Decision ID: 6589508d-0825-5818-b74f-4329473aac5e
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
L._,
Beschwerdeführer,
verbeiständet und vertreten durch Amtsvormund A._,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a Der 1959 geborene L._ meldete sich am 20. August 2007 zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung an und beantragte namentlich eine Rente. Er
habe das Diplom als eidg. dipl. Klavierlehrer erworben und sei seit 1985 als solcher (mit
einem Bruttoeinkommen von monatlich Fr. 5'742.20) an einer Musikschule angestellt.
Er leide an Depressionen. Die Krankheit habe sich schleichend entwickelt und sei seit
2005 deutlich zu Tage getreten. Ab dem 8. Mai 2005 (Aufenthalt in der Psychiatrischen
Klinik bis 23. Oktober 2005) sei er zu 100 %, vom 19. September 2005 bis 23. Oktober
2005 noch zu 50 % arbeitsunfähig gewesen (act. 1). Beigelegt waren ein Schreiben
seines Beistands vom 17. August 2007 (act. 2) und eine Liste der Arbeitspensen des
Versicherten in der Zeit von 1996 bis 2007 (act. 3). Der Beistand hatte darauf
hingewiesen, dass das Pensum von rund 29 Stunden Ende der 90er Jahre sich auf
aktuell 17 Wochenstunden reduziert habe. Das erkläre sich mit der schleichend
eingetretenen Depression, die im Jahr 2005, ausgelöst durch den plötzlichen Tod der
Mutter, einen Klinikaufenthalt nötig gemacht und seither zu einer weiteren Reduktion
des Pensums geführt habe.
A.b Die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen ersuchte den
Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der Invalidenversicherung am 27. August 2007 im
Hinblick auf eine mögliche Eingliederung des Versicherten um eine Stellungnahme.
Dieser befürwortete, mit der Arbeitgeberin Kontakt aufzunehmen, um dem Versicherten
den Arbeitsplatz erhalten zu helfen (act. 10), worauf am 30. August 2007 ein Auftrag an
die Eingliederungsberatung erging (act. 13).
A.c Im Fragebogen für Arbeitgebende vom 6. September 2007 gab die Musikschule
bekannt, der Versicherte sei seit April 1985 angestellt. Ein Vollpensum umfasse
30 Wochenstunden. Vor Eintritt des Gesundheitsschadens, im Durchschnitt über die
Jahre 1995 bis 1999, habe er ein Pensum von 28.75 Wochenstunden erfüllt. Nach
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Eintritt des Gesundheitsschadens, seit 1. August 2007, betrage seine Arbeitszeit noch
18 Wochenstunden. Ab letzterem Datum betrage sein Lohn Fr. 5'512.50.-- pro Monat.
Ohne Gesundheitsschaden würde er derzeit Fr. 8'804.70 pro Monat oder
Fr. 114'461.10 (einschliesslich 13. Monatslohn) pro Jahr verdienen. Der Versicherte
habe den Anforderungen hinsichtlich des äusseren Erscheinungsbildes nicht
entsprechen können (Niedergeschlagenheit, Zurückgezogenheit, mangelnde
körperliche Pflege, langsames Reagieren, matte Ausstrahlung), ausserdem jenen
hinsichtlich der Kommunikation und der Wahrnehmung, des Eingehens auf Interessen,
Anliegen und Erwartungen der Schüler, der Eltern und der Volksschule, der Kreativität
bezüglich Literaturideen und der Motivation zum Fordern und Fördern der Schüler.
Folge davon seien Umteilungs- und Nichtzuteilungsbegehren bei sinkenden
Schülerzahlen. In einem beigelegten Brief an den Beistand des Versicherten hatte die
Schule am 10. Juli 2007 erklärt, nach der ersten Krankheitsphase vom 7. Januar bis
24. Februar 2000 habe die Schule das rückläufige Pensum jeweils auf das erste
Semester des neuen Schuljahres wieder aufstocken können. Nach der Erkrankung von
Mai bis Oktober 2005 habe sie dem Wunschpensum von 23 Wochenstunden vorerst
noch entsprechen können, was aber nun im kommenden Schuljahr (wegen
Abmeldungen, Umteilungen, rückläufigen Schülerzahlen) nicht mehr möglich sei. Das
Pensum der Lehrer richte sich nach den Anmeldungen und die Arbeitsverträge seien
entsprechend (ohne garantierte Pensen) erstellt. Beim Versicherten sei ein
krankheitsbedingter Pensenrückgang zu verzeichnen.
A.d Dr. med. B._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, bei welchem der
Versicherte seit dem 10. Juli 2006 in Behandlung stand, diagnostizierte gemäss seinem
Arztbericht vom 27. September 2007 (act. 17) eine schizoaffektive Störung,
gegenwärtig schizodepressive Episode mit Residuum, F25.1, differentialdiagnostisch:
Bipolare affektive Störung, gegenwärtig lang anhaltende mittelschwere depressive
Episode mit somatischen Symptomen, F31.3. Vom 8. Mai bis 17. September 2005 sei
der Versicherte zu 100 % arbeitsunfähig gewesen. Seit dem 18. September 2005
betrage die Arbeitsunfähigkeit 50 % (zuerst festgelegt durch die Psychiatrische Klinik;
ab 24. Oktober 2005 durch ihn retrospektiv geschätzt; ab 10. Juli 2006 gemäss seiner
Beurteilung nach Behandlungsbeginn). Zwar hätten die Arbeitspensen des Versicherten
seit dem 18. September 2005 50 % des vor dem 8. Mai 2005 durchschnittlich
Geleisteten überschritten, doch widerspiegelten die Arbeitszeiten nicht die
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Arbeitsleistung unter qualitativen Gesichtspunkten. Qualitativ bestünden bis anhin
unverändert weitreichende Mängel. Zu berücksichtigen seien bei der
Arbeitsfähigkeitsschätzung also die notwendigerweise reduzierte Arbeitszeit (bei
vorzeitiger Erschöpfung) und die deutlich reduzierte Arbeitsleistung (infolge
Verlangsamung, eingeschränkter Kommunikation, mangelnder Initiative und Kreativität
mit der Folge einer wenig gewinnbringenden pädagogischen Förderung). Nur dank des
Entgegenkommens der Arbeitgeberin gegenüber einem langjährigen, bewährten
Mitarbeiter habe ein gewisses Pensum aufrechterhalten bleiben können. Trotz
Psychotherapie und Psychopharmakotherapie sei keine relevante Besserung von
Lebensqualität und Leistungsvermögen eingetreten. Eine Umschulung komme nicht in
Frage, zumal der Versicherte - einseitig - für seinen Beruf begabt sei und nicht über
anderweitig beruflich verwertbare Ressourcen verfüge. Höchste Priorität habe die
Sicherung der gegenwärtigen Anstellung, denn die Arbeit bedeute ihm Lebensaufgabe
und Tor zur Welt.
A.e Die IV-Eingliederungsberatung hielt am 5. Oktober 2007 (act. 18) fest, der
Versicherte habe erklärt, er erteile gegenwärtig 36 Lektionen zu einer halben Stunde.
Dieses Pensum von 18 Stunden sei angepasst, doch würde er gern 23 Stunden
arbeiten. Der Vertreter der Arbeitgeberin habe angegeben, das gegenwärtige Pensum
vermöge der Versicherte fachlich und pädagogisch gut zu bestreiten. Sein Arbeitsplatz
sei gesichert. Allerdings müsse er darauf achtgeben, den Anschluss an Neues nicht zu
verpassen, was mit der gegenwärtigen gesundheitlichen Verfassung schwierig sei.
Mittelfristig werde er dieses Manko durch das Besuchen von Kursen aufbessern
können. Eine Aufstockung auf 23 Stunden sei wegen der Schülerzahlen und des
Gesundheitszustandes des Versicherten nicht möglich. Ohne gesundheitliche
Beeinträchtigung gäbe es für den Versicherten genügend Chancen, sein Pensum bei
einer anderen Schule in der Umgebung noch auf ein volles (mit 30 Stunden)
aufzustocken.
A.f Mit Vorbescheid vom 6. Dezember 2007 (act. 22 f.) stellte die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle dem Versicherten eine Ablehnung des
Rentenanspruchs in Aussicht. Infolge der behinderungsbedingten Reduktion von 30 auf
18 Wochenstunden mache der Invaliditätsgrad 37 % aus (Valideneinkommen
Fr. 114'461.--, Invalideneinkommen Fr. 71'656.--).
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A.g Der Versicherte liess am 17. Januar 2008 (act. 24) einwenden, der Invaliditätsgrad
betrage exakt 40 %. Bei Musiklehrern sei es üblich, dass sich der Lohn linear zu den
gehaltenen Lektionen verhalte, weshalb bei einer behinderungsbedingten Reduktion
von 30 Wochenstunden auf deren 18 ein Ausfall von 40 % resultiere. Im Übrigen werde
sich die Stundenzahl auf den Semesterwechsel hin weiter auf 16.5 Stunden reduzieren.
A.h Mit Verfügung vom 4. Februar 2008 (act. 28) wies die IV-Stelle des Kantons
St. Gallen einen Rentenanspruch des Versicherten ab. Gemäss den IK-Einträgen habe
er vor Eintritt der Behinderung nie Einkommen erreicht, die von der Arbeitgeberin als
möglich bezeichnet worden seien. Mit dem von der Arbeitgeberin angegebenen
möglichen Invalideneinkommen ergebe sich keine einen Rentenanspruch auslösende
Einbusse.
B.
Gegen diese Verfügung richtet sich die von Amtsvormund A._ als Beistand für den
Betroffenen am 7. Februar 2008 erhobene Beschwerde. Der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers beantragt sinngemäss, die angefochtene Verfügung sei
aufzuheben und dem Beschwerdeführer sei eine Rente bei einem Invaliditätsgrad von
40 % zuzusprechen. Die Angaben der Beschwerdegegnerin seien widersprüchlich.
Einerseits werde bestätigt, dass der Beschwerdeführer sein Arbeitspensum
behinderungsbedingt von 30 auf 18 Wochenstunden reduziert habe, was einem
Invaliditätsgrad von 40 % entspreche. Anderseits stamme das Valideneinkommen aus
einem Pensum von 28.75 Wochenstunden (bei einem Ansatz von Fr. 306.25 pro Monat
im Jahr 2007) und das Invalideneinkommen aus 18 Lektionen. Mit 18 Wochenstunden
ergebe sich ein Einkommen von Fr. 71'662.50 (statt Fr. 71'656.--, wie berücksichtigt).
Ab dem zweiten Semester 2008 (also ab Februar 2008) erteile der Beschwerdeführer
lediglich noch 16.5 Wochenstunden. Die Arbeitgeberin habe ihm bestätigt, dass sich
der Lohn linear zu den unterrichteten Lektionen verhalte. Der Monatsansatz für 2008
betrage Fr. 314.05. Entweder seien 30 und 18 Wochenstunden miteinander zu
vergleichen oder dann 28.75 und 16.5, allenfalls 17.25 (als Durchschnitt von 18 und
16.5). In jedem Fall ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 40 %.
C.
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In ihrer Beschwerdeantwort vom 25./27. März 2008 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Gemäss dem IK-Auszug habe der Beschwerdeführer
von 2001 bis 2004 folgende Jahreseinkommen erzielt: Fr. 95'732.--, Fr. 91'743.--,
Fr. 97'993.-- und Fr. 95'849.--. Nach Ausbruch der Krankheit seien folgende Löhne
abgerechnet worden: Fr. 58'972.05 (2005), Fr. 86'699.15 (2006) und Fr. 75'382.15
(2007). Der Beschwerdeführer übersehe, dass er auch als Gesunder noch nie einem
Vollpensum (von 30 Wochenstunden) nachgegangen sei. Zwischen Februar 1996 und
Juli 1999 habe er etwa ein Pensum von 28.32 Stunden pro Woche gehabt, was einem
Beschäftigungsgrad von 94.4 % entspreche. Im hier massgeblichen Zeitraum vom
August 2000 bis Januar 2005 (als er noch nicht krank gewesen sei) habe das Pensum
24.79 Wochenstunden oder 82.6 % eines Vollpensums betragen. Nehme man eine
behinderungsbedingte Reduktion von 24.79 auf 18 Stunden an, betrage die
Erwerbseinbusse 27.4 %. Ausserdem sei der Beschwerdeführer als Teilerwerbstätiger
zu betrachten, sodass die gemischte Methode zur Anwendung komme. Im Haushalt
liege wohl keine Einschränkung vor. Der Gesamtinvaliditätsgrad ergebe sich aus dem
Erwerbsbereich mit einem Anteil von 94.4 % und einer Einschränkung von 27.4 % und
liege bei 25.86 %. Selbst unter Berücksichtigung eines Pensums von 16.5
Wochenstunden wäre ein gesamter Invaliditätsgrad von mindestens 40 % nicht
ausgewiesen.
D.
Mit Replik vom 9. April 2008 macht der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
geltend, der Beschwerdeführer sei früher (nach Möglichkeit) einem Vollpensum
nachgegangen, sodass nicht die gemischte Methode zur Anwendung kommen könne.
Aus der Pensenübersicht gehe hervor, dass der Beschwerdeführer im zweiten
Semester jeweils wegen Abmeldungen durchschnittlich zwei Lektionen weniger
unterrichtet habe als zu Beginn des Schuljahres. Das sei schon vor 2005 der Fall
gewesen. Mindestens latent sei die Krankheit demnach schon vor dem Jahr 2005
vorhanden gewesen, habe aber wohl in der Familiengemeinschaft gut aufgefangen
werden können. Es sei dem Wohlwollen der Arbeitgeberin zu verdanken, dass der
Beschwerdeführer in den früheren Jahren wenigstens im ersten Semester praktisch ein
volles Pensum habe unterrichten können. Realistischerweise könnten für das
Invalideneinkommen nur die 16.5 Wochenstunden des zweiten Semesters massgeblich
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sein. Es entspreche wohl den Tatsachen, wenn der Psychiater von einer
Arbeitsunfähigkeit von 50 % ausgehe.
E.
Die Beschwerdegegnerin hat am 18. April 2008 auf die Einreichung einer Duplik
verzichtet.

Erwägungen:
1.
1.1 Am 1. Januar 2008 ist die 5. IV-Revision in Kraft getreten. Die Beschwerdegegnerin
hat die angefochtene Verfügung am 4. Februar 2008, also nach dem Inkrafttreten und
damit unter der Geltung des Rechts der 5. IV-Revision erlassen. Zu beurteilen ist der
Sachverhalt, wie er sich bis zum Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung
entwickelt hat. Dieser Sachverhalt reicht in die Zeit vor dem Inkrafttreten der 5. IV-
Revision zurück. Es fragt sich damit, ob bei der Verfügung über den Sachverhalt neues
oder altes Recht anwendbar sei. Eine überzeugende Lösung jedes Übergangsproblems
setzt beim sogenannten Geltungsprinzip an (vgl. Ralph Jöhl, Übergangsrechtliche
Probleme im Leistungsrecht der Sozialversicherung, St. Gallen 1996, S. 2 f.). Dieses
Prinzip bringt zum Ausdruck, dass nur jenes Recht anwendbar ist, das in Geltung steht.
Soll auf bestimmte Sachverhalte nicht neues Recht Anwendung finden, sondern das
aufgehobene Recht massgebend bleiben, muss eine geltende Norm die
Weiteranwendbarkeit aufgehobenen Rechts für bestimmte Sachverhalte anordnen. Die
5. IV-Revision enthält keine die Rente betreffende übergangsrechtliche Bestimmung.
Das Bundesamt für Sozialversicherungen unterstellt aber zu Recht eine
ausfüllungsbedürftige Lücke (vgl. das IV-Rundschreiben Nr. 253 vom 12. Dezember
2007). Denn da die Regelung des Zeitpunkts der Entstehung des Rentenanspruchs in
einer für die Versicherten nachteiligen Weise geändert wurde, hätte eine Anwendung
des neuen Rechts auch auf alte Sachverhalte, über die bei Inkrafttreten neuen Rechts
noch nicht verfügt wurde, eine stossende Ungleichbehandlung zur Folge. Wichtig ist
bei der Ausfüllung dieser übergangsrechtlichen Gesetzeslücke die Definition dessen,
was den sogenannten alten Sachverhalt ausmacht, auf den das alte, aufgehobene
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Recht weiter anwendbar bleiben soll. Die Abgrenzung sollte durch ein
materiellrechtliches, unbeeinflussbares Merkmal erfolgen. In Frage kommen der
Zeitpunkt der Entstehung des Auszahlungsanspruchs oder der Eintritt des
Versicherungsfalls, beide definiert nach dem alten, ausser Kraft getretenen Recht (zum
Ganzen im Detail der Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S
M. vom 28. Oktober 2009, IV 2009/5). Das Bundesgericht hat gestützt auf das
Rundschreiben, wenn der Rentenanspruch vor dem 1. Januar 2008 entstanden wäre,
altes Recht angewendet (etwa Bundesgerichtsentscheide i/S S. vom 28. August 2008,
8C_373/2008, und i/S P. vom 9. März 2009, 8C_491/08). Bezüglich des Rentenbeginns
rechtfertigt es sich vorliegend, angesichts der IV-Anmeldung vom August 2007 und des
Eintritts der Arbeitsunfähigkeit im Mai 2005 die bis zum 31. Dezember 2007 gültig
gewesenen Bestimmungen (im Folgenden angeführt) anzuwenden.
1.2 Mit der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin einen
Rentenanspruch des Beschwerdeführers abgelehnt. Er lässt (wie schon im
Verwaltungsverfahren) einzig Rentenleistungen beantragen. Streitgegenstand bildet
daher zunächst der allfällige Rentenanspruch. Ergäbe sich allerdings, dass ohne
Eingliederungsmassnahmen ein solcher in Frage stünde, so gehörte zum
Streitgegenstand notwendigerweise auch die Frage, ob die Verwaltung den Grundsatz
"Eingliederung vor Rente" beachtet und eine allfällige Pflicht des Beschwerdeführers zu
Massnahmen korrekt in Anspruch genommen habe.
2.
2.1 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn
sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 %
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.
2.2 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird nach Art. 16 ATSG das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
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geworden wäre (Valideneinkommen; sog. allgemeine Methode). Versicherte Personen
mit vollendetem 20. Altersjahr (Art. 5 Abs. 1 IVG), die vor der Beeinträchtigung ihrer
körperlichen oder geistigen Gesundheit nicht erwerbstätig waren und denen eine
Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, gelten gemäss Art. 8 Abs. 3 ATSG als
invalid, wenn eine Unmöglichkeit vorliegt, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu
betätigen (vgl. auch Art. 28 Abs. 2 IVG; spezifische Methode, namentlich für im
Haushalt tätige versicherte Personen). Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig
sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten,
wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben
auch im Aufgabenbereich nach Art. 8 Abs. 3 ATSG tätig, so wird die Invalidität für diese
Tätigkeit nach Art. 28 Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Falle ist der Invaliditätsgrad
entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28 Abs. 2 IVV;
gemischte Methode).
2.3 Die Beschwerdegegnerin hat den Invaliditätsgrad in der angefochtenen Verfügung
durch einen Einkommensvergleich bemessen, stellt sich aber in der
Beschwerdeantwort auf den Standpunkt, die Invaliditätsbemessung habe nach der
gemischten Methode mit einer Aufteilung in einen Erwerbsteil von 94.4 % und einen
Haushaltteil von 5.6 % zu erfolgen. Abgesehen davon, dass die Reduktion des
zumutbaren erwerblichen Arbeitspensums, ohne dass die dadurch frei werdende Zeit
für die Tätigkeit in einem Aufgabenbereich nach Art. 5 Abs. 1 IVG verwendet wird, für
die Methode der Invaliditätsbemessung ohne Bedeutung ist und insbesondere allein
stehende Personen bei einer Reduktion des Beschäftigungsgrades aus freien Stücken
nicht gleichsam automatisch zu Teilerwerbstätigen mit einem Aufgabenbereich
Haushalt werden (BGE 131 V 51 E. 5.2), erscheint eine Aufteilung nicht mehr als
sinnvoll und ist von der Anwendung der gemischten Methode abzusehen, wenn der
Erwerbstätigkeitsteil so nahe an ein Vollpensum herankommt (so für 92 % der
Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S B. vom 15. Februar
2007, IV 2006/51).
2.4 Die Bemessung der Invalidität anhand des reinen Einkommensvergleichs
rechtfertigt sich aber auch aus weiteren Gründen. Gemäss der Zusammenstellung der
Arbeitspensen (act. 3) hat der Beschwerdeführer in den ersten beiden dort erfassten
Semestern (zweites Semester 1995/96 und erstes Semester 1996/97) 29 und 29.5
bis
bis
ter
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Wochenstunden geleistet, also lediglich eine bzw. eine halbe Wochenlektion weniger
als einem Vollpensum entsprechen würde. Wie viele Lektionen er zuvor, das heisst von
seiner Anstellung 1985 bis 1996, unterrichtet hat, ist aus den Akten nicht ersichtlich.
Sein Rechtsvertreter berichtet indessen, es habe sich nach Möglichkeit um ein
Vollpensum gehandelt. Zu berücksichtigen ist diesbezüglich jedenfalls, dass das
Arbeitspensum des Beschwerdeführers sich nach der Zahl der sich an- und
abmeldenden Schüler richtet und dementsprechend variiert. Er kann den exakten
Umfang seines Arbeitspensums nach der Aktenlage nicht von sich aus bestimmen und
hat keinen Anspruch auf ein Vollpensum, sondern muss diesbezüglich flexibel sein.
Dass der Beschwerdeführer im zweiten Semester eines Schuljahres stets ein kleineres
Pensum erfüllte als im ersten, ist für die rechtliche Annahme eines Pensums für den
hypothetischen Fall, dass keine Gesundheitsschädigung vorläge, noch weniger
aussagekräftig, weil es wohl die Folge von Schülerabmeldungen ist, die vom
Beschwerdeführer nicht gewünscht wurden. Dass mit leichten Schwankungen
insgesamt (in der von der Auflistung erfassten Zeit) ein laufend tieferer tatsächlicher
Beschäftigungsgrad zu verzeichnen war, mag auch bereits seit längerem durch die
(latente) Erkrankung mitbeeinflusst gewesen sein. Eine erste Krankheitsphase war denn
auch bereits anfangs 2000 aufgetreten. Es ist auch deshalb naheliegend, von einem
schleichenden Verlauf auszugehen, weil Dr. B._ davon berichtete, die
Schwierigkeiten seien vom Beschwerdeführer und der Arbeitgeberin in ihrer ganzen
Tragweite lange Zeit verkannt worden. Unter Berücksichtigung der beruflichen und
persönlichen Umstände ist demnach mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon
auszugehen, dass der alleinstehende, kinderlose Beschwerdeführer 30
Wochenstunden unterrichtet hätte, wenn nur die entsprechende Nachfrage vorhanden
und er nicht gesundheitlich beeinträchtigt gewesen wäre. Dafür spricht auch die
Einschätzung von Dr. B._, dass die Arbeit für ihn die zentrale Lebensaufgabe bilde.
Der Beschwerdeführer ist demnach als Vollerwerbstätiger zu qualifizieren.
3.
3.1 Sowohl das Validen- als auch das Invalideneinkommen wurden von der
Beschwerdegegnerin gestützt auf die Angaben im Arbeitgeberbericht festgesetzt.
Dabei basiert das Valideneinkommen von Fr. 114'461.-- auf einem Pensum von 28.75
Wochenstunden und das Invalideneinkommen von Fr. 71'662.50 (in der Verfügung vom
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4. Februar 2008 wohl irrtümlich mit Fr. 71'656.-- angegeben) auf 18 Wochenstunden.
Der Beistand des Beschwerdeführers macht geltend, das Valideneinkommen sei auf
einem Pensum von 30 Wochenstunden und das Invalideneinkommen auf 16.5
Wochenstunden festzusetzen.
3.2 Für das Valideneinkommen ist entscheidend, was die versicherte Person im
massgebenden Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde (Bundesgerichtsentscheid
i/S J. vom 15. Juni 2007, I 575/06). Da nach empirischer Feststellung in der Regel die
bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall weitergeführt worden wäre, ist
Anknüpfungspunkt für die Bestimmung des Valideneinkommens grundsätzlich der
letzte vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielte, nötigenfalls der Teuerung und
der realen Einkommensentwicklung angepasste Verdienst (BGE 134 V 322 E. 4.1). Für
die Vornahme des Einkommensvergleichs ist grundsätzlich auf die Gegebenheiten im
Zeitpunkt des allfälligen Rentenbeginns abzustellen (BGE 129 V 222), vorliegend somit
auf das Jahr 2006. Da bei den vorliegenden Verhältnissen keine divergierende
Entwicklung zu berücksichtigen ist, kann aber ohne weiteres auch auf die
Einkommensverhältnisse im Jahr 2007 abgestellt werden, wofür konkrete Angaben
vorliegen. Gemäss der Arbeitgeberbescheinigung würde der Beschwerdeführer
nämlich im Jahr 2007 als Gesunder ein Jahreseinkommen von Fr. 114'461.10
verdienen. Das entspricht einer Wochenstundenzahl von 28.75 (bei einem Ansatz von
Fr. 306.25 pro Monat und 13 Monatslöhnen). Da indessen davon auszugehen ist, dass
der Beschwerdeführer ohne gesundheitliche Beeinträchtigung in einem Vollpensum
beschäftigt gewesen wäre, beträgt das Valideneinkommen 2007 rund Fr. 119'438.-- (30
x Fr. 306.25 x 13).
4.
4.1 Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht.
Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der - kumulativ -
besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die
ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, sowie das
Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn erscheint,
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gilt grundsätzlich der von ihr tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 129 V
472 E. 4.2.1, Bundesgerichtsentscheid i/S C. vom 19. Juni 2008, 9C_81/2008). Der von
invaliden Versicherten tatsächlich erzielte Verdienst für sich allein betrachtet bildet also
grundsätzlich kein genügendes Kriterium für die Bestimmung des Invaliditätsgrades
(Bundesgerichtsentscheid i/S R. vom 8. Januar 2009, 8C_357/2008).
4.2 Dem Beschwerdeführer ist nach Eintritt der Gesundheitsschädigung seine
Anstellung erhalten geblieben. Er erfüllt ein Pensum von 18 Wochenstunden (ab August
2007) bzw. von 16.5 Wochenstunden (seit Februar 2008). Die Arbeitgeberin bejahte im
Arbeitgeberbericht vom 6. September 2007 die Frage, ob der angegebene Lohn (für die
18 Wochenstunden, für welche sie den unveränderten Monatsansatz verwendete) der
Leistung des Beschwerdeführers entspreche. Gleichzeitig bemängelte sie aber deutlich
seine Arbeitsqualität. Knapp einen Monat später, am 3. Oktober 2007, erklärte der
Vertreter der Arbeitgeberin zwar, dieses Pensum vermöge der Beschwerdeführer gut zu
bestreiten, doch lässt das nicht auf eine andauernde Zunahme der medizinisch
zumutbaren Arbeitsfähigkeit schliessen. Wie der überzeugenden ärztlichen
Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. B._ zu entnehmen ist, besteht beim
Beschwerdeführer (seit dem 18. September 2005) eine medizinisch begründete
Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit von 50 %. Das zeitliche
Arbeitspensum des Beschwerdeführers betrage zwar mehr als 50 % des früher
durchschnittlich geleisteten. In qualitativer Hinsicht bestünden aber weitreichende
Mängel bezüglich Erscheinungsbild, Vitalität, Initiative und Kommunikation. Dr. B._
hat die für die Bemessung des Invalideneinkommens massgebenden Komponenten
der Einschränkung der qualitativen und der quantitativen Arbeitsfähigkeit mit insgesamt
50 % definiert. Der Beschwerdeführer kann bei einem Pensum von 18 Wochenstunden
(seit August 2007) bzw. bei 16.5 Wochenstunden (seit Februar 2008) eine tatsächliche
Arbeitsleistung von nicht mehr als 50 % erbringen. Es drängt sich daher die Vermutung
auf, dass der Lohn des Beschwerdeführers eine Soziallohnkomponente enthalten
könnte. Es lässt sich immerhin auch feststellen, dass die Arbeitgeberin und der
Beschwerdeführer eine langjährige Zusammenarbeit pflegten, weshalb Erstere sich
entsprechend vorbildlich für eine Erhaltung seines Arbeitsplatzes einsetzt. Im Falle
eines Arbeitsplatzverlustes dagegen müsste der Beschwerdeführer aufgrund seiner
qualitativ eingeschränkten Arbeitsleistung allerdings mit einer zusätzlichen
Lohneinbusse (bei reduziertem Pensum) rechnen. In Anbetracht dieser Sachlage ist
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davon auszugehen, dass der effektiv erzielte Lohn einen gewissen Soziallohnanteil
enthält und nicht dem tatsächlich zumutbaren Invalideneinkommen entspricht. Das
Invalideneinkommen ist deshalb entsprechend der effektiven, medizinisch zumutbaren
Leistungsfähigkeit von gesamthaft 50 % zu berechnen. Dabei rechtfertigt es sich, statt
auf Tabellenlöhne auf den tatsächlich bezahlten Wochenstundensatz abzustellen, denn
der Beschwerdeführer übt nach wie vor die gleiche Tätigkeit in gleicher Funktion bei
derselben Arbeitgeberin aus. Die Gewährung eines Abzugs vom (auf die Leistung von
50 % bezogenen) Lohn erscheint vorliegend allerdings nicht angezeigt, denn der
Beschwerdeführer hat seinen Arbeitsplatz trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung
behalten und die Arbeitgeberin entrichtet nach wie vor den gleichen
Wochenstundensatz. Entsprechend der effektiven Leistungsfähigkeit von 50 % beträgt
das tatsächlich zumutbare Invalideneinkommen somit Fr. 59'719.--, die Hälfte des
Valideneinkommens von Fr. 119'438.--.
4.3 Bei dem Invaliditätsgrad von 50 % hat der Beschwerdeführer grundsätzlich
Anspruch auf eine halbe Invalidenrente.
5.
Entsprechend dem Grundsatz "Eingliederung vor Rente" ist von Amtes wegen
demnach die Frage der Eingliederung zu prüfen. Allerdings kommen sowohl der Arzt
als auch die Eingliederungsberatung zum Schluss, dass vorliegend weder berufliche
noch medizinische Eingliederungsmassnahmen angezeigt sind. Dieser Auffassung ist
zuzustimmen. Der Beschwerdeführer hat seine Arbeitsstelle trotz Krankheit behalten
können und schöpft das mögliche und zumutbare Leistungsvermögen aus. Es besteht
keine Aussicht auf eine erfolgreiche, rentensenkende Umschulung.
6.
6.1 Der Eintritt des Rentenfalls wird durch Art. 29 Abs. 1 IVG geregelt. Der
Rentenanspruch entsteht (abgesehen von der hier nicht anwendbaren lit. a) frühestens
in dem Zeitpunkt, in dem die versicherte Person während eines Jahres ohne
wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40 % arbeitsunfähig (Art. 6
ATSG) gewesen war (lit. b). Unter Arbeitsunfähigkeit im Sinne von Art. 29 Abs. 1 lit. b
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IVG ist die durch den Gesundheitsschaden bedingte qualitative und/oder quantitative
Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf oder
Aufgabenbereich zu verstehen (BGE 130 V 99 E. 3.2). Die einjährige Wartezeit gilt als
eröffnet, sobald eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20 % vorliegt (AHI 1998 S. 124
E. 3c). Ein wesentlicher Unterbruch der Arbeitsfähigkeit liegt vor, wenn die versicherte
Person an mindestens 30 aufeinanderfolgenden Tagen voll arbeitsfähig war (Art. 29
IVV; Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S K. vom 26. März 2004,
I 19/04). Auch vor der Anmeldung liegende Zeiten von Arbeitsunfähigkeit sind zu
berücksichtigen (ZAK 1966 S. 58; Ulrich Meyer, Rechtsprechung des Bundesgerichts
zum IVG, S. 238; BGE 117 V 26 E. 3b; BGE 121 V 264; Entscheid des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts i/S C. vom 2. März 2000 [I 307/99]).
6.2 Gemäss dem Arztbericht von Dr. B._ besteht beim Beschwerdeführer eine
ununterbrochene, ärztlich attestierte Arbeitsunfähigkeit ab 8. Mai 2005. Wie erwähnt ist
nach der Aktenlage allerdings ein schleichender Krankheitsbeginn wahrscheinlich.
Nach Angaben der Arbeitgeberin war schon in der Zeit vom 7. Januar bis 24. Februar
2000 eine Arbeitsunfähigkeit aufgetreten. Es kann aber davon ausgegangen werden,
dass bis Mai 2005 kein ununterbrochener, anhaltender Arbeitsunfähigkeitsgrad von
20 % erreicht worden ist, sodass diese frühere Phase für die Wartezeit nicht von
Bedeutung ist. Erst ab Mai 2005 ist denn auch die Differenz zwischen den
Stundenzahlen des ersten und des zweiten Semesters leicht grösser geworden. Die
Wartezeit ist demnach im Mai 2005 mit einer Arbeitsunfähigkeit von 100 % eröffnet und
im Mai 2006 erfüllt worden. Der Durchschnitt der Arbeitsunfähigkeit übersteigt 50 %,
der Erwerbsunfähigkeitsgrad ab Mai 2006 liegt wie oben dargelegt bei 50 %. Deshalb
ist der Versicherungsfall (für eine halbe Invalidenrente) am 1. Mai 2006 eingetreten.
6.3 Der Beschwerdeführer hat sich indessen erst am 20. August 2007 angemeldet.
Meldet sich ein Versicherter mehr als zwölf Monate nach Entstehen des Anspruchs an,
so werden die Leistungen nach Art. 48 Abs. 2 IVG in Abweichung von Art. 24 Abs. 1
ATSG lediglich für die zwölf der Anmeldung vorangehenden Monate ausgerichtet.
Weitere Nachzahlungen werden erbracht, wenn der Versicherte den
anspruchsbegründenden Sachverhalt nicht kennen konnte und die Anmeldung innert
zwölf Monaten nach Kenntnisnahme vornimmt. Letzteres ist vorliegend nicht
anzunehmen. Die Rente ist daher ab 1. August 2006 auszurichten.
ter
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7.
7.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der
angefochtenen Verfügung vom 4. Februar 2008 gutzuheissen. Die Beschwerdegegnerin
hat dem Beschwerdeführer im Sinne der Erwägungen ab 1. August 2006 eine halbe
Rente auszurichten.
7.2 Angesichts des vollständigen Unterliegens der Beschwerdegegnerin rechtfertigt es
sich, ihr die Gerichtskosten, die nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom
Streitwert festgelegt werden (Art. 69 Abs. 1 IVG), gesamthaft aufzuerlegen (vgl.
Art. 95 Abs. 1 VRP/SG). Eine Entscheidgebühr von Fr. 600.-- erscheint angemessen.
Dem Beschwerdeführer ist der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.--
zurückzuerstatten.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG