Decision ID: 98de2aae-4ccd-4062-8524-fc0d8909a0c4
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1968 geborene
X._
meldete sich am 13. April
2016 (Eingangsda
tum) bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 5/4).
Diese zog die Akten des Unfallversicherers bei (Urk. 5/8
, 5/22
) und tätigte erwerbliche (Urk. 5/15-16) sowie medizinische (Urk. 5/17-20, 5/25-26) Abklärungen. Nach durchgeführtem
Vorbescheidver
fahren
verneinte sie mit Verfügung vom 17. Februar
2017 einen Anspruch des Versicherten auf Leistungen der Invalidenversicherung (Urk. 2 [= 5/38]).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 2
0.
März
2017 Beschwerde beim hiesigen Sozialversicherungsgericht und beantragte sinngemäss, die an
ge
fochtene Verfügung sei
aufzuheben und es seien ihm Rentenl
eistungen
und be
ruf
liche Massnahmen
zuzusprechen (Urk. 1).
Mit Beschwerdeantwort vom 4. Mai
2017 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 4), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 11. Mai
2017 angezeigt wurde (Urk. 6).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts;
ATSG).
Sie kann Folge von Ge
burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung;
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG) unmittelbar bedrohte Versi
cherte haben Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit,
sich im Aufgaben
bereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern, und die Voraussetzungen auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (Art. 8
Abs.
1 IVG). Die Eingliederungsmassnahmen beruflicher Art bestehen in Berufsbera
tung, erstmaliger beruflicher Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung und Kapitalhilfe (
Art.
8
Abs.
2
lit
. b IVG).
Gemäss
Art.
17 IVG hat die versicherte Person Anspruch auf Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbessert werden kann (
Abs.
1). Der Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit ist die Wiedereinschulung in den bisherigen Beruf gleichgestellt (
Abs.
2). Als Um
schulung gelten gemäss
Art.
6
Abs.
1 der Verordnung über die Invalidenversi
cherung (IVV) Ausbildungsmassnahmen, die Versicherte nach Abschluss einer erstmaligen beruflichen Ausbildung oder nach Aufnahme einer Erwerbstätigkeit ohne vorgängige berufliche Ausbildung wegen ihrer Invalidität zur Erhaltung oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit benötigen.
Nach der Rechtsprechung ist unter Umschulung grundsätzlich die Summe der Eingliederungsmassnahmen berufsbildender Art zu verstehen, die notwendig und geeignet sind, der vor Eintritt der Invalidität bereits erwerbstätig gewesenen versicherten Person eine ihrer früheren annähernd gleichwertige Erwerbsmög
lichkeit zu vermitteln. Dabei bezieht sich der Begriff der „annähernden Gleich
wertigkeit" nicht in erster Linie auf das Ausbildungsniveau als solches, sondern auf die nach erfolgter Eingliederung zu erwartende Verdienstmöglichkeit. In der Regel besteht nur ein Anspruch auf die dem jeweiligen Eingliederungszweck angemessenen, notwendigen Massnahmen, nicht aber auf die nach den gegebe
nen Umständen bestmöglichen Vorkehren. Denn das Gesetz will die Eingliede
rung lediglich so weit sicherstellen, als diese im Einzelfall notwendig, aber auch genügend ist (BGE 130 V 488 E. 4.2 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_163/2008 vom 8.
Augus
2008 E. 2.2). Schliesslich setzt der Anspruch auf Umschulung voraus, dass die versicherte Person wegen der Art und Schwere des Gesundheitsschadens im bisher ausgeübten und in den für sie ohne zusätzliche berufliche Ausbildung offen stehenden zumutbaren Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbseinbusse von etwa 20
%
erleidet, wobei es sich um einen blossen Richtwert handelt (BGE 130 V 488 E. 4.2, 124 V 108 E. 2a und b mit Hinweisen auf u.a. AHI 1997 S. 80 E. 1b; ZAK 1984 S. 91 oben, 1966 S. 439 E. 3).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid wurde erwogen,
die Abklärungen hätten gezeigt, dass der Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig sei. Dabei sollte es sich um eine körperlich leichte, sitzende und wechselbelas
tende Tätigkeit ohne Arbeiten über Brusthöhe handeln. Da es ihm möglich sei, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen, bestehe weder ein Anspruch auf berufliche Massnahmen noch auf eine Invalidenrente (Urk. 2).
2.2
Demgegenüber
bringt der Beschwerdeführer vor, die IV-Stelle habe sein Dossier nicht sorgfältig geprüft. Es treffe nicht zu, dass
er
in einer angepassten Tätigkeit wieder zu 100 % arbeitsfähig sei. Die IV-Stelle habe zu Unrecht keine ärztliche Untersuchung veranlasst. Zudem habe er vor dem Eintritt des Gesundheitsscha
dens ein viel höheres Einkommen erwirtschaftet als es ihm nun möglich sei, weshalb ein Anspruch auf eine Rente sowie berufliche Massnahmen bestehe
(Urk. 1).
3.
3.1
Im Bericht der
Y._
Klinik vom
7.
Oktober 2015
wurde ausg
eführt, die Bewegungssegmente C2/3, C3/4 und C
4/5 würden minimale degenerative Ver
änderungen ohne Hinweis auf eine Nervenwurzelkompression zeigen.
Bei C
5/6 bestehe eine aktivierte
Osteochondrose
mit
Protrusion
sowie deutlicher
Spon
dylarthrose
, was konsekutiv zu einer bilateralen
neuroforaminalen
Einengung führe.
Bei
C
6/7 und C7/TH1 würden ebenfalls diskrete degenerative Verände
rungen ohne Hinweis auf eine Nervenwurzelkompression
vorliegen
(Urk. 5/8 S.
43).
Die Schulter zeige eine Knochenkontusion am
Tuberculum
majus
sowie eine Partialruptur der
Supraspinatussehne
. Eine Muskelatrophie liege nicht vor (Urk. 5/8 S. 44).
3.2
Im Bericht des Stadtspitals
Z._
vom 1
5.
Februar
2016 wurden folgende Diag
no
sen aufgeführt (Urk. 5/8 S. 82):
-
subtotale
Supraspinatusläsion
rechts mit/bei
-
Status nach Tendinitis
calcarea
, aktuell konventionell-radiologisch nicht sichtbar
-
Bursitis
subacromialis
, klinisch
subacromiales
Impingement
, klinisch symptomatische AC-Gelenksarthrose
-
MR-diagnostisch und konventionell-radiologisch deutliche Usuren am grossen
Tubercel
-
d
egenerative Veränderungen HWS C
5/6 mit aktivierter
Osteochondrose
,
Spondylarthrose
und
Unkovertebralarthrose
rechtsbetont
-
MR-diagnostisch Tangierung der abgehenden Nervenwurzel C6
3.3
Im Bericht des Stadtspitals
Z._
vom 3
0.
Mai
2016 wurden folgende Diagnosen aufgelistet (Urk. 5/20 S. 1):
-
subtotale
Supraspinatusläsion
rechts mit/bei
-
Status nach Tendinitis
calcarea
, aktuell konventionell-radiologisch nicht sichtbar
-
Bursitis
subacromialis
, klinisch
subacromiales
Impingement
, klinisch symptomatische AC-Gelenksarthrose
-
MR-diagnostisch und konventionell-radiologisch deutliche Usuren am grossen
Tubercel
-
Verdacht auf
schmerzhaft motorische C6-Radi
culopathie rechts mi
t
/bei
-
Diskushernie C5/6 mit
Foramenstenose
C
5/
6 rechts und geringfügig auch C
5/6 links
-
diagnostisch-therapeutische Infiltration, vorgeschlagen von der Unikli
nik
A._
, durch den Patienten abgelehnt wegen Spritzen-/Nadelangst
-
auch weitere diagnostisch-therapeutische Interventionen wurden vom Patienten abgelehnt
Der Patient klage über Nacken- und Schulterschmerzen.
Er habe auch Schlafprob
leme (Urk. 5/20 S. 1).
Zur Arbeitsfähigkeit wurde festgehalten, der Patient sei in sitzender und wech
sel
belastender Tätigkeit ohne Arbeiten über Brusthöhe
voll
arbeitsfähig. Belas
tungen bis 15 kg bis zur Brusthöhe seien ihm zumutbar. Überkopf- und repe
ti
ti
ve schwere Arbeiten könne er jedoch nicht verrichten (Urk. 5/20 S. 2).
3.4
Im Bericht der behandelnden
Hausärztin,
Dr.
med.
B._
, Fachärztin
für Physikalische Medizin und Rehabilitation,
vom 2
1.
September 2016 wurde fest
gehalten, der Gesundheitszustand des Patienten sei stationär. Er leide nach wie vor unter einer
pseudoradikulären
Cervicobrach
i
algie
links und einer
Cervico
dorsalgie
links mehr als rechts. Die Schulterbeschwerden rechts seien seit dem Juli 2016 verschwunden. Er habe jedoch nach wie vor Hal
swirbelsäulenschmer
zen (Urk. 5/25 S. 1).
Zur Arbeitsfähigkeit wurde festgehalten, als Hilfselektriker sei er maximal 3
Stun
den am Tag arbeitsfähig. In einer angepassten Tätigkeit sei ihm eine Tätig
keit im Umfang von 6-8 Stunden täglich zumutbar (Urk. 5/25 S. 1).
4.
4.1
Gestützt auf
die Angaben der behandelnden Ärzte
hielt die IV-Stelle mit Verfü
gung vom 17. Februar
2017 dafür, es sei von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit auszugehen und verneinte einen Anspruch des Versi
cherten auf Leistungen der Invalidenversicherung (Urk. 6/38 S. 1).
4.2
Gemäss Art. 43
Abs.
1 ATSG
prüft
d
er Versicherungsträger die Begehren, nimmt die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte ein.
Vorliegend zog die IV-Stelle Berichte der behandelnden Ärzte bei. In diesen wurde dem Beschwerdeführer
übereinstimmend
eine
i
n etwa
vollschichtige
Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit bescheinigt (vgl. E. 3). Hinweise darauf, dass die Beurteilung der behandelnden Ärzte nicht zutreffen könnte, liegen nicht vor. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers ist es da
her nicht zu beanstanden, dass die IV-Stelle
weitere medizinische Abklärungen nicht als notwendig erachtete und keine
ärztliche
Untersuchung veranlasste.
Sie stellte zu Recht auf die Berichte der behandelnden Ärzte ab.
Nach dem Gesagten ist mit de
m
im Sozialversicherungsrecht massgebenden
Be
weis
grad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit
erstellt
, dass der Beschwer
de
führer seit Mai
2016 in einer angepassten
, leichten bis mittelschwer
en
Tätig
keit, ohne Überkopfarbeit und Zwangshaltungen,
zu 100 % arbeitsfähig ist.
5.
5.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkom
men), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkom
mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz
der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkom
mensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.
2
Der Beschwerdeführer macht geltend, bei guter Gesundheit wäre er bei seiner ehemaligen Arbeitgeberin beschäftigt und würde ein hohes Einkommen erzielen (Urk. 1 S. 2). Aus den Akten geht indessen hervor, dass dieses Arbeitsverhältnis bereits vor Eintritt des Gesundheitsschadens von Seiten der Arbeitgeberin auf
gelöst wurde (Urk. 5/16 S. 1). Auch ohne Gesundheitsschaden wäre er demnach nicht mehr dort beschäftigt, weshalb das damals erzielte Einkommen nicht als
Valideneinkommen
herangezogen werden kann. Der Beschwerdeführer verfügt über keine Ausbildung. Bei guter Gesundheit wäre er demnach als Hilfskraft tä
tig.
Daher rechtfertigt es sich,
für die Bestimmung des
Valideneinkommens
auf die Tabellenlöhne
gemäss
den vom Bundesamt für Statistik periodisch heraus
gegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE)
zurückzugreifen.
Dabei ist vom nicht nach Branchen differenzierten standardisierten monatlichen Bruttolohn (inklu
sive 13. Monatslohn, basierend auf einer wöchentlichen Arbeitszeit von
40 Stun
den)
für männliche Arbeitskräfte des niedrigsten Kompete
nzniveaus (Kom
petenz
ni
veau
1)
von Fr. 5‘210.--
auszugehen (LSE 2012, S.
3
5, Tabelle TA17,
TOTAL
). Aufgerechnet auf die durchschnittliche betriebsübliche Arbeitszeit von 41,7 Stun
den pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeits
zeit nach Wirtschaftsabteilungen, A-S) und angepasst
an die Entwicklung der Nominal
löhne für
männliche
Arbeitskräfte von 2‘
188
Punkten im Jahr 2012 auf 2‘
239
Punkte im Jahr
2016 (vgl. die auf der Website des Bundesamtes für Sta
tistik [www.bfs.admin.ch] unter „Statistiken finden“ unter der Rubrik „03 – Ar
beit und Erwerb“ und der Unterrubrik „Löhne,
Erwerbseinkommen und Arbeits
kosten“ publizierten Lohnentwicklungsdaten) ergibt dies bei einem Beschäfti
gungsgrad von
100
% ein Bruttoeinkommen von rund Fr.
66‘696
.-- (Fr.
5‘210
.--/ 40 x 41,7 x 12 / 2‘
188
x 2‘
239
). Damit ist dem Einkommensvergleich ein
Vali
den
einkommen
in dieser Höhe zugrunde zu legen.
5.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtspre
chung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch her
ausgegebe
nen Lohnstrukturerhebungen
(LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; BGE 129 V 472 E. 4.2.1; BGE 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröf
fentlich
ten Tabellen der LSE zu verwenden (Urteile des Bundesgerichts 9C_699/2015 vom 6. Juli
2016 E. 5.2, 8C_78/2015 vom 10. Juli
2015 E. 4 und 9C_526/2015 vom 11. September
2015 E. 3.2.2; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.8.1 und BGE 133 V 545 E. 7.1).
Das Abstellen auf die
Lohnstatistik
erfolgt bloss
subsidiär, das heisst
diese darf nur dann beigezogen werden
, wenn eine Ermittlung des Invaliden
einkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegeben
heiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7; BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, IVG, 3. Aufl., N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kür
zen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ur
sprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75).
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist vorliegend
ebenfalls
ein statis
tischer Tabellenlohn heranzuziehen.
Mangels formaler hiesiger Qualifika
tion des Beschwerdeführers
ist auf den Lohn für Hilfsarbeiten (Zentralwert), Kompetenzniveau 1, abzustellen und somit von einem standardisierten monatli
chen Einkommen von Fr.
5‘210
.-- auszugehen (LSE 2012, S. 35, Tabelle TA1, TOTAL, Kompetenzniveau 1). Aufgerechnet auf die durchschnittliche betriebs
übliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, A-S) und angepasst an die Entwicklung der Nominallöhne für
männliche
Arbeitskräfte von 2‘
188
Punkten im Jahr 2012 auf 2‘
239
Punkte im Jahr 2016 (vgl. die auf der Website des Bundesamtes für Statistik [www.bfs.admin.ch] unter „Statistiken finden“ unter der Rubrik „03 – Arbeit und Erwerb“ und der Unterrubrik „Löhne, Er
werbseinkommen und Arbeitskosten“ publizierten Lohnentwicklungsdaten) ergibt dies bei einem Beschäftigungsgrad von
100
%, welcher de
m Beschwer
deführer
nach der
ärztlichen
Beurteilung zumutbar ist, ein Bruttoeinkommen von rund
66‘696.--
(Fr.
5‘210
.-- / 40 x 41,7 x 12 /
2‘188 x 2‘239
).
Da dem Beschwerdeführer
gemäss
ärztlicher Einschätzung keine schweren Tä
tig
keiten mehr zumutbar sind, ist ihm ein leidensbedingter Abzug vom Ta
bel
len
lohn in der Höhe von 10
%
zu gewähren. Damit ist von einem Invaliden
ein
kommen in der Höhe von rund Fr. 60‘027.-- auszugehen (Fr. 66‘696.-- x 0,9).
5.4
Bei einem Invalideneinkommen von Fr. 60‘027.-- resultiert im Vergleich zum
Valideneinkommen
von Fr. 66‘696.-- eine
Erwerbseinbusse
von Fr. 6‘669.--, was einem Invaliditätsgrad von rund 10
%
entspricht.
5.5
Ein Invaliditätsgrad von 10
%
begründet
weder einen Anspruch auf eine Invali
denrente (
Art.
28 IVG) noch einen solchen auf eine Umschulung (vgl. E. 1.2)
.
Es ist
ausserdem
nicht ersichtlich, inwiefern die Voraussetzungen zur Gewährung anderer beruflicher
Massnahmen
erfüllt sein könnten.
Die angefochtene Verfü
gung ist daher nicht zu beanstanden, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
6
.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 600.-- festzulegen und
ausgangsgemäss
vom Beschwerdeführer zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).