Decision ID: 27e046a4-2654-4c60-9abe-d9846da9a07f
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1963,
verfügt über keine berufliche Ausbildung und
arbei
tete zuletzt vom 10.
Juli
1989 bis 29. Oktober 1991 als Vakuumspezialist bei der
Y._
(
Urk.
10/5). Am 7. Dezember 1992 meldete sich der Versicherte wegen chronischen Kopfschmerzen und Depressionen bei der Sozialversiche
rungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum
Leistungs
bezug an (Urk. 10/3). Die IV-Stelle sprach dem Versicherten mit Verfügung vom 10. Januar 1994
mit Wirkung
ab 1. Oktober 1992 eine ganze Rente zu (Urk. 10
/18).
Mit Sekretariatsbeschluss vom 27. Mai 1994
(Urk.
10
/
38
)
sowie Verfügung vom 14. April 1998 (Urk. 10/48) bestätigte
die IV-Stelle
die Rente
.
Nachdem der Ver
sicherte an der Medizinischen Abklärungsstelle,
Z._
(MEDAS), begutachtet worden war (Urk.
10/76
, Gutachten vom
20
. Juli 2004)
,
stellte die IV-Stelle wiedererwägungsweise ihre Leistungen mit Verfügung vom 19. August 2004 ein (Urk.
10
/8
1
)
, woran sie
mit
Einspracheentscheid
vom 23. Februar 2005 fest
hielt
(Urk.
10
/105
). Auf
ein Neuanmeldungsgesuch vom 28. Februar 2006 (Urk. 10/112)
trat die IV-Stelle mit Verfügung vom 29. März 2006 nicht ein (Urk.
10
/116
)
, woran sie
mit
Einspracheentscheid
vom 2
8
. Juni 2006 fest
hielt
(Urk.
10
/13
1
).
Am 24. November 2008 meldete sich der Versicherte erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (Urk.
10
/
138
).
Nachdem die Ver
waltung den Versicherten psychiatrisch durch Dr.
med.
A._
,
Spezialarzt für
Psychiatrie und Psychotherapie
FMH
,
hatte
begutachten lassen (Urk.
10
/16
8
), verneinte sie mit Verfügung vom 23. November 2010 einen Leistungsanspruch (Urk.
10/182
).
Eine dagegen erhobene Beschwerde wies das hiesige Gericht mit Urteil vom
26
.
Juni
2012
(Urk. 10/
195
; Verfahren IV.2010
.0
1247
) ab.
1.2
Am 20.
Januar
2015 (Urk.
10
/
204
) meldete
der bevollmächtig
t
e
Rechtsanwalt
Bernhard
Zollinger
den
Versicherte
n
unter Hinweis auf
eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes
(
Spannungskopfschmerzen, Körperfühlungsstörungen, Antriebsstörung, kognitive Defizite
) erneut bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. Die IV
Stelle tätigte in der Folge Abklärungen in erwerblicher und medizinischer Hinsicht und holte unter anderem
bei der
B._
ein polydisziplinäres Gutachten ein, das am
3
.
Mai
2016 erstattet wurde (Urk.
10
/
222
/2
-56). Nach durchgeführtem
Vorbe
scheidverfahren
(Urk.
10
/
228
, Urk.
10
/
229, Urk. 10/233,
Urk. 10/238
) wies die IV-Stelle mit Verfügung vom
18
.
Dezember
2017 (Urk. 2) das Leistungsbegehren ab.
2.
Der Versicherte erhob am
31
.
Januar
201
8
Beschwerde gegen die Verfügung vom
18
.
Dezember
2017 (Urk. 2) und beantragte, dies
e sei aufzuheben und es sei ihm eine angemessene Invalidenrente zuzusprechen
; eventualiter sei die Beschwerde
gegnerin zu verpflichten, die gesetzlich vorgeschriebenen not
wendigen medizi
nischen Abklärungen über seinen Gesundheitszustand beziehungs
weise über die Arbeit
s
- beziehungsweise Lei
s
tungsfähigkeit vor
zunehmen oder zu veranlassen. Zudem ersuchte er um Fristerstreckung zur Einreichung weiterer Arztberichte und einer allfälligen Ergänzung der Beschwerde.
Weiter
stellte er Antrag auf Bewilli
gung der unentgeltlichen Rechtspflege und Bestellung von
Rechtsanwältin
Magdalena
Schaer
als unentgeltliche
Rechtsbeiständin
(Urk. 1 S. 2).
Am 27.
Februar 2018 (Urk.
7) reichte der Beschwerdeführer
einen
weitere
n
Arzt
bericht (Urk.
8) ein.
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
13
.
März 2018 (Urk. 9
) die Abweisung der Beschwerde.
Am
30
.
April
2018 (Urk. 11)
sowie am 21. Juni 2018 (Urk. 13)
reichte der Beschwerdeführer
weitere Arztberichte
ein (Urk. 12
und Urk. 14
).
Mit Verfügung vom 27. Juni 2018 (Urk. 15)
wurde dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung
unter Be
stellung von Rechtsanwältin Magdalena
Schaer
als unentgeltliche Rechtsvertreterin
gewährt,
ihm
die Beschwerdeantwort sowie der Beschwerdegegnerin die Eingaben des Beschwerdeführers vom 27. Februar, 30.
April und 21.
Juni 2018 samt Beilagen zugestellt.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes
über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[ATSG]). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des
Bundesgesetz
es
über die
Invalidenversicherung [IVG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausge
gliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen
durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommens
vergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit
Hinweisen).
1.
4
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3
der Verordnung
über die Invalidenversicherung
,
IVV
)
so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE
117 V 198 E. 3a mit Hin
weis).
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft ent
sprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Renten
revision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Ren
tenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar
(BGE 1
41 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenan
spruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.5
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
vergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswir
kungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Recht
sprechung zur Wiedererwägung und zur prozessualen Revision (BGE 133 V 108 E. 5.4)
.
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte in der angefochtenen Verfügung vom
18
.
Dezem
ber 2017
(Urk. 2) aus,
seit der letzten materiellen Verfügung vom 19. August 2004 habe sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers nicht wesentlich verändert. Die vorgebrachte Einschränkung der Arbeits- und Leistungs
fähigkeit sei unter Erstellung eines polydisziplinären Gutachtens umfangreich medizinisch aufgeklärt
worden. Dieses habe ergeben, dass
der
Beschwerdeführer körperlich schwere und nicht angepasste Tätigkeiten nicht mehr ausüben könne. Dazu zähle auch seine angestammte Tätigkeit als Maler. Für körperlich leichte bis mittel
schwere angepasste Tätigkeiten bestehe jedoch eine vollschichtige Arbeitsfähig
keit. Somit liege kein Gesundheitsschaden vor, welcher der Definition der Invali
dität entspreche.
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich in seiner Beschwerde vom
31
.
Januar 2018
(Urk. 1) demgegenüber auf den Standpunkt,
das
B._
-Gutachten sei mangelhaft.
Er kritisierte dabei,
dass die Gutachter keine aktuell
en Arztberichte berücksichtigt
hätten
und sowohl die psychiatrische wie
die
somatische
n
Beurteilungen
nicht
nachvollziehbar seien (vgl. Urk. 1 S. 4-
7
).
Zudem müssten die Komorbiditäten medizinisch abgeklärt werden, was im Rahmen einer Gesamtbeurteilung zu erfolgen habe. Eine solche fehle im
B._
-Gutachten (S. 7 f.).
Daneben seien die Aussagen im
B._
-Gutachten bezüglich medizinischer Massnahmen unzutreffend und der angegebene Tagesablauf nicht richtig
gewürdigt worden. D
ie Aussagen zur Persönlichkeitsdiagnostik und den persönlichen Ressourcen
seien
wenig aus
sagekräftig respektive erfüllten die Anforderungen des Bundesgerichtes nicht (S. 8-9). Auch wichen die Angaben über den sozialen Rückzug von anderen Arzt
berichten ab. Ferner bedürfe es einer arbeitsmedizinischen Abklärung
. Zudem
fehle
es
ihm an der wirtschaftlichen Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit und es sei aufgrund seiner gesundheitlichen Einschränkungen ein leidensbedingter Abzug zu berücksichtigen.
Auch
sei er motiviert
,
an beruflichen Eingliederungs
massnahmen teilzunehmen (S. 10).
2.3
Umstritten und zu prüfen ist, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerde
führers wesentlich verschlechtert hat und ihm nach der Neuanmeldung vom
20. Januar 2015 (Urk. 10/204)
Leistung
en
der Invalidenversicherung
zusteh
en
.
Vorliegend sind die aktuellen gesundheitlichen Verhältnisse zu vergleichen mit denjenigen, wie sie sich im Zeitpunkt des Erlasses der
Verfügung
23. November 2010 (Urk. 10/182)
gezeigt haben
(vgl. E. 1.5)
.
Entgegen den Erwägungen in der angefochtenen Verfügung vom 18. Dezember 2017 (vgl. Urk. 2 S. 1) handelte es
sich dabei nicht um eine
Nichteintretensverfügung
. D
amals wurde
aufgrund ein
gehender Abklärungen
materiell
entschieden und eine
Abweisung
des Leistungs
begehrens
verfügt, welche das hiesige Gericht mit Urteil vom
26. Juni 2012 (Urk. 10/
195
)
bestätigte
.
3.
3.1
Das hiesige Gericht stützte sich in seinem Urteil vom
26
. Juni 201
2
(Urk.
10/
195
)
über den bezüglich der Verfügung der Beschwerdegegnerin vom
23. November 2010 (Urk. 10/182)
zu beurteilenden Leistungsanspruch au
f das
psychiatrisch
e
Gutachten von
Dr.
med.
A._
vom
2. November 2009
(Urk. 10/168
). Dieser kam zum Schluss, dass bestenfalls eine leichte depressive Störung, rezidi
vierend, diagnostiziert werden könne. Eine somatoforme Schmerzstörung l
a
sse sich nicht begründen. Zusätzlich seien invaliditätsfremde Gründe zu nennen. Eine Besserung der Kopfschmerzen würde sicherlich bei entsprechender Therapie ein
treten. Insgesamt sei deshalb nicht von einem geistigen Gesundheitsschaden aus
zugehen, welcher die Arbeitsfähigkeit einschränke. Bezüglich der Berichte des
behandelnden
Dr. med.
C._
,
Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie, führte der Gutachter aus, dass diese hauptsächlich
das Befinden
des Versicherten wiedergeben würden, was bei Psychotherapeuten naturgemäss so sei. Sodann seien einige Befunde, welche Dr.
C._
erhoben habe, bereits wegen der Sprach
barriere erklärbar, da er anlässlich seiner Begutachtung habe feststellen können, wie sich das Verhalten des Versicherten geändert habe, als diese im Beisein eines Dolmetschers fortgesetzt worden sei.
3.2
Das hiesige Gericht erwog hierzu im Urteil vom
26. Juni 2012 (Urk. 10/1
95
)
, dass
die
Einschätzung von Dr.
A._
insgesamt zu überzeugen
verm
öge
, schildere dieser doch beispielsweise eindrücklich die Stimmungsschwankungen des Versicherten während der Untersuchung.
Die beiden psychiatrischen Gutach
ten aus dem Jahr 2004 und 2010 stimm
t
en in den wesentlichen Punkten überein und stell
t
en ein ähnliches Bild des Beschwerdeführers dar. Dass im MEDAS-Gutachten vorübergehend eine leichte Einschränk
ung der Arbeitsfähigkeit von 20
% angenommen
werde
, während Dr.
A._
aufgrund einer leichten depressiven Episode keine Einschränkung attestiere, ä
ndere
nichts an der Tatsa
che, dass sich das Beschwerdebild nicht wesentlich verändert
habe
, sondern im Gegenteil sich verbessert
habe. Zu er
gänzen
sei
, dass eine leichte depressive Episode, wie sie vorliegend attestiert
werde
, das Kriterium der psychischen Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer nicht erfüll
e
, wes
halb sie aus sozial-versicherungsrechtlicher Sicht keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
habe
, zumal der Psychiater selber
angeführt habe
, dass trotzdem eine 100%ige
Arbeitsfähig
keit bestehe.
Der
Gutachter
habe
sich nachvollziehbar und schlüssig mit den Berichten des Dr.
C._
auseinander
gesetzt
.
Das hiesige Gericht schloss daher, dass die rentenabwei
sende Verfügung
vom 23.
November 2010 zu Recht erfolgt sei
(E. 2.3)
.
4.
4.1
Die rentenabweisende Verfügung vom
18
.
Dezember
20
17
(Urk. 2)
nach Neuan
meldung
beruhte
im Wesentlichen
auf nachstehenden medizinischen Unterlagen:
4.2
Dr.
C._
, führte in seinem Bericht vom 23. September 2014 (Urk. 10/203) aus,
diagnostisch liege eine
chronifizierte
Major Depression vor und mit ihr eine sekundäre Beeinträchtigu
ng der Persönlichkeit (ICD-10 F3
9 und F61.1). Dies bei Status nach einer traumatischen Belastung im Anschluss an die Vermittlung einer fa
miliären Katastrophe
(Verlust von Familienangehörigen nach Unfall)
.
Das psychiatrische Zustandsbild, gekennzeichnet durch Schmerzen, Körper
er
schöpfungs
gefühle, Antriebsstörung und kognitive Defizite etc., bedinge eindeu
tig eine hochgradige 95-100%ige Arbeitsunfähigkeit im angestammten Bereich bzw. in allen verwandten belastenden Berufen und - wegen der Beein
trächtigung basaler Fähigkeiten - auch im Hinblick auf so genannte behinde
rungs
angepasste Arbeiten (S. 4-6).
4.3
Im
Gutachten der
B._
vom
3
. Mai 2016 (Urk. 10/222
/
2-56) nannten Dr. med.
D._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, Dr. med.
E._
, Facharzt für Neurologie FMH, Dr. med.
F._
, Facharzt für Rheumatologie FMH, und Dr. med.
G._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, fol
gende Diagnosen mit
Einfluss
auf die Arbeitsfähigkeit (S.
25
f.
):
-
F
rozen
shoulder
links (ICD-10 M75.9)
-
differentialdiagnostisch: assoziiert bei insulinpflichtigem Diabetes mel
litus
-
k
linisch Verdacht auf diskret beginnende mediale
femorotibiale
und
retropatelläre
Gonarthrose beidseits (ICD-10 M17.0)
-
Status nach
ar
throskopischer
Teilmeniskektomie
medial rechts am 11. Oktober 2011 bei medialem Meniskusriss Kniegelenk rechts
-
i
ntermittierendes lumbospondylogenes Schmerzsyndrom (ICD-10 M54.5)
-
differentialdiagnostisch: Morbus
Baastrup
-
radiomorphologisch
deutliche Abflachung des Winkels zwischen
Sakrum
basis
und der unteren Lendenwirbelsäule (LWS). Streckhaltung der LWS bei normalem Alignement. Diskrete Erniedrigung der Band
scheibenhöhe zwischen Lendenwirbelkörper (LWK)5/Sakralwirbel
körper (SWK)1, proximal von LWK5 gut erhaltene
Bandscheibenhöhen, sehr prominente
r
Processus
spinosus
der unteren LWS mit dorsal
betonten
osteophytären
Ausziehungen
-
Wirbelsäulenfehlform/-
haltung (
thorakolumbal
s-förmige Torsions
skoliose, betonte
langgezogene thorakale Hyperkyphose mit konse
kutiv HWS- sowie
Schulterprotraktionsfehlstellung)
-
deutli
che allgemeine muskuläre
Dekondi
tionierung
mit Abschwächung der
abdominellen und rückenstabilisierenden Muskelgruppen mit
schmerzhaften reaktiven
Myogelosen
im Bereich der Subokzipital- und
Trapeziusmuskulatur
sowie lumbal
paravertebral
-
Metabolisches Syndrom
-
Übergewicht (BMI 26 kg/m
2
)
-
arterielle Hypertonie, medikamentös behandelt (ICD-10
I
10)
-
Dyslipidämie
, medikamentös behandelt (ICD-10 E78.2)
-
Diabetes mell
itus T
yp 2, insulinpflichtig (ICD-10 E
10.7)
-
schlecht eingestellt mit HbA
1c von 10.4
% (Referenz < 6.3
%)
-
Makroangiopathie
bei
KHK
-
Verdacht auf beginnende diabetische Polyneuropathie (ICD-10 G62.8)
-
Koron
are 1-Gefässerkrankung (ICD-10 I
25.1)
-
Status nach
N
STEMI
antero
-lateral mit
Rekanal
isation
des am Abgang verschlossenen
1.
Diagonalastes (kein Stent, nur PTCA)
Februar
2010
-
TTE
Februar
2016: normale LV-Funktion (EF 60-65
%), keine regionale
Wandbewegungsstörung
-
Ergometrie
Februar
2016: klinisch und elektrisch unauffällige
Belastungsergometrie
-
kardiovaskuläre Risikofaktoren
-
metabolisches Syndrom (vgl.
Dg
. 5.1.4)
-
fortgesetzter Nikotinkonsum (ca. 25
py
) (ICD-10 F17.1)
-
Mastozytose
mit multiplen Allergien
-
CAVE: Kälte-/Wärmereiz, Alkohol, Schlange
n-/
lnsektengift
, Kontrast
mittel, Opiate
(inkl. Codein),
Chymotrypsin
,
Parathormon
,
Somatosta
tin
-
Tryptase
vom
8.
Februar
2010
: 17,2
μg
/l (Referenz < 11.4
μg
/l
)
Daneben stellten die Gutachter folgende Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit (
S. 26
):
-
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
(ICD-10 F45.41)
-
Cephalgie
-
Verdacht auf CTS links (ICD-10 G56.0)
Die Gutachter führten in ihrer Konsensbeurteilung aus,
es resultiere aus poly
disziplinärer Sicht, dass eine Arbeitsunfähigkeit beim Beschwerdeführer in körperlich schweren, anhaltend mittelschweren und nicht adaptierten Tätigkeiten
vorliege
. Dazu würde auch die einmal angestammte Tätigkeit als Maurer zählen. Für körperlich
leichte bis intermittierend
mittelschwere, adaptierte Tätigkeiten besteh
e
eine vollschichtige
Arbeitsfähigkeit.
Im Rahmen der Polymorbidität
könne eine Leistungseinbusse von 10
% zuerkannt
werden
(S. 27 f. Ziff. 6.2)
.
Ferner
berichteten die Gutachter, der Beschwerdeführer habe sich
in allen Unter
suchungen
äusserst überlagert und
aggravatorisch
präsentiert
.
S
ehr gute und klare Informationen
hätten sich
mit vorgegebenem Nichtwissen und Schläfrigkeit abgewechselt. Auf die Selbsteinschätzung sei somit in keiner Weise abzustützen. Dies zeige sich nicht nur in den Untersuchungssituationen, er nehme auch die angegebenen
Medikamente offensichtlich nicht ein (S. 28 Ziff. 6.4).
Zudem könnten berufliche Massnahmen beim stark
aggravatorischen
Beschwerdeführer nicht vorgeschlagen werden (Ziff. 6.7).
5.
5.1
Aufgrund des
B._
-Gutachtens ist offenkundig, dass sich die gesundheitliche Situation des Beschwerdeführers
in einer auf die Arbeitsfähigkeit auswirkenden Weise
verschlechtert hat. Neu finde
n
sich im Gegensatz zur letzten L
eistungsver
weigerung
somatische Leiden mit Auswirkungen auf die Arbeit
sfähigkeit (
Schul
ter-, Knie-, Rücken-, Herzproblematik;
vgl. E. 3 und E. 4.3
).
Da eine substantielle Veränderung des Gesundheitszustandes belegt ist, ist im Folgenden der Renten
anspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (vgl.
E. 1.
4
).
5
.
2
Das polydisziplinäre Gutachten der Fachärzte des
B._
vom 10. Mai 2016
(E. 4.
3
) ist hinsichtlich der zu beurteilenden Leiden
des Beschwerdeführers
umfassend. Es beinhaltet internistische, neurologische,
rheumatologische
und psychiatrische Untersuchungen und beruht auf den erforderlichen allseitigen klini
schen
und
bildgebenden
Explorationen
sowie
notwendigen
Laborerhebungen
(Urk. 10/222/2-56
S.
9, S. 11-13, S.
18
-20, S. 23 f.
)
.
Das Gutachten wurde in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
erstattet (
S. 2-7,
S. 12
, S. 17 f., S. 22
, S. 25
),
berücksichtigt die geklagten Beschwerden und setzt sich mit diesen sowie dem Verhalten des Beschwerdeführers auseinander (
S.
7, S.
10 f., S. 13-17, S. 20 f., S. 23-25).
Die Gutachter haben die medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuch
tend dargelegt und ihre Schlussfolgerung
nach erfolgter Konsensbesprechung
nachvollziehbar begründet (S.
27 f.
). So zeigten sie schlüssig auf, dass aufgrund
der koronaren 1-Ast-Erkrankung eine Arbeitsunfähigkeit in schweren und anhal
tend mittelschweren Tätigkeiten
vorliegt
sowie wegen der Diabetes mellitus Ein
schränkungen für selbst- oder fremdgefährdende Tätigkeiten bestehen.
Ebenso nachvollziehbar ist
, dass wegen der
Fro
zen
Shoulder
links, der
femorotibialen
und
retropatellären
Gonarthrose beidseits sowie des intermittierenden
lumbo
spondyl
o
genen
Schmerzsyndromes
eine Arbeitsfähigkeit für schwere und anhal
tend mittelschwere Tätigkeiten nicht mehr gegeben ist und deswegen nur körper
lich leichte bis intermittierend mittelschwere, wechselbelastende
Tätigkeiten ohne Überkopfarbeiten, in mehrheitlich Schulterneutralstellung, ohne Rotationsbewe
gungen der LWS, ohne berufsbedingtes Gehen auf Treppen oder Besteigen von Leitern möglich sind. Daneben konnten die Gutachter insbesondere aufzeigen, dass keine depressive Störung gegeben ist und insgesamt eine Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Maurer vorliegt sowie wegen der Polymorbi
dität für angepasste Tätigkeiten gemäss Belastungsprofil eine Leistungseinbusse von 10 % besteht.
Folglich entspricht das Gutachten den bundesgerichtlichen Vorgaben an ein
beweiskräftiges Gutachten (E. 1.
6
).
5.3
Im Unterschied zum
B._
-
Gutachten diagnostizierte
Dr.
C._
in seinem Bericht vom 23. September 2014
aus psychiatrischer Sicht
eine
chronifizierte
Major Depression sowie eine sekundäre Beeinträchtigung der Persönlichkeit (E. 4.2
)
.
Er sah
- im Gegensatz zu den Gutachtern - jedoch von der Diagnose einer
chroni
schen
Schmerzstörung ab (E.
4.2-3).
Das psychiatrische
B._
-
Teilgutachten enthält eine klinische Untersuchung mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung (Urk.
10
/
222
/2-
56
S.
10
-
17
) und entspricht somit den bundesgerichtlichen Voraussetzungen
an ein psychiatrisches Gutachten
(Urteil des Bundesgerichts 8C_47/201
6 vom 15. März 2016 E.
3.2.2).
Dr.
G._
war der Bericht von Dr.
C._
bekannt und er
setzte sich denn auch mit einer allfälligen Diagnose einer Depression
eingehend
auseinander und konnte schlüssig aufzeigen, dass eine solche
Erkrankung
zum Gutachtenszeitpunkt nicht vorlag, da der Beschwer
deführer weder unter Schlafstörungen, noch unter Antriebsstörungen, depressi
ven Verstimmungen, erhöhter Ermüdbarkeit, einem «
Lebensver
leider
» oder Suizidgedanken litt, jedoch eine ausgeprägte subjektive Krankheitsüberzeugung zeigte
(Urk. 10/222/2-56 S. 1
5 f.
).
Darüber hinaus
ergibt sich, dass ein Vergleich des von
Dr.
C._
im Jahr
2014
erhobenen Befund
es
mit demjenigen in
seinem
Bericht vom
17
.
Dezember 2008
(Urk. 10/
142
)
– der die gutachterliche Einschätzung von Dr.
A._
nicht zu ändern vermochte und im Urteil des hiesigen Gerichts berücksichtigt worden war (vgl. E.
3) –
ein im Wesentlichen unveränderter Befund
zeigt
.
Auch damals stellte
Dr.
C._
Kö
r
perfühlungs- und Antriebsstörungen sowie kognitive Defi
zite
fest
, weshalb er schon damals
eine Arbeitsunfähigkeit
von ca.
90
%
attestierte
(S. 3 f.)
.
D
a
Dr.
C._
den psychischen Gesundheits
zu
stand des Beschwerdeführers im Vorfeld
der
Verfügung
im Jahr 2010
im Wesentlichen gleich beurteilte wie anlässlich der vorliegend zu beurteilenden Neuanmeldung, fehlen Anhaltspunkte dafür, dass sich die gesundheitliche Situation des Beschwerdeführers in psychischer Hinsicht
verschlimmert hat
. So führte denn
Dr.
C._
in seinem
Bericht vom
23
.
September 2014 (Urk. 10/203)
explizit aus, dass sich
die Vitalität im klinischen Befund, das
seiner Meinung nach
klar her
vorstechende Kennzeichen, über die Dauer der Behandlung hinweg nicht verän
dert habe
(
S. 4
).
Z
udem beschrieb
er einen Zustand einer Residual-Symptomatik mit einer Abnahme der Auf
fälligkeit gegen
aussen
,
wobei Dr.
C._
diese nicht als Anzeichen einer
Verbesserung gelten lassen
wollte
, sondern
dieser
weiterhin negative Auswirkungen
auf die Arbeitsfähigkeit
zuschrieb
(S. 5 oben)
. Dies würde jedoch vom objektiv
erhobenen Befund her eher für eine Verbesserung sprechen
.
Jedenfalls
lässt sich
durch
den
von Dr.
C._
in seinem im Bericht vom
23. Sep
tember 2014 (
E. 4.2
)
erfassten Befund nicht auf eine Ver
schlechterung
des psychischen Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers seit der letzten mate
riellen Beurteilung
schliessen.
Ausserdem
setzte sich Dr.
C._
in keiner Weise mit den bei der letzten Rentenprüfung massgebenden gutachterlichen Fest
stellungen auseinander, obwohl gerade diese merklich von seinen damaligen Beurteilungen abwichen (E. 3).
Daneben ist - insbesond
ere im Hinblick auf die von Dr.
C._
attestierte
95
100
%ige Arbeitsunfähigkeit - auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauens
stellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aus
sagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Nach dem Gesagten vermag die Beurteilung durch Dr.
C._
die Einschätzung der
B._
-Gutachter nicht in Frage zu stellen.
5.4
Der Beschwerdeführer brachte in sein
e
Beschwerde (Urk. 1) in verschiedener Hin
sicht Kritik am
B._
-Gutachten vor.
Er
bemängelt
e
, die
B._
-Gutachter hätten bei ihrer Beurteilung nur Arztberichte aus der Zeit vor 2009 berücksichtig
t
und sich insbesondere nicht mit den Berich
ten von Dr.
C._
vom 23.
September 2014 (E. 4.2) sowie dem Bericht der
H._
vom 3. Januar 2013
(Urk. 10/222/2-56 S. 43-44)
aus
einandergesetzt
respektive nicht nachvollziehbar dargelegt, weshalb diese Ein
schätzungen unzutreffend seien (Urk. 1
S. 4-6).
Dieser Vorhalt ist unbegründet,
hat
doch
Dr.
G._
ausdrücklich ein
e
von Dr.
C._
und ebenso von den Ärzte
n
der
H._
diagnostizierte
Major Depression verworfen
und aufgezeigt, dass die dafür notwendigen Kriterien gemäss ICD-Leitlinien im Gut
achtenszeitpunkt nicht vor
h
anden waren
(E.
5.3
)
. Was
die von den Ärzten der
H._
diagnostizierte traumatische Belastungsstörung angeht, setzte sich der
B._
-Psychiater
differenziert mit der Diagnose auseinander
und
verneinte d
iese in nachvollziehbarer Weise mit Hinweis auf die dafür fehlenden Voraus
setzungen gemäss den ICD-10-Diagnoserichtlinien. Dr.
G._
wies darauf hin, dass der Beschwerdeführer das «traumatische Erlebnis» (Autounfall in der Türkei) nicht selbst miterlebt
hatte
, weder unter Albträumen, noch Flashbacks leidet und bis vor wenigen Jahren selbst Auto fuhr
(vgl. Urk.
10/
222/2-56 S. 17
).
Die dies
bezügliche Kritik des Beschwerdeführers geht somit fehl.
Weiter kritisierte der Beschwerdeführer, dass angesichts der vielschichtigen Ein
schränkungen wegen der somatischen Leiden durch die
B._
-Gutachter aufgrund der Polymorbidität lediglich eine Leistungseinbusse von 10 % anerkannt werde (vgl. Urk. 1 S. 6 f.).
Inwiefern dies nicht nachvollziehbar sein sollte
,
ist nicht ersichtlich und wird vom Beschwerdeführer
auch nicht
medizinisch fundiert
dar
gelegt
. Die
B._
-Gutachter formulierten aufgrund der diversen körperlichen Leiden und den damit einhergehenden Einschränkungen ein genau umschriebe
nes Belastungsprofil
,
aufgrund dessen sie dem Beschwerdeführer eine gänzliche Arbeitsunfähigkeit in seiner angestammten Tätigkeit als Bauarbeiter/Maurer attestierten.
Weshalb
bei Beachtung des detaillierten Leistungsprofils in einer angepassten Tätigkeit neben der von den Gutachtern zuerkannte
n
zusätzlichen Leistungseinbusse von 10 % weitere Einschränkungen bestehen sollten, ist nicht
ersichtlich
.
Entgegen der Behauptung des Beschwerdeführers, es sei von den
B._
-Gutachtern unterlassen worden, hinsichtlich der Komorbidität von somatischen und psychiatri
schen Diagnosen eine Gesamtbeurteilung vorzunehmen (vgl. Urk. 1 S. 7 f.), fand eine solche durch einen interdisziplinären Konsensus aller
B._
Gut
achter statt (vgl. Urk. 10/222/2-56 S. 2
8
f.). Sie attestierten denn deshalb auch im Rahmen der Polymorbidität die besagte Leistungseinbusse von 10 % (vgl.
E. 4.3).
Der Beschwerdeführer warf den
B._
-Gutachtern vor, nicht wertefrei zu sein, da diese hinsichtlich medizinischer Massnahmen – insbesondere was die Einnahme von Medikamenten angeht - auf mangelnde Compliance seitens des Beschwerde
führers hinwiesen (vgl. Urk. 1 S. 8 f.).
Diese Kritik ist unverständlich, basiert
die Aussage der Gutachter
doch auf Laboruntersuchungen, wonach gewisse vom Beschwerdeführer
angeblich eingenommene Medikamente
im Blut
nicht nachzu
weisen waren (vgl. Urk. 10/222/2-56 S. 9, S. 1
5
f.).
Was die Kritik an der Erfassung des Tagesablaufs durch den internistischen
B._
Gutachter angeht (Urk. 1 S. 9), ist darauf hinzuweisen, dass der
B._
Psychiater für seine
psychiatrische
Einschätzung auf
eigene
, auf den Aussa
gen des Beschwerdeführers beruhende Erhebungen abstellte (vgl.
Urk. 10/222/2
56
S. 12). Inwiefern die
Untersuchung
des
B._
-Psychiater
s
nicht den bundesge
richtlichen Voraussetzungen
entsprechen soll
t
e, wie vom Beschwerdeführer hin
sichtlich der Erhebung der
Persönlichk
eitsdiagnostik
behauptet, ist nicht
erkenn
bar
. So entspricht seine Exploration – wie aufgezeigt (vgl. E. 5.3) - den bundesgerichtlichen Voraussetzungen e
iner psychiatrischen Untersuchung. Dabei ist darauf zu verweisen, dass Dr.
G._
gerade zum Schluss kam, dass die von ihm attestierte Schmerzstörung keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hat und damit keine funktionellen Einschränkungen mit sich bringt
, wozu ihm unter anderem der von ihm erhobene psychopathologische Befund nach AMDP diente, welcher eine Persönlichkeitsdiagnostik enthält (vgl.
Urk. 10/222/2-56 S. 1
4
)
.
Der Beschwerdeführer kritisierte daneben, dass die Angaben über den sozialen Rück
zug im
B._
-Gutachten von denjenigen der
H._
und von Dr.
C._
abwichen (vgl. Urk. 1 S. 1
0). Dies mag sein, jedoch beruh
en die Anga
ben im
B._
-Gutachten auf seinen eigenen Aussagen gegenüber Dr.
G._
.
So gab er diesem gegenüber an, er habe eine gute Beziehung zur Ehefrau und
zu
seinen Kindern. Er besuche regelmässig seine Heimat und habe regelmässig Kontakt mit seinen Geschwistern sowie Bekannten und Freunden. Er unternehme regelmässig Spaziergänge und treffe da gelegentlich Bekannte. Ein- bis zweimal die Woche erhalte er
Besuch (vgl.
Urk. 10/222/2-56 S. 12 und S. 1
5
). Es
besteht
keine
Veranlassung
an diesen gegenüber Dr.
G._
gemachten Angaben
zu zweifeln.
Mit diesen
wurde
jedenfalls kein
soziale
r
Rückzug
beschrieben
.
5.5
Mit
Eingabe
n
vom
30
.
April
2018 (Urk. 11)
und vom 21. Juni 2018 (Urk. 13)
reichte
der
Beschwerdeführer Bericht
e
der be
handelnden Psychiater des I._
vom 4. April 2018 (Urk. 12) und vom 12. Juni 2018 (Urk. 14)
ein
. Darin wird in psychiatrischer Hinsicht eine rezidi
vierende depressive Störung, gegenwärtig schwere depressive Episode (ICD
10 F33.1) und eine posttraumatische Be
lastungsstörung (ICD-10 F43.1) diagnosti
ziert
.
Im
ersten Bericht
wird unbegründet ausgeführt
, dass sei
t
2004 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe (Urk. 12 S. 3).
Eine differenzierte Auseinandersetzung mit der Entwicklung der Arbeitsfähigkeit - gerade angesichts der Vorgeschichte (vgl. E. 3-4) – findet
nicht statt
.
Im zweiten Bericht fehlt eine Aussage
über die Arbeitsfähigkeit
(Urk. 14).
In
beiden
Berichten
wird
nicht
dargelegt, inwiefern beim Beschwerdeführer eine fun
ktionelle Einschränkung besteht
, welche i
h
n an einer Arbeitstätigkeit hindern sollte. E
ine Auseinandersetzung mit dem
B._
Gutachten
fehlt gänzlich
.
Insbesondere findet keine Auseinandersetzung mit der Feststellung der
B._
-Gutachter hinsichtlich der
überlager
ten
und
aggravatori
sch
en
Präsentation des Beschwerdeführers anlässlich der Begutachtung durch das
B._
statt
,
welche
die Gutachter damals zur Schlussfolgerung
gelangen liess
, dass a
uf die Selbsteinschätzung in keiner Weise abzustützen
ist (vgl. E. 4.3). Hinzu
kommt,
dass
betreffend
die diagno
stizierte
posttraumatis
che
Belastungsstörung
, eine solche
von den
B._
Gut
achtern bereits schlüssig verneint
wurde
, indem
die Gutachter
nachvollziehbar aufzeigten, dass die dafür notwendigen
Kriterien - ins
besondere die unmittelbare Wahrnehmung des tragischen Ereignisses -
nicht erfüllt sind
(vgl. E. 5.4)
.
Die gestellte
Diagnose einer depressiven Episode ist augenscheinlich wider
sprüchlich. Einerseits wird der ICD-10-Code mit F33.1 für eine mittelgradige depressive Episode angegeben,
aber
eine schwere depressive Episode
formuliert
.
Anderseits wird i
m erhobenen, knappen psychopathologi
schen Befund das formale Denken unter anderem sowohl als beweglich als auch als unbeweglich, detail-orientiert als auch als weitschweifig beschrieben. Das Kriterium
der Appetitminderung wird der vorhandenen Diabetes zugeschrieben, Schuldgefühle bestehen wegen der fehlenden Arbeit
(
S. 2 f.
).
Insgesamt ist den Berichten des
I._
folglich kein Beweiswert zuzumessen.
Am 27. Februar 2018 (Urk. 7) reichte der Beschwerdeführer zudem ein Überwei
sungsschreiben vom 6. Februar 2018 (Urk. 8) von Dr. med.
J._
, Fachärztin für Rheumatologie und Innere Medizin FMH, ein. Darin diagnostizierte sie dem Beschwerdeführer
unter anderem
eine Spinalkanalstenose auf der Höhe der Hals
wirbelkörper 6/
7.
Eine
funktionelle Einschränkung oder gar verminderte Leistungs
fä
higkeit erwähnte sie nicht
. Insbesondere führte sie keine
Funktions
diagnose
durch
, welcher bei somatisch begründeten Funktionseinschränkungen zentrale Bedeutung zukommt (Urteil des Bu
ndesgerichts 9C_335/2015 vom 1.
September 2015 E. 4.2.2).
Darüber hinaus
betrifft der Bericht einen Sachver
halt, welcher zeitlich nach dem Verfügungszeitpunkt liegt, und ist dementspre
chend zur Beurteilung des vorliegenden Leistungsanspruches, über welchen die Beschwerdegegnerin am
18. Dezember
2017 (
Urk.
2) verfügte, unbeachtlich (BGE
131 V 242 E. 2.1, 121 V 362 E. 1b), da sich keine Rückschlüsse auf den relevanten Zeitraum ergeben.
5.6
Nach dem Gesagten kann auf das
B._
-Gutachten abgestellt werden. Der medizi
nische Sachverhalt ist damit erstellt und die vom Beschwerdeführer eventualiter beantragten weiteren
medizinischen Abklärungen (Urk.
1 S.
2) erübrigen sich. Weitere
entscheidwesentliche
Erkenntnisse sind davon nicht zu erwarten (antizi
pierte Beweiswürdigung; BGE 122 V 157 E. 1d).
Insbesondere ist nicht ersichtlich, inwiefern eine ohne weitere Begründung vom Beschwerdeführer geforderte arbeitsmedizinische Abklärung (vgl. Urk. 1 S. 10) einen zusätzlich
en
Erkenntnis
gewinn mit sich bringen würde, sind doch die bestehenden funktionellen Ein
schränkungen durch das
B._
-Gutachten im Detail beschrieben (vgl. E. 4.3).
Es ist somit gestützt auf die somatischen Leiden
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(
Frozen
Shoulder
links, beginnende Gonarthrose beidseits, lumbo
spon
dylogenes Schmerzsyndrom, metabolisches Syndrom, koronare Gefäss
er
krankung,
Mastozytose
) von einer
100
%igen
Arbeitsunfähigkeit
des Beschwerde
führers
in
angestammter
Tätigkeit als
Bauarbeiter/Maurer und
wegen der Polymorbidität
einer
90
%igen Arbeitsfähigkeit in angepasste
r Tätigkeit aus
zugehen
.
Die übrigen diagnostizierten somatischen und psychiatrischen Leiden haben keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Für die angepassten Tätigkeiten ist das
formulierte Zu
mutbarkeitsprofil
zu beachten
(vgl. E. 4.3 und E. 5.2). In der Folge sind die wirtschaftlichen Auswirkungen zu prüfen.
6.
6.1
Ohne jegliche Begründung brachte der Beschwerdeführer vor, es fehle ihm an
der wirtschaftlichen Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit
(vgl. Urk. 1 S. 10)
.
Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren per
sönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer ver
sicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
realistischerweise
nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zumut
bar ist
(
vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_910
/2015 vom 19. Mai 2016 E.
4.2.2 mit Hinweisen
). Das
B._
-Gutachten, mit welchem im vorliegenden Fall die funk
tionellen Einschränkungen des Beschwerdeführers festgestellt wurden, wurde am 10. Mai 2016 (vgl. E. 4.3) erstattet. Zu diesem
massgeblichen
Zeitpunkt war der am 20. Januar 1963 geborene Beschwerdeführer 53 Jahre
alt
und hatte damit
noch eine Aktivitätsdauer
von über
elf
Jahren vor sich gehabt
.
Trotz der gesund
heitlichen Einschränkungen, welche gewisse Arbeiten unzumutbar machen (vgl.
E. 4.
3
), steht
ihm
weiterhin ein vergleichsweise breites Spektrum an Hilfs
tätigkei
ten offen. So geht das Bundesgericht davon aus, dass der ausgeglichene Arbeits
markt für Personen, welche funktionell als Einarmige zu betrachten sind (was
vom Beschwerdeführer
nicht gesagt werden kann) und überdies nur leichte Arbeiten verrichten können, genügend realistische Betätigungsmöglichkeiten bietet (Urteil des Bu
ndesgerichts 8C_94/2012 vom 29.
März 2012 E.
3.2). Eine
Würdigung
der für die Zumutbarkeitsfrage im vorliegenden Fall massgebenden Umstände
– insbesondere die massgebliche noch verbl
e
iben
d
e Aktivitätsdauer und die Art der Einschränkungen
-
ergibt, dass die verbliebene Einsatzfähigkeit auch bei den behinderungsgerechten, eingeschränkten Tätigkeiten auf dem aus
geglichenen Arbeitsmarkt mit Blick auf
das
Alter
realistischerweise
noch nach
gefragt wird und deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungs
pflicht zugemutet werden kann.
Da
mit
ist die
Resterwerbsfähigkeit
wirtschaftlich noch verwertbar.
6.2
Da über die
Y._
im Jahr
1996
– nach Namensänderung auf
K._
– der Konkurs eröffnet und sie
im Jahr 1997 gelöscht
worden war
, würde
der Beschwerdeführer somit auch im Gesundheitsfal
l nicht mehr dort arbeiten (vgl.
Handelsregisterauszug des Kantons Zürich mit der Firmennummer
«...»
). Damit
kann
auf
das entsprechende Einkommen als
Vakuum
spezialist
im Rahmen der Ermittlung des
Valideneinkommens
nicht abgestellt werden
.
Vor diesem Hintergrund hat die Ermittlung des
Validenein
kommens
anhand statistischer Durchschnittswerte zu erfolgen.
6
.
3
Der
Beschwerdeführer verfügt über keinen Berufsabschluss. Bei dieser Aus
gangs
lage ist sowohl das
Valideneinkommen
als auch das Invalidenein
kommen auf
grund der gleichen statistischen Durchschnittswerte zu ermitteln. Dabei kann rechnerisch ein Prozentvergleich erfolgen;
diesfalls
entspricht der Invaliditäts
grad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung eines (allfälligen) Abzugs vom Tabellenlohn (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 9C_532/2016 vom 25. November 2016 E. 3.1 mit Hinweis).
Der
Beschwerdeführer brachte
ohne
substantiierte
Begründung
vor,
ihm sei auf
grund seiner gesundheitlichen Einschränkungen ein leidensbedingter Abzug zu gewähren (vgl. Urk. 1 S. 10)
.
Dazu
ist anzumerken, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Ein
schränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzu
ges einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunktes führen dürfen
(Urteil des
Bundesgerichts 9C_833/2017 vom 20. April 2018
E. 2.2).
Die
Einschränkungen fanden bereits Eingang in die Beurteilung
der
B._
Gut
achter
und führten zur
der
veransc
hlagten eingeschränkten Arbeits
fähigkeit in angepasster Tätigkeit von
90
% (vgl.
E. 5.1
). Dami
t ist ein zusätzlicher Tabellen
lohnabzug nicht angezeigt
.
Selbst
bei Gewährung eines
maximalen
leidens
be
dingten Abzuges von
25
%
(Urteil des Bundesgerichts
9C_600/2018
vom 7.
Januar 2019 E.
5.2
)
der wie gesagt im vorliegend
en
Fall nicht angezeigt ist
würde immer noch
ein rentenausschliessende
r
Invaliditätsgrad
von unter 40
%
resultieren. Dies führt
im Ergebnis zur Abweisung der Beschwerde.
7.
Der Beschwerdeführer ficht die leistungsverweigernde Verfügung vom 18. Dezember 2017 (Urk. 2) ausdrücklich bezüglich der Invalidenrente an, ist doch sei
nen Anträgen zu entnehmen, dass ihm eine angemessene Invalidenrente zuzu
sprechen sei. Anträge hinsichtlich beruflicher Massnahmen
machte
der Beschwer
deführer
hingegen
nicht
(S. 2)
. Einzig in
der Begründung findet sich eine Kleinst
p
assage
dazu
, wo er verlauten lässt, dass er
für berufliche Ein
gliede
rungsmassnahmen
motiviert
sei
(vgl. S. 10 unten). Dies ist jedoch höchst zweifelhaft und widerspricht de
r
gutachterlichen Feststellung (vgl. E. 4.3). Es mangelt dem Beschwerdeführer aufgrund seiner ausgeprägten subjektiven Krank
heitsüberzeugung an
der notwendigen
subjektiven Eingliederungs
fähigkeit (vgl.
Urk. 10/222/2-56 S. 1
6
). Die Beschwerdegegnerin hat demnach zu Recht auch bezüglich beruflicher Eingliederungsmassnahmen eine Abweisung des Leistungs
begehrs
verfügt
. Inwieweit diese überhaupt Streitgegenstand de
s vor
liegenden Verfahrens bild
en,
kann
offenbleiben
, da
das Leistungsbegehren
auch diesbezüg
lich abzuweisen
ist
.
8
.
Die Verfahrenskosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind auf Fr. 800.
—
festzu
setzen. Ausgangsgemäss sind sie dem Beschwerdeführer aufzuerlegen, infolge der bewilligten unentgeltlichen Prozessführung
(vgl. Urk. 15)
jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen
.
Rechtsanwältin Magdalena
Schaer
,
Dietikon
, ist
als unentgeltliche
Rechtsvertre
ter
in
aus der Gerichtskasse zu entschädigen
(vgl. Urk. 15)
. Nach § 34 Abs. 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rück
sicht auf den Streitwert.
Der von ihr mit Honorarnote vom 12. Oktober 2018 (Urk. 17) geltend gemachte Aufwand von 7 Stunden und 26 Minuten bei einem Stundenansatz von Fr. 220.-- sowie Auslagen von Fr. 12.--
sind
angemessen und ihre
Entschädigung
dementsprechend auf
Fr.
1’774
.
2
0
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.
Der Beschwerdeführer ist auf § 16 Abs. 4
GSVGer
hinzuweisen, wonach er zur Nachzahlung der Gerichtskosten sowie der Auslagen für die Vertretung verpflich
tet werden kann, sofern er dazu in der Lage ist.