Decision ID: f85b764a-30cc-59f8-92dd-4b321d8032e9
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 30. Oktober 2006 erstmals zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Die behandelnden Ärzte der Klinik B._, wo sich
der Versicherte vom 19. Februar bis 10. März 2007 stationär befand, diagnostizierten
ein chronisches Panvertebralsyndrom bei Status nach Auffahrunfall am 10. Juni 2004,
einen Verdacht auf eine somatoforme Schmerzstörung und eine depressive
Symptomatik. In seiner angestammten Tätigkeit als Kommissionierer sei der
Versicherte zu 50% arbeitsunfähig. Eine adaptierte Tätigkeit wäre zu 100% zumutbar
(IV-act. 33, vgl. auch Austrittsbericht vom 9. März 2007; IV-act. 33-9 ff.).
A.b Im Auftrag der IV-Stelle (IV-act. 52) wurde der Versicherte am 31. März 2008 durch
Ärzte der Ärztliches Begutachtungsinstitut GmbH (ABI) bidisziplinär (rheumatologisch,
psychiatrisch) abgeklärt. Diese listeten in ihrem Gutachten vom 28. April 2008 als
Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine leichte depressive Episode (ICD-10:
F32.0), ein chronisches zervikospondylogenes Schmerzsyndrom (ICD-10: M53.1), ein
chronisches thorakolumbospondylogenes Schmerzsyndrom links (ICD-10: M54.5) und
ein Belastungsdefizit OSG links bei Status nach Quetschung im Dezember 2003
(ICD-10: T14.8) auf. Für eine körperlich leichte bis mittelschwere, wechselbelastende
Tätigkeit, einschliesslich der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Kommissionierer, hielten
sie ihn seit März 2008 als zu 80% arbeits- und leistungsfähig (IV-act. 75).
A.c Vom 7. bis 26. Juli 2008 war der Versicherte in der Klinik Valens hospitalisiert. Die
dort behandelnden Ärzte diagnostizierten mit Austrittsbericht vom 14. August 2008 ein
chronifiziertes Panvertebralsyndrom, zervicocephal betont, und eine leicht- bis
mittelgradige depressive Verstimmung im Sinne einer protrahierten
Anpassungsstörung. Während des stationären Aufenthalts habe eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit bestanden. Für eine adaptierte Tätigkeit sei er nach Austritt
anfänglich zu 50% erwerbs- und arbeitsfähig. Nach ca. zwei Wochen könne nach
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Neuevaluation durch den Hausarzt eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 100%
anvisiert werden (IV-act. 99).
A.d Mit Verfügung vom 10. Dezember 2008 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren bei
einem Invaliditätsgrad von 20% ab (IV-act. 101). Nachdem der Versicherte die beim
Versicherungsgericht St. Gallen erhobene Beschwerde zurückgezogen hatte, schrieb
dieses das Verfahren am 12. Februar 2009 ab (IV-act. 109, 115).
A.e Ein Eingliederungsberater der IV-Stelle unterstützte den Versicherten bei der
Suche nach einem geeigneten Arbeitsplatz (vgl. IV-act. 83, 104). Mit Verfügung vom 5.
November 2009 wies die IV-Stelle das Begehren um berufliche Massnahmen ab, da
der Versicherte mit der am 1. April 2009 angetretenen Arbeitsstelle als Chauffeur/
Packer angemessen eingegliedert sei (IV-act. 137).
A.f Am 6. September 2011 erlitt der Versicherte beim Bedienen eines Gabelstaplers
einen Unfall und zog sich eine Stauchung der Wirbelsäule, eine Schulterkontusion
rechts sowie eine Schädelkontusion zu (IV-act. 184-13 f.). PD Dr. med. C._, Arzt der
Klinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates am
Kantonsspital St. Gallen (KSSG), diagnostizierte mit Bericht vom 19. April 2012 eine
Impingement-Symptomatik Schulter rechts bei Partialruptur/intertendinöser Läsion der
Supraspinatussehne rechts, eine Diskushernie C6/7 mit elektrophysiologisch
nachweisbarer C7-Radikulopathie rechts, Cervicobrachialgien rechtsseitig (ICD-10:
M53.1) und eine Omalgie rechts (IV-act. 184-15 f., vgl. bzgl. Diagnosen auch
Fremdakten 8-364, 8-370 f.).
A.g Von Juni bis Dezember 2012 absolvierte der Versicherte mit Unterstützung der
Arbeitslosenversicherung eine Ausbildung zum Taxifahrer (Fremdakten 8-31, 8-243)
und war danach als solcher tätig (vgl. IV-act. 148, 160, 163).
A.h Am 19. März 2013 führte Dr. med. D._, FMH Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates, Orthopädie, eine Schulterarthroskopie mit
ventraler Labrum-Refixation rechts durch (IV-act. 184-26 f.). Er attestierte dem
Versicherten vom 18. März bis 30. Oktober 2013 eine Arbeitsunfähigkeit von 100% (IV-
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act. 184-37) und hielt ihn ab 1. November 2013 in einer adaptierten Tätigkeit für voll
arbeitsfähig (IV-act. 178-5).
A.i Am 21. November 2013 wurde der Versicherte durch Suva-Kreisärztin med. pract.
E._, Fachärztin für Chirurgie FMH, untersucht. Diese berichtete tags darauf, es
bestünden persistierende, belastungsabhängig zunehmende Beschwerden der rechten
Schulter nach dem Unfall vom 6. September 2011. Zudem liege eine kleine
Diskushernie C6/7 mit nachweisbarer Radikulopathie C7 rechts und ein rezidivierendes
lumbospondylogenes Schmerzsyndrom mit partiell lumboglutealer Ausstrahlung rechts
vor. Eine adaptierte Tätigkeit sei dem Versicherten vollschichtig zumutbar. Die
Taxifahrer-Tätigkeit sei wahrscheinlich nicht ideal für sein Beschwerdebild (IV-act.
184-41 ff.).
A.j Am 16. Dezember 2013 (Eingangsstempel IV-Stelle 9. Juli 2014) meldete sich der
Versicherte erneut zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an und
wünschte insbesondere eine Umschulung, beispielsweise zum Busfahrer (IV-act. 141).
Anlässlich einer beruflichen Standortbestimmung in der Rehaklinik Bellikon am 17.
Dezember 2013 stellten die abklärenden Fachpersonen fest, die ausgeübte Tätigkeit
als Taxifahrer entspreche nicht der medizinischen Zumutbarkeitsbeurteilung. Aufgrund
des angeschlagenen Gesundheitszustandes seien die Voraussetzungen für
erfolgsversprechende berufliche Eingliederungsmassnahmen derzeit eindeutig nicht
gegeben (Fremdakten 8-41 ff.). Die behandelnden Ärzte des KSSG diagnostizierten am
27. August 2014 unter anderem ein chronifiziertes lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom bei Bandscheibendegeneration L4/5 Typ Modic II (Fremdakten 8-8
f.).
A.k Am 20. Januar 2015 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, es bestehe kein
Anspruch auf berufliche Massnahmen, da bei ihm keine gesundheitsbedingten
Einschränkungen bei der Stellensuche vorlägen (IV-act. 170).
A.l Am 29. April 2015 zog sich der Versicherte bei einem Auffahrunfall ein
Distorsionstrauma der Halswirbelsäule zu (IV-act. 178-8). RAD-Ärztin Dr. med. F._
beurteilte am 11. August 2015, der Gesundheitszustand habe sich seit dem
Referenzzeitpunkt vom 28. April 2008 (ABI-Gutachten) infolge der neu aufgetretenen
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Schulterproblematik verändert. Nachdem vom 19. Februar bis 10. Oktober 2013 eine
Arbeitsunfähigkeit von 100% ausgewiesen gewesen sei, bestehe seither in einer
leidensadaptierten Tätigkeit wieder eine vollumfängliche Arbeitsfähigkeit (IV-act. 179).
A.m Mit Vorbescheid vom 17. August 2015 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht, da er nicht während eines ganzen
Jahres in rentenbegründendem Masse vermindert arbeitsfähig gewesen und zudem
kein Revisionsgrund ausgewiesen sei (IV-act. 182). Dagegen erhob der Versicherte am
21. September 2015 Einwand (IV-act. 184). Am 8. Januar 2016 verfügte die IV-Stelle
entsprechend dem Vorbescheid (IV-act. 189).
A.n Am 7. Januar 2016 hatte die IV-Stelle das Leistungsbegehren um berufliche
Massnahmen erneut abgewiesen, da keine gesundheitsbedingten Einschränkungen
vorlägen, welche die Stellensuche beeinträchtigten (IV-act. 188).
B.
B.a Gegen die Verfügungen vom 7. und 8. Januar 2016 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 10. Februar 2016. Der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer)
beantragt darin, die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) sei zu verpflichten,
im Rahmen des Eingliederungsverfahrens eine Eignungsabklärung des
Beschwerdeführers vorzunehmen und ihm im Anschluss eine berufliche Massnahme in
Form einer geeigneten Umschulung zuzusprechen. Eventualiter sei ihm basierend auf
einem Invaliditätsgrad von 52,7% rückwirkend per 1. Dezember 2013 eine halbe
Invalidenrente auszurichten; unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Er macht geltend,
aufgrund seiner multiplen gesundheitlichen Einschränkungen sei es ihm allen
Bemühungen zum Trotz nicht gelungen, seine Restarbeitsfähigkeit auf dem freien
Arbeitsmarkt in einem rentenausschliessenden Ausmass zu verwerten. Ohne
Umschulung habe er keine Chance dazu. Eventualiter bringt er bezüglich
Rentenanspruch vor, er habe das Wartejahr erfüllt und das Invalideneinkommen sei
basierend auf den tatsächlichen Einkommensverhältnissen zu ermitteln, womit ein
Anspruch auf eine halbe Invalidenrente resultiere (act. G1).
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B.b Mit Beschwerdeantwort vom 16. März 2016 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Sie führt aus, es gebe auf dem ausgeglichenen
Arbeitsmarkt genügend Stellen, welche den Einschränkungen des Beschwerdeführers
entsprächen. Ein Anspruch auf Arbeitsvermittlung bestehe nicht, da er bei der Suche
nach einer geeigneten Stelle keine behinderungsbedingte Schwierigkeiten habe. Da
beim Beschwerdeführer kein Minderverdienst vorliege, habe er keinen
Umschulungsanspruch. Da er stets als Hilfsarbeiter tätig gewesen sei und seine
schulischen Grundvoraussetzungen für eine Umschulung zu gering seien, erwiese sich
eine solche zudem als unverhältnismässig. Ein Anspruch auf eine IV-Rente bestehe
nicht (act. G4).
B.c In seiner Replik vom 6. Juni 2016 hält der Beschwerdeführer an seinen Anträgen
fest. Er bringt vor, ohne ergänzende Ausbildung würde es an seiner objektiven
Eingliederungsfähigkeit fehlen, womit eine Arbeitsvermittlung von vornherein erfolglos
wäre. Der Umschulungsanspruch stehe auch Versicherten offen, welche ohne
vorgängige berufliche Ausbildung eine Erwerbstätigkeit aufgenommen hätten. Die in
Betracht gezogene Ausbildung sei dann im Hinblick auf ihre Gleichwertigkeit zu prüfen.
Die Tätigkeit als Taxifahrer, welche er immer noch in einem 100%-Pensum ausübe, sei
nicht adaptiert. Ohne Umschulung stehe ihm keine adaptierte Verweistätigkeit auf dem
freien Arbeitsmarkt offen, welche ihm die Erzielung eines Einkommens in Höhe des
Tabellenlohnes eröffnen würde (act. G8).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (act. G10).

Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und vorliegend zu prüfen ist primär der Anspruch des
Beschwerdeführers auf berufliche Massnahmen. Die angefochtene Verfügung vom 7.
Januar 2016 bezog sich auf sämtliche beruflichen Massnahmen (IV-act. 188). Neben
einer Umschulung käme grundsätzlich auch ein Anspruch auf Arbeitsvermittlung in
Betracht. Der Beschwerdeführer hat jedoch explizit keine solche beantragt (act. G1;
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G8, Ziff. 8), so dass ein allfälliger Anspruch auf Arbeitsvermittlung vorliegend nicht
Streitgegenstand ist.
1.1 Die versicherte Person hat Anspruch auf Umschulung auf eine neue
Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und dadurch
die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbessert werden kann (Art. 17 Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Der Anspruch
auf Umschulung setzt voraus, dass die versicherte Person wegen der Art und Schwere
des Gesundheitsschadens in den bisher ausgeübten und in den für sie ohne
zusätzliche berufliche Ausbildung offen stehenden zumutbaren Erwerbstätigkeiten bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage eine bleibende oder längere Zeit dauernde
Erwerbseinbusse von etwa 20 % erleidet, wobei es sich um einen blossen Richtwert
handelt (BGE 139 V 403 E. 5.3; BGE 130 V 489 f., E. 4.2; Urteile des Bundesgerichts
vom 10. August 2009, 9C_341/2009, E. 3, und vom 15. Oktober 2015, 9C_511/2015, E.
3).
1.2 Besteht im Grundsatz ein Anspruch auf Umschulung, richtet sich die Bestimmung
der konkreten Umschulungsmassnahmen nach dem Erfordernis der annähernden
Gleichwertigkeit (SILVIA BUCHER, Eingliederungsrecht der Invalidenversicherung, Bern
2011, N 728). Die konkrete Umschulungsmassnahme muss notwendig und geeignet
sein, der vor Eintritt der Invalidität bereits erwerbstätig gewesenen versicherten Person
eine ihrer früheren annähernd gleichwertige Erwerbsmöglichkeit zu vermitteln. Dabei
bezieht sich der Begriff der "annähernden Gleichwertigkeit" nicht in erster Linie auf das
Ausbildungsniveau als solches, sondern auf die nach erfolgter Eingliederung zu
erwartende Verdienstmöglichkeit (BGE 130 V 489 f. E. 4.2). Die Umschulung hat die
versicherte Person in die Lage zu versetzen, eine ihrer früheren Tätigkeit möglichst
gleichwertige Erwerbstätigkeit auszuüben (BUCHER, a.a.O., N 729). Dabei kann mit
Blick auf Art. 6 Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR
831.201), der ausdrücklich auch Versicherte umfasst, die ohne vorgängige Ausbildung
eine Erwerbstätigkeit aufgenommen haben, ein Anspruch auf Umschulung nicht einzig
mit der Begründung verneint werden, die betroffene Person verfüge über keine
(abgeschlossene) Berufsausbildung (vgl. BUCHER, a.a.O., N 732).
2.
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Um die Erwerbseinbusse beurteilen zu können, ist zu prüfen, welche
Erwerbsmöglichkeiten dem Beschwerdeführer ohne zusätzliche berufliche Ausbildung
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt offen stehen.
2.1 RAD-Ärztin Dr. F._ beurteilte am 11. August 2015, zwischen dem 19. Februar
und dem 10. Oktober 2013 sei aufgrund der Schulterproblematik und dem operativen
Eingriff vom 19. März 2013 eine ununterbrochene Arbeitsunfähigkeit von 100%
ausgewiesen gewesen. Seit dem 11. Oktober 2013 sei der Beschwerdeführer in einer
leidensadaptierten Tätigkeit jedoch wieder vollumfänglich arbeitsfähig. Eine solche
Tätigkeit sollte körperlich leicht bis höchstens mittelschwer mit Heben und Tragen von
Gewichten körpernah und höchstens bis Brusthöhe sein. Körperferne Tätigkeiten seien
nicht repetierbar durchzuführen, Tätigkeiten über Schulterniveau oder in
Zwangshaltungen, wie vornübergebeugte Arbeiten oder mit Armvorhaltetätigkeiten,
seien nicht zumutbar. Ebenso sollten repetitive Schläge bzw. Vibrationen auf die rechte
obere Extremität vermieden werden (IV-act. 179). Diese Einschätzung ist aufgrund der
medizinischen Akten überzeugend und stützt sich insbesondere auf die Beurteilung
von med. pract. E._. Diese hatte am 22. November 2013 eine vollschichtige
Arbeitstätigkeit mit den genannten Adaptionskriterien für zumutbar erachtet (IV-act.
184-41 ff.). Auch Dr. D._ hatte den Beschwerdeführer ab 1. November 2013
medizinisch-theoretisch zu 100% arbeitsfähig geschrieben und festgehalten, Lasten
über 10kg sollten nicht angehoben werden (IV-act. 178-5). Bereits vor der infolge des
Unfalls vom 6. September 2011 bzw. der Schulterproblematik vorübergehend
eingetretenen Arbeitsunfähigkeit (vgl. IV-act. 184-37) erachteten die behandelnden
Ärzte den Beschwerdeführer in einer adaptierten Tätigkeit als zu 100% arbeitsfähig (IV-
act. 33; vgl. IV-act. 99, wonach eine Steigerung auf 100% anvisiert werden könne).
Lediglich die ABI-Gutachter attestierten ihm eine Arbeitsfähigkeit von nur 80%, dies
allerdings aufgrund einer psychischen Komorbidität, welche inzwischen nicht mehr zu
bestehen scheint (vgl. IV-act. 75-19). Jedenfalls ist den neueren Akten kein Hinweis auf
relevante psychische Probleme zu entnehmen und solche werden auch vom
Beschwerdeführer nicht geltend gemacht. Die ABI-Gutachter hatten unter
Berücksichtigung der damals schon bestehenden Rückenbeschwerden eine leichte bis
mittelschwere Tätigkeit im Wechselrhythmus ohne länger dauernde Einnahme
wirbelsäulenbelastender Zwangshaltungen und ohne häufige Über-Kopf-Arbeiten für
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zumutbar erachtet (vgl. IV-act. 75-17). Zusammengefasst ist somit von einer
Arbeitsfähigkeit von 100% in einer adaptierten Tätigkeit auszugehen.
2.2 Die vom Beschwerdeführer zum Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung ausgeübte
Tätigkeit als Taxifahrer ist unumstritten nicht leidensadaptiert (act. G1, IV-act. 155-4,
179, 184-41 ff., Fremdakten 8-41 ff.) und er verwertet dabei sein Erwerbspotential nicht
optimal. Die Erwerbseinbusse ist daher nicht anhand des tatsächlich generierten
Verdienstes, sondern basierend auf dem hypothetisch erzielbaren Einkommen auf dem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu bestimmen. Der ausgeglichene Arbeitsmarkt ist
gekennzeichnet durch ein gewisses Gleichgewicht zwischen Angebot an und
Nachfrage nach Arbeitskräften und weist einen Fächer verschiedenster Tätigkeiten auf
(BGE 110 V 273, E. 4b; vgl. auch BGE 134 V 64 E. 4.2.1). Das gilt sowohl bezüglich der
dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich
des körperlichen Einsatzes. Der ausgeglichene Arbeitsmarkt umfasst auch sogenannte
Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit
einem sozialen Entgegenkommen vonseiten des Arbeitgebers rechnen können (Urteil
des Bundesgerichts vom 29. August 2007, 9C_95/2007, E. 4.3 mit Hinweisen). Der
Beschwerdeführer hatte in seinem Heimatland zwar eine Ausbildung zum
Religionslehrer und Prediger absolviert (vgl. IV-act. 46), übte diese Berufe in der
Schweiz jedoch nur für einen kurzen Zeitraum aus. Danach war er als Hilfsarbeiter und
Taxifahrer tätig (vgl. IV-act. 144, Fremdakten 8-30 f.). Es ist ihm damit weiterhin
zumutbar, eine Tätigkeit als Hilfsarbeiter auszuüben. Trotz der gesundheitlichen
Einschränkungen steht dem Beschwerdeführer ohne weitere Ausbildung auf dem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt ein genügend weites Spektrum möglicher Arbeitsstellen
zur Verfügung. Die von der Beschwerdegegnerin beispielhaft aufgezählten leichteren
Maschinenbedienungs-, Kontroll-, Sortier-, Prüf- und Verpackungsarbeiten, leichtere
Arbeiten in der Lager- und Ersatzteilbewirtschaftung, eine Beschäftigung an einem
Empfang oder als Telefonist und Kurier- sowie leichtere Lieferdienste erscheinen
entgegen den Einwänden des Beschwerdeführers als geeignet (vgl. act. G4, G8).
Leichtere Kurier- und Lieferdienste unterscheiden sich insofern von der Tätigkeit als
Taxifahrer, als diese kein Aus- und Einladen von schwereren Lasten (Gepäck der
Kunden) beinhalten. Der Umstand, dass der Beschwerdeführer in den Jahren 2012 bis
2014 zahlreiche Bewerbungen geschrieben und trotzdem keine Stelle gefunden hat
(vgl. act. G1, G1.41), dürfte in der Situation auf dem tatsächlichen Arbeitsmarkt
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begründet liegen, spricht aber nicht gegen das Vorhandensein geeigneter
Arbeitsstellen auf dem für die Invalidenversicherung massgebenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt.
2.3 Zum Zeitpunkt des Unfalls vom 6. September 2011 arbeitete der
Beschwerdeführer bei der G._ und erzielte dort ein monatliches Einkommen von Fr.
4‘400.-- sowie Lohnzulagen von Fr. 1‘377.--, was einem Jahreseinkommen von Fr.
58‘577.-- entspricht (vgl. IV-act. 154, 184-5). Das Einkommen, welches er ohne
berufliche Eingliederung erzielen könnte, ist gestützt auf die Lohnstrukturerhebung
(LSE) des Bundesamtes für Statistik, Tabelle TA1, Total sämtlicher Wirtschaftszweige,
Anforderungsniveau 4, Männer, zu bestimmen, das sich im Jahr 2010 auf Fr. 4‘901.--
monatlich bzw. 58‘812.-- jährlich belief. Aufgerechnet auf die betriebsübliche
wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden und angepasst an die
Nominallohnentwicklung (2010: 2‘151, 2011: 2‘171) ergibt sich für 2011 ein
hypothetisches Jahreseinkommen von Fr. 61‘882.--. Mit dem Tabellenlohnabzug ist zu
berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten
Tätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend
einsetzbaren arbeitnehmenden Personen lohnmässig benachteiligt sind und deshalb
mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Sodann wird dem
Umstand Rechnung getragen, dass weitere persönliche und berufliche Merkmale einer
versicherten Person, wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder
Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad, Auswirkungen auf die Lohnhöhe
haben können (BGE 129 V 481 E. 4.2.3, vgl. auch BGE 134 V 327 E. 5.2). Der
Beschwerdeführer ist gesundheitsbedingt selbst bei körperlich leichten Tätigkeiten
eingeschränkt und es sind dabei weitere qualitative Anforderungen zu beachten (Heben
und Tragen von Gewichten nur körpernah und bis Brusthöhe, keine Tätigkeiten über
Schulterniveau, keine Zwangshaltungen, wechselbelastend etc.). Es rechtfertigt sich
damit, den Tabellenlohnabzug auf 10% festzusetzen. Das hypothetisch ohne
Umschulung erzielbare Einkommen reduziert sich damit auf Fr. 55‘694.--.
2.4 Ausgehend von einem Lohn von Fr. 58‘577.-- vor dem Unfall und einem
hypothetisch erzielbaren Verdienst von Fr. 55‘694.-- resultiert eine Erwerbseinbusse
von rund 5%, was unter dem Richtwert von 20% liegt. Eine Prüfung der weiteren
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Voraussetzungen für einen Anspruch auf Umschulung erübrigt sich damit und der
entsprechende Antrag ist abzuweisen.
3.
Der Beschwerdeführer beantragt eventualiter die Zusprache einer halben Invalidenrente
(act. G1).
3.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).
Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder
geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Der Grad der
für einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16
ATSG durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die
versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der
notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu
70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein
Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente
und bei einem IV-Grad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
3.2 Nach dem Gesagten ist der Invaliditätsgrad mangels Anspruchs auf berufliche
Eingliederungsmassnahmen vorliegend analog zur Erwerbseinbusse zu berechnen und
beträgt wie ausgeführt 5% (vgl. E. 2). Damit besteht kein Rentenanspruch.
Ausführungen zur umstrittenen Erfüllung des Wartejahres (vgl. act. G1, G4) erübrigen
sich.
4.
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4.1 Damit sind die Verfügungen vom 7. sowie 8. Januar 2016 nicht zu beanstanden
und die Beschwerde abzuweisen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des
Verfahrens entsprechend ist sie dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Der geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihm anzurechnen.
4.3 Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung.