Decision ID: 7b2bcbfc-6e6d-4786-83e7-b03059380005
Year: 2020
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ wurde im Juli 2014 zum Bezug von Ergänzungsleistungen zu einer
Altersrente der AHV angemeldet (EL-act. 108). Ihre Schwiegertochter und Vertreterin
hatte im Anmeldeformular angegeben, dass die EL-Ansprecherin eine Rente der ersten
Säule von 28’080 Franken und eine Rente der zweiten Säule von 20’868 Franken
erhalte. Den beiliegenden Rentenausweisen liess sich entnehmen, dass die EL-
Ansprecherin von der beruflichen Vorsorgeeinrichtung ihres verstorbenen Ehemannes
eine Ehegattenrente von 1’011 Franken pro Monat respektive von 12’132 Franken pro
Jahr sowie eine „freiwillige“ Teuerungszulage von 728 Franken pro Monat
beziehungsweise von 8’736 Franken pro Jahr erhielt (EL-act. 109). Mit einer Verfügung
vom 13. September 2014 wies die EL-Durchführungsstelle das Leistungsbegehren mit
der Begründung ab, es liege ein Einnahmenüberschuss vor, der einen EL-Anspruch
ausschliesse (EL-act. 102). Der Anspruchsberechnung liess sich entnehmen, dass die
EL-Durchführungsstelle aus nicht nachvollziehbaren Gründen nur die eine der beiden
Renten der beruflichen Vorsorge im Betrag von 12’132 Franken berücksichtigt hatte
(EL-act. 101). Eine am 17. September 2014 erhobene Einsprache (vgl. EL-act. 99) hatte
zur Folge, dass die EL-Durchführungsstelle am 21. März 2015 eine neue Verfügung
erliess, mit der sie der EL-Ansprecherin mit Wirkung ab dem 1. Juli 2014 eine
Ergänzungsleistung von 2’541 Franken pro Monat und mit Wirkung ab dem 1. Januar
2015 eine solche von 3’383 Franken zusprach (EL-act. 77). Den Berechnungsblättern
liess sich entnehmen, dass die EL-Durchführungsstelle wiederum nur die eine der
beiden Renten der beruflichen Vorsorgeeinrichtung berücksichtigt hatte; die
„freiwillige“ Teuerungszulage der beruflichen Vorsorge war erneut nicht als Einnahme
angerechnet worden. Dass nun ein Anspruch auf eine Ergänzungsleistung bestand, war
hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass statt eines hypothetischen Vermögens von
270’000 Franken neu nur ein solches von 2’010 Franken berücksichtigt worden war
A.a.
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(EL-act. 75 f.). Die Verfügung vom 21. März 2015 erwuchs unangefochten in formelle
Rechtskraft.
Im Juli 2018 forderte die EL-Durchführungsstelle die EL-Bezügerin auf, ein
Formular zur periodischen Überprüfung der Ergänzungsleistung auszufüllen (EL-act.
48). Dieser Aufforderung kam die EL-Bezügerin im August 2018 nach. Dem
ausgefüllten Formular liess sich entnehmen, dass sie weiterhin Rentenleistungen der
beruflichen Vorsorge von insgesamt 20’686 Franken bezog (EL-act. 45). Mit einer
Verfügung vom 10. September 2018 setzte die EL-Durchführungsstelle die
Ergänzungsleistung rückwirkend per 1. Juli 2014 neu fest (EL-act. 35). Zur Begründung
führte sie aus, sie habe den EL-Anspruch unter Berücksichtigung der ursprünglich
fälschlicherweise nicht angerechneten „freiwilligen“ Teuerungszulage von Beginn weg
neu berechnen müssen. Dabei habe sie auch die jeweiligen Vermögensstände in den
Jahren 2014–2017 berücksichtigt. Die rückwirkende Korrektur der Ergänzungsleistung
habe eine Rückforderung von 38’685 Franken zur Folge. Diese Rückforderung werde
für die Zeit ab dem 1. Oktober 2018 als Schuld vom Vermögensstand abgezogen. Mit
Wirkung ab dem 1. August 2018 seien die höheren Pflegekosten berücksichtigt
worden.
A.b.
Am 14. September 2018 liess die EL-Bezügerin eine Einsprache gegen die
Verfügung vom 10. September 2018 erheben (EL-act. 24). Ihre Vertreterin beantragte
eine Neuberechnung „unter Berücksichtigung aller Aspekte“. Zur Begründung führte
sie aus, die Rente sei bei der Anmeldung zum Leistungsbezug klar deklariert worden.
Bei der Neuberechnung sei das zum aktuellen Zeitpunkt ausgewiesene Vermögen als
Grundlage für den hypothetischen Vermögensverzehr herangezogen worden. Bei einer
gekürzten Ergänzungsleistung gemäss der neuen Berechnung wäre das Vermögen in
der Vergangenheit aber rascher aufgezehrt worden. Das hätte eine Erhöhung der
laufenden Ergänzungsleistung zur Folge haben müssen. Diesen Aspekt habe die EL-
Durchführungsstelle nicht berücksichtigt. Mit einem Entscheid vom 3. Januar 2019
wies die EL-Durchführungsstelle die Einsprache ab (EL-act. 15). Zur Begründung führte
sie an, die Annahme, dass sich ein gekürzter EL-Anspruch auf das anrechenbare
Vermögen ausgewirkt hätte, sei rein hypothetisch und deshalb nicht im Rahmen der
EL-Berechnung zu berücksichtigen, die sich an den tatsächlichen Gegebenheiten zu
orientieren habe.
A.c.
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B.

Erwägungen
1.
Am 29. Januar 2019 liess die EL-Bezügerin (nachfolgend: die Beschwerdeführerin)
eine Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom 3. Januar 2019 erheben (act. G
1). Ihre Vertreterin beantragte eine „auf Tatsachen beruhende und die Unterschreitung
des Freibetrages nicht ignorierende“ Neuberechnung. Zur Begründung führte sie aus,
dass die Beschwerdeführerin monatlich etwa 800 Franken weniger
Ergänzungsleistungen erhalten hätte, wenn die EL-Durchführungsstelle (nachfolgend:
die Beschwerdegegnerin) bei der Anspruchsberechnung keinen Fehler gemacht hätte.
Dadurch wäre ihr Vermögen linear geschrumpft. Der hypothetische Vermögensverzehr
wäre stetig kleiner ausgefallen und in Kürze wäre der Freibetrag von 37’500 Franken
unterschritten gewesen. Danach hätte die Beschwerdeführerin wieder eine höhere
Ergänzungsleistung erhalten. Diese Tatsache sei von der Beschwerdegegnerin nicht
berücksichtigt worden.
B.a.
Die Beschwerdegegnerin beantragte am 20. Februar 2019 unter Hinweis auf die
Erwägungen im angefochtenen Einspracheentscheid die Abweisung der Beschwerde
(act. G 5).
B.b.
Das Versicherungsgericht ersuchte die C._ AG am 9. September 2020
anzugeben, ob alle ehemaligen, nun eine Rente der beruflichen Vorsorge beziehenden
Mitarbeiter eine solche Teuerungszulage erhielten (act. G 8). Die C._ AG antwortete
am 22. September 2020 (act. G 9), bei der „freiwilligen“ Teuerungszulage handle es
sich um einen Teuerungsausgleich für alle Rentenbezüger, der allerdings nach sozialen
Gesichtspunkten abgestuft worden sei. Man habe im Dezember 1987 beschlossen,
allen Rentenbezügern ab Januar 1988 einen vollen Teuerungsausgleich für die ersten
1’000 Franken der Pensionskassenrente zu gewähren; für die darüber liegenden
Rentenbeträge habe man einen degressiv verlaufenden Sozialtarif beschlossen. Der
Ausgleich betrage zwischen 20 Prozent und 100 Prozent. Zusammenfassend hätten
also ab Januar 1988 alle Rentenbezüger einen Anspruch auf diese Teuerungszulage
gehabt. Die Parteien nahmen keine Stellung zu diesem Schreiben.
B.c.
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Da dieses Beschwerdeverfahren die Überprüfung des angefochtenen
Einspracheentscheides auf dessen Rechtmässigkeit bezweckt, muss sein Gegenstand
jenem des Einspracheverfahrens entsprechen. Als „echtes“ Rechtsmittelverfahren hat
das Einspracheverfahren den Zweck gehabt, die Verfügung vom 10. September 2018
auf deren Rechtmässigkeit zu überprüfen, weshalb sein Gegenstand jenem des
vorangegangenen Verwaltungsverfahrens hat entsprechen müssen. Jener hatte in der
Korrektur der ursprünglichen leistungszusprechenden Verfügung im Sinne des Art. 53
Abs. 2 ATSG bestanden. Folglich ist in diesem Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob es
zulässig gewesen ist, die ursprüngliche leistungszusprechende Verfügung vom 21.
März 2015 zu korrigieren, und ob das Resultat dieser Korrektur rechtmässig ist.
2.
Das von der Beschwerdegegnerin verwendete Korrekturinstrument kann nur die
Wiedererwägung (Art. 53 Abs. 2 ATSG) gewesen sein, denn es hat weder eine neue
Tatsache vorgelegen noch ist ein neues Beweismittel aufgetaucht (vgl. Art. 53 Abs. 1
ATSG). Die Beschwerdegegnerin hat einen Fehler in der Sachverhaltswürdigung
korrigiert. Die Wiedererwägung einer formell rechtskräftigen Verfügung setzt gemäss
dem Art. 53 Abs. 2 ATSG eine zweifellose Unrichtigkeit der in Wiedererwägung zu
ziehenden Verfügung und eine erhebliche Bedeutung der Berichtigung voraus. Weil die
Wiedererwägung einer zweifellos unrichtigen Verfügung auf eine Berichtigung des
ursprünglich begangenen Fehlers abzielt, erfordert sie zwingend, dass die
ursprüngliche, fehlerhafte Verfügung integral durch eine neue, korrigierte Verfügung
ersetzt wird. Die Wiedererwägung beinhaltet also verfahrensrechtlich stets zwei
Schritte: In einem ersten Schritt wird die ursprüngliche, zweifellos unrichtige Verfügung
beseitigt; in einem zweiten Schritt wird das zufolge der Beseitigung der ursprünglichen
Verfügung wieder rechtshängig gewordene Verwaltungsverfahren mit einer neuen, nun
materiell richtigen Verfügung (erneut) abgeschlossen (vgl. Ralph Jöhl, Zur Praxis der
substituierten Begründung der Wiedererwägung bei zu Unrecht ergangenen
Anpassungsverfügungen, in: AJP 2004, S. 1001 ff.). Eine Wiedererwägung der
Verfügung vom 21. März 2015 müsste also in verfahrensrechtlicher Hinsicht deren
Beseitigung und eine erneute Zusprache einer nun materiell richtig berechneten
Ergänzungsleistung mit Wirkung ab dem 1. Juli 2014 zur Folge haben.
2.1.
Als Einnahmen haben der Beschwerdeführerin die Rente der AHV von 28’080
Franken (ab Juli 2014) respektive von 28’200 Franken (ab Januar 2015) sowie die
Rentenleistungen aus der beruflichen Vorsorge des verstorbenen Ehemannes von
insgesamt 20’868 Franken zur Verfügung gestanden. Der Betrag der Teuerungszulage
zur „Grundrente“ ist zwar unter anderem nach sozialen Gesichtspunkten festgesetzt
2.2.
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worden, aber alle Rentenbezüger haben diese Teuerungszulage erhalten und die
sozialen Gesichtspunkte sind nur bei der erstmaligen „Zusprache“ berücksichtigt
worden, haben also seit vielen Jahren keinen verändernden Einfluss auf die
Rentenhöhe mehr gehabt. Hätte es sich bei der „freiwilligen“ Teuerungszulage um eine
Leistung mit einem ausgesprochenen Fürsorgecharakter im Sinne des Art. 11 Abs. 3 lit.
c ELG gehandelt, hätte sie ständig an den jeweils aktuellen Bedarf der
Beschwerdeführerin zur Deckung des Existenzbedarfs angepasst werden müssen. Das
ist aber offenkundig nicht der Fall gewesen. Die „freiwillige“ Teuerungszulage ist
folglich keine Leistung im Sinne des Art. 11 Abs. 3 lit. c ELG, die bei der
Anspruchsberechnung nicht hätte berücksichtigt werden dürfen. Sie hätte vielmehr von
Beginn weg bei der Anspruchsberechnung als eine Einnahme im Sinne des Art. 11 Abs.
1 lit. d ELG angerechnet werden müssen. Die Beschwerdegegnerin hat die von der
Beschwerdeführerin korrekt angegebene und mit einem entsprechenden
Rentenausweis belegte „freiwillige“ Teuerungszulage aber aus einem nicht
nachvollziehbaren Grund bei der ursprünglichen Leistungszusprache nicht als
Einnahme angerechnet. Das ist zweifellos unrichtig gewesen. Die nachträgliche
wiedererwägungsweise Korrektur dieses Fehlers hat eine Rückforderung von 38’685
Franken zur Folge gehabt, was zeigt, dass die Berichtigung von erheblicher Bedeutung
gewesen ist. Die Voraussetzungen für eine Wiedererwägung der ursprünglichen
leistungszusprechenden Verfügung vom 21. März 2015 sind also erfüllt gewesen. Im
Rahmen der wiedererwägungsweisen Korrektur müssen beide Rentenbestandteile der
beruflichen Vorsorge – die „Stammrente“ und die „freiwillige“ Teuerungszulage – als
Einnahmen angerechnet werden. Dabei spielt es keine Rolle, dass die „freiwillige“
Teuerungszulage in der Anmeldung zum Leistungsbezug korrekt deklariert worden ist,
die Beschwerdeführerin also keine Schuld am Erlass einer zweifellos unrichtigen
Verfügung gehabt hat, denn die Wiedererwägung zielt nur auf den Erlass einer materiell
richtigen Verfügung ab, weshalb auf jeden Fall die effektiv erhaltenen Rentenleistungen
in der Anspruchsberechnung zu berücksichtigen sind. Die Beschwerdeführerin hat im
Juli 2014 über ein Sparguthaben von 75’866 Franken verfügt. Weil sie und ihr Ehemann
im Jahr 1993 eine Liegenschaft für einen Verkaufspreis von 470’000 Franken
abgetreten hatten (vgl. EL-act. 108–11 f.), ist zu prüfen, ob ein Vermögensverzicht im
Sinne des Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG vorliegt. Dabei fällt ins Gewicht, dass der
Beschwerdeführerin und ihrem Ehemann bei der Abtretung im Jahr 1993 ein
unentgeltliches lebenslängliches Wohnrecht eingeräumt worden war. Ein Mitarbeiter
des Rechtsdienstes hat im März 2015 den Kapitalwert dieses Wohnrechtes mit einer
überzeugenden Berechnung auf 267’990 Franken beziffert (vgl. EL-act. 79). Dieser
Betrag ist um 202’010 Franken tiefer als der damalige Wert der Liegenschaft von
470’000 Franken gewesen. Nach der Regel des Art. 17a ELV hätte dieses
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„Verzichtsvermögen“ bei einer Anspruchsberechnung für das Jahr 1994 unverändert
berücksichtigt werden müssen; für das Jahr 1995 und für alle folgenden Jahre hätte
der Betrag jeweils um 10’000 Franken reduziert werden müssen. Für das Jahr 2014 ist
deshalb nur noch ein „Verzichtsvermögen“ von 2’010 Franken anzurechnen gewesen.
Zusammen mit dem Sparguthaben hat sich damit ein Nettovermögen von 77’876
Franken ergeben. Nach Abzug des Freibetrages von 37’500 Franken resultiert ein
anrechenbares Vermögen von 40’376 Franken, von dem gemäss dem Art. 3 Abs. 2
ELG/SG ein Fünftel, also 8’075 Franken, als (hypothetischer) Vermögensverzehr
anzurechnen ist. Die effektiven Vermögenserträge haben sich für die Zeit ab Juli 2014
auf 724 Franken belaufen. Zusätzlich hat die Beschwerdegegnerin einen
(hypothetischen) Ertrag von acht Franken auf dem (hypothetischen)
„Verzichtsvermögen“ berücksichtigt, was einem (hypothetischen) Ertrag von 0,4
Prozent entspricht. Die Beschwerdegegnerin dürfte sich dabei wohl auf statistische
Werte gestützt haben. Die Beschwerdeführerin hätte ihr „Verzichtsvermögen“ aber
nicht „statistisch durchschnittlich“, sondern genauso wie den Rest ihres
Sparguthabens angelegt und folglich einen Ertrag von 0,95 Prozent erwirtschaftet. Als
(hypothetischer) Vermögensertrag hätte folglich für die Zeit von Juli bis und mit
Dezember 2014 ein Betrag von 19 Franken angerechnet werden müssen. Eine
entsprechende Korrektur des angefochtenen Einspracheentscheides zu Ungunsten der
Beschwerdeführerin wäre allerdings unverhältnismässig, weil sich dadurch der
monatliche Betrag der Ergänzungsleistung für die Zeit von Juli bis und mit Dezember
2014 höchstens um einen Franken reduzieren würde, was lediglich eine Erhöhung der
Rückforderung um maximal sechs Franken zur Folge hätte. Deshalb ist in Anwendung
des Verhältnismässigkeitsgrundsatzes (minima non curat praetor) von einer
entsprechenden Korrektur des angefochtenen Einspracheentscheides zu Ungunsten
der Beschwerdeführerin abzusehen. Für die Zeit ab Januar 2015 ist kein
„Verzichtsvermögen“ mehr zu berücksichtigen. Massgebend für die Berechnung des
hypothetischen Vermögensverzehrs ist für diesen Zeitraum ausschliesslich das
Sparguthaben. Als zusätzliche Einnahmen sind die effektiven Vermögenserträge zu
berücksichtigen. Die Beschwerdegegnerin ist mit Blick auf die Kontoabschlüsse für die
Zeit ab Januar 2015 zu Recht von folgenden Beträgen ausgegangen: 44’000 Franken
Guthaben und 643 Franken Ertrag für das Jahr 2015, 55’657 Franken Guthaben und
568 Franken Ertrag für das Jahr 2016, 58’940 Franken Guthaben und 636 Franken
Ertrag für das Jahr 2017 sowie 58’288 Franken Guthaben und 621 Franken Ertrag für
die Zeit ab Januar 2018. Unter Berücksichtigung des Freibetrages von 37’500 Franken
und der massgebenden Quote für den zumutbaren Vermögensverzehr von einem
Fünftel ergibt sich ein als Einnahmenposition anrechenbarer (hypothetischer)
Vermögensverzehr von 1’300 Franken für das Jahr 2015, von 3’631 Franken für das
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Jahr 2016, von 4’288 Franken für das Jahr 2017 und von 4’157 Franken für die Zeit ab
Januar 2018. Das massgebende Einnahmentotal beläuft sich folglich für die Zeit ab Juli
2014 auf 57’755 (= 28’080 + 20’868 + 8’075 + 724 + 8) Franken, für die Zeit ab Januar
2015 auf 51’011 Franken, für die Zeit ab Januar 2016 auf 53’267 Franken, für die Zeit
ab Januar 2017 auf 53’992 Franken und für die Zeit ab Januar 2018 auf 53’846
Franken. Bezüglich der „Einnahmenseite“ erweist sich der angefochtene
Einspracheentscheid damit als rechtmässig.
Die Beschwerdeführerin hat im Juli 2014 bereits in einem Heim gelebt, weshalb auf
der Ausgabenseite eine sogenannte Heimberechnung vorzunehmen ist. Als Ausgaben
sind die kantonale Durchschnittsprämie für die obligatorische
Krankenpflegeversicherung (Prämienregion 2), die Tagestaxe für den Heimaufenthalt,
ein allfälliger Selbstbehalt für Pflegekosten und die Pauschale für die persönlichen
Auslagen zu berücksichtigen. Die kantonale Durchschnittsprämie für die obligatorische
Krankenpflegeversicherung hat sich im Jahr 2014 auf 4’272 Franken, im Jahr 2015 auf
4’488 Franken, im Jahr 2016 auf 4’668 Franken, im Jahr 2017 auf 4’872 Franken und
im Jahr 2018 auf 5’016 Franken belaufen. Die Heimtaxe pro Tag hat zunächst 172.57
Franken (Betreuungs- und Pensionskosten; EL-act. 108–13), ab Januar 2015 181.57
Franken (EL-act. 88–2), ab Juni 2015 191.57 Franken (EL-act. 71), ab August 2015
wieder 181.57 Franken (EL-act. 68), ab Januar 2016 181.80 Franken (EL-act. 63–2), ab
April 2018 181.89 Franken (EL-act. 51) und ab August 2018 187.89 Franken (EL-act.
41) betragen. Der Selbstbehalt für Pflegekosten hat 16 Franken betragen; ab dem 1.
Januar 2018 hat infolge einer Gesetzesänderung ein Selbstbehalt von 21.60 Franken
berücksichtigt werden müssen (vgl. EL-act. 55). Infolge einer vorübergehenden
Erhöhung der Pflegestufe in den Monaten Juni und Juli 2015 hat der Selbstbehalt in
jenen zwei Monaten ebenfalls 21.60 Franken betragen (vgl. EL-act. 71). Die Pauschale
für die persönlichen Auslagen hat sich auf 6’408 Franken und ab Januar 2015 auf 6’432
Franken belaufen (vgl. Art. 3 Abs. 1 lit. a ELG/SG; sGS 351.5). Für die Monate Juni und
Juli 2015 sowie für die Zeit ab August 2018 hat nur eine Pauschale von 4’824 Franken
berücksichtigt werden dürfen (vgl. Art. 3 Abs. 1 lit. b ELG/SG). Damit ergibt sich ein
Ausgabentotal von 79’509 (= 4’272 + 365 × 172.57 + 365 × 16 + 6’408) Franken für die
Zeit von Juli bis und mit Dezember 2014, von 82’460 Franken für die Zeit von Januar
bis und mit Mai 2015 sowie für die Zeit von August bis und mit Dezember 2015, von
82’896 Franken für die Monate Juni und Juli 2015, von 82’640 Franken für das Jahr
2016, von 82’844 Franken für das Jahr 2017, von 83’353 Franken für die Zeit von
Januar bis und mit Juli 2018 und von 83’424 Franken für die Zeit ab August 2018. Die
Beschwerdegegnerin hat für den August 2015 – wie für die Monate Juni und Juli 2015 –
ein Ausgabentotal von 82’896 Franken statt eines solchen von 82’640 Franken
2.3.
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berücksichtigt, weil sie die eigentlich per 1. August 2015 vorzunehmende
„Rückkorrektur“ erst verspätet per 1. September 2015 hatte vornehmen können und
weil sie damals von einer Rückforderung für den August 2015 abgesehen hatte (vgl.
EL-act. 67). Die entsprechende Verfügung hat im Zuge der hier vorzunehmenden
Wiedererwägung mit Wirkung ab dem Anspruchsbeginn im Juli 2014 ihre
Verbindlichkeit verloren, weshalb für den August 2015 nun ein Ausgabentotal von
82’640 Franken zu berücksichtigen ist, das 256 Franken weniger als das von der
Beschwerdegegnerin für den August 2015 berücksichtigte Ausgabentotal von 82’896
Franken ist. Abgesehen davon erweist sich der angefochtene Einspracheentscheid
bezüglich der Ausgabenpositionen als rechtmässig.
Die Beschwerdeführerin hat geltend gemacht, wenn die Ergänzungsleistung von
Beginn weg richtig berechnet worden und entsprechend tiefer ausgefallen wäre, hätte
sie von Anfang an mehr Vermögen verbrauchen müssen. Dadurch hätte sich ihr
Vermögen rasch auf einen unter dem massgebenden Freibetrag liegenden Betrag
vermindert, sodass bei der Anspruchsberechnung kein hypothetischer
Vermögensverzehr mehr berücksichtigt worden wäre, was zu einer entsprechenden
Erhöhung der Ergänzungsleistung geführt hätte. Diese Argumentation überzeugt nicht,
weil der Sinn und Zweck der Ergänzungsleistung sich darin erschöpft, jederzeit den
gerade aktuellen Existenzbedarf zu decken. Die Beschwerdeführerin hat in der Zeit von
Juli 2014 bis und mit September 2018 mehr Ergänzungsleistungen bezogen, als sie zur
Deckung ihres jeweils aktuellen Existenzbedarfs benötigt hat. Sie ist also gerade nicht
gezwungen gewesen, ihr Sparguthaben in jener Zeit so stark real zu verzehren, wie
wenn sie „nur“ die ihr gesetzlich zustehenden Ergänzungsleistungen bezogen hätte.
Die aus der wiedererwägungsweisen Korrektur der Ergänzungsleistung resultierende
Rückforderung hat daran nichts geändert, denn bei dieser Rückforderung hat es sich
um eine – erst – im September 2018 entstandene und fällig gewordene Schuld
gehandelt, die von der Beschwerdegegnerin bei der Anspruchsberechnung mit
Wirkung ab dem 1. Oktober 2018 zu Recht als solche berücksichtigt worden ist, was
zur Folge gehabt hat, dass für die Zeit ab dem 1. Oktober 2018 kein hypothetischer
Vermögensverzehr mehr berücksichtigt worden ist (vgl. EL-act. 25). Wenn der eindeutig
gesetzwidrigen Argumentation der Beschwerdeführerin gefolgt würde, wäre die
Beschwerdeführerin also unzulässigerweise besser gestellt als alle anderen EL-
Bezüger, weil sie einen Teil der ihr von Gesetzes wegen nicht zustehenden
Ergänzungsleistungen in Verletzung des Gleichbehandlungsgebotes behalten könnte.
2.4.
Zusammenfassend resultiert für die Zeit von Juli bis und mit Dezember 2014 ein
Ausgabenüberschuss von 79’509 – 57’755 = 21’754 Franken, für die Zeit von Januar
2.5.
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3.
Die Beschwerde ist deshalb abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61
lit. a ATSG).