Decision ID: b5c7e5a4-f8a5-4d0c-929a-5ce5935fe19a
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherter), Maurer mit Eidgenössischem Fähigkeitszeugnis,
arbeitete seit 1. April 2013 für die B._ AG (IV-act. 3, 8, 11).
A.b Am 22. Dezember 2015 diagnostizierte Dr. med. C._, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH,
Orthopädie D._, ein femoroacetabuläres Impingement, rechte Hüfte mehr als links,
mit Einklemmungen und Blockaden bei CAM Deformation und Pincer-Komponente. Im
Weiteren führte er aus, da beim Versicherten eindeutig eine CAM Deformation mit
deutlicher Wulstbildung vorliege, sei die Indikation für eine Abtragung gegeben. Der
operative Eingriff wurde auf das Frühjahr 2016 geplant (IV-act. 44, vgl. auch IV-act. 45
f.). Am 27. Januar 2016 kündigte die Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis mit dem
Versicherten per 31. März 2016 (IV-act. 9). Im Arztbericht vom 25. Februar 2016
erklärte Dr. med. E._, Facharzt für Innere Medizin FMH, dass aus medizinischer Sicht
die Arbeit als Maurer wegen der Hüftproblematik ungeeignet sei (IV-act. 7).
A.c Am 3. März 2016 schloss der Versicherte mit der Fachschule F._ GmbH einen
Ausbildungsvertrag über zwei Jahre zum medizinischen Masseur mit eidg.
Fachausweis und Ausbildungsbeginn am 26. September 2016 ab. Die Kosten für die
gesamte Ausbildung (Einschreibegebühr, Schulgeld, Prüfungsgebühr, Fachbücher,
Arbeitskleider, etc.) betragen nach Abzug des kantonalen Förderbeitrags ca. Fr.
25'500.-. Nicht berücksichtigt ist dabei der im zweiten Ausbildungsjahr ausgerichtete
Praktikantenlohn (IV-act. 10, 12-1 f.).
A.d Die Hüftoperation rechts wurde am 4. April 2016 durchgeführt (IV-act. 4 f., 7, 40-2,
43). Vom 30. Mai bis 16. September 2016 arbeitete der Versicherte als Maurer für die
G._ AG, (IV-act. 6, 29). Im Arztbericht vom 15. Juli 2016 berichtete Dr. C._ über
eine persistierende aber asymptomatische CAM Deformation links. Im Weiteren führte
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der Arzt aus, es zeige sich ein erfreulicher Verlauf mit Schmerzlosigkeit beidseitig. Da
die CAM Deformation schmerzfrei und asymptomatisch sei, könne keine Indikation für
eine Schenkelhalsplastik links gestellt werden (IV-act. 30-3 f.).
A.e Am 17. August 2016 meldete sich der Versicherte zum Bezug von Leistungen bei
der Invalidenversicherung an (IV-act. 3, 15). Der Anmeldung legte er eine Kopie des
Ausbildungsvertrages zum medizinischen Masseur bei (act. G 4-2).
A.f Im Arztbericht vom 26. Oktober 2016 erklärte Dr. E._ erneut, dass der Versicherte
wegen belastungsabhängigen Schmerzen im rechten Bein die zuletzt ausgeführte
körperlich belastende Tätigkeit als Maurer nicht mehr ausführen könne. Eine
Umschulung sei daher sinnvoll. Die aktuell begonnene Ausbildung als medizinischer
Masseur könne problemlos durchgeführt werden, da diese körperlich wenig belastend
sei (IV-act. 30). Im ergänzenden Arztzeugnis vom 17. November 2016 erklärte Dr. E._,
da der Versicherte nicht mehr als Maurer arbeite, bestünden aktuell keine
Beschwerden und somit auch keine objektivierbaren Befunde (IV-act. 36).
A.g Im Arztbericht vom 22. Dezember 2016 erklärte Dr. C._, dass es von Vorteil
wäre, wenn der Versicherte nicht mehr als Maurer arbeiten würde, denn wegen der
arbeitsbedingt erforderlichen Flexion und Innenrotation würde dies mit Sicherheit zu
Hüftproblemen führen. Wenn auch die andere Hüftseite operiert würde, auch wenn es
medizinisch keine Indikation gebe, könnte der Versicherte wieder als Maurer arbeiten
(IV-act. 52).
A.h Im Arztbericht vom 28. Dezember 2016 hielt RAD-Arzt Dr. med. H._, Facharzt für
Chirurgie FMH, fest, dass beide Hüftgelenke des Versicherten als vorgeschädigt
betrachtet werden müssten. Aufgrund der Vorschädigung sei zu erwarten, dass die
linke operierte wie auch die rechte nicht operierte Hüfte irgendwann Beschwerden
machen werden. Eine hüftgelenksbelastende Tätigkeit wie die angestammte Tätigkeit
als Maurer sei dem Versicherten aus medizinischer Sicht auf Dauer nicht mehr
zumutbar. In einer hüftgelenksentlastenden Tätigkeit, also überwiegend sitzend mit
Wechselbelastung, ohne kniende Tätigkeiten, ohne Heben und Tragen von Lasten über
10 kg, bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Im Weiteren führte Dr. H._ aus, dass
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er die Tätigkeit als medizinischer Masseur als hüftbelastend einstufe, weshalb er die
Ausbildung zum medizinischen Masseur nicht befürwortete (IV-act. 54).
A.i Mit Schreiben vom 28. Dezember 2016 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit,
dass ein Anspruch auf Berufsberatung bestehe (IV-act. 56). Daraufhin fand am 30.
Januar 2017 ein Abklärungsgespräch statt. Laut IV-Verlaufsprotokoll (IV-act. 62)
erklärte der Versicherte, dass er nach der Ausbildung zum medizinischen Masseur die
verkürzte Ausbildung zum Physiotherapeuten anschliessen wolle. Er sei davon
überzeugt, dass der eingeschlagene Weg der richtige Weg sei. Gesundheitlich sehe er
keine Schwierigkeiten, vor allem auch deshalb, weil sein mittelfristiges Ziel der Beruf
des Physiotherapeuten sei. Ressourcenbezogen sehe er auch für eine weiterführende
Ausbildung keine Schwierigkeiten. Die den Versicherten betreuende
Eingliederungsverantwortliche der IV-Stelle erachtete es als fraglich, ob die angestrebte
Ausbildung überhaupt zu einer Berufstätigkeit im Bereich Physiotherapie in der
Schweiz befähige und ob der Beruf des Physiotherapeuten als adaptierter Beruf gelten
könne (IV-act. 62, vgl. IV-act. 61, 65).
A.j Mit Vorbescheid vom 21. März 2017 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, es sei
vorgesehen, das Leistungsbegehren um berufliche Massnahmen und Rentenleistungen
abzuweisen. Ausgeführt wurde, dass der Anspruch auf Umschulung grundsätzlich
erfüllt sei. Die vom Versicherten bereits begonnene Ausbildung zum medizinischen
Masseur und (anschliessend) zum Physiotherapeuten sei aus medizinischer Sicht nicht
leidens¬angepasst, weshalb die Invalidenversicherung diese berufliche Neuausrichtung
nicht unterstützen könne (IV-act. 66).
A.k Am 25. April 2017 erhob der Versicherte Einwand gegen den Vorbescheid vom 21.
März 2017 und machte den Vorschlag, dass die IV-Stelle ihn hinsichtlich der
begonnenen Ausbildung unterstützen solle. Dafür sei er bereit, wenn in Zukunft
gesundheitlichen Schwierigkeiten auftreten sollten, die bereits erbrachten finanziellen
Leistungen anrechnen zu lassen bzw. auf doppelte Leistungen der
Invalidenversicherung zu verzichten (IV-act. 67).
A.l Mit Verfügung vom 11. Mai 2017 lehnte die IV-Stelle wie im Vorbescheid den
Anspruch auf berufliche Massnahmen und Rentenleistungen mit gleicher Begründung
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wie im Vorbescheid ab. Zum Einwand vom 25. April 2017 wurde erklärt, dass sich
aufgrund der eingereichten Unterlagen keine neuen Erkenntnisse ergeben hätten und
aus rechtlicher Sicht nicht auf den Vorschlag des Versicherten eingegangen werden
könne (IV-act. 68).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 11. Mai 2017 richtet sich die vorliegende Beschwerde
des Versicherten (nachfolgend: Beschwerdeführer) vom 10. Juni 2017 (Postaufgabe;
act. G 1). Der Beschwerdeführer verlangt sinngemäss die Aufhebung der Verfügung
vom 11. Mai 2017 und die Zusprache von beruflichen Massnahmen in Form der bereits
begonnenen Umschulung zum medizinischen Masseur und anschliessend zum
Physiotherapeuten. Zur Begründung führt der Beschwerdeführer aus, dass ihm die
Ausbildungen zum medizinischen Masseur und zum Physiotherapeuten vom
Berufsberater nahegelegt worden seien. Die neuen Berufe seien hüftentlastend und
infolgedessen für seine gesundheitliche Situation von Vorteil. Er könne daher nicht
nachvollziehen, dass er die begonnene Ausbildung zum medizinischen Masseur
abbrechen und eine andere Umschulung in Betracht ziehen sollte.
B.b Die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) beantragt in der
Beschwerdeantwort vom 19. September 2017 die Abweisung der Beschwerde (act. G
4). Zur Begründung wird ausgeführt, dass es sich beim medizinischen Masseur und
beim Physiotherapeuten nicht um behinderungsangepasste Tätigkeiten handle, da der
Beschwerdeführer auf Dauer keine hüftgelenksbelastenden Tätigkeiten mehr ausüben
sollte. Folglich sei die beantragte Umschulung nicht wie erforderlich
eingliederungswirksam. Im Weiteren wird in Frage gestellt, ob die angestrebte
Ausbildung überhaupt zu einer Berufstätigkeit im Bereich Physiotherapie in der
Schweiz befähige, und wenn ja, auf welchem Lohnniveau dies wäre.
B.c In der Replik vom 24. November 2017 beantragt der Beschwerdeführer: "Der
Antrag durch die Invalidenversicherung ist abzuweisen und eine
Umschulungsfinanzierung durch die Invalidenversicherung ist gutzuheissen." (act. G 8).
Zur Begründung führt der Beschwerdeführer aus, dass er eine Tätigkeit anstrebe, bei
welcher die körperliche Belastung insbesondere der Hüften im Hintergrund stehe. So
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wolle er sich nach den Ausbildungen zum medizinischen Masseur und zum
Physiotherapeuten in Richtung Schulungsleiter und Ausbildner weiterentwickeln. Im
Weiteren machte er geltend, dass er die Ausbildungen mit in der Schweiz anerkannten
Titeln abschliessen werde. Es gebe daher keinen Grund, ihn bei der Umschulung zum
medizinischen Masseur und anschliessend zum Physiotherapeuten nicht auch finanziell
zu unterstützen bzw. ihm diese Umschulung nicht zu gewähren. Der Replik legte er
eine Ausbildungs- und Zahlungsbestätigung von der F._ bei (act. G 8.1).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (act. G 9 f.).

Erwägungen
1.
Streitig und zu prüfen ist die Frage, ob der Beschwerdeführer einen Anspruch auf
Massnahmen beruflicher Art (Art. 15 ff. des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]), insbesondere auf eine Umschulung (Art. 17
IVG) zum medizinischen Masseur und zum Physiotherapeuten, sowie eine Rente (Art.
28 ff. IVG) hat.
2.
2.1 Invalide oder von einer Invalidität bedrohte Versicherte haben nach Art. 8 Abs. 1
IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen soweit diese notwendig und geeignet
sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
wiederherzustellen, zu erhalten oder zu verbessern, und die Voraussetzungen für den
Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (vgl. ERWIN MURER, Stämpflis
Handkommentar zum Invalidenversicherungsgesetz, Bern 2014, Art. 8, N 42 ff.). Der
Anspruch besteht unabhängig von der Ausübung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der
Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende
Dauer des Erwerbslebens zu berücksichtigen (Art. 8 Abs. 1bis IVG). Die versicherte
Person hat in der Regel nur Anspruch auf die dem jeweiligen Eingliederungszweck
angemessenen, notwendigen Massnahmen, nicht aber auf die nach den gegebenen
Umständen bestmöglichen Vorkehren (BGE 132 V 225 E. 4.3.1). Zu den
Eingliederungsmassnahmen gehören unter anderem die Massnahmen beruflicher Art
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(Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung und
Arbeitsvermittlung, Art. 8 Abs. 3 lit. b IVG).
2.2 Gemäss Art. 17 Abs. 1 IVG besteht ein Anspruch auf eine Umschulung auf eine
neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und
dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder wesentlich verbessert
werden kann. Invalid im Sinn von Art. 17 Abs. 1 IVG ist eine versicherte Person, die
"wegen der Art und Schwere des eingetretenen Gesundheitsschadens in den bisher
ausgeübten und in den für sie ohne zusätzliche berufliche Ausbildung offen stehenden
noch zumutbaren Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere Zeit dauernde
Erwerbseinbusse von etwa 20% erleidet; dabei bemisst sich die Erwerbseinbusse an
dem vor dem Eintritt des Gesundheitsschadens erzielten Erwerbseinkommen" (ULRICH
MEYER/MARCO REICHMUTH, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 3. Aufl.
Zürich 2014, S. 201 f.). Nach der Rechtsprechung ist unter Umschulung die Summe der
Eingliederungsmassnahmen berufsbildender Art zu verstehen, die notwendig und
geeignet sind, der vor Eintritt der Invalidität bereits erwerbstätig gewesenen
versicherten Person eine ihrer früheren annähernd gleichwertige Erwerbsmöglichkeit zu
vermitteln (BGE 124 V 109 f. E. 2a). Die Umschulung hat die versicherte Person in die
Lage zu versetzen, eine solche Erwerbstätigkeit auszuüben (BGE 122 V 79 E. 3b/bb).
Im Rahmen des Eignungserfordernisses sind Berufsneigungen der versicherten
Personen bei der Art des Arbeitseinsatzes zu berücksichtigen, sie können jedoch für
die Zumutbarkeit einer geeigneten Tätigkeit nicht ausschlaggebend sein. Subjektive
Neigungen, Fähigkeiten und Begabungen allein vermögen somit keinen
Umschulungsanspruch zu begründen (MEYER/REICHMUTH, a.a.O., S. 211). Im
Weiteren muss zwischen Kosten und Nutzen der Eingliederungsmassnahmen ein
vernünftiges Verhältnis bestehen (vgl. BGE 97 V 162; ZAK 1970 S. 231).
2.3 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt
der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben die Versicherungsträger und
das Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
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ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).
3.
3.1 Die Beschwerdegegnerin hat die beantragten Zusprachen für die Umschulungen
zum medizinischen Masseur und Physiotherapeuten abgelehnt, da es sich wegen der
Hüftproblematik des Beschwerdeführers nicht um leidensangepasste Tätigkeiten
handle. Von der Beschwerdegegnerin wurde aber der grundsätzliche Anspruch des
Beschwerdeführers auf Umschulung anerkannt (vgl. IV-act. 66, 68).
3.2 Unbestritten ist sowohl von den Parteien als auch von den involvierten Ärzten Dr.
E._, Dr. C._ und Dr. H._, dass dem Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit
als Maurer wegen der Hüftproblematik auf Dauer nicht mehr zuzumuten ist (vgl. IV-act.
7, 30, 36, 52, 54).
3.3 Wie in Erwägung 2.2 dargelegt, müssen Umschulungen notwendig und geeignet,
mithin eingliederungswirksam sein. Da bei der Anspruchsprüfung von Umschulungen
auch die Berufsneigungen des Versicherten zu berücksichtigen sind, ist deshalb zu
prüfen, ob hinsichtlich der vom Beschwerdeführer beantragten Umschulungen zum
medizinischen Masseur und anschliessend zum Physiotherapeuten die zuvor
genannten Voraussetzungen erfüllt sind.
4.
Zunächst ist auf die beantragten Umschulungen zum medizinischen Masseur und zum
Physiotherapeuten sowie deren Ausbildungsgänge an der F._ einzugehen.
4.1 Bei den Berufen medizinischer Masseur und Physiotherapeut handelt es sich wie
nachfolgend dargelegt um eigenständige Lehr- bzw. Studienberufe mit
unterschiedlichen Anforderungsprofilen und unterschiedlichen, wenn auch teilweise
überschneidenden Tätigkeitsbereichen.
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4.2 Die zweijährige vollzeitliche Ausbildung an der F._ zum medizinischen Masseur
schliesst mit einem eidgenössischen Fachausweis ab. Als berufliche Anforderungen
werden vom Schweizerischen Dienstleistungszentrum Berufsbildung, Berufs-, Studien-
und Laufbahnberatung (SDBB) genannt: ausgeprägter Beobachtungssinn, feines
taktiles Wahrnehmungsvermögen, manuelles Geschick, gute Umgangsformen bzw.
Kommunikations- und Konfliktfähigkeit sowie Bereitschaft für unregelmässige
Arbeitseinsätze. Als Tätigkeitsorte im Angestelltenverhältnis werden genannt: Spitäler
und Kliniken, Therapiepraxen, Rheuma- und Rehabilitationskliniken, Alten- und
Betagtenheime, Kurzentren und Heilbäder oder bei selbständiger Erwerbstätigkeit die
eigene Praxis. Weitere Einsatzgebiete bestehen in Wellnesszentren, Sportvereinen und
-verbänden (vgl. dazu die Dokumentationen: "Ausbildung Medizinischer Masseur mit
eidg. Fachausweis", abrufbar unter: www.sgmf.ch/angebot/ausbildung-medizinischer-
masseur-mit-eidg-fachausweis/ studienaufbau-und-studieninhalte/, "Medizinische/r
Masseur/in (BP)", www.berufsberatung.ch/dyn/show/1900?id=7743 und
"Prüfungsordnung Berufsprüfung Medizinische Masseurin/ Medizinischer Masseur",
OdA MM, www.odamm.ch/fileadmin/download_ab_Juli_09/
PO_Med._Masseur_def._dt..pdf, jeweils abgerufen am 16.05.2018). Wer als
medizinische Masseurin/medizinischer Masseur eigenverantwortlich tätig sein will,
bedarf im Kanton St. Gallen - wie auch in anderen Kantonen - einer
Berufsausübungsbewilligung (vgl. Art. 1, 3 lit. o, 6 ff. und 56 f. der Verordnung über die
Ausübung von Berufen der Gesundheitspflege, sGS 312.1). Festzuhalten ist so weit,
dass die Ausbildung an der F._ zu einem anerkannten Berufsabschluss führt, welcher
befähigt, eigenverantwortlich oder in einem Angestelltenverhältnis einer
Erwerbstätigkeit als medizinische Masseurin bzw. medizinischer Masseurs
nachzugehen. Auch kann davon ausgegangen werden, dass in Zukunft weiterhin eine
Nachfrage nach medizinischen Masseuren besteht.
4.3 Die vom Beschwerdeführer im Anschluss an die Ausbildung zum medizinischen
Masseur beabsichtigte Weiterausbildung zum Physiotherapeuten wird gleichfalls von
der F._ angeboten (siehe Dokumentation "Nachqualifikation Physiotherapeut/in",
abrufbar unter: www.sgmf.ch/angebot/nachqualifikation-physiotherapeutin/
studienaufbau-und-studieninhalte/, abgerufen am: 18.05.2018). Gemäss den
Berufsbeschreibungen sind in der Physiotherapie Persönlichkeiten mit einer
überdurchschnittlichen Sozial- und Selbstkompetenz sowie einer guten psychischen
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und physischen Belastbarkeit gefragt. Als Studienvoraussetzungen werden genannt:
gute analytische Fähigkeiten, ausgeprägtes manuelles Geschick, hohe Sozial- und
Kommunikationskompetenz, schnelle Auffassungsgabe, hohes
Verantwortungsbewusstsein, Fähigkeit, sich zu organisieren und sich selbstständig
Wissen anzueignen (vgl. "Bachelor of Science in Physiotherapie", abrufbar unter:
www.gesundheit.bfh.ch/de/bachelor/physiotherapie/tabs/berufsprofil.html und
"Studienrichtung "Physiotherapie", www.berufsberatung.ch/dyn/show/4009?id=8993,
jeweils abgerufen am 18.05.2018). Der Ausbildungslehrgang zum Physiotherapeuten an
der F._ setzt den Abschluss zum medizinischen Masseur und eine mindestens
sechsmonatige Tätigkeit als medizinischer Masseur nach Ausbildungsabschluss
voraus. Die Ausbildung wird in Zusammenarbeit mit einer ausländischen
Bildungsinstitution durchgeführt und umfasst drei Semester Unterricht an der Schule
(Teilzeit) und ein Semester Praktikum (Vollzeit). Der Ausbildungsabschluss erfolgt nach
ausländischem Recht und Bedarf deshalb der Anerkennung durch das Schweizerische
Rote Kreuz (vgl. "Reglementierte Berufe / Tätigkeiten in der Schweiz", Staatssekretariat
für Bildung, Forschung und Innovation [SBFI] abrufbar unter: www.redcross.ch/de/file/
22080/download; "Anerkennung Gesundheitsberufe", Schweizerisches Rotes Kreuz,
www.redcross.ch/de/thema/anerkennung-auslaendischer-ausbildungsabschluesse-0,
jeweils abgerufen am 18.05.2018). Der Zeitbedarf für diese ergänzende Ausbildung
beträgt zumindest 2 Jahre. Anzumerken ist, dass ohne den "Umweg" über die
Ausbildung zum medizinischen Masseur an Schweizer Fachhochschulen
Physiotherapie studiert werden kann. Das Studium inkl. Vorkurse und anschliessende
Praktika dauert vier Jahre, wobei der Beschwerdeführer zuvor die Berufsmaturität
erlangen und einen zweistufigen Eignungstest bestehen müsste (vgl. "Studienrichtung
Physiotherapie", abrufbar unter: www.berufsberatung.ch/dyn/show/25279 und
www.berufsberatung.ch/dyn/show/4009?id=8993, jeweils abgerufen am 18.05.2018).
Auf dem vom Beschwerdeführer vorgesehenen Weg kann zwar die Berufszulassung als
Physiotherapeut in der Schweiz erreicht werden, da es jedoch auch einen
Ausbildungsweg ohne Auslandsbezug gibt (Studium an einer Schweizer
Fachhochschule), wäre zu klären, ob im Lichte von Art. 9 Abs. 1 IVG und Art. 23bis IVV,
worin der Grundsatz statuiert ist, dass Eingliederungsmassnahmen in der Regel in der
Schweiz gewährt werden, der vom Beschwerdeführer geplante Ausbildungsweg zum
Physiotherapeuten überhaupt und wenn ja, in welchem Umfang von der
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Invalidenversicherung unterstützt werden könnte. Zu berücksichtigen wäre
gegebenenfalls auch ein Anspruch des Beschwerdeführers im Rahmen der
Austauschbefugnis, denn die IV kann Beiträge an eine Ausbildung gewähren im
Ausmass eines ausgewiesenen Leistungsanspruchs auf eine gleichwertige
Umschulungsmassnahme (vgl. MEYER/REICHMUTH, a.a.O., S. 117, 210). Festzuhalten
ist so weit, dass auch diese Ausbildung an der F._ - wenn auch über den Umweg der
Anerkennung des ausländischen Abschlusses - zu einem in der Schweiz anerkannten
Berufsabschluss führt, welcher befähigt einer Erwerbstätigkeit als Physiotherapeut
nachzugehen. Der Einwand der Beschwerdegegnerin bezüglich der wirtschaftlichen
Unverwertbarkeit der Ausbildungsabschlüsse ist folglich unbegründet (vgl. act. G 4).
Demnach kann auch dieser Ausbildung bei Erfüllung der weiteren Voraussetzungen
Umschulungscharakter im Sinne des Art. 17 IVG zukommen.
5.
5.1 Nachfolgend bedarf es einer Auseinandersetzung hinsichtlich der Notwendigkeit
der beantragten Umschulungen zum medizinischen Masseur und zum
Physiotherapeuten.
5.2 Nicht umstritten ist vorliegend die grundsätzliche Notwendigkeit einer beruflichen
Neuausrichtung (vgl. Erwägung 3.2). Die Notwendigkeit muss aber auch bezogen auf
die konkrete berufliche Massnahme - vorliegend die Umschulung zum medizinischen
Masseur und Physiotherapeuten - gegeben sein. Wie in Erwägung 2.2 ausgeführt,
bedarf es der annähernden Gleichwertigkeit der nach erfolgter Umschulung zu
erwartenden Verdienstmöglichkeiten im Vergleich zum bisher erzielten Einkommen. Der
Beschwerdeführer erzielte im angestammten Beruf als gelernter Maurer im Jahr 2015
Fr. 68'546.- (IV-act. 55-2). Zu den Verdienstmöglichkeiten als medizinischer Masseur
und als Physiotherapeut finden sich keine Angaben in den Akten. Aufgrund der
längeren Ausbildungsdauer und des höheren Ausbildungsniveaus dürfte die
Entlöhnung als Physiotherapeut (mindestens 4-jährige Ausbildung,
Fachhochschulniveau/Tertiärstufe) besser sein, als diejenige als medizinischer Masseur
(2-jähige Ausbildung, eidg. Fachausweis) und damit eher den bisherigen
Verdienstmöglichkeiten als Maurer entsprechen (vgl. dazu die Verdienstmöglichkeiten
der genannten Berufe bspw. anhand des "Lohnrechner.ch"). Die alleinige Umschulung
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zum medizinischen Masseur dürfte kaum ausreichend sein, weshalb insbesondere die
beantragte Ausbildung zum Physiotherapeuten - mit dem Zwischenschritt zum
medizinischen Masseur - zu prüfen sein wird. Zudem wäre zu klären, ob bezogen auf
das zu erreichende Ziel zwischen Aufwand und Nutzen der beantragten Umschulungen
ein vernünftiges Verhältnis besteht (finanzielle bzw. wirtschaftliche Angemessenheit).
6.
6.1 Im Weiteren ist zu prüfen, ob die Geeignetheit und die Eingliederungswirksamkeit
der anbegehrten Umschulungen zum medizinischen Masseur und anschliessend zum
Physiotherapeuten gegeben sind (vgl. MURER, a.a.O., Art. 8, N 42, 44 ff., 57, 63, Art.
17 N 76). So muss einerseits gewährleistet sein, dass der Beschwerdeführer die
Umschulungen erfolgreich absolvieren kann (siehe dazu Erwägung 6.2), und
andererseits, dass der Beschwerdeführer die beruflichen Anforderungen insbesondere
in körperlicher Hinsicht trotz der Hüftproblematik auch längerfristig erfüllen kann (siehe
dazu Erwägung 6.3).
6.2 Nachfolgend ist auf die Ausbildungsvoraussetzungen einzugehen.
6.2.1 Zu den Zulassungsvoraussetzungen für die Ausbildungen zum medizinischen
Masseur und zum Physiotherapeuten kann an dieser Stelle auf die Erwägungen 4.2 und
4.3 verwiesen werden. Während beim medizinischen Masseur diesbezüglich keine
Probleme bestehen, hat doch der Beschwerdeführer die Ausbildung bereits begonnen,
bedarf es hinsichtlich der Ausbildung zum Physiotherapeuten weiterer Abklärungen,
denn die Akten geben diesbezüglich keinen Aufschluss.
6.2.2 Hinsichtlich der weiteren Voraussetzungen ist insbesondere fraglich, ob der
Beschwerdeführer über die erforderlichen intellektuellen Fähigkeiten verfügt, denn es
bedarf insbesondere bei Physiotherapeuten der Aneignung eines umfangreichen
Fachwissens und dessen Anwendung in der Praxis (vgl. Literaturverweise in den
Erwägungen 4.2 und 4.3).
6.2.3 Die Selbsteinschätzung des Beschwerdeführers, dass er genügend Ressourcen
mitbringe (vgl. IV-act. 62-2), ist insbesondere hinsichtlich der anspruchsvolleren
Umschulung zum Physiotherapeuten alleinig nicht ausreichend, um die
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Eingliederungsfähigkeit beurteilen zu können, zumal der Beschwerdeführer bisher keine
Ausbildung mit ähnlichem Schwierigkeitsgrad (Fachhochschulniveau/Tertiärstufe)
absolvierte. Es bedarf daher ergänzender Abklärungen zur Leistungsfähigkeit des
Beschwerdeführers.
6.3 Wegen der Hüftproblematik beim Beschwerdeführer bedarf es einer Einschätzung,
wie sich diese voraussichtlich auf die anvisierten Tätigkeiten als medizinischer Masseur
bzw. Physiotherapeut auswirkt. Erforderlich ist, dass trotzdem die Wesentlichkeit des
Eingliederungserfolges bezüglich der anbegehrten Umschulung bejaht werden kann
vgl. BGE 122 V 77 E. 3b/cc mit Hinweisen).
6.3.1 Die Einschätzungen der Parteien und der Ärzte hinsichtlich der Geeignetheit der
anvisierten Berufstätigkeiten weichen stark voneinander ab. Der Beschwerdeführer
geht davon aus, dass er die Anforderungen, welche die Berufe medizinischer Masseur
und Physiotherapeut stellen, erfüllen kann. Dabei stützt er sich auf die Stellungnahmen
des ihn behandelnden Arztes Dr. E._ ab, welcher die Ausbildung zum medizinischen
Masseur als problemlos durchführbar erachtet, da diese für den Beschwerdeführer
körperlich wenig belastend sei (vgl. IV-act. 30, 36). Im Weiteren verweist der
Beschwerdeführer auf die durchgeführte Berufsberatung. So habe ihm der
Berufsberater in Kenntnis seines Gesundheitszustandes die berufliche Neuausrichtung
zum medizinischen Masseur bzw. Physiotherapeuten empfohlen bzw. schmackhaft
gemacht (act. G 1). Die Beschwerdegegnerin dagegen geht gestützt auf die
Einschätzung des RAD-Arztes davon aus, dass die angestrebten Tätigkeiten wegen der
Hüftbelastung für den Beschwerdeführer nicht geeignet seien (vgl. IV-act. 66, 68, act. G
1, G 4, G 8).
6.3.2 Hinsichtlich des Gesundheitszustandes ist festzustellen, dass der
Beschwerdeführer seit der erfolgreich durchgeführten Operation auf der rechten
Hüftseite (vgl. Sachverhalt A.d, A.f, A.g) völlig schmerzfrei ist. Auf der linken Seite
besteht zwar eine Deformation der Hüfte im Sinne einer CAM Deformation, diese ist
jedoch asymptomatisch. Der orthopädische Chirurg Dr. C._ erachtete daher im Jahr
2016 eine Operation nicht als erforderlich, geht jedoch davon aus, dass der
Beschwerdeführer bei fortgesetzter Tätigkeit als Maurer wegen der dabei
anzuwendenden Flexion und Innenrotation künftig Probleme mit der (noch nicht
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operierten) linken Hüfte bekommen werde. Nach seiner Einschätzung wäre, wenn der
Beschwerdeführer auch die linke Hüfte operieren würde, die angestammte Tätigkeit als
Maurer auch längerfristig möglich (IV-act. 52). RAD-Arzt Dr. H._ schätzt die
Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers kritischer bzw. tiefer ein (vgl. IV-act. 54). So
weist er darauf hin, dass die Grundlage zur Entwicklung einer frühzeitigen
Coaxarthrose vorhanden sei. Aufgrund der Vorschädigung geht er davon aus, dass die
Hüften irgendwann Beschwerden machen werden. Aus rein medizinischer Sicht sei es
daher sinnvoll, dass dem Beschwerdeführer eine hüftgelenksbelastende Tätigkeit
beidseits auf Dauer nicht zugemutet werde. In Anbetracht des Alters sollte der
Beschwerdeführer schon jetzt keiner hüftgelenksbelastenden Tätigkeit mehr
nachgehen. Geeignet sei eine überwiegend sitzende Tätigkeit mit Wechselbelastung,
ohne kniende Tätigkeiten und ohne Heben und Tragen von Lasten über 10 kg. Für eine
solche Tätigkeit bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Hinsichtlich der Umschulung
zum medizinischen Masseur erklärte er, da die Tätigkeit hüftbelastend sei, könne der
RAD die Umschulung nicht befürworten.
6.3.3 Festzuhalten ist, dass Dr. E._ die Tätigkeit des medizinischen Masseurs als
nicht hüftbelastend einstuft, weshalb der Beschwerdeführer diesen Beruf ausüben
könnte. Dr. C._ äussert sich nicht zu den anvisierten Tätigkeiten, sondern nennt die
wegen der Hüftproblematik zu vermeidenden Bewegungen (Flexion, Innenrotation). Dr.
C._ geht jedoch davon aus, wenn auch die linke Hüftseite operiert würde, es keine
gesundheitlichen Einschränkungen mehr geben würde. Im Gegensatz dazu geht RAD-
Arzt Dr. H._ auch in Zukunft von gesundheitlichen Problemen aus, was sich in den
Ausführungen zu den zu vermeidenden Tätigkeiten und Belastungsgrenzen
widerspiegelt. Aus seiner Stellungnahme ist nicht ersichtlich, inwiefern die von ihm
genannten Vorgaben einer Tätigkeit als medizinischer Masseur bzw. Physiotherapeut
entgegenstehen würden.
6.3.4 Beim jetzigen Erkenntnisstand ist daher lediglich gesichert, dass für den
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers Tätigkeiten als kritisch einzustufen sind,
welche das starke Anheben des linken (abgewinkelten) Beins (= Flexion/Anteversion)
oder das seitliche Ausschwenken des linken Unterschenkels/Fusses bei abgewinkelten
Bein in Richtung rechts (=Innenrotation) erfordern. Durch eine identische Operation wie
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auf der rechten Hüftseite bereits durchgeführt, könnten allfällig später auftretende
Probleme mit der linken Hüfte wohl gleichfalls behoben werden.
6.3.5 Nach dem Gesagten kann basierend auf dem vorliegenden Akten-/
Untersuchungsstand nicht davon ausgegangen werden, dass eine Umschulung zum
medizinischen Masseur und anschliessend zum Physiotherapeuten nicht mit einem
dauerhaften Eingliederungserfolg verbunden wäre bzw. die Wesentlichkeit des
Eingliederungserfolges, auch wenn nicht sämtliche Tätigkeiten als Physiotherapeut
offenstehen würden, trotzdem bejaht werden müsste.
6.3.6 Bei dieser Ausgangslage wäre die Beschwerdegegnerin verpflichtet gewesen,
weitere Abklärungen hinsichtlich der anbegehrten Umschulungen wie auch zum
Gesundheitszustand und zu den Fähigkeiten des Beschwerdeführers zu veranlassen,
zumindest hätten weitere bzw. ergänzende Einschätzungen von Ärzten zur
Eingliederungsfähigkeit des Beschwerdeführers bezogen auf die anbegehrten
Umschulungen eingeholt und gewürdigt werden müssen. Da entsprechende
ergänzende Sachverhaltsermittlungen nicht stattfanden, erfolgte die Abweisung des
Umschulungsgesuches auf einem ungenügend geklärten Sachverhalt.
6.4 Nach dem Gesagten erweist sich die Angelegenheit als noch nicht spruchreif.
Aufgrund der Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes erfolgt die Rückweisung der
Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zur rechtsgemässen Prüfung der
beantragten Umschulung zum medizinischen Masseur und anschliessend zum
Physiotherapeuten.
7.
7.1 In teilweiser Gutheissung der Beschwerde vom 10. Juni 2017 ist die Verfügung
vom 11. Mai 2017 aufzuheben und die Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen und
zu neuer Verfügung über den Anspruch auf berufliche Massnahmen im Sinn der
Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
7.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.- bis Fr.
1'000.- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.- erscheint
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als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als volles
Obsiegen (BGE 132 V 215 E. 6.2). Somit unterliegt die Beschwerdegegnerin
vollumfänglich. Sie hat deshalb die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.- zu bezahlen.
Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.- ist dem Beschwerdeführer
zurückzuerstatten.
7.3 Da der Beschwerdeführer im vorliegenden Verfahren nicht anwaltlich vertreten
gewesen ist, hat er keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.