Decision ID: b8477531-daeb-46be-8ad9-a3c246ef962f
Year: 2011
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 15.06.2011 Art. 14 Abs. 2 AVIG: Ein "ähnlicher Grund" für die Befreiung von der Erfüllung der Beitragszeit liegt vor bei der Aussteuerung des Ehegatten aus der Arbeitslosenversicherung (Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 15. Juni 2011, AVI 2010/71). Aufgehoben durch Urteil des Bundesgerichts 8C_729/2011 Präsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichter Joachim Huber, Versicherungsrichterin Marie Löhrer, Gerichtsschreiberin Anita Raimann Entscheid vom 15. Juni 2011 in Sachen A._, Beschwerdeführerin, gegen Kantonale Arbeitslosenkasse, Davidstrasse 21, 9001 St. Gallen, Beschwerdegegnerin, betreffend Arbeitslosenentschädigung (Beitragszeitbefreiung) Sachverhalt:
A.
A.a A._ war vom 17. August bis 11. September 2009 bei der Elementwerk B._ in
einem Vollzeitpensum angestellt. Die Arbeitgeberin kündigte das Arbeitsverhältnis am
4. September 2009 per 11. September 2009 während der Probezeit (act. G 4.1/16). Am
22. April 2010 stellte die Versicherte Antrag auf Arbeitslosenentschädigung (act. G
4.1/14).
A.b Mit Verfügung vom 17. Mai 2010 lehnte die Kantonale Arbeitslosenkasse den
Antrag auf Arbeitslosenentschädigung mit der Begründung ab, die Versicherte habe
weder die Beitragszeit von zwölf Monaten erfüllt, noch einen Befreiungsgrund nach Art.
14 AVIG geltend machen können (act. G 4.1/7).
B.
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B.a Am 5. Juni 2010 erhob die Versicherte Einsprache gegen die Verfügung vom
17. Mai 2010 (act. G 4.1/5). Sie beantragte, die Verfügung vom 17. Mai 2010 sei
aufzuheben, und es sei ihr eine Arbeitslosenentschädigung ab 22. April 2010
auszurichten. Sie machte geltend, es liege ein Grund für die Befreiung von der Erfüllung
der Beitragszeit vor. Sie sei nun gezwungen, eine unselbstständige Erwerbstätigkeit
aufzunehmen, nachdem die an ihren Ehemann ausgerichteten Taggeldleistungen der
Haftpflichtversicherung ab Januar 2010 eingestellt worden seien. Ihre Situation sei
sowohl ein ähnlicher Grund wie der Wegfall einer Invalidenrente als auch eine
Zwangssituation, aufgrund derer sie eine unselbstständige Erwerbstätigkeit aufnehmen
müsse. Das Ereignis liege nicht mehr als ein Jahr zurück; und sie sei beim Eintritt des
Ereignisses Ende Dezember 2009 in der Schweiz wohnhaft gewesen (act. G 4.1/5).
B.b Mit Einspracheentscheid vom 25. Juni 2010 wies die Arbeitslosenkasse die
Einsprache ab. Sie begründete ihren Entscheid damit, es liege kein Befreiungsgrund
vor. Es sei kein ähnlicher Grund wie Trennung oder Scheidung der Ehe, Invalidität oder
Tod des Ehegatten gegeben. "Ähnliche Gründe" beziehe sich nicht auf das in der
Gesetzesformulierung nachfolgende Ereignis "Wegfall einer Invalidenrente" (act. G
4.1/4).
C.
C.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die Beschwerde der Versicherten
vom 20. Juli 2010. Sie beantragt, die Verfügung vom 17. Mai 2010 und der
Einspracheentscheid vom 25. Juni 2010 seien aufzuheben. Es seien ihr
Arbeitslosentaggelder ab 22. April 2010 auszurichten. In der Sache macht sie geltend,
der Wegfall der Unterstützung durch die Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers
bringe sie und ihre Familie in eine wirtschaftliche Notlage, so dass sie gezwungen sei,
eine unselbstständige Arbeit aufzunehmen. Ihre Situation stelle einen Grund für die
Befreiung von der Erfüllung der Beitragszeit dar. Es liege ein "ähnlicher Grund" im
Sinne von Art. 14 Abs. 2 AVIG vor (act. G 1).
C.b Die Beschwerdegegnerin beantragt am 10. September 2010 unter Verzicht auf eine
Beschwerdeantwort die Abweisung der Beschwerde (act. G 4).

Erwägungen:
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1.
1.1 Nach Art. 8 Abs. 1 lit. e des Bundesgesetzes über die obligatorische
Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG; SR 837.0) hat
Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung, wer unter anderem die Beitragszeit erfüllt hat
oder von der Erfüllung der Beitragszeit befreit ist. Die Beitragszeit hat laut Art. 13
Abs. 1 AVIG erfüllt, wer innerhalb der dafür vorgesehenen Rahmenfrist (Art. 9 Abs. 3
AVIG) während mindestens zwölf Monaten eine beitragspflichtige Beschäftigung
ausgeübt hat.
1.2 Die Rahmenfrist für den Leistungsbezug beginnt mit dem ersten Tag, für den
sämtliche Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind. Die Rahmenfrist für die Beitragszeit
beginnt zwei Jahre vor diesem Tag (Art. 9 Abs. 2 und 3 AVIG). Die für die
Beschwerdeführerin massgebende Rahmenfrist für die Beitragszeit begann am
22. April 2008 zu laufen, da sie ab diesem Datum Antrag auf
Arbeitslosenentschädigung stellte, und endete am 21. April 2010. In dieser Zeitspanne
war sie während 26 Tagen, vom 17. August 2009 bis 11. September 2009, erwerbstätig
(act. G 4.1/14). Unbestrittenermassen vermag die Beschwerdeführerin damit keine
genügende Beitragszeit vorzuweisen.
1.3 Von der Erfüllung der Beitragszeit befreit sind gemäss Art. 14 Abs. 2 AVIG unter
anderem Personen, die wegen Trennung oder Scheidung der Ehe, wegen Invalidität
oder Todes des Ehegatten oder aus ähnlichen Gründen oder wegen Wegfalls einer
Invalidenrente gezwungen sind, eine unselbstständige Tätigkeit aufzunehmen oder zu
erweitern. Diese Regel gilt nur dann, wenn das betreffende Ereignis nicht mehr als ein
Jahr zurückliegt und die betroffene Person beim Eintritt dieses Ereignisses ihren
Wohnsitz in der Schweiz hatte. Die Bestimmung von Art. 14 Abs. 2 AVIG ist vor allem
für jene Fälle vorgesehen, in denen plötzlich der Ernährer der Familie oder die
Erwerbsquelle aus- oder weggefallen ist. Sie zielt auf Versicherte, die nicht auf die
Aufnahme, Wiederaufnahme oder Ausdehnung der Erwerbstätigkeit vorbereitet sind
und aus wirtschaftlicher Notwendigkeit in verhältnismässig kurzer Zeit neu disponieren
müssen (Thomas Nussbaumer, Arbeitslosenversicherung, in: Soziale Sicherheit, SBVR
Bd. XIV, 2. Aufl., 2007, Rz. 242 f.; Gerhard Gerhards, AVIG-Kommentar, Bd I, Rz 34 zu
Art. 14; BGE 125 V 124 f. E. 2a; ARV 2006 Nr. 2 S. 59 E. 5.1). Allen
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Befreiungsereignissen ist gemeinsam, dass sie die betroffene Person in eine
wirtschaftliche Zwangslage bringen und zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit
veranlassen, um die finanzielle Bedrängnis zu überwinden oder wenigstens zu mildern
(BGE 119 V 54 E. 3a; BGE 121 V 343 E. 5c/aa;).
1.4 Gemäss geltender Rechtsprechung ist eine Befreiung von der Erfüllung der
Beitragszeit nach Art. 14 Abs. 2 AVIG nur möglich, wenn zwischen dem geltend
gemachten Grund und der Notwendigkeit der Aufnahme oder Erweiterung einer
unselbstständigen Erwerbstätigkeit ein Kausalzusammenhang gegeben ist. Dabei ist
kein strikter Kausalitätsnachweis im naturwissenschaftlichen Sinn zu verlangen. Der
erforderliche Kausalzusammenhang ist vernünftigerweise bereits zu bejahen, wenn es
glaubwürdig und nachvollziehbar erscheint, dass der Entschluss der versicherten
Person, eine unselbstständige Erwerbstätigkeit aufzunehmen, in dem als
Befreiungsgrund in Frage kommenden Ereignis mitbegründet liegt (BGE 125 V 125 E.
2a, 121 V 344 E. 5c/bb, 119 V 55 E. 3b und ARV 2002 Nr. 25 S. 176 E. 2). Der
Kausalzusammenhang ist nach dem Willen des Gesetzgebers nicht mehr gegeben,
wenn sich das betreffende Ereignis mehr als ein Jahr vor der versuchten
Arbeitsaufnahme zugetragen hat (Art. 14 Abs. 2 Satz 2 AVIG). Die betreffende Person
muss durch den Eintritt des Ereignisses zudem aus wirtschaftlichen Gründen zur
Aufnahme einer unselbstständigen Erwerbstätigkeit gezwungen sein. Bei der Prüfung
des wirtschaftlichen Zwangs sind die Einkünfte und die laufenden Kosten unter
Einbezug eines allfälligen verfügbaren Vermögens miteinander zu vergleichen. Ergibt
sich, dass die versicherte Person nicht imstande ist, ihren finanziellen Verpflichtungen
kurz- oder mittelfristig nachzukommen, ist eine finanzielle Zwangslage zu bejahen
(Thomas Nussbaumer, a. a. O., Rz 246 mit Hinweisen).
2.
Streitig ist, ob die Beschwerdeführerin gemäss Art. 14 Abs. 2 AVIG von der Beitragszeit
befreit ist.
2.1 Die Beschwerdeführerin stellte am 22. April 2010 Antrag auf
Arbeitslosenentschädigung. Zu prüfen ist, ob sich im Jahr zuvor eine Änderung in den
wirtschaftlichen Verhältnissen der Beschwerdeführerin gestützt auf einen der
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Tatbestände von Art. 14 Abs. 2 AVIG verwirklicht hat, die sie zur Aufnahme einer
unselbstständigen Erwerbstätigkeit gezwungen hat. Die Beschwerdeführerin macht
geltend, sie sei gezwungen gewesen, eine unselbstständige Erwerbstätigkeit
aufzunehmen, weil der Ehemann nach der IV-Umschulung arbeitslos geblieben und seit
24. April 2009 bei der Arbeitslosenversicherung ausgesteuert sei; ausserdem seien die
Leistungen der Haftpflichtversicherung weggefallen (act. G 1 und G 4.1/14). Wie aus
dem Auszug des ehelichen Bankkontos hervorgeht, zahlte die Haftpflichtversicherung
am 24. Dezember 2009 letztmals eine monatliche Zahlung von Fr 4'719.--; am
29. Dezember 2009 überwies sie einen Betrag von Fr. 50'000.-- offenbar als
"Schlusszahlung" (vgl. act. G 6.1). Dies geschah rund vier Monate vor der
Antragstellung auf Arbeitslosenentschädigung am 22. April 2010 und damit vor weniger
als einem Jahr. Ebenfalls innerhalb eines Jahres vor Antragstellung, nämlich am 24.
April 2009, war der Ehemann der Beschwerdeführerin aus der
Arbeitslosenversicherung ausgesteuert worden. Dies ist unbestritten geblieben.
2.2 Es fragt sich in grundsätzlicher Hinsicht, inwieweit die Aussteuerung aus der
Arbeitslosenversicherung oder allenfalls die Einstellung von Ersatzleistungen der
Haftpflichtversicherung im Lichte von Art. 14 Abs. 2 AVIG als ähnlicher Grund gelten
kann, zufolge dessen eine verheiratete versicherte Person zur Aufnahme oder
Erweiterung einer unselbstständigen Erwerbstätigkeit gezwungen wird. Die Formel "aus
ähnlichen Gründen" stellt einen unbestimmten Rechtsbegriff dar, welcher vom
Gesetzgeber bewusst nicht näher umschrieben wurde, um die Vorschrift entsprechend
der Vielfalt des Lebens flexibel handhaben zu können (ARV 1987 Nr. 5 S. 69 f. mit
Hinweis auf die bundesrätliche Botschaft). Der Wortlaut gibt über die Bedeutung dieses
Rechtsbegriffs nur insofern Aufschluss, als das Gesetz einen Grund verlangt, welcher
ähnlich ist, also sachlich auf der gleichen Ebene liegt wie die vorab einzeln
umschriebenen, aber nicht abschliessend aufgezählten Motive für die
Arbeitsaufnahme. Entscheidend ist, dass der unmittelbar Betroffene oder dessen
Ehepartner durch ein bestimmtes Ereignis in eine wirtschaftliche Zwangslage gerät
(BGE 119 V 54 E. 3a mit Hinweis). Das Bundesgericht ist in BGE 120 V 145 E. 3a davon
ausgegangen, dass die Arbeitslosigkeit des Ehegatten keinen "ähnlichen" Grund
darstellt. Begründet wird dies damit, dass einerseits nicht gesagt werden könne, der
Ehegatte sei dauernd oder doch längerfristig objektiv nicht mehr in der Lage, wie bisher
für die ehelichen Bedürfnisse zu sorgen. Anderseits sei der Beitrag an die
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Lebenshaltungskosten durch die Arbeitslosenentschädigung zumindest teilweise
ausgeglichen. Im letzteren sah das Bundesgericht den erheblichen Unterschied zum
Fall in BGE 119 V 54 E. 3a, wo das Bundesgericht den Konkurs eines unternehmerisch
tätig gewesenen Ehegatten als ähnlichen Grund anerkannt hatte. Nussbaumer (a.a.O.)
kritisiert in der Fussnote 518 das Urteil in BGE 120 V 145 als zu hart. Arbeitslosigkeit
zähle wie Invalidität und Tod zu den klassischen, von der Sozialversicherung gedeckten
Risiken, und sei deshalb als ähnlicher Grund anzuerkennen. Der Umstand, dass der
arbeitslose Ehegatte Arbeitslosenentschädigung erhalte, rechtfertige keinen
Unterschied zum in Konkurs geratenen Unternehmer. Schliesslich sei die
wirtschaftliche Situation im Zusammenhang mit der Zwangslage ohnehin zu prüfen. Es
kann offen bleiben, ob dieser Lehrmeinung zu folgen und Arbeitslosigkeit als ähnlicher
Grund zu werten ist. Jedenfalls ist bei andauernder Arbeitslosigkeit und Erschöpfung
der Leistungen der Arbeitslosenversicherung, d.h. bei Aussteuerung des arbeitslosen
Ehegatten aus der Arbeitslosenversicherung, eine ähnliche Situation gegeben wie bei
einem in Konkurs geratenen Unternehmer. Hier wie dort wird der Ehegatte des
konkursiten bzw. ausgesteuerten Ehegatten sich häufig veranlasst sehen, eine
Erwerbstätigkeit aufzunehmen, um die finanzielle Bedrängnis zu überwinden oder
wenigstens zu mildern. Es besteht von daher kein Grund, den Konkurs eines Ehegatten
als ähnlichen Grund zu würdigen, nicht aber (wenigstens) die Aussteuerung aus der
Arbeitslosenversicherung.
2.3 Art. 14 Abs. 2 AVIG macht den Anspruch auf Befreiung von der Beitragszeit nicht
von der Plötzlichkeit des Eintritts der darin genannten Sachverhalte abhängig.
Immerhin handelt es sich bei den genannten Ereignissen um Lebenssachverhalte, die
programmwidrig oder unvorbereitet eintreten. Die anvisierte Versichertenkategorie
gerät aus den erwähnten Gründen in eine wirtschaftliche Notlage, die bald zur
Aufnahme, Wiederaufnahme oder Ausdehnung der Erwerbstätigkeit zwingt. Es kommt
daher weniger darauf an, ob das Ereignis an sich plötzlich eintritt, vielmehr sollen die
mit den geregelten und ähnlichen Situationen konfrontierten Versicherten, die aus
wirtschaftlicher Notwendigkeit in verhältnismässig kurzer Zeit neu disponieren müssen,
begünstigt werden. Diesen Sinngehalt widerspiegelt Art. 14 Abs. 2 AVIG insofern, als er
die enumerierten oder ähnlichen Befreiungsgründe im Rahmen der Generalklausel nicht
mehr zulässt, wenn das betreffende Ereignis mehr als ein Jahr zurückliegt. Der
Gesetzgeber hat entschieden, dass ein solches nicht mehr kausal für die über ein Jahr
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später versuchte Arbeitsaufnahme ist (SVR 1997 ALV Nr. 100 S. 306 E. 4 a) aa) = Urteil
des EVG vom 20. März 1997 i. S. X gegen Arbeitslosenkasse Y und
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich mit Hinweisen).
2.4 Die teleologische Auslegung führt zum Ergebnis, dass jedenfalls die Aussteuerung
aus der Arbeitslosenversicherung als "ähnlicher Grund" im Sinne von Art. 14 Abs. 2
AVIG anzuerkennen ist. Die Auswirkungen der eingetretenen Situation sind durchaus
vergleichbar mit den Folgen eines in Konkurs geratenen Unternehmer-Ehegatten. Wie
im Antragsformular geltend gemacht (act. G 4.1/14), kann davon ausgegangen werden,
dass der Entscheid zur Aufnahme einer unselbstständigen Erwerbstätigkeit darauf
zurückzuführen ist, womit ein Befreiungsgrund gegeben ist. Die Beschwerdeführerin
hatte denn auch bereits per 17. August 2009 eine Vollzeitstelle angetreten, die sie noch
während der Probezeit verlor, weil sie offenbar nicht ausreichende berufliche
Kenntnisse mehr hatte (vgl. act. G 4.1/16). Zu prüfen ist, ob auch eine wirtschaftliche
Zwangslage nach der Aussteuerung zu bejahen ist (vgl. ARV 2005 Nr. 2 S. 51 f. E. 4.3,
S. 53 E. 4.4; vgl. auch Boris Rubin, Assurance-chômage, Delsberg 2005, S. 130 Ziff.
3.8.8.3.5). Zu diesem Zweck ist die Streitsache an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen, damit sie die entsprechenden Abklärungen vornehme. Da die
Beschwerdegegnerin das Vorliegen eines Befreiungsgrundes verneinte, hatte sie
bislang keinen Anlass, diese Frage zu prüfen. Dies wird sie nun nachzuholen haben.
3.
Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen, der
angefochtene Einspracheentscheid vom 25. Juni 2010 aufzuheben und die Sache zur
Abklärung der wirtschaftlichen Zwangslage und anschliessenden Neuverfügung an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61
lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht