Decision ID: e3063afb-74f8-4fff-80c8-e3093826d273
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1978,
schloss im Jahr 2002 eine Lehre als Mechapraktiker ab (Urk. 7/1/17) und
arbeitete zuletzt von November 2008 bis Mai
2009 als Betriebsmechaniker bei der
Y._
(Urk.
7/16/1).
Am 13
. August
2009
(Eingangsdatum)
meldete sich der Versi
cherte wegen Beschwerden infolge eines Treppensturzes bei der Sozialver
si
cherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 7/2).
Die IV-Stelle
nahm beruflich-erwerbliche und medizinische Abklä
rungen vor und teilte dem Versicherten am
9. Februar 2010
mit, dass zurzeit keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen angezeigt seien (Urk. 7/30). In der Folge veranlasste
die IV-Stelle bei Dr. med.
Z._, FMH
Innere Medi
zin und
FMH Rheumatologie
, ein Gutachten
(Expertise vom
24. Juni
2010, Urk. 7/33). Vom 5. Oktober bis zum 1. November 2010 weilte der Versicherte zur Rehabilitation in der A._ (Urk. 7/62). Vom 27. Januar bis zum 10. März 2011 folgte ein stationärer Aufenthalt in der B._ (Urk. 7/68). Am 26. Februar 2011 erstattete
Dr. med.
C._
,
FMH
Ps
ychiatrie und Psychotherapie
,
im Auftrag der IV-Stelle ein Gutachten
(
Urk. 7
/41
)
.
Mit Vorbescheid
vom 18. März 2011
stellte die IV-Stelle dem Versicherten die Abweisung seines Begehrens um beruf
liche Massnahmen und um eine Invalidenrente in Aussicht (Urk. 7/45), wogegen dieser am 27. April 2011 Einwand erhob (Urk. 7/49; vgl. auch Einwan
dergänzung vom 14. Juni 2011, Urk. 7/53). Vom 24. Mai bis zum 25. Juli 2011 wurde der Versicherte in der D._ stationär behandelt (Urk. 7/59). Am 21. Dezember 2011 gab Dr. C._ eine ergänzende Stellungnahme ab (Urk. 7/70
)
. Mit Verfü
gung vom 24. Februar 2012 verneinte die IV-Stelle einen Anspruch des Ver
sicherten auf Leistungen der Invalidenversicherung (Urk. 7/77
).
Die dagegen vom Versicherten am 22. März 2012 erhobene Beschwerde (Urk. 7/84) hiess das Sozialversicherungsgericht mit Urteil IV.2012.00341 vom 9. September 2013 (Urk. 7/92) in dem Sinne gut, dass es die angefochtene Verfügung vom 24. Februar 2012 aufhob und die Sache an die IV-Stelle zurückwies, damit diese, nach erfolgten zusätzlichen Abklärungen, über den Leistungsanspruch des Versicherten neu entscheide.
1.2
Vom 10. Dezember 2012 bis 28. März 2013 und vom 31. Oktober 2013 bis zum 25. Februar 2014 war der Versicherte in stationärer Behandlung in der D._ in E._ (Urk. 7/101 und Urk. 7/106/15-19).
Am 26. November 2014 erstattete die MEDAS F._ im Auftrag der IV-Stelle ein polydiszi
pli
nä
res Gutachten (Urk. 7/112; vgl. auch ergänzende Stellungnahme der MEDAS F._ vom 15. Januar 2015, Urk. 7/116). Vom 5. März bis zum 8. April 2015 war der Versicherte erneut in stationärer Behandlung in der D._ in E._ (Urk. 7/124). Mit Schreiben vom 26. März 2015
teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass
im Rahmen der Begutachtung durch die MEDAS F._ eine psychiatrische Erkrankung weder habe festgestellt noch aus
geschlossen werden können, weil er müde und „verladen“ zur Begutachtung erschienen sei. Aus medizinischer Sicht sei die im Gutachten dokumentierte Medikation überwiegend wahrscheinlich die Ursache für diese Benommen
heit. Der Versicherte werde deshalb aufgefordert, zusammen mit seinem behandelnden Psychiater die Medikation anzupassen. Bis zum 30. April 2015 habe er mitzuteilen, bei welchem Arzt oder welcher Ärztin er diese Mass
nahme durchführen werde (Urk. 7/120). Mit Schreiben vom 22. April 2015 teilte
Dr. med. G._, FMH Psychiatrie und Psychotherapie,
mit, dass der Versicherte bezüglich der verlangten Medikamentenumstellung in
seiner Behandlung stehe (Urk. 7/122). Am 21. Juli 2015 erklärte Dr.
G._
der IV-Stelle, dass die psychopharmakologische Therapie vorgabegemäss um die potentiell sedierende Medikation vermindert worden sei, so dass nun eine erneute gutachterliche Beurteilung möglich sei (Urk. 7/126). Daraufhin ver
an
lasste die IV-Stelle eine psychiatrische Begutachtung bei Dr. med. H._, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, leitender Arzt des I._ (Expertise vom 15. Januar 2016, Urk. 7/137). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Vorbescheid vom 7. April 2016, Urk. 7/140, und Einwand vom 26. Mai 2016, Urk. 7/149) wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren des Versicherten mit Verfügung vom 21. September 2016 (Urk. 2) ab.
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 10. Oktober 2016 Beschwerde und bean
tragte, in Aufhebung der angefochtenen Verfügung sei ihm rückwirkend ab dem 1. Februar 2010 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen und auszu
rich
ten. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen
Prozessführung und Rechtsvertretung (Urk. 1). Die Beschwerdegegnerin schl
oss
mit Beschwerdeantwort vom 14. November 2016 auf Abweisung der
Beschwerde (Urk. 6), was dem Beschwerdeführer am 15. November 2016 ang
e
zeigt wurde (Urk. 8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesge
setzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
ben
de ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungs
ge
mäss ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Leiden
mit Krankheitswert besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember
2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. Novem
ber 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundes
ge
richts 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und
Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbe
sehen
der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeits
fähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglich
enen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
1.3
1.3.1
Gemäss
der mit BGE 130 V 352 begründeten und seither stetig weiter ent
wickelten Rechtsprechung vermochten eine fachärztlich (psychiatrisch) diag
nostizierte somatoforme Schmerzstörung und vergleichbare psychosoma
ti
sche
Leiden (BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3) in der Regel keine lang dauernde, zu einer Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG führende Arbeitsunfähigkeit zu bewirken. Vielmehr bestand die Vermutung, dass solche Beschwerdebilder
oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sei
en und nur bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machten, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt (zur Entstehungs
ge
schichte dieser Praxis: BGE 135 V 201 E.
7.1.2;
Urteil des Bundesgerichtes 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 2.1
).
1.3.2
Mit BGE 141 V 281 hat das Bundesgericht die Überwindbarkeitsvermutung auf
gegeben und das bisherige Regel-/Ausnahme-Modell durch einen struk
tu
rierten normativen Prüfungsraster ersetzt. In dessen Rahmen wird im Regel
fall anhand von auf den funktionellen Schweregrad bezogenen Standardindi
katoren das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen ergebnisoffen und sym
metrisch beurteilt, indem gleichermassen den äusseren Belastungsfak
to
ren wie den vorhandenen Ressourcen Rechnung getragen wird (BGE 141 V 574 E. 4.2 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_534/2015 vom 1. März
2016 E. 2.2 mit Hinweisen). Die Anerkennung eines rentenbegrün
denden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswir
kungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind
(BGE 141 V 281 E. 6; BGE 141 V 547 E. 2; Urteil des Bundesgerichts 8C_28/2016 vom 15. April 2016 E. 3.2).
1.3.3
Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei Vorliegen einer anhaltenden soma
toformen Schmerzstörung oder eines damit vergleichbaren psychoso
matischen Leidens (BGE 141 V 281 E. 4.2) sind Indikatoren beachtlich, die das Bundesgericht wie folgt systematisiert hat
(
BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie „funktioneller Schweregrad"
-
Komplex „Gesundheitsschädigung"
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –resistenz
-
Komorbiditäten
-
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen)
-
Komplex „Sozialer Kontext"
-
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Lei
dens
druck
Diese
Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung leistungshin
dernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspo
ten
zia
len (Ressourcen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; Urteil des Bundes
ge
richts 9C_534/2015 vom 1. März 2016 E. 2.2.1).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommens
ver
gleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medi
zini
schen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Validen
einkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig
möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sic
h aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. all
ge
meine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.5
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind
.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.6
Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – das Ge
richt dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht folgt vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b mit Hinweisen; vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2 und 3.3).
1.7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter
suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begrün
det sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung damit, dass seit der Anmeldung des Beschwerdeführers vom 13. August 2009 diverse medi
zinische Abklärungen vorgenommen worden seien, zuletzt eine Begut
achtung im I._. Wie aus den
medizinischen Unterlagen bzw. der durchgeführten Untersuchung hervor
gehe
,
neige der Beschwerdeführer zur Aggravation. Er klage über starke Schmer
zen
. Diese würden jedoch in keinem Verhältnis zu den Gegenmassnahmen stehen, welche er in den letzten acht Jahren getroffen habe respektive zu treffen bereit gewesen sei. Die attestierte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit basiere primär auf seiner negativen Motivationslage, seiner starken Fixierung auf die Krankenrolle und seiner Dekonditionierung. Diese Faktoren würden aller
dings als IV-fremd gelten und könnten deshalb bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht berücksichtigt werden. Gesamthaft bestehe aus versi
che
rungsmedizinischer Sicht keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbei
ts
fähigkeit. Die geschilderten Einschränkungen seien nicht auf einen invalidi
sie
renden Gesundheitsschaden zurückzuführen. Es bestehe somit kein An
spruch
auf Leistungen der Invalidenversicherung (Urk. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber geltend, es sei durch die Akten belegt, dass er seit dem Jahre 2010 durchgehend unter einer chronifizierten, trotz intensivster Behandlung (durchgehende fachärztliche und medika
men
töse Behandlung, insgesamt fünf mehrwöchige stationäre Behandlungen)
thera
pieresistenten depressiven Störung schweren Grades leide. Er sei des
halb
in der angestammten wie auch in einer leidensangepassten Tätigkeit voll arbeitsunfähig. Es liege daher eine längere Zeit dauernde volle Erwerbsun
fähigkeit im Sinne von Art. 8 ATSG vor und es stehe ihm rückwirkend ab Februar 2010 eine ganze Rente zu (Urk. 1 S. 16).
3.
3.1
Das Sozialversicherungsgericht kam im Urteil vom 9. September 2013 (Urk. 7/92; vgl. Sachverhalt Ziff. 1.1) zum Schluss, dass auf die Beurteilung des Gutachters Dr. C._ nicht abgestellt werden könne. Das Gericht be
gründete dies damit, dass hinsichtlich der psychiatrischen Diagnose
stel
lung und der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit erhebliche Differenzen
zwischen den Beurteilungen des Gutachters Dr.
C._
und (insbe
son
d
ere) der behandelnden Psychiater bestünden. Während Dr. C._ in seiner Expertise vom 26. Februar 2011 (lediglich) einen Verdacht auf eine anhal
tende somatoforme Schmerzstörung diagnosti
ziert habe, welche ohne Ein
fluss auf die Arbeitsfähigkeit sei (Urk. 7/41/7-9), und an dieser Beurteilung in seiner Stellungnahme vom 21. Dezember 2011 festgehalten habe (Urk. 7/70/15), hätten die Ärzte der D._ die Diagnose einer seit Januar 2011 bestehenden schweren depressiven Episode mit Auswirkung auf die Arbeits
fä
higkeit gestellt (Urk. 7/59/1). Auch der behandelnde Psychiater Dr.
G._
habe die Diagnose einer schweren depressiven Episode erhoben. Seines Er
ach
tens sei die Ar
beits
fähigkeit des Beschwerdeführers in angestammter und angepasster Tä
tig
keit deshalb zumindest seit November 2010 aufgehoben gewesen (Urk. 7/87/10). Des Weiteren sei im Bericht der A._ (Urk. 7/62/1), im Bericht der B._ (Urk. 7/68/6) und im Bericht des J._ vom 16. September 2011 (Urk. 7/63/5) ebenfalls die Rede von einer schweren depressiven Episode bzw. einer depressiven Störung (E. 3.2.1).
Aufgrund des Fehlens jeglicher fachärztlich-psychiatrischer Vorakten und der Tatsache, dass sich der Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Begut
achtung durch Dr. C._ bereits seit dreieinhalb Wochen in stationärer Behand
lung bei der B._ befunden habe, erscheine es nicht nach
voll
ziehbar, dass Dr. C._ weder mit Dr. G._ noch mit den behan
deln
den Ärzten der B._ Kontakt aufgenommen und sich hinsichtlich der laufenden Behandlungen erkundigt habe. Sein Gut
achten sei somit insofern unvoll
ständig.
Mit seiner Stellungnahme vom 21. Dezember 2011 zu den Berichten der behan
delnden Ärzte habe Dr. C._ die vorhandenen Differenzen nicht hin
länglich ausräumen
können. So habe er unter anderem erklärt, dass eine psychopharmako
logi
sche
(antidepressive) Behandlung vom Beschwerdeführer abgelehnt würde, wes
wegen die von den Voruntersuchern attestierte depressive Störung letz
ten Endes nicht adäquat behandelt werde (
Urk. 7
/70/15). Im Bericht der
A._
vom 1
9. September 2011 sei
zwar noch die Rede davon, dass der Beschwerdeführer während seines
dortigen
Klinikaufenthaltes zwi
schen dem
5.
Oktober und dem
1.
November 2010 eine antidepressive Medi
ka
tion abgelehnt habe (
Urk. 7
/62/2). Im Bericht vom
2.
April 2012
habe
Dr. G._
allerdings
ausführlich dar
gelegt
, welche Antidepressiva der Beschwerdeführer seit Dez
ember 2010 einnehme (Urk. 7/87/10). Seine Auf
listung decke
sich dabei weitgehend mit den Angaben in den Berichten
der B._ (Urk. 7/70/7
), des
J._ (Urk. 7/60/7-10) und der D._ (Urk. 7/59/3
). Gemäss
Dr. G._ sei
die korrekte
Medikamenten-
Einnahme am 1
2.
Dezember 2011 zudem durch eine Blutspiegelbestimmung für Wellbutrin
300 mg und
für Trittico
300 mg
bestätigt worden (
Urk. 7/87/10
). Auch
Dr. C._ Vorwurf
, sämtliche
genannten Autoren (bzw. behandelnden Ärzte)
hätten die Tendenz, subjek
tive Beschwerden (Schmerzen) und die eigene Krankheitsüberzeugung des Beschwerdeführers als invalidisierende Faktoren bzw. depressive Symptome darzustellen
(Urk. 7/70/15)
,
vermöge
in dieser allge
meinen Form
nicht zu überzeugen
.
Wohl entstehe
der Eindruck, dass das
J._
, das dem Beschwerdeführer in der bisherigen und auch in einer angepassten Tätigkeit bereits seit dem 2
9.
Juni 2009 eine 100%ig
e Arbeits
unfähigkeit attestiere (Urk. 7/63/5)
und
dies
mitnichten
nach
vollziehbar be
gründet habe
, massgeblich
und unkritisch
auf die Angaben des Be
schwer
de
führers
selbst abgestellt habe.
Insbesondere die
Ärzte der
D._ und Dr. G._ hätten
die Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers
indessen in erster Linie mit der depressiven Symptomatik und nicht
mit der
(somatisch
nicht ausreichend
abstützbaren)
Schmerzproblematik begründet (Urk. 7/59 und Urk. 7/87/8-10; E. 3.2.2).
Was die übrigen fachärztlich-psychiatrischen Einschätzungen betreffend Ar
beits
fähigkeit anbelange, hätten sich die Ärzte der D._ im Wesentlichen nur zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers während des stationären Klini
k
auf
ent
halts geäussert. Ab wann ihm allenfalls wieder eine behinderungs
angepasste Tätigkeit zumutbar sei, könne nach dem derzeitigen Behand
lungsstand nicht beurteilt werden (Urk. 7/59/4). Dr. G._ habe seine Einschätzung, wonach der Be
schwer
deführer bereits seit Behandlungsbeginn im Juli 2010 zu 70 % bis 80 % arbeitsunfähig gewesen sei, nicht hinreichend begründet (E. 3.2.3).
3.2
Die bis zum Urteil IV.2012.00341 vom 9. September 2013 (Urk. 7/92) auf
liegenden Arztberichte und Gutachten wurden darin (E. 2), die seither zu den Akten genommenen Arztberichte im Gutachten der MEDAS F._ vom 26. November 2014 (Urk. 7/112/2-18) resp. im Gutachten von Dr. H._ vom 15. Januar 2016 (Urk. 7/137/5-7) zusammengefasst, weshalb sie vorlie
gend nicht noch einmal wiedergegeben werden. Soweit erforderlich, wird in den nachfolgenden Erwägungen jedoch darauf Bezug genommen.
3.3
3.3.1
Die Ärzte der MEDAS F._ hielten im Gutachten vom 26. November 2014 folgende Hauptdiagnosen
mit Einschränkung der zumutbaren Arbeits
fähigkeit
fest (Urk. 7/112/41):
(1)
Störungen durch Opioide, Abhängigkeitssyndrom, gegenwärtiger
Substanz
gebrauch, verursacht durch ärztlich verordnete Medikamente (ICD-10:
F11.24)
(2)
Müdigkeit, die auch durch verschiedene nicht abhängig machende
Medikamente, die der Versicherte ärztlich verordnet erhält, verursacht ist. Ich
kann aber die Diagnose eines schädlichen Gebrauches von nicht
abhängigkeitserzeugenden Substanzen nicht stellen, weil der Versicherte all
diese Medikamente ärztlich verordnet erhält und deshalb diesbezüglich nicht
von einem schädlichen Gebrauch gesprochen werden kann
.
(3)
ein chronifiziertes rechtsseitiges zervikospondylogenes und rechtsbetontes
lumb
ospondyloge
nes Schmerzsyndrom
-
Lendenwirbelsäulen- (LWS)-Distorsion/-Kontusion 7. März
2007 (Treppen
-
sturz)
-
Wirbelsäulenfehlstatik (thorakale Streckfehlhaltung, lumbosakrale Hyperlor
-
dose, leichte Skoliose)
-
Status nach
ausgeprägtem thorakolumbalem Morbus Scheuermann mit WK-
Keildeformierung und Kyphosierung L
endenwirbelkörper (L
WK
)
1/2
-
Osteochondrose L5/S1 mit begleitender Spondylarthrose und diskreter
Pseudospondylo
listhesis L5/S1 und L4/5
-
mehrsegmentale Diskusprotrusionen L1-S1 mit Kontakt zu den Nerven
-
wurzeln L4 und L5 links und leichter Deviation der Nervenwurzel L5 rechts
(MRI LWS 17. September 2012) bei kli
nisch fehlenden radikulären Reiz-
oder sensomotorischen Ausfallsymptomen
-
Symptomausweitungstendenz
-
Schmerzverarbeitungsstörung
Als
Nebendiagnosen ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
nannten die Ärzte der MEDAS F._ (Urk. 7/112/41):
(1)
eine Ellbogenkontusion links mit Eröffnung der Bursa olecrani am
7.
März
2007
(2)
aktenanamnestisch Coxa saltans (Erstdiagnose: April 2009)
(3)
anamnestisch Status nach arthroskopischer Teilmeniscektomie links (2010)
(4
)
eine Adipositas Grad I
(ICD-10: E 66.00)
(5
)
eine
grenzwertige Hypertriglyzeridämie (ICD-10: E78)
(6
)
Status nach Inguinalhernien-Operation beidseits vor Jahren
(7
)
ein chronischer Nikotinkons
um (ICD-10: Z
72)
Die Ärzte der MEDAS F._ erklärten, dass sich anlässlich der aktuel
len rheumatologischen Untersuchung keine radikulären Reiz-
oder sensomo
to
rischen Ausfalls
ymptome
gefunden hätten
. Die vom
Beschwerdeführer
ge
schilderten dive
rsen Sensibilitätsdefizite seien nicht Derma
tom be
zogen und
könnten
auch nicht dem Ausbreitungsgebie
t eines peripheren Nerven zuge
ordnet werden
. Es sei
von einer Symptomausweitung auszuge
h
en. Auch für die vom
Beschwerdeführer
demonstrierte Einschränkung der
Abduktion des rechten Arms habe
sich kein adäquates klinisches Korrelat
gefunden. Es hätten
Zeichen eines nicht organischen Krankheitsverhaltens
vorgelegen
.
Ins
gesamt habe
sich ein höchstens partiell objektivierbares organisches Korrelat für das
vom
Beschwerdeführer
geschilderte ausgedehnte musku
lo
skelettale Besch
werdebild subjektiv invalidisierenden Ausmasses gefunden (Urk. 7/112/32). Anhand der ihnen
zur Verfügung stehenden medizinischen Akten
lasse sich aus rheumatologischer Sicht höchstens
eine p
assagere Arbeitsunfähigkeit in
der früher ausgeübten Berufstätigkeit während einiger Woc
hen nach dem Treppensturz vom 7. März 2007
attestieren. Eine dauer
hafte Arbeitsunfähigkeit in den vom
Beschwerdeführer
in der Schweiz aus
geführten beruflichen Tätigkeiten
lasse sich
aus rheumato
logischer Sicht nicht begründen. Auch aus internistischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit in dieser Tätigkeit nicht eingeschränkt (Urk. 7/112/48).
Weiter führten die Ärzte der MEDAS F._ aus, dass der Beschwer
deführer bei der aktuellen Begutachtung sehr müde und „verladen“ gewirkt habe. Der psychopathologische Befund sei durch die Müdigkeit und das „Ver
ladensein“ beeinflusst gewesen. Daher sei es kaum möglich gewesen, festzustellen, ob er depressiv sei oder nicht. Psychotische Symptome hätten bei ihm aber nicht eruiert werden können, obwohl er solche angegeben habe. Um herauszufinden, ob der Beschwerdeführer die müde machenden Medi
kamente nur zur Untersuchung oder in den letzten Monaten regelmässig ein
genommen habe, sei auch eine Haaranalyse in Auftrag gegeben worden. Hier habe sich gezeigt, dass er die bestimmten Medikamente zumindest im Zeit
raum von ca. April bis September 2014 eingenommen habe (Urk. 7/112/43). Die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in der zuletzt ausgeübten Tätig
keit als Telekommunikationstechniker sei aus psychiatrischer Sicht zu 100 % eingeschränkt. Diese Einschränkung könne alleine durch die stark ausge
prägte Müdigkeit erklärt werden, aufgrund derer er sich kaum auf etwas konzentrieren könne. Die Arbeitsfähigkeit sei auch in allen anderen Tätig
keiten im ersten Arbeitsmarkt aus psychiatrischer Sicht zu 100 % einge
schränkt, und zwar aus den gleichen Gründen wie für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit. Diese Beurteilung gelte zumindest seit ca. April 2014 (Beginn der Messungen für die Haaranalyse; Urk. 7/112/48-49).
3.3.2
Med. pract. K._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, von der MEDAS F._ erklärte in der Stellungnahme vom 15. Januar 2015, er habe keine Hinweise dafür, dass die Arbeitsfähigkeit vor dem 14. Juni 2011 (erster Bericht des J._) aus psychiatrischer Sicht eingeschränkt gewesen sei. Seit dem 14. Juni 2011 sei sie aber in allen Tätigkeiten im ersten Arbeitsmarkt zu 100 % eingeschränkt. Die in den ver
schiedenen Be
richten
(von den behandelnden Ärzten)
gestellten Diagnos
en seien jeweils begründet worden und nachvollziehbar. Er könne nicht sagen
,
ob die aktuelle medi
kamentöse Behandlung adäquat sei. Dies, weil er nicht wisse
, ob der
Beschwerdeführer
wei
terhin eine Grunderkrankung habe und wenn ja, welche. Es sei
aus medizinischer Sicht nicht sinnvoll, vom
Be
schwer
deführer
einen E
ntzug der Medikamente zu verlangen. Die
Medika
mente
seien
all
e ärztlich verordnet worden
wegen der Grunderkrankung respektive den Grunderkrankungen,
die in den Berichten ab dem 14. Juni 2011 beschrieben worden seien
. Es könnte bei einem Entzug der Medika
mente möglich sein, dass dann eine auch weiterhin bestehende Gru
nder
kran
kung zum Vorschein komme. Dies könne aber auch dazu führen, dass sich der Gesundheits
zustand
des Beschwerdeführers noch weiter verschlechtere, was seines
Era
chtens ethisch nicht verantwortbar sei
.
Es sei
deshalb aus medizinischer Sicht nicht sinnvoll, vom
Beschwerdeführer die Durchführung einer Scha
denminderungspflicht und einen Entzu
g der Medikamente zu verlangen (Urk. 7/116/1-3).
3.4
Dr. H._ vom I._ stellte im Gutachten vom 15. Januar 2016 folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/137/28):
(1)
eine
c
hronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
(ICD-10: F45.41)
(2)
eine Angststörung und depressive Störung gemischt inkl. Hyperventilation
(
ICD-10:
F41.2)
(3)
eine akzentuierte Persönlichkeit mit emotional-instabilen, selbstunsicher-
vermeidenden sowie sensitiv-paranoischen Zügen (
ICD-10:
Z73.1)
(4)
ein abnormes Krankheitsverhalten mit Symptomausweitung und diversen
Phänomenen der dysfunktionalen Beschwerdebewältigung
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte Dr. H._ (Urk. 7/137/29):
(1)
eine ärztlich kontrollierte Analgetika-Abhängigkeit (mit Verdacht auf
analgetikainduzierten Schmerz; ICD-10: F19.22)
(2)
eine chronische Nikotinabhängigkeit (
ICD-10:
F17.25)
(3)
eine psyc
hogene Schlafumkehr (partiell; ICD-10:
F51.2)
(4)
eine Trichotillomanie (
ICD-10:
F63.3)
(5)
ein
e Adipositas I (BMI = 30.6 kg/m
2
)
Dr. H._ legte dar, dass beim Beschwerdeführer sicher nicht mit einer einzigen Diagnose auszukommen sei. Im Vordergrund stehe heute ein neu
rasthenisch anmutendes Beschwerdebild, welches eine allgemeine Mattheit mit diversen Merkmalen der Reizbarkeit verbinde. Im Vordergrund bezüglich Arbeitsfähigkeit stehe indessen klar eine Schmerzsymptomatik, welche den ursprünglichen Grund seiner Arbeitsuntätigkeit geliefert habe und welche
von den objektiven Befunden her nie wirklich habe begründet werden können
, was somit auf eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung im Sinne des ICD-10 verweise. Dies umso mehr, als auch erhebliche psychosoziale res
pek
tive sozioökonomische Belastungsfaktoren im Spiel seien, welche zusammen
mit den zwischenmenschlichen und innerseelischen Konflikten des Beschwer
deführers eine plausible Erklärung für das vorliegende Störungsbild liefern würden. Da hier eine somatische Grundlage aber nicht völlig fehle, komme die Sonderform der somatoformen Schmerzstörung, nämlich die chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren als Feindiagnose auch in Frage. Im Zuge einer Symptomausweitung seien beim Beschwerde
führer in der Folge diverse Störungsphänomene auf psychischer Ebene hin
zugekommen, vor allen Dingen ängstliche und depressiv anmutende Ele
mente (daneben auch diskrete zwanghafte = Anankasmen) sowie impulshafte wie die Trichotillomanie (Ausreissen der eigenen Haare).
Da die An
gstphä
nomene relativ diffus seien
und das Feld sei
ner Gesamtsymptomatik nicht ein
deutig beherrschen
würden
, wäre hier
die
dia
gnostische Klassifizierung als Angststörung und de
pressive Störung gemischt am besten am Platz, zumal auch die depressiven Phänomene hier nicht dem klassischen Verlauf einer „Major Depression" entsprechen
würden, sondern vielmehr seit ei
niger Zeit eine Begleitverstimmung für die psychosomatische und psychosoziale Problematik
des Beschwerdeführers bilden würden. Insbesondere könne
auch keine eindeutige Phasenstruktur im Sinne von depressiven Schübe
n
gefun
den w
erden, so dass der Begriff der depressiven Episode nicht optimal am Platz zu sein scheine. Es gelte
ein Stückweit als Ermessensfrage, ob man bei eine
r ausgeprägten somatoformen Stö
rung eine leichte bis mittelgradige
Begleitverstimmung tatsächlich separat diagnostizieren müsse; in diesem Fa
lle wäre er
geneigt, dies zu tun, zumal diese Angst- und Depressionsproblematik
eine gewisse Eigenständigkeit im Gesamtstörungsbild erlangt habe und offen
bar phasen
weise auch über einen mittleren Sch
weregrad etwas hinausgehen könne (Urk. 7/137/29-30).
Angesichts der hochgradig negativen Entwicklung seit 2007 stelle sich natürlich die Frage, inwieweit dieser progrediente Störungsverlauf durch all
fällige abnorme Persönlichkeitszüge im Sinne von Vulnerabilitätsfaktoren mitgeprägt sein könnte. Im Rahmen der Suche nach Anhaltspunkten für das Vorliegen einer akzentuierten Persönlichkeit seien hier vor allem emotional-instabile Züge zu nennen, welche zu überschiessenden emotionalen und psy
chovegetativen Reaktionen auf relativ alltägliche Belastungen prädisponie
ren würden. Sodann sei ein selbstunsicher-vermeidendes Wesen auszu
mache
n, das beim Beschwerdeführer defensive und regressive Reaktionen auf Lebensprob
leme begünstige. Drittens seien noch sensitiv-paranoische Tendenzen da, welche leicht dazu führen würden, dass sich der Beschwerdeführer in sub
jektiver Bedrängnis sehr schnell von seiner sozialen Mitwelt bedroht fühle und dabei sogar paranoide Verhaltensmuster für seine Problematik zeige. Von daher könnte die Grundpersönlichkeit des Beschwerdeführers als diskret akzentuierte Persönlichkeit mit emotional-instabilen, selbstunsicher-vermei
denden und sensitiv-paranoischen Zügen beschrieben werden. Von Anfang an sei aufgefallen, dass der Beschwerdeführer aufgrund seines Schmerzer
lebens eine starke Tendenz gezeigt habe, in eine Schonhaltung zu verfallen und den Leistungsbereich zu meiden. Diese Vermeidungstendenzen hätten sich in einen sozialen Rückzug fortgesetzt, indem er sich offensichtlich nur sehr wenig Initiative und Aktivität zugetraut habe und er stattdessen die Unterstützung von Familie und System beansprucht habe. Es sei jedoch auch eine Symptomausweitung, insbesondere auf die psychische Ebene, festzu
stellen, indem es im Zuge der rehabilitativen Auseinandersetzungen immer mehr zur Entwicklung einer psychischen Symptomatik gekommen sei (pri
mär Ängstlichkeit und Depressivität), was ein Stückweit in seiner Situation auch normalpsychologisch verständlich sei (Verstärkerverlust, Statusverlust, sozialer Abstieg, Schuldgefühle gegenüber Familie). Dann hätten sich die Ängste des Beschwerdeführers jedoch entsprechend den paranoiden Persön
lichkeitsanteilen zu eigentlichen Beobachtungsideen mit ständiger Feindge
wärtigung und letztlich sogar zum Stimmenhören verdichtet, was frühere Untersucher bewogen habe, von schweren depressiven Episoden mit psycho
tischen Symptomen respektive schizoaffektiver Störung zu sprechen. Be
kann
ter
massen könnten Isolation und Rückzug solche Entwicklungen begüns
ti
gen. Für eine Störung aus dem endogenen Formenkreis habe sich aufgrund seiner Abklärung jedoch kein Hinweis ergeben. Das Hören von Stimmen sei kein pathognomonischer Hinweis auf das Vorliegen einer Psychose, zumal es selbst bei Schizophrenen nur bei ca. 70 % der Erkrankten vorkomme. Somit liege hier phänomenologisch gesprochen ein abnormes Krankheitsverhalten mit ausgeprägter Symptomausweitung und diversen Phänomenen der dys
funk
tionalen Beschwerdebewältigung vor (Urk. 7/137/30-33). Unter letzteren seien Verarbeitungspsychismen im Krankheitsprozess zu verstehen, welche per se keinen eigenen Krankheitswert hätten, aber gleichwohl massive Er
schwernisse im Kontext der Rehabilitation bilden könnten. Im Fall des
Beschwerdeführers würden folgende Phänomene festgehalten, welche zu eine
m maladaptiven Krankheitsverhalten beitrügen: Aggravation, Symptom
ausweitung, Selbstlimitierung, final ausgerichtete Entschädigungshaltung, Per
sönlichkeitsregression, Kinesiophobie, Dekonditionierung, übertriebenes resp. fixiertes Schonverhalten, Verharren in der Krankheitsrolle, muskuläre Insuffizienz, subjektive Leistungsinsuffizienz, katastrophisierender Wahrneh
mungs
stil, hypochondrische Verarbeitungstendenz, mangelhafte Leistungs
moti
vation, Beschwerdenfixierung und zementiertes Rollenverständnis als Invalider. Im Weiteren bestehe auch heute noch eine gewisse sekundäre, iatrogene respektive ärztlich kontrollierte Analgetika-Abhängigkeit mit der täglichen Einnahme von drei Schmerzmitteln, von denen zumindest eines zu den stärkeren Opioiden gehöre. Es sei mittlerweile bekannt geworden, dass eine durchgehende Abgabe von Analgetika letztlich die Schmerzempfind
lich
keit erhöhen könne, weil dadurch die zentralen Schmerzunter
drückungs
mechanismen geschwächt würden (Urk. 7/137/33-34).
Ferner führte Dr. H._ aus, dass – mit Blick auf das Urteil des Bundes
gerichts 9C_492/2014 vom 3. Juni 2015 (=
BGE 141 V 281)
– der Ausprä
gungs
grad des eigentlichen Gesundheitsschadens relativ bescheiden zu veranschlagen sei. Der Behandlungs- und Eingliederungserfolg seien gering, was sich aber zu einem guten Teil mit dem abnormen Krankheitsverhalten des Beschwerdeführers erklären lasse. Die Komorbiditäten seien nicht über
mässig ausgeprägt. Eine Persönlichkeitsstörung im voll ausgeprägten Sinne gemäss ICD-10 habe beim Beschwerdeführer nicht eruiert werden können. Die persönlichen Ressourcen könnten im Quervergleich nicht als schlecht be
zeichnet werden (Körperbau, Intelligenz, Vorbildung). Die externen Ressour
cen (das heisse die Unterstützung durch das Umfeld) seien intakt, wobei der Beschwerdeführer allerdings wenig im Sinne der Eigeninitiative bestärkt werde.
Fass
e
man alle erhobenen Befunde im Sinne einer generellen Kon
si
stenzprüfung zusammen, so müsse
f
estgestellt werden, dass der Beschwer
de
führer
aufgrund seiner Persönlichkeitsregression mit dem abnormen Krank
heitsverhalten ein ausgesprochen tief
es Aktivitätsniveau erreicht habe. Dabei mache
er einen sehr starken Leidensdruck geltend, welcher aller
dings in keinem Verhältnis
zu den Gegenmassnahmen
stehe, die er dafür in den letzten acht Jahren getroffen habe
resp. zu
treffen bereit sei
, zumal hier die Eigeninitiative bezüglich Rehabilitation nah
e bei null liege und
sogar
eher
ein gewisser psych
ogener Widerstand zu spüren sei (Urk. 7/137/40-42).
Dr. H._ kam zum Schluss, dass die effektive Arbeitsfähigkeit für die selb
ständige und anforderungsreiche Tätigkeit als Kabel-TV-Monteur angesichts der Dekonditionierung, der negativen Motivationslage, der Persönlichkeits
regression und der starken Fixierung auf die Krankenrolle im Falle eines konkreten Arbeitsversuches wohl unter 50 % bliebe. In einer optimal ange
passten Tätigkeit wäre – rein medizinisch-theoretisch gesprochen – indessen von einer höheren zumutbaren Arbeitsfähigkeit auszugehen, da hier weniger zu erwarten wäre, dass bereits schon die subjektive Überforderung die Bereit
schaftshaltung und das Leistungspotenzial zusätzlich beeinträchtigen würde. Hier wäre von einer zumutbaren Arbeitsfähigkeit von ca. 70 % zu sprechen. Mit Blick auf die früheren Berichte scheine sich das Zustandsbild des Be
schwerdeführers bis 2009/2010 durch Hinzutreten psychischer Störungsphä
nomene noch verschlechtert zu haben; dann scheine
eine gewisse Stabili
sierung seiner psychophysischen Verfassung eingetreten
zu sein. Eine leichte Verbesse
rung
des
Leistungspotenzials könnte allenfalls noch durch den letzten Klinikaufenthalt in
E._
vom Frühjahr 2015 eingetreten sein, als eine Opti
mierung der Medikation vorge
nommen
worden sei.
Zumindest könn
ten Medikamentennebenwirkungen heute nicht mehr als wesentlich
limitierende Faktoren für seine Wiedereingliederung betrachte
t werden. Von daher gebe es
keinen Grund, für die letzten 5 Jahre - trotz gewisser Fluk
tuationen - eine wesentlich andere Situation bezüglich seiner zumutbaren Arbeitsfähigkeit anzunehmen, als
sie heute gegeben sei.
100%ige
Arbeits
unfähigkeiten seien
nur für die Phasen der stat
ionären Behandlungen anzu
nehmen (Urk. 7/137/42-46).
4.
4.1
Was
die Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers aus somatischer Sicht betrifft, gaben die Ärzte der MEDAS F._ im Gutachten vom 26. November 2014 im Wesentlichen an, dass sich in der früher ausgeübten
Tätigkeit als Telekommunikationstechniker nach dem Treppensturz vom 7.
März 2007 - der Beschwerdeführer erlitt damals eine LWS-Distorsion/-Kontusion – höchstens eine passagere Arbeitsunfähigkeit während einiger Wochen attestieren lasse.
Eine
dauerhafte Arbeitsunfähigkeit in den vom
Beschwerdeführer
in der Schweiz ausgeführten beruflichen Tätigkeiten
lasse sich (aufgrund des festgestellten chronifizierten rechtsseitigen zerviko
spon
dylogenen und rechtsbetonten lumbospondylogenen Schmerzsyndroms)
aus rheumato
logischer Sicht nicht begründen (Urk. 7/112/48).
4.2
Diese Beurteilung ist grundsätzlich unumstritten (vgl. Urk. 1 S. 16) und nach
vollziehbar, weshalb darauf abgestellt werden kann. Es ist demnach festzuhalten, dass aus somatischer Sicht - nach wie vor - keine relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vorliegt.
5.
5.1
5.1.1
Das psychiatrische Gutachten von Dr.
H._
vom 15. Januar 2016 (Urk. 7/137
) basiert auf einer fachärztlichen Untersuchung, wurde in Kennt
nis der Vorakten abgegeben, berücksichtigt
die geklagten
Beschwerden und setzt
sich mit diesen sowie dem Verhalten de
s Beschwerdeführers ausein
ander.
5.1.2
Es trifft zu, dass sich
Dr.
H._
zu den in den Vorberichten vorgenommenen Beurteilungen und den darin gestellten Diagnosen nicht im Einzelnen ge
äussert hat. Dr. H._ hat d
ie sich aus den Vorberichten ergebende Ent
wicklung des psychischen Leidens
aber durchaus kommentiert und die medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtend dargelegt. Was die von Dr. H._ beim Beschwerdeführer ausgemachten Phänomene der dys
funktionalen Beschwerdenbewältigung resp. Verarbeitungspychismen im Krankheitsprozess (Urk. 7/137/33) betrifft, so ist dem Beschwerdeführer zwar darin beizupflichten, dass in den Vorberichten nicht von einer Aggravation die Rede ist. Dass beim Beschwerdeführer eine Motivationslosigkeit besteht resp. es bei ihm (bei gezeigter Problem- und Krankheitseinsicht sowie Behandlungsbereitschaft) an einer Änderungsmotivation fehlt, wurde aber auch von den Ärzten der D._ festgestellt (vgl. Berichte der D._ vom 3. August 2011, Urk. 7/59/3, und vom 27. April 2015, Urk. 7/124/2). Auf das Vorliegen eines maladaptiven Krankheitsverhaltens im Sinne eines Schon
verhaltens war sodann bereits im Bericht des J._ vom 14. Juni 2011 betreffend die dortige tagesklinische Be
handlung des Beschwerdeführers vom 16. März bis 13. Mai 2011 (Urk. 7/60/9
) hingewiesen worden. Auch im Bericht der D._ an die Beschwerdegegnerin vom 8. Mai 2014 wurde angegeben, dass sich aufgrund der vom Beschwer
deführer erlebten starken Schmerzen ein Vermeidungsverhalten etabliert habe (Urk. 7/101/4). Im Weiteren hat Dr. H._ – entgegen den Angaben des Beschwerdeführers (Urk. 1 S. 12) - nicht behauptet, es existiere keine psychopharmakologische Behandlung „wegen“ fehlender Motivation und
mala
daptiven Krankheitsverhaltens. Vielmehr hat er bemerkt, dass leider keine
psychopharmakologische Behandlung „gegen“ fehlende Motivation und mala
daptives Krankheitsverhalten existiere (Urk. 7/137/44). Nicht gefolgt werden kann dem Beschwerdeführer schliesslich auch darin, dass die Angaben von Dr. H._ zum Einfluss psychosozialer Belastungsfaktoren auf das psychi
sche Zustandsbild nicht belegt und diffus seien (Urk. 1 S. 12): In den Vor
berichten finden sich zahlreiche Hinweise darauf, dass psychosoziale Belas
tungsfaktoren (Stellenverlust, daraus resultierende
Schamgefühle
gegenüber der Familie und gegenüber dem Freundeskreis sowie finanzielle Abhängigkeit von den Elter
n
resp. seit 2011 vom Sozialamt, Schulden) massgeblich zur Entstehung des psychischen Beschwerdebildes beigetragen haben und dessen Verlauf mitbestimmten (vgl.
Bericht der
A._ vom
19. September 2011, Urk. 7/62/1; Bericht des
J._
vom 14. Juni 2011, Urk.
7/60/8
;
Austrittsbericht der
E._
vom 10. März 2014
, Urk. 7
/106/6).
Dr. H._ seinerseits hat – die Angaben in den besagten Vorberichten aufgreifend – folgerichtig konstatiert, es hätten von Anfang an Vermeidungstendenzen bestanden, welche sich in einem sozialen Rückzug fortgesetzt hätten, und es sei insbesondere auf der psy
chischen Ebene zu einer Symptomausweitung (primär Ängstlichkeit und Depressivität) gekommen, was ein Stückweit in seiner Situation normal
psy
chologisch auch verständlich sei (Verstärkerverlust, Statusverlust, sozialer Abstieg, Schuldgefühle gegenüber der Familie [Urk. 7/137/32]; vgl. auch Urk. 7/137/10-11 [prekäre Wohnverhältnisse, Privatschulden von über Fr. 50‘000.--, Schulden gegenüber dem Sozialamt von Fr. 160‘000.--]).
5.1.3
Die von Dr. H._ – schlüssig hergeleitete – Diagnose einer chronischen Schmerz
störung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
ist aufgrund der Angaben in den Vorberichten (vgl. Urk. 7/102/5, Urk.
7/102/15,
Urk. 7/101/1, Urk. 7/106/5 und Urk. 7/124/1; vgl. auch Urk. 7/62/2, Urk. 7/60/6, Urk. 7/98/1) nicht in Frage zu stellen. Sodann hat Dr. H._ nachvollziehbar dargelegt, dass beim Beschwerdeführer weder eine Persönlichkeitsstörung noch eine schizoaffektive Störung vorliege, je
doch eine akzentuierte Persönlichkeit mit emotional-instabilen, selbstun
sicher-vermeidenden sowie sensitiv-paranoischen Zügen (ICD-10 Z73.1) ge
geben sei. Für den Zeitpunkt der Begutachtung (24. November 2015) ein
zuleuchten vermag mit Blick auf die von Dr. H._ erhobenen Befunde (Urk. 7/137/21-22) auch die Diagnose „Angst und depressive Störung gemischt“ (ICD-10 F41.2; zu den Diagnosekriterien
vgl. Dilling/Mombour/
Schmidt, Internationale Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinie
n, 9. Auflage, Bern 2014, S. 199). Nicht in Frage zu stellen ist schliesslich auch seine Feststellung, wonach die Medi
kamentennebenwirkungen im Zeitpunkt der Begutachtung nicht mehr als wesentliche limitierende Faktoren für eine Wiedereingliederung betrachtet werden könnten (Urk. 7/137/46; vgl. Urk. 7/126/2).
5.1.4
Dr. H._ kam zusammengefasst zum Schluss, dass die effektive Arbeits
fähigkeit für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Kabel-TV-Monteur (aktuell) wohl unter 50 % bliebe. In einer optimal angepassten Tätigkeit wäre – rein medizinisch-theoretisch gesprochen – von einer zumutbaren Arbeitsfähigkeit von ca. 70 % zu sprechen (Urk. 7/137/42-46).
5.2
Zu dieser Beurteilung ist zu bemerken, dass sich im Rahmen der freien Be
weiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG) die Verwaltung - und im Streitfall das Gericht - weder über die (den beweisrechtlichen Anforderungen genügenden) medizinischen Tatsachenfeststellungen hinwegsetzen noch sich die ärztlichen Einschätzungen und Schlussfolgerungen zur (Rest-) Arbeitsfähigkeit unbe
sehen ihrer konkreten sozialversicherungsrechtlichen Relevanz und Trag
weite
zu eigen machen darf. Die medizinischen Fachpersonen und die Organe der Rechtsanwendung prüfen die Arbeitsfähigkeit je aus ihrer Sicht (BGE 141 V
281 E. 5.2.1; BGE 140 V 193 E. 3; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_342/2015
vom 10. November
2015 E. 1.2). Aus rechtlicher Sicht kann von einer medi
zinischen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit abgewichen werden, ohne dass sie ihren Beweiswert verliert (vgl. statt vieler: BGE 142 V 342 E. 6.1 mit Hinweisen). Die rechtsanwendenden Behörden haben mit besonderer Sorgfalt zu prüfen, ob die ärztliche Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit auch inva
liditätsfremde Gesichtspunkte (insbesondere psychosoziale und soziokultu
relle Belastungsfaktoren) mitberücksichtigt, die vom invaliditätsrechtlichen Standpunkt aus unbeachtlich sind (vgl. BGE 140 V 1
93 und BGE 130 V 352 E. 2.2.5).
5.3
5.3.1
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts setzt der Nachweis der Inva
lidität eine gesundheitlich bedingte erhebliche und evidente, dauerhafte und objektivierbare Beeinträchtigung voraus. Dieser Massstab gilt für sämtliche Leiden gleichermassen (BGE 139 V 547 E. 9.4).
5.3.2
Die Diagnosen aus der Z-Kategorie (Kapitel XXI) des ICD-10 Systems sind für Fälle vorgesehen, in denen Sachverhalte als "Diagnosen" oder "Probleme" an
gegeben sind, die nicht als Krankheit, Verletzung oder äussere Ursache unter den Kategorien A00-Y89 klassifizierbar sind. Diese Belastungen fallen als solche nicht unter den Begriff des rechtserheblichen Gesundheitsschadens (Urteil des Bundesgerichtes 9C_894/2015 vom 25. April 2016 E. 5.1 mit Hin
weis auf 9C_537/2011 vom 28. Juni 2012 E. 3.1 mit weiteren Hinweisen).
Die Diagnose „Angst und Depression gemischt“
ist
gemäss der Recht
spre
chung des Bundesgerichts im Lichte der offiziellen ICD-klassifikatorischen Umschreibung ganz allgemein im Grenzbereich dessen zu situieren, was über
haupt noch als krankheitswertig im Sinne des Gesetzes und potentiell invalidisierendes Leiden gelten kann (Urteil des Bundesgerichts 8C_55/2014 vom 27. Februar 2014 E. 4.3 mit Hinweisen).
Die Rentenrelevanz einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung oder eines damit vergleichbaren psychosomatischen Leidens – wie einer chroni
schen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren - beurteilt sich nach der Rechtsprechung gemäss BGE 141 V 281 (vgl. E. 1.3). Solche Leiden gelten
-
auch nach der
mit diesem Leitentscheid vorgenommenen Rechtsprechungsänderung
- nur als invalidisierend, wenn sie schwer und therapeutisch nicht (mehr) angeh
bar sind
,
was namentlich bei noch nicht lange chronifizierten Krank
heitsgeschehen voraussetzt, dass keine thera
-
peutische Option mehr und somit eine Behandlungsresistenz besteht
(BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2; vgl. Urteile des
Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5 und 9C_125
/2015 vom 18. November 2015 E. 7.2.1).
B
ei leichten bis mittelschweren depressiven Störungen fehlt es – solange sie therapeutisch angehbar sind – nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes an der vorausgesetzten Schwere, seien sie im Auftreten rezidivierend oder episodisch. Sie vermögen in der Regel invalidenversicherungsrechtlich zu keiner Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu führen (Urteile des Bundes
ge
richts 8C_813/2016 vom 10. März 2017 E. 4 und 8C_14/2017 vom 15. März 2017 E. 4.4). Dies gilt unabhängig davon
, ob die
Auswirkungen einer (leichten bis mittelgradigen) depressiven Störung
auf das Leistungsvermögen im Kontext eines eigenständigen Beschwerdebildes oder einer psychischen Begleiterkrankung (Komorbidität) zu beurteilen sind
(vgl. Urteil des Bundes
gerichtes 9C_539/2015 vom 21. März 2016 E. 5).
B
eim Vorliegen einer
(dauerhaften)
schweren depressiven Störung
kann demgegenüber
bereits wäh
rend der Behandlung ein - allenfalls befristet
er - Rentenanspruch ent
stehen
, wenn sich die versicherte Person einer konsequenten Therapie unter
zieht
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_650/2016 vom 9. März 2017 E. 5)
.
Eine Therapie ist als konsequent zu erachten, wenn die aus fachärztlicher Sicht indizierten zumutbaren (ambulanten und stationären) Behandlungs
mög
lichkeiten in kooperativer Weise optimal und nachhaltig ausgeschöpft worden sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_14/2017 vom 15. März 2017 E. 4.2 mit Hinweis auf BGE 140 V 193 E. 3.3).
5.4
5.4.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich, ausgehend von den Feststellungen im Gut
achten von Dr. H._ vom 15. Januar 2016 (Urk. 7/137), auf den Standpunkt, dass die vom Beschwerdeführer geschilderten Einschränkungen nicht auf einen invalidisierenden Gesundheitsschaden zurückzuführen seien (Urk. 2).
5.4.2
Soweit die Beschwerdegegnerin aus der Beurteilung von Dr. H._ schloss,
es liege ein Ausschlussgrund (vgl. E. 1.3.2) vor, kann ihr nicht gefolgt werden
. Dr. H._ machte keine eindeutige Aggravationsproblematik, sondern nur gewisse Diskrepanzen und Inkonsistenzen im vom Beschwerdeführer gezeig
ten Störungsbild aus (Urk. 7/137/37-38). Damit hat die Beschwerdegegnerin zu Unrecht von einer Indikatorenprüfung abgesehen. Im Rahmen dieser Prü
fung sind die besagten, von Dr. H._ ausdrücklich als nicht krankheits
wertig bezeichneten
Phänomene der dysfunktionalen Beschwerdenbewäl
tigung resp. Verarbeitungspychismen im Krankheitsprozess (Urk. 7/137/33)
jedoch durchaus zu berücksichtigen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_154/2016 vom 19. Oktober 2016 E. 4.4).
5.4.3
Mit Blick auf die nachvollziehbaren Feststellungen von Dr. H._ zu den Indikatoren (Urk. 7/137/40-42) ist der von ihm gestellten Diagnose einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren im Zeitpunkt der Begutachtung (November 2015) ein massgeblicher Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
nicht gänzlich abzusprechen
.
Dies insbesondere auch deshalb, weil der geringe Eingliederungserfolg der seit Juli 2010 durchgeführten ambulanten und mehreren stationären psychiatrischen Behandlungen laut Dr. H._ nur teilweise mit dem maladaptiven Krank
heitsverhalten zu erklären ist und das Aktivitätsniveau des Beschwerde
füh
rers in sämtlichen Lebensbereichen sehr tief erscheint.
Angesichts des gemäss Beurteilung von Dr. H._
relativ bescheidenen Aus
prägungsgrades der Schmerzstörung, des auch mit dem Schonverhalten und der mangelhaften Leistungsmotivation zu erklärenden geringen Einglie
de
rungserfolgs, der die Arbeitsfähigkeit nicht beeinträchtigenden somatischen und der (im Zeitpunkt der Begutachtung) nicht ausgeprägten psychischen Komorbidität, der nicht krankheitswertigen Persönlichkeitsstruktur, der von Dr. H._ beschriebenen Ressourcen (intaktes familiäres Umfeld, welches den Beschwerdeführer laut Dr. H._ allerdings
wenig im Sinne der Eigen
initiative bestärkt, sondern
ihn
in einem passiven, konsumistischen Zustand
hält [Urk. 7/137/42])
und psychosozialen Belastungsfaktoren (vgl. E. 5.1.2) sowie
der von ihm aufgeführten Inkonsistenzen (Urk. 7/137/37-38 und Urk. 7/137/42 [
Missverhältnis zwischen dem vom Beschwerdeführer geltend gemachten sehr starken Leidensdruck und den getroffenen Gegenmass
nah
men]) – erwähnenswert erscheint in diesem Zusammenhang auch, dass
der Be
schwerdeführer im Sommer 2015 Vater wurde, er offenbar
nachmittags regelmässig eine kleine Kaffeebar in der Nachbarschaft aufsucht und zuweilen auch noch die Strecke Winterthur-Zürich mit dem Auto fährt (Urk. 7/137/10-11 und Urk. 7/137/15) – vermag die chronische Schmerz
störung im Zeitpunkt der Begutachtung aber keine höhere als die von Dr. H._ attestierte Arbeitsunfähigkeit von 50 % in bisheriger und 30 % in angepasster Tätigkeit zu begründen. Vielmehr ist diese Einschätzung im Rahmen der gebotenen Gesamtbetrachtung nicht zu beanstanden, wobei sie aber eher grosszügig erscheint.
5.4.4
Die Diagnose „Angst und Depression gemischt“ vermag nach dem Gesagten (vgl. E. 5.3.2) für sich betrachtet fraglos keine höhere (als die von Dr. H._ attestierte) Arbeitsunfähigkeit zu bewirken.
5.4.5
Demnach ist für den Zeitpunkt der Begutachtung gestützt auf das insoweit überzeugende Gutachten von Dr. H._ von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in bisheriger und einer 70%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit (vgl. das von Dr. H._ beschriebene Zumutbarkeitsprofil, Urk. 7/137/43) auszugehen.
5.5
5.5.1
Der Beurteilung von Dr. H._, wonach für die letzten fünf Jahre (also seit November 2010) – trotz gewisser Fluktuationen – keine wesentlich andere Situation bezüglich der zumutbaren Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers anzunehmen sei, kann aufgrund der nachfolgenden Erwägungen nicht voll
umfänglich beigepflichtet werden.
5.5.2
Im Bericht der A._ vom 19. September 2011 be
treffend den dortigen Aufenthalt des Beschwerdeführers vom 5. Oktober bis 1. November 2010 wurde erstmals eine psychiatrische Diagnose ([reaktive])
mittelgradige depressive Episode) gestellt (Urk. 7/62; vgl. auch Urk. 7/87/8-9
).
Im Bericht der
B._
vom 15. November 2011 (stationärer Auf
enthalt vom 27. Januar bis 10. März 2011) wurde zwar - erstmals – eine schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F32.2) dia
g
nostiziert. Das Vorliegen einer schweren depressiven Symptomatik erscheint aufgrund der
von den Ärzten der
B._
bei Eintritt erhobenen Befunde (
Urk. 7/68/7) jedoch nicht nachvollziehbar (
zu den Diagnosekriterien einer schweren depressiven Epis
ode gemäss ICD-10 32.2
vgl. Dilling/Mom
bour/
Schmidt, Internationale Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10
Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien, 9. Auflage, Bern 2014,
S.
169
ff.).
Ausserdem haben sie die von ihnen attestierte Arbeitsunfähigkeit nicht mit der depressiven, sondern mit der Schmerzsymptomatik begründet (Urk. 7/68/7-8).
Die im Bericht des
J._
an die
B._
vom 14. Juni 2011 (betreffend die tagesklinische Be
hand
lung vom 16. März bis 13. Mai 2011) – wiederum – gestellte Diagnose einer schweren depressiven Episode (ohne psychotische Sympto
me [ICD-10 F32.2]) ist hingegen aufgrund
der darin gemachten Angaben zum Eintritts
befund (Urk. 7/
60/8) nicht in Frage zu stellen.
Laut dem genannten Bericht konnte die Depression im Rahmen der tagesklinischen Behandlung zwar leicht reduziert werden (Urk. 7/60/9)
. Offenbar kam es aber kurz danach
zu einer Exazerbation der depr
essiven Symptomatik, weshalb der Beschwerde
führer
von Dr.
G._
am 24. Mai 2011 in die Klinik für Affektive Erkran
kungen und Allgemeinpsychiatrie ZH Ost der
D._
eingewiesen wurde, wo er sich in der Folge bis zum 25. Juli 2011 aufhielt. Die Ärzte der
D._
diag
nos
tizierten im betreffenden Bericht vom 3. August 2011
(Urk. 7/59)
wiederum
eine schwere depressive Episode (ohne psychotische Symptome [ICD-10 F 32.2]), was aufgrund des Eintrittsbefundes ebenfalls nachvollziehbar er
scheint
. Bei Austritt am 25. Juli 2011 war laut dem besagten Bericht der
D._
das Zustandsbild im Wesentlichen unverändert
,
wobei anzumerken ist, dass der Austritt
aus dieser Klinik
offenbar gegen den ärztlichen Rat vor Ab
schluss der geplante
n medikamentösen Einstellung erfolgte
.
Anschliessend
dauerte laut Dr.
G._
das schwere depressive Zustandsbild an (Urk. 7/87
/8)
. Dabei fand laut Dr. G._
seit Oktober resp. November 2011
nunmehr auch
eine
regelmässige
Medikation mit zwei wirkstarken Anti
depressiva statt (Wellbutrin und Trittico, je 300 mg
[
Urk. 7/87/10
]
).
Vom 12.
Oktober 2012 bis 28.
März
2013
hielt sich der Beschwerdeführer wiede
rum stationär in der E._ auf
. Im betreffenden A
ustrittsbericht
vom 2. April 2013 wurde – nebst einer somatoformen Störung (ICD-10 F45) – wiederum eine schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F32.2) diagnostiziert. Im Weiteren wurde berichtet, dass nach Durch
führung verschiedener Therapien und der Erhöhung der depressiven Medi
kation eine Besserung des psychopathologischen Befundes eingetreten
, am Ende aber wieder eine leichte Verschlechterung bemerkbar gewesen sei
(Urk.
7/106/18).
Laut den Angaben von Dr. G._ in seinem Bericht an die Beschwerdegegnerin vom 15. Mai 2014 rutschte der Beschwerdeführer jedoch schon wenige Wochen nach dem Austritt aus der D._ wiederum in eine verstärkte Depression und befand sich während einigen Monaten in einem desolaten Zustand, ehe er sich am 31. Oktober 2013 wieder für knapp vier Monate in stationäre Behandlung in die D._ begab (Urk. 7/102/6).
Im betreffenden Austrittsbericht
vom 10. März 2014 (Urk. 7/102/10-13)
wurde eine rezi
divierende depressive Störung, schwere
Episo
de mit psychotischen Symptomen,
(ICD-10 F33.2) und eine chronische Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) diagnostiziert und festgehalten, dass sich der
Zustand bis zum Austritt am 25.
Februar 2014 nicht wesentlich gebessert habe. Die gleiche Diagnose wurde auch im Bericht der
E._
vom 27. April 2015 betreffend den dortigen stationären Aufenthalt des Beschwerdeführers vom 5. März bis 8. April 2015 gestellt (Urk. 7/124). Im September 2014 resp. bereits seit April 2014 war dem Beschwerdeführer laut der Beurteilung des psychiatrischen Gutachters der Medas
F._
eine Erwerbstätigkeit wegen einer durch die Medikamente verursachten, die Konzentrationsfähigkeit erheblich beein
trächtigenden ausgeprägten Müdigkeit unmöglich (Urk. 7/112/50-51 und Urk. 7/116).
5.5.3
Aufgrund der besagten – echtzeitlichen – Beurteilungen der behandelnden Ärzte besteht hinreichend Grund zur Annahme, dass ab dem 16. März 2011 (Aufnahme einer tagesklinischen Behandlung im J._) das Krankheitsbild einer persistierenden schweren depressiven Episode vorherrschte. Der psychiatrische Gutachter der Medas F._ bestätigte in seiner ergänzenden Stellungnahme vom 15. Januar 2015 denn auch, dass der Beschwerdeführer seit 14. Juni 2011 (Datum des Berichts des J._ an die B._ betreffend
die tagesklinische Behandlung vom 16. März bis 15. Mai 2011) in allen Tätig
keiten im ersten Arbeitsmarkt zu 100 % arbeitsunfähig gewesen sei, und zwar wegen den in den Berichten der behandelnden Ärzte beschriebenen Diagnosen, welche nachvollziehbar seien, und den dadurch verursachten Ein
schränkungen (Urk. 7/116/1). Während der Beschwerdeführer laut den Ärzten der D._ während des dortigen Aufenthaltes vom 24. Mai bis 25. Juli 2011
die aus
ihrer
Sicht indizierten zumutbaren Behandlungsmöglichkeiten
nicht
in kooperativer Weise optimal und nachhaltig aus
schöpfte (Urk. 7/59), war dies ab Oktober 2011 offenbar der Fall (Urk. 7/87/10).
5.5.4
Nach dem in Erwägung 5.5.2 Gesagten rechtfertigt sich daher die Annahme, dass aufgrund einer vorherrschenden schweren depressiven Symptomatik – erst – ab Oktober 2011 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit bestand. Ab April 2014 ist gestützt auf das Gutachten der MEDAS F._
vom 26. November 2014 sowie die ergänzende Stellungnahme vom 15. Januar
2015 (Urk. 7/112 und Urk. 7/116; vgl. E. 3.3) von einer durch die Medika
men
tennebenwirkungen verursachten 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszu
gehen
. Eine Besserung des Beschwerdebildes ist – mit Dr. H._ (Urk. 7/137/46) - überwiegend wahrscheinlich ab Frühjahr 2015 (Optimie
rung der Medikation, vgl. Urk. 7/126) anzunehmen. Spätestens ab dem 24. November 2015 (Begutachtung durch Dr. H._) ist nach dem Gesagten eine Arbeitsfähigkeit von 50 % in bisheriger und 70 % in angepasster Tätigkeit als gegeben zu erachten. Anhaltspunkte dafür, dass es seither bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung (wieder) zu einer Zustandsver
schlechterung gekommen sein könnte, liegen nicht vor (nach der Begut
achtung datierende psychiatrische Berichte wurden nicht eingereicht; vgl. aber Bericht des Instituts für Anästhesiologie des L._ vom 18. August 2016 [„Allgemeiner Status: adäquater, orientierter Patient in gutem AZ und EZ,
allseits orientiert, gibt differenziert Auskunft, schwingungsfähig.“ [Urk. 7/152
/3]).
6.
6.1
Ausgehend von einer Arbeitsunfähigkeit in sämtlichen Tätigkeiten von 100 % ab Oktober 2011 und einer Arbeitsunfähigkeit von nurmehr 30 % in angepasster Tätigkeit spätestens ab dem 24. November 2015 (Begutachtung durch Dr. H._) bleiben die erwerblichen Auswirkungen der eingeschrän
k
ten Leistungsfähigkeit zu prüfen.
6.2
Ab Oktober 2011 bestand – bei 100%iger Arbeitsunfähigkeit – eine Erwerbs
unfähigkeit von 100 % und damit ein Invaliditätsgrad von 100 %.
6.3
6.3.1
Zur Ermittlung der Auswirkungen der spätestens ab dem 24. November 2015 bestehenden mindestens 70%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit ist ein Einkommensvergleich durchzuführen (vgl. E. 1.4).
6.3.2
Das Valideneinkommen ist so konkret wie möglich zu bestimmen. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Ein
kommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empiri
scher Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheits
schaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrschein
lichkeit erstellt sein (BGE 129 V 222 E. 4.3.1 mit Hinweisen).
Den Auszügen aus dem Individuellen Konto des Beschwerdeführers (Urk. 7/95) sowie den von ihm eingereichten Unterlagen (Arbeitszeugnisse und Lebenslauf, Urk. 7/1/10-23) ist zu entnehmen, dass der Beschwerde
füh
rer nach dem Abschluss der Lehre als Mechapraktiker im Jahr 2002 bei diversen Arbeitgebern tätig war. Das weitaus höchste Einkommen erzielte er dabei an seiner letzten, von November 2008 bis Mai 2009 versehenen Stelle als Betriebsmechaniker bei der Y._ (vgl. Sachverhalt Ziffer 1). Laut deren Angaben im Fragebogen für Arbeitgebende (Urk. 7/16) hätte der Be
schwerdeführer dort im Gesundheitsfall im Jahr 2009 ein Jahreseinkommen von Fr. 67‘600.-- erzielt (Urk. 7/16/3). Indessen hat sie das Arbeitsverhältnis
aus wirtschaftlichen Gründen (fehlendes Arbeitsvolumen) gekündigt (Urk.
7/16/
1). Wie es sich damit verhält, kann offen bleiben, ändert doch am Ergebnis nichts, wenn das Valideneinkommen auf der Basis dieses (ver
gleichs
weise hohen) Einkommens berechnet und dementsprechend unter Berücksichtigung der Nominallohnerhöhung
bis ins Jahr 2015 (von 2136 Punk
ten im Jahr 2009 auf 2
226 Punkte im Jahr 2015; vgl.
Bundesamt für
Statis
tik, Schweizerischer Lohnindex, Entwicklung der Nominallöhne, Män
ner, Total, T39)
das mutmassliche Einkommen 2015 auf Fr. 70‘448.30 (= Fr. 67‘600.-- : 2136 x 2226) festgesetzt wird.
6.3.3
Da der
Bes
chwerdeführer
keine ihm an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit
mehr aufgenommen hat, sind
für
die Bestimmung de
s Invalideneinkommens
die Tabellenlöhne gemäss LSE 2012 heranzuziehen.
Der Durchschnittslohn de
s Kompetenzniveaus 1 belief sich gemäss LSE 2012 (privater Sektor, Tabelle TA1, Total) für Männer auf Fr. 5‘210.--. Umgerechnet auf die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden (
Bundesamt für Statistik, be
triebs
übliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, T 03.02.03.01.04.01)
und angepasst an die Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2015 (von 2‘188 Punkten im Jahr 2012 auf 2‘226 Punkte im Jahr 2015; vgl.
Bundesamt für
Statistik, Schweizerischer Lohnindex, Entwicklung der Nominallöhne, Mä
nner, Total, T39) ergibt
sich ein hypothetischer Jahreslohn
2015
von Fr. 66‘309.-- (= Fr
. 5‘210.-- : 40 x 41,7 x 12 : 2188 x 2
226
) für ein Pensum von 100 % und ein solcher von Fr. 46‘416.30 für das spätestens ab dem 24. November 2015 zumutbare Pensum von 70 %.
Wird
das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale
, wie Art und Ausmass der Behin
derung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können. Der Abzug ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach
pflichtge
mäs
sem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5
.2; BGE 126 V 75 E. 5b/bb-cc).
Vorliegend bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer wegen eines oder mehrerer der genannten Kriterien seine Restarbeitsfähigkeit von 70 % in angepasster Tätigkeit auch auf dem ausgeglichenen Arbeits
markt nur mit unterdurchschnittlichem Erfolg erwerblich verwerten kann. Gemäss der LSE 2012 ist bei Männern ohne Kaderfunktion in Bezug auf eine Teilzeitarbeit zwischen 50 % und 74 % nicht von einem proportional unter
durchschnittlichen Einkommen auszugehen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_12/2017 vom 28. Februar 2017 E. 5.5.2 mit Hinweis). Den darüber hinaus beim Beschwerdeführer bestehenden Einschränkungen trägt bereits die atte
stierte 30%ige Arbeitsunfähigkeit in angepasster Tätigkeit Rechnung, zumal sie nach dem Gesagten ohnehin eher grosszügig erscheint. Ein nochmaliger Einbezug beim Tabellenlohn würde eine unzulässige doppelte Berück
sich
tigung darstellen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_802/2016 vom 30. März 2017 E. 4.1). Dass der Beschwerdeführer auf eine
verstärkte Rücksichtnahme seitens Vorgesetzter und Arbeitskollegen
angewiesen ist, ist nach der Recht
sprechung des Bundesgerichts nicht als eigenständiger abzugsfähiger Um
stand
zu betrachten
(Urteil des Bundesgerichts 8C_
693/2014 vom 22. Januar 2015 E.
4.
2
.2 mit Hinweisen).
Da auch sonst keine Abzugsgründe ersichtlich sind, ist auf dem ermittelten Tabellenlohn von Fr. 46‘416.30 kein Abzug vorzu
nehmen.
6.3.4
Im Vergleich zum e
rmittelten Valideneinkommen 2015
von
maximal
Fr.
70‘448.30
resul
tiert spätestens
ab
dem 24. November 2015 eine Erwerbs
einbusse von maximal Fr. 24‘032.--
resp. ein
– rentenausschliessender –
Inva
liditätsgrad von
maximal 34
%.
6.4
6.4.1
Wie eingangs dargelegt,
entsteht der Rentenanspruch in dem Zeitpunkt, in dem die versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen Unte
r
bruch durchschnittlich mindestens zu 40
% arbeitsunfähig
gewesen ist. Bei der Berechnung der durchschnittlichen Arbeitsunfähigkeit gilt die einjährige Wartezeit in dem Zeitpunkt als eröffnet, in dem eine dauernde und erheb
liche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit eingetreten ist; erheblich kann sie bereits bei einem Grad von 20
% sein (Urteil des Bun
desgerichts 8C_174/2013 vom 21.
Oktober 2013
E. 3).
6.4.2
Echtzeitlich wurde dem Beschwerdeführer aus psychischen Gründen erstmals ab dem 3. Oktober 2010 eine Arbeitsunfähigkeit attestiert (Urk. 7/62). Aus rechtlicher Sicht ist nach dem Gesagten zwar bis Oktober 2011 nicht auf eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit zu schliessen. Aufgrund der Beurteilungen der behandelnden Ärzte wie auch von Dr. H._ rechtfertigt sich aber die Annahme, dass der Beschwerdeführer zwischenzeitlich zumindest in der bis
herigen Tätigkeit nie voll arbeitsfähig war. Das Wartejahr ist deshalb am 2. Oktober 2011 als erfüllt zu erachten (vgl. Art. 29
ter
der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV] e.c.). Die durchschnittliche Arbeitsunfähig
keit in bisheriger Tätigkeit während des Wartejahres ist dabei unter Berück
sichtigung einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit vom 3. Oktober bis 1. Novem
ber 2010 (stationäre Behandlung in der A._), vom 27. Januar bis 10. März 2011 (stationäre Behandlung in der B._), vom 16. März bis 15. Mai 2011 (tagesklinische Behandlung im J._) sowie vom 24. Mai bis 25. Juli 2011 (stationäre Behandlung in der D._) auf mindestens 70 % zu veranschlagen.
Demnach hat der Beschwerdeführer ab dem 1. Oktober 2011 Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung.
6.5
Gemäss Art. 88a Abs. 1 IVV ist eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit für die Herabsetzung der Leistungen von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Die Verbesserung ist jedenfalls zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentli
che Unterbrechung drei Monate gedauert hat und voraus
sicht
lich weiterhin dauern wird.
Da nach dem Gesagten anzunehmen ist, dass es bereits ab Frühjahr 2015 zu einer Verbesserung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers kam (vgl. E. 5.5.4), ist die von Dr. H._ attestierte 70%ige Arbeitsfähigkeit ab Be
gutachtung (24. November 2015) zu berücksichtigen. Der ab dem 1. Okto
ber 2011 bestehende Rentenanspruch ist daher bis 30. November 2015 zu befristen.
7.
Die angefochtene Verfügung ist deshalb in teilweiser Gutheissung der Be
schwerde aufzuheben und festzustellen, dass der Beschwerdeführer ab dem 1. Oktober 2011 bis 30. November 2015 Anspruch auf eine ganze Rente hat. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.
8.
8
.1
Nach Gesetz und Prax
is sind in der Regel die Voraus
setzungen für die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und Verbeiständung erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos, die Partei bedürftig
und die anwaltliche Verbeistän
dung notwendig oder doch geboten ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
Die Bedürftigkeit des Beschwerdeführers ist ausgewiesen (Urk. 3).
Da auch die
weiteren Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind, ist ihm in Bewilligung seines
Gesuchs vom 10. Oktober 2016
(Urk. 1 S. 2)
Rechtsanwalt Dr. iur. André Largier, Zürich, als
unentgeltliche
r
Rechtsvertreter für das vorliegende Ver
fah
ren zu bestellen, und es ist ihm
die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren.
8.2
Die Gerichtskosten, die nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert zu bemessen sind (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG), sind a
uf Fr. 9
00.
--
anzu
setzen
. Ausgangsgemäss – der Beschwerdeführer beantragte eine unbefristete ganze Rente ab dem 1. Februar 2010 - sind sie zu einem Drittel der Be
schwerdegegnerin und zu zwei Dritteln dem Beschwerdeführer aufzuerlegen, wobei der auf den Beschwerdeführer entfallende Kostenanteil zufolge Bewil
li
gung der unentgeltlichen Prozessführung einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen ist.
8.3
Rechtsanwalt Dr. Largier machte mit Honorarnote vom 29. November 2016 einen Aufwand von 11,1 Stunden und
Barauslagen von Fr.
65.--
geltend
(Urk. 9), was angemessen erscheint
. Bei einem gerichtsüblichen Stundenan
satz von Fr. 220.-- resultiert
ein
e Entschädigung von Fr. 2‘707.60
(inkl. Bar
auslagen und MWSt).
Die Entschädigung hat zu zwei Dritteln
(resp. Fr. 1‘805.10) aus der Gerichtskasse zu erfolgen, und zu einem Drittel (resp. Fr. 902.50) hat die Beschwerdegegnerin wegen teilweisen Unterliegens die Entschädigung zu leisten.
8.4
Der Beschwerdeführer ist auf § 16 Abs. 4 des Gesetzes über das Sozial
ver
sicherungsgericht hinzuweisen, wonach er zur Nachzahlung der Kosten für die unentgeltliche Rechtspflege verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist.