Decision ID: 96ffa46e-be07-4100-a84d-dd842f18ed42
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: die Gesuchstellerin) ersuchte ihre Wohnsitzgemeinde B._
am 19. Februar 2021 um Alimentenbevorschussung für ihre Kinder C._ (Jahrgang
200_) und D._ (Jahrgang 200_) in der Höhe von monatlich Fr. 850.-- je Kind (act.
G5.1). Mit dem Gesuch reichte sie zwei Urteile ein. Die Familienrichterin des
Kreisgerichts Z._ hatte mit Entscheid vom 31. Oktober 2012 betreffend Eheschutz
festgelegt, dass E._ an den Unterhalt seiner Kinder C._ und D._ ab Januar 2013
monatlich je Fr. 850.-- zu bezahlen hat (act. G5.2). Das Gericht in F._ in G._ hatte
mit Urteil vom 25. Oktober 2016 die Ehe zwischen der Gesuchstellerin und E._
geschieden. E._ wurde verpflichtet, ab dem 24. Dezember 2015 monatlich je Kind
einen Unterhaltsbeitrag von Dinar 5'000.-- zu bezahlen (act. G5.3).
A.a.
Mit Verfügung vom 6. April 2021 entschieden die Sozialen Dienste B._, dass ab
Januar 2021 Anspruch auf Bevorschussung der Kinderalimente für C._ und D._
bestehe. Eine Auszahlung könne erst erfolgen, wenn den Sozialen Diensten B._ ein
Gerichtsentscheid vorgelegt werde, welches Urteil im Kinderunterhaltspunkt
vollstreckbar sei (Ziffer 1). Sollte das Scheidungsurteil aus G._ vom 25. Oktober 2016
im Kindesunterhaltspunkt nicht vollstreckbar sein, habe die Gesuchstellerin umgehend
ein Ergänzungsverfahren bei einem Schweizer Gericht einzuleiten (Ziffer 2). Die
Abklärungen und Massnahmen zur Erlangung einer Vollstreckbarkeitserklärung bzw.
Ergänzung des ausländischen Urteils hätten durch die Gesuchstellerin direkt nach der
Scheidung ergriffen werden müssen. Die vorherige Wohnsitzgemeinde Y._ habe die
A.b.
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B.
Gesuchstellerin bereits im Rekurs vom 16. Oktober 2017 darauf hingewiesen (act.
G5.5).
Gegen diese Verfügung lässt die Gesuchstellerin (nachfolgend: die Rekurrentin)
durch Rechtsanwalt lic. iur. T. Bossart am 26. April 2021 Rekurs erheben. Es wird
beantragt, Ziffer 1 Satz 2 des Entscheides der Vorinstanz sei aufzuheben und die
Vorinstanz sei zu verpflichten, die Kinderalimente für C._ und D._ ab Januar 2021
basierend auf dem Entscheid des Kreisgerichts Z._ betreffend Eheschutz vom 31.
Oktober 2012 rückwirkend für die Monate Januar bis April und monatlich im Voraus ab
Mai 2021 auszuzahlen, bis das Kreisgericht B._ betreffend Kinderunterhalt allenfalls
etwas anderes verfüge. Eventualiter seien die Kinderalimente basierend auf dem noch
zu ergehenden Entscheid des Kreisgerichtes B._ auszuzahlen. Alles unter Kosten-
und Entschädigungsfolge. Zudem wird ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und
Einsetzung von Rechtsanwalt T. Bossart als unentgeltlicher Rechtsbeistand gestellt. In
der Zwischenzeit sei eine Klage beim Kreisgericht B._ auf Ergänzung des
G._ischen Scheidungsurteils eingereicht worden (act. G1). In der Klage ans
Kreisgericht B._ vom 26. April 2021 beantragt die Rekurrentin, es sei das
Scheidungsurteil vom 25. Oktober 2016 des Gerichtes F._ in Bezug auf die
Unterhaltsbeiträge für die beiden Kinder zu ergänzen bzw. abzuändern, der Beklagte
sei zu verpflichten je Fr. 850.-- zzgl. Kinderzulagen pro Kind zu bezahlen, die
anbegehrten Unterhaltsbeiträge seien vorsorglich zu verfügen und anzuordnen bis zur
Rechtskraft des Ergänzungsurteils, eventualiter sei festzustellen, dass der
Eheschutzentscheid vom 31. Oktober 2012 nach wie vor gültig und vollstreckbar sei
(act. G1.4). Mit Rekursergänzung vom 18. Mai 2021 lässt die Rekurrentin ausführen,
dass sie mit Klageeinreichung vom 26. April 2021 der Aufforderung zur Einleitung eines
Ergänzungsverfahrens bei einem Schweizer Gericht nachgekommen sei. Vorliegend
könne das G._ische Urteil im Unterhaltspunkt nicht anerkannt werden, weshalb es
auch keinen Rechtstitel für die Alimentenbevorschussung bilden könne. Der
Scheidungsprozess sei deshalb noch nicht in allen Punkten beendet, womit die von der
Eheschutzrichterin angeordneten Massnahmen nach wie vor Gültigkeit hätten. Mit
Einreichung der Klage beim Kreisgericht B._ habe sie die Weisung der Vorinstanz
B.a.
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anerkannt und umgesetzt. Es sei nun kein Grund ersichtlich, weshalb nicht basierend
auf dem Eheschutzentscheid die Alimente zu bevorschussen seien (act. G3).
Mit Vernehmlassung vom 15. Juni 2021 beantragt die Vorinstanz die Abweisung
des Rekurses. Es sei von der Rekurrentin ein verbindlicher gerichtlicher Entscheid
vorzulegen, ob das Scheidungsurteil des Gerichtes F._ vom 25. Oktober 2016 in der
Schweiz ganz oder nur im Scheidungspunkt anerkannt werde. Sofern das G._ische
Scheidungsurteil in Bezug auf den Kindesunterhalt anerkannt werde, seien die
Eheschutzmassnahmen per 25. Oktober 2016 dahingefallen (act. G5).
B.b.
Mit Schreiben vom 30. Juni 2021 schlägt die verfahrensleitende Präsidentin eine
Sistierung des Verfahrens vor. Das angerufene Kreisgericht B._ werde zu
entscheiden haben, ob das in G._ ergangene Scheidungsurteil vom 25. Oktober 2016
betreffend Kinderunterhalt vollstreckbar sei oder durch ein Schweizer Gericht ergänzt
werden müsse. Eine gleichzeitige, parallele Prüfung durch das hiesige Gericht mache
wenig Sinn (act. G6).
B.c.
Am 20. August 2021 nimmt die anwaltlich vertretene Rekurrentin zur
vorgeschlagenen Sistierung Stellung. Für die Periode vom 1. Januar bis 30. April 2021
werde das angerufene Kreisgericht B._ keinen Entscheid bezüglich Unterhalt treffen.
Deshalb bestehe ein Rechtsschutzinteresse am Rekurs. Zudem habe das Kreisgericht
B._ betreffend die vorsorglichen Massnahmen noch nicht entschieden. Es wird
beantragt, das vorliegende Verfahren ohne Verzug fortzuführen (act. G8).
B.d.
Am 8. September 2021 bewilligt die Präsidentin der Rekurrentin die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung durch Rechtsanwalt lic. iur. T. Bossart (act. G9). Mit Schreiben
vom 8. September 2021 teilt sie mit, eine Fortsetzung des vorliegenden
Rekursverfahrens erscheine sachgerecht (act. G10).
B.e.
Mit Replik vom 16. September 2021 hält die Rekurrentin an den Rechtsbegehren
gemäss Rekurs vom 26. April 2021 fest. Im G._ischen Scheidungsurteil sei
fälschlicherweise der Aufenthaltsort der Kinder mit H._ angegeben worden. Die
Rekurrentin lebe mit ihren Kindern seit deren Geburt in der Schweiz. Aufgrund der
klaren Sach- und Rechtslage stehe fest, dass das G._ische Scheidungsurteil in
Bezug auf den Unterhalt in der Schweiz nicht anerkannt werden könne. Entgegen der
B.f.
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Erwägungen
1.
2.
Ansicht der Vorinstanz eigne sich das G._ische Urteil nicht als Vollstreckungstitel für
den Kinderunterhalt. Der Rekurrentin könne auch kein rechtsmissbräuchliches
Verhalten vorgeworfen werden, da sie auf Verlangen der Vorinstanz das
Gerichtsverfahren vor dem Kreisgericht B._ angestrengt habe (act. G11).
Im vorliegenden Fall streitig und zur prüfen ist in erster Linie, ob die Rekurrentin
Anspruch auf Bevorschussung der Kinderunterhaltsbeiträge für die Monate Januar bis
April 2021 gestützt auf den Eheschutzentscheid des Kreisgerichts Z._ vom 31.
Oktober 2012 hat.
1.1.
Nach Art. 2 Abs. 1 des Gesetzes über Inkassohilfe und Vorschüsse für
Unterhaltsbeiträge (GIVU; sGS 911.51; in der vorliegend anwendbaren Fassung bis
Ende 2021) hat das Kind für die Dauer der Unterhaltspflicht der Eltern, längstens bis
zum vollendeten 25. Altersjahr, Anspruch auf Vorschüsse für elterliche
Unterhaltsbeiträge, wenn diese in einem vollstreckbaren Urteil nach Art. 285 des
Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB; SR 210) oder in einem Unterhaltsvertrag
nach Art. 287 ZGB festgesetzt sind (lit. a); und trotz angemessener Inkassoversuche
nicht rechtzeitig eingehen (lit. b). Bevorschusst werden Unterhaltsbeiträge, die ab
Beginn des Monats fällig werden, in dem die Anmeldung des Anspruchs erfolgt, und
die in den letzten drei Monaten vor Anmeldung des Anspruchs fällig geworden sind
(Art. 2 Abs. 2 GIVU). Nach Ziffer 7.1.1 des Alimentenhandbuchs der St. Gallischen
Konferenz der Sozialhilfe (nachfolgend: Alimentenhandbuch) ist für die Bevorschussung
ein rechtskräftiger bzw. vollstreckbarer Rechtstitel erforderlich. Bei ausländischen
Rechtstiteln sei allenfalls nach Art. 29 des Bundesgesetzes über das internationale
Privatrecht (IPRG; SR 291) ein Begehren auf Anerkennung oder Vollstreckung an das
zuständige Gericht zu richten.
1.2.
Mit Scheidungsurteil des Gerichtes F._, G._, vom 25. Oktober 2016 wurde die
Ehe der Rekurrentin geschieden. Aus der von der Rekurrentin der Vorinstanz
eingereichten deutschen Übersetzung des Urteils geht hervor, dass der Rekurrentin
das alleinige Elternrecht zugeteilt, als Aufenthaltsort der Kinder die Adresse der
Rekurrentin in G._ vermerkt und der Vater zur Leistung von
Kindesunterhaltsbeiträgen in der Höhe von Dinar 5'000.-- je Kind ab dem
2.1.
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24. Dezember 2015 verpflichtet wurde (act. G5.3). Vorfrageweise ist zu prüfen, ob
dieses G._ische Urteil – entgegen der im Rekurs vom 26. April 2021 und in der Klage
ans Kreisgericht B._ vom 26. April 2021 (act. G1, G1.4) vertretenen Auffassung der
Rekurrentin – in der Schweiz anerkannt werden kann. Betreffend die Höhe der
Kinderunterhaltsbeiträge ab 26. April 2021 wird das mit der Hauptsache befasste
Kreisgericht B._ einen Entscheid zu fällen haben.
Nach Art. 29 Abs. 3 des Bundesgesetzes über das Internationale Privatrecht
(IPRG; SR 291) kann das Versicherungsgericht wie jede in der Schweiz angerufene
Behörde vorfrageweise, d.h. ohne Verbindlichkeit für die sachkompetente Behörde,
selber über die Anerkennung einer ausländischen Entscheidung befinden (BGE 134 III
467 E. 3.1 mit Hinweisen; Markus Müller-Chen, in: Markus Müller-Chen /Corinne
Widmer Lüchinger, Zürcher Kommentar zum IPRG [nachfolgend: ZK IPRG], 3. Aufl.
2018, Art. 29 N 23). Erst wenn die Anerkennung oder Vollstreckbarerklärung in einem
separaten Verfahren erfolgt, hat sie für die ganze Schweiz eine umfassende
Rechtswirkung, da sie dann Teil des Urteilsdispositivs bildet (BGE 138 III 174 E.
6.3=Pra 2012 Nr. 112). Nach Art. 29 Abs. 1 IPRG sind dem Begehren auf Anerkennung
oder Vollstreckung eine vollständige und beglaubigte Ausfertigung des Entscheides (lit.
a); eine Bestätigung, dass gegen die Entscheidung kein ordentliches Rechtsmittel mehr
geltend gemacht werden kann oder dass sie endgültig ist (lit. b) und im Falle eines
Abwesenheitsurteils eine Urkunde, aus der hervorgeht, dass die unterliegende Partei
gehörig und so rechtzeitig geladen worden ist, dass sie die Möglichkeit gehabt hatte,
sich zu verteidigen (lit. c), beizulegen. Im Anerkennungs- und Vollstreckungsverfahren
ist die Partei, die sich dem Begehren widersetzt, anzuhören; sie kann ihre Beweismittel
geltend machen (Art. 29 Abs. 2 IPRG). Die Verfahrensvorschriften im Sinne von Abs. 1
und 2 gelten sowohl im separaten als auch im inzidenten Anerkennungs- und
Exequaturverfahren (ZK IPRG-Markus Müller-Chen, Art. 29 N 46).
2.2.
Eine ausländische Entscheidung wird in der Schweiz unter anderem anerkannt,
wenn die Zuständigkeit der Gerichte des Staates, in dem die Entscheidung ergangen
ist, begründet war (Art. 25 lit. a IPRG). Nach Art. 26 lit. a IPRG ist die Zuständigkeit
ausländischer Behörden begründet, wenn eine Bestimmung dieses Gesetzes sie
vorsieht oder, falls eine solche fehlt, wenn der Beklagte seinen Wohnsitz im Urteilsstaat
hatte.
2.3.
Gemäss Art. 65 Abs. 1 IPRG werden ausländische Entscheidungen über die
Scheidung oder Trennung in der Schweiz anerkannt, wenn sie im Staat des
Wohnsitzes, des gewöhnlichen Aufenthalts oder im Heimatstaat eines Ehegatten
ergangen sind oder wenn sie in einem dieser Staaten anerkannt werden. Die
2.4.
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Zuständigkeit des G._ischen Gerichtes gemäss Art. 65 Abs. 1 IPRG wird von der
Rekurrentin zu Recht anerkannt, denn beide Parteien des Scheidungsverfahrens sind
G._ische Staatsangehörige. Das G._ische Scheidungsurteil wurde denn auch im
Scheidungspunkt durch die Eintragung im Zivilstandsregister anerkannt.
Ausländische Entscheidungen betreffend die Beziehung zwischen Eltern und Kind
werden in der Schweiz anerkannt und vollstreckt, wenn sie im Staat ergangen sind, in
dem das Kind seinen gewöhnlichen Aufenthalt oder der beklagte Elternteil seinen
Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt hat (Art. 84 Abs. 1 IPRG). Nach Art. 1 Abs. 2
IPRG bleiben internationale Staatsverträge vorbehalten. Art. 84 Abs. 1 IPRG gilt für alle
Entscheidungen "betreffend die Beziehungen zwischen Eltern und Kind" im Sinne der
Art. 79-83 IPRG (ZK IPRG-Kurt Siehr/Alexander R. Markus, Art. 84 N 76). Zu prüfen ist,
ob ein internationaler Staatsvertrag der Regelung von Art. 84 Abs. 1 IPRG vorgeht.
2.5.
Vorliegend sind das Lugano-Übereinkommen über die gerichtliche Zuständigkeit
und die Anerkennung und Vollstreckung von Entscheidungen in Zivil- und
Handelssachen (LugÜ; SR 0.275.12; vgl. Art. 32 LugÜ), das Haager Übereinkommen
über die Anerkennung und Vollstreckung von Unterhaltsentscheidungen (HUVÜ; SR
0.211.213.02, vgl. Art. 1 HUVÜ) und das Haager Übereinkommen über die
Anerkennung und Vollstreckung von Entscheidungen auf dem Gebiet der
Unterhaltspflicht gegenüber Kindern (HUVÜK; SR 0.211.221.432; vgl. Art. 1 Abs. 1
HUVÜK) nicht anwendbar, da G._ kein Vertragsstaat der genannten Übereinkommen
ist. Es bestehen auch keine einschlägigen bilateralen Abkommen zwischen der
Schweiz und G._.
2.5.1.
Nach Art. 84 Abs. 2 i.V.m. Art. 85 Abs. 1 IPRG gilt für den Schutz von Kindern in
Bezug auf die Zuständigkeit der schweizerischen Gerichte oder Behörden, auf das
anwendbare Recht sowie auf die Anerkennung und Vollstreckung ausländischer
Entscheidungen oder Massnahmen das Haager Übereinkommen vom 19. Oktober
1996 über die Zuständigkeit, das anzuwendende Recht, die Anerkennung,
Vollstreckung und Zusammenarbeit auf dem Gebiet der elterlichen Verantwortung und
der Massnahmen zum Schutz von Kindern (HKsÜ; SR. 0.211.231.011). Dieses
Abkommen ersetzt das ältere Übereinkommen über die Zuständigkeit der Behörden
und das anwendbare Recht auf dem Gebiet des Schutzes von Minderjährigen vom 5.
Januar 1961 (MSA; SR 0.211.231.01), sobald es in beiden Staaten in Kraft getreten ist
(vgl. Art. 51 HKsÜ). Für die Schweiz trat das HKsÜ am 1. Juli 2009 in Kraft, in G._
hingegen wurde das HKsÜ zwar am _ ratifiziert, es trat aber erst am _ 2016 in
Kraft. G._ ist nicht Vertragsstaat des MSA. Die Regelung des Unterhaltes fällt zudem
2.5.2.
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nicht in den sachlichen Anwendungsbereich des HKsÜ und MSA (Art. 4 lit. e HKsÜ;
zum MSA vgl. BGE 138 III 11 E. 5.1).
In der Klageschrift vom 26. April 2021 an das Kreisgericht B._ verlangte die
Rekurrentin einzig die Abänderung des Unterhaltes, nicht aber die Neuregelung der
weiteren Kinderbelange (wie Zuteilung elterliche Sorge, Bestimmung des Wohnsitzes
und Regelung des Besuchsrechtes). Somit verbleibt für die Anerkennung des
G._ischen Urteils vom 25. Oktober 2016 Art. 84 Abs. 1 IPRG massgebend.
Vorliegend hatte der beklagte Elternteil gemäss den Ausführungen der Rekurrentin im
Rekurs und nach dem G._ischen Scheidungsurteil vom 25. Oktober 2016 im
Zeitpunkt der Klageeinreichung seinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in X._
in G._ (vgl. act. G5.3 und G1). Somit war das Gericht in G._ für die Regelung des
Kinderunterhaltes i.S.v. Art. 84 Abs. 1 IPRG zuständig.
2.5.3.
Ausländische Entscheidungen werden grundsätzlich nur anerkannt, wenn sie
rechtskräftig oder endgültig sind und wenn keine Verweigerungsgründe im Sinne von
Art. 27 IPRG vorliegen (Art. 25 lit. b und c IPRG; ZK IPRG- Kurt Siehr/Alexander R.
Markus, Art. 84 N 81). Zu prüfen sind nachfolgend die weiteren Anerkennungsvoraus
setzungen.
2.6.
Gemäss Art. 25 lit. b IPRG wird eine ausländische Entscheidung in der Schweiz
anerkannt, wenn gegen die Entscheidung kein ordentliches Rechtsmittel mehr geltend