Decision ID: 357c6672-9cb5-4d1a-bd7e-e5efe3c7f4db
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1974 ge
borene
X._
ist seit März 2008 für die
Y._
als Physiothe
rapeutin
tätig
(
Urk.
8/11,
8
/
13
).
Am
5.
September 2013 meldete sie sich unter Hinweis auf gesundheitliche Beschwerden, namentlich einen
im März 2013 er
littenen
Vorderwand
myokard
infarkt mit Einschränkung der linksventrikulären Funktion und Herzinsuffizienz
,
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (Urk. 8/1). Im Rahmen der Abklärung der erwerblichen und medizinischen Ver
hältnisse zog die IV-Stelle zunächst die Akten des Krankentaggeldversicherers
(
Urk.
8/5) sowie einen Auszug aus dem individuellen Konto (
Urk.
8/11) bei und holte einen Bericht der Arbeitgeberin ein (
Urk.
8/13). Sodann wurden Berichte der behandelnden Ärzte eingeholt
(Urk. 8/9, 8/10, 8/21, 8/23)
und nahm
Dr.
med.
Z._
, Fachär
zt
in Innere Medizin, Vertrauensärztin SGV und zertifizierte Gutachterin nach SIM, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) Stellung (
Urk.
8/28/4).
Mit Vorbescheid vom 2
0.
August 2014 stellte die IV-Stelle der Versicherten die Abweisung ihres Gesuchs um Ausrichtung
einer Invalidenrente
in Aussicht (
Urk.
8/29). Mit Schreiben vom
2.
Septemb
er 201
4
er
hob d
ie
Versicherte
dagegen Einwand (Urk.
8/31
).
Daraufhin
liess die IV-Stelle
die Beeinträchtigung in
Beruf und Haushalt
vor Ort abklären (
Haushaltsabklä
rungsbericht
vom
1.
Oktober 2014
;
Urk. 8/3
3). Gestützt darauf sowie
auf
die Berichte der behandelnden Ärzte
verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 1
3
. Oktober 2014 (Urk. 2 [=
8
/
35
]) einen Rentenanspruch.
2.
Gegen diese Verfügung liess d
ie
Versicherte mit Eingabe vom
1
3.
November 2014
Beschwerde (Urk. 1) einlegen und beantragen, die angefochtene Verfü
gung sei aufzuheben und es seien ih
r
die gesetzlichen
L
eistungen
, insbesondere eine halbe Invalidenrente,
zuzusprechen
. In verfahrensrechtlicher Hinsicht be
antragte sie die Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels.
In der
Beschwerdeantwort vom 15. Dezember 2014
schloss
die IV-Stelle
auf
Abweisung der Beschwerde (Urk. 7).
D
ie
Beschwerdeführer
in
hielt
mit
Replik vom 3
0.
Januar 2015 (
Urk.
11) an
ihren
Anträgen fest, während die
Beschwer
degegnerin
mit Eingabe vom 20. Februar 2015 auf
eine Duplik verzichtete
(
Urk.
14
), was de
r
Beschwerdeführer
in
am 4.
März
2015 mitgeteilt wurde (
Urk.
1
5
).
Am 2
2.
Mai 2015 reichte die Beschwerdeführerin
den
aktuellen kardiologischen
Verlaufsbericht von Prof.
Dr.
med.
A._
,
Facharzt FMH für Innere Medizin und Kardiologie, Leitender Arzt am
B._
,
vom 1
6.
März 2015 (
Urk.
17) zu den Akten (
Urk.
16).
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
])
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
2.
2.1
Die Beschwerdegeg
n
erin erwog im angefochtenen Entscheid, die Abklärungen der medizinischen Verhältnisse hätten ergeben, dass die Beschwerdeführerin in
der
angestammten Tätigkeit als Physiotherapeutin
bezogen auf ein 100
%
-Pen
sum
zu 50
%
arbeitsfähig sei
.
In Anwendung der gemischten Methode (80
%
Erwerbstätigkeit/20
%
Aufgabenbereich Haushalt) ergebe sich ein
rentenaus
schliessender
Invaliditätsgrad
(
Urk.
2)
.
Daran hielt sie in der Beschwerdeantwort vom 1
5.
Dezember 2014 fest, wobei sie sich nunmehr auf einen reinen
Erwerbs
vergleich
(Teilerwerbstätigkeit im Rahmen eines 80%-Pensums zugunsten mehr Freizeit) stützte
(Urk. 7)
.
2.2
Die Beschwerdeführerin brachte hingegen vor,
aus de
m Bericht des behandeln
den Hausarztes
gehe hervor,
dass sie gemessen an ihrem 80%-Pensum zu
50
%
arbeitsfähig in
der zuletzt ausgeübten Tätigkeit
sei.
Der Einkommensvergleich ergebe
folglich, dass sie seit dem Eintritt des Gesundheitsschadens nunmehr die Hälfte ihres bisherigen Einkommens erzielen könne, woraus sich ein
Invalidi
tätsgrad
von 50
%
errechnen lasse
(
Urk.
1)
.
3.
3.1
Prof
.
Dr.
med.
A._
führte im Bericht
vom 2
9.
Januar 2014
(
Urk.
8/23
/
1 f.)
aus, es liege ein Status
n
ach
subakutem
Vorderwandmyokar
dinfarkt
im März 2013 vor. Anamnestisch lägen keine pektanginösen Be
schwer
den vor und im Status
fänden sich keine Hinweise für eine Herzinsuffizi
enz. In den letzten Wochen sei die Patientin besser belastbar. In der
submaxi
malen
Belastung fänden sich weder subjektiv noch objektiv Hinweise für eine koronare
Ischämie. Echokardiographisch liege unverändert eine mittelschwer einge
schränk
te
systolische LV Pumpfunktion vor (EF 39
%
).
Die Beschwerde
führerin sei weiterhin zu
50
%
a
rbeitsunfähig
(
Urk.
8/
23
/
1
)
.
3.
2
Im Bericht von
Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin, vom 22. April 2014 wurden folgende Diagnosen mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit aufgeführt (Urk. 8/21
/
7):
Koronare 1-Gefässerkrankung
Status nach subakutem Vorderwand-STEMI (03/2013)
Status nach RIVA-
Rekanalisation
und
Stenting
(03/2013)
Status nach PTC-
Rekanalisation
des ersten
Septalastes
(03/2013)
mittelschwer eingeschränkte systol
ische LV-Funktion mit EF von 39
% bei
anteroapikaler
Akinesie
Dem Bericht können sodann folgende Diagnosen ohne Relevanz für die Arbeits
fähigkeit entnommen werden
(Urk. 8/21
/
7):
Dyslipidämie
(2013)
Zervixkarzinom
(2001)
Hysterektomie
Status nach Ovarektomie
bds
., Radio- und Chemotherapie 2013 we
gen peritonealer Metastasierung
Zur medizinisch begründeten Arbeitsunfähigkeit „von mindestens 20
%
für zu
letzt ausgeübte Tätigkeit“ befragt (Formular Frage 1.6) notierte
Dr.
C._
: „100
%
von 29.10.2013 bis 01.11.2013“ sowie “50
%
auf
W
eiteres
“.
Zur Frage, welche körperlichen, geistigen und psychischen Einschränkungen bei der Be
schwerdeführerin
bestünden
(Formular Frage 1.
7
)
führte
Dr.
C._
aus, es be
stünden rein körperliche Einschränkungen;
die Patientin brauche vermehrt
Ruhezeiten.
Der behandelnde Arzt
bejahte sodann die Frage
, ob
“die bisherige Tä
tigkeit aus medizinischer Sicht noch zumutbar
[sei]
“ und notierte zum zeitlichen Rahmen: “Zur Zeit nur in einem 50
%
-Pensum, vor dem Myokard
infark
t betrug die Anstellung 75-80
%
“
. Die Ausübung einer
behinderungs
angepassten
Tätig
keit sei nicht notwendig
(
Urk.
8/21
/
9).
4.
4.1
Unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin am 1
0.
März 2013 einen
Vorder
wandmyokardinfarkt
erlitt und eine darauf zurückzuführende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ausgewiesen wurde. Die behandelnden Ärzte stellten über
einstimmend fest, es liege eine 50%ige Arbeitsfähigkeit vor.
Strittig ist auf wel
ches Pensum sich diese Angaben beziehen.
4.2
Vorab ist festzuhalten, dass den Parteien (
Urk.
1
/
5,
Urk.
7) darin beizupflich
ten ist, dass vorliegend nicht die gemischte Methode zu
r
Anwendung gelangt, sondern die Invalidität sich einzig mittels eines Einkommensvergleichs bemisst (BGE 131 V 51). Die B
eschwerdeführerin hat den
Umfang ihrer Erwerbstätigkeit vor Eintritt des Gesundheitsschadens zu Gunsten von mehr Freizeit reduziert und sich die Hausarbeiten mit ihrem Ehemann aufgeteilt
(vgl.
Urk.
8/33)
, womit sie keine
n
Aufgabenbereich im Sinne von
Art.
28a
Abs.
2 IVG innehatte.
4.3
Die Beschwerdeführerin ist ausgebildete Physiotherapeutin und arbeitet seit
1.
Januar 2009 als Angestellte in einer physiotherapeutischen Praxis, wobei das Arbeitsverhältnis so ausgestaltet ist, dass sie die Patienten und Kunden selb
ständig betreut, auch in administrativer Hinsicht, nebstdem allgemeine
Reini
gungs
- und Wartungsarbeiten in den Räumlichkeiten ausüben und aktive Ak
quisition betreiben muss, wofür sie eine 50%ige Beteiligung am von ihr selbst erwirtschafteten Umsatz als Lohn erhält. Hierin eingeschlossen sind bereits ein Ferienanteil, Feiertage, 1
3.
Monatslohn und Gratifikation (Ziffer 1 und 4 des Arbeitsvertrages vom 1
2.
Januar 2009,
Urk.
8/26). Anfänglich wurde ein 90%-Pensum vereinbart (Ziffer 3 des Arbeitsvertrages)
.
Dieses wurde
nach Auskunft der Beschwerdeführerin per Januar 2012 auf 80
%
reduziert (
Urk.
8/25).
Die Arbeitgeberin gab im Bericht vom
6.
Februar 2014 (
Urk.
8/13) zur Auskunft, vor Eintritt des Gesundheitsschadens
(seit März 2008)
habe die Beschwerdeführerin 27 Stunden gearbeitet, seither
(seit Juli 2013)
seien es 14 Stunden die Woche, jeweils inklusive Ferienanteil, dies bei einer allgemeinen wöchentlichen Arbeits
zeit im Betrieb von 40 Arbeitsstunden zuzüglich
2 Stunden Administration (= 42
Stunden).
Gegenüber der Krankentaggeldversicherung gab die Arbeitgeberin eine regelmässige Arbeitszeit von 30 Stunden
pro
Woche an 4 Arbeitstagen an (
Urk.
8/5/45).
Den der Beschwerdegegnerin beigelegten Lohnblättern 2011 und 2012 (
Urk.
8/13) lässt sich entnehmen, dass
teilweise
hohe monatliche Schwan
kungen (Juli 2011:
Fr.
1‘669.--, Mai 2011:
Fr.
8‘906.--/August 2012:
Fr.
5‘495.--,
Mai 2012:
Fr.
8‘093.--) auftraten. Dies widerspiegelt sich auch in den Eintra
gungen des individuellen Kontos der Beschwerdeführerin (
Urk.
8/11; 2008:
Fr.
57‘079.--, 2
009:
Fr.
92‘622.--, 2010
Fr.
86‘822.--, 2011:
Fr.
75‘799.--
und 2012:
Fr.
72‘499.--
), wobei zu vermerken ist, dass sie ihr Arbeitspensum an
fangs 2012
reduziert hatte
. Die Lohnschwankungen lassen sich durch die Um
satzbe
teiligung erklären.
Es ist jedoch davon auszugehen, dass
die Anzahl der
lohn
wirksamen
Physiotherapiestunden
auch
durch die Nachfrage der Kunden
be
stimmt und nicht nur durch
den von der Beschwerdeführerin selbst gewollten bzw. gesteuerten A
rbeitseinsatz beeinflusst wurde.
Jedenfalls kann nicht von
einem fixen Pensum wie bei Arbeitsverhältnissen mit Zeitlohn ausgegangen
werden. So gab die Beschwerdeführerin denn ihren behandelnden Ärzten wie
der
holt an, „freiberuflich“ in einer Gemeinschaftspraxis tätig zu sein (
Urk.
8/5/21) und vor ihrem Infarkt ca. zwischen 65
%
und 75
%
(
Urk.
8/5/21) bzw. 75-80
%
(
Urk.
8/21/9) bzw. ca. 75
%
(
Urk.
8/21/36) gearbeitet zu haben
.
4.4
Entsprechend dem
Gesagten
kann
in Bezug auf die angestammte Tätigkeit der Beschwerdeführerin
nicht von einem
fixem Pensum gesprochen, insbesondere e
ntgegen
den
Ausführungen der Beschwerdeführerin ohne
Klärung der wider
sprüchlichen Angaben nicht von einem üblichen
80%-Pensum ausgegangen werden
.
Da das angestammte Pensum
bzw. der vom Umsatz abhängige Lohn
vor Eintritt des Gesundheitsschadens offensichtlich
schwankte,
ist
grundsätzlich
von durchschnittlichen
Verhältnissen
auszugehen
(vgl. Meyer/
Reichmuth
, R
echt
sprechung des Bundesgerichts zum IVG, Zürich 2014,
Art.
28a N 68)
.
Auch wenn d
en
behandelnden Ärzten bei Angabe der noch zumutbaren Arbeits
fä
higkeit durchaus bewusst
war
, dass die Beschwerdeführerin vor Eintritt des Gesundheitsschadens kein
zeitlich
fixes Pensum
ausübte, so
sind
ihre Angaben nicht
eindeutig
.
Wenn die Ärzte wiederholt von einer 50
%
Arbeits
unfähigkeit sprechen, kann die Bezugsgrösse
nicht
nur ein
vollzeitliches Pen
sum
sein;
nur
eine Prozentangabe in
Einheit mit dem Begriff „Pensum“
lässt
keine
andere
sprachliche
Auslegung
zu
, als dass sich die Prozentangaben auf eine
Vollzeit
beschäftigung
bezieht.
Die
Stellungnahme
von
Dr.
C._
vom 1.
September 2014
(
Urk.
8/30)
, worin er im Nachhinein seine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit korrigierte, indem er an
gab,
seine Angaben auf dem Krankenkontroll
blatt zu Hä
nden der ÖKK bezögen sich auf ein 80
%
-Pensum
,
ist
wenig beweiskräftig
(vgl. auch
BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E.
3b/cc)
. Dasselbe gilt für den
offensichtlich
nachträglich handkorrigierten Attest vom 2
4.
März 2015 (
Urk.
17/2).
Ferner ist er kein Fach
arzt für Kardiologie.
4.5
Zusammenfassend liegen daher keine
verlässliche
n
Angaben eines Facharztes über die der Beschwerdeführerin nach der
Rekonvalsezenz
vom
Myocardinfarkt
zumutbaren Anzahl Physiotherapiestunden pr
o Tag und Woche
(einschliesslich der damit zusammenhängenden Vor- und Nacharbeiten)
vor
und
ist es
mangels eines fixen,
zeitentlöhnten
Pensums
nicht möglich, eine annä
hernd genaue Einkommensgegenüberstellung oder gar einen Prozentvergleich zu machen.
Es rechtfertigt sich daher
,
die Sache unter Aufhebung der ange
fochtenen Ver
fü
gung vom 1
3.
Oktober 2014 an die Beschwerdegegnerin zu
rückzuweisen, damit sie einerseits die durchschnittliche Anzahl Therapiestunden vor E
intritt des Gesundheitsschadens
feststell
e
, andererseits eine fachärztliche Abklärung
da
rüber
veranlasse, in welchem zeitlichen Umfang (Therapiestunden einschliess
lich übrige
r
Arbeiten pro Tag und Tage pro Woche) die Beschwer
deführerin
seit März 2013 arbeitsfähig war bzw. ist.
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
5
.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens erübrigen sich Erwägungen zur
beschwer
deweise
vorgebrachten Rüge, wonach die Beschwerdegegnerin mehrfach das rechtliche Gehör verletzt habe (
Urk.
1 S. 6 f.
Ziff.
31-35)
.
Es ist jedoch darauf hinzuweisen, dass die als nicht dokumentiert monierte Stellungnahme der RAD-Ärztin vom
9.
Oktober 2014
sich
in
Urk.
8/34
findet
und der Rechtsvertreter am 3
1.
Oktober 2014
Urk.
1 bis 38 zugestellt erhielt.
6.
6
.1.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 700.-- fe
stzulegen und ausgangsgemäss von der Beschwerdegegnerin
zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).
6
.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
die
vertretene Beschwerdeführer
in
Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat. Diese wird ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3 des Gesetzes über das
Sozialversi
cherungsgericht
[
GSVGer
]) und ist vorliegend auf
Fr.
1‘800 (inkl. Barauslagen und
MWSt
) festzusetzen.