Decision ID: 3ee89cf8-3821-4f85-b8cf-b814f6ae0cfc
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Y._
, geboren 1967,
vom
1.
Dezember 2006
bis Mai 2013
als
Pflegefachmann beim Pflegez
entrum
Z._
AG angestellt - sein
letzter effektiver Arbeitstag
war
am 3
0.
Juni 2012 (
Urk.
7/
12/1,
Urk.
7/50/
3
und
Urk.
7/58/1
)
-,
meldete sich am 2
2.
November 2012 (
Urk.
7/4) unter Hinweis auf Depression und Unfall bei der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle, zum Leistungsbezug (b
erufliche Integration/Rente) an.
Die IV-Stelle führte ein
Standortgespräch (
Urk.
7/7)
durch
,
zog
Akten des
Unfall
versicherers
(
Urk.
7/8)
,
eine
n Auszug
aus dem individuellen Konto (IK;
Urk. 7/9),
eine
n
Arbeitgeberbericht
(
Urk.
7/12)
und medizinische
Akten
bei
und gab eine orthopädisch/rheumatologische
sowie psychiatrische
Untersuchung durch den Regionalen
Ärztlichen Dienst (RAD)
in Auftrag
.
Die RAD-Gutachten wurden am 2
4.
November
2014 erstattet (
Urk.
7/49-50).
Mit Schreiben vom 2
2.
Dezember 2014 (
Urk.
7/59) auferlegte die IV-Stelle dem Versicherten
mit Blick auf dessen
psychische Beschwerden
eine Schadenminderungspflicht im Sinne einer tagesklinischen Behandlung während mindestens vier bis sechs Monaten.
Mit Verfügungen vom 1
8.
August 2015 (
Urk.
7/67,
Urk.
7/86,
Urk.
7/93
und
Urk.
7/97; vgl. auch Verfügungen vom
9.
November 2015 betreffend Kinderrenten [
Urk.
7/129 und
Urk.
7/131]
) sprach
die IV-Stelle
dem Versicherten
jeweils befristet
vom
1.
Juli 2013 bis 3
1.
Oktober 2014 eine ganze Invalidenrente und vom 1.
November bis 3
0.
November 2014 eine halbe Invalidenrente zu.
Diese Verfügungen
erwuchsen unangefochten
in Rechtskraft.
1.2
Mit Schreiben vom
2
3.
Februar 2016 (
Urk.
7/137)
ersuchte
die Leiterin Sozia
les von der Gemeinde
X._
unter Beilage von Berichten (Urk.
7/136)
sinngemäss um Leistungen der Invalidenversicherung
(
Invaliden
rente) auf
grund einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes (psychische Prob
leme) des Versicherten (
vgl. auch
Urk.
7/138)
.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 7/144 ff.) trat die IV-Stelle mit Verfügung vom 1
9.
Mai 2016 auf
das neue Leistungsbegehren
nicht ein (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
die
Fürsorgekommission, Gemeinde
A._
, am
8.
Juni 2016
Beschwerde (
Urk.
1)
und beantragte, die
Verfügung
vom 1
9.
Mai 2016
sei aufzuheben und es sei
die Beschwerdegegnerin zu verpflichten,
auf das neue Leistungsbegehren einzutreten
und es in tatsächlicher und rechtlicher Hin
sicht
umfassend zu prüfen. In prozessualer Hinsicht ersuchte sie um Gewährung eines zweiten Schriftenwechsels (S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 2
5.
Juli 2016 (
Urk.
6) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde
, was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom
3.
August 2016 (
Urk.
8) zur Kenntnis gebracht wurde. Mit selber Verfügung
wurde der Versicherte zum Prozess
beigeladen, wobei ihm Frist
zur schriftlichen Stellungnahme sowie Bezeichnung und Einreichung
allfällige
r
Beweismittel
angesetzt wurde
.
Innert Frist ging keine Stellungnah
me des b
eigeladenen Versicherten ein, was den Parteien mit Verfügung vom
4.
Oktober 2016 (Urk.
11) zur Kenntnis gebracht wurde.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaub
haft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch
erheblichen Weise geändert hat.
1.2
Zum Bedeutungsgehalt dieser Bestimmung
hat das Bundesgericht in BGE 130 V 64 E. 5.2.5 festgehalten, dass die versicherte Person mit
dem
Revisionsge
such
oder der
Neuanmeldung die massgebliche Tatsachenänderung glaubhaft machen
muss, ihr mithin ausnahmsweise eine Beweisführungslast zukommt.
1.3
Mit dem Beweismass des Glaubhaftmachens
im Sinne des
Art.
87
Abs.
2 und 3 IVV
sind herabgesetzte Anforderungen an den Beweis verbunden: Die
Tat
sa
chenänderung
muss nicht nach dem im Sozialversicherungsrecht sonst üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E.
5b) er
stellt sein. Es genügt, dass für das Vorhandensein des geltend gemachten rechtserheblichen Sachumstandes wenigstens gewisse Anhalts
punkte bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist, bei eingehender Abklärung werde sich die behauptete Änderung nicht erstellen lassen (BGE 130 V 64 E. 5.2, 130 V 71 E. 2.2 mit Hinweisen).
Auf
grund des Zwecks der
Eintre
tens
voraussetzung
ist
eine Sachverhaltsänderung
bereits erheblich
, wenn an
ge
nommen werden kann, der Anspruch auf eine (hö
here) Invalidenrente sei be
gründet, falls sich die geltend gemachten
Umstände als richtig erweisen soll
ten (Urteil des Bundesgerichts
8C_844/2012 vom
5.
Juni 2013 E. 2.3 mit Hin
weisen
auf 8C_1009/2010 vom
7.
April 2011 E. 2.2 und 9C_838/2011 vom 2
8.
Februar 2012
E. 3.3.2)
.
Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Ände
rung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Einspracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materi
ellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer
Sach
verhaltsabklärung
, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin vertritt den Standpunkt, dem
Versicherten
sei mit Verfügung vom 1
8.
August 2015 eine befristete Rente vom
1.
Juli 2013 bis 3
0.
November 2014 zugesprochen worden. Mit dem neuen Gesuch sei nicht glaubhaft dargelegt worden, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse seit der letzten Verfügung wesentlich verändert hätten. Es liege eine andere Beurtei
lung desselben Sachverhaltes vor. Auf das Gesuch könne daher nicht einge
treten werden
(
Urk.
2)
.
2.2
Die Beschwerdeführerin führte demgegenüber aus
(
Urk.
1)
, m
it dem Schlussbe
richt der
B._
,
C._
Arbeitsintegration, vom 1
5.
Februar 2016 sei eine Veränderung der Verhältnisse zumindest glaubhaft dargelegt wor
den, weshalb auf das neue Leistungsbegehren einzutreten sei. Auf den Bericht der
D._
vom
1.
Dezember 2015 könne nicht abgestellt werden. Er habe untergeordnete Bedeutung, da die neuropsychologische Abklärung für die Beurteilung der Auswirkungen der Depression auf die Arbeitsfähigkeit nicht federführend sei
(S. 5)
.
2.3
S
tr
ittig und zu prüfen ist,
ob die Beschwerdegegnerin auf das neue
Leistungs
begehren
der Beschwerdeführerin zu Recht nicht eingetreten ist
.
3.
3.1
Vergleichsbasis im vorliegenden Neuanmeldeverfahren bilden die in Rechts
kraft erwachsenen Verfügungen vom 1
8.
August 2015 (
Urk.
7/67,
Urk.
7/86,
Urk.
7/93 und
Urk.
7/97). In diesem Zusammenhang sind
insbesondere
die
bidisziplinären
psychiatrisch-orthopädischen RAD-Gutachten vom 24.
No
vember 2014 (
Urk.
7/49-50)
zu berücksichtigen
.
Die Gutachter
nann
ten in ihrer
Konsensus-Stellungnahme folgende Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
7/58 S. 8):
-
Restbeschwerden des rechten Schultergelenkes mit leichter
Bewegungs
einschränkung
sowie Ruhe- und Belastungsschmerz bei Zustand nach ausgeheiltem Low grade-Infekt bei Zustand nach zwei
maliger Schulter
gelenks
-(Re)-Arthroskopie
am
3.
Oktober 2013 (Re-ASK) und am
3.
August 2012 (Ersteingriff)
-
mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1
)
Sie führten aus,
aktuell bestehe zwar aus rein somatisch-orthopädischer Sicht wieder eine 100%ige Arbeitsfähigkeit, jedoch aus psychiatrischer Sicht auf
grund der mittelgradigen depressiven Episode noch immer die seit März 2012 durchgehend vorliegende 50%ige Arbeitsunfähigkeit. Es bestünden hier zusätzliche psychosoziale Faktoren (Schulden, Getrenntsein von seinen Kin
dern,
Alimentenzahlungen
). Die Tatsache, dass der Versicherte über eine deutliche Verbesserung seiner Befindlichkeit während seines zweimonatigen Aufenthaltes in seiner Heimat berichte, spreche ebenfalls für den Einfluss psychosozialer Faktoren.
G
esamthaft betrachtet
attestierten sie
sowohl für die angestammte als auch für eine angepasste Tätigkeit eine 50%ige Arbeitsunfäh
i
gkeit seit März 2012, eine 100%ige
(nach dem Motorradsturz mit langer, komplizierter Behand
lung)
vom
1
0.
Juli bis 1
4.
Juni 2014; e
ine solche von 75
%
vom
15.
Juni bis 1
4.
Juli 2014 (führend: somatischer Gesundheitsschaden) und eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit
vom
1
5.
Juli 2014 bis auf
W
eiteres (führend: psychischer Gesundheitsschaden)
. Aus somatisch-orthopädischer Sicht seien körperlich leichte Tätigkeiten, überwiegend wechselbelastend mit häufigen Sitzphasen, ohne Heben und Tragen von Lasten von mehr als zehn bis 15
Kilogramm unterhalb der Schulterhöhe und maximal fünf Kilogramm oberhalb der Schulterhöhe möglich. Längeres Arbeiten mit dem rechten Arm in Schulter
höhe und Arbeiten über Schulterhöhe sollten vermieden werden (S. 8 f.).
Bezüglich der psychiatrischen Beschwerden könne der Gesundheitszustand mittels einer tagesklinischen Behandlung (medizinische Massnahme) ver
bessert und damit
die
Arbeitsfähigkeit erhöh
t werden. Zentral für eine Besserung des Gesundheitszustandes sei einerseits, dass
der Versicherte aus seinem sozialen Rückzug herausgeholt werde
und
andererseits sei
dringen
d
eine Tagesstrukturierung notwendig
(S. 9)
.
3.2
Mit de
r angefochtenen Verfügung vom 19
.
Mai
2016 (Urk. 2) trat die
Beschwer
degegnerin
auf das neue Leistungsbegehren nicht ein. Diesbezüglich
sind die zwei nachfolgenden
, de
r
Neuanmeld
ung
beigelegten
Berichte
zu würdigen
:
3.2.1
Die zuständigen Personen von der
D._
, wo der
Versicherte
vom 29.
September bis 1.
De
zember 20
15 in ambulanter Behandlung war,
nannten in ihrem
Abschluss
bericht
vom
1.
Dezember 2015 (
Urk.
7/136/1-3)
die
Diagnose
n
Dysthymia
(
ICD-10 F34.1
)
sowie einen
Verdacht auf
Vestibulopathie
links
(S.
1)
. Sie schilderten, gestützt auf ihre Untersuchung bestehe eine deutliche Beein
trächtigung der
attentionalen
und weniger stark
ausgeprägt
auch
eini
ger exekutiver
Funktionen. D
iese sei durch die langjährig vorbekannte psychiatrische Störung hinreichend erklärlich. Hinweise auf eine zusätzliche,
hirn
organische
Genese der Beschwerden seien nicht erkennbar
(S. 3)
.
3.2.2
Die involvierten Personen der
B._
,
C._
Arbeitsintegration
,
hielten in ihrem
Schlussbericht der Potentialabklärung vom 1
5.
Februar 2016 (Urk.
7/136/4-10)
- die Massnahme dauerte vom 1
9.
Januar bis 1
5.
Februar 2016
(S. 1)
-
fest
,
der Versicherte habe sich motiviert und interessiert gezeigt und am Programm aktiv teilgenommen. Auffallend
sei
der hohe Leistungs
druck gewesen, den er sich selber gemacht habe. Er habe alle ihm aufgetra
genen Arbeiten zügig und ohne Unterbruch erledigt, dabei jedoch keine Rücksicht auf sein körperliches Befinden genommen. Die psychische Verfassung sei schlecht gewesen und habe sich noch durch seine Erkenntnis verschlimmert, dass er zurzeit auch einfach
e
Arbeiten nicht schmerzfrei ausführen kann. Er habe niedergeschlagen, antriebslos und traurig sowie von Zukunftsängsten gepla
g
t gewirkt.
Ü
ber viele Dinge aus seiner Vergangenheit ha
be er keine Auskunft geben könn
en mit dem Hinweis, er erinnere sich nicht. Zudem habe er von Konzentrationsschwierigkeiten berichtet, was sie (die zuständigen Personen) in der Zusammenarbeit mit ihm wahrgenommen hätten. Seit Dezember 2015 sei der Versicherte psychologisch unbehandelt, habe aber weiterhin seine Medikamente eingenommen. Den regelmässigen Konsum von
Temesta
ohne begleitende Therapie erachtete
n
sie als ungünstig.
Ihrer Ansicht nach brauche
d
er
Versicherte
dringen
d
psychologisch-psychiatrische Begleitung. In der Behandlung sollte unter anderem die Reduktion der Einnahme von
Temesta
thematisiert werden. Zusätzlich sei eine Aufgleisung ei
ner regelmässigen Tagesstruktur -
entweder vorüber
ge
hend erneut in der Tagesklinik oder in einem geschützten Arbeitsumfeld
-
empfehlenswert (S. 6).
Aufgrund akuter psychischer Probleme erachteten die Berufsfachleute den Versicherten als nicht arbeitsfähig (S. 7).
4.
4.1
Den medizinischen Akten ist zu entnehmen, dass der
Versicherte bereits
früher unter psychischen Beschwerden
, namentlich an
einer mittelgradigen
depressiven Episode litt (
Urk.
7/58/9). Es wurde
dazumal
zwar -
statt der massgeblichen Therapieresistenz
- die Überwindbarkeit geprüft. Im Ergebnis
ist der Beschwerdegegnerin
jedoch
beizupflichten, dass die Stö
rung
mangels Therapie - invalidenversicherungsrechtlich unbeachtlich zu bleiben hatte
(vgl.
Urk.
7/67/2)
, zumal auch noch erhebliche psychosoziale Faktoren beschrieben wurden (
Urk.
7/50
/10-11
)
, wobei
dem Versicherten somit
aus
schliesslich
gestützt auf somatische Beschwerden (Unfallfolgen)
eine
befristete Invalidenrente
zu
gesprochen wurde (vgl.
Urk.
7/58 und Urk.
7/67)
.
Dass sich an diese
n
Umständen
nun etwas geändert haben könnte, ist dem
C._
-Bericht nicht zu entnehmen. Weiterhin wurde keine fachärztli
che Therapie durchgeführt, obschon eine ambulante Weiterbetreuung durch einen Psychiater
auch seitens der Berufsfachleute als indiziert erachtet wor
den war
(
Urk.
7/136/5). Damit ist die Therapieresistenz
der depressiven Stö
rung
weiter
hin unbelegt.
4.2
Der Beschwerdeführerin ist insofern beizupflichten, als dass nicht bloss die Einschätzung
des Arztes
, sondern auch die Meinung des Berufsberaters
(
ins
besondere die beruflichen Abklärungen
)
zu berücksichtigen
ist
(
vgl.
Urk.
1 S.
5)
.
Indes ist z
u der von ihr
in diesem Zusammenhang
geltend gemachte
n
Abklärungsd
auer
(medizinische versus berufliche Abklärung) zu bemerken, dass vorliegend
- im Gegensatz zu
dem
von ihr zitierten Urteil -
nicht die berufliche Abklärung, sondern
die medizinische
länger dauerte.
So
erfolgte
die Potentialabklärung bloss über einen Zeitraum von knapp einem Monat, während
die ambulante Behandlung zwei Monat
e
andauerte
.
Weiter
liegen auch keine ernsthaften Zweifel an den Ausführungen der
Fachleute der
D._
vor,
da
d
em
C._
-Bericht nichts zur objektiven Realisierbarkeit der
A
rbeits
fähigkeit zu entnehmen ist. Die Angaben fussen auf den subjektiven Ein
schätzungen des Versicherten (
Urk.
7/136/9 oben) und seinen geäusserten Klagen
. Dies allein vermag eine medizinische Abklärung nicht zu ersetzen
(vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_59/2013 vom 2
2.
April 2013 E. 3.3.1 und
9C_737/2011 vom 1
6.
Oktober 2012 E. 3.3
).
Eine medizinische Beurteilung ist auch angezeigt, weil selbst die Berufsfachleute
ihrem Verdacht Ausdruck
gaben
, dass der Versicherte „nicht alles sage“ (
Urk.
7/136/8).
4.3
Entgegen der Ansicht der
Beschwerdeführerin
(
Urk.
1 S. 5) ist
somit
selbst
unter Berücksichtigung der
im
C._
-Bericht
geschilderte
n
psychische
n
Ver
fassung keine
Veränderung im Sinne einer
Verschlechterung
glaubhaft gemacht
. An dieser Stelle ist zu bemerken, dass e
ine
al
lfällige Veränderung wohl vielmehr
in einer
Verbesserung
der gesundheitlichen Situation zu
erblicken
wäre
,
deutet doch die nunmehr gestellte
Diagnose
einer
Dysthymia
(
vgl. RAD-Stellungnahme
der Fachärztin
E._
, orthopädische Chirurgie und Traumatologie [
Urk.
7/143 S. 2])
auf eine lediglich noch leichte Störung hin.
Es ist in erster Linie Sache der versicherten Person oder der für diese
handeln
den
Behörde, mit der Neuanmeldung substanzielle Anhaltspunkte für eine allfällige neue Prüfung des Leistungsanspruchs darzulegen. Wenn der Neuanmeldung zwar ärztliche Berichte beigelegt sind, diese indessen so wenig
substanziiert
sind, dass sich eine neue Prüfung nur aufgrund weiterer Erkenntnisse allenfalls rechtfertigen würde, ist die IV-Stelle zur Nachforde
rung weiterer Angaben nur, aber immerhin verpflichtet, wenn den - für sich allein genommen nicht Glaubhaftigkeit begründenden - Arztberichten kon
krete Hinweise entnommen werden können, wonach möglicherweise eine mit weiteren Erhebungen erstellbare rechtserhebliche Änderung vorliegt (Urteil des Bundesgerichts 8C_844/2012 vom 5. Juni 2013 E. 2.1).
Den aufgelegten Berichten sind keine Anhaltspunkte für eine wesentliche Veränderung zu entnehmen. Unter diesen Umständen hat die
Beschwerde
gegnerin
zu Recht keine weiteren Abklärungen eingeleitet.
4.
4
Nach dem Gesagten
ist
keine Verschlechteru
ng
glaubhaft gemacht.
Damit ist die Beschwerdegegnerin zu Recht n
icht auf die Neuanmeldung einge
treten. Die angefochtene Verfügung erweist sich somit als rechtens, weshalb die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist.
5
.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzule
gen (Art. 69 Abs. 1
bis
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]
) und auf Fr.
6
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Ver
fahrens sind sie der Beschwerdeführerin
aufzuerlegen.