Decision ID: 7b10d7a7-1d4f-4475-9e61-a3f968bf52b9
Year: 2012
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Abänderung Scheidungsurteil (Besuchsrecht)
Berufung gegen eine Verfügung und Urteile des Einzelgerichts im  Verfahren am Bezirksgericht Zürich, 3. Abteilung, vom 27. September 2012 (FP110043)
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Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 3. Abteilung (Einzelgericht) vom 27. September 2012 (vorsorgliche Massnahmen):
1. Ziffern 1. und 2. der Verfügung vom 15. Juli 2011 bezüglich vorsorglicher Massnahmen werden wie folgt abgeändert.
„1. Der Kläger ist berechtigt, das Kind jeweils am ersten und dritten  eines jeden Monats von 10 bis 19 Uhr auf eigene Kosten zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen.
Der Kläger ist verpflichtet, vor der Ausübung des Besuchsrechts seinen Pass bei der Beiständin zu deponieren.
2. Die Beiständin wird mit der Organisation des Besuchsrechts,  bezüglich der Übergabe von C._, beauftragt.“
2. Im Übrigen wird das Gesuch des Klägers um Abänderung der vorsorglichen Massnahmen abgewiesen.
3. (Schriftliche Mitteilung.)
4. (Rechtsmittel Berufung.)
Berufungsanträge:
des Klägers und Berufungsklägers (Urk. 76 S. 2):
" ln Abänderung von Ziffern 1. und 2. der Verfügung des  Zürich vom 27. September 2012 seien die Ziffern 1. und 2. der Verfügung des Bezirksgerichtes Zürich vom 15. Juli 2012 bezüglich vorsorglicher Massnahmen wie folgt abzuändern:
" Der Kläger ist in Aufhebung des begleiteten Besuchsrechtes berech-
tigt, den Sohn C._ für die Dauer von drei Monaten ab  des Entscheides betreffend vorsorglichen Massnahmen durch das Obergericht des Kantons Zürich am 1. und 3. Samstag eines  Monats von 10.00 bis 19.00 Uhr auf eigene Kosten zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen.
Nach Ablauf von drei Monaten ist der Kläger berechtigt, das Be-
suchsrecht gemäss Dispositiv Ziff. 3. in Verbindung mit der Verein-
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barung Ziff. 3. des Ehescheidungsurteils vom 22. Januar 2009 .
Der Kläger ist verpflichtet, vor der Ausübung des Besuchsrechtes
seinen Pass bei der Beiständin zu deponieren. Diese Verpflichtung entfällt nach zwei Jahren nach Rechtskraft des Entscheides des Obergerichtes des Kantons Zürich betreffend vorsorglichen ."
Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beklagten und
Berufungsbeklagten."

Erwägungen:
1. Mit Urteil des Bezirksgerichtes Zürich vom 22. Januar 2009 wurden die
Parteien geschieden und die Nebenfolgen geregelt. Der Kläger und Berufungs-
kläger (nachfolgend Kläger) erhob am 31. März 2011 eine Abänderungsklage und
verlangte unter anderem die gemeinsame elterliche Sorge über den gemeinsa-
men Sohn C._ (geb. tt.mm.2005). Im Verlauf des Verfahrens mussten vor-
sorgliche Massnahmen erlassen werden.
Am 27. September 2012 fällte die Vorinstanz den Endentscheid, dabei regel-
te sie auch die vorsorglichen Massnahmen neu. Über den Verfahrensgang gibt
der angefochtene Entscheid Auskunft (Urk. 77).
2. Sowohl gegen den Massnahmenentscheid als auch gegen den En-
dentscheid erhoben beide Parteien je eine Berufung. Die weiteren Verfahren wur-
den hier unter den Proz. Nr. LY120044, LC120045 und LC120048 anhand ge-
nommen. Mit seiner Berufungsschrift vom 12. November 2012 stellte der Kläger
die eingangs dargelegten Berufungsanträge (Urk. 76 S. 2).
3. Da die Parteistandpunkte aus den Rechtsschriften in den Parallelver-
fahren bekannt waren, wurde ohne eine Berufungsantwort einzuholen am 17. De-
zember 2012 eine Instruktionsverhandlung durchgeführt. Dabei schlossen die
Parteien folgende Vereinbarung (Urk. 82, Prot. S. 5):
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" Zwischen den Parteien sind an der I. Zivilkammer des Obergerichtes des Kan-
tons Zürich die Berufungsverfahren Proz.Nr. LY120044-O, LY120045-O,
LC120045-O und LC120048-O rechtshängig. Zwecks Erledigung dieser vier Ver-
fahren vereinbaren die Parteien was folgt :
1. Die Parteien beantragen, Dispositiv Ziffer 1 des Urteils des Bezirksgerichts
Zürich, 3. Abteilung (Einzelgericht), vom 27. September 2012 aufzuheben
bzw. Dispositiv Ziffer 3.3. des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 22. Ja-
nuar 2009 wie folgt zu ändern :
" 3.3. Der Gesuchsteller ist berechtigt, das Kind C._, geboren am tt.mm.2005, wie folgt
auf eigene Kosten zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen:
a)
- ab Januar 2013 bis Juni 2013 jeweils am 1. Wochenende eines jeden Monats (von Frei-
tagnachmittag ab Schulschluss bis Sonntagabend, 18.00 Uhr);
- ab Juli 2013 jeweils am 1. und 3. Wochenende eines jeden Monats (von Freitagnachmit-
tag ab Schulschluss bis Sonntagabend, 18.00 Uhr);
- in den ungeraden Jahren jeweils am Geburtstag von C._ (tt.mm.) von 14.00 bis 20.00
Uhr;
- jeweils am Geburtstag der Halbgeschwister (tt.mm., tt.mm. und tt.mm.) ab Schulschluss
bis 20.00 Uhr, sofern diese Tage nicht auf einen ordentlichen Besuchstermin oder die Fe-
rien der Gesuchstellerin fallen.
Bis zum vollendeten 10. Altersjahr des Kindes ist der Gesuchsteller verpflichtet, jeweils vor-
gängig seinen Pass und seinen Ausländerausweis (C) bei der Beiständin zu deponieren.
b)
- ab Januar 2014 während den Schulferien für die Dauer von 2 x 2 Wochen und ab Januar
2015 für vier Wochen pro Jahr, wobei das Ferienbesuchsrecht nur im Inland ausgeübt
werden kann und der Gesuchsteller verpflichtet ist, vorgängig seinen Pass und seinen
Ausländerausweis (C) bei der Beiständin zu deponieren;
- ab Januar 2017 während der Schulferien für die Dauer von vier Wochen pro Jahr.
Der Gesuchsteller ist verpflichtet, die Ausübung des Ferienbesuchsrechts jeweils mindes-
tens drei Monate im Voraus anzumelden bzw. mit der Gesuchstellerin abzusprechen."
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2. Der Abänderungskläger zieht sein Begehren um Reduktion des Kinderunter-
haltsbeitrages zurück.
3. Die Parteien stellen fest, dass die Dispositiv Ziffer 2 sowie 4-6 des Urteils des
Bezirksgerichts Zürich, 3. Abteilung (Einzelgericht), vom 27. September 2012
im Berufungsverfahren unangefochten geblieben sind.
4. Gestützt auf diese Vereinbarung ziehen die Parteien ihre Berufungen Proz.Nr.
LY120044-O und LY120045-O zurück und beantragen die Abschreibung der
Berufungen Proz.Nr. LC120045-O und LC120048-O.
5. Die Kosten der vier vorgenannten Berufungsverfahren übernehmen die Par-
teien je zur Hälfte und verzichten dafür gegenseitig auf Prozessentschädi-
gung."
4. Ein Klage- bzw. Berufungsrückzug im Sinne der Ziff. 4 der Vereinba-
rung zwischen den Parteien (vgl. gerade hiervor) hat die Wirkung eines rechts-
kräftigen Entscheides (Art. 241 Abs. 2 ZPO). Der Prozess ist demzufolge abzu-
schreiben (Art. 241 Abs. 3 ZPO).
5.1. Die Entscheidgebühr für das Berufungsverfahren ist in Anwendung von
§ 2 lit. c und d, § 5 Abs. 1, § 8 Abs. 1, § 10 Abs. 1 sowie § 12 Abs. 1 und 2, der
Gebührenverordnung des Obergerichts (GebV OG, LS 211.11) auf Fr. 800.– fest-
zusetzen. Die Kosten sind den Parteien antragsgemäss und in Anwendung von
Art. 109 Abs. 1 ZPO je zur Hälfte aufzuerlegen.
5.2. Antragsgemäss und in Anwendung von Art. 109 Abs. 1 ZPO ist davon
abzusehen, Parteientschädigungen für das Berufungsverfahren zuzusprechen.
Vom gegenseitigen Verzicht auf eine Prozessentschädigung ist aber Vormerk zu
nehmen.
5.3. Beiden Parteien wurde für das vorliegende Verfahren die unentgeltliche
Rechtspflege bereits gewährt (Urk. 78).
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