Decision ID: 883129e8-63ed-5ef0-ae76-6c3728b5efe9
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. A.Y., geboren 1987, Staatsangehöriger von Mazedonien, heiratete am 2. Mai 2013 in
Mazedonien die in der Schweiz niedergelassene B.X., geboren 1987 (Vorakten
Migrationsamt, nachfolgend Dossier, S. 5 ff.). Am 4. August 2013 reiste er in die
Schweiz ein, wo ihm im Rahmen des Familiennachzugs eine – letztmals bis
3. September 2015 verlängerte – Aufenthaltsbewilligung erteilt wurde. Das Ehepaar hat
keine gemeinsamen Kinder.
Mit Meldung vom 30. März 2015 erhielt das Migrationsamt Kenntnis vom
Getrenntleben des Ehepaars sowie dem eingeleiteten Eheschutzverfahren. Gemäss
Eheschutzentscheid des Kreisgerichts Wil vom 23. Juni 2015 lebt das Ehepaar seit
dem 2. Februar 2015 getrennt, nachdem A.Y. einen Suizidversuch unternommen hatte.
Seit dem Suizidversuch hielt sich A.Y. bis November 2015 in Kliniken auf. Seitdem
wohnt er in einer Pension für Männer in schwierigen Lebenssituationen und ist nach
wie vor in psychiatrischer Behandlung. Am 22. Mai 2015 errichtete die Kindes- und
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Erwachsenenschutzbehörde Wil-Uzwil für ihn eine Vertretungsbeistandschaft mit
Einkommens- und Vermögensverwaltung. Seit Ende Juni 2015 wird er vollumfänglich
von der Sozialhilfe unterstützt. Mit Verfügung vom 16. Dezember 2015 widerrief das
Migrationsamt seine Aufenthaltsbewilligung (act. 9/1a/1). Das Sicherheits- und
Justizdepartement wies den von A.Y. gegen den Widerruf der Aufenthaltsbewilligung
erhobenen Rekurs am 5. Dezember 2016 ab.
B. A.Y. (Beschwerdeführer) erhob gegen den am 6. Dezember 2016 versandten
Entscheid des Sicherheits- und Justizdepartements (Vorinstanz) durch seinen
Rechtsvertreter mit Eingabe vom 6. Januar 2017 und Ergänzung vom 6. Februar 2017
Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit den Anträgen, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge, eventualiter unter Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege
und -verbeiständung, seien der angefochtene Entscheid und die ihm zugrunde
liegende Verfügung des Migrationsamts aufzuheben und die Aufenthaltsbewilligung sei
zu verlängern.
Mit Vernehmlassung vom 9. Februar 2017 verwies die Vorinstanz auf die Erwägungen
im angefochtenen Entscheid und beantragte die Abweisung der Beschwerde.
Auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid und die Ausführungen des
Beschwerdeführers zur Begründung seiner Anträge sowie die Akten wird, soweit
wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59 Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Als Adressat des
angefochtenen Entscheids ist der im Rekursverfahren unterlegene Beschwerdeführer
zur Ergreifung des Rechtsmittels berechtigt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1
VRP). Die Beschwerde gegen den am 6. Dezember 2016 versandten Rekursentscheid
wurde mit Eingabe vom 6. Januar 2017 unter Berücksichtigung des Fristenstillstandes
über Weihnachten und Neujahr rechtzeitig erhoben und erfüllt zusammen mit der
Ergänzung vom 6. Februar 2017 formal wie inhaltlich die gesetzlichen Anforderungen
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(Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 30 VRP sowie Art. 145 Abs. 1 lit. c der
Schweizerischen Zivilprozessordnung, SR 272, ZPO, und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP).
Auf die Beschwerde ist deshalb grundsätzlich einzutreten.
Nicht einzutreten ist darauf insoweit der Beschwerdeführer beantragt, die Verfügung
des Migrationsamts sei aufzuheben. Denn diese erstinstanzliche Verfügung ist durch
den angefochtenen Entscheid ersetzt worden beziehungsweise gilt inhaltlich als
mitangefochten (sog. Devolutiveffekt, siehe BGer 2C_249/2014 vom 27. März 2015
E. 1.3 mit Hinweis auf BGE 138 II 169 E. 3.3).
2. Gemäss Art. 43 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer
(SR 142.20, AuG) haben ausländische Ehegatten von Personen mit
Niederlassungsbewilligung Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit dieser zusammenwohnen. Dieser
Bewilligungsanspruch besteht trotz Auflösung beziehungsweise definitiven Scheiterns
der Ehegemeinschaft fort, wenn diese mindestens drei Jahre gedauert und sich die
betroffene ausländische Person erfolgreich in der Schweiz integriert hat (so Art. 50
Abs. 1 lit. a AuG; BGE 136 II 113 E. 3.3.3). Die beiden Kriterien (Fristablauf sowie
Integration) sind für den Anspruch kumulativ erforderlich (VerwGE B 2012/181 vom
30. April 2013 E. 2).
Eine Ehegemeinschaft in diesem Sinne liegt solange vor, wie die eheliche Beziehung
tatsächlich gelebt wird und ein gegenseitiger Ehewille besteht (vgl. u.a. VerwGE
B 2012/181 vom 30. April 2013 E. 2.1, mit weiteren Hinweisen). Dabei ist im
Wesentlichen auf die Dauer der nach aussen wahrnehmbaren ehelichen
Wohngemeinschaft abzustellen (BGE 137 II 345 E. 3.1.2). Mit Blick auf Art. 49 AuG, der
den Ehegatten bei weiterdauernder Familiengemeinschaft gestattet, aus „wichtigen
Gründen“ getrennt zu leben – was auch bei vorübergehenden Schwierigkeiten in der
Ehe kurzfristig der Fall sein kann (vgl. Art. 76 der Verordnung über Zulassung,
Aufenthalt und Erwerbstätigkeit; SR 142.201, VZAE) – ist aufgrund sämtlicher
Umstände im Einzelfall zu bestimmen, ab welchem Zeitpunkt die eheliche
Gemeinschaft als definitiv aufgelöst zu gelten hat (BGer 2C_821/2011 vom 22. Juni
2012 E. 2).
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Der Bewilligungsanspruch besteht gemäss Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG in einem Härtefall
vor Ablauf der Dreijahresfrist fort, wenn “wichtige persönliche Gründe” einen weiteren
Aufenthalt der betroffenen Person in der Schweiz “erforderlich” machen. Die Annahme
eines persönlichen, nachehelichen Härtefalles setzt aufgrund der konkreten Umstände
eine erhebliche Intensität der Konsequenzen für das Privat- und Familienleben der
ausländischen Person voraus, die mit ihrer Lebenssituation nach dem Dahinfallen der
Anwesenheitsberechtigung verbunden sind. Dies ist namentlich dann der Fall, wenn
Hindernisse bestehen, die auch dem Vollzug der Wegweisung entgegenstehen. Die
befürchtete Beeinträchtigung muss im Einzelfall aufgrund der konkreten Umstände
glaubhaft erscheinen und konkret dargetan werden. Der “nacheheliche Härtefall” muss
sich auf die Ehe und den damit verbundenen Aufenthalt beziehen. Die Härtefallregelung
von Art. 50 Abs. 1 lit. b in Verbindung mit Abs. 2 AuG zielt auf Sachverhalte ab, in
denen noch ein Aufenthaltsanspruch nach Art. 42 oder 43 AuG gegeben war, sei es
weil die Eheleute zusammen wohnten oder weil wichtige Gründe im Sinne von Art. 49
AuG für das Getrenntleben vorlagen. Der blosse Umstand, dass die ausländische
Person in Lebensverhältnisse zurückkehren muss, die in ihrem Herkunftsland allgemein
üblich sind, stellt keinen wichtigen Grund im Sinn von Art. 50 AuG dar, auch wenn
diese Lebensumstände weniger vorteilhaft sein mögen als diejenigen in der Schweiz.
