Decision ID: 5cdc884a-4e1d-5c35-ac92-0ad25c6b760e
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_BRK
Chamber: ZH_BRK_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: public_law

hat sich ergeben:
A.
Mit Beschluss vom 11. Dezember 2018 erteilte die Fachkommission Bau
der Gemeinde X der E. E. AG die baurechtliche Bewilligung für den Neubau
eines Logistikcenters mit Lager-, Produktions- und Büroflächen sowie für
insgesamt 168 Abstellplätze für Motorfahrzeuge und 20 Stellflächen für
Lastwagen auf dem Grundstück Kat.-Nr. 1 an der G.-Strasse 5 in X.
Gleichzeitig wurde die strassenpolizeiliche, gewässer- und lärmschutzrecht-
liche Bewilligung der Baudirektion Kanton Zürich vom 19. November 2018
für das Bauvorhaben eröffnet.
B.
Gegen diese Entscheide erhob die E. AG mit Eingabe vom 21. Januar 2019
Rekurs beim Baurekursgericht des Kantons Zürich und beantragte die Auf-
hebung der Entscheide, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten
der Rekursgegnerschaft.
C.
Mit Verfügung vom 23. Januar 2019 wurde der Rekurseingang vorgemerkt
und das Vernehmlassungsverfahren eröffnet.
D.
Die kommunale Vorinstanz beantragte in ihrer Eingabe vom 13. Februar
2019 die Abweisung des Rekurses, soweit darauf eingetreten werden kön-
ne, unter Kostenfolgen zulasten der Rekurrentin.
Auch die Baudirektion Kanton Zürich schloss in ihrer Vernehmlassung vom
22. Februar 2019 auf Abweisung des Rekurses.
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Die private Rekursgegnerschaft beantragte mit Eingabe vom 25. Februar
2019 ebenfalls die Abweisung des Rekurses, unter Kosten- und Entschädi-
gungsfolgen zulasten der Rekurrentin.
E.
Mit Replik vom 19. März 2019 sowie Dupliken vom 5. April 2019 und
12. April 2019 hielten die Rekurrentin, die Baudirektion sowie die private
Rekursgegnerin an ihren Anträgen fest. Die kommunale Vorinstanz verzich-
tete stillschweigend auf eine Duplik.
F.
Am 4. Juni 2019 führte die 4. Abteilung des Baurekursgerichts im Beisein
der Parteien einen Augenschein auf dem Lokal durch.
G.
Mit Verfügung vom 4. Juni 2019 wurde die Gebäudeversicherung Kanton
Zürich, Feuerpolizei, als Mitbeteiligte in das Verfahren aufgenommen und
ihr Frist angesetzt, um sich vernehmen zu lassen.
Die Gebäudeversicherung Kanton Zürich, Feuerpolizei, nahm mit Eingabe
vom 13. Juni 2019 Stellung und beantragte die Abweisung des Rekurses.

Es kommt in Betracht:
1.
Das Baugrundstück liegt gemäss Bau- und Zonenordnung der Gemeinde X
(BZO) in der Industriezone und ist derzeit mit einem Gebäude überstellt.
Geplant ist die Erstellung eines Logistikcenters mit Lager-, Produktions-
und Büroflächen westlich des bestehenden Gebäudes G.-Strasse 5. Neu
sind rund 20 Abstellplätze für Lastwagen (teils im geschlossenen, teils im
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offenen Erdgeschoss) und 10 Abstellplätze für Besucher sowie in den Un-
tergeschossen insgesamt 158 Abstellplätze für Motorfahrzeuge der Be-
schäftigten geplant.
2.
Die Rekurrentin ist Mieterin der Liegenschaft G.-Strasse 8 auf Kat.-Nr. 2,
welche südlich – lediglich durch die G.-Strasse getrennt – des Baugrund-
stücks liegt. Angesichts der engen nachbarlichen Beziehung und der vor-
gebrachten Rügen (fehlende Zonenkonformität, ungenügende Einordnung
etc.) ist sie zur Rekurserhebung ohne Weiteres legitimiert (§ 338a des Pla-
nungs- und Baugesetzes [PBG]). Da auch die weiteren Prozessvorausset-
zungen erfüllt sind, ist auf ihren Rekurs einzutreten.
3.1.
Die Rekurrentin macht zunächst geltend, das Bauvorhaben sei nicht zo-
nenkonform. Das Grundstück befinde sich in der Industriezone, welche
gemäss BZO der Empfindlichkeitsstufe (ES) III zugeordnet sei. Entspre-
chend seien gemäss Art. 28 Abs. 1 BZO nur mässig störende Betriebe und
Anlagen zulässig. Weiter seien verkehrsintensive Einrichtungen explizit un-
tersagt. Mit dem Bauvorhaben seien 80 Lastwagenfahrten pro Tag verbun-
den. Hinzu würden die Personenwagenfahrten für die total 168 Abstellplät-
ze kommen. Das Logistikcenter werde während 24 Stunden am Tag betrie-
ben. Ein solcher Betrieb könne nicht mehr als mässig störend bezeichnet
werden. Zudem handle es sich klarerweise um eine äusserst verkehrsin-
tensive Einrichtung im Sinne der vorstehend zitierten Bestimmung, welche
der Gesetzgeber explizit als unzulässig erklärt habe. Hierbei sei zu beach-
ten, dass das Einkaufsgeschäft W. auf dem Grundstück der privaten Re-
kursgegnerin bestehen bleibe und einen regen Kundenverkehr bewirken
werde. Es handle sich um ein Zentrum mit rund 900 m2 Verkaufsfläche,
welches zusammen mit dem geplanten Logistikzentrum auf dem Bau-
grundstück eine unzulässige verkehrsintensive Anlage darstelle.
Bereits die mit Bezug auf das Bestandesgebäude erfolgte Umnutzung zu
einem eigentlichen Logistikbetrieb, bei welcher der hochfrequentierte
Transport von Waren zum Güterumschlag auf dem Betriebslokal eigentli-
cher Gegenstand der Gewerbetätigkeit sei, widerspreche aufgrund der da-
mit verbundenen Verkehrsimmissionen dem Zonenzweck.
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3.2.
Die kommunale Vorinstanz sowie die private Rekursgegnerin halten dies-
bezüglich fest, der Betrieb sei zonenkonform. Der Differenzierung zwischen
nicht, mässig und stark störendem Gewerbe komme seit dem Inkrafttreten
des Umweltschutzgesetzes (USG) und der Lärmschutzverordnung (LSV)
keine selbstständige Bedeutung mehr zu. Diesen Begriffen komme nur
noch ein raum- und ortsplanerischer Gehalt zu, zumal sich die lärmschutz-
rechtlichen Aspekte ausschliesslich nach dem USG und seinen Ausfüh-
rungsbestimmungen richten würden. Bei der Beurteilung der Zonenkonfor-
mität verlange die Rechtsprechung nämlich, dass eine Baute oder Anlage
nicht nur hinsichtlich der mit ihr verbundenen Immissionen, sondern auch
von ihrer raumplanerischen Zweckbestimmung her in eine bestimme Zone
passe. Ob Art. 28 BZO einen raum- und ortsplanerischen Gehalt habe, ge-
he aus dem Wortlaut nicht hervor. Näher zu prüfen sei bei richtiger Betrach-
tung nur der Teilgehalt von Art. 28 Abs. 2 BZO, wonach in den Industrie-
und Gewerbezonen Verkaufsbetriebe mit Gütern des täglichen Bedarfs von
mehr als 500 m2 Verkaufsfläche, Grossläden, Einkaufszentren, Grosszen-
tren und verkehrsintensive Einrichtungen ausgeschlossen seien. Im Übri-
gen sei davon auszugehen, dass sich der Begriff "mässig störend" in
Art. 28 BZO auf Lärmimmissionen beschränke, die bereits vom USG er-
fasst seien. Gemäss Definition im Kantonalen Richtplan würden Objekte
und Anlagen nur dann als verkehrsintensive Einrichtungen gelten, wenn sie
wesentliche Auswirkungen auf die räumliche Ordnung und die Umwelt ha-
ben und an mindestens 100 Tagen pro Jahr mehr als 3000 Fahrten von
Personenwagen erzeugen würden. Von einem solchen Verkehrsaufkom-
men sei der streitbetroffene Betrieb meilenweit entfernt.
3.3.
Industrie- und Gewerbezonen sind in erster Linie für die Ansiedlung indust-
rieller und gewerblicher Betriebe der Produktion, der Gütergrossverteilung,
der Lagerhaltung und des Transports bestimmt (§ 56 Abs. 1 PBG). Nach
dem vorliegend anwendbaren Art. 28 Abs. 1 BZO sind in den Industrie- und
Gewerbezonen mässig störende Betriebe und Anlagen sowie Handels- und
Dienstleistungsgewerbe zulässig. Verkaufsbetriebe mit Gütern des tägli-
chen Bedarfs von mehr als 500 m2 Verkaufsfläche, Grossläden, Einkaufs-
zentren, Grosszentren und verkehrsintensive Einrichtungen sind ausge-
schlossen (Art. 28 Abs. 2 Satz 1 BZO).
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Die Begriffe "nicht störend", "mässig störend" und "stark störend" haben mit
dem Inkrafttreten der Umweltschutzgesetzgebung ihre immissionsrechtliche
Bedeutung verloren (BGE 114 Ib 214 ff., E. 4a). Der Schutz gegen Emissi-
onen aus ortsfesten Anlagen wird neu durch das USG geregelt. Selbst-
ständiges kantonales Recht, das den Schutz vor Immissionen bezweckt
oder bewirkt, wird dadurch aber nicht generell unzulässig. Da jedoch die
Empfindlichkeitsstufen spätestens seit Ablauf der Übergangsfrist von
10 Jahren seit Inkrafttreten der Lärmschutzverordnung (am 1. April 1987)
nicht mehr einzelfallweise zu bestimmen, sondern in der Bau- und Zonen-
ordnung festzusetzen sind (Art. 44 und 50 LSV), kommt den Vorschriften
über die Zulassung von mässig oder stark störenden Betrieben in Industrie-
und Gewerbezonen (bei angepasster Bau- und Zonenordnung) überhaupt
keine Bedeutung mehr zu (vgl. zum Ganzen BRKE II Nrn. 112/2008 -
117/2008 in BEZ 2008 Nr. 56, www.baurekursgericht-zh.ch).
Als Voraussetzung für die Erteilung einer Baubewilligung verlangt Art. 22
Abs. 2 lit. a des Raumplanungsgesetzes (RPG), dass die Baute oder Anla-
ge dem Zweck der Nutzungszone entspricht. Dementsprechend wird in vie-
len Bauordnungen verlangt, dass Betriebe "ihrem Wesen nach" in die je-
weilige Zone passen; aufgrund der allgemein gebotenen Übereinstimmung
mit dem Zonenzweck gilt dieses Erfordernis aber auch dort, wo das kom-
munale Recht nicht klar dazu Stellung nimmt (VB.2010.00470 vom
26. Januar 2011, E. 2.1 mit weiteren Hinweisen). Solche städtebaulichen
Nutzungsvorschriften, welche eine funktionale Übereinstimmung mit dem
Zonenzweck verlangen, behalten ihren selbständigen Gehalt, soweit sie die
Frage regeln, ob eine Baute oder Anlage am vorgesehenen Ort erstellt und
ihrer Zweckbestimmung übergeben werden darf, und zwar auch dann,
wenn die für den Charakter eines Quartiers wesentlichen Nutzungsvor-
schriften mittelbar dem Schutz der Nachbarn vor Übelständen verschie-
denster Art dienen.
Ein Bauvorhaben kann nach dem Gesagten nicht wegen mangelnder Zo-
nenkonformität verweigert werden, (allein) weil es etwa Lärm, Staub, Ge-
stank oder Strahlung verursacht. Diesbezüglich ist das Bundesumweltrecht
massgeblich. Unter dem Titel Zonenkonformität ist daher nicht zu prüfen,
ob bzw. welche Emissionen von der Anlage ausgehen. Diese Aspekte sind
bei der umweltrechtlichen Prüfung zu thematisieren. Hingegen ist die Zo-
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nenkonformität zu verneinen, wenn bei einem Bauvorhaben die funktionale
Übereinstimmung mit dem Zonenzweck fehlt.
3.4.
Vorliegend zu beurteilen ist das Gesuch für ein Logistikcenter mit Lager-,
Produktions- und Büroflächen. Ein solches passt seinem Wesen nach in die
Industriezone. Die für den Betrieb des Logistikcenters erforderliche Baute
unterscheidet sich denn auch nicht wesentlich von jenen der in der Umge-
bung vorhandenen Gewerbebetrieben. Unzutreffend ist sodann, dass das
Logistikcenter 24 h am Tag betrieben werden soll. Gemäss dem dem Bau-
gesuch angehängten Zusatzformular für Gewerbe und Industrie wird der
Werksverkehr und Güterumschlag lediglich am Tag (07.00 Uhr bis
19.00 Uhr) stattfinden (vgl. act. 15.3.30 S. 2, vgl. hierzu Erw. 8.4.2.).
Verkehrsintensive Einrichtungen sind gemäss Art. 28 Abs. 2 BZO in der be-
troffenen Zone nicht gestattet. Nach dem Kantonalem Richtplan gelten als
solche im Grundsatz Einzelobjekte und Anlagen mit räumlich oder er-
schliessungstechnisch zusammenhängenden Gebäuden, die wesentliche
Auswirkungen auf die räumliche Ordnung und die Umwelt haben und an
mindestens 100 Tagen pro Jahr mehr als 3'000 Fahrten (Summe der Zu-
und Wegfahrten) von Personenwagen erzeugen. Gemäss Baubewilligung
löst das Bauvorhaben zusätzlich zu den bestehenden 112 Abstellplätzen
140 Fahrten pro Tag durch Motorfahrzeuge und 60 Fahrten pro Tag durch
Lastwagen aus. Auch wenn 60 Lastwagenfahrten nicht gleichgesetzt wer-
den können mit 60 Fahrten von Personenwagen, liegt die Anzahl der Fahr-
ten insgesamt so weit unter den zulässigen 3'000 Personenwagen-Fahrten
pro Tag, dass der Vorinstanz nicht vorgeworfen werden kann, sie habe das
Vorhaben zu Unrecht nicht als verkehrsintensive Einrichtung eingestuft.
Beim Einkaufsgeschäft W. handelt es sich um einen bestehenden Betrieb,
der zwar auf dem Grundstück der privaten Rekursgegnerin liegt, jedoch
keinen Zusammenhang mit dem bewilligten Betrieb der privaten Rekurs-
gegnerin aufweist. Aufgrund der Verkaufsfläche von 900 m2 und den vor-
handenen Kundenabstellplätzen ist zudem ohnehin nicht davon auszuge-
hen, dass diese Einrichtung übermässig viele Fahrten auslöst.
Soweit die Rekurrentin geltend macht, bereits die das Bestandesgebäude
betreffende Umnutzung sei nicht zonenkonform, kann festgehalten werden,
dass diese nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildete. Die an-
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gefochtenen Entscheide befassen sich lediglich mit dem Bau des neuen
Logistikcenters und dessen Nutzung, weshalb die Rekurrentin mit dieser
Rüge in diesem Verfahren nicht zu hören ist.
Das geplante Logistikcenter ist daher ohne Weiteres zonenkonform und die
Baubewilligung ist insoweit zu schützen.
4.1.
Die Rekurrentin bringt weiter vor, das geplante Bauvorhaben sehe die Er-
stellung von diversen Abstellplätzen für Personenwagen und vor allem von
total 20 Abstellplätzen für Lastwagen vor, von denen eine Mehrzahl ganz
oder zu einem erheblichen Teil in den Baulinienbereich rage. Diese würden
§ 99 PBG widersprechen und könnten auch nicht ohne weiteres beseitigt
werden. Der Betrieb des Logistikcenters sei zwingend auf Abstellplätze für
Lastwagen angewiesen. Sie würden mithin ein zwingender funktioneller
Bestandteil des Logistikbetriebs bilden, weshalb diese nicht in den Baulini-
enbereich ragen dürften, zumal nicht ersichtlich sei, wie bzw. wo Ersatzab-
stellplätze auf dem Grundstück geschaffen werden könnten. Dies gelte um-
so mehr, als die Erweiterung der Glattalbahn, deren Trassee noch nicht de-
finitiv festgelegt sei, diesen Baulinienbereich in Anspruch nehmen werde.
4.2.
Hierzu machen die kommunale Vorinstanz sowie die private Rekursgegne-
rin geltend, § 100 Abs. 3 PBG stelle eine "Kann-Vorschrift" dar. Die Bewilli-
gung für Bauten im Baulinienbereich liege daher im Ermessen der Behörde.
Was die Vereinbarkeit mit der Glattalbahn anbelange, sei festzuhalten,
dass erst ein Vorprojekt in Auftrag gegeben worden sei. Weder stehe die
Linienführung parzellenscharf fest, noch sei das Verlängerungsprojekt pla-
nungsrechtlich oder finanziell gesichert. Nichtsdestotrotz werde mit dem
Baueingabeplan "Bestvariante Glattalbahn" nachgewiesen, dass sämtliche
Abstellplätze gemäss dem bewilligten Umgebungsplan unverändert beste-
hen bleiben könnten, falls dereinst die Glattalbahn auf der G.-Strasse reali-
siert werden sollte. Und selbst wenn der gesamte Baulinienbereich an das
Gemeinwesen abgetreten werden müsste, würde dadurch der Betrieb nicht
in Frage gestellt, zumal die Lastwagenabstellplätze von der jetzt bewilligten
Länge auf die Normlänge von 16,5 m verkürzt und vollständig ins Hallenin-
R4.2019.00012 Seite 9
nere verschoben werden könnten. Hierfür bestehe genügend räumlicher
Spielraum.
4.3.1.
Baulinien dienen vor allem der Sicherung bestehender und geplanter Anla-
gen und Flächen (§ 96 Abs. 1 PBG). Je nach Zweckbestimmung stehen
hierfür verschiedene Baulinienarten zur Verfügung. Die häufigsten Ver-
kehrsbaulinien dienen der Sicherung von Strassen, Wegen, Plätzen und
Eisenbahnen (§ 96 Abs. 2 lit. b PBG).
Innerhalb von Baulinien dürfen grundsätzlich nur Bauten und Anlagen er-
stellt werden, die dem Zweck der Baulinien nicht widersprechen (§ 99
Abs. 1 PBG). Im Übrigen besteht ein Bauverbot. Hiervon sind Ausnahmen
zulässig. So dürfen einzelne oberirdische Gebäudevorsprünge unter be-
stimmten Voraussetzungen bis zu 1,5 m über Verkehrsbaulinien hinausra-
gen (§ 100 Abs. 1 und 2 PBG). Darüber hinaus können weitergehende und
andersartige Beanspruchungen des Baulinienbereiches mit der baurechtli-
chen Bewilligung, nötigenfalls unter sichernden Nebenbestimmungen, ge-
stattet werden (§ 100 Abs. 3 PBG).
Da die Kann-Vorschrift von § 100 Abs. 3 PBG keine Voraussetzungen für
die Bewilligung für weitergehende oder andersartige Beanspruchungen des
Baulinienbereiches statuiert, ist die Erteilung einer sich auf diese Bestim-
mung abstützenden Bewilligung einzig von einer Interessenabwägung ab-
hängig zu machen. Hierbei ist das öffentliche Interesse an der Wahrung der
Baulinienzwecke gegen das private Interesse an den geplanten baulichen
Massnahmen abzuwägen. Letzteres überwiegt vor allem dann, wenn die
betreffende Baute oder Anlage auf Grund ihrer Funktion notwendigerweise
im Baulinienbereich zu realisieren oder eine anderweitige Situierung jeden-
falls klar unzweckmässig ist. Unerheblich ist demgegenüber, ob für eine
geplante Baute anderswo auf dem Baugrundstück keine Landreserve mehr
besteht (BRKE II Nr. 0136/2006 in BEZ 2006 Nr. 50, www.baurekurs-
gericht-zh.ch, bestätigt mit VB.2006.00348 in BEZ 2007 Nr. 17).
Auf Grund der offenen Formulierung von § 100 Abs. 3 PBG und der orts-
baulich-ästhetischen Funktionen von Verkehrsbaulinien kommt der kom-
munalen Baubehörde bei der Auslegung und Anwendung dieser Norm ein
qualifizierter Ermessensspielraum zu. Damit auferlegt sich das Baurekurs-
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gericht bei der Entscheidüberprüfung trotz seiner umfassenden Kognition
(§ 20 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes [VRG]) eine gewisse Zurück-
haltung. Dies hat namentlich zur Folge, dass es eine vertretbare Ermes-
sensausübung nicht durch eigenes Ermessen ersetzen, sondern nur in Fäl-
len offensichtlich unvertretbarer oder gar rechtsverletzender Ermessenaus-
übung einschreitet.
Die Praxis erachtet Mauern und Einfriedigungen, Reklamen, Schwimmbas-
sins, offene und gedeckte Fahrzeugabstellplätze, Einzelgaragen, Terrain-
aufschüttungen, Ein- und Ausfahrten, Pergolas, Gartensitzplätze, Garten-
häuser und Schöpfe als im Baulinienbereich grundsätzlich zulässige Bau-
ten.
4.3.2.
Vorliegend ragen zehn der geplanten Abstellplätze für Lastwagen und zehn
Abstellplätze für Motorfahrzeuge in den Baulinienbereich. Sodann befindet
sich auch der Zaun mit Arealtor im Baulinienbereich. Wenn die kommunale
Vorinstanz die Beanspruchung des Baulinienbereichs in diesem Umfang
bewilligt hat, hat sie das ihr zustehende Ermessen keineswegs überschrit-
ten. Der Zweck der Baulinie, nämlich der Ausbau der G.-Strasse zu si-
chern, wird keineswegs vereitelt, ist doch das Gebäude hinter der Baulinie
angeordnet. Bei einem allfälligen künftigen Ausbau der G.-Strasse bzw. bei
Realisierung der Glattalbahn hätte die private Rekursgegnerin gemäss dem
angefochtenen Beschluss die betreffenden Anlagen (Abstellflächen für
LKW, Besucherabstellplätze für Motorfahrzeuge, Zaun mit Arealtor etc.)
"auf eigene Kosten und ohne Entschädigung seitens des Staates oder der
Gemeinde zu beseitigen, zu verlegen bzw. anzupassen (vgl. Dispositivzif-
fer I.6 des angefochtenen kommunalen Entscheides). Die Bauherrschaft
hat sodann auch aufgezeigt, dass entsprechende Anpassungen arealintern
möglich sind (vgl. act. 15.3.3). Wie diese konkret ausfallen müssten, hängt
massgeblich von dem zu realisierenden Projekt ab; schlimmstenfalls wären
die Abstellplätze für Lastwägen zu kürzen und deren Anzahl zu reduzieren
sowie die Abstellplätze für Motorfahrzeuge in das Innere der offenen Halle
zu verschieben. Dieses Risiko hat die private Rekursgegnerin zu tragen.
Der Einwand, der Baulinienbereich werde in unzulässiger Weise überstellt,
ist daher unbegründet.
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5.1.
Weiter hält die Rekurrentin fest, die Lastwagenabstellplätze würden auch
gestalterisch-konzeptionell nicht überzeugen, da sie nur zu ca. zwei Dritteln
unter dem Gebäude zu liegen kommen und im Übrigen über die Südfassa-
denflucht des Gebäudes hinaus- bzw. in den Baulinienbereich hineinragen
würden. Zudem würden diese herausragenden Parkflächen im Baulinienbe-
reich zusätzlich durch eine vorgelagerte, wenig ansehnliche Arealeinzäu-
nung eingefasst. Einordnungsmässig ebenfalls nicht zu überzeugen ver-
möge die überdeckte, jedoch auf drei Seiten offene Verkehrs- und Parkie-
rungsfläche im Erdgeschoss mit einer beachtlichen Abmessung. Diese
vermittle den Eindruck einer unansehnlich offenen Tiefgarage.
5.2.
Die kommunale Vorinstanz sowie die private Rekursgegnerin halten dem
entgegen, bei der Beurteilung der Einordnung in der Industriezone und bei
einer wenig anspruchsvollen baulichen Umgebung dürfe kein strenger
Massstab angewendet werden. Bei einer objektiven Betrachtung passe der
Neubau mit seiner funktionalen Architektur, der klaren kubistischen For-
mensprache und den verwendeten Materialien ausgesprochen gut in eine
Industriezone und führe er zu einer eigentlichen Aufwertung im Quartier.
Der auf Stützen gestellte Büroanbau verleihe dem Gewerbebau eine gera-
dezu filigrane Erscheinung. In einer Industriezone würden sowohl Abstell-
plätze im Freien als auch solche im Gebäudeinnern eine befriedigende Ge-
samtwirkung erreichen. Dasselbe müsse folglich auch für Abstellplätze gel-
ten, die teilweise aus einem seitlich offenen Gebäude herausragen.
5.3.1.
Gemäss § 238 Abs. 1 PBG sind Bauten, Anlagen und Umschwung für sich
und in ihrem Zusammenhang mit der baulichen und landschaftlichen Um-
gebung im Ganzen und in ihren einzelnen Teilen so zu gestalten, dass eine
befriedigende Gesamtwirkung erreicht wird; diese Anforderung gilt auch für
Materialien und Farben.
Diese Vorschrift enthält eine Grundanforderung an Bauten, Anlagen und
Umschwung. Verlangt wird sowohl eine gewisse Qualität der Gestaltung in
sich als auch der Einordnung in die bauliche und landschaftliche Umge-
bung. Dabei erfasst die Norm über den Wortlaut ihres Randtitels ("Gestal-
tung") hinaus nicht nur die Gestaltungselemente wie beispielsweise die
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Dach- oder die Fassadengestaltung, sondern auch ortsbauliche Aspekte
wie etwa die Stellung der Baukörper, soweit jene nicht durch speziellere
Bauvorschriften geregelt sind. Die Frage, ob eine befriedigende Gesamt-
wirkung erreicht wird, ist gestützt auf objektive, nachvollziehbare Kriterien
zu beantworten. Blosses Empfinden rechtfertigt keinen Eingriff in das Ei-
gentum.
5.3.2.
Das streitbetroffene Grundstück befindet sich in der Industriezone. In dieser
Zone ist die Zielsetzung bei der ästhetischen Beurteilung von geplanten
Bauten, Anlagen und Umschwüngen mitberücksichtigen (vgl. auch
VB.2012.00136 vom 7. November 2012, E. 4.2.3). Je nach Art der ange-
siedelten Unternehmen müssen die Bauten, Anlagen und Umschwünge auf
die jeweiligen betriebsspezifischen Bedürfnisse ausgerichtet werden. Die
Gestaltung von Industriebauten nebst deren Anlagen und Umschwüngen
wird somit von der Zweckbestimmung wesentlich beeinflusst. Es darf und
kann deshalb bei der Beurteilung der Gestaltung und Einordnung von Bau-
ten, Anlagen und Umschwüngen nicht der gleiche (bzw. gleich strenge)
Massstab wie bei solchen in reinen Wohnzonen oder Mischzonen angelegt
werden. Mit der Einweisung eines Gebiets in eine Industriezone und der
Zulassung von industriellen Überbauungen wird folglich von vornherein be-
wusst eine gewisse ästhetische Beeinträchtigung in Kauf genommen.
Das vorliegende Bauvorhaben bzw. dessen Umschwung ist überzeugend
konzipiert. Ein Grünstreifen bildet gegen Westen, Norden und Osten den
Abschluss des Grundstücks. Die Lastwagen fahren ab der G.-Strasse auf
das Baugrundstück und rangieren zum Teil unter dem neu zu erstellenden
Gebäude, welches im Erdgeschoss im südlichen Bereich offen und durch
Säulen abgestützt ist. Oberirdisch zugängliche und damit sichtbare Abstell-
plätze für Lastwägen sind unvermeidbare Bestandteile eines Logistikbetrie-
bes. Dass diese zu einem Drittel aus dem offenen Erdgeschoss herausra-
gen, verbessert die Einordnung im Vergleich zu offenen Abstellplätzen für
Lastwagen, zumal diese somit zum Teil kaschiert werden. Die Umgebung
ist sodann geprägt von Verkehrsflächen, Abstellplätzen und Industriege-
bäuden (vgl. Prot. S. 12 ff., Fotos 11 ff.). Auch sind andere Grundstücke be-
reits umzäunt (vgl. Prot. S. 13, Foto 14). Es ist daher nicht ersichtlich, wes-
halb sich das vorliegend umstrittene Bauvorhaben in dieser Umgebung
nicht einordnen sollte.
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6.1.
Die Rekurrentin führt weiter aus, der Gebäudeabstand sei aus feuerpolizei-
licher Sicht zu gering. Der Gebäudeabstand zum Bestandesgebäude be-
trage lediglich 5 m und entspreche damit bloss dem feuerpolizeirechtlichen
Minimalstandard unter Vorbehalt einer entsprechenden Materialisierung.
Abgesehen davon, dass die Fassade der Bestandesbaute nicht über die
entsprechende Materialisierung verfügen dürfte, hätten Bauten, in denen
gefährliche Stoffe gelagert würden oder in denen mit solchen Stoffen um-
gegangen werde, erhöhte Brandschutzabstände aufzuweisen. Gemäss
dem angefochtenen Entscheid würden im Bereich der geplanten Neubaute
mind. 125'000 l Dieselöl gelagert, was dem Lager einer grösseren Tankstel-
le entspreche. Zudem sei davon auszugehen, dass in den geplanten La-
gerhallen weitere brandgefährliche Stoffe gelagert würden. Mithin sei mit
einer deutlich erhöhten Brandgefahr sowie Gefährdung von Personen und
Sachen zu rechnen, weshalb der Gebäudeabstand zwingend deutlich zu
erhöhen sei.
6.2.
Diesbezüglich erklären die kommunale Vorinstanz sowie die private Re-
kursgegnerin, die private Rekursgegnerin habe ein detailliertes fachmänni-
sches Brandschutzkonzept ausgearbeitet, welches zusammen mit den da-
zugehörigen Brandschutzplänen Teil der Baugesuchsunterlagen bilde. Die
kantonale Feuerpolizei habe das Bauvorhaben geprüft und entsprechend
der Nutzung die erforderlichen Auflagen formuliert. Der Dieseltreibstofftank
sei erdverlegt und werde als Brandabschnitt erstellt. Er erfülle alle feuerpo-
lizeilichen Anforderungen der Brandschutzrichtlinie 26-15 (Gefährliche Stof-
fe) und führe nicht zu einem grösseren Brandschutzabstand zwischen den
Hallen 1 und 2.
Die kantonale Feuerpolizei schliesst sich diesen Ausführungen an.
6.3.
Gemäss Ziffer 2.2 Abs. 1 der Brandschutzrichtlinie 15-15 "Brandschutzab-
stände Tragwerke Brandabschnitte" der Vereinigung Kantonaler Feuerver-
sicherungen (VKF) wird festgehalten, dass der Brandschutzabstand so
festzulegen ist, dass Bauten und Anlagen nicht durch gegenseitige Brand-
übertragung gefährdet sind. Bauart, Lage, Ausdehnung und Nutzung sind
zu berücksichtigen. Zwischen benachbarten Bauten und Anlagen ist ein
R4.2019.00012 Seite 14
Abstand von 5 m einzuhalten, wenn die äusserste Schicht beider Aussen-
wandkonstruktionen aus Baustoffen der RF1 besteht (Ziffer 2.2 Abs. 2 der
Brandschutzrichtlinie). Gemäss Ziffer 2.3.3 haben Bauten und Anlagen, in
denen gefährliche Stoffe gelagert werden oder in denen mit solchen Stoffen
umgegangen wird, untereinander und gegenüber benachbarten Bauten und
Anlagen, soweit die Sicherheit von Personen und Sachen es erfordert, er-
höhte Brandschutzabstände aufzuweisen.
Das Bauvorhaben wird zur bestehenden Halle einen Abstand von 5 m ein-
halten. Gemäss der kommunalen Baubewilligung bestehen die Aussen-
wandkonstruktionen beider Gebäude aus Baustoffen der RF1 (act. 3 S. 7).
Dies wird von der Rekurrentin für das bestehende Gebäude zwar bestritten,
jedoch legt sie nicht substantiiert dar, weshalb dem nicht so sein sollte. Bei
RF1 handelt es sich um Baustoffe, die keinen Brandbeitrag leisten, wie z.B.
Glas, Beton, Gips. Unter RF2 fallen Stoffe, die einen geringen Brandbeitrag
leisten, wie z.B. Eichenholz (vgl. zum Ganzen Ziff. 2.1 Abs. 1 der Brand-
schutzrichtlinie 13-15 "Baustoffe und Bauteile"). Wie auch anlässlich des
Augenscheins hat festgestellt werden können, ist das bestehende Gebäude
weder aus Holz noch einem sonstigen brandunterstützenden Baustoff ge-
fertigt (vgl. act. 1 Prot. S. 8), weshalb – zumindest wenn es nach den Aus-
senwandkonstruktionen geht – ein Abstand von 5 m gemäss der Brand-
schutzrichtlinie genügt.
Geplant ist sodann ein in den Boden eingelassener, 125'000 l umfassender
Dieselöl-Tank. Der Boden über dem Tank soll als tragendes und raumab-
schliessendes Bauteil aus einem Baustoff RF1 mit 60 min Feuerwiderstand
(REI 60-RF1) ausgeführt werden. Es ist nicht ersichtlich, weshalb der Tank,
welcher ein eigener Brandabschnitt bildet und sich im südlichen Bereich –
unter der offenen Erdgeschosshalle – der Neubaute befindet, zu einem hö-
heren Gebäudeabstand zwischen dem geplanten und dem bestehenden
Gebäude führen sollte. Dies wird von der Rekurrentin sodann auch nicht
näher erläutert. Dass im Übrigen in den geplanten Lagerhallen – abgese-
hen vom Gefahrengutlager – weitere brandgefährliche Stoffe gelagert wer-
den, ist eine reine Behauptung der Rekurrentin und lässt sich den Akten
nicht entnehmen. Diese Rügen der Rekurrentin erweisen sich daher als
nicht stichhaltig.
R4.2019.00012 Seite 15
7.1.
Weiter macht die Rekurrentin geltend, auf dem Areal würden auch
Pneukräne parkiert werden. Pneukräne würden Abbiegeradien von mindes-
tens 13 m aufweisen; Schwerlasttransporter hätten noch grössere Abbie-
gradien auf. Die Länge eines Anhängerzuges sei primär abhängig von der
Last: Je schwerer die Last, umso mehr Radachsen mit einem Mindestab-
stand müsse der Transporter aufweisen bzw. umso länger werde der An-
hängerzug. Mithin sei nicht ersichtlich, wie solche Fahrzeuge bei der ge-
planten Ein- und Ausfahrt ohne Behinderung bzw. Gefährdung des übrigen
Verkehrs manövrieren sollten.
Über die erwähnte Einfahrt werde nicht nur die eigentliche Logistik mit den
Lastwagen abgewickelt, sondern zugleich auch die Zufahrt in die Perso-
nenwagen-Einstellhalle. Gemäss Angaben im Baugesuch sei zu den
Hauptverkehrszeiten morgens und abends mit Mehrfahrten von je 48 Per-
sonenwagen zu rechnen. Hinzu würden die Fahrten der bereits bestehen-
den bzw. beibehaltenen weiteren über 100 Abstellplätzen kommen, sodass
sich der Warteraum für Personenwagen und erst recht für Lastwagen vor
dem Arealtor als offensichtlich zu knapp erweise. Mithin sei die Ein- und
Ausfahrt alles andere als gelöst. Der übrige Verkehr auf der G.-Strasse
werde erheblich beeinträchtigt. Diese Problematik werde noch akzentuier-
ter, sobald die Glattalbahn realisiert werde.
7.2.
Hinsichtlich der beanstandeten Verkehrssicherheit führen die kommunale
Vorinstanz sowie die private Rekursgegnerin aus, das Arealtor bleibe wäh-
rend den Betriebszeiten des Logistikcenters permanent offen. Es werde nur
nachts sowie am Wochenende und an Feiertragen geschlossen. Ein Rück-
stau sei damit ausgeschlossen. Nötigenfalls könne mittels einer entspre-
chenden Nebenbestimmung rechtlich gesichert werden, dass das Tor tags-
über offenbleiben müsse.
Die von der privaten Rekursgegnerin benutzten Fahrzeuge würden alle-
samt über gelenkte Achsen verfügen und hätten dementsprechend deutlich
geringere Einlenkradien. Sofern die Fahrzeuge die gemäss Art. 64 ff. der
Verkehrsregelverordnung (VRV) zulässigen Masse und Gewichte über-
schreiten würden, handle es sich um Ausnahmefahrzeuge im Sinne von
Art. 25 der Verordnung über die technischen Anforderungen an Strassen-
R4.2019.00012 Seite 16
fahrzeuge (VTS), weshalb deren Fahrten besonderen kantonalen und bun-
desrechtlichen Vorschriften unterliegen, welche die erforderlichen Mass-
nahmen für eine verkehrssichere Fahrt je nach Dimension und Gewicht
entsprechend regeln. Die Zufahrt für solche teilweise übergrossen Fahr-
zeuge sei überprüft worden und entspreche den Vorgaben für eine prob-
lemlose Ausführung solcher Transporte.
7.3.1.
Zufahrten müssen für jedermann verkehrssicher sein (§ 237 Abs. 2
Satz 1 PBG). Durch Bauten, Anlagen, Bepflanzungen und sonstige Grund-
stücknutzungen dürfen weder der Verkehr behindert oder gefährdet noch
der Bestand und die Sicherheit des Strassenkörpers beeinträchtigt werden
(§ 240 Abs. 1 PBG).
Über die an Zugänge zu stellenden Anforderungen hat der Regierungsrat
gestützt auf § 237 Abs. 2 Satz 2 PBG Normalien im Sinne von § 360 PBG
erlassen (Zugangsnormalien [ZN]). Der Anhang der Zugangsnormalien legt
verschiedene Zugangsarten fest und regelt die technischen Anforderungen.
Die einzelnen Zugangsarten hängen von der zu erbringenden Erschlies-
sungsleistung ab; ihre Zuordnung im Einzelfall richtet sich nach dem vo-
raussichtlichen Verkehrsaufkommen aufgrund der zu erschliessenden
Wohneinheiten. Andere Nutzungen werden in Wohneinheiten umgerechnet
(§ 6 Abs. 1 ZN).
Überdies hat der Regierungsrat gestützt auf § 359 Abs. 1 lit. i PBG die Ver-
kehrssicherheitsverordnung (VSiV) erlassen. Deren Anhang legt - je nach
der verkehrstechnischen Bedeutung der ineinander mündenden Verkehrs-
anlagen - die technischen Anforderungen an Ausfahrten fest. Auch beim
Anhang der Verkehrssicherheitsverordnung handelt es sich um Normalien
im Sinne von § 360 PBG (VB.2003.00430 in BEZ 2004 Nr. 64; RB 1999
Nr. 128).
7.3.2.
Die private Rekursgegnerin hat mit den Plänen "Einfahrt mit Schleppkurve
Radius 10,00 m" und "Ausfahrt mit Schleppkurve Radius 10,00 m" nachge-
wiesen, dass die Ein- und Ausfahrt auf das Baugrundstück mit Fahrzeugen
mit einem Abbiegeradius von 10 m problemlos möglich ist. Aufgrund der
sich aus den Plänen ergebenden Platzverhältnisse ist erkennbar, dass
R4.2019.00012 Seite 17
auch Fahrzeuge – wie vorliegend die Pneukräne der privaten Rekursgeg-
nerin – mit einem Abbiegeradius von 13 m ohne Rangieren auf das Grund-
stück ein- und ausfahren können. Eine Gefährdung des Verkehrs auf der
G.-Strasse ist daher nicht ersichtlich.
Schwerlasttransporter können – je nach Art und Ladung – ganz unter-
schiedliche Schleppkurven aufweisen. Solche Transporte unterliegen einer
Bewilligungspflicht (Art. 78 ff. der Verkehrsregelnverordnung [VRV] und
Art. 25 ff. VTS) und kommen in der Regel selten vor. Sollte sich im Rahmen
eines solchen Bewilligungsverfahrens herausstellen, dass die Schwerlast-
transporter nicht auf das Baugrundstück einfahren können, würde voraus-
sichtlich ein solcher Transport auch nicht bewilligt werden bzw. eine andere
Lösung gefunden werden. Eine Gefährdung des Verkehrs auf der G.-
Strasse ist jedoch im heutigen Zeitpunkt nicht erkennbar.
Weiter macht die Rekurrentin geltend, der Warteraum für Personenwagen
(und erst recht für Lastwagen) vor dem Arealtor sei offensichtlich zu knapp.
Sie spielt dabei auf § 266 PBG an, wonach Vorplätze von Garagen ohne
Rücksicht auf die Verkehrsbaulinien so lang sein müssen wie der grösste
Einstellplatz, mindestens aber 5,5 m. Sinn und Zweck dieser Bestimmung
besteht darin, bei abgeschlossenen Fahrzeugabstellräumen Raum für das
vorübergehende Abstellen des Fahrzeuges zu schaffen, ohne dass wäh-
rend des Schliessens oder Öffnens des Garagenraumes das Fahrzeug auf
der Fahrbahn abgestellt werden muss. Das Arealtor soll – gemäss Anga-
ben der privaten Rekursgegnerin – tagsüber nicht geschlossen werden,
weshalb das Einfahren von Fahrzeugen auf das Baugrundstück jederzeit
gewährleistet ist. Um einen Rückstau infolge geschlossenem Eingangstor
zu vermeiden, ist nebenbestimmungsweise das dauernde Offenhalten wäh-
rend des Tages zu verfügen.
Gemäss angefochtener Baubewilligung löst das Bauvorhaben sodann 60
Lastwagenfahrten pro Tag aus. Die Wahrscheinlichkeit, dass zwei Lastwa-
gen gleichzeitig auf das Gelände einfahren müssen bzw. ein Lastwagen
aus- und einer einfahren muss bzw. ein Lastwagen nicht auf das Gelände
einfahren kann, weil ein anderer auf diesem manövriert, und es dadurch zu
einem Rückstau auf der G.-Strasse kommen könnte, erweist sich bei dieser
Anzahl Fahrten doch eher als gering. Bei der G.-Strasse handelt es sich
zudem um eine Stichstrasse, weshalb kein Durchgangsverkehr herrscht.
R4.2019.00012 Seite 18
Sie verläuft im massgeblichen Bereich sodann schnurgerade. Allenfalls
kurz auf der G.-Strasse wartende Fahrzeuge sind daher für herannahende
Fahrzeuge schon von weitem sichtbar. Eine Verkehrsgefährdung durch
wartende Fahrzeuge kann daher ausgeschlossen werden. Auch diese Rü-
ge der Rekurrentin erweist sich daher – abgesehen von der in die Baube-
willigung aufzunehmenden Auflage betreffend Offenhalten des Arealtors
tagsüber – als unbegründet.
8.1.
Schlussendlich bringt die Rekurrentin vor, von der seitlich offenen Ver-
kehrshalle dürfte übermässige Lärmimmissionen ausgehen. Geplant sei,
den gesamten Güterumschlag mittels Lastwagen in dieser Halle abzuwi-
ckeln, ohne dass irgendwelche Einhausungen oder anderweitige Mass-
nahmen zur Eindämmung der Lärmimmissionen des 24-Stunden-
Logistikbetriebs geplant seien. Hinzu komme die lärmige Zu- und Wegfahrt
der Lastwagen, welche vor allem nachts durchgeführt würden. Ausserdem
sei auch dem Vorsorgeprinzip nicht Rechnung getragen worden. Dabei gel-
te es zu beachten, dass sich in der Umgebung lärmempfindliche Nutzungen
befinden würden.
Eine einlässliche und nachvollziehbare Auseinandersetzung mit der Lärm-
problematik finde sich auch nicht in den diesbezüglichen Erwägungen in
der angefochtenen kantonalen Verfügung. Die in Dispositiv-Ziffer IV enthal-
tenen Auflagen seien vor diesem Hintergrund zudem zu unbestimmt, zumal
die Einhaltung der einschlägigen Grenzwerte zwingend grundsätzliche bzw.
konzeptionelle Anpassungen des Bauprojektes bedürften.
8.2.
Die kantonale Vorinstanz macht geltend, gemäss Baugesuchsunterlagen
seien Arbeits- und Öffnungszeiten von 07:00 Uhr bis 19:00 Uhr ausgewie-
sen. Für diese Zeit gelte für die Empfindlichkeitsstufe III ein Planungswert
von 60 dB(A). Aufgrund der hohen Abstandsdämpfung werde davon aus-
gegangen, dass der Planungswert an den nächstgelegenen lärmempfindli-
chen Räumen nach Art. 2 Abs. 6 LSV eingehalten werde.
R4.2019.00012 Seite 19
8.3.
Die private Rekursgegnerin hält diesbezüglich fest, der nachgereichten
Lärmprognose lasse sich entnehmen, dass die Planungswerte für Industrie-
und Gewerbelärm durchaus eingehalten seien. Somit habe sich die An-
nahme in der kantonalen Verfügung bestätigt, wonach aufgrund hoher Ab-
standsdämpfung und hoher Lärmempfindlichkeitsstufe die Anforderungen
im Sinne von Anhang 6 LSV erfüllt seien. Auch in Bezug auf den Strassen-
verkehrslärm würden die Planungswerte deutlich unterschritten.
Unter dem Titel Vorsorgeprinzip würden sich keine zusätzlichen Lärmbe-
grenzungsmassnahmen rechtfertigen lassen, welche den Bestand der
Baubewilligung in Zweifel ziehen könnten. Seien die Planungswerte einge-
halten, würden sich weitergehende Emissionsbegrenzungen im Rahmen
der Vorsorge höchstens dann rechtfertigen, wenn mit relativ geringem Auf-
wand eine wesentliche zusätzliche Reduktion der Emissionen erreicht wer-
den könne. Dies sei hier nicht der Fall.
8.4.1
Beim streitbetroffenen Betrieb handelt es sich um eine ortsfeste Anlage im
Sinn von Art. 7 Abs. 7 des Umweltschutzgesetzes (USG) und von Art. 2
Abs. 1 LSV. Die Anlage gilt als neue Anlage im Sinne der Lärmschutzver-
ordnung. Die Emissionen einer neuen Anlage sind einerseits im Rahmen
der Vorsorge so weit zu begrenzen, wie dies technisch und betrieblich mög-
lich und wirtschaftlich tragbar ist (Art. 11 Abs. 2 USG; Art. 7 Abs. 1 lit. a
LSV). Andererseits ist dafür zu sorgen, dass die durch die Anlage verur-
sachten Immissionen in deren Umgebung zu keiner Überschreitung der
Planungswerte (Art. 25 Abs. 1 USG; Art. 7 Abs. 1 lit. b LSV) bzw. zusam-
men mit dem Lärm anderer Anlagen zu keiner Überschreitung der Immissi-
onsgrenzwerte führen (Art. 8 und 13 ff. USG; Art. 40 Abs. 2 LSV).
Die vorliegende Anlage hat die Belastungsgrenzwerte für Industrie und
Gewerbelärm einzuhalten (Anhang 6 Ziff. 1 Abs. 1 lit. d in Verbindung mit
Ziff. 2 LSV; VB.2004.00394 vom 23. Februar 2005, E. 4.2.2). Die Pla-
nungswerte betragen gemäss Anhang 6 zur LSV in der hier massgebenden
Empfindlichkeitsstufe III 60 dB tagsüber und 50 dB nachts.
Nach Art. 36 Abs. 1 LSV ermittelt die Vollzugsbehörde die Aussenlärmim-
missionen ortsfester Anlagen oder ordnet deren Ermittlung an, wenn sie
R4.2019.00012 Seite 20
Grund zur Annahme hat, dass die massgebenden Belastungsgrenzwerte
überschritten sind oder ihre Überschreitung zu erwarten ist. An die Wahr-
scheinlichkeit einer Überschreitung der Planungswerte dürfen keine hohen
Anforderungen gestellt werden; setzt die Erteilung der Baubewilligung eine
positive Prognose hinsichtlich der Einhaltung der Planungswerte voraus, so
sind weitere Ermittlungen in Form einer Lärmprognose schon dann gebo-
ten, wenn eine Überschreitung der Planungswerte beim aktuellen Kennt-
nisstand nicht ausgeschlossen werden kann (BGr 1A.58/2002, E. 2.4,
www.bger.ch = URP 2002, S. 685). Es sind alle relevanten Lärmquellen der
Anlage zu berücksichtigen, wozu auch bestimmte Sekundärimmissionen
gehören wie etwa die Zu- und Wegfahrten (Ziff. 1 Anhang 6 LSV; RB 2004
Nr. 80 E. 3.2 = BEZ 2004 Nr. 31 = URP 2004 S. 336; Anne-Christine Favre,
La protection contre le bruit dans la loi sur la protection de l'environnement,
Zürich etc. 2002, S. 100 f.; André Schrade/Theo Loretan in: Kommentar
zum Umweltschutzgesetz, 1998, Art. 11 N. 17c; Robert Wolf in: Kommentar
USG, 2000, Art. 25 N. 36 mit weitern Hinweisen).
8.4.2.
Die von der privaten Rekursgegnerin mit der Vernehmlassung eingereichte
Lärmprognose der S. AG vom 14. Februar 2019 geht auch von gewissen
nächtlichen Aktivitäten auf dem Betriebsareal aus. Indes ersuchte die Bau-
herrin lediglich um einen Tagesbetrieb, wie sich aus den von der privaten
Rekursgegnerin im Baugesuch gemachten Angaben ergibt. Gemäss diesen
beschränken sich die Arbeits- und Öffnungszeiten des Betriebs auf 7.00 bis
19.00 Uhr und es ist auch nur zu diesen Zeiten Werksverkehr und Güter-
umschlag auf dem Betriebsareal geplant (act. 15.3.30). Nur dieser Tages-
betrieb war mithin Gegenstand des Baugesuches und wird mithin von der
Baubewilligung umfasst, was auch aus der Duplik des Amtes für Wirtschaft
und Arbeit (AWA) erhellt. Ein 24 h-Betrieb wurde mitnichten bewilligt. Ein
solcher kann daher auch nicht Rekursgegenstand sein. Will die private Re-
kursgegnerin auch nachts den Betrieb aufrechterhalten, muss sie ein ent-
sprechendes Baugesuch einreichen.
In der angefochtenen Bewilligung vom 19. November 2018 ging das AWA
davon aus, dass gestützt auf die Baugesuchsunterlagen und die Nutzungs-
zone aufgrund hoher Abstandsdämpfung und hoher Empfindlichkeitsstufe
kein Grund zur Annahme bestehe, die Anforderungen im Sinne von Anhang
6 LSV seien nicht eingehalten, weshalb keine zusätzlichen Massnahmen
R4.2019.00012 Seite 21
notwendig seien. Dieser Auffassung des AWA kann gefolgt werden. Die
Einhaltung – bzw. deutliche Unterschreitung – der Planungswerte am Tag
sind mit der von der privaten Rekursgegnerin eingereichten Lärmprognose
der S. AG vom 14. Februar 2019 nachgewiesen worden. Danach liegt die
maximale Lärmbelastung der Betriebswohnung auf dem rekurrentischen
Grundstück im Tageszeitraum bei 50,1 dB(A) und somit knapp 10 dB(A)
unter den erlaubten 60 dB(A). Bei solch einem tiefen Wert fallen auch allfäl-
lige Ausnahmetransporte, welche erwartungsgemäss lediglich punktuell
zum Einsatz kommen werden, lärmrechtlich kaum ins Gewicht. Weitere
Ermittlungen hinsichtlich des Lärms durften unter diesen Umständen unter-
bleiben. Dies insbesondere auch vor dem Hintergrund, dass die Baudirekti-
on in ihrer Verfügung festgehalten hat, dass ergänzende oder verschärfte
Lärmbegrenzungen vorbehalten würden, sollte sich zu einem späteren
Zeitpunkt ergeben, dass durch den Betrieb übermässige Lärmeinwirkungen
verursacht würden.
8.4.3.
Die Rekurrentin macht sodann geltend, das Vorsorgeprinzip sei nicht be-
rücksichtigt worden. Nach dem in den Art. 11 Abs. 2 USG und Art. 7 Abs. 1
lit. a LSV statuierten Vorsorgeprinzip wird verlangt, dass die Emissionen so
weit begrenzt werden, als die technisch machbar und betrieblich möglich
sowie wirtschaftlich tragbar ist. Bei der Anwendung des Vorsorgeprinzips ist
jedoch auch das Verhältnismässigkeitsprinzip zu berücksichtigen. Das Vor-
sorgeprinzip hat emissionsbegrenzenden und nicht -eliminierenden Charak-
ter. Die Nachbarn einer Anlage haben keinen Anspruch darauf, dass diese
absolut lärmfrei funktioniert. Vielmehr sind geringfügige Belästigungen zu-
mutbar. Bei tiefen Emissionswerten kommt das Vorsorgeprinzip demnach
zwar ebenfalls zur Anwendung, doch können zu deren Vermeidung ent-
sprechend nur Massnahmen angeordnet werden, die mit geringem Auf-
wand verbunden sind (BGE 133 II 169 E. 3.2 mit Hinweisen).
Der Betrieb unterschreitet die Planungswerte zu Tageszeiten massgeblich
(um ca. 10 dB(A)), weshalb sich Vorsorgemassnahmen zum jetzigen Zeit-
punkt – insbesondere die von der Rekurrentin vorgeschlagene Einhausung
– als unverhältnismässig erweisen würden. Sollte die private Rekursgegne-
rin jedoch künftig ihren Betrieb auch zur Nachtzeit fortführen wollen, wäre
eine neue Bewilligung einzuholen. Das AWA hätte die lärmrechtliche Situa-
tion erneut zu prüfen. Die Planungswerte in der Nacht dürften – zumindest
R4.2019.00012 Seite 22
gemäss der von der privaten Rekursgegnerin eingereichten Lärmprognose
– nur knapp unterschritten werden, weshalb sich dannzumal die Prüfung
emissionsbegrenzender Massnahmen gemäss dem Vorsorgeprinzip auf-
drängen dürften.
Aufgrund dieser Ausführungen ist der Rekurs auch in diesem Punkt abzu-
weisen.
9.1.
Die Rekurrentin bringt in der Replik sodann erstmals vor, die Baubewilli-
gung basiere auf unvollständigen Angaben. Die Bewilligungsbehörden hät-
ten ohne weitere Abklärungen auf die von der privaten Rekursgegnerin im
Gesuch vom 30. August 2018 gemachten Angaben abgestellt. Dabei wür-
den sie jedoch ausblenden, dass das Logistikzentrum nicht bloss verwen-
det werde, um die Lastwagen über Nacht abzustellen, sondern dass in die-
sem vielmehr ein reger Waren- und Güterumschlag stattfinden werde. Das
Vorhaben würde sodann viel mehr Fahrten auslösen, als angegeben. Aus-
serdem würden die Spezialtransportfahrzeuge weder im Baugesuch noch
in der Baubewilligung erwähnt.
9.2.
Die Rekursschrift muss gemäss § 23 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflege-
gesetzes (VRG) einen Antrag und dessen Begründung enthalten. Der Re-
kurs ist zufolge § 22 Abs. 1 VRG innert 30 Tagen bei der Rekursinstanz
schriftlich einzureichen. Die Rekursfrist ist eine gesetzliche Verwirkungsfrist
(vgl. § 12 Abs. 1 VRG). Nach deren Ablauf vorgenommene Prozesshand-
lungen entfalten grundsätzlich keine Rechtswirkungen. Dies gilt auch für ei-
ne Erweiterung der Rekursanträge oder eine Ergänzung der Rekursbe-
gründung (Alain Griffel, in: Kommentar VRG, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf
2014, § 22 Rz. 13 und § 23 Rz. 23).
Demgemäss ist auf die erstmals mit der Replik vorgebrachte Rüge, wonach
die Baubewilligung und -unterlagen auf unvollständigen und unrichtigen
Angaben beruhen würden, nicht einzutreten. Der Vollständigkeit halber ist
zu bemerken, dass die Baubewilligung jedoch auch nur für die im Bauge-
such gemachten Angaben (Anzahl Fahrten, Betriebszeiten etc.) gültig ist.
Sollte sich in Zukunft erweisen, dass diese Angaben massiv überschritten
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würden, wäre von Seiten der privaten Rekursgegnerin eine neue Bewilli-
gung einzuholen.
10.1.