Decision ID: c198a83d-c697-52c3-b60b-0bc45568cc39
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1973 geborene
X._
(
Urk.
6/2)
absolvierte in Chile ein Jurastudium (
Urk.
6/1/3) und liess sich zusätzlich zum Rechtsanwalt ausbilden (
Urk.
6/1/1-2
, 6/18/7)
. Nach seiner Einreise in
die
Schweiz ging er meh
reren Erwerbstätigkeiten nach (vgl. Auszug Individuelles Konto [IK],
Urk.
6/16). Zuletzt war er als Anlageb
erater im Rang eines Vizedirektors
bei einer schweize
rischen Privatbank tätig (
Urk.
6/2/6, 3C/1, 3C/3), wobei ihm dieses Arbeitsver
hältnis auf den 3
1.
Januar 2017 gekündigt wurde (
Urk.
6/15/1). Am
7.
April 2017 (Eingangsdatum,
Urk.
6/2) meldete er sich unter Hinweis auf eine seit Mai 2016 bestehende depressive Störung zum Bezug von Leistungen der Invalidenversiche
rung an (
Urk.
6/2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
holte daraufhin einen Arbeitgeberbericht ein (
Urk.
6/15)
und tätigte medizinische Abklärungen
.
Ebenfalls
zog
sie das vom Krankentaggeldversicherer veranlasst
e
Gutachten des
Dr.
med.
Y._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychothe
rapie FMH, vom 2
0.
Juli 2017 bei (
Urk.
6/18). M
it Vorbescheid vom 2
6.
Januar 2018
teilte die IV-Stelle dem Versicherten
mit, das Leistungsbegehren
werde ab
gewiesen
(
Urk.
6/23). Daraufhin erhob der Versicherte, respektive dessen behan
delnde Psychiaterin
(
stellvertretend für ihn
)
, am 29. Januar 2018
Einwand (
Urk.
6/
24).
In der Folge wies
die IV-Stelle das Leistungsgesuch mit Verfügung vom 1
1.
Mai 2018 ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
mit Eingabe vom 6. Juni 2018 (
Urk.
1) Beschwerde beim hiesigen Sozialversicherungsgericht
.
Der
Beschwerde
führer beantragte, es sei ihm in Aufhebung der angefochtenen Verfügung eine Invali
denrente zuzusprechen, ausgehend von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit. Die Invalidenrente sei ihm auszurichten, bis
ihm
die behandelnde Psychiaterin oder ein vom Gericht bestellter unabhängiger Gutachter wieder eine Arbeitsfä
higkeit attestiere (Urk. 1 S. 3). Die Beschwerdegegnerin schloss in ihrer Beschwer
deant
wort vom 27. Juli 2018 auf Abweisung der Beschwerde. Dabei verwies sie voll
umfänglich auf die beigelegten Unterlagen (Urk. 5). Mit Verfügung vom 2. August 2018 wurde dem Beschwerdeführer die Beschwerdeantwort zugestellt (Urk. 7). Der Beschwerdeführer und seine Ehefrau nahmen am 21. August 2018 Akteneinsicht (Urk. 9). Mit Eingabe vom 3. September 2018 (Urk. 10) wies sich Rechtsanwalt Thomas Laube mit Vollmacht vom 31. August 2018 (Urk. 11) als
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers aus und beantragte die Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels; die Beschwerde sei nicht von einem schweizerischen Rechtsanwalt verfasst worden. Mit Verfügung vom
5.
September 2018 (
Urk.
12) wurde dem Beschwerdeführer mitgeteilt, die Anordnung eines weiteren Schrif
tenwechsels werde als nicht erforderlich erachtet. Den Parteien bleibe es jedoch unbenommen, sich nochmals zur Sache zu äussern und weitere sachbezogene Unterlagen einzureichen. Hiervon machte der Beschwerdeführer Gebrauch und stellte mit Eingabe vom 1
4.
September 2018 (
Urk.
14) den Antrag, es sei ihm eine ganze Invalidenrente zu entrichten, eventualiter sei vom Gericht ein psychiatri
sches Gutachten zur Abklärung der Arbeitsfähigkeit in Auftrag zu geben. Gleich
zeitig legte er ne
ue A
k
te
n
ins Recht (Urk.
15/4 und 15/5).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
1.3.1
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vo
raus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidi
tät. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfä
higkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach ei
nem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versi
cherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3.2
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Inva
liditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizi
nisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Ja
nuar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Den von Versicherung
strägern im Verfahren nach Art.
44 ATSG eingeholten, den Anforderungen der Rechtsprechung entspre
chenden Gutachten externer Spezialärzte (sogenannte Administrativgutachten) ist Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuver
lässigkeit der Exper
tise sprechen (BGE 135 V 465 E.
4.4; Urteil des Bundesgerichts 9C_823/2018 vom
11. Juni 2019 E.
2 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin wies das Leistungsbegehren mit der Begründung ab, die
in den Akten
genannten Diagnosen führten aus medizinischer Sicht nicht zu einer dauerhaften und erheblichen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit.
Zudem
könne die von der behandelnden Psychiaterin genannte Diagnose einer posttrau
matischen Belastungsstörung nicht nachvollzogen werden.
Zusammenfassend sei auf das Gutachten
von Dr.
Y._
abzustellen, wonach
der Beschwerdeführer
seit Oktober 201
7 wieder zu 100 % arbeitsfähig sei (
Urk.
2).
2.2
Der Beschwerdeführer brachte demgegenüber vor,
das Gutachten des
Dr.
Y._
sei nicht beweiswertig. Sodann sei der Krankentaggeldversicherer der optimisti
schen Prognose des Gutachters nicht gefolgt, sondern erbringe unverändert Leis
tungen gestützt auf eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
. Zudem habe
die Be
schwerdegegnerin sein rechtliches Gehör verletzt, indem sie aktenwidrig behaup
tet habe, er habe
zu
seiner Zeit als Marineoffizier keine psychiatri
sche Hilfe in Anspruch genommen.
Dabei sei
einem Bericht der Gesundheitsdirektion der chi
lenischen Kriegsmarine vom 2
8.
September 2000 zu entnehmen,
dass
gravierende
Vorfä
lle
, welche sich
1996
ereignet hätten,
physische
und psychische
Folgen
ge
habt hätten
, welche periodisch behandelt werden müssten
. Darüber hinaus sei eine akute bakterielle Krankheit an der Kopfhaut, welche eine typische Begleit
krankheit der psychischen Störungen sei, nicht berücksichtigt worden, womit die Beschwerdegegnerin auch diesbezüglich ihrer Abklärungspflicht nicht nachge
kommen sei (
Urk.
1 S. 7,
14 S.
4-5
Ziff.
6 und 8).
Zusammenfassend
wäre
die Beschwerdegegnerin
verpflichtet gewesen, eine psychiatrische Begutachtung oder Beurteilung in die Wege zu leiten,
hätte sie Zweifel
an der fachärztlichen Beur
teilung
gehabt
,
wonach
seit Oktober eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
best
eh
e
(
Urk.
1 S. 3,
14 S. 3-4
Ziff.
5 und 5.2).
Die vom Gutachter abgegebene Prognose einer ab Oktober 2017 bestehenden uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit habe sich nämlich nicht verwirklicht, womit auf diese nicht abgestellt werden könne (
Urk.
1 S. 3-4,
14 S. 4
Ziff.
5.4).
3.
Der Beschwerdeführer wurde am
1
7.
Juli 2017 von
Dr.
Y._
begutachtet
(Gut
achten vom 2
0.
Juli 2017, Urk. 6/18/4-13)
, w
elcher
dabei
zu
folgende
n
Diagno
sen
gelangt
e
(Urk. 6/18/10)
:
Mit Auswirkung
en
auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Leichte bis mittelgradige depressive Episode im Sinne einer Anpassungsstö
rung mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10: F 43.21)
Ohne Auswirkung
en
auf die Arbeitsfähigkeit
:
-
Schädlicher Nikotingebrauch (ICD-10: F17.1)
Der Gutachter hielt fest, der Beschwerdeführer
sei
in seiner angestammten Tätig
keit vom 2
7.
Oktober 20
16 bis 3
1.
August 2017 zu 100 % und
von da an bis zum 3
0.
September 2017 zu 50 % arbeitsunfähig gewesen. Ab dem
1.
Oktober 2017 werde die Arbeitsfähigkeit
wieder
vollständig hergestellt sein. Ausführungen hin
sichtlich einer adaptierten Tätigkeit machte der Gutachter mit der Begründung, es bestehe
hierzu
kein Bedarf
, nicht (
Urk.
6/18/11).
In befundmässiger Hinsicht vermerkte der Gutachter, der Beschwerdeführer habe am Untersuchungstag or
dentlich, gepflegt, bewusstseinsklar und allseits orientiert gewirkt.
Das Untersu
chungszimmer habe er allerdings
mit
leicht ermüdetem Gang betreten.
Während des gesamten Gesprächs habe
der Beschwerdeführer
auf die in Bezug auf seine Lebensgeschichte und Krankheitsentwicklung
gestellten Fragen
klare und präzise Antworten gegeben, was auf unauffällige
mnestische Funktionen hindeute. Zwar klage
der Beschwerdeführer
über Konzentrationsabfälle bei Aktivitäten mit Kon
zentrationsanforderungen (zum Beispiel beim Lesen). Im formalen Denken sei er aber geordnet
, wenngleich vermehrt eingeengt
infolge seiner allgemeinen Ängste und Sorgen. Inhaltlich hätten sich keine Hinweise auf Wahnideen, Halluzinatio
nen oder Ich-Störungen ergeben. Im Affekt habe der Beschwerdeführer vorder
g
r
ündig stark verängstigt, deprimiert, leicht affektlabil gewirkt. Die affektive Schwingungsfähigkeit und der Elan
vitae
seien ebenfalls leicht reduziert gewesen. Affektiv sei er knapp modulierbar, ein affektiver Rapport sei gut herstellbar ge
wesen. Im Antrieb sei er leicht vermindert, motorisch wenig lebhaft. Abschlies
send vermerkte der Gutachter, es hätten keine Hinweise auf eine akute Selbstge
fährdung vorgelegen. Suizidgedanken seien dem Beschwerdeführer allerdings be
kannt (
Urk.
6/18/9).
4.
4.1
Den nachfolgenden Erwägungen ist vorauszuschicken, dass der Vorwurf einer Verletzung des rechtlichen Gehörs - wie der Beschwerdeführer in
Bezug auf die Berichte des S
pitals
Z._
sowie hinsichtlich eines Berichts der chilenischen Kriegsmarine vom September 2000 geltend macht (
Urk.
1 S. 7 und
Urk.
14 S. 5) - jeder Grundlage entbehrt. Der Beschwerdeführer legte die fraglichen Berichte erstmals im vorliegenden Beschwerdeverfahren auf, womit es der Beschwerde
gegnerin zum Vornherein verwehrt war, sich dazu zu äussern. Ebenso wenig lässt sich eine Verletzung der Abklärungspflicht betreffend eine Haarbodenproblema
tik erkennen. Weder der Anmeldung des Beschwerdeführers noch den aufliegen
den ärztlichen Berichten lässt sich ein Hinweis auf eine über die geklagte psychi
sche Beschwerdeproblematik hinausgehende erhebliche Pathologie
entnehmen
. Es kommt hinzu, dass die fraglichen Berichte (
Urk.
3H/1-22) aus den Jahren 2006 bis 2007 stammen und - mangels gegenteiliger nachvollziehbarer Anhaltspunkte - eine abgeheilte bakterielle Kopfhauterkrankung dokumentieren. Welchen Er
kenntnisgewinn weitere Untersuchungen hinsichtlich dieser offenbar ätiologisch ungeklärten Krankheit (vgl.
Urk.
3/G S. 1;
Urk.
1 S. 7) in Bezug auf die geltend gemachten psychischen Beschwerden beziehungsweise eine Leistungseinschrän
kung liefern sollten, ist nicht nachvollziehbar und wurde auch nicht substantiiert dargelegt.
4.2.
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers vermag d
as Gutachten vom 2
0.
Juli 2017 (Urk. 6/18/4-13) die an eine beweiskräftige ärztliche Expertise gestellten Anforderungen vollumfänglich zu erfüllen (E. 1
.4
). So tätigte der Gutachter um
fassende Abklä
rungen, berücksichtigte die geklag
ten Beschwerden und begrün
dete seine Einschätzung in nachvollziehbarer Weise sowie in Auseinandersetzung mit den vorgelegten
A
kten. Er legte die medi
zinischen Zusammenhänge und die medizinische Situation einleuchtend dar und
begründete
seine
Schlussfolgerungen nachvollziehbar. Das Gutachten erweist sich
somit grundsätzlich als beweistaug
lich.
Dabei ist unerheblich, dass es nicht von der Beschwerdegegnerin, sondern von der Krankentaggeldversicherung des Beschwerdeführers in Auftrag gegeben wurde (
Urk.
14 S.
2
Ziff.
2).
Der Beschwerdeführer
bringt vor,
an einer post
traumatischen Belastungsstörung (PTBS)
zu leiden. Laut höchstrichterlicher Rechtsprechung entsteht eine
PTBS
als eine verzögerte oder protrahierte Reaktion auf ein belastendes Ereignis oder eine Si
tuation aussergewöhnlicher
Bedrohung oder katastro
phen
artigen Ausmasses (kurz
-
oder langanhaltend), die bei fast jedem eine tiefe Ver
zweiflung hervorrufen würde. Angst und Depression sind häufig mit den Symp
to
men und Merkmalen einer posttraumatischen Belastungsstörung assoziiert, un
d Suizidgedanken sind nicht selten. Der Verlauf ist
wechselhaft, in der Mehrzahl der Fälle kann jedoch eine Heilung erwartet werden. Bei wenigen Patienten nimmt die Störung über viele Jahre einen chronischen Verlauf und geht dann in eine andauernde Persön
lichkeitsänderung über (BGE 142 V 342 E. 5.1). Progrediente Entwicklungen wi
dersprechen dem zu erwartenden degressi
ven Charakter posttraumatischer Stö
rungen. Die Herleitung und Begründung der Diagnose hat besonderes Gewicht. Wenn das auslösende Trauma allein durch die subjektiven Angaben und Schil
derungen der betroffenen Person belegt wird, lässt sich ein entsprechender Nach
weis in aller Regel nicht ohne weiteres erbringen (BGE 142 V 342 E. 5.2.2 und Urteil
des Bundesgerichts
9
C_687/2013 vom 24. Juni 2014 E.
4.2). Des Weiteren erfordert die Latenzzeit zwischen initialer Belastung und Auftreten der Störung eine eingehende Prüfung. Diese beträgt nach ICD-10 wenige Wochen bis (sechs) Monate
(BGE 142 V 342 E. 5.2.2). Von einer längeren Latenzzeit beziehungsweise von einem verzögerten Ausbruch der PTBS-Problematik ist nur ausnahmsweise auszugehen. Als Beispiel hierfür bezeichnet das Bundesgericht die Situation, wenn
jemand
unter falscher Identität und
der latenten
Gefahr, entdeckt,
erneut inhaftiert und unmenschlich behandelt zu werden,
lebt
(Urteil des Bun
desgerichts 9C_195/2015 vom 24. November 2015 E. 3.3.3).
Sowohl der
behandelnde Haus
arzt, med.
pract
.
A._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, (vgl. Bericht,
welchen den 1
0.
November 2016 als letzten Kontrolltermin aufführt,
Urk.
6/12), als auch der Gutachter diagnostizierten keine posttraumatische Belas
tungsstörung.
Vielmehr betonte letzterer
beispielsweise
, die Kindheit
des Beschwer
deführers
sei ohne gravierende trauma
tische Ereignisse verlaufen, wobei
sich beim Beschwerdeführer auch keine Hinweise für die Bildung einer Persönlichkeitsstö
rung ergeben hätten. Die abgeschlossene akademische Ausbildung und die jahre
lange Tätigkeit als Berufsoffizier würden sowohl Verhaltensstörungen als auch sonstige
psychische
Probleme mit Krankheitswert in der Kindheit, Pubertät und im frühen Erwachsenenalter ausschliessen. Der Beschwerdeführer habe im Erwachse
nenalter jahrelang ein sehr konstantes Leistungsniveau au
fgewiesen. Infolge feh
lender Hinweise auf ein anhaltend auffälliges Verhaltensmuster bezüglich Kogni
tionen, Wahrnehmungen und sozialer Inter
aktionen sowie infolge fehlender
Hin
weis
e
auf anhaltende Störungen der Impuls- und Affektkontrolle seien beim Be
schwerdeführer prämorbide psychische Probleme mit Krankheitswert inklusive ei
ner Persönlichkeitsstörung im Erwachsenenalter auszuschliessen (
Urk.
6/18/10).
Darüber hinaus
hatten
auch die den Beschwerdeführer behandelnde Psychiaterin (vgl. Bericht
e
vom 2
5.
April 2017 [
Urk.
7/13] und vom
9.
August 2017 [
Urk.
7/19]) wie auch der Vertrauensarzt der Krankentaggeldversicherung
(vgl. Bericht vom 2. Februar 2017 [
Urk.
15/4])
ursprünglich und für eine längere Zeit
offensichtlich keine Anzeichen ausmachen können, die auf eine
posttraumatische
Belastungsstö
rung
hingewiesen hätten
.
Vielmehr führte die behandelnde Psychiaterin
die ge
nannte
Diagnose erstmals
am 2
1.
November 2017 (
Urk.
6/21),
der Vertrauensarzt zum ersten Mal am 3
0.
Januar 2018 (
Urk.
15/5)
mit der Bemerkung «kompensiert»
an,
womit die
vom Beschwerdeführer als
traumatisierend
qualifizierten
Ereignisse (Urk.
3D, 6/21, 1 S. 7-8, 14 S. 4-6
Ziff.
6-7 und 9-11)
zu jenem Zeitpunkt bereits Jahre zurücklagen. Die gemäss ICD-10 postulierte Latenzzeit von sechs Monaten wäre deshalb um ein Vielfaches überschritten worden.
Soweit der Beschwerdefüh
rer, unter Verweis auf das Bundesgerichtsurteil 8C_538/2014 vom
6.
Februar 2015 rügt, die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung dürfe nicht nur des
halb in Zweifel gezogen werden, weil diese erst mit einer Latenz von mehrer
en Jahren aufgetreten sei (Urk.
14 S. 6
Ziff.
9), ist darauf hinzuweisen, dass sich die Situation in dem von ihm angeführten Urteil nicht mit dem vorliegenden Sachver
halt vergleichen lässt.
Jenem Entscheid lag zugrunde, dass die Ausführungen des medizinischen Experten betreffend die Diagnose einer PTBS nachvollziehbar und mit Fachliteratur unterlegt waren und sich überdies mit der Diagnosestellung aller anderer involvierter Ärzten deckten
(Urteil des Bundesgerichts 8C_538/2014 vom
6.
Februar 2015 E. 4.2.1)
, was
hier
nicht der Fall ist
.
Darüber hinaus
sind
vorlie
gend auch keine
konkreten
Gründe
auszumachen
, welche für die Bejahung einer Aus
nahmekonstellation mit Berücksichtigung einer längeren Latenzzeit sprächen. Vielmehr bekräftigen die konkreten Lebensumstände des Beschwerdeführers die Annahme, dass das Vorliegen einer posttraumatischen Belastungsstörung un
wahrscheinlich erscheint: Während der Latenzzeit immigrierte der Beschwerde
führer in die Schweiz und ging daraufhin mehreren unterschiedlichen Erwerbs
tätigkeiten in verschiedenen Branchen nach, wobei besonders die zuletzt ausge
übte des stellvertretenden Direktors einer Schweizer Privatbank als anspruchsvoll,
mitun
t
er
was die psychische Belastbarkei
t anbelangt, zu bezeichnen ist. Hierauf w
ies
auch
der
den Beschwerdeführer
behandelnde Hausarzt
hin
(
Urk.
6/12/2).
Vor diesem Hintergrund genügen die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers al
leine, bei sonst
überwiegend
fehlenden objektiven Anhaltspunkten, nicht, um ein schweres, zur – um viele Jahre verzögerten – Auslösung einer posttraumatischen Belastungsstörung geeignetes Trauma als überwiegend wahrscheinlich erscheinen zu lassen. Damit ist bereits die Basis zur Annahme einer invalidisierenden post
traumati
schen Belastungsstörung nicht
rechtsgenüglich
dargetan. In Anbetracht der langen Latenzzeit in Verbindung mit den konkreten Lebensumständen des Beschwerdeführers ist das Vorhandenseinen einer zu
r
Arbeitsunfähigkeit führen
den Belastungsstörung – entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers – auch durch ergänzende psychiatrische Abklärungen nicht als überwiegend wahr
scheinlich zu beweisen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_228/2013
vom 26. Juni 2013 E. 4.1.4). An Gesagtem ändert auch nicht
s
, dass die behandelnde Psychia
terin Hinweise auf klassische Symptome einer posttraumatischen Belastungsstö
rung festgestellt haben will, zumal sie
, wie dargelegt,
wenige Monate zuvor noch keine
Indizien
ersah, welche eine solche (Verdachts-)Diagnose
gerechtfertigt hät
ten
(vgl. Bericht vom
9.
August 2017 [
Urk.
6/19] mit Bericht vom 2
1.
November 2017 [
Urk.
6/21
]
).
Auch in Bezug auf den
vom Beschwerdeführer aufgelegten
Be
richt der chilenischen Kriegsmarine
(
Urk.
3
G/
1-4)
sowie die eingereichten Bilder
(
Urk.
3D)
, welche
den Beschwerdeführer
in
Uniform zeigen
, ist festzuhalten, dass diese eine posttraumatische Belastungsstörung nicht zu plausibilisieren vermö
gen. So fällt der Bericht
der chilenischen Kriegsmarine
sehr allgemein aus, na
mentlich wird nicht näher dargelegt, was sich 1996 in
Pichidangui
ereignet haben soll. Ebenso schweigt sich der Bericht darüber aus, an welchen physischen und psychologischen (recte: psychischen) Folgen der Beschwerdeführer leiden soll.
Schliesslich ist festzuhalten, dass auch die anamnestischen Angaben des Be
schwerdeführers zu den
beklagten
traumatisierenden Ereignisse
n
knapp ausfallen und generell allgemein gehalten sind (vgl.
Urk.
1 S. 8, 14 S. 5
Ziff.
7).
Hinsichtlich der vom Beschwerdeführer beklagten psychischen Probleme ist
i
m Weiteren da
rauf hinzuweisen, dass psychosoziale Belastungsfaktoren (insbesondere
Verlust der Arbeitsstelle
und damit verbundene Zukunftsängste
sowie
Ehezerrü
t
tung
,
Urk.
6/13/2,
6/18/10
,
6/18/13,
6/21/2)
- welche im invalidenversicherungsrechtli
chen Kontext grundsätzlich unberücksichtigt zu haben bleiben (BGE 127 V 294) - erkennbar
(
mit
-)
ursächlich
waren
.
So wies auch der Gutachter darauf hin, die sehr hohen beruflichen Anforde
rungen mit häufigen Fernreisen hätten beim
Beschwer
deführer bereits ab 2013 zu einer zunehmenden Ausschöpfung seiner psychophy
sischen Ressourcen und zur Entwicklung von Schlafstörungen sowie zu einer zu
nehmenden psychophysischen Erschöpfung geführt.
In Ergänzung dazu vermerkte er, d
ie offe
nsichtlich schweren Belastungen, welche
im Verlauf von 2016
aufgetre
ten seien
, unter anderen eine zunehmende Ehezerrüttung und der Verlust der Ar
beitsstelle beim sehr leistungsorientierten Beschwerdeführer, hätten im Oktober 2017 aufgrund einer Anpassungsproblematik zum Ausbruch einer mittelschweren bis schweren depressiven Symptomatik geführt (
Urk.
6/18/10-11).
Zudem berich
tet
e
auch
die den Beschwerdeführer beha
ndelnde Psychiaterin
, die psychischen Probleme
seien
Anfang 2016
in Zusammenhang mit damals aufgetretenen
Schlaf
störungen
, welche auf
gehäufte Dienstreisen nach Lateinamerika bei dementspre
chend kurzen Aufenthalten in Zürich
zurückzuführen seien, aufgetreten
.
D
ie
vom Arbeitgeber
im Hinblick auf die Vertragsabschlüsse
gestellten Ansprüche
seien hoch gewesen. Nachdem der Beschwerdeführer im Mai die Zusammenarbeit mit zwei von der Bank erwünschten
Kunden aufgrund eigenen,
wohl berechtigen Miss
trauens nicht
habe
gewährleisten wollen, sei es im Juli 2016 zur fristlosen Kündi
gung gekommen. Seit dieser Zeit habe eine depressive Entwicklung stattgefunden. Zudem habe der Beschwerdeführer vor mehr als 20 Jahren infolge Trennung von seiner damaligen Verlobten unter einer depressiven Symptomatik gelitten
.
Im Wei
teren wies sie bereits im Frühjahr 2017 darauf hin, dass der Beschwerdeführer an
Zukunftsängsten
leide
(Bericht vom 2
5.
April 2017,
Urk.
6/13/2
)
, wobei sie dies auch ein halbes Jahr später erneut vermerkte
(Bericht vom 2
1.
November 2017,
Urk.
6/21/2). Hierzu hielt sie erläuternd fest
, die depressive Symptomatik
habe zu
nächst
im Rahm
en einer schweren Selbstwertkri
se
infolge
Verlust
es
des Arbeits
platzes im Vordergrund gestanden.
Zusätzlich
sei ein Paarkonflikt deutlich gewor
den, der zur Distanzierun
g von der Ehefrau geführt habe
(
Urk.
6/21/2).
Diese
von Dritten
beschriebene Eheproblematik wird auch vom
Beschwerdeführer
selbst
be
stätigt
(
vgl.
Urk.
6/18/7).
Mangels objektiv nachweisbarer Eingangskriterien sowie aufgrund der langen Latenzzeit ist deshalb nicht zu beanstanden, dass eine post
traumatische Belastungsstörung verneint wurde. Ohnehin
kommt es im psychiat
rischen Kontext
grundsätzlich nicht auf die Diagnose, sondern einzig darauf an, welche Auswirkungen eine Erkrankung auf die Arbeits
fähigkeit hat. Massgebend ist in erster Linie der lege
artis
erhobene psychopatho
logische Befund und der Schweregrad der Symptomatik (vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_59/2016 vom 6. Januar 2017 E. 6.1).
Wie aus nachstehend durchgeführter
Indikatorenprüfung
ersichtlich
wird
, ist
der Beschwerdeführer dabei in seiner Ar
beitsfähigkeit
nicht
relevant
eingeschränkt
.
Soweit der Beschwerdeführer die - angeblich zu kurze -
Dauer der Untersuchung rügt
(
Urk.
14 S. 2
Ziff.
2
, 1 S. 7
)
, ist er darauf hinzuweisen, dass es nach bundes
gerichtlicher Rechtsprechung nicht auf die Dauer der Untersuchung ankommt. Massgebend ist in erster
Linie, ob die Expertise inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist. Dabei hat das Bundesgericht (teilweise) auch zwanzig
minütige Explorationsgespräche als ausreichend für die Erstellung eines psychi
atrischen Gutachtens erachtet (statt vieler Urteil des Bundesgerichts 8C_354/2018 vom 2
0.
Dezember 2018 E. 4.2). Die behauptete Untersuchungsdauer von 45 Mi
nuten ist somit nicht zu beanstanden, zumal die Expertise inhaltlich vollständig sowie im Ergebnis schlüssig ist.
Der Beschwerdeführer bringt im Weiteren vor, die vom Gutachter (in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit) abgegebene Prognose habe sich nicht verwirklicht, weshalb auf
das Gutachten
nicht abgestellt werden könne (
Urk.
14 S. 4
Ziff.
5.4).
Dem ist ent
gegenzuhalten, dass eine ärztliche Prognose zur Arbeitsfähigkeit zulässig und üb
lich
ist
(
statt vieler Urteil des Bundesgerichts 8C_441/2015 vom 2
1.
August 2015 E. 4.2
).
Zudem erstreckt sich die
vom Gutachter am 2
0.
Juli 2017
abgegebene
Ein
schätzung
der Arbeitsfähigkeit
auf einen Zeitraum von
zwei Monaten, attestierte er dem Beschwerdeführer
, bereits
ab
1. Oktober 2017
wieder uneingeschränkt ar
beitsfähig zu sein
(
Urk.
6/18/4, 6/18/11), was vielmehr als Übergangsfrist denn als Prognose zu werten ist.
Die Beurteilung vermag dabei, wie sich aus nachstehend durchgeführter
Indikatorenprüfung
ergibt, zu überzeugen.
Daran ändert auch nicht
s
, dass
die
behandelnde Psychiaterin
in ihrem Bericht vom 21.
November 2017 seit dem 1
0.
August 2017 eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes be
scheinigt
,
zumal sie bis dahin
noch von
G
egenteiligem ausgegangen war (vgl.
Be
richt
e
vom
9.
August 2017
[
Urk.
6/19/1] und vom 2
5.
April 2017 [
Urk.
6/13/3-4])
.
Ins Gewicht fällt dabei insbesondere, dass sie die nunmehrige Einschränkung vor
wiegend mit der Diagnose einer PTBS begründete (
Urk.
6/21), was nach Vorge
nanntem nicht überzeugt. Es kommt hinzu, dass der Beschwerdeführer gemäss Bericht der behandelnden Psychiaterin infolge
des ihm mitgeteilten Gutachtener
gebnisses (erneut) mit finanziellen Zukunftsängsten
zu kämpfen hatte (
Urk.
6/21/2)
. Diese Ängste sind jedoch
, wie bereits dargelegt,
als psychosoziale Belastungsfaktoren zu werten
und entsprechend im invalidenversicherungsrechtli
chen Kontext
unbeachtlich (
BGE 127 V 294
).
Darüber hinaus
ist
in
Bezug auf Be
richte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arzt
personen beziehungsweise
Therapeuten
auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behandlung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der therapeu
tisch tätigen (Fach-)Person einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich be
stellten fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen
bezie
hungsweise
Therapiekräfte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbe
halten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Einschätzungen wichtige – und nicht rein subjektiver Inter
pretation entspringende – Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_677/2014 vom 2
9.
Oktober 2014 E. 7.2 mit Hinweisen, u.a. auf SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43 E. 2.2.1 [I 514/06]).
Solche Aspekte sind
wie dargelegt
nicht
ersichtlich
.
Ebenso wenig vermag die bloss summarisch abgegebene Einschätzung des Ver
trauensarztes des KTG-Versicherers (
Urk.
15/4-5) die Zuverlässigkeit des Gutach
ters in Frage zu stellen.
4
.
3
4.3
.1
Da grundsätzlich bei sämtlichen psychischen Erkrankungen das strukturierte Be
weisverfahren durchzuführen ist, ist im Folgenden zu prüfen, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechts
er
heblichen Indikatoren auf eine Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen (E.
1.3.1 und 1.3.2).
4.3
.2
Zum Komplex «Gesundheitsschädigung» in der Kategorie «funktioneller Schwe
re
grad» ist festzuhalten, dass die anlässlich der psychiatrischen Begutachtung
durch
Dr.
Y._
erho
benen objektiven Befunde und Symptome nicht besonders ausgeprägt erschienen (
Urk.
6/18/9
). So hielt der psychiatrische Gutachter fest,
der Beschwerdeführer habe am Untersuchungstag ordentlich, gepflegt, bewusst
seinsklar und allseits orientiert gewirkt. Während des gesamten Gesprächs habe er auf die gestellten Fragen in Bezug auf seine Lebensgeschichte und Krankheits
entwicklung klare und präzise Antworten gegeben, was auf unauffällige mnesti
sche Funktionen
hingedeutet habe
. Zwar
habe
er über Konzentrationsabfälle bei Aktivitäten mit Konzentrationsanforderungen (zum Beispiel beim Lesen)
geklagt
. Im formalen Denken sei er aber geordnet, wenngleich
aufgrund
seiner allgemei
nen Ängste und Sorgen
vermehrt eingeengt
gewesen
. Inhaltlich hätten sich
aller
dings
keine Hinweise auf Wahnideen, Halluzinationen oder Ich-Störungen erge
ben (
Urk.
6/18/9).
Im Weiteren kann festgehalten werden, dass Hi
nweise auf res
sourceneinschränkende Komorbiditäten nicht zu erkennen
sind
.
Insgesamt ist da
mit nicht von einer erheblichen Gesundheitsschädigung auszugehen. Sodann ist zum Komplex «Persönlichkeit» festzuhalten, dass keine
Hinweise auf eine geneti
sche Vulnerabilität oder Persönlichkeitsfaktoren für die Entwicklung psychiatri
scher Erkrankungen ausgemacht werden konnten (
Urk.
6/18/10).
Der psychiatri
sche Gutachter ging, gestützt auf seine Exploration,
vielmehr
von
vielen intellek
tuellen und persönlichen Ressourcen
aus (
Urk.
6/18/11
).
Zu berücksichtigen ist weiter, dass sich der Beschwerdeführer beruflich erfolgreich in den Erwerbsalltag integrieren konnte, schloss er nicht nur
ein Jurastudium
ab (
Urk.
6/1/3
), sondern liess sich
(in Ecuador)
auch zum
Rechtsanwalt
weiterbilden (
Urk.
6/1/1-2, 6/18/7
)
, wobei ihm zuletzt der Aufstieg zum Vizedirektor einer Schweizer Privatbank
ge
lungen war
(
Urk.
6/2/6, 3C/1, 3C/3)
. Hinsichtlich des Komplexes «Sozialer Kon
text» ist zu berücksichtigen, dass auf eine relativ aktive Teilhabe am Alltag
zu schliessen ist
,
betonte der Beschwerdeführer ausdrücklich
,
bemüht zu sein
, eine Tagesstruktur
aufrecht zu erhalten. So stehe er um
07:00 Uhr auf und versuche dann, den Tag zu gestalten. Er wandere jetzt oft und lese immer öfters, setze auch Puzzles zusammen, um seine Konzentrationsfähigkeit zu verbessern. Er habe
sich auch
ein Kochbuch
angeschafft
und versuche, danach zu kochen (
Urk.
6/18/8).
Auch das soziale Umfeld des Beschwerde
führers scheint intakt zu sein, pflegt er den Kontakt zu seiner Familie. Auch sieht er seine zwei Kollege
n
alle ein bis zwei Monate (
Urk.
6/18/8)
. Insgesamt verfügt der Beschwerdeführer deshalb über ein ausreichend intaktes soziales Umfeld mit mobilisierbaren Ressourcen.
4.3
.3
Zum Aspekt der «Konsistenz» ist darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer nach wie vor ein relativ hohes Aktivitätsniveau aufweist, ist es ihm doch möglich,
oft zu wandern und öfters zu lesen
. Sodann nimmt
er
seine alltäglichen Verrich
tungen regelmässig wahr. Kontrastierend hierzu hält sich der Beschwerdeführer für kaum arbeitsfähig (Urk.
6/18/9
). Diese Selbsteinschätzung findet in den Akten allerdings keine genügende Stütze. Nachdem wie festgestellt im Freizeitverhalten keine erheblichen Einschränkungen ausgemacht werden konnten,
ist im Weiteren zu berücksichtigen, dass dem Beschwerdeführer offensichtlich berufliche Tätig
keiten
offenstünden
. So erwähnte er gegenüber dem Gutachter, er bekomme viele Stellenangebote, traue sich aber nicht zu, eine Stelle zu suchen. Auch könne er keine Teilzeitstelle suche
n
. Er müsse
vorab
voll leistungsfähig werden, um seinen Beruf au
s
üben zu können (
Urk.
6/18/9).
Vor diesem Hintergrund ist auch
der
überzeugende
n
Beurteilung des Gutachters
Rechnung zu tragen, wonach
beim Beschwerdeführer von vielen intellektuellen und persönlichen Ressourcen
ausge
gangen werden
könne
(
Urk.
6/18/11).
4.3.
4
Mittels nunmehr anwendbarem strukturierten Beweisverfahren lässt sich mithin eine über Oktober 2017 hinausgehende funktionelle Auswirkung der vom Be
schwerdeführer geklagten psychischen Beschwerden nicht mit dem nötigen Be
weisgrad nachweisen (E. 1.3.2). Zu Recht hat damit die Beschwerdegegnerin der RAD-Ärztin folgend (Urk. 6/22/4-5) auf die Einschätzung von Dr.
Y._
abge
stellt (Urk. 6/18/11) und eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit verneint.
5
.
5
.1
Zu prüfen bleibt anhand der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs, wie sich die gesundheitliche Beeinträchtigung in erwerblicher Hinsicht auswirkt
.
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
5
.2
Der Beschwerdeführer ist
gemäss
Gutachten - auf welches abzustellen
ist
-
seit dem
1.
Oktober 2017 in seiner angestammten Tätigkeit uneingeschränkt
arbeits
fähig
.
Damit kann im Sinne einer rechnerischen Vereinfachung auf einen ziffer
mässigen Einkommensvergleich verzichtet und auf blosse Prozentzahlen abge
stellt werden (Urteil des Bundesgerichts 9C_368/2019 vom 8. Oktober 201
9
E. 4.2). Die Gegenüberstellung des mit einem 100%-Pensum erzielten
Validenein
kommens
mit dem - in derselben Tätigkeit - erzielten Invalideneinkommen bei einer Arbeitsfähigkeit von 100 % führt zu
einem Invaliditätsgra
d von Null. Hin
weise dafür, dass ein leidensbedingter Abzug zu gewähren wäre, sind nicht ak
tenkun
dig.
Dementsprechend steht dem Beschwerdeführer keine Invalidenrente zu.
6
.
Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass die Verfügung der IV-Stelle vom
11.
Mai 2018 (
Urk.
2)
nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist daher abzu
weisen.
7.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr.
8
00.-- festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.