Decision ID: ab3e7508-6f8a-5da4-a9a0-228ccc0fcab9
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Nachdem
X._
, geboren
1971,
bereits im Jugendalter diverse
Leis
tungen der Invalidenversicherung zugesprochen erhalten hatte
(vgl.
Urk.
13/86)
,
sprach ihr die Ausgleichskasse des Kantons
Y._
mit Verfügung vom 2
2.
November 1991 bei einem Invaliditätsgrad von 53
%
eine halbe Rente
ab August 1991
zu (vgl.
Urk.
13/27).
Mit Verfügung vom 1
1.
März 1996 wurde die bisher ausgerichtete halbe Rente bei einem neuen Invaliditätsgrad von 42
%
auf eine
Viertelsrente
herabgesetzt (
Urk.
13/47).
Mit Verfügung vom 2
7.
Juni 2001 bestätigte die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons
Y._
,
IV-Stelle
,
bei einem
Invalidi
tätsgrad
von 43
%
den Anspruch auf eine
Viertelsrente
(
Urk.
13/83).
Mit
Mitteilung
en
vom 2
3
. Februar 200
7
(
Urk.
13/109) und 2
9.
Mai 2012 (
Urk.
13/117)
be
stätigte die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle
,
den Anspruch auf
eine
Viertelsrente
.
Mit Schreiben vom
1.
Juni 2012 (
Urk.
13/118)
auf
erlegte die IV-Stelle der Ver
sicherten e
ine Schadenminderungspflicht
,
wonach sich die Versicherte
eine
r
Körpergewichtsreduktion um 5
%
vom aktuellen Körpergewicht pro Jahr unter hausärztlicher Aufsicht und Protokollierung
sowie eine
r
psychiatrische
n
Fach
arzt
behandlung
über 2 Jahre
hinweg
unterziehen müsse.
1.2
Am 1
4.
Oktober 2015 stellte die IV-Stelle eine
bidisziplinäre
medizinische Unter
suchung der Versicherten in Aussicht und legte den vorgesehenen
Frage
katalog
bei (
Urk.
13/159-160). Am 3
0.
November 2015 teilte die IV-Stelle der Ver
sicherten mit, die medizinische Untersuchung werde d
urch Prof.
Dr.
med.
Z._
,
A._
, Departement Innere Medizin,
Fall
führer
,
erfolgen, und gab die Namen der
weiteren
Gutachter bekannt (
Urk.
13/164).
Am
7.
Dezember 2015 me
ldete sich die Versicherte beim
vorge
sehenen Psychiater
Dr.
med.
B._
für die am glei
chen Tag
an
ge
setzt
e Untersuchung ab (vgl.
Urk.
13/165-166). Am
8.
Dezember 2015 for
derte die IV-Stelle die Versicherte auf, die beigelegte Be
reitschaftserklärung zu unterzeichnen und sich mit den Gutachtern in Verbin
dung zu setzen, ansonsten dies als Verweigerung der Begutachtung zu verste
hen und aufgrund der Akten
entschieden werde (
Urk.
13/168).
Mit Schreiben vom
9.
Dezember
2015 (
Urk.
13/173
=
Urk.
13/
174
/1
) und 1
1.
Dezember 2015 (
Urk.
13/175) machte die
Versicherte sinngemäss geltend, sie könne aufgrund der
Weih
nachtsgeschäfte
und
der damit verbundenen
unregelmässigen Arbeitseinsätze
die
Begutach
tung
s
termine
nicht mehr im Dezember
wahrnehmen
.
Weiter machte sie Bean
stan
dungen gegenüber dem Gutachter
Dr.
B._
geltend. Mit Schreiben vom 1
5.
Dezem
ber
2015 teilte die IV-Stelle die Terminsistierung mit (
Urk.
13/176). Mit
Zwischen
verfügung
vom 2
2.
Dezember 2015 hielt die IV-Stelle an der
Abklä
rungsstelle
und den ge
nannten Gutach
t
ern fest (
Urk.
13/177 =
Urk.
2).
2.
Die Versicherte erhob am 2
1.
Januar 2016 Beschwerde gegen die
Zwischenver
fügung
vom 2
2.
Dezember 2015 (
Urk.
2) und beantragte sinngemäss, die Be
sc
hwerde sei gutzuheissen und es sei ihr anstelle von
Dr.
med.
B._
ein
andere
r
Gutachter zuzuweisen
(
Urk.
1,
Urk.
6)
.
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2
3.
März 2016 (
Urk.
12)
die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am 2
9.
März
2016 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
14). Gleichzeitig wurde ihr Gesuch um Bewilli
gung der unentgeltlichen Prozessführung gutgeheissen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Bei d
er angefochtenen Verfügung vom 2
2
.
Dezember
2015
(
Urk.
2) handelt es sich um eine verfahrensleitende Verfügung, mit welcher die IV-Stelle an der von ihr gewählten Abklärungsstelle
und
den
Gutachter
n
festhielt. Da sie das
Admi
nistrativverfahren
nicht abschliesst, handelt es sich um eine
Zwischen
ver
fü
gung
.
1.2
Zwischenverfügungen können gemäss
Art.
55
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) in Verbindung mit
Art.
5
Abs.
2 und
Art.
46 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren (
VwVG
) bei Bejahung eines nicht wieder gutzumachenden Nachteils (
Art.
46
Abs.
1
lit
. a
VwVG
) unter Erhebung aller gesetzlich vorgesehenen Rügen recht
licher und tatsächlicher Natur angefochten werden.
I
m Kontext der
Gut
ach
tenanordnung
ist gemäss der Recht
sprechung die
Eintretensvoraussetzung
des nicht wieder gutzumachenden Nachteils für das erstinstanzliche
Beschwerde
ver
fahren
zu bejahen, zumal die nicht sachgerechte Begutachtung in der Regel einen rechtlichen und nicht nur einen tatsäc
hlichen Nachteil bewirken wird (vgl. auch BGE 138 V 271 E. 1.2.1 bis E. 1.3)
.
Beschwerdeweise geltend gemacht werden können materielle Einwendungen bei
spielsweise des Inhalts, die in Aussicht genommene Begutachtung sei nicht
notwendig, weil sie - mit Blick auf einen bereits umfassend abgeklärten Sach
verhalt - bloss einer Zweitmeinung entspreche (BGE 137 V 210 E. 3.4.2.7 mit Hinweisen; noch anders: BGE 136 V 156). Sodann können personenbezogen
e
Ausstandsgründe
gerügt werden.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt in ihrer Zwischenverfügung (
Urk.
2) an
der Abklä
rung durch
die namentlich bekannt gegebenen Gutachter
fest
mit der Begrün
dung, es seien keine schützenswerten Ausstands- oder
Ablehnungs
grü
nde
geltend gemacht worden (S. 2 f.
).
2.2
Dagegen machte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde (Urk. 1)
sinnge
mäss
geltend,
dass sich
Dr.
B._
am Telefon ihr gegenüber sehr unfreund
lich verhalten und ihr
das Telefon aufgelegt habe, wozu es jedoch kein
en
Anlass gegeben habe
(S. 1)
.
2
.3
Strittig und zu prüfen ist
die erfolgte Auswahl der Abklärungsstelle sowie der
in
volvierten
Gutachter
und insbesondere, ob gegen den vorgesehenen Psychia
ter
Dr.
B._
formelle Ausstands- oder Ablehnungsgründe vorliegen.
3.
3.1
V
orliegend ist zunächst die
Gesetzesmässigkeit der Auswahl der
Abklärungs
stelle
zu prüfen.
3.2
Das Bundesamt für Sozialversicherungen hat im hier anwendbaren
Kreisschrei
ben
über das Verfahren in der Invalidenversicherung (KSVI, gültig ab 1. Januar
2010, Stand 1. Januar 2015) festgehalten, wie bei der Auftragsvergabe von mono-
oder
bidisziplinären
Gutachten vorzug
ehen ist (KSVI
Rz
2083 ff.). Da
nach hat die IV-Stelle der versicherten Person eine Mitteilung zuzustellen, wel
che die Art der Begutachtung und den Namen sowie den Facharzttitel der mit dem Gutachten beauftragten Person bzw. Personen festhält. Mit der Mit
teilung ist der Fragenkatalog zuzustellen und die versicherte Person ist auf die Mög
lichkeit hinzuweisen, Zusatzfragen einreichen zu können. Für die Erhebung von Einwänden sowie für die Einreichung von Zusatzfragen ist der versicherten Person sodann eine Frist von zehn Tagen einzuräumen. Als zulässige Einwände kann die versicherte Person beispielsweise geltend machen, dass die begutach
tende Person ein persönliches Interesse in der Sache hat oder aus anderen Gründen in der Sache befangen ist, es ihr an der nötigen Fachkompetenz fehlt
oder ein Gutachten aus einer anderen medizinischen Fachrichtung notwendig ist (KSVI
Rz
2083
–
Rz
2083.3
).
3
.
3
Bei mono- und
bidisziplinären
Gutachten ist gemäss bundesgerichtlicher Recht
sprechung im Falle aller zulässigen Einwendungen konsensorientiert vorzu
ge
hen. Erst wenn eine Einigung ausbleibt, ist eine Zwischenverfügung über die Beweisvorkehr an sich (Notwendigkeit einer Begutachtung, Beschränkung auf ein oder zwei Fachdisziplinen, Bezeichnung der Disziplin) und die Person des
Gutachters beziehungsweise der Gutachter zu erlassen (BGE 139 V 349 E. 5.2.2.3)
. Mit anderen Worten ist ein Einigungsversuch zu unternehmen, sobald ein zu
lässiger Einwand erhoben wurde (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_560/2013 vom 6. September
2013 E.
2.3). Ein Einigungsversuch setzt vo
raus, dass ein (mündlicher oder schriftlicher) Austausch zwischen der IV-Stelle und der ver
si
cherten Person stattfindet. Dieser Austausch muss in den Akten hinterlegt sein. Wird keine Einigung gefunden, erlässt die IV-Stelle eine
Zwi
schen
ver
fü
gung
(KSVI
Rz
2084
–
Rz
2084.2
).
Das Bundesgericht hat sodann die Wichtigkeit der Beachtung der
Verfahrensga
rantien
bei mono- und
bidisziplinären
Expertisen betont (BGE 139 V 349 E. 5.4).
Der Verzicht auf einen Einigungsversuch stellt folglich eine schwerwie
gende Verletzung der Mitwirkungsrechte dar, welche ungeachtet der Erfolg
saussichten der Beschwerde in der Sache selbst zur Aufhebung der angefochte
nen Ver
fü
gung führt. Es kommt mit anderen Worten nicht darauf an, ob der
Ei
nigungs
versuch
im konkreten Fall für den Ausgang der materiellen
Streitent
scheidung
von Bedeutung ist, das heisst, ob die Behörde zu einer Änderung ih
res Ent
schei
des veranlasst wird oder nicht. Insbesondere spielt es auch keine Rolle, ob der
Einigungsversuch selbst aussichtsreich erscheint (vgl. Urteil des hiesigen Ge
richts
IV.2014.01314 vom 29. Mai 2015 E. 3.3).
3.4
Bei der vorliegend angeordneten medizinischen Untersuchung handelt es sich zweifellos um eine
bidisziplinäre
Begutachtung, erachtete die
Beschwerdegeg
nerin
mit Mitteilung vom 3
0.
November 2015 (
Urk.
13/164) doch eine Untersu
chung in den Fachdisziplinen Allgemeine Innere Medizin und Psychiatrie und somit in zwei Fachbereichen als notwendig.
Die angeordneten Fachdisziplinen blieben vo
n
der
Beschwerde
führer
in
unbestritten. Folglich
hat
eine Vergabe des Gutachtensauftrags
konsensorientiert zu erfolgen (vgl. vorstehend E. 3.2-3.3).
3.5
Wie das Bundesgericht in BGE 139 V 349 E. 5.2.2.2 unter Hinweis auf
Rz
. 2080 ff.
KSVI
festhält,
teilt die IV-Stelle der versicherten Person in einem ersten Schritt mit,
dass
eine Expertise eingeholt werden soll; zugleich gibt sie ihr die Art der vorgesehenen Begutachtung (poly- oder mono- bzw.
bidisziplinär
) sowie die vorgesehenen Fachdiszipli
nen und Gutachterfragen bekannt.
In diesem Stadium kann die versicherte Person erst einmal (nicht personenbezogene) materi
elle Einwendungen gegen eine Begut
achtung an sich oder gegen Art oder
Um
fang der Begutachtung vorbringen (Beispiele: unnötige
second
opinion
, unzu
treffende Wahl
der medizinischen Disziplinen). Diesen
praxisgemässen
Voraus
setzungen
be
treffend Gutachtenseinholung kam die Beschwerdegegnerin
vorlie
gend
nach.
3.6
Die Beschwerdeführerin nahm am
7.
Dezember 2015 Stellung und brachte zum Ausdruck, sich im Jahr 2015 kei
ner Begutachtung mehr unterziehen zu wollen
, die Termine seien auf das Jahr 2016 zu verlegen
(vgl. Urk. 13/166).
Einwendun
gen personenbezogener Art gegen die zu beauftragenden Gutachter
hat die
Be
schwerdeführer
in
nicht geltend gemacht, sondern
einzig
beanstandet
,
dass das Verhalten von
Dr.
med.
B._
am Telefon unprofessionell gewesen sei. Dieses Vorbringen
betrifft - als einziges - nicht die Gewährleis
tung fairer Rahmenbedingungen der Begutachtung und die Güte der daraus resul
tierenden Entscheidungsgrundlage
(vgl. das Urteil des Bundesgerichts
9C_723/2013
vom 21. Oktober 2013
E. 2.3).
Damit war die Beschwerdegegnerin nicht gehalten, einen Konsens zu er
zielen (vgl. vorstehend E. 3.3
): Nur w
enn ein zulässiger Einwand formeller
Art, wie ein
fallbezogenes
formelles
Ablehnungs
begehren
,
oder
ein solcher
materieller
(
fachbezogener
)
Natur erhoben wo
rden ist, muss eine Einigung ge
sucht werden (Urteil
des Bundesgerichts
9C_560/2013
vom 6. September 2013
E.
2.3
unter Hinweis auf BGE 139 V 349 E. 5.2.2.3).
Selbst wenn personenbezo
gene Einwände erhoben werden, verhält es sich im Übrigen nicht so,
dass die zu beauftragende Gutachterstelle nur noch mit Einverständnis
der zu begutachten
den Person oder ihres Rechtsvertreters be
zeichnet werden dürfte
. Eine so weit
gehende Priorisierung der einvernehmlichen
Gutachtensein
ho
lung
käme einem Vetorecht der versicherten Person gleich
. Selbst wenn
ein Einwand begründet
wäre
, so bedeutet dies nicht, dass Gegen
vorschlägen der versicherten Person ohne weiteres zu folgen wäre. Ansonsten drohte w
iederum eine
ergebnisorien
tierte
Auswahl der Gutachterstelle
(BGE 139 V 349 E. 5.2.1)
.
Somit ist nicht zu beanstanden, dass die Beschw
erdegegnerin mit Schreiben vom
8.
Dezember 2015
(Urk. 1
3
/
168
) und sodann mit Zwischenverfügung vom
22
.
Dezember 2015
an der vorgesehenen Begutachtung
sowie
Begutachtungs
stelle
festhielt.
Die Vergabe des Auftrags zur Begutachtung erfolgte
somit
in Umsetzung der gesetzlichen Bestimmungen und in Nachachtung des im KSVI beschriebenen Verfahrens, weshalb das Vorgehen der Beschwerdegegnerin nicht zu b
eanstan
den ist und somit nicht auf eine andere Begutachtungsstelle zu wechseln ist.
In diesem Zusammenhang ist
die Beschwerdeführerin darauf hin zu weisen, dass ihr
eine gesetzliche Mitwirkungspflicht obliegt und
sie
sich den notwendi
gen Abklärungen zu unterziehen hat, wenn
sie
Leistungen der Invalidenversi
cherung beanspruchen will.
4.
4.1
Zu prüfen ist weiter das Vorliegen von
Ablehnungs
oder
Ausstands
gründen
gegen die de
r
Beschwerdeführer
in
namentlich
bekannt gegebenen Gutachter.
Gemäss
Art.
44 ATSG kann die versicherte Person einen Gutachter aus triftigen Gründen ablehnen und Gegenvorschläge machen. Zum einen werden von den triftigen Gründen die eigentlichen gesetzlichen
Ausstandsgründe
erfasst (vgl.
Art.
10
VwVG
und
Art.
36
Abs.
1 ATSG). Zum anderen zählen auch weitere Aspekte – etwa die fehlende Sachkenntnis – zu den triftigen Gründen (
Kieser
, ATSG-Kommentar,
2.
Auflage, Zürich/Basel/Genf 2009,
Rz
17 zu
Art.
44; vgl. auch BGE 132 V 93 E. 6.4-5).
Nach der Rechtsprechung gelten für Sachverständige grundsätzlich die gleichen Ausstands- und Ablehnungsgründe, wie sie für Richter vorgesehen sind. Danach ist Befangenheit anzunehmen, wenn Umstände vorliegen, die geeignet sind, Miss
trauen in die Unparteilichkeit zu erwecken. Bei der Befangenheit handelt es sich allerdings um einen inneren Zustand, der nur schwer bewiesen werden kann. Es braucht daher für die Ablehnung nicht nachgewiesen zu werden, dass die sachverständige Person tatsächlich befangen ist. Es genügt vielmehr, wenn Umstände vorliegen, die den Anschein der Befangenheit und die Gefahr der Vor
eingenommenheit zu begründen vermögen. Bei der Beurteilung des An
scheins der Befangenheit und der Gewichtung solcher Umstände kann jedoch nicht auf das subjektive Empfinden einer Partei abgestellt werden. Das Miss
trauen muss vielmehr in objektiver Weise als begründet erscheinen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztgutachten im
Sozialversiche
rungsrecht
zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters ein strenger
Massstab anzusetzen (BGE 132 V 93 E. 7.1).
Deshalb ist ein triftiger Grund auch etwa gegeben, wenn es dem Gutachter an der im konkreten Fall erforderlichen Kompetenz fehlt oder er aus persönlichen Gründen nicht als geeignet erscheint (
Kieser
, a.a.O.,
Rz
18 zu
Art.
44).
4.
2
Die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Ablehnungsgründe geg
en den
Gutachter
Dr.
B._
(Urk. 1
,
Urk.
6
)
ver
mögen
keinen Anschein der Befangenheit zu begründen.
So lässt das von der
Beschwerdeführer
in
behauptete Verhalten von Dr.
B._
anlässlich eine
s
Telefonats
(
vgl. auch
Urk.
13/165)
keinen Hin
weis für eine Befangenheit von
Dr.
B._
erkennen und stellt somit keinen
Ausstandsgrund
dar.
Der Umstand des möglicherweise fehlbaren
Verhaltens
im Rahmen des
Telefonats be
gründet auch nicht bereits im Vorfeld Voreinge
nommenheit des Gutachters.
Massgebend ist v
or allem
, dass
der
Gutachter über die
notwendigen
fachlichen Voraussetzungen verfügt
, wobei g
emäss
bundesge
richtlicher
Rechtsprechung für eine Gutachtertätigkeit eine Fachausbildung verlangt
wird
, die auch im Ausland erworben werden kann (BGE 137 V 210 E.
3.3.2;
Urteil des Bundesgerichts
9C_270/2008 vom 12.
August 2008 E. 3.3).
Die fachlichen Voraussetzungen sind vorliegend
beim Gutachter
Dr.
B._
erfüllt. So
verfügt
er
über eine Fachausbildung in
Psychiatrie und Psychothe
rapi
e und ist
im
Medi
zinalberuferegister
des Bundesamtes für Gesundheit (BAG, www.med
re
gom.ad
min.ch) eingetragen. Letzterem Regis
ter ist zu entnehmen, dass seine
Fachausbil
dung im Jahre
2008
in
C._
erworben
und im Jahre 2009 in der Schweiz anerkannt
wurde und
er
im Jahre 201
1
eine
Berufs
ausübungsbewilligung
fü
r den Kanton
Zürich
erhalten hat. Somit
besteht
ins
ge
samt
kein
Anlass, an der Kompetenz dieses
vorgeschlage
nen
Arztes
zu zwei
feln.
Es liegen sodan
n keine Hinweise vor, wonach der
Gutachter Dr.
B._
ein per
sönliches Interesse am Ausgang der Begutachtun
g hätte. Nach dem Gesagten ist er
weder befangen, noch fehlt es ih
m
an Fachkompetenz. Zusammenfassend lie
gen somit
gegen
Dr.
B._
weder Aus
stands- noch Ausschlussgründe vor
.
5.
Nach dem Gesagten vermögen die vorgebrachten Ablehnungsgründe keinen Anschein der Befangenheit in
objektiver Weise zu begründen.
Zusammenfassend ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin die
bi
disziplinäre
Begutachtung de
r Beschwerdeführerin
bei den in
Aussicht gestell
ten Är
zten des
A._
angeordnet hat. Damit erweist sich der ange
fochtene Ent
scheid als rechtens, weshalb die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist.
6
.
Da es vorliegend nicht um die Bewilligung oder Verweigerung von Versiche
rungsleistungen geht, ist das Beschwerdeverfahren – in Abweichung von
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG – gemäss
Art.
61
lit
. a ATSG kostenlos.