Decision ID: 76cd6847-11ad-492c-acc6-fbf36eb41e06
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1962,
war
zuletzt seit
dem 15. Juni
2011 bei
Y._
AG
als Gipser tätig gewesen (Urk. 10/25), als er sich
am
17. März 2016 wegen eines Schädelhirntraumas und
einer
Scapulafraktur
links nach einem Unfall vom 31. Juli 2015, bei welchem er
von einem Fassadengerüst gestü
r
zt
war
(Urk. 10/11/122), bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug anmeldete (Urk. 10/9). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte d
en
medizinischen und erwerblichen Sachverhalt ab, zog bei der zuständigen Unfallversicherung Suva Unterlagen zum Unfall des Versicherten vom 31. Juli 2015 bei (Urk. 10/11/1-122) und veranlasste bei der
Z._
ein polydisziplinäres Gut
achten, welches am 4. Mai 2018 erstattet wurde (Urk. 10/68).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 10/74; Urk. 10/79; Urk. 10/82; Urk. 10/84; Urk. 10/108), in welchem auch die Akten der Krankentag
geld
versicherung des Arbeitgebers des Versicherten beigezogen wurden (Urk. 10/87), verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 23. Januar 2020 (Urk. 10/111 = Urk. 2) einen Rentenanspruch des Versicherten.
2.
Am 26. Februar 2020 erhob der Versicherte Beschwerde g
egen die Verfügung vom 23. Januar 2020 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei die Beschwerdegeg
nerin zu verpflichten
,
seinen Rentenanspruch
neu und umfassend zu prüfen und (psychiatrisch und neurologisch) abzuklären (
Urk. 1
S. 2).
Mit Ein
gabe vom 25. März 2020 (Urk. 6) reichte er
sodann
weitere medizinische Berichte (Urk. 7/4-6) ein.
Die
Beschwerdegegnerin
beantragte mit Vernehmlassung vom 7. April 2020 (Urk. 7) die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 20. April 2020 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 11).
Der Beschwerdeführer reichte am 28. Mai 2020 (
Datum des Poststempels;
Urk. 12) einen Brief seiner Familie vom 25. Mai 2020 (Urk.
13)
ein. Dies
er
wurde der Gegenpartei am 3. Juni 2020 zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 14).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE
145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E.
2.1, 130 V 396
E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person
zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE
145 V 215 E. 5.3.2,
1
43 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E.
3.7, 13
9 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Beruht die Leistungseinschränkung auf Aggravation oder einer ähnlichen Konstellation, liegt
regelmässig
keine versicherte Gesundheitsschädigung vor. Eine solche Ausgangslage ist etwa gegeben, wenn: eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschilderten Schmerzen und dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese besteht; intensive Schmerzen angegeben werden, deren Charakteri
sierung jedoch vage bleibt; keine medizinische Behandlung und Therapie in Anspruch genommen wird; demonstrativ vorgetragene Klagen auf den Sach
verständigen unglaubwürdig wirken; schwere Einschränkungen im Alltag behauptet werden, das psychosoziale Umfeld jedoch weitgehend intakt ist (BGE
131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
Nicht per se auf Aggravation weist
blosses
ver
deutlichendes Verhalten hin (BGE 141 V 281 E. 2.2.1).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom 23. Januar 2020 (Urk. 2) davon aus, dass der Beschwerdeführer seit seinem Unfall vom 31.
Mai
(richtig: Juli)
2015 in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei, mithin ein allfälliger Rentenanspruch frühestens ab 1. September 2016 bestehe (S. 1). Aus dem eingeholten medizinischen Gutachten gehe hervor, dass zu diesem Zeit
punkt und bis auf weiteres in einer angepassten Tätigkeit (leicht wechselbelastend oder überwiegend sitzend und ohne Arbeiten in gefährdenden Höhen) eine voll
ständige Arbeitsfähigkeit bestehe. Nach durchgeführtem Einkommensvergleich resultiere ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 25 % (S. 2).
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt (Urk. 1), auf das eingeholte Gutachten könne aus näher dargelegten Gründ
en nicht abgestellt werden (S. 5
ff.)
und die neuen Berichte der behandelnden psychiatrischen Ärzte sei
en
nicht gewürdigt worden (S. 7). Schliesslich sei beim Einkommensvergleich
wegen seines Alters, seinen kognitiven Einschränkungen und seiner Ausbildung ein Abzug vom Tabellenlohn von 25 % gerechtfertigt (S. 9).
2.3
Strittig und zu prüfen ist
, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung hat
.
3.
Die medizinische Aktenlage präsentiert sich im Wesentlichen wie folgt:
3.1
Kreisarzt
Dr. med.
A._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
nannte in seinem
Bericht vom 1
8
. November
2015
(Urk. 10/11/56-60)
über die kreisärztliche Untersuchung vom 17. November 2015
die folgenden Diagnosen (S. 4):
-
Schädel-Hirn-Trauma mit Fraktur-assoziiertem raumfordernde
m
Epi
duralhämatom
subokzipital rechts, Fraktur okzipital ins
Foramen
magnum
reichend, Rissquetschwunde okzipital rechts, Status nach Kraniotomie subokzipital rechts, epiduraler
Hämatomevakuation
, Hämostase der venö
sen Frakturblutung und Anbringen von
Durahochnähten
am 31. Juli 2015
-
m
ehrf
ragmentäre gering dislozierte
Sc
apulafraktur
links
-
Exkoriation Dig
itus
II und Dig
itus
III rechts und Unterschenkel rechts
Der Kreisarzt führte aus, es bestünden noch geringe Funktionseinschränkungen am linken Schultergelenk. Im Vordergrund stünden die Schmerzen
im Musculus trapezius, in der linken Halskulisse und im Bereich des Musculus infraspinatus, ausgelöst durch Halswirbelsäulen (HWS)-Rotationen und endphasige Schulterab
duktion links (S. 4).
Klinisch zeige sich bei langsamer Ausführung der Bewe
gungen des linken Oberarmes im Schultergelenk lediglich noch eine endphasige Funktionseinschränkung. Die konventionellen Röntgenaufnahmen der linken Schulter vom 17. September 2015 zeigten die
in Konsolidierung befindliche
Sc
apulafraktur
in unveränderter Stellung. Schmerzbedingt werde vorübergehend mit einer Arbeitsfähigkeit von 50 % und einer Präsenz von 75
%
ein Arbeits
versuch ab dem 23. November 2015 gestartet
(S. 4). Er rechne damit, dass der Beschwerdeführer nach zirka 4-6 Wochen seine angestammte Tätigkeit wieder voll werde aufnehmen können (S. 5 oben).
3.2
Kreisarzt Dr. med.
B._
, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation, hielt in seiner Beurteilung vom 4. März 2016 (Urk. 10/19/107) fes
t, es bestehe weiterhin eine 50
%ige Arbeitsfähigkeit mit einer möglichen Stei
gerung auf 100 % bis April oder Mai 201
6.
Da der Beschwerdeführer immer wieder über Kopfschmerzen klage und ein
Schädel-Hirn-Trauma (SHT) mit struk
turellen Läsionen vorgelegen habe, werde eine neurologische Verlaufskontrolle empfohlen (S. 1).
3.3
Am 17. Mai 2016 wurde der Beschwerdeführer abschliessend kreisärztlich unter
sucht. Dr.
A._
nannte in seinem Bericht vom 1
7
. Mai 2016 (Urk. 10/20/28-34) die gleichen Diagnosen wie in seinem früheren Bericht (vgl.
vorstehend E. 3.1) und führte aus, die schon bei der letzten kreisärztlichen Unter
suchung ermittelte nur noch geringe Funktionseinschränkung des linken Schul
tergelenks habe sich weiter reduziert. Über der f
r
akturierten Spina
scapulae
könnten Druckschmerzen nicht ausgelöst werden. Von
konsiliar
-neurologischer Seite habe den geklagten Beschwerden der Schädelkalotte und der Halswirbel
säule kein pathologisches Korrelat zugeordnet werden können. Der Beschwerde
führer
berichte
über Schmerzen an der Schädelkalotte eng umschrieben, im Bereich der linken Halskulisse bei HWS-Rechtsrotation und über Schmerzen an der Spina
scapulae
. Klinisch f
ä
nde
n
sich weder am linken Schultergelenk noch an der HWS Funktionseinschränkungen. Es bestehe für die zuletzt ausgeübte berufliche Tätigkeit eine 60%ige Arbeitsfähigkeit bei einer Präsenz von 100 % (S. 7).
3.4
Der Beschwerdeführer wurde am 9. Dezember 2016 erneut kreisärztlich durch Dr.
A._
untersucht. Dieser ergänzte in seinem Bericht vom 12. Dezember 2016 (Urk. 10/24/30-37) die bekannten Diagnosen (vgl. vorstehend E.
3.1) um einen Verdacht auf stattgehabte Fraktur des Condylus occipitalis rechts am 31. Juli 2015 (S. 7) und berichtete von einer schmerzhaften und mechanisch bedingten Funktionsminderung der HWS mit Belastungsinsuffizienz nach opera
tiv behandeltem Schädel-Hirn-Trauma vom 31. Juli 2015 (S. 7 unten).
Im Vor
dergrund des Beschwerdevortrages würden heftige Spontan- und Bewegungs
schmerzen bei Rechtsrotation der HWS mit Punctum maximum
3
cm
dorsal der Schädelmitte und über dem Querfortsatz C4 links angegeben (S. 8 oben).
Er h
ege
bei nochmaliger Durchsicht der Computertomogramme (CRT) vom 1. August 2015 einen bislang
radiologischerseits
nicht geäusserten Frakturverdacht im Bereich des Condylus occipitalis links.
Der medizinische Endzustand sei nicht erreicht. Die Beschwerdestärke habe zugenommen und die Verdachtsdiagnose der
Kondylusfraktur
sei abzuklären.
Bei bestehender Wiedereingliederungs
problematik für die zuletzt ausgeübte berufliche Tätigkeit als Gipser
sei der Beschwerdeführer weiterhin vollständig arbeitsunfähig (S. 8).
3.5
Vom 22. März bis 24. Mai 2017 hielt sich der Beschwerdeführer zur stationären Neurorehabilitation in der Rehaklinik
C._
auf. Die Ärzte nannten mit Aus
trittsbericht vom 19. Juni 2017 (Urk. 10/30/77-86) die folgenden
wesentlichen
Diagnosen (S. 1):
-
Knochen (Os) okzipitale
Fraktur rechts median und paramedian bis ins
Foramen
magnum
reichend
;
infratenetorielles
Epiduralhämatom
okzipital rechts
-
Rissquetschwunde
okzipital
rechts
-
Extremitätenverletzung
-
mehrfr
agmentäre, gering dislozierte
Sc
apulafraktur
links
-
Exkoriation
Dig
II plus III rechts und Unterschenkel rechts
-
Diabetes mellitus
-
Pflasterallergie
-
a
namnestisch
:
Status nach Rippenfraktur links zirka 2012
-
anamnestisch
:
Status nach Sturz auf die Ferse zirka 1999; seither inter
mittierende belastungsabhängige Schmerzen in linker Ferse
-
leichte depressive Symptomatik vor dem Hintergrund chronischer Schmerzen
-
eigenanamnestisch
:
Prostatahyperplasie
Die Hauptprobleme bei Klinikeintritt seien Schmerzen im Schulterbereich links mit Ausstrahlungen in die Halsseite links, intermittierende Kopfschmerzen sowie Ein- und Durchschlafstörungen gewesen. Im Verlaufe habe der Beschwerdeführer über Schmerzen in der linken Ferse nach einem Trauma zirka 1999 und über Schmerzen im linken Rippenbogen nach einem Trauma vor zirka fünf Jahren geklagt. In den Gesprächen habe er wechselnde Lokalisationen angegeben und auch von starken Ganzkörperschmerzen nach körperlicher Belastung in den Therapien berichtet (S. 3 oben). Im Rahmen des Aufenthaltes sei zunehmend deutlich geworden, dass die Motivation für einen beruflichen Wiedereinstieg nur sehr gering sei. Ein
progressives
Setting in Richtung beruflicher Wiedereinstieg
sei ihm wenig zugänglich (S. 5 oben).
Der Beschwerdeführer sei in der Lage gewesen, an dem umfassenden Therapie
programm und gleichzeitig einem täglich bis zu zwei Stunden lange
n
Arbeitsver
such in der Küche teilzunehmen. Er werde demnach für leichte körperliche und kognitive Tätigkeiten als arbeitsfähig erachtet. In der neuropsychologischen Untersuchung seien unspezifische leichte bis mittelschwere kognitive Leistungs
einschränkungen in
attentionalen
, exekutiven und verbal-mnestischen Funk
tionen multifaktoriell bedingt (nicht-authentische Leistungspräsentation, anam
nestisch berichtete psychische Faktoren, vorbestehendes tiefes Bildungsniveau,
mikroangiopathische
Veränderungen) gesehen
worden
(S. 5). Hinsichtlich Arbeits
fähigkeit bestehe ab dem 24. Mai 2017 eine vollständige Arbeitsunfähig
keit für schwere körperliche Arbeit (Heben von schweren Lasten, längere Über
kopfarbeiten). Leichte körperliche Arbeit seien nach den aktuellen Befunden mit einem Pensum von 50
%
zumutbar, eine Steigerung auf 100 % sei im Verlauf anzustreben.
Für andere berufliche Tätigkeiten seien leichte körperliche und kognitive Tätigkeiten zumutbar (S. 2).
3.6
In seiner ärztlichen Beurteilung vom 7. August 2017 (Urk. 10/30/92-94) führte Kreis
arzt Dr.
B._
aus, dass gemäss den in der Rehaklinik
C._
durchge
führten Untersuchungen gewisse neuropsychologische Defizite vorlägen, diese jedoch nicht als Folge des Unfalles angesehen werden könnten. Eine dort durch
führte Magnetresonan
z
tomographie (MRI
)-
Untersuchung habe keine Hinweise auf Folgen der Schädel-Basisfraktur ergeben. Die neuropsychologischen Defizite könnten somit nicht dem Unfallereignis zugeordnet werden (S. 1).
Bezüglich der
Scapulafraktur
liege allenfalls eine leichte Kraftminderung im Bereich des linken Armes vor, welche im Rahmen der stationären Rehabilitationsbehandlung habe gebessert werden können. Bei differenzierter Betrachtungsweise sei die minime Kraftminderung der linkeren oberen Extremität die einzige objektivierbare Unfallfolge (S. 2 oben). Für die Tätigkeit als Gipser bestünden keine weiteren Ein
schränkungen. Die minimale Kraftabschwächung scheine demonstriert und könne bei eutropher Muskulatur nach zwei Jahren nach dem Unfallereignis
bei verheilter
Sc
apula
r
fraktur
nicht auf eine organische Ursache bezogen werden. Deswegen könnten hier auch keine unfallbedingten Gründe angegeben werden, wieso eine Tätigkeit als Gipser nicht mehr ausgeführt werden könne (S. 2 unten). Aus versicherungsmedizinischer Sicht liege ein stabiler Gesundheitszustand vor (S. 3).
3.7
Dr. med.
D._
,
Facharzt für Chirurgie,
Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin, erachtete in seiner Stellungnahme vom 8. August 2017 (Urk. 10/35/3
; Urk. 10/73/5-6
) die Beurteilung des Kreisarztes
B._
, wonach nach einer
mehrfragementären
, gering dislozierten
Scapulafraktur
links die Tätigkeit eines Gipsers zu 100 % fortgesetzt werden könne
(vgl. vorstehend E.
3.6)
,
aus chirurgischer Sicht als nicht nachvollziehbar
.
Die Sc
apula sei bei allen Schultertätigkeiten beteiligt. Insbesondere die Tätigkeit als Gipser beinhalte aus
schliesslich Schultertätigkeiten.
In Anbetracht der auffälligen Werte in einem Symptomvalidierungsverfahren, der Hinweise auf schwankende und inkon
sistente Testleistungen sowie fehlender Korrelate in der Bildgebung ergäben sich Hinweise auf eine zeitweise vorhandene, nicht authentische Leistungspräsenta
tion während der neuropsychologischen Untersuchung. In der Tätigkeit als Gipser bestehe seit
dem
31. Mai
(richtig: Juli)
2015 und bis auf weiteres eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. In einer angepassten Tätigkeit mit Belastungsprofil (leichte
Tätigkeiten
ohne Heben, Tragen und Transportieren von mittelschweren und schweren Lasten, ohne linksseitiges Arbeiten in Armvorhalteposition und Über
kopfarbeiten) bestehe vom 31. Mai
(richtig: Juli)
2015 bis 24. Mai 2017 eine voll
ständige Arbeitsunfähigkeit, ab 25. Mai 2017 hingegen eine vollständige Arbeits
fähigkeit.
3.8
Kreisarzt Dr.
B._
(vgl. vorstehend E. 3.6) nahm zur abweichenden Beur
teilung des RAD-Arztes Dr.
D._
(vgl. vorstehend E. 3.7) am 7. September 2017 Stellung (Urk. 10/30/33). Aus den – näher ausgeführten – dargestellten Zusammenhängen und Überlegungen sehe er keinen Anlass, auch nur gering
fügig von seiner bisherigen Sichtweise und Einschätzung einer Arbeitsfähigkeit von 100
%
als Gipser abzuweichen, wobei hierzu aber durchaus eine stufenweise berufliche Wiedereingliederung in Frage kommen könne. Bei von den Kollegen der Rehaklinik
C._
dargestellten fehlender Motivation für die Aufna
hme von beruflichen Tätigkeiten
erwarte er realistischerweise nicht, dass sich der Beschwerdeführer hier entsprechend der grundsätzlich vorhandenen Möglich
keiten engagieren werde (S. 3).
3.9
Der beratende Arzt der Krankentaggeldversicherung des Beschwerdeführers, Dr. med.
E._
, Facharzt für Rheumatologie und Innere Medizin
, nahm am 19. April 2018 Stellung (Urk. 20/87/41-42). Er führte aus, die Beeinträchti
gung der Arbeitsfähigkeit sei psychiatrisch und nicht somatisch/rheumatologisch begründet. Für eine leichtere
,
wechselbelastende Tätigkeit aus rheumatologischer somatischer Sicht sei eine vollständige Arbeitsfähigkeit zumutbar und ausge
wiesen (S. 1).
3.10
Die Ärzte der
Z._
erstatteten am
4. Mai 2018
ein Gutachten im A
uftrag der Beschwerdegegnerin (10/68
). Sie stütz
t
en sich auf die ihnen überlassenen Akten
(S. 2 ff.)
, di
e Angaben des Beschwerdeführers (S.
14
f.
; S. 19 ff.; S. 27 f., S. 36 ff., S. 43 f.
) und die von ihnen am
14., 15.,
19.
und 24. Februar 2018
durchgeführten Unter
suchungen
internistischer (S. 14 ff.), neurologischer (S. 19 ff.), orthopädi
scher (S.
27
ff.), psychiatrischer (S.
36
ff.)
und neuropsychologischer (S. 43 ff.) Art.
Die Gutachter nannten die folgenden Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (S. 62 f.):
-
leichte diabetische Polyneuropathie
-
leichte Wurzelkompression von S1 links
-
leichtgradige Schultereckgelenksarthrose und
Supraspinatussehnen
tendino
pathie
links
-
degenerative zervikale und lumbale spinale Alterationen
Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit wurden ein metabo
lisches Syndrom (arterielle Hypertonie, Übergewicht, Diabetes mellitus Typ II, Hyperlipidämie), ein Schädel-Hirn-Trauma mit Kraniotomie und epiduraler
Hämatomevakuation
am 31. Juli 2015 ohne bleibendes neurologisches Defizit, ein unspezifisches Kopfschmerzsyndrom unklarer Ausprägung und Signifikanz und eine Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD
10 F43.21) genannt.
Die internistische Untersuchung
habe
kein
en
ausreichende
n
Anhalt für eine Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit
ergeben
. Es
werde
hinsichtlich des metaboli
schen Syndroms empfohlen, den Blutdruck und de
n
Diabetes ambulant optimal einzustellen und Gewicht zu verlieren (S. 19 oben). Zusätzlich finde sich eine leichte S1-Wurzelreizung bei Rumpfbewegung. Im bildgebenden Befund der Lendenwirbelsäule ergebe sich hierfür jedoch kein strukturelles Korrelat bei Merk
malen einer mässig bis schweren
osteodiskoligamentären
Veränderung vorrangig der tiefen lumbalen Komponenten (S. 26 oben). Das polyneuropathische Syndrom und die S1-Reizung bei degenerativen Veränderungen der unteren Wirbelsäule bedingten aus gutachterlicher Sicht auf Dauer eine qualitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit: Tätigkeiten auf Leitern und Gerüsten sowie körperlich schwere Arbeiten würden auf Dauer ausscheiden. Andere körperlich leicht- bis mittel
schwere Tätigkeiten seien jedoch ohne Einschränkungen leistbar (S. 26 unten).
In der neurologischen Beurteilung fänden sich Zeichen einer leichten sensiblen Polyneuropathie und keine Hinweise auf ein zerebrales Defizit. Das MRI des Kopfes sei ohne Anhalt für eigenständig
e
klinisch
e
krankheitswertige Läsionen (S. 25).
Im Rahmen der ortho
p
ädischen Begutachtung zeige sich bei reduzierter Koope
ration eine eingeschränkt dargebotene spontane Mobilität den linken Arm betreffend, aktive Gegenspannung bei Prüfung des Achsenskeletts, insbesondere
die
Halswirbelsäule betreffend. Auch
bei der
Prüfung des linken
Schultergelenks
werde eingeschränkt kooperiert und
die Schulter
vermindert beweglich dargebo
ten, dies insbesondere in der formalen Prüfung. Spezifische Tests bezüglich
Subacromialraum
und
Rotatorenmanschette
seien nicht ausreichend kooperiert und nicht sicher verwertbar (S. 34 f.). Die aktuell angefertigte kernspinto
mographische Bildgebung zeige das linke Schultergelenk betreffend eine degene
rative
arthritische
Alteration des Sch
ultergelenkes und eine
Supra
spina
tus
tendinopathie
ohne Nachweis einer höhergradigen
Rotatoren
manschetten
läsion
, mithin seien schmerzhafte funktionelle Beeinträchtigungen plausibel begründet und kausal bildgebend objektiviert (S. 35 Mitte). Der Beschwerdeführer sei in seiner Arbeitsfähigkeit qualitativ limitiert, eine Gebrauchsstörung der linken Schulter sei zu attestieren
. Die letzte berufliche Tätigkeit als Gipser sei nicht mehr geeignet, hingegen seien adaptierte leichte bis mittelschwere Tätigkeiten als durchaus geeignet zu bewerten (S. 35 unten).
Der psychiatrische Gutachter konnte
keine depressive Episode fachärztlich objek
tivieren. Dieser Eindruck werde ihm bestätigt durch die Beschreibung der Alltags
aktivität (partielle Haushaltsführung, soziale Aktivitäten, Flugreisen), die hiesige Verhaltensbeobachtung und die fehlende Inanspruchnahme einer psychiatrisch-
psychotherapeutischen Behandlung. Die aktenkundig vorbeschriebene depressive Störung könne nicht bestätigt werden
. Die vom Beschwerdeführer angegebenen psychischen Beschwerden (Unzufriedenheit, Gereiztheit, zeitweise Bedrücktheit) erreichten also nicht das Niveau einer depressiven Episode und seien vor dem Hintergrund der belastenden psychosozialen Situation entstanden. Sie seien somit vereinbar mit der ICD-10-Diagnose einer prolongierten, depressiv gefärbten Anpassungsstörung. Die Prognose einer Anpassungsstörung sei per se günstig. Die Störung bilde sich unter ambulanter leitliniengerechter Behandlung erfahrungsgemäss zeitnah zurück, wofür auch der jetzige Befund spreche
(S. 41
f.
).
Bei der Kon
s
istenzprüfung der Schmerzangaben fänden sich Hinweise für eine nicht plausible Präsentation. Die geklagten Schmerzen seien nach Art und Loka
lisation kaum mit objektiven Befunden in Einklang zu bringen. Es bestehe eine Diskrepanz zwischen demonstrativer Beschwerdeschilderung und fehlender
objektiver Beeinträchtigung. Auch
die beschriebenen Alltagsaktivitäten seien nicht mit dem reklamierten Schmerzausmass vereinbar (S. 42 Mitte). Ebenso seien die vorgetragenen chronischen Schmerzen nicht mit dem Krankheitsbild einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung vereinbar. Es sei kein fe
hlver
arbeiteter
seelischer oder psychosozialer Konflikt herauszuarbeiten, vor dessen Hintergrund sich der Schmerz entwickelt haben könnte. Wichtige ICD-10 Krite
rien einer somatoformen Schmerzstörung seien also nicht erfüllt. Auch eine chro
nische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren sei nicht zu diagnostizieren, da Schmerzstörungen im Zusammenhang mit affektiven Störun
g
en
(hier Anpassungsstörung) und bei Hinweisen auf eine Aggravation nicht berücksichtigt w
ü
rden (S. 42 unten).
Der klinische Befund in der neuropsychologischen Beurteilung
sei gemäss Gut
achter ohne Anhalt für eine kognitive Beeinträchtigung. Die testpsychologische Erhebung habe formal unterdurchschnittliche Leistungen
im visuellen Gedächt
nis, der intrinsischen
Alertness
und der Verarbeitungsgeschwindigkeit
erbracht
. Das Beschwerdevalidierungsverfahren habe im Ergebnis den deutlichen Hinweis auf ein verzerrendes Antwortverhalten erbracht (S. 51). Das Gehirn zeige ein
en
unveränderte
n
Befund bezüglich Hyperintensitäten im
frontoparietotemporalen
Marklager beidseits, welche
r
nicht geeignet sei, die aktuell präsentierten unter
durchschnittlichen Leistungen ausreichend zu erklären. Die anamnetisch erho
bene selbständige Lebensführung spreche gegen eine erhebliche kognitive Störung jedweder Genese (S. 52).
Hinsichtlich Arbeitsfähigkeit kamen in
der Konsensbeurteilung die Gutachter gestützt auf
die
erhobene Anamnese
, die
Befunde sowie d
ie
Akten zum Schluss, die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers in der zuletzt ausgeübten sowie
in
jedweder vergleichbaren körperlich überwiegend schweren Tätigkeit
sei
auf Dauer zu 100 % erloschen. Die Polyneuropathie sei aktenkundig bislang noch nicht ein
bezogen
worden
und die Schultergelenksveränderungen sowie die degenerativen spinalen Alterationen sprächen gegen eine Belastbarkeit in der
angestamm
ten/letzten Tätigkeit (S. 66). In körperlich leichten, wechselbelastend oder über
wiegend sitzend ausgeübten Tätigkeiten des allgemeinen Arbeitsmarkts (ohne Arbeiten in gefährdenden Höhen) se
i eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
(Rendement von 100 %)
anzunehmen, da die hiesigen objektiven Befunde eine erhaltene Mobilität auswiesen und die Indikatoren für eine erhaltene Alltagsselb
ständigkeit, Selbstver
sorgung und Aktivität sprächen.
Zu berücksichtigen seien die hier erhobenen Zeichen eines nicht plausiblen (verzerrenden) Antwortverhal
tens in der neuropsychologischen Testung, was für eine zumindest anteilig erhebliche Aggravation spreche. Die hiesigen objektiven Befunde und die anamnestisch aufscheinende Alltagsaktivität seien mit einer vollschichtigen Arbeitstätigkeit vereinbar (S.
71
.).
Retrospektiv lasse
s
ich nicht abschätzen, seit wann die Polyneuropathie bestehe, da diese auch aktenkundig nicht genannt werde. Die Veränderung
en
im Bereich der linken Schulter seien als bereits vor der jetzigen Begutachtung bestehend anzusehen (S. 71). Aus Sicht der Gutachter liege keine erhebliche psychische Störung vor, eine Anpassungsstörung sei definitionsgemäss einer leichtgradigen Störung entsprechend gut behandelbar und nicht als anhaltende psychiatrische Erkrankung zu werten. Eine Arbeits
unfähigkeit aufgrund des Unfalles im Jahr 2015 sei also in absteigender Höhe (initial wahrscheinlich vollständige Arbeitsunfähigkeit in jedweder Tätigkeit) wahrscheinlich und sei aktenkundig als per Mitte 2016 entsprechend ange
nommen. In der Folge sei dies jedoch strittig diskutiert
worden
und der jetzige orthopädische Befund spreche gegen eine Belastbarkeit in körperlich schweren und mit häufigem Armeinsatz über der Horizontalen einhergehenden Tätigkeiten
. Demzufolge könnten sie sich der
aktenkundige
n kreisärztlichen Einschätzung
einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit in der angestammten/letzten Tätigke
it
nicht anschliessen. Eine angepasste Tätigkeit sollte spätestens ab Mitte 2016 als gegeben angesehen werden (S. 74 f.).
3.11
RAD-Arzt Dr.
D._
erachtete am 14. Mai 2018 (Urk. 10/73/9-10) das ein
geholte
Z._
-Gutachten als beweistauglich. Der Beschwerdeführer sei in seiner bisherigen Tätigkeit als Gipser seit dem Unfall vom 31. Juli 2015 vollständig arbeitsunfähig. In einer angepassten Tätigkeit bestehe unter Beachtung des Belastungsprofils (körperlich leichte, wechselbelastende oder überwiegend sitzend ausgeübte Tätigkeiten ohne Arbeiten in gefährdenden Höhen)
ab Mitte 2016 bis auf weiteres eine vollständige Arbeitsfähigkeit (S. 10 oben). Eine wesentliche Änderung des
Gesundheitszustandes sei nicht zu erwarten. Zu empfehlen sei eine Gewichtsreduktion und eine intensive Kontrolle der vorliegenden Risikofaktoren der Arteriosklerose, insbesondere des Diabetes mellitus bei diabetischer Poly
neuropathie (S. 10 Mitte). Die im Gutachten erhobenen Zeichen eine
s
nicht plausiblen verzerrenden Antwortverhaltens in der neuropsychologischen Testung würden auf eine zumindest anteilig erhebliche Aggravation hinweisen. Die objektiven Befunde und die anamnestisch aufscheinende Alltagsaktivität seien mit einer vollschichtigen Arbeitsfähigkeit aus Sicht der Gutachter vereinbar (S. 10 unten).
3.12
Im Rahmen eines konsiliarischen psychiatrischen Erstgespräch
s
am 13. August 2018
hielt
d
ipl.
med.
F._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, in seinem Bericht vom 8. September 2018 (Urk. 10/81) fest, der Beschwerdeführer leide an einer mittelgradigen depressiven Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11) und an einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS; ICD
10 F43.1, S. 3). Der Beschwerdeführer sei bis zum Arbeitsunfall am 31. Juli 2015 psychiatrisch vollkommen unauffällig gewesen. Nach dem Arbeitsunfall habe er eine PTBS sowie komorbid eine mittelgradige depressive Episode mit somati
schem Syndrom entwickelt. Der erlebte Unfall sowie die daraus ent
standenen Fol
gen wiesen auf eine deutliche Zäsur im Leben
hin
. Aufgrund der psychopatholo
gischen Symptomatik sei der Beschwerdeführer als Gipser voll
ständig arbeitsunfähig. Eine Aussage über die subjektive Leistungs
bereitschaft könne in diesem Rahmen nicht gemacht werden, weil keine neuropsychologische Testung/Untersuchung vorgenommen worden sei (S. 4).
3.13
Der Beschwerdeführer war vom 30. Januar bis 6. März 2019
in
der
Klinik G._
stationär hospitalisiert. Die Ärzte nannten in ihrem Austrittsbericht vom 6. März 2019 (Urk. 10/98/2-6) die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
PTBS (ICD-10 F43.1)
-
m
ittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1)
-
Verdacht auf chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychi
schen Faktoren (ICD-10 F45.41)
-
Diabetes mellitus Typ 2: Ohne Komplikationen
-
benigne essentielle Hypertonie
-
reine
Hypercholestrinämie
-
Prostatahyperplasie
Der Beschwerdeführer habe sich freiwillig auf Zuweisung seines Hausarztes in die Spitalpflege begeben. Vorbekannt seien eine mittelschwere depressive Störung
und ein
Verdacht auf eine PTBS (S. 2 oben). Psychopathologisch habe sich
der
Beschwerdeführer mit
dysthymem
Affekt, Einengung auf körperliche Schmerzen sowie ausgeprägten Ein- und Durchschlafstörungen bei verstärkter Schreck
haftigkeit präsentiert. In Zusammenschau der Anamnese und der
Befunde
sei eine mittelgradige depressive Episode sowie eine PTBS diagnostiziert worden. Zusammengefasst sähen sie die Kriterien einer PTBS nach lebensbedrohlichem Arbeitsunfall im Jahre 2012 (richtig: 2015) als erfüllt an.
Der Unfall
stelle ein Ereignis von aussergewöhnlichen Bedrohung dar, welche
r
bei nahezu jedem eine tiefgreifende Verzweiflung auslösen würde. Weiter verursache dies
er
anhaltende intrusive Erinnerungen sowie teilweises Wiedererleben im Rahmen von sich wiederholenden Albträumen, welche er mehrmals pro Woche erlebe. Ebenso ver
meide der Beschwerdeführer aufgrund des Traumas das Begehen von Stahl
gerüsten, Blickkontakte zu Gerüsten sowie das Besprechen vom Ereignis selbst. Somit sei ein deutliches Vermeidungsverhalten vorhanden. Eine erhöhte psychi
sche Sensitivität bei Ein- und Durchschlafstörungen, Konzentrations
schwierig
keiten und erhöhter Schreckhaftigkeit werde ebenfalls berichtet und im Stations
alltag beobachtet. Die beschriebenen Beschwerden (Wiedererleben, Vermeidung sowie erhöhte psychische Sensibilität) seien innerhalb von sechs Monaten nach dem Belastungse
reignis aufgetreten (S. 4 Mitte).
3.14
Die
RAD-Ärzte
Dr.
D._
und Dr.
med.
H._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, legten in ihrer Stellungnahme vom 1
7.
u
nd 18.
April 2019 (Urk. 10/109/4-5) dar, dass im Rahmen des stationären Auf
enthaltes in der
Klinik G._
laborchemisch eine deutliche Unterdosierung der Medikamente Trittico und Duloxetin nachgewiesen worden sei, was auf eine fehlende Compliance und
fehlenden Leidensdruck hindeute (S. 4 Mitte). Somit sei die erstmalige Diagnosestellung einer PTBS über drei Jahre nach dem Trauma (Juli 2015) nicht plausibel und nachvollziehbar. Zudem handle es sich um eine andere Bewertung desselben Sachverhaltes in Hinsicht auf die Depression. Gut
achterlich werde eine somatoforme Schmerzstörung ausgeschlossen. Im Rahmen der neuropsychologischen Teilbegutachtung habe sich kein ausrei
ch
ender Anhalt für eine kognitive Störung gefunden. Bereits aktenkundig sei eine unzureichende Mitarbeit in einer neuropsychologischen Testung berichtet und somit keine aus
reichend belegte kognitive Störung attestiert worden. Auch fänden sich im aktuellen MRI des Gehirns vom 23. Februar 2018 keine biologische
n
Korrelate für die demonstrierte kognitive Störung.
Weiter
sprächen die anamnestisch erho
benen Angaben der selbständigen Lebensführung (kompetente Alltags
bewälti
gung, Freizeitaktivität, tägliches Velofahren, unfall
freies Führen eines Kraft
fahrzeuges) gegen eine erhebliche kognitive Störung (S. 4 unten).
Im Gut
achten habe das Beschwerdevalidierungsverfahren Hinweis
e
auf ein verzerrendes Antwort
verhalten
ergeben. Eine Änderung des Gesundheits
zustandes sei somit nicht eingetreten (S. 5).
3.1
5
Dr. med.
I._
, Fachärztin für Neurologie
,
und Dr. phil.
J._
, Neuropsychologin, berichteten am 22. August 2019 über die verhaltens
neurolo
gisch-neuropsychologische Untersuchung (Urk. 10/106/2-6).
Es wurde aus
ge
führt, dass auf Verhaltensebene sich ein deutlich belastet wirkender und klagsamer, affekt- und antriebsgeminderter, affektiv nur wenig schwingungs
fähiger, im Gespräch umständlich und begriffsstutzig wirkender Beschwerde
führer präsentiere. Testpsychologisch zeigten sich fast durchwegs beeinträchtigte Funktionen. Im Vordergrund stünden einerseits mittelgradig bis schwere Ein
schränkungen in aufmerksamkeitsassoziierten Teilfunktionen (tonische
Alertness
, geteilte Aufmerksamkeit) mit zudem schwer verminderter
visuo
-verbaler Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit. Hinzu kämen aber auch leichte bis zum Teil schwere Einschränkungen frontal-exekutiver Teilfunktionen (sema
nti
sche und figurale Ideenproduktion, Handlungsplanung und Strukturierungsver
mögen auch
visuo
-konstruktiv, Interferenzkontrolle, erhöhte Perseverations
neigung) sowie leichte bis zum Teil schwere mnestische Einschränkungen im beiden Modalitäten (Erfassungsspanne, Lern- und Wiedererkennungsleistung; Differentialdiagnose: Speicherstörung möglich). Auf sprachlicher Ebene seien Auffälligkeiten in der Spontansprache, ein eingeschränktes Auffassungsvermö
gen sowie vorbestehend eine eingeschränkte Lesefähigkeit und ungeübte schrift
sprachliche Fähigkeiten feststellbar (S. 4).
Eine Verlaufsbeurteilung sei nur beschränkt möglich, da im Rahmen der letzten neuropsychologischen Untersuchung (
Z._
, Mai 2018) keine umfassende Prüfung der relevanten kognitiven Domänen erfolgt sei. Soweit aufgrund unter
schiedlicher Testmodalitäten vergleichbar, zeigten sich aber hinsichtlich der Aus
prägung der vergleichbaren Befunde ähnliche Resultate. Lediglich die aktuell beobachteten Auffälligkeiten auf Verhaltensebene seien im Vorbericht nicht beschrieben. Ebenfalls zeigten sich auch in der aktuellen Untersuchung Hinweise auf eine nicht authentische Leistungspräsentation – möglicherweise assoziiert an eine dysfunktionale Krankheitsverarbeitung
-
sowie niveau-bedingt verminderter und gegebenenfalls inzwischen erschöpfter kognitiver Ressourcen. Das Vorliegen von neuropsychologischen Einschränkungen sei jedoch nicht ausgeschlossen, diese seien jedoch eher im Rahmen der aktuell vordergründigen psychiatrischen Symptomatik mit auch kognitiver Dekompensation bei vorgenannt verminderten Ressourcen zu sehen
,
welche sich inzwischen deutlich ausgeprägt zeigten.
All
fällig vorhandene kognitive Einschränkungen könnten aufgrund der nicht authentischen Leistungspräsentation leider nicht valide quantifiziert werden. In der Folge könne
aus neuropsychologischer Sicht auch keine valide Einschätzung der Arbeitsfähi
gkeit erfolgen (S. 5
).
3.16
Der MRI-Befund der Lendenwirbelsäule (LWS) vom 17. Dezember 2019 (Urk. 7/6) ergab eine
osteodiskogen
bedingte mässiggradige Nervenwurzelkompression der L5-Wurzel beidseits
intraforaminal
(links ausgeprägter als rechts) und möglich
e
Irritation der L4-W
urzel beidseits
intraforaminal
; e
benfalls einen Einriss des Anulus fibrosus auf Höhe Lendenwirbelkörper (LWK) 3/4 und 4/5 sowie eine aus
geprägte Facettengelenksarthrose, insbesondere der unteren LWS (S. 2).
3.17
Dr. med.
K._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin,
ersuchte mit Schreiben vom 16. März 2020 (Urk. 7/5) das Universitätsspital
L._
, Klinik für Rheumatologie, um eine oberärztliche Sprechstunde. Sie stellte dabei die Diagnose von chronifizierenden Schmerzen links
scapulär
, myofaszial sowie
eine
Periarthritis
humeroscapularis
(
PHS
)
Schulter
sowie einen
Verdacht auf
LRS (richtig wohl ein Restless-
Legs
-Syndrom, RLS)
Bein links (S. 1 oben). Seit dem stattgehabten Polytrauma zeige sich der Beschwerdeführer aufgrund einer PTBS an
haltend
vollständig arbeitsunfähig. Er beklage jedoch weiterhin ausgeprägte Schmerzen myofaszial im Bereich der linken Scapula, teils
strahlend
nach zervi
kal. Zudem bestehe neu auch eine Symptomatik einer
PHS
der linken Schulter. Weiter bestünden krampfar
tig ausstrahlende Schmerzen im B
ereich des linken Beines bei
lumbospondylogener
Schmerzproblematik (S. 1 f.).
4.
4.1
Das Gutachten der
Z._
vom
4. Mai 2018 (
vgl. vorstehend E.
3.10
), gestützt auf welches die Beschwerdegegnerin ihre Leistu
ngspflicht verneinte (vgl. Urk.
2), nimmt umfassend Stellung zur Frage der weiterhin vorhandenen Gesundheits
störungen und deren Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers, beruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden, erging in Kenntnis der
Vorakten
und enthält begründete Schlussfolgerungen. Sofern – was vom Beschwerdefüh
rer bestritten wird (Urk. 1 S. 6
ff.) – die gutachterliche Darlegung der medizinischen Zusammenhänge beziehungsweise die Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet, kann auf das Gutachten abgestell
t werden (vgl. vorstehend E. 1.4
).
Daran vermögen auch die gerügten formellen Gründe
(Urk. 1 S. 7)
nichts zu ändern, zumal das Bundesgericht
Ausstandsgesuche
gegen eine Institution als solche
als
unzulässig (BGE 137 V 210 E. 1.3.3) und eine Statistik über den Prozentsatz v
on
Arbeits
(
un
)
fähigkeitsbescheinigungen
einer medizinischen Abklärungsstelle
als
ohne Aussagekraft für den zu beurteilenden Fall erachtet hat (Urteil des Bundes
gerichts 9C_29/2020 vom 16. März 2020 E. 3.1). Auch hat das Bundesgericht in diversen Entscheiden
den Beweiswert der
Z._
Gutachten unter der medi
zinischen Leitung von
Prof. Dr. med.
M._
nicht per se aberkannt (vgl.
zum Beispiel
Urteil des Bundesgerichts
9C_832/2017 vom 6. März 2018
)
. Gründe für die Annahme, dass das Gutachten nicht seriös
erstellt worden
wäre, wurden vorliegend nicht geltend gemacht und sind überdies auch nicht ersichtlich.
4.2
4.2.1
In somatischer Hinsicht
werde
aufgrund einer leichten S-
1 Wurzelreizung bei degenerativen Veränderungen der unteren Wirbelsäule sowie aufgrund einer leichtgradigen Schultereckgelenksarthrose die Ausübung der angestammten Tät
igkeit als Gipser verunmöglicht
, indessen
sind
angepasste körperlich leicht- bis mittelschwere Tätigkeiten
in einem vollzeitlichen Pensum
seit Mitte 2016 zumutbar
(vgl. vorstehend E. 3.10).
Diese gutachterliche Einschätzung steht
zumindest im Hinblick auf die Arbeitsfähigkeit in einer Verweis
tätig
keit
auch im Einklang mit den Suva-Kreisärzten Dr.
A._
und Dr.
B._
sowie den Ärzten der Rehaklinik
C._
(vgl. vorstehend E. 3.5), dem beratenden Arzt der Krankentaggeldversicherung, Dr.
E._
(vgl. vorste
hend E. 3.9)
sowie
dem RAD der Beschwerdeg
egnerin (vgl. vorstehend E. 3.7 und
E. 3.
11).
Darauf ist abzustellen.
4.2.2
In Bezug auf den psychischen Gesundheitszustand ist Folgendes festzuhalten:
Wie in BGE 145 V 361 dargelegt, ist in allen Fällen durch die Verwaltung beziehungsweise das Gericht zu prüfen, ob und inwieweit die ärztlichen Experten ihre Arbeitsunfähigkeitsschätzung unter Beachtung der massgebenden Indikato
ren (Beweisthemen) hinreichend und nachvollziehbar begründet haben. Dazu ist erforderlich, dass die Sachverständigen den Bogen schlagen zum vorausgehenden medizinisch-psychiatrischen Gutachtensteil (mit Aktenauszug, Anamnese, Befun
den, Diagnosen usw.), das heisst sie haben im Einzelnen Bezug zu nehmen auf die in ihre Kompetenz fallenden erhobenen medizinisch-psychiatrischen Ergebnisse fachgerechter klinischer Prüfung und Exploration. Ärztlicherseits ist also
substantiiert
darzulegen, aus welchen medizinisch-psychiatrischen Gründen die erhobenen Befunde das funktionelle Leistungsvermögen und die psychischen Ressourcen in qualitativer, quantitativer und zeitlicher Hinsicht zu schmälern vermögen. Der psychiatrische Sachverständige hat darzutun, dass, inwiefern und inwieweit wegen der von ihm erhobenen Befunde die beruflich-erwerbliche Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist, und zwar - zu Vergleichs-, Plausibilisierungs- und Kontrollzwecken - unter Miteinbezug der sonstigen persönlichen, familiären und sozialen Aktivitäten der rentenansprechenden Person (E. 4.3
).
Der psychiatrische Gutachter der
Z._
kam zum Schluss,
dass sich weder eine depressive Episode noch eine somatoforme Schmerzstörung fachärztlich objekti
vieren liesse und dass letztlich eine Anpassungsstörung
zu diagnostizieren und keine wesentliche, durch psychische Beschwerden bedingte, Beeinträchtigung des Aktivitätenniveaus erkennbar sei
. Die vom Beschwerdeführer angegebenen psychischen Beschwerden (Unzufriedenheit, Gereiztheit, zweitweise Bedrücktheit) seien vor dem Hintergrund der
(invaliditätsfremden; vgl.
BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8
C_730/2008 vom 23. März 2009 E.
2)
psychosozialen Situation entstanden
(vgl. vorstehend E. 3.10
). Er wies zum einen darauf hin, dass mit den Alltagsaktivitäten, welche der Beschwerdeführer durchführe, dokumen
tiert werde, dass auch Ressourcen bestünden, was auch schon der neurologische Gutachter bemerkt habe
(Urk. 10/68 S. 20)
.
Darüber hinaus befand sich der Beschwerdeführer zum Begutachtungszeitpunkt nicht in psychiatrischer Behandlung. Erst anlässlich des
Vorbescheidverfahrens
begab er sich in psychiatrische Behandlung.
Die von
d
ipl.
med.
F._
im August 2018 nicht fachärztlich festgestellte mittelgradige depressive Episode wurde von den Ärzten der
Klinik G._
zwa
r bestätigt (vgl. vorstehend E.
3.13), indes nachvoll
ziehbar
und überzeugend
durch RAD-Ärztin Dr.
H._
in Z
weifel gezogen, indem sie auf die
im Rahmen des station
ären Aufenthaltes festgestellte medikamentöse Unterdosierung und somit auf eine fehlende Compliance und
fehlenden
Leidens
druck
sowie auf die andere Bewertung der psychischen Beschwerden durch die Gutachter
der
Z._
, namentlich auch die
invaliditä
t
sfremde
Aggravation
(vgl.
vorstehend E. 1.3)
, über welche schon die Ärzte der Rehaklinik
C._
berich
teten (vgl. vorstehend E. 3.5)
,
hinwies und damit von keiner Änderung des Gesundheitszustandes ausging
(vgl. vorstehend E. 3.14).
Ebenso vermag die Diagnose PTBS nicht zu überzeugen
, zumal diese erst
drei Jahre nach erfolgtem Trauma
erstmalig
diagnostiziert wurde
(vgl. vorstehend E. 3.12)
, indes gemäss den Ärzten der
Klinik G._
innerhalb von sechs Monaten nach dem Ereignis
aufgetreten sein soll
(vgl. vorstehend E. 3.13)
, wohingegen die
Z._
-Gutachter keine versicherungsmedizinisch relevante
n
psychische
n
Beschwerden
, namentlich auch keine
traumaspezifischen
Symptome,
erheben konnten
(vgl. vorstehend E. 3.10)
.
Das Unfallereignis ist denn auch kaum geeignet, eine PTBS im eigentlichen Sinne zu verursachen.
4.2.3
Die vom Beschwerdeführer
gerügte
, seiner Ansicht nach
mangelhafte neuro
psychologische Untersuchung der
Z._
(Urk. 1 S. 4, S. 6) vermag den Beweis
wert des Gutachtens
ebenfalls
nicht zu schmälern. Eine
neuropsychologische Abklärung
stellt
lediglich eine Zusatzuntersuchung dar, die bei begründeter Indikation in
Erwägung zu ziehen ist (Urteil
des Bundesgerichts 9C_851/2018 vom 23.
Mai 2019 E.
4.2.1 mit Hinweis). Der Entscheid darüber unterliegt dem Ermessen der Experten (Urteil des Bu
ndesgerichts 9C_216/2018 vom 7.
Septem
ber 2018
E.
3.5 mit Hinweis).
Des Weiteren schreiben
weder Gesetz noch Recht
sprechung
eine
neuropsychologische Begutachtung
vor
, sondern diese
r
kommt ergänzende
r
Charakter zu (vgl. Urteile
des Bundesgerichts
8C_55/2018
vom 30. Mai 2018 E. 6.4.1 und 8C_820/2016 vom 27. September 2017 E.
5.2).
Selbst wenn davon auszugehen sei, der neuropsychologische Gutachter
Dr.
N._
ver
füge nicht über
die nötigen fachlichen Anforderungen für eine neuropsychologi
sche Begutachtung, vermag dies nichts zu ändern, denn die
Z._
-
Gutachter konnten
keinen Hinweis auf
eine
Beeinträchtigung der kognitiven Funktionen feststellen
(vgl. vorstehend E. 3.10), was auch Dr.
I._
(vgl. vorstehend E. 3.15)
anerkannte, welche ihrerseits
hinsichtlich der Ausprägung der vergleichbaren Befunde ähnliche Resultate ermittelte und ebenfalls
auf eine nicht auth
en
tische Leistungspräsentation sties
s.
Ihr Hinweis darauf, dass damit neuropsycho
logische Einschränkungen
indes
nicht ausgeschlossen
und in der vordergründi
gen psychiatrischen Symptomatik zu finden
seien
,
vermag daher nicht zu überzeugen
, zumal auch die bildgebenden Befunde keine biologische
n
Korrelate für die demonstrierte kognitive Störung lieferten und die Lebens
umstände beziehungsweise Alltagsbewältigung des Beschwerdeführers gegen eine solche Annahme sprechen.
Somit genügt das
Z._
-Gutachten
auch unter diesem Blickwinkel
den Anforderungen an die Bew
eiskraft (vgl. BGE 134 V 231 E.
5
.1; 125 V 351 E.
3a).
Was den Vorwurf der fehlenden Einholung psychiatrischer Berichte beim behan
delnden Arzt angeht (Urk. 1 S. 5, S. 8), ist
an die Rechtsprechung zu erinnern, wonach die Notwendigkeit der Einholung einer Fremdanamnese bei der behan
delnden Arztperson in erster Linie eine Frage des medizinischen Ermessens ist (statt vieler Urteil
des Bundesgerichts 8C_794/2017 vom 27.
März 2018 E.
4.2.1 mit Hinweisen).
Die Beschwerdegegnerin hat von der Notwendigkeit der Einho
lung weiterer Berichte abgesehen, da gestützt auf die Beurteilung der RAD
Fachärztin Dr.
H._
(vgl. vorstehend E. 3.14) seit dem Begutachtungszeit
punkt keine versicherungsrechtlich relevante gesundheitliche Veränderung s
tatt
gefunden hat.
4.3
Zusammenfassend sind keine Gründe ersichtlich, die gegen die Beweistauglich
keit des Gutachtens
der
Z._
sprechen. Daran änder
n
auch der
im Rahmen des Beschwerdeverfahrens eingereicht
e Bericht von
Dr.
K._
vom
März 2020 (vgl.
vorstehend E.
3.17)
und der MRI-Befund vom Dezember 2019 (vgl.
vorstehend E. 3.16) nichts,
zumal diesen, da für die Beurteilung des Gesund
heits
zustands in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich der Zeitpunkt des Verfügungs
erlasses (hier:
23. Januar 2020
) massgebend ist (
BGE 132 V 215 E.
3.1.1 mit Hinweisen
), ohnehin
die zeitliche Relevanz fehlt.
Ausserdem erachtete die Allgemeinmedi
zinerin die Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers auf d
ie
vorliegend nicht erstellte
-
PTBS fussend.
Demnach ist der Sachverhalt dahingehend erstellt, dass für leidensangepasste Tätigkeiten unter Einhaltung des vom RAD definierten Belastung
sprofils (vgl.
vorstehend E.
3.11
) seit Mitte 2016 (und damit vor frühestmöglichem Rentenbeginn; vgl. vorstehend E. 2.1) eine Arbeitsfähigkeit von 100
% besteht.
Bei einer allfälligen versicherungsrechtlich relevanten Verschlechterung des Gesundheitszustandes
- namentlich die
nach Verfügungserlass von Dr.
K._
neu erwähnte
Symptomatik der
frozen
Shoulder
(vgl. vorstehend E. 3.17)
-
ist es dem Beschwerdeführer indes unbenommen, sich bei der Beschwerdegegnerin neu anzumelden.
5
.
5.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E.
3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber
nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Ein
zelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E.
5b/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beur
teilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Ein
schränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs ein
fliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (Urteile des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 2
2.
März 2017 E.
3.1 und 9C_846/2014 vom 2
2.
Januar 2015 E. 4.1.1).
5.2
Der von der Beschwerdegegnerin durchgefü
hrte Einkommensvergleich (Urk. 10/72
) blieb mit Ausnahme des
sogenannten Leidensabzugs (Urk. 1 S. 9
) unbestritten.
A
ng
esichts des Umstands, wonach dem Beschwerdeführer
eine leidensangepasste Restarb
eitsfähigkeit im Umfang von 100
% z
umutbar ist (vgl.
vorstehend E
. 4.3
),
ist das
von der Beschwerdegegnerin ermittelten
Validen
einkommen
entsprechend
dem letzten Verdienst als Gipser und
das Invalidenein
kommen entsprechend
dem statistischen Durchschnittslohn (gemäss Lohn
strukturerhebung des Bundesamtes für Statistik, LSE) für eine Hilfsarbeit im Kompetenzniveau 1 (Zentralwert) nicht zu beanstanden. Aus der Gegenüber
stellung des
Validene
inkommens
von Fr. 80'503.-- und des
gestützt auf die LSE
erhobenen Invalideneinkommens von
Fr.
6
0
'
347
.-- (vgl. Urk.
2 S. 2
)
resultiert
unter Gewährung eines leidensbedingten Abzuges von 10 % aufgrund der ledig
lich noch körperlich leichten Tätigkeiten
ein nicht rentenbeg
ründender Invalidi
tätsgrad von 25 % (Urk. 10/72
;
Urk.
2). Selbst wenn – wie vom Beschwerde
füh
rer gefordert (Urk.
1
S. 9
) – ein in diesem Umfang nicht zu rechtfertigender Abzug vom Tabellenlohn von maximal
25
% gewährt werden würde (Fr. 67’052
.-- x 0.75), ergäbe dies noch immer ein
en
rentenausschliessen
de
n
Invaliditätsgrad von rund 38
%.
6.
Nach dem Gesagten ist d
ie angefochtene Verfügung (Urk.
2) nicht zu beanstan
den. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
7.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig v
om Streitwert festzulegen (Art.
69 Abs.
1
bis
IVG). Vor
liegend sind die Kosten auf Fr.
900.-- anzusetzen und dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.