Decision ID: 036544b7-9ec0-41a4-924a-a208e8967e4b
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1965 geborene
X._
,
welche
Mutter dreier 1984, 1987 und 1994 geborener Kinder ist und
über keine Berufsausbi
ldung verfügt
,
reiste
am 2. Juni
1990 in die Schweiz ein und war ab 1991 bei diversen Arbeitgebern als Reini
gungskraft angestellt, bei der
Y._
AG ab dem 1. April 1997
in einem Teilzeitpensum
. Am 12. September 2013 (Eingangsdatum) meldete
sich die Versicherte
unter Hinweis auf eine seit dem 13. April 2013 bestehende schwere Depression mit Angstzuständen bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (Urk. 7/2, Urk. 7/6 und Urk. 7/7). Die IV-Stelle klärte die erwerblichen und medizinischen Verhältnisse ab und teilte der Versicherten am 3. Februar 2014 mit, es seien keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich (Urk. 7/17). Am 26. Juni 2014 vera
nlasste die IV-Stelle
eine psychiatrische
Begutachtung der Versicherten (Urk. 7/31).
Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH für Psy
chiatrie und
Psychotherapie, erstattete das
Gutachten am 23. Oktober 2014 (Urk. 7/34). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vo
rbescheid vom 29. Oktober 2014 [
Urk. 7/37
]; Einwand vom 19. Dezember 2014 [Urk. 7/40]
)
wies
die IV-Stelle
das Leistungsbegehren
mit Verfügung vom 19. Februar 2015
ab
(Urk. 2
[
= Urk. 7/42]).
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 4. März 2015 Beschwerde und bea
ntragte, die ange
fochtene Verfügung sei aufzuheben, und es sei die Sache zur Durchführung ergänzender Abklärungen bezüglich Anwendbarkeit der gemischten Methode sowie allenfalls bezüglich Einschränkung im
Haushaltsbe
reich
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (Urk. 1 S. 2).
Mit
Beschwerde
antwort
vom
16. April 2015 (Urk. 6
) schloss die
Beschwerdegegnerin
auf Abweisung der Besch
werde, was der Beschwerdeführerin am 27. April 2015 angezeigt wurde (Urk. 8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
[
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine
ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog
.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erz
ielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.3
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unent
geltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerbs
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter anderem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozi
alen und erwerblichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode bestimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittel
ten und gewichteten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 E. 3.3 mit Hin
weisen; vgl. BGE 134 V 9).
1.4
Ob eine versicherte Person als ganztägig, zeitweilig erwerbstätig oder als nichter
werbstätig einzustufen ist, ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen tun würde, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Dabei sind die konkrete Situation und die Vorbrin
gen der versicherten Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausge
übten (Teil-)Erwerbstätigkeit ist der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich (BGE 137 V 334 E. 3.2, 130 V 393 E. 3.3, 125 V 146 E. 2c, je mit Hinweisen). Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl.
Art.
27 der Verordnung über die Inva
lidenversicherung [IVV]) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und
Betreuungsauf
gaben
gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Aus
bildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 9C_915/2012 vom 1
5.
Mai 2013 E. 4.1 mit Hinwei
sen). Bei der Beantwortung der sogenannten Statusfrage handelt es sich um eine hypothetische Beurteilung, die auch hypothetische Willensentscheidungen der versicherten Person berücksichtigen muss. Diese inneren Tatsachen sind indes
sen einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in aller Regel
aus äusseren Indizien erschlossen werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_511/2013 vom 3
0.
Dezember 2013 E. 3.1, mit Hinweisen).
Wäre die versicherte Person gesundheitlich in der Lage, voll erwerbstätig zu sein, reduziert sie aber das Arbeitspensum aus freien Stücken, insbesondere um mehr Freizeit zu haben, oder ist die Ausübung einer Ganztagestätigkeit aus Gründen des Arbeitsmarktes nicht möglich, hat dafür nicht die Invalidenversi
cherung einzustehen (BGE
13
1 V 51;
125 V 157 E. 5c/
bb
mit Hinweisen; ZAK 1992 S. 92 E. 4a
; zur Publikation vorgesehenes Urteil des Bundesgerichts 9C_178/2015 vom
4.
Mai 2016 E. 7 und 8
).
1.5
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.6
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.7
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen
Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Per
son auseinander setzt –
was vor allem bei psychischen
Fehlentwicklungen nötig ist –
, in Kenntnis der un
d gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen
Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolg
erungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche d
ie Be
antwortung der Fragen erschwe
ren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung
erwog die Beschwerdegegnerin
, die Abklärun
gen hätten ergeben, dass die Beschwerdeführerin bis zum Beginn der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu 90 % im
Aufgabenbereich
Haushalt
und zu 10 %
im Erwerbsbereich tätig gewesen sei. Ab April 2013 sei ihr die bisherige Tätig
keit nicht mehr zumutbar gewesen. Der Gesundheitszustand habe sich jedoch verbessert und seit August 2013 sei ihr eine
ausserhäusliche Erwerbs
tätigkeit
im Umfang von 30-35 % wieder zumutbar. Den Haushalt habe sie trotz Erkran
kung mit teilweisen Einschränkungen weiterführen können.
Im Übrigen liege kein invalidisierendes psychisches Leiden vor.
Es bestehe somit kein Anspruch auf eine Invalidenrente (Urk. 2).
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin zusammengefasst geltend,
es sei falsch, sie als Teilzeiterwerbstätige mit einem
ausserhäuslichen
Arbeitspensum von 10 % zu qualifizieren, zumal sie aktuell trotz psychischer Erkrankung ein Arbeitspensum von 25 % innehabe.
Sie habe in den Jahren 2011 und 2012
vor Eintritt des Gesundheitsschadens zudem
wesentlich mehr als die aktuellen 25 % gearbeitet.
Das Einkommen gemäss IK-Auszug deute auf ein Pensum im Bereich von 50 % hin. Aus dem IK-Auszug ergebe sich sodann, dass sie mit zunehmen
dem Alter der Kinder auch ihr Pensum kontinuierlich erhöht habe. Heute seien die Kinder erwachsen und abgesehen von der jüngsten Tochter mit Jahrgang 1994 weggezogen. Die jüngste Tochter sei aber auf die Mutter auch nicht mehr angewiesen und ganztags berufstätig.
Die Beschwerdeführerin würde ohne
Gesundheitsschaden ein Arbeitspensum von 80 %, allenfalls sogar von 100 %, wahrnehmen. Hinsichtlich des psychischen Leidens sei festzuhalten, dass nicht bloss eine höchstens mittelgradige depressive Episode, sondern eine depressive Störung vorliege, welche vom Verlauf her in ihrem Schweregrad schwankend verlaufe, mit Spitzen, die als schwer einzustufen seien. Die Arbeitsunfähigkeit betrage gemäss Gutachten 55-75 %, zum Zeitpunkt der Begutachtung 75 %. Ein derartiger Schweregrad der Einschränkung der Arbeitsfähigkeit über einen Zeitraum von rund zwei Jahren könne nicht mehr als versicherungsrechtlich irrelevant bezeichnet werden. Gestützt auf das Gutachten sei somit im
Erwerbs
bereich
von einer Einschränkung von 65 % auszugehen. Daraus ergebe sich auch eine Einschränkung im Haushaltsbereich, welche mittels
Haushaltabklä
rung
quantitativ zu bestimmen sei (Urk. 1).
3.
Dr.
Z._
führte in seinem psychiatrischen Gutachten vom 23. Oktober 2014 als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine depressive Episode, initial schwer ab circa April 2013 mit starken Suizidgedanken, seither fluktuie
render Verlauf mit Tendenz zur Besserung, aktuell mittelgradig ausgeprägte Symptomatik
(ICD-10 F32.1)
, auf. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er die somatischen Diagnosen (aktenanamnestisch) Dia
betes mellitus Typ II, Hypertonie und
Hyperlipidämie
(Urk. 7/34/18).
In seiner Beurteilung hielt
Dr.
Z._
fest,
aktuell im Vordergrund stünden Kraftlosigkeit mit rascher Ermüdbarkeit und Aktivitätseinschränkung sowie das Auftreten deutlich ausgeprägter Müdigkeit bereits nach kleinsten Anstrengun
gen. Zudem lägen Traurigkeit, phasenweise Freudlosigkeit sowie eine deutliche Verminderung des Antriebs vor. Die Konzentration und Aufmerksamkeit seien im Kurzkontakt erhalten, jedoch trete im längeren Gespräch nach circa 20 Minuten eine gewisse Unkonzentriertheit und Erschöpfung auf. Ferner lägen ein deutlich vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen mit Schuldgefühlen gegenüber der Familie und Gefühlen von Wertlosigkeit, negative und pessi
mis
tische Zukunftsperspektiven sowie
Schlafstörungen
vor. C
irca einmal pro Monat
träten Suizidgedanken auf
. Es bleibe festzuhalten, dass aufgrund fehlender somatischer Berichte un
d Befunde eine klare Abgrenzung
gewisser geschilderter Symptome (wie Müdigkeit, Appetitstörungen, Gewichtsverlust, Antriebsstörun
gen oder Konzentrationsstörungen), wel
che psychiatrisch als depressiv
impo
nierten, gegenüber möglichen somatisch bedingten
Symptome
n
nicht abschliessend möglich sei. Die Eigenanamnese und telefonische Auskunft der Hausärztin
liessen als naheliegend erscheinen
, dass die Behandlungsoptionen bezüglich der somatischen Diagnosen wie Diabetes oder Hypertonie nicht aus
geschöpft seien. Eine ungenügende somatische Kontrolle und Behandlung bei Diabetes und Hypertonie könne bei ungenügender Behandlung einen Einfluss auf die Belastbarkeit und Vitalität der Beschwerdeführerin haben und somit auch die Arbeitsfähigkeit
beeinflussen. Zudem hätten trotz neu angesetzter psy
chiatrischer Medikation mit Lithium bislang keine Spiegelkontrollen stattgefun
den, was jedoch zur optimalen Einstellung und Vermeidung von Intoxikationen unabdingbar sei (Urk. 7/34/19 f.). Hinsichtlich der Ressourcen führte
Dr.
Z._
aus, die Beziehun
g zum Ehemann und den 3 Kindern würde
von der Beschwer
deführerin als sehr stützend erlebt. Sie zeige auch, dass sie durch ihre Willens
kraft in der Lage sei, ihr Arbeitspensum trotz Erschöpfung zu erbringen. Die Motivation dazu gründe nicht nur auf Angst vor Stellenverlust, sondern auch auf dem Wunsch nach einer gewissen Unabhängigkeit und sei somit als Res
source zu betrachten. Sonst seien jedoch auffallend wenig persönliche Ressour
cen vorhanden (Urk. 7/34/20).
Zur Arbeitsfähigkeit führte
Dr.
Z._
aus, seit dem Klinikaustritt am 19. Juni 2013 bestehe eine durchschnittliche Arbeitsfähigkeit von 35 % +/- 10 %, aktuell 25 %. In der aktuellen Situation (mittelschwere depressive Episode) schöpfe die Beschwerdeführerin ihre Restarbeitsfähigkeit mit ihrem zeitlichen Pensum von durchschnittlich 2 1⁄4 Stunden täglich voll aus. Die angestammte Tätigkeit als Reinigungskraft werde aus rein psychiatrischer Sicht als optimal angepasste Tätigkeit betrachtet (Urk. 7/34/23 f.).
4.
4.1
Das Gutachten von
Dr.
Z._
vermag die an eine beweiskräftige ärztliche Exper
tise gestellten Anforderungen
zu erfüllen
.
So tätigte er
sorgfältige, umf
as
sende Abklärungen, berücksichtigte
die geklagten Beschwerden und begründete seine Einschätzung in nachvollziehbarer Weise sowie in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
.
Das Gutachten erfüllt demnach alle
rechtsprechungsgemäs
sen
Kriterien für eine beweistaugliche medizinische Entscheidungsgrundlage, weshalb ihm grundsätzlich voller
Beweiswert zukommt (vgl. E. 1.7
).
Auf die
gutachterliche
Schlussfolgerung
, wonach bei der
Beschwerdeführer
in
aus psy
chiatrischen Gründe
n eine Arbeitsunfähigkeit von durchschni
ttlich 6
5
% bestehe, kann indessen aus den nachfolgenden Gründen nicht abgestellt wer
den.
Dr.
Z._
wies
klar
darauf hin
, dass aufgrund fehlender somatischer Berichte und Befunde eine klare Abgrenzung gewisser geschilderter Symptome (wie Müdigkeit, Appetitstörungen, Gewichtsverlust, Antriebsstörungen oder
Kon
zentrationsstörungen
), wel
che psychiatrisch als depressiv
imponierten, gegen
über möglichen somatisch bedingten
Symptome
n
nicht abschliessend möglich sei. Dies erscheint aufgrund der Angabe
n
der Beschwerdeführerin
durchaus nachvollziehbar. Sie gab an
,
sie messe ihren Blutzucker
spiegel
einmal täglich, jeweils morgens
,
und die Werte seien stets zu hoch bei circa 13-14 statt 5-6 (
Millimol
pro Liter,
mmol/l)
. Auf die Frage nach einer Diät
habe
die Beschwer
deführerin lediglich
etwas ratlos und beschämt mit
einem Zucken der
Schultern
reagiert
.
Beim zweiten Treffen gab
sie
an, der Blutzucker
spiegel
sei regelmässig zu hoch und die Werte würden zwischen 10-15 (
nmol
/l) schwanken,
es käme aber auch vor, dass die
Wert
e
bei 18-20 (
nmol
/l)
lägen
. Auf
den Blutdruck angesprochen,
habe
die
Beschwerdeführerin zur Auskunft
gegeben
, sie habe einige Zeit zu Hause selbständig gemessen, die Werte seien jedoch immer erhöht gewesen. Aufgrund stetig erhöhter Blutdruckwerte habe sie in der Folge aufge
hört
zu messen („Keine Lust mehr zu messen“). Sie nehme eher selten Termine bei der Hausärztin wahr (zuletzt vor circa 2 Monaten
)
, trotz des erhöhten Blut
druckes und der erhöhten Blutzuckerwerte (Urk. 7/34/12).
Ohne konsequente Senkung der Blutdruck- und
Blutzuckerwerte kann nicht abschliessend beurteilt werden,
ob die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden einer kör
perlichen oder psychischen
Ursache
geschuldet
sind. E
s ist
jedenfalls mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit
davon auszugehen, dass mit einer adäquaten Behandlung der somatischen Beschwerden auch eine Verbesserung des Gesund
heits
zustandes erreicht werden k
önnte
.
In diesem Sinne
müsste
die Sache
zur weiteren Abklärung
an die Beschwerdegegnerin
zurückgew
i
e
sen
werden
.
Aller
dings erweist sich eine Rückweisung als obsolet
, weil
die Beschwerde
aus anderen Gründen abzuweisen ist
.
4.2
Wäre auf die gutachterliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit abzustellen, ergäbe sich Folgendes:
4.2.1
Gemäss
Dr.
Z._
ist
der
Beschwerdeführer
in
seit dem
Klinikaustritt am 19. Juni 2013
eine der gesundheitlichen Beeinträchtigung angepasste Tätigkeit
, mitunter auch die angestammte Tätigkeit als Reinigungskraft,
mit einem Pen
sum von durchschnittlich 35
%
zumutbar.
Dies wurde von der Beschwerdefüh
rerin nicht bestritten (Urk. 1).
4.2.2
Strittig und zu prüfen ist die Statusfrage. Die Beschwerdeführerin behauptete, ohne Gesundheitsschaden wäre sie zu 80 %, wenn nicht gar zu 100 %,
arbeits
tätig
.
Den Akten lässt sich entnehmen
, dass die Beschwerdeführerin für die
Y._
AG ab dem 1. April 1997
und bis zum Eintritt des
Gesundheitsscha
dens
mit
einem Arbeitspensum von 10 Stunden pro Woche tätig war
(
vgl. den am 18. September 2013 ausgefüllten
Fragebogen
der Arbeitgeberin
[
Urk. 7/6
]; vgl. auch den IK-Auszug vom 20. September 2013 [Urk. 7/7]
).
Dies entspricht einem
Arbeitspensum von
23.81
Prozen
t (ausgehend von einer 42
-Stundenwo
che
; vgl.
die Krankmeldung für die Kollektiv-Taggeldversicherung [
Urk.
7/9/2]
).
Bei der
Y._
AG erzielte die Beschwerdeführerin gemäss IK-Auszug
im Jahr 2009 einen Lohn von Fr. 9‘655.--,
im
Jahr 2010 einen Lohn von Fr. 9‘962.--, im
Jahr 2011 einen Lohn von Fr. 10‘013.-- und im Jahr 2012 einen Lohn von Fr. 10‘383.-- (Urk. 7/7/1; vgl. auch Urk. 7/6/8-10).
Gemäss IK-Auszug erzielte sie zudem
seit 1998 zeitweise geringfügige Einkünfte aus Nebenerwerb. Ab dem Jahr 2009 erhöhten sich die Einkünfte aus dem Nebenerwerb
allerdings deutlich
in folgendem Ausmass: Fr. 1‘990.-- im Jahr 2009,
Fr. 2‘275.-- im Jahr 2010, Fr.
5
‘
161
.-- im Jahr 2011 und
Fr.
9
‘
651
.--
im Jahr 2012
(Urk. 7/7/1).
In Bezug auf das effektive Arbeitspensum machte die Beschwerdeführerin folgende Angaben: Gemäss Austrittsbericht vom 30. Juli 2013 (Urk. 7/22/2) sowie Bericht vom 7. Februar 2014 (Urk. 7/18/3) der
A._
gab sie zur Aus
kunft, 40-50 % als Reinigungskraft in zwei verschiedenen Agenturen zu arbei
ten. Diese Angabe scheint aufgrund der im IK-Auszug
angegebenen Einkünfte
zuzutreffen. Fraglich bleibt
jedoch
, ob die Beschwerdeführerin ihr
Arbeitspen
sum
ohne Gesundheitsschaden
weiter erhöht hätte oder nicht.
Die Kinder der Beschwerdeführerin vollendeten im Jahr 2009 das 25., 2
2.
beziehungsweise 1
5.
Altersjahr
und im Jahr 2012 das 28., 2
5.
beziehungsweise 18. Altersjahr.
Im Zeitpunkt der Volljährigkeit aller Kinder war die
Beschwerdeführerin
noch immer
mit einem Arbeitspensum von 40-50 % erwerbstätig.
Es ist deshalb nicht davon auszugehen, dass sie ihr Arbeitspensum danach weiter erhöht hätte.
Das Vorbringen
, sie würde ohne Gesundheitsschaden ein 80-100%iges
Arbeitspen
sum
erfüllen, überzeugt
vor dem beschriebenen Hintergrund
somit nicht.
Die Beschwerdeführerin ist
daher
als
Teil
zeit
erwerbstätige mit einer Aufteilung im
Erwerbs- und Haushaltbereich
von
je 50 % zu qualifizieren.
Demgemäss kommt zur Bemessung des Invaliditätsgrades die gemischte Methode zur Anwendung, welche mit (nicht endgültigem) Urteil der zweiten Kammer des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) vom
2.
Februar 2016 (7186/09)
nicht grundsätzlich
in Frage gestellt wurde (vgl. Urteil des Bundesge
richts 8C_28/2016 vom 2
5.
April 2016 E. 5.1 f.
), sondern bloss im Zusammen
hang mit der Rentenaufhebung bei einer
Versicherten,
bei welcher davon aus
gegangen wurde, sie würde
ohne gesundheitliche Einschränkung
en nach der Geburt ihrer Kinder
nur noch teilzeitlich erwerbstätig
sein.
Ausgehend von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit im Gesundheitsfall und einer 35%igen Arbeitsfähigkeit
(vgl. vorne E. 4.2.1)
mit
gesundheitlicher Beeinträch
tigung
resultiert eine
Einschränkung im Erwerbsbereich
von
30 % ([50 % - 35 %] x 100 : 50).
Bei einer Aufteilung der Tätigkeiten Erwerb und Haushalt
von je 50 % ergibt sich somit ein Teilinvaliditätsgrad im Erwerbsbereich von 15 % (50 % x 30 %). Dies bedeutet, dass für einen anspruchsrelevanten Gesamtinvaliditätsgrad von 40 % ein Teilinvaliditätsgrad im Haushaltbereich von 25 %
gegeben sein
müsste, was einer Einschränkung im Haushaltbereich von 50 % (25 % : 50
%
) entspräche. Eine derart hohe Einschränkung im
Haus
haltbereich
erscheint mit dem im Sozialversicherungsrecht geltenden
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
nicht
als
gegeben.
Die Beschwer
deführerin scheint einiges an Haushaltarbeiten erledigen zu können, gab sie doch anlässlich der Begutachtung an (Urk. 7/34/11), sie stehe durchschnittlich um 07.00 Uhr auf und erledige den Haushalt. Sie mache nicht viel, aber das Nötigste schaffe sie immer noch (Haushalt, Kochen). Dies erscheint angesichts der Tatsache, dass die beiden ältesten Kinder nicht mehr zu Hause wohnen (Urk. 7/34/7) und sich die Beschwerdeführerin nur noch um einen
Dreiperso
nenhaushalt
zu kümmern hat, plausibel. Kommt hinzu, dass es sowohl dem Ehemann als auch der jüngsten, noch zu Hause lebenden Tochter zuzumuten ist, die Beschwerdeführerin bei der Haushaltarbeit zu unterstützen.
4.3
Nach dem Gesagten liegt kein rentenbegründender Invaliditätsgrad vor.
Im Ergeb
nis
erweist sich die Beschwerde als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist.
5.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 600.-- festzulegen und ausgangsgemäss von der Beschwerdeführerin zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).