Decision ID: 3f1258c3-1cd6-46da-a0dd-6b05d64ca462
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1966 geborene
X._
war seit Juni 2009 bei der
Y._
als k
aufmännische Angestellte im Teilzeitpensum tätig und
meldete
sich am
4.
Dezember 2016
unter Hinweise auf eine Gesichts
feld
be
ein
träch
tigung, eine Gefässmissbildung im Kopf, Kopfschmerzen, Migräne und Konzentrations
prob
leme
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (
Urk.
7/1). Zur Klärung der erwerb
lichen und medizinischen Verhältnisse zog die IV-Stelle nebst den Akten der Krankentaggeldversicherung
(
Urk.
7/2-3 und
Urk.
7/16) einen Auszug aus dem individuellen Konto bei (
Urk.
7/9) und holte einen Arbeitgeberbericht (
Urk.
7/10) sowie Berichte der behandelnden Ärzte ein (
Urk.
7/11-13, 7/23-25 und 7/29). Zusätzlich liess sie die Versicherte im August 2018 von den Ärzten der
Z._
neurologisch und neuropsychologisch untersuchen (Eingang E
xpertise bei der Verwaltung am 1
0.
September 2018 [
Urk.
7/37]) und führte am
9.
Oktober 2018 eine Abklärung
vor
Ort
durch
(Haushalt
s
abklä
rungs
bericht vom
9.
Oktober 2018 [
Urk.
7/40]).
Mit Vorbescheid vom 2
9.
November 2018 stellte die Verwaltung die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (Urk. 7/44). Daran hielt sie – auf Einwand von
X._
hin (
Urk.
7/52) – mit Ver
fügung vom 1
1.
März 2019 fest (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom
9.
April 2019 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die IV-Stelle zu ver
pflichten, ihr ab
1.
Oktober 2017 eine halbe IV-Rente auszurichten (Urk.1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 2
0.
Mai 2019 schloss die Verwaltung auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6). Am 2
3.
Mai 2019 wurde der Beschwerdeführerin das Doppel der Beschwerdeantwort zugestellt (
Urk.
8). Mit Gerichtsverfügung vom 8. November 2019 wurde den Gutachtern der
Z._
Ergän
zungsfragen zu ihrer Expertise gestellt (
Urk.
10), die von ihnen am
8.
Januar 2020 beantwortet wurden (
Urk.
13). Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 29. Januar 2020 auf eine Stellungnahme hierzu (
Urk.
17), wogegen die Beschwerdeführerin am 3
1.
Januar 2020 eine Eingabe machte (
Urk.
18).
Die jeweiligen Eingaben wurden den Parteien am 6. Februar 2020 zur Kenntnis gebracht (Urk. 19).
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unt
erbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuver
lässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das
gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellen (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
1.4
Gemäss dem in Art. 27
bis
Abs. 2–4
der Verordnung über die Invalidenversiche
rung (
IVV
)
per 1. Januar 2018 eingeführten neuen Berechnungsmodell für die Festlegung des Invaliditätsgrads von teilerwerbs
täti
gen Versicherten nach der gemischten Methode (Art. 28a Abs. 3 IVG) werden der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der Invaliditätsgrad in Be
zug auf die Betätigung im Aufgabenbereich – weiterhin – summiert (Art. 27
bis
Abs. 2 IVV). Die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Erwerbs
tätig
keit richtet sich nach Art. 16 ATSG, wobei das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person durch die Teilerwerbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre, auf eine Vollerwerbstätigkeit hochgerechnet wird (Art. 27
bis
Abs. 3
lit
. a IVV) und die prozentuale Erwerbseinbusse anhand des Beschäfti
gungsgrads, den die ver
si
cher
te Person hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet wird (Art. 27
bis
Abs. 3
lit
. b IVV). Für die Berechnung des Inva
liditätsgrads in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich wird der prozen
tuale Anteil der Einschränkungen bei der Betätigung im Aufgabenbereich im
Vergleich zur Situation, wenn die versicherte Person nicht invalid geworden wäre
, ermittelt. Der Anteil wird anhand der Differenz zwischen dem Be
schäf
ti
gungsgrad nach Absatz 3
lit
. b und einer Vollerwerbstätigkeit gewichtet (Art. 27
bis
Abs. 4 IVV).
1.5
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung an
gepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnah
men
müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt s
ein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1,
134 V 322 E. 4.1).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) be
rechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls rele
vanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen
sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2;
Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 f. zu Art.
28a
).
1.6
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch reali
sierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die ver
sicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbs
tätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zu
mut
barer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalide
nlohn (BGE 139 V 592 E. 2.3;
135 V 297 E.
5.2; 129 V 472 E. 4.2.1; 126 V 75 E. 3b/
aa
).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Rentenablehnung damit,
aus medizi
nischer Sicht sei die Beschwerdeführerin – bezogen auf ein 100
%
Pensum – in der bisherigen Tätigkeit zu 50
%
und in einer angepassten Arbeit zu 60
%
arbeits
fähig.
Im Haushalt sei sie zu 20.15
%
eingeschränkt.
Da die Beschwerdeführerin in ihrer bisherigen Tätigkeit einen höheren Verdienst als in einer adaptierten Arbeit erziele, sei das Invalideneinkommen gestützt auf ersteres zu ermitteln.
Bei einem
Valideneinkommen
vom
Fr.
90'377.--, einem Invalideneinkommen von Fr. 45'188.50 und einer Einschränkung von 20.15
%
im Haushalt resultiere bei einer Aufteilung von 60
%
Erwerb und 40
%
Haushalt ein Invaliditätsgrad von 38.06
%
, weshalb kein Rentenanspruch bestehe (Urk. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt,
gemäss dem Gutachten der
Z._
sei
sie
bezogen auf ein 100
%
-Pensum zu 30-35
%
arbeitsfähig
.
Sie übe
im
Umfang von 30 % eine angepasste Tätigkeit beim bisherigen Arbeitgeber aus.
Sie b
eziehe dafür einen Lohn von Fr.
2'000.-- monatlich. Dass sie weiterhin einen Bonus erhalte, sei angesichts ihrer sehr reduzierten Tätigkeit wohl zu verneinen. Jedenfalls dürfte er lediglich noch die Hälfte des für das Jahr 2018 zugesproc
henen Bonus betragen, somit Fr.
2'500.--. Betreffend das
Valideneinkommen
sei festzuhalten, dass ihr 2015 ein Bonus von
Fr.
10'000.-- ausbezahlt worden sei. Für das Jahr 2015 sei daher von einem
Valideneinkommen
von
Fr.
56'531.50
auszugehen (Fr. 52'531.50 + Fr.
4'000
.--
Anteil nicht berücksichtigter Bonus 2015, ausbezahlt im Jahr 2016) und nicht von
Fr.
52'531.--. Unter Berücksichtigung des Nominallohnindexes ergebe sich für das Jahr 2017 ein
Valideneinkommen
von
Fr.
57'211.69 für die
ursprüngliche Tätigkeit im Umfang von 60
%
.
Hochgerechnet auf ein Pensum von
100
%
entspreche dies einem Lohn von Fr. 95'352.80, wobei
bei
einer vollzeit
lichen Tätigkeit auch der Bonus höher sei. Bereits ohne diesen Zuschlag ergebe sich bei einem
Valideneinkommen
von Fr. 95'352.80 und einem Invaliden
ein
kommen von
Fr.
24'000.-- sowie unter Berücksichtigung der Einschränkung im Haushalt ein Invaliditätsgrad von 52.96, was Anspruch auf eine halbe Rente gebe. Dieser Anspruch erfahre auch bei Berücksichtigung eines reduzierten Bonus von
Fr.
2'500.-- keine Veränderung. Unter diesen Umständen müsse zur Invalidität
im Haushalt nicht mehr im Einzelnen Stellung genommen werden (
Urk.
1 S. 3 ff.)
.
In ihrer Stellungnahme zum Gutachten (Urk. 18) führte die Beschwerdeführerin aus, dass die gutachterliche Angabe einer 30%igen Arbeitsfähigkeit bezogen auf ein Vollpensum auch den Gegebenheiten und ihrem Lohn sowie dem Verständnis der Beschwerdegegnerin gemäss Feststellungsblatt entspreche (Urk. 18 S. 2).
3.
3.1
Gestützt auf die Ergebnisse der neurologischen und neuropsychologischen Unter
suchungen stellten die Gutachter der
Z._
in ihrer Ex
per
tise (Eingang bei der Beschwerdegegnerin am 1
0.
September 2018 [Urk. 7/37/1-10])
nachstehende
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 4):
-
Zerebrale
arterio
-venöse Malformation (AVM); St.
Nervus
mehrfacher nichtkurativer
Teilembolisation
(1
2.
November 2014,
1.
Dezember 2014 und 2
0.
Oktober 2016) mit verbliebenem Restbefund
-
Quadrantenanopsie
nach links unten
-
Migräne mit Aura
-
Leichtgradige bis mittelgradige neuropsychologische Störung und redu
zierte Belastbarkeit
Zur Frage der Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit führten die beteiligten Spezialisten zusammenfassend aus, in der integrativen Beurteilung könne ein
tägliches zeitliches Pensum von 5-6 Stunden täglich angenommen werden. Auf
grund der insgesamt leicht
en
bis mittelschweren neuropsychologischen Störung sei mit einer Einschränkung von
circa
30 % zu rechnen. Unter Berücksichtigung von zeitlichem Pensum und Leistungsfähigkeit sei von einer Arbeitsfähigkeit von circa 50 % in der bisherigen Tätigkeit auszugehen. Gleichzeitig gaben sie an, im vertraglichen 60%-Pensum der Beschwerdeführerin entspreche dies einer Arbeits
fähigkeit von 30 % eines vollen 100 %-Pensums (S. 6). Was die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit betrifft, hielten sie fest, eine Präsenz von circa sechs Stunden erscheine realistisch. Leichte Leistungseinschränkungen von circa 20 % seien auch in einer angepassten Arbeit zu erwarten. Unter Berücksichtigung von zeitlichem Pensum und Leistungsfähigkeit sei von einer Arbeitsfähigkeit von circa 60 % auszugehen. Im bisherigen vertraglichen 60 %-Pensum entspreche dies einer Arbeitsfähigkeit von circa 35 % eines vollen 100 %-Pensums (S. 7).
3.2
Das Gutachten der
Z._
beruht auf den erforderlichen Untersuchungen und zeigt die medizinischen Zusammenhänge schlüssig auf, weshalb darauf abzustellen ist. Dies blieb im Übrigen unbestritten.
Die Parteien stellen
denn
grundsätzlich
auch
auf die medizinische Beurteilung der Gutachter der
Z._
ab, z
iehen daraus aber unterschiedliche Schlüsse. Während die Beschwerdeführerin von einer Arbeitsfähigkeit von 30-35
%
aus
geht (
Urk.
1 S. 3
und
Urk. 18 S. 2
), legt die Beschwerdegegnerin ihrer Berechnung des Invaliditätsgrad
es
eine solche von 50
%
zugrunde (
Urk.
2). Da sich auch nach Ansicht des Gerichts hinsichtlich der Frage nach der Arbeitsfähigkeit der Be
schwerdeführerin – bezogen auf ein 100
%
-Pensum – das Gutachten der
Z._
als unklar erw
ies
,
wurden bei den Experten ergänzende
Angaben eingeholt (
Urk.
10). In
ihrer
Stellungnahme
vom
8.
Januar 2020
(
Urk
.
13)
teilten die Gutachter auf die Frage, ob die Beschwerdeführerin – bezogen auf ein 100
%
Pensum – in der bisherigen Tätigkeit zu circa 50
%
oder 30
%
arbeitsfähig sei, mit,
sie sei bei ein
er täglichen Präsenzzeit von fünf bis sechs
Stunden und einer Leistungsminderung von circa 30
%
während dieser Anwesenheit zu circa 50
%
arbeitsfähig. Die Frage, ob die Beschwerdeführerin – wiederum bezogen auf ein 100
%
Pensum – in einer angepassten Tätigkeit zu circa 60
%
oder 35
%
arbeitsfähig sei,
beantworteten sie dahingehend, dass die Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit bei einer
täglichen Präsenzzeit von sechs Stunden und einer Leistungsminderung von circa 20
%
während dieser Anwesenheit zu circa 60
%
arbeitsfähig
sei
. Ergänzend
gaben sie an: «
D
ie Zusatzangaben (
I
m vertraglichen 60
%
Pensum der Versicherten entspricht dies einer AF von 30
%
eines vollen 100
%
-Pensums bzw. I
m bisherigen vertraglichen 60
%
Pensum der Versicherten entspricht dies einer AF von ca. 35
%
eines vollen 100
%
-Pensums
) sind im Gutachten nicht korrekt formuliert. Fälschlicherweise wurde der Begriff «AF» statt Pensum verwendet. Idee war es ursprünglich auszudrücken, dass bei der Arbeitsfähigkeit von 50
%
dies im vertraglichen Pensum der Versicherten von 60
%
einem Pensum von 30
%
in der bisherigen bzw. bei einer Arbeitsfähigkeit von 60
%
einem Pensum 35
%
in einer angepassten Tätigkeit
entspricht.»
4.
Für die Bestimmung des
Valideneinkommens
ist
das Einkommen aus dem Teil
zeit
pensum auf eine Vollerwerbstätigkeit hochzurechnen (
Art.
27
bis
Abs.
2
und 3
IVV
).
Die Gutachter der
Z._
stellten in ihren ergänzenden Angaben
(Frage 3)
vom
8.
Januar 2020
klar, dass die Beschwerdeführerin
in ihrer
bisherigen Tätigkeit in einem Pensum von 100
%
zu
30
%
arbeitsfähig und in einer adaptierten Arbeit
zu 35
%
arbeitsfähig ist (
Urk.
13 S. 2).
Diese Angaben stehen sowohl mit dem gezeigten Leistungsvermögen der Beschwerdeführerin wie auch
mit den Ausfüh
rungen des
im Regionalen Ärztlichen Dienst
der IV-Stelle tätigen PD
Dr.
med. univ.
A._
, Facharzt für Neurologie,
im Einklang
(
Urk.
7/43 S. 9)
. Damit bleibt die Höhe des Validen- und de
s Invalideneinkommens zu prüfen, wobei unbe
stritten ist, dass die Beschwerdeführerin
– wie im Abklärungsbericht vom 9.
Oktober 2018 (Urk. 7/40 S. 4 Ziff. 2.6) festgehalten -
zu 60
%
im Erwerbs- und zu 40
%
im Aufgabenbereich tätig zu qualifizieren ist.
5.
5.1
Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypothe
tischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und Invali
deneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige renten
wirksame Änderungen der Vergleichseinkommen
bis zum Verfügungserlass z
u berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3, 129 V 222 E. 4.1 und E. 4.2, 128 V 174).
Die Parteien sind sich einig, dass
ein Rentenanspruch frühestens im
Oktober 2017 entstehen
kann (
Urk.
1 S. 2,
7/43
S. 10
und 7/55 S. 4
), weshalb m
as
s
gebender Zeitpunkt für den Einkommensvergleich
grundsätzlich das Jahr 2017 ist.
5.2
Angesichts der Gegebenheiten ist
als Invalidenlohn
vom tatsächlich erzielten Verdien
s
t auszugehen.
Gestützt auf die Angaben der Arbeitgeberin der Beschwer
deführerin ist
bei einem Pensum von 30
%
von einem jährlichen Grundsalär von
Fr.
24'000.--
auszugehen (
Urk.
3/3).
Im Jahr 2018 wurde ihr zudem eine variable Vergütung von
Fr.
5'000.
-- (Urk. 3/5)
- damals war die Beschwerdeführerin noch zu 60
%
angestellt (vgl.
Urk.
3/3) – ausbezahlt. Ob
die Beschwerdeführerin auch mit einem Pensum von 30
%
Anspruch auf einen Bonus hat,
was von ihr in Frage gestellt wird (
Urk.
1 S. 5),
kann indes
offen bleiben
.
Denn selbst wenn von einem auf ein 30
%
Pensum reduzierten Bonus von Fr. 2'500.-- und damit von einem Invalideneinkommen von
Fr.
26'500.-- ausgegangen würde, würde die Höhe des Rentenanspruchs – was nachfolgend zu zeigen ist – keine Änderung erfahren
.
5.3
Was das
auf ein Pensum von 100
%
hochgerechnete
Valideneinkommen
betrifft,
geht die Beschwerdeführerin – basierend auf
dem von der Arbeitgeberin fü
r das Jahr 2015 gemeldeten Einkommen und eines erst im Jahr 2016 ausbezahlten Anteils an variabler Vergütung – von einem solchen von mindestens Fr. 95'352.80 aus (
Urk.
1 S. 5), während die Beschwerdegegnerin
im Rahmen des
Einwandverfahrens
auf ein
– gestützt auf den IK-Auszug und den Arbeitgeber
fragebogen – für die Jahre
2013 bis 2015
ermitteltes Durchschnittseinkommen abstellt und deshalb
Fr.
90'377.-- annimmt (
Urk.
7/54)
.
Im Vergleich zum Inva
lideneinkommen von
Fr.
26'500.
-- bzw. von 24'000.-- ohne Bonus
(vgl. hierzu aber E.
5.2 vorstehend) resultiert sowohl bei einem
Valideneinkommen
von
Fr.
95'352.80 wie auch bei einem solchen von
Fr.
90'377.--
und unter Berück
sichtigung einer Einsch
ränkung im Haushaltsbereich von gewichtet
8.06
%
(
Urk.
2 und
Urk.
7
/40 S. 8)
ein mindestens 50%iger, aber unter 60
%
liegender Invaliditätsgrad.
Vor diesem Hintergrund erübrigen sich weitere Ausführungen zur Höhe des
Valideneinkommens
.
Das Gleiche gilt für die im Haushalt
sbereich vorhandenen Einschränkungen, zumal auch die von den Experten der
Z._
abgegebene, rein klinische Einschätzung von 30
%
(Urk. 7/37 S.
8)
– im Vergleich zur von der Beschwerdegegnerin abgegebenen
Beurteilung von 20.15
%
(
Urk.
7
/40 S. 8) – zu keiner Änderung der Höhe des Rentenanspruchs führen würde.
Nach dem Gesagten hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine halbe Rente.
6.
Zu prüfen bleibt der Beginn des Rentenanspruchs.
Nach
Art.
28 Abs. 1 IVG haben Versicherte, die während eines Jahres ohne wes
entlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40
%
arbeitsunfähig gewe
sen und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40
%
invalid sind, Anspruch auf eine Rente, sofern ihre Erwerbsfähigkeit
oder die Fähigkeit, sich im Aufgaben
bereich zu betätigen,
nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder hergestellt
, erhalten oder verbessert werden kann. Angesichts dessen,
dass die Beschwerdeführerin seit Oktober 2016
in ihrer Arbeitsfähigkeit
dauerhaft
einge
schränkt ist (vgl. z.B. Urk.
7
/37 S. 7
)
und der Tatsache, dass sie am
4.
Dezember 2016 (Eingang bei der
Beschwerdegegnerin am 12.
Dezember 2016) ihren Leistungsanspruch geltend gemacht hat (
Urk.
7
/1; vgl.
Art.
29
Abs.
1 IVG), sind Rentenleistungen ab 1. Oktober 2017 auszurichten (vgl.
Art.
29
Abs.
3 IVG).
7.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin mit Wirkung ab
1.
Oktober 2017 Anspruch auf eine halbe Rente der Invalidenversicherung hat. Dies führt zur Gutheissung der Beschwerde.
8.
Die
Kosten der
Stellungnahme der
Gutachter der
Z._
vom
8.
Januar 2020
(
Urk.
13-14) sind von der Beschwerdegegnerin zu tragen und somit dem Gericht zurückzuerstatten, nachdem sich das von der Beschwerde
geg
nerin eingeholte Gutachten hinsichtlich der Frage nach der Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin bezogen auf ein
100
%
Pensum als unklar erwiesen hatte
un
d eine entsprechende Nachfrage bei der Gutachtensstelle unerlässlich war, zumal
auch
die entsprechende Einschätzung des im
Regionalen Ärztlichen Diensts der IV-Stelle tätigen PD
Dr.
med. univ.
A._
von derjenigen in der angefochtenen Verfügung abwich.
9
.
9
.1
Die Kosten des Verfahrens sind auf
Fr.
900.-- festzulegen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG)
.
9
.2
Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Prozessentschädigung (
Art.
61
lit
. g ATSG)
, welche vom Gericht ohne Rück
sicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache
und
der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen festgesetzt wird
(
§
34
Abs.
1 und 3 des Gesetz
es über das Sozialversicherungsgericht [
GSVGer
])
.
Ent
sprechend ist ihr –
nach Einsicht in die Kostennote vom 17. Februar 2020 (
Urk.
2
1)
, mit welcher ein Aufwand von 6.51 h sowie Barauslagen von
Fr.
24.90 geltend
ge
macht wurden
– eine solche
in der Höhe
von
Fr.
1'569.--
(inklusive Barauslagen
und Mehrwertsteuer)
von der Beschwerdegegnerin
auszurichten.