Decision ID: f9b0c4b7-810e-5485-a923-715423338801
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
,
geboren 19
77
, war seit
1.
Februar 2009 bei der
Z._
als Projektleiter
tätig und damit bei der
Schweizerischen
Unfallversiche
rungsanstalt
(SUVA) o
bligatorisch unfallversichert. Am
27.
September 2010 prallte ihm ein Fenster gegen den Kopf (Urk.
13/1, Urk.
13/5)
und
verletzte
ihn
im Gesicht und am Rücken
(Urk.
13/1,
Urk.
13/5).
Der gleichentags aufgesuchte
Dr.
med.
A._
,
Allgemeine Medizin FMH,
diagnostizierte
im
Bericht vom 1
3.
Dezember 2010 eine vegetative
Dystonie
und
eine
Commotio (Urk. 13/3
,
Urk.
13/11
).
Nachdem
d
er
Versicherte
nach wenigen Tagen
seine
Arbeit wieder aufgenommen hatte, war
er
w
egen
wiederholter Arbeitsunfähigkeit und
anhal
t
enden Beschwerden vom 6.
Juli bis
21.
September 2011
in der
Klinik B._
hospitali
siert (Urk.
13/62
, Urk.
13/87-88).
Mit Verfügung vom
2
3.
November 2011 stellte die SUVA
die bis dahin erbrach
ten Leistungen mangels adä
quaten Kausalzusammenhangs
per 1. Dezember 2011
ein (Urk.
1
3
/97
).
Die v
o
m zuständigen Krankenversicherer am 2
5.
November 2011
erho
bene Ein
sprache (Urk. 1
3/104
) wurde am
1
5.
Dezember 2011
wieder zurückgezogen (Urk.
13/106
).
Die Einsprache des Versicherten vom 2
8.
November 2011 (
Urk.
13/103) und deren Ergänzung vom 2
3.
Dezember 2011 (
Urk.
13/111) wies die SUVA mit
Einspracheentscheid
vom 2
7.
Januar 2012
ab; gleichzeitig wurde der Beschwer
de gegen diesen Entscheid die aufschiebende Wirkung entzogen (Urk.
13/113 = Urk. 2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 2
7.
Januar 2012
liess der Versicherte mit Eingabe vom 2
2.
Februar 2012 Beschwerde erheben
und
Antrag stellen
,
der Entscheid
sei aufzuheben
und es seien ihm weiterhin die gesetzlichen Leistun
gen
(Heilungskosten und Unfalltaggelder)
zu gewähren
; eventualiter sei ein
Ge
richtsgutachten
einzuholen. In prozessualer Hinsicht
beantragte
er unter an
de
rem, der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zuzuerkennen
(Urk. 1 S. 2
Ziff.
1-4
).
Am
4.
Mai 2012 liess er
Arztzeugnisse
nachreichen (
Urk.
8
, Urk. 9/1-3
).
Mit Beschwerdeantwort vom
1
1.
Mai 2012 liess die SUVA auf Abweisung der Beschwerde schliessen (
Urk.
12).
Nach Eingang weiterer Unterlagen (
Urk.
15-16) trat das Gericht mit Verfügung vom 2
1.
August 2012 auf das
Gesuch
des Beschwerdeführers
um Wiederher
stellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde nicht ein und wies
sein
sinngemäss
e
s
Begehren um Erlass vo
rsorglicher Massnahmen ab (Urk.
17). In der Replik vom 2
0.
September 2012 (
Urk.
19) und der Duplik vom 25.
Oktober 2012 (
Urk.
23) hielten die Parteien an ihren Anträgen fest.
Zu den vom Beschwerdeführer am 3
1.
Januar, 2
5.
Februar und 2
9.
April 2013 (
Urk.
25,
Urk.
30,
Urk.
36) nachgereichten Arztberichten nahm die
Beschwerde
gegnerin
am 1
9.
Februar (
Urk.
29),
1
9.
März (
Urk.
34) und 28.
Mai 2013 (
Urk.
40) Stellung.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach
Art.
10
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung ihrer Un
fallfolgen.
Den gesetzlich umschriebenen Anspruch auf Heilbehandlung hat die versicherte Person so lange, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung eine namhafte Verbesserung ihres Gesundheitszustandes erwartet werden kann
.
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sin
ne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um
stände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als einge
treten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entspre
chend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des na
tür
li
chen Kau
salzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die al
leinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schä
digende Ereignis zu
sammen mit anderen Bedingungen die kör
perliche oder geistige Integrität der versicherten Person beein
trächtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die ein
getretene
gesund
heitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 406 E. 4.3.1, 123 V 45 E. 2b, 119 V 335 E. 1, 118 V 289 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang be
steht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht übli
chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinwei
sen).
1.
3
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U 172/94 vom 2
6.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines
Ge
sundheitsschadens
muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S. 45; BGE 119 V 7 E. 3c/
aa
)
.
1.
4
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
Ist ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule diagnostiziert und liegt ein für diese Verletzung typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörun
gen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit,
Visusstörungen
, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung und so weiter vor, so ist der natürliche Kausal
zusammenhang zwischen dem Unfall und der danach eingetretenen Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit in der Regel anzunehmen. Es ist zu beto
nen, dass es gemäss obiger Begriffsumschreibung für die Bejahung des natürli
chen Kausalzusammenhangs genügt, wenn der Unfall für eine bestimmte gesundheitliche Störung eine Teilursache darstellt (BGE 117 V 359 E. 4b).
Bei der Beurteilung der Adäquanz von organisch nicht (hinreichend) nachweis
baren Unfallfolgeschäden ist wie folgt zu differenzieren (BGE 127 V 102 E.
5b/
bb
): Es ist zunächst abzuklären, ob die versicherte Person beim Unfall ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule (HWS), eine dem Schleudertrauma äqui
valente Verletzung oder ein Schädelhirntrauma erlitten hat. Ist dies nicht der Fall, gelangt die Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 133 E. 6c/
aa
(sogenannte Psycho-Praxis) zur Anwendung. Bei Schleudertraumen und äquivalenten Ver
letzungen der HWS sowie Schädelhirntraumen
, welche mindestens den
Schwe
regrad
der
Contusio
cerebri erreichen (Urteil des Bundesgerichts 8C_270/2011 vom 2
6.
Juli 2011 E. 2.1)
wird hingegen auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet (sog
enannte
Schleuder
trauma-Praxis
; zum Ganzen: BGE 134 V 109 E. 2.1 mit Hinweisen). Ergeben die Abklärungen, dass die versicherte Person ein Schleudertrauma, eine äquivalente Verletzung der HWS oder ein Schädelhirntrauma erlitten hat, muss beurteilt werden, ob die zum typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehö
renden Beeinträchtigungen (vgl. BGE 119 V 337 E. 1, 117 V 359 E. 4b) zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten. In diesen Fällen ist die Beurteilung praxisgemäss unter dem Gesichtspunkt einer psychischen Fehlentwicklung nach Unfall vorzunehmen (BGE 123 V 98 E. 2a; 127 V 102 E. 5b/
bb
). Ergibt sich, dass es an der Adäquanz fehlt, erübrigen sich auch Weiterungen zur natürlichen Kausalität (vgl. SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67, U 183/93 E. 3c; Urteil des Bundesgerichts 8C_70/2009 vom 3
1.
Juli 2009 E. 3 mit Hinweis).
1.5
Die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Un
fall und der infolge eines Schleudertraumas der Halswirbelsäule auch nach Ablauf einer gewissen Zeit nach dem Unfall weiterbestehenden gesundheitlichen Be
einträchtigungen, die nicht auf organisch nachweisbare Funktionsausfälle zu
rückzuführen sind, hat nach der in BGE 117 V 359 begründeten Rechtsprechung des Bundesge
richts in analoger Anwendung der Methode zu erfolgen, wie sie für psychische Stö
rungen nach einem Unfall entwickelt worden ist (vgl. BGE 123 V 98 E. 3b, 122 V 415 E. 2c). Es ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die Entstehung der Arbeits- bezie
hungsweise der Erwerbsunfähigkeit zukommt. Das trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Demnach ist zunächst zu ermitteln, ob der Unfall als leicht oder als schwer zu betrachten ist oder ob er dem mittleren Bereich angehört. Auch hier ist der adä
quate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und gesundheitlicher Beeinträch
tigung bei leichten Unfällen in der Regel ohne
Weiteres
zu verneinen und bei schweren Unfällen ohne Weiteres zu bejahen, wogegen bei Unfällen des mittle
ren Bereichs weitere Krite
rien in die Beurteilung mit einzubeziehen sind. Je nachdem, wo im mittleren Bereich der Unfall einzuordnen ist und abhängig davon, ob einzelne dieser Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sind, genügt zur Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein Kriterium oder müssen mehrere herangezogen werden.
Als Kriterien nennt die Rechtsprechung hier:
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Un
falls;
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen;
fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung;
erhebliche Beschwerden;
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.
Diese Aufzählung ist abschliessend. Anders als bei den Kriterien, die das Bun
desgericht in seiner oben zitierten Rechtsprechung (BGE 115 V 133) für die Beurteilung des ad
äquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und einer psychischen Fehl
entwicklung für relevant erachtet hat, wird bei der Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall mit Schleudertrauma der Halswirbelsäule und den in der Folge eingetretenen Beschwerden auf eine Differenzie
rung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet, da es bei Vorliegen eines solchen Traumas nicht ent
scheidend ist, ob Beschwerden medizinisch eher als orga
nischer und/oder psy
chischer Natur bezeichnet werden (BGE 134 V 109 ff.; RKUV 2001 Nr. U 442 S.
544 ff., 1999 Nr. U 341 S. 409 E. 3b, 1998 Nr. U 272 S. 173 E. 4a; BGE 117 V 359 E. 5d/
aa
und 367 E. 6a).
1.
6
Die zum Schleudertrauma entwickelte Rechtsprechung wendet das Bundesge
richt sinngemäss auch bei der Beurteilung des adäquaten Kausalzusammen
hangs zwischen einem Unfall und den Folgen eines Schädel-Hirn-Traumas (BGE 117 V 369 f. E. 4b) oder den Folgen einer dem Schleudertrauma ähnlichen Verletzung der Halswirbelsäule an (vgl. RKUV 1999 Nr. U 341 S. 408 E. 3b; SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67 E. 2; ferner BGE 134 V 109 E. 10.2 f.).
1.7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
hielt
den medizinischen Sachverhalt
für
ausreichend abgeklärt
.
Sie verneinte e
inerseits
das Vorliegen von
objektivierbaren,
organi
schen Unfallfolgen
, wobei
sie
der
C
ommotio
labyr
i
nthi
keine
unfallversiche
rungsrechtliche
Relevanz zu
erkannte
; andererseits verneinte sie d
en adäquaten
Kausalzusammenhang zwischen
den organisch nicht nachweisbaren sowie den psychischen
Beschwer
den und de
m
erlittenen Unf
all
, wobei sie
die Adäquanz
anhand der Rechtsprechung für psychische Fehlentwicklungen prüfte
.
Im Wei
teren erachtete sie den medizinischen Endzustand im Zeitpunkt des
Verfü
gungs
erlasses
als erreicht (
Urk.
2
,
Urk.
12
,
Urk.
23,
Urk.
29,
Urk.
40
).
2.2
Der Beschwerdeführer
liess
demgegenüber
vortragen
(
Urk.
1)
,
der Sachverhalt sei unvollständig abgeklärt (S. 5
, S. 9
)
, die vorgeschädigte Halswirbelsäule (HWS) sei traumatisiert worden (S. 6 f.), die
neurootologische
n
und
ophtalmolo
gische
n
Untersuchung
en hätten
ein organisches Substrat der Beschwerde erge
ben, so dass die Leistungen nicht wegen fehlender Adäquanz abgelehnt werden dürften (S. 7 f
.
)
, und schliesslich sei
der Endzustand noch nicht erreicht, wes
halb der Fallabschluss ver
früht erfolgt sei (S. 9
f.
;
Urk.
8, Urk.
15
)
. In der Replik (
Urk.
19)
vertrat
der Beschwerdeführer darüber
hinaus
den Standpunkt
, durch das Unfallereignis sei der degenerative Vorzustand mit den
Diskusprotrusionen
in der HWS, mithin ein organischer Schaden, aktiviert worden (S. 3), dieser Gesundheitsschaden wie auch der Tinnitus hätten ihn zur psychischen Dekom
pensation geführt (S. 4 f.
; vgl. auch
Urk.
25,
Urk.
30, Urk. 36).
2.3
Strittig ist somit,
ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen zu Recht auf den
1.
Dezember 2011 hin eingestellt hat.
3.
3.1
Zunächst ist zu prüfen, ob der Beschwerdeführer an organischen Unfallfolgen leidet, wovon dieser
mit Blick auf die Diskushernie an der HWS, de
m
Tinnitus und die Schwindel
ausging.
3.2
Dr.
A._
berichtete am 1
3.
Dezember 2010, er habe den Beschwerdeführer am Unfalltag
, mithin am 2
9.
September 2010
behandelt. Er nannte als Diagnose eine vegetative Dystonie und eine Commotio, attestierte
- rückwirkend bis 4./
5.
Oktober 2010 -
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit und überwies den Beschwerdeführer zu weiteren Abklärung
en
an
die
Neurologen des
Spitals C._
(Urk. 13/3).
Im
Austrittsbericht der Notfallstation des
Spitals C._
vom 29.
September 2010
über die gleichentags durchgeführte ambulante Abklärung
wurde
festgehalten
, dass der Beschwerdeführer über anhaltenden Schwindel (Drehschwindel), Konzentrationss
törungen
, Kopfschmerzen
und Sehstörungen
geklagt habe, die sich im Rahmen einer Dystonie nach Commotio
erklärten. Die
neurologische Untersuchung
habe
keine Ausfälle
ergeben
. Mangels Risikofak
toren für eine intrazerebrale Blutung (ICB) sei auf eine Bildgebung verzichtet worden
(
Urk.
13/11).
Im Bericht des
Spitals C._
vom 1
1.
November 2010 war übe
r
dies von anhaltender Müdigkeit,
Vergesslichkeit
und HWS-Schmerzen
die Rede. Aufgrund der
unauffälligen
Elektroenzephalographie
(EEG
; vgl. Urk.
13/18
)
und der geklagten Beschwerden w
urden nunmehr neben den bereits gestellten Diagnosen auch ein HWS-Distorsionstrauma und ein Status nach Migräne genannt. Die geschilderten Beschwerden seien gut vereinbar mit einer Commotio cerebri
(Urk.
13/1
9
).
Die
zur Abklärung der Problematik an der HWS veranlasste
Magnetresonan
z
to
mographie
vom 1
5.
Dezember 2010
zeigte
eine diskrete
Diskopathie
, aber kei
n
en
Hinweis auf post
traumatische Schädigungen (Urk.
13/25).
3.3
Der Beschwerdeführer hatte wenige Tage nach dem Unfall vom 2
7.
September 2010 seine Arbeit wieder aufgenommen (vgl. Zeugnis von
Dr.
A._
vom 1
3.
Dezember 2010), wurde
indes
am 1
0.
Dezember 2010
erneut
arbeitsunfähig (Urk. 13/4-5).
Wegen seines Wohnortwechsels (vgl.
Urk.
13/3
und
Urk.
13/24 S. 1 unten
) be
gab er sich
deshalb
in Behandlung zu
Dr.
med.
D._
,
Innere Medizin FMH
. Dieser
diagnostizierte am
6.
Januar 2011 einen Status nach Commotio und Schleudertrauma mit ausgeprägten Folgeproblemen: Kopfschmerzen und neu
ropsychologische Probleme und Defizite, Konzentrationsstörungen und emotio
nale Instabilität.
Dr
.
D._
berichtete, d
er Beschwerdeführer habe eine körper
lich weniger belastende Tätigkeit zugeteilt erhalten, die er
ab 1
0.
Januar 2011
zu 50
%
aufnehme
(Urk.
13/10
)
.
Dieses
Pensum
steigerte
der Beschwerdeführer ab 2
1.
Januar 2011 auf 100
%
(vgl.
Urk.
13/20;
Urk.
13/24 S. 2 unten).
3.4
Im Bericht der Psychologin und
des
Neuropsycholog
e
n
der
E._
vom 2
4.
Juni 2011
wurde
n leichte kognitive Leistungsdefizite im
Be
reich der Aufmerksamkeits- und Gedächtnisleistungen und Hinweise auf affek
ti
ve
Begleitsymptome erhoben. N
eben der Commotio cerebri und der HWS-Dis
tor
sion
wurde
ein Verdacht auf Anpassu
ngsstörung diagnostiziert (Urk.
13/33).
Dr.
med.
F._
,
Facharzt für Augenheilkunde FMH, diagnostizierte im Bericht vom 3
0.
August 2011 bei einem Status nach
Contusio
cerebri eine
n
geringen myopen Astigmatismus und eine im Nahbereich zweitweise
dekompensierende
Exophorie
. Den
beschriebenen
Sehstörungen konnte mit einer Brille
erfolgreich
begegnet werden (Urk.
13/8
5
).
3.
5
Nach der Kündigung des Arbeitsverhältnisses auf den 3
1.
August 2011 (
Urk. 13/52/2
)
und erneuter Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
13/41) weilte der Be
schwer
deführer vom
6.
Juli bis 3
1.
August
(
Urk.
13/62/1) beziehungsweise bis
2
1.
September 2011
in der
Klinik B._
(
Urk.
13/88). Im Austrittsbericht vom 2
6.
September 2011 wurden
nach ps
ychiatrischem
und
otoneurologischem
Konsilium
(
Urk.
13/
86-87
)
folgende Diagnosen gestellt (
Urk.
13/88
S. 1
):
Unfall vom 2
9.
September 2010: Schlag auf den Kopf durch Bauteil
leichte traumatische Hirnverletzung
HWS-Distorsion
wahrscheinlich Commotio
labyrinthi
rechts
Daraus folgen
d
undifferenzierte
Somatisierungsstörung
s
aisonale Rhinitis
allergica
Migräne
(Erstdiagnose etwa im 1
8.
Lebensjahr)
Bienengiftallergie
chronische belastungsabhän
g
ige Rückenbeschwerden bei anamnestisch Morbus Scheuermann
Persönlichkeitsakzentuierung vom
anankastischen
Stil
Al
s
Probleme bei
m
Austritt wurden die Vergesslichkeit, Dauerschwinde
l
, Kopf- und Nackenschmerzen, rasche Erschöpfbarkeit, Müdigkeit und die Kündigung
angegeben
(S. 1)
.
Gestützt auf die
otoneurologische
Untersuchung
durch
Dr.
med.
G._
,
Fach
arzt FMH für Ohren-, Nasen- und Halskrankheiten, SUVA Arbeitsmedizin,
vom
2
7.
Juli 2011 (
vgl. Urk.
13/86)
wurde eine wahrscheinliche Commotio
labyrinthi
(posttraumatische Innenohrfunktionsstörung)
bei ansonste
n
unauffällige
m
neurologische
n
Status
genannt
(S. 2).
Da
zu
führte
Dr.
G._
aus, die Kausali
tät der Commotio
labyrinthi
zum Unfallereignis vom 27. September 2010 sei zu bejahen. Doch seien die daraus resultierenden Störungen des
Gleichgewichts
systems
nicht erheblich und begründeten weder einen Integri
t
ät
s
schaden noch eine Arbeitsunfähigkeit (
vgl.
Urk.
13/86
S. 4-5).
Weiter berichteten d
ie Ärzte der
Klinik B._
,
die multiplen und wech
selnden körperlichen Symptome könnten hinsichtlich Schwere, Ausmass und Vielfalt durch den Unfall nicht vollständig erklärt werden. Das klinische Bild der Persönlichkeitsakzentuierung imponiere durch übermässige
Leistungs
be
zogenheit
, Gefüh
le
von Zweifel und über
mässige Vorsicht sowie Tendenz zu Perfektionismus (S. 2 unten f.). Es liege keine kognitive Leistungsminderung
als
Folge
einer hirnorganischen Schädigung
vor, doch
bestehe eine
leicht
e
bis mit
telschwer
e
Leistungsminderung
infolge
einer psychischen Störung mit
Krank
heitswert
(S. 3)
.
Neuropsychologische Funktionsstörungen erhoben sie keine
(S. 2)
.
Die Ärzte der
Klinik B._
hielten die angestammte Tätigkeit als Projekt
leiter wegen de
r
hohen Anforderungen nicht mehr
für
zumutbar. Leichte Tätig
keit
en
ohne längere vornübergebeugte Haltung (unfallfremd) und mit leichten kognitiven Anforderungen
erachteten sie hingegen
-
schrittweise aufbauend
- ganz
tags
für
zumutbar. Dabei
hielten
sie berufliche Eingliederungsmassnahmen seitens der Invalidenversicherung für indiziert
(S.
2)
.
3.6
Kreisarzt Prof.
Dr.
med.
H._
schloss
aus dieser Aktenlage
am
3.
November 2011, aus somatischer Sicht sei der Endzustand erreicht. Es lägen keine struk
turellen Läsionen des Schädels beziehungsweise der HWS vor (
Urk.
13/93).
Gestützt darauf erging die
dem angefochtenen
Einspracheentscheid
zu Grunde liegende
Verfügung
vom 2
3.
November 2011
(
Urk.
13/97).
3.7
Hausarzt
Dr.
D._
bescheinigte am 3
0.
November 2011 eine Arbeitsunfähig
keit von 100
%
für di
e angestammte Tätigkeit;
leichte leidensangepasste Tätig
keiten sei
en
mit einem Pensum von 50
%
zu beginnen (
Urk.
13/95).
Für die Zeit vom 1
9.
März bis 1
3.
Mai 2012 attestierte er
dementsprechend
eine Arbeitsun
fähigkeit von 50
%
(
Urk.
9/1-3).
Auf Zuweisung
durch
Dr.
D._
untersuchte
Dr.
med.
I._
,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
FMH, den Beschwerdeführer.
Im Bericht vom 2
0.
August 2012 (
Urk.
20/3) nannte
der Psychiater
als Diagnose ein organische
s
Psychosyndrom nach Schädelhirntrauma mit
(richtig: nach)
leichter
Hirnverlet
zung
(ICD-10 F07.2)
bei Persönlichkeit mit ausgeprägter Leistungsorientierung. Weiter führte er aus, das aktuell bestehende Zustandsbild sei vor dem Unfall nicht vorhanden gewesen, weshalb er von einem kausalen Zusammenhang aus
gehe
.
In Übereinstimmung
mit dem behandelnden Dr.
D._
bescheinigte
er
eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
in der angestammten Tätigkeit und - nach beruflichen Massnahmen - von 50
%
in
eine
r
Verweist
ätigkeit
(
Urk.
20/3
).
3.
8
Am
1
6.
Januar 2013
berichtete
Dr.
med.
J._
,
Spezialarzt FMH für Otor
hi
nolaryngologie, Hals- und Gesichtschirurgie
,
über seine Untersuchung des Be
schwerdeführers
(
Urk.
26).
Bei Status nach Schädel-Hirn-Trauma (
Contusio
capitis
und Commotio cerebri) und nach HWS-Beschleunigungstrauma diag
nos
tizierte er ein posttraumatisches
cervico-encephales
Syndrom mit Tinnitus, Funktion
s
- und Integrationsstörungen und neuro-psychologische
n
Defizite
n
.
Dr.
J._
führte aus, d
er Unfall habe zu Mikroläsionen geführt, welche die posttraumatische Symptomatik
(Schwindel- und Gleichgewichtsbeschwerden)
erklär
ten
.
Beim Tinnitus spiele sicher auch eine
Chronifizierung
und Dekom
pensation eine Rolle (S. 8 f.).
3.9
Am
7.
Februar 2013 verfasste der Psychiater des
K._
einen Bericht.
In
seinem Fachgebiet diagnostizierte er eine
Anpas
sungsstörung
und bescheinigte eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
seit dem Unfallereignis (
Urk.
31).
Im Bericht zur Interdisziplinären Schmerzbehandlung des
K._
vom 1
2.
April 2013 (
Urk.
37/1)
wurden nach
polydiszipli
nären
Abklärungen
folgende Diagnosen genannt (S. 1):
Status nach HWS-Distorsion
z
ervikozephales
Syndrom mit Begleitschwindel
Lumboischialgie
Tinnitus
Status nach Morbus Scheuermann
grössenstationäre
Pi
n
eal
i
szyste
Anpassungsstörung
D
ie Ärzte des
K._
hielten den
Beschwerdeführer aus subjektiver und objek
tiver Sicht auch in einer angepassten Tätigkeit zu 50
%
arbeitsfähig (
S. 3 und S. 5-6
)
.
Betreffend die Unfallkausalität der Beschwerden ist dem Bericht nichts zu entnehmen.
3.10
Mit
einem
Pensum
von 50
%
hat
der
Beschwerdeführer
am
1.
August 2012
eine neue
Tätigkeit als Schreiner/Projektleiter
aufgenommen
(vgl.
Urk.
37/2).
4.
4.1
Entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers
kann
aus d
ieser medizini
schen Aktenlage
nicht
geschlossen werden
, dass seinen über den 30.
November 2011 hinaus geklagten Beschwerden ein organisches Substrat zu Grunde liegt.
Eine Diskushernie an der Halswirbelsäule wurde in keiner der Diagnoselisten erwähnt. Zwar zeigte das MRI vom 1
5.
Dezember 2010 eine diskrete
Diskopa
thie
, doch wurde im gleichen Zug eine traumatische Schädigung verneint (vorstehend E. 3.2). Zudem
entspricht es medizinischer Erfahrungstatsache, dass praktisch alle Diskushernien bei Vorliegen degenerativer
Bandscheibenver
änderungen
entstehen und ein Unfall nur ausnahmsweise, unter besonderen Voraussetzungen, als eigentliche Ursache in Betracht fällt. Eine Diskushernie kann als weitgehend unfallbedingt betrachtet werden, wenn der Unfall von be
sonderer Schwere und geeignet war, eine Schädigung der Bandscheibe herbei
zuführen, und die Symptome der Diskushernie (vertebrales oder
radikuläres
Syndrom) unverzüglich und mit sofortiger Arbeitsunfähigkeit aufgetreten sind. Ein Unfall ist somit nur in Ausnahmefällen geeignet, eine
Bandscheibenverlet
zung
hervorzurufen, zumal eine gesunde Bandscheibe derart widerstandsfähig ist, dass unter Gewalteinwirkung eher die Wirbelknochen brechen, als dass die Bandscheibe verletzt würde. Bezüglich der Verschlimmerung eines
vorbestehen
den
Gesundheitsschadens gelten dieselben Kriterien. Die Dauer, während der eine vorbestehende Wirbelsäulenerkrankung durch einen Unfall - bei Fehlen unfallbedingter Wirbelkörperfrakturen oder struktureller Läsionen an der Wir
belsäule - im Sinne einer vorübergehenden Verschlimmerung beeinflusst wird, beträgt nach unfallmedizinischer Erfahrung sechs bis neun Monate, längstens jedoch ein Jahr (Urteil des Bundesgerichts
8C_735/2009 vom 2. November 2009 E. 5.1).
Aus dieser höchstricht
er
lichen Rechtsprechung folgt, dass selbst wenn der Unfall vom 2
7.
September 2010 zu einer vorübergehenden Verschlimmerung der - anerkanntermassen degenerativ vorgeschädigten
(vgl.
Urk.
19 S. 3)
-
Dis
kushernien
auf der Höhe der
Halswirbelsäule geführt hätte, im Zeitpunkt der Leistungseinstellung am 1. Dezember 2011 jedenfal
ls der Status quo sine er
reicht und
die Beschwerdegegnerin nicht weiter leistungspflichtig
war
.
Es kann unter diesen Umständen offen bleiben,
ob in Anbetracht der wenige Tage nach dem Unfall wieder
hergestellten Arbeitsfähigkeit und der
erst am 11. November 2011 dokumentierten HWS-
Beschwerdesymptomatik
(
Urk.
13/19)
überhaupt ausnahmsweise von einer unfallbedingten Schädigung gesprochen werden kann.
Anzufügen bleibt, dass den
- zum Unfall zeitnahen - Be
richten von Dr
.
A._
und vom
Spital C._
(
vgl. vorstehend E. 3.2) keine Hinweise auf eine
Herniensymptomatik
zu entnehmen sind
, was recht
sprechungsgemäss der Annahme einer unfallbedingten Diskushernie entgegen steht
.
4.2
Betreffend den Tinnitus ist den
medizinischen
Akten Folgendes zu entnehmen:
Der geklagte, angeblich seit dem Unfall bestehende Pfeifton hat weder in die Berichte de
s
erstbehandelnden
Dr.
A._
noch in jene
des
Spitals C._
Eingang gefunden. Erstmals
erwähnt
ist der Pfeifton in den Angaben des Beschwerdeführers gegenüber
Dr.
G._
anlässlich der
otoneu
rolo
gischen
Untersuchung vom 2
6.
Juli 2011, wobei
der Beschwerdeführer
gleich
zei
tig
ausführte
,
die Beschwerden
seien
zwischenzeitlich verschwunden
(
Urk.
13/86 S. 2 Mitte), weshalb
sich wohl
diesbezüglich
weder
Dr.
G._
noch die Ärzte
der
Klinik B._
weiter äusserten
.
Das Bundesgericht hat
in Bereinigung seiner Rechtsprechung in BGE 138 V
257 E. 5.10
erwogen
, dass
keine medizinisch gesicherte Grundlage besteht, um einen Tinnitus als körperliches Leiden zu betrachten oder ihn (zwingend) einer orga
nischen Ursache zuzuordnen. Auch lässt sich nicht vom Schweregrad eines Tin
nitus auf eine organische Unfallfolge als Ursache schliessen. Das schliesst zwar nicht aus, dass ein Tinnitus in einer organischen Unfallfolge begründet sein kann. Es besteht aber keine Rechtfertigung, bei einem Tinnitus, welcher im Ein
zelfall nicht nachgewiesenermassen auf eine solche Unfallfolge zurückzuführen ist, auf das Erfordernis einer besonderen Adäquanzprüfung zu verzichten.
Dr.
J._
schloss aufgrund der Tinnitus-Charakteristika und des erhobenen audiometrischen Musters, es handle sich um einen
cochleo
-synaptischen Tinni
tus, ohne indes darzulegen, inwiefern
vorliegend
ein Organschaden nachgewie
sen wäre, welcher
de
n
Tinnitus
erklären könnte.
Da vorliegend aus medizini
scher Sicht nicht nachvollziehbar belegt ist, dass ein körperliches Leiden den Tinnitus begründen könnte
,
und
da
sich das Bundesgericht im
kürzlich ergan
genen
Urteil BGE 138 V
2
48 ausführlich mit der Unfallkausalität von Tinnitus auseinandergesetzt hat, erübrigen sich trotz der
durch den Beschwerdeführer er
hobenen Kritik
(
vgl.
Urk.
19,
Urk.
20/2) weitere Ausführungen dazu.
Es ist
demnach
nicht zu beanstanden, wenn die Beschwerdegegnerin die Adä
quanz der entsprechenden Beschwerden nach der einschlägigen Rechtsprechung prüfte.
4.3
Dr.
G._
hat d
ie Kausalität
der
Commotio
labyrinthi
zum Unfallereignis
bejaht
(vgl. vorstehend E.
3.5)
. Allerdings legte
Dr.
G._
nachvollziehbar dar, dass
den
dadurch hervorgerufenen Dysfunktionen im Untersuchungszeitpunkt im privaten und beruflichen Alltag
-
nicht zuletzt dank der vom Beschwerde
führer stets trainierten Gleichgewichtsfunktionen
(vgl. Urk. 13/87 S.
2 unten)
- keine Bedeutung mehr zukomme.
Selbst
wenn weiterhin bei sehr raschen Kopf
bewegungen kurze Schwindelsensationen auftr
ä
ten, sei dadurch weder die Integrität noch die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt.
Die Beschwerdegegnerin hat
gestützt auf diese Beurteilung
zu Recht
auch diesbezüglich
das Vorliegen von organische
n
Unfallfolgen verneint.
Insoweit der Beschwerdeführer
ophtalmologische
Beschwerden als Unfallfolgen behandelt haben möchte (
Urk.
1 S. 8)
, ist ihm entgegen zu halten, dass gemäss
dem
Bericht von
Dr.
F._
die Sehstörungen mittels neuer Brille behoben wer
den konnten, weshalb sich Weiterungen dazu erübrigen.
4.
4
Unstreitig und
ausgewiesenermassen
leidet der Beschwerdeführer weiterhin am nach HWS-Distorsion und Commotio cerebri sogenannt typischen
Beschwerde
bild
mit Kopf- und Nackenbeschwerden, Schwindel
,
Übe
l
keit
Konzentrations
störungen
,
Vergesslichkeit
und aussergewöhnlicher Müdigkeit
(
Urk.
13/
88 S. 2 f.,
Urk.
31,
Urk.
37/1
). Die Beschwerdegegnerin ging im Wesentlichen gestützt auf das im Rahmen des Austrittsberichts der
Klinik B._
verfasste psy
chiatrische Konsilium
vom 2
3.
September 2011 (Urk.
13/87) davon aus, dass die
anhaltenden
Restbeschwerden im Vergleich zur
die Arbeitsfähigkeit beeinträch
tigenden
Somatisierungsstörung
(
Urk.
13/88 S. 3) in den Hintergrund gerückt sind, weshalb
sie
die Adäquanzprüfung nach der Rechtsprechung zur psychi
schen Fehlentwicklung (Psycho-Praxis) und nicht nach der
Schleuder
trau
ma
praxis
vor
nahm
(
Urk.
2 S. 9 f.).
Ob es sich bei den geklagten Beschwerden um ein
e nach dem Unfallereignis eingetretene
psychische Fehlentwicklung o
der aber um einen Teilaspekt der HWS-Distorsion beziehungsweise der Commotio handelt
, welches durch ein komplexes und vielschichtiges Beschwerdebild mit eng ineinander verwobenen, einer Differenzierung kaum zugänglichen Be
schwerden physischer und psychi
scher Natur gekennzeichnet ist, kann offen gelassen werden, sofern bei Anwen
dung der für die versicherte Person günstigeren Schleudertrauma-Praxis das gleiche Ergebnis resultiert (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_726/2010 vom 19. November 2010 E. 3.5.2
;
Alexandra
Rumo-Jungo
/André P. Holzer, Bundesgesetz über die Unfallversicherung,
4.
Auflage, Zürich 2012, S. 60
).
Es b
raucht
deshalb ebenso wenig
abschliessend geklärt zu werden, ob angesichts der erlittenen Commotio cerebri überhaupt die Schleudertrauma-Praxis zur Anwendung gelangt, muss doch
hiefür
bei solchen Traumata mindestens der Schweregrad einer
Contusio
cerebri erreicht werden (Urteil des Bundesgericht 8C_270/2011 vom 2
6.
Juli 2011 E. 2.1).
Eine solche erwähnte zwar Dr.
J._
,
doch weisen die echtzeitlichen Arztberichte nicht auf eine
Contu
sio
, aber immerhin auf eine Commotio cerebri hin.
4.
5
4.5
.1
Ausgangspunkt der Adäquanzprüfung bildet
die
(objektiv erfassbare)
Schwere des
Unfallereignis
ses
. Massgebend für die Unfallschwere ist der augenfällige Geschehensablauf mit den sich dabei entwickelnden Kräften.
Die Beschwerdegegnerin
ging davon aus, dass der Beschwerdeführer am 27. September 2010 auf der Baustelle eine Endkontrolle der montierten Fenster ausführte, als ihm beim Kontrollieren des zweiten Fensterflügels dieser mit voller Wucht frontal gegen den
behelmten
Kopf schlug
(
Urk.
2 S. 12 oben). Dies steht im Einklang mit der Unfallmeldung (
Urk.
13/1) sowie de
n
Schilderung
en
des Beschwerdeführers (
Urk.
13/24
,
Urk.
13/29
).
D
ies
er
s
elbst gab an, er habe
anschliessend für Minuten das Erinnerungsvermögen verlor
en
und aufgrund
des
verschmutzten Rückens geschlossen, dass
er am Boden gelegen habe (Urk.
13/24
S. 1).
Erinnerlich ist j
edenfalls
, dass er
hernach
die Kontrolle abge
brochen
hat
, sein Auto gesucht und nach Hause beziehungsweise in den Betrieb
gefa
hren
ist
(Urk.
13/24 S. 1).
Die Beschwerdegegnerin
qualifizierte
dieses Ereignis
als
mittleren Unf
a
ll im enge
ren Sinn (
Urk.
2 S. 12 oben), was
mit Blick auf die Rechtsprechung
(Urteile des Bundesgerichts 8C_715/2009 vom
3
0.
März 2010
E. 6.2
,
8C_488/2009 vom 3
0.
Oktober 2009 E. 5.3
und
8C_57
/2008 vom 1
6.
Mai 2008 E. 8.1) nicht zu be
anstanden ist.
Es müssen daher drei der massgeblichen Kriterien oder eines der Kriterien
in
ausgeprägt
er Weise
erfüllt sein (Urteil des Bundesgerichts 8C_897/2009 vom 2
9.
Januar 2010 E. 4.5).
4.5
.2
D
as Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls ist objektiv zu beurteilen und nicht aufgrund des subjektiven Empfindens der versicherten Person. Zu beachten ist, dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit eigen ist, wel
che somit noch nicht für die Bejahung des Kriteriums ausreichen kann. An
haltspunkte für besonders dramatische Begleitumstände oder eine besondere Eindrücklichkeit bestehen
hier
nicht und wurden auch nicht geltend gemacht, weshalb das Kriterium nicht erfüllt ist.
4.5
.3
Zur Bejahung des Kriteriums der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzungen bedarf es einer besonderen Schwere der für die gegebenen Ver
letzungen typischen Beschwerden oder besonderer Umstände, welche das
Be
schwer
debild
beeinflussen können (BGE 134 V 127 f. E. 10.2.2). Aufgrund der Akten
lage
sind die Voraussetzungen für die Bejahung dieses Kriteriums nicht erfüllt. Zusätzliche erhebliche Verletzungen sind nicht ausgewiesen.
4.5
.4
Das Kriterium der fortgesetzt spezifischen, die versicherte Person belastenden ärztlichen Behandlung verlangt, dass die ärztliche Behandlung zu einer erhebli
chen zusätzlichen Beeinträchtigung der Lebensqualität führt. Die im Anschluss
an den Unfall bis zum Zeitpunkt des Fallabschlusses dokumentierten Behand
lungen
(vgl.
Urk.
13/66/2-11
,
Urk.
13/69/1-31
)
bewegten sich in den in solchen Fällen gängigen Bahnen und stellen keine fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung dar
. Die
Rechtsprechung
qualifiziert
regelmässige Konsultationen beim Hausarzt und physiotherapeutische Massnahmen
(vgl.
Urk.
13/5-9, Urk.
13/24 S. 2 unten
, Urk. 13/26
)
nicht als belastend (Urteil des Bundesgerichts 8C_797/2008 vom 19. März 2009 E. 5.3.3). Dasselbe gilt für die
stationäre Behandlung
in der
Klinik B._
und die auf eigene Veranlas
sung durchgeführten Untersuchungen bei
Dr.
I._
, Dr.
J._
und im
K._
, wurde doch dadurch die Lebensqualität des Beschwerdeführers nicht massgeblich beeinträchtigt.
4.5
.
5
Das Kriterium der erheblichen Beschwerden beurteilt sich nach den glaubhaften Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person durch die Beschwerden im Lebensalltag erfährt (BGE 134 V 109 E. 10.2.4).
Zwar ist nicht zu verkennen, dass der Beschwerdeführer selber durchaus Beschwerden
und alltagsbezogene Einschränkungen zu beklagen hat. Doch selbst wenn das Kriterium deshalb als erfüllt zu be
trachten wäre, liegt es indes nicht in ausge
prägter Weise vor
.
4.5
.6
Für eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die U
nfallfolgen erheblich verschlim
mert hätte, bestehen ebenso
wenig
Anhaltspunkte wie für einen schwierigen Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen.
4.5
.7
Was schliesslich das Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausge
wiesener An
strengungen anbelangt, ist dem Beschwerdeführern anzurechnen, dass er sich - schliesslich leider erfolglos - bemühte, seinen angestammten Ar
beitsplatz behalten zu können und seine Restarbeitsfähigkeit zur realisieren. Die
Ärzte
bescheinigen
in einer leidensangepassten Tätigkeit schon ab Januar 2011
eine Arbeitsfähi
gkeit von 50
% (
Dr.
D._
,
Urk.
13/10
und
Urk.
9/1-3;
Dr.
I._
,
Urk.
20/3;
K._
,
Urk.
31
)
oder sogar
von
1
00
%
(
Klinik B._
, Urk.
13/88
; vgl. auch Urk.
13/20 und
Urk.
13/24 S. 2
), so dass nicht von einer erheblichen Arbeitsunfähigkeit gespro
chen werden kann.
4.
5
.8
Zusammen
ge
fass
t
ist eines der Kriterien, wenn auch nicht in
ausgeprägter
Weise, erfüllt. Dies genügt nicht, um den adä
quaten Kausalzu
sammenhang zwischen dem Unfall vom 2
7.
September 2010 und den ab
1.
Dezember 2011 noch vorhandenen Beschwerden zu bejahen.
4.6
Der Fallabschluss darf vorgenommen werden, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands mehr erwartet werden kann. Die namhafte Besserung bemisst sich nach Mass
gabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähig
keit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist (BGE 134 V 109 E. 4.1 ff.).
Das Erreichen des medizinischen Endzustandes ist gestützt auf die entspre
chende Stellun
gnahmen des Kreisarztes Prof.
Dr.
H._
(
Urk.
19/93)
zu bejahen, weshalb eine Adäquanzprüfung auf den bestimmten Zeitpunkt (
1. Dezember
2011) nicht zu beanstanden ist.
Von dem vom Beschwerdeführer beantragten weiteren medizinischen Abklärun
gen
(
Urk.
1 S. 2)
sind keine massgeblichen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb davon abgesehen werden kann.
4.
7
Nach dem Gesagten
endet
e
die Leistungs
pflicht der Beschwerdegegnerin
am 30.
November 2011, womit sich d
er angefochtene Entscheid als rechtens
erweist und die dagegen erhobenen Beschwerde abzuweisen ist.