Decision ID: 9fbe3f7d-7247-59f2-b159-69f12eb588c6
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 21.02.2017 Art. 43 Abs. 1 ATSG. Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes. Rückweisung der Sache zur Ermittlung der Zumutbarkeit einer  und zur Vornahme einer gesamtheitlichen medizinischen Beurteilung der gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers und deren Auswirkungen auf dessen Arbeitsfähigkeit (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 21. Februar 2017, IV 2014/469). Entscheid vom 21. Februar 2017 Besetzung Vizepräsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Karin Huber-Studerus und Lisbeth Mattle Frei; Gerichtsschreiberin Annemarie Haase Geschäftsnr. IV 2014/469 Parteien A._, Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt lic. rer. publ. Michael B. Graf, GN Rechtsanwälte, St. Leonhard-Strasse 20, Postfach 728, 9001 St. Gallen, gegen IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen, Beschwerdegegnerin, Art. 43 Abs. 1 ATSG. Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes. Rückweisung der Sache zur Ermittlung der Zumutbarkeit einer CPAP-Therapie und zur Vornahme einer gesamtheitlichen medizinischen Beurteilung der gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers und deren Auswirkungen auf dessen Arbeitsfähigkeit (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 21. Februar 2017, IV 2014/469). Entscheid vom 21. Februar 2017 Besetzung Vizepräsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Karin Huber-Studerus und Lisbeth Mattle Frei; Gerichtsschreiberin Annemarie Haase Geschäftsnr. IV 2014/469 Parteien A._, Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt lic. rer. publ. Michael B. Graf, GN Rechtsanwälte, St. Leonhard-Strasse 20, Postfach 728, 9001 St. Gallen, gegen IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen, Beschwerdegegnerin, Gegenstand Rente Sachverhalt Gegenstand Rente Sachverhalt
A.
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A.a A._ meldete sich am 10. September 2013 bei der IV-Stelle der
Sozialversicherungsanstalt St. Gallen (nachfolgend IV-Stelle) zum Bezug von IV-
Leistungen an (IV-act. 1). Vom 19. bis 27. April 2013 war er im Departement Innere
Medizin, Kardiologie, hospitalisiert gewesen. Im Austrittsbericht vom 26. April 2013
hatte Dr. med. B._, Allgemeine Innere Medizin FMH, die Diagnosen rhythmogene und
hypertensive Herzkrankheit mit einem neu diagnostiziertem typischen Vorhofflattern,
intermittierend Vorhofflimmern, obstruktives Schlafapnoe-Syndrom, unter CPAP-
Beatmung schwergradige meist obstruktive Schlafapnoe, bei frustraner CPAP-
Instruktion, Verdacht auf Gastritis und Adipositas per magna (BMI 46.6 kg/m2) ange-
geben. Zum Verlauf und Prozedere hatte sie festgehalten, dass der Versicherte
notfallmässig bei tachykarder Rhythmusstörung mit Dyspnoe zugewiesen worden sei.
Mittels Pulsoxymetrie und Polygraphie sei der Verdacht eines obstruktiven
Schlafapnoe-Syndroms bestätigt worden, das ebenfalls ursächlich für die
Rhythmusstörungen sein könne. Eine CPAP-Beatmung sei nicht toleriert worden. Für
eine weitere CPAP-Einführung bekomme der Versicherte ein Aufgebot durch das
Schlafzentrum (IV-act. 8 S. 1 f.). Im Zwischenbericht für die Taggeldversicherung vom
15. Mai 2013 hatte Dr. med. C._, Allgemeine Medizin FMH, unter Berücksichtigung
der gestellten Diagnosen festgehalten, der Versicherte sei aktuell in seiner
angestammten Tätigkeit zu 100% arbeitsunfähig (IV-act. 5 S. 4 f.). Dr. med. D._,
Kardiologie, hatte am 4. Juli 2013 neu eine nicht ischämische Kardiopathie DD
Tachykardie-induziert angegeben und ausgeführt, dass bei der am 3. Juli 2013
durchgeführten Koronarangiografie eine relevante koronare Herzkrankheit habe
ausgeschlossen werden können (IV-act. 16 S. 5 f.).
A.b Dr. med. E._, Kardiologie, hatte am 29. August 2013 folgende Diagnosen
aufgeführt: nicht ischämische Kardiopathie, a.e. Tachykardie-induziert, obstruktives
Schlafapnoe-Syndrom ohne Therapie bei frustranen CPAP-Versuchen, Ektasie der
Aortensinusportion und Aorta ascendens, Adipositas per magna. In seiner Beurteilung
hatte er festgehalten, dass unverändert eine Anstrengungsdyspnoe NYHA II bestehe
und dass sich die Müdigkeit und die für den Versicherten im Vordergrund stehende
schnelle Beinermüdung etwas verbessert hätten. Bei der durchgeführten
Fahrradergometrie habe sich dennoch eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit (103
Watt, 56% Soll) bei chronotroper Inkompetenz ergeben. Echokardiographisch habe
sich eine deutliche Besserung der linksventrikulären Pumpfunktion gezeigt, die aktuell
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nur leichtgradig eingeschränkt sei (IV-act. 18). Mit Hinweis auf diese Untersuchung
liess Dr. E._ am 2. Dezember 2013 angeben, dass aus kardiologischer Sicht eine
leichte körperliche Arbeit durchgeführt werden könne (IV-act. 20).
A.c Gemäss den Angaben der F._ AG vom 17. September 2013 hatte der
Versicherte seit dem Anstellungsbeginn (7. Januar 1997) in den Flugzeugen
staubsaugen, den Abfall zusammennehmen, feucht wischen und die Toilette/Galley
reinigen müssen. Dabei hatte er selten sitzen, oft gehen, manchmal stehen und
manchmal leicht (bis 10kg) tragen müssen (IV-act. 11). Dr. med. G._,
Allgemeinmedizin FMH, attestierte dem Versicherten vom 19. April bis 11. September
2013 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 9). Am 8. Oktober 2013 berichtete Dr.
G._, der Versicherte könne aufgrund seiner sehr starken körperlichen
Einschränkungen keine körperlich belastende Tätigkeit ausführen, er müsse
hauptsächlich sitzen und er dürfe maximal 5 kg tragen und heben. Eine
Verschlechterung des Gesundheitszustandes könne gegen einen sofortigen Beginn der
Wiedereingliederung sprechen (IV-act. 15).
A.d Im Rahmen eines Assessmentgesprächs vom 18. Februar 2014 erklärte der
Versicherte, er erwache in der Nacht immer wieder und er leide tagsüber unter starker
Müdigkeit. Er habe versucht, mit der CPAP-Maske zu schlafen, sei darunter jedoch
nervös und unruhig geworden und habe die Maske daher jedes Mal wieder abgesetzt.
Weitere Abklärungen diesbezüglich hätten nicht stattgefunden. Abends schmerzten die
Knie und die Gelenke. Beim Spazierengehen (täglich ca. 1/2h) benötige er immer
wieder Pausen, das Bergauflaufen und das Treppensteigen bereiteten ihm Mühe. Sein
bisheriger Job sei sehr stressig gewesen, da das Flugzeug schnell wieder habe starten
müssen und er somit unter Zeitdruck gearbeitet habe (IV-act. 26).
A.e Mit einem Vorbescheid stellte die IV-Stelle dem Versicherten am 5. März 2014 die
Abweisung des Leistungsbegehrens auf berufliche Massnahmen und Rentenleistungen
in Aussicht (IV-act. 29). Dagegen liess der Versicherte am 12. Mai 2014 einwenden,
dass es für ihn aufgrund der Tatsachen, dass er über 60 Jahre alt sei, keine Ausbildung
habe, während 30 Jahren nur bei zwei unterschiedlichen Arbeitgebern tätig gewesen
sei, kaum Deutsch spreche, stark übergewichtig sei und nur noch in einer leichten
Tätigkeit arbeitsfähig sei, keinen ausgeglichenen Arbeitsmarkt gebe. Daher dürfe ihm
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kein Invalideneinkommen angerechnet werden, weshalb er bei einem IV-Grad von
100% einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente habe (IV-act. 34).
A.f Am 4. April 2014 gingen bei der IV-Stelle weitere Arztberichte ein. Dr. med. H._,
Kardiologie, hatte am 2. Mai 2013 festgehalten, dass die Ursachen der schwer
eingeschränkten linksventrikulären Funktion im Rahmen einer Tachykardiomyopathie
liegen könnten. Auch das bestätigte Schlafapnoe-Syndrom könne ursächlich für die
Rhythmusstörung sein. Eine nächtliche CPAP-Beatmung werde derzeit vom
Versicherten als sehr unangenehm empfunden und nicht toleriert. Daher sei eine
weitere ambulante CPAP-Instruktion geplant. Im Rahmen der respiratorischen
Polygrafien vom 24./25. April 2013 sei ohne Beatmung eine schwergradige, obstruktive
Schlafapnoe mit abschnittsweise gemischten Atmungsstörungen und Hinweisen auf
spindelförmige Atmungssignale festgestellt worden. Unter CPAP-Beatmung bestehe
eine schwergradige, meist obstruktive Schlapfapnoe mit Hinweisen auf spindelförmige
Atmungssignale (IV-act. 35 S. 1-6). Am 6. Juni 2013 hatte Dr. H._ berichtet, dass der
Versicherte zu einer elektiven Koronarangiografie mittels Links-Rechtsherzkatheter
aufgeboten worden sei (IV-act. 35 S. 8). Dr. E._ hatte am 22. Januar 2014 ausgeführt,
dass die Leistungsfähigkeit des Versicherten in der Fahrradergometrie stark
eingeschränkt sei und sich im Vergleich zum August 2013 verschlechtert habe (72
Watt, 39%). In der Echokardiografie habe eine leichte Verbesserung der
linksventrikulären Funktion nachgewiesen werden können (IV-act. 35 S. 9 f.).
A.g Am 11. April 2014 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass er keinen
Anspruch auf berufliche Massnahmen habe (IV-act. 37). Mit einem Vorbescheid stellte
die IV-Stelle dem Versicherten am 9. Mai 2014 eine Abweisung des Rentenanspruchs
in Aussicht. Zur Begründung führte sie aus, dass er aus kardiologischer Sicht
spätestens ab Dezember 2013 in einer körperlich leichten Tätigkeit zu 100%
arbeitsfähig sei. Da er dabei mindestens den gleichen Lohn wie bisher erzielen könne,
ergebe sich ein IV-Grad von 0% (IV-act. 41). Dagegen liess der Versicherte am 26. Mai
2014 einwenden, in seiner angestammten Tätigkeit sei er zu 100% arbeitsunfähig. Er
leide unter verschiedenen Gesundheitsbeschwerden, u.a. an einem nicht
behandelbaren, schweren Schlafapnoe-Syndrom. Bereits deswegen sei er gemäss der
Einschätzung der behandelnden Ärzte, die auf einer mehrwöchigen Beurteilung beruhe,
vollständig arbeitsunfähig. Dass die IV-Stelle den Anspruch auf eine Invalidenrente
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einzig unter Berücksichtigung der kardiologischen Diagnosen abweise, sei demnach
nicht nachvollziehbar. Dazu liess der Versicherte den definitiven Austrittsbericht der
Klinik I._ vom 21. Mai 2014 einreichen. Darin hatte Dr. med. J._, Kardiologie, sich
unter anderem gefragt, ob es in Bezug auf das Schlafapnoe-Syndrom des Versicherten
noch Versuchsmöglichkeiten gebe. Schliesslich habe der Versicherte wiederholt
beteuert, sich redlich bemüht zu haben, eine CPAP-Beatmung durchzuführen. Das
Tragen der bisher angewandten Masken habe jedoch nach dessen eigenen Angaben
immer wieder ein Panikgefühl verursacht, das unerträglich gewesen sei. Eine reguläre
Erwerbstätigkeit scheine deshalb aktuell aufgrund des schweren Schlafapnoe-
Syndroms, welches sicher weiter bestehen bleibe, nicht möglich (IV-act. 42).
A.h Der RAD nahm dazu am 11. Juni 2014 dahingehend Stellung, dass aus
kardiologischer Sicht keine Verschlechterungen seit August 2013 festzustellen seien. In
Bezug auf die Diagnose des Schlafapnoe-Syndroms sei bislang kein medizinischer
Befundbericht aktenkundig. Daher sei im Schlafzentrum ein IV-AB einzuholen. Gestützt
auf den aktuellen Austrittsbericht der Klinik I._ sei zurzeit von einem instabilen
Gesundheitszustand auszugehen (IV-act. 43). Dr. med. K._, Oberärztin des Zentrums
für Schlafmedizin, führte am 20. Juni 2014 aus, dass der Versicherte die erste CPAP-
Therapie im Juli 2013 bei Intoleranz abgebrochen habe. Als der Versicherte sich
abermals in der schlafmedizinischen Sprechstunde vorgestellt habe, habe er auch im
ambulanten Rahmen nicht zu einem erneuten Therapieversuch bewegt werden können.
Er sei auch nicht bereit gewesen, alternative Therapiemöglichkeiten auszuprobieren.
Somit sei die weitere Betreuung im Schlafzentrum sistiert worden, weshalb über die
Arbeitsunfähigkeit keine Auskunft gegeben werden könne. Generell könne hingegen
festgehalten werden, dass eine gut behandelte obstruktive Schlafapnoe (i.d.R. sei die
Schlafapnoe gut behandelbar) nicht zu einer Arbeitsunfähigkeit führe (IV-act. 47).
Zusätzlich ging am 17. Juli 2014 der Bericht des Zentrums für Schlafmedizin vom 22.
Juli 2013 ein, in welchem Dr. K._ festgehalten hatte, dass das Schlafapnoe-Syndrom
im Rahmen der Hospitalisation auf der Kardiologie im April 2013 diagnostiziert worden
sei. Der Versicherte sei in eine CPAP-Therapie eingeschult worden, habe das Gerät
jedoch Mitte Juni zurückgebracht. Man habe ihm zwar den Schweregrad und die
eindeutige Therapieindikation nochmals erklärt, doch habe er eine erneute Einschulung
und auch jede weitere Evaluation einer anderen (wenn auch klar weniger
erfolgsversprechenden) Therapiealternative vehement abgelehnt. Namentlich habe er
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sich auch bei den Kollegen der HNO nicht vorstellen wollen und auch ein weiteres
Verlaufsgespräch abgelehnt (IV-act. 49 f.).
A.i Der RAD notierte am 29. Juli 2014, das Schlafapnoe-Syndrom habe bereits längere
Zeit vor der Diagnose bestanden. Da der Versicherte seiner Arbeit dennoch ohne
Fehlzeiten habe nachgehen können, könne sich das Schlafapnoe-Syndrom nicht
gravierend auf die Arbeitsfähigkeit ausgewirkt haben. Der Versicherte sei demnach in
einer körperlich leichten Tätigkeit uneingeschränkt arbeitsfähig (IV-act. 51). Daraufhin
teilte die IV-Stelle dem Versicherten am 30. Juli 2014 mit, dass sie aufgrund der
vorliegenden Unterlagen am bisherigen Entscheid festhalte. Sie gab ihm die
Möglichkeit, erneut Stellung zu nehmen (IV-act. 52). Der Versicherte liess am 18.
August 2014 erklären, dass das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom erst seit der
Erstdiagnose im April 2013 bestehe. Massgebend sei ausserdem nicht die Frage, ob es
bereits früher bestanden habe, sondern ob die Arbeitsfähigkeit dadurch eingeschränkt
sei. Letzteres sei zu bejahen, da er mit der CPAP-Maske nicht zurechtkomme und auch
unter Anwendung dieser Maske ein schwergradiges, meist obstruktives Schlafapnoe-
Syndrom bestanden habe. Weil das schwergradige Schlafapnoe-Syndrom zu einer
starken Tagesmüdigkeit und Schläfrigkeit während des Tages führe, seien auch leichte
körperliche bzw. sitzende Tätigkeiten nicht möglich, denn er schlafe sofort ein, wenn er
sich hinsetze. Bewegung bzw. körperliche Tätigkeiten, welche ein Einschlafen
verhindern würden, seien hingegen aufgrund der Herzerkrankung nicht möglich.
Dementsprechend bestehe im Zusammenwirken der Grunderkrankungen eine
erhebliche Einschränkung der "Erwerbsfähigkeit", die allenfalls durch ein
polydisziplinäres Gutachten zu klären sei (IV-act. 53).
A.j Am 30. August 2014 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren des Versicherten ab.
Sie führte aus, dass der Versicherte keine neuen medizinisch begründbaren
wesentlichen Änderungen genannt habe, die nicht schon bekannt gewesen seien (IV-
act. 54).
B.
B.a In seiner am 2. Oktober 2014 dagegen erhobenen Beschwerde liess der
Versicherte (nachfolgend Beschwerdeführer) die Ausrichtung einer ganzen
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Invalidenrente beantragen. In Ergänzung zu seinen Ausführungen im
Verwaltungsverfahren liess er festhalten, dass er wegen seiner Erkrankung mehrfach
hospitalisiert gewesen sei und dass die behandelnden Ärzte ihm wegen der starken
Leistungseinschränkung eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert hätten. Die rein
spekulative Aussage der IV-Stelle (nachfolgend Beschwerdegegnerin), dass das
Schlafapnoe-Syndrom schon lange bestanden habe und er trotzdem habe arbeiten
können, sei unbegründet geblieben. Er habe früher nie unter dem Schlafapnoe-
Syndrom bzw. unter nachteiligen Folgen dieser Erkrankung gelitten, weshalb seine
Arbeitsfähigkeit erst seit dem Frühjahr 2013 eingeschränkt gewesen sei. Eine
vollständige Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit sei zudem deshalb
nicht nachvollziehbar, weil das Schlafapnoe-Syndrom nicht therapierbar sei (act. G 1).
B.b Darauf entgegnete die Beschwerdegegnerin am 24. November 2014, dass sowohl
aus kardiologischer als auch aus schlafmedizinischer Sicht eine vollständige
Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit attestiert worden sei. Den Akten sei
zudem nicht zu entnehmen, dass die Schlafapnoe beim Beschwerdeführer nicht
behandelbar sein solle. Im Gegenteil sei der Beschwerdeführer offenbar nicht bereit
gewesen, sich adäquat behandeln zu lassen. In den medizinischen Berichten fänden
sich mehrfach Hinweise darauf, dass er die Therapien nicht genügend konsequent
eingeübt habe und nicht bereit gewesen sei, Alternativen auszuprobieren. Auch ein
Angebot zu einer kurzstationären Einschulung, wo ihm auch nachts Hilfestellung hätte
geboten werden können, habe er abgelehnt. Damit sei er seiner medizinischen (Selbst-)
Eingliederungspflicht nicht nachgekommen. Insbesondere könne damit die gegenteilige
Aussage im Austrittsbericht der Klinik I._ vom 21. Mai 2014 entkräftet werden, nach
der eine reguläre Erwerbstätigkeit aufgrund des weiterhin bestehenden Schlafapnoe-
Syndroms nicht möglich sei (act. G 5).
B.c In seiner Replik vom 31. Dezember 2014 liess der Beschwerdeführer ergänzend
festhalten, dass die generelle Feststellung der Behandelbarkeit des obstruktiven
Schlafapnoe-Syndroms im konkreten Fall nicht weiterhelfe, da er mehrere
Therapieversuche unternommen habe, die er jedoch frustriert habe abbrechen müssen.
Er habe die Maske nicht vertragen und damit nicht einmal einschlafen können, woran
auch weitere Versuche und eine kurze stationäre Einschuldung nichts geändert hätten.
Die Erfolgsaussichten weiterer Therapieversuche seien zu gering. Zur CPAP-Maske,
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hinsichtlich welcher eine absolute Unverträglichkeit vorliege, bestünden ausserdem
keine therapeutischen Alternativen. Demnach habe die Beschwerdegegnerin den ihr
obliegenden Beweis, dass der Beschwerdeführer seine Eingliederungspflicht verletzt
habe, nicht erbracht. Die allgemeine Aussage des Zentrums für Schlafmedizin, dass ein
obstruktives Schlafapnoe-Syndrom gut behandelbar sei, treffe auf den
Beschwerdeführer somit nicht zu. Da das Schlafapnoe-Syndrom obstruktiv und
behandlungsbedürftig sei und damit die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
einschränke, habe der Austrittsbericht der Klinik I._ eben nicht entkräftet werden
können (act. G 8).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 12. Januar 2015 auf eine Duplik (act. G
10).

Erwägungen
1.
Mit der angefochtenen Verfügung vom 30. August 2014 hat die Beschwerdegegnerin
einen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin bei einem IV-Grad von 0% verneint.
Strittig ist demnach, ob der Beschwerdeführer einen Anspruch auf eine Invalidenrente
hat.
2.
2.1 Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht
durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder
verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf
dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG, SR 831.20). Invalidität ist gemäss
Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere
Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der
durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
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verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden
ausgeglichen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
2.2 Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist der Invaliditätsgrad
grundsätzlich durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen).
3.
3.1 Um das Invalideneinkommen und damit den Invaliditätsgrad ermitteln zu können,
muss die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststehen.
3.2 Der Beschwerdeführer hat Arztzeugnisse eingereicht, laut denen bei ihm im April
2013 eine nicht ischämische Kardiomyopathie, a.e. Tachykardie-induziert, ein
obstruktives Schlafapnoe-Syndrom, eine Ektasie der Aortensinusportion und Aorta
ascendens und eine Adipositas per magna festgestellt worden waren (IV-act. 18, 35).
Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner Herzkrankheit in seiner
angestammten Tätigkeit als Flugzeugreiniger zu 100% arbeitsunfähig ist und bleibt (IV-
act. 5 S. 8, 24, 56). Strittig ist hingegen, ob sich aus seinen gesundheitlichen
Beeinträchtigungen auch in einer adaptierten Tätigkeit Einschränkungen der
Arbeitsfähigkeit ergeben. Der Beschwerdeführer geht davon aus, dass er an einem
unbehandelbaren obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom leide und damit auch in einer
adaptierten, körperlich leichten Tätigkeit zu 100% arbeitsunfähig sei (act. G 1, 8, IV-act.
42, 53). Derselben Meinung ist Dr. J._, der im Austrittsbericht der Klinik I._ vom 21.
Mai 2014 angegeben hat, das Tragen der CPAP-Maske habe beim Beschwerdeführer
gemäss dessen eigenen Angaben ein Panikgefühl ausgelöst und sei demnach
unerträglich gewesen. Da somit ein schweres Schlafapnoe-Syndrom vorliege, welches
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sicher weiter bestehe, erscheine eine reguläre Erwerbstätigkeit aktuell unmöglich zu
sein (IV-act. 42 S. 3 f.). Demgegenüber stützt sich die Beschwerdegegnerin auf den
Bericht des Zentrums für Schlafmedizin vom 20. Juni 2014, in dem Dr. K._
festgehalten hat, dass der Beschwerdeführer, nachdem er die CPAP-Therapie bei
Intoleranz abgebrochen habe, keine erneuten oder alternativen Therapieversuche habe
unternehmen wollen. Generell hat sie erklärt, dass eine gut behandelte obstruktive
Schlafapnoe nicht zu einer Arbeitsunfähigkeit führe (IV-act. 47). Da zudem aus den
Akten nicht hervorgehe, dass das Schlafapnoe-Syndrom nicht behandelbar sei, ist die
Beschwerdegegnerin davon ausgegangen, dass dessen Unbehandelbarkeit einzig auf
die fehlende Kooperation des Beschwerdeführers zurückzuführen sei (act. G 5). Es ist
jedoch nicht abgeklärt worden, ob für die beim Tragen der CPAP-Maske auftretenden
Probleme nicht allenfalls objektive Gründe vorliegen. Somit ist nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit erstellt, ob es sich bei den genannten Gründen für das Nichttragen
der CPAP-Maske lediglich um subjektive Befindlichkeiten des Beschwerdeführers
handelt oder ob die Durchführung der CPAP-Therapie im konkreten Fall tatsächlich
objektiv unzumutbar ist. Ausserdem liegt mit dem Bericht vom 2. Mai 2013 ein Indiz
dafür vor, dass das Schlafapnoe-Syndrom des Beschwerdeführers eben nicht durch
eine CPAP-Beatmung ohne Weiteres behandelbar ist, indem die Respiratorische
Polygrafie vom 25. April 2013 ergeben hat, dass der Beschwerdeführer unter CPAP-
Beatmung eine schwergradige meist obstruktive Schlafapnoe mit Hinweisen auf
spindelförmige Atmungssignale aufweist. Ob dies darauf zurückzuführen ist, dass die
CPAP-Maske vom Beschwerdeführer nicht lange genug oder nicht korrekt angewandt
worden ist, geht aus dem Bericht jedoch nicht hervor. Dem RAD, der am 29. Juli 2014
davon ausgegangen ist, dass das Schlafapnoe-Syndrom des Beschwerdeführers sich
nicht auf dessen Arbeitsfähigkeit auswirke, da er bereits längere Zeit vor der
Diagnosestellung daran gelitten und trotzdem seine Arbeit verrichtet habe (IV-act. 51),
kann im Übrigen nicht gefolgt werden. Aus den vorliegenden Akten ergibt sich weder,
dass der Beschwerdeführer bereits vor dem 19. April 2013 an einem Schlafapnoe-
Syndrom gelitten noch dass er über Folgen dieser Krankheit geklagt hätte.
Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin also abzuklären, ob es dem
Beschwerdeführer objektiv zumutbar ist, eine CPAP-Therapie durchzuführen und in
welchem Umfang das Schlafapnoe-Syndrom die Arbeitsfähigkeit des
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Beschwerdeführers trotz erfolgter Behandlung oder bei einer objektiven
Unzumutbarkeit der CPAP-Therapie ohne Behandlung einschränkt.
3.3 Weiter hat die Beschwerdegegnerin die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in
einer adaptierten Tätigkeit in ihrer Verfügung aus kardiologischer Sicht mit 100%
beurteilt (IV-act. 54). Zwar entspricht dies der Einschätzung von Dr. E._, der am 2.
Dezember 2013 hat angeben lassen, dass eine leichte körperliche Arbeit aus
kardiologischer Sicht möglich sei (IV-act. 20), doch ist bei dieser
Arbeitsfähigkeitsschätzung lediglich auf die kardiologische Gesundheitssituation des
Beschwerdeführers abgestellt worden. Dieser leidet aber auch an einem obstruktiven
Schlafapnoe-Syndrom, einer Ektasie der Aortensinusportion und Aorta ascendens und
einer Adipositas per magna (vgl. IV-act. 35 S. 9). Es besteht somit die Möglichkeit, dass
jede Diagnose für sich die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nicht wesentlich
oder gar nicht einzuschränken vermag, die Kombination der Gesundheitsbeschwerden
hingegen zu einer relevanten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führen kann. Einer
abschliessenden Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers hat deshalb
eine gesamtheitliche Beurteilung aller Beschwerden vorauszugehen.
3.4 Da sich der Sachverhalt in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
in einer seiner Behinderung bestmöglich gerecht werdenden adaptierten
Erwerbstätigkeit als unvollständig abgeklärt erweist, ist die angefochtene Verfügung
vom 30. August 2014 in teilweiser Gutheissung der Beschwerde aufzuheben. Die
Sache ist zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen und anschliessenden
Neuverfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.
4.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Bei einer einzelrichterlichen Beurteilung
erweist sich praxisgemäss eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- als angemessen. Die
Rückweisung der Sache zur ergänzenden Abklärung und neuen Beurteilung an die
Verwaltung ist als volles Obsiegen des Beschwerdeführers zu werten (BGE 132 V 215
E. 6.2). Dementsprechend ist die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- vollumfänglich der
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Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist
der Beschwerdeführerin zurückzuerstatten.
4.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Auch hier gilt, dass eine Rückweisung zur
weiteren Abklärung als volles Obsiegen der beschwerdeführenden Partei zu betrachten
ist. Die Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne
Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der
Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das
Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75)
pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Der Rechtsvertreter hat keine Honorarnote
eingereicht. Praxisgemäss wird in einem durchschnittlich aufwändigen IV-Rentenfall
eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer) zugesprochen. Das IV-Aktendossier war im vorliegenden Fall
vergleichsweise dünn (IV-act. 1-124) und der Fall hat keine komplexen Sachverhalts-
oder Rechtsfragen beinhaltet. Unter Berücksichtigung der oben genannten Kriterien
erweist sich eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'000.-- (inklusive
Barauslagen und Mehrwertsteuer) daher als angemessen.