Decision ID: d1c4ece5-56ae-5ebe-b9c7-6fa143f76a3d
Year: 2015
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
berufliche Massnahmen
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Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 30. August 2004 wegen schwerer Depressionen zum
Leistungsbezug bei der IV-Stelle des Kantons Zürich an (IV-act. 3). Der Versicherte
hatte im Oktober 1991 eine Lehre als Elektromonteur abgeschlossen (IV-act. 4). Die
ehemalige Arbeitgeberin des Versicherten, die B._ AG, berichtete am 16. September
2004, dass der Versicherte vom 1. Dezember 1997 bis 29. Februar 2004 als
technischer Mitarbeiter mit einem Pensum von 60% angestellt gewesen sei. Der letzte
effektive Arbeitstag sei der 30. Juni 2003 gewesen. Dem Versicherten sei wegen
Unzuverlässigkeit gekündigt worden (IV-act. 10). In einem Bericht vom 4. Oktober 2004
gaben die Ärzte der Klinik C._, Psychiatrisch-Psychologischer Dienst, als Diagnosen
eine rezidivierende depressive Störung mit zeitweise psychotischem Erleben auf dem
Hintergrund einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung sowie eine Störung
durch Kokain an. Die Ärzte hielten fest, dass die Diagnosen seit Juli 2003 vorlägen und
der Versicherte seitdem in seiner bisherigen Tätigkeit zu 100% arbeitsunfähig sei.
Erforderlich seien berufliche Massnahmen (IV-act. 11). Gemäss einem Verlaufsprotokoll
betreffend Berufsberatung vom 19. Juli 2005 wurden berufliche Massnahmen
gesundheitsbedingt und aufgrund des neuen Wohnortes des Versicherten in D._
(Kanton E._) als nicht möglich erachtet (IV-act. 25). In einem Verlaufsbericht vom
23. August 2005 gaben die Ärzte der Klinik C._ einen stationären
Gesundheitszustand mit einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit an (IV-act. 27). Am 1.
September 2005 verfügte die IV-Stelle Zürich, dass aufgrund des
Gesundheitszustandes des Versicherten zurzeit keine beruflichen Massnahmen
möglich seien (IV-act. 31). Gleichentags erging eine Mitteilung an die zuständige
Ausgleichskasse, wonach diese die Rentenbeträge gestützt auf einen seit dem 1. Juli
2004 bestehenden Invaliditätsgrad von 100% zu berechnen habe (IV-act. 33). Mit einer
Verfügung vom 15. Juli 2006 wurde dem Versicherten eine ganze Rente mit Wirkung ab
1. Juli 2004 zugesprochen (IV-act. 36).
A.b Die neu zuständige IV-Stelle des Kantons St. Gallen eröffnete im Februar 2007 ein
Rentenrevisionsverfahren. Der Versicherte gab am 7. März 2007 im entsprechenden
Fragebogen an, sein Gesundheitszustand sei gleich geblieben (IV-act. 45). Auch die
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behandelnde Ärztin der Klinik C._, Dr. med. F._, Psychiatrie und Psychotherapie
FMH, berichtete am 28. März 2007 von einem stationären Gesundheitszustand des
Versicherten. Als Diagnose gab sie nach wie vor eine rezidivierende depressive Störung
mit zeitweise psychotischem Erleben auf dem Hintergrund einer emotional instabilen
Persönlichkeitsstörung an. Sie führte aus, dass aufgrund des Schweregrads der
Störung im Bereich der Persönlichkeit nicht von einer Besserung der Arbeitsfähigkeit
ausgegangen werden könne. Zudem bestünden beim Versicherten zeitweise
ausgeprägte Schwierigkeiten in der Konzentration sowie seit der Kindheit
Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten, welche den Versicherten bei der
Erledigung schriftlich administrativer Belange erheblich beeinträchtigten. Deswegen sei
der Versicherte bereits seit langem oft auf Hilfe Dritter angewiesen. In der bisherigen
Tätigkeit bestehe seit Juli 2003 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Eine leidensadaptierte
Tätigkeit sei dem Versicherten gegenwärtig auch nicht zumutbar (IV-act. 48). Am 21.
Mai 2007 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass weiterhin ein Anspruch auf die
bisherige ganze Invalidenrente bestehe (IV-act. 51).
A.c Im Mai 2010 wurde ein weiteres Rentenrevisionsverfahren eröffnet. Der Versicherte
teilte am 7. Juli 2010 mit, dass sich sein Gesundheitszustand seit Februar 2008
verbessert habe. Es sei neu die Diagnose ADHS gestellt worden. Daraufhin seien eine
Behandlung mit Ritalin sowie eine Ergotherapie durchgeführt worden, wodurch es zu
einer langsamen, schrittweisen Verbesserung gekommen sei (IV-act. 57). Der Hausarzt
des Versicherten, Dr. med. G._, Allgemeinmedizin FMH, gab in seinem
Verlaufsbericht vom 21. Juni 2010 ebenfalls eine Verbesserung des
Gesundheitszustandes des Versicherten an. Als Diagnosen nannte er ADHS im
Erwachsenenalter sowie anamnestisch eine invalidisierende Depression
(wahrscheinlich sekundär). Er hielt fest, rückblickend sei die ADHS, die sich bis in die
Jugend des Versicherten zurückverfolgen liesse, nicht erkannt worden. Seit Februar
2008 werde eine Behandlung mit Ritalin durchgeführt, die zu einer schlagartigen
Verbesserung der Befindlichkeit des Versicherten geführt habe. Neu seien berufliche
Massnahmen angezeigt. Es wäre wünschenswert, wenn der Versicherte aus seinem
selbsterarbeiteten Erfahrungsbereich der Computertechnik und seiner Beschäftigung
mit der Neurofeedback-Methode einen beruflichen Nutzen ziehen könnte. In
medizinischer Hinsicht sei allenfalls noch eine neuropsychologische Testung des
Versicherten durchzuführen (IV-act. 60). Dr. med. H._, Psychiatrie und
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Psychotherapie FMH, nannte in seinem Bericht vom 2. August 2010 die Diagnose einer
ADHS mit anhaltender Symptomatik im Erwachsenenalter, unter Medikation teilweise
remittiert. Er hielt fest, dass er den Versicherten einmalig im Herbst 2008 zu einer
Zweitmeinung betreffend die Optimierung der medikamentösen Therapie gesehen
habe. Aus den anamnestischen Daten könne geschlossen werden, dass eine
Anpassung der Diagnose und Therapie durch Dr. G._ im Vergleich zur
Arbeitshypothese von Dr. F._ wahrscheinlich zu einer entscheidenden Verbesserung
des Gesundheitszustandes geführt habe. Eine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit sei
aber auf Grundlage dieser Untersuchung nicht möglich (IV-act. 62). Der Regionale
Ärztliche Dienst der IV-Stelle (RAD) hielt zu den Arztberichten am 1. Februar 2011 fest,
dass zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht beurteilt werden könne, ob die
Verbesserung des Gesundheitszustandes zu einer verwertbaren Arbeitsfähigkeit auf
dem ersten Arbeitsmarkt führe. Erforderlich sei in jedem Fall eine psychiatrische
Begutachtung (IV-act. 66).
A.d Am 5. Oktober 2011 wurde der Versicherte von Dr. med. I._, Psychiatrie und
Psychotherapie FMH, untersucht. Im entsprechenden Gutachten vom 14. Dezember
2011 nannte Dr. I._ als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine ein
fache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (ADHS) im Erwachsenenalter. Ohne
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gab er den Verdacht auf psychische und
Verhaltensstörungen durch multiplen Substanzgebrauch (Cannabis, Alkohol),
Abhängigkeitssyndrom, an. Er hielt fest, der Versicherte sei im Zeitpunkt der
Untersuchung psychopathologisch mehrheitlich unauffällig gewesen. Die früher
diagnostizierte rezidivierende depressive Störung sei gegenwärtig remittiert. Die frühere
Diagnose einer Persönlichkeitsstörung könne er nicht nachvollziehen. Es habe bereits
damals eine ADHS bestanden, welche aber nicht erkannt worden sei. Die
Auffälligkeiten seien fälschlicherweise als Hinweise für eine Persönlichkeitsstörung
interpretiert worden. Auf eine eingehende neuropsychologische Abklärung sei
verzichtet worden, weil davon ausgegangen werden müsse, dass die
neuropsychologischen Funktionen nicht nur durch die ADHS, sondern auch durch den
Substanzkonsum (Cannabis und Alkohol) negativ beeinflusst würden. Die konkreten
Auswirkungen der ADHS könnten erst nach einer gewissen abstinenten Phase
untersucht werden. Es sei anzunehmen, dass die bisherige Tätigkeit des Versicherten
weiterhin möglich sei. Vorübergehend sei der Versicherte durch die schwere
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depressive Episode in dieser Tätigkeit sicher nicht mehr arbeitsfähig gewesen. Weil die
rezidivierende depressive Störung nun aber remittiert sei, wirke sich die Depression
nicht mehr auf die Arbeitsfähigkeit aus. Der Versicherte sei früher in der Lage gewesen,
mit der ADHS zu arbeiten, obwohl diese nicht erkannt und auch nicht behandelt
worden sei. Nun werde durch die laufende Behandlung sowohl vom Versicherten als
auch von den Ärzten eine Verbesserung beschrieben. Hinzu komme, dass eine ADHS
im Laufe des Lebens nicht zu-, sondern allenfalls eher abnehme. In einer adaptierten
Tätigkeit sei die Arbeitsfähigkeit des Versicherten ebenfalls nicht eingeschränkt. Diese
Aussage lasse sich auch bei der aktuellen Unsicherheit bezüglich der
neuropsychologischen Einschränkungen machen. Angaben, wie eine ideal adaptierte
Tätigkeit genau aussehen müsste (Belastungsprofil), könnten zum jetzigen Zeitpunkt
aber nicht gemacht werden. Um diese Frage abschliessend zu klären, müsste der
Versicherte zuerst ein halbes Jahr eine Abstinenz von psychotropen Substanzen
nachweisen und dann müsste eine neuropsychologische Abklärung durchgeführt
werden (IV-act. 84). Der RAD hielt am 23. Dezember 2011 fest, dass gemäss den
gutachterlichen Angaben nach einer 6-monatigen Abstinenz eine neuropsychologische
Verlaufstestung durchzuführen sei. Anschliessend könne aus medizinischer Sicht über
berufliche Massnahmen entschieden werden (IV-act. 85). Mit einem Schreiben vom 16.
Januar 2012 forderte die IV-Stelle den Versicherten mit Bezug auf seine Mitwirkungs-
und Schadenminderungspflicht auf, eine dauerhafte Alkohol- und Cannabisabstinenz
einzuhalten und die notwendigen Nachweise während mindestens 6 Monaten
einzureichen (IV-act. 89). Am 18. Januar 2012 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit,
dass zurzeit keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien, da die
Suchtmittelbehandlung im Vordergrund stehe (IV-act. 91). Der RAD hielt am 17. Januar
2013 fest, der Versicherte habe 2012 anfänglich die Abstinenz nicht wirklich
konsequent eingehalten. Erst in der 2. Jahreshälfte habe sich nun eine Stabilität
hinsichtlich der Laborbefunde eingestellt. Der aktuelle Zeitpunkt sei günstig, um die
abschliessende gutachterliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten
Tätigkeit vornehmen zu lassen. Es sei ein Verlaufsgutachten bei Dr. I._ einzuholen
(IV-act. 144).
A.e Dr. I._ begutachtete den Versicherten am 15. März 2013 erneut. In seinem
Verlaufsgutachten vom 17. Mai 2013 gab er keine Diagnosen mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit mehr an. Die Diagnose einfache ADHS im Erwachsenenalter erachtete
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er als nicht arbeitsfähigkeitsrelevant. In der Beurteilung hielt er fest, dass der bei der
letzten Begutachtung geäusserte Verdacht auf psychische und Verhaltensstörungen
durch multiplen Substanzgebrauch sicher nicht mehr gerechtfertigt sei, nachdem der
Versicherte über eine längere Zeit die Abstinenzauflage eingehalten habe. Im Zeitpunkt
der Untersuchung sei der Versicherte psychopathologisch unauffällig gewesen. Die
Symptomatik der ADHS habe im Laufe der Behandlung seit der letzten Begutachtung
deutlich abgenommen, wie sich anhand der durchgeführten Untersuchung nachweisen
lasse. Auch dieses Mal sei auf eine eingehende neuropsychologische Abklärung
verzichtet worden, weil die Motivation des Versicherten eingeschränkt gewesen sei. In
sämtlichen der drei durchgeführten Testverfahren zur Beschwerdevalidierung mittels
"TBFN" habe die Fehlerzahl über dem Cut-off-Wert gelegen. In beiden durchgeführten
Tests zur Prüfung der Konzentrationsleistungsfähigkeit und zur Prüfung der kognitiven
Anpassungsfähigkeit habe der Versicherte ein unauffälliges Ergebnis erzielt. Aufgrund
der doch eindeutigen Hinweise auf eine eingeschränkte Abklärungsmotivation müsse
angenommen werden, dass die effektive Leistungsfähigkeit des Versicherten auch
noch besser sein könnte. Aus diesem Grund seien sichere Angaben nicht möglich.
Sicher sei jedoch, dass sich die Symptomatik deutlich gebessert habe und dass sich
nun keine Hinweise auf eine eingeschränkte neuropsychologische Leistungsfähigkeit
mehr finden liessen. Aus psychiatrischer Sicht sei der Versicherte weder in der
bisherigen noch in einer adaptierten Tätigkeit in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt.
Auch bezüglich der beruflichen Eingliederung gebe es keine Einschränkungen mehr.
Der Versicherte gehe auch selbst nicht mehr davon aus, aufgrund eines psychischen
Leidens in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt zu sein (IV-act. 156). Am 12. Juni 2013
teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, die Abklärungen hätten ergeben, dass eine
100%ige Arbeitsfähigkeit bestehe und der Anspruch auf die bisherige Rente nicht mehr
gegeben sei. Bevor die Rente aufgehoben werde, seien berufliche
Eingliederungsmassnahmen durchzuführen (IV-act. 159). Gemäss dem
Verlaufsprotokoll des Eingliederungsverantwortlichen wurde der Versicherte anlässlich
eines Gesprächs vom 17. Juli 2013 darüber informiert, dass für die Stellensuche das
Regionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) zuständig sei und er sich dort anmelden
solle. Seitens der Eingliederungsberatung könne keine Unterstützung angeboten
werden, da gemäss dem Gutachten keine Diagnose mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit vorliege (IV-act. 163). In einer Mitteilung an den Versicherten vom 19.
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Juli 2013 hielt die IV-Stelle fest, der Anspruch auf berufliche Massnahmen werde
abgewiesen. Zur Begründung führte sie an, dass beim Versicherten keine
gesundheitsbedingten Einschränkungen, welche ihn bei der Stellensuche
beeinträchtigten, vorlägen (IV-act. 165). Am 26. Juli 2013 beantragte der Versicherte
diesbezüglich den Erlass einer beschwerdefähigen Verfügung (IV-act. 166). Mit einer
Verfügung vom 6. August 2013 wies die IV-Stelle den Anspruch des Versicherten auf
berufliche Massnahmen ab (IV-act. 167).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde des Versicherten
vom 3. September 2013. Darin beantragt der Beschwerdeführer, vertreten durch seinen
Hausarzt Dr. G._, sinngemäss die Aufhebung der Verfügung vom 6. August 2013 und
die Gewährung von beruflichen Massnahmen. Der Vertreter hält zur Begründung fest,
dass der Beschwerdeführer trotz erfreulicher Fortschritte bezüglich seines psychischen
Gesundheitszustandes noch immer auf Unterstützung angewiesen sei. Der verlangte
Schritt einer selbständigen beruflichen Eingliederung sei viel zu gross. Der
Beschwerdeführer sei dazu nicht in der Lage und habe auch mit einer psychischen
Verschlechterung reagiert (act. G 1).
B.b Am 29. Januar 2014 beantragt die Beschwerdegegnerin die Abweisung der
Beschwerde. Zur Begründung führt sie aus, dass für einen Anspruch auf
Arbeitsvermittlung zwar keine Invalidität mehr vorausgesetzt sei, jedoch sei das
Vorliegen einer Arbeitsunfähigkeit erforderlich, welche die versicherte Person bei der
Arbeitssuche erheblich behindere. Wenn die fehlende berufliche Eingliederung im Sinne
der Verwertung einer bestehenden Arbeitsfähigkeit nicht auf gesundheitlich bedingte
Schwierigkeiten bei der Stellensuche zurückzuführen sei, so falle die Arbeitsvermittlung
auch weiterhin nicht in die Zuständigkeit der Invalidenversicherung, sondern
gegebenenfalls in den Bereich der Arbeitslosenversicherung. Der Beschwerdeführer sei
gelernter Elektromonteur und sei als technischer Mitarbeiter angestellt gewesen. Laut
dem psychiatrischen Gutachten vom 17. Mai 2013 sei der Beschwerdeführer sowohl
angestammt als auch adaptiert voll arbeitsfähig. Für die Stellensuche sei das RAV
zuständig (act. G 13).
B.c Der Beschwerdeführer verzichtet auf die Einreichung einer Replik (act. G 15).
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Erwägungen:
1.
1.1 Gegenstand der angefochtenen Verfügung ist die Ablehnung des Anspruchs auf
berufliche Massnahmen.
1.2 Nach Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) haben Invalide oder von einer Invalidität bedrohte Versicherte Anspruch auf
Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die
Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder
herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern (lit. a) und die Voraussetzungen für den
Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b). Die
Eingliederungsmassnahmen bestehen u.a. in Massnahmen beruflicher Art:
Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung
sowie Kapitalhilfe (Art. 8 Abs. 3 lit. b IVG). In der Regel besteht nur ein Anspruch auf die
dem jeweiligen Eingliederungszweck angemessenen, notwendigen Massnahmen, nicht
aber auf die nach den gegebenen Umständen bestmöglichen Vorkehren (BGE 110 V
102 E. 2). Denn das Gesetz will die Eingliederung lediglich so weit sicherstellen, als
diese im Einzelfall notwendig, aber auch genügend ist (BGE 124 V 110 E. 2a mit
Hinweisen).
1.3 Für die Beurteilung eines Anspruchs auf berufliche Massnahmen sind in erster Linie
die Arbeitsunfähigkeit bzw. die Invalidität einer versicherten Person entscheidend. Um
den Grad der Arbeitsunfähigkeit, der Erwerbsunfähigkeit und der Invalidität bemessen
zu können, sind Verwaltung und Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe der
ärztlichen Sachverständigen ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu
Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die
versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich
des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
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medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).
1.4 Die Beschwerdegegnerin hat sich bei ihrer Arbeitsfähigkeitsschätzung auf die
beiden Gutachten von Dr. I._ gestützt. Im Gutachten vom 14. Dezember 2010 hat Dr.
I._ als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine ADHS im
Erwachsenenalter angegeben. Er hat festgehalten, dass die früher diagnostizierte
rezidivierende depressive Störung gegenwärtig vollständig remittiert sei und keinen
Einfluss mehr auf die Arbeitsfähigkeit habe. Die konkreten Auswirkungen der ADHS
könnten erst nach einer abstinenten Phase von 6 Monaten bestimmt werden, da davon
ausgegangen werden müsse, dass die neuropsychologischen Funktionen nicht nur
durch die ADHS sondern auch durch den Substanzkonsum von Cannabis und Alkohol
negativ beeinflusst würden (vgl. IV-act. 84-36 f.). Vorläufig hat Dr. I._ eine
medizinisch-theoretische 100%ige Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers sowohl in
der bisherigen als auch in einer adaptierten Tätigkeit attestiert. Zur Begründung hat er
angeführt, dass der Beschwerdeführer auch früher in der Lage gewesen sei, mit der
ADHS zu arbeiten, obwohl diese nicht erkannt und auch nicht behandelt worden sei.
Nun werde durch die laufende Behandlung sowohl vom Beschwerdeführer selbst als
auch von den Ärzten eine Verbesserung beschrieben. Hinzu komme, dass eine ADHS
im Laufe des Lebens eher ab- als zunehme (vgl. IV-act. 84-38). Betreffend die
berufliche Eingliederung hat Dr. I._ darauf hingewiesen, dass sich gegenwärtig keine
genauen Angaben zu einer adaptierten Tätigkeiten machen liessen (vgl. IV-act. 84-39).
Nachdem der Beschwerdeführer die 6-monatige Abstinenzphase eingehalten hatte, ist
im März 2013 eine Verlaufsbegutachtung durch Dr. I._ erfolgt. Im entsprechenden
Gutachten vom 17. Mai 2013 hat Dr. I._ angegeben, dass keine Diagnose mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit mehr vorliege. Die Symptomatik der ADHS habe im
Laufe der Behandlung seit der letzten Begutachtung deutlich abgenommen. Zwar habe
auch dieses Mal keine eingehende neuropsychologische Abklärung vorgenommen
werden können, da die Motivation des Beschwerdeführers eingeschränkt gewesen sei.
Jedoch sei sicher, dass sich die Symptomatik deutlich gebessert habe und dass sich
nun keine Hinweise auf eine eingeschränkte neuropsychologische Leistungsfähigkeit
mehr fänden. Aus psychiatrischer Sicht sei der Versicherte weder in der bisherigen
noch in einer adaptierten Tätigkeit in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Auch
bezüglich der beruflichen Eingliederung gebe es keine Einschränkungen mehr (vgl. IV-
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act. 156-16 ff.). Die Beurteilungen von Dr. I._ beruhen auf einer jeweils eingehend
erhobenen Befundlage und Anamnese. Dr. I._ hat die medizinische Aktenlage
berücksichtigt und davon abweichende Beurteilungen begründet. Seine medizinischen
Ausführungen sind nachvollziehbar und die Schlussfolgerungen betreffend die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers überzeugend. Dass anlässlich der
Verlaufsbegutachtung nicht wie vorgesehen eine neuropsychologische Abklärung des
Beschwerdeführers durchgeführt werden konnte, vermindert den Beweiswert des
Gutachtens nicht. Gemäss den Angaben von Dr. I._ hat sich die ADHS-Symptomatik
seit der ersten Begutachtung derart verbessert, dass keine Hinweise auf eine
eingeschränkte neuropsychologische Leistungsfähigkeit mehr gegeben sind. Aus
diesem Grund ist auch ohne eingehende neuropsychologische Abklärung eine
gesicherte Beurteilung der Arbeitsfähigkeit möglich gewesen. Auf die Einschätzung von
Dr. I._, wonach der Beschwerdeführer sowohl in seiner bisherigen als auch in einer
adaptierten Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig ist, kann folglich abgestellt werden.
2.
2.1 Fraglich ist in beruflicher Hinsicht, ob der Beschwerdeführer die ihm medizinisch
attestierte 100%ige Arbeitsfähigkeit im Rahmen der Selbsteingliederung direkt ver
werten kann oder ob zunächst die Durchführung von Eingliederungsmassnahmen er
forderlich ist.
2.2 Nach ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung gilt im Regelfall, dass eine
medizinisch attestierte Verbesserung grundsätzlich auf dem Weg der
Selbsteingliederung verwertbar ist. Gleichzeitig bestehen jedoch
rechtsprechungsgemäss auch Fälle, bei welchen nach langjährigem Rentenbezug
ausnahmsweise Erfordernisse des Arbeitsmarktes der Anrechnung einer medizinisch
vorhandenen Leistungsfähigkeit entgegenstehen können und die Verwertung eines
bestimmten Leistungspotenzials ohne vorgängige Durchführung befähigender
beruflicher Massnahmen allein mittels Eigenanstrengung der versicherten Person nicht
möglich ist (Urteil des Bundesgerichts vom 10. September 2010, 9C_163/2009, E. 4.1.2
und E. 4.2.2 mit weiteren Hinweisen). Daraus ergibt sich, dass sich die Verwaltung vor
der Herabsetzung oder Aufhebung einer Invalidenrente vergewissern muss, ob sich ein
medizinisch-theoretisch wiedergewonnenes Leistungsvermögen ohne Weiteres in
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einem entsprechend tieferen Invaliditätsgrad niederschlägt oder ob dafür –
ausnahmsweise – im Einzelfall eine erwerbsbezogene Abklärung (der Eignung,
Belastungsfähigkeit, usw.) und/oder die Durchführung von Eingliederungsmassnahmen
vorausgesetzt ist (Urteil des Bundesgerichts vom 10. September 2010, 9C_768/2009,
E. 4.1.2).
2.3 Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer auf den Weg der
Selbsteingliederung verwiesen, ohne die Verwertbarkeit der wiedergewonnenen
Arbeitsfähigkeit konkret zu prüfen und allenfalls berufliche Eingliederungsmassnahmen
zu veranlassen. Gemäss dem Verlaufsprotokoll des Eingliederungsverantwortlichen ist
anlässlich des Strategiegesprächs vom 17. Juni 2013 entschieden worden, dass dem
Beschwerdeführer keine Eingliederungsmassnahmen gewährt werden könnten. Der
Beschwerdeführer sei zu 100% arbeitsfähig und auch nicht bei der Stellensuche
eingeschränkt. Für die Arbeitsvermittlung sei daher das RAV zuständig (vgl. IV-act.
163-4). Aus den Ausführungen geht hervor, dass lediglich ein möglicher Anspruch des
Beschwerdeführers auf Arbeitsvermittlung gemäss Art. 18 IVG in Betracht gezogen
worden ist. Andere berufliche Massnahmen sind nicht geprüft worden. Da dem
Beschwerdeführer aus medizinischer Sicht eine 100%ige Arbeitsfähigkeit im
angestammten Beruf attestiert worden ist, wäre in erster Linie ein Anspruch auf
Wiedereinschulung in den bisherigen Beruf gemäss Art. 17 Abs. 2 IVG zu prüfen
gewesen. Dieser ist nach dem Gesetzeswortlaut der Umschulung auf eine neue
Erwerbstätigkeit gleichgestellt und besteht, wenn die Wiedereinschulung infolge
Invalidität notwendig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder
verbessert werden kann (Art. 17 Abs. 1 IVG). Rechtsprechungsgemäss ist ein Anspruch
auf Umschulung bzw. Wiedereinschulung insbesondere gegeben, wenn der
massgebende Gesundheitsschaden längerdauernd einen Minderverdienst von ca. 20%
verursacht oder dieses Ereignis droht (ZAK 1984 S. 91 und AHI 2000 S. 61).
2.4 Der Beschwerdeführer hatte im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Ver
fügung vom 6. August 2013 bereits seit über 9 Jahren eine ganze Rente bezogen (vgl.
IV-act. 36). Er war mit dem Eintritt der Arbeitsunfähigkeit im Juli 2003 (vgl. IV-act. 10-1)
aus dem Erwerbsleben ausgeschieden und hat seitdem keine Erwerbstätigkeit mehr
aufgenommen. Eine erhebliche invaliditätsbedingte arbeitsmarktliche Desintegration ist
insoweit offensichtlich. Auswirkungen einer langjährigen invaliditätsbedingten Absenz
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von jeglicher Erwerbstätigkeit sind indessen nur dann über eine
Eingliederungsmassnahme der Invalidenversicherung aufzufangen, soweit die
versicherte Person das Eingliederungsziel nicht auch eigenverantwortlich erreichen
kann. Da der Gutachter dem Beschwerdeführer in seiner bisherigen Tätigkeit als
technischer Mitarbeiter eine 100%ige Arbeitsfähigkeit attestiert hat, ist zu prüfen, ob
der Beschwerdeführer sich in diesen erlernten Beruf selbstständig wieder eingliedern
kann. Es ist davon auszugehen, dass sich die Anforderungen im Beruf des
Elektromonteurs bzw. technischen Mitarbeiters zwischenzeitlich als Folge des
technologischen Fortschritts erhöht bzw. geändert haben und dass der
Beschwerdeführer diesen Anforderungen – nachdem er den Beruf invaliditätsbedingt
rund 10 Jahre nicht mehr ausgeübt hat – überwiegend wahrscheinlich nicht mehr
genügen kann. Aus diesem Grund ist vorliegend ein Ausnahmetatbestand dahingehend
gegeben, dass trotz der wiedergewonnenen 100%igen Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers vorgängig befähigende berufliche Massnahmen zur
Wiedereingliederung notwendig sind. Als Massnahme bietet sich insbesondere die
Wiedereinschulung an, um die Kenntnisse des Beschwerdeführers zum einen
aufzufrischenund zum andern mit geeigneten Qualifizierungsmassnahmen an die
veränderten Anforderungen anzupassen (vgl. Silvia Bucher, Eingliederungsrecht der
Invalidenversicherung, Bern 2011, S. 121). Da der Beschwerdeführer aufgrund der
aktuell mangelnden Berufskenntnisse zudem nicht mehr an seinen zuletzt erzielten
Verdienst als technischer Mitarbeiter anknüpfen kann, ist auch die
rechtsprechungsgemäss für eine Wiedereinschulung geforderte
Anspruchsvoraussetzung eines durch den Gesundheitsschaden bedingten
längerdauernden Minderverdienstes von ca. 20% als erfüllt zu betrachten.
2.5 Die vom Bundesgericht im Entscheid 9C_228/2010 vom 26. April 2011 vorge
nommene Präzisierung der Rechtsprechung, wonach der Ausnahmetatbestand der
Notwendigkeit vorgängiger befähigender beruflicher Massnahmen trotz
wiedergewonnener Arbeitsfähigkeit im Sinne der Rechtssicherheit auf Sachverhalte zu
beschränken sei, in denen die revisions- oder wiedererwägungsweise Herabsetzung
oder Aufhebung der Invalidenrente eine versicherte Person betreffe, die das 55.
Altersjahr zurückgelegt oder die Rente seit mehr als 15 Jahren bezogen habe (vgl. E.
3.3), ist im Falle des Beschwerdeführers nicht anwendbar. Der dortige Sachverhalt
betraf eine Versicherte, die als ungelernte Hilfsarbeiterin tätig gewesen war und
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welcher bei der beruflichen Wiedereingliederung somit der gesamte,
branchenübergreifende Arbeitsmarkt für Hilfstätigkeiten offen stand. Demgegenüber
hatte der Beschwerdeführer eine Lehre als Elektromonteur absolviert und war in der
Folge bis zum Eintritt seiner Arbeitsunfähigkeit in diesem Berufsfeld tätig. Der
Beschwerdeführer darf daher nicht auf Hilfstätigkeiten verwiesen werden, bei welchen
er sich selbständig wieder eingliedern könnte. Vielmehr hat er einen Anspruch auf
Wiedereingliederung in seinen erlernten Beruf, selbst wenn eine solche vorgängige
befähigende berufliche Massnahmen erfordert.
2.6 Daraus folgt, dass der Beschwerdeführer vorliegend einen Anspruch auf
Wiedereinschulung in seine bisherige Tätigkeit als Elektromonteur bzw. technischer
Mitarbeiter gemäss Art. 17 Abs. 2 IVG hat.
3.
3.1 Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 6. August 2013 in
Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und die Sache zur Durchführung von
beruflichen Massnahmen im Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen.
3.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Die
unterliegende Beschwerdegegnerin hat die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen.
Das bereits bewilligte Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird bei diesem
Verfahrensausgang gegenstandslos.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP