Decision ID: 8978960d-9c5e-49a5-9e81-e2981e71c927
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1975 geborene
X._
meldete sich am 1
5.
November 2016 bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungs
bezug an (
Urk.
6/2). Die IV-Stelle holte in der Folge einen Bericht
von
Dr.
med.
Y._
, Assistenzarzt, und
Dr.
med.
Z._
, Oberärztin, von der
p
sychiatrischen
K
linik
A._
ein
(
Urk.
6/12)
.
Nachdem die Versicherte der IV-Stelle
am 1
8.
Mai 2017
mitgeteilt hatte, dass sie keine Unterstützung
bei der Eingliederung in den Arbeitsmarkt
benötige (
Urk.
6/22/3),
hielt
die IV-Stelle
mit Mitteilung vom
1
8.
August 2017
fest,
dass keine Ein
glie
derungsmassnahmen möglich seien
. Über den Rentenanspruch erhalte die Ver
sicherte später eine separate Verfügung
(
Urk.
6/1
9
). Die IV-Stelle zog
in der Folge
weitere
Bericht
e
von
Dr.
Y._
, welcher neu in der Funktion eines Oberarztes
für die
B._
arbeitete
(Urk.
6/32,
Urk.
6/
41)
,
und de
s
Psychiatriezentrums
C._
(
Urk.
6/37)
bei
.
Nach Durchführung von Abklärungsgesprächen (
Urk.
6/52) erteilte
die IV-Stelle
Kostengutsprache für Arbeitsvermittlung, welche vo
n der
A._
durchgeführt
werde (
Urk.
6/46)
. Die Arbeitsvermittlung wurde mit Mitteilung vom 1
0.
April 2019
abgeschlossen, ohne dass eine Integration der Versicherten in den Arbeits
markt gelungen wäre (
Urk.
6/51)
. Die IV-Stelle holte in der Folge einen Verlaufsbericht
von
Dr.
Y._
ein
(
Urk.
6/55). Nachdem
PD
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Neurologie, vom Regionalen Ärzt
lich
en Dienst, Stellung genommen hatte (
Urk.
6/56), verneinte die IV-Stelle nach durchgeführtem
Vorbescheidverfa
h
ren
(
Urk.
6/57) mit Verfügung vom 2. Dezember 2019 einen
Rentenanspruch
der Ver
sicherten (
Urk.
2).
2.
Dagegen liess
X._
am 1
8.
Dezember 2019
unter Beilage diver
ser Berichte
des
E._
Hospital
, Bali,
(
Urk.
3/1-7
)
Beschwerde erhe
ben und
ersuchte sinngemäss um Vornahme weiterer medizinischer Abklä
rungen
bzw. um erneute Beurteilung ihres Rentenanspruchs
(
Urk.
1). Die Beschwer
de
gegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
6.
Januar 2020 die
Abweisung der Beschwerde (Urk.
5), was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 2
0.
Januar 2020 angezeigt wurde (
Urk.
7).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.
3
1.3.1
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017
vom 15.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Inva
liditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medi
zinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V
281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.3.2
Aus Gründen der Verhältnismässigkeit kann dort von einem strukturierten Be
weisverfahren nach BGE 141 V 281 abgesehen werden, wo es nicht nötig oder auch gar nicht geeignet ist. Ein Beweisverfahren bleibt daher entbehrlich, wenn im Rahmen beweiswertiger fachärztlicher Berichte (vgl. BGE 125 V 351) eine Arbeitsunfähigkeit in nachvollziehbar begründeter Weise verneint wird und allfälligen gegenteiligen Einschätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen Gründen kein Beweiswert beigemesse
n werden kann (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. BGE 143 V 418 E.
7.1).
1.4
Nach den allgemeinen Regeln des Sozialversicherungsrechts hat der Versiche
rungsträger den rechtserheblichen Sachverhalt abzuklären. Er ist nach dem in
Art.
43
Abs.
1 ATSG statuierten Untersuchungsgrundsatz verpflichtet, die not
wendigen Abklärungen von Amtes wegen vorzunehmen und die erforderlichen Auskünfte einzuholen. Die Verfahrensleitung liegt dabei beim Versicherungs
trä
ger, dessen Ermessensspielraum in Bezug auf Notwendigkeit, Umfang und Zweck
mässig
keit von medizinischen Erhebungen gross ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_481/2013 vom
7.
November 2013 E. 3.4). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. Gestützt auf den Untersuchungsgrundsatz ist der Sach
verhalt soweit zu ermitteln, dass über den Leistungsanspruch zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit entschieden werden kann
(Urteil des Bundesgerichts 8C_815/2012 E. 3.2.1)
.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erklärte zur Begründung ihres Entscheides (
Urk.
2 und
Urk.
5), die medizinische Überprüfung der ärztlichen Berichte habe ergeben, dass keine gesundheitliche Beeinträchtigung vorliege, welche die Beschwerdeführerin in der Ausübung einer erwerblichen Tätigkeit hindere. Die in früheren Jahren diagnostizierte paranoide Schizophrenie sei nicht mehr aktuell.
2.2
Die Beschwerdeführerin brachte dagegen vor
(
Urk.
1)
, Ende September 2019 habe sie wieder einen schweren Rückfall betreffend paranoide Schizophreni
e
erlitten. Dieser Rückfall habe mehr als zwei Monate gedauert und sei erst jetzt langsam am Abklingen. In dieser Phase sei sie nach Indonesien gereist und habe dort zwei wochenlange Klinikaufenthalte gehabt.
Ihr sie i
n der Schweiz behandelnde Arzt,
Dr.
Y._
, habe sie nach
ihrer
Rückkehr medik
amentös neu eingestellt. Am 15.
Januar 2020 habe sie ihren nächsten Behandlungstermin bei ihm
.
Dann werde sie ihn bitten, einen detaillierten Bericht zu verfassen, um diesen
ans Gericht weiterzuleiten, damit ihr
Leistungsanspruch unter Berücksichtigung des aktuellen Gesundheitszustandes
erneut geprüft
werde
.
3.
3.1
Dr.
Y._
nannte in seinem
in seiner Funktion als Assistenzarzt der
A._
zusammen mit
Dr.
Z._
an die Beschwerdegegnerin
verfassten Bericht vom
9.
Januar 2017 (
Urk.
6/12) als Diagnose eine paranoide Schizophrenie, bestehend seit 201
4.
D
ie Beschwerdeführerin habe sich im Rahmen einer postpsyc
hotischen Depression auf dem Bo
den einer pa
ranoiden Schizophrenie, aktuell
mit Stimmen
höre
n
, zur Stabilisierung und medikamentösen Einstellung vorgestellt. Seit
Som
mer 2014 seien zunehmend psychische Veränderungen auffällig. Viele Monate habe
die Beschwerdeführerin
Wahngedanken und Wahnvorstellungen gehabt. Darüber hinaus habe sie sich vermehrt mit «energetischen Fragen» be
schäftigt und auffallend viel in ihr Tagebuch geschrieben. Die Beschwerde
füh
rerin habe Stimmen gehört, sich in ihrer Wohnung isoliert und rumgetanzt und gedacht, dass sie mit Menschen kommunizieren könne. Die Beschwerdeführerin sei Ende 2014 bei ihren Eltern in Belgien gewesen. Damals sei eine ambulante Psychotherapi
e
- und Psychopharmakotherapie begonnen worden, allerdings habe si
ch
ihr Zustand nicht wesentlich gebessert. Es sei eine medi
kamentöse Behand
lung mit
Olanzap
in
und
Sertralin
initiiert worden. Aufgrund von Nebenwir
kun
gen (Gewichtszunahmen) sei das Me
d
ikament auf
Paliperidon
umgestellt worden. Im weiteren Therapieverl
a
uf habe eine weitere ambulante Psychiaterin in Belgien
Paliperidon
auf
Aripiprazol
umgestellt. Heute sei die Positi
v
symptomatik
der Erkrankung gänzlich verschwunden. Die Beschwerdeführerin habe positive Frei
zeitaktivitäten vermehr in ihrem Alltag integrieren können.
Medikamentös nehme
sie
aktuell
Abilify
3,5 mg/Tag und
Zoloft
25
mg/Tag.
Seit Behandlungsbeginn bei ihnen am 1
7.
Dezember 2015 sei die Beschwerdeführerin durchgehend zu 70
%
arbeitsfähig. Aufgrund der chronischen psychischen Erkrankung könne es unter erhöhter Belastung rasch zu Überforderung und erneuter psychotischer Dekom
pensation kommen. Daher empfählen sie zunächst eine Belastungserprobung
be
ziehungsweise ein
Aufbautraining durchzuführen,
um so
besser auf die Bedürf
nisse und Einschränkungen der Beschwerdeführerin
eingehen zu können
. Unter
einer engmaschigen Behandlung und geeigneten Reintegrationsmassnahmen kön
n
e
es zur Verbesserung der Arbeitsfähigkeit kommen. Für berufliche rehabi
litative Massnahmen sei die Beschwerdeführerin aktuell ausreichend belastbar. Bei geeigneter Arbeitsstelle und guter sozialer Nische scheine ihnen
das
Erreichen einer 100%igen Arbeitsfähigkeit nicht ausgeschlossen.
3.2
Die Ärzte des Psychiatriezentrums
C._
, in welchem die Beschwerdeführerin vom
2.
bis
9.
Oktober 2017 in stationärer Behandlung
stand
, nannten mit Aus
trittsbericht vom 1
4.
Dezember 2017 (
Urk.
6/37) als Diagnose eine akute poly
morphe Störung ohne Symptome einer Schizophrenie. Sie attestierten der Be
schwerdeführer
in
für die Dauer des stationären Aufenthaltes eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit.
3.3
Dr.
Y._
, welcher
mittlerweil
e
als Oberarzt bei der
B._
arbeitete, teilte der Beschwerdegegnerin mit einem am 2
4.
Januar 2018 bei
dieser eingegangene
n
Bericht
mit
(
Urk.
6/32),
die Beschwerdeführerin sei bis Ende Januar 2017 mit
Aripiprazol
2,5 mg/Tag und
Sertralin
25
mg/Tag behandelt worden und sei durch
gehend psychopathologisch unauffällig
gewesen
. Danach habe sie eigen
ständig die Medikation reduziert und per Februar 2017 vollständig abgesetzt. Mitte Juni
2017 sei es zu einer erneuten psychotischen Störung gekommen. Die Beschwer
deführerin habe von Juni bis September 2017 keine ambulanten Termine wahr
genommen. Sie sei seit etwa Mitte August 2017 für
ihn
und ihre Kollegen nicht mehr erreichbar gewesen.
Sie
sei am
2.
Oktober 2017 auf die akutpsychiatrische Station
des Psychiatriezentrums
C._
eingetreten. Dort habe nach etwa einer Woche eine deutliche
Regredienz
der psychotischen Symptomatik erreicht werden können und d
ie Beschwerdeführerin sei am 9.
Oktober 2017 in stabilisiertem Zustand ausgetreten. Seither befinde
sie sich
in seiner ambulanten Beha
ndlung.
Aktuell sei die psy
chotische Symptomatik gänzlich verschwunden. Die Be
schwer
deführerin nehme ihre Medikation mit
Abilify
5
mg
/Tag
und
Zoloft
25mg
/Tag
regelmässig ein und schein
e
mit der aktuellen Medikation
compliant
zu sein.
Die allgemeine
psychische Belastbarkeit,
die
Leistungsfähigkeit sowie
das
Durch
haltevermögen
sei
e
n leicht reduziert
. Es sei denkbar, dass ab April 2018 eine gewisse Belastbarkeit in einem schützenden, ruhigen Umfeld gegeben sei
n
werde. Durch die medikamentöse Behandlung könne die Stimmung stabilisiert und die psychotische Symptomatik reduziert werden. Abhängig vom weiteren
Behand
lungs
- und Genesungsprozess sei von einer generellen Rückkehr in eine beruf
liche Tätigkeit
in
einem zeitlichen Umfang von vier bis sechs Stunden pro Tag ab April 2018 auszugehen.
3.4
Mit Bericht an die Beschwerdegegnerin vom
8.
Mai 2018 (
Urk.
6/41)
erklärte Dr.
Y._
, aktuell sei die psychotische Symptomatik gänzlich verschwunden. Die Beschwerdeführerin nehme ihre Medikation mit
Abilify
5
mg
/Tag
und
Zoloft
25 mg
/Tag
weiterhin regelmässig ein und scheine mit der aktuellen Medikation
compliant
zu sein.
An psychischen Einschränkungen bestünden aufgrund finan
zieller Unsicherheit und Schwierigkeit die Monatsa
us
gaben zu begleichen eine leicht gedrückte Stimmung sowie ein
e
leichte Affektlabilität. Die Beschwerde
füh
rerin arbeite momentan etwa vier Stunden pro Tag als Aussendienstmitarbeiterin im Stundenlohn bei der Putzfrauenagentur putzfrau.ch. Die Anstellung sei mit hohem Arbeitsstress und Frustration verbunden, da die Beschwerdeführerin enorme Schwierigkeiten habe, ihren Haushalt mit allen Monatsausgaben zu finanzieren.
D
ie Beschwerdeführerin sei hoch funktional und seit Monaten durch
gehend stabil. Die
Medikamentencompliance
sei vorhanden. Die Leistungs
fähig
keit der Beschwerdeführerin sei nicht vermindert.
3.5
Dr.
Y._
berichtete der
Beschwerdegegnerin
am
5.
Juni 2019 (
Urk.
6/55), der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin sei stationär.
Sie
sei aktuell arbeits
los. Eine Verminderung der Leistungsfähigkeit liege nicht vor.
Es sei
eine
Rück
kehr in eine berufliche Tätigkeit
in
einem zeitlichen Umfang von
sechs bis acht Stunden pro Tag
ab sofort
möglich
.
3.6
Aus den von der Beschwerdeführerin eingereichten Berichte
n
des
E._
Hos
pital ergibt sich, dass sie am
4.
Oktober 2019 aufgenommen wurde. Die Ärzte des Spitals diagnostizierten eine paranoide Schizophrenie (ICD-10 F20.0
) und
verordneten
zunächst
Abilify
10 mg/Tag
und hernach zusätzlich
Olanzapin
5mg/Tag
(
Urk.
3/1,
Urk.
3/2). Nachdem die Beschwerdeführerin aus dem Spital entlassen worden war, wurde sie am 2
9.
Oktober 2019 erneut aufgenommen. Die Aufnahme
se
i
erfolgt,
weil die Beschwerdeführerin ein
seltsames Verhal
ten ge
zeigt ha
b
e
. Die Ärzte hielten fest,
die Beschwerdeführerin
habe
die Behand
lung
sanordnungen
nicht eingehalten
. Sie verordneten neu 15 mg
Abilify
täglich
(
Urk.
3/3)
. Am 1
5.
November 2019 wurde der Beschwerde
fü
hrerin eine
Abilify
Maintena
Injektion à 400 mg verabreicht. Zusätzlich wurde
n 25mg
Clozapin
und 2mg
Resperidon
pro
Tag verordnet
(
Urk.
3/4)
. Am 2
5.
November 2019 endete die stationäre Behandlung
, wobei die Ärzte
erklärten
, dass die paranoide Schizo
phrenie in Remission sei
(
Urk.
3/
5).
4.
4.1
Die Beschwerdeführerin meldete sich am
1
5.
November 2016
bei der Beschwer
degegnerin zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/2). Der frühestmögliche Rentenbeginn ist daher im Mai 2017 (vgl.
Art.
29
Abs.
1 IVG), weshalb für die Beurteilung des Rentenanspruchs der Beschwerdeführerin ihre Leistungsfähigkeit ab
Mai 2016
zu prüfen ist (v
gl.
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG).
Die Beschwerdeführerin steht seit Dezember 2015 in Behandlung bei
Dr.
Y._
(
Urk.
6/12/3)
. In seinem
zusammen mit
Dr.
Z._
verfassten Bericht
vom 9. Janu
ar 2017 (E.
3.1)
attestierte er der Beschwerdeführerin seit
Behandlungs
be
ginn eine 70%ige Arbeitsfähigkeit
.
Ab Januar 2017
attestierte er der
Beschwer
deführerin
eine 80%ige Arbeitsfähigkeit
, wobei
er präzisiert
e
,
dies sei im Rahmen eines
Arbeitsintegrationsversuch
s
(
Urk.
6/12/6). Die
Beschwerdeführerin selber
erachtet
e
sich
ab Januar 2018 als
zu
80
%
arbeitsfähig
(
Urk.
6/13)
und übte gemäss ihren eigenen Angaben
auch
in diesem Umfang Arbeitstätigkeiten in
den
angestammten
Tätigkeits
bereichen aus (
Urk.
6/22/2).
Die Beschwerdeführerin verzichtete denn auch im Mai 2017 auf Arbeitsintegrationsmassnahmen der Be
schwerdegegnerin, da sie sich gesundheitlich gut fühle und
genügend Aufträge habe (
Urk.
6/22/3).
Aus dem Bericht von
Dr.
Y._
,
welcher im Januar 2018 bei der Beschwer
degegnerin einging (
E. 3.3
)
,
ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin
per Ende Februar 2017 eigenständig die Medikation vollständig abgesetzt hatte und es im Juni 2017, das heisst kurz nach
dem die Beschwerdeführerin der Beschwerde
gegnerin mitgeteilt hatte, keine
Arbeitsintegrationsmassnahmen
zu benötigen
, zu einer zweiten
psychotischen Störung gekommen ist
.
Erst nachdem
d
ie Be
schwerd
eführerin
im Oktober 2017 im Psychiatriezentrum
C._
stationär behandelt worden war, nahm sie d
ie ambulante Behandlung bei Dr.
Y._
wieder auf (E.
3.3).
Dr.
Y._
hielt in seinem im Januar 2018 bei der Be
schwerdegegnerin eingegangenen Bericht
fest, dass – erst – ab April 2018 wieder mit einer 40- bis 60%igen Arbeitsfähigkeit gerechnet werden könne. Gleichzeitig führte er
aus psychiatrischer Sicht
jedoch
lediglich eine leichtgradige Ei
n
s
chrän
kung des Konzentrationsvermögens und der Belastbarkeit
an
(Urk.
6/32/7).
I
n seinem Bericht vom
8.
Mai 2018 (E. 3.4), welcher unter anderem auf der
-
letzten
-
ärztlichen Kontrolle vom 1
1.
April 2018 basierte,
hielt er denn auch
keine Ein
schränkung der Leistungsfäh
i
gkeit mehr fest und
beschrieb
die Beschwerdefüh
rerin als hochfunktional und seit Monaten durchgehend stabil (
Urk.
6/41/2).
Im Juni 2019
berichtete
Dr.
Y._
über
einen stationären Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin und
verneinte
erneut
eine
Einschränkung der Leistungs
fähigkeit
(E. 3.5).
Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin seit Behand
lungs
beginn bei
Dr.
Y._
im Dezember 2015 grundsätzlich zu
7
0
%
arbeitsfähig war. Lediglich im Jahr 2017 kam es aufgrund der Nichteinnahme der Medika
mente zu einer
zwischenzeitlichen Verschlechterung des Gesundheitszustandes.
Der Gesundheitszustand
besserte sich jedoch nach Wiedereinnahme der Medika
mente rasch
wieder
und die Beschwerdeführerin war nicht (mehr) in der Leis
tungsfähigkeit eingeschränkt.
Es ist
daher
bis Juni 2019, das heisst dem Zeitpunkt des letzten Berichts von
Dr.
Y._
,
mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit eine länger
andauernde relevante Einschränkung der Arbeits
fähigkeit
der Beschwerdeführerin
zu verneinen. Dies wird im Übrigen auch von der Beschwerdeführerin selber nicht infrage gestellt, macht
e
sie beschwerdeweise doch lediglich geltend, dass sich ihr Gesundheitszustand Ende September 2019 verschlechtert habe (
Urk.
1).
4.2
Aus den Berichten des
E._
Hospital (E
. 3.6) ergibt sich tatsächlich
eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin
im Herbst
201
9.
Diese Verschlechterung war gemäss den berichtenden Ärzten
eingetreten
, weil die Beschwerdeführerin die Behandlung
sanordnungen
nicht eingeha
lten habe. Als sich
die Beschwerdeführerin wieder wie ärztlich verordnet behandeln liess, besserte sich ihr Gesundheitszustand
jedoch
rasch wieder, sodass die para
noide Schizophrenie bei Klinikaustritt am 2
5.
November 2019
bereits
in Remis
sion
war. Es ergeben sich daher auch aus den Berichten des
E._
Hospital
keine Hinweise auf eine länger
andauernde relevante Einschränkung der Arbeits
fähigkeit der Beschwerdeführerin
, weshalb entgegen
dem Vorbringen
Beschwer
de
führerin eine relevante Verschlechterung
ihres
Gesundheitszustandes ab Septem
ber 2019 zu verneinen ist.
5.
Nach dem Gesagten
ist mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
schein
lich
keit ein länger
andauernder, nicht remittierter Gesundheitsschaden
,
der
die
Be
schwerdeführerin
in ihrer Arbeitsfähigkeit erheblich einschränkt,
zu verneinen. Bei dieser Sachlage erweist es sich als rechtens, dass die Beschwerdegegnerin auf die Durchführung eines strukturierten Beweisverfahrens verzichtet
(vgl. E. 1.3.2)
und einen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin verneint hat. Die Beschwerde erweist sich dementsprechend als unbegründet und ist abzuweisen.
6.
Die Kosten des Verfahrens sind auf
Fr.
500.-- festzulegen und ausgangsgemäss vo
n der
Beschwerdeführer
in
zu tragen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG).