Decision ID: 84615d95-328c-474b-bd84-c11960e5a67a
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Y._, geboren 1989, war vom 1. November 2010 bis 30. September 2013 als Monteur Gas und Wasser bei der B._ AG angestellt (Urk. 7/11) und im Rahmen dieses Arbeitsverhältnisses bei der Pensionskasse X._ berufsvorsorgeversichert. Am 4. Juni 2013 meldete er sich unter Hin
weis auf eine seit Mai 2011 bestehende psychische Erkrankung bei der Invaliden
versicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/2), worauf ihm die Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, eine ganze Rente (Invaliditätsgrad 92 %) ab 1. März 2014 zusprach (Verfügungen vom 11. Juni und 18. Juli 2014, Urk. 7/33 und Urk. 7/35; vgl. auch Verfügungsteil 2, Urk. 7/29). Die dagegen ge
richteten Beschwerden der Pensionskasse X._ (Eingaben vom 10. und 25. Juli 2014, Urk. 7/34/3-17 und Urk. 7/36/3-18, Prozess-Nr. IV.2014.00749 und IV.2014.00768) hiess das hiesige Gericht nach erfolgter Verfahrensvereinigung und Beiladung von Y._ (Urk. 7/40) mit Urteil vom 12. Dezember 2014 (Urk. 7/41/1-11) in dem Sinne gut, als es den angefochtenen Rentenentscheid wegen ungenügender Abklärung der medizinischen Verhältnisse und schwerwie
gender Verletzung des Anspruches auf rechtliches Gehör aufhob und die Sache an die IV-Stelle zurückwies.
1.2
In Umsetzung dieses Urteils gab die IV-Stelle bei Dr. C._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, ein Gutachten in Auftrag, welches am 29. Okto
ber 2015 (Urk. 7/65) erstattet und am 24. März 2016 (Urk. 7/83) im Zuge des Vorbescheidverfahrens (Vorbescheid vom 15. Januar 2016, Urk. 7/72; Einwand der Pensionskasse X._ vom 29. Februar 2016, Urk. 7/79) ergänzt wurde. Mit Verfügung vom 8. April 2016 (Urk. 2/1) sprach die IV-Stelle Y._ wie
derum eine ganze Invalidenrente (Invaliditätsgrad 100 %) ab 1. März 2014 zu.
2.
Hiergegen erhob die Pensionskasse X._ am 11. Mai 2016 Beschwerde (Urk. 1) und beantragte, die angefochtene Verfügung vom 8. April 2016 sei auf
zuheben und es sei festzustellen, dass der Versicherte keinen Anspruch auf eine Invalidenrente habe. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die IV-Stelle zurückzuweisen. Diese schloss mit Beschwerdeantwort vom 20. Juni 2016 (Urk. 6) auf teilweise Gutheissung der Beschwerde im Sinne einer erneuten Rück
weisung der Sache zur weiteren Abklärung des medizinischen Sachverhalts. Da
von wurde der Pensionskasse X._ mit Verfügung vom 23. Juni 2016 (Urk. 8) Kenntnis gegeben. Gleichzeitig wurde Y._ zum Prozess beigeladen. Er liess sich in der Folge nicht vernehmen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unt
erbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % b
esteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Ein wesentlicher Unterbruch der Arbeitsunfähigkeit im Sinne von Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG liegt vor, wenn die versicherte Person an mindestens 30 aufeinander
folgenden Tagen voll arbeitsfähig war (Art. 29
ter
der Verordnung über die Invali
denversicherung, IVV).
1.4
Der Rentenanspruch entsteht frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruch
e
s nach
Art.
29
Abs.
1 ATSG, jedoch frü
hestens im Monat, der auf die Vollendung des 1
8.
Altersjahres folgt
(Art. 29 Abs. 1 IVG).
Die Rente wird vom Beginn des Monats an ausbezahlt, in dem der Rentenanspru
ch entsteht (Art. 29 Abs.
3 IVG).
1.5
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom 8. April 2016 (Urk. 2/1) insbesondere gestützt auf das psychiatrische Gutachten
von Dr. C._
vom 2
9.
Oktober 2015
und dessen ergänzende Stellungnahme vom
2
4.
März 2016
davon aus, dass der Beigeladene seit dem 22. März 2013 (Beginn der einjährigen Wartezeit) in seiner Arbeitsfähigkeit erheblich eingeschränkt und namentlich we
gen einer paranoiden Schizophrenie auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht mehr ar
beitsfähig sei. Ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 100 % stehe ihm des
halb ab dem 1. März 2014 eine ganze Rente der Invalidenversicherung zu.
2.2
Dem hielt die Beschwerdeführerin im Wesentlichen entgegen (Urk. 1 S. 9 ff.), auf das Gutachten von Dr. C._ könne nicht abgestellt werden, da es weder in diagnostischer Hinsicht noch in Bezug auf die Arbeitsfähigkeitseinschätzung zu überzeugen vermöge. Insbesondere hätten zum Zeitpunkt der Begutachtung die für eine paranoide Schizophrenie vorausgesetzten Symptome nicht vorgelegen und bestehe zumindest in einer angepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 100 %.
2.3
In ihrer Beschwerdeantwort vom 20. Juni 2016 hielt die Beschwerdegegnerin da
für (Urk. 6 S. 2 f.), die Erfüllung der Diagnosekriterien einer paranoiden Schizo
phrenie sei fragwürdig und insbesondere im psychiatrischen Gutachten von Dr. C._ nicht nachvollziehbar aufgezeigt worden. Zudem bestünden Unklar
heiten betreffend den Verlauf der angeblichen Erkrankung und stelle sich die Frage, ob die Beschwerdesymptomatik nicht vorwiegend mit der zeitweisen man
gelnden Medikamenten-Compliance beziehungsweise mit der Umstellung der je
weiligen Medikation zu tun haben könnte. Unklar bleibe auch der Einfluss des aktuell immer noch bestehenden regelmässigen Cannabiskonsums.
3.
3.1
Die psychiatrische Ersthospitalisation des Beigeladenen erfolgte vom 5. Mai bis 8. Juni 2011 – nach Einweisung per fürsorgerischem Freiheitsentzug (FFE) wegen Selbstgefährdung – in der
Klinik
D._
(Austrittsbericht vom 6. Juli 2011, Urk. 7/65/9). Dort
wurden folgende Diagnosen
gestellt (S. 1 Ziff. 1):
-
Paranoide Schizophrenie, Beobachtungszeitraum
weniger als ein Jahr (
ICD-10
F20.09)
-
Differentialdiagnosen (DD):
-
Psychische und Verhaltensstörungen durch Cannabinoide: psycho
ti
sche Störung (
ICD-10
F12.50)
-
Psychische und Verhaltensstörungen durch Cannabinoide: Schädlicher Gebrauch (
ICD-10
F12.1)
Die Ärzte hielten zu den Zuweisungsumständen und den aktuellen Beschwerden bei der Aufnahme fest, der Beigeladene habe sich gemäss Angaben seines Vaters seit zwei bis drei Wochen zunehmend zurückgezogen, sei innerlich «abwesend» und völlig «anders» als sonst gewesen. Am Abend der Einweisung habe er im Jugendraum ein Messer gezogen und gedroht, sich damit umzubringen bezie
hungsweise sich dieses in den Bauch zu stossen. Kollegen hätten ihm das Messer entreissen können. Bei Eintritt sei der Beigeladene sehr angetrieben gewesen, habe eine stationäre Behandlung abgelehnt und jegliche Medikation verweigert. Aufgrund der angespannten Situation, der Fluchttendenz und der nicht auszu
schliessenden fortbestehenden Eigen- und Fremdgefährdung habe der Beigela
dene unter Hinzuziehung eines grösseren Aufgebots isoliert und zwangsmediziert werden müssen (S. 1 Ziff. 2).
Den psychopathologischen Befund bei der Aufnahme schilderten die Ärzte wie folgt (S. 2 Ziff. 4): «Wach, zeitlich, örtlich, situativ und zur Person vollständig orientiert. Auffassung, Konzentration und Merkfähigkeit reduziert, Gedächtnis intakt. Formalgedanklich zerfahren, ideenflüchtig, Vorbeireden. Wahngedanken, Körperhalluzinationen (der Teufel stecke in ihm). Affektiv dysphorisch, teils ge
reizt, reduziert schwingungsfähig. Antrieb gesteigert, psychomotorisch unruhig. Akute Suizidalität vorhanden, Fremdgefährdung nicht auszuschliessen.»
Unter dem Titel Therapie und Verlauf führten die Ärzte aus, der Beigeladene sei mit akuten Wahngedanken, Konzentrationsstörungen und Störungen im forma
len Denken zunächst auf die Akutstation mit Schwerpunkt Psychosebehandlung eingetreten. Initial habe er bei ausgeprägtem Agitiertsein, fehlender Bündnisfä
higkeit und anhaltender akuter Eigen- und Fremdgefährdung (Umstossen des Dienstarztes) isoliert und zwangsmediziert werden müssen. In der Folge sei nach ausführlicher Aufklärung eine antipsychotische Medikation mit Olanzapin bis 15 mg/d angesetzt worden, welches gut vertragen worden sei. Die Anspannung und Angetriebenheit hätten erfolgreich mit Lorazepam behandelt werden können. Zur regelmässigen Medikamenteneinnahme habe der Beigeladene nur mit Mühe, durch regelmässige motivationsfördernde Gespräche, bewegt werden können. Trotz intensiver Aufklärung habe sich im Verlauf eine Non-Compliance hinsicht
lich der Medikamenteneinnahme entwickelt. Es sei auch zu einem positiven Nachweis eines erneuten Cannabiskonsums und zu einer Entweichung mit frei
williger Rückkehr in Begleitung des Vaters gekommen. Der Beigeladene habe an Einzelgesprächen, Psychoedukation und IPT (Integriertes Psychologisches Thera
pieprogramm) im Gruppensetting sowie Ergo- und Bewegungstherapie teilge
nommen. Bei leicht gebesserter Symptomatik habe er trotz noch bestehender De
fizite (Konzentrationsminderung, Angetriebenheit, Selbstüberschätzung) vorzei
tig auf einen Austritt gedrängt. Er und sein Vater seien ausführlich über die Ri
siken der beabsichtigten vollumfänglichen Wiederaufnahme seiner Berufstätig
keit und die aktuell aus ärztlicher Sicht nicht gegebene Fahreignung aufgeklärt worden. Bei inzwischen nicht mehr vorliegender akuter Eigen- oder Fremdge
fährdung sei der Beigeladene entsprechend seinem Wunsch und gegen ärztlichen Rat in seine angestammten Verhältnisse entlassen worden, wobei er hinsichtlich der schwierigen Medikamenten-Compliance habe dazu gewonnen werden kön
nen, nach Austritt wenigstens eine Tagesdosis von 5 mg Olanzapin weiter einzu
nehmen (S. 3 Ziff. 5).
Die Ärzte empfahlen eine Fortführung der stationären Therapie und eine daran anschliessende längerfristige integrative psychiatrisch-psychotherapeutische Be
handlung sowie eine fortgesetzte Cannabisabstinenz. Aufgrund des Verlaufs und der Ausprägung der psychotischen produktiven Symptomatik sowie der initial ausgeprägten kognitiven Defizite sei die Einnahme von Olanzapin (in nach Klinik und Verträglichkeit angepasster Dosierung) bis zum Erreichen einer Vollremission und darüber hinaus für mindestens ein Jahr Symptomfreiheit zu befürworten (S. 3 Ziff. 6).
3.2
Wegen eines akuten
paranoid-halluzinatorischen Syndroms im Rahmen der Schi
zophrenie war der Beigeladene vom 22. bis 25. März 2013 (Austritt gegen ärztli
chen Rat) und vom 27. März (Einweisung mittels fürsorgerischer Unterbringung [FU] wegen Selbstgefährdung) bis 10. Juni 2013 erneut in der
D._
hospitalisiert
(Austrittsbericht vom 7. Juni 2013, Urk. 7/65/12-15). Dort wur
den folgende Diagnosen gestellt (S. 1):
-
Psychiatrische Diagnosen und Belastungsfaktoren:
-
Paranoide Schizophrenie
(ICD-10 F20.0)
-
Psychische und Verhaltensstörungen durch Cannabinoide: Schädlicher Gebrauch (ICD-10 F12.1)
-
Psychische und Verhaltensstörungen durch Tabak: Abhängigkeits
syn
drom (ICD-10 F17.2)
-
Somatische Diagnosen:
-
Oberflächliche Verletzung des Kopfes: Prellung (ICD-10 S00.95)
-
Prellung des Augapfels und des Orbita-Gewebes (ICD-10 S05.1)
Bezüglich der Zuweisungsumstände berichteten die Ärzte, der Beigeladene sei am 22. März 2013 freiwillig wegen einer zunehmenden psychotischen Symptomatik eingetreten und am 25. März 2013 gegen ärztlichen Rat wieder ausgetreten. Zum Eintrittszeitpunkt habe er befürchtet, einen psychotischen Rückfall zu erleiden. Nach dem letzten Aufenthalt habe er die Medikamente sofort abgesetzt und kei
nen Psychiater aufgesucht. Er sei ein «sturer Kopf». Seit etwa einer Woche habe er seine Umgebung, vor allem die Kollegen am Arbeitsplatz, als bedrohlich wahr
genommen. Er habe das Gefühl, sie könnten seine Gedanken beeinflussen, hätten sich gegen ihn verschworen. Eine Realitätsüberprüfung sei eingeschränkt möglich gewesen. Der Beigeladene habe ausserdem berichtet, aufmunternde Stimmen («das wird schon wieder») zu hören. Auch könne er sich nicht mehr richtig spüren, erlebe sich selbst als «unvertraut». Seit mehreren Wochen schwitze er vermehrt, fühle sich unruhig und angespannt und schlafe kaum noch (zuletzt nur noch ein bis zwei Stunden pro Nacht). Bis vor zwei Tagen habe er ein bis zwei Joints pro Tag konsumiert. Aufgrund der Anspannung rauche er eine Schachtel Zigaretten pro Tag. Alkohol konsumiere er unregelmässig und nur selten im Übermass. Am 27. März 2013 sei der Beigeladene notfallmässig und in Begleitung seiner Eltern sowie der Sanität per FU wegen Selbstgefährdung zurückgekommen, nachdem er sich selbst mit einem Messer bedroht gehabt habe. Durch Zureden und Unterstüt
zung der Eltern habe er in das Isolationszimmer gebracht und zur Einnahme von Diazepam 10 mg und Haloperidol 5 mg bewegt werden können. Bezüglich Eigen- oder Fremdgefährdung sei er nicht absprachefähig gewesen (S. 1).
Die Ärzte beschrieben folgenden psychopathologischen Befund (S. 2): «22.03: Wach, zeitlich, örtlich, situativ und zur Person vollständig orientiert. Im interper
sonellen Kontakt freundlich, situationsadäquat, Stimme monoton. Leichte Auf
merksamkeits- und Auffassungsstörungen, leichte Konzentrationsstörungen, keine mnestischen Störungen. Formalgedanklich verlangsamt, Gedankenabreis
sen, schildert wahnhaftes Erleben im Sinne von Beeinträchtigungswahn und pa
ranoider Eigenbeziehungssetzung, akustische Halluzinationen in Form von «auf
bauenden» Stimmen, visuelle Halluzinationen wahrscheinlich, Ich-Störungen in Form von Depersonalisation und Gedankenbeeinflussung. Im Affekt dysthym, af
fektstarr und -arm, emotionale Schwingungsfähigkeit vermindert, Antrieb ver
mindert, psychomotorisch eher verlangsamt, keine circadianen Besonderheiten, Nachtschlaf vermindert, Appetitlosigkeit, Zukunftsängste, Zwänge nicht erfragt, keine akute Suizidalität. Keine Fremdgefährdung.
27.03.: Bei Eintritt gedanklich zerfahren, stark verängstigt, angespannt und wei
nerlich, verlangte immer wieder nach seinen Eltern. Die Reaktionen erfolgten ver
zögert, Fragen wurden nicht beantwortet, der Patient befolgte widerwillig die Anweisungen des Teams. Bezüglich Eigen- und Fremdgefährdung nicht abspra
chefähig.»
Unter dem Titel Diagnostik, Therapie und Verlauf hielten die Ärzte fest, der Bei
geladene sei aufgrund einer akut-halluzinatorischen Symptomatik mit akuter Selbstgefährdung zunächst im Isolationszimmer reizabgeschirmt worden. Im Rahmen von massiven psychotischen Ängsten sei er im Isolationszimmer mehr
fach ungebremst gegen die Wand gelaufen und habe sich dabei Prellungen des Kopfes und der Augen zugezogen. Er habe angegeben, die «Bilder in seinem Kopf» nicht länger ertragen zu können. Daraufhin sei bis zur Stabilisierung des psycho
tischen Zustandsbildes eine Fixierung und 1:1-Betreuung erfolgt. Er habe sich schnell von den physischen Verletzungen erholt und keine neurologischen Aus
fälle oder Visuseinschränkungen verzeichnet. Auch das psychotische Zustands
bild habe sich bald gebessert. Jedoch hätten sich immer wieder schnelle Stim
mungswechsel mit Zunehmen der Wahnsymptomatik, Reizüberflutung und An
spannung gezeigt, so dass der Beigeladene ein weiteres Mal habe isoliert werden müssen. Er habe im psychotisch-agitierten Zustand Diazepam und Haloperidol erhalten, welches nach Besserung der Positivsymptomatik auf Olanzapin umge
stellt worden sei. Im Rahmen der Haloperidol-Reduktion sei es wiederum zur Re-Exazerbation der paranoid-halluzinatorischen Positivsymptomatik gekommen, so dass das therapeutische Regime um Paliperidon erweitert worden sei. Der Beige
ladene habe im Verlauf mit Gewinn am Stationsprogramm teilnehmen können, bestehend aus einer Psychoedukationsgruppe für von Psychose betroffene Pa
tienten, Ergo- und Bewegungstherapiegruppe, Expositionsübungen sowie verhal
tenstherapeutischen Einzelgesprächen. Er habe die Tendenz gezeigt, sich von den Mitpatienten zurückzuziehen, sich aber gut in die Patientengemeinschaft in
te
grieren können. Im kognitiven Bereich habe sich eine gut erhaltene Leistungsfä
higkeit gezeigt, der Beigeladene habe sich im Verlauf zunehmend selbst struktu
rieren und Hobbies wieder aufnehmen können. Situationen, die Überforderungs- und Angstgefühle auslösten (öffentliche Verkehrsmittel), habe er in motivierter Weise in einem Expositionstraining zunehmend erfolgreich eingeübt. In einem Standortgespräch mit dem Arbeitgeber sei dem Beigeladenen die Kündigung aus
gesprochen worden. Vor Austritt seien das weitere Prozedere und Massnahmen zur Rückfallprophylaxe (Medikamenten-Compliance, Stressreduktion, regelmäs
sige psychiatrische Betreuung) einzeln mit dem Beigeladenen und in einem Fa
miliengespräch thematisiert und Notfallstrategien für die Zeit nach Abschluss der stationären Behandlung besprochen worden. Zum Austrittszeitpunkt sei der Bei
geladene in Bezug auf psychotisches Erleben remittiert gewesen, es hätten keine Gefährdungsaspekte vorgelegen (S. 3).
Die Ärzte empfahlen, die Medikation sollte zwecks Remissionserhaltung und Re
zidivprophylaxe langfristig in der aktuellen Dosis weiter eingenommen werden. Die Depot-Medikation sollte einmal monatlich intramuskulär injiziert werden. Unabdingbar sei zudem eine engmaschige therapeutische Begleitung. Um den Beigeladenen bei der Tagesstrukturierung und der Förderung der Eigenverant
wortung zu unterstützen und die Arbeitsfähigkeit schrittweise wiederherzustellen, werde eine teilstationäre Anschlussbehandlung im Psychiatriezentrum E._ empfohlen (S. 3 f.).
3.
3
Aufgrund einer psychotischen Exazerbation im Rahmen der
bekannten
paranoi
den Schizophrenie (ICD-10 F20.0)
war der Beigeladene
vom 28. August bis 25. September 2013 freiwillig
, zugewiesen durch die Tagesklinik,
erneut
in der
Klinik
D._
hospitalisiert
(Austrittsbericht vom 3. Oktober 2013, Urk. 7/65/24-26).
Die Ärzte führten hinsichtlich der
Zuweisungsumstände
aus,
d
er Beigeladene leide seit vier Wochen an taktilen, visuellen und akustischen Halluzinationen (Ameisen würden über ihn laufen), er fühle sich beobachtet
und schnell reizüber
flutet
, die Realitätsüberprü
fung sei nur teilweise möglich.
Z
udem leide er an einer Negativ-Symptomatik (sozialer Rückzug, Konzentrationsstörungen, Gefühl inne
rer Leere, fehlende Lebensfreude, Erschöpfung, Antriebslosigkeit, negatives Ge
dankenkreisen, Wunsch nach Pause). Aktuell sei er vollständig und glaubhaft absprachefähig bezüglich Suizidalität.
A
ufgrund von Schlafstörungen
habe er
wieder begonnen, regelmässig Cannabis zu konsumieren (S. 1).
Den p
sychopathologische
n
Befund bei
der
Aufnahme
schilderten die Ärzte fol
gendermassen
:
«
Wach, zeitlich, örtlich, situativ und zur Person vollständig orientiert. Keine Aufmerksamkeits- und Auffassungsstörungen, anamnestisch Konzentrationsstörungen, keine mnestischen Störungen. Im formalen Denken: Gedankendrängen, inhaltliche Denkstörungen: Beobachtungserleben, Sinnestäu
schungen: taktil, akustisch, visuell, keine Ich-Störungen. Im Affekt dysthym, emotionale Schwingungsfähigkeit intakt, Antrieb und Psychomotorik vermindert, keine circadianen Besonderheiten, Nachtschlaf ungestört, Appetit vermindert, Ängste im Rahmen der psychotischen Symptomatik, keine Zwänge, keine akute Suizidalität. Keine Fremdgefährdung (S. 2).
Unter dem Titel Diagnostik, Therapie und Verlauf vermerkten die Ärzte
, im Vor
dergrund hätten taktile Halluzinationen, Beobachtungserleben, Reizüberflutung, Schlafstörungen und eine Negativsymptomatik gestanden. Die Medikation sei vorübergehend angepasst worden. Es
habe sich eine vollständige
Remission der Halluzinationen und des wahnhaften Erlebens
eingestellt
. Der Antrieb habe sich normalisiert und es sei zu einer deutlichen Stimmungsaufhellung gekommen. Der Beigeladene habe sich offen und freundlich im Kontakt gezeigt und sich gut in die Patientengemeinschaft integrieren können. Er sei krankheitseinsichtig un
d medikamentencompliant gewesen, h
abe motiviert und zuverlässig am Stations
programm
,
bestehend aus Psychoedukation, einem kognitiven Training, einem integrierten psychologischen Programm für Psychosepatienten, Ergo- und Bewe
gungstherapie sowie kognitiv-verhaltenstherapeutische
n
Einzelgespräche
n,
teil
genommen. Der Notfallplan zum Umgang mit Frühwarnzeichen und einem mög
lichen Rezidiv sei erneuert und angepasst worden. Der Beigeladene habe recht
zeitig seine Bedürfnisse und Belastungsgrenzen wahrgenommen. Er sei in nahezu remittiertem Zustand in die tagesklinische Behandlung übergetreten (S. 2).
Die Ärzte empfahlen
eine
Fortführung der Medikation mit Olanzapin und der D
epotmedikation mit Paliperidon. Zudem seien eine zunächst
tagesklinische und anschliessend ambulante psychiatrische Behandlung
sowie
eine
Unterstützung bei der beruflichen Wiedereingliederung dringend indiziert (S. 3).
Laut Bericht der
Klinik
D._
vom 16. Januar 2014 an die Beschwerde
gegnerin war der Beigelade
ne zum Austrittszeitpunkt am
25. September 2013 aufgrund der psychotischen Sympto
matik weiterhin arbeitsunfähig
(Urk. 7/16/5 Ziff. 1.9).
3.
4
Vom 1. Juli bis 27. August 2013 und vom 30. September 2013 bis 31. Januar 2014 erfolgte eine teilstationäre Behandlung
des Beigeladenen
im Psy
chiatriezentrum
E._
. Dr.
F._
, Oberärztin, stellte in ihrem Be
richt vom 13. Februar 2014 (Urk. 7/17) an die Beschwerdegegnerin folgende Di
agnosen (S. 1 Ziff. 1.1):
-
Mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Paranoide Schizophrenie (ICD-10 F20.0)
-
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Psychische und Verhaltensstörungen durch Cannabinoide, schädlicher Gebrauch (ICD-10 F12.1), aktuell abstinent
Sie
berichtete
,
anlässlich der teilstationären Behandlung vom
1. Juli bis 27. August 2013
sei es nach anfänglicher Besserung trotz adäquater Medikation wieder zu einer deutlichen Zunahme der psychotischen Symptomatik gekommen, sodass vom 28. August bis 25. September 2013 eine weitere Hospitalisation in der Klinik D._ notwendig geworden sei. Anschliessend sei die teilsta
tionäre Behandlung vom
30.
September 2013 bis 31. Januar 2014 fortgesetzt worden.
Der Beigeladene habe täglich am multimodalen Therapieprogramm (aus
druckzentrierte Therapien, Bewegungstherapien, Ergotherapie, Achtsamkeit, So
zialkompetenz-Training, Gruppe für Wohnen-Arbeit-Freizeit und Psychoeduka
tion) teilgenommen und könne zunehmend akzeptieren
, dass
er eine
Erkrankung
mit
längere
m
Verlauf
habe
. Seine Stimmungseinbrüche hätten stark abgenom
men und die Dauer der Phasen würden kürzer. Er könne mit seinen psychosena
hen Phasen besser umgehen und selbständig positiv mit Reservemedikamenten Einfluss nehmen. Nach Austritt aus der Tagesklinik werde
er
voraussichtlich zu
nächst zu 50 % an einem Beschäftigungsprogramm der Organisation
G._
im Bereich Putz-
und
Gartenarbeit teilnehmen
zur Tagesstrukturierung
(S. 2 Ziff. 1.4).
Dr. F._ beschrieb den ärztlichen
Befund
wie folgt
:
«
Wacher, zeitlich, ört
lich, situativ und zur Person orientierter Patient. Gepflegtes äusseres Erschei
nungsbild. Im Kontaktverhalten zugewandt und freundlich. Leichte Aufmerksam
keits- und Konzentrationsstörungen, keine Auffassungsstörungen. Keine auffäl
ligen mnestischen Störungen. Formales Denken geordnet, Grübeltendenz. Im Rahmen von Reizüberflutung Gefühl beobachtet zu werden. Keine Hinweise auf Sinnestäuschungen oder Ich-Störungen. Affektiv zeitweise deprimiert, Antriebs
störungen vor allem morgens, zum Teil innere Unruhe. Keine Schlafstörungen. Appetit ungestört. Keine Hinweise auf Selbst- oder Fremdgefährdung. Störungs
bewusstsein vorhanden
»
(S. 3 oben).
Sie prognostizierte,
a
ufgrund des prolongierten Krankheitsverlaufs mit aktuell noch vorhandener Negativsymptomatik werde von einer längeren Rehabilita
tionsphase ausgegangen, während derer der Beigeladene im Rahmen einer ange
passten Beschäftigung seine Belastbarkeit zunächst erproben und steigern werde. Im Anschluss werde bei günstigem Verlauf und Compliance von einer schrittwei
sen möglichen Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf ausgegangen.
Dr. F._ vermerkte, seit
de
m Austritt aus der Tagesklinik Ende Januar 2014
erfolge eine ambulante
psychiatrische
Behandlung bei ihr mit
unter anderem
re
gelmässiger Überprüfung der psy
chopharmakologischen Behandlung, was es fortzuführen gelte
(S. 3 Ziff. 1.5).
Für
die
zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Gas-Wasser-Installateur bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % seit März 2013 bis auf weiteres (S. 4 Ziff. 1.6). Durch die produktiv-psychotische Symptomatik
würden
der Realitätsbezug und die Interaktion mit Arbeitskollegen beeinträchtigt. Durch die Negativsymptomatik seien deutliche Einbussen der Belastbarkeit zu verzeichnen (Konzentrationsschwierigkeiten, Anhedonie, Affektverflachung, An
triebslosigkeit, erhöhte Ermüdbarkeit; S. 4 Ziff. 1.7).
3.
5
In ihrem
B
ericht vom 4. März 2015
an die
Beschwerdegegnerin (Urk. 7/50/3-9) nannte Dr.
F._
als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine paranoide Schizophrenie (ICD-10 F20.0) mit ausgeprägter
Negativsymptomatik, bestehend sicher seit dem Jahr 2011 (vorangegangene Prodromalphase nicht mit
gezählt). Der schädliche Cannabisgebrauch sei seit dem 1. Juli 2013 weitgehend sistiert und habe keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 2 Ziff. 1.1).
Zum Verlauf seit ihrem Bericht vom 13. Februar 2014 führte sie aus, von Januar bis Mai 2014 sei der Beigeladene zu 50 % an einem geschützten Arbeitsplatz der Stiftung G._ tätig gewesen. Er habe unter einer ausgeprägten Nega
tivsymptomatik (Antriebs- und Kraftlosigkeit, depressive Verstimmung mit pas
sivem Todeswunsch, ausgeprägtes Schlafbedürfnis) gelitten. Infolge von Neben
wirkungen (Müdigkeit, sexuelle Funktionsstörungen) sei die Neuroleptika-Dosis schrittweise vorsichtig reduziert worden (Xeplion von 75 mg auf 25 mg monat
lich, Olanzapin von 25 mg auf 20 mg). Ab Anfang Juni 2014 sei jedoch eine Zunahme der Positivsymptomatik (Entfremdungsgefühle, Körperfühlstörungen, teilweise optische Halluzinationen) zu verzeichnen
gewesen, so dass die Olan
zapin-Dosis wieder auf 25 mg/die erhöht worden sei. Unter dieser Belastung sei eine weitere Beschäftigung am geschützten Arbeitsplatz nicht mehr möglich ge
wesen. Im Oktober 2014 habe sich ein Rückgang der Positivsymptomatik gezeigt, während von November 2014 bis Januar 2015 intermittierend wieder Wahrneh
mungsstörungen aufgetreten seien. Bei starker Belastung durch die Negativsymp
tomatik sei neben aktivierenden Massnahmen eine Umstellung der antidepressi
ven Medikation von Escitalopram auf Duloxetin vorgenommen worden
(S. 3 Ziff. 1.4)
.
Dr. F._ schilderte den ärztlichen
Befund
wie folgt (S. 3 Ziff. 1.4)
:
«
Wacher, zeitlich, örtlich, situativ und zur Person orientierter Patient. Gepflegtes äusseres Erscheinungsbild. Im Kontaktverhalten zugewandt und freundlich. Leichte Auf
merksamkeitsstörungen, keine Auffassungsstörungen. Gedächtnis prima vista unauffällig. Formales Denken geordnet, aber deutlich verlangsamt. Paranoid ge
färbte Angst in sozialen Situationen, schnelle Überreizung. Keine Hinweise auf Wahn oder Ich-Störungen, jedoch intermittierend auftretende Körperwahrneh
mungsstörungen. Affektiv leicht deprimiert, jedoch schwingungsfähig. Antrieb deutlich reduziert. Keine zirkadianen Besonderheiten. Keine Schlafstörungen. Ap
petit ungestört. Keine Hinweise auf Selbst- oder Fremdgefährdung. Störungsbe
wusstsein vorhanden.
»
Unter dem Titel
Prognose
führte sie aus,
b
ei intermittierendem Auftreten von Po
sitivsymptomen
und
Persistenz der Negativsymptomatik trotz zweifacher neuro
leptischer Behandlung werde von einem prolongierten Verlauf der schizophrenen Erkrankung ausgegangen.
Deswegen werde mittelfristig eine
Erlangung der Ar
beitsfähigkeit
nicht
als realistisch erachtet (S. 3 Ziff. 1.4).
Dr. F._ empfahl eine
Fortführung der ambulant-psychiatrischen
wie auch
der
psychopharmakalogischen Behandlung
(gegenwärtig monatliche psychiat
risch-psychotherapeutische Gespräche bei ihr und monatliche Depot-Injektion beim Hausarzt; S. 3 Ziff. 1.5) und bescheinigte dem Beigeladenen für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Gas-Wasser-Installateur eine Arbeitsunfähigkeit von
100 % seit März 2013 bis auf weiteres
(S. 3 Ziff.1.6). Infolge der
Positiv- und Negativsymptomati
k der schizophrenen Erkrankung bestünden folgende Ein
schränkungen:
Wahrnehmungsstörungen, schnelle Überreizung, Antriebslo
sig
keit, schnelle Ermüdbarkeit
.
Bei Stabilisierung der Symptomatik werde mit dem Beigeladene
n
die Wiederaufnahme einer niederprozentigen Beschäftigung in einem geeigneten geschützten Rahmen besprochen (S. 4 Ziff. 1.7)
.
3.
6
Dr.
C._ führte i
n seinem Gutachten vom 29. Oktober 2015 (Urk. 7/65/1-8)
zuhanden der Beschwerdegegnerin in anamnestischer Hinsicht (S. 5 f.) aus
, der Beigeladene könne sich nicht mehr genau erinnern, wie
«
es
»
angefangen habe, es sei zirka
im Jahr
2011 gewesen. Er habe sich damals selber ein Messer «in den Ranzen stecken» wollen, weil er gedacht habe, der Teufel stecke in ihm. Er habe gedacht, er sei schuld an allem Übel auf der Welt; wenn er tot wäre, wäre alles in Ordnung. Seine Kollegen hätten ihm damals das Messer weggenommen. Zuhause hätten die Eltern den SOS-Arzt gerufen, welcher ihn in die Klinik eingewiesen habe. Der Arzt habe ihm ein Beruhigungsmittel geben wollen
. D
ies habe er aber abgelehnt, da er befürc
htet habe, vergiftet zu werden. M
omentan komme er kaum aus dem Haus, soziale Kontakte seien ihm derzeit zu anstrengend. Ohne Cymbalta habe er Suizidgedanken. Als Teenager habe er an Suizid (mit dem Töffli) gedacht. In der Psychose habe er mit einem Messer hantiert, er habe teils Angst auf Bahn
übergängen. Geschnitten habe er sich aber selber nie. Stimmen habe er früher oft gehört, sie hätten ihn auch gelenkt. Dies sei aber schon lange nicht mehr vorge
kommen. Er empfinde noch ein Kribbeln am Körper und spüre, dass fremde Leute in seiner Wohnung seien.
Befragt zum Suchtgeschehen habe der Beigeladene einen Cannabiskonsum in unterschiedlichem Ausmass seit dem Teenageralter an
gegeben. Aktuell kiffe er noch ein- bis zweimal pro Woche (meistens abends), wobei sein psychischer Zustand davon wenig beeinflusst werde. Er rauche ein Pack Zigaretten täglich und trinke sehr selten Alkohol, teilweise ein Bier am Abend. Vor Jahren habe er ein- bis zweimal Kokain probiert, danach habe er keine Lust mehr darauf gehabt. Das Kiffen beruhige ihn. Früher habe er mindes
tens einen Joint pro Tag geraucht. Man habe ihm zum THC-Stopp geraten, er könne aber nicht damit aufhören. Dies könne er nicht begründen.
Betreffend den
Psychostatus hielt
der Gutachter
fest
(S. 7 oben)
, der Beigeladene äussere sich verlangsamt, zeige kaum Mimik, sei wenig spürbar und schwin
gungsfähig. Mimik und Gestik seien verhalten, der Beigeladene sei wach und all
seits knapp orientiert. Auffassung, Konzentration und Gedächtnis wirkten – kur
sorisch geprüft – reduziert. Im formalen Denken sei er verlangsamt, aber kohä
rent. Zurzeit bestünden keine Hinweise auf Wahn, Sinnestäuschungen oder Ich-Störungen. Im Affekt wirke er herabgestimmt und erschöpft. Keine Hinweise auf akute Suizidalität oder Fremdgefähr
dung
.
Dr.
C._
nannte als Diagnose
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine paranoide Schizophrenie (ICD-10 F20.0) und befand
(S. 7 f.), es handle sich um einen klassischen Fall. Die Prognose sei schlecht, auch aufgrund der teilweise wechselhaften Kooperation und der trotz Medikation bestehenden Restsympto
matik. Die Ambivalenz gegenüber der Behandlung sei aber als krankheitsinhärent zu beurteilen und stelle keinen Verstoss gegen die Schadenminderungspflicht dar. Das Krankheitsbild sei als teilweise therapieresistent anzusehen. Der Beigeladene sei aufgrund seiner Krankheitsbeschwerden im Alltag stark eingeschränkt, lebe völlig isoliert mit den Eltern zusammen und zeige ein abhängig-kindliches Ver
halten. Es sei nicht davon auszugehen, dass er wieder eine Arbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt erlangen werde. Der Cannabiskonsum, den er gemäss eigenen Angaben in letzter Zeit deutlich reduziert habe, sei nicht als Ursache der psychischen Störung anzusehen,
sondern
eher als Versuch einer Selbstmedika
tion. Die aktuelle Behandlung im Psychiatriezentrum
E._
sei zweckmässig und sollte weitergeführt werden. Wichtig sei die korrekte und regelmässige Ein
nahme der Medika
mente
. Wenn die Eltern mit der Betreuung des Beigeladenen überfordert seien oder diese nicht mehr auf sich nehmen wollten, sei eine Plat
zierung in einer betreuten Wohnform indiziert.
3.
7
Dr.
H._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
vom
regiona
le
n
ärztliche
n
Dienst (RAD)
der Beschwerdegegnerin
, hielt am 4. November 2015 (Urk. 7/70/3)
nach Einsicht in das Gutachten von Dr. C._
dafür, beim Beige
ladenen liege ein Gesundheitsschaden vor, welcher die Arbeitsfähigkeit langfris
tig und hochgradig einschränke, dies überwiegend wahrscheinlich seit März 2013.
3.
8
Im
Rahmen
des Vorbescheidverfahrens erging am 24. März 2016
(Urk. 7/83)
a
uf Veranlassung des RAD (Stellungnahme von Dr.
H._
vom 21. März 2016, Urk. 7/85/2-3) eine ergänzende Stellungnahme von Dr.
C._
.
Darin hielt der psychiatrische Gutachter zunächst zu den
Kriterien einer paranoiden Schizophre
nie
nach ICD-10 Folgendes fest (vgl. auch Dilling/Mombour/Schmidt [Hrsg.], In
ternationale Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapital V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien, 10. Auflage 2015, S. 127 und 129): «Die
schizophrenen Störungen
sind
im Allgemeinen durch grundlegende und charakteristische Stö
rungen von Denken und Wahrnehmung sowie inadäquate oder verflachte Affekte gekennzeichnet. Die Bewusstseinsklarheit und intellektuellen Fähigkeiten
sind
in der Regel nicht beeinträchtigt, obwohl sich im Laufe der Zeit gewisse kognitive Defizite entwickeln können. Die wichtigsten psychopathologischen Phänomene sind Gedankenlautwerden, Gedankeneingebung oder Gedankenentzug, Gedan
kenausbreitung, Wahnwahrnehmung, Kontrollwahn, Beeinflussungswahn oder das Gefühl des Gemachten, Stimmen, die in der dritten Person den Patienten kommentieren oder über ihn
s
prechen, Denkstörungen und Negativsymptome.»
Dr. C._ fuhr fort, verschiedene
dieser typischen Symptome seien entweder in den Vorakten erwähnt oder vom Beigeladenen anlässlich der Begutachtung be
richtet worden. Da er sich zum Zeitpunkt der Begutachtung unter medikamentö
ser Behandlung befunden habe, seien die Symptome nicht stark ausgeprägt, aber teils noch deutlich vorhanden gewesen. Es
liege auf der Hand, dass ein Mensch mit diesem
Beschwerdebild kaum auf dem ersten Arbeitsmarkt arbeiten könne. Der Beigeladene sei nicht einmal in der Lage gewesen, seinen Haushalt selber zu organisieren
. E
r sei dafür auf die Hilfe seiner Eltern angewiesen gewesen.
Er be
tone noch einmal, dass e
s sich hier nicht um einen Grenzfall, sondern um einen sehr gut dokumentierten, klassischen Fall einer paranoiden Schizophrenie mit vielen typischen Symptomen
handle
.
A
n den Schlussfolgerungen seines Gutach
tens vom 29. Oktober 2015
halte er
vollumfänglich fest.
3.
9
RAD-Fachärztin Dr.
H._
hatte diesen Ausführungen von Dr. C._ i
n ihrer Stellungnahme vom 5. April 2016 (Urk. 7/85/3)
nichts entgegenzuhalten.
4.
4.1
In Bezug auf den strittigen Rentenanspruch des Beigeladenen stellt sich insbe
sondere die Frage, ob zur Beurteilung des medizinischen Sachverhaltes auf die von der Beschwerdegegnerin in Nachachtung des Rückweisungsentscheids des hiesigen Gerichts vom 12. Dezember 2014 (Urk. 7/41) in Auftrag gegebene psy
chiatrische Expertise von Dr. C._ vom 29. Oktober 2015 einschliesslich er
gänzender Stellungnahme vom 24. März 2016 (vgl. E. 3.6 und E. 3.8 hiervor) ab
gestellt werden kann.
4.2
Das zur Diskussion stehende Fachgutachten von Dr. C._ ist für die streitigen Belange umfassend, gibt es doch Auskunft über den psychischen Gesundheitszu
stand des Beigeladenen und dessen verbleibende Arbeitsfähigkeit. Sodann beruht es auf einer persönlichen, am 1. September 2015 stattgehabten Untersuchung des Beigeladenen und erging unter Berücksichtigung sowohl der geklagten Beschwer
den als auch der relevanten Vorakten, wobei anzumerken ist, dass der Sachver
ständige die ihm von der Beschwerdegegnerin überlassenen Akten mit den Aus
trittsberichten der Klinik D._ vom 6. Juli 2011, 7. Juni und 3. Oktober 2013 (vgl. E. 3.1-3.3 hiervor) ergänzte und fremdanamnestische Angaben des Va
ters des Beigeladenen wie auch der behandelnden Psychiaterin Dr. F._ (vgl. Gutachten S. 1 und 6) einholte. Im Weiteren leuchtet das Gutachten in der
Darlegung der medizinischen
Verhältnisse ein
und die
darin gezogenen
Schluss
folgerungen
sind plausibel. Damit entspricht es den praxisgemässen Anforderun
gen an den Beweiswert einer medizinischen Entscheidungsgrundlage (vgl. E. 1.6 hiervor).
4.3
Dr. C._ hielt dafür, dass der Beigeladene an einer paranoiden Schizophrenie leidet und deswegen auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht mehr arbeitsfähig ist. Dabei legte er gestützt auf die von ihm anlässlich der persönlichen Untersuchung vom 1. September 2015 erhobenen und in den medizinischen Vorakten beschrie
benen Befunde mit Dokumentation von insbesondere wahnhaften und halluzina
torischen Symptomen hinreichend klar dar, dass die Diagnosekriterien einer pa
ranoiden Schizophrenie nach ICD-10 erfüllt sind. So sind sich denn auch sämtli
che mit dem konkreten Fall befassten (Fach-)Ärzte in diagnostischer Hinsicht über das Vorliegen einer p
aranoide
n Schizophrenie laut
ICD-10 F20.0
einig. Nebst Dr. C._ gingen namentlich auch die zunächst teilstationär und schliesslich ambulant behandelnde Psychiaterin Dr. F._ (vgl. E. 3.4-3.5 hiervor), die im Rahmen der wiederholten Hospitalisationen mit dem Beigeladenen befassten Fachpersonen der Klinik D._ (vgl. E. 3.1-3.3 hiervor) und die RAD-Fachärztin Dr. H._ (vgl. E. 3.7 und 3.9 hiervor) von einer paranoiden Schi
zophrenie aus. Soweit Dr. C._ festhielt, zum Zeitpunkt der Begutachtung seien die Symptome unter medikamentöser Behandlung nicht stark ausgeprägt (aber teils dennoch deutlich vorhanden) gewesen (vgl. E. 3.8 hiervor), ist zu be
rücksichtigen, dass der Verlauf der paranoiden Schizophrenie durchaus episo
disch mit teilweiser oder vollständiger Remission sein kann (Dil
ling/Mombour/Schmidt, a.a.O., S. 131 unten). Entsprechend wird mitunter auch von einer so genannten Schubkrankheit gesprochen, für welche ein wellenförmi
ger Verlauf mit sich ablösenden Perioden akuter Exazerbation und (Teil-)Remis
sion charakteristisch ist (vgl. dazu etwa Urteil des Bundesgerichts 9C_658/2017 vom 3. März 2017 E. 6.4.1). Die gutachterliche
Einschätzung, wonach keine
ver
wertbare
Arbeitsfähigkeit
mehr
besteh
t
, leuchtet
im Lichte der übrigen Aktenlage
ebenfalls ein.
Sie steht nicht nur im Einklang mit derjenigen von Dr. F._ (vgl. E. 3.5 hiervor), sondern geht auch damit einher, dass
der Beigeladene
die von Januar
bis
Mai 2014 in einem geschützten Arbeitsumfeld (50 %-Pensum in der Stiftung G._) an ihn gestellten Anforderungen nicht zu erfüllen ver
mochte.
Daran ändert auch der Bericht der Klinik D._ vom 22. Juli 2013 (Urk. 7/9), worin von einem schrittweisen Wiedereinstieg in den Beruf und einer Einsatzfähigkeit von 50 % die Rede war (Ziff. 1.7, Ziff. 1.9 und Ziff. 1.11), nichts. Die berichtenden Ärzte legten eine Belastungserprobung im Rahmen der tages
klinischen Behandlung und eine Steigerung des (Arbeits) Pensums von zum Bei
spiel vier auf sechs Stunden nahe, und zwar angepasst an die Fähigkeiten und Bedürfnisse des Beigeladenen. Damit wird nicht eine zumutbare Arbeitsfähigkeit abschliessend festgelegt, letztere soll vielmehr durch weitere Erhebungen abge
klärt werden. Diese Ausführungen sind daher mehr als Empfehlung denn als ärzt
liche Zumutbarkeitsbeurteilung zu verstehen, weshalb sie nicht geeignet sind, das Gutachten in Zweifel zu ziehen. Dies gilt umso mehr, als der Bericht auch nicht von einem Psychiater verfasst wurde.
4.4
Die von den Parteien am Fachgutachten von Dr. C._ geübte Kritik verfängt nicht. Soweit die Beschwerdeführerin und mit ihr die Beschwerdegegnerin sich gegen das Vorliegen einer paranoiden Schizophrenie und einer dadurch beding
ten 100%igen Arbeitsunfähigkeit an einem Arbeitsplatz in der freien Wirtschaft aussprechen, vermögen sie sich auf keine fachkundige Einschätzung zu berufen, welche ihre Darstellung stützen würde. Es liegt kein (fach-)ärztlicher Bericht bei den Akten, aufgrund dessen sich Zweifel an der gutachterlichen Einschätzung ergeben würden. Auch sind keine Hinweise aktenkundig, wonach die Leistungs
einschränkung in erster Linie auf ein relevantes Suchtgeschehen (Cannabis) zu
rückzuführen wäre. Vielmehr ist der
Cannabisgebrauch
gemäss Dr. F._
«weitgehend sistiert» und ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (vgl. E. 3.
5
hier
vor).
Nach Auffassung von
Dr.
C._
ist
der «deutlich reduzierte» Cannabiskon
sum
n
icht als U
rsache der psychischen Störung, sondern
eher als Versuch einer Selbstmedikation
anzusehen
(vgl. E. 3.6 hiervor)
.
Sodann ist d
ie Ambivalenz ge
genüber der Behandlung und die damit einhergehend
e
nicht immer zuverlässige Medikamenten
-C
ompliance laut Gutachten als krankheitsinhärent zu beurteilen
(vgl. E. 3.6 hiervor)
.
Entgegen dem Standpunkt der Beschwerdeführerin (Urk. 1 S. 12 Ziff. 34) tut es schliesslich dem Beweiswert der Expertise keinen Abbruch, dass anlässlich der Begutachtung eine Besprechung mit der behandelnden Psy
chiaterin erfolgte.
Ob ein
Sachverständiger
auch fremdanamnestische Auskünfte einholt, ist seinem fachärztlichen Ermessen anheimgestellt (Urteil
des Bundesge
richts
8C_601/2016 vom 2
9.
November 2016 E. 5.2.1).
Vorliegend bestehen keine Anhaltspunkte, dass die den Beigeladenen teilstationär beziehungsweise ambu
lant behandelnde Dr. F._ im Rahmen dieses fachärztlichen Austausches in irgendeiner Form nicht lege artis auf Dr. C._ eingewirkt hätte respektive er Solches zugelassen hätte. Es kann deshalb
sowohl in diagnostischer Hinsicht als auch bezüglich der Arbeitsfähigkeitseinschätzung
auf das Gutachten von Dr. C._ abgestellt werden.
4.5
Gemäss BGE 143 V 418 (Urteil des Bundesgerichts 8C_130/2017 vom 30. Novem
ber 2017)
sind
sämtliche psychischen Leiden für die Beurteilung der Arbeitsfä
higkeit grundsätzlich
einem strukturierten Beweisverfahren nac
h BGE 141 V 281 zu unterziehen
.
Diese neue Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxis
änderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts
9C_
580/2017 vom 16. Januar 2018 E.
3.1 mit Hinweisen
) und somit grundsätz
lich auch im vorliegenden Fall massgebend.
Angesichts dessen, dass
im Falle des Beigeladenen
zum einen
mit der
paranoiden
Schizophrenie ein Störungsbild di
agnostiziert wurde, das
sich
aufgrund klinischer psychiatrischer Untersuchung bezüglich Überprüf- und Objektivierbarkeit mit somatischen Erkrankungen ver
gleichen lässt,
und zum anderen keine Hinweise auf Inkonsistenzen, Aggravation oder Simulation bestehen,
kann
indes vorliegend praxisgemäss
von der Durch
führung eines strukturierten Beweisverfahren
s
nac
h Massgabe von BGE 141 V 281
abgesehen werden (
vgl. BGE 143 V 418 E. 7.1
mit Hinweis auf BGE 139 V 547 E.
7.1.4).
5.
Nach dem Ausgeführten steht fest
, dass de
r
Beigeladene
im massgebenden Beur
teilungszeitraum bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 8. April 2016 (Urk. 2) auf dem ersten Arbeitsmarkt über keine verwertbare Arbeitsfähigkeit ver
fügte. Damit liegt eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vor, welche Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung begründet. In Anbetracht dessen, dass seit dem 22. März 2013 (Zweithospitalisation in der Klinik D._, vgl. E. 3.2 hiervor) eine anhaltende Arbeitsunfähigkeit von 100 % vorlag, ent
stand der Rentenanspruch per 1. März 2014 (vgl. E. 1.2-1.4 hiervor). Eine so ge
nannte verspätete Anmeldung liegt nicht vor, erfolgte doch die Anmeldung zum Leistungsbezug am 4. Juni 2013 (Urk. 7/2), womit die sechsmonatige Karenzfrist gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG eingehalten ist.
Dementsprechend erweist sich der angefochtene Rentenentscheid vom 8. April 2016 (Urk. 2) als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6.
Die Kosten des Verfahrens gemäss Art.
69
Abs.
1
bis
IVG
sind
auf Fr. 8
00.-- fest
zusetzen und
ausgangsgemäss
de
r
unterliegenden Beschwerdeführer
in
aufzuerle
gen.