Decision ID: 4f7e2f6b-0559-48aa-8874-a803bfc2e1e2
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1968
,
meldete sich am 18. April 2015 unter Hinweis auf
ein
en Hirntumor
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
6/4
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizi
nische und erwerbliche Situation ab, zog Akten der
Krankentaggeld
versicherung
bei (Urk.
6/22
) und holte
ein neurologisch-neuropsychologisches Gutachten ein, das am 30. September 2016 erstattet wurde (Urk. 6/46
).
Mit Vorbescheid vom 27. Oktober 2016 (Urk. 6/50) stellte die IV-Stelle der Versicherten die Abweisung ihres Leistungsbegehrens in Aussicht. Dagegen erhob die Versicherte am 29. November 2016 Einwände (Urk. 6/53). In der Folge tätigte die IV-Stelle weitere Abklärungen.
Mit neuem Vorbescheid vom 12. April 2017 (Urk. 6/64) stellte die IV-Stelle der Versicherten die
Zu
sprache
einer halben Rente ab
1. November 2015 in Aussicht.
Dagegen erhob die Versicherte am 15. August 2017 wiederum Einwände (Urk. 6/75). Mit Verfügung vom 28. September 2017 (Urk. 6/82 = Urk. 2) hielt die IV-Stelle an ihrem Vorbescheid fest und sprach der Versicherten
be
i einem Inva
liditätsgrad von 55
% eine
halbe
Rente ab
1. November 2015
zu.
2.
Die Versicherte erhob am
31. Oktober 2017
Beschwerde
gegen die Verfügung vom 28. September 2017 (Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
ihr
ab 1. November 2015 eine ganze Rente
zuzusprechen
(Urk. 1 S.
2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
11. Dezember 2017
(Urk.
5
) die Abwei
sung der Beschwerde.
Die
Y._
Pensionskasse wurde mit Verfügung vom 22. Januar 2018 (Urk. 7) zum Prozess beigeladen. Die Beigeladene liess sich innert Frist nicht vernehmen.
Mit Verfügung vom 7. März 2018 (Urk. 9) wurden die Parteien darüber in Kenntnis gesetzt und der Beschwerdeführerin die Beschwer
deantwort zugestellt.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
tei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun
fähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Der Rentenanspruch entsteht gemäss
Art.
29 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Artikel 29
Abs.
1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Alters
jahres folgt (
Abs.
1). Der Anspruch entsteht nicht, solange die ver
sicherte Person ein Taggeld nach Art. 22 IVG beanspruchen kann (Abs. 2). Die Rente wird vom Beginn des Monats an ausbezahlt, in dem der Rentenanspruch ent
steht (
Abs.
3). Beträgt der Invaliditätsgrad weniger als 50 %, so werden die entsprechenden Renten nur an Versicherte ausbezahlt, die ihren Wohnsitz und ihren gewöhnli
chen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz haben. Diese Voraussetzung ist auch von Angehörigen zu erfüllen, für die eine Leistung beansprucht wird (Abs. 4).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypotheti
schen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
über
gestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommens
vergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Was
Parteigutachten
anbelangt, rechtfertigt der Umstand allein, dass eine ärztli
che Stellungnahme von einer Partei eingeholt und in das Verfahren einge
bracht wird, keine Zweifel an ihrem Beweiswert. Auch
Parteigutachten
enthalten Äusse
rungen eines Sachverständigen, die zur Feststellung eines medizinischen Sach
verhaltes beweismässig beitragen können. Daraus folgt indessen nicht, dass eine solche Expertise den gleichen Rang besitzt wie ein vom Gericht oder von der Verwaltung im Rahmen des Abklärungsverfahrens einge
holtes Gutachten. Trotz dieser beschränkten Bedeutung verpflichtet es - wie jede substantiiert vorge
tra
gene Einwendung gegen eine solche Expertise - das Gericht, den von der Recht
sprechung aufgestellten Richtlinien für die Beweiswürdigung fol
gend zu prüfen, ob das
Parteigutachten
in rechtserheblichen Fragen die Auf
fassungen und Schlussfolgerungen des vom Gericht oder von der Verwaltung förmlich bestellten Gut
achters derart zu erschüttern vermag, dass davon abzuweichen ist (BGE 125 V 351 E. 3b/
dd
und c sowie Urteil des damaligen Eidgenössischen Versicherungs
gerichts I 750/05 vom 7. April 2006 E. 1.3).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) aus, dass
die Beschwerdeführerin seit Juni 2014 in ihrer
angestammten
Tätigkeit als Kiosk
verkäuferin zu 100 % arbeitsunfähig sei und
auch
bleiben werde. In einer ange
passten Tätigkeit sei ihr jedoch ein Pensum von 50 % zumutbar. Für die Bemes
sung des Invaliditätsgrades sei beim
Valideneinkommen
vom damaligen Lohn der Beschwerdeführerin in ihrem 100%-Pensum als Verkäuferin auszu
gehen,
weshalb das
Valideneinkommen
Fr. 59'800.--
betrage
.
Für das Invaliden
ein
kommen sei der Tabellenlohn heranzuziehen, da mithilfe des Stundelohns kein regelmässiges monatliches Einkommen berechnet werden könne.
Das
Invaliden
einkommen betrage daher
Fr. 27'031.--.
Demnach resultier
e ein I
nvaliditätsgrad von 55 %, weshalb
die Beschwerdeführerin ab
dem
1. November 2015 Anspruch auf eine halbe Rente habe (S. 3 f.).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber beschwerdeweise (Urk. 1) auf den Standpunkt,
dass sie spätestens seit dem 1. Oktober 2013 in der angestamm
ten Tätigkeit arbeitsunfähig sei (S. 7
Rz
17). Zudem sei das
Validen
einkommen
zu tief festgelegt worden.
Aus dem Auszug
ihres
individuellen Konto
s
(IK
Auszug) und den Unterlagen des Arbeitgebers sei ersichtlich, dass sie in den Jahren vor Eintritt der Arbeitsunfähigkeit regelmässig mehr verdient habe als d
en vertraglich vereinbarten L
ohn.
Es
sei
deshalb
von einem
Valideneinkommen
von Fr. 63'263.-- für das Jahr 20
15 auszugehen (S. 8
Rz
19 ff.).
Ferner
sei das Invali
den
einkommen falsch festgestellt worden. Sie habe ihre Resterwerbs
fähigkeit in zumutbarer Weise ausgeschöpft und sei seit 2015 bis Ende 2016 in einem 50%-Pensum tätig gewesen, weshalb das Invalideneinkommen gestützt auf ihren tat
sächlichen Verdienst festzulegen sei, ein Verweis auf die Tabellenlöhne sei nicht zulässig. Im Jahr 2015 habe sie ein Einkommen von Fr. 18'346.-- erzielt (S. 8 ff.
Rz
23 ff.). Demnach resultiere ein Invaliditätsgrad von 71 %, weshalb sie ab dem 1. November 2015 Anspruch auf eine ganze Rente habe (S. 11
Rz
32).
Seit Januar 2017 könne sie ausserdem nur noch in einem 35%-Pensum tätig sein. Der Inva
liditätsgrad habe sich daher seit Januar 2017 nochmals erhöht, womit die ganze Rente immer noch gerechtfertigt sei (S. 11 f.
Rz
33).
3.
3.1
Am 3. Juni 2014 wurde bei der Beschwerdeführerin ein
transitionales
Meningeom
der hinteren Schädel
grube rec
hts diagnostiziert (vgl. Urk. 6/3/51-53 S. 1 Mitte
). Der Beschwerdeführerin wurde daraufhin am 4. Juni 2014
notfallmässig
wegen der Gefahr einer lebensbedrohlichen Situation bei beginnender Einklemmung des Hirnstamms eine externe
Ventrikeldrainage
(EVD)
gelegt (Urk. 6/3/25-26;
vgl.
Urk. 6/3/21). Am 6. Juni 2014 wurde der Hirntumor operativ entfernt (Urk. 6/3/35-36).
Nach der Operation war die Beschwerdeführerin bis zum 16. Juni 2014 im
Z._
, Klinik für Neurochirurgie, hospitalisiert (Urk. 6/3/51-53
= Urk. 6/12/8-10
).
3.2
Die Beschwerdeführerin wurde vom 16. Juni bis zum 12. Juli 2014 in der
A._
stationär behandelt
. Die Ärzte der
A._
führten in ihrem Austrittsbericht
vom 28. Juli 2014 (Urk.
6/9/2-7
= Urk. 6/3/1-6
)
aus, dass i
m Rahmen der neurops
ychologischen Untersuchung
im klinischen Eindruck eine erleichterte, teils unbekümmert wirkende Affektlage dominiert
habe
. Die Krankheitseinsicht sei teilweise leicht vermindert. Im Klinik
alltag falle in den Therapien eine erhöhte Ablenkbarkeit auf. Die Beschwerde
führerin nehme an den Therapien motiviert teil und setze sich realistische Ziele.
Die Tätigkeit im Service in einem hektischen Umfeld erfordere eine hohe Belast
barkeit, gute Konzentrationsfähigkeit und Arbeitsgeschwindigkeit, weshalb zunächst ein Arbeitsversuch mit d
em ursprünglichen Pensum von 40
% empfohlen werde
(S. 2).
3
.3
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Rheu
matologie,
führte in seinem Bericht vom 6. Juni 2015 (Urk.
6/12/1-4
) aus,
dass er die Beschwerdeführerin seit 2011 behandle (Ziff. 1.2)
. Die Beschwerde
führerin habe bereits im Jahr 2012 an Erschöpfungszustände
n
und einem «Burn-out» gelitten. Im Oktober 2013 sei es zu einer Zunahme der Beschwerden und zusätz
lich zu Schwindel und einer Gangataxie gekommen. Im Mai (richtig: Juni) 2014 sei dann ein
Menin
geom
diagnostiziert worden (Ziff. 1.4).
In der zuletzt ausge
übten Tätigkeit a
ls Kioskangestellte
bestehe seit Juni 2014 eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit (Ziff. 1.6). Eine angepasste Tätigkeit sei der Beschwerde
führerin zumutbar, seit dem 1. Oktober 2014 sei sie zu 50 % im Service tätig (Ziff. 1.7).
3.4
Ein Arzt der Klinik für Neurochirurgie des
Z._
führt
e
in seinem undatierten, bei der Beschwerdegegnerin am 27. Juli 2015 eingegangenen Bericht (Urk. 6/20
/1-3
) aus, dass sich die Beschwerdeführerin somatisch relativ gut erholt habe, jedoch immer noch unter einer sehr reduzierten Belastbarkeit und Konzentrations
fähig
keit leide (Ziff. 1.4). Die Arbeitsfähigkeit sei im Rahmen einer neurolo
gischen Beurteilung festzulegen (Ziff. 1.6).
3.5
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Neurologie, erstattete das von der Beschwer
de
gegnerin in Auftrag gegebene neurologisch-neuropsychologische Gutachten am 30. September 2016 (Urk. 6/46) gestützt auf die ihm überlassenen Akten (S. 3 ff. Ziff. 1), die Angaben der Beschwerdeführerin (S. 6 ff. Ziff. 2), seine am 23. November 2015 durchgeführte neurologische Untersuchung (S. 1 unten, S. 8 f. Ziff. 3) sowie auf die durch
lic
. phil.
D._
, Psychologin FSP, am
21. Dezember 2015 durchgeführte neuropsycholo
gische Untersuchung (S. 1 unten;
vgl. Urk. 6/47).
Er nannte
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S.
10
Ziff. 4):
-
Status nach
transitionalem
Meningeom
(WHO Grad I) der hinteren Schä
delgrube rechts mit akutem
Liquoraufstau
(Erstdiagnose 3. Juni 2014) mit ausgeprägtem perifokalem Ödem und konsekutiver Hirnstamm
kom
pression mit:
-
EVD Einlage rechts frontal (4. Juni 2014)
-
r
etromastoidale
,
suboccipit
ale
Kraniotomie rechts, mikrochirurgische Tumorresektion, Anl
age
einer
Duraplastik
(6. Juni 2014)
-
leicht- bis mittelgradig ausgeprägte kognitive Defizite
Aktuell arbeite
die
Beschwerdeführerin
zu
50
% im Service
in der Gastronomie. D
iese Reduktion
des Arbeitspensums
sei aufgrund der kognitiven Defizite gerecht
fertigt
. In der ursprünglichen Tätigkeit
als Kioskhalterin
liege jedoch eine 100
%
ige Arbeitsunfähigkeit vor (S. 12 Ziff. 5.7). Dies gelte seit der Operation im Juni 2014 (S.
13
Ziff. 6.3). Erste Anzeichen beziehungsweise Symptome hätten frühestens im Frühjahr 2014 vorgelegen (S. 14 Ziff. 6.7). Ab wann die Beschwer
de
führerin arbeitsunfähig gewesen sei, könne retrospektiv nicht schlüssig bean
t
wortet werden. Man könne sagen
ab 2014, genaue
r
lasse es sich nicht eingrenzen (S. 14 Ziff. 6.8).
Die Beschwerdeführerin arbeite bereits in einer (optimal) ange
passten Tätigkeit (S. 13 Ziff. 6.4).
Eine Verbesserung des Gesund
heits
zustandes sei nicht anzunehmen. Eine Zunahme der kognitiven Defizite sollte - abgesehen von de
n
altersbedingten Einschränkungen - nicht eintreten (S. 14 Ziff. 6.11).
Die Psychologin
lic
. phil.
D._
hielt in ihrem neuro
psychologischen
Teil
gut
achten vom 7. Januar 2016 (Urk. 6/47) fest, dass sich nebst unauffälligen Leis
tungen auch etliche knapp oder nicht normgerechte Leistungen gefunden hätten, welche aber vor dem Hintergrund von Schulkarriere und Ausbildung als niveau
gemäss angesehen werden könnten. Demgegenüber seien neuropsycholo
gische Beeinträchtigungen zu verzeichnen, die in keiner Weise der Leistungs
fähigkeit einer
zu
100
%
leistungsfähigen Geschäftsführerin oder Ver
kaufs
gruppen
leiterin im Kioskbetrieb entspr
ä
che
n
. Diese würden insbesondere das leicht verlangsamte allgemeine Arbeitstempo, die sprachliche Merkfähigkeit, das sprachliche, figurale und visuell-räumliche Lernen, die komplexen Aufnahme- und Verarbeitungspro
zesse, die Planungsfähigkeit und kognitive Flexibilität
betreffen
. Weiter sei
en
eine mit vermehrten Aufmerksamkeits- und Konzentrationseinbussen einherge
hende deutliche Ermüdung der Beschwerdeführerin sowie Ein- und Umstellungs
probleme und Persev
er
ationstendenzen zu beobachten
(S. 3 unten f.). Die
genannten Befunde würden auf eine leichte bis mittelgradige neuropsychologi
sche Störung hinweisen. Die
heutige Leistungsfähigkeit
der Beschwerdeführerin sei aus neuropsychologischer
Sicht mit den aktuellen qualitativen und quantita
tiven Anforderungen ihrer leidensangepassten Tätigkeit als Service- und Buffet
angestellte in einem kleinen Dorf-Café zu vereinbaren.
Die Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit betrage 50
%.
Demgegenüber sei die Beschwerdeführerin den Anforderungen in der angestammten Tätigkeit als Geschäftsführerin eines Kioskbetriebes oder als Verkaufsgruppenleiterin mit Verantwortung für mehrere Verkaufsstellen heute in keiner Weise mehr gewachsen, die Arbeitsunfähigkeit betrage 100 % (S.
4
).
3.6
PD
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Neurologie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), führte in seiner Stellungnahme vom 7. Oktober 2016 (Urk. 6/49/5) aus, dass auf das neurologisch-neuropsychologische Gutachten
von Prof.
C._
(vgl.
vorstehend E. 3.5) abgestellt werden könne. Die Tätigkeit der Beschwerde
führerin im Gastronomieservice entspreche einem angepassten Profil.
3.7
Prof.
C._
legte - nach entsprechender Rückfrage durch die Beschwerdegegnerin (vgl. Urk. 6/55/1)
- in seiner Stellungnahme vom 5. Januar 2017 (Urk. 6/56)
dar, dass er an der Bemessung der Arbeitsfähigkeit in seinem Gutachten (vorstehend E. 3.5) festhalte (S. 5 Ziff. 4).
3.8
Dr.
med.
F._
, Neurologe und Verhaltensneurologe,
G._
, erstattete das von der Beschwerdeführerin in Auftrag gegebene neurologische
Parteig
utachten am 31. Juli 2017 (Urk. 6/
73
)
und diagnostizierte ein leichtes organisches Psychosyndrom (ICD-10 F06.9) nach
dekompensiertem
Meningeom
Grad I der hinteren Schädelgrube, Tumorresektion am 6. Juni 2014 mit bleibenden leichten psychomotorischen und kognitiven Stö
rungen (S. 10 unten).
Anlässlich der Untersuchung am 7. Juni 2017 seien verhaltensneurologische Auf
fälligkeiten aufgefallen, die sich mit den neurologischen Befunden weiterhin deckten, nämlich leichte Wortfindungspausen und Wortabrufschwierigkeiten, leichte Verständnisschwierigkeiten in der Befragung und freien Konversation sowie eine leichte geistige Schwerfälligkeit. Die neuropsychologisch nachge
wiesenen Minderleistungen des Gedächtnisses hätten sich im ständigen Gebrauch von Notizen gezeigt. Auch die motorische Langsamkeit und Vergröberung der Feinmotorik, die auch das Sprechen eingeschlossen habe, sei bei der U
ntersu
chung ersichtlich gewesen (S. 13 oben).
Es sei schwierig, den Beginn der Symptome und den Beginn der leistungsein
schränkenden Krankheitszeichen zu datieren (S. 13 unten). Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit hätten diese ab dem
1.
Quartal 2013 vorgelegen. Ab diesem
Zeitpunkt habe auch mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine krankheits
be
dingte Arbeitsunfähigkeit vorgelegen (S. 14 unten). Die gegenwärtige Beschäfti
gung im
Café H._
in einem Pensum von ca. 35 %
die Be
schwerdeführerin habe ihr Pensum im Januar 2017 von 50 % auf 35 % reduziert
sei den Behinderungen der Beschwerdeführerin angepasst. Eine ver
gleich
bare körperlich sehr leichte Beschäftigung mit noch grösserer Ein
fachheit und gerin
gerer Variab
ilität an die Erwartungen, könne
wahrscheinlich in einem Pensum
von
50 %
gefordert werden (S. 15 oben, vgl. S. 6).
4.
4.1
Den Akten ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführerin die angestammte Tätigkeit als Kioskangestellte nicht mehr zumutbar ist (vgl. vorstehend E. 3.3, E. 3.5
, E. 3.7).
D
ies i
st denn auch unbestritten (
vorstehend E. 2.1-2.2).
Ein Rentenanspruch entsteht gemäss
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG unter anderem erst bei einer während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch bestehenden Arbeitsunfähigkeit von durchschnittlich mindestens 40 % (vgl. vorstehend E. 1.2). Da ein Rentenanspruch gemäss
Art.
29
Abs.
1 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruches, mithin der Anmeldung bei der Beschwerdegegnerin am 18. April 2015 (Urk. 6/4), eintritt (vgl. vorstehend E. 1.3), ist der frühestmögliche Rentenbeginn im November 201
5.
Die Berichte, die vor diesem Zeitpunkt erstellt wurden (vgl. vorstehend E. 3.1
3.4), sind daher für die Beurteilung des Rentenanspruchs der Beschwerde
führerin von untergeordneter
Relevanz
und
sind nur für die Beurteilung der Arbeitsun
fähigkeit während der Wartezeit gemäss Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG von Bedeutung.
Bei dieser Ausgangslage kann offengelassen werden, ab wann der Beschwerde
führerin die angestammte Tätigkeit als Kioskangestellte nicht mehr zumutbar war.
Streitig und zu prüfen ist hingegen die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in angepasster Tätigkeit (vorstehend E. 2.1, E. 2.2).
4.2
Das neurologisch-neuropsychologische Gutachten vom 30. Septem
ber 2016 von Prof
.
C._
- unter Einbezug der durch
lic
. phil.
D._
durchgeführten neu
ropsychologischen Untersuchung - (vorstehend E. 3.5) erscheint für die streitigen Belange umfassend und berücksichtigt die geklagten Beschwerden der Beschwer
deführerin. Zudem wurde es in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) erstellt und leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beur
teilung der medizinischen Situation ein und die Schlussfolgerungen wurden nachvollziehbar begründet. Damit erfüllt das neurologisch-neuropsychologische
Gutachten
die praxisgemässen Kriterien an ein beweiskräftiges
Gutachten
(vgl.
vorstehend E. 1.5).
4.3
Sowohl
Prof
.
C._
-
als auch
lic
. phil.
D._
- attestierte
n
der Beschwerde
führerin eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit, wobei sie die Tätigkeit der Beschwerdeführerin im Service im Café als leidensangepasst erach
teten (vorstehend E. 3.5). Auch der RAD-Arzt PD
E._
ging dem Gutachten fol
gend davon aus, dass die Tätigkeit im Gastronomieservice einem angepassten Profil entspreche (vorstehend E. 3.7).
Die vo
m Gutachter
festgelegte
50%ige
Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit erscheint angesichts der Befunde (vgl.
vorstehend E. 3.5) als nachvollziehbar.
Dr.
F._
führte
in seinem Parteigutachten (vorstehend E. 3.8)
aus
, dass die Beschwerdeführerin ihr Pensum im Café im Januar 2017 von 50 % auf 35 % reduziert habe und die gegenwärtige Beschäft
igung als den Behinderungen
angepasst gelte. Eine vergleichbare körperlich sehr leichte Beschäftigung mit noch grösserer Einfachheit und geringerer Variabilität an die Erwartungen könne der Beschwerdeführerin wahrscheinlich in einem Pensum von 50 % zugemutet werden.
Dr.
F._
legte jedoch nicht substantiiert dar, weshalb der Beschwerdeführerin die Tätigkeit im Café ab Januar 2017 nur noch zu 35 % zumutbar sein soll. Ausserdem stützte er sich insbesondere auf die subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin
,
und die erhobenen Befunde entsprechen weit
gehend denjenigen des neurologisch-neuropsychologischen Gutachtens
von Prof.
C._
.
Zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin bis Ende 2016 äusserte sich Dr.
F._
hingegen nicht.
Die Einschätzung von
Dr.
F._
vermag deshalb - ab Januar 2017 -
nichts an der gutachterlichen Einschät
zung
durch
Prof
.
C._
zu ändern.
Auch der diesbezügliche Einwand der Beschwerde
führe
rin, sie sei per Januar 2017 nur noch zu 35 % arbeitsfähig (vorstehend E. 2.2), erweist sich
somit
als unbegründet.
Der medizinische Sachverhalt ist demnach als dahingehend erstellt zu betrachten, dass der Beschwerdeführerin eine angepasste Tätigkeit zu 50 % zumutbar ist, wobei es sich bei der aktuell ausgeübten Tätigkeit im Service in einem Café um eine optimal angepasste Tätigkeit handelt.
5.
5.1
Zu prüfen bleibt, wie sich das Leistungsvermögen der Beschwerdeführerin in wirt
schaftlicher Hinsicht auswirkt.
5.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundesgerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).
5.3
Die Beschwerdeführerin war von Juli 1988 bis Ende September 2013 bei der
Y._
Schweiz AG in einem 100%-Pensum tätig (vgl. Urk. 6/11/1-5 S. 1 Ziff. 2.1). Die Beschwerdegegnerin stellte für die Berechnung des
Validenein
kommen
s
für das Jahr 2015 auf den gemäss Arbeitgeberfragebogen vertraglich seit September 1989 vereinbarten Verdienst von jährlich Fr. 59'800.-- (Fr. 4'600.
x 13) ab (vgl. Urk. 6/11 S. 2 Ziff. 2.10; Urk. 6/61 S. 1).
Dem IK
Aus
zug der Beschwerdeführerin (Urk. 6/10) ist jedoch zu entnehmen, dass die Beschwerde
führerin in den Jahren 2010 bis 2012 mehr verdient hat als den vertraglich vereinbarten Lohn, namentlich Fr. 61'470.--
im Jahr 2010, Fr. 63’016.-- im Jahr 2011 und Fr. 61'190.-- im Jahr 201
2.
Die in den Jahren 2010 bis 2012 erzielten Einkommen stimmen denn auch mit den
dem Arbeitge
berfragebogen beigelegten Lohnjournale
n
für die Jahre 2010 bis 2012
(Urk. 6/11/6-8) überein.
Es kann demnach da
von ausgegangen werden, dass die
Beschwerdeführer
in
bei guter Gesundheit auch im Jahr 2013 ein jährliches Ein
kommen in der gleichen Grössenordnung erzielt hätte.
In den Jahren 2010 bis 2012 erzielte die Beschwerdeführerin ein jährliches Ein
kommen von durchschnittlich Fr. 61'892.--.
Unter Berücksichtigung der
allge
meinen Lohnentwicklung für Frauen im Jahr 2013 von 0.7 %, im Jahr 2014 von 1.0 % und im Jahr 2015 von 0.5 % (
Nominallohnindex 1993-2016, Tabelle T1.93, Total
Frauen
, www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Löhne/Erwerbs
ein
kommen/Arbeitskosten, Lohn
ent
wicklung
) resultiert ein
Valideneinkommen
von
rund Fr. 63'263.-- für das Jahr 2015 (Fr. 61'892.-- x 1.007 x 1.01 x 1.005).
Der
Beschwerdeführerin folgend (Urk. 1 S. 8
Rz
19 ff.; vgl.
vorstehend E. 2.2)
ist somit von einem
Valideneinkommen
von Fr. 63'263.-- für das Jahr 2015 auszu
gehen.
5.4
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die ver
sicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbs
tätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumut
barer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 139 V 592 E. 2.3; BGE 135 V 297 E. 5.2; BGE 129 V 472 E. 4.2.1; BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
).
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss LSE herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Der
Beizug
der Lohnstatistik erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Inva
lideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, IVG, 3. Aufl.
2014
, N
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 75 E. 5b/
aa
). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
bb
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann
einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE
126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss sich auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abwei
chende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichtes
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2 und
8C_808/2013 vom 14. Februar 2014 E. 7.1.1 mit Hinweisen).
5
.5
Die Beschwerdeführerin kann ihre angestammte Tätigkeit als Kioskangestellte nicht mehr ausüben (vorstehend E. 4.1), eine angepasste Tätigkeit ist ihr jedoch zu 50 % zumutbar, wobei die
zum Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns im November 2015
ausge
übte Tätigkeit
im
Café H._
in einem 50%-Pensum
einer angepassten Tätigkeit entspricht (vorstehend E. 4.3).
Die Beschwerdeführerin machte beschwerdeweise geltend, dass sie ihr Pensum im
Café H._
, wo sie seit März 2014 arbeite, anfangs 2015 auf 50 % erhöht
und bis Ende 2016 in diesem Pensum gearbeitet habe
(U
rk. 1 S. 5
Rz
12, S. 9
Rz
24
).
Anlässlich der neurologischen Untersuchung durch Dr.
C._
führte die Beschwerdeführerin aus, sie habe ihr Pensum im
Café H._
im Frühjahr 2015 auf 50 % erhöht (Urk. 6/46 S. 8 Ziff. 2.6)
.
Auch während der neurologischen Untersuchung durch
Dr.
F._
gab die Beschwerdeführerin an, ihr Pensum im Frühling 2015 auf 50 % erhöht zu haben (Urk. 6/73 S. 6). Anlässlich
der neu
ropsychologischen Untersuchung durch
lic
. phil.
D._
gab die Beschwerde
führerin hingegen an, ihr Pensum
bereits
im Februar 2015 auf 50 % erhöht zu haben (Urk. 6/47 S. 2).
Diesbezügliche Unterlagen, wann genau die Beschwerde
führerin ihr Pensum im
Café H._
auf 50 % erhöht hat und ob sie im Jahr 2015 tatsächlich immer in diesem Pensum tätig war, fehlen hingegen.
Auch fehlen Angaben zur
Zusammensetzung des Lohnes, mithin ob die Beschwerdeführerin im Stundenlohn angestellt war oder ob sie einen monatlich festgelegten Lohn erhalten hat.
E
s ist einzig der
Lohnausweis
der Beschwerdeführerin
vom Jahr 2015
(Urk. 6/74)
vorhanden, dem zu entnehmen ist,
dass die Beschwerdeführerin im
Café H._
ein Einkommen von Fr. 18'346.95 erzielt hat.
Angaben dazu, wie sich dieses Einkommen zusammensetzt, fehlen hingegen.
Nach dem Gesagten kann das Einkommen der Beschwerdeführerin für das Jahr 2015 im
Café H._
in einem 50%-Pensum nicht zuverlässig festgestellt werden
, weshalb entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin (vorstehend E. 2.2) nicht auf das tatsächlich erzielte Einkommen von Fr. 18'346.95 abgestellt werden kann.
Für die Ermittlung des Invalideneinkommens rechtfertigt es sich deshalb, auf den standardisierten Durchschnittslohn
für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art
im Sektor Gastgewerbe/Beherbergung und Gastronomie gemäss LSE
abzustellen.
Das im Jahr 2014 von Frauen im Durchschnitt für einfache Tätigkeiten körperli
cher oder handwerklicher Art im Sektor Gastgewerbe/Beherbergung und Gastro
nomie erzielte Einkommen betrug pro Monat Fr. 3’767.-- (LSE 2014, Tabellen
gruppe TA1, Monatlicher Bruttolohn nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor, Ziff. 55-56 Gastgewerbe/Beherbergung und Gastronomie, Kompetenzniveau 1, Total Frauen, www.bfs.admin.ch, Löhne/Erwerbs
ein
kommen/Arbeitskosten), mithin Fr. 45’204.-- pro Jahr (Fr
.
3’767.-- x 12).
Unter Berücksichtigung der allgem
einen Lohnentwicklung
im Sektor Gast
gewerbe und Beherbergung im Jahr 2015 von 0.3 % (
Nominallohnin
dex 2011-2015, Tabelle T1.10,
Ziff.
55/56 Gastgewerbe und Beherbergung, Total, www.bfs.admin.ch, Arbeit und
Erwerb, Löhne/Erwerbseinkommen/
Arbeitskosten, Lohnentwicklung
)
ergibt dies ein
Invalideneinkommen von rund Fr. 45’340
.-- (
Fr. 45’204.-- x 1.003
) bei einem 100%-Pensum, mithin Fr
.
22'670.--
bei einem
5
0%-Pensum.
5.6
Zu prüfen bleibt, inwieweit vom Invalideneinkommen ein leidensbedingter Abzug vorzunehmen ist.
Die Beschwerdeführerin ist aufgrund ihres verlangsamten Arbeitstempos, den Aufmerksamkeits- und Konzentrationsschwierigkeiten, der raschen Ermüdung sowie
aufgrund
von
Ein- und Umstellungsprobleme
n
(vgl. vorstehend E. 3.5)
in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Demnach rechtfertigt sich ein leidensbe
dingter Abzug von 10 %.
Das ermittelte Invalideneinkommen reduziert sich demnach auf rund
Fr. 20'403.-- (mithin Fr. 22'670.-- x 0.9).
5.7
Der Vergleich des
Valideneinkommens
von Fr. 63'263.-- mit dem Invalidenein
kommen von Fr. 20'403.-- ergibt eine Einkommenseinbusse von Fr. 42'860.-- und damit einen eine
Dreiviertelsrente
begründenden Invaliditätsgrad von 68 %.
Dementsprechend hat die Beschwerdeführerin per 1. November 2015 Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
. Dies führt zu
r
teilweisen Gutheissung der Beschwerde.
6.
6.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV
Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und erme
ssensweise auf Fr. 7
00.-- anzusetzen. Da die Beschwerdeführerin bezüglich des Rentenanspruchs
als solchem
obsiegt (vgl.
nach
stehend E. 6
.2), sind die Kosten vollumfänglich der Beschwerde
gegne
rin
aufzuerlegen
.
6.2
Nach
§
34
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Partei
kosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemes
sen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts rechtfer
tig
t der Umstand allein, dass einer Beschwerde führenden Person
in einem Beschwerdeverfahren eine geringere
(
Teil
-)R
ente als beantragt zugesprochen wird, noch keine Reduktion der Parteientschädigung, jedenfalls soweit der Auf
wand nicht vom beantragten Umfang der Rente beeinflusst wird (
vgl.
Urteil
e
des Bundesgerichts
9C_288/2015 vom 7. Januar 2016 E. 4.2
und 9C_466/2007 vom 25. Januar 2008 E.
5). Entsprechend ist die Beschwerdegegnerin zu ver
pflichten, der Beschwerdeführerin
eine volle Prozessentschädigung zu bezahlen.
6.3
Da die Rechtsvertreter
der Beschwerdeführerin
, Rechtsanwalt Christoph Frey und Rechtsanwältin Nathalie Lang,
vor Fällung des Endentscheids
keine Kostennote eingereicht haben
, ist die Entschädigung nach
§
7
Abs.
2 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht (
GebV
SVGer
) nach Ermessen festzusetzen. Vorliegend erscheint beim prax
is
ge
mässen Stundenansatz von Fr.
220.-- eine Prozessen
tschädigung in der Höhe von Fr. 2‘0
00.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen
.