Decision ID: 5880451e-2eaf-4eef-9628-9b41c042d1f5
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1961 geborene
X._
reiste 1986 in di
e Schweiz ein (Urk. 11/13/1
und Urk. 11/93/22) und war
bei verschiedenen Arbeitgebern tätig
(Urk. 11/86/2),
ab 2
006 als Fassaden-
Isolateur
bei der
Y._
AG
(Urk. 11/20
/1 f.
). Am 3. Mai 2010 meldete er sich wegen eines Muskelrisses in der rechten Schulter bei der
Sozialversicherungs
anstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen der Invaliden
versicherung an (Urk. 11/13 und Urk. 11/19). Die IV-Stelle zog die Akten des
Unfallversiche
rers
(Schweizerische Unfallversicherungsanstalt, SUVA)
bei
(Urk. 11/24
)
und
tätigte weitere Abklärungen bezüglich der erwerblichen und medizinischen Ver
hältnis
se
.
A
m 1. September 201
0
teilte sie dem Versicherten mit,
dass
eine Unterstützung beim Erhalt des de
rzeitigen Arbeitsplatzes
nicht möglich sei.
Der Versicherte müsse sich Anfang Oktober 2010 einer erneute
n Operation der (rechten) Schulter unterziehen
, anschliessend würden
Rehabilitationsmass
nahmen
unbestimmter Länge folgen
.
Die Arbeitsvermittlung werde deshalb abgeschlossen
(Urk. 11/30).
Nach
ergänzenden
Abklärungen sowie Durch
führung des
Vorbe
scheidverfahren
s
(Vorbescheid vom 13. D
ezember 2011, Urk. 11/55
)
lehnte die IV-Stelle
mit Verfügung vom 12. März 2012
das Leistungsbegehren ab (Urk. 11/66)
.
1.2
Am 1
7
. September 2012 meldete sich der Versicherte bei der IV-Stelle unter Hin
weis auf eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes
zufolge hinzuge
tretener linksseitiger Schulterschmerzen sowie einer
am 2. Juni 2012
bei einem Treppensturz
erlittenen
Schulterluxation rechts
erneut zum Bezug von Leistun
gen der Invalidenversicherung an (Urk. 11/73). Nach
Beizug
von Stellung
nahmen des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD,
Urk.
11/
7
7) sowie
durchge
führtem
Vorbescheid
verfahren
(Vorbescheid v
om 12. November 2012, Urk. 11/79
) wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 25. Juli 2013 ab (
Urk. 2 [=
Urk. 11/89
]).
2.
Gegen die Verfügung
der IV-Stelle
vom 25. Juli 2013 erhob der Versicherte mit Eingabe vom 16. September 2013 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihm
spätestens
ab September 2012 eine
Dreiviertelsrente
der Invalidenversicherung zuzusprechen; eventuell sei die Sache zu
ergänzenden
Abklärungen und neuer Entscheidung an die IV-Stelle zurückzuweisen (Urk. 1
S. 2
). Mit Eingabe vom 27. September 2013 reichte der Beschwerdeführer diverse
weitere
Unterlagen
ein (Urk. 6 und 7). Mit
Beschwerde
antwort
vom 24. Oktober 2013 (Urk. 10) schloss die
Beschwerde
gegnerin
auf Abweisung der Beschwerde und nahm zu den eingereichten Unterlagen Stellung. Am 29. Oktober 2013 wurde dem Beschwerdeführer das Doppel der Beschwerdeantwort zugestellt (Urk. 12). Mit Eingabe vom 19. Juni 2014 reichte der Beschwerdeführer weitere
Unterlagen
ein und beantragte, es seien die vollständigen Akten
der SUVA
beizuziehen (Urk. 13 und Urk. 14). Dazu nahm die
IV-Stelle
am 9. März 2015 Stellung (Urk. 17) und reichte den Bericht der kreisärztlichen Untersuchung vom 19. August 2014 ein (Urk. 18).
Hierzu nahm der Beschwerdeführer m
it Eingabe vom 17. März 2015
Stellung
(Urk. 21).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Wurde eine Rente
wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu ver
gewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analo
ger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1
des Bundesge
setzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (
ATSG
)
vorzu
gehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1 des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
D
en Stellungnahmen des RAD im Sinne von Art. 49 Abs. 3
IVV
der Verordnung übe
r
die Invalidenversicherung (IVV) k
ommt Beweiswert zu, wenn sie den
all
ge
mei
nen
beweisrechtlichen Anforderungen an einen ärztlichen Bericht
(BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c)
genü
gen (
vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichtes 9C_838/2012 vom 2
6.
November 2012 E. 2.2.1 mit Hinweisen).
1.
6
Für die Beurteilung der Gesetzmässigkeit der angefochtenen Verfügung
ist
für das Sozialversicherungsgericht in der Regel der Sachverhalt massgebend, der zur Zeit des Erlasses des angefochtenen Verwaltungsaktes gegeben war. Tatsa
chen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung bilden (BGE 130 V 138 E. 2.1 mit Hinweis). Sie können indessen, unter Wahrung des rechtlichen Gehörs, berücksichtigt werden, wenn sie kurze Zeit nach dem Erlass des angefochtenen Entscheids eingetreten sind, sich ihre Beachtung aus prozessökonomischen Gründen unbedingt aufdrängt und sie hinreichend klar feststehen (BGE 105 V 156 E. 2d; ZAK 1984 S. 349 E. 1b). Dies ist der Fall, wenn sie mit dem Streitge
genstand in engem Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die Beurtei
lung im Zeitpunkt des
Entscheiderlasses
zu beeinflussen (BGE 99 V 98 E.
4 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die
Beschwerdegegnerin
hielt im angefochtenen Entscheid fest, die medizini
schen Abklärungen hätten ergeben, dass sich nach dem Unfall
vom 2. Juni 2012
zwar eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes ergeben habe, diese jedoch weiterhin eine volle Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit ermögliche. Die Verschlechterung des Gesundheitszustandes betreffe ausschliesslich die Schulter, weshalb weiterhin am in der Verfügung vom 12. März 2012
aufgeführten
Belastungsprofil
festgehalten werde (leichte sitzende, stehende oder wechselbelastende Tätigkeiten ohne Arbeiten über Schulterniveau bei einer
endgradig
eingeschränkten Schulterbeweglichkeit rechts und ohne Heben von Lasten mit der rechten oberen Extremität). Der Invaliditätsgrad betrage weiterhin 19 % (Urk. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer w
andte
dagegen im Wesentlichen ein, das
Beschwerde
bild
habe sich erheblich verstärkt, sei doch die rechte Schulter praktisch nicht mehr funktionsfähig und der rechte Arm auch in einer leidensangepassten Tätigkeit kaum mehr einsetzbar. Zusätzlich liege eine objektivierte
Schmerz
problematik
neu
auch in der linken Schulter vor, welche ebenfalls zu einer erheblichen Einschränkung der Arbeitsmöglichkeiten führe. Kombiniert mit den ebenfalls bildgebend nachgewiesenen Ursachen für regelmässige
Schmerzatta
cken
der Halswirbelsäule sei nicht nur die Funktionsfähigkeit beider oberen Extremitäten schwerwiegend beeinträchtigt, sondern auch das Konzentrations- und Durchhaltevermögen sowie die Fähigkeit, sich auf eine Tätigkeit irgendwel
cher Art sinnvoll zu konzentrieren. Eine vollzeitige Einsatzfähigkeit mit voller Leistung sei nicht mehr gegeben. Zusätzlich seien zum heutigen Zeitpunkt auch die Auswirkungen des krankhaften Bluthochdrucks sowie der Zuckerkrankheit genauer abzuklären. Ohne weitere Abklärungsmassnahmen sei es jedoch aus
geschlossen, die Einsatzmöglichkeiten zu bestimmen (Urk. 1
S. 5
ff.).
2.3
Die
Beschwerdegegnerin
hielt in ihrer Vernehmlassung vom 24. Oktober 2013 fest, im Arztbericht der Klinik
Z._
vom 28. August 2013 werde eine unveränderte Situation festgehalten.
Aus dem Bericht
gehe keine Verschlechte
rung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers hervor. Die Einschätzung der Restarbeitsfähigkeit von nunmehr lediglich 20 % in einer angepassten Tätigkeit sei unbegründet und nicht nachvollziehbar. In der kreisärztlichen Untersuchung vom 29. August 2013 sei eine Arbeitsfähigkeit von 100 % in angepasster Tätigkeit festgehalten worden. Dabei sei die Einschränkung der lin
ken Schulter im Belastungsprofil mitberücksichtigt worden (Urk. 10).
3.
3.1
Hinsichtlich des medizinischen Sachverhalts bis zur in Rechtskraft erwachsenen Verfügung
der Beschwerdegegnerin
vom
12. März 2012
kann auf die
versiche
rungsinterne
Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 6. Dezember 2011
verwiesen werden. Dieser hielt
unter Hinweis auf die damals vorliegenden Arztberichte, name
ntlich diejenigen der Orthopädi
e und der Rheumatologie
d
er Klinik
Z._
vom 1
8.
Oktober resp. 2
6.
August 2011,
fest,
der Beschwerdeführer
leide
an chronischen Nackenschmerzen mit Aus
strahlung über den rechten Schultergürtel bei ausgeprägten spondylotischen
Foraminalstenosen
C5/6 und C6/7 links sowie Schulteroperationen rechts vom 23. November 2009 (AC-Gelenksresektion) und vom 1. Oktober 2010 (
arthro
skopische
Revisions-OP mit Re-Rekonstruktion der
Supraspinatussehne
).
Es
bestehe eine volle Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als Gipser seit November 200
9.
In einer angepassten Tätigkeit sei aus
versicherungs
medizini
scher
Sicht, abgesehen von kurzzeitigen Arbeitsunfähigkeiten seit November 2009 (postoperative
Rekonvaleszenzzeiten
) nicht von einer dauerhaften Arbeits
unfähigkeit auszugehen. Das Belastungsprofil entspreche einer leichten sitzen
den, stehenden oder wechselbelastenden Tätigkeit, ohne Arbeiten über
Schul
terniveau
bei einer
endgradig
eingeschränkten Schulterbeweglichkeit rechts und ohne Heben von Lasten mit der rechten oberen Extremität (Urk. 11/53/7).
Gestützt darauf verneinte die
Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 12. März 2012 einen Rentenanspruch bei einem Invaliditätsgrad von 19 % (Urk. 11/66).
3.
2
3.2
.1
Im Zeitpunkt der rentenabweisenden Verfügung vom 2
5.
Juli 2013 (
Urk.
2) lagen der Beschwerdegegnerin im Wesentlichen die folgenden ärztlichen Berichte und Stellungnahmen vor:
3.2.2
Dr.
med.
A._
, leitende Oberärztin Rheumatologie der Klinik
Z._
, diagnostizierte in ihrem Bericht vom
2.
Mai 2012 betreffend die Konsultation vom 2
5.
April
2012 eine Bursitis
subacromiali
s
/
subdeltoidea
links, ein chroni
sches
cervicospondylogenes
/-vertebrales Schmerzsyndrom rechts sowie einen Status nach Schulter-Arthroskopie rechts, Tenotomie und
Tenodese
der Bizeps-Sehne,
subacromiale
Bursektomie
und
Adhäsiolyse
sowie Re-Rekonstruktion der
Supraspinatussehne
am
1.
Oktober 201
0.
Seit ca. vier Wochen stünden für den Beschwerdeführer linksseitige Schulterschmerzen im Vordergrund. Bei Persis
tenz der linksseitigen Schulterschmerzen sei eine erweiterte Bildgebung ins Auge zu fassen. Insgesamt erscheine die Gesamtsituation jedoch komplex und der Verlauf
chronifiziert
. Die Schmerzschwelle scheine relativ tief zu sein, womit möglicherweise ein Hinweis für eine
dysfunktionelle
Komponente bestehe. Sicherlich müssten auch die ungünstigen Umgebungs-Kontextfaktoren mitberücksichtigt werden: schwere körperliche Tätigkeit, Alter des Beschwerde
führers, abgelaufene Taggeldversicherung und auch noch ausstehende Taggeld
zahlungen des früheren Arbeitgebers. Ein IV-Begehren sei noch
hängig
. Aktuell sei der Beschwerdeführer beim RAV angemeldet. Die Arbeitssuche als Gipser zu 50
%
gestalte sich jedoch als aussichtslos (Urk. 11/72/13).
3.2.3
In ihrem Schreiben an die damalige Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers vom 2
9.
August 2012 führte
Dr.
A._
aus,
es bestehe eine erhebliche Ver
schlechterung des Gesundheitszustandes
nach einem Sturz mit Luxation der rechten Schulter am 2. Juni 2012 sowie einer Verschlimmerung der
Schmerzsi
tuation
der linken Schulter. Die Verschlechterung des Gesundheitszustandes
wirke sich auf die Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers
aus. Die bisherige Arbeitstätigkeit als Gipser sei dem Beschwerdeführer nicht mehr zumutbar. Überkopfarbeiten, das Tragen und Heben von bereits leichten Gewichten (ab 5
kg)
sollten
nicht mehr durch
geführt werden
.
Eine körperlich leichte, mit Vorteil sitzende Arbeitstätigkeit
sollte
theoretisch zumutbar
sein
, entspreche jedoch nicht der Ausbildung des Beschwerdeführers. Eine neue richtungs
weise
nde
Ver
änderung des Gesundheitszustandes sei in absehbarer Zeit aus Sicht der behan
delnden Ärzte an der Klinik
Z._
nicht zu erwarten (
Urk. 11/
72/1).
3.2.4
Dr.
med.
B._
, Oberarzt Orthopädie der Klinik
Z._
, hielt in seinem Schreiben an die damalige Rechtsvertreterin des Beschwerdeführer
s
vom 24. September 2012 fest, seit der Schulterluxation vom
2.
Juni 2012 bestehe eine deutliche Funktionsverschlechterung. Es sei von einer erheblichen Beein
trächtigung der Schulterfunktion rechts auszugehen. Er gehe nicht davon aus, dass sich im weiteren Verlauf die Kraftverhältnisse besserten. Insofern sei die Arbeitsfähigkeit resp. die Belastbarkeit für körperlich beanspruchende Tätigkei
ten stark reduziert (
Urk.
11/75).
3.2.5
RAD-Arzt
pract
. med.
C._
, Facharzt für Arbeitsmedizin, hielt in seinen Stellungnahmen vom 2
7.
September und 2
5.
Oktober 2012 fest, den seit der letzten RAD-Stellungnahme vom
6.
Dezember 2011 neu eingereichten
Arztbe
richten
sei zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer neu zusätzlich an den Diagnosen eines Status nach traumatischer
ventrokaudaler
Schulterluxation rechts am
2.
Juni 2012, eines Status nach geschlossener Reposition am gleichen Tag sowie einer Bursitis
subacromialis
/
subdeltoidea
links leide. Eine Ver
schlechterung des Gesundheitszustandes, vor allem der rechten Schulter, sei eingetreten. Es bestehe eine dauerhafte 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der bis
herigen Tätigkeit als Gipser. In einer angepassten Tätigkeit bestehe (abgesehen von kurzzeitigen Arbeitsunfähigkeiten bedingt durch das Unfallereignis) eine volle Arbeitsfähigkeit mit folgendem Belastungsprofil: körperlich leichte, mit Vorteil sitzende Arbeitstätigkeit (
Urk.
11/77).
3.2.6
Dr.
