Decision ID: bf03c375-89e0-47a5-a442-5d4baf5dd430
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Eheschutz
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Dielsdorf vom 10. September 2015 (EE140104-D)
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Rechtsbegehren: (sinngemäss)
" 1. Es sei den Parteien das Getrenntleben zu bewilligen und ihre Teilvereinbarung über die Nebenfolgen zu genehmigen.
2. Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, der Gesuchstellerin einen Prozesskostenbeitrag von Fr. 5'000.– zuzüglich allfällig ihr  Gerichtskosten zu bezahlen.
3. Unter gerichtlicher Regelung der Kosten- und ."
Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Dielsdorf vom 10. September 2015 (Urk. 41):
1. Es wird festgestellt, dass die Parteien auf unbestimmte Zeit zum  berechtigt sind, und es wird davon Vormerk genommen dass sie bereits seit 1. April 2015 getrennt leben.
2. Die gemeinsamen Kinder C._, geboren am tt.mm.2001, und D._, geboren am tt.mm.2004, werden für die Dauer des Getrenntlebens unter die Obhut des Gesuchsgegners gestellt.
3. Die faktische Obhut der Tochter C._ wird bei der Grossmutter  belassen.
4. Die KESB Dielsdorf wird beauftragt, für die Tochter D._ eine Prüfung zur Pflegeplatzbewilligung vorzunehmen.
5. Die Parteien regeln das Besuchsrecht von D._ von Fall zu Fall selbst. Im Streitfall soll Folgendes gelten:
Die Gesuchstellerin ist berechtigt und wird verpflichtet, die Tochter D._
bis 30. September 2015 zwei Stunden pro Woche unter Vermittlung der Bei-
ständin zu besuchen.
a) Bei Verbleib der Gesuchstellerin in der Schweiz über September 2015 hinaus, ist diese berechtigt und wird verpflichtet, die Tochter D._, jedes zweite Wochenende sowie in geraden Jahren an Ostern, in  Jahren an Pfingsten und in jedem Jahr am 2. Weihnachtsfeiertag (26. Dezember) auf eigene Kosten mit sich oder zu sich auf Besuch zu nehmen und die Kinder ausserdem für zwei Wo-
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chen jährlich während der Schulferien auf eigene Kosten mit sich oder zu sich in die Ferien zu nehmen. Die Gesuchstellerin teilt dem  mindestens drei Monate im Voraus mit, wann sie ihr  ausüben will.
b) Bei definitivem Verlassen der Schweiz ist die Gesuchstellerin  und wird verpflichtet, sich wöchentlich via elektronischer  (Skype o.ä.) bei D._ zu melden und sie ein Mal jährlich für eine Woche in der Schweiz auf eigene Kosten mit sich oder zu sich auf Besuch oder in die Ferien zu nehmen.
6. Angesichts des Alters der Tochter C._ wird auf eine Regelung des  verzichtet.
7. Die mit Verfügung vom 6. August 2015 angeordnete Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 1 und Abs. 2 ZGB wird weitergeführt.
Dem Erziehungsbeistand werden folgende Aufgaben aufgetragen: - Den Gesuchsgegner in der Erziehung von D._ mit Rat und Tat zu
unterstützen und zu beraten und regelmässige Gespräche mit der  des Gesuchsgegners sowie dem Gesuchsgegner zu führen.
Dem Besuchsbeistand werden folgende Aufgaben aufgetragen: - Einräumen der Kompetenz, unter Einbezug der Mutter des Gesuchs-
gegners die Ausübung des Besuchsrechts zu organisieren, zu  und die Parteien in der Umsetzung zu unterstützen.
8. Es wird festgestellt, dass die Gesuchstellerin mangels wirtschaftlicher  derzeit nicht in der Lage ist, Unterhaltsbeiträge an die Kinder C._ und D._ zu leisten.
9. Zwischen den Parteien wird mit Wirkung ab 26. Januar 2015 die  angeordnet.
10. Von den übrigen Punkten der von den Parteien abgeschlossenen  vom 27. Juli 2015 wird Vormerk genommen:
"1. [Getrenntleben]
2.-3. [Obhut]
4.-5. [Besuchsrecht]
6. [Anordnung Beistandschaft]
7. [Kindesunterhalt]
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8. Die Parteien stellen fest, dass sie mangels wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit derzeit nicht in der Lage sind, gegenseitig persönliche Unterhaltsbeiträge zu bezahlen.
9. Die Parteien gehen von folgenden finanziellen Grundlagen aus:
- Bedarf Gesuchstellerin: Fr. 2'371.– (in der Schweiz)
- Bedarf Gesuchsgegner: Fr. 4'386.– (inkl. beide Töchter)
- Einkommen Gesuchstellerin: Fr. 0.–
- Einkommen Gesuchsgegner: Fr. 3'964.– (exkl. Kinderzulagen, inkl. volle Kinderrenten, davon Fr. 1'936.– IV-Rente, Fr. 480.– Erwerbsarbeit)
10. Die Gesuchstellerin erklärt sich bereit, dem Gesuchsgegner die eheliche Wohnung E._ ..., ... F._, samt Hausrat für die Dauer des  zur alleinigen Benützung zu überlassen.
11. Die Gesuchstellerin ist damit einverstanden, dass der Mietvertrag über die eheliche Wohnung E._ ..., ... F._, auf den Gesuchsgegner alleine überschrieben wird, und die Gesuchstellerin verpflichtet sich, das hierzu  beizutragen, sofern es ihrer Mitwirkung bedarf.
12. [Anordnung Gütertrennung]
13. Über Kosten- und Entschädigungsfolgen entscheidet das Gericht."
11. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: Fr. 4'800.– ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. 5'640.– Abklärungsbericht des kjz F._
Fr. 637.50 Dolmetscherkosten
Fr. 11'077.50 Total
Weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
12. Die Kosten werden der Gesuchstellerin zu zwei Fünfteln (Fr. 4'431.–) und dem Gesuchsgegner zu drei Fünfteln (Fr. 6'646.50) auferlegt.
13. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin einen  in Höhe von Fr. 9'831.– zu bezahlen.
14. Die Parteientschädigungen werden wettgeschlagen.
15. (Mitteilungssatz.)
16. (Rechtsmittelbelehrung.)
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Berufungsanträge:
Des Gesuchsgegners und Berufungsklägers (Urk. 45):
" 1. Urteilsziffer 12 sei aufzuheben und wie folgt abzuändern: Die Kosten des Verfahrens werden der Gesuchstellerin zu 3/4 und dem  zu 1/4 auferlegt.
2. Urteilsziffer 13 sei ersatzlos aufzuheben. 3. Urteilsziffer 14 sei aufzuheben; die Gesuchstellerin sei zu verpflichten,
dem Gesuchsgegner eine reduzierte (hälftige) Prozessentschädigung von CHF 2'500.00 zuzüglich 8,0% MWSt. zu bezahlen.
4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (letztere zuzüglich 8,0% MWSt.) zulasten der Berufungsbeklagten bzw. der Gerichtskasse.
Prozessualer Antrag: Dem Rechtsmittel sei in Bezug auf die vorinstanzliche Urteilsziffer 13, der Verpflichtung zur Zahlung eines  von CHF 9'831.00, die aufschiebende Wirkung zu gewähren."
Der Gesuchstellerin und Berufungsbeklagten (Urk. 53):
" 1. Die Berufung sei abzuweisen. 2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzügl. MWSt. zu Lasten des
Berufungsklägers bzw. der Gerichtskasse.
sowie mit folgenden prozessualen Anträgen:
1. Der Berufungskläger sei zu verpflichten, der Berufungsbeklagten für das Berufungsverfahren einen Prozesskostenbeitrag in Höhe von einstweilen CHF 2'500 zuzüglich allfällig ihr auferlegter Gerichtskosten zu bezahlen.
2. Eventualiter sei der Berufungsbeklagten die unentgeltliche  zu gewähren und es sei ihr in der Person der Unterzeichnenden  unentgeltliche Rechtsbeiständin zu bestellen."

Erwägungen:
A. Sachverhalt und Prozessgeschichte
1. Die Parteien stehen sich seit Dezember 2014 vor Vorinstanz in einem Ehe-
schutzverfahren gegenüber (Urk. 1). Am 10. September 2015 hat die Vorinstanz
das eingangs erwähnte Urteil gefällt (Urk. 46).
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2. Hiergegen hat der Gesuchsgegner und Berufungskläger (fortan Gesuchs-
gegner) innert Frist begründet Berufung erhoben (Urk. 45). Nachdem die Gesuch-
stellerin und Berufungsbeklagte (fortan Gesuchstellerin) den Entscheid über die
vom Gesuchsgegner beantragte aufschiebende Wirkung dem Gericht überlassen
hatte (Urk. 49 S. 2), hat dieses mit Verfügung vom 27. Oktober 2015 der Berufung
gegen Dispositiv-Ziffer 13 des erstinstanzlichen Urteils die aufschiebende Wir-
kung erteilt (Urk. 52, Dispositiv-Ziffer 1). Die Berufungsantwort der Gesuchstelle-
rin datiert vom 5. November 2015 (Urk. 53) und wurde dem Gesuchsgegner zur
Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 55). Mit derselben Verfügung wurde der Gesuch-
stellerin die Stellungnahme des Gesuchsgegners zum gegnerischen Antrag um
Zusprechung eines Prozesskostenbeitrages für das Berufungsverfahren (Urk. 54)
zur Kenntnis gebracht (Urk. 55). Hierauf liess sich die Gesuchstellerin erneut ver-
nehmen (Urk. 56), wovon der Gegenseite Kenntnis gegeben wurde (Urk. 57).
3. Mit Verfügung vom 8. Dezember 2015 wurde den Parteien die Rechnung
des kjz F._ vom 4. Juni 2015 (Urk. 58) zur Stellungnahme zugestellt (Urk.
59). Der Gesuchsgegner liess sich hierzu unter dem Datum vom 10. Dezember
2015 vernehmen (Urk. 61). Die Gesuchstellerin verzichtete auf eine Stellungnah-
me (Urk. 60). Nachdem das Gericht beim kjz F._ eine detaillierte Zusam-
menstellung der Leistungserfassung eingefordert hatte (Urk. 63), wurde den Par-
teien mit Verfügung vom 14. Januar 2016 erneut Frist angesetzt, um zu dieser
nachgereichten Stundenaufstellung des kjz F._ (Urk. 64) Stellung zu nehmen
(Urk. 65). Die entsprechenden Stellungnahmen des Gesuchsgegners datieren
vom 16. Januar 2016 (Urk. 66) bzw. vom 18. Januar 2016 (Urk. 67) und wurden
der Gesuchstellerin am 5. Februar 2016 zur Kenntnis gebracht. Die Gesuchstelle-
rin liess sich ihrerseits innert Frist nicht vernehmen.
4. Die Dispositiv-Ziffern 1 bis 10 des erstinstanzlichen Urteils blieben unange-
fochten, weshalb sie in Rechtskraft erwachsen sind. Dies ist vorzumerken. Zu
Dispositiv-Ziffer 11 (Festsetzung der Gerichtskosten) hat der Gesuchsgegner kei-
nen formellen Antrag gestellt. Mit Blick auf die Berufungsbegründung (Urk. 45
S. 6-8) ist aber davon auszugehen, dass auch Dispositiv-Ziffer 11 als mitange-
fochten gilt.
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B. Höhe der erstinstanzlichen Gerichtskosten
1. Die Vorinstanz hat die Gerichtskosten in Anwendung von § 2 Abs. 1 lit. a
und lit. c-d i.V.m. § 5 Abs. 1 und § 6 Abs. 2 lit. b sowie § 8 Abs. 1 der Gebühren-
verordnung des Obergerichts vom 8. September 2010 (GebV OG) auf Fr. 4'800.–
festgesetzt. Hierzu hat sie die Kosten des Abklärungsberichts des kjz F._
über die Kinder D._ und C._ im Betrag von Fr. 5'640.– sowie die Dol-
metscherkosten von Fr. 637.50 addiert, was zu einem Gesamtbetrag von
Fr. 11'077.50 geführt hat (Urk. 46 S. 9).
2. Der Gesuchsgegner rügt die veranschlagten Gerichtskosten als zu hoch. Er
macht geltend, das Verfahren habe sich nicht besonders kompliziert und aufwen-
dig gestaltet und habe aufgrund der getroffenen Parteivereinbarung nur hinsicht-
lich der Kosten- und Entschädigungsfolgen einen begründeten Entscheid erfor-
dert. Angesichts dieser Umstände erscheine eine Gebühr von Fr. 4'800.– als hoch
und lasse einzig den Schluss zu, dass die Vorinstanz von den Reduktionsmög-
lichkeiten von § 8 Abs. 1 GebV OG (Summarverfahren) bzw. § 6 Abs. 2 lit. b
GebV OG (Eheschutzverfahren) trotz Auflistung in der Urteilsbegründung keinen
Gebrauch gemacht habe. Betragsmässig sei die vorinstanzliche Gebühr um min-
destens 1/4 bis 2/5 herabzusetzen (Urk. 45 S. 6-8.). Mit Bezug auf die Kosten des
Gutachtens des kjz F._ sei festzuhalten, dass die Vorinstanz den Abklä-
rungsbericht ohne Vorgaben bezüglich Umfang und Kosten erteilt habe. Bei derart
kostenintensiven Aufträgen stelle sich die Frage, ob den Parteien nicht gewisse
Mitwirkungsrechte bei der Beauftragung zukommen sollten und ob es dem Ge-
richt im Rahmen der richterlichen Fürsorgepflicht nicht obliegen müsse, mittels
Kostendach oder sonstigen Vorgaben eine Beschränkung der Kosten herbeizu-
führen. Andernfalls seien bei der Kostenverteilung die von Amtes wegen veran-
lassten Kosten unter dem Aspekt von Art. 107 Abs. 2 ZPO teilweise auf die Ge-
richtkasse zu nehmen (Urk. 45 S. 7).
3. Höhe der erstinstanzlichen Entscheidgebühr
3.1 Die für die Bemessung der erstinstanzlichen Gerichtsgebühr massgeblichen
Bestimmungen finden sich in §§ 5, 6 Abs. 2 lit. b und § 8 Abs. 1 GebV OG. Das
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Eheschutzverfahren wird als nicht vermögensrechtliche Streitigkeit gemäss § 5
GebV OG qualifiziert, wobei sich die Gebühr nach dem tatsächlichen Streitin-
teresse, dem Zeitaufwand des Gerichts sowie der Schwierigkeit des Falles be-
misst und in der Regel Fr. 300.– bis Fr. 13'000.– beträgt. Aus dieser Bestimmung
ist einerseits ersichtlich, dass dem Gericht bei der Festsetzung der Gerichtsge-
bühr ein grosser Ermessensspielraum zukommt, andererseits geht daraus hervor,
dass mit den Bemessungskriterien "Zeitaufwand", "Schwierigkeit" und "Streitinte-
resse" dem Äquivalenzprinzip Rechnung getragen wird.
3.2 Die Vorinstanz hat zur Begründung der festgesetzten Entscheidgebühr auf
§ 8 Abs. 1 und § 6 Abs. 2 lit. b GebV OG verwiesen. Deren Anwendung steht da-
her ausser Frage. Ob die Entscheidgebühr unter Berücksichtigung der Redukti-
onsmöglichkeiten von § 8 Abs. 1 und § 6 Abs. 2 lit. b GebV OG zu hoch veran-
schlagt wurde, ist im Rahmen einer Angemessenheitsprüfung zu ermitteln. Dabei
ist zu beachten, dass die Berufungsinstanz den Entscheid der ersten Instanz
durchaus auf seine Angemessenheit überprüft. Sie greift aber nur mit einer ge-
wissen Zurückhaltung in einen wohl überlegten Ermessensentscheid des Vorder-
richters ein (vgl. dazu BLICKENSTORFER, in: DIKE-Kommentar-ZPO, Art. 310 N 5).
3.3 Im vorliegenden Fall waren zwischen den Parteien sämtliche Trennungsfol-
gen (Obhut über die beiden Kinder, Besuchsrecht, Unterhaltsfrage, Zuteilung der
Wohnung sowie die Zusprechung eines Prozesskostenbeitrages) umstritten. Zu
den Kinderbelangen wurde beim kjz F._ ein Abklärungsbericht in Auftrag ge-
geben. Die Vorinstanz führte zwei Verhandlungen sowie eine Kinderanhörung
durch. Daraus wird ersichtlich, dass sich das Verfahren – entgegen den Vorbrin-
gen des Gesuchsgegners – als für ein summarisches Verfahren durchaus auf-
wendig erwies und gerade mit Blick auf die Obhutsfrage nicht unerhebliche
Schwierigkeiten mit sich brachte. Zwar musste die Vorinstanz aufgrund der erziel-
ten Vereinbarung vom 27. Juli 2015 über einen Grossteil der Trennungsfolgen
keinen begründeten Entscheid fällen. Da über die Kosten- und Entschädigungs-
folgen indes keine Einigung zustande kam, war dennoch eine Entscheidbegrün-
dung von Nöten. Angesichts dieser Umstände und des Verfahrensaufwandes ist
die festgesetzte Entscheidgebühr von Fr. 4'800.– nicht zu beanstanden. Sie er-
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weist sich als im Rahmen des der Vorinstanz zuzubilligenden weiten Ermessens
noch angemessen. Eine Korrektur des Entscheids der Vorinstanz, welche die
Ausmasse des Prozesses und den daraus resultierende Aufwand aus eigener,
unmittelbarer Anschauung kennt, ist aus den dargelegten Gründen und in Anbe-
tracht der Zurückhaltung, die sich die Berufungsinstanz auferlegt, nicht gerechtfer-
tigt.
4. Kosten für den Abklärungsbericht des kjz F._
4.1 Wie bereits dargelegt hat die Vorinstanz die Kosten des kjz F._ für die
Erstellung des Abklärungsberichts vom 8. Mai 2015 (Urk. 24) in der Höhe von
Fr. 5'640.– zu den Gerichtskosten hinzugerechnet und vollumfänglich den Partei-
en auferlegt (Urk. 46, Dispositiv-Ziffer 11 und 12). In seiner Stellungnahme zur
Rechnung des kjz F._ bringt der Gesuchsgegner vor Obergericht vor, dass
ein Gericht, welches einen Abklärungsbericht in Auftrag gebe, im Interesse der
Parteien ein Kostendach zu setzen bzw. der Abklärungsstelle verbindliche Vorga-
ben oder zumindest Richtlinien zum Umfang der Abklärung zu erteilen habe. Die
vom kjz F._ erstellte Rechnung beinhalte nur gerade die Gesamtzahl der Ar-
beitsstunden mit Angabe des Stundenansatzes. Eine derart rudimentäre Rech-
nungsstellung sei zu summarisch und gestatte es nicht, die Einzelleistungen auf
Angemessenheit und Notwendigkeit hin zu überprüfen (Urk. 61 S. 1, Urk. 67). Die
Leistungserfassung des kjz erfülle somit die Anforderungen an eine korrekte und
transparente Rechnungsstellung bei weitem nicht (Urk. 66). Auch verstosse der
Rechnungsbetrag selbst gegen das Kostendeckungs- und Äquivalenzprinzip.
Aufgrund des angewandten Stundenansatzes resultiere eine Wochengebühr von
Fr. 5'040.– bzw. eine Monatsgebühr von Fr. 21'800.–, was weit über der reinen
Kostendeckung liegen dürfte. Mit Fug und Recht sei in Frage zu stellen, ob für
den vorliegenden Abklärungsbericht effektiv 1,12 Wochen Abklärungsarbeit erfor-
derlich gewesen sei. Zudem bestehe zwischen den Kosten und dem Nutzen des
Berichts ein Missverhältnis, womit auch das Äquivalenzprinzip verletzt worden sei.
Nach Ansicht des Gesuchsgegners gehört die Rechnung des kjz wesentlich ge-
kürzt. (Urk. 61 S. 1 f.). Wie hoch diese Kürzung jedoch ausfallen sollte, führt der
Gesuchsgegner nicht näher aus.
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4.2 Zunächst ist festzuhalten, dass den Parteien im erstinstanzlichen Verfahren
keine Möglichkeit zur Stellungnahme bezüglich der Höhe der Entschädigung des
kjz F._ eingeräumt wurde. Aus den Akten ist nicht ersichtlich, dass den Par-
teien Einsicht in die vom kjz F._ eingereichte Honorarnote gewährt worden
wäre. Eine solche liegt nicht einmal bei den Vorakten. Die Parteien konnten sich
entsprechend weder zur Höhe der Entschädigung noch zu einer allfälligen Herab-
setzung derselben äussern, worauf sie jedoch einen Anspruch gehabt hätten
(WEIBEL, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], ZPO Komm., 2.
Aufl., 2013, Art. 184 N 9a; MÜLLER, in: DIKE-Kommentar-ZPO, Art. 184 N 24).
Damit hat die Vorinstanz die Mitwirkungsrechte der Parteien, insbesondere deren
Anspruch auf Gewährung des rechtlichen Gehörs, verletzt. An sich stellt eine sol-
che Verletzung des rechtlichen Gehörs einen schweren Mangel dar, weshalb eine
Rückweisung an die Vorinstanz geboten wäre. Jedoch kann gemäss bundesge-
richtlicher Rechtsprechung von einer Rückweisung an die Vorinstanz abgesehen
werden, wenn die Verletzung dieses Anspruchs nicht besonders schwerwiegend
ist und im Rechtsmittelverfahren ausnahmsweise geheilt werden kann. Der Man-
gel kann in der Regel dann durch nachträgliche Gewährung des rechtlichen Ge-
hörs geheilt werden, wenn die Kognition der Rechtsmittelinstanz in Tat- und
Rechtsfragen gegenüber derjenigen der Vorinstanz nicht eingeschränkt ist und
die betroffene Partei die Möglichkeit erhält, sich im Rechtsmittelverfahren zu äus-
sern (BGE 137 I 195 Erw. 2.3.2; BGE 133 I 201 Erw. 2.2). Da es sich vorliegend
nicht um eine besonders schwerwiegende Verletzung des Gehörsanspruchs han-
delt, die Berufungsinstanz in Tat- und Rechtsfragen über volle Kognition verfügt
(Art. 310 ZPO) und der Gesuchsgegner sich im Rechtsmittelverfahren zu den
Kosten des kjz F._ eingehend äussern konnte (Urk. 45, Urk. 61, Urk. 66, Urk.
67), ist vorliegend von einer Rückweisung an die Vorinstanz abzusehen.
4.3 Bezüglich der beantragten Kürzung der Rechnung des kjz F._ führt der
Gesuchsgegner – im Unterschied zur erstinstanzlichen Entscheidgebühr (Urk. 45
S. 8) – nicht aus, um wie viel die entsprechenden Kosten zu reduzieren seien.
Dabei versäumt es der Gesuchsgegner, einen formellen Berufungsantrag hin-
sichtlich der Höhe der vorinstanzlichen Gerichtskosten zu formulieren. Aus seinen
Rechtsschriften geht jedoch hervor, dass er auch mit den veranschlagten Gutach-
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tenskosten der Vorinstanz nicht einverstanden ist (Urk. 45 S. 7; Urk. 61). Diesbe-
züglich stellt sich vorab die Frage, ob der Gesuchsgegner seiner Pflicht bezüglich
Substantiierung und Bezifferung seines sinngemässen Antrages auf Herabset-
zung der Gutachtenskosten nachgekommen ist.
4.3.1 Wie Berufungsanträge in der Sache müssen auch Anträge zum erstin-
stanzlichen Kostenpunkt konkrete Anträge enthalten. Auf Geldzahlung gerichtete
Berufungsanträge – wie dies auch bei einem Begehren auf Herabsetzung der Ge-
richtskosten für ein vorinstanzliches Verfahren der Fall ist – müssen sodann bezif-
fert sein. Aus dem Rechtsmittelantrag muss sich genau ergeben, wie der ange-
fochtene Entscheid stattdessen zu lauten hätte (OGer ZH NP140021 vom 25. No-
vember 2014 Erw. 2.b mit Hinweis auf BGE 137 III 617 Erw. 4.3). Die hier interes-
sierenden Auslagen für den Abklärungsbericht des kjz bilden einen Bestandteil
der erstinstanzlichen Gerichtskosten (Art. 95 Abs. 2 lit. c ZPO). Beanstandet eine
Partei im Rechtsmittelverfahren diese erstinstanzlichen Kostenfolgen, so ist es ihr
ohne Weiteres zuzumuten, diesbezüglich einen bezifferten und substantiierten
Antrag zu stellen (OGer ZH LE120055 vom 24. Januar 2013 Erw. IV/1/a). Unzu-
länglich ist hingegen ein unbezifferter Antrag, welcher lediglich auf Herabsetzung
bzw. Ansetzung angemessener Gerichtskosten lautet. Aus der Rechtsmittelbe-
gründung muss zumindest der durch den Rechtmittelkläger als angemessen er-
achtete Betrag hervorgehen (ZOTSANG, Prozesskosten nach der Schweizerischen
Zivilprozessordnung, Zürich 2015, S. 251 mit Hinweis auf OGer ZH PF110013
vom 21. Juni 2011 Erw. 2).
4.3.2 Nach dem Gesagten erweist sich der Antrag des Gesuchsgegners in Be-
zug auf die erstinstanzlichen Gutachtenskosten als ungenügend. Er beantragt
einzig, die Rechnung des kjz F._ gehöre "wesentlich gekürzt" (Urk. 61 S. 2)
bzw. die von Amtes wegen veranlassten Kosten seien "zu prüfen und teilweise
vom Kanton bzw. der Gerichtskasse zu übernehmen" (Urk. 45 S. 7). Zudem sei in
Frage zu stellen, "ob für den vom Gericht in Auftrag gegebenen Bericht effektiv
1,12 Wochen Abklärungsarbeit erforderlich" gewesen sei (Urk. 61 S. 2). Aus die-
ser allgemeinen Kritik des Gesuchsgegners an den Gutachtenskosten ergibt sich
hingegen nicht, wie aus seiner Sicht stattdessen zu entscheiden gewesen wäre.
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Der Gesuchsgegner erachtet zwar die vorinstanzlichen Kosten für den Abklä-
rungsbericht generell als zu hoch, seinen Rechtsschriften lässt sich jedoch nicht
entnehmen, welchen Stundenansatz bzw. welchen Stundenaufwand er demge-
genüber als angemessen erachtet hätte. Auf die Berufung ist in diesem Punkt
somit nicht einzutreten. Der Vollständigkeit halber ist nachfolgend dennoch auf die
Kosten für die Erstellung des Abklärungsberichts des kjz F._ einzugehen.
Wie aufzuzeigen sein wird, wäre die Berufung in diesem Punkt auch materiell ab-
zuweisen gewesen, da sich die Gutachtenskosten als noch angemessen erwei-
sen.
4.4 Bezüglich der vom Gesuchsgegner vorgebrachten Rüge, wonach die Vor-
instanz vor der Auftragserteilung an das kjz einen Kostenvoranschlag hätte einho-
len sollen bzw. ein Kostendach hätte festsetzen müssen, gibt es Folgendes fest-
zuhalten: Im Zusammenhang mit der Kostenvorschusspflicht für Beweiskosten im
Sinne von Art. 102 Abs. 1 ZPO mag es im Allgemeinen durchaus sinnvoll sein,
vor der Beweiserhebung einen Kostenvoranschlag einzuholen. Dies nicht zuletzt
deshalb, weil sich die Parteien aufgrund des Kostenvoranschlages überlegen
können, ob sie an dem beantragten Beweismittel festhalten oder darauf verzich-
ten wollen. Zudem hilft ein Kostenvoranschlag dem Gericht beim Entscheid über
die Höhe des Beweiskostenvorschusses. Ein solches Vorgehen bei Abklärungen
im Rahmen der unbeschränkten Untersuchungsmaxime, insbesondere bei Kin-
derbelangen, ist dahingegen nicht notwendig, da die Parteien hier nicht auf die
Beweisabklärung verzichten können. In diesen Fällen liegt die Verantwortung für
die Beweisbeschaffung beim Gericht. Dieses hat in Anwendung von Art. 153 Abs.
1 ZPO alle zur Klärung des Sachverhalts notwendigen Beweise von Amtes wegen
zu erheben, weshalb bei Kinderbelangen auch keine Beweiskostenvorschuss-
pflicht besteht (HASENBÖHLER, Das Beweisrecht der ZPO, Band 1, Zürich/Basel/
Genf 2015, Rz. 3.35 und 3.76). Vor diesem Hintergrund war die Vorinstanz nicht
gehalten, beim kjz F._ vorgängig zwingend einen Kostenvoranschlag einzu-
holen bzw. ein Kostendach festzulegen. Daran ändert auch § 9 Abs. 3 der Ver-
ordnung der obersten kantonalen Gerichte über die Entschädigung der Zeugen
und Zeuginnen, Auskunftspersonen und Sachverständigen vom 11. Juni 2002
(fortan Entschädigungsverordnung) nichts. Diese Bestimmung sieht die Einholung
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eines Kostenvoranschlages nur dann – und auch dann nicht zwingend – vor,
wenn mit einem erheblichen Kostenaufwand des Gutachters zu rechnen ist. Bei
einem Abklärungsbericht einer amtlichen Stelle kann dies in der Regel verneint
werden. Zudem bestehen im Kanton Zürich im Bereich der Kinder- und Jugendhil-
fe bereits einschlägige gesetzliche Bestimmungen, welche die Gebühren für Ab-
klärungen und Berichte, die im Auftrag von Gerichten erstellt werden, eingehend
regeln (vgl. nachfolgend E. 4.5). Somit ist es bei amtlichen Berichten bzw. Abklä-
rungen – im Unterschied zu privaten Gutachten und Expertisen – nicht zwingend
notwendig, vorgängig die Details und Modalitäten der Entschädigung umfassend
zu regeln. Dies ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass den Parteien das
rechtliche Gehör zu gewähren und ihnen – zumindest im Nachhinein – die Mög-
lichkeit zu geben ist, sich zu den veranschlagten Kosten zu äussern (vgl. vorste-
hend E. 4.2).
4.5 Was die Höhe der Kosten für den Abklärungsbericht des kjz F._ anbe-
langt, ist Folgendes zu bemerken. Über die Höhe der Kosten eines Gutachtens
spricht sich die ZPO nicht aus. Dahingegen ergeben sich im Kanton Zürich dies-
bezügliche Hinweise aus der Entschädigungsverordnung; Sachverständige wer-
den in der Regel nach Aufwand entschädigt (§ 9 Abs. 1). Die Entschädigung wird
dabei aufgrund der vom Sachverständigen eingereichten Honorarrechnung fest-
gesetzt (§ 10 Abs. 1). Erscheint diese übersetzt oder übersteigt die Rechnung den
Kostenvoranschlag, kann die Entschädigung herabgesetzt werden (§ 10 Abs. 2).
Die Kinder- und Jugendhilfeverordnung vom 7. Dezember 2011 (fortan KJHV)
präzisiert diesbezüglich weiter, dass der Aufwand für Gutachten und Berichte im
Auftrag von Gerichten oder anderen Behörden pro Stunde mit Fr. 100.– bis Fr.
200.– entschädigt wird (§ 12 Abs. 1 lit. a KJHV). Innerhalb dieses Gebührenrah-
mens bestimmt der kantonale Gebührentarif zum KJHG vom 23. Februar 2012 mit
Änderung vom 28. Mai 2014 (fortan Gebührentarif), dass die Gebühr für Gutach-
ten und Berichte, die im Auftrag von Gerichten erstellt werden, Fr. 120.– pro Auf-
wandstunde beträgt (Art. 1 Abs. 1 Gebührentarif). An diesen Stundenansatz hat
sich das kjz F._ im vorliegenden Fall gehalten (Urk. 58). Das Amt für Jugend
und Berufsberatung innerhalb der Bildungsdirektion des Kantons Zürich hat somit
die Stundenansätze für behördliche Gutachten und Berichte verbindlich festgelegt.
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Diese erscheinen vorliegend für eine ausgebildete "Sozialarbeiterin FH" (vgl. Urk.
24 S. 2) als durchaus angemessen und sind nicht zu beanstanden. Schliesslich
führt der verrechnete Stundenansatz – entgegen den Ausführungen des Ge-
suchsgegners – auch nicht zu einer Verletzung des Kostendeckungsprinzips.
Nach dem Kostendeckungsprinzip sollen die Gesamterträge den Gesamtaufwand
für den betreffenden Verwaltungszweig nicht oder nur geringfügig überschreiten
(BGE 132 II 47 Erw. 4.1). Das Verhältnis zwischen Erträgen und Kosten ist somit
für den Verwaltungszweig gesamthaft zu betrachten und nicht für jede einzelne
Leistung oder Aufgabe innerhalb desselben (BVGer vom 8. Juni 2009, A-7991/
2008 Erw. 7.4 mit Verweis auf BGE 132 II 47 Erw. 4.1). Der Gesuchsgegner bringt
(zurecht) nicht vor, dass die Gesamterträge den Gesamtaufwand des betreffenden
Verwaltungszweigs überschreiten würden. Dies ist vorliegend auch nicht der Fall.
Aus dem Geschäftsbericht des Regierungsrates des Kantons Zürich für das Jahr
2014 geht eindeutig hervor, dass die Leistungsgruppe "7501 – Kinder- und Ju-
gendhilfe" hoch defizitär ist (S. 330). Im Jahr 2014 standen in diesem Verwal-
tungszweig Erträgen von Fr. 79.7 Mio. Aufwendungen von Fr. 218 Mio. gegenüber
(Der Geschäftsbericht ist abrufbar unter: http://www.rr.zh.ch/internet/regie-
rungsrat/de/der_regierungsrat/veroeffentlichungen.html).
Nach dem Gesagten ist der vom kjz F._ verrechnete Stundenansatz von Fr.
120.– nicht zu beanstanden. Es liegt keine Verletzung des Kostendeckungsprin-
zips vor, weshalb auch die Berechnungen des Gesuchsgegners zu einer hypothe-
tischen Wochen- bzw. Monatsgebühr (Urk. 61 S. 2) nicht hilfreich sind.
4.6 Neben dem Stundenansatz rügt der Gesuchsgegner pauschal auch die An-
zahl der in Rechnung gestellten Arbeitsstunden des kjz F._ (Urk. 61). Ge-
mäss Rechnung des kjz F._ ergab sich in der Zeit vom 6. Februar 2015 bis
8. Mai 2015 ein Zeitaufwand von (abgerundet) 47 Stunden (Urk. 58). Von diesem
Gesamtaufwand leistete Frau G._ rund 2/3 und Frau H._ ca. 1/3 der
verrechneten Arbeitsstunden (Urk. 64). Entgegen den Vorbringen des Gesuchs-
gegners (Urk. 61 S. 2) arbeitete also nicht nur eine einzelne Sozialarbeiterin am
hier interessierenden Abklärungsbericht. Praxisgemäss arbeitet das kjz nach dem
"Vier-Augen-Prinzip", weshalb bei Gesprächen bzw. Hausbesuchen stets mindes-
- 15 -
tens zwei Sozialarbeiterinnen anwesend sind (vgl. Urk. 63). Dies macht in diesem
sensitiven und oft von subjektiven Eindrücken geprägten Umfeld durchaus Sinn
und wird vom Gesuchsgegner denn auch nicht beanstandet. Neben der Ausarbei-
tung des 9-seitigen Berichtes führten die beiden zuständigen Sozialarbeiterinnen
zwischen dem 24. Februar 2015 und dem 14. April 2015 fünf Telefon- sowie vier
persönliche Gespräche und machten zusätzlich einen Hausbesuch bei der
Kindsmutter (Urk. 24 S. 3). Anhand dieser umfangreichen und aufwendigen Vor-
abklärungen, bei welchen immer zwei Mitarbeiterinnen des kjz anwesend waren,
erklärt sich auch der relativ hohe Gesamtzeitaufwand für die Erstellung des Abklä-
rungsberichts. Auch wenn der Gesuchsgegner angesichts des Inhaltes des Be-
richtes den Nutzen des Gutachtens generell in Frage stellt (Urk. 61 S. 2), lässt
sich der vom kjz F._ geleistete Stundenaufwand in Würdigung der gesamten
Umstände nicht beanstanden.
Zusammenfassend liegt der vom kjz F._ betriebene Aufwand für die Erstel-
lung des Abklärungsberichts – zwar am oberen Rand – aber immer noch im
Rahmen des Üblichen und Vertretbaren. Die vom Gesuchsgegner vorgebrachte
Kritik an der Rechnungsstellung des kjz rechtfertigt somit keine Kürzung der erst-
instanzlich veranschlagten Gutachtenskosten. Die Dispositiv-Ziffer 11 des vo-
rinstanzlichen Urteils wäre somit auch bei einem Eintreten auf die Berufung in
diesem Punkt zu bestätigen.
C. Kostenverteilung
1. Die Vorinstanz hat die Gerichtskosten im Umfang von 2/5 der Gesuchstelle-
rin und im Umfang von 3/5 dem Gesuchsgegner auferlegt. Zur Begründung hat
sie erwogen, dass die Kosten des erstinstanzlichen Eheschutzverfahrens regel-
mässig unabhängig vom Ausgang des Verfahrens hälftig zu teilen und die Partei-
entschädigungen wettzuschlagen seien. Angesichts der Tatsache, dass sich die
Parteien vorliegend bis auf die Kosten- und Entschädigungsfolgen vollumfänglich
geeinigt hätten und der Gesuchsgegner bezüglich des Prozesskostenbeitrages
unterliege, rechtfertige sich eine Kostenverteilung im Verhältnis 2/5 (Gesuchstelle-
rin) zu 3/5 (Gesuchsgegner) sowie eine Wettschlagung der Parteientschädigun-
gen (Urk. 45 S. 9 f.).
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2. Der Gesuchsgegner macht vor Obergericht zusammenfassend geltend, die
Kosten seien nach Massgabe von Obsiegen und Unterliegen zu verteilen. Da er
im vorinstanzlichen Verfahren – mit Ausnahme des Prozesskostenbeitrages – be-
züglich sämtlicher Punkte obsiegt habe, seien ihm die Gerichtskosten bloss im
Umfang von 1/4 aufzuerlegen. Folgerichtig sei ihm eine auf die Hälfte reduzierte
Parteientschädigung von Fr. 2'500.– zuzusprechen (Urk. 45 S. 3-6).
3. Gemäss Art. 109 Abs. 2 lit. a ZPO werden die Kosten nach den allgemeinen
Regeln von Art. 106 - 108 ZPO verteilt, wenn die Vereinbarung der Parteien dies-
bezüglich keine Regelung enthält. Die Prozesskosten werden grundsätzlich ge-
mäss dem Ausgang des Verfahrens auferlegt (Art. 106 ZPO). Hiervon kann in fa-
milienrechtlichen Verfahren ermessensweise abgewichen werden (Art. 107 Abs. 1
lit. c ZPO). Es ist aber hervorzuheben, dass auch bei familienrechtlichen Verfah-
ren die Grundnorm Art. 106 ZPO ist. Soweit das Verursacherprinzip im Sinne von
Art. 106 ZPO sachgerecht ist und keine besonderen Gründe vorliegen, die einen
Billigkeitsentscheid nahelegen, ist nach Art. 106 ZPO zu entscheiden (JENNY, in:
Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, a.a.O., Art. 107 N 12). In diesem Sinne
sind die Kosten auch in einem Eheschutzverfahren der unterliegenden Partei auf-
zuerlegen, ausser es liegen besondere Umstände vor. Solche sind vorliegend je-
doch nicht ersichtlich.
4. Eine Gegenüberstellung der Parteianträge zu den Trennungsfolgen mit der
schliesslich getroffenen Vereinbarung zeigt, dass die Gesuchstellerin mit Bezug
auf die Unterhaltsfrage, die Zuteilung der Wohnung sowie die Gütertrennung
grundsätzlich unterliegt. Was den strittig gebliebenen und damit mit erheblich
grösserem Aufwand verbundenen Prozesskostenbeitrag anbelangt, obsiegt sie
demgegenüber. Mit Bezug auf die Kinderbelange sind die Gerichtskosten nach
ständiger Rechtsprechung der erkennenden Kammer unabhängig vom Ausgang
des Prozesses beiden Parteien je hälftig aufzuerlegen, wenn diese achtenswerte
Gründe für ihre Rechtspositionen hatten (ZR 111 Nr. 98 mit Verweis auf ZR 84 Nr.
41). Gesamthaft rechtfertigt es sich, den Parteien die Kosten des erstinstanzli-
chen Verfahrens je zur Hälfte aufzuerlegen und die Parteientschädigungen wett-
zuschlagen.
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D. Prozesskostenbeitrag
1. Die Vorinstanz hat den Gesuchsgegner verpflichtet, der Gesuchstellerin ei-
nen Prozesskostenbeitrag in Höhe von Fr. 9'831.– zu bezahlen (Urk. 46 Disposi-
tiv-Ziffer 13).
2. Der Gesuchsgegner macht im Berufungsverfahren geltend, die Gesuchstel-
lerin habe bei Einreichung des Begehrens über finanzielle Mittel von Fr. 8'000.–
verfügt. Diese Mittel habe die Vorinstanz gänzlich ausser Acht gelassen (Urk. 45
S. 10 f.). Unabhängig davon fehle es an der Rechtfertigung für die Zusprechung
eines Prozesskostenbeitrages, da sich dieser vorliegend weder auf Unterhaltsan-
sprüche noch auf güterrechtliche Ansprüche stützen könne. Die Vorderrichterin
habe korrekterweise mangels Leistungsfähigkeit des Gesuchsgegners den Pro-
zesskostenbeitrag nicht auf die eheliche Unterhaltspflicht abgestützt, sondern
hierfür die Beistandspflicht bemüht, womit für eine Rückerstattungspflicht nur gü-
terrechtliche Ausgleichsansprüche in Fragen kommen könnten. Da die Gesuch-
stellerin aber keine güterrechtlichen Ansprüche gegenüber dem Gesuchsgegner
habe, fehle es an der Grundlage für die Zusprechung eines Prozesskostenbeitra-
ges. Sollte dennoch die Beistandspflicht gemäss Art. 159 Abs. 3 ZGB als An-
spruchsgrundlage herangezogen werden, sei zu konkretisieren, auf welcher spe-
ziellen Norm (z.B. Güterrecht) die Zusprechung erfolge. Des Weiteren sei explizit
festzulegen, ob es sich um einen rückzahlbaren und/oder anrechenbaren Vor-
schuss handle oder ob dieser Betrag "à fonds perdu" zu bezahlen sei (Urk. 45 S.
8-11).
3. Die Gesuchstellerin verfügt über kein Einkommen und erhält keine Unter-
haltsbeiträge. Selbst für den Fall, dass sie bei Einreichung des Begehrens über
Vermögenswerte in Höhe von Fr. 8'000.– verfügt haben sollte, wäre ihr dieser Be-
trag als Notgroschen zu belassen. Die Gesuchstellerin ist vor diesem Hintergrund
ohne Weiteres als mittellos zu qualifizieren. Der Gesuchsgegner verfügt demge-
genüber gemäss Erwägungen der Vorinstanz über ein Barvermögen von
Fr. 269'352.– (Urk. 46 S. 13 mit Verweis auf Urk. 36/1a). Diese vorinstanzliche
Sachverhaltsfeststellung hat der Gesuchsgegner im Berufungsverfahren nicht ge-
rügt. Seine Leistungsfähigkeit steht daher ausser Frage.
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4. Der Prozesskostenbeitrag wird gemäss ständiger Praxis der erkennenden
Kammer auf die eheliche Beistandspflicht gemäss Art. 159 Abs. 3 ZGB abgestützt
(ZR 85 Nr. 32; OGer ZH LY150002 vom 19. Juni 2015; OGer LE140010 vom
3. Juli 2014; OGer ZH RE130016 vom 17. September 2013; vgl. dazu auch FREI,
Prozesskostenvorschuss: eheliche Beistands- oder Unterhaltspflicht, in: Rechts-
schutz, FS Castelberg, S. 51 ff., beso. S. 58). Es handelt sich um eine Art
Zwangsdarlehen unter Ehegatten, welches als Beitrag an die Gerichts- und An-
waltskosten gleich den eigentlichen Prozesskostenvorschüssen als Vorschuss
aufzufassen ist und eine Rückerstattungspflicht auslöst. Diese besteht unabhän-
gig von allfälligen güterrechtlichen Ansprüchen und wird nicht erst bzw. nicht nur
dann aktuell, wenn eine güterrechtliche Auseinandersetzung erfolgt. Die Zuspre-
chung eines Prozesskostenbeitrages hängt insofern nicht von einer allfälligen
Möglichkeit der Rückerstattung (insbesondere im Rahmen der güterrechtlichen
Auseinandersetzung) ab. Ob dereinst eine Anrechnung an allfällige güterrechtli-
che Ansprüche erfolgen kann, braucht daher im Rahmen des Eheschutzverfah-
rens nicht geprüft zu werden. Massgeblich ist einzig, dass der ansprechende
Ehepartner im Zeitpunkt des Eheschutzentscheides, mangels eigener Leistungs-
fähigkeit, eines Prozesskostenbeitrages des angesprochenen Ehepartners, der
zur Leistung eines solchen in der Lage ist, bedarf. Dies ist vorliegend der Fall. Auf
die Rückerstattungsfähigkeit der Empfängerin und insbesondere die (konkreten)
güterrechtlichen Anwartschaften kann es dabei nicht ankommen. Der grundsätzli-
chen Rückerstattungspflicht ist – soweit möglich – im Rahmen der Scheidung
Rechnung zu tragen. Im Sinne dieser Erwägungen ist die Zusprechung eines
Prozesskostenbeitrages im vorliegenden Fall nicht zu beanstanden. Praxisge-
mäss ist darauf zu verzichten, die Verrechenbarkeit bzw. die Rückerstattungs-
pflicht im Dispositiv festzuhalten (OGer ZH LP040126 vom 11. Februar 2005). Zu-
sammenfassend ist der vorinstanzliche Entscheid bezüglich des Prozesskosten-
beitrags zu bestätigen. Nach dem vorliegenden Entscheid hat die Gesuchstellerin
für das erstinstanzliche Verfahren jedoch die Hälfte der Gerichtskosten zu tragen.
Aufgrund der anwendbaren Dispositionsmaxime kann der vorinstanzliche Pro-
zesskostenbeitrag, mangels eines Antrages der Gesuchstellerin aber nicht erhöht
werden.
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E. Kosten- und Entschädigungsfolgen des Berufungsverfahrens
1. Für das zweitinstanzliche Verfahren rechtfertigt sich in Anwendung von § 2
lit. a, c und d sowie § 12 Abs. 1 in Verbindung mit Abs. 2 und § 5 Abs. 1, § 6 Abs.
2 lit. b und § 8 Abs. 1 der Gebührenverordnung des Obergerichts (GebV OG) eine
pauschale Entscheidgebühr von Fr. 3'000.–. Ausgangsgemäss ist diese dem Ge-
suchsgegner im Umfang von 4/5 und der Gesuchstellerin im Umfang von 1/5 auf-
zuerlegen. Überdies ist der Gesuchsgegner zu verpflichten, der Gesuchstellerin
eine auf 3/5 reduzierte Parteientschädigung von Fr. 1'800.– zuzüglich 8% Mehr-
wertsteuer zu bezahlen (vgl. nachfolgend Erw. 2.5).
2. Die Gesuchstellerin ersucht auch im Berufungsverfahren um Zusprechung
eines Prozesskostenbeitrages (Urk. 53 S. 2).
2.1 Die Zusprechung eines Prozesskostenbeitrages setzt, wie bereits erwähnt,
einerseits voraus, dass der Ehegatte, der ihn verlangt, zur Finanzierung des Pro-
zesses auf einen Beitrag des anderen angewiesen ist, und anderseits, dass der
angesprochene Ehegatte zur Leistung des Vorschusses in der Lage ist. Die Bei-
standsbedürftigkeit im Sinne des Eherechts ist somit gegeben, soweit die Unter-
haltsbeiträge (unter Mitberücksichtigung der Prozesskosten) und das eigene Ein-
kommen bzw. Vermögen für die gehörige Führung des Prozesses nicht ausrei-
chen. Sodann ist festzuhalten, dass die Pflicht des Staates zur Gewährung der
unentgeltlichen Rechtspflege der familienrechtlichen Unterhalts- und Beistands-
pflicht nachgeht. Dies bedeutet, dass selbst wenn eine Partei für sich alleine mit-
tellos sein sollte, es nicht Aufgabe des Staates sein kann, einen Prozess zu finan-
zieren, obwohl der unterhalts- bzw. beistandspflichtige Ehegatte dazu in der Lage
wäre (BGer 5D_83/2015 vom 6. Januar 2016 Erw. 2.1 mit Hinweis auf BGE 138
III 672 Erw. 4.2.1). Die prozessuale Mittellosigkeit beurteilt sich nach der gesam-
ten wirtschaftlichen Situation des Rechtsuchenden im Zeitpunkt der Einreichung
des Gesuchs. Dazu gehören einerseits sämtliche finanziellen Verpflichtungen,
anderseits die Einkommens- und Vermögensverhältnisse (BGE 124 I 1 Erw. 2a,
mit Hinweisen). Gemäss dem Effektivitätsgrundsatz dürfen in die Beurteilung der
Bedürftigkeit nur Einkünfte und Vermögenswerte einbezogen werden, welche ef-
fektiv vorhanden und realisierbar sind. Noch nicht fällige oder streitige Ansprüche
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und nicht realisierbare Vermögenswerte sind nicht zu berücksichtigen (EMMEL, in:
Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, a.a.O., Art. 117 N 5). Zu beachten ist,
dass kein strikter Beweis verlangt werden darf und es genügt, wenn die gesuch-
stellende Partei ihre Mittellosigkeit glaubhaft macht (HUBER, in: DIKE-Kommentar-
ZPO, Art. 119 N 20).
2.2 Die Gesuchstellerin ist seit 1. Oktober 2015 arbeitslos, nachdem sie gemäss
eigenen Angaben den Pachtvertrag für den von ihr betriebenen Imbissstand per
30. September 2015 mangels Rentabilität gekündigt hat. Unterhaltsbeiträge erhält
die Gesuchstellerin nicht. Auch verfügt sie über kein nennenswertes Vermögen.
Wenn der Gesuchsgegner ausführt, die Gesuchstellerin hätte per 1. Oktober 2015
eine Anstellung antreten müssen, um ihren Unterhalt sowie die Aufwendungen für
das vorliegende Verfahren aus eigener Kraft zu bestreiten, verkennt er, dass nach
dem Effektivitätsgrundsatz nur Einkünfte in die Beurteilung der Bedürftigkeit ein-
bezogen werden dürfen, welche effektiv vorhanden und realisierbar sind (vgl. vor-
stehend Erw. 2.1). Die Anrechnung eines hypothetischen Einkommens auf Seiten
der Gesuchstellerin fällt daher ausser Betracht. Dass die Gesuchstellerin über fi-
nanzielle Mittel verfügt, welche sie nicht offenlegt (so der Gesuchsgegner in Urk.
54 S. 2), ist nicht ersichtlich. Der Umstand, dass die Gesuchstellerin in der
Schweiz unentgeltlich bei Freunden bzw. in Thailand unentgeltlich bei der Familie
wohnen kann und aus diesem Grund mit äusserst wenig Geld über die Runden
kommt, kann ihr nicht zum Nachteil gereichen. Es bestehen keine Zweifel an der
Mittellosigkeit der Gesuchstellerin.
2.3 Der Gesuchsgegner verfügt demgegenüber (unbestritten) über ein beträcht-
liches Barvermögen (vgl. vorstehend Erw. D.3), weshalb seine Leistungsfähigkeit
als erstellt gilt.
2.4 Das Gericht hat bei der Festsetzung der Höhe des Prozesskostenbeitrags
einen Ermessensspielraum. Die Höhe des Prozesskostenbeitrags muss aufgrund
von dessen Zweck bestimmt werden. Ein Prozesskostenbeitrag soll der anspre-
chenden Partei die finanziellen Mittel verschaffen respektive ersetzen, die sie zur
gehörigen Führung des Prozesses benötigte. Es soll verhindert werden, dass die
Partei aufgrund fehlender Mittel ihrer guten Rechte verlustig geht. Es müssen also
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nur, aber immerhin, alle Kosten, die für die ordentliche Führung eines Prozesses
bezahlt werden müssen, gedeckt sein. Abzustellen ist auf die objektiv notwendi-
gen Kosten. Als Mass kann dabei der Aufwand einer nach objektiven Kriterien
sorgfältig und haushälterisch prozessierenden Partei herangezogen werden. Da-
bei kann auf die Entschädigung abgestellt werden, welche einer Partei gestützt
auf die Verordnung über die Anwaltsgebühren vom 8. September 2010 (nachfol-
gend AnwGebV) zustehen würde. Die Gerichtskosten sind zusätzlich miteinzube-
ziehen.
2.5 Es lagen keine besonders hohen Vermögensinteressen im Streit. In rechtli-
cher Hinsicht waren im Berufungsverfahren keine komplexen Fragen zu beant-
worten, was die Grundgebühr reduziert. Die tatsächlichen Umstände sind nicht
aussergewöhnlich. Zu beachten ist im Weiteren, dass die Gesuchstellerin der
deutschen Sprache nicht mächtig ist. Es erscheint angemessen, die Grundgebühr
gestützt auf § 5 Abs. 1 i.V.m § 6 Abs. 3 und § 11 Abs. 1 AnwGebV auf Fr. 2'500.–
festzusetzen. Für die zwei zusätzlichen Rechtsschriften vom 19. Oktober 2015
(Urk. 49; Antrag Prozesskostenbeitrag) und vom 17. November 2015 (Urk. 56;
Novenstellungnahme) ist ein Zuschlag von je 10% zu gewähren, womit sich die
Gebühr um gesamthaft 20% auf Fr. 3'000.– erhöht. Zusätzlich sind Fr. 240.– für
die anfallende Mehrwertsteuer von 8% zu addieren. Damit resultiert eine ange-
messene Entschädigung von Fr. 3'240.–. Hiervon erhält die Gesuchstellerin Fr.
1'944.– (inklusive Mehrwertsteuer) vom Gesuchsgegner in Form einer Parteient-
schädigung (vgl. Erw. E.1). Sodann sind auf Seiten der Gesuchstellerin anfallende
Gerichtskosten von Fr. 600.– (vgl. Erw. E.1) zu beachten. Für die Festsetzung
des Prozesskostenbeitrages ist daher von durch die Gesuchstellerin zu tragenden
Kosten von total (gerundet) Fr. 1'900.– auszugehen (Fr. 600.– + Fr. 1'296.–
[Fr. 3'240.– ./. Fr. 1'944.–]).
2.6 Der Gesuchsgegner ist entsprechend zu verpflichten, der Gesuchstellerin für
das Berufungsverfahren einen Prozesskostenbeitrag von Fr. 1'900.– zu bezahlen.
Dieser Beitrag unterliegt der Anrechenbarkeit im Rahmen der Abrechnung allfälli-
ger scheidungsrechtlicher Ansprüche bzw. der Rückerstattungspflicht.
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