Decision ID: cd6b3780-73ef-4709-a702-c4bc75ce6217
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 19
6
2, war als Arbeitsloser bei der Suva obligatorisch unfallversichert, als er am 2
9.
Mai 2012 beim Joggen
mit
dem
Fuss einknickte und
auf die Schulter und auf den Rücken und das Gesäss stürzte (
Urk.
8/I/1
Ziff.
6
).
Am 1
5.
Januar 2013 zog er sich bei einem Sturz in der Badewanne
(
Urk.
8/II/1)
eine
Thoraxkontusion
rechts zu (
Urk.
8/II/15). D
ie daraus resultierend
e Arbeits
unfähigkeit wurde ab 1
1.
Februar 2013 mit 0
%
beziffert (
Urk.
8/II/11
)
.
Am 2
5.
Februar 2013 erfolgte eine Rückfallmeldung
durch den nu
n
mehrigen Arbeitgeber
(
Urk.
8/I/3).
Die Suva verneinte mit Verfügung vom 1
8.
März
2015 ihre Leistungspflicht (
Urk.
8/I/98), hiess aber die dagegen erhobene Einsprache (
Urk.
8/I/101) mit
Ein
spracheentscheid
vom 1
5.
September 2015 gut (
Urk.
8/I/128).
Mit Verfügung
vom
1
6.
Juni 20
17
sprach sie dem Versicherten eine Rente bei einem Invaliditätsgrad von 14
%
und eine Integritätsentschädigung entsprechend einer Integritätseinbusse von 15
%
zu
(
Urk.
8/I/280)
. Nach Gutheissung der dage
gen erhobenen Einsprache
(
Urk.
8/I/292)
mit
Einspracheentscheid
vom
1
0.
Augus
t 20
17 (
Urk.
8/I/299/1-2)
sprach sie dem Versicherten mit Verfügung vom
1
8.
September 2018 (
Urk.
8/I/402) eine unveränderte Integritätsentschädigung und eine Rente bei einem Invaliditätsgrad von
15
%
ab Oktober 2018
zu und forderte zu
viel erbrachte Leistungen zurück. Die dagegen am
9.
Oktober und
2
2.
November 2018 sowie am 1
0.
Januar
2019 erhobene
Einsprache (
Urk.
8/I/422
/1-2
,
Urk.
8/I/431
,
Urk.
8/I/439)
wies sie mit
Einspracheentscheid
vom
8.
Februar 2019 ab
(
Urk.
8/I/449 =
Urk.
2)
.
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom
8.
Februar 2019 (
Urk.
2) erhob der Versi
cherte am 1
2.
März 2019
Beschwerde
mit den Anträgen (
Urk.
1 S. 2), dieser sei aufzuheben (
Ziff.
1) und es seien ihm
weiterhin Taggeld
er
, ev
entuell eine
höhere Rente
sowie eine höhere Integritätsentschädigung auszurichten (
Ziff.
2).
Die Suva beantragte mit
Beschwerdeantwort
vom
1.
Mai 20
19 (
Urk.
7)
die Abwei
sung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 1
4.
Mai 2019 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
9). Zu einem weiteren vom Beschwerdeführer eingereichten Arztbericht vom
5.
Februar 2020 (
Urk.
11) nahm die Beschwerdegegnerin am 1
1.
März 2020 Stellung (
Urk.
13), was dem Beschwerdeführer am 1
3.
März 2020 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
15).
3.
Am 1
4.
Februar 2020 wurde eine Rückfallmeldung erstattet (
Urk.
1
4
/1).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 er
eignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausge
bro
chen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Über
gangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
2
9.
Mai 2012
ereignet, weshalb die
bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall An
we
ndung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invali
dität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Stö
rung
entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 402 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S. 288 E. 3b; BGE 115 V 133 E. 7 mit Hinweisen). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei – aus
gehend vom augenfälligen Geschehensablauf – folgende Einteilung vorge
nom
men wurde: banale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und schliesslich der
dazwischen liegende
mittlere Bereich (BGE 115 V 133 E. 6; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1, 120 V 352 E. 5b/
aa
; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
Bei der Einteilung der Unfälle mit psychischen Folgeschäden in leichte, mittel
schwere und schwere Unfälle ist nicht das Unfallerlebnis des Betroffenen mass
gebend, sondern das objektiv erfassbare Unfallereignis (vgl. BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
, 115 V 133 E. 6; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2; RKUV 2005 Nr. U 549 S. 237, 1995 Nr. U 215 S. 91).
UV170100
Kausalzusammenhang adäquat und Gesundheitsbeeinträchtigung psychisch, banaler Unfall
12.1999
Bei banalen Unfällen wie zum Beispiel bei geringfügigem Anschlagen des Kopfes oder Übertreten des Fusses und bei leichten Unfällen wie zum Beispiel einem gewöhnlichen Sturz oder Ausrutschen kann der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und psychischen Gesundheitsstörungen in der Regel ohne weite
res verneint werden, weil aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung aber auch unter Einbezug unfallmedizinischer Erkenntnisse davon ausgegangen werden darf, dass ein solcher Unfall nicht geeignet ist, einen erheblichen Gesund
heits
schaden zu verursachen (BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
, 115 V 133 E. 6a).
1.4
Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalles allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwür
digung einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen
(BGE 134 V 109 E. 6.1, 115 V 133 E. 6c/
aa
):
•
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalles;
•
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
•
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
•
körperliche Dauerschmerzen;
•
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
•
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
•
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit.
Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beur
tei
lung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, welcher zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist (vgl. RKUV 1999 Nr. U 346 S. 428,
1999 Nr. U 335 S. 207 ff.; 1999 Nr. U 330 S. 122 ff.; SVR 1996 UV Nr. 58). Ande
r
seits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, wie zum Beispiel eine auffallend lange Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit infolge schwierigen Hei
lungsverlaufes. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes beziehungsweise aus
schlaggebendes Gewicht zu, so
müssen mehrere unfallbezogene Kriterien heran
gezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem Grenzbereich zu den leichten Unfällen zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu berück
sichti
genden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein, damit die Adä
quanz bejaht werden kann. Diese Würdigung des Unfalles zusammen mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung der Adäquanz. Damit entfällt die Notwendigkeit, nach andern Ursachen zu forschen, die möglicher
weise die psychisch bedingte Erwerbsunfähigkeit mitbegünstigt haben könnten (BGE 115 V 133 E. 6c/
bb
, vgl. auch BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., Nr. U 449 S. 53 ff., 1998 Nr. U 307 S. 448 ff., 1996 Nr. U 256 S. 215 ff.; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
1.5
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorüber
geh
enden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztli
chen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der ver
sicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungs
mass
nahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24
Abs. 2 UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3). In diesem Zeitpunkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des Bun
desgerichts 8C_377/2013 vom 2. Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil 8C
_
454/2014 vom 2. September 2014 E. 6.3).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeits
fähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Be
griffes «namhaft» in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch
weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erh
offte Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglichkeit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durchführung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicherten Person prognostisch und nicht aufgrund
retro
spektiver Feststellungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_888
/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1 mit Hinweisen, insbesondere auf BGE 134 V 109 E. 4.3; vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3).
1.6
UV170510
Beweiswert eines Arztberichts
08.2018
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Entscheid (
Urk.
2) davon aus, gegen die zugesprochene Integritätsentschädigung
sei keine Einsprache erhoben worden, diesbezüglich sei die Verfügung vom 1
8.
September 2018 in Rechtskraft erwachs
en (S. 5
Ziff.
1),
für urologische Beeinträchtigungen sei sie mangels Un
fall
kausalität nicht leistungspflichtig
(S. 8
Ziff.
4b) und für psychische Beein
trächtigungen mangels Adäquanz ebenfalls nicht (S. 9
Ziff.
4c/cc). Auf das kreis
ärztlich formulierte Zumutbarkeitsprofil könne - auch nach später erfolgten ope
rativen Eingriffen - abgestellt werden (S. 15
Ziff.
6c). Sodann sei der medizinische Endzustand (spätestens) am 3
0.
September 2018 erreicht gewesen (S. 17
Ziff.
7c).
2.2
Der Beschwerdeführer vertrat demgegenüber in seiner Beschwerde (
Urk.
1) abweichende Standpunkte be
züglich
den Zeitpunkt
des
Fallabschluss
es
(S. 10 f.
Ziff.
23 ff.)
, der Entwicklung des Gesundheitszustands seit
Februar 2017 (S. 11 ff.
Ziff.
26 ff.)
, der
somatisch begründete
n
Arbeitsunfähigkeit (S. 14
Ziff.
30)
, der
Adäquanz (S. 15 ff.
Ziff.
32 ff.)
und der Integritätsentschädigung
(S. 17
Ziff.
35)
.
2.3
Strittig ist, ob dem Beschwerdeführer über die verfügungsweise zugesprochenen Leistungen weitere zustehen.
Dazu gehört auch die Frage der Integritätsentschädigung, denn in der ergän
zenden
Einsprachebegründung
vom 1
0.
Januar 2019 (
Urk.
8/I/439) wurde unter anderem geltend gemacht, es sei eine aktualisierte Einschätzung
des Integritäts
schadens
erforderlich (S. 3
Ziff.
6).
Die im Februar 2020
über
ein Jahr nach Erlass des angefochtenen Entscheids erneut aufgenommene Behandlung mit in Aussicht genommener abermaliger Operation der rechten Schulter (vgl. nachstehend E. 3.17) ist nicht hier, sondern vorerst von der Beschwerdegegnerin im Rahmen des ihr gemeldeten Rückfalls zu prüfen.
3.
3.1
Dr.
med.
Y._
, Leitender Arzt, Chirurgische Klinik,
Z._
, nannte im Bericht vom 2
6.
Februar 20
13 (
Urk.
8/I/10 =
Urk.
8/I/16/3-4)
über die glei
chentags erfolgte Untersuchung als Diagnose eine
transmurale
Supraspinatus
sehnenruptur
, alte AC-Luxation
Rockwood
IV rechts
mit Stolpersturz am 2
9.
Mai 2012 und
Retraumatisierung
im Dezember 2012 (S. 1 Mitte). Der Beschwerde
führer berichte, er sei im
Dezember 2012
(richtig wohl: Januar 2013)
in der Badewanne gestürzt und habe sich den rechten Rippenthorax geprellt (S. 1).
Als Befund erwähnte
Dr.
Y._
eine im Vergleich zur letztmaligen Untersuchung im November 2012 unveränderte Schulterasymmetrie mit Hochstand des AC-Gelen
kes (S. 1 unten).
3.2
K
reisarzt
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation,
führte in seiner Beurteilung vom
11.
Dezember 20
14 (
Urk.
8/I/82)
aus, aus näher dargelegten Gründen hätten Folgen des Unfalls vom 2
9.
Mai 2012 im Sinne einer einfachen Prellung ohne richtunggebende Verschlimmerung des Vorzustandes maximal für die Dauer von 3 Monaten vorgelegen (S. 4 unten).
3.
3
Dr.
med. B._
, Oberarzt Schulterchirurgie,
C._
,
nahm
a
m
2
7.
Februar
2015 eine offene
Rotatorenmanschettenrekonstruktion
(
Supra
spi
natus
) und eine AC-Gelenksstabilisation
vor
(
Urk.
8
/I/100/3-4
S.
1 Mitte
;
Urk.
8/I/101/8-9
)
.
Er
führte mit Schreiben vom 2
2.
April 2015 (
Urk.
8/I/104) aus, es sei korrekt, dass die
transmurale
Suprapinatussehnen
-Ruptur ohne wei
teres degenerativen Cha
rak
ters sein könnte und dementsprechend nicht als Un
fallfolge zu werten sei. Hingegen
sei
die nachgewiesenermassen hochgradige AC-Gelenksluxation aus schulterchirurgischer Sicht keinesfalls als Krankheitsfolge zu werten.
3.4
Am 1
4.
August 2015 erstattete
med.
pract
.
D._
,
Facharzt für Chirurgie,
Suva-V
ersicherungsmedizin, eine Beurteilung
(
Ziff.
8/I/122)
.
Er wies unter anderem darauf hin, dass in den Akten Befunde aus dem Jahr 2001 vorlägen. Am
5.
April 2001 habe der Versicherte im Rahmen eines Aussen
dienst
rapports angegeben, er habe bereits im Jahr 2000 unter Schulterbeschwerden beidseits gelitten, deren Ursache
n
ihm aber nicht bekannt seien. Weiterhin lieg
e
der Befund eines
Arthro
-MRI des rechten Schultergelenkes vom
8.
Februar 2001 vor. Als Indikation
seien
Schulterschmerzen rechts und vor allem Ruheschmerzen im Liegen und bei Elevation in 90° genannt
worden
und mit dem Befund eine mechanische Einengung des
subacromialen
Raums durch ein «laterales
Down
sloping
des
Acromions
» und
als Teilrupturen und Verdünnung bezeichnete
Ver
schleisserscheinungen der
Supraspinatussehne
sowie eine mässige Bursitis
suba
cromialis
beschrieben
worden
. Es bestehe also mindestens seit dem Jahr 2001 ein Vorzustand im Bereich der rechten Schulter (S. 13 oben).
Aus näher dargelegten Gründen (S. 13 ff.) sei eine frische traumatische Schädi
gung der
Rotatorenmanschette
im Rahmen des Unfalls vom 2
9.
Mai 2012 über
wiegend wahrscheinlich nicht eingetreten (S. 15 unten).
Zwar sei ein Vorzustand mit Schädigung des
Acromioclavicular
(AC) -Gelenks wahrscheinlich (S. 20 Mitte), jedoch sei das Unfallereignis vom 2
9.
Mai 2012 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zumindest teilkausal für die nachgewiesene Sprengung des AC-Gelenks vom Typ
Rockwood
IV (S. 20 unten).
Zusammenfassend führte er aus, die Sprengung des AC-Gelenks rechts vom Typ
Rockwood
IV mit der Folge einer Instabilität im Schultereckgelenk rechts sei überwiegend wahrscheinlich Folge des Ereignisses vom 2
9.
Mai 201
2.
Die nach
gewiesenen Texturstörungen der
Rotatorenmanschette
und der langen
Biceps
sehne
sowie die partielle Zusammenhangstrennung der
Rotatorenmanschette
seien ni
cht überwiegend wahrscheinlich eine Folge des Ereignisses (S. 21
Ziff.
1).
Mit dem MRI vom
9.
Februar 2001 sei bereits ein krankhafter Vorzustand im Be
reich der rechten Schulter dokumentiert, nämlich ein
Impingement
der
Supra
spinatussehne
bei
Downsloping
des
Acromions
, Texturstörungen der
Supraspi
natussehne
, eine Bursitis
subacromialis
und zystische Läsione
n im
Tuberkulum
majus
und minus
sowie eine leichte Erweiterung und
Auftreibung
des AC-Gelenks (S. 21
Ziff.
2).
Der Vorzustand sei bezüglich der
Rotatorenmanschette
(hier der
Supraspinatus
- und
Infraspinatussehne
) nicht verschlimmert worden, weil der Unfall nicht geeig
net gewesen sei, eine Schädigung der
Rotatorenmanschette
zu verursachen. Be
züglich des AC-Gelenks sei der Vorzustand nicht verschlimmert worden, sondern es sei neu eine Sprengung des AC-Gelenks eingetreten. Eine solche Sprengung habe nur möglicherweise bereits zum Zeitpunkt des Unfalls vom 2
9.
Mai 2012 bestanden (S. 22 oben).
3.
5
Am 2
5.
April 2016 erfolgte eine klinische Verlaufskontrolle in der
C._
(
Urk.
8/I/197),
wobei als Diagnosen unter anderem eine unklare Schwellung mediale Clavicula rechts, Differentialdiagnose (DD) Stressfraktur, DD Weichteilprozess und
Scapuladyskinesie
(S. 1
Ziff.
1)
,
und ein Verdacht auf De
pression (S. 1
Ziff.
2) genannt wurden.
Nach einer Verlaufskontrolle nach MRI vom
6.
Juni 20
16 (
Urk.
8/I/211
) wurden als Diagnosen unter anderem ein Rehabilitationsdefizit (S. 1
Ziff.
1), ein Reiz
zustand
Sterno-Clavicular
(
SC
)
-Gelenk rechts (S. 1
Ziff.
2) und ein Verdacht auf Depression (S. 1
Ziff.
3) genannt.
3.
6
K
reisarzt
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, berichtete am
9.
Juni 201
6
über die gleichentags erfolgte Untersuchung
(
Urk.
8/I/204)
.
Er formulierte das folgende
provisorische Zumutbarkeitsprofil
auf rein orthopädisch-
traumatologischem
Fach
gebiet: Ohne Berücksichtigung des psychiatrischen Fachgebietes sei der Versi
cherte aus orthopädisch-
traumatologischer
Sicht vollschichtig einsetzbar. Fol
gen
de Einschränkungen seien zu berücksichtigen: Leichte bis mittelschwere Arbeiten dürften beidhändig ausgeführt werden, wobei maximale Lasten von 15 kg ledig
lich sporadisch, nicht häufig repetitiv bewegt werden sollten. Der rechte Arm dürfe lediglich unterhalb der Schulterhorizontalen eingesetzt werden. Leichte Lasten dürften mit nicht-abgespreiztem rechten Oberarm bis Brusthöhe ange
ho
ben werden. Der Umgang mit Arbeitsgeräten, die Stösse, Vibrationen und Schläge in den Oberarm einleiteten, sei ungeeignet. Der linke Arm sei uneingeschränkt einsetzbar (S. 13 oben).
Er halte es für wahrscheinlich, dass ein Besserungspotenzial physiotherapeutisch noch innerhalb der nächsten 5 Monate genutzt werden könne (S. 13).
3.7
Die Ärzte der
C._
führten im Schreiben vom
5.
Juli 20
16 (
Urk.
8/I/221)
aus, der Patient gebe weiterhin belastungsabhängige Schmerzen und Nachtschmerzen und Ausstrahlung in den rechten Oberarm an. Zudem be
stehe ein Reizzustand des rechten AC-Gelenks. Mit diesem Befund sei er für körperlich schwere Arbeit zu 10
0
%
arbeitsunfähig. Ob er für gewisse Tätigkeit
en
arbeitsfähig sei, bedürfte
einer arbeitsmedizinischen
Abklärung.
Kreisarzt
Dr.
E._
(vorstehend E. 3.6) erklärte am 1
3.
September 2016, es bleibe bei seiner Einschätzung der Zumutbarkeit für den allgemeinen Arbeits
markt, eine diesbezügliche ausführlichere Abklärung sei nicht erforderlich (
Urk.
8/I/2
2
3).
3.8
Dr.
med. F._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, führte mit Bericht vom 1
5.
November 2016 aus, der Patient befinde sich seit 1
0.
März 2016 in ihrer Behandlung. Diagnostisch liege eine Depression vor, aus psychia
trischer Sicht betrage die Arbeitsunfähigkeit aktuell 50
%
(
Urk.
8/I/240).
3.9
Am
6.
Februar 20
17
berichtete
Dr.
med.
G._
, Oberarzt i.V. Ortho
pädie,
C._
, über
die
am
1.
Februar 2017 erfolgte Unter
suchung
(
Urk.
8/I/249
)
.
Es sei aus der klinischen Untersuchung schwierig, die Schmerzen klar dem AC-Gelenk zuzuordnen, weshalb man erneut eine diag
nos
tische Infiltration durchführen werde.
3.
10
Med.
pract
.
D._
(vorstehend E. 3.
4
) berichtete am
2
7.
Februar 20
17
über
die
am 1
5.
Februar 2017 erfolgte Untersuchung
(8/I/254)
.
Er nannte als unfallkausale
Diagnose (
Ereignis vom 2
9.
Mai 2012, Rückfall vom
7.
Januar 2014
)
eine AC-Gelenkssprengung
Rockwood
IV rechts, und als nicht unfallkausale Diagnose
n
Zusammenhangstrennungen der
Rotatorenmanschette
der rechten Schulter
, eine vorüb
ergehende Reizung des A
C-Gelenks rechts, eine Depression und Teilamputation des Endglieds des linken Zeigefingers
(S. 11
f.
unten).
Er führte aus,
der
Versicherte
sei
am 2
9.
Mai
2012 auf die rechte Schulter
gestürzt
und
habe
sich dabei eine
AC-Gelenkssprengung
Rockwood
IV zugezogen. Diese sei
verzögert
diagnostiziert
worden und habe
zu einer hochgradigen Instabilität des AC-Gelenks
geführt,
und
sei
am 2
7.
Februar
2015 mit
einer Resektion des
AC-Gelenks stabilisiert
worden
.
Am gleichen Tag
seien
eine offene
Rotatoren
man
schetten-Rekonstruktion
und eine
Bicepstenotomie
rechts durchgeführt
wor
den (S.
12 oben)
.
Postoperativ
seien
persistierende
Schmerzen und eine Schulter
schwäche berichtet
worden
. Infiltrationen
und Physiotherapie hätten keine Ver
besserung gebracht (S. 12 Mitte).
Im Bericht vom
6.
Februar 2017 über die Untersuchung vom
1.
Februar 2017
(vorstehend E. 3.9)
werde ausgeführt,
es
sei schwierig, aufgrund der klinisch
en
Untersuchung die Schmerzen klar dem AC-Gelenk zuzuordnen.
Es werde
eine äusserlich unauffällige Schulter
beschrieben
,
eine Atrophie sei nicht ersichtlich, Asymmetrien bestünden nicht.
Das
Sterno-Claviculargelenk
sei ohne eine ver
mehrte Schwellung im Vergleich mit der Gegenseite.
Auch bei der aktuellen
gut
achterlichen Untersuchung
sei
das Schulte
rre
lief symmetrisch ausgeprägt
und einseitige Muskelatrophien
seien
nicht auffällig. Der Muskelmantel des rechten Ober
-
und
Unterarms
sei
gegenüber der unverletzten linken Seite nicht vermin
dert
,
sondern in Höhe des
Ellbogens und der Mittelhand bei dem rechtsdo
mina
n
ten Versicherten kräftiger als auf der Gegenseite.
Das spreche
gegen eine deut
lich verminderte Gebrauchsfähigkeit des rechten Arms, denn dann wäre
eine Verminderung der Muskulatur zu erwarten (
S. 12 unten).
Da die gelenkbildenden Anteile des
Acromions
und der lateralen Clavicula im Rahmen der Operation vom 2
7.
Februar 2015 entfernt (reseziert) worden seien, es also das AC-Gelenk gar nicht mehr gebe, sei eine
höhergradige
Funktions
ein
schränkung der rechten Schulter als Folge des Ereignisses vom 2
9.
Mai 2012 nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu begründen. Die im Rahmen der aktu
ellen gutachterlichen Untersuchung und im Rahmen der Unters
uchung in der Sprechstunde vom
1.
Februar 2017 festgestellten funktionellen Defizite seien je
doch nachvollziehbar mit der Verletzung und dem Folgezustand nach der Opera
tion zu begründen (S. 13 oben).
Die Angaben des Versicherten, dass er Schmerzmittel nur bei Bedarf einnehme, w
ü
rde
n
durch den sehr niedrigen entsprechenden Blutspiegel gestützt. Es sei so
mit nicht von dauernden und starken, die Aktivitäten des täglichen Lebens ein
schränkenden Schmerzen auszugehen. Schmerzen würden bei Hebung des recht
en Arms über die Horizontale, dem Heben und Bewegen schwerer Lasten (im Bericht vom
6.
Februar 2017 würden 45 kg genannt) und bei Druck auf die Region des
vormaligen AC-Gelenks angegeben. Wenn diese Verrichtungen vermieden würden
, sollte eine Arbeit zumutbar sein (S. 14 oben).
Zusammenfassend ergeb
e
sich aufgrund der unfallkausalen
mässiggradigen
Ein
schränkungen der
Funktion der rechten Schulter verbunden mit belastungsab
hängigen Schmerzen folgendes Zumutbarkeitsprofil:
Der Versicherte
könne voll
schichtig
leichte, selten auch mittelschwere Arbeiten beidhändig,
im Gehen, Stehen und Sitzen,
unterhalb der Brustebene (max
imal
90° Abduktion)
ausführen
(S. 14 Mitte)
.
Diese
Arbeiten
sollten nicht mit Stössen, Schlägen und Vibrationen mit Aus
wirkung auf die rechte obere
Extremität
und
nicht mit dem Heben von Lasten von mehr als 5
kg
körperfern mit dem rechten Arm
verbunden sein; Lasten bis 15
kg
könn
t
en körpernah und beidhändig gehoben werden,
Lasten bis 10
kg
auch einhändig rechts körpe
rn
ah
. Ferner sollten sie n
icht mit repetitivem Heben und Tragen von Lasten von mehr als 10
kg
Gewicht
und
nicht mit Arbeiten oberhalb der Horizontalen verbunden sein,
und so
llten nicht auf Leitern und Gerüsten ausgeführt werden müssen, da das Festhalten mit der
rechten Hand über Kop
f nicht ausreichend möglich sei.
Die linke obere Extremität
könne
ohne unfall
kausale Einschränkungen eingesetzt werden
(S. 14)
.
Verletzungen des AC-Gelenks seien häufig und die Folgezustände in der Literatur auch bezüglich ihrer Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ausführlich beschrie
ben, weshalb
eine spezielle arbeitsmedizinische Abklärung für die Formulierung eines Zumutbarkeitsprofils nicht notwendig sei (S. 14 unten).
Der medizinische Endzustand sei erreicht. Eine Infiltration in die Region des vor
maligen AC-Gelenks sei bereits mehrfach erfolgt und ohne Erfolg in Bezug auf die Schmerzen geblieben. Es sei nicht zu erwarten, dass durch weitere Infiltra
tio
nen eine wesentliche Besserung des Gesundheitszustandes erreicht werden könne (S. 15 oben).
Bezüglich der Versorgung der Sprengung des AC-Gelenks
sei
2 Jahre nach der Operation nicht mehr mit einer wesentlichen Befundänderung zu rechnen. Die zu
letzt angefertigten Röntgenbilder zeigten keine relevanten Veränderungen zu
den Vorbefunden. Die AC-Gelenkssprengung sei stabil versorgt. Anhaltspunkte fü
r
eine entzündliche oder proliferative Aktivität fänden sich derzeit nicht (S. 15 Mitte).
In der Tabelle l der Suva (Funktionsstörungen an den oberen Extremitäten) werde ein Integritätsschaden von 15
%
für eine bis zur Horizontalen bewegliche Schul
ter genannt. Im Rahmen der aktuellen Untersuchung habe der Versicherte den rechten Arm bis 90° abduzieren können. 14 Tage zuvor, bei der Untersuchung vom
1.
Februar 2017
,
habe er hingegen eine Abduktion von 110°
erreicht
. Ein Be
wegungsausmass bis 30° über der Horizontalen würde laut Tabelle l mit 10
%
bewertet. Eine mässige Form einer
Periarthrosis
humeroscapularis
wäre laut Tabelle l mit 10
%
, eine schwere Form hingegen mit 25
%
zu bewerten. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass dem Versicherten eine Abduktion über die Horizontale nur inkonstant gelinge, empfehle er, den Integritätsschaden mit 15 % zu bewerten (S. 15).
3.11
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, führte in einem Zeugnis vom 2
7.
März 2017 aus, der Beschwerdeführer sei vom
1.
bis 3
0.
April 2017 zu 100
%
arbeitsunfähig. Sofern von ihm näher bezeichnete Bedingungen eingehalten würde
n
, sei er aber für leichte Arbeit zu 100
%
arbeitsfähig (Urk. 8/I/305/19).
Dr.
F._
(vorstehend E.
3.8) machte mit Bericht vom
2
8.
März
20
17 (
Urk.
8/I/442)
die gleichen Angaben wie im November 201
6.
Die letzte Konsul
tation habe am 2
7.
März 2017 stattgefunden, die nächste sei am 2
5.
April 2017 geplant (S. 1
Ziff.
4).
Vergleichbares gilt für ihren Bericht vom
1
8.
September 2017 (
Urk.
8/I/317)
.
3.12
Dr.
G._
(vorstehend E.
3.9) nannte im Bericht vom 2
1.
Juni
2017 (
Urk.
8/I/289) folgende Diagnosen (S. 1):
-
schmerzhafte
ossäre
hypertrophe Vernarbung im resezierten AC-Gelenk
-
Depression
-
anamnestisch Status nach Strecksehnenverletzung
Dig
. II links 2007
Er führte aus, die Schmerzen seien unverändert (S. 1 unten).
PD
Dr.
B._
(vorstehend E. 3.3) und
Dr.
G._
(
vorstehend E. 3.9) nannten in ihrem Bericht vom 2
4.
Juli 2017 (
Urk.
8/I/290) folgende Diagnosen (S. 1):
-
schmerzhafte
heterotope
Ossifikation im resezierten AC-Gelenk rechts
-
Depression
-
anamnestisch Status nach Strecksehnenverletzung
Dig
. II links 2007
Sie erachten die Indikation zur operativen Entfernung der
heterotopen
Ossifi
ka
tion als gegeben (S. 2 oben).
Laut Austritt
s
bericht vom 2
7.
September
2017
(
Urk.
8/I/324)
fand am 2
1.
Septe
m
ber 2017 eine Re-AC-Resektion
und Entfernung
heterotoper
Ossifikationen zwischen
Processus
coracoideus
und lateraler Clavicula rechts
(vgl. Urk. 8/I/325) statt (S. 1 unten).
Laut Austrittsbericht vom
2
1.
März 20
18 (
Urk.
8/I/344)
fand am 1
5.
März 2018 eine Schulterarthroskopie statt (S.
2 oben). 2 Wochen postoperativ wurde am
5.
April 2018 ein
e Low G
rade
Infekt
ion
diagnostiziert (
Urk.
8/I/352). 3 Monate postoperativ wurde eine
Scapuladyskinesie
diagnostiziert (Urk. 8/I/355).
Dr.
F._
machte in ihrem Bericht vom 2
0.
Juni 2018 (
Urk.
8/I/376) mit den früheren (vorstehend E. 3.11) vergleichbar
e
Angaben.
3.13
Kreisarzt
Dr.
med. I._
, Facharzt für Radiologie, erklärte am 6.
Septem
ber 20
18
(
Urk.
8/I/393), das im Februar 2017 verfasste Zumutbarkeitsprofil (vor
stehen
d
E. 3.10) könne unverändert übernommen werden
, wie damals seien auch nach dem letzten Rückfall belastende Tätigkeiten über der Horizontale
n
nicht mehr zumutbar
(S. 1
Ziff.
3). Der Integritätsschaden sei unverändert (S. 2
Ziff.
4).
3.14
Die Ärzte der
C._
führte
n
mit Bericht vom
6.
November 20
18 (
Urk.
8/I/441)
aus, sie könnten aus schulterchirurgischer Sicht dem Patien
ten keine weitere operative oder konservative Behandlungsmöglichkeit anbieten und schlössen ihrerseits die Behandlung ab (S. 1
Ziff.
1). Die Schmerzen hätten sich seit der Operation vom 1
5.
März 2018 nicht verbessert, auch die Abduktion und Elevation habe sich seit Januar 2017 nicht verbessert (S. 2
Ziff.
2). Betreffend Arbeitsfähigkeit empfahlen sie eine arbeitsmedizinische Evaluation (S. 2
Ziff.
3).
3.15
Kreisarzt
Dr.
I._
(vorstehend E.
3.13) erklärte am
3.
Dezember
20
18 (
Urk.
8/I/434),
es bestehe kein Kausalzusammenhang
zwischen dem
Unfall vom
2
9.
Mai 2012 und dem
nach der Operation vom 1
5.
März 2018 (vorstehend E.
3.12)
aufgetretenen Harnverhalt
und
der diesbezüglichen urologischen Operation vom 2
2.
August 2018 (vgl.
Urk.
8/I/
428)
Am
6.
Februar 20
19
erklärte er, der Versicherte befinde sich aufgrund der Prob
leme mit der rechten Schulter nun seit Anfang 2013 praktisch ununterbrochen in Behandlung. Nach einem derartigen Verlauf die Situation mit Schmerztherapie oder neurophysiologischen Massnahmen verändern zu wollen, sei aussichtslos. Zudem sei er mindestens seit März 2016 aufgrund einer Depression in psychia
trischer Behandlung, was die Chancen zusätzlich reduziere
(
Urk.
8/I/448)
.
3.16
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Anästhesiologie, nannte in seinem Bericht vom
2
4.
Januar 2019
über die gleichentags erfolgte Erstkonsultation (Urk.
3/4)
folgende Diagnosen (S. 1):
-
chronische Schulterschmerzen rechts mit neuropathischen Anteilen
-
Verdacht auf Angststörung und Depression möglicherweise als schmerzver
stärkender Faktor
-
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
Als Nebendiagnose nannte er eine Harnblasen
funktions
störung bei Status nach postoperativem Harnverhalt März 2018 und Status nach
Urosepsis
April 2018, aktuell Spontanmiktion (S. 1 unten).
Aufgrund der Anamnese und des klinischen Bildes finde sich ein Restzustand nach dreimaliger Schulteroperation und
low
grade Infekt. Es könne auch eine neuropathische Schmerzkomponente vorliegen (S. 2 unten).
Er habe den Beschwerdeführer ermuntert, weiter aktiv physiotherapeutisch zu arbeiten. Dieser befürchte, dass eine zunehmende Eigenaktivität bei der Begut
achtung durch die Beschwerdegegnerin negativ beurteilt werden könnte. Einen negativen Einfluss auf die Schmerzverarbeitung habe sicherlich auch die depres
siv ängstliche Stimmungslage (S. 3 oben).
In einer Stellungnahme vom
1.
März 2019 (
Urk.
3/3)
erklärte
Dr.
J._
, er empfehle noch einmal ein multidisziplinäres Gutachten, da sich das Krankheits
bild seit 2017 deutlic
h verschlechtert habe und dies im unfallchirurgischen Gut
achten in keiner Weise abgebildet und vollständig erfasst sei. Eine Verbesserung des
Gesundheitszustandes mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit werde erreicht durch den Ausbau der psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung, eine Intensivierung der Physiotherapie und noch weitergehende schmerzmedizinische Therapien.
3.17
Med.
pract
.
K._
_
, Leitender Arzt Orthopädie,
Z._
, nannte mit Bericht vom
5.
Februar 2020 (
Urk.
11)
folgende Diagnosen (S. 1 f.):
-
chronische Schmerzproblematik der lateralen Clavicula Schulter rechts
-
ängstlich depressive Verstimmung, ambulante psychiatrische Behandlung
Er führte aus, angesichts der gestellten Diagnosen sei prinzipiell eine Revision der Schulter zu diskutieren (S. 2 Mitte). Zumindest
sei
die lokale Schmerzsituation
zu verbessern. Eine beschwerdefreie Schulter sei hier in der Gesamtsituation nicht zu erwarten. Das Operationsaufgebot folge (S. 2 unten).
4.
4.1
Am 2
9.
Mai 2012 verletzte sich der Beschwerdeführer bei einem Stolpersturz (Urk. 8/I/1). Dabei kam es, wie später festgestellt wurde (vorstehend E. 3.4), zu einer Sprengung des rechten AC-Gelenks.
Die rechte Schulter wurde i
m
Februar
2015
in der
C._
operiert
(vorstehend E. 3.3).
Im
September 2017
erfolgte eine Re-AC-Resektion und Entfernung
heterotoper
Ossifikationen und
im
März 2018 eine weitere Arthroskopie, in deren Folge eine Low Grade Infektion auftrat (vorstehend E. 3.12). Am
6.
November 2018 wurde die schulterchi
rurgi
sche Behandlung durch die Ärzte der
C._
abgeschlossen (vorstehend E. 3.14).
Seit März 2016 befand sich der Beschwerdeführer in psychiatrischer Behandlung (vorstehend E. 3.8), dies wohl in monatlichen Abständen (vgl. vorstehend E. 3.11).
Am 2
4.
Januar 2019 wurde eine schmerztherapeutische Behandlung aufgenom
men (vorstehend E. 3.16).
4.2
In einem ersten Schritt ist zu klären, wie es sich mit den psychischen Beein
trächtigungen verhält. Die Beschwerdegegnerin erachtete sie als nicht in adä
qua
tem Kausalzusammenhang mit dem Unfall vom 2
9.
Mai 2012 stehend, dies mit Hinweis darauf, dass das Ereignis den leichten Unfällen zuzurechnen sei (Urk. 2 S. 9
Ziff.
4c/
bb
). Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Stand
punkt, unter Umständen sei eine Adäquanzbeurteilung auch bei leichten Unfällen vorzunehmen (
Urk.
1 S. 15
Ziff.
32).
Eine Adäquanzbeurteilung ist ausnahmsweise auch bei leichten Unfällen mit psy
chischen Unfallfolgen vorzunehmen, wenn die unmittelbaren Folgen das Be
schwer
debild im Zeitpunkt der Leistungseinstellung nicht mehr als offensichtlich unfallunabhängig erscheinen lassen. Diese Gerichtspraxis ist aufgrund ihres Ausnahmechara
kters zurückhaltend anzuwenden
(Urteil des Bundesgerichts 8C_41/2016 vom 2
3.
Juni 2016 E. 5.1).
Der Stolpersturz vom 2
8.
Mai 2012 zeitigte gar keine unmittelbaren Folgen
. So zog er gemäss der am
6.
Juni 2012 erstatteten (Bagatell-) Unfallmeldung keine Arbeitsunfähigkeit nach sich (
Urk.
8/I/1). Dem ersten aktenkundigen Bericht (vor
stehend E. 3.1) ist zu entnehmen, dass im November 2012 und - nach einem weiteren Vorfall im Januar 2013 - im Februar 2013 ärztliche Konsultationen erfolgten
. Im
Februar
2015 wurde sodann die rechte Schulter operiert. Eine psy
chiatrische Behandlung (in monatlichen Abständen) der zwischenzeitlich aufge
tretenen Depression wurde im März 2016 aufgenommen (vorstehend E. 3.8).
Vor diesem Hintergrund sind keine Anhaltspunkte ersichtlich, welche die Aus
nahme davon, dass bei leichten Unfällen die Adäquanz in der Regel ohne weitere Prüfung zu verneinen ist (vorstehend E. 1.3 am Ende), zu rechtfertigen vermöch
ten.
Somit sind die psychischen Beeinträchtigungen mangels Adäquanz nicht als unfallkausal zu beurteilen.
4.3
Die Beschwerdegegnerin ist davon ausgegangen, der medizinische Endzustand sei spätestens Ende September 2018 erreicht gewesen (
Urk.
2 S. 17
Ziff.
7c). Der Beschwerdeführer stellte sich auf demgegenüber auf den Standpunkt, angesichts der im Januar 2019 in Aussicht genommenen Schmerztherapie sei dies verfrüht gewesen (
Urk.
1 S. 10 f.
Ziff.
24 f.).
Bezüglich der rechten Schulter bestanden und bestehen Beeinträchtigungen, welche die Arbeitsfähigkeit in dem Sinne tangieren, dass eine solche von 100
%
nur für Tätigkeiten besteht, welche einem bestimmten Zumutbarkeitsprofil ent
sprechen
. Dass spätestens Ende September 2018 keine medizinischen Optionen mehr ersichtlich waren, von denen noch eine namhafte Besserung des Gesund
heitszustandes und daraus resultierend eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit
zu erwarten war
(vorstehend E.
1.5), ergibt sich unzweifelhaft aus dem Umstand, dass die Ärzte der
C._
, die den Beschwerdeführer seit
Februar
2015 behandelten (vorstehend E. 3.3), im November 2018 ihre Behand
lung abschlossen und dabei ausführten, die Schmerzen hätten sich
seit März 2018 nicht verbessert und die Schulterbeweglichkeit habe sich seit Januar 2017 nicht verbessert (vorstehend E. 3.14).
Der Schmerztherapeut
Dr.
J._
vertrat im März 2019 die Auffassung, Ge
sundheitszustand und Arbeitsfähigkeit liessen sich durch einen Ausbau der
psy
chiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung, eine Intensivierung der Physio
the
rapie und noch weitergehende schmerzmedizinische Therapien
verbessern (vor
stehend E. 3.16).
Die Empfehlung
psychiatrisch-psychotherapeutische
r
Behand
lung
ist
mangels Unfallkausalität der psychischen Beschwerden (vorstehend E.
4.2) nicht von Relevanz. Fortgesetzte Physiotherapie ist den Massnahmen zu
zurechnen, die allenfalls einen geringfügigen therapeutischen Fortschritt erwar
ten lassen (vorstehend E. 1.5), und bezüglich
der
Schmerztherapie ist von Belang, dass es sich um das Spezialgebiet des Arztes handelt, der sie empfiehlt. Dies
bezüglich erscheint bemer
kenswert, dass im weiteren Verlauf zwar am
2.
März 2020 (
Urk.
10) ein weiterer Arztbericht eingereicht wurde, nicht aber - was zutreffendenfalls naheliegend wäre - geltend gemacht oder gar belegt wurde, die schmerztherapeutische Behandlung sei erfolgreich gewesen.
Die Annahme, der medizinische Endzustand sei Ende September 2018 erreicht gewesen, erweist sich demnach als zutreffend.
4.4
Sodann wurde in der Beschwerde (
Urk.
1) das kreisärztlich formulierte Zumut
barkeitsprofil in Frage gestellt, dies mit der Begründung, Kreisarzt
Dr.
I._
fehle die fachärztliche Kompetenz dazu (S. 9
Ziff.
21), der Gesundheitszustand habe sich seit Februar 2017 erneut verschlechtert (S. 11 ff.
Ziff.
26 ff.),
und
es sei ein arbeitsmedizinisches Assessment angezeigt (S. 14 Ziff.
30).
4.5
Kreisarzt
Dr.
E._
formulierte im Juni 2016 folgendes provisorisches Zu
mutbarkeitsprofil (vorstehend E. 3.6):
-
volle Arbeitsfähigkeit für l
eichte bis mittelschwere Arbeiten beidhändig
-
Bewegen
maximale
r
Lasten von 15 kg
,
lediglich sporadisch, nicht häufig repetitiv
-
Einsatz des rechten Arms
lediglich unterhalb der Schulterhorizontalen
-
Anheben l
eichte
r
Lasten mit nicht-abgespreiztem rechten Oberarm bis Brusthöhe
-
kein
Umgang mit Stösse
n
, Vibrationen und Sc
hläge
n
in den Oberarm ein
leitenden
Arbeitsgeräten
Med.
pract
.
D._
formulierte im Februar 2017 folgendes Zumutbarkeitsprofil (vorstehend E. 3.10):
-
volle Arbeitsfähigkeit für leichte, selten auch mittelschwere Arbeiten beid
händig, im Gehen, Stehen und Sitzen, unterhalb der Brustebene (max
imal
90° Abduktion
)
-
keine mit Stössen, Schlägen und Vibrationen mit Auswirkung auf die rechte obere Extremität verbundenen Arbeiten
-
kein Heben von Lasten von mehr als 5 kg körperfern mit dem rechten Arm
-
Heben von
Lasten bis 15 kg körpernah und beidhändig
-
Heben von
Lasten bis 10 kg auch einhändig rechts körpernah
-
kein
repetitive
s
Heben und Tragen von Lasten von mehr als 10 kg
-
keine
Arbeiten oberhalb der Horizontalen
-
keine Arbeiten
auf Leitern und Gerüsten
Der linke Arm wurde in
beiden
Beurteilungen als uneingeschränkt einsetzbar bezeichnet.
Kreisarzt
Dr.
I._
erklärte im September 2018,
das Zumutbarkeitsprofil vom Februar 2017 könne übernommen werden, auch nach dem letzten Rückfall seien belastende Tätigkeiten über der Horizontalen nicht mehr zumutbar (vorstehend E. 3.13).
4.6
Die Kreisärzte der
Suva
sind nach ihrer Funktion und beruflichen Stellung Fach
ärzte im Bereich der Unfallmedizin. Da sie ausschliesslich Unfallpatienten, unfall
ähnliche Körperschädigungen und Berufskrankheiten diagnostisch beurteilen und therapeutisch begleiten, verfügen sie über besonders ausgeprägte
traumato
logis
che
Kenntnisse und Erfahrungen (Urteil des Bundesgerichts 8C_510/2007 vom
3.
Oktober 2008 = SVR 2009 UV Nr. 9 E.
7.5.4
),
dies unabhängig von ihrem ursprünglich erworbenen Facharzttitel
(Urteil des Bundesgerichts 8C_316/2019 vom 2
4.
Oktober 2019 E. 5.4).
Bei dieser Ausgangslage ist kein Grund ersichtlich, weshalb
Dr.
I._
die Kom
petenz abzusprechen wäre, die Frage zu beantworten, ob ein bereits formuliertes Zumutbarkeitsprofil aufgrund des zwischenzeitlichen gesundheitlichen Verlaufs noch Geltung habe, und es ist - zustimmend - zur Kenntnis zu nehmen, dass er dies bejahte.
4.7
Die beschwerdeweise geltend gemachte Verschlechterung des Gesundheits
zu
stands seit Februar 2017 war
sodann
offensichtlich vorübergehender Natur. Dies ergibt sich
klar aus den Angaben der Ärzte der
C._
, die bei Behandlungsabschluss Anfang November 2018 ausführten, die Schmerzen hätten sich seit März 2018 nicht verbessert und die Schulterbeweglichkeit habe sich seit Januar 2017 nicht verbessert (vorstehend E. 3.14). Somit waren die Parameter,
die für das Zumutbarkeitsprofil von Bedeutung
sein können, Ende September 2018
die gleichen wie im Februar 201
7.
Daran ändert die Angabe von
Dr.
J._
im März 2019, das Krankheitsbild habe sich seit 2017 deutlich verschlechtert (vorstehend E. 3.16)
,
nichts, ist sie doch ohne nähere Begründung
u
nd
gestützt auf eine erstmalige Konsultation im Januar 2019 erfolgt.
4.8
Es trifft zu, dass von behandelnder Seite einmal ausgeführt wurde, die Arbeits
fähigkeit für angepasste Tätigkeiten bedürfe einer arbeitsmedizinischen Abklä
rung (vorstehend E. 3.7). Daraus ist jedoch nicht zu schliessen, die Kreisärzte seien zur Beurteilung der Zumutbarkeit im Sinne der Umschreibung leidensangepasster Tätigkeiten nicht kompetent, gehört dies doch vielmehr zu ihren angestammten Aufgaben (vgl. vorstehend E. 4.6). Med.
pract
.
D._
stützte sich denn auch auf sein spezifisches Fachwissen betreffend die regelhaft aus den vorliegenden Beein
trächtigungen der Schulterfunktion resultierenden Einschränkungen.
Welche zu
sätzlichen und abweichenden Erkenntnisse
sich aus einer
arbeitsmedizinischen Testung ergeben könnten, erschliesst sich nicht. Dies gilt umso mehr, als bekannt ist, dass dem Beschwerdeführer ein Zusammenhang zwischen der von ihm ge
zeigten Leistung und seinen Ansprüchen gegenüber der Beschwerdegegnerin bewusst ist (vorstehend E. 3.16).
4.9
Schliesslich wurde
b
eschwerde
weise
vorgebracht, die im Februar 2017 erfolgte Beurteilung des Integritätsschadens sei nicht mehr aktuell, dies angesichts der beiden zwischenzeitlichen Operationen (vom September 2017 und März 2018) und
d
es postoperativ aufgetretenen Infekts (
Urk.
1
S. 17
Ziff.
35).
Med.
pract
.
D._
nahm in seiner Beurteilung des Integritätsschadens (mit 15
%
) ausdrücklich Bezug auf die gemäss der einschlägigen Tabelle massgebenden Werte der Schulterbeweglichkeit (vorstehend E. 3.10). Die Ärzte der
C._
führten im November 2018 aus,
die Schulterbeweglichkeit habe sich seit Januar 2017 nicht
verbessert (vorstehend E. 3.14). Dies hätten sie anders formuliert, wenn
sie
sich seither
nicht nur «nicht verbessert», sondern eben verschlechtert hätte.
Es ist deshalb kein Grund ersichtlich, der zur Annahme berechtigte, die im Februar 2017 erfolgte Schätzung der Integritätseinbusse bedürfe einer Aktua
li
sierung.
5.
Zusammenfassend erweisen sich die gegen den angefochtenen Entscheid erhobenen Einwände als nicht stichhaltig. Mithin ist er zu bestätigen, was zur Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde führt.