Decision ID: dfceed4d-b639-46ac-9819-03b181f7a0a4
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1962 geborene
X._
arbeitete
ab dem 2
5.
November
2007 für die
Y._
AG als Küchenchef im
Hotel Z._
und war dadurch bei der HOTELA Versicherungen AG
(nachfolgend:
Hotela
)
obligatorisch gegen die Fol
gen von Unfällen versichert. Am 1
7.
Juni 2010 liess er der
Hotela
einen Sturz von einer Leiter melden (
Urk.
11/A2).
Am 3
0.
Oktober 2010 liess er der
Hotela
mitteilen
, dass er am
7.
Oktober 2010 bei einem Fassadenabrieb auf dem Gerüst ausgerutscht sei, wobei er auf die Hände gefallen sei (
Urk.
11/A7). Mit Verfü
gung vom 2
8.
Januar 2011 verneinte die
Hotela
eine Leistungsplicht
für die vom Versicherten ab Oktober 2010 geklagten Beschwerden
am linken Handge
lenk
(
Urk.
11/A
1
8)
. Hiergegen erhob der Versicherte am 1
7.
Februar 2011 Ein
sprache (
Urk.
11/A23). Nachdem
die
Hotela
bei PD
Dr.
med.
A._
, Oberarzt der
Klinik für Plastis
che Chirurgie und Handchirurgie
des
B._
,
ein Gutachten eingeholt hatt
e (Gutachten vom 1
3.
März 2013,
Urk.
11/B23), wies sie die Einsprache
am
1
3.
August 2013 ab (
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte am
1
8.
September 2013 Beschwerde und bean
tragte, die Sache sei zur weiteren Abklärung und Festsetzung der gesetzlichen Versicherungsleistungen in Zusammenhang mit den Unfa
l
lereignissen von Juni und Oktober 2010 an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, eventualiter seien ihm die gesetzlichen Versicherungsleistungen zu gewähren (
Urk.
1). Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom
6.
November 2013 die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
10). Der Beschwerdeführer h
ielt hierauf mit Replik vom 28.
Februar 2014 (
Urk.
16) ebenso an seinen Anträgen fest wie die Beschwerdegegnerin mit Duplik vom
6.
Mai 2014 (
Urk.
21). Die Duplik wurde dem Beschwerdeführer am
8.
Mai 2014 zur Kenntnisnahme zugestellt (
Urk.
22).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Beschwerdegegnerin führte zur Verneinung
des
Leistungsanspruchs
des Beschwerdeführers
im Wesentlichen an
(
Urk.
2,
Urk.
10 und
Urk.
21)
,
d
er Gut
achter
Dr.
A._
gehe davon aus, dass beim Beschwerdeführer die Ursa
che des Morbus
Kienböck
am ehesten multifaktoriell
sei
. Er
erkläre
, dass eine derart rasche Progression des Morbus
Kienböck
von Juni 2010 bis zum radiolo
gisch erhobenen Befund von Oktober 2010, unter der Annahme, dass e
r
vor Juni 2010
nicht bestanden hatte, aussergewöhnlich wäre. Eine derartig rasche Progression sei gemäss Gutachter zwar nicht ganz unmöglich oder völlig unwahrscheinlich
, er
sei aber der Auffassung, dass die ab Oktober 2010 erhobe
nen Befunde insgesamt lediglich in einem möglichen Kausalzusammenhang zum Unfall vom
8.
Juni 2010 stünden. Im Umkehrschluss bestätige der Gutach
ter somit, dass der natürliche Kausalzusammenhang nur möglich
erweise
, aber nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit gegeben sei.
A
ufgrund der vorliegend
en
Akten sei
sowieso davon auszugehen
, dass sich der
Beschwerdeführer im Juni 2010
keine Handverletzung zugezogen hab
e, habe er doch nach dem Sturz lediglich Schmerzen an der rechten Wade und am rechten Knie geschildert, aber keine Handbeschwerden. Betreffend das behauptete Ereignis im Oktober 2010 gelte es zu beachten, dass
Dr.
med.
C._
, Facharzt
FMH
für Allgemeine Medizin,
in seinem Überweisungsschreiben
ans
Spital D._
vom
7.
Oktober 2010 nichts von einem erneuten Trauma erwähne.
Es werde bestritten, dass sie das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers verletzt habe. Sowohl die Verfügung vom 2
8.
Januar 2011 als auch der
Einspracheent
scheid
vom 1
3.
August 2013
enthielten eine ausführliche, dem Anspruch des rechtlichen Gehörs genügende Begründung.
1.2
Der Beschwerdeführer lässt hiergegen im Wesentlichen vorbringen
(
Urk.
1 und
Urk.
16)
, er sei am
3.
Juni 2010 von einer Bockleiter aus beträchtlicher Höhe nach unten gestürzt und sei primär mit dem rechten Bei
n
auf einen Kompressor und von da anschliessend auf die Hände gefallen. Ein wesentlicher Teil des Sturzes sei mit der linken Hand aufgefangen worden.
Wenn ein derartiger Sturz ohne Hände aufgefangen würde, würden an
anderen Körperpartien beträchtli
che Verletzungen entst
ehen
.
Seit diesem Unfallereignis habe er an teilweise zunehmenden belastungsabhängigen Beschwerden des linken Handgelenkes und des Kleinfingers der rechten Hand gelitten, welche primär durch die Beschwer
den am Bein überlagert worden seien. Er habe sich deswegen erstmals am 2
3.
Juli 2010 in physiotherapeutische Behandlung begeben. Ein adäquates
MTT-Training sei auch mit geringen Freihantelgewichten aufgrund der Schmerzen nicht möglich gewesen. In der Folge habe ihn der Physiotherapeut am 3
0.
Jul
i
und
4.
August 2010 zu Therapiesitzungen auf
geboten
, die jedoch keine Verbes
serung gebracht hätten. Die Darstellung der Beschwerdegegnerin, es seien wegen der Handbeschwerden keine Behandlungen vorgenommen worden, sei somit aktendwidrig.
Der zweite Vorfall – mutmasslich am
5.
Oktober 2010 –, bei welchem er auf einem Stahlgerüst ausgerutscht sei, sei handseitig aufgefangen worden.
Die Schaden
meldung sei
vom Arbeitgeber
erst am 3
0.
Oktober 2010 ausgefüllt wor
den. Dieses Versäumnis gehe teilweise zu Lasten des Arbeitgebers und teilweise gr
ü
nde es darin, dass er nach
dem
Sturz in die Ferien gereist sei, in der Hoff
nung, die Sache werde sich bessern. Aus dem Arztzeugnis von
Dr.
C._
vom 2
8.
November 2010 gehe hervor
, dass
er sich am
5.
Oktober 2010 an ihn gewandt habe.
Der Gutachter
Dr.
A._
bestätige explizit, dass die
Beschwerdesymptoma
tik
, welche Gegenstand der Behandlung durch
PD Dr.
med.
E._
von der
Klinik F._
und
Dr.
C._
gebildet habe, teilweise in natürlichem Kausalzusammenhang mit den Unfallereignissen vo
n
Juni und Anfang Oktober 201
0 stünden.
Dass traumatische Ursachen im Sinne der b
ei
den erlittenen Unfallereignisse die Beschwe
r
desymptomatik begründeten, habe auch
Dr.
E._
bestätigt.
Er habe sich am 1
5.
Juli 2013 eingehend zum
Gutachten von
Dr.
A._
vernehmen lassen. Die Beschwerdegegnerin habe sich mit dieser Vernehmlas
sung im
Einspracheentscheid
nicht auseinandergesetzt. Dies sei eine
schwerwie
gende Gehörsverletzung
. Die Beschwerdegegnerin habe sich auch mit seinen Beweisbegehren nicht
a
useinandergesetzt, was ebenfalls eine Verletzung seines Gehörsanspruchs
bedeute
.
2.
2.1
In formeller Hinsicht ist zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers verletzt hat, indem sie den
Einspracheescheid
vom 1
3.
August 2013 nicht hinreichend
begründet
hat.
2.2
Gemäss
Art.
52
Abs.
2 Satz 2
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (
ATSG
)
werden
Einspracheentscheide
begründet. Die Begründung eines Entscheides muss so abgefasst sein, dass die betrof
fene Per
son ihn gegebenenfalls anfechten kann. Dies ist nur dann möglich, wenn sowohl sie als auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des Ent
scheids ein Bild machen können. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich der Versicherungsträger leiten liess und auf welche sich der Entscheid stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sich die Verwaltung ausdrücklich mit jeder
tatbe
ständlichen
Behauptung und jedem rechtlichen Ein
wand auseinander setzen muss; vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 126 V 75 E. 5b/
dd
mit Hinweis, 118 V 56 E. 5b).
Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist formeller Natur.
Die Verletzung des rechtli
chen Gehörs führt ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in
der Sache selbst zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung. Es kommt mit anderen Worten nicht darauf an, ob die
Gewährung des rechtlichen Gehörs
im konkre
ten Fall für den Ausgang der materi
el
len Streitentscheidung von Bedeu
tung ist, das heisst die Be
hörde zu einer Änderung ihres Entscheides veranlasst wird oder nicht (BGE 132 V 387 E. 5.1; 127 V 431 E. 3d/
aa
).
2.
3
Die Beschwerdegegnerin hat im
Einspracheentscheid
vom
1
3.
August 2013
festge
halten, von welchen Überlegungen sie ausgegangen ist.
Es geht aus dem Entscheid insbesondere auch hervor, dass die Beschwerdegegnerin aus dem Gutachten von
Dr.
A._
andere Schlussfolgerungen zieht als der Beschwerdeführer in seiner Stellungnahme vom 1
5.
Juli 2013 (
Urk.
11/A89). Dass die Beschwerdegegnerin die Stellungnahme vom 1
5.
Juli 2013 nicht expli
zit erwähnt, sondern lediglich die eigene abweichende Meinung festhält, stellt keine Verletzung des rechtlichen Gehörs dar. Auch dass im
Einspracheentscheid
vom 1
3.
August 2013 nicht explizit erwähnt wird, dass keine weiteren Beweise abzunehmen sind, stellt keine Verletzung des rechtlichen Gehörs dar, hält doch die Beschwerdegegnerin fest, dass auf das Gutachten von
Dr.
A._
abgestellt werden könne.
Hieraus ergibt sich, dass die Beschwerdegegnerin zumindest den medizinischen Sachverhalt als hinreichend abgeklärt erachtete.
2.
4
Der
Einspracheentscheid
vom 1
3.
August 2013
erweist sich somit
in formeller Hinsicht als rechtens.
3.
3
.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss
dem Bundesges
etz über die Unfallversicherung
(
UV
G
)
setzt zunächst voraus, dass zwischen dem
Unfaller
eignis
und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürli
cher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausal
zusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetre
tene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bezie
hungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entspre
chend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sam
menhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereig
nis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwal
tung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm oblie
genden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglich
keit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
3
.2
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U 172/94 vom 2
6.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45; BGE 119 V 7 E. 3c/
aa
). Da es sich
hiebei
um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzu
sammenhang gegeben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b, 1992 Nr. U 142
S.
76).
4
.
4
.1
Dr.
C._
überwies den Beschwerdeführer mit Schreiben vom
7.
Oktober 2010 an die
Abteilung
Handchirurgie des
Spitals D._
. Als Diagnose hielt er dabei anhaltende Schmerzen im linken Handgelenk sowie im MCP-Gelenk Fin
ger V rechts nach Sturz am
9.
Juni 2010 fest. Der Beschwerdeführer sei am
9.
Juni 2010 nach dem Sturz von
einer
Holzleiter zu ihm gekommen. Er habe dabei über Sc
hmerzen im rechten Knie geklagt
. Er habe eine Röntgenaufnahme des Kniegelenks gemacht, dabei aber keine knöchernen Verletzungen gefunden. Schmerzen in den Händen habe der Beschwerdeführer damals nicht erwähnt. Am
5.
Oktober 2010 sei der Beschwerdeführer wieder in die Sprechstunde gekommen und habe erklärt, er hätte seit dem
9.
Juni 2010 immer Probleme im linken Handgelenk, er könne keine Gewichte ergr
ei
fen und herumtragen. Auch
das MCP-Gelenk des
rechten Kleinfingers würde nicht besser. In der
Tabatière
bestehe keine
Druckdolenz
. Das Schmerzmaximu
m
sei in der Mitte des Hand
gelenks dorsal. Bei den von ihm durchgeführten Röntgenaufnahmen sehe er keine Fraktur und keinen
Callus
(
Urk.
11/B4).
4
.2
Der Beschwerdeführer wurde am 2
5.
Oktober 2010
von
Dr.
E._
von der
Klinik F._
untersucht. Dieser diagnosti
zi
erte einen Morbus
Ki
en
böck
Stadium III
A links (Bericht vom
7.
Dezember 2010,
Urk.
11/B9). In der Folge nahm
Dr.
E._
am 11.
November 2010
eine Vaskularisation des
O
s
luna
tum
und eine Radius
verkürzungsosteotomie links vor
(
Operationsbericht,
Urk.
11/B7).
4
.3
Mit Arztzeugnis vom 2
8.
November 2010 erklärte
Dr.
C._
, der Beschwerdefüh
rer habe sich beim Leitersturz vom
8.
Juni 2010 auch am linken Handgelenk verletzt. Am
9.
Juni 2010 in der Sprechstunde habe er aber nur über Schmerzen im rechten Knie und der rechten Wade geklagt (
Urk.
11/B8).
4
.4
Dr.
med.
G._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie, Vertrau
ensarzt der Beschwerdegegnerin, erk
lärte mit Stellungnahme vom 16.
Dezember 2010, ein
Morbus
Kienböck
Stadium III A sei die Folge einer langwierigen Entwicklung über mehrere Monate oder sogar Jahr
e
. Der zweite Sturz von Oktober 2010, sofern er überhaupt stattgefunden habe, sei nur nebensächlich, da das MRT keine akute Beeinträchtigung zeige. Die beschrie
bene Entzündung des Handgelenks sei chronisch, sekundär zum
Morbus
Kien
böc
k
(
Urk.
11/B10).
4
.5
Mit Bericht vom 1
8.
Februar 2011 erklärte
Dr.
E._
, das erste Trauma
sei
am
3.
Juni 2010 bei
m
Leitersturz aufgetreten. Vorgängig habe der Beschwerde
führer
keine
Beschwerden gehabt,
erst
nach dem Unfall hätten die
Handge
lenksbeschwerden
begonnen. Bei einem zweiten Trauma am
5.
Oktober 2010 seien die Beschwerden
exazerbiert
,
worau
f
sich der Beschwerdeführer
bei ihnen in der Sprechstunde gemeldet habe. Obschon in den meisten Fällen
bei
Auftre
ten eines Morbus
Kienböck
kein Unfall erinnerlich sei, würden sie die genaue Ursache/Pathologie dieser Erkrankung/Verletzung nicht kennen. Zumindest seien beim Beschwerdeführer zwei Unfallereignisse für die Auslösung der Beschwerden klar in Zusammenhang zu stellen (
Urk.
11/
B13).
4
.6
Dr.
A._
hielt mit Gutachten vom 1
3.
März 2013 zur Kausalität des Mor
bus
Kienböck
zum Ereignis vom Juni 201
0
fest, es gebe zum heutigen Zeit
punkt keinen allgemein akzeptier
t
en Konsensus zur Vergesellschaftung akuter
Lunatum
-Frakturen und einem Morbus
Kienböck
, das heiss
e
,
es
sei
weder aus
geschlossen noch zwingend die Folge. Es sei in der Literatur aber etabliert, dass persistierende Beschwerden bei einem Patienten nach einer
Lunatum
-Fraktur
mittels MRI untersucht werden müss
t
en, um einen Morbus
Kienböck
auszu
schliessen. Erschwerend komme hinzu, dass der genau
e
Ursprung und der natürlich
e
Verlauf eines Morbus
Kienböck
nicht genügend geklärt seien. Ursächlich sei ein Verlust der Blutversorgun
g des
Os
lunatum
. Ursächlich hier
für
seien
in der Literatur bezeichnet
worden
: allgemeine Durchblutungs- und Kreislaufprobleme, Unfallereignisse, Bandverletzungen mit Kollaps der
carpalen
Architektur und einzelne oder rezidivierende Frakturen mit einem anschliessen
den Verlust der Durchblutung. Die ebenfalls verantwortlich gemachten internis
tischen Zustände seien beim Beschwerdeführer auszuschliessen. Unter dem Strich sei die Ursache des Morbus
Kienböck
am ehesten multifaktoriell. Vor diesem Hintergrund sei, da während des Unfallereignisses im Juni 2010 keine Röntgenbilder des linken Handgelenks angefertigt respektive solche auch im Vorfeld nie gemacht worden seien, keine Aussage möglich, ob zum Zeitpunkt des Sturzes im Juni 2010 ein Morbus
Kienböck
bereits vorgelegen habe oder nicht. Ebenso sei nicht auszuschliessen, dass sich der Beschwerdeführer im Juni 2010 eine
Lunatum
-Fraktur ohne vorgängig vorliegenden Morbus
Kienböck
links zugezogen habe
n könnte. Zwar sei die rasche Progression in der Annahme, dass im Juni 2010 noch kein Morbus
Kienböck
vorgelegen habe, zum radiologisch erhobenen Befund vom Oktober 2010 eher aussergewöhnlich. Es fänden sich in der medizinischen Literatur aber keine ihm bekannten Daten, die es erlauben würden, eine solche Progression als unmöglich oder völlig unwahrscheinlich zu bezeichnen. Entsprechend müsse hier festgehalten werden, dass die ab Oktober 2010 erhobenen Befunde möglicherweise in natürlichem Kausalzusammenhang mit dem Unfall vom
8.
Juni 2010 stünde
n
(
Urk.
11/B23)
.
5
.
5
.1
Wie
Dr.
C._
mit Bericht vom
7.
Oktober 2010
(E. 4.1) und dem Arztzeugnis vom 2
8.
November 2010 (E. 4.3) erklärte,
erwähnte der Beschwerdeführer anlässlich der Erstkonsultation nach dem Unfall vom Juni 2010 keine Beschwerden im Handgelenk. Er klagte lediglich über Schmerzen im rechten Knie
und in der rechten Wade
. Auch auf der Unfallmeldung vom 1
7.
Juni 2010 werden keine Beschwerden im Handbereich erwähnt, sondern lediglich eine Unterschenkelquetschung (
Urk.
11/A2).
Aktenkundig belegt sind
Handgelenk
s
beschwerden
erstmals für Juli 2010,
anlässlich der vom
Beschwerdeführer am
2
3.
Juli 2010
besuchten
Medizinische
n
Trainingstherapie
und
der anschliessen
den
zwei Physiotherapiesitzungen (Bericht des Physiotherapeuten
H._
vom 1
2.
November 2010
,
Urk.
11/A23 Beilage 2)
.
Für die Zeit davor sind keine Handgelenksbeschwerden aktenkundig. Vielmehr geht aus den Akten
hervor, dass
Dr.
C._
die medizinische Behandlung
für den anfangs Juni 2010 erlittenen Sturz
am 1
5.
Juni 2010 abschloss und de
n
Beschwerdeführer ab 1
4.
Juni 2010 wieder zu 100
%
arbeitsfähig schr
ieb (Unfallschein,
Urk.
11/B3).
Es erscheint
durchaus
glaubhaft, dass
der Beschwerdeführer, wie er geltend macht,
anlässlich des ersten Arztbesuches na
ch dem
Unfall nur
seine
Beschwer
den
am rechten Bein
erwähnt
e
. Es erscheint aber nicht wahrscheinlich, dass
er
im Zeitpunkt, in dem
er
von
seinem
behandelnden Arzt wieder zu 100
%
arbeitsfähig geschr
ieben wurde,
die gemäss seinen eigenen Angaben
erst
seit dem Unfall
persistierenden
Handgelenksbeschwerden nicht erwähnt hätte. Es ist daher davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer zumindest bis 1
5.
Juni 2010 nicht an
einschränkenden
Handgelenksbeschwerden litt. Dies i
st ein klares Indiz gegen eine
Verursachung des Morbus
Kienböck
durch den Unfall von Juni 2010
.
Es gehen auch aus den weiteren Akten keine Angaben hervor, welche mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit belegen könnten, dass der Morbus
Kienböck
des Beschwerdeführers durch ein Trauma im Juni 2010
(mit)
verursacht
worden wäre
. So legte
Dr.
A._
ausführlich dar, dass der genaue Ursprung und der natürliche Verlauf eines Morbus
Kienböck
nicht genügend geklärt sind (E.
4
.
6
).
Dies wird auch von
Dr.
E._
im Bericht vom
1
8.
Februar 2011 bestä
tigt
(E. 4
.5).
Die
Schlussfolgerung
von
Dr.
E._
, dass beim Beschwerde
führer klar zwei Unfallereignisse für die Auslösung der Beschwerden in Zusam
menhang zu stellen seien,
basiert auf der nicht ausgewiesenen Tatsache, dass sich der Beschwerdeführer im Juni 2010 tatsächlich am rechten Handgelenk verletzt hat. Medizinische Befunde, die eine traumatische Ursache für den Mor
bus
Kienböck
erhärteten, führt
Dr.
E._
nicht an. Im Ergebnis
argumen
tiert
Dr.
E._
mit
der Beweisfigur „
post
hoc ergo
propter
hoc“. Diese genügt den Beweisanforderungen
jedoch rechtsprechungsgemäss
nicht (vgl. BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
)
.
Auch aus den Ausführungen von
Dr.
A._
,
dass die Unklarheiten in Bezug auf Ursachen und Verlauf des Morbus
Kienböck
aus seiner Sicht so zu interpretieren seien, dass beim Zeit seines Lebens körperlich aktiven, sportlich und beruflich sich belastenden Beschwerdeführer wahrscheinlicher sei, dass ein Morbus
Kienböck
zum Zeitpunkt des ersten Unfallereignisses vorgelegen habe und durch die beiden Unfallereignisse
akzeleriert
respektive die Beschwerden
exazerbiert
worden seien, als dass er durch eine
Lunatum
-Fraktur im Juni 2010 ausgelöst und dann rasch in ein Stadium III A
progrediert
sei, das im Oktober 2010 dann festgestellt worden sei (
Urk.
11/B23 S. 14-15), kann der Beschwer
deführer – auch wenn die Beschwerdegegnerin grundsätzlich bei beiden von
Dr.
A._
angeführten Varianten leistungspflichtig
sein könnte
(vgl.
E.
3
.2) - nichts zu seinen Gunsten ableiten. Beide Hypothesen setzen nämlich voraus, dass es tatsächlich zu einer traumatischen Verletzung im Juni 2010 gekommen ist. Dies ist aber
,
wie ausgeführt
,
nicht
als
überwiegend wahrschein
lich
nachgewiesen
.
5
.2
Betreffend das
behauptete Unfall
ereignis
vo
n
Oktober 2010
gilt es zu beachten, dass
Dr.
C._
in seinem Schreiben vom 10. Oktober 2010, mit welchem er den Beschwerdeführer an die Abteilung Handchirurgie des
Spitals D._
überwies, (E. 4.1) in keiner Weise ein Unfallereignis von Anfang Oktober 2010 erwähnte. Er führt
e
auch keine Exazerbation der Beschwerden im Oktober 2010 an. Hieraus lässt sich schliessen, dass die Beschwerden des Beschwerdeführers im linken Handgelenk Anfang Oktober 2010 nicht durch ein zweites Ereignis
exazerbierten
, kann doch davon ausgegangen werden, dass der Beschwerde
führer ein solches Ereignis seinem behandelnden Arzt, welchen er
speziell
wegen der persistierenden Schmerzen im linken Handgelenk
aufgesucht hatte
,
mitgeteilt hätte
und
Dr.
C._
dies im Rahmen seiner Überweisung
der
Abtei
lung Handchirurgie des
Spitals D._
zur Kenntnis gebracht hätte
.
5
.3
Nach dem Gesagten ist eine Kausalität zwischen
den
Unfallereignissen im Juni bzw. Oktober 2010 und dem Morbus
Kienböck
des Beschwerdeführers
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgewiesen
.
Da allfällige Zeugenaussagen weder an der Tatsache, dass der Beschwerdeführer gegenüber seinem behan
delnden Arzt in den Wochen nach dem Unfall von Juni 2010 nicht über Beschwerden im Handgelenk geklagt hat
,
noch am medizinischen Wissensstand betreffend Entstehung eines Morbus
Kienböck
etwas ändern können, ist nicht zu beanstanden, dass di
e Beschwerdegegnerin
eine
Leistungspflicht für die ab Oktober 2010 geklagten Beschwerden verneint
hat
.
Die Beschwerde erweist sich somit als unbegründet und ist abzuweisen.