Decision ID: 231987ac-87b5-567e-8cef-d74956db6132
Year: 2018
Language: de
Court: AR_OG
Chamber: AR_OG_003
Canton: AR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law

Sachverhalt
A. Der am XX.XX.1991 geborene A_ (nachfolgend: Beschwerdeführer) wurde am
13. Januar 1999 erstmals von seinen Eltern wegen Geburtsgebrechen (infantiles POS) bei
der IV-Stelle Appenzell Ausserrhoden (nachfolgend: Vorinstanz) zum Leistungsbezug
angemeldet (IV-act. 1, S. 20 ff.) und erhielt in der Folge eine Kostengutsprache für
medizinische Massnahmen. Nach dem Abschluss der Sekundarschule nahm der
Beschwerdeführer eine Ausbildung zum Multimediaelektroniker in Angriff und war im dritten
Ausbildungsjahr, als er am 4. April 2011 mit dem Motorrad verunfallte und ein Polytrauma
mit Thorax- und Abdomenbeteiligung sowie ein Schädel-Hirn-Trauma erlitt (vgl. IV-act.
21.2). Die anschliessenden Spital- und Rehaaufenthalte wurden von der Unfallversicherung
übernommen.
B. Am 13. September 2011 meldete sich der Beschwerdeführer zum zweiten Mal bei der
Vorinstanz zum Leistungsbezug an wegen dem längerfristigen Ausfall in der Berufsschule
nach dem Unfall (IV-act. 11). Am 4. November 2011 sprach ihm die Vorinstanz im Rahmen
beruflicher Eingliederungsmassnahmen rückwirkend vom 1. August 2011 bis zum 31. Juli
2012 ein Coaching und Nachhilfeunterricht zu (IV-act. 29). Im Sommer 2012 schloss der
Beschwerdeführer seine Berufslehre erfolgreich ab (IV-act. 32, S. 2), worauf die Vorinstanz
die beruflichen Massnahmen einstellte (IV-act. 35). Der Unfallversicherer SUVA, welcher
den Beschwerdeführer seit dem Unfall und auch noch nach Abschluss der
Berufsausbildung mittels eines Coachings engmaschig betreut hatte, richtete ihm am
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11. März 2014 für die nach dem Unfall verbliebene Beeinträchtigung (Verlust der Milz,
rezidivierende Darmpassagestörung) eine Integritätsentschädigung im Betrag von
Fr. 22‘050.-- aus (IV-act. 84.10, S. 1 f.) und schloss den Fall ebenfalls ab.
C. Am 23. Februar 2015 wurde der Beschwerdeführer nach einer Medikamentenintoxikation in
suizidaler Absicht notfallmässig ins Inselspital Bern eingewiesen (IV-act. 47, S. 11 ff.). Kurz
zuvor hatte er seine im Anschluss an seinen Ausbildungsabschluss angetretene Stelle per
30. April 2015 gekündigt (IV-act. 48, S. 2). Es folgte ein Aufenthalt in der Klinik Littenheid
vom 26. Februar bis am 27. März 2015; nach Klinikaustritt kam es erneut zu einer
depressiven Dekompensation, weshalb der Beschwerdeführer am 27. April 2015 ein
zweites Mal in Littenheid aufgenommen wurde (IV-act. 53, S. 3 oben).
D. Am 14. Juni 2015 meldete er sich infolge seiner seit dem 24. Februar 2015 andauernden
Arbeitsunfähigkeit zum dritten Mal bei der IV-Stelle Appenzell Ausserrhoden zum
Leistungsbezug an (IV-act. 36). Direkt im Anschluss an den Aufenthalt in der Klinik
Littenheid wurde er aufgrund der diagnostizierten rezidivierenden depressiven Störung,
gegenwärtig schwere Episode mit psychotischen Symptomen, DD: Schizoaffektive Störung,
paranoide Psychose, bis zum 13. August 2015 stationär in der Privatklinik Aadorf betreut
(IV-act. 53).
E. Beim Assessmentgespräch vom 9. November 2015 (IV-act. 59) äusserte der
Beschwerdeführer den Wunsch nach beruflichen Massnahmen und Laufbahnberatung, da
ihm die Arbeit als Multimediaelektroniker nicht mehr möglich sei. Nachdem die
Aufrechterhaltung einer anhaltenden Tagesstruktur zu Hause gescheitert war, folgte
zunächst ein weiterer stationärer Aufenthalt in der Privatklinik Aadorf vom 9. Dezember
2015 bis zum 3. März 2016 (IV-act. 74; aktuelle Diagnosen: rezidivierende depressive
Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode; komplexe posttraumatische
Belastungsstörung nach Polytrauma und Motorradunfall 04/2011). Am 9. September 2016
gewährte die Vorinstanz dem Beschwerdeführer berufliche Massnahmen in Form von
Berufsberatung und Abklärung der beruflichen Eingliederungsmöglichkeiten (IV-act. 118).
Vom 3. Januar bis 30. Juni 2017 nahm er an einem Aufbautraining im Brüggli Romanshorn
teil, zunächst im 30%-Pensum, danach erfolgte eine schrittweise Steigerung auf 60% (IV-
act. 127). Im Anschluss erklärte der Beschwerdeführer, er wolle sich um eine Ausbildung im
Bereich Fotographie bemühen. Die Vorinstanz erteilte ihm hierauf mit Mitteilung vom
28. Juni 2017 die Kostengutsprache für ein Job-Coaching vom 7. August bis 6. November
2017 (IV-act. 142). Mitte August 2017 bestand der Beschwerdeführer die Aufnahmeprüfung
zum Lehrgang „Gestalter Fotographie HF“ an der GBS in St. Gallen. Insbesondere zur
Beurteilung der Zweckmässigkeit allfälliger weiterer Ausbildungsmassnahmen wurde am
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24. August 2017 ein neuropsychologisches Gutachten erstellt (IV-act. 148). Gestützt auf
dieses Gutachten kam die Vorinstanz zum Schluss, dass dem Beschwerdeführer kein
Umschulungsanspruch zustehe und es ihm zumutbar sei, seine verbleibende
Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit zu verwerten (IV-act. 157). Der
Beschwerdeführer wollte aber trotzdem die Ausbildung zum Gestalter HF Richtung
Fotografie weiterverfolgen und erklärte sich nicht an den ihm von der Vorinstanz
angebotenen Eingliederungsmassnahmen in Form eines Job-Coachings für die Suche
nach einem leidensangepassten Arbeitsplatz interessiert (IV-act. 168). Entsprechend
schloss die Vorinstanz die beruflichen Massnahmen ab; der angestammte Tätigkeitsbereich
als Multimediaelektroniker sei zumutbar, weshalb kein Anspruch auf Umschulung bestehe
(IV-act. 169). Mit leistungsabweisender Verfügung vom 1. März 2018 teilte sie ihm
ausserdem mit, dass aus demselben Grund auch kein Rentenanspruch bestehe (IV-act.
173).
F. Gegen diese Verfügung richtet sich die vom Beschwerdeführer am 5. April 2018 erhobene
Beschwerde ans Obergericht (act. 1). Mit Vernehmlassung vom 26. April 2018 (act. 6)
verlangte die Vorinstanz deren Abweisung. Der Beschwerdeführer verzichtete auf die
Einreichung einer Replik. Nachdem keine der Parteien eine mündliche Verhandlung
verlangt hatte, wurde der Schriftenwechsel abgeschlossen. Die Streitsache wurde am
18. September 2018 in der dritten Abteilung des Obergerichts in Abwesenheit der Parteien
abschliessend beraten und darüber entschieden. In Gutheissung der Beschwerde wurde
die angefochtene Verfügung der Vorinstanz vom 1. März 2018 aufgehoben und die Sache
zu weiteren Abklärungen und anschliessender Neuverfügung an die IV-Stelle Appenzell
Ausserrhoden zurückgewiesen. Die Begründung dieses Entscheids ergibt sich aus den
nachfolgenden Erwägungen.

Erwägungen
1. Formelles
Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversicherungsrecht ergangen.
Gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) i.V.m. Art. 28 Abs. 1 lit. b des Justizgesetzes
(JG, bGS 145.31) beurteilt das Obergericht Beschwerden gegen solche Entscheide. Das
Gesamtgericht hat Beschwerden in Sozialversicherungssachen mit medizinischen
Fragestellungen (unter Vorbehalt der hier nicht betroffenen Zuständigkeiten des
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Einzelrichters) der 3. Abteilung zur Beurteilung zugewiesen (so publiziert im Staatskalender
Appenzell Ausserrhoden für das Amtsjahr 2018/19, S. 83), weshalb diese zur Beurteilung
der Beschwerde zuständig ist.
Da eine Verfügung der IV-Stelle Appenzell Ausserrhoden angefochten ist, ist die örtliche
Zuständigkeit gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung [IVG, SR 831.20]). Die von Amtes wegen vorzunehmende Prüfung
der weiteren Prozessvoraussetzungen ergibt, dass diese sowohl hinsichtlich der
Beschwerdeberechtigung auf Seiten des Beschwerdeführers als auch hinsichtlich der
Form- und Fristerfordernisse mit Bezug auf die Beschwerdeschrift erfüllt sind (insbesondere
Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 59, Art. 60 Abs. 1 und Art. 61 lit. b ATSG).
Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.
2. Materielles
2.1
Die Vorinstanz begründete die Abweisung der Leistungsansprüche des Beschwerdeführers
in der angefochtenen Verfügung damit, dass gemäss den medizinischen Abklärungen dem
Beschwerdeführer der angestammte Tätigkeitsbereich als Multimediaelektroniker zumutbar
sei, weshalb ihm kein oder nur ein geringer Erwerbsausfall entstehe. Unter diesen
Umständen könne weder ein Umschulungs- noch ein Rentenanspruch entstehen (IV-act.
173). Offenbar stützte die Vorinstanz diese Begründung namentlich auf das bei Dr. B_
eingeholte Gutachten vom 24. August 2017 (IV-act. 148). Entscheidend ist im vorliegenden
Fall nicht nur, ob (und falls ja, inwieweit) die Vorinstanz bei der Beurteilung der
Leistungsansprüche des Beschwerdeführers auf dieses Gutachten abstellen durfte,
sondern insbesondere auch, ob sich die Leistungsabweisung gestützt auf das Gutachten
tatsächlich begründen lässt.
2.2
Bei der Würdigung eines Gutachtens fallen diejenigen Grundsätze ins Gewicht, welche im
sozialversicherungsrechtlichen Verfahren auch Allgemein gelten: Es geht insbesondere
darum, zu prüfen, ob das Gutachten für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend
ist und auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht; ob es die geklagten
Beschwerden berücksichtigt; ob es in Kenntnis und gegebenenfalls in Auseinandersetzung
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mit den Vorakten abgegeben worden ist; ob es in der Darlegung der medizinischen
Zustände und Zusammenhänge einleuchtet; ob die Schlussfolgerungen der
sachverständigen Person in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende
Behörde sie prüfend nachvollziehen kann und ob die sachverständige Person nicht
auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche ihr die Beantwortung der Fragen
erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (vgl. die
Zusammenfassung der aktuellen einschlägigen Rechtsprechung bei UELI KIESER, ATSG-
Kommentar, 3. Aufl. 2015, N 56 zu Art. 44 ATSG).
a. Im Gutachten vom 24. August 2017 von Dr. B_ werden folgende Diagnosen mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers gestellt (IV-act. 148, S. 11):
„Leichte bis mittelschwere neuropsychologische Funktionsstörungen mit: mittelschweren bis schweren
sprachlichen Lern-, Arbeits- und Langzeitgedächtnisstörungen; mittelschweren exekutiven Funktionsstörungen;
leichten Störungen des visuell-räumlichen Vorstellungsvermögens, der Raumkonstruktion und des mündlichen
Rechnens; mittelschwerem Apathiesyndrom.“
Die Gutachterin weist darauf hin, dass sich aktuell ein völlig unselbständiger Versicherter
zeige, der nicht in der Lage sei, eine Tagesstruktur, Essenszeiten, einen Tag-Wach-
Rhythmus selber zu planen und aufrecht zu halten. Der Beschwerdeführer dekompensiere
im Alltag immer häufiger psychisch und benötige zunehmend mehr psychiatrische Hilfe bei
gleichbleibender kognitiver Funktionsfähigkeit (IV-act. 148, S. 12). Nach der beruflichen
Rehabilitation sei trotz Empfehlung keine berufsbegleitende neuropsychologisch-
verhaltenstherapeutische Behandlung durchgeführt worden; dies trotz relevanten
Gedächtnis- und Verhaltensstörungen sowie dem Nachweis der Notwendigkeit eines
zielorientierten Coachings innerhalb eines verhaltenstherapeutischen Settings, wozu
sowohl realistisches Feedback als auch zielorientiertes Handeln gehörten. Aus
neuropsychologischer Sicht ergebe sich die Notwendigkeit, sowohl alle
Wahrnehmungskanäle als auch die emotionale Wahrnehmung und Körperwahrnehmung in
die Therapien mit einzubeziehen sowie chronische Schmerzen und Verhaltensstörungen
gezielt zu behandeln. Auch ein selbstschädigendes Suchtverhalten, fehlender Schlaf-
Wach-Rhythmus und geregelte Nahrungsaufnahme müssten miteinbezogen werden (IV-
act. 148, S. 13). Dr. B_ schätzte die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers seit der
Kündigung des Arbeitsverhältnisses im Frühling 2015 aus neuropsychologischer Sicht in
der erlernten beruflichen Tätigkeit des Multimediaelektronikers auf 70% (IV-act. 148, S. 14).
Dem Beschwerdeführer seien in einer leidensangepassten Tätigkeit alle Arbeiten möglich,
welche auf visueller Wahrnehmungsorganisation und bekannten Handlungsabläufen des
Multimediaelektronikers aufbauen. Adaptiert sei eine Tätigkeit mit nur geringen
Anforderungen im Bereich differenzierter Kundenbetreuung und/oder Verkaufstätigkeit.
Werde die angestammte Tätigkeit als Multimediaelektroniker entsprechend angepasst,
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bestehe aus neuropsychologischer Sicht seit der Kündigung 2015 eine Arbeitsfähigkeit von
80% bezogen auf ein 100% Pensum, am besten verteilt auf zweimal zwei Tage und einem
Tag Ruhe zwischen den Arbeitstagen (IV-act. 148, S. 15).
b. Dr. B_ hat den Beschwerdeführer mit Fokus auf die Neuropsychologie umfassend
untersucht und ihn zu seinen aktuellen Beschwerden befragt, ihr lagen die einschlägigen
medizinischen Vorakten vor, ihre Schlussfolgerungen im Gutachten sind nachvollziehbar
begründet. Auf ihr Gutachten und auf ihre Arbeitsfähigkeitseinschätzung kann damit
grundsätzlich abgestellt werden. Gestützt auf Dr. B_ ist somit davon auszugehen, dass
der Beschwerdeführer aus neuropsychologischer Sicht grundsätzlich zu 70% arbeitsfähig in
der angestammten Tätigkeit ist; wird die angestammte Tätigkeit an seine in
neuropsychologischer Hinsicht festgestellten Einschränkungen angepasst, besteht gemäss
Einschätzung von Dr. B_ eine Arbeitsfähigkeit von 80%.
c. Allerdings bedeutet die grundsätzlich nachvollziehbare medizinische Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers durch Dr. B_ nicht automatisch, dass beim
Beschwerdeführer insgesamt ohne weiteres davon ausgegangen werden kann, dass ihm
die angestammte Tätigkeit weiterhin im Umfang von 70%-80% zumutbar bleibt, weshalb die
Begründung der Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung:
„Da wie erwähnt der angestammte Tätigkeitsbereich als Multimediaelektroniker zumutbar ist, entsteht kein- oder
nur geringer Erwerbsausfall. Somit kann auch kein Rentenanspruch entstehen.“
in dieser Form nicht überzeugt. Zum einen hat Dr. B_ dem Beschwerdeführer zum
Vornherein keine vollständige Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit attestiert
(wovon die Vorinstanz jedoch gemäss Formulierung der Begründung in der angefochtenen
Verfügung auszugehen scheint) und zum anderen handelt es sich beim Gutachten von Dr.
B_ ausschliesslich um eine Beurteilung der Situation aus neuropsychologischer Sicht.
Die Gutachterin weist im Gutachten mehrfach ausdrücklich darauf hin, dass ihre
Untersuchungen anderweitige als neuropsychologische Einschränkungen, namentlich
Einschränkungen durch körperliche Störungen und/oder psychiatrische Erkrankungen, nicht
mitberücksichtigten (IV-act. 148, S. 14 unten, S. 15 Mitte). Sollte der Beschwerdeführer
nebst den von ihr diagnostizierten neuropsychologischen Einschränkungen zusätzlich auch
unter physischen und/oder psychischen Beeinträchtigungen leiden, wären diese im
Rahmen der Prüfung der Leistungsansprüche selbstverständlich ebenfalls
mitzuberücksichtigen. Der angefochtenen Verfügung der Vorinstanz ist diesbezüglich nichts
zu entnehmen.
Seite 8
2.3
Der Beschwerdeführer reichte mit seiner Beschwerde einen Bericht von Dr. C_ vom
5. März 2018 (act. 2/3) ein und bemängelte, dass die Vorinstanz, der dieser Bericht noch
vor Einreichung der Beschwerde beim Obergericht ebenfalls zur Kenntnis gebracht worden
war (IV-act. 178), diesen bei der Beurteilung der Leistungsansprüche völlig ausser Acht
gelassen habe. In der Vernehmlassung hält die Vorinstanz in diesem Zusammenhang unter
Verweis auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung zum Stellenwert von Berichten von
behandelnden Ärzten dafür, dem Bericht des Hausarztes komme, nachdem dieser zudem
das Gutachten von Dr. B_ nicht einmal gelesen habe, zum Vornherein kein Gewicht zu.
Dem ist so nicht zuzustimmen:
a. Es trifft zwar zu, dass Dr. C_ in seinem Arztbericht vom 5. März 2018 zu einer
Aussage in einem Gutachten Stellung nimmt, das ihm gar nicht vorlag. Der Hausarzt nahm
allerdings auch gar nicht detailliert zum Gutachten von Dr. B_ Stellung, sondern äusserte
sich vielmehr in allgemeiner Weise dazu, ob dem Beschwerdeführer die angestammte
Tätigkeit als Multimediaelektroniker zumutbar sei oder nicht. Unter diesen Umständen ist
nicht entscheidend, dass er sich mangels Kenntnis des Gutachtens gar nicht im Einzelnen
mit diesem auseinandersetzen konnte.
b. Für die Prüfung der Leistungsansprüche des Beschwerdeführers ist entscheidend, ob
und inwieweit ihm die angestammte Tätigkeit unter Berücksichtigung aller bei ihm
vorhandenen gesundheitlichen Einschränkungen weiterhin zumutbar ist. Der Hausarzt
weist in seinem Bericht auf zwei konkrete Punkte hin, welche den Beschwerdeführer
gemäss seiner Beurteilung in seiner bisherigen Tätigkeit einschränken: Einerseits ist dies
die psychische Situation und andererseits sind dies körperliche Einschränkungen, welche
mit dem Berufsprofil nicht vereinbar seien. Dr. B_ hatte bei ihrer Einschätzung allfällige
Einschränkungen dieser Art ausdrücklich nicht mitberücksichtigt (IV-act. 148, S. 14 f.).
Somit geht es im vorliegenden Fall letztlich gar nicht um die Frage, ob ein behandelnder
Arzt die schlüssige Beurteilung einer Fachgutachterin ohne weiteres in Frage stellen
können soll, da das Gutachten einerseits und die von Dr. C_ abgegebenen Hinweise
andererseits unterschiedliche Gesichtspunkte betreffen. Die Ausführungen der Vorinstanz
in der Vernehmlassung zu der von der Rechtsprechung anerkannten Verschiedenheit von
Behandlungs- und Begutachtungsauftrag sind aus diesem Grund nicht zielführend.
2.4
Die Vorinstanz holte im Anschluss an das neuropsychologische Gutachten nähere
Informationen zum Berufsprofil eines Mulitmediaelektronikers ein. Betrachtet man das in
Seite 9
den vorinstanzlichen Akten liegende Anforderungsprofil (IV-act. 153), so fällt auf, dass nicht
nur psychische sondern auch physische Belastbarkeit für die Ausübung der Tätigkeit eines
Multimediaelektronikers ausdrücklich gefordert sind. Vorausgesetzt sind bei der vorwiegend
kopflastigen Tätigkeit mit je nach Fachgebiet grosser Verantwortung namentlich
Belastbarkeit und die Fähigkeit, über einen längeren Zeitraum konzentriert zu arbeiten, ein
hohes Mass an Selbständigkeit, ebenso wie das Vorhandensein einer körperlichen
Grundfitness im Zusammenhang mit dem Tragen schwerer Audiokomponenten. Ob bzw.
inwieweit der Beschwerdeführer diese Anforderungen tatsächlich alle zu erfüllen vermag,
kann das neuropsychologische Gutachten allein nicht abschliessend beantworten, sollten
beim Beschwerdeführer zusätzlich auch psychische und/oder physische Einschränkungen
bestehen. Dass in dieser Hinsicht nähere Abklärungen angezeigt sind, zeigt sich nicht nur
im Arztbericht von Dr. C_, sondern auch anhand folgender Unterlagen:
a. Im RAD-Bericht vom 12. Mai 2016 (IV-act. 96) hatte Dr. D_ festgehalten, auf Dauer
bestehe beim Beschwerdeführer kein Eingliederungspotential in der angestammten
Tätigkeit aufgrund der körperlichen Beeinträchtigungen als Unfallfolge (wovon
entsprechend auch in der Zielvereinbarung für Integrationsmassnahmen zwischen dem
Beschwerdeführer, der Berufsberatung der Vorinstanz und dem Brüggli ausgegangen
wurde, vgl. IV-act. 127, S. 2). Im RAD-Bericht vom 24. Juni 2016 (IV-act. 102) bestätigte Dr.
D_ diese Einschätzung erneut ausdrücklich. Die Begründung in der angefochtenen
Verfügung, wonach dem Beschwerdeführer der angestammte Tätigkeitsbereich als
Multimediaelektroniker zumutbar sein soll, weshalb ihm kein oder nur ein geringer
Erwerbsausfall entstehe, kann daher bereits bei Berücksichtigung der vom RAD
abgegebenen Einschätzungen nicht ohne weiteres nachvollzogen werden. Auch die
Betreuer im Brüggli stellten während der beruflichen Eingliederungsmassnahmen beim
Beschwerdeführer Einschränkungen in der körperlichen Konstitution fest (IV-act. 135, S. 2
unten). Der Beschwerdeführer selbst berichtete ebenfalls von physischen Grenzen im
erlernten Beruf, die seit dem Unfall bestanden und sich offenbar zunehmend verstärkten,
was ihn schliesslich dazu bewogen habe, seine Stelle zu kündigen (IV-act. 148, S. 7). Dass
die Vorinstanz unter diesen Umständen entgegen der medizinischen Einschätzung in den
RAD-Berichten und entgegen dem Hinweis von Dr. C_ in seinem Arztbericht ohne
weiteres davon auszugehen scheint, dass dem Beschwerdeführer die angestammte
Tätigkeit physisch zumutbar sei, kann nicht nachvollzogen werden.
b. Dr. D_ beschrieb im RAD-Bericht vom 24. Juni 2016 (IV-act. 102) folgendes
Leistungsprofil als dem Beschwerdeführer angepasst:
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„Körperlich leichte bis mittelschwere Arbeiten ohne Zwangshaltungen, ohne besondere Anforderungen an
Dauerleistungen, ohne besondere Anforderungen an das Konzentrationsvermögen, ohne besonderen Zeit- und
Leistungsdruck, ohne überwiegende Teamarbeit und grosse Teams, keine reine Bürotätigkeiten.“
Dieses Profil erfüllt das Anforderungsprofil eines Multimediaelektronikers gemäss IV-act.
153, S. 2 auch in psychischer Hinsicht nicht bzw. jedenfalls offensichtlich nicht vollständig.
Angesichts der aktenkundigen Krankengeschichte des Beschwerdeführers kann jedenfalls
nicht ohne weiteres davon ausgegangen werden, dass ihm die angestammte Tätigkeit aus
psychischer Sicht weiterhin uneingeschränkt zumutbar sein soll, nachdem er sich
nachweislich mehrmals in stationäre psychiatrische Behandlung begeben musste und
aktuell wöchentlich an einer psychologischen Gesprächstherapie teilnimmt (vgl. IV-act. 148,
S. 7 unten). Im Austrittsbericht der Privatklinik Aadorf vom 15. September 2015 hielten die
behandelnden Fachärzte die angestammte Tätigkeit aus psychiatrisch-
psychotherapeutischer Sicht nicht mehr für zumutbar und empfahlen ausdrücklich eine
Umschulung (IV-act. 53, S. 4). Der aktuell behandelnde Therapeut Dr. E_ beantwortete
die Fragen der Vorinstanz zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ausdrücklich nicht,
weil dies nicht in die Zuständigkeit eines forensischen Therapeuten falle und verwies
stattdessen für weitere Auskünfte auf den Hausarzt Dr. C_ (IV-act. 164, S. 3). Damit fehlt
eine aktuelle Einschätzung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers aus psychiatrischer
Sicht in den Akten. Unter diesen Umständen kann nicht ohne nähere Abklärungen zum
Vornherein einfach ausgeschlossen werden, dass das Anforderungsprofil an eine dem
Beschwerdeführer zumutbare Tätigkeit in psychischer Hinsicht Einschränkungen zu
unterwerfen wäre.
2.5
Zusammengefasst ist es nicht nachvollziehbar, dass die Vorinstanz in der angefochtenen
Verfügung ohne weiteres davon ausgeht, dass dem Beschwerdeführer sein angestammter
Tätigkeitsbereich als Multimediaelektroniker zumutbar sei, weshalb er zum Vornherein
keine Umschulungs- oder Rentenansprüche haben könne. Während Dr. B_ dem
Beschwerdeführer in ihrem Gutachten notabene gar keine vollständige Arbeitsfähigkeit
angestammt attestierte, sondern davon ausging, unter bestimmten Voraussetzungen
könnte er auch in der angestammten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 80% erreichen,
lässt sich den vorhandenen medizinischen Unterlagen nicht abschliessend entnehmen,
inwieweit der Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit allenfalls zusätzlich aus
psychiatrischer und körperlicher Sicht eingeschränkt wird. Für die abschliessende
Beurteilung der Leistungsansprüche des Beschwerdeführers - wozu auch die Beurteilung
der Zweckmässigkeit der ihm angebotenen beruflichen Massnahmen gehört, siehe dazu
nachfolgend, E. 2.6 - ist es unter den gegebenen Umständen unerlässlich, zunächst auch
Seite 11
zu allfälligen psychischen und/oder physischen Einschränkungen des Beschwerdeführers
vertiefte Abklärungen in geeigneter Form zu treffen. Dies sollte in erster Linie durch
Einholung aktueller Arztberichte bei den behandelnden Ärzten und einer abschliessenden
konkreten Beurteilung durch den RAD sowie, sollte es sich im Rahmen der weiteren
Abklärungen als notwendig erweisen, allenfalls durch Einholung zusätzlicher
Fachgutachten geschehen.
2.6
Der Beschwerdeführer bemängelt nebst der fehlenden konkreten Rentenanspruchsprüfung
durch die Vorinstanz in seiner Beschwerdeschrift überdies, dass die Vorinstanz sich
weigere, die von ihm begonnene Ausbildung zu unterstützen. Hierzu ist folgendes
anzumerken:
a. Ein Versicherter hat Anspruch auf Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit, wenn die
Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit
voraussichtlich erhalten oder verbessert werden kann (Art. 17 Abs. 1 IVG). Dem Erfordernis
der Invalidität gleichgestellt ist die unmittelbare Bedrohung durch eine solche (Art. 18 Abs.
1 IVG). Als invalid im Sinn von Art. 17 IVG gilt somit mit anderen Worten, wer nicht
hinreichend eingegliedert ist, weil der Gesundheitsschaden eine Art und Schwere erreicht
hat, welche die Ausübung der bisherigen Erwerbstätigkeit ganz oder teilweise unzumutbar
macht. Insoweit die Vorinstanz die Unterstützung der Umschulung zum Gestalter
Fotographie mit der Begründung verneint, er sei dem Beschwerdeführer zumutbar, seine
Arbeitsfähigkeit in seinem angestammten Tätigkeitsbereich als Multimediaelektroniker zu
verwerten, werden erst die noch vorzunehmenden Abklärungen zeigen, inwieweit dies im
konkreten Fall tatsächlich auf den Beschwerdeführer zutrifft.
b. Selbst wenn die ergänzenden Abklärungen ergeben sollten, dass dem
Beschwerdeführer eine Wiedereingliederung im angestammten Beruf aus psychischen oder
physischen Gründen nicht oder nicht mehr in vollem Umfang zumutbar ist, so führt dies
nicht per se zu einem Umschulungsanspruch. Um tatsächlich einen Umschulungsanspruch
zu begründen, muss der Invaliditätsgrad vielmehr ein bestimmtes erhebliches Mass
erreichen. Nach der Rechtsprechung ist dies der Fall, wenn der Versicherte in den ohne
zusätzliche berufliche Ausbildung noch zumutbaren Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder
längere Zeit dauernde Erwerbseinbusse von etwa 20% erleidet (vgl. anstelle vieler: Urteil
des Bundesgerichts 8C_716/2016 vom 1. Februar 2017, E. 4.1.3; BGE 124 V 108, E. 2b; je
m.w.H.). Für die Beurteilung der Erwerbsunfähigkeit bzw. der daraus resultierenden
Erwerbseinbusse wird dabei auf die gesundheitlich bedingte Einschränkung nicht nur in der
Seite 12
bisherigen Tätigkeit, sondern auf dem gesamten in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt abgestellt. Die versicherte Person ist aufgrund der Schadenminderungspflicht
gehalten, im Rahmen des Zumutbaren eine andere als die angestammte Tätigkeit
auszuüben, sofern sich dadurch die verbleibende Arbeitsfähigkeit finanziell besser
verwerten lässt (Urteil des Bundesgerichts 9C_169/2010 vom 19. April 2010, E. 2.1). Sollte
der Beschwerdeführer insgesamt (d.h. nicht nur aus neuropsychologischer, sondern auch
aus psychischer und physischer Sicht) weiterhin zu 80% als Multimediaelektroniker
arbeitsfähig sein, würde ein Umschulungsanspruch zum Vornherein nur dann in Frage
kommen, wenn der Beschwerdeführer auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt ohne
Umschulung nicht weiterhin 80% seines bisherigen Einkommens verdienen könnte (wobei
das zuletzt vom Beschwerdeführer verdiente Jahreseinkommen gemäss IV-Akten im Jahr
2014 bei der Firma G_ AG Fr. 55‘800.-- betrug [vgl. IV-act. 48, S. 8] und somit unter dem
Durchschnittslohn gemäss LSE für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher
Art [LSE 2014, Monatlicher Bruttolohn nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und
Geschlecht] lag). Je nachdem, inwieweit der Beschwerdeführer in seiner angestammten
Tätigkeit insgesamt eingeschränkt ist, was die noch zu treffenden ergänzenden
medizinischen Abklärungen zeigen werden, ist es möglich, dass im konkreten Fall im
Resultat tatsächlich kein Umschulungsanspruch des Beschwerdeführers in Frage kommt.
c. Bei der konkreten Festlegung allfälliger weiterer beruflicher Massnahmen wird zu
berücksichtigen sein, dass dem Beschwerdeführer gemäss der Einschätzung von Dr. B_
jedenfalls längerdauernde Umschulungen aufgrund der exekutiven Funktionsstörungen und
des Apathiesyndroms weder möglich noch zumutbar seien (IV-act. 148, S. 13 und S. 16).
Empfohlen werden aus neuropsychologischer Sicht stattdessen gezielte fachliche
Weiterbildungen entsprechend den Ressourcen und Interessen des Versicherten. Inwieweit
die vom Beschwerdeführer gewünschte längerfristige Umschulung zum Gestalter
Fotographie mit den bereits festgestellten neuropsychologischen Einschränkungen
vereinbar wäre, wird allenfalls zusammen mit den Fachpersonen der Berufsberatung
nochmals genauer zu prüfen sein, sollte sich eine Umschulung aus psychischer und/oder
physischer Sicht trotz den erwähnten Vorbehalten aus neuropsychologischer Sicht als
erforderlich erweisen. Der Beschwerdeführer wird an dieser Stelle allerdings bereits
vorsorglich darauf hingewiesen, dass selbst für den Fall, dass bei ihm von einem
Umschulungsanspruch auszugehen wäre, die Vorinstanz keine Pflicht trifft, ihm jede
beliebige Umschulung zu bezahlen. Insbesondere die von den Fachpersonen der
Berufsberatung der Vorinstanz geäusserten Bedenken bezüglich der vom
Beschwerdeführer gewünschten Umschulung (vgl. z.B. IV-act. 165) können dazu führen,
dass dem Beschwerdeführer gegebenenfalls andere berufliche Massnahmen anzubieten
sind. Sofern der Beschwerdeführer in diesem Fall auf ihm angebotene geeignete berufliche
Seite 13
Massnahmen verzichtet, wird ein Abschluss der beruflichen Massnahmen durch die
Vorinstanz nicht zu beanstanden sein.
3. Kosten und Entschädigung
3.1
Nach Art. 69 Abs. 1bis IVG sind Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung
oder Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung kostenpflichtig. Weil die
Rückweisung der Sache an die Verwaltung zwecks ergänzender Abklärungen
rechtsprechungsgemäss als Obsiegen gilt (anstelle vieler: Urteil des Bundesgerichts
9C_874/2014 vom 2. September 2015, E. 5; BGE 137 V 57, E. 2.1), sind dem
Verfahrensausgang entsprechend beim obsiegenden Beschwerdeführer keine Kosten zu
erheben (vgl. auch Art. 19 Abs. 3 e contrario i.V.m. Art. 53 Abs. 1 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRPG, bGS 143.1]). Die Gerichtskasse ist anzuweisen, ihm den
geleisteten Kostenvorschuss im Betrag von Fr. 800.-- zurückzuerstatten.
3.2
Nach Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf
Ersatz der Parteikosten; diese werden vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne
Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der
Schwierigkeit des Prozesses bemessen. Im Übrigen ist die Bemessung der
Parteientschädigung dem kantonalen Recht überlassen (Urteil des Bundesgerichts
8C_11/2016 vom 22. Februar 2016, E. 3.1). Gestützt auf Art. 13 Abs. 1 lit. c Anwaltstarif
(Verordnung über den Anwaltstarif, bGS 145.53) kommt im vorliegenden Fall die pauschale
Bemessung zur Anwendung. Unter Berücksichtigung von Art und Umfang der
Bemühungen, der Schwierigkeit des Falles und der wirtschaftlichen Verhältnisse der
Beteiligten erscheint das in vergleichbaren Fällen ausgerichtete Honorar im Betrag von
Fr. 2‘500.-- als angemessen. Unter Hinzurechnung einer Barauslagenpauschale von 4%
sowie der Mehrwertsteuer von 7.7% hat die Vorinstanz dem Beschwerdeführer eine
Parteientschädigung von insgesamt Fr. 2‘800.20 auszurichten.
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