Decision ID: 30f0a37b-f5a9-48f3-8fac-073fba293620
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1973, war seit 15. August 1998 als
Serviceange
stellte
in der Pizzer
ia Z._
tätig (Urk. 7
/4 Ziff. 1, Ziff. 5). Am 1. Dezember 2005 meldete sich die Versicherte wegen „Beugebewegungen und Schlafstörungen etc.“ bei der Invalidenversicheru
ng zum Leistungsbezug an (Urk. 7
/1 Ziff. 7.2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
tätigte
erwerbliche
(Urk. 7
/3
-4) und medizinische (Urk. 7/5; Urk. 7
/14-15)
Abklärungen und
zog
Unfallakten bei (Urk. 7
/7; Urk.
7/12; Urk. 7/18; Urk. 7/23).
Nach durchgeführ
tem Vorbescheidverfahren (Urk. 7
/28-30), in des
sen Rahmen weitere Arztb
erichte erstattet wurden (Urk. 7/32, Urk. 7/34; Urk. 7/36/7-9), ver
neinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 15. August 2008 einen Rentenans
pruch der Versicherten (Urk. 7/38
).
Die dagegen am 2
2.
Sep
tember 2008 (
Urk.
7/41/3-6) erhobene Beschwerde hiess das hiesige Gericht mit Urteil vom
7.
September 2009 in dem Sinne gut, als es die Sache zur erneuten Abklärung an die IV-Stelle zurückwies (
Urk.
7/47; Prozess Nr.
IV.2008.00980).
In der Folge holte die IV-Stelle ein rheumatologisches Gutachten ein (
Urk.
7/52) und verneinte nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (
Urk.
7/56-57;
Urk.
7/59) mit Verfügung vom 2
9.
Oktober 2010 einen Rentenanspruch der Versicherten (
Urk.
7/61). Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechts
kraft.
1.2
Am 1
5.
Oktober 2012 machte die Versicherte eine Verschlechterung geltend (
Urk.
7/65). Die IV-Stelle nahm erwerbliche (
Urk.
7/67
;
Urk.
7/72;
Urk.
7/96
) und medizinische (
Urk.
7/63;
Urk.
7/68;
Urk.
7/77;
Urk.
7/83)
Abklärungen vor
. Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (
Urk.
7/86-87) verneinte sie mit Verfügung vom 1
4.
Oktober 2014 einen Rentenanspruch der Versicherten (
Urk.
7/98 =
Urk.
2).
2.
Am 1
2.
November 2014 (
Urk.
1) erhob die Versicherte Beschwerde gegen die Verfügung vom 1
4.
Oktober 2014
und beantragte deren Aufhebung sowie die Zusprache einer unbefristeten Teilrente, eventuell die Vornahme weiterer medi
zinischer Abklärungen (S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 1
1.
Dezember 2014 (
Urk.
6) beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am
6.
Januar 2015 mitgeteilt wurde (
Urk.
8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen
Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Ein
spracheentscheid, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Streitig und zu prüfen ist, ob sich der Gesundheitszustand und die Arbeitsfähig
keit der Beschwerdeführerin seit Erl
ass der
Verfügung vom
2
9.
Oktober 2010
(
Urk.
7/61)
in anspruchsrelevanter Weise
verschlechtert haben
.
2.2
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Entscheid (
Urk.
2) davon aus, dass die Beschwerdeführerin in einer optimal angepassten Tätigkeit (leicht und wechselbelastend, ohne Gewichtheben von über 5 kg und ohne Armvorhalten und Überkopfarbeiten) zu 80
%
arbeitsfähig sei. Sie sei als zu 100
%
erwerbstä
tig zu qualifizieren. Bei einem behinderungsbedingten Abzug vom Tabellenlohn von 25
%
ergebe sich ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 26
%
(S.
2 f.).
2.3
Die Beschwerdeführerin
brachte dagegen vor
, ihre Rückenbeschwerden hätten sich seit April 2012 verschlechtert. Die Abklärungen seien im Jahr 2013 erfolgt
und damit nicht mehr aktuell. Der behandelnde Rheumatologe attestiere ledig
lich eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
in der angestammten und
in
einer ange
passten Tätigkeit. Sie habe diese Arbeitsfähigkeit nicht steigern können. Es sei fraglich
,
ob die Beschwerdegegnerin ihrer Untersuchungspflicht nachgekommen sei. Zudem habe sie das Invalideneinkommen mit Hilfe des
Anforderungsni
veaus
3 berechnet, was nicht zutreffend sei. Es resultiere ein IV
Grad von 40
%
(
Urk.
1 S. 3 f.).
3.
3.1
Der ursprünglichen rentenverneinenden Verfügung vom
2
9.
Oktober 2010
lag
das Gutachten von
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Rheumatologie und Innere Medizin, vom
8.
März 2010 (
Urk.
7/52) zugrunde. Darin stellte der Gut
achter folgende Diagnosen (S. 7):
seronegative
Spondarthropathie
lumbospondylogenes
Syndrom rechts
leichtes
Zervikalsyndrom
Bei der aktuellen klinischen Untersuchung sei der positive
Mennell
-
Test rechts ein Hinweis auf die SIG-Arthritis. Der Rüttelschmerz lumbal sei Ausdruck der im Verlauf dokumentierten Segmentdegeneration. Die Hyposensibilität an der Grosszehe rechts sei ein Hinweis auf eine
radikuläre
Reizung der Wurzel L5, was mit dem Befund des Wirbelgleitens
L4 über L5 vereinbar sei. Eine leichte mus
kuläre
Dekonditionierung
mit Haltungsinsuffizienz sei in diesem Zusammen
hang prognostisch ungünstig. Bedingt durch die
seronegative
Spondar
thropa
thie
und die degenerative
n
Veränderung
en
der lumbalen Wirbelsäule sei die Belastbarkeit des Achsenskeletts der jungen Frau eingeschränkt. Trotzdem bewältige sie anamnestisch einen vollen Arbeitstag, indem sie halbtags im Restaurant ihres Ehemannes mitarbeite und daneben den Haushalt für ihre Familie mit vier Kindern besorge, dies allerdings mit einer gewissen zeitlichen Einschränkung bedingt durch Schmerzepisoden, die zu Pausen zwingen würden. Aufgrund der vorhandenen Dokumente und der Beschreibung der Explorandin sei der Verlauf seit 2005 bei zeitweiligen Schmerzschüben insgesamt stationär (S. 8).
In der angestammten Tätigkeit sei die Arbeitsfähigkeit wegen vermehrt notwen
diger Pausen zeitlich um 20
%
limitiert, dies bedingt durch die Schmerzen im Rahmen der
seronegativen
Spondarthropathie
. Eine körperlich leichte bis mit
telschwere Arbeit, wie sie die Beschwerdeführerin zur Zeit im Restaurant ihres Ehemannes und im Haushalt ausübe, sei medizinisch-theoretisch zumutbar.
Nicht zumutbar sei eine körperlich schwere Arbeit wie zum Beispiel das Han
tieren von Harassen oder das Tragen von schweren Tabletts im Service. Auch in einer angepassten Tätigkeit sei die zeitliche Einschränkung schmerzbedingt auf 20
%
einzuschätzen. Eine leichte bis mittelschwere Arbeit, bei der die Versi
cherte abwechselnd gehen, stehen und sitzen könne, sei uneingeschränkt zumutbar. Nicht zumutbar sei das wiederholte Hantieren von Lasten über 10 bis 15 kg (S. 8 unten f.).
Zur Stabilisierung der Rumpfmuskulatur sei neben den passiven physiothera
peutischen Massnahmen aktive Bewegungstherapie in Form von medizinischer Trainingstherapie indiziert. Falls der entzündliche Rückenschmerz durch die Behandlung mit einem Biological verschwinde, würde die zeitliche Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit dahinfallen (S. 9).
3.2
Gestützt auf diese Beurteilung erachtete die Beschwerdegegnerin die Beschwerde
führerin in der angestammten und einer angepassten Tätigkeit als zu 80
%
arbeitsfähig und errechnete einen rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 27
%
(
Urk.
7/61).
4.
4.1
Dem Revisionsgesuch vom
1
5.
Oktober 2012
(
Urk.
7/65) lagen folgende
Arztbe
richte
zugrunde:
PD
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Chirurgie, führte mit zuhanden der Taggeldversicherung am 2
0.
September 2012 erstatteten Bericht (
Urk.
7/63 =
Urk.
7/
90/5-7
) aus, die Beschwerdeführerin leide an zervikalen und lumbalen Schmerzen aufgrund von diskreten degenerativen Veränderungen und Instabi
litäten ohne sichere
radikuläre
Symptomatik. Geistige und psychische Ein
schränkungen bestünden nicht. Die Arbeitsfähigkeit sei zur Zeit glaubhaft zu 80
%
eingeschränkt. Gehleistungen,
stop
-
and
-
go
-Aktivitäten, Verrichtungen in gebeugter Stellung, Tragen und Heben von Lasten seien nur mit Mühe und unter Schmerzen durchführbar (S. 2 unten f.).
Es lägen beginnende degenerative Veränderungen sowohl der HWS wie auch der LWS vor mit
Chondrosen
auf Höhen C4/5 sowie L4/S1, diskreten Instabilitäten C4/5 im Sinne eines
Retroglissements
und im Bereich von L4/5 im Sinne eines
Ventralglissements
, aber keine sicheren
radikulären
Symptome (S. 2 Mitte).
4.2
PD
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, berich
tete am 1
3.
November 2012
(
Urk.
7/68) und hielt fest, es sei bei bildgebend fest
gestellter beginnender degenerativer
Spondylosisthese
bei L4/5 zweimal eine
Facettengelenksinfiltration durchgeführt worden, welche eine gewisse Besserung erbracht habe (S. 1 f.).
4.3
Im Juli 2013 fand im
Spital
D._
, Rheumaklinik, ein
Arbeits
assessment
statt. Mit Bericht vom 2
8.
August 2013 (
Urk.
7/77) wurden fol
gen
de arbeitsrelevante Diagnosen gestellt (S. 2 oben):
chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom beidseits
MRI
der Lendenwirbelsäule im Mai
2012: Dehydratation der Band
schei
ben L4-S1 mit nur diskreter Verschmälerung der
Zwi
schen
wirbelräume
.
Diskusprotrusionen
L4/5 und L5/S1 ohne
Nerven
wurzel
kompression
. Keine entzündlichen Veränderungen.
Status nach wirbelsäulennaher Infiltration mit anhaltender
Schmerz
re
duktion
Als weitere Diagnose wurde ein Verdacht auf eine anhaltende somatoforme Schmerz
störung genannt.
Ein arbeitsbezogen relevantes Problem habe nicht erhoben werden können, da die Beschwerdeführerin trotz Selbstlimitierung die von ihr geschilderten Arbeitsanforderungen im Wesentlichen erfülle. Jedoch sei das Testverfahren auf einen 8-Stunden-Arbeitstag bezogen. Arbeitstage bis zu 11 Stunden (etwa 66
Stunden pro Woche), wie von der Patientin angegeben, könnten mit dem Testverfahren nicht genau beurteilt werden (S. 2).
Die Beschwerdeführerin habe eine schlechte Leistungsbereitschaft gezeigt. Es sei eine deutliche Selbstlimitierung festgestellt worden, was sich möglicherweise durch die psychische Problematik erklären lasse.
Die bildgebende Untersuchung aus dem Jahr 2012 zeige keine Hinweise auf eine neurogene Kompression,
Wir
belkörperfrakturen
oder entzündliche Veränderungen (S. 2).
Infolge Selbstlimitierung seien die Resultate von ergonomischen Tests für die Beurteilung der zumutbaren Belastungsfaktoren nur teilweise verwertbar. Es sei davon auszugehen, dass bei gutem
Effort
eine bessere Leistung erbracht werden könnte, als bei den Tests gezeigt worden sei. Die psychische Problematik könne die Fähigkeit, einen solchen
Effort
zu erbringen, möglicherweise einschränken (S. 3 Mitte).
Die demonstrierte und funktionelle Leistungsfähigkeit entspreche den
Belas
tungsanforderungen
der bisherigen Arbeit. Die Patientin könne die bisherige Arbeit als Serviceangestellte im Wesentlichen bewältigen, jedoch sei das
Test
verfahren
auf einen 8-Stunden-Tag bezogen, während die Patientin nach eige
nen Angaben etwa 66 Stunden pro Woche und bis zu 11 Stunden pro Tag arbeite. Bei
ganztägiger Präsenz, hohem Kundenandrang und langen Arbeitsta
gen bestehe für die angestammte Tätigkeit im Service sicher eine eingeschränkte
Leistungsfähigkeit infolge der im Tagesverlauf zunehmenden Beschwerden. Bezogen auf einen 8-Stunden-Tag und eine 5-Tage-Woche sei davon auszuge
hen, dass die Leistungsminderung maximal 10
%
betrage. Bezogen auf die effektiven Arbeitsverhältnisse sei aber von einer Leistungsminderung von min
destens 30
%
bei 11 Stunden Präsenz auszugehen. Weiter sei eine zusätzliche Leistungsreduktion von 15
%
zu attestieren, da die Beschwerdeführerin derzeit nicht mehr als fünf Tage am Stück arbeiten sollte. Daraus resultiere derzeit eine Arbeitsunfähigkeit von 45
%
. Durch medizinische Massnahmen könnte länger
fristig das Wiedererlangen einer vollen Leistungsfähigkeit für die angestammte Tätigkeit zumindest in einer 5-Tage-Woche erreicht werden. Es sei eine schritt
weise Steigerung der Arbeitsfähigkeit in 10
%
- Schritten
zu empfehlen bis zum Erreichen einer zeitlichen vollen Präsenz an mindestens fünf Arbeitstagen pro Woche. Längerfristig gebe es keine Argumente für eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von mehr als 20
%
(S.
3).
Für andere Tätigkeiten bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
, sofern es sich um eine wechselbelastende Tätigkeit handle (S. 3).
4.4
Mit Bericht vom 3
1.
August 2014 (
Urk.
7/102
=
Urk.
3) diagnostizierte
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Rheumatologie, einen Verdacht auf
seronegative
Spondylarthropathie
sowie eine Spondylose mit degenerativer
Spondylolisthesis
L4/5 (S. 1 unten).
In der angestammten Tätigkeit als Servicefachfrau bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
, dies gelte auch in allen anderen Tätigkeiten wie Computerarbeiten, Bestellungen auf
nehmen, Einkassieren (S. 2).
5.
5.1
Im Vergleich zur Beurteilung durch
Dr.
A._
, welcher eine
seronegative
Spondarthro
pathie
, ein
lumbospondylogenes
Syndrom rechts und ein leichtes
Zervikalsyndrom
diagnostizierte (vgl. vorstehend E. 3.1), lagen im Zeitpunkt des Revisionsgesuches und der hier angefochtenen Verfügu
ng im W
esentlichen
unveränderte
Diagnosen vor. So beschrieb
Dr.
B._
ebenfalls degenera
tive Veränderungen der Hals- und Lendenwirb
elsäule
und ein Retro- und
Ventral
wirbelgleiten
, welches aber keine sicheren
radikulären
Symptome ver
ursache (vgl. vorstehend E. 4.1)
.
Auch
Dr.
C._
stellte eine beginnende
Spondylosisthese
(Wirbelgleiten) fest (vgl. vorstehend E. 4.2)
, ebenso
Dr.
E._
(vgl. vorstehend E. 4.4)
. Die Fachleute des
Spitals D._
diagnostizierten aufgrund der bildgebenden Untersuchungen vom
Mai
2012 ein chronisches
lumbospondylo
genes
Schmerzsyndrom beidseits bei Bandscheiben
-
veränderungen ohne
Ner
ven
wurzelkompression
sowie einen Verdacht auf eine somatoforme Schmerz
störung (vgl. vorstehend E. 4.3).
5.2
Selbst
wenn
sich
die
Diagnosen
geändert hätten,
sin
d
aus
Sicht der Invaliden
versi
cherung einzig deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit der versicher
ten Person relevant (
BGE 136 V 279 E.3.2.1 S. 281
).
Dr.
A._
ging dies
bezüglich im Jahr 2010 von einer Einschränkung von 20
%
in der angestammten Tätigkeit der Beschwerdeführerin als Serviceangestellte aus, dies bedingt durch die Schmerzen. Auch in einer angepassten Tätigkeit bestehe eine zeitliche Einschränkung von 20
%
, jedoch sei eine leichte bis mittelschwere Arbeit, bei der die Beschwerdeführerin abwechselnd gehen, stehen und sitzen könne, uneingeschränkt zumutbar (vgl. vorstehend E. 3.1), womit eigentlich eine Restarbeitsfähigkeit von 100
%
anzunehmen gewesen wäre. Dennoch ging di
e Beschwerdegegnerin von einer Resta
rbeitsfähigkeit von 80
%
aus (vgl. vor
stehend E. 3.2 und
Urk.
7/61).
Das
Arbeitsassessment
vom Juli 2013 ergab, dass die Beschwerdeführerin die von ihr geschilderten Arbeitsanforderungen mindestens bezogen auf einen 8
Stunden-Tag erfüllen könne. Die demonstrierte und funktionelle Leistungsfä
higkeit entspreche den Belastungsanforderungen der bisherigen Arbeit, jed
och bestehe für die angestammte
Tätigkeit infolge der im Tagesverlauf zunehmen
den Beschwerden eine Leistungsminderung von 10
%
. Da die Beschwerdeführe
rin
nach eigenen Angaben eine Präsenzzeit von 11
Stunden
erfülle, sei dem mit einer Leistungsminderung von 30
%
und zusätzlich 15
%
infolge eines nach 5
Tagen notwendigen Unterbruchs Rechnung zu tragen, womit in der ange
stammten Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit
von 45
%
resultiere
. Bei geeigneter medizinischer Behandlung gebe es langfristig keinen Grund für eine Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit von mehr als 20
%
. Für andere wechselbelastende Tätigkeiten sei die Beschwerdeführerin zu 100
%
arbeitsfähig (vgl. vorstehend E.
4.3).
Letzteres erscheint insbesondere als
nachvollziehbar, da
während der Testung eine schlechte Leistungsbereitschaft und deutliche Selbstlimi
tierung feststellbar gewesen ist
. Wenngleich dies möglicherweise auf Schmerzen oder
den Wunsch, diese zu vermeiden
, zurückzuführen gewesen sein mag, ist doch daraus zu schliessen, dass eine optimal behinderungsangepasste Tätigkeit in vollem Pensum zumutbar ist, wie dies die Ärzte des
Spitals D._
attestierten. Sie hielten denn auch fest, dass bei gutem
Effort
eine bessere Leistung hätte erbracht wer
den können.
Im Gegensatz zu den Berichten von
Dr.
E._
(vgl. vorstehend E. 4.4),
Dr.
B._
(vgl. vorstehend E. 4.1) und
Dr.
C._
(vgl. vorstehend E. 4.2)
erging die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin durch die
Ärzte des
Spitals D._
gestützt auf eine konkrete Belastungstestung, was den
Be
weis
wert
(vgl. vorstehend E. 1.4
) dieses Berichts entscheidend erhöht. Zum Bericht von
Dr.
E._
vom 3
1.
August 2014 ist festzuhalten, dass
für
seine Ein
schätzung, wonach die Beschwerdeführerin nicht nur in der angestammten Tätigkeit, sondern auch in allen anderen Tätigkeiten nur noch zu 50
%
arbeits
fähig sein soll (vgl. vorstehend E. 4.4),
eine Begründung fehlt
.
5.3
Zusammenfassend ist
somit
gestützt auf den Bericht des
Spitals D._
vom 2
8.
August 2013 davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin
in einer
behinderungsan
gepassten
Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig ist. Damit hat sich seit Erlass der Verfügung vom 2
9.
Oktober 2010 zwar hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit eine Veränderung ergeben, nicht jedoch hinsichtlich einer behinderungsangepassten Tätigkeit, eine solche ist der Beschwerdeführerin zu 100
%
zumutbar.
Darauf ist abzustellen, denn
d
ie
Invalidenversicherung
bietet
als Erwerbsunfähigkeitsversicherung grundsätzlich nur Versicherungs
schutz für eine übliche
, normale erwerbliche Tätigkeit
. Es ist deshalb für die Beurteilung der erwerblichen Auswirkungen der Arbeitsfähigkeitsbeurteilung von untergeordneter Bedeutung, dass der Beschwerdeführerin die bislang geleisteten 11-Stunden-Arbeitstage
in der angestammten Tätigkeit
gemäss
ärztlicher Einschätzung nicht mehr im früheren
Ausmass
, sondern nur noch
zu 55
%
zumutbar sind.
6.
6.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
6.2
Die Beschwerdegegnerin ermittelte gestützt auf die Angaben im
Arbeitgeberbe
richt
für das Jahr 2014
e
in
Valideneinkommen
von
Fr.
54‘600.-- (vgl.
Urk.
2 S.
3), was nicht zu beanstanden und unbestritten
(vgl.
Urk.
1
)
ist.
6.3
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch realisier
baren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b/
aa
mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts I 850/05 vom 21. August 2006 E. 4.2).
Die Beschwerdeführerin ist nach Lage der Akten weiterhin im Restaurant ihres Gatten tätig, schöpft damit jedoch ihre
in einer optimal
behinderungsangepass
ten
Tätigkeit zumutbare
Restarbeitsfähigkeit von 100
%
nicht aus. Es ist deshalb auf statistische Werte abzustellen.
6.4
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtspre
chung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch her
ausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die
Invaliditätsbe
messung
wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (
Tabellen
gruppe
A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom sogenannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zugrunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübliche Wochenarbeitszeit aufzu
rechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E.
3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
6.5
Die Beschwerdegegnerin errechnete das hypothetische Invalideneinkommen gestützt auf die statistischen Werte für Hilfsarbeiten im Anforderungsniveau 3 (Berufs- und Fachkenntnisse vorausgesetzt; vgl.
Urk.
7/101), ohne die Wahl des
höheren
Anforderungsniveaus zu begründen. Angesichts der bisherigen
Ausbil
dungs
- und Erwerbsbiographie der Beschwerdeführerin, welche über keine abge
schlossene Ausbildung verfügt (vgl.
Urk.
7/75), ist für die Berechnung des hypothetischen Invalideneinkommens
jedoch
vom Anforderungsniveau 4 (ein
fache und repetitive Tätigkeiten in sämtlichen Wirtschaftszweigen des pri
vaten Sektors
)
auszugehen.
Das im Jahr 2010 von
Frauen
im Durchschnitt aller einfachen und repetitiven Tätigkeiten erz
ielte Einkommen betrug
Fr.
4'225
.-- (LSE 2010, S. 26, Tabelle
TA1, Total, Niveau 4).
Der durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden und der allgemeinen Lohnentwicklung der Jahre 2011 bis 2014 in der Höhe von 1.0 %, 0.8 %, 0.8 % und 0.7 % angepasst, ergibt dies ein hypo
thetisches I
nvalideneinkommen von rund Fr. 54‘62
0
.-- für das Jahr 2014 (Fr. 4‘225
.-- : 40 x 41.7 x 12 x 1.01 x 1.008 x 1.008 x 1.007).
6.6
Die Beschwerdegegnerin gewährte zusätzlich den maximalen Abzug vom Tabellenlohn von 25
%
(vgl.
Urk.
7/101), was angesichts des Belastungsprofils und des Alters der Beschwerdeführerin als zu hoch ers
cheint. Selbst wenn man jedoch ein
en Abzug in dieser Höhe gewährt, resultiert ein hypothetisches
Inva
lideneinkommen
von
Fr.
40‘965.-- (
Fr. 54‘62
0
.--
x 0.75), was
im Vergleich zum hypothetischen
Valideneinkommen
von
Fr.
54‘600.-- eine
Einkommenseinbusse
von
Fr.
13‘635.--
und damit
einen
rentenausschliessenden
Invaliditätsgrad von gerundet 25
%
ergibt.
Damit erweist sich der angefochtene Entscheid als rechtens.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
7
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 6
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden
Beschwerdeführerin aufzuerlegen.