Decision ID: 109257b1-122f-49cf-bf52-c4bb34d76754
Year: 2014
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
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A.- X besitzt den Führerausweis für die Kategorie B seit dem 18. April 2011. Am
Freitagabend, 21. Februar 2014, lenkte er um 19.20 Uhr einen Personenwagen auf der
Autobahn von St. Gallen in Richtung Zürich. In Oberbüren verliess er die Autobahn. Am
Ende der Ausfahrt bog er nach links ab, beschleunigte sein Fahrzeug mit Heckantrieb
und geriet ins Schleudern. Als Folge davon drehte er sich um die eigene Achse und
kam auf dem Grünstreifen in der Fahrbahnmitte zum Stillstand.
B.- Mit Strafbefehl des Untersuchungsamts Gossau vom 9. April 2014 wurde X im
Zusammenhang mit dem Ereignis vom 21. Februar 2014 wegen fahrlässiger Verletzung
der Verkehrsregeln (Nichtbeherrschen des Fahrzeugs infolge zu starker
Beschleunigung) zu einer Busse von Fr. 500.– verurteilt. Der Strafbefehl erwuchs
unangefochten in Rechtskraft.
C.- Am 24. April 2014 eröffnete das Strassenverkehrsamt gegen X ein
Administrativmassnahmeverfahren und teilte ihm mit, der Selbstunfall infolge zu starker
Beschleunigung sei als Nichtbeherrschen des Fahrzeugs zu qualifizieren und stelle eine
mittelschwere Verkehrsregelverletzung dar. Gleichzeitig stellte es ihm den Entzug des
Führerausweises für einen Monat und die Verlängerung der Probezeit für die Dauer
eines Jahres in Aussicht. Dazu nahm der damalige Vertreter von X am 23. Mai 2014
Stellung und brachte im Wesentlichen vor, dass der Selbstunfall durch die nasse und
mit Kieselsteinen bedeckte Strasse zusätzlich begünstigt worden sei. Ferner sei sich
der Rekurrent der Eigenheiten eines Fahrzeugs mit Heckantrieb nicht bewusst
gewesen. Damit sei von leichter Fahrlässigkeit auszugehen und in Anbetracht der
Tatsache, dass der Selbstunfall sich zu einer Zeit mit sehr geringem
Verkehrsaufkommen ereignet habe, keine Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer
entstanden. Es sei damit von einer leichten und nicht mittelschweren Widerhandlung
auszugehen, dem Rekurrenten nicht der Führerausweis zu entziehen und ihn
stattdessen zu verwarnen.
Am 2. Juni 2014 entzog das Strassenverkehrsamt X den Führerausweis für die Dauer
eines Monats wegen einer mittelschweren Widerhandlung gegen die
Strassenverkehrsvorschriften. Gleichzeitig verfügte es die Verlängerung der Probezeit
um ein Jahr. Zur Begründung führte es an, X habe durch den Selbstunfall eine erhöhte
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abstrakte Gefährdung geschaffen, was einer mittelschweren Widerhandlung
entspreche. Damit betrage die Mindestentzugsdauer einen Monat.
Dagegen erhob X durch seine Rechtsvertreterin mit Eingabe vom 17. Juni 2014 Rekurs
bei der Verwaltungsrekurskommission und ergänzte diesen am 1. Juli 2014. Er
beantragte die Aufhebung der Verfügung des Strassenverkehrsamts vom 2. Juni 2014,
die Kosten neu zu verlegen und statt eines Führerausweisentzugs eine Verwarnung
auszusprechen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Die Vorinstanz
verzichtete mit Schreiben vom 15. Juli 2014 auf eine Vernehmlassung.

Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 17. Juni 2014 samt Ergänzung vom 1.
Juli 2014 wurde rechtzeitig eingereicht. Er erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht
die gesetzlichen Anforderungen (Art. 41 lit. g , 45, 47 und 48 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.- In tatsächlicher Hinsicht bestreitet der Rekurrent nicht, dass er am 21. Februar 2014
– nachdem er die Autobahn in Oberbüren verlassen und am Ende der Ausfahrt in
Richtung Uzwil hatte abbiegen wollen – übermässig beschleunigte, dabei das Heck des
Fahrzeugs ausbrach, er sich drehte und schliesslich auf dem Grünstreifen in der
Strassenmitte zum Stillstand kam. Von diesem Sachverhalt ist auszugehen. Umstritten
ist, ob diese Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz als mittelschwer oder
leicht zu qualifizieren ist.
a) Gemäss Art. 16 Abs. 2 des Strassenverkehrsgesetzes (SR 741.01, abgekürzt: SVG)
wird nach Widerhandlungen gegen die Strassenverkehrsvorschriften, bei denen das
Verfahren nach dem Ordnungsbussengesetz vom 24. Juni 1970 ausgeschlossen ist,
der Lernfahr- oder Führerausweis entzogen oder eine Verwarnung ausgesprochen. Das
Gesetz unterscheidet zwischen leichten (Art. 16a SVG), mittelschweren (Art. 16b SVG)
und schweren Widerhandlungen (Art. 16c SVG).
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b) Der Rekurrent macht geltend, er sei sich der Besonderheiten eines Fahrzeugs mit
Heckantrieb nicht bewusst gewesen, da er dieses erst seit rund einem Monat benutzt
habe. Es sei kaum vorstellbar, dass er sich mit einem frontangetriebenen Auto unter
den gleichen Bedingungen ebenfalls gedreht hätte. Ebenfalls müsse berücksichtigt
werden, dass sich auf der Fahrbahn Kieselsteine befunden haben, welche das
Ausbrechen des Hecks zusätzlich begünstigt haben. Diese Kieselsteine seien aber
wegen der Dunkelheit und des Regens nicht zu erkennen gewesen. Es sei deshalb von
einem leichten Verschulden des Rekurrenten auszugehen. Die durch ihn
hervorgerufene Gefahr sei ebenfalls nur gering gewesen, habe sich der Vorfall doch
nach dem Feierabendverkehr ereignet und das Fahrzeug des Rekurrenten bei der
Drehung weder die Gegenfahrbahn noch den angrenzenden Fahrradweg gequert.
Personen- oder Sachschaden sei ebenfalls nicht entstanden, weshalb eine Verwarnung
auszusprechen und kein Führerausweisentzug zu verfügen sei.
3.- Art. 31 Abs. 1 SVG bestimmt, dass der Fahrzeugführer sein Fahrzeug ständig so zu
beherrschen hat, dass er seinen Vorsichtspflichten nachkommen kann. Beherrschen
bedeutet in diesem Fall, dass der Führer jederzeit in der Lage ist, auf die jeweils
erforderliche Weise auf das Fahrzeug einzuwirken und auf jede Gefahr ohne Zeitverlust
zu reagieren (BGE 120 IV 63 E. 2a).
a) Die Verwaltungsbehörde darf von den tatsächlichen Feststellungen im Strafurteil nur
abweichen, wenn sie Tatsachen feststellt und ihrem Entscheid zugrunde legt, die dem
Strafrichter unbekannt waren oder wenn sie zusätzliche Beweise erhebt sowie wenn
der Strafrichter bei der Rechtsanwendung nicht sämtliche Rechtsfragen abgeklärt hat.
Sie hat insbesondere dann auf die Tatsachen im Strafurteil abzustellen, wenn dieses im
ordentlichen Verfahren mit öffentlicher Verhandlung unter Anhörung von Parteien und
Einvernahme von Zeugen ergangen ist, es sei denn, es bestünden klare Anhaltspunkte
für die Unrichtigkeit dieser Tatsachenfeststellung (BGE 124 II 103 E. 1c/aa; 119 Ib 158
E. 3c/aa). Die Verwaltungsbehörde ist aber unter bestimmten Voraussetzungen auch an
einen Strafentscheid gebunden, der in einem Strafbefehlsverfahren gefällt wurde,
selbst wenn er ausschliesslich auf einem Polizeirapport beruht. Dies gilt insbesondere
dann, wenn der Beschuldigte wusste oder angesichts der Schwere der ihm
vorgeworfenen Delikte voraussehen musste, dass gegen ihn ein
Führerausweisentzugsverfahren eröffnet würde, und er es trotzdem unterlässt oder
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darauf verzichtet, im Rahmen des (summarischen) Strafverfahrens die ihm zur
Verfügung stehenden Verteidigungsrechte auszuschöpfen. Unter diesen Umständen
darf der Betroffene nicht das Verwaltungsverfahren abwarten, um allfällige Rügen
vorzubringen und Beweisanträge zu stellen, sondern ist nach Treu und Glauben
verpflichtet, dies bereits im Rahmen des (summarischen) Strafverfahrens zu tun, sowie
allenfalls die nötigen Rechtsmittel zu ergreifen (BGE 123 II 97 E. 3c/aa; 121 II 214 E.
3a).
b) Aus dem Polizeirapport vom 8. April 2014 geht hervor, dass zum Unfallzeitpunkt die
Strasse nass, die Sicht aber nicht eingeschränkt war (act. 10/15). Ferner ist ersichtlich,
dass die Strasse durchgehend beleuchtet war. Anlässlich der polizeilichen Befragung
gab der Rekurrent an, beim Anfahren sein Fahrzeug mit Heckantrieb so beschleunigt zu
haben, dass das Heck ausgebrochen sei und er die Kontrolle verloren habe. Dieses
drehte sich in der Folge im Gegenuhrzeigersinn um die eigene Achse und kam auf dem
Grünstreifen in der Strassenmitte zum Stillstand. Mit unangefochtenem Strafbefehl des
Untersuchungsamts Gossau vom 9. April 2014 wurde der Rekurrent zu einer Busse von
Fr. 500.– wegen Nichtbeherrschens des Fahrzeugs infolge zu starker Beschleunigung
verurteilt. Im Rekurs sind nicht nur die tatsächlichen Feststellungen des Strafrichters
unbestritten, sondern auch die rechtliche Qualifikation, wonach der Rekurrent am
21. Februar 2014, um 19.20 Uhr, beim Abbiegen die Herrschaft über sein Fahrzeug
verlor und dadurch Art. 31 Abs. 1 SVG schuldhaft verletzte, weshalb im
Administrativmassnahmeverfahren ebenfalls davon auszugehen ist. Ob ebenfalls eine
Verletzung von Art. 32 Abs. 1 SVG (unangepasste Geschwindigkeit) vorliegt, kann unter
den gegebenen Umständen offen gelassen werden.
4.- Umstritten ist, ob die Vorinstanz die Verletzung von Art. 31 Abs. 1 SVG zu Recht als
mittelschwere Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften im Sinn von
Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG qualifiziert hat. Sie hält in der angefochtenen Verfügung fest,
dass die schuldhaft verursachte Gefahr (Selbstunfall mit erhöhter abstrakter
Gefährdung) nicht mehr als gering eingestuft werden könne. Ferner liege kein leichtes
Verschulden vor, weshalb zumindest von einem mittelschweren Fall auszugehen sei.
a) Nach Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG begeht eine leichte Widerhandlung, wer durch die
Verletzung von Verkehrsregeln eine geringe Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft
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und ihn dabei nur ein leichtes Verschulden trifft. Die tatbestandsmässigen Erfordernisse
der geringen Gefahr für die Sicherheit anderer und des leichten Verschuldens müssen
kumulativ erfüllt sein (BGE 135 II 138 E. 2.2.3). Eine mittelschwere Widerhandlung im
Sinn von Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG liegt vor, wenn nicht alle privilegierenden Elemente
einer leichten und nicht alle qualifizierenden Elemente einer schweren Widerhandlung
gegeben sind (vgl. Botschaft, in: BBl 1999 S. 4487). Für die Annahme eines leichten
Falls setzt das Gesetz ausdrücklich ein geringes Ausmass der Gefährdung voraus. Im
Gegensatz zur bundesgerichtlichen Rechtsprechung zum früheren, bis 31. Dezember
2004 geltenden Recht (vgl. BGE 125 II 561) räumt Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG der
Schwere der Verkehrsgefährdung wieder eine eigenständige Stellung ein. Im Recht der
Administrativmassnahmen liegen der gesetzlichen Kategorisierung der
Widerhandlungen gegen Strassenverkehrsvorschriften verschiedene
Gefährdungsstufen zugrunde. Von der konkreten Gefährdung der körperlichen
Integrität anderer Personen ist deren abstrakte Gefährdung zu unterscheiden, die
"einfach" oder "erhöht" sein kann. Die einfache abstrakte Gefährdung zieht kein
Administrativmassnahmeverfahren nach sich (vgl. Art. 16 Abs. 2 SVG). Eine solche
Gefährdung ist nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung aber nur dann
anzunehmen, wenn keine anderen Verkehrsteilnehmer vom Fehlverhalten des
Rekurrenten hätten betroffen werden können. Führt hingegen die Missachtung einer
Verkehrsregel zu einer Verletzung eines Rechtsguts, einer konkreten Gefährdung der
körperlichen Integrität oder zu einer erhöhten abstrakten Gefährdung dieses
Rechtsguts, hat dies eine Administrativmassnahme zur Folge (R. Schaffhauser, Die
neuen Administrativmassnahmen des Strassenverkehrsgesetzes, in: Jahrbuch zum
Strassenverkehrsrecht 2003, St. Gallen 2003, S. 181, Rz. 43 ff.).
Für die Abstufung innerhalb der erhöhten abstrakten Gefährdung ist auf die Nähe der
Verwirklichung der Gefahr abzustellen. Je näher die Möglichkeit einer konkreten
Gefährdung oder Verletzung liegt, umso schwerer wiegt die erhöhte abstrakte
Gefährdung (vgl. BGE 118 IV 285 E. 3a). Eine konkrete Gefahr liegt vor, wenn für einen
bestimmten Verkehrsteilnehmer oder einen Mitfahrer des Täters die Gefahr einer
Körperverletzung oder gar Tötung bestand. Erst recht ist eine konkrete Gefahr zu
bejahen, wenn es zu einem Unfall gekommen ist, mit anderen Worten sich die
hervorgerufene Gefahr realisiert hat (J. Boll, Grobe Verkehrsregelverletzung, Davos
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1999, S. 12). Zudem ist das Ausmass der üblicherweise entstehenden Schädigung bei
Eintritt der Rechtsgutverletzung zu berücksichtigen.
b) Der Rekurrent macht geltend, er habe seine Geschwindigkeit vor dem
Abbiegemanöver stark reduziert. Da er noch nicht lange über ein Fahrzeug mit
Heckantrieb verfügt habe, sei er sich der spezifischen Gefahren nicht bewusst
gewesen. Er hielt dafür, dass es unter den gleichen Umständen mit einem
frontangetriebenen Fahrzeug nicht zu diesem Selbstunfall gekommen wäre. Hinzu
komme, dass Kieselsteine, welche aufgrund der Dunkelheit und des Regens nicht
erkennbar gewesen seien, das Ausbrechen des Hecks zusätzlich begünstigt hätten.
Das Verschulden wiege damit sehr leicht; auch die Staatsanwaltschaft sei von einer
leichten Fahrlässigkeit ausgegangen und habe die Busse tief angesetzt. Er hielt
ebenfalls dafür, dass sich der Selbstunfall am Abend mit entsprechend geringem
Verkehrsaufkommen ereignet habe. Er sei nur mit geringer Geschwindigkeit gefahren
und habe weder die Gegenfahrbahn noch den Fahrradweg touchiert, weshalb keine
weiteren Verkehrsteilnehmer gefährdet worden seien. Erwähnenswerter Personen- oder
Sachschaden sei nicht entstanden. Zwar sei im Polizeirapport ein geschätzter
Sachschaden von Fr. 100.– aufgeführt, auf die Einforderung aber verzichtet worden,
weshalb dies keinen Einfluss auf den Entscheid haben dürfe. Ausserdem sei nicht
ausser Acht zu lassen, dass er über einen bis anhin ungetrübten automobilistischen
Leumund verfüge. Bei leichtem Verschulden und nur geringer Gefahr sei eine
Verwarnung auszusprechen und kein Führerausweisentzug zu verfügen.
aa) Aus dem Polizeirapport ist ersichtlich, dass ein Flurschaden von rund Fr. 100.–
entstand, dieser jedoch gemäss Aussage des Rekurrenten nicht eingefordert wurde.
Weiterer Personen- oder Sachschaden entstand nicht. Der Unfall ereignete sich an
einem Freitagabend um 19.20 Uhr. Der Polizeirapport äussert sich nicht zum
Verkehrsaufkommen, weshalb zu Gunsten des Rekurrenten von geringem Verkehr
auszugehen ist. Mit dem Verlust der Herrschaft über das Fahrzeug schuf der Rekurrent
zumindest eine abstrakte Gefahr. Zu beurteilen bleibt unter Berücksichtigung der im
Unfallzeitpunkt gegebenen Umstände die Wahrscheinlichkeit der Konkretisierung und
Verwirklichung dieser abstrakten Gefahr. Im Rekurs wird dazu ausgeführt, es sei bei
einer örtlich beschränkten Behinderung der Fahrbahn und geringem
Verkehrsaufkommen – wenn überhaupt – von einer leichten Gefährdung auszugehen.
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Ausserdem habe er beim Verlust der Kontrolle über das Fahrzeug weder die
Gegenfahrbahn noch den Fahrradweg berührt und mangels Trottoirs auf jenem
Streckenabschnitt nicht mit Fussgängern rechnen müssen.
Die Möglichkeit, dass durch das Nichtbeherrschen des Fahrzeugs durch den
Rekurrenten andere Verkehrsteilnehmer wie Autolenker oder Fussgänger gefährdet
würden, war unter den gegebenen tatsächlichen Umständen nicht sehr gross. Dennoch
stellt ein Motorfahrzeug, das von seinem Lenker nicht mehr beherrscht wird,
naturgemäss eine erhebliche Gefahr dar (vgl. GVP 1983 Nr. 92). Im vorliegenden Fall
verhält es sich nicht anders, weshalb nicht von einer geringen Gefahr und damit nicht
von einer leichten Widerhandlung gemäss Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG auszugehen ist.
bb) Zwar fehlt es bereits am Erfordernis der geringen Gefährdung, darüber hinaus
würde es aber für die Annahme einer leichten Widerhandlung auch an der zusätzlichen
Voraussetzung eines nur leichten Verschuldens mangeln. Gemäss Art. 31 Abs. 1 SVG
hat der Lenker das Fahrzeug ständig so zu beherrschen, dass er seinen
Vorsichtspflichten nachkommen kann. "Beherrschen" bedeutet, dass ein Fahrzeug
nichts tut, was der Fahrer nicht will (BGE 76 IV 53 E. 1). Er muss die erforderliche
Aufmerksamkeit im Verkehr aufbringen und jederzeit in der Lage sein, in der
erforderlichen Weise auf das Fahrzeug einzuwirken und ohne Zeitverlust auf eine
Gefahr zweckmässig reagieren zu können (P. Weissenberger, Kommentar zum
Strassenverkehrsgesetz, Zürich/St. Gallen 2011, Art. 31 N 4). Das Mass der
Aufmerksamkeit richtet sich dabei nach den konkreten Umständen, also der
Verkehrsdichte, den örtlichen Verhältnissen, der Zeit, der Sicht und den
voraussehbaren Gefahrenquellen (BGE 127 II 302 E. 3c).
Gemäss Polizeirapport war es zum Unfallzeitpunkt nass und dunkel (act. 10/15). Diese
Witterungsverhältnisse erfordern eine vorsichtigere Fahrweise als bei trockener
Fahrbahn und uneingeschränkter Sicht. Der Rekurrent hält im Rekurs dafür, dass er
sich der spezifischen Gefahren eines Fahrzeugs mit Heckantrieb nicht bewusst
gewesen sei, da er dieses erst seit Kurzem gefahren habe. Abgesehen davon, dass
diese Aussage aufgrund seines Berufs als Automobilfachmann als Schutzbehauptung
erscheint, vermag ihn dies auch deshalb nicht zu entlasten, weil er besonders
vorsichtig hätte fahren müssen, wenn er im Umgang mit dem Fahrzeug nicht vertraut
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war. Das Verschulden war somit nicht mehr leicht im Sinn von Art. 16a Abs. 1 lit. a
SVG. Daran ändert nichts, dass die Busse im Strafbefehl auf Fr. 500.– festgesetzt
wurde. Insbesondere kann von der Bussenhöhe nicht ohne Weiteres auf den Grad des
Verschuldens geschlossen werden, da darin auch andere Bemessungsfaktoren, wie
z.B. die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, zum Ausdruck kommen.
c) Insgesamt steht damit fest, dass der Rekurrent zufolge einer Fehlmanipulation (zu
starke Beschleunigung seines Fahrzeugs) eine Gefahr für die Sicherheit anderer schuf,
die nicht mehr nur gering war. Hinzu kommt, dass sein Verschulden nicht als leicht
einzustufen ist, weshalb die Voraussetzungen einer leichten Widerhandlung gemäss
Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG nicht erfüllt sind und die Vorinstanz zu Recht von einer
mittelschweren Widerhandlung gemäss Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG ausging.
5.- Zu prüfen bleibt die von der Vorinstanz verfügte Dauer des Führerausweisentzugs
von einem Monat.
a) Bei der Festsetzung der Dauer des Lernfahr- oder Führerausweisentzugs sind
gemäss Art. 16 Abs. 3 SVG die Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen,
namentlich die Gefährdung der Verkehrssicherheit, das Verschulden, der Leumund als
Motorfahrzeugführer sowie die berufliche Notwendigkeit, ein Motorfahrzeug zu führen.
Die Mindestentzugsdauer darf jedoch nicht unterschritten werden. Gemäss Art. 16b
Abs. 2 lit. a SVG wird der Lernfahr- oder Führerausweis nach einer mittelschweren
Widerhandlung mindestens für einen Monat entzogen.
b) Die Vorinstanz entzog dem Rekurrenten in der angefochtenen Verfügung den
Führerausweis für die gesetzlich vorgeschriebene minimale Dauer von einem Monat.
Das Gesetz schliesst eine Unterschreitung dieser Mindestentzugsdauer aus (Art. 16
Abs. 3 SVG). Folglich bleibt es bei der einmonatigen Entzugsdauer und allfällige
massnahmemindernde Umstände, wie eine berufliche oder persönliche
Angewiesenheit des Rekurrenten auf das Führen eines Motorfahrzeugs (vgl. zum
früheren Recht SJZ 97/2001 S. 524 f.) oder ein ungetrübter automobilistischer
Leumund, wirken sich nicht aus. Im Übrigen könnte sich erst ein 10-jähriger
einwandfreier automobilistischer Leumund – über eine solchen verfügt der Rekurrent
nicht – massnahmemindernd auswirken (vgl. Urteil der Verwaltungsrekurskommission
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IV-2013/123 vom 9. Januar 2014 E. 6c). Angesichts der zwingenden Natur der
gesetzlichen Mindestentzugsdauer verbleibt der rechtsanwendenden Behörde auch
kein Ermessensspielraum, innerhalb dessen sie Überlegungen zur Verhältnismässigkeit
der Massnahme im Sinn der Erforderlichkeit zur Besserung des Betroffenen anstellen
könnte (vgl. Botschaft, a.a.O., S. 4486).
6.- Der erstmals erworbene Führerausweis für Motorräder und Motorwagen wird
zunächst auf Probe erteilt. Die Probezeit beträgt drei Jahre (Art. 15a Abs. 1 SVG). Er
wird unbefristet erteilt, wenn die Probezeit abgelaufen ist und der Inhaber an den vom
Bundesrat vorgeschriebenen, in erster Linie praktischen Weiterbildungskursen zur
Erkennung und Vermeidung von Gefahren sowie zu umweltschonendem Fahren
teilgenommen hat (Art. 15a Abs. 2 SVG). Wird dem Inhaber der Ausweis auf Probe
wegen einer Widerhandlung entzogen, so wird die Probezeit um ein Jahr verlängert.
Dauert der Entzug über die Probezeit hinaus, so beginnt die Verlängerung mit der
Rückgabe des Führerausweises (Art. 15a Abs. 3 SVG). Der Führerausweis auf Probe
verfällt mit der zweiten Widerhandlung, die zum Entzug des Ausweises führt (Art. 15a
Abs. 4 SVG). Ein neuer Lernfahrausweis kann frühestens ein Jahr nach Begehung der
Widerhandlung und nur aufgrund eines verkehrspsychologischen Gutachtens erteilt
werden, das die Eignung bejaht (Art. 15a Abs. 5 SVG).
Die Einführung des Führerausweises auf Probe wurde als Massnahme zur Bekämpfung
der stark ansteigenden Unfallzahlen eingeführt. Der Gesetzgeber wollte damit den
Erwerb von Führerausweisen erheblich erschweren. Der Schwerpunkt der Neuerung
liegt in der Zweiphasenausbildung. Die Führerprüfung verschafft zunächst einmal nur
einen auf drei Jahre gültigen Fahrausweis, den "Führerausweis auf Probe". Die drei
Jahre stellen eine eigentliche Bewährungsfrist dar, in welcher der Neulenker seine
Tauglichkeit unter Beweis stellen muss, indem er im Strassenverkehr nicht negativ
auffällt. Ferner besteht eine obligatorische Weiterbildungspflicht mit dem Ziel, in zwei
sich ergänzenden Kursen die theoretischen Kenntnisse zu vertiefen und standardisierte
Fahrsituationen zu absolvieren (vgl. zum Ganzen H. Giger, Kommentar zum
Strassenverkehrsgesetz, 7. Aufl., 2008, N 3 f. zu Art. 15a SVG). Der Rekurrent erwarb
den Führerausweis für die Kategorien B und A1 am 18. und 19. April 2011. Der
Selbstunfall ereignete sich am 21. Februar 2014 und damit innerhalb der dreijährigen
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Probezeit. Entsprechend ist die Probezeit gemäss Art. 15a Abs. 3 SVG um ein Jahr zu
verlängern. Der Rekurs ist auch in diesem Punkt abzuweisen.
7.- Zusammenfassend ist der Rekurs abzuweisen. Dem Verfahrensausgang
entsprechend sind die amtlichen Kosten dem Rekurrenten aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1
VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'200.– erscheint angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 122
des Gerichtskostentarifs, sGS 941.12). Der Kostenvorschuss von Fr. 1'200.– ist zu
verrechnen.