Decision ID: fa97871a-3605-5907-9149-f68a841fc306
Year: 2008
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
S._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Jürg Jakob, Rosenbergstrasse 42b,
9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rentenrevision
Sachverhalt:
A.
A.a Am 28. September 1990 meldete sich S._ erstmals zum Bezug von IV-
Leistungen an und beantragte als Hilfsmittel ein Hörgerät (act. G 9.2.2). Die IV-Stelle
des Kantons St. Gallen gewährte ihr dieses erstmals mit Mitteilung vom 26. Februar
1991 (act. G 9.2.11).
A.b Im März 1995 meldete sich die Versicherte (infolge Wohnortswechsel) bei der IV-
Stelle des Kantons Appenzell Ausserrhoden zum Bezug von IV-Leistungen
(Berufsberatung, Umschulung auf eine neue Tätigkeit, Arbeitsvermittlung) an (act. G
9.2.30). Diese sprach ihr am 2. August und 4. Oktober 1996 eine Umschulung zur
Pflegehelferin SRK zu (act. G 9.2.44 und 9.2.50). Am 18. Februar 1997 stellte sie fest,
dass die Versicherte rentenausschliessend beruflich eingegliedert sei (act. G 9.2.54).
A.c Am 27. August 1998 meldete sich die Versicherte erneut bei der IV-Stelle des
Kantons Appenzell Ausserrhoden und beantragte Berufsberatung und
Arbeitsvermittlung, allenfalls eine Rente (act. G 9.2.55). Mit Verfügung vom 30. Juli
1999 wies diese das Begehren zur Zeit ab (act. G 9.2.83). Infolge Wohnortswechsel der
Versicherten wurden die Akten am 30. Juli 1999 der IV-Stelle des Kantons St. Gallen
(nachfolgend: IV-Stelle) überwiesen (act. G 9.2.84).
A.d Am 8. Dezember 1999 ersuchte die Versicherte die IV-Stelle telefonisch um eine
nochmalige Rentenprüfung (act. G 9.2.86). Mit Verfügung vom 17. August 2000 sprach
ihr die IV-Stelle ab 1. August 2000 eine Viertels- und ab 1. November 2000 eine halbe
Rente zu (act. G 9.2.96 und 9.2.97).
A.e Im "Fragebogen für Rentenrevision" vom 21. November 2003 gab die Versicherte
an, ihr Gesundheitszustand habe sich seit März 2003 verschlimmert (act. G 9.2.120).
Am 6. Januar 2004 teilte ihr die IV-Stelle mit, bei der Überprüfung des Invaliditätsgrads
habe sie keine Änderung festgestellt, die sich auf die Rente auswirke. Es bestehe
deshalb weiterhin Anspruch auf eine halbe Rente (act. G 9.2.125). Am 29. Juni 2004
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teilte die Versicherte der IV-Stelle telefonisch mit, dass sie eine ganze Rente wünsche
(act. G 9.2.126).
A.f Im Verlaufsbericht vom 18. Juli 2004 gab der Hausarzt der Versicherten, Dr. med.
A._, an, deren Gesundheitszustand habe sich seit dem 22. Januar 2004 massiv
verschlechtert. Sie habe sich wegen einer stenosierenden Sigmadivertikulitis einer
Operation unterziehen müssen und sei deshalb seit dem 22. Januar 2004 zu 100%
arbeitsunfähig (act. G 9.2.127-2). Im Verlaufsbericht vom 1. Oktober 2004 bestätigte
Dr. A._ eine 100%ige Arbeitunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit. In einer
adaptierten Tätigkeit bestehe vielleicht je nach Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 20 bis
50%, wobei sich angesichts der mehrfachen Behinderung die Frage stelle, was für eine
Tätigkeit in Frage kommen könnte (act. G 9.2.131-2). Am 21. Dezember 2005 wurde die
Versicherte im ABI (Ärztliches Begutachtungsinstitut, Basel) internistisch, psychiatrisch
und rheumatologisch untersucht. Im Gutachten vom 2. Februar 2006 führten die
Gutachter aus, seit dem 22. Januar 2004 bestehe eine volle Arbeitsunfähigkeit in der
angestammten Tätigkeit. In adaptierten Tätigkeiten bestehe unter Einhaltung
verschiedener Einschränkungen eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (act. G 9.2.148-17 f.).
A.g Mit Verfügung vom 25. April 2006 hob die IV-Stelle die Invalidenrente der
Versicherten auf (act. G 9.2.164). Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte am 28.
April 2006 Einsprache (act. G 9.2.166). Unter Verweis auf den Bericht von Dr. med.
B._, Innere Medizin/Rheumatologie FMH, vom 31. Mai 2006 (act. G 9.2.188) liess sie
vorbringen, sie könne keiner 100%igen adaptierten Tätigkeit nachgehen. Ihr
Gesundheitszustand habe sich nicht gebessert (act. G 9.2.187). Am 29. Januar 2007
widerrief die IV-Stelle die Verfügung vom 25. April 2006 (act. G 9.2.204) und teilte ihr
am 30. Januar 2007 mit, sie habe weiterhin Anspruch auf eine halbe Rente (act. G
9.2.205).
A.h Am 1. März 2007 liess die Versicherte eine beschwerdefähige Verfügung
beantragen, da sie bei der Überprüfung des Einkommensvergleichs Unstimmigkeiten
festgestellt habe (act. G 9.2.213). Mit Vorbescheid vom 15. Juni 2007 stellte die IV-
Stelle ihr ab 1. Juni 2004 aufgrund eines Invaliditätsgrads von 66% eine
Dreiviertelsrente in Aussicht (act. G 9.2.224). Gegen diesen Vorbescheid liess sie am
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20. Juli 2007 Einwand erheben, da es ihr nicht möglich sei, zu 100% zu arbeiten (act. G
9.2.225).
B. Mit Verfügungen vom 25. Oktober 2007 sprach die IV-Stelle der Versicherten mit
Wirkung ab 1. Juni 2004 bis 31. Juli 2004 eine Dreiviertelsrente sowie eine
entsprechende Kinderrente und ab 1. August 2004 eine Dreiviertelsrente zu (act. G
9.2.230 und 9.2.231).
C.
C.a Mit Eingabe vom 26. November 2007 erhebt Rechtsanwalt lic. iur. Jürg Jakob als
Vertreter der Versicherten Beschwerde gegen die Verfügungen vom 25. Oktober 2007
und beantragt die Zusprache einer ganzen Rente per 1. Juni 2004. Zudem beantragt er
die unentgeltliche Rechtsverbeiständung. Diese wird ihm am 18. März 2008 bewilligt
(vgl. act. G 10). Zur Begründung der Beschwerde bringt er im Wesentlichen vor, die
Versicherte könne keiner 100%igen Tätigkeit nachgehen. Zudem sei die
Beschwerdegegnerin von einem zu hohen Invalideneinkommen ausgegangen (act. G
1).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 12. März 2006 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde. Der Einwand der Beschwerdeführerin, sie könne nicht zu
100% arbeiten, sei medizinisch unbegründet. Das eingesetzte Invalideneinkommen sei
korrekt (act. G 9).
C.c Mit Replik vom 16. Mai 2008 hält der Vertreter der Beschwerdeführerin an seinen
Anträgen fest (act. G 14).
C.d Mit Eingabe vom 9. Juni 2008 verzichtet die Beschwerdegegnerin sinngemäss auf
eine Duplik (act. G 16).

Erwägungen:
1.
Umstritten sind vorliegend der Umfang der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in
einer adaptierten Tätigkeit sowie die Höhe des Invalideneinkommens.
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2.
Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil
in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei
der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V
467 E. 1), und weil bei der Beurteilung ferner auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses
der streitigen Entscheide vom 25. Oktober 2007 eingetretenen Sachverhalt abzustellen
ist (BGE 121 V 366 E. 1b), sind auf die angefochtene Verfügungendie bis zum 31.
Dezember 2007 geltenden materiellen Bestimmungen anzuwenden.
3.
3.1 Unter Invalidität wird bei als Gesunden voll erwerbstätigen Personen die
voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Erwerbsunfähigkeit ist dabei der
durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch
massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG durch einen
Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die versicherte Person
nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der notwendigen und
zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen
könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Einkommen,
das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen). Nach Art. 28 Abs. 1 IVG besteht Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine
Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von
mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-Grad
von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
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3.2 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft
entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur
Rentenrevision gibt nach der Rechtsprechung jede wesentliche Änderung in den
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, um den Invaliditätsgrad und damit den
Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 130 V 349 f., E. 3.5). Eine bloss unterschiedliche
Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts stellt dagegen
praxisgemäss keine revisionsbegründende Änderung dar (BGE 112 V 372, E. 2b; SVR
1996 IV Nr. 70, S. 203). Ob eine revisionsbegründende Änderung eingetreten ist,
beurteilt sich durch einen Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der letzten
rechtskräftigen Verfügung bestand, welche auf einer materiellen Prüfung des
Rechtsanspruchs beruht (BGE 133 V 108), mit demjenigen zur Zeit der streitigen
Neubeurteilung (BGE 130 V 351, E. 3.5.2; BGE 125 V 369, E. 2).
3.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von
Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel
eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten.
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für
die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden
ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a). Was Parteigutachten anbelangt, rechtfertigt der
Umstand allein, dass eine ärztliche Stellungnahme von einer Partei eingeholt und in das
Verfahren eingebracht wird, nicht Zweifel an ihrem Beweiswert (ZAK 1986 S. 189 E. 2a
in fine, BGE 122 V 161 E. 1c).
4.
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4.1 Die Beschwerdegegnerin stützt die angefochtenen Verfügungen in erster Linie auf
das ABI-Gutachten sowie die Beurteilung der Berufsberaterin.
4.1.1 Im ABI-Gutachten stellten die Ärzte folgende Diagnosen mit Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit: ein chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom rechtsbetont
(ICD-10 M54.4), bei ausgeprägten radiomorphologischen degenerativen
Veränderungen mit kurzbogiger lumbaler rechtskonvexer Torsionsskoliose mit
massivster Osteochondrose und reaktiver lateraler Spondylose L3/4 mit
Vakuumphänomen, massivste Osteochondrose mit weitgehend aufgehobenem
Gelenksspalt L4/5 und lateral rechtsbetonter Spondylose sowie ventraler
brückenbildender Spondylose sowie Osteochondrose L5/S1, zusätzlich
Spondylarthrose von L3 bis S1, degenerative Anterolisthesis von L4 gegenüber von L3
und L5; eine chronische Periathropathia coxae bds. rechtsbetont (ICD-10 M24.8), bei
Status nach beidseitigen Chiari-Osteotomien und beidseitig intertrochantärer
proximaler Femurosteotomie bei kongenitaler Hüftdysplasie 1968 (ICD-10 M16.2),
radiomorphologischem Status nach Osteotomie einer bilateralen Hüftdysplasie,
deutlichen Exostosen am lateralen Beckenrand rechts sowie angedeutet links-distal,
deutlichen Unregelmässigkeiten am lateralen Acetabulumdaches links mehr als rechts,
deutlicher muskulärer Dysbalance mit Insuffizienz der Glutealmuskulatur bds.,
beginnendem Duchenne-Hinken rechts; ein intermittierendes cervico-cephales
Schmerzsyndrom (ICD-10 M53.0), bei Wirbelsäulenfehlform (betonte Kyphosierung
cervico-thorakal mit HWS-Propulsion), eine Schwerhörigkeit bds. mit
Hörgeräteversorgung (ICD-10 H90.0). Aus rheumatologischer Sicht bestehe aufgrund
der objektivierbaren Befunde in der angestammten Tätigkeit als Schwesternhilfe eine
bleibende 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Hingegen könne der Beschwerdeführerin eine
leichte, wechselbelastende, adaptierte berufliche Tätigkeit unter folgenden
Voraussetzungen zu 100% zugemutet werden: Unabdingbar sei eine
Wechselbelastung, das heisse eine Vermeidung einer fixierten Arbeitsposition
(Sitzdauer maximal 30-60 Minuten, maximale Stehdauer 30 Minuten). Im Weiteren sei
es zu vermeiden, dass repetitive schwere Gewichte angehoben oder getragen werden
müssen. Ebenso seien die Durchführung von stereotypen, fliessbandähnlichen Arbeiten
verbunden mit häufigen Wirbelsäulenrotationsbewegungen zu vermeiden. Längere
Gehstrecken seien aufgrund der Hüftgelenkspathologie nicht zumutbar. Medizinisch-
theoretisch wären dementsprechend verschiedene Verweistätigkeiten durchaus
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umsetzbar. Hier bestehe jedoch additiv das Problem der ausgeprägten
Schwerhörigkeit bds. trotz adäquater Hörapparateversorgung, so dass Berufe mit der
Notwendigkeit einer guten Kommunikation, vor allem bei störenden Nebengeräuschen,
kaum möglich sein würden. Eine psychiatrische Diagnose könne nicht gestellt werden.
Auch die internistischen Diagnosen würden die Arbeitsfähigkeit nicht relevant
einschränken (act. G 9.2.148-16 ff.).
4.1.2 Die Berufsberaterin führte aus, das im ABI-Gutachten beschriebene Stellenprofil
in adaptierter Tätigkeit könne wirtschaftlich nicht verwertet werden. Sowohl einfache
Hilfstätigkeiten, Beratungstätigkeiten, Fliessbandarbeiten, administrative Arbeiten,
Arbeiten mit Kundenkontakt, Verkaufsarbeiten sowie Lagertätigkeiten könnten nicht
umgesetzt werden und seien somit in der freien Wirtschaft nicht verwertbar - ausser an
einem der leider fehlenden Nischenarbeitsplätze, die verdienstmässig mit den
Bedingungen im geschützten Rahmen verglichen werden könnten.
Verdienstmöglichkeiten könnten somit im Rahmen eines Maximallohns in einer
geschützten Werkstatt bei einer 100%-Tätigkeit verglichen werden, welche einem
Verdienst von ca. Fr. 1'500.-- x 12 entsprechen würden (act. G 9.2.197).
4.2 Der Vertreter der Beschwerdeführerin macht demgegenüber im Wesentlichen
geltend, allein schon wegen der zahlreichen gesundheitlichen Beschränkungen der
Restarbeitsfähigkeit werde klar, dass eine 100%-Tätigkeit nicht zur Diskussion stehe.
Dr. B._ gehe aus rheumatologischer Sicht von einer Arbeitsfähigkeit von 50% für eine
leichte, adaptierte Tätigkeit aus. Auch für Tätigkeiten im Rahmen geschützter
Werkstätten oder Behindertenorganisationen stünden nicht unbegrenzt Arbeitsplätze
zur Verfügung. Diese Institute hätten mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln
haushälterisch umzugehen und beschäftigten behinderte Personen nicht ungeachtet
ihrer Leistungsfähigkeit. Auch würden nicht einfach Soziallöhne, sondern adäquate
Entschädigungen für geleistete Arbeiten bezahlt. Es gelte zu berücksichtigen, dass die
Beschwerdeführerin an einer Mehrfachbehinderung leide. Sie sei gezwungen, bei ihrer
Arbeit immer wieder längere Pausen einzulegen. Der einigermassen akzeptable
Zustand bezüglich der Schmerzsymptomatik und damit verbunden letztlich auch der
Resterwerbsfähigkeit sei einzig ihrer Disziplin und Beharrlichkeit zu verdanken, mit
denen sie die erlernten Heimübungen täglich und konsequent durchführe. Der tägliche
Zeitbedarf dafür betrage 45 bis 60 Minuten. Zusätzlich besuche sie als medizinische
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Massnahme allein zur Aufrechterhaltung ihres bestehenden Gesundheitszustands
zweimal wöchentlich eine ambulante physiotherapeutische Behandlung bei Dr. C._,
wofür ein Zeitaufwand von weiteren zwei Stunden benötigt werde. Es könne maximal
von einer 60%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden. Zudem dürfe als
Invalideneinkommen nicht der Maximallohn im Rahmen einer geschützten Tätigkeit
herangezogen werden. Der bei guter Arbeitsleistung erzielbare Lohn liege höchstens
bei Fr. 1'000.-- pro Monat (act. G 1, 4 und 14).
4.3 Im Bericht vom 31. Mai 2006 diagnostizierte Dr. B._ ein chronisches cervico-
thoraco-vertebrales Syndrom links mit wahrscheinlich spondylogenen Kopfschmerzen
und spondylogenen Ausstrahlungen in den linken Arm bei muskulären Dysbalancen mit
Triggerpunkten, segmentalen Dysfunktionen, mässiggradigen degenerativen
Veränderungen der unteren HWS und der BWS; ein chronisches
Lumbovertebralsyndrom mit lumbo-spondylogener Komponente rechts bei schweren
degenerativen Veränderungen der LWS, Fehlform (Flachform thoraco-lumbal, leichte S-
förmige Torsionsskoliose lumbal); eine schwere Hüftdysplasie bds., St. n. Korrektur-
Osteotomie und Metallentfernung beider Hüfte 1966-1968 mit wechselnden
Hüftbeschwerden; eine Depression anamnestisch; eine Schwerhörigkeit bds.; St. n.
Sigma-Resektion mit Nahtdehiszenz und passagerem Anus praeter 2004 wegen
rezidivierender Divertikulitis. Da anscheinend nie Röntgenbilder der HWS gemacht
worden seien, habe er das nachgeholt. Es zeigten sich mässiggradige degenerative
Veränderungen der unteren HWS. In den mitgebrachten Röntgenbildern habe er
degenerative Veränderungen im Bereich der mittleren BWS sowie schwere
degenerative Veränderungen der LWS mit einer leichten S-förmigen Torsionsskoliose
festgestellt. Die Hüftgelenke wiesen trotz der ausgeprägten Varusfehlstellung und der
postoperativ unregelmässigen Acetabula einen normal weiten Gelenkspalt auf.
Aufgrund der Rücken- und Hüftveränderung sei die Beschwerdeführerin für den
Pflegeberuf nicht mehr geeignet. Aus rein rheumatologischer Sicht erachte er sie für
eine leichte Arbeit 50% (halbtags) arbeitsfähig, wenn sie keine Lasten heben müsse
und es eine wechselbelastende Tätigkeit sei, teilweise sitzend, teilweise stehend (act. G
9.2.188).
4.4 Der RAD, offenbar Dr. med. D._, führte zu dieser Einschätzung am 20./21.
November 2006 aus, Dr. B._ beschreibe neu einen Beckenhochstand links von 1-1.5
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cm, Druckdolenzen der ganzen HWS bds. und der mittleren BWS und deutlich
muskuläre Verspannungen mit Triggerpunkten und segmentalen Funktionsstörungen.
Insofern wäre eine erneute klinische Verschlechterung nicht auszuschliessen. Falls die
Beschwerdegegnerin das Leistungsbild der Beschwerdeführerin als wirtschaftlich
verwertbar erachte, was keine medizinische Frage sei, empfehle sich im Hinblick auf
die mögliche klinische Verschlechterung, welche durch das Arztzeugnis von Dr. B._
ausgewiesen werde, eine MEDAS-Verlaufsbegutachtung, welche dann auch eine
neuropsychologische Untersuchung zur Frage der Flexibilität und Umstellungsfähigkeit
sowie der allgemeinen Intelligenz beinhalten sollte (act. G 9.2.191-2, act. G 9.2.193-2).
Demgegenüber führte Dr. E._, Fachärztin FMH für Psychologie und Psychotherapie,
vom RAD am 29. Februar 2008 aus, von rheumatologischer Seite bewerte Dr. B._
einen im Wesentlichen unveränderten Gesundheitszustand anders. Der Unterschied in
der Bewertung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit adaptiert sei auch durch das
unterschiedliche Tätigkeitsprofil erklärbar. Im Übrigen sei die angenommene fehlende
Arbeitsfähigkeit auf dem freien Arbeitsmarkt aus ihrer Sicht nicht zwangsläufig bzw. als
ausschliesslich medizinisch begründbar ausgewiesen (act. G 9.1).
4.5 Die Auffassung von Dr. E._ vermag nicht zu überzeugen. Einerseits handelt es
sich bei der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit nicht um eine medizinische Frage,
wie Dr. D._ festhielt, anderseits fehlt bezüglich der rheumatologischen Beurteilung
die fachspezifische Qualifikation von Dr. E._ (und Dr. D._; vgl. Urteil BGer vom 16.
November 2007 i.S. B., 9C_341/2007, E. 4.1 mit Hinweisen). Ob in Anbetracht der
unterschiedlichen Diagnosen im oberen Bereich der Wirbelsäule tatsächlich eine
unterschiedliche Würdigung desselben Befundes vorliegt, wie Dr. E._ festhält, (act. G
9.1, S. 2), erscheint zumindest fraglich. Anlässlich der Begutachtung durch das ABI
wurden keine Röntgenbilder der HWS angefertigt, werden doch als bildgebende
Untersuchungen lediglich eine Beckenübersicht sowie LWS a.p. seitlich vom 23.
September 2004, Radiologie Kantonales Spital in Heiden sowie eine Beckenübersicht
Kantonales Spital St. Gallen vom 26. Mai 1970 aufgeführt (vgl. act. G 9.2.148-10 f.).
Erst Dr. B._ erstellte anlässlich der Untersuchung der Beschwerdeführerin vom 30.
Mai 2006 Röntgenbilder der HWS. Aufgrund dieser Röntgenbilder kam er im oberen
Bereich der Wirbelsäule zu einer anderen Diagnose als die ABI-Gutachter und
attestierte der Beschwerdeführerin insgesamt eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit für eine
leichte, adaptierte Tätigkeit (act. G 9.2.188). Unter diesen Umständen erscheint das
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ABI-Gutachten als unvollständig, weshalb insbesondere bezüglich der
Arbeitsfähigkeitseinschätzung nicht darauf abgestellt werden kann. Es ist daher, wie
vom RAD ursprünglich gefordert, eine MEDAS-Verlaufsbegutachtung durchzuführen.
Diese wird sich mit der Beurteilung durch Dr. B._ auseinanderzusetzen haben. Sie
wird auch die Frage zu beantworten haben, ob die Beschwerdeführerin bei einer
adaptierten Tätigkeit besondere Pausen benötigt, wie sie geltend macht (act. G 1, S. 8).
Ob zusätzlich eine neuropsychologische Untersuchung zur Frage der Flexibilität und
Umstellungsfähigkeit sowie der allgemeinen Intelligenz der Beschwerdeführerin
erforderlich ist, wird die Beschwerdegegnerin zu prüfen haben. Die Sache ist daher zu
weiteren Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.6 Was das angenommene Invalideneinkommen der Beschwerdeführerin in Höhe von
Fr. 18'000.-- anbelangt, so vermögen die diesbezüglichen Ausführungen der
Beschwerdegegnerin nicht zu überzeugen. Sie stützt sich dabei auf die Angaben der
Berufsberaterin im Bericht vom 21. Dezember 2006 (act. G 9.2.197) sowie auf deren
Rückfrage bei der G._ (act. G 9.2.226). Diese Angaben der Berufsberaterin scheinen
jedoch die spezifischen Einschränkungen der Beschwerdeführerin nicht zu
berücksichtigen. So stellt sie lediglich fest, die noch vorhandene Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin lasse sich in der freien Wirtschaft nicht umsetzen. Entsprechende
Nischenarbeitsplätze fehlten, weshalb sich die Verdienstmöglichkeiten im Rahmen
eines Maximallohns einer geschützten Werkstatt bewegten, welcher ca. Fr. 1'500.-- x
12 betrage. Ob die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer Einschränkungen jedoch
tatsächlich in der Lage wäre, in einer geschützten Werkstatt eine Tätigkeit auszuüben,
mit welcher sie den dort möglichen Maximallohn erzielen könnte, wurde nicht
abgeklärt. Die Beschwerdeführerin musste offenbar im August/September 2006 einen
Einsatz im Rahmen eines Arbeitslosenprogrammes wegen starker Schmerzen in
Rücken und Hüften abbrechen (act. G 1.11-13). Zudem haben ihre Nachfragen
ergeben, dass die Löhne an geschützten Arbeitsplätzen je nach Leistung zwischen Fr.
50.-- und Fr. 2'200.-- variieren (act. G 1.16). In Kenntnis der vorhandenen
Einschränkungen der Beschwerdeführerin teilte ihr die H._ mit, sie könne ihr keinen
Arbeitsplatz zur Verfügung stellen (act. G 4.1). Der F._ teilte ihr mit, für eine allfällige
Anstellung würde sie mit Fr. 5.-- brutto (pro Stunde) entschädigt (act. G 4.2). Die G._,
auf deren Angaben sich die Berufsberaterin stützt (vgl. act. G 9, S. 3, Ziff. 13), teilte mit,
sie könne zu den konkreten Verdienstmöglichkeiten keine Angaben machen, da sie die
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Beschwerdeführerin nicht kenne (act. G 4.3). Unter diesen Umständen erscheint es als
fraglich, ob die Beschwerdeführerin tatsächlich ein Invalidenkommen in Höhe von Fr.
18'000.-- erzielen kann. Die Beschwerdegegnerin wird dies ebenfalls abzuklären
haben. Neben den konkreten Einschränkungen in einer leichten, adaptierten Tätigkeit
werden dabei auch die Zeit und Anstrengung für das von ihr jeden Tag zu
absolvierende Heimtraining und die Physiotherapie, welche zur Erhaltung ihres
Gesundheitszustandes erforderlich sind, zu berücksichtigen sein (vgl. act. G 9.2.148-13
und G 14, S. 5).
5.
5.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen sind die angefochtenen Verfügungen vom
25. Oktober 2007 aufzuheben und die Sache ist zur Vornahme ergänzender
Abklärungen im Sinne der Erwägungen und zu entsprechender neuer Verfügung an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Vorliegend erscheint eine Gerichtsgebühr
von Fr. 600.- als angemessen. Da die Rückweisung zur Neubeurteilung praxisgemäss
als volles Obsiegen gilt (ZAK 1987 S. 268 E. 5a), ist die Gerichtsgebühr der
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Bei diesem Verfahrensausgang hat die
Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Parteientschädigung. Diese bemisst sich nach
der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses (Art. 61 lit. g
ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht
nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Das
Versicherungsgericht spricht in vergleichbaren Fällen in der Regel eine
Parteientschädigung von pauschal Fr. 3'500.-- zu. Unter Berücksichtigung der relativ
umfangreichen Akten erscheint eine Parteientschädigung von pauschal höchstens
Fr. 4'500.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen. Die bereits
bewilligte unentgeltliche Rechtsverbeiständung und die entsprechende Kostennote
vom 16. Mai 2008 werden durch diesen Verfahrensausgang gegenstandslos.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
bis
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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG