Decision ID: 187a06ed-bffc-47ab-93c8-6769a1288482
Year: 2004
Language: de
Court: ZH_VG
Chamber: ZH_VG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: public_law

I. A trat am 9. Oktober 2000 eine Stelle als Aushilfe bei der Anstalt D an. Am 12. April 2003 gebar sie eine Tochter. Noch vor Ende des Mutterschaftsurlaubes (18. Juli 2003) wandte sich A an die Anstalt D. Diese forderte daraufhin A mit Schreiben vom 8. Juli 2003 auf, entweder das Arbeitsverhältnis bis am 18. Juli 2003 ordentlich zu kündigen, oder am Montag, 21. Juli 2003 zur Arbeit zu erscheinen; andernfalls werde ihr fristlos gekündigt. Darauf reichte A am 17. Juli 2003 der Anstalt D ein Arztzeugnis ein, das ihr eine 100-prozentige Arbeitsunfähigkeit bescheinigte. Mit Schreiben vom 3. August 2003 teilte die Anstalt D A mit, dass sie an deren Arbeitsunfähigkeit zweifle, und lud A zu einem Gespräch ein mit der Aussicht, einem unbezahlten Urlaub zuzustimmen. Gleichzeitig stellte die Anstalt D die Lohnzahlungen ein. Am 15. September 2003 forderte die Anstalt D A auf, nachdem das angestrengte Gespräch ergebnislos geblieben war, sich einer vertrauensärztlichen Untersuchung zu unterziehen; am 19. September 2003 erfolgte eine zweite Aufforderung dazu, wieder vergebens. Schliesslich erfolgte mit Schreiben vom 6. Oktober 2003 die fristlose Kündigung. Die Einstellung der Lohnzahlungen wurde seitens der Anstalt D am 28. Januar 2004 bestätigt.
II.
Am 24. Februar 2004 erhob A Rekurs gegen die fristlose Kündigung und die Einstellung der Lohnzahlungen. Die Gesundheitsdirektion wies den Rekurs, soweit sie darauf eintrat, mit Verfügung vom 25. Mai 2004 ab.
III.
Dagegen liess A am 25. Juni 2004 Beschwerde an das Verwaltungsgericht erheben und beantragen, die Verfügung der Gesundheitsdirektion aufzuheben und diese zu verpflichten, ihr "CHF 24'829.-- abzüglich Sozialversicherungsbeiträge auf dem Betrag von CHF 14'898.-- nebst 5 % Zins ab 1. Januar 2004 zu bezahlen", unter Entschädigungsfolge zulasten der Gesundheitsdirektion.
Die Gesundheitsdirektion beantragte in ihrer Vernehmlassung die Abweisung der Beschwerde; die D stellte in ihrer Beschwerdeantwort keinen ausdrücklichen Antrag.

Die Kammer zieht in Erwägung:
1. Die Beschwerde richtet sich gegen einen erstinstanzlichen Rekursentscheid der Gesundheitsdirektion über eine personalrechtliche Anordnung gemäss § 74 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG). Mit der Beschwerde können sowohl personalrechtliche Verfügungen angefochten als auch vermögensrechtliche Ansprüche aus dem Dienstverhältnis geltend gemacht werden (Alfred Kölz/Jürg Bosshart/Martin Röhl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 2. A., Zürich 1999, Vorbem. zu §§ 74-80d N. 8, § 74 N. 5). Die im Streit liegende Forderung übersteigt den Betrag von Fr. 20'000.-; die Sache ist daher in Dreierbesetzung zu erledigen (vgl. § 38 Abs. 1 und 2 VRG).
Das Verwaltungsgericht ist als personalrechtliche Beschwerdeinstanz zuständig für Streitigkeiten aus dem Dienstverhältnis zwischen Angestellten und Körperschaften des kantonalen öffentlichen Rechts (Kölz/Bosshart/Röhl, § 74 N. 1). Die D ist eine unselbständige Anstalt des Kantons Zürich; ihr Personal untersteht dem Personalgesetz vom 27. September 1998 (PG; dazu hinten 2). Die Beschwerdeführerin ist durch den Entscheid der Vorinstanz offenkundig beschwert (vgl. §§ 80c und 70 in Verbindung mit § 21 lit. a VRG), sodass auf die rechtzeitig eingereichte Beschwerde einzutreten ist.
Das Verwaltungsgericht ist als personalrechtliche Beschwerdeinstanz zuständig für Streitigkeiten aus dem Dienstverhältnis zwischen Angestellten und Körperschaften des kantonalen öffentlichen Rechts (Kölz/Bosshart/Röhl, § 74 N. 1). Die D ist eine unselbständige Anstalt des Kantons Zürich; ihr Personal untersteht dem Personalgesetz vom 27. September 1998 (PG; dazu hinten 2). Die Beschwerdeführerin ist durch den Entscheid der Vorinstanz offenkundig beschwert (vgl. §§ 80c und 70 in Verbindung mit § 21 lit. a VRG), sodass auf die rechtzeitig eingereichte Beschwerde einzutreten ist.
2. Grundlage des Anstellungsverhältnisses zwischen der Beschwerdeführerin und dem Beschwerdegegner bildet zunächst eine befristete Vereinbarung vom 29. September 2000, sodann eine unbefristete Verlängerung dieses "Anstellungsvertrages" vom 25. Januar 2001. Der "Anstellungsvertrag" sieht vor, dass, soweit nicht ausdrücklich etwas anderes vereinbart wird, die Bestimmungen des Obligationenrechts (OR) gelten.
Wie bereits eingangs vermerkt, untersteht das Personal des Kantons Zürich und seiner unselbständigen Anstalten gemäss § 1 Abs. 1 PG diesem Gesetz. Das Personalgesetz gilt mithin grundsätzlich für das gesamte Personal der staatlichen Zentral- und Bezirksverwaltung, einschliesslich das Personal der unselbständigen kantonalen Unternehmungen und Betriebe (vgl. die Weisung des Regierungsrats zum Personalgesetz vom 22. Mai 1996, ABl 1996, 1142). Das Arbeitsverhältnis ist öffentlichrechtlicher Natur (§ 7 PG); eine privatrechtlich Anstellung ist durch das Personalgesetz ausgeschlossen (ABl 1996, 1145). Es wird daher in der Regel durch eine mitwirkungsbedürftige Verfügung begründet (vgl. § 12 PG; dazu Fritz Lang, Das Zürcher Personalgesetz vom 27. September 1998, in: Peter Helbling/Tomas Poledna [Hrsg.], Personalrecht des öffentlichen Dienstes, Bern 1999, S. 49 ff., 64 f.).
Das gilt auch für das vorliegende Anstellungsverhältnis. Dieses ist einerseits trotz des fehlerhaften Verweises auf das Obligationenrecht nicht privatrechtlicher Natur; andererseits gründet es, obschon als "Vereinbarung" bzw. "Vertrag" bezeichnet, nicht auf einem öffentlichrechtlichen Vertrag, da diese Form der Anstellung nur in den in § 5 der Personalverordnung vom 16. Dezember 1998 genannten Fällen zulässig ist.
Das gilt auch für das vorliegende Anstellungsverhältnis. Dieses ist einerseits trotz des fehlerhaften Verweises auf das Obligationenrecht nicht privatrechtlicher Natur; andererseits gründet es, obschon als "Vereinbarung" bzw. "Vertrag" bezeichnet, nicht auf einem öffentlichrechtlichen Vertrag, da diese Form der Anstellung nur in den in § 5 der Personalverordnung vom 16. Dezember 1998 genannten Fällen zulässig ist.
3. Die Beschwerdeführerin hätte die Arbeit am 21. Juli 2003 (vorne I) wieder aufnehmen sollen; am 6. Oktober 2003 wurde ihr Anstellungsverhältnis fristlos aufgelöst. Lohnzahlungen sind bereits seit Juli 2003 keine mehr erfolgt. Die Beschwerdeführerin fordert daher zum einen die Lohnzahlungen für die Zeit vom 21. Juli 2003 bis 6. Oktober 2003, in welcher sie infolge angeblicher Krankheit arbeitsunfähig war. Zum anderen fordert sie die Lohnfortzahlungen seit Aussprache der fristlosen Entlassung bis zum Ablauf der ordentlichen Kündigungsfrist sowie eine Entschädigung in der Höhe von vier Monatslöhnen. Das Vorhandensein dieser geltend gemachten Ansprüche bestimmt sich, wie ausgeführt, nach dem für das Anstellungsverhältnis massgebenden kantonalen Personalgesetz.
Die Vorinstanz ist auf den Rekurs der Beschwerdeführerin in Bezug auf die Kündigung nicht eingetreten. Sie ist allerdings auf den Rekurs insoweit eingetreten, als mit ihm der abschlägige Bescheid vom 28. Januar 2004 bezüglich der von der Beschwerdeführerin geforderten Lohnfortzahlung bis Ende Dezember 2003 angefochten wird. Da die diesbezügliche Rekurserhebung rechtzeitig erfolgt und die Frage nach allfälligen Lohnfortzahlungen mit der Frage der Rechtmässigkeit der fristlosen Entlassung verknüpft sei, sei diese vorfragemässig zu prüfen.
Die Vorinstanz unterscheidet somit zwischen der Kündigung als solcher und den vermögensrechtlichen Folgen der Kündigung. Diese Unterscheidung ist indessen unstatthaft: Vermögensrechtliche Ansprüche im Zusammenhang mit einer Kündigung sind ebenfalls im Anfechtungsverfahren zu beurteilen; es bedarf zur Öffnung des Anfechtungswegs, der ohnehin nicht zur Wiedereinstellung des Betroffenen führen kann (vgl. § 80 Abs. 2 VRG), nicht einer zusätzlichen Verfügung über die geltend gemachten Forderungen; vielmehr muss der Betroffene zur Geltendmachung seiner Forderungen rechtzeitig Rekurs gegen die Verfügung über die Auflösung des Dienstverhältnisses erheben. Die vermögensrechtlichen Forderungen müssen mit anderen Worten bereits mit dem Rekurs gestellt werden (Kölz/Bosshart/Röhl, § 79 N. 2, § 80 N. 4).
Es ist demnach vorderhand zu prüfen, ob die Vorinstanz zu Recht von einer verspäteten Rekurseingabe ausgehen durfte.
Es ist demnach vorderhand zu prüfen, ob die Vorinstanz zu Recht von einer verspäteten Rekurseingabe ausgehen durfte.