Decision ID: 902c7722-a077-592c-9272-3a67c9f0867a
Year: 2009
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass der Beschwerdeführer am 16. November 2008 in der Schweiz um Asyl nachsuchte, wobei er keine Identitätspapiere zu den Akten ,
dass er anlässlich der Erstbefragung im Empfangs- und  B._ vom 19. November 2008 sowie der Anhörung nach Art. 29 Abs. 1 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) durch das BFM vom 1. Dezember 2008 im Wesentlichen , in Mauretanien als Sohn einer gambischen Mutter und eines mauretanischen Vaters geboren worden zu sein, wobei er seit dem (...) Altersjahr mit der Mutter in Gambia gelebt habe und dort begonnen habe, Gitarre zu spielen (vgl. A4, S. 1 ff.),
dass er nach dem Tod seiner Mutter im Jahr (...) - an den genauen Todestag könne er sich nicht erinnern - Gambia verlassen und  etwa sechs Monate bei (...) in C._ verbracht habe, bevor er zu seinem Vater nach Mauretanien zurückgekehrt sei, damit dieser ihm helfe und ihn finanziell unterstütze (vgl. A4, S. 1 f.; A8, S. 4 f.),
dass ihn sein Vater am Tag der Rückkehr geschlagen habe, nachdem er bemerkt habe, dass er - der Beschwerdeführer - Gitarre spielte, und gedroht habe, ihn zu töten, falls er ihn erneut beim Musizieren , da es sich für den Sohn eines Moslem nicht schicke, Musik zu machen (vgl. A4, S. 5 f.; A8, S. 5 f.),
dass er daraufhin das Haus verlassen habe - eine Anzeige bei der Polizei habe er nicht erstattet, da man dies gegen seinen eigenen Vater in Afrika nicht tue - und nur noch tagsüber, wenn der Vater nicht anwesend gewesen sei, zum Essen zurückgekehrt sei, welches ihm D._ zubereitet habe (vgl. A8, S. 6),
dass er schliesslich aus Angst vor dem Vater mit Hilfe eines (...) Schleppers und mit Geld, welches er dem Vater gestohlen habe, per Schiff nach Europa geflohen und am (Datum) illegal in die Schweiz gelangt sei (vgl. A4, S. 6 f.; A8, S. 8),
dass bezüglich der weiteren Aussagen beziehungsweise der  des rechtserheblichen Sachverhalts auf die Protokolle bei den  verwiesen wird,
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dass der Beschwerdeführer trotz entsprechender Aufforderung keine Identitätspapiere eingereicht hat,
dass er zur Begründung ausführte, er habe nie einen Reisepass oder eine Identitätskarte besessen und es gäbe niemanden, der ihm bei der Beschaffung von Papieren behilflich sein könnte, da er weder seine (Verwandten) in Gambia kontaktieren noch seinen Vater, bei dem sich die Geburtsurkunde befinde, um Hilfe bitten könne (vgl. A4, S. 4 f.; A8, S. 3),
dass das BFM mit Verfügung vom 19. Dezember 2008 - eröffnet am 22. Dezember 2008 - in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf das Asylgesuch nicht eintrat und die Wegweisung des  aus der Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug anordnete,
dass der Beschwerdeführer dagegen mit Eingabe vom 29.  2008 (Datum Poststempel: 30. Dezember 2008) beim  Beschwerde einreichte und sinngemäss um  der vorinstanzlichen Verfügung und um materielle Prüfung des Asylgesuchs sowie Aufhebung der Wegweisung ersuchte,
dass er zudem in formeller Hinsicht um unentgeltliche Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) sowie um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und um  des Abwartens des Verfahrensausganges in der Schweiz ,

und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden  Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-34 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),
dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung  Änderung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde  ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),
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dass somit auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde  ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG sowie Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 52 VwVG),
dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden kann (Art. 106 Abs. 1 AsylG),
dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, bei denen es das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen (Art. 32-35 AsylG), die Beurteilungskompetenz der  grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, wobei bei Nichteintretensentscheiden gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG auch die Flüchtlingseigenschaft zum Prozessgegenstand gehört (vgl. Entscheide des Schweizerischen  [BVGE] 2007/8 E. 2.1 S. 73),
dass demgegenüber auf den Antrag in der Beschwerdeschrift, das Asylgesuch sei durch das Bundesverwaltungsgericht materiell zu prüfen und gutzuheissen, nicht einzutreten ist,
dass indes die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs materiell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle Kognition zukommt,
dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in  Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters  einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend - wie nachfolgend aufgezeigt - um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur  zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),
dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schriftenwechsel verzichtet wurde,
dass nach Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf Asylgesuche nicht  wird, wenn Asylsuchende den Behörden nicht innert 48 Stunden nach Einreichung des Gesuchs Reise- oder Identitätspapiere abgeben,
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dass diese Bestimmung keine Anwendung findet, wenn  glaubhaft machen können, dass sie dazu aus entschuldbaren Gründen nicht in der Lage sind oder auf Grund der Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flüchtlingseigenschaft festgestellt wird oder zusätzliche Abklärungen zur Feststellung der  oder eines Wegweisungsvollzugshindernisses nötig sind (Art. 32 Abs. 3 AsylG),
dass unter den Begriff „Reise- oder Identitätspapier“ gemäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG nur Dokumente fallen, welche von den  Behörden zum Zweck des Identitätsnachweises ausgestellt  sind, weshalb grundsätzlich nur Reisepässe oder Identitätskarten diese Anforderungen erfüllen, nicht aber zu anderen Zwecken  Dokumente wie Führerausweise oder Geburtsurkunden (vgl. Art. 1 Bst. b und c der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über  [AsylV 1, SR 142.311]; BVGE 2007/7 E. 6), weshalb die Ausführungen des Beschwerdeführers zur allfälligen  seiner Geburtsurkunde (vgl. A8, S. 3) unbeachtlich sind, da diese kein rechtsgenügliches Dokument darstellen würde,
dass der Beschwerdeführer es trotz entsprechender Aufforderung unterliess, im Moment der Einreichung des Asylgesuchs  innert 48 Stunden danach Dokumente zu seiner Identifizierung abzugeben und bis zum jetzigen Zeitpunkt offensichtlich auch keine Anstrengungen unternommen hat, um ein rechtsgenügliches  einzureichen,
dass die Ausführungen des Beschwerdeführers, er habe nie  besessen (vgl. A4, S. 4 f.; A8, S. 3), angesichts der  beziehungsweise mehrmonatigen Aufenthalte in Gambia und C._ sowie der entsprechenden Reisen von Mauretanien nach Gambia, weiter nach C._ und zurück nach Mauretanien, nicht glaubwürdig erscheinen,
dass insbesondere auch das Vorbringen des Beschwerdeführers, er sei ohne Reise- oder Identitätspapiere (vgl. A8, S. 10) von  durch ihm nicht bekannte Länder in die Schweiz gereist,  der strengen Kontrolle an wichtigen Grenzübergängen als nicht realistisch erscheint,
dass die in diesem Zusammenhang auf Beschwerdeebene  Behauptung, der (...) Schlepper habe ihm für die Reise
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gefälschte Papiere besorgt, als nachgeschoben und mithin  zu erachten ist,
dass zudem die Angaben des Beschwerdeführers zu seiner , wonach er von der mauretanischen Hafenstadt E._ per Schiff nach Europa gereist sei, jedoch nicht wisse, in welchem  Land er von Bord gegangen sei und auch zum Abfahrts- und Ankunftsdatum, zur Dauer der Reise und allfälligen Zwischenstopps sowie zur Schiffsart keine näheren Angaben machen könne (vgl. A4, S. 6 f.; A8, S. 9 f.), nicht zu seiner Glaubwürdigkeit beitragen,
dass auch das Vorbringen auf Beschwerdeebene, eine  sei erst mit Erreichen der Volljährigkeit möglich, was seine Papierlosigkeit erkläre, nicht stichhaltig ist, da dies nicht erklärt,  seine Mutter in Gambia oder sein Vater in Mauretanien nicht  für ihn Dokumente beantragt haben sollten,
dass somit keine entschuldbaren Gründe für das Versäumnis des Beschwerdeführers, rechtsgenügliche Identitätsdokumente , vorliegen,
dass sodann die Vorinstanz die Vorbringen des Beschwerdeführers, seinen Heimatstaat wegen der Furcht vor seinem Vater, welcher ihn wegen seines Gitarrenspiels geschlagen habe, verlassen zu haben, im Ergebnis zutreffend mangels Substanz und Realkennzeichen als nicht glaubhaft und nicht asylrelevant erachtet hat und dass hierzu auf die zu bestätigenden Erwägungen in der angefochtenen Verfügung  werden kann,
dass sich die Argumente in der Beschwerdeschrift im Wesentlichen in der Wiederholung der bereits im vorinstanzlichen Verfahren geltend gemachten Vorbringen erschöpfen und die vom BFM aufgezeigten Mängel nicht zu substanziieren vermögen,
dass überdies die vom Beschwerdeführer geschilderten befürchteten Nachteile als nicht asylrechtlich relevant qualifiziert werden können, da er gemäss eigenen Angaben bisher nie Probleme mit den  oder gambischen Behörden hatte (vgl. A4, S. 6) und  behördliche Ermittlungsmassnahmen wegen des Verdachts der Begehung einer Straftat (Diebstahl des Geldes des Vaters) für sich allein grundsätzlich keine asylrelevante Verfolgung im Sinne des  darstellen würden,
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dass somit keine Abklärungen im Sinne von Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG notwendig erscheinen,
dass das Bundesamt demzufolge zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist,
dass die Anordnung der Wegweisung die gesetzliche Regelfolge des Nichteintretens auf ein Asylgesuch ist (Art. 44 Abs. 1 AsylG), wenn sich der Asylsuchende nicht im Besitz einer fremdenpolizeilichen  befindet,
dass der Beschwerdeführer über keine derartige Bewilligung verfügt und auch keinen Anspruch auf eine solche geltend machen kann,  die von der Vorinstanz ausgesprochene Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und zu bestätigen ist (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen  [EMARK] 2001 Nr. 21),
dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den  Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern regelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht  oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]),
dass der Vollzug der Wegweisung des jungen, ledigen und über  Beziehungen in seinem Heimatstaat verfügenden Beschwerdeführers (vgl. A4, S. 3), der gemäss eigenen Angaben in Gambia eine (...-)jährige Ausbildung zum (Beruf) absolviert hat (vgl. A4, S. 2; A8, S. 4), als zumutbar - die vom Beschwerdeführer  der Befragung vom 1. Dezember 2008 erwähnten  (vgl. A8, S. 11) und in der Beschwerdebegründung vom 29. Dezember 2008 geltend gemachten Kiefer-, Zahn- und  lassen nicht auf eine konkrete Gefährdung aufgrund einer medizinischen Notlage, welche im Heimatstaat nicht behandelbar wäre, schliessen - sowie zulässig - es liegen keine Hinweise auf  vor und es sind keinerlei Anhaltspunkte für  Behandlung ersichtlich - und möglich - es besteht die Pflicht, sich um die Beschaffung der für die Rückkehr notwendigen Reisepapiere zu bemühen - im Sinne von Art. 83 Abs. 2-4 AuG zu erachten ist,  die Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht fällt,
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dass überdies auch eine Rückkehr des Beschwerdeführers nach Gambia - in das Heimatland seiner Mutter, in welchem er gemäss eigenen Angaben bis (...) gelebt hat, wo er aufgrund der gambischen Staatsangehörigkeit der Mutter einen Pass beantragen könnte (vgl. A4, S. 4) und wo er mütterlicherseits ebenfalls über verwandtschaftliche Beziehungen verfügt (vgl. A4, S. 3; A8, S. 3 f.) - als zumutbar, zulässig und möglich zu erachten ist,
dass die angefochtene Verfügung demnach weder Bundesrecht  noch unangemessen ist und der rechtserhebliche Sachverhalt von der Vorinstanz richtig und vollständig festgestellt wurde (Art. 106 AsylG), weshalb sie zu bestätigen und die Beschwerde abzuweisen ist, soweit auf diese einzutreten ist,
dass mit vorliegendem Urteil ohne vorgängige Instruktion die Gesuche um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses sowie um  des Abwartens des Verfahrensausganges in der Schweiz  geworden sind,
dass die Beschwerde aufgrund vorstehender Erwägungen als  zu qualifizieren ist und daher das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG -  der Bedürftigkeit des Beschwerdeführers - abzuweisen ist,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.-- (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).
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