Decision ID: ef037620-2987-4403-9795-abc2ed13ed74
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1968 geborene, zur Fachfrau Betreuung EFZ ausgebildete (
Urk.
7/23/17)
X._
war
zuletzt
als Betreuerin und Gruppenleiterin
im Wohn
zentrum
Y._
tätig (Urk. 7/23/3-4)
.
Am 2
9.
Juli 2013
(Eingangsdatum,
Urk.
7/3
) meldete
sie sich
unter Hinweis auf eine Depression, welche seit Novem
ber 2012
bestehe
(
Urk.
7/3/5)
,
zum Bezug
von
Leistung
en
der Invalidenver
si
cherung an.
Die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
,
tätigte erwerbliche und medizinische Abklärungen, in deren Rahmen sie
die Unterlagen des Krankentaggeldversicherers bei
zog (
Urk.
7/4). Am 12. Mai 2014 (
Urk.
7/17
) wurde die Versicherte durch
Dr.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, begutachtet.
Sodann
gewährte
die
IV-Stelle
Massnahmen zur beruflichen Eingliederung. Namentlich erteilte sie Kostengutsprache für
ein Be
lastbarkeitstraining vom
1.
Dezember 2014 bis 2
8.
Februar 2015 (Mitteilung
vom
2.
Dezember 2014,
Urk.
7/26
; Abschlussbericht
vom 2
8.
Februar 2015,
Urk.
7/38
)
sowie für ein Aufbautraining vom
1.
M
ä
rz bis 3
0.
September 2015
(Mitteilu
ng vom 1
6.
März 2015,
Urk.
7/43
). Im Weiteren gewährte die IV-Stelle Kosten
gut
sprache für die Weiterbildung zur Fachfrau für Kinderbetreuung
zwischen dem
7.
November 2015 bis 3
0.
Januar 2016 (Mitteilu
ng vom 2
3.
Juli 2015,
Urk.
7/61
)
. Ebenso
leistete
sie
Kostengutsprache für
zwei
Arbeitstraining
s
in einem Kinder
hort
vom
1.
Oktober 2015 bis 3
1.
März 2016
(Mitteilung vom 1
5.
Dezember 2015,
Urk.
7/73) und
vom
1.
April bis 3
0.
September 2016 (Mitteilung vom 2
9.
Mär
z 2016, Urk. 7/76
)
.
Mit Mitteilung
vom 1
7.
Oktober 2016 (
Urk.
7/89
) schloss die
IV-Stelle die
Eingliederungsmassnahmen ab,
da sich das Ziel einer Integration in den Arbeitsmarkt nicht erreichen liess
. Gleichzeitig wurde eine Rentenprüfung an
hand genommen.
Die IV-Stelle liess
dazu
aktuelle Arztberichte einholen und ordnete eine polydisziplinäre Begutachtung durch die
A._
(
Expertise vom 2
5.
August 2017,
Urk.
7/108
)
,
an.
Gestützt hierauf
stellte die IV-Stelle der Versicherten m
ittels Vorbescheid vo
m
9. Januar 2018 in Aussicht, das Leistungsbegehren abzuweisen
(Urk. 7/115
). Dagegen erhob die Versicherte am
7. Februar beziehungsweise am 2
9.
März 2018
Einwand (
Urk.
7
/
121, 125
). Mit
Schreiben vom 1.
Mai 2018 (
Urk.
7/128
)
nahm die Gutachterstelle
A._
Stellung zu den von der IV-Stelle mit Schreiben
vom 1
9.
April 2018 (Urk. 7/127
)
formulierten
Fragen. Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs (Mit
tei
lun
g vom 2
2.
Mai 2018,
Urk.
7/129
) wies die
IV-Stelle
mit Verfügung vom 1
8.
Juni 2018 (
Urk.
2)
das Leistungsbegehren
der Versicherten
ab
.
2.
Dagegen erhob
X._
am 2
0.
August 2018
Beschwerde
und be
antragte
, die
Verfügung vom 1
8.
Juni 2018 sei aufzuheben und
ihr
sei ab dem
frühest
möglichen Zeitpunkt eine Inv
alidenrente zuzusprechen (
Urk.
1
S. 2).
Die IV-Stelle schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom
2
0.
September 2018 (Urk. 6
) auf Abweisung der Beschwerde, wovon der Beschwerdeführerin am
25. Septem
ber 2018 (
Urk.
8)
Kenntnis
gegeben wurde.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung, IVG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
1.3.1
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psy
chischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbsein
kom
men zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl.
Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015
vom 18.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1,
130 V 396 E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.3.2
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
einem
struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Inva
li
di
tätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medi
zinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V
281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der ge
stellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psy
chi
schen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Dar
legung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebe
nen
falls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ver
n
einte in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) einen
Rentenanspruch der Beschwerdeführerin mit der Begründung, die Beschwer
de
führerin sei in einer ihrem Leiden angepassten Tätigkeit zu 100
% arbeitsfähig. Dabei müsse beachtet werden, dass es sich um eine wechselbelastende, körperlich leichte Tätigkeit handle, ohne lang dauernde, repetitive Bewegungen im rechten Handgelenk. Die psychischen Einschränkungen seien nicht angerechnet worden. Das letzte Gutachten habe gezeigt, dass die Beschwerdeführerin gute Ressourcen habe und die Befunde nicht schwer ausgeprägt seien. Die
psychi
atri
sche
Diagnose sei anhand der Anamneseerhebung und des psychopathologischen Befundes ge
stellt und unter Berücksichtigung der Standardindikatoren entsprechend begrün
det worden.
Eine neuropsychologische Untersuchung sei nicht notwendig.
2.2
Die Beschwerdeführerin
brachte
indes
vor, im eingeholte
n polydisziplinären Gut
achten fi
nde keine ernsthafte
Auseinandersetzung
mit den
Vorakten
und der Patientin statt. Die
erlebte massive Gewalttätigkeit während der Ehe
sei
als eigenes Trauma (und nicht wie behauptet als Lebenskrise) einzuordnen und führe für sich zu einer Retraumatisierung. Es fehle dem Gutachten an einer nachvoll
ziehbaren und schlüssigen Erklärung. So habe der Gutachter keine bemerkens
werten Inkonsistenzen,
Verdeutlichungstendenzen
oder dergleichen festgestellt, welche die Diskrepanzen erklären könnt
en
.
Selbst im letzten Arbeitstraining vom
1.
April bis 3
0.
September 2016 sei die Beschwerdeführerin bei einem Pensum
von 30-40
% an ihre physischen und psychischen Grenzen gestossen
(
Urk.
1 S. 5-6
)
.
Desweiteren
werde die rechtliche Würdigung der medizinischen Beurtei
lung bestritten. Der psychiatrische
G
utachter habe das Leistungsvermögen unter Berücksichtigung der einschlägigen Indikatoren eingeschä
tzt. Rechtsprechungs
gemäss sei
daher die darin formulierte Stellungnahme zur Arbeitsfähigkeit zu übernehmen. Die davon losgelöste juristische Parallelüberprüfung durch die IV-Sachbearbeiterin nach Massgabe des strukturierten Beweisverfahren
s sei unzu
lässig (
Urk.
1 S. 7-8
). Im Weiteren habe die Beschwerdegegnerin eine sehr ein
seitige anstelle einer ergebnisoffenen Beurteilung vorgenommen (
Urk.
1 S. 8-9).
Schliesslich sei sowohl das Validen- (
Urk.
1 S. 9-10) wie auch das Invaliden
ein
kommen (
Urk.
1 S. 10-11) falsch bemessen worden.
3.
3.1
Am
2
6.
und 2
9.
Juni 2017 (
Urk.
7/
102
)
wurde die Beschwerdeführerin durch
Ärzte der
A._
polydisziplinär
(psychiatrisch, neurologisch, orthopädisch und internistisch)
untersucht
.
Dabei wurden folgende Diagnosen gestellt (
Urk.
7/108/42
):
Mit Auswirkung
en
auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Gonarthrose links
femoro-tibial
medial und
femoropatellär
(ICD-10: M17.1)
-
Meniskopathie
des medialen
Hinterhorns
links (ICD-10: M23.32)
-
Beginnende posttraumatische Gonarthrose
rechts (ICD-10: M
17.2)
-
Zustandsbild nach konservativ behandelter Ruptur des vorderen Kreuz
bandes
-
Fasziitis plantaris beidseits (ICD-10: M72.2) bei
-
Tendinitis der Sehne des Musculus
tibialis
posterior
links (ICD-10: M76.8)
-
Fersensporn beidseits (ICD-10: M77.3)
-
Osteonekrose am Talus medial und lateral rechts (ICD-10: M87.07)
-
Klinisch diskrete Instabilität des DRUG
(Distales Radio-Ulnar-Gelenk)
rechts (ICD-10: M24.23)
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode mit soma
ti
schem Syndrom (ICD-10: F33.01)
-
DD: Chronische A
npassungsstörung mit Angst und d
epressiver Stimmung,
g
emischt (ICD-10:
F
43.23)
-
Unsystematischer Schwindel
-
am
ehesten
funktionell
-
kein Anhalt für zentralen Schwindel oder peripher-vestibuläre Genese
O
hne Auswirkung
en
auf
die
Arbeitsfähigkeit:
-
Adipositas Grad 1
-
Migräne ohne Aura
-
Attackenfrequenz
ca. zwei- bis dreimal monatlich
-
St.n
. Ehezerrüttung mit Erschöpfungssyndrom (ICD-10: Z63.5)
-
Probleme mit Bezug auf vermuteten sexuellen Missbrauch in der Kindheit (ICD-10: Z61.5)
3.2
Die Gutachter
hielten
fest, aus interdisziplinärer Sicht bestehe in der zuletzt aus
ge
übten Tätigkeit eine vollständige Arbeitsunfähigkeit, wobei die orthopädische Einschätzung massgebend sei (
Urk.
6/108/47).
In Bezug auf eine angepasste Tätigkeit wurde der Beschwerdeführerin
in psychiatrischer Hinsicht
eine 80%ige Arbeit
sfähigkeit bescheinigt,
während dem
aus orthopädischer, neurologischer und internistischer Sicht keine
anhaltende Einschränkung bestehe
.
Folgendes Leistungsprofil wurde definiert
: Kein Stehen oder Gehen auf unebenem Boden. Ebenso dürften auch keine erhöhten Anforderungen an das Gleichgewicht gestellt werden. Im
Weiteren m
üsse es sich um eine wechselbelastende, körpe
rlich leichte Tätigkeit handeln,
mit der Möglichkeit des Wechselns zwischen Sitzen, Gehen
und Stehen (vorzugsweise vorwiegend sitzend), ohne Hebe
n und Tragen von Lasten
über 10
kg, ohne Zwangspositionen der Kniegelenke wie
Abknien
, Hocken oder Kauern, ohne Notwendigkeit des Absolvierens von längeren Gehstrecken oder des Überwindens von Höhendifferenzen wie von Treppen, Leitern oder Ge
rüste
n
. Im Hinblick auf die DRUG
-Problematik sollten keine lang dauernden repetitiven Bewegungen im rechten Handgelenk durchgeführt werden (
Urk.
7/108/48
).
3.3
Befundmässig hielt der psychiatrische Gutachter fest, die Beschwerdeführerin bef
i
nde sich in einem guten
Allgemeinzustand. Sie
sei bewusstseinsklar
und
in allen Qualitäten voll orientiert. Sie
sei
freundlich und kooperativ. Das formale Denken
sei
geordnet und gut nachvollziehbar. Sie erzähl
e
ihre Lebens- und Leidensgeschichte chronologisch,
sachlich, aufrichtig. Sie klage
zwar über Kon
zen
trationsstörungen, diese könn
t
en jedoch w
ä
hrend der ganzen Untersuchung nicht objektiviert werden. Sie
könne prompt und geord
net auf die gestellten Fragen eingehen. Das Gedächtnis, das Konzentrationsvermögen, die
A
uf
merk
sam
keit und die Auffassung
seien
unversehrt. Inhaltliche D
enkstörungen wie
Wahnvorstellungen, Sinnest
ä
uschungen/Halluzinationen oder Ich-Störungen sei
en
nicht
eruierbar
.
Die Beschwerdeführerin
sei
ab und zu weinerlich,
sei
aber meis
tens der Untersuchungssituation gegenüber
euthym
und gut schwingungsfähig
. Sie zeige
hie und da Sinn für Humor. Der affektive Rapport l
asse
sich gut auf
nehmen. Mimik, Gestik, Antrieb und Psychomotorik
sei
en
unauffällig.
Es bestün
den
weder
Zeichen von Ermüdung während des intensiven Gespräches
noch
Hin
weise auf
Suizidalität
(
Urk.
7/108/17
).
Die Beschwerdeführerin leide an einer rezidivierenden depressiven Störung, deren Beginn
in
Zusammenhang mit
der
Gewalttätigkeit seitens des Ehemannes
bezieh
ungsweise mit der
massive
n Eheproblematik
, welche in einer Famili
enzerrüttung beendet
worden sei
, stehe
. Gleichzeitig
sei
es zu einer Umstrukturierung innerhalb des
Arbeits
p
latzes mit neuen Aufgaben gekommen. Die Versicherte
habe
sich mit dieser Doppelbelastung in der vollen Erwerbstätigkeit und dem Haushalt mit der kleinen Tochter sowie den massiven Schwierigkeiten mit dem Ehemann zuneh
mend überfordert gefühlt und daraufhin mit einem psychophysischen Erschöp
fungssyndrom, einhergehend mit e
iner depressiven Störung schwan
kenden Aus
masses, bisweilen schweren Ausmasses, reagiert. Sie
habe
sich in psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung begeben, wo sexuelle Gewalterfahrung in der Kindheit sowie als junge Erwachsene zum Thema geworden
sei
und zusammen mit der erlebten körperlichen Gewalt durch den Ex-Ehepartner vereinzelte Syn
drome einer m
utmasslich früher erlebten post
traumatischen Belastungsstörung reaktiviert
worden seien. Dies habe den Genesungsprozess erschwert und ver
zögert
. In Anlehnung a
n die DSM-5 Klassifikation komme
deswegen eine chroni
sche Anpassungsstörung mit A
ngst und
d
epressiver Stimmung, g
emischt (ICD-10:
43.23) in Frage. Zwar
habe
die Explorandin in verschiedenen Lebensabschnitten Traumatisierungen erlebt. Sie
habe
aber mit ihrer Familie von Afghanistan nach Russland auswandern
können, wo sie ein Medizins
tudium
begonnen
habe
, dies
es
jedoch infolge Flucht in die Schweiz vorzeitig
habe
abbrechen
müssen
. In der Schweiz
habe
sie sich gut integrieren und Deutsch lernen
können
. Auch
habe
sie beruflich
Fuss
fassen und entsprechende Ausbildungen absolvieren
können
. An
hand der Lebensgeschichte
ergäben
sich keine Anhaltspunkte für eine
Persön
lichkeitsentwicklung aus
serhalb der Norm
(
Urk.
7/108/20-21
).
Stellungnehmend zu früheren diagnostischen Einschätzung
en
erklärte der Gutachter, d
ie Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung
mit einer Latenzzeit von vielen Jahren sei unwahrscheinlich. Es lasse sich aber nachvollziehen, dass die Ver
sicherte sehr unter der Gewalttätigkeit und den Demütigungen seitens des Ehe
mannes gelitten habe und sich daraus ein Erschöpfungssyndrom entwickelt habe (
Urk.
7/108/20
).
Hinsichtlich Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin hielt der Gutachter fest, die Einschätzung einer vollen Arbeitsunfähigkeit aus psychia
trischer Sicht durch die behandelnde Psychiaterin beruhe auf der Diagnose der posttraumatischen Belastungsstörung, die sich nicht habe bestätigen lassen (
Urk.
7/108/23). Gemäss Mini-ICF sei die Beschwerdeführerin aufgrund der noch vorhandenen, leichten depressiven Episode mehrheitlich leicht beeinträchtigt, zeige aber auch gute und erhaltene Funktionen und Ressourcen. Aufgrund von Restsymptomen der Erschöpfung und anhand der leichten depressiven Störung benötige die Explorandin vermehrte Pausen und längere Ehrholungsphasen, wes
halb aus psychiatrischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von 20
% bestehe (
Urk.
7/108/22-23).
3.4
Der orthopädische Gutachter äusserte sich zu den Befunden wie folgt:
Klinisch
könn
e
am rechten Kniegelenk
neben der erwähnten Instabilität ein
retropatelläres
Knirschen festgestellt werden, so dass die Diagnose einer Gonarthrose gerecht
fertigt
sei
. Im linken Kniegelenk
lägen
ebenfalls belastungsabhängige S
chmerzen vor, welche von der Ex
plorandin im Sinne einer Fehlbelastung i
n
Zusammenhang mit
der rechtsseitigen Kniegelenksp
roblematik gesehen
würden
. Die beklagten Beschwerden
liessen
sich mit dem klinischen Bef
und und den Resultaten der bild
gebenden Verfahren in Einklang bringen. Am rechten Handgelenk
sei
es offen
sichtlich zu einer Distorsion des DRUG gekommen. Auf den konventionellen Röntgenbildern
könne die klinisch vermutete diskre
te Instabilität
jedoch
nicht dokumentiert werden. Im Bereich der
Lendenwirbelsäule (
LWS
)
würden
sodann
belastungsabhän
gige Rückenschmerzen beklagt. Di
e klinische Untersuchung
würde dabei
einen leichten paravertebralen Hartspann auf
weisen
, ohne Ausstrah
lungen in die unteren Extremitäten und ohne neurologischen Defizite. Somit
sei
am ehesten von einer m
yofaszialen Problematik auszugeh
en.
Die
Versicherte
weise
an beiden unteren Extr
emi
täten linksbetont eine verminderte Belastbarkeit
auf
. Beide Kniegelenke, namentlich links,
seien degenerativ verändert. Rechts
bestehe
zudem eine leichte
antero
-mediale Instabilität. Unter diesen Umständen
seien
längere Gehstrecken und Zwangspositionen der Kniegelenke nicht
mehr möglich. Erschwerend komme
hinzu, dass am rechten
oberen Sprunggelenk
(
OSG
)
leicht ausgeprägte N
ekrosen am Talus medial
und lateral
vorlä
gen
, welche derzeit klinisch keine gravierenden Auswirkungen
hätten
. Zudem
bestehe
ein beidseitiger Fersensporn, der immer wieder zu reaktiven Fasziitiden führ
e (
Urk.
7/
108/28-29
)
.
Unter den gegebenen Umständen sei in der angestammten, körperlich anspruchs
vollen Tätigkeit keine Arbeitsfähigkeit mehr gegeben (Urk. 7/108/30). Aufgrund der echtzeitlichen Unterlagen sei davon auszugehen, dass es im Mai 2016 zu einer Exazerbation der Beschwerden gekommen sei, so dass es gerechtfertigt erscheine, jenen Zeitpunkt als Beginn der Arbeitsunfähigkeit anzunehmen. Offensichtlich habe die Beschwerdeführerin aber bis August 2016 in reduziertem Rahmen wei
ter
gearbeitet. In einer gut angepassten Tätigkeit sei von einer vollen Arbeits
fähig
keit auszugehen, wobei für den Beginn hierfür das Auftreten der Beschwerden im Bereich des Bewegungsapparates im Laufe des Jahres 2016, also Mai, spätestens August 2016 angenommen werden könne (
Urk.
7/108/30).
3.5
Während aus internistischer Sicht keine Beschwerden geklagt wurden und sich keine Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit stellen liess (
Urk.
7/108/34), hielten die neurologischen Gutachter fest, bei der Beschwerdeführerin stehe ein psychiatrisches beziehungsweise
psychisches Beschwerdebild mit chronischer
Müdig
keit und Kraftlosigkeit im Vordergrund. An somatischen Beschwerden werde
primär ein häufiger, intermittierender Schwindel aufgeführt. Anamnestisch könne
dieser nicht einer organischen Ursache zugeordnet werden.
Zeichen für ein
zere
belläres Syndrom oder eine peripher-vestibuläre Genese seien nicht zu erheben; auch anamnestisch spreche nichts für eine zentrale oder peripher-vestibuläre Genese. Am ehesten handle es sich um einen phobischen Schwankschwindel, wofür das Auftreten in Stresssituationen spreche. Weiter sei ein Zusammenhang mit der psychiatrischen Grunderkrankung wahrscheinlich. (
Urk.
7/108/39). Aus neurologischer Sicht bestünden keine relevanten funktionellen Einschränkungen, wobei der unsystematische Schwindel in qualitativer Hinsicht zu berücksichtigen
sei
. Mithin sei kein Stehen oder Gehen auf unebenem Boden zuzumuten und das Erklimmen von Leitern oder Gerüsten sei ebenso zu vermeiden wie Tätigkeiten, die erhöhte Anforderungen an das Gleichgewichtsystem stellten
.
In solcherart adaptierten Tätigkeiten bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
(
Urk.
7/108/40).
4.
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin (E.
2.2
) vermag das Gutachten der
A._
vom 2
5.
August 2017
(E.
3
)
die an eine beweiskräftige ärztliche Expertise gestellten Anforderungen zu erfüllen (E.
1.4
). So tätigten die Gutachter sorgfältige, umfassende Abklärungen, berücksichtigten die geklagten Beschwer
den und begründeten ihre Einschätzung in nachvollziehbarer Weise sowie in Aus
einandersetzung mit den
Vorakten
(Urk. 7/108/6-13, 19-20, 27-28, 31, 34-35, 39)
.
Die Gutachter legten die medizinischen Zusammenhänge und die medizinische Situation einleuchtend dar und begründeten ihre Schlussfolgerungen nachvoll
ziehbar.
Sie zeigten insbesondere
schlüssig
auf,
weshalb
,
entgegen
den entspre
chenden Vorbringen
der Beschwerdeführerin
(vgl. Urk. 1 S. 6),
die
Diagnose
einer
posttraumatischen Belastungsstörung
nicht gestellt werden könne
(
Urk.
7/108/20-21
,
44-45
; 7
/128/1).
Weder im Gutachten von
Dr.
Z._
vom Mai
2014
(
Urk.
7/17/11
)
noch im Bericht der
behandelnde
n
Psychiaterin,
Dr.
B._
vom Dezember 2013
(
Urk.
7/12/3
)
findet sich die Diagnose der
posttraumatische
n
Belastungsstörung
.
Dr.
B._
nannte die Diagnose PTBS erstmals am 1
1.
März 2017, womit die berichteten traumatisierenden Ereignisse
(
Urk.
7/108/43-44
) zu jenem Zeitpunkt bereits Jahre zurücklagen. Die gemäss ICD-10 postulierte Latenz
zeit von
sechs Monaten wäre deshalb um
ein Vielfaches überschritten worden (BGE 142 V 342 E. 5.2.2;
Urteil des Bundesgerichts 8C_270/2019
vom 5.
September
2019
E. 4.1.2;
Urteil des Bundesgerichts 9C_133/2019 vom 2
5.
Juni 2019
E. 4.2
; so auch der psychiatrische Gutachter, E.
3.3
). Im Weiteren ist darauf hinzuweisen, dass psychosoziale Belastungsfaktoren (
insbesondere
zerrütte
te
Ehe
beziehungsweise
Gewalt in der Ehe,
Überforderung und Einsamkeit als allein
erziehende Mutter
, vgl. Urk. 7/108/42
)
- welche im invalidenversicherungsrecht
lichen Kontext grundsätzlich unberücksichtigt zu haben bleiben (BGE 127 V 294) -
erkennbar
mitursächlich
waren
für die geklagten Beschwerden.
So nannte auch die Beschwerdeführerin als Grund, weshalb sie nur an einzelnen Tagen arbeits
fähig sei, dies
läge
nicht nur an der Arbeit, sondern
sei
auch auf die damit zusammenhänge
nde
Organisation und Vorbereitung, namentlich die Betreuung ihrer Tochter, zurückzuführen (Urk. 7/108/37).
Gegenüber
Dr.
Z._
hatte
sie
in diesem Zusammenhang
ausgeführt
, d
ie Doppelbelastung
durch
Beruf und Familie
(Ausüben der
Gruppenleitung, eine neue Gruppe, MS-Patienten als neue Klientel, der Wechsel des Heimleiters, die Tochter und der arbeitslose Ehemann zu Hause
)
sei ihr zu viel geworden (Urk.
7/17/10).
Dr.
Z._
hatte denn auch festgehalten, es seien nicht berufsspezifische
Herausforderungen
gewesen
, welche die psycho
pathologischen Störungen hervorgerufen hätten. Vielmehr
hätten
sich die priva
ten Schwierigkeiten negativ auf die Be
rufsausübung ausgewirkt (Urk. 7/17/14)
.
Zudem hatte auch die behandelnde Psychiaterin,
Dr.
B._
, erklärt, die seit
längerer Zeit bestehenden beruflichen und familiären Stressoren (chronische Über
lastungssituation am Arbeitsplatz durch Krankheitsausfälle im Team, Arbeits
losigkeit des Ehemannes und Paarproblematik mit gewalttätigem Verhalten vonseiten des Ehemannes, Erziehungsschwierigkeiten mit der Tochter, belastende Wohnsituation und finanzielle Schwierigkeiten) seien ursächlich an der Ent
steh
ung der Depression beteiligt (
Urk.
7/12/5). Einige der
offensichtlich
weiter besteh
enden
psychosozialen Belastungs
faktoren
scheinen
sodann
mitursächlich
für den Abbruch der
beruflichen Massnahmen
gewesen zu sein
.
So hielten die Eingliede
rungsfachleute
in ihrem Abschlussbericht fest, die Beschwerdeführerin benötige viel Energie für die Betreuung ihrer Tochter. Dabei bleibe wenig Zeit für die eigene Selbstfürsorge. Aufgrund der hohen Anforderungen im privaten Tagesab
lauf habe die Beschwerdeführerin auch wenig Energie und Zeit für eine effiziente Stellenbewerbung gefunden (
Urk.
7/91/2-3).
Angesichts
dieser
Aktenlage
erscheint
die Einschätzung des psychiatrischen Gutachters
als plausibel
,
es sei davon auszugehen,
dass
die Beschwerdeführerin
ohne die Eheprobleme
ihre
Aufgaben
- wie vor der Heirat -
bei vorhandenen guten kognitiven un
d emotionalen Res
sourcen hätte bewältigen können (
Urk.
7/108/21
)
.
Soweit
die Beschwerdeführerin behauptet, unter den involvierten Ärzten sei offenbar unbestritten, dass es sich vorliegend klarerweise um einen verselbständig
ten Gesundheitsschaden handle, was sich daran
zeige, dass die psychische Störung nicht verschwunden sei, nur weil
sie
sich von ihrem gewalttätigen Mann getrennt habe (
Urk.
1 S. 8)
, vermag sie nicht durchzudringen. Nach wie vor bestehen
zwischen den Ehegatten
- anders
als
von der Beschwerdeführerin suggeriert - infolge
des vom Ehemann
ausgeübten
Besuchsrechtes
der Tochter
Berührungspunkte
, welche die Beschwer
deführerin
- nebst den anderen psychosozialen Faktoren -
sehr zu belasten schei
nen (vgl.
Urk.
7/10
8
/14, 16,
21).
Im Weiteren trifft d
ie von der Beschwerde
führerin erhobene Kritik, das psychiatrische
G
utachten bestehe zum grössten Teil aus wiedergegebenen Ausschnitten der (nicht) medizinischen Vorberichte (
Urk.
1
S. 5)
,
nicht zu
.
Vielmehr wurden im Gutachten die
Vorakten
sowie die subjektiv geklagten Beschwerden eingängig beleuchtet, sowie im Anschluss daran gewür
digt (vgl. vorstehende Erwägungen).
Sodann
vermag auch der Bericht
der behan
delnden Psychiaterin
vom
7.
März 2018 (Urk. 7/124) das Gutachten nicht zu erschüttern
. D
azu ist
vorab
in
Bezug auf Berichte von behandelnden Arztper
sonen auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behandlung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Person einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgut
ach
ten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen zu anderslautenden Einschätzungen gelan
gen
. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung auf
drängt, weil die anderslautenden Einschätzungen wichtige – und nicht rein sub
jek
tiver Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die bei der Begut
achtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (
Urteil des Bundesgerichts 8C_677/2014
vom 2
9.
Oktober 2014 E. 7.2 mit Hinweisen, u.a. auf SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43 E. 2.2.1 [I 514/06]).
Solche Aspekte liegen hier nicht vor; im Gegenteil machte
Dr.
B._
erneut ihre - den Gutachtern bekannte - Einschätzung kund und schilderte bereits vorbestehende Beschwerden der Beschwerdeführerin (vgl. etwa
Urk.
7/95/4). Es kommt hinzu, dass die Gutachter stellungnehmend dazu dar
gelegt haben, weshalb unverändert auf ihre im Rahmen der polydisziplinären Untersuchung abgegebene Beurteilung abzustellen sei (Urk. 7/128). Der Vollstän
dig
keit halber ist darauf hinzuweisen, dass einem testmässigen Erfassen der Psy
chopathologien im Rahmen der psychiatrischen Exploration nur ergänzende Funktion beizumessen ist, während die klinische Untersuchung mit Anamneseer
hebung, Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung ausschlaggebend ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_270/2019 vom
5.
September 2019 E. 4.1.2).
Soweit schliesslich die Beschwerdeführerin vorbringen lässt, die medizinisch-theo
retische Arbeitseinschätzung des Gutachters sei in keiner Weise mit den berufs- und sozialpraktischen Erfahrungen in Einklang zu bringen (
Urk.
1 S. 6), ist auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung hinzuweisen, wonach die Frage nach den noch zumutbaren Tätigkeiten und Arbeitsleistungen nach Massgabe der objektiv feststellbaren Gesundheitsschädigung in erster Linie durch die Ärzte und nicht durch die Eingliederungsfachleute auf Grundlage der von ihnen erhobenen, subjektiven Arbeitsleistung zu beantworten ist (Urteil 8C_334/2018 vom
8.
Januar 2019 E. 4.2.1). Nachdem, wie vorstehend ausgeführt, nach wie vor psy
chosoziale Faktoren der erfolgreichen Eingliederung entgegenstehen, vermag die Beschwerdeführerin aus dem Scheitern der beruflichen Integration nichts zu ihren Gunsten abzuleiten.
Nach dem Gesagten sind die Einwendungen
der
Beschwerdeführer
in
gegen das Gutachten der
A._
unbegründet
.
5.
5.1
Da grundsätzlich bei sämtlichen
psychischen
Erkrankungen das strukturierte Be
weisverfahren durchzuführen ist, ist i
m
Folgenden zu prüfen, ob und in welchem Umfang die
ärztlichen
Feststellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechts
erheblichen Indikatoren auf
eine
Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen (E.
1.3.1
und
1.3.2
).
Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, die Beschwerdegegnerin habe
eine unzulässige juristische Parallelüberprüfung vorgenommen (
Urk.
1 S. 8), ist sie darauf hinzuweisen, dass nach höch
strichterlicher Rechtsprechung
die medizi
nischen Fachpersonen und die Organe der Rechtsanwendung die Arbeitsfähigkeit - mit Blick auf die normativ vorgegebenen Kriterien - je aus ihrer Sicht beurteilen.
Eine Verpflichtung,
die ärztliche Einschätzung
tel
quel
zu übernehmen
, besteht nicht
.
Vielmehr war die Beschwerdegegnerin gehalten zu prüfen
, ob und in welchem Umfang die gutachterlichen Feststellungen anhand der Indikatoren
auf eine rechtlich relevante Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen
(
Urteil des Bundes
gerichts 9C_710/2018 vom
2.
April 2019
E. 4.2)
.
5.2
Zum Komplex «
Gesundheitsschädigung
» in der Kategorie «funktioneller Schwere
grad» ist festzuhalten,
dass die anlässlich der psychiatrischen Begutachtung erho
benen o
bjektiven Befunde und Symptome
nicht b
esonders ausgeprägt erschie
nen.
So hielt der psychiatrische Gutachter insbesondere fest,
das Gedächtnis, das Kon
zentrationsvermögen, die Aufmerksamkeit und die Auffassung
seien
unversehrt (
Urk.
7/108/17
, vgl. E.
3.3
).
Die somatischen und Z-Diagnosen sind vorliegend zwar als Komorbiditäten zu werten. Allerdings sind keine Hinweise ersichtlich, dass diese zusätzlich ressourceneinschränkend wären.
Ferner ist darauf hinzu
weisen, dass der psychiatrische Gutachter die Indikation der derzeitig installierten Therapie (Aufarbeitung von traumatischen Erlebnissen) als fraglich bezeichnete und vielmehr Hilfestellungen hinsichtlich psychosozialer Belastungen für ange
zeigt erachtete (
Urk.
7/108/21). Insgesamt ist damit nicht von einer erheblichen Gesundheitsschädigung auszugehen. Sodann ist zum Komplex «Persönlichkeit»
festzuhalten,
dass keine Anhaltspunkte für eine Persönlichkeitsentwicklung ausserhalb der Norm festgestellt wurden
. So konnte sich die Beschwerdeführerin
offenbar
gut in der Schweiz integrieren, deutsch lernen wie auch beruflich Fuss fassen und entsprechende Ausbildungen absolvieren (
Urk.
7/108
/46).
Hinsichtlich
dem
Komplex «Sozialer Kontext» ist zu berücksichtigen, dass
die Beschwerde
führerin mit ihrer
Tochter in einer 4 1⁄2
Zimmerwohnung lebt
(
Urk.
7/108/15
), über eine geregelte Tagesstruktur verfügt
, sich
mittels
Zeitung und Fernsehen über Aktualitäten informiert sowie
soziale Kontakte pflegt (
Urk.
7/108/15
). Zwar berichtete
die
Beschwerdeführer
in
über einen gewissen sozialen Rückzug (
Urk.
7/108/15
). Angesichts dessen, dass
sie
nach wie vor in der Lage ist, Freund
schaften zu pflegen (
Urk.
7/108/15
),
gerne schwimmen geht, einmal pro Woche
Aquafit
durchführt und mit ihrer Tochter spazieren geht (
Urk.
7/108/28),
verfügt
sie
insgesamt
aber
über ein ausreichend intaktes soziales Umfeld mit mobilisier
baren Ressourcen.
5.3
Zum Aspekt der
«
Konsistenz
»
ist darauf hinzuweisen, dass
die Beschwerdeführerin nach wie vor ein relativ
hohes Aktivitätsniveau aufweist, ist es ihr doch möglich, schwimmen sowie wöchentlich ins
Aquafit
sowie mit ihrer Tochter spazieren zu gehen (
Urk.
7/108/28) sowie sich generell um diese zu kümmern.
Sodann
nimmt die Beschwerdeführerin ihre alltäglichen Verrichtungen, wenn auch verlangsamt, ohne grössere Einschränku
ngen und regelmässig wahr (Urk.
7/108/36).
Kontras
tie
rend hierzu sieht sich die Beschwerdeführerin nur
bedingt als
arbeitsfähig
(
Urk.
7/108/37)
.
Dies
liegt
- so die Beschwerdeführerin -
jedoch nicht nur an der Arbeit, sondern
ist offensichtlich
auch auf die damit zusammenhängende Orga
nisation und Vorbereitung, namentlich die Betreuung ihrer Tochter, zurückzu
führen (Urk. 7/108/37).
Zu dem anlässlich der Begutachtung festgestellten tiefen Medikamentenspiegel (Urk. 7/108/18)
ist zu ergänzen, dass auch
die diesbezüglichen Ausführungen
der behandelnden Psychiaterin (7/124/2)
die vom Gutachter hinsichtlich Compliance genannten Unklarheiten nicht auszuräumen vermögen
. So ist im Laborbericht, auf welchen
Dr.
B._
B
ezug
nimmt, fest
gehalten, die Konstellation (Konzentration von Fluoxetin und
Norfluoxetin
) spr
e
che für eine verstärkte Einnahme
im Vorfeld der Kontrolle (Urk.
7/124/5).
Immerhin ist - die Beschwerdeführerin nimmt regelmässig wöchentliche Termine bei ihrer Fachärztin wahr (
Urk.
7/108/16) - von einem gewissen Leidensdruck aus
zugehen.
Unter Berücksichtigung des Gesagten
weist die Kategorie der Konsi
stenz
vereinzelte
Auffälligkeiten auf
.
5.4
Zusammenfassend ist festzuhalten,
dass unter Berücksichtigung eines gewissen Leidensdrucks bei gleichzeitig erhaltenen Kompensationspotentialen und eines nicht erheblichen Schweregrads der diagnostizierten Gesundheitsschädigung das
Leistungsvermögen der Beschwerdeführerin leicht eingeschränkt erscheint. Mithin
ist auf die Einschätzung der Gutachter, wonach in angepasster Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 20
%
besteht, abzustellen.
6.
Zu prüfen bleibt anhand der allgemeinen Methode des
Einkommensvergleichs
, wie sich die gesundheitliche Beeinträchtigung in erwerblicher Hinsicht auswirkt.
6.1
6.1.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
6.1.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
ein
kommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
schein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1; 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
6.2
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) be
rechnet werden, wobei die für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls rele
vanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 128 V 29 E. 4e;
Urteil des Bundesgerichts
9C_887/2015
vom 12. April 2016
E. 4.2).
Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktu
ellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1).
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen
LSE
herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungs
zeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Renten
revisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren Beizug erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der kon
kreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/Reichmuth,
Bun
desgesetz über die Invalidenversicherung,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Die Beschwerdeführerin
erzielte ab April 2012 als Gruppenleiterin
Fr. 6'941.75 im Monat
(
Urk. 7/30/1-
8; 7/23/3; 3/3
).
Wie
sie
zutreffend vorbringt, müssen nebst dem 13. Monatslohn
und der Verpflegungspauschale
auch die Wochenend- und Spätdienstzulagen berücksichtigt werden (
Urk.
1 S. 10). Letztere haben
Fr. 630.--
im ersten Quartal 2012 (
Urk.
7/30/9),
Fr.
720.-- im zweiten Quartal (Urk. 7/30/6)
und
Fr. 427.50 im dritten Quartal (Urk. 7/30/3) betragen, was einen monatlichen Durchschnitt von Fr. 197.50 (
[
Fr. 630.-- +
Fr.
720.-- +
Fr.
427.50
]
/ 9 Monate) ergibt. Somit
ist
für 2012 von einem Jahreseinkommen von Fr. 9
5’013
.-- (13 x
Fr. 6'941.75 + 12 x 19
7.50 Wochenend- und Spätdienstzulagen + 12 x Fr. 200.--
Verpflegungspauschale) auszugehen.
Unter Berücksichtigung der Nominallohn
ent
wicklung bei Frauen im
Wirtschaftszweig
«
Gesundheitswesen, Heime und Sozialwesen
»
zwischen den Jahren 2012 und 201
6
(
Index
2012
:
101.0
; Index
201
6
:
102.
5
; vgl. Bun
d
esamt für Statistik [BFS], Tabelle
T
1
.2.10
, Nominalloh
n
index, Frauen
2011
-2018,
Ziff.
86-88, „Gesundheitswesen, Heime und Sozialwe
sen
»
)
resultiert ein
Valideneinkommen
von
Fr. 96’424
.--
für das Jahr 2016
(
Fr. 9
5’013
.--
/
101.0
x
102.
5
).
6.3
6.3.1
Hinsichtlich des Invalideneinkommens ist, a
nders als von der Beschwerdeführerin vorgebracht,
nicht
auf das von
ihr
tatsächlich
erzielte Einkommen, sondern auf die LSE-Tabellenlöhne abzustellen.
Die Beschwerdeführerin, welche
gelernte
Fachfrau für
Betreuung EFZ
mit Weiterbildung zur Teamleiterin
(
Urk.
7/23/
5-
17)
ist
und in der Kinderbetreuung
weitergebildet wurde
(
Urk.
7/61/1-3)
, schöpft
in der aktuellen Tätigkeit
als
Mit
betreuerin im internen Kinderhort (
Urk.
3/4)
ihr Ressourcenpotential nicht aus
, da sie auf dem hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt einen höheren als den tatsächlich erhaltenen Lohn erzielen könnte (
Urteil des Bundesgerichts 8C_61/2018
vom 23
.
März 201
8
E. 6.4
;
Urteil des Bundesgerichts 9C_762/2015
vom 2
6.
Januar 2016
)
.
Dabei
ist mit Blick auf die der Beschwerdeführerin offen
stehenden Einsatzmöglichkeit
en
auf den
monatlichen Bruttolohn (Zentralwert)
des Wirtschaftszweiges Gesundheits
- und Sozialwesen (Ziff. 86-88)
von
Frauen auf dem Kompetenzniveau 3
gemäss
TA1 der LSE 201
4
abzustellen.
Soweit
aus
orthopädischer
Sicht nämlich in Bezug auf die bisherige Tätigkeit von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen wird, ist anzumerken, dass die
Erwerbsbiografie
(
Urk.
7/108/30
) zwar zutreffend dargelegt wurde. Allerdings w
urde unberücksichtigt gelassen, dass
die Beschwerdeführerin
zulet
zt Grup
pen
leiterin
war und
diese
Tätigkeit
nicht einer körperlich schweren Tätigkeit ent
sprach, sondern
ausschliesslich
Führungs- und Organisationsaufgaben
beinhal
tet
e
(vgl. Arbeitszeugnis,
Urk.
7/23/3-4)
.
Infolge dessen sowie unter Berück
sich
tigung, dass
die Beschwerdeführerin ni
cht nur über einen Lehra
bschluss
verfügt
,
sondern mehrjährige Erfahrung in
der
Betreuung
hat
(vgl. IK-Auszug,
Urk.
7/9/1-4
),
auch noch
heute
in derselben Berufsgattung wie vor dem gesundheitsschädigenden Ereignis tätig ist
(vgl.
Urk.
3/4)
,
vielfältige Ressourcen aufweist (vgl. Zwischen
bericht
Integrationsmassnahmen
,
Urk.
7/75/3) und auch Kurse betreffend Füh
rungs
verständnis belegte (
Urk.
7/23/7, 9),
ist auf das Kompetenzniveau 3 abzu
stellen.
6.3.2
Bei einer Arbeitszeit von 40
Wochenstunden beträgt das monatliche Einkommen
gemäss
Kompetenzniveau
3,
Ziff.
86-88, Gesundheits- und Sozialwesen,
Fr. 6‘348
.--.
Unter Berücksichtigung der betriebsüblichen wöchentlichen Arbeits
zeit von
41.
6
Stunden im Jahr 2016
(vgl.
BFS, Tabelle T 03.02.03.01.04.01 Betriebsübliche Arbeitszeit nac
h Wirtschaftsabteilungen,
Ziff. 86-88
,
Gesund
heits
- und Sozialwesen
),
der Nominallohnentwicklung
be
i
Frauen,
zwischen den Jahren 201
4
und 201
6
(Index 2014
:
101.4
, Index 2016
:
102.5
; vgl. die vorer
wähnte Tabelle 1.2.10
,
Ziff. 86-88, Gesundheitswesen, Heime und Sozialwesen
) sowie einer Arbeitsfähigkeit von 80
%
resultiert ein Invalideneinkommen von Fr.
64‘066
.-- (
Fr.
6‘348.—x 12 / 40 x 41.6
/
101.4
x
102.5
x 80
%
).
6.4
D
ie Annahme eines leidensbedingten Abzuges
rechtfertigt sich
nicht,
da
Hinweise dafür, dass die Beschwerdeführerin ihre Restarbeitsfähigkeit von 80
%
in einer angepassten Tätigkeit nur mit unterdurchschnittlichem Erfolg verwerten könnte, nicht aktenkundig sind
.
Im
Ergebnis
resultiert eine invaliditätsbedingte
Erwerbs
einbusse
von Fr.
32‘
358
.-- (
Fr. 96’
424
.-- -
Fr. 64‘066
.
--). Dies entspricht
einem Invaliditätsgrad von
gerundet 34
%
(zur Rundung BGE 130 V 121 E. 3.2).
Dementsprechend steht der Beschwerdeführerin keine Invalidenrente zu.
7.
Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass die Verfügung der IV-Stelle vom
18. Juni 2018
im Resultat nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
8.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr.
8
00.-- festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und ausgangsgemäss
der Beschwerdeführerin
aufzuerlegen.