Decision ID: a4c8b772-d21f-4ad9-a93f-1b700a07e451
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 13.03.2017 Art. 28 IVG. Auf die gutachterlichen Arbeitsfähigkeitsschätzungen kann abgestellt werden. Der Beschwerdeführer hat demzufolge keinen Anspruch auf eine IV-Rente. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 13. März 2017, IV 2015/30) Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 9C_303/2017. Entscheid vom 13. März 2017 Besetzung Präsident Joachim Huber, Versicherungsrichterinnen Miriam Lendfers und Marie Löhrer; Gerichtsschreiber Markus Lorenzi Geschäftsnr. IV 2015/30 Parteien A._, Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Georg Kramer, Waisenhausstrasse 17, 9001 St. Gallen gegen IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen, Beschwerdegegnerin, Gegenstand Rente Sachverhalt
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherter) hatte am 3. Mai 1990 einen Arbeitsunfall erlitten,
als er bei der Durchführung von Dacharbeiten von der Leiter etwa vier Meter tief zu
Boden gestürzt war. Bei den Diagnosen einer Skaphoidfraktur links (Kahnbeinfraktur
[Handwurzelknochen]) und einer Sitzbeinkontusion links war am 16. Mai 1990 eine
offene Reposition und Osteosynthese des Skaphoid links (Herbert-Schraube)
vorgenommen worden. Nachdem es am 7. Juli 1991 erneut zu Schmerzen in der linken
Hand gekommen war, war am 19. Juli 1991 eine Spaltung des Ligamentum carpi
transversum links vorgenommen und ein Narbenneurom links operativ entfernt worden
(vgl. u.a. Einsprachentscheid der Suva vom 31. Juli 1996 und Bericht der
Rehabilitationsklinik Bellikon vom 10. April 1996 [Fremdakten]). Am 6. Mai 1998 hatte
sich der Versicherte beim Transport einer Auffangwanne das linke Handgelenk
eingeklemmt, wodurch eine vorübergehende Verschlechterung des Zustands
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eingetreten war (vgl. u.a. IV-act. 12-5, Unfallmeldung UVG vom 6. Mai 1998
[Fremdakten]).
A.b Am 17. Juli 1998 hatte sich der Versicherte erstmals aufgrund der Verletzung der
linken Hand zum Bezug von Leistungen (Umschulung auf eine neue Tätigkeit) der
Invalidenversicherung (IV) angemeldet (IV-act. 2). Ein Anspruch darauf war mit
Verfügung vom 5. Mai 1999 wegen 100%-iger Arbeitsfähigkeit des Versicherten indes
unangefochten abgewiesen worden (IV-act. 21).
B.
B.a Am 2. November 2011 meldete sich der Versicherte erneut zum Leistungsbezug
bei der IV an (IV-act. 22). Gestützt auf mehrere Arztberichte aus verschiedenen
Disziplinen lauteten die Diagnosen am 20. August 2012 auf Zustand nach
Kahnbeinfraktur links, Zyste Os capitatum links, ulnocarpales Impingement-Syndrom
linkes Handgelenk, degenerative Veränderungen HWK7/BWK1, leichte Diskushernie
HWK5/6, degenerative Veränderungen LWK4/5 sowie LWK5/S1 und proximale Nervus
ulnaris Kompression rechter Ellbogen (IV-act. 87-1). Nachdem sich die
Arbeitsfähigkeitseinschätzungen der involvierten behandelnden Ärzte gestützt auf die
gestellten Diagnosen erheblich voneinander unterschieden, veranlasste die IV-Stelle
eine polydisziplinäre (allgemein-internistische / orthopädische / neurologische /
handchirurgische / psychiatrische) Begutachtung (IV-act. 105). Am 16. April 2013
erstattete die ABI, Ärztliches Begutachtungsinstitut GmbH, Basel, das polydisziplinäre
Gutachten über den Versicherten (IV-act. 115-1 ff.). Als Diagnosen mit Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit wurden 1. eine posttraumatische radial betonte Handgelenksarthrose
links (ICD-10 M19.14), ein Status nach dislozierter Scaphoidfraktur mit offener
Reposition und Herbert-Schrauben-Osteosynthese am 16. Mai 1990 und ein Status
nach lokaler Revision eines Neuroms nach Scaphoidfraktur, offener Reposition und
Schraubenosteosynthese, Karpaltunnelspaltung links am 9. Juli 1991 sowie 2.
Handgelenksschmerzen rechts bei nachgewiesenem radiopalmarem Ganglion
zwischen distalem Radius und Scaphoid (ICD-10 M67.4) und MRT-graphisch
nachgewiesenes Ganglion im STT-Bereich rechts, gestellt (IV-act. 115-28). Als
Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit erwähnte das Gutachten 1. ein
chronisches panvertebrales Schmerzsyndrom (ICD-10 M54.80; - mit radiologisch
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weitgehend unauffälligem Befund der HWS, - mit radiologisch geringen Diskopathien
LWK4/5/SWK1 und ohne Neurokompression oder relevante Degeneration, - mit freier
Beweglichkeit der zervikalen und lumbalen Wirbelsäule, thorakal bei Gegenspannung
nicht prüfbar), 2. chronische Fussbeschwerden rechts (ICD-10 M79.67; mit
radiologisch und klinisch unauffälligem Befund), 3. einen Verdacht auf ein
Karpaltunnelsyndrom (ICD-10 G56.0), 4. Dysästhesien des rechten Arms bei unklarer
Ätiologie, 5. Adipositas bei einem BMI von 31 kg/m2 (ICD-10 E66.0), 6. fortgesetzten
Nikotinkonsum, schädlicher Gebrauch (ICD-10 F17.1) sowie 7. einen Verdacht auf
dysfunktionale Schmerzverarbeitung mit algogener Verstimmung (ICD-10 F54). In der
Gesamtbeurteilung wurde zusammenfassend festgehalten, dass der Versicherte aus
polydisziplinärer Sicht für eine leichte bis mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeit
ohne repetitive Belastung der linken Hand zu 100% arbeits- und leistungsfähig sei.
Körperlich schwere Tätigkeiten seien wegen der Handproblematik nicht geeignet (IV-
act. 115-29 ff.).
B.b Gestützt auf das ABI-Gutachten stellte die IV-Stelle mit Vorbescheiden vom 10.
Mai 2013 (IV-act. 123) und 8. August 2013 (IV-act. 137) die Verneinung eines
Anspruchs auf berufliche Massnahmen und Rentenleistungen in Aussicht. Am 11. Juni
2013 (IV-act. 129) und 23. September 2013 (IV-act. 141) erhob der Versicherte gegen
die Vorbescheide Einwand.
B.c Vom 24. September bis 12. Oktober 2013 begab sich der Versicherte in stationäre
Behandlung in die Klinik für rheumatologische und internistische Rehabilitation in
Valens. Im Austrittsbericht vom 31. Oktober 2013 wurde ausgeführt, dass eine Aussage
zur Arbeitsfähigkeit seitens der Klinik sehr schwierig sei, da sich der Versicherte
inkonsistent verhalten habe. Grundsätzlich könne davon ausgegangen werden, dass
schwere Arbeit nicht mehr zumutbar sei. Leichtere Arbeiten sollten jedoch medizinisch-
theoretisch möglich sein, wobei das Ausmass durch eine gutachterliche
interdisziplinäre Abklärung festzustellen sei (IV-act. 151).
B.d Mit Bericht von med. pract. B._, Fachärztin für Psychiatrie und Psycho¬therapie
FMH, Oberärztin / Leiterin Ambulatorium, Psychiatrische Klinik C._, informierte diese
am 6. März 2014 über die ambulante Behandlung des Versicherten vom 17. Januar bis
12. Februar 2014. Im Bericht wurde ausgeführt, dass durch die beständige
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Schmerzsymptomatik in Kombination mit Nebenwirkungen der Medikation bei dem
Ver-sicherten eine eingeschränkte psychische Belastbarkeit mit Neigung zu starker
Reizbarkeit bei zwischenmenschlicher Überforderung bestehe. Aufgrund der starken
Schmerzsymptomatik seien längeres Sitzen, Stehen oder Gehen nicht möglich. Durch
die verminderte psychische Belastbarkeit sei der Versicherte aus ihrer Sicht nicht
teamfähig für alle Arbeitsbereiche und mit einer Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit
aus psychiatrischer Sicht nicht zu rechnen. Als zusätzliche Diagnose notierte med.
pract. B._ eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen
Faktoren (ICD-10 F45.41; IV-act. 164).
B.e Mit Eingabe vom 29. August 2014 beantragte der mittlerweile durch Rechtsanwalt
Dr. iur. G. Kramer, St. Gallen, vertretene Versicherte im Vorbescheidsverfahren
rückwirkend ab 15. Mai 2012 eine ganze Invalidenrente, eventualiter ergänzende
medizinische Abklärungen (IV-act. 180).
B.f Am 5. Januar 2015 verfügte die IV-Stelle im Sinne der Vorbescheide (vgl.
vorstehend lit. B.c) und in Würdigung der seither ergangenen medizinischen
Abklärungen und Berichte die Abweisung des Leistungsbegehrens (IV-act. 186).
C.
C.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 4. Februar
2015. Der Rechtsvertreter des Versicherten (nachfolgend: Beschwerdeführer) beantragt
unter Kosten- und Entschädigungsfolge, dass die Verfügung vom 5. Januar 2015
aufzuheben und dem Beschwerdeführer spätestens ab 15. Mai 2012 eine ganze
Invalidenrente zuzusprechen sei. Eventualiter seien ergänzende Abklärungen unter
Wahrung der Mitwirkungsrechte des Beschwerdeführers in die Wege zu leiten. Der
Beschwerdeführer leide seit dem schweren Arbeitsunfall im Jahr 1990 an
ausgewiesenen komplexen chronischen Handgelenksschmerzen, die sich zunächst nur
im linken Handgelenk manifestiert hätten. Seit mehreren Jahren würden ihn aber auch
chronische Schmerzen und Sensibilitätsstörungen am rechten Unterarm bzw. an der
rechten Hand, welche ihn stark beeinträchtigten, sowie Rückenschmerzen,
Nackenschmerzen, Kopfschmerzen und Sensibilitätsstörungen am rechten Bein
plagen. Trotz dieser Schmerzen sei der Beschwerdeführer mit wenigen Unterbrüchen
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durchwegs erwerbstätig gewesen und habe dabei weit über seine medizinische
Belastbarkeitsgrenze hinaus und unter grossen Schmerzen körperlich schwere
Arbeiten, unter anderem als Tankreiniger, Reinigungskraft und Metzger, ausgeführt.
Dies sei nur wegen regelmässiger Einnahme von Schmerzmitteln und Antirheumatika
möglich gewesen. Die jahrelangen Strapazen hätten nachvollziehbarerweise ihre
Spuren hinterlassen und der Beschwerdeführer kämpfe seit mehreren Jahren an
rezidivierenden, zeitweise schweren Depressionen und unterziehe sich in diesem
Zusammenhang einer ambulanten Behandlung in der Psychiatrischen Klinik C._.
Dem Beschwerdeführer sei angesichts seiner finanziellen Notlage keine andere Wahl
geblieben, als sich parallel zum invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren und gegen
den ärztlichen Rat um eine Anstellung zu bemühen. Trotz leichter Arbeiten klage er
jedoch über grösste Schmerzen und Funktionsausfälle beider Hände und könne nur mit
Hilfe von starken Schmerzmedikamenten, Infiltrationen und Antidepressiva
durchhalten. Der Beschwerdeführer lässt weiter ausführen, dass das ABI-Gutachten
den Anforderungen für ein Abstützen darauf nicht genügen würde. Es sei offensichtlich,
dass die Teilgutachter faktisch kaum und höchstens in Auszügen Einsicht in die
zahlreichen medizinischen Vorakten genommen hätten. Eine Auseinandersetzung finde
jedenfalls so gut wie nicht statt. In der Gesamtbeurteilung würden nur die wichtigsten
Erkenntnisse der Teilgutachten zusammengefasst bzw. wiederholt. Angesichts dieses
Ergebnisses und mangels Besprechungsdatums sei wenig wahrscheinlich, dass eine
Konsensbesprechung tatsächlich stattgefunden habe. In Würdigung sämtlicher Akten –
insbesondere auch der im Vorbescheidsverfahren zusätzlich vorgenommenen
medizinischen Abklärungen – ergebe sich, dass der Beschwerdeführer in vollem
Umfang erwerbsunfähig sei und daher Anspruch auf eine ganze Invalidenrente habe
(act. G 1).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 29. Juni 2015 beantragt die IV-Stelle (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde. Sämtliche ABI-Gutachter hätten
in ihren Teilexpertisen zu den früheren ärztlichen Einschätzungen Stellung genommen.
Lediglich der Hausarzt Dr. med. D._, FMH für Allgemeinmedizin, und Dr. med. E._,
Facharzt FMH für Neurochirurgie, seien der Meinung, dass der Beschwerdeführer keine
Tätigkeit mehr ausführen könne. Die Gutachter hätten sich dazu geäussert und
dezidiert angegeben, weshalb auf die Einschätzung der genannten Ärzte nicht
abgestellt werden könne. Der RAD habe sich zudem mit den neu eingereichten
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Berichten auseinandergesetzt und ausgeführt, dass die darin gestellten Diagnosen und
die Schmerzen im Rücken und am Handgelenk den Gutachtern bekannt gewesen
seien. Insgesamt zeige sich, dass sich weitere Abklärungen im Hinblick auf die
somatischen Beschwerden des Beschwerdeführers nicht aufdrängten. Die Aktenlage
sei gestützt auf die Angaben der Fachärzte – nicht der behandelnden Ärzte – klar und
es könne von einer 100%-igen Arbeitsfähigkeit in einer leichten Tätigkeit unter
Berücksichtigung der Einschränkungen der Hand ausgegangen werden. Aus
psychiatrischer Sicht sei ebenfalls keine Einschränkung gegeben. Der
Beschwerdeführer habe sich erst nach Erhalt des Vorbescheids in psychiatrische
Behandlung begeben. Vorher sei er psychiatrisch unauffällig gewesen. Eine
Behandlungsresistenz in diesem Bereich lasse sich aufgrund der erst Ende Januar
2014 gestarteten Behandlung im Ambulatorium nicht erkennen (act. G 11).
C.c In der Replik vom 18. Januar 2016 hält der Beschwerdeführer unverändert an der
Beschwerde fest. Replizierend lässt er anführen, dass elektroneurographische
Untersuchungen vom 14. Oktober 2015 beim Beschwerdeführer eine
Zervikobrachialgie mit C6-Radikulopathie beidseits bei diskalen Einengungen der C4
und C6-Neuroforamina beidseits, ein dezentes sensibles Karpaltunnel-Syndrom rechts
sowie eine Lumbago bei breitbasigem medianem Diskusprolaps auf Höhe LWK5/SWK1
zeigen würden. Gemäss Bericht von Dr. med. F._, Facharzt für Chirurgie und
Handchirurgie FMH, leitender Arzt Handchirurgie, Klinik für Hand- und Plastische
Chirurgie, Kantonsspital Frauenfeld, vom 3. November 2015 könne der
Beschwerdeführer insbesondere aufgrund der fortschreitenden Panarthrose des linken
Handgelenks keine leichten repetitiven Tätigkeiten mehr ausüben. Aus
handchirurgischer Sicht könne ihm für sein linkes Handgelenk allenfalls eine
Denervationsoperation oder eine Panarthrodese des Handgelenks angeboten werden.
Dies werde wahrscheinlich zu einer Schmerzreduktion, aber kaum zu einer
Gebrauchsfähigkeit, die bei manuellen Berufen gefordert sei, führen. Dr. E._ habe am
25. November 2015 von Exazerbationen der Zervikalgien, Zervikobrachialgie rechts
sowie der Lumbalgien, Lumboischialgie rechts berichtet. Die anschliessende
Infiltrationstherapie habe nur eine moderate Besserung der zervikovertebrogenen
Schmerzsymptomatik gebracht. Die langfristigen Zervikalgien, Lumbalgien und die
Lumboischialgie hätten sich als therapieresistent erwiesen und der Beschwerdeführer
könne nicht mehr in bisheriger Weise arbeiten. Das Schmerzzentrum des
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Kantonsspitals St. Gallen habe in diesem Zusammenhang ein chronifiziertes
nozizeptives Schmerzsyndrom des Rückens und beider Unterarme bestätigt. Der Tenor
dieser Berichte sei klar und auch unter Berücksichtigung des Krankheitsverlaufs und
der medizinischen Gesamtsituation überzeugend. Die langjährige Schmerzentwicklung
des Beschwerdeführers habe sich in den letzten Monaten weiter verfestigt und die
therapeutischen Möglichkeiten seien sowohl betreffend das linke Handgelenk als auch
die rechten Extremitäten, den Nacken und die Wirbelsäule ausgeschöpft, nachdem
sich die multiplen, organisch ausgewiesenen, somatischen Beschwerden weiter
chronifiziert hätten. Von weiteren Behandlungen sei keine Wiedererlangung der
Funktionalität zu erwarten, sondern bestenfalls eine Kontrolle der Schmerzen (act. G
19).
C.d Mit Eingabe vom 15. Februar 2016 hält die Beschwerdegegnerin vollumfänglich an
ihrem Antrag und ihren Ausführungen in der Beschwerdeantwort fest. Auf eine
begründete Duplik verzichtete sie (act. G 21).
C.e Am 24. November 2016 reichte der Beschwerdeführer einen Austrittsbericht der
Klinik Gais, in welcher er sich vom 27. September bis 15. Oktober 2016 aufhielt, ein
(act. G 23).

Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist ein Rentenanspruch
des Beschwerdeführers.
1.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die Invalidität kann Folge von
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
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Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor,
wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn
sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50%
besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40% ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
1.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige
Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten
Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4). Für das gesamte
Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der
freien Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und
Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind
(BGE 125 V 352 E. 3a).
1.4 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht.
Danach haben Gericht und Verwaltung von Amtes wegen für die richtige und
vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (Urteil des
Bundesgerichts vom 1. April 2011, 8C_73/2011, E. 4.1).
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2.
Zu beantworten ist zunächst die Frage, ob der Sachverhalt in medizinischer Hinsicht
rechtsgenüglich erstellt ist. Die Beschwerdegegnerin stützt sich in der angefochtenen
Verfügung auf das polydisziplinäre Gutachten sowie die Stellungnahmen des RAD (IV-
act. 186). Dagegen bringt der Beschwerdeführer verschiedene Einwendungen vor (act.
G 1).
2.1 Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen
Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen
sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde
zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft
zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise
sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4). In Bezug auf Berichte von Hausärzten darf und soll
das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter im
Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten
ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb und cc). Dies gilt auch für
Stellungnahmen behandelnder Spezialärzte (Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007 sozialrechtliche Abteilungen des
Bundesgerichts] vom 6. April 2006, I 803/05, E. 5.5). Widersprechen Berichte
behandelnder Ärzte dem von der Verwaltung bei externen Spezialärzten eingeholten
Gutachten, ist die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch
tätigen (Fach-)Ärzte einerseits und Begutachtungsauftrag der amtlich bestellten
fachmedizinischen Experten anderseits zu beachten (Urteil des EVG vom 18. April
2006, I 783/05, E. 2.2). Es ist deshalb nicht zulässig, ein medizinisches Administrativ-
oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen
zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte später zu anderslautenden Einschätzungen
gelangen oder an vorgängig geäusserten abweichenden Auffassungen festhalten.
Vorbehalten bleiben aber Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt,
weil die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher
Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung
unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundegerichts vom 27. Mai
2008, 9C_24/2008, E. 2.3.2).
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2.2 Der Beschwerdeführer sieht die Aussagekraft der gutachterlichen Beurteilung
mangels genügenden Einbezugs der medizinischen Vorakten erschüttert (act. G1, Rz 4
ff., S. 6 f.). Im ABI-Gutachten vom 16. April 2013 sind die IV-Akten inkl. medizinische
Unterlagen chronologisch aufgeführt (IV-act. 115-3 ff.). Im Weiteren finden sich ab S. 6
des Gutachtens Auszüge aus den gemäss Gutachtern wichtigsten Vordokumenten (IV-
act. 115-6 ff.). Die orthopädischen, neurologischen und handchirurgischen Gutachter
nehmen ausdrücklich Bezug zu früheren ärztlichen Einschätzungen (IV-act. 115-19, 23,
27, 30). Dieses Vorgehen ist nicht zu beanstanden und der Einwand des
Beschwerdeführers in diesem Punkt unbegründet.
2.3 Der Beschwerdeführer bemängelt, dass medizinische Unterlagen, welche im
polydisziplinären Gutachten aufgeführt seien und als zentral eingestuft würden, nicht in
den IV-Akten vorhanden und ihm damit unbekannt seien. Zum einen handle es sich
dabei um einen Bericht der Klinik für Neurologie des Kantonsspitals St. Gallen vom 3.
Juli 2012 sowie um ein Gutachten von Dr. med. H._ vom 20. Januar 1999. Dies sei
eine Verletzung des rechtlichen Gehörs und müsse bereits zur Aufhebung der
angefochtenen Verfügung führen (act. G 1, Rz 7, S. 6 f.). Vorgenannte medizinische
Unterlagen finden sich in IV-act. 12-1 ff. (Gutachten von Dr. H._ vom 20. Januar
1999) und IV-act. 64-3 ff. (Bericht der Klinik für Neurologie vom 3. Juli 2012). Diese
Akten waren dem Beschwerdeführer zugänglich. Eine Gehörsverletzung ist damit nicht
ersichtlich.
2.4 Weiter trägt der Beschwerdeführer vor, es sei wenig wahrscheinlich, dass eine
Konsensbesprechung und Beurteilung stattgefunden habe. Es würden nur die
wichtigsten Erkenntnisse der Teilgutachten zusammengefasst bzw. wiederholt. In Ziff.
6 des Gutachtens wird eine Gesamtbeurteilung vorgenommen (IV-act. 115-28 ff.). Die
erneute Auflistung der Erkenntnisse aufgrund der persönlichen Untersuchungen in den
Teilgutachten vermag an der Zuverlässigkeit nichts zu ändern. Die vielen beklagten
Beschwerden führen nicht zwangsläufig zu einer anderen Beurteilung (BGE 141 V 301
f. E. 4.1.3.1), nachdem keiner der Teilgutachter von einer invalidenrechtlichen
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ausgeht. Überdies haben alle Gutachter das
Gutachten unterzeichnet. Das Gutachten ist auch unter diesem Punkt nicht zu
beanstanden und die Rüge des Beschwerdeführers unbegründet.
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2.5 Auch inhaltlich erscheint das Gutachten detailliert, schlüssig und nachvollziehbar.
Die Teilgutachten und somit auch die anschliessende Gesamtbeurteilung beruhen auf
eingehender Untersuchung des Beschwerdeführers und in Einbezug der geklagten
Schmerzen und der teils abweichenden Einschätzungen der im Zeitpunkt der
Begutachtung vorhandenen medizinischen Akten. Was die unterschiedliche
Arbeitsfähigkeitseinschätzung von Dr. E._ betrifft, ist – wie erwähnt (vgl. vorstehend
E. 2.1) – auch die Erfahrungstatsache zu berücksichtigen, dass er als behandelnder
Facharzt in Zweifelsfällen eher zu Gunsten seines Patienten aussagt und der
Behandlungsauftrag einem Begutachtungsauftrag nicht entspricht. Sowohl der
orthopädische (IV-act. 115-20 f.) als auch der neurologische (IV-act. 115-23)
Teilgutachter führen nachvollziehbar aus, warum aus somatischer Sicht die
Einschätzungen bezüglich Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers anders ausfallen. Es
sind damit keine konkreten Indizien ersichtlich, die gegen die Zuverlässigkeit des ABI-
Gutachtens sprechen und es gibt grundsätzlich keine Gründe, von den gutachterlichen
Einschätzungen – zumindest im Zeitpunkt der Begutachtung – abzu¬weichen.
3.
Im Weiteren ist zu prüfen, ob durch die nach Begutachtung im Januar 2013 bis
Verfügungserlass am 5. Januar 2015 im Recht liegenden medizinischen Unterlagen an
der Beurteilung etwas zu ändern vermögen bzw. sich weitere medizinische
Abklärungen aufdrängen.
3.1 Während Dr. med. I._, Oberärztin Handchirurgie, im Bericht vom 16. Juni 2014
(act. G 1.8) ohne Angabe eines Vergleichszeitpunkts und ohne nähere Begründung die
Panarthrose am linken Handgelenk als progredient bezeichnet, nimmt Dr. F._ im
Bericht vom 30. Juli 2014 (act. G 1.7) Bezug auf die Voruntersuchung vom 7.
September 2011 und bezeichnet den Verlauf lediglich als „eher“ progredient. Zentral ist
jedoch, dass beide Ärzte weiterhin eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers in adaptierter Tätigkeit als zumutbar bezeichnen und in diesem
Punkt nicht von der Einschätzung der ABI-Gutachter abweichen. Die mit Schreiben von
Dr. E._ vom 4. Dezember 2012 (IV-act. 115-33) und vom 4. März 2013 (act. G 1.6)
erhobenen Diagnosen decken sich – abgesehen von Exazerbationen des chronischen
zervikovertebrogenen Schmerzsyndroms mit Ausstrahlung in den linken Arm – mit den
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Diagnosen, welche auch die ABI-Gutachter gestellt haben. In Bezug auf die
Exazerbationen des chronischen zervikovertebrogenen Schmerzsyndroms ist von
Belang, dass diese den ABI-Gutachtern bekannt waren und von ihnen berücksichtigt
wurden, indes für die Arbeitsfähigkeitseinschätzung in somatischer Hinsicht anders
gewertet wurden. Die tatsächlichen Verhältnisse in somatischer Hinsicht haben sich
nicht derart verändert, dass nicht (mehr) auf das ABI-Gutachten abgestützt werden
könnte. Gegen eine relevante Veränderung des Gesundheitszustands spricht auch der
Austrittsbericht der Klinik Valens vom 31. Oktober 2013, wo sich der Beschwerdeführer
vom 24. September bis 12. Oktober 2013 zur stationären Behandlung aufhielt. Darin
wird ausgeführt, dass der Beschwerdeführer während des gesamten Aufenthalts ein
selbstlimitierendes Verhalten gezeigt habe, welches mit den spontanen Beobachtungen
nicht übereinstimmte. Bei Durchführung der Basistests zur Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit habe der Patient ein invalidisierendes Verhalten mit erheblicher
Symptomausweitung erkennen lassen, sodass die Resultate der Leistungstests für die
Einschätzung der zumutbaren Belastbarkeit nur teilweise verwertbar seien. Eine
Aussage zur Arbeitsfähigkeit sei sehr schwierig, da sich der Beschwerdeführer
inkonsistent verhalten habe (IV-act. 151-3 f.). Diese Ausführungen stimmen mit den
Feststellungen insbesondere des orthopädischen Teilgutachtens überein, worin unter
anderem ausgeführt wird, dass der Explorand seine Angaben wiederholt verändert
habe (IV-act. 115-15 f., Ziff. 4.2.2.1), dass ein „massiver Verdacht auf
Schmerzausweitung“ bestehe (IV-act. 115-17 f., Ziff. 4.2.3) und dass deutliche
Diskrepanzen zwischen den Beschwerdeangaben und den objektiven medizinischen
Befunden bestünden (IV-act. 115-30, Ziff. 6.4).
3.2 In psychiatrischer Hinsicht diagnostiziert med. pract. B._ mit Bericht vom 6.
März 2014 eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen
Faktoren (ICD-10 F45.41; act. G 1.10). Die depressive Reaktion des Beschwerdeführers
sei als Komorbidität auf seine extrem schwierige soziale Lage und seine dauerhafte
körperliche Einschränkung zu sehen (act. G 1.11). Der psychiatrische ABI-Teilgutachter
hat keine Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit erhoben und dem von ihm
geäusserten Verdacht auf eine dysfunktionale Schmerzverarbeitung mit algogener
Verstimmung ausdrücklich keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zugebilligt (IV-act.
115-12 f.). Seine Ausführungen sind nachvollziehbar und aus den Akten ergeben sich
keine konkreten Anhaltspunkte, die gegen seine Arbeitsfähigkeitsschätzung bzw.
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Zumutbarkeitsbeurteilung sprechen würden. Für diese Beurteilung sprechen wiederum
die Einschätzungen der verantwortlichen Ärzte der Klinik Valens, welche zwar von einer
Dysthymie sprechen (IV-act. 151-3); eine solche führt in aller Regel jedoch nicht zu
einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Dezember
2012, 8C_303/2012 / 8C_340/2012, E. 4.2; Urteil des Bundesgerichts vom 30.
September 2015, 8C_162/2015, E. 3.3.3). Die andere Beurteilung von med. pract. B._
ändert daran nichts, nachdem Hinweise auf eine Verschlechterung des psychischen
Gesundheitszustands des Beschwerdeführers nach der ABI-Begutachtung und vor
Erlass der abweisenden Verfügung fehlen. Weiter sind beim Beschwerdeführer – wie
erwähnt – Aggravationstendenzen zumindest erkennbar. Die von med. pract. B._
gestellte Diagnose ist nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt und vermag
das psychiatrische Teilgutachten nicht in Zweifel zu ziehen. Damit entfällt eine Prüfung
im Lichte der geänderten Rechtsprechung bei somatoformer Schmerzstörung (BGE
141 V 281 ff.), auch wenn das ABI-Gutachten von Januar 2013 unter Geltung der
altrechtlichen Praxis erstellt worden ist.
4.
Die nach Verfügungserlass eingereichten Berichte der behandelnden Ärzte des
Beschwerdeführers (act. G 6-2 ff., G 19-1 ff.) sind in dem Sinne zu berücksichtigen, als
dass sie Bezug auf die Beschwerden und deren Wirkungen zum Zeitpunkt vor und bei
Verfügungserlass nehmen (BGE 116 V 82 E. 6.b). Die Berichte von Dr. E._ vom 18.
März 2015 (act. G 6-2), 25. November 2015 (act. G 19-4) und 18. Dezember 2015 (act.
G 19-5) ergeben keine neuen Hinweise bezüglich Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers für die Zeit bis zum Verfügungserlass. Dasselbe gilt für die Berichte
von Dr. med. J._, Assistenzärztin des Schmerzentrums des Kantonsspitals St. Gallen
vom 7. März (act. G 6-4) und vom 10. Dezember 2015 (act. G 19-1) sowie für die
Berichte von Dr. med. K._ der Neurologie des Kantonsspitals St. Gallen, vom 20.
Oktober 2015 (act. G 19-2), von Dr. F._ vom 3. November 2015 (act. G 19-3), von Dr.
med. L._ von der Notfallpraxis des Kantonsspitals Frauenfeld vom 23. Dezember
2015 (act. G 19-6) sowie von der Klinik Gais, Kardiale Rehabilitation, Psychosomatik
und Psychotherapie, vom 18. November 2016 (act. G 23). Eine allfällige seit
Verfügungserlass eingetretene Verschlechterung des Gesundheitszustandes des
Beschwerdeführers wäre als Neuanmeldung an die Beschwerdegegnerin zu richten.
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5.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass keine konkreten Indizien gegen die
Zuverlässigkeit des ABI-Gutachtens sprechen und seit der Begutachtung im Januar
2013 bis zum Verfügungserlass im Januar 2015 nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit von einer relevanten Veränderung des Gesundheitszustands seit
der Begutachtung auszugehen ist. Dementsprechend ist auf das ABI-Gutachten und
auf dessen Einschätzungen in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
abzustellen. Von weiteren medizinischen Abklärungen sind keine anderen Erkenntnisse
in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers bei Verfügungserlass zu
erwarten.
6.
6.1 Aus Sicht der ABI-Gutachter ist der Beschwerdeführer für eine körperlich leichte
bis mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeit ohne repetitive Bewegungen der linken
Hand zu 100% arbeits- und leistungsfähig. In Bezug auf die Zumutbarkeitsbeurteilung
ist indes, wie bereits im unfallversicherungsrechtlichen Verfahren UV 2014/9 ausgeführt
(vgl. E. 5.4 des Urteils des Versicherungsgerichtes St. Gallen vom 15. April 2016), von
den Einschätzungen von Dr. med. M._, Facharzt für Chirurgie FMH, auszugehen,
wobei mittlere bis schwere Belastungen des linken Handgelenks zu vermeiden sind
und jegliche leichten körperlichen Tätigkeiten ohne repetitives Heben und Tragen von
Lasten, ohne Arbeiten an vibrierenden Maschinen und ohne dauernde
Umwendbewegungen jedoch vollumfänglich möglich sind. Diese Beurteilung enthält
ein detaillierteres Zumutbarkeitsprofil bezüglich Beschwerden der linken Hand als
diejenige der ABI-Gutachter und überzeugt auch in Würdigung des gesamten
Beschwerdebildes des Beschwerdeführers. Dr. M._ hat den Beschwerdeführer
persönlich untersucht und sich wiederholt mit der Aktenlage auseinandergesetzt
(Kreisärztliche Untersuchung vom 30. März 2012 [Fremdakten, act. 112]). Folglich
erscheint es gerechtfertigt, auf die konkretisierten Einschränkungen Rücksicht zu
nehmen und auf das Zumutbarkeitsprofil von Dr. M._ abzustellen.
6.2 Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird
gemäss Art. 16 ATSG durch einen Einkommensvergleich ermittelt. Dabei wird das
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Einkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in
Beziehung gesetzt zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn
sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
6.3 Bei der Gegenüberstellung der Vergleichseinkommen ist auf die Ausführungen im
Verfahren UV 2014/9 zu verweisen, wonach für das Jahr 2012 von einem
Valideneinkommen von Fr. 65‘177.-- und einem Invalideneinkommen von Fr. 55‘347.--
und damit von einem Invaliditätsgrad von 15% auszugehen ist (vgl. E. 6.3 f. des Urteils
des Versicherungsgerichtes St. Gallen vom 15. April 2016). Selbst bei einem maximal
möglichen Tabellenlohnabzug von 25% (BGE 126 V 75) resultierte ein Invaliditätsgrad
von unter 40%. Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht damit kein Anspruch auf eine Rente
und die Beschwerde ist abzuweisen.
7.
7.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des
Verfahrens entsprechend (Art. 95 Abs. 1 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]) ist sie vollumfänglich dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen. Der Beschwerdeführer hat ein Gesuch um
unentgeltliche Rechtspflege gestellt. Mit Blick auf die belegten Einkommens- und
Vermögensverhältnisse des Beschwerdeführers und dessen Ehefrau (act. G 9.1) kann
die Bedürftigkeit wie bereits im Verfahren UV 2014/9 als ausgewiesen erachtet werden.
Ferner war zum Zeitpunkt, als das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gestellt
wurde, die Beschwerde nicht als aussichtslos zu betrachten, nachdem die
Arbeitsfähigkeitseinschätzungen der Ärzte variieren. Dem Gesuch um unentgeltliche
Rechtspflege ist damit zu entsprechen und der Beschwerdeführer von der Bezahlung
der Gerichtsgebühr zu befreien.
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7.2 Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der
Rechtsvertretung des Beschwerdeführers (Art. 122 Abs. 1 lit. a der Schweizerischen
Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 VRP). Die Parteientschädigung
wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach
der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen
(Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr.
12'000.--. Praxisgemäss wird die Parteientschädigung bei einem durchschnittlich
aufwändigen IV-Rentenfall auf Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer)
festgesetzt. Da es sich beim vorliegenden Fall um einen solchen handelt, ist von
diesem Ansatz auszugehen. Der Beschwerdeführer hat seinem Rechtsvertreter einen
Kostenvorschuss von Fr. 1‘500.-- geleistet (act. G 9). Dieser ist ihm nicht
zurückzuerstatten, sondern an die Verfahrenskosten anzurechnen (vgl. Ziff. 5.2 der vom
st. gallischen Kantonsgericht erlassenen "Richtlinien zur unentgeltlichen Rechtspflege
im Zivilprozess und für die Privatklägerschaft im Strafprozess" vom Mai 2011, die vom
Versicherungsgericht praxisgemäss analog angewendet werden). Das verbleibende
Honorar von Fr. 2‘000.-- ist zufolge unentgeltlicher Prozessführung um einen Fünftel
herabzusetzen (Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes; sGS 963.70). Somit hat der Staat
den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers pauschal mit Fr. 1‘600.-- (inkl.
Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
7.3 Der Beschwerdeführer ist zur Nachzahlung an den Kanton verpflichtet, sobald er
dazu in der Lage ist (Art. 123 ZPO i.V.m. Art. 99 Abs. 2 VRP).