Decision ID: bc56b8a7-ff83-5bd1-a866-e42f5e297236
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._,
geboren 1960, besuchte fünf Jahre die Primar- sowie drei Jahre die Sekundarschule im Iran
und schloss
in Dänemark
die
Ausbildung zum Schlosser ab
(vgl. Urk. 10/4 Ziff. 1 und 5). Nachdem er im Jahr
2002 in
die Schweiz ein
gereist war
, war er vor allem an den Wochenenden
als Aushilfe in der Kinder
betreuung
in einem Behindertenheim tätig, was er im Jahr 2012 wegen starker Rückenschmerzen
aufgab
. Zuletzt war
in einem Beschäftigungsprogramm des Sozialamtes in der Demontage von Computern beschäftigt (vgl. Urk. 10/48 S. 44).
Unter Hinweis auf Gelenk- und Rückenprobleme sowie Depression/psychische Probleme meldete sich der Versicherte am 9. August 2012 bei der Invaliden
ver
sicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 10/4). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab und holte beim
Y._
ein polydis
ziplinäres Gutachten ein, das am 9. Juni 2015 (Urk. 10/48) erstattet
sowie
am 24. August 2015 (Urk. 10/5
2
)
und
am 15. August 2016 (Urk. 10/70) ergänzt
wurde.
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk. 10/31, Urk. 10/33, Urk. 10/55,
Urk. 10/59, Urk. 10/62, Urk. 10/67, Urk. 10/78 und Urk. 10/84) verneinte die IV-Stelle
mit Verfügung vom 6. Juni 2017 (Urk. 2) einen Rentenanspruch.
2.
Dagegen erhob der V
ersicherte am 7. Juli 2017 (Urk.
1) Beschwerde mit
den
An
trägen, es
sei
die Verfügung vom 6. Juni 2017 aufzuheben und
es sei
ihm eine Invalidenrente zuzusprechen; eventualiter seien ergänzende medi
zinische Abklä
rungen vorzunehmen.
Zudem beantragte er
die
Gewährung der unentgeltlichen Pro
zessführung (S. 2).
Am 14. August 2017 (Urk. 6) reichte er ein ausgefülltes Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit sowie eine Sozialhilfeempfangsbestätigung der Sozialen Dienste der Gemeinde Z._ ein (Urk. 7-8).
Die
IV-Stelle
beantragte am 13. September 2017 (Urk. 9)
die
Abweisung der Be
schwerde, was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 19. September 2017 (Urk. 11) zur Kenntnis gebracht wurde.
Am 11. Dezember 2017 (Urk. 12) reichte der Beschwerdeführer ergänzende medi
zinische Berichte ein (Urk. 13/1-3). Die Beschwerdegegnerin verzichtete a
m 15. Janu
ar 2018 (Urk. 15)
auf eine diesbezügliche Stellungnahme.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[
ATSG
]
)
. Sie kann Folge von Geburts
ge
brechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung [
IVG
]
)
. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E. 5.4).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte in ihrer rentenabweisenden Verfügung vom 6. Juni 2017 (Urk. 2) aus,
d
as
Y._
-Gutachten genüge den Anforderungen an einen ärztlichen Bericht (S. 3). Aus psychischer Sicht bestehe keine Arbeitsun
fähigkeit. Aufgrund einer somatisch bedingten Arbeitsfähigkeit von 80 % in an
ge
passter Tätigkeit resultiere unter Verwendung
des
Tabellen
lohns gemäss TA 1 der
Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik ein rentenaus
schliessender Invaliditätsgrad von 20 % (S. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich in seiner Beschwerde vom 7. Juli 2017 (Urk. 1) hingegen auf den Standpunkt,
entgegen der Beurteilung der
Y._
-Gutachter sei
eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS), wie von den behandelnden Fa
ch
ärzten diagnostiziert, klar ausgewiesen (S. 6-9 Ziff. 2.3).
Entgegen der Einschät
zung der Y._-Gutachter habe auch die Krampfneigung der Muskulatur Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 9-11 Ziff. 2.4).
Das
Y._
-Gutachten sei hin
sichtlich der somatischen Befunde unvollständig
.
Gestützt auf die Einschätzung der behandelnden Ärzte sei von einer Arbeitsunfähigkeit in angepasster Tätigkeit von 50 % auszugehen (S. 11 Ziff. 2.5). Auf dem Invalideneinkommen sei zudem ein leidensbedingter Abzug von 15 % zu gewähren (S. 11 Ziff. 2.6).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Inva
lidenrente hat.
3.
3.1
Pract. med. A._, ärztlicher Leiter und Facharzt für Psychiatrie und Psycho
the
rapie FMH, Oberärztin Dr. med. univ. B._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
und Klinikärztin
Dr. med.
C._, Fachärztin für All
ge
meine Innere Medizin FMH,
vom
D._
, wo der Beschwerde
führer ab dem 20. Juni 2013 ambulant behandelt wurde, nannten in ihrem Bericht vom 29. September 2014 (Urk. 10/35/1-6) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1):
-
Schwere Halswirbelsäulen
(HWS)-D
egeneration durch MRI am 13. August 2013 diagnostiziert.
-
Status nach ventraler mikrochirurgischer Dekompression / verschraubbare Cage-Distraktions-Spondylodese C5/C6 am 31. Januar 2014 bei
-
s
chwerer Spinalkana
lstenose, symptomatisch mit Myel
onkompression C5/C6
-
n
icht kompressiver Spinalkanalstenose C4/5, C6/7
-
a
ktuell regrediente myelopathische Zeichen linke Hand
-
Lumbalgie seit 2004: Ausgeprägte distale Lumbalwirbel
säulendegene
ration (MRI vom 20.
August 2013)
-
Diskoligamentäre leichte Spinalkanalstenose L3/4, Relevanz offen
-
Flache Diskusprotrusion in L3/4
-
Relevante Einengung des Spinalkanales bei Bandscheibenhernie L4/5
-
Diskoligamentäre Rezessusstenose L4/5
-
Fazettogene Foraminalstenosen L5/S1 beidseits, elektrodiagnostisch keine Radikulopathie
-
Hypakusis links nach dem Explosionsunfall (Krieg) 1982
Zudem nannten sie unter anderem als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit eine
posttraumatische Belastungsstörung
(
PTBS;
ICD-10 F43.1; S. 1). Die
D._
-Ärzte berichteten, der Beschwerdeführer sei in seiner zuletzt aus
geübten Tätigkeit vom 20. Juni 2013 bis 11. Mai 2014 zu 100 % und danach bis zum 5. Oktober 2014 zu 70 % arbeitsunfähig gewesen (S
. 4 Ziff. 1.6). Es bestehe
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für schwere körperliche Arbeit sowie eine 50%
ige Arbeitsunfähigkeit für mittelschwere Arbeit. Eine behinderungsange
passte Tätig
keit sei ab sofort möglich. Anfänglich sei ein maximal 4-stündiger Arbeitstag mi
t
mehreren Pausen zu empfehlen (S. 4 Ziff. 1.7). Mit der Wiederaufnahme einer beruflichen Tätigkeit beziehungsweise Erhöhung der Einsatzfähigkeit könne ab sofort zu 30-50 % gerechnet werden (S. 5 Ziff. 1.9).
3.2
Dr.
med.
E._
, Facharzt für
Innere Medizin
,
Dr. med. F._, Facharzt für Psy
chiatrie, Dr. med. G._, Facharzt für orthopädische Chirurgie, und Dr.
med.
H._
, Facharzt für
Neurologie
,
vom Y._
nannten in ihrem von der Beschwer
de
gegnerin in Auftrag gegebenen
polydisziplinären
Gutachten vom
9. Juni
201
5 (Urk. 10
/
48) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S.
46
Ziff. 7
):
-
Status nach ventraler mikrochirurgischer Dekompression und Cage-Dis
traktionsspondylodese C5/6 am 31. Januar 2014 bei/mit
-
hochgradiger Spinalkanalstenose mit linksbetonter Myelopathie
-
leichtgradigen Residuen mit sensomotorischer Störung an der adomi
nanten linken Hand
-
Chronisches lumbospondylogenes Syndrom bei
-
moderaten degenerativen Lendenwirbelsäule-Veränderungen
-
Status nach PTBS möglich, gegenwärtig subsyndromal vorhanden (ICD-10 F45.1)
-
Akzentuierte narzisstische Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1)
Zudem nannten sie unter anderem folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 46 f. Ziff. 8):
-
Krampfneigung und subjektive Muskelschwäche seit Jahrzehnten unklarer Ursache
-
kein sicherer pathologischer Befund objektivierbar
-
Status nach Störungen durch multiplen Substanzgebrauch und Konsum sonstiger psychotroper Substanzen (ICD-10 F19.20), gegenwärtig seit 2009 abstinent
Die Gutachter führten aus, insgesamt lasse sich aus internistischer Sicht keine Begründung für eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit anführen. Von ortho
pä
discher Seite sei der Status nach ventraler mikrochirurgischer Dekompression und Cage-Distraktionsspondylodese C5/6 zu erwähnen, aufgrund der hochgra
di
gen Spinalkanalstenose mit linksbetonter Myelopathie. Klinisch sei die Situation im Bereiche der HWS unauffällig. Sowohl bezüglich Beweglichkeit als auch muskulär fänden sich keine Irritationen oder Tonisierungen. Die im Bereich der Lendenwirbelsäule (LWS) beklagten Rückenschmerzen könnten bei vorhandenen degenerativen LWS-Veränderungen ohne Hinweise auf Kompressionen neuraler Strukturen als chronisches lumbospondylogenes Syndrom beurteilt werden. Die LWS-Beweglichkeit sei frei gewesen (S. 47 f.).
Von neurologischer Seite bestehe eine leichtgradige residuelle sensomotorische Störung an der adominanten linken Hand im Rahmen der residuellen zervikalen Myelopathie. Mehr als ein Jahr nach dem wirbelsäulenchirurgischen Eingriff sei von einem Residualzustand auszugehen. Hinweise für eine anhaltende radikuläre Reiz- oder Ausfallssymptomatik fänden sich weder zervikal noch lumbal. Des
Wei
teren beklage der Beschwerdeführer seit Jahrzehnten eine muskuläre Schwäche
, verbunden mit einer Krampfneigung am ganzen Körper. Die 2003 diesbezüglich durchgeführten Abklärungen hätten keine pathologischen Befunde objektivieren können. Auch klinisch fänden sich aktuell keine Hinweise auf eine generalisierte Muskelschwäche, letztendlich könne aber eine belastungsinduzierte myopathische Problematik nicht mit 100%iger Sicherheit ausgeschlossen werden. Gesamthaft lasse sich aufgrund des Status nach wirbelsäulenchirurgischer Ope
ration an der HWS und Vorhandensein von einer residuellen zervikalen Myelo
pathie mit sensomotorischer Störung an den oberen Extremitäten eine Ein
schrän
kung für körperlich schwere und mittelschwere Tätigkeiten angeben, auch Tätig
keiten mit höheren Anforderungen an die bi-manuelle Feinmotorik seien nicht zumutbar. Überkopfarbeiten sollten nicht ausgeführt werden (S. 48).
Weiter berichteten die Gutachter, etwas unklar bleibe, ob beim Beschwerdeführer wegen seinen traumatischen Erlebnissen im Iran, die damals erlebte kurze Ver
haftung ohne Foltererfahrung und seine Kriegserlebnisse im lran-/lrakkrieg, wo er als Soldat tätig gewesen sei, mit erneuter Inhaftierung ohne Foltererfahrung, eine PTBS resultiert habe. Eine eindeutige könne nicht festgehalten werden. Es zeige sich sicher, dass er ab 1985 immer wieder episodisch Drogen benötigt habe, um mögliche emotionale Instabilitäten
und traumatische Erfahrungen zu ver
drängen, sodass eine PTBS zumindest möglich erscheine. Heute liege eine solche jedoch nur noch subsyndromal vor, indem der Beschwerdeführer klinisch einen weitgehend unauffälligen Eindruck hinterlasse. Er sei auch kommunikativ und gepflegt. Er könne sich kognitiv und intellektuell sowie affektiv stabil ins Ge
spräch einlassen, zeige gesichert keine Wesensveränderung eines Drogensüch
ti
gen, der seit seinem 16. Lebensjahr Drogen eingenommen habe. Der Beschwerde
führer sei emotional nicht abgebaut, beziehungsfähig und gut kommunikations
fähig. Eine Wesensveränderung oder eine kognitive Langzeitbeeinträchtigung im Sinne eines organischen Langzeitschadens unter Drogen könne nicht ausgemacht werden. Es lägen narzisstische Persönlichkeitszüge vor. Diese erschwerten dem Beschwerdeführer eine Tätigkeit in jedem Team. Diese seien jedoch nicht ausge
sprochen ausgeprägt, und entsprächen einer Normvariante, sodass nur eine leichte
Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit vorliege, indem er nicht in allen Tätig
keiten eingesetzt werden könne (S. 48 f.).
Ferner legten die Gutachter dar, gesamthaft beurteilt, unter Berücksichtigung der somatischen und der psychiatrischen Aspekte, sei der Beschwerdeführer für die
früher gelernte Tätigkeit als Schlosser/Metallarbeiter nicht arbeitsfähig. Bei diese
n Tätigkeiten handle es sich wahrscheinlich um körperlich anstrengende Tätig
keiten, welche aus somatischer Sicht nicht mehr möglich seien. Bezüglich der in der Schweiz ausgeführten Tätigkeit in einem Behindertenheim sei er für sämtliche körperlich anstrengenden Tätigkeiten mit Heben von Lasten über 10 kg nicht arbeitsfähig. Zusammenfassend müsse also gefolgert werden, dass die Kinderbe
treuung in einem Behindertenheim immer körperlich anstrengende Tätigkeiten beinhalte, was für den Beschwerdeführer nicht mehr möglich sei. Ausserdem sei diese Tätigkeit – wie auch eine Tätigkeit in der Pflege – wegen der Hepatitis-C-Patitivität nicht zu empfehlen, somit resultiere eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für diese Tätigkeit. Bezüglich Zeitpunkt dieser Beurteilung sei der wirbelsäulen
chirurgische Eingriff vom 31. Januar 2014 zu nennen (S. 49 f. Ziff. 10).
Für adaptierte, körperlich leichte bis intermittierend mittelschwere Tätigkeiten, ohne besondere Anforderungen an die bi-manuelle Feinmotorik, ohne höhere An
forderungen an Team-Arbeit, sei der Beschwerdeführer als zu 80 % arbeits
fähig zu beurteilen. Die Einschränkung von 20 % begründe sich mit den ge
nannten psychiatrischen Faktoren, mit den Beschwerden im Bereiche der Hals
wirbelsäule, mit dem erhöhten Pausenbedarf und den manuellen Einschrän
kungen an der adominanten linken Hand. Bezüglich Zeitpunkt sei zu sagen, dass
sechs Monate nach dem wirbelsäulenchirurgischen Eingriff der Endzustand err
eicht gewesen sein sollte. Somit sei der Zeitpunkt dieser Beurteilung ab Juli 2014 zu legen (S. 50 Ziff. 11).
3.3
Am 24. August 2015 (Urk. 10/52) brachten die Y._-Gutachter ergänzend an, ab Anfang 2012 bis August 2013 bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit sowohl angestammt als auch adaptiert. Am 13. August 2013 sei die Diagnose der HWS-Pathologie mittels MRT der HWS festgestellt geworden. Ab dann sei von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit für angestammte und adaptierte Tätigkeiten auszugehen. Die 100%ige Arbeitsunfähigkeit für die angestammte Tätigkeit halte weiterhin an. Die 100%ige Arbeitsunfähigkeit für adaptierte Tätigkeiten bestehe vom 13. August 2013 bis Juli 2014 (sechs Monate nach dem wirbelsäulen
chirur
gischen Eingriff), danach bestehe eine 80%ige Arbeitsfähigkeit für adaptierte Tätigkeiten.
3.4
In Auseinandersetzung mit der Kritik an ihrer psychiatrischen Einschätzung, insbesondere hinsichtlich des Vorliegens einer PTBS, durch Dr. B._ und pract. med. A._ vom 27. Januar 2016 (Urk. 10/66/10-12) vom D._, bestätigten
die Y._-Gutachter Dr. E._ und Dr. F._
am
15. August 2016 (Urk. 10/70)
den von ihnen erhobenen Befund (S. 2) und bekräftigten, dass sie nicht davon ausgingen, dass eine relevante PTBS weiter psychiatrisch mit wesentlichem Einfluss auf die Funktions- und Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers wirk
sam sei (S. 3).
3.5
Am 4. November 2016 (Urk. 10/80/1-5) berichteten die Ärztinnen der I._, über die gleichentags durchgeführte elektrodiagnostische Untersuchung. In der Beurteilung führten sie aus, dass sich anamnestisch und klinisch ein stabiler Beschwerdeverlauf ohne Hinweise auf Muskelatrophien oder Paresen zeige. Der durchgeführte NIFET/SATET-Test habe weder Hinweise auf eine metabolische noch eine mitochondriale Myopathie ergeben. Eine eingeschränkte Mitarbeit sei bei ausbleibendem Ammoniak- und Laktatanstieg allerdings ebenfalls möglich. Elektromyographisch hätten sich an vier von zehn untersuchten Stellen Faszikulationen gezeigt, die übrigen Unter
suchungen seien ohne wegweisenden Befund geblieben. Die Ursache der belas
tungsabhängigen krampfartigen Muskelschmerzen bleibe daher weiterhin offen. Auch der Acylcarnitin-Status sei unauffällig. Zusätzlich bestehe die im Jahr 2014 operativ versorgte zervikale Spinalkanalstenose. In den Armen zeigten sich ver
längerte zentralmotorische Latenzen beidseits mit einer pathologischen Seiten
differenz zu Ungunsten links bei ebenfalls verminderter kortiko-peripherer Ampli
tudenratio links als Zeichen einer linksbetonten zervikalen Myelopathie (Urk. 10/80/2).
3.6
Am 2. März 2017 (Urk. 10/82/1-
5
)
berichtete
Dr. C._ vom D._ über den Verlauf unter Beilage der
Bericht
e
der
I._
(vgl. E. 3.5). Sie ergänzte die Diagnose der schweren HWS-Degeneration (vgl. E. 3.1) um aktuell residuale irreversible myelopathische Zeichen der Hände beidseits mit Muskelschmerzen in den oberen Extremitäten (S. 1 Ziff. 1.2). Sie führte aus, seit der mikrochirurgischen Dekompression der HWS hätten sich belastungsab
hän
gige Muskelkrämpfe der beiden Hände, mehr links, zwar verbessert, aktuell sei aber der Status quo erreicht. Es sei seit circa 2 Jahren zu keiner weiteren Besse
rung der Beschwerden gekommen. Ein Erfolg sei nach all den durchgeführten Therapien (Ergotherapie, Akupunktur, Schmerztherapie nach WHO-Richtlinien) ausgeblieben. Die Prognose sei sehr wahrscheinlich ungünstig (S. 1 Ziff. 1.3).
4.
4.1
Das
polydisziplinäre
Y._
-Gutachten vom 9. Juni 2015 (E. 3.2) mit Ergänzungen vom 24. August 2015 (E. 3.3) und vom 15. August 2016 (E. 3.4) beruht auf den erforderlichen allseitigen klinischen und bildgebenden Untersuchungen
sowie auf
Laborwerten (vgl. Urk. 10/48 S. 17 f., S. 22-24, S. 29-31, S. 39 und S. 54). Es wurde
in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den Vorakten erstattet (vgl. Urk. 10/48 S.
3-11
, S. 20 f., S.
26-28
,
S. 33,
S. 41 f. und S. 51 sowie
Urk. 10/70
),
berücksichtigt die geklagten Beschwerden (Urk. 10/48 S.
16
, S. 21 f., S. 28 f., S. 36-38 und S. 45 f.) und setzt sich mit diesen sowie dem Verhalten des Beschwerdeführers auseinander (Urk. 10/48 S. 17-19, S. 22 f., S. 29 f., S. 39 und S. 45-49
sowie Urk. 10/70 S. 1-3).
Die
Y._
-Gutachter haben die medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtend dargelegt und
ihre
Schlussfolgerung nachvollziehbar begründet.
So zeigten sie nach erfolgter Konsensbeurteilung schlüssig auf, dass aufgrund des Status nach Operation an der HWS und
der
vorhandenen residuellen zervikalen Myelopathie mit sensomotorischer Störung an den oberen Extremitäten eine Einschränkung für körperlich schwer
e
und mittelschwere Tätigkeiten besteht und
dass
diese Tätigkeiten mit höheren Anfor
derungen an die bi-manuelle Feinmotorik
und
ein Überkopfarbeiten unzumutbar machen
. Unter diesen Umständen leuchtet ein,
dass
der Beschwerdeführer
in der angestammten Tätigkeit als Schlosser oder aber auch als Kinderbetreuer zu 100 % arbeitsunfähig, jedoch unter Berücksichtigung des genau umschriebenen Belas
tungsprofils
in einer angepassten Tätigkeit
zu 80 % arbeitsfähig ist
(
E. 3.2
). Dabei legten
die Gutachter
plausibel dar, dass die 20%ige Einschränkung auf
den
Beschw
erden im Bereich der HWS und dem damit zusammenhängenden
erhö
hten Pausen
bedarf, de
n
manuellen Einschränkungen an der adomina
n
ten linken Hand
und
auch den psychi
atrischen Faktoren beruht (
E. 3.2).
Dabei stellte
bei der psy
chiatrische Gutachter klar
, dass es sich
aus psychischer Sicht
um eine geringe Arbeitsunfähigkeit handelt (Urk. 10/48 S. 43), welche von den
Y._
-Gutachtern nach erfolgter Konsensbeurteilung nicht als additiv gewertet wurde. So gingen die Gutachter bereits gestützt auf die somatischen Leiden von einer 20%igen Ein
schrän
kung aus (vgl. Urk. 10/48 S. 33
). Damit entspricht die
Y._
-Expertise mit
samt den Ergänzungen den bundesgerichtlichen Vorgaben an ein beweiskräftiges Gutachten (vgl.
BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweisen)
.
4.2
4.2.1
Abweichend vom Y._-Gutachten ging Dr. C._ als somatisch behan
delnde Ärztin des D._, aufgrund der HWS- und LWS-Spinalkanalstenose im September 2014 von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit für mittelschwere Tätig
keiten aus. Dabei hielt sie unter Einbezug der psychiatrischen Einschränkung eine sofortige behinderungsangepasste Tätigkeit mit anfänglich empfohlenen maxi
ma
len Vierstundenarbeitstagen mit mehreren kleinen Pausen und
schrittweiser Steigerung des Arbeitspensums
für möglich
(E. 3.1 und Urk. 10/35/7-8 S. 1).
Mit Schreiben vom 21. Januar 2016 (Urk. 10/66/1) nahm sie Stellung zum Y._-Gutachten und hielt fest, dass die von den Gutachtern diagnostizierten, von ihr aber ursprünglich in der Diagnose unberücksichtigten, Krampfneigungen und subjektive Muskelschwäche ebenfalls eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hätten, erachtete aber (weiterhin) eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit zu 50-60 % als zumutbar. Im zugehörigen Fragebogen bezeichnete sie die von den Y._-Gutachtern attestierte orthopädische Arbeitsfähigkeit von 80 % als nicht zutreffend, stimmte gleichzeitig aber der polydisziplinären Einschätzung des Y._-Gutachtens hinsichtlich einer Arbeitsfähigkeit aus somatischer Sicht von
80 % unter Berücksichtigung des formuliert
en Belastungsprofils zu
(S. 4). Sie zeigte sich zu diesem Zeitpunkt also grundsätzlich mit der polydisziplinären
Einschätzung der Y._-Gutachter einverstanden.
4.2.2
Mit Bericht vom 2. März 2017
(E. 3.
6
),
nachdem ihr insbesondere der Bericht der I._ vom 4. November
2016 (
vorstehend E. 3.5
) vorlag
, ging neu Dr. C._ davon aus, dass hinsichtlich der HWS-Problematik aufgrund aktueller residualer irreversibler myelopathischer Zeichen der Hände mit Muskelschmerzen in den oberen Extremitäten eine Ver
minderung der Leistungsfähigkeit von 70 % bestehe, ohne von einer Ver
schlech
terung zu berichten.
Aus dem neurologischen Y._-Teilgutachten geht klar hervor, dass die Y._-Gutachter Umstände, wie sie sich aus dem Bericht der I._ ergaben, berücksichtigten. So ging der neurologische Y._-Gutachter selbst bei Vorliegen einer nicht sicher auszuschliessenden myopathischen (muskulären) Problematik, von einer Arbeitsunfähigkeit von 20 % aus (Urk. 10/48 S. 32 unten, S. 33 erster und letzter Abschnitt). Die Ärzte der I._ fanden im Übrigen keinen Hinweis auf Muskelatrophien, Paresen, metabolische
oder mitochondrialer Myopathien. Hinsichtlich der belastungsabhängigen kram
pf
artigen Muskelschmerzen konnten sie keine Ursache finden und empfahlen lediglich die Fortführung der Einnahme von Magnesium und Calcium zur symptomatischen Therapie der Muskelkrämpfe, was aufzeigt, dass sie dies
be
züg
lich nicht von bedeutenden Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit ausgingen. Die von ihnen festgestellte verlängerte zentralmotorische Latenz (Urk. 10/80/4-5) führten sie als Zeichen einer linksbetonten zervikalen Myelopathie an. Eine solche wurde von den Y._-Gutachtern in der Diagnose aufgeführt und entgegen den diesbezüglichen Ausführungen des Beschwerdeführers hinsichtlich ihrer Auswir
kung
auf die Leistungsfähigkeit
bereits
berücksichtigt (
E. 3.2).
Vorliegend ist aus
somatischer Sicht ein neurologisch-orthopädisches Geschehen zu beurteilen. Die Ärzte der
I._
selbst nahmen keine
Einschätzung der Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers vor (vgl. Urk. 10/72
und Urk. 10/80/1-3). Dr.
C._
s Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit beruh
t – im Gegensatz z
u den Y._-Gutachtern (vgl. Urk.
10/48 S. 22 f.) - nicht auf einer
Funktionsdiagnose, welcher bei somatisch begründeten Funktionseinschrän
kung
en
zentrale Bedeutung zukommt (Urteil des Bu
ndesgerichts 9C_335/2015 vom 1.
September 2015 E. 4.2.2).
Sie ist keine
Fachärztin
der Neurologie oder Ortho
pädie äusserte
sich teilweise widersprüchlich. Daher vermag ihre Beur
teilung der Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers die fachärztliche Einschätz
ung der Y._-Gutachter hinsichtlich der neurologisch-orthopädisch bedingten Prob
le
matik betreffend die LWS und HWS und deren funktionelle Auswirkungen nicht in Zweifel zu ziehen. Darüber hinaus ist auf die
Erfahrungstatsache hin
zu
weisen, dass behandelnde Ärzte aufgrund des Vertrauensverhältnis
ses
in Zwei
fels
fällen mitunter eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (Urteil des Bundes
gerichts 8C_609/2017 vom 2
7.
März 2018 E.
4.3.3).
4.2.3
Der Beschwerdeführer reichte
am
11
.
Dezember
2017 (Urk.
12)
einen Bericht von Dr. med. J._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie FMH, von der K._ vom 4. Dezember 2017 (Urk. 13/1) mit zwei dazuge
hörigen
Berichte
n
de
s L._
über ein MRI der HWS respektive ein Röntgenbild der HWS und der LWS beide vom 21. November 2017 (Urk. 13/2-3) ein.
Die rentenabweisende Verfügung der Be
schwerdegegnerin datiert vom 6.
Juni 2017 (Urk.
2), womit der nachgereichte Bericht und insbesondere die ihm zugrun
de
liegende Bildgebung einen Sachverhalt betreffen, welcher zeitlich über fünf Monate nach dem Verfügungszeitpunkt liegt, und dementsprechend grundsätz
lich unbeachtlich ist
, da sich daraus keine gesicherten auf die Zeit davor liegenden Rückschlüsse ergeben (BGE 131 V 242 E. 2.1, 121 V 362 E.
1b)
. Dr. J._
nahm keinen Bezug auf das Y._-Gutachten und zeigte nicht auf, dass bereits im Verfügungszeitpunkt vorliegende Umstände unberücksichtigt geblieben wären.
Dr. J._
stellte lumbal eine
Osteochondrose L3 bis S1
fest, was die Rückenschmerzen erläutere, und postulierte deshalb ein – im Wesentlichen dem Y._-Gutachten entsprechendes (E. 3.2) - Belastungsprofil ohne langes Sitzen und Stehen sowie ohne Tragen von Lasten über 10
kg
und wegen einer supra- und infrafusionellen Problematik im Nackenbereich seien vorgeneigte Haltungen zu vermeiden
(Urk. 13/1 S. 2)
. Im Übrigen liegt diesem Belastungsprofil lediglich die Bildgebung zugrunde, ohne dass er selbst eine für die Bewertung der funk
tionellen Einschränkung entscheidende Funktionsdiagnose vorgenommen hätte. Damit ist nicht aufgezeigt, dass wesentliche zusätzliche von den Y._-Gutachtern unberücksichtigte Funktionseinschränkungen bestünden.
S
elbst wenn
sein Bericht
jedoch
den
Gesundheits
zustand des Beschwerdeführers i
m Verfügungszeitpunkt betreffen
würde
, bleibt anzufügen,
dass die Y._-Gut
achter aufgrund des MRI der LWS von 2013 bereits eine Osteochondrose L4/5 und hinsichtlich der HWS eine Dysdiachokinese links und eine Einschränkung der Feinmotorik feststellten. Anhaltspunkte für eine anhaltende radikuläre Reiz- oder Ausfallsymptomatik liessen sich weder zervikal noch lumbal finden, und solche nannte auch Dr. J._ nicht (vgl. Urk. 10/48 S. 31 f. und Urk. 13/1). Auch insofern liegen keine
bei der Begutachtung unerkannt
e oder ungewürdigte
Aspekte vor
.
Darüber hinaus lässt sich dem Bericht von Dr. J._ nicht entnehmen, dass dieser überhaupt von einer Arbeitsunfähigkeit ausginge. Vielmehr lassen seine Beschreibungen eines Belastungsprofils darauf schliessen, dass er den Be
schwerdeführer unter Berücksichtigung des von ihm beschriebenen Belastungs
profils für arbeitsfähig hält.
Nach dem Gesagten vermag der Bericht von Dr. J._ das Y._-Gut
achten nicht in Frage zu stellen.
4.3
Im Gegensatz zu den Y._-Gutachtern, welche einen
Status nach PTBS
lediglich für möglich hielten, gingen die psychiatrischen Fachärzte des D._ vom Vor
liegen einer PTBS aus. Dieser massen sie auch nach einjähriger wöchentlicher ambulanter Behandlung in ihrem Bericht vom 29. September 2014
zuerst noch keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
bei
(vgl. Diagnose E. 3.1)
. Erst mit Schreiben an den Beschwerdeführer vom 27. Januar 2016 (Urk. 10/66/10-12) ging sie davon aus, dass die PTBS Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hat, ohne diesen Umstand jedoch näher zu erläutern (
vgl. S. 1
Antwort zu Frage 2). In selbigem Schreiben attestierten sie dem Beschwerdeführer nun eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit in angepasster Tätigkeit mit möglichem Steigerungspotential je nach klinischem Verlauf, ohne jedoch aufzuzeigen, unter welchen Aspekten hinsichtlich der PTBS eine Einschränkung der funktionellen Leistungsfähigkeit vorliegen sollte (S. 2 Antwort zu Ziff. 5).
Der Y._-Psychiater zeigte hingegen schlüssig auf, dass aus psychiatrischer Sicht eine geringfügige – nicht additive – Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aufgrund der narzisstischen Persönlichkeitszüge
vorliegt, welche dem Beschwerdeführer eine Tätigkeit im Team erschweren (Urk. 10/48 S. 49), und setzte sich differenziert mit der Diagnose einer PTBS auseinander. Er verneinte diese in nachvollziehbarer Weise, weil er in seiner Untersuchung unter anderem keine durchwegs bestehende Schlafstörung mit sich wiederholenden Träumen, keine Reagibilität und keine soziale Isolierung, aber ein affektives Mitschwingen feststellen konnte, und weil es dem Beschwerdeführer gut möglich war, ruhig und ohne emotionale Irritation über die Erlebnisse im Iran zu berichten (vgl. Urk. 10/48 S. 39 und S. 42 f. und Urk. 10/70 S. 2; vgl. zu den Diagnostischen Leitlinien gemäss ICD-10 F43.1
posttraumatische Belastungsstörung in Dilling/Mo
mbour/Schmidt, Internationale Klassifikation psychischer Störungen: ICD-10 Kapitel V [F]: Klinisch diagnos
ti
sche Leitlinien, 10. Aufl. 2015, S. 207 f.).
Im Übrigen nannten die Psychiater des D._ die Symptome in Bezug auf die PTBS häufig auch im Zusammenhang mit der aktuell unbefriedigenden Situation des Beschwerdeführers. So führten sie die Schlafstörung mit sich wiederholenden Träumen auch im Zusammenhang mit vermehrtem Grübeln über die aktuelle Situation der Beschäftigungslosigkeit und mit der starken Einsamkeit in Bezug auf Sozialkontakte auf. Die als Reagibilität interpretierte Wut und Ärger gegen
über beispielsweise dem Sozialamt nannte sie im Zusammenhang mit dem Um
stand, dass sich der Beschwerdeführer in seiner Situation alleine gelassen fühle (Urk. 10/35/1-6 S. 2 und Urk. 10/66/10-12 S. 2 Ziff. 3). Sie führten damit in der Aufzählung der Ursache auch grundsätzlich invalidenversicherungsrechtlich unbeachtliche psychosoziale Faktoren
auf (vgl. Urteil des Bun
desgerichts 9C_549/2015 vom 29. Januar 2016 E.
4.3
mit Hinweisen). Eine Trennung deren Einflüsse auf die Schlafstörungen oder Reagibilität nahmen sie nicht vor.
Was die unterschiedliche Einschätzung der D._-Psychiater und des psychia
trischen Y._-Gutachters hinsichtlich der Interpretation ihrer im September 2014 respektive im April 2015 erhobenen Befunde angeht, so ist darauf hinzuweisen,
dass die psychiatrische Exploration von der Natur der Sache her nicht ermessens
frei erfolgen kann und dem oder der medizinischen Sachverständigen deshalb praktisch immer einen gewissen Spielraum eröffnet, innerhalb welchem verschie
dene Interpretationen möglich, zulässig und im Rahmen einer Exploration lege artis
– wie sie vorliegend durch den Y._-Gutachter erfolgte -
zu respektieren sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_2
60/2017 vom 1. Dezember 2017 E.
5.2.2
mit Hinweisen). Ferner ist zu beachten, dass die Psychiater des D._ keine Aspekte benannten, die bei der Y._-Begutachtung nicht erkannt oder nicht gewürdigt worden wären. Ihre Einschätzung bezüglich des Vorliegens einer PTBS vermögen somit das Y._-Gutachten nicht in Frage zu stellen
.
4.4
4.4.1
Nach dem Gesagten kann auf das Y._-Gutachten samt Ergänzungen abgestellt werden.
4.4
.2
Aus somatischer Sicht
ist der
Beschwerdeführer aufgrund der HWS- und LWS-Leiden (Status nach ventraler mikrochirurgischer Dekompression und Cage-Distraktionsspondylodese C5/6 bei hochgradiger Spinalkanalstenose mit l
inks
be
tonter Myelopathie sowie mit leichtgradigen Residuen mit sensomotorischer Störung an der adominanten linken Hand und dem chronischen lumbospo
ndy
loge
nen Syndrom bei moderaten degenerativen Lendenwirbelsäule-Verände
runge
n) in seiner Leistungsfähigkeit
e
in
geschränkt
. Für nicht angepasste Tätig
keiten als Schlosser/Metallarbeiter respektive in der Kinderbetreuung
ist er
seit dem 13. August 2013 zu 100 % arbeitsunfähig
.
In angepassten Tätigkeiten war
er vom
13. August 2013 bis Juli 2014 ebenfalls zu 100 % arbeitsunfähig und seit August 2014 ist er unter Berücksichtigung
des formulierten
Belastungsprofils
zu
80 % arbeitsfähig. Dem Beschwerdeführer sind demnach aus somatischer Sicht noch leichte bis intermittierend mittelschwere Tätigkeiten zumutbar, ohne Heben von Lasten über 10 kg, wechselbelastend, teils sitzend, teils stehend, teils gehend, ohne Zwangshaltung der HWS, ohne Tätigkeiten auf rutschigem und/oder unebenem Gelände, ohne Tätigkeiten in absturzgefährdeter Position (Leitern, Gerüste, et
c.
)
und
ohne
erhöhte Anforderung an die bi-manuelle Feinmotorik und ohne Überkopfarbeiten (vgl. E. 3.2-3 und Urk. 10/48 S. 25).
4.4.3
In
psychischer Hinsicht liegen als
Diagnose
n
mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit
ein möglicher
Status nach PTBS, gegenwärtig subsyndromal
,
und akzen
tuierte Persönlichkeitszüge
vor
(
E. 3.2).
Die Y._-Gutachter
nahmen
hin
sicht
lich der
20%igen Einschränkung in angepasster Tätigkeit
keine Präzisierung
vor betreffend Einfluss der somatischen und psychischen
Leiden (vgl. E. 3.2), weshalb
davon auszugehen ist, dass in psychischer Hinsicht eine maximale nicht additive Beein
trächtigung von 20 % besteht. Die psychische Einschränkung geht jedoch
in erster Linie
auf die narzisstischen Charakterzüge des Beschwerdeführers zurück, welche auf die akzentuierten Persönlichkeitszüge zurückzuführen sind. Solche Z-Kodierungen stellen keine rechtlich erheblichen Gesundheitsbeein
träch
tigungen dar (Urteil des Bundesgerichts 9C_271/2017 vom 16. April 2018 E. 4.5).
Zu den akzentuierten narzisstischen Persönlichkeitszügen hielten sie zudem fest, dass es sich hier um eine Normvariante handle. Diese begründe nur eine leichte Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit, indem der Beschwerdeführer nicht in allen Tätigkeiten (insbesondere Teams mit autoritären Strukturen) eingesetzt werden könne. Damit ist in erster Linie von einer Einschränkung im Hinblick auf das zumutbare Profil auszugehen.
Aus der entsprechenden Diagnose lässt sich daher im Hinblick auf eine invalidisierende Gesundheitsschädigung nichts ableiten. B
ei der Diagnose hinsichtlich des
Status nach
möglicher
PTBS handelt es sich um eine blosse Verdachtsdiagnose, mit welcher eine entsprechende Störung nicht mit dem invalidenversicherungsrechtlich
relevanten erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt
ist
(Urteil des Bun
desgerichts
8C_454/2013 vom 24. September 2013 E. 6.3; BGE 138 V 218 E. 6). Zudem stellten
die
Y._
-Gutachter diesbezüglich auch klar, dass eine PTBS
ohne wesentlichen
Einfluss auf die Funktions- und Leistungsfähigkeit
bleibe
(E. 3.
4
). Ein
invaliden
versicherungsrechtlicher relevanter psychischer Gesundheitsschaden liegt somit nicht vor.
5.
Der Beschwerdeführer ist somit in einer angepassten Tätigkeit unter Beachtung des ihm zum
utbaren Belastungsprofils zu 80
% arbeitsfähig (E.
4.4
). In der Folge bleiben die erwerblichen Auswirkungen
dieser Einschränkung zu prüfen.
Der Beschwerdeführer übte seit seiner Einreise in die Schweiz im Jahr 2002 Hilfsarbeitertätigkeiten im tiefen Kompetenzniveau aus, welche ihm unter Be
rücksichtigung seines Belastungsprofils weiterhin offenstehen. Hinsichtlich der von ihm zuletzt ausgeübten Tätigkeit im Kinderheim ist weder klar, in welchem Umfang er arbeitete, noch, wie sich sein Einkommen im Einzelnen zusammen
setz
te, womit
als Ausgangspunkt für das Valideneinkommen
darauf nicht abge
stellt werden kann. Damit ist sowohl für das Validen- als auch für das Inva
lideneinkommen auf die gleiche Tabelle
der
Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik abzustellen (vorliegend: Tabelle TA1 Löhne für Männer, Kompetenzniveau 1, Total), womit der Einkommensvergleich anhand eines Pro
zent
vergleiches
zu erfolgen hat. Dies blieb
auch unbestrit
ten (vgl. Urk. 1 S. 12 Urk. 2 S. 2)
. Der Invaliditätsgrad entspricht dabei dem Grad der Arbeitsun
fähigkeit, dies unter Berücksichtigung eines allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_532/2016 vom 25. November 2016
E. 3.1).
Hinsichtlich des leidensbedingten Abzuges ist anzumerken,
dass nach
ständiger Rechtsprechung das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen
darf
(BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Ein solcher ist nicht ersichtlich. Der Beschwerdeführer brachte vor, es sei ein leidensbedingter Abzug von mindestens 15
%
vorzunehmen. Er begründete dies mit seinem Alter, den Einschränkungen im Belastungsprofil
, der langen Absenz vom Arbeitsmarkt
sowie der mangelnd
en Deutschkenntnissen (vgl. Urk. 1 S. 13 Ziff.
22). Allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen dürfen nicht zu
sätz
lich in die Bemessung des leidensbedingten Abzuges einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunktes führen (Urteil des Bun
des
gerichts 9C_833/2017 vom 20.
April 2018 E. 2.2). Die
Y._
-Gutachter legten dar
, dass die Einschränkung von 20
% in angepasster Tätigkeit auf den ver
mehrten Pausenbedarf wegen des einge
schränkten Zumutbarkeitsprofils, die Be
schwerden im Bereich der HWS sowie die manuellen Einschränkungen an der linken Hand
zurückzuführen ist
,
womit bereits
deren Berücksichtigung erfolgt
und ein zusätzlicher leidensbedingter Abzug nicht angebracht ist
(
vgl.
E.
3.
2). Alter,
mangelnde Sprachkenntnis
und längere Absenz auf dem Arbeitsmarkt sind
bei Hilfsarbeiten kein Grund für einen Abzug (Urteil des Bun
desgerichts 9C_808/2015 vom 29.
Februar 2016 E. 3.4.2). Damit ist ein Tabellenlohnabzug nicht angezeigt
.
Dies
führt
unter Berücksichtigung des zumutbaren Pensums von
80
% zu einem rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von
20
%. Selbst
bei Gewährung
eine
s
leidensbedingten Abzug
es
von
15
%,
resultierte noch immer ein
rentenaus
schliessenden Invaliditätsgrad von rund 3
2 %,
was im Ergebnis zur Abweisung der Beschwerde führt.
6.
Das Verfahren ist kostenpflichtig und die Gerichtskosten sind dabei nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und vorliegend auf Fr. 800.-- anzusetzen. Ausgangsgemäss sind sie dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.
Die Voraussetzungen zur Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss § 16 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer) sind vor
liegend erfüllt (vgl. Urk. 1 S. 2 und Urk. 7-8), weshalb dem Beschwerdeführer antragsgemäss die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen ist. Zufolge Ge
wäh
rung der unentgeltlichen Prozessführung sind die ihm auferlegten Gerichts
kosten einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
Der Beschwerdeführer ist auf § 16 Abs. 4 GSVGer hinzuweisen, wonach er zur Nachzahlung der Prozesskosten verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist.