Decision ID: f167f79d-fbda-4d4f-a9af-1bc81d0e9e85
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._, geboren 1967, ist seit April 2008 bei der Y._ als Metallbauschlosser tätig (Urk. 7/23)
.
Unter Hinweis auf
Herz- und Kreislauf
be
schwerden
meldete sich
der Versicherte
am 23. Dezember 2011 bei der Invali
denversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/12). Die Sozialversicherungsan
stalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Si
tuation ab und zog Akten der Krankentaggeldversicherung bei (Urk. 7/2-3, Urk. 7/9-10, Urk. 7/28, Urk. 7/56, Urk. 7/58-63, Urk. 7/70-71, Urk. 7/75, Urk. 7/77, Urk. 7/81, Urk. 7/83-86, Urk. 7/94).
Nach durchgeführtem Vorbe
scheidverfahren (Urk.
7
/97-110) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 4. Juli 2013 einen Rentenanspruch (Urk.
7
/111
) des Versicherten
. Die dagegen erhobene Beschwerde (Urk. 7/115/3-10) wurde vom hiesigen Gericht im Verfah
ren IV.2013.00742 mit Urteil vom 24. November 2014 abgewiesen (Urk. 7/118). Die dagegen erhobene Beschwerde (Urk. 7/119/2-13) wurde vom Bundesgericht mit Urteil vom 8. Juni 2015 gutgeheissen (Urk. 7/123/1-9) und die Sache wurde an die IV-Stelle zurückgewiesen, damit diese nach erfolgter Abklärung über die Ansprüche neu verfüge.
1.2
In der Folge holte die IV-Stelle bei der Z._ ein polydisziplinäres Gutachten ein, das am 7. Dezember 2015 erstattet wurde (Urk. 7/138).
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk. 7/143-177) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 21. Februar 2017 einen Rentenanspruch (Urk. 7/178 = Urk. 2).
2.
Der
Versicherte erhob am 23. März 2017
Beschwerde (
Urk.
1)
gegen die Verfü
gung vom 21. Februar 2017 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihm mit Wirkung ab dem 1. Oktober 2012 zumindest eine Dreiviertelsrente zuzusprechen (S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 9. Juni 2017 (Urk. 6) die Abweisung der Beschwerde. Am 10. Juli 2017 wurde die PV-Promea zum Pro
zess beigeladen (Urk. 8). Mit Eingabe vom 7. September 2017 beantragte diese die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde (Urk. 11). Die IV-Stelle verzichtete am 25. September 2017 auf eine Stellungnahme (Urk. 14). Mit Eingabe vom 28. September 2017 hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen fest (Urk. 15). Dies wurde der IV-Stelle zur Kenntnis gebracht (Urk. 16). Am 20. Dezember 2017 (Urk. 17) reichte der Beschwerdeführer weitere Arztberichte (Urk. 18/1-3) zu den Akten. Mit Schreiben vom 16. Januar 2018 verzichtete die IV-Stelle auf eine Stellungnahme (Urk. 21). Die Beigeladene hielt mit Eingabe vom 8. Februar 2018 (Urk. 23) an ihrem Antrag fest. Die jeweiligen Eingaben wurden den Gegenparteien am 12. Februar 2018 zur Kenntnis gebracht (Urk. 24).

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
).
Sie kann Folge von Ge
burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursach
te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
o
der teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vor
liegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheit
lichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zu
dem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkom
men),
in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensver
gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a,
122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) gestützt auf ihre Abklärungen davon aus, dass der Beschwerdeführer in seiner ange
stammten Tätigkeit als Schlosser nicht mehr arbeiten könne (S. 1). Eine leichte bis knapp mittelschwere Tätigkeit könne er jedoch unter Berücksichtigung einer 20%igen schmerzbedingten Leistungsminderung zu 80 % ausüben. Gestützt da
rauf errechnete sie einen Invaliditätsgrad von 36 % (S. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer hielt dem beschwerdeweise (Urk. 1) entgegen, die IV-Stelle dürfe von einem versicherungsextern eingeholten Gutachten nicht abwei
chen, ohne sich hierfür zumindest auf eine fachärztliche Meinungsäusserung etwa des RAD zu stützen (S. 4 f.). Die Gutachter hätten eine 50%ige Arbeitsfä
higkeit angestammt und angepasst attestiert. Auf Ergänzungsfragen hätten die untersuchenden Gutachter ihre attestierten Arbeitsunfähigkeiten bestätigt, wo
bei Dr. A._ ergänzt habe, er könnte sich bei guter Motivation des Beschwerde
führers eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit bis 100 % vorstellen (S. 5). Die IV-Stelle habe sich bei ihrem Entscheid auf die Beurteilung durch die RAD-Ärztin B._ gestützt, die eine Fachärztin für Allgemeine Medizin/Prävention und Gesundheitswesen sei. Dies reiche nicht aus, um ein Abweichen von versiche
rungsextern eingeholten Gutachten zu rechtfertigen, da nicht ein gleicher Fach
arzttitel vorliege wie bei den kritisierten Gutachtern (S. 5 f.). Auch inhaltlich vermöge die Meinung von Dr. B._ nicht zu überzeugen. Es sei vom gemäss Vorbescheid errechneten IV-Grad auszugehen (S. 6 ff.).
2.3
Die Beigeladene führte in Übereinstimmung mit der Beschwerdegegnerin aus, es müsse von der Arbeitsfähigkeitsbeurteilung der medexperts-Gutachter aus rechtlicher Sicht abgewichen werden. Es sei von einer 100%igen Arbeitsfähig
keit in angepasster Tätigkeit auszugehen (Urk. 11).
2.4
Streitig und zu prüfen ist, wie es sich mit der Arbeitsfähigkeit des Beschwerde
führers verhält, auf welche medizinischen Berichte diesbezüglich abzustellen ist sowie die Berechnung des Invaliditätsgrades.
3.
3.1
Die Ärzte der Z._ erstatteten ihr polydisziplinäres Gutachten am 7. Dezember 2015 (Urk.
7/138/2-47
) gestützt auf die
Untersuchungen
des Be
schwerdeführers
vom 2
9. Oktober und 2. November 20
15
sowie die Akten. Sie nannten folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 47):
-
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
-
persistierender Zwerchfellhochstand rechts unklarer Ätiologie
-
Status nach offener Zwerchfellraffung rechts am 14. Februar 2013
-
persistierende restriktive Ventilationsstörung mittelschweren Grades
-
persistierende Diffusionsstörung mittelschweren Grades, korrigiert auf das ventilierte Alveolarvolumen normale CO-Diffusionskapazität
-
Status nach Aortenklappenendokarditis mit
-
mechanischem Aortenklappenersatz und Patch-Versorgung an der aorto-mitralen Kontinuität am 18. Oktober 2011
-
normale Funktion der mechanischen Aortenklappe
-
normale Auswurfsfraktion
-
normale Koronararterien (Koronarographie August 2012)
-
orale Dauerantikoaguiation mit Marcoumar
-
Endokarditisprophytaxe nach orangem Merkblatt lebenslang
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie folgende (S. 47):
-
Angst und depressive Störung gemischt (ICD-10 F41.2)
-
depressive Episode, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F32.4)
-
Adipositas Grad I
-
Verdacht auf Pseudothrombozytopenie
-
unklare GOT-, GPT-Erhöhung, seit 2012 bekannt
-
serologisch und klinisch keinerlei Hinweise für Polymyositis
Der psychiatrische Gutachter Dr. med. C._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, führte aus, der Beschwerdeführer sei während des Ge
sprächs stets wach, bewusstseinsklar und
allseits orientiert
gewesen. Es hätten
keine Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen, keine Gedächtnis- oder Merkfähigkeitsstörungen
ausgemacht werden können
.
Inhaltlich seien k
eine ab
normen Ängste
, Vermeidungsstrategien oder ungewöhnliche Befürchtungen zum Vorschein gekommen. Der Beschwerdeführer sei i
nhaltlich stark auf sein Leiden und Schmerzen konzentriert
gewesen
.
Bezüglich der Schilderung seiner Beschwerden und deren Wertung habe es im Gespräch w
idersprüchliche Aussa
gen
gegeben. Affektiv sei der Beschwerdeführer während der Gesamtdauer des Gesprächs l
eicht dysp
horisch und
klagsam
gewesen. Er h
abe
einen
enttäuschten,
unzufriedenen,
leicht verbitterten Eindruck gemacht.
Nachdem er nicht mehr als Schlosser habe arbeiten können, habe man ihn als
Hilfsarbeiter
einsetzen wol
len, was für ihn eine grosse
Kränkung
und Zumutung gewesen sei (S. 41)
.
Für jede Art von möglicher beruflicher Tätigkeit habe er eine Begründung gehabt,
wieso diese unmöglich sei und abgelehnt werde. Der Beschwerdeführer berichte, dass er wegen seiner Nervosität im Jahr 2013 eine Psychiaterin aufgesucht ha
be. Er habe jede Woche oder alle zwei Wochen einen Termin bei ihr. Die Psy
chiaterin spreche allerdings kein serbisch, weshalb die
Therapiegespräche auf Deutsch
stattfänden
, wobe
i er selber kein Deutsch könne. Die Praxisgehilfin könne serbisch, so dass sie im Bedarfsfall zu Hilfe gerufen werde (S. 42 oben). Die Ausprägung der
chronischen Schmerzstörung mit somat
ischen und psychi
schen Faktoren
sei leicht
(S. 43 f.)
. Es bestünden psychosoziale Faktoren,
die es abzugrenzen gelte. Der Beschwerdeführer
sehe sich als Opfer der Umstände. Seine Motivation für eine
berufliche
Umschulung
beziehungsweise Wiederauf
nahme einer beruflichen Tätigkeit
sei schwach. Es sei auch der Eindruck ent
standen, dass er seine Beschwerden verdeutliche oder sogar bewusst aggraviere, um seine Erwartung zu kommunizieren
(S. 44 oben)
.
Im Gespräch hätten sich mehrmals Diskrepanzen bei den Aussagen des Beschwerdeführers bezüglich sei
ner Beschwerden gefunden.
Die festgestellten ges
undheitlichen Probleme im psychischen Bereich seien für die Arbeitsfähigkeit
nicht von erheblicher Bedeu
tung. Die Reduktion der A
rbeitsfähigkeit
auf Grund dieser Beschwerden allein sei nur leicht
(S. 45 oben)
.
Die chronische Schmerzstörung beeinträchtige seine Fähigkeit zur Anpassung an Regeln und Routinen kaum. Die Fähigkeit zur Pla
nung und Strukturierung sei uneingeschränkt.
Die
Flexibilität und Umstellungs
fähigkeit seien minim beeinträchtigt.
Die
Durchhaltefähigkeit sei leicht einge
schränkt
(S. 45 Mitte)
.
Als Schlosser sei der B
eschwerdeführer
zu 80
%
arbeits
fähig.
Die
Reduktion sei Folge der Irritation durch die Schmerzen und der dadurch verursachten Ablenkung und leicht erhöhten Zeitaufwand.
Der
Beginn der A
rbeitsunfähigkeit
sei
auf den 17. Oktober 20
11 (Herz
operation
)
zu legen
. Dies gelte für jede körperlich zumutbare Tätigkeit
(S. 45 f.)
.
Der k
ardiologische
G
utachte
r
Dr. med. A._, Facharzt für Kardiologie, führte aus
(
Urk.
7/138/57-59)
,
anhand der a
ktuellen Untersuchung sei der Beschwerdeführer
sehr gut kardial behandelt. Unklar sei, warum er in der Sprechstunde imm
er tachykard gewesen sei. Der Beschwerdeführer
habe
nach der Herz
operation
eine
primär erfolgreiche Rehabilitation gehabt
, habe aber dennoch seine Arbeit nie mehr aufnehmen können.
Die Zwerchfelloperation
ha
be subjektiv wenig gebracht
(S. 2)
.
Im Anschluss an die
Aortenklappen
en
dokar
ditis
und die Herz
operation 2011
sei
d
er
Beschwerdeführer
n
icht mehr arbeits
fähig gewesen.
Im Beruf als Schlosser mit schwerer körperlicher Arbeit sei aus rei
n kardiologischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit
von 50
%
zu postulieren,
wo
bei insbesondere
Tragen von schweren Lasten und strenge körperliche Arbeit und Arbeit mit Verletzungsmöglichkeiten (wegen Blutverdünnung)
zu verm
e
i
den seien
.
In einer adaptierten Tätigkeit ohne Heben schwerer Lasten und ohne grössere Verletzungsgefahr bei Blutverdünnung sei eine A
rbeitsfähigkeit
zu 50
%
möglich
. Diese
Angaben würden seit Anschluss an die Reha
bilitation
gel
ten
(S. 3)
.
Die pneumologische Gutachterin Dr. med.
D._
,
Fachärztin für Pneumologie und für Allgemeine Innere Medizin, führte aus
(
Urk.
7/138/66-69)
, der Beschwerdeführer
beklage aktuell chronische Schmerzen im Bereich der Thorakotomienarbe und der rechten Thoraxseite
. Z
udem
bestehe auch eine
ge
wisse Anstrengungsdyspnoe bis Ruhedyspnoe bei Rücken- und linker Seitenla
ge.
Der
Schlaf sei
durch die Symptomatik
ausserordentlich stark eingeschränkt
(S. 1 f.)
.
N
ach klinischem Untersuchungsbefund und Bodyplethysmographie
hi
elt die
Gutachterin
bei etwas eingeschränkter Kooperation, schmerzbedingt, eine mittelschwere restriktive Ventilationsstörung und eine mittelschwer redu
zierte Co-Diffusionskapazität fest, die
jedoch
auf das ventilierte Alveolärvolu
men normal sei. Auch ein Röntgen
der Thorax wurde durchgeführt. Die Zwerch
fellraffung im Jahre 2013
habe nicht das gewünschte Resultat erbracht
. Der
Zwerchfellhochstand sei verblieben sowie auch
die
restriktive Pneumopathie. Von den Beschwerden her habe
der Beschwerdeführer profitiert, doch bestünden
nach wie vor
eine
Anstrengung- bis Ruhedyspnoe und thorakale Schmerzen
(S. 2).
Au
s
pneumologischer Sicht sei der
Beschwerdeführer
sicherlich mittelschwer in seiner A
rbeitsfähigkeit
eingeschränkt. Mit der oben beschriebenen pulmona
len Einschränkung sei der B
eschwerdeführer
in seiner A
rbeitsfähigkeit
als Schlosser zu 50
%
eingeschränkt ab 201
1.
In einer körperlich kaum belastenden Tätigkeit mit häufigen Pausen
werde
die A
rbeitsfähigkeit
auf 60
%
ein
geschätzt (S. 3 oben)
.
Betreffend Zwerchfellhochstand seien die therapeutischen Mass
nahmen bereits ausgeschöpft worden. Eine
Inhalationstherapie bringe
in dieser Situation leider
nichts.
Eine k
örperliche regelmässige Bewegungstherapie zur Verbesserung der Kondition und der physischen Belastbarkeit
wäre sinnvoll
(S. 3 Mitte)
.
Polydisziplinär seien bezüglich der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätig
keit als Schlosser die kardiologische und pneumologische Beurteilung führend. Die Arbeitsfähigkeit betrage somit 50 % bezogen auf ein 100%iges Pensum seit der Herzoperation im Oktober 2011 (S. 51 f.).
Die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit sei aus kardiologischer
Sicht
zu
50
%,
aus pneumologischer Sicht
zu
60
% und
aus psych
iatrischer
Sicht
zu
80
% möglich
. Polydisziplinär
sei deshalb von einer
50%
igen
A
rbeitsfähigkeit auszugehen (S. 52 Mitte).
3.2
Dr. med. E._, Facharzt für Anästhesiologie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin, nahm am 14. Dezember 2015 Stellung (Urk. 7/141/2) und führte aus, die Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als Schlosser betrage seit Oktober 2011 100 % und seit Dezember 2011 50 % unter der Bedingung, dass keine schweren Lasten bewegt würden und keine schweren Arbeiten auszuführen seien. In einer angepassten Tätigkeit gemäss be
schriebenem Belastungsprofil bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % seit De
zember 2011.
3.3
Bezüglich der Konsistenz im strukturierten Beweisverfahren (Urk.
7/141/2-3
) wurde ausgeführt, dass im Gespräch
mehrmals Diskrepanzen
bei den Aussagen des Beschwerdeführers bezüglich seiner Beschwerden aufgefallen seien. Es sei auch aufgefallen, dass er trotz seines Berichts über quälende Rückenschmerzen während eineinhalb Stunden habe aufrecht sitzen können,
ohne sich gross zu bewegen
. Es sei bei der Untersuchung der
Eindruck
entstanden, dass er seine Beschwerden verdeutliche oder sogar bewusst aggraviere
.
Die Art und Weise wie der Beschwerdeführer seine Beschwerden beschrieben, während der Unter
suchung je nach Kontext stark geändert und widersprüchliche Aussagen betref
fend seiner Gesundheit gemacht habe, habe den Eindruck einer n
icht ganz glaubwürdige
n
Berichterstattung
gemacht
.
Eine g
enaue Tagesstruktur sei
aus den Erzählungen des Beschwerdeführers
nicht zu entnehmen.
Er habe eine a
b
lehnende Haltung gegenüber
der
Wiedereingliederung.
Die
Gespräche mit
der Psychiaterin fänden
auf Deutsch
statt, obwohl der Beschwerdeführer kaum deutsch spreche.
D
ie festgestellten gesundheitlichen Probleme im psych
iatrischen
Bereich seien für
die
A
rbeitsfähigkeit
nicht von erheblicher Bedeutung. Da somatisch
bereits eine
höhere Einschränkung bestehe und
die
psych
iatrischen
Einschränkungen
nur
von leichter Natur
seien,
könne auf
die
somatische Rest-A
rbeitsfähigkeit
voll abgestellt werden.
3.4
Auf die Rückfragen der Beschwerdegegnerin (vgl. Urk. 7/160) hielt der psychiat
rische Gutachter Dr. C._ am 6. September 2016 (Urk. 7/162/1-2) an seinen Ausführungen im Gutachten fest. Er ergänzte, wie aus den Beschreibungen im Gutachten geschlossen werden könne, bezweifle er die Wirksamkeit der psychi
atrischen Behandlung, die ohne eine gemeinsame Sprache stattfinde (S. 1 un
ten).
Die pneumologische Gutachterin Dr. D._ führte am 22. August 2016 aus (Urk.
7/162/3-4
),
die lungenfunktionelle Testung sei vor allem durch Thora
xschmerzen beeinträchtigt gewesen. Trotzdem habe mit eingeschränkter Koope
ration zweimalig ein praktisch vergleichbarer Wert erreicht werden können. Die Werte der Lungenfunktion seien zwar durch die Kooperation möglicherweise minimal eingeschränkt, doch reproduzierbar
(S. 1 f.)
. Eine nochmalige Durch
führung würde wahrscheinlich dieselben Schwierigkeiten aufweisen. Bei einer Zwerchfellparese sei von einer restriktiven Pneumopathi
e auszugehen, dies liege beim Beschwerdeführer
sicherlich in einem mittelschweren Ausmass vor. An
hand der Symptome, der Diagnose und der Befunde könne man sich ein Ge
samtbild machen und eine eindeutige Beurteilung erheben.
Sie halte daher an der Arbeitsunfähigkeit gemäss Gutachten fest. D
a die restriktive Pneumopathie seit 2011 bekannt sei,
sei
die A
rbeitsunfähigkeit
ab diesem Zeitpunkt so ein
zu
schätzen
(S. 2)
.
Der kardiologische Gutachter Dr. A._ nahm am 5. Dezember 2016 Stellung (Urk.
7/167
) und führte aus, d
ie 50%ige A
rbeitsunfähigkeit
sowohl bei körperlich strenger als auch bei adaptierter Tätigkeit erkläre sich aufgrund der Blutungsneigung bei oraler Antikoagulation, des schnellen Pulses, der ungenü
genden Belastbarkeit in der Fahrradergometrie und des erhöhten Risikos einer Rezidivendokarditis bei bereits einmal stattgehabter Endokarditis bei mechani
scher Herzklappe. Rein kardiologisch könne er sich eine Steigerung der A
rbeits
fähigkeit
bei guter Motivation bis 100
%
vorstellen.
3.5
Dipl. med. B._, Fachärztin für Allgemeine Innere Medi
zin/Prävention und Gesundheitswesen, RAD der Beschwerdegegnerin, nahm am 15. Dezember 2016 Stellung (Urk.
7
/169/5-6) und führte aus, die psychiatrische
Stellungnahme sei nicht zu beanstanden,
die
Argumente des Gutachters seien nachvollziehbar.
Verständlich seien
aus versicherungsmedizinischer Sicht die Einwände der Pen
sionskasse
bezüglich der
A
rbeitsfähigkeit in einer
angepasst
en Tätigkeit. Wie
derholt werde durch die untersuchenden Ärzte auf die
f
ehlende Kooperation
sei
tens des Beschwerdeführers hingewiesen. Die
nachgereichte Begründung des Kardiologen sei nicht überzeugend.
Die
letzte Bemerkung
des Kardiologen
kön
ne im Umkehrschluss keine Einschränkung der A
rbeitsfähigkeit
angepasst recht
fertigen.
In Anbetracht der Widersprüche und der nachgereichten Antworten zum Gutachten bestehe in der Tätigkeit als Schlosser eine
100%
ige
A
rbeitsunfä
higkeit
seit Okt
ober 20
1
1. In einer
a
ngepasst
en Tätigkeit bestehe eine
20%
ige
A
rbeitsunfähigkeit
seit
Dezember
2011 wegen schmerzbedingter Leistungsmin
derung.
3.6
Die Ärzte des F._ berichteten am 24. November 2017 (Urk. 18/1-2) über den Aufenthalt des Beschwerdeführers vom 23. bis 24. November 2017 und führten aus, dass sich der Beschwerdeführer mit rezidivierendem Erbrechen und Durchfall vorgestellt habe. Bei Infekt mit unklarem Fokus und laborchemi
schem Verdacht auf ein septisches Zustandsbild sei eine Therapie mit Co-Amoxicillin begonnen worden. Am Morgen des 24. November 2017 sei der Be
schwerdeführer bewusstseinsgetrübt und eingenässt vorgefunden worden. Auf Ansprache habe er keine Reaktion, jedoch eine gezielte Schmerzabwehr gezeigt. Nach konsiliarischer Beurteilung durch den Dienstarzt der Neurologie sei ein EEG erfolgt, wo sich das Bild eines nicht-konvulsiven Status Epilepticus gezeigt habe. Nach Beginn einer antiepileptischen Therapie sei die Verlegung auf die Intensivstation erfolgt. Es sei davon auszugehen, dass es sich bei der Ursache des unklaren neurologischen Zustandsbildes am ehesten um eine hepatische En
zephalopathie handle.
3.7
Die Ärzte des G._, Klinik und Poliklinik für Innere Medizin, berichteten am 8. Dezember 2017 (Urk. 18/3) über die Hospitalisation des Beschwerdeführers vom 24. November bis 7. Dezember 2017. Sie nannten folgende Diagnosen (S. 1 f.):
-
Leberzirrhose, Child C (10 Punkte)
-
Hyperammoniämie mit non-konvulsivem Status epilepticus am 24. November 2017
-
Bizytopenie
-
Status nach mechanischem Aortenklappenersatz am 18. Oktober 2011 bei Aortenklappenendokarditis lenta
-
Zwerchfellhochstand rechts
-
lower urinary tract symptoms
-
schwere depressive Störung, unter Agomelatin bis November 2017
-
Vitamin D-Mangel, unter Substitution
Sie führten aus, ursächlich für das zur Vorstellung führende encephalopathi
sche Bild sei eine Hyperammoniämie bei neu diagnostizierter Leberzirrhose im Rahmen einer NASH zu sehen. Unter Hämofiltration sowie Stuhlregulation sei der Beschwerdeführer aufgeklart. In der Gastroskopie hätten sich kleine Öso
phagusvarizen gezeigt. Der Beschwerdeführer sei in gebessertem Zustand nach Hause entlassen worden.
4.
4.1
Die Würdigung der medizinischen Akten ergibt, dass das Gutachten vom 7. Dezember 2015 (Urk. 7/138) in psychiatrischer Hinsicht für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfas
send ist. Es beruht auf für die strittigen Belange um
fassen
den und allseitigen Untersuchungen des Beschwerdeführers sowie auf ei
ner ausführlichen Anamnese und berücksichtigt die von ihm ge
klagten Be
schwerden sowie sämtliche Befunde in angemessener Weise. Sodann wurde es in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den Vorakten erstellt und trägt der konkre
ten medizinischen Situation Rechnung.
Die Ausführungen in den Beurteilungen der medizinischen Zusammenhänge sind einleuchtend und die gezogenen Schlussfolgerungen zu Gesundheitszu
stand und Arbeitsfähigkeit werden - soweit sie den psychischen Gesundheits
zustand betreffen - nachvollziehbar begründet. So begründete der psychiatri
sche Gutachter einlässlich und sorgfältig, dass die Ausprägung der
chronischen Schmerzstörung mit somat
ischen und psychischen Faktoren leicht
sei
und zu
dem
psychosoziale Faktoren
bestünden
,
die es abzugrenzen gelte. Der Gutachter machte sodann explizit auf die widersprüchlichen Aussagen und Diskrepanzen bezüglich der Beschwerden des Beschwerdeführers aufmerksam. Die Einschrän
kungen, welche sich aus den diagnostizierten Störungen ergäben, führte der Gutachter in nachvollziehbarer Weise aus und begründete diese. Schliesslich führte er aus, dass d
ie festgestellten ges
undheitlichen Probleme im psychischen Bereich für die Arbeitsfähigkeit aus polydisziplinärer Sicht
nicht von erhebli
cher Bedeutung
seien und d
ie Reduktion der A
rbeitsfähigkeit um 20 %
als Folge d
er Irritation durch die Schmerzen und der dadurch verursachten Ablenkung und leicht erhöhten Zeitaufwand
es begründet sei (vgl. vorstehend E. 3.1). Es kann darauf abgestellt werden.
4.2
Hingegen erscheint die gemäss Gutachten aus somatischer Sicht attestierte Ar
beitsunfähigkeit von 50 % sowohl für die angestammte wie auch für eine ange
passte Tätigkeit nicht nachvollziehbar.
So wird aus kardiologischer Sicht einerseits ausgeführt, dass der Beschwerde
führer kardial sehr gut behandelt sei, andererseits wird ihm trotzdem eine ledig
lich 50%ige Arbeitsfähigkeit auch für kaum belastende Tätigkeiten attestiert (vgl. vorstehend E. 3.1). Dies erscheint nicht nachvollziehbar und wird denn vom kardiologischen Gutachter in der Stellungnahme vom Dezember 2016 (vgl. vorstehend E. 3.4) auch relativiert, indem er aus rein kardiologischer Sicht eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit bei guter Motivation bis 100 % als möglich er
achtete. Unter Berücksichtigung der vom Gutachter erhobenen objektiven Be
funde, der Diagnosen sowie der im kardiologischen Teilgutachten enthaltenen Widersprüche, vermag auch die nachgereichte Begründung, dass die Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten durch die notwendige Blutverdünnung, das Risiko einer eventuellen erneuten Endokarditis und den schnellen Puls begründet sei, nicht zu überzeugen. Auf die Beurteilung der Ar
beitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten aus kardiologischer Sicht kann des
halb nach dem Gesagten nicht abgestellt werden.
4.3
Wenn die Beschwerdegegnerin hingegen gestützt auf die RAD-Beurteilung (vgl. vorstehend E. 3.5) auch die aus pneumologischer Sicht attestierte Arbeitsunfä
higkeit als nicht beweiskräftig erachtet, kann dem nicht gefolgt werden. So wies RAD-Ärztin B._ einzig auf die fehlende Kooperation des Beschwerdefüh
rers hin, ohne sich damit oder mit der Begründung der pneumologischen Gut
achterin näher auseinanderzusetzen. Die pneumologische Gutachterin hielt hin
gegen bereits im Gutachten fest (vgl. vorstehend E. 3.1) und bestätigte auch auf Nachfrage hin (vgl. vorstehend E. 3.4), dass die Beeinträchtigung der Testung mit den nachvollziehbaren Thoraxschmerzen des Beschwerdeführers zu erklären sei und trotz eingeschränkter Kooperation
zweimalig ein praktisch vergleichba
rer Wert
habe
erreicht werden können. Die Werte der Lungenfunktion seien
so
mit
zwar durch die Kooperation möglicherweise minimal eingeschränkt, doch reproduzierbar
. Die Gutachterin führte in nachvollziehbarer Weise aus, dass
a
n
hand der Symptome, der Diagnose und der Befunde ein Gesamtbild
ge
mach
t
und eine eindeutige Beurteilung erh
o
ben
werden könne
.
Au
s
pneumologischer Sicht sei der
Beschwerdeführer
aufgrund einer
restriktiven Pneumopathi
e
si
cherlich
mittelschwer in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Als Schlosser at
testierte die pneumologische Gutachterin dem Beschwerdeführer analog zur kardiologischen Beurteilung eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit seit Oktober 2011.
In einer körperlich kaum belastenden Tätigkeit mit häufigen Pausen
schätzte sie
die A
rbeitsfähigkeit hingegen
auf 60
%
ein
. Auf diese einleuchtende und nachvollziehbar begründete Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwer
deführers in einer angepassten Tätigkeit ist vorliegend abzustellen.
Bei der Würdigung eines Gutachtens gilt es zu beachten, dass ein Gutachten zwar zur Arbeitsfähigkeit Stellung zu nehmen hat und diese Ausführungen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit von Arbeitsleistungen bilden, es jedoch letztlich der rechtsanwendenden Behörde - der Verwaltung oder, im Streitfall, dem Gericht - obliegt, zu beurteilen, ob eine Invalidität im Rechtssinne, bejahendenfalls eine solche rentenbegründender Art eingetreten ist. Es ist folglich mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung vereinbar, einem Gutachten vollen Beweiswert zuzuerkennen, jedoch von der medizinischen Ein
schätzung der Arbeitsfähigkeit abzuweichen (vgl. BGE 140 V 193 E. 3.1 f. mit Hinweisen; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_3/2015 vom 20. Mai 2015 und 9C_651/2014 vom 23. Dezember 2014 E. 5.1 mit Hinweisen).
4.4
In Bezug auf die nach Verfügungserlass erstellten Berichte des F._ sowie des G._ (vorstehend E. 3.6 und E. 3.7) gilt, dass das Sozialver
sicherungsgericht nach ständiger Rechtsprechung die Gesetzmässigkeit des an
gefochtenen Entscheids in der Regel nach dem Sachverhalt beurteilt, der zur Zeit des Abschlusses des Verwaltungs
verfahrens gegeben war. Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert
haben, sollen im Normalfall Gegenstand ei
ner neuen Verwaltungsverfügung sein
(BGE 131 V 242 E. 2.1, 121 V 362 E. 1b). Die Hospitalisationen des Beschwerdeführers im November und Dezember 2017 erfolgten nach Verfügungserlass im Februar 2017 und fallen
damit nicht mehr in den hier zu beurteilenden Zeitraum
. D
ie dazu vorliegenden Berichte (vorste
hend
E. 3.
6
f.) geben
sodann
keine Rückschlüsse auf den Gesundheitszustand
des Beschwerdeführers
vor Verfü
gungs
erlass
.
Die den Beschwerdeführer im Novem
ber und Dezember 2017 behandelnden Ärzte führten die Bewusstseinsstörungen auf eine schwere hepatische Encephalopathie zurück. Ursächlich für das ence
phalopathische Bild sei eine Hyperammoniämie bei neu diagnostizierter Leber
zirrhose im Rahmen einer NASH. Aus den eingereichten Berichten geht hervor, dass beim Beschwerdeführer erstmals im November beziehungsweise Dezember 2017 und damit nach Verfügungserlass eine Hyperammoniämie und eine Leber
zirrhose diagnostiziert wurden, weshalb diese Diagnosen vorliegend nicht Ge
genstand des Verfahrens sind.
4.5
Zusammenfassend kann ausgehend von der psychisch bedingten Arbeitsunfä
higkeit von 20 % und der pulmonal bedingten Arbeitsunfähigkeit von 40 % ge
samthaft die im pneumologischen Teilgutachten attestierte Arbeitsunfähigkeit von 40 % in leidensangepasster Tätigkeit seit Oktober 2011 bestätigt werden, wobei a
llfällige Einschränkungen aus kardiologischer Sicht ebenfalls enthalten sind.
Hierzu bleibt anzumerken, dass eine
Kumulation der einzelnen
attestierten Arbeitsunfähigkeiten bei Berücksich
tigung der jeweiligen Belastungsprofile und der Tatsache, dass die somatischen
Beschwerden im Vordergrund stehen,
weder gerechtfertigt erscheint, noch geltend gemacht wird (vgl. Urk. 1 S. 8). Die ange
stammte Tätigkeit als Schlosser ist dem Beschwerdeführer unbestrittenermassen noch zu 50 % zumutbar.
D
ie v
orliegenden medizinischen Akten erweisen sich nach dem Gesagten
als
ausreichend. Auf weitere Abklärungen kann deshalb verzichtet werden
(anti
zipierte Beweiswürdigung; BGE 122 V 157).
5.
5.1
Zu prüfen sind schliesslich die erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlichen Einschränkung.
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1
IVG
aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und
nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede
rungs
massnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeits
marktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung ge
setzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbs
ein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander ge
genüber
gestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invalidi
tätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des Validen
einkommens entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
schein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommens
ent
wicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung ent
spricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden
wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hin
weis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versi
cherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das Valideneinkommen auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstruktur
er
hebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die Entlöhnung im Einzelfall ge
gebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berück
sichtigen sind (BGE 139 V 28
E. 3.3.2; BGE 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundes
gerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).
5.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtspre
chung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch her
ausgegebenen Lohnstrukturer
heb
ungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; BGE 129 V 472 E. 4.2.1; BGE 126 V 75
E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffent
lichten Tabellen der LSE zu verwenden (Urteile des Bundesgerichts 9C_699/2015 vom 6. Juli 2016 E. 5.2, 8C_78/2015 vom 10. Juli 2015 E. 4 und 9C_526/2015 vom 11. September 2015 E. 3.2.2; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Da
ten bei Rentenre
vi
sio
nen vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.8.1 und BGE 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren Beizug erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Mass
gabe der konkre
ten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7; BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reich
muth, IVG, 3. Aufl., N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hin
weisen auf die Rechtsprechung).
5.4
Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypothe
tischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und Inva
lideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige renten
wirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass
zu berücksichtigen sind
(BGE 129 V 222 E.
4.1 und E. 4.2; BGE
128 V 174
;
Urteil
e
des Bundesgerichts
9C_526/2015 vom 11. September 2015 E. 3.2.1 und 9C_22/2014 vom 18. Februar 2014 E. 4.3
).
Vorliegend hat sich der Beschwerdeführer am 23. Dezember 2011 bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug angemeldet. Er ist unbestrittenermassen seit Oktober 2011 in seiner Arbeitsfähigkeit erheblich eingeschränkt. Ein (hypothetischer) Rentenanspruchsbeginn kommt somit frühestens per Oktober 2012 in Frage, weshalb die Verhältnisse des Jahres 2012 massgebend sind.
5.5
Die Beschwerdegegnerin zog als Valideneinkommen den gemäss Arbeitgeber
fragebogen (vgl. Urk. 7/23 S. 3 Ziff. 2.12) im Jahr 2010 erzielten Verdienst als Schlosser von Fr. 80‘045.-- heran, welcher jenem im IK-Auszug (vgl. Urk. 7/19) entspricht, und rechnete diesen auf das Jahr 2012 auf, was ein Valideneinkom
men von Fr. 81'492.-- ergab. Dieses Vorgehen wurde vom Beschwerdeführer weder bestritten, noch gibt es aufgrund der Akten zu Beanstandungen Anlass (vgl. Urk. 7/140, Urk. 7/168).
5.6
Gestützt auf die Tabellenlöhne bezifferte die Beschwerdegegnerin das Invaliden
einkommen für ein 80%-Pensum auf rund Fr. 52‘142.-- für eine leidensan
gepasste, körperlich leichte bis knapp mittelschwere Tätigkeit ohne Heben von schweren Lasten über 10-15 kg (vgl. Urk. 7/168). Dabei stützte sie sich auf die Tabelle TA1_tirage_skill_level der LSE 2012, Kompetenzniveau 1, Total Männer, und passte dieses der betriebsüblichen
wöchentlich
en Arbeitszeit von 41.7 Stun
den im Jahr 2012 an (Fr. 5'210.-- : 40 x 41.7 x 12 x 0.8).
Die Beschwerdegegnerin ging richtigerweise von sämtlichen in Betracht fallen
den Arbeitsmöglichkeiten aus. Es ist daher vor dem Hintergrund der Ausbildung
des Beschwerdeführers und des ihm zumutbaren Tätigkeitsprofils nicht zu be
an
standen, dass sie den Tabellenlohn für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art heranzog.
Ausgehend vom Total
wert für Männer von monatlich Fr. 5‘210.-- entspricht dies bei einer betriebsüblichen
wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden
bei einem dem Beschwerdeführer zumutbaren 60%-Pensum (vgl. vorstehend E. 4.5) einem Invalideneinkommen im Jahr 2012 von rund Fr. 39‘106.-- (Fr. 5‘210.-- : 40 x 41.7 x 12 x 0.6).
Da keine Hinweise darauf vorliegen, dass nur bei Inkaufnahme einer über die bereits berück
sichtigten Einschränkungen hinausgehende Lohneinbusse reale Chancen für eine Anstellung bestehen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E. 3.1.1), ist kein zusätzlicher leidensbeding
ter Abzug zu ge
währen. Denn l
aut der gestützt auf die LSE 2012 erstellten Ta
belle zu den nach Beschäftigungsgrad, Geschlecht und beruflicher Stellung dif
ferenzierten monatlichen Durchschnittsbruttolöhnen rechtfertigt ein Beschäfti
gungsgrad von 50-74 % bei Männern auf der untersten Stufe der beruflichen Stellung (ohne Kaderfunktion) keinen zusätzlichen Tabellenlohnabzug (Bundes
amt für Sozialversicherungen, IV-Rundschreiben Nr. 328 vom 22. Oktober 2014, Anhang; vgl. dazu
BGE 142 V 178
E. 2.5.1 mit Hinweis). Denn auf dieser Ebene besteht bei Männern zwischen dem Durchschnittslohn bei
einem Teilzeitpensum von 50-74
% proportional bezogen auf ein 100 %-Pensum (Fr. 6'080.--) und dem Durchschnittslohn bei einem Vollzeitpensum (Fr. 6'085.--) eine vernachläs
sigbare Differenz (von Fr. 5.--) und somit kein wesentlicher Unterschied.
5.7
Der Vergleich des Valideneinkommens von
Fr. 81'492.--
mit dem Invaliden
ein
kommen von Fr. 39‘106.-- ergibt eine Einkommenseinbusse von Fr. 42’386.-- und damit einen eine halbe Rente begründenden Invaliditätsgrad von rund 52 %.
Zusammenfassend ergibt sich, dass in teilweiser Gutheissung der Beschwerde die Verfügung vom 21. Februar 2017 aufzuheben und festzustellen ist, dass der Be
schwerdeführer ab Oktober 2012 Anspruch auf eine halbe Rente
hat.
6.
6.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen.
Soweit die Beigeladene aktiv am Verfahren
teilgenommen hat, besteht keine
Dispens von der Kostenpflicht (Kommentar zum Gesetz über das Sozialver
sicherungsgericht des Kantons Zürich,
2.
Auflage, Zürich/Basel/Genf 2009,
§
14
Rz 33). Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der Beschwer
degegnerin und der Beigeladenen je hälftig aufzuerlegen.
6.2
Nach
Art.
61 lit. g ATSG in Verbindung mit
§
34 des Gesetzes über das Sozial
versicherungsgericht hat die obsiegende beschwerdeführende Person Anspruch auf den vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen festzusetzen
den Ersatz der Parteikosten. Der
teilweise obsiege
nde vertretene Beschwerdeführer
hat Anspruch auf eine Parteientschädigung, die
vorliegend
beim praxisgemässen Stundenansatz von
Fr. 220
.--
(zuzüg
l
ich Mehrwertsteuer)
auf Fr.
2
‘
100
.-- (inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer) festzusetzen und der Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen
ist.
Unterliegende Beigeladene können nur bei Bejahung einer mutwilligen oder leichtsinnigen Prozessführung zur Bezahlung einer Prozessentschädigung an die obsiegende Partei verpflichtet werden, was im hier zu beurteilenden Fall nicht zutrifft (vgl.
Kommentar zum Gesetz über das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
, a.a.O.,
§
14 Rz 34).