Decision ID: 1f82bf8d-46c1-54af-bd87-db8403fe3c79
Year: 2009
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A. Eigenen Angaben zufolge verliess der Beschwerdeführer seinen  um den 1. Februar 2007 und gelangte am 21. Februar 2007 in die Schweiz. Gleichentags stellte er ein Asylgesuch. Dieses  er anlässlich der Kurzbefragung vom 27. Juli 2007 im Empfangs- und Verfahrenszentrum C._ und der Anhörung vom 20. April 2007 durch die kantonale Behörde im Wesentlichen wie folgt:
Er sei liberianischer Staatsangehöriger, ethnischer Mandinga und habe stets in einem zu Monrovia gehörenden Dorf namens D._ gelebt. Seine Eltern seien vor langer Zeit verstorben, weshalb er von einem benachbarten „Onkel“ aufgenommen worden und bei diesem fortan als Hirte und Feldarbeiter tätig gewesen sei. Beim ihm nicht blutsverwandten Onkel habe es ihm nicht besonders gefallen und  habe ihn manchmal geschlagen und ihm den Schulbesuch . So sei es ihm auch nicht ungelegen gekommen, als der Onkel ihn eines Tages aufgefordert habe, das Haus zu verlassen. Auf dem  sei er innert drei bis vier Wochen in Begleitung der vom Onkel  Schlepper nach Italien und weiter in die Schweiz gelangt. Grenzen oder Grenzkontrollen habe er keine wahrgenommen. Andere Probleme habe er in seiner Heimat im Übrigen nicht gehabt.  vom erwähnten Onkel verfüge er über keine Verwandten oder  Bezugspersonen in seiner Heimat, weshalb er auch nicht  zurückkehren könne. Für den weiteren Inhalt der Aussagen wird auf die Akten verwiesen.
Der seit dem 8. März 2007 rechtsvertretene und seit dem 2. April 2007 durch rubrizierte Amtsvormundin (als beigeordnete Vertrauensperson) begleitete und vertretene Beschwerdeführer gab keine Beweismittel und – trotz Aufforderung – insbesondere auch keine  zu den Akten. Solche habe er in seiner Heimat nie besessen oder benötigt, beziehungsweise gemäss seinem Onkel existiere zwar ein Geburtsschein, den er aber nie zu Gesicht bekommen habe und auch nicht beschaffen könne, da eine Kontaktnahme mit dem Onkel unmöglich sei.
B. Mit Verfügung vom 13. November 2007 lehnte das Bundesamt das Asylbegehren ab und ordnete gleichzeitig die Wegweisung des Be-
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schwerdeführers aus der Schweiz an. Die Vorinstanz begründete ihre Verfügung damit, dass die Schilderungen des seine gesetzliche  verletzenden Beschwerdeführers den Anforderungen von Art. 7 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) an die Glaubhaftmachung eines Asyl begründenden Sachverhalts und jenen von Art. 3 AsylG an die Flüchtlingseigenschaft nicht genügten; der  der Wegweisung sei zulässig, zumutbar und möglich. Auf die  Begründung wird, soweit wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
C. Mit Beschwerdeeingabe vom 10. Dezember 2007 an das  beantragt der Beschwerdeführer die teilweise  der vorinstanzlichen Verfügung und die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zwecks Vornahme weiterer Abklärungen zur  im Heimatland, eventualiter die Anordnung der vorläufigen Aufnahme unter Feststellung der Unzumutbarkeit des  und subeventualiter die Aufhebung der angefochtenen  mit Rückweisung an die Vorinstanz zur Neubeurteilung; in  Hinsicht sei ferner die unentgeltliche Rechtspflege für die Verfahrenskosten zu gewähren. Auf die Begründung wird, soweit , in den Erwägungen eingegangen.
D. Mit Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 13.  2007 wurde das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege nach Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20.  1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021)  und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtet.
E. Mit derselben Zwischenverfügung vom 13. Dezember 2007 wurde das BFM zur Vernehmlassung bis zum 4. Januar 2008 eingeladen, mit der Androhung, dass bei unbenütztem Fristablauf ohne weitere  Verzicht angenommen und das Beschwerdeverfahren  werde.
Da die Frist unbenützt abgelaufen war, wurde das BFM am 8. Januar 2008 vom Bundesverwaltungsgericht per E-Mail zur Retournierung der Verfahrensakten aufgefordert. Ein gleichentags als Antwortmail  Gesuch des BFM um Erstreckung der Vernehmlassungsfrist wurde vom Bundesverwaltungsgericht umgehend dahingehend beant-
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wortet, dass entsprechende Erstreckungsgesuche nur bei Einreichung innert angesetzter Frist zu behandeln seien, weshalb vorliegend Art. 32 Abs. 2 VwVG zur Anwendung gelange, wonach verspätete , die ausschlaggebend erscheinen, trotz Verspätung  werden könnten.
Mit Datum vom 10. Januar 2008 reichte das Bundesamt dem  zusammen mit den Akten eine Vernehmlassung ein, in welcher es die Abweisung der Beschwerde beantragt. Auf den Inhalt der Vernehmlassung wird, soweit wesentlich, in den  eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das  Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das  für Migration (BFM) gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des  vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).
1.2 Die Beschwerde ist form- und fristgerecht eingereicht. Der  ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Der Beschwerdeführer ist daher zur Einreichung der  legitimiert (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 und 50 ff. VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
1.3 Hinsichtlich des Verfahrensgegenstandes ist festzuhalten, dass sich die (von einer rechtskundigen Person verfasste) Beschwerde  nur gegen den angeordneten Vollzug der Wegweisung richtet. Während die Beschwerdeanträge diesbezüglich noch ein  an Missverständlichkeit aufweisen, wird die Qualifikation eines auf den Vollzug der Wegweisung eingeschränkten Verfahrensgegen-
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standes spätestens in Betrachtung der Beschwerdebegründung (vgl. unten E. 4.2) unzweifelhaft. Somit sind die Ziffern 1 bis 3 des  der angefochtenen Verfügung (Feststellung der Nichterfüllung der Flüchtlingseigenschaft, Ablehnung des Asylgesuchs und Anordnung der Wegweisung als solcher) bereits unangefochten in Rechtskraft  und es ist im vorliegenden Verfahren einzig zu prüfen, ob die Vorinstanz den Vollzug der Wegweisung zu Recht angeordnet hat.
2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).
3.
3.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der  der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).
3.2 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das  nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige  von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des  vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]).
3.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche  der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des  in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat  (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land  zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der  [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen  und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende  oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der  vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und
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Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.
3.2.2 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder  auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3818).
3.2.3 Der Vollzug ist gemäss Art. 83 Abs. 2 AuG nicht möglich, wenn die Ausländerin oder der Ausländer weder in den Heimat- oder in den Herkunftsstaat noch in einen Drittstaat ausreisen oder dorthin  werden kann.
3.3 Diese Bedingungen für einen Verzicht auf den Vollzug der  (Unzulässigkeit, Unzumutbarkeit, Unmöglichkeit) sind alternativer Natur: Sobald eine von ihnen erfüllt ist, ist der Vollzug der Wegweisung als undurchführbar zu betrachten und die weitere Anwesenheit in der Schweiz gemäss den Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme zu regeln (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2006 Nr. 6 E. 4.2. S. 54 f., 2001 Nr. 1 E. 6a S. 2).
4.
4.1 Im Zusammenhang mit der erkannten Zulässigkeit der  hält das BFM in der angefochtenen Verfügung fest, dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle und ihm im Heimatstaat mangels gegenteiliger Anhaltspunkte keine durch Art. 3 EMRK verbotene Strafe oder Behandlung drohe. Im Weiteren werden Ausführungen zur Frage der Justiziabilität der Bestimmungen des Übereinkommens vom 20. November 1989 über die Rechte des Kindes (KRK; SR 0.107) gemacht und der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers folglich auch unter diesem Gesichtspunkt als zulässig erkannt. Bezüglich der Zumutbarkeitsfrage stellt das  fest, dass weder die im Heimatstaat des Beschwerdeführers  politische Situation noch andere Gründe gegen die  der Rückführung dorthin sprächen. Der Beschwerdeführer kön-
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ne zu seinem Onkel nach D._ zurückkehren, bei dem er  eigenen Aussagen seit früher Kindheit gelebt habe und der auch für seinen Unterhalt aufgekommen sei. Schliesslich erklärt das BFM den Vollzug der Wegweisung in seiner Verfügung als technisch möglich und praktisch durchführbar.
4.2 In seiner Beschwerde bekräftigt der Beschwerdeführer die schlechte Behandlung und Verstossung durch seinen Onkel. Die Vorinstanz habe es im Rahmen der Prüfung allfälliger  pflichtwidrigerweise unterlassen, in seinem Fall (eines  minderjährigen Gesuchstellers) von Amtes wegen konkrete und individuelle Abklärungen – gegebenenfalls vor Ort – unter  des Kindeswohls vorzunehmen. Insbesondere hätte untersucht werden müssen, wer im Heimatstaat unter welchen Gegebenheiten für ihn sorgen und seine Bedürfnisse abdecken könne. Der  verweist hierzu auf die im Jahre 1998 statuierte Praxis der  Schweizerischen Asylrekurskommission (ARK). Ohne diese  dürfe nicht auf die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges geschlossen werden. Entsprechend müsse die Sache an die  zurückgewiesen werden zwecks Vornahme dieser Abklärungen und nachfolgender Neubeurteilung; eventualiter sei ihm durch die  die vorläufige Aufnahme direkt zu gewähren, damit er seine schulische und persönliche Entwicklung in der Schweiz durchleben könne.
4.3 In seiner (verspäteten) Vernehmlassung verneint das BFM eine derart schlechte Behandlung des Beschwerdeführers durch seinen Onkel, dass ihm nur noch die Ausreise offen gestanden hätte. Auch bestreitet es die behauptete Zerrüttung der „familiären Verhältnisse“. Eine Rückkehr sei somit zumutbar und möglich.
5.
5.1 Vorab ist festzustellen, dass die Vernehmlassung des BFM nicht innert angesetzter Frist eingegangen ist und innert derselben Frist auch kein Erstreckungsgesuch gestellt wurde. Das  nimmt somit androhungsgemäss Verzicht auf die  an. Da der Inhalt der Vernehmlassung zudem keinen ausschlaggebenden Inhalt hat (vgl. nachfolgende Erwägungen),  die zuständige Instruktionsrichterin – nicht zuletzt aus prozessökonomischen Gründen – auf eine Kenntnisgabe an den  während des hängigen Rekursverfahrens und auf eine
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Einräumung des Replikrechts. Das Dokument wird dem Beschwerdeführer jedoch als Beilage zum vorliegenden Urteil zur Kenntnis gebracht.
5.2 Die Vorinstanz weist in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem  nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.
Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des  noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall  Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher  einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des  Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine  Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EMARK 2001 Nr. 16 S. 122, mit weiteren ; EGMR, Bensaid gegen Grossbritannien, Urteil vom 6. Februar 2001, Recueil des arrêts et décisions 2001-I, S. 327 ff.). Auch die  Menschenrechtssituation in Liberia lässt den  zum heutigen Zeitpunkt klarerweise nicht als unzulässig . Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen .
Im Rahmen der Zulässigkeitsprüfung macht das Bundesamt  Ausführungen zur Frage der Justiziabilität der verschiedenen Bestimmungen der KRK (vgl. angefochtene Verfügung E. II/2). Direkt im Anschluss daran erkennt das Bundesamt die Zulässigkeit des , ohne dass zuvor jedoch eine sachverhaltliche  unter die ausgebreiteten Justiziabilitätsgrundlagen  worden wäre. Die Schlussfolgerung der Zulässigkeit des Wegweisungsvollzuges lässt sich in dieser Hinsicht somit rechtlich nicht in einer Schrittfolge nachvollziehen, womit die (qualitative) Be-
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gründungspflicht und mithin der Anspruch auf rechtliches Gehör  ernsthaft tangiert ist. Die festgestellte Zulässigkeit des  hält jedoch vorliegend vor der KRK und den  Schutzbestimmungen für Minderjährige stand, zumal dem Umstand der Minderjährigkeit während des gesamten bisherigen Asylverfahrens die nötige formelle Beachtung geschenkt worden ist – beispielsweise in Form der rechtzeitigen Beiordnung einer  für unbegleitete Minderjährige. Die Zulässigkeit des  unter dem Aspekt der KRK wird in der Beschwerde substanziell nicht bestritten. Die dort geübte Verfügungskritik betrifft im Kern eine behauptungsgemäss vom BFM begangene Missachtung des in der KRK verankerten Leitgedankens des Kindeswohls im  mit der Zumutbarkeitsfrage und auf eine diesbezügliche  der Gerichtspraxis. Diese Argumentation des  ist somit systematisch auch erst bei der Zumutbarkeitsfrage (vgl. nachfolgend E. 5.3) und nicht hier im Rahmen der  zu prüfen.
5.3 Die Zumutbarkeitsfrage ist in Art. 83 Abs. 4 AuG geregelt. Dessen Wortlaut bringt zum Ausdruck, dass aus humanitären Gründen, nicht in Erfüllung völkerrechtlicher Pflichten der Schweiz, auf den Vollzug der Wegweisung zu verzichten ist, wenn die Rückkehr in den Heimat- oder Herkunftsstaat für die betroffene Person eine konkrete  bedeutet oder wenn andere Umstände vorliegen, die den Vollzug der Wegweisung als nicht zumutbar erscheinen lassen. Die  lässt mithin Raum, bei der Beurteilung der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges auch Überlegungen einfliessen zu lassen, die sich unter dem Aspekt des nach Art. 3 Abs. 1 KRK zu beachtenden Kindeswohls ergeben können. Im Rahmen der Zumutbarkeitsprüfung ist das Kindeswohl als gewichtiger Aspekt zu berücksichtigen (vgl. EMARK 1998 Nr. 13).
Für die Asylbehörden ergibt sich daraus die Verpflichtung, von Amtes wegen abzuklären, welche Situation sich für unbegleitete  im Falle einer Heimkehr realistischerweise ergeben könnte. In der Praxis ist deshalb nicht nur abzuklären, ob das Kind im Falle der  in den Heimat- oder Herkunftsstaat im Sinne des Gesetzes  gefährdet wäre, sondern auch, ob das Kind zu seinen Eltern oder anderen Angehörigen zurückgeführt werden kann und ob diese in der Lage sind, seine (dem Alter, der physischen und psychischen , der Herkunft etc. entsprechenden) Bedürfnisse abzudecken
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(MARIO GATTIKER, Das Asyl- und Wegweisungsverfahren, Bern 1999, S. 111). Können die Angehörigen nicht ausfindig gemacht werden oder ergibt sich, dass die Rückkehr zu diesen dem Kindeswohl nicht , ist weiter abzuklären, ob das Kind in der Heimat allenfalls in einer geeigneten Anstalt oder bei einer Drittperson untergebracht  kann. Dabei genügt es selbstverständlich nicht, bloss , dass im Heimat- oder Herkunftsland Eltern oder andere  leben beziehungsweise es im betreffenden Land Einrichtungen gebe, die sich um alleinstehende Kinder oder Jugendliche kümmern würden. Es ist vielmehr konkret abzuklären, ob das betreffende Kind tatsächlich in sein familiäres Umfeld zurückgeführt werden kann  ob es - wo das nicht möglich ist oder nicht dem Wohl des Kindes entspricht - anderweitig untergebracht werden kann (vgl. EMARK 1998 Nr. 13 E. 5 S. 95 ff., EMARK 2006 Nr. 24 E. 6.2. S. 258 f., EMARK 2003 Nr. 5 E. 3 S. 35). Das BFM (und nicht die kantonale ) hat daher im Hinblick auf die Anordnung des Vollzuges der Wegweisung vorgängig auch geeignete Massnahmen zu treffen, damit die minderjährige Person bei ihrer Rückkehr von ihren Eltern, anderen Angehörigen oder von einer Behörde oder Institution, die in der Lage ist, dem Kind bei seiner Ankunft weiterzuhelfen, in Empfang genommen wird (in diesem Sinne auch UNHCR, Guidelines on  and Procedures in Dealing with Unaccompanied Children Seeking Asylum, Genf, Februar 1997, S. 11, N 9.4 sowie GATTIKER, a.a.O., S. 111), wo dies in Anbetracht des Alters des Betroffenen und damit im Interesse des Kindes erforderlich erscheint. Hingegen können die Rückreisemodalitäten wie insbesondere die Begleitung der  sowie Zeitpunkt und Ort der Übergabe (inklusive Absprache mit der in Empfang nehmenden Person) durchaus erst im unmittelbaren Vorfeld der Rückkehr geregelt werden. Da es sich dabei um blosse Vollzugsmodalitäten handelt, bleibt es dem BFM überlassen, inwieweit es die diesbezüglich notwendigen Schritte selbst vornimmt oder diese dem für den Vollzug zuständigen Kanton überlässt (vgl. EMARK 1998 Nr. 13 E. 5e/bb S. 100).
Diese gebotenen Abklärungen wurden vorliegend beim  nicht rechtsgenüglich vorgenommen: Zunächst ist festzuhalten, dass das BFM die (angebliche) Minderjährigkeit des  trotz fehlender Identitätsdokumente nicht bestreitet. Wie oben ausgeführt, reicht es im Falle der Minderjährigkeit eines  nicht darauf hinzuweisen, dass dieser im Heimatstaat über  - in casu (angeblich) eine einzige in Form eines nicht
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blutsverwandten und nicht kontaktierbaren „Onkels“ - verfüge, welche der Minderjährige in zumutbarer Weise wieder aufsuchen könne und die sich wie bis anhin bestimmt wieder um ihn kümmern würden. Auch befreit der an sich berechtigte Hinweis auf eine Missachtung der gesetzlichen Mitwirkungspflicht betreffend die Einreichung von Identitätsdokumenten (Art. 8 Abs. 1 AsylG) dann nicht von der Vornahme gebotener Abklärungen, wenn die Minderjährigkeit als solche wie vorliegend nicht bestritten ist.
Damit hat das BFM im Hinblick auf die Frage der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges den rechtserheblichen Sachverhalt  festgestellt und den zuvor formulierten Anforderungen für die Rückführung Minderjähriger nicht genügt. Beschwerden gegen  des BFM über die Verweigerung des Asyls und die  haben grundsätzlich reformatorischen und nur ausnahmsweise kassatorischen Charakter (Art. 105 Abs. 1 und Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 61 Abs. 1 VwVG). Reformatorische Entscheidung setzt indessen Entscheidungsreife, insbesondere eine genügende Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes, voraus. Dies ist vorliegend  der Durchführbarkeit, insbesondere Zumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung für den minderjährigen Beschwerdeführer nicht gegeben, weshalb die angefochtene Verfügung – soweit sie nicht in Rechtskraft erwachsen ist – aufzuheben und die Sache zur richtigen und  Sachverhaltsabklärung sowie zur Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückzuweisen ist. Diese hat demnach einen Kontakt mit Bezugspersonen herzustellen und die Zumutbarkeit einer Rückführung in den Heimatstaat konkret aufzuzeigen, oder aber auf konkrete Weise darzulegen, welche dort tätige Organisation den Beschwerdeführer bis zum Erreichen der Volljährigkeit in einer den weiter oben dargelegten Kriterien entsprechenden Weise betreuen kann. Führen solche Abklärungen nicht zu positiven Resultaten, ist der Beschwerdeführer vorläufig aufzunehmen.
6. Nach dem Gesagten ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung den rechtserheblichen Sachverhalt im Hinblick auf die Frage der  des Wegweisungsvollzuges unvollständig feststellt und  verletzt (Art. 106 AsylG). Die Beschwerde ist im Sinne der  gutzuheissen.
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7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG), zumal dem Gesuch um Gewährung der  Rechtspflege nach Art. 65 Abs. 1 VwVG ohnehin bereits mit Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 13.  2007 entsprochen worden ist.
8. Der obsiegenden Partei ist in Anwendung von Art. 64 Abs. 1 VwVG  Art. 7 des Reglements über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht vom 21. Februar 2008 (VGKE, SR 173.320.2) für die ihr erwachsenen notwendigen und  hohen Kosten grundsätzlich eine Parteientschädigung .
Dem Beschwerdeführer ist vorliegend indessen, da ihm durch die  angesichts der unentgeltlich tätigen  durch seine Amtsvormundin keine unverhältnismässig hohen  entstanden sind, trotz Obsiegens keine Parteientschädigung zu entrichten.
(Dispositiv nächste Seite)
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