Decision ID: 38f28d26-ec06-44e0-a2b9-3791898517da
Year: 2010
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
K._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Monika Paminger Müller, Oberer Graben 44,
9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a K._ (Jahrgang 1969) leidet seit 1991 an Asthma bronchiale. Nach einer
Exazerbation des Asthma bronchiale am 11. Mai 2005 wurde er von Dr. med. A._,
Facharzt für Innere Medizin und Pneumologie FMH, am 20. Juni 2005 untersucht. In
seinem Bericht vom 15. Juli 2005 gab Dr. A._ an, der Versicherte leide an einer
mittelschweren bronchialen Hyperaktivität vereinbar mit Asthma bronchiale. Eine
allergische Auslösekomponente sei unwahrscheinlich. Weiter bestehe eine leichte
Einschränkung der Diffusionskapazität, eine rezidivierende malukopapulöse
Hautentzündung, ein ängstlich gespanntes Verhalten sowie rezidivierende
Gelenksschmerzen unklarer Ätiologie (IV-act. 24-112/142). Mit diesem Bericht empfahl
Dr. A._ den Fall der Schweizerischen Unfallversicherung (Suva) zur Entscheidung
hinsichtlich Berufsinduktion der Beschwerden anzumelden (IV-act. 24-111/142).
Nachdem die Suva mit Verfügung vom 19. August 2005 eine Berufskrankheit verneint
hatte (IV-act. 24-55/142), veranlasste sie auf Einsprache des Versicherten (IV-act.
24-68/142) sowie Intervention des Hausarztes, Dr. med. B._, Facharzt für Allgemeine
Medizin FMH (IV-act. 24-49/142), eine Untersuchung durch den Arbeitsarzt der Suva,
Dr. med. C._. Diese fand am 13. Januar 2006 statt (IV-act. 24-26/142). Dr. C._ teilte
der Suva am 14. Februar 2006 mit, auf Grund der Abklärung sei eine Verschlimmerung
des vorbestehenden Asthma bronchiale durch Kühlschmiermittelaerosole und Dämpfe
von Siedegrenzenbenzinen überwiegend wahrscheinlich (IV-act. 24-11/142). Die Suva
anerkannte einen Rückfall zum Schadenfall vom 25. Juni 1996 und übernahm daraufhin
am 27. Februar 2006 die Ausrichtung der gesetzlichen Versicherungsleistungen (IV-act.
24-16/142). Damals hatte die Suva im Zusammenhang mit einer richtungsgebenden
Verschlimmerung des nicht primär beruflichen Asthmas Leistungen erbracht (IV-act.
24-28/142).
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A.b Die Suva verfügte am 8. März 2006, dass der Versicherte nicht geeignet sei für alle
Arbeiten mit Exposition zu Glasfasern, mineralölhaltigen oder synthetischen
Kühlschmieremulsionen und Lösungsmitteln (G act. 4.2.2). Am 5. Mai 2006 teilte die
Suva dem Versicherten mit, dass auf Grund der vorliegenden Unterlagen wieder eine
volle Arbeitsfähigkeit bestehe. Weil er wegen der Krankheit seine Arbeitsstelle verloren
habe, bestehe ein Anspruch auf Übergangstaggeld (G act. 4.2.85). Damit war der
Versicherte nicht einverstanden und reichte am 24. Mai 2006 und 3. Juni 2006
Zeugnisse seines Hausarztes ein, wonach er weiterhin 100% arbeitsunfähig sei (G act.
4.2.59 und 4.2.61). Der Hausarzt des Versicherten, Dr. B._, gab im Arztzeugnis vom
2. Juni 2006 an, der Versicherte sei wegen seiner Berufskrankheit für alle möglichen
Arbeiten zu 100% arbeitsunfähig. Die Arbeitsunfähigkeit bestehe weniger auf Grund
des Asthma bronchiale, sondern aktuell primär wegen den psychischen Problemen.
Diese seien eine kausale Folgeerkrankung des Asthma bronchiale und vor allem der
psychischen Belastung durch die fehlerhafte Bearbeitung des Falles durch die Suva (G
act. 4.2.62).
A.c Der Versicherte wurde deshalb am 20. Juli 2006 erneut von Dr. C._ untersucht.
Der Arbeitsarzt führte am 21. Juli 2006 aus, die Wiederholung der
Lungenfunktionsprüfung habe unter mittelhochdosierter inhalativer Asthmatherapie
eine angedeutete obstruktive Ventilationsstörung mit mässig eingeschränkten
Flusswerten, jedoch normalen Atemwegswiderständen und ohne Überblähung
ergeben. Die ergometrische Belastung im Januar 2006 habe eine überdurchschnittliche
Arbeitskapazität ergeben. Somit bestehe keine relevante pulmonale
Funktionseinschränkung. Da der Versicherte seit acht Monaten keine gefährdenden
Kontakte mehr habe, dürfe angenommen werden, dass der Vorzustand wieder erreicht
sei und die Asthmaaktivität dem Spontanverlauf entspreche. Dieser werde durch die
psychische Problematik überlagert, was nicht als adäquate Folge des Asthma
bronchiale zu betrachten sei. Unter alleiniger Berücksichtigung der berufsbedingten
Verschlechterung des Asthma bronchiale bestehe zur Zeit im Rahmen der im März
2006 erlassenen Nichteignungsverfügung eine volle Arbeitsfähigkeit. Einen ungünstigen
Einfluss auf das Asthmageschehen habe sicher der Nikotinkonsum, der auf Grund des
hohen CO-Hämoglobins von über 9% deutlich höher liegen dürfte als die angegeben
zehn Zigaretten pro Tag (G act. 4.2.41).
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A.d Die Suva hielt am 29. August 2006 an ihrem Entscheid, dass seit dem 1. Mai 2006
eine volle Arbeitsfähigkeit bestehe, fest (G act. 4.2.30). Mit Verfügung vom 10. Januar
2007 lehnte die Suva einen Anspruch auf Übergangsentschädigung ab (G act. 4.2.1).
B.
B.a Bereits am 28. November 2005 hatte sich der Versicherte zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung angemeldet. Dabei gab er an, er habe in der
Schweiz eine Lehre als Mechaniker abgeschlossen. Seit 1991 leide er an Asthma. Seit
Mai 2005 habe er eine grosse Atemnot und sei zu 100% arbeitsunfähig (IV-act. 2). Am
27. Dezember 2005 teilte der Versicherte der IV-Stelle des Kantons St. Gallen mit, er
habe nach Abschluss der Lehre von 1991 bis 1995 als Betriebs-Mechaniker bei der
D._ AG gearbeitet. Danach habe er eine Stelle bei der E._ als CNC Mechaniker in
der Kunststoffbearbeitung bis 1998 gehabt. Von 1998 bis 2000 sei er als
Aussendienstmitarbeiter bei der F._ AG tätig gewesen und danach ein Jahr als CNC
Mechaniker bei einer anderen Firma. Von 2001 bis 2004 sei er ohne Arbeitsstelle
gewesen. Im März 2004 habe er über eine Temporärfirma eine Anstellung bei der G._
AG als CNC Mechaniker erhalten und bis Mai 2005 ausgeübt. Diese Stelle sei ihm
krankheitshalber auf Ende November 2005 gekündigt worden (IV-act. 14).
B.b Die G._ AG berichtete der IV-Stelle am 6. Januar 2006, der Versicherte habe Fr.
5'000.-- pro Monat verdient. Sie gab an, weder der Arbeitsvermittler noch sie selbst
seien über die Krankheit bei Stellenantritt informiert worden. Dem Versicherten sei aus
wirtschaftlichen Gründen auf Ende November 2005 gekündigt worden (IV-act. 17).
B.c Dr. B._ berichtete am 3. März 2006, der Versicherte sei wegen eines Asthma
bronchiale mit richtungsweisender Verschlechterung am Arbeitsplatz seit 11. Mai 2005
zu 100% arbeitsunfähig. Die bisherige Tätigkeit sei dem Versicherten nicht mehr
zumutbar. Jede andere Arbeit ohne inhalative Noxen könne der Versicherte ausüben
(IV-act. 22). Dr. med. H._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, gab der
IV-Stelle am 17. Juli 2006 an, der Versicherte leide an einem Asthma bronchiale und
einer Agoraphobie mit Panikstörung. Unter Behandlung mit Psychopharmaka und
Gesprächen habe sich die Verstimmung des Versicherten seit Anfang Mai 2006
teilweise gebessert. Die Tätigkeit als Mechaniker sei nicht mehr zumutbar wegen des
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Asthma bronchiale. Im Moment sei er wegen der Agoraphobie mit Panikstörung auch in
anderen Tätigkeiten noch nicht arbeitsfähig. Der Versicherte sei sehr stolz, dass er
nicht wie andere Immigranten eine Hilfsarbeit habe ausüben müssen. Es werde daher
ganz wichtig sein, dass auch eine neue Tätigkeit ein solches Prestige habe wie der
Beruf als Mechaniker, weshalb es einer Umschulung bedürfe (IV-act. 36).
B.d In seinem Verlaufsbericht vom 9. Dezember 2006 gab Dr. H._ an, der psychische
Zustand habe sich zuerst weiter gebessert. Infolge einer Bronchitis-Erkrankung Anfang
November 2006 habe sich das Asthma verstärkt und sehr lange angehalten und es sei
zu einem Rückfall der psychopathologischen Symptome gekommen. Mit Abklingen der
Bronchitis habe sich der Zustand allgemein wieder gebessert. Eine berufliche
Umschulung sei wichtig. Nach dem Rückfall scheine es noch nicht angezeigt, die
beruflichen Massnahmen jetzt einzuleiten. Die Situation sollte in einem halben Jahr
wieder beurteilt werden (IV-act. 42).
B.e Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) Ostschweiz erachtete in seiner Stellungnahme
vom 13. Februar 2007 eine interdisziplinäre Untersuchung durch den RAD als
angezeigt (IV-act. 47).
B.f Vom 31. Mai bis 27. Juni 2007 hielt sich der Versicherte in der Klink Gais zur
stationären Rehabilitation auf. Die Ärzte berichteten am 17. Juli 2007 zu Handen von
Dr. H._, der Versicherte leide an einer mittelgradigen depressiven Episode, anhaltend
(ICD-10: F33.1), einer Agoraphobie mit Panikstörung (ICD-10: F40.01) sowie einem
Asthma bronchiale, Erstdiagnose 1991. Als hauptsächliche Belastungsfaktoren bestehe
neben der Angst vor Kontrollverlust, die frustrane berufliche Situation, die der
Versicherte mit Gefühlen von ungerechter Behandlung, Perspektivenlosigkeit und
Vorwurfshaltung verbinde. Die Panikstörung habe sich mittlerweile auf eine Vielzahl von
Alltagssituationen ausgeweitet, sodass differenzialdiagnostisch eine generalisierte
Angststörung zu erwägen sei. Eine Arbeitsfähigkeit sei bei Klinikaustritt weiterhin nicht
gegeben (IV-act. 52).
B.g Am 28. Juni und 3. Juli 2007 fand die interdisziplinäre RAD-Untersuchung statt. Mit
Bericht vom 29. August 2007 gaben die Ärzte an, der Versicherte sei internistisch und
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psychiatrisch untersucht worden. Als Diagnosen mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit führten sie an:
1. Asthma bronchiale (ICD-10: J45.0)
2. Agoraphobie mit Panikstörung (ICD-10: F40.01)
3. Mittelgradige depressive Episode (ICD-10: 32.1)
4. Verdacht auf Spannungskopfschmerz (ICD-10: G44.2) und schmerzmittelinduziertem
Kopfschmerz (ICD-10: G44.4)
5. Schädlicher multipler Substanzgebrauch (β -Mimetika, Acetylsalicylsäure, Nikotin-
und Buprenorphin) (ICD-10: F19.1)
6. Verdacht auf akzentuierte Persönlichkeit mit impulsiven Zügen
7. 04/07 MRI der Lendenwirbelsäule: kleinvolumige medio-links-laterale Diskushernie
L5/S1 ohne Kontakt zu neuronalen Strukturen (ICD-10: M51.2).
Hauptsächlich sei der Versicherte durch seine psychischen Störungen eingeschränkt.
Der Beginn der 100%igen Arbeitsunfähigkeit ab 11. Mai 2005 sei nachvollziehbar.
Allerdings müsse darauf hingewiesen werden, dass die Einschränkungen der
Arbeitsfähigkeit sowohl in der angestammten als auch in jeder adaptierten Tätigkeit zu
einem hohen Anteil auf dem schädlichen multiplen Substanzgebrauch beruhten, der als
IV-fremd zu gelten habe. Bei Vernachlässigung der Auswirkungen des schädlichen
multiplen Substanzgebrauchs sei aus psychiatrischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von
50% für eine körperlich adaptierte Tätigkeit ohne übermässigen Stress und Zeitdruck,
ohne Publikumsverkehr, ohne erhöhtes Konfliktaufkommen, ohne Schichtarbeit und mit
der Möglichkeit zu unüblichen Pausen anzunehmen. Aus pneumologischer Sicht sei die
Ausübung jedweder Mechanikertätigkeit (insbesondere unter Ausschöpfung aller in
Frage kommenden Arbeitsschutzmassnahmen) nicht ausgeschlossen. Eine körperlich
leichte bis mittelschwere Tätigkeit ohne regelmässige Exposition gegenüber höheren
Konzentrationen von atemwegsreizenden Stäuben, Dämpfen und Rauch sowie
gegenüber Kälte, Nässe und Zugluft sei zu 80% zumutbar. Ungeeignet seien
2
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körperliche Schwerarbeiten mit Heben und Tragen von Gewichten über 30 kg sowie
solche mit monotonen Zwangshaltungen der Lendenwirbelsäule. Insgesamt resultiere
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit. Eine Eingliederungsfähigkeit bestehe aus somatischer
und psychiatrischer Sicht ab sofort (IV-act. 63).
B.h Mit Bericht vom 20. Dezember 2007 schloss die IV-Stelle ihre
Eingliederungsberatung ab. Sie gab an, dass der Versicherte sich während eines
Eingliederungsgesprächs vom 29. November 2007 im Beisein seines Psychiaters nicht
für eine Eingliederung habe motivieren lassen (IV-act. 70). Der Hausarzt des
Versicherten insistierte mit Schreiben vom 25. Januar 2008 auf der Einleitung von
beruflichen Eingliederungsmassnahmen, da sonst eine Verschlechterung des
Gesundheitszustandes drohe. Die RAD-Beurteilung überzeuge ihn nicht. Wenn der
Versicherte dagegen eine klare berufliche Perspektive erhalte und sich langsam in den
Arbeitsprozess wieder eingliedern könne, wäre eine 100%ige Arbeitsfähigkeit zu
erreichen (IV-act. 73). Am 15. Mai 2008 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass
die Arbeitsvermittlung abgeschlossen werde (IV-act. 79).
B.i Mit Vorbescheid vom 15. Mai 2008 stellte die IV-Stelle in Aussicht, dem
Versicherten ab 1. Mai 2006 eine halbe IV-Rente zuzusprechen. Sie führte aus, seit
11. Mai 2005 sei er erheblich in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Ihre Abklärungen
hätten ergeben, dass ihm aus medizinischer Sicht eine leidensangepasste Tätigkeit zu
50% zumutbar sei. Ohne Behinderung betrage das Einkommen Fr. 66'438.-- pro Jahr.
Mit Behinderung könne er auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt ein Einkommen
gemäss der schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) von Fr. 29'952.-- erzielen.
Daraus resultiere eine Einkommenseinbusse von Fr. 36'486.-- beziehungsweise ein
Invaliditätsgrad von 55% (IV-act. 81). Der Versicherte wendete am 14. Juni 2008
dagegen ein, er sei mit diesem Vorbescheid nicht einverstanden, weil dieser seine
zahlreichen Beschwerden nicht ausreichend berücksichtige. Er beantragte eine
Neuprüfung des Rentenentscheids (IV-act. 84). Mit Verfügung vom 3. September 2008
sprach die IV-Stelle dem Versicherten ab 1. Mai 2006 eine halbe Rente zu (IV-act. 88).
C.
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C.a Gegen diese Verfügung lässt der Versicherte am 3. Oktober 2008 Beschwerde
erheben. Er beantragt die Aufhebung der Verfügung vom 3. September 2008 und die
Ausrichtung einer ganzen Invalidenrente. Eventuell sei die Angelegenheit zur
Festsetzung der Invalidenrente an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Der
Beschwerdeführer gibt an, er verfüge über keine verwertbare Arbeitsfähigkeit mehr. In
seinem angestammten Beruf könne er nicht mehr arbeiten. Berufliche Massnahmen
seien bisher nicht ergriffen worden. Er stehe nach wie vor in Behandlung bei diversen
Fachärzten. Gemäss Bericht seines Hausarztes vom 25. Januar 2008 sei er seit 3. März
2006 zu 100% arbeitsunfähig. Die RAD-Untersuchung sei vom Hausarzt als "wertlos"
bezeichnet worden. Der RAD gehe von einem leichtgradigen Asthma bronchiale mit
Verschlechterungstendenz aus. Diese Feststellung widerspreche zahlreichen
Arztberichten. Sodann sei vom RAD der Einfluss der psychischen Erkrankung nicht
eingehend untersucht worden. Der behandelnde Psychiater sowie die Klinik Gais
hätten in ihren Berichten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestätigt. Die RAD-
Untersuchung entspreche einem Bericht im Sinn von Art. 49 Abs. 3 IVV. Damit liege
weder ein medizinisches Gutachten im Sinn von Art. 44 ATSG noch ein
Untersuchungsbericht im Sinn von Art. 49 Abs. 1 IVV vor. Der Beschwerdeführer
beantragt demzufolge eine Begutachtung seines Gesundheitszustandes durch eine
MEDAS. Die Beschwerdegegnerin habe bei der Invaliditätsbemessung weder einen
Teilzeit- noch einen Leidensabzug vorgenommen. Angemessen seien vorliegend eine
Teilzeiteinschränkung von 10% sowie ein Leidensabzug von 15%. Unter
Berücksichtigung dieser Abzüge resultiere ein Invaliditätsgrad von 66% (G act. 1).
C.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 21. November
2008 die Abweisung der Beschwerde. Inwiefern der RAD-Bericht den Diagnosen der
Fachärzte widerspreche, sei nicht nachvollziehbar. Dass vor allem das psychische
Leiden die Arbeitsfähigkeit einschränke, gehe aus den Akten hervor. Weitere
medizinische Abklärungen würden sich nicht aufdrängen. Auf die Ergebnisse der RAD-
Untersuchung könne abgestellt werden. Im Jahr 2006 habe der Beschwerdeführer an
der bisherigen Arbeitsstelle Fr. 5'000.-- pro Monat beziehungsweise Fr. 65'000.-- pro
Jahr verdient. Die Tätigkeit als Mechaniker könne er weiterhin ausüben, weshalb er ein
Einkommen der Kolonne 3 der LSE erzielen könnte. Da er jedoch nicht jeder
Mechanikertätigkeit nachgehen könne, sei die Kolonne 4 (Hilfstätigkeit) der LSE
berücksichtigt worden. Bei einer 50%igen Arbeitsfähigkeit betrage das
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Invalideneinkommen gemäss LSE 2006 Fr. 29'599.--. Die Erwerbseinbusse betrage
Fr. 35'401.--, was einem IV-Grad von 54% entspreche. Der Beschwerdeführer habe
daher Anspruch auf eine halbe Rente. Er benötige auf Grund seiner Panikattacken
unübliche Pausen. Die Arbeitsfähigkeit von 50% könne er daher in einem vollen oder
beinahe vollen Pensum erreichen, weshalb kein Teilzeitabzug berechtigt sei.
Schliesslich könne der Beschwerdeführer sowohl einer leichten wie einer
mittelschweren Tätigkeiten nachgehen, so dass ein Leidensabzug nicht in Frage
komme. Die angefochtene Verfügung sei im Ergebnis richtig (G act. 4).
C.c Der Beschwerdeführer hält in seiner Replik vom 9. Januar 2009 an seinen Anträgen

fest. Auf die weiteren Ausführungen wird, soweit entscheidrelevant, in den Erwägungen
eingegangen (G act. 8).
C.d Am 16. Januar 2009 verzichtet die Beschwerdegegnerin auf eine Duplik (G act. 10).
Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung über
die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In
materiell-rechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche
Grundsatz, dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei
Erlass des angefochtenen Entscheids beziehungsweise im Zeitpunkt gegolten haben,
als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl.
BGE 127 V 467 E. 1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung
ist am 3. September 2008 ergangen. Dennoch ist ein Sachverhalt zu beurteilen, der vor
dem Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008
begonnen hat. Für die Invaliditätsbemessung ergibt sich dadurch keine Änderung. Neu
normiert wurde hingegen der Zeitpunkt des Rentenbeginns, der, sofern die
entsprechenden Anspruchsvoraussetzungen gegeben sind (Art. 28 Abs. 1 IVG),
gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens sechs Monate nach Geltendmachung des
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Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG entsteht. Es fragt sich, ob und unter
welchen Voraussetzungen bei Verfügungen unter neuem Recht für den
Anspruchsbeginn dennoch die bisherigen Bestimmungen anzuwenden sind. Der
Gesetzgeber hat keine diesbezügliche Übergangsbestimmung erlassen. Das
Bundesamt für Sozialversicherungen hat im Rundschreiben Nr. 253 vom 12. Dezember
2007 vorgesehen, grundsätzlich auf den Zeitpunkt des Eintritts des Versicherungsfalls
abzustellen, aber auch auf Sachverhalte mit Eintritt des Rentenfalls im Jahr 2008 altes
Recht anzuwenden, wenn die Anmeldung ebenfalls noch im Jahr 2008 erfolgt ist. Das
Bundesgericht hat gestützt auf das Rundschreiben, wenn der Rentenanspruch vor dem
1. Januar 2008 entstanden wäre, altes Recht angewendet (etwa Urteile des
Bundesgerichts i/S S. vom 28. August 2008 [8C_373/2008] und i/S P. vom 9. März
2009 [8C_491/08]). Bezüglich des allfälligen Rentenbeginns rechtfertigt es sich
vorliegend, angesichts der IV-Anmeldung vom 28. November 2005 und des Eintritts der
Arbeitsunfähigkeit im Mai 2005, die bis zum 31. Dezember 2007 gültig gewesenen
Bestimmungen (im Folgenden angeführt) anzuwenden. Betreffend die mit der 5. IV-
Revision neu geschaffenen Integrationsmassnahmen nach Art. 14a IVG rechtfertigt es
sich hingegen, das neue Recht auch auf Versicherungsfälle anzuwenden, die bereits
vor Inkrafttreten eingetreten sind, wenn auch unter der Geltung des neuen Rechts noch
Eingliederungsbedarf besteht.
2.
2.1 Nach aArt. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente,
wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente,
wenn sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40% Anspruch auf eine Viertelsrente. Für die Bemessung der Invalidität
von erwerbstätigen Versicherten ist gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG Art. 16 ATSG
anwendbar. Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das
sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre.
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2.2 Die Höhe der behinderungsbedingten Erwerbseinbusse hängt vor allem von der
ärztlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung ab, d.h. davon, in welchem Umfang für die
versicherte Person noch eine Tätigkeit in Betracht fällt (BGE 125 V 261 E. 4). Die
Beschwerdegegnerin hat auf den RAD-Bericht der interdisziplinären Untersuchung vom
29. August 2007 abgestellt, wonach der Beschwerdeführer in einer adaptierten
Tätigkeit zu 50% arbeitsfähig sei. Der Beschwerdeführer rügt, die RAD-Untersuchung
entspreche einem Bericht im Sinn von Art. 49 Abs. 3 IVV und habe keine
Gutachtensqualität. Daher werde eine MEDAS-Abklärung beantragt.
2.3 Für das gesamte Verwaltungs- und gerichtliche Beschwerdeverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 ATSG). Danach haben
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, d.h. ohne
Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen.
Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle
Beweismittel unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach
zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des
streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Gutachtens
ist nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung entscheidend, ob es für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben
worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des
Gutachters begründet sind (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a). Vorliegend hat der RAD selbst
eine interdisziplinäre Untersuchung des Beschwerdeführers vorgenommen und darüber
einen schriftlichen Bericht erstellt. Dieser stellt einen Bericht gemäss aArt. 49 Abs. 2
IVV dar. Demgegenüber handelt es sich bei Berichten nach aArt. 49 Abs. 3 IVV um
Stellungnahmen und Befundwürdigungen auf Grund der Akten. Eine interdisziplinäre
Untersuchung nach aArt. 49 Abs. 2 IVV geht darüber hinaus. Nach der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung können RAD-Untersuchungsberichte im Sinn von
aArt. 49 Abs. 2 IVV materiell Gutachtensqualität haben (vgl. etwa Urteil des
Bundesgerichts vom 15. Dezember 2006 [I 694/05] E. 2; vgl. auch SVR 2008 IV Nr. 13, I
211/06 E. 5.2). Voraussetzung ist insbesondere, dass sie in Kenntnis der Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden sind und in der Beschreibung der medizinischen
Situation und Zusammenhänge einleuchten; die Schlussfolgerungen sind zu begründen
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(vgl. Urteil vom 20. November 2007 [I 142/07] E. 3.2.1). Die RAD-Ärzte müssen sodann
über die im Einzelfall gefragten persönlichen und fachlichen Qualifikationen verfügen
(Urteil vom 20. November 2007 [I 142/07] E. 3.2.3 mit Hinweis); eine FMH-Ausbildung
ist für Gutachter nicht zwingend verlangt, sondern nur eine Fachausbildung, welche
auch im Ausland erworben werden kann (Urteil vom 12. August 2008 [9C_270/2008]).
Die RAD-Ärzte, die vorliegend untersucht haben, verfügen über die geforderten
Fachausbildungen. Die somatische Untersuchung wurde von Dr. med. I._, Facharzt
für Innere Medizin, Pneumologie, Arbeits- und Sozialmedizin, vorgenommen und die
psychiatrische Untersuchung von Dr. med. L._, Fachärztin für Psychiatrie und
Psychotherapie. Der Umstand allein, dass der RAD selbst eine Untersuchung
vorgenommen hat, rechtfertigt deshalb keine erneute Begutachtung durch eine
MEDAS. Der RAD-Untersuchungsbericht ist im Folgenden auf seine Beweisqualität zu
prüfen.
2.4 Die RAD-Ärzte haben in ihrem Bericht vom 29. August 2007 (IV-act. 63) eine
umfassende Anamnese vorgenommen und die vorliegenden Akten auszugsweise zitiert
inklusive der vom Beschwerdeführer am Untersuchungstag mitgebrachten
Arztberichte. Die RAD-Ärzte haben den Beschwerdeführer sorgfältig untersucht. Ihre
Diagnosen eines Asthma bronchiale, einer Agoraphobie mit Panikstörung sowie einer
mittelgradigen depressiven Episode stimmen mit denjenigen der behandelnden Ärzte
überein. Die Untersuchung der Wirbelsäule hat übereinstimmend mit dem MRI vom 19.
April 2007 keinen Befund ergeben, der auf Kontakt zu neuralen Strukturen hinweisen
würde. Neu hinzugekommen sind ein Verdacht auf Spannungskopfschmerz und
schmerzmittelinduzierten Kopfschmerz, die Diagnose eines schädlichen
Substanzgebrauchs sowie der Verdacht auf eine akzentuierte Persönlichkeit mit
impulsiven Zügen. Sodann liegt (ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit) ein Verdacht
auf eine retikulär-erythematöse Muzinose (REM-Syndrom) vor. Sowohl die
behandelnden Ärzte wie die untersuchenden RAD-Ärzte sind sich darin einig, dass der
Beschwerdeführer hauptsächlich an psychischen Beschwerden leidet. Wie die
Spiroergometrie am 28. Juni 2007 im Kantonsspital St. Gallen gezeigt hat, ist die
körperliche Leistungsfähigkeit aus kardiologischer Sicht mit 173 Watt ausgelastet. Ein
Hinweis für eine kardiopulmonal bedingte Leistungseinschränkung hat sich nicht
ergeben, jedoch eine Hyperventilationsneigung (IV-act. 63-11/34). Bereits die
ergometrischen Suva-Untersuchungen vom Januar 2006 hatten eine
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überdurchschnittliche Arbeitskapazität ergeben, was gegen eine relevante pulmonale
Funktionseinschränkung gesprochen hat (IV-act. 24-30/142 und G act. 4.2.41). Das
Asthma bronchiale schränkt den Beschwerdeführer dadurch ein, dass er gemäss der
Nichteignungsverfügung der Suva bestimmten Stoffen nicht mehr ausgesetzt werden
darf, beziehungsweise, dass sich das Asthma bei Kontakt mit diesen Stoffen
verschlechtern könnte. Das bedeutet jedoch nicht, dass ihm diese Krankheit die
gelernte Tätigkeit als Mechaniker oder gar jegliche Tätigkeit vollumfänglich
verunmöglichen würde, insbesondere unter Ausschöpfung aller in Frage kommenden
Arbeitsschutzmassnahmen. Im Gegensatz zur Arbeitsfähigkeitsschätzung der Suva hat
der RAD-Arzt Dr. I._ dem Beschwerdeführer aus pulmonaler Sicht eine 80%ige
Arbeitsfähigkeit attestiert. Hinsichtlich der subjektiv geklagten LWS-Beschwerden und
bei Nachweis einer kleinen Diskushernie auf Höhe L5/S1 sei dem Beschwerdeführer
unter anderem keine körperlich schwere Arbeit mehr zumutbar (IV-act. 63-24/34). Diese
Einschätzung überzeugt. Aus somatischer Sicht ist eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit,
wie sie vom Hausarzt des Versicherten seit 11. Mai 2005 bis auf Weiteres attestiert
wird, auf Grund der Akten nach Erreichen des Vorzustandes des Asthma bronchiale
spätestens im Juni 2006 (vgl. G act 4.2.41) nicht mehr nachvollziehbar. Die
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ist, wie die RAD-Ärzte darlegen, hauptsächlich
psychisch bedingt. Deshalb ist nun zu prüfen, in welchem Ausmass der
Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist.
2.5 Der Beschwerdeführer leidet an einer Agoraphobie mit Panikstörung sowie einer
mittelgradigen depressiven Episode. Die Depression ist seit der stationären
Behandlung in der Klinik Gais vom 31. Mai bis 27. Juni 2007 diagnostiziert. Im
Gegensatz zur untersuchenden RAD-Ärztin Dr. L._ haben die Ärzte der Klinik Gais
aus psychiatrischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit vollständig verneint (IV-act. 52). Die
RAD-Untersuchung hat kurz nach Austritt aus der Klinik am 3. Juli 2007 stattgefunden.
Dr. L._ hat angegeben, der Beschwerdeführer sei sowohl in der angestammten als
auch in jeder anderen adaptierten Tätigkeit gleichermassen durch die Panikattacken
eingeschränkt, die zusätzliche und unübliche Pausen erforderlich machten.
Körperlicherseits bestehe aus rein psychiatrischer Sicht eine Einschränkung durch eine
erhöhte Tagesmüdigkeit. In psychischer Hinsicht bestehe eine Einschränkung durch
die geklagten Konzentrationsstörungen, Angst vor der Angst und durch wechselnde
Panikattacken. In sozialer Hinsicht sei der Beschwerdeführer eingeschränkt durch die
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Rückzugstendenz und verminderte Konfliktfähigkeit bei anzunehmender verminderter
Impulskontrolle sowie narzisstischer Kränkbarkeit. Die vom Hausarzt bestätigte
Arbeitsunfähigkeit von 100% seit 11. Mai 2005 sei psychiatrischerseits nachvollziehbar,
weil bereits am 15. Juli 2005 von Dr. A._ auf psychische Auffälligkeiten hingedeutet
worden sei. Allerdings müsse darauf hingewiesen werden, dass die Einschränkungen
der Arbeitsfähigkeit sowohl in der angestammten als auch in jeder adaptierten Tätigkeit
zu einem hohen Anteil auf dem schädlichen multiplen Substanzgebrauch beruhten, der
als IV-fremd zu gelten habe. Die Arbeitsfähigkeit betrage ohne Berücksichtigung der
Auswirkungen dieses schädlichen Substanzgebrauchs 50%. Die RAD-Ärztin hat dazu
ausgeführt, die anfänglichen Ängste im Zusammenhang mit der Atemnot und den
begleitenden Druckgefühlen hätten sich mehr und mehr verselbständigt. Im weiteren
Verlauf fänden sich Hinweise auf vorbeugenden Einsatz von Asthma-Sprays mit β -
Mimetika. Die anzunehmende wiederholte Überdosierung könne zu Tremor,
Kopfschmerzen, Hyperaktivität, Übelkeit, Erbrechen, Zittern und Gespanntheit führen
und sich somit ungünstig auf die zugrunde liegende Angsterkrankung auswirken, die ja
ebenfalls mit einer Erhöhung der Stresssymptome einhergehe. Wie von Dr. I._
ausgeführt worden sei, bestehe beim Beschwerdeführer eine Hyperventilationsneigung,
bei welcher offensichtlich mit ziemlicher Regelmässigkeit medizinisch nicht indiziert die
β -Mimetika eingesetzt würden, wodurch sich im Sinn eines Teufelskreises das
allgemeine Erregungsniveau steigere und neue Angstattacken gebahnt würden. Im
Hinblick auf die chronischen Kopfschmerzen, die anfangs migränoiden Charakter
gehabt hätten, konsumiere der Beschwerdeführer mittlerweise 10 bis 15 Beutel Migpriv
im Monat. Damit könnten sowohl die geklagten Magenbeschwerden als auch ein
schmerzmittelinduzierter Kopfschmerz unterhalten werden. Zudem konsumiere der
Beschwerdeführer noch zwei Nikotinkaugummis und ein Nikotinpflaster unbekannter
Stärke am Tag. Dazu werde alle drei Tage ein Transtec-Pflaster (Buprenorphin)
angewandt. Eine Indikation dafür werde nicht deutlich. Dem Beschwerdeführer könne
zugemutet werden, auf den schädlichen Substanzgebrauch zu verzichten. Er habe
offensichtlich eine gute Intelligenz und sollte in der Lage sein, eine Hyperventilation von
einem Asthma-Anfall zu unterscheiden und adäquat darauf zu reagieren. Sollte der
Beschwerdeführer den schädlichen Substanzgebrauch ambulant nicht abstellen
können, so könne er selbst eine stationäre Behandlung in die Wege leiten (IV-act.
63-21/34).
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2.6 Aus den Akten geht hervor, dass der Beschwerdeführer aus Angst vor einem
weiteren Asthma-Anfall den Inhalationsspray übermässig benützt. Bereits im Suva-
Bericht vom 10. Januar 2006 ist von einem hohen Ventolinbedarf (bis zu acht Hübe
täglich) die Rede. Während der Untersuchung sei zu beobachten gewesen, dass der
Beschwerdeführer fast automatisch während der Besprechung Ventolin inhaliert habe,
ohne dass Anzeichen einer Atemnot bestanden hätten (IV-act. 24-28/142). Auch Dr.
H._ hat in seinem Bericht vom 17. Juli 2006 ausgeführt, der Beschwerdeführer
schildere sein Asthma, das mit grosser Angst verbunden sei, auch mit einem Gefühl,
total von den Asthma-Medikamenten abhängig zu sein (IV-act. 36). Im Austrittsbericht
der Klinik Gais vom 17. Juli 2007 ist festgehalten worden, dass der Beschwerdeführer
seinen Asthma-Spray inzwischen beinahe zwanghaft in potenziell anstrengenden
Situationen benütze, zum Teil auch prophylaktisch und überdosiert (IV-act. 52-2/5). Die
Ärzte der Klinik Gais haben sich in ihrer Arbeitsfähigkeitsbeurteilung nicht zu den
Auswirkungen des schädlichen Substanzgebrauchs geäussert. Ebenso wenig hat der
behandelnde Psychiater zu dieser Problematik Stellung genommen. Die RAD-Ärztin
bezeichnet die Auswirkungen des schädlichen multiplen Substanzgebrauchs als IV-
fremd, weshalb sie in der Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht zu berücksichtigen seien.
Der Beschwerdeführer sei intelligent, weshalb es ihm zugemutet werden könne, auf
eine überdosierte Benützung der Medikamente zu verzichten. Damit setzt die RAD-
Ärztin voraus, dass auch die psychopathologischen Befunde es dem
Beschwerdeführer bei zumutbarer Willensanstrengung nicht verunmöglichen, den
übermässigen Medikamentengebrauch einzustellen und namentlich den Inhalier-Spray
nur bei einem tatsächlichen Asthma-Anfall zu benutzen. Ob der Beschwerdeführer
dazu in der Lage ist, erscheint allerdings fraglich. Die beim Beschwerdeführer
diagnostizierte Agoraphobie und Panikstörung steht in einem unmittelbaren
Zusammenhang mit der Asthma-Erkrankung. Gemäss RAD-Bericht finden sich
phobische Ängste vor Sonnenschein und Staub, wobei der Beschwerdeführer
offensichtlich auch auf Filme, in denen Staub zu sehen sei, mit Beschwerden reagiert;
er ängstige sich vor engen Räumen, Dunkelheit und Menschenansammlungen.
Mittlerweile würde damit eine Angst vor der Angst einhergehen (IV-act. 63-20/34). Er
reagiere mit Dyspnoe, habe Mühe zu atmen und huste. Während einer Wanderung im
Rahmen des Aufenthalts in der Klinik Gais habe er Dyspnoe verspürt und
Angstempfindungen gehabt, er habe damals fünf bis sechs Hübe Ventolin benutzt (IV-
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act. 63-2/34). Die Ärzte der Klinik Gais haben am 17. Juli 2007 angegeben, die
Asthmaanfälle selbst seien von grosser Angst und vegetativer Symptomatik begleitet.
Die auslösenden Faktoren würden sich ausweiten, so dass inzwischen ein Mischbild
aus phobischen Beschwerden mit Zwangs- und Vermeidungsverhalten und dem
eigentlichen Asthma bronchiale entstanden sei. Aktuell leide der Beschwerdeführer an
Ängsten und Panikstörungen, die vor allem beim Gefühl von Dyspnoe verstärkt
beziehungsweise ausgelöst würden, aber auch teilweise in engen Räumen und
Dunkelheit oder in potentiellen Situationen, die einen Asthmaanfall auslösen könnten
(IV-act. 52-1/5).
2.7 Diese Schilderungen, welche durch die Feststellungen der RAD-Ärztin bestätigt
werden, machen deutlich, dass die Angsterkrankung, die zur vollständigen
Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers geführt hat, selbst wesentliche Ursache des
schädlichen Medikamentengebrauchs ist, sowohl des vorbeugenden Einsatzes und
wiederholter Überdosierung des Asthma-Sprays, als auch der medikamentösen
Bekämpfung der unerwünschten Wirkungen dieser regelmässigen Überdosierung. Vor
diesem Hintergrund vermag die Auffassung der RAD-Ärztin, der Beschwerdeführer
könnte mit zumutbarer Willensanstrengung den schädlichen Medikamentenmissbrauch
ohne fremde Hilfe einstellen und damit die Arbeitsfähigkeit um 50 % zu steigern, nicht
zu überzeugen. Selbst wenn aber dies vom Beschwerdeführer erwartet werden könnte,
wäre er dafür im Rahmen seiner Schadenminderungspflicht gehörig abzumahnen.
Ebenso wenig kann nun aber auf Grund der medizinischen
Arbeitsfähigkeitsschätzungen des Hausarztes und des behandelnden Psychiaters
angenommen werden, der Beschwerdeführer sei vollständig arbeitsunfähig. Es besteht
daher weiterer Abklärungsbedarf. Es empfiehlt sich allerdings, mit medizinischen
(psychiatrischen) Abklärungen zur Arbeitsfähigkeit zu Gunsten von
Integrationsmassnahmen vorerst zuzuwarten.
3.
Zu Recht hat die Beschwerdegegnerin nach Vorliegen des RAD-Berichts die Prüfung
von Eingliederungsmassnahmen an die Hand genommen. Allerdings wurden diese
Bemühungen bereits nach wenigen Gesprächen wieder eingestellt, weil – wie die
Eingliederungsberaterin ausgeführt hat (IV-act. 69, 70) – der Beschwerdeführer sich
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aktuell nicht fähig gefühlt habe sich auf Eingliederungsmassnahmen einzulassen; er
habe nur negative Aspekte gesehen und Ängste geäussert, so dass jeglicher Versuch –
vorgeschlagen wurde ein Praktikum oder ein Arbeitstraining – zum Scheitern verurteilt
sei. Der Abbruch der Eingliederungsbemühungen ist eindeutig zu früh erfolgt. Der
Beschwerdeführer ist hauptsächlich durch seine psychischen Probleme gehemmt, eine
berufliche Eingliederungsmassnahme in Angriff zu nehmen, da er Angst vor einem
erneuten Scheitern hat (vgl. IV-act. 69). Sowohl der behandelnde Psychiater als auch
der Hausarzt haben jedoch mehrfach darauf hingewiesen, dass nach ihrer
Einschätzung wieder eine volle Arbeitsfähigkeit erreicht werden könnte, wenn der
Beschwerdeführer bei der Wiedereingliederung tatsächlich in geeigneter Weise
unterstützt und begleitet werde. Werde jedoch darauf verzichtet, drohe eine weitere
Verschlechterung des Gesundheitszustandes (IV-act. 36, 42 und 73). Unter den
gegebenen Umständen erscheinen im vorliegenden Fall primär wohl
Integrationsmassnahmen im Sinn von Art. 14a IVG angezeigt (vgl. zum Ganzen Erwin
Murer, Invalidenversicherung: Prävention, Früherfassung und Integration, 2009, Rz 3 ff.
zu Art. 14a IVG). Mittels Massnahmen zur sozialberuflichen Rehabilitation wäre
namentlich das Vertrauen des Beschwerdeführers in seine physischen und
psychischen Fähigkeiten aufzubauen und zu stärken. Dies könnte durch
Belastbarkeits- und/oder Aufbautrainings erfolgen. Im Rahmen der sozialberuflichen
Rehabilitation könnte aber auch der dringende Abbau des schädlichen
Medikamentenkonsums begleitet werden. Es würde sich zeigen, ob der
Beschwerdeführer hiefür medizinische oder sozialpsychiatrische Unterstützung
benötigt. In einem weiteren Schritt kämen Beschäftigungsmassnahmen in Frage, wobei
nach Möglichkeit auf den beruflichen Ressourcen aus der früheren Tätigkeit
aufzubauen wäre. Sollten diese Massnahmen erfolgreich sein, hätten weitere
Massnahmen beruflicher Art zu folgen. Sofern allerdings die Integrationsmassnahmen
scheitern oder trotz erfolgreicher Durchführung eine berufliche Eingliederung nicht
möglich sein sollte, wäre die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit erneut zu klären.
4.
4.1 Zusammenfassend ist die Beschwerde im Sinn der Erwägungen teilweise
gutzuheissen. Die Verfügung vom 3. September 2008 ist aufzuheben. Die
Beschwerdegegnerin hat die Eingliederungsbemühungen – wie oben dargelegt –
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wieder aufzunehmen und gegebenenfalls auch eine weitere medizinische Abklärung zu
veranlassen. Sollte die Eingliederung aus Gründen der Arbeitsunfähigkeit nicht möglich
sein, hat die Beschwerdegegnerin über den definitiven Rentenanspruch zu befinden.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint als angemessen. Die Beschwerdegegnerin unterliegt. Da sie gemäss Art. 3
Abs. 1 lit. b des st. gallischen Einführungsgesetzes zur Bundesgesetzgebung über die
Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (sGS 350.1) Teil der
Sozialversicherungsanstalt und damit Teil einer selbständigen öffentlich-rechtlichen
Anstalt ist, kommt Art. 95 Abs. 3 VRP (Befreiung von der Pflicht zur Übernahme
amtlicher Kosten) nicht zur Anwendung (vgl. Urs Peter Cavelti/Thomas Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen – dargestellt an den Verfahren vor
dem Verwaltungsgericht, 2. Aufl., 2003, Rz 792). Die Beschwerdegegnerin hat deshalb
die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen.
4.3 Bei diesem Verfahrensausgang ist praxisgemäss von einem vollen Obsiegen
auszugehen (vgl. etwa ZAK 1987 S. 266 E. 5a), weshalb der Beschwerdeführer einen
Anspruch auf eine Parteientschädigung hat. Die Parteientschädigung bemisst sich
gemäss Art. 61 lit. g ATSG nach der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit
des Prozesses. Unter Berücksichtigung dieser Kriterien erweist sich eine
Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als
angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG