Decision ID: 1e5f5848-f0a8-51f4-8d79-e90cfd29e85a
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 11.09.2012 Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG, Art. 16 Abs. 2 AVIG, Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV. Einstellung in der Anspruchsberechtigung wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit (Selbstkündigung). Zumutbarkeit eines weiteren Verbleibs bejaht. Schuldmindernd ist zu berücksichtigen, dass die Auflösung des Arbeitsverhältnisses während der Probezeit und unter nachteiligen Auswirkungen aufgrund betrieblicher Überlastungssituation erfolgte (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 11. September 2012, AVI 2011/106).Präsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichterinnen Marie Löhrer und Marie-Theres Rügg Haltinner; Gerichtsschreiber Philipp GeertsenEntscheid vom 11. September 2012in SachenA._,Beschwerdeführer,gegenUNIA Arbeitslosenkasse, Auerstrasse 25, 9435 Heerbrugg,Beschwerdegegnerin,betreffendEinstellung in der Anspruchsberechtigung (Selbstkündigung)Sachverhalt:
A.
A.a A._ war seit 1. August 2007 bei der B._ AG angestellt. Er kündigte diese Stelle
am 8. März 2011 per 30. Juni 2011 (Arbeitgeberbescheinigung vom 8. August 2011,
act. G 4.2). Per 1. August 2011 wurde der Versicherte von der C._ AG als "Heizung/
Sanitär/Kältemonteur" angestellt (Arbeitsvertrag vom 28. Juni 2011, act. G 4.3).
Aufgrund einer Arbeitsüberlastung trat der Versicherte auf Ersuchen der C._ AG die
Stelle bereits am 11. Juli 2011 an und erbrachte eine Arbeitsleistung bis 22. Juli 2011
(E-Mail C._ AG vom 22. August 2011, act. G 4.2). Am 24. Juli 2011 wurde das
Arbeitsverhältnis beendet (vgl. Schreiben des Versicherten vom 15. August 2011, act.
G 4.3).
A.b Am 28. Juli 2011 stellte der Versicherte mit Wirkung ab 26. Juli 2011 Antrag auf
Arbeitslosenentschädigung (act. G 4.1). Im Zusammenhang mit der Kündigung des
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Arbeitsverhältnisses mit der B._ AG ersuchte die UNIA Arbeitslosenkasse
(nachfolgend: UNIA) den Versicherten am 4. August 2011 um eine Stellungnahme (act.
G 4.3). Dieser führte am 10. August 2011 aus, dass er die Stelle bei der B._ AG
aufgrund von Mobbing und dadurch bedingten gesundheitlichen Beschwerden
gekündigt habe. Betreffend das Arbeitsverhältnis mit der C._ AG berichtete er, dass
er entgegen seinen Erwartungen eine Handlanger- & Hilfsarbeiter-Position habe
ausüben müssen. Ferner habe die Arbeitgeberin die ihr obliegende Fürsorgepflicht
verletzt und gegen arbeitsvertragliche Bestimmungen verstossen (act. G 4.3; vgl. auch
die Stellungnahme des Versicherten vom 15. August 2011, act. G 4.3).
A.c Auf Nachfrage der UNIA vom 17. August 2011 zum Kündigungsgrund gab die
C._ AG am 22. August 2011 an, der Versicherte habe mitgeteilt, er hätte sich die
Stelle anders vorgestellt. Sie
käme so für ihn nicht in Frage (act. G 4.4).
A.d Die UNIA forderte den Versicherten am 8. September 2011 auf, sich zu den
Gründen für die Kündigung des Arbeitsverhältnisses mit der C._ AG zu äussern. Der
Versicherte erwiderte darauf im Schreiben vom 11. September 2011, dass die fragliche
Stelle nicht seinen Fähigkeiten entsprochen habe. Er habe ausschliesslich als Helfer
der Lehrlinge fungieren sollen, obwohl im Vorfeld eine andere Position in Aussicht
gestellt worden sei. Ferner habe die Arbeitgeberin arbeitsrechtliche Pflichten verletzt.
So habe sie ihm keine Arbeitskleidung, Schutzbrillen oder Helme zur Verfügung
gestellt. Er habe auch täglich 15 Minuten unentgeltlich arbeiten müssen. Die
Arbeitgeberin habe zudem illegal Monteure aus dem Ausland beschäftigt (act. G 4.5).
A.e Mit Verfügung vom 14. September 2011 stellte die UNIA den Versicherten ab
23. Juli 2011 für 31 Tage wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit in der
Anspruchsberechtigung ein (act. G 4.6). Dagegen erhob der Versicherte am
11. Oktober 2011 Einsprache. Ergänzend brachte er darin vor, dass er zum Teil
pausenlose Arbeitszeiten von bis zu 12 Stunden habe erbringen müssen (act. G 4.7;
vgl. auch das Schreiben des Versicherten vom 9. November 2011, act. G 4.8).
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A.f Die UNIA ersuchte die C._ AG am 21. November 2011 um Stellungnahme zu
den vom Versicherten gegen sie erhobenen Vorwürfen (act. G 4.9). Im Schreiben vom
22. November 2011 führte die C._ AG aus, dass sie ihren Mitarbeitenden generell
Arbeitskleidung und Arbeitsschuhe zur Verfügung stelle. Da der Versicherte schon drei
Wochen vor dem ursprünglich vereinbarten Termin die Arbeit aufgenommen habe,
seien die Arbeitskleidung und Schuhe noch nicht bestellt worden. Der Versicherte hätte
diese jedoch wie jeder andere Mitarbeitende erhalten. Für ihn sei dieser Umstand kein
Problem gewesen, da er selbst über Arbeitskleidung sowie Arbeitsschuhe verfügt habe.
Es sei richtig, dass sich die Mitarbeitenden alle um 07:15 Uhr im Lager träfen (15 Min.
vor Arbeitsbeginn). Dies sei unentgeltlich und freiwillig. Der Versicherte habe diese
Regelung gutgeheissen. Der Versicherte habe lediglich an einem Tag 12 Stunden
gearbeitet. Er sei mit der Leistung von Überstunden einverstanden gewesen. Im
Übrigen bestritt die C._ AG sämtliche Vorwürfe des Versicherten (act. G 4.9).
A.g Im Entscheid vom 1. Dezember 2011 wies die UNIA die Einsprache des
Versicherten ab. Da dieser nur kurz und vor allem während einer arbeitsreichen Zeit bei
der C._ AG gearbeitet habe, hätte er sich ein falsches Bild über diese Firma gemacht.
Es sei zwar verständlich, dass nach so kurzer Zeit noch kein voller Einblick in ein
Arbeitsumfeld gegeben sei, jedoch sei die Beibehaltung der Stelle nicht unzumutbar
gewesen (act. G 4.10).
B.
B.a Gegen den Einspracheentscheid vom 1. Dezember 2011 richtet sich die
vorliegende Beschwerde vom 24. Dezember 2011 (Datum Postaufgabe). Der
Beschwerdeführer beantragt darin dessen Aufhebung. Im Wesentlichen stellt er sich
auf den Standpunkt, dass ein Verbleiben bei der C._ AG unzumutbar gewesen sei.
An der Arbeitslosigkeit treffe ihn kein Verschulden (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 8. Februar
2012 die Abweisung der Beschwerde (act. G 4).
B.c In der Replik vom 7. März 2012 hält der Beschwerdeführer unverändert an der
Beschwerde fest (act. G 6).
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B.d Die Beschwerdegegnerin hat auf eine Duplik verzichtet (act. G 8).

Erwägungen:
1.
Streitig und zu prüfen ist, ob und gegebenenfalls für welche Dauer der
Beschwerdeführer in der Anspruchsberechtigung einzustellen ist. Dabei ist unbestritten
und steht nach den Akten fest (Schreiben des Beschwerdeführers vom 15. August
2011, act. G 4.3), dass der Beschwerdeführer die Arbeitsstelle bei der C._ AG
gekündigt hat, ohne dass ihm im Zeitpunkt der Kündigung eine andere Stelle
zugesichert war.
1.1 Nach Art. 30 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die obligatorische
Arbeitslosenversicherung und Insolvenzentschädigung (AVIG; SR 837.0) ist die
versicherte Person in der Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn sie durch eigenes
Verschulden arbeitslos ist. Selbstverschuldet ist die Arbeitslosigkeit namentlich dann,
wenn die versicherte Person das Arbeitsverhältnis von sich aus aufgelöst hat, ohne
dass ihr eine andere Stelle zugesichert war, es sei denn, dass ihr das Verbleiben an der
Arbeitsstelle nicht zugemutet werden konnte (Art. 44 Abs. 1 lit. b der Verordnung über
die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung [AVIV; SR
837.02]). Im Bereich der freiwilligen Stellenaufgabe findet demnach das
sozialversicherungsrechtliche Schadenminderungsprinzip seine Grenze bei der
Zumutbarkeit. So kann es der versicherten Person nicht zugemutet werden, eine Stelle,
die im Sinn von Art. 16 Abs. 2 AVIG unzumutbar und damit von der Annahmepflicht
ausgenommen ist, beizubehalten.
1.2 Im Weiteren ist bei der Prüfung der Frage, ob eine Sanktion wegen Selbstaufgabe
der Stelle im Sinn von Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV zulässig ist, das Übereinkommen
Nr. 168 der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) über die Beschäftigungsförderung
und den Schutz gegen Arbeitslosigkeit vom 21. Juni 1988 (nachfolgend
Übereinkommen; SR 0.822.726.8) zu beachten, das für die Schweiz am 17. Oktober
1991 in Kraft getreten ist. Nach Art. 20 lit. c des Übereinkommens können Leistungen
der Arbeitslosenversicherung verweigert, zum Ruhen gebracht oder gekürzt werden,
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wenn die zuständige Stelle festgestellt hat, dass die betreffende Person ihre
Beschäftigung freiwillig ("volontairement") ohne triftigen Grund ("sans motif légitime")
aufgegeben hat. Da diese Bestimmung inhaltlich hinreichend bestimmt und klar ist, ist
sie im Einzelfall direkt anwendbar und geht den nationalen Bestimmungen über den
Erlass einer Einstellungsverfügung vor (BGE 124 V 236 f. E. 3c). Damit dürfen bei einer
völkerrechtskonformen Auslegung von Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV keine überhöhten
Anforderungen an die Zumutbarkeit des Verbleibens am Arbeitsplatz gestellt werden;
insbesondere sind bei der Zumutbarkeitsprüfung auch subjektive Beweggründe der
versicherten Person zu berücksichtigen (Jacqueline Chopard, Die Einstellung in der
Anspruchsberechtigung, Diss. Zürich 1998, S. 80). Es kann nicht von einer freiwilligen
Beschäftigungsaufgabe im Sinn des Übereinkommens gesprochen werden, wenn eine
versicherte Person nicht von sich aus, sondern vom Arbeitgeber oder durch die
Entwicklung am Arbeitsplatz zur Kündigung gedrängt wird. Gleiches gilt für den Fall, da
die versicherte Person für das Verlassen der Stelle legitime Gründe zu nennen vermag
(BGE 124 V 238 E. 4b/aa).
2.
Der Beschwerdeführer vertritt die Auffassung, dass ihm ein Verbleib bei der vorzeitig
am 11. Juli 2011 angetretenen, bis 22. Juli 2011 tatsächlich ausgeübten Tätigkeit bei
der C._ AG (act. G 4.2) aus verschiedenen Gründen nicht mehr zumutbar gewesen
sei (act. G 1).
2.1 Zunächst bringt er vor, dass ihm von der damaligen Arbeitgeberin keinerlei
Arbeitsschutzausrüstung, keine Wetterschutzbekleidung, keine Werkzeuge oder
anderen berufstypischen Utensilien für die Baustellentätigkeit zur Verfügung gestellt
worden seien (act. G 1). Zwar ist eine arbeitgebende Person - ohne anderslautende
Parteiabsprachen - in der Tat grundsätzlich verpflichtet, dass sie den Arbeitnehmenden
die für die Verrichtung der Arbeit erforderlichen Geräte und Material zur Verfügung stellt
(vgl. Art. 327 Abs. 1 des Obligationenrechts [OR; SR 220]). Vorliegend fällt indessen ins
Gewicht, dass die Arbeitsstelle aufgrund hoher Arbeitsbelastung einvernehmlich bereits
rund 3 Wochen vor dem ursprünglich vereinbarten Arbeitsbeginn angetreten wurde (E-
Mail der C._ AG vom 22. August 2011, act. G 4.4), und es insoweit verständlich ist,
dass die C._ AG die (massgeschneiderte) Arbeitsbekleidung noch nicht zur
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Verfügung stellen konnte (Schreiben der C._ AG vom 22. November 2011, act.
G 4.9). Zudem benutzte der Beschwerdeführer private Arbeitskleidung und Ausrüstung,
die ihm offenbar eine sichere Arbeitsweise ermöglichten (Schreiben der C._ AG vom
22. November 2011, act. G 4.9). Er macht weder geltend noch ergibt sich aus den
Akten, dass er die Handlanger- und Hilfsarbeitertätigkeiten ohne erforderliche (privat
zur Verfügung gestellte) Schutzbekleidung oder notwendige Werkzeuge hätte
verrichten müssen. Es ist unter diesen Umständen davon auszugehen, dass der
Beschwerdeführer zunächst und vorübergehend im Rahmen des vorzeitigen
Stellenantritts damit einverstanden war, private Arbeitskleidung und -utensilien bereit
zu stellen, zumal entsprechende Rügen erst nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses
aktenkundig sind. Dies ist rechtlich zulässig (vgl. Art. 327 Abs. 2 OR, der diesfalls der
arbeitnehmenden Person einen Entschädigungsanspruch einräumt).
2.2 Der Beschwerdeführer weist weiter darauf hin, dass er täglich 15 Minuten vor
eigentlichem Arbeitsbeginn habe bei der Arbeitgeberin erscheinen müssen (act. G 1).
2.2.1 Die ehemalige Arbeitgeberin hielt hierzu fest, dass sich die Mitarbeitenden
alle um 7:15 Uhr bzw. 15 Minuten vor Arbeitsbeginn im Lager träfen. Dies sei
unentgeltlich und freiwillig. Dabei könnten sich die Mitarbeitenden bei einer Tasse
Kaffee austauschen. Der Beschwerdeführer sei damit einverstanden gewesen und
habe diese Regelung gutgeheissen (Schreiben vom 22. November 2011, act. G 4.9).
2.2.2 Vorweg ist darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer nicht vorbringt,
ihm selbst sei bei Nichteinhaltung dieser Regelung die Kündigung oder sonstige
Nachteile angedroht worden. Aus der E-Mail-Korrespondenz betreffend die
Stundenabrechnung ergibt sich in diesem Zusammenhang (E-Mail des
Beschwerdeführers vom 24. Juli 2011; Antwort des Projektleiters der C._ AG vom
27. Juli 2011, act. G 4.5), dass dem Beschwerdeführer erst am 27. Juli 2011 zur
Kenntnis gebracht wurde, die fragliche Viertelstunde vor dem vertraglich vereinbarten
Arbeitsbeginn werde nicht entschädigt und die vom Beschwerdeführer erstellte
Stundenabrechnung werde entsprechend korrigiert. Selbst wenn zugunsten des
Beschwerdeführers davon ausgegangen würde, er hätte bereits während des
Arbeitsverhältnis gewusst, er müsse gegen seinen Willen unentgeltlich täglich
15 Minuten früher am Arbeitsplatz sein, erschiene ein Zuwarten mit der Kündigung bis
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zur Beendigung ernsthafter Klärungsbemühungen mit der Arbeitgeberin nicht
unzumutbar. Denn nicht jede Verletzung von arbeitsvertraglichen Pflichten führt
unmittelbar bzw. bereits im Zeitpunkt der Begehung der Pflichtverletzung zur
Unzumutbarkeit eines Stellenverbleibs. Vielmehr ist im Rahmen der
Schadenminderungspflicht zu erwarten, dass der Beschwerdeführer bei Fortführung
des Arbeitsverhältnisses die Arbeitgeberin zunächst abgemahnt und gegebenenfalls
rechtliche Schritte angedroht hätte.
2.3 Der Beschwerdeführer erachtet den Verbleib an der Arbeitsstelle auch deshalb
als unzumutbar, da er lediglich Handlanger- und Hilfsarbeitertätigkeiten habe verrichten
müssen (Schreiben vom 11. September 2011, act. G 4.5, und act. G 1).
2.3.1 Gemäss Art. 16 Abs. 2 lit. b AVIG ist eine Arbeit unzumutbar, die nicht
angemessen auf die Fähigkeiten oder auf die bisherige Tätigkeit der versicherten
Person Rücksicht nimmt. Mit der Bezugnahme auf die Fähigkeiten soll vor allem eine
Überforderung der versicherten Person auf Grund ihrer körperlichen und geistigen
Fähigkeiten sowie fachlichen Fertigkeiten und Kenntnisse verhindert werden. Eine
allfällige Unterbeanspruchung begründet dagegen in der Regel keine Unzumutbarkeit.
