Decision ID: 6871c099-036f-4e0e-a740-bf5ebad85473
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1967, reiste im Jahr 1992 in die Schweiz ein und
arbeitete
von Juli 2013 bis
6. Oktober 2016 (letzter effektiver Arbeitstag)
bei der
Y._
als Raumpflegerin
zu
einem Pensum
von 15 Wochen
stun
den
(vgl.
Urk.
7/17).
Am 3
0.
März 2017 (Eingangsdatum) meldete sich die Versicherte bei der Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (
Urk.
7/3). Die IV-Stelle nahm Abklärungen in erwerblicher und medizinischer Hinsicht vor, zog die Akten der Krankentag
geld
versicherung bei (
Urk.
7/8), holte die Berichte der behandelnden Ärzte (
Urk.
7/16,
Urk.
7/19,
Urk.
7/27 und
Urk.
7/30) sowie einen Auszug aus dem Individuellen Konto der Versicherten (IK-Auszug; Urk. 7/11) ein und ersuchte die Arbeitgeberin um Auskünfte (Arbeitgeberfrage
bogen vom 2
8.
April 2017;
Urk.
7/17). Mit Mit
tei
lung vom
9.
Mai 2017 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass keine beruflichen Massnahmen angezeigt seien (
Urk.
7/21).
Die am
1
2.
Dezember 2017
durchgeführte Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haus
halt (Haushaltsabklärung,
Urk.
7/33
) er
gab keine Einschränkung im Haus
halts
bereich.
Ausgehend von
einem Erwerbsbereich von 35 % und einem Auf
gabenbereich von 65 %
stellte die IV-Stelle mit Vorbescheid vom
1.
März 2018
die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aus
sicht (
Urk.
7/36
). Dagegen erhob die Versicherte
am
1
2.
April 2018
Ein
wand (
Urk.
7/42
) und legte eine
Stellung
nahme
der behandelnden Ärztin zu den Akten (
Urk.
7/41
). Mit Verfügung vom
3.
August 2018
verneinte die IV-Stelle wie vorbeschieden einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenver
sicherung (
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 1
1.
September 2018 Be
schwer
de und beantragte, die angefochtene Verfügung
sei
aufzuheben und die Be
schwer
degegnerin sei zu verpflichten, ihr eine Invalidenrente auszurichten. Even
tualiter sei ein unabhängiges psychiatrisches Gutachten in Auftrag zu geben. In prozes
sualer Hinsicht beantragte sie, es sei ihr die unentgeltliche Prozess
führung sowie die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung
zu gewähren (
Urk.
1).
Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 1
7.
Oktober 2017 (
Urk.
6) auf Abweisung der Beschwerde. Mit Verfügung vom 2
3.
Oktober 2018 wurde der Beschwerdeführerin die Beschwerdeantwort zugestellt sowie die unent
gel
tliche Prozessführung und
Rechtsverbeiständung
bewilligt
(
Urk.
11).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingere
ichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundes
gesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[ATSG]
). Sie kann Folge von Geburts
ge
brechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung [IVG]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
Die Arbeitsunfähigkeit im Sinne von Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG entspricht der Ein
busse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf oder Aufgaben
be
reich (Art. 6 ATSG; BGE 130 V 97 E. 3.2).
1.3
Bei nichterwerbstätigen Versicherten, die im Aufgabenbereich tätig sind und denen eine Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, wird für die Be
messung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen. Art. 7 Abs. 2 ATSG ist sinngemäss anwendbar (Art. 28a Abs. 2 IVG in Verbindung mit Art. 8 Abs. 3 ATSG; spezifische Methode der Invaliditätsbemessung [Betätigungs
vergleich]; vgl. statt vieler: BGE 142 V 290 E. 4). Als Aufgabenbereich nach Artikel 7 Absatz 2 IVG der im Haushalt tätigen Versicherten gilt die übliche Tätigkeit im Haushalt sowie die Pflege und Betreuung von Angehörigen (Art. 27 Abs. 1 IVV in der seit 1. Januar 2018 geltenden Fassung).
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
ben
bereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a Abs. 3 IVG); dies ist die gemischte Methode der Invaliditätsbemessung (Art. 27
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV] in der ab 1. Januar 2018 geltenden Fassung; zur Praxis der Anwendung der gemischten Methode bis Ende 2016 vgl. BGE 141 V 15 E. 3.2 mit Hinweisen sowie die Übergangsbestimmung zur Änderung vom 1.
Dezember 2017).
1.4
Die von einer qualifizierten Person d
urchgeführte Abklärung vor Ort
nach Mass
gabe des Art. 69 Abs. 2
IVV
(
vgl. auch
Rz
. 3081 ff. des Kreisschreibens über In
validität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung, KSIH, gültig ab 1. Januar 2015) stellt für gewöhnlich die geeignete und genügende Vorkehr zur Bestim
mung der gesundheitlichen Einschränkung im Haushalt dar.
Hinsichtlich des Beweiswerts der entsprechenden Berichterstattung ist wesentlich, dass sie durch eine qualifizierte Person erfolgt, die Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge
ben
den Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Be
teiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein sowie in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen.
Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im Abklärungsbericht enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Behinderung im Haushalt mass
gebend, sondern gelten analog für jenen Teil eines Abklärungsberichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tätigkeit von teilerwerbstätigen Versi
cherten mit häuslichem Aufgabenbereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil des Bundesgerichts
I 236/06 vom 19. Juni 2006 E. 3.2
).
Einer ärztlichen Fachperson, die sich zu den einzelnen Positionen der Haus
haltführung unter dem Gesichtswinkel der Zumutbarkeit zu äussern hat, bedarf es nur in Ausnahmefällen, namentlich bei unglaubwürdigen Angaben der ver
sicherten Person, die im Widerspruch zu den ärztlichen Befunden stehen. Zwar ist der Abklärungsbericht seiner Natur nach in erster Linie auf die Ermittlung des Ausmasses physisch bedingter Beeinträchtigungen zugeschnitten, weshalb seine
grundsätzliche Massgeblichkeit unter Umständen Einschränkungen erfahren kann
, wenn die versicherte Person an psychischen Beschwerden leidet. Prinzipiell je
doch stellt er auch dann eine beweistaugliche Grundlage dar, wenn es um die Bemessung einer psychisch bedingten Invalidität geht, das heisst wenn die Beurteilung psychischer Erkrankungen im Vordergrund steht. Widersprechen sich die Ergebnisse der Abklärung vor Ort und die fachmedizinischen Feststellungen zur Fähigkeit der versicherten Person, ihre gewohnten Aufgaben zu erfüllen, ist aber in der Regel den ärztlichen Stellungnahmen mehr Gewicht einzuräumen als dem Bericht über die Haushaltsabklärung, weil es der Abklärungsperson regel
mässig nur beschränkt möglich ist, das Ausmass des psychischen Leidens und der damit verbundenen Einschränkungen zu erkennen (zum Ganzen: Urteil des Bun
desgerichts
8C_
81
7/2013
vom 28. Mai 2014 E. 5.1).
1.5
Bei der Bemessung der Invalidität von im Haushalt tätigen Versicherten ist die
Schadenminderungspflicht von erheblicher Relevanz. Nach der Rechtsprechung is
t dabei vom Grundsatz auszugehen, dass einem Leistungsansprecher im Rahmen der Schadenminderungspflicht Massnahmen zuzumuten sind, die ein vernün
fti
ger Mensch in der gleichen Lage ergreifen würde, wenn er keinerlei Ent
schä
di
gung zu erwarten hätte. Für die im Haushalt tätigen Versicherten bedeutet dies, dass sie Verhaltensweisen zu entwickeln haben, welche die Auswirkungen der Behinderung im hauswirtschaftlichen Bereich reduzieren und ihnen eine mög
lichst vollständige und unabhängige Erledigung der Haushaltarbeiten ermögli
chen. Kann die versicherte Person wegen ihrer Behinderung gewisse Haus
halt
arbeiten nur noch mühsam und mit viel höherem Zeitaufwand erledigen, so muss sie in erster Linie ihre Arbeit einteilen und in üblichem Umfang die Mithilfe von Familienangehörigen in Anspruch nehmen.
Ein invaliditätsbedingter Ausfall darf bei im Haushalt tätigen Personen nur insoweit angenommen werden, als die Auf
gaben, welche nicht mehr erfüllt werden können, durch Drittpersonen gegen
Entlöhnung
oder durch Angehörige verrichtet werden, denen dadurch nachge
wiesenermassen eine Erwerbseinbusse oder doch eine unverhältnismässige Belas
tung entsteht. Die im Rahmen der Invaliditätsbemessung bei einer Hausfrau zu berücksichtigende Mithilfe von Familienangehörigen geht daher weiter als die ohne Gesundheitsschädigung üblicherweise zu erwartende Unterstützung. Geht es um die Mitarbeit von Familienangehörigen, ist danach zu fragen, wie sich eine vernünftige Familiengemeinschaft einrichten würde, wenn keine Versicherungs
leistungen zu erwarten wären. Dabei darf nach der Rechtsprechung unter dem Titel der Schadenminderungspflicht nicht etwa die Bewältigung der Haushalt
tätigkeit in einzelnen Funktionen oder insgesamt auf die übrigen Familien
mit
glieder überwälzt werden mit der Folge, dass gleichsam bei jeder festgestellten Einschränkung danach gefragt werden müsste, ob sich ein Familienmitglied fin
den lässt, das allenfalls für eine ersatzweise Ausführung der entsprechenden Teilfunktion in Frage kommt. Schliesslich vermag die Tatsache, dass sich die der Rechtsprechung
zugrunde liegenden
, in
Art.
159
Abs.
2 und 3
des Schweizeri
schen
Zivilgesetzbuch
es
(ZGB)
zwischen den Ehegatten und in
Art.
272 ZGB zwischen Eltern und Kindern statuierten Beistandspflichten nicht unmittelbar durchsetzen lassen (d.h. weder klagbar noch vollstreckbar sind), sondern nur freiwillig erfüllt werden können, an der Schadenminderungspflicht der im Haus
halt beschäftigten Versicherten nichts zu ändern. Denn wie auch im Erwerbs
bereich darauf abzustellen ist, ob die verbleibende Erwerbsfähigkeit auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt grundsätzlich verwertbar ist, unabhängig davon, ob eine solche Anstellung rechtlich durchsetzbar ist, ist auch in Bezug auf den Haus
haltbereich davon auszugehen, was in der sozialen Realität üblich und zumutbar ist, unabhängig davon, ob eine Mithilfe rechtlich durchsetzbar ist (BGE 133 V 504 E. 4.2 mit Hinweisen).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung vom
3.
August 2018
(
Urk.
2) hielt die Be
schwer
degegnerin fest,
die medizinische Abklärung habe ergeben, dass die Be
schwer
de
führerin nicht mehr arbeitsfähig sei. Sie sei jedoch in einem 35%-Pen
sum tätig gewesen und
laut Abklärungsbericht
im Haushalt nicht eingeschränkt, weshalb der Invaliditäts
grad bei 35 % liege und entsprechend kein Anspruch auf Leis
tungen der Invali
den
versicherung bestehe.
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin
in ihrer Beschwerde vom 11. Sep
tember 2018 (
Urk.
1) zusammengefasst geltend,
auf den Abklärungsbe
richt könne nicht abgestellt werden
. Ein solcher Abklärungsbericht sei seiner Natur nach in erster Linie auf die Ermittlung des Ausmasses von physisch be
dingten Ein
schränkungen zugeschnitten, da es für die Abklärungsperson regel
mässig nur
bedingt
möglich sei, das Ausmass des psychischen Leidens und der damit ver
bundenen Einschränkungen zu erkennen.
Den ärztlichen Stellungn
ah
men sei deshalb mehr Gewicht einzuräumen als dem Abklärungsbericht. Die Ein
schränkungen im Haushalt würden insgesamt mehr als 52.5 % betragen, was zusammen mit dem Teilinvaliditätsgrad aus dem Erwerbsbereich gerundet ein
en
Invaliditätsgrad von 70 %
ergebe
.
Dementsprechend sei ihr eine ganze Rente der Invalidenver
sicherung zuzusprechen.
3.
3.1
Vom 1
7.
November bis 1
4.
Dezember 2016 war die Beschwerdeführerin in akut
stationärer psychiatrischer Behandlung in der
Z._
in
A._
, wo eine paranoide Schizophrenie (ICD-10: F20.0) diagnostiziert wurde
.
Die behandelnden Ärzte konstatierten
in ihrem Austrittsbericht vom 20. Dezember 2016 (
Urk.
7/19)
, die Beschwerdeführerin wirke wach und bewusst
seinsklar,
die
Orientierung
sei
unklar.
I
hre Aufmerksamkeit und Konzentration
seien
deutlich herabgesetzt und formal
ge
danklich sei sie eingeengt auf Wahn
,
umständlich, zerfahren, perseve
rierend und vorbeiredend
. Es gebe deutliche Hin
weise auf wahn
haftes Erleben und Sinnes
täuschungen. Im Affekt sei sie ängstlich, innerlich unruhig, gereizt und schwing
ungsfähig. Hinweise auf Selbst- oder Fremd
ge
fähr
dung gebe es keine. Eine detaillierte Exploration sei auf
grund der Sprachbarriere und dem aktuellen Zustand allerdings nicht möglich gewesen. Die weitere ambu
lante Behandlung solle deshalb bei einer italienisch
sprachigen Psy
chotherapeutin stattfinden
.
Bei regelmässiger Einnahme der Medikamente sowie regelmässigen Besuchen der ambulanten Psychotherapie sei von einer günstigen Prognose aus
zugehen. Momentan und bis auf weiteres sei sie jedoch vollständig arbeitsunfähig (vgl.
Urk.
7/8/4ff.).
3.2
Seit Dezember 2016 war die Beschwerdeführerin b
ei
Dr.
med.
B._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie,
alle
2 bis 3
Wochen
in ambulanter
psy
chiatrisch-psychotherapeutischer
Behandlung
(jeweils in Begleitung ihres Ehe
mannes)
.
In ihrem
Arztbericht vom 1
8.
April 2017 (
Urk.
7/16) hielt d
ie Psychia
terin fest, die Be
schwerdeführerin habe Wahnge
danken mit optischen Halluzina
tionen.
Unter Medikation gebe es
jedoch
keine Hinweise auf optische oder akus
tische Halluzi
nationen. Wahn
gedanken seien hingegen nicht ganz ausge
schlossen
. Die Medika
menten
ein
nahme werde durch den Ehe
mann kontrol
liert.
Während der Behandlung gebe d
ie Beschwerdeführerin
nur zurück
haltend Auskunft und sei wortkarg
, klage
aber
über
Angstsymptome und Panikattacken mit Herz
klopfen
, Kraft
losigkeit und schnelles
E
rmüden sowie über
Konzentra
tions
- und Gedächtnis
störungen. Sie brauche Hilfe von ihrem Ehemann und der Tochter. Die Wohnung verlasse sie
nur in Begleitung
.
Im Verlaufsbericht vom 1
7.
Oktober 2017 (
Urk.
7/30) verwies
Dr.
B._
auf die Einschätzung vom April 2017 (
Urk.
7/16). Symptomatisch gebe es keine Ver
änderungen.
In den nun monatlichen Sitzungen
habe
die
Beschwerde
führerin nach wie vor über diffuse Ängste, die sich im Alltag behindernd auswirken wür
den
, berichtet
. Unter Medikation gebe es allerdings keine Hinweise auf Wahn
gedanken und Halluzinationen. Sie sei jedoch auf die Hilfe ihres Ehemannes und der Tochter angewiesen. Alleine gehe sie nicht aus dem Haus. Im Vordergrund
stünden die nega
tiven Symptome
.
Dr.
B._
äusserte sich ungünstig zur Prog
nose. Es handle si
ch um einen chronischen Verlauf.
3.3
3.3.1
Im Rahmen der Haushaltsabklärung im Dezember 2017 (
Urk.
7/33) gab die Be
schwerdeführerin an, ihr Ehemann würde eine Rente
(15 %)
der Unfallversiche
rung beziehen und
täglich abends drei Stunden
bei der
Y._
arbeiten. Ihre Tochter beziehe eine ganze Invalidenrente und arbeite an einem geschützten Arbeitsplatz.
Hinsichtlich ihres Gesundheitszustands führte sie aus, dieser sei mit den Medikamenten stabiler geworden. Betreffend die Angstsymptomatik fühle sie sich zu Hause eigentlich gut, sie gehe jedoch nicht gerne alleine aus dem Haus. Ausserdem würden
sie die Medikamente müde machen. Für die Hausarbeiten be
nötige sie
deshalb
mehr Zeit, da sie öfters Pausen machen und sich hinsetzen oder hin
legen müsse
(S. 1)
.
Im Gesundheitsfall würde sie im
angestammten Teilpensum
von 35 % einer ausser
häuslichen Erwerbstätigkeit nachgehen
(S. 4)
.
Entsprechend qualifizierte die Abklä
rungs
person die Beschwe
rdeführerin
als
zu 65 % im Haus
halt
tätig
u
nd führte aus,
unter Berücksichtigung der Mithilfe durch die Fami
lienmitglieder sowie der Schadenminderungspflicht
sei die Beschwerdeführerin im Haushalt nicht einge
schränkt.
Im Rahmen der Schadenminderungspflicht sei der Beschwerde
führerin das
langsame Arbeiten oder das Arbeiten in Etappen durchaus zumutbar, da sie sich die Zeit einteilen könne.
Angesichts dessen, dass der Ehemann
seit
seinem
Unfall öfter
zu Hause sei, sei ihm die
vermehrte
Unterstützung im Rahmen der Mitwirkung im Haushalt zuzumuten.
Auch der Tochter sei die Mithilfe im Haus
halt zumutbar
.
3.3.2
Zum Bereich «Ernährung» führte die Abklärungsperson aus,
am Abend bereite die Beschwerde
führerin in der Regel eine warme Mahlzeit zu.
Dabei würden d
as Rüsten und Kochen keine Probleme
für sie
darstellen. Die Beschwerdeführerin habe jedoch angegeben sich oftmals müde und antriebslos zu fühlen und daher bei den einzelnen Verrichtungen mehr Zeit zu benötigen. Wenn sie aufgrund der Medikamente zu müde sei, übernehme die Tochter die Zubereitung des Abend
essens, was circa
zweimal pro Woche der Fall sei. Das Mittagesse
n werde vom
Ehe
mann zu
bereitet
.
Die üblichen Verrichtungen (Tisch decken und abräumen, Abwasch erledigen) würden von der Familie gemeinsam erledigt werden. Die oberflächliche Reinigung der Küche erledige die Beschwerdeführerin auf den Tag verteilt. Sie staubsauge auch ab und zu den Boden und nehme feucht auf, wobei diese Arbeit mehrheitlich vom Ehemann erledigt werde (S. 6).
3.3.3
Im Bereich «Wohnungspflege» habe die Beschwerdeführerin
ange
geben
,
leich
tere Reinigungsarbeiten (Abstauben, Aufräumen, Lavabo reini
gen) selber zu er
ledigen. Die schwereren Arbeiten, insbesondere die Grund
reini
gung der Wohn
ung, erle
dige der Ehemann mit zeitweiliger Unterstützung der Tochter, wobei man diese neben ihrer Erwerbstätigkeit nicht noch zusätzlich mit Haus
haltarbeiten belasten möchte. Da der Ehemann in einer Reinigungsfirma arbeite und täglich derartige Arbeiten verrichten müsse, kenne er sich in diesem Bereich bestens aus. Die Betten beziehe die Beschwerdeführerin selber, wobei sie zeitweise von ihrem Ehemann unterstützt werde. Die Tochter sei zuständig für die Ordnung und Sauberkeit in ihrem Zimmer.
Bei der
Fensterreinigung und Vor
hangpflege
müsse
die Beschwerdeführerin von ihrem Ehemann unterstützt werden
, da sie sich oft zu müde bzw.
a
ntriebslos fühle
(S. 7)
.
3.3.4
Zum Bereich «Einkauf und weitere Besorgungen» hielt die Abklärungsperson fest, laut Angaben der Beschwerdeführerin würde der Grosseinkauf
am Samstag im Familien
kollektiv mit dem Auto vo
r
genommen
werden
, wobei sie die Einkaufs
liste erstelle.
Die Klein
ein
käufe während der Woche nehme
sie
in Begleitung
ihrer
Tochter wahr, da ihr viele Menschen Probleme be
reiten würden
(S. 7)
.
Diesbezüglich bemerkte die Abklärungsperson,
es
sei
der Beschwerdeführerin zu
zu
muten, kleinere Einkäufe im nahegelegenen Laden zu Randzeiten zu tätigen, wenn
sich nicht viele Menschen im Laden aufhalten würden.
Ferner sei es auch dem Ehemann und der Tochter zumutbar, die Beschwerdeführerin einmal pro Woche bei einem Grosseinkauf zu begleiten (S. 7).
3.3.5
Den Bereich «Wäsche und Kleiderpflege» betreffend habe die Beschwerdeführerin
angegeben
,
mit Ausnahme des Wäschetransportes erledige sie alle 14 Tage die gesamte Wäsche selber. Der Wäschetransport werde von ihrem Ehemann über
nommen. Ebenso erledige sie kleine Näh- und Flick
arbeiten.
Ferner könne sie
die Kräutertöpfe auf dem Balkon selbständig pflegen und giessen. Haustiere würden keine gehalten werden und es gebe auch keine Grün- oder Topfpflanzen in der Wohnung
(S. 8)
.
3.4
Die behandelnde Psychiaterin nahm am 1
2.
April 2018 (
Urk.
7/41) zum Haus
halts
bericht vom
4.
Januar 2018
Stellung und hielt fest, die Schilderungen und Angaben der Beschwerdeführerin würden einen zu guten Gesundheitszustand vor
täuschen. Tatsächlich sei es ein grosser Vorteil für die Beschwerdeführerin, dass sowohl der Ehemann als auch die Tochter aufgrund ihrer Erkrankung und Einschränkungen öfters zu Hause seien und der Ehemann mehr Zeit habe, im Haus
halt mitzuhelfen. Es bestehe aber die Gefahr einer Über
forderung der Familie. Die Tochter arbeite 100 % in einem geschützten Rahmen, verfüge ent
sprechend über weniger Ressourcen, und müsse bereits viel für die nicht deutsch
sprachigen Eltern übernehmen.
Aufgrund immer wie
der auftretender Angst
zu
stände
könne die Be
schwer
de
führerin nur für kur
ze Zeit alleine gelassen wer
den
. Sie müsse stets begleitet werden.
Seien die Ängste zu stark, nehme die Be
schwer
deführerin zusätzliche Medikamente ein, welche sie stark ermüden würden, so
dass sie sich für ein paar Stunden hinlegen müsse.
Basierend auf einer vermehrten Mithilfe des Ehemannes und der Tochter habe die Abklärungsperson der Beschwerdeführerin keine Einschränkungen zugeschrie
ben. Bei einer derart starken Mitwirkung drohe jedoch die Gefahr einer Über
forderung der ebenfalls gesundheitlich beeinträchtigten Angehörigen mit mögli
cher Dekompensation der Familie.
Im Bereich der
«
Ernährung
»
(
gewichtet mit 40
%)
sei die Einschränkung auf 50 % festzusetzen. Die Beschwerdeführerin
blockiere oft und wisse nicht mehr, wie sie was kochen
müsse
. Der Ehemann müsse sie dann unter
stützen und anleiten. Dies gehe allerdings über die zumut
bare Hilfe
leistung hin
aus. Im Bereich der
«
Wohnungspflege
»
(
gewichtet mit 20
%)
sei die Beschwerde
führerin eben
falls
zu
50
%
eingeschränkt. Für die kleineren Reini
gungs
arbeiten be
nötige sie mehr Zeit, schwerere Arbeiten erledige sie nicht mehr. Diese seien aber auch
dem Ehe
mann aufgrund seiner
körperlichen Ein
schränk
ungen
(im rechten Schulterbe
reich)
nicht zumutbar
.
Was den
Bereich
«
Ein
kauf und weitere Besorgungen
»
(
gewichtet mit
10
%
)
betreffe
,
sei die Be
schwerde
führerin vollständig eingeschränkt. Aufgrund ihrer Ängste könne sie nicht alleine aus dem Haus gehen und sich nicht an Orten aufhalten, wo mehrere Leute seien.
Es sei ihr entsprechend nicht zuzumuten
,
alleine in einen Laden zu gehen, selbst an Rand
zeiten.
Des Weiteren könne die Beschwerde
führerin auch nicht mehr alleine in die Waschküche im Keller gehen. Sie
sei
entsprechend auch im Bereich der
«
Wäsche und Kleiderpflege
»
(
gewichtet mit
20
%
) auf die Mithilfe des Ehe
mannes angewiesen, der selber körperliche Beschwerden habe. Sie sei
folglich
als
zu
50
% einge
schränkt zu beurteilen. Aufgrund ihrer Einschrän
kun
gen habe die Beschwerde
führerin keine Ressourcen und Kapazitäten für andere Akti
vitäten (gewichtet mit 5
%), weshalb auch hier eine Einschränkung von mindes
tens 50
% bestehe, total 52.5
%.
3.5
Dazu nahm die Abklärungsperson i
m Rahmen des
Einwandverfahrens
am 24.
April
2018 Stellung (vgl. Feststellungsblatt,
Urk.
7/52/2-4)
und bemerkte,
die Ein
schrän
kungen im Haushalt würden die angemessene und zumutbare Mitwirkung der Familienmitglieder im Sinne der Mitwirkungspflicht berücksichtigen. Diese Feststellungen seien vor Ort getroffen worden, wohingegen die behandelnde Psychiaterin sich auf subjektive Schilderungen der Patientin und ihres Ehe
mannes stütze.
4.
4.1
Bei der Beschwerdeführerin wurde eine paranoide Schizophrenie
(ICD-10: F20.0) sowie eine schwer zu beeinflussende Angstsymptomatik mit Panik diagnostiziert (vgl. E. 3.1-3.2 hiervor). Nach unbestrittener Einschätzung der behandelnden Ärzte besteht für den Erwerbsbereich keine verwertbare Arbeitsfähigkeit mehr.
Laut Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin (Urk. 7/17) arbeitete die Beschwer
deführerin im Stundenlohn zu 15 Stunden die Woche (drei Stunden am Tag), was der allgemeinen Arbeitszeit im Betrieb von 42 Stunden pro Woche gegenüber
gestellt einem Pensum von 35,71 % entspricht. Sowohl nach der bis Ende 2017 geltenden Praxis der gemischten Methode wie auch in Anwendung von Art. 27
bis
Abs. 3 IVV, in Kraft seit 1. Januar 2018, ergibt sich bei vollständiger
Erwerbsun
fähigheit
ein (gewichteter) Teilinvaliditätsgrad von 35,71 %.
Strittig ist demgegenüber die Einschränkung in den Bereichen Ernährung, Woh
nungs
pflege, Einkauf sowie Wäsche/Kleiderpflege,
wobei insbesondere das Au
s
mass der Schadenminderungspflicht in Frage gestellt wurde (
Urk.
1 S.
5ff.
). Wäh
rend die
Abklärungsperson in den genannten Bereichen von keiner Ein
schrän
kung ausging
(vgl. E. 3.3 und E. 3.5 hiervor)
, hält die behandelnde Psy
chiaterin eine solche von 52.5
%
als angemessen
(vgl. E. 3.4)
.
4.2
Nach der Rechtsprechung stellt der durch die IV-Stelle eingeholte Bericht über die Abklärung vor Ort eine geeignete und im Regelfall genügende Grundlage zur Ermittlung des Invaliditätsgrades von im Haushalt tätigen Versicherten dar
(vgl. vorstehend E. 1.3)
.
Für den Beweiswert eines entsprechenden Berichtes ist analog auf die Rechtsprechung zur Beweiskraft von Arztberichten (BGE 125 V 352 E. 3a und b, BGE 122 V 160 E. 1c) zurückzugreifen. Sind die entsprechenden Kriterien (vgl. vorstehend
E 1.3
) erfüllt, ist der Abklärungsbericht voll beweiskräftig. Das Gericht greift
diesfalls
in das Ermessen der Abklärungsperson nur ein, wenn klar feststellbare Fehleinschätzungen oder Anhaltspunkte für die Unrichtigkeit der Abklärungsresultate (zum Beispiel infolge von Widersprüchlichkeiten) vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die fachlich kompetente Abklä
rungs
person näher am konkreten Sachverhalt steht als das im Beschwerdefall zuständige Gericht.
4.3
Die zuständige Abklärungsperson führte zur Beurteilung der Beeinträchtigungen im Haushaltsbereich am
1
2.
Dezember 2017
eine Abklärung an Ort und Stelle im Beisein des Ehemannes
und der Tochter
durch
(
Urk.
7/33)
.
Sie hat dabei die räumlichen und örtlichen Verhältnisse, die wirtschaftliche Situation, die Aufga
ben
teilung vor und nach Aufgabe der Erwerbstätigkeit durch die Beschwerde
führerin sowie die erwerbliche Situation der Familienangehörigen berücksichtigt und die Angaben der Beschwerdeführerin bzw. ihrer Tochter wiedergegeben.
Der von der Abklärungsperson verfasste Bericht vom
4.
Januar 2018 (vgl. vor
stehend E. 3.3
) befasst sich umfassend mit den einzelnen Haushaltsbereichen
und deren prozentualer Gewichtung und umschreibt die zu verrichtenden Tätigkeiten sowie die an Ort und Stelle festgestellten Einschränkungen in diesen Bereichen. Ebenfalls berücksichtigt wurde die altersentsprechende Mitwirkungs
pflicht der
Tochter
sowie des Ehemannes der Beschwerdeführerin. Der Abklä
rungs
bericht ist sodann schlüssig und in nachvollziehbarer Weise begründet. Es sind keine beson
de
ren Umstände gegeben, welche den Abklärungs
bericht als mangelhaft
erschei
nen liessen.
4.4
Vorab ist festzuhalten, dass Angaben der behandelnden Psychiaterin, soweit sie nicht auf eigenen, fachmedizinischen Wahrnehmungen
,
sondern anderslautenden Angaben der Beschwerdeführerin beruhen, die im Haushaltsabklärungsbericht fest
gehaltenen Feststellungen oder seinerzeitigen Angaben der Beschwerde
füh
rerin bzw. ihrer
Familienangehörigen nicht in Zweifel zu ziehen vermögen. Eben
so muss unberücksichtigt bleiben, dass die Beschwerdeführerin keine physisch schwereren Arbeiten (mehr) verrichten soll (Reinigung, Wäsche), da keine körper
lichen, über konstitutionelle Begebenheiten hinausgehende Einschränkungen aus medizinischer Sicht dargetan oder ausgewiesen wurden. Ferner ist der Beschwer
degegnerin grundsätzlich darin zuzustimmen, dass die im Rahmen der Schaden
minderungspflicht zu berücksichtigende Mithilfe der im gleichen Haushalt woh
nenden Familienangehören über das Mass hinausgeht, was üblicherweise von diesen erwartet werden darf (vgl. E.
1.4), und die Beschwerdeführerin sich anrechnen lassen muss, dass sie gewisse Arbeiten zwar erschwert, aber doch in Etappen unter vermehrtem Zeitbedarf weiterhin selber ausüben kann.
Unklarheiten angesichts der Stellungnahme der behandelnden Psychiaterin be
stehen indes im Ausmass der psychischen Störung bezüglich Antrieb bzw. Kon
zen
tration, insbesondere im Bereich Ernährung (die Beschwerdeführerin «blockie
re» oft), sowie bezüglich der
k
rankheits
bedingten
Unfähigkeit, sich alleine zu Hause aufzuhalten und dabei Hausarbeiten ausführen zu können und ohne Be
glei
tung ausser Haus gehen und alleine gewisse Besorgunge
n tätigen zu können
. Die anrechenbare Mithilfe der Fami
lienangehörigen würde klarerweise über das Zumutbare hinausgehen, könnte die Beschwerdeführerin sich ausschliesslich nur noch in Anwesenheit eines Fami
lien
angehörigen überhaupt im Aufgabenbereich betätigen. Ferner müsste wohl eine gewisse Einschränkung im Bereich «Einkauf und weitere Besorgungen» ange
rechnet werden, sollte die Beschwerdeführerin aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage sein, alleine ausser Haus oder aus der Wohnung zu gehen und sei es nur in den Keller oder zum Briefkasten. Diese Fragen sind grundsätzlich fachärztlich zu beantworten und können weder durch Angaben der psychisch kranken Person noch Feststellungen der im Haus
haltsbereich versierten Fachper
son abschliessend beurteilt werden. Hinzu kommt vorliegend, dass die Feststel
lungen der Abklärungsperson bzw. die im Bericht vom 4. Januar 2018 fest
ge
hal
tenen Angaben der Beschwerdeführerin oder der Tochter hierzu weder voll
ständig noch eindeutig sind.
Diesbezüglich kann auch nicht auf die Berichte der behandelnden Psychiaterin oder ihre Stellungnahme abgestellt werden, da diese sich in einer Beschreibung des von der Beschwerdeführerin nach eigenen Angaben (oder der Angaben ihrer
Fami
lienangehörigen) noch effektiv A
usgeübten erschöpfen und nicht dar
ge
legt wird,
was der Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht unter adäquater Medika
tion medizinisch-theoretisch zumutbar und möglich ist.
4.5.
Nach diesen Erwägungen erweist sich
die
medizinische Aktenlage als unvoll
ständig und ist die Beschwerdeführerin psychiatrisch zu begutachten. Allenfalls ist in Kenntnis des psychiatrischen Gutachtens erneut eine Haushaltsabklärung vor Ort notwendig. Die Sache ist daher in Aufhebung der angefochtenen Verfü
gung vom 3. August 2018 an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie diese Abklärungen anhand nehme und anschliessend über den Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin neu verfüge.
5.
5.1
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Ver
wal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
die
vertretene Beschwerdeführer
in
Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
Rechtsanwalt Dr. iur. Peter Stadler
reichte dem Gericht am 5. Dezember 2018 eine Honorarnote in der Höhe von Fr. 1'830.36
(
inkl. Mehrwertsteuer und
Baraus
la
gen)
ein (Urk. 12), was angemessen scheint, weshalb die Parteientschädigung auf diesen Betrag festzusetzen und dem unentgeltlichen Rechtsbeistand praxisgemäss direkt zu bezahlen ist.
5.2
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind
nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69
Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 600.-- anzusetzen. Ausgangsgemäss sind sie der Be
schwerdegegnerin aufzuerlegen.