Decision ID: 26ed4ec2-895a-4ae1-89f8-6ebb7bb78143
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1959, erlitt am 3. Juli 1998 einen Arbeitsunfall
,
wobei er sich
Verletzungen
an der rechten Hand zuzog (Urk. 11/1). Am 15. September 1999 meldete sich der Versicherte, unter Hinweis auf
eine
Einschränkung der Beweglichkeit und der Kraft am rechten Unterarm/Handgelenk sowie Schmerzen bei Belastung, bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 11/14).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 11/31-32) verneinte die IV-Stelle einen Rentenanspruch des Versicherten m
it Verfügung vom 14. Juli 2000 (IV-Grad 18 %
; Urk. 11/35
).
Die zuständige Unfallversicherung übernahm den Invaliditätsgrad und sprach dem Versicherten
mit Verfügung vom 11. Dezember 2001
eine Invalidenrente von
18 % sowie
eine
Integritätsentschädigung von
5
%
zu (Urk. 11/42). Nachdem der Versicherte da
gegen Einsprache erhoben hatte (vgl. Urk. 11/43),
sprach die
Unfallversicherung
dem Versicherten mit
Einspracheentscheid
vom 21. April 2004 eine Integritäts
en
t
schädigung von 10 % zu. Im Übrigen wurde die Einsprache abgewiesen (Urk. 11/46). Die dagegen erhobene Beschwerde
wies das hiesige
Gericht mit Ur
teil vom 20. Juli 2005 ab (Urk. 11/49).
1.2
Am
7. November
2007 meldete sich der Versicherte, unter Hinweis auf Herz
probleme
, Kreislaufstörungen,
eine
Sch
ilddrüsenüberfunktion und weitere krank
heitswertige Beschwerden
erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an
(Urk. 11/53)
.
Gestützt auf die Ergebnisse eines von der
Y._
am 13. März 2009 erstattete
n
polydisziplinäre
n
Gut
achten
s
(Urk. 11/86) und nach
durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 11/90
-92)
wurde dem Versicherten mit Verfügungen vom 8. Dezember 2009
und
vom 14. Januar 2010
mit Wirkung ab
Oktober 2007
eine
Viertelsrente
zuge
sprochen (
IV-Grad 44 %;
Urk. 11/102
-104).
1.3
Mit Schreiben vom 22. Januar 2010 ersuchte der Versicherte um Prüfung von beruflichen Massnahmen (Urk. 11/105). Nachdem die Eingliederungsberatung ein Standortgespräch durchgeführt hatte (Urk. 11/110), schloss die IV-Stelle die Ar
beitsvermittlung mit Verfügung vom 29. Juni 2010 ab (Urk. 11/116, vgl. Vorbe
scheid v
om 18. Mai 2010 [Urk. 11/113]).
Am 14. Juni 2010 beantragte der Versi
cherte bei der IV-Stelle eine
Rentenrevision
, da sich
sein
Gesundheitszustand ver
schlechtert habe
(Urk. 11/114)
.
Aufforderungsgemäss (vgl. Urk. 11/115) reichte der Versicherte
Berichte der behandelnden Ärzte ein (Urk. 11/117-118).
Nachdem die IV-Stelle weitere medizinische Abklärungen vorgenommen hatte
(Urk. 11/121), wurde dem Versicherten mit Verfügung vom 20. April 2011 eine ganze Invalidenrente ab Juni 2010 zugesprochen (
IV-Grad 80 %;
Urk. 11/133).
1.4
Im Dezember 2013 wurde ein Rentenrevisionsverfahren eingeleitet (Urk. 11/135)
.
Daraufhin tätigte die IV-Stelle medizinisch-erwerbliche Abklärungen (Urk. 11/137-144) und zog
unter anderem
einen Auszug aus dem individuellen Konto des Versicherten (Urk. 11/136
, Urk. 11/151-153
)
sowie die Akten der Kran
kenversicherung (Urk. 11/150)
bei. Am 6. Mai 2015 beauftrage die IV-Stelle die
Medas
Z._
(
Medas
)
mit der polydisziplinären Begutachtung des Ver
sicherten (Urk. 11/158).
Das Gutachten in den Disziplinen Allgemeine Innere Me
dizin, Rheumatologie, Psychiatrie und Kardiologie wurde am 24. September 2015 erstattet
(Urk. 11/165
-166
)
.
Mit Vorbescheid vom 14. Dezember 2015 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die Aufhebung der Rente in Aussicht (Urk. 11/169). Dagegen erhob der Versicherte am 11. Januar 2016 Einwand
, legte drei Berichte behandelnder Ärzte auf
und beantragte die Überprüfung des Entscheides
(
Urk. 11/170-171). Am 17. Februar 2016 zeigte der Versicherte gegenüber der IV-Stelle die Bereitschaft für
berufliche
Eingliederungsmassnahmen an (Urk. 11/176, vgl. Urk. 11/173). Am 31. Juli 2016 erlitt der Versicherte im Kosovo einen Ve
losturz
,
bei dem er sich eine dislozierte
Olecranonfraktur
rechts zuzog (Urk. 11/183/1).
Am 10. August 2016 wurde der Versicherte am rechten Ellbo
gengelenk operiert (Urk. 11/183/6-7).
Nach verschiedenen Eingliederungsgesprä
chen (vgl. Urk. 11/192, Urk. 11/197, Urk. 11/202
)
informierte die IV-Stelle den Versicherten m
it Mitteilung vom 4. Juli 2018 über die Kostenübernahme für ein Assessment bei
m
A._
vom 23. Mai bis am 22. August 2018 (Urk. 11/207).
In diesem Rahmen wurde ein Arbeits
training im
B._
vom 3. September 2018 bis am 1. März 2019 vereinbart (Urk. 11/214, vgl. Urk. 11/213/6-7 und Urk. 11/215/3).
Am 8. August 2018 stürzte der Versicherte im Kosovo mit einem Roller,
wo
bei er sich eine grosse Schürfung
infrapatellär
links und eine Wadenmuskelblutung zu
zog
(Urk. 11/209/2).
D
er Versicherte
teilte der IV-Stelle daraufhin
mit, dass der Unfall eine momentane Eingliederung ver
hindere (Urk. 11/210
, Urk. 11/215/3), woraufhin die Eingliederungsberatung a
m 31. August 2018 abgeschlossen
wurde
(Urk. 11/212).
Am 17. Oktober 201
8 erliess die IV-Stelle einen neuen Vorbescheid, worin sie dem Versicherten die Aufhebung der Rente auf Ende des
nach Zustellung der Verfügung
folgenden Monats in Aus
sicht stellte (Urk. 11/220). Dagegen erhob der Versicherte am 30. Oktober 2018 Einwand (Urk. 11/221
). Zudem
reichte
er
ein är
z
t
li
ches Attest von Dr. med. C._
, Facharzt FMH
für Kardiologie und Allgemeine Innere Medizin, vom 30. Oktober 2018 ein (Urk. 11/223, vgl. Urk. 11/224)
und ergänzte seine
Ein
wandbegründung
mit Eingabe vom 12. November 2018 (Urk. 11/226)
.
