Decision ID: 4b516cc5-e56e-41d5-a709-7a814afb60c8
Year: 2013
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Roland Hochreutener, St. Leonhard-Strasse 20,
Postfach, 9001 St. Gallen,
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gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.a A._ meldete sich am 28. Juni 2004 bei der liechtensteinischen
Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Er gab an, er habe den Beruf des Bodenlegers
erlernt. Er sei selbständig erwerbstätig. Da er nicht mehr auf den Knien arbeiten könne,
müsse er Temporärarbeiter mieten. Er könne diese finanzielle Belastung nicht
verkraften, weshalb er die Selbständigkeit aufgeben und das Geschäft liquidieren
müsse. Die Anmeldung wurde zuständigkeitshalber der IV-Stelle des Kantons St.
Gallen übermittelt (IV-act. 2). Dr. med. B._ berichtete am 23. Juli 2004 (IV-act. 14),
der Versicherte leide an schwersten Kniearthrosen bds. (Z. n. mehreren Operationen),
an einer schweren, mit Antidepressiva und Beruhigungsmitteln behandelten Depression
sowie - ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit - an einer mittelschweren Psoriasis. Seit
dem 11. Juni 2004 sei der Versicherte zwischen 80% und 100% arbeitsunfähig. Die IV-
Stelle beauftragte Dr. med. C._, Spezialarzt FMH Innere Medizin, Spezialarzt FMH
Physikalische Medizin und Rehabilitation, spez. Rheumaerkrankungen, mit einer
bidisziplinären Begutachtung (IV-act. 18). Dr. C._ führte in seinem Teilgutachten vom
6. April 2006 aus (IV-act. 37-1 ff.), für den Versicherten stünden aktuell die
Schmerzbeschwerden in den Schultern und im Nacken im Vordergrund, dazu die
Verschlimmerung der langjährigen Psoriasis und die Schlafstörungen. Erstere
resultierten aus einem muskulären Verspannungs- und myofaszialen
Schmerzgeschehen. Die langjährige, hohe Inanspruchnahme durch den Beruf und die
weitgehend fixierte Fehlform der Wirbelsäule begünstigten diese Schmerzen. Es
bestünden fliessende Übergänge zu Schmerzkomponenten somatoformer Dynamik.
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Seitens der Kniegelenke hätten sich keine mit einem relevanten Knieleiden zu
vereinbarenden klinisch-physikalischen Befunde erheben lassen. Die unter der
beruflichen Belastung symptomatisch gewordenen Strukturen/Funktionen schienen
dem Alltagsgebrauch weitgehend zu genügen. Die Schuppenflechtenerkrankung zeige
einen massiven Herdbefall an Ellbogen, Händen und Knien. Theoretisch ergebe sich
daraus eine Berufsunfähigkeit. Das Leiden werde vom Versicherten aber weniger
körperlich als psychisch wahrgenommen. Es sei ein amplifizierender Faktor im Erleben
der Schmerzbeschwerden. Die Einschlafprobleme und das Morgentief liessen sich
durch einen Medikamentenwechsel bessern. Aus somatischer Sicht sei der Versicherte
als Bodenleger zu 30%, in einer körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit zu
80% arbeitsfähig. M.P. D._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
Forensik, berichtete in seinem Teilgutachten vom 16. Mai 2006 (IV-act. 37-14 ff.), der
Versicherte zeige ein von der Identifikation über die körperliche Leistungsfähigkeit und
über die jahrzehntelange Selbständigkeit geprägtes Selbstbild. Im Zusammenhang mit
dem Auftreten körperlicher Probleme und der daraus resultierenden Geschäftsaufgabe
habe er eine Anpassungsproblematik mit phasenweise depressiven Verstimmungen bis
zu Suizidgedanken, Ängsten, einer starken Verunsicherung hinsichtlich der eigenen
Leistungsfähigkeit und Zukunft, Ein- und Durchschlafstörungen und damit verbunden
einer Benzodiazepinabhängigkeit entwickelt. Diagnostisch entspreche das einer
Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion und sekundärer
Benzodiazepinabhängigkeit bei Problemen in Verbindung mit der Berufstätigkeit
aufgrund körperlicher Probleme. Aus psychiatrischer Sicht bestehe keine
Arbeitsunfähigkeit. Der interdisziplinäre Diskurs der beiden Gutachter ergab eine
Arbeitsfähigkeit von 30% als Bodenleger und von 80% in einer körperlich leichten,
wechselbelastenden Tätigkeit (IV-act. 37-13). Auf eine entsprechende Nachfrage teilte
Dr. C._ am 23. August 2006 mit (IV-act. 44), die von Dr. B._ angegebenen
schweren Kniearthrosen und die schwere Depression seien rückblickend
nachvollziehbar. Der psychische Zustand sei inzwischen wieder so hergestellt, dass
eine Erwerbstätigkeit zumutbar sei. Limitierend seien die somatischen Leiden
(myofasziales und degeneratives, zervikothorakal betontes Wirbelsäulenleiden,
leichtgradige degenerative und wahrscheinlich meniskoprive Knieleiden,
Psoriasiserkrankung von Haut, Nägeln und Capillitium). Diese seien aber nicht derart
behindernd, dass eine adaptierte Tätigkeit unzumutbar wäre. Die Arbeitsunfähigkeit
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von 70% in der angestammten Tätigkeit gelte ab "Datum Gutachten". Dr. med. E._
vom RAD betrachtete die Arbeitsfähigkeitsschätzungen im Gutachten als plausibel (IV-
act. 45).
A.b Die Berufsberaterin der IV-Stelle hielt am 11. Juni 2007 fest (IV-act. 53), der Ver
sicherte helfe seinem Nachfolger, indem er stundenweise administrative Arbeiten
erledige (Pensum max. 20-30%). Ein Versuch, das Arbeitspensum zu steigern, sei
gescheitert, da der Versicherte subjektiv überfordert gewesen sei. Er fühle sich
ausserstande, die Aushilfstätigkeit zu steigern oder eine Umschulung in Angriff zu
nehmen. Die subjektive Arbeitsfähigkeit des Versicherten liege deutlich unter 50%. Die
Berufsberaterin schloss den Fall ab. Dr. B._ bestätigte am 31. Mai 2007 eine
vollständige Arbeitsunfähigkeit des Versicherten (IV-act. 56). Die IV-Stelle teilte dem
Versicherten am 3. Juli 2007 mittels eines Vorbescheids mit, dass sie beabsichtige,
sein Rentenbegehren abzuweisen, da der Invaliditätsgrad lediglich 25% betrage (IV-
act. 61). Durch seinen Rechtsvertreter liess der Versicherte am 3. September 2007
insbesondere einwenden (IV-act. 65), der krasse Widerspruch zwischen der Beurteilung
durch Dr. B._ und dem Gutachten sei nicht aufgelöst worden. Deshalb sei eine
orthopädische Beurteilung notwendig. Zudem hätten die Gutachter die Höhe der
Arbeitsunfähigkeit nicht begründet. Die Frage, welche Auswirkungen die Psoriasis auf
die Arbeitsfähigkeit habe, sei nicht beantwortet worden. Es bestehe ein Anspruch auf
eine Umschulung beispielsweise im EDV-Bereich. Dr. med. F._ hatte am 24. August
2007 (IV-act. 66-2) seit zwei Monaten zunehmende Beschwerden angegeben. Mit einer
Psoriasis könnten auch Gelenkbeteiligungen einhergehen, was beim Versicherten der
Fall zu sein scheine. Die geklagten Gelenkbeschwerden bedürften deshalb einer
orthopädischen Untersuchung und einer Differenzierung gegenüber anderen
rheumatischen Erkrankungen. Haut- und gelenkbelastende Tätigkeiten sollten
gemieden werden. Dr. med. G._ vom RAD notierte am 25. Januar 2008 (IV-act. 77),
der behandelnde Psychiater Dr. H._ habe telephonisch angegeben, im Frühjahr 2007
habe sich der Versicherte gesundheitsbedingt zu keinen beruflichen
Eingliederungsmassnahmen in der Lage gesehen. Mittlerweile habe sich die Situation
so gebessert, dass diese Bemühungen wieder aufgenommen werden sollten. Eine
mindestens 50%ige Arbeitsfähigkeit sei dafür vorhanden. Die Berufsberaterin empfahl
eine dreimonatige berufliche Abklärung in der EVAL Valens (IV-act. 82, 84). Diese
berichtete am 18. November 2008 (IV-act. 89), der Versicherte habe jeweils halbtags
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am Vormittag in der Büroabteilung gearbeitet. Er habe sich aus gesundheitlichen
Gründen ausserstande gefühlt, die Arbeitszeit zu steigern. Nach längerem Sitzen habe
er an Schmerzen im Rücken, in den Händen und in den Füssen gelitten. Ausserdem
seien Krämpfe aufgetreten. Auch bei längerem Stehen seien diese Beschwerden
aufgetreten. Eine Arbeit in wechselnder Haltung wäre somit ideal. Aus
berufspraktischer Sicht sei der Versicherte in einer adaptierten Tätigkeit zu 40%
arbeitsfähig. Die Berufsberaterin notierte dazu am 1. Dezember 2008 (IV-act. 90), eine
beruflich bessere Qualifikation durch eine Umschulung mache keinen Sinn, da die
subjektive Einschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit durch den Beschwerdeführer
für eine berufliche Massnahme nicht ausreiche. Dr. med. I._, Dermatologie und
Venerologie FMH, teilte dem Hausarzt am 20. April 2009 mit (IV-act. 102), es liege eine
massive Psoriasis vulgaris et guttata vor. Mindestens 25-30% der Körperoberfläche
seien betroffen. Zunächst werde während drei Monaten eine Lichttherapie durchgeführt
werden. Dr. B._ berichtete am 4. Mai 2009 (IV-act. 103), der Versicherte sei als
Plattenleger zu 100% arbeitsunfähig. Leichte Arbeiten im Büro könnten zu 40-50%
ausgeübt werden.
A.c Dr. G._ vom RAD hielt am 16. Juli 2009 fest (IV-act. 110), bei divergierenden
Arbeitsfähigkeitsschätzungen ersuche er um eine bidisziplinäre Begutachtung
(psychiatrisch, rheumatologisch). Die IV-Stelle beauftragte D._ mit einer solchen
Abklärung (IV-act. 114). Auf dessen Empfehlung ergänzte sie das Abklärungsteam
durch einen neurologischen Gutachter (IV-act. 122). D._ berichtete im
interdisziplinären Gutachten vom 22. Februar 2010 (IV-act. 128), aus psychiatrischer
Sicht seien folgende Diagnosen erhoben worden: Rezidivierende depressive Störung,
aktuell weitestgehend remittiert (mit/bei chronisch rezidivierendem zervikalem bis
zervikozephalem Syndrom und rezidivierendem Lumbovertebralsyndrom, zusätzlich
möglicher entzündlicher Komponente bei Spondylarthropathie im Rahmen einer aktiven
Psoriasis, Polyneuropathie mit neuropathischen Schmerzen und Sensibilitätsstörungen
sowie Migräne mit Aura), und anamnestisch St. n. Benzodiazepinabhängigkeit. Der
psychiatrische Gutachter führte weiter aus, auch wenn dies durch die involvierten
Behandler fachärztlich psychiatrisch schlecht dokumentiert sei, lägen genügend
Kriterien vor, um die Zuordnung einer rezidivierenden depressiven Störung
vorzunehmen. Das psychische Krankheitsgeschehen sei nach einer erfolgreichen
psychiatrischen und antidepressiv psychopharmakologischen Behandlung aktuell
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weitestgehend remittiert. Dieser Befund korreliere mit der Selbsteinschätzung des
Versicherten. Aus dem depressiven Krankheitsgeschehen könne keine Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit abgeleitet werden. Der neurologische Gutachter Dr. med. J._,
FMH Neurologie, habe eine Polyneuropathia und - ohne Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit - eine Migräne mit Aura diagnostiziert. Seiner Auffassung nach bestehe
unter einer adäquaten Schmerztherapie keine Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit.
Der rheumatologische Gutachter Dr. med. K._, Rheumatologie FMH, habe u.a. einen
hochgradigen Verdacht auf eine Psoriasisarthropathie mit Beteiligung von Händen und
Füssen geäussert. Diese Krankheit könne die ausgeprägte Müdigkeit und
Leistungsschwäche zu einem grossen Teil erklären. Auch wenn eine milde systemische
Entzündungsreaktion mit entsprechender Müdigkeit vorliege, sei doch eine
Arbeitstätigkeit von sechs Stunden täglich zumutbar. Unter entsprechender Therapie
wäre sogar eine vollständige Arbeitsfähigkeit zu erwarten. Die Arbeitsunfähigkeit in
einer leichten, wechselbelastenden Büroarbeit betrage interdisziplinär integrativ bei
dem nicht erreichten medizinischen Endzustand maximal 25%. Unter konsequenter
Umsetzung der Therapieempfehlungen und begleitender psychiatrischer Behandlung
seien eine Besserung des medizinischen Zustandsbilds und eine Erhöhung der
Arbeitsfähigkeit zu erwarten. Dr. G._ vom RAD betrachtete diese Einschätzung als
nachvollziehbar (IV-act. 130). Die IV-Stelle ermittelte einen Invaliditätsgrad von 34,40%
(IV-act. 132) und teilte dem Versicherten in einem (neuen) Vorbescheid vom 2. April
2010 mit (IV-act. 135), dass sie beabsichtige, das Rentenbegehren abzuweisen. Der
Versicherte liess am 3. Juni 2010 einwenden (IV-act. 136), er habe einen Anspruch auf
wenigstens eine halbe Invalidenrente ab 1. Juni 2005, eventualiter sei der Ausgang der
medizinischen Behandlung abzuwarten. Die behandelnde Rheumatologin Dr. med.
L._, FMH Rheumatologie/Innere Medizin, habe für eine leichte, abwechselnd stehend
oder sitzend auszuübende Tätigkeit ohne stark repetitive Belastung der Gelenke im
Bereich der unteren Extremitäten und der Hände angegeben, der Versicherte sei
halbtags bzw. zu 40% arbeitsfähig. Sie teile also die Einschätzung durch die EVAL. Das
aktuelle Gutachten erkläre nicht, wieso es die Arbeitsfähigkeit abweichend einschätze.
Insbesondere genüge es nicht anzumerken, dass während der zweieinhalbstündigen
psychiatrischen Exploration keine zunehmende Müdigkeit habe objektiviert werden
können. Im Übrigen fehle in diesem Gutachten eine Aussage zur Arbeitsfähigkeit ab
Juni 2004, was die seriöse Prüfung einer befristeten Rente verunmögliche. Dr. G._
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vom RAD notierte am 9. November 2010 (IV-act. 147), der Bericht von Dr. L._ sei
bereits ein Jahr alt. Entscheidend sei, dass sie keine spezifische Therapie als
notwendig erachtet habe, obwohl die rheumatoiden Erkrankungen mit den neuen
Biologics hervorragend behandelt werden könnten. Deshalb vermöchten die
Ausführungen von Dr. L._ nicht zu überzeugen. Der Versicherte werde zeitlebens
behandelt werden müssen, wobei ihm aber gut geholfen werden könne. Deshalb dürfe
nicht bis zum Fallabschluss gewartet werden. Gemäss dem Bericht von Dr. L._ vom
August 2010 sei die Basistherapie (MTX) immer noch nicht aufgenommen worden. Die
gesundheitliche Situation sei klar, so dass keine erneute medizinische Abklärung
notwendig sei. Mit einer Verfügung vom 4. Januar 2011 wies die IV-Stelle das
Rentenbegehren ab (IV-act. 149).
B.
B.a Der Versicherte liess am 4. Februar 2011 Beschwerde erheben (act. G 1) und die
Rückweisung zur weiteren Abklärung beantragen. Eventualiter seien die gesetzlichen
Leistungen, insbesondere eine Viertelsrente ab spätestens 1. August 2009, zu
gewähren. Zur Begründung machte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
geltend, die EVAL Valens habe dem Beschwerdeführer eine Arbeitsfähigkeit von 40%
zugemutet. Diese Meinung sei von Dr. L._ vorbehaltlos geteilt worden. Auch Dr.
B._ habe diese Arbeitsfähigkeitsschätzung im Ergebnis als richtig betrachtet. Die
Gutachter hätten sich nicht mit diesen abweichenden Auffassungen
auseinandergesetzt. Dass der Beschwerdeführer während der nachmittäglichen
psychiatrischen Exploration nicht müde geworden sei, lasse sich u.a. dadurch erklären,
dass er an diesem Tag vormittags nicht gearbeitet habe. Der orthopädische Gutachter
habe nicht hinreichend zu begründen vermocht, weshalb er die Arbeitsunfähigkeit
genau mit 25% bewertet habe. Eine kritische Auseinandersetzung mit den
abweichenden Beurteilungen sei zu Unrecht unterblieben. Die schweren Kniearthrosen
seien überhaupt nicht berücksichtigt worden. Die leichte bis mittelschwere obstruktive
Ventilstörung der Lungen sei ebenfalls nicht in die Beurteilung einbezogen worden.
Schliesslich fehle eine Stellungnahme zur Arbeitsfähigkeit ab Juni 2004. Falls das
Gutachten als beweiskräftig bewertet werde, gelte Folgendes: Die rentenrelevante
Arbeitsunfähigkeit von 60% sei spätestens anlässlich der EVAL-Abklärung ermittelt
worden. Das Wartejahr sei spätestens im August 2009 abgelaufen. Nominalindexiert
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belaufe sich das Valideneinkommen 2009 also auf Fr. 65'470.--. Das "LSE-
Einkommen" 2009 betrage teuerungsbereinigt Fr 61'238.--. Bei einer Arbeitsunfähigkeit
von 25% resultiere ein Einkommen von Fr. 45'929.--. Wegen des fortgeschrittenen
Alters, der fehlenden Ausbildung im kaufmännischen Bereich, der zahlreichen
leistungsrelevanten Diagnosen und der Tatsache, dass die Kniegelenksarthrose im
Gutachten nicht beachtet worden sei, erscheine ein Tabellenlohnabzug von 20% als
angemessen. Damit belaufe sich das zumutbare Invalideneinkommen auf Fr. 36'743.--.
Das ergebe einen Invaliditätsgrad von 44%.
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 25. März 2011 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 4). Sie machte geltend, Aufgabe der beruflichen Abklärungsstellen
sei es festzustellen, inwieweit eine versicherte Person die ärztlich festgelegte
Arbeitsfähigkeit in konkret zu bezeichnenden Berufen verwerten könne und wie sich die
invaliditätsbedingten Faktoren auf die Vermittlungsfähigkeit und die
Erwerbsmöglichkeiten auswirkten. Die Arbeitsfähigkeit könne deshalb nicht anhand des
Ergebnisses einer beruflichen Abklärung festgelegt werden. Die von der EVAL gestützt
auf berufliche Abklärung attestierte Arbeitsfähigkeit von 40% sei deshalb nicht
entscheidend. Es sei nämlich nicht möglich, den Anteil allfälliger Motivationsmängel
vom Unvermögen, eine volle Leistung zu erbringen, auszuscheiden. Für die
Arbeitsfähigkeit sei auf das (zweite) Gutachten D._ abzustellen: Weil es keinen
Hinweis darauf gebe, dass der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers vor
diesem Gutachten schlechter gewesen sei, könne rückwirkend auf die entsprechende
Arbeitsfähigkeitsschätzung abgestellt werden. Angemessen sei ein Tabellenlohnabzug
von 10%. Der Invaliditätsgrad betrage 35%.
B.c Der Beschwerdeführer liess am 18. April 2011 einwenden (act. G 7), er habe in der
beruflichen Abklärung stets eine positive Einstellung und einen guten Einsatz gezeigt
und er sei stets kooperativ gewesen. Er habe pflichtbewusst und zuverlässig
gearbeitet. Er verfüge über eine sehr gute Selbsteinschätzung. Somit dürfe der
Arbeitsfähigkeitsschätzung der EVAL nicht pauschal jede Beweiseignung
abgesprochen werden. Dr. B._ und Dr. L._ hätten die Einschränkungen der
Leistungsfähigkeit u.a. auf die Kniebeschwerden zurückgeführt. Es bestehe also ein
ungeklärter Widerspruch zwischen ihren Angaben und dem Teilgutachten von Dr.
K._. Die vorliegenden Gutachten liessen keine rückwirkende
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Arbeitsfähigkeitsschätzung zu. Die Beschwerdegegnerin habe nicht nachvollziehbar
begründet, weshalb der Tabellenlohnabzug nur 10% betragen solle.
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 26. April 2011 auf eine Duplik (act. G 9).

Erwägungen:
1.
Die Beschwerdegegnerin hat mit der angefochtenen Verfügung einen Anspruch des
Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente verneint. Damit ist der Streitgegenstand des
vorliegenden Beschwerdeverfahrens definiert: Zu beurteilen ist die Rentenberechtigung
des Beschwerdeführers. Soweit mit dem Beschwerdebegehren, es seien die gesetz
lichen Leistungen auszurichten, andere Leistungen als die Invalidenrente beantragt
worden sind, kann nicht auf es eingetreten werden. Mit den gesetzlichen Leistungen
dürfte der Beschwerdeführer neben der Rente auch Eingliederungsmassnahmen
gemeint haben. Es kann also im vorliegenden Beschwerdeverfahren nicht geprüft
werden, ob der Beschwerdeführer beispielsweise einen Anspruch auf eine Umschulung
hat. Etwas anderes muss allerdings dann gelten, wenn Eingliederungsmassnahmen im
Rahmen des Grundsatzes "Eingliederung vor Rente" (vgl. etwa U. Kieser, ATSG-
Kommentar, 2. A., Vorbemerkungen N. 47) zur Diskussion stehen sollten, denn die
Erfüllung der IV-spezifischen Schadenminderungspflicht stellt eine zwingend
notwendige Voraussetzung der Rentenberechtigung dar: Anspruch auf eine
Invalidenrente kann nur haben, wer seine Erwerbsfähigkeit nicht durch (weitere)
zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern
kann (Art. 28 Abs. 1 lit. a IVG). Bevor gestützt auf Art. 16 ATSG ein
Einkommensvergleich zur Ermittlung der rentenspezifischen Invalidität (und damit zur
Prüfung einer Rentenberechtigung) erfolgen kann, ist also zu untersuchen, ob es der
versicherten Person möglich und zumutbar ist, ihre Erwerbsfähigkeit durch
medizinische und/oder berufliche Eingliederungsmassnahmen (wieder) zu verbessern.
Gegebenenfalls ist eine entsprechende konkrete Eingliederungspflicht gestützt auf Art.
21 Abs. 4 ATSG durchzusetzen (bzw. die Pflichtverletzung zu sanktionieren). Der
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typische Verfahrensablauf (Prüfung auf eine allfällige Eingliederungspflicht,
Durchsetzung einer effektiv bestehenden Eingliederungspflicht, Einkommensvergleich)
kann aus verfahrensökonomischen Gründen verkürzt werden, wenn bereits ein
"vorläufiger", d.h. ein anhand der vor der Durchführung allfälliger
Eingliederungsmassnahmen bestehenden (reduzierten) Erwerbsfähigkeit
vorgenommener Einkommensvergleich zeigt, dass der Invaliditätsgrad die
anspruchsrelevante Grenze von 40% (Art. 28 Abs. 2 IVG) nicht erreichen kann. In
diesem Fall kann nämlich die detaillierte Abklärung der Eingliederungsmöglichkeiten
und gegebenenfalls deren Durchführung bzw. Durchsetzung gestützt auf Art. 21 Abs. 4
ATSG unterbleiben. Der "vorläufige" Einkommensvergleich beruht in aller Regel nicht
auf der Arbeitsunfähigkeit der versicherten Person in deren erlerntem/angestammtem
Beruf, sondern auf dem aktuellen Arbeitsunfähigkeitsgrad in jener Erwerbstätigkeit, die
jede versicherte Person ohne weitere berufliche Qualifikation ausführen kann, nämlich
in einer behinderungsangepassten Hilfsarbeit. Ausnahmsweise kann der "vorläufige"
Einkommensvergleich aber auch auf der Arbeitsunfähigkeit in der erlernten/
angestammten Tätigkeit beruhen, nämlich wenn diese Arbeitsunfähigkeit unter 40%
liegt. Bei der (meist fiktiven) Ausübung einer behinderungsangepassten Hilfsarbeit
handelt es sich in aller Regel um die niedrigschwelligste berufliche "Eingliederung",
nämlich dem blossen Wechsel vom erlernten/angestammten Beruf, in dem eine hohe
Arbeitsunfähigkeit besteht, in eine behinderungsadaptierte Hilfsarbeit, in der die
Arbeitsunfähigkeit deutlich geringer ist. Resultiert aus einem "vorläufigen"
Einkommensvergleich eine behinderungsbedingte Erwerbseinbusse von weniger als
40%, so besteht keine IV-spezifische Schadenminderungs- bzw. Eingliederungspflicht
(u.U. besteht aber ein Eingliederungsanspruch). Hier wird das Ergebnis des
"vorläufigen" Einkommensvergleichs zum definitiven Invaliditätsgrad, d.h. das
Rentenbegehren kann ohne Eingliederung sofort abgewiesen werden.
2.
2.1 Die angefochtene Verfügung beruht auf einem in dieser Art verkürzten Verfahren,
denn die Beschwerdegegnerin hat das zumutbare Invalideneinkommen anhand des
Durchschnittseinkommens der Hilfsarbeiter ermittelt. Sie ist also davon ausgegangen,
dass die Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers in einer behinderungsadaptierten
Hilfsarbeit zu tief sei, als dass sie einen Invaliditätsgrad von wenigstens 40% bewirken
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könnte. Dr. C._ hat in seinem internistisch-rheumatologisch-orthopädischen
Gutachten vom 6. April 2006 (vgl. IV-act. 37) für eine körperlich leichte,
wechselbelastende Erwerbstätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 80% und in der Tätigkeit
als Bodenleger eine Arbeitsfähigkeit von 30% angegeben. Er hat die hohe
Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit damit begründet, dass er keine Befunde
erhoben habe, die mit einem relevanten Knieleiden zu vereinbaren wären, dass die
geschilderten Schmerzbeschwerden in den Schultern und im Nacken einen fliessenden
Übergang zu Schmerzkomponenten somatoformer Dynamik hätten erkennen lassen
und der Beschwerdeführer dadurch im Alltag kaum beeinträchtigt sei, dass die
Schuppenflechtenerkrankung eher als psychisch belastend wahrgenommen werde und
dass die Schlafstörungen auf eine ungeeignete Medikation zurückzuführen und
deshalb nicht zu beachten seien. Dr. K._ hat vier Jahre später in seinem
rheumatologischen Gutachten (vgl. IV-act. 127) ausgeführt, die früher angegebenen
Schmerzen im Bereich der Schulter- und der Kniegelenke seien eher in den
Hintergrund gerückt. Der Versicherte habe angegeben, die Hauptbeschwerden träten in
den Händen und den Füssen auf. Die objektiven Befunde von Dr. K._ decken sich
trotzdem weitgehend mit denjenigen von Dr. C._: Insgesamt vielgestaltiges und
diffuses Beschwerdebild, keine wesentliche Einschränkung der Beweglichkeit der
Wirbelsäule, keine relevanten pathologischen Befunde der peripheren Gelenke,
insbesondere keine pathologischen Befunde an den Kniegelenken: anders als Dr. C._
hat Dr. K._ die angegebenen Beschwerden aber mit der Psoriasis-Arthropathie in
Verbindung gebracht. Diese erkläre allerdings nur die Morgensteifigkeit in den Händen
und Füssen, nicht auch die Schmerzen in den Händen und Füssen (keine
degenerativen Veränderungen) und im Nacken- und Schulterbereich (nicht typisch für
eine entzündliche Aktivität am Achsenskelett). Als einzige weitere Folge der mässig
aktiven Psoriasis-Arthropathie hat Dr. K._ die ausgeprägte Müdigkeit und
Leistungsschwäche angegeben. Diese Beeinträchtigung hat seiner Auffassung nach in
einer adaptierten Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von maximal 25% zur Folge, wobei
er aber darauf hingewiesen hat, dass bei einer geeigneten medizinischen Eingliederung
mit einer vollständigen Restitution der Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit zu
rechnen sei. Dr. J._ hat in seinem neurologischen Gutachten (vgl. IV-act. 129)
angeführt, die Schmerzen und die sensiblen Störungen in den Händen seien die Folge
einer Polyneuropathie. Die Kopfschmerzen resultierten aus einer Migräne mit Aura.
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Sowohl die Migräne als auch die neuropathischen Schmerzen seien medikamentös
behandelbar und bewirkten deshalb keine relevante Arbeitsunfähigkeit in einer
behinderungsadaptierten, leichten und wechselbelastenden Tätigkeit. Die
Arbeitsfähigkeitsschätzungen von Dr. K._ und Dr. J._ weichen also sowohl in
Bezug auf die Tätigkeit als Bodenleger als auch in Bezug auf eine adaptierte Tätigkeit
kaum von denjenigen von Dr. C._ ab.
2.2 Ob der Hausarzt Dr. B._ seine Arbeitsfähigkeitsschätzungen (z.B. am 4. Mai
2009: 40-50% bei leichten Büroarbeiten) auf die Kniebeschwerden, die Nacken- und
Schulterbeschwerden, andere somatische Beschwerden, die somatische Situation
insgesamt oder aber auf den psychischen Zustand des Beschwerdeführers bezogen
hat, lässt sich seinen Berichten und Zeugnissen nicht entnehmen. Diese
Arbeitsfähigkeitsschätzungen vermögen deshalb keine ernsthaften Zweifel an der
weitgehend übereinstimmenden Arbeitsfähigkeitsschätzung der Gutachter zu wecken.
Die rheumatologische Beurteilung durch die behandelnde Ärztin Dr. L._ entspricht
weitgehend derjenigen von Dr. K._, wobei tendenziell von etwas stärkeren
Beschwerden als Folge der Psoriasis-Arthropathie ausgegangen worden ist. Einzig in
Bezug auf die Kniegelenke hat Dr. L._ Hinweise auf Entzündungen gefunden, welche
die Gutachter nicht festgestellt hatten. Es fehlt aber eine Begründung dafür, dass die
Beschwerden in den Knien auch in einer adaptierten Erwerbstätigkeit einen
Pausenbedarf von 50% einer durchschnittlichen Tagesarbeitszeit zur Folge haben
sollten. Dr. L._ hat sich nicht zur Frage geäussert, warum sie keine konsequente
medikamentöse Therapie eingeleitet habe, wenn die Beeinträchtigung doch so
schwerwiegend sei. Eine Therapie hätte nämlich erfahrungsgemäss grosse
Erfolgschancen. Weder die Einschätzung von Dr. B._ noch diejenige von Dr. L._
vermögen demnach Zweifel an der Richtigkeit derjenigen Gutachten zu wecken, die
sich mit der somatischen Seite der Gesundheitsbeeinträchtigung auseinandergesetzt
haben. In Bezug auf die vom Beschwerdeführer neben den Angaben von Dr. B._ und
Dr. L._ ins Feld geführten Angaben der EVAL hat die Beschwerdegegnerin zu Recht
geltend gemacht, dass das Ziel einer beruflichen Abklärung nie in einer
(notwendigerweise medizinischen) Arbeitsfähigkeitsschätzung bestehen könne. Die
berufliche Abklärung diene nämlich ausschliesslich berufsberaterischen Zwecken.
Tatsächlich soll die stationäre berufliche Abklärung die Fähigkeiten und Begabungen
der versicherten Person, deren Neigungen und Intentionen und schliesslich auch deren
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Motivation für eine berufliche Neuorientierung aufzeigen. Wenn dabei auch die
Leistungsfähigkeit einer versicherten Person abgeklärt wird, dann kann das nur im
Hinblick auf die Erfolgschancen einer bestimmten beruflichen Ausbildung geschehen.
Dies setzt den Beizug einer medizinischen Sachverständigen voraus. Unter diesen
Umständen ist es nicht nachvollziehbar, weshalb sich die EVAL im Fall des
Beschwerdeführers dazu berufen gefühlt hat, eine Arbeitsfähigkeitsschätzung
abzugeben. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass dazu medizinisches Fachwissen
bemüht worden wäre. Das lässt darauf schliessen, dass die Berichterstatter der EVAL
auf die vom Beschwerdeführer demonstrierte, subjektive
Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung abgestellt haben. Diese
Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung ist offensichtlich viel zu pessimistisch gewesen, was
die Berichterstatter der EVAL aber mangels Kenntnis des objektiven
Gesundheitszustands nicht haben feststellen können. Eine derartige
Arbeitsfähigkeitsschätzung kann keine Beweiskraft entfalten.
2.3 D._ hat in seinem ersten psychiatrischen Gutachten (vgl. IV-act. 37-14 ff.) die
Diagnose einer Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion angegeben. Er
hat die geklagten Antriebs- und Konzentrationsprobleme, die als einzige Symptome der
psychischen Erkrankung grundsätzlich geeignet gewesen wären, die Arbeitsfähigkeit
objektiv zu beeinträchtigen, als ausschliessliche Folge der - ohne weiteres
überwindbaren - Benzodiazepinabhängigkeit betrachtet. In seinem Verlaufsgutachten
(vgl. IV-act. 127) hat D._ dann angegeben, die 2006 von ihm empfohlene
psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung sei nicht zustande gekommen.
Entsprechend seiner damaligen Prognose sei es deshalb zu einer Verschlechterung
des psychischen Gesundheitszustands gekommen, die gemäss den telephonischen
Angaben des behandelnden Psychiaters Dr. H._ im Frühjahr 2007 dazu geführt habe,
dass der Beschwerdeführer sich aufgrund einer Depression als nicht mehr
eingliederungsfähig betrachtet habe. Im Januar 2008 sei der Beschwerdeführer nach
der Einschätzung von Dr. H._ wieder zu mindestens 50% arbeitsfähig gewesen. Er
selbst habe im März 2008 angegeben, es gehe ihm wieder besser. D._ betrachtete
die Depression in seinem Verlaufsgutachten als weitgehend remittiert, so dass keine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe. Diese Würdigung des psychischen
Gesundheitszustands ist als überzeugend zu werten. Es fehlt nämlich jedes Indiz dafür,
dass der Beschwerdeführer noch an einer die Arbeitsfähigkeit einschränkenden
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psychischen Beeinträchtigung leiden würde. Das gilt allerdings nicht für die von D._
angesprochene Phase nach der ersten Begutachtung, in der wegen des Unterbleibens
der psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung einer Verschlimmerung der
psychischen Beeinträchtigung eingetreten war. Für diese Phase fehlt bisher eine
zuverlässige objektive Arbeitsfähigkeitsschätzung, da zu vermuten ist, dass der
behandelnde Psychiater Dr. H._ die Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers -
dessen allzu pessimistischen Selbsteinschätzung nachgebend - zu hoch eingeschätzt
hat. Hier besteht ein Abklärungsbedarf, den die Beschwerdegegnerin noch zu decken
haben wird. Dabei wird sie mit Vorteil die vom behandelnden Psychiater geführte
Krankengeschichte beiziehen. Die Beschwerdegegnerin wird aber auch der
psychischen Situation des Beschwerdeführers in der Zeit ab der von Dr. B._
angegebenen Arbeitsunfähigkeit (Juni 2004) weiter abklären müssen, denn D._ hat
sich in seinem ersten Gutachten im Jahr 2006 auf die Erhebung des damals aktuellen
Gesundheitszustands beschränkt. Während in somatischer Hinsicht von einem
stationären Zustand ab 2004 ausgegangen werden kann, gibt es Indizien dafür, dass
der psychische Zustand des Beschwerdeführers anfangs schlechter gewesen sein
könnte als zum Zeitpunkt der ersten Exploration durch D._. Da ein Rentenanspruch
ab Juni 2005 (Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG) zur Diskussion steht, wird die
Beschwerdegegnerin - auch hier mit Vorteil unter Beizug der Krankengeschichte - die
objektive Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers ab Juni 2004 zu klären haben. Mit
Ausnahme dieser beiden kurzen Phasen, für welche die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers noch nicht ausreichend bekannt ist, steht mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit eine Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten
Erwerbstätigkeit von 75% fest.
3.
Da die massgebende Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers nicht für die gesamte
zu beurteilende Zeit ab Juni 2004 feststeht, kann noch keine Prüfung eines
Rentenanspruchs mittels eines Einkommensvergleichs vorgenommen werden. Die
folgenden Ausführungen sind deshalb als obiter dictum zu qualifizieren: Im Rahmen
eines "vorläufigen" Einkommensvergleichs hat die Beschwerdegegnerin das
Invalideneinkommen zu Recht anhand des durchschnittlichen Hilfsarbeitereinkommens
bemessen, da es sich dabei um die einzige Verdienstmöglichkeit handelt, die dem
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Beschwerdeführer ohne berufliche Eingliederung zur Verfügung stehen würde. Zur
Bemessung des Valideneinkommens hat die Beschwerdegegnerin auf den letzten
Reingewinn des Beschwerdeführers aus der selbständigen Erwerbstätigkeit als
Bodenleger abgestellt. Sie hat diesen Reingewinn der Nominallohnentwicklung bis
2008 angepasst. Das war unzulässig, zum einen weil ein Rentenanspruch ab 2005 zur
Diskussion steht, so dass der Einkommensvergleich auf den Einkommensgrundlagen
für das Jahr 2005 erfolgen muss, zum anderen weil nicht angenommen werden kann,
der Reingewinn eines Selbständigerwerbenden steige entsprechend der
Nominallohnentwicklung an. Zudem beruht diese Methode der Bemessung des
Valideneinkommen auf der Fiktion, dass die selbständige Erwerbstätigkeit in völlig
unveränderter Art und Weise und in stabilen Verhältnissen weitergeführt worden wäre,
wenn der Beschwerdeführer gesund geblieben wäre und sein Kleinunternehmen nicht
hätte verkaufen müssen. Bei einer Validenkarriere bestehend aus der fiktiven
Weiterführung einer effektiv aufgegebenen selbständigen Erwerbstätigkeit besteht das
Problem, dass das fiktive Unternehmen notwendigerweise "versteinert". Es gibt
nämlich keine Möglichkeit, den inneren und äusseren Faktoren Rechnung zu tragen,
auf die ein reales Unternehmen ständig reagieren müsste, die also zur Fortentwicklung
des Unternehmens - positiv oder negativ - beitragen würden. Mit zunehmendem
zeitlichem Abstand zur Aufgabe der selbständigen Erwerbstätigkeit vermag die Fiktion
einer völlig unveränderten Weiterführung des Unternehmens immer weniger zu
überzeugen. Bei kleinen Handwerksunternehmen würde es deshalb naheliegen, die
Erwerbsfähigkeit nicht über die selbständige Erwerbstätigkeit und damit über den
Reingewinn zu definieren, sondern auf das Einkommenspotential abzustellen, das die
versicherte Person bei einer unselbständigen Ausübung des erlernten/angestammten
Berufs erzielen könnte. Dafür spricht auch der Umstand, dass der Reingewinn einer
selbständig erwerbenden Person nicht deren erwerblicher Leistungsfähigkeit
gleichgesetzt werden kann. Der Reingewinn enthält nämlich auch einen Ertrag aus dem
investierten Eigenkapital oder u.U. Einkünfte, die nicht direkt auf die Arbeitstätigkeit der
selbständig erwerbenden Person zurückzuführen sind (z.B. ein Kapitalgewinn aus zum
Geschäftsvermögen gehörenden Beteiligungspapieren). Hinzu kommt, dass die Höhe
des Reingewinns einer selbständig erwerbenden Person in aller Regel - anders als
beim Lohn eines Arbeitnehmers - nicht in einem direkten Verhältnis zur beruflichen
Qualifikation und zur Arbeitsleistung steht. Es gibt unternehmensinterne und -externe
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Faktoren, die bewirken können, dass die Arbeitsleistung der selbständig erwerbenden
Person nicht durch einen adäquaten Reingewinn "belohnt" wird. Dazu gehören
beispielsweise die Debitorenverluste, die so hoch sein können, dass sie das
Unternehmen in die Verlustzone bringen, eine Konkurrenzsituation, die dazu zwingt, die
Leistungen des Unternehmens zu einem Preis zu "verkaufen", der keine Gewinnspanne
mehr enthält, oder eine Garantieleistung für in der Vergangenheit "verkaufte"
Leistungen, die ohne Entschädigung erbracht werden muss. Fehlt eine direkte
Beziehung zwischen der beruflichen Qualifikation und der Arbeitsleistung auf der einen
Seite und dem erzielten Einkommen auf der anderen Seite, weil sich Umstände auf die
Einkommenshöhe auswirken, die nicht kontrolliert werden können, dann ist die
Einkommenshöhe kein Mass für die erwerbliche Leistungsfähigkeit. Erst recht gilt das,
wenn die Weiterführung des Unternehmens fingiert werden muss, weil es als Folge der
Arbeitsunfähigkeit entweder liquidiert oder verkauft worden ist. Wird stattdessen auf
eine Validenkarriere der versicherten Person abgestellt, die in einer fiktiven
unselbständigen Ausübung des erlernten/angestammten Berufs besteht, bleiben zwar
einkommensrelevante Eigenschaften wie die Risikobereitschaft, die Führungsfähigkeit
usw. unberücksichtigt. Gesamthaft betrachtet entspricht der mit einer unselbständigen
Ausübung des erlernten Berufs erzielbare Lohn aber besser der validen erwerblichen
Leistungsfähigkeit als das fiktive Reineinkommen aus einem nicht existenten oder nicht
mehr von der versicherten Person geführten Unternehmen. Bei der Definition der
Validenkarriere zur Bemessung des Invalideneinkommens wird die
Beschwerdegegnerin vor dieser Wahl stehen.
4.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der massgebende Sachverhalt, die Arbeits
fähigkeit des Beschwerdeführers in einer behinderungsadaptierten Erwerbstätigkeit ab
Juni 2004, noch nicht vollständig abgeklärt worden ist, so dass kein
Einkommensvergleich erfolgen kann. Die angefochtene Abweisung des Rentengesuchs
erweist sich aufgrund einer Missachtung der Untersuchungspflicht als rechtswidrig. Die
angefochtene Verfügung vom 4. Januar 2011 ist deshalb aufzuheben und die Sache ist
zur weiteren Abklärung des massgebenden Sachverhalts und zur anschliessenden
neuen Verfügung über das Begehren um die Ausrichtung einer Invalidenrente an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Praxisgemäss ist bei einem solchen
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Verfahrensausgang im Hinblick auf die Verfahrenskosten von einem vollumfänglichen
Obsiegen des Beschwerdeführers auszugehen. Die Beschwerdegegnerin hat deshalb
eine Parteientschädigung zu bezahlen, die ermessensweise auf Fr. 3'500.-- (inklusive
Barauslagen und Mehrwertsteuer) festgesetzt wird. Die unterliegende
Beschwerdegegnerin hat auch für die Gerichtskosten aufzukommen. Die
Gerichtsgebühr wird ermessensweise auf Fr. 600.-- festgesetzt. Der vom
Beschwerdeführer geleistete Kostenvorschuss von ebenfalls Fr. 600.-- wird
zurückerstattet werden.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP