Decision ID: 985ff349-6a16-5f6c-a0b6-2f1f3d2810d6
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Das Kantonsspital St. Gallen schrieb im November 2010 im Rahmen der
Erweiterung des Hauses 24 zum Logistikzentrum (Zentralsterilisation, Kantonsapotheke
und zentrale Logistik) im Amtsblatt Nr. 44 vom 2. November 2010 bzw. unter
www.simap.ch die neue Zentralsterilisation im offenen Verfahren aus:
BKP 771.0 Reinigungs- und Desinfektionsgeräte (RDG)
BKP 771.0 Wagenreinigungs- und Desinfektionsanlage (CWA)
BKP 772.0 Dampfsterilisationsgeräte
BKP 771.1 Niedertemperatur EO-Gassterilisator
BKP 771.1 Plasmasterilisator
BKP 771.8 Zentrale Dosieranlage / Umpumpstation
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 3/17
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Gemäss Ausschreibung war eine Aufteilung in Lose (ohne Spezifizierung) vorgesehen,
wobei Angebote für alle Lose möglich waren. Varianten waren ebenfalls zugelassen.
B./ Innert Ausschreibungsfrist bis 17. Dezember 2010 reichten unter anderem die Miele
Professional AG, Spreitenbach, und die Belimed Sauter AG, Sulgen, Offerten ein.
Während die erstere nur für die BKP-Nr. 771.0 (Reinigungs- und Desinfektionsgeräte
sowie Wagenreinigungs- und Desinfektionsanlage) und die BKR-Nr. 771.8 (Dosier- und
Umpumpstation) offerierte, machte die Belimed Sauter AG für die ganze Ausschreibung
Angebote. Die mit der Submission beauftragte Firma empfahl im Auswertungsbericht
vom 3. März bzw. 26. April 2011, den Auftrag insgesamt an die Belimed Sauter AG zu
vergeben. Das Kantonsspital teilte den Auftrag in vier Lose auf:
Los 1: Reinigungs- und Desinfektionsgeräte sowie Containerwaschanlage (BKP 771.0
RDG und CWA)
Los 2: Dampfsterilisationsgeräte 9 STE und 18 STE (BKP 772.0)
Los 3: Niedertemperatur EO-Gassterilisator und Plasmasterilisator (BKP 771.1)
Los 4: Zentrale Dosier- und Umpumpstation (BKP 771.8)
und erliess die entsprechenden Zuschlagsverfügungen am 18. April 2011. Die Lose 1
und 4 fasste sie dabei in einer Verfügung zusammen. Die Zuschläge begründete sie
damit, dass die berücksichtigte Anbieterin das beste Preis-Leistungsverhältnis
ausweise.
C./ Mit Eingabe vom 28. April 2011 erhob die Miele Professional AG gegen die
Zuschlagsverfügungen betreffend die Lose 1 und 4 beim Verwaltungsgericht mit
folgenden Anträgen Beschwerde:
"1. Es sei die Verfügung betreffend Zuschlag vom 18. April 2011 aufzuheben.
2. Es sei ein durch das Gericht bestimmtes Gutachten zur Bestimmung der
technischen und qualitativen Kriterien des Ausschreibungsgegenstandes einzuholen.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 4/17
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
3. Es sei durch das Gericht gestützt auf das Ergebnis des Gutachtens der Zuschlag
unter den beteiligten sechs Anbieter zu bestimmen.
4. Eventualiter
Es sei die Ausschreibung zur Neubeurteilung an die Vertreter des
Beschwerdegegners zurückzuweisen.
D/. Die Stellungnahmen der Vorinstanz und der Beschwerdegegnerin datieren vom
26. Mai 2011, wobei sie unter anderem beantragen, dass die Beschwerde
kostenpflichtig abgewiesen werde, soweit darauf eingetreten werden könne.
E/. Der zwischenzeitlich von der Beschwerdeführerin beauftragte Rechtsvertreter
verlangte am 7. Juni 2011 Akteneinsicht und beantragte mit Eingabe vom 20. Juni
2011, dass das Beschwerdeverfahren auf das Teil-Los 1 BKP 771.0 bzw. die
Reinigungs- und Desinfektionsgeräte RDG beschränkt werde, dass die Beschwerde in
diesem Teilbereich kostenpflichtig gutgeheissen und der Beschwerde dafür die
aufschiebende Wirkung erteilt werde.
F/. Der Präsident des Verwaltungsgerichts wies das Gesuch um Erteilung der
aufschiebenden Wirkung mit Verfügung vom 23. Juni 2011 kostenpflichtig ab.
G/. Die von den Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge gemachten
Ausführungen werden, soweit wesentlich, in den folgenden Erwägungen dargelegt und
gewürdigt.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die Sachurteilsvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen:
1.1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 2 Abs. 1
lit. a und Art. 5 Abs. 2 des Einführungsgesetzes zur Gesetzgebung über das öffentliche
Beschaffungswesen, sGS 841.1, abgekürzt EGöB). Das Kantonsspital St. Gallen ist als
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 5/17
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Spitalverbund eine selbständige öffentlich-rechtliche Anstalt (Art. 2 Abs. 1 des
Gesetzes über die Spitalverbunde, sGS 320.2) und somit nach Art. 1 Abs. 1 lit. c des
Staatsverwaltungsgesetzes (sGS 140.1) Teil der Staatsverwaltung, die der
Gesetzgebung über das öffentliche Beschaffungswesen unterliegt.
1.2. Die Beschwerdeführerin ist als unterlegene Anbieterin zur Beschwerde legitimiert
(Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Die Beschwerde wurde
fristgerecht eingereicht und enthält ein Rechtsbegehren sowie eine Begründung, womit
die zeitlichen, formalen und inhaltlichen Voraussetzungen erfüllt sind (Art. 15 Abs. 3 der
Interkantonalen Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen, sGS 841.32,
abgekürzt IVöB).
1.3. Die Vorinstanz macht geltend, die Beschwerden seien ungenügend substantiiert,
weshalb darauf nicht eingetreten werden könne.
1.3.1. Das Verwaltungsgericht leitet in ständiger Rechtsprechung aus Art. 16 IVöB ab,
dass die Beschwerdeinstanz eine angefochtene Verfügung nicht von Amtes wegen auf
allfällige Sachverhaltsmängel oder Rechtswidrigkeiten überprüft, sondern dass vom
Beschwerdeführer im einzelnen darzulegen ist, inwiefern die Verfügung mangelhaft sein
soll. Ein Beschwerdeführer muss in seiner Eingabe mithin dartun, in welchen Punkten
der angefochtene Entscheid auf einem unrichtigen oder unvollständig festgestellten
Sachverhalt beruht oder inwiefern Rechtsnormen unrichtig oder in Überschreitung bzw.
Missbrauch des Ermessens angewendet wurden (Galli/Moser/Lang/Clerc, Praxis des
öffentlichen Beschaffungsrechts, 2. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2007, Rz. 913 mit
Verweis auf GVP 1999 Nr. 37, S. 108 mit Hinweisen). Die Begründung der Beschwerde
ist mithin Gültigkeitserfordernis des Rechtsmittels (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit
Art. 48 Abs. 1 VRP). Im öffentlichen Beschaffungswesen kann sie deshalb nicht
nachträglich bzw. innert einer Nachfrist vorgebracht werden (VerwGE B 2010/168 vom
14. Oktober 2010 E. 1.6., in: www.gerichte.sg.ch).
1.3.2. Der Beschwerdeführer kann seine Beschwerde allerdings nur dann begründen,
wenn die angefochtene Verfügung ihrerseits begründet ist (Art. 41 Abs. 1 der
Verordnung über das öffentliche Beschaffungswesen, sGS 841.11, abgekürzt VöB).
http://www.gerichte.sg.ch/
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 6/17
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Aus diesem Grund verlangt Art. 41 Abs. 3 VöB, dass in der Zuschlagsverfügung kurz zu
erläutern ist, weshalb das berücksichtigte Angebot mit Bezug auf die
Zuschlagskriterien das wirtschaftlich günstigste sei. Die Begründung hat dabei
insbesondere den Preis des berücksichtigten Angebots oder die tiefsten und höchsten
Preise der in das Vergabeverfahren einbezogenen Angebote zu beinhalten. Das
Verwaltungsgericht hat die Anforderungen an die Begründung einer
Zuschlagsverfügung in zahlreichen Urteilen umschrieben und seine Praxis dazu
publiziert (vgl. statt vieler GVP 2000 Nr. 24; VerwGE B 2008/213 vom 21. April 2009 E.
2., in: www.gerichte.sg.ch). Nicht hinreichend ist eine Begründung dann, wenn sie
lediglich die Aussage umfasst, ein bestimmtes Angebot sei das wirtschaftlich
günstigste. Die Auftraggeberin muss in der Begründung einer Verfügung vielmehr kurz
darlegen, weshalb sie das Angebot einer bestimmten Unternehmung als das
wirtschaftlich günstigste qualifiziert. Anbieter müssen aufgrund der Verfügung bzw.
deren Begründung darüber in Kenntnis gesetzt werden, aus welchen Motiven die
Vergabebehörde ein Angebot als das wirtschaftlich günstigste qualifiziert.
1.3.3. Die Beschwerdeführerin bringt in erster Linie vor, dass es nicht nachvollziehbar
sei, weshalb der Zuschlag nicht ihr erteilt worden sei, obwohl sie günstiger als die
Beschwerdegegnerin offeriert habe. Tatsächlich hält die angefochtene
Zuschlagsverfügung einzig das Ergebnis der Bewertung bzw. die Erkenntnis fest, dass
die Beschwerdegegnerin das beste Preis-Leistungsverhältnis angeboten habe. Diese
Begründung ist aber völlig inhaltsleer bzw. eine Selbstverständlichkeit, ansonsten die
Aufträge nicht an die Beschwerdegegnerin hätten vergeben werden können. Die
wesentlichen Tatsachen, auf die sich die Zuschläge stützen, bleiben dagegen
verborgen. Dazu kommt, dass die Lose 1 und 4 in ein und derselben Verfügung mit
einem gesamthaft festgelegten Preis zugeschlagen wurden, obwohl es die
Ausschreibung ausdrücklich zugelassen hat, dass nur für ein Los offeriert werde. Aus
der entsprechenden Begründung ging somit nicht einmal die Preisspanne für das
offerierte Los 1 hervor, das seinerseits zwei völlig verschiedene Gerätetypen
zusammenfasst. Der Beschwerdeführerin war es daher schlichtweg unmöglich, die
Zuschlagsverfügungen substantiiert anzufechten. Ihre Rüge ist deshalb sinngemäss so
zu verstehen, dass der Zuschlag nicht hinreichend begründet sei.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 7/17
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
1.3.4. An der Mangelhaftigkeit der Begründung ändert nichts, dass die Vorinstanz am
26. April 2011 versucht hat, ihren Beschluss der Beschwerdeführerin mündlich zu
erläutern (VerwGE B 2010/90 vom 30. November 2010 E. 2.2., in: www.gerichte.sg.ch;
BR 2/2011 S. 128 [S48]). Damit kann es offen bleiben, ob die Vergabestelle an jener
Besprechung dazu überhaupt in der Lage war, was die Beschwerdeführerin
ausdrücklich bestreitet. Zweifel bestehen insofern, als an jener Unterredung auf Seiten
der Vergabestelle niemand vom fachlichen Auswertungsteam anwesend war und die
materiellen Einwände der Beschwerdeführerin somit gar nicht beantwortet werden
konnten.
1.3.5. Dazu kommt, dass die Vorinstanz selbst im Beschwerdeverfahren noch versucht
hat, jeglichen Einblick in die Bewertungsunterlagen zu verhindern. Als
Geschäftsgeheimnis werden aber einzig jene Tatsachen geschützt, die den
kaufmännischen und betriebswirtschaftlichen Bereich eines Geschäfts oder
Unternehmens betreffen. Akteneinsicht darf deshalb nur soweit beschränkt werden, als
Geheimhaltungsgründe vorliegen (Art. 16 Abs. 1 VRP und Art. 11 lit. g IVöB). Die
unterlegenen Bewerber haben aber grundsätzlich Anspruch auf Bekanntgabe jener
Elemente, die von Gesetzes wegen zur Begründung des Zuschlags angeführt werden
müssen. Aus diesem Grund nimmt das Verwaltungsgericht im öffentlichen
Beschaffungswesen regelmässig nur die eigentliche Offerte einer konkurrierenden
Anbieterin von der Akteneinsicht aus (BR 2/2011 S. 133 [S60]). Klar nicht unter die
schützenswerten Geheimnisse fällt insbesondere die Bewertung der Offerten durch die
Vergabestelle mit den entsprechenden Bewertungstabellen und -berichten.
1.3.6. Aus dem Gesagten folgt, dass die angefochtene Verfügung mangelhaft
begründet und somit formell fehlerhaft ist. Dieser Mangel konnte indes vor
Verwaltungsgericht geheilt werden. Die Vorinstanz hat in ihrer Vernehmlassung vom
26. Mai 2011 zu den Rügen der Beschwerdeführerin Stellung genommen, die
Zuschlagsverfügungen nachträglich begründet und die angefochtenen Bewertungen
aktenmässig dokumentiert. Von einer Aufhebung des Zuschlags und einer
Rückweisung an die Vorinstanz kann daher abgesehen werden; die Mangelhaftigkeit
der Zuschlagsverfügung ist allerdings bei der Kostenauflage zu berücksichtigen (Art. 95
Abs. 2 VRP). Die Beschwerdeführerin hat ihre Beschwerde sodann nachträglich
umfassend begründen können, so dass sich das Gericht mit der Streitsache inhaltlich
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 8/17
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
auseinandersetzen kann. Die Gültigkeitsvoraussetzung der erforderlichen Begründung
ist damit erfüllt. Auf die Beschwerde ist deshalb einzutreten.
2. Die Beschwerdeführerin akzeptiert, dass die Beschwerdegegnerin betreffend die
Wagenreinigungs- und Desinfektionsanlage CWA sowie Dosier- und Umpumpstation
das bessere Angebot eingereicht hat als sie selbst. Nachträglich anerkennt sie auch die
Zuschlagskriterien und deren Wertung. Demgegenüber verlangt sie, dass die
Gerätetypen RDG und CWA nicht zusammen in einem Los, sondern separat vergeben
werden und der Zuschlag für die Reinigungs- und Desinfektionsgeräte RDG ihr erteilt
werde.
2.1. Nach Art. 16 Abs. 1 IVöB können mit der Beschwerde Rechtsverletzungen,
einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens, sowie die unrichtige
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden.
Dagegen kann Unangemessenheit nicht geltend gemacht werden (Art. 16 Abs. 2 IVöB).
Diese Vorschriften entsprechen den allgemeinen Grundsätzen des st. gallischen
Verfahrensrechts (Art. 61 Abs. 1 und 2 VRP). Im Beschwerdeverfahren gegen
Verfügungen im Bereich des öffentlichen Beschaffungswesens wird somit nur geprüft,
ob die Vorinstanz ihr Ermessen überschritten oder missbraucht und damit rechtswidrig
gehandelt hat. Solange die Behörde ihren Entscheid innerhalb des ihr zustehenden
Ermessensspielraums getroffen hat, ist dem Verwaltungsgericht somit eine Korrektur
verwehrt, selbst wenn es einen anderen Entscheid ebenfalls als zweckmässig oder
sogar als angemessener erachten würde. Die Behörde darf aber nicht willkürlich
entscheiden, sondern ist an die in Verfassung und Gesetz enthaltenen
Rechtsgrundsätze gebunden. Im Streitfall bedeutet dies, dass das Verwaltungsgericht
den Entscheidungsspielraum der Vorinstanz zu respektieren hat, wenn diese beim
Erlass der Zuschlagsverfügung von sachlichen und vernünftigen Überlegungen
ausging, die im Einklang mit Sinn und Zweck des Gesetzes stehen (vgl. statt vieler GVP
1999 Nr. 37, S. 108 mit Hinweisen; VerwGE B 2008/161 vom 19. Februar 2009 E. 2., in:
www.gerich-te.sg.ch).
2.2. Der Entscheid, ob die Vergabestelle einen Auftrag als Ganzes ausschreiben oder
Lose bzw. Teilaufträge bilden will, liegt grundsätzlich in ihrem Ermessen. Unzulässig ist
die Aufteilung eines Auftrages nur dann, wenn diese einzig in der Absicht erfolgen
http://www.gerich-te.sg.ch/
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 9/17
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
würde, mit tieferen Beschaffungswerten die vorgeschriebene Verfahrensart zu
umgehen. Unstatthaft, weil diskriminierend, ist die Auftragsaufteilung ferner auch, wenn
damit bestimmte Anbieter bevorzugt oder benachteiligt würden. Eine Teilvergabe ist
zudem nur zulässig, wenn die Vergabeunterlagen die Einreichung von Teilangeboten
gestatten bzw. diese in der Ausschreibung bekannt gegeben werden. Andernfalls
müssen und dürfen die Anbieter davon ausgehen, dass nur der gesamte
Beschaffungsgegenstand vergeben werde (Galli/Moser/Lang/Clerc, a.a.O., Rz. 481 und
484).
2.3. Die Vorinstanz hat die Sterilisierungs-, Desinfektions- und Reinigungsausrüstung
der Zentralsterilisation als einen Auftrag ausgeschrieben, in der Ausschreibung aber
angemerkt, dass sie den Auftrag ohne Spezifizierung aufteilen werde. Angebote waren
aber ausdrücklich auch für alle Lose möglich. Die verschiedenen Bestandteile des
Auftrags teilte sie in unterschiedliche BKP-Nummern auf, die dem Baukostenplan BKP
(Schweizer Norm SN 506 500) entsprechen. Dabei handelt es sich um einen
Anlagekontenplan für sämtliche Kosten, die bei der Erstellung einer baulichen Anlage
anfallen. Dieses ausführungsorientierte Instrument mit weitgehender Gliederung nach
Arbeitsgattungen wird regelmässig zur Gliederung von Kostenvoranschlägen, für
Ausschreibungen und Werkverträge, für Kostenkontrollen, Abrechnungen oder als
Basis von statistischen Auswertungen nach Arbeitsgattungen genutzt. Während die
dreistelligen Ziffern 0 bis 5 und 9 festen Positionen (Grundstück, Vorbereitungsarbeiten,
Gebäude, Betriebseinrichtungen etc.) zugeordnet sind, handelt es sich bei den Ziffern 6
bis 8 um Reserveposten, die von den Auftraggebern nach eigenem Gutdünken
zugeteilt werden können.
2.4. Die Vorinstanz hat die ausgeschriebenen Bestandteile der Zentralsterilisation den
freien Positionen 771 und 772 zugeordnet, wobei sie diese Ziffern weiter unterteilt hat.
Nachdem sie vorab angekündigt hatte, dass sie den Auftrag in Lose aufgliedern werde,
ohne diese vorab zu spezifizieren, und die Teilbereiche Reinigungs- und
Desinfektionsgeräte RDG sowie Wagenreinigungs- und Desinfektionsanlage CWA der
gleichen BKP Nr. 771.0 zugeteilt hatte, durften die Anbieter nicht damit rechnen, dass
Geräte der gleichen unterteilten BKP-Nummer separat vergeben würden. Jedenfalls
kann der Vergabestelle nicht vorgeworfen werden, sie habe die RDG- und CWA-Geräte
willkürlich in einem Los zusammengefasst, auch wenn sie Unternehmervarianten
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 10/17
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
zugelassen hat, wie die Beschwerdeführerin einwendet. Nach Art. 27 Abs. 2 VöB ist die
Auftraggeberin nicht verpflichtet, Varianten und Teilangebote zu berücksichtigen, auch
wenn sie solche ausdrücklich zulässt. Selbst auf Grund der gesonderten Fragebogen
konnte nicht geschlossen werden, dass die Geräte separat vergeben würden. Klar war
einzig, dass sie gesondert bewertet würden. Daran ändert auch nichts, dass die beiden
Geräte unabhängig voneinander funktionieren und dass andere Spitäler in Zürich, Bern
und Basel die RDG- und CWA-Geräte ebenfalls an unterschiedliche Anbieter vergeben
haben.
2.5. Aus dem Gesagten folgt, dass die Beschwerdeführerin keinen Anspruch darauf
hat, dass die RDG-Geräte separat vergeben werden.
2.6. Die Beschwerdeführerin hat für das Los 1 von insgesamt 200 möglichen Punkten
130 Punkte erzielt, wobei ihr Rückstand auf die Zuschlagsempfängerin 42 Punkte
beträgt. Dieser gründet im Wesentlichen darin, dass ihr Angebot für die CWA-Geräte
erheblich schlechter bewertet (53 Punkte von 100 Punkten) wurde als jenes der
Beschwerdeführerin (91 Punkte von 100 Punkten), was die Beschwerdeführerin - wie
bereits gesagt - ausdrücklich anerkennt. Damit erweist sich der Zuschlag des Loses 1
an die Beschwerdegegnerin, die für das Los 1 insgesamt am meisten Punkte erhalten
hat, als rechtmässig.
3. Die Beschwerde wäre aber auch dann nicht begründet, wenn die
Beschwerdeführerin Anspruch darauf hätte, dass die RDG-Geräte separat vergeben
werden.
3.1. Nach Art. 34 Abs. 1 VöB erhält das wirtschaftlich günstigste Angebot den
Zuschlag. Das wirtschaftlich günstigste Angebot ist nicht identisch mit dem
preisgünstigsten bzw. preislich tiefsten Angebot. Bei der Wirtschaftlichkeit können
neben dem Preis weitere Kriterien berücksichtigt werden (GVP 1999 Nr. 37, S. 108 mit
Hinweis). Art. 34 Abs. 2 VöB beinhaltet eine beispielhafte Aufzählung von Kriterien,
darunter Preis, Qualität, Erfahrung sowie Sicherung des Ausbildungsstandes einer
Berufsgattung. Gemäss Art. 34 Abs. 3 VöB sind die Kriterien und allfällige Unterkriterien
im Rahmen der Ausschreibung in der Reihenfolge ihrer Bedeutung oder mit ihrer
Gewichtung bekannt zu geben.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 11/17
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
3.2. Dem Auftraggeber wird mit Art. 34 Abs. 2 VöB ein weiter Ermessensspielraum
eingeräumt. Die Gewichtung der einzelnen Zuschlagskriterien ist einer Rechtskontrolle
deshalb nur beschränkt zugänglich. Das Verwaltungsgericht kann nur eingreifen, wenn
einzelne Kriterien in unzulässiger Weise ausser Acht gelassen oder fehlerhaft
angewendet wurden (anstelle vieler: GVP 2006 Nr. 58, S. 187).
Gemäss Ausschreibungsunterlagen wurden nachstehende Zuschlagskriterien
ausgewählt und wie folgt gewichtet:
1. Qualität/Funktion/Technische Werte 50 Prozent
2. Serviceleistung/Kundendienst/Fachkompetenz/Qualifikation Fachpersonal/
Referenzen 20 Prozent
3. Preis (Life Cycle Kosten [über eine Betriebsdauer von fünf Jahren
berechnet]) 30 Prozent
Während das Angebot der Beschwerdeführerin für die RDG-Geräte mit insgesamt 77
Punkten bewertet wurde, erzielte die Beschwerdegegnerin 81 Punkte. Die
Punktedifferenz ergibt sich daraus, dass die Offerte der Beschwerdeführerin bei den
Kriterien Qualität und Service mit 37 und 18 Punkten schlechter als jene der
Beschwerdegegnerin bewertet wurde, die dafür 50 und 20 Punkte erhalten hat. An
diesem Ergebnis konnte auch nichts mehr ändern, dass die Beschwerdeführerin beim
Kriterium Preis für ihr Produkt 11 Punkte mehr erhalten hat als die
Beschwerdegegnerin.
3.3. Bezüglich des Qualitätskriteriums macht die Vorinstanz geltend, die Chargenzeiten
des Produkts der Beschwerdeführerin für Programm P 1 seien mit 55 Minuten deutlich
länger als jene der Beschwerdegegnerin mit 46 Minuten. Zudem würden die Geräte der
Beschwerdeführerin keinen Vorlagebehälter aufweisen, weshalb die Anlage der
Beschwerdegegnerin auch effizienter sei. Die Beschwerdeführerin bestreitet dies und
macht geltend, die effektiven Zeiten würden bei ihrem Produkt 62 Minuten betragen,
während das Programm P 1 bei der Beschwerdegegnerin tatsächlich 63 Minuten
dauere. Diese Zeiten entsprechen aber nicht den Angaben im Leistungsverzeichnis,
welche die Anbieter und notabene auch die Beschwerdeführerin selbst in ihrer Offerte
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 12/17
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
angegeben haben. Es ist somit nicht willkürlich, dass die Vergabestelle die Anlage der
Beschwerdeführerin auf Grund der kürzeren Chargenzeiten als produktiver beurteilt
hat. Das Gleiche gilt betreffend die Grösse des Vorlagedosierbehälters. Die
Beschwerdeführerin hat diesen bei ihrem Produkt mit 10 l beschrieben, während die
Beschwerdegegnerin dazu ausgeführt hat, dass ihr Gerät keine solche Behälter
beinhalte, stattdessen aber über einen zentralen Vorlagebehälter verfüge.
3.4. Die RDG-Geräte der Beschwerdeführerin sind 25 cm breiter als jene der
Beschwerdegegnerin, was die Vergabestelle hinsichtlich der Montage und der
Bedienung, vor allem zu Spitzenzeiten, als ungünstiger erachtet. Diese Beurteilung liegt
in ihrem Ermessen, zumal die Mehrbreite bei fünf Geräten durchaus ins Gewicht fallen
kann.
3.5. Die Vergabestelle bemängelt beim Angebot der Beschwerdeführerin - wie bei
anderen Anbietern - die vorausgesetzte Wasserqualität und behauptet, dass die Geräte
der Beschwerdeführerin speziell enthärtetes Wasser für Kalt- und Warmwasser
verlangen würden. Demgegenüber muss ihrer Ansicht nach beim Angebot der
Beschwerdegegnerin das Wasser nicht extra enthärtet werden.
3.5.1. Die Stadt St. Gallen bezieht relativ weiches Bodenseewasser (Wasserhärte 16
°fH bzw. 9 °dH). Während die Beschwerdeführerin für die RDG als maximal zulässige
Härte 7,12 °fH angegeben hat, setzt die Beschwerdegegnerin an gleicher Stelle max.
20 °fH bzw. min. 7 °fH ein. Die Beschwerdeführerin macht nun geltend, bei ihrem
Produkt sei gleichwohl keine zusätzliche Enthärtungsanlage nötig. Die Wasserhärte
habe sie nur deshalb so tief angegeben, weil sonst mit Folgekosten zu rechnen sei.
3.5.2. Ob das Angebot der Beschwerdeführerin eine Wasserenthärtungsanlage
voraussetzt, wie die Vorinstanz behauptet, geht aus den Akten nicht schlüssig hervor.
Hätte die Beschwerdeführerin den maximal angegebenen Wert von 7,12 °dH jedoch
tatsächlich als blossen Idealwert verstanden haben wollen, hätte sie dies entsprechend
vermerken müssen, zumal nicht der Ideal-, sondern ausdrücklich der Maximalwert
gefragt war. Dieser vorbehaltlose höhere Wert durfte im Rahmen des
Qualitätskriteriums unter dem Unterkriterium Verbrauch somit schlechter bewertet
werden. Zudem musste der Beschwerdeführerin auf Grund des auszufüllenden
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 13/17
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Leistungsverzeichnisses klar sein, dass die ausschreibende Behörde die benötigte
Wasserhärte bewerten werde. Mit Blick auf den Fragebogen ist es daher grundsätzlich
zulässig und sachgerecht, dass im Rahmen des Zuschlagskriteriums Qualität Geräte
mit einer grösseren Toleranzspannweite bei der Wasserhärte besser bewertet wurden
als Geräte, die auf Grund der Offerte auf eine weniger hohe Wasserhärte ausgelegt
sind. Es ist nicht sachwidrig, wenn einzelne Eigenschaften eine höhere Einstufung zur
Folge haben, die aber die Mindestvoraussetzungen ebenfalls erfüllen. Insbesondere ist
es unnötig, in der Ausschreibung bei sämtlichen Kriterien darauf aufmerksam zu
machen, dass eine bessere Qualifikation in einzelnen Bereichen zu einer höheren
Bewertung führen werde. Andernfalls müsste die Vorinstanz ausdrücklich darauf
hinweisen, dass die Erfüllung gewisser Mindestanforderungen ohne weiteres eine
maximale Bewertung zur Folge habe (vgl. dazu VerwGE B 2010/165 vom 9. November
2010, E. 4.6.5., in: www.gerichte.sg.ch). Ein solcher Hinweis fehlt hier aber. Die
entsprechende Schlechterplatzierung des Angebots der Beschwerdeführerin betreffend
das Unterkriterium Verbrauch ist deshalb nicht missbräuchlich, selbst wenn das
verwendete Trinkwasser nicht vorgängig speziell enthärtet werden müsste.
3.6. Auch die Schlechterbewertung des Angebots der Beschwerdeführerin bezüglich
der höheren Verbrauchswerte Elektro und Abluft sind sachlich begründet. Die
entsprechende Bewertung beruht auf den vorbehaltlosen Selbstangaben der Anbieter,
bei denen sich die Beschwerdeführerin behaften lassen muss, weshalb im Rahmen des
Beschwerdeverfahrens nicht überprüft werden kann, ob die Werte je nach Annahme
korrigiert werden müssten. Die Beschwerdeführerin rügt zu Recht nicht, dass es sich
dabei um unklare (Selbst-)Angaben oder offensichtliche Kalkulationsfehler handle, die
gemäss Art. 31 VöB einer Erläuterung oder Korrektur bedurft hätten (Galli/Moser/Lang/
Clerc, a.a.O., Rz. 456 ff.).
3.7. Unter den Anforderungskriterien der Programme hat die Vergabestelle verlangt,
dass eine alkalisch oxidative Reinigungsstufe vorzusehen sei. Die Beschwerdeführerin
verlangt, dass eine Expertise darüber erstellt werde, zumal sie die einzige Herstellerin
eines Geräts mit entsprechend patentierten Verfahren sei. Sowohl die
Beschwerdeführerin wie auch die Beschwerdegegnerin haben die entsprechende
Frage mit ja beantwortet. Die Beschwerdegegnerin hat zusätzlich auf einen beigefügten
Beschrieb der Borer Chemie und einen Untersuchungsbericht der SMP Tübingen
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/17
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
verwiesen und dabei geltend gemacht, dass deconex 28, Twin Zyme und Basic den
BeliClean Produkten entsprechen würden. Auf Grund dieser Selbstangaben der
Verfahrensbeteiligten durfte die Vorinstanz davon ausgehen, dass sämtliche Produkte
in der Lage sind, Instrumente mit antiseptischen und temperaturfixierten
Anschmutzungen auch ohne Vorbehandlung optimal zu reinigen. Auf die verlangte
gerichtliche Begutachtung durch einen Experten kann somit verzichtet werden.
3.8. Beim Zuschlagskriterium Service verlor die Beschwerdeführerin 2 Punkte, weil sie
unter anderem weniger Auszubildende beschäftigt (vier Lehrlinge gegenüber achtzehn
bei der Beschwerdegegnerin) und weil sie eine geringere Anzahl gelieferter Geräte an
vergleichbaren Orten nachweisen konnte (Referenzen). Die Beschwerdeführerin
erachtet die Bewertung Anzahl Lehrlinge als vernachlässigbar und angemessen, zumal
sie selbst in Deutschland rund 250 Lehrlinge und Studenten beschäftige.
3.8.1. Im Vergaberecht gilt der Grundsatz der Transparenz, dessen Gewährleistung
auch Voraussetzung dafür ist, dass der Grundsatz der Gleichbehandlung der Anbieter
überhaupt erst umgesetzt werden kann (Galli/Moser/Lang/Clerc, a.a.O., Rz. 613). In
diesem Sinn wird verlangt, dass alle für die Zuschlagserteilung massgeblichen
Zuschlagskriterien unter Einschluss ihrer Gewichtung und allfälliger Subkriterien bereits
in der Ausschreibung definiert werden. Die Bekanntgabe der Zuschlagskriterien ist für
die Vergabebehörde bindend. Entsprechend ist es ihr grundsätzlich verwehrt,
angekündigte Kriterien nach erfolgter Ausschreibung, insbesondere nach Eingang der
Angebote, wesentlich abzuändern. Sie verhält sich zudem vergaberechtswidrig, wenn
sie bekannt gegebene Kriterien ausser Acht lässt, die bekannt gegebene
Bedeutungsfolge umstellt, andere Gewichtungen vornimmt oder nachträglich
zusätzliche Kriterien heranzieht, die sie nicht bekannt gegeben hat (VerwGE B
2008/161 vom 19. Februar 2009 E. 2.1., in: www.gerichte.sg.ch).
3.8.2. Vorliegend hat die Vergabestelle die bekannt gegebenen Zuschlagskriterien
nachträglich weiter aufgesplittet. Beim Service-Kriterium hat sie das Unterkriterium
Qualifikation Fachpersonal in höhere Fachausbildung, Fachausbildung, Hilfskräfte und
Auszubildende unterteilt. Zwar kann die Sicherung des Ausbildungstandes einer
Berufsbildung bzw. die Lehrlingsausbildung durchaus ein Zuschlagskriterium sein
(Art. 34 Abs. 2 lit. l VöB). Konkret hat die Vorinstanz die Angabe betreffend Anzahl
http://www.gerichte.sg.ch/
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 15/17
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Lehrlinge aber im Zusammenhang mit der Eignungsprüfung (Personalbestand bei
Angebotsabgabe) verlangt. Hätte die Lehrlingsausbildung als Zuschlagskriterium
bewertet werden sollen, hätte dies vorgängig als solches Kriterium bekannt gegeben
werden müssen. Ansonsten ist es nicht nachvollziehbar, inwiefern die Anzahl Lehrlinge,
die bei der Bearbeitung des ausgeschriebenen Auftrags wesentlich sind, während des
Betriebs Einfluss auf die Serviceleistungen der gelieferten Geräte haben soll. Die
Bewertung der Lehrlingsanzahl im Rahmen des Services erweist sich daher als
rechtswidrig. Demgegenüber ist der Abzug beim vorab bekannt gegebenen
Unterkriterium Referenzen unbestritten geblieben.
3.9. Beim Zuschlagskriterium Preis hat die Beschwerdeführerin mit 22 Punkten das
zweitbeste Resultat erzielt bzw. doppelt so viel erhalten wie die Beschwerdegegnerin.
Nach der Beschwerdeführerin hätte sie aber 27 Punkte erhalten müssen. Das
Preiskriterium, das in den Ausschreibungsunterlagen als "Preis (Life Cycle Kosten [über
eine Betriebsdauer von fünf Jahren berechnet])" angegeben und mit 30 % gewichtet
ist, wurde schliesslich in Preis & Life Cycle Kosten (25 %) sowie in Verbrauch (5 %)
unterteilt. Der Verbrauch stellt aber auch beim Merkmal Qualität (50 %) nochmals ein
Unterkriterium dar, das seinerseits als "Qualität/Funktion/Technische Werte"
angekündigt und mit einer Gewichtung von 50 % vorgesehen war, dann aber in die
Unterkriterien technische Werte (15 %), Verbrauch (25 %) und Funktion (10 %)
unterteilt wurde. Auf Grund der bekannt gegebenen Zuschlagskriterien ist es somit
nicht nachvollziehbar, wieso der Verbrauch sowohl bei der Qualität als auch beim Preis
und somit doppelt bewertet wurde. Während sich die Service- und Betriebskosten
unter die Life Cycle Kosten subsumieren lassen, stehen die Verbrauchskosten in
keinem Bezug zu den in der Ausschreibung vorgängig festgelegten Preiskriterien,
zumal der Wasser-, Dampf- und Stromverbrauch und namentlich die Mehrkosten
wegen des tiefer angegebenen Wasserhärtegrads wie gesagt im Rahmen der Qualität
nochmals bewertet und mit 25 Prozent gewichtet wurden.
3.10. Aus dem Gesagten folgt, dass die Bewertungen der Verfahrensbeteiligten bis auf
die genannten Ausnahmen im Rahmen des Ermessensspielraums der Vorinstanz
liegen. Bewertet man das Angebot der Beschwerdeführerin betreffend Service und
Preis entsprechend den bekannt gegebenen Zuschlagskriterien bzw. erhöht man die
Punkte beim Unterkriterium Fachpersonal auf das Maximum von 5 Punkten bzw. beim
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 16/17
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Unterkriterium Preis (Verbrauch) ebenfalls auf die maximale Punktezahl von 5, erhöht
sich die Punktezahl der Beschwerdeführerin beim Kriterium Service auf 19,3 und beim
Preiskriterium auf 23 Punkte (die ursprüngliche Punktezahl von 22 für den Preis beruht
auf einem Berechnungsfehler (18 + 3 = 21). Insgesamt erzielt die Beschwerdeführerin
damit 79 Punkte (37 Punkte für die Qualität, 19 Punkte für den Service und 23 Punkte
für den Preis), während die Beschwerdegegnerin beim Teillos 1 RDG insgesamt 81
Punkte erzielt hat.
4. Zusammengefasst ergibt sich, dass die Beschwerdegegnerin für das Los 1 das
wirtschaftlich günstigste Angebot eingereicht hat, womit sich die angefochtene
Zuschlagsverfügung als rechtmässig erweist. Das gleiche gilt für das Teil-Los 1 RDG,
womit der Zuschlag auch korrekt wäre, wenn die RDG- und CWA-Geräte nicht
zusammen in einem Los hätten vergeben werden dürfen. Die Beschwerde ist demnach
als unbegründet abzuweisen.
5. (...).
Demnach hat das Verwaltungsgericht