Decision ID: 64a26a5a-f7b9-4604-8efd-72a95a5b3a30
Year: 2011
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
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A.
A.a A._ meldete sich am 23. Mai 2006 unter Hinweis auf eine Stoffwechselkrankheit,
Erschöpfungsdepressionen bzw. Burnout bei der Invalidenversicherung zum
Leistungsbezug an und beantragte die Zusprache einer Rente (IV-act. 2-1 ff.).
A.b Im Auftrag der IV-Stelle erstattete Dr. med. B._, Fachärztin für Psychiatrie und
Psychotherapie, am 8. Juni 2006 einen Arztbericht. Sie diagnostizierte Ermattung,
Gewichtsschwankungen, Schlafstörungen und depressive Einbrüche, immer wieder
vorhandene Angst vor völligem Zusammenbruch, grosse Traurigkeit, Gefühle von
sozialer Isolation und Einsamkeit. In den letzten Monaten habe die Versicherte eine
zunehmende depressive Symptomatik und eine schwere Depression gezeigt. Dr. B._
attestierte eine aus psychiatrischer Sicht seit 2005 bestehende Arbeitsunfähigkeit von
mindestens 50 % in der Tätigkeit als Kindergärtnerin und Musiklehrerin. Die Prognose
sei zur Zeit in Bezug auf eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit ungünstig (IV-act. 10-1
ff.).
A.c Ebenfalls im Auftrag der IV-Stelle erstattete Dr. med. C._, Facharzt FMH für
Innere Medizin mit Spezialisierung auf Rheumaerkrankungen, am 10. Juli 2006 einen
Arztbericht. Er diagnostizierte eine Depression bei psychosozialer Überlastung sowie
eine chronische Hypokaliämie bei Verdacht auf Fehlernährung und attestierte im
Hinblick auf den Beruf als Kindergärtnerin für die Zeit vom 26. April 2005 bis 3. Mai
2005 eine 50 %ige, vom 4. bis 8. Mai 2005 eine 100 %ige und ab dem 9. Mai 2005 bis
auf Weiteres eine 60 %ige Arbeitsunfähigkeit. Die zumutbare Arbeitsfähigkeit als
Musiklehrerin betrage 40 %, realisierbar teilzeitig mit voller Leistung (IV-act. 14-5 ff.).
A.d Bei der Beurteilung der eingegangenen medizinischen Unterlagen stellte der
Regionale Ärztliche Dienst der Invalidenversicherung (RAD) Ostschweiz am 8. August
2006 fest, dass ab 26. April 2005 in der angestammten und adaptierten Tätigkeit eine
Arbeitsunfähigkeit von 50 % vorliege, wobei als adaptierte Tätigkeit nur noch die Arbeit
als Musiklehrerin in Frage komme (IV-act. 17-1 f.).
A.e Am 14. Mai 2007 erfolgte der IV-Abklärungsbericht Haushalt (IV-act. 32-1 ff.), in
welchem die Versicherte als Vollerwerbstätige eingestuft und somit die Ermittlung von
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Einschränkungen im Haushalt hinfällig wurde. Gemäss Angaben der Versicherten habe
sie bis Januar 2003 in einem 100 %-Pensum als Kindergärtnerin und Musiklehrerin
gearbeitet. Ab August 2003 sei sie im Umfang von 93 % arbeitstätig gewesen. Ab 9.
Mai 2005 habe sie aus gesundheitlichen Gründen ihre Tätigkeit als Kindergärtnerin im
Umfang von 60 % aufgeben müssen; die Tätigkeit als Musiklehrerin im Umfang von 33
% - ab 1. August 2006 im Umfang von 32 % - übe sie weiterhin aus (IV-act. 32-10).
A.f Mit Vorbescheid vom 7. Juni 2007 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, nach
den Akten bestehe für die angestammte und leidensangepasste Tätigkeit ab dem 9.
Mai 2005 eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit. Somit stehe ihr ab 1. Mai 2006 eine halbe IV-
Rente zu (IV-act. 38-1 ff.).
A.g Die Procap St. Gallen-Appenzell erhob in Vertretung der Versicherten am 9. Juli
2007 Einwand und bat um Fristverlängerung bis Mitte August 2007 zwecks
Einwandergänzung (IV-act. 42-1). Mit Schreiben vom 23. Juli 2007 begründete die
Versicherte den Einwand vom 9. Juli 2007 und führte im Wesentlichen aus, die
Arbeitsfähigkeitseinschätzungen ihrer behandelnden Ärzte Dr. B._ und Dr. C._
würden nur minim divergieren. Dr. B._ habe im Juni 2006 eine Arbeitsunfähigkeit
wechselhaft von 50 %, Dr. C._ eine solche von 60 % ab Mai 2005 attestiert. Da sich
ihr Gesundheitszustand seit 2005 weder habe stabilisieren noch verbessern können,
sei von einer Arbeitsunfähigkeit von 60 % auszugehen. Die Versicherte beantragte,
ihren Invaliditätsgrad nochmals zu überprüfen und ihr mindestens eine Dreiviertelrente
zu gewähren (IV-act. 45-1). Dr. B._ attestierte im beiliegenden Arztbericht eine
deutliche Verschlechterung der gesundheitlichen Situation der Versicherten: Diese
könne sich zeitweise kaum noch erholen, erfahre immer wieder depressive Einbrüche,
totale Erschöpfung und sei deshalb äusserst wechselhaft belastbar und arbeitsfähig.
Es stelle sich die Frage, ob die Restarbeitsfähigkeit von 30-40 % erhalten werden
könne. Die Versicherte erachtete daher eine Neubeurteilung der Arbeitsfähigkeit als
nötig (IV-act. 46-1).
A.h Mit Schreiben vom 10. September 2007 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit,
dass eine medizinische Abklärung durch das Medizinische Gutachtenzentrum St.
Gallen (MGSG) durchgeführt werde (IV-act. 49-1 f.).
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A.i Im Auftrag der IV-Stelle diagnostizierte Dr. med. D._, Facharzt für
orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, des MGSG im
orthopädischen Teilgutachten vom 18. Januar 2008 Untergewichtigkeit und attestierte
aus orthopädischer Sicht eine 100 %ige Arbeitsfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten (IV-
act. 51-1 ff.). Ebenfalls im Auftrag der IV-Stelle diagnostizierte Dr. med. E._, Arzt für
Neurologie und Psychiatrie, der MGSG im psychiatrischen Teilgutachten und der
interdisziplinären Beurteilung des orthopädischen und des psychiatrischen
Teilgutachtens vom 11. März 2008 eine rezidivierende depressive Störung mit derzeit
mittelgradiger Ausprägung, eine gemischte Persönlichkeitsstörung, eine Essstörung
sowie eine neurasthenische Leistungsminderung und attestierte eine 60 %ige Arbeits
fähigkeit im angestammten Tätigkeitsfeld als Musik- und Deutschlehrerin sowie eine
70 %ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit mit einfacher Aufgabenstellung,
nachgeordneter Tätigkeit, der Möglichkeit zu vermehrten Pausen, im körperlichen
Schweregrad leicht, keiner Teameinordnung sowie keinem vermehrten Kundenkontakt
(IV-act. 52-7 ff.).
A.j Mit Vorbescheid vom 22. Oktober 2008 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit,
dass bei einem Invaliditätsgrad von 40 % die Zusprache einer Viertelsrente vorgesehen
sei (IV-act. 59-1 ff.).
A.k Die Procap St. Gallen-Appenzell erhob in Vertretung der Versicherten am
21. November 2008 Einwand. Sie brachte vor, die Versicherte werde seit Frühling 2007
durch die Psychiaterin Dr. F._ärztlich betreut. Der Gutachter Dr. E._ stütze sich nur
auf die Stellungnahmen von Dr. B._ und Dr. C._, jedoch nicht auf die ärztliche
Einschätzung von Dr. F._(IV-act. 65-1 f.). In der Einwandergänzung vom 29.
Dezember 2008 brachte die Rechtsvertreterin im Wesentlichen vor, im Gegensatz zur
effektiv erbrachten Arbeitsleistung sei die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit in
der angestammten Tätigkeit umstritten. Den Verlaufsbericht von Dr. F._habe
Dr. E._ in seinem Gutachten nicht berücksichtigt. Unter Berücksichtigung, dass die
Versicherte ihre Restarbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit zu 40 % durch
begleitende therapeutische Unterstützung verwerten könne, sei in Übereinstimmung
mit der Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. B._ von einer medizinisch theoretischen
Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit von 50 % auszugehen. Eine adaptierte
Tätigkeit könne die Versicherte nachvollziehbar in einem höheren Pensum als in der
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angestammten Tätigkeit erbringen. Dabei würde sie jedoch eine grössere
Erwerbseinbusse erzielen. Die Versicherte habe aufgrund ihrer 50 %igen
Arbeitsfähigkeit in der angestammten, äusserst anspruchsvollen Tätigkeit weiterhin
Anspruch auf die ursprünglich zugesprochene halbe Invalidenrente (IV-act. 68-1 f.). Dr.
med. F._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, hielt im beiliegenden
Arztbericht vom 7. Dezember 2008 im Wesentlichen fest, die Versicherte leide bereits
seit Jahren an rezidivierenden depressiven Störungen, einer gemischten
Persönlichkeitsstörung sowie einer neurasthenischer Leistungsminderung. Angesichts
des langjährigen Krankheitsverlaufes sowie der psychiatrischen Komorbidität müsse
von einem sich chronifizierenden Krankheitsbild mit psychischer Instabilität und
rascher Überforderung ausgegangen werden. Die Versicherte sei gestützt auf ihre
Beobachtungen während der Behandlung seit mindestens 2, eher 3 Jahren max.
40-50 % arbeitsfähig, auch in angepassten Arbeitsverhältnissen. Dies werde sich ihres
Erachtens auch nicht mehr wesentlich verbessern lassen (IV-act. 68-3 f.).
A.l Nach Prüfung des Einwandes verfügte die IV-Stelle am 21. September 2009 ab
1. Mai 2006 die Ausrichtung einer Viertelsrente. Der RAD habe die neuen medizinischen
Unterlagen in seiner abschliessenden Stellungnahme mitberücksichtigt. In den neu ein
gereichten medizinischen Unterlagen seien keine neuen Diagnosen erwähnt. Eine
durchgehende und anhaltende Verschlechterung des Gesundheitszustandes könne
den Unterlagen ebenfalls nicht entnommen werden, lediglich eine andere Bewertung
der gleichen medizinischen Sachlagen. Es könne deshalb weiterhin auf das Gutachten
abgestellt werden. Daher werde am vorgesehenen Entscheid festgehalten; die
Versicherte habe ab 1. Mai 2006 Anspruch auf eine Viertelsrente (IV-act. 79-1 f., 72-1
ff.).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die am 20. Oktober 2009 erhobene
Beschwerde, in der die Beschwerdeführerin beantragt, die angefochtene Verfügung sei
aufzuheben und es sei ihr eine halbe Invalidenrente zuzusprechen. Zur Begründung
wird im Wesentlichen ausgeführt, es sei nicht nachvollziehbar, wieso Dr. E._ auf eine
60 %ige Arbeitsfähigkeit komme, obwohl ihr drei behandelnde Ärzte eine effektive
Arbeitsfähigkeit von 50 % attestiert hätten. Dank langjähriger Inanspruchnahme
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professioneller Hilfe sei es ihr überhaupt möglich, eine Restarbeitsfähigkeit von 50 %
zu erreichen. Durch häufigen Schulhauswechsel und das Einstellen auf immer wieder
neue Schüler sei sie enorm beansprucht und ihre psychische Belastbarkeit sei mit 50
% Unterricht an der Grenze. Ebenfalls komme sie bei gesundheitlichen Ausfällen selbst
für eine Vertretung auf. Eine weitere Aufstockung des Pensums werde jedoch sicherlich
die Stabilisierung ihres Gesundheitszustandes gefährden. Bei einer leichten Hilfsarbeit
von 70 % würde sie kein höheres Erwerbseinkommen erwirtschaften als im
momentanen 50 %-Pensum als Musiklehrerin (act. G 1).
B.b In der Beschwerdeantwort vom 17. Dezember 2009 beantragt die Beschwerde
gegnerin die Abweisung der Beschwerde. Das Gutachten des MGSG erfülle die An
forderungen der Rechtsprechung. Die Einschätzung von Dr. F._ wecke keinen
Zweifel an der Richtigkeit der Angaben im Gutachten. Dr. F._ gehe wie die Gutachter
von einer rezidivierenden depressiven Störung aus. Ihre Einschätzung stelle lediglich
eine andere Bewertung der gleichen medizinischen Sachlage dar. Eine vorübergehende
Verschlechterung des Gesundheitszustandes, wie Dr. F._ dies in ihrem Bericht vom
7. Dezember 2008 beschreibe, könne nicht als Grundlage für eine dauerhafte
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit dienen, auch wenn die Person mehrere Wochen
lang arbeitsunfähig sei (act. G 4).
B.c Mit Replik vom 29. Dezember 2009 hält die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen
und Ausführungen fest. Sie sei jedoch aktuell nicht zu 40 %, sondern unter Einbezug
von therapeutischen Massnahmen wie Psychotherapie und Akupunktur zu 50 % als
Musiklehrerin tätig (act. G 6).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete mit Schreiben vom 28. Januar 2010 auf eine
Duplik (act. G 8).

Erwägungen:
1.
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch der
Beschwerdeführerin zu Recht auf eine Viertelsrente festgesetzt hat.
2.
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2.1 Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung
über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In
materiellrechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz,
dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des
angefochtenen Entscheids beziehungsweise im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der
zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127
V 467 E. 1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung ist am
19. April 2010 (IV-act. 12-1 ff.) ergangen, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der
vor dem Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen begonnen hat. Daher und aufgrund
dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung betrifft, über die noch nicht rechts
kräftig verfügt wurde, ist entsprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen
Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die damals geltenden Bestimmungen
und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen Normen der 5. IV-Revision abzustellen (vgl. zur
4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des Bundesgerichts vom 7. Juni 2006,
I 428/04, E. 1). Für die Invaliditätsbemessung ergibt sich dadurch keine substanzielle
Änderung. Neu normiert wurde hingegen der Zeitpunkt des Rentenbeginns, der, sofern
die entsprechenden Anspruchsvoraussetzungen gegeben sind (Art. 28 Abs. 1 IVG),
gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens sechs Monate nach Geltendmachung des
Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG entsteht. Es fragt sich, ob und unter
welchen Voraussetzungen bei Verfügungen unter neuem Recht für den
Anspruchsbeginn dennoch die bisherigen Bestimmungen anzuwenden sind. Der
Gesetzgeber hat keine diesbezügliche Übergangsbestimmung erlassen. Das
Bundesamt für Sozialversicherungen hat im Rundschreiben Nr. 253 vom 12. Dezember
2007 vorgesehen, grundsätzlich auf den Zeitpunkt des Eintritts des Versicherungsfalls
abzustellen, aber auch für Sachverhalte mit Eintritt des Rentenfalls im Jahr 2008 altes
Recht anzuwenden, wenn die Anmeldung ebenfalls noch im Jahr 2008 erfolgt ist. Das
Bundesgericht hat gestützt auf das Rundschreiben, wenn der Rentenanspruch vor dem
1. Januar 2008 entstanden wäre, altes Recht angewendet (etwa Urteile des
Bundesgerichts i/S S. vom 28. August 2008 [8C_373/2008] und i/S P. vom 9. März
2009 [8C_491/08]). Bezüglich des allfälligen Rentenbeginns rechtfertigt es sich
vorliegend, angesichts der Anmeldung zum Rentenbezug im Jahr 2006 und des
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Eintritts der Arbeitsunfähigkeit im Jahr 2005 betreffend des allfälligen Rentenbeginns
die bis zum 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Bestimmungen anzuwenden.
2.2 Invalidität im Sinne von Art. 8 ATSG ist die voraussichtlich bleibende oder längere
Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit ver
ursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder
teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden aus
geglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
2.3 Um den Grad der Arbeitsunfähigkeit, der Erwerbsunfähigkeit und der Invalidität
bemessen zu können, sind Verwaltung und Gericht auf Unterlagen angewiesen, die
ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben.
Aufgabe der ärztlichen Sachverständigen ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen
und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten
die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hin
sichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die
streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden
ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).
3.
Vorab zu klären ist die Frage, ob die medizinische Aktenlage eine rechtsgenügliche
Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin erlaubt. Die Beschwerde
gegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung sowohl auf das orthopädische
Teilgutachten von Dr. D._ vom 10. Februar 2008 (IV-act. 52-1 ff.) als auch - und vor
allem - auf das psychiatrische Teilgutachten und die interdisziplinäre Beurteilung des
orthopädischen und des psychiatrischen Teilgutachtens von Dr. E._ vom 11. März
2008 (IV-act. 52-7 ff.).
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3.1 Die Einschätzung von Dr. B._ einer in ihrem Arztbericht vom 8. Juni 2006
bescheinigten aus psychiatrischer Sicht bestehenden verminderten Leistungsfähigkeit
von mindestens 50 % ist nicht näher begründet und scheint einzig auf den
Beschwerdeschilderungen der Beschwerdeführerin zu basieren (IV-act. 10-1 ff.). Der
ärztliche Bericht von Dr. C._ stützt sich teilweise auf fremde Befunde. Als
Allgemeinmediziner mit Spezialisierung auf Rheumaerkrankungen erscheint er zudem
nicht geeignet, eine lang andauernde, hauptsächlich psychisch begründete
Arbeitsunfähigkeit zu attestieren. Weiter ist festzustellen, dass seine Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit als Musiklehrerin zu 40 % nicht näher
begründet, seine Befunderhebung sehr knapp und nicht sonderlich auffällig ist. Es sind
auch keine Kriterien für die Diagnosestellung ersichtlich. Zum Arztbericht von Dr.
F._vom 7. Dezember 2008 (IV-act. 68-3 f.) ist folgendes festzustellen: Es ist
aktenkundig, dass die Beschwerdeführerin bei Dr. F._ erst seit Sommer 2007 in
regelmässiger ambulanter psychiatrischer Behandlung steht (IV-act. 68-3). Ihre
Attestierung "einer seit mindestens zwei, eher drei Jahren bestehenden maximalen
Arbeitsfähigkeit von 40-50 % auch in angepassten Arbeitsverhältnissen" ist somit
angesichts der Ende 2008 höchstens 1.5 Jahre dauernden regelmässigen ambulanten
Behandlung nicht verlässlich. Im Übrigen ist deren Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
von "maximal 40-50 % auch in angepassten Arbeitsverhältnissen" nicht näher
begründet und scheint einzig auf den Beschwerde- bzw. Schmerzschilderungen der
Beschwerdeführerin zu basieren. Behandelnde Ärzte schätzen zudem
erfahrungsgemäss die Arbeitsfähigkeit ihrer Patienten pessimistischer ein als
unabhängige medizinische Sachverständige. Dies beruht unter anderem auf dem
Therapieverhältnis, das den Arzt dazu neigen lässt, die Beschwerdeschilderungen ihrer
Patienten hoch zu gewichten und deren subjektive Selbsteinschätzung zu übernehmen
(vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen IV 2009/106 vom
7. Oktober 2010 E. 5.3). Mit Blick auf die Verschiedenheit von Behandlungs- und
Begutachtungsauftrag kann daher im Streitfall häufig nicht auf die Sicht des
behandelnden (Fach-)Arztes abgestellt werden (vgl. statt vieler: Urteil des
Bundesgerichts I 701/05 vom 5. Januar 2007, E. 2 mit zahlreichen Hinweisen).
3.2 Gemäss orthopädischem Teilgutachten von Dr. D._ vom 18. Januar 2008 ist die
Beschwerdeführerin aus orthopädischer Sicht für sämtliche Tätigkeiten voll arbeits
fähig. Seit 2005 bestünden keine orthopädischen Beschwerden (IV-act. 52-5). Dem
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psychiatrischen Teilgutachten und der interdisziplinären Beurteilung vom 11. März
2008 (IV-act. 52-7 ff.) lässt sich bezüglich subjektiver Angaben der Beschwerdeführerin
folgendes entnehmen: Zum Untersuchungszeitpunkt am 7. März 2008 habe die
Beschwerdeführerin angegeben, am Morgen oft mit so einem Tief zu erwachen, dass
sie sich kaum aufraffen könne, den Tag zu beginnen. Sie versuche dann immer, sich
mit der Aussicht auf Freizeit und Belohnungen am Nachmittag zu helfen. Das
Morgentief könne manchmal 3 bis 4 Tage hintereinander kommen. Dann gebe es
wieder 2 bis 3 Tage, an denen sie froh und zuversichtlich sei und das Gefühl habe,
dass sie "es geschafft" habe. So sei es etwa auch am vergangenen Wochenende
gewesen (IV-act. 52-8). Dr. E._ stellte fest, dass aus der durch ihn gestellten
Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung derzeit mittelgradiger Ausprägung
wiederkehrend eine funktionell relevante Beeinträchtigung der Stimmung, des Antriebs,
des inhaltlichen Denkens, der Fremd- und Selbstwahrnehmung sowie der inneren
Einstellung resultiere. Beeinträchtigt seien in den mindestens mittelgradig
ausgeprägten depressiven Phasen auch die Kognition und die Ausdauer. Die ebenfalls
durch ihn diagnostizierte Essstörung habe sich vorübergehend auf die
psychophysische Leistungsfähigkeit ausgewirkt. Diesbezüglich resultiere aktuell keine
funktionelle Leistungsminderung im beruflichen und ausserberuflichen Alltag. Mit der
Diagnose der neurasthenischen Leistungsminderung sei die über die Folge der
eigentlichen depressiven Verstimmungen hinausgehende Überzeugung der
Beschwerdeführerin erfasst, erheblich vermindert leistungsfähig und vermehrt
ruhebedürftig zu sein. Die besondere Art des Beschwerdevortrags und der parallel
dazu erhobene psychische Befund führten immer wieder zu Hinweisen, dass hier
vergleichsweise bewusstseinsnahe Anteile mit der Möglichkeit einer zumindest
partiellen Überwindbarkeit durch zumutbare Willensanspannung vorlägen.
Beeinträchtigt werde die diesbezügliche Selbstreflexionsfähigkeit durch die den
übrigen Diagnosen ätiologisch zu Grunde liegende Persönlichkeitsstörung (IV-act.
52-15). Die Beschwerdeführerin gab gegenüber dem Gutachter an, dass sie immer
wieder abends zusammen mit dem Bruder koche und esse (IV-act. 52-11). Wenn sie
"im Tief" sei, versuche sie sich durch Bewegung in der Natur Erleichterung zu
verschaffen ("Adrenalin"). Seit etwa vier Jahren bringe sie die Energie für Jogging von
knapp einer Stunde nicht mehr auf und gehe nur noch "stramm" spazieren. Aktuell
unternehme sie mehrmals wöchentlich einen etwa zweistündigen Spaziergang.
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Montags und dienstags komme sie nicht dazu, da habe sie fast den ganzen Tag Schule
(IV-act. 52-8). Nach der Arbeit lese sie und bereite etwas den Unterricht vor. Als Hobby
erwähnte sie das Schwimmen: An Tagen, an denen sie ins Schwimmbad gehe,
schwimme sie vier bis fünf Kilometer mit Unterbrechung. Zudem führte sie aus,
Freundschaftskontakte seien vorhanden. Sie sei im Kollegium sehr gut integriert.
Ebenfalls habe sie zuletzt Im Herbst 2007 eine frühere Kollegin in Ägypten besucht; für
das Frühjahr 2008 sei eine erneute diesbezügliche Reise geplant (IV-act. 52-11).
Gestützt auf die Aktenlage ist durchaus davon auszugehen, dass die
Beschwerdeführerin insgesamt weniger leistungsfähig ist als früher, und dies sowohl
auf ihr berufliches wie ihr privates Leben Auswirkungen hat. Bei der
unbestrittenermassen gestützt auf den Einkommensvergleich zu bemessenden
Invalidität ist invalidenversicherungsrechtlich nur relevant, in welchem Ausmass die
Beschwerdeführerin in ihrer Erwerbsfähigkeit eingeschränkt ist. Im Rahmen der ihr
obliegenden Schadenminderungspflicht muss sie die ihr verbleibende Energie mehr
heitlich für den Erwerbsbereich einsetzen. Dass sie sich dadurch insbesondere in ihrer
Freizeitgestaltung überdurchschnittlich beeinträchtigt fühlen könnte, ist zwar plausibel,
aus Sicht der IV jedoch nicht relevant. Hinzuweisen zudem darauf, dass der Referenz
punkt für die Verwertung ihrer von Dr. E._ attestierten verbleibenden Arbeitsfähigkeit
in der angestammten Tätigkeit im Umfang von 60 % (vgl. IV-act. 52-19) der
hypothetische ausgeglichene Arbeitsmarkt ist (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Nach der
Rechtsprechung handelt es sich dabei um einen theoretischen und abstrakten Begriff,
der dazu dient, den Leistungsbereich der Invalidenversicherung von demjenigen der
Arbeitslosenversicherung abzugrenzen. Der Begriff umschliesst einerseits ein
bestimmtes Gleichgewicht zwischen dem Angebot von und der Nachfrage nach
Stellen; anderseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen
Fächer verschiedenartiger Stellen offen hält, und zwar sowohl bezüglich der dafür
verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des
körperlichen Einsatzes. Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob
die invalide Person die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu verwerten,
und ob sie ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen vermag oder nicht (BGE
110 V 276 Erw. 4b; ZAK 1991 S. 320 f. Erw. 3b). Daraus folgt, dass für die
Invaliditätsbemessung nicht darauf abzustellen ist, ob eine invalide Person unter den
konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob
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sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die
verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (AHI
1998 S. 291). Für die Beschwerdeführerin stehen - trotz ihrer gesundheitlichen
Einschränkungen - auf diesem hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt einige
angestammte Tätigkeiten auch ohne längere Wartezeiten zwischen den einzelnen
Lektionen und ohne kräftezehrender Wechsel von einem Arbeitsort zum anderen -
beispielsweise etwa durch die Erteilung von Musik- oder Privatunterricht zu Hause -
offen, sodass nicht von realitätsfremden und in diesem Sinn unmöglichen oder
unzumutbaren Einsatzmöglichkeiten ausgegangen wird. Denn die zumutbare Tätigkeit
ist vorliegend nicht nur in so eingeschränkter Form möglich, dass sie der allgemeine
Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem
Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers ausgeübt werden könnte
(ZAK 1989 S. 322 Erw. 4a). Hinzuweisen ist zudem auf Folgendes: Die
Beschwerdeführerin führte in ihrem Schreiben vom 5. Mai 2007 aus, neben ihrer Tätig
keit als bezahlte Musiklehrerin aus eigener Initiative unentgeltlich ein kleines Block
flötenensemble jeweils samstagvormittags zu leiten (IV-act. 32-10). Auch dies ein
weiteres Indiz dafür, dass es für die Beschwerdeführerin durchaus möglich und zu
mutbar ist, in einem höheren Arbeitspensum als zu 50 % tätig zu sein. Dr. E._ hielt in
seinem Teilgutachten im Übrigen fest, dass die Beschwerdeführerin ihr Pensum von
50 % zwischen Montag und Donnerstagmittag erbringe. Auch unter Berücksichtigung
des Beschwerdebildes ist nicht wahrscheinlich, dass die Beschwerdeführerin die
zweite Wochenhälfte regelmässig vollständig zur Erholung benötigt. Im Übrigen hat
auch der RAD in seiner Stellungnahme vom 30. Mai 2008 die
Arbeitsfähigkeitsschätzung beider Teilgutachten als umfassend, konsistent,
nachvollziehbar und in sich widerspruchsfrei bezeichnet (IV-act. 54-1). Vor diesem
Hintergrund erscheint die Arbeitsfähigkeitsschätzung von 60 % in der angestammten
Tätigkeit als Musik- und Deutschlehrerin gemäss psychiatrischem Teilgutachten und
interdisziplinärer Beurteilung des orthopädischen und psychiatrischen Teilgutachtens
substantiiert, schlüssig und gut nachvollziehbar. Das Teilgutachten von Dr. E._ bildet
somit eine verlässliche Grundlage für die Bemessung des Invaliditätsgrades.
4.
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Gemäss psychiatrischem Teilgutachten und interdisziplinärer Beurteilung besteht in der
angestammten Tätigkeit eine 60 %ige Arbeitsfähigkeit. Es rechtfertigt sich daher die
Annahme, dass das Invalideneinkommen ungefähr bei 60 % des Valideneinkommens
liegt. In Fällen, wo zur Bestimmung des Validen- und Invalideneinkommens dieselbe
Vergleichsgrösse herangezogen wird, kann ein sogenannter Prozentvergleich vor
genommen werden. Diesfalls entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeits
unfähigkeit, was ein Invaliditätsgrad von 40 % (100 % - 60 %) ergibt. Damit besteht ein
Anspruch auf eine Viertelsrente der Invalidenversicherung.
5.
Der Eintritt des Versicherungsfalles setzt (in der Regel) kumulativ eine Wartezeit und
danach einen rentenbegründenden Invaliditätsgrad voraus. Der Rentenanspruch ent
steht - gemäss aArt. 29 Abs. 1 lit. b IVG (in der bis zum 31. Dezember 2007 gültig
gewesenen Fassung) - frühestens in dem Zeitpunkt (abgesehen von der hier nicht rele
vanten lit. a), in dem die versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen
Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40 % arbeitsunfähig gewesen war. Ein
wesentlicher Unterbruch der Arbeitsfähigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person an
mindestens 30 aufeinanderfolgenden Tagen voll arbeitsfähig war (Art. 29 IVV; Ent
scheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S K. vom 26. März 2004, I 19/04).
Nach dem Ablauf dieses Wartejahres muss ein Invaliditätsgrad in der für die
betreffende Rentenabstufung erforderlichen Mindesthöhe erreicht werden. Die Rente
wird gemäss aArt. 29 Abs. 2 IVG vom Beginn des Monats an ausgerichtet, in dem der
Anspruch entsteht. Aktenkundig ist, dass die Beschwerdeführerin in ihrer
angestammten Tätigkeit seit dem 26. April 2005 zu mindestens 40 % arbeitsunfähig
war, auf dieses Datum hin schrieb Dr. C._ die Versicherte erstmals arbeitsunfähig (IV-
act. 14-5, 17-2). Der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin entstand damit nach
Ablauf des Wartejahres gemäss dem oben Ausgeführten bereits per 1. April 2006. Dass
Dr. E._ vom Beginn der Einschränkung bereits im März 2005 ausging (IV-act. 52-16),
stellt offensichtlich ein Versehen dar, zumal ihm gemäss seiner Aktenauflistung keine
dem Bericht von Dr. C._ vom 10. Juli 2006 widersprechenden Angaben vorlagen.
Bezüglich des Rentenbeginns ist die angefochtene Verfügung somit zu korrigieren,
ansonsten ist sie jedoch nicht zu beanstanden.
6.
ter
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/14
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
6.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Verfügung vom 21. September
2009 in teilweiser Gutheissung der Beschwerde aufzuheben. Die Beschwerdeführerin
hat ab 1. April 2006 Anspruch auf eine Viertelsrente. Die Sache ist zur Festsetzung und
Ausrichtung der geschuldeten Leistung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
6.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1’000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint angemessen. Die Beschwerdeführerin unterliegt in der Hauptsache. Zu
korrigieren ist jedoch der Rentenbeginn. Aufgrund des geringfügigen Obsiegens der
Beschwerdeführerin rechtfertigt sich jedoch keine proportionale Aufteilung der
Gerichtskosten. Daher hat die Beschwerdeführerin unter Anrechnung des von ihr
geleisteten Kostenvorschusses von Fr. 600.-- diese Gerichtsgebühr allein zu tragen.