Decision ID: 45b85ce9-dd38-47c2-b645-1aae727a79d2
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherter), war seit dem 1. Juli 2000 bei der
Genossenschaft B._(nachfolgend: Arbeitgeberin), als C._ tätig und dadurch bei der
Suva unfallversichert, als er sich am 6. November 2006 bei Reparaturarbeiten auf
einem Liftkabinendach den Kopf einklemmte (UV-act. I. 5, 10, 15, 20). Der Versicherte
erlitt beim Unfall eine parieto-occipitale Skalpierungsverletzung sowie
Gesichtsteilweichverletzungen (UV-act. I. 4, 12-3). Am 1. Oktober 2008 wechselte der
Versicherte gesundheitsbedingt firmenintern seinen Arbeitsplatz von D._ nach E._
und übernahm dort die Stelle als F._ (UV-act. I. 82 f.).
A.a.
Am 10. Februar 2011 verunfallte der Versicherte erneut während der Arbeit. Bei
einer Störungsbehebung an einer ausser Betrieb gesetzten Bowlingbahn prallte ihm
eine Bowlingkugel an den Kopf (UV-act. I. 151, 153; UV-act. II. 1, 6). Im Arztbericht vom
15. Februar 2011 berichtete Dr. med. G._, Zentrale Notfallaufnahme, Kantonsspital
St. Gallen (nachfolgend: KSSG), über eine reizlose frische Narbe von 2 cm auf der
Kopfhaut parietosagittal rechts. Sie stellte die Diagnosen Kontusion capitis mit
Aggravation posttraumatischer neurokognitiver und neuropathischer
Gesichtsbeschwerden, Visusstörungen, Schlafstörungen sowie den Verdacht auf eine
posttraumatische Belastungsstörung (UV-act. II. 5).
A.b.
Im neurologischen Gutachten vom 28. August 2012 diagnostizierte Dr. med. H._,
Facharzt für Neurologie, Physikalische Medizin und Rehabilitation FMH, basierend auf
medizinischen Akten und einer persönlichen Untersuchung des Versicherten am 19.
A.c.
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Dezember 2011, eine schwere Schädel-Kompressionsverletzung mit
Skalpierungsverletzung parieto-occipital, Nasenbeinfraktur, Frakturen der medialen
Orbitawand und Nasenweichteilverletzungen, tiefer Rissquetschwunde an der rechten
Augenbraue, durchgemachter leichter traumatischer Hirnverletzung (MTBI) und HWS-
Distorsion sowie in der Folge eine posttraumatische Belastungsstörung (partiell noch
vorhanden), ein chronisches cervikales Schmerzsyndrom, Sensibilitätsstörungen im
Nasen-/Stirnbereich und Gedächtnisstörungen (UV-act. I. 193-6). Der Gutachter stufte
den Unfall im Jahr 2006 als ein besonders schweres, eindrückliches Erlebnis,
verbunden mit grosser Belastung und Angst ein. Der Unfall im Februar 2011 habe
lediglich zu einer Schädelkontusion mit vorübergehender Verstärkung der Schmerzen
im HWS-Bereich geführt. Im Weiteren stellte der Gutachter fest, dass die
posttraumatische Belastungsstörung nie fachgerecht behandelt worden sei (UV-act.
I. 193-7). Im Sommer 2013 begab sich der Versicherte in psychiatrische Behandlung
bei med. prakt. I._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH (UV-act. I. 223).
Im psychologischen Untersuchungsbericht der Klinik für Neurologie des KSSG vom
1. September 2014 wurden leichte bis mittelschwere kognitive Funktionsstörungen
diagnostiziert. Im Vordergrund stünden Beeinträchtigungen im Aufmerksamkeits-,
exekutiven und Gedächtnisbereich. Es zeige sich eine allgemeine Verlangsamung und
reduzierte Grundaktivierung (UV-act. I. 220).
Am 8. September 2014 erlitt der Versicherte unverschuldet einen Motorradunfall
(UV-act. I. 222; UV-act. III. 1). Im Arztbericht vom 14. Oktober 2014 diagnostizierte Dr.
med. J._, Facharzt für Innere Medizin, eine HWS-Distorsion sowie eine Zerrung im
Bereich der rechten Hüfte und des rechten OSG lateral (UV-act. III. 12). Vom 17.
November bis 19. Dezember 2014 wurde der Versicherte stationär im Psychiatrischen
Zentrum K._ behandelt. Die Klinikärzte diagnostizierten eine rezidivierende
depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10: F33.1), eine
posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F43.1) und eine andauernde
Persönlichkeitsveränderung nach Extrembelastung (ICD-10: F62.0; UV-act. I. 235).
A.d.
Mit Verfügung vom 12. Dezember 2014 teilte die Suva die Einstellung der
Versicherungsleistungen bezüglich des Unfalls vom 6. November 2006 per 31.
Dezember 2014 mit und verneinte den Anspruch auf weitere Geldleistungen in Form
einer Invalidenrente und/oder einer Integritätsentschädigung (UV-act. I. 227). Mit
A.e.
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Verfügung vom 20. Februar 2015 verneinte die Suva ihre Leistungspflicht hinsichtlich
der Handgelenksbeschwerden beidseitig bzw. der diesbezüglich durchgeführten
Operationen (Medianusdekompression, Handgelenksoperationen vom 7. November
2014 und 7. Januar 2015 vgl. UV-act. III. 21, 26), da kein sicherer oder wahrscheinlicher
Kausalzusammenhang zwischen dem Ereignis vom 8. September 2014 und den
gemeldeten Beschwerden bestehe (UV-act. III. 41; siehe auch UV-act. III. 32 f.). Die
Suva vereinigte die gegen die Verfügungen vom 12. Dezember 2014 und 20. Februar
2015 erhobenen Einsprachen vom 6. Januar (UV-act. I. 228) und 11. März 2015 (UV-
act. III. 44) und wies diese mit Einspracheentscheid vom 30. Dezember 2015 ab (UV-
act. I. 240, UV-act. III. 50). Gegen den Einspracheentscheid erhob der Versicherte am
29. Januar 2016 Beschwerde (UV-act. III 51-1).
Im Entscheid vom 26. Februar 2018, UV 2016/4, stellte das Versicherungsgericht
des Kantons St. Gallen fest, dass die Suva ihre Taggeld- und
Heilbehandlungsleistungen hinsichtlich der somatischen Beschwerden zu Recht per
31. Dezember 2014 eingestellt hatte, da nicht mehr mit einer wesentlichen
Verbesserung der körperlichen bzw. somatischen Auswirkungen der beim Unfall vom
6. November 2006 erlittenen Kopf-/Gesichtsverletzungen zu rechnen war (E. 5.4). Im
Weiteren verneinte das Versicherungsgericht eine Leistungspflicht für die
Handgelenksoperationen vom 7. November 2014 und 7. Januar 2015, da nicht
erwiesen sei, dass die Handgelenksbeschwerden im Grad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit kausal zum Motorradunfall vom 8. September 2014 waren (E. 3.3).
In Bezug auf die psychischen Leiden wurde festgestellt, dass die Suva ohne Einholung
eines psychiatrischen Gutachtens ihre leistungseinstellende Verfügung vom 12.
Dezember 2014 bzw. ihren Einspracheentscheid vom 30. Dezember 2015 erliess,
obwohl die Suva-Ärzte auf die Abklärungsbedürftigkeit der psychischen Leiden
hingewiesen hatten und der Versicherte zum Leistungseinstellungs-/
Rentenprüfungszeitpunkt (31. Dezember 2014) weiterhin in psychiatrischer Behandlung
war (vgl. E. 7.1). Das Versicherungsgericht erachtete angesichts dessen den
medizinischen Sachverhalt als ungenügend abgeklärt und hiess deswegen die
Beschwerde in dem Sinne gut, dass es den Einspracheentscheid vom 30. Dezember
2015 hinsichtlich der Leistungseinstellung per 31. Dezember 2014, was den Unfall vom
6. November 2006 betrifft, aufhob und die Sache an die Suva zurückwies, damit diese,
A.f.
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B.
nach erfolgten Abklärungen im Sinne der Erwägungen bezüglich allenfalls noch
vorliegender unfallbedingter psychischer Beeinträchtigungen und deren
einschränkenden Einflusses auf die Leistungsfähigkeit des Versicherten, neu über
dessen Anspruch auf Versicherungsleistungen entscheide. In Bezug auf die
Kostenübernahme für die Handgelenksbeschwerden wurde die Beschwerde
abgewiesen.
Für ausführlichere bzw. detailliertere Angaben zum damaligen Sachverhaltsstand
siehe die Ausführungen im Entscheid des Versicherungsgerichts vom 26. Februar 2018,
UV 2016/4.
A.g.
Im Nachgang zum Entscheid des Versicherungsgerichts vom 26. Februar 2018
holte die Suva beim behandelnden Psychiater I._ einen Verlaufsbericht ein (UV-act. I.
246). Im Arztbericht vom 17. März 2018 erklärte dieser, dass es bei fehlender
nachhaltiger Verbesserung des Zustandsbilds und jahrlangen Beschwerden nach einer
erneuten ambulanten Behandlungsmassnahme im Psychiatrie-Zentrum L._ bei
zunehmender Therapiemüdigkeit zu einem Abbruch der Behandlungen gekommen sei.
Der letzte Behandlungstermin sei Ende Mai 2016 gewesen. Danach hätten sporadisch
bei Bedarf telefonische Kontakte stattgefunden. Psychiater I._ stellte wie bereits im
Bericht vom 25. Januar 2016 (UV-act. III. 51-2 ff.) die Diagnosen posttraumatische
Belastungsstörung (ICD-10: F43.1), rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig
mittelgradige bis leichte Episoden (ICD-10: F33.1-F33.0), und andauernde
Persönlichkeitsstörung nach Extrembelastung (ICD-10: F62.0). Bezogen auf eine
adaptierte, angepasste leichtere Tätigkeit ging er von einer dauerhaften 50%igen
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus (UV-act. I. 254).
B.a.
Am 28. Mai 2018 beauftragte die Suva Dr. med. M._, Facharzt FMH für
Psychiatrie, mit der Erstellung eines psychiatrischen Gutachtens (UV-act. I. 260 f.). Das
Gutachten stammt vom 24. Juli 2018 und basiert auf einer persönlichen Untersuchung
des Versicherten am 18. Juli 2018, den Suva-Akten mit Stand vom 28. Mai 2018 sowie
den vom Versicherten an der Untersuchung abgegebenen Dokumenten (IV-act. I. 270).
Dr. M._ erhob als unfallkausale Diagnosen mit dauerhafter Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit eine sonstige Reaktion auf schwere Belastung (ICD-10: F43.8) sowie
B.b.
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eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.40) jeweils mit/bei
Unfallereignis vom 6. November 2006, psychosomatischen Beschwerden und
akzentuierten Persönlichkeitszügen mit selbstunsicheren-histrionischen Anteilen bei
Beeinträchtigung der Selbstwertregulation (ICD-10: Z73.0; UV-act. I. 270-70/75). Den
Schweregrad der Diagnosen in Bezug auf die Symptomatik bewertete er als leicht- bis
maximal mittelgradig (UV-act. I. 270-76). Hinsichtlich der vor dem Unfall ausgeübten
Tätigkeit ging er von einer 50%igen und bezüglich der aktuellen Tätigkeit, die er als
leidensangepasst einstufte, von einer vollen Arbeitsfähigkeit aus (UV-act. I. 270-79 f.).
Im Weiteren erklärte er, dass die zum Zeitpunkt der Leistungseinstellung (31. Dezember
2014) vorhanden gewesenen (gemeint ausschliesslich psychischen) Leiden in einem
natürlichen Kausalzusammenhang mit dem Unfall vom 6. November 2006 stünden (UV-
act. I 270-85) bzw. die bestehenden psychischen Leiden mindestens teilkausal auf den
Unfall zurückzuführen seien (UV-act. I. 270-87). Zum Integritätsschaden erklärte er, da
selbst bei einem positiven Verlauf von Therapien überwiegend wahrscheinlich weiterhin
von leicht- bis insbesondere in Belastungssituationen mittelgradigen psychischen
Beschwerden auszugehen sei und die Intensität des Beschwerdebildes eindeutig das
Ausmass üblicher Varianten psychischer Beschwerden im Lebensverlauf überschreite,
gehe er gestützt auf die Tabelle 19 "Integritätsschaden bei psychischen Folgen von
Unfällen" von einem Integritätsschaden von 30 % aus (UV-act. I. 270-87 f.).
Am 15. Oktober 2018 nahm der Versicherte zum Gutachten Stellung. Er wies
darauf hin, dass für ihn das Gutachten schwierig zu interpretieren sei. Zudem äusserte
er Bedenken, ob die Arbeitgeberin auch künftig den ursprünglichen Lohn bezahle, denn
die derzeitige Tätigkeit sei im Vergleich zur früheren Tätigkeit inhaltlich, körperlich und
zeitlich weniger belastend und seine derzeitige Leistung ("Output") entspreche in
fachlicher und leistungsorientierter Hinsicht kaum 100 % (UV-act. I. 273). An der
Besprechung vom 29. November 2018, an welcher der Versicherte, zwei Mitarbeitende
der Suva und die Care Managerin der Arbeitgeberin teilnahmen, erklärte der
Versicherte, dass er ausser dem selbständigen Fitnesstraining keine anderen Therapien
mehr absolviere, die derzeitige Arbeitstätigkeit in einem Vollzeitpensum ausführe und
das Jobcoaching der Invalidenversicherung abgeschlossen sei (UV-act. I. 275).
B.c.
Mit Verfügung vom 4. Dezember 2018 teile die Suva dem Versicherten mit, dass
sie noch bis zum 31. Dezember 2018 Versicherungsleistungen erbringen und
B.d.
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anschliessend den Schadenfall abschliessen werde. Ein Anspruch auf weitere
Geldleistungen in Form einer Invalidenrente und/oder einer Integritätsentschädigung
bestehe nicht. Begründet wurde dies insbesondere damit, dass keine namhafte
Verbesserung des Gesundheitszustandes mehr zu erwarten sei, die noch geklagten
Beschwerden organisch nicht hinreichend nachweisbar und die funktionellen
Beschwerden nicht im Grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen
seien. Zudem verfüge der Versicherte über Ressourcen, die es ihm erlauben würden,
mit dem Leiden umzugehen und die derzeit als einschränkend empfundenen
Beschwerden zu überwinden (UV-act. I. 276).
Am 27. Dezember 2018 erhob der Versicherte (vorsorglich) Einsprache gegen die
Verfügung vom 4. Dezember 2018 und erklärte, dass er die Einsprache erst begründen
könne, wenn die Suva zu seinem Begehren um Rückvergütung der von ihm bezahlten
Behandlungskosten Stellung genommen habe (UV-act. I. 279; vgl. Antwort der Suva
vom 3. Januar 2019, UV-act. I. 280).
B.e.
In der psychiatrischen Beurteilung vom 30. Oktober 2019 erklärte Kreisarzt Dr.
med. N._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, gestützt auf die Aktenlage,
dass zwischen dem Zähneknirschen (Bruxismus) mit seinen Folgen für die Zähne und
der psychischen Symptomatik einerseits und dem Unfall aus dem Jahre 2006
andererseits im Grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ein natürlicher teilkausaler
Zusammenhang gegeben sei (UV-act. I. 307). Der die Suva beratende Zahnarzt Dr.
med. dent. O._ ging ebenfalls von einem natürlichen Kausalzusammenhang zwischen
den Zahnschäden und dem Unfall aus (vgl. Stellungnahme vom 22. November 2019,
UV-act. I. 310).
B.f.
Am 23. Dezember 2019 reichte der Versicherte eine ergänzende Begründung zur
Einsprache vom 27. Dezember 2018 ein. Er rügte insbesondere, dass der Fallabschluss
zu früh erfolgt sei, da noch mit einer namhaften Verbesserung des
Gesundheitszustandes durch Behandlungsmassnahmen zu rechnen sei, und keine
Integritätsentschädigung zugesprochen worden sei, obwohl der Gutachter einen
Integritätsschaden von 30 % ermittelt habe (UV-act. I. 314). Mit Schreiben vom 9. Juni
2020 teilte die Suva dem Versicherten mit, dass sie das Gesuch um Rückerstattung der
B.g.
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C.
von ihm bezahlten Rechnungen geprüft habe und ihm nun den Betrag von
Fr. 17'151.90 überweisen werde (UV-act. I. 325).
Mit Einspracheentscheid vom 18. September 2020 sprach die Suva dem
Versicherten eine Integritätsentschädigung basierend auf einer Integritätseinbusse von
30 % zu. Im Übrigen wies sie die Einsprache ab (UV-act. I. 330).
B.h.
Am 2. Oktober 2020 erhob der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer)
Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom 18. September 2020. Der nicht
anwaltlich vertretene Beschwerdeführer äusserte insbesondere Zweifel hinsichtlich der
Korrektheit des von der Suva (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) festgelegten
Zeitpunkts der Leistungseinstellung, der ermittelten Arbeits-/Erwerbsunfähigkeit sowie
der Rentenabweisung (act. G 1).
C.a.
In der Beschwerdeantwort vom 12. November 2020 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde vom 2. Oktober 2020 und die
Bestätigung des Einspracheentscheids vom 18. September 2020. Zur Begründung
wurde insbesondere ausgeführt, die Würdigung der Standardindikatoren gemäss BGE
141 V 281 anhand des psychiatrischen Gutachtens vom 24. Juli 2018 habe ergeben,
dass den psychischen Beschwerden des Beschwerdeführers nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit eine invalidisierende Wirkung zukomme. Damit entfalle ein
Anspruch auf eine Invalidenrente und ein Einkommensvergleich erübrige sich. Da die
Schlussfolgerungen des psychiatrischen Gutachters angesichts der Ausführungen zu
den Ressourcen des Beschwerdeführers nicht zu überzeugen vermöchten, liege ein
triftiger Grund vor, um von der gutachterlichen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
abzuweichen (act. G 5).
C.b.
In der Replik vom 7. Dezember 2020 (Eingang: 18. Dezember 2020) beantragte der
Beschwerdeführer die Zusprache einer Aufwandsentschädigung in der Höhe von
Fr. 3'000.-. Zudem bat er um eine Stellungnahme hinsichtlich der Zahlungsfrist und
Verzinsung der zugesprochenen Integritätsentschädigung und allfälliger weiterer
Leistungen (act. G 7).
C.c.
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Erwägungen
1.
In der Duplik vom 8. Februar 2021 hielt die Beschwerdegegnerin an ihrem Antrag
um Abweisung der Beschwerde fest. Im Weiteren erklärte sie, dass sie ihrer
Abklärungspflicht stets nachgekommen sei und ein Verzugszins nicht geschuldet sei,
denn der Beschwerdeführer habe erstmals in der ergänzenden Einsprachebegründung
vom 23. Dezember 2019 eine Integritätsentschädigung geltend gemacht. Mit
Einspracheentscheid vom 18. September 2020 sei dann die Zusprache der
Integritätsentschädigung erfolgt (act. G 9).
C.d.
Der nicht anwaltlich vertretene Beschwerdeführer stellte sein Rechtsbegehren
lediglich sinngemäss. Der Beschwerde vom 2. Oktober 2020 und der Replik vom 7.
Dezember 2020 ist zu entnehmen, dass er mit dem Einspracheentscheid vom 18.
September 2020 hinsichtlich des Zeitpunkts der Leistungseinstellung, der ermittelten
Arbeits-/Leistungsfähigkeit und der Rentenabweisung nicht einverstanden ist und
deshalb eine gerichtliche Überprüfung verlangt (vgl. act. G 1, G 7). Hinsichtlich der
Formulierung, dass es ihm nicht um die Zusprechung einer Invalidenrente per se gehe,
sondern um die Festlegung bzw. Prüfung der vorliegenden Arbeitsunfähigkeit oder
Erwerbsunfähigkeit respektive des Lohnvergleichs [...] (act. G 1), ist davon
auszugehen, dass der Beschwerdeführer den Begriff "per se" im umgangssprachlichen
Sinne verwendet und damit zum Ausdruck gebracht haben dürfte, dass es ihm nicht
nur oder nicht für sich allein um den Rentenanspruch geht, dass er diesen aber
mitüberprüft haben will. Dies ergibt sich auch aus den Ausführungen in der Replik (vgl.
act. G 7, Ziff. 5.3). In der Praxis wird bei der Prüfung der formellen Anforderungen an
die Beschwerdeschrift (vgl. Art. 61 lit. b des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]) – insbesondere bei nicht anwaltlich
vertretenen Personen – kein strenger Massstab angelegt. Es genügt, dass das
Nichteinverständnis mit dem Einspracheentscheid erklärt wird (vgl. BGE 116 V 353 E.
2b, 134 V 162 E. 2; Urteil des Bundesgerichtes vom 21. September 2015,
9C_211/2015; Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 2020, N 88 f. zu Art. 61). Nach
dem Gesagten sind die Voraussetzungen an eine rechtsgenügliche Beschwerdeschrift
als erfüllt zu betrachten. Auf die Beschwerde hinsichtlich des Rentenanspruchs ist
somit einzutreten.
1.1.
In der Replik vom 7. Dezember 2020 thematisierte der Beschwerdeführer die
Verzinsung der zugesprochenen Integritätsentschädigung und von allfälligen weiteren
1.2.
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2.
Leistungen und bat diesbezüglich um eine gerichtliche Einschätzung, ob die
Beschwerdegegnerin Verzugszinsen schulde (vgl. act. G 7). Die Beschwerdegegnerin
nahm in der Duplik vom 8. Februar 2021 zum Begehren um Verzinsung kurz Stellung
(vgl. act. G 9). Die Verzugszinspflicht setzt den Bestand einer Hauptleistung voraus und
hat insofern akzessorischen Charakter. Da jedoch die weiteren in Art. 26 Abs. 2 ATSG
genannten Voraussetzungen erfüllt sein müssen, ist der Verzugszinsanspruch als
eigenständiges Rechtsverhältnis zu qualifizieren. Dieses kann – vorbehältlich der
Ausdehnung des Anfechtungsgegenstandes – im Rechtsmittelverfahren nur überprüft
werden, wenn die Vorinstanz darüber befunden hat (Anfechtungsgegenstand) und der
vorinstanzliche Entscheid in dieser Hinsicht angefochten wird (Streitgegenstand; siehe
zum Ganzen das Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 9.
September 2005, U 59/04, E. 4 und den Entscheid des Versicherungsgerichts St.
Gallen vom 21. Dezember 2021, UV 2021/3, E. 1). Festzustellen ist, dass die im
Einspracheentscheid vom 18. September 2020 (UV-act. I. 330) zugesprochene
Integritätsentschädigung vom Beschwerdeführer nicht angefochten wurde und
infolgedessen in Rechtskraft erwuchs. Nicht Gegenstand des Einspracheentscheids
und somit nicht Anfechtungsgegenstand im vorliegenden Beschwerdeverfahren bildet
der Anspruch auf Verzugszinsen. Auf das Begehren um Beurteilung des
Verzugszinsanspruchs ist daher nicht einzutreten.
Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über
die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die
Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der
Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 werden
Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben,
und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach
bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden daher, nachdem ein Ereignis aus dem
Jahr 2006 strittig ist, die bis 31. Dezember 2016 gültigen Bestimmungen Anwendung.
2.1.
Gemäss Art. 6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die
Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten
gewährt (Abs. 1). Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers besteht nur für
Gesundheitsschäden, die natürlich und adäquat kausal mit einem versicherten
Unfallereignis zusammenhängen (vgl. Art. 6 Abs. 1 UVG; BGE 129 V 181, E. 3;
Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. 2012,
S. 53 ff.; André Nabold, in: Marc Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], Kommentar zum
2.2.
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Schweizerischen Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung,
N 48 ff. zu Art. 6).
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10 % invalid, so
hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des
ordentlichen Rentenalters ereignet hat (Art. 18 Abs. 1 UVG). Invalidität ist die
voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Zur Bestimmung des Invaliditätsgrades
wird gemäss Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach
Eintritt der (unfallbedingten) Invalidität und nach Durchführung der medizinischen
Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare
Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen).
2.3.
Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die
urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln
sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig
davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
gestatten. Um den Gesundheitszustand und insbesondere das Ausmass der
Arbeitsfähigkeit beurteilen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das
Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere
Fachleute zur Verfügung zu stellen haben (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des
Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben
worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der
medizinischen Fachperson begründet und nachvollziehbar sind (BGE 125 V 352 E. 3a
mit Hinweisen).
2.4.
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3.
Zu prüfen ist zunächst, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht die vorübergehenden
Leistungen per 31. Dezember 2018 eingestellt hat (vgl. UV-act. I. 276, 330-11).
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der
vorübergehenden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente
abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte
Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden
kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung
abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1 UVG). Ob eine namhafte Besserung noch
möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden
Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit diese unfallbedingt
beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Begriffes «namhaft» in Art. 19 Abs. 1 UVG
verdeutlicht, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von
Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss (vgl. Urteile des
Bundesgerichts vom 2. Mai 2014, 8C_888/2013, E. 4.1 mit Hinweisen, insbesondere
auf BGE 134 V 109 E. 4.3, und vom 2. Dezember 2014, 8C_639/2014, E. 3). Für den
Abschluss der medizinischen Behandlung ist ein Dahinfallen jeglichen Bedarfs an
Heilbehandlung somit nicht vorausgesetzt (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 22.
September 2016, 8C_306/2016, E. 5.3, mit weiteren Hinweisen; Philipp Geertsen,
N 7 ff. zu Art. 19, in Marc Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], Bundesgesetz über die
Unfallversicherung, Kommentar zum schweizerischen Sozialversicherungsrecht, 2018).
3.1.
Hinsichtlich der somatischen Beschwerden stellte das Versicherungsgericht
bereits im Urteil vom 26. Februar 2018, UV 2016/4, E. 5.4, fest, dass die
Beschwerdegegnerin ihre diesbezüglichen Leistungen zu Recht per 31. Dezember
2014 eingestellt hatte, da nicht mehr mit einer wesentlichen Verbesserung der
körperlichen bzw. somatischen Auswirkungen der beim Unfall vom 6. November 2006
erlittenen Kopf-/Gesichtsverletzungen zu rechnen war. Hinsichtlich der psychischen
Leiden erwies sich der medizinische Sachverhalt dazumal als unvollständig, weshalb
das Versicherungsgericht die Sache zu weiteren Abklärungen und anschliessender
neuer Entscheidung an die Beschwerdegegnerin zurückwies (vgl. UV 2016/4, E. 7.1).
Im daraufhin von der Beschwerdegegnerin eingeholten psychiatrischen Gutachten vom
24. Juli 2018 (UV-act. I. 270) erklärte Gutachter Dr. M._ zusammengefasst zur Frage,
ob per 31. Dezember 2014 von einer Fortsetzung der psychiatrischen Behandlung eine
namhafte Besserung im Sinne einer ins Gewicht fallenden Erhöhung der
Arbeitsfähigkeit zu erwarten war, dass dazumal aus versicherungspsychiatrischer
3.2.
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4.
Perspektive in Anbetracht der Therapien, die keine oder kaum Elemente im Sinne einer
Aufdeckung der hinter der Symptomatik stehenden psychodynamischen Konstellation
beinhaltet hätten, die derzeitige (in der angepassten Tätigkeit als F._ bestehende)
Arbeitsfähigkeit von 100% weder qualitativ noch quantitativ überwiegend
wahrscheinlich zu steigern gewesen wäre (UV-act. I. 270-85). Zudem führte Dr. M._
aus, dass im Kontext des bisherigen Verlaufs nicht von einer wesentlichen
Verbesserung der funktionellen Leistungsfähigkeit auszugehen sei. Auch eine
Verbesserung des Beschwerdebildes werde nicht direkt dazu führen, dass nahtlos
daran eine Steigerung des funktionellen Leistungsniveaus zu erwarten sei (UV-act. I.
270-81). Gemäss Aktenlange war der Beschwerdeführer letztmals Ende Mai 2016 in
psychiatrischer Behandlung (vgl. UV-act. I. 254). Es kann daher davon ausgegangen
werden, dass er sich von einer Fortsetzung der psychiatrischen Behandlung keine
(wesentliche/erhebliche) Verbesserung der psychischen Leiden mehr erhoffte und sich
mit der gegebenen Situation (Arbeitsplatz/Gesundheit) abgefunden bzw. arrangiert
hatte. In Anbetracht dessen erscheinen die gutachterlichen Einschätzungen stimmig
und zutreffend (zum Beweiswert des Gutachtens siehe auch die Ausführungen in
Erwägung 4). Die Beschwerdegegnerin ging deshalb zu Recht davon aus, dass zum
Zeitpunkt der vorgesehenen Leistungseinstellung (31. Dezember 2018) von einer
psychiatrischen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes
mehr zu erwarten war. Da die Eingliederungsmassnahmen von Seiten der
Invalidenversicherung ebenfalls abgeschlossen waren (vgl. Mitteilung der IV-Stelle vom
29. April 2016, UV-act. I. 244-2 f.), ist nicht zu beanstanden, dass die
Beschwerdegegnerin die vorübergehenden Leistungen per 31. Dezember 2018
einstellte und den Anspruch auf eine Invalidenrente prüfte.
In medizinischer Hinsicht stützt sich die Beschwerdegegnerin bei der Beurteilung
dieser Ansprüche im angefochtenen Einspracheentscheid vom 18. September 2020
(UV-act. I. 330) wiederum auf das psychiatrische Gutachten von Dr. M._ vom 24. Juli
2018 (UV-act. I. 270) ab. Der Gutachter nannte als unfallkausale Diagnosen mit
dauerhafter Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine sonstige Reaktion auf schwere
Belastung (ICD-10: F43.8) sowie eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung
(ICD-10: F45.40) jeweils mit/bei Unfallereignis vom 6. November 2006,
psychosomatischen Beschwerden und akzentuierten Persönlichkeitszügen mit
selbstunsicheren-histrionischen Anteilen bei Beeinträchtigung der Selbstwertregulation
(ICD-10: Z73.0; UV-act. I. 270-70/75). Den Schweregrad der Diagnosen in Bezug auf
die Symptomatik bewertete er als leicht- bis maximal mittelgradig (UV-act. I. 270-76).
4.1.
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Der Beschwerdeführer beruft sich dagegen primär auf die Arztberichte des ihn
behandelnden Psychiaters I._. Dieser ging vom Vorliegen einer posttraumatischen
Belastungsstörung (ICD-10: F43.1), einer rezidivierenden depressiven Störung,
gegenwärtig mittelgradige bis leichte Episoden (ICD-10: F33.1-F33.0), und einer
andauernden Persönlichkeitsstörung nach Extrembelastung (ICD-10: F62.0) aus (vgl.
Arztbericht vom 17. März 2018, UV-act. I. 254). Dr. M._ begründete im Gutachten
vom 24. Juli 2018 in nachvollziehbarer und schlüssiger Weise einerseits seine
Diagnosen, führte aber auch aus, weshalb er nicht wie der behandelnde Psychiater
I._ vom Vorliegen einer posttraumatischen Belastungsstörung ausgeht (vgl. UV-act.
I. 270-73 ff.). Ebenso erläuterte er, wieso er nicht vom Vorliegen einer relevanten
Depression ausging, denn nach seiner Ansicht geht das depressive Leiden in der
Diagnose der Belastungsreaktion auf (vgl. UV-act. I. 270-76). Dass Dr. M._ keine
weitere eigenständige psychiatrische Diagnose erhob, ist nachvollziehbar, denn
aufgrund der vagen Angaben, die der Beschwerdeführer zu seinen diesbezüglichen
Beeinträchtigungen machte, konnte der Gutachter eine solche nicht mit der nötigen
Sicherheit stellen. Festzuhalten ist somit, dass die ausführlich begründete
psychiatrische Diagnosestellung von Dr. M._ gut nachvollziehbar ist und zu
überzeugen vermag, so dass darauf abzustellen ist.
Gutachter Dr. M._ schätzte die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in der
angestammten Tätigkeit als C._/P._ auf 50 % und in einer leidensangepassten
Tätigkeit auf 100 %. Geeignet seien Tätigkeiten mit einem reduzierten
Anforderungsprofil in fachlicher Hinsicht, einem reduzierten Zeit- und Leistungsdruck,
vorgegebenen Aufgaben, reduzierten potentiellen interaktionellen
Belastungssituationen sowie einem wohlwollenden Umfeld. Die vom Beschwerdeführer
seit dem 1. Oktober 2008 ausgeübte Tätigkeit als F._ stufte er als leidensangepasst
ein (vgl. UV-act. I. 270-79 f./86). Der behandelnde Psychiater I._ erachtete dagegen
die Belastbarkeit und Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auch langfristig als
deutlich reduziert. Bezogen auf eine adaptierte, angepasste leichtere Tätigkeit ging er
von einer dauerhaften 50%igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus (vgl. UV-act. I.
254-2). Die Schätzung von Dr. M._, dass der Beschwerdeführer aus psychiatrischer
Sicht in einer leidensangepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig sei, vermag zu
überzeugen angesichts der fachkompetenten, umfassenden, nachvollziehbaren und
schlüssigen Ausführungen im Gutachten sowie in Anbetracht dessen, dass der
Beschwerdeführer seit dem Arbeitsplatzwechsel im Jahr 2008 als F._ in einem
Vollzeitpensum arbeitet (vgl. UV-act. I. 82, 83) und die Akten keine Dokumente wie
Mitarbeiterqualifikationen enthalten, welche belegen, dass der Beschwerdeführer die
Anforderungen der derzeitigen Arbeitsstelle in qualitativer oder quantitativer Hinsicht
4.2.
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5.
Nachfolgend ist der Invaliditätsgrad anhand eines reinen Einkommensvergleich zu
bestimmen (Art. 16 ATSG).
nur bedingt zu erfüllen vermag. Die von Psychiater I._ abgegebene
Arbeitsfähigkeitsschätzung vermag dagegen in Anbetracht der zumindest teilweise
unzutreffenden Diagnostik sowie des Vollzeitpensums des Beschwerdeführers nicht zu
überzeugen, zumal konkrete Aussagen zu den Leistungseinschränkungen bei der
derzeitigen Arbeitsstelle fehlen. Die Überprüfung der funktionellen Auswirkungen der
unfallkausalen psychischen Leiden anhand der Standardindikatoren (vgl. BGE 141 V
281, 143 V 409 E. 4.5, 141 V 574 E. 5.2; vgl. Einspracheentscheid vom 18. September
2020, UV-act. I. 330-6 ff., und Beschwerdeantwort vom 12. November 2020, act. G 5-3
f.) ergibt ein schlüssiges und widerspruchfreies Bild (Ausprägung der
diagnoserelevanten Befunde: der Gutachter geht von einer leicht- bis mittelgradigen
Symptomatik aus; Behandlungs-/Eingliederungserfolg oder -resistenz: der Gutachter
sieht zwar noch Therapiemöglichkeiten, geht jedoch nicht mehr von einer namhaften
Verbesserung des Gesundheitszustandes aus; persönliche Ressourcen: bereits seit
dem Jahr 2008 arbeitet der Beschwerdeführer in der leidensangepassten Tätigkeit als
F._; sozialer Kontext: das soziale Umfeld besteht aus wenigen Personen;
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren
Lebensbereichen: die ausserberuflichen Aktivitäten/Freizeitaktivitäten des
Beschwerdeführers bewegen sich auf einem eher niedrigen Niveau, so nutzt er die
Freizeit insbesondere zur körperlichen Ertüchtigung [Einzelsportarten] und die wenigen
Ferienreisen beschränken sich weitestgehend auf Aufenthalte im Ferienhaus des
Bruders in Spanien; behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener
Leidensdruck: dieser ist gemäss dem Gutachter weiterhin hoch). Demzufolge ist davon
auszugehen, dass der Beschwerdeführer über genügend Ressourcen für die Ausübung
einer leidensangepassten Tätigkeit in einem Vollzeitpensum verfügt. Die derzeitige
Arbeitsstelle des Beschwerdeführers als F._ ist angesichts der gutachterlichen
Einschätzung (vgl. UV-act. I 270-79/86) als leidensangepasste Tätigkeit einzustufen, die
dem Beschwerdeführer in einem Vollzeitpensum vollumfänglich zumutbar ist.
Für das Valideneinkommen ist massgebend, was die versicherte Person aufgrund
ihrer beruflichen Fähigkeiten und ihrer persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit im massgebenden Zeitpunkt des allfälligen
Rentenbeginns verdient hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Dabei ist in der
Regel vom zuletzt – d.h. grundsätzlich vor dem Beginn der unfallbedingten ganzen oder
5.1.
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teilweisen Arbeitsunfähigkeit – erzielten Verdienst auszugehen (vgl. BGE 139 V 30
E. 3.3.2 sowie Urteil des Bundesgerichts vom 18. März 2015, 8C_590/2014, E. 5.1). Da
gegenteilige Hinweise fehlen, ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer als
Gesunder im gleichen Umfang in seiner bisherigen Tätigkeit als C._/P._
weitergearbeitet hätte. Das Valideneinkommen bestimmt sich somit nach dem vor dem
Unfall vom 6. November 2006 erzielten Einkommen als C._/P._.
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der
beruflicherwerblichen Situation auszugehen, in der die versicherte Person konkret
steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der - kumulativ -
besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die
ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint
zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als
Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE
135 V 297 E. 5.2; 129 V 475 E. 4.2.1). Seit dem 1. Oktober 2008 arbeitet der
Beschwerdeführer als F._ in einem Vollzeitpensum. Aufgrund des langjährigen
Anstellungsverhältnisses ist vom Vorliegen eines stabilen Arbeitsverhältnisses
auszugehen. Im Weiteren ist, da keine gegenteiligen Indizien vorliegen, davon
auszugehen, dass der Beschwerdeführer seine verbliebene Arbeitsfähigkeit in zeitlicher
Hinsicht in zumutbarer Weise voll ausschöpft und dabei seine beruflichen Kenntnisse
und Erfahrungen in optimaler Weise einbringen bzw. verwerten kann. Mit Antritt der
neuen Stelle als F._ per 1. Oktober 2008 reduzierte die Arbeitgeberin den
Monatslohn des Beschwerdeführers um Fr. 200.- von Fr. 6'100.- auf Fr. 5'900.- (vgl.
UV-act. I. 82 f.). Dabei dürfte es sich um einen marktüblichen Lohn für diese
qualifizierte handwerkliche Tätigkeit handeln, zumal es sich bei der Arbeitgeberin um
eine Grossunternehmung im Detailhandel handelt, deren Löhne sich insbesondere
nach den Arbeitsplatzanforderungen und den Qualifikationen der Arbeitnehmenden
richten. Im Weiteren ist davon auszugehen, dass die vom Beschwerdeführer erbrachte
Leistung dem entrichteten Lohn entspricht, enthalten doch die Akten keine
gegenteiligen Aussagen/Berichte seitens der Arbeitgeberin. Klare Anhaltspunkte für
das Vorliegen eines Soziallohns liegen somit nicht vor. Damit bestimmt sich der
Invalidenlohn nach dem tatsächlich erzielten Lohn als F._.
5.2.
Der Beschwerdeführer erhielt als C._/P._ zuletzt einen Lohn von Fr. 6'100.- pro
Monat. Als F._ erzielt er noch einen Lohn Fr. 5'900.- pro Monat. Der Invaliditätsgrad
beträgt somit (abgerundet) 3 % ([Fr. 6'100.- - Fr. 5'900.-] / Fr. 6'100.-) und liegt damit
deutlich unter der Anspruchsgrenze für eine Invalidenrente der Unfallversicherung,
5.3.
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