Decision ID: 46465f5d-ae3a-523e-8ea7-8eed4465f16c
Year: 2004
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ A. S., geboren am 20. Dezember 1976, Staatsangehörige von Serbien und
Montenegro, heiratete am 14. Mai 1999 in ihrer Heimat den in der Schweiz wohnhaften
D.L.. Im Rahmen des Familiennachzugs wurde ihr eine Aufenthaltsbewilligung erteilt.
Am 21. November 1999 reiste A.L. in die Schweiz ein. Am 30. April 2000 brachte sie
den Sohn D. zur Welt und am 4. Juli 2001 den Sohn E..
Am 16. Oktober 2001 nahm der Einzelrichter-Stellvertreter des Bezirksgerichts N.
Vormerk, dass der gemeinsame Haushalt der Eheleute L.-S. aufgehoben worden war,
und regelte das Getrenntleben.
Die Kinder D. und E. wurden in die Obhut der Mutter gegeben.
Am 13. Juni 2002 teilte das Ausländeramt A.L. mit, es beabsichtige, das Gesuch um
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung abzuweisen, und gewährte ihr das rechtliche
Gehör. Am 23. August 2002 wurde D.L. die Niederlassungsbewilligung erteilt. Am 22.
April 2003 wurde die Ehe L.-S. vom Bezirksgericht O. geschieden. Die Kinder D. und E.
wurden unter die elterliche Sorge der Mutter gestellt, und es wurde angeordnet, dass
die Erziehungsbeistandschaft bezüglich der Kinder weiterzuführen sei. Nach dem Urteil
ist der Ehemann berechtigt, die Kinder D. und E. jedes zweite Wochenende zu sich auf
Besuch und jährlich zwei Wochen in die Ferien zu nehmen. Am 18. Juni 2003 wies das
Ausländeramt das Gesuch von A.L. um Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung für
sich und ihre Kinder ab.
B./ Gegen die Verfügung des Ausländeramtes vom 18. Juni 2003 erhob A.L. am 3. Juli
2003 Rekurs beim Justiz- und Polizeidepartement. Sie beantragte, die angefochtene
Verfügung sei aufzuheben und es sei ihre Aufenthaltsbewilligung und diejenigen von D.
und E. L. zu verlängern. Am 20. Oktober 2003 wies das Justiz- und Polizeidepartement
den Rekurs ab. Der Entscheid wird im wesentlichen damit begründet, die
ausländerrechtlichen Interessen an der Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung
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würden gegenüber den privaten Interessen von A.L. und den Kindern am Verbleib in
der Schweiz überwiegen.
C./ Am 4. November 2003 erhob A.L. gegen den Entscheid des Justiz- und
Polizeidepartements vom 20. Oktober 2003 Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Sie
beantragte, der angefochtene Entscheid und die Verfügung des Ausländeramtes vom
18. Juni 2003 seien aufzuheben und die Aufenthaltsbewilligungen seien zu verlängern.
Sodann sei ihr die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren.
Am 7. Dezember 2003 gewährte der Präsident des Verwaltungsgerichts A.L. die
unentgeltliche Prozessführung und bestimmte ihren Rechtsvertreter als unentgeltlichen
Rechtsbeistand.
Am 15. Dezember 2003 beantragte das Justiz- und Polizeidepartement, die
Beschwerde sei abzuweisen.
Auf die Begründungen der Beteiligten wird, soweit wesentlich, in den folgenden
Erwägungen eingegangen.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1./ Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Die
Beschwerdeführerin ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Sodann ist sie berechtigt, die Interessen von D.
und E. zu vertreten (vgl. dazu Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St.
Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 340). Ferner entsprechen die Beschwerdeschrift vom 4.
November 2003 und ihre Ergänzung vom 2. Dezember 2003 zeitlich, formal und
inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2
VRP).
Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2./ Die Beschwerdeführerin beantragt, es sei je ein Bericht des Beistands, des Spitals
Wattwil und des Frauenhauses Vaduz einzuholen und sie sei persönlich zu befragen.
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Der Anspruch auf rechtliches Gehör gebietet, dass rechtzeitig und formrichtig
angebotene Beweismittel abzunehmen sind, es sei denn, diese betreffen eine nicht
erhebliche Tatsache oder seien offensichtlich untauglich, über die streitige Tatsache
Beweis zu erbringen (BGE 124 I 242 E. 2; 117 Ia 268 E. 4b). Die rechtserheblichen
Tatsachen ergeben sich im vorliegenden Fall aufgrund der Akten, weshalb auf die
Abnahme der Beweise verzichtet werden kann.
3./ a) Nach Art. 4 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und Niederlassung der
Ausländer (SR 142.20, abgekürzt ANAG) entscheidet die Behörde im Rahmen der
gesetzlichen Vorschriften und der Verträge mit dem Ausland nach freiem Ermessen
über die Bewilligung von Aufenthalt und Niederlassung. Die Aufenthaltsbewilligung ist
stets befristet (Art. 5 Abs. 1 ANAG).
Eine Ausländerin hat nach Art. 4 ANAG grundsätzlich keinen Anspruch auf Erteilung
einer Aufenthaltsbewilligung. Eine Ausnahme besteht nach Art. 17 Abs. 2 ANAG unter
anderem dann, wenn sie mit einem Niedergelassenen verheiratet ist. Die Ehegattin
eines niedergelassenen Ausländers hat Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung, solange die Ehegatten zusammen wohnen. Die
Beschwerdeführerin beruft sich zu Recht nicht auf Art. 17 Abs. 2 ANAG, zumal sie zum
Zeitpunkt, als sie das Gesuch um Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung einreichte,
bereits nicht mehr mit D.L. zusammen lebte.
b) Die Beschwerdeführerin stellt sich indessen auf den Standpunkt, weil der Vater der
Kinder, D.L., seit August 2002 über ein gefestigtes Aufenthaltsrecht in der Schweiz
verfüge, hätten die Aufenthaltsbewilligungen von D. und E. L. und von ihr gestützt auf
Art. 8 Ziff. 1 der Europäischen Menschenrechtskonvention (SR 0.101, abgekürzt EMRK)
verlängert werden müssen. Bezüglich der Kinder beruft sie sich sodann auf Art. 3 Abs.
1 und Art. 9 Abs. 1 des Uebereinkommens vom 20. November 1989 über die Rechte
des Kindes (SR 0.107, abgekürzt Kinderrechtekonvention) und Art. 11 Abs. 1 der
Bundesverfassung (SR 101, abgekürzt BV).
aa) Art. 8 Ziff. 1 EMRK - wie seit dem 1. Januar 2000 auch Art. 13 Abs. 1 BV -
gewährleistet das Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens. Darauf kann sich
im Rahmen eines ausländerrechtlichen Bewilligungsverfahrens berufen, wer nahe
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Verwandte mit einem gefestigten Anwesenheitsrecht in der Schweiz (Schweizer
Bürgerrecht oder Niederlassungsbewilligung) hat. Soweit eine familiäre Beziehung
tatsächlich gelebt wird und intakt ist, wird das der zuständigen Behörde grundsätzlich
eingeräumte freie Ermessen beschränkt (BGE 127 II 64, 126 II 427, 118 Ib 157 und 116
Ib 355). Im Verhältnis zwischen Vater und leiblichen Kindern ist ein eigentliches
Zusammenleben nicht ohne weiteres unentbehrlich für das Bestehen eines
Familienlebens im Sinn von Art. 8 EMRK. Eine intakte und gelebte familiäre Beziehung
wird schon dann angenommen, wenn ein regelmässiger Kontakt besteht (BGE 120 Ib
3, 119 Ib 84). Der in Art. 13 Abs. 1 BV garantierte Anspruch auf Achtung des Privat-
und Familienlebens entspricht materiell der Garantie von Art. 8 EMRK und gewährt
darüber hinaus im Bereich des Ausländerrechts keine zusätzlichen Ansprüche (BGE
126 II 394).
Die Beschwerdeführerin kann sich für sich allein nicht auf Art. 8 EMRK berufen, zumal
sie von D.L. geschieden ist und geltend macht, die Fortführung der ehelichen
Beziehung habe ihr nicht länger zugemutet werden können. Weil indessen der weniger
als vier Jahre alte D. und der noch nicht drei Jahre alte E. unter der Obhut der
Beschwerdeführerin stehen und darauf angewiesen sind, dass sie durch ihre Mutter
betreut werden, würde die Anerkennung eines Anwesenheitsrechts für die Söhne nur
Sinn machen, wenn auch die Beschwerdeführerin in der Schweiz bleiben könnte (vgl.
dazu BGE 2A.10/2001 vom 11. Mai 2001).
bb) Nach Art. 3 Abs. 1 der Kinderrechtekonvention ist das Wohl des Kindes ein
Gesichtspunkt, der vorrangig zu berücksichtigen ist bei allen Massnahmen, die Kinder
betreffen, gleichviel ob sie von öffentlichen oder privaten Einrichtungen der sozialen
Fürsorge, Gerichten, Verwaltungsbehörden oder Gesetzgebungsorganen getroffen
werden. Nach Art. 9 Abs. 3 der Kinderrechtekonvention achten die Vertragsstaaten das
Recht des Kindes, das von einem oder beiden Elternteilen getrennt ist, regelmässige
persönliche Kontakte zu beiden Elternteilen zu pflegen, soweit dies nicht dem Wohl des
Kindes widerspricht. Nach Art. 11 Abs. 1 BV haben Kinder und Jugendliche Anspruch
auf besonderen Schutz ihrer Unversehrtheit und auf Förderung ihrer Entwicklung.
Damit verfolgte der
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Verfassungsgeber unter anderem den Zweck, die in der Kinderrechtekonvention
verbrieften Rechte in allgemeiner Form zu verankern und diese damit auch durch die
Bundesverfassung zu garantieren. Weder die Kinderrechtekonvention noch der in Art.
11 Abs. 1 BV garantierte Anspruch auf Schutz der Kinder und Jugendlichen vermag
aber einen Anspruch auf Erteilung bzw. Verlängerung ihrer Aufenthaltsbewilligung zu
vermitteln (BGE 126 II 392). Die fraglichen Normen sind jedoch zur Untermauerung des
nach Art. 8 EMRK potentiell bestehenden Aufenthaltsanspruchs heranzuziehen und im
Rahmen der Interessenabwägung zu berücksichtigen (vgl. BGE 2A.563/2002 vom 23.
Mai 2003).
cc) Nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK ist ein Eingriff in das in Ziff. 1 geschützte Rechtsgut auf
Achtung des Privat- und Familienlebens unter gewissen Voraussetzungen statthaft. Ein
Eingriff ist dann zulässig, wenn er gesetzlich vorgesehen und in einer demokratischen
Gesellschaft notwendig ist für die nationale oder öffentliche Sicherheit, für das
wirtschaftliche Wohl des Landes, zur Aufrechterhaltung der Ordnung, zur Verhütung
von Straftaten, zum Schutz der Gesundheit oder der Moral oder zum Schutz der
Rechte und Freiheiten anderer. Die EMRK verlangt somit ein Abwägen der sich
gegenüberstehenden privaten Interessen an der Bewilligungserteilung und dem
öffentlichen Interesse an deren Verweigerung, wobei die öffentlichen Interessen an der
Verweigerung in dem Sinn überwiegen müssen, dass sich der Eingriff als notwendig
erweist (BGE 122 II 6 mit Hinweis). Bei der Abwägung der sich gegenüberstehenden
privaten und öffentlichen Interessen sind die gesamten persönlichen Verhältnisse des
Ausländers zu würdigen, namentlich die Dauer des Aufenthalts, Integration in der
Schweiz, verbleibende Beziehung zum Heimatstaat, straf- oder fremdenpolizeilich
verpöntes Verhalten (vgl. Haefliger/Schürmann, Die Euro-päische
Menschenrechtskonvention und die Schweiz, 2. Aufl., Bern 1999, S. 263; VerwGE vom
23. Januar 2004 i.S. A.G. mit Hinweis auf VerwGE vom 22. Januar 2002 i.S. N.O.).
aaa) Im vorliegenden Fall hat das Sozialamt Wattwil dem Ausländeramt am 8. Oktober
2001 mitgeteilt, dass das Ehepaar L.-S. seit 1. September 2001 getrennt lebt. Der
Einzelrichter-Stellvertreter des Bezirksgerichts N. hat am 16. Oktober 2001 denn auch
Vormerk genommen, dass der gemeinsame Haushalt der Eheleute L.-S. und ihrer
Kinder bereits aufgehoben worden ist. Er hat D. und E. unter die Obhut der
Beschwerdeführerin gestellt. Nach dem Scheidungsurteil vom 22. April 2003 ist diese
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Regelung beibehalten worden, und D.L. wurde das Recht eingeräumt, D. und E. jedes
zweite Wochenende zu sich auf Besuch und jährlich zwei Wochen in die Ferien zu
nehmen. Sodann ist davon auszugehen, dass der Vater der Kinder von seinem
Besuchsrecht Gebrauch macht, dass somit eine persönliche Vater-Kind-Beziehung
besteht und aktiv gelebt wird (vgl. dazu BGE 122 II 298). Einem Bericht der Regionalen
Amtsvormundschaft T. vom 2. April 2002 kann jedenfalls entnommen werden, dass er
das Besuchsrecht ausübt und dass das Vater-Kind-Verhältnis gut ist. Danach besteht
gegenseitig eine herzliche und liebevolle Beziehung. Allerdings unterstellt D.L. der
Beschwerdeführerin nach diesem Bericht erzieherische Unfähigkeit und bringt seine
emotionale Abneigung ihr gegenüber öfters auch im Beisein der Kinder zum Ausdruck.
Am 21. Februar 2003 hat die Regionale Amtsvormundschaft gegenüber dem
Bezirksgericht O. sodann ausgeführt, die Beschwerdeführerin habe wiederholt
mitgeteilt, die Ausübung des Besuchsrechts verlaufe unproblematisch.
bbb) Es ergibt sich somit, dass D. und E. die familiäre Beziehung zu ihrem nicht
sorgeberechtigten Vater nur in beschränktem Rahmen leben können. Hierzu ist nicht
unabdingbar, dass die Kinder im gleichen Land leben wie ihr Vater und dort über eine
Aufenthaltsbewilligung verfügen. Den Anforderungen von Art. 8 EMRK ist nach der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung regelmässig bereits Genüge getan, wenn das
Besuchsrecht im Rahmen von bewilligungsfreien Kurzaufenthalten ausgeübt werden
kann, wobei allenfalls dessen Modalitäten entsprechend auszugestalten sind. Ein
weitergehender Anspruch kann nur bestehen, wenn in wirtschaftlicher und affektiver
Hinsicht eine besonders enge Beziehung zwischen dem nicht sorgeberechtigten
Elternteil und den Kindern besteht, diese Beziehung wegen der Distanz zum
Heimatland des Ausländers praktisch nicht aufrecht erhalten werden könnte und das
bisherige Verhalten des Ausländers in der Schweiz zu keinen Klagen Anlass gegeben
hat (BGE 2A.10/2001 vom 11. Mai 2001 mit Hinweisen und BGE 2A.563/2002 vom 23.
Mai 2003 mit Hinweisen).
ccc) Etwas anders verhält es sich, wenn - wie vor-liegend - nicht die Kinder (und ihre
sorgeberechtigte Mutter), sondern allein der besuchsberechtigte Vater über ein
gefestigtes Anwesenheitsrecht in der Schweiz verfügt. In diesem Fall ist zu
berücksichtigen, dass die Kinder unter der Obhut desjenigen Elternteils stehen, der in
der Schweiz kein selbständiges Anwesenheitsrecht hat. Die Kinder sind damit
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regelmässig in die Familiengemeinschaft dieses Elternteils eingebunden und haben
grundsätzlich dessen Lebensschicksal zu teilen, ihm also gegebenenfalls ins Ausland
zu folgen. Mit der Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung an die Kinder würde bei einer
solchen Ausgangslage in die enge familiäre Beziehung zum obhutsberechtigten
Elternteil eingegriffen, es sei denn, auch diesem würde eine Aufenthaltsbewilligung
erteilt, was jedoch in der Regel eine unverhältnismässige ausländerrechtliche
Konsequenz wäre (BGE 2A.10/2001 vom 11. Mai 2001). Es besteht ein gewichtiges
öffentliches Interesse, dass Ausländer, bei denen nach kurzem Aufenthalt in der
Schweiz die familiären Voraussetzungen für die Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung wegfallen, die Schweiz wieder verlassen (VerwGE vom 17. Juni
2003 i.S. H.B. mit Hinweis auf VerwGE vom 20. August 2002 i.S. D.S. und vom 22.
Januar 2002 i.S. N.O.). Die Verordnung des Bundesrates über die Begrenzung der Zahl
der Ausländer (SR 823.21) bezweckt nach Art. 1 lit. a ein ausgewogenes Verhältnis
zwischen dem Bestand der schweizerischen und der ausländischen Wohnbevölkerung.
Wie der Name der Verordnung zum Ausdruck bringt, verlangt dies angesichts des
ständigen Ansteigens des Anteils der ausländischen Wohnbevölkerung eine restriktive
Praxis bei der Erteilung von Aufenthaltsbewilligungen (VerwGE vom 17. Juni 2003 i.S.
H.B.).
ddd) Im Rahmen der Interessenabwägung fällt vorab ins Gewicht, dass D. und E. keine
derart enge Beziehung zu D.L. haben können, wie sie sich in der Regel dann
entwickelt, wenn Kinder im Rahmen einer Wohngemeinschaft mit ihrem Vater
zusammen aufwachsen. Zum Zeitpunkt, als sich die Eheleute L.-S. trennten, waren die
Kinder lediglich rund sechzehn bzw. zwei Monate alt, somit viel zu jung, um zu ihrem
Vater eine affektive Beziehung aufbauen zu können. Die Kinder leben seit 1. September
2001 unter der Obhut der Beschwerdeführerin von ihrem Vater getrennt, weshalb sich
ihre Kontakte zu D.L. seit rund zweieinhalb Jahren auf das Besuchsrecht beschränkten.
Auch wenn D.L. dieses regelmässig wahrnimmt, und sich nach der Trennung des
Ehepaars L.-S. eine familiäre Beziehung zwischen ihm und seinen Söhnen entwickelt
hat, ist diese nicht derart intensiv, dass der Wegzug aus der Schweiz für D. und E. mit
einem erheblichen Risiko für deren weitere psychische Entwicklung verbunden wäre.
Diese Einschätzung entspricht überdies derjenigen des Bezirksgerichts O.. Dieses hat
dem Begehren D.L.s nicht entsprochen, wonach für den Fall, dass die elterliche Sorge
für beide Kinder der Beschwerdeführerin zugeteilt wird und diese ihren Wohnsitz ins
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Ausland verlegt, ihm die elterliche Sorge übertragen werde. Das Gericht hat dazu
ausgeführt, das Kindeswohl sei nicht gefährdet, wenn die Beschwerdeführerin mit den
Kindern nach Jugoslawien ausreisen sollte (vgl. S. 4 des Scheidungsurteils vom 22.
April 2003). Somit ist davon auszugehen, dass es sich um eine Vater-Kind-Beziehung
handelt, wie sie unter den dargelegten Rahmenbedingungen möglich und üblich ist. In
Anbetracht dieser Tatsache fällt im Rahmen der Interessenabwägung nicht
entscheidend ins Gewicht, dass die Beschwerdeführerin geltend macht, im Gegensatz
zum Sachverhalt, der dem BGE 2A.10/2001 vom 11. Mai 2001 zu Grunde liege, habe
sie die Situation, die nun zur erschwerten Ausübung des Besuchsrechts führen solle,
nicht aus freien Stücken geschaffen und es gehe nicht um die erstmalige Erteilung,
sondern um die Verlängerung einer Aufenthaltsbewilligung. Die Beschwerdeführerin ist
erst im November 1999 im Rahmen des Familiennachzugs in die Schweiz eingereist
und hat nur während kurzer Zeit, während weniger als zwei Jahren, mit D.L.
zusammengelebt.
Dem Scheidungsurteil vom 22. April 2003 (S. 5) kann weiter entnommen werden, dass
sich D.L. in einer "unklaren Einkommenssituation" befindet (Verlust der Arbeitsstelle,
Arbeitslosigkeit seit dem 28. Februar 2003). Die Vorinstanz ging demnach zu Recht
davon aus, der Vater von D. und E., der unbestrittenermassen über keine berufliche
Ausbildung verfügt, sei nicht in der Lage, für den finanziellen Unterhalt seiner Kinder in
der Schweiz aufzukommen, und er sei somit auch in wirtschaftlicher Hinsicht nicht
besonders eng mit ihnen verbunden. Hinzu kommt, dass D.L. D. und E. im Rahmen von
Ferienaufenthalten im Herkunftsland besuchen kann. Auch wenn die Beziehungen der
Kinder zum Vater dadurch erschwert werden, ist die Ausübung des Besuchsrechts
nicht mit unzumutbaren Schwierigkeiten verbunden. Die Distanz zwischen der Schweiz
und Serbien und Montenegro ist wie diejenige zwischen der Schweiz und Tunesien
(vgl. dazu VerwGE vom 23. Januar 2004 i.S. A.G.) sowohl auf dem Luft- als auch auf
dem Landweg relativ einfach zu überwinden. Soweit sich die Beschwerdeführerin in
diesem Zusammenhang auf einen Entscheid des Verwaltungsgerichts (VerwGE vom 6.
Dezember 2002 i.S. M. Z.-T.) beruft, wonach die Ausreise eines Kindes nach Kärnten
nicht ohne weiteres möglich ist, weil sie den Kontakt zum Vater erschwert, so übersieht
sie, dass dieser Entscheid ein Kind mit Schweizer Bürgerrecht betraf und dass die
Beschwerdeführerin Bürgerin eines EU-Staates war. Er hatte somit einen anders
gelagerten Sachverhalt zum Gegenstand. Allenfalls ist die Regelung des Besuchsrechts
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den veränderten Verhältnissen anzupassen. Bei dieser Sachlage ist im Lichte des
Kindesinteresses nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz dem Interesse der
Beschwerdeführerin, mit den unter ihrer elterlichen Sorge stehenden Kindern in der
Schweiz zu bleiben, geringeres Gewicht beigemessen hat als dem öffentlichen
Interesse an der Verweigerung des weiteren Aufenthalts. Demnach ist der Eingriff in
das Recht auf Familienleben unter dem Gesichtspunkt von Art. 8 Ziff. 2 EMRK
gerechtfertigt und verhältnismässig und die Beschwerde erweist sich diesbezüglich als
unbegründet.
c) Die Beschwerdeführerin beruft sich weiter darauf, die Vorinstanz hätte beim
Entscheid über die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung dem Umstand Rechnung
tragen müssen, dass sie während der Dauer des ehelichen Zusammenlebens von ihrem
geschiedenen Ehemann und seinen im selben Haus wohnenden Familienangehörigen
wie eine Sklavin behandelt und insbesondere psychisch misshandelt worden sei. Des
weiteren habe man sie daran gehindert, sich hier zu inte-grieren. Seit der Trennung von
ihrem Ehemann bemühe sie sich indessen aktiv, ihre Deutschkenntnisse zu verbessern.
Im Gegensatz zur Auffassung der Vorinstanz sei eine dauerhafte Abhängigkeit von
Sozialhilfe sodann nicht zu befürchten.
aa) Nach den Weisungen und Erläuterungen über Einreise, Aufenthalt und Arbeitsmarkt
des Bundesamtes für Ausländerfragen (heute: Bundesamt für Zuwanderung,
Integration und Auswanderung, abgekürzt IMES), 2. Aufl., Bern 2003, Ziff. 654 kann die
Aufenthaltsbewilligung in gewissen Fällen auch nach der Auflösung der ehelichen
Gemeinschaft verlängert werden. Als massgebend werden dabei unter anderem die
Dauer der Anwesenheit in der Schweiz, die persönlichen Beziehungen zur Schweiz
(insbesondere, wenn Kinder vorhanden sind), die berufliche Situation, die Wirtschafts-
und Arbeitsmarktlage sowie das persönliche Verhalten und der Integrationsgrad
beachtet. Zu berücksichtigen sind ferner die Umstände, die zur Auflösung der Ehe oder
der ehelichen Gemeinschaft geführt haben. Steht fest, dass der im Fami-liennachzug
zugelassenen Person, namentlich wenn sie misshandelt worden ist, eine Fortführung
der ehelichen Beziehung nicht länger zugemutet werden kann, ist dies beim Entscheid
besonders in Rechnung zu stellen. Härtefälle sind zu vermeiden. Erfolgt die Scheidung
oder die Auflösung der ehelichen Gemeinschaft nach einem ordnungsgemässen und
ununterbrochenen Aufenthalt von fünf Jahren, ist die Nichtverlängerung der Bewilligung
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sodann nur in Erwägung zu ziehen, wenn die Bewilligung erschlichen wurde oder ein
Ausweisungsgrund oder ein Verstoss gegen die öffentliche Ordnung vorliegt.
bb) Die Beschwerdeführerin heiratete am 14. Mai 1999 und reiste am 21. November
1999 in die Schweiz ein. Am 1. September 2001 trennten sich die Eheleute. Die
eheliche Gemeinschaft in der Schweiz dauerte demnach weniger als zwei Jahre.
Sodann sind die beiden Kinder weniger als vier bzw. drei Jahre alt und somit in einem
anpassungsfähigen Alter. Unbestritten ist weiter, dass die Eltern der
Beschwerdeführerin in ihrer Heimat leben und dass sie den Kontakt zu ihnen pflegt. Ein
Wohnsitzwechsel ist somit weder aus sprachlichen noch aus sozialen Gründen ein
Problem. Mit der Vorinstanz ist auch davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin
keine engen Beziehungen zur Schweiz hat, die eine Rückkehr in die Heimat als
unzumutbar erscheinen liessen. Dies trifft selbst dann zu, wenn man zu ihren Gunsten
berücksichtigt, dass sie während der kurzen Dauer der ehelichen Beziehung keine
Möglichkeit gehabt hat, Kontakte zur Aussenwelt aufzunehmen. Die
Beschwerdeführerin hat zwar nach der Trennung von D.L. einen Deutschkurs
begonnen. Diese Tatsache vermag für sich allein nicht zu belegen, dass sie hier
mittlerweile gut integriert ist. Ins Gewicht fällt weiter, dass die Beschwerdeführerin über
keine finanziellen Mittel verfügt und seit längerer Zeit in erheblichem Umfang von der
Sozialhilfe abhängig ist. Gemäss eigenen Angaben bezieht sie Fr. 1'366.-- je Monat.
Einer Bestätigung des Sozialamtes E. vom 10. März 2003 kann entnommen werden,
dass dies seit ihrem Zuzug am 16. November 2001 der Fall ist. Die Netto-
Aufwendungen betrugen am 10. März 2003 Fr. 22'911.75. Sodann kann einem
Schreiben des Sozialamtes W. am 7. Juni 2002 entnommen werden, dass
Sozialhilfeunterstützung im Betrag von Fr. 14'638.45 nicht zurückbezahlt worden ist.
Die Beschwerdeführerin macht in diesem Zusammenhang zwar geltend, die
Befürchtungen der Vorinstanz, es bestehe die Gefahr, dass sie fortgesetzt und
erheblich von Sozialhilfe abhängig sein werde, seien unbegründet. Dank intensiven
Bemühungen habe sie eine Arbeitsstelle in Aussicht. Gemäss Bestätigung vom 11.
November 2003 ist der Wirt des Hotel P., R., bereit, die Beschwerdeführerin während
30 bis 40 Stunden je Woche zu einem Brutto-Stundenlohn von Fr. 16.-- als Küchenhilfe
zu beschäftigen. Selbst wenn die Beschwerdeführerin die Arbeit im Hotel P. aufnehmen
sollte, besteht indessen keine Gewähr, dass sie ihren Lebensunterhalt und denjenigen
ihrer Kinder auf Dauer selber bestreiten kann. An dieser Beurteilung vermag nichts zu
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ändern, dass D.L. nach dem Scheidungsurteil vom 22. April 2003 verpflichtet ist, der
Beschwerdeführerin an den Unterhalt der Kinder monatlich je Fr. 500.-- zu bezahlen,
und dass die Möglichkeit besteht, dass ihr bei verbesserter Leistungsfähigkeit D.L.s
längstens innerhalb von fünf Jahren nachträglich eine Unterhaltsrente zugesprochen
wird. D.L. ist seit dem 28. Februar 2003 arbeitslos und, wie die Beschwerdeführerin
selber ausführt, geht er auch heute keiner Erwerbstätigkeit nach. Demzufolge kann
nicht damit gerechnet werden, dass der geschiedene Ehemann der
Beschwerdeführerin nachhaltig zur Sicherung ihrer Lebenshaltungskosten und
derjenigen der Kinder wird beitragen können.
cc) Soweit die Beschwerdeführerin schliesslich die Umstände der Auflösung der
ehelichen Gemeinschaft und der Scheidung heranzieht, um einen Härtefall zu
begründen, ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass der Vorwurf der Misshandlung
nicht leichthin zur Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung nach Auflösung der Ehe
führen kann (VerwGE vom 18. Juni 2002 i.S. A. R.). Es sind konkrete Hinweise
erforderlich, dass derjenige Ehegatte, der sich darauf beruft, vom andern misshandelt
worden ist. Verbale, tätliche und andere Angriffe müssen sodann massiv sein, dass die
Fortführung der ehelichen Beziehung für den davon betroffenen Ehegatten unzumutbar
wird. Andernfalls bestünde die Gefahr der rechtsmissbräuchlichen Berufung auf
häusliche Gewalt. Daran vermag grundsätzlich nichts zu ändern, dass die
Beschwerdeführerin zu Recht geltend macht, die Beweisführung sei insbesondere bei
psychischer Misshandlung im Rahmen von häuslicher Gewalt nicht leicht.
Die Beschwerdeführerin macht insbesondere geltend, während der Dauer des
ehelichen Zusammenlebens sei ihr verboten worden, das Haus ohne Einverständnis
des Ehemannes zu verlassen, mit Drittpersonen zu telefonieren sowie Besuche zu
machen und solche zu Hause zu empfangen. Sodann sei sie von sämtlichen
Familienangehörigen beschimpft und schlecht gemacht worden, und man habe ihr den
Kontakt zu ihrem damals sieben Monate alten Sohn D. vorenthalten. Dieses
verwerfliche Verhalten der Familienangehörigen habe zu enormen seelischen
Belastungen und schliesslich zu ihrer vorübergehenden Hospitalisierung geführt. Nach
der Entlassung aus dem Spital habe sich die Gewaltausübung insofern verschlimmert,
als ihr geschiedener Ehemann und seine Mutter ihr gegenüber tätlich geworden seien,
was zu einer Verurteilung D.L.s wegen Tätlichkeit geführt habe. Im September 2001
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habe sie die andauernde psychische Belastung schliesslich nicht länger ertragen und
Unterschlupf in einem Frauenhaus gefunden.
Aktenkundig ist, dass der Bezirksarzt die Beschwerdeführerin am 11. Dezember 2000
im Auftrag der Vormundschaftsbehörde Wattwil beurteilt hat. Dem Bericht des Arztes
vom 11. Dezember 2000 kann entnommen werden, dass die Beschwerdeführerin
ausgesagt hat, es seien keine körperlichen Misshandlungen vorgekommen, und dass
sich dies anlässlich ihrer körperlichen Untersuchung auch bestätigt hat. Sodann geht
aus dem Bericht hervor, dass die Beschwerdeführerin einen reduzierten
Allgemeinzustand aufgewiesen hat und dass sie psychisch erschöpft und deprimiert
wirkte. Die psychische Belastung, welche die Beschwerdeführerin dem Arzt schilderte,
beurteilte dieser als glaubwürdig. Die Frage, ob die von der Beschwerdeführerin
geltend gemachten psychischen Misshandlungen den Tatsachen entsprechen, konnte
er indessen nicht mit letzter Sicherheit beantworten. Im Anschluss an die ärztliche
Beurteilung wurde die Beschwerdeführerin denn auch auf der gynäkologischen
Abteilung des Spitals Wattwil zur Abklärung der somatischen Erkrankung
vorübergehend hospitalisiert. Ihre Behauptung trifft somit nicht zu, sie habe ins Spital
eingewiesen werden müssen, weil sie von ihren damaligen Familienangehörigen
psychisch misshandelt worden sei.
Der Stellungnahme der Vormundschaftsbehörde W. zuhanden des Bezirksgerichts N.
vom 26. September 2001 im Zusammenhang mit der Kinderzuteilung, auf die sich die
Beschwerdeführerin ebenfalls beruft, kann sodann entnommen werden, dass sich die
Beschwerdeführerin erstmals im Dezember 2000 zusammen mit ihrem Bruder über die
Behandlung durch ihren geschiedenen Ehemann beklagt hat, weshalb die Beurteilung
durch den Bezirksarzt vom 11. Dezember 2000 angeordnet worden ist. Nach diesem
Bericht hat die Beschwerdeführerin ihren Ehemann, in erster Linie aber dessen Eltern,
der psychischen Misshandlung beschuldigt. D.L. hat bestritten, dass er die
Beschwerdeführerin, entsprechend ihrer Behauptung, aus dem Haus vertrieben habe.
Die Vormundschaftsbehörde Wattwil schätzte die Situation im Dezember 2000
dahingehend ein, dass nicht schlüssig geklärt werden könne, ob die
Beschwerdeführerin aus dem Haus gejagt worden sei oder nicht. "Es muss auf beiden
Seiten mit Lügengeschichten gerechnet werden" und "Beide Ehepartner verstricken
sich immer wieder in unglaubliche und schwer nachweisbare Geschichten (vermutlich
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Lügen)." Sodann geht aus dem Bericht hervor, dass die Beschwerdeführerin im
Dezember 2000 erstmals eine Scheidungsklage eingereicht und diese in der Folge
wieder zurückgezogen hat, weil sie zu ihrem Ehemann zurückkehren wollte. Auch wenn
dem Bericht entnommen werden kann, dass D.L. dominant und wortgewaltig und seine
Mutter "die Bestimmende" ist, dass der ehemalige Ehemann der Beschwerdeführerin
ihre Integration nicht gefördert und möglicherweise auch nicht gewünscht hat, kann
daraus zwar geschlossen werden, dass die Beschwerdeführerin eine unglückliche Ehe
führte, nicht aber, dass sie dauernd psychisch misshandelt worden ist. Der
Untersuchungsrichter von U. hat D.L. am 20. September 2001 zwar der Tätlichkeit
schuldig erklärt (er war geständig, der Beschwerdeführerin im Juni 2001 eine Ohrfeige
verpasst zu haben) und ihn mit Fr. 200.-- gebüsst. Nach Durchführung eines
Vorverfahrens und Prüfung der Akten trat er indessen auf die Strafanzeige der
Beschwerdeführerin wegen Nötigung nicht ein. Auch in diesem Verfahren hatte sie D.L.
vorgeworfen, er habe ihr verboten, die unverschlossene eheliche Wohnung zu
verlassen, mit jemandem zu sprechen und andere soziale Kontakte zu pflegen. Der
Begründung zum Nichteintretensentscheid kann entnommen werden, die
Beschwerdeführerin hätte gemäss eigener Aussage die unverschlossene Wohnung
während der Abwesenheit ihres Ehemannes verlassen können. Sodann mache sie nicht
geltend, ihr Ehemann habe ihr ernstliche Nachteile oder Gewalt angedroht für den Fall,
dass sie die Wohnung verlasse. Der Untersuchungsrichter kam zum Ergebnis, dass
"lediglich zwischenmenschliche Spannungen zwischen den Eheleuten L." vorliegen,
welche nicht im Rahmen eines Strafverfahrens gelöst werden können. Die Umstände,
die diesen Entscheiden des Untersuchungsrichters zu Grunde liegen, bringen wohl zum
Ausdruck, dass die Beziehung zwischen den Eheleuten L. konfliktgeladen war, den
Nachweis, dass die Beschwerdeführerin von ihrem damaligen Ehemann dauernd
psychisch misshandelt worden ist, vermögen sie indessen nicht zu erbringen.
Zusammenfassend ergibt sich, dass der Vorinstanz keine Rechtsverletzung
vorgeworfen werden kann, wenn sie das Vorliegen eines Härtefalls verneint hat, der
trotz der vorzeitigen Auflösung der ehelichen Gemeinschaft die Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung rechtfertigen würde. Es liegt jedenfalls kein
Ermessensmissbrauch vor, wenn die privaten Interessen der Beschwerdeführerin und
diejenigen der unter ihrer Obhut stehenden Kinder an einem Verbleib in der Schweiz
weniger stark gewichtet worden sind als die öffentlichen Interessen an der
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Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligungen. Demzufolge erweist sich die
Beschwerde auch in dieser Hinsicht als unbegründet.
4./ Zusammenfassend ergibt sich, dass der angefochtene Entscheid rechtmässig und
die Beschwerde abzuweisen ist.
Dem Verfahrensausgang entsprechend gehen die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens grundsätzlich zulasten der Beschwerdeführerin (Art. 95 Abs. 1
VRP). Zufolge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss
verfahrensleitender Verfügung vom 7. Dezember 2003 trägt indessen der Staat die
amtlichen Kosten. Eine Gebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 des
Gerichtskostentarifs, sGS 941.12). Auf die Erhebung ist zu verzichten (Art. 99 Abs. 2
VRP in Verbindung mit Art. 288 des Zivilprozessgesetzes, sGS 961.2).
Im weiteren wurde der Beschwerdeführerin mit verfahrensleitender Verfügung vom 7.
Dezember 2003 die unentgeltliche Rechtsverbeiständung gewährt. Ihr Rechtsvertreter
hat keine Kostennote eingereicht. Die Entschädigung ist deshalb nach Ermessen
festzusetzen (Art. 6 der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten, sGS
963.75, abgekürzt HonO). Ein Betrag von Fr. 1'500.-- (zuzüglich MWSt) ist angemessen
(Art. 22 Abs. 1 lit. c in Verbindung mit Art. 19 HonO und Art. 31 Abs. 3 des
Anwaltsgesetzes, sGS 963.70).