Decision ID: acbce33d-44de-4add-be70-69914768d6d9
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1964
,
hat keinen Beruf erlernt und arbeitete zuletzt ab 1999 bis zur Geschäftsaufgabe im Jahr 2004 im
Reinigungsunter
nehmen
ihres Ehemannes, wo sie leichtere Reinigungsarbeiten erledigte sowie administrative und Kontrollaufgaben inne hatte (Urk.
14/63
). Sie meldete sich 1995 erstmals bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an. Diese sprach ihr mit Verfügung vom 21. April 1999 basierend auf einem Invaliditätsgrad von 69 % mit Wirkung ab September 1996, befristet bis Februar 1998 eine ganze Rente zu. Ferner stellte sie fest, dass ab 1. März 1998 keine rentenbegründende Invalidität mehr vorliege (Urk.
14/29
).
Im Januar 2001 reichte die Versicherte unter Angabe von seit 1995 bestehenden starken Rückenproblemen (
Spondylodese
) erneut ein Rentengesuch ein (Urk.
14/39
). Die IV-Stelle gewährte ihr
mit Verfügung vom 3. Oktober 2001
bei einem Invaliditätsgrad von 64 % mit Wirkung ab Januar 2000 eine halbe Rente (Urk.
14/58
). Im Rahmen des Revisionsverfahrens im Jahr 2004 stellte die IV-Stelle einen unveränderten Invaliditätsgrad fest und sprach der Versicherten
am 6. Oktober 2004
aufgrund der auf den 1. Januar 2004 in Kraft getretenen
Geset
zesrevision
mit Wirkung ab Januar 2004 eine
Dreiviertelsrente
zu (Urk.
14/66
).
Im Rahmen einer amtlichen Revision im Jahr 2008 überprüfte die IV-Stelle den Rentenanspruch der Versicherten und verfügte am 8. Februar 2010 die Aufhe
bung der Rente per Ende März 2010 (Urk.
14/91
). Die
da
gegen am 1. März 2010 erhobene Beschwerde hiess das hiesige Gericht mit Urteil vom
21. März 2011 (
Proz
.-Nr. IV.2010.00293) gut und wies die Sache an die IV-Stelle
zur weiteren medizinischen Abklärung zurück
(Urk.
14/103
)
.
2.
Die IV-St
elle holte in der Folge bei dem
Y._
ein polydisziplinäres Gutachten ein (datiert: 5. März 2012; Urk. 14/115) und teilte der Versicherten mit Vorbescheid vom 8. Juni 2012 (Urk. 14/120) mit, dass sie voraussichtlich keinen Anspruch auf eine Invalidenrente habe. Nach
dem die Versicherte dagegen am 30. Juni 2012 Einwand erhoben hatte (Urk. 14/122), bestätigte die IV-Stelle ihren Entscheid mit Verfügung vom 7. September 2012 (Urk. 2).
3.
Hiergegen erhob
X._
am 4. Oktober 2012 Beschwerde (Urk. 1/1; Beschwerdeergänzung vom 15. Oktober 2012, Urk. 1/2)
und bean
tragte, ihr sei die laufende
Dreiviertelsrente
weiterhin auszurichten. Ferner ersuchte sie darum, ihr die unentgeltliche Prozessführung zu ge
währ
en und Rechtsanwalt Thomas Laube als unentgeltlichen Rechtsvertreter einzusetzen. In ihrer
Beschwerdeantwort vom 11. Dezember 2012 (Urk. 13)
beantragte die
Be
schwerdegegnerin
, die Beschwerde sei teilweise gutzuheissen und die laufende Rente per 1. April 2010 aufzuheben (Urk. 13).
Mit Replik vom 23. Januar 2013 (Urk. 17) bea
ntragte die Beschwerdeführerin,
die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr
weiterhin
die bisherige
Invalidenrente zu bezahlen
, eventuell sei die Rente bis
1.
April 2012 zu bezahlen
.
Zudem beantragte sie, sie und ihren Ehemann zum Ablauf der Begutachtung zu befragen.
Am 18. Februar 2013 teilte die Beschwerdegegnerin mit, dass sie auf das Einreichen einer Duplik verzichte (Urk. 20), was der Beschwerdeführerin am 19. Februar 2013 mitgeteilt wurde (Urk. 21).
3.
Auf
die
Vorbringen der Parteien sowie auf die Akten ist, soweit für die
Ent
scheid
findung
erforderlich, in den Erwägungen einzugehen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach
Art.
17
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversiche
rungsrechts
(ATSG)
sind laufende Renten für die Zukunft zu erhöhen, herab
zusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesent
liche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Ob eine solche Änderung eingetreten ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverfügung bestanden hat, mit demje
nigen zur Zeit der streitigen
Revi
sionsverfügung
(BGE 105 V 29).
Fehlen
die
in
Art.
17 ATSG genannten Voraussetzungen, so kann die
Ren
tenver
fü
gung
lediglich nach den für die Wiedererwägung rechtskräftiger
Ver
wal
tungsverfügungen
geltenden Regeln abgeändert werden. Danach ist die Verwal
tung befugt, auf eine formell rechtskräftige Verfügung, welche nicht Gegenstand materieller richterlicher Beurteilung gebildet hat, zurückzukommen, wenn sich diese als zweifellos unrichtig erweist und ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (
Art.
53
Abs.
2 ATSG). Sie ist verpflichtet, darauf zurückzukommen, wenn neue Tatsachen oder neue Beweismittel entdeckt wer
den, die geeignet sind, zu einer andern rechtlichen Beurteilung zu führen
(
Art.
53
Abs.
1 ATSG;
BGE 110 V 176 E. 2a, 292 E. 1 mit Hinweisen). Das Ge
richt kann eine zu Unrecht ergangene Revisionsverfügung gegebenenfalls mit der substituierten Begründung schützen, dass die ursprüngliche
Rentenverfü
gung
zweifellos unrichtig und die Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (BGE 125 V 368 E. 2 mit Hinweisen; vgl. auch BGE 128 V 272 E. 5b/
bb
; Urteil des Bundesgerichts 9C_562/2008 vom 3. November 2008 E. 2.2 mit Hinweis).
1.2
Gemäss Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) ist bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit die anspruchsbeeinflussende Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeit
punkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichti
gen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich andauern wird.
1.3
Laut Art. 88
bis
Abs. 2
lit
. a IVV erfolgt die Herabsetzung oder Aufhebung der Renten frühestens vom ersten Tag des zweiten der Zustellung der Verfügung folgenden Monats an.
1.4
Um beurteilen zu können, ob sich die medizinischen Verhältnisse in einer anspruchserheblichen Weise verändert haben, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.
Mit rechtskräftiger Verf
ügung vom 3. Oktober 2001 (Urk. 14/58
) ist der dem Rentenanspruch der Beschwerdeführerin zugrundeliegende Sachverhalt letzt
mals umfassend abgeklärt worden.
Damals
wurde der Beschwerdeführerin auf
grund einer degenerativen Wirbelsäulenproblematik, welche bis 1997 dreimal operativ behandelt worden war, eine um 50 % verminderte Leistungsfähigkeit in körperlich leichteren, wechselbelastenden Tätigkeiten attestiert und ein
Inva
liditätsgrad
von 64 % ermittelt.
Im Rahmen der revisionsweisen Abklärungen im Jahr 2008 stellte die Beschwerdegegnerin fest, dass sich der Gesundheits
zustand bzw. die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
renten
ausschliessend
verbessert habe und hob die laufende Rente per Ende März 2010 auf (Urk.
14/91
). Das hiesige Gericht wies die
da
gegen erhobene Beschwerde mit
Urteil vom 21. März 2011 (
Proz
.-Nr. IV.2010.00293;
Urk.
14/103
) gut. Es hielt fest, dass sich der Gesundheitszustand seit Oktober 2001 insofern verbessert habe, als die ursprüngliche Hand-/Armproblematik remittiert sei und sich die Beweglichkeit der Wirbelsäule erheblich verbessert habe. Da aber Anhaltspunkte für weitere degenerative Veränderungen am Bewegungsapparat
– insbesondere im Bereich des Nackens und der Füsse –
etwa ab Dezember 2009 bestanden, wurde die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit diese abkläre, ob und in welchem Ausmass sich die Wirbelsäulenproblematik der Be
schwerdeführerin hinsichtlich der funktionellen Belastbarkeit seit der ursprüng
lichen
Rentenzusprache
insgesamt verbessert habe.
Zu diesem Zweck liess die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin durch das
Y._
polydisziplinär begutachten
(Expertise vom 5. März 2012, Urk. 14/115)
.
3.
Die Beschwerdeführerin wurde im
Y._
psychiatrisch, orthopädisch und neurolo
gisch untersucht. Die Gutachter nannten folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
14/115 S. 26)
:
c
hronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom ohne
radikuläre
Sympto
matik (ICD-10: M54.5)
Status nach
Spondylodese
LWK/SWK 1 1995 mit Revisions-Operation 1996 und zweiter Revisionsoperation 1997 (Z98.8);
chronisches
zervikovertebrales
Schmerzsyndrom
(ICD-10: M54.2)
klinisch intermittierende
radikuläre
sensible Reizsymptomatik der Wur
zel C6 rechts (G54.2);
mehrseg
mentale degenerative Veränderungen der Halswirbelsäule (M47.82/M50.2);
chronisch rezidivierende Handschmerzen beidseits (ICD-10: M79.64)
Status nach Karpaltunnel-Operation beidseits 1994 (Z98.8)
residuell
leichtgradige
Ausfallsymptomatik beidseits, rechts sensomo
torisch und links sensibel;
belastungsabhängige Vorfussschmerzen beidseits (ICD-10: M79.67)
Grosszehengrundgelenks-
Hemiprothese
beidseits seit 18. November 2010
.
Als Diagnose ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierten die Gutach
ter
(
Urk.
14/115 S. 27)
eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10: F45.4). In ihrer Gesamtbeurteilung führten sie aus, dass aus neurolo
gisch-orthopädischer Sicht in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit im
Reinigungs
dienst
bleibend von einer vollen Arbeits
un
fähigkeit ausgegangen werden könne.
Aufgrund der anamnestischen Angaben und der vorliegenden Dokumente sei davon auszugehen, dass körperlich belastende Tätigkeiten bereits seit der ersten lumbalen Rückenoperation 1995 nur noch eingeschränkt zumutbar gewesen
seien. Mit dem Auftreten dauerhafter Probleme auch im zervikalen Bereich dürfte seit 2010 für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit im Reinigungsdienst defini
tiv eine volle Arbeitsunfähigkeit eingetreten sein. Ein
e
körperlich angepasste Tätigkeit sei der Beschwerdeführerin aus heutiger Sicht
wahrscheinlich auch in der Vergangenheit im erwähnten Umfang zumutbar gewesen, wie dies auch schon im Herbst 2009 aus medizinischer Sicht festgehalten worden sei. Retro
spektive Beurteilungen der Arbeitsfähigkeit würden naturgemäss immer gewisse Unsicherheiten beinhalten, doch würden die Angaben zumindest seit dem Da
tum der aktuellen Untersuchungen gelten.
Aus neurologisch-orthopädischer Sicht bestehe für körperlich leichte Tätigkeiten in Wechselposition, wo eine Hebe- und
Tragelimite
von 5 kg nicht überschritten werde, keine längeren Gehstrecken vorkommen würden und keine überdurch
schnittlichen feinmotorischen Ansprüche an die Hände gestellt würden, eine vollzeitliche Arbeitsfähigkeit mit einem um 20 % verminderten Rendement auf
grund eines etwas erhöhten Pausenbedarfs und somit eine theoretisch verwert
bare Arbeitsleistung von 80 %. Aus psychiatrischer und internistischer Sicht bestünden keine Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit. In Betracht fielen vor allem Überwachungs- und Kontrolltätigkeiten, sofern diese zumindest teilweise im Sitzen durchgeführt werden könnten. Unter Berücksichtigung des formulier
ten Belastungsprofils kämen wohl auch gewisse manuelle Arbeiten auf
Tisch
höhe
in Frage.
Die Beschwerdeführerin selber erachte sich selber aus rein somatischen Gründen in jeglichen Tätigkeiten als nicht mehr arbeitsfähig, was in einem deutlichen Gegensatz zur vorliegenden Beurteilung stehe, wonach in adaptierten Tätigkei
ten eine vollzeitliche Arbeitsfähigkeit mit nur geringer Leistungseinbusse bestehe. Die Diskrepanz ergebe sich vor allem dadurch, dass die Beschwerde
führerin wohl davon ausgehe, sich körperlich vollständig gesund fühlen zu müssen und zu keiner Zeit Schmerzen verspüren zu dürfen, um einer
Arbeits
tätigkeit
nachgeh
en zu können.
Zur Entwicklung des Gesundheitszustands seit der
Rentenzusprache
im Jahr 2001 führten die Gutachter an, dass man damals offenbar davon ausgegangen sei, die Beschwerdeführerin könnte zu 50 % im Reinigungsunternehmen ihres Ehemannes eingesetzt werden, sofern sie nur körperlich leichte Tätigkeiten übernehmen müsse und zwischendurch im Büro zum Einsatz komme. Gemäss ihren heutigen Angaben habe sich dies jedoch keineswegs konsequent umsetzen lassen, so dass die Beschwerdeführerin bei Reinigungen auf einen bestimmten Abgabetermin immer wieder körperlich deutlich stärker beansprucht worden sei, diese Tätigkeit aber dennoch bis 2005 habe we
iterführen können. Auf morpho
logischer Ebene sei es im Vergleich zu 2001 nicht zu einer objektivierbaren Verbesserung des Zustandsbildes gekommen, da dies bei degenerativen Verän
derungen naturgemäss kaum möglich sei. Auf funktioneller Ebene hingegen habe sich die Beweglichkeit des Rumpfes in den vergangenen zehn Jahren etwas verbessert. Überhaupt bestehe heute funktionell insgesamt ein
Zustands
bild
, das nur gering von einer Vergleichsperson in der Alterskategorie der Beschwerdeführerin abweiche. Die Laboruntersuchungen würden darauf hinwei
sen, dass die Beschwerdeführerin trotz der anamnestisch verstärkten Beschwer
den entgegen ihren diesbezüglichen Angaben nicht auf die konsequente Ein
nahme von Schmerzmitteln angewiesen sei. Dies sei ebenfalls als Hinweis dafür zu
werten
, dass sich die Beschwerdeführerin zwischenzeitlich besser an ihre durch die erfolgten Operationen etwas veränderte medizinische Situation gewöhnt habe, was durchaus einem häufigen natürlichen Verlauf entspreche
(Urk. 14/115)
.
5.
Im
Y._
wurde die Beschwerdeführerin umfassend hinsichtlich der für die Ent
scheidung der vorliegenden Streitfrage erforderlichen Punkte untersucht. Die Gutachter haben die seit etwa 2009
neu
aufgetretenen gesundheitlichen Prob
leme in ihrer Einschätzung der Leistungsfähigkeit und der Entwicklung des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin berücksichtigt. So haben sie die Beschwerden im Nackenbereich sowie im Bereich der Grosszehengrundgelenke im Rahmen der die Arbeitsfähigkeit beeinf
lussenden Diagnosen aufgelistet und bei der Schätzung der funktionellen Leistungsfähigkeit einbezogen.
Wie bereits im Urteil des hiesigen Gerichts vom 21. März 2011, E. 6.1, festgehalten wurde, hat sich die gesundheitliche Situation der Beschwerdeführerin insofern verän
dert, dass sich die funktionelle Leistungsfähigkeit aufgrund der langen Zeit
dauer seit dem letzten operativen Eingriff an der Wirbelsäule im Jahr 1997 und
nun
auch unter Berücksichtigung der ab 2009 aufgetretenen Beschwerden im Nacken- und Fussbereich derart verbessert hat, dass der Bes
chwerdeführerin spätestens seit
der Begutachtung
im
Y._
im März 2012
nunmehr
eine Tätigkeit im von den Gutachtern beschriebenen Leistungsprofil zu 80 % möglich ist.
Es bestehen keinerlei Anhaltspunkte
dafür
, die Untersuchungsergebnisse und die Einschätzung der Leistungsfähigkeit
durch
die
Y._
-Ärzte
aufgrund der
von ihnen
erhobenen Diagnosen un
d Befunde in Zweifel zu ziehen.
Daran ändert
insbesondere
auch die von der Beschwerdeführerin erstmals in der
Replik
geäusserte Kritik an der Begutachtung
nichts
.
Vor allem
der Umstand, dass
die Beschwerdeführerin
gegenüber der Beschwerdegegnerin im
Vorbescheidverfah
ren
die
im Beschwerdeverfahren
vorgebrachten Gegebenheiten
mit keinem Wort erwähnt
hatte, weist darauf hin, dass sich die Begutachtungssituation nicht der
art gestaltet haben kann, dass nicht auf das Gesamtgutachten abgestellt werden könnte
.
Diese
sehr spät vorgebrachte
Kritik am Ablauf der Begutachtung gibt
daher
keinen Anlass, die Beschwerdeführerin und ihren Ehemann dazu zusätz
lich vor Gericht
zu befragen
.
6.
Mit der
seit März 2012
verbesserten gesundheitlichen Situation liegt ein
Revisi
onsgrund
gemäss Art. 17 Abs.
1
ATSG
vor (E.
1.1
), weshalb nachfolgend zu prüfen ist, wie sich diese Verbesserung
auf den Invaliditätsgrad
auswirkt.
Da die Beschwerdeführerin letztmals 2004 als Reinigungsangestellte ein Ein
kommen erzielt hat, hat die Beschwerdegegnerin ihr
Valideneinkommen
richtig
erweise anhand des entsprechenden
Tabellenlohnes der Schweizerischen
Lohn
strukturerhebung
des Bundesamtes für Statistik (LSE)
berechnet
. Gemäss T
7S
der LSE 2010 (S. 31)
verdienten Frauen
im Bereich „Reinigung und Hygiene“ (Ziff. 35)
im Jahr 2010
im Durchschnitt einen monatlichen Bruttolohn von Fr. 4‘041.--, welcher praxisgemäss auf eine betriebsübliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden pro Woche im Jahr 2012 anzupassen ist (Die Volkswirtschaft 12-2013 Tab. 9.2 S. 90). Ebenso ist die Nominallohnentwicklung von für Frauen
be
zahlte Saläre von
51 Punkten
bis ins Jahr 2012 zu berücksichtigen (2010: 2579 Punkte; 2012: 2630 Punkte, Die Volkswirtschaft 12-2013 Tab. 10.3 S. 91). Da
mit ergibt sich ein
Valideneinkommen
von Fr. 4‘296.05
pro Monat beziehungs
weise ein solches
von Fr. 51‘552.60 pro Jahr.
Für die Festsetzung des Invalideneinkommens sind ebenfalls die
LSE-Tabellen
löhne
heranzuziehen. Gemäss TA1 der LSE 2010 (S. 53) verdienten Frauen in einfachen und repetitiven Tätigkeiten im Durchschnitt einen monatlichen Brut
tolohn von Fr. 4‘225.--. Dieser ist wiederum auf eine betriebsübliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden pro Woche im Jahr 2012 anzupassen. Ferner ist wie beim
Valideneinkommen
die Nominallohnentwicklung zu berücksichtigen. Zudem ist dem Umstand Rechnung zu tragen, dass die Beschwerdeführerin nur noch in einem Pensum von 80 % tätig sein kann. Schliesslich ist der von der
Beschwer
degegnerin
vorgenommene Abzug vom Tabellenlohn aufgrund des leicht ein
ge
schränkten Leistungsprofils von 10 %
zu bestätigen.
Somit
beträgt das durch
schnitt
liche
Invalideneinkommen von Fr. 3‘234.-- pro Monat und Fr. 38‘808.--
pro Jahr
.
Aus der Gegenüberstellung von
Valideneinkommen
(Fr. 51‘552.60) und
Invali
deneinkommen
(Fr. 38‘808.--) resultiert eine Einbusse von Fr. 12‘7
4
4.60
und damit ein Invaliditätsgrad von 24.
72
%, gerundet 25 %. Somit hat die Be
schwerdeführerin aufgrund des verbesserten Gesundheitszustands keinen An
spruch auf eine Invalidenrente mehr
(Art. 17 Abs. 1 ATSG)
.
Entgegen der Auf
fassung der Beschwerdegegnerin ist die Verbesserung des Gesundheitszustands aber wie gesehen erst mit dem
Y._
-Gutachten
(März 2012)
als erstellt zu erachten (Art. 88a IVV). Die laufende
Dreiviertelsrente
ist somit erst auf den ersten Tag des zweiten der Zustellung der angefochtenen Revisionsverfügung
(Urk. 2)
folgenden Mon
ats aufzuheben und somit auf den
1. November 2012 (Art. 88
bis
Art. 2
lit
. a IVV).
7.
Nach dem Gesagten ist d
ie Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, als die ange
fochtene Verfügung vom 7. September
2012 aufzuheben und festzustellen ist, dass die laufende
Dreiviertelsrente
der Beschwerdeführerin per 1. November 2012
aufgehoben
wird
.
8.
8.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig (vgl.
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Ausgangsgemäss sind die Gerichtskosten in der Höhe von
Fr.
600.-- der unterliegenden
B
e
schwerdegegnerin
aufzuerlegen.
8.2
Bei diesem Verfahrensausgang ist das Armenrechtsgesuch gegenstandslos ge
worden. Die Beschwerdegegnerin ist zur Bezahlung einer Prozessentschädigung an die vertretene Beschwerdeführerin zu verpflichten. Diese ist unter Berück
sichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses (§ 34 Abs. 3
des Gesetzes über das Soz
ialversicherungsgericht [
GSVGer
]
)
und beim massgeblichen Stundenansatz von Fr. 200.-- auf Fr.
2‘
0
00.--
(
inkl
Bar
auslagen
und
MWSt
) festzulegen.