Decision ID: 19f857f2-dcf7-5e44-9c3b-781683ecea32
Year: 2017
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der am (...)1952 geborene serbische Staatsangehörige A._ (im
Folgenden: Versicherter oder Beschwerdeführer), wohnhaft in Italien, ar-
beitete während mehrerer Jahre in der Schweiz und leistete die entspre-
chenden obligatorischen Beiträge an die schweizerische Alters-, Hinterlas-
senen- und Invalidenversicherung (AHV/IV; IV-act. 15). Am 14. Mai 2008
stellte er bei der IV-Stelle für Versicherte im Ausland (im Folgenden: IVSTA
oder Vorinstanz) ein Gesuch um Gewährung einer Rente der schweizeri-
schen Invalidenversicherung. Als invalidisierende Krankheitsgründe gab er
Hypersomnie mit Schlafapnoe, Adipositas, respiratorische Insuffizienz so-
wie Diabetes mellitus an (IV-act. 5).
B.
Nach der Durchführung der entsprechenden erwerblichen und medizini-
schen Abklärungen wies die Vorinstanz mit Verfügung vom 6. Oktober
2009 das Leistungsbegehren des Beschwerdeführers ab (IV-act. 48). Die
hiergegen vom Beschwerdeführer, nunmehr vertreten durch lic. iur. Gojko
Reljic, am 3. November 2009 erhobene Beschwerde (IV-act. 49) hiess das
Bundesverwaltungsgericht mit Urteil C-6846/2009 vom 21. November 2011
teilweise gut und wies die Sache zurück an die Vorinstanz mit der Anwei-
sung, ergänzende medizinische Abklärungen im Sinne einer neurologi-
schen Begutachtung des Beschwerdeführers durchzuführen und an-
schliessend über den Rentenanspruch neu zu verfügen (IV-act. 62).
In Umsetzung des bundesverwaltungsgerichtlichen Rückweisungsauftrags
veranlasste die Vorinstanz die neurologische Begutachtung des Beschwer-
deführers durch Dr. med. B._ vom 12. September 2011 (recte: vom
12. September 2012, vgl. IV-act. 78; IV-act. 80). Mit Verfügung vom
21. März 2013 wies die Vorinstanz das Leistungsbegehren des Beschwer-
deführers ab mit der Begründung, aus den nun ergänzten Akten gehe keine
ausreichende durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit während der Dauer ei-
nes Jahres hervor. Trotz der beim Beschwerdeführer vorliegenden Ge-
sundheitsbeeinträchtigungen sei eine dem Gesundheitszustand ange-
passte gewinnbringende Tätigkeit noch immer in rentenausschliessender
Weise zumutbar (IV-act. 97).
C.
Der Beschwerdeführer erhob hiergegen mit Eingabe vom 25. April 2013
Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht mit den Anträgen, es seien
der angefochtene Entscheid aufzuheben und ihm eine ganze Rente mit
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Wirkung ab dem 1. Dezember 2006 zuzusprechen, eventualiter sei die Sa-
che an die Vorinstanz zurückzuweisen. Zur Begründung machte der Be-
schwerdeführer eine Verschlechterung seines Gesundheitszustandes gel-
tend unter Berufung auf neue Arztberichte, welche eine seit der neurologi-
schen Begutachtung neu hinzugetretene Angstsymptomatik bescheinig-
ten. Nach Rücksprache mit dem ärztlichen Dienst der Invalidenversiche-
rung (im Folgenden: RAD) beantragte die Vorinstanz in ihrer Vernehmlas-
sung vom 27. August 2013 beim Bundesverwaltungsgericht, die Be-
schwerde sei gutzuheissen, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben
und die Sache an die Verwaltung zurückzuweisen zwecks Durchführung
einer psychiatrischen Begutachtung des Beschwerdeführers. Mit Urteil
C-2375/2013 vom 12. September 2013 befand das Bundesverwaltungsge-
richt, der rechtserhebliche Sachverhalt sei nicht nur in psychiatrischer Hin-
sicht unvollständig, sondern es sei auch eine allfällige pneumologische/in-
ternistische Abklärung indiziert. Das Bundesverwaltungsgericht hiess des-
halb die Beschwerde gut und wies die Sache zur ergänzenden medizini-
schen Abklärung an die Vorinstanz zurück (IV-act. 100-103).
D.
D.a Mit Schreiben vom 28. November 2013 teilte die Vorinstanz dem wei-
terhin durch lic. iur. Gojko Reljic vertretenen Beschwerdeführer mit, sie
werde die Durchführung einer medizinischen Abklärung in den Fachdiszip-
linen Psychiatrie, Pneumologie und allgemeine innere Medizin veranlas-
sen, unter Beilage des Fragekatalogs an die Gutachter, und setzte dem
Beschwerdeführer eine Frist von 10 Tagen für die Erhebung eines allfälli-
gen Einwands gegen die Begutachtung respektive für die Formulierung
von Ergänzungsfragen (IV-act. 106). Den Gutachtensauftrag vergab sie am
21. Januar 2014 an die Medizinische Abklärungsstelle MEDAS Zentral-
schweiz, Luzern (im Folgenden: MEDAS), unter Formulierung besonderer
Fragen (IV-act. 110). Am 10. Juli 2014 erging das interdisziplinäre Gutach-
ten der MEDAS, mitsamt einem rheumatologischen, einem psychischen
sowie einem pneumologischen Teilgutachten (IV-act. 116). Nach Einholung
dreier RAD-Stellungnahmen vom 19. August 2014 (IV-act. 128), vom
10. September 2014 (IV-act. 132) sowie vom 22. Oktober 2014 (IV-act.
135) sowie des RAD-Schlussberichts vom 23. Dezember 2014, gleichfalls
wie nach der Durchführung des Einkommensvergleichs vom 6. November
2014 (IV-act. 136) erliess die Vorinstanz den Vorbescheid vom 20. Januar
2015. In diesem befand sie, der Beschwerdeführer sei in seiner zuletzt aus-
geübten beruflichen Tätigkeit als Kulturmediator zu 50 % arbeitsunfähig. In
einer dem Gesundheitszustand angepassten Tätigkeit sei er indessen voll
arbeitsfähig, dies mit einer Erwerbseinbusse von 23 %. Insgesamt liege
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damit keine Invalidität vor, die einen Rentenanspruch zu begründen ver-
möge, weshalb das Leistungsbegehren abzuweisen sein werde (IV-act.
141).
D.b Mit Eingaben vom 22. Januar 2015 (IV-act. 142) und 19. Februar 2015
(IV-act. 146) erhob der Beschwerdeführer hiergegen Einwände bei der
Vorinstanz. Der Beschwerdeführer rügte hierbei, die RAD-Stellungnahmen
seien inakzeptabel. Ausserdem sei RAD-Arzt Dr. med. C._ als
Facharzt für Allgemeine Medizin nicht in der Lage, sämtliche (insbesondere
die psychischen) Beschwerden des Versicherten zu beurteilen. Mit Schrei-
ben vom 24. März 2015 (IV-act. 148), vom 1. April 2015 (IV-act. 152) sowie
vom 4. Mai 2015 (IV-act. 158) reichte der Beschwerdeführer via dessen
Rechtsvertreter weitere Arztberichte sowie eine von ihm persönlich ver-
fasste Stellungnahme zum Schlussbericht des RAD ein. Am 23. Juni 2015
erging der Schlussbericht von RAD-Arzt Dr. med. C._, in welchem
dieser an seinen bisherigen Stellungnahmen festhielt (IV-act. 161). Mit
Schreiben vom 29. Oktober 2015 legte der Beschwerdeführer ausserdem
einen Befund des Ärztekollegiums zur Anerkennung der Zivilinvalidität des
(...) D._ vom 20. Oktober 2015 ins Recht (IV-act. 166). In der me-
dizinischen Stellungnahme vom 31. Oktober 2015 schloss sich Dr. med.
E._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, der Ein-
schätzung von Dr. med. C._ an (IV-act. 167). Mit Verfügung vom
13. November 2015 wies die Vorinstanz das Leistungsbegehren des Be-
schwerdeführers ab. Zur Begründung verwies sie auf die eingeholten RAD-
Stellungnahmen (IV-act. 168).
E.
Hiergegen erhob der Beschwerdeführer am 17. Dezember 2015 Be-
schwerde beim Bundesverwaltungsgericht mit den Anträgen, es seien die
Verfügung der IVSTA vom 13. November 2015 aufzuheben und ihm ab
dem 1. Dezember 2006 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen oder die
Sache erneut abzuklären, unter Kosten- und Entschädigungsfolge (BVGer-
act. 1).
F.
In ihrer Vernehmlassung vom 11. März 2016 beantragte die Vorinstanz, die
Beschwerde sei abzuweisen und die angefochtene Verfügung sei zu be-
stätigen (BVGer-act. 5).
G.
Der mit Zwischenverfügung vom 17. März 2016 beim Beschwerdeführer
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Seite 5
erhobene Kostenvorschuss von Fr. 800.– (BVGer-act. 6) ging am 31. März
2016 bei der Gerichtskasse des Bundesverwaltungsgerichts ein (BVGer-
act. 8).
H.
Mit Replik vom 20. April 2016 reichte der Beschwerdeführer den Bericht
einer Neurologin vom 15. Februar 2016 beim Bundesverwaltungsgericht
ein (BVGer-act. 9).
I.
Mit ihrer Duplik vom 24. Juni 2016 hielt die Vorinstanz an ihrem Antrag auf
Abweisung der Beschwerde fest und wies zur Begründung vollumfänglich
auf die von ihr eingeholte Stellungnahme des RAD vom 31. Mai 2016
(BVGer-act. 11).
J.
Mit unaufgefordert zugestellter Eingabe vom 28. Juli 2016 legte der Be-
schwerdeführer weitere medizinische Berichte ins Recht (BVGer-act. 11).
Mit Schreiben vom 25. Oktober 2016 reichte er ausserdem den Befund des
Ärztekollegiums zur Anerkennung der Zivilinvalidität des (...) D._
vom 18. Oktober 2016 nach (BVGer-act. 15).
K.
Mit Instruktionsverfügung vom 25. November 2016 ersuchte das Bundes-
verwaltungsgericht die Vorinstanz um die Zustellung eines IK-Auszugs be-
treffend den Beschwerdeführer sowie allfälliger weiterer Unterlagen zur Er-
werbstätigkeit des Beschwerdeführers bis 2008 als Basis für das Validen-
einkommen (BVGer-act. 17).
L.
Mit Eingabe vom 7. Dezember 2016 reichte die Vorinstanz dem Bundes-
verwaltungsgericht den IK-Auszug des Beschwerdeführers vom 6. Dezem-
ber 2016 nach und führte aus, ihre Annahmen im Einkommensvergleich
basierten auf den Angaben des Beschwerdeführers im Fragebogen vom
29. Juli 2014, dem IK-Auszug sowie den medizinischen Untersuchungen.
Lohnabrechnungen, Fragebogen der bisherigen Arbeitgeber u.ä. lägen ihr
nicht vor. Die vom Beschwerdeführer in Italien ausgeübten beruflichen Tä-
tigkeiten könnten in zeitlicher Hinsicht nicht als repräsentativ betrachtet
werden (BVGer-act. 18).
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Seite 6
M.
Auf den weiteren Inhalt der Akten sowie der Rechtsschriften ist – soweit
erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Behandlung der Beschwerde zu-
ständig (Art. 31, 32 und 33 Bst. d VGG [SR 173.32]; Art. 69 Abs. 1 Bst. b
IVG [SR 831.20]). Als Adressat der angefochtenen Verfügung ist der Be-
schwerdeführer durch diese besonders berührt und hat ein schutzwürdiges
Interesse an deren Aufhebung oder Abänderung, weshalb er zur Erhebung
der Beschwerde legitimiert ist (Art. 48 Abs. 1 VwVG [SR 172.021]); siehe
auch Art. 59 ATSG [SR 830.1]). Nachdem auch der Kostenvorschuss recht-
zeitig geleistet wurde, ist auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-
schwerde einzutreten (Art. 50 Abs. 1, Art. 52 Abs. 1 und Art. 63 Abs. 4
VwVG; siehe auch Art. 60 ATSG).
2.
Anfechtungsobjekt und damit Begrenzung des Streitgegenstandes des
vorliegenden Beschwerdeverfahrens (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1) bildet die
Verfügung vom 13. November 2015, mit welcher die Vorinstanz das erst-
malige Leistungsgesuch des Beschwerdeführers mangels anspruchsbe-
gründender Invalidität abgelehnt hat. Prozessthema ist somit der Anspruch
des Beschwerdeführers auf eine schweizerische Invalidenrente.
3.
Zunächst sind die zur Beurteilung der Streitsache massgebenden rechtli-
chen Bestimmungen darzulegen.
3.1 Auf den Beschwerdeführer als Bürger von Serbien, wohnhaft in Italien,
findet weiterhin das schweizerisch-jugoslawische Sozialversicherungsab-
kommen vom 8. Juni 1962 (SR 0.831.109.818.1; im Folgenden: Sozialver-
sicherungsabkommen) Anwendung, nachdem die Schweiz nach dem Zer-
fall der Föderativen Volksrepublik Jugoslawien mit Serbien kein neues Ab-
kommen über die soziale Sicherheit abgeschlossen hat (BGE 126 V 203
E. 2b, 122 V 382 E. 1, 119 V 101 E. 3). So erhalten die in einem Drittstaat
wohnenden schweizerischen und jugoslawischen Staatsangehörigen nach
Art. 3 i.V.m. Art. 1 des Sozialversicherungsabkommens Leistungen, auf die
sie insbesondere gestützt auf die schweizerische Bundesgesetzgebung
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über die Invalidenversicherung Anspruch haben, uneingeschränkt sowie
ungekürzt. Nach Art. 2 i.V.m. Art. 1 des Sozialversicherungsabkommens
stehen die Staatsangehörigen der Vertragsstaaten ausserdem einander in
ihren Rechten und Pflichten aus namentlich der schweizerischen Bundes-
gesetzgebung über die Invalidenversicherung gleich, soweit nichts ande-
res bestimmt ist.
Bestimmungen, die hinsichtlich der Voraussetzungen des Anspruchs auf
eine schweizerische Invalidenrente und der anwendbaren Verfahrensbe-
stimmungen von dem in Art. 2 des Sozialversicherungsabkommens aufge-
stellten Grundsatz der Gleichstellung abweichen, finden sich weder im So-
zialversicherungsabkommen selbst noch in den seither abgeschlossenen
schweizerisch-jugoslawischen Vereinbarungen. Der Anspruch des Be-
schwerdeführers auf Leistungen der schweizerischen Invalidenversiche-
rung bestimmt sich demnach allein aufgrund der schweizerischen Rechts-
vorschriften resp. des IVG, der IVV (SR 832.201), des ATSG sowie der
ATSV (SR 830.11; vgl. BGE 130 V 253 E. 2.4).
3.2 Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung einer Streit-
sache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen
Verwaltungsverfügung (hier: 13. November 2015) eingetretenen Sachver-
halt ab (BGE 132 V 215 E. 3.1.1). Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither
verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwal-
tungsverfügung sein (BGE 121 V 362 E. 1b). Diese sind indessen soweit
zu berücksichtigen, als sie mit dem Streitgegenstand in engem Sachzu-
sammenhang stehen und geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des
Erlasses der Verfügung zu beeinflussen (vgl. Urteil des Bundesgerichts
9C_24/2008 vom 27. Mai 2008 E. 2.3.1).
Der Beschwerdeführer hat dem Bundesverwaltungsgericht mit seiner Rep-
lik vom 20. April 2016 einen Bericht betreffend eine neurophysiologische
Untersuchung vom 15. Februar 2016 eingereicht, in welchem Dr.
S._ unter anderem die Diagnosen Zustand nach paroxysmalem La-
gerungsschwindel und distale symmetrische sensomotorische Polyneuro-
pathie unter möglicher autonomer Mitbeteiligung stellte. Dieser Arztbericht
datiert erst nach Erlass der angefochtenen Verfügung vom 13. November
2015. Soweit dieser Arztberichte neue Befunde oder Hinweise auf eine seit
der angefochtenen Verfügung ergangene Verschlechterung des Gesund-
heitszustandes des Beschwerdeführers enthält, kann er nach dem Gesag-
ten im vorliegenden Beschwerdeverfahren nicht berücksichtigt werden.
Eine allfällige Verschlechterung seines Gesundheitszustandes hätte der
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Beschwerdeführer mittels Neuanmeldung bei der Vorinstanz geltend zu
machen. Dasselbe gilt für den am 25. Oktober 2016 durch den Beschwer-
deführer nachgereichten Befund des Ärztekollegiums zur Anerkennung der
Zivilinvalidität des (...) D._ vom 18. Oktober 2016, gemäss wel-
chem die Ärztekommission eine Invalidität von 80 % festgestellt habe.
Demgegenüber können die Arztberichte von Dr. F._ vom 4. Dezem-
ber 2015 sowie vom 22. Juli 2016 vorliegend berücksichtigt werden, soweit
diese Rückschlüsse auf den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers
im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung erlauben (vgl.
nachfolgend E. 9.2).
3.3 In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze mass-
geblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechts-
folgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 132 V 215 E. 3.1.1),
weshalb jene Vorschriften Anwendung finden, die spätestens beim Erlass
der Verfügung vom 13. November 2015 in Kraft standen, weiter aber auch
Vorschriften, die zu jenem Zeitpunkt bereits ausser Kraft getreten waren,
die aber für die Beurteilung allenfalls früher entstandener Leistungsansprü-
che von Belang sind.
4.
Anspruch auf eine Rente der schweizerischen Invalidenversicherung hat,
wer invalid im Sinne des Gesetzes ist (vgl. Art. 8 Abs. 1 ATSG) und beim
Eintritt der Invalidität während der gesetzlich vorgesehenen Dauer Beiträge
an die Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (AHV/IV) geleis-
tet hat, das heisst während mindestens drei Jahren laut Art. 36 Abs. 1 IVG.
Diese Voraussetzungen müssen kumulativ gegeben sein – ist eine davon
nicht erfüllt, so entsteht kein Rentenanspruch, selbst wenn die andere zu
bejahen ist.
Der Beschwerdeführer hat unbestrittenermassen während mehr als drei
Jahren Beiträge an die schweizerische AHV/IV geleistet, so dass die
Voraussetzung der Mindestbeitragsdauer für den Anspruch auf eine or-
dentliche Invalidenrente erfüllt ist.
5.
5.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidi-
tät kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körper-
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lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zu-
mutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teil-
weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des
Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der
gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä-
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar
ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchti-
gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte,
volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich
zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tä-
tigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6
ATSG).
5.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherte Anspruch auf eine
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare Eingliederungs-
massnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (Bst. a);
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min-
destens zu 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (Bst. b); und nach Ablauf
dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (Bst. c). Art. 29 Abs. 1 IVG
sieht vor, dass der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Mo-
naten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1
ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Alters-
jahrs folgt, entsteht.
5.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente,
wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine Dreivier-
telsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad
von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei ei-
nem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertels-
rente. Nach Art. 29 Abs. 4 IVG werden Renten, die einem Invaliditätsgrad
von weniger als 50 % entsprechen, nur an Versicherte ausgerichtet, die
ihren Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz
haben, soweit nicht staatsvertragliche Vereinbarungen eine abweichende
Regelung vorsehen.
Das vorliegend anwendbare Sozialversicherungsabkommen mit Jugosla-
wien (s. E. 3.1) sieht keine Abweichung vom Grundsatz vor, dass Renten,
die einem Invaliditätsgrad von weniger als 50 % entsprechen, nur an Ver-
sicherte mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt in der Schweiz ausge-
richtet werden.
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Seite 10
6.
Die Vorinstanz wies in der angefochtenen Verfügung das Leistungsbegeh-
ren des Beschwerdeführers ab. Zur Begründung stellte sie gestützt auf die
Beurteilung des RAD sowie das eingeholte Gutachten fest, es liege beim
Beschwerdeführer keine invalidisierende psychische Erkrankung vor, die
beschriebene soziale Phobie sei sekundär und im Rahmen des bereits
leicht invalidisierenden Schlafapnoe-Syndroms zu sehen. Invalidisierend
seien die Schlafapnoe und die Gonarthrose rechts, diese beiden Gesund-
heitsstörungen seien verantwortlich für eine maximale Arbeitsunfähigkeit
von 50 % in der angestammten Tätigkeit als Kulturmediator. In jeder ande-
ren angepassten Tätigkeit sei unter Einhalten der funktionellen Einschrän-
kungen (leichte bis mittelschwere ganztägige Arbeiten in wechselnder Kör-
perposition, unter Ausschluss von schweren Arbeiten, ohne kniende oder
kauernde Arbeiten, ohne Treppen- oder Leitersteigen, ohne Arbeiten, wel-
che Konzentration oder Hantieren an Maschinen oder Fahrzeugen erfor-
dern) eine volle Arbeitsfähigkeit zumutbar, dies mit einer Erwerbseinbusse
von 23 %. Das eingeholte Gutachten sei von einer guten medizinisch-kriti-
schen Qualität. Die klinische Untersuchung sei ausführlich und vollständig.
Die vom Beschwerdeführer eingereichten neuen Unterlagen seien dem
RAD unterbreitet worden, welcher seine bisherige Stellungnahme bestätigt
habe. Ebenfalls sei die Beurteilung eines Psychiaters einbezogen worden,
welcher Einschränkungen aus psychiatrischer Sicht verneint habe.
Der Beschwerdeführer macht demgegenüber im vorliegenden Beschwer-
deverfahren geltend, er habe mit Wirkung ab dem 1. Dezember 2006 An-
spruch auf eine ganze Invalidenrente. Aufgrund seiner psychischen Be-
schwerden, der Schlafapnoe, der Gonarthrose sowie der übrigen Leiden
weise er eine Erwerbseinbusse von mindestens 70 % auf. Den von ihm
eingereichten Berichten der Spezialärzte, bei welchen sich der Beschwer-
deführer bereits seit mehreren Jahren in Behandlung befinde, sei mehr
Glauben zu schenken als den von der Vorinstanz bezahlten MEDAS- und
RAD-Ärzten. Der Beschwerdeführer rügt sodann eine Diskriminierung, in-
dem bei ihm als Versicherten aus dem Balkan andere Kriterien als bei den
Schweizer Bürgern und Bürgern der EU angewendet worden seien.
Schliesslich beantragt der Beschwerdeführer, es sei ein externes bezie-
hungsweise unabhängiges Gutachten einzuholen.
7.
Der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers wurde bereits mehrfach
durch die Vorinstanz sowie das Bundesverwaltungsgericht geprüft (vgl.
Sachverhalt Bst. B bis D). Die wichtigsten der in diesem Zusammenhang
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Seite 11
bereits vorliegenden Beurteilungen sind, gleichfalls wie die seither neu ein-
gegangenen medizinischen Unterlagen, im Nachfolgenden zusammenfas-
send darzustellen.
7.1 Die erste vorinstanzliche Verfügung vom 6. Oktober 2009 (IV-act. 48)
basierte hauptsächlich auf den RAD-Stellungnahmen von Dr. med.
G._ (Facharzt für Innere Medizin) vom 17. Juli 2009 und 18. Sep-
tember 2009. Dieser kam nach Einsicht in die medizinischen Unterlagen
zum Schluss, dass die vorliegenden Gesundheitsbeeinträchtigungen nicht
invalidisierend seien. Der Diabetes sei ohne Komplikationen. Für die The-
rapie der diagnostizierten Schlafapnoe verfüge der Beschwerdeführer über
ein CPAP-Gerät. Zu Beginn komme es häufig vor, dass die Therapie noch
nicht optimal funktioniere. Es nehme eine gewisse Zeit in Anspruch, bis das
Gerät den individuellen Ansprüchen entsprechend eingestellt sei. Ferner
sei die Beendigung des Arbeitsverhältnisses im Februar 2007 aufgrund
wirtschaftlicher und nicht aufgrund gesundheitlicher Gründe erfolgt. Wäh-
rend des Arbeitsverhältnisses hätte der Beschwerdeführer bereits an der
Schlafapnoe gelitten. Der Beschwerdeführer sei somit in seiner bisherigen
Tätigkeit nach wie vor zu 100% arbeitsfähig (IV-act. 40 und 47).
7.2 In seinem Urteil C-6846/2009 vom 21. November 2011, Erwägung 4.3
befand das Bundesverwaltungsgericht diese Einschätzung des RAD als
nachvollziehbar. Es entschied indessen in der Erwägung 4.4, dass in neu-
rologischer Hinsicht Dr. med. G._ als Facharzt für Innere Medizin
für die Beurteilung der „diffusen zerebralen Atrophie“ nicht qualifiziert ge-
wesen sei und es unklar verbleibe, ob die allfälligen neuropsychologischen
Gesundheitsbeeinträchtigungen des Beschwerdeführers aufgrund der at-
testierten diffusen zerebralen Atrophie aufgetreten seien und ob diese Be-
schwerden gegebenenfalls eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers begründen könnten. Entsprechend ordnete das Bun-
desverwaltungsgericht die Einholung einer neurologischen Begutachtung
an (IV-act. 62).
7.3 Die zweite vorinstanzliche Verfügung vom 21. März 2013 (IV-act. 97)
basierte hauptsächlich auf dem neurologischen Gutachten vom 12. Sep-
tember 2012. In jenem stellte Dr. med. B._ nach Auflistung der
Anamnese sowie der aktuellen, vom Versicherten geschilderten Beschwer-
den die nachfolgenden Diagnosen – jeweils ohne Auswirkung auf die Ar-
beitsfähigkeit:
 diskrete kognitive Störung mit leichter Beeinträchtigung verbal-mnestischer
Prozesse sowie der Konzentrationsfähigkeit;
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Seite 12
 klinisch leicht ausgeprägte Polyneuropathie bei DM Typ II;
 subjektiv schwere Fatigue bei Schlafapnoesyndrom;
 Adipositas per magna;
 Diabetes Mellitus Typ II;
 klinisch leicht ausgeprägte Polyneuropathie bei Diabetes Mellitus;
 hypertensive Kardiopathie.
Die Fatigue Skala für Motorik und Kognition (FSMC), welche die subjektive
Einschätzung des Versicherten im Hinblick auf seine vermehrte Müdigkeit
wiedergebe, weise mit einem Gesamtwert von 80 auf eine mögliche
schwere Fatigue hin, stehe indessen im diskrepanten Widerspruch zum
klinischen Eindruck des während der Untersuchung geistig wachen und in-
tellektuell flexiblen Versicherten. In neurologischer Hinsicht seien insge-
samt keine relevanten neurologischen Diagnosen zu stellen. Ebenfalls hät-
ten sich keine Anhaltspunkte auf eine vermehrte Ermüdbarkeit des Versi-
cherten gezeigt. Bei der diagnostizierten leichten Polyneuropathie bei Dia-
betes Mellitus Typ II sowie der leichten Beeinträchtigung der Konzentrati-
onsfähigkeit und verbal-mnestischer Leistungen handle es sich um Beein-
trächtigungen der höheren Hirnfunktionen mit unklarer Ursache. Differen-
zialdiagnostisch sei die bildgebend festgehaltene zerebrale Atrophie in Er-
wägung zu ziehen, andererseits bestehe auch ein Schlafapnoe-Syndrom,
welches gemäss Angabe mit CPAP nur ungenügend behandelt werde, weil
der Versicherte beim Schlafen die Maske entferne. Inwiefern im Hinblick
auf das Schlafapnoe-Syndrom, einer im Grunde behandelbaren Störung,
ein ungenügender Therapieerfolg vorliege, sei bei Bedarf zusätzlich durch
einen Facharzt für Pneumologie einzuschätzen. Unter Ausklammerung der
vom Versicherten geltend gemachten Fatigue, welche internistischer Ursa-
che sei und von einem Internisten/Pneumologen zu gewichten sei, bestehe
keine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit aus rein neurologischer Sicht.
Auch unter der Annahme, dass die höchstens leicht ausgeprägten kogniti-
ven Beeinträchtigungen eine neurologische Ursache hätten, zum Beispiel
im Rahmen der bildgebend erfassten zerebralen Atrophie, seien diese der-
art gering ausgeprägt, dass sich dadurch keine Beeinträchtigung der Ar-
beitsfähigkeit begründen lasse (IV-act. 80).
7.4 Der Rheumatologe Dr. med. T._ stellte in seiner Stellungnahme
vom 8. Oktober 2012 fest, es lägen gemäss dem Gutachten von
Dr. B._ vom 12. September 2012 keine invalidisierenden kognitiven
Einschränkungen vor. Insgesamt seien die früheren RAD-Stellungnahmen
zu bestätigen (IV-act. 85). Mit Stellungnahme vom 29. Januar 2013 erklärte
C-8217/2015
Seite 13
Dr. med. T._, es sei entgegen der Einwände des Beschwerdefüh-
rers nicht erforderlich, Dr. med. B._ zusätzliche Arztberichte für eine
ergänzende Stellungnahme zuzustellen, da dieser als Facharzt eigene
neuropsychologische Tests beim Beschwerdeführer durchgeführt und be-
urteilt habe (IV-act. 94).
7.5 Während des laufenden, durch den Beschwerdeführer anhängig ge-
machten Beschwerdeverfahrens befand RAD-Arzt Dr. med. H._,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, in seiner Stellungnahme vom
17. Juli 2013 mit Blick auf eine neu eingegangene psychiatrische Beurtei-
lung von Dr. med. F._ vom 21. Mai 2013 (befindet sich nicht in den
dem Bundesverwaltungsgericht vorliegenden IV-Akten), es sei zwar wahr-
scheinlich, dass keine Gesundheitsbeeinträchtigung in psychischer Hin-
sicht mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit des Versicherten vorliege. Die
psychiatrische Beurteilung sei dennoch nicht genügend detailliert, um als
Grundlage für eine Antwort zu den üblichen Abklärungsfragen sowie insbe-
sondere zur Definierung des Grads der Restarbeitsfähigkeit und der Ar-
beitsfähigkeit in einer angepassten beruflichen Tätigkeit (zum Beispiel im
Haushalt; gemäss dem erwähnten Arztbericht betrachte sich der Versi-
cherte als Hausmann) zu genügen. Es sei daher eine psychiatrische Be-
gutachtung in der Schweiz anzuordnen (IV-act. 101).
7.6 Mit Urteil C-2375/2013 vom 12. September 2013 ordnete das Bundes-
verwaltungsgericht gestützt auf die Beurteilungen der Dres. med.
B._ und H._ die Durchführung je einer psychiatrischen so-
wie einer pneumologischen/internistischen Abklärung an (IV-act. 100-103).
7.7 Im interdisziplinären MEDAS-Gutachten vom 10. Juli 2014 stellten
Dr. med. I._, Facharzt FMH für Innere Medizin und Endokrinologie/
Diabetologie, sowie Dr. med. J._, Facharzt FMH für Rheumatolo-
gie, unter Einbezug des rheumatologischen, psychiatrischen sowie
pneumologischen Teilgutachtens, insgesamt die nachfolgenden Diagno-
sen mit einer wesentlichen Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähig-
keit:
 Tagesmüdigkeit und Schläfrigkeit, bei
o obstruktivem Schlafapnoe-Syndrom, Erstdiagnose 2006, mit
 suboptimal eingestellter Behandlung mit Überdruck-Maske und re-
siduellem Schnarchen,
 aktuell unter Therapie normaler Lungenfunktion mit leichter, unspe-
zifischer bronchialer Hyperreagibilität,
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Seite 14
 möglicher psychischer Komponente,
 möglichem ungünstigem Beitrag von Sertralin;
 Gonarthrose rechts, vorwiegend im lateralen Kompartiment, bei
o Status nach Verletzung und Operation X Ende der 1970er-Jahre.
Keinen wesentlichen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit, aber einen Krank-
heitswert, hätten die nachfolgenden Diagnosen:
 metabolisches Syndrom, mit
o morbider Adipositas „simplex“ (173.5 cm/133.5 kg, Body Mass Index
44.3) mit
 Acanthosis nigricans und multiplen Fibromata pendulantia in der
Halsregion,
o Diabetes mellitus Typ 2, Erstdiagnose 2004, ungenügend eingestellt
(HbA1c 8.3, normal 4.5-4.7), mit
 grenzwertiger Mikroalbuminämie (recte wohl: Mikroalbuminurie),
o arterieller Hypertonie, wahrscheinlich „essenziell“, Erstdiagnose 2004,
behandelt, aktuell (nach grösserem gastrointestinalem Blutverlust sechs
Tage zuvor), 115/70 mmHg, mit
 hypertensiver Kardiomyopathie (2004),
 positiver Familienanamnese (Mutter),
o Dislipidämie, behandelt, mit
 Arcus lipoides,
 leicht erniedrigtem HDL-Cholesterin,
 normalem atherogenem Index
o massiger Hyperurikämie;
 Nikotinabhängigkeit (ICD-10 F17.25; bis vor wenigen Tagen 10 bis 15 Ziga-
retten pro Tag, 40 „pack years“);
 sekundäre soziale Phobie (ICD-20 F40.1), wegen Einschlaf-Anfällen mit
Schnarchen;
 normoregenerative, normozytäre, normochrome Anämie und mässige Hy-
poproteinämie, bei
o Status nach akuter Helicobacter-positiver gastrointestinaler Ulkusblutung
(Hospitalisation am 9. April 2014),
o Status nach intrapylorischem Magenulkus 01/2006.
Als Nebenbefunde erwähnten die Gutachter:
 Myopie (Brille);
 ausgeprägtes Lückengebiss;
 Tinnitus aurium (anamnestisch);
C-8217/2015
Seite 15
 Status nach
o 1963: Ikterus (Gelbsucht), wie auch mehrere Schulkollegen, vermutlich
Hepatitis A,
o 1976: dreimonatige Hospitalisation nach Operation X am rechten Knie,
Gewichtszunahme von 20 kg
o 1990er-Jahre: mehrere Nierenkoliken,
o 2003: erneute Nierenkolik,
o 2004: Balanitis, Diagnose des Diabetes mellitus,
o 2005: erneute Nierenkolik links, Nephrolithiasis und Hydronephrose
links,
o 2006: intrapylorisches Magenulkus, Meläna, Hämoglobin 7.8,
o 2012: Beginn der ambulanten psychiatrischen Behandlung,
o 2014: Notfall-Hospitalisation bei Helicobacter-positivem-Ulkus in der Py-
lorusregion und im Bulbus duodeni, Meläna, Hämoglobin 7.9.
In der zusammenfassenden Beurteilung vermerkten die Gutachter, der
Versicherte klage subjektiv hauptsächlich über sein häufiges unfreiwilliges
Einschlafen seit seiner Bettlägerigkeit während drei Monaten nach der
Knieoperation im Jahre 1976 sowie der hierbei erfolgten Zunahme von
20 kg. Bei einem Kurzschlaf am Steuer habe er einen Unfall mit Totalscha-
den am Auto verursacht. Seither habe er nie wieder ein Auto gelenkt. Das
zweitwichtigste Problem sei das „Ohrenrauschen“, stets symmetrisch und
nur intermittierend. In der Nacht werde er von diesem nicht geweckt, wenn
er aber aufwache, sei das Geräusch sofort da. Tagsüber versuche er es
mit lauter Musik zu übertönen. Das dritte Problem betreffe sein Gewicht.
Der Versicherte fühle sich ausserdem zunehmend depressiv und sei seit
Herbst 2012 in Behandlung bei einem Psychiater. Während der dreistündi-
gen Untersuchung habe der Versicherte jedoch nie einen schläfrigen Ein-
druck gemacht.
Mit Blick auf die Arbeitsfähigkeit befanden die Gutachter, der Versicherte
sei für die zuletzt (2011) in Teilzeit ausgeübte berufliche Tätigkeit als Kultur-
Mediator aktuell sowie seit ungefähr Sommer 2006 zu mindestens 50 %
arbeitsfähig. Hierbei wirke das Schlafapnoe-Syndrom limitierend, die Ar-
beitsfähigkeit sei durch eine adäquate Therapie verbesserbar. Für sämtli-
che Verweisungstätigkeiten (inkl. Haushalt), ohne Anforderung von länger
andauernder Aufmerksamkeit und Konzentration (wie bei der Arbeit als
Chauffeur oder der Arbeit an gefährlichen Maschinen etc.), ohne Knien und
Kauern und ohne repetitives Begehen von Treppen und Besteigen von Lei-
tern, mit Beschränkung von Gehen und Stehen auf etwa einen Drittel der
C-8217/2015
Seite 16
Arbeitszeit, betrage die Arbeitsfähigkeit 100 %. Durch medizinische Mass-
nahmen könnte die Arbeitsfähigkeit verbessert werden. So könnte das
Schlafapnoe-Syndrom mittels Polysomnographie genau evaluiert und die
Therapie optimiert werden. Hilfreich wäre ebenfalls eine Abgewöhnung
vom Rauchen, eine Gewichtsreduktion, allenfalls ein bariatrischer Eingriff
sowie eine optimale Therapie aller Facetten des metabolischen Syndroms.
Die Prognose sei eher ungünstig und hänge von den Behandlungsmög-
lichkeiten ab.
Im rheumatologischen Teilgutachten vom 15. April 2013 (recte: 15. April
2014) erklärte Dr. med. J._, Facharzt FMH für Rheumatologie, die
vorliegende, „ausserplanmässige“ Untersuchung erfolge, da der Versi-
cherte bei Eintrittsdatum eine Behinderung am rechten Knie geltend ge-
macht habe, die auf eine alte Verletzung zurückzuführen sei. Der Versi-
cherte habe angegeben, gegen Ende der 1970er-Jahre am Knie operiert
worden zu sein, er wisse jedoch nicht mehr genau, weshalb. Er erinnere
sich auch nicht, einen Unfall gehabt zu haben. Die Ärzte hätten ihm damals
jede sportliche Aktivität verboten. Aktuell sei das Knie leicht geschwollen,
schmerze eigentlich nicht, er spüre aber die Wetterwechsel. Der Versi-
cherte gehe aufgrund seiner Müdigkeit kaum aus dem Haus, weshalb er
nicht angeben könne, wie weit er zu gehen vermöge. Er wolle vermeiden,
unterwegs auf einer Bank sitzend einzuschlafen. Er gehe ohne Stock. Trep-
pensteigen müsse er zu Hause nicht. Dr. med. J._ erkannte in rheu-
matologischer Hinsicht als Diagnose mit einer Einschränkung der Arbeits-
fähigkeit eine Gonarthrose rechts, vorwiegend im lateralen Kompartiment
– anamnestisch Status nach Knieverletzung rechts Ende der 1970er-Jahre
unklaren Ausmasses. Keine Einschränkung auf die Arbeitsfähigkeit habe
die Diagnose Adipositas permagna (BMI 44.6 kg/m2). Hinsichtlich der Knie-
verletzung lägen keine medizinischen Angaben vor. Aufgrund der Aussa-
gen des Versicherten sowie der grossen Operationsnarbe handle es sich
vermutlich um eine Binnenverletzung des rechten Kniegelenkes (VKB-
Ruptur, allenfalls kombiniert mit einer Meniskusläsion oder sogar einer
Tibiaplateaufraktur). Möglicherweise sei es im Rahmen der Primärversor-
gung zu einem Infekt gekommen, der Anlass für den langen Spitalaufent-
halt und die lange Ruhigstellung gegeben habe. Im Laufe der Jahre habe
sich eine sekundäre Gonarthrose vorwiegend im lateralen Kompartiment
entwickelt, klinisch bestehe aktuell eine leichte Bandinstabilität, eine leichte
Quadricepsatrophie und ein leichter Reizerguss. Die neuen Röntgenbilder
zeigten in der belasteten Aufnahme eine leichte Gelenkspaltverschmäle-
rung im lateralen Kompartiment mit deutlichen osteophytären Ausziehun-
gen. Die Knochenstruktur wirke normal. Die Kniepathologie habe – soweit
C-8217/2015
Seite 17
ersichtlich – keine relevante Einschränkung für die weitere berufliche Tä-
tigkeit des Versicherten im Bereich der Unterhaltungselektronik dargestellt.
Demgegenüber begründe die Gonarthrose rechts Einschränkungen für
eine überwiegend gehend-stehende Tätigkeit, für Arbeiten im Knien und
Kauern, für das repetitive Besteigen von Leitern und das repetitive Bege-
hen von Treppen. All die genannten Tätigkeiten spielten bei der zuletzt aus-
geführten Arbeit keine wesentliche Rolle. Stehen und Gehen sollten bei ei-
ner künftigen beruflichen Tätigkeit auf etwa einen Drittel der Arbeitszeit be-
schränkt sein. Für sämtliche (Verweisungs-) Tätigkeiten ohne die soeben
aufgeführten funktionellen Einschränkungen sei die Arbeitsfähigkeit nicht
eingeschränkt.
Im psychiatrischen Teilgutachten vom 24. April 2014 stellte der Facharzt
FMH für Psychiatrie und Psychotherapie Dr. med. K._ fest, die
Werte der Hamilton-Depressions-Scale und der Montgomery-Asberg-De-
pression-Scale lägen beim Versicherten jeweils unter dem Schwellenwert
für eine Depression und damit im klar nicht-pathologischen Bereich. Insbe-
sondere fehle für eine sekundäre depressive Symptomatik das Leitsymp-
tom einer wenig veränderlichen depressiven Stimmung. Die emotionale
Reaktivität sei erhalten. In psychiatrischer Hinsicht lägen insgesamt keine
Diagnosen mit einer Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vor. Keine Auswir-
kung auf die Arbeitsfähigkeit hätten die Diagnosen der sekundären sozia-
len Phobie (ICD-10 F40.1) bei Schlafapnoe mit Müdigkeits- und Einschlaf-
anfällen sowie der Nikotinabhängigkeit, derzeit abstinent (ICD-10 F17.20).
Die diagnostizierte soziale Phobie sei als eine Folge der Schlafapnoe zu
betrachten. Ein grosser Teil dieser Angst, zum Beispiel die Angst, nicht
mehr zu erwachen oder die Familie zu blamieren, wenn er ausser Haus
plötzlich einschlafe, entspreche eher einem bewussten Entscheid; vorherr-
schend sei vielmehr das Gefühl der Scham als jenes der Angst. Aus die-
sem Grunde sei es dem Versicherten zumutbar, diese Problematik zu über-
winden. Es sei verständlich, dass sich der Versicherte aus subjektiver Sicht
eine weitere Erwerbstätigkeit kaum mehr zutraue. Für die Frage, ob eine
bei der IV versicherte Einschränkung des Gesundheitszustandes vorliege,
sei indessen vom bio-psychischen Krankheitsmodell auszugehen, da die
sozialen Faktoren wie Alter, Ausbildung und kulturelle Aspekte als invalidi-
tätsfremd anzusehen seien. So könnte durch eine offizielle, sachliche In-
formation über seine Erkrankung die Problematik für die letzte berufliche
Tätigkeit als Kulturmediator weitgehend entschärft werden. Denkbar wäre
ebenfalls eine berufliche Tätigkeit, in welcher der Versicherte nicht sozial
exponiert sei, wie zum Beispiel als angelernter Mitarbeiter im PC-Recy-
C-8217/2015
Seite 18
cling. Aus psychiatrischer Sicht liege deshalb keine Einschränkung der Ar-
beitsfähigkeit vor. Der behandelnde Psychiater Dr. F._ habe zwar –
entgegen der vorliegenden Einschätzung – eine klassische soziale Phobie
festgestellt, jedoch keine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatri-
scher Sicht vorgenommen.
Dr. med. L._, Facharzt FMH für Pneumologie sowie Sportmedizin
SGSM, stellte im pneumologischen Teilgutachten vom 18. April 2014 die
nachfolgenden Diagnosen:
 Tagesmüdigkeit und Schläfrigkeit multifaktoreller Ätiologie, ESS 23/24
mit/bei
o obstruktivem Schlafapnoe-Syndrom (OSAS), seit 2007 unter CPAP-The-
rapie mit 10mbar,
o wahrscheinlich suboptimale Einstellung bei residuellem Schnarchen,
trotz normalem Apnoe-Hypopnoeindex (AHI) und Entsättigungsindex (EI)
sowie ungenügender Compliance bei ungewolltem Ausziehen der
Maske,
o zusätzlich v.a. psychisch bedingte Müdigkeit und Schläfrigkeit sowie po-
tenziell müdigkeitsfördernde Medikamente (Sertralin),
o Polygraphie unter Therapie: AHI 2/h, Entsättigungs-Index 4/h, ausge-
prägtes Schnarchen,
 fortgesetztes Zigarettenrauchen, kumuliert 40 py,
o aktuell normale Lungenfunktion, leichte unspezifische bronchiale Hyper-
reagibilität,
 ausgeprägte Adipositas, BMI 44.
Der Versicherte schnarche nachts trotz Tragens der CPAP-Maske und
ziehe die Maske im Schlaf oft ungewollt ab. Die residuelle Schläfrigkeit
könne zu einem relevanten Teil von einer Schlaffragmentierung durch das
Schnarchen im Rahmen des OSAS oder durch eine eventuelle psychische
Erkrankung und komplizierend auch durch die Medikation bedingt sein.
Eine Polysomnographie unter CPAP-Therapie im Schlaflabor wäre hier hilf-
reich. Auch bezüglich der CPAP-Compliance bestehe ein Verbesserungs-
potential (Verbesserung der Nasenatmung sowie des Maskensitzes). In
pneumologischer Hinsicht bestehe eine Einschränkung der Arbeitsfähig-
keit aufgrund der ausgeprägten Schläfrigkeit, die zumindest teilweise durch
das Schlafapnoe-Syndrom bedingt sei. Dieses sei im Moment wahrschein-
lich nicht optimal behandelt (Compliance, Druckeinstellung). Der Versi-
cherte sei ungeeignet für Chauffeurtätigkeiten, gleichfalls wie für Arbeiten,
die eine längerdauernde hohe Aufmerksamkeit oder Konzentration erfor-
derten. Andere Tätigkeiten seien ihm aktuell zu mindestens 50 % zumutbar,
C-8217/2015
Seite 19
dies mit Verbesserungspotential. Diese Einschätzung werde untermauert
durch den Umstand, dass der Versicherte während der mehrstündigen Be-
obachtungszeit im MEDAS keine Anzeichen von Müdigkeit, Schläfrigkeit
oder Konzentrationsprobleme gezeigt habe (IV-act. 116).
7.8 In der RAD-Stellungnahme vom 19. August 2014 erklärte Dr. med.
C._, die medizinische Aktenlage sei nun komplett. Insgesamt stellte
er die nachfolgenden Diagnosen mit einer Auswirkung auf die Arbeitsfähig-
keit:
 obstruktives Schlafapnoe-Syndrom mit suboptimaler Therapie (ICD-10
G47.3),
 Gonarthrose rechts mit Status nach Meniskusoperation in den 70er-Jahren,
sowie die nachfolgenden Diagnosen ohne eine Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit:
 Diabetes II,
 morbide Adipositas,
 sekundäre soziale Phobie,
 beginnende Coxarthrose beidseits.
Es liege definitiv keine invalidisierende psychische Erkrankung vor. Auf-
grund der Schlafapnoe und der Gonarthrose rechts sei der Versicherte seit
dem 16. August 2006 (Zeitpunkt der Diagnosestellung betreffend die
Schlafapnoe) in der bisherigen beruflichen Tätigkeit als Kulturmediator ma-
ximal zu 50 % arbeitsunfähig, in einer angepassten beruflichen Tätigkeit
bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit (IV-act. 128).
7.9 In seiner Stellungnahme vom 22. Oktober 2014 hielt RAD-Arzt Dr. med.
C._ an seiner Stellungnahme vom 19. August 2014 fest und er-
klärte, die vom Versicherten persönlich eingereichten Einwände gegen die
MEDAS-Begutachtung zeigten, dass es sich beim Versicherten um einen
schwer frustrierten Menschen handle, der völlig distanzlos und unqualifi-
ziert eine gute und umfassende Expertise diffamiere zum persönlichen
Selbstschutz (IV-act. 135).
7.10 Im Bericht vom 18. November 2014 befand Dr. F._,
Koordinatur (...), der Versicherte leide unter einer ausgeprägten Psycho-
somatose, die sich v.a. in einer diffusen, konstanten Schmerzwahrneh-
mung des Bewegungsapparates zeige. Es seien aus psychiatrischer Sicht
keine psychotischen Symptome feststellbar. Ausserhalb der eigenen vier
Wände sei der Versicherte sehr eingeschränkt anpassungsfähig an die all-
täglichen Verpflichtungen. Die Persönlichkeitsstruktur scheine leicht rigide-
C-8217/2015
Seite 20
zwänglerisch zu sein. Aus der Vernetzung der Bio-Psycho-Faktoren und
sozialen Faktoren habe sich das Vollbild einer chronischen sozialen Phobie
entwickelt, welche die somatischen Beschwerden noch verstärke infolge
der dysthymen Komponente. Psychosozial und aus psychiatrischer Sicht
sei es mit Blick auf das Alter des Versicherten und die derzeitige wirtschaft-
liche Lage wirksamer, dem Versicherten eine vorübergehende Arbeitsun-
fähigkeit von mindestens 75 % anzuerkennen zwecks minimaler ökonomi-
scher Sicherheit, anstelle einer reinen Reha- oder medizinischen Behand-
lung (IV-act. 138).
7.11 In seiner Stellungnahme vom 23. Dezember 2014 hielt RAD-Arzt
Dr. med. C._ an seinen früheren Stellungnahmen fest. Der neu vor-
gelegte psychiatrische Bericht vom 18. November 2014 enthalte keine kli-
nische Beurteilung. Bei der Beurteilung würden invaliditätsfremde Ele-
mente berücksichtigt. Die Aussage, die Anerkennung einer Arbeitsunfähig-
keit von mindestens 75 % sei einer REHA oder medizinischen Behandlung
vorzuziehen, entspreche schon lange nicht mehr dem psychiatrischen
Standard (IV-act. 140).
7.12 Mit zwei Berichten vom 18. März 2015 erklärte Dr. F._, der
Versicherte sei ein ambulanter Patient des ZPG D._. Er erscheine
aktuell weniger „zwänglerisch“, dafür resignierter bei subdepressiver Stim-
mung. Die organischen Beschwerden hätten sich verstärkt; wegen dieses
schlechten Allgemeinzustandes werde das Vollbild der sozialen Phobie
nicht direkt behandelt (IV-act. 149 f.).
7.13 In der Stellungnahme vom 23. Juni 2015 befand RAD-Arzt Dr. med.
C._, der Bericht von Dr. F._ bestätige, dass keine schwer-
wiegende und invalidisierende Erkrankung im Sinne der Invalidenversiche-
rung vorliege. Die Tatsache, dass sich ein Patient von einem Psychiater
behandeln lasse, bedeute nicht zwangsläufig, dass er auch an einer die
Arbeitsfähigkeit einschränkenden Gesundheitsstörung leide (IV-act. 161).
7.14 Im Bericht vom 31. Oktober 2015 schloss sich RAD-Arzt Dr. med.
E._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, den
Schlussfolgerungen von Dr. med. C._ an. Er führte insbesondere
aus, es gehe aus dem im psychiatrischen Teilgutachten ausführlich darge-
legten Psychostatus hervor, dass der Versicherte unter keinem psychiatri-
schen Syndrom oder einer funktionellen Einschränkung leide. Die er-
C-8217/2015
Seite 21
wähnte sekundäre soziale Phobie könne als eine normale – das heisst ge-
sunde, nachvollziehbare – Reaktion (ohne Krankheitswert) gewertet wer-
den (IV-act. 167).
8.
Zu prüfen ist, ob die Vorinstanz zu Recht gestützt auf das MEDAS-Gutach-
ten des ABI davon ausgeht, dass der Beschwerdeführer in einer angepass-
ten beruflichen Tätigkeit nach wie vor zu 100 % arbeitsfähig ist.
8.1 Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG einge-
holten, den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechenden Gutach-
ten externer Spezialärzte darf das Gericht vollen Beweiswert zuerkennen,
solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise
sprechen (BGE 137 V 210 E. 2.2.2; 135 V 465 E. 4.4). Solche Indizien
können sich aus dem Gutachten selber ergeben (z.B. innere Widersprü-
che, mangelnde Nachvollziehbarkeit) oder auch aus Unvereinbarkeiten mit
anderen ärztlichen Stellungnahmen (Urteil des Bundesgerichts
9C_49/2014 vom 29. Oktober 2014 E. 4.1).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen
Situation einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Ex-
perten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a) und ob der
Arzt über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (Urteil des
Bundesgerichts 9C_736/2009 vom 26. Januar 2010 E. 2.1).
8.2 Das interdisziplinäre MEDAS-Gutachten vom 10. Juli 2014 berücksich-
tigt die vom Versicherten beklagten Beschwerden sowie die medizinischen
Vorakten. Es beurteilt die Gesundheitseinschränkungen des Versicherten
umfassend, wobei die jeweiligen Fachärzte die für die Beurteilung der Ge-
sundheitseinschränkungen des Versicherten erforderlichen fachlichen
Qualifikationen verfügen. Ausserdem steht das Gutachten im Einklang mit
den bereits vorliegenden Begutachtungen und begründet die insgesamt
gestellten Diagnosen in nachvollziehbarer Weise. Ferner setzt es sich ein-
lässlich mit der Arbeitsfähigkeit des Versicherten auseinander und be-
stimmt in schlüssiger Weise die funktionellen Einschränkungen. So ist in
Bezug auf die gestellten Diagnosen sowie die funktionellen Einschränkun-
gen voll und ganz auf das MEDAS-Gutachten abzustellen.
C-8217/2015
Seite 22
8.3 Mit Blick auf die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit fällt indessen auf, dass
die Gutachter insgesamt eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % in der bisherigen
beruflichen Tätigkeit sowie eine volle Arbeitsfähigkeit in einer angepassten
beruflichen Tätigkeit feststellten, währenddessen der Pneumologe in Be-
zug auf die in Bezug auf die die Arbeitsfähigkeit hauptsächlich limitierende
Schlafapnoe eine Arbeitsunfähigkeit von generell (maximal) 50 % fest-
stellte. In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass nach kon-
stanter Rechtsprechung dem Facharzt in Bezug auf die Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit keine abschliessende Beurteilungskompetenz zukommt.
So ist es Aufgabe des Arztes oder der Ärztin, den Gesundheitszustand des
Versicherten zu beurteilen, Befunde zu erheben und gestützt darauf die
massgebenden Diagnosen zu stellen. Überdies nimmt die Arztperson zur
Arbeitsunfähigkeit Stellung, d.h. sie gibt eine Schätzung ab, welche sie aus
ihrer Sicht so substanziell wie möglich begründet. Schliesslich sind die ärzt-
lichen Angaben eine wichtige Grundlage für die juristische Beurteilung der
Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden kön-
nen. Es können indessen nötigenfalls, in Ergänzung der medizinischen Un-
terlagen, für die Ermittlung des erwerblich nutzbaren Leistungsvermögens
die Fachpersonen der beruflichen Integration und Berufsberatung hinzuge-
zogen werden (BGE 140 V 193 E. 3.2,132 V 93 E. 4).
Für eine nicht abschliessende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch die
Medizinalpersonen (respektive eine allfällige legitime Korrektur durch die
Verwaltung) spricht auch der Umstand, dass es der Verwaltung und nicht
den Medizinalpersonen obliegt zu definieren, welche Arbeit als bisherige
berufliche Tätigkeit des Versicherten als Grundlage für die Ermittlung des
Valideneinkommens anzusehen ist. Vorliegend haben sowohl die MEDAS-
Gutachter als auch der mit dem Dossier befasste RAD-Arzt jeweils die vom
Beschwerdeführer in Italien im Nebenerwerb ausgeübte Tätigkeit als Kul-
turmediator als dessen angestammte berufliche Tätigkeit (respektive „bis-
herige berufliche Tätigkeit“) betrachtet. Wie nachfolgend zu sehen sein
wird, ist diese Tätigkeit für den Beschwerdeführer jedoch angesichts seines
beruflichen Lebenslaufs nicht repräsentativ, weshalb auf die frühere Tätig-
keit als Verkäufer in einer Computer-, Radio- und TV-Firma bei der Vor-
nahme des Einkommensvergleichs abzustellen ist (E. 12.2.3). Die Verwal-
tung respektive das Bundesverwaltungsgericht hat daher nach Massgabe
der im Gutachten genau definierten funktionellen Einschränkungen des
Versicherten zu prüfen, ob und in welchem Umfang dieser seine ange-
stammte berufliche Tätigkeit noch ausüben kann.
C-8217/2015
Seite 23
8.4 Vorliegend sind die funktionellen Anforderungen im Rahmen der ange-
stammten beruflichen Tätigkeit des Versicherten als Verkäufer in einer
Computer-, Radio- und TV-Firma mit jenen für die im MEDAS-Gutachten
aufgeführte Tätigkeit als Kulturmediator vergleichbar. Beide Tätigkeiten
verlangen einerseits einen sozialen Austausch mit Kunden respektive Mit-
menschen sowie eine gewisse geistige Präsenz (Konzentration). Hinsicht-
lich der weiteren, in somatischer Hinsicht bestehenden funktionellen Ein-
schränkungen (kein Knien und Kauern, kein repetitives Treppen- oder Lei-
ternsteigen, Gehen oder Stehen höchstens in einem Drittel der Arbeitszeit)
erscheint die angestammte berufliche Tätigkeit als Verkäufer mit den ge-
sundheitlichen Problemen des Versicherten sogar weniger verträglich (dies
insbesondere hinsichtlich der gesundheitlich bedingten Reduzierung von
Gehen und Stehen). Die im MEDAS-Gutachten sowie durch RAD-Arzt
Dr. med. C._ für die „bisherige berufliche Tätigkeit“ des Versicher-
ten als Kulturmediator festgelegte Arbeitsunfähigkeit von 50 % muss somit
zumindest in diesem Umfang auch für dessen früher ausgeübte, ange-
stammte berufliche Tätigkeit als Verkäufer gelten. Für die angestammte
Tätigkeit als Verkäufer wäre aus juristischer Sicht sogar eine Arbeitsunfä-
higkeit von bis zu 100 % vertretbar. In jedem Fall ist damit die Zumutbarkeit
einer – an die funktionellen Einschränkungen angepassten – Verwei-
sungstätigkeit zu prüfen.
8.5 RAD-Arzt Dr. med. C._ hat in seiner Stellungnahme vom
19. August 2014 auf der Grundlage des MEDAS-Gutachtens ohne Weite-
res auf eine volle Arbeitsfähigkeit in einer angepassten beruflichen Tätig-
keit geschlossen (E. 7.8). Aus den nachfolgenden Gründen ist diese Ein-
schätzung nachvollziehbar: Die Einschätzung des RAD basiert auf dem
MEDAS-Hauptgutachten, das seinerseits auf eine volle Arbeitsfähigkeit in
einer angepassten beruflichen Tätigkeit schloss. Im MEDAS-Hauptgutach-
ten wurden sämtliche, von den jeweiligen Fachärzten verfassten Teilgut-
achten berücksichtigt. Die Hauptgutachter führten aus, dass für die bishe-
rige berufliche Tätigkeit (als Kulturmediator) hauptsächlich das Schlafap-
noe-Syndrom limitierend wirke. Die Arbeitsfähigkeit sei indessen durch
eine adäquate Therapie verbesserbar. Dem Versicherten sei eine berufli-
che Tätigkeit zumutbar, welche die aus seinen Gesundheitseinschränkun-
gen hervorgehenden funktionellen Einschränkungen berücksichtige. Im
Zusammenhang mit der Schlafapnoe sei das Erfordernis von längerdau-
ernder Aufmerksamkeit und Konzentration nicht mehr zumutbar. Der
Pneumologe Dr. med. L._ seinerseits stellte eine generelle Unfä-
higkeit für Berufe mit hohen Anforderungen an die Aufmerksamkeit oder
C-8217/2015
Seite 24
Konzentration, wie zum Beispiel als Chauffeurfahrer, fest. „Andere Tätig-
keiten“ seien dem Beschwerdeführer zu mindestens 50 % zumutbar, dies
mit Verbesserungspotential. Da der Beschwerdeführer gemäss den vorlie-
genden Akten nie als Chauffeurfahrer tätig war, bezog sich Dr. med.
L._ bei seiner Feststellung der vollen Arbeitsunfähigkeit eindeutig
nicht auf die bisherige berufliche Tätigkeit des Beschwerdeführers. Die Ar-
beitsfähigkeit von 50 % bezieht sich denn auch nicht auf spezifische, dem
Gesundheitszustand des Versicherten angepasste berufliche Tätigkeiten,
sondern nach dem Wortlaut von Dr. L._ auf alle möglichen berufli-
chen Tätigkeiten, welche keine hohen Erwartungen an die Aufmerksamkeit
oder Konzentration stellen. Diese gilt nach seiner Einschätzung somit ins-
besondere auch für die bisherige berufliche Tätigkeit des Beschwerdefüh-
rers als Verkäufer in einer Computer-, Radio- und TV-Firma (E. 12.2.3).
Eine spezifische Auseinandersetzung mit der Arbeitsfähigkeit des Versi-
cherten in Berufen, welche die im Hauptgutachten beschriebenen funktio-
nellen Einschränkungen berücksichtigen, fehlt damit im pneumologischen
Teilgutachten. Ebenfalls ist zu vermerken, dass der Pneumologe seiner-
seits ausdrücklich auf das Verbesserungspotential hinsichtlich der Arbeits-
fähigkeit des Versicherten hingewiesen hat. So sei die Compliance bezüg-
lich der Therapie der Schlafapnoe (insbesondere der Sitz der CPAP-
Maske) verbesserbar.
8.6 Hinsichtlich der in den vorliegenden medizinischen Unterlagen einstim-
mig als für ungenügend therapiert befundenen Schlafapnoe ist auf die
Schadenminderungspflicht des Versicherten zu verweisen (vgl. zum Bei-
spiel zur Compliance im Zusammenhang mit der CPAP-Therapie: Urteil
des Bundesgerichts 9C_315/2015 vom 8. Januar 2016 E. 3.2.2). Es obliegt
dem Versicherten, alles ihm Zumutbare zu unternehmen, um die Auswir-
kungen seiner Krankheit auf seine Arbeitsfähigkeit bestmöglich zu reduzie-
ren. Vorliegend wäre eine verbesserte Compliance, das heisst das Vermei-
den des nächtlichen unfreiwilligen Ausziehens der CPAP-Maske, möglich,
indem zum Beispiel der Sitz der Maske verbessert würde. Andererseits
könnte auch eine alternative Behandlungsmethode der Schlafapnoe ge-
prüft werden, so beispielsweise mittels Tragens einer Kieferspange oder
letztendlich eines chirurgischen Eingriffs. Indem der Beschwerdeführer
seine Erkrankung unzureichend therapiert (respektive therapieren lässt),
hat er nicht alle ihm zumutbaren Massnahmen ergriffen, um seine Arbeits-
fähigkeit zu erhalten. Schliesslich stellt auch das Bundesgericht klar, dass
es Art. 7 Abs. 2 ATSG (vgl. hierzu vorne E. 5.1) widerspricht, auf der Basis
von nicht austherapierten Leiden auf einen rentenbegründenden Invalidi-
tätsgrad zu schliessen (BGE 140 V 193 E. 3.3). Auch aus diesen Gründen
C-8217/2015
Seite 25
ist der Einschätzung von Dr. med. L._, insoweit er von einer gene-
rellen Arbeitsunfähigkeit von maximal 50 % spricht, nicht zu folgen.
8.7 Insgesamt ist damit nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz basie-
rend auf das eingeholte interdisziplinäre MEDAS-Gutachten sowie die ge-
stützt darauf ergangenen RAD-Stellungnahmen den Beschwerdeführer für
in einer seinen gesundheitlichen Einschränkungen angepassten berufli-
chen Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig befand.
9.
Der Beschwerdeführer macht eine Invalidität von mindestens 70 % geltend
gestützt auf die Einschätzungen der ihn behandelnden Ärzte. Jene seien
glaubwürdiger als das MEDAS-Gutachten.
9.1 Mit den im vorinstanzlichen Verfahren durch den Beschwerdeführer
eingereichten Berichten des diesen behandelnden Psychiaters (E. 7.10
und 7.12) hat sich der RAD bereits auseinandergesetzt. So hielt RAD-Arzt
Dr. med. C._ in seiner Stellungnahme vom 23. Juni 2015 überzeu-
gend fest, dass der behandelnde Psychiater Dr. F._ ebenfalls keine
schwerwiegende invalidisierende Erkrankung im Sinne der Invalidenversi-
cherung erkannt habe (E. 7.13). Der psychiatrische Facharzt des RAD
schloss sich dieser Schlussfolgerung an (E. 7.14). Die von Dr. F._
diagnostizierte soziale Phobie entspricht sodann den im MEDAS-Gutach-
ten wiedergegebenen Befunden. Eine Abweichung vom MEDAS-Gutach-
ten zeigt sich lediglich in der Einschätzung von Dr. F._ in Bezug auf
die Arbeitsfähigkeit des Versicherten. Nachdem Dr. F._ die von ihm
befürwortete Arbeitsunfähigkeit von mindestens 75 % indessen aus-
schliesslich mit invaliditätsfremden Gründen wie dem Alter des Versicher-
ten und der derzeitigen wirtschaftlichen Lage begründet, stellt diese die in
der vorangehenden Erwägung 8.3 dargelegte Auseinandersetzung der
MEDAS-Gutachter mit der Arbeitsfähigkeit des Versicherten nicht in Frage.
9.2 Im vorliegenden Beschwerdeverfahren hat der Beschwerdeführer meh-
rere Berichte seines ihn behandelnden Psychiaters Dr. F._ einge-
reicht. Im Bericht vom 16. Oktober 2015 erklärte Dr. F._, der Verlauf
der letzten sechs Monate sei im Wesentlichen unverändert. Durch haupt-
sächliches Verweilen in der eigenen Wohnung und Vermeiden sozialer
Kontakte könne der Versicherte seine Angstsymptomatik gut kompensie-
ren. Gemäss dem Bericht vom 4. Dezember 2015 habe das vermeidende
Verhalten des Versicherten in den letzten Monaten alle Bereiche seines
C-8217/2015
Seite 26
sozialen Lebens eingenommen, so dass die ärztliche Kommission des Ge-
sundheitsbezirkes D._ am 20. Oktober 2015 eine Invalidität von
80 % anerkannt habe. Die soziale Phobie des Versicherten habe sich in
den letzten Monaten insgesamt verschlechtert (mit den Folgen: weniger
Alltagsautonomie, erhöhter Pflegebedarf). Bei der sozialen Phobie handle
es sich um eine schwer invalidisierende Erkrankung mit chronischem Ver-
lauf. Mit Bericht vom 22. Juli 2016 erklärte Dr. F._, er könne die Ein-
schätzung des Gutachtens vom 31. Mai 2015 nicht nachvollziehen; immer-
hin werde auch im Gutachten eine sekundäre soziale Phobie diagnosti-
ziert, die sehr wohl eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit haben müsse.
Den Berichten von Dr. F._ sind insgesamt keine Befunde zu ent-
nehmen, welche von der Beurteilung des Gesundheitszustandes des Be-
schwerdeführers im MEDAS-Gutachten abweichen. Divergenzen beste-
hen indessen betreffend die gestützt auf die gesundheitliche Situation des
Beschwerdeführers gestellten Diagnosen sowie die Beurteilung seiner Ar-
beitsfähigkeit. In Bezug auf die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit vertrat der
den Beschwerdeführer behandelnde Psychiater bereits im vorinstanzlichen
Verfahren eine abweichende Auffassung. Das Bundesverwaltungsgericht
hat sich hierzu bereits in der Erwägung 9.1 geäussert. Die in dem nach
Erlass der angefochtenen Verfügung ergangenen Bericht vom 4. Dezem-
ber 2015 angedeutete Verschlechterung des Gesundheitszustandes des
Beschwerdeführers kann im vorliegenden Verfahren nicht berücksichtigt
werden, nachdem in casu lediglich der Gesundheitszustand des Be-
schwerdeführers bis und mit Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen
Verfügung zu beurteilen ist (vgl. hierzu E. 3.2 Abs. 2; zum Streitgegenstand
vgl. E. 2). Schliesslich darf und soll der Richter in Bezug auf Berichte der
behandelnden Ärzte der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese
mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zwei-
felsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (Urteil des Bundes-
verwaltungsgerichts C-6186/2014 vom 24. Oktober 2016 E. 3.6.2). Der
Argumentation des Beschwerdeführers, wonach die behandelnden Ärzte
eine glaubwürdigere Beurteilung seines Gesundheitszustandes dargelegt
hätten, ist daher nicht zu folgen.
Insgesamt ändern damit auch die im Beschwerdeverfahren neu einge-
reichten Berichte des behandelnden Psychiaters nichts an den Schlussfol-
gerungen der MEDAS-Gutachter.
9.3 Bezüglich der verschiedenen, vom Beschwerdeführer eingereichten
Befunde des Ärztekollegiums zur Anerkennung der Zivilinvalidität des (...)
C-8217/2015
Seite 27
D._ ist festzuhalten, dass sich die Frage, ob und gegebenenfalls ab
wann der Beschwerdeführer einen Anspruch auf Leistungen der schweize-
rischen Invalidenversicherung hat, alleine aufgrund der schweizerischen
Rechtsvorschriften bestimmt (vgl. E. 3.1). Aus dem Ausland stammende
medizinische Unterlagen unterstehen, wie auch alle übrigen Beweismittel,
der freien Beweiswürdigung des Gerichts (vgl. zum Grundsatz der freien
Beweiswürdigung BGE 125 V 351 E. 3a). Für die Beurteilung eines Ren-
tenanspruchs in der Schweiz sind daher die Feststellungen zu Invaliditäts-
grad und Anspruchsbeginn des verwaltungsinternen Ärztekollegiums zur
Anerkennung der Zivilinvalidität des ausländischen Versicherungsträgers
für die rechtsanwendenden Behörden in der Schweiz nicht verbindlich (vgl.
BGE 130 V 253 E. 2.4). Diese vermögen entsprechend die in der Schweiz
durchgeführten medizinischen Begutachtungen ebenfalls nicht in Zweifel
zu ziehen.
10.
Der Beschwerdeführer bringt vor, die Vorinstanz, die schweizerischen Spe-
zialärzte und RAD-Ärzte hätten ihn als serbischen Staatsangehörigen dis-
kriminiert, indem diese bei ihm andere Kriterien als bei den Schweizer Bür-
gern und den Bürgern der EU angewendet habe. Es sei allgemein bekannt,
dass die schweizerischen Gutachter und Begutachtungsinstitutionen auf-
grund wirtschaftlicher Abhängigkeit von der Vorinstanz zu Ungunsten von
Versicherten mit serbisch klingenden Nachnamen entschieden.
10.1 Wie bereits eingangs dargelegt, ist der Anspruch des Beschwerdefüh-
rers auf Leistungen der schweizerischen Invalidenversicherung nach
schweizerischem Recht zu beurteilen (siehe vorangehend E. 3.1). In der
angefochtenen Verfügung hat die Vorinstanz so die entsprechenden Best-
immungen des IVG und der dazugehörigen Verordnung, der IVV, umge-
setzt, gleich wie bei allen anderen Versicherten. Der Beschwerdeführer
substantiiert denn auch nicht, welche anderen Kriterien bei ihm, im Ver-
gleich zu Schweizer Staatsangehörigen, angewendet worden seien. Eine
Diskriminierung durch die rechtsanwendende Verwaltung ist damit nicht er-
sichtlich.
10.2 Die durchzuführende MEDAS-Begutachtung hat die Vorinstanz dem
Beschwerdeführer mit Schreiben vom 28. November 2013 angekündigt,
unter Mitteilung der zu begutachtenden Fachdisziplinen sowie unter Bei-
lage des Fragekatalogs. Der Beschwerdeführer erhielt damit nicht nur die
Möglichkeit, Zusatzfragen an die Gutachter zu formulieren, sondern auch,
Einwand gegen die vorgesehene Begutachtung als solche zu erheben
C-8217/2015
Seite 28
(IV-act. 106, vgl. Sachverhalt Bst. D.a) und damit eine anfechtbare Verfü-
gung zu erwirken (vgl. Ziff. 2076 und 2081 des Kreisschreibens über das
Verfahren in der Invalidenversicherung [KSVI], gültig ab dem 1. Januar
2010, Stand 1. Januar 2015). Der Beschwerdeführer machte nicht Ge-
brauch von diesen Möglichkeiten. Auch auf die Mitteilung von Ort und Zeit
der durchzuführenden Begutachtung sowie insbesondere der einzelnen
mit der Begutachtung betrauten Fachärzte vom 21. Februar 2014 (IV-act.
111) hin hat der Beschwerdeführer keinen Einwand gegen die Begutach-
tungsstelle erhoben. Seine erst nach Durchführung der MEDAS-Begutach-
tung – sowie nach Kenntnisnahme der für ihn nicht erwünschten Ergeb-
nisse – erhobenen generellen Einwände gegen die MEDAS als Begutach-
tungsstelle sind daher nicht zu hören. Dem MEDAS-Gutachten lassen sich
denn auch keine Hinweise darauf entnehmen, dass die Gutachter gegen
den Beschwerdeführer als serbischen Staatsangehörigen voreingenom-
men geurteilt hätten (vgl. E. 8.2). Eine Diskriminierung des Beschwerde-
führers ist damit auch nicht durch die Begutachtungsstelle auszumachen.
10.3 Hinsichtlich der Stellungnahmen der RAD-Ärzte ist darauf hinzuwei-
sen, dass – entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers – auch den
Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte Beweiswert zu-
kommt, sofern sie schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie
in sich widerspruchsfrei sind und keine konkreten Indizien gegen ihre Zu-
verlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem
Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf
mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf viel-
mehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit
der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen (vgl. BGE 125 V
351 E. 3a und 3b; 122 V 160 E. 1c; 123 V 178 E. 3.4 sowie UELI KIESER,
ATSG-Kommentar, 3. Aufl. 2015, Art. 43 Rz. 55). Für die vom Beschwer-
deführer vorgebrachte generelle Voreingenommenheit der RAD-Ärzte ge-
genüber serbisch-stämmigen Versicherten sind keine Anhaltspunkte er-
sichtlich. Der Beschwerdeführer hat denn auch nicht genauer bezeichnet,
welche Feststellungen der RAD-Ärzte ausschliesslich aufgrund seiner Her-
kunft in der Form geäussert worden seien. Bezüglich der im vorinstanzli-
chen Verfahren ergangenen Stellungnahme haben sich die RAD-Ärzte
hauptsächlich auf eine Auseinandersetzung mit den Ergebnissen des
MEDAS-Gutachtens beschränkt. Eigene Befunde haben sie somit nicht er-
hoben. Die Rüge des Beschwerdeführers einer Diskriminierung ist auch
aus diesem Grunde nicht nachvollziehbar.
C-8217/2015
Seite 29
10.4 Insgesamt ist eine Ungleichbehandlung des Beschwerdeführers, ver-
glichen mit Schweizer Staatsangehörigen, weder mit Blick auf das Vorge-
hen der Vorinstanz noch auf die medizinischen Abklärungen auszu-
machen. Die Rüge des Beschwerdeführers betreffend eine Diskriminierung
aufgrund seiner Herkunft erweist sich damit als unbegründet.
11.
Schliesslich beantragt der Beschwerdeführer, es sei ein externes, bezie-
hungsweise unabhängiges Gutachten einzuholen.
Zu der vom Beschwerdeführer implizit geltend gemachten Abhängigkeit
der Gutachter von der Verwaltung hat sich das Bundesverwaltungsgericht
bereits in den Erwägungen 10.2 f. geäussert. Wie bereits dargelegt, kann
vorliegend mangels konkreter Indizien gegen dessen Zuverlässigkeit auf
das schlüssige und nachvollziehbar begründete MEDAS-Gutachten abge-
stellt werden. Mit der MEDAS-Begutachtung wurde der vorliegend rele-
vante Sachverhalt umfassend geklärt. Eine weitere Begutachtung des Be-
schwerdeführers erscheint damit nicht erforderlich, zumal von einer sol-
chen keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind. Auch im Sinne der Pro-
zessökonomie ist daher der Beweisantrag des Beschwerdeführers abzu-
weisen.
12.
Zu prüfen sind schliesslich die erwerblichen Auswirkungen der gesundheit-
lichen Einschränkungen.
12.1 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des
Beginns des potentiellen Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen-
und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und all-
fällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum
Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 129 V 222 E. 4.3.1 ff., 128
V 174; SVR 2003 IV Nr. 11 E. 3.1.1).
Vorliegend hat sich der Beschwerdeführer im Mai 2008 für Leistungen der
Schweizerischen Invalidenversicherung angemeldet. Ein allfälliger Renten-
anspruch entstand damit frühestens nach Ablauf eines halben Jahres per
November 2008 seit der Anmeldung von Mai 2008 (vgl. Art. 29 Abs. 1 i.V.m.
Abs. 3 IVG). Für den vorzunehmenden Einkommensvergleich sind daher
die Vergleichseinkommen des Jahres 2008 zu berücksichtigen.
12.2 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die
versicherte Person im massgeblichen Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der
C-8217/2015
Seite 30
überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte.
Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und
der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da
es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Ge-
sundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit über-
wiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 E. 4.1; 129 V
222 E. 4.3.1 m.w.H.; Urteil des Bundesgerichts 8C_567/2013 vom 30. De-
zember 2013 E. 2.2.1). Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse
das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht
hinreichend genau beziffern, darf auf statistische Werte wie die LSE zu-
rückgegriffen werden, sofern dabei die für die Entlöhnung im Einzelfall re-
levanten persönlichen und beruflichen Faktoren mitberücksichtigt werden
(BGE 139 V 28 E. 3.3.2; Urteil des Bundesgerichts 8C_567/2013 vom
30. Dezember 2013 E. 4.4).
12.2.1 Die Vorinstanz hat im Einkommensvergleich vom 24. November
2014 festgestellt, dass der Beschwerdeführer über eine Ausbildung zum
Maschinentechniker verfüge. Zwischen 1970 und 1992 habe er in der
Schweiz in verschiedenen Branchen, u.a. als Hilfspfleger in einer psychi-
atrischen Klinik, als Versicherungsberater, als Radio- und TV-Verkäufer so-
wie als Fabrikarbeiter gearbeitet. Vom 8. Januar bis 18. Februar 2007 sei
er in Italien von der Temporär-Firma R._ zwecks Ausschlachtens
von Fernseh-Apparaten/PCs für das Recycling angestellt gewesen. Von
2008 bis Frühling 2011 habe er im Auftrag einer Gemeinde in Italien eine
geringfügige Tätigkeit als Kultur-Mediator ausgeübt. Hauptsächlich sowie
während einer langen Zeit sei er in der Schweiz in einer Computer-, Radio-
und Televisions-Firma als Verkäufer und Reparateur tätig gewesen. Diese
Tätigkeit als Verkäufer und Reparateur sei für den Beschwerdeführer re-
präsentativ und daher als angestammte berufliche Tätigkeit zu berücksich-
tigen (IV-act. 136).
12.2.2 Die von der Vorinstanz gemachten Feststellungen zu den früheren
beruflichen Tätigkeiten des Beschwerdeführers basieren hauptsächlich auf
dessen eigenen Aussagen (so in den Fragebögen für den Versicherten so-
wie auch in den Anamnesen der Gutachten) und auf dem – mit Schreiben
vom 7. Dezember 2016 (BVGer-act. 18) dem Bundesverwaltungsgericht
nachgereichten – IK-Auszug des Beschwerdeführers. Gemäss jenem ver-
zeichnet der Beschwerdeführer Versicherungsbeiträge in der Schweiz in
den Jahren 1977 bis 1992, wobei er in den Jahren 1984 bis 1985 als Ar-
beitsloser gemeldet war. In den Jahren 1980 bis 1983 sowie anschliessend
wieder in den Jahren 1986 bis 1989 war er bei der M._, in
C-8217/2015
Seite 31
N._ angestellt. Hiernach sowie zuletzt war der Beschwerdeführer in
den Jahren 1989 bis 1992 bei der P._, in O._ tätig. Nach An-
gaben des Beschwerdeführers in den Gutachten (IV-Akt. 80 und 116) habe
er diese berufliche Tätigkeit nach seinem Wegzug nach Italien noch bis ins
Jahr 2007 fortgesetzt. Die Angaben zu dem genauen Betätigungsbereich
innerhalb dieser Firma variieren indessen (gemäss dem neurologischen
Gutachten vom 12. September 2011 gab der Beschwerdeführer an, er
habe als Betriebsarbeiter bei der Firma P._ gearbeitet, welche
Computer herstelle [IV-Akt. 80 S. 4]; gemäss MEDAS-Gutachten vom
10. Juli 2014 habe er bereits seit 1980 in der „Computer-, Radio- und Tele-
visions-Firma“ P._ in O._ gearbeitet [IV-Akt. 116, S. 9]).
In Italien war der Beschwerdeführer nach eigenen Angaben (gemäss den
Fragebögen für den Versicherten vom 29. Juli 2014 und vom 12. April
2012) zuletzt im Auftrag der Gemeinde Q._ als Kulturmediator in
den Jahren 2008 bis 2011 tätig. Bei dieser Tätigkeit habe es sich um eine
Nebenbeschäftigung von 30 Stunden pro Jahr (in den Jahren 2008 und
2009) respektive 50 Stunden pro Jahr (in den Jahren 2010 und 2011) ge-
handelt (IV-act. 68 und 125). Ausserdem arbeitete er gemäss Fragebogen
für den Arbeitgeber vom 20. Februar 2009 (IV-act. 31) während einer sehr
kurzen Zeit vom 8. Januar bis 10. Februar 2007 bei der R._ Italien
als „PC Ausschlachter“. Mit Schreiben vom 18. März 2009 bat die
Vorinstanz den Beschwerdeführer diesbezüglich, zwei zusätzliche Frage-
bögen für Arbeitgeber ausfüllen zu lassen, da es sich bei der Arbeit für die
Firma R._ in D._ nur um eine sehr kurze Arbeitsperiode ge-
handelt habe (IV-act. 33). Am 14. April 2009 hat der Beschwerdeführer der
Vorinstanz beide Fragebögen je vom 2. April 2009 retourniert, jeweils er-
neut ausgefüllt durch die R._ (IV-act. 35). Mit Mitteilung vom 18. Mai
2009 erklärte die Vorinstanz, sie benötige die Fragebögen der letzten bei-
den Arbeitgeber, bei denen der Beschwerdeführer noch vor seiner Tätigkeit
bei der R._ gearbeitet habe (IV-act. 36). Der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers antwortete hierauf mit Schreiben vom 16. Juni 2009,
sein Klient habe „einzig bei der R._ und zuvor bei keiner anderen
Firma gearbeitet“ (act. 37).
12.2.3 Insgesamt hat die Vorinstanz nachvollziehbar dargelegt, dass die
vom Beschwerdeführer in Italien ausgeübten beruflichen Tätigkeiten in-
folge der geringen Dauer sowie des zeitlich geringen Umfangs nicht als
repräsentativ betrachtet werden können. Mit Blick auf die beruflichen Tä-
tigkeiten des Beschwerdeführers in der Schweiz, hat sie – mangels weite-
C-8217/2015
Seite 32
rer Angaben – zu Recht auf dessen, im beruflichen Lebenslauf des Be-
schwerdeführers prägendste Tätigkeit als Verkäufer respektive Reparateur
in einer Computer-, Radio- und Televisions-Firma (sei dies nun die
M._, N._ oder die P._, in O._) abgestellt.
Dass hinsichtlich dieser Tätigkeit genauere Angaben fehlen, kann der
Vorinstanz nicht zum Vorwurf gemacht werden, hat sie doch beim Be-
schwerdeführer mehrfach versucht, entsprechende Unterlagen erhältlich
zu machen. Mangels Angaben zu Einsatzgebiet und genauem Arbeitspen-
sum kann auch nicht auf die im IK-Auszug angegebenen Löhne abgestellt
werden. Da es somit insgesamt offenkundig an aussagekräftigen, über ei-
nen längeren Zeitraum erzielten Gehaltsangaben mangelt und die Tätig-
keiten des Beschwerdeführers bei der M._, N._ sowie der
P._, O._ schon geraume Zeit zurückliegen, hat die
Vorinstanz zu Recht auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte (Tabellen-
löhne) zur Bestimmung des Valideneinkommens zurückgegriffen. Nach-
dem der Beschwerdeführer im vorliegend massgebenden Vergleichszeit-
punkt in Italien lebte, sind italienische Vergleichslöhne zur Ermittlung des
Valideneinkommens heranzuziehen.
12.2.4 Zur Begründung des von ihr ermittelten Valideneinkommen führte
die Vorinstanz aus, im Jahr 2008 habe der monatliche Lohnsatz eines Ver-
käufers im Detailhandel in Italien EUR 1‘445.66 betragen (IV-act. 136). Die-
ser Betrag hat die Vorinstanz korrekt dem Bulletin der Arbeitsstatistik des
Bureau International du Travail (BIT), Genf 2009 (siehe Ziff. 96 der Statistik
"Salaires et durée du travail par profession et prix de détail de produits
alimentaires" der Jahre 2007 und 2008) entnommen. Auf den Betrag von
EUR 1‘445.66 pro Monat (respektive EUR 17‘347.92) kann damit als Vali-
deneinkommen abgestellt werden.
12.3 Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der be-
ruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Per-
son konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen
gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesund-
heitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Er-
werbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung Ta-
bellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch heraus-
gegebenen Lohnstrukturerhebungen herangezogen werden (BGE 126 V
75 f. E. 3b/aa und bb; 129 V 472 E. 4.2.1).
Wie bereits ausgeführt (vgl. E. 12.2.3) ist der Beschwerdeführer in Italien
nach eigenen Angaben – abgesehen von einer sehr kurzen und daher nicht
C-8217/2015
Seite 33
repräsentativen Tätigkeit bei der R._ sowie einer geringfügigen Ne-
benbeschäftigung als Kulturmediator – keiner beruflichen Tätigkeit nach-
gegangen. Die Vorinstanz hat daher auch für die Ermittlung des Invaliden-
einkommens zu Recht auf die durchschnittlichen Einkommenszahlen ge-
mäss dem Bulletin der Arbeitsstatistik des Bureau International du Travail
(BIT), Genf 2009 abgestellt. Als mögliche Verweisungstätigkeiten erwähnte
die Vorinstanz in ihrem Einkommensvergleich die Tätigkeiten als Verpacker
in der Schlachtviehwirtschaft (siehe Ziff. 21 der Statistik "Salaires et durée
du travail par profession et prix de détail de produits alimentaires" der Jahre
2007 und 2008: Durchschnittslohn in Italien: EUR 1‘342.21), Hilfsarbeiter
in einer Spinnerei, Weberei oder als Textilveredelungsarbeiter (siehe Ziff.
28 der erwähnten Statistik: Durchschnittslohn in Italien: EUR 1‘398.28), als
Näher in der Schuhherstellung (siehe Ziff. 35 der erwähnten Statistik:
Durchschnittslohn in Italien: EUR 1‘262.00) sowie als Hilfsarbeiter in einer
Druckerei (siehe Ziff. 51 der erwähnten Statistik: Durchschnittslohn in Ita-
lien: EUR 1‘243.29) und ermittelte von diesen Werten den monatlichen
Durchschnittslohn von EUR 1‘311.45. Dieser Wert ist für den Beschwerde-
führer insofern repräsentativ, als er im unmittelbaren Bereich des von ihm
zuletzt im Jahre 2007 bei der R._ erzielten Erwerbseinkommens
von EUR 1‘298.– liegt. Auf den von der Vorinstanz so ermittelten Durch-
schnittslohn von EUR 1‘311.45 kann daher grundsätzlich abgestellt wer-
den. Soweit die von der Vorinstanz (beispielhaft) genannten Tätigkeiten
nicht vollumfänglich die im MEDAS-Gutachten genannten funktionellen
Einschränkungen des Beschwerdeführers berücksichtigen sollten, da sie
allenfalls vorwiegend im Stehen ausgeübt werden könnten, ist nachfolgend
zum Vergleich ergänzend ein Einkommensvergleich basierend auf den
schweizerischen Tabellenlöhne – welche unter anderem den Durch-
schnittslohn sämtlicher berücksichtigter Arbeitsbranchen erfassen – vorzu-
nehmen (nachfolgend E. 12.5).
12.4 Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Perso-
nen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitstätigkeiten behindert sind, im Ver-
gleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitneh-
mern lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unter-
durchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist
mit einem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 124 V 321
E. 3b bb; SVR 2007 IV Nr. 11 S. 41 E. 3.2; RKUV 2003 U 494 S. 390
E. 4.2.3).
12.4.1 Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzuset-
zen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen
C-8217/2015
Seite 34
des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter,
Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad).
Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach
pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf
insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 129 V 472 E. 4.2.3, 126
V 75 E. 5b bb und cc; AHI 2002 S. 69 ff. E. 4b). Andererseits sollte er – weil
insoweit nicht mehr materialisier- und (gerichtlich) überprüfbar – nicht unter
10 % zu liegen kommen (siehe ULRICH MEYER, Bundesgesetz über die In-
validenversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich Stauffer, Rechtspre-
chung des Bundesgerichts zu Sozialversicherungsrecht, 2. Aufl., 2010, S.
314).
12.4.2 Hinsichtlich des leidensbedingten Abzugs darf das Bundesverwal-
tungsgericht sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desje-
nigen der Verwaltung setzen. Es muss sich hierzu auf Gegebenheiten stüt-
zen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als nahelie-
gender erscheinen lassen (vgl. hierzu BGE 126 V 353 E. 5d S. 362, 123 V
150 E. 2 S. 152; Urteil C 43/06 vom 19. April 2006, E. 1.2).
12.4.3 Vorliegend hat die Vorinstanz in ihrem Einkommensvergleich vom
6. November 2014 angesichts der persönlichen Umstände des Falles so-
wie insbesondere der Funktionseinschränkungen, des fortgeschrittenen Al-
ters des Versicherten von 54 Jahren (recte: 56 Jahren) einen Abzug vom
Tabellenlohn von 15 % berücksichtigt. Unter Berücksichtigung dieses Ab-
zugs resultiert ein Invalideneinkommen von EUR 1‘114.75 (85 % von EUR
1‘311.45). Verglichen mit dem Valideneinkommen von EUR 1‘445.66 resul-
tiert eine Erwerbseinbusse und damit entsprechend ein Invaliditätsgrad
von 23 %.
12.4.4 Selbst wenn wegen des fortgeschrittenen Alters des im Jahre 1952
geborenen Beschwerdeführers von 56 Jahren im vorliegend massgeben-
den Vergleichsjahr 2008 respektive von 64 Jahren im Verfügungszeitpunkt
ein maximaler Leidensabzug von 25 % vorgenommen würde, hätte der Be-
schwerdeführer keinen Rentenanspruch, wie nachfolgend aufgezeigt wird.
Unter Berücksichtigung eines (hypothetischen) Leidensabzugs von 25 %
würde ein Invalideneinkommen von EUR 983.59 (75 % von EUR 1‘311.45)
resultieren. Diesem Invalideneinkommen ist das Valideneinkommen von
EUR 1‘445.66 gegenüberzustellen, woraus eine Erwerbseinbusse von
32 % resultiert. Dies entspricht einem Invaliditätsgrad von 32 %, welcher
zu keiner schweizerischen Invalidenrente berechtigt (Art. 28 Abs. 2 IVG).
C-8217/2015
Seite 35
Es kann damit vorliegend offenbleiben, ob der durch die Vorinstanz ange-
nommene Abzug vom Tabellenlohn zu tief ist, nachdem auch unter Berück-
sichtigung des maximalen Abzugs von 25 % kein rentenberechtigender In-
validitätsgrad resultiert.
12.5 Wie bereits in Erwägung 12.3 Abs. 2 dargelegt, ist ergänzend ein al-
ternativer Einkommensvergleich unter Berücksichtigung der Schweizer Ta-
bellenlöhne durchzuführen. Die Schweizerische Lohnstrukturerhebung
2008 des Bundesamts für Statistik BSF unterteilt die Durchschnittslöhne in
vier verschiedene Anforderungsprofile. Unter dem Anforderungsprofil 1
sind die Löhne für höchst anspruchsvolle und schwierigste Arbeiten er-
fasst. Das Anforderungsprofil 2 impliziert selbständige und qualifizierte Ar-
beiten. Das Anforderungsprofil 3 setzt Berufs- und Fachkenntnisse voraus.
Unter das Anforderungsprofil 4 fallen schliesslich einfache und repetitive
Tätigkeiten. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung erfasst das An-
forderungsprofil 4 ausserdem sämtliche berufliche Tätigkeiten, für welche
keine einschlägige Ausbildung erforderlich ist (Hilfsarbeitertätigkeiten;
Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2009 vom 19. März 2010 E. 4.4.3).
Gemäss den vorliegenden Akten hat der Beschwerdeführer in Serbien
während acht Jahren die Schule besucht und anschliessend eine vierjäh-
rige Ausbildung zum Maschinentechniker absolviert (IV-act. 80, S. 4). In
der Schweiz hat er anschliessend in verschiedenen Branchen gearbeitet,
indessen nie im Bereich seiner Ausbildung als Maschinentechniker (vgl.
E. 12.2.3). Mangels einschlägiger Berufs- und Fachkenntnisse für die in
der Schweiz ausgeübten beruflichen Tätigkeiten ist für den Beschwerde-
führer in Bezug auf das Valideneinkommen auf den Durchschnittslohn ins-
gesamt für Männer im Anforderungsprofil 4 der LSE abzustellen. Der ent-
sprechende Durchschnittslohn betrug im vorliegend massgebenden Jahr
2008 Fr. 4‘806.–. Auf diesen Betrag ist – für die vorliegende alternative Be-
rechnung – als Valideneinkommen des Beschwerdeführers abzustellen.
Bezüglich des Invalideneinkommens ist ebenfalls auf das Anforderungs-
profil 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten) abzustellen. Bei Berücksichti-
gung eines Maximalabzugs von 25 % (vgl. E. 12.4.4) beträgt das Invaliden-
einkommen Fr. 3‘604.50, was eine Erwerbseinbusse von 25 % ergibt. Da-
mit führt auch der ergänzend auf der Basis der schweizerischen Tabellen-
löhne durchgeführte Einkommensvergleich, unter Berücksichtigung eines
theoretischen Maximalabzugs von 25%, zu keinem Rentenanspruch des
Beschwerdeführers.
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12.6 Das fortgeschrittene Alter des Beschwerdeführers (von 64 Jahren im
Verfügungszeitpunkt; vgl. E. 12.5) gilt – obschon an sich ein invaliditäts-
fremder Faktor – gemäss der Rechtsprechung als Kriterium, welches unter
Einbezug weiterer persönlicher sowie beruflicher Gegebenheiten dazu füh-
ren kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfä-
higkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr
nachgefragt würde. Fehlt es an einer wirtschaftlich verwertbaren Restar-
beitsfähigkeit, liegt eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vor, die einen An-
spruch auf eine ganze Invalidenrente begründet. Der Einfluss des Lebens-
alters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leistungsvermögen zu verwer-
ten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern
hängt von den konkreten Umständen ab. Zu denken ist zunächst an die Art
und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, ange-
sichts der beschränkten verbleibenden Aktivitätsdauer sodann namentlich
an den absehbaren Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand und in die-
sem Zusammenhang auch an die Persönlichkeitsstruktur, an vorhandene
Begabungen und Fertigkeiten, die Ausbildung, den beruflichen Werdegang
oder an die Möglichkeit, Berufserfahrung anzuwenden (Urteile des Bun-
desgerichts 9C_918/2008 vom 28. Mai 2009 E. 4.2.2 und I 831/05 vom 21.
August 2006 E. 4.1.1, je m.w.H.).
Mit Blick auf die relativ hohen Hürden für die Annahme einer unverwertba-
ren Restarbeitsfähigkeit älterer Versicherter und die dementsprechende
Beurteilung vergleichbarer Fälle (vgl. hierzu Urteil 9C_427/2010 vom
14. Juli 2010 E. 2.4 f.) können vorliegend die Anstellungschancen des Be-
schwerdeführers auf dem von Gesetzes wegen als ausgeglichen zu be-
trachtenden Arbeitsmarkt insgesamt als noch intakt bezeichnet werden. So
steht dem Beschwerdeführer aufgrund der vorliegenden medizinischen
Gutachten seit seinem Rentengesuch von 2008 noch ein breites Spektrum
an möglichen beruflichen Tätigkeiten offen. Die Feststellung der Vorinstanz
im Einkommensvergleich vom 6. November 2014, wonach dem Beschwer-
deführer die Verwertung seiner noch vorhandenen Arbeitsfähigkeit zuzu-
muten sei, ist deshalb nicht zu beanstanden. Die Beschwerde ist entspre-
chend abzuweisen und die angefochtene Verfügung zu bestätigen.
13.
13.1 Das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder
die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem Bundesverwaltungsgericht ist
kostenpflichtig (Art. 69 Abs. 1bis i.V.m. Abs. 2 IVG). Entsprechend dem Aus-
gang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdeführer die Verfah-
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renskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Diese sind auf Fr. 800.– fest-
zusetzen. Der einbezahlte Kostenvorschuss ist zur Bezahlung der Verfah-
renskosten zu verwenden.
13.2 Der obsiegenden Partei kann von Amtes wegen oder auf Begehren
eine Entschädigung für ihr erwachsene notwendige und verhältnismässig
hohe Kosten zugesprochen werden (Art. 64 Abs. 1 VwVG). Als Bundesbe-
hörde hat die obsiegende Vorinstanz keinen Anspruch auf eine Parteient-
schädigung (Art. 7 Abs. 3 VGKE (SR 173.320.2]). Dem unterliegenden Be-
schwerdeführer ist entsprechend dem Verfahrensausgang ebenfalls keine
Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG).