Decision ID: 2983832d-76fa-5e40-b08b-0875e0ab706e
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ X. Y. (nachfolgend Beschwerdeführer), geboren am 00. April 1980, arbeitet seit dem
15. März 2004 als Projektleiter für die Firma Q. mit Sitz in C. und ist seit dem 1. April
2004 von K., Kanton Graubünden, herkommend als Wochenaufenthalter in der Stadt O.
angemeldet. Dort wohnt er ebenfalls seit dem 1. April 2004 an der I.-strasse 00 in einer
2.5-Zimmerwohnung. In K. wohnt er bei seinen Eltern, welche eine Ferienpension mit
zwei Gästezimmern betreiben.
Mit Feststellungsverfügung vom 30. Juni 2008 stellte das kantonale Steueramt fest,
dass der Beschwerdeführer ab 1. Januar 2008 in der Stadt O. aufgrund persönlicher
Zugehörigkeit steuerpflichtig ist. Die vom Beschwerdeführer dagegen erhobene
Einsprache wurde mit Entscheid vom 19. November 2008 gutgeheissen und der
Wochenaufenthalterstatus des Beschwerdeführers vorläufig akzeptiert.
B./ Im Formular "Erklärung zum Wochenaufenthalt" vom 14. Oktober 2010 führte der
Beschwerdeführer am 2. November 2010 aus, dass ihn mit der Gemeinde K. die
Familie, Freunde, Eltern sowie Hobbies verbinden würden. Er kehre regelmässig
wöchentlich bzw. drei bis vier Mal pro Monat nach K. zurück. Im Übrigen beabsichtige
er, sich nur vorübergehend in O. aufzuhalten.
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Mit Verfügung vom 19. November 2010 stellte das kantonale Steueramt fest, dass der
Beschwerdeführer für die Steuerperiode 2010 in der Stadt O. unbeschränkt
steuerpflichtig ist. Zur Begründung wurde geltend gemacht, dass der
Beschwerdeführer über eine eigene Wohnung verfüge, seit mehr als fünf Jahren als
Wochenaufenthalter gemeldet und über 30 Jahre alt sei, sich nicht in Ausbildung
befände und eine Dreiecksbeziehung (Arbeitsort-Wochenaufenthaltsort-Familienort)
grundsätzlich nicht möglich sei. Der Ort der Schriftenhinterlage sei im Übrigen für den
steuerrechtlichen Wohnsitz nicht massgeblich. Eine gegen diese
Feststellungsverfügung am 17. Dezember 2010 erhobene Einsprache wurde vom
kantonalen Steueramt mit Entscheid vom 14. März 2011 abgewiesen.
C./ Gegen den Einsprache-Entscheid erhob der Beschwerdeführer am 11. April 2011
Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission (nachfolgend Vorinstanz). Er beantragte
die Gutheissung des Rekurses, die Aufhebung des Einsprache-Entscheides vom
14. März 2011 und die Aufrechterhaltung des bisherigen steuerrechtlichen Wohnsitzes
in K.; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Das kantonale Steueramt
beantragte in der Vernehmlassung vom 31. Mai 2011 die kostenpflichtige Abweisung
des Rekurses. Mit Schreiben vom 18. Juni 2011 nahm der Beschwerdeführer dazu
Stellung.
Mit Entscheid vom 8. Dezember 2011 wies die Vorinstanz den Rekurs ab. Zur
Begründung führte sie im Wesentlichen aus, dass in Anbetracht der konkreten
Umstände eine engere Beziehung des Beschwerdeführers zum Arbeitsort in O. als zum
Familienort in K. angenommen werden müsse. Sein Lebensmittelpunkt und damit auch
der steuerrechtliche Wohnsitz hätten sich daher für das Jahr 2010 in O. befunden.
D./ Gegen den Rekursentscheid erhob der Beschwerdeführer, vertreten durch
Rechtsanwalt lic. iur. A. B., am 31. Januar 2012 Beschwerde. Darin wurden die
vollumfängliche Aufhebung des Entscheids vom 8. Dezember 2011 und die
Feststellung, dass sich der Wohnsitz des Beschwerdeführers im Jahr 2010 in K.
befand, beantragt.
Mit Schreiben vom 14. Februar 2012 erklärte die Vorinstanz, dass sie angesichts der
neuen Beweismittel des Beschwerdeführers auf eine Vernehmlassung verzichte. Mit
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Vernehmlassung vom 23. Februar 2012 beantragte das kantonale Steueramt die
Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolge. Am 12. März 2012 nahm der
Beschwerdeführer abschliessend Stellung zur Vernehmlassung.
Auf die weiteren Vorbringen der Verfahrensbeteiligten wird - soweit erforderlich - in den
nachfolgenden Erwägungen näher eingegangen.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. (...).
2. Der Beschwerdeführer bestreitet eine Steuerpflicht im Kanton St. Gallen im Jahr
2010 und beantragt die Feststellung, dass er nach wie vor in K. im Kanton Graubünden
Wohnsitz habe, wo er auch steuerpflichtig sei.
2.1. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Doppelbesteuerungsverbot
gemäss Art. 127 Abs. 3 der Bundesverfassung (SR 101) ist der steuerrechtliche
Wohnsitz (Hauptsteuerdomizil) einer unselbständig erwerbenden Person dort
anzunehmen, wo sie sich mit der Absicht dauernden Verbleibs aufhält bzw. wo sich
faktisch der Mittelpunkt ihrer Lebensinteressen befindet (BGer 2C.178/2011 vom
2. November 2011 E. 2.2 mit Hinweisen; vgl. ferner auch Art. 13 Abs. 2 StG; Art. 3
Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone
und Gemeinden, SR 642.14, abgekürzt StHG). Massgebend ist dabei der Ort des
Lebensmittelpunktes bzw. der Mittelpunkt der Lebensinteressen in persönlicher und
wirtschaftlicher Hinsicht (BGE 125 I 54 E. 2; Weidmann/Grossmann/ Zigerlig,
Wegweiser durch das st. gallische Steuerrecht, 6. Aufl., Muri-Bern 1999, S. 21). Der
Lebensmittelpunkt bestimmt sich nach der Gesamtheit der objektiven, äusseren
Umstände, aus denen sich die materiellen und ideellen Interessen (Angehörige,
Freundes- und Bekanntenkreis) erkennen lassen und nicht etwa nach den bloss
erklärten Wünschen der steuerpflichtigen Person (BGE 123 I 289 E. 2b mit Hinweisen;
VerwGE 2010/248 vom 26. Januar 2011 E. 2.1.). Die gefühlsmässige Bevorzugung
eines Ortes ist nicht massgebend, mithin ist der Steuerwohnsitz nicht frei wählbar
(BGer 2C.614/2011 vom 4. Mai 2012 E. 3.2). Das polizeiliche Domizil, wo die Schriften
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hinterlegt sind oder die politischen Rechte ausgeübt werden, ist nicht von
entscheidender Bedeutung. Dieses bildet lediglich ein äusseres Merkmal, das ein Indiz
für den steuerrechtlichen Wohnsitz bilden kann, wenn auch das übrige Verhalten dafür
spricht (statt vieler BGE 132 I 29 E. 4.1). Hält sich eine Person abwechslungsweise an
zwei Orten auf, ist für die Bestimmung des steuerrechtlichen Wohnsitzes darauf
abzustellen, zu welchem Ort die stärkeren Beziehungen unterhalten werden. Letzteres
ist wiederum anhand der Gesamtheit der Umstände zu beurteilen. Bei unselbständigen
Erwerbenden ist der Lebensmittelpunkt in der Regel jener, von dem aus der täglichen
Arbeit nachgegangen wird, ist doch der Zweck des Lebensunterhaltes dauernder Natur
(zum Ganzen statt vieler BGer 2C.178/2011 vom 2. November 2011 E. 2.2; 2C.
175/2008 vom 22. August 2008 E. 3.1, beide mit Hinweisen).
Bei verheirateten Personen, die sich an mehreren Orten aufhalten, werden die
Beziehungen zum Ort, wo sich die Familie aufhält, als stärker erachtet als diejenigen
zum Arbeitsort, sofern sie nicht in leitender Stellung unselbständig erwerbstätig sind
und täglich oder an den Wochenenden regelmässig an den Familienort zurückkehren.
Verheiratete Pendler oder Wochenaufenthalter unterstehen demnach grundsätzlich
ausschliesslich der Steuerhoheit desjenigen Kantons, in dem sich ihre Familie aufhält
(statt vieler BGer 2C.178/2011 vom 2. November 2011 E. 2.2; BGE 132 I 29 E. 4.2,
beide mit weiteren Hinweisen).
Diese Praxis findet auch auf ledige Personen Anwendung, zumal Eltern und
Geschwister ebenso zur Familie eines Steuerpflichtigen gehören. Die Kriterien, nach
denen anstelle des Arbeitsortes der Aufenthaltsort der Familie als Hauptsteuerdomizil
anerkannt werden kann, werden bei Ledigen jedoch besonders streng gehandhabt. Bei
ihnen ist daher - vermehrt noch als bei Verheirateten - entscheidend, ob weitere als nur
familiäre Beziehungen zum einen oder anderen Ort ein Übergewicht begründen. Der
Grundsatz, dass das Hauptsteuerdomizil von unselbständig Erwerbenden am
Arbeitsort liegt, erhält dadurch bei Ledigen grösseres Gewicht als bei Verheirateten.
Folglich können bei Ledigen die Beziehungen zum Arbeitsort überwiegen, obwohl sie
allwöchentlich zur Familie zurückkehren. Massgebliche Kriterien, die trotz
wöchentlicher Rückkehr für einen faktischen Lebensmittelpunkt am Arbeitsort
sprechen, sind namentlich eine bestehende Wohnung, ein besonderer Freundes- und
Bekanntenkreis, die Dauer des Arbeitsverhältnisses sowie das Alter des
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Steuerpflichtigen (BGer 2P.159/2006 vom 14. November 2006 E. 2.2; BGE 125 I 54
E. 2b mit Hinweisen). Weiter geht das Bundesgericht davon aus, dass die Beziehungen
zur elterlichen Familie regelmässig nicht mehr so stark sind, wenn der Steuerpflichtige
das 30. Altersjahr überschritten hat oder sich seit über fünf Jahren am selben Arbeitsort
aufhält (BGer 2C.809/2008 vom 6. August 2009 mit Hinweis auf BGer 2P.25/1993 vom
20. Januar 1994 E. 3c, in: ASA 63 (1994), S. 842; zum Ganzen BGer 2C.178/2011 vom
2. November 2011 E. 2.2).
2.2. Hinsichtlich der Beweisführung ist zu beachten, dass der Umstand, dass ein
unverheirateter Steuerpflichtiger vom Ort aus, an welchem er sich während der Woche
aufhält, einer unselbständigen Erwerbstätigkeit nachgeht, eine natürliche Vermutung
begründet, dass er dort seinen Lebensmittelpunkt und mithin sein Hauptsteuerdomizil
hat. Diese Vermutung lässt sich einzig entkräften, wenn er regelmässig - mindestens
einmal pro Woche - an den Ort zurückkehrt, wo seine Familie lebt, mit welcher er aus
bestimmten Gründen besonders eng verbunden ist, und wo er andere persönliche und
gesellschaftliche Beziehungen pflegt. Gelingt dem Steuerpflichtigen der Nachweis
solcher familiärer und gesellschaftlicher Beziehungen am Ort, wo seine Familie wohnt,
obliegt es dem Kanton des Wochenaufenthalts- oder Arbeitsorts nachzuweisen, dass
der Betreffende gewichtige wirtschaftliche und allenfalls persönliche Beziehungen zu
diesem Ort unterhält. Dies entbindet den Steuerpflichtigen aber nicht von der üblichen
Mitwirkungs- und Auskunftserteilungspflicht bezüglich der für die Besteuerung
massgebenden Umstände (zum Ganzen BGer 2C.178/2011 vom 2. November 2011
E. 2.3).
2.3. Aufgrund der Ausführungen ergibt sich zunächst eine natürliche Vermutung, dass
sich der Lebensmittelpunkt des Beschwerdeführers in der Steuerperiode 2010 in O.
befand: Der dreissigjährige Beschwerdeführer ist seit dem 1. April 2004 in O.
angemeldet. Hier bewohnt er seit dem 1. April 2004 eine selbst möblierte 2.5-
Zimmerwohnung zu einem monatlichen Mietzins von Fr. 1'230.--. Am 15. März 2004
trat er in C. eine unbefristete 100%-Anstellung bei der Q. an (Akten Vorinstanz, act.
2/3). Bei dieser Sachlage obliegt dem Beschwerdeführer der Nachweis, dass er
regelmässig nach K. zurückkehrt, dort familiär besonders eng verbunden ist sowie
gewichtige persönliche und gesellschaftliche Beziehungen pflegt, welche auf einen
Lebensmittelpunkt in K. schliessen lassen.
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2.4. Einen Lebensmittelpunkt in K. verneinte die Vorinstanz, was sie im Wesentlichen
damit begründete, dass der Beschwerdeführer seit dem Frühling 2004 in O. wohne und
arbeite, das Elternhaus vor neun Jahren verlassen habe und in der massgeblichen
Steuerperiode beinahe dreissig Jahre alt gewesen sei. Unter diesen Umständen könne
nicht mehr von einem vorübergehenden Aufenthalt in O. die Rede sein, und es könne
davon ausgegangen werden, dass sich der Lebensmittelpunkt des Beschwerdeführers
nach O. verschoben habe. Die Tatsachen, dass der Beschwerdeführer seine Freizeit
regelmässig in K. verbringe, dort einen Bekanntenkreis habe und nach wie vor eine
enge Beziehung zu seinen Eltern und seinem Bruder pflege, stehe dieser Folgerung
nicht entgegen.
Der Beschwerdeführer wendet dagegen ein, dass zahlreiche Indizien dafür sprächen,
dass seine Verbundenheit mit K. stärker sei als mit seinem Arbeits- bzw. Aufenthaltsort.
2.4.1. Der Beschwerdeführer macht geltend, dass er 60 Arbeitstage und 104 Urlaubs-
bzw. Wochenendtage in K. verbracht habe. Dies sei unter anderem mittels Auszug aus
seinem Terminkalender (act. 2/2), einem Auszug aus seinem Privatkonto (act. 2/4)
sowie einer Arbeitsbestätigung seines Arbeitgebers (act. 2/3) belegt.
Der als Auszug aus dem Terminkalender des Beschwerdeführers eingereichten
tabellarischen Zusammenstellung von in K. verbrachten Tagen ist zu entnehmen, dass
der Beschwerdeführer in K. 60 Tage gearbeitet und 73 Wochenend- bzw. Urlaubstage
verbracht hat. Folgedessen geht aus der Tabelle hervor, dass der Beschwerdeführer
insgesamt 133 Tage - und nicht etwa wie geltend gemacht 164 Tage - in K. verbracht
hat.
Der Arbeitgeber hat bestätigt, dass der Beschwerdeführer in den Jahren 2010/2011
mindestens 60 Tage pro Jahr in K. gearbeitet hat. Zudem weist der Beschwerdeführer
für 25 der geltend gemachten 31 in K. verbrachten Wochenenden eine Auszahlung am
Bankautomaten an der S.-strasse in K. nach (act. 2/4). Dem Auszug aus dem
Terminkalender kommt daher durchaus die nötige Glaubhaftigkeit zu.
Insofern als die Vorinstanz vorgebracht hat, dass die Auszüge aus dem Bankkonto
keinen strikten Beweis dafür liefern, dass sich der Beschwerdeführer jeweils selber in
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K. befand und die Beträge eigenhändig bezogen hat, ist ihr nicht zu folgen. Es muss
genügen, wenn Anhaltspunkte für den Wochenendwohnort in einer Weise
nachgewiesen werden, die so gewichtig und überzeugend sind, dass sie geeignet sind,
die Domizilvermutung zu entkräften (zum Ganzen BGer 397/2010 vom 6. Dezember
2010 E. 2.4.2 mit weiteren Hinweisen). Der Beschwerdeführer hat somit den Umstand,
dass er im Jahr 2010 an 60 Arbeitstagen und rund 73 Wochenend- und Urlaubstage
bzw. insgesamt rund 133 Tage in K. verbracht hat, glaubhaft dargelegt. Dass der
Beschwerdeführer einen wesentlichen Teil seiner Arbeitszeit in K. leiste, wurde mit dem
Terminkalenderauszug und den Bankomatauszügen indes nicht dargelegt. Damit ist
lediglich erstellt, dass sich der Beschwerdeführer während rund eines Drittels des
Jahres 2010 in K. aufgehalten hat. In Anbetracht dessen, dass der Beschwerdeführer
lediglich an rund 31 von insgesamt 53 Wochenenden im Jahr 2010 nach K.
zurückgekehrt ist, liegt zudem - auch unter der Berücksichtigung der dargelegten
Rechtsprechung des Bundesgerichts - keine wöchentliche Rückkehr zum Heimatort
vor. Damit liegen nicht genügend Anhaltspunkte für den Umstoss der
Domizilvermutung vor.
2.4.2. Der Beschwerdeführer stellt sich weiter auf den Standpunkt, dass den
Umständen, dass er bei einem Hausarzt in K. registriert, Stammkunde der U. Garage
AG K. und durch die E. Gesundheitskasse in K. krankenversichert sei, grosses Gewicht
beizumessen sei. Weiter habe er für die Saison 2009/2010 ein Saisonabonnement der
Sportbahnen K. AG erworben, was ebenfalls belege, dass er einen Grossteil seiner
Freizeit in K. verbringe.
Der Bestätigung von Dr. H. M. (act. 2/5) und der Steuerbescheinigung der
Gesundheitskasse des Beschwerdeführers (act. 12/16) ist zu entnehmen, dass der
Beschwerdeführer im Jahr 2010 an drei Samstagen in Behandlung war. Gemäss
bundesgerichtlicher Rechtsprechung kommt dem Argument der Wahl eines Arztes im
Herkunftsort erst dann eine Bedeutung zu, wenn die Frequenz der Arztbesuche eine
gewisse Dimension aufweist (BGer 2C.178/2011 vom 2. November 2011 E. 3.4). Bei
drei Arztbesuchen jeweils am Wochenende hat die Vorinstanz zu Recht festgestellt,
dass der sich in K. befindende Hausarzt kein Indiz für eine enge Bindung an den
Herkunftsort darstellt. Dasselbe gilt umso mehr für die Wahl des Autoservices und der
Krankenversicherung in K. Der Autoservice wurde in der fraglichen Steuerperiode
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ebenfalls lediglich drei Mal beansprucht (act. 2/6) und der Abschluss einer
Krankenversicherung ist ohnehin gänzlich ungeeignet als Indiz, zumal ein solcher in
keiner Weise eine verstärkte Beziehung oder etwa eine tatsächliche Anwesenheit in K.
bedingt (vgl. act. 2/17). Im Übrigen weist die Vorinstanz zu Recht darauf hin, dass es
durchaus üblich ist, den Arzt und Autoservice am Ort der Herkunft zu belassen, wenn
man sich an mehreren Orten aufhält. Für die Wohnsitzfrage haben diese Umstände
folglich keine entscheidende Bedeutung.
Das Saisonabonnement war vom 28. November 2009 bis zum 30. April 2010 gültig und
hatte den Preis von Fr. 460.-- (act. 2/7). Es ist vorliegend nicht bestritten, dass der
Beschwerdeführer einen Teil seiner Freizeit in K. verbringt und das Saisonabonnement
dient durchaus als weiteres Indiz dafür. Jedoch vermag ein Sportabonnement ebenso
wenig eine besonders enge Verbindung des Beschwerdeführers zum Ort seines
polizeilichen Domizils darzulegen wie die vereinzelte Inanspruchnahme des lokalen
Autoservices und Hausarztes.
2.4.3. Der Beschwerdeführer bringt zudem vor, er helfe während der Hauptsaison auch
unter der Woche im elterlichen Gastbetrieb tatkräftig mit. Dem Bestätigungsschreiben
der Eltern ist zu entnehmen, dass die Mutter des Beschwerdeführers im Jahr 2010
zweimal wegen Herzproblemen hospitalisiert werden musste. Als Folge davon habe der
Beschwerdeführer zusätzlich im Gastbetrieb mitgeholfen (act. 2/8). Zudem bringt der
Beschwerdeführer vor, dass er enge Freundschaften in K. habe, während er in der
Region O. kaum freundschaftliche Beziehungen pflege.
Das elterliche Schreiben in Verbindung mit der ärztlichen Bestätigung, wonach die
Spitalaufenthalte vom 9. bis 11. Februar 2010 und vom 18. bis 20. August 2010
stattgefunden haben und die Mutter danach einige Wochen keine schwere Arbeit
verrichten durfte (Akten Vorinstanz, act. 2/16), zeigt durchaus, dass der
Beschwerdeführer einen Teil seiner Arbeits- und Freizeit in K. verbracht und im
elterlichen Betrieb zeitweise ausgeholfen hat. Es ist aber nach wie vor davon
auszugehen, dass er rund 133 Tage in K. verbracht hat und er während dieser Zeit
teilweise im Gastbetrieb mitgearbeitet hat. Angesichts dessen, dass der
Beschwerdeführer aber eine 100-Prozent-Anstellung hat, muss davon ausgegangen
werden, dass die Mithilfe insbesondere unter der Woche nur in beschränktem Masse
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geleistet wurde. Der im Bestätigungsschreiben geschilderte Sachverhalt lässt zudem
darauf schliessen, dass der Beschwerdeführer nicht wegen eines persönlichen oder
wirtschaftlichen Interesses, sondern vielmehr aufgrund des unerwarteten äusseren
Umstandes der Krankheit der Mutter, also aus einer dringenden Notsituation heraus,
gehandelt hat. Eine derartige beschränkte und befristete Mitarbeit vermag keine
aussergewöhnlich engen familiären und wirtschaftlichen Beziehungen des
Beschwerdeführers mit K. darzulegen.
Der Einwand, der Beschwerdeführer habe überhaupt keine freundschaftlichen
Beziehungen in dieser Region geschlossen, ist angesichts seines Studiums an der
Fachhochschule in L. (vgl. Akten Vorinstanz, act. 1) und dem bis zur Steuerperiode
2010 bereits sechsjährigen Aufenthalt in O. unglaubhaft. Dies umso mehr als der
Beschwerdeführer von seinem Arbeitgeber als humorvoller, selbstsicherer und stets
gut gelaunter - kurzum als sehr geselliger - Mensch beschrieben wird, dem das
Knüpfen von sozialen Kontakten offensichtlich keine Probleme zu bereiten scheint (act.
2/14). Die Vorinstanz hat weiter in zutreffender Weise festgestellt, dass der
Beschwerdeführer auch aufgrund seiner Stellung, welche die sachliche Führung von
Projekten aber auch die personelle Führung von Mitarbeitern beinhaltet und daher eine
gewisse Präsenz am Arbeitsort verlangt, persönliche und gesellschaftliche
Beziehungen geschlossen haben dürfte (vgl. auch act. 2/14; Akten Vorinstanz, act. 2/9).
Eine leitende Stellung im Sinne der Rechtsprechung, wonach in besonderen Fällen ein
Steuerdomizil am Arbeits- und nicht am Familienwohnsitz anzunehmen ist, wurde von
der Vorinstanz im Übrigen in keiner Weise angesprochen und liegt beim
Beschwerdeführer auch nicht vor. Die diesbezüglichen Einwände des
Beschwerdeführers zielen damit ins Leere.
Vollständigkeitshalber sei auch darauf hingewiesen, dass sich die im Rekursverfahren
geltend gemachten Freundschaften und Bekanntschaften in K. (vgl. Akten Vorinstanz,
act. 2/13 und 2/14) im Rahmen des Üblichen halten und folglich keine enge persönliche
Verbindung zum Familienort K. begründen.
2.4.4. Im Beschwerdeverfahren lässt der Beschwerdeführer zusätzlich vorbringen, dass
er seit geraumer Zeit eine Arbeitsstelle in der Region K. suche. Zudem habe er während
des Rekursverfahrens geheiratet. Seine Ehefrau, Z. Y., habe ihren neuen Wohnsitz mit
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ihm zusammen in K. Diese Umstände würden klar dagegen sprechen, dass er sich im
Jahr 2010 mit der Absicht des dauernden Verbleibs in O. aufgehalten habe.
Betreffend der Bemühungen des Beschwerdeführers in der Region seines polizeilichen
Domizils eine Arbeitsstelle zu finden, ist darauf hinzuweisen, dass das Schreiben der
Personalvermittlungsfirma J. lediglich bestätigt, dass für den Beschwerdeführer seit
dem 28. Januar 2011 eine Stelle gesucht wird (act. 2/11). Nach bundesgerichtlicher
Rechtsprechung ist bezüglich des Einwandes der Stellensuche auf die aktuellen
Umstände abzustellen (BGer 2C.178/2011 vom 2. November 2011 E. 3.4). Für die
Steuerperiode 2010 können aus diesem Schreiben folglich keine Rückschlüsse
gezogen werden. Weiter ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer selbst zwei Jahre
nach der fraglichen Steuerperiode nach wie vor beim selben Arbeitgeber in C.
angestellt ist (vgl. act. 2/3). Angesichts der hervorragenden Arbeitszeugnisse des
Beschwerdeführers erscheint es zudem unglaubwürdig, dass er trotz intensiver Suche
noch keine Stelle in der Region K. gefunden hat. Die Sachlage lässt vielmehr darauf
schliessen, dass der Stellenwechsel für den Beschwerdeführer von deutlich
untergeordneter Priorität war. Daran vermag auch die Einladung zu einem
Vorstellungsgespräch bei der Rhätischen Bahn am 24. November 2010 nichts zu
ändern (act. 2/12).
Hinsichtlich des Wohnsitzes der Ehefrau ist festzuhalten, dass diese erst am 26. Mai
2011 in K. Wohnsitz genommen hat. Zuvor - in der fraglichen Steuerperiode - lebte sie
in Singapur (act. 2/9 und 2/10). Dem Bankkontoauszug vom 5. März 2012 kann
entnommen werden, dass der Beschwerdeführer am 8. August und am 10. Oktober
2010 in Singapur Geld bezogen hat (act. 12/15). Angaben darüber, dass die Beziehung
des Beschwerdeführers mit seiner Ehefrau vor der Vermählung und der gemeinsamen
Wohnsitznahme bzw. in der relevanten Steuerperiode vor allem in K. gelebt wurde,
können weder der Beschwerdeschrift noch den Akten entnommen werden.
Folglich lassen weder die Ehe des Beschwerdeführers noch seine Stellensuche in der
Heimatregion gegen eine Absicht des dauernden Verbleibs in O. im Jahr 2010
schliessen.
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2.4.5. Bezüglich der Wohnsituation des Beschwerdeführers ist festzuhalten, dass er in
O. eine 2.5-Zimmerwohnung mietet, die ihn monatlich Fr. 1'230.-- kostet.
Demgegenüber steht ihm in K. keine eigene Wohnung zur Verfügung. Der
Beschwerdeführer erklärt zwar, dass ihm im Haus seiner Eltern mehr als nur ein Raum
zur Verfügung stehe. Diese Angabe ist jedoch sehr vage. Aufgrund der Akten ist daher
vielmehr anzunehmen, dass ihm in einem kargen Kellerraum ein spärlich eingerichtetes
Arbeitszimmer (vgl. Akten Vorinstanz, act. 2/10) und ein weiteres Zimmer zur alleinigen
Benützung sowie die übrigen Räumlichkeiten des Elternhauses wie Wohnzimmer und
Küche zur Mitbenützung offen stehen.
Zur Feststellung der Vorinstanz, wonach die Präferenz der Miete einer Wohnung
gegenüber derjenigen eines Hotelzimmers keinen Rückschluss auf den
Lebensmittelpunkt erlaube, ist zu präzisieren, dass diese Feststellung zutreffen mag,
soweit ein Hotelzimmer und eine Wohnung vergleichbar sind. Das ist beispielsweise bei
einem Studio oder einer 1-Zimmerwohnung zu bejahen. Eine selbst möblierte 2.5-
Zimmerwohnung bietet demgegenüber nicht nur viel mehr Lebensraum, sondern ist
auch in der Einrichtung und im Unterhalt wesentlich intensiver als ein Hotelzimmer. Die
Wohnverhältnisse des Beschwerdeführers sind daher ein weiteres Indiz für die Absicht
des dauernden Verbleibs in O.
Der Beschwerdeführer stellt sich weiter auf den Standpunkt, dass der geringe
Stromverbrauch gegen einen Lebensmittelpunkt in O. spreche. Die Vorinstanz erklärte
nachvollziehbar, dass der Meldung der St. Galler Stadtwerke über den Stromverbrauch
- aufgrund der erheblichen Schwankungen und der unbekannten Kriterien, die dem
durchschnittlichen Referenzwert zugrundeliegen - eine geringe Aussagekraft zukommt.
Insgesamt lässt sich daraus aber der Schluss ziehen, dass sich der Beschwerdeführer
unter der Woche in O. aufhält. Der Beschwerdeführer bringt nichts vor, dass diese
Schlussfolgerung zu entkräften vermag, weshalb seinem Einwand nicht gefolgt werden
kann.
2.4.6. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer glaubhaft
darlegt, dass er im Jahr 2010 rund 133 Tage in K. verbracht hat. Weiter zeigt der
Beschwerdeführer auf, dass er trotz langjährigem Wochenaufenthalt zuerst in L. und
anschliessend in O. nach wie vor enge Beziehungen zu seinem Herkunftsort K. pflegt.
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Die dargelegten familiären, persönlichen und wirtschaftlichen Beziehungen sind aber
nicht von derartiger Intensität, dass sie ein Übergewicht zugunsten von K. zu
begründen vermögen. Demgegenüber steht fest, dass der Beschwerdeführer seiner
täglichen Arbeit mehrheitlich von O. aus nachgeht. Angesichts der bei ledigen
Steuerpflichtigen besonders strengen Handhabung der Kriterien, wann anstelle des
Arbeitsortes der Aufenthaltsort der Familie als Hauptsteuerdomizil anerkannt werden
kann, bleibt die Vermutung bestehen, dass sich das Hauptsteuerdomizil des
Beschwerdeführers in O. befindet. Die Vorinstanz hat somit zu Recht festgestellt, dass
der Beschwerdeführer in der Steuerperiode 2010 in O. steuerpflichtig ist. Über das
spätere künftige Steuerdomizil des Beschwerdeführers und die Bedeutung der
Verheiratung ist im vorliegenden Verfahren nicht zu entscheiden. Die Beschwerde und
das Feststellungsbegehren sind daher abzuweisen.
3. (...).
Demnach hat das Verwaltungsgericht