Decision ID: 105d2957-2561-44f3-b82d-4f107fcaad7e
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1965 geborene
X._
ist seit dem 1. Januar 1995 als Project Manager bei der
Y._
angestellt (Urk. 7/1) und bei der Suva gegen die Folgen von Unfällen versichert. Mit
Bagatellunfall
meldung vom 15. November 2016 teilte er der Suva mit, er habe am
9.
Oktober 2016 einen Schlag auf den rechten Ellbogen erlitten, was eine Entzündung zur Folge gehabt habe (Urk. 7/1). Die Suva kam für die Heilbehandlung auf (Urk. 7/3).
1.2
Am 15. März 2017 meldete die Arbeitgeberin der Suva einen Rückfall per 16. Februar 2017 (Urk. 7/6).
Mit Schreiben vom 21. März 2017 teilte die Suva dem behandelnden Hausarzt sowie dem Versicherten mit, sie könne noch keine Stellung dazu nehmen, ob sie Versicherungsleistungen erbringen werde (Urk. 7/12-13). Am 11. Mai 2017 verneinte sie mit formlosem Schreiben mangels eines Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfallereignis vom 9. Oktober 2016
und den geltend gemachten Beschwerden eine über den 1
6
. Februar 2017 hin
ausgehende Leistungspflicht (Urk. 7/27
/1-2
). In der Folge ersuchte der Versicherte darum, mit dem Erlass einer Verfügung zuzuwarten, da er sich an den Ombuds
mann gewandt habe (Urk. 7/31). Mit Schreiben vom 2
6.
und 2
9.
Mai 2017 erteilte die Suva den behandelnden Ärzten Kostengutsprache für die Folgen des Unfall
ereignisses vom
9. Oktober 2016 (Urk. 7/35-38) und stellte ihre Versicherungs
leistungen mit Verfügung vom 22. Juni 2017 per 21. Februar 2017 ein (Urk. 7/44). Nachdem der Ombudsmann mit Schreiben
vom 28. Juni 2017 darum ersucht
hatte, diese Verfügung zu widerrufen (Urk. 7/48
/1-2
), kam die Suva die
sem Ersuchen mit Schreiben vom 30. Juni 2017 nach (Urk. 7/47
/1
).
1.3
Am 2
7
. Juli 2017 nahm der Ombudsmann Stellung zum Fall (Urk. 7/5
2
).
Mit Ver
fügung vom 8. Juni 2018 hielt die Suva an ihrer Einschätzung fest und stellte ihre Versicherungsleistungen per 1
6.
Februar 2017 ein (Urk. 7/63
/1-
3
). Die vom Versicherten dagegen erhobene Einsprache (Urk. 7/65) wies sie mit Entscheid vom 29. Oktober 2018 ab (Urk. 2 [= 7/68]).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 12. November 2018 Beschwerde beim hiesigen Sozialversicherungsgericht und beantragte, der angefochtene Ent
scheid sei aufzuheben und es seien ihm über den 16. Februar 2017 hinaus Leis
tungen auszurichten. Eventualiter sei die Angelegenheit an die Beschwerdegeg
nerin zur Einholung eines externen Gutachtens zurückzuweisen (Urk. 1).
Mit Beschwerdeantwort vom
18. Dezember 2018 schloss die Suva auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 19. Dezember 2018 angezeigt wurde (Urk. 8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgeset
zes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversi
cherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
9.
Oktober 2016
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
1.2.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis
zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.2.2
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchs
aufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76). Diese Beweisgrund
sätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante noch
nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kos
tenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
1.4
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpartei
lichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gutachterin aller
dings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/
ee
, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid wurde erwogen, die beweiskräftigen Berichte des Kreisarztes Dr. med.
Z._
, Facharzt FMH für Radiologie, würden belegen, dass die geltend gemachten Ellbogenbeschwerden spätestens seit dem 25. Januar 2017 nicht mehr auf das Unfallereignis vom 9. Oktober 2016 zurückzuführen seien. Die Beurteilung des behandelnden Arztes
Dr.
med. A._
, Facharzt FMH für Chirurgie sowie orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vermöge daran nichts zu ändern
. Dieser sei selber
zum Schluss gekommen, der Beweis für die Kausalität zwischen dem Unfallereignis und den Beschwerden könne nicht erbracht werden (Urk. 2).
In der Beschwerdeantwort vom 18. Dezember 2018 führte die
Beschwerdegegne
rin weiter aus, die Ausführungen von
Dr.
A._
würden im Widerspruch zu seinem Operationsbericht stehen. Aufgrund der Beschwerdeentwicklung könne eine Kausalität zwischen dem Unfallereignis und dem Ellbogenschaden klar aus
geschlossen werden. Die Versicherungsleistungen seien daher zu Recht per 1
6.
Februar 2017 eingestellt worden (
Urk.
6).
2.2
Demgegenüber macht der Beschwerdeführer geltend, die fundierte Beurteilung des
Dr.
A._
lasse Zweifel an der Einschätzung des Kreisarztes aufkommen, insbesondere auch, weil dieser über keine Fachausbildung im Bereich Traumato
logie verfüge. Da die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht anfänglich aner
kannt habe, trage sie die Beweislast dafür, dass keine Kausalität zwischen dem Unfall und den Beschwerden mehr bestehe.
Sie könne
diesen Beweis nicht erbrin
gen
und
sei
daher
weiterhin leistungspflichtig. Weiter stellte er sich auf den Standpunkt, eventualiter sei ein externes Gutachten einzuholen, da ein solches bei versicherungsinternen Beurteilungen bereits bei geringen Zweifeln unabding
bar sei (Urk. 1).
3.
3.1
Am 9. Dezember 2016 wurde ein Röntgenbild des rechten Ellbogens
des Beschwerdeführers
erstellt. Als Befund wurde Folgendes vermerkt
(
Urk.
7/9)
:
-
Stellung und Artikulation regelrecht. Kein Gelenkserguss
-
kleine Verkalkungen an der
Olekranonspitze
-
abgerundetes Knochenfragment direkt angrenzend an die Aussenseite der
Trochlea
humeri
wie bei Status nach altem
ossärem
Ausriss
-
kein Gelenkserguss
3.2
Im Bericht des
B._
vom 12. Dezember 2016 wurden fol
gende Diagnosen genannt (Urk. 7/17 S. 1):
-
posttraumatische
Ansatztendinopathie
der
Trizepssehne
Ellbogen rechts, DD
:
Harnsäure-
Kristallopathie
der Bursa
olecrani
rechts
-
Hyperurikämie unter
Allopur
-Therapie
Bei der Untersuchung seien keine Anhaltspunkte für eine Bursitis
olecrani
im klassischen Sinn gefunden worden. Die Situation spreche eher für eine
Ansatz
tendinopathie
der
Trizepssehne
mit begleitender Schwellung der Bursa
olecrani
.
Aufgrund der vorbestehenden Hyperurikämie komme differentialdiagnostisch auch die traumatische Entleerung eines Harnsäurekristalldepots in Frage (Urk. 7/17 S. 2).
3.3
Am 2
5.
Januar 2017 wurde der Beschwerdeführer radiologisch untersucht. Die Bildgebung zeigte unter anderem folgende Befunde (Urk. 7/10 S. 1):
-
Gelenkserguss und Kapsel: dezenter Gelenkserguss, Kapsel intakt
-
Artikulation: symmetrisch, keine
Subluxationstellung
, keine freien Gelenkskörper, 9 mm grosses
Ossikel
am
ulnaren
Epicondylus
an der Insertion des
humeralen
ulnaren
Kollateralbandes, einem älteren
ossären
Bandausriss entsprechend
-
Knochenmark: deutlich
ödemä
quivalentes
T2-Signal am
Olekranon
im Ansatzbereich der
Trizepssehne
, die
Olecranonspitze
zeigt deutliche
ossäre
Arrosionen
Es liege eine starke
Insertionstendinopathie
der
Trizepssehne
am
Olecranon
mit hochgradiger Partialruptur vor. Bei Status nach einem Trauma sei dies am ehesten die Folge einer nicht verheilten Partialruptur mit chronischem Dauerreizzustand. Aufgrund der Knochenarrosion, welche untypisch für ein Posttrauma sei, sei jedoch differentialdiagnostisch auch eine
Enthesitis
bei Gicht zu erwägen, zumal laborchemisch eine Hyperurikämie vorherrsche (Urk. 7/10 S. 1).
Nebenbefundlich
sei ein älterer
ossärer
Bandausriss des Ligamentum
collaterale
ulna
r
e
am
humeralen
Ursprung zu erwähnen (Urk. 7/10 S. 1).
3.4
Am 2
1
. Februar 2017 wurde beim Beschwerdeführer eine
Bursektomie
Olecrani
rechts vorgenommen (Urk. 7/22 S. 1).
3.5
Am
9.
März 2017 wurde der Beschwerdeführer erneut am rechten Ellbogen ope
riert. In seinem Operationsbericht führte
Dr.
A._
aus, bei der Operation würden sich die bekannte Knochenmulde sowie der Defekt im Bereich der
Trizeps
in
s
ertion
zeigen. Es würden Verkalkungen respektive kleine Fragmente sowie
tendinopathisches
Gewebe exzidiert. Anschliessend werde die Sehne
refixiert
(Urk. 7/21 S. 2).
3.6
Am 15. Juni 2017 nahm der Kreisarzt
,
Dr.
Z._
,
Stellung zum Fall und führte aus, beim Versicherten seien auf dem Röntgenbild vom
9.
Dezember 2016 bereits kleine kalkdichte Strukturen
in Projektion
unmittelbar proximal des
Olecr
anons
erkennbar. Derartige Strukturen
benötigten üblicherweise relativ lange zur Ent
stehung und
würden
häufig a
uf eine chronische Entzündung hindeuten. Im MRT vom 25. Januar 2017 sei neben der Partialruptur des
Tendo
musculi
tricipitis
brachii
auch eine Erosion im Bereich dessen Ansatzes zu sehen, wobei das Kno
chenmark diffus leicht ödematös
sei. Eine derartige Erosion könne
nicht die Folge eines Traumas, sondern
nur Folge eines
osteolytischen
Prozesses sein
wie zum Beispiel eine Entzündung oder eine
Neolasie
.
In Frage kämen vorliegend eine Gicht oder
seronegative
Arthropathien
. Da der Versicherte unter Gicht leide, sei diese die mit Abstand wahrscheinlichste Ursache für die Entzündung im Bereich des Ellbogengelenks
. Es sei bekannt, dass durch die Gicht befallene Sehnen nicht selten spontan
rupturieren
(Urk. 7/43 S. 3).
3.7
In seinem Bericht vom 1
4.
Juli 2017 führte der behandelnde Arzt
Dr.
A._
aus, radiologisch seien einerseits Ossifikationen im Bereich des
ulnaren
Seiten
bandes und andererseits ein Fragment im Bereich der distalen
Tricepssehne
erkennbar gewesen
. Dies würde gut zur Anamnese sowie dem klinische
n Befund einer
Avulsionsverletzung
der
Tricepssehne
passen. Im MRI sei
ein
Defekt im Bereich des
Olecranons
, in Grösse und Form passend zum Fragment, festgestellt worden. Er teile die Meinung des Kreisarztes, dass es sich um eine A
r
rosion oder
ektope
Ossifikation handle, nicht, da intraoperativ das Fragment mit der Defekt
grösse übereingestimmt habe (Urk. 7/49).
3.8
Nachdem
Dr.
Z._
am 2
1.
Juli 2017
an seiner Einschätzung fest
gehalten hatte
(Urk. 7/50), nahm Dr.
A._
am
5.
Dezember 2017 noch einmal Stellung zum Fall. Er legte dar,
der Versicherte habe vor dem Unfall unter keinen Ellbogenbe
schwerden gelitten. D
as Röntgenbild vom
9.
Dezember 2016 habe keinen Erguss, sondern eine Veränderung im Sinne eines abgerundeten Knochenfragments
aus
seinseitig
der
T
r
ochlea
hum
e
ri
sowie einen Status nach altem
ossärem
Ausriss der
Tricepssehne
gezeigt. Nachdem im MRI eine starke
Insertionstendinopathie
der
Tricepssehne
mit hochgradiger Partialruptur nach anamnestischen Trauma
sicht
bar gewesen sei
, habe sich der Versicherte für eine Operation entschieden. Dabei sei der Defekt am
Olecranon
und ein korrespondierendes Fragment an der distalen
Tricepssehne
débridiert
und teilweise reseziert worden. Das Fragment sei eine gute Erklärung für den Mechanismus des Ausschlagens (Urk. 7/56
/2-4
).
3.9
In seinem Bericht vom
1.
Juni 2018 führte
Dr.
Z._
aus,
es sei irrelevant, dass der Versicherte vor dem Unfallereignis über keine Beschwerden geklagt habe, da durch Gicht verursachte Schäden relativ rasch auftreten
würden. Man könne dies am Verlauf zwischen den Röntgenaufnahmen vom 9. Dezember 2016, der Bild
gebung vom 25. Januar 2017 und dem intraoperativen Befund feststellen. Wäh
rend das Röntgenbild erst kleine Verkalkungen gezeigt habe, seien knapp zwei Monate später bereits ausgedehnte entzündliche Veränderungen im
Olecranon
erkennbar gewesen. Intraoperativ sei dann eine
Avulsion
des knöchernen Ansat
zes der Sehne beschrieben worden. Da der Ausriss des knöchernen Ansatzes weder im Röntgenbild noch im MRI
zu sehen gewesen sei, müsse sich dieser nach Erstellung des MRI zugetragen haben.
Zu berücksichtigen sei weiter, dass bei der pathologischen Untersuchung der Bursa
olecrani
keine Anhaltspunkte für ältere
Einblutungen
vor
gelegen hätten
. Ein starker Schlag, der eine Schädigung des
Tendo
musculi
tricipits
brachii
oder eine Fraktur zur Folge hätte, würde jedoch zwangsläufig zu einer Quetschung der Bursa führen, was sich durch solche
Ein
blutungen
zeigen würde (Urk. 7/62).
3.10
Dr.
A._
legte in seinem Bericht vom
3.
Juli 2018 dar,
Dr.
Z._
habe unberücksichtigt gelassen, dass in der Gewebeprobe der Bursa, die nach der Ope
ration vom 2
2.
Februar 2017 eingeschickt worden sei, keine
Uratkristalle
nach
gewiesen werden konnten. Dies spreche dagegen, dass die Ellbogenbeschwerden auf die Gichterkrankung zurückzuführen seien. Ob das Fragment an der
Tri
zepssehne
, welches gut in den entsprechenden Defekt am
Olecranon
gepasst habe, durch den Unfall ausgeschlagen worden sei oder die Gicht das gleiche Bild ver
ursachen könne, könne nicht bewiesen werden. Die Argumentation des
Dr.
Z._
sei jedoch nicht in allen Punkten logisch (Urk. 7/65
/7-9
).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte
ihren Entscheid auf die Einschätzung des Kreis
arztes Dr.
Z._
. Dessen Beurteilung erweist sich als umfassend. Er setzte sich nicht nur eingehend mit den
Vorakten
sowie den Stellungnahmen des Dr.
A._
auseinander, sondern legte die
medizinischen Zusammenhänge
sowie seine Schlussfolgerungen einleuchtend und überzeugend dar.
4.2
Der Beschwerdeführer macht geltend,
die Darlegungen des Dr.
A._
, der
im Gegensatz zu
Dr.
Z._
über ausgewiesenes Fachwissen im Bereich chirurgi
sche Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsapparates verfüge, würden an
dessen Beurteilung
zweifeln lassen (Urk. 1).
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung hängt der
Beweiswert einer
ärztli
chen
Expertise
unter anderem
davon ab, ob die begutachtende Person über die entsprechende Fachausbildung verfügt. Ihre fachliche Qualifikation spielt für die richterliche Würdigung einer Expertise eine erhebliche Rolle. Bezüglich der medizinischen Stichhaltigkeit eines Gutachtens müssen sich Verwaltung und Gerichte auf die Fachkenntnisse der Expertin oder des Experten verlassen können
, weshalb
ein entsprechender, dem Nachweis der erforderlichen Fachkenntnisse dienender spezialärztlicher Titel der berichtenden oder zumindest der den Bericht visierenden
Arztperson
vorausgesetzt wird
(Urteile
des Bundesgerichts
8C_65/2010 und 8C_66/2010 vom
6.
September 2010 E. 3.1).
Wie der Be
schwer
deführer richtig ausführt
, verfügt
Dr.
Z._
über einen Facharzttitel im Bereich Radiologie,
währenddem
es sich bei Dr.
A._
um einen
Fachspezialist
en
für Chirurgie
sowie orthopädische und chirurgische
Traumatologie des Bewegungs
apparates
handelt.
Strittig ist vorliegend, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht die Gichterkrankung des Beschwerdeführers als kausal für seine Ellbogenbeschwer
den erachtete. Dr.
Z._
führte in seinem Bericht vom 1. Juni 2018 aus, die Inzidenz von Gichterkrankungen in westlichen Ländern sei relativ gering. Die Erkrankung verursache radiologisch nachweisbare Veränderungen, weshalb
sich
Radiologen häufiger damit befassen würden als beispielsweise Chirurgen (Urk. 7/62).
Dr.
A._
wies in seiner Stellungnahme vom 3. Juli 2018 darauf hin, dass
Dr.
Z._
als Radiologe darauf spezialisiert sei, MRI-Bilder zu beur
teilen (Urk. 7/65 S. 8).
Auch wenn es sich bei der Gicht um eine Erkrankung aus dem rheumatologischen Bereich handelt, erweist sich
Dr.
Z._
daher vorlie
gend als fachlich qualifiziert zur Beurteilung der Frage, ob die radiologisch sicht
baren Veränderungen
mit dem Krankheitsbild einer Gicht übereinstimmen. Allein der Umstand, dass er über keinen Facharzttitel im Bereich orthopädische Chirur
gie und Traumatologie verfügt, vermag daher keine
n
Zweifel an seiner Einschät
zung zu begründen.
Dr.
A._
legte ausführlich dar, weshalb seiner Einschätzung nach ein Trauma überwiegend wahrscheinlich für die Ellbogenbeschwerden des Beschwer
deführers sei. Dabei stützte er seine Argumentation mehrheitlich darauf, dass
das an der
Trizepssehne
befindliche Fragment zum Defekt am
Olecranon
gepasst habe,
was sich sowohl in der Bildgebung als auch intraoperativ gezeigt habe und
dafür spreche
, dass dieses durch ein Trauma ausgeschlagen worden sei (Urk. 7/49, 7/56
/2-4
, 7/65
/7-9
). Entgegen seiner
Darstellung war jedoch weder im Röntgen
bild vom
9.
Dezember 2016 noch im MRI vom 2
5.
Januar 2017 ein entsprechen
des Fragment sichtbar
(Urk. 7/9
,
7/10 S.
1
).
Im Operationsbericht wurde über Ver
kalkungen respektive kleine Fragmente berichtet, die exzidiert worden seien. Ein
einzelnes
Fragment, welches exakt zum Defekt am
Olekranon
passen würde, wurde indes nicht beschrieben (Urk. 7/21)
.
Wie
Dr.
Z._
überzeugend aus
führte, ist dies nur damit zu erklären, dass sich das Fragment erst nach Erstellung des MRI-Bildes, mithin nach dem 25. Januar 2017, löste (Urk. 7/62 S. 3). Dies
spricht jedoch gegen
eine Kausalität zwischen dem Unfallereignis und dem Aus
riss.
Weiter ist zu berücksichtigen, dass bereits die Radiologen, welche die tomo
graphische Bildgebung vom 2
5.
Januar 2017 beurteilten,
darauf hinwiesen, dass die sichtbare
Knochenarrosion untypisch für ein Posttrauma sei
,
und
differenti
aldiagnostisch eine
Enthesitis
bei Gicht
in Erwägung zogen
(
Urk.
7/10 S. 1).
Aus den Akten geht hervor, dass der Beschwerdeführer seit Jahren an einer Gichter
krankung leidet (Urk. 7/42 S. 15). Diese Aspekte liess
Dr.
A._
unberück
sichtigt. Auch zum Umstand, dass keine
Einblutungen
in der Bursa sichtbar waren, äusserte er sich nicht. Aus diesen Gründen vermag seine Einschätzung keine Zweifel an der Beurteilung des Dr.
Z._
zu begründen. Daran ändert
nichts, dass in der exzidierten Gewebeprobe keine Harnsäurekristalle nachgewie
sen werden konnten. Die Probe stammte nicht vom potentiell befallenen Gewebe, was
vom zuständigen Chefarzt
bestätigt wurde (Urk. 7/43 S. 3
, vgl. auch Urk. 7/41
), weshalb sich aus den Resultaten nichts Relevantes
bezüglich Kausali
tät
ableiten lässt.
5.
Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin zu Recht auf die Beurteilung des
Dr.
Z._
abgestellt hat. Weitere medizinische Abklärungen erweisen sich nicht als notwendig. Die Einstellung der Versicherungsleistungen per 16. Februar 2017 ist nicht zu beanstanden, weshalb die Beschwerde
abzuwei
sen ist.
6.
Das Verfahren ist kostenlos (
Art.
1
Abs.
1 UVG in Verbindung mit
Art.
61 lit. a ATSG).