkeit bestehe. Das MEDAS-Gutachten halte
nirgends die angeblich zumutbare Verweistätigkeit zusammenfassend fest. Im
Vorbescheid vom 15. Juli 2015 seien die Anforderungen an den Arbeitsplatz in Bezug
auf die neurogene Blasenentleerungsstörung gänzlich unerwähnt geblieben. Darüber
hinaus werde im urologischen Teilgutachten ein Arbeitsplatz ganz ohne Kundenkontakt
empfohlen. In der angefochtenen Verfügung werde die Tätigkeit als Reinigungsfachfrau
als ideale Verweistätigkeit angeführt, während diese gemäss MEDAS-Gutachten aus
urologischer Sicht nicht ideal sei. Selbst wenn eine Restarbeitsfähigkeit in einer
adaptierten Tätigkeit angenommen würde, wäre diese wirtschaftlich nicht mehr
verwertbar. Dabei seien auch das fortgeschrittene Alter der Beschwerdeführerin und
die geringe noch zu erwartende Aktivitätsdauer zu berücksichtigen. Die
Beschwerdegegnerin nehme in der angefochtenen Verfügung keine ausreichende
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Beurteilung der arbeitsmarktlichen Chancen vor und verletze damit den
Untersuchungsgrundsatz. Die Beschwerdeführerin gehe davon aus, dass berufliche
Massnahmen gar nicht möglich seien. Damit bleibe auch die Restarbeitsfähigkeit nicht
verwertbar. Die aktuell 61-jährige Beschwerdeführerin leide aktenkundig an zahlreichen
Einschränkungen. Daneben sei auch die lange Abwesenheit vom Arbeitsmarkt zu
berücksichtigen. Es sei davon auszugehen, dass ein allgemeiner Arbeitsmarkt ihr keine
zumutbare, leidensadaptierte Tätigkeit mehr anbiete. Deshalb liege eine vollständige
Erwerbsunfähigkeit vor und sie habe Anspruch auf eine "volle" Invalidenrente.
Entgegen der angefochtenen Verfügung dürfe nicht aus dem Grad der
Arbeitsunfähigkeit auf die Verwertbarkeit einer angenommenen Restarbeitsfähigkeit
geschlossen werden. Vorsorglich werde festgehalten, dass angesichts der Vielzahl der
beschriebenen Einschränkungen ein angemessener Leidensabzug zu berücksichtigen
wäre (act. G 1).
C.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in ihrer Beschwerdeantwort vom 7. Juni 2016,
die Beschwerde sei abzuweisen. Ob eine Gehörsverletzung vorliege, erscheine fraglich.
Mit Sicherheit liege jedoch kein schwerwiegender Mangel vor. Da sich die
Beschwerdeführerin vor einer mit voller Kognition ausgestatteten Beschwerdeinstanz
äussern könne, könne eine allfällige Gehörsverletzung geheilt werden. Durch die im
Aktenverzeichnis verwendeten allgemeinen Kurztexte werde das Akteneinsichtsrecht
höchstens erschwert, aber nicht verunmöglicht. Das Gutachten der MEDAS
Zentralschweiz sei beweiskräftig im Sinne der Rechtsprechung. Aus dem Gutachten
gehe hervor, dass die urologische Problematik eingehend abgeklärt worden sei. Deren
Auswirkungen begründeten aus Sicht der Experten an einem adaptierten Arbeitsplatz
keine quantitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Dies erscheine schlüssig, da
auch im Bericht der Universitätsklinik E._ vom 20. Januar 2016 eine (quantitative)
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit verneint worden sei. In urologischer Hinsicht werde
das gutachterliche Abklärungsergebnis auch nicht durch den Umstand in Frage
gestellt, dass diesbezüglich die Therapiemassnahmen noch nicht gänzlich
ausgeschöpft seien. Die mit BGE 141 V 281 teilweise geänderte
Schmerzrechtsprechung sei vorliegend nicht anwendbar, denn die im MEDAS-
Gutachten diagnostizierten Leiden seien nicht den anhaltenden somatoformen
Schmerzstörungen oder vergleichbaren psychosomatischen Leiden zuzurechnen.
Insbesondere falle die Diagnose "Psychologische Faktoren und Verhaltensfaktoren bei
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andernorts klassifizierten Krankheiten" nicht unter die Schmerzrechtsprechung. Die
depressive Störung der Beschwerdeführerin habe sich im Begutachtungszeitpunkt
weitgehend remittiert gezeigt. Selbst wenn sie nach Angaben von Dr. G._ längere
Zeit angedauert habe und die Symptome vor der Begutachtung schwerer gewogen
hätten, sei nicht von einer chronifizierten therapieresistenten depressiven Störung
auszugehen. Unter diesen Umständen begründe die diagnostizierte rezidivierende
depressive Störung invalidenversicherungsrechtlich keine Arbeitsunfähigkeit. Die die
Schmerzproblematik aufgreifende Diagnose "Psychologische Faktoren und
Verhaltensfaktoren" bei andernorts klassifizierten Krankheiten (ICD-10: F54) könne
bloss als leichte Störung betrachtet werden, was zur Anerkennung eines
invalidisierenden Gesundheitsschadens nicht ausreiche und demnach
invalidenversicherungsrechtlich keine Arbeitsunfähigkeit zu begründen vermöge. Die
vom an sich beweiskräftigen MEDAS-Gutachten abweichende Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit sei Folge davon, dass die normativen Rahmenbedingungen die
Annahme einer rentenauslösenden Gesundheitsschädigung bei den gegebenen
Umständen nicht zuliessen. Demnach sei für die Invaliditätsbemessung von der aus
neurologischer Sicht begründeten 10 %igen Einschränkung in leidensangepasster
Tätigkeit auszugehen. Im für die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit massgeblichen
Zeitpunkt (MEDAS-Gutachten vom 22. Mai 2015) sei die Beschwerdeführerin 60 Jahre
alt gewesen. In Anbetracht der relativ hohen Hürden, welche das Bundesgericht für die
Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit älterer Menschen entwickelt habe, und
aufgrund des aus medizinisch-theoretischer Sicht noch zumutbaren Tätigkeitsprofils,
welches die Ausübung von einfachen Hilfstätigkeiten in der produzierenden Industrie
sowie im Dienstleistungsgewerbe zulasse, sei das Finden einer Stelle auf dem von
Gesetzes wegen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zwar erschwert, nicht aber von
Vornherein ausgeschlossen. Aufgrund des medizinisch-theoretischen
Zumutbarkeitsprofils sei immer noch von einem genügend breiten Spektrum an
zumutbaren Verweistätigkeiten auszugehen, weshalb unter dem Titel "leidensbedingter
Abzug" grundsätzlich nur Umstände berücksichtigt werden könnten, die auch auf
einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt als ausserordentlich zu bezeichnen seien. Solche
Umstände seien vorliegend nicht ersichtlich, zumal die relevanten physischen
Beeinträchtigungen bereits beim Anforderungs- und Belastungsprofil sowie bei der
Leistungsfähigkeit als limitierende Faktoren berücksichtigt worden seien und damit
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nicht doppelt berücksichtigt werden dürften. Demnach sei ein Abzug nicht
gerechtfertigt. Selbst bei Gewährung eines 15 %igen Abzugs vom Tabellenlohn
resultiere ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 37 % (act. G 4).
C.c Mit Replik vom 4. Juli 2016 hält die Beschwerdeführerin am Vorbringen in der
Beschwerdeschrift fest und trägt vor, die Beschwerdegegnerin verweise in der
Beschwerdeantwort ausdrücklich zur Begründung auf den Bericht der Uniklinik E._.
Sie sei zur Beschwerdeerhebung gezwungen gewesen, um dazu Stellung nehmen zu
können, nachdem er ihr vor Erlass der angefochtenen Verfügung nicht zugestellt
worden sei. Versicherungsgericht und Bundesgericht hätten bereits dargelegt, dass
Aktenverzeichnisse wie das vorliegende der ordentlichen Aktenführungspflicht nicht
genügten und den Mehraufwand angemessen mit Fr. 250.-- beziffert. Hinzu komme die
Verletzung des rechtlichen Gehörs, welche ebenfalls - unabhängig vom
Verfahrensausgang - zu einem Entschädigungsanspruch der Beschwerdeführerin
führen müsse. Die Beschwerdegegnerin äussere sich nicht zu den in der Beschwerde
dargelegten Widersprüchen im Bericht der Uniklinik E._ vom 20. Januar 2016. Das
MEDAS-Gutachten sei noch von der alten und restriktiven bundesgerichtlichen
Rechtsprechung ausgegangen und damit nicht beweistauglich. Wenn man der
Argumentation der Beschwerdegegnerin folge, hätte die Schmerzrechtsprechung nicht
angewendet werden dürfen; das Gutachten sei also - selbst wenn der
Beschwerdegegnerin gefolgt werde - nicht beweistauglich. Die rezidivierende
depressive Störung werde seit 2008 lege artis therapiert, weshalb sich der Sachverhalt
nicht mit dem von der Beschwerdegegnerin zitierten Bundesgerichtsentscheid
vergleichen lasse. Noch in der angefochtenen Verfügung habe die
Beschwerdegegnerin eine 25 %ige Arbeitsunfähigkeit aufgrund der Feststellungen im
MEDAS-Gutachten anerkannt. Die Erstellung des MEDAS-Gutachtens vom 22. Mai
2015 könne nicht den relevanten Zeitpunkt für die Beantwortung der Frage nach der
Verwertbarkeit einer allfälligen Restarbeitsfähigkeit bilden, weil es nicht beweiskräftig
sei und damals die Sachverhaltsermittlung noch nicht abgeschlossen gewesen sei. Ein
Leidensabzug rechtfertige sich nur schon angesichts des fortgeschrittenen Alters. Er
rechtfertige sich aber auch mit Blick auf die von den MEDAS-Ärzten bejahten Ängste,
Konzentrationsstörungen und die Ermüdbarkeit der Beschwerdeführerin sowie die
Notwendigkeit ausreichender Pausen für den Toilettengang und die
Einmalkatheterisierung. Hinzu kämen die begrenzten Sprachkenntnisse, die geringe
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Schulbildung und die lange Abwesenheit vom Arbeitsmarkt. Entsprechend sei ein
Leidensabzug am obersten Rand gerechtfertigt. Die Beschwerdeantwort äussere sich
nicht zu in der Beschwerde vorgebrachten Punkten, wonach die Arbeitsfähigkeit von
75 % erst nach einem begleiteten Wiedereinstieg möglich sei, das Gutachten nirgends
die angeblich zumutbare Verweistätigkeit zusammenfassend umschreibe und die
angefochtene Verfügung ausgerechnet eine Tätigkeit als ideale Verweistätigkeit
anführe, welche die MEDAS-Gutachter nicht empfehlen würden (act. G 9).
C.d Mit Eingabe vom 17. Oktober 2016 (act. G 13) reicht die Beschwerdeführerin einen
Bericht von Dr. G._ vom 11. Oktober 2016 ins Recht. Danach habe das jahrelange
Versicherungsverfahren die psychiatrische Behandlung massiv erschwert und zur
Verschlechterung des psychischen Zustands geführt. Hierbei handle es sich nicht um
eine gesunde Verarbeitung einer belastenden Lebenssituation. Aufgrund der
Persönlichkeitsdefizite und krankheitsbedingt eingeschränkter psychischer
Belastbarkeit neige die Beschwerdeführerin zu paranoider Verarbeitung des
Verfahrens, was sogar zum Ausbruch einer psychotischen Störung führen könne. Die
jahrelangen existenziellen Probleme hätten die Selbstwertproblematik der
Beschwerdeführerin zusätzlich verstärkt (act. G 13.1).
C.e Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G 11).

Erwägungen
1.
Streitgegenstand bildet ein allfälliger Rentenanspruch der Beschwerdeführerin.
Nachdem die abweisende Verfügung vom 27. August 2009 in Rechtskraft erwachsen
ist und sich die Beschwerdeführerin am 6. Dezember 2012 erneut zum Leistungsbezug
angemeldet hat, besteht ein allfälliger Anspruch frühestens ab 1. Juni 2013 (Art. 29
Abs. 1 und 3 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]).
2.
2.1 Die Beschwerdeführerin rügt Verletzungen des rechtlichen Gehörs einerseits durch
die Zustellung relevanter medizinischer Unterlagen erst nach Erlass der angefochtenen
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Verfügung und andererseits durch die fehlende Aussagekraft der Bezeichnungen im
Aktenverzeichnis.
2.2 Der in Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen
Eidgenossenschaft (BV; SR 101) und Art. 42 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) festgeschriebene
Anspruch auf Wahrung des rechtlichen Gehörs umfasst unter anderem das Recht auf
Stellungnahme zu erhobenen Beweismitteln (U. KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl.,
Zürich 2015, Art. 42 Rz 21; U. HÄFELIN/G. MÜLLER/F. UHLMANN, Allgemeines
Verwaltungsrecht, 7. Aufl., Zürich 2016, Rz 1016). Das rechtliche Gehör der
Beschwerdeführrein wurde vorliegend verletzt, zumal sie erst mit der angefochtenen
Verfügung Kenntnis vom Bericht der Universitätsklinik E._ vom 20. Januar 2016
erhielt, diesen am 21. März 2016 von der Beschwerdegegnerin zur Akteneinsicht
anfordern musste (IV-act. 270) und die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort
ausführt, auch in ihm sei eine quantitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus
urologischer Sicht verneint worden (act. G 4-4). Die in Art. 46 ATSG verankerte
Aktenführungspflicht bildet das voraussetzende Gegenstück zum Akteneinsichtsrecht
(KIESER, a.a.O., Art. 46 Rz 3) und umfasst in der Regel ein aussagekräftiges
Aktenverzeichnis, welches auch eine kurze Beschreibung der Dokumentart oder
dessen Inhalts enthält (KIESER, a.a.O., Art. 46 Rz 10). Das Versicherungsgericht hielt
im Entscheid vom 28. Oktober 2013, Verfahren IV 2013/312, E. 1.2 ausdrücklich fest,
dass eine zu allgemein gehaltene Aktenbezeichnung nicht genüge. Der
Gehörsanspruch ist formeller Natur; indes lässt die sozialversicherungsrechtliche
Rechtsprechung eine Heilung einer nicht besonders schwerwiegenden
Gehörsverletzung zu, wenn die betroffene Person die Möglichkeit hat, sich vor einer
Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie auch die Rechtslage
frei überprüfen kann (KIESER, a.a.O., Art. 42 Rz 13, 15, mit Hinweisen auf die
Rechtsprechung). In Anbetracht dessen, dass sich die Beschwerdeführerin im
Beschwerdeverfahren vor einer Instanz mit voller Kognition äussern konnte und dass
sie an einer beförderlichen Erledigung des Verfahrens interessiert ist (act. G 13.1), ist
eine Heilung der gerügten formellen Mängel möglich und ein zusätzlicher Aufwand
gegebenenfalls im Rahmen der Parteientschädigung zu berücksichtigen.
3.
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3.1 Medizinische Grundlage der angefochtenen Verfügung bildet das polydisziplinäre
MEDAS-Gutachten vom 22. Mai 2015. Es ist zunächst zu prüfen, ob dieses
beweistauglich ist.
3.2 Der rheumatologische Gutachter befand, es zeige sich ein generalisiertes
Schmerzsyndrom mit Berührungsempfindlichkeit praktisch am ganzen Körper. Es
fänden sich keinerlei weitere Hinweise für eine relevante vertebrale
Schmerzsymptomatik im engeren Sinne, eine entzündlich rheumatische Erkrankung,
eine periphere Neuropathie oder spondylogen ausstrahlende Schmerzen. Die Befunde
der Gonarthrose rechts seien gering und begründeten keine anhaltende
Arbeitsunfähigkeit. Die Anamnese, die Vorakten und die aktuellen rheumatologischen
Befunde würden die Annahme eines organisch nicht erklärbaren Schmerzsyndroms
untermauern. Die somatisch erklärbaren Schmerzen am Bewegungsapparat
schränkten die Arbeitsfähigkeit nicht ein (IV-act. 256-37, 78 f.). Die neurologische
Gutachterin führte aus, die von der Versicherten beklagten krampfartigen Schmerzen
im Bereich des rechten Beines, insbesondere des rechten Kniegelenkes, bei längerem
Stehen oder Gehen mit berichteter Rötung und Überwärmung seien nicht neurogen
bedingt. Die beklagten Kopfschmerzen seien am ehesten einem chronischen
Spannungskopfschmerz, wahrscheinlich überlagert von einem zusätzlichen
Medikamenten-Übergebrauchskopfschmerz, zuzuordnen. Hinweise auf eine
symptomatische Genese der Kopfschmerzen ergäben sich anamnestisch, aus der
neurologischen Untersuchung und auch kernspintomographisch nicht. Die angegebene
sehr hohe Kopfschmerzintensität und -frequenz erscheine angesichts der Tatsache,
dass die Kopfschmerzen bisher zu keinem spezifischen Arztbesuch oder über die
Novalginmedikation hinausgehenden therapeutischen Konsequenzen geführt hätten,
wenig plausibel (IV-act. 256-36, 58 f.). Dass weder rheumatologisch noch neurologisch
ein organisches Korrelat für die von der Beschwerdeführerin beklagten Schmerzen in
arbeitsunfähigkeitsbegründendem Ausmass gefunden werden konnte, erscheint
aufgrund der Ausführungen im MEDAS-Gutachten überzeugend.
3.3 Hinsichtlich der urologischen Problematik führte der urologische Gutachter aus,
die Beschwerden in Form von imperativem Harndrang und unfreiwilligem Urinverlust
hätten urodynamisch objektiviert werden können. Die Tätigkeit als Raumpflegerein sei
eventuell nicht ideal. In einer angepassten Tätigkeit mit leichtem Zugang zu einer
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Toilette (fixer Arbeitsplatz bzw. Arbeitsort), idealerweise ohne Kundenkontakt, sei die
Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt (IV-act. 256-50). Die neurologische Gutachterin
führte aus, aus rein neurologischer Sicht begründe einzig die neurogen bedingte
Inkontinenz eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im zuletzt ausgeübten Beruf als
Reinigungsfachfrau, da der Versicherten ausreichend Zeit für den Toilettengang mit
Einmalkatheterisierung eingeräumt werden müsse (3 x 15 Minuten zusätzliche Pause
pro Arbeitstag). Daraus ergebe sich eine quantitative Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit von 10 % (IV-act. 256-36, 58 f.). Dies erscheint plausibel, zumal auch
die Uniklinik E._ gegenüber der Beschwerdegegnerin im Bericht vom 20. Januar
2016 keine Arbeitsunfähigkeit attestiert (IV-act. 266). Ob die Diagnose als solche mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt wurde, weil eine Arbeitsunfähigkeit von
unter 20 % oder aber ausschliesslich eine qualitative Einschränkung besteht, ist für die
Nachvollziehbarkeitsprüfung des Gutachtens nicht von entscheidender Bedeutung.
3.4 Die vom psychiatrischen Gutachter gestellten Diagnosen - eine rezidivierend
depressive Störung, gegenwärtig weitgehend remittiert, entsprechend einer
subsyndromalen Depression (ICD-10: F33.4), und psychologische Faktoren oder
Verhaltensfaktoren bei andernorts klassifizierten Erkrankungen (ICD-10: F54) - sind
zunächst bezüglich ihrer invalidenversicherungsrechtlichen Relevanz umstritten.
Hinsichtlich der subsyndromalen bis leichten Depression führte der Experte aus, diese
könne höchstens bei einer hochqualifizierten Arbeit mit Führungsfunktionen oder hohen
Anforderungen an die Kreativität und Flexibilität eine Arbeitsunfähigkeit von 20 % und
mehr bewirken. Vorliegend könne sie die Leistungsfähigkeit vor allem durch
Einschränkungen der Ausdauer, des Antriebs, des Arbeitstempos, des
Selbstvertrauens und der Konzentrationsfähigkeit nur wenig (< 10 %) reduzieren. Die
depressive Störung wird somit lediglich in geringem Ausmass zur Begründung der
Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht herangezogen, weshalb die
bundesgerichtliche Rechtsprechung, wonach depressive Erkrankungen leichter bis
höchstens mittelgradiger Ausprägung nur bei erwiesener Therapieresistenz
invalidisierend wirken, vorliegend nicht entscheidend zum Tragen kommt. Mit der
Diagnose psychologischer Faktoren oder Verhaltensfaktoren bei andernorts
klassifizierten Erkrankungen erfasst der psychiatrische Gutachter die
Schmerzsymptomatik, in Abgrenzung zu den der Schilderung der Beschwerdeführerin
weniger entsprechenden Diagnosen einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung
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und der chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (IV-
act. 256-64 f.). Differenzialdiagnostisch schliesst diese Diagnose auch die psychische
Komponente der urologischen Problematik ein (IV-act. 256-66). Der Gutachter erwägt,
die Auswirkungen auf die Gesundheit und die Arbeitsfähigkeit seien in etwa die
gleichen wie bei einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung, es handle sich um
eine abweichende Beurteilung des gleichen Sachverhalts (IV-act. 256-65). Das
Bundesgericht hat zwar die Anwendung der so genannten Schmerzrechtsprechung auf
die Diagnose psychologischer Faktoren oder Verhaltensfaktoren bei andernorts
klassifizierten Erkrankungen ausdrücklich ausgeschlossen (Urteile vom 19. Mai 2016,
9C_646/2015, E. 4.6 und vom 9. Mai 2017, 9C_800/2016, E. 4.3 und 4.9), jedoch als
Begründung lediglich auf die in BGE 140 V 13 E. 2.2.1.3 fehlende Aufzählung
verwiesen. Zumindest im vorliegenden Fall werden mit der Diagnose somatisch bzw.
organisch nicht erklärbare Schmerzen erfasst, und die Auswirkung wird vom Gutachter
als vergleichbar mit denjenigen einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung
geschildert. Dies könnte es rechtfertigen, die einschlägige Rechtsprechung gemäss
BGE 141 V 281 anzuwenden.
4.
4.1 Das MEDAS-Gutachten wurde am 22. Mai 2015 und somit (knapp) vor dem Urteil
vom 3. Juni 2015, mit welchem das Bundesgericht die Vermutung, anhaltende
somatoforme Schmerzstörungen und gleichgestellte organisch nicht erklärbare Leiden
seien vermutungsweise nicht invalidisierend, aufgab. Gemäss altem
Verfahrensstandard eingeholte Gutachten verlieren ihren Beweiswert nicht per se. Mit
Blick auf die nunmehr materiell-beweisrechtlich geänderten Anforderungen bei der
Einschätzung des funktionellen Leistungsvermögens ist jedoch in jedem einzelnen Fall
zu prüfen, ob die beigezogenen administrativen und/oder gerichtlichen
Sachverständigengutachten, gegebenenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen
Berichten, eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren
erlauben oder nicht (BGE 141 V 281 E. 8 S. 309; Urteil vom 13. April 2016,
9C_168/2015, E. 2.2.3). Das funktionelle Leistungsvermögen ist anhand von
Indikatoren zu beurteilen (BGE 141 V 296 f. E. 4.1 und S. 298 ff., E. 4.3). Diese betreffen
den Schweregrad einer Gesundheitsschädigung (zit. Urteil E. 4.3.1), die Persönlichkeit
(Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Ressourcen, Persönlichkeitsentwicklung und -
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struktur; zit. Urteil E. 4.1.3, 4.3.2), den sozialen Kontext (zit. Urteil E. 4.3.3) sowie die
Konsistenz (zit. Urteil E. 4.4). Der medizinische Gutachter hat das Leistungsvermögen
einzuschätzen und dabei den einschlägigen Indikatoren zu folgen. Die Rechtsanwender
überprüfen die betreffenden Angaben frei, insbesondere dahingehend, ob die Ärzte
sich an die massgebenden normativen Rahmenbedingungen gehalten haben, das
heisst, ob sie ausschliesslich funktionelle Ausfälle berücksichtigt haben, welche Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung sind (Art. 7 Abs. 2 erster Satz ATSG), sowie, ob
die versicherungsmedizinische Zumutbarkeitsbeurteilung auf objektivierter Grundlage
erfolgt ist (Art. 7 Abs. 2 zweiter Satz ATSG). Recht und Medizin tragen in diesem Sinn,
je nach ihren fachlichen und funktionellen Zuständigkeiten, zur Feststellung ein und
derselben Arbeitsunfähigkeit bei. Es gibt keine unterschiedlichen Regeln gehorchende,
getrennte Prüfung einer medizinischen und einer rechtlichen Arbeitsfähigkeit (zit. Urteil,
E. 5.2.2. und 5.2.3).
4.2 Die Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (vgl. BGE 141 V 298 f. E. 4.3.3.1)
erscheint nicht besonders schwerwiegend, was sich einerseits aus dem
neurologischen Teilgutachten und andererseits daraus ergibt, dass der psychiatrische
Gutachter festhält, die Beschwerdeführerin schildere keinen schweren und quälenden
Schmerz (IV-act. 256-65). Der psychiatrische Gutachter verneint eine ängstliche
(vermeidende) oder abhängige (asthenische) Persönlichkeitsstörung. Die Diagnose
könne (zwar) nicht alleine aufgrund einer einzigen Untersuchung gestellt werden, doch
seien Daten über eine längere Beobachtungszeit vorhanden, so dass zumindest eine
Verdachtsdiagnose gestellt werden könnte. Die diagnostischen Kriterien gemäss
ICD-10 seien nicht erfüllt. Der von der ehemaligen Arbeitgeberin beschriebene Ablauf
der Kündigung und das Verhalten der Beschwerdeführerin - nach Angaben der
ehemaligen Arbeitgeberin wäre die Anstellung mangels Leistung vorerst lediglich um
ein halbes Jahr verlängert worden, was die Beschwerdeführerin nicht akzeptiert habe
(IV-act. 12-5) - spreche gegen die Diagnose einer abhängigen Persönlichkeitsstörung.
Er habe keine infantilen Züge finden können, die Beschwerdeführerin habe sich
adäquat und altersentsprechend verhalten (IV-act. 256-68). Im Vorgutachten der
Psychiatrischen Klinik B._ Auswirkung auf die Leistungsfähigkeit zugeschrieben
worden (IV-act. 122-8, 12). Demgegenüber diagnostizierte der behandelnde Dr. G._
neben einer mittelgradigen Depression eine ängstliche bzw. kombinierte
Persönlichkeitsstörung mit vordergründig abhängig-infantilen Zügen (Arztberichte vom
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10. März 2008, IV-act. 54-2 ff. und vom 15. Oktober 2013, IV-act. 220-4 ff.) und
attestierte vorwiegend aufgrund einer dekompensierten Persönlichkeitsstörung eine
100 %ige Arbeitsunfähigkeit seit mindestens Januar 2008 (IV-act. 220-6). Damit hält
der behandelnde Psychiater lediglich an seiner ursprünglichen Diagnosestellung und
Arbeitsfähigkeitsschätzung fest, obwohl das Versicherungsgericht mit Entscheid vom
1. Dezember 2011, E. 3.5 und das Bundesgericht mit Urteil vom 5. November 2012, E.
2.2, diesen nicht gefolgt sind (vgl. IV-act. 162 und 166). Von einer die Arbeitsfähigkeit
massgeblich einschränkenden Persönlichkeitsstörung kann demnach nicht
ausgegangen werden. Als somatische Komorbidität fällt die Urgeinkontinenz ins
Gewicht. An Ressourcen gehen aus dem MEDAS-Gutachten hervor, dass die
Beschwerdeführerin angab, sie sei früher "gut" in ihrer Arbeit gewesen, sei sehr
geduldig, sei eine gute Mutter und Grossmutter (IV-act. 256-60). Zu den
Beeinträchtigungen führte der psychiatrische Gutachter der MEDAS Zentralschweiz
aus, aufgrund der Depression und der Schmerzen seien Ausdauer, Selbstvertrauen, die
kognitiven Fähigkeiten, vor allem die Konzentrationsfähigkeit und die
Gedächtnisfunktionen, das Arbeitstempo und der Antrieb leicht beeinträchtigt. Die
Beschwerdeführerin zeige auch Schwankungen in ihrer Leistungsfähigkeit, was eine
zeitliche Flexibilität bedinge und zu einem vermehrten Pausen- und Erholungsbedarf
führe (IV-act. 256-69 f.). Im Anschluss an die Prüfung der nach überholter
Rechtsprechung relevanten Kriterien gelangte der Gutachter zum Schluss, die klinische
Einschätzung habe aus psychiatrischer Sicht eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
von 25 % ergeben. Die bundesgerichtlichen Kriterien seien nicht in einem Ausmass
erfüllt, dass die Einschränkung als Invalidität anerkannt wäre (IV-act. 256-71). RAD-Arzt
Dr. C._ führte in seiner Stellungnahme vom 2. Dezember 2015 aus, gemäss den
Erörterungen (im Gutachten) seien durchaus Ressourcen vorhanden, um im Ausmass
der Leistungseinschränkung eine verwertbare Teilarbeitsfähigkeit zu erbringen. Den im
Urteil des Bundesgerichts vom 3. Juni 2015 aufgestellten Standardindikatoren sei in
vollem Umfang Rechnung getragen worden (IV-act. 263). Somit wurden die Indikatoren
bereits im Rahmen der medizinischen Beurteilung berücksichtigt und es besteht kein
Anlass, die Arbeitsfähigkeit im Rahmen der Rechtsanwendung nochmals unter Hinweis
auf die Schmerzrechtsprechung zu reduzieren. Demnach bleibt es bei der
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht von maximal 25 %.
5.
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5.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, ihre Restarbeitsfähigkeit sei nicht
verwertbar. Für die Invaliditätsbemessung ist nicht massgeblich, ob eine invalide
Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern
einzig, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn
ein Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage nach Arbeitskräften bestünde
(ausgeglichener Arbeitsmarkt, Art. 16 ATSG). An der Massgeblichkeit des theoretisch
ausgeglichenen Arbeitsmarktes vermag auch der Umstand nichts zu ändern, dass es
für die versicherte Person im Einzelfall schwierig oder gar unmöglich ist, im
tatsächlichen Arbeitsmarkt eine entsprechende Stelle zu finden. Der ausgeglichene
Arbeitsmarkt umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und
Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von
Seiten des Arbeitgebers rechnen können. Eine Unverwertbarkeit der
Restarbeitsfähigkeit ist hingegen in denjenigen Fällen anzunehmen, in denen die
zumutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der
ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem
Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden
einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint (Urteil
des Bundesgerichts vom 28. November 2014, 9C_485/2014, E. 2 und E. 3.3.1 mit
Hinweisen).
5.2 Massgebend für die wirtschaftliche Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit sind
auch die verbleibende Aktivitätsdauer und die Arbeitsunfähigkeit (Urteil des
Bundesgerichts vom 19. Mai 2016, 8C_910/2015, E. 4.3.3); erstere beurteilt sich nach
dem Zeitpunkt des Feststehens der medizinischen Zumutbarkeit einer
(Teil-)erwerbstätigkeit. Diese ist gegeben, sobald die medizinischen Unterlagen eine
zuverlässige Sachverhaltsfeststellung erlauben (BGE 138 V 456 f. E. 3.3 f.). Das
fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich invaliditätsfremder Faktor, in der
Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren persönlichen
und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person
verbliebene Resterwerbsfähigkeit auch in einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht
mehr nachgefragt würde. Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das
verbliebene Leistungsvermögen zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen
Regel bemessen, sondern hängt von den konkreten Umständen ab. Zu denken ist
zunächst an die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen,
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angesichts der beschränkten verbleibenden Aktivitätsdauer sodann namentlich an den
absehbaren Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang
auch an die Persönlichkeitsstruktur, an vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, die
Ausbildung, den beruflichen Werdegang oder an die Möglichkeit, Berufserfahrung
anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts vom 14. Juli 2010, 9C_427/2010, E. 2.4.1).
5.3 Die Beschwerdeführerin hatte im Zeitpunkt der Erstattung des MEDAS-Gutachtens
vom 22. Mai 2015 gerade das 60. Altersjahr vollendet. Sie verfügt über eine hohe
Restarbeitsfähigkeit von mindestens 75 %. Die Beschwerdeführerin ist seit dem 30.
September 2004 nicht mehr erwerbstätig (IV-act. 12-1; IK-Auszug, IV-act. 177-3). Der
urologische Gutachter hält einen Arbeitsplatz mit leichtem Zugang zu einer Toilette und
ohne Kundenkontakt für ideal, welche Anforderungen bei der Tätigkeit als
Raumpflegerin eventuell nicht erfüllt seien (IV-act. 256-35, 50 f.). Inwieweit die Tätigkeit
als Raumpflegerin als adaptiert gelten kann, dürfte massgeblich von der konkreten
Ausgestaltung der Stelle (Arbeitsort und -zeit, Anwesenheit anderer Personen)
abhängig sein. Selbst wenn system- oder maschinengebundene Tätigkeiten aufgrund
der Notwendigkeit, die Tätigkeit kurzfristig unterbrechen zu können, nur eingeschränkt
möglich sind, ist davon auszugehen, dass trotz der Notwendigkeit vermehrter und
länger dauernder Toilettenbesuche auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt etwa
einfache Montagearbeiten in genügender Anzahl zur Verfügung stehen (vgl. Entscheid
des Versicherungsgerichts vom 6. Oktober 2015, IV 2015/9, E. 2.3, bestätigt durch
Urteil des Bundesgerichts vom 19. Januar 2016, 8C_858/2015, E. 3.4). Gesamthaft
betrachtet sind mithin die hohen Anforderungen für die Annahme einer fehlenden
Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit nicht erfüllt.
5.4 Die Beschwerdeführerin hat ihre Arbeitsstelle gemäss Angaben ihrer ehemaligen
Arbeitgeberin nicht aus gesundheitlichen Gründen verloren (IV-act. 12-5), und ein
erstes Leistungsgesuch an die IV wurde vom Bundesgericht am 5. November 2012
letztinstanzlich abgewiesen (IV-act. 166). Gemäss Gutachten ist auch in der zuletzt
ausgeübten Tätigkeit als Reinigungsfachfrau die Arbeitsfähigkeit nur zu 25 %
eingeschränkt. Es kann daher ein Prozentvergleich vorgenommen werden (Urteil des
Bundesgerichts vom 4. Februar 2015, 9C_888/2014, E. 2).
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5.5 Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen
Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn)
allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass
persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung,
Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und
Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E.
3b/aa S. 323). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene
Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit
unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 75 E. 5b/aa in fine
S. 80). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der
Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und
darf 25 % nicht übersteigen (BGE 126 V 80 E. 5b/bb-cc; 134 V 327 f. E. 5.2; Urteil
9C_368/2009 vom 17. Juli 2009 E. 2.1; zum Ganzen auch Urteil des Bundesgerichts
vom 23. Dezember 2014, 9C_630/2014, E. 2.1 mit weiteren Verweisen). Der aufgrund
der gesundheitlichen Beeinträchtigung erforderliche Zeitbedarf und die Einschränkung
der Leistungsfähigkeit sind bereits in der Einschätzung der quantitativen
Arbeitsfähigkeit berücksichtigt und dürfen somit zur Begründung eines
Tabellenlohnabzuges nicht nochmals herangezogen werden (Urteil des Bundesgerichts
vom 22. Januar 2015, 9C_846/2014, E. 4.1.1). Nicht in die Arbeitsfähigkeitsschätzung
eingeflossen und daher möglicherweise relevant für einen Tabellenlohnabzug ist der
Umstand, dass die Beschwerdeführerin aufgrund der urologischen Problematik den
Arbeitsplatz öfter und kurzfristiger als andere Arbeitnehmer oder Arbeitnehmerinnen
verlassen können muss und daher system- und maschinengebundene Tätigkeiten nur
eingeschränkt möglich sind. Dies rechtfertigt jedoch keinen Tabellenlohnabzug von
mehr als 15 %. Weitere Gründe für einen Tabellenlohnabzug - namentlich aufgrund des
erforderlichen leichten Zugangs zu einer Toilette und des nicht geeigneten
Kundenkontakts im Bereich der Hilfsarbeiten sind nicht ersichtlich (vgl. hierzu
Entscheid des Versicherungsgerichts vom 6. Oktober 2015, IV 2015/9, E. 2.4, bestätigt
durch Urteil des Bundesgerichts vom 19. Januar 2016, 8C_858/2015, E. 3.5). Somit
resultiert bei einer Arbeitsfähigkeit von mindestens 75 % ein keinen Rentenanspruch
begründender Invaliditätsgrad von maximal 36 %.
6.
6.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.
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6.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des
Verfahrens entsprechend wäre sie vollumfänglich der Beschwerdeführerin
aufzuerlegen. Die Gehörsverletzungen und deren Heilung rechtfertigen indes, der
Beschwerdegegnerin die Hälfte der Gerichtsgebühr aufzuerlegen (vgl. Entscheid des
Versicherungsgerichts vom 25. November 2008, IV 2008/27, E. 3).
6.3 Die Beschwerdeführerin hätte gemäss Verfahrensausgang keinen Anspruch auf
eine Parteientschädigung (vgl. Art. 61 lit. g ATSG). Indes rechtfertigt es sich, aufgrund
der eingangs dargelegten Verletzungen des rechtlichen Gehörs eine solche von Fr.
1'750.-- zuzusprechen (vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts vom 25. November
2008, IV 2008/27, E. 3).