Decision ID: 748c02f2-325b-4318-bd88-7935c478039b
Year: 2009
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
W._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Mattias Dolder, Poststrasse 23, 9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
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Sachverhalt:
A.
A.a W._ (Jahrgang 1949) meldete sich am 29. Oktober 2004 zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung an. Sie gab dabei an, den Beruf als
Schuhverkäuferin erlernt zu haben. Sie sei Hausfrau und arbeite im Nebenerwerb als
Degustantin (IV-act. 10). Dr. med. und Dr. sc. nat. ETH A._, Rheumatologie FMH,
berichtete der IV-Stelle St. Gallen am 21. November 2004, die Versicherte leide seit
Jahren an einer Periarthropathia humeroscapularis rechts mehr als links bei Bursitis
und AC-Arthrose rechts sowie einem lumboradikulären Syndrom bei Diskushernie L5/
S1. Am 8. Juli 2004 sei eine Arthroskopie mit Arthrolyse und Bursektomie rechts
durchgeführt worden. Die Versicherte sei deshalb in ihrem Beruf als Verkäuferin seit
Jahren zu 50% arbeitsunfähig. In Bezug auf eine adaptierte Tätigkeit fügte die Ärztin
an, der Versicherten sei in einem geheizten Raum während der halben Arbeitszeit die
Tätigkeit als Verkäuferin/Demonstrantin weiterhin zumutbar. Sie könne gelegentlich
Lasten bis maximal 15 kg heben (IV-act. 20). In der Beilage zum Arztbericht befand sich
ein Bericht des Röntgeninstituts Dr. med. B._ vom 27. Januar 2003. Darin hat Dr.
B._ angegeben, die zervikale vertebro-spinale Kernspintomographie zeige eine
leichte Dehydrierung und minimale Höhenminderung der Bandscheibe C5/C6. Ein
Hinweis für eine linksseitige Diskushernie lasse sich nicht finden (IV-act. 20).
A.b Am 4. April 2005 nahm die IV-Stelle eine Haushaltsabklärung vor. Gemäss dem
entsprechenden Bericht gab die Versicherte an, sie leide seit Jahren an Rücken- und
Schulterschmerzen. Wenn sie gesund geblieben wäre, wäre sie aktuell wieder im
Rahmen von 50% als Verkäuferin tätig. Auf Grund der heftigen Schmerzen habe sie ihr
Pensum jedoch nicht erhöhen können. Sie habe seit 1981 durchgehend gearbeitet,
auch als die Töchter noch klein gewesen seien. Diese seien nun erwachsen. Für die
Haushaltsführung (4.29%) gab die Versicherte keine Einschränkung an. Für den
Bereich Ernährung (39.89%) gab sie an, sie koche sämtliche Mahlzeiten selbst, das
Backen habe sie reduzieren müssen. Bei den Aufräumarbeiten müsse der Ehemann
helfen. Die Abklärungsperson bezifferte die Einschränkung in diesem Bereich mit 20%,
woraus eine anteilige Leistungseinbusse von 7.97% resultierte. Befragt zum Bereich
Wohnungspflege (13.72%) gab die Versicherte an, das Aufnehmen von Böden,
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Staubsaugen sowie Fensterputzen sei ihr nicht mehr möglich. Abstauben sei ohne
Strecken und Bücken noch machbar. Die Abklärungsperson bezifferte die
Einschränkung auf 80%, nahm davon jedoch einen Abzug von 20% wegen der
Schadenminderungspflicht des Ehemannes vor. Anteilsmässig resultierte deshalb eine
Leistungseinbusse von 8.23%. Betreffend den Bereich Einkaufen und weitere
Besorgungen (6.93%) nahm die Abklärungsperson an, es bestehe keine
Beeinträchtigung, obwohl die Versicherte angegeben hatte, sie erledige den
Grosseinkauf in Begleitung des Ehemannes, weil dieser die schweren Taschen tragen
müsse. Die Einschränkung im Bereich Wäsche- und Kleiderpflege (9.44%) setzte die
Abklärungsperson auf 10% fest. Die Versicherte gab dazu an, der Wechsel der Wäsche
von Waschmaschine zum Tumbler sei noch möglich. Glätten habe sie auf das
Notwendigste reduzieren müssen. Im Bereich Verschiedenes (25.73%) gab die
Versicherte an, ihre gemeinnützigen Tätigkeiten als Helferin eines Behindertenlagers
sowie als freiwillige Mitarbeiterin beim Projekt "C._" im Rahmen von sechs Stunden
pro Woche habe sie aus gesundheitlichen Gründen aufgeben müssen. Diese
Einschränkungen wurden zu 100% berücksichtigt. Insgesamt betrug die
Leistungseinbusse im Haushalt demnach 42.93%. Die Versicherte wurde zu 50% als
Erwerbstätige und zu 50% als im Haushalt Tätige qualifiziert (IV-act. 27).
A.c Mit Verfügung vom 15. Juni 2005 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren der
Versicherten ab. Sie führte dazu aus, gemäss ihren Abklärungen wäre die Versicherte
ohne Gesundheitsschaden zu 50% als Verkäuferin und zu 50% als Hausfrau tätig. Im
Erwerb würde deshalb keine Einbusse resultieren. Im Haushaltsbereich sei eine
Einschränkung von 42.93% ermittelt worden, welche zur Hälfte berücksichtigt werden
könne, weshalb ein Invaliditätsgrad von 21.46% resultiere. Weil dieser unter 40% liege,
bestehe kein Anspruch auf eine Rente (IV-act. 29). Dagegen liess die Versicherte am
13. Juli 2005 Einsprache erheben und beantragen, ihr sei eine ganze Invalidenrente
zuzusprechen. Eventualiter sei ein interdisziplinäres Gutachten zur Abklärung der
Arbeitsfähigkeit unter Berücksichtigung der vorhandenen Gesundheitsschäden
einzuholen (IV-act. 30). In der Einsprachebegründung vom 9. August 2005 machte die
Versicherte einen Hörschaden sowie einen verschlechterten Gesundheitszustand
geltend. Diese beeinträchtigten die Arbeitsfähigkeit zusätzlich, sie seien nicht
berücksichtigt worden, weshalb sich eine Abklärung aufdränge (IV-act. 37). Der
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Regionale Ärztliche Dienst (RAD) Ostschweiz nahm am 18. August 2005 zu den
Einwänden Stellung. Dr. D._ empfahl eine MEDAS-Abklärung (IV-act. 38).
A.d Mit Verfügung vom 19. August 2005 widerrief die IV-Stelle ihre Verfügung vom
15. Juni 2005. Sie gab an, nach Durchführung von weiteren Abklärungen werde eine
neue einsprachefähige Verfügung zugestellt (IV-act. 40). Am 22. August 2005 erklärte
die IV-Stelle das Einspracheverfahren formlos als abgeschlossen (IV-act. 42).
A.e Die IV-Stelle beauftragte die MEDAS Basel am 25. August 2005 mit der
Begutachtung der Versicherten. Sie legte einen Standardfragebogen bei und bat, die
Fragen unter besonderer Berücksichtigung des zeitlichen Ablaufs von möglichen
Einschränkungen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu beantworten (IV-act. 45).
Am 12. September 2006 erstattete das Universitätsspital Basel das polydisziplinäre
Gutachten. Als Hauptdiagnosen wurden angegeben:
1. Intermittierendes, lumbospondylogenes Syndrom beidseits, derzeit rechts (ICD-10:
M54.4) bei/mit
- degenerativen Veränderungen der LWS
- geringes organisches Korrelat
- leichter Insuffizienz der rumpfstabilisierenden Muskelgruppen.
2. Leichtgradige Periarthropathia humeroscapularis tendinotica beidseits, derzeit
linksbetont (ICD-10: M75.8)
- geringes organisches Korrelat, derzeit ohne wesentliche funktionelle Limitierung
- St. n. Rotatorenmanschetten-Operation rechts 07/04.
Als Nebendiagnosen (ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit) führten die Ärzte folgende
Diagnosen auf:
1. Mittelgradige Hochtonschwerhörigkeit beidseits mit Asymmetrie der Hörschwelle.
2. Neurasthenie.
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Der Rheumatologe führte dazu aus, die Versicherte, deren Ehemann derzeit kurz vor
der Aufgabe seiner Hauswartstätigkeit stehe, beklage als Hauptproblem eine
lumbospondylogene Symptomatik rechts, die belastungsabhängig wiederkehre, sowie
eine derzeit linksdominante Schulterproblematik, die ebenfalls die Belastbarkeit
beidseits bei Heben und Tragen in der Arbeitstätigkeit sowie im Haushalt einschränke.
In der klinischen Untersuchung hätten sich grösstenteils alters- und
habitusentsprechende Befunde gezeigt, die im Normbereich lägen. Die bei St. n.
Rotatorenmanschetten-Operation rechts und derzeit klinisch leichtgradiger
Impingement-Symptomatik links organisch nachvollziehbaren Rotatorenmanschetten-
Problematik limitiere die Beweglichkeit der oberen Extremitäten in der
Untersuchungssituation nicht wesentlich. Einschränkungen bezüglich repetitiv
schwerem Heben und Tragen sowie ein langandauernder Einsatz der oberen
Extremitäten über Schulterhöhe sowie im Überkopfbereich seien nachvollziehbar.
Anhaltspunkte für eine Läsion neuromeningealer Strukturen im Bereich der LWS wie
der HWS bestünden klinisch nicht. Auch Anhaltspunkte für ein Karpaltunnelsyndrom
lägen keine vor. Auf Nachfrage habe die Versicherte wechselnde, frontal im Bereich der
Nasenwurzel empfundene Kopfschmerzen angegeben, die anfallsweise aufträten. Der
Rheumatologe führte aus, der Versicherten seien alle körperlich leichten Tätigkeiten in
wirbelsäulen- und schulteradaptierten Wechselpositionen mit einer Traglimite von 15
kg in einem etwa 70%igem Pensum zumutbar. Eine leichte Serviertätigkeit im
Degustationsbereich mit Tragen kleiner Lasten, wie derzeit noch aushilfsweise
ausgeübt, dürfte diesen Belastungslimiten entsprechen. Sollte es sich bei dieser Arbeit
um eine rein stehende Tätigkeit ohne Möglichkeit zu körperlichen Positionswechseln
mit Ausgleichsbewegungen oder entlastenden Positionen im Sitzen handeln, sei eine
solche Tätigkeit in vornehmlich kühler Umgebung zu etwa 50% zumutbar. Diese
Arbeitsfähigkeitsschätzungen bezögen sich auf ein vollzeitiges Pensum. Hinsichtlich
der Einschränkung im Haushalt gab der Rheumatologe an, die von der IV-Stelle
erhobene, etwa 20%ige Einschränkung bezogen auf ein 100%-Pensum sei adäquat.
Sodann führten die Ärzte auf, man habe eine mittelgradige Hochtonschwerhörigkeit
beidseits mit Asymmetrie der Hörschwelle, am wahrscheinlichsten im Rahmen einer
Presbyakusis festgestellt. Aus HNO-ärztlicher Sicht bestehe keine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit. Der Psychosomatiker führte aus, die multiplen Beschwerden der
Versicherten ohne ausreichendes organisches Korrelat sprächen für eine
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undifferenzierte Somatisierungsstörung (ICD-10: F45.1). Zum Untersuchungszeitpunkt
sei die Versicherte nicht depressiv gewesen, anamnestisch sei jedoch eine
rezidivierende depressive Störung (ICD-10: F33) auszumachen gewesen. In ihrer
Arbeitsfähigkeit sei die Versicherte aus psychosomatischer Sicht nicht eingeschränkt,
sie sollte jedoch auf eine gute Aufteilung der Arbeit und den regelmässigen
Pausenbedarf achten. Im Gesamtgutachten fasste man diese Diagnosen in einer
Neurasthenie zusammen. Auch aus internistischer Sicht fanden sich keine die
Arbeitsfähigkeit einschränkende Aspekte. Den Beginn der 50%igen Arbeitsunfähigkeit
setzten die Ärzte auf den 21. November 2004 fest (IV-act. 50). Der RAD-Arzt Dr. E._
erachtete in seiner Stellungnahme vom 11. Dezember 2006 die polidisziplinäre
Begutachtung als umfassend und sorgfältig (IV-act. 58).
A.f Mit Vorbescheid vom 13. März 2007 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass
sie das Rentenbegehren abweisen werde. Sie gab an, die Versicherte sei zu 50% als
Erwerbstätige und zu 50% als im Haushalt Tätige zu qualifizieren. Auf Grund der
Abklärungen bestehe im erwerblichen Teil eine 70%ige Arbeitsfähigkeit in einer
leidensangepassten Tätigkeit. Wegen der Schulterproblematik werde ein zusätzlicher
Abzug von 10% gewährt. Mit oder ohne Behinderung könnte die Versicherte in einem
50%-Pensum ein Einkommen von Fr. 27'312.-- verdienen, weshalb keine
Erwerbseinbusse resultiere. Die IV-Stelle stützte sich bei ihrer Bemessung auf die
Tabellen im Anhang der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2006, Region
Ostschweiz, Privater Sektor, Niveau 4 (einfache und repetitive Tätigkeit) ab (IV-act. 62).
Die IV-Stelle führte weiter aus, im Haushalt sei die Versicherte zu 20% eingeschränkt,
was zu 10% berücksichtigt werden könnte. Der Gesamtinvaliditätsgrad liege mit 10%
unter 40%, weshalb kein Anspruch auf eine Rente bestehe (IV-act. 65). Dagegen liess
die Versicherte am 19. April 2007 einwenden, ihr sei mindestens eine Viertelsrente
zuzusprechen; eventualiter sei ein neues interdisziplinäres Gutachten unter Mitwirkung
eines Neurologen einzuholen. Die Versicherte liess ausführen, die IV-Stelle stütze sich
im Widerspruch zur eigenen Haushaltsabklärung auf die ärztliche Einschätzung ab, was
nicht nachvollziehbar sei. Die im Haushaltsbericht ermittelte Einschränkung von 43%
sei zudem auf 55% zu erhöhen, weil die Beschwerdeführerin in eine neue Wohnung
umgezogen sei und der Ehemann im Haushalt nicht mehr mithelfen könne. Der
Teilinvaliditätsgrad betrage somit 27.5%. In Bezug auf die Gesundheitsbeschwerden
der Versicherten seien neurologische Faktoren nicht durch einen Facharzt abgeklärt
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worden. Sodann seien nicht alle Beschwerden bei der Leistungsbeurteilung
berücksichtigt worden. Hinsichtlich der Bemessung des Einkommens mit Behinderung
könne nicht von einem Durchschnittslohn als Verkäuferin ausgegangen werden,
sondern es müsse auf den statistisch durchschnittlichen Verdienst im Gastgewerbe
abgestellt werden. Der zusätzliche Abzug sei auf 20% zu erhöhen, weil auch die
übrigen Beschwerden sowie das Alter der Versicherten zu berücksichtigen seien. Aus
der Gegenüberstellung des Valideneinkommen von Fr. 27'128.-- und des
Invalideneinkommens von Fr. 16'730.40 resultiere ein Invaliditätsgrad im
Erwerbsbereich von 38%, der Teilinvaliditätsgrad betrage somit 19%. Insgesamt
ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 46.5%, weshalb die Versicherte Anspruch auf eine
Viertelsrente habe (IV-act. 68).
A.g Der RAD-Arzt Dr. E._ empfahl der IV-Stelle am 9. Mai 2007, bei der MEDAS eine
Stellungnahme zu den Einwänden der Versicherten einzuholen. Seiner Meinung nach
könne nach wie vor auf das MEDAS-Gutachten abgestellt werden (IV-act. 69). Die
MEDAS teilte der IV-Stelle am 18. Juni 2007 mit, die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
im Haushalt begründe sich an Hand der medizinischen Befunde. Demgegenüber stehe
die Einschränkung im Rahmen einer Haushaltsabklärung, die in der Regel auf den
subjektiven Abgaben der Versicherten beruhe. Damit lasse sich eine allfällige
Diskrepanz erklären. Zum Zeitpunkt der Begutachtung habe die Versicherte ausser
über Kopfschmerzen über keine neurologischen Symptome geklagt. Weder in der
internistischen noch in der rheumatologischen Untersuchung (bei beiden
Untersuchungen werde auch ein orientierender Neurostatus erhoben) hätten sich
Auffälligkeiten gezeigt. Eine wegweisende neurologische Diagnose hätte so
zweifelsohne erfasst werden können und hätte ihrerseits selbstverständlich eine
neurologische Fachbegutachtung nach sich gezogen. Kopfschmerzen seien zwar
unangenehmen und belastend, würden die Arbeitsfähigkeit jedoch nicht qualifiziert
beeinträchtigen (IV-act. 76). Der RAD-Arzt sah sich am 13. Juli 2007 in seinem
Standpunkt vom 9. Mai 2007 bestätigt (IV-act. 78).
A.h Mit Verfügung vom 9. November 2007 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren
ab. Sie fügte an, auf Grund des Einwandes vom 19. April 2007 sei das Dossier
nochmals den zuständigen Begutachtern zur erneuten Beurteilung und Stellungnahme
vorgelegt worden. Diese Rückfrage habe ergeben, dass weiterhin von einer 70%igen
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adaptierten Arbeitsfähigkeit im Erwerb ausgegangen werden könne. Auch lasse sich
die Notwendigkeit einer zusätzlichen neurologischen Begutachtung medizinisch nicht
begründen. Sie verweise auf das beiliegende Schreiben der MEDAS Basel vom 18. Juni
2006 sowie die RAD-Stellungnahme vom 13. Juli 2007 (IV-act. 79).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtete sich die Beschwerde der Versicherten vom 23.
November 2007. Sie beantragte, die Verfügung vom 9. November 2007 sei aufzuheben
und die Sache sei an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Eventualiter seien ihr
die gesetzlichen Leistungen zuzusprechen. Subeventualiter sei die Sache zur Einholung
eines neuen interdisziplinären Gutachtens unter Mitwirkung eines Neurologen, welches
über die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit Auskunft gebe sowie zu einer aktuellen
Haushaltsabklärung zurückzuweisen. Die Beschwerdeführerin führte in der Begründung
aus, die Verfügung der Beschwerdegegnerin erfülle die rechtsgenügliche
Begründungspflicht nicht, indem nicht sämtliche rechtlichen Einwände gewürdigt oder
zur Kenntnis genommen worden seien. Damit habe sie das rechtliche Gehör verletzt.
Eine weitere Gehörsverletzung bestehe darin, dass die Beschwerdegegnerin ihr die
Korrespondenz mit der MEDAS vorenthalten habe. Diese Gehörsverletzungen könnten
nicht geheilt werden, weshalb die Verfügung aufzuheben und die Sache zur neuen
Verfügung zurückzuweisen sei. Sodann sei das Beschleunigungsgebot verletzt worden,
weil die Beschwerdegegnerin seit der MEDAS-Stellungnahme vom 18. Juni 2007 fünf
Monate habe verstreichen lassen, bevor sie die Verfügung erlassen habe. In materieller
Hinsicht scheine sich die Beschwerdegegnerin auf die ärztliche Einschätzung
abzustützen, laut der die Einschränkung 20% betrage. Die vom Haushaltsbericht
abweichende Einschätzung werde von den Ärzten nicht begründet, auch hätten diese
die erforderlichen Abklärungen nicht selbst vorgenommen und seien dazu auch nicht
entsprechende Fachpersonen. Schliesslich seien sie von den falschen tatsächlichen
Grundlagen ausgegangen. Der Ehemann leide nämlich an erheblichen gesundheitlichen
Beeinträchtigungen infolge beidseitiger Lungenembolie und Osteoporose und könne
deshalb nicht mehr im Haushalt mithelfen. Weil die Versicherte unterdessen
umgezogen sei, stehe ihr neuerdings kein Lift mehr zu Verfügung, die Waschmaschine
befinde sich nun im Keller und die Einkaufswege seien länger. Aus diesen Gründen
rechtfertige sich eine Erhöhung der Einschränkung von den im Haushaltsbericht
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ermittelten 43% auf 55%. Der Teilinvaliditätsgrad betrage somit 27.5%. Betreffend die
Einschränkungen in der Erwerbsfähigkeit könne nicht auf das Gutachten abgestellt
werden. Dieses sei unvollständig. Die Beschwerdeführerin leide an chronischen
Rücken-, Nacken-, Kopf- und Schulterschmerzen sowie Konzentrationsbeschwerden.
Bei dieser Problematik seien auch neurologische Faktoren durch einen entsprechenden
Facharzt abzuklären. Sodann seien die Diskushernie in der HWS, die erheblichen
Kopfschmerzen sowie die extreme Kälteempfindlichkeit und Müdigkeit bei der
Leistungsbeurteilung nicht berücksichtigt worden. Die Arbeitsunfähigkeit sei deshalb
bedeutend höher, als sie der Rheumatologe geschätzt habe. Dieser habe sodann die
erwähnte Traglimite von 15 kg nicht konkret untersucht oder begründet, weshalb das
Gutachten nicht nachvollziehbar sei. Ein neues interdisziplinäres Gutachten sei deshalb
erforderlich. Hinsichtlich der Bemessung des Einkommens mit Behinderung könne
nicht von einem Durchschnittslohn als Verkäuferin ausgegangen werden. Der
Beschwerdeführerin seien nur noch leichte Serviertätigkeiten zumutbar. Gemäss LSE
2004 betrage das durchschnittliche Einkommen für Frauen im Sektor 3,
Anforderungsniveau 4, Gastgewerbe, Region Ostschweiz, bei einem Pensum von 50%
und unter Berücksichtigung einer Teuerung von zirka 1.5 % bis ins Jahr 2006 Fr.
20'913.--. Der zusätzliche Abzug von 10% sei auf 20% zu erhöhen, weil nicht nur die
Schulterproblematik, sondern auch die vermehrte Pausenbedürftigkeit, das Alter sowie
ein Teilzeitabzug zu berücksichtigen seien. Das Invalideneinkommen betrage deshalb
Fr. 16'730.40. Aus der Gegenüberstellung des Valideneinkommen von Fr. 27'128.--
und des Invalideneinkommen von Fr. 16'730.40 resultiere ein Invaliditätsgrad im
Erwerbsbereich von 38.74%, gerundet 39%, beziehungsweise ein Teilinvaliditätsgrad
von 19.5%. Insgesamt ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 47%, weshalb die
Versicherte Anspruch auf eine Viertelsrente habe (G act. 1).
B.b In ihrer Beschwerdeantwort vom 23. Januar 2008 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Sie erklärte, sie habe die
Begründungspflicht nicht verletzt, indem sie sich in der Verfügung auf die wesentlichen
Gesichtspunkte beschränkt habe. Der Beschwerdeführerin sei es ohne weiteres
möglich gewesen, sich über die Entscheidmotive der Beschwerdegegnerin ein Bild zu
machen. Der Stellungnahme der MEDAS vom 18. Juni 2007 komme keine wesentliche
Bedeutung zu, weil darin kein neuer Sachverhalt dargetan werde. Eine allfällige
Gehörsverletzung könne deshalb geheilt werden. Sodann seien der
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Rückweisungsantrag der Beschwerdeführerin zur Heilung des rechtlichen Gehörs und
die gleichzeitige Monierung der Verfahrensverzögerung widersprüchlich. Die
Rückweisung würde bloss einen verfahrensmässigen Leerlauf zur Folge haben. In
Bezug auf die gutachterliche Schätzung der Leistungsfähigkeit im Haushalt hätten die
Ärzte keine eigene Beurteilung vorgenommen, sondern lediglich das Ergebnis der
Haushaltsabklärung plausibilisiert. Das Gutachten lasse vermuten, dass die Ärzte den
Teilinvaliditätsgrad von 21% auf ein 100%-Pensum bezogen und somit die erste
Verfügung falsch interpretiert hätten. Den Ärzten sei jedoch nicht vorzuwerfen, sie
hätten keine vertiefte Kenntnis der gemischten Methode. Auf das Gutachten könne
abgestellt werden. Eine neurologische Abklärung sei nicht notwendig. Es sei
schliesslich Sache der Sachverständigen, den Bedarf an weiteren fachärztlichen
Begutachtungen zu beurteilen. Gemäss dem MEDAS-Gutachten sei der
Beschwerdeführerin die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Degustantin zu 50% zumutbar,
in adaptierten Tätigkeiten – ohne Kälteexposition – sei eine 70%ige Arbeitsfähigkeit
anzunehmen. Damit stehe fest, dass die Beschwerdeführerin sowohl die zuletzt
ausgeführte als auch jede andere Tätigkeit ausführen könnte, und dabei allenfalls einen
Lohnnachteil in der Höhe von 10% hinzunehmen hätte. Eine Erhöhung der ermittelten
Einschränkung von 43% im Haushalt könne ausgeschlossen werden, weil der
Ehemann der Beschwerdeführerin ins Pensionsalter getreten sei und von ihm daher
eine vermehrte Mithilfe verlangt werden könne. Weil die Beschwerdeführerin zuletzt
unterdurchschnittlich und unregelmässig verdient habe, könne die Ermittlung des
Validen- und des Invalideneinkommens theoretisch an Hand der LSE erfolgen. Daraus
resultiere ein reiner Arbeitsfähigkeitsvergleich unter Berücksichtigung eines allfälligen
zusätzlichen Abzuges von 10%. Der Teilinvaliditätsgrad im Erwerb betrage deshalb 5%
(10% x 0.5), im Haushalt 21.5% (43% x 0.5), woraus ein maximaler Invaliditätsgrad von
26.5% resultiere, welcher offensichtlich keinen Anspruch auf eine Invalidenrente
begründe (G act. 4).
B.c Die Beschwerdeführerin hielt in ihrer Replik vom 13. Februar 2008 an ihren
Anträgen fest. Auf die weiteren Ausführungen wird, soweit entscheidrelevant, in den

Erwägungen eingegangen (G act. 6).
B.d Am 26. Februar 2008 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf eine Duplik
(G act. 8).
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Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil
in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei
der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V
467 Erw. 1), und weil bei der Beurteilung ferner auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses
der streitigen Verfügungen vom 9. November 2007 eingetretenen Sachverhalt
abzustellen ist (BGE 121 V 366 Erw. 1b), ist auf die angefochtene Verfügungdie bis zum
31. Dezember 2007 geltenden materiellen Bestimmungen anzuwenden.
2.
2.1 Die Beschwerdeführerin macht eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches
Gehör sowie eine Verletzung des Beschleunigungsgebots geltend. Diese Rügen sind
vorab zu beurteilen.
2.2 Die vor Erlass der Verfügung eingeholten internen Stellungnahmen des RAD vom
9. Mai 2007 und 13. Juli 2007 (IV-act. 69 und 79) sowie die Stellungnahme der MEDAS
vom 18. Juni 2007 (IV-act. 76) wurden der Beschwerdeführerin nicht vorgelegt. Die
Stellungnahmen des RAD dienten der Beschwerdegegnerin zur Entscheidfindung. Sie
sind "Beweiswürdigungshilfen" bereits vorhandener medizinischer Akten und nicht eine
zusätzliche gutachterliche Würdigung. Sie stellen somit kein neues förmliches
Beweismittel dar. Trotzdem war es nicht zulässig, der Beschwerdeführerin vor Erlass
der Verfügung keine Einsicht in die internen Stellungnahmen des RAD vom 9. Mai 2007
und 13. Juli 2007 zu gewähren, weil diese eine Aktenerweiterung bewirkten und ihnen
nicht jede Aussen- oder Beweiswirkung abgesprochen werden kann. Es handelt sich
um entscheidrelevante Aktenstücke (Urteil des Bundesgerichts vom 14. September
2007 i/S. R [I 143/07] E. 3.3). Das rechtliche Gehör ist sowohl bei RAD-Stellungnahmen
nach Art. 49 Abs. 2 wie Abs. 3 IVV (eigene Exploration bzw. blosse Beratung) zu
gewähren (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 16. September 2008 i/S. H
[8C_424/2008] E. 2.2). Nichts Minderes kann für die Stellungnahme der MEDAS vom
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18. Juni 2007 gelten. Darin hat die leitende Ärztin Stellung genommen, weshalb eine
neurologische Begutachtung nicht notwendig gewesen sei. Sodann hat sie angegeben,
dass man an den Arbeitsfähigkeitsschätzungen gemäss Gesamtgutachten festhalte.
Diese Stellungnahme stellt eine zusätzliche gutachterliche Würdigung dar. Indem sich
die Beschwerdegegnerin in ihrer Verfügung auch auf diese neuen Akten abgestützt hat,
ohne der Beschwerdeführerin vorgängig Einsicht zu gewähren, hat sie das rechtliche
Gehör verletzt. Diese auch in anderen Fällen zu beobachtende Praxis muss die
Beschwerdegegnerin aufgeben. Die Gehörsverletzung wiegt konkret allerdings nicht so
schwer, dass sie zwingend die Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin
erfordern würde. Die Beschwerdeführerin erhielt vorliegend die Möglichkeit, sich vor
einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage
frei überprüfen kann (vgl. BGE 126 V 132). Diese Voraussetzung ist im Fall des
Versicherungsgerichts erfüllt (vgl. Art. 45 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]). Diese leichte Verletzung des rechtlichen
Gehörs kann somit geheilt werden.
2.3 Die Begründung einer Verfügung entspricht den Anforderungen an das rechtliche
Gehör (Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung; SR 101), wenn die betroffene Person
dadurch in die Lage versetzt wird, die Tragweite der Entscheidung zu beurteilen und
sie in Kenntnis der Umstände an eine höhere Instanz weiterzuziehen. Die Behörde ist
aber nicht verpflichtet, sich zu allen Rechtsvorbringen der Parteien zu äussern. Es
genügt, wenn ersichtlich ist, von welchen Überlegungen sich die Behörde leiten liess
(vgl. Ulrich Häfelin/Georg Müller/Felix Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 5. Aufl.,
Zürich 2006, Rz 1706). In der Verfügung vom 9. November 2007 betreffend Rente
verwies die IV-Stelle auf ihre Abklärungen. Diese hätten ergeben, dass der
Beschwerdeführerin eine leidensangepasste Tätigkeit zu 70% und die Tätigkeit im
Haushalt zu 80% zumutbar seien. Die auf Grund dieser Arbeitsfähigkeiten ermittelten
Teilinvaliditätsgrade bei einer 50%igen Erwerbstätigkeit (0%) und einer 50%igen
Tätigkeit im Haushalt (20% x 0.5) würden zusammen 10% betragen, weshalb kein
Anspruch auf eine Invalidenrente gegeben sei. Weiter ist der Verfügung zu entnehmen,
dass die Beschwerdegegnerin das Dossier den zuständigen Begutachtern vorgelegt
hat, damit diese zu den Einwänden Stellung nehmen könnten. Diese Rückfrage hat
ergeben, dass weiterhin von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit im Erwerb auszugehen sei.
Auch lasse sich eine zusätzliche neurologische Abklärung medizinisch nicht begründen
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(IV-act. 79). Diese Begründung ist zwar eher knapp gehalten, rechtfertigt jedoch keine
Aufhebung der Verfügung aus formellen Gründen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom
17. Juni 2005 [I 3/05] zur Begründungspflicht). Diese Begründung reicht bei weitem
aus, um sich über eine Anfechtung oder Akzeptanz der Verfügung schlüssig zu werden,
wenn immer man die Invaliditätsbemessungspraxis der Beschwerdegegnerin als
bekannt voraussetzen darf.
2.4 Die Beschwerdeführerin macht auch eine Verletzung des Beschleunigungsgebots
geltend, indem die Beschwerdegegnerin erst fünf Monate nach Eingang der MEDAS-
Stellungnahme verfügt habe. In Anbetracht dessen, dass das Dossier nochmals dem
RAD vorgelegt werden musste, entspricht dieses Vorgehen und die Dauer bis zur
Verfügung dem gewöhnlichen Verwaltungsgang.
3.
3.1 Streitig ist ein allfälliger Rentenanspruch der Beschwerdeführerin. Nach aArt. 28
Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) besteht
der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens
zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 % invalid ist.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe
Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % Anspruch auf eine
Viertelsrente. Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG i.V.m. Art. 16 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) ist die Invalidität
grundsätzlich durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und
nach der Durchführung der notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre. Bei nicht erwerbstätigen Versicherten im Sinne von Art. 5 Abs. 1 IVG –
so namentlich bei im Haushalt tätigen Personen – wird hingegen für die Bemessung
der Invalidität darauf abgestellt, in welchem Mass eine Behinderung besteht, sich im
bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen (aArt. 28 Abs. 2 IVG i.V.m. Art. 27 IVV). Als
Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen Personen gilt unter anderem die übliche
Tätigkeit im Haushalt sowie die Erziehung der Kinder (Art. 27 IVV). Bei versicherten
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Personen, die nur zum Teil erwerbstätig wären, wird die Invalidität diesbezüglich nach
Art. 16 ATSG festgelegt. Wären sie daneben in einem Aufgabenbereich tätig, so wird
die Invalidität für diese Tätigkeit nach aArt. 28 Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fall
sind die Anteile der Erwerbstätigkeit und der Tätigkeit im anderen Aufgabenbereich
festzustellen und der Invaliditätsgrad ist entsprechend der Behinderung in beiden
Bereichen zu bemessen (aArt. 28 Abs. 2 Abs. 1 IVG). Diese Art der
Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss als gemischte Methode bezeichnet.
3.2 Die Beschwerdeführerin ist als Teilerwerbstätige zu qualifizieren, hat sie doch im
Haushaltsbericht vom 4. April 2005 angegeben, sie würde als Gesunde wieder im
Rahmen von 50% als Verkäuferin tätig sein. Sie habe all die Jahre hindurch etwas
gearbeitet. Die Kinder seien jetzt erwachsen. Auf diese Aussagen kann abgestellt
werden. Zur Bemessung der Invalidität ist somit die gemischte Methode anzuwenden.
Die Höhe der behinderungsbedingten Erwerbseinbusse hängt vor allem von der
ärztlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung ab, d.h. davon, in welchem Umfang für die
versicherte Person noch eine Tätigkeit in Betracht fällt (BGE 125 V 261 E. 4). Die
Beschwerdegegnerin stützt sich dabei auf das MEDAS-Gutachten vom 12. September
2006. Demgemäss sind der Beschwerdeführerin körperlich leichte Tätigkeiten in
wirbelsäulen- und schulteradaptierten Wechselpositionen mit einer Traglimite von 15
kg zu 70% zumutbar. Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Degustantin ist ihr zu 50%
zumutbar, falls es sich dabei um eine rein stehende Arbeit in vornehmlich kühler
Umgebung handelt. Die Beschwerdeführerin ist dagegen der Ansicht, bei dieser
Beurteilung seien nicht alle Behinderungen berücksichtigt worden. Aus dem Gutachten
ist ersichtlich, dass eine sorgfältige Untersuchung der Beschwerdeführerin
stattgefunden hatte. Die erfahrenen Ärzte konnten sodann auf Grund des Ausmasses
der Beschwerden ohne weiteres z.B. die Traglimite einschätzen, weshalb keine
konkreten Tests notwendig waren. Die Kälteempfindlichkeit schliesslich ist in der
Arbeitsfähigkeitsschätzung effektiv berücksichtigt worden. Die Arbeit als Degustantin in
vornehmlich kühler Umgebung wurde nämlich um 20% mehr eingeschränkt erachtet
als eine leidensadaptierte Tätigkeit. Dass wirbelsäulen- und schulteradaptierten
Wechselpositionen eine höhere Arbeitsfähigkeit ermöglichen, erscheint insgesamt als
nachvollziehbar.
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ter
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3.3 Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, eine neurologische Untersuchung
wäre erforderlich. Die MEDAS nahm dazu Stellung und führte aus, es hätten keine
Indizien für eine neurologische Untersuchung bestanden. Die Beschwerdeführerin habe
lediglich über Kopfschmerzen geklagt. Die Beschwerdeführerin ist internistisch,
rheumatologisch, psychiatrisch und HNO-ärztlich untersucht worden. Die
Sachverständigen haben keinen Bedarf nach weiteren fachärztlichen Untersuchungen
erkennen können. Aus den Akten ergeben sich keine Hinweise, dass die Ärzte
neurologische Beschwerden verkannt hätten. Diese Rüge erweist sich somit als
unbegründet.
3.4 Zusammenfassend folgt daraus, dass auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung der
MEDAS in Bezug auf die Erwerbstätigkeit abgestellt werden kann. Das Gutachten
erweist sich in dieser Hinsicht als schlüssig und umfassend.
3.5 Die Beschwerdegegnerin hat sich bei der Bemessung des Invaliditätsgrades auf
die Tabellen im Anhang zur LSE 2006 gestützt und die Tabellen für die Region
Ostschweiz angewendet. Ein Abweichen von den gesamtschweizerischen
Durchschnittslöhnen entspricht nicht der bundesgerichtlichen Praxis (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 17. September 2007 i/S. F. [I 84/07] E. 5.2.1 mit weiteren
Hinweisen). Gemäss MEDAS-Gutachten wird der Beginn der 50%igen
Arbeitsunfähigkeit mit dem 21. November 2004 angegeben. Das sogenannte Wartejahr
(aArt. 29 Abs. 1 lit. b IVG) ist somit im November 2005 erfüllt worden. Abzustellen ist
demnach für die Ermittlung des Validen- und Invalideneinkommens auf die Löhne im
Jahr 2005. Die Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdeführerin sowohl hinsichtlich
des Validen- wie des Invalideneinkommens als Hilfsarbeiterin qualifiziert. Die
Beschwerdeführerin hat die Lehre als Schuhverkäuferin absolviert und hat zuletzt
unregelmässig im Service und als Degustantin ausgeholfen. Es ist deshalb für die
Ermittlung des Valideneinkommens auf die Tabellenlöhne im Anhang zur LSE, Niveau 3
(Berufs- und Fachkenntnisse vorausgesetzt), Detailhandelsbranche abzustellen. Das
Jahreseinkommen bei einem Monatslohn von Fr. 3'981.-- beträgt gemäss der LSE
2004 Fr. 47'772.--. Aufgerechnet auf eine durchschnittliche betriebsübliche
wöchentliche Arbeitszeit von 41.6 Stunden erzielten Frauen Fr. 49'683.--. Angepasst an
die Nominallohnentwicklung von 1% (Lohnentwicklung 2005, S. 9) beträgt das
Valideneinkommen bei einem Pensum von 50% somit Fr. 25'090.--.
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3.6 Das Invalideneinkommen ist ebenfalls nach den Tabellenlöhnen zu bestimmen,
hingegen ist die Beschwerdeführerin hier als Hilfsarbeiterin zu betrachten. Der
Jahreslohn von Frauen im Niveau 4 betrug bei einer durchschnittlichen
betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41.6 Stunden Fr. 48'585.-- (LSE 2004,
Tabelle TA1, Total Frauen). Aufgerechnet mit der Nominallohnentwicklung von 1 %
beträgt das Jahreseinkommen im 2005 Fr. 49'070.--. Bei einem 50%-Pensum beträgt
das vergleichbare Jahreseinkommen Fr. 24'535.--. Entgegen der Ansicht der
Beschwerdeführerin rechtfertigt es sich nicht, nur auf die Durchschnittslöhne im
Gastgewerbe abzustellen.
3.7 Die Beschwerdeführerin macht schliesslich geltend, ihr sei ein Leidensabzug von
20% zu gewähren. Der oftmals als "Leidensabzug" bezeichnete Abzug hat nichts mit
dem Leiden zu tun. Vielmehr sollen damit jene Nachteile ausgeglichen werden, welche
die versicherte Person bei der Anwendung statistischer Daten für das
Invalideneinkommen erleidet. Die Invalidität bewirkt – neben der Arbeitsunfähigkeit –
auf den realen Arbeitsmarkt bezogen eine zusätzliche Lohneinbusse. Denn die
statistischen Tabellenlöhne werden auf der Grundlage von Daten gesunder
Arbeitnehmer erhoben. Solche Werte erreicht der invalide Arbeitnehmer im Allgemeinen
nicht. Vielmehr muss er in der Entwicklung des Invaliditätseinkommens
beziehungsweise der Invalidenkarriere mannigfaltige Nachteile gewärtigen (vgl.
BGE 126 V 75 neues Fenster zum Leidensabzug). Die Beschwerdeführerin ist
körperlich gegenüber einer gesunden Konkurrentin mit gleichem Teilpensum klar
benachteiligt, so dass sie eine Lohneinbusse wird in Kauf nehmen müssen. Allerdings
ist bei Frauen im tiefsten Anforderungsniveau die Teilzeitarbeit hochgerechnet auf ein
Vollpensum statistisch gesehen besser entlöhnt als Vollzeitarbeit (vgl. Tabelle T6* der
LSE 2004, S. 25). Die körperlichen Beschwerden an und für sich sind sodann in der
ärztlichen Schätzung der Arbeitsfähigkeit abschliessend berücksichtigt worden.
Insgesamt erscheint unter diesen Umständen der von der Beschwerdegegnerin
gewährte Abzug von 10% als angemessen.
3.8 Nach dem heute üblichen methodischen Vorgehen der Praxis entspricht das
Invalideneinkommen dem Verdienst, den die versicherte Person nach Eintritt der
Invalidität und Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte. Das im
https://swisslex.westlaw.com/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx126xVx75_82&AnchorTarget=BGEx126xVx75
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Gesundheitsfall geleistete Arbeitspensum bildet somit eine zeitliche Schranke für die
Verwertbarkeit der verbliebenen Arbeitsfähigkeit (Urteil des Bundesgerichts vom
14. August 2008 i/S. M [9C_213/2008] E.3.1). Die Erwerbseinbusse wird somit vorerst
unter der Annahme einer vollzeitigen Erwerbstätigkeit bemessen. Im Gegensatz zur
reinen Erwerbseinkommensvergleichsmethode wird lediglich der Leidensabzug
berücksichtig, die verminderte Arbeitsfähigkeit jedoch nicht, was zu folgendem
Ergebnis führt: Die Beschwerdeführerin könnte im hier vorliegenden Fall im Rahmen
eines erwerblichen Pensums von 50% ihre Restarbeitsfähigkeit von 70% voll
verwerten, weshalb keine Erwerbseinbusse resultiert. Der Teilinvaliditätsgrad im Erwerb
beträgt somit 0%. Nach der Auffassung des Versicherungsgerichts wäre stattdessen
der Faktor der Arbeitsfähigkeit anteilsmässig beim Teilzeitpensum zu berücksichtigen
(vgl. dazu etwa Urteil vom 9. Mai 2006 [IV 2005/88]. Gegen eine Praxisänderung hat
sich das Bundesgericht jedoch wiederholt ausgesprochen (vgl. etwa oben genanntes
Urteil 9C_213/2008).
4.
4.1 Zu prüfen bleibt die Einschränkung der Beschwerdeführerin im Haushalt. Gemäss
Haushaltsbericht vom 4. April 2005 beträgt diese 42.93%. Die Beschwerdeführerin
macht nun geltend, die Arbeitsfähigkeitsschätzung sei von Fachpersonen zu erheben.
Sodann könne keine Mithilfe des Ehemannes berücksichtigt werden, weil dieser an
Lungenembolie und Osteoporose leide. Schliesslich sei das Ehepaar umgezogen und
hätte nun weniger Komfort (Lift, Waschmaschine in der Wohnung). Die Einschränkung
in der Tätigkeit im Haushalt sei deshalb auf 55% zu erhöhen.Vorliegend kann offen
bleiben, ob der Haushaltsbericht von einer genügend qualifizierten Fachperson erstellt
wurde (vgl. zur den Anforderungen BGE 130 V 61, E. 6.2). Die Diskrepanz zur
medizinischen Einschätzung, die von einer 80%igen Leistungsfähigkeit ausgegangen
ist, scheint tatsächlich auf einer falschen Interpretation der ersten Verfügung
beziehungsweise der gemischten Methode zu beruhen und nicht auf einer tieferen
Selbsteinschätzung der Beschwerdeführerin. Es rechtfertigt sich deshalb nicht, von der
Einschätzung gemäss Haushaltsbericht abzuweichen.
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4.2 Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts zur gemischten Methode ist bei der
Invaliditätsbemessung im Bereich Haushalt die Möglichkeit zur Mithilfe von
Familienangehörigen bei der Ermittlung der Einschränkungen in diesem Bereich mit zu
berücksichtigen (vgl. BGE 133 V 504 E. 4.2 mit Hinweisen). Das Versicherungsgericht
des Kantons St. Gallen hat die Mitberücksichtigung Schadenminderungspflicht der
Angehörigen verschiedentlich kritisiert (Entscheid vom 31. Mai 2007 [IV 2006/282] E.
5b, Entscheid vom 3. April 2008 [IV 2006/248] E. 5.1.1), wie auch die Lehre (vgl. Hardy
Landolt, Hauswirtschaftliche Schadenminderungspflicht von Angehörigen bei der
Invaliditätsbemessung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hg.],
Sozialversicherungsrechtstagung 2007, St. Gallen 2007, S. 143; Marc Hürzeler, Die
Rechtsprechung des Bundesgerichts und des Eidg. Versicherungsgerichts, in: ZBJV
Band 145/2009 S. 23f), namentlich eine extensive Auslegung erscheint dem Gericht als
sachwidrig, weil es nicht um den Schaden oder das Leistungspotential der Familie
geht. Indessen ist der Rechtsprechung zu folgen. Immerhin ist im Einzelfall die
Schadenminderungspflicht der Angehörigen auf ihre Verhältnismässigkeit zu prüfen.
4.3 Für den Bereich Ernährung (39.89%) ist eine Einschränkung von 20% geschätzt
worden, ohne eine Schadenminderungspflicht des Ehemannes zu berücksichtigen. Im
Bereich Wohnungspflege (13.72%) wurde eine Einschränkung von 80% angenommen,
jedoch eine Mithilfe von 20% berücksichtigt. Dies entspricht etwa einer
viertelstündigen Mithilfe, was zumutbar ist. Ebenso ist eine Mithilfe beim Einkaufen
vertretbar. Eine weitere Mithilfe wurde dem Ehemann nicht zugemutet. Gesamthaft
wird die Mithilfe von 6.2% als verhältnismässig betrachtet. Gesundheitliche
Einschränkungen des Ehemannes werden von der Beschwerdeführerin nicht weiter
belegt und sind deshalb nicht rechtsgenüglich ausgewiesen. Sodann ist nicht
anzunehmen, dass der Wohnungswechsel zu einer qualifizierten Änderung der
Anforderungen an die Haushaltstätigkeit geführt hat. Die Wohnung ohne Lift und mit
der Waschmaschine im Keller führt zwar zu einem grösseren Zeitaufwand für die
einzelnen Tätigkeiten, weil die Wäsche sowie Einkäufe in kleineren Portionen
herumgetragen werden muss. Dieser zusätzliche Zeitaufwand kann als zumutbar
betrachtet werden. Die ermittelte Einschränkung von 42.93% beruht nämlich
hauptsächlich auf der Tatsache, dass die Aufgabe der gemeinnützigen Tätigkeit der
Beschwerdeführerin vollumfänglich angerechnet worden ist (25.73%). Insgesamt
beträgt der Teilinvaliditätsgrad im Haushalt somit 21.5% (42.93% x 0.5).
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4.4 Zusammenfassen beträgt der Invaliditätsgrad gemäss der gemischten Methode,
wie sie nach der Praxis des Bundesgerichts auszuführen ist, für beide Teilbereiche
zusammen 21.5% ([0% x 0.5] + [42.93% x 0.5]). Somit resultiert ein Invaliditätsgrad der
unter 40% liegt, weshalb die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine
Invalidenrente hat.
5.
Im Sinne der vorstehenden Ausführungen ist die Beschwerde abzuweisen. Das
Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
als angemessen. Als unterliegende Partei hat die Beschwerdeführerin die
Gerichtskosten zu bezahlen (vgl. Art. 95 Abs. 1 VRP). Mit dem von ihr geleisteten
Kostenvorschuss im Verfahren IV 2007/459 in gleicher Höhe ist die geschuldete
Gerichtsgebühr getilgt. Ein Anspruch auf eine Parteientschädigung besteht nicht.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG