Decision ID: 3ed5d112-def7-497a-86cb-de7575369998
Year: 2021
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A. A._, geb. 1. November 1983, Staatsangehöriger von Montenegro,
reiste am 26. März 2004 im Rahmen des Familiennachzugs in die
Schweiz ein und erhielt am 19. April 2004 zum Verbleib bei der in der
Schweiz niedergelassenen Landsfrau B._ eine Aufenthaltsbewilligung,
die letztmals bis zum 25. März 2015 verlängert wurde. Aus der Ehe gehen
die zwei Kinder, C._, geb. 24. März 2005 und D._, geb. 15. Juni
2010, beide ebenfalls Staatsangehörige von Montenegro, hervor. Die Kin-
der verfügen wie die Mutter über eine Niederlassungsbewilligung. Die
Ehe wurde mit Entscheid der Familienrichterin des Kreisgerichtes Z._
vom 15. Januar 2020 geschieden. Laut genehmigter Scheidungsverein-
barung üben die Eltern die elterliche Sorge über die beiden Kinder wei-
terhin gemeinsam aus, die Kinder wohnen jedoch bei der Mutter. A._
verfügt über ein Besuchsrecht an jedem zweiten Wochenende und über
ein Ferienrecht von vier Wochen im Jahr. Er ist verpflichtet, sowohl an
den Unterhalt der beiden Kinder als auch an den (nachehelichen) Unter-
halt der Ex-Ehefrau monatlich jeweils Fr. 1'000.– zu bezahlen.
B. Das Verhalten von A._ hat in strafrechtlicher Hinsicht zu Klagen An-
lass gegeben. Er wurde wie folgt bestraft:
1) Bussenverfügung des Untersuchungsamtes Z._ vom 19. Juni 2006 wegen Führens eines Motorfahrzeuges in nicht fahrfähigem Zustand und Verletzung der Verkehrsregeln zu einer unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren bedingt ausgesprochenen Busse von Fr. 1'200.–;
2) Bussenverfügung des Untersuchungsamtes Y._ vom 13. Januar 2010 wegen Miss-
achtung der allgemeinen Höchstgeschwindigkeit auf Autobahn – Nachfahrmessung zu einer Busse von Fr. 360.–;
3) Strafverfügung des Bezirksamtes X._ vom 21. April 2010 wegen einfacher Verletzung
der Verkehrsregeln (Überschreiten der signalisierten Höchstgeschwindigkeit) zu einer Busse von Fr. 600.–;
4) Strafbefehl des Kantonalen Untersuchungsamtes vom 23. März 2011 wegen Verletzung
der Verkehrsregeln (Überschreiten der signalisierten Höchstgeschwindigkeit) zu einer Busse von Fr. 1'000.–;
5) Strafbefehl der Staatsanwaltschaft W._ vom 23. April 2012 wegen Überschreiten der
signalisierten Höchstgeschwindigkeit zu einer Busse von Fr. 100.–;
6) Strafbefehl des Kantonalen Untersuchungsamtes vom 26. Juni 2012 wegen Verletzung
der Verkehrsregeln (Verwenden eines Telefons ohne Freisprechanlage während der Fahrt) zu einer Busse von Fr. 100.–;
7) Strafbefehl der Staatsanwaltschaft X._ vom 6. August 2013 wegen Nichtbenützens
des äussersten Fahrstreifens rechts auf Strassen mit mehreren Fahrstreifen, sofern nicht überholt, eingespurt, in parallelen Kolonnen oder innerorts gefahren wird, zu einer Busse von Fr. 60.–;
Entscheid des Sicherheits- und Justizdepartementes SG
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8) Strafbefehl der Staatsanwaltschaft W._ vom 20. Januar 2015 wegen einfacher Ver-
letzung der Verkehrsregeln (Überschreiten der zulässigen Höchstgeschwindigkeit) zu einer Busse von Fr. 40.–;
9) Strafbefehl der Staatsanwaltschaft W._ vom 2. Juni 2015 wegen Nichttragens der
Sicherheitsgurte und Verwenden eines Telefons ohne Freisprecheinrichtung während der Fahrt zu einer Busse von Fr. 160.–;
10) Entscheid des Kreisgerichtes Z._ vom 2. März 2016 wegen mehrfacher qualifizierter
Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, des Anstaltentreffens zur  Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie der Gehilfenschaft zur einfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz zu einer unter Ansetzung einer Probezeit von drei Jahren bedingt ausgesprochenen Freiheitsstrafe von 14 .
C. In finanzieller Hinsicht führte A._ in den Jahren 2015 und 2016 ein
gerichtliches Nachlassverfahren durch und verfügte laut Angaben in der
angefochtenen Verfügung über Schulden in Form von 21 offenen Verlust-
scheinen von Fr. 34'308.35. Nach der am 17. November 2020 eingereich-
ten Bestätigung vom 2. November 2020 liegen im Betreibungsregister
mittlerweile keinerlei Einträge gegen ihn vor.
D. Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs vom 10. Februar 2017 und
vom 19. April 2018 verweigerte das Migrationsamt mit Verfügung vom
7. Mai 2019 die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung von A._ und
wies ihn aus der Schweiz weg. Es wies ihn an, die Schweiz spätestens
60 Tage nach Rechtskraft der Verfügung zu verlassen. Zur Begründung
führte es im Wesentlichen aus, dass das Verhalten von A._ in finanzi-
eller, aber insbesondere in strafrechtlicher Hinsicht zu schweren Klagen
Anlass gegeben habe. Gemäss Betreibungsregisterauszug des Betrei-
bungsamtes Z._ sei er mit offenen Verlustscheinen von insgesamt
Fr. 34'308.35 verzeichnet, wobei sich die finanzielle Situation aufgrund
der erfolgreich durchgeführten Nachlassstundung verbessert habe. Der
Widerrufsgrund der Nichterfüllung von öffentlichen und privatrechtlichen
Verpflichtungen sei aufgrund der durchgeführten Nachlassstundung ent-
sprechend nicht mehr gegeben. A._ habe indessen mehrfach verurteilt
werden müssen. Das Kreisgericht Z._ habe ihn zu einer bedingten Frei-
heitsstrafe von 14 Monaten verurteilt, weshalb der Widerrufsgrund der
längerfristigen Freiheitsstrafe nach Art. 62 Abs. 1 Bst. b des Bundesge-
setzes über die Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration
(SR 142.20; abgekürzt AIG) gegeben sei. Dabei wiege sein an den Tag
gelegtes Verhalten ausländerrechtlich schwer. Ihm werde unter anderem
Entscheid des Sicherheits- und Justizdepartementes SG
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Anbau und Verkauf von Hanf zur Last gelegt. Er habe während eines län-
geren Zeitraums delinquiert und einen erheblichen Aufwand zur Aufzucht
der Pflanzen betrieben. Dies zeige, dass er grösste Mühe damit bekunde,
sich an die hiesigen Regeln zu halten. Es bestehe ein gewichtiges öffent-
liches Interesse, das gegen seinen weiteren Verbleib in der Schweiz spre-
che. A._ sei im Jahr 2004 in die Schweiz eingereist und sei mit der
Sprache und Kultur seines Heimatlands vertraut. Er und seine Ehefrau
B._ hätten am 8. Juni 2018 ein gemeinsames Scheidungsbegehren
beim Kreisgericht Z._ eingereicht, wonach die gemeinsamen Kinder
bei der Mutter leben würden, aber regelmässigen Kontakt zum Vater hät-
ten. Es bestehe ein gerichtsübliches Besuchs- und Ferienrecht. Die Nicht-
verlängerung der Aufenthaltsbewilligung führe damit zwar zur Trennung
der Familie bzw. zur Einschränkung des persönlichen Kontakts, die fami-
liären Beziehungen hätten A._ aber nicht von seinen Straftaten abhal-
ten können. Der Kontakt zu seinen Kindern könne er mittels Besuchsauf-
enthalten und den modernen Kommunikationsmitteln aufrechterhalten.
Die Rückkehr in das Heimatland könne ihm somit zugemutet werden.
E. Gegen die Verfügung erhob A._, vertreten durch lic.iur. Vedat Er-
duran, Rechtsanwalt, Sargans, mit Eingabe vom 22. Mai 2019 / 12. Juli
2019 Rekurs beim Sicherheits- und Justizdepartement (SJD) und bean-
tragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Aufenthalts-
bewilligung zu verlängern. Eventualiter sei er unter Androhung der Nicht-
verlängerung der Aufenthaltsbewilligung zu verwarnen. Zur Begründung
führte er im Wesentlichen aus, dass er in der Vergangenheit zwar viele
Betreibungsschulden gehabt habe, die noch vorhandenen Verlustscheine
jedoch ohne Probleme in ein paar Wochen komplett tilgen könne. So sei
er Aktionär der E._ AG und in einem Pensum von 50% erwerbstätig.
Er erziele dort ein monatliches Nettoeinkommen von ca. Fr. 2'000.– und
erhalte aufgrund eines Verkehrsunfalls in Deutschland von der deutschen
Motorfahrzeughaftpflichtversicherung eine Abfindungssumme in Höhe
von Fr. 660'000.– sowie eine lebenslange SUVA-Rente von monatlich
Fr. 2'800.–. Es sei bei ihm von einer vollständig gelungenen wirtschaftli-
chen Integration in der Schweiz auszugehen. Mit der Verurteilung vom
2. März 2016 durch das Kreisgericht Z._ sei der Widerrufsgrund der
längerfristigen Freiheitsstrafe erfüllt. Das Gericht habe sein objektives
Verschulden für sein unrechtmässiges Handeln aber nicht als schwer
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qualifiziert, weshalb die Freiheitsstrafe auch lediglich zwei Monate über
dem Mindeststrafmass von zwölf Monaten liege. Es treffe nicht zu, dass
das Verhalten aus ausländerrechtlicher Sicht schwer wiege. Bei den vor
der Verurteilung durch das Kreisgericht begangenen Handlungen handle
es sich lediglich um Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsge-
setz, die nicht schwer wiegen und lange zurückliegen würden. Das Motiv
für den Hanfhandel sei darin gelegen, dass er zum Tatzeitpunkt Schulden
gehabt habe und er mit dem Gewinn seine Schulden habe sanieren wol-
len. Mit dem von ihm bei der E._ AG erzielten Einkommen hätte er
seine finanzielle Krise nicht überwunden. Es sei von einem migrations-
rechtlich leichten Verschulden auszugehen. Er zeige Reue und Einsicht.
Dies beweise der Umstand, dass er seit 2014 weder Betäubungsmittel-
delikte noch andere Delikte begangen habe. Zu seinen Kindern habe er
ein sehr gutes Verhältnis. Er übe das Besuchsrecht regelmässig aus. Sei-
ner Ehefrau und den Kindern sei es nicht zuzumuten, die Schweiz zu ver-
lassen. Weiter spreche er perfekt Deutsch und sei in der Schweiz inte-
griert. Die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung sei somit unver-
hältnismässig. Eine ausländerrechtliche Verwarnung sei ausreichend.
F. Das Migrationsamt verzichtete am 12. August 2019 unter Verweis auf
die angefochtene Verfügung und die Akten auf eine Vernehmlassung und
beantragte die Abweisung des Rekurses.
G. Auf Aufforderung des SJD vom 15. Dezember 2020 reichte Rechtsan-
walt lic.iur. Vedat Erduran am 16. Dezember 2020 den Entscheid betref-
fend Ehescheidung vom 15. Januar 2020 ein und hielt gleichzeitig fest,
dass A._ seit der Auflösung der ehelichen Gemeinschaft seiner Ehe-
frau und den beiden Kindern sämtliche Lebenshaltungskosten bezahle.
Er bezahle ihnen den monatlichen Mietzins für die Wohnung in Z._ im
Betrag von Fr. 2'500.00, die Krankenkassenprämien und weitere Rech-
nungen. Er komme seiner Unterhaltspflicht somit weit mehr nach als in
der Scheidungsvereinbarung genehmigt worden sei. Es sei somit zwei-
felsfrei von einer (in wirtschaftlicher und persönlicher Hinsicht) engen af-
fektiven Beziehung zwischen ihm und seinen zwei Kindern auszugehen.
Mit Schreiben vom 16. Dezember 2020 bestätigte die Ex-Ehefrau von
A._ gegenüber dem SJD sinngemäss, dass sie wegen seiner finanzi-
ellen Unterstützung nur das Essen kaufe und den Rest für sich und die
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Kinder sparen könne. A._ habe ein sehr gutes Verhältnis zu den beiden
Kindern und nehme die Kinder regelmässig zu sich bzw. mit sich auf Be-
such und komme auch unter der Woche viel zu ihnen, um seine Kinder
zu sehen. Die Vater-Kind-Beziehung sei ausgezeichnet und die Kinder
würden ihren Vater lieben und respektieren. Er verbringe seit der Tren-
nung mindestens zwei Mal pro Jahr Ferien mit ihnen, entweder in der
Schweiz oder im Herkunftsland.

Erwägungen
1. Die von Amtes wegen vorzunehmende Prüfung der Rekursvorausset-
zungen ergibt, dass diese sowohl hinsichtlich der Zuständigkeit und der
Rekursberechtigung als auch in Bezug auf die Frist- und Formerforder-
nisse erfüllt sind (Art. 43bis, 45 Abs. 1, Art. 47 und 48 des Gesetzes über
die Verwaltungsrechtspflege [sGS 951.1; abgekürzt VRP]). Auf den Re-
kurs ist einzutreten.
2. Die Aufenthaltsbewilligung ist befristet und kann verlängert werden,
wenn keine Widerrufsgründe vorliegen (Art. 33 Abs. 3 AIG). Nach Art. 62
Abs. 1 Bst. b AIG kann die Aufenthaltsbewilligung widerrufen werden,
wenn eine ausländische Person zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe
verurteilt wurde. Als längere Freiheitsstrafen gelten nach der bundesge-
richtlichen Rechtsprechung Freiheitsstrafen von mehr als einem Jahr und
bilden einen Grund für den Widerruf der Aufenthaltsbewilligung
(BGE 135 II 377). Liegen Gründe vor, die einen Widerruf rechtfertigen,
kann umso mehr die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung verweigert
werden (vgl. Hunziker, in: Caroni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.]. Bundesge-
setz über die Ausländerinnen und Ausländer, Bern 2010, N 5 zu Art. 62).
Das Kreisgericht Z._ verurteilte den Rekurrenten mit Entscheid vom
2. März 2016 zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 14 Monaten (Vorak-
ten Nerkez Mujevic [nachfolgend Vorakten N.M.] Seiten 259 ff.). Der Wi-
derrufsgrund der Verurteilung zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe nach
Art. 62 Abs. 1 Bst. b AIG ist somit unbestrittenermassen gegeben.
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3. Liegt ein Widerrufsgrund vor, bleibt zu prüfen, ob die Massnahme auch
als verhältnismässig erscheint. Dieser bereits in Art. 5 Abs. 2 der Bundes-
verfassung (SR 101; abgekürzt BV) verankerte Grundsatz wird in Art. 96
Abs. 1 AIG insoweit verdeutlicht, als die zuständigen Behörden bei der
Ermessensausübung die öffentlichen Interessen und die persönlichen
Verhältnisse sowie die Integration der Ausländerinnen und Ausländer be-
rücksichtigen. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts sind umso
strengere Anforderungen an eine fremdenpolizeiliche Massnahme zu
stellen, je länger eine ausländische Person in der Schweiz anwesend
war. Die Aufenthaltsberechtigung eines Ausländers, der sich schon seit
langer Zeit hier aufhält, soll aus Gründen der Verhältnismässigkeit nur mit
Zurückhaltung widerrufen oder nicht mehr verlängert werden. Allerdings
ist dies bei wiederholter bzw. schwerer Straffälligkeit selbst dann nicht
ausgeschlossen, wenn er hier geboren ist und sein ganzes bisheriges
Leben im Land verbracht hat. Erhebliche Verstösse gegen das Betäu-
bungsmittelgesetz sind nach ständiger Rechtsprechung des Bundesge-
richtes generell als schwere Beeinträchtigung der öffentlichen Ordnung
und Gesundheit zu werten (BGE 139 I 31 E. 2.3; 139 I 16 E. 2.2; 135 II
377 E. 4.3).
a) Ausgangspunkt und Massstab für die Schwere des Verschuldens und
die ausländerrechtliche Interessenabwägung ist die vom Gericht ver-
hängte Strafe, d.h. das im Strafurteil zum Ausdruck kommende Verschul-
den.
aa) Vorliegend fällt angesichts der Geringfügigkeit der übrigen strafrecht-
lichen Verfehlungen einzig die erwähnte Verurteilung des Kreisgerichtes
Z._ vom 2. März 2016 wegen mehrfacher qualifizierter Widerhandlung
gegen das Betäubungsmittelgesetz, des Anstaltentreffens zur qualifizier-
ten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie der Gehil-
fenschaft zur einfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelge-
setz ins Gewicht. Aus den Erwägungen des erwähnten Entscheids geht
hervor, dass der Rekurrent von Anfang 2011 bis August 2013 als Mitglied
einer Bande zusammen mit zwei Personen in Z._ (F._strasse 30)
eine Hanfplantage betrieb und das daraus geerntete Marihuana von
1,7 kg für Fr. 5'000.00 pro Kilogramm verkaufte. Sodann betrieb er im
Jahr 2013 bis zur Aushebung am 13. März 2014 in V._, U._ und
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Z._ (G._strasse 12) teilweise parallel drei weitere Hanfplantagen mit
insgesamt 640 Hanfpflanzen und verkaufte in gewerbsmässiger Art und
Weise insgesamt 24.8 kg geerntetes Marihuana zu einem Preis von
Fr. 4'500.– pro Kilogramm. Auch baute er in Absprache mit einer Person
eine fixfertige Hanfanlage auf, indem er Räumlichkeiten suchte und
schliesslich in T._ mietete, die Anlage in den Räumlichkeiten aufbaute
und die Pflanzen einpflanzte. Der Rekurrent investierte rund Fr. 30'000.–
und wusste aufgrund der Anzahl Pflanzen und den Ernten aus seinen
anderen Hanfanlagen, wie viel Marihuana damit produziert und schliess-
lich verkauft werden kann. Die Anlage wurde am 13. Februar 2014 aus-
gehoben, noch bevor die erste Ernte stattfand. Aus der Anlage hätte
durch Ernte und Trocknung rund 8,6 kg Marihuana erzielt werden können.
Schliesslich vermietete er an der H._strasse 505 in Z._ – im Wissen
um eine dort zu errichtende Hanfplantage – Räumlichkeiten an zwei Per-
sonen weiter und erhöhte nach Entdeckung der Plantage die Miete
(Vorakten N.M., Seiten 262 bis 274).
bb) In strafrechtlicher Hinsicht hielt das erwähnte Kreisgericht zum Ver-
schulden des Rekurrenten fest, dass er während eines längeren Zeitrau-
mes delinquiert habe. Er habe sich immer mehr professionalisiert und ei-
nen erheblichen Aufwand zur Aufzucht der Pflanzen betrieben. Er habe
sich auch nicht von seinen Plänen abbringen lassen, als die Hanfanlage
in der Garage an der H._strasse im Oktober 2013 ausgehoben worden
sei. Im Bewusstsein, dass der Anbau und Verkauf von Marihuana strafbar
ist und eine konkrete Gefahr des Auffliegens vorhanden gewesen war,
habe der Rekurrent mit mehreren Anlagen einen professionellen und um-
fangreichen Anbau und Handel mit Marihuana betrieben. Dabei habe er
die technischen Fertigkeiten und die Kapazität stetig erhöht, was eine ge-
wisse Unverfrorenheit und gesteigerte kriminelle Energie zeige. Nebst der
mit den Anlagen Ruderbach, Schäfliwis und G._strasse begangenen
schweren Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz (Gewerbs-
mässigkeit) komme bei der ersten Anlage an der F._strasse erschwe-
rend die Bandenmässigkeit hinzu. Auch wenn es vorliegend ausschliess-
lich um eine weiche Droge gehe und durch den inländischen Anbau we-
niger Hürden zu nehmen seien, habe der Rekurrent erhebliche Mengen
an Marihuana anbauen bzw. verkaufen und davon profitieren können. Es
sei davon auszugehen, dass er sich einen gehobenen Lebensstil habe
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finanzieren wollen und auf das grosse Geld gehofft habe. Dies sei umso
verwerflicher, da er nicht im Geringsten auf dieses illegale Einkommen
angewiesen war. Er sei Geschäftsführer der E._ AG gewesen, die im
Allgemeinen gut gelaufen sei und aus der er sich einen angemessenen
Lohn hätte auszahlen können. Trotz der angehäuften Schulden habe der
Rekurrent jedoch auf keine Annehmlichkeiten verzichten wollen. Strafer-
höhend würdigte das Kreisgericht den Umstand, dass er nach Kenntnis
der Hanfanlage in der Garage eine höhere Miete verlangt habe und damit
von der Anlage habe profitieren wollen. Als strafmildernd berücksichtigte
es einerseits, dass es bezüglich der Anlage in T._ beim Versuch und
Anstaltentreffen geblieben sei, wobei es aufgrund der Aushebung durch
die Polizei nicht zu einer Ernte gekommen sei und nicht durch einen Ab-
bruch der Handlungen des Rekurrenten. Andererseits sei der Rekurrent
von Anfang an geständig geblieben und habe vieles von sich aus zuge-
geben. Die zur Zeit der polizeilichen Intervention bereits nicht mehr vor-
handene Anlage an der F._strasse habe er von sich aus zugegeben.
In Bezug auf das Nachtatverhalten hielt das Gericht strafmindernd fest,
dass der Rekurrent bei der Firma E._ AG – soweit seit dem Autounfall
vom 22. Juni 2014 möglich – wieder einer regulären Arbeit nachgehe und
er aufgrund der Unfallfolgen eine Umschulung vornehmen werde sowie
eine Schuldensanierung eingeleitet habe (Vorakten N.M., Seiten 275 ff.).
cc) Angesichts der verhängten Strafe wiegt das Verschulden des Rekur-
renten in ausländerrechtlicher Hinsicht nicht mehr leicht. Der Verurteilung
durch das erwähnte Kreisgericht liegen mehrere strafbare Handlungen in
einem Zeitraum von rund drei Jahren zugrunde. So hat der Rekurrent von
anfangs 2011 bis Februar 2014 in verschiedenen Anlagen Hanfpflanzen
angebaut und/oder sich am Aufbau von Hanfanlagen und der Aufzucht
der Pflanzen beteiligt. Mit diesen Anlagen wurde teils bandenmässig ein
professioneller und umfangreicher Anbau sowie gewerbsmässiger Han-
del mit Marihuana betrieben, der für den Rekurrenten zu nicht unerhebli-
chem Profit führte. Dabei hat er – wie das erwähnte Kreisgericht fest-
hielt – die technischen Fertigkeiten und die Kapazität stetig erhöht, was
eine gewisse Unverfrorenheit und gesteigerte kriminelle Energie zeigt.
Das öffentliche Interesse, den Rekurrenten angesichts der verübten
Straftaten aus Gründen der Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit
und Ordnung aus der Schweiz wegzuweisen, ist entsprechend erheblich,
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zumal die Widerhandlung gegen Art. 19 Abs. 2 BetmG nach Art. 66a
Abs. 1 Bst. o des Schweizerischen Strafgesetzbuches (AS 2016 2329 ff.),
welcher vom Bundesrat per 1. Oktober 2016 in Kraft gesetzt wurde
(www.ejpd.admin.ch), Grundlage für eine obligatorische Landesverwei-
sung bilden. Zu berücksichtigen gilt beim öffentlichen Interesse indessen,
dass die Straftaten vorliegend mehr als sieben Jahre zurückliegen und
der Rekurrent in der Zwischenzeit über zwei geringfügige und vorliegend
nicht massgebende Übertretungen des Strassenverkehrsgesetzes hin-
aus nicht mehr straffällig wurde. Die im Entscheid des Kreisgerichtes an-
geordnete Probezeit von drei Jahren ist entsprechend ohne Verfehlungen
abgelaufen.
b) Unter diesen Umständen besteht beim Rekurrenten nunmehr ein be-
deutendes öffentliches Interesse an der Nichtverlängerung der Aufent-
haltsbewilligung und an der Wegweisung des Rekurrenten.
c) Bei der Würdigung des privaten Interesses von A._ am Verbleib in
der Schweiz ist zu berücksichtigen, dass er im Alter von 20 Jahren in die
Schweiz kam und inzwischen bereits seit mehr als 16 Jahren hier lebt.
Die Verurteilung durch das Kreisgericht Z._ vom 2. März 2016 spricht
zwar grundsätzlich gegen eine gelungene Integration in der Schweiz. Im
Rahmen einer Gesamtbetrachtung fällt hingegen in Betracht, dass er sich
sowohl vor als auch – und umso mehr – danach wohlverhalten hat. In
finanzieller Hinsicht hat er über den Abschluss eines Nachlassverfahrens
in den Jahren 2015 und 2016 hinaus, auch dank einer Abfindungssumme
in Höhe von Fr. 660'000.– seine Schulden mittlerweile vollständig abbe-
zahlen können (act. 25). Seinen Angaben zufolge arbeitet er in einem
Pensum von 50% bei der E._ AG und erzielt dort ein monatliches Net-
toeinkommen von ca. Fr. 2'000.–. Zudem erhält er aufgrund des Ver-
kehrsunfalls eine lebenslange SUVA-Rente von monatlich Fr. 2'800.–.
Wie sich aus den eingereichten Schreiben des Rekurrenten und seiner
Ex-Ehefrau vom 16. Dezember 2020 ergibt, betreut er die beiden Kinder
im Rahmen des gerichtsüblichen Besuchs- und Ferienrechts und in finan-
zieller Hinsicht gar über das Notwendige hinaus. Den glaubhaften Aus-
führungen der Ex-Ehefrau zufolge hat der Rekurrent ein sehr gutes Ver-
hältnis zu den beiden Kindern und nimmt sie regelmässig zu sich bzw.
mit sich auf Besuch und kommt auch unter der Woche viel zu ihnen, um
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seine Kinder zu sehen. Die familiären Bande zwischen dem Rekurrenten
und den beiden Kindern werden nach wie vor regelmässig gelebt. Die
Vater-Kind-Beziehung werden von der Ex-Ehefrau entsprechend als aus-
gezeichnet beschrieben. Die Kinder lieben und respektieren ihren Vater
(act. 27 f.).
4. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass im Rahmen einer
Gesamtbetrachtung die öffentlichen Interessen an der Wegweisung des
Rekurrenten die privaten Interessen an einem Verbleib in der Schweiz
nicht zu überwiegen vermögen. Die angefochtene Verfügung ist daher
aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen, dem Rekurrenten die Auf-
enthaltsbewilligung zu verlängern.
5. Ist eine Massnahme begründet, aber den Umständen nicht angemes-
sen, so kann die betroffene Person unter Androhung dieser Massnahme
verwarnt werden (Art. 96 Abs. 2 AIG). In diesem Sinn ist der Rekurrent
mit diesem Entscheid zu verwarnen und ihm die Nichtverlängerung der
Aufenthaltsbewilligung anzudrohen, für den Fall, dass er erneut eine
Straftat begeht oder sonst zu Klagen Anlass gibt. Es muss dem Rekur-
renten bewusst sein, dass ihm durch den Verzicht auf die Nichtverlänge-
rung der Aufenthaltsbewilligung eine (letzte) Chance gewährt wird.
6. Nach Art. 95 Abs. 1 VRP hat in Verwaltungsstreitigkeiten jener Betei-
ligte die Verfahrenskosten zu tragen, dessen Begehren ganz oder teil-
weise abgewiesen werden. Massstab des Obsiegens ist das Rechtsbe-
gehren (Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St.Gallen,
St.Gallen 2003, Rz. 640 und Rz. 758 ff.). Bei Haupt- und Eventualanträ-
gen ist für die Frage des Obsiegens und Unterliegens vom Hauptantrag
auszugehen. Wird dieser gutgeheissen, bedeutet dies einen vollständi-
gen Schutz des Begehrens. Vorliegend entspricht die Aufhebung der an-
gefochtenen Verfügung mit gleichzeitiger Verwarnung daher nur einer
teilweisen Gutheissung des Rekurses (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 760
und 762).
a) In Anwendung von Nr. 20.13.01 des Gebührentarifs für die Kantons-
und Gemeindeverwaltung (sGS 821.5) ist die Entscheidgebühr auf
Fr. 1'000.– festzusetzen und dem Verfahrensausgang entsprechend je
Entscheid des Sicherheits- und Justizdepartementes SG
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zur Hälfte dem Rekurrenten und der Vorinstanz aufzuerlegen. Der vom
Rekurrenten zu tragende Anteil wird mit dem geleisteten Kostenvor-
schuss in Höhe von Fr. 1'000.– verrechnet und der Mehrbetrag von
Fr. 500.– zurückerstattet. Auf die Erhebung des Anteils der Vorinstanz
wird verzichtet (Art. 95 Abs. 3 VRP).
b) Da der Rekurrent lediglich hälftig, mithin teilweise obsiegt, hat er kei-
nen Anspruch auf Ersatz der ausseramtlichen Kosten (vgl. A. Linder, in:
Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.], Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege,
Praxiskommentar, Zürich/St.Gallen 2020, N 16 zu Art. 98bis VRP mit
Hinweisen; bereits GVP 1983 Nr. 56).
Demgemäss erlässt das Sicherheits- und Justizdepartement als