Decision ID: 4aec4a11-c9b7-4ba5-b1d0-d49ef7806cbf
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law

betreffend Diebstahl
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 8. Abteilung,
vom 26. Oktober 2016 (DG160207)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 8. April 2016
(Urk. 16) ist diesem Urteil beigeheftet.
Urteil der Vorinstanz: (Urk. 95 S. 57 ff.)
"Es wird erkannt:
1. Der Beschuldigte ist schuldig des Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB.
2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 39 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis und mit heute 491
Tage durch Haft sowie durch vorzeitigen Strafvollzug erstanden sind.
3. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen.
4. Der mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 8. April 2016 be-
schlagnahmte und bei der Kantonspolizei Zürich lagernde ... [Auto 1], Kontrollschild D/...
(Asservat-Nr. 1) wird durch die Lagerbehörde verwertet und der Erlös zur Deckung der Ver-
fahrenskosten verwendet.
5. Die folgenden, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 6. April
2016 beschlagnahmten und bei der Bezirksgerichtskasse lagernden Gegenstände (Sach-
kautionsnummer ...) werden durch die Lagerbehörde verwertet und der Erlös zur Deckung
der Verfahrenskosten verwendet:
- 1 Navigationsgerät Mappy (Asservat-Nr. 2);
- 1 Navigationsgerät TomTom, inkl. Ladekabel (Asservat-Nr. 3).
- 1 Mobiltelefon Apple iPhone 5, weiss, inkl. SIM-Karte (Asservat-Nr. 4).
6. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 6. April 2016 be-
schlagnahmte und bei der Bezirksgerichtskasse lagernde Mobiltelefon Nokia schwarz, inkl.
SIM-Karte (Sachkautionsnummer ...) wird eingezogen und durch die Lagerbehörde vernich-
tet.
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7. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 4'500.00 ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. 10'000.00 Gebühr Anklagebehörde;
Fr. 4'280.00 Kosten Kantonspolizei;
Fr. 712.50 Gutachten/ Experten;
Fr. 4'462.50 Auslagen Untersuchung;
Fr. 1'271.15 amtliche Verteidigung (RA X2._);
Fr. 16'456.70 amtliche Verteidigung (RAin X1._).
Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.
8. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen
der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt.
9. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehal-
ten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. Über die Höhe der Kosten der
amtlichen Verteidigung wird mit separatem Beschluss entschieden.
10. (Mitteilungen)
11. (Rechtsmittel)"
Berufungsanträge:
(Prot. II S. 3 f.)
a) Der Staatsanwaltschaft:
(Urk. 96; Urk. 115)
Änderung von Dispositiv-Ziffer 2 und Bestrafung des Beschuldigten mit
54 Monaten Freiheitsstrafe.
Im Übrigen Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.
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b) Der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten A._:
(Urk. 97; Urk. 116)
1. Der Beschuldigte sei bezüglich des Vorwurfs des vollendeten Dieb-
stahls im Sinne von Art. 139 Ziffer 1 StGB der Gehilfenschaft in Ver-
bindung mit Art. 25 StGB allenfalls der untergeordneten Mittäterschaft
schuldig zu sprechen und mit einer Freiheitsstrafe von maximal 36 Mo-
naten zu bestrafen.
2. Die Kosten der amtlichen Verteidigung seien gemäss der eingereichten
Rechnung vom 7. Juni 2017 sowie der heute eingereichten Rechnung
festzusetzen und auf die Staatskasse zu nehmen.

Erwägungen:
I. Verfahrensgang
1. Am 15. April 2016 erhob die Staatsanwaltschaft gegen den Beschuldigten
Anklage beim Bezirksgericht Zürich (Urk. 16). Das Verfahren wurde zunächst auf
die Frage der örtlichen Zuständigkeit beschränkt. Ein entsprechender Nichteintre-
tensentscheid der Vorinstanz wurde durch Beschluss der III. Strafkammer des
Zürcher Obergerichts vom 5. Juli 2016 aufgehoben (Urk. 42 und 48).
2. Nach durchgeführter Hauptverhandlung verurteilte das Bezirksgericht Zürich
den Beschuldigen mit Urteil vom 26. Oktober 2016 wegen Diebstahls zu einer un-
bedingten Freiheitsstrafe von 39 Monaten (Urk. 95).
3. Das Urteil wurde den Parteien gleichentags mündlich eröffnet und erläutert
(Prot. I S. 25). Am 27. Oktober 2016 (Datum Eingang) meldete die Staatsanwalt-
schaft, am 3. November 2016 die amtliche Verteidigerin innert der 10-tägigen Frist
von Art. 399 Abs. 1 StPO Berufung an (Urk. 85 und 89, Datum Poststempel
2. November 2016).
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4. Die schriftlich begründete Fassung des Urteils wurde den Parteien am
13. Dezember 2016 zugestellt (Urk. 94/1 und 94/2). Die Berufungserklärung der
Staatsanwaltschaft ging innert der 20-tägigen Frist von Art. 399 Abs. 3 StPO am
22. Dezember 2016, jene der amtlichen Verteidigerin am 23. Dezember 2016
hierorts ein (Urk. 97 und 96). Die Berufungsverhandlung fand zusammen mit der
Berufungsverhandlung der Mitbeschuldigten B._ am 15. Juni 2017 statt
(Prot. II S. 3 ff.).
II. Umfang der Berufungen und Prozessuales
1. Berufungsumfang/-gegenstand
1.1. Der Beschuldigte ficht den Schuld- und Sanktionspunkt (Disp.-Ziff. 1-3) des
vorinstanzlichen Urteils an und beantragt stattdessen einen Schuldspruch wegen
Gehilfenschaft zum Diebstahl und eine Freiheitsstrafe von maximal 36 Monaten
(Urk. 97; Urk. 116; Prot. II S. 4). Im Übrigen ist der vorinstanzliche Entscheid in
Rechtskraft erwachsen, was vorab festzustellen ist (Art. 399 Abs. 3 StPO in Ver-
bindung mit Art. 402 und 437 StPO sowie Art. 404 StPO).
1.2. Die Staatsanwaltschaft erachtet die von der Vorinstanz ausgesprochene
Strafe von 39 Monaten als zu tief und beantragt eine Erhöhung auf 54 Monate
(Urk. 96; Urk. 115).
2. Rechtliches Gehör, Verfahrenstrennung, Teilnahmerechte
2.1. Die Verteidigung des Beschuldigten erklärte in ihrem Plädoyer, sich den
Ausführungen der Verteidigung der Mitbeschuldigten B._ zur Verfah-
renstrennung anzuschliessen (Urk. 116 S. 3 und S. 11). Der amtliche Verteidiger
der Mitbeschuldigten B._, Rechtsanwalt lic. iur. Y._, kritisierte in seinem
Plädoyer die getrennte Führung der einzelnen Verfahren gegen die vier Mitbe-
schuldigten. Gemäss dem Entscheid des Bundesgerichts 1B_187/2015 vom
6. Oktober 2015 sei die Trennung der Verfahren gegen die Mitbeschuldigten ohne
triftige Gründe nicht zulässig. Es sei nicht einzusehen, weshalb vorliegend die vier
Mitbeschuldigten von verschiedenen Gerichten abgeurteilt worden seien. Durch
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die getrennte Verfahrensführung seien die Teilnahmerechte der jeweiligen Mitbe-
schuldigten umgangen worden. Das führe in Bezug auf das Verfahren gegen die
Beschuldigte B._ zwar nicht zur Unverwertbarkeit der Aussagen der Mitbe-
schuldigten C._ und D._, da darin nichts Belastendes zum Nachteil der
Beschuldigten B._ enthalten sei. Allerdings müsse dies zur einer massiven
Strafminderung führen (Prot. II S. 11 f. und S. 18 f.).
2.2. Straftaten werden gemeinsam verfolgt und beurteilt, wenn Mittäterschaft
oder Teilnahme vorliegt (Art. 29 Abs. 1 lit. b StPO). Die Staatsanwaltschaft und
die Gerichte können aus sachlichen Gründen Strafverfahren trennen oder ver-
einen (Art. 30 StPO).
2.2.1. Dass vorliegend die Verfahren gegen die vier Mitbeschuldigten getrennt ge-
führt und erstinstanzlich abgeurteilt wurden, ist nicht zu beanstanden. Nach der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist bei mutmasslichen Mittätern und Teil-
nehmern eine Abtrennung des Verfahrens namentlich dann problematisch, wenn
der Umfang und die Art der Beteiligung wechselseitig bestritten ist und somit die
Gefahr besteht, dass der eine Mitbeschuldigte die Verantwortung dem andern
zuweisen will. Eine solche Konstellation liegt insbesondere dann vor, wenn sich
die Mittäter und Teilnehmer gegenseitig belasten und unklar ist, welcher Be-
schuldigte welchen Tatbeitrag geleistet hat (hierzu Urteil des Bundesgerichts
1B_124/2016 vom 12. August 2016 E. 4.4 und E. 4.5 je m.w.H.).
2.2.2. Selbst die Verteidigung der Mitbeschuldigten B._ macht nicht geltend,
dass in den Aussagen der Mitbeschuldigten belastende Momente für die übrigen
Beschuldigten enthalten sind (Prot. II S. 19). Insofern besteht vorliegend eine an-
dere Konstellation, als die vom Bundesgericht avisierte.
2.2.3. Hinzu kommt, dass im Untersuchungsverfahren eine Konfrontations-
teilnahme mit allen vier Beschuldigten durchgeführt wurde und den Beschuldigten
sowie deren Rechtsbeiständen Gelegenheit für Ergänzungsfragen eingeräumt
wurde (Urk. 2/7). Die amtlichen Verteidiger der Beschuldigten B._ und
A._ haben vorgängig zu jener Konfrontationseinvernahme sämtliche Einver-
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nahmeprotokolle der Mitbeschuldigten C._ und D._ in Kopie zugestellt
erhalten (Urk. 2/7 S. 1).
2.3. Eine Verletzung der Verfahrensrechte der beiden Beschuldigten B._
und A._ aufgrund der getrennten Verfahrensführung ist nicht ersichtlich. Die
Einvernahmen aus den Parallelverfahren sind damit uneingeschränkt verwertbar.
III. Sachverhalt
1. Einleitung
Eine unbekannte Täterschaft im europäischen Raum spezialisiert sich seit einigen
Jahren auf Trickdiebstähle zum Schaden von Kunstgalerien, sogenannten
Rip-Deals. Bei diesen wird im Vorfeld von Tätern vorgetäuscht, als Agenten für
einen reichen anonymen Kunstliebhaber einen äusserst lukrativen Kunsthandel
im Millionenbereich abwickeln zu wollen. Im Gegenzug verlangt der Agent eine
sehr hohe Provision vom Verkäufer des Kunstobjektes. Um sich von der Zah-
lungsfähigkeit des Verkäufers bzw. vom Vorhandensein des Geldes für die ver-
einbarte Provision überzeugen zu können, wird eine Besichtigung bzw. ein Ab-
zählen des Geldes für die Provision verlangt und zwar – was aus einer Aussen-
sicht etwas erstaunt – bereits vor Abwicklung des Kunstdeals, d.h. bevor der
Kaufpreis überhaupt bezahlt worden ist. Bei der Besichtigung des Geldes wird in
einem unbeobachteten Moment bzw. durch täuschende Trickbetrügerei der In-
haber des Geldes abgelenkt und das echte durch falsches Geld ausgetauscht.
Gemeinsam ist den erwähnten internationalen Fällen unter anderem, dass oft der
Name oder das Pseudonym ... [Name] verwendet wurde bzw. wird (Urk. 6/1/1).
Es kam zu erfolgreichen Tatausführungen in Zürich, Basel, Deutschland und Ita-
lien mit einem Gesamtdeliktsbetrag im Millionenbereich. Beim vorliegend zu beur-
teilenden Anklagesachverhalt handelt es sich um einen weiteren Fall dieser
Art. Eine Beteiligung der Mitbeschuldigten an vorerwähnten, früheren Taten ist al-
lerdings weder aktenkundig noch Gegenstand der Anklage.
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2. Anklagevorwurf
Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, zusammen mit den drei Mitbeschuldigten,
B._ (Ehefrau des Beschuldigten), D._ und C._ einen Diebstahl auf
eingangs geschilderte Art und Weise in der ...-Bankfiliale in E._ begangen zu
haben. Dabei tauschte C._ in einem Schliessfach gelagerte und ihr zur Prü-
fung vorgelegte Banknoten im Wert von Fr. 1,8 Mio. in einem unbeobachteten
Moment durch gebündelte Papierschnitzel aus und versteckte das echte Geld in
einem präparierten Unterrock. Hintergrund war ein vorgegebenes Interesse an ei-
nem Kauf eines Kunstwerkes von Giacometti. Aufgrund einer Verdachtsmeldung
der Kunstgalerie wurde eine verdeckte Ermittlerin als vermeintliche Kunsthändle-
rin und Inhaberin des Bankschliessfaches eingeschaltet. Hinsichtlich der Details
wird im Nachfolgenden näher darauf eingegangen und es kann auf die Anklage-
schrift und die von der Vorinstanz geschilderten Aussagen der Beteiligten verwie-
sen werden (Urk. 16 und Urk. 95 S. 17 - 40).
3. Aussagen des Beschuldigten
Der Beschuldigte, französischer Staatsbürger, gab in seiner ersten Befragung zu
Protokoll, dass er einen ihm nur flüchtig Bekannten namens F1._ in Paris ge-
troffen habe, der ihn beauftragt habe, vor der ...-Bank in E._ zu schauen,
was die beiden Mittäter D._ und C._ täten und wohin sie gingen, wenn
sie die Bank verliessen (Urk. 2/1 Antworten 14 und 70). Danach wäre er wieder
nach Paris zurück gefahren und hätte mindestens € 5'000.-- erhalten. Die Mittäter
habe er nicht gekannt und dort zum ersten Mal gesehen. Das sei seine Arbeit ge-
wesen, mehr nicht (Urk. 2/1 Antwort 80). Diese Darstellung wiederholte er in spä-
teren Einvernahmen (Urk. 2/2 Antwort 12). Anlässlich der Berufungsverhandlung
anerkannte der Beschuldigte erstmals, bereits in Paris von "diesem F1._" er-
fahren zu haben, dass die Mitbeschuldigte, C._, einen Diebstahl in der Bank
verüben soll (Urk. 113 S. 7 f. und S. 13 f.).
4. Standpunkt der Verteidigung und der Anklagebehörde
4.1. Die Verteidigerin erachtet den Beitrag des Beschuldigten zum Diebstahl als
von untergeordneter Natur und qualifiziert diesen höchstens als Gehilfenschaft
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(Urk. 80 Rz 43 und 44; Urk. 116 S. 11 ff.). Der Beschuldigte habe nur die Aufgabe
gehabt zu beobachten, ob C._ die Bank mit oder ohne Geld verlasse.
4.2. Demgegenüber geht die Staatsanwaltschaft zwar ebenfalls von arbeits-
teiligem Vorgehen aus, erachtet aber eine weit engere Verstrickung des Beschul-
digten mit der Tat als erwiesen.
5. Aussagen der Mitbeschuldigten
5.1. C._
5.1.1. C._ ist geständig. In ihrer polizeilichen Befragung vom 19. Oktober
2015 führte sie aus, ein Mann mit dem Namen F2._, welchen sie in Italien
kennengelernt habe, habe ihr Geld versprochen, wenn sie nach E._ fahre, in
einer Bank ein Paket aus einem Fach austausche und das Geld stehle (Urk. 5/1
Antwort 10 und 11). Es habe ein Treffen in Paris bzw. im 93. Département in
Sarcelles gegeben, an welchem sie, dieser F2._, D._ und A._ teil-
genommen hätten (Urk. 5/4 Antwort 16 - 21). A._ habe gewusst, dass sie alle
hierher kommen würden, um beim verabredeten Treffen mit der Frau in der Bank
das Geld zu stehlen (Urk. 5/4 Antwort 35). Sie habe dann auch die Papierschnit-
zel zugeschnitten (Urk. 5/4 Antwort 41). Als sie und D._ in E._ ange-
kommen seien, hätten sie mit A._ telefoniert und sich bei der BP-Tankstelle
verabredet. Anschliessend seien sie zusammen in ein Café gefahren (Urk. 5/4
Antwort 47 - 51). Ob die Ehefrau von A._, die Mitbeschuldigte B._, von
Beginn weg eingeweiht gewesen sei, wisse sie nicht. B._ habe dann aber si-
cher beim Gespräch im Café mitbekommen, dass sie dort gewesen seien, um
Geld zu stehlen. Sie hätten gemeinsam die Bank aufgesucht; da diese aber ge-
schlossen gewesen sei, seien sie etwas trinken gegangen (Urk. 5/4 Antwort 58).
F2._ habe ihr dann telefoniert und mitgeteilt, dass die Frau, d.h. die ver-
meintliche Kunsthändlerin, um 13:30 Uhr bei der Bank auf sie warte (Urk. 5/4
Antwort 66). Sie habe dann die Perücke angezogen und sei mit der Frau in die
Bank hinein, um das Geld zu stehlen (Urk. 5/4 Antworten 69 und 73). Sie und
D._ seien dann vor der Bank gewesen und die Mitbeschuldigten auf der an-
deren Seite. Wenn sie ein Zeichen gemacht hätte, wären die Mitbeschuldigten
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auch gekommen, aber die Frau habe gesagt, es könne nur eine Person mitkom-
men (Urk. 5/4 Antwort 90). Alle Mitbeschuldigten hätten gewusst, dass sie in der
Bank Geld stehlen würde, jedenfalls seit sie sich in Paris getroffen hätten
(Urk. 5/4 Antwort 96). Den Mitbeschuldigten A._ kenne sie seit jenem Treffen
in Paris (Urk. 5/4 Antwort 127).
5.1.2. In ihrer polizeilichen Befragung vom 3. Dezember 2015 bestätigte C._,
dass sie den Beschuldigten bereits in Paris getroffen habe (Urk. 5/5 Antwort 24).
Sie erwähnte neu, dass F2._ auch F1._ heisse (Urk. 5/5 Antwort 11). In
E._ angekommen seien sie um ca. 13:00 Uhr zu viert im Café gesessen und
hätten gewartet, bis die Bank wieder öffne (Urk. 5/5 Antwort 50). A._ habe in
dieser Zeit mit F2._ bzw. F1._ telefoniert, der habe wissen wollen, ob al-
le dort bei der Bank seien (Urk. 5/5 Antwort 51).
5.1.3. In der Konfrontationseinvernahme mit D._ bestätigte C._, dass
sie bei der Polizei die Wahrheit gesagt habe (Urk. 5/6 S. 2). Beim Diebstahl dabei
gewesen seien sie und die Mitbeschuldigten D._, A._ und B._
(Urk. 5/6 S. 3). A._ und B._ hätten sie überwacht. Auf die Frage, ob
A._ in Paris auch dabei gewesen sei, antwortete C._, sie könne sich
nicht mehr daran erinnern. Sie habe einfach gewusst, dass F2._ jemanden
geschickt habe und dann A._ in E._ gesehen. Er habe sie dort über-
wacht und um zu schauen, ob die Polizei dort sei, ob sie in die Bank gehen kön-
ne, um das Geld zu stehlen (Urk. 5/6 S. 5). Welche Rolle B._ gespielt habe,
wisse sie nicht. Das gestohlene Geld hätte sie A._ oder F2._ geben sol-
len, wenn der Coup gelungen wäre (Urk. 5/6 S. 7). Während der Tatausführung
sei sie mit A._ in telefonischem Kontakt gestanden (Urk. 5/6 S. 8). Sie habe
ihm gleich bei Ankunft im Café in E._ ihre Telefonnummer gegeben (Urk. 5/6
S. 13). Sie habe ihn gefragt, ob Polizei dort sei. Er habe ihr geantwortet, dass die
Polizei nicht dort sei (Urk. 5/6 S. 13). Auf die Frage, ob A._ gewusst habe,
wie sie den Diebstahl begehen würde, erwiderte C._: "Nein, ich habe nichts
gesagt, er wusste aber, um was es geht. Wir wussten alle, um was es ging"
(Urk. 5/6 S. 12). Sie hätten zusammen besprochen, dass sie in die Bank gehen
solle, um zu stehlen. Wieviel Geld A._ und B._ erhalten sollten, wisse
sie nicht. Diese hätten das mit F2._ besprochen (Urk. 5/6 S. 12).
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5.1.4. In den Einvernahmen vom 4. und 17. Februar 2016 bestätigte C._ die
Vorhalte gestützt auf ihre früheren Aussagen (Urk. 5/7 und 5/8).
5.1.5. In der gemeinsamen Konfrontationseinvernahme mit allen vier Mitbeschul-
digten erklärte C._, dass sie bei ihren früheren Aussagen bleibe (Urk. 3/7
S. 4). Was die genaue Rolle des Beschuldigte A._ und B._ gewesen
sei, wisse sie nicht. Sie wisse einfach, dass sie sie überwacht hätten, d.h. dass
sie geschaut hätten, ob sie von der Polizei beobachtet würden und das Geld nicht
für sich behielten (Urk. 3/7 S. 5 und 7). Sie hätte demjenigen das Geld gegeben,
der dann nach dem Diebstahl direkt zu ihr gekommen wäre, F2._ oder
A._ (Urk. 3/7 S. 8). Auf den Hinweis, dass sie in einer polizeilichen Befra-
gung ausgesagt habe, dass der Beschuldigte auch beim Treffen in Paris teilge-
nommen habe, machte C._ geltend, sie sei im Zeitpunkt jener Befragung un-
ter Schock gestanden und habe diese Aussage gemacht, damit das Ganze zu
Ende sei. Sie habe den Beschuldigten aber zum ersten Mal in E._ gesehen,
nicht vorher (Urk. 3/7 S. 7).
5.2. D._
5.2.1. D._ sagte aus, F2._ habe gesagt, dass C._ in die Bank hin-
eingehen solle und dass er (F2._) dann versuchen werde, die Kunsthändlerin
am Telefon abzulenken. Während dieser Zeit sollte C._ den Umschlag mit
dem Geld austauschen (Urk. 5/6 S. 9). Zu Beginn habe seine Ehefrau C._ al-
lein zur Bank gehen wollen, um das Geld zu stehlen. Als sie in E._ eingetrof-
fen seien, habe er aber beschlossen, mit ihr in die Bank hineinzugehen, damit er
ihr helfen könne, das Geld zu stehlen (Urk. 5/6 S. 10). Er habe die Dame ablen-
ken wollen, damit C._ das Geld hätte stehlen können. Zur Rolle der Mitbe-
schuldigen A._ und B._ befragt, gab er zu Protokoll: "Sie kamen, wir
tranken einen Kaffee, sie brachten uns mit dem Auto ein Stück zur Bank. Sie Iies-
sen meine Frau und mich aussteigen, wir gingen dann zu Fuss weiter, wir gingen
vor die Bank, wir schauten, ob eine Frau von der Bank da war, aber da war nie-
mand, dann blieben wir 5 Minuten oder 10 vor der Bank, dann kam die Dame, wir
sagten ihr "guten Tag", wir sagten ihr, dass wir von "F2._" kämen, dann sag-
ten wir ihr, sie solle uns das Geld zeigen, die Dame sagte, ok. Sie sagte zu mir,
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Sie kommen hier nicht hinein. Sie wolle nur mit der Frau gehen, um das Geld zu
zeigen. Ich sagte ok, die beiden gingen und ich blieb davor. Ich schaute meine
Frau an und sie schaute mich an, und ich spürte, dass sie nicht mehr gehen woll-
te. Aber als die Dame zu ihr sagte, kommen sie, folgte ihr meine Frau. Dann gin-
gen die beiden. Dann weiss ich nicht, was weiter geschehen war, da ich draussen
war" (Urk. 5/6 S. 10). A._ und B._ hätten vor der Bank als Aufpasser
fungiert (Urk. 5/6 S. 9). Genaueres habe er aber nicht gewusst; das hätten
A._ und B._ wohl mit F2._ vereinbart.
5.3. B._
B._, die Ehefrau des Beschuldigten, machte geltend, sie habe von nichts
gewusst und sei völlig ahnungslos gewesen. Sie sei von einem touristischen Aus-
flug in die Schweiz ausgegangen, auf welchen sie ihren Ehemann begleitet habe
(Urk. 3/1- 3/5; so zuletzt auch anlässlich der Berufungsverhandlung, Urk. 114).
6. Observationsbericht
Aus den Akten geht hervor, dass der Beschuldigte zusammen mit seiner Ehefrau
B._ in einem kurz zuvor in Frankfurt / D gekauften ... [Auto 1], welcher nach
wie vor das deutsche Kontrollschild trug, von Paris nach Vaduz / FL fuhr (Urk. 2/1
S. 3). Dort nahm B._ ein Taxi und fuhr nach E._ zur ...-Filiale, wobei der
Mitbeschuldigte A._ dem Taxi mit seinem Auto folgte. Das nachfolgende
konspirative Verhalten der Beteiligten geht aus dem Observationsbericht hervor
und ist für die Beteiligungsform des Beschuldigten von wesentlicher Bedeutung,
weshalb es sich rechtfertigt, daraus wörtlich zu zitieren (Urk. 1/9):
10:29 Eine unbekannte Person lenkt das Fahrzeug ... [Auto 1], grau, Kontrollschilder (D)..., in E._ in der GA._-strasse Richtung Zentrum E._.
10:34 Der Personenwagen ... [Auto 1] wird von der GC._-strasse Richtung GB._-strasse gelenkt. Am Steuer befindet sich A._.
10:36 Der Personenwagen ... [Auto 1] wird auf den Gästeparkplatz des Restaurants H._, ... [Adresse], gelenkt. A._ steigt aus.
10:36 Eine unbekannte Person lenkt das Taxi ... [Auto 2], schwarz, Kontrollschilder (FL)..., von der GB._-strasse in die GD._-strasse. Das Taxi wird im  angehalten. A._ begibt sich zum Taxi. B._ steigt aus dem Taxi. A._ hält in seiner linken Hand ein schwarzes Mobiltelefon.
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10:37 A._ und B._ gehen bei der Filiale der ..., GB._-strasse ..., an der UF [vermeintliche Kunsthändlerin und verdeckte Ermittlerin] vorbei ohne sie . Anschliessend betreten sie das Uhren und Schmuckgeschäft I._, GB._-strasse ....
10:38 A._ und B._ sprechen im Uhrengeschäft mit einer Verkäuferin. Dabei schauen sie aus dem Schaufenster auf die Strasse.
10:39 A._ und B._ verlassen das Uhrengeschäft und begeben sich in die GC._-strasse. Auf der Höhe des Kleidergeschäfts J._, GC. ..., telefoniert A._ mit einem Mobiltelefon.
10:44 A._ und B._ setzen sich im Restaurant K._, GC._-strasse ..., auf dem Trottoir an einen Tisch.
10:46 Während die beiden etwas trinken, blicken sie meistens Richtung Standort der ... Filiale.
11:00 A._ bezahlt die Konsumation. Er konsultiert kurz sein Mobiltelefon. 11:02 A._ und B._ stehen auf und verlassen das Restaurant.
11:04 Die beiden begeben sich in die L._ AG, GC._-strasse ....
11:06 A._ und B._ verlassen die L._ und begeben sich Richtung Filiale der .... Während die Beiden an der UF [verdeckte Ermittlerin] vorbeigehen ist  am Telefon.
11:10 A._ steigt als Lenker und B._ als Beifahrerin in den ... [Auto 1] ein.
11:12 A._ lenkt das Fahrzeug auf die GB._-strasse Richtung M._.
11:20 A._ und B._ sitzen auf der Gartenterrasse des N._, ... [Adresse]. Vor A._ liegen ein schwarzes und ein weisses Mobiltelefon auf dem Tisch. Der Personenwagen ... [Auto 1] ist auf dem Gästeparkplatz parkiert.
11:32 A._ telefoniert mit einem weissen Mobiltelefon.
11:34 A._ beendet das Telefongespräch.
11:43 A._ nimmt mit dem schwarzen Mobiltelefon ein Gespräch entgegen.
11:45 A._ beendet das Telefongespräch. 11:47 A._ steht auf, ergreift das weisse und das schwarze Mobiltelefon und begibt
sich ins Restaurant.
11:48 A._ kehrt zurück an den Tisch und setzt sich hin. Er legt das schwarze und das weisse Mobiltelefon auf den Tisch.
11:51 B._ bezahlt bei der Kellnerin die Konsumation.
11:59 A._ nimmt mit dem schwarzen Mobiltelefon ein Gespräch entgegen. A._ und B._ stehen auf und er beendet das Telefongespräch. A._ begibt sich zu einem Kellner. Dieser zeigt mit der linken Hand Richtung Kreisel GB._-strasse / GA._-strasse.
12:00 A._ und B._ verlassen das Restaurant und begeben sich zum Fahrzeug ... [Auto 1]. A._ steigt als Lenker und B._ als Beifahrerin ein. Er lenkt das Fahrzeug auf die GF._-strasse und anschliessend in die GB. Richtung Kreisel GA._-strasse.
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12:03 A._ lenkt das Fahrzeug an die BP Tankstelle, ... [Adresse]. Dort steigt D._ ins Fahrzeug. Bemerkung: Ob noch eine weitere Person zugestiegen ist, kann nicht gesehen werden.
12:04 A._ lenkt den Personenwagen ... [Auto 1] zurück auf die GB._-strasse und anschliessend in die GA._-strasse.
12:05 In der GA._-strasse lenkt A._ das Fahrzeug bei der Firma O._ AG, ... [Adresse], auf das Firmengelände.
12:08 A._ lenkt das Fahrzeug zurück auf die GA._-strasse. Via GB. lenkt er das Fahrzeug Richtung Zentrum E._.
12:12 A._ lenkt das Fahrzeug ... [Auto 1] auf der GB._-strasse langsam an der ... Filiale vorbei Richtung GD._-strasse. Dabei zeigt B._ Richtung Filiale ....
12:13 A._ lenkt das Fahrzeug weiter auf der GD._-strasse Richtung P._.
12:14 A._ lenkt den Personenwagen auf der GD._-strasse Richtung Zentrum E._.
12:18 A._ lenkt das Fahrzeug auf der GB._-strasse an der ...-Filiale vorbei Richtung M._.
12:19 A._ lenkt das Fahrzeug im Kreisel GB._-strasse / GF._-strasse einmal rundherum. Anschliessend fährt er weiter Richtung GA._-strasse.
12:21 A._ lenkt das Fahrzeug ... [Auto 1] auf das Firmengelände der Firma O._ AG. D._ und C._ verlassen das Fahrzeug. Während A._ das Fahrzeug ... [Auto 1] zurück auf die GA._-strasse lenkt, steigt D._ als Lenker und C._ als Beifahrerin in den Personenwagen ... [Auto 3], schwarz, Kontrollschilder (F)..., ein. Bemerkung: Das Einsteigen in den ... [Auto 1] von C._ konnte nicht beobachtet werden.
12:23 D._ lenkt das Fahrzeug ... [Auto 3] ebenfalls auf die GA._-strasse  GB._-strasse. Gleichzeitig lenkt A._ den Personenwagen ... [Auto 1] an die BP Tankstelle. Er fährt langsam an den Zapfsäulen vorbei. Als D._ den Personenwagen ... [Auto 3] es von der GA._-strasse in die GB. Richtung BP Tankstelle lenkt, lenkt A._ den Personenwagen ... [Auto 1] zurück auf die GB._-strasse vor den ... [Auto 3]. Hintereinander fahren sie Richtung M._.
12:25 Der Personenwagen ... [Auto 1] und der ... [Auto 3] sind auf dem Parkplatz des N._ parkiert. In beiden Fahrzeugen befindet sich niemand mehr.
13:18 A._, B._, D._ und C._ kommen aus der Richtung GF. ..., M._, zu den Fahrzeugen.
13:19 D._ setzt sich als Lenker und C._ hinten links in den Personenwagen ... [Auto 3].
13:20 A._ und B._ begeben sich zum Personenwagen ... [Auto 1]. Gleichzeitig beginnt C._ auf dem Rücksitz des Personenwagens ... [Auto 3] etwas mit  Kleidern zu machen. Zudem setzt sie sich eine Perücke auf.
13:21 D._ lenkt das Fahrzeug ... [Auto 3] neben den Personenwagen ... [Auto 1]. A._ steigt als Lenker und B._ als Beifahrerin in den ... [Auto 1] ein. Gleichzeitig verstaut C._ ein grosses Couvert/Paket in ihre .
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13:22 D._ steigt aus dem Personenwagen ... [Auto 3]. Er steigt hinten links in den Personenwagen ... [Auto 1] ein.
13:23 C._ steigt aus dem ... [Auto 3] aus. Sie trägt eine braune Perücke. Beim Aussteigen zieht sie ihre Kleidung zurecht. Anschliessend steigt sie in den  ... [Auto 1] hinten rechts ein. Das weisse Couvert/Paket befindet sich in ihrer Handtasche.
13:23 A._ lenkt den Personenwagen ... [Auto 1] auf die GF._-strasse und  auf die GB._-strasse Richtung ... Filiale.
13:25 A._ lenkt das Fahrzeug bei der Socar Tankstelle, ... [Adresse], an den . D._ und C._ steigen aus. Während A._ das Fahrzeug  auf die GB._-strasse lenkt und Richtung Filiale ... weiterfährt, begeben sich D._ und C._ zu Fuss Richtung Filiale ....
13:26 A._ lenkt das Fahrzeug auf der GB._-strasse an der ... Filiale vorbei in die GG._-strasse. Er lenkt das Fahrzeug auf ein Parkfeld vor der  GG._strasse .... A._ lenkt das Fahrzeug aus dem Parkfeld. Er wendet das Fahrzeug und lenkt das Fahrzeug zurück auf den gleichen Parkplatz. Das Fahrzeug ist nun mit der Front Richtung Strasse auf dem Parkfeld parkiert. A._ und B._ verlassen das Fahrzeug. A._ begibt sich zum . B._ bedient die Parkuhr und geht zurück zum Personenwagen ... [Auto 1].
13:27 D._ und C._ begeben sich zum Eingang der ... Filiale.
13:28 B._ begibt sich mit einem Stadtplan in den Händen Richtung Gemeindehaus. Dort setzt sie sich zu A._ auf die Sitzbank.
13:29 D._ und C._ gehen vor dem Eingang der ... Filiale auf und ab. Dabei haben sie Blickkontakt mit A._ und B._.
13:35 A._, B._, D._ und C._ beobachten UF [verdeckte Ermittlerin], wie sie ihr Fahrzeug auf den Kundenparkplatz der ... lenkt. A._, B._, D._ und C._ geben einander Zeichen.
13:37 UF steigt aus und begibt sich Richtung .... 13:39 D._ geht auf UF zu und spricht sie an. Anschliessend stellt er C._ UF
vor. Alle drei Personen sprechen miteinander.
13:42 D._, C._ und UF betreten die Bank.
13:43 C._ und UF befinden sich vor dem Lift, welcher zum Tresorraum führt. D._ begibt sich Richtung Vorhalle.
13:44 C._ und UF betreten den Lift und fahren damit in das 1. Untergeschoss. D._ verlässt die ... Filiale.
13:45 B._ begibt sich über die GB._-strasse zum Schuhgeschäft Q._, GB._-strasse .... Dabei versucht sie mit einem Mobiltelefon  zu telefonieren.
13:46 D._ begibt sich zurück in die ... Filiale. B._ beobachtet den Eingang der ... Filiale. Sie nimmt ihr Mobiltelefon und versucht erneut zu telefonieren.  begibt sie sich zurück über die GB._-strasse zum  und setzt sich zu A._, welcher ebenfalls den Eingangsbereich der ...  beobachtet.
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13:49 C._ wird im 1. Untergeschoss verhaftet. Gleichzeitig verlässt D._ die ... Filiale und geht Richtung Uhren- und Schmuckgeschäft I._. B._  die GB._-strasse und begibt sich Richtung D._. Vor dem  Q._ treffen sich die Beiden und sprechen miteinander. B._  weiter einen Telefonanruf zu tätigen.
13:50 D._ und B._ werden vor dem Schuhgeschäft Q._ durch den FAD verhaftet. A._ bemerkt die Verhaftung der Beiden und will sich eiligst . Dabei kann er durch den FAD gehindert und verhaftet werden.
7. Allgemeine Grundsätze bei der Aussagenwürdigung
Für die Beurteilung, ob eine Aussage wahr oder erfunden ist, ist diese auf das
Vorhandensein von Realitätskriterien und dem Fehlen von Phantasiesignalen zu
untersuchen. Dabei ist stets eine Gesamtbetrachtung vorzunehmen, wobei auch
alle anderen Beweismittel einzubeziehen sind. Das Bundesgericht hat ver-
schiedentlich festgehalten, dass die Gesamtheit einzelner Indizien als "Mosaik" zu
würdigen ist (vgl. dazu BGE 133 I 33 Erw. 4.4.1 - 4.4.3; Pra 2004 Nr. 51 S. 256,
Ziff. 1.4.; Pra 2002 Nr. 180 S. 962 f., Ziff. 3.4.).
Für einzelne Behauptungen, seien diese auch noch so merkwürdig oder lebens-
fremd, kann es immer eine natürliche Erklärung geben. Erst wenn sich eine ge-
wisse Anzahl solcher Merkwürdigkeiten in einer Gesamtbetrachtung unter Be-
rücksichtigung aller Beweismittel zu einem Bild verdichten, das nicht mehr als
Summe von blossen Zufälligkeiten erklärt werden kann, darf das Gericht eine
Aussage als unwahr beurteilen.
Fehlen Anhaltspunkte für die Richtigkeit einer entlastenden (nicht belastenden)
Behauptung der beschuldigten Person, darf das Gericht in freier Beweiswür-
digung zum Schluss kommen, das die Vorbringen unglaubhaft sind. Dies gilt vor
allem dort, wo die Staatsanwaltschaft gar keinen Beweis führen kann, weil die
Behauptung mangels objektivierbarer Umstände nicht widerlegbar und als blosse
sogenannte Schutzbehauptung zu qualifizieren ist. Darin liegt weder eine Ver-
letzung des Aussageverweigerungsrechts eines Beschuldigten gemäss Art. 113
Abs. 1 StPO bzw. Art. 6 EMRK noch eine verfassungswidrige Umkehr der Be-
weislast (Urteile des Bundesgerichts 6B_678/2013 vom 3. Februar 2014 E. 4.4;
6B_453/2011 vom 20. Dezember 2011 E. 1.6, nicht publ. in BGE 138 IV 47;
6B_30/2010 vom 1. Juni 2010 E. 4.1 mit Hinweisen; 1P.641/2000 vom 24. April
- 17 -
2001, publ. in: Pra 90/2001 Nr. 110, E. 3; SCHMID, Handbuch des schweizerischen
Strafprozessrechts, 2. Aufl., Zürich 2013, N 231, bei und in Fn. 391; OBERHOLZER,
Grundzüge des Strafprozessrechts, 3. Aufl., Bern 2012, N 733; Entscheid des
EGMR vom 8. Februar 1996, Murray gegen Vereinigtes Königreich, in: EuGRZ
1996, S. 587, Nr. 47; MEYER-LADEWIG, EMRK, Handkommentar, 3. Aufl., Baden-
Baden und Basel 2011, Art. 6 N 140 mit Hinweisen).
8. Würdigung der Aussagen
8.1. Die Vorinstanz führte zur Glaubwürdigkeit aus, der Beschuldigte habe ein
legitimes Interesse daran, sich nicht selbst zu belasten, was bei der Würdigung
seiner Aussagen zu berücksichtigen sei (Urk. 95 S. 17 Erw. 3.1.1). Dies ist ein
unzulässiger Zirkelschluss im Sinne eines vorweggenommen Schuldspruches und
verstösst gegen die Unschuldsvermutung von Art. 32 Abs. 1 BV bzw. den nemo
tenetur Grundsatz. Auch Unschuldige haben dasselbe Interesse einer für sie vor-
teilhaften Sachdarstellung, weshalb diese Feststellung ohnehin nichts zur neutra-
len Würdigung einer Aussage beizutragen vermag.
8.2. Der Beschuldigte sagte aus, er habe eine Person in Paris getroffen und mit
ihr zusammen einen Kaffee getrunken. Die Person habe ihn gefragt, ob er für ein
Geschäft in die Schweiz kommen wolle. Er habe dies gewollt und einfach schau-
en müssen, was passiere (Urk. 2/1 Antwort 12). Ganz unmotiviert bzw. nicht lo-
gisch nachvollziehbar fügte der Beschuldigte dann nach der Frage des genauen
Datums des Gesprächs mit dem Unbekannten in Paris an: "Sonntag oder am
Montag. Wir tranken die ganze Nacht Alkohol" (Urk. 2/1 Antwort 14). Was der Be-
schuldigte mit dieser Antwort meinte bzw. bezweckt, bleibt rätselhaft. Solche
Strukturbrüche sind aber ein Indiz für unwahre oder zumindest unvollständige
Aussagen. Es überzeugt auch nicht, wenn die Verteidigung gestützt darauf sinn-
gemäss geltend macht, der Beschuldigte habe sich wohl aufgrund seiner Alkoho-
lisierung zur Mitwirkung an der Tat verleiten lassen (Urk. 80 Rz 12). Die allgemei-
ne Glaubwürdigkeit des Beschuldigten wird auch nicht gestärkt durch die etwas
abgedroschen wirkende Version vom angeblich unbekannten Dritten, von dem er
nur wisse, dass er "F1._" heisse, in Italien und Kroatien lebe und er ihn zwei-
oder drei Mal an einer Hochzeit gesehen habe (Urk. 2/1 Antworten 18 - 23; ähn-
- 18 -
lich auch anlässlich der Berufungsverhandlung, Urk. 113 S. 13). Dies, obschon er
mit ihm eine ganze Nacht lang zusammengesessen sein soll. Es ist lebensfremd,
dass jemand einen kurzen Job im Ausland übernimmt, keinen Vorschuss erhält,
sondern noch erhebliche eigenen Reiseausgaben hat, und sich einen Lohn von
mindestens € 5'000.-- versprechen lässt, wenn man vom Unbekannten weder
dessen vollen Namen noch eine Adresse kennt und diesen nur zwei oder drei Mal
flüchtig gesehen hat.
8.3. Bei den Aussagen von A._ ist nicht zu verkennen, dass er nur zögerli-
che Zugaben machte und immer erst auf Fragen hin eine engere Verwicklung mit
der Tat konzedierte. Zunächst machte er wahrheitswidrig geltend, er habe die
Person, welche zusammen mit seiner Ehefrau auf der gegenüberliegenden Stras-
senseite bei der ...-Filiale verhaftet worden sei [D._], zum ersten Mal dort
gesehen (Urk. 2/1 Antwort 58 - 60). Zudem machte er geltend, er sei einfach auf
der Sitzbank gesessen und habe nichts gemacht (Urk. 2/1 Antwort 65; Urk. 113
S. 8 f.). Er habe auf Geheiss von F2._ bzw. "diesem" F1._ einfach nur
beobachten müssen, was die Frau mache und wohin sie gehe und wäre dann so-
fort wieder nach Paris zurückgekehrt (Urk. 2/1 Antwort 70; Urk. 113 S. 8 f.). Mit
keinem Wort erwähnte er in der Untersuchung, dass er die C._ und D._
bereits eine Stunde zuvor in E._ getroffen hatte und man gemeinsam im Ca-
fé war und dass er telefonisch mit seinem Auftraggeber F1._ bzw. F2._
ständig Kontakt hielt. In der Einvernahme vom 26. Juni 2015 wurde der Beschul-
digte dann gefragt, wie er denn diese Leute in E._ überhaupt gefunden habe.
Darauf erwiderte der Beschuldigte: "Auf der Strasse" (Urk. 2/2 Antwort 13). Eine
ausweichende Antwort, denn es wurde nicht nach dem 'Wo', sondern dem 'Wie'
gefragt. Darauf angesprochen, wie er denn gewusst habe, welches die richtigen
Leute seien, gab der Beschuldigte zu Protokoll, die anderen Leute hätten das
gemacht, denn die Person in Paris habe ihnen mitgeteilt, dass er einen grauen ...
[Auto 1] fahre (Urk. 2/2 Antwort 14). Erstaunlich bzw. unglaubhaft, wie der Be-
schuldigte denn davon wissen konnte, was F2._ den C._ und D._
mitgeteilt habe, wenn er diese Leute nach eigenen Angaben doch gar nicht kennt.
Der Beschuldigte machte ausdrücklich geltend, einen Treffpunkt hätten sie nicht
abgemacht. Auf die Frage des einvernehmenden Staatsanwaltes, ob er also ein-
- 19 -
fach in die Schweiz gefahren sei und gewartet habe, bis jemand ihn an seinem
grauen ... [Auto 1] erkenne, antwortete der Beschuldigte: "Das kann man so sa-
gen" (Urk. 2/2 Antwort 16). Wer wahrheitsgemäss aussagt und nichts zu verber-
gen hat, sagt nicht auf diese Weise aus. Stellt man dem die Aussage von
C._ gegenüber, wonach sie unmittelbar nach ihrer Ankunft mit A._ tele-
foniert und sie sich bei der BP-Tankstelle verabredet hätten (Urk. 5/4 Antwort 47 -
51), kann kein vernünftiger Zweifel daran bestehen, welche der beiden Versionen
stimmt. In der vorinstanzlichen Befragung und anlässlich der Berufungsverhand-
lung gab der Beschuldigte dann zu, dass ihm F1._ die BP-Tankstelle als
Treffpunkt genannt habe (Prot. I S. 8; Urk. 113 S. 9 f.).
8.4. In derselben unglaubhaften Weise fuhr der Beschuldigte fort. Erst auf ent-
sprechende Frage, ob diese beiden Personen auch bei ihm im Auto gesessen
hätten, gab er zu: "Ja, für 5 Minuten. Ich habe sie gesehen auf der Strasse, er hat
mir gewunken. Ich bin dann auf die Seite gefahren und habe angehalten. Dann
stiegen beide in mein Auto. Dann sind wir eine Runde gefahren. Dann sind beide
wieder ausgestiegen" (Urk. 2/2 Antwort 26). Diese Schilderung wirkt beinahe
schon surreal, jedenfalls aber ohne realitätsbezogenen Hintergrund, insbesondere
weil keinerlei Konversation geschildert wird, welche zweifellos im Auto stattgefun-
den haben muss. Erst anlässlich der Berufungsverhandlung räumte der Beschul-
digte dann immerhin ein, dass sie eine Runde gedreht und ihn die C._ und
D._ gefragt hätten, ob er (der Beschuldigte) die Adresse der Bank kenne und
ob er sie dahin fahren könne, was er beides bejaht habe (Urk. 113 S. 8). Auch
hier besteht zudem kein Zweifel: Die vier Mitbeschuldigten haben nicht einfach
ziellos "eine Runde gedreht", sondern die ...-Filiale rekognosziert.
Genauso unglaubhaft ist, wenn der Beschuldigte geltend macht, er uns seine
Frau seien vor dem Eintreffen der C._ und D._ quasi zum Zeitvertreib,
weil sich die C._ und D._ verspätet hätten, an der ..-Filiale in E._
vorbeigefahren und anschliessend auch noch dort vorbeigeschlendert (so zuletzt
Urk. 113 S. 9). Vielmehr ging es darum, den Tatort auszukundschaften und zu re-
kognoszieren. Einen anderen vernünftigen Grund, den nachmaligen Tatort vor der
Tat aufzusuchen, gibt es nicht. Das erhellt bereits aus den vorstehend wiederge-
- 20 -
gebenen eigenen Aussagen des Beschuldigten, wonach der Beschuldigte auf
Frage der C._ und D._ mitgeteilt habe, dass er die Adresse kenne uns
sie dorthin chauffieren könne. Und schliesslich hat die Mitbeschuldigte C._
zu Protokoll gegeben, dass sie den Beschuldigten gefragt habe, ob Polizei vor Ort
sei, was der Beschuldigte verneint habe (Urk. 5/6 S. 13). Diese Antworten auf die
Fragen nach der Adresse und nach der Polizei ist nur im Stande zu geben, wer
die entsprechende Örtlichkeit rekognosziert respektive gezielt danach ausge-
kundschaftet hat.
8.5. Auf die Frage, ob er denn diesen F1._ oder F2._ in Paris nicht
gefragt habe, wozu sein Auftrag in der Schweiz gut sein soll, antwortete der Be-
schuldigte wiederum äusserst ausweichend: "Ich wusste, dass es um eine Sache
ging" (Urk. 2/2 Antwort 30). Auf die Folgefrage, was für eine Sache, erwiderte der
Beschuldigte: "Ich habe keine Ahnung. Ich sollte diese Person beobachten, wie
sie aus der Bank komme, und dann weggehe" (Urk. 2/2 Antwort 31). Der Be-
schuldigte dreht sich bei seinen Aussagen sozusagen im Kreis und bleibt eine
vernünftige, lebensnahe Erklärung schuldig. Er fährt dann fort: "Ich habe mit sol-
chen Geschäften nichts zu tun. Ich organisiere Musik und manchmal verkaufe ich
Autos, das ist alles. Ich habe drei Kinder. Mein Vater ist behindert, er ist auf der
rechten Seite gelähmt. Ich helfe ihm. Meine Mutter ist 65 und arbeitet nicht. Sie
haben keine Arbeit und sie erhalten auch kein Geld und ich bringe das Geld für
den Unterhalt nach Hause" (Urk. 2/2 Antwort 31). Die Frage des Staatsanwaltes
zielte offenkundig darauf ab, dass kein vernünftiger Mensch einen solch banalen
Auftrag für eine stolze Entlöhnung von € 5'000.-- annimmt, ohne nach dem Grund
oder Sinn zu fragen bzw. ohne jeglichen Verdacht auf einen kriminellen Hinter-
grund. Wenn dann der Beschuldigte in diesem Zusammenhang völlig ungefragt
und an der Frage und der Sache vorbeigehend auf die Tränendrüsen zu drücken
versucht und sich als harmloser aber leidgeplagter, verantwortungsvoller Famili-
enmensch darstellt, dokumentiert er nach der Lehre der Aussagenpsychologie
eindrücklich, dass er die Frage nicht bzw. nicht wahrheitsgemäss beantworten
wollte. Das Motiv dafür wird dadurch offenkundig: Selbst wenn der Beschuldigte
möglicherweise nicht genau wusste, auf welche Weise C._ sich in der Bank
in den Besitz des Geldes bringen wird, so wusste er im Voraus ganz genau, dass
- 21 -
dies in krimineller Weise geschehen wird. Nur spasseshalber betreibt man keinen
solch grossen Aufwand bzw. reist extra von Paris aus nach E._. Erst anläss-
lich der Berufungsverhandlung anerkannte der Beschuldigte schliesslich, bereits
in Paris von "diesem F1._" erfahren zu haben, dass die Mitbeschuldigte,
Frau C._, einen Diebstahl in der Bank verüben soll (Urk. 113 S. 7 f. und
S. 13 f.)
8.6. Entlarvend dann auch die Antwort des Beschuldigten auf den Vorhalt, dass
er Ende 2013 schon ähnliche Diebstähle in Zürich und Basel verübt habe
(Urk. 2/2 Frage 47). Wiederum gibt der Beschuldigte eine Antwort, die äusserst
seltsam wirkt für jemanden, der völlig unschuldig und unwissend ist: "Ich? Oder
die Gruppe? Das ist nicht dasselbe. Ich bin zum ersten Mal in die Schweiz ge-
kommen für eine solche Angelegenheit." Eine völlig unglaubhafte Antwort, wenn
er keinen blassen Schimmer vom kriminellen Charakter des Vorhabens gehabt
hätte.
8.7. Aufgrund der glaubhaften Aussagen von C._ und D._, welche
durch den Observationsbericht objektiviert sind, sowie der in weiten Teilen völlig
unglaubhaften Aussagen des Beschuldigten bleiben keine Zweifel daran, dass er
den Auftrag hatte, die Aktion vor Ort als erweiterte Hand bzw. als Auge von
F2._ zu koordinieren und zu überwachen. Einzig ob der Beschuldigte von ei-
ner Beute von CHF 2,5 Mio. ausgegangen sei, wie die Anklageschrift ihm unter-
stellt, lässt sich – mit der Verteidigung (Urk. 116 S. 10) – in quantitativer Hinsicht
nicht rechtsgenügend nachweisen. Zweifellos rechnete aber auch der Beschuldig-
te angesichts des grossen Aufwandes und des Tatortes in einer Bank mit einer
sehr hohen Deliktssumme und schloss jedenfalls nicht aus, dass sich diese im
Millionenbereich bewegte.
- 22 -
IV. Rechtliche Würdigung
1. Mittäterschaft
1.1. Die Verteidigung wendet sich gegen die vorinstanzliche Qualifizierung des
Tatbeitrags des Beschuldigten als Mittäterschaft. Der Beitrag des Beschuldigten
sei lediglich als Gehilfenschaft zum Diebstahl zu qualifizieren (Urk. 116 S. 11 ff.).
1.2. Mittäterschaft lässt sich kennzeichnen als gemeinschaftliche Verübung ei-
ner Straftat in bewusstem und gewolltem Zusammenwirken (DONATSCH/TAG,
Strafrecht I, 9. Aufl., Zürich 2013, S. 173). Die Vorinstanz hat bereits sehr über-
zeugend begründet, weshalb der Beschuldigte als Mittäter zu qualifizieren ist
(Urk. 95, S. 44 - 49). Auf jene Erwägungen kann uneingeschränkt verwiesen wer-
den (Art. 82 Abs. 4 StPO), mit nachfolgend ergänzenden Erwägungen.
1.3. Nach der bundesgerichtlichen Praxis gilt als Mittäter, wer bei der Ent-
schliessung, Planung oder Ausführung eines Deliktes vorsätzlich und in massge-
bender Weise mit anderen Tätern zusammenwirkt, so dass er als Hauptbeteiligter
dasteht. In der Regel übt keiner der Mittäter Herrschaft über die gesamte Tat aus,
sondern ist daran lediglich beteiligt. Entscheidend ist, ob der jeweilige Tatbeitrag
nach den Umständen des konkreten Falles und dem Tatplan für die Ausführung
des Deliktes so wesentlich ist, dass sie mit ihm steht oder fällt. Der Mittäter muss
bei der Entschliessung, Planung oder Ausführung der Tat tatsächlich mitwirken.
Daraus folgt aber nicht, dass Mittäter nur ist, wer an der eigentlichen Tatausfüh-
rung beteiligt ist oder sie zu beeinflussen vermag. Tatbestandsmässige Aus-
führungshandlungen sind nicht notwendige Voraussetzung für die Annahme von
Mittäterschaft (an Stelle vieler BGE 135 IV 152 E. 2.3.1; jüngst Urteil des Bundes-
gerichts 6B_950/2016 vom 10. April 2017 E. 2.1.2).
Gehilfenschaft nach Art. 25 StGB ist demgegenüber die vorsätzliche Hilfeleistung
zu einem Verbrechen oder Vergehen. Als Hilfeleistung gilt jeder kausale Beitrag,
der die Tat fördert, so dass sich diese ohne Mitwirkung des Gehilfen anders ab-
gespielt hätte. Der Gehilfe fördert eine Tat, wenn er sie durch einen untergeord-
neten Tatbeitrag unterstützt bzw. wenn er die Ausführung der Haupttat durch ir-
- 23 -
gendwelche Vorkehren oder durch psychische Hilfe erleichtert. Die Hilfeleistung
muss tatsächlich zur Tat beitragen und die Erfolgschancen der tatbestands-
erfüllenden Handlung erhöhen. Nicht erforderlich ist, dass es ohne die Beihilfe
nicht zur Tat gekommen wäre. Strafbare Gehilfenschaft liegt nach den Grund-
sätzen der limitierten und der tatsächlichen Akzessorietät nur vor, wenn das Ver-
halten, welches der Gehilfe fördert, als tatbestandsmässig und rechtswidrig zu
qualifizieren ist (BGE 129 IV 124 E. 3.2 m.H.; jüngst auch Urteil des Bundes-
gerichts 6B_192/2016 vom 2. Februar 2017 E. 3.1).
1.4. Es entspricht nicht der Intention des Gesetzgebers, dass Kriminelle das
Tatverschulden "aufteilen" können, indem sie eine möglichst hohe Arbeitsteilung
planen und organisieren, damit der einzelne Beitrag der Mittäter objektiv klein er-
scheint und die auszufällende Strafe in dieser Weise minimal bzw. dividiert würde.
Richtig ist der Einwand der Verteidigung (so zuletzt Urk. 116 S. 11), dass dem
Beschuldigten eine Mitwirkung am Tatentschluss und der Planung nicht nachge-
wiesen werden kann. So können dem Beschuldigten namentlich die vorbereiten-
den Treffen im Ausland und die Präparierung der Papierschnitzel etc. nicht ange-
lastet werden. Wer aber derart eng bei der Tatausführung sozusagen auf Schritt
und Tritt teilnimmt im Wissen, dass "eine krumme Tour" in der Bank inszeniert
wird und einen Lohn für seine "Arbeit" versprochen erhält, der bekundet konklu-
dent eine Mittäterschaft bzw. den Willen, die Tat durch Mitwirkung zu einem er-
folgreichen Abschluss zu bringen. Zweifellos hatte der Beschuldigte als lange
Hand von F1._ bzw. F2._ auch die Tatherrschaft in dem Sinne, dass er
die Aktion jederzeit hätte durch ein Signal abbrechen können. Entgegen der Dar-
stellung der Verteidigerin ist Mitwirkung bei der Planung und dem Tatentschluss
bloss ein typisches Merkmal von Mittäterschaft, aber keine unabdingliche Voraus-
setzung (BGE 98 IV 259 E. 5). Ein Mittäter kann auch erst im Laufe der Tataus-
führung zum Team hinzustossen. Der Beschuldigte hat zusammen mit B._
zunächst den Tatort ausgekundschaftet, danach die beiden Mittäter D._ und
C._ aufgegriffen und zum Tatort geführt, unter anderem um allfällige Rück-
schlüsse über deren Anreise und das Autokennzeichen zu erschweren, und der
Beschuldigte und B._ haben diese beiden dann auch überwacht. Der Be-
schuldigte hatte während des gesamten Zeitraumes in kurzen Abständen telefo-
- 24 -
nisch den Kontakt zum Leiter der gesamten Aktion in Paris gehalten. Mit dieser
"Überwachung" von D._ und C._ entstand einerseits eine psychische
Unterstützung als gemeinsames Team und andererseits auch ein Druck auf Letz-
tere, die Tat durchzuführen und nicht etwa aufgrund irgendwie gearteter Umstän-
de davon Abstand zu nehmen. Weiter diente diese Überwachung der Sicherung
der Beute, damit die C._ und D._ nicht auf die Idee gekommen wären,
mit dem Geld abzuhauen, wie dies D._ in der Konfrontationseinvernahme so
wörtlich und prägnant ausdrückte (Urk. 2/7 S. 6). Dass der Beschuldigte A._
damit Tatherrschaft innehatte, zeigt sich auch in seinen eigenen Aussagen: Er
habe vor Ort als Augen und Ohren dieses F1._ fungiert (Urk. 113 S. 8). Wer
das Auge und Ohr des strippenziehenden Hintermannes ist, übt einen derart tra-
genden Einfluss auf das Tatgeschehen aus, dass er als Mittäter dasteht. Ohne in-
takte Augen und Ohren vor Ort, könnte der Hintermann die gesamte Aktion nicht
steuern. Sie steht und fällt damit auch mit dem Tatbeitrag des Beschuldigten
A._. Es kann auch nicht ernsthaft bezweifelt werden, dass der Beschuldigte
die beiden anderen Mittäter telefonisch gewarnt hätte, wenn Gefahren, z.B. die
Polizei im Anzug gewesen wären. Gesamthaft betrachtet funktionierten die vier
Mitbeschuldigten vor Ort als Einheit, als Team, die unter sich zwar unterschiedli-
che, aber gleichwertige Tatbeiträge ausführten. Die einzelnen Rollen waren unter
den vier Mitbeschuldigten austauschbar, aber jeder einzelne Tatbeitrag war für
den Gesamterfolg der Aktion unabdingbar. Die Mitbeschuldigten fungierten als
Mittäter. Daran ändert auch nichts, dass der Hintermann "F1._" allenfalls als
einziger den Gesamtüberblick hatte und über das Gesamtwissen verfügte, die ge-
samte Aktion mithin aus dem Hintergrund orchestrierte.
2. Fazit
Die Beschuldigte ist deshalb der Mittäterschaft bei einem Diebstahl im Sinne von
Art. 139 Ziff. 1 StGB schuldig zu sprechen.
- 25 -
V. Strafzumessung
1. Strafrahmen
Der Strafrahmen von Diebstahl reicht gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB bis zu
fünf Jahren bzw. 60 Monaten Freiheitsstrafe.
2. Tatverschulden
2.1. In objektiver Hinsicht ist in erster Linie die hohe Deliktssumme von rund
1,8 Mio. Schweizerfranken von Bedeutung. Auch wenn dem Beschuldigten nicht
nachgewiesen werden kann, dass er von der genauen Summe Kenntnis hatte, so
lag dieser Betrag auch nicht ausserhalb jeglicher Erwartung und er nahm dies
zumindest in Kauf. Die gesamten Umstände liessen auf eine erhebliche Delikts-
summe schliessen, ansonsten er nicht unter Entstehung erheblicher "Spesen"
extra aus Paris hergereist wäre und Überwachungs- und Beutesicherungsfunktion
ausgeübt hätte. Dem Beschuldigten kann nicht nachgewiesen werden, dass er
bereits während den langwierigen Planungsarbeiten mitgewirkt hatte. Insofern
können ihm – entgegen der Staatsanwaltschaft (Urk. 116 S. 2) – die verschiede-
nen Vorbereitungshandlungen (Treffen im Ausland, Präparierung der Papier-
schnipsel etc.) nicht angelastet werden. Nichtsdestotrotz weist die Tat Züge einer
international tätigen Verbrecherorganisation auf. Auch die Arbeitsteilung zwischen
dem Beschuldigten und B._ einerseits und D._ und C._ anderer-
seits sowie das gesamte konspirative Vorgehen sind Kennzeichen eines grösse-
ren Coups. Insofern war die kriminelle Energie auch beim Beschuldigten sehr
hoch. Er handelte aus pekuniären Motiven und wäre nach seinen Angaben mit
€ 5'000.-- für einen einfachen und im Vergleich zu C._ relativ risikolosen Part
entlöhnt worden. Wenn die Verteidigung diese Entlöhnung (zwar im Vergleich zur
Gesamtdeliktssumme zutreffend) als "Butterbrot" bezeichnet (Prot. II S. 9), wird
verkannt, dass es sich bei diesem Betrag doch um ca. zwei Monatslöhne des Be-
schuldigten handelte (vgl. Urk. 113 S. 4). Immerhin war dieser Beuteanteil im
Vergleich zur Deliktssumme sehr gering, was das objektive Tatverschulden etwas
relativiert. Der Unterschied zwischen den Entlöhnungen der Mitbeschuldigten
C._ und des Beschuldigten A._ erklärt sich dadurch, dass die Mitbe-
- 26 -
schuldigte den genauen, hohen Gesamtdeliktsbetrag durch die unmittelbare Aus-
führung des Diebstahls vor Augen geführt erhielt, wohingegen der Beschuldigte
A._ die genaue sehr hohe Summe nicht kannte und sich deshalb mit seiner
Belohnung zufrieden gab. Entgegen den Vorbringen der Verteidigung (Urk. 116
S. 14) war dem Beschuldigten aber klar, dass es sich um eine stattliche Delikts-
summe handelte. Das musste ihm bereits aufgrund der aufwändigen Tatausfüh-
rung klar sein. Im Übrigen erhielt er, wie erwähnt, doch immerhin das Zweifache
seines üblichen Monatseinkommens. Bei dieser Ausgangslage nahm der Be-
schuldigte auch ein Deliktsbetrag in der Höhe des vorliegenden in Kauf. Der oder
die Haupttäter sind im Hintergrund zu orten, jedenfalls bei der vorhandenen Be-
weislage.
2.2. Liegt Mittäterschaft vor, so ist bei der Verschuldensbewertung mit zu be-
rücksichtigen, in welchem gegenseitigen Verhältnis die Tatbeiträge in objektiver
und subjektiver Hinsicht stehen (MATHYS, Leitfaden Strafzumessung, Basel 2016,
Rz 422). Allerdings kann sich ein noch so kleiner Tatbeitrag als einzelnes Glied in
einer Kette von Beiträgen als ebenso wichtig erweisen, wie ein objektiv grosser
Tatbeitrag. Da die Beurteilung der Kausalität von Tatbeiträgen zudem in der Re-
gel auf Hypothesen basiert, insbesondere wenn man die psychologischen Fakto-
ren berücksichtigt, ist eine gewisse Zurückhaltung gegenüber unterschiedlichen
Verschuldensbewertungen angezeigt, auch um dem Gebot der Gleichbehandlung
genügend Rechnung zu tragen. Nicht umsonst wird im Volksmund von "mitge-
gangen - mitgehangen" gesprochen. Wer den gefährlichsten Teil der Arbeit macht
oder an der Front tätig wird, ist zudem nicht unbedingt derjenige mit dem grössten
Verschulden. Meist ist es sogar umgekehrt, d.h. dass der Kriminellste einer Bande
aus dem Hintergrund agiert, die Fäden in der Hand hält und den grössten Teil der
Beute für sich einverlangt, während eher untergeordnete Teilnehmer die so-
genannte Drecksarbeit verrichten. Ähnlich im vorliegenden Fall: Als Kopf und trei-
bende Kraft des Deliktes muss der Unbekannte namens F2._ oder F1._
in Paris betrachtet werden. Wenn die Staatsanwaltschaft bereits das Verschulden
des Beschuldigten A._ mit der beantragten Strafe von 54 Monaten am obers-
ten Rande des Strafrahmens ansiedelt, dann verkennt sie diesen Umstand. Der
Beschuldigte agierte jedoch als verlängerter Arm des Hintermanns und hatte so
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vor Ort die Tatherrschaft. Es ist nicht so, dass untere Chargen die oberen über-
wachen, sondern Überwachungs- und Kontrollfunktionen übernehmen stets die
höher gestellten Soldaten. Der Beschuldigte war in diesem Sinne der Anführer vor
Ort. Dabei übte er eine wichtige, aber relativ risikolose Funktion aus. Er konnte
nur aufgrund der geheimen Observation überhaupt gefasst werden.
Im Rahmen denkbarer möglicher Diebstähle ist das vorliegend zu beurteilende
Delikt im oberen Bereich anzusiedeln. Aufgrund der wichtigen Funktion des Be-
schuldigten liegt deshalb auch dessen Tatverschulden im oberen mittleren Be-
reich. Eine Einsatzstrafe von 36 Monaten ist angemessen.
3. Täterkomponenten
Der Beschuldigte ist in Montreuil, einem Vorort von Paris, geboren und aufge-
wachsen (Urk. 14/6 Antwort 14; Urk. 113 S. 2 f.). Er besuchte sechs Jahre die
Primarschule und trat dann in eine Oberstufenschule über, welche er allerdings
nach sechs Monaten abbrach (Urk. 14/6 Antwort 27; Urk. 113 S. 3). Eine Berufs-
ausbildung machte er nicht (Urk. 14/6 Antwort 29). Er ist mit der Mitbeschuldigten
B._ verheiratet und hat mit ihr drei Kinder im Alter zwischen 10 und 17 Jah-
ren (Urk. 113 S. 2 und 7). Vor dem Strafvollzug organisierte er Festanlässe und
Hochzeiten, womit er ein monatliches Einkommen von ca. € 2'000.-- verdiente
(Urk. 14/6 Antwort 48; Urk. 113 S. 4). Er lebt mit seiner Ehefrau und drei Kindern
zusammen mit den Eltern in deren Haus in R._/F, einem Vorort unmittelbar
östlich von Paris (Urk. 113 S. 2).
Die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten wirken sich bei der Strafzumes-
sung weder positiv noch negativ aus. Demgegenüber fällt vor allem die Vorstrafe
des Beschuldigten ins Gewicht. Mit Urteil des Tribunal Correctionel de Nice vom
5. Juni 2008 wurde er wegen versuchtem bandenmässigen Betrug mit einer Frei-
heitsstrafe von eineinhalb Jahren bestraft (Urk. 14/2). Jenes Delikt ist durchaus
ähnlich geartet wie das Vorliegende und lässt darauf schliessen, dass sich der
Beschuldigte mit moderaten Freiheitsstrafen nicht von schwerer Delinquenz ab-
halten lässt. Beim vorliegend zu beurteilenden Delikt kann folglich nicht mehr von
einem erst- und einmaligen Fehltritt die Rede sein. Die Vorstrafe muss sich spür-
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bar straferhöhend auswirken. Wenn die Vorinstanz die Einsatzstrafe deswegen
nur um drei Monate erhöhte, erscheint dies im Vergleich zu einem Straftäter, der
bis vor der Tat völlig unbescholten war, als zu milde, wie die Staatsanwaltschaft
zu Recht einwendet (Urk. 96 S. 3; Urk. 115 S. 5). Eine Straferhöhung um sechs
Monate ist angemessen. Der Beschuldigte hat – jedenfalls im bisherigen Verfah-
ren – nur sehr zögerlich anerkannt, was sich aufgrund der übrigen Beweislage
ohnehin ergab und bestreitet, vom kriminellen Charakter des Vorhabens gewusst
zu haben. F1._ habe ihm versichert, dass es bei der Aktion keine Waffen ge-
ben werde (Urk. 78A S. 9). Erstmals anlässlich der Berufungsverhandlung hat der
Beschuldigte eingeräumt, bereits in Paris gewusst zu haben, dass es bei der hier
zu beurteilenden Aktion um einen Diebstahl in einer Bank gehe (Urk. 113 S. 13).
Immerhin zeigte er auch eine gewisse, späte Reue an der Berufungsverhandlung
(Prot. II S. 23). Dieses späte Zugeständnis und die späte Reue können nur leicht,
im Umfang von 3 Monaten strafmindernd zu Buche schlagen.
Der Führungsbericht des Vollzugsgefängnisses gibt zu keinen Klagen Anlass
(Urk. 76/3).
4. Fazit
Somit ist eine Freiheitsstrafe von 39 Monaten auszusprechen. Daran sind
722 Tage Haft ab 24. Juni 2015 und vorzeitiger Strafvollzug seit dem 15. Septem-
ber 2016 anzurechnen (Art. 51 StGB; Urk. 14/1 und Urk. 65). Ein Aufschub des
Vollzugs ist bei dieser Strafhöhe nicht möglich, weshalb die Strafe zu vollziehen
ist (Art. 42 Abs. 1 StGB).
VI. Kostenfolgen
1. Kostenverlegung im Berufungsverfahren
Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres
Obsiegens und Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte wie auch
die Staatsanwaltschaft unterliegen mit ihren Berufungen. Es rechtfertigt sich im
Lichte einer interessengemässen Wertung die Kosten des Berufungsverfahrens
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zur Hälfte dem Beschuldigten aufzuerlegen und zur anderen Hälfte auf die
Staatskasse zu nehmen. Davon ausgenommen sind gemäss Art. 426 StPO die
Kosten der amtlichen Verteidigung, welche zur Hälfte einstweilen auf die Staats-
kasse zu nehmen sind, unter Vorbehalt einer Rückforderung vom Beschuldigten
gestützt auf Art. 135 Abs. 4 StPO, sobald es dessen wirtschaftlichen Verhältnisse
erlauben. Zur anderen Hälfte sind die Kosten der amtlichen Verteidigung definitiv
auf die Staatskasse zu nehmen. Die Dolmetscherkosten sind definitiv vom Staat
zu tragen (Art. 426 Abs. 3 lit. b StPO).
2. Entschädigung amtliche Verteidigung
2.1. Der von der Verteidigerin geltend gemachte Aufwand (Urk. 111 und
Urk. 112) steht zum Umfang und zu den Schwierigkeiten des vorliegenden Falls
nicht in einem angemessenen Verhältnis.
2.2. Als Anhaltspunkt für die Bemessung des verhältnismässigen Aufwandes
dienen die in der Anwaltsgebührenverordnung angeführten Ansätze. Nach der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist es zulässig, für das Anwaltshonorar Pau-
schalen vorzusehen. Bei einer Honorarbemessung nach Pauschalbeträgen wer-
den alle prozessualen Bemühungen zusammen als einheitliches Ganzes aufge-
fasst und der effektive Zeitaufwand lediglich im Rahmen des Tarifansatzes be-
rücksichtigt. Pauschalen nach Rahmentarifen erweisen sich nur dann als verfas-
sungswidrig, wenn sie auf die konkreten Verhältnisse in keiner Weise Rücksicht
nehmen und im Einzelfall ausserhalb jedes vernünftigen Verhältnisses zu den
vom Rechtsanwalt geleisteten Diensten stehen (BGE 141 I 124 E. 4.3). Ist die
Ausrichtung eines Pauschalbetrages als Anwaltshonorar im konkreten Fall zu-
lässig, ist das Gericht nicht verpflichtet, sich im Einzelnen mit der Honorarnote der
Verteidigung auseinanderzusetzen und ausdrücklich zu begründen, weshalb sie
allenfalls einzelne der in Rechnung gestellten Positionen für übersetzt hält
(BGE 141 I 124 E. 4.5).
2.3. Ein ausserordentlich komplizierter oder aufwändiger Fall lag vorliegend
nicht vor. Bei der Bemessung der Entschädigung für die anwaltliche Verteidigung
ist deshalb von den in der Anwaltsgebührenverordnung angeführten Ansätzen
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auszugehen. Gemäss Anwaltsgebührenverordnung beträgt die Gebühr für die
Führung eines Strafprozesses (einschliesslich Vorbereitung des Parteivortrages
und Teilnahme an der Hauptverhandlung) im Bereich der Zuständigkeit des Ein-
zelgerichts in der Regel Fr. 600.– bis Fr. 8'000.– und im Falle von bezirksgericht-
licher Zuständigkeit Fr. 1'000.– bis Fr. 28'000.– (§ 17 Abs. 1 AnwGebV). Diese
Ansätze gelten auch im Berufungsverfahren, wobei zu berücksichtigen ist, ob das
vorinstanzliche Urteil ganz oder nur teilweise angefochten wurde (§ 18 Abs. 1
AnwGebV). Innerhalb dieses Rahmens wird die Grundgebühr nach den besonde-
ren Umständen, namentlich nach Art und Umfang der Bemühungen und Schwie-
rigkeiten des Falles, bemessen (vgl. § 2 AnwGebV). Der Stundenansatz beträgt in
der Regel Fr. 220.– pro Stunde (§ 3 AnwGebV).
2.4. Die geltend gemachte Honorarforderung erscheint insgesamt gemessen an
Umfang und Schwierigkeiten des Falles als übersetzt. Kommt hinzu, dass die
amtliche Verteidigerin ihrer Honorarrechnung in Abweichung von § 3 AnwGebV
einen Stundenansatz von Fr. 300 zugrunde gelegt hat. Zudem macht sie Aufwen-
dungen eines anderen Anwalts geltend, obwohl eine amtliche Mandatierung ad
personam erfolgt. Und schliesslich finden sich in den eingereichten Honorarrech-
nungen diverse kanzleiinterne Besprechungen (insb. mit dem Kanzleimitarbeiter
RA X3._). Es rechtfertigt sich vor diesem Hintergrund die Entschädigung für
die amtliche Verteidigung im Berufungsverfahren auf pauschal Fr. 12'000.– fest-
zusetzen.