Decision ID: 31bb03e9-ee0d-483d-bacd-5468564887e0
Year: 2010
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
L._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Urs Glaus, Marktplatz 4, 9004 St. Gallen,
gegen
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Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Ausgleichskasse des Kantons St.
Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Ergänzungsleistung zur IV; Rückerstattung
Sachverhalt:
A.
A.a L._, Jahrgang 1968, meldete sich im Mai 2007 zum Bezug von
Ergänzungsleistungen (EL) zur Invalidenrente an (EL-act. 141). Seit 1996 hatte er eine
ganze, seit 2004 eine Dreiviertelsrente bezogen. Mit Verfügung vom 22. März 2007 war
diese per 1. Mai 2007 auf eine Viertelsrente herabgesetzt worden, wogegen der
Versicherte am 30. April 2007 beim Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen
Beschwerde erhoben hatte (Verfahren IV 2007/181).
A.b Die EL-Durchführungsstelle sprach dem Versicherten mit Verfügung vom 21. Juni
2007 rückwirkend ab 1. Mai 2007 eine monatliche EL in der Höhe von Fr. 1'287.- zu.
Sie rechnete ihm ein hypothetisches Erwerbseinkommen von Fr. 24'186.- brutto sowie
eine Pensionskassenrente von Fr. 9'492.- an (EL-act. 139). Aufgrund einer dagegen von
Rechtsanwalt Dr. iur. Urs Glaus in Vertretung des Versicherten am 18. Juli 2007
erhobenen Einsprache (EL-act. 135) ersetzte sie die angefochtene Verfügung am
26. Juli 2007, reduzierte die angerechnete Pensionskassenrente und sprach dem
Versicherten ab 1. Mai 2007 eine EL von Fr. 1'532.- zu (EL-act. 134). Auch gegen die
zweite Verfügung liess der Versicherte am 16. August 2007 Einsprache erheben (EL-
act. 130). Daraufhin kündigte der Rechtsdienst der Sozialversicherungsanstalt des
Kantons St. Gallen (SVA) dem Versicherten mit Schreiben vom 11. September 2007
eine reformatio in peius an; die Reduktion der angerechneten Pensionskassenrente sei
unrechtmässig erfolgt (EL-act. 128). Gemäss Einspracheentscheid vom 9. Oktober
2007 rechnete sie dem Versicherten eine Pensionskassenrente in der Höhe an, wie sie
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der aufgehobenen Verfügung vom 21. Juni 2007 zugrunde gelegen war, und reduzierte
den monatlichen EL-Anspruch daher auf Fr. 1'287.- (EL-act. 126).
B.
B.a Gegen diesen Entscheid richtet sich die Beschwerde des Rechtsvertreters des
Versicherten vom 29. Oktober 2007. Er beantragt unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen dessen Aufhebung und die Neuberechnung der EL. Das
Verfahren sei bis zum Vorliegen eines rechtskräftigen IV-Rentenentscheids zu sistieren.
Dem Beschwerdeführer sei die unentgeltliche Rechtsverbeiständung zu gewähren.
Angesichts der erheblichen gesundheitlichen Einschränkungen des Beschwerdeführers
sei fraglich, ob er überhaupt noch über eine Resterwerbsfähigkeit verfüge. Reparatur-,
Montage- oder Lagerarbeiten könne er nicht ausführen, weil er sich nicht in
Innenräumen aufhalten könne und körperliche Zwangshaltungen dringend vermeiden
müsse. Für Botengänge oder Kurierdienste mangle es ihm an den charakterlichen
Voraussetzungen. Wenn überhaupt ein Nischenplatz für den Beschwerdeführer
vorhanden sein sollte, sei das Spektrum von zumutbaren Tätigkeiten derart klein, dass
nicht von realistischen Arbeitsmöglichkeiten ausgegangen werden könne. Dem
Beschwerdeführer sei 2001 die elterliche Sorge über seine beiden Kinder zugeteilt
worden. Teilinvaliden Frauen werde kein hypothetisches Einkommen angerechnet,
wenn sie mit minderjährigen Kindern im gleichen Haushalt lebten. Dies müsse auch für
einen alleinerziehenden Vater gelten. Betreffend BVG-Rente stellt sich der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers auf den Standpunkt, bis Ende 2007 dürfe nur
die effektiv ausbezahlte Rente angerechnet werden. Der Beschwerdeführer habe sich
auf die Richtigkeit der Verfügung vom 26. Juli 2007 verlassen dürfen. Die
Rückzahlungsraten von zu viel erhaltenen Pensionskassenrenten seien eventualiter als
"übrige Ausgaben" anzuerkennen (act. G 1 im Verfahren EL 2007/44).
B.b Der zuständige Verfahrensleiter sistierte das Verfahren EL 2007/44 am 30. Oktober
2007 (act. G 2 im Verfahren EL 2007/44) und verlängerte die Sistierung am 17. März
2008 (EL-act. 109-1) und 20. Oktober 2008 (EL-act. 105).
B.c Mit Entscheid IV 2007/181 vom 9. Januar 2008 hiess das Versicherungsgericht die
Beschwerde gegen die rentenherabsetzende IV-Verfügung vom 22. März 2007
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teilweise gut, hob die Verfügung auf und wies die Sache zur weiteren Abklärung und
anschliessenden Neuverfügung an die IV-Stelle zurück.
B.d Die EL-Durchführungsstelle berechnete den EL-Anspruch gemäss Verfügung vom
5. November 2007 mit Wirkung ab 1. November 2007 neu, wobei sie im Gegensatz zur
Berechnung gemäss Einspracheentscheid erlassene Nichterwerbstätigenbeiträge nicht
anrechnete, wodurch sich der EL-Anspruch auf Fr. 1'248.- reduzierte (EL-act. 124).
Gegen diese Verfügung liess der Beschwerdeführer der Vollständigkeit halber am
7. Dezember 2007 ebenfalls Einsprache erheben, wobei er sich explizit nicht gegen die
Nichtanrechnung der Nichterwerbstätigenbeiträge wendete (EL-act. 118). Der
Rechtsdienst der SVA sistierte dieses Einspracheverfahren am 12. Dezember 2007 bis
zum Vorliegen eines rechtskräftigen Entscheids betreffend die Verfügung vom 26. Juli
2007 (EL-act. 117).
B.e Die per 1. Januar 2008 erfolgte EL-Neuberechnung, verfügt am 21. Dezember 2007
(EL-act. 116), focht der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers mittels Einsprache am
18. Januar 2008 an (EL-act. 114). Auch diese Einsprache sistierte der Rechtsdienst der
SVA am 23. Januar 2008 (EL-act. 113).
B.f Gegen die am 23. Dezember 2008 per 1. Januar 2009 erfolgte EL-Neuberechnung
(EL-act. 104) liess der Beschwerdeführer am 12. Januar 2009 Einsprache erheben (EL-
act. 102). Der Rechtsdienst der SVA vereinigte diese Einsprache mit den beiden
vorherigen und teilte dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 21. Januar 2009 mit,
die Sistierung bleibe bestehen bis zum rechtskräftigen Abschluss des IV-
Rentenverfahrens (EL-act. 100). Dieses wurde mit Verfügung vom 3. April 2009 mit der
vergleichsweisen Zusprache einer halben Invalidenrente ab 1. Mai 2007 abgeschlossen
(IV-act. 173).
B.g Die EL-Durchführungsstelle berechnete den EL-Anspruch des Beschwerdeführers
rückwirkend ab 1. Mai 2007 unter Berücksichtigung der halben Invalidenrente neu und
sprach dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 3. April 2009 ab 1. April 2009 EL in
der Höhe von Fr. 411.- zu (EL-act. 70). Sie berechnete zudem den EL-Anspruch ab
1. Mai 2007 neu und forderte mit Verfügung vom 3. Mai 2009 (richtig: 3. April 2009) zu
viel bezahlte EL in der Höhe von Fr. 9'148.- zurück (EL-act. 94). Gegen beide
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Verfügungen liess der Beschwerdeführer am 4. Mai 2009 Einsprachen erheben (EL-
act. 69; 66). Betreffend Rückforderung wurde der Verzicht auf die Anrechnung eines
hypothetischen Erwerbseinkommens sowie eventualiter der Erlass der Rückforderung
beantragt.
B.h Auf Antrag des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers sistierte der zuständige
Abteilungspräsident das Gerichtsverfahren EL 2007/44 am 13. Mai 2009 weiterhin, bis
die neuen Verfügungen vom 3. April 2009 rechtskräftig geworden seien oder nach
Erlass der Einspracheentscheide eine gerichtliche Anfechtung erfolgt sei (act. G 12 und
13 im Verfahren EL 2007/44).
B.i Mit Verfügung vom 20. August 2009 sprach die Beschwerdegegnerin dem
Beschwerdeführer ab 1. September 2009 weiterhin eine monatliche EL von Fr. 411.- zu
(EL-act. 35). Nachdem der Sohn des Beschwerdeführers im August 2009 eine Lehre
aufgenommen hatte, berechnete die Beschwerdegegnerin den EL-Anspruch neu und
wies einen solchen mit Verfügung vom 3. September 2009 mit Wirkung ab
1. September 2009 bei einem Einnahmenüberschuss von Fr. 5'376.- ab (EL-act. 28).
Gegen die Verfügungen vom 20. August und 3. September 2009 liess der
Beschwerdeführer am (8. und) 17. September 2009 Einsprachen erheben (EL-act. 15).
B.j Der Rechtsdienst der SVA behandelte im Einspracheentscheid vom 13. Oktober
2009 die Einsprachen gegen die EL-Verfügungen vom 5. November 2007,
21. Dezember 2007, 4. April 2009 (richtig: 3. April 2009), 20. August 2009 und
3. September 2009. Er schrieb die Verfahren betreffend die Einsprachen vom 7.
Dezember 2007, 8. Januar 2008 (richtig: 18. Januar 2008) und 8. September 2009
zufolge Gegenstandslosigkeit ab. Die Einsprachen vom 4. Mai 2009 und 8. September
2009 (richtig: 17. September 2009) wies er ab und bewilligte im Übrigen die
unentgeltliche Rechtsverbeiständung.
C.
C.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die Beschwerde des Versicherten
vom 16. November 2009. Er lässt dessen Aufhebung beantragen. Die Sache sei zur EL-
Berechnung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Bezüglich die Verfügung
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vom 3. April 2009 betreffend Rückforderung sei die aufschiebende Wirkung
wiederherzustellen und es sei anzuordnen, dass die verrechneten
Rentennachzahlungen von Fr. 17'362.- ausbezahlt würden, alles unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen. Materiell argumentiert der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers erneut, dessen Restarbeitsfähigkeit sei nicht verwertbar. Dies liege
in dessen Gesundheitssituation sowie in seinen Betreuungspflichten als
alleinerziehender Vater begründet. Neben den aktenkundigen Beschwerden leide der
Beschwerdeführer unter Rückenschmerzen, er sei am 15. September 2009 wegen einer
zervikalen Diskushernie operiert worden. Zur Position des Mietzinses macht der
Rechtsvertreter geltend, im Sommer 2007 habe sich der Beschwerdeführer von seiner
damaligen Partnerin getrennt und wohne seither nur mit seinen beiden Kindern in der
gemieteten Wohnung. Spätestens ab Juli 2007 sei daher der ganze Mietzins
anzurechnen. Nicht angebracht sei im Weiteren, seit Lehrbeginn des Sohnes im
September 2009 nur noch zwei Drittel des Mietzinses anzurechnen. Beim Nettolohn
des Sohnes sei zudem unzulässigerweise kein Freibetrag berücksichtigt und ihm seien
keine Gewinnungskosten zuerkannt worden (act. G 1 im Verfahren EL 2009/42).
C.b In der Beschwerdeantwort vom 25. November 2009 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei.
Der Antrag auf Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung betreffend IV-
Rentennachzahlung gehe ins Leere, da die Verrechnung als solche in der IV-
Rentenverfügung vom 3. April 2009 vorgenommen worden und diese in Rechtskraft
erwachsen sei. An die Rückforderung von Fr. 26'510.- angerechnet worden sei die
Rentennachzahlung von insgesamt Fr. 18'173.-; der verbleibende Betrag der
Rückforderung sei noch offen. Betreffend Mietzins sei der Auszug der Partnerin des
Beschwerdeführers nicht von Bedeutung, weil die Erhöhung des
Ausgabenüberschusses erst ab Meldemonat berücksichtigt werden könne. Die
Vergleichsrechnung habe im Übrigen klar ergeben, dass der Einnahmenüberschuss in
der Berechnung ohne den Sohn kleiner sei (act. G 4).
C.c Der Beschwerdeführer verzichtete am 17. Dezember 2009 auf die Einreichung einer
Replik (act. G 8).
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C.d Das Gericht zog am 3. Februar 2010 die IV-Akten des Beschwerdeführers bei (act.
G 11, 12 im Verfahren EL 2009/42). Der Beschwerdeführer verzichtete auf eine
Akteneinsicht (act. G 13 im Verfahren EL 2009/42).

Erwägungen:
1.
1.1 In der Beschwerde im Verfahren EL 2007/44 wurde einerseits gerügt, der
Beschwerdeführer sei nicht in der Lage, ein hypothetisches Erwerbseinkommen zu
erzielen. Andererseits sei ihm ab Juni 2007 nur die effektiv erhaltene
Pensionskassenrente anzurechnen, der von der Pensionskasse wegen einer
Rückforderung verrechnete Anteil sei folglich in Abzug zu bringen. Die Verfügung vom
26. Juli 2007, die dem Einspracheentscheid vom 9. Oktober 2007 zugrunde liegt, regelt
den EL-Anspruch ab 1. Mai 2007. Die Beschwerde im Verfahren EL 2009/42 gegen den
Einspracheentscheid vom 13. Oktober 2009 betrifft grundsätzlich den Zeitraum ab
1. November 2007 (vgl. die Verfügung vom 5. November 2007, EL-act. 94). Im Rahmen
der am 3. April 2009 verfügten und im angefochtenen Einspracheentscheid vom
13. Oktober 2009 bestätigten Rückforderung wurde der EL-Anspruch für den gesamten
Zeitraum ab 1. Mai 2007 bis Oktober 2007 neu berechnet (vgl. EL-act. 90). Auch wenn
eine explizite Neuverfügung betreffend den Zeitraum ab Mai 2007 fehlt, hat die
Beschwerdegegnerin de facto dennoch über den Anspruch ab dem potentiellen
Anspruchsbeginn im Mai 2007 neu verfügt. Da für die ganze Dauer seit der EL-
Anmeldung keine rechtskräftige EL-Zusprache vorliegt, ist im vorliegenden Verfahren
der ganze Zeitraum zu überprüfen. Das Verfahren EL 2007/44 ist zudem insofern nicht
gegenstandslos, als der Beschwerdeführer in der Beschwerde vom 29. Oktober 2007
nicht nur die Anrechnung eines hypothetischen Einkommens für den Beschwerdeführer
rügte, sondern auch geltend machte, es sei eine zu hohe Pensionskassenrente
angerechnet worden. Insgesamt rechtfertigt sich die Vereinigung der beiden Verfahren
EL 2007/44 und EL 2009/42. Zu prüfen ist einerseits der EL-Anspruch ab 1. Mai 2007,
andererseits die Rechtmässigkeit der am 3. April 2009 verfügten Rückforderung
betreffend den Zeitraum 1. Mai 2007 bis 31. März 2009.
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1.2 Die Beschwerdegegnerin verweist in der Beschwerdeantwort vom 25. November
2009 zu Recht darauf, dass die Verrechnung der IV-Rentennachzahlung mit der EL-
Rückforderung in der unangefochten in Rechtskraft erwachsenen IV-Rentenverfügung
vom 3. April 2009 angeordnet wurde (IV-act. 173). Betreffend Wiederherstellung der
aufschiebenden Wirkung der Verrechnung fehlt es folglich an einem
Anfechtungsobjekt, weshalb auf den entsprechenden Antrag nicht eingetreten werden
kann.
2.
Angefochten ist einerseits ein Entscheid, der vor dem am 1. Januar 2008 erfolgten
Inkrafttreten des neuen Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen zur Alters-,
Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG; SR 831.30) ergangen ist, andererseits
einer, der unter der Geltung des neuen ELG erlassen wurde. Mangels einer
übergangsrechtlichen Norm rechtfertigt es sich, für die vor 1. Januar 2008
massgebenden Verhältnisse (EL-Anspruch mit Anspruchsbeginn bei Anmeldung unter
altem Recht) die bis zum 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Bestimmungen
anzuwenden. Materiell hat sich die Rechtslage in Bezug auf die vorliegend
interessierenden Fragestellungen indes nicht geändert.
3.
3.1 Die jährliche EL entspricht dem Betrag, um den die anerkannten Ausgaben die
anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 9 Abs. 1 ELG; Art. 3a Abs. 1 aELG). Die
anerkannten Ausgaben und die anrechenbaren Einnahmen, worin in bestimmtem
Umfang auch das Vermögen einbezogen ist, werden nach den in Art. 10 und 11 ELG
(Art. 3b und 3c aELG) sowie Art. 11 bis 18 der Verordnung über Ergänzungsleistungen
zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELV; SR 831.301) festgelegten
Bestimmungen ermittelt. Als Einnahmen anzurechnen sind nach Art. 11 Abs. 1 ELG
unter anderem Einkünfte, auf die verzichtet worden ist (lit. g; Art. 3c Abs. 1 lit. g aELG).
Eine Verzichtshandlung liegt vor, wenn die versicherte Person ohne rechtliche
Verpflichtung auf Vermögen verzichtet hat, wenn sie einen Rechtsanspruch auf
bestimmte Einkünfte und Vermögenswerte hat, davon aber faktisch nicht Gebrauch
macht bzw. ihre Rechte nicht durchsetzt oder wenn sie aus von ihr zu verantwortenden
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Gründen von der Ausübung einer möglichen und zumutbaren Erwerbstätigkeit absieht
(EVGE P 18/02 vom 9. Juli 2002; BGE 121 V 205 Erw. 4a; AHI 2001 S. 133 Erw. 1b).
3.2 Basierend auf Art. 9 Abs. 5 lit. c ELG betreffend die Anrechnung von Einkommen
aus einer zumutbaren Erwerbstätigkeit bei Teilinvaliden sieht Art. 14a ELV vor, dass
Invaliden als Erwerbseinkommen grundsätzlich der Betrag angerechnet wird, den sie
im massgebenden Zeitraum tatsächlich verdient haben (Abs. 1). Invaliden unter
60 Jahren sind aber bei einem Invaliditätsgrad von 50% bis unter 60% mindestens der
Höchstbetrag für den Lebensbedarf von Alleinstehenden nach Art. 10 Abs. 1 lit. a Ziff. 1
ELG anzurechnen (Art. 14a Abs. 2 lit. b ELV). Dieser Höchstbetrag belief sich in den
Jahren 2007 und 2008 auf Fr. 18'140.- und im Jahr 2009 auf Fr. 18'720.-.
3.3 Gemäss Art. 43 Abs. 1 Satz 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) nimmt die EL-Durchführungsstelle im
Rahmen der Prüfung eines EL-Gesuches die notwendigen Sachverhaltsabklärungen
vor. Diese Untersuchungspflicht bezieht sich auch auf die Frage, ob eine bestimmte
Person auf die Erzielung von Erwerbseinkünften verzichtet. Die EL-Durchführungsstelle
hat also zu untersuchen, ob es einer Person, die keiner Erwerbstätigkeit nachgeht,
möglich und zumutbar ist, eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen, und welches
Einkommen sie dabei erzielen könnte. Dieser Pflicht könnte die EL-Durchführungsstelle
nur dadurch nachkommen, dass sie der betreffenden Person die Ablehnung einer
konkreten Arbeitsplatzofferte nachweisen würde. Dies würde letztlich darauf
hinauslaufen, dass die EL-Durchführungsstelle der betreffenden Person eine konkrete
Arbeitsstelle vermitteln müsste, um – bei einer Nichtannahme dieser Stelle – den
Nachweis des Verzichts auf die Verwertung der Erwerbsfähigkeit mit dem Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit führen zu können. Die dabei entstehenden
Durchführungsprobleme würden dazu führen, dass Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG (Art. 3c
Abs. 1 lit. g aELG) in Bezug auf die Verwertung der Erwerbsfähigkeit praktisch toter
Buchstabe bliebe. Die EL-Durchführungsstelle darf sich daher grundsätzlich auf die aus
der Lebenserfahrung resultierende, natürliche Vermutung stützen, dass eine
arbeitswillige und einsatzfreudige, nötigenfalls auch einen unterdurchschnittlichen Lohn
akzeptierende Person im Allgemeinen eine Arbeitsstelle finden kann. Dies ändert zwar
nichts an der grundsätzlichen Abklärungspflicht. Die EL-Durchführungsstelle darf sich
aber bei der Erfüllung dieser Pflicht darauf beschränken, den EL-Ansprecher oder die in
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die EL-Anspruchsberechnung einbezogene Person unter Hinweis auf die zu
vermutende Möglichkeit der Verwertung der Erwerbsfähigkeit aufzufordern, sich
intensiv um in Frage kommende Arbeitsstellen zu bewerben (Jöhl, a.a.O, S. 1763 f.,
Rz. 185). Ernsthafte, aber erfolglose Bewerbungen sind nicht nur Indizien, die die
natürliche Vermutung für die Verwertbarkeit der Erwerbsfähigkeit widerlegen, sondern
sie sind auch Ausdruck der (insbesondere in Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG [Art. 3c Abs. 1
lit. g aELG] zum Ausdruck kommenden) Pflicht, soweit als möglich aus eigener Kraft
den Existenzbedarf zu bestreiten. Die nicht widerlegte Vermutung für die Verwertbarkeit
der Erwerbsfähigkeit bewirkt also eine Vermutung für die Verletzung der Pflicht zur
selbstverantwortlichen Finanzierung des Existenzbedarfs und damit für den gemäss
Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG (Art. 3c Abs. 1 lit. g aELG) relevanten Verzicht auf die Erzielung
eines Erwerbseinkommens (vgl. die Entscheide des Versicherungsgerichts des Kantons
St. Gallen EL 2007/14 vom 14. Juni 2007, Erw. 3 f., EL 2007/21 vom 8. November
2007, Erw. 2, EL 2008/35 vom 31. März 2009, Erw. 2.3).
3.4 Im vorliegenden Fall ist vorab abzuklären, ob die Restarbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers überhaupt als verwertbar zu gelten hat.
3.5
3.5.1 Im ersten ZMB-Gutachten vom 21. November 1996 wurde der Beschwerdeführer
als nicht teamfähig bezeichnet. Er zeige eine mangelnde Einschätzung der Realität, sei
sehr ausgeprägt dysphorisch und aufgrund seiner Charaktereigenschaften mit
unkontrollierbarem impulshaftem Verhalten zusätzlich beeinträchtigt. Diese Merkmale
verminderten seine bereits somatisch reduzierte Arbeitsfähigkeit zusätzlich, abgesehen
davon, dass sie auch irgendwelche Eingliederungsmassnahmen verhinderten. Aus
psychischen Gründen sei dem Beschwerdeführer keine Tätigkeit in einem Team
zumutbar. Einem Arbeitgeber sei er aus charakterlichen Gründen kaum zumutbar,
ausser es handle sich um ein Angestelltenverhältnis, bei dem er sehr unabhängig und
unbelästigt seine Arbeit verrichten könne (IV-act. 12-16).
3.5.2 Im zweiten ZMB-Gutachten vom 11. Mai 2006 wird aus psychiatrischer Sicht eine
Verbesserung des Gesundheitszustands attestiert. Insbesondere hätten die negativen
Charaktereigenschaften mit Impulshaftigkeit und dysphorischem Verhalten wesentlich
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gebessert. Die von psychiatrischer Seite 1997 festgehaltene Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit aufgrund der negativen Charaktereigenschaften könne aktuell nicht
mehr angenommen werden. Neu hinzugekommen sei eine Tendenz, mit multiplen
unspezifischen Angststörungen im Sinn von multiplen Phobien zu reagieren, die sich in
Form von Paniksyndromen episodisch klinisch zeigen würden. Aus
gesamtmedizinischer Sicht sei der Beschwerdeführer in einer körperlich leichten
Tätigkeit arbeitsfähig, wobei eine gewisse Einschränkung in der Teamfähigkeit gegeben
sein könne. Der Beschwerdeführer weise etwas eigenwillige narzisstische
Charakterzüge auf bei einer Persönlichkeit, die seit Jahren der Arbeit entwöhnt sei.
Dies erschwere die Teamfähigkeit zusätzlich, weil er sich nicht mehr gewöhnt sei, sich
in autoritative Strukturen einzulassen. Der Beschwerdeführer sei nicht jedem
Arbeitgeber zumutbar. Der Arbeitgeber müsse eine gewisse Toleranz für die
Eigenschaften des Beschwerdeführers mitbringen; dieser sei aber keineswegs
vollständig unkooperativ. Aufgrund der Tendenz zu Ängsten und Phobieneigung seien
auch Tätigkeiten in Innenräumen nicht geeignet. Als geeignet bezeichnen die Gutachter
das Vertragen von Werbematerial, Botengänge, leichte Arbeiten draussen wie leichte
Gärtnerarbeiten (Heckenschneiden), einfache Hauswartarbeiten (Ansprechpartner für
Mieter, Wohnungsabnahmen, leichte Gartenarbeiten). Solche Tätigkeiten seien ihm aus
medizinischer Sicht zu sechs Stunden täglich zumutbar. Eine gewisse Einschränkung
des Rendements müsse aufgrund der Diagnosen und der angenommenen
verminderten Stressbelastungsfähigkeit ausgemacht werden (IV-act. 82). Dieser
Einschätzung widerspricht der Psychiater Dr. med. A._ in seinem Bericht vom 26. Fe
bruar 2007. Der Beschwerdeführer habe sich ihm bei der Begutachtung am
27. November 2006 durchgehend dysphorisch, alloakusativ und schimpfend
präsentiert. Er habe monoton mit streckenweise inadäquat überheblichem Tonfall
gesprochen. Dr. A._ schätzt den Mangel an Sozialkompetenz und
Anpassungsfähigkeit als schwerwiegend ein. Der Beschwerdeführer sei einem Team
oder einem Arbeitgeber in der freien Wirtschaft nicht zumutbar. Diese Frage habe der
ZMB-Gutachter nicht diskutiert (IV-act. 106). Der psychiatrische ZMB-Teilgutachter
hatte im Gutachten vom 11. Mai 2006 festgehalten, er habe den Beschwerdeführer auf
die Veränderung in seinem Verhalten angesprochen, worauf dieser erwidert habe, er
habe sich auf das Gespräch vorbereitet, sei extra vorher schlafen gegangen und habe
den Wecker auf zwanzig Minuten vor dem Untersuchungstermin um 13 Uhr gestellt. Er
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sei also ausgeruht und entsprechend aufgestellt zur Sitzung gekommen (IV-act. 82-17).
Dr. A._ konnte bei seiner Untersuchung vom 27. November 2006 keineswegs eine
solche Ausgeglichenheit feststellen; im Gegenteil befand sich der Beschwerdeführer in
einem derart dysphorischen, unkooperativen Zustand, dass Dr. A._ sich zur
Bemerkung veranlasst sah, er würde mit ihm nicht einmal als Betreuer
zusammenarbeiten. Er verneinte entschieden, dass der Beschwerdeführer einem
Arbeitgeber oder einem Team zumutbar sei.
3.5.3 Im Anschluss an die vom Gericht mit Urteil IV 2007/181 vom 9. Januar 2008
beschlossene Rückweisung zur Durchführung einer beruflichen Abklärung erwog die
IV-Stelle einen stationären Aufenthalt des Beschwerdeführers in einer Abklärungsstätte,
wozu es wegen der vom Beschwerdeführer geltend gemachten Ängste und Phobien
sowie des Betreuungsbedarfs seiner Kinder nicht kam (vgl. IV-act. 153). Anstelle
dessen einigten sich die IV-Stelle und der Beschwerdeführer vergleichsweise auf die
Ausrichtung einer halben Invalidenrente (vgl. IV-act. 156-2; 161). Die
Vergleichsverhandlungen fanden unter Mitwirkung der IV-Eingliederungsberatung statt
(IV-act. 157).
3.5.4 In der Invalidenversicherung ist für die Invaliditätsbemessung die Invalidenkarriere
einer versicherten Person zu ermitteln. Im Rahmen des Einkommensvergleichs ist zu
prüfen, welches Einkommen die versicherte Person auf dem hypothetischen
ausgeglichenen Arbeitsmarkt zumutbarerweise erzielen könnte. Der ausgeglichene
Arbeitsmarkt ist ein theoretischer, abstrakter Begriff, der dazu dient, den
Leistungsbereich der IV von jenem der Arbeitslosenversicherung abzugrenzen. Er
umfasst ein Gleichgewicht zwischen dem Angebot an und der Nachfrage nach Stellen
und bezeichnet andererseits einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen
Fächer verschiedenartiger Stellen offenhält. Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt
sich im Einzelfall, ob die invalide Person die Möglichkeit hat, ihre Resterwerbsfähigkeit
zu verwerten (m.w.H. Ulrich Meyer-Blaser, Rechtsprechung zum IVG, Zürich 1997,
S. 212). Für die Invaliditätsbemessung kommt es folglich nicht auf die tatsächliche
Beschäftigungslage an. Vom ausgeglichenen Arbeitsmarkt wird abstrakt angenommen,
es bestehe eine Nachfrage nach Arbeit, wie sie die versicherte Person trotz ihres
Gesundheitsschadens noch zu leisten vermag. Aus einer konjunkturbedingten
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Unmöglichkeit, eine Stelle zu finden, kann daher kein Anspruch auf eine Invalidenrente
abgeleitet werden.
3.5.5 Etwas anderes hat im Bereich der EL zu gelten. Hier ist bei der Frage der
Anrechenbarkeit eines hypothetischen Erwerbseinkommens nicht der abstrakte
ausgeglichene, sondern der tatsächliche Arbeitsmarkt massgebend. Wie erläutert,
muss die versicherte Person in der Regel nachweisen, dass sie trotz ernsthafter
Bemühungen keine Arbeit findet; dies gilt grundsätzlich auch bei erschwerter
Vermittelbarkeit. Vorliegend ist jedoch sogar fraglich, ob der Beschwerdeführer selbst
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch eine verwertbare Restarbeitsfähigkeit hat.
Aufgrund seiner erheblichen Einschränkungen (nur leichte Arbeit im Freien ohne Knie-
oder Rückenbelastung, ohne Team und ohne hierarchische Unterordnung) kann davon
ausgegangen werden, dass seine Restarbeitsfähigkeit auf dem tatsächlichen
Arbeitsmarkt nicht verwertbar ist. Folglich ist ihm bis auf Weiteres kein hypothetisches
Erwerbseinkommen anzurechnen. Dies wird bei einer (weiteren) Erholung der
konjunkturellen Situation und damit bei Verminderung der Arbeitslosenzahlen zu
gegebener Zeit revisionsweise zu überprüfen sein. Um nach der langen Arbeitsabsenz
die Frage der Verwertbarkeit der dannzumal festzustellenden medizinisch-
theoretischen Restarbeitsfähigkeit beantworten zu können, wird allenfalls ein
vorausgehendes Arbeitstraining oder dergleichen angezeigt sein.
4.
4.1 In der Beschwerde im Verfahren EL 2007/44 liess der Beschwerdeführer geltend
machen, ihm sei nur die durch eine Verrechnung geschmälerte BVG-Rente
anzurechnen. Analog dem IV-Rentenanspruch richtet die Pensionskasse dem
Beschwerdeführer unterdessen rückwirkend seit 1. Mai 2007 eine halbe BVG-Rente
aus. Diese belief sich im Jahr 2007 auf Fr. 1'582.10 (EL-act. 84). Die ursprüngliche
Rückforderung der für den Monat Mai 2007 zu viel ausgerichteten BVG-Rente
(erhalten: Fr. 2'506.-) hat sich somit auf Fr. 923.90 reduziert (vgl. Ziff. III/8 in EL-
act. 126-5). Da noch keine rechtskräftige EL-Zusprache betreffend die Zeit ab Mai 2007
vorliegt, ist bei der EL-Berechnung von Beginn weg – also auch für Mai 2007 – die
korrekte BVG-Rente von Fr. 1'582.10 monatlich anzurechnen. Würde man in den ersten
Monaten, in denen ein EL-Anspruch besteht, nur eine um den verrechneten Betrag
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tiefere BVG-Rente anrechnen, so wäre der Beschwerdeführer überentschädigt. Die
Verrechnung der BVG-Rente durch die Pensionskasse berührt den Anspruch als
solchen nicht, sondern dient lediglich der Schuldentilgung und ist als solche EL-
rechtlich unbeachtlich.
4.2 Zu den anerkannten Ausgaben zählen der Mietzins einer Wohnung und die damit
zusammenhängenden Nebenkosten, wobei sich der jährliche Höchstbetrag bei
Ehepaaren und Familien auf Fr. 15'000.- beschränkt (Art. 10 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 ELG,
Art. 3b Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 5 Abs. 1 lit. b Ziff. 2 aELG). Wird eine Wohnung auch von
Personen bewohnt, die nicht in die EL-Berechnung eingeschlossen sind, ist der
Mietzins auf die einzelnen Personen aufzuteilen. Die Mietzinsanteile der nicht in die
Berechnung eingeschlossenen Personen werden bei der EL-Berechnung ausser
Betracht gelassen (Art. 16c Abs. 1 ELV). Die Aufteilung hat grundsätzlich zu gleichen
Teilen zu erfolgen (Art. 16c Abs. 2 ELV). Im vorliegenden Fall wohnte die damalige
Lebenspartnerin des Beschwerdeführers im Mai und Juni 2007 noch mit ihm und
seinen beiden Kindern in seiner Wohnung. Die EL-Berechnungen für den ganzen
vorliegend massgebenden Zeitraum enthalten bei den anerkannten Ausgaben einen um
einen Viertel reduzierten Mietzins. Die Beschwerdegegnerin verweist betreffend den
anrechenbaren Mietzins auf Art. 25 Abs. 2 lit. b der Verordnung über
Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELV;
SR 831.301). Diese Bestimmung betrifft den Wirkungszeitpunkt von Änderungen im
Revisionsverfahren. Vorliegend handelt es sich aber nicht um die Revision eines
rechtskräftigen EL-Anspruchs, sondern um eine erstmalige Prüfung des Anspruchs ab
Anmeldung im Mai 2007. Selbst wenn der Beschwerdeführer es unterlassen hat, den
Auszug seiner damaligen Lebenspartnerin per Juli 2007 zu melden, ist dieser daher von
Beginn an beachtlich. Folglich sind für die Monate Mai und Juni 2007 Dreiviertel des
Mietzinses und ab 1. Juli 2007 der gesamte Mietzins anzurechnen. Dies hat trotz
Verletzung der Meldepflicht durch den Beschwerdeführer zu gelten. Ihm kommt
diesbezüglich zugute, dass über den EL-Anspruch in jener Zeit noch kein
rechtskräftiger Entscheid vorliegt.
4.3 Kinder, deren anrechenbare Einnahmen die anerkannten Ausgaben übersteigen,
fallen für die EL-Berechnung gemäss Art. 9 Abs. 4 ELG (Art. 3a Abs. 6 aELG) ausser
Betracht. Um festzustellen, welche Kinder bei der EL-Berechnung ausser Betracht
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fallen, sind gemäss Art. 8 Abs. 2 Satz 2 ELV die anrechenbaren Einnahmen und
anerkannten Ausgaben der Kinder, auf die dies zutreffen könnte, einander
gegenüberzustellen. Der Sohn des Beschwerdeführers begann im August 2009 seine
Lehre. Im ersten Lehrjahr erzielt er ein Monatseinkommen von Fr. 1'000.- brutto (x13).
Davon sind sowohl Sozialversicherungsbeiträge als auch Gewinnungskosten und der
Freibetrag von Fr. 1'500.- in Abzug zu bringen. Vom Rest sind zwei Drittel
anzurechnen. Gemäss Lehrvertrag vom 8. Januar 2009 werden vom Bruttolohn neben
den AHV-/IV-/ALV-Beiträgen Prämienanteile für die Nichtbetriebsunfallversicherung
und die Krankentaggeldversicherung in Abzug gebracht (EL-act. 59-3). Der
Beschwerdeführer lässt in der Beschwerde vom 16. November 2009 geltend machen,
es seien auch Gewinnungskosten anzuerkennen für die Beschaffung von
Ausbildungsmaterial und für Mehraufwand an Kleidung und Nahrung. Selbst wenn man
lediglich den um die Gewinnungskosten verminderten Nettolohn und auf der
Ausgabenseite den vollen Mietzins anrechnete, so ergäbe die Berechnung unter
Einschluss des Sohnes (ohne Anrechnung eines hypothetischen Einkommens für den
Beschwerdeführer) ein höherer Ausgabenüberschuss als bei jener ohne ihn (vgl. zu den
Zahlen EL-act. 35 und 36). Folglich ist davon auszugehen, dass der Sohn bis auf
Weiteres in die Berechnung miteinzubeziehen ist. Die Beschwerdegegnerin hat die
Höhe der Gewinnungskosten in Erfahrung zu bringen und den EL-Anspruch ab
Lehrbeginn des Sohns neu zu berechnen.
5.
5.1 Gemäss den vorstehenden Ausführungen haben sich die Grundlagen der
Rückforderungsverfügung vom 3. April 2009 (EL-act. 94) ebenfalls geändert. Auch
diese Verfügung bzw. der sie bestätigende Einspracheentscheid sind aufzuheben.
Sollte sich nach Anrechnung des ganzen Mietzinses von Juli 2007 mindestens bis Juli
2009, unter Anrechnung der halben IV- und BVG-Renten seit 1. Mai 2007 und ohne
Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens für den Beschwerdeführer eine
Rückforderung ergeben, so wäre darüber neu zu verfügen.
5.2 Die Beschwerden sind in dem Sinn gutzuheissen, als die Sache an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist, damit diese den EL-Anspruch des
Beschwerdeführers ab 1. Mai 2007 im Sinn der Erwägungen neu berechne und darüber
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sowie über eine allfällige verbleibende Rückforderung für diesen Zeitraum neu verfüge.
Betreffend Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung in Bezug auf die
Rückforderungsverfügung vom 3. April 2009 ist auf die Beschwerde vom 16. November
2009 nicht einzutreten.
5.3 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
5.4 Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Parteientschädigung, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen wird
(Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Der Beschwerdeführer
obsiegt im zentralen Punkt der Anrechenbarkeit eines hypothetischen
Erwerbseinkommens sowie in Bezug auf den Mietzins; betreffend EL-Berechnung nach
Lehrbeginn seines Sohns hat die Beschwerdegegnerin weitere Abklärungen (bezüglich
Gewinnungskosten) vorzunehmen. Bei diesem Ausgang ist angezeigt, eine ungekürzte
Parteientschädigung zuzusprechen. Angemessen für die beiden Verfahren erscheint
eine solche von Fr. 4'500.- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53