Decision ID: 34e68643-0602-4a97-90b1-49697e23231a
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law

betreffend
grobe Verletzung der Verkehrsregeln
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Dietikon, Einzelgericht, vom
17. Juni 2014 (GG140018)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis vom 24. März 2014
(Urk. 16) ist diesem Urteil beigeheftet.
Urteil der Vorinstanz: (Urk. 30 S. 18)
"Es wird erkannt:
1. Der Beschuldigte ist schuldig der groben Verletzung der Verkehrsregeln
i.S.v. Art. 90 Abs. 2 SVG i.V.m. Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 12 Abs. 1 VRV.
2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu
Fr. 50.00.
3. Die Geldstrafe wird vollzogen.
4. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:
Fr. 1'500.00 ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. 60.00 Kosten Kantonspolizei
Fr. 1'500.00 Gebühr Anklagebehörde
Fr. Kanzleikosten
Fr. 1'509.30 Auslagen Untersuchung.
5. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem
Beschuldigten auferlegt.
6. (Mitteilung)
7. (Rechtsmittel)"
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Berufungsanträge: (Prot. II S. 4)
a) Der Verteidigung des Beschuldigten (Urk. 49 S. 1):
1. Das vorinstanzliche Urteil des Bezirksgerichts Dietikon vom 17. Juni 2014
sei aufzuheben.
2. Der Angeklagte sei einer einfachen Verletzung einer Verkehrsregel im Sinne
von Art. 9 Abs. 1 SVG schuldig zu sprechen und mit einer Busse zu bestra-
fen.
3. Alles unter entsprechenden Kosten- und Entschädigungsfolgen.
b) Der Staatsanwaltschaft (schriftlich, Urk. 36):
Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.

Erwägungen:
I. Prozessuales
1. Verfahrensgang
1.1. Mit dem eingangs im Dispositiv wiedergegebenen Urteil des Bezirks-
gerichts Dietikon vom 17. Juni 2014 wurde der Beschuldigte A._ der vorsätz-
lichen groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG
i.V.m. Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 12 Abs. 1 VRV schuldig gesprochen und mit
einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu Fr. 50.-- bestraft. Die Vorinstanz ordnete
den Vollzug der Strafe an und auferlegte dem Beschuldigten die Kosten der Un-
tersuchung und des gerichtlichen Verfahrens. Gegen diesen Entscheid liess der
Beschuldigte durch seinen Verteidiger mit Schreiben vom 19. Juni 2014 Berufung
anmelden (Urk. 22). Die Berufungserklärung des Beschuldigten vom 13. Oktober
2014 ging sodann innert Frist am 14. Oktober 2014 beim hiesigen Gericht ein
(Urk. 32).
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1.2. In Nachachtung der Präsidialverfügung vom 14. Oktober 2014 (Urk. 34)
teilte die Anklagebehörde sinngemäss mit, auf die Erhebung einer Anschluss-
berufung zu verzichten. Gleichzeitig beantragte sie die Bestätigung des vor-
instanzlichen Urteils (Urk. 36).
2. Umfang der Berufung
2.1. Der Beschuldigte beantragt die Aufhebung des vorinstanzlichen Schuld-
spruchs wegen vorsätzlicher grober Verletzung der Verkehrsregeln und statt
dessen einen Schuldspruch wegen einfacher Verletzung der Verkehrsregeln i.S.v.
Art.90 Abs. 1 SVG. Er sei des Weiteren mit einer Busse anstelle einer Geldstrafe
zu bestrafen und es sei ihm eine angemessen Entschädigung für seine Auf-
wendungen (Rechtsvertreter etc.) auszurichten (Urk. 32 S. 2).
2.2. Nicht angefochten ist somit einzig die vorinstanzliche Kostenfestsetzung
gemäss Dispositiv Ziffer 4. Es ist vorab festzustellen, dass das angefochtene
Urteil in diesem Umfang bereits in Rechtskraft erwachsen ist (Art. 404 Abs. 1
StPO).
3. Beweisantrag des Beschuldigten
3.1. Mit Eingabe vom 28. Januar 2015 stellte die Verteidigung den Antrag, es
sei ein verkehrstechnisches Gutachten in Auftrag zu geben zur Beurteilung des
Bremsverhaltens des vorausfahrenden Lastwagens im Vergleich zum Personen-
fahrzeug der Marke Mercedes Benz E320 des Beschuldigten bei einer Geschwin-
digkeit von ca. 80 km/h auf einer gerade verlaufenden Autobahn. Zur Begründung
führte sie aus, die Vorinstanz habe dargelegt, dass keine besonderen Umstände
vorgelegen hätten, die ein Abweichen von der 1/6-Tachoregel gerechtfertigt
hätten. Es seien vorliegend aber die technischen Fortschritte beim Bremsen zu
beachten. Auch sei zu berücksichtigen, dass Unterschiede bei den Fahrzeug-
kategorien bestehen würden (Urk. 46).
3.2. Würde man mittels Gutachten die Bremseigenschaften der beteiligten
Fahrzeuge abklären wollen, dann müsste man wissen wie der technische Zustand
der beiden Fahrzeuge im Tatzeitpunkt effektiv war. Zudem wäre es wohl unerläss-
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lich zu wissen, wie die beiden Fahrzeuge – namentlich der LKW – beladen waren,
wie die Beschaffenheit der Pneus und der Bremsen war und wie letztlich die
Reaktionsschnelligkeit der beiden Fahrzeugführer war. All diese Komponenten
sind heute nicht mehr eruierbar, weshalb eine Begutachtung – wie sie die Vertei-
digung beantragt – gar nicht möglich ist. Der Beweisantrag der Verteidigung ist
daher abzuweisen.
II. Schuldpunkt
4. Sachverhalt
4.1. Dem Beschuldigten wird zusammengefasst vorgeworfen, am Mittwoch, den
7. August 2013, 08.19 Uhr, mit seinem Personenwagen auf der Normalspur der
Autobahn A3 (Westumfahrung Zürich) in Fahrtrichtung Chur unterwegs gewesen
zu sein, als er im Hafnerbergtunnel (Autobahnkilometer 96.200) auf einen vor ihm
fahrenden Lastwagen aufgeschlossen sei. Diesem sei er über eine Strecke von
zunächst mindestens 250 Metern und danach 400 Metern bei einer Geschwindig-
keit von jeweils mindestens 80 km/h mit einem zu geringen Abstand von maximal
12 Metern gefolgt. Durch diese Fahrweise habe der Beschuldigte ein hohes
Risiko eines Auffahrunfalles geschaffen, wodurch die Sicherheit der Insassen des
vor ihm fahrenden Lastwagens erheblich gefährdet worden sei. Dies deshalb, weil
der Beschuldigte bei einem unerwarteten Bremsmanöver des vorausfahrenden
Lastwagens, mit welchem immer gerechnet werden müsse, aufgrund seiner
Reaktionszeit und seines Bremsweges eine Auffahrkollision mit grosser Wahr-
scheinlichkeit nicht mehr hätte vermeiden können (Urk. 16 S. 2).
4.2. Sowohl in der Untersuchung (Urk. 8 S. 2 f.), als auch im vorinstanzlichen
Hauptverfahren anerkannte der Beschuldigte die äusseren Umstände des
Anklagesachverhaltes als weitgehend zutreffend. Einzig in Bezug auf den Vor-
wurf, er habe über eine längere Distanz bei einer Geschwindigkeit von mindes-
tens 80 km/h einen zu geringen Abstand zum vorausfahrenden Lastwagen von
maximal 12 Metern eingehalten, zeigte sich der Beschuldigte nicht geständig
(Prot. I S.6 f.). Anlässlich der heutigen Berufungsverhandlung brachte der
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Beschuldigte vor, er sei der Meinung, dass er nicht falsch gehandelt habe. Er sei
hinter dem Lastwagen hergefahren, dieser habe "Stop and go" gemacht, er sei
aber immer voll da gewesen, um bremsen zu können. Er bestreite nach wie vor,
über eine längere Distanz mit einem Abstand von maximal 12 Metern hinter dem
Lastwagen hergefahren zu sein (Urk. 48 S. 3).
4.3. Nachdem der Beschuldigte nach wie vor vehement in Abrede stellt, bei der
fraglichen Fahrt durch den Hafnerbergtunnel vom 7. August 2013 dem vor ihm
fahrenden Lastwagen über eine Strecke von 250 respektive 400 Metern mit einem
zu geringen Abstand von maximal 12 Metern gefolgt zu sein, ist mittels der vor-
handenen und verwertbaren Beweismittel zu eruieren, ob sich der Anklage-
sachverhalt in diesem Punkt rechtsgenügend erstellen lässt.
4.3.1. Die Vorinstanz hat mit zutreffender Begründung ausgeführt, dass zur Sach-
verhaltserstellung einerseits auf die Videoaufzeichnung der Nachfahrmessung der
Kantonspolizei Zürich vom 7. August 2013 (Urk. 2) sowie auf das darauf gestützt
erstellte Gutachten des Eidgenössischen Instituts für Metrologie METAS vom
10. Dezember 2013 (Urk. 9/12) abzustellen sei. Des weiteren sind die Aussagen
des Beschuldigten in der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 23. Februar
2014 sowie die Befragungen anlässlich der beiden gerichtlichen Verfahren soweit
beweisrelevant, heranzuziehen (Urk. 8 sowie Prot. I. S. 6 ff. und Urk. 48 S. 3 ff.).
4.3.2. Die Vorinstanz hat vorab korrekte theoretische Ausführungen zur Beweis-
würdigung gemacht und sich zutreffend zur Frage der allgemeinen Glaubwürdig-
keit des Beschuldigten geäussert. Diese Erwägungen bedürfen keiner Ergänzun-
gen und können daher übernommen werden (Urk. 30 S. 5; Art. 82 Abs. 4 StPO).
4.3.3. Auch in Bezug auf die verschiedenen Aussagen des Beschuldigten selbst,
kann zunächst auf die zutreffende Zusammenfassung der Vorinstanz verwiesen
werden (Urk. 30 S. 5 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Wie bereits ausgeführt, beschränkt
sich der Beschuldigte in der eigentlichen Kernfrage darauf, in Abrede zu stellen,
dass er einen zu geringen Abstand zum vorausfahrenden Lastwagen eingehalten
habe. Seine betreffenden Äusserungen sind zwar durchaus konstant und
widerspruchsfrei, was jedoch im vorliegenden Fall – angesichts des blossen
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Bestreitens und der äusserst knappen Aussagen – nicht zwingend für die Glaub-
haftigkeit seiner Darstellung spricht. Insofern der Beschuldigte konkrete Angaben
zum gefahrenen Abstand, zur Geschwindigkeit und zum Verkehrsfluss macht,
können diese Depositionen wie nachfolgend aufzuzeigen sein wird, anhand der
Videoaufzeichnung der Nachfahrmessung sowie der gutachterlichen Erkenntnisse
in objektiver Hinsicht zweifelsfrei widerlegt werden.
4.3.4. Die Kantonspolizei Zürich hat anlässlich des vorliegend zu beurteilenden
Vorfalles eine Nachfahrmessung durchgeführt und diese mittels Videoaufzeich-
nung dokumentiert (Urk. 2). Bei der Visionierung der entsprechenden DVD fällt
zunächst auf, dass der Abstand zwischen dem vom Beschuldigten gelenkten
Mercedes und dem vor ihm fahrenden Lastwagen augenscheinlich gering ist. Des
Weiteren lässt sich erkennen, dass aufgrund des Verkehrsflusses mitnichten da-
von gesprochen werden kann, dass der Lastwagen "immer wieder Stop & Go fuhr
und die Geschwindigkeit immer wieder änderte", wie dies der Beschuldigte und
sein Verteidiger bei verschiedenen Gelegenheiten glauben machen wollten
(Urk. 8 S. 2 f. und S. 8, Prot. I. S. 6). Mit der Vorinstanz kann jedoch festgehalten
werden, dass sich aufgrund der Videoaufzeichnung nicht zweifelsfrei erkennen
lässt, wie gross der Abstand zwischen den beiden Fahrzeugen tatsächlich ist.
4.3.5. Zur Klärung der Abstandsfrage holte die Anklagebehörde mit Schreiben
vom 28. Oktober 2013 beim Eidgenössischen Instituts für Metrologie METAS ein
Gutachten ein, welches am 10. Dezember 2013 erstattet wurde (Urk. 9/12). Die
gutachterlichen Erkenntnisse fasste die Vorinstanz zutreffend zusammen, sodass
sich mit Verweis auf die betreffenden Erwägungen eine neuerliche Wiedergabe
derselben erübrigt (Urk. 30 S. 6 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Das Gutachten wurde
unter Einhaltung der massgeblichen prozessualen Vorschriften von Art. 182 ff.
StPO sowie namentlich auch unter Wahrung der Parteirechte des Beschuldigten
(Art. 184 Abs. 3 StPO) eingeholt und ist damit als Beweismittel uneingeschränkt
verwertbar. Es wurde der Verteidigung am 11. Dezember 2013 zugestellt,
woraufhin diese mit Schreiben vom 16. Dezember 2013 der Anklagebehörde
mitteilte, "der Kurzbericht des eidgenössischen Instituts für Metrologie" gebe
wenig her, sei ungenau und beruhe auf Annahmen (Urk. 9/14). Bezeichnender-
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weise blieb die Verteidigung denn auch sowohl vor Vorinstanz wie anlässlich der
heutigen Berufungsverhandlung eine substantiierte Erklärung dafür schuldig,
inwiefern das Gutachten nicht de lege artis erstellt worden sein soll respektive
worin eine nicht gesetzeskonforme Vorgehensweise der sachverständigen Person
zu erblicken sei (Urk. 19 S. 4, Prot. I. S. 8 ff. sowie Urk. 49). Eine entsprechende,
substantiierte Kritik der Verteidigung blieb zu recht aus. Mit der Vorinstanz ist
nämlich festzuhalten, dass sowohl die Erstattung des Gutachtens, als auch die
darin widergegebenen Erkenntnisse in allen Teilen nachvollziehbar und überzeu-
gend sind. Das Gutachten deklariert allfällige Ungenauigkeiten und berücksichtigt
die betreffenden Toleranzgrenzen stets zu Gunsten des Beschuldigten. Die Vor-
instanz hat sich mit den Berechnungen kritisch und zutreffend auseinander
gesetzt, auch auf diese Erwägungen kann in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO
verwiesen werden. Die gutachterlichen Erkenntnisse stehen schliesslich in
Einklang mit den Videoaufzeichnungen der Polizei und den dort wiedergegebenen
Geschwindigkeitsangaben. Wenn die Vorinstanz ausführt, die vom METAS als
Fachstelle angewandte Mess- und Auswertungsmethode führe zu nachvollzieh-
baren Ergebnissen und es bestünden keine Gründe, an der Richtigkeit des
Gutachtens zu zweifeln, so kann diese Einschätzung ohne weiteres übernommen
werden. Gestützt auf das METAS Gutachten ist es als erstellt anzusehen, dass
der Beschuldigte – entgegen seinen diesbezüglichen Beteuerungen – über eine
Distanz von jeweils mindestens 250 Metern bzw. mindestens 400 Metern und bei
einer Geschwindigkeit von mindestens 80 km/h einen Abstand von 12 Metern
oder weniger zum vorausfahrenden Lastwagen wahrte. Der eingeklagte Sach-
verhalt ist damit anklagegemäss erstellt, hiervon ist im Rahmen der rechtlichen
Würdigung auszugehen.
5. Rechtliche Würdigung
5.1. Die Anklagebehörde würdigte das eingeklagte Verhalten des Beschuldig-
ten als grobe Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG in
Verbindung mit Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 12 Abs. 1 VRV und beantragte einen
entsprechenden Schuldspruch (Urk. 16 S. 3). Dieser rechtlichen Würdigung
schloss sich die Vorinstanz an (Urk. 30 S. 8 ff.).
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5.2. Während sich der Beschuldigte selbst auf den Standpunkt stellte, sich
"richtig verhalten zu haben" (Prot. I. S. 10; Urk. 48 S. 3), subsumierte die Verteidi-
gung das Verhalten den Beschuldigten unter den Straftatbestand der einfachen
Verletzung einer Verkehrsregel im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG (Urk. 49).
5.3. Gemäss Art. 34 Abs. 4 SVG ist gegenüber allen Strassenbenützern aus-
reichender Abstand zu wahren, namentlich beim Kreuzen und Überholen sowie
beim Neben- und Hintereinanderfahren. Nach Art. 12 Abs. 1 VRV hat der Fahr-
zeugführer beim Hintereinanderfahren einen ausreichenden Abstand zu wahren,
so dass er auch bei überraschendem Bremsen des voranfahrenden Fahrzeugs
rechtzeitig halten kann. Wer Verkehrsregeln dieses Gesetzes oder der Voll-
ziehungsvorschriften des Bundesrates verletzt, wird mit Haft oder mit Busse
bestraft (Art. 90 Abs. 1 SVG). Wer durch grobe Verletzung der Verkehrsregeln
eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt,
wird mit Gefängnis oder mit Busse bestraft (Art. 90 Abs. 2 SVG).
5.3.1. Was unter einem "ausreichenden Abstand" im Sinne von Art. 34 Abs. 4
SVG zu verstehen ist, hängt gemäss der höchstrichterlichen Rechtsprechung von
den gesamten Umständen ab. Dazu gehören unter anderem die Strassen-,
Verkehrs- und Sichtverhältnisse sowie die Beschaffenheit der beteiligten
Fahrzeuge. Der Sinn der Verkehrsregel betreffend ausreichenden Abstand beim
Hintereinanderfahren besteht in erster Linie darin, dass der Fahrzeuglenker auch
bei überraschendem Bremsen des voranfahrenden Fahrzeugs rechtzeitig hinter
diesem halten kann. Die Rechtsprechung hat keine allgemeinen Grundsätze zur
Frage entwickelt, bei welchem Abstand in jedem Fall, d.h. auch bei günstigen
Verhältnissen, eine einfache Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG
anzunehmen ist. Im Sinne von Faustregeln sind die Regel "halber Tacho" (ent-
sprechend 1,8 Sekunden) und die Zwei-Sekunden-Regel weitherum bekannt. In
seiner neueren Rechtsprechung hat das Bundesgericht wiederholt erwogen, dass
für die Beurteilung einer groben Verkehrsregelverletzung als Richtschnur die
Regel "1/6-Tacho" bzw. der Abstand von 0.6 Sekunden herangezogen werden
könne (vgl. hierzu Urteil des Bundesgerichts 6B_593/2013 vom 22. Oktober 2013,
Erw. 2.3.2. mit diversen weiteren Verweisen). Der qualifizierte Tatbestand der
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groben Verletzung von Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG ist
objektiv erfüllt, wenn der Täter eine wichtige Verkehrsvorschrift in objektiv
schwerer Weise missachtet und die Verkehrssicherheit ernstlich gefährdet. Eine
ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer ist nicht erst bei einer konkreten,
sondern bereits bei einer erhöhten abstrakten Gefährdung gegeben. Ob eine
konkrete, eine erhöhte abstrakte oder nur eine abstrakte Gefahr geschaffen wird,
hängt von der Situation ab, in welcher die Verkehrsregelverletzung begangen
wird. Wesentliches Kriterium für die Annahme einer erhöhten abstrakten Gefahr
ist die Nähe der Verwirklichung. Die allgemeine Möglichkeit der Verwirklichung
einer Gefahr genügt demnach nur zur Erfüllung des Tatbestands von Art. 90
Abs. 2 SVG, wenn in Anbetracht der Umstände der Eintritt einer konkreten
Gefährdung oder gar einer Verletzung nahe liegt.
5.3.2. Gemäss erstelltem Anklagesachverhalt fuhr der Beschuldigte bei einer
Geschwindigkeit von mindestens 80 km/h über eine Strecke von zunächst
250 Metern und hernach 400 Metern mit einem maximalen Abstand von
12 Metern hinter dem vor ihm fahrenden Lastwagen her. Die Fahrbahn im Auto-
bahntunnel war trocken und die generelle Sicht war gut. Aufgrund des geringen
Abstandes zum vorausfahrenden Lastwagen war jedoch das Sichtfeld des
Beschuldigten dergestalt eingeschränkt, dass er seinen eigenen Angaben zufolge
nur den Lastwagen unmittelbar vor ihm sehen konnte (Urk. 8 S. 6). Ob sich vor
dem Lastwagen weitere Fahrzeuge befanden und wie sich der Verkehrsfluss
gestaltete, konnte der Beschuldigte weder sehen, noch abschätzen. In diesem
Zusammenhang ist zu erwähnen, dass während der Hauptverkehrszeiten der
Verkehrsfluss auf den Umfahrungen der Stadt Zürich (A1/A3) notorischerweise
regelmässig ins Stocken gerät respektive zum Erliegen kommt. Entsprechend
werden gemäss den Verkehrsprognosen des TCS gerade auf diesen Strecken-
abschnitten während den Wochentagen regelmässig Störungen erwartet
(http://www.tcs.ch/de/auto-mobilitaet/verkehrsinfo/prognosen.php; zuletzt besucht
am 17. Januar 2015). Der Beschuldigte bestätigte in der Berufungsverhandlung,
dass das Verkehrsaufkommen auf der besagten Strecke sehr gross sei (Urk. 48
S. 4). Insofern kann der Verteidigung nicht zugestimmt werden, wenn diese vor
Vorinstanz ausführte, im Hafnerbergtunnel müsse nicht mit einem brüsken
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Bremsmanöver oder einer Vollbremsung gerechnet werden (Urk. 19 S. 2).
Abgesehen davon, dass grundsätzlich jederzeit und überall mit einem brüsken
Bremsmanöver oder einer Vollbremsung gerechnet werden muss, besteht diese
Gefahr umso mehr auf Streckenabschnitten, welche eine hohe Staugefahr
bergen. Die Grundregel lautet, dass der Lenker des nachfolgenden Fahrzeuges
jederzeit mit einer Vollbremsung des vorausfahrenden Lenkers rechnen muss.
Deshalb muss immer ein genügender Abstand eingehalten werden (Jürg Boll,
Grobe Verkehrsregelverletzung, Eine eingehende Darstellung der Praxis des
Bundesgerichtes, Davos 1999, S. 54 f.). Ginge man vorliegend von der Regel
"halber Tacho" aus, so hätte ein ausreichender Abstand bei einer gefahrenen
Geschwindigkeit von 80 km/h ca. 40 Meter betragen. Wollte man der 2-Sekunden-
Abstandsregel folgen (diese Regel besagt, dass der Abstand zum Vorausfahren-
den mindestens so gross sein soll, wie die Strecke, welche während zwei Sekun-
den zurückgelegt wird), würde sich Folgendes ergeben: Bei 80 km/h legt ein
Fahrzeug pro Sekunde 22.22 Meter zurück (Hans Giger, Kommentar zum SVG,
8. Auflage, Zürich 2014, S. 232). In zwei Sekunden legt man bei dieser
Geschwindigkeit mithin 44,44 Meter zurück. Geht man vom rechtsgenügend
erstellten Sachverhalt aus (maximal 12 Meter Abstand), dann hat der Beschuldig-
te diesen Sicherheitsabstand bei weitem unterschritten.
5.3.3. Aufgrund empirischer Ermittlungen hat sich ergeben, dass selbst reaktions-
schnelle Personen mit einer Brems - Reaktionsdauer von bis zu 0,6 Sekunden zu
rechnen haben. Boll (a.a.O., S. 57 f.) geht deshalb zu Recht davon aus, es sei
gerechtfertigt, eine erhöhte abstrakte Gefährdung im Sinne von Art. 90 Abs. 2
SVG anzunehmen, wenn der Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug
0,6 Sekunden oder weniger betrage. 0,6 Sekunden entsprechen "1/6 Tacho" oder
"16,67% Tacho". Bei einem Abstand von "1/6 Tacho" oder "16,67% Tacho" sei die
Gefahr einer Auffahrkollision im Verhältnis zum vorgeschriebenen Abstand
(erlaubtes Risiko) hochgradig erhöht (Boll, a.a.O., S. 58). Bei 80 km/h beträgt
"1/6 Tacho" daher 13.33 Meter. Ausgehend vom vorliegend erstellten Sachverhalt
(Distanz zwischen den Fahrzeugen maximal ca. 12 Meter) ist damit erwiesen,
dass der Beschuldigte einen zeitlichen Abstand von bloss 0.54 Sekunden und
somit von weniger als "1/6 Tacho" einhielt. Damit ist der objektive Tatbestand der
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groben Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG – auch im
Sinne der zuvor zitierten bundesgerichtlichen Rechtsprechung – klarerweise
erfüllt. Hinzuweisen ist in diesem Zusammenhang schliesslich noch darauf, dass
die Regel, wonach bei einem Abstand von "1/6 Tacho" oder weniger ohne
weiteres von einer groben Verkehrsregelverletzung auszugehen ist (vgl. Boll,
a.a.O., S. 57 f.), für normale Verhältnisse gilt. Diese absolute Schwelle ist in
Bezug auf zwei hintereinander fahrende Fahrzeuge bei günstigen Verhältnissen
anwendbar, erschwerende Umstände werden ausgeblendet. So ist beispielsweise
bei nasser Fahrbahn ein wesentlich grösserer Abstand einzuhalten (vgl. Boll,
a.a.O., S. 58).
5.3.4. Mit der Vorinstanz ist schliesslich nicht einzusehen, inwiefern im vorliegen-
den Fall von besonderen Umständen ausgegangen werden müsste, welche ein
Abweichen von der oben zitierten Rechtsprechung des Bundesgerichts zu
Gunsten des Beschuldigten rechtfertigen würden. Dass der Beschuldigte mit
einem Personenwagen hinter einem Lastwagen herfuhr, ist entgegen der Vertei-
digung nicht als besonders günstiger Umstand zu qualifizieren. Zwar ist anzu-
nehmen, dass der Beschuldigte mit seinem Personenwagen tatsächlich im
Vergleich mit dem Lastwagen einen etwas kürzeren Bremsweg gehabt hätte,
andererseits sah der Beschuldigte nicht, was sich vor dem Lastwagen abspielte
und hätte daher erst verzögert reagieren können.
5.3.5. Soweit sich der Beschuldigte auf den Standpunkt stellt, dank seines mit
ABS ausgestatteten Personenwagens der Marke Mercedes wäre er in der Lage
gewesen bei einer Vollbremsung schneller als der Lastwagen anzuhalten, ist dem
entgegen zu halten, dass praktisch sämtliche Fahrzeuge – namentlich auch Last-
kraftwagen – im schweizerischen Strassenverkehr mit ABS ausgestattet sind.
Daraus kann der Beschuldigte also nichts zu seinen Gunsten ableiten.
5.3.6. Soweit die Verteidigung im Berufungsverfahren vorbringt, die kurzen
Strecken von 250 respektive 400 Metern, während welchen der Beschuldigte
einen ungenügenden Abstand eingehalten habe, seien zu gering, um eine
erhöhte abstrakte Gefahr zu schaffen (Urk. 49 S. 5), ist auf das Urteil des
Bundesgerichts 6B_534/2008 vom 13. Januar 2009, E. 3.5, zu verweisen In
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diesem Urteil hat das Bundesgericht folgendes festgehalten: "Entgegen dem Ein-
wand des Beschwerdeführers ist die Begründung einer groben Verkehrsregel-
verletzung auch möglich, wenn die Unterschreitung des Mindestabstandes auf
einer Strecke von weniger als 300 Metern andauert."
5.3.7. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass der Beschuldigte durch
das viel zu nahe Auffahren auf den voranfahrenden Lastwagen in objektiver
Hinsicht eine erhöhte abstrakte Gefahr im Sinne der obgenannten bundesgericht-
lichen Rechtsprechung geschaffen hat. Es wäre ihm aufgrund seiner Fahrweise
mit grösster Wahrscheinlichkeit nicht mehr möglich gewesen, bei einem un-
erwarteten Ereignis (z.B. starkes Bremsmanöver des Lastwagens) rechtzeitig und
adäquat zu reagieren und damit eine drohende Auffahrkollision mit dem Last-
wagen zu vermeiden. Durch sein schwerwiegend verkehrsregelwidriges Verhalten
gefährdete der Beschuldigte nicht nur seine eigene Gesundheit erheblich,
sondern auch jene der Insassen des vor ihm fahrenden Lastwagens. Der objekti-
ve Tatbestand der groben Verkehrsverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG
i.V.m. Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 12 Abs. 1 VRV ist damit erfüllt, was die Vor-
instanz zutreffend feststellte.
5.3.8. Subjektiv erfordert der Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG nach der Recht-
sprechung ein rücksichtsloses oder sonst schwerwiegend verkehrswidriges Ver-
halten, d.h. ein schweres Verschulden, bei fahrlässigem Handeln mindestens
grobe Fahrlässigkeit. Diese ist zu bejahen, wenn der Täter sich der allgemeinen
Gefährlichkeit seiner verkehrswidrigen Fahrweise bewusst ist. Grobe Fahrlässig-
keit kann aber auch vorliegen, wenn der Täter die Gefährdung anderer Verkehrs-
teilnehmer pflichtwidrig gar nicht in Betracht gezogen, also unbewusst fahrlässig
gehandelt hat. In solchen Fällen ist grobe Fahrlässigkeit zu bejahen, wenn das
Nichtbedenken der Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer auf Rücksichtslosig-
keit beruht. Rücksichtslos ist unter anderem ein bedenkenloses Verhalten gegen-
über fremden Rechtsgütern. Dieses kann auch in einem blossen (momentanen)
Nichtbedenken der Gefährdung fremder Interessen bestehen (vgl. zum Ganzen
BGE 131 IV 133 mit diversen weiteren Verweisen).
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5.3.9. Der Beschuldigte ist nach eigenen Angaben seit 39 Jahren im Besitz des
Führerausweises und legt im Durchschnitt pro Jahr rund 50'000 km im Auto
zurück. Er kann daher ohne weiteres als versierter Automobilist bezeichnet
werden. Anlässlich seiner Befragung vom 26. Februar 2014 führte er aus, er sei
während der Fahrt ganz klar nicht in Gedanken versunken gewesen. Den Abstand
zum vorausfahrenden Lastkraftwagen habe er bewusst eingehalten. Die
1⁄2-Tacho-Abstands-Regel sei ihm bekannt. Ebenso sei er sich der Risiken und
Gefahren bewusst, welche durch das Nichteinhalten eines genügenden Abstan-
des zum vorderen Fahrzeug entstehen würden. Er sei sich jedoch zu 100 %
sicher gewesen, dass er im Falle einer Vollbremsung des Lastkraftwagens noch
rechtzeitig hätte anhalten können. Er habe sich bei seiner Fahrweise sehr sicher
gefühlt (Urk. 8 S. 5 ff.). Auch an der Berufungsverhandlung führte der Beschuldig-
te aus, er sei jederzeit voll da gewesen, um Bremsen zu können (Urk. 48 S. 3).
Aufgrund seiner Äusserungen und des dokumentierten Fahrverhaltens des
Beschuldigten, kann ihm kein direkter Vorsatz zur Last gelegt werden. Der
Beschuldigte wusste zwar um die Gefährlichkeit seines Handelns, er wollte jedoch
nicht eine Gefährdungslage schaffen. Durch sein höchst riskantes Verhalten im
Strassenverkehr hat er indes fraglos fremde Rechtsgüter – namentlich Leib und
Leben der Insassen des vor ihm fahrenden Lastkraftwagens – einer erhöhten
Gefahr ausgesetzt, wobei er sich diesbezüglich zumindest ein bedenkenloses und
damit pflichtwidriges Verhalten anrechnen lassen muss. Im Lichte der bundes-
gerichtlichen Rechtsprechung, wonach ein Täter selbst dann rücksichtslos
handelt, wenn er auch nur einen Moment lang die Gefährdung fremder Interessen
nicht bedenkt (Urteil des Bundesgerichts 6B_660/2009 vom 3. November 2009,
Erw. 4.3.), steht – entgegen der Ansicht der Verteidigung (Urk. 49 S. 5) – ausser
Frage, dass der Beschuldigte auch den subjektiven Straftatbestand von Art. 90
Abs. 2 SVG i.V.m. Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 12 Abs. 1 VRV erfüllt hat.
5.3.10. Nachdem weder Rechtfertigungs- noch Schuldausschlussgründe vor-
liegen, ist der vorinstanzliche Schuldspruch vollumfänglich zu bestätigen.
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III. Sanktion
6. Strafzumessung
6.1. Die Vorinstanz hat den Strafrahmen für die vom Beschuldigten begangene
grobe Verkehrsregelverletzung mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geld-
strafe korrekt abgesteckt. Weiter hat sie zutreffende theoretische Ausführungen
zu den Grundsätzen der Strafzumessung gemacht (Urk. 30 S. 13 f.). Nach der
Beurteilung der Tatkomponente ist eine hypothetische Einsatzstrafe festzusetzen,
was die Vorinstanz unterlassen hat und was nachzuholen ist (Urteile des Bundes-
gerichts 6B_865/2009 vom 25. März 2010 E.1.6.; vgl. 6B_460/2010 vom
4. Februar 2011 E.3.3.4. n.p. in BGE 137 IV 57; 6B_2/2011 vom 29. April 2011
E.4.2.3.).
6.2. Die Erwägungen der Vorinstanz zur objektiven und subjektiven Tatschwere
können so übernommen werden (Urk. 30 S. 15; Art. 82 Abs. 4 StPO). Das Ver-
schulden ist jedoch angesichts des relativ weiten Strafrahmens eher als leicht zu
bezeichnen. Es ist eine Einsatzstrafe von 60 Tagessätzen festzusetzen.
6.3. Unter dem Titel Täterkomponente hat die Vorinstanz ebenfalls das Nötige
ausgeführt, sie hat insbesondere die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten
zutreffend wiedergegeben und die Vorstrafen straferhöhend gewertet (Urk. 30
S. 15 f.). Anzumerken ist einzig, dass dem Beschuldigten heute nur noch die Vor-
strafen aus den Jahren 2005 bzw. 2012 entgegen gehalten werden können
(vgl. Urk. 31), was jedoch nichts daran ändert, dass die Strafe wegen der
einschlägigen Vorstrafen deutlich zu erhöhen ist.
6.4. Nach Würdigung der Tat- und Täterkomponenten wäre klar eine Strafe
auszufällen gewesen, die über der von der Vorinstanz ausgesprochenen Strafe
von 60 Tagessätzen liegen müsste. Da jedoch einzig der Beschuldigte Berufung
angemeldet hat, muss es bei der von der Vorinstanz ausgesprochenen Strafe
sein Bewenden haben (Art. 391 Abs. 2 StPO). Ausgehend vom monatlichen
Nettoeinkommen des Beschuldigten von Fr. 8'640.70, unter Berücksichtigung
seiner Unterhaltsverpflichtung in Höhe von Fr. 5'045.-- (vgl. Urk. 40/1), erscheint
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auch der von der Vorinstanz festgesetzte Tagessatz von Fr. 50.-- keinesfalls als
zu hoch und wurde zurecht von der Verteidigung auch nicht beanstandet.
6.5. Der Beschuldigte ist in Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils mit einer
Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu Fr. 50.-- zu bestrafen.
7. Vollzug
7.1. Die Vorinstanz hat zutreffende theoretische Erwägungen zur Frage
gemacht, wann und unter welchen Voraussetzungen der Vollzug einer Strafe auf-
geschoben werden kann. Mit Verweis auf die betreffenden Ausführungen
erübrigen sich Weiterungen hierzu (Urk. 30 S. 17; Art. 82 Abs. 4 StPO).
7.2. Der Beschuldigte ist im Schweizerischen Strafregister aktuell noch mit zwei
Einträgen verzeichnet. Am 20. April 2005 wurde er vom Obergericht des Kantons
Aargau wegen Fahren in angetrunkenem Zustand zu einer bedingten Gefängnis-
strafe von 6 Wochen und einer Busse von Fr. 2'500.-- verurteilt. Am 26. Juni 2012
verurteilte ihn die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl wegen Fahrens in fahrunfähigem
Zustand zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu Fr. 150.-- und einer Busse
von Fr. 2'000.-- (Urk. 31). Angesichts dieser einschlägigen Vorstrafen und der
nach wie vor an den Tag gelegten Uneinsichtigkeit des Beschuldigten ist mit der
Vorinstanz davon auszugehen, dass er sich von einer lediglich bedingt ausge-
sprochenen Sanktion nicht von neuerlicher Delinquenz abhalten lassen würde.
Vielmehr ist ihm aufgrund seines Verhaltens eine eigentliche Schlechtprognose
zu stellen. Auch die stabilen persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten haben
ihn nicht davon abgehalten, sich innert knapp zehn Jahren ein drittes Mal wegen
eines Verkehrsdelikts strafbar zu machen. Die Legalprognose des Beschuldigten
kann als erheblich beeinträchtigt bezeichnet werden. Damit fällt eine bedingt aus-
gesprochene Strafe nicht mehr in Betracht. Die vorliegend auszufällende Geld-
strafe ist daher in Anwendung von Art. 42 Abs. 1 StGB sowie in Bestätigung des
vorinstanzlichen Urteils für vollziehbar zu erklären.
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IV. Kosten- und Entschädigung
1. Ausgangsgemäss ist die vorinstanzliche Kostenregelung (Dispositivziffer 5)
zu bestätigen.
2.1. Die Gebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 3'000.-- zu veranschlagen
(Art. 424 Abs. 1 StPO i.V.m. § 16 Abs. 1 und § 14 der Gebührenverordnung des
Obergerichts, LS 211.1).
2.2. Der Beschuldigte unterliegt im Berufungsverfahren vollumfänglich, weshalb
ihm die Kosten dieses Verfahrens aufzuerlegen sind (Art. 428 Abs. 1 StPO).