Decision ID: 28f4bc4a-0bc7-4057-9bcf-0877e0a5fa20
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1967, ist
seit Januar 2011
als Geschäftsführer
für die
Y._
AG
tätig (
Urk.
6/3 S. 1) und
ist
über diese
bei der Schweizerischen Mobiliar Versicherungsgesellschaft (nachfolgend: Mobiliar) ge
gen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert.
Mit
Unfallmeldung
vom
3.
Januar 2012
wurde der Mobiliar gemeldet, dass sich
der Versi
cherte
am 1
4.
Dezember 2011
am rechten Knie
verletzt habe
(
Urk.
6/3 S.
1
f.).
Mit Verfügung vom 1
3.
März 2012
(
Urk.
6/
1/
17-18)
lehnte
die Mobil
i
ar die Über
nahme von Versicherungsleistungen
für das Ereignis
vom 1
4.
Dezember 2011
ab, da weder ein Unfall noch eine unfallähnliche Körperschädigung vorliege.
Dagegen erhob der Versicherte
am 2
7.
März 2012
Einsprache (
Urk.
6/
1/20-22), die die
Mobiliar mit Entscheid vom 2
7.
April 2012 ab
wies
(
Urk.
6/
1/
54-67
=
Urk.
2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 2
7.
April 2012 (
Urk.
2) erhob der Versi
cherte am 2
9.
Mai 2012 Beschwerde mit dem Antrag
, dieser und die dem Ent
scheid zugrunde liegende Verfügung vom 1
3.
März 2012 seien aufzuheben und es sei die Mobiliar zu verpflichten, ihm die gesetzlich geschuldeten Leistungen zu erbringen. Insbesondere seien die Kosten der Heilbehandlung zu
übernehmen und eventuell Tagg
elder auszurichten (
Urk.
1
S. 2 oben).
Die
Mobiliar beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
4.
Juni 2012 die Abwei
sung der Beschwerde (
Urk.
5
S. 2 oben
). Diese
Eingabe
wurde dem Beschwer
deführer am 2
5.
Juni 2012 zugeste
llt (
Urk.
8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
6
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) erbringt die Unfallversicherung Versicherungsleistungen bei Berufsun
fällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten.
Ein Unfall ist gemäss
Art.
4
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (
ATSG
)
die plötzliche, nicht beabsichtigte schädi
gende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschli
chen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesund
heit oder den Tod zur Folge hat.
1.2
Sofern nicht eindeutig auf eine Erkrankung oder eine Degeneration zurückzu
führen, sind auch ohne ungewöhnliche äussere Einwirkung die in
Art.
9
Abs.
2 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) abschliessend aufgeführten Körperschädigungen (Knochenbrüche, Verrenkungen von Gelenken, Meniskus
risse, Muskel
risse, Muskelzerrungen,
Sehnenrisse
, Bandläsionen und Trommelfellverletzungen
) den Unfällen gleichgestellt.
Mit Ausnahme der Ungewöhnlichkeit müssen somit auch bei den unfallähnlichen Körperschädigungen die übrigen Tatbestandsmerkmale des Unfallbegriffs erfüllt sein. Vorausgesetzt wird ein äu
sseres Ereignis, das heisst ein ausserhalb des Körpers liegender, objektiv feststellbarer, sinnfälliger Vorfall.
W
o ein sol
ches Ereignis mit Einwirkung auf den Körper nicht stattgefunden hat, und sei es auch nur als Auslöser eines in
Art.
9
Abs.
2 UVV aufgezählten Gesundheit
sschadens, liegt eine eindeutig
krankheits- oder degenerativ bedingte Gesundheitsschädigung vor (BGE 129 V 466 E. 2.2).
Die schädigende äussere Einwirkung kann in einer körpereigenen Bewegung bestehen (vgl. die in BGE 129 V 466 E. 4.1 aufgezählten Beispiele). Ausge
schlossen sind zunächst all jene Fälle, in denen der äussere Faktor mit dem (erstmaligen) Auftreten der für einen der in
Art.
9
Abs.
2
lit
. a-h UVV enthalte
nen Gesundheitsschäden typischen Schmerzen gleichgesetzt wird. Das Auftreten der Schmerzen als solches ist kein äusserer (schädigender) Faktor im Sinne
der
Rechtsprechung. Mit anderen Worten kann von einem erforderlichen äusseren schädigenden Faktor dort nicht gesprochen werden, wo die versicherte Person nur das (erstmalige) Auftreten von Schmerzen in zeitlicher Hinsicht anzugeben vermag (BGE 129 V 466 E. 4.2.1). Auch nicht erfüllt ist das Erfordernis des äusseren schädigenden Faktors, wenn das (erstmalige) Auftreten von Schmerzen mit einer blossen Lebensverrichtung einhergeht, welche die versicherte Person zu beschreiben in der Lage ist. Für die
Bejahung eines äusseren, auf den menschlichen Körper schädigend einwirkenden Faktors ist stets ein Geschehen verlangt, dem ein gewisses gesteigertes Gefährdungspotential innewohnt. Das ist zu bejahen, wenn die zum einschiessenden Schmerz führende Tätigkeit
im Rahmen einer allgemein gesteigerten G
efahrenlage vorgenommen wird, wie dies etwa für viele sportliche Betätigungen zutreffen kann. Der äussere Faktor m
it erheblichem Schädigungspotent
ial ist sodann auch zu bejahen, wenn die in Frage stehende Lebensverrichtung einer mehr als physiologisch normalen und psychologisch beherrschten Beanspruchung des Körpers, insbesondere seiner Gliedmassen
,
gleichkommt (BGE 129 V 466 E. 4.2.2). Erfüllt ist demgegenüber das Erfordernis des äusseren schädigenden Faktors bei Änderung
en
der Körper
lage, die nach unfallmedizinischer
Erfahrung häufig zu körpereigenen Traumen führen können, also im Sinne der bisherigen Rechtsprechung das plötzliche
Aufstehen aus der Hocke, die heftige und/oder belastende Bewegung und die durch äussere Einflüsse unkontrollierbare Än
derung der Körperlage (BGE 129 V 466 E. 4.2.3).
1.
3
Praxisgemäss stellen die Gerichte im Bereich des Sozialversicherungsrechts in der Regel auf die „Aussagen der ersten Stunde“ ab, denen in beweismässiger Hinsicht grösseres Gewicht zukommt als späteren Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E. 1a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis).
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist,
ob der Beschwerdeführer
am
1
4.
Dezember 2011 einen Unfall oder eine unfallähnliche
Körperschädigung erlitten hat.
2.2
Die Beschwerdegegnerin
erachtete
einen
in den Akten
beschriebenen
Fehltritt
des Beschwerdeführers
oder eine Kniedistorsion wie auch ein
en
Sprung von einem Tritt
oder Gerüst als nicht plausib
e
l und
verneinte
einen Leistungsanspruch des Beschwerdeführers
(
Urk.
2 S. 12 E. 5.4).
Der Beschwerdeführer
brachte
vor
, er sei am 1
4.
Dezember 2011 von einem Baugerüst auf den Boden gesprungen.
Aufgrund des Wärmegefühls und der nach dem Sprung aufgetretenen Schwellung hab
er sich tags darauf in ärztliche Behandlung begeben
(
Urk.
1 S. 2 f.
Ziff.
2).
3.
Der Beschwerdeführer beschrieb das Ereignis vom 1
4.
Dezember 2011 in der
Unfallmeldung vom
3.
Januar 2012
wie folgt
(
Urk.
6/3 S. 2 oben):
„
In
unsere
m
i
m
Bau befindlichen Büroräumlichkeiten musste ich auf ein Baugerüst klettern um zu schauen, ob alles wasserdicht abge
dichtet ist. Beim Runterklettern
bin ich von ca. 1 Meter auf den Bo
den gesprungen, dabei hab ich mir mein rechtes Knie mit einer blö
den Bewegung verletzt. Es hat gesurrt und ich hatte das Gefühl, es ist wieder ok. Am nächsten Morgen beim Aufstehen empfand ich einen feinen Stich im Gelenk. Ich schenkte diesem keine Beachtung. Um 12 Uhr konnte ich kaum vom Bürostuhl aufstehen und als ich das Knie anschaute, war dies dick geschwollen.“
4
.
4
.1
Die medizinischen Akten ergeben folgendes Bild:
Dr.
med. Z._
, Spezialärztin FMH für Rheumatologie und Innere Medizin,
veranlasste n
ach
dem
Vorfall
ein MRI des rechten Kniegelenks.
Im Bericht von
Dr.
med. A._
vom 2
8.
Dezember 2011 (
Urk.
6/M3)
wird
als
Grund
für die Untersuchung
(MRI)
angegeben
: unklarer Erguss im rechten Knie; Meniskusl
äsion?
Osteonekrose
? Arthrose?
Dr.
A._
nannte
als Befund eine deutliche Knorpelreduktion mit
Fibrillierung
am medialen
Femurkondylus
und medialen
Tibiaplateau
mit einzelnen kleinen Knorpeldefekten. Im
medioposterioren
Gelenkrezessus
finde sich ein 7 mm grosser, linsenförmiger
Knorpelflake
. Der
Rezessus
sei deutlich vergrössert und weise eine leicht entzündlich verdickte Wand auf.
Weiter bestehe ein mit
tel
grosser reaktiver Gelenkerguss und eine mittelgrosse
Bakerzyste
mit wenig Detritus. Es bestünden intakte Kreuz- und Seitenbänder bei einer geringfügigen Degeneration des medialen Meniskus, ohne Nachweis eines Meniskusrisses.
Die Untersuchung habe eine
beginnende mediale
Gonarthrose
und eine
femor
o
-
patelläre
Arthrose mit kleinen
Knorpeldefekt
en
sowie einem solitären freien Gelenkkörper im
medioposterioren
Gelenkr
e
zessus
ergeben
. Weiter b
estünden
ein
mittelgrosser Gelenkerg
uss und eine mittelgrosser
Bakerzyste
mit wenig D
etritus bei intakten
Meniszi
.
4
.2
Dr.
Z._
nannte
im
Bericht vom
4.
Januar 2012 (
Urk.
6/M4) als Diag
nosen
eine aktivierte mediale und
femoro
-
patelläre
Gonarthrose
re
chts nach Sprung von einem
Tritt
am 1
4.
Dezember 2012, ein solitärer freier Gelenkskörper im medio-
posterioren
Gelenksr
e
zessus
und rezidivierende
Fascitis
plantaris
beidseits bei Senk-Spreizfüssen und Überlastung des medialen Fussgewölbes beidseits.
Dr.
Z._
führte weiter aus, der Beschwerdeführer sei seit dem
9.
August 2011 wegen einer
Fasci
i
tis
plantaris
bei ihr in Behandlung. Nach einem Sprung von einem
Tritt
am 1
4.
Dezember 2011 seien ein Kniegelenkserguss rechts
sowie ein rezidivierendes
Blockadegefühl und Schmerzen im Bereich des medialen Gelenkspaltes hinzugekommen. Der Beschwerdeführer habe sich zuerst nicht an das Trauma erinnern können
(er sei von einer Mitarbeiterin da
rauf hingewiesen worden). Zuerst sei die Diagnostik bezüglich des Gelenksergusses erfolgt. Es habe sich
ein nicht entzündlicher Reizerguss gezeigt. Zum Ausschluss einer strukturellen Pathologie wie eine
r
Meniskusläsion oder eine
Osteonekrose
habe
die Ärztin
ein MRI des Kniegelenks veranlasst, wobei sich eine beginnende mediale und
femoro
-
patelläre
Gonarthrose
sowie ein freier Gelenkskörper gezeigt hätten.
Zur Beruhigung des Kniegelenks habe s
ie am 2
0.
Dezember 2011 eine Steroidinjektion durchgeführt.
4
.3
In einem Arztzeugnis von
Dr.
Z._
vom
5.
Januar 2012
wird
zum
Ereignis vom 1
4.
Dezember 2011
angegeben
: „Sprung von Tritt auf Boden, Schwellung
rechtes Knie innert 24 Stunden“
(
Urk.
6/M2
Ziff.
2).
4
.
4
Nach dem
Arztzeugnis von
Dr.
med. B.
_
vom 1
2.
Januar 2012 (
Urk.
6/M1)
fand
die Erstbehandlung am 1
5.
Dezember 2011
statt
(
Ziff.
1).
Das Ereignis
wird
im Arztzeugnis
dahingehend beschrieben
: „Sprung vom Gerüst, dann kurzes Wärmegefühl im Knie, am nächsten Tag Schwellung“ (
Ziff.
2).
4
.
5
Dr.
med. C._
, FMH orthopädische Chirurgie, nannte in einem Bericht vom 1
6.
Januar 2012 (
Urk.
6/M5) als Diagnose einen Meniskusriss medial mit Verdacht auf
einen
freien Gelenkkörper
posteromedial
bei Status nach trauma
tisierter Arthrose am 1
4.
Dezember 201
1.
Dr.
C._
führte weiter aus, der Be
schwerdeführer habe sich am 1
4.
Dezember 2011 nach einem Sprung von einem Tritt wahrscheinlich eine Kniedistorsion mit der genannten Verletzung zugezogen. Seit dieser Zeit
bestünden
zuneh
mend
e Schmerzen und eine Schwellung, so dass zweimal eine Punktion erfolgt sei. Nach wie vor bestünden belastungs- und rotationsabhängige Schmerzen
medialseits
sowie ein morgendlicher Anlaufschmerz rechts (S. 1).
Dr.
C._
führte a
m 3
0.
Januar 2012
im rechten Kniegelenk
eine
arthroskopische
Teilmeniskektomie
anteromedial
mit freier Gelenkkörper-E
ntfernung
durch
(vgl. Operationsbericht,
Urk.
6/M6).
4
.
6
Nach einer
Aktennotiz der Beschwerdegegnerin vom
3.
Februar 2012 (
Urk.
6/M7)
fand
am
1.
Februar 2012 eine Besprechung
zwischen dem Sachbe
arbeiter
der Beschwerdegegnerin
und
ihrem
beratenden Arzt
,
Dr.
med.
D._
,
Facharzt für Chirurgie,
statt.
Gemäss
Aktennotiz habe
Dr.
D._
bei der Besprechung
festgehalten, dass keine Listenverletzung vorliege. Der vorgeschädigte Knorpel sei axial massiv überlas
tet worden. Ein
Knorpelflake
sei aufgesprungen. Zum anderen sei die Knie
scheibe stark in das Gleitlager gepresst worden, was ebenfalls zur
Abscherung
des Knorpels geführt habe. Die Knorpelfragmente hätten zum Erguss geführt. Der Meniskus sei degenerativ geschädigt, aber nicht im Sinne eines unfallbedingten Risses verändert.
Dass vulnerable Knorpelflächen auf Druck und auch auf Schwerkräfte pathologisch reagierten, liege unfallunabhängig in der Natur der Sache.
4
.
7
Dr.
C._
hielt
in einem
Schreiben
vom 1
0.
Februar 2012
(
Urk.
6/M8)
fest
, er sei mit der Aktenbeurteilung durch
Dr.
D._
nicht einverstanden. Bei einer partiellen Ruptur des vorderen Kreuzbandes und klarer Meniskusschädigung mit einem kleinen freien Gelenkkörper bestehe eindeutig eine posttraumatische
Situation. Postoperativ habe sich gezeigt, dass der einklemmende Schmerz be
reits unmittelbar nach der Operation und anlässlich der Abschlusskontrolle vom 1
0.
Februar 2012 vollumfänglich verschwunden sei. Der Beschwerdeführer habe keine Arbeitsausfälle mehr bei normaler Kniebeweglichkeit.
4
.
8
Dr.
D._
nahm
sodann
am
5.
März 2012 (
Urk.
6/M9)
ausführlich
zu den medi
zinischen Akten Stellung.
Dr.
D._
führte aus,
Dr.
C._
habe bei
der Arthroskopie vom 3
0.
Januar
2012 einen kleinen
anteromedialen
Meniskusriss, einen freien Gelenkkörper bei trau
ma
tisierter schwerer
Femoropatellararthrose
sowie eine partielle
Rupturierung
des vorderen Kreuzbandes festgestellt.
Dr.
C._
habe
arthro
skopisch
eine
Teilmeniskek
tomie
anteromedial
durchgeführt. F
erner sei der freie Gelenkkörper im rechten Kniegelenk entfernt worden. Intraoperativ habe sich ein Erguss mit deutlicher
Synovialitis
gezeigt. Man habe mehrere freie Gelenkkörper im
Recessus
suprapa
tel
lar
is
medial und lateral gefunden. Aus dem detaillierten Bericht von
Dr.
C._
ergebe sich, dass ein kleiner
anteromediale
r
Meniskusriss
vorgele
gen habe, der
lediglich mit einem
Shaver
geglättet worden sei
. Eine
Bakerzyste
sei ausgemolken worden. Einige zerrissene Fasern des vorderen Kreuzbandes seien
entfernt worden. Das vordere Kreuzband sei aber mechanisch stabil
(S.
2
f.
).
Der Beschwerdeführer habe bei der Erstkonsultation am 1
5.
Dezember 2011 we
der eine Distorsion noch einen programmwidrigen Ablauf beschrieben (S. 3 Mitte).
Sowohl die Kreuz- und Seitenbänder wie auch die Menisken würden im MRI als intakt beschrieben. Man müsse davon ausgehen, dass bei dem intraoperativ festgestellten partiellen Riss des vorderen Kreuzbandes im MRI, das bereits zwei Wochen nach dem Ereignis durchgeführt worden sei, zumindest ein Ödem im Kreuzband hätte nachgewiesen werden müssen. Dies habe aber nicht bestanden,
so dass das Ereignis nicht zu
r intraoperativ festgestellten Partialruptur des vor
deren Kreuzbandes geführt haben könne.
In der Regel komme es auch bei Partialrupturen des vorderen Kreuzbandes zu einem
Hämarthros
. Der Kniegelenk
serguss
sei aber rein seriös und nicht blutig. Auch dies spreche gegen einen frischen Riss.
Ein regulär durchgeführter Sprung aus einem Meter Höhe führe auch nicht zu einer Teilr
uptur des vorderen Kreuzbandes. Die aufgetretene S
ymptomatik sei eindeutig mit den
beim Sprung erlittenen Knorpelschäden zu begründen. Beim Sprung sei es zu einer erheblichen axialen Druckbelastung der Gelenkflächen gekommen. Der Beschwerdeführer habe beim Sprung auch das Kniegelenk stabilisieren müssen, wobei es zu einem erhöhten Anpressdruck der Patella und des Gleitlagers gekommen sei. Wahrscheinlich sei es damit zu dem
im MRI beschriebenen zentralen Knorpeldefekt mit einem entsprechenden Knochenmarksödem gekommen (S. 4 oben). Die intraoperativ gefundenen freien Gelenkkörper im
Recessus
suprapatellaris
würden beweisen, dass mit dem Sprung eine Knorpelschädigung ausgelöst worden sei.
Nachvollziehbar sei, dass damit ein Wärmegefühl ausgelöst worden sei. Bei einem frischen Meniskusriss und auch bei einer Partialruptur des vorderen Kreuzbandes wären sofort Schmerzen aufgetreten (S. 4 Mitte).
Zusammenfassend könne gesagt werden, dass die intraoperativ festgestellten Schäden des medialen Meniskus und der Teilruptur des vorderen Kreuzbandes nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit mit dem Ereignis vom 1
4.
Dezember 2011 begrün
det werden könn
t
en (S. 4 unten).
5.
5.1
Zunächst
ist zu prüfen, ob
ein Unfall vorliegt.
Nach der Rechtsprechung bezieht sich das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlich
keit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selber. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist insoweit, dass der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende Folgen nach sich zog (BGE 134 V 72
, E. 4.3.1, 129 V 402 E. 2.1).
5.2
Der
Beschwerdeführer
gab
einzig
in der U
nf
allmeldung vom
3.
Januar 2012
an
, dass
er
sich beim Sprung von einem Gerüst mit einer blöden Bewegung
das rechte Knie verletzt habe.
Die Angabe einer
„blöden Bewegung“
findet sich
dagegen
weder im Bericht von
Dr.
Z._
vom
4.
Januar 2012 noch in den Arztzeugnissen von
Dr.
Z._
und
Dr.
B._
vom
5.
und 1
2.
Januar 2012, wo
nur
von einem Sprung von einem Tritt oder
einem
Gerüst die Rede ist
(
vorstehend
E. 4.2-4.4)
.
Im
späteren
Bericht von
Dr.
C._
vom 1
6.
Januar 2012
wird
nebst einem Sprung
eine
(
wahrsche
inliche
)
Kniedistorsion
beschrieben (
vorstehend
E. 4.5).
Der
Beschwerdeführer
begab sich
am 1
5.
Dezember 2011 bei
Dr.
B._
in Erstbehandlung seiner Kniebeschwerden
. Es
ist
daher
davon auszugehen
, dass
im
Arztzeugnis von
Dr.
B._
vom 1
2.
Januar 2012
jene
Angaben
wieder
gegeben sind
, die der Beschwerdeführer
am 1
5.
Dezember 2011
gegenüber
Dr.
B._
zum
Ereignis vom 1
4.
Dezember 2011 machte. Diesen
ist als „Aussage der ersten Stunde“ rechtsprechungsgemäss
grösseres Gewicht als spä
teren
Aussagen
beizumessen.
Ist demnach
von einem Sprung von einem Gerüst
mit anschliessendem Wärmegefühl im Knie
auszugehen, ist ein
in der Au
ssen
welt begründeter Umstand
, der den Bewegungsablauf „pr
ogrammwidrig“ beein
flusst
hätte, zu verneinen.
Dementsprechend
fehlt
es
an der Voraussetzung der Ungewöhnlichkeit und damit an einem Unfall im Rechtsinn.
6.
6.1
Zu prüfen bleibt
eine
unfallähnliche Körperschädigung
.
Zunächst ist
darauf ein
zugehen, ob eine Listenverletzung vorliegt.
Dr.
A._
verneinte im B
ericht vom 2
8.
Dezember 2011
zum
MRI des rechten Kniegelenks
noch
einen Meniskusriss
.
Zudem beschrieb
er
intakte Kreuz- und Seitenbänder
(
vorstehend
E. 4.1).
Abweichend dazu stellte
Dr.
C._
im Operationsbericht einen kleinen
anteromedialen
Meniskusriss, freie Gelenkkörper bei traumatisierter schwerer
Femoropatellar
-Arthrose
sowie eine
partielle
Rupturierung
des vorderen Kreuzbandes fest (
Urk.
6/M6).
Auch
der beratende Arzt der Beschwerdegegnerin
,
Dr.
D._
,
bestreitet
in seiner Stellungnahme vom
5.
März 2012
den
Befund
des Operationsberichtes
nicht (
vgl.
E. 4.8).
Nachdem
im Operationsbericht
ein
Meniskusriss und eine Bandläsion
beschrieben werden
,
liegt
eine Listenverletzung
nach
Art.
9
Abs.
2
lit
.
c und g UVV
vor.
Gestützt auf die Rechtsprechung zu vergleichbaren Geschehensabläufen ist ein Sprung von einem Gerüst als ausserhalb des Körpers liegender, objektiv fest
stellbare
r
, sinnfälliger eben unfallähnlicher Vorfall zu beurteilen (
Urteile des Bundesgerichts 8C_158/2007 vom 1
3.
November 2007, E. 4.2, U 398/00 vom
5.
Juni 2001, E. 3 a-b). Soweit die Beschwerdegegnerin
die Angaben des Beschwerdeführers zum Ereignis
im
Einspracheentscheid
als nicht plausibel er
achtete
, kann ihr nicht
gefolgt werden (vgl. E. 5.2).
Dr.
D._
führte
die
nach dem Ereignis aufgetretenen Beschwerden
im Wesentlichen
a
uf eine
Knorpelschädigung
zurück, die
der Beschwerdefü
hrer bei dem Sprung erlitten habe
.
Der beratende Arzt
der Beschwerdegegnerin
hielt
im Ergebnis
fest, dass
der Meniskusriss
sowie die
Teilruptur des vorderen Kreuzbandes nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Ereign
is
vom 1
4.
Dezember 2011
zurückgeführt werden könn
t
en.
Art.
9
Abs.
2 UVV
sieht
vor, dass
bei Vorliegen der
aufge
führten Körperschädigungen
eine unfallähnliche Körperschädigung zu bejahen ist, sofern der Befund nicht
eindeutig auf eine Erkrankung oder eine
Dege
neration zurückzuführen ist
. Vorliegend
lässt sich nicht eindeutig auf eine
Erkrankung oder Degeneration
schliessen
, da
Dr.
D._
eine solche Ursache nur als überwiegend wahrscheinlich bezeichnete, was
nach
dem Wortlaut von
Art.
9
Abs.
2 UVV
nicht genügt.
6.2
Zusammenfassend
ist als erstellt zu erachten, dass der Beschwerdeführer bei dem
Ereignis vom 1
4.
Dezember 2011 eine unfallähnliche Körperschädigung im Sinne von
Art.
9
Abs.
2
lit
. c
und
g UVV erlitten
hat
. Für deren Folgen ist im Grundsatz eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin zu bejahen.
Demgemäss ist die Beschwerde gutzuheissen.
7.
Nach
§
34
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens be
messen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Ausgangsgemäss hat der obsiegende Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessentschädigung, welche mit
Fr.
2‘000.--
(inklusive Mehrwertsteuer und Barauslagen) zu bemessen ist.