Decision ID: 8138d2c9-1896-5200-9dbb-4ec9e3e382f6
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Mit Urteil des hiesigen Sozialversicherungsgerichts vom 18. August 2005 betref
fend die 1960 geborene
X._
wurde der
Einspracheentscheid
der Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV
Stelle, vom 21. Juli 2004 in Abwei
sung der Beschwerde bestätigt (
Zusprache
einer
halbe
n
Rente ab 1. Januar 2001; Urk. 8/74,
Urk.
8/96). Das Eidgenössische Versicherungsgericht schützte diesen Entscheid mit Urteil vom 6. März 2006 (Urk. 8
/100).
Im November 2006 wurde der Rentenanspruch einer revisionsweisen Überprü
fung unterzogen, wobei die Versicherte angab, dass sich ihr Gesundheitszustand seit Juni 2005 verschlechtert habe (Urk. 8/102). In der Folge überprüfte die IV
Stelle den medizinischen Sachverhalt und ordnete erneut eine polydisziplinäre Abklärung der Versicherten an (MEDAS-Gutachten vom 25. Januar 2008, Urk. 8/125). Mit Vorbescheid vom 26. März 2008 stellte sie die Einstellung der Rente in Aussicht (Urk. 8/130), hielt in der Folge aber mange
ls wesentlicher Ver
änderung des Gesundheitszustandes
mit Verfügung vom 3. Juli 2008 fest, dass weiterhin ein Anspruch auf e
ine halbe Rente bestehe (Urk. 8/135
).
Die dagegen erhobene Beschwerde wies das hiesige Gericht mit Urteil vom 2
6.
Februar 2010 ab (
Urk.
8/156).
1.2
Im Rahmen eines weiteren Revisionsgesuches machte die Versicherte am 2
6.
April 2010 erneut eine Verschlechterung des gesundheitlichen Zustandes geltend (Urk. 8/157).
In der Zeit vom 1
0.
Januar bis
8.
Februar 2011 weilte die Versicherte zur stationären Behandlung in der
Y._
(Urk. 8/171 S. 2), eine weitere stationäre Behandlung erfolgte in der Zeit vom 2
2.
Februar bis 1
2.
April 2012 in der
Z._
in
A._
(
Urk.
8/193).
Vom 1
3.
Dezember 2012 bis 2
3.
Januar 2013 wurde die Versicherte stationär
auf der
B._
der
Y._
behandelt (
Urk.
8/213).
Im
Zuge der Abklärungen liess die IV-Stelle die Versicherte erneut polydisziplinär abklären (
C._
-Gutachten vom 1
0.
Oktober 2013,
Urk.
8/230),
und informierte mit
Mitteilung vom 1
0.
Februar 2014 über den unveränderten Anspruch auf eine halbe Rente (
Urk.
8/238).
Mit dieser Einschätzung erklärte sich die Versicherte nicht einverstanden (Schreiben vom
4.
Juni 2014,
Urk.
8/244) und
teilte
mit Schreiben vom 1
6.
Februar 2015 eine
weitere
Verschlechterung des Ge
sundheitszustandes
mit
, insbesondere aus somatischen Gründen (
Urk.
8/250).
Am 2
1.
Mai 2015 musste sich die Versicherte einer Resektion eines
Hypophysen
makroadenoms
unterziehen (
Urk.
8/310), eine
Meningeom
-E
ntfernung
links frontal
erfolgte am 1
5.
Januar 2016
(
Hospitalisation
vom 1
4.
bis 2
0.
Januar 2016,
Urk.
8/294). Die am
2
2.
März 2016 in Aussicht gestellte polydisziplinäre Abklä
rung
wurde
am 2
7.
Juni 2016 storniert (Urk.
8/299).
Am
2
1.
Dezember 2016 wurde zudem eine offene
Teilnephrektomie
rechts nötig (
Urk.
8/329). Im Zuge der weiteren Abklärungen wurde am
2
9.
Juni 2017 eine psychiatrische Abklärung in die Wege geleitet (
Urk.
8/332); das entsprechende Gutachten von
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, dati
ert vom 1
2.
No
vember 2017 (Urk.
8/336).
Mit Vorbescheid vom 1
6.
April 2018 (ersetzt die Mit
teilung vom 1
0.
Februar 2014) stellte die IV-Stelle die Abweisung des Rentener
höhungsgesuchs in Aussicht (
Urk.
8/350) und hielt an diesem Entscheid mit Ver
fügung vom 2
5.
Juni 2018 fest (
Urk.
8/356 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob die Vertreterin der Versicherten am
2
7.
August 2018 Beschwerde und beantragte, es sei der Beschwerdeführerin rückwirkend ab 2
3.
August 2013 eine ganze Rente auszurichten; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Las
ten der Beschwerdegegnerin (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom
4.
Oktober 2018 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7), was der Beschwerdeführerin mit Verfü
gung vom
5.
Oktober 2018 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
9).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ih
rem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objek
tivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATS
G).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentli
chen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeacht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.3
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, wel
che auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
vergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswir
kungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Rechtsprechung
zur Wiedererwägung und zur prozessualen Revision (BGE 133 V 108 E. 5.4)
.
Da
bei braucht es sich nicht um eine formelle Verfügung (Art. 49 ATSG) zu handeln. Ändert sich nach durchgeführter Rentenrevision als Ergebnis einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs nichts und eröffnet die IV-Stelle deswegen das Re
visionsergebnis gestützt auf Art. 74
ter
lit
. f
der
Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV)
auf dem Weg der blossen Mitteilung (Art. 51 ATSG), ist im darauffolgenden Revisionsverfahren zeitlich zu vergleichender Ausgangssachver
halt derjenige, welcher der Mitteilung zugrunde lag (Urteil des Bundesgerichts 9C_599/2016 vom 29. März 2017 E. 3.1.2 unter Hinweis auf 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E. 3.1.2).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestell
ten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen be
ruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychi
schen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Aus
einandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfol
gerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die ange
fochtene Verfügung damit, dass die Beschwerden, welche die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin einschränken würden, im Grossen und Ganzen
gleich geblieben
seien. Durch die
Meningeom
-
Entfernung und die Nierenzystenoperation sei es nur kurzfristig zu einer Ver
schlechterung gekommen. Weiter bestehe kein Grund, vom Gutachten von
Dr.
D._
abzuweichen, was zur Abweisung des Rentenerhöhungsgesuches führe (
Urk.
2).
2.2
Demgegenüber machte die Vertreterin der Beschwerdeführerin im Wesentlichen geltend, dass
aus mehreren Berichten der behandelnden Ärzte deutlich hervor
gehe, dass es zu einer Verschlechterung des gesundheitlichen Zustandes gekom
men sei (
Urk.
1 S. 17).
So habe die Beschwerdeführerin mehrfach in psychiatri
scher Behandlung gestanden, welche allerdings Ende 2016 h
abe
abgebrochen werden müssen, da sie die Termine nicht mehr habe wahrnehmen können (S. 19). Daneben sei die Beschwerdeführerin seit vielen Jahren auf die Hilfe des Eheman
nes angewiesen und lebe völlig zurückgezogen. Aufgrund der vorliegenden Akten stehe eindeutig fest, dass sich die gesundheitliche Situation in den letzten Jahren massiv verschlechtert habe (S. 20); auf das Gutachten von
Dr.
D._
könne dem
gegenüber nicht abgestellt werden (S. 16).
2.3
Vergleichsbasis im vorliegenden Revisionsverfahren bildet die vom hiesigen Ge
richt mit Urteil vom 2
6.
Februar 2010 bestätigte Verfügung vom 3. Juli 2008, mit welcher weiterhin ein Anspruch auf eine halbe Rente
gewährt
wurde
(Urk. 8/135
,
Urk.
8/156).
In medizinischer Hinsicht stützte sich die genannte Verfügung auf das MEDAS-Gutachten vom 25. Januar 200
8.
Die dafür verantwortlichen Fachärzte diagnos
tizierten dannzumal mit wesentlicher Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfä
higkeit eine dissoziative Störung (Konversionsstörung), gemischt (F44.7) mit sen
somotorischer
Hemisymptomatik
rechts ohne neurologisches Korrelat und psy
chogenem Erbrechen; ein chronisches
zervikozephales
und
zervikobrachiales
Schmerzsyndrom bei zervikaler Streckhaltung mit leichter
Kyphosierung
C4 bis C6 und beginnender Segmentdegeneration C3 bis C7; eine anhaltende somato
forme Schmerzstörung (F 45.4); intermittierender Schwindel bei Status nach wahrscheinlicher
Contusio
labyrinthi
mit im Verlauf guter zentraler Kompensa
tion und Verdacht auf psychogenen Schwindel;
Dysthymie
(F34.1); DD
subsyn
dromale
Depression (F34.8).
Zusammenfassend leide die Beschwerdeführerin, wie bereits 2002, zur Hauptsa
che an einer gemischten dissoziativen Störung mit dem Hauptsymptom einer rechtsseitigen Pseudolähmung sowie an einem
chronifizierten
zervikozephale
n
und
zervikobrachiale
n
Schmerzsyndrom, welches organisch nicht vollständig er
klärt werden könne. Es sei zusätzlich die Diagnose einer anhaltenden somatofor
men Schmerzstörung zu stellen, welche eine Erklärung für das Ausmass der ge
klagten Schmerzen liefern könne. Neu gegenüber 2002 habe sich eine depressive Symptomatik manifestiert, welche unter Behandlung weitgehend remittiert und heute nur noch
subsyndromal
ausgeprägt sei und am ehesten einer
Dysthymie
entspreche. Ebenfalls neu sei es im Rahmen der dissoziativen Störung zu einem neuen Syndrom in Form von Erbrechen gekommen. Insgesamt könne gegenüber dem Zustand per 2002 keine wesentliche Verschlechterung, aber auch keine klare Verbesserung objektiviert werden. Die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin sei hauptsächlich durch die psychiatrischen Befunde beeinträchtigt und betrage heute in einer körperlich leichten Tätigkeit ohne Zwangshaltungen 70 %. Dabei sei aber festzuhalten, dass diese im Vergleich zu 2002 höher eingestufte Arbeits
fähigkeit nicht Ausdruck eines verbesserten Zustandes, sondern das Resultat einer heute gegenüber 2002 geänderten Beurteilung der somatoformen und dissoziati
ven Störungen sei (Urk. 8/125 S. 23 ff.).
3.
3.1
Die für das
C._
-Gut
achten vom 1
0.
Oktober 2013 verantwo
rtlichen Fachärzte diagnostizierten mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depres
sive Störung, gegenwärtig mittelgradig (ICD-10 F3
3.1
,
Urk.
8/230 S. 51).
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit sei von den folgenden Diagnosen auszu
gehen
(S. 51 f.)
:
-
Unspezifisches
Cervikalsyndrom
mit allenfalls möglicher
cervikocephaler
Ausstrahlung und
Tendomyosen
im Schultergürtel rechts
-
Funktionelle Arm- und Beinparese rechts ohne Anhalt für eine erklärende organpathologische Störung
-
Kopfschmerzen, aufgrund unscharfer anamnestischer Angaben nicht wei
ter klassifizierbar
-
Anamnestisch rezidivierende Bewusstseinsverluste, teilweise Urinabgang, aufgrund der
Vorakten
nicht epileptisch bedingt
-
Kleines 12x11x5
cm grosses
Meningeom
links frontal als Zufallsbefund, aktuell ohne Krankheitswert
-
Psychogenes Erbrechen (ICD-10 F50.5)
-
Verdacht auf chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychi
schen Faktoren (ICD-10 F45.41)
-
Verdacht auf eine gemischte dissoziative Störung (Bewegungsapparat und Sensibilitäts- und Empfindungsstörung; ICD-10 F44.7)
In einer angepassten Tätigkeit, wo die Beschwerdeführerin einarmig arbeiten könne, bestehe aus interdisziplinärer Sicht eine Restarbeitsfähigkeit von 50
%
aufgrund der rezidivierenden depressiven Störung (S. 59).
3.2
Mit Schreiben vom 1
7.
Dezember 2013 nahmen die
C._
-Gutachter zu den mo
nierten Unstimmigkeiten im Gutachten vom 1
0.
Oktober 2013 Stellung. Insbe
sondere wurde klargestellt, dass formal die Bedingungen für eine mittelgradige depressive Störung gemäss ICD-10 gegeben seien.
Diesbezüglich sei es gegenüber der Einschätzung der MEDAS-Gutachter aus dem Jahr 2008 zu einer Verschlech
terung des Gesundheitszustandes gekommen (
Urk.
8/232 S. 2). Aufgrund des jah
relangen Verlaufs sei von einem erneuten stationären Behandlungsversuch keine wesentliche Verbesserung zu erwarten (S. 3).
3.3
Dr.
D._
diagnostizierte in seinem Gutachten vom 1
2.
November 2017 eine ge
mischte dissoziative Störung (Bewegungs- und Sensibilitätsstörung, Ohnmachts-/Krampfanfälle; ICD-10 F44.7;
Urk.
8/336 S. 52).
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien die folgenden Diagnosen ausgewie
sen (S. 52):
-
Mit anhaltender somatoformer Schmerzstörung (ICD-10 F45.40)
-
Mit
Dysthymia
(ICD-10 F34.1)
-
Bei depressiver Störung (gegenwärtig remittiert, ICD-10 F32.4/F33.4)
-
Mit gemäss den Akten rezidivierendem Erbrechen (ICD-10 F50.5
)
Es sei keine wesentliche
Veränderung des Gesundheitszustandes im Vergleich zum Teilgutachten vom 2
4.
August 2002 festzustellen. Dies
gelte
aufgrund der Akten
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
auch
für den Zeitraum zwischen August 2002 und Oktober 2017, abgesehen von kurzfristigen stationären
Hospi
talisationen
(S. 55).
4.
4.1
Das vorliegende Gutachten von
Dr.
D._
legt den psychiatrisch-medizinischen Sachverhalt grundsätzlich in einer schlüssigen und nachvollziehbaren Weise dar. Insbesondere berücksichtigte
Dr.
D._
die vorhandenen medizinischen Akten, auch jene zu den zuletzt nötig gewordenen Opera
tionen (vgl.
Urk.
8/336 S. 7-9),
auch äussert
e
sich die Beschwerdeführerin im Rahmen des Gutachtens zu den in diesem Zusammenhang
auftretenden Kopf- und Nierenbeschwerden (
Urk.
8/336 S. 12). Die entsprechenden Beschwerden waren dem Gutachter demnach bekannt und konnten in die Gesamteinschätzung einfliessen. Anzumerken ist dabei
weiter
,
dass als Vergleichsbasis das MEDAS-Gutachten vom 25. Januar 2008
massge
bend ist,
wobei die diagnostische Einschätzung von
Dr.
D._
im Wesentlichen jener der MEDAS-Gutachter entspricht (vgl.
Urk.
8/125 S. 24
und
Urk.
8/336 S.
55
). Auch aus der
dannzumaligen
Einschätzung einer 70%igen Arbeitsfähigkeit kann
dabei
nicht auf eine Verschlechterung geschlossen werden, da die gegen
über dem Vorgutachten angenommene Verbesserung ausdrücklich als andere Einschätzung eines im wesentlichen unveränderten Gesundheitszustandes dekla
riert wurde (vgl.
Urk.
8/125/49).
4.2
Auch aus den zwischen Januar 2011 und Januar 2013 erfolgten drei stationären Behandlungen kann nicht auf eine dauerhafte
Verschlechterung geschlossen wer
den. So hielten die
C._
-Fachärzte in ihrem Gutachten vom
1
0.
Oktober 2013 ausdrücklich fest, dass die nach den stationären Behandlungen erhobenen Be
funde im Wesentlichen ihrer Bef
undaufnahme entsprechen würden, gingen aber in diagnostischer Hinsicht lediglich von einer
rezidivierende
n
depressive
n
Stö
rung mittelgradigen Ausmasses
aus
(
Urk.
8/230 S. 51). Aufgrund der vorliegen
den Akten ist demnach davon auszugehen, dass sich die depressive Problematik zwar zwischenzeitlich verschlechtert hat, ohne aber zu einer dauerhaften zusätz
lichen Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit zu führen; so gingen auch die
C._
-Gutachter von einer zumutbaren Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit von 50
%
aus. Dass es dabei vor der
C._
-Begutachtung zu einer massgebenden Verbesserung der Situation gekommen ist, wird beschwerdeweise nicht geltend gemacht und ergibt sich auch aus den medizinischen Akten nicht.
Vor diesem Hintergrund erscheint es überwiegend wahrscheinlich, dass sich der Gesundheits
zustand der Beschwerdeführerin – abgesehen von den stationären Aufenthalten vom 1
0.
Januar bis
8.
Februar 2011, vom 2
2.
Februar bis 1
2.
April 2012 sowie vom 1
3.
Dezember 2012 bis 2
3.
Januar 2013
– anlässlich der
C._
-Begutachtung in etwa so präsentierte, wie in der Zeit ab dem Revisionsgesuch vom 2
6.
April 201
0.
Für diese Einschätzung der Sachlage spricht auch, dass durch die
stationä
ren
Behandlungen stets zumindest eine Stabilisierung
oder geringe Verbesserung der Symptomatik
erzielt werden konnte (vgl.
8/171 S. 2,
Urk.
8/194 S. 3). Die behandelnden Fachärzte der
Y._
hielten in ihrem Bericht vom 1
5.
Januar 2013 gar einen klaren Rückgang der depressiven Symptomatik fest (
Urk.
8/213 S. 3).
4.3
Dass es sich im Nachgang zu den erfolgten Gehirnoperationen oder der Zystenentfernung an der Niere zu einer andauernden zusätzlichen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit gekommen ist, ist ebenfalls nicht dargetan.
So attestierte
Dr.
med.
E._
, Facharzt FMH für Urologie speziell operative Urologie, der Beschwerdeführerin für die Zeit vom 3
0.
Dezember 2016 bis
3.
Februar 2017 eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit und hielt weiter fest, dass ab
6.
Februar 2017 aus urologischer Sicht die Arbeit wieder aufgenommen könne (
Urk.
8/319
, vgl. auch
Urk.
8/329
). Weiter zeigte sich anlässlich der neurochirurgischen Nachkontrolle vom 2
7.
Januar 2017 ein regelrechter postoperativer Befund, sodass Prof.
Dr.
med.
F._
(
G._
) in seinem Bericht vom
1.
Februar 2017 einen aktuellen Behandlungsbedarf ausschloss (
Urk.
8/325/5
f.
; vgl. auch
Urk.
8/294
).
Weiter konnte aufgrund einer stationären Abklärung an der
H._
in der Zeit vom
1.
bis
8.
Juli 2016 eine Epilepsie ausgeschlossen werden (
Urk.
8/303).
4.4
An dieser Einschätzung der Sachlage vermögen auch die anderslautenden Ein
schätzungen, insbesondere der behandelnden Hausärztin
(vgl.
Urk.
8/295,
Urk.
317)
sowie der Ärzte des
I._
(
Urk.
8/310)
nichts zu ändern. So ist
i
n Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behandlung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Person einerseits und Be
gutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen bzw. Therapiekräfte zu anderslautenden Einschät
zungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Be
urteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Einschätzungen wichtige – und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bun
desgerichts 8C_677/2014 vom 2
9.
Oktober 2014 E. 7.2 mit Hinweisen, u.a. auf SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43 E. 2.2.1 [I 514/06]).
Im vorliegenden Fall ist bezüglich de
s
Argument
s
der längerdauernden Betreuung zudem anzumerken, dass die Be
schwerdeführerin seit 2002 in regelmässigen Abständen begutachtet wurde, so
dass auch die Gutachter auf eine umfassende Aktenlage zurückgreifen konnten, was die Gefahr einer unzutreffenden Momentaufnahme deutlich vermindert.
Wei
ter attestierte
n
die behandelnden Fachärzte der Beschwerdeführerin bereits im Zeitraum der vorliegend massgebenden Referenzverfügung (3. Juli 2008) eine vollständige Arbeits
un
fähigkeit (vgl. etwa Bericht
der
Y._
vom 2
8.
August 2008,
Urk.
8/143;
Bericht der
Z._
vom 2
4.
November 2008,
Urk.
8/149).
4.5
Zusammenfassend ist es verglichen mit dem Zustand im Zeitpunkt der Verfügung vom
3.
Juli 2008 in der Zeit zwischen April 2010 (
Urk.
8/157) und 2
5.
Juni 2018 nicht zu einer massgeblichen und anhaltenden Verschlechterung des gesundheit
lichen Zustandes gekommen. Dementsprechend liegt kein Revisionsgrund vor, was entsprechend der Einschätzung der Beschwerdegegnerin zur Abweisung der Beschwerde führt.
5.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Ver
fahrens sind sie der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.