Decision ID: 75db2afb-5acc-455a-a95f-d4d2ece20435
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 19
71
geborene
B._
war
seit dem
1.
September 1999
als Mitarbeiter Verkaufssupport Innendienst
bei der C._
angestellt und in dieser Funktion bei der
Pensionskasse Z._
berufsvorsorgeversic
hert
(
Urk.
24/13)
. Ab März 2008 war
er
wegen
einer
Depres
sion mit Zwangs
e
rkrankung 1
00
%
bzw.
50
%
arbeitsunfähig geschrieben
(
Urk.
24/1/2
,
Urk.
24/16/3
)
. Die
C._
kündigte das A
r
beitsve
r
hältnis
am 2
3.
März 2009
per 3
0.
Juni 2009
(
Urk.
24/11/1
, Urk.
24/13/11-12
)
.
Am
7.
April 2009
(Eingangsdatum)
meldete sich
B._
bei der IV
-Stelle Luzern
zum Bezug von Leistungen an
(
Urk.
24/
7
)
. Das Leistungsbegehren wurde mit Verfügung vom 2
2.
September 2009 abgewiesen, da ab
1.
Juli 2009 wieder eine volle Arbeits
fähigkeit bestanden habe
(
Urk.
24/26)
. Vom
8.
Juli bis 3
1.
August 2009 bezog
B._
Taggelder der Arbeitslosenversicherung und war da
d
u
r
ch
, wie auch bei den späteren Bezügen von Taggeldern der Arbeitslosenversicherung,
bei der
Stiftung Auffangeinrichtung BVG
berufsvorsorgeversichert
(
Urk.
13 S. 5)
.
Ab dem
1.
Se
p
tember 2009 war
B._
als Kundenberater Aussendien
st bei der D._
GmbH (nachfolgend:
D._
) angestellt
(
Urk.
24/31/1)
und in dieser Funktion bei der
Personalfürsorgestiftung A._
berufsvorsorgeversichert
.
Am 1
3.
Januar 2012 kündigte die
D._
d
as Arbeitsverhältnis
per 3
0.
April 2012
und stellte
B._
frei
(
Urk.
39/2).
Während der Freistellung
arbeitete
B._
im Februar 2012
als Betriebsmit
arbeiter
für die
E._
AG (
Urk.
24/82/6)
. Nachdem
er
vom 1.
Mai bis
am
7.
Oktober 2012
erneut Taggelder der Arbeitslosenversicherung bezogen hatte
(
Urk.
13 S. 5)
, arbeitete
B._
ab dem
8.
Oktober 2012 als Leite
r Metzgerei bei der F._
AG
(nachfolgend F._
)
und war dadurch bei der
Y._
BVG Stiftung
berufsvorsorgeversichert. Die Arbeitgeberin kündigte das Arbeitsverhält
nis per 3
1.
August 2013 (
Urk.
24/41).
Am 2
1.
Juni 2013 (Eingangsdatum) meldete sich
B._
wieder
bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (
Urk.
24/28).
Nachdem
er
vom
1.
September
bis am
30.
November 2013
Taggelder der Arbeits
losenversicherung bezogen hatte
(Urk.
13 S. 5)
, arbeitete er ab dem
1.
Dezember 2013 als
Wareneingangskontrolleur
bei
der Genossenschaft G._ (nachfolgend: G._
) und war dadurch bei der
Pensionskasse X._
berufsvor
sorgeversichert (
Urk.
24/75).
Die IV-Stelle wies das
am 2
1.
Juni 20
13 gestellte
Leistungsbegehren mit Verfügung vom
6.
Mai 2014 ab (
Urk.
24/46).
Nachdem die
G._
das Arbeitsverhältnis per 2
8.
Februar 2015 gekündigt hatte (
Urk.
24/75), meldete sich
B._
a
m
5.
März 2015 (Eingangsdatum)
wiederum bei der
IV-Stelle zum Leistungsbezug an (
Urk.
24/60). Die IV-Stelle nahm erwerbliche und medizinische A
bklärungen vor. Mit Schreiben vom 2
3.
August 2016 erteilte
sie Kostengutsprache für ein Aufbautraining für die Zeit vom
1.
September
2016 bis 2
8.
Februar 2017 (Urk.
24/102).
Ab dem
1.
März 2017 machte
B._
ein Praktikum bei
der
F._
, wobei die IV-Stelle
im Rahmen
der
beruflichen Einglie
derung für die Kosten
inklusive Job Coaching
auf
kam
(
Urk.
24/108
, Urk.
24/112,
Urk.
24/118
,
Urk.
24/124). Per
1.
Januar 2018 schloss
B._
mit
der
F._
einen Arbeitsvertrag mit einem Arbeitspensum von 50
%
ab
(Urk.
24
/136)
. Die IV—Stelle
übernahm
bis
am
3
1.
März 2018
weiterhin die Kosten für ein beglei
tendes
Job Coaching
(
Urk.
24/137
,
Urk.
24/144). Mit Verfügung vom
6.
Dezember 2018
(
Urk.
24/167)
sprach die IV-Stelle
B._
mit Wirkung ab
1.
September 2015 eine ganze
und mit Wirkung ab
1.
August 2017 eine
Dreiviertelsr
ente
zu.
Die
Pensionskasse X._
erbrachte
mit Wirkung
ab 1.
September 2015 Vorleis
tungen (
Urk.
2/19).
2.
Mit Eingabe vom 1
0.
August 2020
(
Urk.
1)
erhob die
Pensionskasse X._
Klage gegen die
Y._
BVG Stiftung
(Beklagte 1), die
Pensionskasse Z._
(Beklagte 2), die
Stiftung Auffangeinrichtung BVG
(Beklagte 3) und die
Personalfürsorgestiftung A._
(Beklagte 4) und beantragte:
«1.
Die Beklagte 1 sei zu verpflichten, der Klägerin die seit
1.
September 2015 erbrachten monatlichen Vorleistungen von Fr. 1'133.-- zu bezahlen (Regressforderung), unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beklagten 1.
2.
Eventualiter sei die Beklagte 2 zu verpflichten, der Klägerin die
seit 1. September 2015 erbrachten monatlichen Vorleistungen von Fr. 1'133.
zu bezahlen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beklagten 2.
3.
Subeventualiter
sei die Beklagte 3 zu verpflichten, der Klägerin die
seit 1. September 2015 erbrachten monatlichen Vorleistungen von Fr. 1'133.
zu bezahlen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beklagten 3.
4.
Sub-
subventualiter
sei die Beklagte 4 zu verpflichten, der Klägerin die
seit 1. September 2015 erbrachten monatlichen Vorleistungen von Fr. 1'133.
zu bezahlen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beklagten 4.»
Die
Beklagte
n 1 (Klageantwort vom 2
3.
Oktober 2020
,
Urk.
18), 2 (Klageantwort vom 2
1.
Oktober 2020,
Urk.
16)
und
3
(
Kl
ageantwort vom
1.
Oktober 2020,
Urk.
13)
beantragten
die Abweisung der gegen sie selber gerichteten Klage
. Nach
dem von der IV-Stelle die Akten in Sachen
des Versicherten
beigezogen worden waren (
Urk.
21,
Urk.
24/1-231),
wurde
dieser
mit Verfügung vom 24.
November 2020 zum Prozess beigeladen (
Urk.
25).
Der Beigeladene liess sich
am
1
7.
Januar 2021 vernehmen (Urk.
31).
Mit Verfügung vom 1
8.
Januar 2021 wurde der
Beklagte
n
4
, welcher zunächst versehentlich keine Frist zur Erstattung der Klageantwort angesetzt worden war (
Urk.
4)
Frist angesetzt, um
zur Klage
Stellung zu nehmen (
Urk.
30).
Mit Eingabe
n
vom 2
8.
Januar 2021
(
Urk.
34)
bzw.
1.
Februar 2021 (
Urk.
35)
passte die Klägerin das gestellte Rechtsbegehren insoweit an, als sie zusätzlich
einen Z
ins in der Höhe des jeweiligen BVG-Mindestzinssatzes zuzüglich eines Zuschlages von 1
%
beantragte. Am
5.
Mai 2021 beantragte die Beklagte 4, die gegen sie gerichteten Klage sei abzuweisen und es sei die Beklagte 2, eventualiter die Beklagte 1,
subeventualiter
die Beklagte 3 zu verpflichten, die von der Klägerin geforderte Leistung zu erbringen (
Urk.
38).
Mit Replik vom 1
7.
September 2021 stellte die Klägerin das folgende, angepasste Rechtsbegehren (
Urk.
45):
«1.
Die Beklagte 1 sei zu verpflichten, der Klägerin die seit
1.
September 2015 erbrachten monatlichen Vorleistungen von Fr. 1'762.--, seit
1.
März 2016 von Fr. 1'714.--, seit
1.
Juni 2017 von Fr. 1'663.--, seit
1.
August 2017 von Fr. 1'322.-- sowie seit
1.
August 2018 von Fr. 1’133.-- sowie einen Zins in der Höhe des jeweiligen BVG-Mindestzinssatzes zuzüglich eines Zuschlags von 1
%
zu bezahlen (Regressforderung), unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beklagten 1.
2.
Eventualiter sei die Beklagte 2 zu verpfli
chten, der Klägerin die seit 1.
September 2015 erbrachten monatlichen Vorleistungen von Fr. 1'762.
, seit
1.
März 2016 von Fr. 1'714.--, seit
1.
Juni 2017 von Fr. 1'663.--, seit
1.
August 2017 von Fr. 1'322.-- sowie seit
1.
August 2018 von Fr. 1’133.-- sowie einen Zins in der Höhe des jeweiligen BVG-Mindestzinssatzes zuzüglich eines Zuschlags von 1
%
zu bezahlen (Regressforderung), unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beklagten 2.
3.
Subeventualiter
sei die Beklagte 3 zu verpflichten, der Klägerin
die seit 1.
September 2015 erbrachten monatlichen Vorleistungen von Fr. 1'762.
, seit
1.
März 2016 von Fr. 1'714.--, seit
1.
Juni 2017 von Fr. 1'663.--, seit
1.
August 2017 von Fr. 1'322.-- sowie seit
1.
August 2018 von Fr. 1’133.-- sowie einen Zins in der Höhe des jeweiligen BVG-Mindestzinssatzes zuzüglich eines Zuschlags von 1
%
zu bezahlen
(Regressforderung), unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beklagten 3.
4.
Sub-
sub
ventualiter
sei die Beklagte 4
zu verpflichten, der Klägerin die seit
1.
September 2015 erbrachten monatlichen Vorleistungen von Fr. 1'762.
, seit
1.
März 2016 von Fr. 1'714.--, seit
1.
Juni 2017 von Fr. 1'663.--, seit
1.
August 2017 von Fr. 1'322.-- sowie seit
1.
August 2018 von Fr. 1’133.-- sowie einen Zins in der Höhe des jeweiligen BVG-Mindestzinssatzes zuzüglich eines Zuschlags von 1
%
zu bezahlen (Regressforderung), unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beklagten 4.»
Während die Beklagten 2 (
Urk.
54) und 3 (
Urk.
53) auf das Erstatten einer Duplik verzichteten, hielt die Beklagte 4 mit Duplik vom 1
7.
Januar 2022 (
Urk.
59) ebenso an ihren in der Klageantwort gestellten Anträgen fest wie die Beklagte 1 mit Duplik vom 1
7.
Januar 2022 (
Urk.
60). Der Beigeladene liess sich nicht mehr vernehmen.
Die Dupliken bzw. die Verzichte auf das Erstatten einer Duplik wurden den Parteien mit Verfügung vom 2
4.
Januar 2022 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
61).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Gegenstand der vorliegenden Klage ist eine Regressforderung der Klägerin im Sinne von Art. 26 Abs. 4
des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinter
lassenen- und Invalidenvorsorge (BVG)
. Diese Norm regelt für den Fall, dass sich der Versicherte beim Entstehen des Leistungsanspruchs nicht in der leistungs
pflichtigen Vorsorgeeinrichtung befindet, dass diejenige Vorsorgeeinrichtung vorleistungspflichtig ist, der er zuletzt angehört hat. Steht die leistungspflichtige Vorsorgeeinrichtung fest, so kann die vorleistungspflichtige Vorsorgeeinrichtung auf
diese Rückgriff
nehmen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_
52/2018 vom 2
1.
Juni 2018 E. 2
).
2.
2
.1
Die örtliche und sachliche Zuständigkeit des hiesigen Gerichts zum Entscheid über die strittigen Leistungen ist gegeben (
Art.
73
BVG
in Verbindung mit
§
2
Abs.
2
lit
. a des Gesetzes über
das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
).
2
.2
Nach
Art.
24
Abs.
1 BVG
in der bis am 3
1.
Dezember 2021 gültig gewesenen Fassung
hat der Versicherte Anspruch auf eine volle Invalidenrente, wenn er im Sinne der Invalidenversicherung mindestens zu 70 %, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn er mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn er mindestens zur Hälfte und auf eine
Viertelsrente
, wenn er mindestens zu 40 % invalid ist.
Gemäss dem am
1.
Januar 2022 in Kraft getretenen
Art.
24a BVG wird die Höhe des Anspruchs auf eine Invalidenrente in prozentualen Anteilen an einer ganzen Rente festge
legt. Weiterhin besteht ein Rentenanspruch ab einem Invaliditätsgrad von 40
%
und auf eine ganze Rente ab einem Invaliditätsgrad von 70
%
.
Für Rentenbe
zügerinnen und Rentenbezüger, deren Rentenanspruch vor
dem 1. Januar 2022
entstanden ist und die
– wie der Beigeladene -
bei Inkrafttreten d
er
Änderung das 55
.
Altersjahr noch nicht vollendet haben, bleibt der bisherige Rentenanspruch bestehen, bis sic
h der Invaliditätsgrad nach
Art.
17
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
ändert
(vgl. BVG, Übergangsbestimmung zur Änderung vom 1
9.
Juni 2020)
.
Gemäss Abs.
1 von
Art.
26 BVG gelten für den Beginn des Anspruchs auf Invalidenleistungen sinngemäss die entsprechenden Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
Art.
29
des Bundesgesetzes
über die Invalidenversiche
rung,
IVG
). Die Invalidenleistungen nach BVG werden von derjenigen Vorsorge
einrichtung geschuldet, welcher die den Anspruch erhebende Person bei Eintritt des versicherten Ereignisses angeschlossen war. Im Bereich der obligatorischen beruflichen Vorsorge fällt dieser Zeitpunkt nicht mit dem Eintritt der Invalidität nach IVG, sondern mit dem Eintritt der Arbeitsunfähigkeit zusammen, deren Ursache zur Invalidität geführt hat (vgl.
Art.
23 BVG).
Eine Arbeitsunfähigkeit ist berufsvorsorgerechtlich relevant, wenn sie mindestens 20
%
beträgt und sich auf das Arbeitsverhältnis sinnfällig auswirkt oder ausgewirkt hat. Es muss arbeitsrechtlich in Erscheinung treten, dass die versicherte Person im bisherigen Beruf an Leistungsvermögen eingebüsst hat, so etwa durch einen Abfall der Leistungen mit entsprechender Feststellung oder gar Ermahnung des Arbeitgebers oder durch gehäufte, gesundheitlich bedingte Arbeitsausfälle (Urteil des Bundesgerichts 9C_91/2013 vom 1
7.
Juni 2013 E. 4.1.2 mit Hinweisen).
2
.3
Damit eine Vorsorgeeinrichtung, der eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeitnehmer beim Eintritt der Arbeitsunfähigkeit angeschlossen war, für das eingetretene Invaliditätsrisiko aufzukommen hat, ist erforderlich, dass zwischen Arbeitsun
fähigkeit und Invalidität ein enger sachlicher und zeitlicher Zusammenhang besteht (BGE 130 V 270 E. 4.1). In sachlicher Hinsicht liegt ein solcher Zusammenhang vor, wenn der der Invalidität zu Grunde liegende Gesundheits
schaden im Wesentlichen derselbe ist, der zur Arbeitsunfähigkeit geführt hat. Sodann setzt die Annahme eines engen zeitlichen Zusammenhangs voraus, dass die versicherte Person nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit nicht während länge
rer Zeit wieder arbeitsfähig wurde. Die frühere Vorsorgeeinrichtung hat nicht für Rückfälle oder Spätfolgen einer Krankheit einzustehen, die erst Jahre nach Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit eintreten. Eine Unterbrechung des zeitlichen Konnexes ist dann anzunehmen, wenn während mehr als dreier Monate eine Arbeitsfähigkeit von über 80
%
in einer angepassten Erwerbstätigkeit gege
ben ist (BGE 144 V 58 E. 4.4
) und diese Tätigkeit ein rentenausschliessende
s
Einkommen erlaubt (BGE 134 V 20 E. 5.3, Urteile des Bundegerichts 9C_465/2018 vom 3
0.
Januar 2019
E. 3.2 und 9C_623/2017 vom 2
6.
März 2017 E. 3)
, sofern sich eine dauerhafte Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit als objektiv wahrscheinlich darstellt (BGE 134 V 20 E. 3.2.1). Anders verhält es sich, wenn die fragliche, allenfalls mehr als dreimonatige Tätigkeit als Eingliederungsversuch zu werten ist oder massgeblich auf sozialen Erwägungen des Arbeitgebers beruhte und eine dauerhafte Wiedereingliederung unwahrscheinlich war (BGE 134 V 20 E. 3.2.1; 123 V 262 E. 1c; Urteil
e des Bundesgerichts
9C_245/2017 vom 1
1.
Dezember 2017 E. 4.2
und 9C_296/2021 vom 2
9.
September 2021 E. 3
).
Eine Vorsorgeeinrichtung, die ihre Leistungspflicht damit bestreitet, die Arbeits
fähigkeit sei bereits zu Beginn des Vorsorgeverhältnisses gesundheitlich bedingt eingeschränkt gewesen, trägt hierfür die Beweislast (
Art.
8 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs, ZGB; Urteil 9C_658/2016 vom
3.
März 2017 E. 6.1 mit Hinwei
sen). Umgekehrt hat der Leistungsansprecher die Folgen von Beweislosigkeit zu tragen, wenn er geltend macht, der enge zeitliche Konnex zwischen einer vorbe
standenen berufsvorsorgerechtlich relevanten Arbeitsunfähigkeit (Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf von mindestens 20
%
; BGE 144 V 58 E. 4.4) sei während der Dauer des Vorsorgeverhältnisses unter
brochen worden (Urteil des Bundesgerichts 9C_630/2017 vom
9.
Mai 2018 E. 3).
2
.4
Aus der engen Verbindung zwischen dem Recht auf eine Rente der Invalidenver
sicherung und demjenigen auf eine Invalidenleistung nach BVG ergibt sich, dass der Invaliditätsbegriff im obligatorischen Bereich der beruflichen Vorsorge und
in der Invalidenversicherung grundsätzlich der gleiche ist (BGE 123 V 269 E. 2a, 120 V 106 E. 3c, je mit Hinweisen).
Praxisgemäss sind daher die Vorsorgeeinrichtungen im Bereich der gesetzlichen Mindestvorsorge (
Art.
6 BVG) an die Feststellungen der IV-Organe (Eintritt der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit, Eröffnung der Wartezeit, Festsetzung des Invaliditätsgrades) gebunden, soweit die IV-rechtliche Betrachtung aufgrund einer gesamthaften Prüfung der Akten nicht als offensichtlich unhaltbar erscheint (BGE 126 V 309 E. 1 in
fine
). Diese Konzeption fusst auf der Überlegung, die Organe der (obligatorischen) beruflichen Vorsorge von eigenen aufwändigen Abklärungen freizustellen, und gilt nur bezüglich Feststellungen und Beurteilun
gen der IV-Organe, welche im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entscheidend waren (BGE 132 V 1 E. 3.2). So hat beispielsweise eine verspätete Anmeldung zum Leistungs
bezug bei der Invalidenversicherung rechtsprechungsgemäss die freie Überprüf
barkeit des leistungserheblichen Sachverhaltes durch die Vorsorgeeinrichtung beziehungsweise das Berufsvorsorgegericht zur Folge (Urteil des Bundesgerichts 9C_49/2010 vom 2
3.
Februar 2010 E. 2.1).
Diese Bindungswirkung setzt voraus, dass die Vorsorgeeinrichtung (spätestens) ins
Vorbescheidverfahren
(
Art.
73
ter
der Verordnung ü
ber die Invalidenversiche
rung, IVV
) einbezogen und ihr die Rentenverfügung formgültig eröffnet wurde (Urteil des Bundesgerichts 9C_81/2010 vom 1
6.
Juni 2010 E. 3.1, mit Hinweisen). Dem BVG-Versicherer steht ein selbständiges Beschwerderecht im Verfahren nach IVG zu. Unterbleibt ein solches Einbeziehen der Vorsorgeeinrichtungen, ist die IV-rechtliche Festsetzung des Invaliditätsgrades (grundsätzlich,
masslich
und zeitlich) berufsvorsorgerechtlich nicht verbindlich (BGE 130 V 270 E. 3.1).
Stellt die Vorsorgeeinrichtung auf die invalidenversicherungsrechtliche Betrach
tungsweise ab, muss sich die versicherte Person diese entgegenhalten lassen, soweit diese für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entschei
dend war, und zwar ungeachtet dessen, ob der Vorsorgeversicherer im Verfahren der Invalidenversicherung beteiligt war oder nicht. Vorbehalten sind jene Fälle, in denen eine gesamthafte Prüfung der Aktenlage ergibt, dass die Invaliditätsbe
messung der Invalidenversicherung offensichtlich unhaltbar war (BGE 130 V 270 E. 3.1).
3
.
3
.1
Die Klägerin erklärte zur Begründung ihrer Klage im Wesentlichen (
Urk.
1), sie sei als letzte Vorsorgeeinrichtung gegenüber dem Beigeladenen vorleistungs
pflichtig, da ein rechtskräftiger Entscheid der I
nvalidenversicheru
ng
vorliege und ein Leistungsanspruch des Beigeladenen nach
Art.
23 BVG gegeben sei. Der Beigeladene sei seit Beginn der
erstmaligen
Arbeitsunfähigkeit per 25.
März 2008 durchgehend in der beruflichen Vo
r
sorge versic
h
ert und habe Anspruch auf eine Invalidenrente der beruflichen Vorsorge.
S
elbst wenn
dem Beigeladenen
keine durchgehende Arbeitsunfähigkeit attestiert worden sei, sei der zeitliche Konnex nicht unterbrochen und sie daher nicht leistungspflichtig. Die Arbeitstätigkeit bei der
G._
sei als gescheiterter Arbeitsversuch zu werten.
Eine dauerhafte Wiedererlangung der Erwerbsfähigkeit sei angesichts der wiederholten tage- oder wochenweisen Arbeitsunfähigkeitszeiten bei der
G._
und der medizinischen Berichte objektiv unwahrscheinlich gewesen.
Die IV habe festgehal
t
en, dass der Beigeladene in seiner Arbeitsfähigkeit seit dem 2
5.
März 2008 erheblich und andauernd eingeschränkt sei. Die Einkommensverhältnisse des Beigeladenen indizierten, dass er seit Jahren in seiner Leistungsfähig
keit eingeschränkt sei. Bei der
C._
habe
er
2008 Fr. 83'416.
--
verdient. Sein späterer Lohn habe deutlich unter diesem Einkommen gelegen. In prognostischer Hins
icht sei spät
estens ab Mai 2013
die Erlangung einer
vollen Arbeitsfähigkeit nicht mehr realistisch gewesen.
Dr.
med. H._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychothe
rapie,
habe in seinem Bericht vom
8.
August 2013 festgehalten, ein IV-Verfahren mit gründliche Abklärung und Überprüfung der Arbeitsfähigkeit aufgrund der rezidivierenden depressiven Störung mit psychosomatischen Auswirkungen
und sich wiederholenden negativen beruflichen Auswirkungen
sei dringendst einzu
leiten und Unterstützung von dieser Seite sei notwendig. Im Bericht vom
2.
Sep
tember 2013 habe
Dr.
H._
erklärt, die Wiederaufnahme der Arbeit am aktuellen Ort sei nicht realistisch. Der Erhalt der psychischen Stabilität könne in diesem Fall nicht mehr gewährleistet werden und eine psychische Dekompensa
tion wäre vorauszusehen. Bezüglich Prognose habe er festgehalten, eine 100%ige Arbeit sei aus medizinischer Sicht nicht mehr realistisch.
Dr.
H._
habe im Arztbericht vom 1
2.
November 2015
erklärt
, der Wunsch des Beigeladenen nach Arbeit habe dazu geführt, dass er schnell eine neue Stelle angenommen habe und ein sinnvoller schrittweiser Wiedereinstieg teilweise nicht möglich gewesen sei. Dadurch sei es immer wieder zur Wiederholung derselben Muster gekommen.
Diese Aussage dokumentier
e
die Beweggründe, die dazu geführt hätten, das
s der Beigeladene auch bei der
G._
eine Vollzeitstelle angenommen habe.
In seiner Stellungnahme vom
5.
Oktober 2018 habe
Dr.
med.
I._
vom
R
egiona
len
Ä
rztlichen Dienst
(RAD)
der Invalidenversicherung
festgehalten, dass überwiegend wahrscheinlich angenommen werden könne, dass die erst später diagnostizierte Persönlichkeitsstörung bereits bei der Anme
l
dung von 2009 bestanden
und sich in Form der damals beschriebenen depressiven und zwang
haften Symptomatik geäussert habe.
Er gehe rückwirkend davon aus, dass bereits 2009 eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von mindestens 20
%
dauerhaft in der angestammten Tätigkeit vorgelegen habe. Auch der seit 2008 behandelnde Hausarzt habe im Arztbe
r
icht vom 1
8.
März 2015 festgehalten, es bestünden seit Jahren wiederholte Schübe einer Depression, die zu w
iederholter Arbeitsunfähig
keit geführt h
ätten
. Zusammenfassend sei die invalidisierende Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20
%
vor dem Vorsorgeverhältnis mit ihr, spätestens im Mai 2013 eingetreten. Der zeitliche Konnex zur Arbeitsunfähigkeit sei durch die Tätig
k
eit bei der
G._
von November 2013 bis Aug
u
st 2014 nicht unterbrochen worden.
3
.2
3
.2.1
Die Beklagte 1 wendete
dagegen
mit Klageantwort vom 2
3.
Oktober 2020 ein (
Urk.
18), die Klägerin mache geltend, die Tätig
k
eit bei der
G._
in der Zeit vom
1.
Dezember 2013 bis 2
8.
Februar 2015 sei als Eingliederungsversuch im Sinne der Rechtsprechung zu qualifizieren. Dieser Rechtsauffassung könne nicht gefolgt werden. Der Stellenantritt bei der
G._
im Dezember 2013 habe weder massge
blich auf sozi
a
len Erwägungen der Arbeitgeberin noch auf
e
inem im Rahmen eines von der Arbeitgeberin unterstü
t
zten Eingliederungsversuchs
beruht. Die Anste
llung sei
nicht bloss versuchsweise erfolgt. Ebenso wenig sei eine Auflösung des Arbeitsverhältnisses in der Probezeit erfolgt. Vielmehr sei dieses nach der Probezeit weitergeführt worden, was wohl nicht der Fall gewesen wäre, wenn der Beigeladene nicht genügende Leistungen e
r
bracht hätte oder nicht voll einsatz
fähig gewesen wäre. Auch gegenüber dem Krankentaggeldversicherer sei die Anmeldung ohne die Anzeige eines Vorzustandes oder einer eingeschränkten Arbeitsfähigkeit erfolgt. Der Krankentaggeldversicherer habe auch Krankentag
geldleistungen ohne Einschränkung erbracht. Aus der «
Absenzdaten
Kursliste» vom
1.
Dezember 2013 bis 3
1.
Dezember 2015 der
G._
gehe hervor, dass der Beigeladene in der Zeit vom
1.
Dezember 2013 bis
2.
Juni 2014 während
13 Tagen wegen Krankheit nicht zur Arbeit erschi
e
nen sei. Daraus folge, dass
er
in einem Zeitraum von sechs Monaten mehr als zu 80
%
arbeits
f
ähig gewesen sei.
Zudem sei zu beachten, dass der Beigeladene in der Zeit von September bis November 2013, das heisse unmittelbar vor dem Stellenantritt bei der
G._
, Leistungen der Arbeitslosenversicherung bezogen habe. Aufgrund der Höhe des beitragspflichtigen Einkommens sei davon auszugehen, dass der Beigeladene basierend auf eine volle Arbeitsfähigkeit A
rbeitslosent
aggelder erhalten habe.
Somit sei ein allfälliger zeitlicher Konnex zur Arbeitsunfähigkeit, welche während der Beschäftigung bei der
F._
eingetreten sei, unte
rbrochen worden.
3
.2.2
Die Beklagte 2 machte mit Klageantwort vom 2
1.
Oktober 2020 geltend (
Urk.
16),
angesichts der verspäteten Anmeldung des Beigeladenen zum Leistungsbezug
bei der Invalidenversicherung
bestehe für sie keine Bindungswirkung an den
invalidenversicherungsrechtlichen Entscheid
. D
er
Beigeladene sei vom 1.
Sep
tember 1999 bis 3
0.
Juni 2009 bei der
C._
angestellt und in diesem Zusammenhang bei ihr versichert gewesen. Das Arbeitsverhältnis sei aus gesund
heitlichen Gründen von der Arbeitgeberin gekündigt worden. A
nfangs Mai 2009 habe
Dr.
med. J._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
informiert, dass trotz des reduzierten Arbeitspensums des Beigeladenen die Prog
nose grundsätzlich gut sei. Diese prognostische Einschätzung sei in der Folge bestätigt worden, da die gleiche Psychiaterin dem Beigeladenen ab dem
1.
Juli 2009 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit attestiert habe und es ihm in der Folge möglich gewesen sei, während rund drei Jahren einer Vollzeittätigkeit bei der
D._
nachzugehen, ohne dass eine gesundheits
bedingte Leistungseinbusse arbeitsrechtlich in Erscheinung getreten sei.
Einzig der Bericht von
Dr.
H._
vom 2
6.
August 2011, welcher über zwei Jahre nach dem Ende der
V
ersicher
u
ngs
d
eckung bei ihr erstellt worden sei, informiere echtzeitlich, dass es dem Beigeladenen infolge der Zunahme der Zwänge
wieder schlechter gegangen sei. Gleichzeitig ergebe sich jedoch, dass er seine
A
r
beit und seine Hobbys wieder habe aufn
e
hmen kön
nen und dass beides ihm sehr ge
holfen habe. Somit habe mit dem Beweisgrad der überwiegenden W
ahrscheinlichkeit vom 1.
Juli 20
0
9 bis
am
3
0.
April 2012 eine ununterbrochene 100%
i
ge Arbeits
fähigkeit bestanden. Anschliessend habe
d
er Beigeladene vom
1.
Mai bis am
7.
Oktober 2012 A
r
beitslosentaggelder bezogen. Für diesen Zeitraum enthielten die Akten ebenfalls keine An
g
aben über eine allfällige verminderte Vermittlungs
fähigkeit des Beigeladenen. Erst für die Zeit ab dem 1
8.
Oktober 2012
-
und
da
mit über dr
e
i Jahre
nach
der Versicherungszeit bei ihr – gingen aus den Akten regel
mässige krankheitsbedingte Absenzen hervor.
Der zeitliche Zusammenhang zwischen der während des Vorsorgeverhältnisses bei ihr eingetreten Arbeitsun
fähigkeit und der späteren Invalidität sei mit der mindestens dreijährigen durch
ge
he
nden 100%ige
n Arbeits
fähigkeit unterbrochen worden. Somit entfalle ihre Leistungspflicht.
3
.2.3
Die Beklagte 3 erklärte mit Klageantwort vom
1.
Oktober 2020 (
Urk.
13), der Beig
e
l
ad
ene habe vom
8.
Juli bis
am
3
1.
August 2009, vom
1.
Mai bis
am
7.
Oktober 2012 sowie vom
1.
September bis
am
3
0.
November 2013 Taggelder
der Arbeitslosenversicherung bezogen und sei dadurch bei ihr berufsvorsorge
versichert gewesen. Seit dem
2.
Dezember 2019 beziehe er erneut Taggelder der Arbeitslosenversicherung.
Der Bezug ab dem
2.
Dezember 2019
sei jedoch
für die vorliegende Streitigkeit
ohne re
chtliche Bedeutung, da dem Beigelad
enen ab
dem
1.
September 2015 eine ganz
e
und ab
dem
1.
August 2017 eine
Dreiviertelsrente
der
Invalidenversicherung
zugesprochen worden sei.
Für die Dauer der Taggeld
bezüge finde sich keine echtzeitliche ärztliche Beurteilung mit der Festlegung des Beginns der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit. Der zeitliche Konnex zwischen einer angenommenen Arbeitsunfähigkeit und der späteren Invalidität des Beige
ladenen wäre aber ohnehin durch die nachfolgenden Arbeitsverhältnisse bei der
D._
, der
F._
bzw.
der
G._
unterbrochen worden. Weiter sei der Beigelade während der Taggeldbezüge stets voll vermittlungsfähig gewesen.
3
.2.4
Die Beklagte 4 erklärte mit Klageantwort vom
5.
Mai 2021 (
Urk.
38), der Beige
ladene sei ab
dem
1.
September 2009 im Aussendienst bei der
D._
angestellt und damit bei ihr versichert gewesen. Zu beachten sei aber, dass sich sein Gesundheitszustand nicht erst ab dem Jahr 2011 verschlechtert gehabt habe, sondern bereits drei Wochen nach Arbeitsbeginn bei der
D._
, das heiss
e
am 2
2.
September 200
9.
Von Bedeutung sei im vorliegenden Zusammenhang, dass der Beigeladene bei diese
r
Arbeitgeber
in
nie eine volle Arbeitsleistung habe erbringen könne
n
. Er habe einen klar unterd
urchschnittlichen Lohn erzielt
und seine Verkaufsleistungen hätten nur gut die Hälfte derjenigen sein
e
s Vorgängers betragen und seien im zweiten vollen Kalenderjahr (2011)
nochmals gesunken. Der Beigeladene habe das Pensum nicht reduziert, sondern sei stark vermindert leistungsfähig gewesen.
Die massgebende Arbeitsunfähigkeit sei schon
– wie in der Verfügung der
Invalidenversicherung
vom
6.
Dezember 2018 richtig festge
halten – im März 2008
während der Tätigkeit für die
C._
eingetreten. Bei der nächsten Arbeitgeberin, der
D._
, hab
e
er wieder im Aussendi
en
st,
jedoch mit tieferem Anforderungsprofil und weniger direktem
Druck
,
gearbeitet, da er als Lebensmittelverk
äufer
viel mehr Unabhängigkeit (und d
a
m
it auch weniger Kontrolle) gehabt habe. Dennoch hab
e
er auch mit dieser Tätigkeit nur noch einen markant unterdurchschnittlichen Lohn erzielen bzw. Verkauf
s
leistungen erbrin
gen können. Bei der späteren Anstellung bei der
F._
sei er wieder in einem Betrieb tätig ge
w
esen. Auch bei dieser Anstellung habe sich rasch gezeigt, dass er den Anforderungen nicht mehr gewachsen sei, d
enn
er
sei
be
r
eits kurze Zeit nach Beginn der Tätigkeit häufig arbeitsunfähig gewesen.
Während der Tätigkeit für die
G._
habe d
er Beigeladene über keine konstante Leistungsfähigkeit mehr verfügt, die zu einer Unterbrechung des zeitlichen Konnexes zu früheren
Arbeitsunfähigkeiten hätten führen können.
Der Beigel
a
d
en
e
habe ab März 2008 nicht mehr eine Leistungsfähigkeit von mehr als 80
%
erreicht.
3
.3
Der Beigeladene erklärte mit Stellungnahme vom 1
7.
Januar 2021 (
Urk.
31), es sei befremden
d
, wenn die Klägerin erkläre, dass seine letzte 100%ige Arbeitsstelle bei der
G._
, welche er am
1.
Dezember 2013 angetreten habe, schon von Anfang an zum Scheitern verurteilt gewesen sei. Er habe darum gekämpft, im Arbeitsprozess zu bleiben und nicht auf eine Rente angewiesen zu sein. Seine Krankheit habe im Jahr 2008 begonne
n
, da sei er noch bei
der
C._
angestellt gewesen. Le
ider sei ihm dann aufgrund der Krankheit gekündigt worden. Seine letzte Arbeitsstelle, bei welcher er noch zu 100
%
arbeitsfähig gewesen sei, sei bei der
G._
gewesen. Total habe er
zwölf
Jahre und vier Monate für die
G._
oder eine ihrer Tochterfirmen gearbeitet.
Er habe also grösstenteils bei der
C._
oder bei der
G._
gearbeitet. Beide gehörten zu den
Marktleadern
in ihren jeweiligen Bra
n
chen und beide trä
t
en in der Öffentlichkeit als soziale Betriebe und Arbeitgeber auf. Die Argumentationen in den jeweiligen Eingaben möchten juristisch gesehen korrekt sein, aber er vermisse den sozialen Aspekt. Die Klägerin und die Beklagte 2 könn
t
en sich zusammenschliessen und eine für ihn sozial erträgliche Lösung ausarbeiten. Die anderen Pensionskassen stünden natürlich auch in der Pflicht.
3
.4
Die Klägerin führte mit Replik vom 1
7.
Septembe
r 2021 im Wesentlichen an (Urk.
45), in Abweichung zu den Ausführungen der Beklagten 1 sei daran festzu
halten, dass der Beigeladene bereits wieder ab August 2014 (und nicht erst ab
9.
Septe
m
ber 2014) zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen sei.
Die Behauptung der Beklagen 1, wonach der Beigeladene bei Stellenantritt bei der
G._
als gesund und leistungsfähig beurteilt worden
s
ei, stehe in klarem Widerspruch zur Akten
lage. Es handle sich zudem um eine pauschale Behauptung der Bekl
a
gten 1, welche in keiner Weise belegt w
erde
.
Für die Beurteilung, ob es sich bei der Arbeitstätigkeit für die
G._
um einen Arbeitsversuch gehandelt habe, seien die gesamten Umstände des konkreten Einzelfalls zu berücksichtigen. Im vorliegen
den Falls sei es so, dass bereits ab Mai 2013 eine von einer Fachperson gestellte negative Prognose hinsichtlich der beruflichen Eingliederung vorgelegen habe.
Nicht nachvollziehbar seien die Ausführungen der Beklagten 1, wonach der Beigeladene in der Zeit vom
1.
Dezember 2013 bis
2.
Juni 2014 während lediglich 13 Tagen we
g
en Krankheit nicht zur Arbeit erschienen sei und daraus abgeleitet werden könne, dass er in einem Zeitraum von sechs Monaten zu mehr als 80
%
arbeitsfähig gewesen sei. Diese Ausführungen stünden in Widerspruch zur Aktenlage, wonach der Beigeladene beinahe jed
e
n
Monat tage- respektive wochenweise abwesend gewesen sei
. Ü
berdies
habe
RAD-Facharzt
Dr.
I._
dem
Beigeladenen bereits per September 2013 eine Restarbeitsfä
higkeit von 60
%
attestiert
.
Betreffend Klageantwort der Beklagten 3 erklärte die Klägerin in
s
besondere, die (volle) Vermittlungsfähigkeit könne nicht der (vollen) Arbeitsfähigkeit gleichge
setzt werden. Mit Verfü
gung vom 2
7.
April 2016 habe die Dienststelle Wirtschaft und Arbeit des Kantons Luzern die Vermittlungsfähigkeit des
Beigeladenen
erst ab
2.
März 2015 vollumfänglich (100%ige Arbeitsunfähigkeit) verneint. Allein darau
s
könne jedoch nicht
s
betreffend die Arbeitsfähigkeit des Beigeladenen für die übrigen Zeiträume des Arbeitslosent
aggeldbezugs abgeleitet werden.
3
.5
3
.5.1
Die Beklagte 1 erklärte mit Duplik vom 1
7.
Januar 2022 (
Urk.
60), die Klägerin mache
unter anderem
geltend, es liege ein Eingliederungsversuch vor, weil der Beigeladene nach dem Verlust seiner Stelle bei der
C._
tiefere Einkommen erzielt habe. Diese Argumentation gehe an der Sache vorbei und sei rechtlich unbeachtlich. Würde man der Argumentation der Klägerin folgen, dass ein Stellen- bzw. Tätigkeitswechsel, w
elche
r
mit einer teilweise auch erheblichen Lohneinbusse (beispiel
sweise mehr als 20
%
) verbunden
sei, per se als Eingliede
rungsversuch zu werten sei, würde
n
die Bestimmung von
Art.
23
Abs.
1
lit
. a BVG und die entsprechende bundesgerichtliche Rechtsprechung ausser Kraft gesetzt.
3
.5.2
Die Beklagte 4 machte mit Duplik vom 1
7.
Januar 2022 im Wesentlichen geltend (
Urk.
59), die Beklagte 1 habe in ihrer Klageantwort übersehen, dass bei der Anstellung bei der
C._
das Tätigkeitsfeld der Beigeladenen aus gesundheitlichen Gründen habe angepasst
w
erden müsse
n
, indem dieser vom Aussen- in den Innendienst habe
versetzt
werden müsse
n
. Der Beigeladene habe den erhöhten Anforderungen nicht mehr genügen können. Die Tätigkeit bei der
D._
sei deutlich weniger anforderungsreich gewesen als die Tätigkeit bei der
C._
. Der Beigeladene habe dabei auch einen deutlich tieferen Lohn erzielt
als sein Vorgänger
. Der Beigeladene sei ab dem Jahr
2009
bzw. bereits ab dem Jahr 2008 und vor der Versi
c
h
erung
sunterstellung bei ihr in seiner Gesundheit dauerhaft massgeblich eingeschränkt gewesen.
Zur Klageantwort der Beklagten 2 führte die Beklagte 4 unter anderem aus, der Beigeladene habe die Stelle bei der
C._
per 3
0.
Juni 2009 verloren gehabt. Ab dem
1.
Juli 2009 sei er arbeitslos gewesen. Di
e durch die Psychiaterin am 26.
Juni 2009 attestierte volle Arbeitsfähigkeit habe sich somit nicht mehr auf die angestammte Tätigkeit im Aussendienst der
C._
bezogen.
Die Tatsache, dass der Beigeladene Arbeitslosentaggeld
er
bezogen und vom
1.
September 2009 bis
3
0.
April 2012 bei der
D._
gearbeitet habe,
unterbreche
den zeitlichen Konnex nicht. Der Beigeladene habe bei der
D._
als Folge seiner gesundheitlichen Einschränkung zu einem stark unterdurchschnittlichen Lohn gearbeitet. Es sei zu beachten, dass nicht die Anwesenheit am Arbeitsplatz entscheidend sei, sondern die Leistungsfähigkeit. Die
D._
habe das Arbeitsverhältnis mit dem Beigela
denen als Folge gesundheitsbeding
t
er mangelnder Leistung gekündigt.
Zur Replik machte die Beklagte 4 geltend, die Klägerin habe die detaillierte Berechnung der ungekürzten BVG-Invalidenrente bis heute nicht eingereicht, weshalb die Höhe der ausbezahlten Leistungen bestritten werde.
Zudem habe die Klägerin im Detail zu erklären, warum die Rentenbeträge gemäss Replik immer wieder geändert hätten. Die von der Klägerin eingereichte Überentschädigu
ngs
berechnung werde bestritten.
4
.
4
.1
Es
liegen insbesondere
die folgenden ärztlichen Berichte
vor, welche
für die Beurteilung der strittigen Fragen von Belang
sind:
4
.2
V
om
2.
Juli bis
am
2
6.
September 2008 befand sich der Beigeladene in teilsta
tionärer Behandlung in der
Klinik K._. L._
, Assiste
n
zarzt, und
Dr.
med. M._
, Oberärztin, nannten mit Austrittsbericht vom 2
5.
September 2008
(
Urk.
24
/2)
als Diagnosen:
-
d
epressive Episode, bei Austritt leichtgradig (ICD-10 F32.0)
-
Zwangsstörung, Zwangsgedanken und Handlungen gemischt (ICD-10 F42.2)
Als vorgängiges Ziel
sei
vom Beigeladenen die Wiedererlangung der Arbeits
fähigkeit und die Unterstützung bei der Wiedereingliederung in den Arbeitspro
zess formuliert worden. In der Eintritts- und Diagnostikphase habe sich neben der depressiven Symptomatik eine aktuell starke Belastung durch die Zwangssymp
tomatik gezeigt. Dabei habe der Beigeladene berichtet, dass bereits in der Kindheit einzelne Symptome aufgetreten seien, welche jedoch bis zum aktuellen Zeitpunkt nie mit einem grösseren Leidensdruck einhergegangen seien. Bei Eintritt habe sich der Beigeladene mittel- bis
schwergradig
beeinträchtigt durch die Zwänge gezeigt, auch das familiäre Umfeld sei zunehmend betroffen gewesen. Bei der Bearbeitung der Lebensgeschichte habe sich gezeigt, dass der
T
od des Vaters im
J
ah
re 2006 in nicht unerheblichem A
usmass zur zunehmenden depressiven Entwicklung ab Dezember 2007 beigetragen habe.
Mit der Arbeitgeberin habe eine konstruktive und enge Zusammenarbeit etabliert werden können. Mit
zunehmender Stabilisierung und Besserung des Zustandes seien die konk
reten Schritte zum Wiedereinstieg
an den alten Arbeitsplatz besprochen wo
r
den. Der Beigeladene habe in deutlich gebessertem
Z
ustand in die ambulante Nachbehand
lung entlassen werden können. Die Belastung durch die Zwangssymptome sei deutlich zurückgegangen bei gleichzeitigem Kompetenzgewinn im Um
ga
ng mit Zwangsgedanken und –
handlungen
. Du
r
ch das Verfa
ss
en und anschliess
ende Verbrennen eines Abschieds
briefes an den Vater nach therapeutischer Bearbei
tung der Lebensgeschichte habe sich der Beigeladene entlastet und befreit gefühlt.
4
.3
Dr.
med. N._
, Facharzt für Allgemeinmedizin,
nannte mit Bericht an die IV-Stelle vom
5.
Mai 2009 (
Urk.
24/1
6
)
als Diagnosen eine Depression (ICD-10 F32.08) und eine Zwangsstörung (ICD-10 F42.2) und erklärte, dass die beiden Diagnosen seit
März 2008 bestünden. Er attestierte dem Beigeladenen ab 2
5.
März 2008 eine 100%ige, ab
5.
Mai 2008 eine 50%ige, ab
6.
Juni 2008 wieder eine 100%ige und ab
1.
November
2008
bis auf Weiteres wiede
r
eine 50%ige Arbeits
unfähigkeit.
4
.4
Dr.
J._
nannte mit Bericht an die IV-Stelle vom
8.
Mai 2009 (
Urk.
24/1
7
) als Diagnosen:
-
m
ittelgradige depressive Episode, verschlechtert seit März 2009 (ICD-10 F32.1), bestehend seit Dezember 2007
-
Zwangsstörung, Zwangsgedanken und Handlungen gemischt, verschlech
tert seit März 2009 (ICD-10 F42.2), bestehend seit Kindheit
Dr.
J._
attestierte dem Beigeladenen ab
1.
November 2008 und bis auf Weiteres eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit. Die Prognose sei grundsätzlich gut.
4
.
5
Dr.
med. O._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, erstattete am 2
1.
Mai 2009 ein Gutachten zu Händen der
C._
(
Urk.
24/24.6). Als Diagnosen nannte
er eine
Zwangsstörung mit Zwangshandlungen und
-
gedanken gemischt (ICD-10 F42.2),
eine
leichte depressive Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10 F32.00) und
eine
zwanghafte Persönlichkeitsstruk
tur auf höherem Strukturniveau.
Leistungseinschränkungen seien aus psychiat
rischer Sicht zur
z
eit nicht vorhanden. Zwar berichte der Beigeladene im Telefongespräch vom 2
0.
Mai 2009 noch von einer rascheren Ermüdbarkeit, von phasenweisen Schlafstörungen und einer leichten Vergesslichkeit. Daneben tauchten immer wieder Selbstzweifel auf, Zukunfts- und Existenzängste, zuweilen auch Zwänge. Immer wi
e
der könne er sich aber davon innert kurz
e
r Zeit befreien. Dazu sei er gemäss eigenen Angaben in der Lage, die meiste Zeit des Ta
ges aktiv zu sein
, anfallende Haushaltarbeit zu erledigen, sich an der Erziehung seiner Kinder zu beteiligen, soziale Kontakte zu pflegen und seinen Interessen
und Hobbys (Badminton, Kochen) nachzugehen. Auch die Su
c
he nach einer neuen Arbeitsstelle gelinge gut. Ein Vorstellungsgespräch habe er kürzlich gemäss eigenen Angaben mit einem guten Eindruck absolviert. Er könne sich zudem vorstellen, derzeit wieder 100
%
zu arbeiten. Es müsse jedoch darauf hingewi
e
sen werden, dass der jetzige Ge
sundheitszustand
noch nicht sehr stabil sei
. Komme hinzu, dass es sich um eine chronische Störung handle, die nun schon mehr als eineinhalb Jahre bestehe und die jetzt erfolgte Besserung der Sympto
matik erst seit kurzer Zeit (
w
enige Wochen)
gegeben sei
. Auch stehe der Beigela
dene nicht in einem Arbeitsprozess
in
de
r
freien Marktwirtschaft, wo erfahrungs
gemäss mehr Belastungen vorhanden seien als im eigenen Haushalt. Die neurotische Persönlichkeitsstruktur sei ausserdem mit einem erhöhten Rückfall
risiko verbunden, wobei spezifische Auslöser vor allem Versuchung- und Versagenssituationen darstell
t
en, in denen aggressive Selbstbehauptung not
wendig werde, die vom Beigeladenen bisher mit vermehrtem Einsatz und besonderem Harmoniestreben bzw. einer ausgesprochenen Konfliktvermeidung beantwortet worden seien. Es sei daher damit zu rechnen, dass vorübergehende Rückfälle in stärkere Zwangssymptome oder gar depressive Symptome unter beruflicher Belastung im Falle einer neuen Anstellung möglich und wahrscheinlich seien, die unter Umständen auch zu wiederholten Phasen der Arbeitsunfähigkeit führen könnten.
4
.
6
Dr.
H._
erklärte mit Bericht an
Dr.
N._
vom 2
6.
August 2011
(Urk.
24/
3
9/12-1
4
), seit einiger Zeit seien die Zwänge und die Depression wieder stärker geworden. Deswegen sei der Beigeladene vor drei Jahren bereits einmal für drei Monate in der
Klinik K._
gewesen. Damals sei ihm nach Austritt recht bald gekündigt worden. Dennoch habe er einiges für sich mitnehmen können: Sich Zeit für sich selber nehmen und auch die Zwänge habe er etwas besser hinterfragen können. Die Stimmung sei wieder gut geworden,
die Zwänge nur teilweise besser
. Die Zwänge habe er bereits seit Kindheit. Diese sei
en
von Verlustängsten geprägt gewesen. Möglicherweise hätten die Zwänge damals
vordergründig
als Sicherheit gebende Kompensationsmechanismen gedient, die nun aber
keinen Sinn mehr machten. Auch
dass er immer wieder sich zu wenig Zeit für sich nehme, schein
e
mit der Vorgeschichte zusammenzuhängen. In der letzten Zeit habe er die Zeit für sich wieder vernachlässigt, die Zwänge hätten zugenommen gehabt. So sei es ihm immer schlechter gegangen. Diese Woche habe er nun wieder nach einem Gespräch mit der zuständigen Person im Betr
ie
b als Aussendienstmitarbeiter für Gewürze etc. beginnen können zu arbeiten.
Gleichzeitig habe er seine Hobbys (Juniorenfussball und Kochen) wieder wahrge
nommen. Beides habe ihm schon bis heute sehr geholfen. Die Erhöhung des
Venlax
habe ebenfalls einen positiven Effekt
gezeigt
.
4
.
7
Dr.
H._
erklärte zusammen mit
M. Sc.
P._
, Psychologin,
und
lic
. phil. Q._
, Fac
hpsychologin für Psychotherapie
FSP, mit Schreiben an den Beigeladenen vom
8.
August 2013
(
Urk.
24/35/2
)
,
er
sei
seit dem 2
7.
Mai 2013 zu 100
%
krankgeschrieben. Ein Arbeitsversuch mit 50%ige
r
Arbeitsfähig
keit
in
einer anderen Filialstelle sei ausprobiert worden. Dieser habe jedoch nach erneuter psychischer Dekompensation
beendet
werden müssen. Es gelte seither weiterhin eine 100
%
ige Arbeitsunfähigkeit. Eine Wiederaufnahme der Arbeit am aktuellen Arbeitsort sei nicht realistisch. Der Erhalt der psychischen Stabilität könnte in diesem Fall nicht mehr gewährleistet werden und eine psychische Dekompensation wäre vorauszusehen.
4
.
8
Mit Bericht an die IV-Stelle vom
2.
September 2013 nannte
Dr.
H._
als Diagnosen
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
24/
3
6):
-
r
ezidivierende depressive Störung
,
leichte bis schwere Episoden, gegen
wärtig mitte
lgradige Episode (ICD-10 F33.1),
ihnen bekannt seit 2007
-
g
eneralisie
rte Angststörung (ICD-10 F41.1),
diagnostiziert 2013
-
ä
ngstliche vermeidende Persön
lichkeitsstörung (ICD-10 F60.6),
diagnosti
ziert 2013
-
z
wanghafte und narzisstische Persönlichkeitszüge
Als Diagnose ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit führte
Dr.
H._
Zwangsgedanken und –
handlungen
gemischt (ICD-10 F42.2),
gegenwärtig remittiert mit Beginn in
der
Kindheit an
.
Dr.
H._
attestierte dem Beigelade
nen ab 2
7.
Mai 2013 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit.
4
.9
Mit Bericht an die IV-Stelle vom 1
1.
Septembe
r 2013 erklärte
Dr.
N._
(Urk.
24/39
/2-5
), es komme zu
intermittierenden Panikzuständ
en, welche zu wiederholten kurzfristigen Arbeitsunfähigkeiten führten. Zurzeit sei keine Arbeitsunfähigkeit attestiert. Die bisherige Tätigkeit sei aus medizinischer Sicht noch zumutbar.
4
.10
Dr.
N._
erklärte mit Bericht an die IV-Stelle vom 1
8.
März 2015 (
Urk.
24/65), es komme zu wechselnden Arbeitsunfähigkeiten, je nach Zustand. Seit August 2014 habe er dem Beigeladenen eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert.
4
.11
Mit Bericht an die IV-Stelle vom 1
2.
November 2015 (
Urk.
24/72) attestierte
Dr.
H._
dem Beigeladenen
ab
3.
Juni 2015
eine 100%ige Arbeitsunfähig
k
eit
. D
er Beigeladene leide seit seiner Kindheit an Kontrollzwängen
. B
ereits sehr früh
habe er damit begonnen, mehrfach zu überprüfen, ob Türen geschlos
s
en und die Kerzen gelöscht seien. Seit 2009 sei es zu vermehrten Problemen am Arbeitsp
l
atz gekommen. Der Beigeladene sei immer wieder krank geworden und am Arbeitsplatz ausgefallen. Dies sei besonders dann der Fall
gewesen
, wenn der Druck zugenommen habe und es zu einer Überforderung gekommen sei. Mit ein Grund für die Überforderung und den Stress scheine d
ie seit der Kindheit bestehende
ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstruktur zu sein. Diese zeige sich in einem überangepassten perfektionistischen Verhalten, bei welchem die eigene Belastung
s
grenze kaum berücksichtigt werde. Die Angst, negativ bewertet zu werden
,
und das Verhalten nach einer sozialen Erwünschtheit schränke die Belastbarkeit zusätzlich ein. Der Beigeladene sei in seinem Alltag häufig sehr unsicher, ängstlich und besorgt. Bei Krit
ik regier
e er gekränkt und ver
unsichert, was sich negativ auf den Selbstwert auswirke. Dies zeige sich in erhöhten Insuffizienzgefühlen, Selbstabwertung, in sozialem Rückzug und Vermeidungs
verhalten. Die geringe Belastbarkeit führe dazu, dass der Beigeladene bei Druck und Stress rasch mit psychosomatischen Symptomen reagier
e
. Er klage in diesen Fällen über Schmerzen, hohes Fieber, diverse Entzün
d
un
gen und Magen-Darm-Erkrankungen,
w
obei diese seitens des Hausarztes häufig nicht verifizierbar seien. Die Erkrankunge
n
führten jedoch zu häufigen Fehltagen am Arbeitsplatz und die Fehltage meistens zur Kündigung seitens des Arbeitgebers. Seit 2009 sei es zu fünf Kündigungen gekommen. Im Rahmen der Kündigungen sei es jeweils zu depressiven Episoden verschiedener Schweregrade und zu starken Insuffizienz
gefühlen
gekommen. Der Wunsch des Beigeladenen nach Arbeit habe dazu geführt, dass er schnell eine neue Stelle angenommen habe und ein sinnvoller schrittweiser Wiedereinstieg teilweise nicht möglich gewesen sei. Dadurc
h
sei es immer wieder zur Wiederholung derselben Muster gekommen. Eine 100%ige Arbeit sei aus medizinischer Sicht nicht mehr realistisch. Es sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit aufgrund der Persönlichkeitsstörung davon auszugehen, dass das
sich
wiederholende, maladaptive
und
Symptom aufrechterhaltende Muster trotz Therapie weiter bestehen
bleibe
und sich negativ auf die Arbeitsfähigkeit auswirke.
Er
erachte
eine Unterstützung seit
en
s der
Invalidenversicherung
und
die
gründliche Üb
erprüfung der Arbeitsfähigkeit
als dringend notwendig.
4.12
RAD-Arzt
Dr.
I._
erklärte mit Stellungahme vom
5.
Oktober 2018
(IV-Protokoll S. 42), es könne überwiegend wahrscheinlich angenommen werden, dass bereits bei der Anmeldung von 2009 die erst später diagnostizierte Persönlichkeitsstörung bestanden und sich in Form der damals beschriebenen depressi
ven und zwanghaften Symptomatik geäussert habe. Zum damaligen Zeitpunkt sei es dem
Beigeladenen zwar immer wieder gelungen, eine berufliche
Tätigkeit auch in einem Pensum von 100
%
auszuführen, dies jedoch immer nur befristet. Er gehe deshalb rückblickend davon aus, dass bereits 2009 eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von mindestens 20
%
in der angestammten Tätigkeit dauer
haft vorgelegen habe.
5
.
5
.1
Die IV-Stelle sprach dem Beigeladenen mit Verfügung vom
6.
Dezember 2018
(
Urk.
24/167)
mit Wirkung ab
1.
September 2015 eine ganze und mit Wirkung ab
1.
August 2017 eine
Dreiviertelsr
ente
zu. Die IV-Stelle ging bei ihrem Entscheid davon aus, dass
das Wartejahr nach
Art.
28
Abs.
1
lit
. b
IVG am 2
5.
März 2009 abgelaufen gewesen sei. Die IV-Stel
l
e ging somit von e
iner verspäteten Anmel
dung
aus
,
weshalb
von vornherein keine Bindungswirkung an diesen Entscheid bestehen
kann
.
Die invalidenversicherungsrechtliche
n
Feststellung
en
betreffend
Arbeitsunfähig
keit
ab September 2015, nämlich eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis Ende April 2017 und eine 50%ige Arbeitsfähigkeit
in
angepasste
r
Tätigkeit
ab
1.
Mai
2017
(
Urk.
24/167/4)
,
werden
von den Parteien
jedoch
zu Recht nicht infrage gestellt
(vgl. E.
3
und E.
4
)
. Es ist daher unbestritten
, dass der Beigeladene Anspruch auf Leistungen der beruflichen Vorsorge hat.
Strittig und zu prüfen ist jedoch, wann die relevante Arbeitsunfähigkeit gemäss
Art.
23 BVG eingetreten ist (vgl. E.
2
.3).
5
.2
Der Beigeladene war vom
1.
September 1999 bis am 3
0.
Juni 2009 bei der
C._
angestellt und dadurch bei der Beklagten 2
berufsvorsorgeversichert (Urk.
24/11/1,
Urk.
24/13/11-12).
Dieses Arbeitsverhältnis wurde unbestrittener
massen aus gesundheitlichen Gründen aufgelöst
(vgl.
Urk.
24/11/1,
Urk.
24/13/4,
Urk.
24/13/11-1
2
;
Urk.
24/4
,
Urk.
24/16
)
.
Für eine bereits früher bestehende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit liegen
keine
Anhaltspunkte vor. Der zeitliche Zusammenhang zu einer solchen
Arbeitsunfähigkeit
wäre durch die langjährige uneingeschränkte Leistungsfähigkeit
des Beigeladenen jedoch
ohnehin unter
brochen worden
, womit
vom Eintritt einer
relevanten
Arbeitsunfähigkeit während des Versicher
u
ngsverhältnis
ses
mit der Beklagten 2 auszugehen
ist
.
5
.3
5
.3.1
Eine Leistungspflicht der Beklagten 2 besteht jedoch nur, wenn in der Folge der zeitliche Zusammenhang nicht unterbrochen wurde.
5
.3.2
Nachdem das Arbeitsverhältnis des Beigeladenen mit der
C._
am 3
0.
Juni 2009 geendet hatte,
bezog
der Beigeladene
in einer per
1.
Juli 2009 eröffneten Rahmenfrist für den Leistungsbezug
vom
8.
Juli bis 3
1.
August 2009 Taggelder
der Arbeitslosenversicherung
, und zwar bei einer Vermittlungsfähigkeit von 100 %
(
Urk.
14/1
)
.
Dr.
J._
attestierte dem Beigeladenen ab dem
1.
Juli 2009 wieder eine uneingeschränk
te Arbeitsfähigkeit (
Urk.
24/24.
3
,
Urk.
17/4
).
5
.3.3
Ab dem
1.
September 2009 arbeitet der Beigeladene bei der
D._
als
Kunden
berater Aussendienst
(
Urk.
24/31/1)
.
Dieses Arbeitsverhältnis dauerte bis am 3
0.
April 2012
, mithin rund zweieinhalb Jahre
.
Aus dem Vergleich des bei der
D._
erzielten Einkommens mit demjenigen, welches der Beigeladene bei der
C._
erzielt hatte, lässt sich entgegen der Beklagten 4 nichts Konkretes betreffend Unterbrechung des zeitlichen Zusammenhangs ableiten,
weil
es für die Unterbrechung d
es zeitlichen Zusammenhangs
grundsätzlich
genügt
, dass während mehr als drei Monaten eine Arbeitsfähigkeit von über 80
%
in einer angepassten Erwerbstätigkeit gegeben ist
und diese Tätigkeit ein rentenaus
schliessendes Einkommen erlaubt
(E. 2.3, BGE 144 V 58).
Dies war vorliegend gegeben, auch wenn der Beigeladene bei der
D._
eine Lohneinbusse von rund 27
%
(bei einem Einkommen bei der
D._
von
Fr.
60'684.--
im Jahr 2010 im Vergleich zum Einkommen bei der
C._
von
Fr.
83'416.-- im Jahr 2008;
Urk.
2/20,
Urk.
2/21) in Kauf nehmen musste.
Auch aus dem Vergleich des vom Beigeladenen erzielten Umsatzes mit demjenigen seines Vorgängers kann nichts Relevantes betreffend Arbeitsfähigkeit des Beigeladenen abgeleitet werden, obwohl der vom Beigeladenen erzielte Umsatz erheblich unter demjenigen seines Vorgängers lag (
Urk.
39/5-6). Aus den von der Beklagten 4 eingereichten Unter
lagen ergibt sich nämlich, dass sich die Aktivkunden von Juni zu Juli 2009 von 1'348 auf 775 reduzierten (
Urk.
39/5). Der Beigeladene war jedoch erst ab dem
1.
September 2009 für die
D._
tätig. Das heisst, dem Beigeladenen standen bei Stellenantritt massiv weniger Aktivkunden zur Verfügung als sein
em
Vorgänger.
Aus der Zeit der Arbeitstätigkeit des Beigeladenen für die
D._
ist der Bericht von
Dr.
H._
an
Dr.
N._
vom 2
6.
August 2011 aktenkundig
(
E.
4
.
6
). Dr.
H._
attestierte dem Beigeladenen in diesem Bericht keine Arbeitsun
fähigkeit. Aus diagnostischer Sicht erachtete er zudem die rezidivierende Depres
sion als gegenwärtig remittiert. Gleichzeitig ergibt sich aus dem Bericht jedoch auch, dass der Beigeladene erst
wenige Tage zuvor
die Arbeit wieder
auf
genom
men hatte
.
Aus de
r
Leistungsentwicklung 2011
(
Urk.
39/6)
ist ersichtlich
, dass
der Beigeladene ab Mitte 2011 erheblich weniger Arbeitstage leistete und ent
sprechend auch weniger Neukunden akquirieren konnte (Ur. 39/6). Diese vermehrten Absenzen korrelieren zeitlich mit der – erneuten – Inanspruchnahme psychiatrischer Hilfe.
Dies lässt
darauf schliessen, dass
sich der Gesundheits
zustand des Beigeladen
en im Jahr 2011 verschlechterte. Aus den Leistungsent
wicklungen des Beigeladenen (
Urk.
39/5-6) ergibt sich aber auch,
dass er
in
s
besondere von August bis November 2010 mit jeweils 21 Arbeitstagen pro Monat ein
unauffälliges Arbeitspensum lei
stete.
In diesen Monaten, wie auch im Dezember 2010, akquirierte er auch eine erhebliche Anzahl Neukunden,
mithin durchschnittlich 12,6 und somit erheblich mehr als sein Vorgänger
im
ersten Halbjahr 2009
(
Urk.
39/5).
Soweit die Beklagte 4 geltend macht (
Urk.
38 S. 8), der Beigeladene selbst habe mit Einwand vom 2
5.
August 2013 (
Urk.
24/35/1) geltend gemacht, sein Gesundheitszustand habe sich bereits ab dem 2
2.
September 2009, und somit kurz nach Arbeitsantritt bei der
D._
wesentlich verschlechtert, verkennt sie, dass der Beigeladene nicht eine Verschlechterung ab dem 22.
Sep
tember 2009 geltend machte, sondern eine im Jahr 2013 bestehende Verschlech
terung des Gesundheitszustandes im Vergleich zum leistungsabweisenden Entscheid der I
nvalidenversicherung
vom 2
2.
September 2009 (
Urk.
24/26). Die Tatsache, dass der Be
igeladene die Verfügung vom 22.
September 2009 unange
fochten liess, lässt vielmehr darauf schliessen, dass er sich damals als arbeitsfähig erachtete. Aus dem Gesagten ergibt sich, dass es dem
Beigeladenen
während mehreren Monaten möglich war, bei der
D._
eine hinreichende Arbeitsleis
tung zu erbringen. Im Laufe des Jahres 2011 kam es jedoch zu einer Verschlech
terung des Gesundheitszustandes, welche nicht nur eine Inanspruchnahme eines Psychiaters mit
Aufdosierung
der Medikation
(
Venlax
)
erforderlich machte
(vgl. E. 4.6)
, sondern sich auch sinnfällig auf
das Arbeitsverhältnis
auswirkte.
Aufgrund der ungenügenden Leistung kündigte denn auch die
D._
am 1
3.
Januar 2012 das Arbeitsverhältnis und stellte den Beigeladenen umgehend frei (
Urk.
39/2; vgl.
Urk.
38 S. 10).
5
.3.4
Im
Februar 2012
arbeitete der Beigeladene
als Betriebsmitarbeiter für die
E._
AG (
Urk.
24/82/6). Vom
1.
Mai bis am
7.
Oktober 2012
(
Urk.
14/1,
Urk.
13 S. 5)
bezog
er wiederum
Taggelder der Arbeitslosenversicherung
und zwar bei einer Vermittlungsfähigkeit von 100
%
.
Sowohl für die
Dauer
der Tätigkeit für die
E._
AG als
auch
für die Dauer des
Taggeldbezugs liegen keine echtzeitlichen ärztlichen Berichte vor.
5
.3.5
Vom
8.
Oktober 2012
bis am 3
1.
August 2013
war der Beigeladene
als Leiter Metzgerei bei der
F._
angestellt
(
Urk.
24/41).
Dr.
H._
- auch zusammen den Psycholo
ginnen
P._ und Q._
-
attestierte dem Beigeladenen mit Schreiben vom
8.
August 2013
(
Urk.
24/35/2
; E.
4
.
7
) bzw. Bericht vom
2.
Sep
tember 2013 ab 2
7.
Mai 2013 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
24/36;
E.
4
.
8
)
.
Wie sich aus dem Arbeitgeberbericht der
F._
zu Händen der IV-Stelle vom 2
5.
September 2013
ergibt,
war das Arbeitsverhältnis mit dem Beigeladenen gekündigt worden, da eine kontinuierliche Arbeitsplatzbesetzung nicht im gewünschten bzw. notwendigen Umfang möglich war (
Urk.
24/41/2). Gemäss
Angaben der Arbeitgeberin wies der Beigeladene die folgen
den
krankheitsbeding
ten Abwesenheiten auf: 1
8.
Oktober 2012, 2
9.
u
nd 3
0.
Oktober 20
12
, 2
3.
b
is 2
9.
Januar 2013
(
Urk.
24/182/1)
, 1
8.
b
is 2
7.
Februar 2013
(
Urk.
24/182/2-3)
, 2
3.
b
is 3
0.
April 2013
(
Urk.
24/182/4
)
, 2
7.
Mai 2013 halbtags, 28.
Mai bis 3
1.
August 2013 (
Urk.
24/41/8). Der Beigeladene war somit in den ersten drei Monaten der Arbeitstätigkeit für die
F._
an drei Tagen aufgrund von gesund
heitlichen Gründen
arbeitsunfähig
. Danach häuften sich die krankheitsbedingten Abwesenheiten erheblich, mithin war
er
in den Monaten Januar, Februar und April
2013
jeweils
mindestens
eine W
oche krank und ab 28.
Mai 2013 andauernd nicht mehr arbeitsfähig.
5
.3.6
Vom
1.
September bis am 3
0.
November 2013 bezog der Beigeladene erneut
bei einer Vermittlungsfähigkeit von 100
%
Taggelder der Arbeitslosenversicherung (
Urk.
14/1
,
Urk.
13 S. 5
).
In seinem Bericht an die IV-Stelle vom 1
1.
September 2013 hielt
Dr.
N._
keine Arbeitsunfähigkeit fest (
E. 4.9
).
5
.3.7
Ab dem
1.
Dezember 2013
arbeitete der Beigeladene als
Wareneingangs
kontrolleur
bei der
G._
(
Urk.
24/75).
Die
G._
kündig
t
e das A
rbeitsverh
ältnis am 2
8.
August 2014 per 3
0.
November 2014 (
Urk.
24/75/7), wobei sich die Kündigungsfrist krankheitsbedingt bis 2
8.
Februar 2015 verlängerte (
Urk.
24/75/8).
Der Beigeladene wies zwischen Aufnahme der Arbeitstätigkeit für die
G._
und Aussprache der Kündigung die folgenden
krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeiten auf:
2
3.
Dezember 2013, ab
9.
Januar 2014 zwei Tage, ab 2
7.
Januar 2014 fünf Tage, ab 1
9.
März 2014 drei Tage, ab 1
9.
Mai 2014 zwei Tage, ab
2.
Juni, mit Ausnahme eines halben Tages, sieben Tagen, ab
4.
August 7 Tage, ab 1
1.
August drei Tage mit 50
%ige
r Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
24/75/14).
Das heisst, der Beigeladene wies bereits kurz nach Arbeitsbeginn erhebliche krankheitsbedingte Absenzen auf.
5
.4
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass während des Arbeitsverhältnisses mit der
C._
eine relevante Arbeitsunfähigkeit
eingetreten ist
. In der Folge übte der Beigeladene verschiedene Arbeitstätigen aus, bei welchen es jedoch stets nach einer gewissen Zeit zu gehäuften krankheitsbedingten Abwesenheiten kam. Bei der
D._
war es dem Beigeladenen jedoch möglich, während mehreren Monaten eine unauffällige Leistung zu erbringen.
Durch diese mehrmonatige Arbeitstätigkeit wurde der zeitliche Zusammenhang zur vorbestehenden Arbeits
unfähigkeit unterbrochen. Hieran ändert nichts, dass der Beigeladene ein tieferes Einkommen als bei der
C._
erzielte, genügt für eine Unterbrechung des zeitlichen Zusammenhanges doch, dass eine über 80
%
ige Arbeitsfähigkeit
in
einer angepasste
r
Tätigkeit
gegeben ist
und dabei - wie vorliegend – ein renten
ausschliessendes Einkommen erzielt werden kann
(E. 2.3, BGE 144 V 58)
.
Während der Tätigkeit für die
D._
trat jedoch eine erneute Verschlechterung des Gesundheitszustandes ein, leistete der Beigeladene ab Mitte 2011 doch erheb
lich weniger Arbeitstage als im Jahr 201
0.
Gleichzeitig akquirierte er auch erheblich weniger Neukunden (
Urk.
39/6).
Nach Beendigung des Arbeitsverhält
nisses mit der
D._
übte der Beigeladene weitere Arbeitstätigkeiten aus. Der
zeitliche Zusammenhang
wurde jedoch
nicht mehr unterbrochen, tra
t
en doch sowohl bei der Tätigkeit für
F._
als auch für die
G._
bereits kurz nach Arbeitsbeginn Absenzen auf, welche sich nach wenigen Monaten massiv erhöhten
, so dass nicht mehr von einer dauerhaften Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit und damit von einer dauerhaften beruflichen Wiedereingliede
rung gesprochen werden kann (vgl. da
zu
Urteil des Bundesgerichts 9C_569/2021 vom 2
2.
Dezember 2021 E. 3.3)
. Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die zur Invalidität führende Arbeitsunfähigkeit während der Versicherungsdeckung bei der Beklagten 4 eingetreten ist. Die Beklagte
4 ist daher leistungspflichtig.
Der genaue Betrag der Regressforderung wird
ihr
von der Klägerin mitzuteilen sein. Bei Uneinigkeit über die Höhe der zu erstattenden Leistungen steht gegebenen
falls erneut der Klageweg offen (vgl. BGE 129 V 450).
6.
Das Bundesgericht entschied mit BGE 145 V 18, dass im Rahmen von
Art.
26
Abs.
4 BVG kein Raum für einen Verzugszins verbleibe (BGE 145 V 18 E. 5).
In BGE 147 V 10 hat es aber festgehalten, dass zur Reg
ressforderung ein Regress- respektive
Schadenszins gehört, dessen Höhe sich nach dem BVG-Mindestzinssatz plus
1
%
richtet (BGE 147 V 10 E. 4 und 5). Der Anspruch entsteht im Moment der (Vor-)Leistung der
regressierenden
Vorsorgeeinrichtung an die versicherte Person (BGE 147 V 10 E. 4.3.3 mit Hinweisen).
Die Beklagte 4 ist demgemäss zu verpflichten
, ab dem Zeitpunkt der Ausrichtung der Vorleistungen
bis zu deren Rückerstattung
einen Zins von 2
%
zu bezahlen (vgl.
Art.
12
lit
. j der Verordnung über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und I
nvalidenvorsorge, BVV 2
).
7
.
Im Verfahren der Verwaltungsgerichtsbeschwerde
wird
obsiegenden Behörden oder mit
öffentlichrechtlichen
Aufgaben betrauten Organisationen
pr
axis
gemäss
keine P
arteientschädigung
zugesprochen
. Das hat grundsätzlich auch für die Trägerinnen oder Versicherer der beruflichen Vorsorge gemäss BVG zu gelten (BGE 126 V 143 E. 4). Vorliegend besteht keine Veranlassung, vo
n diesem Grund
satz abzuweichen.