Decision ID: 6884bd68-4767-4c2c-8b00-ed1e6e6f0e3a
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich im Juli 2012 bei der EL-Durchführungsstelle des Kantons St.
Gallen zum Bezug von Ergänzungsleistungen zu ihrer ganzen Invalidenrente an (Dossier
1, act. 97, 98-7 ff.). Die Ehe der Versicherten war am 10. Mai 2012 gerichtlich getrennt
worden (Dossier 1, act. 105). Die beiden minderjährigen Kinder waren unter die Obhut
des Vaters gestellt worden. Es war vereinbart worden, dass jeder Elternteil eine
Kinderrente der AHV/IV sowie eine allfällige IV-Kinderrente der Pensionskasse erhalte.
Mit Verfügung vom 2. Oktober 2012 wies die EL-Durchführungsstelle das Gesuch
wegen eines Einnahmenüberschusses ab (Dossier 1, act. 92, 94). In der
Verfügungsbegründung hielt sie fest, dass die IV-Kinderrente von Fr. 742.-- pro Monat
A.a.
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und die BVG-Kinderrente im Betrag von Fr. 1'772.50 pro Quartal bei den Einnahmen
(familienrechtliche Unterhaltsbeiträge) berücksichtigt würden.
Im Mai 2014 meldete die Beiständin die Versicherte erneut zum Bezug von
Ergänzungsleistungen an (Dossier 1, act. 83). Die zuständige EL-Sachbearbeiterin
notierte am 5. Juni 2014, dass die IV-Kinderrente und die BVG-Kinderrente entgegen
dem Vorgehen bei der "alten" Anmeldung nicht in die EL-Berechnung genommen
werden dürften; es handle sich um Leistungen für die Kinder und nicht für die
Versicherte (Dossier 1, act. 80). Mit Verfügung vom 7. Juni 2014 (Dossier 1, act. 79)
sprach die EL-Durchführungsstelle der Versicherten ab 1. Mai 2014 eine monatliche
Ergänzungsleistung von Fr. 1'308.-- zu (jeweils inkl. Prämienpauschale
Krankenversicherung und ausserordentliche Ergänzungsleistungen). Die Kinderrenten
hatte sie in der EL-Berechnung nicht als Einnahmen angerechnet. Mit Verfügung vom
22. August 2014 zog die EL-Durchführungsstelle die Verfügung vom 7. Juni 2014 in
Wiedererwägung, da sie vergessen hatte, die Nichterwerbstätigenbeiträge bei den
Ausgaben zu berücksichtigen (Dossier 1, act. 74). Die Ergänzungsleistungen betrugen
neu ab 1. Mai 2014 Fr. 1'350.-- pro Monat.
A.b.
Am 11. September 2014 teilte die Beiständin der EL-Durchführungsstelle
telefonisch mit, dass die BVG-Rente über den Betrag von Fr. 7'090.-- pro Jahr doch
nicht für die Kinder bestimmt sei, sondern vollumfänglich der Versicherten vergütet
werde (Dossier 1, act. 72). Die weiteren Abklärungen ergaben, dass die Versicherte pro
Quartal eine BVG-Rente von Fr. 1'772.50 erhielt (Dossier 1, act. 71-3). Mit Verfügung
vom 28. September 2014 setzte die EL-Durchführungsstelle die Ergänzungsleistungen
infolge der Anrechnung der BVG-Rente von Fr. 7'090.-- pro Jahr rückwirkend ab 1. Mai
2014 auf Fr. 759.-- pro Monat herab (Dossier 1, act. 70).
A.c.
Am 9. Februar 2017 informierte die Beiständin der Versicherten die AHV-
Zweigstelle B._ über Veränderungen beim Sparguthaben und bei den Erträgen aus
dem Sparguthaben per 31. Dezember 2016 sowie bei der BVG-Rente (Dossier 1, act.
51). Einem Schreiben der Verwaltung der Pensionskasse vom 5. April 2016 war zu
entnehmen, dass infolge Pfändung ab dem 1. Mai 2016 monatlich Fr. 142.85 von der
Invalidenrente in Abzug gebracht werden müssten (Dossier 1, act. 51-3 f.). Mit
Verfügung vom 30. März 2017 setzte die EL-Durchführungsstelle die
A.d.
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B.
Ergänzungsleistungen infolge der Anpassung der Vermögenswerte per 1. Januar 2017
neu auf Fr. 807.-- pro Monat fest (Dossier 1, act. 50). Die angerechnete BVG-Rente
belief sich weiterhin auf Fr. 7'090.-- pro Jahr (Dossier 1, act. 49). In der
Verfügungsbegründung wies die EL-Durchführungsstelle darauf hin, dass die
Rentenpfändung nicht berücksichtigt werden könne.
Am 27. März 2018 ging bei der AHV-Zweigstelle ein Schreiben der Verwaltung der
Pensionskasse vom 20. März 2018 ein, wonach ab dem 1. April 2018 monatlich Fr.
17.85 von der Invalidenrente gepfändet würden (Dossier 1, act. 33). Die EL-
Durchführungsstelle reagierte nicht auf diese Meldung.
A.e.
Am 3. Juni 2018 leitete die EL-Durchführungsstelle eine periodische Überprüfung
der Ergänzungsleistungen ein (Dossier 1, act. 32). Mit dem Revisionsformular reichte
die Beiständin im Juli 2018 einen Auszug des Scheidungsurteils vom Januar 2013 ein
(Dossier 1, act. 28). Die Kinder waren unter die elterliche Sorge des Vaters gestellt
worden. Die beiden Kinderrenten der IV und die beiden Kinderrenten der
Pensionskasse waren dem Vater zugesprochen worden. Mit Verfügung vom 26.
Februar 2019 setzte die EL-Durchführungsstelle die monatliche Ergänzungsleistung
gestützt auf die Ergebnisse der periodischen Überprüfung ab 1. Januar 2019 auf
Fr. 741.-- fest (Dossier 1, act. 11). Die angerechnete BVG-Rente betrug unverändert Fr.
7'090.-- pro Jahr (Dossier 1, act. 10).
A.f.
Am 25. September 2020 teilte der zwischenzeitlich beauftragte Rechtsvertreter der
Versicherten der EL-Durchführungsstelle mit, dass die Pensionskassenrente (weiterhin)
teilweise gepfändet werde (Dossier 2, act. 16). Er machte sinngemäss geltend, der
Versicherten könne nur der ihr effektiv zur Verfügung stehende Betrag als Einkommen
angerechnet werden. Andernfalls würde dies auf eine nicht mögliche Pfändung der
Ergänzungsleistungen hinauslaufen. Der Rechtsvertreter ersuchte darum, die
Ergänzungsleistungen rückwirkend und für die Zukunft neu zu berechnen. Dem Gesuch
lag eine Anzeige betreffend Lohnpfändung des Betreibungsamtes C._ an die
Verwaltung der Pensionskasse vom 8. Januar 2020 bei, wonach von den
Rentenleistungen der Versicherten pro Monat Fr. 284.-- gepfändet worden seien und
B.a.
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durch die Verwaltung (der Pensionskasse) abzuziehen und dem Betreibungsamt
abzuliefern seien (Dossier 2, act. 16-3 f.).
Am 26. Oktober 2020 teilte die EL-Durchführungsstelle dem Rechtsvertreter der
Versicherten mit, dass die Rückzahlung von Schulden keine anerkannte Ausgabe sei,
weshalb die BVG-Rente vollumfänglich als Einnahme angerechnet werde (Dossier 2,
act. 15). Dagegen wendete der Rechtsvertreter am 30. November 2020 ein, dass die
gepfändeten Ansprüche der Versicherten nicht für die Bestreitung ihrer
Lebenshaltungskosten zur Verfügung stünden (Dossier 2, act. 12). Ein freiwilliger
Einnahmenverzicht liege ebenfalls nicht vor. Die Vorgehensweise der EL-
Durchführungsstelle führe dazu, dass die Versicherte mit den Ergänzungsleistungen
ihren Lebensunterhalt nicht bestreiten könne. Gerade dazu dienten die
Ergänzungsleistungen jedoch.
B.b.
Mit Verfügung vom 4. Dezember 2020 wies die EL-Durchführungsstelle das
Gesuch der Versicherten vom 25. September 2020 ab (Dossier 2, act. 14). Zur
Begründung hielt sie fest, bereits im Schreiben vom 26. Oktober 2020 sei erklärt
worden, dass in der EL-Berechnung keine Schuldenrückzahlungen berücksichtigt
würden. Die BVG-Rente werde daher vollumfänglich angerechnet. Dagegen erhob der
Rechtsvertreter der Versicherten "der guten Ordnung halber" am 15. Dezember 2020
erneut eine Einsprache (Dossier 2, act. 5).
B.c.
Mit Entscheid vom 28. Januar 2021 wies die EL-Durchführungsstelle die
Einsprache ab (Dossier 2, act. 3). Zur Begründung hielt sie fest, die Auflistung der
anerkannten Ausgaben in Art. 10 ELG sei abschliessend. Das Abzahlen von Schulden
werde in Art. 10 ELG nicht als Ausgabe anerkannt. Schulden würden in der EL-
Berechnung lediglich insoweit berücksichtigt, als sie vom bestehenden Rohvermögen
in Abzug gebracht würden. Zuzustimmen sei der Versicherten in dem Punkt, dass es
sich bei der gepfändeten BVG-Rente nicht um einen Einnahmenverzicht handle. Nicht
zutreffend sei jedoch die Ansicht, dass die Reduktion der Einnahmen der Versicherten
durch die Pfändung durch Ergänzungsleistungen auszugleichen sei. Würde die
Pfändung durch die EL ausgeglichen, würden die Schulden der Versicherten indirekt
durch die Ergänzungsleistungen abbezahlt, was nicht dem Zweck der
Ergänzungsleistungen entspräche. Ebenso sei die Aussage der Versicherten, dass sie
B.d.
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C.
ihren Lebensunterhalt aufgrund der Pfändung nicht bestreiten könne, unzutreffend. Die
BVG-Rente dürfe nur so weit gepfändet werden, als sie nach dem Ermessen des
Betreibungsbeamten für den Schuldner und seine Familie nicht unbedingt notwendig
sei. Die Berechnung des Existenzminimums der Versicherten sei Sache des
zuständigen Betreibungsamtes und nicht der EL-Durchführungsstelle. Dass die Ansicht
der Versicherten nicht zutreffend sein könne, zeige auch der Umstand, dass wenn die
EL-Durchführungsstelle dem Antrag der Versicherten nachkommen und die
Ergänzungsleistungen um den gepfändeten Betrag erhöhen würde, dies einfach dazu
führen würde, dass anschliessend die BVG-Rente der Versicherten zu einem höheren
Betrag gepfändet würde, da die Einnahmen der Versicherten durch die erhöhten
Ergänzungsleistungen wiederum das vom Betreibungsamt berechnete
Existenzminimum der Versicherten übersteigen würden.
Gegen diesen Entscheid liess die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin)
am 24. Februar 2021 Beschwerde erheben (act. G 1). Ihr Rechtsvertreter beantragte die
Aufhebung des Einspracheentscheides und die Nichtanrechnung der gepfändeten
Beträge der Pensionskassenrente sowie die Rückweisung der Sache zur
Neuberechnung der Ergänzungsleistungen an die EL-Durchführungsstelle
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin). Zudem stellte er ein Gesuch um unentgeltliche
Prozessführung und Rechtsverbeiständung. Zur materiellen Begründung machte der
Rechtsvertreter in Ergänzung zu den Ausführungen im Verwaltungs- und
Einspracheverfahren geltend, die Anrechnung der gesamten BVG-Rente als
Einkommen habe zur Folge, dass die zur Bestreitung der Lebenshaltungskosten
dienenden Ergänzungsleistungen de facto (teilweise) gepfändet würden, obwohl sie
unpfändbar seien. Damit sei die Beschwerdeführerin schlechter gestellt als eine
anspruchsberechtigte Person, die, einen Verzicht ausgenommen, über keine BVG-
Rente verfüge.
C.a.
Die Beschwerdegegnerin beantragte am 17. März 2021 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 4). Zur Begründung verwies sie auf die Erwägungen im
Einspracheentscheid.
C.b.
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Erwägungen
1.
Am 30. März 2021 bewilligte das Gericht das Gesuch um unentgeltliche
Rechtsverbeiständung für das Verfahren vor dem Versicherungsgericht (act. G 6).
C.c.
Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens ist der Einspracheentscheid
vom 28. Januar 2021. Mit diesem hat die Beschwerdegegnerin die Verfügung vom
4. Dezember 2020 bestätigt, mit welcher das Gesuch der Beschwerdeführerin vom 25.
September 2020 abgewiesen worden war. Die Beschwerdeführerin hatte darum
ersucht, den gepfändeten Teil der BVG-Rente in der EL-Berechnung nicht als
Einnahme anzurechnen, und zwar rückwirkend und für die Zukunft. Zu prüfen ist somit,
ob die Beschwerdegegnerin das Gesuch vom 25. September 2020 zu Recht
abgewiesen hat.
1.1.
Zunächst hat eine verfahrensrechtliche Einordnung der Sache zu erfolgen. Die
Beschwerdeführerin (respektive ihre Beiständin) hat die Beschwerdegegnerin bereits
am 9. Februar 2017 darauf hingewiesen, dass ein Teil der BVG-Rente der
Beschwerdeführerin gepfändet werde. Die Beschwerdegegnerin hat dieses
(sinngemässe) Revisionsgesuch mit der Begründung, dass keine Rentenpfändung
berücksichtigt werden könne, mit der Verfügung vom 30. März 2017 abgewiesen. Diese
Verfügung ist in formelle Rechtskraft erwachsen. Der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin hat am 25. September 2020 explizit um die rückwirkende
Anpassung der Ergänzungsleistungen infolge Pfändung eines Teils der BVG-Rente
ersucht. Hierbei kann es sich nicht um ein erneutes Revisionsgesuch gehandelt haben,
denn es kann nicht dieselbe Sachverhaltsveränderung zweimal hintereinander zum
Gegenstand eines Revisionsverfahrens gemacht werden. Mit dem zweiten
Revisionsverfahren würde nämlich in die Verbindlichkeit der Verfügung eingegriffen, mit
welcher das erste Revisionsverfahren abgeschlossen worden war (hier die Verfügung
vom 30. März 2017). Beim Gesuch vom 25. September 2020 kann es sich folglich nur
um ein Wiedererwägungsgesuch gegen die damalige Abweisung des Revi
sionsgesuchs vom 9. Februar 2017 gehandelt haben. Die Beschwerdegegnerin hat auf
das Gesuch vom 25. September 2020 zunächst nur mit einem informativen Schreiben
vom 26. Oktober 2020 reagiert. Nachdem der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin
dagegen eine "Einsprache" erhoben hatte, hat sie das Gesuch mit der Verfügung vom
4. Dezember 2020 abgewiesen. Spätestens mit der Verfügung vom 4. Dezember 2020
ist sie also auf das Wiedererwägungsgesuch eingetreten. Das bedeutet, dass die
1.2.
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Beschwerdegegnerin das Revisionsverfahren von 2017 nochmals hat ablaufen lassen,
d.h. sie hat die Verfügung vom 30. März 2017 (Abweisung des Gesuchs) auf deren
Richtigkeit überprüft. Nachfolgend ist somit zu klären, ob die Beschwerdegegnerin das
Wiedererwägungsgesuch vom 25. September 2020 zu Recht abgewiesen hat. Dabei ist
zu beachten, dass eine Wiedererwägung einer formell rechtskräftigen Verfügung nur
möglich ist, wenn diese zweifellos unrichtig ist und wenn ihre Berichtigung von
erheblicher Bedeutung ist (Art. 53 Abs. 2 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG, SR 830.1).
Zunächst ist zu prüfen, ob die Anrechnung der ganzen BVG-Rente in der EL-
Berechnung trotz teilweiser Pfändung zweifellos unrichtig gewesen ist. Gemäss 11
Abs. 1 lit. d des Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen zur Alters-,
Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG, SR 831.30) werden Renten,
Pensionen und andere wiederkehrende Leistungen, einschliesslich der Renten der AHV
und der IV, als Einnahmen angerechnet. Der Wortlaut dieser Bestimmung enthält keine
Beschränkung auf Renten und Pensionen, die der versicherten Person effektiv
ausbezahlt werden. Rein buchhalterisch betrachtet fliessen die gepfändeten Teile von
Renten dem Rentner ebenfalls zu, denn sonst wäre es gar nicht möglich, dass die
gepfändeten Teile die wirtschaftliche Situation des Rentners verändern, indem sie seine
Schulden vermindern. Der Unterschied zwischen einer Rente, die effektiv auf das
Konto des Rentners fliesst, und einer gepfändeten Rente, die auf das Konto eines
Gläubigers des Rentners fliesst, besteht nur darin, dass erstere dem Rentner zur freien
Verfügung steht, während letztere einem bestimmten Zweck, nämlich der
Schuldentilgung, dient, dem Rentner also nicht zur freien Verfügung steht. In Art. 11
Abs. 1 lit. d ELG steht aber nicht, dass jene Rente nicht anzurechnen sei, die dem
Rentner nicht zur freien Verfügung stehe und deshalb nicht zur Deckung des
Existenzbedarfs herangezogen werden könne. Daran vermag auch ein im Rahmen der
systematischen Interpretation notwendiger Einbezug des Art. 2 Abs. 1 ELG nichts zu
ändern, denn dabei handelt es sich um eine rein deklarative Zielumschreibung, nicht
um eine direkt anwendbare, den Art. 11 Abs. 1 lit. d ELG "übersteuernde" Norm. Bei
einer gepfändeten Rente handelt es sich auch nicht um eine anerkannte Ausgabe im
Sinne von Art. 10 ELG. Rein buchhalterisch betrachtet bleibt die wirtschaftliche
Situation trotz Rentenpfändung unverändert. Eine Vermögensumschichtung kann
deshalb nie eine Ausgabe sein. Damit würde die Ergänzungsleistung nämlich im
entsprechenden Teilbetrag zweckentfremdet: Statt der Existenzsicherung würde sie
der Vermögensäufnung (durch Schuldenabbau) dienen. Die Anrechnung der ganzen
BVG-Rente als Einnahme in der EL-Berechnung ist somit trotz teilweiser Pfändung
1.3.
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2.