Decision ID: 5209f6eb-8adf-49bd-85ad-112734caf1e0
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1976, war seit Juli 2011 als Montagemitarbei
ter bei der Firma Y._
, angestellt und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen Unfälle versichert.
Am 1
6.
Juli 2012 erlitt er einen Unfall
,
als er bei der Demontage eines Elektromo
tors mittels Hammer und Meissel mit dem Hammer die linke Hand traf (Unfall
meldung,
Urk.
6/2;
Urk.
6/46).
1.2
Die medizinische Erstbehandlung erfolgte am 20. Juli 2012 durch
Dr.
med.
Z._
, Allgemeine Innere Medizin FMH
, welcher eine Druckdolenz im Handgelenk feststellte und - aufgrund des von ihm eingeholten MRI-Befund
es (Urk. 6/39)
- eine Kontusion mit Bonebruise und Rissbildung im TFC diagnosti
zierte.
Dr.
Z._
verordnete die Ruhigstellung des lädierten Handgelenks mit einer Schiene und
attestierte
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vom 20. Juli bis voraussichtlich Ende August 2012 (Bericht
Dr.
Z._
vom 22. August 2012, Urk. 6/36).
Am 29. August 2012 berichtete
Dr.
med.
A._
, Allgemeine Innere Medizin FMH, dass aktuell im linken Handgelenk nur noch Schmerzen bei Be
lastung aufträten und keine Einschränkung des Bewegungsumfangs bestehe sowie Bewegungen keine Schmerzen auslösen würden. Die Prognose für den weiteren Verlauf sei gut und ein Arbeitsversuch bei 50%iger Arbeitsfähigkeit zumutbar. Die Behandlung dauere voraussichtlich noch zwei bis drei Wochen (Urk. 6/23)
.
Für September 2012 attestierten
Dr.
A._
sowie
Dr.
med.
B._
, Allgemeine Innere Medizin FMH
,
auf dem Unfallschein eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit (Urk. 6/66).
1.3
In der Sprechstunde Handchirurgie der Klinik für Plastische Chirurgie und Hand
chirurgie der Klinik
C._
vom 4. Oktober 2012 wurde fol
gender Befund erhoben (Urk. 6/74): „Keine Schwellung, keine Rötung, Druck
dolenz über Tri
quetrum, weniger über TFCC. TFCC load schwach positiv. LT Ballotement positiv. Keine LT Instabilität, jedoch bei Prüfung schmerzhaft. Faustschluss ohne Einschränkung, bei Kraftaufwendung jedoch schmerzhaft. Streckung uneingeschränkt. aROM HG E/F 40-0-50, U/R 25-0-25, endgradig schmerzhaft. Sensibilität ohne pathologischen Befund.“
In der Folgeuntersuchung vom 4. Dezember 2012
wurden bei unverändertem klinischen Befund und nach Einsicht in die Dokumentation der durch Dr.
Z._
veranlasste
n
MRI-Abklärung eine l
unotriquetrale Arthrose links
sowie der
Verdacht
auf Ablösung TFCC vom dorsalen f
ovealen Ansatz links
diagnostiziert
.
In der Beurteilung wurde festgehalten, die klinische Untersu
chung und die MR-Befunde gingen einher mit den genannten Diagnosen. Auf
grund der repetitiven
starken Belastungen handle es sich einerseits um eine traumatisierte LT-Arthrose, sowie andererseits, jedoch wahrscheinlich weniger für die Beschwerden verantwortlich, um eine foveale dorsale Ablösung des TFCC von seinem Ansatz.
Es wurde
mit dem Patienten folgendes operatives Vorgehen besprochen: LT-Arthrodese und in gleicher Sitzung Arthroskopie zur Beurteilung des TFCC, ggf. Débridement desselben. Der Beschwerdeführer sei einem operativen Vorgehen abgeneigt und möchte sich zuerst mit der SUVA besprechen
(Urk. 6/73).
1.4
In
ihrer
Stellungnahme vom 1
1.
De
zember 2012 hielt SUVA-Kreisärztin
Dr.
med.
D._
, Fachärztin für Neurochirurgie
,
fest,
es liege eine vorüber
gehende Verschlimmerung einer traumatisierten Lunatum/Triquetrum-Arthrose vor.
Der Status quo sine sei nach 3 – 4 Monaten erreicht. Im Bereich des Discus triangularis (TFC) sei eine Kontusion im MRI 08/12 nachgewiesen, allerdings bestehe lediglich der Verdacht auf einen Riss. Bei dem Unfallme
cha
nismus sei es zu keiner typis
chen Hyperextensions/-Rotationsbewegung gekommen, die Hand sei direkt vom Hammer getroffen worden, dies sei kein typischer Ver
let
zungs
mechanismus für eine TFCC-Läsion (
Urk.
6/72).
Am
1
9.
Dezember 2012
attestierte
Dr.
D._
eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit
für eine Büro
tätigkeit
seit
1.
August 2012
, d.h.
zwei Woch
en
nach dem Unfall (
Urk.
6/76).
1.5
In der Folge führte die SUVA mit Schreiben vom 2
0.
Dezember 2012 gegenüber dem Versicherten aus, der vorliegende Fall werde per Ende Dezember 2012 abgeschlossen
bzw.
es
würden die bisherigen Versicherungsleistungen (Taggeld und Heilungskosten auf diesen Zeitpunkt eingestellt (
Urk.
6/78). Am 1
5.
Januar 2013 ersuchte der Versicherte, vertreten durch
Z._
, um Erlass einer einsprachefähigen Verfügung (
Urk.
6/83).
Daraufhin nahm
Dr.
D._
am 2
3.
Januar
2013 eine nochmalige Beurteilung
des medizinischen Sachverhalts vor
und kam zum Schluss, dass die aktuell noch bestehenden Beschwerden nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall
zurückzuführen seien
. Dementsprechend sei die geplante LT-Arthrodese nach Erreichen des Status quo sine betreffend d
i
e vorübergehende Verschlim
merung der LT-Arthrose nicht mehr unfallbedingt und bestehe auch keine unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit mehr
(
Urk.
6/85).
Gestützt auf diese fachärztliche Beurteilung
verfügte
die SUVA
a
m
5.
März 2013 die Einstellung der
Versicherungsleistungen per 31.
Dezember 2012 (
Urk.
7/86).
1.6
D
agegen
erhob der Versicherte am 15.
April 2013
Einsprache, in welcher er unter anderem eine unvollständige Feststellung des medizinischen Sachverhalts rügte und eine unabhängige ärztliche Begutachtung verlangte (Urk.
6/89).
Bereits vor Einspracheerhebung hatte er sich selbst bzw. auf Empfehlung seines Rechtsvertreters im
O._
von
Dr.
med.
E._
,
O
rthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
FMH, zum Einholen einer fachärztlichen Zweitmeinung angemeldet (
Bericht vom 28
. März 2013,
Urk. 6/87). Dr.
E._
konnte
aufgrund ihrer Untersuchungen vom 2
5.
und 27. März 2013
und den zur Beurteilung vorgelegten Befunden der Vor
untersucher (vgl. Urk. 6/87 S. 2)
ausser den leichten Veränderungen am proxi
malen Lunatum und Triquetrum, welche als Indizien für ein Ulnaimpaktions
syndrom, möglicherweise auch
als Bone Bruise nach einem Trauma
gewertet werden könnten
, keine
(möglichen)
Unfallfolgen objektivieren.
Klinisch erhob sie folgende Befunde: „Aspektmässig reizloses linkes Handgelenk mit Fle
xion/Ex
tension beidseits 80/0/50°, Pro-/Supination beidseits 90/0/90, Ulnar
-/Radialduktion rechts 40/0/5° links 40/0/0° mit endständig in die Ulnarduktion Schmerzen ul
n
ocarpal. Die distale Ulna kann beidseits frei nach dorsal durch
palpiert werden. Die Prüfung des lunotriquetralen Allotments ist nicht schmerz
haft und nicht vermehrt (!), kein pisotriquetraler Schiebeschmerz, kein Krepi
tieren. Radiopalmar ist kein Ganglion sichtbar. Keine Druckdolenz daselbst. Reizloses linkes Handgelenk. Jamar rohe Kraft rechts 60 kg, links schmerzfrei bis 22 kg, danach werden Schmerzen am Ulnastyliod beklagt. Der Patient kommt mit einer Handgelenksmanschette in die Sprechstunde.“
Diese Befunde diskutierte
Dr.
E._
im Lichte der anamnestischen Angaben zum Unfallereignis und kam zum Schluss, dass es fraglich sei, ob die geklagten Schmerzen von den objektivierbaren Veränderungen ausgingen, weshalb sie von der geplante
n
LT-Arthrodese - zumindest aktuell - abrate, zumal ein sol
cher Eingriff in der Regel die Handgelenksbeweglichkeit einschränke und nicht selten zu neuen Problemen führe.
Hinsichtlich der bisher erfolgten ärztlichen Behandlung hielt sie fest, obwohl heftige Schmerzen beklagt würden, sei thera
peutisch bisher nichts unternommen worden, dies neun Monate na
ch dem Unfall mit Beurteilung der
Klinik C._
erstmals Anfang Oktober letzten Jahres und letztmals Anfang Dezember mit Behandlungsvorschlag zur lunotriquetralen Arthrodese, was der Patient abgelehnt habe. Zwischenzeitlich dreieinhalb Monate später sei nichts passiert, ausser der Vereinbarung des Termins in der vorliegenden Sprechstunde.
Insgesamt
könne sie daher
dem Entscheid der SUVA Folge leisten.
Sie könne aufgrund der Befunde
und der ihr bekannten Informationen zum Verlauf
schon die bisherige neunmonatige Arbeitsunfähig
keit nicht nachvollziehen; eine weitere Arbeitsunfähigkeit sei medizinisch nicht zu begründen.
Auch
die
Untersuchung
Dr.
E._
s vom 2. April 2013 unter BV-gesteuerter Infiltration von Kenacort 40 ergab keine Anhaltspunkte auf eine LT-Bandläsion (Bericht vom 2. April 2013, Urk. 6/88).
Nachdem
Kreisarzt
Dr.
F._
, Facharzt für Chirurgie, am 17. April 2013 bestätigt hatte, dass
die im Einspracheverfahren neu eingegangenen Berichte
Dr.
E._
s keine Änderung der kreisärztlichen Stellungnahme vom 23. Januar 2013 erforderlich machten (Urk. 6/91), wies die SUVA die Ein
sprache
mit Entscheid vom 3
0.
April 2013 ab (
Urk.
2).
2.
Hiergegen liess der Versicherte mit Eingabe vom
3.
Juni 2013 Beschwerde erhe
ben mit dem Rechtsbegehren,
es sei der angefochtene Entscheid aufzuheben; es seien ihm Taggelder bis auf weiteres zuzusprechen; eventualiter sei die Angele
genheit zur Neubeurteilung an die Beschwerd
egegnerin zurückzuweisen; unter
Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin. In ver
fah
rensmässiger Hinsicht stellte der Beschwerde
führer den Antrag, es sei eine öffentliche Verh
andlung durchzuführen (
Urk.
1).
Am
8.
Juli 2013 reichte die Beschwerdegegnerin ihre Beschwerdeantwort ein, in welcher sie Abweisung der Beschwerde beantragte (
Urk.
5). Dem Beschwerde
führer wurde dies am 1
0.
Juli 2013 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
7).
Mit Eingabe vom 1
9.
Juli 2013 stellte der Beschwerdeführer den verfahrenslei
tenden Antrag, es sei ein weiterer Schriftenwechsel anzuordnen (
Urk.
8).
Das Gericht teilte ihm daraufhin mit Schreiben vom
7.
August 2013 mit, dass nach Durchführung der beantragten öffentlichen Verhandlung entschieden werde, ob zur Wahrung des rechtlichen Gehörs ein weiterer Schriftenwec
hsel erforderlich sei (
Urk.
9).
Am 17. Juni 2014
fand
die vom Beschwerdeführer beantragte öffentliche Haupt
verhandlung statt
, in welcher der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers in Abwesenheit einer Vertretung der Beschwerdegegnerin plädierte
(vgl. Plädo
yernotizen, Urk. 15) und der Beschwerdeführer zur allgemeinen Ergänzung des Sachverhalts befragt wurde
(Prot. S.
2 f.).
Zur Ergänzung des medizinischen Sachverhalts reichte der Beschwerdeführer die Kopie eines ärztlichen Zeugnisses
Dr.
B._
s vom 7. November 2013 (zu Händen des Arbeitgebers) zu den Akten, welches - ohne weitere Angaben - eine unfallbedingte vollständige Arbeitsun
fähigkeit vom 1. September 2012 bis zum 30. November 2013 attestierte (Urk. 17/1). Am 23. Juni 2014 ersuchte der Beschwerdeführer um Einsicht in das
Protokoll der Hauptverhandlung (Urk. 19), worauf ihm dieses zur Einsicht und Stellungnahme zugestellt wurde (Urk. 21)
. Nachdem der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 10. Juli 2014 bestätigt hatte, dass das Protokoll - vorbehältlich seiner Korrekturen bzw. Ergänzungen - korrekt und vollständig sei (Urk. 22), wurde dieses am 14. Juli 2014 samt den diesbezüglichen Eingaben und Beilagen des Beschwerdeführers
der Beschwerdegegnerin zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk.
2
4). Diese äusserte sich nicht dazu.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 10 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung ihrer Un
fallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid (Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invali
denrente (Art. 18 Abs. 1 UVG).
Ferner hat sie Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauerhafte erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet (Art. 24 Abs. 1 UVG).
1
.2
1.2
.1
G
emäss
Art.
19
Abs.
1 UVG entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes des Versi
cher
ten mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmass
nahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind, der Rentenanspruch (
Abs.
1 ers
ter Satz). Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeld
leis
tungen dahin (
Abs.
1 zweiter Satz; vgl. auch
Art.
16
Abs.
2 zweiter Satz UVG, wo dies für den Taggeldanspruch nochmals statuiert wird).
Nach kon
stanter Rechtsprechung heisst dies, der Versicherer hat - sofern allfällige Ein
glie
de
rungs
massnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind - die Heilbe
handlung (und das Taggeld) nur solange zu gewähren, als von der Fort
setzung der ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des Gesund
heits
zustan
des erwartet werden kann. Trifft dies nicht mehr zu, ist der Fall unter Ein
stel
lung der vorübergehenden Leistungen mit gleichzeitiger Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und auf eine Integritätsent
schädig
ung abzu
schliessen (vgl. BGE 134
V
109 E. 4.1 mit Hinweisen auf die ältere Rechtspre
chung
).
1.2
.2
Nahtlos an diese Regelung schliesst sich
Art.
21
Abs.
1 UVG an. Danach soll Heilbehandlung - wie die übrigen Pflegeleistungen und die Kostenvergütungen - nach Festsetzung der Rente durch den Unfallversicherer nur unter besonderen Voraussetzungen gewährt werden, so bei Berufskrankheit (lit. a), bei Rückfall oder Spätfolgen zur wesentlichen Besserung oder Bewahrung vor wesentlicher Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit (lit. b), zur Erhaltung der verbleibenden Erwerbsfähigkeit (lit. c) und zur wesentlichen Verbesserung oder zur Bewahrung vor wesentlicher Beeinträchtigung des Gesundheitszustandes im Falle der Er
werbsunfähigkeit (lit. d). Im dazwischen liegenden Bereich, nämlich wenn einerseits von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Bes
serung im Sinne von
Art.
19
Abs.
1 UVG mehr erwartet werden kann und anderseits die Voraussetzungen von
Art.
21
Abs.
1 UVG nicht erfüllt sind, hat der Unfallversicherer keine Heilbehandlung mehr zu übernehmen. An seine Stelle tritt der obligatorische Krankenpflegeversicherer (BGE 134 V 109 E. 4.2).
1.2
.3
Hinsichtlich des Taggeldanspruchs wird sodann d
er
in
Art.
19
Abs.
1 UVG
für den unfallversicherungsrechtlichen Fallabschluss vorbehaltene Abschluss
allfäl
liger Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung
in
Art.
30 Abs. 1 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) dahingehend relativiert, dass in denjenigen Fällen, in denen
von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes des Versicherten mehr zu erwarten
ist
,
aber
der Entscheid der IV über die berufliche Eingliederung
noch aussteht (oder - in maiore minus - die
von der IV gewährte
berufliche Einglie
derung noch nicht abgeschlossen ist)
vom Abschluss der ärztlichen Behandlung an
subsidiär eine
Übergangsrente
der
Unfallversicherung
aus
zurichten ist, deren Höhe
aufgrund der in diesem Zeitpunkt bestehenden Erwerbsunfähigkeit fest
gesetzt
wird
. Der Anspruch
auf diese
Übergangsrente erlischt
beim Beginn des Anspruchs auf ein Taggeld der IV
(Art. 30 Abs. 1 lit. a UVV),
mit dem negativen Entscheid der IV über die berufliche Eingliederung
(Art. 30 Abs. 1 lit. b UVV) und (bei Abschluss der beruflichen Massnahme oder deren rechtskräftiger Ver
weigerung)
mit der Festsetzung der definitiven Rente
(Art. 30 Abs. 1 lit. c UVV)
.
Sobald von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung
in absehbarer Zeit
keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes des Versicherten mehr zu er
warten ist,
wird somit der Taggeldanspruch hinfällig und
stellen
sich
in jedem Fall
- gleichzeitig - die Fragen
nach dem Kausalzusammenhang zwischen den noch anhaltenden Beschwerden und dem Unfallereignis
(vgl. BGE 134 V 109)
sowie nach den
Dauerleistungen (zum Begriff: vgl. BGE 134 V 109 E. 4.1) der
Unfall
versicherung
, welche verunfallten Person aufgrund der medizinischen Sach
lage
noch
zustehen.
1.2.4
Was unter einer namhaften Besserung des Gesundheitszustandes des Versicher
ten ("une sensible amélioration de l'état de l'assuré", "un sensibile migliora
mento della salute dell'assicurato" in der französischen resp. italienischen Textfassung des
Art.
19
Abs.
1 UVG) zu verstehen ist, umschreibt das Gesetz nicht näher. Mit Blick darauf, dass die soziale Unfallversicherung ihrer Konzep
tion nach auf die erwerbstätigen Personen ausgerichtet ist (vgl. etwa
Art.
1 [seit
1.
Januar 2003
Art.
1a mit unverändertem Wortlaut] und
Art.
4 UVG), wird sich dies namentlich nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wieder
herstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit unfallbedingt beeinträchtigt, bestimmen. Dabei verdeutlicht die Verwendung des Begriffes "namhaft" durch den Gesetz
geber, dass die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende Besserung ins Gewicht fallen muss. Unbedeutende Verbesserungen genügen nicht (BGE 134 V 109 E. 4.3 mit Hinweisen auf die ältere Rechtsprechung).
1
.
3
Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abge
geben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfol
gerungen des Experten oder der Expertin begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich weder dessen Her
kunft noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stel
lungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). Den Berichten versicherungsinterner Ärzte kann rechtsprechungsgemäss gleich
falls Beweiswert beigemessen werden, sofern sie schlüssig erscheinen, nachvoll
ziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indi
zien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (RKUV 1991 Nr. U 133 S. 311).
2.
2.1
Auch wenn
die Beschwerdegegnerin
mit
der informellen Ankündigung
vom 20. Dezember 2012,
Urk. 6/78) und der
V
erfügung vom
5. März 2013
(Urk. 6/86) die Leistungseinstellung per 31. Dezember 2012
mit der Begründung
ab
ge
lehnt
hat
,
die noch bestehenden Beschwerden
seien
nicht
unfallkausal, und
den
Kranken
- bzw. Krankentaggeld
versicherer des Beschwerdeführers
als für die Erbringung von
Heilkosten- und Taggeld
leistungen
ab dem 1. Januar 2013 zu
ständig erklärte,
konnte sie damit n
ur über ihre eigene Leistungspflicht
verfü
gen
.
Sie tat d
ies
im Sinne eines Fallabschlusses
gemäss vorste
hender Erwägung
1.2
.2 dahingehend,
dass
sie
aufgrund des medizinischen Sachverhalts per 31. Dezember 2012
das Erbringen weitere
Leistungen der Unfallversicherung
aufgrund
des Unfallereignisses vom 1
6.
Juli 2012
ab dem 1. Januar 2013 ab
lehnte.
Dies bestätigte die Beschwerdegegnerin mit der Abweisung der gegen die Verfügung vom 5. März 2013 erhobenen Einsprache (Urk. 2).
2.2
Streitgegenstand des vor
liegenden Verfahrens ist
der vom Beschwerdeführer beschwerdeweise geltend gemachte Anspruch auf
Leistungen
der Unfallversi
cherung
ab dem 1. Januar 2013
und
über den Zeitpunkt der Beschwerde
erhebung
vom 3. Juni 2013
hinaus (Urk.
1 S. 2)
.
3.
3.1
Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, die vorliegenden fachärztlichen Beurteilungen der
Ursache seiner noch anhaltenden Schmerzen
seien
unvoll
ständig und
widersprüchlich,
weshalb die Beschwerdegegnerin
den ihrem Ent
scheid zugrundeliegenden medizinischen Sachverhalt un
genügend
abgeklärt
habe und
eine unabhängige ärztliche Begutachtung
erforderlich sei (Urk. 1 S. 7 ff. und Urk. 15 S. 6 ff.), ist vorab festzuhalten
, dass die Beschwerdegegnerin nach
Art.
43
Abs.
1 ATSG von Amtes wegen nur verpflic
htet ist, die zur Fest
stellung
der
tatbeständlichen Anspruchsvorauss
e
tzungen für die anbegehrten Versicherungsl
eistung
en
notwendigen
Abklärungen zu tätigen.
Mit Blick auf die Anspruchsvoraussetzung der namhaften Besserung des Gesund
heitszustandes des Versicherten durch eine Fortsetzung der ärztlichen Behandlung beim
Anspruch auf Heilbehandlung und
Taggeld
in
der Unfallversi
cherung (vgl. vorstehende E.
1.
2
.
4
)
bedeutet dies, dass ab dem Zeitpunkt, in welchem
hinsichtlich der
nach dem Unfall verbleibenden Restarbeits
fähigkeit ein stabiler, durch weitere ärztliche Behandlungen in absehbarer Zeit nicht mehr verbesserbarer Endzustand eingetreten ist, nicht nur
der Taggeld
an
spruch nach Art. 16 UVG sowie
- vorbehältlich des Anspruchs auf Heilbe
handlung nach Festsetzung der Rente in besonderen Fällen (vgl. Art. 21 UVG) - der
Anspruch auf
Gewährung weiterer ärztlicher Behandlung durch den
Unfall
versicherer
, sondern auch die Verpflichtung des Unfallversicherers zur weiteren Abklärung des
medizinischen Sachverhalt
s
hinfällig wird.
Denn ein allfälliger Anspruch auf Dauerleistungen der Unfallversicherung (Inva
lidenrente nach
Art.
18 UVG und Integritätsents
chädigung nach Art. 24 UVG) ist
aufgrund der Unfallresiduen im Zeitpunkt des Dahinfallens von Tag
geld- und Heilbehandlungsansprüchen zu ermitteln. Sind die dann noch nach
weisbaren Gesundheitsschäden zu geringfügig,
um einen Anspruch auf Dauer
leistungen der Unfallversicherung aus
zulösen
, ist nicht weiter abzuklären, inwiefern es sich dabei effektiv um Unfallfolgen handelt
.
3.2
Im vorliegenden Fall
ist folgender Heilungsverlauf
nach dem Unfall vom 16. Juli 2012
ärztlich
dokumentiert:
3.2.1
Im
ärztlichen
Zwischenbericht vom 2
9.
August 2012
stellte
Dr.
A._
fest, nach Angaben des
Beschwerdeführer
s sei der Ruheschmerz
sistiert, aktuell be
stünden nur noch Schmerzen nach Belastung. Objektiv sei keine Einschränkung des Bewegungsumfanges auszumachen, bei Bewegung im Handgelenk erfolge keine Schmerzauslösung
(
Urk.
6/23).
3.2.2
I
n der
Klinik für Plastisch
e Chirurgie u
nd Handchirurgie der Klinik C._
wurde am
4. Oktober bzw. 4. Dezember
2012 vermerkt
, es liege nur noch geringfügige Druckdolenz
über
dem
Triquetrum, weniger über
dem
TFCC
vor
.
Der
Faustschluss
sei
ohne Einschränkung
möglich
, bei Kraftanwendung jedoch schmerzhaft;
die
Streckung uneingeschränkt
möglich, die Beweglichkeit
end
gradig schmerzhaft,
die
Sensibil
ität ohne pathologischen Befund
(
Urk.
6/73 und Urk. 6
/74)
.
3.2.3
Dr.
E._
bestätigte Ende März 2013
im Wesentlichen
die im Dezember 2012 von der Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie
der Klinik C._
erhobenen Befunde und konnte ausser einem schmerzbedingt auf
- immerhin - 22
kg reduzierten
Krafteinsatz keine Gebrauchseinschränkung der linken Hand mehr feststellen. Retrospektiv
hielt sie fest, aufgrund der doku
men
tierten Befunde habe es sich beim Unfallereignis nicht um ein erhebli
ches Trauma handeln können, so dass es für sie schwer nachvollziehbar sei, dass daraus eine neunmonatige Arbeitsunfähigkeit resultieren sollte.
Im Übrigen kon
statierte sie
, dass bisher keine spezifischen medizinischen Behandlungen zur Verbesserung der Arbeitsfähigkeit durchgeführt worden seien und schlug
selber
auch keine vor
. Vielmehr riet sie vo
n der von den Handchirurgen der Klinik C._
vorgeschlagenen - aber vom Beschwerdeführer abgelehnten
-
LT
Ar
th
ro
dese
dezidiert ab;
dies unter Abwägung der geringfügigen noch beste
hen
den
Beschwerden
unklarer Ätiologie gegenüber den Risiken eines solchen Eingriffs
(
Urk.
6/87)
.
3.3
3.3.1
Gemäss den übereinstimmenden fachärztlichen Beurteilungen der Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie
der Klinik C._
, der SUVA-Kreisärztin,
Dr.
D._
, und der vom Beschwerdeführer für eine
fach
ärzt
liche Zweitmeinung beigezogenen
Dr.
E._
lag somit
- spätestens - ab dem Zeitpunkt der s
trittigen
Leistungseinstellung per 31. Dezember 2012 durch die
Beschwerdegegnerin
ein stabiler, durch weitere ärztliche Behandlungen in absehbarer Zeit nicht mehr verbesserbarer
Unfalle
ndzustand
vor,
welcher den Beschwerdeführer
nur noch
a
m kraftvollen Einsatz der adominanten
linken Hand
hindert.
Wie der Beschwerdeführer anlässlich der öffentlichen Hauptverhandlung vom 17. Juni 2014 berichtete,
blieben seine Beschwerden
seit der Leis
tungs
ein
stel
lung durch die Beschwerdegegnerin tatsächlich auch
subjektiv unverändert und erfolgte
keine über die Abgabe von Schmerzmitteln hinausgehende Behandlung zur Verbesserung des Gesundheitszustands mehr
.
(vgl. Prot. S. 2)
.
3.3.2
I
m Zeitpunkt der Leistungseinstellung durch die Beschwerdegegnerin
lag
auf
grund des
fachärztliche
n Zumutbarkeitsprofil
s
(Unzumutbarkeit des kraftvollen Einsatzes der adominanten
linken Hand, vgl.
vorstehende Erwägung)
weder an
d
em
vom Beschwerdeführer
im Zeitpunkt des Unfalls innegehabten Arbeitsplatz
noch im Hinblick auf andere manuelle Montagearbeiten, für die der Beschwer
deführer beruflich qualifiziert ist,
eine
wesentlich
e
Einschränkung der Arbeits
fähigkeit vor
.
An seinem angestammten Arbeitsplatz wurde dem Beschwerdeführer
auch
ange
boten
, ihm die linke Hand schonende
Arbeit
zuzuweisen,
was
er
jedoch
unter Hinweis auf die ihm von seinem Hausarzt attestierte vollständig
e Arbeits
unfähigkeit ab
lehnt
e
(vgl. Urk. 6/50)
. U
nd
gemäss höchstrichterlicher Rechtspre
chung
vermag
eine
sogenannte
funktionelle Einarmigkeit (d.h. die
annähernd vollständige Gebrauchsunfähigkeit einer dominanten Hand
)
in der Regel höchstens eine 20-25%ige Arbeitsunfähigkeit
(zufolge der Zumutbarkeit nur
einarmig verrichtbarer
Arbeiten)
für
auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ange
botene
Hilfstätigkeiten
zu bewirken, weshalb der Ausfall einer adomi
nanten Hand
nur
für d
e
n kraftvollen Einsatz v
on vornherein nicht geeignet erscheint
, eine Invalidität von mindestens 10 % (vgl.
Art.
18 Abs.
1 UVG) zu bewirken.
Ebenso
fehlt es an der von
Art.
24
Abs.
1 UVG
für die Zusprechung einer Integ
ritätsentschädigung
geforderten Erheblichkeit der Schädigung.
3.3.3
Insgesamt besteht daher kein Anlass, an der durch die vom Beschwerdeführer eingeholte fachärztliche Zweitmeinung
Dr.
E._
s
bestätigten Arbeits
fähig
keitsbeurteilung der SUVA-Kreisärztin
vom 23. Januar 2013 (Urk. 6/83)
zu zwei
feln, gemäss der
im Zeitpunkt der Leistungseinstellung der Status quo sine nach dem Unfall bereits erreicht war und demzufolge keine unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit mehr vorlag.
Die
dem
Beschwerdeführer
von seinem Hausarzt
auf dem Unfallschein (Urk. 6/66 und Urk. 6/77) attestierte und
noch am 7. November 2013
bestätigte
vollständige Arbeitsunfähigkeit zufolge Unfalls (seit 1. September 2012 bis 30. November 2013, vgl. Urk. 17/1)
entbehrt jeglicher Begründung, weshalb ihr im sozialversicherungsrechtlichen Prozess keinerlei Beweiswert zukommt und sie auch nicht geeignet ist, Zweifel an der anderslautenden kreisärztlichen Arbeitsfähigkeitsbeurteilung zu wecken (vgl. E. 1.3),
zumal die hausärztliche Arbeitsfähigkeitsbeurteilung
auch
- zumindest für die Zeit ab der strittigen Leistungseinstellung - in W
iderspruch zu allen
anderen
aktenkundigen
ärztli
chen Beurteilungen
steht
.
Demzufolge ist die Beschwerde abzuweisen.
4.
Das Verfahren ist kostenlos
(
§
33
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversiche
rungsgericht, GSVGer)
.
Ausgangsgemäss hat der
unterliegende
Beschwerdeführer keinen A
nspruch auf Parteientschädigung (
§
34
Abs.
1 GSVGer).