Mit Ver
fügung vom
7. Dezember 2018 hob die IV-Stelle die Rente
– bei einem IV-Grad von 13 % –
auf Ende des
nach Zustellung der Verfügung
folgenden Monats auf (Urk. 11/227 = Urk. 2).
2
.
Dagegen erhob der Versichert
e
am 17. Januar 2019 Beschwerde und beantragte, es sei die Verfügung vom 7. Dezember 2018 aufzuheben und ihm eine
Dreivier
telsrente
auszurichten. Eventualiter beantragte er die Aufhebung der Verfügung und die Rückweisung der Angelegenheit zur Tätigung von weiteren medizini
schen Abklärungen, insbesondere einer medizinischen Begutachtung, an die IV-Stelle unter weiterer Ausrichtung der bisherigen Rente während des Abklärungs
verfahrens. In prozessualer Hinsicht beantragte der Versicherte die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und der unentgeltlichen
Rechtsverbeistän
dung
(Urk. 1 S. 2).
Mit Eingabe vom 28. Januar 2019 reichte der
Beschwerdefüh
rer
– aufforderungsgemäss (vgl. Urk. 5) – das ausgefüllte Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit ein (Urk. 6). Mit Beschwerdeantwort vom 15. Feb
ruar 2019 (Urk. 10
,
unter Beilage ihrer Akten Urk. 11
/1-240 und Urk.
12) schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde, was dem
Beschwerdeführer
mit Ver
fügung vom 19. Februar
2019 angezeigt wurde (Urk. 13).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
, ATSG
). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentli
chen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeacht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE
141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung
,
I
VG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
1.3.1
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281
E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zu
mutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.3.2
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische Leiden entwickelte strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indika
toren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungs
faktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesge
richts 9C_590/2017 vom 1
5.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines ren
tenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Aus
wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Ja
nuar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.4
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestell
ten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen be
ruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem
Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychi
schen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Aus
einandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfol
gerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Die
Beschwerdegegnerin
stützte sich in ihrem Entscheid im Wesentlichen auf den Standpunkt, der psychische Gesundheitszustand des
Beschwerdeführer
s habe sich verbessert.
Entgegen dem psychiatrischen Gutachten von Dr.
med. D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
vom 7. Juli 2015 bestehe aus psychischer Sicht keine andauernde, invalidisierende Einschränkung der Arbeits
fähigkeit.
Spätestens seit der Abklärung im August 2015 bestehe in einer leidens
angepassten Tätigkeit (körperlich leicht, nur gelegentlich mittelschwer, wechsel
belastend ausgeübt) eine volle Arbeitsfähigkeit.
Ab dem 2. September 2018 sei wieder von dem Gesundheitszustand wie zum Zeitpunkt der medizinischen Ab
klärung im August 2015 auszugehen.
Eine angepasste Tätigkeit sei dem
Be
schwerdeführer
seither wieder uneingeschränkt zumutbar.
Bei einem IV-Grad von 13 % bestehe kein Rentenanspruch mehr.
Insgesamt lasse das Verhalten
des
Be
schwerdeführer
s
auf einen fehlenden Eingliederungswillen schliessen, womit der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen entfalle, ohne dass zunächst ein Mahn- und
Bedenkzeitverfahren
durch
geführt werden müsse (Urk. 2).
2.2
Dahingegen vertritt der
Beschwerdeführer
die Ansicht, dass ein Abweichen vom
Medas
-Gutachten vom 24. September 2015 generell und vom psychiatrischen Teilgutachten im Besonderen vorliegend nicht zulässig
sei
(Urk. 1 S. 8 f
.
Rn
26).
Bei der durch die
Medas
attestierten 50%igen Arbeitsunfähigkeit handle es sich um eine gesamtmedizinische Beurteilung, welche den zwischen den einzelnen Leiden bestehenden Wechselwirkungen angemessen Rechnung trage. Nicht aus
ser Acht gelassen werden dürften auch die seit der Erstellung des Gutachtens neu hinzugetretenen Beschwerden. Diese seien zwar, je für sich alleine betrachtet,
nicht invalidisierend, stellten jedoch eine zusätzliche Belastung
seines
gesund
heitlichen «Gesamtsystems» dar
(Urk. 1 S. 11 f.
Rn
35 f.).
D
ie angebotenen Ein
gliederungsmassnahmen
seien
nicht von Erfolg gekrönt gewesen.
Der
Beschwer
deführer
habe
sich darauf nicht erfolgreich einlassen können,
weil ihm Integra
tionsmassnahmen schlicht weg nicht möglich gewesen seien
(Urk. 1 S. 10
f.
Rn
33).
3.
3.1
Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Ände
rung des Invaliditätsgrades bildet die Verfügung vom 20. April 2011, mit welcher dem Beschwerdeführer per 1. Oktober 2010 eine ganze Rente bei einem Invalidi
tätsgrad von 80 % zugesprochen wurde (Urk.
11/133
, vgl. E. 1.1.2). Diese Verfü
gung basierte im Wesentlichen auf folgenden medizinischen Berichten (vgl. Urk.
11/127
):
3.2
3.2.
1
Am 26. April 2010 wurde – indiziert durch teils typische, teils atypische AP-Beschwerden und in der Szintigraphie nachgewiesene Ischämie
anteroseptal
– im
E._
eine Herzkatheter-Untersuchung durchgeführt. Es wurde ein gutes Resultat nach RIVA-Intervention festgehalten. Die Ärzte stellten folgende Diagnosen (Urk. 11/121/18-19):
-
Koronare 2-Gefässerkrankung
-
Morbus Basedow (ED September 2006)
-
Arterielle Hypertonie (ED 1992)
Es zeige sich neu eine 70 % Stenose am
Stentausgang
des RIVA-Stents, die mit einem
Nobori
DES
gestentet
werden k
önne
. Der Stent im DA2 weise eine 50 %
Instent-Restenose
auf. Zusätzlich bestehe eine 20-50 % Stenose im DA1 (Urk. 11/121/18-19).
3
.2.
2
Dr. med. F._
stellte
in
seinem Bericht
vom 3. Juli 2010
folgende Diag
nosen:
-
Mittelgradige bis
schwergradige
rezidivierende depressive Störung (ICD-10 F 33.1, F 33.2)
-
Panikstörung (ICD 10 F 41.0)
-
Somatoforme Schmerzstörung (ICD 10 F 45.4)
-
Chronifiziertes
Schmerzsyndrom bei bekannten Wirbelsäulenänderungen
Im November 2009 habe eine Radiojodtherapie unter Cortison durchgeführt wer
den müssen. Bald danach habe
der
Beschwerdeführer
Herzbeschwerden bekom
men, die diesbezüglichen Untersuchungen hätten eine Verschlimmerung einer schon vorher bekannten koronaren Krankheit gezeigt. Es habe ein Stent platziert werden müssen, um den Kreislauf im Herz wieder zu verbessern. Nach diesen Eingriffen habe sich der psychische Zustand des
Beschwerdeführer
s sehr stark verschlechtert. Er sei depressiv geworden, gereizt, innerlich stark angespannt, habe häufig Panikattacken bekommen, habe sich von den intensiven Ängsten nicht befreien können. Er habe befürchtet, bald sterben zu müssen, habe mit Herzklopfen, Engegefühl in der Brust, intensiven Schweissausbrüchen und Er
schöpfung reagiert. Trotz der Müdigkeit habe er nicht ruhig schlafen können, habe Ein- und Durchschlafstörungen gehabt, sei von Albträumen heimgesucht worden
. Gleichzeitig habe er starke Beeinträchtigungen der kognitiven Funktio
nen gezeigt.
Die psychische Störung habe sich stark auf seinen Alltag ausgewirkt. Der
Beschwerdeführer
sei durch den depressiven Zustand und die neu aufgetre
tenen Panikattacken sehr erschöpft. Es bestehe deswegen seit November 2009 aus psychischen Gründen eine zumindest 75%ige Arbeitsunfähigkeit
(Urk. 11/118).
3.2.
3
In
seinem
Bericht
vom 18. August 2010
stellte
Dr.
C._
folgende Diagnosen
(Urk. 11/121/20)
:
-
Koronare Herzerkrankung
-
Morbus B
asedow
-
Periphere arterielle Verschlusskrankheit mit Blutdruck-Abfall unter Belas
tung im Bereich der unteren Extremitäten
-
Zerebrovaskuläre
Verschlusskrankheit mit einer 60-70%igen Abgangsste
nose der
Arteria
carotis
interna
links
-
Depressive Entwicklung
S
eit der Herz-
Katheteruntersuchung
vom 26. April 2010
gehe es dem
Beschwer
deführer
recht gut. Er habe jedoch immer noch
Thoraxschmerzen
, welche z.B. zu einer Konsultation der Notfallstation geführt hätten am 6. Juli 201
0.
Mittels ei
nes 24
Stunden-Blutdruck-Profils habe eine recht gute Blutdruck-Einstellung doku
mentiert werden können. Wegen störender ventrikulärer Extrasystolen sei am 8. Juni 2010 ein 24 Stunden-EKG abgeleitet worden, welches zahlreiche ventri
kuläre Extrasystolen gezeigt habe, worauf die
Concor
-Dosis – mit recht gutem Erfolg auf 10 mg erhöht worden sei. Der
Beschwerdeführer
brauche sehr strikte kardiologische Verlaufskontrollen. Ab dem 1. Januar 2010 bestehe für leichte, körperlich nicht belastende Arbeiten (Aufsichtsarbeiten) eine maximale Arbeits
fähigkeit von 50 % (Urk. 11/121/
20-21).
3.2.
4
In seiner Stellungnahme vom 9. September 2010 führte RAD-Arzt
G._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
aus, gesamthaft
sei seit November 2006 die zuletzt ausgeführte Tätigkeit nicht mehr möglich. Für eine adaptierte Tätigkeit sei seit November 2009 eine 75%ige Arbeitsunfähigkeit plausibel und damit eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes nachvoll
ziehbar (Urk. 11/127/3).
3.3
3.3.1
In der rentenaufhebenden Verfügung vom
7. Dezember 2018
(Urk. 2) stützte sich die Beschwerdegegnerin in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf das po
lydisziplinäre Gutachten der
Medas
vom 24. September 2015
(Urk.
11/165
). Darin werden die bis zur Begutachtung
des Beschwerdeführers
aktenkundigen medizi
nischen Berichte zusammengefasst (Urk.
11/165/2-31)
,
weshalb sie an dieser Stelle nicht noch einmal wie
dergegeben werden. Soweit erfor
derlich, wird in den nachfolgenden Erwägungen darauf Bezug genommen.
D
er
Beschwerdeführer
wurde allgemein-internistisch,
psychiatrisch, kardiolo
gisch sowie rheumatologisch
begutachtet (Urk.
11/165
, vgl. Teilgutachten Urk. 11/166
). Die Gutachter stellten folgende polydisziplinären Hauptdiagnosen mit Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (Urk.
11/165/
48-49
):
-
Koronare Herzkrankheit
-
Anamnestisch
hypertensive
Herzkrankheit
-
Anamnestisch peripher-arterielle Verschlusskrankheit, ED Juli 2010
-
Anamnestisch
zerebrovaskuläre
Verschlusskrankheit mit einer Abgangs
stenose von 60-70 % der A.
carotis
interna
links, ED Juli 2007
-
Koronare Risikofaktoren
-
Residuelle
Funktionseinschränkung mit Minderbelastbarkeit im rechten Handgelenk
-
Anhaltende
therapiefraktäre
subakromiale
Impingementsymptomatik
links
-
Autonome Funktionsstörung des kardiovaskulären Systems ICD-10 F 45.31
-
Akzentuierte Persönlichkeit mit hypochondrischen Persönlichkeitsantei
len (ICD-10 Z 73.1)
Daneben stellten die Gutachter folgende Diagnosen ohne wesentliche Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit, aber mit Krankheitswert (Urk. 11/165/49-50):
-
Status nach ängstlich-depressiver Anpassungsstörung (ICD-10 F 43.22)
-
Status nach Schulter-/Armsyndrom rechts mit
Impingementsymptomatik
der rechten Schulter 2002, aktuell beschwerdefrei
-
Mor
bus Basedow (ED September 2006)
-
Übergewicht/Grenze Adipositas (BMI 30)
Im rheumatologischen Teilgutachten
vom 3. Juli 2
0
15
wurden im Vergleich zum
Y._
-Gutachten vom 13. März 2009 klinisch und bildgebend unveränderte Be
funde
in Form einer
residuell
verminderten Belastbarkeit und Beweglichkeit des rechten Handgelenkes
festgehalten.
Der Endzustand sei hier schon längst erreicht. Aufgrund der Minderbelastbarkeit des rechten Handgelenkes könnten dem Ver
sicherten weiterhin und bleibend keine manuell schwer belastenden Arbeiten und vor allem auch keine Arbeiten, die verbunden sind mit repetitiven Schlägen wie Pickel- und/oder Schaufelarbeiten wie auch keine ruckartigen, kraftvollen
Um
wendbewegungen
mit der rechten Hand zugemutet werden
,
dies seit dem Unfall
datum vom 3. Juli 199
8.
Die diesbezügliche frühere Tätigkeit als Bauarbeiter sei somit unzumutbar. Zusätzlich bestehe eine Schulterproblematik links mit Min
derbelastbarkeit und Bewegungseinschränkung. Diesbezüglich könnten dem
Be
schwerdeführer
mit der linken oberen Extremität keine körperlichen Schwerar
beiten und insbesondere keine länger dauernden Verrichtungen mit dem linken Arm an beziehungsweise über der Schulterhorizontalen zugemutet werden. Den genannten Einschränkungen angepasste Tätigkeiten könnten dem
Beschwerde
führer
voll zugemutet werden. Die Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit werde unverändert auf 100 % geschätzt (Urk. 11/166/8-10).
Im kardiologischen Teilgutachten vom 11. August 2015
wurde festgehalten, nach 11 Jahren koronarer Herzerkrankung mit sichtlicher Progression der allgemeinen Arterioskleros
e
(
PAVK
,
Carotisstenose
)
zeige der
Beschwerdeführer
nun einen Endzustand mit einem unklaren rezidivierenden
Thoraxschmerz
, welcher nicht eindeutig auf die
Koronarien
zurückgeführt werden könne. Parallel dazu bestehe eine schwierig einstellbare arterielle Hypertonie wobei unklar sei, ob eine Mal-Compliance vorliege oder ob eine sekundäre bis anhin noch nicht diagnostizierte arterielle
Hypertonieform
bestehe. Aus heutiger Sicht müsse
davon ausgegangen werden, dass vier
Monate nach letzter Koronarangiographie
,
bei welcher keine Progression der KHK
habe
dokumentiert werden
können
, die heutige thorakale Schmerzsymptomatik, welche unter der Ergometrie
hätten
reproduziert werden k
önnen
, nicht auf das Koronarleiden zurückgeführt werden könne. Somit seien die Beschwerden als
e
xtrakardial einzustufen und am ehesten im Rahmen einer somatoformen Störung zu interpretieren. Bezüglich der Arbeitsfähigkeit sei der
Beschwerdeführer
für seine angestammte Arbeit als Bauarbeiter sicher 100 % ar
beitsunfähig. Die medizinischen Befunde liessen eine leicht körperlich belastende, vorzugsweise wechselnd belastende
, teilweise sitzend
e Arbeit zu 100 % ganztägig zu
(Urk. 11/166/20).
Der psychiatrische Gutachter
ging
von einer Arbeitsfähigkeit in einer den
psycho-physischen
Ressourcen angepassten Tätigkeit von 50 % aus
.
2009 habe der
Be
schwerdeführer
während der Radiojodtherapie unter den Folgen einer längeren depressiven Anpassungsstörung gelitten mit Akzentuierung der hypochondri
schen Persönlichkeitszüge. Mit der Akzentuierung habe die psychische Belastbar
keit abgenommen. Zwischenzeitlich sei es zu einer Verbesserung des psychischen Zustandes gekommen. So berichte der
Beschwerdeführer
, dass mit der Bypass-Operation die Herzbeschwerden abgenommen hätten. Dadurch habe die psychi
sche Belastbarkeit zugenommen. Seit der Bypass-Operation betrage die Arbeits
unfähigkeit des
Beschwerdeführer
s aus psychiatrischer Sicht 50 %.
E
ine statio
näre psychosomatische Rehabilitation
sei
aus psychiatrischer Sicht indiziert
. Auf
grund der
Chronifizierung
seien keine sicheren Angaben möglich, inwieweit dadurch die Arbeitsfähigkeit
steigerbar
sei. Dabei würden bei der
Chronifizierung
auch krankheitsfrem
de Faktoren eine Rolle spielen
(Urk. 11/166/37).
Im polydisziplinären Kontext hielten die Gutachten fest, dass d
ie früher ausgeübte Schwerarbeit als Bauarbeiter dem
Beschwerdeführer
seit dem Unfall
ereignis vom
3. Juli 1998 nicht mehr möglich
sei
. In einer körperlich leichten, nur gelegentlich mittelschweren Tätigkeit sei der
Beschwerdeführer
zu 50 % arbeitsfähig, wenn folgende einschränkende Kautelen berücksichtigt
würden (Urk. 11/165/50)
:
-
Es dürfe sich um keine manuell schwer belastende Arbeit des rechten
Handgelenkes handeln
.
-
Es komme keine körperliche Schwerarbeit für die linke Schulter in Frage,
das heisst keine längerdauernden Verrichtungen mit dem linken Arm an
respektive über der Schulterhorizontalen
.
-
Wegen seiner Ängste könne der
Beschwerdeführer
auch nicht auf Leitern
o
der Gerüsten beschäftigt werden
.
3.3.2
Für die Zeitspanne nach der Begutachtung durch die
Medas
liegen folgende rele
vanten medizinischen Unterlagen bei den Akten
(vg
l. Urk. 11/219):
3.3.3
In der RAD-Stellungnahme vom 25. Ap
ril 2017 wies med.
pract
.
H._
, Fachärztin FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewe
gungsapparates, auf eine
am 31. Juli 2016 durch einen Velosturz
erlittene
Olacranonfraktur
des rechten Ellenbogens hin, welche am 10. August 2016 ope
rativ versorgt worden sei. Am 28. Dezember 2016 sei von der
I._
eine abgeschlossene Frakturheilung mit reizlosem
Osteosynthesematerial
und freier Beweglichkeit des Ellenbogens festgestellt worden. Bei abgeschlossener Frakturheilung könne eine angepasste Tätigkeit mit dem bisherigen Belastungs
profil aus medizinischer Sicht wiederaufgenommen werden. Am 27. Februar 2017
werde eine
Cholezystektomie
bei Gallensteinen durchgeführt. Aus medizinischer Sicht sei danach von
einer
ca. 2 Wochen
dauernden
Arbeitsunfähigkeit auszuge
hen. Zusammenfassend bestehe keine dauerhafte Veränderung des Gesundheits
zustands
(Urk. 11/219/3).
3.3.4
Im
Austrittsbericht
der
Notfallpraxis des
J._
vom 20. August 2018
wurde über einen Rollerunfall im Kosovo vom 8. August 2018 berichtet, bei wel
chem sich der
Beschwerdeführer
eine grosse Schürfung
infrapatellär
links und eine Wadenmuskelblutung zugezogen habe. Die Wunde sei am Abheilen, jedoch sei das gesamte Bein gestaut und das Hämatom in der Wade
verursache
anhal
tende Schmerzen.
Es bestehe keine
wesentliche
Druckdolenz
, kein wesentlicher Wadendehnungsschmerz, keine Überwärmung,
stattdessen eine
diffuse schmerz
hafte Stauung von
prätibial
bis zum Fussrücken
. Die
Sonographie Duplex
der
Beinvenen
zeige
keine TVT
und
kein Muskelhämatom. Es bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für 2
Wochen
(Urk. 11/209/2).
3.3.5
In der RAD-Stellungnahme vom 1. Oktober 2018
hielt Dr. med.
K._
, Facharzt für
Chirurgie sowie
Orthopädische Chirurgie
und Traumatologie des Be
wegungsapparates, fest, bei der geplanten
Osteosynthesematerialentfernung
am rechten Ellenbogengelenk sei mit einer 100%igen
Arbeitsunfähigkeit von maxi
mal drei
Wochen zu rechnen. Im Austrittsbericht des
J._
vom 20. August 2018 werde eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit aufgrund der Knieprel
lung links vom 20. August 2018 bis zum 1. September 2018 beschrieben. Es sollte von einer vorübergehenden 100%igen Arbeitsunfähigkeit ab dem 8. August 2018 bis zum 1. September 2018 infolge des Unfalls auszugehen
sein
. Ansonsten liege keine Veränderung des Gesundheitszustandes im Vergleich zu den Ausführungen in der RAD-Stellungnahme vom 25. April 2017 vor
(Urk. 11/219/5).
3.3.6
In seinem Attest vom 30. Oktober 2018 bescheinigte Dr.
C._
eine aus kardio
logisch-internistischer Sicht für leichte körperliche Arbeiten bestehende Arbeits
fähigkeit von maximal 50 %. Als Hauptrisikofaktoren für die bestehende schwere koronare Herzerkrankung mit Status nach mehreren
interventionellen
Behand
lungen und Status nach
aortokoronarer
Bypassoperation
2013 eine erhebliche, familiär gehäuft vorkommende arterielle Hypertonie, welche medikamentös sehr schwierig einzustellen sei (Urk. 11/223).
4.
4.1
Folgt man den Ausführungen der
Beschwerdegegnerin
,
hat sich der Gesundheits
zustand des
Beschwerdeführer
s ab August 2015 (Zeitpunkt Begutachtung
Medas
)
wesentlich verbessert (Urk. 2, vgl. Urk. 11/
168/5).
Da die im Nachhinein zur Be
gutachtung
stattgehabten
Unfälle und medizinischen Eingriffe jeweils nur eine vorübergehende Veränderung des Gesundheitszustandes des
Beschwerdeführer
s bewirkten (vgl. E. 3.
3.3, E. 3.3.4
) und
sich
– gemäss den nachvollziehbaren Beur
teilungen der RAD-Ärzte
med.
pract
.
H._
(vgl. E. 3.
3.3) und Dr.
K._
(E. 3.3.5
) –
insgesamt
im Verlauf
seit der Begutachtung
keine Veränderung des Gesundheitszustandes
ergab
, erweist sich die Schlussfolgerung der
Beschwerde
gegnerin
, wonach der
im Begutachtungszeitpunkt
vorliegende Gesundheitszu
stand
ab September 2018 wieder erreicht war (vgl. Urk. 11/219/5)
,
als folgerich
tig. Demnach ist
die
Prüfung einer revisionsrechtlich erheblichen Veränderung in den tatsächlichen Verhältnisse
n
anhand einer Gegenüberstellung des
im
Medas
-Gutachten beschriebenen
Gesundheitszustandes mit demjenigen im Zeitpunkt der Verfügung vom 20. April 2011 vorzunehmen.
Der Beschwerdeführer
stützt
sich in medizinischer Hinsicht
auf
das Gutachten der
Medas
vom 24. September 2015 und
die darin attestierte Arbeitsunfähigkeit von 50 % (Urk. 1 S. 7 ff.).
Gegen die darin
umschriebene Verbesserung des psychi
schen Gesundheitszustandes
bringt er keine Einwände vor.
Eine
Verbesserung des Gesundheitszustandes
ergibt sich sodann auch aus der
Gegenüberstellung der
in den Vergleichszeitpunkten erhobenen Befunde
(vgl. Urk. 11/118 und Urk. 11/166/30
). Damit ist eine wesentliche Veränderung der tatsächlichen Ver
hältnisse ausgewiesen, womit der
Rentenanspruch des
Beschwerdeführer
s umfas
send neu zu prüfen
ist
(vgl. E. 1.1.1).
4.2
Das Gutachten der
Medas
vom 24. September 2015
basiert auf umfassenden Un
tersuchungen und wurde in detaillierter Kenntnis der
Vorakten
erstellt (Urk.
11/165/2-31).
Der Beschwerdeführer konnte gegenüber den
Gutachter
n
seine
aktuellen Beschwerden schildern und wurde von
diesen
ausserdem
einge
hend zu diversen Themenbereichen wie namentlich
seinen
Aktivitäten und dem gewöhnlichen Tagesablauf befragt (Urk.
11/165/37-39
;
Urk. 11/166/2-3
,
Urk. 11/166/13, Urk. 11/166/24-28
). Die geklagten Leiden
wurden in die medizi
nische Beurteilung miteinbezogen
(
Urk. 11/165/42-48;
Urk. 11/166/7-9,
Urk. 11/166/
19-20,
Urk.
11/166/31-36
) und es fand eine hinreichende Auseinan
dersetzung mit
vorangegangenen ärztlichen Beurteilungen
statt
(Urk.
11/165/
42-48
). Insgesamt erfüllt das
polydisziplinäre
Gutachten
der
Medas
vom 24. Septem
ber 2015
somit sämtliche
formellen Voraussetzungen
für eine
beweiskräftige
me
d
izinische Expertise (vgl. E. 1.5
), was die Parteien dem Grundsatz nach auch nic
ht in Frage stellen (vgl. E. 2.1-2.2
).
4.3
In somatischer Hinsicht
(rheumatologisch, kardiologisch, allgemein-internistisch) wurde dem
Beschwerdeführer
gutachterlich eine vollumfängliche Arbeitsfähig
keit in einer leidensangepassten Tätigkeit attestiert (E. 3.1.1).
Die körperlichen Einschränkungen wurden allesamt im
formulierten
Belastungsprofil berücksich
tigt (vgl. E. 3.3.1).
Insbesondere auch
a
ufgrund der genannten Befunde
überzeugt
die
Einschätzung
der Gutachter, wonach der
Beschwerdeführer
in einer leidens
angepassten Tätigkeit
aus somatischer Sicht zu 100 % arbeitsfähig ist. Der
Be
schwerdeführer
brachte denn auch keine Einwände gegen die
se
gutachterliche Einschätzung vor und erachtete das polydisziplinäre
Medas
-Gutachten mitsamt seinen Teilgutachten als vollumfänglich beweiskräftig (vgl. Urk. 1 S.
8 f.
Rn
26).
Es liegen demnach keine Leiden im somatischen Bereich vor, welche die funk
tionelle Leistungsfähigkeit des
Beschwerdeführer
s in einer leidensangepassten Tätigkeit einzuschränken vermöchten.
4.
4
Uneinigkeit
besteht unter den Parteien
bezüglich der Frage, ob auf die
durch den
psychiatrischen Gutachter, Dr.
D._
,
in seinem Teilgutachten vorgenommene und
ins
polydisziplinäre Gutachten übernommene
Beurtei
lung der Arbeitsfähig
keit
abgestellt werden kann, oder ob aus rechtlicher Sicht von einem nicht inva
lidisierenden Gesundheitsschaden auszugehen ist. In diesem Zusammenhang ist vorab festzuhalten, dass das Bundesgericht erkannt hat, dass nunmehr grund
sätzlich sämtliche psychischen Leiden einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (vgl. E.
1.3.2
).
In intertemporalrechtlicher Hinsicht ist sinngemäss wie in BGE 137 V 210 (betreffend die rechtsstaatlichen Anforderungen an die medizinische Begutach
tung) vorzugehen. Nach diesem Entscheid verlieren gemäss altem Verfahrens
standard eingeholte Gutachten nicht per se ihren Beweiswert. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Ge
gebenheiten und den erhobenen Rügen ent
scheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vor
handenen Beweisgrund
lagen vor Bundesrecht standhält (BGE a.a.O. E. 6 in
initio
). In sinngemässer An
wendung der nunmehr materiell-beweisrechtlich geänderten Anforderungen ist in jedem einzelnen Fall zu prü
fen, ob die beigezogenen admi
nistrativen und/oder gerichtlichen Sachverständi
gengutachten – gegebenenfalls im Kontext mit wei
teren fachärztlichen Berich
ten – eine schlüssige Beurteilung im Lichte der mass
geblichen Indikatoren er
lauben oder nicht. Je nach Abklärungstiefe und -dichte kann zudem unter Um
ständen eine punktuelle Ergänzung genügen (BGE 141 V 281 E. 8).
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409,
141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/
2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
4
.5
4.5
.1
Zum Komplex «Gesundheitsschädigung» ist festzuhalten, dass
sich
der von Dr.
D._
im Rahmen der Begutachtung erhobene Psychostatus unauffällig
präsen
tiert
e
.
So konnte der
Beschwerdeführer
im zweieinhalbstündigen Gespräch gut mitschwingen und zeigte verschiedene Emotionen. Es ergaben sich keinerlei Ein
schränkungen in Bezug auf die Merkfähigkeit sowie Aufmerksamkeit und keine Hinweise auf mnestische Störungen. Der
Beschwerdeführer
war in der Lage, sich an Lebensereignisse detailliert und genau zu erinnern und einen Sachverhalt auf den Punkt zu bringen.
Es fanden sich keine Anhaltspunkte für wahnhaftes Erle
ben, Sinnestäuschungen oder Wahrnehmungsstörungen. Die Auffassung war nicht gestört.
Während der Exploration ergaben sich keine Anhaltspunkte für
Zwangsgedanken oder Zwangshandlungen. Der Arzt erachtete die Intelligenz des Beschwerdeführers als durchschnittlich. Affektiv war er reagibel, die affektive Schwingungs- und Resonanzfähigkeit war nicht eingeschränkt. Er machte keinen depressiven Eindruck und die Stimmung war indifferent
(vgl. Urk. 11/166/30).
Es liegen demnach keine Befunde vor, welche auf eine schwerwiegende psychische Erkrankung hindeuteten.
Im Zeitpunkt der Begutachtung befand sich der
Beschwerdeführer
in regelmässi
ger gesprächspsychotherapeutischer Behandlung bei Dr.
F._
. Die Konsultatio
nen fanden einmal pro Monat statt, wobei bei grossen Ängsten auch Konsulta
tionen ausser Termin vorkamen. Eine stationäre psychosomatische Rehabili
tation wurde
nie in Betracht gezogen
(Urk. 11/166/28). Dr.
D._
erachtete beim
Be
schwerdeführer
eine stationäre psychosomatische Rehabilitation als indiziert. Trotz der
Chronifizierung
sei nicht ausschliessbar, dass sich das
psychophysische Zustandsbild weiter stabilisiere mit positiven Auswirkungen auf die Arbeitsfähig
keit (Urk. 11/166/37).
Vor diesem Hintergrund
ist
nicht auf eine Behandlungsre
sistenz
zu schliessen
(vgl. auch Urk. 11/166/35
-36
Kriterium 8)
.
Hinsichtlich der Komorbiditäten ist zu bemerken, dass
die psychischen Leiden des
Beschwerdeführer
s in Wechselwirkung zu seinen kardiologischen Beschwerden stehen. So führte denn der
Beschwerdeführer
auch aus, die Herzbeschwerden hät
ten mit der Bypass-Operation abgenommen, was zur Zunahme der psychischen Belastbarkeit geführt habe (Urk. 11/166/37).
Psychiatrische Komorbiditäten wur
den gutachterlich verneint (Urk. 11/166/35).
4.5
.2
In Bezug auf den Komplex «Persönlichkeit»
ist die von
Dr.
D._
diagnostizierte
Akzentuier
ung der
Persönlichkeit mit hypochondrischen Persönlichkeitsanteilen (ICD-10 Z 73.1)
zu erwähnen
.
In
diesem Zusammenhang ist aber darauf hinzu
weisen, dass
Z-Diagnosen zu den Faktoren gehören, die
zwar
den Gesundheits
zustand beeinflussen und zur Inanspruchnahme von Gesundheitsdiensten führen (ICD-10 Z.00-/99), denen jedoch grundsätzlich kein versicherungsmedizinischer Krankheitswert zukommt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C
_663/2010 vom 15. November 2010
E. 5.2.4).
Da vorliegend keine Anhaltspunkte für eine Beein
flussung des Gesundheitszustandes oder des Leistungsvermögens durch die
Per
sönlichkeitsstruktur im Generellen und die Z-Diagnose im Besonderen
bestehen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_300/2017 vom 1. Februar 2018 E. 5.3),
fallen
im Bereich der Persönlichkeit keine Faktoren mit Einfluss auf den Ressourcenbe
stand
ins Gewicht
.
4.5
.3
Zum Komplex «
S
ozialer Kontext»
geht aus dem psychiatrischen Gutachten her
vor, dass
der Beschwerdeführer
seit 1989 verheiratet ist
(
Urk. 11/166/29; demge
genüber
Urk. 11/166/27
:
«seit 1979 verheiratet»)
.
Der Beschwerdeführer ist Vater von
drei Kindern, wobei die Kinder zu keinen besonderen Sorgen Anlass geben
und mittlerweile alle ausgezogen sind
(
Urk. 11/166/29,
Urk. 11/166/34).
Gemäss Angaben des
Beschwerdeführer
s gebe es Tage, an denen er seine Wohnung nicht verlässt. Jedoch sei es seit Jahren nicht mehr vorgekommen, dass er sich über längere Zeit
in der Wohnung zurückgezogen habe
(Urk. 11/166/29).
Es
besteht
ein gutes Beziehungsnetz zu Brüdern, Kindern und Enkeln. Die Beziehung zu den
Kindern
beschreibt der
Beschwerdeführer
als
schön.
Im Mai 2015
ist
er mit einem Kollegen mit
dem Auto in den Kosovo gefahren, um
seine Familienangehörigen
zu besuchen
.
Die Beziehung zur Ehefrau
und seine häusliche Situation
empfindet
der
Beschwerdeführer
als grosse psychische Belastung. Es sei ein grosses Problem, er und seine Frau hätten Schmerzen und Probleme und seien viel bei den Ärzten.
Der
Beschwerdeführer
führt
e
aber
aus, er habe eine gute Ehefrau
(Urk. 11/165/38).
Aus dem geschilderten Tagesablauf geht hervor, dass der
Beschwerdeführer
am Nachmittag jeweils einen kurzen Spaziergang mit seiner Ehefrau unternimmt. Das Nachtessen nimmt er gemeinsam mit der Ehefrau ein, wobei auch Tischgespräche geführt
werden
.
Im Umgang mit den Nachbarn
ist
er korrekt, er begrüss
t
jeden. Zu
einer albanischen Familie pflegt
er einen etwas engeren Kontakt. Er
beschreibt sich als eine
von Natur aus zurückhaltende, ruhige Person.
V
on Kollegen
werde er
gemieden. In Gruppen sei er dauernd am Sprechen
(Urk. 11/166/26-27).
Auch wenn der
Beschwerdeführer
die Ehesituation als anges
pannt wahrnimmt
,
lässt die
Einbindung der Ehefrau in
seine
gefestigte Tagesstruktur (regelmässige gemeinsame
Spaziergänge
,
gemeinsame
Nachtessen
)
darauf schliessen
,
dass
sich
die Ehegatten auf gegenseitige Unterstützung
verlassen
können.
Darüber hinaus bestehen verschiedene langjährige soziale – insbesondere familiäre – Kontakte, welche vom
Beschwerdeführer
regelmässig gepflegt werden.
Insgesamt verfügt
der
Beschwerde
führer
somit über ein intaktes soziales Umfeld und kann in dieser Hinsicht auf entsprechende Ressourcen zurückgreifen. Ein krankheitsbedingter sozialer Rückzug ist nicht erkennbar.
4.5
.4
Zur Kategorie «Konsistenz»
ist schliesslich festzuhalten, dass
der
Beschwerdefüh
rer
trotz
Abnahme der Spontanaktivitäten vom Gutachter als körperlich aktiv beschrieben wird (Urk. 11/166/36). Der
Beschwerdeführer
gab anlässlich der Be
gutachtung wiederholt an, täglich den gleichen Spaziergang zu machen. Unab
hängig der Witterungsverhältnisse begebe er sich jeden Morgen auf einen
drei
stündigen Spaziergang. Einzig bei grosser Kälte habe ihm der Arzt das Spazieren untersagt. Der Kardiologe würde ihn immer wieder für körperliche Aktivitäten motivieren und ermuntern. Am Nachmittag mache er einen kurzen Spaziergang mit der Ehefrau (Urk. 11/166/27).
Den Lift benutze er nur in Ausnahmefällen, im Mietshaus benutze er diesen nie, sondern steige die Treppen hoch (Urk. 11/166/30). Einkaufszentren meide
er nicht, er gehe aber nicht gerne dort
hin, da es dort zu viele Leute habe, diese würden ihn nervös machen (Urk. 11/166/30).
Alle zwei
Monate
besuche
er
das Clublokal eines Freizeitclubs in
L._
. Früher habe er fast jedes Wochenende i
n diesem
Lokal verbracht. Bei Besuchen beteilige er sich heute nicht mehr an den Spielen, weil er beim Spielen zu nervös werde (Urk. 11/166/26).
Mit dem Auto fahre er nur noch kurze
Strecken
, «etwa ins Tessin oder so». Zu
Dr.
F._
nach
M._
gehe er meistens mit dem Auto (Urk. 11/165/34).
Angesichts der verschiedenen regelmässigen ausserhäuslichen Aktivitäten
und dem geregelten Tagesablauf (vgl. Urk. 11/166/26-27)
kann
nicht von einer gleich
mässigen Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbe
reichen gesprochen werden
. Ebenso wenig
ist ein erheb
licher Leidensdruck aus
gewiesen
.
D
er
auch nach erfolgter voller Berentung weiterhin stattgehabte regel
mässige
Besuch der
Psychotherapie
ist
als
therapeutisch logische Konsequenz in Bezug auf die
dem Rentenentscheid
zugrundeliegenden
psychiatrischen
Funk
tionalität
seinschränkungen
(vgl. E. 3.2.5) anzusehen
und spricht
– entgegen
dem Vorbringen
des
Beschwerdeführer
s
(Urk. 1 S. 10
Rn
31
)
– nicht
für einen ausge
prägten Leidensdruck.
Gegen einen ausgeprägten Leidensdruck
spricht auch die Behandlungsfrequenz von
lediglich
einmal pro Monat
und die Tatsache, dass der
Beschwerdeführer
Psychopharmaka
nur noch bei Bedarf einnimmt (Urk. 11/165/39).
4.5
.5
Zusammenfassend ergibt sich aus der detaillierten Prüfung der Standardindika
toren und deren Gesamtwürdigung, dass
der
Beschwerdeführer
bei Ausschöpfung
seiner
vorhandenen Ressourcen m
it überwiegender Wahrscheinlich
keit in der Lage ist, eine Tätigkeit
ohne Einschränkungen
zu verrichten.
Dafür sprechen nebst den unauffälligen objektiven Befunden insbesondere das hohe Aktivitäts
niveau, das intakte soziale Umfeld sowie der fehlende Leidensdruck. Nur leicht ressourcenhemmend wirken sich die vorhandenen
Komorbiditäten aus.
Von weiteren Beweismassnahmen –
namentlich
einer
Neubegutachtung des Be
schwerdeführers
(vgl. Urk. 1 S.
14
Rn
44)
–
sind vor diesem Hintergrund keine
weiteren
entscheidrelevanten
Erkenntnisse zu erwarten, weshalb davon abzuse
hen ist (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 90 E. 4b, 122 V 157 E. 1d und 136 I 229 E. 5.3
).
5.
5.1
Nach dem Gesagten
ist der
Beschwerdeführer
in
einer Tätigkeit, welche das defi
nierte Belastungsprofil
(vgl. E. 3.3.1)
berücksichtigt,
zu 100 % arbeitsfähig.
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Ver
bindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu be
stimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Ein
tritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in
Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2
, 128 V 29 E. 1
).
5.2
Die
Beschwerdegegnerin
bestimmte
beide Vergleichseinkommen
anhand von Ta
bellenwerten der
vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE
; vgl. Urk. 11/218/1
)
.
Dies ist – insbesondere unter dem Gesichtspunkt, dass der
Beschwerdeführer
seit November 2006 nicht mehr arbeitstätig war (Urk. 11/165/34)
und
damit
nicht auf konkrete Einkommenszah
len abgestellt werden kann
– nicht zu beanstanden.
Aufgrund der Arbeitserfah
rungen des
Beschwerdeführer
s in der Baubranche
anerbietet
sich der
Beizug
des statistischen Tabellenlohnes für Tätigkeiten im Baugewerbe
zur Bemessung des
Valideneinkommens
, was von der
Beschwerdegegnerin
denn auch so vorgenom
men wurde
. Unter Berücksichtigung des Belastungsprofils stellte die
Beschwerde
gegnerin
für das Invalideneinkommen auf den Tabellenlohn (Zentralwert) für Hilfsarbeiten ab, was
– aufgrund der Zumutbarkeit von leichten Tätigkeiten ohne weitergehende
enge Begrenzung der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit –
mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung in Einklang steht (vgl. Urteil des Bun
desgerichts
8C_187/2015
vom
20.
Mai
2015 E. 3.2.3.1
). Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass sich der
Beschwerdeführer
ebenfalls auf die betreffenden Ta
bellenwerte stützte und
dagegen
keine
Einwände
erhob
(vgl. Urk. 1 S. 14
Rn
43).
5.3
Bei einem
Valideneinkommen
von Fr. 69'903.-- und einem Invalideneinkommen von Fr. 67'589.89
ergibt sich
eine Erwerbseinbusse in der Höhe von Fr. 2'313.10, was einem IV-Grad von 3.3 %
entspricht
(100 / 69’903 x 2'313.10).
Unter diesen Gegebenheiten kann offenbleiben, ob und in welcher Höhe vorliegend ein lei
densbedingter Abzug
angebracht
wäre, zumal selbst
bei einem – maximal zuläs
sigen (vgl.
BGE 126 V 75 Regeste und E. 5 cc) – leidensbedingten Abzug von 25 % kein rentenbegründender Invaliditätsgrad resultieren würde.
Infolge des ge
besserten Gesundheitszustandes hat die Beschwerdegegnerin die ganze Rente
des
Beschwerdeführer
s
zu Recht auf den ersten Tag des zweiten Monats nach Zustel
lung der Verfügung aufgehoben (vgl. Art. 88
bis
Abs. 2 lit. a
der
Verordnung
über die Invalidenversicherung, IVV
).
5.4
Im Regelfall ist eine medizinisch attestierte Verbesserung der Arbeitsfähigkeit auf dem Weg der Selbsteingliederung zu verwerten. Nach langjährigem Rentenbezug können ausnahmsweise Erfordernisse des Arbeitsmarktes der Anrechnung einer
medizinisch vorhandenen Leistungsfähigkeit und medizinisch möglichen Leis
tungsentfaltung entgegenstehen, wenn aus den Akten einwandfrei hervorgeht, dass die Verwertung eines bestimmten Leistungspotenzials ohne vorgängige Durchführung befähigender Massnahmen allein vermittels Eigenanstrengung der versicherten Person nicht möglich ist. Diese Rechtsprechung ist grundsätzlich auf Fälle zu beschränken, in denen die (revisions- oder wiedererwägungsweise) Her
absetzung oder Aufhebung der Invalidenrente eine versicherte Person betrifft, welche das 55. Altersjahr zurückgelegt oder die Rente seit mehr als 15 Jahren bezogen hat. Die Übernahme der beiden Abgrenzungskriterien (vgl. lit. a
Abs.
4 der Schlussbestimmungen der Änderung vom 1
8.
März 2011 [
6.
IV-Revision, erstes Massnahmenpaket]) bedeutet nicht, dass die darunter fallenden Rentnerin
nen und Rentner im jeweiligen revisions- (Art. 17 Abs. 1 ATSG) beziehungsweise gegebenenfalls wiedererwägungsrechtlichen (Art. 53 Abs. 2 ATSG) Kontext einen Besitzstandsanspruch geltend machen könnten; es wird ihnen lediglich zugestan
den, dass – von Ausnahmen abgesehen – aufgrund des fortgeschrittenen Alters oder einer langen Rentendauer die Selbsteingliederung nicht mehr zumutbar ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_39/2012 vom 24. April 2012 E. 5.1 mit Hinweisen; vgl. auch Urteile Bundesgerichts 8C_602/2013 vom 9. April 2014 E. 3.4 und 9C_412/2014 vom 20. Oktober 2014 E. 3.1).
Der 1959 geborene Beschwerdeführer
war im Zeitpunkt der Rentenaufhebung
59
Jahre alt, weshalb
er
unter den vom Bundesgericht besonders geschützten
Be
zügerkreis
fällt.
Die
Beschwerdegegnerin
unterstützte den
Beschwerdeführer
im Rahmen
der Eingliederungsberatung (vgl. Urk. 11/192, Urk. 11/197, Urk. 11/202)
. Zuletzt wurde für den
Beschwerdeführer
ein Arbeitstraining im
B._
vom 3. September 2018 bis am 1. März 2019 organisiert
(
Urk. 11/214
)
, wobei die Eckdaten der betreffenden Massnahme (Beginn,
Einsatz
zeiten
) erst nach zeitintensiven Verhandlungen mit dem
Beschwerdeführer
fest
gelegt werden konnten (vgl. Urk. 11/215). Der
Beschwerdeführer
trat die Mass
nahme nicht an, da er sich aufgrund des Motorradunfalls vom 8. August 2018 als nicht eingliederungsfähig erachtete (Urk. 11/210, Urk. 11/215/3)
. Gestützt auf die medizinischen Akten ist nicht ersichtlich, was den
Beschwerdeführer
objektiv
an der Absolvierung der Massnahme hätte hindern können, zumal er sich bei dem Unfall lediglich Schürfungen und eine Einblutung an der linken Wade ohne nach
vollziehbare Beeinträchtigung der funktionellen Leistungsfähigkeit für das am 3. September 2018 beginnende Arbeitstraining zugezogen hatte (Urk. 11/209/2, vgl. Urk. 11/211).
Vor diesem Hintergrund
ist es als überwiegend wahrscheinlich anzusehen, dass es dem
Beschwerdeführer
am subjektiven Eingliederungswillen
f
ehlte
. Damit
ist es nicht zu beanstanden, dass
die Beschwerdegegnerin
die
Ren
tenaufhebung verfügt
hat
, ohne weitere
Eingliederungsmassnahmen
zu veranlas
sen: Fehlt es am Eingliederungswillen bzw. an der subjektiven Eingliederungsfä
higkeit, so entfällt der Anspruch auf
Eingliederungsmassnahmen
, ohne dass zu
nächst ein Mahn- und
Bedenkzeitverfahren
durchgeführt werden müsste (Urteil des Bundesgerichts 8C_569/2015 vom 17. Februar 2016 E. 5.1; Urteil des Bun
desgerichts 8C_19/2016 vom 4. April 2016 E. 5.2.3).
5.5
Die angefochtene Verfügung vom
7. Dezember 2018
(Urk. 2) erweist sich damit als korrekt. Folglich ist die Beschwerde abzuweisen.
6.
6.1
Der
Beschwerdeführer
hat in
seiner
Beschwerdeschrift ein Gesuch um unentgelt
liche Prozessführung und Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters in der Person von Rechtsanwalt
David Fischer gestellt (Urk. 1 S.
2).
Die Mittellosigkeit des
Beschwerdeführer
s ist ausgewiesen (vgl. Urk. 3
,
Urk. 7) und der Prozess kann nicht
von vornherein als aussichtslos bezeichnet werden.
Die Voraussetzungen zur Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und zur Bestellung einer un
entgeltlichen Rechtsvertretung
gemäss
§ 16 Abs. 1 und Abs. 2 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) sind somit erfüllt.
Dem
Beschwerdefüh
rer
ist daher die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen und Rechtsanwalt
David Fischer
als unentgeltlicher Rechtsvertreter für das Verfahren zu bestellen.
Der
Beschwerdeführer
wird auf § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen, wonach
er
zur Nachzahlung der
ihm
erlassenen Rechtspflegekosten verpflichtet ist, sobald
er dazu in der Lage ist.
6.2
Das Verfahren ist kostenpflichtig. Die Gerichtskosten
gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind au
f Fr. 8
00.-- festzusetzen und
ausgangsgemäss
dem
Beschwerdeführer
auf
zuerlegen, infolge bewilligter unentgeltlicher Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
6
.3
Rechtsanwalt
David Fischer
ist nach Ermessen (vgl. Urk.
13
) mit Fr.
1‘900
.-- (in
klusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse zu entschädigen.