Ein Härtefall kann namentlich vorliegen, wenn die ausländische Person mit
abgeleitetem Aufenthaltsrecht Opfer häuslicher Gewalt geworden ist oder wenn ihre
soziale Wiedereingliederung im Herkunftsland stark gefährdet scheint (vgl. VerwGE B
2012/181 vom 30. April 2013 E. 3 mit Hinweisen, www.gerichte.sg.ch). Hinsichtlich der
starken Gefährdung der sozialen Wiedereingliederung im Herkunftsland ist
entscheidend, ob die persönliche, berufliche und familiäre Wiedereingliederung als
stark gefährdet zu gelten hat, und nicht, ob ein Leben in der Schweiz einfacher wäre
(vgl. BGer 2C_73/2013 vom 3. April 2014 E. 2 mit Hinweis auf BGE 138 II 229 E. 3.1
und weitere Rechtsprechung).
2.1. Der Beschwerdeführer bringt vor, dass er am 2. Februar 2015 versucht habe, sich
das Leben zu nehmen, indem er sich aus dem 4. Stock gestürzt habe (act. 5 S. 3 ff.).
Wegen seiner Verletzungen sei er vor seiner Verbringung nach V. hospitalisiert worden.
In dieser Zeit habe sich seine Frau entschlossen, dass er nicht mehr zu ihr
zurückkehren dürfe. Sein Gesundheitszustand habe sich inzwischen stabilisiert,
verlange aber weiterhin eine engmaschige und intensive Behandlung beziehungsweise
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Betreuung. Es bestehe weiterhin ein hohes Selbstgefährdungsrisiko. Die Einschätzung
der Vorinstanz, dass ihm in Mazedonien eine angemessene Behandlung zur Verfügung
stehe, sei falsch. Aufgrund seines Krankheitsbildes sei davon auszugehen, dass er sich
das Leben nehme, wenn er nach Mazedonien zurückkehren müsste. Denn der Umzug
nach Mazedonien würde ihn vermutlich überstrapazieren. Zudem habe er in
Mazedonien keinen Ort, wo er hin könnte. Er sei ohne Eltern aufgewachsen, nachdem
sein Vater, der ebenfalls an Schizophrenie erkrankt war, die Mutter des
Beschwerdeführers umgebracht habe, als er selbst zweieinhalb Jahre alt gewesen sei.
Weder sein Onkel noch seine Schwester wollten oder könnten ihn aufnehmen. In
seinem derzeitigen Zustand sei er aber nicht in der Lage, für sich selbst zu sorgen. Die
Errichtung einer Beistandschaft sei nicht ohne guten Grund für notwendig befunden
worden. Die finanziellen Mittel würden nicht ausreichen, um sich ausserhalb der Familie
Unterstützung im Alltag organisieren zu können. In der Schweiz sei er gut integriert. Er
lerne die Sprache und sei nicht vorbestraft. Vor dem Suizidversuch sei er beruflich
integriert gewesen. Er wolle wieder arbeiten, sobald es ihm besser gehe. Im Kanton
Aargau erhalte er Unterstützung von einem Freund der Familie.
2.2. Der Beschwerdeführer behauptet vorliegend nicht, wann genau der gemeinsame
Ehewille erloschen sei. Er bringt einzig und sehr undeutlich vor, dass dies nach dem
2. Februar 2015 gewesen sei. Laut den dem Gericht vorliegenden Akten bestimmten
die Eheleute den 2. Februar 2015 allerdings selbst als Trennungszeitpunkt (act. 6/7
S. 4). Darauf, dass die Ehegemeinschaft danach definitiv beendet war, deuten zudem
weitere Akten hin (vgl. Dossier, S. 73 ff.). Gegenteilige Hinweise, insbesondere für eine
Wiederannäherung der Ehegatten während den Klinikaufenthalten des
Beschwerdeführers, liegen abgesehen von der Aussage der Ehefrau, dass sie den
Beschwerdeführer letztmals in V. gesehen habe (Dossier, S. 66), keine vor. Angesichts
der weitreichenden Mitwirkungspflicht des Beschwerdeführers bei der Feststellung des
entsprechenden Sachverhalts (BGE 138 II 229 E. 3.2.3), wären solche Momente von
ihm darzulegen gewesen. Der Beschwerdeführer ist aber auf das Verhältnis der
Ehegatten während seinen Klinikaufenthalten nach dem 2. Februar 2015 in keiner
Weise eingegangen. Es ist daher mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass die
Wohngemeinschaft und der Ehewille am 2. Februar 2015 endeten, womit die
Dreijahresfrist nicht erreicht wurde.
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Zu prüfen bleibt damit, ob ein nachehelicher Härtefall im Sinne von Art. 50 Abs. 1 lit. b
in Verbindung mit Abs. 2 AuG vorliegt. Das Bundesgericht lässt grundsätzlich eine
medizinische Notlage als wichtigen persönlichen Grund in diesem Sinne gelten, sofern
die gesundheitliche Beeinträchtigung eine längere oder dringliche Behandlung
erfordert, die im Heimatland nicht sichergestellt ist beziehungsweise sofern ein
Abbruch der nur in der Schweiz erhältlichen medizinischen Behandlung zu einer
erheblichen Verschlechterung des Gesundheitszustands führen würde. Ist die
medizinische Versorgung im Heimatland gewährleistet, genügt der Umstand, dass in
der Schweiz eine bessere oder günstigere Versorgung möglich ist, nicht für die
Annahme eines nachehelichen Härtefalls (BGer 2C_316/2011 vom 17. Oktober 2011
E. 3.3; BGer 2C_216/2009 vom 20. August 2009 E. 4.2; BGE 128 II 200 E. 5.3).
Vorliegend hat die Vorinstanz ausführlich und unter Beizug eines Entscheids des
Bundesverwaltungsgerichts dargelegt, dass auch in Mazedonien der Zugang zu
entsprechenden Medikamenten und Gesundheitsdiensten gewährleistet ist, wenngleich
nicht auf westeuropäischem Niveau (act. 2 S. 8 f.). Daran ändern die Errichtung einer
Beistandschaft (act. 6/4) und die beiden eingereichten ärztlichen Berichte (act. 6/9-10)
nichts. Denn die Dokumente setzen sich mit den Erwägungen der Vorinstanz in Bezug
auf den Zugang zu entsprechenden Medikamenten und Gesundheitsdiensten nicht
auseinander. Es ist aus dem Arztbericht vom 3. Februar 2016 gar ersichtlich, dass der
Beschwerdeführer bereits 2008 eine schwere Lebenskrise mit psychotischem Schub
hatte und darauf in Q./Mazedonien behandelt wurde (act. 6/9 S. 1). In den Akten liegt
im Übrigen die Kopie des mazedonischen „Krankenhefts“ des Beschwerdeführers, aus
welchem unschwer ersichtlich wird, dass seine Erkrankung in seiner Heimat in den
Jahren 2012 und 2013 bereits medikamentös unter anderem – nicht anders als in der
Schweiz – mit Risperidon behandelt wurde (Dossier, S. 78 ff.; S. 130). Der
Beschwerdeführer gibt sodann an, er habe seine Ehefrau 2013 in Q., als er dort noch
im Service gearbeitet habe, kennengelernt (Dossier, S. 125). Diese Umstände zeigen
auf, dass die für Behandlung der Erkrankung des Beschwerdeführers erforderlichen
Einrichtungen auch in seiner Heimat vorhanden sind und eine adäquate Behandlung
ermöglichten, die insoweit erfolgreich war, als der Beschwerdeführer ins Arbeitsleben
integriert werden konnte und – jedenfalls auf seine künftige Ehefrau – im damaligen
Zeitpunkt nicht krankheitsauffällig wirkte. Anhaltspunkte dafür, dass sich das Leiden
seither in einem Ausmass verschlimmert hätte, welches eine adäquate Behandlung im
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Heimatstaat im früheren Rahmen ausschliessen würde, sind nicht ersichtlich und
werden vom Beschwerdeführer auch nicht vorgebracht.
Es wird zwar darauf verwiesen, dass der Beschwerdeführer in der Schweiz eine
multimodale Therapie erhalte, die nach Erfahrung der behandelnden Ärztin in
Mazedonien so nicht möglich sei (act. 6/9 S. 2), aber es wird abgesehen von diesem
qualitativen Unterschied nirgends ausgeführt, dass die Grundversorgung in
Mazedonien in Bezug auf solche Erkrankungen nicht gewährleistet sei (vgl. zum Stand
der medizinischen und insbesondere psychiatrischen Versorgung in Mazedonien
BVGer E-3161/2014 vom 21. Juni 2017 E. 6.5.2; vgl. auch Schweizerische
Flüchtlingshilfe, Mazedonien: Behandlung von schweren Depressionen, Bern 2015,
www.fluechtlingshilfe.ch; BVGer E-807/2014 vom 3. März 2014 E. 8.3.1). Ein allfälliger
qualitativer Unterschied genügt jedoch laut Rechtsprechung des Bundesgerichts
gerade nicht zur Annahme eines Härtefalls. Auch im Zusammenhang mit möglichen
Suiziden infolge einer anstehenden Wegweisung beziehungsweise während derselben
bezog das Bundesgericht bereits Stellung. Diesem Risiko kann entgegengewirkt
werden, indem der Suizidalität beim Vollzug der Wegweisung Rechnung getragen wird.
So besteht insbesondere die Möglichkeit der fürsorgerischen Unterbringung in
zeitlicher Nähe zur geplanten Wegweisung, der ärztlichen Begleitung auf dem
Reiseweg sowie nötigenfalls einer Übergabe an entsprechende Spezialisten bei der
Ankunft in Mazedonien (vgl. dazu BGer 2C_573/2014 vom 4. Dezember 2014 E. 4.3.2).
Ein Härtefall im Sinne von Art. 50 Abs. 1 lit. b in Verbindung mit Abs. 2 AuG liegt also
nicht vor. Damit kann auch kein Härtefall im Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. b AuG
vorliegen (BVGer C 6133/2008 vom 15. Juli 2011 E. 8.3).
3. Nachdem der Beschwerdeführer keinen Rechtsanspruch auf eine
Aufenthaltsbewilligung hat, ist darüber nach pflichtgemässem Ermessen zu
entscheiden. Dabei haben die zuständigen Behörden die öffentlichen Interessen
einerseits sowie die persönlichen Verhältnisse und den Grad der Integration des
Beschwerdeführers anderseits zu berücksichtigen (Art. 96 Abs. 1 AuG).
3.1. Das Interesse der Öffentlichkeit daran, dass Ausländer, bei denen nach kurzem
Aufenthalt in der Schweiz die Bedingungen für die Erteilung der Aufenthaltsbewilligung
wegfallen, die Schweiz wieder verlassen, ist erheblich (vgl. VerwGE B 2012/105 vom
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13. November 2012 E. 7, www.gerichte.sg.ch). Hinzu kommt vorliegend, dass die
Heilungschancen des Beschwerdeführers sehr gering sind (act. 6/9 S. 2; act. 6/10 S. 2),
was inskünftig zusätzliche Risiken in Bezug auf eine nachhaltige wirtschaftliche
Integration in sich bergen dürfte.
3.2. Das Interesse des Beschwerdeführers hingegen liegt einzig in der hierorts
besseren medizinischen Versorgung beziehungsweise Unterstützung, auch wenn der
Beschwerdeführer Freude beim Erlernen der hiesigen Sprache zeigt, vor seinem
Suizidversuch in der Schweiz arbeitstätig war und einen Freund hätte, der ihm nach der
Therapie gewisse Unterstützung gewähren würde. Denn auch diese freundschaftliche
Unterstützung würde nach den Ausführungen des Beschwerdeführers offenbar nicht so
weit gehen, dass der Beschwerdeführer bei diesem Freund wohnen könnte. Andere
Interessen an einem Verbleib in der Schweiz wurden nicht dargelegt.
3.3. Dass dieses Interesse an der umfassenderen medizinischen Versorgung
beziehungsweise Unterstützung dasjenige der Öffentlichkeit nicht überwiegt, geht
bereits aus den vorangehenden Ausführungen hervor. Denn die Tatsache, dass es dem
Beschwerdeführer mit seiner Erkrankung in der Schweiz aufgrund der besseren
medizinischen Versorgung möglicherweise besser ginge, reicht laut Gesetzgeber und
Rechtsprechung gerade nicht aus, um die öffentlichen Interessen an seiner
Wegweisung automatisch weniger gewichtig erscheinen zu lassen. Dieses Ergebnis
wird vorliegend insbesondere dadurch gestützt, dass die Anwesenheit des
Beschwerdeführers in der Schweiz nur von kurzer Dauer war und er seine prägenden
Lebensjahre in Mazedonien verbrachte. Angesichts des langen Aufenthalts in seinem
Heimatland, während dem er trotz seiner bereits damals bestehenden psychischen
Probleme (vgl. act. 9/4a/8 und act. 9/4a/12 S. 2) offenbar in der Lage war, für sich
selbst zu sorgen, seiner Vertrautheit mit der heimischen Sprache und Kultur und der
Tatsache, dass er in Mazedonien noch Verwandtschaftsbeziehungen zu seiner
Schwester und seinem Onkel pflegt, obwohl er bei diesen Verwandten offenbar nicht
wohnen kann, erscheint die Rückkehr des Beschwerdeführers nach Mazedonien trotz
der in der Schweiz besseren Gesundheitsversorgung aufgrund der schwerwiegenden
öffentlichen Interessen nicht unangemessen. Denn es ist davon auszugehen, dass die
zuständigen Gesundheitseinrichtungen in Mazedonien den Beschwerdeführer erst
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entlassen, wenn dieser wieder in der Lage ist, für sich selbst zu sorgen, so wie dies in
der Vergangenheit offenbar auch der Fall war.
4. Die Beschwerde ist demzufolge abzuweisen.
5. Dem Verfahrensausgang entsprechend hat der Beschwerdeführer die Kosten zu
tragen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von CHF 2‘000 ist angemessen (vgl.
Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Dem Gesuch des
Beschwerdeführers um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und -
verbeiständung wird entsprochen, da er angesichts seiner vollumfänglichen
Sozialhilfeabhängigkeit klar bedürftig ist, die Beschwerde nicht zum Vornherein als
aussichtslos bezeichnet werden konnte und der Beizug eines Rechtsanwalts zur
gehörigen Interessenwahrung erforderlich war. Der Bestellung von Rechtsanwalt MLaw
HSG Roman Kern, St. Gallen, als unentgeltlicher Rechtsbeistand im vorliegenden
Beschwerdeverfahren steht nichts entgegen. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens
gehen daher zufolge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege zulasten des
Staates (Art. 99 Abs. 2 VRP in Verbindung mit Art. 122 Abs. 1 Ingress sowie lit. b ZPO).
Auf die Erhebung ist zu verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP).
Wird wie vorliegend auch die unentgeltliche Rechtsverbeiständung gewährt (Art. 99
Abs. 1 VRP), kommt die staatliche Honorarordnung für die Vorbereitung und
Durchführung des Verfahrens der Verwaltungsrechtspflege zur Anwendung (vgl. Art. 30
Ingress lit. b Ingress und Ziff. 2 des Anwaltsgesetzes; sGS 963.70, AnwG). Bei
unentgeltlicher Prozessführung wird das Honorar um einen Fünftel herabgesetzt
(Art. 31 Abs. 3 AnwG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Verwaltungsgericht pauschal CHF 1'000 bis CHF 12'000 (Art. 22 Abs. 1 Ingress und
lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten; sGS 963.75, HonO).
Innerhalb des für die Pauschale gesetzten Rahmens wird das Grundhonorar nach den
besonderen Umständen, namentlich nach Art und Umfang der Bemühungen, der
Schwierigkeit des Falles und den wirtschaftlichen Verhältnissen der Beteiligten,
bemessen (Art. 19 HonO). Der Rechtsvertreter hat keine Kostennote eingereicht. Ein
Pauschalhonorar von CHF 2'000, das um einen Fünftel auf CHF 1'600 zu kürzen ist,
erscheint angemessen. Hinzu kommen pauschale Barauslagen in Höhe von CHF 80
(vier Prozent von CHF 2'000, Art. 28 HonO) sowie die Mehrwertsteuer (Art. 29 HonO), bis
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wobei angesichts des Umstands, dass die anwaltlichen Leistungen im Wesentlichen
vor dem 1. Januar 2018 erbracht wurden, noch der Satz von acht Prozent zur
Anwendung gelangt (vgl. Ziff. 2.1 der MWST-Info 19 zur Steuersatzänderung per
1. Januar 2018, www.estv.admin.ch).