Decision ID: 952526d5-37f0-40e5-a6bb-330d0e242b3e
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1962, absolvierte zunächst (1979 bis 1981) eine Ausbildung zur
Bijouterieverkäuferin
. 1992 begann sie eine
Ausbildung zur Kindergärtnerin
, schloss diese 1995 ab und
übte
in der Folge
diesen Beruf
aus (Urk. 7/13
)
.
Ab Ende Oktober 2012 war die Versicherte krankheitsbedingt arbeitsunfähig (vgl.
Urk.
7/17/24).
Am 1
2.
April 2012 meldete sie sich bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. In
der Anmel
dung
gab
sie
an
, sie leide unter einem B
urnout und an einer Depression
(Urk. 7/1).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
holte zunächst einen Auszug aus dem individuellen Konto der Versicherten (IK-Auszug) ein (Urk. 7/7) und nahm das von der beruflichen Vorsorgeeinrichtung der Ver
sicherten eingeholte psychiatrische Gutachten von
Dr.
med.
Y._
, Facharzt FMH für Psychia
trie und Psychotherapie, vom 6.
Dezember 2012 (Urk. 7/17) zu den Akten.
Im weiteren Verlauf des Abklärungsverfahrens
zeigte
sich, dass die Versicherte
die Tätigkeit als Kindergärtnerin
nach versuchter Wiederaufnahme
aufgab und
eine Ausbildung zur Yogalehrerin absolvierte. Parallel hatte die Versicherte ein Praktikum in einem Gärtnereibetrieb absolviert,
wobei
eine längerfristige Tätig
keit in diesem Bereich
für sie nicht in Frage kam
(
vgl.
Urk.
7/19
,
Urk.
7/33
,
Urk.
7/39
).
Hingegen betreut die Versicherte
nebst der teilzeitlichen Tätigkeit als Yogalehrerin
seit September 2014 an zwei Nachmittag
en
pro Woche ein schwerbehindertes Kind (vgl.
Urk.
7/45/4).
Am 2
2.
September 2014 erstattete
Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
im Auftrag der IV-Stelle
ein weiteres psy
chiatrisches Gutachten (Urk. 7/45) und mit Vorbescheid vom 6. November 2014
stellte die IV-Stelle der Versicherten die Abweisung des Leistungsgesuchs in Aussicht (Urk. 7/46).
Dagegen erhob die Versicherte am 1. Dezember 2014 (Urk. 7/49), ergänzt am 23. Dezember 2014 (Urk. 7/52), Einwände. Mit Verfü
gung vom 23. Januar 2015 wies die IV-Stelle das Leistungsgesuch der Ver
sicherten ab (
Urk.
2 = Urk. 7/56).
2.
Gegen die Verfügung vom 23. Januar 2015
erhob die Versicherte am 19.
Februar 2015 Beschwerde mit dem Antrag, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr mit Wirkung ab 1. September 2015 eine halbe Invali
denrente zuzusprechen (Urk. 1). Die IV-Stelle beantragte in der
Beschwerdeant
wort
vom 9. April 2015 die Abweisung der Beschwerde (Urk. 6).
Auf die Ausführungen der Parteien und die Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts;
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung;
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG
.
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
2.
2.1
Zu ihrem Entscheid hielt die Beschwerdegegnerin
in der angefochtenen Verfü
gung fest, die medizinische Abklärung habe ergeben, dass die Beschwerdefüh
rerin bis Ende 2012 in psychiatrischer Behandlung gewesen sei.
Im Januar 2013 habe sie die Ausbildung zur Yogalehrerin antreten können. Eine erneute
psy
chiatrische
Behandlung habe die Beschwerdeführerin nicht aufgenommen. Sie verfüge über ein breites und stabiles soziales Umfeld.
Seit Januar 2013 bestehe eine Leistungsfähigkeit von 90 %.
Es
liege
somit
kein
invalidenversicherungs
rechtlich
relevanter Gesundheitsschaden vor (Urk. 2 S. 2).
In der Beschwerdeantwort ergänzte sie,
ob sich eine fachärztlich gestellte Diag
nose invalidisierend auswirke, sei eine Rechtsfrage. Praxisgemäss komme der
von
Dr.
Z._
diagnostizierten Anpassungsstörung wohl Krankheitswert zu,
indessen handle es sich um ein
vorübergehendes und damit grundsätzlich nicht invalidisierendes Leiden.
Tatsächlich sei die Anpassungsstörung seit Dezember 2012 remittiert. Bei der von
Dr.
Z._
ebenfalls diagnostizierten akzen
tuierten Persönlichkeit mit selbstunsicheren asthenischen Zügen und
Selbst
wertproblematik
handle es
sich g
emäss der internationalen Klassifikation psy
chischer Störungen (ICD-10) nicht um eine eigenständige, sondern um eine Zusatzdiagnose. Es bestehe invalid
enversicherung
srechtlich keine Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit, weswegen sich ein Einkommensvergleich erübrige
(Urk. 6)
.
2.2
Die Beschwerdeführerin macht geltend,
beide Gutachter,
Dr.
Y._
und
Dr.
Z._
, hätten bestätigt, dass sie ihre angestammte Tätigkeit als Kindergärtnerin aufgrund des 2011 erlittenen Burnouts und de
s
2012 nach versuchtem Wiedereinstieg erlittenen Rückfall
s
nicht mehr ausüben könne. Es liege mithin eine vollständige Berufsunfähigkeit vor. Auch die
Beschwerdegeg
nerin
sei davon ausgegangen und habe eine Arbeitsfähigkeit höchstens für eine Tätigkeit als Betreuerin oder Yogalehrerin bejaht. Da eine Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit vorliege, hätte die Beschwerdegegnerin einen
Ein
komm
ensvergleich
durchführen müssen
.
Weder als Yogalehrerin,
noch im Bürobereich oder auch
im zuerst erlernten Beruf als Detailhandelsangestellte könnte sie ein rentenauss
chliessendes Einkommen erzielen
(Urk. 1 S. 5 ff.).
3.
3.1
Dr.
Y._
hielt im Gutachten vom 6. Dezember 2012 fest, bei der von ihm diagnostizierten Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10 F43.21) und der akzentuierten Persönlichkeit mit selbstunsicheren asthenischen Zügen und Selbstwertproblematik (ICD-10 Z73.1) handle es sich um Störungsbilder, aus denen entweder gar nicht (Persönlichkeitsformation) oder nur vorübergehend (Anpassungsstörung) eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit resultiere. Eine solche Beeinträchtigung im Sinne einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit habe bei der Beschwerdeführerin ab Ende Oktober 2011 und als Folge einer gescheiterten Arbeitswiederaufnahme mit erneuter Dekompensation im September 2012 bestanden.
Obschon das Lei
den der Beschwerdeführerin therapierbar sei, falle für den längerfristigen Ver
lauf ins Gewicht, dass eine erhöhte Vulnerabilität bestehe. Es müsse damit gerechnet werden, dass
ungünstige
Stressoren im Beruf als Kindergärtnerin zu einer erneuten psychischen Dekompensation
führten
. Ein so
lcher Verlauf berge die Gefahr einer
dauerhaft
en
psychischen
Erkrankung
. Es sei daher nicht emp
fehlens
wert
,
in
den bisherigen Beruf zurückkehre
n
. Die A
rbeitsfähigkeit
in einer besser angepassten Tätigkeit
hingegen
lasse sich rasch auf
100 %
steigern. Zu bevorzugen sei eine
Arbeitsumgebung ohne grössere Gruppen, ohne erhöhte Anpassungen und Umstellungen, ohne überdurchschnittliche Anforderungen an die geteilte Aufmerksamkeit, an die Konzentration und das psycho-physische Durchhaltevermögen
(Urk.
7/17/19
Ziff.
3.2, Urk.
7/17/23
Ziff.
4.1
,
Urk.
7/17/25
Ziff.
5
lit
. A
u. B
).
3.2
Dr.
Z._
nannte
in seinem Gutachten vom 2
2.
September 2014
als Diagno
sen eine
Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (
ICD-10 F43.21
) sowie akzentuierte Persönlichkeitszüge mit selbstunsicheren und emoti
onal instabilen Komponenten (ICD-10 Z73.1).
Die Anpassungsstörung sei seit Dezember 2012 remittiert. Eine Depression habe auch jetzt nicht mehr festge
stellt werden können. Die Selbstwertproblematik trage auch emotional instabile Züge. Aufgrund der Beschwerden im Zusammenhang mit den akzentuierten Persönlichkeitszügen (namentlich die geklagte Müdigkeit, Ein- und
Durch
schlafstörungen
, Druckgefühl im Bauch bei Überforderung und Hektik) lasse sich seit Januar 2013 eine Verminderung der Leistungsfähigkeit um 10 % begründen. Eine zusätzliche Verminderung der Leistungsfähigkeit bestehe nicht. Die erwähnte Leistungsfähigkeit gelte namentlich für die von der Beschwerde
führerin inzwischen ausgeübten Tätigkeiten als Yogalehrerin und
Behinderten
betreuerin
. Die Beschwerdeführerin
verfüge über
gute Res
sourcen. Sie sei fähig, si
ch
an R
egeln anzupassen, Aufgaben zu planen und zu strukturieren, sich umzustellen, fachliche Kompetenzen anzuwenden, Entscheidungen und Urteile zu fällen, durchzuhalten, sich selbst zu behaupten, Kontakte zu Dritten aufzu
nehmen und sich in Gruppen zu bewegen
(Urk. 7/45/12 f.
Ziff.
5.1,
Urk.
7/45/13 f.
Ziff.
5.2
lit
. a).
4.
4.1
Dr.
Y._
und
Dr.
Z._
stellten übereinstimmende Diagnosen. Bezüglich Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion
vermerkte bereits Dr.
Y._
im Gutachten vom 6. Dezember 2012 einen deutlich gebesserten Zustand
und wies darauf hin, es handle sich um eine vorüberge
hende Erkrankung.
Dr.
Z._
kam
gestützt auf die Untersuchung der Beschwerdeführerin
im September 2014
zum Schluss, die Anpassungsstörung sei seit Dezember 2012 remittiert. Damit bestätigte er den erwartungsgemäss günstigen Verlauf.
4.2
Die akzentuierten Persönlichkeitszüge
bewirken
gemäss
Dr.
Y._
eine erhöhte
Vulnerabili
tät
und u
ngünstige Stressoren im Beruf
bergen
die Gefahr einer erneuten psychischen Dekompensation
. Deswegen stufte
Dr.
Y._
die Tätigkeit als Kindergärtnerin
für
ungeeignet
ein
. Bezüglich einer besser angepassten Tätigkeit attestierte
er der Beschwerdeführe
rin
hingegen
eine volle
Leistungsfähigkeit
.
Dr.
Z._
stufte die bisherige Tätigkeit nicht als ungeeignet ein,
ging jedoch
aufgrund der akzentuierten
Per
sönlichkeitszüge
von einer generellen Einschränkung der beruflichen Leis
tungsfähigkeit
im Ausmass von 10 %
aus.
Die Ressourcen der Beschwerdefüh
rerin beschrieb
Dr.
Z._
als intakt. Er ste
llte fest, sie sei fähig, sich R
egeln anzupassen, Aufgaben zu planen und zu strukturieren, sich umzustellen, fach
liche Kompetenzen anzuwenden, Entscheidungen und Urteile zu fällen, durch
zuhalten, sich selbst zu behaupten, Kontakte zu Dritten aufzunehmen und sich in Gruppen zu bewegen (Urk. 7/45/14
Ziff.
5.2
lit
. a).
Inwiefern aufgrund dieses Ressourcenprofils
die bisherige Tätigkeit
als Kindergärtnerin
effektiv nicht mehr zumutbar
respektive
die Arbeitsfähigkeit generell um 10 % limitiert
ist
,
bleibt unklar
.
Festzuhalten bleibt aber, dass sowohl
Dr.
Z._
als auch
Dr.
Y._
von einer Remission der Anpassungsstörung ab Dezember 2012 und einer danach realisierbaren hochgradigen erwerblichen Leistungsfä
higkeit ausgingen.
4.3
Die Beschwerdeführerin selber schätzt ihr Leistungsvermögen deutlich tiefer ein.
Dr.
Z._
hielt fest, für ihre Tätigkeit als Yogalehrerin und Betreuerin von schwerbehinderten Menschen habe die Beschwerdeführerin ein Pensum von rund 20 Wochenstunden angegeben, wozu noch Vorbereitungsstunden kämen. Sie habe sodann angegeben, bei Überforderung reagiere sie mit einem
Energie
mangel
, Schlafstörungen, Druckgefühlen im Magen und Freudlosigkeit. Aller
dings habe sie in der letzten Zeit keine solchen Erfahrungen mehr gemacht (Urk. 7/45/15
Ziff.
5.2
lit
. b). Letzteres deutet darauf hin, dass die Selbstein
schätzung nicht auf tatsächlich gemachten Erfahrungen mit verschiedenen Belastungen beruht, sondern auf der Überzeugung, das als angenehm erlebte Arbeitspensum sei das tatsächlich zumutbare. Der Selbsteinschätzung kommt
jedoch
keine beweisbildende
Bedeutung zu.
5
.
5
.1
Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ist nicht allein Sache der medizinischen Experten. Deren Aufgabe ist es, den G
esundheitszustand zu beurteilen,
d.h. die Befunde zu erheben und gestützt darauf die Diagnose zu stellen. Hiermit erfül
len die Sachverständigen ihre genuine Aufgabe, wofür weder die Verwaltung noch die Gerichte kompetent sind. Bei der Folgenabschätzung der erhobenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen für die Arbeitsfähigkeit kommt der
Arzt
person
hingegen keine abschliessende Beurteilungskompetenz zu. Sie nimmt zur Arbeitsunfähigkeit Stellung und begründet ihre Beurteilung so substanziell wie möglich. Die ärztlichen Angaben sind eine wichtige Grundlage für die juris
tische Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der
versicherten
Person noch zugemutet werden können (BGE 140
V 193 E. 3.1-2 mit Hinweisen).
Es können sich
indessen
Konstellationen ergeben, bei welchen
die
rechtsanwen
dende
Stelle
von der im medizinischen Gutachten festgestellten Ar
beitsunfähig
keit abweicht
, ohne dass
das Gutachten
grundsätzlich
seinen Beweiswert verlöre (
Urteil des Bundesgerichts 8C_98/2013 vom 4. Juli 2013 E. 3.3.1
).
5
.2
D
ie Anpassungsstörung stellt definitionsgemäss ein
vorübergehendes Leiden dar
beziehungsweise bildet
keine hinreichend ausgeprägte Psychopathologie.
Das betonte bereits
Dr.
Y._
(
Urk.
7/17/19
Ziff.
3.2).
Vielmehr liegt
das Leiden
im Grenzbereich dessen, was überhaupt noch als krankheitswertig im Sinne des Gesetzes und potenziell invalidisierendes Leiden gelten
kann (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_76/2014 vom 30. April 2014 E. 3.
2 mit Hin
weis auf das Urteil 9C_153/2012 vom 1
5.
Oktober 2012 E. 4.3).
In Bezug auf die Diagnose der Persönlichkeitsakzentuierung ist zu bemerken, dass
diese der
Z-Kodierung
(ICD-10 Z73.1)
zugeordnet ist
. Gemäss Rechtsprechung handelt es sich bei Diagnosen aus der sogenannten Z-Kategorie (Kapitel XXI) des ICD-10-Systems um Faktoren, die den Gesundheitszustand beeinflussen und zur Inan
spruchnahme des Gesundheitswesens führen. Die Kategorien Z00-99 sind für Fälle vorgesehen, in denen Sachverhalte als „Diagnosen" oder „Probleme" angegeben sind, die nicht als Krankheit, Verletzung oder äussere Ursache unter den Kategorien A-Y klassifizierbar sind. Diese Belastungen fallen als solche nicht
unter den Begriff des rechtserheblichen Gesundheitsschadens (Urteil des Bundesgerichts 8C_663/2010 vom 15. November 2010 E. 5.2.4 mit weiteren Hin
weise
n). Auch d
ie akzentuierten Persönlichkeitszüge können folglich nicht als invalidisierende Krankheit angesehen werden.
5
.
3
Vor dem Hintergrund der Rechtsprechung zur Anpassungsstörung
und zu den Z-Kodierungen
sowie angesichts der Aufgabenteilung von rechtsanwendender Stelle und begutachtender Arztperson bei der Beurteilung der Arbeitsunfähig
keit
ging
die Beschwerdegegnerin zu Recht
davon aus,
es liege keine
invalidi
tätsrechtlich
bedeutsame Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vor (
Urk.
2
S. 2,; vgl. auch
Urk.
6 S. 2)
. Bereits im Zeitp
unkt der Begutachtung durch Dr.
Y._
hatte sich der Zustand der Beschwerdeführerin gebessert und
Dr.
Z._
stellte einen
seit Dezember 2012
vollständig remittierten Zustand und intakte erwerbliche Ressourcen fest.
Die festgestellten
Unklarheiten im Zusammenhang mit
der
ärztlichen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
(vgl. vorstehende E. 4)
erfordern
nach dem Gesagten
keine
weiteren Abklärungen.
Die
Verneinung eines Leistungsanspruchs
mit der angefochtenen Verfügung
ist nicht zu beanstanden und die da
gegen erhobene Beschwerde
daher
abzuweisen.
6.
Gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversiche
rung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von
Art.
61
lit
. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr.
1'000.-- festge
setzt. Vorliegend erweist sich eine Kostenpauschale von
Fr.
700
.-- als ange
messen. Ausgangsgemäss sind die Kosten
der Beschwerdeführerin
aufzuerlegen.