Decision ID: 3b8b6925-09ee-4242-b0b1-29d8b9b78d6a
Year: 2012
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
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A.
A.a A._ meldete sich am 15./24. September 2003 bei der
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen an (IV-act. 1). Auf
Nachfrage der IV-Stelle gab er am 11. November 2003 an, er - Maurerhilfsarbeiter -
beantrage berufliche Massnahmen und eine Rente (IV-act. 12). Gemäss IK-Auszug
hatte der Versicherte seit 1995 durchgehend, vorher aber schon im Jahr 1976, von
1979 bis 1983 und in den Jahren 1986 und 1992 Einkommen von (meist
Bau-)Unternehmungen erzielt. Die Arbeitgeberin bescheinigte am 11. November 2003,
er sei seit 1992 als Bauarbeiter angestellt; sein letzter effektiver Arbeitstag sei der
21. März 2003 gewesen (IV-act. 11). Mit Verfügung vom 28. Mai 2004 wies die IV-Stelle
den Anspruch auf berufliche Massnahmen und eine Rente ab. Für die
Arbeitsvermittlung könne er sich an das Regionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV)
wenden (IV-act. 26). Die Verwaltung stützte sich dabei im Wesentlichen auf den
Arztbericht des Rheuma- und Rehabilitationszentrums Klinik Valens vom 20. April 2004
samt beigelegtem Austrittsbericht vom 15. Januar 2004 (IV-act. 23). Darin hatte
Dr. med. B._, Facharzt FMH für Rheumatologie und Allgemeine Innere Medizin, im
Wesentlichen folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt:
Chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom rechts, Chondrose und
kleinvolumige mediolinkslaterale subligamentäre Diskushernie L5/S1 ohne neurale
Beeinträchtigung, Fehlhaltung, Hyperlordose der LWS, muskuläre Dysbalance, in
Verbindung mit psychischen Faktoren und Kontextfaktoren. Der Versicherte sei in der
bisherigen Tätigkeit als angelernter Maurer seit dem 22. März 2003 voll arbeitsunfähig.
Leichte bis mittelschwere, adaptierte Tätigkeiten mit Wechselbelastung seien ihm
ganztags zu 100% zumutbar. Dem Austrittsbericht war unter anderem zu entnehmen,
dass der Versicherte eine mässige Belastungsbereitschaft gezeigt habe.
A.b Am 3./7. September 2004 meldete sich der Versicherte erneut bei der IV-Stelle
des Kantons St. Gallen an und beantragte eine Rente (IV-act. 27, vgl. IV-act. 30). -
Dr. med. C._, Facharzt FMH für Neurochirurgie, teilte im Arztbericht vom
21. September 2004 mit, der Versicherte sei am 26. August 2004 an der Wirbelsäule
operiert worden und der postoperative Verlauf sei bisher zufriedenstellend mit
Regredienz der Kreuz- und Beinschmerzen. Der Versicherte werde längerfristig nicht
mehr auf dem Bau arbeiten können; für körperlich leichte, rückengerechte Arbeit in
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wechselnden Körperstellungen ohne Heben von Gewichten über zehn Kilogramm sei er
noch voll arbeitsunfähig, werde aber eine 50%ige Arbeitsfähigkeit erreichen können,
allerdings frühestens ab Januar 2005 (IV-act. 32). - Dr. med. D._, FMH Innere
Medizin, reichte mit Arztbericht vom 2. Oktober 2004 (IV-act. 33) verschiedene Berichte
ein. So waren bei einem Arthro-MRI der Schulter rechts vom 18. September 2003 eine
geringgradige Partialruptur der cranialsten Portion der Subscapularissehne auf einer
Länge von ca. 1 cm, eine leichtgradige Degeneration der Supraspinatussehne ohne
Einrisse und eine leichte AC-Gelenksarthrose festgestellt worden (IV-act. 33-8). Die
Klinik für Orthopädische Chirurgie am Kantonsspital St. Gallen hatte am 9. September
2003 eine Umschulung empfohlen, da eine Wiedereingliederung vorrangigstes Ziel zu
sein scheine. Der Versicherte neige möglicherweise zu einer Chronifizierung der
Schmerzen (IV-act. 33-9). Die Klinik für Neurochirurgie am Kantonsspital St. Gallen
hatte am 28. Mai 2003 von einer röntgenologisch festgestellten leichten Coxarthrose
rechts berichtet (IV-act. 33-14), die Klinik für Orthopädische Chirurgie am 4. Juni 2003
von einem altersentsprechenden Normbefund an der rechten Hüfte (IV-act. 33-12). - Im
Verlaufsbericht vom 14. Januar 2005 gab Dr. C._ an, der Gesundheitszustand des
Versicherten habe sich verbessert und die Prognose sei günstig. Seit dem 1. Januar
2005 sei der Versicherte für leichte, rückengerechte adaptierte Tätigkeiten zu 50%
arbeitsfähig, ab Februar 2005 werde er es zu 100% sein (IV-act. 36). Am 22. März 2005
eröffnete die IV-Stelle dem Versicherten, es bestehe kein Anspruch auf eine
Invalidenrente, da lediglich in der Zeit vom 26. August 2004 bis zum 31. Januar 2005
eine relevante Arbeitsunfähigkeit bestanden habe (IV-act. 46).
B.
B.a Am 23. Januar/5. Februar 2007 meldete sich der Versicherte erneut bei der IV-
Stelle an und beantragte Umschulung auf eine neue Tätigkeit und eine Rente (IV-
act. 52).
B.b Dr. C._ berichtete am 22. März 2007, es lägen eine chronische, rechtsseitige
Lumboischialgie im Sinn einer chronischen Schmerzkrankheit bei bekannter
Diskopathie L5/S1 und ein Status nach Distraktionsstabilisation L5/S1 am 26. August
2004 vor. Der Versicherte habe auch nach diversen Therapien keine richtige
Schmerzlinderung erfahren und könne die Schmerzen nur mit Tramadol-Tabletten
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einigermassen erträglich halten. Er sei bis auf Weiteres zu 50% arbeitsfähig für
körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten ohne regelmässiges Heben von
Gewichten über zehn Kilogramm und ohne in Inklinationsstellung durchzuführende
Arbeiten. Er schlage vor, dem Versicherten für die nächsten zwei Jahre eine halbe
Rente zuzusprechen (IV-act. 62).
B.c Im Rahmen der Eintretensprüfung schlug der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der
Invalidenversicherung (Dr. med. E._, Allgemeine Innere Medizin FMH) am 13. Juli
2007 eine Begutachtung (rheumatologisch oder orthopädisch und neurologisch und
psychiatrisch) beim Medizinischen Gutachtenzentrum St. Gallen (MGSG) vor (IV-
act. 63). - Dr. med. F._, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates, stellte im Gutachten vom 11. Januar 2008
folgende Diagnosen: Erstens eine Schmerzpersistenz bei Status nach interspinöser
Distraktionsstabilisation L5/S1 vom 26. August 2004 mit mässiger Bandscheibende
generation L5/S1, zweitens eine myxoide Binnendegeneration der Supraspinatussehne
bei leichter Degeneration des Acromioclaviculargelenks Grad I glenohumeral links
sowie drittens Präadipositas. Die Arbeitsunfähigkeit als Hilfsarbeiter im Baugewerbe
betrage 40%. Körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeiten in temperierten
Räumen ohne Heben von Gewichten über zehn Kilogramm und ohne Arbeiten in
regelmässig inklinierter und reklinierter Haltung seien zu 100% zumutbar. Der
Psychiater habe keine psychiatrische Erkrankung diagnostiziert; aus psychiatrischer
Sicht bestehe volle Arbeitsfähigkeit (IV-act. 67). - Im psychiatrischen Teilgutachten vom
20. Dezember 2007 hatte Dr. med. G._, Facharzt FMH für Psychiatrie und
Neurologie, ausgeführt, psychiatrische Diagnosen bestünden keine und es sei aus
psychiatrischer Sicht sowohl in der bisherigen als auch in adaptierten Tätigkeiten eine
100%ige Arbeitsfähigkeit anzunehmen (IV-act. 68).
B.d Der RAD (Dr. med. H._, Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates FMH) hielt am 4. Februar 2008 dafür, es sei nicht gerechtfertigt,
von einer relevanten Verschlechterung des Gesundheitszustands (im Vergleich zu 2003
und 2005) auszugehen. Im psychiatrischen Teilgutachten werde mehrfach erwähnt, der
Versicherte habe angegeben, auf den 17. Januar 2008 sei wegen der Schmerzen im
Hüftbereich rechts eine Operation vorgesehen. Es scheine also ein labiles Geschehen
vorzuliegen, weshalb eine endgültige Beurteilung nicht möglich sei. Es sei von der
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Klinik für Orthopädische Chirurgie am Kantonsspital St. Gallen ein Bericht einzuholen
(IV-act. 69).
B.e Dr. C._ gab am 22. Februar 2008 an, von Seiten des Rückens bestehe ein
stabiler Zustand (IV-act. 72).
B.f Am 26. März 2008 teilte der Versicherte der IV-Stelle mit, er sei am 17. Januar
2008 von Dr. med. I._, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie
des Bewegungsapparates, operiert worden (vgl. IV-act. 79). Dieser gab im Arztbericht
vom 25. Juli 2008 an, der Versicherte leide unter therapieresistenten Rückenschmerzen
und einem Cam-Impingement der rechten Hüfte. Dem Versicherten gehe es nach der
Hüftgelenksarthroskopie vom 17. Januar 2008 von Seiten der rechten Hüfte ordentlich.
Im Vordergrund stünden die Rückenschmerzen mit Ausstrahlung in beide Beine und
Kribbelparästhesien in beiden Fersen. Der Versicherte scheine stark leidend zu sein.
Welche Beschwerden in welchem Ausmass für die Arbeitsunfähigkeit im Vordergrund
stünden, sei nie klar definiert worden. Eine MEDAS-Abklärung halte er für zwingend
erforderlich (IV-act. 84). Am 23. Juni 2008 hatte Dr. I._ attestiert, der Versicherte
klage auch nach der Hüftgelenksoperation über erhebliche Beschwerden im Bereich
der unteren Extremität. Er sei deswegen nur bedingt gehfähig. Für die nächsten ein bis
zwei Monate werde er sicherlich noch zu 100% arbeitsunfähig bleiben (IV-act. 51).
B.g Dr. med. J._, Facharzt FMH für Neurologie, führte in seinem Bericht vom
6. September 2008 im Wesentlichen aus, es bestünden keine neurologischen Ursachen
für die Arbeitsunfähigkeit. Diese sei durch die Rücken-, Schulter- und Hüftaffektionen
bedingt, mit wahrscheinlichen psychosozialen Faktoren. Der Zustand des Versicherten
habe sich seit der Begutachtung durch Dr. F._ nicht verändert, sicherlich nicht
verbessert (IV-act. 86-1 ff.). In seinem beigelegten Bericht an Dr. I._ vom 1.
September 2008 hatte er erklärt, der Grund der möglichen radikulären Komponente sei
nicht klar. Dieser Faktor sei entweder residuell oder - allerdings recht zweifelhaft
hypothetisch - Ausdruck einer ausschliesslich orthostatischen Irritation der fünften
Lumbalnervenwurzel durch eine dann verstärkte Diskusprotrusion L4/5, was der nur im
Liegen durchführbaren Kernspintomographie entgehen könnte. Die geklagte
Beinschwäche rechts sei nicht objektivierbar. Die Hemihypästhesie rechts sei am
ehesten funktionell beziehungsweise eine funktionelle Ausweitung der rechtsseitigen
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Beinparästhesien. Es ergäben sich keine Hinweise auf peripher-neurogene oder
zentralnervöse Ursachen der verschiedenen Beschwerden.
B.h In einer internen Stellungnahme führte der RAD am 3. Oktober 2008 aus, es
könne aus medizinischer Sicht nicht von einer relevanten Verschlechterung des
Gesundheitszustandes des Versicherten (gemäss zu beantwortender Anfrage
gegenüber 2004) ausgegangen werden (IV-act. 87).
B.i Mit Vorbescheid vom 7. November 2008 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in
Aussicht, das Leistungsbegehren abzuweisen. Die Abklärungen hätten ergeben, dass
aus medizinischer Sicht nach den Abweisungen vom Mai 2004 und vom März 2005
keine relevanten Verschlechterungen des Gesundheitszustands ausgewiesen seien. Es
sei ihm aus medizinischer Sicht eine leidensangepasste Tätigkeit vollumfänglich
zumutbar. Es resultiere keine invaliditätsbedingte Erwerbseinbusse (IV-act. 90).
B.j Am 14. November 2008 ersuchte Dr. med. K._, Facharzt FMH für Innere
Medizin und Rheumatologie, um Verlängerung der Einwandfrist, da wichtige
medizinische Abklärungen bevorstünden, nämlich eine psychiatrische Evaluation und in
der folgenden Woche eine Konsultation beim Orthopäden wegen einer Hüftproblematik
(IV-act. 91). - Am 27. November 2008 teilte Dr. C._ im Sinn eines Einwands für den
Versicherten gegen den Vorbescheid mit, der Versicherte sei nach wie vor aufgrund
chronischer Rücken- und Hüftschmerzen sowie der chronischen Depression nicht
arbeitsfähig. Der Zustand des Versicherten sei insbesondere von Seiten der rechten
Hüfte nach der Operation im Januar 2007 (richtig wohl: 2008) unbefriedigend und es
stehe eventuell noch einmal eine Operation bevor. Da der Versicherte während der
nächsten sechs bis zwölf Monate - auch aufgrund seines psychischen Zustands -
sicherlich nicht arbeitsfähig sein werde, sei eine baldige Lösung durch die IV (volle
Berentung während mindestens eines Jahres) zu empfehlen. In einem Jahr werde die
Situation insbesondere auch der rechten Hüfte abschliessend beurteilbar sein (IV-
act. 93).
B.k Dr. K._ führte in einem angeforderten Verlaufsbericht vom 8. Februar 2009 aus,
der Gesundheitszustand des Versicherten habe sich verschlechtert. Es bestünden eine
depressive Entwicklung/Anpassungsstörung, ein Cam-Impingement rechte Hüfte mit
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Labrumläsion, eine Refluxoesophagitis, ein paroxysmaler Lagerungsschwindel sowie
ein chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom bei Voroperationen. Eine Prognose
sei schwierig zu stellen und hänge vom Ausmass der depressiven Entwicklung sowie
der Hüftläsion ab. In den Beschäftigungsprogrammen des RAV habe sich gezeigt, dass
der Versicherte zu weniger als 50% arbeitsfähig sei. In Anbetracht der multiplen
Erkrankungen, welche die Lebensqualität massiv einschränkten, empfehle er eine
Berentung zu 100% (IV-act. 95). Der Arzt legte mehrere Berichte bei. - Dr. med. L._,
Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, hatte ihm am 24. November 2008
berichtet, die möglichen psychiatrischen Diagnosen seien "recht flau und für die
Invalidenversicherung leider irrelevant". Man könne eine Anpassungsstörung
annehmen und auch die Diagnose Depression wäre nicht verfehlt, diese sei jedoch rein
reaktiver Natur (IV-act. 95-3 ff.)
B.l Dr. med. M._, Facharzt FMH für Oto-Rhino-Laryngologie, teilte im Arztbericht
vom 9. März 2009 mit, die Schwindelepisode - gemäss dem beigelegten Schreiben an
Dr. K._ vom 9. Februar 2009 (act. 97-4) Ende Januar 2009 aufgetreten - sei kurz
gewesen und es sei zur vollständigen Erholung gekommen. Das Leiden sei nicht aktuell
und er habe keine Arbeitsunfähigkeit attestiert (IV-act. 97).
B.mDr. L._ führte im Arztbericht vom 23. März 2009 aus, es bestehe nebst zahl
reichen Diagnosen aus dem somatischen Bereich eine Anpassungsstörung mit
vorwiegender Beeinträchtigung von anderen Gefühlen. Bezüglich den Einschätzungen
zur Arbeitsfähigkeit schliesse er sich den Aussagen von Dr. K._ an, welcher eine
100%ige Berentung empfohlen habe. Eingeschränkt seien Konzentrations- und
Auffassungsvermögen sowie Anpassungsfähigkeit und Belastbarkeit. Gemäss
Dr. K._ seien die psychischen Symptome seit Sommer 2008 aufgefallen, in
schwächerer Form dürften sie schon früher vorhanden gewesen sein (IV-act. 98).
B.n Der RAD hielt am 4. Mai 2009 dafür, es könne nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit behauptet werden, der Gesundheitszustand sei gegenüber Ende
2007 unverändert. Es dränge sich eine polydisziplinäre Begutachtung auf (act. 99).
B.o Das Ärztliche Begutachtungsinstitut (ABI), Basel, stellte im Gutachten vom 11.
Januar 2010 im Wesentlichen folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die
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Arbeitsfähigkeit: Chronisches lumbovertebrales bis lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom rechtsbetont, Impingementsyndrom Schultergelenk rechts und Cam-
Type Impingement rechte Hüfte mit Labrumläsion. Ohne Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit seien unter anderem eine chronifizierte Anpassungsstörung bei sozialer
Konfliktsituation, eine nicht-organische Insomnie, eine arterielle Hypertonie sowie
unspezifische Zervikalgien. In der angestammten Tätigkeit sowie in allen regelmässig
mittelschwer bis schwer belastenden beruflichen Tätigkeiten bestehe eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit. In körperlich leichten bis nur intermittierend mittelschweren,
wechselbelastenden Tätigkeiten unter spezifischen Arbeitsplatzbedingungen
(Vermeiden von längerem fixiertem Sitzen oder Stehen, repetitivem Ziehen, Tragen und
Heben von Lasten über 10-15 kg sowie Überkopfbewegungen mit dem rechten Arm)
sei eine 100%ige Arbeitsfähigkeit gegeben (IV-act. 106).
B.p Mit Verfügung vom 15. Januar 2010 wies die IV-Stelle den Anspruch auf eine
Invalidenrente ab. Gemäss ihren Abklärungen hätten sich im Vergleich zur
Referenzsituation der Abweisungen vom Mai 2004 und vom März 2005 keine
relevanten Verschlechterungen des Gesundheitszustands ergeben. Als Maurer-
Hilfsarbeiter hätte der Versicherte im Jahr 2008 ein Jahreseinkommen von Fr. 57'850.--
erzielen können; das sei ihm auch mit der Behinderung noch möglich. Der Einwand
gegen den Vorbescheid sei geprüft worden; die ergänzenden medizinischen
Abklärungen hätten ergeben, dass keine neuen medizinischen Elemente bekannt
geworden seien. Es werde weiterhin von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer
leidensadaptierten Tätigkeit ausgegangen (IV-act. 108).
C.
Gegen diese Verfügung vom 15. Januar 2010 richtet sich die Beschwerde vom
11. Februar 2011. Der Beschwerdeführer beantragt die Überprüfung des (festgelegten)
Invaliditätsgrades und sinngemäss die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und
Zusprechung von Leistungen. Es treffe nicht zu, dass er in einer leichten Tätigkeit zu
100% arbeitsfähig sei. Das verhinderten die schwere Rückenproblematik und die
psychischen Beschwerden. Das ABI habe die Arbeitsfähigkeit rein theoretisch
festgesetzt. Er habe seit seiner langjährigen Erkrankung immer wieder zu arbeiten
versucht, so etwa im Rahmen eines Arbeitsprogramms des RAV, das ihm attestiert
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habe, dass er - bei gezeigtem gutem Einsatz - höchstens eine Arbeitsfähigkeit von
50% erreichen könne. Es sei für ihn unverständlich, dass aus psychiatrischer Sicht
keine die Arbeitsfähigkeit einschränkende Diagnose, sondern nur soziale Probleme
vorliegen sollten. Letztere hätten erst mit der Erkrankung begonnen. Obwohl im
Gutachten empfohlen, sei ihm die Beschwerdegegnerin nicht behilflich, eine leichte
Tätigkeit zu finden. Nicht verständlich sei ferner der grosse Unterschied zwischen den
Arbeitsfähigkeitsschätzungen des behandelnden Psychiaters und des ABI-Gutachtens.
Weshalb der Bericht des behandelnden Psychiaters im Gutachten nicht berücksichtigt
worden, sondern nur mit ihm telefoniert worden sei, könne er nicht nachvollziehen. Seit
April 2009 sei er nun bei med. pract. N._, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie (Tagesklinik an einem Psychiatrischen Zentrum), in Behandlung.
Dennoch habe die Beschwerdegegnerin es nicht für erforderlich gehalten, bei dem Arzt
einen Bericht einzuholen. Er selber werde einen solchen noch nachreichen (act. G 1).
D.
Mit Beschwerdeantwort vom 30./31. März 2010 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde. Die objektivierbaren Beeinträchtigungen am
Bewegungsapparat seien nicht so schwerwiegend, dass sie auch die Annahme einer
quantitativen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit erlaubten. Die Gutachter des ABI
hätten über eine weit umfassendere Beurteilungsgrundlage verfügt als die
behandelnden Ärzte, welche abweichende Arbeitsfähigkeitsschätzungen abgegeben
hätten. Der Umstand, dass kein Bericht des behandelnden Psychiaters eingeholt
worden sei, vermöge die Aussagekraft der psychiatrischen Begutachtung nicht zu
erschüttern, zumal Fremdauskünfte nicht in jedem Fall erforderlich seien und eine
telefonische Besprechung erfolgt sei. Die Gutachterin habe überzeugend dargelegt,
dass die angegebene Konzentrations- und Ausdauerminderung klinisch nicht habe
bestätigt werden können. Aus ihrer Sicht würden die Angaben des behandelnden
Psychiaters invaliditätsfremde soziale Faktoren in den Vordergrund stellen. Von der
Einholung eines Berichtes des behandelnden Psychiaters habe in antizipierter
Beweiswürdigung abgesehen werden dürfen (act. G 6).
E.
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Mit Replik vom 3. Mai 2010 hält der Beschwerdeführer an seinen Anträgen fest
(act. G 10). Er reicht zudem einen Bericht von med. pract. N._ vom 26. März 2010
ein. Darin gab dieser die Diagnose einer schweren Depression bekannt. Diese
Erkenntnis habe erst eine klinische Verlaufsbeobachtung erbracht. Die schwere
depressive Symptomatik werde durch eine fassadäre aufrechte Persönlichkeitshaltung
kaschiert. Er halte den Beschwerdeführer für hochgradig gefährdet, noch weiter zu
dekompensieren. Das Ergebnis des Medikamentenspiegels dürfte von der Wahl der
Tageszeit der Blutentnahme abhängig gewesen sein; es deute aber auf eine
regelmässige Einnahme hin (act. G 10.1).
F.
Mit Duplik vom 7./10. Mai 2010 hält die Beschwerdegegnerin fest, das Schreiben von
med. pract. N._ vermöge keine Zweifel am gutachterlichen Abklärungsergebnis zu
wecken. Dass eine fassadäre aufrechte Persönlichkeitshaltung eine schwere
Depression kaschieren solle, erscheine wenig überzeugend. Die Aussage sei vielmehr
ein Indiz dafür, dass nicht völlig unbefangen berichtet werde (act. G 12).
G.
G.a Auf gerichtliches Ersuchen vom 13. März 2012 hat med. pract. N._ am
28./29. März 2012 unter anderem berichtet, der Beschwerdeführer sei vom 8. Mai 2009
bis 9. Juli 2010 in der Tagesklinik behandelt worden. Die Ablehnung des Rentenantrags
habe sich demoralisierend ausgewirkt. Vom 9. Februar 2011 bis 12. Dezember 2011
habe ein zweiter teilstationärer Aufenthalt in der Tagesklinik stattgefunden. Die
depressive Zustandsverschlechterung habe sich während des Aufenthalts auf
niedrigem Niveau verbessern können. Der Beschwerdeführer habe wiederholt
Suizidgedanken geäussert. Angesichts der Tragweite seiner körperlichen Beschwerden
und der damit verbundenen Perspektive- und Hoffnungslosigkeit sei eine schwere
depressive Entwicklung plausibel erklärbar. Aufgrund der körperlichen Erkrankungen,
des chronischen Schmerzsyndroms und der tiefgreifenden depressiven Erkrankung sei
die Wiederaufnahme einer Arbeitstätigkeit dauerhaft verunmöglicht. Seit Beginn der
Behandlung am 8. Mai 2009 attestiere er dem Beschwerdeführer eine volle
Arbeitsunfähigkeit.
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G.b Von der eingeräumten Möglichkeit, zum Bericht von med. pract. N._ Stellung zu
nehmen, haben die Parteien keinen Gebrauch gemacht.

Erwägungen:
1.
1.1 Mit der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin den
Rentenanspruch des Beschwerdeführers abgelehnt. Sie ist auf seine Neuanmeldung
nach der rechtskräftigen Abweisung der ersten beiden Gesuche eingetreten, was nicht
zu beanstanden ist. Tritt die Verwaltung auf eine Neuanmeldung ein, so hat sie die
Sache materiell abzuklären (vgl. Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts
i/S M. vom 20. April 2005, I 797/04) und das neue Leistungsgesuch in tatsächlicher und
rechtlicher Hinsicht allseitig zu prüfen (BGE 130 V 253 E. 3.3; Entscheid des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S J. vom 9. März 2005, I 23/05). Ein
Sachverhaltsvergleich auf der Zeitachse ist - anders als im Rentenrevisionsverfahren -
hier nicht erforderlich (vgl. Franz Schlauri, in: Schweizerisches
Bundesverwaltungsrecht, Bd. XIV, Ulrich Meyer [Hrsg.], 2. A. 2007, S. 1110 Rz 137,
Fn 187; anders BGE 130 V 71 E. 3.2.3 und BGE 133 V 112 E. 5.4). Der
Beschwerdeführer beantragt in diesem Verfahren sinngemäss eine
Leistungszusprechung. Er hatte im Verwaltungsverfahren um berufliche Massnahmen
ersucht. Die Beschwerdegegnerin hat sich mit diesem Antrag nicht ausdrücklich
befasst. Ihre Verfügung ist aber als umfassende Leistungsablehnung zu verstehen.
1.2 Am 1. Januar 2008 ist die 5. IV-Revision in Kraft getreten. Die
Beschwerdegegnerin hat die angefochtene Verfügung am 15. Januar 2010, also unter
der Geltung des Rechts dieser Revision, erlassen. Zu beurteilen ist der Sachverhalt, wie
er sich bis zum Zeitpunkt des Erlasses dieser Verfügung entwickelt hat. Die danach
eingetretenen Rechtsänderungen sind nicht mehr zu berücksichtigen. Das Bundesamt
für Sozialversicherungen unterstellt in Bezug auf das Fehlen einer
übergangsrechtlichen Bestimmung zur Änderung des Rentenbeginns auf den 1. Januar
2008 zu Recht eine ausfüllungsbedürftige Lücke (vgl. das Rundschreiben Nr. 253 vom
12. Dezember 2007). Die Definition der Sachverhalte, auf die noch altes Recht
anwendbar sein soll, sollte aufgrund des Zeitpunkts der Entstehung des
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Auszahlungsanspruchs oder des Eintritts des Versicherungsfalls, beide definiert nach
dem alten, ausser Kraft getretenen Recht, erfolgen (zum Ganzen im Detail der
Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S M. vom 28. Oktober
2009, IV 2009/5). Bezüglich des allfälligen Rentenbeginns sind deshalb vorliegend
angesichts der IV-Anmeldung von 2007 und des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit vor
2007 die bis zum 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Bestimmungen (im Folgenden
angeführt) anzuwenden. Für die Invaliditätsbemessung hat sich indessen materiell
keine Änderung der Rechtslage ergeben.
2.
Art. 57a Abs. 1 IVG sieht vor, dass die IV-Stelle der versicherten Person den
vorgesehenen Endentscheid unter anderem über ein Leistungsbegehren mittels eines
Vorbescheids mitteilt. Die versicherte Person hat Anspruch auf rechtliches Gehör im
Sinn von Art. 42 ATSG. - Nach dem Erlass des Vorbescheids vom 7. November 2008
holte die Beschwerdegegnerin verschiedene Arztberichte und schliesslich ein
Gutachten ein. Ohne dem Beschwerdeführer durch einen neuerlichen Vorbescheid
oder in anderer Form von den Abklärungsergebnissen und deren Würdigung durch die
Verwaltung Kenntnis zu geben, erging in der Folge die angefochtene Verfügung. Die
Beschwerdegegnerin verletzte damit den Anspruch des Beschwerdeführers auf
rechtliches Gehör (zum Ganzen ausführlich der Entscheid des Versicherungsgerichts
des Kantons St. Gallen i/S S. vom 9. Juni 2011, IV 2009/115, E. 1), denn dessen
Kerngehalt ist unter anderem, dass der Verfügungsadressat vor Erlass eines für ihn
nachteiligen Verwaltungsaktes zum Beweisergebnis Stellung nehmen kann (BGE 132 V
387). Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs kann ungeachtet der Erfolgsaussichten
der Beschwerde in der Sache selbst zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung
führen. Die Verletzung kann aber unter Umständen auch geheilt werden. Es stehen
einander das Interesse an einem rechtmässigen Verfahrensablauf und dasjenige an
einer möglichst beförderlichen Behandlung des Leistungsanspruchs gegenüber. Das
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen geht in ständiger Praxis davon aus, dass
das letztgenannte Interesse jedenfalls dann überwiegt, wenn die Beschwerde führende
versicherte Person nicht ausdrücklich erklärt, sie verlange nur die rein
verfahrensrechtliche Beurteilung und damit die Aufhebung der verfahrensrechtlich
rechtswidrigen Verfügung und die Rückweisung zum Erlass einer neuen Verfügung (vgl.
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Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S T. vom 24. Mai 2012,
IV 2011/187). Es kann angenommen werden, der Beschwerdeführer gebe der
materiellen Behandlung der Streitsache den Vorzug vor einer rein verfahrensrechtlich
begründeten Rückweisung der Sache. Von einer Aufhebung der Verfügung aus
formellem Grund ist daher abzusehen.
3.
3.1 Nach Art. 8 Abs. 1 IVG (in der ab 1. Januar 2008 gültigen Fassung) haben Invalide
oder von einer Invalidität bedrohte versicherte Personen Anspruch auf
Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die
Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder
herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern (lit. a), und soweit die Voraussetzungen für
den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b). Die
Eingliederungsmassnahmen bestehen unter anderem in Massnahmen beruflicher Art
(Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung und
Arbeitsvermittlung; Art. 8 Abs. 3 lit. b IVG).
3.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG (wie erwähnt in der bis 31. Dezember 2007 gültig
gewesenen Fassung) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht
Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40%
Anspruch auf eine Viertelsrente.
3.3 Wie sich aus Art. 16 ATSG ergibt, ist der Einkommensvergleich zur Bemessung
des Invaliditätsgrades erst nach Durchführung der medizinischen Behandlung und
allfälliger Eingliederungsmassnahmen vorzunehmen.
3.4 Für die Invaliditätsbemessung sind zunächst die medizinischen Vorbedingungen
von Bedeutung. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu
beschreiben und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher
Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind in
der Folge eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
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Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V
261 E. 4; ZAK 1982 S. 34). Ob die versicherte Person eine ihr zumutbare Tätigkeit auch
tatsächlich ausübt, ist für die Invaliditätsbemessung hingegen unerheblich (Rz 3046
des vom Bundesamt für Sozialversicherungen erlassenen Kreisschreibens über die
Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung = KSIH).
4.
4.1 Den medizinischen Akten lässt sich entnehmen, dass der Beschwerdeführer am
22. März 2003 in seiner bisherigen, körperlich schweren Tätigkeit voll arbeitsunfähig
geworden und es in der ganzen zu beurteilenden Zeit geblieben ist (zur einzigen
abweichenden Beurteilung durch das MGSG mit 40% Arbeitsunfähigkeit, die vom ABI
nicht geteilt wird, vgl. unten E. 5.2). Weil der Beschwerdeführer in einer adaptierten
Tätigkeit voll arbeitsfähig war, kam es zur (rechtskräftigen) Abweisung von
Leistungsansprüchen. Im August 2004 erfolgte eine Wirbelsäulenoperation. Nachdem
er in der Folge bis Dezember 2004 auch in adaptierter Tätigkeit zu 100% arbeitsunfähig
gewesen war, erlangte der Beschwerdeführer im Januar 2005 wieder eine
Arbeitsfähigkeit von 50% und ab 1. Februar 2005 wieder eine volle Arbeitsfähigkeit (im
ABI-Gutachten wohl versehentlich nicht korrekt wiedergegeben). Im März 2005 wurde
sein zweites Gesuch - ebenfalls rechtskräftig - abgewiesen.
4.2 Mit der angefochtenen Verfügung vom Januar 2010 hatte die
Beschwerdegegnerin über die Leistungsansprüche aufgrund der Neuanmeldung vom
Februar 2007 zu entscheiden. Sie wies diese ab, weil sie von einer vollen
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer adaptierten Tätigkeit ausging, und
zwar gestützt auf das Ergebnis der ABI-Begutachtung (Gutachten vom 11. Januar
2010, IV-act. 106). Der RAD hatte dazu ausgeführt, im ABI-Gutachten würden
gegenüber der MGSG-Begutachtung von 2007 keine neuen medizinischen Elemente
geltend gemacht. Die Impingementsymptomatik am rechten Hüftgelenk habe schon
Dr. F._ beschrieben, ohne die Diagnose explizit festzuhalten. Die Diagnose sei
anlässlich einer Hüftgelenksarthroskopie im Januar 2008 gestellt worden. Die
entsprechenden Einschränkungen seien berücksichtigt worden.
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4.3 Die Experten des ABI haben gemäss dem Gutachten die umfangreichen
medizinischen Vorakten zum Gesundheitszustand des Beschwerdeführers zur Kenntnis
genommen und seine geklagten Beschwerden erfragt. Sie haben sich mit den
medizinischen Berichten auseinandergesetzt.
4.4 Zunächst hält das ABI fest, dass der Beschwerdeführer von Januar 2008 bis
August 2008 auch in einer adaptierten Tätigkeit zu 100% arbeitsunfähig war, hernach
bis "Januar 2008" noch 50% arbeitsunfähig (IV-act. 106-27 f., Ziff. 6.3). Damit ist ein
Rentenanspruch entstanden. Der Eintritt des Rentenfalls wird nämlich durch Art. 29
Abs. 1 IVG geregelt. Der Rentenanspruch entsteht (abgesehen von der hier nicht
anwendbaren lit. a) frühestens in dem Zeitpunkt, in dem die versicherte Person
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu
40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen war (lit. b). Die einjährige Wartezeit gilt als
eröffnet, sobald eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20% vorliegt (AHI 1998 S. 124
E. 3c). Im Rahmen des Art. 29 Abs. 1 IVG nicht anwendbar ist nach der
Rechtsprechung des Bundesgerichts der Grundsatz, dass bei langdauernder
Arbeitsunfähigkeit im angestammten Beruf - oder sobald klar wird, dass die
Wiederaufnahme der bisher ausgeübten Tätigkeit nicht mehr in Frage kommt - nach
Ablauf einer gewissen Übergangsfrist auch zumutbare Tätigkeiten in einem andern
Beruf zu berücksichtigen sind. Bei der Anwendung dieser Bestimmung ist
ausschliesslich die Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit zu betrachten
(Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S S. vom 23. Oktober 2003,
I 392/02; vgl. BGE 130 V 99 E. 3.2, bereits unter Hinweis auf den künftigen Art. 6 ATSG;
Bundesgerichtsentscheid i/S P. vom 27. Dezember 2007, 9C_684/07). Ein wesentlicher
Unterbruch der Arbeitsfähigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person an mindestens
30 aufeinanderfolgenden Tagen voll arbeitsfähig war (Art. 29 IVV; Entscheid des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S K. vom 26. März 2004, I 19/04). Auch vor
der Anmeldung liegende Zeiten von Arbeitsunfähigkeit sind zu berücksichtigen
(ZAK 1966 S. 58; Ulrich Meyer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, S. 238;
BGE 117 V 26 E. 3b; BGE 121 V 264; Entscheid des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts i/S C. vom 2. März 2000, I 307/99). - Der Beschwerdeführer ist
in seiner jahrelang ausgeübten bisherigen, körperlich schweren Tätigkeit wie erwähnt
seit dem 22. März 2003 voll arbeitsunfähig. Da beim erstmöglichen Ablauf eines
Wartejahres im März 2004 keine rentenbegründende Erwerbsunfähigkeit bestand, weil
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er damals in einer adaptierten Tätigkeit voll arbeitsfähig gewesen war, war damals, wie
die Beschwerdegegnerin im Übrigen rechtskräftig festgelegt hat, kein Rentenanspruch
entstanden. Mit dem nochmaligen Eintritt der vollen Arbeitsunfähigkeit auch in
adaptierter Tätigkeit im Januar 2008 hingegen ergab sich auch eine entsprechende
rentenbegründende Erwerbsunfähigkeit. Angesichts der auch in einem (Warte-)Jahr
davor bestehenden vollen Arbeitsunfähigkeit als Bauarbeiter beginnt der
Rentenanspruch somit unmittelbar im Januar 2008. Es genügt nach der
Rechtsprechung, dass die versicherte Person im Zeitpunkt der rechtsgenüglich
erwiesenen Verschlechterung des Gesundheitszustandes bzw. des festzusetzenden
Rentenbeginns das Wartejahr bestanden hat (Entscheid des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts i/S S. vom 20. Juni 2003, I 285/02; vgl. auch 9C_684/07; eine
Änderung war mit der Anpassung des IVG an das ATSG wohl nicht beabsichtigt). Im
Januar 2008 ist demnach Anspruch auf eine ganze Rente entstanden. Berufliche
Massnahmen, die den Rentenanspruch noch hätten senken können, waren damals
nicht möglich. Die angefochtene Verfügung ist demnach als unzutreffend aufzuheben.
5.
5.1 Ab wann danach gemäss ABI eine volle Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit
erreicht worden war, lässt sich nicht mit ausreichender Wahrscheinlichkeit eruieren.
Das im Gutachten genannte Jahr 2008 kann jedenfalls nicht gemeint gewesen sein. Ob
aber 2009 oder allenfalls 2010 gemeint war, wird noch zu erheben sein.
5.2 Für die Zeit nach dem betreffenden Januar liegt gemäss dem ABI wie erwähnt
eine volle Arbeitsfähigkeit in angepasster Arbeit vor. - Bei der rheumatologischen
Auseinandersetzung mit den früheren ärztlichen Einschätzungen wurde unter anderem
festgehalten, schon die Klinik Valens habe in ihrer Beurteilung dasselbe Ergebnis
aufgezeigt wie die eigene Begutachtung, nämlich eine volle Arbeitsunfähigkeit des
Beschwerdeführers als Maurer und die ganztägige Zumutbarkeit einer adaptierten
Tätigkeit. Hieraus eine übereinstimmende ärztliche Beurteilung ableiten zu wollen, ist
allerdings mit überwiegender Wahrscheinlichkeit unzutreffend. Denn nach dem
Aufenthalt in der Klinik im Jahr 2003 hat (rund vier Jahre später) wegen
Hüftbeschwerden eine Hüftgelenksarthroskopie stattfinden müssen, bei welcher ein
Cam-Impingement rechts festgestellt wurde. - Was die Beurteilung durch das MGSG
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betrifft, welche für eine adaptierte Tätigkeit zum gleichen Schluss wie das ABI-
Gutachten gelangt war, ist zu berücksichtigen, dass diese Gutachterstelle dem
Beschwerdeführer (ebenfalls vor der Hüftgelenksarthroskopie) selbst in seiner
bisherigen schweren Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 60% zugemutet hatte. Das ABI
hält dazu fest, diese postulierte Arbeitsfähigkeit von 60% als Hilfsarbeiter im
Baugewerbe könne "nicht mehr" bestätigt werden. Hat es damit eine
Sachverhaltsentwicklung (und nicht eine lediglich andere Beurteilung des
unveränderten Sachverhalts) zum Ausdruck bringen wollen, so liesse das auf eine
Verschlechterung des Gesundheitszustands zwischen November 2007 (Untersuchung
am MGSG) und November 2009 (Untersuchung am ABI) schliessen. Für die bisherige
Tätigkeit hatte allerdings, wie der rheumatologische ABI-Gutachter ebenfalls festhält,
bereits die Klinik Valens eine Arbeitsunfähigkeit von 100% angegeben. Dr. F._ hatte
ausserdem zwar die Hüfte klinisch untersucht, die Bewegungswinkel erhoben und
festgehalten, es habe eine fragliche Druckdolenz der Ileosacralgelenke rechts und links
mit nicht verwertbarer Funktionsprüfung der Gelenke bestanden und rechts sei die
Flexion dolent gewesen. Als die Arbeitsfähigkeit einschränkend hatte er das Hüftleiden
damals aber nicht betrachtet. Eine wesentliche Untermauerung des
Begutachtungsergebnisses des ABI lässt sich auch daraus nach dem Dargelegten
nicht ableiten.
5.3 Es fällt im Übrigen auf, dass das ABI im November 2009 - obwohl als
Verlaufsgutachten (nach der Begutachtung von November 2007) veranlasst - nicht für
erforderlich hielt, eigene bildgebende Untersuchungen zu veranlassen, was für BWS,
LWS und linke Schulter angehen kann. Von der rechten Schulter konnten die Gutachter
einzig ein MRI vom September 2003 beurteilen. Von der Hüfte, welche zwischenzeitlich
operiert worden ist, lagen den Gutachtern offenbar gar keine Bilder vor. Das erscheint
unter den gegebenen Umständen als Mangel.
5.4 Vom Gutachten abweichende ärztliche Schätzungen der Arbeitsfähigkeit haben
etwa Dr. K._ (weniger als 50% bzw. nicht mehr arbeitsfähig; Februar 2009) und
Dr. C._ (nicht mehr arbeitsfähig; November 2008) abgegeben. Im Gutachten wird
angenommen, Dr. K._ habe wohl die subjektive Einschätzung des
Beschwerdeführers übernommen bzw. alle Diagnosen addiert und den Schluss
gezogen, für die freie Wirtschaft bestehe keine verwertbare Arbeitsfähigkeit mehr. Es
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sei aber objektiv somatisch gesehen nicht nachvollziehbar, dass eine Addition von
verschiedenen internistischen Diagnosen und Beschwerden des Bewegungsapparates
aufgrund der subjektiv eingeschränkten Lebensqualität zu einer vollen Berentung
führen sollte. Angemerkt werden kann diesbezüglich, dass auch nach Auffassung des
Beschwerdeführers eine Teilleistung durchaus möglich ist. Er hat denn auch
entsprechende Unterstützung beantragt.
5.5 Auch Dr. C._ hat seine Arbeitsfähigkeitsschätzung als behandelnder Arzt des
Beschwerdeführers abgegeben. Indessen fällt auf, dass er, der im Januar 2005,
nachdem der Beschwerdeführer sich bereits einer Wirbelsäulenoperation unterzogen
hatte, noch vom Wiedererreichen einer vollen Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit
ausgegangen war, im März 2007 nur noch von einer Arbeitsfähigkeit von 50%
berichtete und im November 2008 eine volle Arbeitsunfähigkeit attestierte. Dieser
Hinweis auf eine gesamthaft betrachtet relevante Verschlechterung des
Gesundheitszustands des Beschwerdeführers ist nicht ausser Acht zu lassen.
Dr. J._, der als Facharzt die Arbeitsunfähigkeit (einzig) aus neurologischer Sicht
beurteilte, hat als mögliche - wenn auch recht zweifelhaft bestehende - Ursache der
Beschwerden eine Irritation der fünften Lumbalnervenwurzel durch die
Diskusprotrusion L4/5 genannt.
5.6 Was den psychiatrischen Aspekt betrifft, wurde vom ABI einzig eine
Beeinträchtigung der Selbstfunktion (im Sinn eines verminderten Selbstwerts und
angegebener Insuffizienzgefühle) vorgefunden. Andere Defizite wurden nicht erhoben,
namentlich keine Einschränkungen von Wahrnehmung, Auffassung, Konzentration und
Aufmerksamkeit, keine depressive Affektauslenkung und keine Suizidalität. - In der
Klinik Valens waren 2003 psychische Faktoren und Kontextfaktoren in der
Diagnoseliste erwähnt worden, denen aber kein Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
zugemessen wurde. Auch aufgrund der Begutachtung durch Dr. G._ von 2007 war
von unbeeinträchtigten Funktionen und erhalten gebliebener Arbeitsfähigkeit berichtet
worden. Dr. L._ hat nach einer Konsultation des Beschwerdeführers vom November
2008 festgehalten, man könnte eine Anpassungsstörung diagnostizieren und auch die
Diagnose einer Depression wäre nicht verfehlt. Die (diesbezügliche) Geschichte des
Beschwerdeführers sei eindrücklich; es bleibe nur, symptomatisch medikamentös
einzuwirken. Am 23. März 2009 gab Dr. L._ eine Anpassungsstörung als Diagnose an
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und befürwortete - wie vor ihm der Hausarzt - eine vollständige Berentung. Wenn er am
24. November 2008 dafürgehalten hat, die möglichen Diagnosen seien recht flau und
für die Invalidenversicherung leider irrelevant, so ist darauf hinzuweisen, dass der Arzt
die medizinische Zumutbarkeit einer Arbeitsleistung zu beurteilen hat, während die
rechtliche Bedeutung in einem zweiten Schritt erfolgt. Eine depressive Störung etwa
stellt nach bundesgerichtlicher Praxis keinen pathogenetisch (ätiologisch) unklaren
syndromalen Zustand dar, bei welchem die Rechtsprechung zu den somatoformen
Schmerzstörungen zur Anwendung gelangen würde (vgl. BGE 136 V 279 E. 3.2.1, BGE
137 V 64 E. 4.2; Bundesgerichtsentscheid i/S M. vom 20. September 2011,
8C_302/2011 E. 2.4). Den Berichten von Dr. L._ lassen sich zum psychiatrischen
Status kaum Angaben entnehmen, so dass eine Beurteilung unter diesem Aspekt nicht
möglich ist. Immerhin ist davon auszugehen, dass Dr. L._ einen psychiatrisch
behandlungsbedürftigen Zustand erkannte. Med. pract. N._, welcher den
Beschwerdeführer ab Mai 2009 in der Tagesklinik betreute, hat dem ABI auf
mündliches Befragen am 2. Dezember 2009 erklärt, die zahlreichen Probleme sozialer
Art und das Rückenleiden hätten den Beschwerdeführer depressiv gemacht. Allerdings
würde man diese Depression nicht sehen können. Die Situation habe sich durch die
Behandlung schon gebessert, doch sei der Beschwerdeführer nach zwei Stunden pro
Tag infolge von Ausdauer- und Konzentrationsproblemen komplett erschöpft (das
entspricht einer Arbeitsfähigkeit von knapp einem Viertel). Die psychiatrisch
Begutachtende des ABI hielt hierzu fest, damit würden invaliditätsfremde soziale
Faktoren in den Vordergrund gestellt. Die Konzentrations- und Ausdauerminderung
einerseits könne nicht bestätigt werden, die sozial schwierige Gesamtsituation
anderseits sei nicht invaliditätsauslösend. Im Bericht vom 26. März 2010, welcher erst
nach der ABI-Begutachtung erstellt wurde, gab med. pract. N._ die Diagnose einer
schweren Depression bekannt. Diese Erkenntnis habe erst eine klinische
Verlaufsbeobachtung erbracht. Der Beschwerdeführer sei wohl hochgradig gefährdet,
noch weiter zu dekompensieren. Am 28./29. März 2012 teilte der Arzt weiter mit, der
Beschwerdeführer sei vom 8. Mai 2009 bis 9. Juli 2010 und nochmals vom 9. Februar
2011 bis 12. Dezember 2011 in der Tagesklinik behandelt worden. Er habe
durchgehend Schmerzen wegen der diversen somatischen Erkrankungen gehabt,
wegen des Hüftleidens an sportlichen Aktivitäten nur bedingt teilnehmen können und
wiederholt an Schwindel, Vergesslichkeit und Schlafstörungen gelitten; dann sei noch
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eine Angina pectoris aufgetreten, welche mit Nitrospray behandelt worden sei. Die Not,
in welcher sich der Beschwerdeführer befinde, überspiele und überdecke er
fassadenhaft. Die Ablenkung durch die Arbeit in der Werkstatt oder im Küchenbereich
und die sozialen Kontakte im therapeutischen Milieu hätten den Beschwerdeführer ein
wenig stabilisiert und die psychische Befindlichkeit verbessert. Wiederkehrende
Gedanken über die Sinnlosigkeit seines Daseins seien aber bis anhin "sesshaft"
geblieben und therapeutisch wenig zu beeinflussen gewesen, zumal sich durch den
teilstationären Aufenthalt an der Lebenssituation und den somatischen Beschwerden
nichts verändert habe. Es handle sich um eine tiefgreifende depressive Erkrankung, die
aufgrund der Tragweite der körperlichen Beschwerden und der damit verbundenen
Perspektive- und Hoffnungslosigkeit erklärbar sei. In den letzten zwei Jahren sei der
Beschwerdeführer noch weiter dekompensiert.
6.
6.1 Es zeigen sich somit Hinweise auf eine Verstärkung des Hüftleidens im Zeitablauf,
welche eine gewisse Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit nach
der Aktenlage auch in der Zeit nach Januar 2009 oder 2010 als möglich erscheinen
lassen. Ausserdem diagnostiziert der behandelnde Psychiater eine schwere
Depression, was auch Dr. L._ als nicht verfehlte Diagnose bezeichnet. Die
psychiatrischen Befunde werden dabei von Seiten der ABI-Gutachterin und des
behandelnden Facharztes med. pract. N._ unterschiedlich geschildert, wobei eine
Beurteilung durch den Umstand noch erschwert wird, dass die Symptome sich nach
Auffassung des Letzteren verdeckt präsentieren.
6.2 Liegen - wie hier - unterschiedliche ärztliche Beurteilungen vor, so hat der
Sozialversicherungsrichter aufgrund des im Sozialversicherungsrecht geltenden
Grundsatzes der freien Beweiswürdigung (BGE 125 V 352 E. 3a) alle Beweismittel,
unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu
entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des
streitigen Rechtsanspruches gestatten. Die Rechtsprechung hat es mit dem Grundsatz
der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen
medizinischer Gutachten und Berichte Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen
(BGE 125 V 352 E. 3b). Das im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholte
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Gutachten von externen Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen
und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, besitzt bei der
Beweiswürdigung volle Beweiskraft, solange nicht konkrete Indizien gegen die
Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb; Entscheid des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S G. vom 4. September 2006, I 713/05). Nach
der Rechtsprechung ist bei der Beweiswürdigung der Erfahrungstatsache Rechnung zu
tragen, dass Hausärzte und über eine längere Zeit hinweg regelmässig behandelnde
Spezialärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in
Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (so etwa der Entscheid des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S C. vom 6. Dezember 2006, I 329/06; BGE
125 V 353 E. 3b/cc), oder es ist damit zu rechnen, dass sie sich durch die "Macht des
Faktischen" von der pessimistischen subjektiven Einstellung ihrer Patienten
überzeugen lassen (so der nicht veröffentlichte Entscheid des Versicherungsgerichts
des Kantons St. Gallen i/S A.M.-C. vom 27. März 2003). Das Bundesgericht hat
anderseits festgehalten, der Richter könne auch auf die speziellen, etwa dank der
langjährigen Betreuung nur einem Hausarzt zugänglichen Kenntnisse des
Gesundheitszustandes eines Versicherten abstellen (nicht veröffentlichter Entscheid
des Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 255/96, zit. im Entscheid des
Schweizerischen Bundesgerichts vom 21. Dezember 2005, 4P.254/2005). Es geht
jedenfalls nicht an, den Aussagen des Hausarztes ohne nähere und unter dem
Gesichtspunkt des Willkürverbotes haltbare Begründung die Glaubwürdigkeit von
vornherein abzusprechen (Bundesgerichtsentscheid 4P.254/2005).
6.3 In Anbetracht der zunächst medikamentösen und dann (ab Mai 2009) längere Zeit
andauernden teilstationären psychiatrischen Behandlungen, nach welchen eine
schwere (wohl verborgene) Depression diagnostiziert wurde, und weil die Akten
insgesamt (auch in rheumatologischer/orthopädischer Hinsicht) für die Zeit ab Januar
2009 oder Januar 2010 Zweifel am Ergebnis der Arbeitsfähigkeitsschätzung aufgrund
der Begutachtung durch das ABI wecken, erscheint es nach dem Dargelegten
insgesamt als gerechtfertigt, ergänzende Abklärungen zur Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers ab Januar 2009 zu veranlassen. Eine erneute Begutachtung ist
wohl unumgänglich. Je nach deren Ergebnis kann sich im Lauf der Zeit eine Abstufung
oder Aufhebung der Rente ergeben.
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6.4 Nach der Aktenlage scheint im Übrigen vordringlich, dass der gesundheitlich
beeinträchtigte Beschwerdeführer in den Arbeitsmarkt eingegliedert wird, auch wenn
allenfalls lediglich eine Teilarbeitsfähigkeit vorliegen solle.
7.
7.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der
angefochtenen Verfügung vom 15. Januar 2010 insofern teilweise gutzuheissen, als der
Beschwerdeführer ab 1. Januar 2008 Anspruch auf eine ganze Rente hat. Im Übrigen
ist die Sache zu ergänzenden Abklärungen des Sachverhalts im Sinn der Erwägungen
und allfälliger neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
Sind dem Beschwerdeführer (zumindest vorübergehende) Leistungen zuzusprechen, ist
diesbezüglich von einem Obsiegen auszugehen. Eine Rückweisung zur weiteren
Abklärung der Streitsache und anschliessender neuer Verfügung an die
Beschwerdegegnerin stellt praxisgemäss aus prozessualer Sicht in Bezug auf die
Kosten ebenfalls ein vollständiges Obsiegen dar (vgl. SVR 1995 IV Nr. 51 S. 143; ZAK
1987 S. 266 E. 5a). Angesichts des Unterliegens der Beschwerdegegnerin sind ihr die
Gerichtskosten, die nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert
festgelegt
werden (Art. 69 Abs. 1 IVG), gesamthaft aufzuerlegen (vgl. Art. 95 Abs. 1 VRP/SG).
Eine Entscheidgebühr von Fr. 600.-- erscheint angemessen. Der geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP