Decision ID: 7c0080a6-3087-40fe-82df-d99655912c59
Year: 2009
Language: de
Court: ZH_SRK
Chamber: ZH_SRK_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: public_law

hat sich ergeben:
A. A (nachfolgend der Pflichtige) ist Geschäftsleiter, Mehrheitsaktionär und
Verwaltungsratspräsident der B in C. Dort ist er zu 50% beschäftigt und bezog 2006
einen Nettolohn (II) von Fr. 36'000.-; daneben richtete ihm die Arbeitgeberin pauschale
Reisespesenvergütungen von monatlich Fr. 1'000.-, mithin von Fr. 12'000.- im Jahr
aus. In der Steuererklärung 2006 deklarierte er nebst anderen – hier nicht interessie-
renden – Einkünften den erwähnten Lohn und machte Berufsauslagen von Fr. 14'036.-
geltend, darunter Fr. 8'736.- für die Kosten der Fahrten zwischen dem Wohnort (D) und
dem Dienstort (C). Dergestalt ergab sich ein steuerbares Einkommen von Fr. 22'685.-.
In Abweichung davon schätzte das kantonale Steueramt ihn mit Entscheid vom
22. April 2008 für die Staats- und Gemeindesteuern 2006 mit einem steuerbaren Ein-
kommen von Fr. 39'700.- ein; das steuerbare Vermögen setzte es auf Fr. 91'000.- fest.
Nebst anderen Korrekturen rechnete es dabei von den Pauschalspesen Fr. 7'200.- als
steuerbare Einkünfte auf und kürzte die zulässigen berufsbedingten Fahrtkosten um
Fr. 4'992.- auf Fr. 3'744.-. Die nämlichen Anpassungen führten dazu, dass sich für die
entsprechende Bundessteuerperiode ein steuerbares Einkommen von Fr. 40'400.- er-
gab. Die formelle Eröffnung dieser Veranlagung erfolgte mit Rechnung vom 16. Mai
2008.
B. Am 19. Mai 2008 erhob der Pflichtige gegen diese Taxationen Einsprache,
indem er sich gegen die genannten beiden Aufrechnungen zur Wehr setzte. Hierauf
forderte das kantonale Steueramt ihn am 16. Juli 2008 auf, mittels Belegen nachzuwei-
sen, dass den pauschalen Spesenvergütungen von Fr. 12'000.- sowie den bean-
spruchten Pauschalabzügen für allgemeine Berufsauslagen von Fr. 1'900.- sowie für
Weiterbildungskosten von Fr. 400.- tatsächlich erwachsene berufsbedingte Kosten
gegenübergestanden haben; sodann sei anhand eines Fahrtenbuchs nachzuweisen,
dass er für den Arbeitsweg und private Fahrten kein Geschäftsfahrzeug der Arbeitge-
berin benutzt habe. Hierauf liess der Pflichtige das Amt wissen, Kleinspesen habe die
B nicht im Einzelnen entschädigt. Sodann habe die Arbeitgeberin jeweils für drei Jahre
Autos geleast, mit einer Lauflimite von 100'000 km. Um diese nicht zu überschreiten,
habe er sich ein privates Fahrzeug zulegen müssen. Für die Führung eines Fahrten-
buchs fehle die Zeit. Hierauf teilte der Steuerkommissär dem Pflichtigen am 27. August
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2008 mit, er erachte die Auflage als nicht erfüllt, weshalb er diese – aus formellen
Gründen – mahne.
Mit getrennten Entscheiden vom 7. November 2008 wies das kantonale Steu-
eramt die Einsprachen ab.
C. Mit Rekurs- und Beschwerdeeingabe vom 5. Dezember 2008 erneuerte der
Pflichtige seine Einspracheanträge.
Mit Rekurs-/Beschwerdeantwort vom 15. Januar 2009 schloss das kantonale
Steueramt auf Abweisung der Rechtsmittel. Die Eidg. Steuerverwaltung verzichtete auf
eine Vernehmlassung.

Der Einzelrichter zieht in Erwägung:
1. a) Nach Art. 16 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer
vom 14. Dezember 1990 (DBG) und § 16 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997
(StG) unterliegen alle wiederkehrenden und einmaligen Einkünfte der Einkommens-
steuer. Steuerbar sind laut Art. 20 Abs. 1 DBG und § 20 Abs. 1 StG namentlich die
Einkünfte aus beweglichem Vermögen. Dazu gehören u.a. Dividenden, Gewinnanteile
und geldwerte Vorteile aus Beteiligungen aller Art (je lit. c Satz 1). Als Gewinnanteile
gelten alle geldwerten Leistungen der Kapitalgesellschaft oder Genossenschaft an Be-
teiligten oder diesen nahestehende Personen, welche ihren Grund im Beteiligungsver-
hältnis haben und keine Kapitalrückzahlung beinhalten. Das Motiv für die Ausrichtung
von Gewinnanteilen liegt nicht in geschäftlichen Gründen, sondern im Beteiligungsver-
hältnis. Die handelnden Organe kommen mit der Leistung keiner geschäftlichen Ver-
pflichtung nach, sondern verwenden den Gewinn oder die Reserven der Gesellschaft
im Interesse der Beteiligten (Markus Reich, in: Kommentar zum Schweizerischen
Steuerrecht, Bd. I/2a, 2.A., 2008, Art. 20 N 41 DBG; derselbe, Verdeckte Vorteilszu-
wendungen zwischen verbundenen Unternehmen, ASA 54, 621 f.). Einem unabhängi-
gen Dritten würde die Leistung nicht oder nicht in dieser Weise erbracht. Im Ausmass,
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in welchem die Zuwendung an einen solchen nicht erfolgt wäre, erhält der Empfänger
einen Sondervorteil, dessen Ursprung im Beteiligungsverhältnis zur Gesellschaft liegt.
Als verdeckte Gewinnausschüttungen gelten Leistungen der Gesellschaft an
die Anteilseigner, welchen keine oder keine ausreichenden Leistungen gegenüberste-
hen und die einem an der Gesellschaft nicht beteiligten Dritten nicht oder in wesentlich
geringerem Umfang erbracht worden wären (StE 2004 B 24.4 Nr. 71). Die Vorzugsbe-
handlung muss dem Leistungserbringer bewusst sein. Hinzu kommt, dass die Gesell-
schaft sie nicht ordnungsgemäss als Gewinnverwendung verbucht hat (Reich, Art. 20
N 46 DBG). Erscheinungsformen sind der Ausweis übersetzter Aufwendungen oder
aber ein Gewinnverzicht. Steuerbar ist der objektive Wert jeglicher geldwerten (d.h. in
Geld messbaren) Leistung, welche der Inhaber von Beteiligungsrechten dank seiner
Beteiligung an der Gesellschaft unter irgendeinem Titel erhält (StE 2004 B 24.4 Nr. 33).
Zu hohe Salärzahlungen an mitarbeitende Aktionäre werden dazu gezählt und führen
bei der zahlenden Gesellschaft zu einer entsprechenden (Gewinn-)Aufrechnung; beim
Aktionär bildet der übersetzte Saläranteil steuerbaren Vermögensertrag, der sich steu-
erlich indes darum nicht auswirkt, weil er bereits im deklarierten Einkommen enthalten
ist. Anders hingegen verhält es sich mit übersetzten Spesenentschädigungen an sol-
che Personen; auch sie bilden im überschiessenden Teil steuerbaren Vermögensertrag
(StE 2004 Nr. 24.4 Nr. 33; Peter Locher, Kommentar zum DBG, II. Teil, 2004, Art. 110
N 110 und 188). Diesfalls fehlt es indes insoweit an einer entsprechenden Deklaration,
weshalb eine Aufrechnung unumgänglich ist.
b) Bei einer verdeckten Gewinnausschüttung handelt es sich um eine steuer-
erhöhende Tatsache, die nach der allgemeinen Beweislastregel von den Steuerbehör-
den darzutun ist (Peter Locher, Kommentar zum DBG, I. Teil, 2001, Art. 3 N 60). Diese
haben somit nachzuweisen, dass überhaupt eine geldwerte Leistung vorliegt. Wird
dieser Nachweis erbracht, trägt der an ihr beteiligte Leistungsempfänger die Beweislast
dafür, dass er für diese Leistung eine Gegenleistung erbracht hat. Gelingt ihm dieser
Nachweis, obliegt es der Steuerbehörde, ein Missverhältnis zwischen Leistung und
Gegenleistung darzutun, worauf dem Steuerpflichtigen wiederum der Nachweis offen
steht, dass trotz Missverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung keine verdeckte
Gewinnausschüttung anzunehmen ist (vgl. StRK II, 26. Mai 1999, 2 ST.1999.194).
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Spricht für das Vorhandensein einer Tatsache eine natürliche Vermutung, gilt
ein Beweis als vorläufig erbracht und wird endgültig, wenn nicht ein Gegenbeweis dies
verhindert (Daniel Schär, Grundsätze der Beweislastverteilung im Steuerrecht, 1998,
S. 253 f. mit Hinweis). Der Steuerbehörde obliegt damit grundsätzlich der Nachweis
derjenigen Tatsachen, welche das infrage stehende Geschäft als eine verdeckte Ge-
winnausschüttung erscheinen lassen. Besteht eine ausreichende Tatsachenbasis für
die Annahme einer verdeckten Gewinnausschüttung, so steht dem Steuerpflichtigen
noch die Möglichkeit des Gegenbeweises offen.
c) Bei der Leistung an einen mitarbeitenden Aktionär stellt sich die Frage, ob
eine Entschädigung der Kapitalgesellschaft qua Arbeitsverhältnis oder aber qua Betei-
ligungsrecht fliesst. Geschäftsmässig begründet ist sie bloss dann, wenn sie zu Recht
im Zusammenhang mit der Arbeitsleistung ergeht; andernfalls ist eine geldwerte Leis-
tung gegeben, welche den steuerbaren Gewinn der Arbeitgeberin nicht zu schmälern
vermag; insofern liegt eine Gewinnverwendung vor. Unter solchen Umständen obliegt
es der Gesellschaft, darzutun und nachzuweisen, dass die Leistung ihrem Interesse
dient und damit geschäftsmässig begründet ist. Dabei greift die Kontrolle ungeachtet
dessen, ob die Leistung als Lohn, als Spesenersatz oder unter irgendeinem anderen
Titel erfolgt. Massgeblich ist bei alledem der Drittvergleich. Nur wenn – und insoweit –
die Aktiengesellschaft die nämliche Vergütung unter gleichen Umständen auch einem
mitarbeitenden unabhängigen Dritten erbracht hätte, liegt Aufwand vor; andernfalls ist
auf eine verdeckte Gewinnausschüttung zu schliessen (Locher, II. Teil, Art. 58 N 118).
Dies gilt namentlich für übersetzte Spesenvergütungen (StE 1993 B 24.4 Nr. 33),
gleichgültig ob sie fallbezogen oder pauschal erfolgen. Massgeblich ist sodann die
konkrete Verbuchung. Die Kapitalgesellschaft ist an die eingereichte Jahresrechnung
gebunden und die Steuerbehörden dürfen sich auf die eingereichte Erfolgsrechnung
und Bilanz samt Anhang verlassen (Locher, II. Teil, Art. 58 N 69). Es gilt das Prinzip
der Einzel- und nicht der Gesamtbetrachtung; jede einzelne Bilanzposition ist vom
Grundsatz der Massgeblichkeit der Handelsbilanz erfasst (Locher, II. Teil, Art. 58
N 66). Darum geht es nicht an, Aufwandpositionen, welche steuerlich nicht anerkannt
werden, umzuqualifizieren, mit dem Zweck, das Gesamtresultat nicht zu verändern und
Aufrechnungen zu vermeiden. Solche Vorkehren bzw. Manipulationen sind (ertrags-
bzw. einkommens)steuerlich unbeachtlich. Deshalb ist es nicht statthaft, Spesenvergü-
tungen an den mitarbeitenden Aktionär (oder eine nahestehende Person), welchen
steuerlich kein Aufwandcharakter zuzumessen ist, in Lohn umzuwandeln.
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d) Die steueramtliche Würdigung von Leistungen auf der Ebene der Gesell-
schaft ist für die Einschätzung des Aktionärs nicht verbindlich. Diese logisch zunächst
zu erfolgende Beurteilung kann nicht unbesehen übernommen werden (StE 2002
B 23.2 Nr. 25).
2. Der Pflichtige ist Geschäftsleiter, Verwaltungsratspräsident und Mehrheits-
aktionär der B. Sein Arbeitspensum für die AG hat im Jahr 2006 50% betragen. Die
Arbeitgeberin hat ihm dafür einen Nettolohn von Fr. 36'000.- ausbezahlt. Zudem hat sie
eine pauschale (Reise-)Spesenvergütung von monatlich Fr. 1'000.- und damit
Fr. 12'000.- im Jahr ausgerichtet.
a) Bei solcher Lage stellt sich die Frage, ob der Pflichtige in der Funktion als
Aktionärsdirektor von der Gesellschaft Leistungen empfangen hat, welche diese einem
unabhängigen Dritten nicht erbracht hätte. Dabei geht es in concreto nicht um die
Lohnbezüge, sondern die pauschalen Spesenvergütungen. Zu Recht behauptet das
Steueramt nämlich nicht, der eigentliche Lohnbezug sei übersetzt. Vielmehr hat es
Zweifel gehegt, ob diese Spesenvergütung angemessen gewesen sei und in vollem
Umfang der Abgeltung im Interesse der AG erfolgter Aufwendungen des Pflichtigen
gedient habe. In der Folge hat es entsprechende Untersuchungen vorgenommen.
Diese Frage hat die Steuerrekurskommission II mit heutigem Entscheid für die
B negativ beantwortet. Weil sich dieses Ergebnis, wie gesehen, nicht unbesehen auf
den Pflichtigen als Aktionärsdirektor übertragen lässt, ist eine erneute, davon unab-
hängige Würdigung unumgänglich. Dabei soll allerdings nicht verhehlt werden, dass
ein Abweichen vom bei der AG gezogenen Schluss nur unter besonderen Umständen
zu rechtfertigen ist. Zu denken ist dabei an Konstellationen wie Falschbeurteilung bei
der AG, fehlende Überprüfung ihrer Einschätzung im Rechtsmittelverfahren oder die
Darlegung weiterer und insofern neuer Tatsachen im Einschätzungsverfahren des Ak-
tionärs.
b) Der Pflichtige hält dafür, er sei geschäftlich oft und lange unterwegs. Dabei
müsse er im Interesse der Kunden rasch reagieren und binnen nützlicher Frist für sie
vor Ort Probleme lösen. Im Schnitt lege er dabei mit dem Auto jährlich zwischen 35'000
und 40'000 km zurück. Dabei fielen geschäftlich bedingte Kleinspesen an, welche die
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Arbeitgeberin ihm nicht direkt und im Einzelnen vergüte; vielmehr dienten dazu die
empfangenen pauschalen Vergütungen für Reisespesen. Dabei handle es sich um
Kosten wie Autobahn- und Parkplatzgebühren, Aufwendungen für Wagenreinigung,
Kleinmaterial, Zwischenverpflegungen, Getränke im Restaurant (meist zusammen mit
Kunden) und andere kleinere Kosten, welche zur Geschäftstätigkeit eines KMU-
Betriebs gehörten. Die beiliegende Zusammenstellung solle zeigen, dass er 2006 na-
mentlich in der Schweiz, jedoch auch im benachbarten Ausland mit dem Geschäfts-
Personenwagen Kunden besucht habe und die Fahrten sich dabei auf knapp 20'000
km summiert hätten. Nicht berücksichtigt sollen dabei die Fahrten zwecks Akquisition
sein. Die AG halte zwei Pw. Das eine Auto weise eine jährliche km-Leistung von rund
37'000 auf und werde europaweit für Geschäftsfahrten eingesetzt; das zweite diene vor
allem Kurierdiensten sowie der Beförderung von Paketen und Kunden und lege dabei
eine Gesamtstrecke von ca. 11'000 km zurück. Dem Geschäft würden rund Fr. 8'700.-
an Benzinkosten belastet. Unter diesen Umständen sei es praktisch nicht möglich, pri-
vate Benzinkosten über die AG abzurechnen. Hinzu komme, dass er, der Pflichtige, ein
privates Fahrzeug halte und darum kein Geschäftsauto zu privaten Zwecken einsetze.
c) All das genügt indes nicht, um schlüssig darzutun, dass die pauschalen
Spesenvergütungen 2006 tatsächliche Aufwendungen in entsprechender Höhe abge-
deckt haben. Der Pflichtige macht zwar geltend, im Zusammenhang mit seiner berufli-
chen Reisetätigkeit seien ihm in erheblichem Umfang Unkosten angefallen, welche im
Interesse der B entstanden seien. Diese habe ihm diese Auslagen nicht separat ent-
schädigt, sondern pauschal vergütet. Insofern hätten die pauschalen Zahlungen die
tatsächlichen Unkosten gerade gedeckt. Doch hat er es versäumt, eine Aufstellung
über die konkret angefallenen Kosten vorzulegen. Vielmehr hat er sich auf allgemeine
Ausführungen über die Art angefallener Kosten beschränkt. Damit fehlt es bereits an
einer hinreichend substanziierten Sachdarstellung, weshalb es von vornherein an der
notwendigen Grundlage für die Überprüfung der Darstellung des Pflichtigen mangelt.
Auf seine blosse Behauptung kann nicht abgestellt werden. Immerhin ist mit dem
Steueramt davon auszugehen, dass mit seiner beruflichen Tätigkeit als Geschäftsleiter
und im Aussendienst in – allerdings nicht genau – bestimmtem Umfang tatsächlich
Aufwand entstanden ist, welchen die Arbeitgeberin zu tragen, jedoch nicht im Einzel-
nen erstattet hatte. Daher war das kantonale Steueramt nicht nur befugt, sondern ge-
radezu gehalten, diesbezüglich eine Schätzung zu treffen. Dabei ist es davon ausge-
gangen, den Pauschalspesenvergütungen von total Fr. 12'000.- seien lediglich
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ungedeckte Kosten des Pflichtigen von Fr. 4'800.- gegenübergestanden. Diese Kür-
zung ist realistisch und umso weniger zu beanstanden, als der Pflichtige mit der B auch
in tatsächlicher Höhe Reisespesen abgerechnet hat und dabei sogar Kleinbeträge Be-
achtung gefunden haben.
Es liegt auf der Hand, dass die, wie gesehen, übersetzten pauschalen Spe-
senvergütungen darauf zurückzuführen sind, dass der Pflichtige als deren Mehrheits-
aktionär bei B in leitender Stellung beschäftigt ist. Jedenfalls wird weder behauptet,
noch ist dargetan, dass eine unabhängige Drittperson ebenfalls in den Genuss solcher
Leistungen gekommen sei. Im Übrigen konnte die Vorzugsbehandlung der AG nicht
verborgen bleiben.
d) Das kantonale Steueramt hat diese Aufrechnung allerdings nicht als ver-
deckte Gewinnausschüttung gewürdigt, sondern als Lohnbestandteil des Pflichtigen in
seiner Stellung als Lohnempfänger der B. Demnach hat es bei seiner Korrektur nicht
auf dessen Eigenschaft als Aktionär, sondern einzig auf die Funktion als unselbststän-
dig erwerbender Mitarbeiter abgestellt und ihn insofern einem "gewöhnlichen" Lohn-
empfänger gleichgestellt. Das aber ändert am Ergebnis letztlich nichts (siehe E. 3 c).
3. a) Nach Art. 17 Abs. 2 DBG und § 17 Abs. 1 StG sind sämtliche Einkünfte
aus privat- oder öffentlichrechtlichem Arbeitsverhältnis mit Einschluss aller Nebenleis-
tungen wie Zulagen und andere geldwerte Vorteile als Einkommen steuerbar. Dazu
gehören namentlich pauschale Spesenvergütungen, jedoch nur insoweit, als sie nicht
der Abdeckung tatsächlich entstandener Berufsauslagen dienen. Denn der Auslagen-
ersatz (Art. 327a OR) stellt ein Entgelt dafür dar, dass der Arbeitnehmer aus eigenen
Mitteln Auslagen für Rechnung seines Arbeitgebers tätigt; insoweit besteht Steuerneut-
ralität. Auf die Bezeichnung der Leistung kommt nichts an (Locher, I. Teil, Art. 17
N 20). Pauschalspesenvergütungen müssen auf ihre Begründetheit hin überprüft wer-
den können, da Leistungen, welche die tatsächlichen Kosten des Arbeitnehmers über-
steigen, als Lohnbestandteile steuerbar sind (Locher, I. Teil, Art. 17 N 25). Nur dort, wo
ein behördlich genehmigtes Spesenregelement vorliegt, wird auf die Prüfung verzich-
tet. Auf der andern Seite sind laut Art. 26 DBG und § 26 StG die Berufsauslagen un-
selbstständig erwerbender Steuerpflichtigen von den steuerbaren Einkünften absetz-
bar. Dazu gehören die notwendigen Kosten für Fahrten zwischen Wohn- und
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Arbeitsstätte (je Abs. 1 lit. a). Sofern er nicht die entsprechenden Pauschalansätze in
Anspruch nehmen will, muss der Steuerpflichtige die höheren tatsächlichen Kosten
nachweisen (je Abs. 2). Abgesehen von den Pauschalansätzen (so namentlich für die
übrigen in Ausübung des Berufs erforderlichen Kosten, den Autokilometeransatz) ob-
liegt der Nachweis der Berufsauslagen als steuermindernder Aufwand gemäss der
allgemeinen Beweislastregel dem Steuerpflichtigen (Locher, I. Teil, Art. 3 N 60).
b) Das Steueramt hat die vom Pflichtigen geltend gemachten berufsbedingten
Fahrtkosten gekürzt. Damit konnte sich der Pflichtige indes nicht einverstanden erklä-
ren und focht die Herabsetzung dieser Autospesen an, freilich ohne Erfolg.
Unbestritten ist, dass er für seinen Arbeitsweg auf ein Auto angewiesen ist.
Sodann trifft es zu, dass er 2006 ein privates Motorfahrzeug, einen Jeep, hielt. Damit
ist indes nicht dargetan, dass er stets dieses Fahrzeug verwendet hat, um den Ar-
beitsweg zwischen D und C (und in der Gegenrichtung) zurückzulegen. Seine Begrün-
dung, weshalb dies im Interesse der Arbeitgeberin unumgänglich gewesen sei, nämlich
um die Geschäftsfahrzeuge zu schonen, welche die in den Leasingverträgen verein-
barte zulässige Höchstkilometerleistung nicht überschreiten sollten, ist wenig plausibel
und überzeugt nicht. Allein schon darum, weil er vor Ort oft Kunden hat aufsuchen
müssen, ist es unglaubhaft, dass er ohne Ausnahme zunächst mit seinem Privatfahr-
zeug an den Dienstort C gefahren ist, um dort auf das Firmenauto umzusteigen; spie-
gelbildlich umgekehrt soll es sich jeweils bei der Rückfahrt verhalten haben. Solches
Gebaren widerspräche nicht nur ökonomischen und ökologischen Überlegungen; es
stünde auch im Gegensatz zur allgemeinen Lebenserfahrung. Dies umso mehr, als
nicht auszuschliessen ist, dass auf diese Weise je nach Konstellation mitunter gar kei-
ne Einsparung an Kilometerleistungen des vom Pflichtigen benutzten Geschäftsfahr-
zeugs zu erzielen war. Mangels einschlägiger Unterlagen wie z.B. eines Fahrtenkon-
trollhefts kann auf die Aussage des Pflichtigen nicht abgestellt werden; es bleibt eben
bei seiner blossen Behauptung. Namentlich ist auch nicht dargetan, dass nie ein Ge-
schäftsfahrzeug zwecks Bewältigung des Arbeitswegs eingesetzt worden bzw. die
Notwendigkeit der Zurücklegung des Arbeitswegs mit dem eigenen (privaten) Auto
nicht zuweilen entfallen sei.
Nichts zu seinen Gunsten vermag der Pflichtige daraus abzuleiten, dass die
Geschäftsfahrzeuge der B eine jährliche Fahrleistung von rund 48'000 km aufgewiesen
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und die ihr belasteten Benzinkosten ca. Fr. 8'500.- betragen haben sollen. Dieser Be-
trag entspricht einer Literzahl von rund 6'500. Daraus ergäbe sich nach den Angaben
des Pflichtigen ein durchschnittlicher Verbrauch von etwa 13,5 l/100 km, was in der
heutigen Zeit als hoch zu bezeichnen ist. Jedenfalls lässt sich damit die Aussage, die
ausgewiesenen Kosten liessen keinen privaten Benzinbezug zu, nicht erhärten. In die-
sem Licht muss der Nachweis des Pflichtigen als gescheitert gelten, er habe den Ar-
beitsweg ausschliesslich mit seinem Privatauto zurückgelegt. Es gelang ihm nicht dar-
zutun, dass die von ihm zu tragenden Kosten für die berufsbedingten Autofahrten
zwischen dem Wohn- und Arbeitsort sich auf Fr. 8'736.- belaufen haben, da er wäh-
rend 240 Arbeitstagen eine Wegstrecke von insgesamt (240 x 2 x 28 km =) 13'340 km
zurückgelegt habe. Wenn das kantonale Steueramt unter solchen Umständen zu einer
Kürzung der beanspruchten beruflich bedingten Autokilometer des Pflichtigen geschrit-
ten ist, kann darin nichts Rechtsverletzendes erblickt werden. Dabei hat es die Stre-
ckenlänge richtigerweise pro Fahrt um vier km auf die tatsächliche Länge gekürzt und
nur jede zweite geltend gemachte Fahrt berücksichtigt. Angesichts der jeder Schätzung
innewohnenden Ungenauigkeit muss die Reduktion um Fr. 4'992.- hingenommen wer-
den.
Richtigerweise hat die aufgrund der Aktenlage nicht auszuschliessende zeit-
weilige unentgeltliche Überlassung eines Geschäftsfahrzeugs zwecks Zurücklegung
des Arbeitswegs keine Erhöhung der steuerbaren Einkünfte nach sich gezogen. Denn
eine entsprechende Leistung würde durch die Möglichkeit des Abzugs der damit ver-
bundenen Berufsauslage vollumfänglich kompensiert.
c) Schliesslich sei kurz auf die steueramtliche Argumentation bezüglich der
pauschalen Spesenvergütung eingegangen.
Die B kommt bzw. kam nicht in den Genuss eines behördlich genehmigten
Spesenreglements. Somit war eine konkrete Überprüfung dieser Leistung nicht ent-
behrlich bzw. ausgeschlossen. Der unselbstständig erwerbende Pflichtige hat im Rah-
men der Kontrolle trotz Aufforderung und Mahnung nicht substanziiert dargetan, ge-
schweige denn bewiesen, dass die empfangene pauschale Vergütung für Reisespesen
vollumfänglich der Deckung tatsächlich entstandener Berufsauslagen gedient hat. Ist
die von ihm vorzutragende detaillierte Sachdarstellung unterblieben und der ihm oblie-
gende Nachweis misslungen, ist das Steueramt mit gutem Grund zu einer entspre-
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chenden Schätzung geschritten. Dass deren quantitative Bemessung in Anbetracht der
konkreten Umstände nicht zu beanstanden ist, hat das Gericht bereits ausgeführt.
Das zeigt, dass die Aufrechnung auch unter diesem Titel haltbar wäre. Aller-
dings besteht aus Sicht der Steuerrekurskommission II ein Widerspruch darin, dieselbe
Leistung bei völlig identischer Sach- und Rechtslage bei der AG als Arbeitgeberin im
Rechtsmittelverfahren als verdeckte Gewinnausschüttung, beim Pflichtigen, ihrem
Mehrheitsaktionär und Mitarbeiter, hingegen als Lohnbestandteil zu würdigen.
4. a) Anzumerken ist, dass offen bleiben mag, welcher Natur die steueramtli-
chen Schätzungen sind. Denn die Steuerbehörden haben im Einspracheverfahren die
Voraussetzungen für eine Ermesseneinschätzung geschaffen. Daher können die
Schätzungen auf gewöhnlicher Grundlage (vgl. z.B. VGr, 12. Dezember 2007,
SB.2007.00050) oder nach pflichtgemässem Ermessen (Art. 130 Abs. 2 DBG; § 139
Abs. 2 StG) ergangen sein. Eine Umqualifikation der aufgerechneten Beträge in zu-
sätzliche Lohnzahlungen macht der Pflichtige sodann zu Recht nicht (eventualiter) gel-
tend; denn wie erwähnt, liesse das Steuerrecht eine solch nachträgliche Umdeutung
nicht zu. Abgesehen davon wäre für ihn damit einkommenssteuerlich, wie erwähnt,
nichts gewonnen.
b) Nach alldem sind der Rekurs und die Beschwerde abzuweisen.
Bei diesem Ausgang des Verfahren sind die Kosten dem Pflichtigen aufzuer-
legen (Art. 144 Abs. 1 DBG; § 151 StG).