Decision ID: efec4773-174b-4ab6-9fd8-58e2c7129de8
Year: 2022
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_001
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

I. Sachverhalt:
1. Mit Urteil 1D_5/2021 vom 26. April 2022 hiess das Bundesgericht die
gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden
U 20 72 vom 11. März 2021 erhobene Beschwerde von A._ gut. Es
erwog, dass die Bürgergemeindeversammlung ihrer
verfassungsrechtlichen Begründungspflicht nicht nachgekommen sei und
damit den Anspruch auf rechtliches Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV verletzt
habe. Es hob den Entscheid des Verwaltungsgerichts auf und wies die
Sache zu neuem, rechtsgenüglich begründetem Entscheid über die
Erteilung des Gemeindebürgerrechts an die Bürgergemeinde B._
zurück. Zur Neuregelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen des
Beschwerdeverfahrens wies das Bundesgericht die Sache an das
Verwaltungsgericht zurück (Ziffer 2 des Urteilsdispositivs).

II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1.1. Heisst das Bundesgericht eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen
Angelegenheiten ganz oder teilweise gut, kann es reformatorisch
entscheiden, also in der Sache selbst Anordnungen treffen, oder aber
kassatorisch, also den angefochtenen Entscheid nur aufheben oder die
Angelegenheit an die Vorinstanz oder an die erstinstanzlich verfügende
Behörde zur Neubeurteilung zurückweisen (Art. 107 Abs. 2 des
Bundesgesetzes über das Bundesgericht [BGG; SR 173.110]; vgl. auch
KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und
Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2013,
Rz. 1640; m.w.H. DORMANN, in: Niggli/Uebersax/Wiprächtiger/Kneubühler
[Hrsg.], Basler Kommentar zum Bundesgerichtsgesetz, 3. Aufl., Basel
2018, Art. 107 Rz. 12 ff.). Dabei kann das Bundesgericht gemäss Art. 67
und Art. 68 Abs. 5 BGG auch die Kosten und/oder die Entschädigungen
des vorangegangenen Verfahrens anders verteilen. Es weist die
Angelegenheit dabei entweder an die Vorinstanz zurück, damit diese über
die Kostenverteilung entscheidet, oder entscheidet selbst
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(KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, a.a.O., Rz. 1658; GEISER, in:
Niggli/Uebersax/Wiprächtiger/Kneubühler [Hrsg.], Basler Kommentar zum
Bundesgerichtsgesetz, 3. Aufl., Basel 2018, Art. 67 Rz. 5 und Art. 68
Rz. 24 f.). Bei einer Rückweisung sind die Vorgaben und Anweisungen
des Bundesgerichts für die Vorinstanz verbindlich (KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI,
a.a.O., Rz. 1643; DORMANN, in: Niggli/Uebersax/Wiprächtiger/Kneubühler,
a.a.O., Art. 107 Rz. 18; vgl. auch BGE 143 IV 214 E.5.3.3 m.H.a. 135 III
334 E.2.1).
1.2. Nach der verbindlichen Anweisung des Bundesgerichts sind die Kosten-
und Entschädigungsfolgen des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht
des Kantons Graubünden neu zu verlegen.
2. Da der Beschwerdeführer vor dem Bundesgericht vollständig obsiegt hat,
ist er in den kantonalen Verfahren so zu stellen, als wäre er mit seinen
Beschwerden vor der Regierung und dem Verwaltungsgericht
durchgedrungen.
2.1. Gemäss Art. 73 Abs. 1 VRG des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) hat im
Rechtsmittelverfahren in der Regel die unterliegende Partei die Kosten zu
tragen. Die Gerichtskosten aus dem verwaltungsgerichtlichen
Beschwerdeverfahren U 20 72 von insgesamt CHF 1'924.-- (bestehend
aus einer Staatsgebühr von CHF 1'500.-- und Kanzleiauslagen von
CHF 424.--) gehen somit entsprechend dem Ausgang des
bundesgerichtlichen Verfahrens zu Lasten der Bürgergemeinde B._.
Der Regierung des Kantons Graubünden als Vorinstanz werden keine
Kosten überbunden.
2.2.1. Darüber hinaus hat die Bürgergemeinde B._ den obsiegenden
Beschwerdeführer für das verwaltungsgerichtliche Beschwerdeverfahren
U 20 72 aussergerichtlich zu entschädigen (vgl. Art. 78 Abs. 1 VRG). Die
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Parteientschädigung wird gemäss Art. 2 Abs. 1 der Verordnung über die
Bemessung des Honorars der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte
(Honorarverordnung, HV; BR 310.250) i.V.m. Art. 19 des kantonalen
Anwaltsgesetzes (BR 310.100) durch die urteilende Instanz nach
Ermessen festgesetzt. Ausgangspunkt bildet die Kostennote, die der
entschädigungsberechtigten Partei für die anwaltliche Vertretung in
Rechnung gestellt wird (Art. 2 Abs. 2 HV), soweit insbesondere der
vereinbarte Stundensatz üblich (vgl. Art. 3 Abs. 1 HV) und der geltend
gemachte Aufwand angemessen und für die Prozessführung erforderlich
sind. Reichen die Parteien zu Beginn des Verfahrens nicht eine
vollständige, unterzeichnete Honorarvereinbarung ein, kann die urteilende
Instanz davon absehen, für die Festsetzung der Parteientschädigung die
Anwaltsrechnung heranzuziehen (Art. 4 Abs. 1 HV).
2.2.2. Die beschwerdeführerische Rechtsvertreterin reichte dem Gericht im
Verfahren U 20 72 mit Schreiben vom 5. November 2020 eine Kostennote
über CHF 9'029.25 ein (Honorar nach Zeitaufwand von CHF 7'920.-- [=
25.5 h à CHF 300.--] zzgl. CHF 463.70 Auslagen und 7.7 % MWST [=
CHF 645.55]). Dabei werden Aufwendungen ab dem 9. Januar 2020
geltend gemacht, mithin noch während des Einbürgerungsverfahrens.
Diese Positionen sind im vorliegenden verwaltungsgerichtlichen Verfahren
indes nicht zu entschädigen, so dass vorliegend der geltend gemachte
Aufwand erst ab dem 15. Juni 2020 zu berücksichtigen ist. Der so für das
Beschwerdeverfahren U 20 72 geltend gemachte Zeitaufwand von
insgesamt 16.8 Stunden erscheint dem Gericht angesichts der gesamten
Umstände, der Schwierigkeit der Angelegenheit und des Umfangs des
Verfahrens als angemessen. Dementsprechend sind auch lediglich
Auslagen in der Höhe von CHF 324.30 zu berücksichtigen.
2.2.3. Eine Honorarvereinbarung liegt nicht im Recht. Die Praxis des
Verwaltungsgerichts (Praxisänderung vom 5. September 2017, vgl. dazu
statt vieler VGU R 17 86 vom 17. April 2018 E.5.2) geht gestützt auf die
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HV dahin, dass bei Einreichen einer Honorarvereinbarung der geltend
gemachte Stundenansatz übernommen wird, sofern er den Ansatz von
CHF 270.-- nicht überschreitet. Wird keine Honorarvereinbarung
eingereicht, beträgt der Stundenansatz höchstens CHF 240.--. Angesichts
dieser Praxis ist der geltend gemachte Stundenansatz der
Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers von CHF 300.-- auf CHF 240.--
herabzusetzen und das Honorar dementsprechend zu kürzen. Die so
korrigierte Honorarnote beläuft sich danach auf total CHF 4'691.75
(Honorar nach Zeitaufwand von CHF 4'032.-- [= 16.8 h à CHF 240.--] zzgl.
CHF 324.30 Kleinspesen [= CHF 4'356.30] und 7.7 % MWST [=
CHF 335.45]). In diesem Umfang hat die Beschwerdegegnerin den
Beschwerdeführer aussergerichtlich zu entschädigen.
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