Decision ID: 36fa06a4-fab9-40b6-a37b-c26121a312c3
Year: 2014
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Roger Peter, Neumünsterstrasse 30, 8008 Zürich,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach
4358, 6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a A._, Jahrgang 19_, war als Montageleiter Zeltaufbau bei der B._ AG,
angestellt und dadurch obligatorisch bei der Schweizerischen
Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen Unfälle versichert (UV-act. 21 [bzw. 225], 53
[Kündigung des Arbeitsverhältnisses per 31. Dezember 2009; eine Unfallmeldung mit
den allgemeinen Angaben zum Versicherten, zum Arbeitsverhältnis und zu den
Lohnverhältnissen fehlt in den Akten]). Zusätzlich übte er bei der Stadt C._ die
Tätigkeit eines nebenamtlichen Hauswarts aus (wie er erstmals im Einspracheverfahren
geltend machte; UV-act. 202 S. 1, 209). Am 4. August 2008 blieb der Versicherte beim
Abladen hängen und verdrehte sich das rechte Knie (UV-act. 2 mit Angaben gegenüber
dem erstbehandelnden Arzt, Dr. med. D._, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin). Der
dabei erlittene Längsriss des medialen Meniskus-Hinterhorns führte zu einem
langwierigen Heilungsprozess mit verschiedenen Komplikationen, die mehrere
operative Eingriffe nötig machten (vgl. medizinische Unterlagen der Suva,
zusammengefasst im Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon vom 29. Oktober 2012,
UV-act. 179). Die Suva erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Heilungskosten und
Taggelder).
A.b Mit Verfügung vom 17. Dezember 2012 (UV-act. 191) sprach die Suva dem Ver
sicherten ab 1. Februar 2013 eine Invalidenrente zu bei einem Invaliditätsgrad von 32%
und einem versicherten Verdienst von Fr. 82'233.--. Gleichzeitig hielt sie aufgrund der
Schätzung von Kreisarzt Dr. med. H._, Facharzt FMH für Chirurgie, vom
15. November 2012 (UV-act. 182) eine Integritätseinbusse von 30% fest und verfügte
eine Integritätsentschädigung von Fr. 37'800.--.
B.
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Gegen die Verfügung vom 17. Dezember 2012 erhob der Versicherte am 26. Januar
2013 Einsprache (UV-act. 201). Mit Entscheid vom 7. Juni 2013 (UV-act. 219) hiess die
Suva die Einsprache teilweise gut. Sie berücksichtigte auch das Einkommen aus der
Nebentätigkeit als Hauswart und ermittelte ein höheres Valideneinkommen sowie
gestützt darauf einen höheren Invaliditätsgrad von 36%. Den versicherten Verdienst
erhöhte sie um die Kinderzulagen und das Einkommen aus der Hauswart-Tätigkeit auf
Fr. 91'678.--. Im Übrigen wies sie die Einsprache ab, soweit sie darauf eintrat.
C.
C.a Dagegen richtet sich die Beschwerde vom 26. Juni 2013 mit den Anträgen:
1. Es sei der Einspracheentscheid vom 7. Juni 2013 aufzuheben.
2. Es sei dem Beschwerdeführer ab 1. Februar 2013 auf der Basis eines versicherten
Verdiensts von Fr. 95'279.-- und eines Invaliditätsgrads von 39% eine Invalidenrente
von Fr. 29'727.-- pro Jahr bzw. Fr. 2'477.20 pro Monat zu gewähren.
3. Es sei dem Beschwerdeführer auf der Basis einer Integritätseinbusse von 35%
eine Integritätsentschädigung von Fr. 44'100.-- zu gewähren.
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin.
Zur Begründung führt Rechtsanwalt Dr. Roger Peter, Zürich, in Vertretung des
Beschwerdeführers aus, da die Berentung per 1. Februar 2013 erfolge, sei auch der
Einkommensvergleich per 1. Februar 2013 durchzuführen und das 2013 erzielbare
Valideneinkommen zu berücksichtigen. Dieses hätte bei der B._ AG Fr. 85'500.--
(Fr. 6'300.-- x 13 [Bruttolohn + Gratifikation] + Fr. 300.-- x 12 [Pauschalspesen])
betragen. Die Pauschalspesen von Fr. 300.-- pro Monat erhalte jeder Mitarbeiter als
Entschädigung für das Mittagessen und für Spesenauslagen. Sie würden unabhängig
von Ferien oder Krankheit ausbezahlt, weshalb sie rechtsprechungsgemäss einen
versteckten Lohnbestandteil und somit massgebenden Lohn im Sinn von Art. 9 Abs. 2
der Verordnung über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVV; SR 831.101)
darstellten. Zusammen mit dem Nebeneinkommen als Hauswart ergebe sich ein
Valideneinkommen von Fr. 90'440.--. Gegenüber dem von der Suva ermittelten
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Invalideneinkommen von Fr. 54'973.--, dem er zustimme, ergebe sich eine
Erwerbseinbusse und ein Invaliditätsgrad von 39%. Als versteckter Lohnbestandteil
seien die Pauschalspesen von Fr. 3'600.-- (12 x Fr. 300.--) ebenfalls zum versicherten
Verdienst zu addieren, weshalb dieser insgesamt Fr. 95'278.-- betrage. Die
Integritätseinbusse sei aufgrund einer "mässigen bis schweren Pangonarthrose" auf
30% festgelegt worden. Da das Bundesgericht im Urteil U 56/05 vom 18. Juli 2005 die
Integritätseinbusse durch eine "mässige bis schwere Pangonarthrose" mit 35%
eingeschätzt habe, stehe dem Beschwerdeführer wegen des Gebots der
Gleichbehandlung auch eine solche zu und seine Integritätsentschädigung sei auf
Fr. 44'100.-- zu erhöhen.
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 20. August 2013 beantragt die Suva die Abweisung
der Beschwerde. Zur Begründung führt sie an, das Invalideneinkommen sei im
Dezember 2012 aufgrund der Lohnzahlen von 2012 ermittelt worden, diejenigen von
2013 seien damals noch gar nicht bekannt gewesen. Zum Vergleich sei das
Valideneinkommen von 2012 gegenübergestellt worden, was nicht zu beanstanden sei.
Von den Pauschalspesen seien durch die B._ AG keine Sozialversicherungsbeiträge
abgezogen worden, weshalb sie Unkostenentschädigung darstellten, nicht verdeckte
Lohnbestandteile. Die Integritätseinbusse sei vom Kreisarzt korrekt aufgrund des
medizinischen Sachverhalts und in Anwendung der tabellarischen Feinraster, die die
Gleichbehandlung der Versicherten garantierten, festgelegt worden. Dem genannten
Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 56/05 liege ein anderer, nicht
vergleichbarer Sachverhalt zugrunde, weshalb der Beschwerdeführer daraus nichts zu
seinen Gunsten ableiten könne.
C.c In der Replik vom 17. September 2013 und der Duplik vom 17. Oktober 2013
hielten die Parteien an ihren Standpunkten fest.
D.
Auf die weiteren Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der

übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.
Erwägungen:
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1.
1.1 Streitig ist zunächst, wie die als Pauschalspesen bezeichnete Entschädigung von
Fr. 300.-- pro Monat bzw. Fr. 3'600.-- pro Jahr zu qualifizieren ist und ob sie
Bestandteil des versicherten Verdiensts und des Valideneinkommens bildet.
1.2
1.2.1 Gemäss Art. 15 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung
(UVG; SR 832.20) gilt als versicherter Verdienst für die Bemessung der Renten der
innerhalb eines Jahres vor dem Unfall bezogene Lohn. Art. 22 Abs. 2 der Verordnung
über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) führt weiter aus, dass als versicherter
Verdienst der nach der Bundesgesetzgebung über die AHV massgebende Lohn gelte,
und zählt Ausnahmen davon auf. Abs. 4 von Art. 22 UVV konkretisiert, dass als
Grundlage für die Bemessung der Renten der innerhalb eines Jahres vor dem Unfall bei
einem oder mehreren Arbeitgebern bezogene Lohn gilt, einschliesslich noch nicht
ausbezahlter Lohnbestandteile, auf die ein Rechtsanspruch besteht.
1.2.2 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die
versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient
hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der
realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer
Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden
fortgesetzt worden wäre (vgl. BGE 134 V 325 E. 4.1 mit Hinweisen). Sind Angaben des
ehemaligen Arbeitgebers über den hypothetischen Lohn zum Zeitpunkt des
Rentenbeginns vorhanden und ist anzunehmen, die versicherte Person sei mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit weiterhin bei diesem Arbeitgeber tätig gewesen,
wäre sie nicht invalid geworden, ist diesen Angaben gegenüber der Aufindexierung
früherer Löhne in der Regel der Vorzug zu geben (vgl. RKUV 2005 Nr. U 538 S. 112,
U 66/02, E. 4.1.1). Sie sind genauer und besagen, was der Versicherte "tatsächlich"
verdient hätte (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 25. April 2012, 8C_61/2012, E. 2.4).
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1.2.3 Gemäss Art. 5 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung (AHVG; SR 831.10) gilt als massgebender Lohn (von
unselbständig Erwerbstätigen) jedes Entgelt für in unselbständiger Stellung auf
bestimmte oder unbestimmte Zeit geleistete Arbeit. Der massgebende Lohn umfasst
nach dessen zweitem Satz auch Teuerungs- und andere Lohnzulagen, Provisionen,
Gratifikationen, Naturalleistungen, Ferien- und Feiertagsentschädigungen und ähnliche
Bezüge, ferner Trinkgelder, soweit diese einen wesentlichen Bestandteil des
Arbeitsentgeltes darstellen. Art. 7 AHVV zählt Bestandteile auf, die zum massgebenden
Lohn für die Berechnung der Beiträge gehören, soweit sie nicht
Unkostenentschädigungen darstellen. Art. 9 Abs. 1 AHVV regelte in der im
Unfallzeitpunkt geltenden Fassung vom 16. September 1996 (in Kraft seit 1. Januar
1997 [AS 1996 2758]), dass Unkosten Auslagen sind, die dem Arbeitnehmer bei der
Ausführung seiner Arbeiten entstehen. Der zweite Satz von Abs. 1, wonach
Unkostenentschädigungen nicht zum massgebenden Lohn gehören, kam mit Ziffer I
der Verordnung vom 26. September 2008 hinzu und wurde auf 1. Januar 2009 in Kraft
gesetzt (AS 2008 4711). Keine Unkostenentschädigungen sind gemäss Art. 9 Abs. 2
AHVV regelmässige Entschädigungen für die Fahrt des Arbeitnehmers vom Wohnort
zum gewöhnlichen Arbeitsort sowie für die übliche Verpflegung am Wohnort oder am
gewöhnlichen Arbeitsort. Sie gehören nach dieser Regelung grundsätzlich zum
massgebenden Lohn.
1.2.4 In der AHI-Praxis 1996 erläuterte das Bundesamt für Sozialversicherungen
(BSV) auch den neu formulierten Art. 9 AHVV zu den Unkosten (AHI-Praxis 1996
S. 275 ff.). Zu dessen Abs. 2 hielt es fest, dass die üblicherweise vor und nach der
Arbeit anfallenden Wegkosten sowie die Auslagen für die Verpflegung grundsätzlich
zum massgebenden Lohn gehörten und nicht (abzugsfähige) Unkosten darstellten.
Diese Aufwendungen seien dem Arbeitnehmer auch nach Zivilrecht nicht zu ersetzen.
Die vorgeschlagene Norm fördere die Gleichbehandlung innerhalb der Gruppe der
Unselbständigerwerbenden. Deren Mehrheit erhalte nämlich weder die Kosten für den
Arbeitsweg noch für nicht auswärtige - d.h. am Wohnort oder am Ort der Betriebsstätte
eingenommene - Mahlzeiten vergütet, finanziere diese mithin gezwungenermassen mit
massgebendem Lohn. Unter gewissen Bedingungen könnten allerdings auch Weg- und
Essensentschädigungen Unkosten darstellen. Dies sei etwa bei Arbeitnehmern der Fall,
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welche ihren Arbeitsort ständig wechseln und sich daher auch jeweils an andern Orten
verpflegen müssten (z.B. Monteure).
1.2.5 Massgebend für die Qualifikation von Entschädigungen als Unkostenersatz
ist weiter die Wegleitung des BSV über den massgebenden Lohn in der AHV, IV und
EO (WML, gültig ab 1. Januar 2008; abrufbar unter <http://www.bsv.admin.ch/vollzug/
documents/view/361/lang:deu/category:22>, abgerufen am 25. April 2014). Diese
nimmt auch die Rechtsprechung zur AHV-rechtlichen Beitragspflicht auf und verweist
auf die einschlägigen Urteile. Sie hielt in Rz 3009 der Version 7 (mit Stand 1. Januar
2012) fest, dass Unkostenentschädigungen bei der Festsetzung des massgebenden
Lohns auszuscheiden seien, wobei gemäss Rz 3010 die Unkosten grundsätzlich in ihrer
tatsächlichen Höhe zu berücksichtigen seien. Würden Pauschalbeträge ausgerichtet,
müssten diese gemäss Rz 3014 den effektiven Unkosten zumindest gesamthaft
gesehen entsprechen, d.h. sie müssten mit den im Einzelfall tatsächlich gegebenen
Verhältnissen im Einklang stehen.
1.2.6 Die Lehre gibt weitgehend die in der WML festgehaltenen Grundsätze wieder
(vgl. Peter Forster, AHV-Beitragsrecht, Zürich/Basel/Genf 2007, § 6 Rz 48 ff. [S. 80 ff.];
Gustavo Scartazzini, in: Pierre-Yves Greber / Jean-Louis Duc / Gustavo Scartazzini,
Commentaire des articles 1 à 16 de la loi fédérale sur l'assurance-vieillesse et
survivants [LAVS], Basel 1997, Art. 5 AHVG, Rz 82 ff.). Weiter verweist sie auf die
Würdigung von Unkostenentschädigungen im Einzelfall (Forster, a.a.O., § 6 Rz 54 ff.
[S. 81 f.]).
1.3 Laut Arbeitsvertrag mit der B._ AG, der dem Beschwerdeführer am 29. März
2007 unterbreitet worden war und alle früher ausgestellten Verträge ersetzte (UV-act.
202 S. 13 ff.), war als Entschädigung für das Mittagessen und für Kleinspesen-
Auslagen eine monatliche Entschädigung von Fr. 300.-- vorgesehen (Ziffer 7 des
Arbeitsvertrags). Die übrigen Spesenauslagen sollten gemäss separatem
Spesenreglement vergütet werden. Das Personal- und Spesenreglement der B._ AG
vom 5. Januar 2007, das der Beschwerdeführer als Beilage 7 zur Replik einreichte (act.
G 5.7), verweist für Mittagessen auf die Spesenpauschale und regelt die Abgeltung der
übrigen Spesen. In den Lohnabrechnungen wies die Arbeitgeberin die Pauschalspesen
jeden Monat separat aus ("La 360"), führte weitere Spesenentschädigungen ("La 361
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bzw. 362") zusätzlich an und nahm alle Spesenarten unmissverständlich vom Lohn aus,
der Basis für die Sozialversicherungsabgaben darstellte (UV-act. 78).
1.4
1.4.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, die Pauschalspesen von Fr. 300.--
pro Monat bzw. Fr. 3'600.-- pro Jahr stellten Entschädigungen im Sinn von Art. 9
Abs. 2 AHVV dar und gehörten daher zum massgebenden Lohn. Eine anteilmässige
Entschädigung für Wegkosten ist darin nicht zu erblicken und wird konkret auch nicht
geltend gemacht. Soweit die Spesenpauschale die Kosten für auswärtige Mittagessen
abdeckte, kann sie nicht als "regelmässige Entschädigung für die übliche Verpflegung
am Wohnort oder am gewöhnlichen Arbeitsort" qualifiziert werden. Die Arbeitseinsätze
des Beschwerdeführers (gemäss Arbeitsvertrag der Auf- und Abbau von Mietzelten und
Zubehör sowie die Auslieferung, der Auf- und Abbau und die Rücknahme von
Mietmobiliar; UV-act. 202 S. 13) erfolgten vielfach nicht am Betriebsort und machten
die auswärtige Mittagsverpflegung notwendig. Wie die in Erwägung 1.2.4 dargelegten
Erläuterungen des BSV festhielten und das Bundesgericht im Urteil vom 5. April 2007,
H 135/05, E. 6.2, bestätigte, sind gerade solche Umstände geeignet, den
Spesencharakter von Essensentschädigungen zu unterstreichen.
1.4.2 Auch die Art, wie die B._ AG die Pauschalspesen behandelte, nämlich die
entsprechende Deklaration in den Lohnabrechnungen und ihre Ausnahme vom ver
sicherten Verdienst sowie lediglich die separate Entschädigung von zusätzlichen
Spesen bei auswärtigen Übernachtungen (gemäss Spesenreglement, vgl.
Abrechnungen vom 25. September 2007, 21. Dezember 2007, 25. Januar 2008,
25. Februar 2008, 25. März 2008 und 23. Mai 2008; UV-act. 78), spricht
unmissverständlich für deren Charakter als Spesen- oder Unkostenersatz. Dass die
Pauschalspesen unabhängig von Abwesenheiten durch Ferien oder Krankheit
ausgerichtet wurden, vermag an dieser Qualifikation nichts zu ändern. Vielmehr waren
die monatlichen Beträge, wie auch der Beschwerdeführer einräumt, tief gehalten und
konnten den effektiven Unkosten nur gesamthaft gesehen entsprechen (vgl. WML
Version 7 Rz 3014).
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1.4.3 Aus der Bestätigung der G._ AG vom 23. November 2012 (UV-act. 183;
Monatslohn 2012 Fr. 6'200.-- mal 13, 2013 Fr. 6'300.-- mal 13, je zuzüglich
Pauschalspesen von Fr. 300.-- [mal 12]) kann der Beschwerdeführer nicht ableiten, die
Pauschalspesen seien Lohnbestandteil und daher im versicherten Verdienst und im
Valideneinkommen einzuberechnen. Als Lohnbestandteil hätten sie nicht separat
bestätigt werden müssen und es ist nicht ersichtlich, weshalb sie nur zwölfmal
ausbezahlt und nicht zum dreizehnten Monatslohn hingezählt worden wären. Zudem ist
die Bestätigung vom 23. November 2012 als Ergänzung bzw. Präzisierung derjenigen
vom 5. November 2012 (UV-act. 180 S. 3) zu sehen. Sie gab die korrigierte Lohnhöhe
an und berücksichtigte die Lohnentwicklung für 2013, während am 5. November 2012
noch über den Lohn 2013 gemutmasst worden war.
1.4.4 Aufgrund der Lohnbelege für die Monate August 2008 bis Dezember 2009
(act. G 5.3 f.) ist erwiesen, dass die B._ AG dem Beschwerdeführer nach dem Unfall
die Pauschalspesen von Fr. 300.-- weiterhin ausrichtete, obwohl er
nachgewiesenermassen seit dem 24. September 2009 100% arbeitsunfähig war und er
daher keine berufsbedingten Auslagen für auswärtige Mittagessen oder Kleinspesen
mehr hatte. Er macht jedoch nicht geltend, je etwas gegen die monatliche Auszahlung
als Spesenentschädigung eingewendet oder den Einbezug dieser Beiträge in den
versicherten Lohn verlangt zu haben (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 14. Mai 2007,
I 756/06, E. 3.4). Selbst wenn er sich als in Sozialversicherungsfragen nicht versiert
bezeichnet, musste ihm aufgrund der übersichtlichen Lohnabrechnungen klar sein,
dass die Pauschalspesen von seiner Arbeitgeberin als Spesen und nicht als
massgebender Lohn behandelt wurden und dass darauf keine
Sozialversicherungsbeiträge entrichtet wurden. Ab Ende April 2009 war der
Beschwerdeführer zudem anwaltlich vertreten und hätte sein Rechtsvertreter bei der
Arbeitgeberin vorstellig werden können (UV-act. 28).
1.4.5 Die weiteren Argumente des Beschwerdeführers für die Qualifikation der
Pauschalspesen als massgebender Lohn im Sinn von Art. 9 Abs. 2 AHVV stützen sich
auf die arbeitsvertragsrechtliche Qualifikation von Entschädigungen an
Arbeitnehmende. Die AHV-rechtliche Qualifikation von Unkosten als massgebender
und damit beitragspflichtiger Lohn ist jedoch nur bedingt mit der einen
Entschädigungsanspruch nach Arbeitsvertragsrecht auslösenden vergleichbar (vgl.
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Forster, a.a.O., § 6 Rz 57 ff. [S. 82 f.]). Die arbeitsrechtlichen Argumente und Verweise
des Beschwerdeführers vermögen die in Erwägung 1.4.1 f. aufgeführten Darlegungen
und die Qualifikation der Pauschalspesen als Unkostenentschädigung und nicht als
massgebenden Lohn nicht umzustossen.
1.5 Zusammenfassend besteht somit keine Rechtsgrundlage, die Pauschalspesen
von Fr. 300.-- pro Monat bzw. Fr. 3'600.-- pro Jahr als massgebenden Lohn im
versicherten Verdienst oder im Valideneinkommen zu berücksichtigen. Die
Beschwerdegegnerin hatte somit im angefochtenen Einspracheentscheid korrekt einen
versicherten Verdienst von Fr. 91'678.-- und für 2012 ein Valideneinkommen von
Fr. 85'539.-- (13 x Fr. 6'200.-- zuzüglich Fr. 4'939.-- [Jahreslohn für nebenamtliche
Hauswarttätigkeit]) ermittelt (UV-act. 219 E. 5.d, E. 6c).
2.
2.1 Streitig ist weiter, ob das Valideneinkommen aufgrund der Lohnzahlen für 2012
oder für 2013 zu ermitteln war.
2.2 Art. 16 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) regelt die Ermittlung des Invaliditätsgrads
durch Vergleich des Invalideneinkommens mit dem Valideneinkommen. Lehre und
Rechtsprechung haben als wesentlichen Grundsatz bei der Ermittlung der
Vergleichseinkommen deren Gleichartigkeit festgelegt (vgl. Ueli Kieser, ATSG-
Kommentar, 2. Aufl. Zürich 2009, N 8 zu Art. 16, mit Hinweisen).
2.3 Die Beschwerdegegnerin hatte aufgrund von DAP-Zahlen für 2012 ein
durchschnittliches Invalideneinkommen von Fr. 54'973.-- ermittelt. Dieses wurde vom
Beschwerdeführer ausdrücklich als richtig anerkannt. Zur Ermittlung des
Invaliditätsgrads hatte die Beschwerdegegnerin im Dezember 2012 das
Invalideneinkommen für 2012 mit dem Valideneinkommen 2012 verglichen (UV-act.
190). Dies obwohl der Rentenbeginn auf 1. Februar 2013 festgelegt wurde und die
Zahlen zur Berechnung des Valideneinkommens 2013 im Verfügungszeitpunkt
(17. Dezember 2012) bereits bekannt waren. Der Beschwerdeführer macht dagegen
geltend, das Valideneinkommen 2013 hätte bei der Ermittlung des Invaliditätsgrads
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berücksichtigt werden müssen. Dem hält die Beschwerdegegnerin zutreffend
entgegen, für den Einkommensvergleich hätten die Zahlen des gleichen Jahres
verglichen werden müssen. Da die DAP-Zahlen für 2013 im Dezember 2012 noch nicht
vorgelegen hätten, habe sie korrekt das Invalideneinkommen 2012 mit dem
Valideneinkommen 2012 verglichen. Dieser Vergleich ist nicht zu beanstanden.
2.4 Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin zutreffend das
Valideneinkommen
2012 von Fr. 85'539.-- mit dem durchschnittlichen Invalideneinkommen aufgrund der
DAP-Zahlen für 2012 von Fr. 54'973.-- verglichen und korrekt einen Invaliditätsgrad
von 36% ermittelt. Auch diesbezüglich ist die Beschwerde abzuweisen.
3.
3.1 Streitig sind weiter die Höhe der Integritätseinbusse und die daraus resultierende
Integritätsentschädigung.
3.2 Die Beschwerdegegnerin hat die rechtlichen Voraussetzungen für die Bemessung
einer Integritätseinbusse und die Zusprechung einer Integritätsentschädigung im
angefochtenen Einspracheentscheid zutreffend dargestellt (E. 7.b). Sie hat neben den
gesetzlichen Grundlagen von Art. 24 f. UVG die Bemessungsregeln von Art. 36 UVV
dargelegt, auf die Tabelle der Integritätsschäden von Anhang 3 zur UVV verwiesen, und
die Funktion der Feinrastertabellen erläutert, die die Ärztinnen und Ärzte der Suva zu
den einzelnen Schädigungen erstellt haben. Zutreffend hat die Beschwerdegegnerin
auch die Tatsachen aufgezeigt, dass die Schätzung von Integritätsschäden in erster
Linie Ärztinnen und Ärzten obliegt und dass gleiche Integritätsschäden Anspruch auf
die gleiche Integritätsentschädigung geben (egalitärer Charakter). Darauf kann
verwiesen werden.
3.3
3.3.1 Die Integritätseinbusse des Beschwerdeführers wurde am 15. November
2012 von Kreisarzt Dr. H._ mit 30% geschätzt (UV-act. 182). Für den Befund stützte
er sich insbesondere auf den Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon vom 29. Oktober
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2012 (UV-act. 179) und hielt fest, es bestehe ein chronisches Schmerzsyndrom rechts
bei Status nach mehreren Kniearthroskopien, Infiltrationen, Synovektomie und
Radiosynoviorthese. Im Magnetresonanztomogramm (abgekürzt MRI oder MRT) sei
eine mediale Gonarthrose mit aufgehobenem Gelenkspalt und fortgeschrittener
Chondromalazie beschrieben worden (diese Beurteilung des MRT vom 3. Januar 2012
findet sich im Bericht der Uniklinik Balgrist vom 15. Februar 2012, UV-act. 140). Zur
Begründung des Integritätsschadens von 30% führte Dr. H._ an, die medial betonte
Gonarthrose rechtfertige gemäss Feinrastertabelle 5 in Analogie zu einer mässigen
femorotibialen Arthrose einen Integritätsschaden von 5-15%. Weiter hielt er fest:
"Aufgrund der rezidivierenden Ergussbildungen und auch der chronischen Schmerzen
ist im Vergleich der Bildgebung von einer mässigen bis schweren Pangonarthrose
auszugehen. Obwohl die arthrotischen Veränderungen diesen Arthrosegrad nicht
rechtfertigen, kann unabhängig davon der entsprechende Tabellenwert gemäss
Feinrastertabelle 5 angewandt werden. Der Übergangswert einer mässigen bis
schweren Pangonarthrose entspricht 30%. Aufgrund der chronischen
Schmerzhaftigkeit und der wiederholten Ergussneigung ist dieser Wert infolge der
mannigfachen Interventionen am Knie gerechtfertigt."
3.3.2 Dr. H._ richtete seine Schätzung (UV-act. 182) nach der Feinrastertabelle 5
der Integritätsschäden bei Arthrosen (Fassung 2011, abrufbar unter <http://
www.suva.ch/startseite-suva/unfall-suva/versicherungsmedizin-suva/
integritaetsentschaedigung-suva.htm>, abgerufen am 25. April 2014), wie er mehrfach
angab. Dabei verglich er die Schädigung, die beim Beschwerdeführer verblieb, mit dem
Wert einer mässigen bis schweren Pangonarthrose. Die genannte Feinrastertabelle 5
taxiert mässige Pangonarthrosen mit 10-30%, schwere mit 30-40%. Der
Übergangswert einer mässigen zu einer schweren Pangonarthrose liegt demnach, wie
von Dr. H._ zutreffend festgestellt, bei 30%.
3.3.3 Nachdem beim Beschwerdeführer nur eine medial betonte Gonarthrose
bildlich feststellbar war, die gemäss Feinrastertabelle 5 in Analogie zu einer mässigen
femorotibialen Arthrose einen Integritätsschaden von 5-15% rechtfertigen würde,
erscheint die von Dr. H._ vorgenommene Schätzung der Integritätseinbusse auf
30%, dem korrekt ermittelten Übergangswert von einer mässigen zu einer schweren
Pangonarthrose, angemessen. Dieser Wert entspricht dem doppelten Höchstwert für
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eine mässige femorotibiale Arthrose gemäss Feinrastertabelle 5 und ist auch im
Vergleich dazu für den Integritätsschaden des Beschwerdeführers begründet.
3.4 Der Beschwerdeführer verlangt - gestützt auf Art. 8 f. der Bundesverfassung der
Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 101) sowie den egalitären Charakter der
Integritätsentschädigung - eine Gleichbehandlung mit dem Versicherten F., dessen
Integritätseinbusse durch eine mässige bis schwere Pangonarthrose vom
Eidgenössischen Versicherungsgericht (EVG; seit 1. Januar 2007 sozialrechtliche
Abteilungen des Bundesgerichts) am 18. Juli 2005 (Entscheid U 56/05) mit 35%
beurteilt worden war.
3.4.1 Soweit aus diesem EVG-Entscheid ersichtlich (Sachverhalt lit. A, E. 2.1),
waren bei F. aufgrund des ersten Unfalls vom 23. Oktober 1991 im kreisärztlichen
Abschlussbericht vom 14. Oktober 1998 eine "mässige Pangonarthrose" und eine
"vordere Schublade +" erhoben worden. Im Abschlussbericht vom 10. Juni 2002
diagnostizierte der Kreisarzt, nach einem zweiten, bereits wieder abgeheilten Unfall
vom 16. März 2000, eine "mässige bis schwere Pangonarthrose" sowie ein "vorderes
Schubladenphänomen mit Lachmann + bis ++". Die Pangonarthrose von F. war
konkret diagnostiziert worden und hatte sich - neben einem ebenfalls zunehmenden
Schubladenphänomen - innerhalb von knapp vier Jahren von einer mässigen am
14. Oktober 1998 zu einer mässigen bis schweren am 10. Juni 2002 entwickelt.
Gegenüber der vom EVG beurteilten Integritätseinbusse von F. wurde beim
Beschwerdeführer für die Beurteilung seiner Integritätseinbusse eine mässige bis
schwere Pangonarthrose lediglich als Vergleichswert herangezogen. Schon aus diesem
Grund sind die beiden Fälle nur bedingt vergleichbar und kann der Beschwerdeführer
aus der Zusprechung einer Integritätseinbusse von 35% an F. nicht den gleichen Wert
für sich beanspruchen.
3.4.2 Im Urteil U 56/05 reflektierte das EVG nicht, dass die Integritätseinbusse von
35% dem Mittelwert einer schweren Pangonarthrose entspricht (30-40% gemäss
Feinrastertabelle 5) und damit nicht mehr von der Entschädigung einer mässigen bis
schweren Pangonarthrose gesprochen werden kann. (Bereits die in Erwägung 2.2.3
des Urteils zitierte Feststellung des kantonalen Gerichts, eine mässige bis schwere
Pangonarthrose entspreche einer Integritätseinbusse von 30-35%, ist im Licht der
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/14
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St.Galler Gerichte
Zahlen der Feinrastertabelle 5 nicht nachvollziehbar, wird aber nicht näher erläutert.) Ist
aber mit 35% die Integritätseinbusse durch eine schwere und nicht durch eine mässige
bis schwere Pangonarthrose festgelegt worden, und erweist sich das Urteil U 56/05 mit
der angeführten Begründung als falsch (bei zusätzlicher Berücksichtigung des
Schubladenphänomens und/oder einer voraussehbaren Verschlimmerung der Arthrose
könnte der Wert von 35% durchaus begründet sein), besteht kein Anspruch des
Beschwerdeführers auf Gleichbehandlung. Diese wäre eine Gleichbehandlung im
Unrecht, für die vorliegend die Voraussetzung einer ständigen (unrichtigen) Praxis fehlt
(vgl. Jörg Paul Müller / Markus Schefer, Grundrechte in der Schweiz, 4. Aufl. Bern
2008, S. 677 mit weiteren Hinweisen).
3.4.3 Aufgrund der Einschätzung im Entscheid U 56/05 besteht somit keine
Grundlage, die Integritätseinbusse des Beschwerdeführers auf 35% zu erhöhen.
3.5 Zusammenfassend ist der Integritätsschaden des Beschwerdeführers mit 30%
gesetzes- und rechtsprechungskonform festgestellt worden und nicht zu beanstanden.
Diesbezüglich ist die Beschwerde vom 26. Juni 2013 daher ebenfalls abzuweisen.
4.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde vom 26. Juni 2013 unter
allen Aspekten abzuweisen. Gerichtskosten werden keine erhoben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39
VRP