Decision ID: 45bccc0f-4ece-463f-b98a-34e20b5dcddd
Year: 2022
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_004
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

I. Sachverhalt:
1. Die Erben von A._, namentlich B._, D._ und C._,
verkauften am 7. Juni 2019 die Grundstücke Nrn. F._ und G._ in
der Stadt H._ zum Preis von insgesamt CHF 3'000'000.-- an die
Rosen Immobilien und Projektentwicklungen AG. Diese Grundstücke
waren am 1. Januar 1999 zum Buchwert per 31. Dezember 1998 von
CHF 1'670'000.-- zuzüglich im Rahmen der Überführung besteuerte
Abschreibungen von CHF 36'339.--, insgesamt also zum Anlagewert von
CHF 1'706'339.--, vom Geschäftsvermögen in das Privatvermögen von
A._ überführt worden.
2. Am 12. August 2020 erliess die Steuerverwaltung des Kantons
Graubünden (nachfolgend Steuerverwaltung) gegenüber den Erben die
(separaten) definitiven Veranlagungsverfügungen für die kantonale und
kommunale Grundstückgewinnsteuer. Dabei setzte die Steuerverwaltung
den Anlagewert von insgesamt CHF 1'706'339.-- als Erwerbspreis ein. Für
diesen Wert wurde eine Geldentwertung von 5% (= CHF 85'317.--) für den
Zeitraum zwischen der Überführung und Veräusserung (1999 bis 2019)
veranschlagt, womit veranlagungsgemäss Anlagekosten von insgesamt
CHF 1'791'656.-- resultierten. Unter Berücksichtigung eines
Veräusserungspreises von CHF 3'000.000.-- ergab sich ein
Grundstückgewinn von CHF 1'208'344.--. Im Rahmen der
Steuerbemessung wurde die Zeitspanne zwischen dem Erwerbszeitpunkt
der Grundstücke ins Geschäftsvermögen (25. September 1929) und dem
Veräusserungszeitpunkt (7. Juni 2019) berücksichtigt, was bei einer
Eigentumsdauer von rund 90 Jahren eine reduzierte kantonale und
kommunale Grundstückgewinnsteuer von insgesamt CHF 59'208.20 pro
Erbe ergab.
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3. Gegen die definitiven Veranlagungsverfügungen vom 12. August 2020
erhoben die Erben am 2. September 2020 je separat Einsprache mit dem
Antrag, der Geldentwertungszuschlag sei von insgesamt 85'317.-- auf
CHF 1'390'000.-- zu erhöhen. Begründend wurde im Wesentlichen geltend
gemacht, gemäss Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons
Graubünden A 06 20 vom 9. Juni 2006 (= PVG 2006 Nr. 16) sei die
Geldwertveränderung nicht erst ab dem Zeitpunkt der Überführung der
Grundstücke Nrn. F._ und G._ vom Geschäftsvermögen in das
Privatvermögen zu gewähren, sondern analog der Eigentumsdauer
bereits ab dem Erwerbszeitpunkt (25. September 1929).
4. Nachdem am 10. November 2021 der von den Erben mit Schreiben vom
29. Juli 2021 beantragte Vortritt durchgeführt worden war, erliess die
Steuerverwaltung am 12. November 2021 die separaten
Einspracheentscheide, womit sie die Einsprachen der Erben abwies.
5. Dagegen erhoben die Erben (nachfolgend Beschwerdeführer) mittels
separaten Eingaben am 10. Dezember 2021 Beschwerde an das
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden (nachfolgend
Verwaltungsgericht) mit folgenden Anträgen:
"1. Der Einspracheentscheid der Steuerverwaltung Graubünden vom 12. November 2021, kantonale und kommunale Grundstückgewinnsteuer, sei aufzuheben.
2. Die Veranlagungsverfügung vom 12.08.2020 betreffend kantonale und kommunale Grundstückgewinnsteuer sei aufzuheben.
3. Konkret sei der Zuschlag der Geldentwertung von CHF 85'317 auf CHF 1'390'089 nach oben zu korrigieren.
4. Eventualiter seien die wertvermehrenden Investitionen vom Überführungsjahr 1999 bis zum Jahr 2019 in der Höhe von CHF 40'300 mit zu berücksichtigen.
5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (inkl. MWST) zu Lasten der
Steuerverwaltung Graubünden."
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Die Beschwerdeführer machten im Wesentlichen geltend, dass bei der
Veräusserung eines Grundstücks, das vorher in Anwendung von Art. 18
Abs. 3 des bis am 31. Dezember 2010 geltenden Steuergesetzes für den
Kanton Graubünden (aStG; BR 720.000) vom Geschäftsvermögen in das
Privatvermögen überführt worden sei, die Geldwertveränderung nicht erst
ab dem Zeitpunkt der Überführung, sondern gemäss Art. 50 des geltenden
Steuergesetzes für den Kanton Graubünden (StG; BR 720.00) bereits ab
dem Erwerbszeitpunkt zu gewähren sei; dies habe das Verwaltungsgericht
mit Urteil A 06 20 vom 9. Juni 2006 als Praxis festgelegt. Diese Praxis sei
beizubehalten, zumal die Voraussetzungen für eine Änderung derselben
nicht gegeben seien. Indem die Steuerverwaltung bei der Eigentumsdauer
die Zeitspanne zwischen dem ursprünglichen Erwerbszeitpunkt im
Geschäftsvermögen und dem Veräusserungszeitpunkt berücksichtigt
habe, habe sie zudem selber anerkannt, dass der
Geldentwertungszuschlag ausschliesslich für diese Zeitspanne zu
gewähren sei. Für den Fall dass das Verwaltungsgericht wider Erwarten
der Begründung der Steuerverwaltung folgen sollte, wären zumindest die
wertvermehrenden Investitionen im Zeitraum zwischen der Überführung
und der Veräusserung zu berücksichtigen. So wären insbesondere die im
Jahr 2006 erfolgte Überdachung der Terrasse als wertvermehrende
Investition in der Höhe von CHF 40'300.-- steuerlich anzurechnen.
6. Die Steuerverwaltung (nachfolgend Beschwerdegegnerin) beantragte in
ihren identischen Vernehmlassungen vom 20. Januar 2022, dass die
Beschwerden insofern gutzuheissen seien, als zusätzlich
wertvermehrende Investitionen von insgesamt CHF 35'600.-- bzw. CHF
11'867.-- pro Beschwerdeführer zu berücksichtigen seien. Im Übrigen
seien die Beschwerden abzuweisen. Zur Begründung wiederholte die
Beschwerdegegnerin im Wesentlichen die bereits in den angefochtenen
Einspracheentscheiden angeführten Argumente.
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7. Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels hielten die Parteien an ihren
Standpunkten fest, ohne wesentlich neue Argumente vorzubringen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Anfechtungsobjekt des vorliegenden verwaltungsgerichtlichen
Beschwerdeverfahrens bilden die Einspracheentscheide vom 12.
November 2021 betreffend kantonale und kommunale
Grundstückgewinnsteuer, mit welchen die Beschwerdegegnerin die
Einsprachen der heutigen Beschwerdeführer vom 2. September 2020
abgewiesen hat und einen Geldentwertungszuschlag von 5% auf den
Anlagewert von insgesamt Fr. 1'706'339.-- für den Zeitraum zwischen
Überfügung und Veräusserung (1999 bis 2019), also von insgesamt CHF
85'317.--, gewährt hat. Solche Entscheide können mit Beschwerde an das
Verwaltungsgericht weitergezogen werden (vgl. Art. 50 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Harmonisierung der direkten Steuern der
Kantone und Gemeinden [StHG; SR 642.14] i.V.m. Art. 139 Abs. 1 StG
und Art. 29 Abs. 2 des Gesetzes über die Gemeinde- und Kirchensteuern
[GKStG; BR 720.200]). Die sachliche Zuständigkeit des
Verwaltungsgerichtes ergibt sich aus Art. 49 Abs. 1 lit. b des Gesetzes
über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100), wonach das
Verwaltungsgericht Beschwerden gegen Entscheide von Dienststellen der
kantonalen Verwaltung und von unselbständigen Anstalten des
kantonalen Rechts beurteilt, soweit das kantonale Recht den direkten
Weiterzug vorsieht, was hier − wie gesehen (vgl. Art. 139 Abs. 1 StG) −
der Fall ist. Demzufolge fällt die Beurteilung der vorliegenden
Beschwerden in die Zuständigkeit des Verwaltungsgerichtes. Als formelle
und materielle Adressaten der angefochtenen Einspracheentscheide sind
die Beschwerdeführer berührt und weisen ein schutzwürdiges Interesse
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an deren Aufhebung auf (vgl. Art. 50 VRG). Auf die zudem frist- und
formgerecht eingereichten Beschwerden ist demnach einzutreten.
2. Gemäss Art. 6 Abs. 1 lit. a VRG können verschiedene Verfahren im
Interesse der zweckmässigen Erledigung zusammengelegt werden, wenn
mehrere Begehren den gleichen Sachverhalt betreffen und dieselben
Rechtsfragen aufwerfen, sofern den einzelnen Beteiligten dadurch keine
bedeutenden Nachteile erwachsen. Ein solcher Nachteil wäre
insbesondere in einer unzumutbaren Verfahrensverzögerung zu erblicken
(vgl. BERTSCH/PLÜSS, in: Griffel [Hrsg.], Kommentar Zürcher VRG, 3. Aufl.,
Zürich 2014, Vorbemerkungen zu § 4-31 Rz 60). Im vorliegenden Fall
haben die Beschwerdeführer beim Verwaltungsgericht wörtlich
übereinstimmende Beschwerden mit identischen Rechtsbegehren und
gleichlautender Begründung erhoben. Den Beschwerden liegt derselbe
Sachverhalt zugrunde, und es stellen sich identische Rechtsfragen. Da
überdies keinerlei Nachteile für die Parteien ersichtlich sind, werden die
Beschwerdeverfahren A 21 44, A 21 45 und A 21 46 zusammengelegt und
mit einem Urteil entschieden. Diese Zusammenlegung wurde den Parteien
bereits mit Schreiben des Verwaltungsgerichts vom 21. Januar 2022
angezeigt.
3. In materieller Hinsicht ist im vorliegenden Fall streitig, ab welchem
Zeitpunkt die Geldwertveränderung im Sinne von Art. 50 StG gewährt
werden muss, wenn Liegenschaften verkauft werden, die früher zum
betriebsnotwendigen Geschäftsvermögen gemäss Art. 18 Abs. 3 aStG
gehörten, inzwischen aber in das Privatvermögen überführt worden sind.
Diese Frage beantwortete das Verwaltungsgericht mit Urteil A 06 20 vom
9. Juni 2006 (vgl. dort Erw. 2) dahingehend, dass die
Geldwertveränderung nicht erst ab dem Überführungszeitpunkt, sondern
bereits ab dem Zeitpunkt des Erwerbs bzw. den einzelnen
wertvermehrenden Aufwendungen zu gewähren ist:
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"(...). Die Steuerverwaltung ist nun der Ansicht, als letzte steuerbegründende Veräusserung sei auch in Fällen der privilegierten Überführung vom Geschäftsvermögen in das Privatvermögen gemäss Art. 18 Abs. 3 StG der Zeitpunkt der Überführung anzusehen, setze doch Art. 18 Abs. 2 StG eine Überführung ausdrücklich einer Veräusserung gleich. Damit wird indessen dem Umstand, dass bei einer Überführung von Liegenschaften des betriebsnotwendigen Anlagevermögens in das Privatvermögen nach Art. 18 Abs. 3 StG eine Besteuerung nur hinsichtlich der früher zugelassenen Abschreibungen erfolgt, nicht Rechnung getragen. Die Besteuerung des davon nicht betroffenen Gewinns bleibt dagegen aufgeschoben und wird, wenn das Grundstück nach Ablauf von mehr als 5 Jahren verkauft wird, mit der Grundstückgewinnsteuer besteuert, davor mit der Einkommenssteuer. Die privilegierte Überführung gemäss Art. 18 Abs. 3 StG wirkt sich damit nur teilweise, nämlich hinsichtlich der zugelassenen Abschreibungen, steuerbegründend aus. Der übrige Gewinn wird dagegen erst der Besteuerung unterworfen, wenn die in das Privatvermögen überführte Liegenschaft verkauft wird. Hinsichtlich dieses Gewinns kann somit bei der Überführung von Geschäfts- in das Privatvermögen nicht von einer steuerbegründenden Veräusserung gesprochen werden, da eben diesbezüglich eine Besteuerung nicht erfolgt, sondern bis zum Verkauf aufgeschoben wird. Die hat zur Folge, dass bei der Veräusserung einer Liegenschaft, die vorher in Anwendung von Art. 18 Abs. 3 StG vom Geschäfts- in das Privatvermögen überführt worden ist, nicht erst im Zeitpunkt der Überführung, sondern bereits auf den Zeitpunkt des Erwerbs bzw. der einzelnen wertvermehrenden Aufwendungen die Geldentwertung nach Art. 50 StG zu gewähren ist. (...).
4. Bei der Grundstückgewinnsteuer ist der Veräusserungsgewinn der Betrag,
um den der Erlös die Anlagekosten (Erwerbspreis und Aufwendungen)
übersteigt (vgl. Art. 46 Abs. 1 StG). Für die Berechnung der Anlagekosten
ist die letzte steuerbegründende Veräusserung massgebend (vgl. Art. 46
Abs. 2 StG). Bei der Überführung vom Geschäftsvermögen in das
Privatvermögen gilt als Erwerbspreis der im Zeitpunkt der Überführung
steuerlich massgebende Buchwert zuzüglich der bei der Überführung
versteuerten Gewinne (vgl. Art. 48 Abs. 3 StG). Dementsprechend stellte
Art. 18 Abs. 2 i.V.m. Abs. 3 aStG die Überführung vom
Geschäftsvermögen in das Privatvermögen ausdrücklich einer
(steuerbegründenden) Veräusserung gleich, indem bei der Überführung
von Liegenschaften des betriebsnotwendigen Anlagevermögens in das
Privatvermögen Gewinne nur in dem Umfang steuerbar waren, in dem
früher Abschreibungen zugelassen worden waren. Hat sich der
Landesindex für Konsumentenpreise seit der letzten steuerbegründenden
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Veräusserung um mehr als 10% verändert, sind die Anlagekosten im
halben Ausmass der Veränderung anzupassen (vgl. Art. 50 Abs. 1 StG).
Die Geldwertkorrektur erfolgt gemäss Art. 50 Abs. 2 StG nach dem
Indexstand per 1. Januar des Anlagejahres und des Veräusserungsjahres.
5.1. Vorliegend ist unbestrittenen, dass die zum betriebsnotwendigen
Anlagevermögen gehörenden Grundstücke Nrn. F._ und G._ am
1. Januar 1999 zum Buchwert per 31. Dezember 1998 von
CHF 1'670'000.-- zuzüglich der im Rahmen der Überführung besteuerten
Abschreibungen von CHF 36'339.--, also zum (massgebenden)
Überführungswert von insgesamt CHF 1'706'339.--, vom
Geschäftsvermögen in das Privatvermögen von A._ überführt worden
waren. Dabei handelte es sich um eine privilegierte Überführung gemäss
Art. 18 Abs. 3 aStG. Diese Bestimmung ist im Rahmen der
Unternehmenssteuerreform II zufolge Bundesrechtswidrigkeit per 1.
Januar 2011 aufgehoben worden (vgl. Botschaft der Regierung an den
Grossen Rat, Heft Nr. 21/2008-2009, S. 1629). Privilegiert war diese
Überführung insofern, als gemäss Art. 18 Abs. 3 aStG ausschliesslich die
früher zugelassenen Abschreibungen in der Höhe von insgesamt
CHF 36'338.-- als Einkommen besteuert wurden und die Besteuerung des
Wertzuwachses unterblieb; schliesslich entsprach die Absteuerung wieder
hereingeholter Abschreibungen nicht der Besteuerung des
Wertzuwachses. In diesem Sinne genoss die Überführung der
betriebsnotwendigen Grundstücke Nrn. F._ und G._ in das
Privatvermögen gemäss Art. 18 Abs. 3 aStG das Privileg des
Steueraufschubs (vgl. PETER V. RECHENBERG/ANDREA V. RECHENBERG,
Handkommentar, Bündner Grundstückgewinnsteuern, H._ 1999,
N12 zu Art. 48 StG und N 6 zu Art. 53 StG).
5.2. Die Überführung von Grundstücken vom Geschäftsvermögen in das
Privatvermögen stellt nun keinen Grundstückgewinnsteuertatbestand
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bzw. eine steuerbegründende Veräusserung gemäss Art. 42 StG dar (vgl.
Steuerverwaltung Graubünden: Praxisfestlegung vom 11. Oktober 1999
zu Art. 53 StG, S. 2). Es verhält sich nämlich so, dass der
Grundstückgewinnsteuer ausschliesslich Gewinne aus der Veräusserung
von Grundstücken des Privatvermögens unterliegen (vgl. Art. 41 Abs. 1 lit.
a StG). Entsprechend wird bei der Berechnung der Anlagekosten und
damit des "Erwerbspreises" nicht auf die letzte steuerbegründende
Veräusserung (vgl. Art. 46 Abs. 2 StG) – diese wäre gemäss Art. 41 Abs.
1 lit. a i.V.m. Art. 42 Abs. 1 StG am 25. September 1929 erfolgt –
abgestellt, sondern auf den bei der Überführung vom Geschäftsvermögen
in das Privatvermögen massgebenden Buchwert zuzüglich der bei der
Überführung versteuerten Gewinne (vgl. Art. 48 Abs. 3 StG). Damit wird –
auch wenn die Überführung vom Geschäftsvermögen in das
Privatvermögen keinen Grundstückgewinnsteuertatbestand darstellt – der
im Zeitpunkt der Überführung massgebende Überführungswert für die
Grundstückgewinnsteuer als Erwerbspreis anerkannt (vgl. Art. 48 Abs. 3
StGB; Steuerverwaltung Graubünden: Praxisfestlegung vom 11. Oktober
1999 zu Art. 53 StG, S. 2). Das Dargelegte hat zur Konsequenz, dass
ausschliesslich der Wertzuwachs, welcher während der Dauer entstanden
ist, als sich das Grundstück im Privatvermögen befunden hat, der
Grundstückgewinnsteuern unterliegt (vgl. Art. 48 Abs. 3 StG i.V.m. Art. 46
Abs. 1 StG). Mit anderen Worten hat der Gesetzgeber die Bestimmungen
über die Grundstückgewinnsteuer gemäss Art. 41 ff. StG und damit auch
die Frage, ab welchem Zeitpunkt die Geldentwertung im Sinne von Art. 50
StG gewährt werden muss, auf die Eigentumsdauer der Grundstücke im
Privatvermögen beschränkt. Dies zu Recht. Es verhält sich nämlich so,
dass das Privat- und das Geschäftsvermögen nach unterschiedlichen
Regeln besteuert werden. So können Gegenstände des
Geschäftsvermögens abgeschrieben werden und die
Veräusserungsgewinne unterliegen der Einkommenssteuer. Im
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Privatvermögen sind Abschreibungen indes nicht zugelassen und die
Veräusserungsgewinne sind – mit Ausnahme der Grundstückgewinne,
welche in Kanton und Gemeinde mit der Grundstückgewinnsteuer erfasst
werden – grundsätzlich steuerfrei (vgl. Botschaft der Regierung an den
Grossen Rat, Heft Nr. 21/2008-2009, S 1616). Für die Berücksichtigung
der Geldentwertung ab dem Überführungszeitpunkt spricht zudem auch
Art. 50 Abs. 2 StG. Danach erfolgt die Geldwertkorrektur nach dem
Indexstand per 1. Januar des Anlagejahres und des Veräusserungsjahres.
Bei einer Überführung vom Geschäftsvermögen in das Privatvermögen gilt
als "Erwerbspreis", welcher zu den Anlagekosten gehört (vgl. Art. 48 Abs.
3 i.V.m. Art. 46 Abs. 1 StG), der massgebende steuerliche
Überführungswert (CHF 1'706'339.--). Das Anlagejahr gemäss Art. 50
Abs. 2 StG muss bei einer Überführung somit das Jahr sein, in welchem
das Grundstück vom Geschäftsvermögen in das Privatvermögen überführt
worden ist. Hier also das Jahr 1999.
5.3. Daran, dass die Geldwertveränderung gemäss Art. 50 StG auf die
Eigentumsdauer im Privatvermögen beschränkt ist, ändert auch Art. 53
Abs. 3 StG nichts. Gemäss dieser Bestimmung ist bei Erwerb des
Grundstückes zufolge steueraufschiebenden Eigentumswechsels für die
Berechnung der Eigentumsdauer auf die letzte steuerbegründende
Veräusserung abzustellen. Diesem Eigentumswechsel wird die
Überführung vom Geschäftsvermögen in das Privatvermögen
gleichgestellt. Als Erwerbszeitpunkt gilt somit grundsätzlich die letzte
steuerbegründende Veräusserung. Dieser Grundsatz gilt indes nicht,
wenn die Grundstücke – wie vorliegend – gemäss Art. 18 Abs. 3 aStG zum
Anlagewert überführt worden sind. Diesfalls wird die Überführung im Sinne
von Art. 53 Abs. 3 StG als Steueraufschub behandelt und es wird auf den
davorliegenden steuerbegründenden Erwerb in das Geschäftsvermögen
(25. September 1929) abgestellt (vgl. Steuerverwaltung Graubünden:
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Praxisfestlegung vom 11. Oktober 1999 zu Art. 53 StG, S. 2). Damit hat
der Gesetzgeber im Rahmen der Steuerbemessung eine ausdrückliche
Regelung vorgesehen, wonach bei einer Überführung des Grundstückes
vom Geschäftsvermögen in das Privatvermögen gemäss Art. 18 Abs. 3
aStG die Eigentumsdauer ab dem Zeitpunkt des Erwerbs massgebend ist.
Art. 50 StG enthält nun – im Gegensatz zu Art. 53 Abs. 3 StG – keine
analoge Regelung, wonach es bei der Geldwertveränderung bzw. der
Steuerberechnung zufolge einer privilegierten Überführung gemäss Art.
18 Abs. 3 aStG auf die Eigentumsdauer ab dem Erwerbszeitpunkt des
Grundstückes ankommt. Diese unterschiedlichen Regelungen sind darauf
zurückzuführen, dass die Steuerpflichtigen eine Begünstigung
dahingehend erfahren sollen, als der Steuerbetrag im Rahmen der
Steuerberechnung ermässigt wird, sofern das Grundstück über eine
längere Dauer im Eigentum gehalten wird und damit nicht zu
Spekulationszwecken erworben wurde (vgl. Art. 53 Abs. 1 StG).
Demgegenüber erhöht sich der Steuerbetrag für jeden Monat, um den die
Eigentumsdauer kürzer als zwei Jahre ist, um 2% (vgl. Art. 53 Abs. 2 StG;
vgl. PETER V. RECHENBERG/ANDREA V. RECHENBERG, a.a.O., N3 zu Art. 53
StG). Dieser in Art. 53 Abs. 2 StG enthaltene Spekulationszuschlag auf
kurzfristig erzielten Grundstückgewinnen soll die
Grundstückspekulationen bekämpfen. Eine Spekulationsabsicht ist aber
keineswegs Voraussetzung dafür, dass ein Zuschlag erhoben werden
darf. Aus welchen Gründen die Eigentumsdauer die zweijährige Frist
unterschreitet, ist somit unerheblich (vgl. PETER CHRISTEN, Die
Grundstückgewinnsteuer des Kantons Basel-Landschaft, Liestal 1998, S.
207 f., ERMO ZIMMERMANN in: Basellandschaftliche Steuerpraxis [BLStPr],
Bd. IV, S. 279 f.; FELIX RICHNER/WALTER FREI/STEFAN KAUFMANN,
Kommentar zum harmonisierten Züricher Steuergesetz, Zürich 1999, N. 7
zu § 225). Bei der Geldentwertung gemäss Art. 50 StG geht es im
Unterschied zu Art. 53 StG indes nicht um die Steuerberechnung, sondern
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um die Ermittlung des Steuerobjekts, also um die Bemessung der Steuer.
Das Objekt der Grundstückgewinnsteuer ist die Differenz zwischen
Veräusserungserlös und Anlagewert. Der Anlagewert entspricht dem im
Zeitpunkt der Überführung steuerlich massgebenden Buchwert zuzüglich
der bei der Überführung versteuerten Gewinne (vgl. Art. 48 Abs. 3 StG).
In diesem Zusammenhang greift Art. 50 StG als Teil der
Steuerberechnung ausschliesslich dahingehend, dass der im Zeitpunkt
der Überführung massgebende Anlagewert
(CHF 1'706'339.--) an die Geldentwertung angepasst wird; schliesslich
sollen gemäss dieser Bestimmung nominelle Gewinne, welche im
Zeitraum zwischen Überführung und Veräusserung entstanden sind,
ausgeschaltet werden. Daraus ergibt sich, dass im Rahmen von Art. 50
StG nicht von Relevanz sein kann, ob ein Grundstück zu
Spekulationszwecken erworben worden ist oder nicht. Vielmehr geht es
dabei ausschliesslich um die Berechnung des zwischen Überführung und
Veräusserung erzielten Wertzuwachses und zwar unter Ausklammerung
nomineller Gewinne. Vor diesem Hintergrund ist die Tatsache, dass Art.
50 StG – im Gegensatz zu Art. 53 Abs. 3 StG – keine ausdrückliche
(analoge) Regelung enthält, wonach bei der Überführung eines
Grundstückes vom Geschäftsvermögen in das Privatvermögen auf den
davorliegenden steuerbegründenden Erwerb in das Geschäftsvermögen
(25. September 1929) abgestellt wird, als qualifiziertes Schweigen zu
qualifizieren. Damit besteht kein Platz für Lückenfüllung und damit für eine
gemäss Art. 53 Abs. 3 StG analoge Regelung, wonach die
Geldwertveränderung bereits ab dem Erwerbszeitpunkt gewährt werden
müsste.
5.4. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin die
Geldwertveränderung gemäss Art. 50 StG zu Recht ab dem
Überführungszeitpunkt der Grundstücke Nrn. F._ und G._ vom
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Geschäftsvermögen in das Privatvermögen (1. Januar 1999) gewährt hat.
Auch hat sie im Rahmen der Steuerbemessung gemäss Art. 53 Abs. 3 StG
zu Recht auf den Erwerbszeitpunkt (25. September 1929) abgestellt, was
keinen Widerspruch zu Art. 50 StG darstellt; schliesslich spielt die Frage,
ob ein Grundstück zu Spekulationszwecken erworben worden ist oder
nicht, ausschliesslich im Rahmen der Bemessung der
Grundstückgewinnsteuer eine Rolle. Die im Urteil des Verwaltungsgerichts
A 06 20 vom 9. Juni 2006 enthaltene Rechtsprechung erweist sich damit
als falsch, weshalb sie zu ändern ist. Der Hauptantrag der
Beschwerdeführer erweist sich somit als unbegründet, weshalb er
abzuweisen ist.
5.5. Im Eventualantrag machen die Beschwerdeführer geltend, dass im Jahr
2006 die Überdachung der Terrasse erfolgt sei. Dabei handle es sich um
wertvermehrende Investitionen, welche sich gemäss
Schätzungseröffnung vom 31. Oktober 2013 auf insgesamt CHF 40'300.-
- belaufen haben und steuerlich in Abzug zu bringen seien. Die
Beschwerdegegnerin hat im Rahmen ihrer Vernehmlassungen vom 20.
Januar 2022 anerkannt, dass es sich bei der Überdachung der Terrasse
um wertvermehrende Investitionen handelt. Allerdings sei mangels
detaillierter Unterlagen nicht auf den Neuwert von CHF 40'300.--, sondern
auf den reduzierten Neuwert im Ausführungszeitpunkt (Jahr 2006) von
CHF 35'600.-- abzustellen. Damit hat die Beschwerdegegnerin den
Eventualantrag der Beschwerdeführer im Umfang von CHF 35'600.--
anerkannt. Zumindest in diesem Umfang sind die wertvermehrenden
Investition somit steuerlich in Abzug zu bringen. Ob ein
darüberhinausgehender Betrag bzw. sogar der Neuwert von
CHF 40'300.-- gemäss Schätzungseröffnung vom 31. Oktober 2013 in
Abzug gebracht werden kann, hat die Beschwerdegegnerin im Rahmen
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der Rückweisung der Angelegenheit zum Neuentscheid bzw.
Neuveranlagung zu prüfen.
6.1. Gemäss Art. 73 Abs. 1 VRG hat im Rechtsmittel- und im Klageverfahren
in der Regel die unterliegende Partei die Kosten zu tragen. Im Hauptantrag
beantragten die Beschwerdeführer, dass der Zuschlag für die
Geldentwertung von insgesamt CHF 85'317.-- auf CHF 1'390'089.-- zu
erhöhen sei. Dadurch hätte sich – sofern die Beschwerden in diesem
Punkt gutgeheissen worden wären – die Grundstückgewinnsteuer von
insgesamt CHF 177'624.60 (= 3 x CHF 59'208.20) auf CHF 0.00 reduziert.
Der Streitwert in Bezug auf den Hauptantrag belief sich somit auf
insgesamt CHF 177'624.60. Der Hauptantrag wurde vollumfänglich
abgewiesen. Damit haben die Beschwerdeführer im Umfang von
CHF 177'624.60 als unterliegend zu gelten. Vor diesem Hintergrund und
der Tatsache, dass die Beschwerdeführer im Rahmen ihres
Eventualantrags zumindest im Umfang von CHF 35'600.-- obsiegt haben,
rechtfertigt es sich, die Gerichtskosten von CHF 4'000.00 im Umfang von
9/10 den teilweise obsiegenden und solidarisch haftenden
Beschwerdeführern aufzuerlegen (vgl. Art. 72 Abs. 2 VRG).
6.2. Die Beschwerdeführer haben – wie bereits gesagt – zu 1/10 als obsiegend
zu gelten. Gestützt auf Art. 78 Abs. 1 VRG ist ihnen in diesem Umfang
eine reduzierte Parteientschädigung zuzusprechen. Die Vertreterin der
Beschwerdeführer hat trotz gerichtlicher Aufforderung vom 16. Februar
2022 keine Honorarnote eingereicht. Aus diesem Grund ist ihr Aufwand
nach richterlichem Ermessen festzulegen. Die Vertreterin reichte für jeden
Beschwerdeführer eine Beschwerde- sowie eine Replikschrift ein, wobei
die Rechtschriften identisch sind. Die Argumentation der
Beschwerdeführer in ihren Rechtschriften stützte sich ausschliesslich auf
die Begründung im Urteil des Verwaltungsgerichts A 06 20 vom 9. Juni
2006, welches sie wiedergegeben haben. Die Berechnungen in Bezug auf
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den von den Beschwerdeführern geltend gemachten Zuschlag der
Geldentwertung wurden im Übrigen bereits im Rahmen des
Einspracheverfahrens angestellt und konnten im vorliegenden Verfahren
übernommen werden. Diesbezüglich ist den Beschwerdeführern also kein
zusätzlicher Aufwand entstanden. Vor diesem Hintergrund und aufgrund
der Schwierigkeit des Falles erweist sich ein Aufwand von CHF 2'000.--
(inkl. MWST und Spesen) als angemessen. Angesichts der Tatsache,
dass die Beschwerdeführer zu 1/10 obsiegt haben, ist ihnen somit eine
reduzierte Parteientschädigung von CHF 200.-- (inkl. MWST und Spesen)
zuzusprechen.