Decision ID: 15861e75-d66d-4478-ad89-2930c4fa8822
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1971, meldete sich am 24. August
2005 (Eingangsdatum) wegen rezidivierenden Hautabszessen, Rückenschmerzen und psychischen Be
schwerden bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 9/2). Die IV-Stelle gab bei der
Y._
des Universitätsspitals
Z._
ein polydisziplinäres Gut
ach
ten in Auftrag, das am 30. Juni
2008 erstattet wurde (Urk. 9/28-30). Mit Verfü
gung vom 11. Juni 2009 sprach
sie
dem Versicherten bei einem ermittelten In
validitätsgrad von 46 % mit Wirkung ab dem 1. September 2005 eine
Viertels
rente
zu (Urk. 9/55).
1.2
Im Rahmen eines im Juli
2010 von Amtes eingeleiteten Revisionsverfahrens (Urk. 9/60) veranlasste die IV-Stelle eine Begutachtung bei Dr. med.
A._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie (Expertise vom 24. Januar 2011, Urk. 9/69). Mit Mitteilung vom 9. Juni 2011 bestätigte sie einen Anspruch des Versicherten auf die bisherige
Viertelsrente
(Urk. 9/73).
1.3
Am 30. November
2011 (Eingangsdatum) reichte der Versicherte ein Rentener
hö
hungsgesuch ein (Urk. 9/74). Mit Verfügung vom 6. März
2012 trat die IV
Stelle auf das
Le
istungsbegehren nicht ein, da der Versicherte
in seinem Gesuch nicht glaubhaft dargelegt habe, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse seit der letz
ten Verfügung wesentlich verändert hätten (Urk. 9/82).
1.4
Am 12. Dezember 2013 (Eingangsdatum) reichte der Versicherte erneut ein Ren
tenerhöhungsgesuch ein (Urk. 9/90).
Die
IV-Stelle
gab
bei der Klinik und Polikli
nik für Innere Medizin des
Universitätsspitals B._
und bei Dr. med.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, ein
bidis
ziplinäres
Gutachten in Auftrag, das am 28. Oktober
2014 erstattet wurde (Urk. 9/115). Mit Schreiben vom 13. Mai 2015 teilte die IV-Stelle dem Versicher
ten mit, dass die Voraussetzungen für eine Rentenerhöhung erfüllt seien. Zudem hätten die medizinischen Abklärungen ergeben, dass sein Gesundheitszustand durch den Verzicht auf das Rauchen erheblich verbessert werden könne. Ob er sich dem Nikotinentzug - im Sinne seiner Mitwirkungspflicht - unterzogen habe, werde mit der nächsten amtlichen Revision der Invalidenrente überprüft (Urk. 9/123). Mit Verfügung vom 21. Juli 2015 erhöhte die IV-Stelle die bisherige
Viertelsrente
des Versicherten mit Wirkung ab dem 1. September
2014 gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 50 % auf eine halbe Rente (Urk. 9/134 und
Urk.
9/137). Dagegen erhob der Versicherte am 1
2.
September
2015 Beschwerde (
Urk.
9/148). Mit Beschluss vom 3
1.
Oktober 2016
stellte das Gericht eine mögli
che
«
reformatio
in
peius
»
(Rückweisung
der Sache
an die IV-Stelle zwecks weite
rer medizinischer Abklärungen) in Aussicht u
nd setzte dem Versicherten
Frist zur St
ellungnahme
an
(
Urk.
9/157). Nachdem
dieser
die Beschwerde am 1
1.
Novem
ber 2016 zurückgezogen hatte, schrieb das Gericht den Prozess mit Verfügung vom 1
8.
November
2016 als durch Rückzug der Beschwerde erledigt ab (
Urk.
9/158).
In der Folge erachtete d
ie IV-Stelle die Voraussetzungen für
eine Wiedererwägung der
Verfügung vom 2
1.
Juli 2015
als erfüllt
(
vgl. Stellung
nahme vom 1
8.
April 2016,
Urk.
9/161) und gab beim
Zentrum D._
in
E._
ein polydisziplinäres Gutachten in Auftrag, das am
1.
März 2018 ersta
ttet wurde (
Urk.
9/188). Am 20.
April 2018 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass bei der Überprüfung des Invaliditätsgrades keine Änderung festgestellt worden sei, die sich auf die Rente auswirke. Es bestehe wei
terhin Anspruch
auf die bisherige halbe Rente bei einem Invaliditätsgrad von 50
%
(
Urk.
9/190)
.
1.5
Am 1
5.
Mai 2018 (Eingangsdatum) stellte der Versicherte ein Rentenerhöhungs
gesuch (
Urk.
9/
191). Mit Verfügung vom 1
8.
März 2019 wies die IV-Stelle das Erhöhungsgesuch ab (
Urk.
9/201).
1.6
Am
8.
September
2020 (Eingangsdatum) stellte der Versicherte ein weiteres Renten
er
höhungsgesuch (
Urk.
9/211-212), unter Beilage diverser Arztberichte (
Urk.
9/210). Die IV-Stelle
holte den Bericht von
Dr.
med.
F._
, FMH Phy
sikalische Medizin und Rehabilitatio
n,
vom 1
8.
September
2020 (Urk.
9/216/2-5),
den Bericht von
Dr.
med.
G._
, FMH Allgemeine Innere Medizin, vom 2
3.
September
2020 (
Urk.
9/217/5-6)
und
den Bericht der
Klinik
H._
AG vom
8.
Oktober
2020 (
Urk.
9/218/1-5
) ein. Weiter nahm sie den Bericht des
Adipositaszentrums
des Spitals
I._
vom 1
6.
März
2021 (
Urk.
9/220/7-9) und den Bericht von
Dr.
med.
J._
, FMH Dermatologie und Vene
rologie, vom 2
6.
April 2021 (
Urk.
9/222/1-5) zu den Akten. Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom 1
2.
Mai 2021,
Urk.
9/224, und Einwand des Versicherten vom
4.
Juni 2021,
Urk.
9/225) wies die IV-Stelle das Erhöhungs
gesuch mit Ve
rfügung vom 3
0.
Juni 2021 (Urk.
2) ab.
2.
Dagegen erhob der Versicherte am
3.
August
2021 Beschwerde und beantragte sinngemäss, es sei die angefochten
e Verfügung aufzuheben und die
bisherige halbe Rente zu erhöhen. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (
Urk.
1)
. Die Beschwerdegegnerin beantragte
mit Beschwerdean
twort vom 1
3.
September
2021 die
Abweisung der Beschwerde (
Urk.
8), was dem Beschwerdeführer am 1
5.
September
2021 angezeigt wurde (
Urk.
10).
Mit Eingabe vom 1
5.
November
2021 (
Urk.
11) legte
der Beschwerde
führer den Bericht von
Dr.
med.
K._
, Facharzt für Neurologie, vom 1
2.
November
2021 (
Urk.
12)
ins Recht
. Dies wurde der Beschwerdegegnerin am 1
7.
November
2021 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
13).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Rege
lungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen
Einspracheentscheids
eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember
2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nach
fol
gend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Invalidität ist die voraus
sichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsun
fähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchti
gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teil
weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausge
glichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander ge
genübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invalidi
tätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
1.4
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Ren
te, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent An
spruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.5
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend er
höht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenre
vision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Ren
tenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V
131
E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesent
lichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypo
thetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisions
rechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen). Weder eine im Vergleich zu früheren ärztlichen Einschätzungen ungleich attestierte Arbeitsunfähigkeit noch eine unterschiedliche diagnostische Einordnung des gel
tend gemachten Leidens genügt somit per se, um auf einen verbesserten oder verschlechterten Gesundheitszustand zu schliessen; notwendig ist in diesem Zu
sammenhang vielmehr eine veränderte Befundlage (Urteil des Bundesgerichts 9C_135/2021 vom 27. April 2021 E. 2.1 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3; Urteil des Bun
desgerichts 8C_144/2021 vom 27. Mai 2021 E. 2.3, je mit Hinweisen).
1.6
UV170510
Beweiswert eines Arztberichts
01.2021
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Berichten des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) nach Art. 49 Abs. 2 IVV kommt ebenfalls Beweiswert zu, sofern sie den von der Rechtsprechung um
schriebenen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten genügen (BGE 137 V 210 E. 1.2.1). Selbst eine Aktenbeurteilung ohne eigene Untersuchung kann be
weiskräftig sein, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt. Dies gilt grundsätzlich auch in Bezug auf Be
richte und Stellungnahmen der RAD (Urteile des Bundesgerichts 9C_335/2015 vom 1. September
2015 E. 3.1 und 9C_196/2014 vom 18. Juni 2014 E. 5.1.1 mit Hinweisen). Nach der Rechtsprechung ist es dem Sozialver
sicherungsgericht nicht verwehrt, einzig oder im Wesentlichen gestützt auf die (versicherungsinterne) Beurteilung des RAD zu entscheiden. In solchen Fällen sind an die Beweiswürdi
gung jedoch strenge Anforderungen in dem Sinne zu stellen, dass bei auch nur geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Fest
stellungen ergänzende Abklärungen vorzuneh
men sind (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2,
135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
1.7
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung damit, dass
s
eit der Begutachtun
g vom
1.
März
2018 bis heute
keine w
esentliche Veränderung
der gesundheitlichen
Situation ausgewiesen
sei. Das beschriebene
depressive
Stimmungsbild sei
bereits bekannt. Die seit Jahren bekla
gten zunehmenden Schmerzen seien
durch die neurologische Untersuchung nicht bestätigt
worden. Es würden
keine neuen Diagnosen oder
objektivierbare
n
Befunde vorliegen
(Urk.
2).
2.2
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber geltend, dass
sich seine ge
sund
heitliche Situation seit Erstellung des
D._
-
Gut
achten
s
im Jahr
2018
stark ver
schlechtert habe. Er habe sich bereits drei Magenbypas
s-O
perationen unterziehen müssen
. Eine vierte Operation sei geplant.
Aktuell werde ihm vom behandelnden Psychiater eine 80%ige Arbeitsunfähigkeit
auf dem 1.
Arbeitsmarkt
attestiert.
Im Weiteren sei er auch im sozi
alen Leben stark eingeschränkt. Seit dem
3.
Dezember 2019 sei er bei
L._
an einem geschützten Arbeitsplatz tätig
(
Urk.
1).
3.
3.1
3.1.1
Strittig und zu prüfen ist eine revisionsweise Erhöhung der seit September 2014 (vgl. Sachverhalt Ziff. 1.4) ausgerichteten halben Invalidenrente
.
Eine materielle Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer medizinischer Sachverhalts
ab
klärung erfolgte zuletzt im Rahmen des Erlasses der
Mitteilung vom 2
0.
April 2018 (Urk. 9/190). Der Mitteilung vom 2
0.
April
2018
lag im We
sentlichen das Gutachten des
D._
vom
1.
März 2018 (
Urk.
9/188) zugrunde.
3.1.2
Die Ärzte des
D._
stellten in diesem Gutachten
folgende Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
9/188/46
-47
):
-
kombinierte Persönlichkeitsstörung,
vorwiegend narzi
s
stisch und teilweise
histri
onisch
mit dissozialen Anteilen (
ICD-10 F61)
-
Differentialdiagnose: emot
i
onal instabile Persönlichkeitsst
ö
rung, impulsiver Typ
(ICD-10 F60.30) mit
-
rezidivierender depressiver Stör
ung, gegenwärtig leichte Episode
(vorwiegend
dysphorische
Depressivität;
ICD-10
F32.0) bei/mit
-
Problemen in
Verbindung mit Berufstätigkeiten
und Arbeitslosigkeit (
ICD-10
F56) und
-
Verdacht auf elterliche Überfürsorglichkeit (
ICD-10 Z62.
1)
-
Somat
isierungsstörung (
ICD-10
F45.0)
-
Differentialdiagnose
: dissoziative Störung, gemischt (
ICD-10
F44.7)
-
c
hronischer Husten und Anstrengungsdyspnoe bei C
OPD Stadium Gold III bei
persist
ierendem
Nikotinabusus
-
r
ezidivierendes
lumbovertebro
genes
Sc
hmerzsyndrom mit ISG-Dysfunktion
links
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die A
rbeitsfähigkeit nannten sie
(Urk.
9/188/47):
-
Status nach Rou
x-Y-
Gastric
-Bypass-Operation April
2014
-
Adipositas Gra
d II, präoperativ BMI > 35 kg/m
2
, ak
tuell bei BMI von 24
normge
-
wicht
ig
-
Dumping-Syndrom ana
mnestisch
-
r
ezidivierende Abszesse und Akne
inversa
-
Statu
s nach multiplen
chirurg
ischen Eingriffen, letztmals
Februar
2017
-
l
eichtes obst
ruktives Schlafapnoe-Syndrom, Erstdiagnose Februar
2014
-
CPAP-Behandlung
-
Status nach Synkope November
2017 unklarer Genese am ehesten
vasovagal
-
mit passa
gerer
Hemisymp
tomatik
links, am ehesten dissoziat
iv
-
Ischämie,
Blutung und epileptische Genese ausgeschlossen
-
g
a
stroösophagea
le
Refluxerkrankung
gemäss Akten
-
Gastroskopie 2014 unauffällig
-
f
un
ktionelle Magen-Darm-Beschwerden
mit Diarrhoe, Differentialdiagnose
im
Rahmen des Dumping-Syndroms
-
Leberst
eatose gemäss Akten
-
Spannungskop
fschmerzen
Die Ärzte des
D._
gaben an, dass
der Beschwerdeführer
gemäss seinen Angaben
mehrheitlich Hilfsarbeiterfunkti
onen
an diversen Stellen ausgeführt habe.
Auf
grund der COPD könne er
keine körperlic
h schweren Arbeiten ausführen.
Arbei
ten in staubbelasteter Umgebung, grosser Kälte oder Hitze seien
ebenfalls zu ver
meiden. Aus ort
hopädischer Sicht soll
t
en keine schweren körperlich
belastenden Tätigkeiten in
Zwangshaltung oder mit regelmässigem Bücke
n vorgenommen werden. Zudem sei
eine
Gewichtslimite
von 15 kg einzuhalten. Aus psychiatri
scher
Sicht
sei
eine teilweise, den körperlichen Limitationen genügende Tätigkeit von 50
%
zumutbar
(
Urk.
9/188/53
-54
).
3.2
3.2.1
Im Rahmen des vorliegenden Revisionsverfahrens sind im Wesentlichen folgende medizinischen Beurteilungen aktenkundig:
3.2.2
Dr.
F._
stellte im Bericht vom 1
8.
September 2020 folgende Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
9/216/2):
-
cervicospondylogenes
Schmerzsyndrom C5/6 links bei ausgeprägten degenerativen
Veränderungen (siehe MRI vom 1
3.
Januar 2020) und muskulärer
Dysbalance
-
chronische Sensibilitätsstörungen linker Arm und linkes Bein (siehe Bericht
Neurologie)
-
Status nach mehrfacher Magen-OP (Bypass)
Dr.
F._
erklärte
, dass leichte wechselnde
Tätigkeiten ohne Zwangshaltung des Kopfes zwei bis drei Stunden pro Tag möglich seien (
Urk.
9/216/3).
3.2.3
Dr.
G._
führte im Bericht vom 2
3.
September 2020 folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit an (
Urk.
9/217/5):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode
-
Persönlichkeitsstörung mit Panikstörung
-
COPD Stadium Gold II
-
periphere arterielle Verschlusskrankheit beider Beine
-
Status nach Adipositas mit Stat
us nach
lapar
o
skopisch
proximalem
Roux-Y-
Gastric
Bypass 2014
-
chronisch re
zidivierendes Dumping-S
yndrom
-
klaffende Anastomosen-Straffung Mai 2018
-
nicht
organische Insomnie
-
leichtes obstruktives Schlafapnoesyndrom
-
chronische Schmerzstörun
g mit somatischen und psychischen
Faktoren
-
Agoraphobie und Panikstörung
-
flukturierendes
partiell
regredientes
Hemisyndrom
links, Erstdiagnose 2011,
Differentialdiagnose dissoziativ, initial Ischämie nicht ausgeschlossen
-
chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom
-
rezidivierende Hautabszesse unklarer Ätiologie mit Ausschluss eines Wunddefekts
-
gastroösophagiale
Refluxkrankheit
Dr.
G._
gab an
, dass beim Beschwerdeführer für Massnahmen der Wie
dereingliederung im Umfang von mindestens zwei Stunden pro Tag keine Belast
barkeit bestehe.
Zurzeit arbeite er
ca. zwei bis vier Stunden pro Tag in einer geschützten Werkstatt (
Urk.
9/217/6).
3.2.4
M._
, Psychologin der
Klinik H._
AG, nannte im Bericht vom 8.
Oktober 2020
als Diagnosen mit Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit (Urk.
9/218/1):
-
rez
idivierende depressive Störung
, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10
F33.1)
-
chronische Insomnie mit Ein- und Durchschlafstörung (ICD-10 F51.
0
1)
-
kombinier
t
e und andere Persönlichkeitsstörungen mit narzisstischen und
ag
gressiven
impulsiven Durchbrüchen
M._
hielt fest
,
dass die Leistungsfähigk
eit des Beschwerdeführers um 45
% bis 50
%
vermindert sei. Diese Einschätzung beziehe sich nur auf die psy
chischen Einschränkungen und nicht auf die
körperlichen Erkrankungen (Urk.
9/218/2).
3.2.5
Dr.
med.
N._
, Oberä
rztin des
Adipositaszentrums
des
Spitals
I._
, führte im Bericht vom 1
6.
März 2021 aus, dass
am
2
8.
August
2019
eine
laparoskopische
dorsale u
nd ventrale kalibrierte netzver
stärkte
Hiatoraphie
und eine Neuanlage der
Gastrojejunostomie
erfolgt
sei
. In der Folge sei
die Dum
ping-
Symptomatik
besser gewesen.
Der Beschwerdeführer
habe aber
neu unter einer Schl
uckproblematik mit
Bolusgefühl
und anschliessendem Erbrechen
gelit
ten. Sowohl
gastroskopisch
als
auch mittels Barium-
Schluckuntersuchung
hätten sich nach
der Revisionsoperation
Normalbefunde
gezeigt. Dem Beschwerdeführer sei empfohlen worden, möglichst
langsam zu essen und gut zu
kauen. Dies habe
leider zu keiner Besserung geführt.
Nach den
Mahlzeit
en habe er
häufig
über Stunden erbrechen und w
ürgen
müssen
.
Auch die Dumping-Symptomatik sei – in weniger ausgeprägter Form – zurückgekehrt.
Nach ca.
ein
em
Jahr
postoperativ
habe der Beschwerdeführer
die Problem
atik mit dem Erb
rechen und der Übelkeit nach den
Mahlzeit
en
etwas besser kontrol
lieren
können. Die Übelkeit sei seltener
aufgetreten
und
er
habe k
aum n
och e
rbrechen
müssen. Allerdings sei
die Dum
ping-Symptoma
tik wie
der deutlich stärker aufgetreten.
Der Beschwerdeführer
leide
nach jeder Mahlzeit
unter
eine
r
bleierne
n
Müdigke
it, sod
ass er sich hinlegen müsse und
zwei
St
unden
«
ausser
Gefecht
»
gesetzt sei. Dies habe
dazu
geführt
, dass er lediglich noch zwei Mal pro Tag esse und
extern
gänzlich auf das Essen verzichte
, um die Symptomatik zu vermeiden.
Eine Ernährungstherapie,
medika
mentöse Behand
lung und
auch die
operative Behandlung hätten
die Symptoma
tik nicht verbessern können
.
Die
Prognose zur Erreichung
einer Arbeitsfähigkeit sei somit schlecht. Vonseiten der
Früh-Dumping-Symptomatik
sei der Beschwer
deführer austherapiert.
Da man
für das Erreichen einer norm
al
en Leistungsfähig
keit mindestens
d
rei Mal
pro Tag ein
e ausgewogene Mahlzeit benötige, sei
eine möglic
he Arbeitsfähigkeit zwischen 11 und 12 Uhr und zwischen 15 und
17 Uhr
denkbar (
Urk.
9/220/7-8).
3.2.6
O._
, Oberarzt der
Klinik H._
AG,
erklärte im Bericht vom 4.
Juni
2021,
dass neben den so
matisch fassbaren Ursachen
der Beschwerden
eine psychosomatische Ursache bestehe.
Aus psychiatrischer Sicht sei auch e
ine
anhaltende somatoforme Schmerz
störung (
ICD-10
F45.4) mit andauerndem, quä
lendem
Schmerz bei psychosoziale
n
Problemen und
emotionalen
Konflikten, welche eine beachtliche medizinische Betr
euung und Zuwendung benötige
n wür
de
,
zu
diagnostizieren.
Leider
sei
diese
Diagno
se
im
Gutachten
des
D._
vom
1.
März
2018
nicht mehr
explizit erwähnt
worden
.
Alle
psychischen Symptome
seien
unter die
Persönlichkeitsstörung subsumiert
worden
. Nach der internen
Be
handlungsübernahme
könne er die
von
M._
festgestellten
Funktions
einschränkungen
bestätigen
. Die Verminderung der Leistungsfähigkeit aus psy
chischen Grün
den für den
1.
Arbeitsmarkt betrage mindestens 80
%
. Die
von
M._
festgestellte
Verminderung
der Leistungsfähigkeit von 45
%
bis
50
%
beziehe
sich auf eine geschützte Arbeitsstelle
(
Urk.
9/227
/1
).
3.2.7
Dr.
K._
führte im Bericht vom 1
2.
November 2021 zuhanden der
Klinik H._
AG aus, dass der Beschwerdeführer zwecks Klärung der
wiederkehren
den Missempfindungen an diversen Körperstellen
untersucht worden sei
.
Mittels Elektroneurographie, Lumbalpunktion und Bildgebung sei
keine
Objektivierung möglich
gewesen. Im Weiteren leide der Beschwerdeführer
seit mehreren Jahren an Abszessen. Im vergangenen Monat
sei
ein Plattenepithelkarzinom der Haut gesichert und operativ versorgt
worden
. Ein Zusammenhang der wiederkehren
den Abszesse mit dem Hautkrebs
sei
de
rzeit unklar, aber möglich. Der Beschwer
deführer gebe
an, dass er die Abszesse erst seit dem Jahr 1992 entw
ickelt habe. In den Jahren 1989 bis
1992
sei er
in der Chemieindustrie tätig
gewesen
.
Im Jahr
1992, als
sich die Abszesse gezeigt hätten, seien
unterschiedliche
Sekretfarben
registriert
worden, welche
an
einen Zusammenhang mit den chemischen Produk
ten denken lassen
würden. In den folgenden Jahren seien
die Abszesse (
mit
teils bis zu 15
cm Durchmesser) immer wieder operiert
worden
. Die postoperative Gene
sungszeit habe
jeweils
Wochen
gedauert, sodass der Beschwerdeführer
wie
der
kehrend seine Arbeitsstelle verlor
en
habe
. Eine Berufskrankheit sei
bei
der vor
liegenden Anamnese nicht auszuschliess
en.
Der Beschwerdeführer habe be
rich
tet, dass er derzeit eine 50%ige IV-
Rente
erhalte.
Vo
r dem Hintergrund einer
mögli
chen
Berufserkrankung
sei eine
höhere
Berentung
angezeigt
(
Urk.
12).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung in medizi
nischer Hinsicht im Wesentlichen auf die Stellungnahmen der RAD-Ärzte
P._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 2
1.
April
und vom 2
8.
Juni
2021 sowie
von
Dr.
med.
Q._
, Facharzt für Innere Medizin und R
heumatologie, vom 2
6.
April
2021
(
Urk.
9/223/5
und
Urk.
9/228/3
).
4.2
RAD-Arzt
Dr.
Q._
legte in der
Stellungnahme
vom 2
6.
April 2021
dar, dass in den Berichten
von
Dr.
F._
vom 3
0.
Januar
und
1
8.
September
2020 ein
cer
vicospondylogenes
Schmerzsyndrom C5/6 links bei deutlichen deg
enerativen Veränderungen und muskulärer
Dysbalance
sowie bekannte chronische
Sensibi
litätsstörungen am li
nken Arm und Bein erwähnt würden
.
Der Beschwerdeführer
klage seit vielen Jahren
über zunehmende
Schmerzen im Bereich des Nackens mit Ausstrahlung in den linken Arm. In der neurol
ogischen Untersuchung vom 1
7.
Januar
2020
habe sich
kein wegweisender Befund
gezeigt
. Im Verlaufsbericht
des Hausarztes
Dr.
G._
vom 2
3.
September
2020 würden
keine neuen Diagnosen oder
objektivierbaren Befunde
genannt. Zusammenfassend
würden sich aus
den aktuellen Arztberichten keine neuen richtungsweisenden
Aspekte ergeben. Eine
massgebliche
d
auerhafte Veränderung des Gesundheitszustands
sei im
Vergleic
h zum
D._
-Gutachten vom
1.
März
2018 nicht
ausgewiesen (
Urk.
9/223/5).
RAD-Arzt
P._
erklärte in der Stellungnahme vom 2
1.
April 2021, dass i
m
Ver
gleich zur Beurteilung im
D._
-Gutachten vom
1.
März 2018
und zum
Refe
renzzeitpunkt kein wesentlich verände
rter Gesundheitszustand gegeben sei
.
Im vorliegenden Arztzeugnis
(der
Klinik
H._
AG)
und im
D._
-
Gutachten wür
den
ein depressives Stimmungsbild beschrieben. Die im aktuelle
n
Bericht als rezidi
vierend eingeordnete Störung sei nicht nachvollziehbar (
Urk.
9/223/5).
In der Stellungnahme vom 2
8.
Juni
2021 ergänzte
RAD-Arzt
P._
, dass die Gut
achter des
D._
die von
O._
von der
Klinik H._
AG
genannte Diagnose einer anhaltenden somatoforme
n
Schmerz
störung
gestellt hätten, so
fern sie nach deren Beurteilung vorgelegen hätte
. An der Stellung
nahm
e vom 2
1.
April 2021 könne
festgehalten werden
(
Urk.
9/228/3).
4.3
Diese Aktenbeurteilung
der RAD-Ärzte vermag
nur teilweise zu überzeugen.
RAD-Arzt
Dr.
Q._
erklärte
zwar in nachvollziehbarer Weise, dass
Dr.
F._
im R
ahmen der
neurologischen Untersuchung vom 1
7.
Januar 2020 im Zusammen
hang mit den geklagten Nackenbeschwerden keinen wegweisenden Befund
habe erheben können
.
Dr.
F._
hielt
damals
fest
, dass die Reproduktion der Beschwer
den durch Palpation des
Musculus
iliopsoas
links und
pectoralis
links auffällig sei, was für eine begleitende muskuläre Genese spreche. Eine Operati
on/Infil
tration sei nicht indiziert (
Urk.
9/
217/8).
Im Weiteren liess
en
sich
die vom
B
eschwerdeführer
geklagten Missempfindunge
n an diversen Körperstellen
in der Un
tersuchung bei
Dr.
K._
vom November
2021
nicht objektivieren
(vgl. E. 3.2.7
). Ebenfalls ei
nleuchtend ist, dass RAD-Arzt
P._
von einem seit
der Begutachtung im
D._
im Dezember 2017
im Wesentlichen unveränderten psy
chischen Gesundheitszustand ausging.
Dies auch vor dem Hintergrund, dass
die behandelnde Psychologin
M._
dem Beschwerdeführer im Bericht vom
8.
Oktober
2020
– in
weitgehender
Ü
bereinstimmung mit den Gutachtern
des
D._
–
eine
45%ige bis
50%ige Arbeitsunfähigkeit
in der bisherigen bzw. einer angepassten Tätigkeit
attestierte
(
Urk.
9/218/2)
. Dass
M._
mit
dieser
Einschätzung
entgegen der klaren Fragestellung
eine Tätigkeit im geschützten Rahmen gemeint haben soll – wie
O._
v
on der
Klinik H._
AG in der Folge
vorbrachte (vgl. E.
3.2.6
) – erscheint
nicht plausibel.
Die vorliegend umstrittene exakte diagnostische Einordnung des psychischen Leidens, das heisst, ob (auch) eine anhaltende somatoforme
Schmerzstörung zu diagnostizier
en ist, ist für die Frage der Beeinträchtigung der Arbeitsfäh
igkeit ferner nicht entschei
dend (vgl. E. 1.5).
Zu beanstanden ist jedoch, dass der RAD auf den Bericht von
Dr.
N._
vom
Adipositaszentrum
des Spitals
I._
vom 1
6.
März 2021 nicht einge
gangen
ist.
Nachdem die Är
zte des
D._
im Gutachten vom
1.
März
2018
der Auffassung waren
, dass die
noch nicht
hinreichend behandelte
D
umping-S
ymp
tomatik den
B
eschwerdeführer
nicht in der Arbeitsfähigkeit einschränke
(
Urk.
9/188/28 und
Urk.
9/188/53-54
),
sind in diesem Zusammenhang
nun
zahl
reiche Behandlungsbemühungen unternommen
worden.
Insbesondere musste sich der Beschwerdefüh
r
er am 2
8.
August
2019 einer weiteren
Magenop
eration unterziehen, welche indes
nicht zu einer Besserung der Symptomatik führte.
Ge
mäss
Dr.
N._
bestehen
offenbar keine weiteren Behandlungsmöglich
keiten mehr
. Mit Blick darauf, dass
Dr.
N._
von Übelkeit, Erbrechen und einer
jeweils
länger andauer
nd
en bleiernen Müdigkeit nach den
Mahlzeiten berichtete, sind
Anhaltspunkte dafür
gegeben
, dass sich der somatische Gesund
heitszustand des Beschwerdeführers
und dessen Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit
seit
Erlass der
Mitteilung vom 2
0.
April 2018
erheblich
verschlechtert haben könnte.
4.4
Auf
die Stellungnahme
n der RAD-Ärzte
Dr.
Q._
und
P._
kann demnach nicht
vollumfänglich
abgestellt werden.
Im Weiteren lässt sich der somatische Gesundheitszustand des Beschwerdeführers und dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit jedoch auch nicht allein gestützt auf die Berichte der behandeln
den Ärzte zuverlässig beurteilen. Der medizinische Sachverhalt erweist sich daher als ungenügend abgeklärt.
5.
Die angefochtene Verfügung
vom
3
0.
Juni 2021
(Urk. 2)
ist demzufolge
aufzu
heben
und die Sache ist
an die Beschwer
de
gegnerin zurückzuweisen, damit sie den medizini
schen Sachverhalt in somati
scher Hi
nsicht ergänzend
abklärt oder gutachter
lich abklären lässt
. Die Beschwer
degegneri
n
hat
dabei auch zu prüfen, wie sich der Heilverlauf nach der operativen Entfernung des
von
Dr.
K._
im Bericht vom 1
2.
November
2021 (vgl.
E.
3.2.7)
erwähnten Platten
epithel
karzi
noms gestaltete.
Danach hat sie
über das Renten
erhöhungsgesuch
des Beschwer
de
führers neu zu verfügen. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
6.
6.1
Das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kanto
nalen Versicherungsgericht ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Im vorliegenden Verfahren sind sie ermessensweise auf Fr. 700.--
anzusetzen. Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 210 E. 7.1, 137 V 57 E. 2.2), weshalb die Gerichtskosten der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen sind.
6.2
Das Gesuch des Beschwerdeführers um Gewährung der unentgeltlichen P
rozess
führung erweist sich
als gegenstandslos.