Decision ID: 8663c55d-bb3a-4231-82f2-6b7aac1d923a
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BSTG
Chamber: CH_BSTG_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: penal_law

Die Beschwerdekammer hält fest, dass:
- die Bundesanwaltschaft mit Schlussverfügung vom 11. September 2019 dem brasilianischen Rechtshilfeersuchen vom 25. Januar 2018, ergänzt am 21. März 2018, entsprochen hat und die Herausgabe der darin genannten Unterlagen betreffend die auf die B. Corp. lautende Bankbeziehung Nr. 1 bei der Bank C. anordnete und zugleich die Sperre des Kontos aufrechterhielt (act. 1.2);
- dagegen A. (nachfolgend «Beschwerdeführer») mutmasslich als  Begünstigter aus dem Liquidationserlös der B. Corp. am 14. Oktober 2019 bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde  liess (act. 1);
- der Beschwerdeführer mit Schreiben vom 15. Oktober 2019 eingeladen
wurde, bis 28. Oktober 2019 einen Kostenvorschuss von Fr. 5'000.-- zu  und ihm dabei mitgeteilt wurde, dass bei Säumnis auf die Beschwerde nicht eingetreten werde (act. 3);
- die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers das Gericht mit Schreiben vom 21. Oktober 2019 um Erstreckung der Frist zur Leistung des  bis zum 15. November 2019 ersuchte (act. 4);
- das Gericht die Fristerstreckung mit Faxschreiben vom 21. Oktober 2019 bis zum 8. November 2019 bewilligte (act. 4);
- der angeforderte Kostenvorschuss dem Konto der Bundesstrafgerichtskasse
am 12. November 2019 gutgeschrieben wurde (act. 5);
- dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 20. November 2019 die  eingeräumt wurde, die Rechtzeitigkeit der geleisteten Zahlung  (act. 6);
- die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers in ihrer Eingabe vom 22.  2019 angibt, festgestellt zu haben, dass sie das auf dem Schreiben des Gerichts handschriftlich eingetragene Datum (8. November 2019)  habe und dass der Beschwerdeführer entsprechend ihrer falschen Anweisung gehandelt und daher unverschuldet die erstreckte Frist nicht  habe, weshalb sie um Wiederherstellung der Frist ersucht (act. 7).
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Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:
- auf Beschwerdeverfahren in internationalen Rechtshilfeangelegenheiten die Bestimmungen des VwVG anwendbar sind (Art. 39 Abs. 2 lit. b i.V.m. Art. 37 Abs. 2 lit. a Ziff. 1 StBOG), wenn das IRSG nichts anderes bestimmt (Art. 12 Abs. 1 IRSG);
- dem Beschwerdeführer unter Androhung des Nichteintretens eine angemes-
sene Frist zur Leistung eines Kostenvorschusses anzusetzen ist (Art. 63 Abs. 4 VwVG);
- die Frist für die Zahlung eines Kostenvorschusses gewahrt ist, wenn der Be-
trag rechtzeitig zu Gunsten des Bundesstrafgerichts der Schweizerischen Post übergeben oder einem Post- oder Bankkonto in der Schweiz belastet worden ist (Art. 21 Abs. 3 VwVG);
- der Beschwerdeführer bereits mit Einladung zur Leistung des  darauf hingewiesen wurde, dass bei nicht fristgemässen Leistung des Kostenvorschusses auf die Beschwerde nicht eingetreten werde (act. 3);
- die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers im Schreiben vom 22. Novem-
ber 2019 eingestanden hat, den Kostenvorschuss verspätet geleistet zu  und vorbringt, dem Beschwerdeführer mit E-Mail vom 21. Oktober 2019 fälschlicherweise mitgeteilt zu haben, dass die Frist bis zum 15. November 2019 erstreckt worden sei, ohne der E-Mail das Faxschreiben des Gerichts beigelegt zu haben; der Beschwerdeführer jedoch weiterhin an der  interessiert sei (act. 7);
- die Frist wiederhergestellt wird, wenn der Gesuchsteller oder sein Vertreter unverschuldeterweise abgehalten worden ist, binnen Frist zu handeln, sofern er unter Angabe des Grundes innert 30 Tagen nach Wegfall des  darum ersucht und die versäumte Rechtshandlung nachholt (Art. 24 Abs. 1 VwVG);
- im Interesse der Rechtssicherheit und eines geordneten Verfahrens ein Hinderungsgrund nicht leichthin angenommen werden darf; als  i.S.v. Art. 24 Abs. 1 VwVG ein Versäumnis nur dann gelten kann, wenn dafür objektive Gründe vorliegen und der Partei bzw. der Vertretung keine Nachlässigkeit vorgeworfen werden kann; als erheblich mit anderen Worten nur solche Gründe zu betrachten sind, die der Partei auch bei Aufwendung der üblichen Sorgfalt die Wahrung ihrer Interessen verunmöglicht oder
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unzumutbar erschwert hätten (Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts A-7384/2008 vom 20. November 2008 E. 2);
- ein Irrtum nur dann entschuldbar und ein Fristwiederherstellungsgrund sein kann, wenn er auf einer falschen Auskunft beruht, auf welche sich der  nach Treu und Glauben verlassen durfte (EGLI, in: Praxiskommentar Verwaltungsverfahrensgesetz, Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], 2. Aufl. 2016, Art. 24 N 23);
- das Verhalten der Vertretung vollumfänglich der Partei zuzurechnen ist und trifft die Vertretung ein Verschulden an der Versäumung der Frist, die Partei grundsätzlich nicht um Fristwiederherstellung ersuchen kann (EGLI, a.a.O., Art. 24 N 16);
- vorliegend die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers bei Aufwendung der üblichen Sorgfalt die Verlängerung der Frist bis zum 8. November 2019 ohne weiteres hätte feststellen und rechtzeitig handeln können;
- sich die Nachlässigkeit der Rechtsvertreterin damit als verschuldet erweist und dem Beschwerdeführer zuzurechnen ist, wobei ein entschuldbarer  entgegen dem Vorbringen der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers nicht zu erkennen ist;
- die Voraussetzungen für eine Fristwiederherstellung unter diesen  nicht gegeben sind (vgl. BGE 114 Ib 67 E. 2; EGLI, a.a.O., Art. 24 N 17), weshalb das Gesuch um Wiederherstellung der Frist abzuweisen ist;
- daran auch der Umstand, dass der Beschwerdeführer vom Faxschreiben des Gerichts betreffend die Fristerstreckung keine Kenntnis gehabt habe, nichts zu ändern vermag; dies umso weniger als dies darauf zurückzuführen ist, dass ihm das Schreiben des Gerichts von seiner Rechtsvertreterin nicht  worden ist und auch dieses Verhalten dem Beschwerdeführer  ist;
- auf die Beschwerde deshalb androhungsgemäss nicht einzutreten ist;
- die Gerichtskosten bei diesem Ausgang des Verfahrens dem  aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG);
- die Gerichtsgebühr auf Fr. 500.-- festzusetzen ist (Art. 63 Abs. 5 VwVG i.V.m. Art. 73 StBOG und Art. 5 und 8 Abs. 3 lit. b des Reglements des Bundesstraf-
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gerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und  in Bundesstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]), unter  des entsprechenden Betrages am verspätet geleisteten  von Fr. 5‘000.--;
- die Bundesstrafgerichtskasse anzuweisen ist, dem Beschwerdeführer Fr. 4‘500.-- zurückzuerstatten.
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