Decision ID: 496a6f0a-13f7-4787-b85d-8e59e11f3fa9
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1966 geborene
X._
meldete sich am 21.
Januar 2010 zum
Bezug von Leistungen
(berufliche Integration, Rente)
der Eidgenössischen
In
validenversicherung (IV) an (Urk.
7/4). Die Sozialversicherungsanstalt des
Kan
tons
Zürich, IV-Stelle, traf daraufhin erwerbliche, berufliche und medizini
sche Abklärungen. Am 10.
November 2010 teilte sie dem Versicherten mit, dass be
rufliche Eingliederung
smassnahm
en aufgrund seines
aktuellen
Gesundheits
zu
standes nicht möglich seien (Ur
k.
7
/36). Nachdem sie ihn am 9.
November 2011 von den Ärzten des
Y._
hatte
poly
disziplinär
untersuchen lassen (vgl. Expert
ise vom 14. Dezember 2011, Urk. 7/51
S. 2
ff.), stellte die IV-Stelle dem Versi
cherten mit Vorbescheid vom 30. März
2012 (Urk.
7/62) die
Zusprache
einer ganzen Rente für die Zei
t vom 1. Septem
ber
2010 bis 29.
Februar
2012 in Aussicht. Nach weiteren, die Einho
lung einer ergänzenden Stellungnahme der Gutachter des
Y._
vom 26. September 2012 (Urk. 7/78) einschliessenden
medizinischen Abklärungen
und
nach
Beizug
der Akten der Schweizerischen Unfallv
ersicherungsanstalt (SUVA; Urk.
7/87) sprach die IV-Stelle
dem Versicherten
mit Verfü
gung vom 31.
J
uli 2013 (Urk.
2) eine – vom 1. September 2010 bis 29.
Februar 2012 be
fristete – ganze Rente zu.
1.2
Zwischenzeitlich hatte der
Versicherte
am 17. April 2012
auch die SUVA um
Leistungen
betreffend einen beidseitigen Tinnitus
ersucht
(Urk. 7/87 S. 51 f.)
. Diese teilte ihm am 8. Januar 2013 mit, dass die entsprechenden Abklärungen
(vgl
.
Urk. 7/87 S. 6 ff.,
Urk. 7/83 S. 2)
ergeben hätten, dass es sich
bei
der
Hör
schä
di
gung
um keine Berufskrankheit handle; ein Anspruch auf
Unfallversiche
rungs
leistungen
bestehe
daher nicht
(Urk. 7/83 S. 1).
2.
Gegen die Verfügung
der IV-Stelle vom 31. Juli 2013 (Urk. 2)
liess
X._
am 16. September 2013 mit folgenden Anträgen Beschwerde er
heben
(Urk. 1 S. 2 f.):
„Es sei die Beschwerdegegnerin zu verpf
lichten, dem Versicherten eine
un
befristete Invalidenrente auszurichten;
Unter Kosten- und Ent
schädigungsfolgen zulasten der
Beschwerdegeg
nerin
.
Es sei dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung zu be
willi
gen sowie ein unentgeltlicher Rechtsvertreter zu bestellen und in der Per
son von RA Dominique
Chopard
zu ernennen.“
Die IV-Stelle schloss am 18. Oktober 2013 auf Abweisung der Beschwerde (vgl. Beschwerdeantwort, Urk. 6)
. Dies wurde
dem Beschwerdeführer, der sein Gesuch
um
un
entgeltliche Rechts
p
flege
mit Eingabe vom 23. Oktober 2013 (Urk. 8) wie
der
zurückgezogen hatte, am 28. Oktober 2013 zur Kenntnis gebracht (Urk. 9).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen ein
zu
gehen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den All
g
emeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
)
. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe
Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu
bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung
und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sogenanntes
Invalidenein
kommen
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte,
wenn sie nicht invalid geworden wäre (sogenanntes
Valideneinkom
men
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der
Einkom
mensdifferenz
der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommens
ver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer
Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leis
tung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt vor
aus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wo
bei
der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog anwendbaren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen)
Art.
88a der Ver
ordnung
über die Invalidenversicherung (IVV) festzuse
tzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E.
6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Ände
rung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstu
fung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Ver
gleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des
Renten
beginns
mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung beziehungsweise Herabsetzung der Rente
(BGE 125 V 413 E.
2d am Ende, 369 E.
2, 113 V 273 E.
1a, 109 V 262 E.
4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E.
3.5). Spricht die Verwaltung der versi
cher
ten Person eine befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die un
bestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert blei
ben
(BGE 125 V 413 E.
2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat viel
mehr den
Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeit
raum und
damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfassen (Urtei
l des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die IV-Stelle begründete die
Zusprache
der
vom 1. September 2010 bis 29. Febru
ar 2012
befristeten ganzen Rente damit, das
s der Beschwerdeführer ab dem
14. September 2009
und noch über den Ablauf des Wartejahrs hinaus in jeg
licher Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig gewesen sei. Gestützt auf das inter
disziplinäre Gutachten des
Y._
vom
14. Dezember 2011 (Urk. 7/51 S. 2 ff.) be
ziehungsweise die Ergänzung dazu vom 26. September 2012
(Urk. 7/
78
) sei davon
auszugehen, dass er aufgrund einer Verbesserung seines Gesundheitszu
stan
des seit dem 9. November 2011 wieder in der Lage sei, vollzeitlich einer
be
hinderungsangepassten
Tätigkeit nachzugehen und damit ein 30 % unter dem
Valideneinkommen
liegendes Salär zu generieren (Urk. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt,
d
ie Ex
pertise
des
Y._
(Urk. 7/51 S. 2 ff., Urk. 7/78)
sei widersprüchlich und im Übri
gen auch deshalb nicht beweistauglich, weil die begutachtenden Ärzte nicht über die Akten des Unfallversicherers verfügt hätten. Um die Arbeitsfähigkeit zuverlässig beurteilen zu können, sei eine interdisziplinäre Untersuchung erfor
derlich (Urk. 1 S. 4 ff.). Bei der Ermittlung des Invalideneinkommens habe die IV-Stelle sodann zu Unrecht keinen leidensbedingten Abzug gewährt. Da allein schon die Schwerhörigkeit einen Abschlag von 25 % rechtfertige, habe er
je
denfalls weiterhin Anspruch zumindest auf eine Teilrente (Urk. 1 S. 6).
3.
3.1
Das
MRI
der
Lendenwirbelsäule
(
LWS
)
und
des
thorakale
n
Übergang
s
vom 11. November 2009
ergab folgende Befunde
(Urk. 7/11 S. 8)
:
Recht deutliche Spinalkanalstenose L4/L5 mit einerseits
ossärer
und ande
rerseits
ligamentärer
sowie
diskogener
Ursache
Hochgradige
Osteochondrose
L5/S1 mit zirkulärer Erschlaffung der Band
scheibe sowie mässiger
Spondylarthrose
ohne Hinweise für eine
foraminelle
oder
Spinalkanalstenosierung
Diskrete zirkuläre Erschlaffung der Bandscheibe L3/L4 ohne Duralsack- oder
Spinalnervkompression
Im Bereich der
Iliosakralgelenke
sowie des thorakalen Übergangs habe sich ein normaler Befund gezeigt. Es bestehe kein Hinweis für einen
Knochenumbau
prozess
im Bereich der LWS und des
Sacrum
.
3.2
Dr. med.
Z._
, Facharzt FMH für Rheumatologie und Rehabilitation, Manu
elle Medizin (SAMM), stellte am 29. Januar 2010 folgende Diagnosen
mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/11 S. 1):
Lumbospondylogenes
Syndrom, rechtsbetont, bei
erheblicher
Fehlform
der Wirbelsäule (Torsionsskoliose, Hohl- und Rundrücken)
degenerativen Veränderungen, betont L4/5
degenerativer Spinalkanalstenose L4/5 mit Symptomatik einer spina
len
Claudicatio
, bestehend seit zirka 2007
Zervikovertebralsyndrom
bei
erheblicher
Fehlform
(Torsionsskoliose) der Halswirbelsäule (HWS)
und
der
Brustwirbelsäule (B
WS
)
Spondylarthrosen
(betont C2/3 und C5/6 links)
Chronische
Tinnitusproblematik
mit Entwicklung einer psychischen
Be
findlichkeitsstörung
(psychiatrische Behandlung)
In der angestammten Tätigkeit
als Betriebsmitarbeiter bei
der
E._
sei der Be
schwerdeführer – nach eigenen Angaben seit 1. Oktober 2009 –
bis auf
Weiteres
zu 100 % arbeitsunfähig
(Urk. 7/11 S. 2).
3.3
Dr. med.
A._
, Facharzt FMH für Ohren-Nasen-Halskrankheiten, Hals- und Gesichtschirurgie, stellte am 8. Februar 2010 nachstehende Diagnosen mit Ein
fluss auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/15 S. 6):
Hochgradige Innenohrschwerhörigkeit links
Beidseitiger Tinnitus
Rezidivierende Otalgie bei Bruxismus
Die angestammte Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer wegen der starken Lärm
belastung, welche die Ver
ständigung vor Ort behindere, und
wegen einer ge
stei
gerten Lärmempfindlichkeit im Rahmen der Schwerhörigkeit nicht mehr zu
mut
bar. Mit einer
Crosshörgerätversorgung
und einem
ruhigen, nicht lärmbe
lasteten Arbeitsplatz lasse sich die Einschränkung vermindern.
Eine
behinde
rungsan
ge
passte
Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer durchaus zumutbar (Urk. 7/15 S. 7).
3.4
Dr. med.
B._
, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin,
berichtete
am 9. Februar 2010
über ein seit
Jahren
vorhandenes,
zunehmende
s und
sehr stö
rende
s
Rauschen im linken Ohr. Die Arbeit im lärmigen Umfeld bei der
E._
sei dem
Beschwerdefü
hrer, der
auch über
Kopf- und
Rückenschmerzen klage, un
er
träglich. Seit dem 22. September 2009 bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähig
keit (Urk. 7/16 S. 2). Eine wechselbelastende Tätigkeit an einem ruhigen Ort sei ihm allenfalls noch zumutbar (Urk. 7/16 S. 3).
3.
5
Gestützt auf die Ergebnisse der ambulanten Untersuchung vom 16. März 2010
stellten die Ärzte der Klinik
C._
, Wirbelsäulenchirurgie, am 17. März 2010
folgende Diagnosen (Urk. 7/23 S. 7):
Lumbospondylogenes
S
chmerzs
yndrom mit
schwerer
Osteochondrose
L5/S1 (
Mo
dic
II),
Diskusprotrusion
L5/S1 und L4/L5 sowie
konsekutiver Spinalkanalstenose
Nikotinabusus
(2 Pack pro Tag)
Es sei eine Sakralblockade vorgesehen; danach würden dem Beschwerdeführer die verschiedenen Therapieoptionen erläutert (Urk. 7/23 S. 8).
3.
6
Dr. med.
D._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, stellte am
29. März 2010 nachstehende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit
(Urk. 7/24 S. 1):
Mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1) vor dem Hintergrund ei
nes chronischen Tinnitus
Tinnitus links >> rechts bei Schwerhörigkeit links
Lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom rechtsbetont bei/mit
mässig ausgeprägten degenerativen Veränderungen (insbesondere Seg
ment L4/5)
degenerativer Spinalkanalstenose L4/5 (bei konstitutionell eng ausge
legtem Spinalkanal)
Fehlform
(Skoliose, Hohl- und Rundrücken)
Zervikovertebralsyndrom
bei
erheblicher
Torsionsskoliose von HWS und BWS
Spondylarthrosen
(betont C2/3 und C5/6 links)
Der seit 8. Oktober 2009 bei ihm in Behandlung stehende (Urk. 7/24 S. 1) Be
schwerdeführer sei psychisch bedingt seit diesem Datum zu 100 % arbeitsunfä
hig.
Prognostisch sei davon auszugehen, dass er in zirka drei Monaten wieder in der Lage sein werde, einer leidensangepassten Tätigkeit – vorerst im Pensum von 20 %
–
nachzugehen (Urk. 7/24 S. 2 und S. 3).
3.7
Im Auftrag des Medical Service beziehungsweise
seiner (damaligen)
Arbeitgebe
rin
, der
E._
(vgl. Urk. 7/28
f.
)
,
wurde der Beschwerdeführer am
29. März 2010 von Dr. med.
F._
, Facharzt FMH für Innere Medizin, speziell Rheumatologie, vertrauensärztlich untersucht. In seinem Bericht vom 6. April 2010 stellte dieser folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/33 S. 4):
Chronifiziertes
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom mit Facettengelenks-fortgeleiteten Missempfindungen in beide unteren Extremitäten,
rechts
betont
, bei
Chondrose
L4/5,
Osteochondrose
L5/S1,
diskoligamentäre
r
Spinalka
nalstenose
L4/5
Hartspann paralumbal, ausgeprägte
n
Beckenkammtendinosen
beid
seits
,
interspinale
n
Ligamentosen
L4/5 und L5/S1
Intermittierend wenig ausgeprägtes
zervikovertebrales
Schmerzsyndrom bei
plurisegmentalen
beginnenden
artikulären
degenerativen Verände
rungen unterhalb C2 mit
Fehlform
Hyperlordosierung
Hochgradige Innen
ohrschwerhörigkeit links,
Rauschtinnitus
rechts, hoch
frequenter
Pfeiftinnitus
links mit
rechtsseitigen Otalgien mit abwechseln
d
links-/rechtsseitigen
Kephal
gien
bei sei
t
Jahren bekanntem Bruxismus
In der angestammten Tätigkeit bestehe dauerhaft eine 100%ige Arbeitsunfähig
keit. Aus rein rheumatologischer Sicht sei der Beschwerdeführer, der
– als Folge der somatischen Beeinträchtigungen sowie ungünstiger psychosozialer Faktoren
– auch
an psychischen Beschwerden leide, in einer behinderungsangepassten Tätig
keit zu 70 bis 80 % arbeitsfähig (Urk. 7/33 S. 5 f.).
F
ür
e
ine umfassende Beurt
eilung der Arbeitsfähigkeit
erscheine angesichts der komplexen Situation
eine Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL)
im Rahmen eines sta
tionären Rehabilitationsaufenthalts als sinnvoll
(Urk. 7/33 S
.
6)
.
3.8
Die Ärzte des
G._
stellten am 29. Dezember 2010 fol
gende Diagnosen (Urk. 7/51 S. 40):
Nicht
stenosierende
Koronarsklerose
Nikotinabusus
Leichte
Dyslipidämie
Geplante Wirbelsäulenoperation
3.9
Die Ärzte der Klinik
C._
, Wirbelsäulenchirurgie, diagnostizierten am 3. Mai 2011 eine
Osteochondrose
L5/S1 und eine Spinalkanalstenose L4/
5.
Nach dem operativen Eingriff vom 5. Januar 2011
(
ventrodorsale
Fusion und dorsale Stabilisation mit Schraubenstabsystem L5/S1, interspinöse Dekompression L4/5)
persistiere die Beschwerdesymptomatik; vermehrt träten berufliche und private Probleme sowie Ängste auf
(Urk. 7/41 S. 5)
. Aufgrund der deutlichen Verände
rungen vor allem in den unteren Lumbalsegmenten sei dem Beschwerdeführer eine körperlich schwere Tätigkeit nicht mehr zumutbar. Eine abschliessende Be
urteilung der Leistungsfähigkeit sei derzeit noch nicht möglich (Urk. 7/41 S. 6).
3.10
Am 27. Mai 2011 gaben die Ärzte der Klinik
C._
, Wirbelsäulenchirurgie,
an, die CT-Untersuchung habe
eine regelrechte
Implantatlage
(
ohne Hinweise auf
eine Schraubenlockerung
)
, einen beginnenden
Durchbau
L5/S1 und diskrete
spon
dylarthrotische
Veränderungen im Segment L4/5 gezeigt (Urk. 7/42 S. 6).
3.11
Das MRI der HWS und der BWS vom 30. August 2011 ergab eine deutliche
Fehl
haltung
der HWS und des
zervikothorakalen
Übergangs mit kaudal beton
ten, teils
ausgeprägten degenerativen Veränderungen mit insbesondere zirkulä
rer
Band
scheibenwölbung
C7/Th1 rechts im Rahmen der
Osteochondrose
mit Kompressio
n der Nervenwurzel C8 im
Neuroforamen
rechts sowie
Unkoverteb
ral
- und
Spon
dylarthrosen
mit multisegmentalen
foraminalen
Stenosen mit Betonung links.
Im Bereich der BWS bestünden nur
leichtgradige
degenerative Veränderungen bei ebenfalls
leichtgradiger
Fehlhaltung (Urk. 7/51 S. 32).
3.
12
Gestützt auf die Ergebnisse der polydisziplinären Untersuchung vom 9. Novem
ber 2011 stellten die Ärzte des
Y._
in ihrem Gutachten vom 14. Dezember 2011
nachstehende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit (Urk. 7/51 S. 21):
Chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom ohne fassbare
radikuläre
Symptomatik, ICD-10 M54.5
Status nach
ventrodorsaler
Fusion und dorsaler Stabilisation LWK5/SWK1 sowie interspinöser Dekompression LWK4/5 am 5. Januar 2011
radiologisch kein Hinweis auf Schraubenlockerung oder Infekt (CT vom 27. Mai 2011)
Chronisches
zervikovertebrales
Schmerzsyndrom ohne fassbare
radiku
läre
Symptomatik, ICD-10 M54.2
r
adiologisch deutliche degenerative Veränderungen der unteren HWS mit Zeichen der Nervenwurzelkompression C8 rechts (MRI vom 30. August 2011)
Anamnestisch hochgradige Innenohrschwerhörigkeit links, ICD-10 H90.5
beidseitiger Tinnitus, ICD-10 H93.1
Keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten folgende Diagnosen:
Leichte depressive Episode, ICD-10 F32.0
Psychologische Faktoren bei andernorts klassifizierten Krankheiten, ICD-10 F54
Anamnestisch rezidivierende Otalgien bei Bruxismus; ICD-10 H92.0, ICD-10 F
4
5.8
Chronische Bronchitis, ICD-10 J42
n
ormale Lungenfunktion
Nikotinabusus
, 40 pack
years
, ICD-10 F17.1
Chronische Kopfschmerzen vom Spannungstyp, ICD-10 G44.2
Übergewicht, BMI 27,5 kg/m
2
, ICD-10 E66.9
Nicht
stenosierende
Koronarsklerose, Erstdiagnose Dezember 2010, ICD-10 I25.1
Körperlich schwere und anhaltend mittelschwere Arbeiten, mithin auch die zu
letzt ausgeübte Tätigkeit als Sortierer im
H._
der
E._
, seien dem Ex
plo
randen seit 14. September 2009 nicht mehr zumutbar. In einer
behinde
rungs
angepassten
Tätigkeit sei der Beschwerdeführer seit spätestens 9. November 2011
wieder zu 100 % arbeitsfähig (Urk. 7/51 S. 22
f. und S. 23).
3.1
3
In ihrer gestützt auf die Akten verfassten Stellungnahme gelangten Dr. med.
I._
, Facharzt für Arbeitsmedizin, und Dr. med.
J._
, Facharzt für Ortho
pädische Chirurgie und Traumatologie, Ärzte des Regionalärztlichen Dienstes
(RAD) der IV, am 18. Januar beziehungsweise 1. Februar 2012 zum Schluss, das
s der Beschwerdeführer in der angestammten Tätigkeit seit 14. September 2009 zu
100 % arbeitsunfähig sei. Nach einer schub-, behandlungs- und
rekon
vales
zenz
bedingten
gänzlichen Arbeitsunfähigkeit auch in einer
leidensange
passten
Tätig
keit sei ihm eine solche seit 15. Dezember 2011 wieder vollzeitlich zumutbar (Urk. 7/57 S. 9).
3.14
Auf entsprechende Anfrage der damaligen Rechtsvertreterin des Beschwerde
füh
rers hielt Dr.
Z._
am 2. April 2012 fest,
die Abweisung des
Rentenge
suchs
durch die IV-Stelle sei für ihn nicht nachvollziehbar.
Das
Gutachten des
Y._
vom 14. Dezember 2011 (Urk.
7/51 S. 2
ff.)
sei
in verschiedenen
Punkte
n unzu
treffend
. So werde die erhebliche Skoliose der BWS, die wohl ursächlich für die er
hebliche
Fehlform
der HWS und damit von Relevanz sei, in der fragli
chen Ex
per
tise gar nicht erwähnt
. Sodann hätten die Ärzte des
Y._
bezüglich der Rönt
genaufnahmen vom 4. November 2009 nur „mit einem Wort erwähnt“, dass sich
– im Zusammenhang mit der Lordose – auf der Konkavseite der zervi
kalen
Sko
li
ose
zum Teil massive
Spondylarthrosen
(C2/3 und massiver C5/6 links) ent
wickelt hätten. Auf diese Arthrosen, die als unmittelbare Folge der strukturellen
Fehlform
zu betrachten seien, sei die –
effektiv
wesentlich deutli
cher
vorhan
den
e
als
von den
Gutachte
r
n umschrieben
–
B
ewegungseinschrän
kung
der HWS zurückzuführen. Ebenfalls Folge dieser
Fehlform
und
d
er dege
nerativen Verän
de
rungen sei die
foraminale
Enge, die eine Irritation der
Ner
venwurzel
C8 rechts verursache. Die daraus resultierenden Beschwerden müss
ten nicht konstant vor
handen sein, sondern könnten auch episodisch auftreten. Schliesslich sei festzu
halten, dass die dekomprimierende Operation an der LWS nie zu einer
Be
schwer
defreiheit
geführt habe. Es sei durchaus möglich, dass eine dauernde Schädigung von Nerven, die allenfalls im klinischen Status nicht nachweisbar sei, die persistierenden chronischen Beinschmerzen verursache
(Urk. 7/67 S. 8)
.
In einer leidensangepassten Tätigkeit sei der Beschwerdeführer daher nicht zu
100
%
, sondern höchstens noch zu 50 % arbeitsfähig. Allerdings sei zu beach
ten
, dass nebst den somatischen Problemen am Bewegungsapparat noch vielschich
tige Begleitprobleme bestünden (Urk. 7/67 S. 9).
3.1
5
Das MRI der LWS und des thorakalen Übergangs vom 19. April 2012 ergab ei
nen
Status nach dorsaler
Spondylodese
L5/S1 und Dekompression L4/L
5.
Die
Seg
mentdegeneration
epifusionell
L4/L5, die Diskusdehydrierung und die
Dis
kus
protrusion
mit Betonung links seien gegenüber der MRI-Untersuchung vom 11. November 2009 progredient. Aktuell bestehe Verdacht auf eine
Nervenwur
zelkompression
L5
rezessal
beidseits, linksbetont, und auf eine Reizung von L4
foraminal
links. Bedingt durch eine hypertrophe
Facettengelenksarthrose
und die
Diskopathie
auf Niveau L
4
/
5 zeige sich eine progrediente konzentrische
Spinal
kanaleinengung
auf diesem Niveau. Schliesslich bestehe eine
Bandschei
ben
wölbung
L3/L4 mit Kontakt zur Nervenwurzel L4
rezessal
beidseits (Urk. 7/67 S. 11).
3.1
6
Am 24. April 2012 gab Dr.
Z._
gegenüber der damaligen Rechtsvertreterin
des Beschwerdeführers an, die Untersuchung des Beschwerdeführers vom 18. Apri
l 2012 habe eine leichte Schwäche des linken Fusses ergeben. Die in der
Folge durchgeführte radiologische Abklärung habe eine progrediente Degenera
tion
des oberhalb der
Spondylodese
liegenden Segmentes bestätigt (deutliche Bandscheibenabnützung, beginnendes Vorwärtsgleiten von L4). Während die er
wäh
nte Skoliose der
Brustwirbelsäul
e nicht
sehr ausgeprägt sei, sei der
zervi
kothorakale
Übergang deutlich
skoliotischer
(was auch ursächlich für den Schiefstand des Kopfes sei). Unter Berücksichtigung auch der Befunde des MRI der LWS vom 19. April 2012 (Urk. 7/67 S. 11) sei der Befund an der LWS dem
nach deutlich kritischer als im Gutachten des
Y._
erwähnt. Insbesondere mach
ten
sich neurologische Ausfälle bemerkbar. Die vom Beschwerdeführer auch un
mittel
bar postoperativ angegebenen linksseitigen Beinbeschwerden seien zwei
fel
los Ausdruck einer erneuten Neurokompression auf Höhe L4/
5.
Die aktuellen
Befunde erklärten die – sich beim Stehen und Gehen verstärkenden
–
Schmer
zen
sowohl im Rücken als auch in den Beinen. Diese Faktoren führten eindeutig zu einer Verminderung der Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/67 S. 10).
3.1
7
Dr. med.
K._
, Facharzt FMH für Ohren-, Nasen-, Halskrankheiten, Hals- und Gesichtschirurgie, der im März 2010 wegen Ohrenproblemen vom Be
schwerdeführer konsultiert worden war, gab am 7. Mai 2012 an, das linke Ge
hör
sei nach einer schwersten Mittelohrentzündung im Alter von vier Jahren prak
tisch
t
aub. Auf dem linken Ohr weise der Beschwerdeführer seither einen zuneh
menden Tinnitus auf. Das rechte Gehör sei dagegen – abgesehen von ei
ner leichten Einbusse (4,6 % gemäss Messung vom 23. April 2010) – annähernd normal. Die MRI-Untersuchung vom 12. Mai 2010
(Urk. 7/67 S. 22)
habe keine Pathologie im Bereich des Innenohrs und des inneren Gehörgangs, insbesondere kein
Akustikneurinom
links, ergeben. Es sei eine zystische Läsion rechts
tem
porobasal
mit
Gliose
des angrenzenden Marklagers festgestellt worden. Der Be
schwerdeführer
klage nebst der einseitigen Gehörlosigkeit und dem massiven
Tinnitus über eine Lärmempfindlichkeit,
deretwegen
er das Arbeitsverhältnis habe
kündigen müssen. Aus ohrenärztlicher Sicht bestehe eine 25%ige Invali
dität (Urk. 7/67 S. 20).
3.1
8
Dr.
D._
hielt in seinem Schreiben vom 21. Mai 2012 an die damalige
Rechts
vertreterin
des Beschwerdeführers (Urk. 7/72) fest,
die depressive Störung habe
sich seit März 2010 deutlich gebessert, so dass sowohl die
psychopharma
kologische
Medikation als auch die Frequenz der Konsultationen (aktuell alle vier Wochen) hätten reduziert werden können. Seit zirka März 2011 liege
nicht mehr eine
mittelgradige, sondern nur noch eine leichte depressive Episode vor. Der Beschwerdeführer sei in einer körperlich adaptierten Tätigkeit indes aus psychischen Gründen weiterhin um zusätzlich 30 bis 40 % eingeschränkt.
3.1
9
Nach Kenntnisnahm
e de
r
Schreiben von Dr.
Z._
vom 2. April 2012 (Urk. 7/67
S. 8 f.) und vom 24. April 2012 (Urk. 7/
67 S. 10) sowie des Berichts der
MRI
-Untersuchung
vom 19. April 2012 (Urk. 7/67 S. 11) hielten die Gut
achter des
Y._
auf entsprechende Anfrage der IV-Stelle
(Urk. 7/75) hin am
26. Septem
ber 2012 an ihrer Beurteilung in der Expertise vom 14. Dezember 2011
(Urk. 7/51 S. 2 ff.) fest (Urk. 7/78).
3.
20
In seiner Stellungnahme zu den ergänzenden Angaben der
Y._
-Gutachter vom
26. September 2012 (Urk. 7/78) gab Dr.
Z._
am 15. Februar 2013 an, so
woh
l
die Nacken- als auch die in die Beine ausstrahlenden lumbalen Schmerzen hätten
ihren Ursprung eindeutig in klar definierten strukturellen Veränderung
en
. Es sei zu vermuten, dass die
Y._
-Gutachter die geklagten Beschwerden im Rahmen einer Schmerzkrankheit interpretieren wollten
, was angesichts der ob
jektivier
baren Befunde unhaltbar sei
.
Aufgrund der Summe der erhobenen Be
funde
be
stehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit;
dem Beschwerdeführer
sei
we
der eine
längerdauernde stehende
oder
sitzende
noch eine
körperlich belastende Tätig
keit zu
mutbar
(Urk. 7/82)
.
3.
21
Dr. med.
L._
, Fachärztin FMH für Ohren-, Nasen-, Halskrankheiten, Hals-
und Gesichtschirurgie, Versicherungsmedizinischer Dienst der SUVA, gelangte in
ihrer Beurteilung vom 17. Dezember 2012 (Urk. 7/83
S. 2
) zum Schluss,
bei der hochgradigen asymmetrischen Innenohrschwerhörigkeit links mit perma
nentem Tinnitus, links ausgeprägter als rechts, handle es sich nicht um eine Berufs
krankheit.
Der Beschwerdeführer habe im Alter von vier Jahren eine schwerste Mittelohrerkrankung erlitten; seither sei das linke Gehör hochgradig
hörge
min
dert
.
Die Hörschädigung
entspreche einem
– krankheitsbedingten –
Integritäts
schaden
von 15 %. Der Beschwerdeführer sei demnach an die IV zu verweisen.
3.
22
Nach Kenntnisnahme der Verfügung der IV-Stelle vom 31. Juli 2013 (Urk. 2) hielt Dr.
Z._
am 22. August 2013 fest, die Beschwerdegegnerin sei davon ausgegangen, dass seine letzte Beurteilung nicht auf aktuelleren Untersuchun
gen beruhe. Tatsächlich habe er den Beschwerdeführer seit 2009 regelmässig untersucht und sich stets über dessen aktuellen Gesundheitszustand informiert.
Das orthopädische Teilgutachten des
Y._
entspreche in wichtigen Teilen nicht den medizinischen Gegebenheiten; krankheitsrelevante Faktoren seien darin ein
fach übergangen oder nicht ausreichend gewertet worden, was inakzeptabel sei (Urk. 7/94 S. 1).
4.
4.1
Aus den zitierten medizinischen Berichten geht übereinstimmend hervor, dass der
Beschwerdeführer an physischen und psychischen Beschwerden leidet und seit 14. September 2009 in der angestammten Tätigkeit als
Sortierer im
H._
der
E._
zu 100 % arbeitsunfähig ist
(vgl. Urk. 7/11 S. 2, Urk. 7/15 S. 7,
Urk. 7/16 S. 3
, Urk. 7/24 S. 2 f.,
Urk. 7/41 S. 6
, Urk. 7/51 S. 22
, Urk. 7/57 S. 9
)
.
4.2
Hinsichtlich der
Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit ging die IV-Stelle gestützt auf das Gutachten des
Y._
vom 14. Dezember 2011 (Urk. 7/51
S. 2 ff.) und die
Ergänzung
dazu vom 26. September 2012 (Urk. 7/78) davon aus,
dass dem Beschwerdeführer eine Verweistätigkeit seit
9. November 2011
wieder zu 100 % zumutbar sei
(Urk. 2 S. 9)
.
Die
Expertise des
Y._
enthält eine um
fassende Stellungnahme zu den vorhandenen gesundheitlichen Beeinträchti
gung
en und deren Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk.
7/
51 S. 21 ff.
), beruht auf
einer
fundierten
allgemeininternistischen (Urk. 7/51 S. 10),
orthopä
disch
en
(Urk.
7/51 S. 15 ff.
) und psychiatrischen (Urk.
7/51 S. 11 ff.
) Untersu
chung und berücksichtigt die geklagten Beschwerden (Urk.
7/51
S.
8, S. 11 f., S. 15 f. und
S. 22
; zum Beweiswert eines medizinischen Gutachtens vgl. BGE 125 V 351 E. 3a,
122 V 157 E.
1c
). Dass die den Gutachtern zur Verfügung
ge
standenen
medi
zinischen Berichte (Urk. 7/51 S. 4 ff.) die von der IV-Stelle erst am
15. März 2013
beigezogenen
, ausschliesslich die Ohrenbeschwerden betref
fenden
Unfallversi
che
rungsakten
(
Urk.
7/
86 f.
) nicht beinhalteten (Urk. 1 S.
6
)
, i
st vorliegend insofern
nicht von Bedeutung, als
die seit Jahren bestehende Be
einträchtigung des Ge
hör
s und der anhaltende Tinnitus in den
den
Gutachtern bekannten medizi
ni
schen Akten bereits
umfassend dokumentiert war
en
und die von der SUVA ein
ge
hol
ten ärztlichen Beurteilungen
diesbezüglich
keine neuen Erkenntnisse brach
ten
.
Betreffend die psychische Symptomatik hielten die
Experten des
Y._
– in Über
einstimmung mit dem behandelnder Psychiater Dr.
D._
(vgl. Bericht vom 21. Mai 2012, Urk. 7/72) –
fest
, dass
der Beschwerdeführer im
Wesentlichen
an
einer
leichten depressiven Episode
leide
(Urk.
7/51 S. 21). Dass die
Y._
-Ärzte dem
Beschwerdeführer (anders als Dr.
D._
) aus psychischer Sicht eine un
ein
ge
schränkte Arbeitsfähigkeit attestierten, ist angesichts der erhobenen Be
funde und
der Tatsache,
dass rechtsprechungsgemäss leicht- bis mittelgra
dige und selbst
mittelgradige depressive Episoden regelmässig nicht als
eine
von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depres
sion im Sinne eines verselbständigten Gesundheitsschadens betrachtet
werden, welche sich (in
invalidenversicherungsrechtlich relevanter Weise) auf das Leis
tungsvermögen aus
wirkten (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_104/2014 vom 26. Juni 2014
E. 3.3.4 mit Hinweisen)
, nicht zu beanstanden
.
Die vom Rheumatologen Dr.
Z._
geäusserte Vermutung, di
e Experten des
Y._
, die eine gewisse Aggra
vation festgestellt (vgl. Urk. 7/51 S.
19
)
und auf – sich nicht in relevanter Weise auf die Arbeitsfähigkeit auswirkende – psychosoziale Fak
toren hinge
wie
sen hatten (vgl. Urk. 7/51)
,
hätten
die geklagten somatischen Beschwerden vor dem Hintergrund einer „Schmerzkrankheit“ interpretiert (vgl. Bericht vom 15. Feb
ruar 2013, Urk.
7/82 S. 2), ist angesichts der von den Gut
achtern gestell
ten Diagnosen
nicht stichhaltig
.
Zudem
merkte
Dr.
Z._
am 2. April 2012 im Zusammenhang mit der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
selbst an
, dass zu be
achten sei, dass nebst den somatischen Problemen am Bewe
gungsapparat noch vielschichtige Begleitprobleme bestünden (Urk. 7/67 S. 9).
Solche hatten am 6. April 2010 bereits Dr.
F._
(Urk. 7/33 S. 6) und am 3. Mai 2011 die Ärzte der Klinik
C._
, Wirbelsäulenchirurgie (Urk. 7/41 S. 5)
,
konstatiert.
Was das Leistungsvermögen in physischer Hinsicht anbelangt,
legten die Gut
achter des
Y._
einleuchtend dar, dass der Beschwerdeführer aufgrund einerseits der Veränderungen an der Wirbelsäule beziehungsweise deren
Fehlform
und
ande
rerseits der linksseitigen Innenohrschwerhörigkeit und des beidseitigen Tinni
tus noch insofern in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt
sei
, als er
– ohne
zeitliche Einschränkung
–
nur noch in der Lage sei
,
einer
körperlich leich
ten, überwiegend sitzenden Tätigkeit, welche die Möglichkeit zur
Wechselbe
lastung
biete, kein Heben und Tragen von Lasten über 10 kg, keine
Überkopfar
beiten
und kein wiederholtes Bücken erfordere (Urk. 7/51 S. 22) und nicht mit einer
hohen Lärmbelastung einhergehe
, nachzugehen
(Urk. 7/51 S. 23)
.
Diese einleuch
tende Einschätzung wird von den weiteren Arztberichten nicht in Frage gestellt. So
erläuterten der
behandelnde Rheumatologe
Dr.
Z._
und auch Dr.
F._
nicht, aufgrund welcher funktioneller Einschränkungen der Be
schwerdeführer in einer adaptierten Tätigkeit
gar nicht beziehungsweise
nur
noch
im
Umfang
von 70 bis 80 %
arbeitsfähig sei.
Dr.
F._
, dessen vertrau
ensärztliche Untersu
chung von der Arbeitgeberin im Hinblick auf eine Beurtei
lung der Arbeits
fähig
keit in der angestammten Tätigkeit beziehungsweise auf eine allfällige (denn
auch erfolgte) Auflösung des Arbeitsverhältnisses veran
lasst worden war, be
trach
tete für die Beurteilung der Zumutbarkeit einer Ver
weistätigkeit zudem eine
EFL für erforderlich (Urk. 7/33 S. 6). Sein
Bericht vom
6. April 2010
(Urk. 7/
33
) ist für die vorliegend strittige Frage, ob der Beschwer
deführer auch über den
29. Februar 2012
hinaus Anspruch auf eine Rente hat, im
Übrigen ohnehin nicht
aussagekräftig
, weil
er
noch vor der Rückenoperation
vom 5. Januar 2011
(vgl. Urk. 7/41 S. 5)
und damit zu einem Zeitpunkt, für welchen
die IV-Stelle (anders als Dr.
F._
)
gar eine gänzliche Arbeitsfähigkeit in jeglicher Tätigkeit aner
kannte (Urk. 2), erging.
Die Aussage des Orthopäden des
Y._
, „dieser Einschät
z
ung“ von Dr.
F._
sei „dezidiert zuzustimmen“ (Urk. 7/51 S. 20) bezieh
t sich offensichtlich nicht auf die
Arbeitsfähigkeitsbeur
teilung
von Dr.
F._
, son
dern
auf den vorangehenden Satz in der Expertise, gemäss welchem Dr.
F._
wiederholt betont habe, dass eine erhebliche
otol
o
gische
Symptomatik bestehe und
zusätzliche psycho
sozial
e Belastungen
vor
gelegen hätten
.
Der Vorwurf, das orthopädische Teilgutachten des
Y._
sei in sich widersprüchlich (Urk.
1 S. 5
), erweist sich demnach als haltlos.
Auf die Be
urteilungen von Dr.
Z._
kann schon deshalb nicht abgestellt werden, weil der genannte Arzt sich im Wesent
lichen darauf beschränkte, Kritik am
Ent
scheid der IV-Stelle beziehungsweise am
Gutachten des
Y._
zu äussern, selber aber nicht klar Stellung zum Ausmass
der aus seiner Sicht bestehenden Ar
beitsunfähigkeit bezog. So
ging
er am 2. April
2012 von einer höchstens 50%igen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit
aus (Urk. 7/67 S. 9), wies am 24. April 2012 auf eine eindeutig ver
min
derte Arbeitsfäh
igkeit hin (Urk. 7/67 S. 10)
,
attestierte dem Beschwerde
füh
rer
am 15. Februar 2013
(zumindest implizit)
eine 100%ige Arbeits
un
fähigkeit
(Urk. 7/82)
und äusserte sich am 22. August 2013
schliesslich
gar nicht mehr zur Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/94 S. 1). Zudem begründete Dr.
Z._
die (zumin
dest teilweise) Unzu
mutbarkeit
einer Verweistätigkeit im Wesentlichen mit den vom Beschwerde
führer geklagten Schmerzen und den bildgebenden Befunden. Schmerzen an sich begründen indes rechtsprechungsgemäss noch keine Arbeits
un
fähigkeit,
und
auch
objektivierbare Untersuchungsbefunde allein lassen in der
Rege
l
noch keine zuverlässigen Schlüsse betreffend das funktionelle Leistungs
vermögen zu.
An
zumerken ist auch, dass
zwischen dem Beschwerdeführer und
Dr.
Z._
, des
sen Beurteilungen nicht zuletzt auf den
von ersterem
geklagten Beschwerden basieren, nach eigenen Angaben – anders als die Gutachter des
Y._
, die einen Dolmetscher beigezogen hatten (Urk. 7/51 S. 8)
–
aus sprachli
chen
Gründen er
hebliche Verständigungsschwierigkeiten bestanden (Urk. 7/11 S. 7; vgl.
hiezu
auch Bericht Klinik
C._
vom 17. März 2010 [Urk. 7/23 S. 7]).
Bezüglich der von Dr.
K._
aufgrund der (bereits seit dem Alter von vier
Jahren bestehenden
[Urk. 7/83 S. 2]
) linksseitige
n
Schwerhörigkeit und des Tinni
tus at
testierten „25%igen Invalidität“ (vg
l. Bericht vom 7. Mai 2012
, Urk. 7/67 S. 20
) bleibt festzuhalten
, dass der Beschwerdeführer trotz des Gehörschadens wäh
rend Jahren eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit zeigte und nicht nach
voll
ziehbar ist, weshalb der genannte Arzt – anders als Dr.
A._
(Urk. 7/15 S. 7) – auch in
einer Tätigkeit an einem nicht lärmbelasteten Arbeitsplatz von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ausging.
4.3
Nach dem Gesagten ging die IV-Stelle zu Recht
davon aus, dass der Beschwer
deführer
–
nach einer
schub-, behandlungs- und
rekonvaleszenzbedingten
gänz
li
chen Arbeitsunfähigkeit (vgl. Urk. 7/57 S. 9) – in einer Verweistätigkeit spätes
tens seit 9. November 2011
wieder zu
100
%
arbeitsfähig
ist
(Urk. 2)
. Dass wei
tere
medizinische Abklärungen (Urk. 1 S. 6) zu einem anderen Ergebnis führen wür
den, ist nicht anzunehmen, weshalb davon abgesehen werden kann (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 122 V 157 E. 1d mit Hinweisen).
4.4
Bei der Ermittlung des Invaliditätsgrades ging die
Beschwerdegegnerin
gestützt
auf die entsprechenden Angaben der früheren Arbeitgeberinnen des Beschwer
de
führers
für das Jahr 2010
(
U
rk. 7/20 S. 3 und Urk. 7/26 S. 8
ff.
)
und unter Be
rücksichtigung der seither eingetretenen Nominallohnentwicklung
für das Jahr 2011 von einem
Validene
inkommen
von Fr. 87‘
995.40 aus
. Bei der Be
rechnung des Invalideneinkommens von Fr. 61‘592.60 stellte sie auf den
Tabel
lenwert
für Hilfsarbeiten
für das Jahr 2010
ab
und gelangte so
– unter Berück
sichtigung der
Nominallohnentwicklung sowie der im Jahr 2011
betriebsübli
chen
wöchent
li
chen
Arbeitszeit
–
zu einem Invaliditätsgrad von rund 30 %
(
Urk. 7/57 S. 10,
Urk. 2)
. Von der Gewährung eines leidensbedingten Abzugs sah sie angesichts einerseits der vollzeitlichen Arbeitsfähigkeit in einer
behin
derungsangepassten
Tätigkeit
und andererseits der Tatsache, dass unter Berück
sichtigung des von den Gutach
tern des
Y._
definierten Anforderungsprofils
(Urk. 7/51 S. 22 ff.)
auf dem ausge
glichenen Arbeitsmarkt
noch ein
genügend breites Spektrum an zumutbaren Verweisungstätigkeiten besteht,
zu Recht ab (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts
9C_796/2013 vom 2
8.
Januar 2014
E. 3.1.1 mit Hinweisen).
4.5
Da sich die Befristung der Rente per 29. Februar 2012 (vgl. E. 1.4) demnach als rechtens erweist, ist die Beschwerde abzuweisen.
5.
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen abweichend von Art. 61
lit
. a ATSG vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit
wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten in Höhe von Fr.
8
00.-- dem Beschwerdeführer aufzuerlegen
.