Decision ID: 287a6cea-4d25-411d-9a2f-7c5ddfa52ef1
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1988,
verfügt über eine abge
schlossene Berufslehre als Fachangestellte Gesundheit (
FaGe
) mit Fähigkeitsaus
weis (
Urk.
20/5/2).
Ab
1.
September 2010
war sie befristet bis 31.
August 2011
bei der psychiatrischen K
linik
Y._
angestellt
(
Urk.
20/5/14).
Am
4.
Februar 2011
meldete sie sich unter Angabe
von
seit
April 2010 wieder
kehrender
Rückenschmerzen mit Ausstrahlung in
die
Beine zum
B
ezug
von Leistungen der
Eidgenössischen
Invalidenversicherung
an (
Urk.
20/4
Ziff.
6).
Die zuständige Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
gewährte
von April 2011 bis Ende Januar 2012
Kostengutsprache für eine
b
erufs
begleitende
Umschulung zur
Praxisgehilfin
MPA
(
Urk.
20/16
, vgl. auch
Urk.
20/44/1-2
).
Nachdem die IV-Stelle mit Vorbescheid vom
3.
Januar 2012
mit dem Titel
«Kein Anspruch auf eine Invalidenrente» (
Urk.
20/37) und mit Vorbescheid vom
4.
Januar 2012
unter dem Titel
«Kein Anspruch auf
IV-Leistungen» (
Urk.
20/39) die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht
gestellt hatte
, beschied sie m
it
Verfügung vom
1
4.
Februar 2012 (
Urk.
20/41)
,
das Leistungsbegehren werde abgewiesen
.
Vom 1
3.
Oktober 2011 bis 31.
Juni 2012 war
die Versicherte als
MPA im
Zentrum
Z._
angestellt
(
Urk.
40/65/2-3)
und vom
1.
Oktober 2012 bis 31.
März 2013 stand sie in einem befristeten Arbeitsverhält
nis bei
der
Spitex
A._
(
Urk.
20/65/1).
1.2
Unter Angabe akut gewordener Rückenschmerzen meldete sich die Versichert
e
am
5.
April 2013 erneut zum Leistungsbezug bei de
r IV-Stelle an (
Urk.
20/45
Ziff.
6
).
Eine weitere Anmeldung reichte die Versicherte am 2
7.
August 2013 (
Urk.
20/69) unter Angabe von Beeinträchtigungen zufolge einer schweren depressiven Epi
sode ohne psychotische Symptome und eine
ps
ychische und
Verhaltensstörung
durch Analgetika
sowie ein
Abhängigkeitssyndrom ein (
Ziff.
6.2).
Am
6.
April 2015 gebar sie einen Sohn (
Urk.
20/130/4).
Am 3
1.
August 2016 gewährte die IV-Stelle eine Kostengutsprache für eine Potentialabklärung
, die
am 2
5.
Oktober 2016
vorzeitig abgebrochen wurde
(
Urk.
20/152
und
Urk.
20/161
).
Ab
1.
September 2017 trat die Versicherte eine Anstellung als
sogenannte
«Peer»
(Genesungsbegleiterin)
bei
den
p
sychiatrische
n
Dienste
B._
in einem Beschäftigungsgrad von 40
%
an (
Urk.
20/229).
Im
weiteren
Abklärungsverfahren
veranlasste
die IV-Stelle eine polydisziplinäre
Begutachtung
im
Z
entr
um
C._
(
Gu
tachten vom 2
9.
September 2017 [
Urk.
20/192
]
)
und eine Haushaltsabklärung
am Wohnort der Versicherten
(
Urk.
20/232). Nach
durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(
Urk.
20/235) sprach sie mit Verfügung
en vom 3
0.
April und
1
5.
Mai
2018
eine abgestufte Rente zu (
ganze Rente vom
1.
Februar 2015
bis
3
1.
August 2017
bei einem Invaliditätsgrad von 100
%
und
eine
Dreiviertelsrente
ab
1.
Sep
tember 2017
bei
einem Invaliditätsgrad von 63
%
[
Urk.
20/239/1-2,
Urk.
20/242,
Urk.
20/251 und
Urk.
20/252
]
).
1.3
Mit Schreiben vom
6.
Juni 2018
lehnte
die
FCT
Trianon
Sammelstiftung
,
über welche die Versicherte aufgrund ihrer Anstellung bei der
D._
SA vom
1.
Januar bis 3
1.
März 2014 vorsorgeversichert war
,
Leistungen mit der Begründung
ab
,
die
Arbeitsunfähigkeit
liege weiter zurück, da
die Versicherte
bereits im April 2013 einen IV-Antrag gestellt habe (
Urk.
2/2). Die
Stiftung Auffangeinrichtung BVG
lehnte Leistungen aus der Vorsorgeeinrichtung mit der Begründung ab, das Wartejahr sei per Februar 2014 eröffnet worden und zu diesem Zeitpunkt seien keine BVG-pflichtigen Taggelder der Arbeitslosen
versicherun
g ausbezahlt worden (
Urk.
2/3).
2.
Am 1
1.
Juli 2019 erh
ob die Versicherte mit folgendem
Rechtsbegehren Klage gegen die vier Vorsorgeeinrichtungen
BVK Personalvorsorge des Kantons Zürich
,
BVG-Sammelstiftung Swiss Life
,
Stiftung Auffangeinrichtung BVG
und
FCT
Trianon
Sammelstiftung
(
Urk.
1 S. 2):
1.
Es sei der Klägerin zu Lasten der Beklagten 1, evtl. der Beklagten 2, subeventuell der Beklagten 3, subsubeventuell der Beklagten 4 eine Rente ab spätestens
1.
Februar 2015 zuzusprechen zusätzlich Zins zu 5
%
.
2.
Es sei der Klägerin Gelegenheit zu geben, nach Edition der gesamten Akten, Berechnungen und Begründungen zur Höhe der geschuldeten Renten Stellung zu nehmen.
Unter ausgangsgemässer Kosten- und Entschädigungsfolge.
Die
Stiftung Auffangeinrichtung BVG
ersuchte am 3
0.
September 2019 um Abweisung der gegen sie gerichteten Klage (Klageantwort,
Urk.
10). Mit Klageantwort vom
2.
Oktober 2019 (
Urk.
12) schloss die
BVK Personalvorsorge des Kantons Zürich
auf Abweisung der gegen sie gerichteten Klage.
Ebenso schloss auch d
ie
BVG-Sammelstiftung Swiss Life
mit Klageantwort vom 8.
Okto
ber 2019 (
Urk.
14) auf Abweisung
der gegen sie gerichteten Klage
und letztlich
beantragte auch die
FCT
Trianon
Sammelstiftung
in ihrer
Klageantwort vom 1
5.
Oktober 2019
die
Abweisung der gegen sie gerichteten Klage (
Urk.
16). Nach
dem mit Verfügung vom 1
6.
Oktober 2019
(
Urk.
18
) die Akten der IV-Stelle
beigezogen worden waren (
Urk.
20
), hielten
die Parteien
replicando
(
Urk.
23) und
duplicando
(
Urk.
25,
Urk.
26,
Urk.
28 und
Urk.
30
)
an ihren Rechtsbe
gehren fest,
was
der
Kläger
in am 2
2.
Januar 2020
zur Kenntnis gebra
cht
wurde
(
Urk.
32).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen einzu
gehen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach
Art.
24
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über die berufliche Alters-, Hinter
lassenen- und Invalidenvorsorge (BVG)
hat der Versicherte Anspruch auf eine volle Invalidenrente, wenn er im Sinne der Invalidenversicherung mindestens zu 70 %, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn er mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn er mindestens zur Hälfte und auf eine
Viertelsrente
, wenn er mindestens zu 40 % invalid ist. Gemäss
Abs.
1 von
Art.
26 BVG gelten für den Beginn des Anspruchs auf Invalidenleistungen sinngemäss die entsprechenden Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
Art.
29 IVG). Die Invalidenleistungen nach BVG werden von derjenigen Vorsorgeeinrichtung geschuldet, welcher die den Anspruch erhebende Person bei Eintritt des versicherten Ereignisses angeschlossen war. Im Bereich der obligatorischen beruflichen Vorsorge fällt dieser Zeitpunkt nicht mit dem Eintritt der Invalidität nach IVG, sondern mit dem Eintritt der Arbeitsunfähigkeit zusammen, deren Ursache zur Invalidität geführt hat (vgl.
Art.
23 BVG). Auf diese Weise wird dem Umstand Rechnung getragen, dass die versicherte Person meistens erst nach einer längeren Zeit der Arbeitsunfähigkeit (nach einer Wartezeit von einem Jahr gemäss
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG in Verbindung mit
Art.
26 BVG) invalid wird. Damit nämlich der durch die zweite Säule bezweckte Schutz zum Tragen kommt, muss das Invaliditätsrisiko auch dann gedeckt sein, wenn es rechtlich gesehen
erst nach einer langen Krankheit eintritt, während welcher die Person unter Umständen aus dem Arbeitsverhältnis ausgeschieden ist und daher nicht mehr dem
Obligatorium
unterstanden hat (BGE 123 V 262 E. 1b, 121 V 97 E. 2a, 120 V 112 E. 2b, je mit Hinweisen).
1.2
Anspruch auf Invalidenleistungen haben gemäss
Art.
23 BVG Personen, die im Sinne der Invalidenversicherung zu mindestens 40
%
invalid sind und bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert waren. Nach
Art.
23 BVG versichertes Ereignis ist einzig der Eintritt der relevan
ten Arbeitsunfähigkeit, unabhängig davon, in welchem Zeitpunkt und in welchem Masse daraus ein Anspruch auf Invalidenleistungen entsteht. Die Versicherteneigenschaft muss nur bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit gegeben sein, dagegen nicht notwendigerweise auch im Zeitpunkt des Eintritts oder der Verschlimmerung der Invalidität. Diese wörtliche Auslegung steht in Einklang mit Sinn und Zweck der Bestimmung, nämlich denjenigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern Versicherungsschutz angedeihen zu lassen, welche nach einer längeren Krankheit aus dem Arbeitsverhältnis ausscheiden und erst später invalid werden. Für eine einmal aus
während der Versicherungsdauer aufge
tretene
Arbeitsunfähigkeit geschuldete Invalidenleistung bleibt die Vorsorgeein
richtung somit leistungspflichtig, selbst wenn sich nach Beendigung des Vorsor
geverhältnisses der Invaliditätsgrad ändert. Entsprechend bildet denn auch der Wegfall der Versicherteneigenschaft kein Erlöschungsgrund (
Art.
26
Abs.
3 BVG e
contrario
; BGE 123 V 262 E. 1a, 118 V 35 E. 5).
1.3
Art.
23 BVG kommt auch die Funktion zu, die Haftung mehrerer Vorsorgeein
richtungen gegeneinander abzugrenzen, wenn eine in ihrer Arbeitsfähigkeit bereits beeinträchtigte versicherte Person ihre Arbeitsstelle (und damit auch die Vorsorgeeinrichtung) wechselt und ihr später eine Rente der Invalidenversiche
rung zugesprochen wird. Der Anspruch auf Invalidenleistungen nach
Art.
23 BVG entsteht in diesem Fall nicht gegenüber der neuen Vorsorgeeinrichtung, sondern gegenüber derjenigen, welcher die Person im Zeitpunkt des Eintritts der invalidi
sierenden Arbeitsunfähigkeit angehörte.
Damit eine Vorsorgeeinrichtung, der eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeitnehmer beim Eintritt der Arbeitsunfähigkeit angeschlossen war, für das erst nach Been
digung des Vorsorgeverhältnisses eingetretene Invaliditätsrisiko aufzukommen hat, ist indes erforderlich, dass zwischen Arbeitsunfähigkeit und Invalidität ein enger sachlicher und zeitlicher Zusammenhang besteht (BGE 130 V 270 E. 4.1). In sachlicher Hinsicht liegt ein solcher Zusammenhang vor, wenn der der Inva
lidität zu Grunde liegende Gesundheitsschaden im Wesentlichen derselbe ist, der zur Arbeitsunfähigkeit geführt hat. Sodann setzt die Annahme eines engen
zeitlichen Zusammenhangs voraus, dass die versicherte Person nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit nicht während längerer Zeit wieder arbeitsfähig wurde. Die frühere Vorsorgeeinrichtung hat nicht für Rückfälle oder Spätfolgen einer Krank
heit einzustehen, die erst Jahre nach Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit eintreten. Demnach darf nicht bereits eine Unterbrechung des zeitlichen Zusam
menhangs angenommen werden, wenn die Person bloss für kurze Zeit wieder an die Arbeit zurückgekehrt ist. Ebenso wenig darf die Frage des zeitlichen Zusammenhangs zwischen Arbeitsunfähigkeit und Invalidität in schematischer (analoger) Anwendung der Regeln von
Art.
88a
Abs.
1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) beurteilt werden, wonach eine anspruchsbeein
flussende Verbesserung der Erwerbsfähigkeit in jedem Fall zu berücksichtigen ist, wenn sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und voraus
sichtlich andauern wird. Zu berücksichtigen sind vielmehr die gesamten Umstände des konkreten Einzelfalles, namentlich die Art des Gesundheits
schadens, dessen prognostische ärztliche Beurteilung und die Beweggründe, die die versicherte Person zur Wiederaufnahme der Arbeit veranlasst haben (BGE 123 V 262 E.
lc
, 120 V 112 E. 2c/
aa
und 2c/
bb
mit Hinweisen).
1.4
Die Arbeitsunfähigkeit ist relevant, wenn sie mindestens 20
%
beträgt und sich auf das Arbeitsverhältnis sinnfällig auswirkt oder ausgewirkt hat. Es muss arbeitsrechtlich in Erscheinung treten, dass die versicherte Person im bisherigen Beruf an Leistungsvermögen eingebüsst hat, so etwa durch einen Abfall der Leistungen mit entsprechender Feststellung oder gar Ermahnung des Arbeitgebers oder durch gehäufte, gesundheitlich bedingte Arbeitsausfälle. Der Zeitpunkt des Eintritts der berufsvorsorgerechtlich relevanten Arbeitsunfähigkeit muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit grundsätzlich echtzeitlich nachgewiesen sein. Dieser Nachweis darf nicht durch nachträgliche Annahmen und spekulative Überlegungen ersetzt werden (Urteil des Bundesgerichts 9C_91/2013 vom 1
7.
Juni 2013 E. 4.1.2 mit Hinweisen).
1.5
Die Vorsorgeeinrichtungen sind im Bereich der gesetzlichen Mindestvorsorge (
Art.
6 BVG) an die Feststellungen der Organe der Invalidenversicherung gebun
den, soweit die invalidenversicherungsrechtliche Betrachtungsweise aufgrund einer gesamthaften Prüfung der Akten nicht als offensichtlich unhaltbar erscheint.
Diese Bindungswirkung setzt voraus, dass die Vorsorgeeinrichtung (spätes
tens) ins
Vorbescheidverfahren
einbezogen und ihr die Rentenverfügung formgültig eröffnet wurde (Urteil des Bundesgerichts 9C_81/2010 vom 1
6.
Juni 2010 E. 3.1, mit Hinweisen). Unterbleibt ein solches Einbeziehen der Vorsorgeeinrichtungen,
ist die IV-rechtliche Festsetzung des Invaliditätsgrades (grundsätzlich,
masslich
und zeitlich) berufsvorsorgerechtlich nicht verbindlich (BGE 130 V 270 E. 3.1).
Stellt die Vorsorgeeinrichtung auf die invalidenversicherungsrechtliche Betrach
tungsweise ab, muss sich die versicherte Person diese entgegenhalten lassen, soweit diese für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entschei
dend war, und zwar ungeachtet dessen, ob der Vorsorgeversicherer im Verfahren der Invalidenversicherung beteiligt war oder nicht. Vorbehalten sind jene Fälle, in denen eine gesamthafte Prüfung der Aktenlage ergibt, dass die Invaliditäts
bemessung der Invalidenversicherung offensichtlich unhaltbar war (BGE 130 V 270 E. 3.1).
2.
2.1
Die
Kläger
in
führte zur Klagebegründung aus
(
Urk.
S. 6)
,
der IV-Rente
nbescheid
sei
der Arbeitslosenkasse
sowie der BVK Personalvorsorge
des Kantons Zürich zugestellt
worden
.
Eine mögliche Bindungs
wirkung des IV-Entscheides könn
t
e sich
damit
höchstens
mit Bezug auf die Beklagte 1 und die Beklagte 3 ergeben
. Im IV-Entscheid sei jedoch die Wartezeit im Februar 2014 eröffnet und die Invalidenrente ab Februar 2015 zugesprochen worden
. I
m Februar 2014 sei
sie
bei der Beklagten 4 versichert gewesen
. D
ass diese
ins
Vorbescheidverfahren
einbezogen und ihr die Rentenverfügung formgültig eröffnet worden sei, scheine
jedoch
nicht der Fall gewesen zu sein.
Im Ü
brigen
gelte dies auch bei der
Beklag
ten
2.
Es entfalle des
halb eine
Bindungswirkung und die Zuständigkeit der leistungspflichtigen Vorsorgeeinrichtung
sei
mit voller Kognition zu prüfen.
Bei der Beklagten 1 sei
sie
über
ein
erstes
Arbeitsverhältnis
bei der
Y._
vom
1.
September 2010 bis 3
1.
August 2011 und
ein zweite
s
bei der Spitex
A._
vom
1.
Oktober 2011 bis 3
1.
Juli 2012 versichert gewesen (
Ziff.
9
).
Zur
Frage
des
zur Invalidität führende Leiden
s
sei
eine
Wechselwirkung
zwischen Rückenleiden,
sexuellem Missbrauch, Opiatabhängigkeit und Depression
aktenkundig
. Die Arbeitsunfähigkeiten ab 1
5.
De
zember 2010 und ab 22.
Dezember 2012
stünden in einem
Kausalzusammenhang
zu diesen Diagnosen (
Ziff.
11). Im November 2012 habe sie einen Treppensturz erlitten, in dessen Folge
sei
sie wegen Rücken
schmerzen ab 2
2.
Dezember 2012 voll arbeitsunfähig geschrieben wo
rden.
Es sei
e
i
n stationärer Aufenthalt in der Uniklinik
E._
erfolgt und es habe sich ein Abhängigkeitssyndrom entwickelt, welches die Depression verstärkt und im Juni 2013 zur
Hospitalisation
in der
F._
geführt habe.
Auch wenn davon ausge
gangen werde, dass d
er zeitliche Konnex zwischen der Tätigkeit in der
Y._
bis März 2011 unterbrochen
worden sei
, so
begründe
die während der Tätigkeit bei
der Spitex
A._
aufgetretene Arbeitsunfähigkeit
wiederum
die Zuständigkeit der Beklagten
1.
Es
könnte
aber
auch
der ze
itliche Konn
ex während der Tätigkeit für
die
D._
von Januar 2014 bis April 2014 unterbrochen worden sein. Dies sei jedoch wenig wahrscheinlich,
denn
dieses Arbeitsverhältnis
sei
aufgrund der wiederholten
und
stationären psychiatrischen Hospitalisierung
im Februar 2014
noch
während der Probezeit aufgelöst worden
(
Ziff.
12)
.
Im Weiteren spre
che
f
ür die Zuständigkeit der Beklagten 1 auch die reglementarische Versicherungs
situation, welche vorgängig einer Erwerbsinvalidität eine zweijährige Berufs
invalidität versicher
e
. Die
Beklagte 1
habe
in dieser Hinsicht auch eine rheumatologische Begutachtung bei ihrem Vertrauensarzt angeordnet (
Ziff.
13).
Sollte
die Beklagte 1
nicht
zuständig sein, so wäre es die Beklagte
2.
Das bei ihr versicherte Arbeitsverhältnis habe vom Oktober 2011 bis Juli 2012 gedauert. Eine Arbeitsunfähigkeit sei erstmals am
1.
Februar 2012 attestiert worden
, wobei
der letzte
Arbeitstag der 3
0.
April 2012 gewesen sei. Vordergründig
sei
dieses Arbeitsverhältnis zufolge grosser Arbeitsbelastung gekündigt
worden
.
Der tiefere Grund habe aber
wiederum im sexuellen Missbrauch liegen
können
, welcher auch in dieser Periode stattgefunden
habe
und mit
ein Grund
für die
Berentung durch die IV
gewesen sei
. In diese Periode falle zusätzlich zu den Depressionen und der Rückenproblematik
auch
die Magen-Bypass-Operation. Der sexuelle
Missbrauch
habe
erst später thematisier
t
werden können, zufolge
der Überlappungen und Wechselwirkungen
stelle
sich die
Frage, ob auch
diese
Tätigkeit lediglich
als
ein
gescheiterte
r
Arbeitsversuch
zu bezeichnen sei
(
Ziff.
14)
.
Bei
der Beklagten 3
sei
sie
zufolge Arbeitslosigkeit
von April
bis Juni 2010, im August 2010, im September/Oktober 2011 und ab April b
is
Juli 2013
versichert gewesen
.
Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen oder Begründun
gen für eine Arbeitsunfähigkeit
seien
in den Akten lediglich in der Periode ab April 2013 ersichtlich.
Bis März 2013
sei
sie bei der Spitex
A._
tätig und bei der Beklagten 1 versichert gewesen. In dieser Periode sei die Arbeitsunfähigkeit ab 2
2.
Dezem
ber 2012 bescheinigt worden. Diese Arbeitsunfähigkeit
habe
aus medizinischer Sicht eine Kombination der Rückenproblematik, der Opiatabhängigkeit und des psychischen Leidens betroffen. Für die Behandlung des Abhängigkeitssyndroms und der depressiven Störung sei sie in der
F._
in Behandlung
gewesen, zunächst auf der Akutstation und
ab
5.
März 2013 auf der Spezialstation für A
bhängigkeitserkrankungen
. Diese Arbeitsunfähigkeit
sei im
Zusammenhang mit dem sexuellen Missbrauch
gestanden
, was
a
lles
gegen ein
e Zuständigkeit der Beklagten 3 spreche.
Sollte aber d
er Kausalzusammenhang nicht früher erstellt sein, so wäre die Beklagte 3
subeventualiter
zuständig (
Ziff.
15).
Die Beklagte 4 müsse in die Klage miteinbezogen werden, weil die IV die Warte
zeit im Februar 2014 eröffnet habe, als die Klägerin bei
D._
angestellt und bei der Beklagten 4 versichert
gewesen sei
. Diese Zuständigkeit sei zwar schwierig begründbar, da dies
e Erwerbstätigkeit
eher
als
ein letzter, gescheiterter Arbeits
versuch
zu betrachten
sei und der Kausalzusammenhang zur Invalidität höchstens mit Argumenten der Bindungswirkung des IV-Entscheides und einer oberfläch
lichen Interpretation des
C._
-
Gutachtens hergestellt werden könnte. Sollte aber die Zuständigkeit keine frühere Vorsorgeeinrichtung treffen, so wäre die Beklagte 4 nach der Überlegung
leistungspflichtig
, dass grundsätzlich der durch die IV für die Rente festgelegte Beginn der Arbeitsunfähigkeit auch für die Zuständigkeit der Vorsorgeeinrichtung verbindlich sei (
Ziff.
16).
Replicando
hielt die Klägerin fest (
Urk.
23, S. 20), weil im zeitlichen Verlauf bei jeder Vorsorgeeinrichtung irgendwann Arbeitsunfähigkeiten aktenkundig seien, sei die Klägerin für die Folgen dieser Arbeitsunfähigkeiten auch versichert. Folg
lich stelle sich die Abgrenzungsfrage in der Beurteilung des sachlichen und zeit
lichen Konnexes. Der sachliche Konnex sei rückwirkend zu beurteilen, weil die Rente der IV zufolge einer Wechselwirkung verschiedener Gesundheitsstörungen zugesprochen und in den echtzeitlichen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen diese Wechselwirkung meistens nicht berücksichtigt worden seien.
Diese Gesund
heitsstörungen
hätten aber
von allem Anfang an im Sinne der Wechselwirkung Auswir
kungen auf die Arbeitsfähigkeit gehabt und d
amit
sei
der sachliche Zusammenhang im Falle aller Beklagten zu bejahen.
Folglich stelle sich einzig noch die Frage des zeitlichen Zusammenhanges und diesbezüglich sei
zu beurtei
len, mit welcher Wahrscheinlichkeit
welche Beklagte am ehesten
für die Invali
dität zuständig
sei
.
2.2
2.2.1
Die Beklagte 1 stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt
(
Urk.
12), die Klägerin sei als Fachfrau Gesundheit vom
5.
Januar befristet
bis 31.
Dezember 2009 und vom
1.
September 2010 befristet bis 3
1.
August 2011 mit einem Pensum von rund 80
%
bei der p
sychiatrischen
K
linik
Y._
sowie vom l. Oktober 2012 befristet bis
3
1.
März 2013 mit einem Pensum
von 80
%
bei der Spitex
A._
angestellt und infolgedessen jeweils bei
ihr versichert gewesen
(
Ziff.
8)
.
Während der Anstellung bei der Spitex
A._
sei eine
Arbeits
unfähigkeit vom 2
2.
Dezember bis 3
1.
März 2013 aufgrund von Rückenschmer
zen
erfolgt
. Die Klägerin selbst habe in ihrer Anmeldung bei der IV-Stelle vom
9.
April 2013 zur Art der gesundheitlichen Beeinträchtigung chronische Rücken
schmerzen mit
Ausstrahlungen ins linke Bein (
ähnlich wie 2010/2011), muskuläre
Dysbalance
und Gewichtsverlust von 40 kg seit Juni 2012 angegeben. Erstmals wegen eines
depressiven Syndroms sei sie vom 1
8.
Juni
bis
8.
August 2013 und vom 19.
August bis
9.
September 2013 zum zweiten Mal in der
F._
hospitalisiert worden (
Ziff.
48). Die IV-Stelle habe bei der Beurteilung in medizinischer Hinsicht auf das
C._
-Gutachten vom
29.
September 2017 abgestellt und
als
Einschränkung der zumutbar
en Arbeitsfähigkeit eine
p
ost
traumatische Belastungsstörung,
eine m
ittelgradige depressive Episode bei rezidi
vierender depressiver Störung und eine episodische paroxysmale
Angst (Panik
störung) aufgeführt
.
S
pätestens
seit
dem stationären psychiatrischen Aufenthalt im Februa
r 2014 sei vom Beginn einer bis
anhin anhaltenden und vollständigen Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkei
t auszugeh
en
(
Ziff.
53).
Die die Rente der Invalidenversicherung begründende Invalidität sei ausschliesslich psychisch bedingt und für eine Bejahung des sachlichen Zusammenhanges zur Beklagten 1 müsste sich die psychische Störung der Klägerin
bereits
während der Versiche
rungszeit manifestiert und das Krankheits
geschehen erkennbar mitgeprägt haben (
Ziff.
57). Die Klägerin vermöge aber nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit darzutun
, dass ihr psychisches Leiden, welches letztlich
zur Invalidität
geführt habe
, das Krankheitsgeschehen ab Dezember 2010 bzw. November 2012 mit
geprägt
und sich bereits während der Anstellung der Klägerin bei der
Y._
bzw. Spitex
A._
erkennbar manifestiert habe.
Der sachl
iche Zusammenhang zur damaligen
Arbeitsunfähigkeit während der jeweiligen Versicherungszeit b
ei der Beklagten
1
und der viel
später eingetretenen Invalidität
sei damit zu verneinen (
Ziff.
59).
In der Zeit nach Beendigung der
Versic
herung
bei der Beklagten 1 und
vor Februar 2014, dem Zeitpu
nkt in dem
gemäss medizinischer Akten die
dauerhaft
eingeschränkte
Arbeitsfähigkeit
festgehalten wurde,
habe
die Klägerin
bei verschiedenen Arbeitgebern ohne dauerhafte krankheitsbedingte Unterbrüche
Erwerbs
tätigkeiten
ausüben können. Auch während der Dauer
de
r jeweiligen Arbeitslosigkeitsp
erioden
sei
von
einer Arbeitsfähigkeit auszugeh
en, denn die
Perioden der Stellenlosigkeit seien
nicht aus gesundheitlichen Gründen, sondern im Nach
gang zur Beendigung befristeter
Anstellungen ein
getreten
.
N
ebst dem sachlichen
sei damit
auch der zeitliche Zus
ammenhang als nicht gegeben anzu
sehen (
Ziff.
66 ff.).
2.2.2
Die Beklagte 2
machte geltend
, die Klägerin
habe am 1
2.
O
ktober 2011 eine Anstellung beim
Zentrum
Z._
angetreten und
sei bei ihr vorsorgeversichert gewesen.
Während dieser Anstellung habe die Klägerin berufsbegleitend Eingliederungs
mass
nahmen bei der
Stiftung
G._
absolviert, welche die Invaliden
versicherung verfügt habe. Das Arbeitsverhältnis sei von der Klägerin per 3
1.
Juli 2012 aufgekündigt worden (
Ziff.
5).
Aus dem
C._
-Gutachten
ergebe
sich, dass die psychiatrischen Diagnosen den Gesundheitsschaden q
ualifizierten
, welcher zur Arbeits- und zur Erwerbsunfähigkeit
geführt habe (
Ziff.
20). Dieses Leiden habe sich
erstmals
im Zeitraum ab Juni 2013 in d
er Weise
ausgewirkt
, das
s
es zu einer
Arbeits
unfähigkeit gekommen sei
.
So sei gemäss dem Arztzeugnis der
F._
vom 2
7.
Juni 2013
eine Arbeitsunfähigk
eit im Umfang von 100
%
vom 1
8.
Juni bis 3
1.
Juli 2013
und
später
auch
im Bericht von
Dr.
med.
H._
, und der Psychologin
lic
. phil.
I._
vom
5.
November 2013
attestiert worden
,
bevor es
dann vom 28.
Februar bis zum
3.
April 2014 zu
r
stationären Behandlung in der
F._
gekommen sei. Das psychische Leiden habe sich somit ab Juni 2013 ausgewirkt (
Ziff.
22 f.). Di
e Arbeitsunfähigkeiten zwischen
2010 und dem 3
1.
März 2013
seien
auf ein
lumbospondylogenes
Syndrom
zurückzuführen
, während d
ie späteren
Arbeitsunfähigkeiten auf eine pos
ttraumatische Belastungsstörung
, eine dep
ressive Störung und eine
Panik
störung
zurückzuführen seien
(
Ziff.
25)
.
Ein Zusammenhang zwischen diesen beiden Gesundheitsschäden sei nicht ausgewiesen. Dies decke sich insbesondere auch mit den Feststellungen gemäss
dem
C._
-
Gutachten
,
werde doch dort angegeben, dass die Klägerin aus orthopädischer Sicht seit dem 1
4.
Februar 2012 in ihrer Arbeitsfähigkeit nie längerfristig eingeschränkt gewesen sei
(
Ziff.
26)
.
Damit stehe fest, dass der Gesundheitsschaden, der zur späteren Invalidität
geführt habe
, frühestens im Juni 2013 und damit in einem Zeitpunkt eingetreten sei als die Klägerin bereits seit rund 12 Monaten nicht mehr bei der Beklagten 2 versichert gewesen sei
(
Ziff.
27)
.
Auch
der zeitliche Konnex
sei nicht gegeben. E
chtzeitlich bescheinigte Arbeitsunfähigkeitsatteste
,
die in den versicherten Zeit
raum fielen,
seien nicht vorhanden.
G
emäss
dem
C._
-
Gutachten
ergebe
sich auch
,
dass die Klägerin
aufgrund der orthopädischen-/
traumatologischen
Dia
g
nosen
mit Ausnahme
von
stationären Aufenthalte
n
,
die
ebenfalls
nicht in den versicherten
Zeitraum
fielen,
in welchem die Klägerin beim Zent
rum
Z._
gearbeitete habe,
in der Arbeitsfähigkeit
seit Februar 2012 nicht eingeschränkt gewesen sei
(
Ziff.
30)
.
Eine erneute Arbeitsunfähigkeit aufgrund der Rückenproblematik
sei
erst
am 2
9.
Januar 2013 wieder auf
getreten und zu
diesem Zeitpunkt
sei
die Klägerin nicht mehr bei
ihr
versichert
gewesen
(
Ziff.
33).
2.2.3
Die Beklagte 3
führte aus (
Urk.
10
)
,
die Klägerin habe von Ende April
bis zum 24.
August 2010
, während acht
Tage
n
im September/Oktober 2011 und von April
bis 1
7.
Juli 2013 Taggeld
er der Arbeitslosenversicherung
bezog
en
und sei bei ihr in der beruflichen Vorsorge versichert gewesen
(
S. 6
)
.
Stelle die Vorsorgeeinrich
tung auf die invalidenversicherungsrechtliche Betrachtungsweise ab, müsse sich die versicherte Person diese entgegenhalten lassen, soweit diese für die Fest
legung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entscheidend gewesen sei, und
zwar ungeachtet dessen, ob der Vorsorgeversicherer im IV-Verfahren beteiligt war oder nicht.
Die IV-Stelle
habe in ihrem Entscheid
ausgeführt
, dass die Klägerin seit Februar 2014 in ihrer Tätigkeit als Sekretärin/MPA eingeschränkt sei und die Wartezeit auf diesen Zeitpunkt eröffnet.
Im Februar 2014 sei die Klägerin
jedoch
nicht bei
ihr
(Beklagte
3
)
versichert gewesen und die
Klage
sei deshalb
bereits
gestützt auf den IV-Entscheid abzuweisen
(S. 10).
I
m Februar 2011 sei eine erste IV-Anmeldung erfolgt, da die Klägerin aufgrund von Rücken
beschwerden in ihrer Tätigkeit als
FaGe
eingeschränkt gewesen sei. In der Folg
e hab
e
die IV-Stelle
die Umschulung zur MPA unterstützt und mit
Verfügung vom 1
4.
Februar 2012
sei
das Vorliegen einer Invalidität verneint und das Leistungs
begehren abgewiesen
worden
.
Aus
den Akten ergebe
sich
aber
, dass die Klägerin ab 22.
Dezember 2012 und somit während der
befristeten Anstellung als
FaGe
bei der Spitex
A._
erneut arbeitsunfähig
geworden sei
. Bis zum Ende der
Anstellung am 3
1.
März 2013
habe
sie den bisherigen Beruf als
FaGe
gesundheitsbedingt nicht
wieder
aufnehmen
können
.
Auch in der Folge
sei
die Tätigkeit als
FaGe
nicht mehr möglich
gewesen, so dass die Arbeitsu
nfähigkeit, welche zur Invali
dität
geführt habe
, spätestens i
m Dezember 2012
eingetreten sei
.
Aus den
psychiatrischen Berichten ergebe
sich zudem, dass die Diagnosen seit 2009 bzw. 2010
bestanden
respektive sich entwickelt hätten
u
nd sich demnach die Frage stelle
, ob die Arbeitsunfähigkeit nicht wesentlich
früher begonnen habe.
So sei in den Akten belegt, dass die Klägerin ab 2
2.
Dezember 2012 bis mindestens 3
1.
März
2013 vollständig arbeitsunfähig und
in der Folge arbeitslos gewesen sei, weshalb sie ihre Arbeitsfähigkeit weder in der bisherigen noch in einer anderen Tätigkeit habe unter Beweis stellen müssen. Von den fehlenden echtzeitlichen Arztzeugnissen könne deshalb nicht auf eine volle Arbeitsfähigkeit geschlossen werden. Bereits ab
1.
Mai 2013 sei aber erneut ein echtzeitliches Arztzeugnis vorgelegen, welches der Klägerin eine Arbei
tsfähigkeit von 50
%
attestiert habe
und ab Juni 2013 seien in kurzer Abfolge psychiatrische
Hospitalisationen
erfolgt. Zwar scheine sich der Gesundheitszustand der Klägerin nach der vierten
Hospi
talisation
bis 2
0.
Januar 2014
kurzzeitig stabilisiert zu haben, aufgrund der Vorgeschichte und dem schweren Krankheitsverlauf
könne
daraus jedoch nicht der Schluss gezogen werden, sie sei von November 2013 bis Ende
Januar 2014 voll arbeitsfähig gewesen. Insbesondere
habe
nicht mit einem dauerhaften Wiedererlangen
der Ar
beitsfähigkeit gerechnet werden können (S. 10 f.). Zwar seien die beiden IV-Anmeldungen der Klägerin aufgrund von Rückenbeschwer
den erfolgt und die Invalidenrente letztlich wegen psychischen Beschwerden zugesprochen worden.
Es sei jedoch a
us den Akten ersichtlich, dass es bereits ab 2010 zunehmend zu einer depressiven Entwicklung
gekommen sei
und sich die Klägerin auch seit 2010 im Psychiatriezentrum
J._
und ab 2012
im Psychiatriezentrum
A._
in regelmässiger Behandlung befunden habe.
Aufgrund der Wechselwirkungen der einzelnen Leiden sei der sachliche Zusammenhang zwischen der Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen und der Invalidität erstellt. Die relevante Arbeitsunfähigkeit sei spätestens Ende 2012 eingetreten und bis zum Ende der befristeten Anstellung bei der Spitex
A._
am 3
1.
März 2013 sei die Klägerin vollständig arbeitsunfähig gewesen. In der Folge habe sie im April und Mai 2013 Taggelder der Arbeitslosenversicherung bei einer Vermitt
lungsfähigkeit von 100
%
und im Juni bis 1
0.
Juli 2013 bei einer Vermittlungs
fähigkeit von 50
%
bezogen. Selbst wenn im April und Mai 2013 entsprechend der 100%igen Verm
ittlungsfähigkeit effektiv eine
vollständige Arbeitsfähigkeit bestanden hätte,
genüge dies nicht
, um den zeitlichen Zusammenhang zu unterbrechen
und auch wenn der
Beginn d
er Arbeitsunfähigkeit auf einen früheren Zeitpunkt fest
gelegt
würde
,
sei
festzuhalten, dass die Klägerin ni
e während mehr als drei Monaten
Taggelder der Arbeitslosenversicherung bezog
en habe
. Der zeitliche Zusammenhang
sei
durch keine der drei Phasen
des Taggeld
bezuges unterbrochen worden (S. 11 f.).
2.2.4
Die Beklagte 4 stellte sich
schliesslich
auf den Standpunkt
(
Urk.
16)
,
die Klägerin sei vom 1. Januar bis 3
1.
März 2014 bei der ehemaligen Vorsorgestiftung zugunsten der
Angestellten der
D._
Gruppe
versichert gewesen, wobei die Vorsorgestiftung
am
1.
Januar 2015 durch die Beklagte
4
übernommen worden sei
. Aus den IV-Akten gehe hervor, dass sich die Klägerin ab 2011 mehrmals bei der IV angemeldet habe und es sei nicht nachvollziehbar, weshalb die IV die Wartefrist im Februar 2014 eröffnet habe. Die in Frage stehenden gesundheit
lichen Beeinträchtigungen hätten bereits früher bestanden, wobei die Klägerin nicht bei ihr (Beklagte 4) versichert gewesen sei. Auch sei das kurze Arbeitsver
hältnis bei
D._
, welches bereits während der Probezeit gekündigt worden sei, angesichts der seit Jahren bestehenden gesundheitlichen Einschränkungen als letzter gescheiterter Arbeitsversuch zu werten.
3.
3.1
Zu prüfen ist
der
Anspruch
der Klägerin
auf Invalidenleistungen der beruflichen Vorsorge
. Strittig ist d
abei in welchem Zeitpunkt die invalidisierende Arbeits
unfähigkeit eingetreten ist u
nd
ob die Klägerin in diesem Zeitpunkt bei einer
der
vier
b
eklagten
Vorsorgeeinrichtung
en
angeschlossen war.
3.2
D
ie Klägerin
weist
bei den
ins Recht gefassten
Vorsorgeeinrichtungen
die
folgen
de
n
Versicherungszeiten auf:
1.
5.
Januar bis 3
1.
Dezember 2009
(
Y._
)
; Beklagte 1
(
Urk.
12 S. 3)
2.
Ende
April bis 2
4.
August 2010
(ALV-Taggeld)
; Beklagte 3
(
Urk.
10 S. 6)
3.
1.
September
2010 bis 3
1.
August 2011 (
Y._
);
Beklagte 1
(
Urk.
12 S. 3)
4.
September und Oktober 2011 (ALV-Taggeld)
;
Beklagte 3
(
Urk.
10 S. 6)
5.
1
2.
Oktober 2011
bis
3
1.
Juli 2012
(
Zentrum
Z._
)
; Beklagte 2
(
Urk.
14 S. 3)
6.
1.
Oktober 2012 bis 3
1.
März 2013
(
Spitex
A._
)
; Beklagte 1
(
Urk.
12
S. 3
)
7.
April bis 1
7.
Juli 2013
(ALV-Taggeld)
; Beklagte 3
(
Urk.
10 S. 6)
8.
1.
Januar bis 3
1.
März 2014 (
D._
)
;
Beklagte 4
(
Urk.
16 S. 2)
.
4
.
4
.1
Dr.
med.
K._
, Facharzt für Rheumatologie und Innere Medizin, welcher im Auftrag der der Beklagten 1 am
1
8.
Juli 2011
ein Gutachten erstellte (
Urk.
20/28/5-18)
,
nannte folgende Diagnosen
(S. 11)
:
Diagnosen mit
Einfluss
auf die Arbeitsfähigkeit
1.
Chronisches
lumbospon
dylogenes
Syndrom links (ICD-10
M54.4) bei/mit
-
Wirbelsäulenfehlform/
-
f
ehlhaltung
-
Muskulärer
Dysbalance
-
Fehlstatik bei Diagnose 2
Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
2.
Adipositas WHO-Klasse
I
3.
Anamnestisch Colon
irritabile
D
ie Klägerin, die seit Abschluss ihrer Ausbildung zur Pflegefachfrau vorwiegend in der psychiatrischen
K
linik
Y._
gearbeitet habe und dabei gemäss eigenen Angaben hauptsächlich in Nachtschichten eingesetzt worden
sei
, beklage ein chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom, in dessen Folge sie ihrer zuletzt ausgeübten Tätigkeit seit Dezember 2010 nicht mehr nachgehen könne. Seitens der Invalidenversicherung seien aufgrund der bereits mehrjährig persis
tierenden Rückenproblematik bereits Massnahmen zur beruflichen Umorientie
rung in eine wenig
er
rückenbelastende Tätigkeit als medizinische Praxisassisten
tin
(MPA)
eingeleitet worden.
D
ie aktuelle
n
Untersuchung
en
ergäben keine Anhaltspunkte für ein Leiden aus dem entzündlich-rheumatischen Formenkreis oder für eine
Kompromittier
ung
neuromeningealer
Strukturen
(S. 11)
.
Das arbeitsmedizinische Problem bestehe in einer persistierenden Minderung der
Belastbarkeit für Tätigkeiten mit schwe
rem Heben und Tragen von Lasten
sowie für Arbeiten in repetitiv-, rückenbelastenden Körperpositionen langdauernd
vornüber geneigt
, mit repetitiv
rumpfrotierenden Stereotypien, i
m Über
kopf
bereich sowie in ungünstigen
Haltungsmonotonien
längerdauernd rein sitzend oder r
ein stehend ohne Möglichkeit zu Ausgleichspositionen.
Die zuletzt ausge
übte Tätigkeit als Fachfrau Gesundheit in einer
psychiatrischen Klinik sollte,
soweit gemäss dem vorliegenden Stellenbeschrieb
eruierbar
,
prinzipi
ell die somatisch limitierenden
Faktoren berücksichtigen können
. Aus rheumatolo
gischer Sicht sei in einer Pflegetätigkeit in einer psychiatrischen Klinik, die den gemachte
n Vorgaben Achtung schenken könne, die Klägerin
für zu 60
%
arbeits
fähig zu erachten, während
an die
Beschwerden angepasste
Tätigkeiten
ohne Einschränkung
en
zumutbar seien
(S. 12)
.
4
.2
Die Ärzte der Uniklinik
E._
führten im Bericht vom
8.
März 2013 (
Urk.
20/43) über die
Hospitalisation
vom 2
9.
Januar bis
2.
März 2013 aus, die Klägerin sei aufgrund eines chronischen Rückenleidens zur erneuten stationären Behandlung mit dem Ziel einer intensiven
Rekonditionierung
zugewiesen worden. Klinisch stünden sei
t
Ende
des
letzten Jahre
s
wieder erneut zugenommene tieflumbale Rückenschmerzen mit Ausstrahlung in das li
nke dorsale Bein im Vordergrund.
Im Rahmen einer multimodalen rheumatologischen Komplexbehandlung
und
ein
em intensiven
Physiotherapieprogramm habe die Klägerin gut profitieren
können und
subjektiv
habe
eine Besserung der Beschwerdesymptomatik um
50
% erreicht werden können. Objektiv habe sich eine verbesserte körperliche Belast
barkeit sowie ein verbesserter Umgang mit
den
Schmerzen gezeigt.
Es werde der Klägerin eine Arbeitsunfähigkeit v
on 100
%
vom 2
9.
Januar bis 17.
März 2013 attestiert. Danach sei es als realistisch zu erachten, dass sie wieder eine zumindest 50%ige Arbeitsfähigkeit für eine sehr leichte wechselbelastende Tätigkeit mit dem Ziel einer sukzessiven Steigerung im weiteren Verlauf erreichen könne.
4
.3
Dr.
K._
, Facharzt für Anästhesiologie und Schmerztherapie
,
w
ies anlässlich seiner ambulanten
Behandlungen vom 2
3.
un
d 2
5.
Mai 2013 (Bericht vom 16.
Februar 2014 [
Urk.
20/101/1-7
]
)
auf eine
Magenbypass
Operation im
Juni 2012
und
einer seitherigen
Gewichtsabnahme
von 37 kg hin. Schmerzen kenne die Klägerin schon seit Jahren. Unter intensiver Physiotherapie, Gewichtsreduk
tion nach Magen Bypass-Operation hätten sich diese Schmerzen zurückgebildet
, so
dass die Klägerin zwischenzeitlich schmerzfrei gewesen sei. Nach einem Sturz im Winter 2012 seien die Schmerzen wieder aufgetreten (S. 3).
Das MRI der LWS sei völlig unauffällig, was jedoch nicht heisse
,
das
s
die Klägerin kein
e
Schmerzen habe. Der sekundäre psychovegetative Erschöpfung
szustand sei bei längerfris
tigem Schmerz-
Syndrom typisch (S. 4).
4
.4
Im Austrittsbericht der
F._
vom
1
1.
Oktober 2013
(
Urk.
20/76/10-15)
über die
Hospitalisation
vom
1
8.
Juni bis
8.
August 2013 wurde
auf den erstmaligen
freiwilligen Klinikeintritt nach Zuweisung durch das Psychiatriezent
rum
J._
hingewiesen
. Zuweisungsgrund seien anhaltende Rücken
schmerzen mit steigen
dem Konsum von Schmerzmitteln
sowie die Zunahme einer depressiven Symptomatik
gewesen
. Im sub
jektiven Empfinden würden
Schlaf
störungen trotz Schlafmittelkonsum, innere Anspannung, Zitter
n durch selb
ständiges Weglassen
von
Oxycodon
, mangelnde Tagesstruktur aufgrund
von
Arbeitslosigk
eit, anhaltende Rückenschmerzen
mit ins linke Be
in ausstrahlenden Beschwerden, N
iedergeschl
agenheit mit starkem Energiemangel
und Weinerlich
keit
angegeben
.
Die Klägerin
habe vor einem Jahr 108 kg gewoge
n, habe nach einer Magenbypass
-O
peration ca. 40 kg abgenommen und wiege jetzt 72 kg
(S. 1). Bei
d
er Klägerin sei eine schwere depressive Episode im Rahmen einer rezidivierenden depressiven Störung bei bekannter anhaltender somatoformer Sch
m
erzstörung mit konsekutiver
Opioidabhängigkeit
zu
diagnos
tizieren
. Die schwere depressive Episode zeige sich in Form von niedergeschlagener Stimmung, Interesselosigkeit, vermindertem Antrieb, Verlust des Selbstwert
gefühls, Konzentrationsstörungen, innerer Unruhe, suizidalen Gedanken, Durch
schlafstörungen, sozialem Rückzug und
Anhedonie
sowie Grübeln und Gedankenkreisen (S. 4). Aufgrund der psychiatrischen Diagnosen sei eine Anmel
dung bei der IV aufgegleist worden. Am 1
9.
August 2013 habe ein Wiedereintritt zur Fortführung des
Oxycodon
-Abbaus stattgefunden. Der Wiedereintritt sei nach elektiver Lapar
o
skopie bei Verdacht auf innere
Herniation
bei Status nach Magenbypass
mit
operative
r
Sanierung
am 1
6.
August
2013
erfolgt
. Bei Eintritt
habe sich erneut eine depressive
Symptomatik mit niedergeschlagener Stimmung, Gedankenkreisen, Hilflosigke
its- und Überforderungsgefühlen
sowie Zukunfts
ängsten
gezeigt
. Die Abhängigkeitsproblematik
habe sich besonders in
innerer Unruhe und gedanklicher Einengung auf den Substanzgebrauch
geäussert. Im
Verlauf
sei
es zur Trennung
vom
Lebenspartner
gekommen
, was die
depressive Symptomatik zeitweilig
verstärkte
habe
.
4
.5
Im von der IV-Stelle veranlassten
polydisziplinären Gutachten
des
C._
vom 29
.
September 2017
,
basierend auf psychiatrischen, orthopädischen und internis
tischen Untersuchungen
,
wurden folgende Diagnosen festgehalten
(
Urk.
20/192 S. 19 f.)
:
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
1.
Posttrau
matische Belastungsstörung (ICD-
10 F43.1)
2.
Mittelgradige depressive Episode bei rezidivier
ender depressiver
Störung (ICD-
10 F33.1)
3.
Episodisch paroxy
smale Angst (Panikstörung) (ICD-
10 F41.0)
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (letzte Tätigkeit)
1.
Status nach Opiat-Abhängigkeit (
ICD-
10
F13.20
)
2.
Rezidivierendes
pseudoradikuläres
Lumbalsyndrom
3.
Senk-Spreizfuss beidseits
4.
Zustand nach Adipositas und bariatrischer Operation
-
Präoperativ Adipositas mit BMI von 35 kg/m2
-
Laparoskopischer
proximaler Roux-y-Magenbypass 1
9.
Juni 2012
-
Laparoskopischer
Verschluss einer Petersen-Herni
e 1
6.
August
2013
-
Aktuell BMI 25.8 kg/m2
5.
Zustand nach
Hemithyreoidektomie
bei
eingebluteter
Schilddrüsenzyste
am 1
5.
Juni
2017
6.
Verdacht auf Laktoseintoleranz, DD Reizdarmsyndrom
Die Klägerin sei auf unterschiedlichen kognitiven und psychischen und auch praktischen Ebenen erheblich beeinträchtigt. Die psychomentale Ausdauer und Belastbarkeit
seien erheblich eingeschränkt. D
ie
Klägerin
verfüge über keine ausreichende psychische Stabilität und es sei jederzeit mit einer erneuten und auch massiven psychischen Dekompensation zu rechnen, dies bereits bei Anhäu
fung von Stressoren, die objektiv nicht gross sein müssten. Hinzu komme, dass eine Rückkehr in den betreuerischen/pflegerischen Bereich in Anbetracht ihrer psychiatrischen Vorgeschichte vorerst nicht in Betracht gezogen werden sollte, sodass ihr insgesamt in ihrer angestammten/letzten Tätigkeit keine Arbeitsfähig
keit attestiert werden könne (Arbeitsunfähigkeit 100
%
). Eine Differenzierung zwischen der angestammten und einer leidensadaptierten Tätigkeit sei aktuell nicht sinnvoll, da in der jetzigen (und vorerst anhaltenden) psychischen Ver
fassung der Klägerin die Einschränkungen der psychomentalen Ausdauer und Dauerbelastbarkeit auch für jede andere Tätigkeit relevant wären.
Ortho
pädi
sch
traumatologisch
bestehe aufgrund des aktuellen klinischen und radiolo
gischen Untersuchungsbefundes keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit und auch im Fachgebiet der Inneren Medizin lieg
e
keine Erkrankung vor, welche die Arbeitsfähigkeit beeinträchtige
(S. 20)
.
Zum Verlauf hielten die Experten fest, die Klägerin sei von Januar bis März 2013 orthopädisch und
von
Juni bis Oktober 2013 (mit nur kurzen Unterbrechungen) psychiatrisch hospitalisiert gewesen. Zwischen diesen beiden Phasen habe keine Arbeitsunfähigkeit bestanden. Seit spätestens dem stationären psychiatrischen Aufenthalt im Februar 2014 sei vom Beginn einer bis anhin anhaltenden und vollständigen Arbeitsunfähigkeit in der bisheri
gen Tätigkeit auszugehen (S. 21)
.
Vor Beginn des psychischen Leidens (Entwicklung im Laufe des Jahres 2013, erste
Hospitalisation
Juni 2013) habe eine volle Belastbarkei
t bestanden (S. 27
).
Im Jahre 2012 habe es keine psychiatrischen Klinikaufenthalte gegeben und die Klägerin sei bis Juli 2012 als medizinische Praxisassistentin an einem medizi
nischen Zentrum tätig gewesen. Dann sei die Operation eines Magenbypasses erfolgt. Psychiatrische Gründe für eine Arbeitsunfähigkeit in dieser Zeit scheine es nicht gegeben zu haben. Sie sei dann auch von Oktober bis Dezember 2012 als Fachfrau Gesundheit in einer Spitex beschäftigt gewesen. Der Rehabilitationsauf
enthalt an der Uniklinik
E._
sei wegen Rückenschmerzen im Februar/März 2013 erfolgt.
Dann sei es v
on Juni bis August 2013 zum ersten
,
bald darauf zu einem weiteren und danach
bis Oktober 2013 erneut zu einem
psychiatrischen station
ären Aufenthalt gekommen.
Bis Ende 2013 scheine
es dann zu einer gewissen Stabilisierun
g gekommen zu sein, sodass sie a
nfang
s
2014 als medizi
nische Praxi
sassistentin im Sekretariat von
D._
eine Anstellung angetreten
habe
, diese
allerdings nach drei Wochen
wieder
habe
abbrechen
müssen
. Seit dieser Zeit
sei
es zu wiederholten
stationären und tei
lstationären Klinikaufent
halten gekommen und
eine brauchbar
e und längerfristige psychische
Stabilität
habe
es in dieser Zeit nicht gegeben, so dass ab dann eine
durchgehende Arbeits
unfähigkeit
bi
s aktuell angenommen werden müsse (S. 28 f.).
5.
5
.1
Aufgrund der Neuanmeldung zum Leistungsbezug
bei der Invalidenversicherung vom
5.
April 2013 (
Urk.
20/45 vgl. auch
Urk.
20/69) konnte e
in invalidenver
sicherungsrechtlicher Rentenanspruch gemäss
Art.
29
Abs.
1 IVG frühestens im
Oktober 2013
entstehen, sofern in diesem Zeitpunkt die Wartezeit nach
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG erfüllt war. Die IV-Stelle setzte den Beginn des Wartejahres auf
Februar 2014
fest
(
Urk.
20/239/1)
.
Damit liesse sich eine Bindungswirkung an die Feststellungen der Organe der Invalidenversicherung in Bezug auf den Zeitpunkt des Eintritts der invalidisie
renden Arbeitsunfähigkeit einzig gegenüber der
Beklagt
e
n
4
herstellen
, da die Klägerin im Februar 2014 bei ihr
versichert
war
. Dass
die Beklagte 4
ins
Vorbe
scheidverfahren
einbezogen und ihr die Rentenverfü
gung formgültig eröffnet wurde, ist indes nicht aktenkundig, sodass eine Bindungswirkung ihr gegenüber entfällt.
Damit entfällt eine Bindungswirkung grundsätzlich und der Eintritt der massgeblichen Arbeitsunfähigkeit ist im Hinblick auf die leistungspflichtige Vorsorgeeinrichtung einer freien Prüfung zu unterziehen (E. 1.5 hiervor).
Insofern die Beklagte 3
eine Bindungswirkung
aus dem Umstand
herleiten möchte
,
dass
die
Klägerin
im IV-Verfahren
berechtigt war
,
den Entscheid mit dem Begehren anzufechten,
das Wartejahr sei auf einen anderen Zeitpunkt festzusetzen
(vgl.
E
.
2.2.3),
kann
ihr
nicht gefolgt werden
.
Eine solche «Drittwirkung»
könnte
der Klägerin nur dann
entgegen
gehalten werden,
wenn
der IV-Entscheid
hinsichtlich de
s
Eintritt
s
der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit
gegenüber einer
weiteren
Vorsorgeeinrichtung
Bindung
swirkung entfalten würde
respektive die
diesfalls
zum Zuge kommende
Vorsorgeeinrichtung auf die invalidenversicherungsrecht
liche Betrachtungsweise
abstellt
, was vorliegend nicht der Fall ist.
5.2
Die IV-Stelle stützte
sich
in ihrem Entscheid
auf die Beurteilung im Gutachten des
C._
ab (vgl.
Urk.
20/197/13 f.). Die
Rentenzusprache
erfolgte damit (einzig) aufgrund des
psychischen Leidens.
Es
wurde
davon aus
gegangen
, dass diesem Leiden nach gescheiterter Anstellung als medizinische Praxisassistentin im Sekretariat von
D._
aufgrund des stationären psychiatrischen Aufenthalt ab Februa
r 2014 rechtliche Relevanz zugekommen war
.
Dabei
wurde
die
Arbeitsun
fähigkeit
damit begründet,
dass
die Klägerin
in ihrer
psychoment
ale
n
Ausdauer und Belastbarkeit
als
erheblich eingeschränkt
erachtet wurde
,
über keine aus
reichende psychische Stabilität
mehr
verfüg
t
e
und
jederzeit
mit
einer psychischen Dekompensation
gerechnet
werden musste
, wobei
bereits
die
Anhäufung von Stressoren
aus
reiche
, die
objektiv
betrachtet
nicht
erheblich
sein
mussten
(vgl.
E. 4
.5 hiervor)
.
Insoweit ist die medizinische Einschätzung nachvollziehbar und wird zu Recht von keiner Partei in Zweifel gezogen.
Hinsichtlich des
Verlauf
s
der psychischen Symptomatik ist aktenkundig, dass
es
nach einer
solchen
Dekompensation
zum
erstmaligen stationären Aufenthalt in der
F._
vom
1
8.
Juni bis 8.
August 2013
(E. 5.4)
kam
und im
Anschluss daran
weitere
ps
ychiatrische
Hospitalisationen
in der
F._
folgten
. S
o vom
19.
August bis
9.
September und
vom
7.
bis 2
5.
Oktober 2013 sowie
vom 28.
Februar bis
3.
April und vom
8.
Mai bis 2
4.
Juni 2014 (vg
l.
Urk.
20/171/3).
5.3
Von somatischer Seite her
legten
die
C._
-Gutachter
unter Bezugnahme auf die klinischen und
radi
ologische
n
Untersuchungen
dar, dass
weder aus
o
rthopä
discher
noch internistischer Sicht Befunde
zu
erheben
waren
, welche in einer rückenadaptierten Tätigkeit
eine
dauer
hafte
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
begründeten
. Dabei wurde
auch
einleuchtend aufgezeigt, dass
sich
die vermin
derte Rückenbelastbarkeit
bei Adipositas
in der Vergangenheit
je nach beruflicher Anforderung mehr oder minder leistungseinschränkend ausgewirkt hat
. Akten
kundig
sind
in diesem Zusammenhang
langjährige Rückenbeschwerden, die unter anderem bereits im Jahr 2006 zu einer
Hospitalisation
in der
K
linik
Y._
(vgl.
Urk.
20/14/3),
ein
em
stationären
Klinikaufenthalt im Juni 2012
zur Magenbypass Operation
mit anschliessender Gewichtsabnahme von 37 kg sowie zu einer
stationären Behandlung in der Uniklinik
E._
vom
2
9.
Januar bis
2.
März 2013
mit dem Ziel eine
r intensiven
Rekonditionierung
geführt haben (vgl. E. 4.2 f. hiervor).
Im Weiteren waren seit dem Jahr 2005 bestehende Rücken
beschwerden auch Gegenstand der Anmeldung der Klägerin bei der Invalidenver
sicherung vom Februar 2011 (
Urk.
20/4
Ziff.
6) und vom April 2013 (
Urk.
20/45
Ziff.
6), während
psychische Beeinträchtigungen erst in einer weiteren
Anmel
dung
vom
2
7.
August 2013 (
Urk.
20/69
Ziff.
6.2
)
thematisiert wurden.
Laut Akten
kann
damit
als
erstellt
gelten,
dass
Arbeitsunfähigkeiten mit Bezug auf
das psychische Leiden
erstmals aufgrund der
e
rsten
psychiatrischen
Hospita
lisation
vom
1
8.
Juni bis
8.
August
2013
ausgewiesen sind.
Wie
die
C._
-Gutachter
zum
Verlauf
der psychischen Störung darlegten
,
sind
vor Juni 2013
weder psychiatrische
Hospitalisationen
noch psychiatrisch begründete
Arbeits
unfähigkeiten aktenkundig.
N
ach
dieser ersten psychiatrischen
Hospitalisation
war
es
mit lediglich kurzen Unterbrechungen
zu weiteren stationären
psychiat
rischen
Hospitalisation
in der
F._
bis 2
4.
Juni 2014, hernach in der Tages
klinik
L._
,
nach der Geburt
des
Kindes im April 2015
in der stationären Mutter-Kind-Behandlung
M._
und
später
zu weiteren psychiatrischen Klinikaufenthalten gekommen (vgl.
Urk.
20/171/3).
5.4
E
in sachlicher Konnex
zwischen den
vor dem 1
8.
Juni 2013 attestierten Arbeits
unfähigkeiten und dem
invalidisierenden Gesundheitsschaden
ist damit
nicht
ausgewiesen
.
Die von der Klägerin in diesem Zusammenhang vorgebrachten und an das Unfallversicherungsrecht angelehnten
Kausalitätsüberlegung
en
sind berufsvorsorgerechtlich
nicht relevant.
Der sachliche Konnex ist damit ab 18. Juni 2013, mithin im Zeitpunkt als die Klägerin durch den Bezug von Arbeitslosentaggelder bei der Beklagten 3 vorsorgeversichert war, erstellt.
5.5
In zeitlicher Hinsicht stellt sich die Frage, ob die Klägerin aufgrund der Anstel
lung bei der
D._
per
1.
Januar 2014
ihre
Arbeitsfähigkeit nicht
in der Weise wieder
erlangt
hat, dass von einem Unterbruch des
zeitliche
n
Konnex
es
auszuge
hen ist. Diesbezüglich blieb unbestritten, dass der Arbeitgeber der Kl
ägerin bereits nach drei Wochen und
noch in der Probezeit gekündigt hatte. Überdies fällt die
Hospitalisation
in der
F._
ab
2
8.
Februar bis
3.
April
in diesen Zeitraum. E
ine Unterbrechung des zeitlichen Zusammenhangs
durch die Erwerbsaufnahme bei der
D._
kann damit nicht
angenommen werden.
5.6
Damit steht fest, dass die invalidisierende Arbeitsunfähigkeit während der Dauer des Vors
orgeschutzes bei der Beklagten 3
eingetreten und diese leistungspflichtig ist.
6.
6.1
Der von der IV-Stelle ermittelte
abgestufte
Invaliditätsgrad von 100
%
(ganze Rente ab
1.
Februar 2015) und 63
%
(
Dreiviertelsrente
ab
1.
September 2017;
Verfügung
en vom 3
0.
April und 1
5.
Mai 2018 [
Urk.
20/239/1-2,
Urk.
20/251 und
Urk.
20/252])
ist aufgrund d
er Akten ausgewiesen und wurde
von den Parteien zu Recht nicht in Zweifel gezogen. Somit hat die Klägerin Anspruch auf eine
entsprechende Invalidenrente der Beklagten 3
.
6.2
Die
Kläger
in
beantragte die Ausrichtung der Leistungen
spätestens
ab
1.
Februar 2015 zuzüglich Zins von 5
%
ab Klageanhebung.
Gemäss
Art.
23
Abs.
1
der Allgemeinen Bestimmungen des Vorsorgereglements der Beklagten
3
(identisch in den Ausgaben 01.0
1.2014 - 01.01.2020, vgl.
Urk.
11/6
und abrufbar unter https://doc.a
eis.ch/docs/pdfs/1665.pdf) beginnt der Anspruch
auf die Invalidenrente gleichzeitig wie derjenige auf die Invalidenrente
der IV,
frühestens jedoch nach Erschöpfung der Taggelder aus einer Krankenver
sicherung oder der Unfallversicherung nach UVG, sofern diese mindestens 80
%
des Lohnes entsprechen und mindestens zu 50
%
vom Arbeitgeber finanziert wurden.
Dass die Klägerin im Februar 2015 noch Taggelder aus einer
Krankenversicherung oder der Unfallversicherung
bezogen hat
,
ist nicht aktenkundig.
Der Beginn des Rentenanspruchs bei der Beklagten
3 ist dementsprechend ab
1.
Februar 2015
festzulegen
.
Auf Invalidenleistungen sind Verzugszinsen geschuldet, wobei grundsätzlich
Art.
105
Abs.
1 des Obligationenrechts anwendbar ist (BGE 119 V 131 E. 4). Danach ist der Verzugszins vom Tag der Anhebung der Betreibung oder der gerichtlichen Klage an geschuldet. Der Zinssatz beträgt 5
%
, sofern das Reglement der Vorsorgeeinrichtung keine andere Regelung kennt (BGE 119 V 131 E. 4c). Die Beklagte
3
hat in
Art.
34 der Allgemeinen Bestimmungen des Vorsorgeregle
ments (Fassung ab
1.
Januar 2014
) festgelegt, dass bei Verzug mit der Erbringung von Vorsorgeleistungen die Stiftung einen Verzugszins erbringt, der dem BVG-Zins entspricht
(vgl.
Urk.
11/6)
. Dieser beträgt 2
%
(
Art.
15
Abs.
2 BVG
i.V.m
.
Art.
12 der Verordnung über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvor
sorge
[
BVV 2
]
und
Art.
7 der Verordnung über die Freizügigkeit in der beruflichen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge
[
FZV
]
). Dementsprechend ist der Verzugszins in dieser Höhe geschuldet
.
6.3
Mit Blick darauf, dass sich die Klägerin in ihrem Rechtsbegehren eines (ziffern
mässig) konkreten Antrags betreffend Leistungsumfang
gegen die Beklagte 3
enthielt – die Klägerin
bezifferte die Höhe lediglich mit dem Hinweis auf das BVG
(
vgl.
Urk.
1 S. 17
) – bleibt die Festsetzung des gesetzlichen und reglementarischen Leistungsanspruchs in
masslicher
Hinsicht einstweilen der Beklagten
3
überlas
sen; in einem allfällig diesbezüglich sich ergebenden Streitfall stünde der Klägerin erneut der Klageweg offen (vgl. BGE 129 V 450).
In teilweiser Gutheissung der gegen sie gerichteten Klage ist die Beklagte 3 dem
zufolge zu verpflichten, der Klägerin mit Wirkung
ab
1.
Februar 2015 basierend auf einem Invaliditätsgrad von 100
%
und ab
1.
September 2017 basierend auf einem Invaliditätsgrad von 63
%
die obligatorischen und reglementarischen Invalidenleistungen nebst Verzugszins zu 2
%
seit 1
1.
Juli 2019 für die bis dahin fällig gewordenen
Rentenbetreffnisse
sowie für
die weiteren ab jeweiligem Fälligkeitsdatum
auszurichten
.
Die gegen die Beklagte 1, Beklagte 2 und die Beklagte 4
gerichtete Klage ist abzuweisen
.
7.
7.1
Gemäss
§
34
Abs.
1 und 3
GSVGer
haben die Parteien nach Massgabe ihres Obsiegens Anspruch auf den vom Gericht festzusetzenden Ersatz der Parteikosten. Dieser wird ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen.
7.2
Mit Honorarnote vom
5.
Februar 2020 (
Urk.
33
) machte Rechtsanwältin
Susanne
Friedauer
einen Aufwand von 42.8
Stunden
plus Barauslagen von
Fr.
385.20
geltend. Der Zeitaufwand erscheint
d
er Sache nicht
angemessen
. Insbesondere rechtfertigt sich der
Aufwand von 20 Stunden im Zusammenhang mit der
Replikschrift
nicht, nachdem nichts
w
esentlich
N
eues vo
rgebracht wurde. Ander
seits erscheint
auch der Aufwand mit der Klageschrift
als
unangemessen
hoch
, nachdem die gesamte medizinische
Aktenlage
im Gutachten des
C._
detailliert
aufgearbeitet
worden war
und
daraus auch
im Hinblick auf die im vorliegenden Verfahren zentrale Frage des Eintritts der berufsvorsorgerechtlich relevanten Arbeitsunfähigkeit eine widerspruchslose und zuverlässige Antwort entnommen werden konnte.
Unter Berücksichtigung der massgeblichen Kriterien
sowie der in ähnlichen Fällen zugesprochenen Beträge
erscheint
damit
- entsp
rechend einem Aufwand von rund 2
5 Stunden -
die
Zusprache
einer Prozessentschädigung für die
anwaltlich vertretene
Klägerin von
Fr.
6
‘
4
00.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) als angemessen.
Den obsiegenden Vorsorgeeinrichtungen (Beklagte 1, Beklagte 2 und Beklagte 4) ist keine Prozessentschädigung zuzusprechen (BGE 126 V 143 E. 4a mit Hinweis).