Decision ID: 8f49339e-f62e-5aa9-b453-0ff211cafd92
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1954 geborene
X._
meldete sich am 1
3.
September 2017 (Eingangsdatum) bei der IV-Stelle Schwyz zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/1).
Mit Verfügung vom
4.
Juli 2018 wurde
X._
von der IV-Stelle Schwyz mit Wirkung ab
1.
Mai 2018 eine ganze Rente der Invalidenversicherung sowie eine
akzessorische
Kinderrente für seine Tochter
Y._
zuge
sprochen (
Urk.
7/34).
Nachdem die Ausgleichskasse der Sozialversiche
rungsan
stalt des Kantons Zürich vom Versicherten weitere Angaben zur Ausbildung seiner Tochter eingefordert hatte, teilte sie ihm mit Schreiben vom
5.
Juli 2018 (
Urk.
7/37) mit, dass der Anspruch auf eine Kinderrente mit Abschluss der Aus
bildung
von
Y._
per Juli 2018 erlösche.
Am 1
5.
Oktober 2018 (
Urk.
7/40) und 1
9.
November 2018 (
Urk.
7/48) teilte die Ausgleichskasse dem Versicherten erneut mit, dass ein Anspruch auf eine Kinderrente nicht länger bestehe. Am 1
1.
Dezember 2018 verfügte die IV-Stelle der Sozialversiche
rungs
anstalt des Kantons Zürich, dass der Antrag auf Ausrichtung einer Kinderrente abgewiesen werde (
Urk.
2 [=
Urk.
7/51]).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom
9.
Januar 2019 Beschwerde (Urk. 1) und beantragte, die Kinderrente sei auch für die Monate September bis
Dezember 2018 weiterhin auszurichten. In ihrer Beschwerdeantwort vom 18. Febru
ar
2019 (
Urk.
6) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde.
Die Einzelrichterin

zieht in Erwägung:
1.
Strittig
ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine akzessorische Kinder
rente für seine Tochter
Y._
ab August 201
8.
Y._
wurde am 1
2.
Dezember 1993 geboren und
war
somit am 12. Dezember 2018
25-jährig, weshalb der Anspruch auf eine Kinderrente i
n diesem Zeitpunkt ex lege
er
losch (vgl.
Art.
35 des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung [IVG]
i.V.m
.
Art.
22 und
25 des
Bundesgesetz
es
über die Alters-
und
Hinterlassen
en
versicherung
[
AHVG
]
)
.
D
a der Streitwert
Fr.
20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der
Beschwerde
in die einzelrichte
rliche Zuständigkeit (
§
11 Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).
2.
2.1
Gemäss
Art.
58
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts (ATSG) ist für die Beurteilung von Beschwerden das Versi
che
rungsgericht desjenigen Kantons zuständig, in dem die versicherte Person oder der Beschwerde führende Dritte zur Zeit der Beschwerdeerhebung Wohnsitz hat. In Abweichung von
Art.
58
Abs.
1 ATSG entscheidet nach
Art.
69
Abs.
1
lit
. a IVG das Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle über Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stellen.
Die Zuständigkeit des hiesigen Gerichts zur Beurteilung der vorliegenden Be
schwerde ist gestützt auf
Art.
69
Abs.
1
lit
. a IVG zu bejahen, da eine von der IV-Stelle Zürich erlassene Verfügung angefochten ist (vgl. dazu etwa Urteil des Bundesgerichts 9C_65/2011 vom
5.
August 2011).
2.2
Die örtliche Zuständigkeit der IV-Stellen bestimmt sich nach Art. 55 IVG. Danach ist diejenige IV-Stelle zuständig, in deren Kantonsgebiet die ver
sicherte Person im Zeitpunkt der Anmeldung ihren Wohnsitz hat.
3
.
Gemäss Angaben in der Anmeldung vom 1
3.
September 2017 befand sich der Wohnsitz des Beschwerdeführers zu jenem Zeitpunkt in Goldau, Kanton Schwyz (vgl.
Urk.
7/1). Den Angaben in der Beschwerdeschrift (
Urk.
1) ist zu entnehmen, dass der Versicherte seinen Wohnort seither nicht gewechselt hat und nach wie vor in Goldau, Kanton Schwyz ansässig ist.
In Anwendung von
Art.
55 IVG war daher die IV-Stelle Schwyz zur Beurteilung der Anmeldung des Beschwerdeführers zuständig. Diese verfügte entsprechend am
4.
Juli 2018 über den Rentenanspruch des Beschwerdeführers inklusive der akzessorischen Kinderrente (vgl.
Urk.
7/34).
Da sich der Wohnsitz des Beschwer
de
führers auch im Zeitpunkt der fraglichen Renteneinstellung der Kinderrente per August 2018 im Kanton Schwyz befand, wäre zur Klärung dieser Frage ebenfalls die IV-Stelle Schwyz und nicht die Beschwerdegegnerin zuständig gewesen.
4.
Nach
Art.
49
Abs.
1 ATSG hat der Versicherungsträger über Leistungen, Forde
rungen und Anordnungen, die erheblich sind oder mit denen die betroffene Person nicht einverstanden ist, schriftlich Verfügungen zu erlassen. Gegen Verfü
gungen - ausgenommen gegen prozess- und verfahrensleitende - kann innerhalb von 30 Tagen bei der verfügenden Stelle Einsprache erhoben werden (
Art.
52
Abs.
1 ATSG).
D
ie IV-Stelle
teilt
der versicherten Person den vorgesehenen Endentscheid über ein Leistungsbegehren oder den Entzug oder die Herabsetzung einer bisher ge
währten Leistung mittels Vorbescheids mit. Die versicherte Person hat Anspruch auf rechtliches Gehör im Sinne von Artikel 42 ATSG (
Art.
57a
Abs.
1 IVG). Die Parteien können innerhalb einer Frist von 30 Tagen Einwände zum Vorbescheid
vorbringen (
Art.
73
ter
Abs.
1 der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV
).
5.
Wie die Beschwerdegegnerin in ihrer Beschwerdeantwort vom 1
8.
Februar 2019 selbst ausführte, wurde vorliegend kein
Vorbescheidverfahren
durchgeführt (vgl.
Urk.
6). Ob es, wie die Beschwerdegegnerin annimmt, zur Wahrung des re
cht
lichen Gehörs ausgereicht hätte
, den Beschwerdeführer mit Schreiben vom
1
5.
Oktober und 1
9.
November 2018 (
Urk.
7/40 und 7/48) über ihre Einschätzung bezüglich Kinderrente zu informieren, kann angesichts der Unzuständigkeit der IV-Stelle Zürich
letztlich
offengelassen werden. Es bleibt jedoch darauf hinzu
weisen, dass die Nichtdurchführung des
Vorbescheidverfahrens
eine schwerwie
gende Verletzung des rechtlichen Gehörs darstellt, welche einer Heilung grund
sätzlich nicht zugänglich ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_356/2011 vom
3.
Februar 2012 E. 3.4).
6.
Dementsprechend ist die Beschwerde in dem S
inne gutzuheissen, dass die Ver
fügung vom
1
1.
Dezember 2018
wegen Unzuständigkeit der entscheidenden Be
hörde
aufzuheben ist und die Akten nach Eint
ritt der Rechtskraft des vorlie
genden Urteils an die zuständige IV-Stelle
Schwyz
zu
überweisen sind, damit diese
das Verfahren korrekt durchführe und anschliessend
v
erfüge.
7.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 200.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).