Decision ID: 876b9507-848f-4f03-b871-8e4cda11a47e
Year: 2006
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Die Eheleute M. und G.R. sind in X. wohnhaft. Sie sind Teilhaber der im Bereich
Informatik tätigen Kollektivgesellschaft. Der Ehemann betreibt ausserdem ein
Selbstbedienungs-Solarium, und die Ehefrau vertreibt Bademoden und Dessous und
arbeitet an Wochenenden an einer Bar.
In der Steuererklärung 2003 deklarierten die Eheleute R. ein steuerbares Einkommen
von Fr. 219'287.-- und ein steuerbares Vermögen von Fr. 1'101'913.--. In der
Erfolgsrechnung der Kollektivgesellschaft wiesen sie für die beiden geleasten
Personenwagen Mercedes-Benz E 320 und Mercedes-Benz SLK 230 Aufwendungen
von insgesamt Fr. 52'922.90 aus. Davon entfielen Fr. 40'194.60 auf Leasingkosten und
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Fr. 12'728.30 auf Betriebskosten. Von diesen Aufwendungen brachten sie Privatanteile
von Fr. 2'000.-- bzw. rund 15 % beim Unterhalt und von Fr. 4'000.-- bzw. rund 10 %
bei den Leasingkosten zum Abzug. Gesamthaft wurden somit Fr. 46'923.-- als
Geschäftsaufwand verbucht. Die Veranlagungsbehörde erhöhte den Privatanteil der
Fahrzeugkosten um Fr. 11'640.-- und veranlagte die Eheleute R. für die Staats- und
Gemeindesteuern 2003 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 230'400.-- und
einem steuerbaren Vermögen von Fr. 1'173'000.--.
Das kantonale Steueramt hiess eine von den Pflichtigen erhobene Einsprache mit
Entscheid vom 15. Juni 2005 teilweise gut und reduzierte das steuerbare Einkommen
auf Fr. 227'500.--. Unter anderem reduzierte es die Aufrechnung für den Privatanteil an
den Autokosten auf Fr. 9'877.--. Das steuerbare Vermögen gemäss Veranlagung wurde
bestätigt.
B./ Gegen den Einspracheentscheid erhoben die Steuerpflichtigen mit Eingabe vom 14.
Juli 2005 Rekurs und beantragten, der Privatanteil an den Fahrzeugkosten sei auf 15 %
zu senken.
Die Verwaltungsrekurskommission wies den Rekurs mit Entscheid vom 4. Mai 2006 ab.
Sie erwog, die Steuerpflichtigen hätten die geschäftsmässige Begründetheit und den
Umfang der Aufwendungen nachzuweisen. Private Lebenshaltungskosten seien nicht
abzugsfähig. Bei Kosten, welche teilweise beruflich und teilweise privat bedingt seien,
lasse sich nicht mit letzter Bestimmtheit festlegen, welche Auslagen in welchem
Umfang geschäftsmässig begründet seien, weshalb der Privatanteil nach
pflichtgemässem Ermessen zu schätzen sei. Im übrigen sei es zulässig, dass die
Steuerbehörde beim Mercedes-Benz E 320 mit einem Grundpreis von rund Fr.
95'000.-- einen Luxusanteil ausgeschieden habe. Die genaue Höhe des Privatanteils
lasse sich anhand der Akten jedoch nicht ermitteln. Auch seien die Fahrzeugkosten
nicht nach den einzelnen Geschäften ausgeschieden. Die Veranlagungsbehörde habe
einen Privatanteil von 5'500 km je Fahrzeug angenommen, was einem tiefen Ansatz
entspreche. Der Privatanteil von 11'000 km, was 23,4 % entspreche, erscheine daher
angemessen. Auch eine Vergleichsrechnung aufgrund der Tabelle zur pauschalen
Ermittlung des Privatanteils an den Autokosten zeige, dass die vorinstanzliche
Berechnung nicht zu beanstanden sei.
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C./ Gegen den Rekursentscheid erhoben die Pflichtigen mit Eingabe vom 18. Mai 2006
Einsprache (richtig: Beschwerde) beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, der
Privatanteil der Fahrzeuge sei auf 15 % zu senken und Art. 82 StG dürfe nicht auf
natürliche Personen angewendet werden. Auf die von den Beschwerdeführern
vorgebrachten Ausführungen wird, soweit wesentlich, in den nachstehenden

Erwägungen näher eingegangen.
Die Vorinstanz und das kantonale Steueramt schliessen in ihren Vernehmlassungen
vom 22. und 28. Juni 2006 unter Hinweis auf die Erwägungen des angefochtenen
Entscheids auf Abweisung der Beschwerde.
Darüber wird in Erwägung gezogen:
1./ Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 196 Abs. 1
des Steuergesetzes, sGS 811.1, abgekürzt StG; Art. 59 Abs. 1 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Die Beschwerdeführer sind zur
Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert, und die Beschwerdeschrift entspricht zeitlich,
formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 196 Abs. 1 und Art. 161 StG
in Verbindung mit Art. 64 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist
einzutreten.
2./ Streitig ist im Beschwerdeverfahren einzig der geschäftsmässig begründete Anteil
an den von den Steuerpflichtigen ausgewiesenen Fahrzeugkosten.
a) Bei selbständiger Erwerbstätigkeit werden die geschäfts- oder berufsmässig
begründeten Kosten von den Einkünften abgezogen (Art. 40 Abs. 1 StG).
Aufwendungen im Sinne dieser Bestimmung schmälern das steuerbare Einkommen,
weshalb grundsätzlich der Steuerpflichtige die Beweislast für geschäftsmässig
begründete Aufwendungen trägt (vgl. Weidmann/Grossmann/Zigerlig, Wegweiser
durch das st. galli-sche Steuerrecht, 6. Aufl., Muri-Bern 1999, S. 379 f. mit Hinweisen).
Der Steuerpflichtige hat darzutun, dass die entsprechenden Aufwendungen effektiv
getätigt wurden und dass sie mit der selbständigen Erwerbstätigkeit in einem
sachlichen Zusammenhang stehen.
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b) Die Zulassung von pauschal verbuchten Aufwendungen wird von der
Veranlagungsbehörde nach den gegebenen Umständen toleriert, wenn anzunehmen
ist, dass dem Pflichtigen tatsächlich Aufwendungen in der entsprechenden Höhe
entstanden sind. Bei gewissen Aufwandkategorien sind der geschäftliche und der
private Anteil schwierig auseinanderzuhalten. Dies gilt namentlich für Kosten von
Fahrzeugen, die sowohl geschäftlich als auch privat genutzt werden bzw. genutzt
werden können. Aufwendungen für solche Fahrzeuge haben stets auch den Charakter
von privaten, steuerlich nicht abzugsfähigen Lebenshaltungskosten. Erfahrungsgemäss
werden geschäftlich genutzte Autos auch für private Fahrten genutzt, wenn sie sich
dazu eignen und dem Pflichtigen anderweitig kein Privatfahrzeug zur Verfügung steht.
Die Abgrenzung von geschäftlich begründeten und damit steuerlich abzugsfähigen
Aufwendungen und nicht abzugsfähigen privaten Lebenshaltungskosten im Bereich
von Fahrzeugaufwand ist daher im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen
vorzunehmen (vgl. VerwGE vom 10. Mai 2000 i.S. J. und G.H.). Im
Beschwerdeverfahren vor Verwaltungsgericht können fehlerhafte
Sachverhaltsfeststellungen und unrichtige Rechtsanwendungen gerügt werden (Art.
161 StG in Verbindung mit Art. 61 Abs. 1 und 2 VRP). Dagegen kann
Unangemessenheit nicht geltend gemacht werden. Das Verwaltungsgericht ist zur
Ueberprüfung der Ermessensausübung nicht befugt. Dies bedeutet, dass im Streitfall
nur geprüft werden kann, ob der von der Vorinstanz festgelegte Privatanteil an den
Autokosten auf einer Ueberschreitung bzw. einem Missbrauch des Ermessens beruht
und mithin rechtswidrig ist. Die Ermessensbetätigung als solche ist dagegen einer
Rechtskontrolle nicht zugänglich.
c) Im Veranlagungsverfahren gingen die Steuerbehörde und die Pflichtigen von einer
Jahresfahrleistung von 47'000 km für beide Fahrzeuge aus. Davon anerkannte die
Veranlagungsbehörde im Einspracheentscheid einen Anteil von 36'000 km als
geschäftsmässig begründet und einen solchen von 11'000 km als privat bedingte
Nutzung. Beim Fahrzeug mit einem Neupreis von über Fr. 80'000.-- wurde ein
Luxusanteil abgerechnet, was bei einem Privatanteil von 30 % einen Betrag von Fr.
15'877.-- bzw. eine Aufrechnung von Fr. 9'877.-- zum bereits verbuchten Privatanteil
von Fr. 6'000.-- ergab. Somit wurde von einem Privatanteil von 5'500 km pro Fahrzeug
ausgegangen. Die Vorinstanz hat diesen zu Recht als tief qualifiziert. Die
Beschwerdeführer vermögen jedenfalls besondere Verhältnisse mit einem noch
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geringeren privaten Fahrleistungs- bzw. Kostenanteil nicht darzutun. Weder der
Hinweis auf die verschiedenen Nebenerwerbstätigkeiten noch die zahlreichen Fahrten
zum Solarium vermögen einen Privatanteil von gesamthaft 11'000 km als
Ermessensüberschreitung erscheinen lassen. Nicht belegt ist insbesondere auch die
Behauptung der Beschwerdeführer, ihnen seien im Jahr 2003 bestenfalls 15 freie
Wochenenden zur Verfügung gestanden, was bedeute, dass sie pro Wochenende
durchschnittlich 730 km hätten zurücklegen müssen. Es ist nicht ausgewiesen und
widerspricht der allgemeinen Lebenserfahrung, dass privat genutzte Personenwagen
an Werktagen nie privat gebraucht werden. Im vorliegenden Fall handelt es sich zudem
beim einen Fahrzeug (230 SLK) um ein Sportcabriolet, bei welchem die private Nutzung
in der Freizeit erfahrungsgemäss einen hohen Stellenwert einnimmt. Die Einwendungen
der Beschwerdeführer gegen die Ermittlung der privaten Fahrleistungen erweisen sich
nach dem Gesagten als unbegründet.
d) Weiter beanstanden die Beschwerdeführer, Art. 82 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 StG dürfe nicht
auf natürliche Personen angewendet werden. Sie äussern sich ausführlich über die
unterschiedlichen Besteuerungsgrundsätze bei natürlichen und juristischen Personen.
Die Veranlagungsbehörde hat aber in ihrem Schreiben vom 11. April 2005 keinen
Hinweis auf Art. 82 Abs. 1 StG gemacht. Sie bezog sich vielmehr auf die im Steuerbuch
in Ziff. 82 aufgeführten Richtlinien für die Ermittlung von Privatanteilen an
Fahrzeugkosten. Diese Grundsätze kommen sowohl bei juristischen als auch bei
natürlichen Personen zum Tragen. Sie dienen der Ermittlung der Privatanteile an den
Aufwendungen für gemischt genutzte Güter. Die Aufrechnung eines Privatanteils für
Autokosten bei selbständiger Erwerbstätigkeit stützt sich nicht auf Art. 82 StG, sondern
auf Art. 40 Abs. 1 StG. Insoweit gehen die Vorbringen der Beschwerdeführer in bezug
auf die unterschiedlichen Grundsätze der Besteuerung von juristischen und natürlichen
Personen an der Sache vorbei. Auch ist im vorliegenden Fall der Grundsatz, dass die
Teilhaber von Personengesellschaften grundsätzlich für ihren Anteil an der Gesellschaft
als natürliche Personen besteuert werden, nicht verletzt.
e) Schliesslich bringen die Beschwerdeführer vor, die Veranlagungsbehörde habe in
der Veranlagungsberechnung vom 20. Juli 2004 festgehalten, es sei ab 2003 ein
Privatanteil von 20 % auszuscheiden. Mittlerweile sei die Steuerbehörde jedoch bei 30
% angelangt.
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Auch dieser Einwand ist unbegründet. Aus der von den Beschwerdeführern
eingereichten Kopie der Veranlagungsberechnung geht nicht hervor, wie hoch der in
jener Veranlagung deklarierte Privatanteil war. Sodann ermittelte die
Veranlagungsbehörde einen Privatanteil von rund 23 % (ohne Berücksichtigung des
Luxusanteils), was im Lichte der relativ hohen Fahrzeugkosten im Rahmen des
Ermessensspielraums liegt. Hinzu kommt, dass die Vorinstanz an die von der
Veranlagungsbehörde festgehaltene Weisung bezüglich der Höhe des künftigen
Privatanteils nicht gebunden war.
f) Zusammenfassend ergibt sich, dass die Ermessensausübung der
Veranlagungsbehörde und der Vorinstanz nicht zu beanstanden ist und der Privatanteil
an den Fahrzeugkosten weder im Hinblick auf die Ermittlung der Fahrleistungen noch in
bezug auf die Ermittlung der geschäftsmässig begründeten Aufwendungen fehlerhaft
ist. Folglich ist die Beschwerde als unbegründet abzuweisen.
3./ Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens den Beschwerdeführern aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 Gerichtskostentarif, sGS
941.12). Der geleistete Kostenvorschuss in gleicher Höhe ist zu verrechnen.
Ausseramtliche Kosten sind nicht zu entschädigen (Art. 98bis VRP).