Decision ID: cc126e68-93f9-4fe8-9488-ccda11c8ba7f
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1975, arbeitete seit
1.
März 2008
in einem 100%-Pensum
bei der
Y._
als Flachdach-Facharbeiter. In dieser Eigenschaft war er bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Fol
gen von Un
fäl
len versichert (
Urk.
10/212).
Daneben war er durchschnittlich drei Stunden pro Woche als Security/Türsteher für die
Z._
tätig (Urk. 10/31).
Am 2
3.
Juli 2009 erlitt er bei der Arbeit
für die
Y._
ein Knie
distorsionstrauma links (
Urk.
10/5,
Urk.
10/8
, Urk.
10/212). Bei der MRI-Unter
suchung vom 1
1.
Dezember 2009 wurde ein radiär verlaufender Riss des
M
eniskushinterhorns
festgestellt. In der Folge wurde
der Versicherte am 1
4.
Januar 2010 im
A._
operiert (
Urk.
10/20 S. 1). Die Suva er
brachte Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen.
Per 22. März 2010 attestierte der Hausarzt des Versichertem diesem keine Arbeitsunfähigkeit mehr (Urk. 10/28), woraufhin die Suva den Fall formlos abschloss. Danach erlitt der Versicherte am 28. Oktober 2010 eine Kniedistorsion rechts. Die medizi
nischen Unter
suchungen zu diesem ebenfalls bei der Suva versicherten Unfall ergaben eine komplexe Rissbildung am medialen
Meniskus
hinterhorn
rechts. Der Ver
sicherte wurde am 9. De
zember 2010 operiert (Urk. 10/48, Urk. 10/174 S. 2).
Nach Rückfallmeldungen vom 2
7.
Juni 2012 (
Urk.
10/38) und
16. April 2013 (Urk. 10/87) zum Unfall vom 23. Juli 2009
richtete die Suva dem Versicherten jeweils wieder Versiche
rungs
leistungen aus.
Alsdann
meldete der Versicherte der Suva am 1. März 2015, dass er beim Schlit
teln das linke Bein verdreht habe (Urk. 10/201). Daraufhin erbrachte die Suva erneut Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen. Am 16. März 2016 unter
suchte der Suva-Kreisarzt den Versicherten (Urk. 10/205). Die
Y._
kündigte das Arbeitsverhältnis mit dem Versicherten am 30. März 2016 per 30. Juni 2016 (Urk. 10/207 S. 3). Die Suva teilte ihm mit Schreiben vom 6. April 2016 sodann mit, dass sie die Heilbehand
lungskosten rückwirkend per 31. März 2016
ein
gestellt habe (Urk. 10/211). Mit Verfügung vom 21. Juli 2016 verneinte sie zudem einen Anspruch des Ver
sicherten auf Invalidenrente und Integritäts
ent
schädigung (Urk. 10/228). Dagegen erhob der Versicherte am 9. September 2016 Einsprache (Urk. 10/235), welche d
ie Suva mit
Einspracheentscheid
vom 2
1.
Dezember 2016 ab
wies
(
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 2
4.
Januar 2017 Beschwerde und beantragte, in Aufhebung des
Einspracheentscheids
vom 2
1.
Dezember 2016 und der Verfügung vom 2
1.
Juli 2016 sei ihm ab April 2016 mindestens eine Rente von 11
%
aus
zurichten (
Urk.
1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom
1.
März 2017 beantragte die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde (Urk. 9, unter Beilage ihrer Ak
ten [
Urk.
10/1-264]), was dem Beschwerdeführer am
6.
März 2017 zur Kennt
nis ge
bracht wurde (
Urk.
12).
Mit Eingabe vom
7.
Mai 2018 (
Urk.
13) reichte der Beschwerdeführer den Vorbe
scheid der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom
3.
Mai 2018 (
Urk.
14) ein. Der Beschwerdegegnerin wurde am
8.
Mai 2018 eine Kopie dieser Eingabe zugestellt (
Urk.
15).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September
2015 beziehungsweise am
9. Novem
ber 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
setzes
über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversiche
rung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wir
k
licht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
D
ie
hier zu beurteilende
n
Unf
ä
ll
e
haben
sich am
2
3.
Juli 2009
und 29. Oktober 2010
ereignet
(
Urk. 10/174 S. 2, Urk.
10/212
). Die Rückfallmeldungen zum Unfall vom 23. Juli 2009 datieren vom 27. Juni 2012, 16. April 2013 und 1. März 2015 (Urk. 10/38, Urk. 10/87, Urk. 10/201). D
eshalb
finden
die bis 31. Dezember 2016
gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung
. Sie werden
in dieser Fassung zitiert
.
1.2
Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG werden - soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt - die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nicht
berufs
unfällen und Berufs
krankheiten gewährt.
1.3
Die Versicherungsleistungen werden auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt (Art. 11 UVV). Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederauf
flackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behand
lung, möglicher
weise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt; von Spät
folgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder auch psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem anders gearteten Krank
heitsbild führen können (BGE 118 V 293 E. 2c mit Hin
weisen).
1.4
1.4.1
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10 % invalid (Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversiche
rungs
rechts, ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Invalidität ist die voraus
sichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsun
fähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des Inva
liditäts
grades wird das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach Ein
tritt
der unfall
bedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger Ein
gliede
rungs
mass
nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits
marktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Er
werbs
ein
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid gewor
den wäre (
Validen
einkommen
; Art. 16 ATSG).
1.4.2
Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss Art. 16 ATSG das Erwer
bs
einkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und all
fälliger Eingliederungs
mass
nahmen
durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbs
einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre.
1.4.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen w
erden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1,
126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (
BGE 143 V 295 E. 4.1.3
; zur Verwendung der aktuellsten statis
tischen Daten bei
Rentenrevisionen vgl. BGE
143 V 295 E. 4.2.2,
142 V 178 E. 2.5.8.1
,
133 V 545 E. 7.1). Der
Beizug
der
Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst
dieser
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich i
st (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3,
135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/Reichmuth, IVG, 3. Aufl., N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
2.
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Invaliden
rente der Beschwerdegegnerin hat.
3.
3.1
Kreisärztin Dr. med.
B._
, Fachärztin für Neurochirurgie, führte im Bericht zur Kreisärztlichen Untersuchung vom 29. April 2014 aus, dass dem Beschwerdeführer die A
rbeit als Flachdachbauer ganztäg
ig mit Einschränkungen zumutbar sei. Kniende Tätigkeiten sollten nur noch maximal manchmal erfolgen, eine Gewichtsbelastung über 25 kg sollte gemieden werden. Gewichte über 10 kg sollten auf unebenem Gelände nicht mehr getragen werden (Urk. 10/174 S. 5).
3.2
Nach der Untersuchung des Beschwerdeführers vom 16. März 2016 hielt Kreisarzt Prof. Dr. med.
C._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumato
lo
gie, fest, dass sich eine freie Beweglichkeit beider Kniegelenke gezeigt habe. Ausser einem tastbaren Druckschmerz am medialen Gelenkspalt links bestünde ein unauffälliger klinischer Befund ohne Hinweis auf Instabilität der Kreuz- und Seitenbänder, bei reizlosen Narben und Weichteilverhältnissen. An der Zumut
barkeitsbeurteilung vom 29. April 2014 habe sich im Vergleich zur aktuellen gesundheitlichen unfallbedingten Situation nichts verändert. Aus kreis
ärztlicher Sicht sei jedoch festzustellen, dass der Beschwerdeführer die angestammte Tätig
keit als
Flachdachisoleur
unfall
bedingt nicht mehr fortführen kö
nn
e
(Urk. 10/205 S. 4).
3.3
Demnach ist dem Beschwerdeführer die bisherige Tätigkeit als Flachdach-Facharbeiter unfallbedingt nicht mehr zumutbar. Zumutbar sind demgegenüber noch Arbeiten, bei
denen der
Beschwerdeführer höchstens noch manchmal knien muss, Gewichtsbelastungen über 25 kg vermeiden kann und auf unebenem Ge
lände keine Gewichte über 10 kg tragen muss. Dies blieb im vorliegenden Ver
fahren unbestritten.
Zu prüfen bleibt, wie sich die unfallbedingten gesund
heitlichen Einschränkungen in erwerblicher Hinsicht auswirken.
4.
4.1
4.1.1
Hinsichtlich des
Valideneinkommens
ist insbesondere strittig,
ob
die vom Be
schwer
deführer geltend gemachte Entschädigung für Überstunden anzurechnen ist (Urk. 1 S. 4). Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
sind
Ent
schä
digung
en
für Über
stunden beim
Valideneinkommen
(erst) dann zu berück
sich
ti
gen, wenn
die Überstunden
vor dem Unfallereignis regelmässig geleistet und aus
bezahlt wurden und auch nach dem Unfallereignis voraussichtlich erbracht und ausbezahlt worden wären. Zu Letzterem sind Auskünfte der damaligen Arbeit
geberi
n in die
Entscheid
fin
dung
mit
einzubeziehen (Urteil des Bundes
gerichts 8C_744/2012 vom 20. Dezember 2012 E. 2 mit weiteren Hinweisen). Auf
grund
der vom Beschwerde
führer angeführten drei Zahlungen seiner ehemaligen Arbei
t
geberin in den Jah
ren 2014
bis 2015 (Urk. 1 S. 4)
kann
nicht von regelmässig geleistete
n
und aus
be
zahlten Überstunden
gesprochen werden
. Gemäss der Lohn
abrechnung für den Monat Januar 2014
hat der Beschwerdeführer
einen Bonus in der Höhe von Fr. 2‘000.--
erhalten
(Urk. 3). Der Grund für diesen Bonus wird in der Lohnab
rechnung nicht erwähnt. Entgegen der Darstellung des Beschwer
deführers (Urk. 1 S. 4) ist
ein Zusammen
hang zwischen diesem Bonus und seinem Über
stunden-Guthaben per 1. Januar 2014 von 97.5 Stunden nicht
zu erstellen
. Hinzuweisen ist sodann darauf, dass am 26. Februar 2015
seitens der Arbeit
geberin des Beschwerdeführers
eine Lohnabrechnung über 50 Stunden
“
Überzeit
“
zu einem Stundenansatz von Fr. 30.22 erfolgte. Das
dabei
re
sul
tierende Guthaben des Beschwerdeführers betrug brutto Fr. 1‘511.-- (Urk. 10/236 S. 4).
Zu berück
sichtigen ist, dass sich
sein Überstunden
guthaben von 29.20 Stunden per
31. Januar 2015 zu “minus“ 35.80 per 28. Februar 2015
änderte
(Urk. 10/236 S. 2
und S. 6). Die Auszahlung des “Über
zeit
guthabens“ erfolgte am 27. Februar 2015 (Urk. 10/236 S. 4). Am selben Tag
wurde gemäss Ab
sprache mit
dem
Vorgesetzten des Beschwerde
führers überdies eine
vorzeitige Auszahlung des 13. Monats
lohnes 2015
vorgenommen (Urk. 10/236 S. 3).
Die Auszahlung des 13. Monats
lohnes bereits im Februar ist ungewöhnlich und lässt keinen anderen Schluss zu, als
dass
der Beschwerde
führer seine Arbeit
geberin um
Ausz
ahlung
der “Überzeit“
und die vorzeitige Ausrichtung seines 13. Monats
lohnes gebeten hatte, weil er finan
zielle Mittel benötigte.
Die Über
zeit
abrechnung vom 26. Februar 2015 spricht
daher
nicht für eine regel
mäs
sige Auszahlung von Überstunden durch die ehe
malige Arbeit
geberin des Beschwerdeführers.
Schliesslich
kann
auch
nicht
auf
grund
der
Schluss-Lohnab
rechnung seiner ehemaligen Arbeitgeberin per 30. Juni 2016 (Urk. 10/236 S. 23)
erstellt werden
, dass der Beschwerdeführer während des Arbeitsverhältnisses regel
mässig Überstunden ausbezahlt erhalten hatte. Der Beschwerde
führer erhielt mit dieser Abrechnung den
“1
3.
Monatslohn gemäss Abmachung für 12 Monate“, womit alle Ansprüche, insbesondere auch die
“
Minus
stunden
“
,
per Saldo 3
0.
Juni 2016
ab
gegolten werden sollten
(
Urk.
10/236 S. 23). Vor dieser Einigung hat gemäss den Angaben des Beschwerde
führers
mit seiner ehemaligen Arbeitgeberin im Jahr 2016 ein “erheblicher Disput“ über
die
Berechnung
der
Stun
den wegen seiner unfallbedingten
Ab
wesenheit bestan
den (Urk. 1 S. 4). Der Beschwerdeführer kann aus seinen Vorbringen mithin nichts zu seinen Gunsten ableiten.
4.1.2
Laut den monatlichen Lohnabrechnungen der ehemaligen Arbeitgeberin des Beschwerdeführers hat er vor dem Unfall vom
2
3.
Juli 2009
seit Beginn des Arbeits
ver
hältnisses am 1. März 2008 bis Juli 2009 (Urk. 10/212, Urk. 10/213 S. 3-10, Urk. 10/214 S. 5-15) einmal Fr. 200.-- für am Samstag geleistete Über
stunden ausbezahlt erhalten (Urk. 10/213 S. 4). Seine ehe
malige Arbeit
geberin bestätigte sodann am 20. April 2016, dass er damals einen Monats
lohn in der Höhe von Fr. 5‘800.-- (zuzüglich 13. Monatslohn
)
sowie Fami
lien
zu
lagen in der Höhe von Fr. 400.-- pro Monat erh
al
t
en hatte
(Urk. 10/216-217). Dazu hielt sie fest, dass Wochenendzulagen in Überzeit mit einem Zuschlag ver
rechnet wür
den. Der Beschwerdeführer habe aber nie am Samstag gearbeitet. Bei ihm seien mithin keine Zuschläge zu berücksichtigen (Urk. 10/217). Die Angaben der
Y._
bezüglich Samstagsarbeit des Beschwerdeführers sind zwar nicht
gänzlich
korrekt, weil er im Januar 2009 eine Wochenendzulage in der Höhe von Fr. 200.-- erhalten hat (Urk. 10/213 S. 4) und auf seiner Lohnabrechnung für den Monat Januar 2014 “Samstagsüberstunden“ im Wert von Fr. 171.35 aufge
führt wurden (Urk. 3). Diese Überstundenentschädigungen waren jedoch betrags
mässig gering und sind - was entscheidend ist
-
vom Beschwerdeführer nicht regelmässig erzie
lt worden.
4.1.3
Unbestritten geblieben ist
sodann
, das dem Beschwerdeführer die Tätigkeit als Security/Türsteher für die
Z._
hinsichtlich der Unfallfolgen uneingeschränkt zumutbar ist (Urk. 10/31, Urk. 10/147, Urk. 10/227). Der vom Beschwerdeführer in dieser Tätigkeit vor und nach seinen unfallbedingten Knie
beschwerden erzielte Verdienst ist daher ohne Einfluss auf den Einkommens
ver
gleich, weshalb Weiterungen hierzu unterbleiben können (vgl. zur Berück
sich
ti
gung eines Nebenerwerbs als
Valideneinkommen
: Urteil des Bundesgerichts 8C_653/2015/8C_663/2015 vom 18. März 2016 E. 5.2 mit weiteren Hinweisen).
4.1.4
Demnach ist
das
Valideneinkommen
auf
Fr. 75‘400.-- (
Fr.
5‘800.-- x 13)
festzu
setzen
.
4.2
Hinsichtlich des Invalideneinkommens
gehen nunmehr sowohl der Beschwerde
führer als auch die Beschwerdegegnerin davon aus, das
s
auf einen Tabellenlohn
gemäss
der
LSE des Bundesamtes für Statistik (BFS) ab
zustellen ist
(
vgl.
Urk.
10/
23
5 S. 2,
Urk.
9
S.
6
)
. Unter Berücksichtigung der Zumutbarkeitsprofile der Kreisärzte
(E.
3.1 und E.
3.2)
ergibt sich in der Tabelle TA1 LSE 2014 (monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschaftszweigen, Kompetenz
niveau und Geschlecht, Privater Sektor),
Kom
petenzniveau 2, Männer,
ein Lohn von Fr. 5‘
660.--.
Laut den Erläuterungen des BFS zur Tabelle TA1 LSE 2014 um
fasst das Kompetenz
niveau 2 praktische Tätigkeiten wie Verkauf, Pflege, Daten
verarbeitung, Adminis
tration/Bedienen von Maschinen und elektronischen Gerä
ten,
Fahrdienst und
Sicherheitsdienst.
Vorliegend ist dieses Kompetenz
niveau anzuwenden. Nach dem Ende seines Arbeitsverhältnisses mit der
Y._
arbeitete der Beschwerdeführer seit dem
1.
August 2016 für 50
Stunden
pro Monat
bei der
D._
sowie weiterhin als Security bei der
Z._
(
Urk.
10/230). Es kommt hinzu, dass der Beschwerde
führer
durch einen
von der Eidgenössischen Invalidenversicherung finanzierten
Informatik-An
wenderk
urs
(
Urk.
10/178)
mit Microsoft Office zu arbeiten
lernte
und damit selbständig Arbeiten ausführen
kann
(vgl. die Bestätigung der vom Beschwerde
führer besuchten Schule vom
8.
November 2014,
Urk.
10/19
6
).
Wenn der Lohn von
Fr.
5'660.-- auf
die durchschnittliche Wochenarbeitszeit 2014 von 41,7 Stun
den (vgl. die Tabelle
“Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabtei
lungen“ des
BFS)
aufgerechnet wird,
resultiert ein Wert von monatlich
gerundet
Fr.
5’900
.-- beziehungs
weise ein Jahres
einkommen von Fr.
70
‘
800
.--. Bereinigt um die Nomi
nal
lohnentwickl
ung/Männ
er (2014: 127.3; 201
6
: 12
8
.
5
, vgl. die Tabelle “Nomi
nal
lohnin
dex
2011
-201
7
“ des BFS) führt dies zu einem hypot
hetischen Invaliden
einkom
men von
gerundet
Fr.
71
‘
467
.--
.
Unter Berück
sichtigung des Belas
tungs
profils der Kreisärzte
(E. 3.1 und E. 3.2 vorstehend)
sind den Akten keine weiteren unfallbedingten Einschränkungen zu entnehmen, welche einen Abzug vom Tabellenlohn als angezeigt erscheinen lassen würden (vgl. dazu: Urteil des Bundesgerichts 9C_826/2015 vom 13. April 2016 E. 3.2.1).
Darüber hinaus finden sich in den Akten keine Anhaltspunkte für einen Abzug vom Tabellenlohn unter einem anderen Titel.
Zum Invalidenein
kommen im vom Beschwerdeführer einge
reichten Vorbescheid
der
Eidg
. Invaliden
versicherung vom
3.
Mai 2018 (
Urk.
14) ist schliesslich festzuhalten, dass
keine Bindungswirkung an die Invaliditäts
be
messung der Invalidenversicherung besteht (BGE 133 V 549 E. 6.1).
4.3
Beim
Einkommensvergleich (
Valideneinkommen
:
Fr. 75‘400.--
, Invalidenein
kommen:
Fr.
71
‘
467.--
) resultiert eine Erwerbseinbusse von
Fr.
3'933.--
bezie
hungsweise ein Invaliditätsgrad von gerundet 5
%
(5,21). Damit besteht kein Anspruch auf eine Invalidenrente der Beschwerdegegnerin (E.
1.4.1 vorstehend
)
.
5.
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde.