Decision ID: d2febd81-3fac-57c5-a496-07443005e89e
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Arthur Andermatt, Teufener Strasse 8, Postfach,
9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A._ meldete sich am 19. November 2007 zum Bezug von IV-Leistungen an. Im
Gesuchsformular gab er u.a. an, er habe in seinem Herkunftsland den Schlosserberuf
erlernt. Von 2004 bis 2007 sei er als Spritzlackierer tätig gewesen (IV-act. 3). Dr. med.
B._, Allgemeine Medizin FMH, hatte der CSS Krankenversicherung am 5. Oktober
2007 angegeben, seit dem 23. Juni 2007 leide der Versicherte an unklaren
Hüftschmerzen und seit dem 19. Juli 2007 bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit
in der aktuell ausgeübten Tätigkeit (IV-act. 16-4/9 bis 5/9). Dr. med. C._ vom Spital
Altstätten hatte der CSS Krankenversicherung am 23. Oktober 2007 angegeben, der
Versicherte leide an einer Femurkopfnekrose rechts. Er klage seit über einem Jahr über
Beschwerden mit Ausstrahlung in den Rücken. Vor zwei Monaten sei es beim Tragen
von zwei Fenstern zu einer Exazerbation gekommen. Eine sekundäre Coxarthrose
werde nicht lange auf sich warten lassen (IV-act. 16-6/9 bis 8/9). Die D._ teilte der IV-
Stelle am 20. Dezember 2007 mit, sie beschäftige den Versicherten seit dem 8.
November 2004 als Produktionsmitarbeiter. Der Jahreslohn betrage Fr. 63'830.-. Der
Versicherte sei in der Malerei beschäftigt. Er schleife von Hand oder mit der Maschine
und er lackiere mit der Handspritzpistole (IV-act. 17). Am 20. Dezember 2007 berichtete
Dr. B._ der IV-Stelle, der Versicherte leide an einer Femurkopfnekrose. Es sei eine
Totalprothese eingesetzt worden. Die zuletzt ausgeübte Erwerbstätigkeit sei ungünstig.
In einer sitzend/stehend auszuübenden Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von
50% (IV-act. 18). Dr. med.E._ vom RAD hielt am 18. Januar 2008 fest, am 27.
November 2007 sei eine Hüfttotalprothese implantiert worden. Nach einer solchen
Operation sei erfahrungsgemäss mit einer Rehabilitationszeit von sechs Monaten zu
rechnen. In der bisherigen Tätigkeit (körperlich nicht sehr anspruchsvoll, aber
vorwiegend im Stehen und wohl in Zwangspositionen der Wirbelsäule) sei momentan
von einer Arbeitsunfähigkeit von 100% auszugehen. Es sei nachvollziehbar, dass der
Versicherte seit dem 22. August 2007 nicht mehr gearbeitet habe. Es sei aber durchaus
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möglich, dass der Versicherte diese Arbeit wieder werde aufnehmen können (IV-act.
22).
B.
Dr. B._ berichtete am 11. Juni 2008, mit der Operation habe sich die Situation
verbessert. Die Femurkopfnekrose sei behoben. Es bestehe eine Bursitis trochanterica,
die vom Versicherten überbewertet werde. Objektiv medizinisch sollte eine
Teilarbeitsfähigkeit erreicht werden. Praktisch sei dies aktuell aber nicht möglich. Eine
abwechselnd sitzend und gehend auszuübende Tätigkeit ohne schwere Belastung
sollte prinzipiell möglich sei, allerdings in einem zeitlichen Rahmen von 50% mit einer
Leistungsfähigkeit von 50% (IV-act. 23). Der Versicherte selbst gab am 5. August 2008
an, er wäre froh, wenn er wieder arbeiten könnte. Leider habe er aber dauernd sehr
starke Schmerzen in der rechten Hüftgegend. Er könne höchstens 10 Min. sitzen,
stehen oder gehen. Er könne auch kaum schlafen, weil er nicht ohne Schmerzen liegen
könne (IV-act. 30). Die Eingliederungsberaterin der IV-Stelle notierte am 4. September
2008, der Versicherte fühle sich absolut nicht in der Lage, irgendeiner Erwerbstätigkeit
nachzugehen. Es seien neue Beschwerden aufgetreten. Der Versicherte habe am 23.
September 2008 einen Termin im Kantonsspital St. Gallen (KSSG). Bei einem zufälligen
Zusammentreffen habe beobachtet werden können, wie der Versicherte im
Gartenrestaurant länger als eine halbe Stunden habe sitzen können. Es komme keine
berufliche Eingliederung in Frage, da sich der Versicherte vollständig arbeitsunfähig
fühle (IV-act. 32). Dr. B._, berichtete am 26. Januar 2009, im KSSG sei eine
Infiltration der Facettengelenke L3/4, L4/5 und L5/S1 erfolgt. Inzwischen sei der
Versicherte arbeitslos. Sie denke nicht, dass er im Moment zu mehr als 50% arbeiten
könne. Der Versicherte werde von der Orthopädischen Klinik des KSSG betreut. Seit
zwei bis drei Wochen seien auch noch Schulterschmerzen links hinzu gekommen (IV-
act. 37-1/12 bis 3/12). Dr. E._ vom RAD notierte am 20. März 2009, das MRI der
LWS zeige degenerative Veränderungen ossärer und diskogener Art. Es bestehe aber
weder eine spinale noch eine foraminale Einengung. Die Osteochondrose erkläre die
Beschwerdesymptomatik nicht ausreichend. Der Gesundheitszustand sei noch instabil
(IV-act. 39). Dr. med. F._ vom KSSG berichtete am 1. Mai 2009, folgende Diagnosen
seien erhoben worden: Persistierender Hüftschmerz rechts mit/bei Implantation Hüft-
TP 28.11.07 bei Femurkopfnekrose, Infiltration der Bursa trochanterica mit Rapidocain
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und Kenacort am 14.5.08 und Osteochondrose L4-S1 und Spondylarthrose ohne
Nervenkompression oder Spinalkanalstenose (IV-act. 42-1/8 bis 4/8). PD Dr. med.
G._ von der Klinik für Orthopädische Chirurgie des KSSG hatte am 4. März 2009
angegeben, der Versicherte habe berichtet, die Infiltration habe so gut wie keine
Linderung verschafft. Dr. G._ wies darauf hin, dass keine Aetiologie der Schmerzen
von der Wirbelsäule her ersichtlich sei, was auch zum MRI-Befund der LWS passe. Der
Versicherte sollte nochmals zur Beratung in der Hüftsprechstunde aufgeboten werden
(IV-act. 42-8/8). Dr. E._ vom RAD empfahl am 13. Mai 2009 eine orthopädische
Begutachtung (IV-act. 43).
C.
Dr. med. H._, orthopädische Chirurgie FMH, führte in seinem Gutachten vom 16. Juni
2009 aus, er habe folgende Diagnosen erhoben: Leistenschmerz nach
Hüfttotalprothese rechts wegen Femurkopfnekrose, Osteochondrose L3/4 und L4/5,
subakromiales Impingement Schulter links, Epicondylopathie radial rechts. Trotz der
Hüfttotalprothese seien Leistenschmerzen zurückgeblieben, die vor allem bei
Belastung, aber auch nachts aufträten. Nachdem die Abklärung der Wirbelsäule keinen
sicheren Grund für diese Schmerzen ergeben habe, sei eine vorstehende Pfanne als
Ursache vermutet worden. Dies könnte die ventralen Schmerzen erklären, wo
allerdings eine sehr oberflächlich gelegene Druckdolenz bestehe. Es könnte auch eine
narbige Veränderung der Pfanne ventral aufgetreten sein. Die 2004 operierte
Epicondylitis verursache noch leichte belastungsabhängige Beschwerden. Deren
Entwicklung bei der Arbeitsaufnahme müsste abgewartet werden. Als erstes wäre eine
lokale Behandlung angebracht. Vor drei Monaten seien neu Schulterschmerzen links
aufgetreten, die einer Impingementproblematik entsprächen. Hier wäre ein temporärer
Einsatz von Antirheumatika sinnvoll. Bei ungenügendem Ansprechen hätte eine
subacromiale Infiltration sowohl diagnostische als auch therapeutische Bedeutung.
Wegen der Beschwerdebilder am Ellbogen und an der Schulter müsse der Erfolg eines
Pfannenwechsels etwas relativiert werden. Es sei denkbar, dass bei einer Linderung
der Hüftbeschwerden andere Schmerzen in den Vordergrund träten. Der Versicherte
traue sich jedenfalls keine Arbeitstätigkeit zu. Die Belastbarkeit der rechten Hüfte sei
sicher vermindert. Das vom Versicherten geschilderte Lastenheben am letzten
Arbeitsplatz werde durch die Akten relativiert: Die meisten Rahmen seien an einem
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Förderband aufgehängt gewesen. Da es sich um eine ausschliesslich stehende
Tätigkeit gehandelt habe, müsse anhand des aktuellen Zustands eine
Arbeitsunfähigkeit von 50% attestiert werden. Eine alternative Tätigkeit müsste
zeitweise im Sitzen erfolgen können. Die Sitzdauer wäre allerdings eingeschränkt,
vermutlich auf eine halbe Stunde. Bei der einstündigen Befragung sei der Versicherte
immer wieder aufgestanden. Er sei nie länger als zehn Minuten gesessen. Wenn er in
solchen Intervallen zwischen Stehen, Gehen und Sitzen wechseln könnte, verbliebe nur
eine Einschränkung von 30%. Allerdings wären Überkopfarbeiten links zu vermeiden
(IV-act. 47). Dr. E._ vom RAD gab am 27. Juni 2009 an, es bestehe eine
Arbeitsfähigkeit von 70%, wenn es sich um eine leichte, wechselbelastende Tätigkeit
handle und wenn der Versicherte dabei die Möglichkeit habe, alle halbe Stunde die
Position zu wechseln. Dabei sollten keine längeren Gehstrecken zurückgelegt und
keine Höhendifferenzen überwunden werden müssen und auch keine Überkopfarbeiten
links notwendig sein (IV-act. 48). Dr. med. I._ vom KSSG teilte am 24. Juni 2009 mit,
in der ap-Aufnahme habe die Pfannenkomponente einen apikalen und in der axialen
Aufnahme einen anterioren Überstand gezeigt. Möglicherweise komme es
insbesondere durch den anterioren Überstand zu einer persistierenden Reizung der
Iliopsoas-Sehne. Dies würde auch die Schmerzen der Hyperextension erklären. Zum
Ausschluss einer Komponentenlockerung habe er den Versicherten für eine
Skelettszintigraphie angemeldet. Bei persistierenden Schmerzen und einem
kurzfristigen Ansprechen auf die Infiltration sehe er die Indikation zu einem
Pfannenwechsel im Sinn einer Medialisierung und einer gleichzeitigen Antevertierung
der Pfanne (IV-act. 49).
D.
Die IV-Stelle wartete diese medizinischen Abklärungen nicht ab. Sie verglich ein Vali
deneinkommen des Versicherten als Spritzlackierer von Fr. 64'851.- (2008) mit einem
anhand der Lohnstrukturerhebung ermittelten zumutbaren Invalideneinkommen von
Fr. 42'184.- (2008), woraus ein Invaliditätsgrad von 35% resultierte(IV-act. 50). Mit
einem Vorbescheid vom 6. August 2009 teilte sie dem Versicherten mit, dass sie
beabsichtige, sein Leistungsbegehren abzuweisen, weil der Invaliditätsgrad unter 40%
liege (IV-act. 54). Der Versicherte liess am 25. August 2009 einwenden, Dr. H._ habe
ihm von einer zweiten Operation abgeraten, da sie keine Garantie für Schmerzfreiheit
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biete. Er habe Tag und Nacht und in jeder Lage Schmerzen. Deshalb sei es ihm
unmöglich, eine von der Wirtschaft geforderte Arbeitsfähigkeit aufzubringen. Er ersuche
um die Zusprache einer Viertelsrente nach einer vorgängigen erneuten genauen
Abklärung der medizinischen Situation (IV-act. 55). Dr. E._ vom RAD bemerkte dazu
am 1. September 2009, der Versicherte habe ihm gegenüber ausgeführt, die
medizinische Seite sei sich nicht im Klaren darüber, was zu tun sei, um ihn von den
permanenten Schmerzen in den Beinen, im Rücken, in der Hüfte und in der Schulter zu
befreien. Es seien jedoch recht genaue Diagnosen gestellt worden. Lediglich die
Schmerzproblematik an der Hüfte sei in ihrer Aetiologie nicht ausreichend klar. Die
Arbeitsfähigkeit werde anhand der Einschränkungen und Funktionsausfälle beurteilt.
Diese seien klar. Die Art der leidensangepassten Tätigkeit sei im Gutachten
nachvollziehbar dargelegt worden (IV-act. 56). Mit einer Verfügung vom 25. September
2009 verneinte die IV-Stelle einen Rentenanspruch des Versicherten (IV-act. 58).
E.
Der Versicherte liess am 26. Oktober 2009 Beschwerde erheben. Der Rechtsvertreter
beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Zusprache einer
halben Invalidenrente. Zur Begründung machte er geltend, die Beschwerden,
ausgehend von der Hüftgelenksprothese, hinter die der Gutachter zumindest in Bezug
auf das Ausmass noch ein Fragezeichen gesetzt habe, seien durch die neuen
medizinischen Abklärungen nachgewiesen. Der Monatslohn hätte sich im Jahr 2008 auf
Fr. 5009.- und nicht nur auf Fr. 4910.- belaufen. Deshalb sei von einem
Valideneinkommen von Fr. 65'117.- auszugehen. Behinderungsbedingt noch zumutbar
seien nur Tätigkeiten mit einer zeitlichen Beschränkung des Sitzens auf eine halbe
Stunde, mit der Möglichkeit, abwechselnd auch zu gehen oder zu stehen, ohne
Überkopfarbeiten und ohne längere Gehstrecken und Treppensteigen. Diesen
Einschränkungen gebe die zur Invaliditätsbemessung herabgezogene LSE nur
ungenügend Ausdruck. Die zusätzlichen Beschränkungen wie etwa das Alter (Jg.
1955), die Aufenthaltskategorie und der Beschäftigungsgrad führten zu einem Abzug
von maximal 25% vom statistischen Lohn. Der Beschwerdeführer sei nur
teilarbeitsfähig und erleide deshalb einen Teilzeitnachteil von 10%. Damit reduziere
sich das zumutbare Invalideneinkommen auf Fr. 37'966.-, was eine Erwerbseinbusse
von Fr. 27'151.- bzw. einen Invaliditätsgrad von 10% ergebe. Unter Berücksichtigung
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aller weiteren Nachteile sei eine Ausnützung des Maximalabzugs gerechtfertigt, womit
er einen Anspruch auf eine halbe Invalidenrente habe (act. G1).
F.
Die Beschwerdegegnerin beantragte am 1. Dezember 2009 die Abweisung der
Beschwerde. Die Beschränkung der Arbeitsfähigkeit auf 70% habe ihre Ursache im
Bedarf nach vermehrten Pausen. Ein zusätzlicher Abzug nebst der 30%igen
Arbeitsunfähigkeit sei nicht zulässig, da die Einschränkung sonst zweimal
berücksichtigt würde. Zudem sei der Beschwerdeführer als gelernter Schlosser
beruflich qualifiziert, er habe eine mehrjährige Erfahrung im Fensterbau und er habe als
Gesunder überdurchschnittlich verdient. Ein Teilzeitabzug komme bei einer
ganztägigen Tätigkeit nicht in Frage. Bei einem Valideneinkommen von Fr. 62'530.- und
einem Invalideneinkommen von Fr. 41'438.- betrage die Erwerbseinbusse Fr. 21'092.-,
was einem Invaliditätsgrad von 33,7% entspreche (act. G4).

Erwägungen:
1.
Der Beschwerdeführer ist vor dem Auftreten der Krankheit zu 100% einer
Erwerbstätigkeit nachgegangen. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass er seinen
Beschäftigungsgrad reduziert hätte, wenn er gesund geblieben wäre. Seine Invalidität
bemisst sich deshalb nach einem reinen Einkommensvergleich. Gemäss Art. 16 ATSG
ist das Einkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und
nach der Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung zu setzen zum
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Valideneinkommen). Der Beschwerdeführer hat zwar in seinem
Herkunftsland den Beruf des Schlossers erlernt, aber er hat diesen Beruf in der
Schweiz nie ausgeübt. Er ist stattdessen als Spritzlackierer, d.h. als Hilfsarbeiter, bei
der D._ tätig gewesen. Es gibt kein Indiz dafür, dass er, wenn er nicht krank
geworden wäre, seine Arbeitsstelle gekündigt und den früher einmal erlernten Beruf
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wieder ausgeübt hätte (bzw. überhaupt noch hätte ausüben können). Er wäre also mit
hoher Wahrscheinlichkeit bis zur Pensionierung als Hilfsarbeiter tätig gewesen. Es ist
sogar davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer den Arbeitsplatz nicht mehr
gewechselt hätte. Das Valideneinkommen bemisst sich deshalb anhand des am letzten
Arbeitsplatz erzielbaren Einkommens. Die körperliche Beeinträchtigung hat zur Folge,
dass der Beschwerdeführer nur noch leichte, wechselbelastende Arbeiten ausführen
kann. Dabei muss es ihm möglich sein, etwa alle halbe Stunden die Position zu
wechseln. Nicht mehr möglich sind längere Gehstrecken, das Überwinden von
Höhendifferenzen (Treppen, Leitern, Gerüste) und das Arbeiten über Kopf.
Hilfsarbeiten, die diesen Anforderungen genügen, sind auf dem allgemeinen und
ausgeglichenen Arbeitsmarkt in ausreichender Zahl zu finden. Grundsätzlich bemisst
sich das zumutbare Invalideneinkommen des Beschwerdeführers also nach dem
statistisch ermittelten Zentralwert der Hilfsarbeiterlöhne in allen Branchen, denn weder
die Fähigkeiten und Kenntnisse des Beschwerdeführers noch die
behinderungsbedingten qualitativen Einschränkungen lassen darauf schliessen, dass
eine bestimmte Branche für den Beschwerdeführer besser geeignet wäre als alle
anderen, so dass auf den Zentralwert der Hilfsarbeiterlöhne in dieser Branche
abgestellt werden müsste. Die zumutbare Invalidenkarriere besteht also in einer der
Gesundheitsbeeinträchtigung angepassten, aber nicht weiter bestimmten Hilfsarbeit.
2.
Die Invalidenkarriere ist das qualitative Element der Bestimmung des zumutbaren
Invalideneinkommens. Das quantitative Element besteht in der verbliebenen
Arbeitsfähigkeit in der Invalidenkarriere. Der Orthopäde Dr. H._ hat in seinem
Gutachten vom 16. Juni 2009 dargelegt, dass in einer der Behinderung angepassten
Erwerbstätigkeit eine zeitliche Einschränkung von 30% verbleibe. Dr. E._ vom RAD
hat dies am 27. Juni 2009 so interpretiert, dass der Beschwerdeführer die Möglichkeit
zu vermehrten, betriebsunüblichen Pausen haben müsse. Dann könne er ganztägig
arbeiten. Diese überzeugende Einschätzung ist vom Beschwerdeführer zu Recht nicht
in Frage gestellt worden. Das zumutbare Invalideneinkommen ist deshalb (vorläufig)
ausgehend von einem Arbeitsfähigkeitsgrad von 70% zu bemessen. Der
Beschwerdeführer ist gemäss den Angaben von Dr. B._ vom 5. Oktober 2007 ab
dem 19. Juli 2007 arbeitsunfähig gewesen. Gemäss dem gestützt auf entsprechendes
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Übergangsrecht zur 5. IV-Revision (in Kraft seit dem 1. Januar 2008) auf seinen Fall
weiter anwendbaren früheren Fassung des Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG (vgl. etwa das Urteil
des Bundesgerichts vom 28. August 2008, 8C_373/2008, Erw. 2.1) entstünde ein
allfälliger Rentenanspruch frühestens am 1. Juli 2008. Das zumutbare
Invalideneinkommen bemisst sich somit nach dem Zentralwert der Hilfsarbeiterlöhne
aller Branchen im Jahr 2008 von Fr. 4'806.-, umgerechnet von 40 Arbeitsstunden auf
den schweizerischen Durchschnitt von 41,6 Arbeitsstunden pro Woche Fr. 4'998.- bzw.
Fr. 59'976.- (vgl. die vom Bundesamt für Statistik herausgegebene
Lohnstrukturerhebung 2008, Anhang Tabelle TA1). Bei einem Beschäftigungsgrad von
70% ergibt das einen Jahreslohn von Fr. 41'983.-. Teilzeitbeschäftigte männliche
Hilfsarbeiter erleiden einen überproportionalen Lohnnachteil (vgl. die vom Bundesamt
für Statistik herausgegebene Lohnstrukturerhebung 2006, Tabelle T2*, S. 16). Dieser
Nachteil macht rund 10% aus, d.h. der Lohn eines zu 70% beschäftigten Hilfsarbeiters
beträgt nicht 70%, sondern nur 63% des Lohns eines vollzeitlich beschäftigten
Hilfsarbeiters. Nach einer Änderung der höchstrichterlichen Rechtsprechung (vgl. Urteil
des Bundesgerichts vom 19. November 2009, 9C_708/2009) ist nun auch bei jenen
Hilfsarbeitern ein entsprechender Abzug vom Zentralwert vorzunehmen, die vollzeitlich,
aber mit reduzierter Leistung arbeiten. Der Beschwerdeführer weist neben diesem
Teilzeitnachteil weitere Konkurrenznachteile gegenüber gesunden Hilfsarbeitern auf, die
ebenfalls zu einem Abzug vom Zentralwert führen müssen. Er ist weder in Bezug auf
seinen Beschäftigungsgrad noch in bezug auf die Art der von ihm auszuübenden
Tätigkeit flexibel, d.h. er kann nicht bei Bedarf seinen Beschäftigungsgrad erhöhen
(Überstunden leisten), wenn die Auftragslage des Betriebs dies eigentlich erfordern
würde, und er kann auch nicht vorübergehend an einem anderen, nicht
behinderungsangepassten Arbeitsplatz eingesetzt werden, wenn der dort tätige Kollege
krankheitsbedingt ausfällt. Zudem ist jeder in seiner Gesundheit beeinträchtigte
Arbeitnehmer für einen rein ökonomisch denkenden Arbeitgeber mit dem Risiko
überdurchschnittlicher Krankheitsabsenzen behaftet, auch wenn sich diese
Befürchtung im konkreten Fall dann nicht bewahrheitet. All diese Konkurrenznachteile
müssten vom Beschwerdeführer durch eine "Verbilligung" seiner Arbeitskraft, d.h.
durch einen unterdurchschnittlichen Lohn kompensiert werden, da sie aus der Sicht
des Arbeitgebers zusätzlichen Aufwand darstellen. Da diese Nachteile im vorliegenden
Fall insbesondere aufgrund der hohen verbliebenen Restarbeitsfähigkeit eher wenig
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Gewicht haben und die anderen behaupteten Nachteile wie das Alter, der
Aufenthaltsstatus usw. bei einer Hilfsarbeit gar nicht bestehen, erscheint ein Abzug von
insgesamt 15% als angemessen. Das zumutbare Invalideneinkommen des
Beschwerdeführers würde sich somit auf 85% von Fr. 41'983.-, also auf Fr. 35'685.-
belaufen. Die D._ hat am 20. Dezember 2007 einen aktuellen Jahreslohn des
Beschwerdeführers von Fr. 63'830.- angegeben. In der Branche Nr. 20 (Be- und
Verarbeitung von Holz) hat sich der Nominallohnindex von 102,1 (2007) auf 103,9
(2008) erhöht (vgl. die vom Bundesamt für Statistik herausgegebene Lohnentwicklung
2009). Der Beschwerdeführer hätte also, wäre er nicht krank geworden, im Jahr 2008
Fr. 64'955.- verdient. Damit beliefe sich die behinderungsbedingte Erwerbseinbusse
auf Fr. 29'270.-, was einem Invaliditätsgrad von 43% entspräche.
3.
Das bedeutet nicht, dass dem Beschwerdeführer im vorliegenden Verfahren eine
Viertelsrente zugesprochen werden müsste, denn der medizinische Endzustand ist
möglicherweise noch nicht erreicht. Dr. H._ hat nämlich in seinem Gutachten vom 16.
Juni 2009 darauf hingewiesen, dass ein Wechsel der Pfanne zu einer weiteren
Verbesserung führen könnte. Dr. I._, Klinik für Orthopädische Chirurgie des KSSG,
hat in ihrem Bericht vom 14. Juli 2009 an Dr. B._ (act. G1.2) ausgeführt, bei der
verminderte Anteversion der Pfanne und dem typischen Beschwerdebild sei davon
auszugehen, dass der Musculus psoas mechanisch gereizt werde. Die einzige
Möglichkeit, die Beschwerden zu lindern, bestehe in einer Neupositionierung der
Pfanne. Damit wäre eine erhebliche Minderung der Beschwerden zu erreichen. Der
Beschwerdeführer wünsche aber keine operative Intervention. Der Grundsatz der
Eingliederung vor Rente (vgl. U. Kieser, ATSG-Kommentar, 2.A., Vorbemerkungen N.
47) umfasst auch die medizinische Eingliederung (wobei es irrelevant ist, von welchem
Sozialversicherungsträger eine medizinische Massnahme zu übernehmen ist). Eine
versicherte Person, die eine Rentenleistung beantragt, muss sich also in Erfüllung ihrer
IV-spezifischen Schadenminderungspflicht einer medizinischen Massnahme
unterziehen, wenn diese Massnahme zumutbar und erfolgversprechend ist. Zur
Durchsetzung dieser Eingliederungspflicht steht der Beschwerdegegnerin das Mahn-
und Bedenkzeitverfahren gemäss Art. 21 Abs. 4 ATSG zur Verfügung. Ob die von Dr.
I._ vorgeschlagene Operation diese Voraussetzungen erfüllt, ist im vorliegenden
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Beschwerdeverfahren nicht zu prüfen. Das Gericht kann lediglich feststellen, dass der
einem allfälligen Rentenanspruch zugrunde zu legende Sachverhalt noch nicht
ausreichend geklärt ist. Die Sache ist deshalb zur Weiterführung des
Verwaltungsverfahrens an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.
Im Sinn der vorstehenden Ausführungen ist die angefochtene Verfügung vom 25.
September 2009 aufzuheben und die Sache zur Weiterführung des vorzeitig
abgebrochenen Verwaltungsverfahrens an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
Dieser Verfahrensausgang ist in bezug auf die Kostenverteilung praxisgemäss als
vollumfängliches Obsiegen des Beschwerdeführers zu qualifizieren. Der
Beschwerdeführer hat deshalb einen Anspruch auf eine ungekürzte
Parteientschädigung. Diese bemisst sich nach der Bedeutung der Streitsache und nach
der Schwierigkeit des Prozesses (Art. 61 lit. g ATSG). Da sich das vorliegende
Verfahren insbesondere in bezug auf das zweitgenannte Kriterium als deutlich
unterdurchschnittlich erweist, erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 2'500.-
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen. Die vollumfänglich
unterliegende Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten zu tragen. Diese bemessen
sich nach dem Verfahrensaufwand (Art. 69 Abs. 1 IVG). Da auch dieser
unterdurchschnittlich gewesen ist, wird die Gerichtsgebühr auf Fr. 500.- festgesetzt.
Der vom Beschwerdeführer geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.- ist
zurückzuerstatten.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP