Decision ID: ca0eda43-c71d-4252-9850-5071a6944309
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 03.01.2018 Art. 43 Abs. 1 ATSG, Art. 25 Abs. 1 und 2 ATSG, Art. 9 Abs. 1 ELG, Art. 5 Abs. 1 lit. b ELG SGUm die ursprünglich leistungszusprechenden Verfügungen wiedererwägen und die unrechtmässig ausbezahlten ordentlichen und ausserordentlichen Ergänzungsleistungen im Rahmen der Verwirkungsfristen zurückfordern zu können, muss der der betreffenden Verfügungen zugrunde liegende Sachverhalt insbesondere in Bezug auf den Rückkaufswert der Lebensversicherung sowie in Bezug auf die Darlehensschulden der Beschwerdeführerin mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststehen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 3. Januar 2018,EL 2016/28).
Entscheid vom 3. Januar 2018
Besetzung
Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin Huber-
Studerus; Gerichtsschreiberin Annemarie Haase
Geschäftsnr.
EL 2016/28
Parteien
A._,
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Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Hans Frei, Kriessernstrasse 40, 9450 Altstätten,
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Ausgleichskasse, Brauerstrasse
54, Postfach, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
Gegenstand
Rückforderung von Ergänzungsleistungen zur IV
Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 5. März 2008 zum Bezug von Ergänzungsleistungen (EL)
an. Im Anmeldeformular verneinte sie den Besitz von Lebensversicherungen, reichte
jedoch eine Police der B._ ein, gemäss welcher ihr ab dem 1. September 2018 eine
jährliche Leibrente von Fr. 4'332.50 zustehen würde. Sie reichte einen Mietvertrag ein,
gemäss welchem sie seit dem 15./16. Juli 2007 an der C._ in D._ lebte und
monatlich Fr. 1'095.-- inkl. Nebenkosten (und Kabel TV-/Radiogebühren) zahlte (act. G
4.2/121 f.). Einer Auflistung mit dem Titel "Ausstehende Zahlungen" war u.a. zu
entnehmen, dass sie Schulden aus privaten Darlehen in Höhe von Fr. 12'500.-- hatte
(act. G 4.2/122 S. 10 f.). Mit einer Verfügung vom 12. Juni 2008 wurden ihr rückwirkend
ab dem 1. Oktober 2006 monatliche ordentliche EL in Höhe von Fr. 665.--, ab dem 1.
Januar 2007 Fr. 654.-- und ab dem 1. Januar 2008 Fr. 698.-- zu ihrer ganzen IV-Rente
zugesprochen. In den EL-Anspruchsberechnungen ab dem 1. Oktober 2006 wurde
weder eine Lebensversicherung noch ein Darlehen von Dritten berücksichtigt (act. G
4.2/109 ff., 125).
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A.b Ab dem 1. Januar 2009 hatte die Versicherte gemäss der Verfügung vom 23.
Dezember 2008 einen Anspruch auf ordentliche EL in Höhe von Fr. 692.-- (act. G
4.2/106). Am 14. September 2009 reichte die Versicherte einen neuen Mietvertrag ein,
gemäss welchem sie seit dem 1. September 2009 an der E._ in F._ lebte und einen
Nettomietzins in Höhe von monatlich Fr. 1'200.-- bezahlte, welcher neben dem
Bruttomietzins von Fr. 995.-- die Kosten für den Parkplatz in Höhe von Fr. 60.-- und die
Kosten für Heiz- und Nebenkosten in Höhe von Fr. 145.-- enthielt (act. G 4.2/102).
Daraufhin passte die EL-Durchführungsstelle die Ergänzungsleistungen mit einer
Verfügung vom 17. September 2009 rückwirkend ab dem 1. Januar 2009 an und
berücksichtigte (irrtümlich) ab diesem Datum einen Mietzins in Höhe von jährlich Fr.
14'400.-- (act. G 4.2/101). Am 5. November 2009 korrigierte die EL-
Durchführungsstelle ihren Fehler, rechnete von Januar bis August 2009 wieder einen
Mietzins in Höhe von jährlich Fr. 13'140.-- an und forderte ordentliche EL in Höhe von
Fr. 40.-- und ausserordentliche EL in Höhe von Fr. 800.-- zurück (act. G 4.2/98 f.). Mit
einer Verfügung vom 12. November 2009 passte die EL-Durchführungsstelle
ausserdem die aufgrund des Gemeindewechsels veränderte IPV-Pauschale ab dem 1.
Dezember 2009 an. Auf eine rückwirkende Anpassung per 1. September 2009
"verzichtete" die EL-Durchführungsstelle mit der Begründung, dass die daraus
resultierende Rückforderung geringfügig gewesen wäre. Ab dem 1. Dezember 2009
hatte die Versicherte somit einen Anspruch auf Fr. 687.-- ordentliche EL und auf Fr.
100.-- ausserordentliche EL (act. G 4.2/97). Bei einem gleichbleibenden Anspruch auf
ausserordentliche EL hatte die Versicherte ab dem 1. Januar 2010 einen Anspruch auf
ordentliche EL von Fr. 714.-- und ab dem 1. Januar 2011 auf ordentliche EL von Fr.
723.-- (act. G 4.2/81, 93).
A.c Im Rahmen einer periodischen Überprüfung der EL im März 2011 gab die
Versicherte an, dass sie über eine Risikoversicherung ihrer inzwischen verstorbenen
Tochter und eine Lebensversicherung der G._ mit einem Steuerwert von Fr.
41'479.40 verfüge. Gemäss dem eingereichten Mietvertrag betrug ihr monatlicher
Nettomietzins Fr. 1'140.-- und setzte sich aus dem Nettomietzins von Fr. 995.-- und
den Heiz- und Nebenkosten von Fr. 145.-- zusammen (act. G 4.2/73, 74 75). In der
Verfügung vom 26. September 2011, mit welcher die EL-Durchführungsstelle den EL-
Anspruch der Versicherten unter der Berücksichtigung der Ergebnisse der periodischen
Überprüfung der EL ab dem 1. Januar 2011 und dem 1. September 2011 festsetzte,
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wurde der Versicherten weiterhin kein Rückkaufswert dieser Lebensversicherung
angerechnet. Rückwirkend ab dem 1. September 2011 berücksichtigte die EL-
Durchführungsstelle neu einen Mietzins in Höhe von jährlich Fr. 13'680.--. Ab dem 1.
Januar 2011 hatte die Versicherte somit einen Anspruch auf ordentliche EL von Fr.
724.-- und auf ausserordentliche EL von Fr. 100.--. Bei einem unveränderten Anspruch
auf ordentliche EL sank der Anspruch auf ausserordentliche EL ab dem 1. September
2011 auf Fr. 40.-- (act. G 4.2/67 f.). Ab dem 1. Januar 2012 erhöhte sich der Anspruch
auf ordentliche EL auf Fr. 736.-- (act. G 4.2/63) und sank ab dem 1. Januar 2013 auf Fr.
735.--, während der Anspruch auf ausserordentliche EL stets gleich blieb (act. G
4.2/54).
A.d Am 24. Oktober 2013 teilte die Versicherte der EL-Durchführungsstelle mit, sie sei
umgezogen und zahle nun einen monatlichen Nettomietzins in Höhe von Fr. 1'390.--
(act. G 4.2/57). Mit einer Verfügung vom 26. November 2013 rechnete die EL-
Durchführungsstelle der Versicherten ab dem 1. Dezember 2013 den neuen Mietzins in
Höhe von jährlich Fr. 16'680.-- als Ausgabe an, weshalb sich ab diesem Zeitpunkt ein
monatlicher Anspruch auf ordentliche EL von Fr. 735.-- und auf ausserordentliche EL
von Fr. 290.-- ergab (act. G 4.2/56). Bei einem unveränderten Anspruch auf
ausserordentliche EL hatte die Versicherte ab dem 1. Januar 2014 einen Anspruch auf
ordentliche EL von Fr. 747.-- (act. G 4.2/54) und ab dem 1. Januar 2015 auf Fr. 761.--
(act. G 4.2/51).
A.e Im Oktober 2015 wurde der EL-Anspruch der Versicherten erneut periodisch
überprüft. Im entsprechenden Fragebogen bejahte die Versicherte die Frage nach einer
Lebensversicherung erneut. Sie reichte Unterlagen ein, gemäss welchen der
Steuerwert der Lebensversicherung bei der G._ per Ende 2010 Fr. 41'479.40, per
Ende 2011 Fr. 46'146.60, per Ende 2012 Fr. 50'963.--, per Ende 2013 Fr. 55'934.30
und per Ende 2014 Fr. 61'065.60 betragen hatte (act. G 4.2/42, 46). Weiteren
Unterlagen war zu entnehmen, dass der Steuerwert per Ende 2009 Fr. 36'957.--
betragen hatte (act. G 4.2/ 33) und dass der Versicherten der Rückkaufswert der
Lebensversicherung in Höhe von Fr. 65'010.10 am 21. Oktober 2015 ausbezahlt
worden war (act. G 4.2/23 f., 38). Ausserdem stellte sich heraus, dass die Versicherte
von H._. und I._ am 10. Juni 2006 ein zinsloses Darlehen über Fr. 10'000.--
erhalten hatte. In einem Nachtrag hatte die Versicherte im April 2012 festgehalten, sie
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werde das Darlehen in Höhe von Fr. 10'000.-- zurückbezahlen, wenn sie das
"Fälligkeitsdatum der Police" erlebe (act. G 4.2/21 f.). Am 16. Oktober 2015 teilte die
G._ der EL-Durchführungsstelle telefonisch mit, sie habe die Lebensversicherung im
Jahr 2007 von der B._ übernommen. Da das Produkt bei der Übernahme angepasst
worden sei, bestünden seitdem Steuerwerte (act. G 4.2/15 S. 3).
A.f Am 2. November 2015 forderte die EL-Durchführungsstelle ordentliche EL in Höhe
von Fr. 1'728.-- und ausserordentliche EL in Höhe von Fr. 8'750.-- zurück und
begründete dies damit, dass sie die Ergänzungsleistungen aufgrund der Ergebnisse der
periodischen Überprüfung neu habe berechnen müssen. Den Berechnungsblättern war
zu entnehmen, dass sie rückwirkend ab dem 1. November 2010 das Darlehen über Fr.
10'000.-- berücksichtigte, das Vermögen der Versicherten anhand der Auszüge des
Postkontos (act. G 4.2/20, 37 f., 44, 46 S. 8 f.) anrechnete und den jeweiligen
Steuerwert der Lebensversicherung bei der G._ den tatsächlichen Gegebenheiten
anpasste. Zudem rechnete sie das Fahrzeug des Versicherten ab dem 1. Januar 2011
nicht mehr als Vermögen an (act. G 4.2/14).
A.g Die Versicherte liess am 25. November 2015 bzw. 21. Januar 2016 eine
Einsprache erheben und die Aufhebung der Verfügung vom 2. November 2015
beantragen. Zur Begründung liess sie ausführen, sie habe bei ihrer EL-Anmeldung die
Police der B._ eingereicht und die EL-Durchführungsstelle hätte spätestens ab dem
4. März 2011, als sie eine Bescheinigung mit Ausweis des aktuellen Steuerwertes bei
der AHV-Zweigstelle eingereicht habe, Kenntnis von ihrer rückkaufsfähigen
Vorsorgepolice haben müssen. Da es der EL-Durchführungsstelle bei gebotener
Aufmerksamkeit mehrmals hätte auffallen müssen, dass sie den Steuerwert der
Lebensversicherung von 2010 bis 2014 nicht berücksichtigt hatte, und da die EL nach
einem Jahr ab zumutbarer Kenntnis der EL-Durchführungsstelle nicht mehr
zurückgefordert werden könnten, beschränke sich eine allfällige Rückforderung auf die
unrechtmässig bezogenen EL vom 2. November 2014 bis 2. November 2015. Zudem
seien sowohl der gute Glaube als auch die grosse Härte gegeben, weshalb die
Rückforderung ohnehin zu erlassen sei (act. G 4.1/8, G 4.2/2).
A.h Mit einem Einspracheentscheid vom 21. März 2016 wies die EL-
Durchführungsstelle die Begehren der Versicherten ab. Zur Begründung führte sie aus,
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dass die Versicherte im Anmeldeformular im Jahr 2008 angegeben habe, keine
Lebensversicherungen zu besitzen, und dass weder der Police der B._ noch der
Steuerveranlagungsberechnung vom 19. Februar 2008 ein Rückkaufswert der
Lebensversicherung zu entnehmen gewesen sei. Weiter führte die EL-
Durchführungsstelle aus, sie habe erstmals Kenntnis vom Rückkaufswert haben
können, als sie die Lebensversicherung in der Verfügung vom 26. September 2011
nicht angerechnet habe. Dieses Fehlers habe sie sich erst im Rahmen der periodischen
Überprüfung im Jahr 2015, als die Versicherte erneut Akten betreffend den
Rückkaufswert der Lebensversicherung eingereicht habe, bewusst werden können. Da
der ursprüngliche Fehler im Jahr 2011 begangen worden sei und der zweite,
massgebende Anlass erst bei der periodischen Überprüfung im Jahr 2015
stattgefunden habe, sei die angefochtene Verfügung innert der einjährigen
Verwirkungsfrist erlassen worden. Das Erlassgesuch könne nach Eintritt der
Rechtskraft der Rückforderung geprüft werden (act. G 4.1/5).
B.
B.a Gegen den Einspracheentscheid vom 21. März 2016 liess die Versicherte
(nachfolgend Beschwerdeführerin) am 2. Mai 2016 Beschwerde erheben. Sie
beantragte die Aufhebung des Einspracheentscheids und der Verfügung. Zur
Begründung liess sie ausführen, dass sie seit dem Jahr 2008 EL beziehe und dass der
Rückkaufswert ihrer Lebensversicherung bei der G._ bereits bei der erstmaligen EL-
Berechnung nicht berücksichtigt worden sei. Massgebender "zweiter Anlass" sei die
periodische Überprüfung der EL im März 2011, da die EL-Durchführungsstelle
(nachfolgend Beschwerdegegnerin) aufgrund der ausdrücklichen Nachfrage betreffend
den Rückkaufswert der Lebensversicherung und den daraufhin eingereichten
Unterlagen ihren zur unrechtmässigen Leistungserbringung führenden Fehler hätte
erkennen können und müssen. Bis 2011 habe zwar betreffend die Lebensversicherung
eine Meldepflichtverletzung vorgelegen, doch hätte die Beschwerdegegnerin nach der
Erfüllung der Meldepflicht im März 2011 erkennen müssen, dass ein
Rückforderungsanspruch bestehe. Ausserdem hätte die Beschwerdegegnerin bereits
zum Zeitpunkt der Verfügung vom 25. Januar 2010 erkennen können, dass die EL-
Berechnung fehlerhaft gewesen sei, wenn sie ihrer Pflicht zur Abklärung des
massgeblichen Sachverhalts hinreichend nachgekommen wäre. Schliesslich habe sie
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in Bezug auf die Beurteilung eines Erlassgesuchs ausgeführt, die wirtschaftlichen
Verhältnisse abgeklärt zu haben. Weiter spreche auch die Korrespondenz zwischen der
Beschwerdegegnerin und der G._ im Mai 2010, wo sie den IV-Grad und den
nächsten Revisionszeitpunkt bekanntgegeben habe, für die Annahme des zweiten
Anlasses im März 2011 (act. G 1).
B.b Am 19. Mai 2016 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der

Beschwerde; sie verwies zur Begründung auf ihre Erwägungen im Einspracheentscheid
(act. G 4).
Erwägungen
1.
Mit der angefochtenen Verfügung vom 2. November 2015 hat die Beschwerdegegnerin
die seit dem 1. November 2010 offenbar zu viel bezogenen ausserordentlichen EL in
Höhe von Fr. 8'750.-- und die offenbar zu viel bezogenen ordentlichen EL in Höhe von
Fr. 1'728.-- zurückgefordert (act. G 4.2/14). Zunächst soll nur auf die Rückforderung
der ordentlichen Ergänzungsleistungen eingegangen werden.
2.
2.1 Die vom 1. November 2010 bis 31. Oktober 2015 ausgerichteten EL haben sich auf
formell rechtskräftige Verfügungen gestützt. Solange Ergänzungsleistungen gestützt
auf eine verbindliche Verfügung ausgerichtet werden, werden sie nicht im Sinne von
Art. 25 Abs. 1 Satz 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (SR 830.1; ATSG) unrechtmässig bezogen, womit eine
Rückforderung ausgeschlossen ist. Teil der Verfügung vom 2. November 2015 muss
somit zwingend ein Zurückkommen auf eine oder mehrere vorhergehende Verfügungen
gewesen sein. Diesbezügliche Ausführungen fehlen jedoch im Verfügungstext. Im
Einspracheentscheid hat die Beschwerdegegnerin zwar sinngemäss festgehalten, dass
der Rückforderungsverfügung eine Korrekturverfügung hat vorausgehen müssen. Zu
dem angewandten Korrekturinstrument hat sie sich jedoch nicht weiter geäussert. Es
stellt sich somit die Frage, wie diese Lücken in der Verfügung und im
Einspracheentscheid interpretatorisch zu füllen sind. Grund für die nachträgliche
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Korrektur des EL-Anspruchs der Beschwerdeführerin soll der seit dem Jahr 2007
bestehende Rückkaufswert der Lebensversicherung der Beschwerdeführerin bei der
G._ gewesen sein. Zudem hat die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin
rückwirkend das seit 2006 bestehende Darlehen über Fr. 10'000.-- angerechnet. Der
Rückkaufswert der Lebensversicherung und das Darlehen hätten bereits in der ersten
leistungszusprechenden Verfügung vom 12. Juni 2008 berücksichtigt werden müssen.
Deshalb muss - obwohl sich die Beschwerdegegnerin diesbezüglich in der Verfügung
und im Einspracheentscheid nicht bzw. nicht explizit geäussert hat - lückenfüllend
davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdegegnerin mit der Verfügung vom 2.
November 2015 bzw. mit dem angefochtenen Einspracheentscheid vom 21. März 2016
die formell rechtskräftige Verfügung vom 12. Juni 2008 wiedererwägungsweise
aufgehoben und ersetzt hat. Gegenstand dieses Beschwerdeverfahrens in Bezug auf
die ordentlichen Ergänzungsleistungen bilden somit einerseits die Wiedererwägung der
ursprünglichen leistungszusprechenden Verfügung vom 12. Juni 2008 und andererseits
die aus der Wiedererwägung resultierenden Rückforderungen der seitdem zu Unrecht
ausgerichteten ordentlichen EL.
2.2 Die Rechtmässigkeit der Rückforderung der ordentlichen Ergänzungsleistungen
hängt zunächst von der Rechtmässigkeit der Wiedererwägung ab. Gemäss Art. 53 Abs.
2 ATSG kann der Versicherungsträger wiedererwägungsweise auf formell rechtskräftige
Verfügungen oder Einspracheentscheide zurückkommen, wenn diese zweifellos
unrichtig gewesen sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist. Die
jährliche ordentliche Ergänzungsleistung entspricht dem Betrag, um den die
anerkannten Ausgaben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 9 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und
Invalidenversicherung [SR 831.30; ELG]). Gemäss Art. 11 Abs. 1 lit. c ELG werden ein
Fünfzehntel des Reinvermögens, soweit es Fr. 37'500.-- übersteigt, als Einnahmen
angerechnet. Vom Vermögen abzuziehen sind somit die privaten Schulden des EL-
Ansprechers (vgl. RALPH JÖHL, Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, in: Schweizerisches
Sozialversicherungsrecht, Band XIV Soziale Sicherheit, 3. Aufl. 2016, Rz 166). Weiter
stellt eine Lebensversicherung einen anrechenbaren Vermögenswert dar, wenn sie
einen Rückkaufswert besitzt und somit veräussert werden kann. Ihr Vermögenswert
entspricht dem Rückkaufswert, weshalb sie mit diesem Wert bei der Ermittlung des
anrechenbaren Vermögens zu berücksichtigen ist (vgl. JÖHL, a.a.O., Rz 169).
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2.3 Die Beschwerdegegnerin hat mit ihrer Wiedererwägungsverfügung vom 2.
November 2015 insbesondere ab November 2010 neu den Rückkaufswert der
Lebensversicherung der Beschwerdeführerin bei der G._ angerechnet. Um prüfen zu
können, ob die ursprünglich leistungszusprechende Verfügung vom 12. Juni 2008 i.S.
von Art. 53 Abs. 2 ATSG unrichtig gewesen ist, muss feststehen, ab wann und in
welcher Höhe die Lebensversicherung der Beschwerdeführerin einen Rückkaufswert
gehabt hat. Die Beschwerdeführerin hat im Jahr 2008 im Anmeldeformular angegeben,
keine Lebensversicherung zu besitzen; sie hat die Police ihrer Versicherung bei der
B._ eingereicht, der kein konkreter Rückkaufswert hat entnommen werden können
(act. G 4.2/121 f.). Gemäss einer telefonischen Auskunft der G._ im Oktober 2015 ist
die Lebensversicherung der Beschwerdeführerin offenbar im Jahr 2007 von der G._
übernommen und gleichzeitig angepasst worden, sodass seit dem Jahr 2007 auch ein
Rückkaufswert bestanden habe (vgl. act. G 4.2/15). Eine entsprechende Telefonnotiz,
die sowohl vom beteiligten EL-Sachbearbeiter als auch von der G._ unterschrieben
worden wäre, existiert in den Akten ebenso wenig wie ein anderes Dokument, das
diese Aussage belegen und den Rückkaufswert ab 2007 beziffern würde. Abgesehen
davon spricht gegen die angebliche Aussage der G._ der Umstand, dass der
Rückkaufswert der Lebensversicherung per 2009 bereits Fr. 36'957.-- betragen hat, in
der Folge jedoch jährlich nur um ca. Fr. 5'000.-- angestiegen ist (act. G 4.2/33). Dies
gibt zwar Grund zur Annahme, dass die Lebensversicherung bereits bei der
Übernahme durch die G._ einen recht hohen Rückkaufswert gehabt haben dürfte.
Weil aber anhand der Akten nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststeht, ab wann genau ein Rückkaufswert der
Lebensversicherung bestanden hat und wie hoch dieser 2006-2008 gewesen ist, hat
die Beschwerdegegnerin in Erfüllung des Untersuchungsgrundsatzes gemäss Art. 43
Abs. 1 ATSG entsprechende Sachverhaltsabklärungen zu tätigen. Denn nur so lässt
sich nachweisen, dass die Verfügung vom 12. Juni 2008 zweifellos unrichtig gewesen
ist.
2.4 Sollte sich im Laufe der weiteren Sachverhaltsabklärungen herausstellen, dass es
sich bei der Verfügung vom 2. November 2015 tatsächlich in Bezug auf den
Rückkaufswert der Lebensversicherung um eine rechtmässige Wiedererwägung der
ursprünglich leistungszusprechenden Verfügung vom 12. Juni 2008 gehandelt hat,
hätte die Beschwerdegegnerin im Rahmen derselben Wiedererwägungsverfügung auch
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die der Beschwerdeführerin gewährten Darlehen zugunsten der Beschwerdeführerin
berücksichtigen müssen. Eine rückwirkende Anrechnung eines Darlehens ist nämlich
im Zusammenhang mit einer Wiedererwägung möglich, während Art. 25 Abs. 2 lit. b
ELV dergleichen im Zusammenhang mit einer Revision gemäss Art. 17 Abs. 2 ATSG
ausschliessen würde. Die Beschwerdegegnerin hat vom zinslosen Darlehen in Höhe
von Fr. 10'000.-- von H._ und I._ zum Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung vom
12. Juni 2008 keine Kenntnis gehabt, obwohl dieses der Beschwerdeführerin im Juni
2006 gewährt worden war. Weil lediglich das Reinvermögen anzurechnen ist, hätte die
Beschwerdegegnerin das Darlehen also bereits ab Anspruchsbeginn im November
2006 als Schuld der Beschwerdeführerin berücksichtigen müssen. Ausserdem hat die
Beschwerdeführerin bei ihrer Anmeldung für den Bezug von Ergänzungsleistungen ein
selbsterstelltes Dokument mit dem Titel "ausstehende Zahlungen" eingereicht (act. G
4.2/122 S. 10 f.). In diesem sind zwei private Darlehen über Fr. 8'500.-- und Fr. 4'000.--
aufgelistet. Ob und wann diese privaten Darlehensschulden bestanden haben und ob
sie allenfalls beglichen worden sind, geht weder aus dem Dokument selbst noch aus
den übrigen Akten hervor. Zudem kann dem Dokument "ausstehende Zahlungen" das
Darlehen von H._ und I._ nicht entnommen werden, obwohl es zum Zeitpunkt der
Anmeldung bereits existiert haben dürfte. Daher erscheint es durchaus möglich, dass
der Beschwerdeführerin, abgesehen von dem erwähnten zinslosen Darlehen von H._
und I._, zwischen 2006 und 2015 weitere - bislang nicht bekannte und somit
fälschlicherweise in den EL-Anspruchsberechnungen nicht berücksichtigte - private
Darlehen gewährt worden sind. Ausserdem stellt sich die Frage, ob die
Darlehensschuld gegenüber H._ und I._ über Fr. 10'000.-- aufgrund der
Auszahlung des Rückkaufswertes der Lebensversicherung möglicherweise noch im
Oktober 2015 zurückbezahlt worden ist (vgl. "Nachtrag zum zinslosen Privat-Darlehen
vom 10.6.2006" vom April 2012, act. G 4.2/22). Insgesamt hat die Beschwerdegegnerin
also abzuklären, ob und in welcher Höhe allenfalls seit 2006 ausser dem Darlehen von
H._ und I._ über Fr. 10'000.-- weitere Darlehen existiert haben, die
fälschlicherweise keinen Eingang in die EL-Anspruchsberechnungen gefunden haben,
und ob die Beschwerdeführerin die Darlehensschuld gegenüber H._ und I._ im
Oktober 2015 beglichen hat.
3.
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3.1 Da die Beschwerdegegnerin mit der Wiedererwägungsverfügung vom 2. November
2015 die Verfügung vom 12. Juni 2008 aufgehoben hat, wären, sofern die weitere
Sachverhaltsermittlung ergeben sollte, dass die Verfügung vom 12. Juni 2008
tatsächlich unrichtig gewesen und somit die Wiedererwägung rechtmässig erfolgt ist,
auch alle sich auf die Verfügung vom 12. Juni 2008 stützenden späteren
Revisionsverfügungen dahingefallen. Die Beschwerdegegnerin hätte somit im Rahmen
der Wiedererwägung in einem zweiten Schritt die ordentlichen Ergänzungsleistungen
rückwirkend ab dem 1. Oktober 2006 korrekt festzusetzen.
3.2 Gemäss Art. 25 Abs. 2 ATSG erlischt der Rückforderungsanspruch mit dem Ablauf
eines Jahres, nachdem die Versicherungseinrichtung davon Kenntnis erhalten hat, und
spätestens mit dem Ablauf von fünf Jahren nach der Entrichtung der einzelnen
Leistung. Die Beschwerdeführerin hat geltend machen lassen, dass die
Beschwerdegegnerin vom Rückkaufswert der Lebensversicherung bereits im März
2011 hätte Kenntnis haben müssen (vgl. act. G 1). Die relative einjährige
Verwirkungsfrist des Art. 25 Abs. 2 ATSG beginnt jedoch nach der aktuellen
Rechtsprechung erst mit dem Erlass der Korrekturverfügung zu laufen (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 3. Januar 2017, 9C_567/2016, E 6.2.1 und den Entscheid des
Versicherungsgerichts St. Gallen vom 16. November 2016, IV 2014/559, E 2.2). Indem
die Beschwerdegegnerin die Rückforderungsverfügung am selben Tag erlassen hat wie
die Korrekturverfügung, hat sie die relative einjährige Verwirkungsfrist gewahrt. Sie
könnte somit unter Berücksichtigung der absoluten fünfjährigen Verwirkungsfrist die ab
dem 1. November 2010 ausgerichteten Ergänzungsleistungen zurückfordern.
Verfahrensökonomisch erscheint es zwar als sinnvoll, die Neuberechnung der
Ergänzungsleistungen und die damit verbundene notwendige Sachverhaltsermittlung
nur auf den für die Rückforderung relevanten Zeitraum zu beschränken. Aber die
Wiedererwägung muss auf einem abschliessend abgeklärten Sachverhalt beruhen,
weshalb jedenfalls auch der der Verfügung vom 12. Juni 2008 zugrunde liegende
Sachverhalt erstellt sein muss.
4.
4.1 Neben den ordentlichen hat die Beschwerdegegnerin mit der angefochtenen
Verfügung vom 2. November 2015 bzw. dem angefochtenen Einspracheentscheid vom
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21. März 2016 auch ausserordentliche EL in Höhe von insgesamt Fr. 8'750.--
zurückgefordert.
4.2 Gemäss Art. 10 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 ELG sind der Mietzins einer Wohnung und die
damit zusammenhängenden Nebenkosten in Höhe von maximal Fr. 13'200.-- als
anrechenbare Ausgaben anerkannt. Der Jahresmietzins der Beschwerdeführerin hat
sich seit dem 1. September 2009 über diesem Maximalbetrag bewegt, sodass die
entsprechende Differenz bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 2.
November 2015 durch die ausserordentlichen Ergänzungsleistungen gedeckt worden
ist (vgl. dazu z.B. EL-act. 51, 54, 56, 60, 63, 69, 93). Die ausserordentlichen
Ergänzungsleistungen richten sich nach kantonalem Recht. Die durch die
Beschwerdeführerin im Einspracheverfahren angefochtene Verfügung, mit welcher die
Beschwerdegegnerin rückwirkend einen Anspruch auf ausserordentliche
Ergänzungsleistungen verneint hat, ist am 2. November 2015 erlassen worden. Zu
diesem Zeitpunkt hat die Fassung des St. Gallischen Ergänzungsleistungsgesetzes
(sGS 351.5; ELG/SG, gültig bis 31. Dezember 2015) des Jahres 2015 Geltung gehabt.
In der aktuellen Fassung des St. Gallischen Ergänzungsleistungsgesetzes sind
hingegen keine ausserordentlichen Ergänzungsleistungen mehr vorgesehen. Obwohl
die Schlussbestimmungen dieser neuen Fassung keine expliziten Regelungen
betreffend das intertemporale Recht enthalten, müssen sie - insbesondere mit Blick auf
Art. 25 ELG/SG (Fassung 2016) - dahingehend interpretiert werden, dass das ausser
Kraft gesetzte Recht für die Sachverhalte, die nach Erlass der neuen Fassung
stattgefunden haben, weiterhin anwendbar ist. Gemäss Art. 5 Abs. 1. lit. b ELG/SG
(Fassung 2015) haben EL-Bezüger nur dann einen Anspruch auf ausserordentliche
Ergänzungsleistungen, wenn die um die ordentlichen Ergänzungsleistungen erhöhten
Einnahmen die Ausgaben nicht decken und wenn ihr Reinvermögen 3⁄4 des
bundesrechtlich festgelegten Vermögenfreibetrags (vgl. Art. 11 Abs. 1 lit. c ELG) nicht
übersteigen. Gemäss Art. 13 Abs. 1 lit. c ELG/SG sind für die Rückforderung und den
Erlass die Bestimmungen der Bundesgesetzgebung über die Ergänzungsleistungen
und über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts anwendbar.
4.3 Weil einer Rückforderung stets eine Korrektur der vorgängigen Leistungsverfügung
vorausgehen muss (vgl. E. 2.1), ist Art. 13 Abs. 1 lit. c ELG/SG dahingehend zu
interpretieren, dass in Bezug auf die ausserordentlichen EL auch die im ATSG
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vorgesehenen Korrekturinstrumente der Revision und der Wiedererwägung anwendbar
sind. Mit der Verfügung vom 23. Dezember 2008 hatte die Beschwerdegegnerin den
Anspruch auf ordentliche EL per 1. Januar 2009 festgesetzt. Ein Anspruch auf
ausserordentliche EL hatte noch nicht bestanden, da der Mietzins der
Beschwerdeführerin zu diesem Zeitpunkt noch unter dem gesetzlich vorgesehenen
Maximalbetrag gelegen hatte. Nachdem die Beschwerdegegnerin vom
Wohnungswechsel und dem damit verbundenen höheren Mietzins der
Beschwerdeführerin per 1. September 2009 erfahren hatte, ist sie irrtümlicherweise
davon ausgegangen, dass die Verfügung vom 23. Dezember 2008 hinsichtlich des ab
dem 1. Januar 2009 geschuldeten Mietzinses falsch gewesen sei. Deshalb hat sie die
Verfügung vom 23. Dezember 2008 mit einer Verfügung vom 17. September 2009
wiedererwogen und der Beschwerdeführerin rückwirkend ab dem 1. Januar 2009 einen
höheren Mietzins und damit auch höhere ordentliche EL zugesprochen. Ausserdem hat
sie mit der Verfügung vom 17. September 2009 rückwirkend ab dem 1. Januar 2009
erstmals ausserordentliche EL in Höhe von monatlich Fr. 100.-- zugesprochen (EL-act.
101). Weil sie den neuen Mietzins in Höhe von Fr. 14'400.-- dabei jedoch
irrtümlicherweise ab dem 1. Januar 2009 und nicht erst ab dem 1. September 2009
angerechnet und somit auch irrtümlicherweise ab diesem Zeitpunkt ausserordentliche
EL und zu hohe ordentliche EL zugesprochen hat, ist die erstmalige
Leistungszusprache ausserordentlicher EL und die Berechnung des Anspruchs auf
ordentliche EL vom 17. September 2009 fehlerhaft gewesen. Die Beschwerdegegnerin
hat diese Fehler denn auch bemerkt und die Verfügung vom 17. September 2009
sowohl betreffend die ordentlichen als auch die ausserordentlichen EL mit der
Verfügung vom 5. November 2009 wiedererwägungsweise aufgehoben. Obwohl der
Wiedererwägungsverfügung vom 5. November 2009 nur das Berechnungsblatt für den
EL-Anspruch vom 1. Januar bis 31. August 2009 beiliegt, geht aus dem
Verfügungsdispositiv hervor, dass die Beschwerdegegnerin den neuen Mietzins erst ab
dem 1. September 2009 berücksichtigt hat und somit erst ab diesem Zeitpunkt die
ausserordentlichen EL zugesprochen und den Anspruch auf ordentliche EL erhöht hat
(act. G 4.2/99). Am 12. November 2009 hat die Beschwerdegegnerin die lediglich den
Anspruch auf die ordentlichen EL tangierende IPV-Pauschale, die sich aufgrund des
mit dem Umzug vom 1. September 2009 einhergehenden Wechsels der
Wohngemeinde verändert hatte, per 1. Dezember 2009 angepasst. Auf eine
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rückwirkende Anpassung des Anspruchs auf ordentliche EL per 1. September 2009
und einer damit verbundenen Rückforderung hat die Beschwerdegegnerin mit der
Begründung verzichtet, dass sich dies aufgrund der geringen Rückforderungssumme
nicht lohnen würde (vgl. act. G 4.2/97). Der Beschwerdegegnerin hätte jedoch bewusst
sein müssen, dass eine rückwirkende Anpassung der (ordentlichen) EL nicht
vorgenommen wird, weil die daraus resultierende Rückforderung eine
vielversprechende Höhe erreicht, sondern weil ein EL-Bezüger nur so viele
Ergänzungsleistungen erhalten (und behalten) soll, wie ihm von Gesetzes wegen
zustehen. Die Beschwerdegegnerin hätte deshalb unter der Berücksichtigung der ihr
vom ATSG zur Verfügung gestellten Korrekturinstrumente feststellen müssen, dass sie
aufgrund der fehlenden Sachverhaltsveränderung per 1. Dezember 2009 keine
Revision, sondern aufgrund der Fehlerhaftigkeit der Wiedererwägungsverfügung vom 5.
November 2009 betreffend die ordentliche EL eine erneute Wiedererwägung per 1.
September 2009 hätte vornehmen müssen. Weil die Verfügung vom 5. November 2009
genau genommen zwei Verfügungen beinhaltet hat - nämlich eine Verfügung betreffend
den Anspruch auf ordentliche und eine Verfügung betreffend den Anspruch auf
ausserordentliche Ergänzungsleistungen - und weil die Höhe der IPV-Pauschale keinen
Einfluss auf die ausserordentlichen EL hat, hätte die mit der Verfügung vom 5.
November 2011 vorzunehmende Wiedererwägung nur den Teil der Verfügung vom 5.
November 2009 betroffen, der den Anspruch auf ordentliche EL geregelt hat.
Hinsichtlich die ausserordentlichen EL hätte die Verfügung vom 5. November 2009
somit weiterhin Bestand gehabt. Bevor die Beschwerdegegnerin im Rahmen der
Verfügung vom 2. November 2015 unter der Berücksichtigung des Art. 5 Abs. 1 lit. b
ELG/SG bereits ausgerichtete ausserordentliche EL hat zurückfordern können, hat sie
also die Wiedererwägungsverfügung vom 5. November 2009, mit welcher aufgrund
eines über dem gesetzlichen Maximalbetrag liegenden Mietzinses erstmals
ausserordentliche EL angerechnet worden sind, wiedererwägungs- oder revisionsweise
korrigieren müssen.
4.4 Im Rahmen der Verfügung vom 2. November 2015 hat die Beschwerdegegnerin
die Mietzinse aus den alten Verfügungen übernommen. So hat sie der
Beschwerdeführerin u.a. vom 1. September 2009 bis 31. August 2011 einen Mietzins in
Höhe von jährlich Fr. 14'400.-- angerechnet. Gemäss dem am 14. September 2009
eingereichten Mietvertrag sind in diesem Jahresmietzins jedoch auch die Kosten für
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einen Aussenparkplatz enthalten gewesen (vgl. act. G 4.2/102). Nebenkosten können
aber nur berücksichtigt werden, wenn sie eng mit dem Gebrauch des Mietobjekts
zusammenhängen oder dazu dienen, die Mietsache in einem zum vorausgesetzten
Gebrauch tauglichen Zustand zu erhalten. Weil Kosten für einen Autoabstellplatz nicht
dem Wohnzweck dienen, können sie nicht im Rahmen des Mietzinses als abzugsfähige
Ausgabe anerkannt werden. Weshalb die Beschwerdegegnerin diesen Fehler nicht
bereits im Rahmen der auf die periodische Überprüfung der Ergänzungsleistungen
folgenden Verfügung vom 26. September 2011 rückwirkend per 1. September 2009
korrigiert hat, sondern stattdessen den Mietzins revisionsweise per 1. September 2011
angepasst hat (act. G 4.2/69), obwohl der am 10. März 2011 eingereichte Mietvertrag
ab dem 1. September 2009 gegolten hat (vgl. act. G 4.2/74), ist nicht nachvollziehbar.
Mit der Verfügung vom 2. November 2015 hat die Beschwerdegegnerin also die
Verfügung vom 12. November 2009 wiedererwägen müssen. Unter der
Berücksichtigung des korrekten Mietzinses in Höhe von Fr. 13'680.-- ab dem 1.
September 2009 ergibt sich ab dem 1. September 2009 ein Anspruch auf
ausserordentliche EL in Höhe von Fr. 40.-- statt Fr. 100.--. Die Beschwerdegegnerin
kann deshalb unter der Berücksichtigung der Bestimmungen über die Verwirkung (vgl.
E 3.2) auf jeden Fall die vom 1. November 2010 bis 31. August 2011 zu viel bezogenen
ausserordentlichen EL in Höhe von Fr. 600.-- zurückfordern.
4.5 Die bisherigen Sachverhaltsabklärungen der Beschwerdegegnerin haben nun aber
ergeben, dass die Beschwerdeführerin ab 2010 ein Nettovermögen von mindestens Fr.
31'658.-- gehabt hat (vgl. z.B. act. G 4.2/11, 33). In diesem Fall wäre die Rückforderung
aufgrund der Korrektur des Mietzinses hinsichtlich der Parkplatzgebühren irrelevant, da
das Nettovermögen der Beschwerdeführerin 3⁄4 des Vermögensfreibetrages, also Fr.
18'750.-- bzw. ab 2011 Fr. 28'125.--, überstiegen hätte, sodass die
Beschwerdeführerin gemäss Art. 5 Abs. 1 lit. b ELG/SG ab dem 1. September 2009 gar
keinen Anspruch auf ausserordentliche EL hätte und die Beschwerdegegnerin die seit
dem 1. November 2010 bezogenen ausserordentlichen Ergänzungsleistungen in Höhe
von Fr. 8'750.-- zu Recht zurückgefordert hätte. Allerdings steht der Sachverhalt
betreffend die Vermögensverhältnisse der Beschwerdeführerin noch nicht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit fest (vgl. E. 2). Sollte sich im Rahmen der durch die
Beschwerdegegnerin weiter vorzunehmenden Sachverhaltsabklärungen ergeben, dass
die Beschwerdeführerin in der Vergangenheit weitere Darlehensschulden gehabt hat,
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hätte sie zu prüfen, ob und in welchem Umfang diese das Nettovermögen der
Beschwerdeführerin massgeblich beeinflusst haben. Anschliessend wird sie unter der
Berücksichtigung des sich neu ergebenden jeweiligen Nettovermögens zu prüfen
haben, ob die Beschwerdeführerin die Anspruchsvoraussetzungen des Art. 5 Abs. 1
ELG/SG erfüllt hat.
5.
5.1 Zusammenfassend ist nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die Lebensversicherung nicht bereits
vor 2007 einen Rückkaufswert gehabt hat. Ebenso stehen Abklärungen betreffend die
der Beschwerdeführerin gewährten privaten Darlehen aus, weshalb der massgebliche
Sachverhalt in Bezug auf die Vermögenssituation der Beschwerdeführerin seit 2006
nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
feststeht. Der wiedererwägende Einspracheentscheid vom 21. März 2016 ist somit in
Verletzung der Untersuchungspflicht (Art. 43 Abs. 1 ATSG) ergangen und deshalb
sowohl in Bezug auf die Korrektur als auch in Bezug auf die Rückforderung der
Ergänzungsleistungen als rechtswidrig aufzuheben. Da es nicht die Aufgabe des
Versicherungsgerichtes sein kann, ein Versäumnis hinsichtlich der ureigensten Aufgabe
der Beschwerdegegnerin, nämlich der Sachverhaltsabklärung (als Teil der
Wiedererwägung der Verfügung vom 12. Juni 2008), nachzuholen, ist die Sache zur
weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen. Sie hat die Existenz und Höhe des anrechenbaren Rückkaufswerts
der Lebensversicherung für die gesamte Zeit des EL-Bezuges zu ermitteln. Weiter hat
sie festzustellen, welche privaten Darlehensschulden im Zeitraum des
Anspruchsbeginns sowie seit November 2010 bestanden haben und ob unter der
Berücksichtigung des Reinvermögens der Beschwerdeführerin ein Anspruch auf
ausserordentliche Ergänzungsleistungen bestanden hat. Anschliessend wird sie
gegebenenfalls die Rückforderung ordentlicher und ausserordentlicher
Ergänzungsleistungen festsetzen.
5.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Bei diesem Verfahrensausgang erübrigt sich also
die Beantwortung der Frage, ob die am 7. Juni 2016 durch das Versicherungsgericht
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St. Gallen ausgesprochene Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung
unter der Berücksichtigung des Umstands, dass der Beschwerdeführerin am 21.
Oktober 2015 der Rückkaufswert ihrer Lebensversicherung in Höhe von Fr. 65'010.--
ausbezahlt worden ist, nicht allenfalls rückgängig gemacht werden müsste. Die
Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht
auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des
Prozesses bemessen. In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.--
bis Fr. 12'000.--. Der Rechtsvertreter hat keine Honorarnote eingereicht. Praxisgemäss
wird in einem durchschnittlich aufwändigen EL-Fall eine pauschale
Parteientschädigung von Fr. 3'000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer)
zugesprochen. Im vorliegenden Fall hat nur ein einfacher Schriftenwechsel
stattgefunden, weshalb eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 2'500.-- (inklusive
Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen erscheint. Gerichtskosten sind
keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
5.3 Bei diesem Verfahrensausgang sind keine Gerichtskosten zu erheben (Art. 61 lit. a
ATSG).