Decision ID: 6584eaf5-b03b-4aa3-a76a-3b99906ddb37
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
,
geboren 1981, Mutter von 3 Kinder (geboren 2000, 2006 und
2008;
Urk.
6/1
Ziff.
3.1), war vom 1
2.
Januar 2010 bis zur per
Ende
Februar
2011 ausgesprochenen Kündigung im Restaurant
Z._
tätig, wobei der letzte Arbeitstag am
8.
Dezember 2010 war (
Urk.
6/13). Sie leidet seit Dezember 2010 an einem Morbus
Crohn
(vgl.
Urk.
6/10 =
Urk.
6/14/22, je
Ziff.
1) und meldete sich am 1
8.
Mai 2011 bei der Invalidenversicherung an (
Urk.
6/9).
Nach dem Eingang von medizinischen (
Urk.
6/6,
Urk.
6/10-12,
Urk.
6/15-16,
Urk.
6/19,
Urk.
6/24-25) und erwerblichen
Berichten
(
Urk.
6/8,
Urk.
6/13), Akten des Taggeldversicherers (
Urk.
6/14) und dem Bericht über eine
Haushaltabklä
rung
(
Urk.
6/36) sowie nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/40; 6/41,
Urk.
6/52 =
Urk.
6/54)
,
verneinte die Sozialversicherungsanstalt des Kan
tons Zürich, IV-Stelle, mit Verfügung vom 1
0.
Mai 2013 einen Rentenanspruch (
Urk.
6/56 =
Urk.
2).
2.
Die Versicherte erhob
am 2
4.
Mai 2013 Beschwerde
gegen die Verfügung vom 1
0.
Mai 2013 (
Urk.
2)
und beantragte, diese sei
aufzuheben und es sei ihr ab Dezember 2011 eine ganze Rente auszurichten (
Urk.
1 S. 2 oben
Ziff.
1-2).
Die IV-Stelle beantragte mit
Beschwerdeantwort
vom
2.
Juli 20
13 (
Urk.
5)
die Abweisung der Beschwerde.
Am 1
8.
Juli 2013 (
Urk.
9) reichte die Beschwerdeführerin aufforderungsgemäss (vgl.
Urk.
7) weitere Unterlagen
ein
(
Urk.
10/1-3). Die Beschwerdegegnerin ver
zichtete darauf, dazu Stellung zu nehmen (
Urk.
12), was der Beschwerdeführerin am
6.
September 2013 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
13).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) festgelegt. Waren sie daneben auch im Auf
gabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitar
beit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behin
derung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerbs
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter anderem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozi
alen und erwerblichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode bestimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittel
ten und gewichteten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 ff. E. 3.3 mit Hin
weisen; vgl. BGE 134 V 9).
1.2
Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, führt je zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich,
Betätigungsver
gleich
, gemischte Methode) und ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beein
trächtigung bestünde. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstä
tigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch,
das heisst
ohne
Gesundheitsscha
den
, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbstätig wäre (
Art.
27
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV
). Die gemischte Methode bezweckt damit eine möglichst wirklichkeitsgerechte Bemessung des
Invalidi
tätsgrades
(BGE 133 V 504 E. 3.3 mit Hinweisen).
Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben. Dabei sind die kon
krete Situation und die Vorbringen der versicherten Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Er
werbs
tätigkeit ist der im Sozial
versicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich (
BGE 137 V 334
E. 3.2,
130 V 393
E. 3.3,
125 V 146
E. 2c, je mit Hinweisen).
Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl.
Art.
27 IVV) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigun
gen und Begabungen zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts
9C_915/2012 vom 1
5.
Mai 2013 mit Hinweisen auf BGE 133 V 504 E. 3.3).
Bei der Bestimmung der im konkreten Fall anwendbaren
Invaliditäts
be
messungs
methode
und damit der Beantwortung der entscheiden
den
Status
frage
handelt es sich um eine hypothetische Beurteilung, die auch hypothetische
Willens
entschei
dungen
der versicherten Person berücksichtigen muss.
Dies gilt auch für die Frage,
in welchem
Ausmass
die versicherte Person ohne gesund
heitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre
.
Diese
inneren Tatsa
chen
sind indessen einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in aller Regel aus
äusseren
Indizien erschlossen werden. Die Beurteilung hypo
thetischer Geschehensabläufe ist eine Tatfrage, soweit sie auf Beweiswürdigung beruht, selbst wenn darin auch Schlussfolgerungen aus der allgemeinen Lebens
erfahrung mitberücksichtigt werden. Rechtsfragen sind hingegen Folge
rungen, die
ausschliesslich
- losgelöst vom konkreten Sachverhalt - auf die all
gemeine Lebenserfahrung gestützt werden oder die Frage, ob aus festgestellten Indizien mit Recht auf bestimmte Rechtsfolgen geschlossen worden ist (
vgl.
Urteil
e
des Bundesgerichts 9
C_287/2013 vom
8.
November 2013
E.
3.5
und
8C_511/2013 vom 3
0.
Dezember 2013
,
je
mit Hinweisen).
1.3
Für den Beweiswert eines Berichtes über die Abklärung im Haushalt einer versi
cherten Person sind - analog zur Rechtsprechung betreffend die Beweiskraft von Arztberichten (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweis) - verschiedene Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis von den örtlichen und räumlichen Verhält
nissen sowie den aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beein
trächtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicher
ten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein und in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Abklärungsbericht voll beweiskräftig (AHI 2003 S. 218 E. 2.3.2 [in BGE 129 V 67 nicht veröffentlichte Erwägung]; Urteil des Bundesgerichts I 733/03 vom
6.
April 2004 E. 5.1.2). Diese
Beweiswürdigungs
kriterien
sind nicht nur für die im Abklärungsbericht enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Behinderung im Haushalt massgebend, sondern gelten analog für jenen Teil eines Abklärungsberichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tätigkeit von teilerwerbstätigen Versicherten mit häuslichem Aufgabenbereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil des Bundesgerichts I 236/06 vom 19. Juni 2006 E. 3.2).
1.4
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu
kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. BGE 126 V 75).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) von einem Erwerbspensum von 50
%
und einer Arbeitsfähigkeit von 30
%
auch in angepassten Tätigkeiten aus und stellte auf Tabellenlöhne (abzüglich 5
%
) ab (S.
2 oben). Die Einschränkung im mit 50
%
eingesetzten Haushaltbereich be
zifferte sie mit 16.5
%
, den resultierende
n
Gesamtinvaliditätsgrad mit 28.25
% (S. 2 Mitte).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1),
die Annahme der Beschwerdegegnerin, sie wäre im Gesundheitsfall (ledigli
ch) zu 50
%
erwerbstätig, stütz
e sich einzig auf die Angaben der Person, welche die Haushaltabklärung durchgeführt habe
. Sie habe sich jedoch nicht so, wie von der Abklärungsperson dargestellt, geäussert; auch sei ihr der Abklärungsbericht vorenthalten worden
(S. 3 f.
Ziff.
3d).
Sie habe vor Eintritt des
Gesundheits
schadens
, als die Kinder noch jünger gewesen seien,
belegtermassen
80
%
gear
beitet; aufgrund des stetig abnehmenden Betreuungsaufwandes wäre sie mitt
lerweile zu 100
%
erwerbstätig (S. 5
Ziff.
3d). Den Nachteilen, den sie
behinde
rungsbedingt
auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ausgesetzt wäre, sei mit einem Abzug von lediglich 5
%
nicht ausreichend Rechnung getragen; angemessen
erscheine ein solcher von 15
%
(S. 6
Ziff.
5.). Schliesslich sei die Einschränkung im Haushalt mit 16.5
%
zu tief bemessen (S. 6
Ziff.
7).
2.3
Strittig und zu prüfen ist somit in erster Linie die Antwort auf die Statusfrage und sodann weitere Aspekte der Invaliditätsbemessung (Einschränkung im Haushalt, Leidensabzug).
Unbestritten sind das
Valideneinkommen
(von
rund
Fr.
50‘969.--) und die
Rest
ar
beitsfähigkeit
von 30
%
auch in angepasster Tätigkeit.
3.
3.1
Gemäss ihren Angaben in der Anmeldung (
Urk.
6/9) hat die Beschwerdeführerin hat nach dem obligatorischen Schulbesuch (
Ziff.
5.2) keine Berufsausbildung absolviert (
Ziff.
5.3). Betreffend Beschäftigung nannte sie eine Tätigkeit als Küchenhilfe von 2007 bis 2008 und von 2010 bis 2011 (
Ziff.
5.4), sowie eine Tätigkeit im Verkauf 2007, als
Zeitungsverteilerin
2009-2010 und als Reinigerin im Jahr 2010 (
Urk.
6/7).
3.2
Gemäss Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug) vom
8.
Juni 2011
wurden für die
Beschwerdeführerin folgende
E
inkommen
abgerechnet
(Urk.
6/8):
Jahr
Fr.
Quelle
2002
573
A._
2004
28‘476
B._
2005
22‘754
B._
2006
7‘064
C._
8‘388
Mutterschaftsentschädigung
2‘345
Arbeitslosenentschädigung
2007
10‘723
Arbeitslosenentschädigung
4‘537
D._
6‘403
E._
2008
2‘287
D._
2009
6‘334
F._
237
G._
1‘513
H._
2010
1‘547
F._
40‘250
Z._
1‘254
H._
1‘302
I._
3.3
Gemäss undatiertem Arbeitsvertrag wa
r die Beschwerdeführerin ab zirka Ende September 2004 („sofort nach Eingang Arbeitsbewilligung“) im
C._
als Aushilfe angestellt; die Arbeitszeit wurde mit 07.00-12.00 und 13.15-17.00, der Stundenlohn mit
Fr.
18.50 brutto angegeben (
Urk.
6/51).
3.4
Gemäs
s den Angaben im Bericht der Arbeitgeberin vom 1
0.
Juli 2011 (Urk.
6/13
/1-8
) war die Beschwerdeführerin vom 1
2.
Januar 2010 bis Ende Februar 2011 (
Ziff.
2.1), mit letztem Arbeitstag am
8.
Dezember 2010 (
Ziff.
2.7)
,
im Restaurant
Z._
im Bereich kalte Küche, Abwasch und Service (
Ziff.
2.7) tätig.
Gekündigt habe die Arbeitgeberin (
Ziff.
2.2).
Ab
1.
März 2010 war die Arbeitszeit von 09.00 bis 15.30 Uhr (
Ziff.
2.9) und der
Monatslohn betrug Fr.
3‘500.-- (
Ziff.
2.12).
Laut Darstellung der Arbeitgeberin (
Urk.
6/13/10-15
) wollte die Beschwerdeführe
rin die Arbeitszeit auf 10-14 Uhr reduzieren, da ihr Mann Kurse des RAV habe besuchen müssen und die Schwiegermutter zum Arbeiten aus dem Haus gegangen sei und die drei kleinen Kinder alleine gelassen habe, was ihr zu gefährlich gewesen sei (S. 2 Mitte). Über die Lohnvorstellungen (Beschwerdeführerin:
Fr.
3‘200.--, Arbeitgeberin:
Fr.
2‘500.--) sei es zum Streit und zur Kündigung seitens der
Arbeitgebe
rin gekommen (S. 2 f.).
3.5
Auf Anfrage der Beschwerdegegnerin bezifferte die ehemalige Arbeitgeberin am
6.
September 2012 das von der Beschwerdeführerin ausgeübte Pensum mit 80
%
(
Urk.
6/28). Die Beschwerdeführerin gab ebenfalls am
6.
September 2012 an, bei guter Gesundheit würde ihr Pensum 100
%
betragen (
Urk.
6/29).
3.6
Am 2
0.
Dezember 2012 fand eine Haushaltabklärung statt, worüber am 3.
Januar 2013 berichtet wurde (
Urk.
6/36).
Zur Erwerbssituation wurde im Bericht angegeben, die Beschwerdeführerin habe vom 1
2.
Januar 2010 bis 2
8.
Februar 2011 im Bereich kalte Küche, Abwasch und Service zu 100
%
gearbeitet (S. 2
Ziff.
2.2).
Die Beschwerdeführerin habe erklärt, sie habe weit mehr als das Pensum von 100
%
gearbeitet; trotzdem habe die Arbeitgeberin den Lohn herabsetzen wollen. Sie habe damals 100
%
gearbeitet, weil der Ehemann arbeitslos gewesen und man finanziell auf ihr Einkommen angewiesen gewesen sei. Deshalb habe sie die Lohnkürzung nicht hinnehmen wollen, worauf ihr gekündigt worden sei (S. 2
Ziff.
2.4).
Die Beschwerdeführerin habe sodann erklärt, dass sie bei guter Gesundheit zu 50
%
berufstätig wäre. Der Ehemann habe wieder eine Anstellung gefunden, daher müsste sie nicht mehr 100
%
arbeiten. Trotzdem würde sie zu den finan
ziellen Mitteln der Familie beitragen wollen und 50
%
arbeiten. Sie meine, dass sie dieses Pensum bei guter Gesundheit mit ihren Familienpflichten vereinbaren könnte. Die jüngste Tochter könnte von ihrer Schwester betreut werden, die beiden älteren Kinder seien vormittags in der Schule (S. 2
Ziff.
2.5).
Die Abklärung der Einschränkung in den einzelnen Bereichen ergab - unter Berücksichtigung der Mithilfe durch den Ehemann, den rund 12-jährigen Sohn und die Schwester der Beschwerdeführerin (S. 6
Ziff.
6.9) - eine Einschränkung von total 16.5
%
(S. 6
Ziff.
6.8).
3.7
Bei der Invaliditätsbemessung (
Urk.
6/37) setzte die Beschwerdegegnerin als
Validen
einkommen
Fr.
25‘484.-- ein. Sie ging davon aus, im Jahr 2010 sei der Jahreslohn von
Fr.
40‘775.-- für ein Pensum von 80
%
ausbezahlt worden, und im Gesundheitsfall würde die Beschwerdeführerin ein Pensum von 50
%
ausü
ben.
Zur Ermittlung des Invalideneinkommens ging sie
von einer Arbeitsfähigkeit von 30
%
sowie
vom Tabellenlohn für einfach
e
und repetitive Tätigkeiten im Total aller Wirtschaftszweige aus und berücksichtigte
einen vermehrten
Pau
senbedarf
für Toilettengänge mit einem Abzug von 5
%
.
3.8
Die Arbeitgeberin machte ihre Angaben, wonach die Beschwerdeführerin Ende 2010 ihr Pensum habe reduzieren wollen, um die Kinderbetreuung sicherzustel
len (vorstehend E. 3.4)
,
im Rahmen einer arbeitsrechtlichen Auseinandersetzung gegenüber der Rechtsschutzversicherung der Beschwerdeführerin (welche sie auch im vorliegenden Verfahren vertritt).
Deshalb forderte das Gericht die Beschwerdeführerin - mit der Begründung, die der Arbeitsgeberin erteilte Antwort sei möglicherweise im vorliegenden Ver
fahren von Belang - auf, das genannte Antwortschreiben einzureichen (Urk.
7).
Mit Eingabe vom 1
8.
Juli 2013 (
Urk.
9) führte die Beschwerdeführerin beziehungsweise die Rechtsschutzversicherung aus, ein Antwortschreiben exis
tiere nicht, weil aus prozessökonomischen beziehungsweise ökonomischen Überlegungen der Rechtschutzversicherung
(geringe Forderung beziehungsweise Ausstände) jegliches weitere Vorgehen gegen die Arbeitgeberin als unwirt
schaftlich erachtete worden sei und der Streit mittels interner Lösung mit der Mandantin habe erledigt werden können (S. 1 Mitte).
Den Arbeitszeitkontrollen (
Urk.
10/1) sei zu entnehmen, dass das effektiv geleis
tete Arbeitspensum der Beschwerdeführerin auch mit Kindern
sogar
mehr
als
80
%
, nämlich 83
%
,
betragen habe (S. 1).
4.
4.1
Ein Element, um die (hypothetische) Statusfrage im Zeitpunkt des allfälligen Rentenbeginns (Dezember 2011) zu beantworten, ist die Erwerbs- und
Familien
biographie
der Beschwerdeführerin vor Eintritt des Gesundheitsschadens (Dezember 2010).
F
ür die Jahre 2004-2006
kann
vom vertraglichen Stundenlohn von
Fr.
18.50 (vorstehend E. 3.3) und einer Jahresarbeitszeit von rund 1‘960 Stunden ausge
gangen werden (52 Kalenderwochen minus 4 Ferienwochen minus Feiertage = 47 x 41.7 = 1‘959.9)
:
Das 2004 erzielte Einkommen (
Fr.
28‘476.--) ent
spricht
demnach
rund 1‘540 Arbeitsstunden, was ein Pensum von rund 79
%
ergibt.
Das 2005 erzielte Einkommen (
Fr.
22‘754.--) entspricht rund 1‘230 Arbeits
stunden, was ein Pensum von rund 63
%
ergibt. Für 2006 und 2007 kann infolge Mutterschaft und Arbeitslosigkeit keine solche Berechnung erfol
gen.
Für die Folgejahre ist auf statistische Werte zurückzugreifen. Zu diesem Zweck wird der gemäss der schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) von Frauen in einfachen und repetitiven Tätigkeiten (
Niveau
4) im Dienstleistungsbereich (Ziff.
50-93) pro Monat erzielte Lohn auf einen Jahreslohn umgerechnet (x 12) und der durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden (Die Volks
wirtschaft 5/20
12 S. 94 Tab. B9.2) angepasst. V
om gemäss IK-Auszug erzielten Einkommen (vorstehend E. 3.2) kann so
dann
auf das durchschnittlich im betreffenden Jahr ausgeübte Pensum geschlossen werden.
Es resultieren die folgenden Werte:
Jahr
IK
LSE
Pensum (%)
Alter der Kinder Jahrgang
2000
2006
2008
2004
28‘476
79
4
2005
22‘754
63
5
2008
2‘287
52‘580
4
8
2
2009
8‘084
53‘631
15
9
3
1
2010
44‘353
52‘617
84
10
4
2
4.2
Als nächstes ist zu prüfen, wie es sich mit dem allfälligen Weiterführen des 2010 ausgeübten Pensums verhält.
Hier sind die Angaben der früheren Arbeitgeberin (vorstehend E. 3.4) von Bedeu
tung.
Gemäss ihrer Darstellung wollte die Beschwerdeführerin ihre Arbeits
zeit von bisher 09.00-15.30 Uhr
auf 10.00-14.00 Uhr reduzieren
, was eine
r
Reduktion von
rund
80
%
auf rund 50
%
entspräche. Der Grund dafür sei die nicht funktionierende Kinderbetreuung gewesen.
Die Beschwerdeführerin hat dieser Darstellung nicht widersprochen, obwohl sie dazu Gelegenheit gehabt hätte (vorstehend E. 3.8), sondern hat lediglich bekräf
tigt, 2010 habe das Pensum 80
%
beziehungsweise 83
%
betragen. Am Rande sei dabei zusätzlich darauf hingewiesen, dass sich damit ihre Aussage anlässlich
der Haushaltabklärung, ihr Pensum habe 100
%
, ja mehr, betragen (vorstehend E. 3.6), als sehr impressionistisch erweist.
Die Darstellung der früheren Arbeitgeberin erscheint nachvollziehbar, sind doch keine Anhaltspunkte dafür ersichtlich, dass sie Anlass gehabt hätte, im Rahmen der arbeitsrechtlichen Auseinandersetzung zu Aspekten, von denen sie gar nicht wissen konnte, dass sie im vorliegenden Verfahren relevant
sein würden
, unzu
treffende Angaben zu machen. Auch die Beschwerdeführerin führte an, die Arbeitgeberin habe eine Lohnreduktion vornehmen wollen; allerdings nannte sie keine Gründe dafür, weder die von der Arbeitgeberin genannten noch andere. Dass eine Lohnreduktion - in einem von der Beschwerdeführerin als inakzeptabel erachteten Umfang - ohne
jede
Begründung hätte erfolgen sollen, erscheint gänzlich
unplausibel
, so dass das Schweigen der Beschwerdeführerin in diesem Punkt den abermaligen Schluss nahe legt, es sei die von ihr gewünschte
Pensumsreduktion
der logische Grund dafür gewesen.
Somit steht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit fest, dass die Beschwer
deführe
rin im Dezember 2010 ihr Pensum von 80 oder 83
%
(seit März 2010) auf rund 50
%
reduzieren wollte,
dies einer
besseren Kinderbetreuung wegen.
4.3
Damit stimmt überein, was die Abklärungsperson berichtete (vorstehend E. 3.6). Ihre Darlegungen sind zusammenhängend, nachvollziehbar und sorgfältig be
grün
det. Dass sie - wie beschwerdeweise sinngemäss geltend gemacht - das, was sie berichtete, sozusagen erfunden haben sollte, ist angesichts der Plausibi
lität der Darstellung auszuschliessen.
Dem steht auch die Telefonnotiz nicht entgegen, wonach die Beschwerdeführe
rin angegeben habe, sie wäre im Gesundheitsfall zu 100
%
erwerbstätig (vorste
hend E. 3.
5). Über den näheren Inhalt der telefonischen Unterhaltung ist nichts bekannt, und die gewählte, sehr technische Formulierung weist darauf hin, dass sie von der Person stammt, welche die Telefonnotiz verfasste und nicht von der Beschwerdeführerin. Ob diese die ihr gestellte Frage richtig verstanden hat, muss daher offen bleiben; mit erheblicher Wahrscheinlichkeit könnte sie auch gemeint haben, sie werde nach dem früheren Pensum (vor Eintritt des
Gesund
heitsschadens
) gefragt, das sie bekanntlich mit 100
%
bezifferte.
4.4
Würdig
t
man alle verfügbaren Hinweise und Anhaltspunkte, so ergibt sich:
Die 1981 geborene Beschwerdeführerin hat 2000 ihr erstes Kind
zur Welt gebracht
und hat gemäss IK-Auszug erstmals im Jahr 2004 in nennenswertem Umfang Erwerbseinkommen erzielt. Damals und im Folgejahr war sie zu 79
%
und zu 63
%
erwerbstätig; ihr Sohn war damals 4- und sodann 5-jährig (vor
stehend E. 4.1).
In den Jahren 2006 und 2007 waren Mutterschafts- und
Arbeitslosenentschädi
gung
die hauptsächliche Einnahmequelle und die Erwerbstätigkeit marginal (vorstehend E. 3.2).
2008 waren die Kinder 8-jährig und 2-jährig, und das Pensum betrug 4
%
, 2009 waren die Kinder 9-jährig, 3-jährig und 1-jährig, und das Pensum betrug 15
%
(vorstehend E. 4.1).
Im Jahr 2010 - genauer von März bis Anfang Dezember - betrug das Pensum 84
%
, und die Kinder waren 10-jährig, 4-jährig und 2-jährig, der Ehemann arbeitslos (vorstehend E. 4.1).
Ende 2010 wollte die Beschwerdeführerin ihr Pensum im Hinblick auf eine bessere Kinderbetreuung auf 50
%
reduzieren, worauf es aufgrund divergieren
der Lohnvorstellungen zur Kündigung kam (vorstehend E. 4.2). Im Rahmen der Haushaltabklärung erklärte die Beschwerdeführerin ebenfalls, dass sie im Gesundheitsfall zu 50
%
erwerbstätig wäre, zumal ihr Ehemann wieder eine Anstellung gefunden habe und die Betreuungssituation dieses Pensum erlauben würde (vorstehend E. 3.6 und 4.3).
4.5
Mithin erzielte die Beschwerdeführerin, bis und mit dem Zeitpunkt, als ihr Sohn als erstes Kind
und
bis dahin einziges Kind dreijährig war, kein
Erwerbsein
kommen
. Als er vier- und fünfjährig war, war sie
im
Umfang von 79
% und sodann 63
%
erwerbstätig. Bis und mit 2009 kamen 2006 und 2008 die beiden Töchter zur Welt und das Erwerbspensum war mit maximal 15
%
gering.
2010 versah die Beschwerdeführerin während gut 9 Monaten (von März bis Anfang Dezember) ein Pensum von rund 84
%
; dieses sollte sodann auf 50
%
reduziert werden, um die Betreuung der (im Jahr 2011) elf-, fünf- und zwei
jährigen Kinder, die 2010 unbefriedigend gewesen war, sicherzustellen.
4.6
Die Annahme, die Beschwerdeführerin wäre angesichts der konkret ausgewiese
nen Umstände
im Gesundheitsfall ab 2011 im Umfang von 50
%
erwerbstätig, steht auch im Einklang mit der diesbezüglichen Rechtsprechung. So hat das Bundesgericht die Annahme eines Erwerbspensums von 70
%
, nicht aber 80
%
im Fall einer Versicherten bestätigt, deren (einziges) Kind im massgebenden Zeitpunkt gut
dreijährig war (Urteil 9C_374/2013 vom 12.
November 2013 E.
3.4). Die Annahme, das Erwerbspensum betrage 50
%
, hat es in einem Fall bestätigt, in welchem die Versicherte Mutter eines im massgebenden Zeitpunkt gut 10-jährigen und
von zwei rund 15 Monate alten
Zwillinge
n
, und der Ehe
mann voll erwerbstätig war (Urteil 9C_582/2012 vom 2
7.
Mai 2013 E. 4.4).
4.7
Somit ist der Sachverhalt dahingehend erstellt, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall im Umfang von 50
%
erwerbstätig wäre.
5.
5.1
Die Beschwerdeführerin hat ihre letzte Stelle nicht aus gesundheitlichen Grün
den verloren (vorstehend E. 3.4). Damit ist - entgegen der Beschwerdegegnerin (vorstehend E. 3.7)
-
das
Valideneinkommen
nicht ausgehend vom zuletzt erziel
ten Einkommen zu ermitteln, sondern gestützt auf Tabellenlöhne.
Da auch für die Bestimmung des Invalideneinkommens die - gleichen -
Tabellen
löhne
massgebend sind, ist die frankenmässige Bezifferung entbehrlich.
5.2
Die Beschwerdegegnerin hat einen Leidensabzug vom Tabellenlohn von 5
%
vorgenommen; die Beschwerdeführerin machte geltend, dieser sollte 15
%
betragen
(
Urk.
1 S. 6
Ziff.
5)
.
Die Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit durch den Morbus
Crohn
hat
zur Annahme einer Arbeitsfähigkeit von lediglich 30
%
geführt. Wenn darüber hin
aus angenommen wird, die erhöhten baulichen Anforderungen (nahe gelegene, verfügbare und moderne Toilette) stellten ein lohnminderndes Handicap dar, dann ist diesem mit einem Abzug von 5
%
hinreichend Rechnung getragen, womit keine Veranlassung besteht, in das von der Beschwerdegegnerin pflicht
gemäss ausgeübte Ermessen einzugreifen.
Für eine zusätzlich zu berücksichtigende Wechselwirkung bestehen keine Anhalts
punkte; solche ergeben sich auch
nicht
aus
den
Vorbringen der Beschwerdeführerin.
5.3
Somit ist im Erwerbsbereich von einem
Validenpensum
von 50
%
und einem Invalidenpensum von 28.5
%
(30
%
x 0.95) auszugehen, was eine Einbusse von 21.5 Prozentpunkten ergibt, was bezogen auf das
Validenpensum
vo
n
50
%
eine Einschränkung von 43
%
und beim Anteil des Erwerbsbereichs von 50
%
einen Teilinvaliditätsgrad von 21.5
%
(43
%
x 0.5) ergibt.
Die Einschränkung im Haushalt wurde mit 16.5
%
bemessen (vorstehend E. 3.6). Wohl wandte die Beschwerdeführerin ein, dies sei zu tief (
Urk.
1 S. 6
Ziff.
7). Sie unterliess aber jegliche Substantiierung, so dass es angesichts des nicht zu beanstandenden Abklärungsberichts mit der genannten Einschränkung sein Bewenden hat. Damit resultiert im Haushaltbereich ein Teilinvaliditätsgrad von 8.25
%
(16.5
%
x 0.5).
Die Addition der beiden Teilinvaliditätsgrade ergibt einen Invaliditätsgrad von gerundet 30
%
(21.5
%
+ 8.25
%
= 29.75
%
), womit kein Rentenanspruch besteht.
Die angefochtene Verfügung erweist sich damit als rechtens, was zur Abwei
sung der dagegen erhobenen Beschwerde führt.
6.
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
des Bundesgesetzes über die Invali
denversicherung (IVG) sind ermessensweise auf
Fr.
700.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.