Decision ID: dd428cd1-2667-404e-9496-f6a9a0d25831
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ bezog vom 1. Mai 2000 bis zum 31. Januar 2011 eine halbe Rente der
Invalidenversicherung (IV-act. 32; 75). Mit Verfügung vom 7. Januar 2011 erfolgte die
Aufhebung der halben Rente per 28. Februar 2011 (IV-act. 81). Die dagegen erhobene
Beschwerde wies das Versicherungsgericht St. Gallen mit Entscheid vom 13. Juni 2013
ab (IV-act. 88). Bereits ab dem 1. Juni 2013 hatte der Versicherte mit einem Pensum
von 100% wieder als Elektromonteur bei der B._ AG gearbeitet (IV-act. 91).
A.b Aufgrund einer Überweisung durch den Hausarzt, Dr. med. C._, Facharzt
Allgemeinmedizi, fanden am 26. und 27. Mai 2014 Abklärungen in der
Gedächtnissprechstunde der Klinik D._ statt. Der Neurologe Dr. med. E._ hielt in
seinem Bericht vom 16. Juni 2014 als Diagnosen eine rezidivierende depressive
Störung, bei gegenwärtig mittelgradigen Episoden mit somatischem Syndrom sowie
narzisstischen und anankastischen Zügen, eine andere gemischte Angststörung mit
hauptsächlich dissoziativen Symptomen und leichte Sensiblitätsminderungen im
Dermatom L4 links, wahrscheinlich residual nach Diskushernie 4/5, fest. Dr. E._
bescheinigte dem Versicherten eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten
Tätigkeit (IV-act. 98/1 f.).
A.c Am 29. Juli 2014 meldete sich der Versicherte zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (IV-act. 91). Auf Aufforderung der IV-Stelle hin reichte der
Versicherte einen Bericht der F._ AG vom 13. Juli 2014 ein (IV-act. 96). In diesem
wurde ausgeführt, die erhobenen Daten deuteten auf eine generelle Unteraktivierung
und Schwierigkeiten im Präfrontalkortex sowie im singulären Kortex hin. Es seien
Schwierigkeiten in der Aufmerksamkeitsfokussierung und der Emotionsregulation zu
erwarten. Ausserdem beständen Hinweise auf Schwierigkeiten in der auditiven
Verarbeitung. Die Reizverarbeitung deute zudem auf Schwierigkeiten der primären
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auditiven Verarbeitung und eine ausgeprägte Impulskontrolle (mit Involvierung des
Cingulum) hin (IV-act. 96 – 3/33).
A.d Dr. med. G._, FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, und lic. phil. H._,
Fachpsychologin für Psychotherapie FSP, hielten in ihrem Bericht vom 18. August 2014
fest, dass sich der Versicherte in einer wöchentlichen ambulanten Therapie befinde. Sie
diagnostizierten eine rezidivierende depressive Störung bei gegenwärtig mittelgradiger
depressiver Episode mit somatischem Syndrom F32.11 sowie eine gemischte
Angststörung mit dissoziativen Symptomen. Dr. G._ und lic. phil. H._
bescheinigten eine weiter bestehende 100%-ige Arbeitsunfähigkeit für ca. weitere vier
Monate (IV-act. 98/21 ff.).
A.e Am 21. August 2014 fand im Auftrag der CSS eine Begutachtung durch Dr. med.
I._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, statt. Dr. I._ hielt als
Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine Anpassungsstörung mit
depressiver Reaktion (ICD-10: F43.2), deutlich gebessert, sowie vereinzelte
Panikattacken (ohne die Kriterien einer Panikstörung zu erfüllen) fest. In Bezug auf die
diagnostizierte depressive Reaktion führte Dr. I._ in seiner Beurteilung aus, dass,
sollte zuvor die Symptomatik den Ausprägungsgrad einer depressiven Episode
angenommen haben, im Verlauf der über dreieinhalb Monate erbrachten fachärztlich-
psychiatrischen Behandlung eine derartig gute Besserung eingetreten sei, dass von
einer weitgehenden Remission auszugehen sei. Es sei aus gutachterlicher Sicht nicht
nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer im Jahre 2001 eine krankheitswertige
depressive Symptomatik von derartiger Dauer und Ausprägung erlitten habe, dass
damals eine depressive Episode zu diagnostizieren gewesen wäre und nun die
Diagnose „rezidivierende depressive Störung F33“ lauten würde. In Bezug auf die
Angstsymptomatik führte Dr. I._ aus, dass der Beschwerdeführer eine spezifische
Angst im Zusammenhang mit der Tätigkeit mit Strom aufweisen würde, die immer dann
auftrete, wenn er mit seiner früheren und langjährigen beruflichen Tätigkeit im Bereich
der Elektroinstallation konfrontiert werde oder auch weiterhin konfrontiert würde. Weiter
machte Dr. I._ geltend, dass eine spezifische Angstsymptomatik dieser Art mit einer
Kombination von Verhaltenstherapie und moderner serotonerger Medikation sehr gut
behandelbar sei. Es stelle sich daher die Frage, ob unter der fortgesetzten
psychiatrischen Behandlung eine derartige Besserung eintreten werde, dass die
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Wiederaufnahme einer Arbeitstätigkeit als Elektromonteur im Angestelltenverhältnis
zumutbar würde. Gestützt auf diese Beurteilung bescheinigte Dr. I._ dem
Beschwerdeführer eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als
Elektroinstallateur. Eine angepasste Tätigkeit erachtete er je¬doch bereits ab dem 1.
September 2014 wieder als zu 100% zumutbar (CSS-act. 50/93). Als Beispiele für
zumutbare Tätigkeiten führte er die Tätigkeit als Abwart und technischer Mitarbeiter
einer Galerie an. Dem Beschwerdeführer sei eine Tätigkeit zu 8.5 Stunden an fünf
Tagen pro Woche zumutbar. Allerdings sei darauf zu achten, dass diese Tätigkeit nicht
mit Aufgaben aus dem Bereich Elektroinstallationen zu tun hätte (CSS-act. 50/93). Das
Arbeitsverhältnis des Versicherten mit der B._ AG wurde krankheitsbedingt per 31.
August 2014 aufgelöst (IV-act. 105).
A.f In einer Beurteilung vom 20. Oktober 2014 hielt der IV-interne regionale ärztliche
Dienst (RAD) fest, es sei nun über die dreieinhalb Monate erbrachte fachärztliche
psychiatrische Behandlung eine derartig gute Besserung eingetreten, dass von einer
weitgehenden Remission auszugehen sei. In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als
Elektroinstallateur sei der Versicherte aktuell als arbeitsunfähig einzuschätzen.
Grundsätzlich sei in drei bis sechs Monaten eine Wiederaufnahme der Tätigkeit
möglich. In einer anderen Tätigkeit liege beim Versicherten bereits wieder eine 100%-
ige Arbeitsfähigkeit vor (IV-act. 107). Mit einem Arbeitsunfähigkeitszeugnis vom 18.
Dezember 2014 bescheinigten lic. phil. H._ und Dr. G._ eine bis auf weiteres
bestehende 100%-ige Arbeitsunfähigkeit in der Tätigkeit als Elektromonteur im
Starkstrombereich sowie eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit im Schwachstrombereich
sowie für leichte Tätigkeiten (IV-act. 116 – 3/3).
A.g Mit Vorbescheid vom 15. September 2015 stellte die IV-Stelle dem Versicherten
die Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht. Der Versicherte erhob am 17.
September 2015 einen Einwand gegen den Vorbescheid. Zur Begründung brachte er
sinngemäss vor, dass sein Gesundheitszustand nicht genügend abgeklärt worden sei.
Er leide seit zehn Jahren an chronischen Schmerzen in den Schultern. Wegen der
vielen Medikamente habe er zudem Bauchschmerzen, einen permanenten Durchfall,
Panikzustände sowie eine Gedächtnisschwäche. Der Versicherte beantragte eine
unabhängige ärztliche Untersuchung (IV-act. 135).
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A.h Mit Verfügung vom 3. November 2015 lehnte die IV-Stelle das Rentenbegehren
des Versicherten ab. Zur Begründung führte sie aus, dass in einer leidensangepassten
Tätigkeit eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit bestehe und dass es dem Versicherten
zumutbar sei, auf dem offen stehenden Arbeitsmarkt ein Einkommen von Fr. 65'172.--
zu erzielen. Für die Berechnung des Invaliditätsgrades sei als Valideneinkommen das
zuletzt bei der Firma B._ AG erzielte Einkommen in Höhe von Fr. 81'250.--
einzusetzen. Gestützt darauf ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 20% und damit kein
Rentenanspruch (IV-act. 136).
B.
B.a Gegen die rentenabweisende Verfügung erhob der Versicherte am 25. November
2015 Beschwerde. Er beantragte sinngemäss, der IV-Grad von 20% sei aufzuheben.
Zur Begründung brachte er im Wesentlichen vor, dass ihm der IV-Grad von 20% nicht
nur finanziell, sondern insbesondere auch bei der Suche nach einer passenden
Arbeitsstelle schade. In seinem Alter sei es äusserst schwierig, überhaupt eine
Anstellung, und praktisch unmöglich, eine Anstellung mit einem Pensum von 80% zu
finden (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 28. Januar 2016 beantragte die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung brachte sie im Wesentlichen vor, der
Beschwerdeführer bestreite die ihm zugrunde gelegte Arbeitsfähigkeit nicht und es
bestehe keinerlei Anlass, von der Einschätzung im lege artis erstellten Gutachten von
Dr. I._ und in der Stellungnahme des RAD abzuweichen. Es sei davon auszugehen,
dass der Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit zu 100% arbeiten könne.
Zur Vornahme des Einkommensvergleichs habe man für das Valideneinkommen auf die
Lohnabrechnungen seines ehemaligen Arbeitgebers abgestellt, woraus sich ein
Valideneinkommen in Höhe von Fr. 81'250.-- ergeben habe. Da der Beschwerdeführer
grundsätzlich irgendeine dem Leiden angepasste Tätigkeit ausführen könne, aktuell
aber nicht arbeite, habe man als Invalideneinkommen den vom Bundesamt für Statistik
erstellten Tabellenlohn für einfache und repetitive Tätigkeiten von Fr. 65'172.--
herangezogen. Gestützt darauf ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 20% (act. G 4).
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B.c Nachdem die dem Beschwerdeführer eröffnete Frist zur Einreichung einer
allfälligen Replik unbenutzt verstrichen war, erklärte das Gericht den Schriftenwechsel
mit Schreiben vom 22. März 2016 als abgeschlossen (act. G 6).

Erwägungen
1.
Gegenstand des mit der angefochtenen Verfügung abgeschlossenen
Verwaltungsverfahrens hat die Prüfung einer sogenannten Neuanmeldung nach der
Aufhebung einer früheren Invalidenrente gebildet. Die Neuanmeldung unterscheidet
sich von der erstmaligen Anmeldung zum Leistungsbezug nur dadurch, dass für ihre
materielle Behandlung eine anspruchsrelevante Sachverhaltsveränderung glaubhaft
gemacht sein muss (Art. 87 Abs. 3 IVV). Die am 7. Januar 2011 wiedererwägungsweise
verfügte Aufhebung der Invalidenrente (IV-act. 81) stützte sich auf die Beurteilung
durch das Ärztliche Begutachtungsinstitut (ABI) in Basel vom 6. Juli 2010. Im
Gutachten des ABI waren aus psychiatrischer Sicht lediglich narzisstische Wesenszüge
mit anankastischen/perfektionistischen Persönlichkeitszügen (ICD – 10 F60.5) ohne
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit diagnostiziert worden (IV-act. 65). Sowohl Dr. E._ (IV-
act. 98/1 f.) als auch Dr. G._ und lic. phil. H._ haben nun in ihren Beurteilungen als
Diagnosen eine rezidivierende depressive Störung bei gegenwärtig mittelgradiger
depressiver Episode mit somatischem Syndrom F32.11 sowie eine gemischte
Angststörung mit dissoziativen Symptomen festgehalten (IV-act. 98/21 ff.). Damit ist in
Bezug auf die psychiatrischen Symptome eine deutliche Verschlechterung des
Gesundheitszustandes glaubhaft gemacht. Das hat auch der RAD in seiner Beurteilung
vom 22. August 2014 festgestellt. Er hat nämlich ausgeführt, der psychische
Gesundheitszustand habe sich seit dem Gutachten des ABI Basel vom 13. Juli 2010
nachweislich verschlechtert (IV-act. 101/3). Die Beschwerdegegnerin ist somit –
gestützt auf die vom Beschwerdeführer eingereichten medizinischen Unterlagen – zu
Recht auf die Neuanmeldung eingetreten.
2.
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2.1 Zunächst ist das durch den Beschwerdeführer gestellte Begehren zu interpretieren.
Der Beschwerdeführer hat in der Beschwerdeschrift vom 26. November 2015 dem
Wortlaut nach vorgebracht, dass er komplett auf den ihm zugewiesenen IV-Grad von
20% verzichten wolle (act. G 1). Im Einwand gegen den Vorbescheid vom 17.
September 2015 hatte er noch sinngemäss ausgeführt, dass er mit dem festgestellten
Invaliditätsgrad von 20% aus medizinischer Sicht nicht einverstanden sei und deshalb
eine unabhängige ärztliche Untersuchung verlange (IV-act. 135). Ausgehend von den
Ausführungen des Beschwerdeführers im Vorbescheidsverfahren muss davon
ausgegangen werden, dass dieser überzeugt ist, einen Anspruch auf eine
Invalidenrente zu haben. Das Beschwerdebegehren ist deshalb so zu interpretieren,
dass dem Beschwerdeführer eine Invaliditätsrente zuzusprechen sei und, sollte das
nicht gehen, von einem Invaliditätsgrad von 0% auszugehen sei.
2.2 Die rentenbegründende Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere
Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die
Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Der Grad der für
einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG
durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die
versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der
notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
2.3 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR
831.20) besteht ein Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte
Person mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60%
invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht ein Anspruch
auf eine halbe Rente und bei einem IV-Grad von mindestens 40% auf eine
Viertelsrente.
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2.4 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche (und gegebenenfalls auch andere) Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und
demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung
des strittigen Leistungsanspruchs gestatten (BGE 125 V 351 E. 3a).
3.
3.1 Die Beschwerdegegnerin hat auf das durch die CSS eingeholte Gutachten von Dr.
I._ vom 20. August 2014 (CSS-act. 50/93) abgestellt. Dieser hat seine Beurteilung
gestützt auf eine Untersuchung am 21. August 2014 abgegeben und eine
Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion (ICD-10: F43.2) sowie vereinzelte
Panikattacken, die die Kriterien einer Panikstörung jedoch nicht erfüllten, diagnostiziert.
Die Einschätzung durch Dr. I._ stimmt mit der Beurteilung durch lic. phil. H._ und
Dr. G._, bei denen sich der Beschwerdeführer in ambulanter psychiatrischer
Behandlung befand, überein. Diese haben in ihrem Bericht zu Handen der Skandia
Leben AG vom 18. April 2014 ausgeführt, dass die aktuelle berufliche Tätigkeit als
Elektromonteur nicht mehr zumutbar sei. Der hohe Leidensdruck, den der
Beschwerdeführer bei jeglicher Konfrontation mit Stromarbeiten bekunden würde,
wirke sich negativ auf die Krankheitsentwicklung aus (IV-act. 98/23). Lic. phil. H._
und Dr. G._ haben dem Beschwerdeführer in ihrem Arbeitsunfähigkeitszeugnis vom
18. Dezember 2014 eine bis auf weiteres bestehende 100%-ige Arbeitsunfähigkeit in
der Tätigkeit als Elektromonteur im Starkstrombereich, im Schwachstrombereich und
für andere leichte Tätigkeiten aber eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit attestiert (IV-act. 116
- 3/3).
3.2 Aus den medizinischen Beurteilungen geht somit übereinstimmend hervor, dass
der Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit als Elektromonteur im
Starkstrombereich zu 100% arbeitsunfähig ist. In einer angepassten Tätigkeit wird dem
Beschwerdeführer hingegen eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit zugestanden. Da sich die
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beim Beschwerdeführer diagnostizierte, spezifische Angststörung, die offenbar auf
zwei bei seiner letzten Tätigkeit als Elektromonteur begangene Fehler zurückzuführen
ist, auf die Arbeit mit Starkstrom bezieht, erscheint die Beurteilung, dass der
Beschwerdeführer in der angestammten Tätigkeit als Elektromonteur im
Starkstrombereich nicht mehr arbeitsfähig sei, als nachvollziehbar. Das gilt aber auch
für die Auffassung, dass sich die Angststörung nicht auf eine angepasste Tätigkeit, die
nichts mit Aufgaben aus dem Bereich der Elektroinstallationen zu tun haben, auswirken
würde, so dass eine angepasste Tätigkeit damit zu 100% zumutbar sei. Einer solchen
Beurteilung widersprechende medizinische Akten liegen nicht vor und auch der
Beschwerdeführer bringt keine Einwendungen vor, die gegen die 100%-ige
Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit sprechen würden. Die von der
Beschwerdegegnerin gestützt auf die Akten festgestellte 100%-ige Arbeitsfähigkeit in
einer angepassten Tätigkeit ist damit nicht zu beanstanden.
4.
4.1 Grundlage der Bemessung des Valideneinkommens bildet die Validenkarriere der
versicherten Person, d.h. die erwerbliche Situation, in der sich die versicherte Person
bei einer vollen Ausnützung ihrer beruflichen Fähigkeiten, Kenntnisse und Erfahrungen
befinden würde, wenn sie gesund geblieben wäre. Die reale erwerbliche Situation bei
Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung und damit der Arbeitsunfähigkeit ist dann als
Validenkarriere heranzuziehen, wenn die versicherte Person dabei alle ihre beruflichen
Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen in vollem Ausmass hat einsetzen können.
4.2 Die Beschwerdegegnerin hat beim Valideneinkommen auf das durch den
Beschwerdeführer zuletzt bei der B._ AG erzielte reale Einkommen abgestellt.
Gemäss seinen eigenen Angaben ist der Beschwerdeführer an dieser Arbeitsstelle als
Elektromonteur mit Baustellenleitung tätig gewesen. Gestützt auf den IK-Auszug des
Beschwerdeführers ergibt sich, dass es sich bei dem bei der B._ AG erzielten
Einkommen um das höchste seit dem Jahr 2001 durch den Beschwerdeführer erzielte
Einkommen gehandelt hat (IV-act. 94). Somit ist davon auszugehen, dass das bei der
B._ AG erzielte Einkommen den beruflichen Kenntnissen, Fähigkeiten und
Erfahrungen des Beschwerdeführers vollumfänglich entsprochen hat. Das durch die
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Beschwerdegegnerin für die Invaliditätsbemessung zugrunde gelegte
Valideneinkommen von Fr. 81'250.-- erweist sich damit als korrekt.
4.3 Auch das Invalideneinkommen ist auf der Grundlage einer erwerblichen Karriere zu
bestimmen. Im Gegensatz zur Validenkarriere kann die Invalidenkarriere aber nicht
anhand eines vorbestehenden Sachverhalts definiert werden. Die Invalidenkarriere
entspricht dem neuen Beruf, in den die versicherte Person - nach einer allfälligen
medizinischen Eingliederung - umgeschult oder in anderer Form beruflich eingegliedert
worden ist.
4.4 Die Beschwerdegegnerin ist von einer Invalidenkarriere als Hilfsarbeiter in einer
handwerklichen Tätigkeit ausgegangen. Dementsprechend hat sie zur Ermittlung des
Invalideneinkommens auf den Zentralwert der Hilfsarbeiterlöhne in der LSE 2012, d.h.
auf den Betrag von Fr. 65'172.-- abgestellt. Nun haben lic. phil. H._ und Dr. G._
dem Beschwerdeführer in ihrem Arbeitsunfähigkeitszeugnis vom 18. Dezember 2014
aber für leichte Tätigkeiten sowie für Tätigkeiten im Schwachstrombereich eine volle
Arbeitsfähigkeit von 100% bescheinigt (IV-act. 116/3). Gestützt auf diese Beurteilung
stellt sich die Frage, ob die Invalidenkarriere des Beschwerdeführers nicht in einer
Tätigkeit als Elektromonteur im Schwachstrombereich zu suchen ist. Da bei der
Diagnose einer Angststörung das aus dem Umgang mit Starkstrom ergebende
Gefährdungspotential im Vordergrund gestanden hat und da bei Arbeiten mit
Schwachstrom natürlich von einem weitaus geringeren Gefährdungspotential
auszugehen ist, erscheint die Beurteilung durch lic. phil H._ und Dr. G._ als
durchaus nachvollziehbar. Gemäss Art. 35.4 des Gesamtarbeitsvertrages (GAV)
2014-2018 des schweizerischen Elektro- und
Telekommunikationsinstallationsgewerbes gibt es in Bezug auf die Mindestlöhne
keinen Unterschied in Bezug auf die Tätigkeiten im Stark- oder Schwachstrombereich.
Auch aus den übrigen Bestimmungen des GAV ergeben sich keine Lohnunterschiede
im Stark- und im Schwachstrombereich. Geht man somit von der Einschätzung von lic.
phil. H._ und Dr. G._ aus und attestiert dem Beschwerdeführer eine 100%-ige
Arbeitsfähigkeit im Schwachstrombereich ergibt sich bei einem Wechsel des
Beschwerdeführers an einen Arbeitsplatz im Schwachstrombereich keine
Lohneinbusse. Dadurch erübrigt sich die ziffernmässige Festlegung des
Invalideneinkommens, da der Invaliditätsgrad in solchen Fällen dem Grad der
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Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung eines allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn
entspricht (sog. Prozentvergleich; vgl. BGE 114 V 310 E. 3a). Da der Beschwerdeführer
in einer leidensadaptierten Tätigkeit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine
indirekt krankheitsbedingten, ökonomisch-betriebswirtschaftlichen Nachteile zu
gewärtigen hat, ist kein Abzug vom Tabellenlohn angezeigt. Bei identischem Validen-
und Invalideneinkommen resultiert notwendigerweise ein Invaliditätsgrad von 0 %.
5.
5.1 Zusammenfassend kann dem Beschwerdeführer insoweit gefolgt werden, als die
Beschwerdegegnerin zu Unrecht einen Invaliditätsgrad von 20% ermittelt hat. Die
primäre Streitfrage ist jedoch, ob und in welchem Umfang ein Anspruch auf eine Rente
der Invalidenversicherung besteht. Da bei einem IV-Grad von 0% kein Rentenanspruch
bestehen kann, erweist sich die Verfügung der Beschwerdegegnerin im Ergebnis als
rechtmässig. Aus diesem Grund ist die Beschwerde abzuweisen.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des
Ver¬fahrens entsprechend ist sie dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.