Decision ID: 706a6784-c582-4b2d-bdf0-1af252ae61f5
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Aberkennungsklage / unentgeltiche Rechtspflege
Beschwerde gegen einen Beschluss des Zivilgerichtes des Bezirksgerichtes Uster vom 19. September 2014; Proz. CG140009
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Rechtsbegehren:
Wörtlich (act. 6/1 S. 1 f.):
"1. Für die Betreibung Nr. .... sei eine definitive Rechtsöffnung nicht zu erteilen.
2. Die Forderung von B._ bei dem Grundstück an der C. ..., 8610 Uster von Fr. 400'000.00 mit Zinsen sei zu .
3. Die Beklagte sei zu verpflichten, die Gutschrift vom 20.12.2007 der Klägerin auszuzahlen.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der ."
Sinngemäss, nach der Auslegung der Vorinstanz (act. 7 S. 3 ff.):
1. Es sei in der Betreibung Nr. .... des Betreibungsamtes Uster ( vom 5. August 2013) die Forderung der Beklagten von CHF 400'000.–, Betreibungskosten, Rechtsöffnungskosten und Entschädigung im Rechtsöffnungsverfahren sowie das Pfandrecht abzuerkennen.
2. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin den  über CHF 420'000.–, datiert vom 30. September 2004,  an 1. Pfandstelle auf Stockwerkeigentum Nr. ... und  Nr. ..., Grundbuch Uster, herauszugeben.
3. Es sei die Beklagte zu verpflichten, der Klägerin CHF 1'156'969.40 zu bezahlen.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beklagten.
Prozessualer Antrag (act. 6/1 S. 7 f., sinngemäss):
Es sei der Klägerin die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren, mit Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands.
Beschluss des Bezirksgerichts Uster vom 19. September 2014 (act. 7):
"1. Das Gesuch der Klägerin um unentgeltliche Rechtspflege ( Prozessführung und Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes) wird abgewiesen.
2. Der Klägerin wird eine Frist von 28 Tagen ab Zustellung dieses Entscheids angesetzt, um für die sie allenfalls treffenden  bei der Bezirksgerichtskasse Uster (Postkonto 80-4944-0, lautend auf Bezirksgerichtskanzlei, 8610 Uster, : "Geschäfts-Nr.: CG140009-I", IBAN: CH60 0900
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0000 8000 4944 0) einen Kostenvorschuss von CHF 23'000.– zu leisten.
Sofern für die Einzahlung des Kostenvorschusses nicht der  Einzahlungsschein verwendet wird, ist als  zwingend die "Geschäfts-Nr.: CG140009-I" anzugeben.
[3.-5. Delegation, Mitteilung und Rechtsmittel]"
Beschwerdeanträge:
der Klägerin und Beschwerdeführerin (act. 2, sinngemäss):
Das Gesuch der Klägerin um unentgeltliche Rechtspflege ( Prozessführung und Bestellung eines unentgeltlichen ) für den vor dem Bezirksgericht Uster anhängig gemachten Aberkennungsprozess sei gutzuheissen.

Erwägungen:
I.
1. Mit Urteil vom 31. März 2014 erteilte das Einzelgericht im summari-
schen Verfahren des Bezirksgerichts Uster der Beklagten und Beschwerdegegne-
rin (fortan Beklagte) in der Betreibung Nr. .... des Betreibungsamts Uster (Betrei-
bung auf Grundpfandverwertung, Zahlungsbefehl vom 5. August 2013) gegen die
Klägerin und Beschwerdeführerin (fortan Klägerin) für Fr. 400'000.00 sowie für
das Grundpfandrecht, die Betreibungskosten und die Kosten- und Entschädi-
gungsfolgen des Rechtsöffnungsentscheids provisorische Rechtsöffnung
(act. 6/4/3/1, 6/4/24).
Auf die gegen das Urteil vom 31. März 2014 erhobene Beschwerde trat das
Obergericht des Kantons Zürich, I. Zivilkammer, mit Beschluss vom 7. Juli 2014
nicht ein (act. 6/4/26).
2. Mit Eingabe vom 28. April 2014 erhob die Klägerin vor dem Bezirksge-
richt Uster (Vorinstanz) die eingangs angeführte Aberkennungs- und Forderungs-
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klage gegen die Beklagte betreffend die erwähnte Betreibung Nr. .... des Betrei-
bungsamts Uster und ersuchte um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege
(act. 6/1). Die Vorinstanz erachtete das Rechtsbegehren der Klägerin als ausle-
gungsbedürftig und kam bei der Auslegung zum eingangs angeführten Ergebnis
(act. 7 S. 3 ff.).
3. Am 19. September 2014 wies die Vorinstanz das Gesuch um unent-
geltliche Rechtspflege wegen Aussichtslosigkeit der Aberkennungs- und Forde-
rungsklage ab und setzte der Klägerin Frist zur Leistung eines Kostenvorschus-
ses an (act. 6/9 = act. 3/1 = act. 7).
Der Beschluss vom 19. September 2014 wurde der Klägerin am 24. Sep-
tember 2014 zugestellt (act. 6/10).
4. Mit Eingabe vom 29. September 2014, beim Obergericht eingegangen
am 1. Oktober 2014, erhob die Klägerin Beschwerde gegen den Beschluss vom
24. September 2014, mit sinngemässer Stellung des eingangs aufgezeigten Be-
schwerdeantrages (act. 2).
5. Die Akten des erstinstanzlichen Verfahrens wurden beigezogen
(act. 6/1-10). Das Verfahren erweist sich als spruchreif. Der Beklagten ist indes
noch ein Doppel von act. 2 zuzustellen.
II.
1 / 1.1 Der Entscheid über die Abweisung eines Gesuchs um unentgeltliche
Rechtspflege ist mit Beschwerde anfechtbar (Art. 121 ZPO). Auf die rechtzeitig
schriftlich und begründet eingereichte Beschwerde der Klägerin ist daher einzutre-
ten.
1.2 Im Beschwerdeverfahren sind neue Tatsachenbehauptungen und neue
Beweismittel ausgeschlossen (Art. 326 ZPO). Der im Verfahren betreffend unent-
geltliche Rechtspflege geltende Untersuchungsgrundsatz ändert daran nichts (vgl.
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BGer 5A_405/2011 vom 26. September 2011, E. 4.5; vgl. auch BK ZPO-STERCHI,
Art. 326 ZPO N 4).
1.3 Der Entscheid der Beschwerdeinstanz ist zu begründen (Art. 327
Abs. 5 ZPO). Dabei ist indes nicht auf alle beliebigen Parteistandpunkte einläss-
lich einzugehen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich zu widerlegen. Viel-
mehr kann sich die Beschwerdeinstanz auf die für den Entscheid wesentlichen
Punkte beschränken (vgl. BK ZPO-STERCHI, Art. 318 N 21 sowie Art. 327 N 22; vgl.
auch BGE 134 I 83 E. 4.1).
2. Die Vorinstanz wies das Gesuch der Klägerin um Gewährung der un-
entgeltlichen Rechtspflege unter Hinweis auf die Aussichtslosigkeit der von der
Klägerin gestellten Begehren ab. Die Klägerin macht geltend, ihre Anliegen seien
nicht aussichtslos (act. 2 S. 1). Das ist nachfolgend zu prüfen.
3. / 3.1 Eine Person hat Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, wenn sie
nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechtsbegehren nicht aus-
sichtslos erscheint (Art. 117 ZPO).
Als aussichtslos erscheinen Rechtsbegehren, bei denen die Gewinnchancen
beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren und die daher nicht mehr als
ernsthaft bezeichnet werden können. Massgebend ist, ob eine Partei, die über die
nötigen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem gleichen Pro-
zess entschliessen würde wie die um unentgeltliche Rechtspflege ersuchende
Partei. Eine Partei soll einen Prozess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr
nicht führen würde, nicht deshalb anstrengen können, weil er sie (zumindest
einstweilen, vgl. Art. 123 ZPO) nichts kostet. Die Prüfung der Prozessaussichten
erfolgt im Rahmen einer vorläufigen, summarischen Prüfung der erhobenen Be-
gehren. Darauf hat die Vorinstanz bereits richtig hingewiesen (act. 7 S. 8 f.).
3.2 / 3.2.1 Die Beklagte erlangte im eingangs erwähnten Urteil vom 31. März
2014 gegenüber der Klägerin provisorische Rechtsöffnung für eine Forderung
über Fr. 400'000.00. Die Forderung basiert auf einem Darlehensvertrag vom
18. März 2011 über diesen Betrag. In einer Sicherungsvereinbarung vom gleichen
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Datum hatte die Klägerin der Beklagten unter anderem den Inhaber-Schuldbrief
über Fr. 420'000.00, 1. Rang, datiert vom 30. September 2004, lastend auf dem
im Eigentum der Klägerin stehenden Stockwerkeigentum Nr. ... und Miteigen-
tumsanteil Nr. ..., Grundbuch Uster, zu Eigentum übertragen (vgl. act. 6/4/3/
5-7, 6/4/3/24).
3.2.2 Die Beklagte hatte den Darlehensvertrag und die Sicherungsvereinba-
rung vom 18. März 2011 am 10. Januar 2013 gekündigt, wobei der Kündigung
verschiedene Besprechungen und Korrespondenzen der Parteien über die finan-
zielle Lage der Klägerin vorausgegangen waren (act. 6/4/3/13, 6/4/3/18, 6/4/3/22;
act 6/4/1 S. 4 ff.). Hintergrund der Kündigung waren (so die Schilderung der Be-
klagten im Rechtsöffnungsbegehren) verschiedene Arreste von Drittgläubigern
auf der Liegenschaft in Uster und auf Liegenschaften der Klägerin in I._, so-
wie verschiedene Betreibungen auf Grundpfandverwertung betreffend die Liegen-
schaften in I._ über insgesamt Fr. 460'000.00, wobei keine Rechtsvorschläge
erhoben worden waren (act. 6/4/1 S. 4 f.).
Nach vergeblichen Zahlungsaufforderungen vom 25. März und 21. Mai 2013
(act. 6/4/3/23-24) hatte die Beklagte die Darlehensforderung mit Betreibungsbe-
gehren vom 2. August 2013 gegen die Klägerin beim Betreibungsamt Uster in Be-
treibung gesetzt (act. 6/4/3/26).
3.2.3 Die Klägerin macht in ihrer Aberkennungs- und Forderungsklage ge-
gen die Beklagte vom 28. April 2014 eine Gegenforderung über Fr. 1'156'969.00
geltend, welche sie mit der Forderung der Beklagten verrechnen will und welche
ihr ihm Mehrbetrag auszuzahlen sei (vgl. act. 6/1 S. 5 sowie act. 7 S. 4 f.). Die
Forderung basiert auf einer Gutschriftsanzeige vom 20. Dezember 2007 über den
entsprechenden Betrag (wobei die Klägerin den Betrag von Fr. 1'156'969.40 of-
fenbar auf ganze Franken abrundete, vgl. act. 6/2/5 S. 1 und 2). Die Klägerin
macht geltend, diese Zahlung sei ihrem Konto tatsächlich nicht gutgeschrieben
worden, weshalb die Beklagte ihr diesen Betrag schulde (act. 6/1 S. 5).
Die Vorinstanz hat das richtig so ausgelegt, dass die Klägerin ihre geschil-
derte Forderung der Forderung der Beklagten verrechnungsweise entgegenhalten
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wolle (Aberkennungsklage) und die Ausbezahlung des Mehrbetrags an sich ver-
lange (Forderungsklage; vgl. act. 7 S. 4 f.).
Dass in diesem Sinne eine Auslegung des Rechtsbegehrens erfolgte, heisst
entgegen der Klägerin (act. 2 S. 7) nicht ohne weiteres, dass die Vorinstanz in
diesem Zusammenhang ihre Fragepflicht nach Art. 56 ZPO verletzt hätte. Eine
solche Fragepflicht besteht nicht, wenn die Auslegung des Rechtsbegehrens wie
vorliegend zu einem klaren Ergebnis führt.
3.3 Die Vorinstanz erachtete zusammengefasst die Behauptung der Kläge-
rin zur geltend gemachten Gegenforderung, wonach die Beklagte ihr am 20. De-
zember 2007 den erwähnten Betrag nicht ausbezahlt bzw. auf ihrem Konto gut-
geschrieben habe, als vollkommen unglaubhaft. Sie hielt der Klägerin zudem ent-
gegen, dass sie keinen entsprechenden Kontoauszug eingereicht hatte, um die
unterbliebene Buchung zu belegen, sondern nur die Gutschriftsanzeige vom
20. Dezember 2007, aus welcher neben der (angeblich nicht ausbezahlten) Gut-
schrift von Fr. 1'156'969.40 ein Saldo "nach Buchung" von Fr. 7'397.40 hervorgeht
(act. 6/2/5 zweite Seite). Dieser Saldo deute lediglich darauf hin, dass die Klägerin
ihr Konto erheblich überzogen hatte, aber er belege nicht, dass die Buchung nicht
tatsächlich erfolgt sei. Das führte für die Vorinstanz zum Schluss, der der Aber-
kennungsklage zugrundeliegende Standpunkt, wonach der Klägerin aus der un-
terbliebenen Zahlung ein entsprechender Verrechnungsanspruch zustehe, sei
aussichtslos (act. 7 S. 11 f.).
3.4 Zum Verständnis des Standpunkts der Klägerin über die geltend ge-
machte Gegenforderung ist auf die früheren Geschäftsbeziehungen der Parteien
einzugehen, welche die Klägerin in ihren Rechtsschriften eingehend thematisiert.
Dabei ging es um die Finanzierung eines früheren Liegenschaftenkaufs der Klä-
gerin in I._ (vgl. zum Ganzen act. 6/1 S. 2 ff. sowie act. 2 S. 2 ff.):
3.4.1 Die Klägerin erwarb gemäss Kaufverträgen vom 26. November 2007
von der D._ AG zwei Liegenschaften an der E._-Strasse ... und ... in
F._ (Stadt I._) zum Preis von je Fr. 600'000.00 (Liegenschaften Nr. ...
und ..., Einfamilienhäuser), je zusammen mit einem Miteigentums-anteil an der
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Liegenschaft Nr. ... (Tiefgarage, Miteigentumsanteile ... und ...). Die D._ AG
war dabei von ihrem einzelzeichnungsberechtigten Organ G._, dem Ehe-
mann der Klägerin (vgl. act. 6/1 S. 3) vertreten (act. 6/2/1/1-2).
Die beiden Hauptliegenschaften Nr. ... und ... waren gemäss öffentlich be-
urkundeten Kaufverträgen mit je einem Inhaberschuldbrief an erster Pfandstelle,
lautend auf die H._ AG, über Fr. 400'000.00 belastet. Die Verträge enthalten
zudem die Bestimmung, dass die Schuldbriefe sich zur Zeit im Besitz der Verkäu-
ferin, der D._ AG, befänden und der Käuferin beim Grundbucheintrag unbe-
schwert übergeben bzw. der finanzierenden Bank zur freien Verfügung gehalten
würden (act. 6/2/1/1-2).
Zur Tilgung des Kaufpreises enthalten die Verträge die Bestimmung, dass
die Klägerin Fr. 30'000.00 bereits ausseramtlich an die Verkäuferin bezahlt habe
und Fr. 570'000.00 von der Käuferin, Wert Antrittstag, durch Bankgutschrift direkt
an die Verkäuferin bezahlt würden, wobei für diesen Betrag je ein unwiderrufli-
ches Zahlungsversprechen vorliege (act. 6/2/1/1-2 je S. 5). Die beiden Zahlungs-
versprechen datieren vom 20. November 2007. Sie erfolgten unter dem Vorbe-
halt, dass (a) die Eigentumsübertragung angemeldet werde und keine Kaufpreis-
reduktion erfolge, (b) der Pfandzusatz von Miteigentum Nr. ... bzw. ... in die be-
reits bestehenden Schuldbriefe aufgenommen werde und (c) das je bereits beste-
hende Grundpfandrecht über Fr. 400'000.00 im 1. Rang unbelehnt an die Beklag-
te herausgegeben werde (act. 6/2/2/1-2).
3.4.2 Mit Schreiben vom 26. November 2007 an die Beklagte erklärte das
Grundbuchamt I._, die vorgenannten Verträge vom gleichen Datum seien
zum Grundbucheintrag angemeldet worden. Daher seien die Zahlungsverspre-
chen dahingehend umzusetzen, dass (u.a.) ein Betrag von je Fr. 565'452.00 um-
gehend auf das Konto der D._ AG (der Verkäuferin) bei der Beklagten zu
vergüten sei. Die bereinigten Schuldbriefe würden anfangs Dezember 2007 vom
Grundbuchamt der Beklagten zugestellt (act. 6/2/3/1-2).
3.4.3 Am 28. November 2007 schrieb die Beklagte auf dem Kontokorrent-
konto Nr. ... der D._ AG den Betrag von Fr. 1'130'904.00 gut, mit dem Ver-
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merk "Kaufpreiszahlung Vergütung von A._, Restkaufpreis für Kauf L ... und
L ... in F._" (act. 6/2/5). Die Vergütung entspricht dem Betrag, der im Schrei-
ben des Grundbuchamtes I._ vom 26. November 2014 erwähnt war
(act. 6/2/3/1-2: 2 x Fr. 565'452.00).
3.5 Die Klägerin macht dazu geltend, die Liegenschaften seien im damali-
gen Zeitpunkt mit je Fr. 400'000.00 von der H._ AG (Schuldbriefforderungen)
belastet gewesen. Daher hätten die Schuldbriefe nicht wie im Zahlungsverspre-
chen vorgesehen an die Beklagte herausgegeben werden können, was zum
Scheitern der Finanzierung des Liegenschaftenkaufs durch die Beklagte geführt
habe (act. 1 S. 2 f.). Da die Beklagte sodann ohne die Schuldbriefe freiwillig den
Kaufpreis an die D._ AG bezahlt habe, gelte dies einzig zwischen der Be-
klagten und der D._ AG als erfolgt, was für die Klägerin nicht verbindlich sei
(act. 1 S. 5). Die Klägerin nennt indes keinen Beleg dafür, dass die Liegenschaf-
ten beim Vertragsschluss am 26. November 2007 noch mit Schuldbriefforderun-
gen der H._ AG belastet waren. Ihre Schilderung steht im klaren Wider-
spruch zum vorstehend zu den Kaufverträgen Gesagten, wonach die Inhaber-
schuldbriefe (vgl. Art. 978 Abs. 1 OR) im Besitz der Verkäuferin und unbeschwert
seien (vorne II./3.4.1). Dass im Zeitpunkt des Vertragsschlusses noch eine
Grundpfandforderung der H._ AG bezüglich der Kaufliegenschaften bestand,
ist danach nicht anzunehmen (zumal sich die Kaufverträge anderenfalls wohl
auch zur Übernahme dieser Grundpfandschulden hätten äussern müssen).
Danach gibt es keinen Grund dafür, weshalb die Schuldbriefe beim Ver-
tragsschluss nicht hätten vorhanden sein sollen und dem Grundbuchamt nicht
hätten vorgelegt werden können (wie vorgesehen, vgl. vorne II./3.4.1). Die Schil-
derung, dass die Finanzierung des Liegenschaftenkaufs gemäss den erwähnten
Zahlungsversprechen vom 20. November 2007 wegen des Fehlens der Schuld-
briefe gescheitert sei (act. 1 S. 3), ist danach unglaubwürdig. Die Vorinstanz hat
dazu richtig darauf hingewiesen, dass das Grundbuchamt im bereits erwähnten
Schreiben vom 26. November 2007 (vorne II./3.4.2) kaum die Zustellung der an-
gepassten Schuldbriefe "Anfangs Dezember" (d.h. einige Tage später) in Aussicht
gestellt hätte, wenn die Schuldbriefe nicht vorhanden gewesen wären (vgl. act. 7
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S. 10). Die Schilderung der Klägerin, sie habe die Liegenschaften in I._ auf-
grund des Scheiterns der Finanzierung durch die Beklagte "mit Belastung von
Dritten" gekauft (act. 1 S. 3), ist denn auch sehr vage.
Dass die Parteien sodann am 16. Juli 2009 für die beiden Liegenschaften
vier Festhypotheken über je Fr. 200'000.00 abschlossen (act. 6/2/4), belegt ent-
gegen der Klägerin (act. 1 S. 4 oben) nicht, dass die Beklagte nicht bereits den
ursprünglichen Kauf finanzierte und die Schuldbriefe bereits damals als Sicherheit
entgegen nahm, aber erst 2009 entsprechende Festhypotheken vereinbart wur-
den. Die Klägerin hat für ihre Schilderung zur Ablösung der H._-Hypotheken
durch eine G._ GmbH in diesem Zeitpunkt (vgl. act. 1 S. 3 unten) denn auch
keine Belege vorgelegt.
3.6 Grundlage der behaupteten Gegenforderung der Klägerin ist wie be-
reits erwähnt eine Gutschriftsanzeige vom 20. Dezember 2007 über den Betrag
von Fr. 1'156'969.40 vgl. act. 6/2/5), wobei die Klägerin geltend macht, diese Zah-
lung sei ihrem Konto tatsächlich nicht gutgeschrieben worden (act. 6/1 S. 5, act. 2
S. 2).
3.6.1 Die entsprechende Zahlung wurde am 20. Dezember 2007 dem Konto
der D._ AG bei der Beklagten belastet, mit dem Vermerk "Vergütung an
A._ " (act. 6/2/5 erste Seite). Die Klägerin hat nach wie vor keine Belege vor-
gelegt, aus welchen das Ausbleiben der erwähnten Gutschrift hervorginge (ohne-
hin wären neue Belege im vorliegenden Beschwerdeverfahren unzulässig, vgl.
vorne II./1.2). Sie behauptet lediglich, die Beklagte weigere sich, ihr Unterlagen
auszuhändigen, um sich im laufenden Prozess nicht zu gefährden (act. 2 S. 3).
Diese neue Behauptung ist indes im Beschwerdeverfahren unzulässig.
Dessen ungeachtet verdeutlicht die Klägerin nicht, inwiefern sie vergeblich
versucht habe, solche Unterlagen zu erhalten, und sie reicht auch keine entspre-
chende Belege (etwa Schreiben an die Beklagte oder Antworten der Beklagten)
zu den Akten. Die Klägerin vermag daher die Einschätzung der Vorinstanz, wo-
nach die Behauptung des Ausbleibens der entsprechenden Gutschrift auf dem
Konto der Klägerin sehr unglaubhaft sei, nicht zu relativieren.
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3.6.2 Die Klägerin macht weiter geltend, die Ansicht der Vorinstanz zur
Überziehung des Kontos (mit Bezug auf die Gutschriftsanzeige vom 20. De-
zember 2007, act. 6/2/5 zweite Seite, vgl. vorne II./3.3) gehe fehl, weil keine Bank
ein "Darlehen in Millionenhöhe" ohne Sicherheit gewähren würde (act. 2 S. 2). Die
Klägerin vermag mit diesem Argument jedoch das Fehlen von Belegen für die tat-
sächliche Entwicklung ihres Kontosaldos nicht wettzumachen, zumal nicht be-
kannt ist, ob und was für eine Sicherheit allenfalls im Zeitpunkt vorlag, als die Klä-
gerin das Konto überzog (naheliegend ist, dass die Überziehung des Kontos im
Zusammenhang mit der Ausführung der Zahlungen gemäss den vorhin erwähnten
Zahlungsversprechen beim Liegenschaftenkauf in I._ stand [vgl. vorne
II./3.4.1-3]; das würde betragsmässig eine Überziehung im entsprechenden Um-
fang erklären, und für den zugrundeliegenden Kredit hätte eine Sicherheit im Um-
fang der Schuldbriefe bestanden).
3.6.3 Als Nächstes macht die Klägerin geltend, die Beklagte hätte ihr Konto
am 20. Dezember 2007 – für den Fall, dass die Zahlung über Fr. 1'156'969.40
eingetroffen wäre – aufgrund von Art. 117 Abs. 3 OR nicht saldieren dürfen (act. 2
S. 2). Diese Bestimmung verbietet indes nicht das Ziehen des Saldos, sondern
sie bedeutet lediglich, dass die Saldierung nichts am Bestehen der Sicherheit än-
dert, die nach der Saldierung den Saldo sichert, soweit dieser den gesicherten
Posten nicht überschreitet (vgl. BSK OR I-GONZENBACH/GABRIEL-TANNER, 5. Auf-
lage 2011, Art. 117 OR N 16 f.). Die Klägerin kann daraus nichts für sich ableiten,
so dass auf die Frage nicht einzugehen ist, welche Sicherheit für diese Forderung
gehaftet haben soll (möglicherweise meint die Klägerin hier dieselbe Darlehens-
forderung, welche nach den vorstehenden Ausführungen mit den entsprechenden
Schuldbriefen gesichert war [vgl. vorne II./3.4.1-3 sowie II./3.6.2]).
3.6.4 Nach dem Gesagten gibt es keine im Ansatz stichhaltigen Anhalts-
punkte dafür, dass die Beklagte der Klägerin den Betrag von Fr. 1'156'969.40
gemäss Belastung auf dem Konto der D._ AG vom 20. Dezember 2007 nicht
tatsächlich gutschrieb. Auf das Argument der Klägerin, die Gutschriftsanzeige be-
deute eine Schuldanerkennung nach Art. 17 OR (act. 2 S. 2), ist daher nicht wei-
ter einzugehen.
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3.6.5 Die Klägerin reichte der Kammer mit ihrer Beschwerde neue Unterla-
gen zu den Akten, insbesondere im Zusammenhang mit der vom Streit betroffe-
nen Zahlung über Fr. 1'156'969.40 vom 20. Dezember 2007 (act. 3/2a, 3/2b).
Auch diese neuen Unterlagen sind im Beschwerdeverfahren unzulässig (vgl. vor-
ne II./1.2). Selbst wenn darauf eingegangen würde, liesse sich daraus nichts zu-
gunsten der Klägerin ableiten: Der mehrfach erwähnten Überweisung von der
D._ AG auf das Konto der Klägerin lag nach den neuen Unterlagen ein Zah-
lungsauftrag der D._ AG vom 18. Dezember 2007 zugrunde, der ursprüng-
lich sowohl als Belastungs- als auch als Begünstigungskonto dasselbe Konto der
Klägerin bei der Beklagten (Konto-Nr. ...) nannte (act. 3/2b). Erst danach wurde
das Belastungskonto von Hand korrigiert und wurde das Konto der D._ AG
(Nr. ...) eingetragen (act. 3/2a; vgl. auch act. 6/2/5, woraus sich ergibt, dass es
sich dabei tatsächlich um das Konto der D._ AG handelt). Die Klägerin
schliesst daraus, die Beklagte habe mit der ursprünglichen Buchung das Hypo-
thekardarlehen für den Kauf der Liegenschaften in I._ widerrufen, weil die
entsprechende Finanzierung mangels Vorliegens der Schuldbriefe gescheitert sei
(act. 2 S. 4). Wie ein entsprechendes Darlehen durch eine solche wirtschaftlich
sinnlose Buchung zulasten und zugunsten desselben Kontos "widerrufen" werden
könnte, ist indes nicht ansatzweise nachvollziehbar. Auch sind keine Gründe er-
sichtlich (und werden von der Klägerin auch nicht dargetan), weshalb die D._
AG eine solche Buchung hätte in Auftrag geben sollen (auch der ursprüngliche
Zahlungsauftrag vom 18. Dezember 2007 wurde offenkundig vom Ehemann der
Klägerin für die D._ AG unterzeichnet [vgl. etwa die Unterschrift auf act. 3/2b
mit derjenigen auf den Kaufverträgen, act. 6/2/1/1-2]).
Mit dem "manipulierten" Zahlungsauftrag über Fr. 1'156'969.40 (act. 3/2a)
habe die Beklagte sodann, so die Klägerin weiter, einen "Scheindarlehensvertrag"
zwischen ihr, der Klägerin, und der D._ AG abgeschlossen, gestützt auf die-
sen sie, die Klägerin, der D._ AG angeblich diesen Betrag schulde. Das habe
dazu geführt, dass die D._ AG die Liegenschaften der Klägerin in I._
verarrestiert habe (act. 2 S. 5). Das wirkt konstruiert und ist daher nicht glaubhaft.
Die Beklagte sieht hier eine Art Machenschaft, mit welcher die Beklagte und die
D._ AG den Arrest auf die erwähnten Liegenschaften zulasten der Klägerin
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ermöglicht hätten. Weshalb die D._ AG am 18. Dezember 2007, als sie noch
vom Ehemann der Klägerin geführt wurde (laut der Klägerin wurde ihm die Füh-
rung der Gesellschaft erst am 10. April 2011 entzogen, act. 6/1 S. 3), mit der Un-
terzeichnung des Original-Zahlungsauftrags (mit identischem Belastungs- und
Begünstigungskonto der Klägerin) zu einer solchen Machenschaft hätte Hand bie-
ten sollen, ist nicht ersichtlich und wird von der Klägerin nicht ansatzweise ver-
deutlicht.
Die Vorinstanz hat den Standpunkt der Klägerin zur Verrechnungsforderung
daher mit Recht als aussichtslos eingeschätzt.
3.7 Die Klägerin macht beschwerdeweise weiter geltend, ihr Antrag Ziff. 1
auf Aufhebung (bzw. Nichterteilung) der definitiven Rechtsöffnung stütze sich auf
eine rechtsmissbräuchliche Kündigung des Darlehensvertrags (act. 2 S. 6).
3.7.1 Die Klägerin irrt, wenn sie vorbringt, die Vorinstanz habe diesen Antrag
nicht behandelt (act. 2 S. 6). Es geht dabei um den Antrag auf Aufhebung der
Rechtsöffnung. Diesen Antrag hat die Vorinstanz eingehend geprüft. Dass die
Vorinstanz nicht ausdrücklich eine rechtsmissbräuchliche Kündigung des Darle-
hensvertrags prüfte, ist nicht zu beanstanden, da die Klägerin so etwas in ihrer
Aberkennungsklage auch nicht vorgebracht hatte (vgl. act. 1).
Dass solche Argumente im Aberkennungsprozess grundsätzlich vorgebracht
werden können (act. 2 S. 7 mit Verweis auf act. 3/3), ist zutreffend. Zudem ist das
Recht von Amtes wegen anzuwenden (Art. 57 ZPO) und können neue rechtliche
Argumente daher auch im Beschwerdeverfahren vorgebracht werden. Dessen
ungeachtet vermag die Klägerin aus diesem neuen Argument nichts für sich abzu-
leiten:
3.7.2 Die Klägerin hält fest, sie stütze ihren Standpunkt einer rechtsmiss-
bräuchlichen Kündigung des Darlehens auf die manipulierten Unterlagen, welche
sie im Beschwerdeverfahren neu einreichte (act. 2 S. 6). Die neuen Unterlagen
sind indes, wie bereits erwähnt, als unzulässige Noven zu betrachten (vorne
II./1.2 sowie II./3.6.5).
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Ohnehin ist festzuhalten, dass nur der offenbare Rechtsmissbrauch zu einer
Gutheissung des Standpunkts der Klägerin führen könnte (vgl. Art. 2 Abs. 2 ZGB).
Die Berufung auf offenbaren Rechtsmissbrauch ist nur als ultima ratio zulässig
(BSK ZGB-HONSELL, 4. Auflage 2010, Art. 2 N 29). Vorliegend wurde bereits aus-
geführt, dass die Schilderung der Klägerin über die Manipulation von Unterlagen
zwecks Ermöglichung der Arrestlegung und daraufhin Kündigung des Darlehens-
vertrags konstruiert wirkt (vgl. vorne II./3.6.5). Viel näher liegt die Annahme, die
D._ AG unter Leitung des Ehemanns der Klägerin habe am 18. Dezember
2007 tatsächlich eine Zahlung von Fr. 1'156'969.40 an die Klägerin vornehmen
wollen (möglicherweise im Zusammenhang mit der am 28. November 2007 erhal-
tenen Kaufpreiszahlung für die Liegenschaften in I._), und habe irrtümlich
das Konto der Klägerin (auch) als Belastungskonto im Zahlungsauftrag vermerkt,
so dass dies vor Ausführung der betreffenden Buchung auf dem Konto der
D._ AG (act. 6/2/5) zu korrigieren war (act. 3/2a-b).
Daher erweist sich auch die Berufung auf offenbaren Rechtsmissbrauch als
aussichtslos.
4. Im Sinne einer Zusammenfassung ist festzuhalten, dass die Erfolgs-
aussichten der Aberkennungs- und Forderungsklage der Klägerin insgesamt be-
deutend geringer einzuschätzen sind als die Verlustgefahren, so dass kaum von
ernsthaften Gewinnchancen gesprochen werden kann. Das Begehren der Kläge-
rin ist daher aussichtslos nach Art. 117 lit. b ZPO. Auf die geltend gemachte Mit-
tellosigkeit der Klägerin (Art. 117 lit. a ZPO, vgl. act. 2 S. 8 f. und act. 6/1 S. 7 f.)
ist deshalb nicht weiter einzugehen. Somit ist die Beschwerde gegen die Abwei-
sung des Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege vollumfänglich abzuweisen.
5. Abschliessend ist darauf hinzuweisen, dass die Klägerin sich mit ihrem
Ersuchen um Gewährung längerer Zahlungsfristen (act. 2 S. 9), insbesondere mit
Blick auf eine allfällige Nachfrist zur Bezahlung des Kostenvorschusses (Art. 101
Abs. 3 ZPO), an die Vorinstanz zu wenden hat.
- 15 -
III.
Das Verfahren ist kostenlos (Art. 119 Abs. 6 ZPO). Daher sind für das Be-
schwerdeverfahren keine Gerichtskosten aufzuerlegen.
Der Beklagten ist mangels Aufwendungen im Beschwerdeverfahren keine
Parteientschädigung zuzusprechen. Anzumerken ist, dass entgegen act. 6/4/1
soweit ersichtlich Rechtsanwalt Dr. X1._ nicht im Anwaltsregister eingetra-
gen ist.