Decision ID: 021c7a32-b5c0-4b7e-bd31-ef6dbdbfe41b
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1964 geborene
X._
meldete sich am 2
3.
Mai 2011 (Ein
gangsdatum,
Urk.
7/12) bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Hinweis auf ein Halswirbelsäulen-Trauma (HWS-Trauma) und eine Knieverletzung zum Leistungsbezug an.
Die IV-Stelle tätigte medizinische
und erwerbliche
Abklärungen, insbesondere
holte sie das
po
lydis
ziplinäre
Gutachten
des
Y._
vom 3
0.
August 2012 (
Urk.
7/51)
ein und erstellte am
1.
Juli 2013 einen
Abklä
rungsbericht
für
Selbständigerwerbende
(
Urk.
7/76). Nach durchgeführtem
Vor
bescheidverfahren
(Vorbescheid vom
1.
Juli 2013,
Urk.
7/79; Einwand vom 3
0.
August 2013,
Urk.
7/85; ergänzende
Einwandbegründung
vom 1
0.
Oktober 2013,
Urk.
7/87) sprach die IV-Stelle der Versicherten
mit Verfügung vom 1
0.
Januar 2014
mit Wirkung
ab
1.
November 2011 eine
Dreiviertelsrente
ab
1.
März 2012 eine ganze Rente
ab
1.
April 2012 eine halbe Rente
ab
1.
Juli 2012 eine
Viertelsrente
zu (Verfügung
vom 1
0.
Januar 2014,
Urk.
2
).
2.
Hiergegen erhob die Versicherte am 1
2.
Februar 2014 Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte, es sei die angefochtene Verfügung vom 1
0.
Januar 2014 aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der Beschwerdeführerin ab
1.
November 2011 eine
Dreiviertelsrente
, ab dem
1.
März 2012 eine ganze Rente sowie ab dem
1.
April 2012 bis auf Weiteres eine
Dreiviertelsrente
auszurichten. In prozessualer Hinsicht ersuchte die Beschwerdeführerin um die unentgeltliche Prozessführung und um Bestellung von Rechtsanwalt David Husmann als unentgeltlichen Rechtsbeistand.
Mit Verfügung vom 1
7.
Februar
2014
(
Urk.
4)
wurde der Beschwerdegegnerin die Beschwerdeschrift zugestellt und 30 Tage Frist für die
Beschwerdeantwort angesetzt. Der
Beschwerdeführer
in
wurden gleichzeitig 30 Tag
e Frist zur Einrei
chung des For
mulars zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit angesetzt unter Androhung, dass bei ungenügender Substantiierun
g oder fehlenden oder ungenügen
den Belegen zur finanziellen Situation davon ausgegangen werde, dass keine prozessuale Bedürftigkeit bestehe (
Urk.
4
). Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom
1
1.
März 2014 (
Urk.
6, unter Beilage ihrer Akten 7/1-139) auf Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am 2
8.
März 2014 (
Urk.
8) zur Kenntnis gebracht wurde.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1
.
1
.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1
.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1
.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist ent
scheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderli
chen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berück
sichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person aus
einander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen
Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räu
mende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134
V
231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in
H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
2
.
2
.1
Die angefochtene Verfügung beruht in medizinischer Hinsicht auf dem
polydiszip
linären
Gutachten des
Y._
vom 3
0.
August 2012
(
Urk.
7/51)
. Darin stellten die begutachtenden Ärzte der Fachrichtungen Allgemeine Innere Medizin, Psychiatrie und Psychotherapie, Neurologie und Rheumatologie fol
gende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
7/51 S. 45)
:
Zervikal und
thorako
-lumbal betontes
Panvertebralsyndrom
mit/bei:
Streckhaltung zervikal und diskreter rechtskonvexer Skoliose zervikal
, leichter Hyperlordose lumbal, diskreter s-förmiger Skoliose
thorako
-lumbal, tief-lumbal linkskonvex.
Chondrose
und
leichtgradige
bilate
rale
Uncovertebralarthrosen
Halswirbelkörper (HWK) 4/5 und HWK 5/6,
leichtgradige
beidseitige
Spondylarthrosen
HWK 5/6 und HWK 6/7,
Osteochondrosen
der Brustwirbelsäule mit irregulären Deck- und Bodenplatten.
Osteochondrose
Lendenwirbelkörper (LWK) 3/4 und LWK
4/5 mit minimaler
Retrolisthesis
von je 2 mm sowie
Retrolisthe
sis
LWK 5/Sakralwirbelkörper (SWK) 1 von 1-2 mm, beidseitigen
Spondylarthrosen
LWK 5/SWK 1 und weniger LWK 4/5
Klinisch ausgeprägter Fehlhaltung und insuffizienter muskulärer Rumpfstabilisation
Status nach zweimaligen Autoauffahrunfällen (2008 Heck-, 2011 Fron
talkollision) mit jeweils Halswirbelsäulen (HWS)-
Decellerations
trauma
Chondropathia
patellae
und degenerative Veränderungen des medialen
Hinterhorns
des rechten Knies
Posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hielten die Ärzte anamnestisch einen Status nach mehreren Frakturen in der Kindheit fest, welche ohne Folgen ausgeheilt seien (
Urk.
7/51 S. 45).
2
.2
Die psychiatrische Evaluation durch
Dr.
med.
Z._
, FMH für Psychiat
rie und Psychotherapie ergab, dass der Beschwerdeführerin für den Zeitpunkt ab Dezember 2011 in jeglicher den körperlichen Leiden adaptierten Tätigkeiten eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20
%
attestiert werden könne.
Für
die Zeit vor Dezember 2011 lasse sich aus rein psychiatrischer Sicht keine Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit attestieren (
Urk.
7/51 S. 46).
2
.3
Dr.
med.
A._
, FMH für Neurologie, hielt dafür, dass der Beschwerdefüh
rerin aufgrund der Problematik von Seiten des Bewegungsappa
rates keine körperlich mittelschweren und schweren Arbeiten zumutbar seien. Ebenfalls nicht zumutbar seien Arbeiten über Kopf, im Bücken, mit Schieben und Ziehen von Lasten und schweren Geräten sowie Tätigkeiten mit
Gewichts
belastung
über 5 kg, ausnahmsweise 10 kg. Des Weiteren seien keine Arbeiten mit längerer Zwangshaltung der Wirbelsäule insbesondere der Halswirbelsäule zumutbar. In den Tätigkeiten einer
Parfumerie
-Verkäuferin sowie einer Kosme
tikerin bestehe heute aus rein neurologischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Als Raumpflegerin bestünden die im Fachgutachten gemachten und oben ausführlich dargelegten Einschränkungen, das heisse zurzeit seien aus neurologischer Sicht lediglich körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeiten zumutbar. Zumutbar seien ebenfalls Tätigkeiten im administrativen Bereich. Aus neurologischer Sicht sei davon auszugehen, dass die Arbeitsfähigkeit nach dem ersten Unfall am 2
8.
November 2008 eingeschränkt gewesen sei, es sei entsprechend den umfangreichen Überlegungen im Fachgutachten zu einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit gekommen, dies bis Ende 200
9.
Danach hätte die Arbeitsfähigkeit der heutigen Einschätzung entsprechen dürfen. Auch nach dem letzten Unfall vom 1
3.
Dezember 2011 könne eine vorübergehende Arbeitsunfähigkeit von 80
%
bis Ende des Jahres 2011 nachvollzogen werden. Danach sei von einer mehr oder weniger kontinuierlichen Steigerung der Arbeitsfähigkeit bis 50
%
ab Ende Februar 2012 und auf die heutige Einschät
zung
ab Ende April 2012 auszugehen (
Urk.
7/51 S. 46 f.).
2
.4
Dr.
med.
B._
, FMH
für Rhe
umatologie, hielt in ihrem
Fach
gutach
ten
zur Arbeitsfähigkeit aus rheumatologischer Sicht fest, dass der Beschwer
deführerin körperlich schwere Arbeiten bleibend nicht mehr zugemutet werden könnten. Möglich seien leichte bis mittelschwere, wechselbelastende und rückenadaptierte Tätigkeiten, wobei jegliche Arbeiten, welche repetitives Drehen des Oberkörpers, Einnehmen von Zwangshaltungen mit dem Oberkörper und dauerndes Arbeiten mit den Armen in oder über der Horizontalen notwendig machen würden, ausgeschlossen werden müssten. Aufgrund der
Knieproblema
tik
seien ihr zudem stark kniebelastende Tätigkeiten, d.h. Arbeiten
mit wieder
holtem oder dauerndem
Knien, wiederholtem oder dauerndem Steigen auf Trep
pen oder Leitern, Arbeiten in der Höhe sowie Gehen auf unebenem Grund prak
tisch nicht mehr möglich. Angepasste Tätigkeiten seien der Beschwerdeführerin aus rheumatologischer Sicht aktuell zu 70
%
zumutbar. Das 30%ige Rendement
ergebe sich durch den erhöhten Pausenbedarf zur Ein
nahme von Entlastungs
stellungen
(
Urk.
7/51 S. 75
).
Die
obgenannte
Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten sei theoretisch
jeweils
sechs bis neun Monate
nach den Unfallereignissen zumutbar gewesen, wobei eine retrospektive Beurteilung der Arbeitsfäh
igkeit rein aufgrund der Akten
immer sehr schwierig sei (
Urk.
7/51 S. 76).
In der aktuellen Tätigkeit als Leiterin eines Reinigungsinstitutes verrichte die Beschwerdeführerin nicht nur administrative Arbeiten, sondern arbeite auch aktiv als Reinigungsfrau. Es handle sich vorwiegend um Büroreinigungen, zum Teil auch Reinigungen von Privathäusern. Bis zum ersten Unfallereignis habe die Beschwerdeführerin noch Bauendreinigungen durchführen können. Bei die
sen handle es sich in der Regel um körperlich stark belastende Tätigkeiten, es sei somit nicht verwunderlich, sondern gut nachvollziehbar, dass sie diese nicht mehr ausüben könne. Auch bei Reinigungen von Büros und Privathaushalten komme es je nach Ausgestaltung zu eher körperlich belastenden Tätigkeiten
. I
nsbesondere
sei es
immer wieder
notwendig
, Treppen hinauf und hinunter zu steigen und dabei auch Reinigungsmaterial, bzw. Reinigungswerkzeug hinauf und hinunter zu tragen,
oder auch auf Leitern zu arbeiten.
Diese
Arbeiten
seien
der Beschwerdeführerin
eige
ntlich nicht mehr zumutbar
. Sie selbst berichte, dass sie schwerere Reinigungsarbeiten delegiere, so auch im eigenen Haushalt. Ihre Angaben erschienen diesbezüglich relativ konsistent, in Ermangelung einer Haushaltserhebung oder eines Arbeitsplatzprofils müsse jedoch vollständig auf ihre Angaben abgestellt werden. Aufgrund der wahrscheinlich doch stärkeren körperlichen Belastung könne ihr die aktuelle Tätigkeit aus rheumatologischer Sicht zu maximal 60
%
zugemutet werden. Eine rein administrative Tätigkeit mit jedoch wechselbelastender Beanspruchung (d.h. nicht nur reine Arbeit am PC, sondern auch Besuch von Kunden, Kontrolle der durchgeführten Arbeiten, Erstellen von Offerten u.a.) dürfe als angepasste Tätigkeit angesehen werden und wäre ihr zu 70
%
möglich (
Urk.
7/51 S. 76).
2
.5
Gesamtmedizinisch sei somit festzuhalten, dass der Beschwerdeführerin ledig
lich noch leichte bis intermittierend mittelschwere wechselbelastende und rückenadaptierte Tätigkeiten, welche die Einschränkungen aus neurologischer und rheumatologischer Sicht berücksichtigen, zugemutet werden könnten. In der aktuellen Tätigkeit als Leiterin des Reinigungs-Institutes bestehe
gesamtme
dizinisch
eine 60%ige Arbeitsfähigkeit, in einer rein administrativen Tätigkeit bestehe eine 70%ige Arbeitsfähigkeit (
Urk.
7/51 S.
48).
Diese Einschätzung sei durch alle involvierten Ärzte gemeinsam erfolgt (
Urk.
7/51 S. 48).
3.
3
.
1
Das polydisziplinäre Gutachten vom 3
0.
August 2012
(
Urk.
7/51)
erfüllt sämtli
che rechtsprechungsgemäss erforderlichen Kriterien für beweiskräftige ärztliche Entscheidungsgrundlagen (vgl. E. 2.
3
). Es beruht auf fachärztlichen Untersu
chungen durch die Gutachter (
Urk.
7/51 S. 51 ff.;
Urk.
7/51 S. 64 ff.;
Urk.
7/51 S. 79 ff.;
Urk.
7/51 S. 96
) und wurde in Kenntnis der relev
anten
Vorakten
(
Urk.
7/51 S. 7 f.
) abgegeben. Es würdigt die vorh
andenen Arztberichte sorgfäl
tig,
berücksic
htigt die von der
Beschwerdeführer
in
geklagten Beschwerden und setzt sich mit diesen hinreichend auseinander. Die Darlegung der medizinischen Zusammenhänge ist einleuchtend und das Gutachten ist schlüssig.
Die Beschwerdegegnerin stützte sich ents
prechend für die Verfügung auf das Gut
achten (Feststellungsblatt vom
1.
Juli 2013,
Urk.
7/78 S. 5), was seitens der Beschwerdeführerin unbestritten blieb (
Urk.
1 S. 5 f.
Ziff.
12).
3.2
Gemäss
Art.
29
Abs.
1 IVG entsteht der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach
Art.
29
Abs.
1 ATSG. Die Beschwerdeführerin meldete sich am 2
3.
Mai 2011 an, womit ein allfälliger Rentenanspruch frü
hestens ab November 2011 besteht
.
Die Beschwerdegegnerin geht in der angefochtenen Verfügung
(
Urk.
2)
von fol
gender Arbeitsunfähigkeit ab Anspruchsbeginn aus:
60
%
ab
1.
November 2011
80
%
ab 1
3.
Dezember 2011 (Unfalltag)
50
%
ab
1.
Januar 2012
30
%
in einer angepassten Tätigkeit ab
3
0.
April 2012
Im Gutachten wurde von einer Arbeitsunfähigkeit von 30
%
in einer angepass
ten und 40
%
in der ursprünglichen Tätigkeit ab Ende 2009 ausgegangen (vgl.
Urk.
7/51 S. 47).
Der Arzt des Regio
n
alen Ärztlichen Dienstes (RAD)
Dr.
med.
C._
, Facharzt Arbeitsmedizin,
ging abweichend
davon
von einer Arbeitsunfähigkeit von 60
%
ab
3
1.
Dezember 2009 bis zum 1
3.
Dezember 2011
aus
(
Urk.
7/78 S. 5)
.
Die
Einschätzung
von
Dr.
C._
beruhte
- entgegen den eigenen Angaben -
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
auf den
Ausführungen von
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Allgemeinmedizin FMH,
im
Arztbericht vom 1
8.
Juli 2011 (
Urk.
7/26 S. 5 f.
, vgl.
Urk.
7/51 S. 77
). Darin führte
Dr.
D._
aus,
dass
seit dem 1
6.
August 2010 bis auf Weiteres eine 60%ige Arbeitsunfä
higkeit bestehe.
Dr.
B._
hielt dafür
, dass eine retrospektive Beurteilung der Arbeitsfähigkeit rein aufgrund von Akten immer sehr schwierig sei (
Urk.
7/51
S.
76). Ihre Einschätzung differiere von der von
Dr.
D._
, da die aktuellen Beschwerden zu damals unterschiedlich seien und die Arbeitsfähigkeit nicht allein aufgrund der von der Beschwerdeführerin gelten
d
gemachten Beschwer
den beurteilt werden könne, sondern auf objektive Untersuchungsbefunde abgestellt we
rden sollte (
Urk.
7/51 S. 77). Wenn
die Beschwerdegegnerin
gleichwohl
von der Annahme einer 60%igen Arbeitsunfähigkeit entsprechend
dem echtzeitlichen Bericht von
Dr.
D._
ausging, ist dies
im Rahmen der richterlichen Ermessensüberprüfung, von welcher zurückhaltend Gebrauch zu machen ist, nicht zu beanstanden, zumal
das
Abstellen auf den echtzeitlichen Arztbericht unbestritten
blieb
.
Zusammenfassend festzuhalten ist, dass d
ie
Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit
der Beschwerdegegnerin
aufgrund der Aktenlage, so insbesondere dem
polydis
ziplinären
Gutachten der
Y._
vom 3
0.
August 2012 (
Urk.
7/51), plausibel
sind
und des Weiteren unbestritten
blieben
(
Urk.
1 S. 5
Ziff.
12)
.
4
.
4
.1
4
.1.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen
Erwerbsein
kommen
ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
4
.1.2
Der Einkommensvergleich hat auch bei
Selbständigerwerbenden
in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen zif
fernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu verglei
chen. Lassen sich die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen nicht zuver
lässig ermitteln oder schätzen, so ist in Anlehnung an die spezifische Methode für Nichterwerbstätige ein Betätigungsvergleich anzustellen und der
Invalidi
tätsgrad
nach Massgabe der erwerblichen Auswirkungen der verminderten Leistungsfähigkeit in der konkreten erwerblichen Situation zu bestimmen.
4
.1.3
Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypotheti
schen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfäl
lige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum
Verfü
gungserlass
respektive bis zum
Einspracheentscheid
zu berücksichtigen sind. Bevor die Verwaltung über einen Leistungsanspruch befindet, muss sie daher prüfen, ob allenfalls in der dem Rentenbeginn folgenden Zeit eine erhebliche Veränderung der hypothetischen Bezugsgrössen eingetreten ist. Gegebenenfalls hat sie vor ihrem Entscheid einen weiteren Einkommensvergleich durchzufüh
ren (BGE 129 V 222 E. 4.2 in
fine
, 128 V 174, Urteil des Bundesgerichts
I
156/02 vom 26. Mai 2003).
4
.2
Die Beschwerdeführerin war seit dem Unfall am 2
8.
November 2008 somatisch eingeschränkt (vgl.
Urk.
7/51 S. 63;
Urk.
7/51 S. 75 f.). Zuvor war sie in der Reinigung tätig, zum Teil in der zusammen mit ihrem damaligen Ehemann
geführten
E._
GmbH sowie auch
für andere Arbeitgeber. Die gemäss Auszug aus dem individuellen Konto vom 1
0.
Juni 2011 (
Urk.
7/18)
im Jahre 2008
erzielten Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit
(
Fr.
5‘200.-- + Fr. 8‘819.-- +
Fr.
1‘890.-- +
Fr.
1‘322.-- +
Fr.
91.--)
stell
t
en
gegenüber dem selbständigen Erwerb von Fr. 44‘660.--
rund
28
% des durch die Beschwerde
führerin erzielten Einkommens
dar.
Das
Valideneinkommen
ist das Einkommen, das die Beschwerdeführerin erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Der massgebliche Zeitpunkt für den Einkommensvergleich ist der Beginn des Rentenanspruchs, vorliegend somit der
1.
November
2011 (
vgl. E. 5.1.3
).
Zu diesem Zeitpunkt hatte der damalige Ehemann, der die Mehrheit der Stammanteile hielt, der Beschwerdeführerin bereits gekündigt (vgl.
Kündigungsschreiben vom 1
4.
Dezember 2010,
Urk.
7/21 S. 26). Die Beschwerdeführerin selbst führte diesbezüglich anlässlich der Abklärung für
Selbständigerwerbende
aus (
Urk.
7/76 S. 3), der damalige Ehe
mann habe im Januar 2009 einen neuen Betriebszweig der GmbH eröffnet und angefangen, Lungenautomaten für Taucher zu revidieren. Dieser Betriebszweig habe allerdings nicht rentiert, gleichzeitig habe sie eine Aussenbeziehung des damaligen Ehemannes bemerkt, woraufhin sie Einsicht in die Geschäftsakten verlangt habe. Daraufhin habe der damalige Ehemann die Geschäftskonten leer
geräumt und sei mit dem Geld der GmbH am
4.
Oktober 2010 „abgehauen“. Sie habe das Geschäft dann mit der Unterstützung von Angestellten weitergeführt, der damalige Ehemann habe aber mehr Anteile an der GmbH gehalten und sie per
1.
April 2011 entlassen. Nach der Kündigung habe sie beschlossen, eine eigene Reinigungsfirma zu
eröffnen und habe entsprechend im September 2011
ihre Einzelfirma gegründet (
Urk.
7/76 S. 3).
Die Beschwerdeführerin war
somit
zum Zeitpunkt des
allfälligen
Rentenbeginns im November 2011
nicht mehr in der GmbH tätig und zwar nicht aufgrund
des
vorliegenden
Gesundheitsscha
dens
, s
ondern infolge
von invalidenversicherungsrechtlich
nicht
zu berücksich
tigenden
Gründen
.
Zusammenfassend festzuhalten ist, dass das
gestützt
auf dem
Betätigungsver
gleich
beruhende
Valideneinkommen
n
icht herangezogen werden kann
. Zum Einen wird im
ausserordentliche
n
Bemessungsverfahren
nur die selbständige Tätigkeit berücksichtigt, obwohl die Beschwerdeführerin zu einem erheblichen Teil auch noch als Angestellte tätig war. Zum
Anderen
ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die Beschwerdeführerin auch im
Gesundheits
falle
nicht mehr in der
E._
GmbH tätig wäre.
Der Invaliditätsgrad ist
dem
nach
nicht nach der ausserordentlichen Bemessungsmethode
anhand des Ver
dienstes bei der
E._
GmbH
festzulegen.
4
.3
Zunächst ist entsprechend das
Valideneinkommen
festzusetzen.
4
.3.1
Für die Ermittlung des
Valideneinkommens
von selbständig erwerbstätig gewese
nen Personen, das der Bestimmung des Invaliditätsgrades nach Art. 16 ATSG zugrunde zu legen ist, sollten in erster Linie die aus dem Auszug aus dem Individuellen Konto (IK) ersichtlichen Löhne herangezogen werden. Weist das bis Eintritt der Invalidität erzielte Einkommen starke und verhältnismässig kurzfristig in Erscheinung getretene Schwankungen auf, ist dabei auf den wäh
rend einer längeren Zeitspanne erzielten Durchschnittsverdienst abzustellen (Urteil des Bundesgerichts 8C_626/2011 vom 29. März 2012 E. 3, E. 4.1 f.).
Bei selbständig Erwerbenden wird namentlich dann nicht auf das zuletzt erzielte Einkommen abgestellt, wenn aufgrund der Umstände mit überwiegender Wahrscheinlichkeit anzunehmen ist, dass der Versicherte im Gesundheitsfall seine nicht einträgliche selbständige Tätigkeit aufgegeben und eine besser
ent
löhnte
andere Tätigkeit angenommen hätte, oder dann, wenn die vor der Gesundheitsbeeinträchtigung ausgeübte selbständige Tätigkeit wegen ihrer kur
zen Dauer keine genügende Grundlage für die Bestimmung des
Validenein
kommens
darstellt, zumal in den ersten Jahren nach Aufnahme der selbständi
gen Erwerbstätigkeit üblicherweise aus verschiedenen Gründen (hohe
Abschrei
bungsquote
auf Neuinvestitionen usw.) die Betriebsgewinne gering sind. Wenn sich hingegen der Versicherte, auch als seine Arbeitsfähigkeit noch nicht beein
trächtigt war, über mehrere Jahre hinweg mit einem bescheidenen Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit begnügt hat, ist dieses für die Festlegung des
Valideneinkommens
massgebend, selbst wenn besser
entlöhnte
Erwerbsmög
lichkeiten bestanden hätten. Das Bundesgericht hat denn auch eine Paralleli
sierung der Einkommen bei selbständig Erwerbenden in der Regel abgelehnt (Urteil des Bundesgerichts 8C_626/2011 vom 2
9.
März 2012 E. 4.4 mit Hinwei
sen auf
BGE 135 V 58
E. 3.4.6-7).
4
.3.2
Wie bereits gezeigt ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszuge
hen, dass die Beschwerdeführerin die selbständige Erwerbstätigkeit in der
E._
GmbH aus invaliditätsfremden Gründen aufgegeben hätte. Entsprechend kann nicht auf das vor dem
Gesundheitsschaden
erzielte Erwerbseinkommen aus dem J
ahr 2008, bzw. 2007, abgestellt werden.
Deshalb ist das
Validenein
kommen
gestützt auf die
Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statis
tik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen
2010
(LSE)
festzuset
zen
(
vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_23
8/2014 vom
1.
Juni 2015 E. 4.3;
vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, Zürich/Basel/Genf 2014,
3.
Aufl.,
N.
55 zu
Art.
28a).
Die Beschwerdeführerin war seit
1996 in der Reinigungsbranche tätig, zuerst als Haus
wartin, dann in der
E._
GmbH. Daneben
war sie
für verschiedene wei
tere
Arbeitgeber
tätig
(vgl.
Urk.
7/76 S. 2 f.,
Urk.
7/18).
Aufgrund ihrer langjäh
rigen Berufserfahrung als Angestellte
sowie als
Selbständigerwerbende
ist es angemessen, den Zentralwert für Frauen in der Reinigung und öffentlichen Hygiene im Anforde
rungsniveau 2
(
Verrichtung selbständiger und qualifizierter Arbeiten) in Höhe von
Fr.
4‘833
.-- heranzuziehen (
Bundesamt für Statistik,
LSE 2010, TA7,
Monatliche
r Bruttolohn [Zentralwert und
Quartilbereich
]
nach Tätigkeit, Anforderungsniveau des Arbeitsplatzes und Geschlecht
,
Privater und öffentlicher Sektor
[Bund]
zusammen,
Ziff.
35 Rei
nigung und öffentliche Hygi
ene)
. U
nter Berücksichtigung einer durchschnittlichen betri
ebsüblichen Arbeits
zeit von 42 Stunden im Jahr 2011
(
Bundesamt für Statistik,
Die Volkswirtschaft 3/4 – 2015,
Tabelle
B 9.2,
Buchstabe S Erbringung von sonstigen Dienstleistun
gen
) sowie der massgebenden Nominallohnerhöhung
für Frauen im Sektor 3,
Dienstleistungen
,
von 0,9
%
im Jahre 2011
(Bundesamt für Statistik, Tabelle T1.2.10, Nominallohnindex, Frauen 2011 - 2014
),
resultiert
ein hypothetische
s
V
alideneinkommen
von rund
Fr.
61‘443.85
(Fr
4‘833
.--
: 40 x 42 x 12 x 1.009
)
, welches im Übrigen etwa dem im Jahre 2008 erzielten Einkommen entspricht.
4
.4
4
.4.1
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472
E.
4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom sogenannten Zentralwert (Median) aus
zugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zugrunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübliche Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129
V
472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
4
.4.2
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durchschnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt,
dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der
Vergleichsein
kommen
mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen. Es ist nicht von dem von der IV-Stelle vorgenommenen Abzug auszugehen und dieser ange
messen zu erhöhen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E.
3
.
2 mit Hinweis auf
SVR 2011 IV Nr. 31 S. 90, 9C_728/2009 E. 4.1.2).
4
.4.3
Die Beschwerdeführerin ist in einer angepassten
Tätigkeit
ab 3
0.
April 2012
zu 70
%
arbeitsfähig (
vgl. E. 4
),
i
n der angestammten Tätigkeit in der Reinigung
ist die Beschwerdeführerin zu 60
%
arbeits
fähig.
Der Beschwerdeführerin ist es zumutbar
, die verbleibende Arbeitsfähigkeit in einer Hilfstätigkeit erwerblich
zu verwerten.
Entsprechend ist das hypothetische Invalideneinkommen gestützt auf die Tabelle TA1 LSE 2010, Total, Anforderungsniveau 4,
in Höhe von
Fr.
4‘225.--
zu berechnen, womit unter Berücksichtigung der durchschnittlichen
Wochen
arbeitszeit
im Jahr 2011 von 41.7 Stunden (vgl.
Bundesamt für Statistik, die Volkswirtschaft 3/4
-2015, Tabelle B9.2) sowie der Nominallohnentwicklung für
das Jahr 2011 für
Frauen
von 1
%
(
Bundesamt für Statistik, Tabelle T1.2.10, Nominallohnindex, Frauen 2011 - 2014),
ein
Einkommen 2011 von Fr.
53‘383.30
(
Fr.
4‘225.-- x 12 : 40 x 41.7 x 1.01)
bei einem Pensum von 100
%
resultiert.
Die Beschwerdegegnerin gewährte einen Leidensabzug von 15
%
. Die Beschwer
deführerin führte diesbezüglich aus, dass entgegen den Ausführungen der Beschwerdegegnerin nur leichte Arbeiten unter Wechselbelastung zumutbar seien und die Beschwerdeführerin auch psychisch beeinträchtigt sei (
Urk.
1 S. 9
Ziff.
21 f.). Richtig ist, dass
Dr.
A._
festhielt, dass keine körperlich mittel
schweren und schweren Arbeiten zumutbar seien (
Urk.
7/51 S. 46).
Entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin ist ein Leidensabzug von 15
%
aber auch u
nter Berücksichtigung aller somatischen und psychischen Einschränkun
gen sowie der weiteren beruflichen und persönlichen Merkmale
angemessen
.
Das Invalideneinkommen
beträgt
bei einem Pensum von 100
%
unter Berück
sichtigung des Leidensabzugs von 15
%
Fr.
45‘375.80
.
4
.5
4
.5.1
Die Beschwerdeführerin war bei Anspruchsbeginn am
1.
November 2011 zu 60 % arbeitsunfähig. Bei einem
Valideneinkommen
von
Fr.
61‘443.85
und einem Invalideneinkommen von
Fr.
18‘150.30
(
Fr.
45‘375.80
x
0.4)
resultiert eine Einkommenseinbusse von
Fr.
43‘293.55
was einem
Invaliditätsgrad von
ru
nd 70
%
(
Fr.
43‘293.55
:
Fr.
61‘443.85
) entspricht.
Die Beschwerdeführerin hat somit
ab
1.
November 2011
Anspruch auf eine
ganze Rente
.
4
.5.
2
Auf den
1.
Januar 2012 erfolgte eine Verbesserung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin
,
womit sie nur mehr zu 50
%
arbeitsunfähig war. Bei Gegenüberstellung des
Validene
inkommens
in Höhe von
Fr.
61‘443.85
und dem Invalideneinkommen in
Höhe von
Fr.
22‘687.90
(
Fr.
4
5‘375.80
x 0.5) ergibt dies eine Einkommenseinbusse von
Fr.
38‘
755.95
Dies entspricht einem
Invaliditäts
g
rad
von rund 63
%. Die Verbesserung der Erwerbsfähigkeit ist in jedem Fall zu berücksichtigen, wenn sie drei Monate gedauert hat (vgl. Art. 88a IVV).
Damit hat
die Beschwerdeführerin ab dem
1.
April 2012 Anspruch auf eine
Dreivier
telsrente
.
4.5.3
Die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin stabilisierte sich nach dem
30.
April 2012, bzw. ab dem
1.
Mai 2012 auf 70
%
. Das Invalideneinkommen von
Fr.
31‘
763
.
05
(
4
5
‘
375.80
x
0.7) ist um
Fr.
29‘680.80
niedriger
als das
Vali
deneinkommen
, woraus ein Invaliditätsgrad von rund 4
8
%
resultiert.
Die Beschwerdeführerin hat somit ab dem
1.
August 2012 A
nspruch auf eine
Viertelsrente
.
4
.6
Die Beschwerde ist entsprechend teilweise gutzuheissen
in dem Sinne, dass die
Beschwerdeführerin
ab dem
1.
November 2011 Anspruch auf eine ganze Rente
und ab dem
1.
April 2012 Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
hat
.
Ab dem
1.
August 2012 hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine
Viertelsrente
, womit die Verfügung diesbezüglich geschützt wird und die Beschwerde bezüg
lich des ab
1.
August 2012 laufenden Anspruches abzuweisen ist.
5
.
5
.1
Die Beschwerdeführerin hat innert Frist das mit Verfügung vom 1
7.
Februar 2014 (
Urk.
4)
einverlangte
Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürftig
keit nicht eingereicht. Mangels Substantiierung ist androhungsgemäss davon auszugehen, dass keine prozessuale Bedürftigkeit besteht, was zur Abweisung des Gesuchs um unentgeltliche Rechtsvertretung und Prozessführung führt.
5
.2
Gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der
Invalidenversiche-rung
vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von
Art.
61
lit
. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.--
festge
-legt.
Vorliegend erweist sich eine Kostenpauschale von
Fr.
801.-- als angemessen. Da die Beschwerd
eführerin nur zu einem kleinen
Teil obsiegt, sind ihr die Kosten zu zwei Dritteln und der Beschwerdegegnerin zu einem Drittel aufzuerlegen.
5.3
Die vertretene Beschwerdeführerin hat sodann gestützt auf
Art.
61
lit
. g ATSG in Verbindung mit
§
34
Abs.
1 und 3 des Gesetzes über das
Sozialversiche-rungsgericht
(
GSVGer
) Anspruch auf eine entsprechend reduzierte
Prozessent
-schädigung. Diese ist unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwi
erigkeit de
s Prozesses auf Fr. 5
00.-- (inklusive Mehrwertsteuer und Barauslagen) festzusetzen.