Decision ID: 6964cdc9-4355-4c13-8a71-fd38cc1c900f
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1970 geborene
X._
, welcher über keine Berufsausbildung ver
fügt,
reiste 1988 in die Schweiz ein und war ab November 1999 bei der
Y._
als Lagerist tätig (Urk. 11/9
und Urk. 11/23/1-2
). A
m 26. Januar 2010
(Eingangsdatum) meldete er sich
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Hinweis auf
seit dem 21. Oktober 2009 bestehende
Rückenbeschwerden
erstmals
zum Leistungsbezug an (Urk. 11/9, 11/11).
Die Arbeitsstelle wurde ihm per 31. Juli 2010 gekündigt (Urk. 11/28/5)
; seither war er nicht mehr erwerbstätig (Urk. 11/115)
.
Nach getätigten medizinischen und erwerblichen Abklärungen hielt die IV-Stelle dafür, dass dem Versicherten eine wechselbelastende leichte Tätigkeit vollschichtig zumut
bar sei und verneinte bei einem errechneten Invaliditätsgrad von 20 % mit Verfügung vom 20. Januar 2011 einen Rentenanspruch (Urk. 11/56). Nachdem auf zwei Neuanmeldungen mangels glaubhaft gemachter Verschlechterung der tatsächlichen Verhältnisse mit Verfügungen vom 16. Februar 2012 (Urk. 11/99) und vom 24. September 2012 (Urk. 11/107) nicht eingetreten worden war, mel
dete sich der Versicherte am 11. April 2013 erneut zum Leistungsbezug an (Urk. 11/109). Da die einge
reichten medizinischen Unterlagen eine schlüssige Beurteilung des Gesundheits
zustandes nicht zuliessen, ordnete die IV-Stelle eine
bidisziplinäre
medizinische Abklärung an (Urk. 11/121). In der Folge erstatteten Dr. med. et Dr. sc. nat. ETH
Z._
, Fachärztin FMH Innere Medizin spez.
Rheumaerkrankun
gen
, das internistisch-rheumatologische Gutachten am 25. Januar 2014 (Urk. 11/128) und Dr. med.
A._
, Facharzt FMH Psychiatrie und Psy
chotherapie, das psychiatrische Gutachten mit interdiszipli
närer Zusammenfas
sung am 6. März 2014 (Urk. 11/130). Gestützt auf die Schlussfolgerungen der Gutachter wurde ein Rentenanspruch nach durchge
führtem
Vorbescheidverfah
ren
mit Verfügung vom 20. November 2014 verneint (Urk. 2 [= 11/146]).
2.
Dagegen liess der Versicherte mit Eingabe vom 8. Januar 2014 (richtig: 2015; zur Post gegeben am 9. Januar 2015) Beschwerde führen (Urk. 1). In der Sache wurde bean
tragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es seien dem Beschwer
deführer die gesetzlichen Leistungen der Invalidenversicherung auszu
richten, namentlich eine auf einem Invaliditätsgrad von 100 % beruhende ganze Invali
denrente, allenfalls eine auf einem Invaliditätsgrad von über 60 % beru
hende
Dreiviertelsrente
; eventuell sei die Angelegenheit zur ergänzenden Ab
klärung an die Verwaltung zurückzuweisen (Urk. 1 S. 2). In prozessualer Hin
sicht bean
tragte der Beschwerdeführer, das Verfahren sei zu sistieren, bis die Schweizeri
sche Unfallversicherungsanstalt (SUVA) entschieden habe, ob sie eine
mögliche Pneumokoniose (Silikose) als Berufskrankheit anerkenne (Urk. 1 S. 2), ausser
dem sei ihm die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren und es sei ihm in der Person von Rechtsanwalt David Husmann ein unentgeltlicher Rechtsbei
stand zu bestellen (Urk. 1 S. 3). Mit Eingabe vom 12. Februar 2015 (Urk. 7) reichte der Beschwerdeführer das ausgefüllte Formular zur Abklärung der pro
zessualen Bedürftigkeit (Urk. 8) ein und legte verschiedene Belege (Urk. 9/1-12) auf.
Mit Beschwerdeantwort vom 17. Februar 2015 schloss die IV
Stelle auf Abwei
sung der Beschwerde (Urk. 10). Mit Verfügung vom 9. März 2015 wurden die Gesuche des Beschwerdeführers um Sistierung des Beschwerdeverfahrens sowie um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege abgewiesen, unter Zustellung der Beschwerdeantwort vom 17. Februar 2015 (Urk. 12).
Im Jahr 2015
reichte der Beschwerdeführer
diverse
ärztliche Zeugnisse und
Physiotherapie-
Ver
schreibungen (Urk.
14-25
) zu den Akten.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 die
ser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu ver
gewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analo
ger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1
des
Bundesge
setzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (
ATSG
)
vorzu
gehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.
5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das
gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in
H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die IV-Stelle im Wesentlichen, die umfangrei
chen medizinischen Abklärungen hätten ergeben, dass seit der rechts
kräftigen Verfügung vom 20. Januar 2011 keine Änderung eingetreten sei. Dem Beschwerdeführer sei eine angepasste Tätigkeit (beispielsweise Konfektions-, Verpackungs- oder Kontrolltätigkeit) nach wie vor vollumfänglich zumutbar. Beim Einkommensvergleich resultiere ein Invaliditätsgrad von 5 %. Im
Ein
wandverfahren
seien keine neuen fachärztlich ausgewiesenen medizinischen Tatsachen
vorgebracht
und Befunde
dargelegt
worden, insbesondere nicht eine Lungenerkrankung betreffend (Urk. 2 S. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer brachte dagegen im Wesentlichen vor,
die
Beschwerdegeg
nerin
habe es bis anhin unterlassen, die vollständigen Unterla
gen der SUVA für einen Leistungsentscheid beizuziehen, obwohl sie Kenntnis vom Verfahren der SUVA habe und über den Verdacht auf eine Staublunge (Pneumokoniose; Silikose) Bescheid wisse. Damit sei die Beschwerdegegnerin ihrer Abklärungspflicht nicht nachgekommen (Urk. 1 S. 6). Die Begutachtung erweise sich als unvollständig. Aus somatischer Sicht sei eine rein rheumatolo
gische Beurteilung nicht (alleine) zielführend. Eine n
eurologi
sche/
neurochirurgische Beurteilung erscheine unabdingbar. Die Empfehlung der
B._
, auf welche Dr.
Z._
verweise, könne nicht als Grundlage für die
Beurteilung der (Rest-)Arbeitsfähigkeit dienen (Urk. 1 S. 7).
Sie
äussere sich auch nicht zum Befund der Pneumokoniose beziehungs
weise lege nicht nahe, eine zusätzliche
pneumol
ogische
Abklärung vorzuneh
men
.
Sodann
begründe
sie
nicht nachvollziehbar
, weshalb bei der Arbeit das Tragen von Gewichten bis zu 10 kg zumutbar sei. Schliesslich nehme sie nur lückenhaft zu früheren fachärztlichen Einschätzungen Stellung (Urk. 1 S. 8) und begründe nicht, weshalb die Beschwerden im geschilderten Ausmass nicht erklärbar seien (Urk. 1 S. 9). Auch die Einschätzung von Dr.
A._
sei nicht schlüssig (Urk. 1 S. 10).
Insgesamt sei das Gutachten mangelhaft
,
und
es
müsse eine erneute Begutachtung stattfinden, unter Berücksichtigung der
pneumolo
gischen
Situation (Urk. 1 S. 11).
2.3
Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung des Beschwerdeführers vom 11. April 2013 (Urk. 11/109) eingetreten. Demnach ist zu prüfen, ob sie eine anspruchsbegründende Verschlechterung des Gesundheitszustandes im massge
benden Vergleichszeitraum zwischen der rentenabweisenden Verfügung vom 20. Januar 2011 (Urk. 11/56) und derjenigen vom 20. November 2014 (Urk. 2) zu Recht verneint hat.
3.
3.1
Mit
rechtskräftiger
Verfügung vom 20. Januar 2011 wurde ein Rentenanspruch verneint (Urk. 11/56).
Dabei stützte sich die Beschwerdegegnerin auf die ärztli
che Beurteilung des Regionalen Medizinischen Dienstes (RAD).
Dieser hatte unter Berücksichtigung des medizinischen Sachverhalts in der Stellungnahme vom 7. Juni 2010 festgehalten, der Beschwerdeführer leide gemäss aktuellem Bericht des Hausarztes
Dr.
C._
an Einschränkungen vorwiegend an der Lendenwirbelsäule (Diskushernie ohne schwerwiegende neurologische Ausfälle). Eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als Lagerist ab Oktober 2009 sei nachvollziehbar, allerdings sei eine 100%ige Restarbeitsfähigkeit in einer optimal leidensangepassten Tätigkeit, leicht und wechselbelastend, teils sitzend, stehend und gehend, ohne
Lastenhe
ben
über 5 kg, klar ausgewiesen. Vorbehalten sei die noch geplante Beurteilung durch die
D._
(Urk. 11/37/3).
Dorthin begab sich der Beschwer
deführer jedoch nicht
(Urk. 11/35)
, stattdessen
war er vom 1
3.
bis 26. Oktober 2010 in der
E._
hospitalisiert (Urk. 11/52).
In deren
Austrittsbe
richt
vom 2. Dezember 2010 wurden die folgenden Diagnosen festgehalten
(Urk. 11/52/1)
:
chronisch rezidivierendes
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom und
leichtgradiges
sensomotorisches Reiz- und Ausfallsyndrom S1 links mit/bei
MRI 09/09: Diskushernie L5/S1 links mit
Sequesterbildung
und Kom
pression S1,
leichtgradige
Osteochondrosen
L5 bis S1
klinisch: Hypästhesie ausgelöschter ASR links
EMG: Zeichen der akuten
Denervation
der Kennmuskulatur S1
Status nach
cerviko
-vertebralem Syndrom
Knie-OP rechts 2003
Verdacht auf arterielle Hypertonie (neu)
Tonsillektomie circa 1998 und zweimalige Augenoperation links
Unter Einbezug des
Austrittsberichtes der
E._
vom 2. Dezember 2010
nahm
der RAD
am 18. Januar 2011 erneut Stellung. Er hielt dafür,
dass im Wesentlichen nur die bereits bekannten Einschränkungen an der Wirbelsäule beschrieben würden. Von einem eigenständigen Krankheitsgeschehen im psy
chiatrischen Bereich von relevantem Ausmass bestehe keine Kenntnis. Die im Bericht bescheinigte 50%ige Restarbeitsfähigkeit für leichtere Arbeit könne nicht nachvollzogen werden. Ausgewiesen sei weiterhin eine 100%ige
Restar
beitsfähigkeit
für leichte wechselbelastende Tätigkeiten, ohne Gewichtheben über 5 kg und ohne Zwangshaltungen (Urk. 11/55/2).
3.2
3.2.1
Dr.
Z._
sowie Dr.
A._
hielten in der interdisziplinären Zusammenfas
sung und Beurteilung des Gutachtens vom 6. März 2014 die folgenden Diag
nosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit fest (Urk. 11/130/8):
Verminderte Belastbarkeit und Beschwerden der HWS bei Status nach mikrochirurgischer Diskektomie C4/C5 und
Spondylodese
mit PI-NA SLK-Cage am
4.
Mai 2012 mit normalem postoperativem Befund (MRI 01/2014) und guter Lage des Implantats (Röntgen 11/2013), ohne ver
mehrte
szintigraphische
Aktivität (07/2013), ohne
radikuläre
Zeichen
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit führten die Gutachter die folgenden auf (Urk. 11/130/8 f.):
Anpassungsstörung mit Sorgen, Anspannungen, Stimmungseinbrüchen
und Resignation (ICD-10 F43
.23)
Posttraumatische Albträume (ICD-10 F43.8)
Mikrozytäre
Anämie (Erstdiagnose 06/2013), Hämoglobin 111 g/l, MCV
75,4
fl
, Differentialdiagnose: chronische Entzündung, Eisenmangel,
Gastro
-Koloskopie 01/2013 unauffällig
Erhöhte Entzündungszeichen (Erstdiagnose 05/2012)
Chronische Urtikaria (Erstdiagnose 10/2013)
Bilaterale apikale
noduläre
Infiltrate mit mediastinaler und
bihilärer
Lym
phadenopathie
(Erstdiagnose 11/2013) mit unauffälligen
endobron
chialen
Verhältnissen, dreimalige
Bronchoskopie
11/2013, unauffälliger Echokardiographie (11/2013) und normaler Lungenfunktion (12/2013)
Status nach Arthroskopie des rechten Knies am 20.10.2004 mit
Plica
-Resektion und postoperativer Narbe des Hoffa-Fettkörpers, jedoch sonst intakten Kniebinnenstrukturen (MRI 02/2013) und unauffälligen
ossären
Verhältnissen (Röntgen 08/2013), ohne vermehrte
szintigraphische
Akti
vität (07/2013)
Leichte
regrediente
Syringohydromyelie
C4/C5, MRI 01/2014 gegenüber MRI 11/2011
Die Gutachter hielten fest, der Beschwerdeführer sei aus rheumatologischer Sicht durch die eingeschränkte Funktion der HWS und der LWS limitiert. Er könne Lasten bis zu 10 kg heben oder tragen (leichtes Belastungsniveau). Tätig
keiten, welche diesem Profil entsprächen, könne er zu 100 % beziehungsweise ganztags ausüben. Aus psychiatrischer Sicht bestehe kein Bedarf nach adap
tierten Tätigkeiten, eine Arbeitsunfähigkeit bestehe nicht (Urk. 11/130/9).
3.2.2
Dr.
Z._
hielt in ihrem internistisch-
rheumatologischen
Teilgutachten
vom 25. Januar 2014
fest, der Beschwerdeführer sei ein kräftiger 43-jähriger Mann. Seit 1999 klage er über lumbale Beschwerden mit Ausstrahlung in das linke Bein und später auch über
cervikale
Schmerzen mit Ausstrahlung in den linken Arm. Er sei deshalb sowohl im Bereich der Lendenwirbelsäule (LWS) wie auch der Halswirbelsäule (HWS) operiert worden. Im Sommer 2013 sei eine chroni
sche Urtikaria aufgetreten.
Bei der Abklärung der Urtikaria
seien bilaterale api
kale
noduläre
Infiltrate mit mediastinaler und
bihilärer
Lymphadenopathie
fest
gestellt worden, deren Ursache bisher nicht bekannt sei. Die dreimalige
Bron
choskopie
, die Echokardiographie und die grosse Lungenfunktion (12/2013) hätten alle keine gravierenden Befunde ergeben. Der Beschwerdeführer klage nun über die oben beschriebenen Beschwerden im Bereich der HWS und der LSW und füge hinzu, dass der linke Fuss und der linke Arm wie taub seien. Die beiden Operationen an der HWS beziehungsweise LWS hätten nicht geholfen, sondern seine Beschwerden sogar verschlimmert. Er klage bei dieser Untersu
chung nicht über Beschwerden im rechten Knie. Bei der klinischen Untersu
chung würden Diskrepanzen auffallen. Der intermittierend hinkende Gang nor
malisiere sich unter Ablenkung. Die Haut weise am Stamm sowie an beiden Armen und Beinen
urtikarielle
Läsionen in Abheilung auf. Die Beweglichkeit der LWS sei in der Lateralflexion beidseits leicht eingeschränkt bei normaler Inklination und
Reklination
. Die BWS und die HWS seien normal beweglich. Der Achillessehnenreflex links sei nicht auslösbar. Alle grossen peripheren Gelenke seien normal beweglich, insbesondere auch beide Knie. Nirgends seien Gelenksergüsse,
Synovitiden
oder überwärmte Gelenke vorhanden. Die ganze Muskulatur sei liegend geprüft nirgends verspannt. Die Bioimpedanz-Analyse
zeige eine erfreulich kräftige Muskelmasse von 48 %, die den Normwert von 40 % deutlich übertreffe. Eine lang andauernde körperliche Schonung könne daraus nicht abgeleitet werden. Die MRI-Untersuchung des rechten Knies (02/2013) zeige eine postoperative Narbe im Bereich des Hoffa-Fettkörpers bei sonst intakten Kniebinnenstrukturen, unauffälligen
ossären
Verhältnissen sowie keine vermehrte
szintigraphische
Aktivität (07/2013). Da die klinischen und bildgebenden Befunde im Bereich des rechten Knies unauffällig seien, werde diesbezüglich keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt. Die MRI-Untersuchung der HWS (01/2014) zeige einen normalen postoperative
n Befund und die Lage des Implantats sei gut;
s
zintigraphisch
sei im Juli 2013 keine vermehrte Aktivität vorhanden. Die im November 2011 festgestellte leichte
Syringohydromyelie
C4/C5 habe sich bildgebend im Januar 2014 ver
kleinert. Die bildgebenden Befunde im Bereich der HWS zeigten alle einen günstigen postoperativen Verlauf ohne Kompression neuraler Strukturen. Die MRI-Unter
suchung der LWS (01/2014) zeige
leichte bis mässige
multisegmen
tale
degenerative Veränderungen mit einer kleinen
recessalen
Diskushernie L5/S1 mit möglicher
recessaler
Irritation der Nervenwurzel S1 links ohne Kom
pression.
Szintigraphisch
sei im Juli 2013 ebenfalls im Bereich der LWS keine vermehrte Aktivität vorhanden. Die Befunde im Bereich der LWS seien keines
wegs gravierend (Urk. 11/128/62).
Die Gutachterin legte sodann dar, dass die ausgedehnte Blutuntersuchung wei
terhin, wie seit Mai 2012 bekannt, erhöhte Entzündungszeichen zeige. Das
C-reaktive Protein sei weiterhin leicht erhöht (aktuell 9 mg/l), habe jedoch gegen
über November 2013 deutlich gebessert (damals Werte zwischen 15 bis 46 mg/l). Es sei erneut eine Anämie nachweisbar, die gegenüber November 2013 etwa unverändert sei (aktuell 111 g/l, November 2013 zwischen 107 bis 116 g/l). Weiterhin seien der Rheumafaktor und
die
Anticitrullin
-Antikörper nicht nachweisbar. Vier der fünf angegebenen Medikamente seien in seinem Blut nachweisbar. Beim Beschwerdeführer bestünden strukturelle Veränderungen im Bereich der HWS und der LWS, die seine Leistungsfähigkeit verminderten. Das Ausmass seiner Beschwerden könne jedoch durch die Befunde nicht erklärt werden. Er könne eine angepasste Tätigkeit zu 100 % beziehungsweise ganztags ausüben (Urk. 11/128/63).
Dr.
Z._
wies
zusätzlich darauf hin, dass der Beschwerdeführer bei Bestei
gen der Liege und beim Ausziehen der Socken spontan den
Langsitz
einnehme. Diskrepant dazu äussere er bei der Prüfung des
Lasègues
rechts ab 60° und links bei 45° laut Schmerzen und lasse keine weitere Prüfung des
Lasègues
mehr zu. Da kein reflektorischer Bewegungswiderstand feststellbar sei,
handle
es sich keinesfalls um einen pathologischen
Lasègue
, sondern am ehesten um eine
Ver
deutlichungstendenz
. Der Beschwerdeführer klage nicht über Handbeschwerden. Sein Handeinsatz sei beidseits normal. Diskrepant dazu entspreche die gezeigte maximale Handkraft rechts 57 % der Norm und links 51 %. Aus rheumatologi
scher Sicht gebe es keine Ursache für eine deutlich verminderte Handkraft beidseits. Hier bestehe eine Selbstlimitierung bei der Untersuchung. Von den fünf geprüften Medikamenten seien das
Arcoxia
und das
Lyrica
im therapeuti
schen Bereich nachweisbar. Auch die beiden Medikamente
Sequase
und
Tra
madol seien nachweisbar, jedoch weit unterhalb des therapeutischen Bereichs. Vom
Dafalgan
fehle jede Spur im Blut. Er habe daher mit Sicher
-
heit
die
Dafalgan
-Tablette am Morgen des Untersuchungstages vergessen (Urk. 11/128/63).
Dr.
Z._
resümierte, in einer angepassten Tätigkeit habe nie eine lang andauernde Arbeitsunfähigkeit bestanden. Nicht angepasste Tätigkeiten habe er ab dem 5. Oktober 2009 nicht mehr ausüben können (Urk. 11/128/65). Das Belastungsprofil entspreche einer wechselbelastenden Tätigkeit ohne
Überkopf
arbeiten
oder Vibrationen, unter Vermeidung eines längeren Verharrens in vornüber geneigter Haltung – ob stehend oder sitzend. Ebenso seien unerwar
tete, asymmetrische Lasteinwirkungen auszuschliessen und Lasten nur bis zu 10 kg zu heben oder zu tragen (Urk. 11/128/64 f.).
3.2.3
Dr.
A._
hielt in seinem psychiatrischen Teilgutachten fest, beim Beschwerde
führer
seien aufgrund der anamnestischen Angaben weder eine genetische Vulnerabilität noch Persönlichkeitsfaktoren für die Entwicklung psy
chiatrischer Erkrankungen festzustellen. Seine Kindheit beziehungsweise Per
sönlichkeitsentwicklung sei ohne gravierende traumatische Ereignisse verlaufen und damit ergäben sich keine Hinweise auf die Bildung einer
Persönlichkeits
störung
. Der Beschwerdeführer sei regelrecht eingeschult worden und habe im Heimatland acht Jahre die Primar- und zwei Jahre die Mittelschule absolviert. Er sei militärtauglich gewesen und habe Militärdienst geleistet. Damit könnten bei ihm sowohl eine Intelligenzminderung als auch Verhaltensstörungen oder sonstige psychische Probleme mit Krankheitswert in der Kindheit, der Pubertät und im frühen Erwachsenenalter ausgeschlossen werden. Während der Militär
zeit habe der Beschwerdeführer den Suizid eines Kameraden miterlebt, was bei ihm intermittierende posttraumatische Albträume ausgelöst habe, jedoch ohne Hinweise auf die Bildung einer posttraumatischen Belastungsstörung (aufgrund der anamnestischen Angaben habe er sechzehn Monate Militärdienst geleistet und sei danach den sozialen Anforderungen jahrelang gewachsen gewesen). Der Beschwerdeführer habe im Erwachsenenalter jahrelang eine konstante Arbeits
leistung erbracht, habe konstante zwischenmenschliche Beziehungen gepflegt und die Verantwortung seiner Familie gegenüber wahrgenommen. Anhaltende
Störungen der Impuls- oder Affektkontrolle seien weder anamnestisch erhoben noch aktenmässig dokumentiert worden, und damit könnten bei ihm
prämor
bide
psychische Probleme mit Krankheitswert abgesehen von posttraumatischen Albträumen klar ausgeschlossen werden. Die veränderte Lebenssituation nach dem Ausbruch der
muskuloskelettalen
Schmerzen habe bei schmerzbedingter Vermeidungshaltung, existenziellen Ängsten und schmerzbedingten Schlaf
störungen seit September 2013 zum
Ausbruch einer Anpassungsstörung mit Sorgen, Anspannungen, Stimmungseinbrüchen und Resignation geführt, wes
halb er bei
Frau
Dr.
med.
F._
erneut eine psychiatrische Behandlung aufgenommen habe. Die erste psychiatrische Behandlung im Som
mer 2012 habe er wegen schmerzbedingter Nervosität aufgenommen, nach einem Monat jedoch wieder abgebrochen. Damals sei er nicht medikamentös behandelt worden, was gegen psychische Probleme mit Krankheitswert spreche. Erst mit dem Ausbruch der Anpassungsstörung im September 2013 werde der Beschwerdeführer medikamentös behandelt, wobei die niedrig dosierte
neuro
leptische
Behandlung (
Quetiapin
25 mg abends) nur zu einer leichten Beruhi
gung seines Zustands geführt habe. Trotz der festgestellten Anpassungsstörung und der subjektiv geklagten posttraumatischen Albträume
weise
der Beschwer
deführer objektiv
ganz unauffällige psychokognitive Funktionen auf (
Gedächt
nisfunktionen
, Konzentrationsfähigkeit, Aufmerksamkeit, geistige Flexibilität, Antrieb und Psychomotorik). Damit könne ihm aus psychiatrischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert werden. Die etablierten therapeu
tischen Massnahmen sollten zur Erhaltung der vollen Arbeitsfähigkeit aber weiterhin in einem ambulanten Setting konsequent durchgeführt werden. Dem Beschwerdeführer sei allerdings auch eine Anpassung der medikamentösen Therapie (z.B. Erhöhung der
Quetiapin
-Dosis bis zur Normalisierung der
Schlaf
qualität
und Ergänzung mit einem schmerzdistanzierenden Antidepressivum, z.B.
Cymbalta
morgens) zu empfehlen (Urk. 11/130/6-7).
4.
4.1
Das
bidisziplinäre
Gutachten
vom 25. Januar 2014
/6. März 2014 (Urk. 11/128 und Urk. 11/130)
vermag die an eine beweiskräftige ärzt
li
che Expertise gestellten Anforderungen vollum
fänglich zu erfüllen (E. 1.5
).
So tätigten die Gutachter sorgfältige, umfassende Abklärungen, berücksichtig
ten die ge
klagten Beschwer
den und begründeten ihre Einschätzung in nachvoll
zieh
barer Weise sowie in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
(Urk. 11/128/2 ff. und Urk. 11/130/2 ff.).
Die Gutachter legten die medizinischen Zusam
menhänge und die medizinische Situation einleuchtend dar und begrün
deten ihre Schlussfolgerungen nachvoll
ziehbar
(Urk. 11/128/62-66 und Urk. 11/130/6-10)
. Dem Gutachten kommt somit volle Beweiskraft zu.
4.2
Der Umstand, dass keine neurologische/neurochirurgische Begutachtung
statt
fand, schmälert den Beweiswert des Gutachtens nicht
.
Dr.
Z._
berücksich
tig
t
e die neurologi
schen Befunde im Bericht des
G._
vom 9. Januar 2014 (Urk. 11/128/70) in ihrer Beur
teilung
in genügender Weise
und bezeichnete die Befunde im Bereich der LWS als keinesfalls gravierend (Urk. 11/128/62).
Dies erscheint nachvollziehbar, zumal im Bericht
des
G._
in Bezug auf die LWS eine le
ichte bis mässige multisegmental
e Degeneration der LWS mit
Spondylarthrosen
,
Disko
pathien
und leichten neuralen Tangierungen beschrieben wurde (Urk. 11/128/70). Hinsichtlich der HWS stellte sich der Befund der MRI-Unter
suchung aus neurologischer Sicht gar als
bland
heraus: Im Bericht
des
G._
konnte
kein Nachweis einer signifikanten neuralen Tangierung
mehr
festgestellt werden
.
Auch wurden keine neuen Diskushernien und keine
Ner
venw
urzelkompressionen
festgestellt
.
Sodann
äusserte sich
Dr.
Z._
z
um
Bericht
von Dr.
med.
H._
, Facharzt FMH für Neurochirurgie, vom 4. Juni 2013
an den Rechts
vertreter des Beschwerdeführers
(Urk. 11/116)
. Sie hielt fest, dass Dr.
H._
–
welcher dem Beschwerdeführer eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für körper
lich mittelschwere und schwere Arbeiten und eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit für körperlich leichte Arbeiten (ohne Berücksichtigung
der Knieproblematik) attestiert hatte
(Urk. 11/128/34)
–
keine Abgrenzung
der somatischen und der psychiatrischen Diagnosen
hinsichtlich deren
Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit gemacht habe, weshalb sie dazu keine Stellung nehmen könne. Es überra
sche sie aber, dass
Dr.
H._
die Anamnese des Beschwerdeführers kaum kenne, wenn er in der Diag
nose
liste einen Status nach „vermutlicher
Band
scheibenoperation
lumbal L5/S1 links 2011 (
I._
)“ aufführe (Ur
k. 8/128/66).
Dem anzufügen ist
, dass
Dr.
H._
in seinem Bericht vom 4. Juni 2013 in keiner Weise begründete, weshalb für eine angepasste Tätigkeit lediglich eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bestehen sollte (Urk. 11/116).
4.3
Im Weiteren
erweist sich eine
pneumologische
Begutachtung
als nicht ange
zeigt. Im Bericht des
J._
, Klinik für Rheumatologie, vom 4. Dezember 2013 wurde
zwar
ein hochgradiger Verdacht auf eine Staub
lunge beziehungsweise eine Pneumokoniose (Silikose)
geäussert
(Urk. 11/126/1).
Nach weiteren Abklärungen wurde i
m Bericht des
J._
, Klinik für Pneumologie, vom 18. Dezember 2013
(Urk. 11/128/116 ff.
=
Urk.
3/3
)
allerdings festgehalten, die Darstellung von doppelbrechenden Kristallen lasse an eine Pneumokoniose denken, der Befund sei allerdings diskret, und nach jahrelanger Exposition von trockenem Zementstaub sei mit dem Auffinden solcher Kristalle zu rechnen. Der Beschwerdeführer verneine jegliche pulmonale Symptome wie Husten, Dyspnoe oder Auswurf (Urk. 11/128/116 f. und Urk. 11/128/118).
Dr.
Z._
nahm auf
diesen Bericht Bezug und fasste zusammen, die dreimalige
Bronchoskopie
, die Echokardiographie und die grosse Lungenfunktion hätten keine gravierenden Befunde ergeben (Urk. 11/128/62). Bei fehlenden Symptomen
erübrigt sich
somit
eine zusätzliche
pneumologische
Abklärung
, zumal auch aus dem im Beschwerdeverfahren aufgelegten Bericht des
J._
, Klinik für Pneumologie
,
vom 1
9.
November 2014 hervorgeht, dass die Lungenfunktionen stets normal gewe
sen seien (
Urk.
3/6).
Somit lässt sich
von vornherein
keine
Einschränkung der
Arbeits
f
ähigkeit begründen.
Darüber hinaus erweist sich
auch der
Beizug
der SUVA-Akten als
nicht angezeigt.
4.4
Der Beschwerdeführer bringt vor,
Dr.
Z._
habe
nur lückenhaft zu früheren fachärztlichen Einschätzungen Stellung
genommen
(Urk. 1 S. 8). Dem ist entge
genzuhalten, dass eine Auseinandersetzung mit
den
zeitnahen
relevanten
ärztli
chen
Berichten stattfand (Urk. 11/128/66), was als genügend zu erachten ist. Zudem trifft nicht zu, dass
Dr.
Z._
nicht begründe
t
e
, weshalb die Beschwerden im geschilderten Ausmass nicht erklärbar seien (Urk. 1 S. 9).
Sie
verwies
auf ihre Untersuchung sowie zusätzliche Indizien, so d
ie
festgestellte
Verdeutlichungstendenz
und
den Umstand, dass die Medikamentenspiegel der Medikamente
Sequase
und Tramadol weit unter dem therapeutischen Bereich
lägen
und das Medikament
Dafalgan
gar nicht nachweisbar sei
(Urk. 11/128/63).
4.5
Entgegen
dem Vorbringen
des Beschwerdeführers erweist sich
schliesslich auch
die
Einschätzung von Dr.
A._
als schlüssig
.
Er erhob einen ausführlichen Befund (Urk. 11/130/5), aufgrund dessen er in nachvollziehbarer Weise eine psychiatrische Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit verneinte (Urk. 11/130/6).
Auf die Beurteilung von Dr. med.
F._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, im
Schreiben
vom 15. Mai 2013
an den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
(Urk. 11/113) ist
sodann
nicht abzu
stellen. Sie erhob keinen psychiatrischen Befund und begründete die von ihr gestellte Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode mit somatischem Syndrom (IDS-10 F32.11)
in keiner Weise
. Zudem scheint sie sich primär auf die subjektiven Angaben
des Beschwerdeführers
zu stützen, wobei
der Erfahrungs
tat
sache Rechnung zu tragen
ist
, dass behandelnde Ärzte mitunter im Hin
blick auf ihre auftragsrechtliche Ver
trauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Pati
enten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc).
Dr.
Z._
hinterfragte zudem die von
Dr.
F._
im Schreiben vom 15. Mai 2013 gestellte Diagnose eines iatrogenen Abhängigkeitssyndroms (ICD-10 F22)
zu Recht
, nachdem sich die vom Beschwerdeführer gemachten Angaben zur Einnahme der ihm verschriebenen Medikamente als nicht zutre
ffend erwie
sen
(Urk. 11/128/66);
Dr.
F._
stützte sich wohl auch bei dieser Diagnose primär auf die
Angaben des Beschwerdeführers.
4.6
Die im Beschwerdeverfahren aufgelegten Arbeitsunfähigkeitszeugnisse von Dr.
C._
(Urk. 15, 17, 19, 21/1, 23/1-2 und 25) und die von Dr.
H._
ausgestellten Physiotherapieverordnungen (Urk. 21/2, 23/3) geben mangels nachvollziehbarer Begründung zu keiner anderen Beurteilung Anlass.
4.
7
Nach dem Gesagten ist festzuhalten, dass dem Beschwerdeführer gemäss der gutachterlichen Einschätzung mit dem im Sozialversicherungsrecht massgeben
den Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
nach wie vor
eine leichte, rückenschonende Tätigkeit zu 100 % zumutbar ist.
Eine insgesamt nicht auszuschliessende Verschlechterung des Gesundheitszustandes wirkt sich somit nicht
in relevanter Weise
auf die Arbeitsfähigkeit aus.
Ob der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung eine Veränderung erfahren hat, ist mittels Einkommensvergleichs
unter Berücksichtigung des
Belastungs
profils
zu prüfen.
5.
5.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.2
Ohne Gesundheitsschaden würde der Beschwerdeführer weiterhin bei der ehemali
gen Arbeitgeberin, der
Y._
, arbeiten. Gemäss den letzten Lohn
abrechnungen 2009
/2010
erzielte
er
dort ein monatliches
Einkommen von Fr. 4‘993.30 zuzüglich 13. Monatslohn (Urk. 11/28/9-12), was einem Jahresein
kommen von Fr.
64
‘913.-- entspricht
, welches massgeblich ist.
D
ie Differenz zum Jahreseinkommen von Fr. 65‘977.-- im Jahr 2009 gemäss IK-Auszug vom 5. Juni 2013 (Urk. 11/115/1) erklärt sich dadurch, dass im Dezember 2009 eine
einmalige
Jubiläumszahlung von Fr. 1‘064.45 ausg
erichtet wurde (Urk. 11/28/10), welche nicht zu berücksichtigen ist.
Unter Berücksich
tigung der Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2013
(frühester Zeitpunkt einer
Renten
zusprache
) ergibt sich ein
Valideneinkommen
von Fr.
66
‘
512.
--
(
Fr.
64
‘913.-- bei
Indexstand 2151 [2010] auf 2204 [2013
],
vgl.
Bundesamt für Statistik, Schweizerischer Lohnindex, T 39: Entwicklung der Nominallöhne, der
Konsu
mentenpre
ise
und der Reallöhne, 1976-2014, Männer
)
.
5.3
Zur Bemessung des Invalideneinkommens ist unter Berücksichtigung des Umstands, dass der Beschwerdeführer nur noch angepasste Tätigkeiten ausüben kann und über keine abgeschlossene Ausbildung verfügt,
auf den Lohn für Hilfsarbeiten (Zentralwert),
Anforderungsniveau 4,
abzustellen
und somit von einem standardisierten monatlichen Einkommen von Fr. 4‘901.-- auszu
gehen (LSE 2010, S. 26
, Tabelle TA1
, TOTAL, Niveau 4
)
.
Unter Berücksichtigung der durch
schnittlichen Arbeitszeit im Jahr 2013 von 41,7 Stunden pro Woche
(Die Vol
kswirtschaft, 3/4-2015
,
S. 88,
Tabelle B 9.2
, A-S
)
sowie der
Nominallohn
entwicklung
bis ins Jahr 2013
(
Indexstand 2151 [2010] auf 2204 [2013],
vgl.
Bundesamt für Statistik, Schweizerischer Lohnindex, T 39: Entwicklung der Nominallöhne, der
Konsumentenpre
ise und der Reallöhne, 1976-2014, Männer
)
ergibt sich bei einem
Vollzeitpensum
ei
n Jahreseinkommen von Fr.
62
‘
822.
--
(Fr. 4‘901.-- : 40 x 41,7 x 12 : 215
1 x 2204
).
Ein leidensbedingter Abzug rechtfertigt sich
beim noch jungen Beschwerdeführer
allenfalls mit Blick auf das Leistungsprofil.
Dass Dr.
Z._
die Empfehlung der
B._
heranzog, um
dieses
näher zu
umschreiben
, ist nicht zu beanstanden. Ob der Beschwerdeführer
letztlich
Gewichte bis 5
kg (wie in der rechtskräftigen Verfügung vom 20. Januar 2011 festgehalten; Urk. 11/56)
oder bis 10 kg tragen oder heben kann, ändert
das
Leistungsprofil nicht in relevanter Weise, liegt doch in jedem Fall eine deutliche Einschränkung der Belastbarkeit vor.
Unter Berücksichtigung des eingeschränkten Tätigkeitsspektrums
rechtfertigt sich ein
leidensbe
dingte
r
Abzug von
maximal
1
5
%
, womit das Invalideneinkommen
Fr.
53
‘399.--
beträgt (
Fr.
62
‘
822.
--
x 8
5 %).
5.4
Wird das
Valideneinkommen
von
Fr.
66
‘
512.
--
dem Invalideneinkommen gemäss LSE von
Fr.
53
‘399.--
gegenübergestellt, resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr.
13
‘
113
.--
, was einem
rentenausschliessenden
Invaliditätsgrad von gerundet
20
%
entspricht.
Anzufügen bleibt,
dass selbst bei Vornahme eines – aufgrund der Umstände nicht gerechtfertigten - maximalen Abzugs vom Tabellenlohn kein
rentenbe
gründender
Inva
liditätsgrad
resultierte.
Diesfalls
entspräche das
Invalidenein
kommen
einem Betrag von Fr. 47‘117.--
(
Fr. 62‘822 x 75 %), was zu einer Erwerbseinbusse von Fr.
19
‘
395
.-- führen würde (Fr. 66‘512.-- minus Fr. 47‘117.--) und somit zu einem Invaliditätsgrad von 29 %.
5.5
Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als unbe
gründet, weshalb sie abzuweisen ist.
6.
Ausgangsgemäss
sind die
Prozesskosten
dem Beschwerdeführer
aufzuerlegen. Diese sind
auf
Fr. 600.--
(Art. 69 Abs. 1
bis
IVG)
festzusetzen.