Decision ID: 64bcafbd-8806-5fd0-90f1-860573c0428a
Year: 2010
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass die Beschwerdeführerin Äthiopien eigenen Angaben zufolge am 25. Juli 2007 verliess und am 19. September 2007 in der Schweiz erstmals um Asyl nachsuchte,
dass für die im ersten Asylverfahren geltend gemachten Vorbringen auf die Akten zu verweisen ist,
dass das BFM gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. a des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) mit Verfügung vom 2. November 2007 auf dieses Asylgesuch nicht eintrat, und die Wegweisung sowie den Vollzug anordnete,
dass das Bundesverwaltungsgericht eine gegen diese Verfügung gerichtete Beschwerde vom 9. November 2007 mit Urteil vom 11. Februar 2009 (D-7598/2007) vollumfänglich abwies,
dass die Beschwerdeführerin am 14. September 2009 beim BFM zum zweiten Mal um Asyl nachsuchte,
dass das BFM gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG mit Verfügung vom 23. Oktober 2009 auf das zweite Asylgesuch nicht eintrat, und die Wegweisung sowie den Vollzug anordnete,
dass diese Verfügung unangefochten in Rechtskraft erwuchs,
dass die Beschwerdeführerin beim BFM am 6. Juni 2010 zum dritten Mal um Asyl nachsuchte,
dass sie bei der Erstbefragung im Empfangs- und Verfahrenszentrum Kreuzlingen vom 11. Juni 2010 und der Gewährung des rechtlichen Gehörs vom gleichen Tag im Wesentlichen geltend machte, sie sei nach ihrem zweiten Asylgesuch nicht in ihr Heimatland zurückgekehrt,
dass sie zum dritten Mal um Asyl nachsuche, da sie schon zweimal nicht akzeptiert worden sei,
dass sie ohne Papiere lebe und legalisiert werden möchte,
dass sie sich vor neun Monaten von der Schweiz aus einen Reisepass habe ausstellen lassen wollen, jedoch keinen erhalten habe,
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dass sie die Schweiz am 3. April 2010 habe verlassen wollen, um in einem anderen Land ein Asylgesuch zu stellen,
dass das BFM mit Verfügung vom 23. Juni 2010 – eröffnet am gleichen Tag – in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG auf das  nicht eintrat und die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,
dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen anführte, die  sei seit ihrem ersten bis zu ihrem dritten Asylgesuch in der Schweiz nicht in ihr Heimatland zurückgekehrt,
dass sie im Rahmen des zweiten und des dritten Asylgesuchs die gleichen Vorbringen geltend gemacht habe, wie bei ihrem ersten ,
dass die beiden vorangegangenen Asylverfahren rechtskräftig  seien und sich aus den Akten keine Hinweise ergäben,  nach Abschluss dieser Verfahren Ereignisse eingetreten seien, die geeignet sind, die Flüchtlingseigenschaft zu begründen, oder die für die Gewährung des vorübergehenden Schutzes relevant seien,
dass für die weitere Begründung auf die Akten zu verweisen ist,
dass die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 30. Juni 2010 gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und dabei beantragte, die angefochtene Verfügung sei vollumfänglich aufzuheben, die Sache sei zur Prüfung des Asylgesuchs an die  zurückzuweisen, es sei auf die Erhebung eines  zu verzichten und die unentgeltliche Prozessführung (Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]) zu bewilligen,
dass die vorinstanzlichen Akten am 1. Juli 2010 beim  eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht im Bereich des Asyls endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM ent-
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scheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-33 des  vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),
dass die Beschwerdeführerin am Verfahren der Vorinstanz  hat, durch den angefochtenen Entscheid besonders berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung  Änderung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde  ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),
dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde  ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 52 VwVG),
dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),
dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen (Art. 32-35 AsylG), die Beurteilungskompetenz der  grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,
dass sich demnach die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nicht - eintretensentscheid als unrechtmässig erachtet – einer selbständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen  [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),
dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs materiell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle Kognition zukommt,
dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in  Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters  wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der Be-
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schwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),
dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schriftenwechsel verzichtet wurde,
dass auf ein Asylgesuch nicht eingetreten wird, wenn Asylsuchende in der Schweiz bereits ein Asylverfahren erfolglos durchlaufen haben oder während des hängigen Asylverfahrens in den Heimat- oder Herkunftsstaat zurückgekehrt sind,
dass diese Bestimmung jedoch keine Anwendung findet, wenn es Hinweise auf zwischenzeitlich eingetretene Ereignisse gibt, die  sind, die Flüchtlingseigenschaft zu begründen, oder die für die Gewährung vorübergehenden Schutzes relevant sind (Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG),
dass die Beschwerdeführerin seit der Stellung ihres ersten  in der Schweiz unbestrittenermassen nicht in ihr Heimatland zurückgekehrt ist,
dass sie die Schweiz sowohl nach der rechtskräftigen Ablehnung ihres ersten, als auch nach der rechtskräftigen Ablehnung ihres zweiten Asylgesuchs zu verlassen gehabt hätte,
dass ihr Ansinnen nach Legalisierung ihres (teilweise illegalen)  in der Schweiz, in keiner Weise Grund zur Annahme von  bildet, die die Flüchtlingseigenschaft begründen, oder die  vorübergehenden Schutzes rechtfertigen könnten,
dass auch ihr Vorbringen in der Beschwerde, sie habe von den  Behörden einen vor neun Monaten beantragten Reisepass nicht erhalten, da diese Kenntnis von ihrem Asylverfahren gehabt und  hätten, dass ihr Vater Eritreer sei, keinen Hinweis auf  beinhaltet, die die Flüchtlingseigenschaft begründen, oder die Gewährung vorübergehenden Schutzes rechtfertigen könnten,
dass es sich bei den entsprechenden Angaben der  einerseits um durch nichts belegte Parteibehauptungen handelt,
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dass die Stellung eines Asylgesuchs gemäss den Erkenntnissen des Bundesverwaltungsgerichts andererseits für sich allein bei einer  nach Äthiopien nicht zu einer flüchtlingsrechtlich relevanten  führt und die Asylvorbringen der Beschwerdeführerin von der Vorinstanz und dem Bundesverwaltungsgericht als haltlos gewertet wurden (vgl. Urteil D-7598/2007),
dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG zu Recht auf das dritte Asylgesuch der Beschwerdeführerin nicht eingetreten ist,
dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer solchen besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,
dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den  Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern regelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht  oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]),
dass bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gemäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts und seiner Vorgängerorganisation ARK der gleiche Beweisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft gilt, dass heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser, Ausländerrecht, 2. Auflage, Basel, Rz. 11.148,
dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn  Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der  oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Dritt - staat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),
dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land  werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie
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Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),
dass der Vollzug der Wegweisung vorliegend in Beachtung dieser massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da es der Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des  Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige  ersichtlich sind, die der Beschwerdeführerin im Heimat- oder Herkunftsstaat droht,
dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als  erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und  Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),
dass weder die allgemeine Lage in Äthiopien noch individuelle Gründe auf eine konkrete Gefährdung der Beschwerdeführerin im Falle einer Rückkehr schliessen lassen, weshalb der Vollzug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist,
dass sich eine Abweichung von der vom Bundesverwaltungsgericht im Urteil vom 11. Februar 2009 vorgenommenen Beurteilung der Frage der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs nicht rechtfertigt, weshalb vollumfänglich auf die dortigen Erwägungen zu verweisen ist,
dass der Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführerin in den Heimatstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es ihr obliegt, bei der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG),
dass nach dem Gesagten der vom Bundesamt verfügte Vollzug der Wegweisung zu bestätigen ist,
dass es der Beschwerdeführerin demnach nicht gelungen ist darzutun, inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt
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oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen ist,
dass das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines  durch den vorliegenden Entscheid in der Hauptsache  wird,
dass das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege  ist, da sich die Beschwerde als aussichtslos darstellte,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.-- (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) der Beschwerdeführerin aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).
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