Decision ID: 524a39ea-b335-59f0-a755-0e3aaefde65f
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
G._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Hedi Mérillat-Holenstein, Gupfengasse 1,
Postfach, 9230 Flawil,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
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St.Galler Gerichte
Sachverhalt:
A.
G._ (Jg. 1945, diplomierte Krankenschwester) meldete sich am 24. Oktober 2002
zum Bezug von IV-Leistungen (Umschulung, eventuell Rente) an. Dr. med. A._
berichtete der IV-Stelle am 2. November 2002, die Versicherte leide an einer schweren
reaktiven Depression und an einer KHK (koronaren Herzkrankheit) mit Myocardinfarkt.
Seit dem 3. November 2001 bestehe bis auf weiteres im zuletzt ausgeübten Beruf eine
vollständige Arbeitsunfähigkeit. An diesem Tag habe die Versicherte ihren Sohn bei
einem Autounfall verloren. Dadurch sei sie in eine massive Depression mit
Angstzuständen und Blockierungen gestürzt. Der Zustand habe sich trotz
Gesprächstherapie und Antidepressiva nicht wesentlich gebessert. Es müsste in einem
nicht-medizinischen Beruf versucht werden, ob die Versicherte durch die Depression
nicht behindert sei. Er sei aber der Meinung, dass der Versicherten auch keine andere
Tätigkeit zumutbar sei. Dr. med. B._ von der psychiatrischen Klinik Wil erstattete der
IV-Stelle am 30. April 2003 ein psychiatrisches Gutachten. Er gab folgende Diagnose
an: Anpassungsstörung mit gemischt ängstlich-depressiver Reaktion. Als
Krankenschwester müsse die Versicherte in den Bereichen Stressbewältigung,
Konzentration, Zuverlässigkeit, Ausdauer, Geduld und durch den Kontakt mit Patienten
im Spital ein hohes Mass an Kommunikationsleistung erbringen. Sie habe aber
deutliche Defizite im Bereich des zwischenmenschlichen Verhaltens und in der
Konzentrationsfähigkeit. Zudem sorge das Berufsumfeld einer Krankenschwester für
eine permanente Reaktualisierung der Trauer. Aus psychiatrischer Sicht sei die
Versicherte als Krankenschwester zu 100% arbeitsunfähig. Eine andere berufliche
Tätigkeit sei durchaus zumutbar, sofern sie keine enge Zusammenarbeit mit anderen
Menschen umfasse. In einer solchen Tätigkeit sei die Versicherte gegenwärtig zu 50%
arbeitsfähig. Sollte sich die Versicherte in einem Arbeitsumfeld bewähren und
gleichzeitig durch eine psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung Unterstützung
erfahren, sei eine sukzessive Steigerung der Arbeitsfähigkeit vorstellbar. Am 16.
Dezember 2003 erfolgte eine Haushaltabklärung. Die Versicherte gab an, sie habe in
den letzten Jahren mit einem Pensum von 60% gearbeitet. Daraus schloss die
Abklärungsperson auf eine Weiterführung dieser Erwerbsquote im fiktiven
"Gesundheitsfall". Gestützt auf die Selbstangaben der Versicherten ging die
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Abklärungsperson davon aus, dass im Haushalt keine Invalidität bestehe. Zur
Ermittlung der Invalidität im erwerblichen Bereich stellte die Abklärungsperson dem
früheren Lohn als Valideneinkommen einen bei einem Beschäftigungsgrad von 50%
erzielbaren Hilfsarbeiterinnenlohn gegenüber. Die Erwerbseinbusse entsprach einem
Invaliditätsgrad von 56%, wovon bei einem Erwerbsanteil von 60% nur 33,6%
Berücksichtigung finden konnten. Da im Haushaltanteil keine Invalidität festgestellt
worden war, betrug der Gesamtinvaliditätsgrad ebenfalls 33,6%. Mit einer Verfügung
vom 17. Februar 2004 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren ab.
B.
Die Versicherte erhob am 18. März 2004 Einsprache gegen diese Verfügung. Sie legte
ein Zeugnis von Dr. med. A._ bei, laut dem aufgrund der koronaren Herzkrankheit
auch in einer leichten Arbeit keine Arbeitsfähigkeit bestand. Die IV-Stelle widerrief ihre
Verfügung und sie schrieb das Einspracheverfahren als gegenstandslos ab. Der
Kardiologe Dr. med. C._ berichtete der IV-Stelle am 2. April 2004, es bestehe eine
koronare Zweigefässerkrankung m. St. n. Infarkt und St. n. PCI. In einem Gutachten
vom 1. Juni 2004 führte Dr. med. C._ dann zuhanden der IV-Stelle aus, die
Versicherte leide an einer koronaren und hypertensiven Herzkrankheit mit aktuell
Angina pectoris CCS II. Die körperliche Belastbarkeit sei durch die kardial bedingten
Beschwerden klar eingeschränkt. Eine Tätigkeit als Nachtschwester, aber auch als
Krankenschwester im Tagdienst sei ausgeschlossen. Die Versicherte sei in der Lage,
eine ruhige, geordnete und selbständige Tätigkeit zu 50-70% bewältigen, wenn sie den
Arbeitsrhythmus selbst festlegen könne. Mit einer Intervention an den Koronararterien
könnten die pektanginösen Beschwerden gelindert werden, womit die körperliche
Belastbarkeit verbessert würde. Am 3. August 2004 wies die IV-Stelle das
Rentenbegehren ab. Sie begründete das wieder mit einem Invaliditätsgrad von 34%,
da auch aus kardiologischer Sicht eine Hilfsarbeit zu 50% möglich sei. Die Versicherte
erhob am 13. September 2004 Einsprache. Sie legte ein Zeugnis von Dr. med. A._
vom 11. September 2004 bei, laut dem sie bei der Besorgung ihres Haushalts deutlich
verlangsamt war. Die IV-Stelle wies die Einsprache am 5. November 2004 ab. Sie
ermittelte einen Invaliditätsgrad im Erwerb von 53%. Für den Haushalt ging sie
weiterhin von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit aus. Aufgrund der
Erwerbsquote von 60% ermittelte die IV-Stelle so einen Invaliditätsgrad von 31,8%. Die
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Versicherte erhob Beschwerde, worauf das Versicherungsgericht des Kantons St.
Gallen in seinem Urteil vom 22. August 2005 die Rückweisung zur weiteren Abklärung
anordnete. Es begründete dies mit dem Umstand, dass eine medizinische
Gesamtbeurteilung fehle und dass die Haushaltabklärung aufgrund der psychischen
Erkrankung der Versicherten nicht zu überzeugen vermöge. Das Bundesgericht hob
dieses Urteil am 8. März 2006 nur insoweit auf, als das Versicherungsgericht des
Kantons St. Gallen die gemischte Methode der Invaliditätsbemessung falsch
angewendet habe.
C.
Das asim (Academy of Swiss Insurance Medicine am Universitätsspital Basel)
berichtete in seinem Gutachten vom 18. April 2007, es seien folgende Diagnosen
gestellt worden: Mittelgradige bis schwere depressive Episode mit somatischem
Syndrom, koronare 2-Ast-Erkrankung (aktuell Angina pectoris) und – ohne Einfluss auf
die Arbeitsfähigkeit – M. Basedow. Die bisherige Tätigkeit als Krankenschwester sei
aufgrund der flashback-artigen Symptomatik und der damit einhergehenden
schwergradigen psychischen Belastung bei völlig unverarbeitetem Unfalltod des
Sohnes aktuell wie auch bereits in den Vorberichten attestiert nicht zumutbar. In einem
anderen Beruf bestehe aufgrund der schwergradigen Chronifizierung der psychischen
Störung ebenfalls keine Arbeitsfähigkeit. Aus rein kardiologischer Sicht sei in einer
körperlich leichten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 50-70% gegeben. Die Festlegung
des genauen Zeitpunkts der Verschlechterung sei äusserst schwierig. Aufgrund des
Verlaufs sei anzunehmen, dass Dr. med. B._ im März 2003 zu Recht eine
Arbeitsfähigkeit von 50% angegeben habe. Eine gezielte Wiedereingliederung in den
Arbeitsprozess unter gleichzeitiger psychotherapeutischer Verarbeitung hätte gute
Chancen gehabt, den inzwischen etablierten Chronifizierungsprozess aufzufangen bzw.
abzumildern. Es müsse von einer schleichenden Verschlechterung ausgegangen
werden. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung gelte nur für die Zeit ab der aktuellen
Begutachtung. Die Gutachter des asim ergänzten das Gutachten am 20. August 2007.
Sie gaben an, die Versicherte sei im Haushalt nicht wesentlich eingeschränkt, weil nur
körperlich schwerere Tätigkeiten nicht mehr zumutbar seien. Weil der
Zweipersonenhaushalt frei eingeteilt werden könne, bestehe nur eine Einschränkung
von maximal 20%. Eine ausserhäusliche berufliche Tätigkeit stelle erheblich höhere
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Anforderungen an die Belastbarkeit als das Führen eines Zweipersonenhaushalts. Zum
Zeitpunkt der Verfügung vom 5. Februar 2004 sei eine Arbeitsfähigkeit von 50% in
einer angepassten Erwerbstätigkeit nachvollziehbar gewesen. Am 14. August 2007
erfolgte erneut eine Abklärung im Haushalt der Versicherten. Die IV-Stelle ermittelte
dabei eine Invalidität von 23%, für die Zeit ab September 2004 von 25%. Im
Abklärungsbericht wurde festgehalten, anfangs 2005 habe sich die Versicherte
nochmals aktiv um eine Arbeitsstelle im Ausmass von 25-30% bemüht, von Mai 2005
bis Mai 2006 unter Mithilfe des RAV. Die Versicherte habe allerdings keinen Erfolg
gehabt. Für die Zeit ab 3. November 2001 bemesse sich die Invalidität wie folgt:
Haushalt 23,3%, bei einem Anteil von 35% also 8,15%, Erwerb 55,27%, bei einem
Anteil von 65% also 35,93%, zusammen 43,08%. Ab 2007 laute die entsprechende
Rechnung: Haushalt 25,15%, bei einem Anteil von 35% 8,80%, Erwerb 100%, bei
einem Anteil von 65% also 65%, zusammen 73,80%.
D.
Mit einem Vorbescheid vom 4. März 2008 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass
sie beabsichtige, ab November 2002 eine Viertelsrente und ab Juli 2007 eine ganze
Invalidenrente zuzusprechen. Die Versicherte liess am 15. April 2008 einwenden, sie sei
mit der Zusprache einer Viertelsrente ab November 2002 einverstanden. Nicht
einverstanden sei sie mit dem Datum der Erhöhung auf eine ganze Rente. Da sich die
Verschlechterung schleichend eingestellt habe, könne es nicht zutreffen, dass die volle
Arbeitsunfähigkeit erst auf den Tag der Begutachtung in Basel eingetreten sei. In dieser
Situation müsse auf den Bericht des Hausarztes abgestellt werden. Die Einschätzung
durch das RAV als vermittelbar sei nicht relevant. Sie könne auf jeden Fall nicht höher
gewichtet werden als die Feststellungen des Hausarztes. Abzustellen sei auf die
Feststellung von Dr. med. A._ vom 3. Dezember 2007, wonach die Arbeitsfähigkeit
ab April 2005 nicht mehr gegeben gewesen sei. Deshalb sei die ganze Rente ab April
2005, allenfalls unter Berücksichtigung einer Übergangszeit von drei Monaten
zuzusprechen. Die IV-Stelle sprach der Versicherten mit einer Verfügung vom 6. August
2008 rückwirkend ab November 2002 eine Viertelsrente und ab Juli 2007 eine ganze
Rente zu. Sie begründete letzteres damit, dass eine Arbeitsunfähigkeit nur akzeptiert
werden könne, wenn sie zweifellos ausgewiesen sei. Deshalb sei auf die Einschätzung
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durch das asim abzustellen, wonach der Begutachtungszeitpunkt den Beginn der
vollständigen Arbeitsunfähigkeit markiere.
E.
Die Versicherte liess am 10. September 2008 Beschwerde gegen diese Verfügung
erheben und beantragen, es sei ab August 2005, eventualiter ab August 2006 eine
ganze Rente zuzusprechen. Nicht angefochten seien die Zusprache einer Viertelsrente
ab November 2002 und die Zusprache einer ganzen Rente ab Juli 2007. Die
Beschwerde richte sich nur gegen die für August 2005 bis Juni 2007 verfügte
Viertelsrente. Die IV-Stelle habe das Gutachten beim asim verspätet in Auftrag
gegeben. Wäre es noch im September 2005 in Auftrag gegeben worden, wäre bereits
damals eine volle Arbeitsunfähigkeit bestätigt worden, denn Dr. med. A._ habe am 3.
Dezember 2007 eine markante Verschlechterung ab April 2005 bestätigt. Die IV-Stelle
hätte auf diese Angaben von Dr. med. A._ abstellen müssen. Deshalb sei der
Anspruch auf eine ganze Rente auf den 1. August 2005 festzusetzen. Eventualiter sei
die ganze Rente ab August 2006 zuzusprechen, denn mit einem Vorbescheid vom 7.
November 2007 sei dieser Zeitpunkt angeordnet worden. Mittels Einsprache sei die
Zusprache einer ganzen Rente ab April 2005 beantragt worden. Mit dem Vorbescheid
vom 4. März 2008 sei der Anspruch auf eine ganze Rente auf den 1. Juli 2007
verschoben worden, ohne dass eine Gelegenheit zum Rückzug der Einsprache
gegeben worden sei. Es liege ein Verstoss gegen Art. 12 ATSV vor. Damit habe der
Vorbescheid vom 7. November 2007 Gültigkeit erlangt und es sei an der ganzen Rente
ab August 2006 festzuhalten.
F.
Die IV-Stelle beantragte am 8. Dezember 2008 die Abweisung der Beschwerde. Sie
machte geltend, gemäss den Gutachten von Dr. med. B._ und von Dr. med. C._ sei
die Versicherte in einer adaptierten Erwerbstätigkeit zu 50% arbeitsfähig gewesen. Die
Aussage von Dr. med. A._ vom 3. Dezember 2007, die Versicherte sei seit April 2005
nicht mehr arbeitsfähig gewesen, überzeuge nicht, wie das Versicherungsgericht in
seinem Urteil festgestellt habe, zumal Dr. med. A._ die Versicherte bereits am 2.
November 2002 für nicht mehr arbeitsfähig gehalten habe. Im übrigen habe Dr. med.
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A._ die Beurteilung von Dr. med. B._ und von Dr. med. C._ am 11. September
2004 für korrekt gehalten. Die Versicherte wäre im Sinne der
Schadenminderungspflicht gehalten gewesen, sich einer Psychotherapie zu
unterziehen bzw. Antidepressiva einzunehmen. Die Bewerbung um eine Arbeitsstelle
zwischen anfangs 2005 und Mai 2006 sei ein weiterer Hinweis darauf, dass damals
noch keine Verschlechterung des Gesundheitszustandes bestanden habe, denn die
Versicherte habe sich in dieser Zeit noch arbeitsfähig gefühlt.
G.
Die Versicherte liess am 15. Januar 2009 einwenden, die IV-Stelle habe die Anweisung
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen im Urteil vom 22. August 2005
verletzt, indem sie sich für den Rentenanspruch ab November 2002 weiterhin nur auf
die isolierten Gutachten von Dr. med. B._ und Dr. med. C._ abgestützt habe. Auch
für diese Periode hätte nämlich eine medizinische Gesamtbeurteilung erfolgen müssen.
Die Anmeldung beim RAV belege nicht, dass sie damals zu 50% arbeitsfähig gewesen
sei, zumal auch das RAV nur von einer Arbeitsfähigkeit von 25-30% ausgegangen sei.
Es sei willkürlich, für den Beginn der vollen Arbeitsunfähigkeit auf das Datum der
Begutachtung durch das asim abzustellen, denn dieses habe eine schleichende
Verschlechterung festgestellt und durch das Abstellen auf das Begutachtungsdatum
nur der Unmöglichkeit Rechnung getragen, für die Zeit davor klare Angaben machen zu
können. Hätte die Begutachtung früher stattgefunden, wäre die Entwicklung mit dem
nötigen Beweisgrad zu erheben gewesen.
H.
Die IV-Stelle verzichtete am 3. Februar 2009 auf eine materielle Stellungnahme.

Erwägungen:
1.
Gegenstand des Beschwerdeverfahrens, das mit dem Bundesgerichtsurteil vom 8.
März 2006 abgeschlossen wurde, bildete ein Einspracheentscheid der
Beschwerdegegnerin vom 5. November 2004. Damals galt für die IV-Stellen noch Art.
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52 ATSG (und Art. 12 ELV). Das nach dem Rückweisungsurteil des Bundesgerichts
aufgenommene Verwaltungsverfahren fiel nicht unter die Übergangsbestimmung zur
Änderung des IVG vom 16. Dezember 2005, in Kraft seit 1. Juli 2006, mit der das
Einspracheverfahren für die IV-Stellen abgeschafft worden war, denn es lag weder eine
noch nicht rechtskräftige Verfügung noch eine hängige Einsprache oder eine hängige
Beschwerde vor. Die Verfügung vom 6. August 2008 ist deshalb nicht mehr mittels
Einsprache bei der Beschwerdegegnerin, sondern mittels Beschwerde beim
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen anzufechten gewesen (Art. 69 Abs. 1 lit. a
IVG). An die Stelle des Einspracheverfahrens ist das Vorbescheidsverfahren nach Art.
57a Abs. 1 IVG getreten. Der Vorbescheid ist kein rechtskraftfähiger Entscheid,
sondern nur eine Orientierung über den vorgesehenen rechtskraftfähigen Entscheid,
also über die vorgesehene Verfügung. Deshalb kann die Stellungnahme zum
Vorbescheid nicht zurückgezogen werden, um damit den Vorbescheid verbindlich
werden zu lassen. Der Vorbescheid entfaltet keine Verbindlichkeit, so dass die IV-Stelle
mit der Verfügung in jeder Hinsicht von ihm abweichen kann. Sie muss nur vorher einen
neuen, entsprechend angepassten Vorbescheid erlassen, um die versicherte Person
über den vorgesehenen, abgeänderten Verfügungsinhalt zu orientieren. Deshalb ist die
Beschwerdegegnerin entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin nicht
verpflichtet gewesen, sich in bezug auf den für die Erhöhung von einer Viertels- auf
eine ganze Rente massgebenden Zeitpunkt an den ersten Vorbescheid vom 7.
November 2007 zu halten. Verfahrensrechtlich betrachtet genügte es, dass die
Beschwerdegegnerin im zweiten Vorbescheid vom 4. März 2008 als
Erhöhungszeitpunkt neu den 1. Juli 2007 angegeben hat.
2.
Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine abgestufte Invalidenrente
zugesprochen. Die Beschwerdeführerin hat sich in ihrem Beschwerdebegehren nur
gegen den Zeitpunkt gewandt, ab dem ihr in der angefochtenen Verfügung statt der
Viertels- eine ganze Rente zugesprochen worden ist. Sie hat geltend gemacht, in den
übrigen Punkten fechte sie die Verfügung nicht an. Dabei hat die Beschwerdeführerin
übersehen, dass die rückwirkende Rentenzusprache ein einheitliches Rechtsverhältnis
darstellt, das nur als Ganzes zum Streitgegenstand gemacht werden kann. Im
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vorliegenden Fall ist deshalb die Rentenzusprache als Ganzes auf ihre Rechtmässigkeit
zu überprüfen (vgl. BGE 131 V 164 ff., BGE 125 V 413 ff.).
3.
3.1 Als Krankenschwester ist die Beschwerdeführerin seit dem 3. November 2001
durchgehend zu 100% arbeitsunfähig gewesen. In diesem Punkt stimmen alle
ärztlichen Meinungsäusserungen überein. Abweichungen in den
Arbeitsfähigkeitsschätzungen sind nur für eine adaptierte Erwerbstätigkeit aufgetreten.
Beide Parteien des Beschwerdeverfahrens sind ohne weiteres davon ausgegangen,
dass die erwerbliche Invalidenkarriere nicht diejenige der Krankenschwester, sondern
diejenige einer Hilfsarbeiterin sei. Die Parteien haben also angenommen, dass keine
Umschulung in einen qualifizierten, dem erlernten Beruf der Krankenschwester
ebenbürtigen Beruf mehr möglich sei. Diese Annahme der Parteien ist richtig, denn es
war insbesondere aufgrund des Alters der Beschwerdeführerin (Jg. 1945) und damit
aufgrund der zu kurzen, nach einer Umschulung verbleibenden erwerblichen
Aktivitätsdauer schon im Jahr 2002 objektiv nicht mehr möglich, die
Beschwerdeführerin beruflich einzugliedern. Zur Verwertung einer allenfalls noch
bestehenden Arbeitsfähigkeit kam also ab 1. November 2002 (Ablauf des sogenannten
Wartejahres) nur noch eine behinderungsadaptierte Hilfsarbeit in Frage. Damit ist aber
die Frage, ob die erwerbliche Invalidenkarriere diejenige einer Krankenschwester oder
diejenige einer Hilfsarbeiterin sei, noch nicht beantwortet. Die Antwort auf diese Frage
hängt davon ab, ob die Ausübung einer Hilfsarbeit zumutbar war. War sie unzumutbar,
so besteht die erwerbliche Invalidenkarriere in der – nicht mehr möglichen – Ausübung
der Tätigkeit als Krankenschwester, d.h. die Beschwerdeführerin wäre dann ab dem 1.
November 2002 im erwerblichen Bereich zu 100% invalid gewesen. Da eine
Invalidenrente und damit eine sehr gewichtige Sozialversicherungsleistung in Frage
steht, sind an die Unzumutbarkeit einer Arbeit unter dem erworbenen beruflichen
Niveau hohe Anforderungen zu stellen, d.h. der allgemeinen Schadenminderungspflicht
(genauer: der allgemeinen Invaliditätsverminderungspflicht) ist eine grosse Bedeutung
einzuräumen. Das bedeutet, dass im vorliegenden Fall von der Zumutbarkeit der
Verwertung einer allfälligen verbliebenen Arbeitsfähigkeit in einer Hilfsarbeit
auszugehen ist. Es war der Beschwerdeführerin also zumutbar, ab 1. November 2002
einer adaptierten Hilfsarbeit nachzugehen, wenn sie tatsächlich noch in einem
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wirtschaftlich verwertbaren Ausmass arbeitsfähig war. Da auch hier der allgemeine und
ausgeglichene Arbeitsmarkt gemäss Art. 16 ATSG massgebend sein muss, um eine
Beeinflussung der möglichen rentenbegründenden Invalidität durch eine allfällige
Arbeitslosigkeit auszuschliessen, ist die konkrete Möglichkeit der Beschwerdeführerin,
per 1. November 2002 auf dem realen und aktuellen Arbeitsmarkt eine adaptierte
Arbeitsstelle als Hilfsarbeiterin zu finden, irrelevant. Demnach muss auch irrelevant
sein, ob die Beschwerdeführerin um eine allfällige Restarbeitsfähigkeit in einer
adaptierten Hilfsarbeit und um ihre Pflicht, eine geeignete Arbeitsstelle zu suchen,
wusste oder hätte wissen müssen. Massgebend ist einzig, ob eine Arbeitsfähigkeit in
einer adaptierten Hilfsarbeit bestanden hat. Ist das der Fall, so ist diese Hilfsarbeit die
erwerbliche Invalidenkarriere, d.h. das zumutbare Invalideneinkommen bemisst sich
nach dem statistischen Durchschnittslohn einer Hilfsarbeiterin.
3.2 Dr. med. B._ hat am 30. April 2003 eine Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
in einer adaptierten Erwerbstätigkeit von 50% angegeben, die u.U. durch eine
geeignete Therapie gesteigert werden könne. Erst am 18. April 2007 ist erneut eine
psychiatrische Arbeitsfähigkeitsschätzung bezogen auf eine adaptierte Erwerbstätigkeit
abgegeben worden. Das asim hat eine vollständige Arbeitsunfähigkeit der
Beschwerdeführerin auch in einer grundsätzlich adaptierten Tätigkeit festgestellt. Es
hat die frühere Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. med. B._ bestätigt und die
aktuelle vollständige Arbeitsunfähigkeit mit einem schleichenden Verstärkungs- und
Chronifizierungsprozess erklärt, ohne aber etwas über dessen Entwicklung und über
dessen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit im Zeitablauf etwas aussagen zu können. Dr.
med. A._ hat dann am 3. Dezember 2007 angegeben, ab April 2005 sei die
Beschwerdeführerin aufgrund einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes zu
100% arbeitsunfähig geworden. Die Beschwerdegegnerin hat sich zunächst auf die
allgemeine Schadenminderungspflicht der Beschwerdeführerin berufen. Diese Pflicht
hätte darin bestanden, sich einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung zu
unterziehen, um so die Chronifizierung zu verhindern oder wenigstens zu mildern.
Daraus kann aber für die Entwicklung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
zwischen 2002 und 2007 nichts abgeleitet werden, denn würde man das Verhalten der
Beschwerdeführerin (Verzicht auf jede Therapie) als Verletzung der medizinischen
Eingliederungspflicht werten, dann wäre die Frage aufzuwerfen, ob überhaupt je von
einer Arbeitsunfähigkeit von 100% ausgegangen werden könne. Von einer – fiktiven -
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erfolgreichen Therapie müsste dann nämlich – als Sanktion der Verletzung der
Schadenminderungspflicht – unterstellt werden, dass sie einen Anstieg der
Arbeitsunfähigkeit auf über 50% verhindert habe. Die Beschwerdegegnerin hat auf ein
solches Vorgehen verzichtet, denn eine derartige medizinische Eingliederungspflicht
hätte jedenfalls abgemahnt werden müssen (Art. 21 Abs. 4 ATSG). Schon aufgrund der
konkreten Krankheitssituation handelte es sich nämlich nicht um eine
Eingliederungspflicht, die von der Beschwerdeführerin selbst hätte erkannt und
eingeleitet werden müssen. Daran konnte auch der Umstand nichts ändern, dass die
Beschwerdeführerin zumindest durch den Hausarzt auf ihre Behandlungsbedürftigkeit
hingewiesen worden war. Die Beschwerdegegnerin ist somit im Ergebnis zu Recht von
einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit und nicht von einer fiktiven 50%igen
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin ausgegangen.
Dr. med. A._ hat am 3. Dezember 2007 angegeben, die Beschwerdeführerin sei seit
April 2005 zu 100% arbeitsunfähig. Diese Aussage ist von der Beschwerdegegnerin als
irrelevant qualifiziert worden, da der Zeitpunkt des Anstiegs der Arbeitsunfähigkeit auf
100% mit Sicherheit feststehen müsse. Einen Grund für diese Erhöhung des
erforderlichen Beweismasses hat sie allerdings nicht angegeben. Tatsächlich muss
auch hier das übliche Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zur
Anwendung gelangen. Die entscheidende Frage ist deshalb, ob der Anstieg der
Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin auf 100% per April 2005 durch die Angaben
von Dr. med. A._ vom 3. Dezember 2007 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
nachgewiesen ist. Erfahrungsgemäss geben behandelnde Ärzte ihre
Arbeitsfähigkeitsschätzungen in aller Regel aus dem Blickwinkel des Therapeuten ab.
Das bedeutet insbesondere, dass das Zumutbarkeitskriterium, also die Pflicht der
versicherten Person, trotz Schmerzen oder anderen Beschwerden soweit zumutbar
einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, nicht oder nicht ausreichend Berücksichtigung
findet, weil es dem behandelnden Arzt darum geht, seinem Patienten die
bestmöglichen Voraussetzungen für eine schliesslich doch noch erfolgreiche
Behandlung zu verschaffen. Aus diesem Grund muss von einer natürlichen Vermutung
dafür ausgegangen werden, dass die Arbeitsfähigkeitsschätzungen behandelnder Ärzte
das erforderliche Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nicht erreichen.
Dr. med. A._ wusste über den Inhalt des Gutachtens des asim Bescheid. Demnach
war ihm auch bekannt, dass seine Vermutung einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit
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der Beschwerdeführerin im Jahr 2002 nicht richtig gewesen war. Er musste also davon
ausgehen, dass die Beschwerdeführerin damals in einer adaptierten Erwerbstätigkeit
effektiv zu 50% arbeitsfähig gewesen war. Aus dem Gutachten des asim war ihm aber
auch bekannt, dass die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Begutachtung nicht mehr
arbeitsfähig war. Damit verfügte er über einen objektiven Massstab zur Bemessung der
Arbeitsfähigkeit, so dass er keine Veranlassung hatte, in seinem Bericht vom 3.
Dezember 2007 eine andere als eine objektive, d.h. dem Zumutbarkeitskriterium
korrekt Rechnung tragende Arbeitsfähigkeitsschätzung abzugeben. Es kann also mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass der
Arbeitsunfähigkeitsgrad tatsächlich, der Aussage von Dr. med. A._ entsprechend, per
April 2005 auf 100% angestiegen ist. Zwar hat der psychiatrische Sachverständige des
asim angegeben, der Anstieg auf 100% sei schleichend erfolgt. Aber diese Aussage
stützt sich nicht auf Unterlagen, die geeignet wären, die Annahme eines stetigen
Anstiegs der Arbeitsunfähigkeit zu belegen. Der psychiatrische Sachverständige des
asim hat damit also nur eine Vermutung geäussert. Diese Vermutung schliesst einen
innert kurzer Zeit erfolgten Anstieg der Arbeitsunfähigkeit auf 100% nicht aus. Dr. med.
A._ hat die von ihm angegebene Verschlechterung überzeugend mit der Zunahme
der Angina pectoris-Beschwerden begründet. Es steht deshalb mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit fest, dass die Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin ab April
2005 100% betragen hat. Sollte eine schleichende Chronifizierung schon vorher einen
Anstieg der Arbeitsunfähigkeit auf mehr als 50% bewirkt haben, so fehlt dafür ein
ausreichender Nachweis. Von weiteren Abklärungen ist kein näherer Aufschluss über
die Entwicklung der Arbeitsunfähigkeit vor April 2005 zu erwarten. Da die
Beschwerdeführerin den Nachteil der Beweislosigkeit trägt, ist davon auszugehen,
dass bis und mit März 2005 ein Arbeitsunfähigkeitsgrad in einer adaptierten
Erwerbstätigkeit von 50% bestanden hat. Für die Zeit ab April 2005 hingegen ist mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit eine vollständige Arbeitsunfähigkeit der
Beschwerdeführerin auch in einer adaptierten Erwerbstätigkeit erstellt.
3.3 Zur Ermittlung des Invaliditätsgrades im erwerblichen Teil der sogenannten
gemischten Methode der Invaliditätsbemessung ist die Beschwerdegegnerin für die
Zeit bis und mit April 2006 von einem Einkommen 2002 der Beschwerdeführerin als
Pflegefachfrau von Fr. 53'415.- ausgegangen. Das entspricht nicht dem Lohn, den die
Beschwerdeführerin bei einer vollzeitlichen Ausübung ihres Berufes erzielt hätte,
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sondern dem bei einem reduzierten Beschäftigungsgrad (65%) am Spital Flawil effektiv
erzielten Lohn. Die Beschwerdegegnerin hat dem Valideneinkommen von Fr. 53'415.-
als zumutbares Invalideneinkommen den hälftigen Durchschnittslohn einer
Hilfsarbeiterin, nämlich Fr. 23'894.- gegenübergestellt. Massgebend ist praxisgemäss
der Zentralwert gemäss der Tabelle TA1 der vom Bundesamt für Statistik
herausgegebenen schweizerischen Lohnstrukturerhebung 2002. Da Hilfsarbeiten von
der Art, wie sie von der Beschwerdeführerin noch ausgeführt werden könnten, in den
meisten Branchen nachgefragt werden, so dass die Beschwerdeführerin als
Hilfsarbeiterin nicht einer bestimmten Branche zugeordnet werden kann, ist auf den
Zentralwert aller Branchen von Fr. 3820.- abzustellen. Dieser Zentralwert beruht auf
einer Wochenarbeitszeit von 40 Std. Der schweizerische Durchschnitt betrug im Jahr
2002 41,7 Std. Der Zentralwert ist entsprechend anzupassen. Umgerechnet auf 41,7
Std. und ein Jahr beläuft er sich auf Fr. 47'788.-. Bei einem Beschäftigungsgrad von
50% resultiert also tatsächlich ein Einkommen von Fr. 23'894.-. Nun weist die
Beschwerdeführerin aber gegenüber gesunden teilzeitbeschäftigten Hilfsarbeiterinnen
gewisse Konkurrenznachteile auf, die nur indirekt auf die Gesundheitsbeeinträchtigung
zurückzuführen sind und deshalb in der Arbeitsunfähigkeit keinen Niederschlag
gefunden haben. Diese Nachteile müssen zu einer Korrektur des statistisch ermittelten
Einkommens führen, weil der Zentralwert gemäss der Tabelle TA1 auf den Löhnen
gesunder Hilfsarbeiterinnen beruht und weil ein Arbeitgeber diese Nachteile durch
einen unterdurchschnittlichen Lohn kompensieren müsste, um nicht das Risiko
übersetzter Lohnkosten einzugehen. Ein Verzicht auf diese Reduktion wäre IV-rechtlich
als Soziallohnanteil zu qualifizieren. Von Bedeutung sind im vorliegenden Fall vor allem
die aus der Sicht eines potentiellen Arbeitgebers bestehende Gefahr überproportionaler
Krankheitsabsenzen und die fehlende Flexibilität der Beschwerdeführerin, sowohl was
den Beschäftigungsgrad als auch was die Beschäftigungsart betrifft. Die
Beschwerdeführerin kann nämlich weder Überstunden leisten noch an einem nicht-
adaptierten Arbeitsplatz tätig sein, auch wenn dies, beispielsweise wegen einer
krankheitsbedingten Absenz einer anderen Arbeitnehmerin, dringend nötig wäre. Die
Konkurrenznachteile der Beschwerdeführerin gegenüber gesunden Hilfsarbeiterinnen
rechtfertigen ermessensweise eine Reduktion des Zentralwerts um weitere 10%. Damit
beläuft sich das zumutbare Invalideneinkommen auf Fr. 21'505.-. Da die
Beschwerdegegnerin dem (von ihr falsch ermittelten) zumutbaren Invalideneinkommen
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ein Valideneinkommen gegenübergestellt hat, das auf einem Beschäftigungsgrad von
65% beruht, kommt der Verlust an Arbeitsfähigkeit (50%) im erwerblichen Teil der
gemischten Methode der Invaliditätsbemessung nur reduziert zur Anrechnung. Bei
einer Erwerbseinbusse von Fr. 31'910.- resultiert ein Invaliditätsgrad von 60%. Davon
sind, dem Erwerbsanteil von 65% entsprechend, 39% anzurechnen. Diese
Berechnungsweise entspricht zwar der bundesgerichtlichen Praxis (vgl. etwa BGE 133
V 477 ff., Erw. 3a m.H. und das Bundesgerichtsurteil I 668/05 vom 8. März 2006 in der
vorliegenden Sache), ist aber gesetz- und verfassungswidrig. Bei einer der Lehre und
der – früheren, unter dem Druck der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht mehr
angewendeten – st. gallischen Gerichtspraxis entsprechenden Ermittlung des anteiligen
Invaliditätsgrades im Erwerbsteil müsste von einem Valideneinkommen bei einem
Beschäftigungsgrad von 100% als Pflegefachfrau von Fr. 82'177.- ausgegangen
werden. Bei einem zumutbaren Invalideneinkommen von Fr. 21'505.- würde eine
behinderungsbedingte Erwerbseinbusse von Fr. 60'672.- vorliegen, was einem
Invaliditätsgrad von 74% entspräche. Davon wären 65% anzurechnen, was einen
anteiligen Invaliditätsgrad von 48% ergäbe. Nach der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung ist aber nicht von diesem Invaliditätsgrad, sondern von einem
erheblich tieferen anteiligen Invaliditätsgrad im erwerblichen Bereich von lediglich 39%
auszugehen.
3.4 Die Beschwerdeführerin ist nach dem oben Ausgeführten ab April 2005 auch in
einer grundsätzlich adaptierten Erwerbstätigkeit zu 100% arbeitsunfähig gewesen. Dies
entspricht nach einem einfachen Prozentvergleich einer Invalidität von 100%. Im
erwerblichen Bereich ist die Beschwerdeführerin also ab April 2005 anteilsmässig zu
65% invalid gewesen.
4.
4.1 Die Invalidität im Haushaltsbereich ist durch eine Abklärung an Ort und Stelle
ermittelt worden. Dabei hat es sich in weiten Teilen nicht um einen Augenschein,
sondern nur um eine Befragung der Beschwerdeführerin an Ort und Stelle gehandelt.
Der Abklärungsbericht enthält nämlich keinen Hinweis darauf, dass die Selbstangaben
der Beschwerdeführerin durch eine Beobachtung bei der Durchführung der einzelnen
Tätigkeiten im Haushalt verifiziert worden wären. Immerhin kann davon ausgegangen
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werden, dass die Beschwerdeführerin die Fragen der Abklärungsperson richtig
verstanden hat, denn sie ist bei der Befragung durch ihre Rechtsvertreterin begleitet
worden. Die Gutachter des asim haben am 20. August 2007 für einen
Zweipersonenhaushalt eine Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin von maximal
20% angegeben. Sie haben darauf hingewiesen, dass der Beschwerdeführerin
Tätigkeiten wie Einkaufen etc. zumutbar seien. Die Abklärungsperson hat durchgehend
für alle Bereiche der Haushaltsbesorgung mit Ausnahme des Bereichs "Einkaufen/
weitere Besorgungen" eine Einschränkung von deutlich mehr als 20% angenommen.
Im Ergebnis hat die Beschwerdegegnerin damit die entsprechenden Selbstangaben der
Beschwerdeführerin als überwiegend wahrscheinlich und damit als ausreichend
betrachtet, um die Arbeitsfähigkeitsschätzung der Sachverständigen des asim zu
widerlegen. Diese Einschätzung lässt sich nicht damit begründen, dass die von der
Abklärungsperson rudimentär protokollierten Selbstangaben der Beschwerdeführerin in
medizinischer Hinsicht eher überzeugten als die Angaben der Sachverständigen. Es ist
nämlich höchst unwahrscheinlich, dass die Beschwerdeführerin in der Lage gewesen
ist, völlig objektiv über ihre Beschwerden und Einschränkungen Auskunft zu geben. Der
Abklärungsperson fehlte nicht nur die Kontrolle durch einen Augenschein, sondern
auch die notwendigen medizinischen Kenntnisse, um die Selbstangaben der
Beschwerdeführerin auf ihre Objektivität zu prüfen und nötigenfalls auf das richtige
Mass zu reduzieren. Der bei der Haushaltabklärung ermittelte Invaliditätsgrad im
Haushalt kann also nur überzeugender als die Arbeitsfähigkeitsschätzung der
Sachverständigen des asim sein, wenn der Haushalt der Beschwerdeführerin höhere
Anforderungen an die Leistungsfähigkeit stellt als der von den Sachverständigen
unterstellte typische Zweipersonenhaushalt. Aufgrund der Angaben im
Abklärungsbericht (die wenigstens in diesem Teil auf einem Augenschein beruhen
dürften) handelt es aber um eine normale Vierzimmerwohnung, in der zwei Personen
leben. Nichts deutet darauf hin, dass sich der Haushalt von dem typischen
Zweipersonenhaushalt unterscheiden würde, von dem die Sachverständigen des asim
ausgegangen sind. Darauf deutet auch der Umstand hin, dass die Beschwerdeführerin
im fiktiven "Gesundheitsfall" in der Lage wäre, an zwei Tagen in der Woche von 09:00
Uhr bis 19:00 Uhr in der Wohnung der Tochter das Enkelkind zu beaufsichtigen. Diese
Umstände zwingen zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin tatsächlich nur im
Bereich "Betreuung von Kindern" zu mehr als 20%, nämlich zu 50% eingeschränkt ist.
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Für alle anderen Bereiche erweist sich die ärztliche Arbeitsfähigkeitsschätzung als
überwiegend wahrscheinlich, so dass die Selbstangaben der Beschwerdeführerin
widerlegt sind.
4.2 Damit bleibt zu klären, ob die Einschränkung in den anderen Bereichen des
Haushalts tatsächlich die von den Sachverständigen des asim angegebenen 20%
erreicht. Es wäre dem Ehemann der Beschwerdeführerin nämlich zumutbar, mehr als
nur den Grosseinkauf zu übernehmen. Würde er allein leben, müsste er den Haushalt
selbst besorgen. Das wäre ihm ohne weiteres zumutbar. Da zwei Personen im Haushalt
leben, ist der Aufwand grösser, ohne sich aber zu verdoppeln. Der Ehemann der
Beschwerdeführerin wäre also zumutbarerweise in der Lage, neben seiner vollzeitlichen
Erwerbstätigkeit mindestens die Hälfte der Arbeit im Haushalt zu übernehmen. Das
bedeutet, dass er in allen Bereichen mit Ausnahme der Betreuung des Enkelkindes den
behinderungsbedingten Leistungsausfall der Beschwerdeführerin kompensieren
könnte, ohne dadurch in einem unzumutbaren Umfang belastet zu sein. Wendet man
die bundesgerichtliche Rechtsprechung zur sogenannten Schadenminderungspflicht
durch die zumutbare Mithilfe von Familienangehörigen also konsequent und objektiv
an, so besteht im Haushalt nur eine Invalidität der Beschwerdeführerin von 3,48%
(Betreuung des Enkelkindes), wovon 35%, also 1,2% anzurechnen wären. Nun erweist
sich aber auch diese Bundesgerichtspraxis als gesetz- und verfassungswidrig. Sie
verwechselt nämlich die konkrete Haushaltsbesorgung mit der Fähigkeit der
versicherten Person, den Haushalt zu besorgen. Ob und wie der konkrete Haushalt
trotz der Behinderung der versicherten Person besorgt wird, ist für die
Invaliditätsbemessung genauso irrelevant wie die Frage, ob eine als erwerbstätig zu
qualifizierende Person ihre Restarbeitsfähigkeit durch die Ausübung einer
Erwerbstätigkeit verwertet. Die Invalidenkarriere definiert sich nicht nach der trotz
Behinderung tatsächlich ausgeübten oder eben nicht ausgeübten Tätigkeit, sondern
nach der fiktiven zumutbaren Tätigkeit (vgl. Art. 16 ATSG). (Deshalb hat das
Bundesgericht auch zu Recht die Meinung verworfen, die Grösse des Haushalts und
der Auslastungsgrad könnten die Invaliditätsbemessung beeinflussen, vgl. AHI-Praxis
1997 S. 286 und das Bundesgerichtsurteil 9C_784/2008 Erw. 4.2.2.) Das bedeutet,
dass die Fähigkeit der versicherten Person, trotz Behinderung einer Erwerbstätigkeit
nachzugehen, die Invalidenkarriere und damit das zumutbare Invalideneinkommen
definiert. Dasselbe muss notwendigerweise für die Invalidenkarriere der im Haushalt
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tätigen Person gelten: Massgebend ist ausschliesslich die Fähigkeit, den Haushalt trotz
Behinderung noch zu besorgen. Ob der Haushalt tatsächlich noch besorgt wird und
damit auch, wer den Haushalt tatsächlich besorgt, ist irrelevant. Die Fähigkeit der im
Haushalt tätigen Person, trotz Behinderung noch den Haushalt zu besorgen, wird also
durch die zumutbare Mithilfe von Familienangehörigen nicht beeinflusst. Die Invalidität
im Haushalt entspricht ausschliesslich der fehlenden Fähigkeit, den Haushalt trotz
Behinderung weiter zu besorgen. Deshalb bleibt eine im Koma liegende Hausfrau im
Haushalt zu 100% invalid, auch wenn es ihrem Ehemann und den sechs Kindern
zwischen 12 und 18 Jahren zumutbar ist, praktisch die gesamte Haushaltarbeit unter
sich aufzuteilen, denn wer im Koma liegt, ist völlig unfähig, den Haushalt zu besorgen.
Die Anrechnung einer zumutbaren Mithilfe im Haushalt führt also zu einer Verzerrung
bei der Invaliditätsbemessung, die der Invaliditätsdefinition (Art. 8 ATSG) und dem Sinn
und Zweck der Invalidität als Voraussetzung einer Rentenleistung widerspricht. Da sie
zu einer Schlechterstellung all jener im Haushalt tätigen Personen führt, die einen –
vorher nicht mithelfenden - Familienangehörigen durch moralischen Druck dazu
bringen können, gewisse Haushaltarbeiten zu übernehmen, ist die bundesgerichtliche
Praxis nicht nur gesetz-, sondern auch verfassungswidrig, denn sie führt zu
Ungleichbehandlungen, die nicht durch eine Ungleichheit zu rechtfertigen sind. Gibt es
keine Schadenminderungspflicht, so ist die Beschwerdeführerin in allen
Haushaltsbereichen mit Ausnahme der Betreuung des Enkelkindes zu 20%
arbeitsunfähig. Die Betreuung ist ihr noch zu 50% zumutbar, denn insoweit ist ihre
Aussage aufgrund der Art der psychischen Beeinträchtigung überzeugend. Der
Invaliditätsgrad im Haushalt beträgt für die Zeit vor dem Beginn der Betreuung des
Enkelkindes (September 2004) also 20%, danach 22%. Da der Anteil der
Haushaltarbeit 35% ausmacht, sind 7% bzw. 8% anzurechnen.
5.
Bei einem anteiligen Invaliditätsgrad im erwerblichen Bereich von 39% und einem
anteiligen Invaliditätsgrad im Haushalt von 7% bzw. 8% resultiert ein
Gesamtinvaliditätsgrad von 46% bzw. 47%. Ab November 2002 hat also ein Anspruch
auf eine Viertelsrente bestanden. Käme die gesetzmässige Bemessungsmethode zur
Anwendung, beliefe sich der Gesamtinvaliditätsgrad auf 55% bzw. 56%. Die
Beschwerdeführerin hätte also ab November 2002 einen Anspruch auf eine halbe
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Rente. Ab April 2005 beläuft sich die Gesamtinvalidität unabhängig von der
Bemessungsmethode für den erwerblichen Bereich auf über 70%. Das bedeutet, dass
die Beschwerdeführerin nicht ab 1. August 2006, sondern – mit einer Verzögerung um
drei Monate (Art. 88a Abs. 1 IVV) - bereits ab 1. Juli 2005 einen Anspruch auf eine
ganze Invalidenrente hat. Die angefochtene Verfügung ist deshalb aufzuheben und der
Beschwerdeführerin ist mit Wirkung ab 1. November 2002 eine Viertels- und mit
Wirkung ab 1. Juli 2005 eine ganze Rente zuzusprechen.
6.
Bei diesem Verfahrensausgang trägt die unterliegende Beschwerdegegnerin die
gesamten Gerichtskosten. Diese bemessen sich nach dem Verfahrensaufwand (Art. 69
Abs. 1 IVG). Dieser rechtfertigt eine Gerichtsgebühr von Fr 600.-. Da diese Gebühr
durch die Beschwerdegegnerin zu bezahlen ist, wird der Beschwerdeführerin der von
ihr geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.- zurückerstattet. Die vollumfänglich
obsiegende Beschwerdeführerin hat einen Anspruch auf den Ersatz ihrer
Vertretungskosten. Diese bemessen sich nach der Bedeutung der Streitsache und
nach der Schwierigkeit des Prozesses (Art. 61 lit. g ATSG). Die Beschwerdeführerin hat
die Zusprache einer Parteientschädigung von Fr. 4001.60 beantragt. Dieser Betrag
erscheint aufgrund der Tatsache, dass die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin
aus einem früheren Beschwerdeverfahren mit den Akten und den sich stellenden
Rechtsfragen vertraut war, als übersetzt. Die Parteientschädigung wird auf Fr. 3000.-
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festgesetzt. Die Beschwerdegegnerin hat
die Beschwerdeführerin also mit Fr. 3000.- zu entschädigen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG