Decision ID: 52df568b-9115-4168-aaa2-def058af8a15
Year: 2017
Language: de
Court: CH_BSTG
Chamber: CH_BSTG_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: penal_law

Die Beschwerdekammer hält fest, dass:
- mit Schreiben vom 23. Juni 2017 A. bei der Bundesanwaltschaft Strafan-
zeige gegen C., Staatsanwalt des Bundes, wegen Amtsmissbrauchs gemäss
Art. 312 StGB erstattete;
- mit Verfügung vom 18. September 2017 der a.o. Staatsanwalt des Bundes
B. die Strafsache gegen C. wegen Verdachts des Amtsmissbrauchs nicht
anhand nahm (act. 1.1);
- gegen diese Nichtanhandnahmeverfügung A. mit Schreiben vom 28. Sep-
tember 2017 Beschwerde bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafge-
richts erhob (act. 1);
- mit Einschreiben vom 2. Oktober 2017 der Beschwerdeführer gestützt auf
Art. 383 Abs. 1 StPO zur Leistung des Kostenvorschusses bis 13. Oktober
2017 aufgefordert wurde (act. 2); er sodann darauf hingewiesen wurde, dass
bei Säumnis auf die Beschwerde nicht eingetreten werde (Art. 383 Abs. 2
StPO);
- am 3. Oktober 2017 das Einschreiben zur Abholung gemeldet wurde mit Frist
bis 10. Oktober 2017;
- am 6. Oktober 2017 der Beschwerdeführer die Aufbewahrungsfrist bei der
Post bis 14. Oktober 2017 verlängerte (act. 3);
- der Beschwerdeführer das Einschreiben am 14. Oktober 2017 entgegen-
nahm und gleichentags den Kostenvorschuss von Fr. 2‘000.-- einbezahlte
(act. 5).

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:
- die Frist zur Bezahlung des Kostenvorschusses gewahrt ist, wenn der Betrag
spätestens am letzten Tag der Frist zu Gunsten der Behörde der Schweize-
rischen Post übergeben oder einem Post- oder Bankkonto in der Schweiz
belastet worden ist (Art. 91 Abs. 5 StPO);
- die Behörden von Amtes wegen oder auf Gesuch hin die von ihnen ange-
setzten Fristen erstrecken können; das Gesuch vor Ablauf der Frist gestellt
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und hinreichend begründet sein muss (Art. 92 StPO); Fristerstreckungsge-
suche an die zuständige Behörde zu richten sind (RIEDO, Basler Kommentar
zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, Art. 92 N. 15);
- bei einer eingeschriebenen Postsendung, die nicht abgeholt worden ist,
diese am siebten Tag nach dem erfolglosen Zustellungsversuch als zuge-
stellt gilt, sofern die Person mit einer Zustellung rechnen musste (Art. 85
Abs. 4 lit. a StPO);
- nach Einleitung des Beschwerdeverfahrens der Beschwerdeführer mit einer
Zustellung rechnen musste;
- die Aufforderung zur Leistung des Kostenvorschusses vorliegend demnach
als am 10. Oktober 2017 zugestellt gilt (s.o.; vgl. auch BGE 139 IV 228
E. 1.1; s. insbesondere Entscheid des Bundesstrafgerichts RR.2017.75 vom
12. Juli 2017, E. 1.2, mit weiteren Hinweisen);
- die bei der Post beantragte Verlängerung der Aufbewahrungsfrist nicht als
Fristerstreckungsgesuch an das hiesige Gericht gelten kann; die von der
Post gewährte Verlängerung keinen Einfluss auf den Fristenlauf für die Leis-
tung des Kostenvorschusses hat;
- der Kostenvorschuss vorliegend nicht innerhalb der angesetzten Frist be-
zahlt wurde;
- der Beschwerdeführer mit Schreiben vom 14. Oktober 2017 geltend machte,
er habe das Einschreiben erst am 14. Oktober 2017 nach seinem Ausland-
aufenthalt abholen können; er erklärte, er habe gleichentags den geforderten
Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 2‘000.-- geleistet, weshalb er davon
ausgehe, dass damit die Frist gewahrt bleibe (act. 4);
- gemäss Art. 94 Abs. 1 StPO eine Partei die Wiederherstellung der Frist ver-
langen kann, wenn sie eine Frist versäumt und ihr daraus ein erheblicher
und unersetzlicher Rechtsverlust erwachsen würde; sie dabei glaubhaft zu
machen hat, dass sie an der Säumnis kein Verschulden trifft; blosse Rechts-
unkenntnis keinen Wiederherstellungsgrund darstellt (BGE 103 IV 131);
- der Beschwerdeführer mit seinen Ausführungen in seinem Schreiben vom
14. Oktober 2017 nicht glaubhaft gemacht hat, dass ihn an der Säumnis kein
Verschulden trifft; folgerichtig das sinngemäss gestellte Wiederherstellungs-
gesuch abzuweisen ist;
- nach dem Gesagten auf die Beschwerde androhungsgemäss nicht einzutre-
ten ist;
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- bei diesem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführer die Gerichts-
kosten zu tragen hat (Art. 428 Abs. 1 StPO);
- die Gerichtsgebühr auf Fr. 200.-- festzusetzen ist (Art. 73 StBOG i.V.m. Art. 5
und 8 Abs. 1 BStKR), unter Anrechnung des entsprechenden Betrages aus
dem verspätet geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 2‘000.--; die
Bundesstrafgerichtskasse anzuweisen ist, dem Beschwerdeführer den Rest-
betrag von Fr. 1‘800.-- zurückzuerstatten.
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