Decision ID: 41ce4373-9def-4a4e-a66b-568b37ecef65
Year: 2016
Language: de
Court: BL_SG
Chamber: BL_SG_001
Canton: BL
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: public_law

Sachverhalt:
1. Mit Veranlagungsverfügung vom 24. März 2016 wurde der Pflichtige zur Zahlung der
direkten Bundessteuer 2014 in Höhe von Fr. 7‘991.-- veranlagt.
2. Mit Eingabe vom 4. April 2016 erhob der Pflichtige mit dem sinngemässen Begehren, es
sei das Fahrzeug Porsche 911 Carrera 4S als Geschäftsvermögen zu qualifizieren, Einsprache.
Zur Begründung führte er u.a. aus, bei der Anschaffung des neuen Porsches würde es sich
ganz offensichtlich um eine Ersatzbeschaffung handeln. Aus den jeweils eingereichten Erfolgs-
rechnungen gehe hervor, dass er immer zwei Geschäftsfahrzeuge aufgeführt habe, da stets der
Plural „Fahrzeuge“ verwendet worden sei. Nachdem über Jahre hinweg immer zwei Fahrzeuge
als Geschäftsvermögen akzeptiert worden seien und sich die entsprechenden Verhältnisse
nicht geändert hätten, bestehe kein Grund, von der bisherigen Praxis abzuweichen. Würde es
sich zeigen, dass nur ein Fahrzeug dem Geschäftsvermögen zugeordnet werden könne, so
wäre dies der neu angeschaffte Porsche.
3. Mit Einsprache-Entscheid vom 3. August 2016 wies die Steuerverwaltung die Einspra-
che ab und führte aus, es sei erst durch ein Telefonat im Zusammenhang mit den eingereichten
Unterlagen offenkundig geworden, dass der Pflichtige zwei Geschäftsfahrzeuge in der Erfolgs-
rechnung geltend machen würde, wobei nur ein Fahrzeug akzeptiert werden könne.
4. Mit Schreiben vom 26. August 2016 erhob der Beschwerdeführer mit den Begehren,
1. Es sei der Einsprache-Entscheid vom 3. August 2016 aufzuheben und das Erwerbseinkom-
men aus selbständiger Erwerbstätigkeit im Umfang der vorgenommenen Abschreibung für das
Geschäftsfahrzeug Marke Porsche Carrera in Höhe von Fr. 40‘792.-- auf insgesamt
Fr. 473‘782.-- (Ziff. 150 der Veranlagung) festzulegen, 2. Unter Kostenfolge, Beschwerde. Zur
Begründung machte er u.a. geltend, er verfüge über insgesamt sechs Personenwagen. Daher
sei es sehr wohl am Platz, zwei davon ausschliesslich dem Geschäftsvermögen zuzuweisen.
5. Mit Vernehmlassung vom 16. September 2016 beantragte die Steuerverwaltung die Ab-
weisung der Beschwerde. Zur Begründung führte sie aus, es werde anerkannt, dass der Pflich-
Seite 3
tige grundsätzlich auf ein Fahrzeug angewiesen sei. Es sei jedoch nicht sachgerecht, neben
dem als Geschäftsfahrzeug verbuchten BMW ein zweites Fahrzeug als geschäftsnotwendig zu
bezeichnen und mittels Abschreibungen über den Geschäftsaufwand zu buchen, solange das
erste noch in den Büchern erscheine.
6. Anlässlich der heutigen Verhandlung hielten die Parteien an ihren Begehren fest. Über-
dies machte der Beschwerdeführer geltend, er benötige für die Ausübung seiner selbständigen
Erwerbstätigkeit als B._ zwei Fahrzeuge, da er im Falle eines Defekts am Fahrzeug auf das
andere zurückgreifen müsse. Zudem könne er entscheiden, welches Fahrzeug er dem Ge-
schäfts- oder dem Privatvermögen zuordnen möchte. Dieses Wahlrecht werde ihm jedoch
dadurch verwehrt, indem die Steuerverwaltung den neu angeschafften Porsche dem Privatver-
mögen zugeordnet und den BMW im Geschäftsvermögen belassen habe. Vielmehr wolle er, für
den Fall, dass nur ein Fahrzeug akzeptiert werde, den Porsche dem Geschäfts- und den BMW
dem Privatvermögen zuweisen.

Das Steuergericht zieht in Erwägung:
1. Das Steuergericht ist gemäss Art. 140 des Bundesgesetzes über die direkte Bundes-
steuer (DBG) vom 14. Dezember 1990 zur Anhandnahme der vorliegenden Streitsache zustän-
dig, wobei gemäss § 4 der Vollzugsverordnung DBG vom 13. Dezember 1994 i.V.m. § 129
Abs. 1 des Gesetzes über die Staats- und Gemeindesteuern (Steuergesetz, StG) vom 7. Feb-
ruar 1974 Beschwerden, deren umstrittener Steuerbetrag wie im vorliegenden Fall Fr. 8’000.--
nicht übersteigt, vom Präsidenten und zwei Richterinnen und Richtern des Steuergerichts beur-
teilt werden. Da die in formeller Hinsicht an eine Beschwerde zu stellenden Anforderungen er-
füllt sind, ist ohne weiteres darauf einzutreten.
2. Der Beurteilung unterliegt vorliegend, ob der neu erworbene Porsche dem Privat- oder
Geschäftsvermögen zuzuordnen ist und ob die Steuerverwaltung dem Beschwerdeführer das
Wahlrecht über die Zuordnung seiner Wirtschaftsgüter verwehrt hat. Vorab ist jedoch darüber
zu befinden, ob die Steuerverwaltung an die langjährige Akzeptanz zweier Geschäftsfahrzeuge
Seite 4
gebunden ist und dadurch den neu erworbenen Porsche nicht hätte dem Privatvermögen zu-
ordnen dürfen.
a) Gemäss Art. 123 Abs. 1 DBG stellt die Veranlagungsbehörde zusammen mit
dem Steuerpflichtigen die für eine vollständige und richtige Besteuerung massgebenden tat-
sächlichen und rechtlichen Verhältnisse fest.
b) Der Grundsatz von Treu und Glauben findet nicht nur im Privatrecht, sondern
ebenfalls im öffentlichen Recht und insbesondere auch im Steuerrecht Anwendung. Allerdings
ist seine Tragweite im Steuerrecht, das vom Grundsatz der Gesetzmässigkeit der Besteuerung
beherrscht ist, geringer als in anderen Rechtsgebieten (Blumenstein/Locher, System des
schweizerischen Steuerrechts, 7. Auflage, Zürich 2016, S. 33, m.w.H.). Die in einer früheren
Steuerperiode getroffenen Taxationen entfalten grundsätzlich keine Rechtskraft für spätere
Veranlagungen. Vielmehr kann die Steuerbehörde im Rahmen jeder Neuveranlagung eines
Steuerpflichtigen sowohl die tatsächliche als auch die rechtliche Ausgangslage vollumfänglich
überprüfen und, soweit erforderlich, abweichend würdigen. In Rechtskraft erwächst jeweils nur
die einzelne Veranlagung, die als befristeter Verwaltungsakt ausschliesslich für die betreffende
Steuerperiode Rechtswirkungen entfaltet. Die späteren Veranlagungen sind daher jederzeit
einer erneuten umfassenden Überprüfung zugänglich (Steuerentscheid [StE] 1997 B 93.4 Nr. 4,
m.w.H.; Bundesgerichtsentscheid [BGE] 2P.153/2002 vom 29. November 2002, E. 4.2).
c) Vorliegend wurde bei der Veranlagung der Steuerperiode 2014 offenkundig, dass
der Rekurrent über mehrere Jahre hinweg zwei Geschäftsfahrzeuge geltend gemacht und die
entsprechenden Abschreibungen und Autokosten nach Abzug des Privatanteils jährlich der Er-
folgsrechnung belastet hat. Da die Steuerverwaltung lediglich die Aufwendungen des neu er-
worbenen Porsches im Rahmen des Veranlagungsverfahrens der direkten Bundessteuer 2014
nicht akzeptierte und die bereits in Rechtkraft erwachsenen Veranlagungsverfügungen der Vor-
jahre nicht neu veranlagte, handelte sie rechtens, da, wie hiervor ausgeführt, die Steuerbehörde
bei jeder Neuveranlagung eines Pflichtigen die Ausgangslage vollumfänglich überprüfen und
abweichend würdigen kann, sofern es sich nicht um eine bereits in Rechtkraft erwachsene Ver-
anlagung handelt. Daran ändert auch nichts, dass der Pflichtige in seinen Erfolgsrechnungen
stets den Plural „Fahrzeuge“ verwendet hat, da in der Rechnungslegung in der Regel die Mehr-
zahl verwendet wird, so z.B. auch Maschinen und nicht Maschine. Ergänzend ist zu erwähnen,
dass der Beschwerdeführer nicht geltend machte, dass ihm Zusicherungen für eine künftige
Seite 5
Behandlung gegeben worden wären, welche allenfalls die Veranlagungsbehörden binden wür-
den (Blumenstein/Locher, a.a.O., S. 33).
3. Da nun die Gebundenheit an die langjährige Akzeptanz zweier Geschäftsfahrzeuge ver-
neint wurde, unterliegt vorliegend der Beurteilung, ob der neu erworbene Porsche dem Privat-
oder Geschäftsvermögen zuzuordnen ist und ob die Steuerverwaltung dem Pflichtigen das
Wahlrecht über die Zuordnung seiner Wirtschaftsgüter verwehrt hat.
a) Nach Art. 18 Abs. 2 DBG [...] gelten alle Vermögenswerte als Geschäftsvermö-
gen, die ganz oder vorwiegend der selbständigen Erwerbstätigkeit dienen [...].
b) Wirtschaftsgüter können aufgrund ihrer Beschaffenheit und konkreten Zweckbe-
stimmung notwendiges Geschäfts- oder notwendiges Privatvermögen bilden oder Alternativgü-
ter darstellen, d.h. sowohl zum Geschäfts- wie auch zum Privatvermögen gehören. Für die Ab-
grenzung ist massgebend auf die technisch-wirtschaftliche Funktion des Vermögenswertes ab-
zustellen; Geschäftsvermögen wird angenommen, wenn es tatsächlich dem Geschäft dient (vgl.
BGE 2C_515/2013 vom 27. November 2013, E. 2.1; BGE 133 II 420, E. 3.2, m.w.H.). Daneben
können als weitere Abgrenzungskriterien im Einzelfall die äussere Beschaffenheit des Vermö-
genswertes, dessen tatsächliche Nutzung, die Herkunft der Mittel zu dessen Finanzierung, das
Erwerbs- oder Veräusserungsmotiv, die zivilrechtlichen Eigentumsverhältnisse und auch des-
sen buchmässige Behandlung dienen (BGE 2A.44/2006 vom 17. November 2006, E. 2.2,
m.w.H.). Dient ein Alternativgut gleichzeitig sowohl privaten wie auch geschäftlichen Zwecken,
spricht man von gemischten Gütern. Die Zuweisung zum Geschäfts- oder Privatvermögen er-
folgt in diesen Fällen nach der sogenannten Präponderanzmethode (Amschwand, Geschäfts-
vermögen oder Privatvermögen? Eine Übersicht, publ. in: SteuerRevue [StR] 2000, S. 481 ff.).
Nach der Präponderanzmethode werden ab dem 1. Januar 1995 diejenigen gemischt, d.h. teils
geschäftlich, teils privat, genutzten Objekte, die ganz oder vorwiegend der selbstständigen Er-
werbstätigkeit dienen, in ihrer Gesamtheit dem Geschäftsvermögen zugewiesen. Die nicht vor-
wiegend geschäftlich genutzten Objekte gehören demgegenüber gesamthaft zum Privatvermö-
gen, auch wenn sie teilweise geschäftlich genutzt werden (BGE 133 II 420, E. 3.3, m.w.H). Ein
Vermögenswert dient dann vorwiegend der selbstständigen Erwerbstätigkeit, wenn er zu mehr
als 50% geschäftlich genutzt wird (Reich, in: Zweifel/Athanas [Hrsg.], Kommentar zum Schwei-
zerischen Steuerrecht I/2a, 2. Auflage, Basel 2008, Art. 18 N 55; Richner/Frei/Kaufmann/Meu-
ter, Handkommentar zum DBG, 2. Auflage, Zürich 2009, Art. 18 N 107, m.w.H.).
Seite 6
c) Die Frage, ob ein Aufwand geschäftsmässig begründet ist, beantwortet die Be-
triebs- oder Unternehmungswirtschaftslehre. Geschäftsmässig begründet sind Kosten, wenn
sie aus unternehmungswirtschaftlicher Sicht vertretbar erscheinen; nach der Rechtsprechung
sind Aufwendungen dann geschäftsmässig begründet, wenn sie mit dem erzielten Erwerb un-
ternehmungswirtschaftlich in einem unmittelbaren und direkten (organischen) Zusammenhang
stehen (BGE 124 II 29, E. 3c; BGE 113 lb 114, E. 2; BGE 2C_104/2010 vom 23. Juni 2010,
E. 2.2.1, in: StE 2010 B 27.6 Nr. 16). Somit muss alles, was nach kaufmännischer Auffassung
in guten Treuen zum Kreis der Unkosten gerechnet werden kann, steuerlich als geschäftsmäs-
sig begründet anerkannt werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob ein Betrieb auch ohne den in-
frage stehenden Aufwand ausgekommen wäre und ob dieser Aufwand im Sinne einer rationel-
len und gewinnorientierten Betriebsführung zweckmässig war (vgl. auch BGE 113 Ib 114, E. 2c;
BGE 2P.153/2002 vom 29. November 2002, E. 3.2, in: StE 2003 B 72.14.2 Nr. 31). Nicht dazu
zählen namentlich Aufwendungen, welche die Gesellschaft einzig für den privaten Lebensauf-
wand des Aktionärs oder einer ihm nahestehenden Person erbringt. Sie dürfen nicht unter dem
Vorwand von Geschäfts- oder Repräsentationsspesen als Geschäftsaufwand verbucht werden
(BGE 2C_697/2014 vom 1. Mai 2015, E. 2.2, m.w.H.).
4. a) Vorliegend handelt es sich bei dem neu erworbenen Porsche um ein Alternativ-
gut, da Personenwagen sowohl privat als auch geschäftlich genutzt werden können. Nach der
Präponderanzmethode, welche bei Alternativgütern zur Anwendung gelangt, wird das Wirt-
schaftsgut dann dem Geschäftsvermögen zugewiesen, wenn es überwiegend, d.h. zu mehr als
50%, geschäftlich genutzt wird. Aufgrund der Tatsachen, dass der Beschwerdeführer vier weite-
re Fahrzeuge in seinem Privatvermögen hält und sein berufliches Engagement als selbständi-
ger B._ sowie Referent kaum Zeit für private Fahrten übrig lässt, kann davon ausgegangen
werden, dass der neu angeschaffte Porsche gemäss der Präponderanzmethode aufgrund
überwiegender geschäftlicher Nutzung dem Grundsatz nach dem Geschäftsvermögen zuzuwei-
sen ist, wobei jedoch berücksichtigt werden muss, dass der Pflichtige zur Ausübung seiner
selbständigen Erwerbstätigkeit lediglich auf ein Fahrzeug angewiesen ist, da er zur gleichen
Zeit nur ein Fahrzeug benutzen kann. Der Begründung des Pflichtigen, beide Fahrzeuge seien
dem Geschäftsvermögen zuzuordnen, da im Falle eines Defekts auf das zweite zurückgegriffen
werden müsse, kann nicht gefolgt werden, da ihm bei tatsächlichem Ausfall des Geschäftsfahr-
zeuges zugemutet werden kann, die Dienstleistungen der öffentlichen Verkehrsmittel sowie der
Taxiunternehmen zu beanspruchen oder eines seiner im Privatvermögen gehaltenen Fahrzeu-
Seite 7
ge zu verwenden. Nach dem Gesagten kann lediglich ein Fahrzeug als betriebsnotwenig quali-
fiziert und dem Geschäftsvermögen zugordnet werden.
b) Da vorliegend nur ein Fahrzeug dem Geschäftsvermögen zugewiesen werden
kann, stellt sich nunmehr die Frage, welches der beiden Fahrzeuge, mithin der BMW oder der
neu angeschaffte Porsche, Geschäftsvermögen darstellt. Der Pflichtige erwarb im Jahre 2009
den dem Geschäftsvermögen zugeordneten BMW und schrieb diesen jährlich erfolgswirksam
ab, sodass er in der vorliegend strittigen Steuerperiode 2014 in der Bilanz noch mit einem Wert
von Fr. 1.-- verbucht war. Daneben befand sich seit dem Jahre 2005 ein Porsche in der Bilanz,
welcher zulasten der Erfolgsrechnung abgeschrieben wurde. Dieser wurde im Jahre 2014 durch
ein neueres Modell ersetzt, wobei der alte Porsche, welcher einen Buchwert von Fr. 11'770.--
aufwies, zu einem Preis von Fr. 39‘900.-- dem Kaufpreis des neuen Porsche angerechnet wur-
de. Aufgrund der Tatsachen, dass der BMW bereits in den Steuerperioden der Vorjahren von
der Steuerverwaltung als Geschäftsvermögen anerkannt wurde und über die Zuordnung des
neu erworbenen Porsche in der Steuerperiode 2014 erstmals zu befinden war, ist es richtig,
dass der BMW weiterhin dem Geschäftsvermögen und der Porsche, welcher als Ersatz für das
zweite Geschäftsfahrzeug angeschafft wurde, dem Privatvermögen zuzuordnen ist. Daraus
folgt, dass die geltend gemachten Aufwendungen des Porsches in Höhe von Fr. 40‘792.-- nicht
geschäftsmässig begründet sind und folglich in der Erfolgsrechnung aufzurechnen sind. Eben-
falls sind die wiedereingebrachten Abschreibungen des alten Porsches, welche sich aus der
Differenz des Buchwerts in Höhe von Fr. 11‘770.-- und dem Eintauschpreis von Fr. 39‘900.--
errechnen lassen, mithin Fr. 28‘130.--, in der Erfolgsrechnung aufzurechnen. Dies wurde von
der Steuerverwaltung in der Veranlagungsverfügung vom 23. März 2016 entsprechend vorge-
nommen und ist demnach nicht zu beanstanden.
c) In diesem Zusammenhang machte der Beschwerdeführer an der heutigen Ver-
handlung geltend, ihm werde das Wahlrecht über die Zuordnung seiner Fahrzeuge zum Ge-
schäfts- und Privatvermögen verwehrt, indem die Steuerverwaltung in der Veranlagungsverfü-
gung der direkten Bundessteuer 2014 vom 23. März 2016 und im Einsprache-Entscheid vom
3. August 2016 den Porsche dem Privatvermögen zugeordnet und lediglich den BMW als Ge-
schäftsvermögen akzeptiert habe. Vielmehr wolle er den neu angeschafften Porsche dem Ge-
schäftsvermögen und den BMW dem Privatvermögen zuweisen. Da Personenwagen sowohl
privat als auch geschäftlich genutzt werden können und sie deshalb Alternativgüter darstellen,
ist es richtig, dass es im vorliegenden Fall dem Beschwerdeführer überlassen ist, welches
Fahrzeug er als Geschäfts- oder Privatvermögen qualifizieren möchte, sofern die Vorausset-
Seite 8
zung der überwiegenden Nutzung erfüllt ist. Der Pflichtige verkennt jedoch, dass die freie Zu-
ordnung in casu voraussetzt, dass lediglich ein Fahrzeug dem Geschäftsvermögen zugewiesen
werden darf. Befindet sich bereits ein Fahrzeug in der Bilanz und möchte der Pflichtige ein neu-
es dem Geschäftsvermögen zuordnen, so muss zunächst für das bisherige Fahrzeug eine Pri-
vatentnahme zum Verkehrswert vorgenommen werden, bevor das neu erworbene Fahrzeug
dem Geschäftsvermögen zugewiesen werden kann. Somit hätte der Beschwerdeführer im Ge-
schäftsjahr 2014 zunächst den BMW ins Privatvermögen überführen müssen, bevor er den neu
erworbenen Porsche dem Geschäftsvermögen hätte zuweisen können. Die erst mit der Ein-
sprache vom 3. August 2016 - rückwirkende - Wahl des Geschäftsfahrzeuges ist damit verspä-
tet erfolgt, woraus zu schliessen ist, dass nachträglich die Überführung für das hier strittige
Steuerjahr 2014 nicht mehr vorgenommen werden kann. Da somit keine Überführung erfolgte,
darf die Steuerverwaltung dieselbe nicht anstelle des Pflichtigen vornehmen. Somit wurde in der
Veranlagungsverfügung der direkten Bundessteuer 2014 vom 23. März 2016 und im Einspra-
che-Entscheid vom 3. August 2016 das Wahlrecht des Pflichtigen nicht verletzt.
Die Beschwerde erweist sich somit als unbegründet und ist abzuweisen.
5. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind dem Beschwerdeführer die Verfah-
renskosten in Höhe von Fr. 1‘000.-- aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG).
Seite 9