Decision ID: 23a8b78a-6768-4733-9991-f8cfe74ac36b
Year: 2021
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_002
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law

I. Sachverhalt:
1. A._ wohnt alleine in B._ in einer 3.5 Zimmer-Wohnung zu einem
Mietzins von CHF 1'360.00 pro Monat.
2. Mit Verfügung vom 9. Dezember 2019 gewährte die Gemeinde B._
A._ sozialhilferechtliche Unterstützung für die Periode vom 1.
Oktober 2019 bis 31. März 2020. Gleichzeitig wurde ihr mitgeteilt, dass die
Mietzinskosten von CHF 1'360.00 bis zum nächsten ordentlichen
Kündigungstermin akzeptiert würden. Sollte die Unterstützung andauern,
beteilige sich die Gemeinde B._ ab dem nächstmöglichen
Kündigungstermin vom 31. März 2020 mit höchstens CHF 700.00 an den
Mietzinskosten.
3. Mit Verfügung vom 6. April 2020 verlängerte die Gemeinde B._
A._ die sozialhilferechtliche Unterstützung für die Periode vom 1.
April 2020 bis 30. September 2020. Dabei wurde ankündigungsgemäss
verfügt, dass sich die Gemeinde B._ nur noch mit CHF 700.00 an den
Mietzinskosten beteilige. Ausserdem nahm die Gemeinde B._ zwei
Kürzungen wegen einer IV- bzw. Pensionskasse-Rente vor und verfügte
einen monatlichen Rückzahlungsbetrag für zu viel bezogene
Unterstützungsleistungen. Zudem wurde darauf hingewiesen, dass dem
aktuellen Verlängerungsgesuch von A._ ein Arztzeugnis beigelegt
worden sei mit der Empfehlung, dass A._ infolge psychischer
Probleme sowie eines Autounfalls im Januar 2020 nicht umziehen solle.
Detaillierte Angaben hierzu würden nicht gemacht.
4. Gegen diese Verfügung erhob A._ (nachfolgend:
Beschwerdeführerin) am 28. April 2020 Beschwerde beim
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden und beantragte sinngemäss
eine teilweise Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 6. April 2020.
Zudem ersuchte sie um eine Erhöhung der Beteiligung an neuen
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Mietzinskosten von CHF 700.00 auf CHF 1'000.00. Die übrigen Punkte
focht sie nicht an.
5. In der Vernehmlassung vom 20. Mai 2020 (Posteingang 26. Mai 2020)
beantragte die Gemeinde B._ (nachfolgend: Beschwerdegegnerin)
die Abweisung der Beschwerde unter gesetzlicher Kosten- und
Entschädigungsfolge. Die angefochtene Verfügung erweise sich als
rechtens, namentlich weil ihr ein Wohnungswechsel zumutbar sei und in
unmittelbarer Nähe potentielle Wohnungen vorhanden seien.
6. Die Beschwerdeführerin reichte innert Frist keine Stellungnahme zur
Vernehmlassung ein.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften sowie
auf die angefochtene Verfügung wird, soweit erforderlich, in den
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Die Einzelrichterin zieht in Erwägung:
1.1. Gemäss Art. 49 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechts-
pflege (VRG; BR 370.100) beurteilt das Verwaltungsgericht Beschwerden
gegen Entscheide von Gemeinden, soweit diese nicht bei einer anderen
Instanz angefochten werden können oder nach kantonalem oder
eidgenössischem Recht endgültig sind. Die angefochtene Verfügung vom
6. April 2020, mit welcher die Beschwerdegegnerin die
Mietzinskostenbeteiligung auf CHF 700.00 senkte, ist weder endgültig
noch kann sie bei einer anderen Instanz angefochten werden. Gemäss
Art. 22 der Verfassung der Gemeinde B._ richtet sich das
Beschwerderecht gegen Beschlüsse und Verfügungen der
Gemeindeorgane nach der kantonalen Gesetzgebung. Die angefochtene
Verfügung stellt damit ein taugliches Anfechtungsobjekt für ein
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Beschwerdeverfahren vor dem Verwaltungsgericht des Kantons
Graubünden dar.
1.2. Formell gilt es vorweg festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin als
Adressatin der angefochtenen Verfügung offenkundig durch die Kürzung
der Mietzinskostenbeteiligung berührt ist und ein schutzwürdiges
Interesse an der Aufhebung oder Änderung der angefochtenen Verfügung
hat; sie ist somit nach Art. 50 VRG zur Beschwerdeerhebung legitimiert.
Zudem ist die Beschwerde vom 28. April 2020 fristgerecht innert 30 Tagen
(Art. 52 Abs. 1 VRG) und formgerecht (Art. 38 Abs. 1 VRG) eingereicht
worden, weshalb darauf einzutreten ist.
1.3. Gemäss Art. 43 Abs. 3 lit. a VRG entscheidet das Verwaltungsgericht in
einzelrichterlicher Kompetenz, wenn der Streitwert CHF 5'000.00 nicht
überschreitet und keine Fünferbesetzung vorgeschrieben ist. Vorliegend
wehrt sich die Beschwerdeführerin gegen die am 6. April 2020 verfügte
Kürzung der Wohnkostenbeteiligung ab dem 1. April 2020 bis zum 30.
September 2020 von CHF 1'360.00 auf CHF 700.00. Daraus ergibt sich
ein Streitwert von CHF 3'960.00 (6 Monate x CHF 660.00). Nachdem der
Streitwert somit unter CHF 5'000.00 liegt und für diese Angelegenheit auch
keine Fünferbesetzung vorgeschrieben ist (vgl. Art. 43 Abs. 2 VRG), ist die
Einzelrichterin zum Entscheid zuständig.
2.1. Vorliegend streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin der
Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 6. April 2020 zu Recht die
Beteiligung der Mietzinskosten von vormals CHF 1'360.00 auf CHF 700.00
gekürzt hat.
2.1.1. Wer in Not gerät und nicht in der Lage ist, für sich zu sorgen, hat Anspruch
auf Hilfe und Betreuung und auf die Mittel, die für ein menschenwürdiges
Dasein unerlässlich sind (Art. 12 der Bundesverfassung der
Schweizerischen Eidgenossenschaft [BV; SR 101]). Dieses Grundrecht
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räumt einer hilfsbedürftigen Person einen gerichtlich durchsetzbaren
Anspruch auf positive Leistung des Staates ein. Als Garantie eines
menschenwürdigen Daseins ist das Grundrecht auf Existenzsicherung
unantastbar, womit Schutzbereich und Kerngehalt zusammenfallen. Eine
Kürzung oder der Entzug verfassungsrechtlich geschützter Existenzmittel
ist daher unzulässig (Art. 36 Abs. 4 BV). Diese verfassungsmässigen
Ansprüche werden durch die kantonale Gesetzgebung konkretisiert; jede
bedürftige Person hat Anspruch auf persönliche und wirtschaftliche Hilfe.
Als bedürftig gilt, wer für seinen Lebensunterhalt und den seiner
Familienangehörigen mit gleichem Wohnsitz nicht hinreichend oder nicht
rechtzeitig aus eigenen Mitteln aufkommen kann (Art. 1 Abs. 1 des
Gesetzes über die Unterstützung Bedürftiger [Kantonales
Unterstützungsgesetz; UG; BR 546.250]). Gemäss Art. 2 Abs. 1 UG
bestimmt die zuständige Sozialbehörde Art und Mass der Unterstützung
nach dem ausgewiesenen Bedarf unter Würdigung der örtlichen und
persönlichen Verhältnisse. Für die Bemessung der Unterstützung durch
die zuständige Gemeinde sind gemäss Art. 1 Abs. 1 der
Ausführungsbestimmungen zum kantonalen Unterstützungsgesetz
(ABzUG; BR 546.270) die Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für
Sozialhilfe (nachfolgend: SKOS-Richtlinien) einschliesslich des Kapitels
"Praxishilfen" mit gewissen Konkretisierungen und Einschränkungen
massgebend.
2.1.2. Die materielle Grundsicherung umfasst gemäss B.1 der SKOS-Richtlinien
den Grundbedarf für den Lebensunterhalt, die Wohnkosten
(einschliesslich der mietrechtlich anerkannten Nebenkosten) und die
Kosten für die medizinische Grundversorgung. Nach Abschnitt B.3 der
SKOS-Richtlinien betreffend Wohnraum wird von Sozialhilfe beziehenden
Personen erwartet, dass sie in einem günstigen Wohnraum leben. Da das
Mietzinsniveau regional oder kommunal unterschiedlich ist, wird
empfohlen, nach Haushaltgrösse abgestufte Obergrenzen für die
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Wohnkosten festzulegen. Demgemäss hat die Beschwerdegegnerin die
Obergrenze der Wohnkosten für Einpersonenhaushalte auf CHF 700.00
festgelegt. Diese sind der Internetseite der Gemeinde B._ unter der
Rubrik Sozialwesen, Richtlinien für Wohnungskosten zu entnehmen. Es
ist auf diese fachlich begründete Berechnungsmethode abzustellen, die
gestützt auf Daten des lokalen und aktuellen Wohnungsangebotes
angewendet wird. Bis zur definierten Obergrenze sind die Kosten zu
übernehmen. Überhöhte Wohnkosten sind so lange zu übernehmen, bis
eine zumutbare günstigere Lösung zur Verfügung steht. Weigern sich
unterstützte Personen, eine günstigere Wohnung zu suchen oder in eine
effektiv verfügbare und zumutbare günstigere Wohnung umzuziehen,
dann können die anrechenbaren Wohnkosten auf jenen Betrag reduziert
werden, der durch den Bezug einer günstigeren Wohnung entstanden
wäre.
2.1.3. Unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin ab dem 1. April 2020
Anspruch auf wirtschaftliche Sozialhilfe hat. Gemäss Art. 8 Abs. 1 ABzUG
ist in die Berechnung des Lebensbedarfs der ortsübliche Mietzins einer
preisgünstigen Wohnung für die entsprechende Haushaltsgrösse
zuzüglich Nebenkosten einzubeziehen. Überhöhte Wohnkosten sind nur
bis zum nächsten Kündigungstermin, maximal jedoch während sechs
Monaten, zu übernehmen. Nach Abschnitt B.3 der SKOS-Richtlinien
betreffend Wohnraum wird von Sozialhilfe beziehenden Personen
erwartet, dass sie in günstigem Wohnraum leben. Neben dem
Grundbedarf umfasst die Unterstützung die angemessenen Kosten für die
Wohnungsmiete, welche von der Beschwerdegegnerin für einen
Einpersonenhaushalt auf CHF 700.00 festgesetzt wurden. Die von der
Beschwerdeführerin gemietete 3.5 Zimmer-Wohnung entspricht mit einem
Mietzins von CHF 1'360.00 weder den SKOS-Richtlinien noch den
kommunalen Richtlinien für Wohnungskosten. Vielmehr übersteigt dieser
Mietzins den von der Beschwerdegegnerin vorgesehenen
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Unterstützungsbetrag für die Wohnungsmiete von CHF 700.00 um
insgesamt CHF 660.00 pro Monat. Die Kosten der Wohnung erweisen sich
nicht als angemessen. Das Bundesgericht hat hinsichtlich vorliegender
Thematik festgehalten, dass Personen, die Sozialhilfe beanspruchen
keinen Anspruch auf Übernahme der Mietzinskosten einer beliebigen
Wohnung durch das Gemeinwesen haben. Die Gemeinde darf ihren
Beitrag an die Wohnung auf das beschränken, was für eine den
elementaren Unterkunftsbedürfnissen genügende Wohnung aufgewendet
werden muss, wobei es immerhin ausserordentliche persönliche
Verhältnisse zu berücksichtigen hat (Urteil des Bundesgerichts
2P.143/2005 vom 3. Juni 2005 E.2.2.1). Die Beschwerdegegnerin hat die
überhöhten Wohnkosten der Beschwerdeführerin, wie in B.3 SKOS-
Richtlinie vorgesehen, bis zum angekündigten Zeitpunkt am 31. März
2020 übernommen. Mit der unangefochten gebliebenen Verfügung vom 9.
Dezember 2019 erhielt die Beschwerdeführerin eine angemessen lange
Frist zum Suchen und Beziehen einer günstigeren Wohnung eingeräumt,
welche sie nicht wahrnahm. In fast identisch gelagerten Fällen, hat das
Bundesgericht die Kürzung der Wohnungsmiete mit vorgängiger
Information durch die Gemeinde trotz Arztzeugnis als rechtmässig
anerkannt hat (Urteil des Bundesgerichts 8C_95/2007 Urteil vom 13.
August 2007 E.3.3; vgl. Entscheid Obergericht Uri vom 28. Juni 2019 [OG
V 19 13]). Die Beschwerdegegnerin hat die Unterstützung für den
Mietkostenanteil somit zu Recht auf CHF 700.00 ab 1. April 2020 gekürzt,
was der Beschwerdeführerin im Übrigen wie bereits gesagt mit Verfügung
vom 9. Dezember 2019 in Aussicht gestellt worden war
(Beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.] 1, Dispositiv-Ziffer 2 letzter
Satz). Nachfolgend ist somit die Zumutbarkeit eines Wohnungswechsels
zu prüfen.
2.2. Sodann ist zu prüfen, ob der Beschwerdeführerin ein Wohnungswechsel
in eine günstigere Wohnung zugemutet werden kann.
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2.2.1. Gemäss Art. 36 BV bedarf die Einschränkung von Grundrechten einer
genügenden gesetzlichen Grundlage (Art. 36 Abs. 1 BV), muss durch ein
öffentliches Interesse (Art. 36 Abs. 2 BV) gerechtfertigt und
verhältnismässig (Art. 36 Abs. 3 BV) sein. Der Kerngehalt der Grundrechte
ist unantastbar (Art. 36 Abs. 4 BV). Der Grundsatz der
Verhältnismässigkeit fordert, dass Verwaltungsmassnahmen zur
Verwirklichung des im öffentlichen Interesse liegenden Ziels geeignet und
erforderlich sind. Dabei muss der angestrebte Zweck in einem
vernünftigen Verhältnis zu den Belastungen stehen, die dem Privaten
auferlegt werden. Die Verwaltungsmassnahme muss sich für den Privaten
als zumutbar erweisen (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines
Verwaltungsrecht, 8. Aufl., Zürich 2020, Rz. 514).
2.2.2. Auch die implizite Anweisung der Sozialhilfebehörde, wonach sich die
unterstützte Person eine günstigere Wohnung zu suchen hat, weil der
Unterstützungsanteil an die Mietkosten reduziert wird, ist im Einzelfall auf
ihre Verhältnismässigkeit zu prüfen. Dabei sind insbesondere die Grösse
und Zusammensetzung der Familie, eine allfällige Verwurzelung an einem
bestimmten Ort, das Alter und die Gesundheit der betroffenen Personen
sowie der Grad ihrer sozialen Integration zu berücksichtigen (vgl. B.3 der
SKOS-Richtlinien). Ein Umzug ist dann als unzumutbar zu qualifizieren,
wenn es sich um eine vom Durchschnitt abweichende besondere
Belastungssituation (z.B. Gebrechlichkeit, aktuelle schwere Erkrankung
oder Behinderung, nur kurze Überbrückungshilfe) handelt (Urteil des
Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden [VGU] U 16 38 vom 21.
November 2016 E.3d m.w.H.).
2.2.3. Bezüglich Verwurzelung führt die Beschwerdeführerin aus, dass sie bereit
wäre, in eine günstigere Wohnung zu einem Mietzins von CHF 1'100.00
zu ziehen, welche sich im selben Haus befinde, wobei es wichtig sei, in
diesem Haus zu bleiben, da ihre Tochter auch dort lebe. Sie und ihre
Tochter hätten sich dort gut eingelebt und ein gutes Verhältnis mit dem
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Vermieter sowie mit den langjährigen Nachbarn und würden sich
gegenseitig helfen. Sie fühle sich sehr wohl in diesem Haus und das helfe
ihr bei psychischen Niederschlägen. Die Nähe zu ihrer Tochter sei ihr eine
grosse Sicherheit und Hilfe (z.B. Einkäufe, Hundebetreuung, Kochen,
Haushalt, mentale und finanzielle Unterstützung, Automitbenützung,
Internetzugang). Die Beschwerdeführerin verweist auf das Arztzeugnis
ihres langjährigen Hausarztes Dr. C._, welcher die Situation
bezüglich ihrer Gesundheit bestätige (Beschwerdeführerische Akten [Bf-
act.] 2). Der Hausarzt Dr. C._ bestätigt mit Arztzeugnis vom 22. April
2020, dass die Beschwerdeführerin an psychischen Problemen und an
den Folgen eines Unfalles vom 3. Januar 2020 leide und dass es eminent
wichtig sei, dass sie in der Nähe ihrer Tochter leben könne. Er befürchtet
grosse gesundheitliche Probleme, sollte die Beschwerdeführerin
wegziehen müssen, da ihre Tochter sie wegen ihren körperlichen
Beschwerden massiv unterstütze, und vermutet, dass die
Beschwerdeführerin ohne die Tochter professionelle Hilfe in Anspruch
nehmen müsste (Bf-act. 2).
2.2.4. Hinsichtlich Arztzeugnis ist festzuhalten, dass es sich beim attestierenden
Arzt Dr. med. C._ um einen Facharzt für Innere Medizin FMH handelt.
Es attestiert der Beschwerdeführerin, an psychischen Problemen und an
den Folgen eines Unfalles vom 3. Januar 2020 zu leiden und von ihrer
Tochter wegen ihren körperlichen Beschwerden massiv unterstützt zu
werden. Um welche psychischen Probleme oder körperlichen
Beschwerden es sich handelt, wird nicht erläutert. Das Arztzeugnis stellt
keine fachärztliche Beurteilung bezüglich psychischer oder körperlicher
Leiden dar. Insofern ist auch nicht nachvollziehbar, was es mit der
Darstellung von Dr. C._ auf sich hat, dass bei einem Wegzug der
Beschwerdeführerin grosse gesundheitliche Probleme zu befürchten
seien und inwiefern die Beschwerdeführerin ohne die Tochter vermutlich
professionelle Hilfe in Anspruch nehmen müsste. Die Beschwerdeführerin
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selbst erwähnt als körperliche Beschwerden allein eine Verletzung an der
Hand. Trotz dieser Verletzung ist es der Beschwerdeführerin möglich, die
Hunde (den eigenen und denjenigen der Tochter) auszuführen, den
Haushalt zu besorgen (inklusive Einkaufen und Kochen) und Auto zu
fahren. Auch ist sie bereit, einen Umzug in eine neue Wohnung zu einem
Mietzins von
CHF 1'100.00 zu machen, möchte aber im selben Haus wie ihre Tochter
wohnen bleiben, weil sie von ihr mental und zuweilen auch finanziell sehr
unterstützt werde. Hierzu ist festzuhalten, dass die körperlichen
Beschwerden, welche unbestrittenermassen einem Umzug nicht im Wege
stehen, keine Unzumutbarkeit eines Wohnungswechsels zu begründen
vermögen. Ausser der engen Beziehung der Beschwerdeführerin zu ihrer
Tochter gibt es keine weiteren sozialen oder familiären Kontakte, welche
einen Umzug unzumutbar erscheinen liessen. Das gute Verhältnis zu
ihrem Vermieter oder den Nachbarn vermag daran nichts zu ändern (VGU
16 38 E.3d m.w.H.). Gemäss der Website newhome.ch waren im Frühjahr
2020 verschiedene 1 - 1.5 Zimmer-Wohnungen/Studio in der Umgebung
B._ für ca. CHF 600.00 bis CHF 800.00 auszumachen. Eine dieser
Wohnungen befindet sich dabei lediglich 300 Meter vom momentanen
Wohnort der Beschwerdeführerin entfernt (vgl. Bg-act. 3). Eine
gegenseitige Unterstützung zwischen der Beschwerdeführerin und ihrer
Tochter, wie sie derzeit stattfindet, wäre aufgrund der geringen Distanz
also weiterhin annähernd unverändert gewährleistet (Hundebetreuung,
Kochen, Einkaufen, Automitbenützung), zumal die Beschwerdeführerin
wie dargetan an einer Handverletzung leidet, die Mobilität aber nicht
eingeschränkt ist. Indem sie im gleichen Dorf bzw. in der nahen Umgebung
wohnhaft bleiben kann, wäre auch der Kontakt zu den jetzigen Nachbarn
und Bekannten weiterhin möglich. Ein Umzug innerhalb derselben
Gemeinde bzw. in der näheren Umgebung erweist sich für die
Beschwerdeführerin somit als gesundheitlich, familiär und sozial
zumutbar. Die von der Beschwerdeführerin bezeichnete Wohnung im
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selben Haus mit einem Mietzins von CHF 1'100.00, in die sie bereit wäre
einzuziehen, erweist sich in Anbetracht der in der näheren Umgebung
liegenden Wohnungen mit Mietzinskosten im Umfang von CHF 600.00 bis
CHF 800.00, in die zu ziehen der Beschwerdeführerin aufgrund der
gesamten Umstände zumutbar ist, ebenfalls als zu teuer. Weiterungen
hierzu erübrigen sich.
Die Beschwerdegegnerin ist somit korrekt vorgegangen, indem sie einen
Wohnungswechsel für die Beschwerdeführerin in eine Wohnung zu einem
Mietzins von CHF 700.00 als zumutbar erachtet hat.
3. Im Ergebnis hat die Beschwerdegegnerin die Kürzung der Mietzinskosten
von CHF 1'360.00 auf CHF 700.00 per 1. April 2020 zu Recht verfügt,
zumal die Beschwerdeführerin aufgrund der rechtskräftigen Verfügung
vom 9. Dezember 2019 mit der Kürzung der Mietzinskostenunterstützung
ab 1. April 2020 rechnen musste. Die angefochtene Verfügung vom 6. April
2020 erweist sich somit als rechtens, was zur Abweisung der dagegen
erhobenen Beschwerde führt.
4. Auf die Erhebung von Gerichtskosten nach Art. 73 Abs. 1 VRG ist
vorliegend zu verzichten, da davon auszugehen ist, dass die
Beschwerdeführerin sich in finanziell angespannten Verhältnissen
befindet bzw. Sozialhilfe bezieht.
5. Der Beschwerdegegnerin steht keine aussergerichtliche Entschädigung
zu, da sie in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegt (Art. 78 Abs. 2 VRG).