Decision ID: 954a68ba-e199-56df-b3c5-b2d3055c7c0e
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1960, war seit dem
1.
März 2008 als Hilfsarbeiter bei der
Y._
AG tätig und damit bei der Suva für Berufs- und Nichtberufsunfälle versichert, als er am 3
1.
Oktober 2016 beim Wechseln der Druckplatten mit der
linken
Schulter
mit
der Ecke des Druckturms kollidierte (vgl.
Urk.
7/1).
Die Erst
behandlung erfolgte am
8.
November 2016
durch
Dr.
med.
Z._
, wobei eine lo
kale
Druckdolenz
vorne unterhalb der Clavicula v
ereinbar mit
Prozessus
cora
coi
deus
/Bursa
subacromialis
diagnostiziert wurde (
Urk.
7/35
).
Die Suva erbrachte die g
esetzlichen Leistungen (
Urk.
7/3-4
).
Am 1
9.
November 2016 nahm der Ver
sicherte
die
Arbeit wieder zu 100
%
auf (
vgl.
Urk.
7/35).
Am 3
0.
November 2016 verspürte
d
er
Versicherte
beim Heben eines Papierstapels
akute
Schmerzen
in der linken Schulter
(
vgl.
Urk.
7/26;
Urk.
7/52).
Die medizini
schen Abklärunge
n ergaben im Wesentlichen eine Ruptur
der
Supraspinatus
sehne
,
eine
partielle Ruptur
der
Infraspinatussehne
sowie
e
ine
Tendinopathie
der langen
Bizepssehne
(
LBS;
vgl.
Urk.
7/12;
Urk.
7/17;
Urk.
7/20).
Am 1
0.
Februar 2017 wurde eine Arthroskopie
, eine
LBS-
Tenotomie sowie
eine
Akromioplastik
und ein
Débridement
der
Rotatorenma
nschette
durchgeführt (
Urk.
7/23;
Urk.
7/30
).
1.2
Mit Verfügung vom 2
9.
Juni 2017 (
Urk.
7/64) lehnte die Suva eine Leistungs
pflicht über den 3
0.
Juni 2017 hinaus ab, da das Ereignis vom 3
1.
Oktober 2016 nicht ursächlich für die
andauernden
Schulterprobleme sei und das Ereignis vom 3
0.
November 2016 weder einen Unfall noch eine unfallähnliche Körperschädi
gung darstelle. Die dagegen vom Versicherten erhobene Einsprache (
Urk.
7/73) wies die Suva mit
Einspracheentscheid
vom
6.
Februar 2018 (
Urk.
7/96 =
Urk.
2) ab.
Die zuständige Krankenkasse zog ihre vorsorglich erhobene
Einsprache wieder zurück (
Urk.
7/71
;
Urk.
7/76).
2.
Der Versicherte erhob am
8.
März 2018 Beschwerde gegen den
Einspracheent
scheid
vom
6.
Februar 2018 (
Urk.
2) und beantragte, dieser sei aufzuheben und es seien ihm die gesetzlichen Leistungen aufgrund des Ereignisses vom 3
0.
No
vember 2016 zu erbringen (
Urk.
1 S. 2).
Die Suva beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
2.
April 2018 (
Urk.
6) die Ab
weisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am
3.
Mai 2018 zur Kennt
nis gebracht wurde (
Urk.
8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. No
vember 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversiche
rung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Die
hier zu beurteilenden Unfälle haben
sich am
3
1.
Oktober und
3
0.
November 2016
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Ein Unfall ist gemäss
Art.
4
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Kör
per, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit oder den Tod zur Folge hat (BGE 129 V 402 E. 2.1).
1.3
Nach der Rechtsprechung bezieht sich
das
Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selber. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere Faktor all
enfalls schwer
wiegende, unerwartete Folgen nach sich zog. Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im
jeweiligen Lebensbereich Alltäg
lichen oder Üblichen überschreitet. Ausschlaggebend ist also, dass sich der äussere Faktor vom Normalmass an Umwelteinwirkungen auf den menschlichen Körper abhebt. Ungewöhnliche Auswirkungen allein begründen keine Unge
wöhnlichkeit (BGE 134 V 72 E. 4.3.1 mit Hinweis).
Selbst bei fehlender Störung des Bewegungsablaufs durch einen äusseren Faktor kann die Aussergewöhnlichkeit auch dann gegeben sein, wenn beim Heben oder Schieben einer Last zufolge ausserordentlichen Kraftaufwandes, d.h. einer sinn
fälligen Überanstrengung, eine Schädigung eintritt. Es muss allerdings jeweils
geprüft werden, ob die Anstrengung im Hinblick auf Konstitution und berufliche und ausserberufliche Gewöhnung der betreffenden Person ausserordentlicher Art war (BGE 116 V 136 E. 3b mit Hinweisen; RKUV 1994 Nr. U 180 S. 38). Kein Unfall liegt vor, wenn die Anstrengung nur wegen bestehender krankhafter Ver
änderungen zu Schädigungen führen kann, weil sich dann eine innere Ursache auswirkt, während der äussere, oft harmlose Anlass bloss den pathologischen Faktor manifest werden lässt (BGE 116 V 136 E. 3b mit Hinweisen).
1.4
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetr
etenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des na
türlichen Kausalzusammenhangs sind a
lle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetr
eten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ent
sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass e
in Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen
ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Beding
ungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohn
e dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm ob
liegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Be
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Mög
lichkeit eines Zusammenhangs genügt für
die Begründung eines Leistungs
an
spruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.5
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder
kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich
hiebei
um eine anspruchsauf
hebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76). Diese Beweisgrund
sätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kos
tenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.6
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adä
quate Ursache eines Erfolges zu ge
lten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge
und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Er
folg von der Art des eingetretenen herbeiz
uführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.7
Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG kann der Bundesrat Körperschädigungen, die den Fol
gen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen. Von dieser Kompetenz hat der Bundesrat in Art. 9 Abs. 2 UVV Gebrauch gemacht und fol
gende Körperschädigungen, sofern sie nicht eindeutig auf eine Erkrankung oder eine Degeneration zurückzuführen sind, auch ohne ungewöhnliche äussere Ein
wirkung den Unfällen gleichgestellt:
a.
Knochenbrüche;
b.
Verrenkungen von Gelenken;
c.
Meniskusrisse;
d.
Muskelrisse;
e.
Muskelzerrungen;
f.
Sehnenrisse;
g.
Bandläsionen;
h.
Trommelfellverletzungen.
Diese Aufzählung der den Unfällen gleichgestellten Körperschädigungen ist ab
schliessend (BGE 116 V 136 E. 4a, 147 E. 2b, je mit Hinweisen;
Maurer, Schwei
zerisches Unfall
versicherungsrecht, 2. Aufl., 1989, S. 202).
1.8
Bei den unfallähnlichen Körperschädigungen im Sinne von Art. 9
Abs.
2 UVV entfällt im Vergleich zu den eigentlichen Unfällen nach
Art.
4 ATSG einzig das Tatbestandselement der Ungewöhnlichkeit des auf den Körper einwirkenden äusseren Faktors. Alle übrigen Begriffsmerkmale eines Unfalles müssen hingegen auch bei den unfallähnlichen Körperschädigungen erfüllt sein. Dies gilt nament
lich für das Erfordernis des einwirkenden äusseren Faktors an sich, worunter ein ausserhalb des Körpers liegender, objektiv feststellbarer, sinnfälliger – eben un
fallähnlicher – Einfluss auf den Körper zu verstehen ist. Dabei kann die schädi
gende Einwirkung auch in einer körpereigenen Bewegun
g bestehen (Urteil des Bundesge
richts 8C_40/2014 vom
8.
Mai 2014 E. 2.2.2 mit Hinweisen auf BGE 139 V 327 E. 3.1, 3.3.1; 129 V 466 E. 2.2, 4.1; 123 V 43 E. 2b).
Erforderlich für die Bejahung eines äusseren Faktors ist ein gesteigertes Schädi
gungspotenzial, sei es zufolge einer allgemein gesteigerten Gefahrenlage, sei es durch Hinzutreten eines zur Unkontrollierbarkeit der Vornahme der alltäglichen Lebensverrichtung führenden Faktors. Die physiologische Beanspruchung des Skeletts, der Gelenke, Muskeln, Sehnen und Bänder stellt keinen äusseren Faktor dar (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_696/2013 vom 1
4.
November 2013 E. 5.3 mit Hinweis auf BGE 139 V 327 E. 3.3.1, 129 V 466 E. 4.2.2, 4.3). Ein äusserer Faktor mit erheblichem Schädigungspotenzial liegt nach der Rechtsprechung vor, wenn die zur Diskussion stehende Betätigung mit einer mehr als physiologisch normalen und psychologisch beherrschten Beanspruchung des Körpers, insbeson
dere seiner Gliedmassen, verbunden ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_40/2014 vom
8.
Mai 2014 E. 2.2.3 mit Hinweis auf BGE 139 V 327 E. 3.3.1). Erfüllt ist das Erfordernis des äusseren schädigenden Faktors bei Änderungen der Körperlage, die nach unfallmedizinischer Erfahrung häufig zu körpereigenen Traumen führen können, so etwa beim plötzlichen Aufstehen aus der Hocke, bei heftigen belas
tenden Bewegungen oder bei einer wegen äusserer Einflüsse unkontrollierbar ge
wordenen Positionsänderung (vgl. BGE 129 V 466 E. 4.2.3, Urteil des Bundesge
richts 8C_40/2014 vom
8.
Mai 2014 E. 2.2.3).
Schmerzen als Symptome einer Schädigung nach
Art.
9
Abs.
2 UVV fallen als massgebender äusserer Faktor nicht in Betracht, wenn sie bei einer alltäglichen Lebensverrichtung auftreten, ohne dass ein davon unterscheidbares äusseres Mo
ment mitspielen würde. Wer also etwa beim blossen Aufstehen, Absitzen, Ablie
gen, bei Bewegungen im Raum, Handreichungen und so weiter einen einschies
senden Schmerz verspürt, kann allein deswegen noch keine unfallähnliche Kör
perschädigung geltend machen. Ein äusserer Faktor ist nicht gegeben, wenn die versicherte Person einzig das erstmalige Auftreten von Schmerzen angibt, aber keine gleichzeitig mitwirkende äussere Komponente zu benennen vermag. Auch ist das Erfordernis eines äusseren schädigenden Faktors nicht erfüllt, wenn das Auftreten von Schmerzen bloss mit einem von der versicherten Person beschrie
benen gewöhnlichen Bewegungsablauf einhergeht. Verlangt wird vielmehr ein Geschehen, welchem ein gesteigertes Gefährdungspotenzial innewohnt, was zu
trifft, wenn die als Schmerzauslöser angegebene Betätigung im Rahmen einer allgemein gesteigerten Gefahrenlage vorgenommen wird, wie dies bei vielen sportlichen Aktivitäten der Fall ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_40/2014 vom
8.
Mai 2014 E. 2.2.3 mit Hinweis auf
BGE 129 V 466 E. 4.2.1, 4.2.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Leistungseinstellung im angefochtenen
Einspracheentscheid
(
Urk.
2) damit,
dass gestützt auf die kreisärztliche Beurtei
lung hinsichtlich des Ereignisses vom 3
1.
Oktober 2016 der Status quo sine am 1
9.
November 2016 erreicht gewesen sei, weshalb kein Anspruch auf weitere Leis
tungen mehr bestehe und dieses Unfallereignis
daher auch
nicht ursächlich für das Ereignis vom 3
0.
November 2016 sein könne (S. 4).
In Bezug auf das Ereignis vom 3
0.
November 2016 sei ein Sturz nicht überwiegend wahrscheinlich erstellt. Das Heben von Papier mit einem Gewicht von zirka 17 kg mit beiden Händen stelle keinen sinnfälligen Vorgang über eine alltägliche Lebensverrichtung hinaus dar.
Es liege
somit keine unfallähnliche Körperschädigung vor, weshalb kein An
spruch auf Versicherungsleistungen aufgrund des Ereignisses vom 3
0.
November 2016 bestehe (S. 6).
In der Beschwerdeantwort (
Urk.
6) führte
die Beschwerdegegnerin
ergänzend aus,
dass sich das Ereignis vom 3
0.
November 2016 vor dem Inkrafttreten des neuen Rechts
ereignet habe und demzufolge ge
mäss den Übergangsbestimmungen das alte Recht anzuwenden sei (S. 4).
Das Ereignis
vom 3
0.
November 2016
erfülle
mangels eines sinnfälligen Ereignisses die Voraussetzungen für
eine
unfallähnli
che Körperschädigung nicht
(S. 6
f.
).
2.2
Demgegenüber
erklärte
der Beschwerdeführer (
Urk.
1), er
stelle das Ergebnis der medizinischen Abklärungen nicht in Frage, wonach das
Ereignis vom 3
1.
Oktober 2016 die
Rotatorenmanschettenruptur
nicht kausal hervorgerufen
habe
.
Auch
be
streite
er nicht, dass das Ereignis vom 3
0.
November 2016 keinen Unfall darstelle. Allerdings
handle
es sich dabei um eine unfall
ähnliche Körperschädigung
. Das fragliche Ereignis habe sich einen Monat vor Inkrafttreten des neuen Rechts er
eignet. Daher seien die grundlegenden Wertungen des neuen Rechts bei der Aus
legung des alte
n Rechts einfliessen zu lassen
(S. 3). Es
lägen
keine medizinischen Hinweise
vor
, wonach die erlittene
Rotatorenmanschettenruptur
vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sei. Nach neuem Recht
bestünde
daher zweifelslos Anspruch auf Leistungen
(S. 4)
.
Durch das gleichzeitige Heben eines relativ schweren Gegenstandes und einer Drehbewegung liege ein gestei
gertes Gefährdungspotential vor.
Es seien ihm
daher
die gesetzlichen Leistungen zu erbringen (S. 7).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin einen weiteren Leistungs
anspruch des Beschwerdeführers zu Recht verneint hat.
3.
3.1
Am 3
1.
Oktober 2016
kollidierte die linke Schulter des
Beschwerdeführer
s
gemäss Unfallmeldung vom 2
3.
November 2016 (
Urk.
7/1) beim Wechseln der Druckplat
ten
mit
der Ec
ke d
es Druckturms. Als Verletzung wurde
eine Prellung der linken Schulter angegeben
(vgl.
Ziff.
6,
Ziff.
9).
3.2
Die am 2
3.
Dezember 2016 erfolgte MR-
Arthrographie
der linken Schulter zeigte einen Abriss der
Supraspinatussehne
und
subtotal
auch der
Infraspinatussehne
mit entsprechender Retraktion der Muskelbäuche bei noch guter Muskelqualität. Ausserdem waren leichte Knorpelschäden im Schultergelenk sowie Zeichen einer mässigen
Arthrose
des
Akromiok
lavicular
gelenks
(AC
-Gelenk)
ohne wesentliche Kapselhypertrophie ersichtlich (vgl.
Urk.
7/12).
3.3
Mit Bericht vom 1
2.
Januar 2017 (
Urk.
7/17) diagnostizierten die Ärzte
der
A._
Klinik eine Ruptur der
Supraspinatussehne
und
eine
partielle Ruptur der
Infraspinatussehne
der linken Schulter mit LBS-
Tendinopathie
(S. 1).
Der
Sup
raspinatussehnenstumpf
zeige sich deutlich
retrahiert
, so dass keine Naht
mehr möglich sein werde. Daher
sei
eine
superior
Capsel-Reconstruction
,
Infraspinatus
sehnennaht
und LBS-
Tendinopat
h
ie
geplant (S. 2).
3.4
Dem am 1
8.
Januar 2017 durch den Beschwerdeführer ausgefüllten Fragebogen (
Urk.
7/16) ist zu entnehmen, dass er am 3
1.
Oktober 2016 die Platte habe wech
seln wollen und dabei in die Maschine reingekracht sei. Daraufhin habe er den Arm nicht mehr richtig bewegen können (S. 1
Ziff.
1). Als Besonderes erwähnte er das Anschlagen an der Maschine beim Auswechseln der Platte (S. 1
Ziff.
3). Die Beschwerden hätten sich direkt danach bemerkbar gemacht (S. 1
Ziff.
4).
3.5
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Rheuma
tologie, informierte mit Arztzeugnis vom
1.
Februar 2017 (
Urk.
7/20) über die am 1
6.
Dezember 2016 erfolgte Behandlung. Der Beschwerdeführer habe angegeben,
dass
er am 3
1.
Oktober 2016 auf die linke Schulter gestürzt
sei
und sofort Schmer
zen verspürt
habe
. Durch eine am 1
1.
November 2016 erfolgte Infiltration
sei
eine leichte vorübergehende Linderung
eingetreten
(
Ziff.
1-2). Als Diagnose
erwähnte
Dr.
B._
eine
Rotatorenläsion
der linken Schulter durch
einen
am 3
1.
Oktober 2016 erlittenen Sturz, einen Abriss der
Supraspinatussehne
und
subtotal
der
Inf
raspinatussehne
(
Ziff.
5).
3.6
Am 1
0.
Februar 2017 erfolgte in der
A._
Klinik
bei nicht rekonstruierbarer Ruptur der
Infraspinatussehne
und der
Supraspinatussehne
der linken Schulter nach am 3
1.
Oktober 2016 erlittenem Trauma
eine Arthroskopie, eine
LBS-
Tenotomie sowie eine
Akromioplastik
und ein
Débridement
der
Rotatorenman
schette
der linken Schulter
. Der
peri
- und postoperative Verlauf habe sich insge
samt regelrecht gestaltet
(vgl. Operationsbericht vom 1
0.
Februar 2017,
Urk.
7/23
; Austrittsbericht vom 1
0.
Februar 2017,
Urk.
7/30
; vgl. auch korrigierter Operati
onsbericht vom 1
5.
März 2017,
Urk.
7/37
).
3.7
Anlässlich einer am 1
7.
Februar 2017 erfolgten Besprechung des Beschwerdefüh
rers mit einer Mitarbeiterin der Beschwerdegegnerin wurde folgender Unfallher
gang geschildert:
Er habe am 3
1.
Oktober 2016 bei der Arbeit eine Druckplatte wechseln müssen
und sei – mit der Druckplatte in der Hand haltend – sehr schnell gegangen. Dabei habe er in leicht nach rechts gekrümmter Haltung sehr heftig mit der linken Schulter an der abgerundeten Ecke aus Metall angestossen. Dies sei sehr schmerzhaft gewesen. Er habe ein paar Minuten Pause gemacht und da
nach
trotz Schmerzen
weitergearbeitet
.
Am Tag
danach
sei
die angeschlagene Stelle
schwarz gewesen. Da
er weiterhin Schmerzen gehabt habe, sei er zirka eine
Woche
später
zum H
ausarzt gegangen, welcher
ihm eine Spritze
verabreicht habe. Danach seien die Schmerzen weg gewesen.
Nach zwei Wochen Arbeitsunfähigkeit habe er
wieder gearbeitet
. Er habe wohl Schme
rzen gehabt, aber weniger stark
. Am Mittwoch der zweiten Woche habe
er Restpapier zusammengefügt
. Er habe
einen Stapel mit
100 bis 150 Bogen
(
92x65cm
)
und
einem Gewicht von zirka 17 kg mit beiden Händen angehoben.
D
ie linke Hand/Arm habe nicht gehalten, sei
ohne Kraft gewesen und es habe ihm den linken Arm hinuntergerissen,
sodass er
mit seinem Oberkörper und hängendem linken Arm nach links gekippt, aber nicht gestürzt
sei
. Er sei ein paar Minuten in dieser Haltung
verharrt
. Es sei extrem schmerzhaft gewesen. Er h
abe ein Knirschen gehört, als es
ihm den linken Arm hinuntergerissen habe.
Dr.
B._
habe ihn falsch verstanden. Er sei nicht gestürzt, als es ih
m den Arm hinuntergerissen habe
.
S
eit der Operation
habe er
stärkere Schmerzen und nehme
weiterhin
Schmerzmedikamente. Er sei zu 100
%
arbeits
unfähig (vgl.
Urk.
7/26 S. 1 f.).
D
er Beschwerdeführer
informierte
die Mitarbeiterin der Beschwerdegegnerin
am 2
0.
Februar
2017
telefonisch darüber, dass er
nicht mehr sicher sei, ob er nicht
dennoch auf die linke Hand gestürzt sei, als ihm dieser Papierstapel die linke Hand/Arm hinuntergerissen respektive er keine Kraft mehr gehabt habe (vgl. Te
lefonnotiz vom 2
0.
Februar 2017,
Urk.
7/28).
3.8
M
it Schreiben v
om 2
6.
Februar 2017 (
Urk.
7/35) erklärte
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
dass die Erstbehandlung am
8.
Novem
ber 2016 erfolgt sei.
Der
Befund
habe
eine lokale
Druckdolenz
vorne unterhalb der Clavicula vereinbar mit
Prozessus
coracoideus
/Bursa
subacromialis
gezeigt
.
Der
Rönt
g
en
befund
s
ei normal
gewesen
. Anlässlich der am 1
1.
November 2016 erfolgten Konsultation hätten sich die Beschw
erden nur wenig besser gezeigt, weshalb
eine Infiltration erfolgt
sei
. Am 1
4.
u
nd 1
6.
November 2016 habe sich eine deutliche subjektive und objektive Besserung gezeigt.
Der Beschwerdeführer sei a
m 1
6.
November 2016 praktisch schmerzfrei gewesen und der linke Arm habe aktiv 180 °
eleviert
werden können. Ab dem 1
9.
November 2016
habe
eine volle Arbeitsfähigkeit
bestanden
. Am
7.
Dezember 2016 habe sich der Beschwerdefüh
rer erneut gemeldet, da er nach dem Heben einer Last wieder akute Schmerzen an der gleichen Stelle verspürt habe.
Er sei wiederum zu 100
%
arbeitsunfähig.
3.9
Eine erste kreisärztliche Beurteilung durch
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Chirurgie, erfolgte am
7.
März 201
7.
Dieser hielt fest, dass Beschwerden subjektiv seien und nach Angaben des Beschwerdeführers seit dem 3
1.
Oktober 2016 be
stünden. Ein Anprallen
subclaviculär
sei
allerdings
kein adäquates Trauma für eine
Rotatorenmanschettenruptur
. Es sei jedoch nicht auszuschliessen, dass das zweite Ereignis zumindest teilkausal im Sinne einer richtungsgebenden Ver
schlimmerung eines
degenerativen Vorzustandes sei
(vgl.
Urk.
7/32).
3.10
Mit Bericht vom 2
2.
März 2017 (
Urk.
7/39) informierte
Dr.
med.
D._
, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsappa
rates,
A._
Klinik, über die Verlaufskontrolle sechs Wochen postoperativ. Dabei stellte sie folgende Diagnose (S. 1):
-
n
icht rekonstruierbare Ruptur der
Infraspinatussehne
und
Supraspinatus
sehne
der linken
Schulter nach
am 3
1.
Oktober 2016 erlittenem
Trauma mit/bei:
-
Arthroskopie,
LBS-
Tenotomie,
Débridement
der
Rotatorenmanschette
und
Akromioplastik
vom 1
0.
Februar
201
7.
D
ie geplante
Capsular
Reconstruction
, welche eine Reparatur
der
Infraspinatussehne
erfor
dere
,
sei
bei zu stark
retrahierter
Infraspinatussehnenruptur
nicht mehr durchführbar
gewesen.
Es bestehe keine
rekonstruktive
Situation. Aktuell gehe es um die
Remobilisation
der Schulter. Schwere Ar
beiten seien kaum mehr zumutbar
und auch jegliche operative
n
Massnahmen würden
k
eine volle Belastbarkeit und schwere Arbeit mehr ermöglichen (S. 2).
3.11
Eine erneute Verlaufskontrolle bei
Dr.
D._
in der
A._
Klinik erfolgte drei Monate postoperativ.
Dabei zeigte sich, dass sich die Beweglichkeit nur minim verbessert habe. Die Schmerzen seien etwas besser geworden. Die weiteren Mög
lichkeiten seien besprochen worden. Mit einer
Latissimus
-
dorsi
-Transfer-Opera
tion sollte ein Überwinden der Horizontalen ermöglicht werden mit einer Verbes
serung der Schmerzsituation. Allerdings seien auch damit Überkopfarbeiten nicht möglich. Die inverse Schulterprothese sei die letzte Möglichkeit zur Verbesserung der Situation, wobei der Beschwerdeführer hierfür zu jung sei.
E
ine Überkopfar
beit
wäre auch
nicht mehr möglich (vgl. Bericht vom
3.
Mai 2017,
Urk.
7/44 S. 1 f.).
3.12
Am
4.
Mai 2017 erfolgte eine
weitere
kreisärztliche Beurteilung durch
Dr.
C._
(
Urk.
7/42). Dieser
hielt
unter anderem
fest, dass der geschilderte Mechanismus vom 1
1.
November 2016
(richtig wohl 3
0.
November 2016)
aus medizinischer Sicht geeignet sei, eine Schädigung im Sinne einer richtungsgebenden Verschlim
merung bei vorbestehender Degeneration auszulösen. Die Diagnose einer unfall
ähnlichen Körperschädigung liege vor, weshalb aus juristischer Sicht zu prüfen sei, ob ein sinnfälliges Ereignis vorliege (S. 4).
3.13
Der Beschwerdeführer wurde am 2
4.
Mai 2017 durch
eine Mitarbeiterin der Be
schwerdegeg
nerin zum zweiten Ereignis befragt
. Dabei gab er unter anderem an, dass das gestapelte Restpapier von Hand zusammengemacht und von Tischhöhe auf den Boden gehoben werden müsse. Mit halbgestreckten Hände
n
habe er das Papier hochgehoben und den Körper nach links abgedreht. Beim Abdrehen habe die Hand, welche vorher
habe greifen können
, den Stapel nicht mehr halten
kön
nen
. Er habe plötzlich unglaubliche Schmerzen verspürt und ein «Tick» gehört.
Sowohl d
er Arm
als auch
das Papier seien nach unten gefallen
. Im Durchschnitt
erledige er diese Arbeit
ein- bis zweimal pro Woche. Je nach Papierart sei der Stapel schwerer oder leichter. Ein Stapel
enthalte 100 bis 150 Blätter mit
einem Format von 92x65cm. Es gebe unterschiedliche Papierdicken. An
diesem Tag
habe
es
sich um
170g schweres, glänzendes Papier ge
handelt
. Diese Arbeit mache er seit 26 bis 27 Jahren (vgl. Bericht vom 2
4.
Mai 2017,
Urk.
7/52 S. 1 f.).
3.14
Am 1
7.
Januar 2018 erfolgte eine erneute kreisärztliche Beurteilung durch
Dr.
C._
(
Urk.
7/95).
Dieser
kam zum Schluss
, dass der Beschwerdeführer
am 3
1.
Oktober 2016 lediglich eine Kontusion im Bereich der ventralen Schulter er
litten
habe
. Zusätzliche strukturelle Läsionen, welche objektivierbar wären, seien nicht überwiegend wahrscheinlich. Der
vom Beschwerdeführer
demonstrierte Kontusionsbereich liege weder im Bereich der
Supraspinatussehne
noch im Be
reich des
Infraspinatus
, sodass weder vom Mechanismus noch von der Lokalisa
tion her ein adäquates Trauma für eine
Rotatorenmanschettenläsion
gegeben sei. Kontusionen würden nach allgemeiner Erfahrung innerhalb von Wochen abhei
len. Nach eigenen Angaben sei der Beschwerdeführer nach der Infiltration schmerzfrei gewesen und habe die
Arbeit nach zwei Wochen wieder
aufnehmen können, sodass
im
Zeitpunkt der Arbeitsaufnahme ein Status quo sine angenom
men werden könne. Eine richtungsgebende Verschlimmerung durch eine Kontu
sion im ventralen Schulterbereich bei allfälliger Vorschädigung der
Supraspi
natus
- und
Infraspinatussehne
sei aufgrund der örtlichen Distanz zwischen Kon
tusionsbereich und dem anatomischen
Verlauf der Sehnen sowie
dem nicht adä
quaten Trauma für eine
Rotatorenmanschettenruptur
ebenfalls nicht überwiegend wahrscheinlich (S. 4 f.).
4.
Vorab gilt es hinsichtlich des anwendbaren Rechts nochmals
festzuhalten
, dass
gemäss
Übergangsbestimmungen zur Änderung
des UVG
vom 25. September
2015
Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 er
eignet haben, nach bisherigem Recht gewährt werden (
vorstehend E. 1.1
).
Das Bundesgericht hat hierauf
– auch im Zusammenhang mit unfallähnlichen Kör
perschädigungen -
bereits wiederholt
hingewiesen
(vgl.
etwa
Urteile des Bundes
gerichts 8C_483/2017 vom
3.
November 2017 E.
3, 8C_325/2017 vom 2
6.
Okto
ber 2017 E. 2 und 8C_555/2016 vom 1
3.
Juni 2017 E. 2.1
).
Zudem
ver
wies es in diesem Zusammenhang auch
ausdrücklich auf die grundsätzliche Unzulässigkeit der Anwendung noch nicht in Kraft ste
henden Rechts, die sogenannte
Vorwir
kung
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_456/2018 vom 1
2.
September 2018 E. 7).
Die
vorliegend
in Frage stehenden Ereignisse haben sich vor dem Inkrafttreten des neuen Rechts
ereignet
, weshalb die
diesbezüglichen Ausführungen des Be
schwerdeführers unbeachtlich
sind und
offen
bleiben kann, wie
der Sachverhalt nach neuem
Recht zu beurteilen wäre
.
Zu erwähnen bleibt, dass durch den Weg
fall des Erfordernisses des äusseren Faktors
bei den unfallähnlichen Körperschä
digungen
entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers
eine Änderung
des
bisherigen Rechts
und nicht lediglich eine Konkretisierung
vorgenommen wurde
(vgl. hierzu
Kieser
, ATSG-Kommentar,
3.
Auflage, Zürich/Basel/Genf 2015, N 112 zu
Art.
4)
.
5
.
5.1
Das Ereignis vom 3
1.
Oktober 2016
hatte
gestützt auf die schlüssige, nachvoll
ziehbare und überzeugende kreisärztlich
e Beurteilung (vorstehend E. 3.9 und
E. 3.14, vgl.
diesbezüglich
auch die
Foto
aufnahme
in
Urk.
7/27 S. 2
)
lediglich eine Kontusion im Bereich der vent
ralen Schulter zur Folge und
ist
,
auch
aufgrund der örtlichen Distanz zwischen dem Kontusionsbereich
sowie
der anatomischen Lo
kalisation
von
Supraspinatus
- und
Infraspinatussehne
,
nicht
als
ursächlich für die
erlittene
Rotatorenmanschettenruptur
zu beachten
.
Da Kontusionen nach all
gemeiner Erfahrung innerhalb von Wochen abheilen, war der diesbezügliche
Sta
tus quo sine überwiegend wahrscheinlich bereits im Zeitpunkt der Arbeitsauf
nahme am 1
9.
November 2016 erreicht
. Darauf ist abzustellen. Entsprechend be
steht
aufgrund dieses Ereignisses
kein Anspruch auf
weitere Leistungen mehr
. Dies blieb auch vom Beschwerdeführer unbest
ritten (vgl.
Urk.
1 S. 3 oben).
Wei
tere Ausführungen hierzu erübrigen sich deshalb.
5.2
Zwischen den Parteien umstritten ist denn auch einzig eine allfällige Leistungs
pflicht bezüglich des
Ereignis
ses
vom
3
0.
November 201
6.
Der Beschwerdeführer hat den Hergang ausführlich geschildert (vorstehend E. 3.7; E. 3.13).
A
nhand der Akten
ist
das
einspracheweise
geltend gemachte
Sturz
ereignis (vgl.
Urk.
7/73
S. 2)
nicht mit dem Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt
, wo
bei
i
nsbesondere auf
die am 2
4.
Mai 2017
erfolgte Befragung des
Beschwerde
führers h
inzuweisen
ist
. Im entsprechenden Bericht – welcher vom Beschwerde
führer unterschrieben wurde –
wird
ein Sturzereignis
etwa
auf die Schulter oder die Hand/Arm
in kein
er Weise erwähnt
. Es wird einzig angegeben, dass er
k
nien geblieben sei
(vgl.
Urk.
7/52
S. 1
).
Zudem gilt zu berücksichtigen,
dass Gerichte im Bereich des Sozialversicherungsrechts praxisgemäss in der Regel auf die «Aus
sagen der ersten Stunde» abstellen, denen in beweismässiger Hinsicht grösseres Gewicht zukommt als späteren Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beein
flusst sein können (BGE 121 V 45 E. 2a, 115 V 133 E. 8c).
Die Beschwerdegegnerin ist demnach zu Recht von keinem Sturzereignis ausgegangen.
Ein solches wird vom Beschwerdeführer i
n der Beschwerde
denn
auch nicht mehr geltend gemacht.
5.3
Die Parteien sind sich
auch
darin
einig
, dass es sich
beim fraglichen Ereignis
nicht um einen Unfall im Sinne von
Art.
4 ATSG gehandelt hat (vgl.
Urk.
1 S. 3 oben
;
Urk.
6 S. 4
Ziff.
5.1;
Urk.
7/64 S. 1 unten
).
So fehlt es an einem – für die Qualifi
kation als Unfall erforderlichen – ungewöhnlichen äusseren Faktor. Gestützt auf die Schil
derungen des Beschwerdeführers
war der natürliche Ablauf der Körper
bewegung nicht durch etwas
Programmwidriges wie beispielsweise Stolpern, Ausgleiten, Anstossen oder Abwehren eines Sturzes beeinträchtigt (vgl. BGE 130 V 117 E. 2.1; Urteil des Bundesgerichts 8C_783/2013 vom 1
0.
April 2014 E. 4.2). Ebenfalls fehlen bei ei
nem mit beiden Händen getragenen
Papierstapel mit einem Gewicht von zirka 15 bis 17 kg
(vgl. hierzu
Urk.
1 S. 7
Ziff.
8;
Urk.
7/52 S. 2;
Urk.
7/53)
unter Berücksichtigung der beruflichen Gewöhnung
– der Beschwer
deführer übt diese Tätigke
it
nach eigenen Angaben
bereits seit
Jahrzehnten
ein- bis zweimal pro Woche aus (vgl.
Urk.
7/52 S. 2
) -
Anhaltspunkte für eine ausser
ordentliche Überanstrengung (vgl. hierzu etwa die Kasuistik im Urteil des Bun
desgerichts 8C_246/20
11 vom 2
5.
August 2011 E. 4.4).
5
.4
Zu prüfen bleibt, ob das fragliche Ereignis allenfalls unfallähnlich war. Mit der diagnostizierten
Rotator
enmanschettenruptur
(vgl.
Urk.
7/12
) ist aus medizini
scher Sicht unbestrittenermassen eine Verletzung im Sinne von
Art.
9
Abs.
2
lit
. f UVV ausgewiesen (vgl. hierzu BGE 123 V 43
).
Dem geschilderten Ereignis fehlt es allerdings an einem zur Bejahung des äusse
ren Faktors erforderlichen gesteigerten Schädigungspotential, sei es zufolge einer allgemeinen gesteigerten Gefahrenlage, sei es durch Hinzutreten eines zur Un
kontrollierbarkeit der Vornahme der alltäglichen Lebensverrichtung führenden
Faktors (vorstehend E. 1.8
).
Der
beschriebene
Bewegungsablauf
ist -
auch wenn dieser m
it einer Drehung verbunden war
-
eine für den Beschwerdeführer alltäg
liche
berufliche Handlung
, welche er nach eigenen Angaben seit Jahrzehnten
mehrmals wöchentlich
ausübt (vgl.
Urk.
7/52 S. 2).
Dabei handelt
es sich nicht um eine komplexe körpereigene Bewegung. So hob er einzig den Papierstapel auf und drehte sich selbst nach links
, wobei
ihm die Kraft
versagte
.
Ein
allgemein
gesteigertes Gefährdungspotential für eine Schulterverletzung ist darin jedenfalls nicht zu erkennen.
D
ie vom Beschwerdeführer zitierten Bundesgerichtsentscheide (vgl.
Urk.
1 S. 5 ff.)
betreffen
einerseits das Heben und Drehen
des Gegenstandes selbst sowie
andererseits
Drehungen der versicherten Person
mit erlittenen Knie
verletzungen
, weshalb sie nicht mit dem vorliegenden Sachverhalt vergleichbar sind.
Nach den Schilderungen des Beschwerdeführers ist auch keine Störung des Bewegungsablaufes und somit kein zur
Unkontrolliertheit
führendes Moment aufgetreten. Dies wäre beispielsweise bei einem Moment in Form der Plötzlichkeit oder
Brüskheit
anzunehmen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_407/2013 vom
8.
November 2013 E. 3.3.1 und 8C_705/2012 vom 1
7.
Januar 2013 E. 3.3). Viel
mehr versagte ihm
bei einer natürlichen, gewohnten Bewegung
ausschliesslich
die Kraft und er verspürte plötzliche Schmerzen in der Schulter. Einzig einschies
sende Schmerzen als Symptome einer Schädigung fallen indessen ausser Be
tracht, wenn sie allein bei der Vornahme einer alltäglichen Lebensverrichtung auftreten (vorstehend E. 1.8). Eine physiologisch normale und psychologisch be
herrschte
Beanspruchung des Körpers wurde
vorliegend
nicht überstiegen.
Mit Blick auf den geschilderten Hergang fehlt es damit trotz entsprechender Verlet
zung an einem
sinnfälligen Ereignis
, womit auch das Vorliegen einer unfallähn
lichen Kö
rperschädigung zu verneinen ist.
5.5
Zusammenfassend steht somit fest, dass
der Status quo sine hin
sichtlich des Er
eignisses vom 3
1.
Oktober 2016 bereits am 1
9.
November 2016 erreicht war und
hinsichtlich des Ereignisses vom 3
0.
November 2016 weder ein Unfallereignis noch eine unfallähnliche Körperschädigung ausgewiesen ist.
Die Beschwerdegegnerin hat den Anspruch des Beschwerdeführers auf weitere Leistungen der Unfallversicherung
unter Verzicht auf eine Rückforderung
dem
nach zu Recht verneint, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.