Was die gesetzliche Forderung nach einer angemessenen Rücksichtnahme auf die
bisherige Tätigkeit betrifft, so zielt diese darauf ab, dass berufliche Qualifikationen nicht
verloren gehen oder gemindert werden (Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des
Bundesgerichts] vom 10. Februar 2003, C 135/02, E. 2.2.1 mit Hinweisen).
2.3.2 Der Beschwerdeführer wurde gemäss Arbeitsvertrag vom 28. Juni 2011 als
"Heizung/Sanitär/Kältemonteur" angestellt. Ihm oblag u.a. die Unterstützung der
Ausbildung von Lehrlingen (act. G 4.3). Die vom Beschwerdeführer beanstandete
Funktion als "Helfer der Lehrlinge" (Schreiben vom 11. September 2011, act. G 4.5)
entsprach damit insoweit dem vereinbarten Stellenprofil. Ausschlaggebend ist zudem,
dass sich die C._ AG im Juli 2011 mit einer betrieblichen Arbeitsüberlastung
konfrontiert sah, was dem Beschwerdeführer aufgrund des vorzeitigen Stellenantritts
bewusst sein musste. Es erscheint unter diesen Umständen nachvollziehbar, dass die
C._ AG aufgrund der damals unbestrittenermassen herrschenden
Überlastungssituation den Erwartungen des Beschwerdeführers hinsichtlich der Art der
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zu verrichtenden Tätigkeiten nicht vollends gerecht werden konnte. Angesichts des
vereinbarten Bruttojahreslohns von Fr. 75'400.-- bei einer 40-stündigen Arbeitswoche
ist auch nicht davon auszugehen, der Beschwerdeführer sei als Hilfsarbeiter angestellt
worden. Zumindest liess der in einer betrieblichen Ausnahmesituation erbrachte
Arbeitseinsatz während zwei Wochen (noch) nicht den Schluss zu, der Verbleib bei der
C._ AG führe in unzumutbarer Weise zu einem Verlust oder einer relevanten
Verminderung der beruflichen Qualifikationen. Zudem kann die Anleitung von
Lehrlingen nicht einer Hilfsarbeitertätigkeit gleichgesetzt werden.
2.4 Schliesslich rügte der Beschwerdeführer im Verwaltungsverfahren, er habe zum
Teil pausenlose Arbeitszeiten von bis zu 12 Stunden verrichten müssen (Schreiben vom
11. Oktober 2011, act. G 4.7). Gemäss Stundenrapport erbrachte der
Beschwerdeführer während seiner Anstellung einzig am 18. Juli 2011 eine
zwölfstündige Arbeitsleistung (act. G 4.8), was von der C._ AG anerkannt wird
(Schreiben vom 22. November 2011, act. G 4.9). Die an den anderen Tagen erbrachten
Arbeitszeiten wurden vom Beschwerdeführer nicht beanstandet. Mit Blick auf Art. 18
Abs. 2 der Verordnung 1 zum Arbeitsgesetz (ArGV 1; SR 822.111) erscheint die
Zulässigkeit einer pausenlosen zwölfstündigen Arbeitsdauer in der Tat fraglich.
Indessen handelte es sich hier um eine einmalige Leistungserbringung im Rahmen
einer betrieblichen Überlastungssituation. Des Weiteren ist eine Mittagspause
ausgewiesen (vgl. act. G 4.8), weshalb ein allfälliger Rechtsverstoss bezüglich der
allenfalls fehlenden Nachmittagspause für sich allein und auch gesamthaft betrachtet
die Unzumutbarkeit des Stellenverbleibs (noch) nicht zu begründen vermag.
2.5 Hinweise dafür, dass dem Beschwerdeführer ein Verbleib bei der C._ AG aus
medizinischer Sicht nicht zugemutet werden konnte, bestehen keine. Aus der vom
Beschwerdeführer eingereichten Rechnung für ärztliche Leistungen vom 30. Juni 2011
geht nicht hervor, dass für andere als die damalige Stelle bei der B._ AG relevante
Anforderungen an andere Arbeitsplätze bestanden. Solche erscheinen mit Blick auf die
Diagnosen (Mobbing, psychovegetative, psychosomatische Erkrankung) auch nicht
naheliegend, zumal der Beschwerdeführer nichts Gegenteiliges vorbringt (vgl.
insbesondere Schreiben vom 15. August 2011, act. G 4.3, und G 1).
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2.6 Bei einer gesamthaften Betrachtung erscheint die Kündigung des
Arbeitsverhältnisses zwar nachvollziehbar. Bei allem Verständnis für die - plausibel
durch die betriebliche Überlastung geprägte - Situation des Beschwerdeführers ist
damit eine Unzumutbarkeit des Verbleibs allerdings noch nicht dargetan, zumal die
Kündigung bereits wenige Tage nach Stellenantritt und ohne Aussprache mit dem
Geschäftsführer erfolgte (vgl. hierzu E-Mail des Geschäftsführers vom 4. August 2011,
act. G 4.9). Ferner sind keine ernsthaften Klärungsversuche oder Lösungsbemühungen
aktenkundig. Daran ändert nichts, dass die C._ AG nach der - von ihr bestrittenen -
Darstellung des Beschwerdeführers nicht ordnungsgemäss angemeldete ausländische
Arbeitnehmende beschäftigt haben soll (act. G 1). Denn selbst wenn dies zutreffen
würde, würde dies zwar ein ungünstiges Licht auf die ehemalige Arbeitgeberin werfen.
Entscheidend bei der Beurteilung der Zumutbarkeit des Stellenverbleibs in diesem
Zusammenhang ist jedoch, dass die Anstellung des Beschwerdeführers
unbestrittenermassen rechtskonform gewesen ist und weder Anhaltspunkte ersichtlich
noch geltend gemacht worden sind, der Beschwerdeführer - der nach eigener
Darstellung während seiner Beschäftigung als Handlanger- und Hilfsarbeiter fungierte
(Schreiben vom 10. August 2011, act. G 4.3) - hätte sich an der gegebenenfalls nicht
rechtskonformen Anstellung von ausländischen Mitarbeitenden aktiv beteiligen
müssen.
3.
Damit steht fest, dass der Beschwerdeführer seine Arbeitslosigkeit selbst verschuldet
hat (Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG i.V.m. Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV). Die Beschwerdegegnerin
handelte deshalb korrekt, wenn sie den Beschwerdeführer in der
Anspruchsberechtigung einstellte. Zu prüfen bleibt damit noch die Einstellhöhe.
3.1 Nach Art. 45 Abs. 3 AVIV liegt ein schweres Verschulden vor, wenn die
versicherte Person ohne entschuldbaren Grund eine zumutbare Arbeitsstelle ohne
Zusicherung einer neuen aufgegeben hat. Rechtsprechungsgemäss kann das
Verschulden unter Umständen milder beurteilt werden, wenn die Kündigung noch
während der Probezeit erfolgt ist (Urteil des EVG vom 27. Januar 2003, C 139/02,
E. 2.4).
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3.2 Vorliegend war das aufgelöste Arbeitsverhältnis nicht unzumutbar. Es bestehen
aber entschuldbare Gründe (nachteilige Auswirkungen der betrieblichen Überlastung
zulasten des Beschwerdeführers; vgl. vorstehende E. 2.3.1 ff.). Bei der Bemessung des
Verschuldens darf insbesondere nicht ausser Acht gelassen werden, dass aufgrund der
Überlastungssituation die zeitliche Verfügbarkeit der Vorgesetzten für allfällige
Klärungsgespräche wohl knapp gewesen ist. Schuldmindernd kommt hinzu, dass das
Arbeitsverhältnis während der Probezeit aufgelöst wurde. Wie der Beschwerdeführer
zutreffend darlegt (act. G 1, S. 2), scheidet bei diesen Umständen das Vorliegen eines
schweren Verschuldens aus. Insgesamt ist von einem mittelschweren Verschulden im
unteren Bereich auszugehen und es erscheint eine Einstellung von 18 Tagen den
Umständen angemessen.
4.
Die Beschwerde ist demnach teilweise gutzuheissen. Der Einspracheentscheid der
Beschwerdegegnerin vom 1. Dezember 2011 ist insoweit aufzuheben, als der
Beschwerdeführer für 18 Tage in der Anspruchsberechtigung einzustellen ist.
Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP