Decision ID: 0664212a-705d-5e48-9db1-72bb51f344cc
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
L._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Stefan Gnädinger, c/o Glaus & Partner,
Obergasse 28, Postfach 133, 8730 Uznach,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
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Sachverhalt:
A.
L._ (Jg. 1950) meldete sich am 2. Mai 2007 zum Bezug von IV-Leistungen
(Arbeitsvermittlung, Rente) an. Im Gesuchsformular gab sie u.a. an, die habe in ihrem
Herkunftsland ein pädagogisches Studium absolviert. Von 2000 bis 2007 sei sie als
Produktionsmitarbeiterin in einer Bäckerei tätig gewesen. Im Fragebogen für die
berufliche Integration gab die A._ AG am 11. Mai 2007 an, die Versicherte würde
aktuell Fr. 44'200.- verdienen. Dr. med. B._ berichtete am 16. Mai 2007, die
Versicherte leide an einem Panvertebralsyndrom links, an Osteopenie und
wahrscheinlich an einer sekundären Fibromyalgie bestehend seit Frühjahr 2006. Die
Versicherte sei in ihrer bisherigen Tätigkeit halbtags zu 100% arbeitsfähig. Die
Eingliederungsberatung der IV-Stelle hielt am 26./27. Juni 2007 fest, die Versicherte
fühle sich subjektiv nicht mehr arbeitsfähig. Da sie bei der aktiven Stellensuche durch
das RAV optimal betreut werde, sei der Fall abzuschliessen. Die Versicherte selbst
hatte am 20. Juni 2007 angegeben, dass sie nur einen Rentenentscheid wünsche. Dr.
med. C._ berichtete am 4. Juli 2007, die Versicherte leide an einem
Panvertebralsyndrom (momentan lumbospondylogen linksbetont), wahrscheinlich an
einer sekundären Fibromyalgie und an einem Verdacht auf eine beginnende
Gonarthrose links. Die Versicherte habe acht Stunden lang in nach vorn gebückter
Haltung arbeiten müssen. Dabei habe sie gegen Nachmittag intensive Schmerzen
lumbal und zervikal bekommen. Diese Arbeit sei nicht mehr zumutbar. Körperlich
leichte Arbeiten im Wechsel zwischen Sitzen, Stehen und Gehen ohne Heben von
Lasten über 5 kg seien zu 50% zumutbar.
B.
Dr. med. D._ vom RAD Ostschweiz empfahl eine bidisziplinäre (rheumatologische
und psychiatrische) Begutachtung. Dr. med. E._ führte in seinem psychiatrischen
Untergutachten vom 15. November 2007 aus, die Versicherte habe angegeben, das
zweijährige Studium habe einer Primarlehrerausbildung entsprochen. Sie habe in ihrem
Herkunftsland während 23 Jahren als Lehrerin in einem Dorf gearbeitet. Als der Krieg
ausgebrochen sei, sei sie mit den beiden Kindern zu ihrem Ehemann in die Schweiz
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gekommen. Sie habe versucht, Deutsch zu lernen. Nach verschiedenen
Aushilfsarbeiten habe sie die Stelle bei A._ AG gefunden. Ab 2005 habe sie
zunehmend unter der sitzend/stehend ausgeübten Tätigkeit gelitten. Dr. med. E._
berichtete weiter, die Versicherte habe sich bewusstseinsklar und allseits orientiert
gezeigt. Konzentration, Aufmerksamkeit und Auffassung seien intakt gewesen. Formal-
gedanklich habe die Versicherte über nächtliches Gedankenkreisen mit Zukunftssorgen
berichtet. Es habe keine Hinweise auf Wahn, Sinnestäuschungen oder Ich-Störungen
gegeben. Insbesondere bei Schmerzexazerbation sei die Versicherte dysthym
verstimmt. Ausserdem sei sie zunehmend anhedon und perspektivelos mit
ausgeprägten Zukunftssorgen und Existenzängsten, psychomotorisch eher
antriebsarm mit beginnendem sozialem Rückzug. Die Versicherte leide an einer
Verhaltensauffälligkeit bei andernorts klassifizierten Erkrankungen (ICD-10 F54). Um
einer dysthymen/depressiven Entwicklung vorzubeugen, wäre es wichtig, die
Versicherte im Arbeitsprozess zu reintegrieren. Die berechtigten Existenzängste und
Zukunftssorgen seien in der Diagnose berücksichtigt. Dabei handle es sich um eine
verständliche Reaktion. Eine Tendenz zu einer somatoformen Schmerzausweitung sei
nicht feststellbar. Aus psychiatrischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt.
C.
Der Rheumatologe Dr. med. F._ berichtete im Gutachten vom 27. Dezember 2007, es
bestehe ein chronisches lumbal und zervikothorakal akzentuiertes
Panvertebralsyndrom bei/mit Wirbelsäulenfehlform und –fehlhaltung, muskulärer
Dysbalance, Osteopenie, Fehlstatik bei Übergewicht (BMI 28) und Dekonditionierung.
Die Osteopenie könne nur schwerlich für die geklagten Beschwerden verantwortlich
gemacht werden. Im Rahmen der Arbeitskarenz habe sich eine fibromygieforme
Generalisationstendenz der Beschwerden mit Ausdehnung zur ganzen Wirbelsäule
gezeigt. Zeichen für eine periphere oder spinale Kompression neuromeningealer
Strukturen fehlten. Das arbeitsmedizinische Problem bestehe in einer primär durch die
Dekonditionierung und die Fehlstatik bei Übergewicht erklärbare Minderung der
Belastbarkeit des Rumpfes sowie des Achsenorgans für alle Tätigkeiten mit Heben und
Tragen von schweren Lasten sowie für Arbeiten in wirbelsäulenbelastenden
Zwangspositionen längerdauernd rein stehend, in vornübergeneigter Körperhaltung,
mit repetitiv rumpfrotierenden Stereotypien und im Überkopfbereich. Zumutbar seien
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alle körperlich leicht belastenden Tätigkeiten in wirbelsäulenadaptierten
Wechselpositionen. Die Osteopenie habe bis zu körperlich mittelschwer belastenden
Tätigkeiten keine Arbeitsunfähigkeit zur Folge. Es bestehe eine Reihe von IV-fremden
Cofaktoren (fortgeschrittenes Lebensalter, zunehmende Selbständigkeit der Kinder,
abnehmender Bedarf nach Zusatzverdienst), die eine Chronifizierung begünstigten. In
angepassten Tätigkeiten sei die Versicherte zu 100% arbeitsfähig. Dr. med. D._ vom
RAD gab folgende Bedingungen einer adaptierten Tätigkeit an: leichte
Wechselbelastung mit Handhaben von Gewichten bis 10 kg ohne
Bewegungsstereotypien und ohne Zwangspositionen.
D.
Mit einer Verfügung vom 22. Januar 2008 schloss die IV-Stelle die Arbeitsvermittlung
ab. Mit einem Vorbescheid vom 23. Januar 2008 teilte sie der Versicherten mit, dass
sie beabsichtige, das Rentenbegehren abzuweisen, da keine Invalidität vorliege. Dr.
med. B._ wandte am 3. Februar 2008 für die Versicherte ein, auch für eine adaptierte
Erwerbstätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von lediglich 50%. Durch ihren
Rechtsvertreter liess die Versicherte am 25. März 2008 einwenden, eine Stellungnahme
von Dr. med. B._ vom 10. März 2008 zeige, dass das Gutachten in mehreren
Punkten unrichtig sei. Dr. med. B._ hatte in dieser Stellungnahme angegeben, er
könne keine IV-fremden Cofaktoren erkennen. Die Versicherte sei sehr gut integriert,
willig, arbeitsam und sehr kooperativ. Die A._ AG habe die Versicherte in die
Sozialversicherung entsorgt. In der wahren Welt gebe es keine adaptierten Tätigkeiten.
Mit einer Verfügung vom 31. März 2008 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren ab. Sie
ging davon aus, dass die Versicherte nicht invalid sei, weil das zumutbare
Invalideneinkommen dem Valideneinkommen entspreche. Den Ausführungen von Dr.
med. B._ hielt sie entgegen, es gebe keine Hinweise auf eine Verschlechterung des
Gesundheitszustandes seit der Begutachtung. Das Ergebnis der bidisziplinären
Begutachtung sei weit überzeugender als die Einschätzung durch Dr. med. B._.
E.
Die Versicherte liess durch ihren Rechtsvertreter am 30. April 2008 Beschwerde gegen
diese Abweisungsverfügung erheben und sinngemäss beantragen, der Invaliditätsgrad
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sei auf mindestens 50% festzusetzen. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an
die IV-Stelle zurückzuweisen. Der Beschwerde lag ein Bericht von Dr. med. G._ vom
4. April 2008 an Dr. med. B._ bei. Laut diesem Bericht konnte die Versicherte ihre
bisherige Tätigkeit nicht mehr zu 100% ausführen. Eine 50%ige angepasste Tätigkeit
könnte jedoch sehr gut bewältigt werden. Der Rechtsvertreter der Versicherten führte
sinngemäss aus, die Versicherte könnte nur als Hilfskraft eine neue Stelle finden. Bei
solchen Stellen handle es sich aber in aller Regel um körperliche Arbeiten, die aufgrund
der übermässigen Belastung nur zu 50% zumutbar wären. Trotz guten Willens und
tadelloser Motivation werde die Versicherte in ihrem Alter weder eine Arbeit mit
geringer körperlicher Belastung zu 100% noch eine körperliche Arbeit zu 50% finden
können. Auch bei der Haushaltsarbeit sei die Versicherte stark eingeschränkt. Nach
einem Rehabilitationsaufenthalt anfangs 2006 habe die Erwerbstätigkeit wieder
aufgenommen und schrittweise bis auf 70% erhöht werden können. Ab anfangs 2007
habe wieder auf 50% reduziert werden müssen, worauf es zur Kündigung gekommen
sei. Demzufolge bestehe ein Anspruch auf eine Rente, denn die durchschnittliche
Arbeitsunfähigkeit habe während eines Jahres durchschnittlich 50% betragen. Dr. med.
G._ und der Hausarzt seien beide der Meinung, dass ein Invaliditätsgrad von 50%
vorliege.
F.
Die IV-Stelle beantragte am 2. Juli 2008 die Abweisung der Beschwerde. Sie führte
aus, sie habe die Versicherte als vollerwerbstätig qualifiziert. Demnach spiele die
Einschränkung im Haushalt für die Invaliditätsbemessung keine Rolle. Da die Invalidität
anhand der Arbeitsfähigkeit in einer dem Leiden angepassten Tätigkeit ermittelt werden
müsse, sei auch die Arbeitsfähigkeit an der angestammten Arbeitsstelle in der Bäckerei
nicht massgebend. Das Gutachten habe überzeugend eine Arbeitsfähigkeit von 100%
in einer angepassten Tätigkeit ergeben. Es könne keine Rede davon sein, dass
Hilfsarbeiten regelmässig körperlich schwere Arbeiten seien und dass die Versicherte
deshalb keine Stelle finden würde.
G.
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Die Versicherte liess am 10. Oktober 2008 einwenden, am 24. Juni 2008 seien
Röntgenbilder erstellt worden, welche die Ursache des schweren Rückenleidens
erklärten. Es sei eine rechtsseitige Spondylolyse L5 diagnostiziert worden, die zu einer
Instabilität im Segment L5/S1 führe. Die Belastbarkeit sei stark eingeschränkt. Es
dürften noch Gewichte bis maximal 10 kg gehoben werden, längerfristig gar nur noch
von 2 kg. Sie sei deshalb weiterhin nicht in der Lage, schwerere Arbeiten zu verrichten.
Gemäss dem beiliegenden Bericht von Dr. med. G._ bestand eine verminderte
Belastbarkeit des Achsenorgans für alle Tätigkeiten mit Heben oder Tragen von
schweren Lasten, Zwangshaltungen, langdauerndem reinen Stehen insbesondere in
vornübergeneigter Haltung, Arbeit mit repetitiven Rumpf- oder HWS-rotierenden
Stereotypien und im Überkopfbereich.
H.
Die IV-Stelle wies am 21. Oktober 2008 darauf hin, dass sich die Befunde im Gutachten
weitgehend mit denjenigen von Dr. med. G._ deckten. Dr. med. G._ halte eine
angepasste Tätigkeit offenbar für zu 100% zumutbar.

Erwägungen:
1.
1.1 Gemäss Art. 16 ATSG ist das Einkommen, das die versicherte Person nach dem
Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der medizinischen Behandlung und
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung
zu setzen zum Erwerbseinkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn
sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Ausgangspunkt der Ermittlung
des zumutbaren Invalideneinkommens ist die Arbeitsfähigkeit der versicherten Person.
Dr. med. C._ hat am 4. Juli 2007 eine Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in
einer körperlich leichten, wechselnd im Sitzen, im Stehen oder im Gehen
auszuübenden Erwerbstätigkeit von "sicherlich" 50% angegeben. Sie hat die bisherige
Tätigkeit als unzumutbar bezeichnet. Warum die Beschwerden (Rückenschmerzen
aktuell intensiv lumbal, Nackenschmerzen vor allem bei der früher ausgeübten
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Tätigkeit) auch in einer leidensadaptierten Tätigkeit eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit
zur Folge haben sollten, hat sie nicht erklärt. Möglicherweise ist die Verwendung des
Wortes "sicherlich" so zu verstehen, dass die Beschwerdeführerin mindestens zu 50%
arbeitsfähig sein soll, dass der Arbeitsfähigkeitsgrad also auch mehr als 50% betragen
kann. Angesichts dieser Unsicherheit und angesichts des Fehlens einer medizinischen
Begründung vermag die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. med. C._ nicht zu
überzeugen.
1.2 Die Beschwerdeführerin interpretiert die Ausführungen von Dr. med. B._ und Dr.
med. G._ so, dass für eine leidensadaptierte Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 50%
angenommen worden sei. Tatsächlich hat Dr. med. B._ aber in seinen
Stellungnahmen vom 3. Februar und vom 10. März 2008 nicht auf eine
leidensadaptierte, sondern auf die zuletzt bei A._ AG ausgeübte Tätigkeit Bezug
genommen. Er hat nämlich unterstellt, dass es gar keine Arbeitsplätze gebe, an denen
die Beschwerdeführerin in einer ihrem leiden adaptierten Art und Weise tätig sein
könnte, so dass auch keine Arbeitsfähigkeitsschätzung bezogen auf eine solche
Tätigkeit abgegeben werden müsse. Dr. med. B._ hat also keine
Arbeitsfähigkeitsschätzung vorgenommen, die der Bemessung des
Invalideneinkommens dienen könnte. Dr. med. G._ hat am 4. April 2008 zwar eine
Arbeitsfähigkeit von 50% angegeben, aber er hat nicht klargestellt, ob sich diese
Einschätzung auf die frühere Tätigkeit bei der A._ AG oder auf eine leidensadaptierte
Tätigkeit beziehe. Wenn sie sich auf eine leidensadaptierte Erwerbstätigkeit bezogen
hat, dann fehlt jede Begründung dafür, dass hauptsächlich belastungsabhängige
Beschwerden die Ausübung einer nicht belastenden Tätigkeit nur zu 50% zulassen
sollten. Im übrigen dürfte auch die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. med. G._
durch die äusserst pessimistische Einstellung von Dr. med. B._ betreffend die
Chancen der Beschwerdeführerin, eine leidensadaptierte Arbeitsstelle zu finden,
beeinflusst sein. Die unter diesen Umständen abgegebenen
Arbeitsfähigkeitsschätzungen vermögen nicht zu überzeugen. Sie belegen weder eine
vollständige Arbeitsunfähigkeit noch eine 50%ige Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin in einer leidensadaptierten Erwerbstätigkeit.
1.3 Trotzdem ist zu beachten, dass Dr. med. B._ als Hausarzt keine Zweifel an der
Einschätzung des begutachtenden Psychiaters Dr. med. E._ geäussert hat. Hätte Dr.
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med. B._ eine für die Arbeitsfähigkeit erhebliche Beeinträchtigung der psychischen
Gesundheit der Beschwerdeführerin festgestellt oder vermutet, so hätte er sicher nicht
gezögert, dies mitzuteilen. Auch auf Dr. med. B._ hat die Beschwerdeführerin also
nicht den Eindruck gemacht, dass sie durch eine Beeinträchtigung ihrer psychischen
Gesundheit in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei. Die Ausführungen von Dr. med.
E._ in dessen Gutachten vom 15. November 2007 entfalten aber auch ohne eine
indirekte Bestätigung durch Dr. med. B._ ausreichenden Beweiswert, denn die für
eine über die Verhaltensauffälligkeit hinausgehende psychische Erkrankung typischen
Symptome fehlen. Es steht deshalb mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit fest, dass die Beschwerdeführerin jedenfalls nicht aus psychischen
Gründen in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist.
1.4 Dr. med. F._ hat im Gutachten vom 27. Dezember 2007 unter Verweis auf das
Ergebnis der klinischen und der bildgebenden Untersuchungen festgestellt, dass die
Beschwerdeführerin in einer körperlich leichten Tätigkeit in wirbelsäulenadaptierten
Wechselpositionen uneingeschränkt arbeitsfähig sei. Die im Lauf des Jahres 2008
erstellten Röntgenbilder, die offenbar eine präzisere Diagnose ermöglicht haben,
bestätigen nur das Ergebnis der Abklärung durch Dr. med. F._ und damit auch
dessen Arbeitsfähigkeitsschätzung. Dr. med. F._ hat zwar auf die Existenz "IV-
fremder Cofaktoren" hingewiesen, aber er hat das nicht auf die Arbeitsfähigkeit,
sondern auf die medizinische Prognose bezogen. Er hat nämlich die Auffassung
geäussert, dass diese Cofaktoren die Chronifizierungsgefahr erhöhten. Im Gegensatz
zu Dr. med. F._, der die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin als unabhängiger
und erfahrener Sachverständiger beurteilt hat, haben die behandelnden Ärzte die
Arbeitsfähigkeit hauptsächlich aus therapeutischer Sicht abgegeben. Besonders
ausgeprägt ist das bei derjenigen von Dr. med. B._ der Fall gewesen. Er behandelt
die Beschwerdeführerin schon seit Jahren, so dass die Möglichkeit nicht von der Hand
gewiesen werden kann, dass er die Selbstdarstellung der Beschwerdeführerin als willig,
arbeitsam und sehr kooperativ, aber durch die körperlichen Beschwerden an der
Umsetzung dieser Eigenschaften in einer Erwerbstätigkeit verhindert, unkritisch
übernommen und gar nicht geprüft hat, ob die Beschwerdeführerin sich bei ihrer
Selbstdarstellung allenfalls ausschliesslich an der bisherigen Tätigkeit bei der A._ AG
orientiert hat. Dafür spricht auch, dass die Möglichkeit einer verbesserten
Schmerzmitteltherapie und damit einer Erhöhung der Arbeitsfähigkeit für die
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behandelnden Ärzte nie ein Thema gewesen ist. Dr. med. B._ scheint ohne weiteres
akzeptiert zu haben, dass die Beschwerdeführerin die entsprechenden Möglichkeiten
nicht hat ausnützen wollen. Seine Arbeitsfähigkeitsschätzung beruht demnach auf
einem Gesundheitszustand, der zumutbarerweise im Hinblick auf die Arbeitsfähigkeit
verbessert werden könnte. Zusammenfassend ist festzustellen, dass die
Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. med. F._ überzeugt. Das bedeutet, dass die
Beschwerdeführerin mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in einer leidensadaptierten
Erwerbstätigkeit zu 100% arbeitsfähig ist.
1.5 Dr. med. B._ und diesem folgend auch der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin machen im Ergebnis geltend, die Arbeitsfähigkeit sei wirtschaftlich
nicht verwertbar, weil es keine Stellen gebe, an denen die Beschwerdeführerin in
leidensadaptierter Weise tätig sein könnte. Alle Hilfsarbeiten seien nämlich körperlich
belastend. Die Beschwerdegegnerin hat zu Recht darauf hingewiesen, dass es auf dem
allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt durchaus Stellen für Hilfsarbeiterinnen
gebe, die nicht körperlich belastend seien und die in wechselnden Positionen (stehend,
sitzend, gehend) ohne Einnahme von Zwangshaltungen ausgeübt werden könnten. Es
handelt sich dabei oft um Stellen, die (wie z.B. Überwachungstätigkeiten) besondere
Anforderungen an die Konzentration, die Aufmerksamkeit, die Zuverlässigkeit usw. der
Hilfsarbeiterin stellen. Derartige Stellen rechtfertigen einen Lohn, der jedenfalls nicht
tiefer ist als jener, mit dem körperlich belastende Hilfsarbeiten entschädigt werden. Der
Beschwerdeführerin würde es leicht fallen, sich in einer solchen Hilfsarbeit zu
bewähren, denn sie verfügt über ein für eine Hilfsarbeiterin überdurchschnittliches
Bildungsniveau und dementsprechend wohl auch über überdurchschnittliche
intellektuelle Fähigkeiten, die es ihr erlauben würden, Arbeiten auszuführen, die viele
andere Hilfsarbeiterinnen überfordern würden. Die für leidensadaptierte Tätigkeiten
vollumfänglich erhaltene Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin ist also auf dem
allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt verwertbar.
2.
Gemäss den Angaben von der A._ AG vom 11. Mai 2007 hätte die
Beschwerdeführerin im Jahr 2007 in ihrer angestammten Tätigkeit Fr. 44'200.- verdient.
Dabei handelt es sich nicht um das Einkommen, das die Beschwerdeführerin im
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hypothetischen Gesundheitsfall bei Ausschöpfung ihrer erwerblichen Leistungsfähigkeit
erzielen könnte. Sie wäre nämlich ohne weiteres in der Lage, einer Hilfsarbeit
nachzugehen, die durchschnittlich entlöhnt wäre. Eigentlich wäre ihr
Erwerbseinkommen deshalb anhand des statistischen Durchschnittslohns der
Hilfsarbeiterinnen zu ermitteln, denn auch das zumutbare Invalideneinkommen ist
praxisgemäss ausgehend von diesem Durchschnittslohn zu ermitteln. Die
Beschwerdegegnerin hat die andere Variante gewählt. Sie hat auf den bei der A._ AG
erzielbaren Lohn von Fr. 44'200.- abgestellt, um das Valideneinkommen zu definieren.
Damit ist sie gezwungen gewesen, auch zur Ermittlung des zumutbaren
Invalideneinkommens von diesem Lohn und nicht vom Durchschnittseinkommen aller
Hilfsarbeiterinnen auszugehen. Andernfalls hätte nämlich ein IV-fremder Faktor auf den
Einkommensvergleich eingewirkt, diesen verfälscht und damit zu einem unbrauchbaren
Ergebnis geführt. Bei einem Valideneinkommen von Fr. 44'200.- und einem
Ausgangseinkommen zur Ermittlung des zumutbaren Invalideneinkommens von knapp
über Fr. 50'000.- (vgl. die vom Bundesamt für Statistik herausgegebene
Lohnstrukturerhebung 2006, Tabelle TA1, Anforderungsniveau 4, Zentralwert aller
Branchen) wäre es wohl zu einer "negativen" Invalidität gekommen, d.h. die
Beschwerdeführerin wäre mit der Gesundheitsbeeinträchtigung erwerbsfähiger
gewesen als ohne die Gesundheitsbeeinträchtigung. Um dieses paradoxe und damit
gesetzwidrige Ergebnis zu vermeiden, ist die Beschwerdegegnerin bei der Ermittlung
des zumutbaren Invalideneinkommens statt vom Durchschnittseinkommen von einem
Einkommen von ebenfalls Fr. 44'200.- ausgegangen. Die Beschwerdeführerin weist
gegenüber gesunden Konkurrentinnen für Stellen auf dem allgemeinen und
ausgeglichenen Arbeitsmarkt, an denen leidensadaptiert gearbeitet wird, einen
spürbaren Nachteil auf. Mit ihrer Anstellung wäre nämlich das Risiko
überdurchschnittlicher Krankheitsabsenzen verbunden, die Beschwerdeführerin wäre
nicht flexibel einsetzbar, weil sie nicht vorübergehend an einem ungeeigneten
Arbeitsplatz für eine kranke Kollegin einspringen könnte, und sie wäre wohl auch nicht
in der Lage, bei Bedarf längere Zeit Überstunden zu leisten. Diese Nachteile sind als
zusätzliche Lohnkosten zu qualifizieren, die von der Beschwerdeführerin zur Erhaltung
der Konkurrenzfähigkeit dadurch kompensiert werden müssten, dass ein
unterdurchschnittlicher Lohn verlangt würde. Der Abzug ist ermessensweise auf 5%
festzusetzen. Das zumutbare Invalideneinkommen beträgt somit Fr. 41'990.-. Die
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Beschwerdeführerin ist also zu 5% invalid. Die Beschwerdegegnerin hat das
Rentenbegehren im Ergebnis zu Recht abgewiesen.
3.
Im Sinne der vorstehenden Ausführungen ist die Beschwerde abzuweisen. Das
Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Gerichtsgebühr richtet sich nach dem
Verfahrensaufwand (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Dieser rechtfertigt eine Gebühr von Fr.
600.-. Sie ist durch den von der Beschwerdeführerin geleisteten Vorschuss in gleicher
Höhe gedeckt. Die vollumfänglich unterliegende Beschwerdeführerin hat keinen
Anspruch auf eine Parteientschädigung, weshalb das entsprechende Begehren
abzuweisen ist.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG