Decision ID: a2603d2c-e52f-509d-9e99-4d78f16969e8
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1952 geborene
X._
beantragte am 24. August 2009 bei der
So
zialversicherungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, eine Rente
unter
Hin
weis auf Kniebeschwerden
(
Urk.
7/2)
. Bis Ende Oktober 2009 war er bei der
Firma Y._
als
Mitarbeiter Warenlogistik
angestellt (
Urk.
7/
12
/1-5
).
Daneben übte er eine
B
e
schäftigung als Raumpfleger aus
(
Urk.
7/16)
.
Vom 13. Januar 2009 bis zum 10. Januar 2011 bezog e
r
Krankent
aggelder
(
Urk.
7/61).
Nach
Eingang
der Anmeldung holte d
ie IV-Stelle Arztberichte (
Urk.
7/5
, Urk.
7/9
-11,
Urk.
7/23-24
und
Urk.
7/26-31
)
, einen Auszug aus dem individu
ell
en Konto (
IK-Auszug;
Urk.
7/6)
sowie
Arbeitgeberberichte (
Urk.
7/12 und
Urk.
7/16)
ein
und besprach mit dem Versicherten die berufliche Situation (
Urk.
7/21)
.
Am 26. Januar 2010 teilte sie
ihm
mit,
dass zurzeit keine berufli
chen
Eingliederungsmassnahmen möglich seien (
Urk.
7/22).
Mit Vorbescheid vom
2
2.
Dezember 2010 (
Urk.
7/38) stellte die IV-Stelle dem Versicherten eine befris
tete
ganze Invalidenrente
ab
1. Februar 2010 bis 28.
Februar 2011
in Aussicht
.
Nach
Einwand des Versicherten
(
Urk.
7/41) veranlasste die IV-Stelle eine medi
zinische Abklärung
bei
Dr.
med.
Z._
, Fachärztin für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
(Deutschland,
Urk.
7/51)
und ver
fügte am
11. Oktober 2011
, dass
rückwirkend
ab 1. Februar 2010
An
spruch auf
eine ganze Invalidenren
te und ab 1. Juni 2011
Anspruch
auf
eine halb
e Inva
li
den
rente
bestehe
(
Urk.
2).
2.
Gegen die Verfügung vom 11. Oktober 2011 (
Urk.
2) erhob der Versicherte am
11. November 2011 Beschwerde (
Urk.
1) mit
dem Antrag
,
es sei
„
festzustellen, dass
der Beschwerdeführer zu 100
%
arbeitsunfähig
ist
und es sei ihm auch ab 1. Juni 2011 weiterhi
n eine ganze Rente zuzusprechen;
es sei ein zweiter
Schrif
tenwechsel
anzuordnen; eventualiter
sei eine neutrale oder ein
e MEDAS-Un
tersuchung anzuordnen; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin.“
Ferner ersuchte der Beschwerdeführer um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und
Bestellung einer
unentgeltlichen
Rechts
vertretung
in der Person von Rechtsanwältin Claudia Mock Eigenmann
. Die
Be
schwerdegegnerin
beantragte mit Beschwerdeantwort vom
4.
Januar
2012 Ab
weisung der Beschwerde (Urk.
6
). Mit Verfügung vom
29. April 2013 wurde die unentgeltliche Prozessführung bewilligt
, und
dem Beschwerdeführer Rechtsan
wältin Claudia Mock Eigenmann als unentgeltliche
Rechtsvertreter
in bestellt
so
wie der vom Beschwerdeführer beantragte zweite Schriftenwechsel ange
ordnet
(
Urk.
12
).
Am 6. Mai 2013 erstattete der Beschwerdeführer seine Replik (
Urk.
13)
.
Die Beschwerdegegnerin verzichtete am
4. Juni 2013
auf Dup
lik (
Urk.
1
6
), was dem
Beschwerdeführer am
5.
Juni 2013
mitgeteilt wurde (
Urk.
1
7
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1
.
1
.1
Die massgebenden rechtlichen Grundlagen, insbesondere betreffend den Ren
ten
anspruch (Art. 28 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG)
und die Bestimmung des Invaliditätsgrades nach der
Einkommensvergleichs
methode
(Art. 16 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversi
cherungs
rechts
, ATSG)
, sind in der angefochtenen Verfügung zutreffend wie
dergegeben
(Urk. 2, Verfügungsteil 2, S. 1). Darauf kann, mit den nachstehen
den Ergänz
ung
en,
verwiesen werden.
1
.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1 ATSG). Die Invalidität kann Folge
von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs.
1 IVG). Er
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Ein
glie
derung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmög
lichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art.
7
Abs.
1 ATSG)
. Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind aus
schliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück
sichti
gen.
Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
1
.3
Der Begriff des ausgegli
chenen Ar
beitsmarktes ist ein theoretischer und abstrakter Begriff, welcher dazu dient, den Leistungsbereich der Invalidenversicherung von jenem der Arbeits
losen
ver
sicherung abzugrenzen. Er umschliesst einerseits ein bestimmtes Gleichgewicht zwischen dem Angebot von und der Nachfrage nach Stellen; an
derseits bezeich
net er einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fä
cher verschie
den
artiger Stellen offen hält, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten be
ruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsicht
lich des kör
per
lichen Einsatzes. Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall,
ob die invalide Person die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfä
higkeit zu ver
werten, und ob sie ein rentenausschliessendes Einkommen zu er
zielen vermag
oder nicht (BGE 110 V 273 E. 4b; ZAK 1991 S. 321 E. 3b und 1985 S. 462 E. 4b
;
vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.2). An die Konkretisierung von
Arbeitsge
legen
hei
ten
und Verdienstaussichten sind praxisgemäss nicht über
mässige Anforderung
en zu
stellen; diese hat vielmehr nur soweit zu gehen, als im Einzelfall eine zu
verlässige Ermittlung des Invaliditätsgrades gewährleistet ist. Für die
Invalidi
täts
bemessung
ist nicht darauf abzustellen, ob eine invalide Person unter den
konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig da
rauf, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaft
lich nützen könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Ar
beitskräften entsprechen würden (AHI 1998 S. 290 f. E. 3b; Urteile des Bundes
gerichts I 273/04 vom 29. März 2005, I 591/02 vom 5.
Mai 2004, I 285/99
vom
13.
März 2000 und U 176/98 vom 17. April 2000).
1
.
4
1.4.1
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer
Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leis
tung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt vor
aus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wo
bei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog an
wendbaren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen) Art. 88a
der Ver
ordnung
über die Invalidenversicherung (
IVV
)
festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E.
6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Ände
rung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Ab
stuf
ung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Ver
gleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des
Renten
beginns
mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung bzw. Herabsetzung der Rente (BGE 125 V 413 E.
2d am Ende, 369 E.
2, 113 V 273 E.
1a, 109 V 262 E.
4a, je mit Hinwei
sen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5). Spricht die Verwaltung der versi
cherten Person eine befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Befristung der Leis
tungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die un
bestritten ge
bliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert bleiben (BGE 125 V 413 f. E.
2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat vielmehr den Renten
an
spruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfas
sen (Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hin
weisen).
1
.
4.2
Nach der bundesgerichtlichen Praxis zu Art. 88a
Abs.
1 IVV ist eine Rente bei Wegfall der Invalidität im Normalfall erst nach Ablauf von drei Monaten seit dem Eintritt der anspruchserheblichen Veränderung aufzuheben (BGE 119 V 98 E. 4a, Urteil des Bundesgerichts I 569/06 vom 20. November 2006 E. 3.3).
1
.
5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen um
fass
end ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklag
ten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt
was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist
, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
set
zung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medi
zinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolge
rungen
der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die
rechtsan
wen
dende
Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Ex
perte oder die Ex
pertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
ant
wortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebe
nenfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E.
5.1; 125 V 351 E.
3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer
Blaser,
Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 3. Aufl. 1994, S. 24 f.).
2
.
2
.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre Rentenverfügung vom 11. Oktober 2011
(
Urk.
2) damit,
zu
Beginn der einjährigen Wartezeit,
ab Januar 2009,
sei dem Be
schwerdeführer aus gesundheitlichen Gründen keine Tätigkeit mehr zu
mutbar
gewesen. Aus dem monodiszipl
inären Gutachten
der Orthopädin
Dr. med.
Z._
e
rgebe sich
indessen
, dass
dem Beschwerdeführer
seit März 2011 eine
Arbeit
in
be
hinderungsangepasster
Tätigkeit
im Umfang von
zwei mal drei Stunden täglich
wieder
zugemutet werden könne
. Dementsprechend
habe der Beschwerdeführer seit dem 1. Juni 2011 (drei Monate nach der Ver
besserung) nur
noch
Anspruch auf
eine halbe Rente.
2
.2
Demgegenüber macht
e
der Beschwerdeführer in
der
Beschwerde (
Urk.
1) gel
tend,
seine behandelnden Ärzte erachteten ihn nicht mehr als arbeitsfähig (S.
3). Fer
ner beanstandete er
den
beim Einkommensvergleich vorgenommenen
Lei
dens
ab
zug
von 15
%
. In der Replik (
Urk.
13) rügte er die Bestimmung des
Inva
lidi
tätsgrades
(S. 3)
und
stellte sich zudem
mit Hinweis auf einen Entscheid
des hiesigen Gerichts
auf den Standpunkt, dass die verbliebene Restarbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit auf
dem
ausgeglichenen Arbeits
markt angesichts seines Alters, seiner Vorkenntnisse und der Einschränkungen
realistischerweise
nicht mehr nachgefragt werde und deren Verwertung
ihm
auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zugemutet werden könne (S. 4).
3
.
3
.1
Hinsichtlich des Gesundheitszustandes und dessen Auswirkungen auf die Ar
beits
fähigkeit
des Beschwerdeführers
liegen folgende ärztliche Einschätzungen vor:
3
.
2
Am 11. September 2009 (Datum gemäss Aktenverzeichnis der IV-Stelle) berich
tete der langjährige Hausarzt des Beschwerdeführers,
Dr.
med.
A._
,
Spezialarzt FMH für Allgemeinmedizin,
der IV-Stelle (
Urk.
7/9
/1-5
). Er stellte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
Status nach Knie-
Totalendoprothese
links am 3. Ju
li 2009 wegen
Varus
gon
arthrose
sowie
Osteonekrose
beim medialen
Kondylus
des linken Knies
Status nach
Teilmeniske
ktomie
beim linken Knie
medial
im Jahr
2008
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien eine arterielle Hypertonie
, eine Adipositas per magna
,
ein
Diabetes mellitus Typ II
sowie ein Status nach la
ng
jährigem Nikotinabusus. In seiner bisherigen Tätigkeit als Lagerist bei der
Firma Y._
sei der Beschwerdeführer sei
t
dem 16. Januar 2009
und bis auf weiteres zu 100
%
a
rbeitsunfähig.
Dr.
A._
wies auf
die verminderte Mobilität hin und
bescheinigte
ferner
, dass ab Herbst 2009 mit einer Erhöhung der Einsatzfä
higkeit gerechnet werden könne.
3
.
3
Dr.
med.
B._
, Oberarzt
(Visum)
, und
Dr.
med.
C._
, Assistenzärztin,
Klinik D._
,
Orthopädie,
berichteten
der IV-Stelle
am 30. Oktober 2009
(
Urk.
7/11) von der
K
ontrolle
vier Monate
nach Einsatz eines künstlichen Kniegelenkes
links
. Sie stellten die
folgenden Diagnosen:
S
tatus nach computerassistierter Knie-
Totalendoprothese
links am 3.
Juli 2009
bei
Varusg
onarthrose
bei
Osteonekrose
beim medialen
Kondylus
des linken Knies
Status nach
Teilmeniskektomie
beim linken Knie
medial
im Jahr
2008
Adipositas per magna
Die
D
res
.
B._
und
C._
berichteten von
einem
sehr schönen und regel
gerechten
Verlauf. Sie wiesen auf ein deutli
ches Rehabilitationsdefizit hin;
da
her sei intensive Physiotherapie verordnet worden zur Kräftigung der
Quadri
zeps
muskulatur
sowie
zur
Koordination und
Propriozeption
. Weiter erachteten
sie eine Stocke
ntwöhnung sowie eine Analgesie und
abschwellende Massnah
men
als
notwendig. Bei einer schweren körperlichen Tätigkeit als Lagerist be
stehe für
weitere vier
Wochen eine Arbeitsunfähigkeit. Sie würden den Hausarzt
da
nach um schrittweise Wiedereingliederung
des Versicherten
ins Berufsleben
bitten
.
3
.
4
PD
Dr.
med.
E._
,
Klinik D._
,
Orthopädie,
berichtete
der
IV-Stelle
am 17.
August 2010
über
die Verlaufskontrolle drei Monate nach
der Im
plantation
eines
künstlichen Kniegelenkes
rechts
(
Urk.
7/27). Er nannte die fol
gen
den Diagnosen:
Status nach computerassistierter Knie-
Totalendoprothese
rechts am 17. M
ai 2010 bei
medialbetonter
Gonar
throse am rechten Knie
Status nach computerassistierter Knie-
Totalendoprothese
links
am 3.
Juli
2009 bei
Varusg
onar
throse
Nebendiagnosen: Adipositas per magna, arterielle Hypertonie, Diabetes melli
tus Typ II
Der Patient sei mit dem Schmerzverlauf an sich zufrieden. Er habe noch etwas zu wenig Kraft
,
um
eine weite Strecke
ohne Stöcke zu gehen. Es bestehe ein
peradipöser
Habitus. Die Achsen seien klinisch recht ausgeglichen. Beim rech
ten Knie gebe es keine Rötung
oder
Schwellung und keinen Erguss. Die Fle
xion/Extension betrag
e
110-0-0°.
Das Knie
sei
ligamentär
stabil. Über dem me
dialen Gelenkspalt bestehe noch etwa
s
Druckdolenz
. Das Röntgenbild sei an sich
sehr schön
und unverändert zum Voruntersuch. Im
Ortho
ra
diogramm
be
stehe ein Verdacht auf 9°-
Varus
recht
s
und 3° links
.
In A
n
betracht des
peradipösen
Habitus sei die Situation
zurzeit
recht zufrie
den
stellend. Der klinische
Eindruck entspreche nicht dem im
Orthoradiogram
m
sug
g
erierten
Varuswinkel
. Ebenfalls scheine der Beschwerd
eführer damit
ziem
lich
gut zurechtzu
kommen. Im Vor
dergrund würden nun die ph
ysiotherapeuti
sche
Kräf
tigung und noch etwas Gehschule
stehen
. Zu diesem Zweck werde eine Serie
Medizinische Trainingstherapie verordnet. Die Unterarmstöcke könnten nach Mass
gabe der Beschwerden auch weggelassen werden. Selbstver
ständlich wäre eine
Gewichtsreduktion zu begrüssen,
realistischerweise
werde dies jedoch
wohl schwer zu erreichen sein.
Zur Arbeitsfähigkeit in der bisherigen oder
in
einer angepassten Tätigkeit nah
men
die Ärzte der Klinik
D._
auch nach Rückfrage der IV-Stelle
keine Stellung (
Urk.
7/30).
3
.
5
Dr.
med.
Z._
,
die über einen
Facharzttitel
Orthopädische Chirurgie und Trau
ma
tologie des Bewegungsapparates
(Deutschland)
verfügt
, erstattete der IV-Stelle
am 3.
Juni 2011 ein monodisziplinäres Gutachten auf dem Fachgebiet Ortho
pädie
und Traumatologie des Bewegungsapparates (
Urk.
7/54/1-16).
Die Untersuchung fand am 17. Mai 2011 in Gegenwart eines Dolmetschers statt.
Die
Ärzt
in
diag
nos
tizierte eine verminderte Belastbarkeit der Kniegelenke bei Zu
stand nach
Im
plantation von
Totalendop
rothese
n
beidseits, links
im Juli
2009 und rechts
im Mai
2010.
Beim linken Knie bestehe ferner ein
Status nach Me
niskus-Operation im Jahr 2008. Radiologisch
ergebe sich ein
korrekter
Implan
tatsitz
rechts.
Dr.
Z._
diagnostizierte ferner eine
erhebliche Fehl- und Über
belastung des Bewegungsapparates bei einem Übergewicht von mehr als 60 Ki
logramm.
Als wei
tere
Diagnosen
wurden
eine
Fehlstatik der Wirbelsäule,
eine
Haltungs
insuffi
zienz
,
ein
muskulärer Hartspann und
eine
verschmächtigte
Rumpfmuskulatur
ge
n
annt
. E
in
nervenwurzelbezogenes neurologisches Defizit liege nicht vor. Ohn
e Relevanz für die Arbeitsfähigkeit seien eine chronische venöse Insuffizien
z bei
Stammvaricosis
beidseits sowie ein metabolisches Syn
drom mit Diabetes melli
tus
(S. 10 und 13).
Dr.
Z._
berichtete, das gesundheitliche Hauptproblem des
Beschwerdeführers
liege in einer langjährigen,
morbiden Adipositas.
Das Wiegen in der
Untersu
chungs
situation
sei nicht möglich gewesen, da die Waage nur bis 130 Kilo
gramm
belastbar sei. Das langjährige Übergewicht habe über viele Jahre und Jahrzehnte
hinweg
zu einer erheblichen Fehl- und Überbelastung des Bewe
gungsapparates
geführt. Es sei erstaunlich, dass der
Beschwerdeführer
ausser den
Kniebe
schwer
den
keine weiteren Beschwe
rden am Bewegungsapparat be
klage
.
Der
Beschwer
de
führer
habe berichtet, dass er seit
den Knieoperationen
relativ schmerzfrei sei, jedoch keine länger dauernde Belastbarkeit der Kniege
lenke erreicht habe.
Dem
vom
Beschwerdeführer
geschilderten Tage
s
ablauf
mit
mehrstündigen
,
durch Pau
sen
unterbrochene
n
Spaziergänge
n
am Morgen
, ent
lastet durch
Unterarmgeh
stützen
(S.
4 und
6)
,
schenke sie kein
en
Glauben. An
hand der
Beschwielung
der Fusssohlen und der Hände sei der
Beschwerdeführer
auf keinen Fall täglich bis zu drei Stunden spazieren gehend unterwegs. Das er
hebliche Übergewicht habe deutliche Auswirkungen auf
dessen
Mobilität
(S. 11). Die Wege
zu den heutigen Untersuchungsterminen, zuerst in der
Klinik D._
und anschlies
send bei ihr
,
habe der Beschwerdeführer
aber selb
ständig mit Bahn und Tram zurückgelegt (S. 6).
Unabhängig vom bestehenden Übergewicht zeigten sich weitgehend
altersent
sprechende
Funktionen der grossen und kleine
n Gelenke der oberen Extremitä
t
en. All
e drei Abschnitte der Wirbel
säule zeigten si
ch deutlich eingeschränkt,
thoracal
und lumbal vornehmlich durch die bestehende Adipositas. Ein
nerven
wurzelbezogenes
neurologisches Defizit liege nicht vor. Klinisch ergebe sich an den Hüftgelenken der Anhalt auf Arthrosen. Bei beiden Kniegelenken liege
ein
Status nac
h
Totalendoprothesen
mit gut
en Funktionen vor (S. 11).
Die Gutachterin berichtete weiter, d
ringend notwendig wäre eine drastische
Ge
wichtsreduktion
um
mindestens
30 Kilogramm
,
und zwar
nicht allein durch die Reduktion von Kalorien, sondern auch durch vermehrte körperliche Aktivität
und damit
v
erbundene
r
körperliche
r
Kräftigung. Nach einer Gewichtsabnahme wür
d
e es zu einer deutlichen Steigerung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit
kommen. Bei annäherndem Normalgewicht könnte der
Beschwerdeführer
bei Sta
tus nach
der Implantation von
Totalendoprothesen
einer sitzenden Tätigkeit
voll
schichtig
nachgehen
(S. 11)
.
Von
orthopädischer Seite
her
bestehe Übereinstimmung mit der Aktenlage. Das erh
ebliche Übergewicht finde in den Akten
aber nicht den nötigen Raum und
sei in
der
Realität erheblich einschränkend
bezüglich der
Arbeits- und Leis
tungs
fähigkeit (S. 13). Für die vor allem rechts beklagten Kniebeschwerden
lä
gen
keine
nac
hvollziehbaren Befunde vor
(S. 14).
Spätestens
seit
dreiviertel Jahren
nach der Operation des rechten Kniegelenkes
bestehe ein
Arbeitsvermögen von zwei
mal
drei
Stunden für ausschliesslich sit
zende Tätigkeiten mit einer Pause von einer S
tunde
, in der am besten die Beine hochgelagert
würden
beziehungsweise die Pause im Liegen verbracht
w
er
de
.
Auf
grund der fehlenden Mobilität würden sich Einschränkungen für gehende und
ste
hende
Tätigkeiten ergeben. Aber auch
das Sitzen
sei problematisch.
Wegen der
Adipositas per magna
bestehe eine Einschränkung
der Leistungsfähigkeit von
30
%
(S.
11
und 13
).
Der Status nach
den
Knie-
Totalendoprothesen
begründe keine
Limitierungen
für angepasste Tätigkeiten.
Einschränkungen
der oberen Ex
tre
mitäten bestünden keine, so dass der
Beschwerdeführer
zum Beispiel hand
werk
liche Tätigkeiten oder Sortierarbeiten verrichten könne (S. 15).
3
.
6
In seiner Stellungnahme vom 9. August 2011
(
Urk.
7/58)
zuhanden des
Re
gio
nalen Ärztlichen Dienst
es
der IV-Stelle
hielt der Hausarzt
,
Dr.
A._
,
fest,
der
Versicherte
klage über stechende Bewegungsschmerzen am medialen und lateralen
Patellarand
und
darüber,
dass er weiterhin Stöcke benützen müsse, da er schmerzbedingt maximal zehn Minuten gehen könne.
E
r habe ihm weiter be
richtet,
Treppensteigen könne er nur müh
sam wegen auftretender Schmerzen so
wie
Kraftlosigkeit im Bereich des rechten Kniegelenkes. Er leide unter einem meta
bolischen Syndrom. Das Körpergewicht
liege
derzeit über 150 Kilogramm
, die Blutzuckerwerte seien schlecht (HbA1c 8.2%) und auch der Blutdruck sei meist im oberen Grenzbereich.
Der
Versicherte
berichte, er könne sich w
egen der Schmerzen im Bereich des rechten Kniegelenkes nur schlecht bewegen, was natürlich das metabolische Syndrom, insbeson
dere die Adipositas und die
Blut
zuckerwerte
, ungünstig beeinflusse. Die körperliche Aktivität könne erst nach einer Gewichtsreduktion von circa 40 Ki
logramm gesteigert werden;
ebenfalls scheine erst dann eine weitere Physio
therapie sinnvoll.
4
.
4
.1
Aus den medizinischen Unterlagen geht
übereinstimmend
hervor, dass
der stark über
gewichtige Beschwerdeführer im angestammten Beruf als Lagerist
ab
Mitte
Januar 2009 wegen Kniebeschwerden arbeitsunfähig war. Am 9. Juli 2009 (links)
sowie am 17. Mai 2010 (rechts) wurden ihm künstliche Kniegelenke im
plantiert.
Die Operationen und der Heilungsverlauf waren an sich regelkonform. Der Be
schwerdeführer blieb nach den Operationen in seiner Mobilität allerdings
noch immer
erheblich
eingeschränkt.
Was das
verblie
bende funktionelle Leistungsvermögen angeht, nahm e
inzig die Gutachterin
Dr.
Z._
detailliert
dazu
Stellung
.
Darauf kann abgestellt werden, nachdem
das
Gutachten
den
praxisgemässen Anforderungen an
eine beweis
kräftige medizinische
Expertisen
entspricht
(E.
1.5
).
Der Umstand, dass
gemäss dem
zur Publikation bestimmte
n
Bundesgerichtsurteil 9C_207/2012 vom 3. Juli 2013
die Anforderungen an die medizinische Begutachtung, wie sie in BGE 137 V 210 für polydisziplinäre MEDAS-Begutachtungen umschrieben worden sind, grundsätzlich sinngemäss auf mono- und
bidisziplinäre
Expertisierungen
an
wen
d
bar sind, bedeutet nicht, dass solche
nach altem Standard eingeholte
Gut
achten ungeachtet ihrer jeweiligen Überzeugungskraft den Beweiswert ein
büssten
(analog Bundesgerichtsurteil 9C_148/2012 vom 17.
September 2012 E. 1.3 und 1.4).
Die
Befunde
von Dr.
Z._
stimmen
mit den orthopädischen
Vorakten
d
er
Knieoperateu
re
überein
.
Dr.
Z._
führte
wie erwähnt
aus
,
nach Verstreichen von
dreiviertel Jahren
seit dem operativen
Einsatz des
zweiten
künstlichen Knie
gelenkes
bestehe ein Arbeitsvermögen von zwei mal drei Stun
den
für rein sit
zende Tätigkeiten
mit einer notwendigen Pause von einer Stunde
mit Beine hoch
lagern oder liegen
. Gehen und
s
tehen sei
nur für sehr kurze
Zeit möglich
.
Ins
gesamt sei die Leistungsfähigkeit um 30
% eingeschränkt.
Ein
schränkungen der oberen Extremitäten
würden
keine
vorliegen
, so dass der
Be
schwerdeführer
zum Beispiel handwerkliche Tätigkeiten oder Sortierarbeiten verrichten könne.
Dieses
mit dem Übergewicht des Beschwerdeführers begrün
dete Belastungsprofil ist nach
vollziehbar.
Ebenfalls
plausibel
ist, dass der Be
schwerdeführer bei annäh
ern
dem Normalgewicht nach verheilter Implantation
der Kniegelenke
einer sitzen
den Tätigkeit
wieder vollschichtig nachgehen könnte.
Für die vom Beschwerde
führer vor allem rechts beklagten Knieschmer
zen liegen nach Meinung der Gutachterin keine nachvollzie
h
baren Befunde vor.
Der
Hausarzt wies in seiner Stellungnahme vom 9. August 2011
ebenfalls
nicht auf
neue Befunde hin
(Urk.
7/58).
4
.2
Auch wenn die Einschränkungen nach dem Gesagten im Wesentlichen auf die
praxisgemäss
grundsätzlich
nicht invalidisierende
Gewichtsproblematik zurück
zuführen sind
, hat die IV-Stelle sie
doch
zu Recht
ohne Auferlegung von Mass
nahmen zur Gewichtsreduktion
berück
sichtigt
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_74/2008
vom 2
2.
August 2008
E. 2.2)
.
Gemäss nachvollziehbarer Einschät
zung der RAD-Ärztin
,
Dr.
med.
F._
,
Spezialärztin
FMH
für
Allgemeine Me
dizin, vom 9. Juni 2011,
ist
eine leistungsrelevante Gewichtsabnahme innert nützlicher Frist nicht möglich. Mit zumutbaren konservativen Massnahmen zur Gewicht
s
reduktion
k
önn
e
vielmehr erst
in
nerhalb von
zwei Jahren eine Ge
wichtsabnahme von 30 Kilogramm erwartet werden,
zu welchem Zeitpunkt
der
Beschwerdeführer
aber bereits 61 Jahre alt
wäre
(vgl.
Urk.
7/55 S.
5
).
4
.3
Zusammenfassend ist erstellt, dass
der Beschwerdeführer ab Beginn des
Warte
jahres
im Januar 2009 bis neun Monate nach
dem Einsatz des zweiten künstli
chen Kniegelenkes
im Mai 2010 und somit bis Ende Februar 2011
arbeitsunfä
hig war
. Seit März 2011 war ihm eine rein sitzende Tätigkeit von
täglich
zwei
mal drei Stunden mit einer notwendigen Pause von einer Stunde
(mit Bein
e
hoch
lagern oder liegen)
wieder zumutbar.
Es
besteht eine Einschränkung der
Leis
tungs
fähigkeit
von 30
%
.
5
.
5
.1
Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der gesundheitsbedingten Ein
schränkungen.
Strittig ist vorab, ob es dem Beschwerdeführer noch
möglich und
zu
mutbar ist, seine Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeits
markt zu
verwerten
.
5
.2
Im
massgebenden
Zeitpunkt
März 2011
,
als dem Beschwerdeführer wieder
eine sitzende Tätigkeit im Umfang von 70
%
zumutbar
war
(vgl. BGE 138 V 457
E.3.3
)
, war der Beschwerdeführer
58 Jahre alt und stand somit sieben Jahre vor der ordentlichen Pensionierung.
Vor der gesundheitsbedingten Kündigung war er seit über 20 Jahren als Lagerist bei der
Firma Y._
angestellt
(
Urk.
7/12)
.
5
.3
Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Ar
beitsmarkt
realistischerweise
nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zu
mut
bar ist. Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leis
tungs
vermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich zwar nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht nach einer allge
mei
nen R
egel bemessen, sondern hängt
von den Umständen
ab
, die mit Blick auf
die Anforderungen der Verweisungstätigkeiten massgebend sind
(
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 9C_954/2012 vom 10. Mai 2013 E. 2 mit Hinweisen
).
Trotz
dem
kristallisiert sich aus der bundesgerichtlichen Rechtsprechung eine
kritische Altersgrenze
heraus
und diese wird
mit 58 Jahren regelmässig noch nicht er
reicht (vgl. etwa Urteil des Bundesgericht
s
I 819/04 vom 27. Mai 2005 E.
2.2
und
die zi
tier
ten
Entscheide
im Urteil des Bundesgerichts 8C_482/2010 vom 27. September
2010 E. 4.2
; im vom Beschwerdeführer zitierten
Entscheid
des hiesi
gen Gerichts
IV.2011.00657 vom 1. November 2012 war
die Beschwerdeführerin
bereits 61 Jahre
alt
)
.
Es ist auch nicht so, dass dem Beschwerdeführer nur noch in ganz ein
geschränkter Form Tätigkeiten zumutbar wären.
Das Leistungsprofil des Be
schwerdeführers
ermöglicht
einen täglichen Einsatz von zwei
mal drei Stunden
in einer sitzenden
Tätigkeit. Denkbar sind handwerkliche Arbeiten,
Sortierar
bei
ten
oder auch
eine
Kontroll- sowie Überwachungs
funktion
ohne v
orausgesetzte Deutschkenntnisse
. Ausgehend vom
als ausgeglichen unterstell
ten
Arbeitsmarkt, der einen Fächer verschiedenster Tätigkeiten aufweist, und zwar sowohl bezüg
lich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes (BGE 110 V 273 E. 4b)
und auch so
ge
nannte Nischenarbeitsplätze umfasst
(
Urteil des Bun
desgerichts
8C_673/2012 vo
m 16. Mai 2013 E. 4.3
mit Hinweisen
)
, kann
des
halb
nicht
davon ausge
gangen
werden, dass die verbliebene Restarbeitsfähigkeit
gar nicht mehr
nachgefragt wird.
5
.
4
Erstellt ist, dass es dem Beschwerdeführer bedingt durch die
Kniebeschwerden
und die Implantationen der künstlichen Kniegelenke
ab Beginn des Wartejahres
bis
neun Monate nach dem operativen Einsatz des zweiten Kniegelenkes
nicht zu
mutbar war, ein Erwerbseinkommen zu erzielen. Die Beschwerdegegnerin hat
dem Beschwerdeführer dementsprechend zu Recht
ab
1. Februar 2010 eine ganze
Invalidenrente zugesprochen.
5.5
Seit
März 2011
ist der Beschwerdeführer
nach den obigen Ausführungen (E. 4.3)
in einer angepassten Tätigkeit nur noch zu 30
%
eingeschränkt
, weshalb für die Zeit ab März 2011 ein Einkommensvergleich vorzunehmen ist
.
5
.
6
Unbeanstandet blieb
und zu keinen Bemerkungen Anlass
geben die Basiswerte,
mit denen die IV-Stelle das
Valideneinkommen
des Beschwerdeführers
errech
net
e (
Urk.
7/35). Dies sind
zum einen
Fr.
73‘450.--
Hauptverdienst
im Jahr 2009 ge
stützt auf die Angaben
der Arbeitgeberin (Urk.
7/12)
und zum anderen
Fr.
7‘432.
--
Einkommen aus
Nebenerwerb gestützt auf den Durchschnitt der Jahre 2004–2008 gemäss IK-Auszug (
Urk.
7/6).
Unter Berücksichtigung der männer
spezifi
schen
(BGE 129 V 408) generellen Nominallohnentwicklung von
2.1
%
im Jahr 2009,
0.7
%
im Jahr 2010
und
1
%
im Jahr 2011
(BSF,
Nominal
lohn
index
, Männer, 2006-2010, T
1.1.05
sowie Nominallohnindex, Männer, 2011-2012, T1.1.10
) erg
e
b
en
sich
für das Jahr 201
1
hypothetische
E
inkommen von Fr. 7
4
‘
70
4
.-- (
Fr.
73‘450 x 1.007
x 1.01
)
und
von
Fr.
7‘
7
18
.-- (
Fr.
7‘432.
--
x 1.021
x
1.007
x 1.0
1
)
.
Es resultiert
insgesamt
ein
Valideneinkommen
von
Fr.
8
2
‘
42
2
.--
.
5
.
7
Für die Bestimmung des
Invalideneinkom
mens
sind praxisgemäss die
Tabellen
löhne
gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebungen (LSE) heranzu
ziehen. Das von Männern im Durch
schnitt
aller einfachen und repetitiven Tä
tigkeiten
im privaten Sektor
erzielte Ein
komm
en
betrug im Jahr 201
0
Fr. 58‘812.-- (Fr. 4‘901.-- x 12; LSE 2010, Tabelle TA1, Total, Männer,
Anfor
derungsniveau
4
, basierend auf 40 Arbeitsstunden
). Unter Be
rücksichtigung der
Nominallohnentwicklung und der
betriebsüblichen durch
schnittlichen wö
chentlichen Arbeitszeit von 41.
7
Stunden im Jahr 20
1
1
(Die Volkswirtschaft,
6
-2013, S. 9
0
Tabelle B9.2) ergibt sich e
in Ein
kommen von 6
1
‘
925
.
-- (
Fr.
58‘812.-- x 1.0
1
/ 40 x 41.7)
.
Bei einer Leistungseinbusse von 30
%
resultiert
ein E
inkommen von
Fr.
43‘347
.--.
5
.
8
Die Tabellenlöhne gemäss LSE
sind gegebenenfalls herabzusetzen, wenn ange
nommen werden muss, der versicherte Gesundheitsschaden werde – per se oder in Verbindung mit persönlichen Eigenschaften der versicherten Person – das zu
er
wartende Einkommen zusätzlich schmälern (vgl. etwa Urteil des Bundesge
richts
9C_549/2012 vom 7. März 2013 E. 3.1 mit Hinweisen; zum ganzen BGE 126 V 75).
Die IV-Stelle hat
vom
Tabellenlohn
einen Abzug von 15
%
vorge
nommen.
Wollte man
diesen Abzug
in Anbetracht des
Umstand
es
, dass
für den Beschwerdeführer
(
der vorher über zwanzig Jahre als La
gerist bei der
Firma Y._
tätig war)
nur sitzende Teilzeittätigkeiten in Frage kommen
, als zu tief
und
vielmehr
ein Leidensabzug
von 20
%
als angemessen erachten, resultierte
bei einem
Invalideneinkommen von
Fr.
3
4
‘
678
.
--
und einem
Valideneinkommen
von 82'422.-- ein
In
va
liditätsgrad
von 58 %, der nach wie vor unter dem Eckwert für eine
Drei
vier
telsrente
liegt.
Die von der Beschwerdegegnerin ab Juni 2011
(E. 1.4.2
hievor
) verfügte Herab
setzung der ganzen auf eine
halbe Rente erweist sich nach dem Ge
sagten als rechtens. Die Beschwerde ist somit abzuweisen.
6
.
6
.1
Die Kosten gemäss Art. 69
Abs.
1
bis
IVG sind ermessensweise auf
Fr.
900.
--
fest
zusetzen und ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen, zufolge Ge
wäh
rung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Ge
richts
kasse zu nehmen.
6
.2
Nach Einsicht in die Honorarnote von Rechtsanwältin Claudia
Mock Eigenmann
vom 9. Juli 2013
(
Urk.
18) ist diese für ihre Bemühungen als unentgeltliche Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers mit
Fr.
2‘720.-- (
Barauslagen
und Mehr
wertsteuer inbegriffen) aus der Gerichtskasse zu entschädigen.
Das Gericht
erkennt
:
1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
900
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt
, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse genommen.
Der Beschwerdeführer wird
auf
§
16
Abs.
4
GSVGer
hingewiesen.
3
.
Die unentgeltliche Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers, Rechtsanwältin Claudia Mock Eigenmann, Gockhausen,
wird mit
Fr.
2‘720
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) aus der Gerichtskasse entschädigt.
Der Beschwerdeführer wird
auf
§
16
Abs.
4
GSVGer
hingewiesen.
4
.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
Rechtsanwältin Claudia Mock Eigenmann
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
Gerichtskasse
5
.