Decision ID: f1426e3f-68b4-567c-bfba-842f229065cc
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Die Beschwerdeführenden stellten am 22. September 2021 in der Schweiz
Asylgesuche. Am 6. Oktober 2021 erfolgten ihre Personalienaufnahmen
und am 3. November 2021 mandatierten sie die ihnen im Bundesasylzent-
rum (BAZ) zugewiesene Rechtsvertretung. Am 22. November 2021 erfolg-
ten die Anhörungen der erstrubrizierten Beschwerdeführerin (im Folgen-
den: die Beschwerdeführerin) und der zweitrubrizierten Beschwerdeführe-
rin (B._) zu ihren Asylgründen, wogegen der drittrubrizierte Be-
schwerdeführer (C._) auf Antrag der Rechtsvertretung aufgrund
seiner (...) nicht angehört wurde; dessen Asylgründe und Rückkehrhinder-
nisse wurden von der Beschwerdeführerin dargelegt. Am 25. November
2021 wurden die Beschwerdeführenden aufgrund laufender und von der
Rechtsvertretung beantragter weiterer medizinischer Abklärungen betref-
fend C._ dem erweiterten Verfahren zugeteilt, woraufhin die bishe-
rige Rechtsvertretung das Vertretungsmandat als beendet erklärte. Seither
figuriert die rubrizierte Rechtsberatungsstelle als neue Rechtsvertretung.
In ihrer Anhörung erklärte die Beschwerdeführerin, sie sei in D._
geboren, wo heute noch ihre Renten beziehenden Eltern wohnhaft seien.
Seit ihrer Heirat im Jahre (...) sei sie in E._ wohnhaft gewesen, wo
auch die Kinder geboren worden seien. Im Jahre (...) habe sie sich von
ihrem Mann getrennt und fortan mit ihren Kindern im bis dahin leer gestan-
denen Haus ihrer Grosseltern, Mutter und Tanten in F._ (Rayon
E._) gewohnt. Seit (...) sei sie geschieden. Ihr Ex-Mann lebe von
der Landwirtschaft und arbeite sonst nicht. Auch zahle er keine Alimente
und unterstütze sie und die Familie kaum. Sie habe aber auch keine Un-
terstützung eingefordert. Vor (...) Jahren habe sie ihr zwischenzeitlich un-
terbrochenes (...)-Studium als (...) abgeschlossen. Zuvor habe sie als (...)
und seit 2008 bereits als (...) gearbeitet und daneben etwas Viehwirtschaft
betrieben. Die Tochter erklärte, während zehn Jahren die Schule besucht
zu haben und eine gute Schülerin gewesen zu sein. Zur Begründung ihrer
Asylgesuche machten die Beschwerdeführenden geltend, sie hätten Geor-
gien einzig deshalb verlassen, weil C._ nebst einem bloss sekun-
dären (...)leiden ([...]) und seinem «(...)» ([...]) an einer seit der Geburt
bestehenden, aber erst vor drei Jahren diagnostizierten (...) ([...]) leide,
deren medizinische Behandlung in Georgien aus ihrer Sicht keine nachhal-
tigen Erfolge und Fortschritte erzielt habe und trotz teilweiser Kostenüber-
nahme durch die Krankenkasse nur schwer finanzierbar gewesen sei. Ge-
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mäss den georgischen Ärzten werde wohl eine (...) nötig, die aber in Ge-
orgien – falls überhaupt möglich – riskant, kaum erfolgversprechend durch-
führbar und finanziell nicht tragbar sein dürfte. Auf Anraten eines Freundes
hätten sie sich daher entschlossen, zwecks Behandlung von C._ in
die Schweiz zu kommen, ohne vorgängig die Möglichkeiten einer Opera-
tion in Georgien näher abzuklären. Am (...) September 2021 seien sie auf
dem Luftweg legal nach G._ und via Italien in die Schweiz gelangt.
Hier sei C._ regelmässig betreffend die (...) in Behandlung und –
wie schon in Georgien mehrmals – operiert worden ([...]); er müsse bis auf
weiteres regelmässig Medikamente einnehmen. Daneben sei C._
recht unselbständig und könne verbal nur auf tiefem Niveau kommunizie-
ren. Zwar habe er die Volksschule bei einer Speziallehrerin besuchen kön-
nen und es gebe weitere schulische und betreuerische Spezialeinrichtun-
gen für Personen mit (...), aber sie habe ihn hauptsächlich selber betreuen
wollen und hierfür teilweise auf die vor allem finanzielle Unterstützung ihrer
Mutter und seitens weiterer Verwandter zurückgreifen müssen, zumal die
staatlich an C._ zugesprochene Rente ungenügend gewesen sei.
In Georgien hätten sie nie Probleme mit Behörden oder Drittpersonen ge-
habt.
Die Beschwerdeführenden reichten ihre (...) georgischen Reisepässe so-
wie medizinische Unterlagen betreffend C._ (zwei georgische Arzt-
berichte vom [...] Juni und [...] August 2021 sowie drei Arztberichte [inkl.
Laborresultate] des H._ vom [...] Oktober, [...] November und [...]
Dezember 2021) ein. Ebenso wurde eine Bestätigung vom (...) Oktober
2021 über den Besuch der Sekundarschule durch C._ im BAZ zu
den Akten gegeben.
B.
Mit Verfügung vom 24. Januar 2022 – eröffnet gemäss Rückschein am
26. Januar 2022 – trat das SEM auf die Asylgesuche gestützt auf Art. 31a
Abs. 3 i.V.m. Art. 18 AsylG (SR 142.31) nicht ein und ordnete die Wegwei-
sung der Beschwerdeführenden aus der Schweiz sowie den Vollzug an.
C.
Mit Eingabe vom 1. Februar 2022 haben die Beschwerdeführenden beim
Bundesverwaltungsgericht Beschwerde gegen diese Verfügung erhoben.
Darin beantragen sie unter entsprechender Aufhebung der angefochtenen
Verfügung die Feststellung der Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzu-
ges und die Anordnung der vorläufigen Aufnahme. In prozessualer Hinsicht
beantragen sie ferner die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege
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mitsamt Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und amtlicher
Rechtsverbeiständung.
D.
Mit Verfügung vom 2. Februar 2022 stellte der Instruktionsrichter den einst-
weilen rechtmässigen Aufenthalt der Beschwerdeführenden in der Schweiz
während des Beschwerdeverfahrens fest.
E.
Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am
2. Februar 2022 in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG).

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher
zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-
det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-
ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-
son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche
Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb
das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet.
1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die Be-
schwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-
men, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben
ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105
und Art. 108 Abs. 3 AsylG ; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf
die Beschwerde ist einzutreten.
1.3 Die Beschwerde richtet sich ausdrücklich nur gegen den angeordneten
Vollzug der Wegweisung. Der Nichteintretensentscheid und die Wegwei-
sungsanordnung als solche (Ziffern 1 und 2 des Dispositivs der angefoch-
tenen Verfügung) werden mit der vorliegenden Beschwerde nicht ange-
fochten und sind somit bereits in Rechtskraft erwachsen. Angesichts der
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Tatsache, dass sich die Beschwerde im Rahmen des angefochtenen Weg-
weisungsvollzuges zudem ausdrücklich einzig gegen die vom SEM er-
kannte Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges richtet, erübrigen sich
auch Erörterungen zur Frage, ob der Vollzug der Wegweisung vom SEM
zurecht als zulässig und möglich erkannt wurde.
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Bereich des Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE
2014/26 E. 5).
3.
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-
ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-
hend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur
summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).
Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines
Schriftenwechsels verzichtet.
4.
Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht
möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetz-
lichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83
Abs. 1 AIG [SR 142.20]).
Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Aus-
länder unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat aufgrund
von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind. Auf die Unzumutbarkeit des Weg-
weisungsvollzugs aus medizinischen Gründen ist aus humanitären Über-
legungen dann zu schliessen, wenn eine notwendige medizinische Be-
handlung im Heimatland nicht zur Verfügung steht und die Rückkehr zu
einer massgeblichen Beeinträchtigung des Gesundheitszustands der Be-
troffenen führen würde. Als wesentlich wird dabei die allgemeine und drin-
gende medizinische Behandlung erachtet, die zur Gewährleistung einer
menschenwürdigen Existenz absolut notwendig ist. Eine Unzumutbarkeit
ist insbesondere nicht bereits anzunehmen, wenn die medizinischen Be-
handlungsmöglichkeiten im Heimatstaat nicht dem schweizerischen Stan-
dard entsprechen (vgl. BVGE 2011/50 E. 8.3 und 2009/2 E. 9.3.1 je
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m.w.H.). Unter dem Aspekt des Kindeswohls sind zudem sämtliche Um-
stände einzubeziehen und zu würdigen, die im Hinblick auf eine Wegwei-
sung wesentlich erscheinen (vgl. BVGE 2009/28 E. 9.3.2). Wird eine kon-
krete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG
– die vorläufige Aufnahme zu gewähren.
Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss
Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei
der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen,
wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft
zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.).
5.
5.1 Das SEM begründete die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges
der Beschwerdeführenden im Wesentlichen wie folgt:
Weder die in Georgien herrschende politische Situation noch andere
Gründe sprächen gegen die Zumutbarkeit Ihrer Rückführung.
In individueller Hinsicht seien die Beschwerdeführerin und B._ ge-
sund. Erstere verfüge nebst Zertifikaten und Arbeitserfahrung aIs (...) über
eine gute Ausbildung als (...) mit 13-jähriger Arbeitserfahrung und
B._ über eine zehnjährige Schulbildung. In der Heimat bestehe mit
mehreren Angehörigen und Verwandten, zu welchen Kontakt bestehe, ein
soziales und unterstützungsfähiges Netzwerk. Mit dem ehemals von den
Grosseltern der Beschwerdeführerin und zuletzt von den Beschwerdefüh-
renden selbst bewohnten Haus könne von einer gesicherten Unterkunft
ausgegangen werden. In wirtschaftlicher Hinsicht sei der Beschwerdefüh-
rerin eine Wiederaufnahme der Arbeit als (...) oder die Bemühung um eine
anderweitige Arbeit zumutbar, wenngleich die damit teilweise einherge-
hende Herausforderung in Kombination mit der Betreuung von C._
nicht zu verkennen sei. Diesbezüglich werde sie nach wie vor auf ihr sozi-
ales Umfeld zählen können. C._ habe auch vor der Ausreise selb-
ständig tagsüber die Schule und die Beschwerdeführerin bei der Arbeit be-
suchen können. Zudem könnten auch weiterhin die georgischen Behörden
und soziale Institutionen um schulische und betreuerische Unterstützung
angegangen werden. Im Hinblick auf das Kindeswohl könne offensichtlich
nicht von einer vollzugshinderlichen Entwurzelungssituation gesprochen
werden, zumal sich auch das Beziehungsnetz von B._ und
C._ (z.B. Vater, Grosseltern, Freundeskreis, Speziallehrerin von
C._) in Georgien befinde.
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Betreffend die gesundheitliche Situation von C._ ([...]) und die Fi-
nanzierung der Behandlungskosten hält das SEM zunächst fest, dass die
(...)probleme seit Geburt bestünden, die Diagnose (...) bereits in Georgien
gestellt und er in der Folge behandelt worden sei, C._ dort ein (...)
gelegt und (...) eingesetzt worden seien, deren Ersetzung mittels vier halb-
jährlich erfolgter Operationen habe vorgenommen werden können und er
zudem bei einem (...) in Behandlung gewesen sei. In der Schweiz sei er
weiter umfassend untersucht, seine (...) ausgewechselt und die (...) ope-
rativ vergrössert worden. Seither sei er in Behandlung und nehme Medika-
mente ein. Für seine (...)probleme habe er bereits in Georgien passende
(...) erhalten. Den eingereichten Arzt- beziehungsweise Spitalberichten
aus Georgien aus dem Jahre 2021 sei ein zufriedenstellender Allgemein-
zustand von C._, dessen empfohlene Behandlung mit konkret be-
zeichneten Medikamenten sowie die Indikation verschiedenartiger weiterer
(...) und (...) Kontroll-, Konsultations- und Untersuchungsmassnahmen zu
entnehmen. Die in der Schweiz erstellten Arztberichte der H._ be-
richteten über die hier durchgeführten Operationen ([...]), einen komplika-
tionslosen postoperativen Verlauf, einen folglich guten Allgemeinzustand
von C._, dessen medikamentöse Behandlung, die Indikation weite-
rer (...) und – je nach Verlauf – allenfalls notwendiger Therapien der (...)
und (...). Zudem würden die Berichte für den Fall einer Rückkehr die Ge-
währleistung regelmässiger Laboruntersuchungen, klinischer Untersu-
chungen und (...) sowie Kontrollen der (...) empfehlen. Die Prognose
werde als schwer abschätzbar eingestuft; sowohl ein langer stabiler Verlauf
wie auch eine Zunahme der (...) seien möglich. Betreffend eine (...)
äussere sich der Arztbericht vom (...) Dezember 2021 dahingehend, dass
eine (...) derzeit weder geplant noch notwendig sei, eine definitive Beurtei-
lung aber erst im weiteren Verlauf möglich sei; für den Fall einer (...) und
dannzumal nicht zugänglichen (...) bestehe laut Bericht die Möglichkeit ei-
nes Versterbens an (...). Gemäss einem E-Mail sei per (...) Februar 2022
nochmals ein Krankenhausbesuch zwecks (...) vorgesehen. Das SEM be-
tont in seiner Verfügung, dass Art. 83 Abs. 4 AIG eine restriktiv auszule-
gende Ausnahmebestimmung darstelle und primär dann zur Anwendung
gelange, wenn durch den Wegweisungsvollzug eine erhebliche und kon-
krete Gefahr einer wesentlichen Verschlechterung einer schwerwiegenden
Erkrankung geschaffen würde. Georgien verfüge über ein funktionierendes
Gesundheitssystem, das in den letzten Jahren grosse Fortschritte gemacht
habe. Alle Arten von Medikamenten des westeuropäischen Markts stünden
als Originalpräparate oder Generika zur Verfügung (unter Hinweis auf die
Urteile des BVGer E-6265/2019 vom 5. Dezember 2019 E. 7.5 und D-
5673/2018 vom 11. Oktober 2018 E. 6.2.4. m.w.H.). Für C._ sei der
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Zugang zur medizinischen Versorgung in Georgien nach wie vor gewähr-
leistet und dort seien die gleichen Diagnosen gestellt, Behandlungen
durchgeführt Kontrollen vorgenommen und Medikamente verschrieben
worden wie in der Schweiz. Regelmässige Untersuchungen, Kontrollen –
insbesondere der (...) – und Massnahmen seien in Georgien durchführbar.
Eine (...) stehe auch gemäss Arztbericht aus der Schweiz derzeit nicht an.
Die hier in der Schweiz verschriebenen Medikamente (insb. auch [...] und
gemäss medizinischen Consultings ebenso [...] und [...]) seien in Georgien
verfügbar. Bereits die eingereichten georgischen Arztberichte wie auch die
Ausführungen der Beschwerdeführerin zur Behandlung von C._
zeigten, dass die (...) und (...) in Georgien behandelbar seien; ein weiteres
medizinisches Consulting bestätige die Behandlung einer (...) in Georgien
beispielsweise im I._, wo auch (...) inklusive Vor- und Nachbehand-
lungen durchgeführt würden, oder in der J._, wo es eine Abteilung
für (...) (ambulant und stationär) gebe und fachärztliche Behandlungen
durch (...) sowie Laborkontrollen der (...)werte sichergestellt seien. Seit ei-
nigen Jahren würden (...) in Georgien auch bei Kindern durchgeführt und
nicht mehr wie früher nur im Ausland. Das Krankheitsbild von C._
könne somit nach den vorhandenen fachlichen Möglichkeiten in Georgien
weiterbehandelt werden, zumal die Medikamente, Spezialisten wie (...),
(...) und Kinderärzte verfügbar seien.
Zur Finanzierung der Behandlung von C._ äussert sich das SEM
wie folgt: Seit dem Jahr 2006 existiere in Georgien ein Sozialhilfeprogramm
für Personen unter der Armutsgrenze, das eine kostenlose Krankenversi-
cherung einschliesse (mit Verweis auf einen SFH-Bericht vom 28. August
2018). Der Zugang der Bevölkerung zur Gesundheitsversorgung habe sich
seit der Einführung des neu organisierten, staatlich finanzierten allgemei-
nen Gesundheitsprogramms "Universal Health Care Program" (UHCP) im
Februar 2013 weiter verbessert und das Gesundheitssystem werde seither
stetig weiter ausgebaut. Behandlungskosten würden zu 70 bis 100 Prozent
von der Krankenversicherung UHC (Universal Health Care) gedeckt (mit
Verweis auf einen Bericht des SEM Focus Georgien: Reform im Gesund-
heitswesen: Staatliche Gesundheitsprogramme und Krankenversicherung,
21. März 2018, sowie die Urteile des BVGer E-4429/2019 vom 14. Juli
2021 E. 8.3.3.3 und E-4483/2019 vom 25. September 2019 E. 7.2.4
m.w.H.). Bereits in Georgien habe die Beschwerdeführerin Unterstützung
beantragt und C._ eine Art Rente bekommen; die Krankenkasse
habe 70% der Operationen gedeckt. Weiter sei die Beschwerdeführerin
von Verwandten und ihrer Mutter insbesondere auch finanziell unterstützt
worden. Es sei nicht zu verkennen, dass sich die Lebenssituation vor dem
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Hintergrund der schweren Erkrankung von C._ schwierig gestaltet
habe und auch die Finanzierung der Behandlung ein ständiger Druck dar-
stelle. Dennoch sei es durch die staatliche Hilfe, die Erwerbsarbeit und die
Unterstützung der Verwandten offensichtlich gelungen, für die Behand-
lungskosten aufzukommen. Es sei davon auszugehen, dass dies auch in
Zukunft gelinge, andernfalls es der Beschwerdeführerin zuzumuten sei,
beim Vater von C._ um finanzielle Unterstützung zu ersuchen oder
aber auch tiefgreifende staatliche Hilfe zu beanspruchen. In Georgien gebe
es beispielsweise gemäss Consultings des SEM ein Programm für (...).
Wenn die Krankheit den Kriterien des entsprechenden Programms ent-
spreche und die Medikamente von einem georgischen Arzt verschrieben
worden seien, würden die Medikamentenkosten zu 100% übernommen. Es
stehe der Beschwerdeführerin frei, C._ für das Programm anzumel-
den. Für eine (...) würden die effektiven Kosten rückerstattet. Gemäss dem
Bericht Focus Georgien müssten Patienten keine eigenen Zahlungen leis-
ten, wenngleich es – je nachdem, wie ein medizinisches Zentrum geführt
werde – trotzdem noch zu Eigenleistungen kommen könne.
Betreffend die bei C._ diagnostizierte (...) anerkennt das SEM die
damit für die Familie einhergehenden Schwierigkeiten. Die Lage in Geor-
gien für Personen mit (...) habe sich indessen gemäss eigenen Aussagen
der Beschwerdeführerin bereits verbessert und bei C._ seien Er-
folge insbesondere im Hinblick auf dessen Selbständigkeit zu verzeichnen
gewesen. Er habe die Volksschule besuchen können, wo ihm eine Spezi-
allehrerin zugeteilt worden sei. Spezialschulen und Integrationsklassen so-
wie eine staatliche Sonderschule für Kinder mit Behinderungen seien ge-
mäss ihren eigenen Angaben und einem Consulting des SEM vorhanden.
First Step Georgia führe ausserdem eine Tagesstätte sowie ein Programm
für die Betreuung zu Hause für Kinder mit verschiedenen physischen und
psychischen Entwicklungsstörungen aus vulnerablen Familien. Die staatli-
chen Programme Child Rehabilitation/Habilitation und Day-Care-Center
Sub-Programm richteten sich genereII an Kinder mit «(...)» und bezweck-
ten die soziale Integration und das selbständige Leben der Kinder. Die
Dienstleistungen umfassten unter anderem (...), (...) und Unterstützung
der Eltern und würden von einem interdisziplinären Team aus Lehrern, (...),
(...), (...), Kinderärzten und Sozialarbeitern ausgeführt. Die Kosten würden
für Personen vollständig vom Staat übernommen, die in der Datenbank so-
zial-vulnerabler Familien einen Wert unter 70’000 hätten, zu 90% für Fami-
lien mit einem Wert unter 100'000 und zu 75% für alle anderen (mit Verweis
auf ein medizinisches Consulting des SEM). Somit stelle auch diese Diag-
nose kein Wegweisungsvollzugshindernis dar.
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Die Auffassung der Beschwerdeführerin, dass sie mit den Erfolgen der Be-
handlungen in Georgien nicht zufrieden gewesen sei und sie nicht wisse,
ob in Georgien eine (...) erfolgreich durchführbar sei, vermöchten das Er-
wogene nicht umzustossen, zumal (...) durchaus in Georgien möglich
seien und eine Erfolgsgarantie wohl grundsätzlich bei (...) nicht gegeben
werden könne. Ausserdem sei die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvoll-
zugs aufgrund einer medizinischen Notlage nur dann anzunehmen, wenn
eine notwendige medizinische Behandlung im Heimatland nicht zur Verfü-
gung stehe und die Rückkehr zu einer raschen und lebensgefährdenden
Beeinträchtigung des Gesundheitszustandes führe. Dabei werde als we-
sentlich die allgemeine dringende medizinische Behandlung erachtet, wel-
che zur Gewährleistung einer menschenwürdigen Existenz absolut not-
wendig sei. Der Vollzug der Wegweisung sei auch dann zumutbar, wenn
im Heimat- oder Herkunftsstaat eine nicht dem schweizerischen Standard
entsprechende medizinische Behandlung möglich und dauerhaft zugäng-
lich sei (mit Verweis auf BVGE 2009/2 E. 9.3.2 und Hinweis auf EMARK
2003 Nr. 24 E. 5a und b). Abschliessend sei anzumerken, dass es der Be-
schwerdeführerin freistehe, bei der kantonalen Rückkehrberatungsstelle
medizinische Rückkehrhilfe zu beantragen (Art. 93 AsyIG). Diese könne
durch die Abgabe von Medikamenten, Hilfe bei der Ausreiseorganisation
oder durch sonstige Unterstützung während und nach der Rückkehr ge-
währt werden.
Zusammenfassend lägen keine individuellen Gründe vor, die gegen die Zu-
mutbarkeit des Wegweisungsvollzuges sprächen.
5.2 In ihrer Rechtsmitteleingabe betont die Beschwerdeführerin, dass die
behandelnden Ärzte in Georgien von der künftigen Unausweichlichkeit ei-
ner (...) ausgingen, C._ je nach Krankheitsverlauf intensivere oder
weniger intensive regelmässige Therapien wegen seiner (...) benötige und
vor allem bei (...) die (...) sich verschlechtern und im Endeffekt eine (...)
unausweichlich machen könne. Am (...) Februar 2022 werde das Ärzte-
team über einen weiteren operativen Eingriff aufgrund des (...)leidens ent-
scheiden, wobei ein stationärer Aufenthalt im Kinderspital vorgesehen sei.
Ärztliche Unterlagen würden noch nachgereicht. Betreffend die finanzielle
Situation räumt die Beschwerdeführerin Unterstützungsleistungen seitens
ihrer Mutter und weiterer Verwandter ein, wodurch jedoch die ausseror-
dentlichen Behandlungs- und Operationskosten bei C._ nicht abge-
deckt werden könnten. Zudem sei die fachgerechte Betreuung des an (...)
leidenden C._ aufgrund des Fachkräftemangels und der fehlenden
Erschwinglichkeit von Behandlungssettings kaum durchführbar. Weiter
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könne es für sie trotz ihrer guten Ausbildung schwierig werden, in Georgien
wieder Arbeit zu finden. Da sich der gesundheitliche Zustand von
C._ verschlechtert habe, werde er sowohl auf eine Betreuung zu
Hause als auch auf eine fachlich begleitete Betreuung in einer Spezial-
schule angewiesen sein. Zuhause werde sie sich um ihren Sohn kümmern
müssen, da sie dazu niemanden extra einstellen könne. Für die Betreu-
ungsaufwände in einer Institution oder in der Spezialschule werde sie mit
finanziellen Ausgaben konfrontiert sein, welche sie ohne Arbeit kaum stem-
men könne. Solange sie sich allein um ihren Sohn kümmern müsse, sei
aber eine Erwerbstätigkeitaufnahme praktisch nicht möglich. Die
C._ zugesprochene monatliche Rente habe nur zur Hälfte die Me-
dikamentenkosten abdecken können und mit der Ausreise aus Georgien
sei diese Rente eingestellt worden. Der Prozess, eine solche Rente in Ge-
orgien wieder zu erlangen, sei schwierig und nicht erfolgversprechend. Von
Seiten des Vaters von C._ sei weder Geld noch jegliche andere
Form von Unterstützung zu erwarten. Nach der Trennung habe sie nie Un-
terhaltszahlungen für ihre zwei Kinder erhalten und solche stünden auch
künftig nicht in Aussicht, da der Vater selber finanziell abhängig von dessen
Eltern sei. Bei einer Rückkehr könne sie somit weder auf zureichende fi-
nanzielle Hilfe aus irgendeiner Quelle noch auf hinreichende medizinische
Betreuung für C._ hoffen. Weiter bestätigt sie zum einen, dass es
in Georgien seit mehreren Jahren möglich sei, (...) bei minderjährigen Kin-
dern durchzuführen, und zum andern, dass für Personen mit (...) ein An-
trag an das staatliche Programm für (...) gestellt werden könne, wobei ge-
mäss der georgischen Social Service Agency (SSA) sämtliche Kosten für
eine v vom staatlichen Programm übernommen würden. Recherchen im
Jahr 2016 hätten indessen ergeben, dass eine (...) zwar in den Zentren
gemäss den tatsächlichen Kosten entschädigt würden, jedoch nur bis um-
gerechnet etwa 8'000 US-Dollar gedeckt seien. Personen mit (...) erhielten
zudem kostenlose Medikamente und alle (...)-Zentren des Landes würden
vom Staat mit denselben Standardpreisen pro Behandlung entschädigt.
Die verschiedenen Zentren würden aber unterschiedlich geführt, wodurch
es für die Patientinnen und Patienten allenfalls dennoch zu zusätzlichen
Eigenleistungen kommen könne. Im betreffenden Medical Center in
K._ seien immerhin alle notwendigen Dienste inklusive Medika-
mente kostenlos. Grundsätzlich bestehe eine unvollständige Abdeckung
der Gesundheitsversorgung. Patienten hätten die Wahl zwischen öffentli-
chen und privaten Gesundheitsdienstleistern. Die nicht staatliche Gesund-
heitsversorgung in Privatkliniken sei viel teurer und die Patienten müssten
diese gemäss einer Quelle der SFH selber bezahlen. Gemäss SFH und
weiteren Quellen seien Medikamente in Georgien zudem häufig von
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schlechter Qualität, wenn sie überhaupt verfügbar seien. Die Behandlung
einer (...) stelle somit aufgrund des weitgehend privatisierten Gesundheits-
systems ein Luxus dar, den man sich ohne Arbeit und ohne finanzielle Hilfe
nicht leisten könne. Gerade für sie als alleinerziehende voraussichtlich ar-
beitslose Mutter sei es umso schwieriger, für die Kosten der Behandlungen
und Medikamente aufzukommen, und sie wäre über eine längere Zeit von
ihren Verwandten finanziell abhängig. Dadurch, dass es ihr nicht mehr
möglich wäre für alle Behandlungskosten aufzukommen, würde sich auch
der Gesundheitszustand von C._ verschlechtern und dieser wäre
noch mehr auf ihre Betreuung angewiesen.
Als Beweismittel gaben die Beschwerdeführerenden betreffend C._
zwei Arztberichte der H._ je vom (...) Dezember 2021, ein ärztliches
Medikamentenrezept, einen Laborbericht sowie zwei Arztterminbestätigun-
gen für den (...) Januar 2022 beziehungsweise für den (...) Februar 2022
(letzterer für einen stationären Eintritt in die H._) zu den Akten.
6.
6.1 Das SEM ist in seinen Erwägungen nach rechtsgenüglicher Sachver-
haltsabklärung und -feststellung mit einlässlicher und überzeugender Be-
gründung sowie umfassender Akten-, Quellen- und Praxisabstützung zur
zutreffenden Erkenntnis gelangt, der Vollzug der Wegweisung sei für die
Beschwerdeführenden zumutbar. Diese Erwägungen und die darin enthal-
tenen Beweismittelwürdigungen sind in keinem Punkt zu beanstanden und
es kann insoweit zur Vermeidung von Wiederholungen auf den Inhalt der
angefochtenen Verfügung (vgl. dort E. III/2) sowie auf die zusammenfas-
sende Wiedergabe oben (E. 5.1) verwiesen werden. Allein diese Zumut-
barkeitserwägungen nehmen sechs Seiten und damit den weitaus gröss-
ten Teil der Verfügungsbegründung ein. Dieser Umstand zeigt bereits, wie
ausführlich, substanziell und ernsthaft das SEM sich mit der Zumutbar-
keitsfrage der ganzen Familie und insbesondere der gesundheitlichen Si-
tuation von C._ auseinandergesetzt hat. Die Erwägungen lassen
zudem eine Ausgewogenheit und fachspezifische (insb. medizinische, so-
ziale und wirtschaftliche) Begründungstiefe im konkreten Einzelfall erken-
nen, die für eine Konstellation wie die vorliegende zwar wünschbar und
mitunter geboten ist, aber in der vorliegenden Präsentation keine Selbst-
verständlichkeit darstellt. Insbesondere wird in Abwägung sich gegenlau-
fender Aspekte auch mehrfach betont, dass die medizinischen, betreueri-
schen und finanziellen Schwierigkeiten, mit denen die Familie im Falle ei-
ner Rückkehr konfrontiert sein könnte, keineswegs zu verkennen seien.
Das SEM hält in seinen Ausführungen aber ebenso in aller Klarheit und
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Transparenz das hohe Anforderungsprofil einer konkreten Gefährdung
fest, das zur Gewährung der vorläufigen Aufnahme infolge Unzumutbarkeit
des Wegweisungsvollzuges erforderlich wäre und in casu in einer Gesamt-
betrachtung dennoch nicht erfüllt ist.
Die Beschwerde führt offensichtlich nicht zu einer gegenüber der Zumut-
barkeitserkenntnis des SEM anderen Betrachtungsweise. Die Beschwer-
deführenden räumen darin in Aussicht stehende Unterstützungsleistungen
seitens der Mutter der Beschwerdeführerin und weiterer Verwandter sowie
Betreuungsmöglichkeiten für C._ in Institutionen und Spezialschu-
len ein. Sodann bestätigen sie die Durchführbarkeit von (...) bei minderjäh-
rigen Kindern sowie die Möglichkeit der Beantragung staatlicher Unterstüt-
zung inklusive Kostenübernahme bei (...) mitsamt Medikamentenbezügen,
unter besonderer Hervorhebung des Medical Center in K._, wo alle
notwendigen Dienste inklusive Medikamente kostenlos erhältlich sind. Im
Weiteren enthält die Beschwerde überwiegend blosse Wiederholungen
und Bekräftigungen und belässt weite Teile der vorinstanzlichen Erwägun-
gen substanziell unbestritten oder setzt diesen weitgehend pauschal blei-
bende Gegenbehauptungen oder anderslautende Mutmassungen entge-
gen. Soweit sie substanziell und konkret verwertbar sind, bleibt im Einzel-
nen Folgendes in Erwägung zu ziehen: Vorab kann angesichts der vorlie-
genden Arztberichte offensichtlich nicht von einer behauptungsgemässen
Verschlechterung des Gesundheitszustandes von C._ ausgegan-
gen werden; vielmehr konnte in der Schweiz eine weitere Stabilisierung
und Verbesserung erreicht werden. Die für den (...) Februar 2022 angeb-
lich im Rahmen eines stationären Klinikaufenthalts vorgesehenen Abklä-
rungen über einen allenfalls weiteren operativen Eingriff aufgrund des
(...)leidens von C._ ändern an der Situation für die Beurteilung der
Zumutbarkeitsfrage nichts, da für den Fall, dass eine weitere Operation nö-
tig werden sollte und in der Schweiz nicht mehr durchgeführt würde, diese
auch in Georgien durchführbar wäre. Den georgischen Ärzten dürften die
in der Schweiz erstellten ärztlichen Untersuchungen, Behandlungen, Be-
richte und Laborwerte durchaus wertvolle Grundlagen für die weitere Be-
handlung liefern. Die auf einen unbestimmten Zeitpunkt in Aussicht gestell-
ten weiteren ärztlichen Unterlagen sind daher aufgrund ihrer antizipierten
Beweiswürdigung für das vorliegende Urteil nicht länger abzuwarten. Auch
die weiteren mit der Beschwerde vorgelegten Beweismittel führen nicht zu
einer neuen Sichtweise, da sie keine wesentliche Veränderung und insbe-
sondere keine Verschlechterung des Gesundheitszustandes von
C._ im Vergleich zu jenem im Zeitpunkt der angefochtenen Verfü-
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gung beinhalten. Dass es für die Beschwerdeführerin einen sehr an-
spruchsvollen Spagat darstellen dürfte, einer Erwerbstätigkeit nachzuge-
hen und gleichzeitig ihren Sohn trotz dessen bereits fortgeschrittener Selb-
ständigkeit umfassend und dauerhaft selber betreuen zu wollen, liegt auf
der Hand. Er ist indessen auch nicht erforderlich, weil externe fachspezifi-
sche Betreuungsmöglichkeiten und Spezialschulen gemäss den fundierten
Recherchen des SEM in Georgien und entgegen der nachweislos aufge-
stellten Behauptung eines Fachkräftemangels durchaus vorhanden sind
und zugunsten von C._ auch vor der Ausreise bereits in Anspruch
genommen wurden. Ebenso ist nicht einzusehen, weshalb die Beantra-
gung der Wiederausrichtung einer Rente für C._ mit besonderen
Schwierigkeiten verbunden und nicht erfolgversprechend sein sollte; dass
die Rente zwischenzeitlich infolge Landesabwesenheit von C._ ein-
gestellt worden ist, erscheint durchaus nachvollziehbar. Weiter ist zwar
nachvollziehbar, dass der Vater von C._ weder Geld noch andere
Unterstützungsleistungen für seine Ex-Frau und die Kinder freiwillig zu er-
bringen gewillt ist, wogegen aber zumindest der Versuch einer Einforde-
rung solcher Unterstützungsleistungen auf persönlichem, behördlichem o-
der letztlich gerichtlichem Weg der Beschwerdeführerin durchaus zuzumu-
ten ist. Gesamthaft ist in Stützung der vorinstanzlichen Erkenntnisse ein-
deutig nicht von einer konkreten Gefährdung der Beschwerdeführenden im
Sinne einer unausweichlich zu erwartenden existenziellen Notsituation bei
einer Rückkehr in die Heimat und mithin von einer vollzugshinderlichen Un-
zumutbarkeit aus medizinischen, sozialen oder ökonomischen Gründen
auszugehen und das Kindeswohl ist gewahrt. Das vorliegende Ergebnis
findet seine Stütze in den bereits in der angefochtenen Verfügung erwähn-
ten Urteilen des Bundesverwaltungsgerichts sowie in dessen kürzlich er-
gangenen Urteilen E-4332/2021 und D-5438/2021 (je m.w.H.) in analogen
Konstellationen von Beschwerdeführenden aus Georgien.
6.2 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu
Recht als zumutbar bezeichnet. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme
fällt somit ausser Betracht.
7.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-
wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und angemessen ist. Die
Beschwerde ist abzuweisen und es erübrigt sich, auf den Beschwerdein-
halt und die eingereichten oder in Aussicht gestellten Beweismittel näher
einzugehen.
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8.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Beschwerdeführenden
grundsätzlich verfahrenskostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf-
grund der erkannten Aussichtslosigkeit der Beschwerde sind die Gesuche
um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und amtliche Rechtsver-
beiständung abzuweisen (Art. 65 Abs. 1 und Abs. 2 VwVG i.V.m. Art. 102m
AsylG). Das Gericht verzichtet vorliegend aber angesichts der besonderen
persönlichen und sachlichen Umstände in Anwendung von Art. 6 Bst. a des
Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen
vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) ausnahms-
weise auf die Erhebung von Verfahrenskosten.
(Dispositiv nächste Seite)
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