Decision ID: 07cb77a4-a7c1-4c04-a0f1-a3f600dc6705
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
,
geboren 1988,
bezog
ab 1993
aufgrund einer
Hörverminde
rung
beidseits nach chronischer Otitis
media
wiederholt Leistungen der Invali
denversicherung, zu Beginn in Form
von Sprachunterricht
und später im Rahmen einer beidseitigen Hörgeräteversorgung
(
Urk.
10/8 ff.)
.
In der Folge erhielt er Hilfe bei der Lehrstellensuche
(
Urk.
10/30 ff.)
und es wurden die Kosten für eine erstmalige berufliche Ausbildung als
Isolierspengler
und
für die
Berufsschule für Hörgeschädigte
übernommen (
Urk.
10/38 ff.)
.
Kurz nach Beginn der Lehre musste de
m Versicherten
wegen
multiple
r
Darmnek
rosen
ein Grossteil des Dünndarms reseziert werden
(Urk. 10/48
S. 11
-14
)
. Da
er
sich in der Folge
nicht mehr vollständig erhol
t
e, musste die begon
nene Lehre abgebrochen werden
(
Urk.
10/47)
.
Am 16. Juni 2007
meldete sich der Versicherte bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an
und beantragte berufliche Massnahmen
sowie
eine Rente
(Urk.
10
/
53
S.
6
Ziff. 7
.8
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
klärte die
beruflichen (
Urk.
10/57-59
Urk.
10/62 und Urk.
10/64), erwerblichen (Urk. 10/60) und
me
dizinischen (Urk.
10/
6
1, Urk.
10/63 und Urk. 10/
65-66
) Verhä
ltnisse des Versi
cherten ab und
liess
ihn
am 10. Juni 2008
durch das
A._
,
B._
in
ternistisch, psychiatrisch und orthopädisch begutachten
(Gutachten vom 7. Juli 2008,
Urk.
10/78)
.
In der Folge
gewährte
sie
ihm
mit Mitteilung vom 1
2.
Februar 2009
Kostengutsprache für ein ausbildungsvorbereitendes Arbeitstraining und für die erstmalige berufliche Ausbildung
zum
Detailhandelsassistenten EBA (
Urk.
10/91
S. 1
).
Da der Versicherte infolge körperlicher und insbesondere psy
chischer Probleme
während der Massnahme
vermehrt abwesend war (
Urk.
10/102 S. 3
Ziff.
7), wurde die b
erufliche Massnahme
A
nfang 2010 abgebrochen (Urk. 10/102 S. 10 am Anfang).
Vom
4. bis 29. Januar und vom
3. bis 19. Februar 2010 erfolgte
n
stati
o
näre
Aufenthalt
e
in der
C._
(
C._
;
Urk.
10/104
und
Urk.
10/129 S. 2
Ziff.
1.3
) und
vom 29. Mä
rz bis 28. Juni 2010 erfolgte in der beruflichen Abklärungsstelle
D._
eine berufliche Abklärung (Urk. 10/110 ff.)
, wobei sich der Versicherte vom 30. März bis 22. April 2
0
10 wiederum teilweise in der
C._
aufhielt (Urk. 10/129 S. 2
Ziff.
1.3
)
.
Mit Mitteilung vom 7. Juli 2010 (
Urk.
10/124) wurden die beruf
lichen Massnahmen abgeschlos
sen
und der separate Entscheid über den Anspruch auf eine Invalidenrente in Aussicht gestellt
.
Am 17. Mai 2011 liess die IV-Stelle den Versicherten erneut durch das
A._
internis
tisch, psyc
hiatrisch und
otorhinolaryngolog
isch
begutachten (Gutachten vom 27. Juni 2011,
Urk.
10/152, nachfolgend „
A._
-Gutachten“
genannt)
. Nach erfolgtem
Vo
rbescheidverfahren
(Urk. 10/155
ff.)
verneinte
die I
V-Stelle
mit
Verfügung vom
15. März 2012
(Urk. 2) einen Lei
st
ungsanspruch, da keine Inva
lidität vorliege.
2.
Gegen die Verfügung vom
15
.
März
201
2
(Urk. 2
) liess der Versicherte, vertre
ten durch
die
Stadt Zürich, Soziale Dienste, Rechtsdienst
(Urk. 4
und 6-8
), am 30
.
April 2012
Beschwerde erheben und beantrage
n, es sei
en
ihm Lei
st
ungen der Invalidenversicherung
zuzusprechen. In verfahrensrechtli
cher Hin
sicht liess er
die Ge
währung der unentgeltlichen Prozessführung b
eantragen (Urk. 1 S. 2 Ziff. 1-4
).
Mit Eingabe vom
25
.
Mai 2012
(Urk. 9
) schloss die IV-Stelle auf
Beschwer
de
abweisung
und mit Verfügung vom
1
.
Juni 2012
(
Urk.
11)
wurde
n
dem Be
schwer
de
führer die unentgeltliche Prozessführung gewährt und ein zweiter
Schriften
wechsel
angeordnet. Mit Replik vom 2
9
.
Juni 2012
(Urk. 12
) hielt der Beschwerdeführer an den in der Beschwerde gestellten Anträgen fest und am
2
7.
August
201
2
(Urk. 14) verzichtete die Beschwerdegegnerin auf die Ein
rei
chung einer Duplik.
Auf die einzelnen Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird soweit nötig in den nachfolgenden Erwägungen Bezug genommen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.
1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs.
1 des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4
Abs.
1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3
Alkoholismus (wie auch Drogensucht und Medikamentenabhängigkeit) begrün
det für sich allein keine Invalidität im Sinne des Gesetzes. Vielmehr wird er
in
validenversicherungsrechtlich
erst relevant, wenn er eine Krankheit oder einen Unfall bewirkt hat, in deren Folge ein körperlicher, geistiger oder psychischer, die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigender Gesundheitsschaden eingetreten ist, oder wenn er selber Folge eines körperlichen, geistigen oder psychischen
Ge
sundheitsschadens
ist, dem Krankheitswert zukommt (Urteil des Bundesgerichts 8C_694/2008 vom 5. März 2009 E. 2).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen fest
-
zustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These ab
stellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit
diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt
was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist
, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E
. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-
Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten, 3. Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Die IV-Stelle wies das Leistungsbegehren des Versicherten mit der Begründung ab,
er
sei
entsprechend der Beurteilung
durch das
A._
in einer
leidensange
passten
Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig
. Ungeeignet seien Tätigkeiten, die ein uneingeschränktes Hörvermögen voraussetz
t
en sowie verletzungsgefährdete Beschäftigungen und solche mit
Störlärm
. Limitierend seien invaliditätsfremde Gründe, wie ein hoher Substanzgebrauch diverser Suchtmittel sowie fehlende Motivation. Da ein sekundäres Suchtgeschehen vorliege, sei ein dauerhafter Substanzentzug zumutbar
(Urk. 2 S.
1
am Ende
).
2.2
Demgegenüber macht der Beschwerdeführer
im Wesentlichen
geltend,
es könne nicht auf das A
._
-Gutachten abgestellt werden, sondern
es sei
aufgrund
der Arztberichte der
C._
vom 26. August 2010 (
Urk.
10/129)
und 11. April 2012 (Urk. 3/3), der Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie des
E._
vom 8.
(
Urk.
10/167)
und 13. September 2011
(
Urk.
10/172) sowie von
F._
, Fachärztin für Innere Medizin, vom 23. September 2011
(Urk. 10/173)
davon auszugehen, dass
eine eingeschränkte Arbeitsfähig
keit vorliege und diese nur in einem geschützten Rahmen verwertbar sei
(Urk. 1
S. 3-
6
Ziff
.
1-1
1
und
Urk.
12
).
F
alls die Beschwerde nicht ohne
W
eiteres
gutge
heissen werden könne, sei der Fall nicht ohne ergänzende Erklärung zu erledi
gen (
Urk.
1 S. 6
Ziff.
11
).
Ausserdem sei bei der Berechnung des
Validenein
kommens
zu berücksichtigen, dass die Lehrabbrüche in den Jahren 2005 und 2009 medizinisch begründet gew
esen seien (
Urk.
1 S. 6-7 Ziff.
12).
2.3
Obwohl das Dispositiv der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) ohne nähere Spezifi
zierung auf Abweisung des Leistungsbegehrens lautet, ergibt sich aus dem Verfügungstext, in dem ausdrücklich ausgeführt wurde, es sei der An
spruch auf eine Invalidenrente geprüft worden, dass einzig der Anspruch auf eine Invalidenrente verneint wurde.
Das Gleiche gilt für die Beschwerdeschrift (
Urk.
1). Trotz des Antrags auf Zuspre
chung von Leistungen der Invalidenversicherung lässt sich den übrigen Ausführungen entnehmen, dass ausser dem Rentenanspruch zurzeit keine wei
teren invalidenversicherungsrechtlichen Leistungen zur Diskussion stehen.
Zu prüfen ist daher, ob dem Beschwerdeführer eine Rente der Invalidenversiche
rung zusteht.
3.
3.1
Die
C._
, wo der Versicherte vom 4. bis 29. Januar, vom 3. bis 19. Februar und vom 30. März bis 2
2.
April 2010 hospitalisiert war, stellte im Bericht vom 26. August 2010
folgende Diagnosen
(
Urk.
10/129 S. 2
Ziff.
1.1)
:
A.
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
1.
rezidivierende depressive Störung, bei Eintritt leichte Episode,
gegenwär
tig
remittiert (ICD-10: F33.4), bestehend seit ca. 2005
2.
Störungen durch Alkohol, schädlicher Gebrauch (ICD-10: F10.1), beste
hend seit ca. 2008
3.
u
nklare Thromboseneigung mit Status nach hämorrhagischem
Dünndar
minfarkt
bei Thrombos
e der oberen
Mesenterialvene
2005
4.
Gehörstörung links mehr als
recht
s nach Otitis
media
Operation
1992
;
B.
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
1.
l
atenter Eisenmangel
2.
Spitzfüsse beidseits
3.
Stat
us nach Dünndarminvagination
2009
4.
Status n
ach
erosiver
Antrumgastritis
2009
5.
bekannte
E
rythrozytose
unklarer Genese
2005.
Die bisherige Tätigkeit
im Detailhandel
sei aus
medizinischer Sicht noch zu 100
% zumutbar, wobei durch die Störung von Konzentration und Aufmerk
samkeit sowie die mangelhafte Fähigkeit zur Tagesstrukturierung eine kontinu
ierliche Arbeitstätigkeit schwer ausgeführt werden könne
(
Urk.
10/129 S. 5
Ziff.
1.7)
.
Unter entsprechender psychotherapeutischer und psychopharmakologischer Be
handlung, Familientherapie und eine
r
umfangreiche
n
somatische
n
Abklärung
könne eine Steiger
ung der Arbeitsmotivation und –
k
ontinuität
erreicht werden, womit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit an einem geschützten Arbeitsplatz er
zielt
werden könne. Zur Klärung
und Beurteilung der konkret auftretenden motivati
onalen und prozessbezogenen Schwierigkeiten sei eine geschützte Lehre unter professionellem, engmaschigem Job-Coaching sinnvoll (
Urk.
10/129 S. 5
Ziff.
1.7-9).
3.2
Während der vom 29. März bis 28. Juni 2010 im
D._
erfolgten Abklärung zeigte sich,
dass die persönlichen Bedürfnisse des Versicherten vollständig im Freizeitbereich lagen und er wenig Interess
e an beruflichen Tätigkeiten hatt
e
(Urk. 10/121 S.
3
am Anfang)
.
D
ie mangelnde Präsenz und häufige Stimmungs- und Motivationsschwankungen
hätten
jegliche Aussicht auf Erfolg der be
rufli
chen Massnahme verhindert
. Der Versicherte solle deshalb zunächst, z.B. über ein Beschäftigungsprogramm der Sozialen Dienste, begleitet durch eine regelmässig stattfindende Psycho- und Suchttherapie, Präsenz und Stabilität erreichen. Wenn er nicht ernsthaft und intensiv am eigenen Verhalten arbeite, sei ein weiterer Misserfolg vorprogrammiert (Urk. 10/121 S. 8 am Anfang)
.
3.3
Das
A._
stellte im
Gutachten vom 27. Juni 2011 folgende Diagnosen
(Urk.
10/152
S. 22
Ziff.
5
)
:
A.
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
1.
bekannte absolute
Erythrozytose
unklarer Genese (EC-Plasma-Volu
men-Untersuchung 2006)
-
Knochenmarkpunktion
ohne Hinweis für
myeloproliferative
Neo
-
pla
sie
(Oktober 2005)
-
keine Hinweise für
Thalassaemie
-
leichte, grössenkonstante
Splenomegalie
seit 2005
-
Lebersteatose
-
Status nach Dünndarmresektion wegen Nekrose im Rahmen
splanch
nischer
Throm
bosen unklarer Ätiologie
2005 bei Status nach multiplen Thrombosen der
Vena
iliaca
externa
und
Vena
femoralis
communis
rechts
-
erneute Lungenembolie im Februar 2011 nach Absetzen des
Marco
umars
(
Hämatologie
E._
)
-
Dauerantikoagulation mit
Marcoumar
(ICD-10: Z92.1)
2.
pantonale kombinierte Schwerhörigkeit links
(ICD-10:
H90.8
)
-
bei Zustand nach radikaler
Mastoido-Epitympanektomie
links am 3. April 1992
-
bei chronischer Otitis
media
links mit
Cholesteatom
(ICD-10: H71)
-
Mittelohrrevision links bei
Rezidivcholesteatom
1997
3.
Mittel- bis Hochtonschwerhörigkeit rechts (ICD-10: H90.5);
B.
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
1.
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10: F33.4)
2.
schädlicher
Gebrauch von Alkohol, Cannabis und Kokain (ICD-10: F10.1/12.1/14.1)
3.
Morbus
Crohn
(ICD-10: K50.1)
-
erstmals diagnostiziert im März 2011 in der Gastroenterologie des
E._
-
seither Behandlung mit
Remicade
und Prednison
4
.
Zustand nach Adenotomie und Parazentese rechts am 18. Februar 1992.
Aus somatischer Sicht bestehe beim Versicherten eine gut dokumentierte Situa
tion bezüglich bekannter, absoluter
Erythrozytose
und der Neigung zur Bildung von Thrombosen. Der Versicherte benötige unbedingt eine lebenslängliche
Dau
erantikoagulation
. Durch das Grundleiden
an sich
sei die Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt. Eine gewisse Einschränkung bestehe jedoch durch die Einnahme der
Dauera
ntikoagulation
; aufgrund der hohen Blutungsneigung könne der Versicherte keine gefährdenden Tätigkeiten ausführen, bei welchen Verlet
zungsgefahr bestehe. Der Morbus
Crohn
manifestiere sich vor allem durch anale Blutungen, welche durch die orale Antikoagulation mitbedingt seien. Unter der Behandlung mit
Remicade
und Prednison habe sich auf der Symptomebene of
fenbar eine Remission eingestellt und der Versicherte weise kein erheblich pa
thologisches Stuhlverhalten
mehr
auf. Die Arbeitsfähigkeit sei beim behandelten Grundleiden somit nicht eingeschränkt (
Urk.
10/152 S. 23
Ziff.
6.2).
Aus
otorhinolaringologischer
Sicht könn
t
e
n
beim Versicherten die bekannte pantonale, kombinierte Schwerhörigkeit links
bei Status nach verschiedenen Voroperationen und die Mittel- bis Hochtonschwerhörigkeit rechts bestätigt werden. Betreffend Arbeitsfähigkeit resultierten keine quantitativen Einschrän
kungen, qualitativ seien jedoch Arbeiten mit gezieltem Richtungshören und Tä
tigkeiten mit gehörsgefährdendem
Lärm oder
Störlärm
ungeeignet. Die
Gleich
gewichtsfunk
t
ionen
seien hingegen unauffällig
(Urk. 10/152 S. 23-24
Ziff.
6.2)
.
Aus psychiatrischer Sicht könne auf der affektiven Ebene eine gegenwärtig remit
tierte, rezidivierende depressive Störung festgestellt werden. Daneben sei der Versicherte vor allem im Langzeitverlauf durch den schädlichen
Gebrauch von Alkohol, Cannabis und Kokain limitiert.
Er konsumiere seit Jahren erhebli
che Mengen dieser drei Stoffe, was die in den Berufsberatungen jeweils doku
mentierte Unzuverlässigkeit und extrem schwankende Leistungsfähigkeit er
kläre. Eine
eigentliche Abhängigkeitserkrankung im Sinne einer sekundären Sucht bestehe jedoch nicht, wie auch Hinweise auf irreversible geistige oder psychische Schäden nach Alkohol- und Dro
genkonsum.
Die fehlende Motiva
tion, sich beruflich zu integrieren, sei auch nicht durch eine psychische Störung zu erklären.
Aus psychiatrischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit somit nicht ein
geschränkt
.
Zusammenfassend resultiere aus polydisziplinärer
Sicht für bezüglich Gehör und Verletzungspotential adaptierte Tätigkeiten eine 100%ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit. Limitierend sei in den letzten Ja
hren vor allem der hohe K
onsum verschiedener Substanzen gewesen, welche
r
vor allem die Zuverlässig
keit des Versicherten erheblich
beeinträchtige. Es bestehe kein sekundäres Suchtleiden und dem Versicherten sei der Substanzentzug dauerhaft zumutbar (
Urk.
10/152 S. 24
Ziff.
6.2).
Aufg
rund der anamnestischen Angaben, der Untersuchungsbefunde, der vorlie
genden Dokumente und der früher attestierten Arbeitsunfähigkeiten
sei von ei
ner insbesondere seit dem letzten Gutachten des
A._
vom Jahr 2008 (Urk. 10/78) im Wesentlichen unveränderten Arbeitsfähigkeit auszugehen
. Die wiederholten, auch psychiatrischen
Hospitalisationen
seien auf den
Substanz
konsum
zurückzuführen (
Urk.
10/152 S. 24
Ziff.
6.3).
3.
4
G._
, Facharzt für Gastroenterologie und Innere Medizin, von der
Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie des
E._
,
stellte im Bericht vom 13. September 2011 folgende Diagnosen
(
Urk.
10/172 S. 1)
:
A.
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
1.
schwerer Morbus
Crohn
(erstmals diagnostiziert im
März 2011)
-
Status nach zweimaliger Dünndarmresektion nach intestinalem hä
morrhagischem Infarkt 2005
-
Therapie mit
Remicade
und Prednison seit dem 23. März 2011
-
wiederholte
Gastrointestinalblutungen
2011 unter
Marcoumar
und Aspirin
2
.
thromboembolische
Erkrankung
-
rezidivierende venöse und arterielle Thrombose unklarer Ursache
-
Status nach Thrombose von
Vena
iliaca
ext. und
Vena
femoralis
communis
rechts mit Lungenembolien am 26. Februar 2011
-
Status nach ausgedehnten venösen und arteriellen Thrombosen (
Vena
mesenterica
superior
,
Vena
portae
und
Vena
lienalis
, Ver
schluss Aorta
iliaca
externa
links und Aorta
femoralis
links) 2005
-
Status nach Lungenembolie 2009
-
Thrombophilie
-Abklärung wiederholt unauffällig
-
Dauertherapie mit ASS und
Marcoumar
3.
p
rimäre
Polyglobulie
-
JAK 2-V617F Mutation negativ,
E
rythropoietin
normal (2006 und
2010)
-
Hepatosplenomegalie
4
.
r
eaktive Depression mit Status nach zweimaligem Suizidversuch mit
Marcoumar
und ASS, 2008
;
B.
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
1.
V
erdacht auf
Folliculitis
scleroticans
nuchae
(
Acne
keloidalis
nuchae
)
-
differenzialdiagnostisch
Folliculitis
et
Perifolliculitis
capitis
abscen
des
et
suffodiens
Hoffmann
2.
Gehörstörung links
mehr als
rechts bei Status nach rezidivierender Otitis
media
.
Beim Versicherten bestünden mehrere schwerwiegende Probleme, unter ande
rem ein schwerer Morbus
Crohn
mit rezidivierenden
anämisiserenden
Blutun
gen, unter Blutverdünnung bei einer primären
Polyglobulie
mit Status nach zweimal ausgedehnten Thrombosen venös und arteriell
sowie
mehrfachen aus
gedehnten Darmresektionen, sodass nun ein Kurzdarmsyndrom vorliege. Zudem bestehe eine reaktive Depression mit Status nach zweimaligem
Suizidversuch und
es
seien
Hospi
talisationen
in der
C._
erfolgt.
Mit einer Maximaltherapie, nämlich einem anti-TNF-Medikament namens
Remi
cade
,
habe
eine einigermassen stabile
Situation
des Morbus
Crohn
herge
stellt werden
können
. Allerdings brauche es wahrscheinlich nur minimale Läsi
onen, damit es unter doppelter Blutverdünnung bei Status nach
thromboembo
lischen
Ereignissen wieder zu
Gastrointestinalblutungen
komme
(
Urk.
10/167
S. 1)
.
Der Versicherte sei stark verunsichert
und fühle sich nicht in der Lage, eine regu
läre 100%ige Anstellung anzutreten
, obwohl sowohl er als auch seine Fa
milie froh wären, wenn er eine Tagesstruktur hätte
. Dem Versicherten soll
t
e ge
holfen werden
, eine geeignete Anstellung zu finden, wobei eine solche nur in einem geschützten Rahmen
und lediglich in einem 50%igen Pensum
möglich sei.
Obwohl
er
überall von Fachleuten psychiatrisch,
gestroenterologisch
, inter
nistisch und dermatologisch betreut werde, sei die Situation als instabil einzu
stufen. Erneute Probleme und damit verbundene unvorhersehbare
Hospitalisati
onen
könnten zu mehrtägigen Arbeitsausfällen führen (
Urk.
10/167 S. 2
i.V.m
.
Urk.
10/172 S. 1 am Ende).
3.5
F._
, bei welcher
sich der Versicherte seit dem 5. Juli 2011 in Behandlung befindet, empfahl im Arztzeugnis vom 23. September 2011
(
Urk.
10/173)
eine feste Beschäftigung, hielt jedoch gleichzeitig fest, dass eine
solche in einem 100%igen Pensum
nicht zumutbar sei,
weil
er
unter unberechenbaren Blutstüh
len bei Morbus
Crohn
leide
, blutverdünnende, häufig kontrollbedürftige Medi
kamente einnehme und deshalb
häufig ins Spital oder
in die Arztpraxis gehen müsse.
Deshalb sei eine leichte, flexible Beschäftigung,
wie zum Beispiel Heimarbeit, mit einem Pensum von 40
bis
50
%
zumutbar, wünschenswert und durchzu
halten.
3.6
Im Bericht vom 11. April 2012
an die Rechtsvertreterin des Versicherten
hielt die
C._
fest,
es
bestünden ein Alkoholabhängigkeitssyndrom (ICD-10: F10.25), eine Opiatabhängigkeit (ICD-10: F11.25) und eine Störung durch
Cannabinoide
mit schädlichem Gebrauch (ICD-10: F12.1). Gemäss den Unterlagen habe der Versicherte wenigstens gelegentlich auch Ecstasy und Kokain konsumiert, wobei nicht beurteilt werden könne, in wie weit bezüglich dieser beiden Substanzen ebenfalls eine Störung vorliege. Zusammenfassend sei die Diagnose einer
Poly
toxikomanie
(ICD-10: F19) zu stellen
(Urk. 3/3 S. 1 Ziff. 1)
.
In wie weit die Sucht Folge einer psychischen Störung sei, könne nicht beurteilt werden. Ein dauerhafter Substanzentzug sei prinzipiell zumutbar, wobei die Frage offen bleiben müsse, ob dies realistisch sei
(
Urk.
3/3 S. 1-2
Ziff.
2-3
)
.
Ob nach einem Entzug aus rein psychiatrischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit vor
liege, hänge davon ab, in wie weit die depressive Störung nach der Behandlung der Suchterkrankung imponiere und eine Intelligenzminderung vorliege. Vo
rausgesetzt den Fall, dass eine Intelligenzminderung gemäss ICD-10 (IQ unter 70) vorliege
,
und unter Annahme einer chronischen
depressiven
Störung be
stehe eine Arbeitsfähigkeit von d
eutlich unter 50
%
(
Urk.
3/3 S. 2
Ziff.
4).
4.
4.1
Das
A._
-Gutachten (
Urk.
10/152)
beruht auf den erforderlichen fachärztlichen Untersuchungen internistischer,
otorhinolaryngologischer
und psychiatrischer Art, die in
einer
internen Konsensbesprechung ausgewertet wurden (
Urk.
10/152 S. 23
ff
.
Ziff.
6
). Damit darf ohne
Weiteres
davon ausgegangen werden, dass das Gutachten für die geltend gemachten Beeinträchtigungen auf allseitigen Un
tersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und für die streitigen Belange umfassend ist. Die medizinischen Zusammenhänge und die medizinische Situation werden eingehend erörtert und die Schlussfolgerungen sind begründet.
4.2
Gegen die internistische Begutachtung des
A._
wendet der Versicherte im
Wesent
lichen ein, er sei gemäss den Beurteilungen von
G._
und
F._
infolge des vorhandenen Morbus
Crohn
höchstens
i
n einem geschützten Rah
men
zu
50
%
a
rbeitsfähig.
In diesem Zusammenhang ist festzuhalten,
dass der
Gastroenterologe
G._
den Morbus
Crohn
als unter
Remicade
einigermassen stabilisiert beurteilte und die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vor allem auf die Verunsicherung des Beschwerdeführers, mithin auf dessen subjektive Einschätzung zurückführte, ohne objektiv zu begründen, dass und weshalb aus medizinischer Sicht nur eine 50%ige Tätigkeit und nur eine solche im geschützten Rahmen zumutbar sein sollte.
Das Gleiche gilt für die Ausführungen von
F._
. Auch sie vermochte nicht
genügend zu begr
ünden, warum aufgrund der
erforderlichen medikamentösen Behandlung und der
Arztbesuche
lediglich eine 5
0
%
ige
Arbeitsfähigkeit vorlie
gen soll
.
Es
ist
vielmehr
entsprechend dem
A._
-Gutachten und im Einklang mit den vor
handenen Verlaufsberichten
festzuhalten, dass
nach einer ersten Phase, in wel
cher es infolge des Morbus
Crohn
zu re
z
idivierenden und
anämisierenden
Blu
tungen kam, dank der erfolgreichen Behandlung mit
Remicade
eine stabile Si
tuation erreicht werden konnte.
Zudem ist zu beachten, dass allfällige rezidi
vierende Stuhlabgänge nicht zwingend einen geschützten Rahmen, sondern le
diglich einen ungehinderten Zugang zur
Toilette erfordern (vgl.
Urk.
2
S. 2
Abs.
2).
Die Notwendigkeit einer
intensiven ärztlichen Betreuung vermag
somit
keine 50%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu rechtfertigen.
Dass
der bei der Erstellung des
A._
-Gutachtens für die internistische und
allge
meinmedizinische
Fallführung verantwortliche (
Urk.
10/152 S. 26)
H._
, Facharzt für Innere Medizin
,
im Gegensatz zum behandelnden
Gastro
enterologen
über keinen Facharzttitel für
Gastroenterologie
verfügt, vermag entgegen der Beurteilung des Versicherten (
Urk.
1 S. 6
Ziff.
10) die Beurteilung des
A._
auch
nicht in Zweifel zu ziehen.
Denn
auch
ein Facharzt für Innere Medizin ist durchaus in der Lage zu beurteilen,
ob und
inwiefern sich
die
diag
nostizierte Krankheit auf die Arbeitsfähigkeit des Versicherten auswirkt.
4.3
Auch gegen die psychiatrische Begutachtung des A
._
wendet der Ve
rsicherte ein, er sei gemäss den
Beurteilungen der
C._
höchstens in einem geschützten Rahmen arbeitsfähig (
Urk.
1 S. 4
Ziff.
3 und S. 6
Ziff.
11).
Diesbezüglich
ist zunächst
zu beachten
, dass die
C._
bereits in ihrem Bericht vom 26. August 2010
(
Urk.
10/129)
eine remittierte depressive Störung diag
nostiziert und
wiederholt
darauf hingewiesen hatte, dass mittels Ps
y
chotherapie, Psychopharmakotherapie
und Familientherapie eine 100%i
g
e
Arbeitsfähigkeit des Versicherten in der bisherigen Tätigkeit erreicht werden könne (
Urk.
10/129 S.
1 am Ende;
Urk.
10/129
S.
5
Ziff.
1.7
Abs.
2 und Ziff.
1.8-9).
Insofern er
scheint die im selben Bericht enthaltene Angabe, wonach lediglich bei einer geschützten Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit
erzielbar sei
(
Urk.
10/129
S. 5
Ziff.
1.7 am Ende)
, als
widersprüchlich und unverständlich. Es ist
vielmehr
davon auszugehen, dass mit dem Wort „geschützt
e
“
entsprechend
der erfolgten Fragestellung
eigentlich
eine „behinderungsangepasste
“ Tätigkeit
gemeint ge
wesen ist.
Zum im Beschwerdeverfahren ins Recht gelegte
n
Arztbericht der
C._
vom 11. April 2012
(
Urk.
3/3)
ist zunächst festzuhalten, dass dieser
die Anforderun
gen der Rechtsprechung an die Beweiskraft eines Arztberichtes
(BGE
125 V 351
E. 3a)
nicht erfüllt, da
sich
I._
, Facharzt für Psy
chiatrie und Psychotherapie,
nicht
auf
allseitige, eige
ne
Untersuchungen
des Versicherten, sondern
lediglich
auf bereits vorhandene Unterlagen
stützt
(
Urk.
3/3 S. 2 am Ende).
I._
stellt Fragen auf, ohne diese jedoch zu beantworten und die von ihm
postulierte, auf
50
%
eingeschränkte Arbeitsfä
higkeit
beruht
auf
d
en
lediglich
hypothetisch gestellten Diagnosen einer
Intelli
genzminderung
und einer aktiven chronischen d
epressiven Störung (Urk. 3/3
S. 2
Ziff.
4), für deren Vorliegen weder im A
._
-Gutachten noch in den sonstigen Arztberichten
konkrete
Anhaltspunkte vorhanden sind.
Auch im Zusammenhang mit der gestellten Diagnose einer
Polytoxikomanie
(ICD-10: F19)
wies
I._
ausdrücklich darauf hin, dass nicht beurteilt werden könne, ob die Sucht Folge
einer
psychischen Störung sei (
Urk.
3/3 S. 1
Ziff.
2 am Anfang).
Diesbezüglich ist
jedoch
gemäss de
r psychiatrischen Beur
teilung im
A
._
-Gutachten davon auszugehen, dass
zwar ein schädlicher Ge
brauch von Alkohol, C
annabis und Kokain vorliegt
,
dass indes keine
Hinweise auf eine
damit zusammenhängende Erkrankung
bestehen
(
Urk.
10/152 S. 18
Ziff.
4.1.4 am Ende).
D
as
für die Annahme eine
r invalidisierenden Wirkung der Alkohol- und Drogensucht erforderliche Kriterium
des
Kausalzusammenhangs
mit
einer Erkrankung
(vgl. obige E.
1
.3
)
ist
somit nicht erfüllt.
4.4
Das Gutachten des A
._
erweist sich somit als überzeugend und wird durch die Berichte der behandelnden Ärzte
und Institutionen
nicht in Frage gestellt. Es genügt damit in jeder Hinsicht den für ein derartiges Beweismittel geltenden Anforderungen. Nicht nur auf das Gutachtensergebnis als solches, sondern ins
besondere auch auf die Zumutbarkeitsbeurteilung der A
._
-Gutachter kann da
her abgestellt werden.
Im Ergebnis ist somit festzuhalten,
dass
dem
Versicherten entsprechend der vo
m A
._
vorgenommenen Beurteilung
eine Tätigkeit, in der auf seine Schwerhörigkeit Rücksicht genommen wird, die keine Verletzungsgefahr in sich birgt und bei der er freien Zugang zur Toilette hat, uneingeschränkt möglich und zumutbar ist. Weitere medizinische Abklärungen sind nicht erforderlich.
5.
5.1
Die IV-Stelle hat es unterlassen, einen Einkommensvergleich durchzuführen, weil sie sich auf den Standpunkt stellte, es liege keine dauerhafte Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit vor (Urk. 2). Indes ist zu beachten, dass der Be
schwerdeführer mit der Schwerhörigkeit und der
thromboembolischen
Erkran
kung, die eine Dauerkoagulation erfordert und im Rahmen des Morbus
Crohn
zu starken Blutungen führen kann, doch gesundheitliche Beeinträchtigungen aufweist, die einen Einfluss auf die Verwertung der Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt haben können. Sodann ist dem Beschwerdeführer zu
zustimmen, dass er die Ausbildung zum
Isolierspengler
aus gesundheitlichen Gründen abbrechen musste.
5.2
Konnte eine versicherte Person wegen der Invalidität keine zureichenden berufli
chen Kenntnisse erwerben, so entspricht das Erwerbseinkommen, das sie als Nichtinvalide erzielen könnte, gemäss Art. 26 Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) den nach Alter abgestuften Prozentsätzen des jährlich aktualisierten Medianwertes gemäss der Lohnstrukturerhebung des Bundesamts für Statistik.
Konnte die versicherte Person wegen der Invalidität eine begonnene berufliche Ausbildung nicht abschliessen, so entspricht das Erwerbseinkommen, das sie als Nichtinvalide erzielen könnte, dem durchschnittlichen Einkommen einer Er
werbstätigen im Beruf, für den die Ausbildung begonnen wurde (Art. 26 Abs. 2 IVV).
5.3
Es kann offen bleiben, ob diese Bestimmung zur Anwendung gelangt und beja
hendenfalls, ob das
Valideneinkommen
nach Abs. 1 oder nach Abs. 2 zu be
messen ist. Denn selbst im für den Beschwerdeführer günstigsten Fall resultiert kein Invaliditätsgrad von mindestens 40 %, der Anspruch auf eine Invaliden
rente geben könnte (Art. 28 Abs. 2 IVG).
Der Tabellenlohn nach Art. 26 Abs. 1 IVV belief sich im Jahr 2012 auf Fr. 77‘000.-- (IV-Rundschreiben Nr. 317 des Bundesamtes für Sozialversiche
rungen vom 17. Oktober 2012). Da der Beschwerdeführer in diesem Jahr 24 Jahre alt war, ist das
Valideneinkommen
auf 80 % des Betrags, mithin auf Fr. 61‘600.-- festzusetzen, was einem monatlichen Betrag von Fr. 5‘133.-- ent
spricht. Dieses Einkommen liegt über dem für 24jährige
Isolierspengler
mit ab
geschlossener Lehrabschlussprüfung gemäss Anhang 10 zum Gesamtarbeitsver
trag im Schweizerischen Isoliergewerbe im Jahr 2012 vorgesehenen Mindest
lohn von Fr. 59‘150.--, so dass zu Gunsten des Beschwerdeführers auf den
Ta
bellenlohn
abgestellt werden kann.
Verglichen mit dem Bruttolohn für Männer gemäss der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2010 (Tabelle TA1 S. 26, Kategorie 4, einfache und repetitive Arbeiten; umgerechnet auf die im Jahr 2012 betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden und angepasst an die Nominallohnindexerhöhung bei Männern von 101,7 Punkten gegenüber 100 Punkten im Jahr 2010) von Fr. 5‘196.-- im Monat oder Fr. 62‘352.-- im Jahr, ergibt sich selbst beim maximal zulässigen (BGE 126 V 75), hier aber nicht gerechtfertigten Abzug von 25 % ein Invaliditätsgrad von nur 24 %. Dami
t hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine Invalidenrente. Die angefochtene Verfügung erweist sich im Ergebnis als richtig, und die Be
schwerde ist abzuweisen
.
6
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Ver
fahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 1'000.-- festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) u
nd in diesem Verfahren auf Fr.
7
00.-- an
zusetzen. Ent
sprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegen
den Beschwer
deführer aufzuerlegen.
Zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (
Urk.
11) werden diese einstweilen auf die Gerichtskasse ge
nommen.
Der Beschwerdeführer ist auf
§
16
Abs.
4
GSVGer
hinzuweisen, wonach er zur Nachzahlung der Gerichtskosten und der Auslagen für die Vertretung ver
pflichtet werden kann, sofern er dazu in der Lage ist.