Decision ID: ce6c9794-f8f9-4e5f-a755-eead53a186b6
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1969 geborene
X._
war seit dem 1. August 2015 bei der
Y._
AG
als Bauarbeiter angestellt und als solcher bei
d
er Suva obligatorisch gegen Unfälle versichert. Am 11. Dezember 2015 zog er sich bei einem Mauereinsturz im Rahmen von Abbrucharbeiten eine Kniegelenksluxation
mit komplexer Knieverletzung
zu (Urk. 8/1, Urk. 8/3
,
Urk.
8/7
).
Die Behandlung erfolgte vom 11. Dezember bis am 26. Dezember
2015 zunächst im Spital
Z._
und
anschliessend
stationär im
Universitä
tsspital
A._
(Urk. 8/7 ff.) sowie vom 30. Oktober bis 4. November 2016
stationär im
Universitätsspital
A._
(Urk. 8/89 f.). Mit Schreiben vom 7. Juli 2017 (Urk. 8/136) hielt die Suva fest, dass
gemäss kreisärztlicher Beurteilung
von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung der Unfallfolgen
mehr
erwartet werden könne
und teilte
die
Einstellung der
Heilkostenleistungen sowie der
Taggeldleis
tungen per 31. Juli 2017
mit und führte aus, die
Kosten der medizinischen Trai
ningstherapie
n würden bis
Ende 2017
übernommen
. Am 20. Juli 2017
(Urk. 8/141)
verfügte die Suva sodann, dass der Versicherte keinen Anspruch auf eine Invalidenrente habe, sprach ihm jedoch basierend auf einer Integritätsein
busse von 12.5 % eine entsprechende Integritätsentschädigung zu.
Daran
hielt sie auch mit
Einspracheentscheid
vom
16. April 2018 (Urk. 2) fest.
2.
Hiergegen
erhob der Versicherte am 17. Mai 2018 (Urk. 1) Beschwerde und bean
tragte die Aufhebung des
Einspracheentsch
e
ides
vom 16. April 2018
und
Rück
weisung der Sache an die Beschwerdegegnerin zwecks Neubeurteilung
unter Weiterausrichtung der Taggelder und Übernahme der Heilkosten sowie eine Integritätsentschädigung basierend auf einer Integritätseinbusse von 80 %; even
tualiter
die Rückweisung zur Fortsetzung der ärztlichen Behandlung und
sub
eventualiter
die Ausrichtung einer vollen Invalidenrente ab 1. August 201
7.
Mit Beschwerdeantwort vom 22. Juni 2018 (Urk. 7) schloss die Suva auf Abweisung der Beschwerde
.
Am 26. Oktober 2018 (Urk. 12) und am 30. November 2018 (Urk. 17) replizierten beziehungsweise duplizierten die Parteien. Am 16. Ja
nuar 2020 (Urk. 22) nahm der Beschwerdeführer unter Auf
lage eines aktu
ellen Arztberichtes sowie der Bestätigung über die Anmeldung für die wirtschaft
liche Sozialhilfe (Urk. 23/15 und
23/
16) abschliessend Stellung, was der Beschwerde
gegnerin am 20. Januar 2020 (Urk. 24) zur Kenntnis gebracht wurde.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebro
chen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Über
gangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
11. Dezember 2015
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss
Art.
6 UVG werden - soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt - die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Aus
serdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Ver
unfallten bei der Heilbehandlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.3
Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ent
sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung
entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.4
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adä
quate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.5
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, das heisst rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang prak
tisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.6
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S. 288 E. 3b; BGE 115 V 133 E. 7 mit Hinweisen). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei – ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf – folgende Einteilung vorge
nom
men wurde: banale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und schliesslich der dazwischen liegende mittlere Bereich (BGE
115 V 133 E. 6; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1, 120 V 352 E. 5b/
aa
; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalles allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Um
stände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamt
wür
digung einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen:
-
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls;
-
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
-
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
-
körperliche Dauerschmerzen;
-
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
-
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
-
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 134 V 109 E.
6.1, 115 V 133 E. 6c/
aa
).
Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beurtei
lung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, welcher zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist (vgl. RKUV 1999 Nr. U 346 S. 428, 1999 Nr. U 335 S. 207 ff.; 1999 Nr. U 330 S. 122 ff.; SVR 1996 UV Nr. 58). Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, wie zum Beispiel eine auffallend lange Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit infolge schwie
ri
gen Heilungsverlaufes. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes beziehungs
weise ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Krite
rien herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem Grenz
bereich zu den leichten Unfällen zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu berück
sichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann. Diese Würdigung des Unfalles zusammen mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung der Adäquanz. Damit entfällt die Notwendigkeit, nach andern Ursachen zu forschen, die möglicher
weise die psychisch bedingte Erwerbsunfähigkeit mitbegünstigt haben könnten (BGE 115 V 133 E. 6c/
bb
, vgl. auch BGE 120
V 352 E. 5b/
aa
; RKUV 2001 Nr.
U
442 S. 544 ff., Nr. U 449 S. 53 ff., 1998 Nr. U 307 S. 448 ff., 1996 Nr.
U 256 S.
215 ff.; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
1.7
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10
%
invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger Ein
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
1.8
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine angemes
sene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erhebli
che
Schädigung der körperlichen oder geistigen Integrität erleidet. Die Integri
tätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht über
steigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abge
stuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädi
gung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Ge
brauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens minde
stens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche oder geistige Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beein
trächtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integritätsentschädi
gung die Richtlinien des Anhanges
3.
Fallen mehrere körperliche oder geistige Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die Integritätsentschädigung nach der gesamten Beeinträchtigung fest
gesetzt (Abs. 3).
1.9
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzuneh
men (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom 16. April 2018 (Urk. 2) im Wesentlichen, gestützt auf die medizinische Aktenlage habe im Zeitpunkt der Rentenprüfung nicht mehr von einer namhaften Besserung des Gesundheitszustandes ausgegangen werden können. Auch wenn noch Phy
sio
therapien empfohlen worden seien, könnten diese höchstens zur Erhaltung des Zustandes oder zu einer geringen Verbesserung beitragen, jedoch nicht einen erheblichen Fortschritt hervorrufen. Insbesondere habe auch die Arbeitsfähigkeit im angestammten B
eruf nie erhöht werden können (S. 7). Die Festlegung der noch
möglichen Arbeitstätigkeit sei nach einem mehrwöchentlichen Aufenthalt in der Rehaklinik beziehungsweise in Folge au
f
eine persönliche Untersuchung durch den Kreisarzt erfolgt. Auf diese Einschätzung könne abgestellt werden, zumal keine ärztlichen Beurteilungen in den Akten lägen, welche von diesem Profil abweichen würden (S. 7 f.). Mangels Adäquanz sei eine allfällig
e
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychischen Gründen beim Zumutbarkeitsprofil nicht zu berücksichtigen (S. 9).
Gestützt auf einen Einkommensvergleich ergebe sich keine Einschränkung der Erwerbsfähigkeit (S. 11).
Gemäss der Einschätzung des Kreis
arztes werde laut Tabelle 5 UVG die mässige
femorotibiale
Arthrose mit 5 – 15 % bewertet, laut Tabelle 2 UVG die Funktionsstörung am Kniegelenk mit einem Bewegungsausmass von 10 – 60o mit 15
%
. In der anteilsmässigen prozentualen Aufteilung ergebe sich somit eine
Integritätsentschädigung von 12.
5 %. Auf diese Einschätzung könne voll und ganz abgestellt werden. Anzufügen sei, dass auch keine ärztlichen Bericht
e in den Akten lägen, welche der
Ansicht des Kreisarztes entgegenstehen würden. Auch sei der Sachverhalt hinreichend abgeklärt worden, weshalb sich die Einholung eines Gutachtens erübrige (S. 13 f.
; vgl. auch Urk. 7
und Urk. 17
).
2.2
Dagegen wendet der Beschwerdeführer (Urk. 1) zur Hauptsache ein,
die Beschwer
degegnerin sei gesetzlich zur Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes ver
pflichtet. Zudem sprächen sämtliche Arztberichte von psychischen Beschwer
den. Sogar der Kreisarzt empfehle eine psychiatrische Begutachtung (S. 12). Auch könne er betreffend körperliche Beschwerden keinem Arztbericht entnehmen, weshalb es ihm zumutbar sein solle, ganztags leicht
e bis mittelschwere wechsel
tätige Arbeiten vornehmen zu können. Das Zumutbarkeitsprofil sei für ihn nicht nachzuvollziehen. Die Beschwerdegegnerin könne ihre Beurteilung denn auch selbst nicht schlüssig begründen, komme mithin ihrer Begründungspflicht nicht nach. Ihm sei es somit nicht möglich, den Schluss betreffend zumutbare Arbeiten nachzuvollziehen und zu rügen (S. 13 f.). Im Weiteren begründe die Beschwerde
gegnerin nicht, weshalb von keiner namhaften
Besserung ausgegangen werde. Sie verweise dazu lediglich auf die Arztberichte. Wie aufgezeigt, würden jedoch sämtliche Ärzte weiterhin Physiotherapie empfehlen. Wie oben aufgezeigt, könne aufgrund der Physiotherapie und einer stationären Behandlung eine namhafte Besserung erwartet werden (S. 17).
Hinsichtlich der Unfallkausalität der psychi
schen Beschwerden sei von einem schweren Unfall auszugehen und die Adäquanz demnach zu bejahen (S. 19). Doch selbst wenn es sich – wie die Beschwerdegeg
nerin davon ausgehe – um einen mittelschweren Unfall handle, wäre die Adä
quanz zu bejahen. Es sei erstellt, dass entgegen der Ausführungen der Beschwer
degegnerin alle Kriterien gemäss der bundesgerichtlichen Psychopraxis erfüllt seien, wobei da
s
Vorliegen eines Kriteriums genügt hätte (S. 19
ff.
und S. 24).
Zusätzlich gehe aus den diversen Arztberichten klar hervor, dass ihm die von der Beschwerdegegnerin genannten Arbeiten nicht möglich seien. Er leide an sehr starken Schmerzen, welche es ihm verunmöglichten, länger irgendeiner Arbeit nachzugehen. Hinzukämen die erwähnten psychischen Beschwerden
(S. 24).
Schliesslich wäre aufgrund der körperlichen als auch psychischen Beschwerden maximal eine Erwerbstätigkeit in einem 20 %-Pensum möglich. Deshalb wäre das Invalideneinkommen auch entsprechend zu berechnen und mit einem Abzug von mindestens 20 % zu versehen. Stelle man das
Valideneinkom
men
dem Invaliden
einkommen gegenüber betrage der Verlust der Erwerbsfähig
keit aufgrund des Unfalles 86
.
25 % (S. 31).
Zur Integritätsentschädigung recht
fertige es sich sicher
lich, von einem insgesamt zusammenaddierten Integritäts
schaden von mindes
tens 80 % für die physischen und psychischen Beschwerden auszugehen (S. 33
; vgl. auch Urk. 12
).
3.
3.1
Infolge
des
Unfall
s
vom
1
1.
Dezember 2015 war der Beschwerdeführer vom 11. Dezember bis 26. Dezember 2015
in der Klinik für Unfallchirurgie des Uni
versitätsspitals
A._
hospitalisiert. Dem Austrittsbericht vom 28. Dezem
ber 2015 (Urk. 8/11)
kann
die Diagnose
einer komplexen Kniever
letzung links
nach
Knieluxation links vom 1
1.
Dezember 2015 mit
einer Ver
let
zung des
posterolateralen
Komplexes mit
intraligamentärer
Lä
sion des latera
len Seitenban
des und
ossärem Ausriss der
Popliteussehne
am lateralen
Femur
kondylus
,
mit
einer
undislozierten
Aussenmeniskushinterhornläsion
,
mit einer
Bone
bruise
des
posterolateralen
Tibi
a
plate
a
us
und
des
laterale
n
Femurkondylus
(MRI),
mit
einer Ruptur des Seitenbandes, einer
Läsion des medialen
Retinakulum
/MPFL (MRI) sowie einer vorderen und hinteren Kreuzbandruptur entnommen werden.
Gemäss dem Austrittsbericht war am linken Knie am 1
2.
Dezember 2015 ein ge
lenkübergreifender Fixateur externe angebracht worden, welcher am 22. Dezem
ber 2015 operativ entfernt wurde. Sodann sei am 2
2.
Dezember 2015 die
posterolaterale
Rekonstruktion und Augmentation mittels
Tibialis
posterior-Allograft
nach
Arciero
und eine Rekonstruktion des medialen Seitenbandes erfolgt.
3.2
Am 1
3.
April 2016 hielt der zuständige Suva-Case-Manager nach der Bespre
chung mit dem Kreisarzt fest, wegen der zu erwartenden Instabilitätsproblematik dürfte die Tätigkeit als Bauarbeiter in Zukunft aus medizinischer Sicht eher ungeeignet beziehungsweise nicht mehr zumutbar sein. Aufgrund des verzöger
ten Heilverlaufs und der aktuellen Schonung beziehungsweise der Ängstlichkeit des Beschwerdeführers sei eine orthopädische Frührehabilitation in der Reha
klinik
B._
dringend indiziert (
Urk.
8/36). Diese fand vom
3.
Mai bis
7.
Juni 2016 statt.
Im Austrittsbericht vom 6. Juni 2016 (Urk. 8/53) diagnostizierten die ver
antwortlich zeichnenden Ärzte
zusätzlich
in psychosomatischer Hinsicht eine An
passungsstörung mit psychotraumatischen Symptomen (ICD-10 F43.2
)
und spe
zifische (Höhenangst, Klaustrophobie) Phobien (ICD-10 F40.2
; S.1
).
Die Ärzte hielten fest, unter den intensiven konservativen Massnahmen hätten sich die Beschwerden – ein persistierendes Instabilitätsgefühl des Kniegelenkes sowie sta
tionäre belastungsprogrediente Schmerzen, welche eine Vollbelastung ohne Knie
orthese verunmöglichten
-
nicht wesentlich verändert, weshalb eine ergän
zende operative Versorgung zu diskutieren sei (S. 3; vgl. auch den Bericht der Klinik für Unfallchirurgie des Universitätsspitals
A._
vom 21. September 2016,
Urk.
8/84).
3.3
Im Rahmen
der
erneuten stationären Hospitalisation
vom 30. Oktober bis 4. November 2016
unterzog sich der Beschwerdeführer
bei den Diagnosen einer medialen
Seitenbandinstabiliät
und medialen Meniskusläsion links
einer Revision des linken Kniegelenks (
Operationsbericht vom 2. November 2016 (Urk. 8/90),
Austrittsbericht vom 4. November 2016
(
Urk. 8/89
)
)
.
Im Bericht zur Verlaufskontrolle sechs Wochen postoperativ vom 9. Dezem
ber 2016 (Urk. 8/98) führten die unterzeichnenden Ärzte aus, die Physio
therapie sei mit zwei Einheiten/Woche durchgeführt worden. Hierunter zeige sich insge
samt eine deutliche Verbesserung der Beweglichkeit in Flex- und Extension (S. 1). Klinisch ergebe sich in der Sprechstunde ein erfreulicher Heilungsverlauf mit gu
tem Fortschritt in der Beweglichkeit. Es werde nun das Weglassen der Unter
arm
gehstützen und
Aufbelasten
empfohlen (S. 2).
Am 25. Januar 2017 (Urk. 8/106) berichteten sie, es handle sich um einen regelrech
ten Heilungsverlauf rund elf Wochen nach offener medialer Seitenbandrekon
struktion und medialer Menis
kusrevision links. Der Beschwerdeführer berichte im Vergleich zur prä
operativen Situation über eine deutliche
Beschwe
r
deregredienz
bei subjektiver Verbesserung der Stabilität. Bei der klinischen Untersuchung imponiere
ein noch mässiggradi
ges Bewegungsdefizit im linken Kniegelenk bei fehlender medialer Aufklappbar
keit unter
Valgusstress
(S. 2). Schliesslich führten sie rund vier Monate postope
rativ aus (Verlaufsbericht vom 8. März 2017; Urk. 8/112), der Beschwerdeführer berichte weiterhin über belastungsabhängige Schmerzen im linken Kniegelenk. Der im Rahmen der letzten Sprechstunde geäusserten Emp
fehlung, die
Donjo
-Schiene wegzulassen und eine Stockentwöh
nung anzustre
ben, habe der Beschwerdeführer im Hinblick auf jene Beschwerden nicht nach
kommen können. Bei der heutigen klinischen Untersuchung imponiere weiterhin ein deutliches Muskeldefizit im Seitenvergleich bei mässiggradig ein
geschränk
tem Bewegungs
umfang.
Die mediale Aufklappbarkeit sei im Seitenver
gleich allenfalls diskret ver
mehrt. Die Untersuchung
des hinte
ren Kreuzbandes sei unauffällig
, eine
posterolaterale
Instabilität liege nicht vor. Lediglich die VKB-Instabilität sei in der klinischen Untersuchung noch im Sinne eines elongierten
Lachman
-Tests nachzuweisen
.
Aus ihrer Sicht bestünden derzeit keine operativen Optionen zur Verbesserung der Beschwerden. Im Hinblick auf das Rehabili
ta
tionsdefizit des Versicherten empfählen sie die konsequente Fortführung der phy
siotherapeuti
schen Behandlung
(S. 2).
3.4
Vom 24. April bis 30. Mai 2017 befand sich der Beschwerdeführer abermals zur Rehabilitation in der Rehaklinik
B._
. Im Austrittsbericht vom 2. Juni 2017 (Urk. 8/124) beschrieben die verantwortlichen Ärzte als Probleme bei Austritt belastungsabhängige Schmerzen Knie links, Gang mehrheitlich mit 2 Stöcken, sel
ten mit einem für kurze Strecken (100m) und innere Unruhe. Sie hielten zum medizinischen Prozedere fest, im Rahmen der stationären Rehabilitation hätten kaum Verbesserungen der Gelenks- und Muskelfunktionen
erzielt werden kön
nen. Deshalb werde
ultima
ratio
noch eine Serie ambulanter Physiotherapie zwei
mal pro Woche inklusive Medizinischer Trainingstherapie (MTT, zwei- bis dreimal pro Woche) empfohlen sowie die Fortsetzung d
es instruierten Heimprogrammes. Es sei eine erhebliche Symptomausweitung beobachtet worden. Es sei davon aus
zugehen, dass bei gutem
Effort
eine bessere Leistung erbracht werden könnte als bei den Leistungstests und im Behandlungsprogramm gezeigt worden sei. Infolge Selbstlimitierung
hätten
die zu erwartende
n
Verbesserung
en
bezüglich Funktion und Belastbarkeit nicht erreicht werden können. Das Ausmass der demonstrierten physischen Einschränkungen lasse sich mit den objektivierbaren pathologischen Befunden der klinischen Untersuchung und bildgebenden Abklärungen sowie den Diagnosen nur ungenügend erklären
(S. 2 f.). Die berufliche Tätigkeit als Bau
arbeiter sei nicht zumutbar. Als zumutbar beurteilten sie andere, leichte bis mit
telschwere Arbeiten sofern
diese
wechselbelastend
sei
e
n und dabei
keine Ein
nahme von Zwangshaltungen wie Knien, Kauern, Hocken, kein Gehen auf unebenem Gelände
sowie
kein Leitern
S
teigen
erforderlich sei
(S. 3).
3.5
3.5.1
Gegenüber Kreisarzt
Dr. med.
C._
, Facharzt für Chirurgie,
schilderte der Beschwerdeführer anlässlich der Untersuchung vom 5. Juli 2017 (Bericht vom
6
. Juli 2017; Urk. 8/132), dass sich sein Zustand seit dem letzten Aufenthalt in der Rehaklinik
B._
etwas verbessert habe. Er glaube selber in circa einem Monat ohne Hilfe von Unterarmgehstützen laufen zu können. Er habe schon pro
biert die Unterarmgehstützen wegzulassen, hierbei habe er aber durch den Druck auf den Fuss weiterhin starke Schmerzen
gehabt
. Zusätzlich sei er wetter
abhängig von Schmerzen geplagt. Bei kaltem Wetter seien die Schmerzen extrem verstärkt (S. 3).
Dr.
C._
gelangte zum Schluss, insgesamt liege ein nur zum Teil befriedigendes Behandlungsergebnis vor, welches überwiegend wahrschein
lich
auch
mittelfristig nicht wesentlich verbessert werden könne, sodass zum jetzigen Zeitpunkt von einem stabilen Zustand ausgegangen werden könne. Inwieweit sich die medial betonte Arthrose des linken Kniegelenkes weiter aus
bilde, bleibe abzuwarten. Als überwiegend wahrscheinliche Unfallfolge des ange
schuldigten Ereignisses
fänden
sich heute bei der klinischen Untersuchung objektiv eine deut
liche Muskelminderung im Bereich des linken Oberschenkels, eine Bewegungs
einschränkung im Bereich des linken Kniegelenkes, eine Weich
gewebevermeh
rung über der Patella links
, e
ine Kraftminderung im Bereich des linken Beines
und die
radiologischen Zeichen einer medialen Arthrose.
Sodann
bestünden die
vom Beschwerdeführer beklagten Beschwerden
und
die deutlichen, auf der Unterlage gut verschieblichen und reizlosen Operationsnarben. Es liege zusätzlich eine Symptomausweitung sowie eine deutliche Anpassungsstörung vor.
Zumut
bar seien leichte bis mittelschwere w
echseltätige Arbeiten ganztags, k
eine Ein
nahme von Zwangshaltung
en
wie Knien, Kauern, Hocken
, k
ein Gehen auf unebenem Gelände, kein Besteigen von Leitern, kein Arbeiten auf Gerüsten (S. 6).
3.5.2
Zur Schätzung des Integritätsschaden
s
(Urk. 8/133) führte er aus,
a
ls überwiegend wahrscheinliche Unfallfolgen fände
n
sich eine Bewegungseinschränkung
im Bereich des linken Kniegelenkes mit einem Bewegungsausmass von 0-10-70o. Die radiologischen Zeichen einer mässigen medialen Arthrose. Laut Tabelle 5 UVG werde die mässige
femorotibiale
Arthrose
mit
5-1
5
% bewertet, laut Tabelle 2 UVG die Funktionsstörung am Kniegelenk mit einem Bewegungsausmass von 10-60o mit 15 %. In der anteilsmässigen prozentualen Aufteilung ergebe sich somit eine
Integritätsentschädigung von 12.
5 %, die berechtigt und geschuldet sei (S. 3).
3.6
Nach den Angaben der Ärzte der Klinik für Traumatologie des Universitätsspitals
A._
vom 2
0.
Juli 2017 (Untersuchung vom
7.
Juli 2011,
Urk.
8/146) liege acht Monate postoperativ ein insgesamt adäquates Ergebnis vor. Weiterhin imponiere noch ein mässiggradiges aktives Extensionsdefizit von rund 10 Grad, welches von physiotherapeutischer Seite adressiert werden sollte. Überdies sei weiterhin ein deutlicher Unterschied der
Muskeltrophik
im Seitenvergleich zu objektivieren. Die
residuellen
, belastungsabhängigen Schmerzen sähen sie vor allem durch die vor allem (
medialseitigen
) Knorpelschäden bedingt. Diesbezüglich bestünden keine operativen Therapiemöglichkeiten. Das Rehabilitationspotential sei beim Beschwerdeführer bei den oben genannten Defiziten noch nicht vollständig aus
geschöpft. Sie empfählen in diesem Zusammenhang die Erwägung einer erneuten stationären Rehabilitation in der Rehaklinik
B._
. Zuletzt habe der Beschwer
deführer von einem solchen Aufenthalt deutlich profitieren können (
Urk.
8/146 S.
2). Am 1
2.
Januar 2018 hielten die Ärzte der Klinik fest, sie empfählen die Langzeitphysiotherapie zur Aufrechterhaltung der erzielten Ergebnisse sowie zur Verbesserung des Extensionsdefizits und der musklären Gelenkstabilisation. Für den angestammten Beruf beziehungsweise für schwere körperliche Arbeiten bleibe eine Arbeitsunfähigkeit bestehen. Sie empfählen eine Reintegration, IV-Abklärung, Umschulung beziehungsweise eine RAV-Anmeldung
sowie
gegebe
nenfalls abermals eine kreisärztliche Begutachtung (
Urk.
8/161 S. 2).
3.
7
Im Bericht vom 29. Januar 2018 (Urk. 3/8 entspricht Urk. 8/
163/1-4) zum Erst
gespräch vom 2
0.
November 2017
diagnostizierten die verantwortlichen Ärzte
der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
des Universitätsspitals
A._
eine schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F32.2) und eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
nach Arbeitsunfall im Dezember 2015 (S. 1)
.
Sie führten aus, der schwere Arbeitsunfall mit bleibenden körperlichen Defiziten qualifiziere sich als Trauma und die aktuelle schwere depressive Symptomatik könne als Traumafolgestörung interpretiert werden. Obwohl der Beschwerdeführer ein häufiges gedankliches
Beschäftigtsein
mit den Folgen des Unfalls zeige, scheine dies eher im Rahmen einer Rumination zu sein und weniger intrusiven Charakter zu haben. In der spezifischen Psychometrie hätten sich deutlich erhöhte Werte gezeigt, was für das Vorliegen einer PTBS spreche. Klinisch seien PTBS-Symptome ebenfalls feststellbar, wobei Intrusionen, Ängste in Zusammenhang mit dem Trauma und Vermeidung für den Beschwer
deführer nicht die Hauptbeschwerden darstellten. Vielmehr leide er unter der depressiven Stimmung und Zukunftsängsten (S. 1).
4.
4.1
Unter anderem
umstritten und
vorab
zu klären ist, ob der Fallabschluss per 31. Juli 2017 zu früh erfolgt
ist
.
Die Beschwerdegegnerin stützte sich für die Frage des Zeitpunkts des Fallab
schlusses im Wesentlichen auf die Beurteilung des Kreisarztes
Dr.
C._
vom 6. Juli 2017
(E.
3.5 hievor; Urk. 8/132).
Dr.
C._
hatte den Beschwerdefüh
rer am 5. Juli 2017 eingehend untersucht. Dabei nahm er von der Aktenlage umfassend Kenntnis (S.
1 ff.) und berücksichtigte auch die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden (S. 3). Damit beruht die Einsch
ätzung auf umfassenden Grundlagen und die daraus unter Nennung der medizinischen Zusammenhänge gezogenen Schlussfolgerungen leuchten ein. Namentlich
anerkannte er Restbe
schwerden aufgrund der unfallkausalen Knieproblematik und legte ein entspre
chendes Zumutbarkeitsprofil einer leidensangepassten Tätigkeit fest. Gleichzeitig beurteilte
er die geklagten Beschwerden jedoch nicht als vollumfänglich objekti
vierbar, was mit Blick auf die klinisch sowie bildgebend erhobenen Befunde nicht weiter zu beanstanden ist.
Auch der Schluss einer
Symptomausweitung erweist sich
etwa
infolge
der feh
lenden symptomatischen
Zeichen
bei Ablenkung des Beschwerdeführers und gleichzeitiger Berührung des linken Kniegelenks als nachvollziehbar (vgl. S. 4). Die kreisärztliche Beurteilung ist damit als beweis
wertig im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu qualifizieren (E.
1
.
9
hievor).
4.2
Für die Frage des Fallabschlusses ist von Bedeutung, dass der Beschwerdeführer gemäss
der
Beurteilung
von
Dr.
C._
vom
6.
Juli 2017
in einer leidensan
gepassten Tätigkeit 100 % arbeitsfähig ist. Damit war ab diesem Zeitpunkt keine namhafte Besserung der Unfallfolgen mehr zu erwarten (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.2.1). Zudem klagte der Beschwerdeführer
seit der Revision des linken Kniegelenks
trotz regelmässiger Physiotherapie fortge
setzt über starke Schmerzen, wonach über einen Zeitraum von rund sieben Monaten
– trotz anfänglicher Besserung (E. 3.3 hievor)
hinsicht
lich der vorder
gründigen Problematik
insgesamt
kaum ein relevanter Genesungs
prozess zu kon
statieren ist (vgl. E. 3.3 ff. hievor). Nicht bestritten ist ausserdem, dass zum Zeit
punkt des Fallabschlusses per 31. Juli 2017 von ärztlicher Seite – abgesehen von der Physiotherapie – keine medizinischen Behandlungen für das linke Knie vor
gesehen waren.
Auch die Ärzte des Universitätsspitals
A._
sahen keine opera
tiven Therapiemöglichkeiten mehr (vgl. Urk. 8/146 S. 2).
Der per 31. Juli 2017 vorgenommene Fallabschluss ist damit nicht zu beanstanden.
Nach dem Ausgeführten vermag auch der Umstand, dass eine Fortführung der Physiotherapie sowie eine erneute stationäre Rehabilitation empfohlen wurde
n
, nichts an der dargelegten Beurteilung zu ändern. So
genügt es um den Fallab
schluss hinauszuzögern praxisgemäss weder, dass der Versicherte weiter von der Physiotherapie profitieren kann (vgl
.
Urteil des Bundesgerichts 8C_674/2019 vom 3. Dezember 2019 E. 4.3 mit Hinweisen) noch kann aus der blossen Empfehlung einer weiteren stationären
Rehabilitationsbehandlung
abgeleitet werden, dass noch eine realistische Aussicht auf eine namhafte Besserung im Sinne des Gesetzes bestanden hätte.
Dies gilt umso mehr, als die Begründung
der Ärzte
des Universitätsspitals
A._
(Urk. 8/146 S. 2), der Beschwerdeführer habe von einem solchen Aufenthalt deutlich profitieren können, nicht zutrifft (vgl. E. 3.4 hievor) und sich aus genanntem Bericht
auch die Prognose einer deutlichen Besserung der Unfallfolgen (vgl. Urk. 1 S. 16) nicht ersehen lässt.
5.
5.1
Steht fest, dass die Leistungseinstellung rechtens ist, bleibt der Anspruch auf eine Invalidenrente zu prüfen.
Der Zustand
des
linken Kniegel
enk
s
mit Bewegungseinschränkung sowie
einer Weic
hgewebevermehrung
über der Patella links, die deutliche Muskelminderung im Bereich des linken Oberschenkels,
die
Kraftminderung im Bereich des linken Beines, die radiologischen Zeichen einer medialen Arthrose, die vom Beschwer
deführer beklagten Beschwerden sowie die auf der Unterlage gut verschieblichen und
r
eizlosen Operationsnarben sind unbestrittenermassen natürliche und adä
quate Unfallfolge. Ein
e
diesbezüglich
Dr.
C._
(Urk. 8/132 S. 6) entgegen
stehe
nde Beurteilung liegt nicht vor und wird vom Beschwerdeführer auch nicht
geltend gemacht.
Indes können die vom Beschwerdeführer demonstrierten weitreichende
re
n Funk
tionseinschränkungen nach grundsätzlich übereinstimmender ärztlicher Ein
schätzung keinem organischen Substrat zugeordnet werden.
Damit handelt es sich bei ihnen um organisch nicht objektiv ausgewiesene Beschwerden, welche ebenso wie die psychischen Leiden – die diagnostizierte
schwere depressive Epi
sode
und die posttraumatische Belastungsstörung (E. 3.6 hievor) – einer beson
deren Prüfung des adäquaten Kausalzusammenhangs nach den für psychische Fehlentwicklungen nach Unfall erarbeiteten Grundsätzen zu unterziehen sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_605/2010 vom 9. November 2010 E. 6
; E. 1.6 hievor
)
.
5.2
Eingangs ist festzuhalten, dass es sich angesichts des augenfälligen Geschehens
ablaufes – dem Einsturz
einer Mauer, wobei der Beschwerdeführer nicht darunter begraben wurde
(Urk. 8/3, Urk. 8/8/2-4 S. 3) – sowie den dabei entwickelten Kräf
ten –
die herabfallenden Steine führten im Wesentlich
en einzig
zu einem Verdre
hen des linken Knies – um einen Unfall aus dem mittleren Bereich handelt
(vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts U89/99 vom 1
0.
Juli 2000 E.
3a)
.
Was die einzelnen Kriterien anbelangt ist
zu berücksichtigen
,
dass zwar
ein unverhoffter Mauereinsturz als Unfallursache zu benennen
ist
. Hierbei
wurde der Beschwerdeführer
aber
weder
vollständig
begraben noch lassen sich den Akten Anzeichen einer Lebensgefahr entnehmen oder dass mit weiteren einstür
zenden Elementen gerechnet werden musste
(Urk. 8/8/2-4 S. 3; vgl. Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 89/99 vom 10. Juli 2000 E. 3b).
Zudem ist das Risiko einstürzender
Elemente einem Abbruch inhärent.
Zu beachten ist
ausserdem
, dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse Eindrück
lichkeit eigen ist, welche somit noch nicht für eine Bejahung des Kriteriums aus
reichen kann (Urteil
des Bundesge
richts
8C_799/2008 vom 1
1.
Februar 2009 E.
3.2.3 mit Hinweis).
Besonders dramatische Begleitumstände liegen demnach nicht vor
und der Unfall kann objektiv betrachtet auch nicht als besonders eindrücklich bezeichnet werden.
In Anbetracht der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kann die Verletzung des linken Knies – wenn auch komplex – nicht als schwer oder von besonderer Art bezeichnet werden
(vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2009 vom 19. Novem
ber 2009 E. 3.6
; bei einem
Polytrauma mit Thorax- und
Abdominaltrauma
und offenen Gesichtsschädelfrakturen
). Multiple oder lebensgefährliche Verletzungen hat der Beschwerdeführer nicht erlitten und auch von einer dauerhaft einge
schränkten Mobilität ist nicht auszugehen, zumal sich aus somatischer Sicht keine Anzeichen hierfür finden (vgl. E. 4.1 hievor). Es kann daher nicht gesagt werd
en, diese Gesundheitsschädigung wäre
erfahrungsgemäss geeignet, psychische Fehl
entwicklungen auszulösen.
Es finden sich
auch
keine Anhaltspunkte fü
r eine ärztliche Fehlbehandlung, sol
ches bringt der Beschwerdeführer auch nicht vor.
Auch das Kriterium der ungewöhnlich lang dauernden ärztlichen Behandlung ist nicht erfüllt, bezieht sich doch der diesbezügliche Hinweis des Beschwerdeführers vordergründig auf die Folgen psychischer beziehungsweise organisch nicht aus
gewiesener Beschwerden. Im Übrigen verliefen die beiden operativen Eingriffe komplikationslos (vgl. Urk. 8/1, Urk. 8/90) mit anschliessend unauffälligem beziehungsweise zufriedenstellendem Ergebnis (vgl. Urk. 8/9, Urk. 8/11,
Urk. 8/89
)
und regelrechtem Heilungsverlauf (vgl. Urk. 8/98, Urk. 8/106).
D
ie weitere ärztliche Behandlung bestand
im
Wesentlichen
aus ärztlichen Kontroll
untersuchungen, der Gabe von Schmerzmitteln sowie
Physio- und medizinischer Trainingstherapie (vgl. Urk. 8/18, Urk. 8/29, Urk. 8/33, Urk.8/43, Urk. 8/53, Urk. 8/65, Urk. 8/89, Urk. 8/112),
wobei der Beschwerdeführer die ärztlichen
Empfehlungen nicht konsequent befolgte (vgl. Urk. 8/112
, Urk. 8/124)
.
In Anbe
tracht dieser Umstände kann das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung ebenfalls nicht als erfüllt betrachtet werden.
Das Kriterium schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen ist auch nicht erfüllt. Es bedürfte hierfür besonderer Gründe, welche die Heilung beeinträchtigt haben. Solche sind jedoch nicht ersichtlich. Eine zweite Operation zur Revision des linken Kniegelenks genügt hierfür ebenso wenig wie die vom Beschwerdeführer geltend gemachten geringen
Rehabilitätsfortschritte
, zumal
die psychischen beziehungsweise somatisch nicht objektivierbaren Beschwerden und deren Behandlung nicht in die Prüfung miteinzubeziehen sind und das Erreichen einer Beschwerdefreiheit
trotz regelmässiger Therapie
nicht vorauszusetzen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_252/2007 vom 16. Mai 2008 E. 7.6).
Mangels objektivierbaren organischen Substrats
eines wesentlichen Teils
der noch geklagten Beschwerden ist auch das Kriterium der körperlichen Dauer
schmerzen zu verneinen.
Wohl hatte die komplexe Verletzung des linken Knies eine physische Arbeitsun
fähigkeit zur Folge (vgl. Urk. 8/18, Urk. 8/29, Urk. 8/33, Urk.
8/43, Urk. 8/53, Urk. 8/65, Urk. 8/89, Urk. 8/112). Bereits früh kam es indes zu einer psychischen Überlagerung. Insbesondere dem Austrittsbericht zum zweiten Aufenthalt in der Rehklinik
B._
vom 24. April bis 30
.
Mai 2017 (Urk. 8/124) ist zu entnehmen, dass
sich der Beschwerdeführer stark auf die Schmerzen fixiert, eine dys
funktio
nale Bewältigungsform aufweist und eine Symptomausweitung beobach
tet wurde (S. 4).
In diesem Sinne bestand spätestens ab der kreisärztlichen
Beur
teilung vom
5.
Juli 2017
aufgrund der objektivierbaren Einschränkungen für leidensange
passte Tätigkeit
en
eine
volle
Arbeitsfähigkeit. Damit ist das Kriterium des Grads und der Dauer der
physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit
- wenn über
haupt - nur knapp erfüllt.
Nach dem Gesagten ist
höchstens eines
der massgebenden Kriterien
knapp
erfüllt und die Adäquanz des Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall im Dezem
ber 2015 und
den nicht objektiv ausgewiesenen
Beschwerden ist zu ver
neinen.
Bei diesem Ergebnis war die Beschwerdegegnerin auch nicht gehalten, weitere psychiatrische Abklärungen zu treffen. Für die Bemessung der Leistungs
an
sprü
che sind demnach nur die objektiv ausgewiesenen somatischen Unfallfol
gen zu berücksichtigen.
5.3
Soweit der Beschwerdeführer
(Urk. 1)
moniert,
das
der Rentenberechnung
zu
grundeliegende
Zumutbarkeitsprofil sei nicht nachvollziehbar und die genann
ten Arbeiten seien nicht möglich, da er an sehr starken Schmerzen leide,
nicht stehen könne und die psychischen Beschwerden zu berücksichtigen seien (S. 24),
ist ihm entgegenzuhalten
, dass
ein wesentlicher
Teil der
Schmerzen
keinem organische
n
Substrat zugeordnet werden
kann
und mangels adäquater Kausalität ebenso unberücksichtigt zu
bleiben ha
t
wie die übrigen psychischen Probleme (vgl. E. 5.2 hievor). In diesem Sinne trug Dr.
C._
bei der Festlegung des Zumutbar
keitsprofils gemäss seiner beweiswertigen Beurteilung den verbliebenen ausge
wiesenen Einschränkungen Rechnung
(E. 4.1 hievor). Da auch die übrigen medi
zinischen Einschätzungen dieser Beurteilung nicht entgegenstehen – kon
gruentes Zumutbarkeitsprofil gemäss Rehaklinik
B._
(Urk. 8/124 S. 3) sowie 100%ige Arbeitsunfähigkeit ausschliesslich für schwere körperliche Tätig
keiten gemäss dem Universitätsspital
A._
(Urk. 8/146 S. 2) – ergeben sich keine Anhalts
punkte, die das kreisärztliche Ergebnis in Zweifel zu ziehen vermöchten.
5.4
Alsdann bestreitet der Beschwerdeführer (Urk. 1) auch die Berechnung des Inva
liditätsgrades und hält dafür
, es sei
auf ein jährliches
Valideneinkommen
in der Höhe von Fr. 65'062.08 abzustellen und die Berechnung des Invalidenein
kom
mens
sei
nach LSE-Lohntabellen unter Beachtung eines leidensbedingten Abzu
ges in der Höhe von 20 % vorzunehmen, woraus ein jährliches Invaliden
einkom
men von Fr. 8'943.20 und somit ein Invaliditätsgrad von 86,25 % resul
tiere (S. 26 ff.).
Wären dem Invalideneinkommen im Sinne des Beschwerdeführers tatsächlich
Tabellenlöhne gemäss der vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebe
nen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE)
zugrunde zu legen, ist darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer
über keine berufliche Ausbildung ver
fügt und erhebliche Sprachschwierigkeiten bestehen (vgl. Urk. 8/34, Urk. 8/51, Urk. 8/78).
Rechtsprechungsgemäss wären daher
die Tabellenwerte, vorliegend die Löhne für Männer (LSE
2016
TA1
_tirage_skill_level
Kompetenzniveau 1) in einfachen Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art heranzuziehen. An
gepasst an die Nominallohnentwicklung von Indexstand
104.1
(201
6
) auf Index
stand 104.6 (2017) sowie an die betriebsübliche Arbeitszeit von 41.7 Stun
den im Jahr 2017 (vgl. Tabelle T 03.02.03.01.04.01 Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen)
würde
in angepasster Tätigkeit ein Einkommen von Fr. 67'
124.25
(Fr.
5'3
40
.-- x 12 / 1
04
.
1
x 104.6 / 40 x 41.7)
resultieren
.
Ein
Tabellenlohnabzug wäre nicht gerechtfertigt. Den verbleibenden unfallkausalen körperlichen Einschränkungen wurde bereits bei der Festlegung des Zumutbar
keitsprofils sowie der Anwendung des
Tabellenlohn
s
im Kompetenzniveau 1
– welches
bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.4.2 unter Hinweis auf 9C_455/2013 vom 4. Oktober 2013 E. 4.4 und 9C_386/2012
vom 18. September 2012 E. 5.2) – ausreichend Rechnung getragen.
Von vorne
herein
nicht zu einem Abzug berechtigt das Alter, da gerade Hilfsarbeiten auf dem
mass
gebenden ausgeglichenen Stellenmarkt altersunabhängig nachgefragt
werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_378/2019 vom 18. Dezember 2019 E. 7.2.1 mit Hinweisen). Selbiges trifft auch auf die Nationalität des Beschwerdeführers (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_495/2019 vom 11. Dezember 2019 E. 5)
und
die mangelnden Sprachkenntnisse zu (Urteil des Bundesgerichts 8C_549/2019 vom 26. November 2019 E. 7.7).
Demzufolge würde sel
bst bei einem Abstellen auf ein
Valideneinkommen
im Sinne des Beschwerdeführers von Fr. 65'062.08 und der Anwendung der Tabel
lenlöhne gemäss LSE keine Einkommens
ein
busse resultieren, womit
ein Renten
anspruch in jedem Fall zu verneinen ist.
Dasselbe gilt auch wenn auf das von der Beschwerdegegnerin ermittelte Invalideneinkommen von
Fr.
64'255.--
abgestellt
wird (Urk.
2 S.
10
)
. Auch die Vornahme einer
Einkommensparallelisierung
führt zu keinem anderen Resultat (
Urk.
6/98/1-3 im Verfahren IV.2018.00623).
6.
6.1
6.1.1
Die Bemessung der Integritätsentschädigung richtet sich laut Art. 25 Abs. 1 UVG nach der Schwere des Integritätsschadens. Diese beurteilt sich nach dem medizi
nischen Befund. Bei gleichem medizinischem Befund ist der Integritäts
schaden für alle Versicherten gleich; er wird abstrakt und egalitär bemessen. Die Integri
tätsentschädigung der Unfallversicherung unterscheidet sich daher von der pri
vatrechtlichen Genugtuung, mit welcher der immaterielle Nachteil indivi
duell unter Würdigung der besonderen Umstände bemessen wird. Es lassen sich im Ge
gensatz zur Bemessung der Genugtuungssumme im Zivilrecht (vgl. BGE 112 II 131 E. 2) ähnliche Unfallfolgen miteinander vergleichen und auf medizinischer Grundlage allgemein gültige Regeln zur Bemessung des Integ
ritätsschadens auf
stellen; spezielle Behinderungen der Betroffenen durch den Integritätsschaden bleiben dabei unberücksichtigt. Die Bemessung des Integ
ritätsschadens hängt somit nicht von den besonderen Umständen des Einzelfal
les ab; auch geht es bei ihr nicht um die Schätzung erlittener Unbill, sondern um die medizinisch-theoretische Ermittlung der Beeinträchtigung der körper
lichen oder geistigen Integri
tät, wobei subjektive Faktoren ausser Acht zu lassen sind (BGE 115 V 147 E. 1, 113 V 218 E. 4b mit Hinweisen; RKUV 2001 Nr. U 445 S. 555 ff.).
6.1.2
Im Anhang 3 zur UVV hat der Bundesrat Richtlinien für die Bemessung der Integritätsschäden aufgestellt und in einer als gesetzmässig erkannten, nicht abschliessenden Skala (BGE 124 V 29 E. 1b mit Hinweisen) wichtige und typische Schäden prozentual gewichtet (RKUV 2004 Nr. U 514 S. 416). Für die darin genannten Integritätsschäden entspricht die Entschädigung im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes (Ziff. 1 Abs. 1). Die Entschädigung für spezielle oder nicht aufgeführte Integ
ritätsschäden wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (Ziff. 1 Abs. 2). Integritätsschäden, die gemäss der Skala 5 % nicht erreichen, geben keinen An
spruch auf Entschädigung (Ziff. 1 Abs. 3). Die völlige Gebrauchsunfähigkeit eines Organs wird dem Verlust gleichgestellt; bei teilwei
sem Verlust und teilweiser Gebrauchsunfähigkeit wird der Integritätsschaden entsprechend geringer, wobei die Entschädigung jedoch ganz entfällt, wenn der Integritätsschaden weniger als 5 % des Höchstbetrages des versicherten Ver
dienstes ergäbe (Ziff. 2).
6.1.3
Die Medizinische Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der
bundesrät
li
chen
Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sog. Fein
ras
ter) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für die Parteien nicht verbindlich, umso mehr als Ziff. 1 von Anhang 3 zur UVV bestimmt, dass der in der Skala ange
ge
bene Pro
zentsatz des Integritätsschadens für den «Regelfall» gilt, welcher im Ein
zelfall Abweichungen nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicher
ten gewähr
leistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a).
6.1.4
Gemäss Anhang 3 zur UVV beträgt der Integritätsschaden bei Verlust eines Beines
im Kniegelenk 40 % und oberhalb des Kniegelenks 50 %.
Nach der Tabelle
2
der Suva über Integritätsentschädigungen bei
Funktions
stö
rungen an den unteren Extremitäten
(Revision 2000
) entspricht
eine Beweg
lich
keit des Knies zwischen 10o und 60o einem Integritätsschaden von 15 % u
nd zwi
schen 0o und 90o von 10 %.
E
ine mässige
Femorotibial
-Arthrose entspricht nach
der
Tabelle 5
über den Integritätsschaden bei Arthrosen
(Revision 2011) eine
m Integritätsschaden von 5-15 % und für mässige Gelenkinstabilitäten
durch die Seitenbänder
wird gemäss Tabelle 6
keine Int
egritätsentschädigung geschul
det, durch die
Kreuzbänder
0-5 % und bei einer
Komplexinstäbilität
(Betroffen
heit beider Arten von Bänder) 5-15 %
(Integritäts
schaden
bei Gelenkinstabilitäten)
.
6.2
Vorwegzuschicken ist, dass
allfällige psychische Beschwerden mangels adäquater Unfallkausalität (E. 5.2 hievor) für die Berechnung einer Integritätsentschädigung von vornherein unbeachtlich bleiben.
Sodann ist gemäss d
en Erläuterungen der Tabelle 5 und der Tabelle 6 in Fällen, in denen neben der Arthrose noch eine Instabilität des betroffenen Gelenks nach
gewiesen wird, derjenige Zustand für die
Integritätsentschädigung
massgebend, der die höhere Schädigung aufweist; in der Regel erfolgt keine
Kumulation
(vgl. auch Urteil des B
undesgerichts
8C_826/2012
vom 2
8.
Mai 2013
E. 3.1).
Beein
trächtigungen, die nicht voneinander unabhängig sind, werden somit nicht addiert. Liegen stattdessen klar unterscheidbare und sich gegenseitig nicht beein
flussende Integritätsschäden vor, so sind diese gemäss bundesgerichtlicher Praxis grundsätzlich zu addieren (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_794/2010
vom
9.
Dezember 2010 E. 3.3).
6.3
Kreisarzt
Dr.
C._
wies
als überwiegend wahrscheinliche verbleibende Un
fallfolgen
eine Bewegungseinschränkung im Bereich des linken Kniegelenks so
wie die radiologischen Zeichen einer mässigen medialen Arthrose
aus
und
ver
anschlagte
basierend auf den Tabellen 2 und 5 bei prozentualer Aufteilung eine Integritätsentschädigung von 12
.
5 %
(E. 3.5.2 hievor).
Zusätzlich können sowohl seinen Ausführungen (Urk. 8/132 S. 4) als auch jenen der behandelnden Ärzte des Universitätsspitals
A._
(Urk. 8/146 S. 2) Hinweise auf eine Instabilität ent
nommen werden.
Gestützt auf die vorstehende Erwägung ist
im Vergleich zu einer allenfalls diskreten Instabilität
folglich
ausschliesslich die Arthrose
mässigen Gra
des
für
die
Integritätsentschädigung
entscheidend
.
Schliesslich lässt sich aus der Begründung von
Dr.
C._
– wenn doch sehr knapp erfolgt – ersehen, dass keine Addition der ermittelten Integritätsschäden zu erfolgen hat. Dies ist ange
sichts der dargelegten bundesgerichtlichen Rechtsprechung und dem Aus
nahme
charakter einer Kumulation
nicht zu beanstanden
, ist doch die
leistungs
ein
schränkende
verminderte Belastbarkeit des linken Knies Folge
der ausgewie
senen Integritätsschäden in ihrer Gesamtheit.
Gemessen an den dargelegten Grundsätzen erweist sich der im angefochtenen
Einspracheentscheid
festge
legte Integritätsschaden von 12.
5 % durchaus als plausibel. Anhaltspunkte, welche ein Abweichen von der kreisärztlichen Schät
zung nahele
g
en, bestehen mit Blick auf die Aktenlage
und dem gemäss Bericht des Universitätsspitals
A._
vom 20. Juli 2017 (Urk. 8/146) bereits verbesserten akti
ven Bewegungsumfang des linken Kniegelenks von 0/10/90 Grad – gegenüber 0/10/70 Grad während der kreisärztlichen Untersuchung (Urk. 8/132 S. 4) – e
ben
falls
nicht.
Die zukünftige Entwicklung der Arthrose erachtete Kreisarzt
Dr.
C._
zudem als nicht beurteilbar (vgl.
Urk.
8/132 S. 6), womit sie bei der Integritätsschadensbemessung ausser Acht zu bleiben hat (vgl.
Art.
36
Abs.
4 UVV).
7.
Nach dem Gesagten
erweist sich
die Beschwerde vom 17. Mai 2018 gegen den
Einspracheentscheid
vom 16. April 2018 in sämtlichen Punkten
als
unbegründet, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
Anlass für die vom Beschwerdeführer beantragte Befragung (
Urk.
1 S.
4) besteht nicht (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 134 I 140 E. 5.3)
.