Decision ID: 98120210-20a1-4d0e-a922-563079a3e32f
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1986,
meldete sich erstmals am 2
2.
November 2006 unter Hinweis auf eine bipolare Störung bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
tätigte medizinische sowie erwerbliche Abklärungen (vgl.
Urk.
6/6 ff.) und wies das Leistungsbegehren nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/18, 6/23) mit Verfügungen vom 2
8.
respektive 2
9.
März 2007 ab (Urk. 6/25).
1.2
Nachdem sich der Versicherte am 1
5.
Februar 2008 wiederum zum Leistungs
bezug angemeldet hatte (
Urk.
6/31), erteilte die IV-Stelle Kostengutsprache für eine Berufswahlabklärung und eine erstmalige berufliche Ausbildung (vgl.
Urk.
6/45, 6/57, 6/70, 6/113 und 6/141). Ausserdem sprach sie dem Versicherten Taggelder zu (vgl.
Urk.
6/52, 6/56, 6/73, 6/85, 6/103, 6/119, 6/128, 6/144 und 6/154). Mit
Mitteilung
vom 1
6.
August 2013 schloss die IV-Stelle die beruflichen Massnahmen ab, da der Versicherte seine Ausbildung zum Polygrafen EFZ erfolgreich absolviert hatte (vgl.
Urk.
6/168).
Im Weiteren hielt sie fest, dass e
r als rentenausschliessend eingegliedert
gelte
(
Urk.
6/171).
1.3
Unter Hinweis auf eine
stationäre ps
ychiatrische Behandlung in der Y._
meldete sich der Versicherte am
8.
März 2018 erneut bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/187, 6/190)
. Nach Eingang mehrerer
Arztberichte (
Urk.
6/198, 6/202, 6/204/3 ff.
) und eines aktuellen Auszugs aus dem individuellen Konto (IK-Auszug,
Urk.
6/208) erteilte die IV-Stelle
am 1
0.
Januar 2019
Kostengutsprache für
eine
Arbeitsvermittlung Plus (
Urk.
6/210). Mit Verfügung vom 2
5.
Januar 2019
sprach sie dem Versicher
ten zudem für die Dauer der
Eingliederungsmassnahme vom 10.
Dezember 2018 bis
7.
Juni 2019
Taggelder in der Höhe von
Fr.
72.0
0
zu (Urk.
6/219 = Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am
3
1.
Januar 2019 Beschwerde (
Urk.
1) mit dem sinngemässen Rechtsbegehren, die angefochtene Verfügung sei aufzu
heben und es sei ihm ein höheres Taggeld zuzusprechen.
Mit Beschwerdeantwort vom 1
1.
März 2019 beantragte die IV-Stelle die Rückweisung der Angelegenheit zu weiteren Abklärungen (
Urk.
5), worüber der Versicherte mit Verfügung vom 1
2.
März 2019 (
Urk.
7) in Kenntnis gesetzt wurde. Mit Eingabe vom 2
7.
März 2019 erklärte er sich mit dem Antrag der IV-Stelle einverstanden (
Urk.
9).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) in Verbindung mit Art. 43 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) prüft der Versicherungsträger die Begehren der versicherten Person, nimmt die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte ein. Soweit ärztliche oder fachliche Unter
suchungen für die Beurteilung notwendig und zumutbar sind, hat sich die ver
sicherte Person diesen zu unterziehen (Art. 43 Abs. 2 ATSG).
1.
2
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht;
GSVGer
)
. Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwie
rige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrelevante
Sach
verhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
2.
Das Taggeld besteht aus einer Grundentschädigung, auf die alle Versicherten Anspruch haben (
Art.
22
Abs.
2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche
rung, IVG). Diese beträgt 80
%
des letzten ohne gesundheitliche Einschränkung erzielten Erwerbseinkommens, jedoch nicht mehr als 80
%
des Höchstbetrages des Taggeldes nach
Art.
24
Abs.
1(
Art.
23
Abs.
1 IVG).
Die Parteien beantragen übereinstimmend die Rückweisung der Angelegenheit zu weiteren Abklärungen, was mit der Rechts- und Aktenlage in Einklang steht.
Die Beschwerdegegnerin legte ihrer Berechnung des Taggeldansatzes
ein massgeben
des Jahreseinkommen von
Fr.
32'500.-- zu Grunde (
Urk.
2,
Urk.
6/211), welches der Versicherte im Jahr 2015
bei der Helvetia Schweizerische Versicherungs
gesellschaft AG
erzielt hatte
(
Urk.
6/208)
.
Dabei soll es sich jedoch gemäss
dem
Beschwerdeführer um ein Praktikum gehandelt haben
(
Urk.
1), was in Anbetracht des erzielten
Verdiensts
glaubhaft erscheint. Ausserdem weisen auch die von ihm im Beschwerdeverfahren eingereichten Lohnabrechnungen, welche die Jahre 2016 bis 2018 betreffen (
Urk.
3/1-9), darauf hin, dass die Beschwerdegegnerin
bei der Berechnung des Taggeldansatzes von einem
zu tiefen Jahreseinkommen ausgegangen
sein könnte
. W
eitere Abklärungen in
diesem Zusammenhang sind daher
angezeigt
.
Nach dem Gesagten
ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, dass die angefochtene Verfügung vom 2
5.
Januar 2019
(
Urk.
2)
aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist, damit diese die notwendigen Abklärungen vornehme und hernach über den Taggeldanspruch des Beschwerde
führers neu entscheide.
3
.
Da die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen zu prüfen war, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfah
rensaufwand sowie unabhängig vom Streitwert
festzulegen (
Art.
69 Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
300.-- anzusetzen. Da die Rückweisung
der Sache
an die Verwaltung
zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung
nach ständiger Rechtsprechung als vollständiges
Obsiegen gilt (BGE
137 V 57 E.
2.2)
, sind die Kosten ausgangsge
mäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
D
as
Gericht
erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird
in dem Sinne gutgeheissen, dass die angefochtene Verfügung vom 2
5.
Januar 2019 aufgehoben und die Sache an die Sozialversicherungsanstalt des Kan
tons Zürich, IV-Stelle, zurückgewiesen wird, damit diese nach ergänzenden Abklärun
gen im Sinne der Erwägungen über den Taggeldanspruch des Versicherten neu verfüge.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
300
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
X._
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Beilage einer Kopie von
Urk.
9
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.