Decision ID: 82698004-98b0-4ddf-9688-73b42d21f58e
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1987, war seit März 2013 bei der
Stiftung Y._
als Behindertenbetreuerin tätig (Urk.
10/1) und war über diese im Rahmen einer
Personenversicherung (
Kollektiv-Krankentaggeld
versi
cherung nach dem Bundesgesetz über den
Versicherungsvertrag;
VVG; Police Nr.
...
) bei der AXA
Versicherungen AG (nachfolgend: AXA) für ein Taggeld von 80 % ihres versicherten Verdienstes versichert, und zwar für eine Leistungsdauer von 730 Tagen nach einer Wartezeit von
90
Tagen (Urk. 10/20). Am 22. Juni 2016 meldete die Arbeitgeberin der AXA, dass die Versicherte wegen Krankheit seit
dem
10. März 2016 arbeitsunfähig sei (Urk. 10/1).
Das Arbeits
verhältnis wurde
von der Versicherten
per 30. Juni 2016 gekündigt (Urk.
2/3; Urk.
10/1).
Die AXA leistete Taggelder
vom 1. Juli 2016 bis 31. März 2017 (Urk. 2/15). Nach Eingang des im Auftrag de
r AXA
verfassten
psychiatrischen
Gutachtens
von Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 16. Dezem
ber 2016 (
Urk. 10/4
) teilte die AXA der Versicherten mit Schreiben vom 25. Januar 2017 mit, dass sie die Leistungen unter Berücksichtigung einer Über
gangsfrist per 31. März 2017 einstellen werde (Urk. 2/7).
Dagegen opponierte die Versicherte mit Schreiben vom 15. März 2017 (Urk. 10/7). In der nach
folgen
den Korrespondenz fanden die Parteien keine Einigung (Urk. 10/10; Urk. 10/15-16).
2.
Am 26. November 2019 erhob die Versicherte gegen die AXA Klage mit folgen
dem Rechtsbegehren (Urk. 1 S. 2):
«Es sei die Beklagte zu verpflichten, der Klägerin Fr. 38'255.95 zuzüglich 5 % Verzugszins ab Rechtshängigkeit zu bezahlen;
unter Entschädigungsfolgen (zuzüglich Mehrwertsteuer) zu Lasten der
Beklagten.»
Die AXA ersuchte mit Klageantwort vom 30. April 2020 (Urk. 9) um Abweisung der Klage unter Entschädigungsfolgen zu Lasten der Klägerin.
Mit Replik vom 15. September 2020 (Urk. 18) reduzierte die Klägerin ihre ein
geklagte Forderun
g auf Fr. 30'685.86 und hielt im
Ü
brigen an ihren Anträgen und Ausführungen fest. Die Beklagte beantragte mit Duplik vom 17. Dezember 2020 (Urk. 24) unverändert die vollumfängliche Abweisung der Klage.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Streitigkeiten aus einer Zusatzversicherung zur sozialen Krankenversicherung unterstehen gemäss
Art.
2
Abs.
2 Satz 2 des Bundesgesetzes vom 2
6.
September 2014 betreffend die Aufsicht über die soziale Krankenversicherung (Krankenver
si
cherungsaufsichtsgesetz, KVAG) dem Versicherungsvertragsgesetz (VVG). Sie sind privatrechtlicher Natur (BGE 138 III 2 E. 1.1). Kollektive Krankentag
geld
versicherungen werden vom Bundesgericht wie alle weiteren Taggeldversi
che
rungen in ständiger Praxis unter den Begriff der Zusatzversicherung zur sozialen Krankenversicherung subsumiert (BGE 142 V 448 E. 4.1).
1.2
Das Sozialversicherungsgericht ist als einzige kantonale Gerichtsinstanz für Klagen über Streitigkeiten aus Zusatzversicherungen zur sozialen Kranken
ver
sicherung nach dem Bundesgesetz über die Krankenversicherung (KVG) zuständig (
Art.
7 der Schweizerischen Zivilprozessordnung ZPO, in Verbindung mit
§
2
Abs.
2
lit
. b des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
; BGE 138 III 2 E. 1.2.2), ohne dass vorgängig ein Schlichtungsverfahren durchzuführen ist (BGE 138 III 558 E. 4).
1.3
Nach
Art.
87
VVG steht demjenigen, zu dessen Gunsten eine kollektive Unfall- oder Krankenversicherung abgeschlossen worden ist, mit dem Eintritt des Unfalls oder der Krankheit ein selbständiges Forderungsrecht gegen den Versicherer zu (Urteil des Bundesger
ichts 4A_10/2016 vom 8.
September 2016 - in BGE 142
III 671 nicht publizierte - E.
4.1)
.
1.4
Gemäss
Art.
243
Abs.
2
lit
. f ZPO werden Ansprüche aus einer Zusatz
ver
sicherung zur sozialen Krankenversicherung nach dem KVG ohne Rücksicht auf den Streitwert im vereinfachten Verfahren nach
Art.
243 ff. ZPO beurteilt. Ge
mäss
Art.
247
Abs.
2
lit
. a in Verbindung mit
Art.
243
Abs.
2
lit
. f ZPO stellt das Gericht im Verfahren betreffend Streitigkeiten aus Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversicherung nach dem KVG den Sachverhalt von Amtes wegen fest.
Der Untersuchungsgrundsatz befreit die Parteien indessen nicht davon, bei der Feststellung des
entscheidwesentlichen
Sachverhalts aktiv mitzuwirken. Das Ge
richt ist im Rahmen der sozialen
Untersuchungsmaxime gemäss Art.
247 Abs.
2
lit
.
a ZPO lediglich einer erhöhten Fragepflicht unterworfen. Wie unter der Ver
handlungsmaxime müssen die Parteien selbst den Stoff beschaffen. Das Gericht kommt ihnen nur mit spezifischen Fragen zur Hilfe, damit die erforderlichen Behauptungen und die entsprechenden Beweismittel genau aufgezählt werden. Es ermittelt aber nicht aus eigenem Antrieb. Ist eine Partei durch einen Anwalt
vertreten, kann und muss sich das Gericht ihr gegenüber wie bei Geltung der Verhandlungsmaxime z
urückhalten (BGE 141 III 569 E.
2.3 franz.; Urteil des Bundesgerichts 4
A_702/2016 vom 23. März 2017 E.
3.1).
1.5
Gemäss
Art.
8 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs (ZGB) hat, wo es das Gesetz nicht anders bestimmt, derjenige das Vorhandensein einer behaupteten Tatsache
zu beweisen, der aus ihr Rechte ableitet. Demgemäss hat die Partei, die einen An
spruch geltend macht, die rechtsbegründenden Tatsachen zu beweisen, wäh
rend die Beweislast für die rechtsaufhebenden bzw. rechtsvernichtenden oder rechts
hindernden Tatsachen bei der Partei liegt, die den Untergang des Anspruchs be
hauptet oder dessen Entstehung oder Durchsetzbarkeit bestreitet. Diese Grund
regel kann durch abweichende gesetzliche Beweislastvorschriften verdrängt wer
den
und ist im Einzelfall zu konkretisieren (BGE 128 III 271 E. 2a/
aa
). Sie gilt auch im Bereich des Versicherungsvertrags. Nach dieser Grundregel hat der An
spruchsberechtigte - in der Regel der Versicherungsnehmer, der versicherte Dritte oder der Begünstigte - die Tatsachen zur «Begründung des Versicherungs
an
spruches» (Marginalie zu
Art.
39 VVG) zu beweisen, also namentlich das Bestehen eines Versicherungsvertrags, den Eintritt des Versicherungsfalls und den Umfang des Anspruchs. Den Versicherer trifft die Beweislast für Tatsachen, die ihn zu einer Kürzung oder Verweigerung der vertraglichen Leistung berechtigen (z.B. wegen schuldhafter Herbeiführung des befürchteten Ereignisses:
Art.
14 VVG) oder die den Versicherungsvertrag gegenüber dem Anspruchsberechtigten unver
bindlich machen (z.B. wegen betrügerischer Begründung des Versicherungs
an
spruches:
Art.
40 VVG). Anspruchsberechtigter und Versicherer haben im Streit um vertragliche Leistungen je ihr eigenes Beweisthema und hierfür je den Haupt
beweis zu erbringen (BGE 130 III 321 E. 3.1).
1.6
Es obliegt der versicherten Person zu beweisen, dass sie (weiterhin) arbeitsunfähig ist und daher Anspruch auf Taggelder hat, wenn die Versicherung zunächst Tag
gelder ausbezahlt hat und sodann geltend macht, die Umstände hätten sich ge
ändert oder die Leistungen seien von vornherein zu Unrecht erbracht worden und die versicherte Person sei (wieder) arbeitsfähig (BGE 141 III 241 E. 3.1). Den Ver
sicherer trifft demgegenüber die Beweislast für Tatsachen, die ihn zu einer Kürzung oder Verweigerung der vertraglich vorgesehenen Leistung berechtigen oder die den Versicherungsvertrag gegenüber dem Anspruchsberechtigten unver
bindlich machen (BGE 130 III 321 E. 3.1).
1.7
Da der Nachweis rechtsbegründender Tatsachen im Bereich des Versicherungs
vertrags regelmässig mit Schwierigkeiten verbunden ist, geniesst der beweis
pflichtige Anspruchsberechtigte insofern eine Beweiserleichterung, als er in der
Regel nur eine überwiegende Wahrscheinlichkeit für das Bestehen des geltend ge
machten Versicherungsanspruchs darzutun hat. Allerdings kann der Versiche
rer im Rahmen des Gegenbeweises Indizien geltend machen, welche die Glaub
wür
digkeit des Ansprechers erschüttern oder erhebliche Zweifel an seinen Schil
de
rungen erwecken. Gelingt der Gegenbeweis, dürfen die vom Anspruchs
be
rech
tigten behaupteten Tatsachen nicht als überwiegend wahrscheinlich und damit nicht als bewiesen anerkannt werden. Der Hauptbeweis ist vielmehr gescheitert (BGE 130 III 321 E. 3.4).
1.8
Nach
Art.
168
Abs.
1 ZPO sind als Beweismittel zulässig: Zeugnis (
lit
. a), Urkunde (
lit
. b), Augenschein (
lit
. c), Gutachten (
lit
. d), schriftliche Auskunft (
lit
. e) sowie Parteibefragung und Beweisaussage (
lit
. f). Diese Aufzählung ist abschliessend; im Zivilprozessrecht besteht insofern ein
numerus
clausus der Beweismittel, vorbehalten bleiben nach
Art.
168
Abs.
2 ZPO lediglich die Bestimmungen über Kinderbelange in familienrechtlichen Angelegenheiten (BGE 141 III 433 E. 2.5.1).
Art.
168
Abs.
1
lit
. d ZPO lässt einzig vom Gericht eingeholte Gutachten als Be
weismittel zu. Privatgutachten sind zwar zulässig, aber nicht als Beweismittel, sondern nur als Parteibehauptungen (BGE 141 III 433 E. 2.5.2).
1.9
Ein Privatgutachten stellt im Zivilprozess kein Beweismittel dar, vielmehr hat es als Parteigutachten die Qualität einer blossen Parteibehauptung. Allerdings ist zu beachten, dass nur Tatsachenbehauptungen bewiesen werden müssen, die aus
drücklich bestritten sind.
Bestreitungen
sind so konkret zu halten, dass sich bestimmen lässt, welche einzelnen Behauptungen des Klägers damit bestritten werden; die Bestreitung muss ihrem Zweck entsprechend so konkret sein, dass die Gegenpartei weiss, welche einzelne Tatsachenbehauptung sie beweisen muss. Der Grad der Substantiierung einer Behauptung beeinflusst insofern den erfor
derlichen Grad an Substantiierung einer Bestreitung; je detaillierter einzelne Tatsachen eines gesamten Sachverhalts behauptet werden, desto konkreter muss die Gegenpartei erklären, welche dieser einzelnen Tatsachen sie bestreitet. Je de
tail
lierter mithin ein Parteivortrag ist, desto höher sind die Anforderungen an eine substantiierte Bestreitung. Diese sind zwar tiefer als die Anforderungen an die Substantiierung einer Behauptung; pauschale
Bestreitungen
reichen indessen nicht aus. Erforderlich ist eine klare Äusserung, dass der Wahrheitsgehalt einer bestimmten und konkreten gegnerischen Behauptung infrage ge
stellt wird (BGE 141 III 433 E.
2.6).
1.10
Parteibehauptungen, denen ein Privatgutachten zugrunde liegt, werden indes meist besonders substantiiert sein. Entsprechend genügt eine pauschale Bestrei
tung nicht; die Gegenpartei ist vielmehr gehalten zu substantiieren, welche ein
zelnen Tatsachen sie konkret bestreitet. Wird jedoch eine Tatsachenbehauptung
von der Gegenpartei substantiiert bestritten, so vermögen Parteigutachten als reine Parteibehauptungen diese allein nicht zu beweisen. Als Parteibehauptungen mögen sie allenfalls zusammen mit - durch Beweismittel nachgewiesenen – Indi
zien den Beweis zu erbringen. Werden sie aber nicht durch Indizien gestützt, so dürfen sie als bestrittene Behauptungen nicht als erwiesen erachtet werden (BGE 141 III 433 E. 2.6).
1.11
Auch Berichte von Fachärzten, welche die Taggeldversicherer beraten, sind als blosse Parteibehauptungen zu qualifizieren (Urteil des Bundesgerichts 4A_571/2016 vom 2
3.
März 2017, E. 3.2 am Ende).
1.1
2
Das Arztzeugnis wird beweisrechtlich den Zeugnisurkunden, denen im Beweis
verfahren mit einer gewissen Zurückhaltung zu begegnen ist, zugeordnet und gilt im Bereich des Zivilprozessrechts gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts als Privatgutachten (BGE 140 III 24 E. 3.3.3; 140 III 16 E. 2.5). Nach der Lehre beweisen Arztzeugnisse grundsätzlich nur, dass die Erklärung von der ausstel
lenden Person abgegeben wurde. Aufgrund des Fachwissens der ausstellenden Person sowie der strafrechtlichen Sanktion (
Art.
318 des Schweizerischen Straf
ge
setzbuches, StGB) kann zunächst von der Richtigkeit eines Arztzeugnisses ausgegangen werden. Der Beweiswert kann jedoch durch irgendwelche Beweis
mittel und Umstände erschüttert werden, wenn beispielsweise der Arzt den Patienten nicht untersucht und ausschliesslich auf dessen Aussagen abgestellt hat ober bei widersprüchlichem Verhalten des Patienten während bescheinigter Arbeitsunfähigkeit.
Solchenfalls
hat der Beweisführer bei unveränderter Beweislast den vollen Beweis für die mit dem Arztzeugnis bescheinigten Tat
sachen zu erbringen (Heinrich Andreas Müller, in: Schweizerische Zivilprozess
ordnung, ZPO, Kommentar, Brunner/Gasser/Schwander, Hrsg.,
2.
Auflage, Zürich 2016,
Art.
177
Rz
9; Annette
Dolge
in: Basler Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung,
3.
Auflage, Basel 2017,
Art.
177
Rz
13).
2.
2.1
Es ist unbestritten, dass die Klägerin aufgrund der
von ihrer (ehemaligen) Arbeit
geberin mit der
Beklagten per
1. Januar 2011
abgeschlossenen
Personenver
sicherung Professional (Police-Nr.
...
) gemäss den Angaben
in der Police
und den Allgemeinen
Informationen für die versicherten Personen (Urk. 10/1)
für ein
Krankent
aggeld versichert war. Der versicherte Höchst-J
ahreslohn beläuft sich auf
Fr.
3
00
’000.--, das Taggeld beträgt 80
%
des versicherten Lohnes und wird 730 Tage abzüglich einer Wartefrist von
90 Tagen ausgerichtet (Urk. 10/
1). Ein Taggeld auf der Basis e
iner Arbeitsunfähigkeit von 100
% beläuft sich
bei der
Klägerin
auf unbestritten gebliebene Fr. 135.18 (vgl.
Urk.
1 S. 8; Urk. 2/15
), weshalb sich Weiterungen hierzu erübrigen.
2.2
Die Klägerin stellte sich zusammengefasst auf den Standpunkt
(Urk. 1),
sie
habe an einer Panik- und Angststörung gelitten, deren ganze respektive teilweise Arbeitsunfähigkeit bis Ende Januar 2017 nicht bestritten worden sei. So habe ihr der von d
er Beklagten beauftragte Dr.
Z._
im Dezember 2016 nach
einem nur wenige Minuten dauernden Gespräch
eine vollständige Arbeitsfähigkeit ab 1. Februar 2017 attestiert. Jedoch habe sich
aufgrund
der damit verbundenen Einstellung der Taggeldleistungen und der psychischen Überforderung im Zuge der aufgenommenen Stellensuche eine gesundheitliche Verschlechterung einge
stellt, was eine stationäre Behandlung in der Klinik
A._
vom 2. März bis 24. Mai 2017 zur Folge gehabt habe
. Im Anschluss sei sie in fachärztlicher Behandlung gewesen mit einer attestierten
vollständigen
Arbeitsunfähigkeit bis 8. Januar 2018
(S. 3 f).
Für die 283 Tage Arbeitsunfähigkeit vom 1. April 2017 bis 8. Januar 2018 habe sie demnach Anspruch auf Taggelder (S. 8).
2.3
Demgegenüber vertrat die Beklagte im Wesentlichen die Ansicht (Urk. 9), auf den psychiatrischen Untersuchungsbericht von Dr.
Z._
könne abgestellt werden, welcher zum Schluss gekommen sei, dass die Klägerin spätestens ab dem 1. Februar 2017 wieder voll arbeitsfähig sei in ihrer angestammten Tätigkeit als Behindertenbetreuerin (S. 8). Gemäss Rechtsprechung des Bundesgericht
s
müsse die Klägerin mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit den Fortbestand der von ihr geltend gemachten Arbeitsunfähigkeit in der ange
stammten Tätigkeit ab dem 1. April 2017 beweisen, wenn – wie hier – Zweifel bestünden, dass eine solche über diesen Zeitpunkt hinaus angedauert habe.
Die von der Klägerin eingereichten medizinischen Berichte vermögen
weder die Existenz einer depressiven Symptomatik noch das Vorliegen einer Panikstörung zu belegen. Eine damit einhergehende allfällige Arbeitsunfähigkeit sei deshalb nicht überwiegend wahrscheinlich erstellt (S. 11 f.).
2.4
Replicando
(Urk. 18) führte die Klägerin aus, die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch den Gutachter Dr.
Z._
sei widersprüchlich
(S. 2 f.). Darüber hinaus seien die
vorhandenen medizinischen Berichte durchaus geeignet, die vom Gutachter angenommene Verbesserung der Arbeitsfähigkeit ab Januar 2017 zu widerlegen (S. 3 ff.).
2.5
Die Beklagte erwiderte in ihrer Duplik (Urk.
24), dass ein psychiatrischer Facharzt anderthalb Monate nach seiner Untersuchung von einem vollständigen Wegfall der psychiatrisch bedingten Arbeitsunfähigkeit ausgegangen sei, sei zumindest geeignet, eine darüber hinaus aus psychiatrischer Sicht geltend gemachte volle Arbeitsu
nfähigkeit in Zweifel zu ziehen (S. 2).
2.6
Streitig und zu prüfen ist, ob
bei der Klägerin
über den
31. März
2017 hinaus
(bis zum 8. Januar 2018)
eine leistungsbegründende Arbeitsunfähigkeit vorliegt.
3.
3.1
Dr. med.
B._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, berichtete am 6. Juli 2016 über die seit Anfang 2015 begonnene ärztliche Behandlung der Klägerin wegen Erschöpfung, Dyspnoe, Herzrasen, Schlafstörungen und Polymy
al
gien. Er diagnostizierte eine somatische Belastungsstörung und attestierte der Klägerin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in jeder Tätigkeit (Urk. 10/2).
3.2
Am 3. September 2016 begab sich die Klägerin in eine tagesklinische Behandlung im Zentrum
C._
. Die Ärzte nannten in ihrem Bericht vom 10. November 2016 (Urk. 10/3) als Diagnose eine Panikstörung (ICD-10 F41.0; S. 2 Ziff. 4) und berichteten über einen Zusammenbruch am Arbeitsplatz wegen Überlastung, Missständen und schlechten Gerüchen mit Reizüberflutungen. Zu
dem
leide
die
Klägerin
unter Einschlafstörungen, Nervosität, Synkopen, Hyper
ventilation (zwei- bis dreimal wöchentlich bei Reizüberflutung, in Gesellschaft mit anderen Menschen oder bei Anfo
rderungen) und Zittern. Nach
dem Panik
attacken letztmals vor zwei Monaten aufgetreten seien, leide die Klägerin eher an längeren Angstzuständen (S. 1 Ziff. 3). Aufgrund der noch immer bestehenden Angstzustände mit Hyperventilation, Reizüberflutung und Schlafstörungen sei sowohl in angestammter als auch
in
angepasster Tätigkeit keine Arbeitsfähigkeit gegeben (S. 2 Ziff. 5 f.). Eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf zirka 40 % sei voraussichtlich ab Mit
te
Dezember 2016 möglich (S. 2 Ziff. 11).
3.3
Dr.
Z._
erstattete am 16. Dezember 2016 sein von der Bek
lagten veran
lasstes Gutachten (p
sychiatrischer Plausibilisierungsauftrag, Urk. 10/4).
Er nannte die folgenden Diagnosen (S. 6 Ziff. 4):
-
Panikstörung (episodisch paroxysmale Angstanfälle; ICD-10 F41.0)
-
Generalisierte Angststörung (ICD-10 F41.1)
Die Klägerin
habe in einem Pensum von 80 % in einem Tageszentrum für Menschen mit Hirnschäden gearbeitet. Es habe insgesamt zwei Leitungswechsel gegeben. Währen
d
des ersten Leitungswechsels habe sie sich sehr ü
berfordert
gefühlt, weshalb sie
für sieben Monate unbezahlten Urlaub genommen habe. Sie sei im Januar 2016 an die gleiche Stelle zurückgekehrt. An den Zuständen habe sich nichts geändert. Die neue Leitung sei erneut freigestellt worden und es habe zunächst zu wenig Personal für die Arbeiten gegeben. Im März 2016 habe sie dann den Zusammenbruch gehabt. Ihr sei schwarz vor Augen geworden (S. 2
Ziff.
1).
Nach einer siebenmonatigen Gesprächspsychotherapie und einer acht
wöchigen tagesklinische
n Betreuung mit Psychotherapie und
Ergotherapie
habe die Arbeitsfähigkeit nicht auf 40
%
gesteigert werden können, was das Ziel gewesen sei. Sie wolle jedoch
möglicherweise
Ende Dezember zu 50 % in einer angepassten Tätigkeit anfangen. Als Medikation nehme sie bei Bedarf
Temesta
ein (S. 3).
Aktuell habe sie etwa einmal pro Woche eine Panikattacke. Dies sei innerliche Angst, als ob sie am liebsten sofort weglaufen würde. Zusätzlich kämen Symptome wie Luftnot und Herzrasen dazu. Sie könne dies gut kontrollieren mit der Einnahme von
Temesta
.
Zusätzlich bestehe teilweise eine ausgeprägte innere Unruhe, welche in
keinster
Weise so schlimm ausgeprägt sei
,
wie eine Panik
attacke (S. 4 Ziff. 2).
Der Gutachter führte zur Herleitung der Diagnose aus, bei der sognannten Panik
störung träten anfallartige Panikanfälle auf, die sich nicht auf eine spezifische Situation oder besondere Umstände be
zögen
. Zusätzlich zu
m
Gefühl der Angst habe es körperliche Symptome wie Herzklopfen, Brus
tschmerz und Erstickungs
gefühle
gegeben. Diese seien nicht basierend auf der Asthmaproblematik ge
wesen. Es fänden sich
somit sowohl die körperlichen als auch emotionalen Anteile der episodisch paroxysmalen Angstanfälle. Aktuell finde
sich eine deut
liche Besserung mit Auftreten von Panikattacken von einmal pro Woche (S. 6 Ziff. 4 oben). Aufgrund der Angabe der Klägerin über eine generalisierte und anhaltende Angst, die nicht auf eine bestimmte Situation beschränkt sei mit
ständiger Nervosität und innerer
Unruhe
,
jedoch ohne körperlichen Symptome wie Herzklopfen oder Luftnot, sei eine generalisierte Angststörung in sehr ge
ringer Ausprägung zu diagnostizieren (S. 6 Ziff. 4 Mitte).
Hinsichtlich Arbeitsfähigkeit gebe die Klägerin selbst an, sie könne
sich
aktuell wegen Überforderung und den sich damit einstellenden Panikattacken nicht vor
stellen, in der bisherigen Tätigkeit als Behindertenbetreuerin zu arbeiten. Allein basierend auf der psychiatrischen Erkrankung sei aktuell eine 50%ige Arbeits
fähigkeit
in der angestammten Tätigkeit
gegeben, da sich keine Hinweise für eine Einschränkung in erheblichem Masse fänden (S. 8 Ziff. 6.1
.a
). Ab 1. Februar 2016
(richtig: 2017)
sei von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit in der anges
tammten Tätigkeit auszugehen. De
r
gemäss Klägerin etwa einmal pro Woche erlebte Panik
anfall sei gut mit dem Medikament
Temesta
strukturier
- und die generalisierte
innere Unruhe mit therapeutischen Massnahmen kontrollierbar. Als einzige Ein
schränkung gebe
die Klägerin
an, sie hätte Sorge, wieder Verantwortung für andere Menschen zu übernehmen. Dies würde eine innere Unsicherheit auslösen. Ein weiteres Vermeiden dieser Situationen verfestige nur die innere Unruhe und verschlechtere die Perspektive (S. 9 Ziff. 6.2.a).
In einer den Beschwerden angepasste
n
Tätigkeit
ohne unmittelbare
Übernahme
von Verantwortung für Menschen unter Betreuung, Schutzbefohlene oder Hilfs
bedürftige,
sei
aktuell
von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen (S. 8 Ziff. 6.1.b).
Eine Steigerung auf 80
% aufgrund der
geringgradig
ausgeprägten Symptomatik sei ab 1. Januar 2016 (richtig: 2017) denkbar. Ab dem 15. Januar 2016
(richtig: 2017)
sei
in der angepassten Tätigkeit eine vollständige Arbeits
fähigkeit gegeben (S. 8 Ziff. 6.2.b).
Es sei von einer hervorragenden Prognose auszugehen (S. 11 Ziff. 8).
Schliesslich sei zu bemerken, dass sich ein erheblich diskrepantes Bild der Klägerin bezüglich Leistungsfähigkeit zwischen Selbsteinschätzung und Fremdeinschätzung finde. Die Klägerin selber gehe davon aus, frühestens zum 1
.
Februar 2016 (richtig: 2017) eine 50%ige Arbeitsfähigkeit wieder erreichen zu können. In ihren angestammten Beruf könne sie etwa in einem halben Jahr zurückkehren. Gemäss objektiver Fremdeinschätzung sei dies jedoch als erheb
liche Diskrepanz zur Einschätzung von aussen zu sehen (S. 12).
3.4
Mit Bericht vom 9. Januar 2017 beantworteten die Ärzte des Zen
trums
C._
die Fragen der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle (Urk. 10/5).
In ihrer Beurteilung hielten sie fest, die Klägerin sei
auf
grund einer diagnostizierten Panikstörung (ICD-10 F41.0)
seit dem 11.
März 2016 und bis heute vollständig arbeitsunfähig. Sie habe immer noch Mühe, sich abzu
grenzen und
«
Nein
»
zu sagen, überfordere sich leicht und es komme teils zu Gedankenkreisen sowie Grübeln und einer höheren Anspannung. Unter wieder
auf
tretenden hohen Belastungsfaktoren sei ein Rückfall zu erwarten. Die Arbeits
fähigkeit für eine gestufte berufliche Wiedereingliederung ab 1. Februar 2017 solle mit Hilfe eines beruflichen Integrationstrainings versucht werden
.
Aller
dings sei die angestammte Tätigkeit nicht möglich. Die Klägerin sei motiviert, eine neue Teilzeitstelle als selbständige Floristin (Absolvierung de
s
Lehrgang
s
Floristik der
Schule
D._
vom Juni 2015 bis Dezember 2016) mit Hoch
zeitsdekorationen aufzunehmen. Sie könne sich vorstellen
-
mit Unterstützung der IV
-
in einem Blumenladen ein Praktikum zu machen oder eine Weiterbil
dung
,
um die notwendigen Kompetenzen zu erwerben (S. 1).
Wegen den plötzlichen Panikattacken
(alle zwei Wochen eine)
sei die Klägerin
zurzeit
nicht in der Lage, ihrer ursprünglichen Arbeit nachzukommen. Ihre Be
schwerden würden mit der unorganisierten Arbeitsstelle mit Folgen der Überlas
tung zusammenhängen. Reizüberflutungen wie Körpergerüche, laute Musik, viele Geräusche und Menschen hätten auch nach der Kündigung zu regelmässigen Panikattacken geführt. Diese dauerten teils bis zu zwei Stunden und könnten nur durch
Temesta
reduziert werden. Unter der gleichen Belastung und Druck würde die Klägerin wieder
ähnliche Symptome (Herzrasen, H
yperventilieren, Druck in der Brust, starkes Verlangen zu weinen) entwickeln. Die Klägerin leide unter langanhaltenden Angstzuständen (S.
3
).
3.5
Vom 2. März bis 24. Mai 2017 wurde
die Klägerin in der
K
linik
A._
stationär behandelt. Die Ärzteschaft diagnostizierten in ihren Berichten vom 24. Mai
(an die IV-Stelle)
und 8. Juni 2017 (Urk. 10/8) eine seit 2015 bestehende Panikstörung (ICD-10 F41.0
; S. 2 Ziff. 4)
und hielten anamnestisch fest, erste Anzeichen einer Überlastung seien der Klägerin im Jahr 2015 aufgefallen. Sie hätte unter Brustschmerzen und innere
r
Unruhe sowie unter körperlichen Be
schwerden gelitte
n. Nach sechs Monate
n unbezahlten
Urlaub
s
sei im März 2016 auf der Arbeitsstelle wegen Überlastung und Missständen der Zusammenbruch erfolgt. Die Klägerin
berichte
über tägliche Panikattacken, die den ganzen Tag anhalten würden. Ein guter Tag sei, wenn sie zwei Stunden angstfrei sei. Die aktuelle Phase sei dadurch ausgelöst worden, dass sie im Januar 2017
(richtig: Dezember 2016)
von einem Vertrauensarzt begutachtet und ab Februar dieses Jahr
es
für vollständig arbeitsfähig befunden worden sei. Als die Suche nach möglichen Arbeitsstellen angefangen habe, habe sie s
ich erneut überfordert gefühlt (S.
1
Ziff. 2).
Die Klägerin sei bei Eintritt wach, bewusstseinsklar, voll orientiert zu allen Qualitäten
gewesen. Es habe keine
Hinweis
e
auf ausgeprägte mnestische Beein
trächtigungen gegeben. Sie habe über eine konstant hohe Anspannung, welche zum Teil in Pa
nikattacken endeten, berichtet; eb
enso über eine innere Unruhe und teilweise Gereiztheit. Es bestünden bei der Klägerin zudem sehr hohe An
forderungen an die eigene Leistung und den eigenen (Berufs-)Erfolg, somit eine starke Tendenz, sich zu überfordern.
Da Leistung die einzige (emotionale) Mög
lichkeit für Anerkennung, Wertschätzung, Zuwendung und Nähe sei, schaffe sie es nicht, dort loszulassen und sich nicht immer wieder/weiter zu überlasten. Durch diese Überlastung seien auch Panikattacken eher wahrscheinlich. In der Folge sei es zu einem Rückzug aus sozialen Beziehungen, einer verminderten Belastbarkeit und Überforderung mit alltäglichen Aufgaben gekommen. Die Ent
lassung sei in gebessertem Zustand erfolgt. Eine leichte Verbesserung der intro
spektiven Fähigkeiten sowie der angstbezogenen Symptome habe beobachtet werden können (S.
1
f. Ziff. 3).
Hinsichtlich Arbeitsfähigkeit wurde ausgeführt, dass angesichts der Ausprägung der depressiven Symptomatik es der Klägerin zu dieser Zeit nicht möglich ge
wesen sei, einer Arbeit nachzugehen und sie sei demnach vom 2. März bis 24.
Mai 2017 vollständig krankgeschrieben (S. 2 Ziff. 5).
Es sei davon auszugehen, dass die Umstände im bisherigen Beruf zu Anspannung und Überforderung, somit zu einer Reduktion der Leistungsfähigkeit beigetragen
hätten
. Die Zumutbarkeit alternativer Tätigkeiten sei derzeit jedoch noch nicht beurteilbar, sondern ab
hängig vom weiteren Verlauf (S. 2 Ziff. 6). Durch psychiatrisch-psychothera
peutische Behandlung sowie geeignete
,
zum Beispiel IV-gestützte Massnahmen (Wiedereingliederung)
,
könne mit einer Wiederaufnahme und Steigerung der Arbeitsfähigkeit gerechnet werden. In welchem zeitlichen Rahmen und in wel
chem Umfang mit einer Wiederaufnahme der Arbeit gerechnet werden könne, hänge vom weiteren therapeutischen Verlauf ab und könne zu diesem Zeitpunkt nicht genau beurteilt werden (S. 2 Ziff. 7). Prognostisch sei bei der therapie
mo
tivierten Klägerin von der Wiedererreichung der Alltagsfunktionen und der Arbeitsfähigkeit aus
zugehen
(S. 3 Ziff. 11). Es werde eine graduelle IV-unter
stützte berufliche Wiedereingliederung mit Einbindu
ng in
einem
stabilen Arbeits
team
ohne Zeitdruck zu Beginn und mit regelmässigen Pausen empfohlen mit schrittweiser Steigerung der Arbeitsfähigkeit, beginnend m
it maximal 50 % (S. 9
).
3.6
Der beratende Arzt der Beklagten, Dr. med.
E._
, Facharzt für Psy
chiatrie und Psychotherapie,
stimmte
in seiner Aktenbeurteilung vom 3. August
2017 (Urk
. 10/9) der diagnostischen Beurteilung
durch
Dr.
Z._
(Panikstö
rung
und generalisierte Angststörung)
zu
. Bezüglich der Einschätzung der Arbeits
fähigkeit würdige der Gutachter die Ausprägung der vorgefundenen psycho
pathologischen Befunde sowie die Intensität der notwendigen Behandlungen zur Symptomminderung und Verbesserung der psychischen Verfassung. Nachvoll
ziehbar belege
Dr.
Z._
,
dass bei einer nur gelegentlich notwendigen Ein
nahme eines kurzzeitigen
Anxiolytikums
, einer doch deutlichen Besserung der Symptomatik nach tagesklinischer Behandlung und angesichts
der
skizzierten weiteren beruflichen Zukunft von einer alsbaldigen Wiederaufnahme der Arbeit ausgegangen werden könne.
Hierbei verweise Dr.
Z._
auf eine Diskrepanz in der Selbstwahrnehmung der Klägerin und in der Fremdwahrnehmung, was aber in der Gesamtschau der vorliegenden Befunde eher dem Phänomen einer Verdeutlichungstendenz zuzuschreiben sei als einer eigentlichen krankheits
spe
zifischen psychopathologischen Symptomatik (S. 1 oben).
Der nun vorliegende Bericht der
K
linik
A._
vom 8. Juni 2017 belege, dass die Klägerin freiwillig im Rahmen einer als subjektiv erlebten Überfor
de
rungssituation zur stationären Psychotherapie eingetreten sei. Es sei eigentlich keine notfallmässige stationäre Behandlung aufgrund einer akuten erheblichen krankheitsbedingten Selbst- und Fremdgefährdung erfolgt. Auch werde der psychopathologische Befund bei Eintritt in dem Sinne beschrieben, dass die Klägerin keine Hinweise auf kognitive Störungen gezeigt
und
keine schwere depressive Verstimmung oder anderweitige schwere psychische Alteration
aufge
wiesen habe (S. 1). Es lägen somit keine neuen Erkenntnisse vor und die gut
achterliche Einschätzung behalte weiterhin ihre Gültigkeit. Die situativ erlebte Überforderungssituation hätte zweckmässig auch alternativ in einer ange
messe
nen ambulanten fachärztlich-psychotherapeutischen Behandlung aufgefangen werden können, hätte diese zum Zeitpunkt vor dem Klinikeintritt bestanden. Es dürfe davon ausgegangen werden, dass
eine Arbeitsfähigkeit gemäss der gutach
terlichen Beurteilung bestanden hätte, hätte sich die Klägerin zu diesem Zeitpunkt nicht in einem stationären Rahmen, sondern in einer angemessenen ambulanten, tragenden Behandlung befunden (S. 2 oben). Es könne hinsichtlich Arbeitsfähig
keit auf die gutachterliche Einschätzung abgestützt werden, welche von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit mit schrittweiser Steigerung in der angestammten Tätigkeit ausgegangen sei (S. 2 Mitte). Im Rahmen der beruflichen Ausrichtung als Floristin könne gestützt auf das Gutachten von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden mit einer absehbaren Steigerung auf 100 % (S. 2 unten).
3.7
In ihrem Bericht zuhanden der Invalidenversicherung vom 27. November 2017 (Urk. 10/11) diagnostizierten Dr. med.
F._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und Master
of
Science
G._
eine Panikstörung (ICD-10 F41.0)
, einen Verdacht auf eine akzentuierte Persönlichkeit mit abhän
gigen Zügen sowie Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebens
be
wältigung (Ziff. 1.1)
.
Sie führten aus, die seit
dem
8. Juni 2017 bei ihnen in ambulante
r
Behandlung stehende Klägerin mit zirka 2-wöchentlichen Sitzungen und psychiatrischen Kontrollterminen (Ziff.
1.2 und
Ziff.
1.5)
habe aufgrund erster Anzeichen einer Überlastung aufgrund schwieriger Umstände am Arbeits
platz im Jahre 2015 sechs Monte Urlaub genommen, doch bald sei es nach dem
Wiedereinstieg
in das Arbeitsleben zu täglichen Panikattacken mit Hyperven
tila
tion, Brustschmerzen und Atemnot gekommen. Im Juni 2016 habe die Kläge
rin die Kündigung eingereicht. Auch in der Klinik habe sie fast täglich an Panik
attacken gelitten. Sie habe auch eine neurologische Untersuchung gemacht, da der Verdacht auf eine Epilepsie aufgekommen sei
. Die Klägerin setze sich massiv unter Druck, den an sie gestellten Anforderungen gerecht zu werden, ohne dabei auf ihre eigenen
Grenzen zu achten. Durch die daraus entstehende chronische Überbelastung seien kaum Ressourcen vorhanden, die dysfunktionalen Verhal
tensmuster und Glaubenssätze zu korrigieren. Es scheine wichtig, dass die Kläge
rin vorerst psychotherapeutisch an ihren Verhaltensmustern arbeiten könne, um das Funktionsniveau nachhaltig positiv zu beeinflussen. Zu einem späteren Zeit
punkt scheine der uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit nichts im Wege zu stehen
(Ziff. 1.4).
In der angestammten Täti
gkeit als Betreuerin bestehe vom
1. bis 30. November 2017 eine vollständige Arb
eitsunfähigkeit. Die kommenden
3 Monate solle
sich die Klägerin
auf die Bearbeitung ihrer d
ysfunktionalen Muster konzentrieren können mit einem Wiedereingliederungsversuch ab zirka Februar/März 2018 im Umfang von 20 % (Ziff. 1.6 ff.).
3.8
Am 11. Mai 2018 teilten Dr.
F._
und M. Sc.
G._
dem Rechtsvertreter der Klägerin mit, dass die Klägerin bis zum 8. Januar 2018 aufgrund starker Angstsymptome, die regelmässig in eine Panikattacke mündeten, krankge
schrie
ben worden sei. Danach sei keine Krankschreibung mehr erfolgt, da die Klägerin keine ärztliche Konsultation mehr aufgesucht habe, weshalb sie zum weiteren Verlauf der Arbeitsfähigkeit keine Stellung beziehen könn
t
en.
Die Klägerin habe an starker innerer Unruhe, Insuffizi
enz
- und Überforderungsgefühlen gelitten. Die Symptome hätten bei längerem Aufenthalt in der Öffentlichkeit, in öffentlichen Verkehrsmitteln (meist vor dem Hintergrund einer zunehmenden Reizbelastung
) oder i
nnerhalb von Stresssituationen
deutlich zu
genommen
. Ihre allgemeine Belastbarkeit sei deutlich herabgesetzt gewesen. Zudem habe sie sich mit hohen inneren Ansprüchen, perfektionistischen Anteilen und übersteigertem Leistungs
denken
zusätzlich unter Druck gesetzt
, sobald sie sich in einem Umfeld mit gestellten Anforderungen an sie befunden habe. Zwar sei sie in der Lage gewesen, den Anforderungen für eine gewisse Dauer Folge zu leisten, im Anschluss sei es jedoch zu erneuten Dekompensationen und zu vermehrten Panikattacken gekom
men (Urk. 10/14).
4.
4.1
Wer aus einer behaupteten Tatsache Rechte ableitet, ist für deren Bestehen be
weispflichtig (
vgl.
vorstehend E. 1.6
). So obliegt der versicherten Person der Beweis für eine als weiterhin bestehend behauptete Arbeitsunfähigkeit (
vgl.
vor
stehend E. 1.7
).
4.2
Die Beklagte ist ges
tützt auf das Gutachten von Dr.
Z._
(
vgl.
vorstehend E.
3.3
)
und unter Gewährung einer zusätzlichen Übergangsfrist
davon ausge
gan
gen, dass die Klägerin ab
1. April
2017
nicht mehr arbeitsunfähig war und hat ihre Leistungen dementsprechend eingestellt. Die Klägerin stellt sich auf den Standp
unkt, sie sei auch ab 1.
April 2017 arbeitsunfähig gewesen und habe demzufolge Anspruch auf fortgesetzte Taggeldleistungen.
Nach
dem Dargelegten (vgl. vorstehend E.
4.1) trägt die Klägerin die Beweislast für die von ihr als weiterhin bestehend behauptete Arbeits
unfähigkeit.
Zwar genügt dafür der Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (
vgl. vorstehend E. 1.
7
), jedoch ist die - von ihr geübte (
vgl. vorstehend E. 2.2
) - blosse Kritik am Gutachten für ihren Standpunkt nicht beweisbildend (
vgl. vorstehend E. 1.
9
f.
).
Namentlich
was den
Einwand der Klägerin, Dr.
Z._
stütze seine
Beurteilung auf
ein bloss wenige
Minuten dauerndes Gespräch
(Urk. 1 S. 3; Urk.
18 S. 6)
,
anbelangt,
ist darauf hinzuweisen, dass es
gemäss bundesgerichtlicher Recht
sprechung für den Aussagegehalt einer ärztlichen Stellungnahme nicht auf die Dauer der Untersuchung ankommt, sondern darauf, ob der Bericht inhaltlich vollständig und schlüssig ist (Urteil des Bundesgerichts 9C_252/2012 vom
7.
September 2012 E. 8.2).
Das Gutachten
von Dr.
Z._
beantwortet
e
alle relevanten Fragen, stützt
e
sich auf den wesentlichen Sachverhalt und begründet
e
den Befund sowie die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nachvollziehbar und schlüssig
. Fehl geht der Einw
and
der
Klägerin
, wonach
die gutachterliche
Beur
teilung der Arbeitsfähigkeit
w
idersprüchlich
sei
, da
d
er
Gutachter
zum einen die Klägerin in ihrer angestammten Tätigkeit als Betreuerin von Behinderten al
s zu 50
% arbeitsfähig erachtet
hab
e
, zum anderen aber bestätigt
ha
b
e
, dass in einer angepassten Tätigkeit ebenfalls eine 50%ige Arbeitsfähigkeit vorliege, jedoch ohne unmittelbare Übernahme von Verantwortung für
betreute,
schutzbefohlene
oder hilfsbedürftige
Menschen
(Urk. 18 S. 3). Mit der Beklagten ist darauf hinzu
weisen, dass diesbezüglich gemäss Dr.
Z._
nur die Verrichtung jener Tätig
keitsbereiche in der angestammten Tätigkeit oder in einem leidens
angepassten Umfeld möglich sei
, welche keine solche
Verantwortlichkeit mit sich brächte
(vgl. vorstehend E. 3.3; Urk. 24 S. 2)
. Entsprechend vermag der Schluss der Klägerin, sie sei gemäss Dr.
Z._
auch in ihrer angestammten Tätigkeit vollständig arbeitsunfähig, weshalb sich auch seine Prognose zwangsläufig als falsch erweise, nicht zu überzeugen.
Es ist somit zu prüfen, worauf die Klägerin ihre Behauptung zu stützen vermag.
4.3
Die medizinische Beurteilung der Fachpersonen des
Zentrums
C._
vom 9.
Januar 2017
(vgl. vorstehend E. 3.4)
steht der Einschätzung von Gutachter Dr.
Z._
(vgl. vorstehend E. 3.3
)
nicht entgegen. So gingen sie ebenfalls von einem verbesserten Gesundheitszustand
bei abnehmenden Panik
attacken
(alle zwei Wochen eine)
in dem Sinne aus, dass eine Arbeitsfä
higkeit
für eine
gestufte berufliche Wiedereingliederung ab 1. Februar 2017 möglich sein soll
t
e
.
Ihre a
nfangs Januar attestierte Arbeitsunfähigkeit deckt sich ausserdem mit der gutachterlichen Einschätzung insofern, wonach auch Dr.
Z._
von einer immer noch bestehenden Einschränkung sowohl in angestammter als auch in einer angepassten Tätigkeit
ausging (vgl. vorstehend E. 3.3 f.
).
Ausserdem sahen die Ärzte die Beschwerden der Klägerin
in
der unorganisierten Arbeitsstelle, mithin im Zusammenhang mit der nunmehr gekündigten letzten Arbeit
be
gründet
. Schliesslich äusserten sich die Behandler auch nicht zur hier releva
nten Arbeitsfähigkeit der Klägerin ab dem 1.
April 2017
(vgl. vorstehend E.
3.4
), womit ihr Bericht weder geeignet ist, den Fortbestand einer vollständigen Arbeitsun
fähigkeit für die eingeklagte Zeitspanne mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu belegen, noch Zweifel an der gutachterlichen Beurteilung
durch
Dr.
Z._
auszulösen.
4.4
Auch die Berichte der
K
linik
A._
vom Mai bzw. Juni 2017 (vgl. vor
stehend E. 3.5) vermögen den
rechtsgenüglichen
Beweis für eine fortbestehende Arbeitsunfähigkeit nicht zu erbringen.
Fehl geht insbesondere der Standpunkt der
Klägerin, mit dem Vorliegen dieser Berichte
sei eine weiterhin bestehende Arbeitsunfähigkeit belegt. Vielmehr kann eine Klinik, die eine Patientin mehr
als
zwei Monate lang behandelt,
gar nicht anders, als schwerwiegende Gesund
heitsbeeinträchtigungen zu attestieren, andernfalls sie den erfüllten Behand
lungsauftrag in Frage stellen würde (Urteil des Bundesgerichts 9
C_841/2019 vom 3
0.
März 2020 E.
4.3). Die Ausführungen
der
K
linik
A._
sind vor diesem Hintergrund kritisch zu sehen.
Ausserdem
erfolgte der stationäre Aufenthalt ohne medizin
ische Indikation. Weder verordnete die
Ärzteschaft des Zentrums
C._
, welche die Klägerin ambul
ant behandelt hat
,
eine stationäre Behandlung (vgl. vorstehend E. 3.2; E. 3.4)
,
noch geht aus dem
Bericht der
A._
hervor, dass die Klägerin
notfallmässig oder aufgrund akuter krank
heits
bedingter Psychopathologie hat eingewiesen werden müssen
;
e
in Umstand, auf welchen auch Dr.
E._
in seiner Aktenbeurteilung
überzeugend
hinwies (vgl. vorstehend E. 3.6).
Vielmehr
ergibt sich
, dass sich die Klägerin freiwillig
aufgrund einer
als subjektiv erlebten
Überlastungssituation
in stationäre Pflege begab (vgl. vorstehend E. 3.5).
Eine solche Überforderungssituation
hätte auch alternativ in
einer angemessenen ambulanten psychotherapeutischen
Behandlung
aufge
gan
gen werden können
,
um die von Dr.
Z._
prognostizierte Arbeitsfähigkeit umzusetzen
, wie
dies
Dr.
E._
zutreffend festhielt (vgl. vorstehend E. 3.6), beziehungsweise geht aus dem Klinikbericht nicht hervor, dass nur eine stationäre Therapie
erfolgsversprechend gewesen wäre
.
Auch sind die gemäss Klägerin bei Eintritt berichteten täglichen Panikattacken, die den ganzen Tag an
gehalten haben sollen
,
in dieser Form
nicht belegt. Sowohl Dr.
Z._
als auch die Ärzteschaft des
C._
beurteilten diese durch das Medikament
Temesta
als reduzierbar
und maximal bis zu zwei Stunden dauernd (vgl. vorstehend E. 3.3 f.). Darüber hinaus geht aus dem Pflegebericht der
K
linik
A._
(Urk. 19)
hervor, dass d
ie Klägerin überwiegend im Monat März an Panikattacken litt (7., 8., 15., 26., 2
8.
und 29. März 2017)
und in den
hier rele
vanten
Monaten April (
7.
und 1
1.
April 2017) und Mai (1
6.
und 19. Mai 2017) lediglich noch j
e deren zwei rapportiert wurden, sowie dass die Klägerin ihre Psychopharmaka abgesetzt ha
t
. Im Lichte dieser Umstände vermag der Bericht der
K
linik
A._
keinen
ausreichenden Beweis für eine fortbestehende Arbeitsunfähigkeit
zu
begründen.
4.5
Auch aus den ebenfalls zum Hauptbeweis offerierten Berichte
n
von Dr.
F._
und
M.
Sc.
G._
(vgl. vorstehend E. 3.7 f.)
vermag die Klägerin nichts zu ihren Gunsten ab
zu
leiten. Für ihre
postuli
erte Arbeitsunfähigkeit von 100
% liegen zumindest für die Zeit von Juni bis Ende Oktober 2017 keine echtzeitlichen Atteste vor.
Die von ihnen attestierte vollständige Arbeitsunfähigkeit erfolgte aufgrund
eines dysfunktionalen Verhalte
nsmusters und von berichteten
fast täglich erlittenen Panikattacken
. Erwiesenermassen haben solche in der Klinik während de
s
statio
nären Aufenthalt
s
nicht in dieser Kadenz stattgefunden
(vgl. vorstehend E. 4.4)
und wurden auch von den Behandler
n
nicht dokumentiert, was aber
verdeutlicht, dass es ihren Angaben an Nachvollziehbarkeit mangelt.
Im gleichen Sinne ist festz
uhalten, dass die Behandler das dysfunktionale Verhaltensmuster mit hohen inneren Ansprüchen, perfektionistischen Anteilen und übersteigertem Leistungs
denken nicht psychiatrisch klassifiziert und
im Befund (Psychostatus)
auch
keine depressive Erkrankung aufgeführt haben
.
Überdies erscheint nicht nachvoll
zieh
bar, inwiefern das angewandte Therapiekonzept (Anpassung oder Änderung ihres Arbeitsverhaltens)
sowie die Angstsymptome in öffentlichen Verkehrsmitteln
und Aufenthalte in der Öffentlichkeit
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit begründe
n
, zumal die Klägerin im Zeitraum vom 6.
b
is 30. November 2017 nebenbei ein Aufbautraining in der Floristik der Stiftung
H._
hat absolvieren können
(Urk. 10/13)
.
Schliesslich
sind die Berichte
im Lichte der auch im zivilprozessualen Bereich massgeblichen Erfahrungstatsache, wonach Hausärzte
beziehungsweise Therapie
kräfte
mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351; Urteil
des Bundesgerichts 4A_571/2016 vom 2
3.
März 2017 E. 4.2), zu würdigen. Diesem
Erfahrungssatz ist denn auch Rechnung zu tragen
.
I
nsbesondere
lassen die Be
handler
eine kritische Auseinandersetzung mit den
von der Klägerin
anam
nestisch geschilderten psychosozialen Belastungsfaktoren
(finanzielle Lage der Klägerin; Urk. 2/10 Ziff. 1.11)
vermissen, was die Beweiskraft ihrer Berichte
zusätzlich
in Zweifel stellt.
4.6
Schliesslich offerierte die Klägerin im Rahmen des vorliegenden Verfahrens als Beweis ein gerichtlich anzuordnendes psychiatrisches
Gutachten (Urk. 18 S. 5)
.
Ein zum jetzigen Zeitpunkt angeordnetes und einige Monate später erstattetes Gutachten h
ätte offensichtlich
den aktuellen Gesundheitszustand der Klägerin zum Thema, der für die hier strittige Frage der Arbeitsunfähigkeit für die Zeit
dauer vom
1. April 2017
bis zum
8. Januar 2018
nicht von Belang ist. Vielmehr wären die Verhältnisse in der massgebenden Zeitspanne zu beurteilen. Dafür könnte zwangsläufig nur auf die damaligen Berichte und allenfalls Angaben von damals involvierten Personen abgestellt werden. Angesichts der unterdessen ver
strichenen Zeit könnte eine dermassen verspätete Begutachtung absehbar kein
e
über die vorliegenden hinausgehenden zusätzlichen Erkenntnisse ver
mitteln. In antizipierter Beweiswürdigung (BGE 141 I 60 E. 3.3; 140 I 285 E. 6.3.1; 136 I 229 E. 5.3; 134 I 140 E. 5.3; Urteile des Bundesgerichts 4A_571/2016 vom 2
3.
März 2017 E. 4.1; 4A_445/2016 vom 1
6.
Februar 2017 E. 4.3; 4A_228/2012 vom 2
8.
August 2012, in BGE 138 III 625 nicht publizierte E. 2.3; 4A_45/2012 vom 1
2.
Juli 2012 E. 2.1) ist deshalb davon abzusehen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 4A_445/2016 vom 1
6.
Februar 2017 E. 4.3).
4.7
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Klägerin den
ihr obliegende
n
Beweis für die von ihr
behauptete
auch ab April 2017 fortbestehend
e
vollständige
Arbeitsunfähigkeit nicht erbracht hat.
Dies führt zur Abweisung der Klage.
5.
5.1
Gemäss Art. 114
lit
.
e ZPO ist das Verfahren kostenlos.
5.2
Die Beklagte wurde nicht durch einen externen Anwalt vertreten. Sie hat somit praxisgemäss - mangels eines besonderen Aufwandes (vgl. BGE 110 V 72 E. 7) - keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (vgl. Urteil des Bun
desgerichts 4A_355/2013 vom 22. Oktober 2013 E.
4.2).