Decision ID: 3116d876-740c-4865-bf91-5a2cfd02a455
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der im Jahre 1991 geborene
X._
leidet
seit seiner frühesten Kindheit
an einer
beidseitigen hochgradigen
respektive an eine Taubheit grenzende
n
Schwer
hörigkeit mit konsekutiver schwerer Sprachstörung
(
Urk. 6/
5, Urk. 6/12
)
, weshalb er
seit 1993 wiederholt
von
der Invalidenversicherung
in Form von Eingliede
rungsmassnahmen unterstützt
wurde
(Urk. 6/417 S. 1).
Vom
April 2011 bis Au
gust 2013 absolvierte der Versicherte
bei der
Y._
AG eine Ausbil
dung zum Büroassistenten
Pra
, wo er
auch
nach Ausbildungsabschluss bis Ende
Oktober
respektive Ende November
2013
tätig war (Urk. 6/309, Urk. 6/
319
,
Urk.
6/321
).
Im Oktober 2014 nahm er bei der
Z._
AG
eine
Tätigkeit als Daten- und Dokumentenspezialist
vorerst
auf
Abruf
auf
(Urk. 6/360
, 6/342
).
Am 30. November 2015 sprach die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, dem
Versicherten
bei einem Invaliditätsrad von 47 %
ab August 2013 eine
Viertelsrente
zu
(
Urk. 6/386, Urk. 6/376).
Am 7. Mai 2017 meldete sich der Versicherte
bei der Invalidenversicherung zwecks Unterstützung bei der Weiterbildung an (Urk. 6/390), worauf die IV-Stelle ein Revisionsverfahren einleitete (Urk. 6/
392)
und erwerbliche und medizinische Abklärungen vornahm
. Mit Mitteilung vom 25. September 2017 (Urk. 6/403)
setzte
die IV-Stelle den Versicherten über die Gutsprache der
behinderungsbe
dingten
Mehrkosten der Weiterausbildung bis zum Handelsdiplom VSH vom 23. Oktober 2017 bis 30. April 2019
in Kenntnis
.
Am 6. Mai 2019 informierte die IV-Stelle den Versicherten über den Abschluss der beruflichen Massnahmen, da
er
die Weiterausbildung erfolgreich absolviert habe (Urk. 6/416).
Nach durchge
führtem
Vorbesche
i
dverfahren
(Urk. 6/425)
stellte die IV-Stelle
am 1. Oktober 2019 (Urk. 2)
die Rente per 30. November 2019 ein
.
Zu diesem Zeitpunkt war der Versicherte
im Rahmen einer Festanstellung wiederum
in einem 100 %-Pensum
als Daten- und Dokumentenspezialist bei der
Z._
tätig (Urk. 1 S. 1
,
Urk.
6/420
).
2.
Der
Versicherte
erhob
am 29. Oktober 201
9 Beschwerde (Urk. 1)
gegen die Ver
fügung vom 1. Oktober 2019 (Urk. 2) und beantragte deren
Aufhebung
und die Weiterausrichtung der Rente
. Mit Beschwerdeantwort vom 4. Dezember 2019 (Urk. 5) sch
l
oss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde. Am 6. Januar 2020
erstattete der Beschwerdeführer Replik (Urk. 9). Die Beschwerde
gegnerin verzichtete am 31. Januar 2020
auf die Einreichung einer Duplik (Urk. 11), was dem Beschwerdeführer am 3. Februar 2020 mitgeteilt wurde (Urk. 12).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2
, 128 V 29 E. 1
).
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem
Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3
).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE
141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die
Renten
aufhebung
vom 1. Oktober 2019 (Urk. 2)
damit
, dass der Beschwerdeführer sein Arbe
itspensum
seit 1. September 2018
auf 80 % erhöht habe. Damit habe sich sein Invalideneinkommen verändert, weshalb der Invaliditätsgrad neu zu ermitteln sei. Im Gesundheitsfalle wäre der Beschwerdeführer
mit seinem
neu erreichten Handelsdiplom
vollzeitlich im kauf
männischen Bereich tätig, so dass gemäss dem Bundesamt für Statistik (BFS)
für das Jahr 2019 ein Einkommen von Fr. 73'515.-- resultiere. Sein Einkommen mit gesundheitlicher Einschränkung belaufe sich im
relevanten Jahr
auf Fr. 49'600.--, weshalb eine Einkommenseinbusse von Fr. 23'915.-- respektive ein rentenaus
schliessender Invaliditätsgrad von 33 % resultiere (S. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1),
dass
sein bei der
Z._
erzielte
r
Jahreslohn von Fr. 62'000.-- - er arbeite seit Juli 2019 in einem 100 %-Pensum -
deutlich unter dem entsprechenden Branchen
standard
liege
, was auf seine Hörbehinderung zurückzuführen sei
.
Er
arbeite seit über acht Jahren im Bankensektor und habe mehrere Weiterbildungen absolviert, weshalb das
Valideneinkommen
gemäss Industriestandard mehr als Fr. 73'515.-- betragen würde.
Sein
aktue
lles
Nettogehalt von Fr. 4'800.--
inklusive Kinderzu
lagen
sei nicht ausreichend
, um die Bedürfnisse seiner Familie zu decken
(S. 1 f.)
.
In der Replik (Urk. 9) präzisierte der Beschwerdeführer, dass eine Person mit glei
cher Qualifikation und Erfahrung gemäss den allgemeinen Bankenstandards mehr als Fr. 85'000.
--
pro Jahr verdiene (S. 1).
%1.
Die Beschwerdegegnerin ging bei Erlass der ursprünglichen Rentenverfügung vom 1
9.
November 2015 (Urk. 6/375-376) davon aus, dass dem Beschwerdefüh
rer eine einfache Tätigkeit im Bürobereich ganztags zumutbar sei, wobei die Leis
tungsfähigkeit bei 50 % liege. Im Zusammenhang mit dem Invalideneinkommen ermittelte sie einen Betrag von Fr. 32'849.25 (Urk. 6/376 S.
2). Im Zeitpunkt der
angefochtenen Verfügung vom 1. Oktober 2019 (Urk. 2) arbeitete der Beschwer
deführer gemäss eigenen Angaben mit einem Pensum von 100 % und erzielte dabei einen
Bruttojahreslohn von
Fr. 62'000.-- (Urk. 1 S. 1
, Urk. 9 S. 1
).
Damit ist eine
relevante Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen
im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG
seit
der
Rentenzusprache
vom
19. November 2015 aus
gewiesen (vgl. E. 1.4 hievo
r), was zwischen den Parteien unbestritten ist.
Stritt
ig ist demgegenüber
, ob die Beschwerdegegnerin bei der Renten
aufhebung
vom 1. Oktober 2019 (Ur
k. 2) das
Validen
einkommen
des Besch
werdeführers korrekt ermittelt hat.
4.
4
.1
4.1.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung an
gepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt s
ein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1,
134 V 322 E. 4.1).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom
Bundesamt für Statistik (
BFS
)
herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls re
levanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen
sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2;
Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversiche
rung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 f. zu Art.
28a
).
Für Versicherte ohne Ausbildung s
ieht Art.
26 der Verordnung über die Invali
denversicherung (IVV) vor: Konnte die versicherte Person wegen der Invalidität keine zureichenden beruflichen Kenntnisse erwerben, entspricht das Erwerbsein
kommen, das sie als Nichtinvalide erzielen könnte, den folgenden nach Alter ab
gestuften Prozentsätzen des jährlich aktualisierten Medianwertes gemäss
der
LSE
des
BFS
:
vor dem 21. Geburtstag:
70 %
ab dem 21. Geburtstag bis zum 25. Geburtstag:
80 %
ab dem 2
5.
bis zum 30. Geburtstag:
90 %
ab dem 30 Geburtstag:
100 %
Gemäss Ziff. 3035 des Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung (KS
I
H) des Bundesamtes für Sozialversicherung
(BSV)
, gültig ab
1. Januar 2015
, S
tand 1. Januar 2018,
sind Frühinvalide Versicherte, die seit ihrer Kindheit einen Gesundheitsschaden aufweisen und deshalb keine zureichenden beruflichen Kenntnisse erwerben konnten. Dazu gehören Versi
cherte, welche zwar eine Berufsausbildung beginnen und allenfalls auch ab
schliessen, zu Beginn der Ausbildung jedoch bereits invalid sind und mit dieser Ausbildung nicht dieselben Verdienstmöglichkeiten realisieren können wie eine nichtbehinderte Person mit derselben Ausbildung. Der jährlich aktualisierte Me
dianwert gemäss der LSE wird den Versicherern mit IV-Rundschreiben des BSV mitgeteilt (Urteil de
s
Bundesgerichts 9C_611/2014 vom 19. Februar 2015 E. 3).
Nach der Rechtsprechung schliesst
Art.
26
Abs.
1 IVV nicht aus, dass zur Berech
nung des
Valideneinkommens
auf das Einkommen eines bestimmten Berufes ab
gestellt wird. Voraussetzung sind eindeutige Anhaltspunkte dafür, dass die versi
cherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung den betreffenden Beruf er
lernt hätte (Urteil des Bundesgerichts 9C_555/2011 vom
9.
August 2012 E. 3.1.2).
4.
1.
2
Aufgrund der beim Beschwerdeführer seit frühester Kindheit bestehenden hoch
gradigen Schwerhörigkeit mit konsekutiver Spracherwerbsstörung ist s
eine Kom
munikation trotz Cochlea
Implantat
links und Hörgerät rechts deutlich erschwert.
Im
Verlauf der
Ausbildung
stellten sich
trotz normaler Grundintelligenz erhebli
che Einschränkungen in der Merkfähigkeit und im vernetzten Denken
heraus
(Urk. 6/365 S. 2).
Vor diesem Hintergrund
ist es überwiegend wahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer
seine erworbenen Fachkenntni
s
se nicht gleichermas
sen wie andere Berufskollegen
verwerten k
ann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_233/2018 vom 1
1.
April 2019 E. 3
.
1)
.
Der Beschwerdeführer ist somit als Frühinvalider zu betrachten, weshalb dem Einkommensvergleich der nach dem Alter abgestufte Tabellenlohn nach Art. 26 Abs. 1 IVV (vgl. E.
4.1.1
hievor) zugrunde zu legen ist. Im Zeitpunkt des Verfü
gungserlasses
(1. Oktober 2019
, Urk. 2)
war der
Beschwerdeführer
unter 30 Jahre alt und hat demnach Anspruch auf Berücksichtigung des 90%igen LSE-Erwerbseinkommens als
Validenlohn
. Gemäss dem IV-Rundschreiben Nr. 393 des BSV
vom 15. November 2019
beträgt der
90
%
ige
Tabellenlohn
per 1. Januar 2020
Fr. 75'150.
--
(vorher:
Fr.
74'700.--; vgl. IV-Rundschreiben Nr. 378 des BSV vom 3
1.
Oktober 2018)
.
4
.
2
4.2.1
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom
BFS
periodisch herausgegebenen LS
E
herangezo
gen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5
.2, 129 V 472 E. 4.2.1
). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Ta
bellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der ak
tuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E
. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne
ist s
ubs
idiär, das heisst deren Beizug erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invali
deneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/Reichmuth,
Bundesgesetz
über die Invalidenversi
cherung
,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
4.2
.2
Der Beschwerdeführer
war
s
eit Juli 2019 - und somit vor Erlass der angefochtenen Verfügung
vo
m 1. Oktober 2019
(Urk. 2) –
vollzei
tlich bei der
Z._
tätig
, wobei
er ein
Bruttoj
ahreseinkommen von Fr. 62'000.-- erzielt
e
(
vgl. E. 3 hievor
).
Dieser Lohn
ist dem Invalidene
inkommen zugrunde zu leg
en.
Der Einwand des Beschwerdefüh
rers, wonach sein a
ktuelles Gehalt
aufgrund seiner Hörbehinderung
unter
jenem
seiner Arbeitskollegen respektive unter dem branchenüblichen Durch
schnittslohn liege
(Urk. 1 S. 1 f.)
, geht
in diesem Zusammenhang
ins Leere.
Das Invalidenein
kommen
beschlägt ja gerade das Erwerbseinkommen, welches die versicherte Per
son unter Berücksichtigung des Gesundheitsschadens erzielen kann (vgl. E. 1.3 hievor).
4.3
Gestützt auf ein
Valideneinkommen
von Fr.
75'150.
-- (vgl. E. 4.1.2 hievor)
und ein
en
Invali
denlohn
von Fr. 62'000.
-- (vgl. E. 4.2.2 hievor)
ergibt sich
eine
Ein
kommenseinbusse von Fr.
13'150
.
-- respektive ein
rentenausschliessender Invali
ditätsgrad von
gerundet
17.5 % (vgl. E. 1.2 hievor).
4.4
Festzuhalten bleibt, dass
auch kein rentenbegründender Invaliditätsgrad resultie
ren würde, wenn von den Angaben des Beschwerdeführers ausgegangen würde, wonach andere mit vergleichbarer Berufser
fahrung «mehr als Fr. 85'000.--»
ver
dienten und entsprechend ein
Valideneinkommen
von Fr. 90'000.—angenommen würde (Fr. 90'000.-- abzüglich Fr. 62'000.-- = Fr. 28'000.--; Fr. 28'000.-- im Ver
hältnis zu Fr. 90'000.-- = Invaliditätsgrad von 31 %). Auch unter der Annahme, der
Beschwerdeführer
hätte im Gesundheitsfall ebenfalls eine vergleichbare Ausbildung
wie das Handelsdiplom, was ausbildungsmässig einer kaufmännischen Lehre ent
spricht (vgl.
h
ttps://beruf.lu.ch/-/medi
a/Beruf/Dokumente/biz/biz_informations
-
zentrum/Uebergreifend/private_handelsschulen_kt_lu_vollzeit_teilzeit.pdf?la=de-CH
S. 5), abgeschlossen, resultiert kein rentenbegründender Invaliditätsgrad. Denn für diesen Beruf ist grundsätzlich auf die von Männern erzielten Einkommen für «Bürokräfte und verwandte Berufe» und gegebenenfalls für «nicht akademische betriebswirtschaftliche und kaufmännische Fachkräfte» gemäss der Tabelle T 17 der LSE 2016 des BFS abzustellen. Daraus ergeben sich für das Jahr 2019 Ein
kommen zwischen Fr. 60'179.05
(bei den 29jährigen und jüngeren)
und Fr. 73'557.80 (ausgehend vom Total) und zwischen Fr. 69'838.65 (bei den 29jäh
rigen und jüngeren) und Fr. 98'106.70 (ausgehend vom Total; Tabellenwerte je angepasst an die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden und die Nominallohnentwicklung seit 2016). Angesichts dieser Umstände können einstweilen ergänzende Abklärungen wie etwa der Beizug eines Arbeitgeberbe
richts unterbleiben.
Was
schliesslich
den Hinweis des Beschwerdeführers
angeht
, er benötige IV-Unterstützung, um den finanziellen Bedürfnissen seiner Familie gerecht
werden
zu
können
(Urk. 1 S. 2
, Urk. 9 S. 2
)
,
ist
festzuhalten
,
dass die Le
benshaltungskosten des Beschwerdeführers und seiner Familie bei der Ermittlung des Invaliditätsgrades keine Berücksichtigung finden
können
.
4.
5
Nach dem Gesagten
erweist sich die angefochtene Verfügung
als rechtens und die dage
gen erhobene Beschwerde ist abzuweisen.
5.
Da es
im vorliegenden Verfahren
um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskos
ten sind unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
4
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie de
m
u
nterliegenden Beschwerdeführer
aufzuerlegen
.