B._
führte in seinem – vom Beschwerdeführer im Rahmen des
Vorbescheid
verfahrens
eingereichten – Bericht vom 1
5.
Mai 2013
die folgenden Di
agnosen auf (Urk. 11/
87
):
Re-Ruptur
Supraspinatussehne
rechts mit hochgradiger Ausdünnung der Sehne, muskuläre Atrophie
Status nach traumatischer
ventro-caudaler
Schulterluxation rechts am 02.06.12 (Sturz auf Treppe)
Status nach
atraumatischer
Reluxation
anteroinferior
rechts am 20.10.12; Reposition
D._
, konservative Behandlung in
Gilchrist
-Verband
Status nach geschlossener Reposition am 02.06.12 (Kurznarkose,
D._
)
Status nach Schulter-Arthroskopie rechts, Tenotomie und
Tenodese
der Bizeps-Sehne,
subacromiale
Bursektomie
und
Adhäsiolyse
, Re
Rekonstruktion der
Supraspinatussehne
(Speed-Bridge) am 01.10.2010 bei
Re-Ruptur der
Supraspinatussehne
rechts mit Instabilität der Bizeps
longus
-Sehne
Status nach offener
Rotatorenmanschetten
-Rekonstruktion,
Défilée
-Erweiterung und AC-Resektion rechts am 23.11.2009
Tendinopathie
Supraspinatus
- und
Subscapularissehne
links mit partiel
ler Ablösung vom
Tuberculum
majus
bzw. minus (
Arthro
-MRI 28.09.12)
Mediale Subluxation der langen
Bizepssehne
Impingementsymptomatik
Chronisches
cervicospondylogenes
/-vertebrales Schmerzsyndrom rechts
MRI HWS vom 20.04.2011: ausgeprägte spondylotische
Foraminalstenosen
C5/6 und C6/7 links mit multisegmentalen leicht
gradigen degenerativen Veränderungen
Als Nebendiagnosen wu
rden
von
Dr.
B._
eine arterielle Hypertonie sowie
ein Diabetes mellitus Typ 2 genannt
.
Klinisch bestehe links eine
subacromiale
Impingementsymptomatik
. Allerdings könne radiologisch keine typische
Outlet
impingementkonstellation
nachgewiesen werden. Der
Subacromialraum
sei
ossär
genügend weit, so dass er –
Dr.
B._
– sich von einer operativen Inter
vention im Sinne einer
subacromialen
Dekompression nur wenig Erfolg ver
spreche. Er empfehle die Fortsetzung mit konservativen Therapiebemühungen. Für den Beschwerdeführer bestehe eine belastende Situation aufgrund von aus
stehenden Zahlungen der Versicherungen. Die Arbeitsfähigkeit könne seines Erachtens sicher nicht gesteigert werden, so dass hier möglichst bald eine defi
nitive Lösung gemeinsam mit der Invalidenversicherung gesucht werden sollte (
Urk.
11/87 =
Urk.
11/93/90-93).
3.2.7
RAD-Arzt
Dr.
C._
hielt in seiner neuerlichen Stellungnahme vom 2
5.
Juli 2013 fest, im Verlaufsbericht von
Dr.
B._
vom 1
5.
Mai 2013 würden keine neuen medizinischen Tatsachen genannt, die Arbeitsfähigkeit könne sicher nicht mehr gesteigert werden. Somit gelte aus versicherungsmedizinischer Sicht weiterhin: 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als Gipser seit Juni 2012 (Unfalldatum), 100%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit (seit jeher, abgesehen von kurzzeitigen Arbeitsunfähigkeiten bedingt durch das Unfallereignis). Es sei das Belastungsprofil gemäss RAD-Stellungnahme vom 2
7.
September 2012 zu übernehmen. Aus versicherungsmedizinischer Sicht sei das Prüfen von beruflichen Massnahmen dringend zu empfehlen (
Urk.
11/88/2).
3.3
3.3.1
In den Unfallakten, welche die SUVA der Beschwerdegegnerin nach Erlass der angefochtenen Verfügung hatte zugehen lassen (
Urk.
11/93), befinden sich im Wesentlichen die folgenden weiteren Arztberichte:
3.3.2
Dr.
A._
hielt in ihrem Bericht an die SUVA vom 2
9.
April 2013 bei gleichen Diagnosen wie im Bericht von
Dr.
B._
vom 1
5.
Mai 2015 (
Urk.
11/87) fest, es liege seit der letzten Konsultation vom 1
8.
Februar 2013 wie auch schon früher ein im Wesentlichen unveränderter Verlauf mit starken Schmerzen in beiden Schultern, rechts deutlich ausgeprägter, vor. Klinisch seien die Bewegungen der
rechten Seite zumindest teilweise schmerzbedingt vor allem über der Horizon
tale praktisch nicht möglich und mit einer vom Beschwerdeführer ein
genommenen Abwehrhaltung begleitet. Rechts bestehe eine diffuse
Druck
schmerzhaftigkeit
über der ganzen Schulter vor allem dorsal, links vor allem im ventralen Kapselanteil. Das AC-Gelenk links sei schmerzhaft. Die passive Beweglichkeit links sei uneingeschränkt, rechts Abduktion ab 130°, Elevation ab 150° schmerzhaft. Das
Impingement
sei links positiv und rechts nicht
beurteil
bar
. Aus medizinischer Sicht sei mehrfach festgehalten worden, dass dem Beschwerdeführer sicherlich die angestammte Arbeitstätigkeit als Gipser nicht mehr zugemutet werden könne. Für eine sehr leichte, von Vorteil sitzende Arbeitstätigkeit ohne repetitive Aktionen, ohne Arbeiten über der Horizontalen, ohne Heben von Gewichten über 5 Kilogramm sowie ohne Tätigkeiten, welche mit Zwangspositionen/Zwangshaltungen verbunden seien, sei der Beschwerde
führer zu 20
%
arbeitsfähig (
Urk.
11/93/96-100).
3.3
.
3
Dr.
A._
ergänzte im Bericht vom 28. August 2013
(Urk. 7/3 = Urk. 11/93/27 f.)
die bisher ges
tellten Diagnosen
durch die Diagnose eines Ver
dachts auf eine chronische Schmerzsymptomatik (generalisierte
muskuloske
lettale
Schmerzen) sowie die Nebendiagnose einer
Nephrolithiasis
. Sie hielt fest, es liege eine unveränderte Situation vor, welche aufgrund der chronischen Schmerzproblematik sowie de
r
sozia
len Auswirkungen schwierig sei.
Die Beur
teilung der Arbeitsfähigkeit sei unverändert (0 % als
Gipser, medizinisch-theo
retisch
20 % für eine leichte, wechselbelastende
Arbeits
tätigkeit
, ohne Arbeiten über der Horizontalen, in Zwangshaltungen der Halswirbelsäule und des Schul
tergürtels und ohne Heben und Tragen von Lasten über 5 kg).
3.3.
4
D
er Kreisarzt Dr. med.
E._
, Facharzt FMH für Chirurgie, untersuchte den Beschwerdeführer
am 29. August 2013 im Auftrag der SUVA
.
Dr.
E._
hielt in seinem gleichentags erstellten Bericht
(Urk. 11/93/22)
fest
,
der Beschwerdeführer habe berichtet, in der rechten Schulter stets Beschwerden zu haben und stets einen Gurt tragen zu müssen. An der linken Schulter habe er einen Tag zuvor eine Spritze erhalten; deren Wirkung halte jeweils zwei bis vier Wochen an.
Zudem verspüre er auch Beschwerden im Nacken.
Der Beschwer
deführer sei mit einer Schulterbandage rech
ts erschienen. Er sei mit einem Auto mit Automatikgetriebe hergefahren.
Dr.
E._
führte sodann aus,
bei seiner
unfallversicherungsmedizinischen
Beurteilung sei die linke Schulter, welche unfallkausal nicht zur Diskussion stehe, nicht zu berücksichtigen beziehungsweise als voll einsatzfähig zu betrachten. Aufgrund der aktuellen Befunde sei dem Beschwerdeführer eine leichte Tätigkeit mit maximal zu hantierenden Lasten bis T
aillenhöhe von
10
kg, bis Brusthöhe von 5 kg zumutbar. Überkopfarbeiten, die den Einsatz bei
der oberen Extremitäten erforderten, seien nicht mehr möglich. Tätigkeiten, welche mit Impulswirkungen verbunden seien
,
sowie Arbeiten mit stossenden oder vibrierenden Geräten seien ungeeignet. Aufgrund einer vermehrten Ermü
dbarkeit der rechten dominanten Extremität sei dem
Beschwerdeführer
zusätz
lich zu den üblichen Pausen je eine zusätzliche Pause am Morgen und am Nachmittag von je 15 Minuten zu
gewähren (Urk. 11/93/25).
3.3.5
Den besagten Unfallakten ist im weiteren zu entnehmen, dass die SUVA
dem Beschwerdeführer
am 23. September 2013 mit
teilte
, gestützt auf die Ergebnisse der kreisärztlichen Untersuchung vom 29. August 2013 sei von keiner wesentlichen Besserung der Folgen des Unfalles vom 2. Juni 201
2
mehr auszugehen. Der Schadenfall werde unter Übernahme der bisherigen Heilkosten mit aktuellem Datum abgeschlossen
. Ob und in welchem Rahmen ihm ab dem 2
3.
September 2013 weitere Leistungen zustünden, werde geprüft
(Urk. 11/93/8
f.). Für die verbleibende Beeinträchtigung wurde
dem Beschwerdeführer
daraufhin
mit Verfügung vom 24. September 2013 eine Integritätsentschädigung von Fr. 16‘380.--, aus
gehend von einer
Integritäts
einbusse
von 13 %, ausgerichtet (Urk. 11/93/6 f.
; vgl. auch
Urk.
14/5 [SUVA-Rente von 23
%
]
).
4.
4.1
Der
beschwerdeweisen Überprüfung ist der Sachverhalt zugrunde
zu legen
, wie er sich der Verwaltung im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung
(
25. Juli 2013
,
Urk.
2)
dar
bot (E. 1.
6
).
I
n den
genannten
SUVA
-
Akten finden sich
nun aber
Unterlag
en jüngeren Datums (Urk. 11/93/6
-31).
Ebenso datieren d
ie im Beschwerdeverfahren neu aufgelegten Unterlagen
(vgl. Urk. 7/1-4, Urk. 14/1-6 und Urk. 18)
nach der Rentenabweisung.
Diese sind -
falls
relevant -
nur soweit zu berücksichti
gen, als sie Umstände belegen, die sich vor Erlass des angefoch
tenen Entscheids ereignet haben, was auf die
Berichte von
Dr.
A._
vom 28. August 2013
(Urk. 7/3
= Urk. 11/93/27
f.
)
sowie des Kreisarztes Dr.
E._
vom 2
9.
August 2013
(
Urk. 11/93/20 ff.)
zutrifft
.
4.2
Eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes
des Beschwerdeführers
seit Erlass der in Rechtskraft erwachsenen Verfügung vom 12. März 2012
ist auf
grund der Aktenlage ausgewiesen und
wurde von der
B
eschwerdegegnerin
aus
drücklich anerkannt
(Urk. 2)
.
Verschlechternd wirkt sich
zum einen
die neu diagnostizierte
Tendinopathie
der
Supraspinatus
- und
Subscapularissehne
links mit partieller Ablösung vom
Tuberculum
majus
bzw. minus aus. Zum anderen führte der am 2. Juni 2012 erlittene Unfall mit Gelenksluxation zu einer Ver
schlechterung
der Symptomatik in
der rechten Schulter
.
Dies wirkt sich auf das Belastungsprofil aus, worauf später noch einzugehen ist.
4.3
Unbestritten ist, dass dem Beschwerdeführer die bisherige Tätigkeit als Gipser nicht mehr zumutbar ist.
4.4
4.4.1
Was
die Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers
in einer leidensangepassten Tätigkeit
a
nbelangt,
liegen unterschiedliche Beurteilungen vor.
4.4.2
Die Beschwerdegegnerin stützt ihre Auffassung, wonach in einer angepassten Tätigkeit – nach wie vor - eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bestehe, auf die Ein
schätzung von RAD-Arzt
C._
in den genannten Stellungnahmen vom 2
7.
September 2012 und vom 2
5.
Juli 2013 (
Urk.
11/77 und
Urk.
11/88). Wie die nachfolgenden Ausführungen zeigen, besteht kein Grund, diese Ein
schätzung in Frage zu stellen.
4.4.3
Zunächst steht die Einschätzung von RAD-Arzt
C._
mit den von Dr.
A._
und
Dr.
B._
in den genannten Schreiben vom 2
9.
August und 24. September 2012 (
Urk.
11/72/1
und
Urk.
11/75) vorgenommenen Beurtei
lungen überein:
Dr.
A._
hatte damals ausdrücklich festgehalten, dass dem Beschwerdeführer eine körperlich leichte, mit Vorteil sitzende Tätigkeit zumut
bar sein sollte (
Urk.
11/72/1);
Dr.
B._
hatte – dementsprechend – lediglich die Arbeitsfähigkeit resp. Belastbarkeit des Beschwerdeführers für körperlich bean
spruchende Tätigkeiten als stark reduziert bezeichnet.
In der Folge hat
Dr.
A._
in ihren Berichten vom 29. April und 2
9.
August 2013 ohne jegliche Begründung nur noch eine 20%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit attestiert. Diese Einschätzung erscheint nicht nachvoll
ziehbar, zumal sich in ihren Berichten keine Anhaltspunkte dafür finden, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit dem genannten Schrei
ben vom 2
9.
August 2012 objektiv massgeblich verschlechtert haben könnte. Vielmehr wies
Dr.
A._
im Bericht vom 2
9.
April 2013 ausdrücklich darauf hin, dass der Verlauf seit der letzten Konsultation vom Februar 2013 wie auch schon früher im Wesentlichen unverändert sei (Urk. 11/93/96-100). Auch im Bericht vom 2
8.
August 2013 bezeichnete sie die Situation als unverändert (Urk. 11/93/27-28). Es entsteht daher der Eindruck, dass
Dr.
A._
bei ihrer neuen Einschätzung massgeblich auf die
subjektiven
Angaben des Be
schwer
de
führers abgestellt hat.
Dr.
B._
hat in seinem Bericht vom 15. Mai 2013 lediglich bemerkt, dass die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers seines Erachtens nicht mehr gesteigert werden könne (Urk. 11/87).
Die Angaben von
Dr.
A._
und
Dr.
B._
stehen der Annahme einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit deshalb nicht entgegen, zumal auch der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen ist, dass behandelnde Ärzte und Ärztinnen mitunter im Hin
blick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc).
4.4.4
Dr.
E._
untersuchte den Beschwerdeführer am 29. August 2013 eingehend
und
in Kenntnis der Aktenlage.
Bei der Befunderhebung ergab sich bei der lin
ken Schulter im Vergleich zur rechten Schulter bei praktisch sämtlichen Tests eine geringere Einschränkung in der Funktionsfähigkeit. Bei der linken Schulter war der
Jobe
Test zudem nicht konklusiv prüfbar und der
Bizepssehnentest
wurde als fraglich positiv bewertet (Urk. 11/93/22 f.), was auf eine
Selbstlimi
tierung
des Beschwerdeführers hindeutet. Aufgrund der aktuellen Befunde und u
nter ausschliesslicher Berücksichtigung der rechten Schulterproblematik
ging
Dr.
E._
schliesslich
von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit
des Beschwerde
führers
in angepasster Tätigkeit
aus, wobei
diesem
innerhalb des
Belastungs
profils
aufgrund einer vermehrten Ermüdbarkeit der rechten dominanten Extremität zusätzlich zu den üblichen Pausen je eine zusätzliche Pause am Morgen und am Nachmittag von je 15
Minuten zu
gewähren
sei
(Urk. 11/93/25).
Es kann zwar nicht unbesehen auf die Einschätzung von
Dr.
E._
zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers abgestellt werden, da er lediglich die unfallkausale Beeinträchtigung der rechten Schulter zu beurteilen hatte.
Dennoch
untermauern
seine Befunde sowie seine nachvollziehbaren Schluss
folgerungen
die Einschätzung von RAD-Arzt
C._
.
Insbesondere ist nicht einzusehen, weshalb die linke Schulter - mit Bedacht auf eine geringere Funktionseinschränkung - einen grösseren Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit haben sollte als die rechte Schulter.
4.5
Nach dem Gesagten
steht daher mit dem im Sozialversicherungsrecht mass
gebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass dem
Beschwerdeführer
seit der rentenabweisenden Verfügung vom 1
2.
März 2012 zumindest bis zum massgeblichen Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung
abgesehen von nicht relevanten kurzzeitigen Arbeitsunfähigkeiten bedingt durch das Unfallereignis - eine angepasste Tätigkeit stets zu 100
%
zumutbar war, wobei sich jedoch das Belastungsprofil verändert hat und entsprechend
dem Bericht
von Dr.
A._
vom 29. August 2012 sowie dem Bericht
des Kreisarztes
Dr.
E._
vom 29. August 2013
zu
präzisieren ist
.
Demnach sind
dem Beschwerdefü
hrer
leichte sitzende
, s
tehende oder
wechselbelastende
Tätigkeit
en
ohne Arbeiten über Schulterniveau und ohne Heben von Lasten mit der rechten oberen Extremität
sowie ohne Heben und Tragen von leichten Gewichten (ab 5 kg) mit der linken oberen Extremität
zumutbar
.
Weiter
sind Tätigkeiten, welche mit Impulswirkungen verbunden
sind
,
sowie Arbeiten mit stossenden oder vibrierenden Geräten ungeeignet. Aufgrund einer vermehrten Ermüdbarkeit der rechten
dominanten Extremität sind
dem Versicherten zusätzlich zu den üblichen Pausen je eine zusätzliche Pause am Morgen und am Nachmittag von je 15 Minuten zu
gewähren
(Urk. 11/66/2
,
Urk. 11/
72/1
und
Urk. 11/93/25
)
.
4.6
Anzumerken bleibt Folgendes:
Der Beschwerdeführer erlitt
am 12. November 2013
und damit nach Erlass der angefochtenen Verfügung
eine weitere Luxation der rechten Schulter
(Urk. 14/3
). Die
von den Parteien eingereichten
Eingaben vo
m 19. Juni 2014 (Urk. 13),
vom 9. März 2015 (Urk. 17)
sowie vom 17. März 2015 (Urk. 21)
,
in welchen
vorwiegend
auf den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers nach
dem
Ereignis
vom 12. November 2013
eingegangen
wird
, sind
damit
im Rahmen des vorliegenden Verfahrens
nicht zu berücksichtigen (vgl. E. 1.
6
sowie 4.1). Dasselbe gilt für die
den Eingaben
beigelegten
Unterlagen
(Urk. 14/1-6
und Urk. 18
)
.
Ein
Beizug
der vollständigen SUVA-Akten, wie dies der Beschwerdeführer beantragte (Urk. 13), erübrigt sich somit.
4.7
Am Rande sei vermerkt, dass
die kreisärztliche Untersuchung
von Dr. med.
F._
, Facharzt FMH für Orthopädie,
vom 19. August 2014
die Einschätzung des Kreisarztes
Dr.
E._
nicht in Frage zu stellen
scheint
.
Dr.
F._
hielt in seinem Bericht vom 19. August 2014 unter anderem fest, die Funktionseinschränkungen des linken Schultergelenks seien im Seitenvergleich zu rechts deutlich geringer (und unfallfremd). Es sei eine erhebliche Selbstlimitierung bei der Kraftmessung des Faustschlusses und beim
Pinchgriff
feststellbar. Ferner finde sich eine Inkonsistenz bei der Abduktion des rechten Schultergelenks während der Messung der aktiven
Bewegungs
funktionen
(45° Abduktion) und beim abgespreizten Halten des rechten Oberarms im Schultergelenk während der Umfangmessung der oberen Extremitäten (60°). Muskuläres Gegenspanne
n
sei zudem bei der Prüfung der aktiven Retroversion rechts offensichtlich geworden. Aufgrund
seiner
Untersuchung und aufgrund des Vergleichs
seiner
Untersuchungsergebnisse mit denen der kreisärztlichen Untersuc
hung vom 29. August 2013 ging Dr.
F._
von einer vollschichtigen Arbeits
fähigkeit mit unveränderten Ein
schränkungen aus (Urk. 18 S. 8).
Dr.
F._
änderte damit seine Einschätzung vom 17. April 2014 zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers (60 %
angepasst
; Urk. 14/6). Damals
habe er die Arbeitsfähigkeit bloss aufgrund der Aktenlage beurteilt (Urk. 18 S. 9).
Es kann somit festgehalten werden, dass
Kreisarzt
Dr.
F._
s
elbst nach einer erneuten
L
uxation
der rechten Schulter
von derselben Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers aus
gegangen ist
wie
Dr.
E._
am
29. August 201
3.
4.
8
Weitere Abklärungen sind
im Rahmen des vorliegenden Verfahrens
nicht angezeigt.
Dies gilt auch in Be
zug auf den Bluthochdruck,
die Zuckerkrankheit
sowie die
Nephrolithiasis
, welche als
behandelbare
Nebendiagnosen keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit haben.
5.
5.1
Aufgrund der Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Beschwerde
führers, welche sich im Belastungsprofil auswirkt, ist ein neuer
Einkommens
vergleich
vorzunehmen.
5.2
Gemäss Auszug aus dem individuellen Konto
(IK-Auszug)
verdiente
der Beschwerdeführer im Jahr 2009 Fr. 75‘900.-- (Urk. 11/86/1), was über dem von der Arbeitgeberin angegebenen Lohn für das Jahr 2009 (Fr. 74‘100.--) lag (vgl. den von der Arbeitgeberin ausgefüllten Fragebogen vom 18. Mai 2010; Urk. 11/20/2 f.).
Auf
das höhere Einkommen gemäss
dem IK-Auszug
kann
für die Bemessung des
Valideneinkommens
ab
gestellt werden
; dies tat auch
die Beschwerdegegnerin in ihrer rentenabweisende
n Verfügung vom 12. März 2012
(Urk. 11/66/1 f.).
Das E
inkommen aus dem Jahr 2009
ist
an die im Jahr 201
3 (frühester möglicher Zeitpunkt des Rentenbeginns; vgl.
Art.
29
Abs.
1 IVG, welcher auch bei einer Neuanmeldung Anwendung findet [Urteil des Bundes
gerich
tes 9C_160/2012 vom 6. Juni 2012 E. 4.1.3])
geltende
Nomina
l
lohn
entwicklung
anzupassen
(vgl.
die Volkswirtschaf
t
3/4-2015,
S. 89, Tabelle B 10.3)
.
Es
ergibt sich
somit
ein
Valideneinkommen
von Fr.
7
8
‘
316
.
--
(Fr. 75‘900.
:
2136 [Indexstand 2009] x 2
204
[Indexstand 201
3
]).
5.3
Nachdem dem Beschwerdeführer aufgrund seiner Erkrankung die Arbeitsstelle
gekündigt worden ist (Urk. 11/44
) und er seither keine Erwerbstätigkeit mehr aufgenommen hat, ist zur Ermittlung des Invalideneinkommens auf statistische Werte abzustellen. Hierzu
sind die Tabellenlöhne ge
mäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch heraus
gegebenen
Lohnstruk
turer
hebungen
(LSE) heran
zuziehen. Angesichts der Aus
bildung des Beschwerdeführers
ist auf den Lohn für Hilfsarbeiten (Zentralwert),
Anforderungsniveau 4,
abzustellen
und somit von einem
standardisierten monatlichen Einkommen
von Fr. 4‘901.-- auszu
gehen (LSE 2010, S. 26
, Tabelle TA1
, TOTAL, Niveau 4
)
, welches unter
Berücksichti
gung der durchschnittlichen Arbeitszeit
im Jahr
201
0
von 41,
6
Stunden pro Woche
(Die Volkswirtschaft,
3/4-2015
,
S. 88,
Tabelle B 9.2
, A-S
)
sowie der
Nominal
lohnentwicklung
bis in
s
Jahr
201
3
auf ein Ja
hres
einkommen für eine 100
%ige Tätigkeit hochzurechnen ist. Es resultiert ei
n Jahreseinkommen von Fr.
62
‘
701
.
--
(
Fr. 4‘901.
-- :
40 x 41,
6
x 12
: 2150 x 2
204
).
Angesichts der
nur noch
beschränkten Einsatzfähigkeit der Schultern, insbesondere der rechten Schulter, sowie der
erforderlichen
zusätzlichen Pausen am Morgen und am Nachmittag von je 15 Minuten rechtfertigt sich ein Abzug
vom errechneten Jahreseinkommen im Umfang
von
allerhöchstens
20 %
. Weitere persönliche oder berufliche Merkmale, welche sich auf die Lohnhöhe im Anforderungsniveau 4 auswirken könnten (vgl. BGE 126 V 75), sind nicht er
sicht
lich.
Es resultiert ein Invalideneinkommen von Fr.
50
‘
161
.
-- (Fr.
62
‘
701
.
--
x 0.8).
5.4
B
ei einem Vergleich des
Valideneinkommens
von
Fr. 7
8
‘
316
.
--
mit dem
Invaliden
einkommen
von
Fr.
50
‘
16
1
.
--
resultiert
eine Erwerbseinbusse von
Fr.
2
8
‘
155
.--, was einem Invaliditätsgrad von gerundet 36 %
entspricht.
Bei einem
Invalidi
tätsgrad von 36
%
besteht
nach wie vor
kein Rentenanspruch.
Damit ist die angefochtene Verfügung im Ergebnis nicht zu beanstanden und die Beschwerde abzuweisen.
6
.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 600.-- festzulegen und ausgangsgemäss vom Beschwerdeführer zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).