Decision ID: ac59f81b-8652-477e-b43a-955d7b0b49c9
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1955, meldete sich am 2
4.
Juni 2002 (Eingangsdatum) bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbe
zug an (
Urk.
8/1
).
Mit Verfügun
g vom 12. April 2005 (Urk.
8/38
) stellte die
IV
Stelle
fest, dass
der Versicherte
ab 1. Juli 2002 bis Ende Juli 2003 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, ab 1. August 2003 Anspruch auf eine halbe Inva
liden
rente, ab 1. Januar
2004 auf eine Dreiviertelsrente
und ab 1. Oktober 2004 Anspruch auf eine Viertelsrente hat. In masslicher Hinsicht wurde mit derselben Verfügung einzig für den Zeitraum ab 1. Mai 2005 die Viertelsrente festgesetzt und die Bestimmung des Rentenanspruches für den rückwirkenden Zeitraum
vom
1. Juli 2002 bis 30. April 2005 auf einen späteren Zeitpunkt in Aussicht gestellt
(vgl.
Urk.
8/38/5)
. Mit Verfügungen vom 6. Juli 2005 (Urk.
8/61-64
)
setzte die IV-Stelle auch den Rentenanspruch des Versicherten rückwirkend für die Zeit vom 1.
Juli 2002 bis 30. April 2005 unter Berück
sichtigu
ng der Ver
rechnungsanträge fest. Die dagegen erhobenen Ein
sprachen hiess die IV-Stelle
mit Einspracheentscheid vom
9.
November 2005
in dem Sinne teilweise gut, dass sie den Beginn des Rentenanspruchs auf den 1. Mai 2002 festsetzte (Urk.
8/86; vgl. Verfügung vom
9.
Dezember 2005, Urk.
8/91
).
Hiergegen erhob der Versicherte am 2
7.
Januar 2006 Beschwerde (
Urk.
8/94/3) am hiesigen Gericht, welche er - nach Androhung einer reformatio in peius
(
Beschluss vom
2.
Februar 2007
,
Urk.
8/99) - zurückzog (Verfügung vom 1
2.
März 2007,
Urk.
8/100).
Im Rahmen der von Amtes wegen eingeleiteten Revision im Jahr 2007 (Revisions
fragebogen
vom
5.
Juni 2007
,
Urk.
8/101
) tätigte die IV-Stelle medi
zinische und erwerbliche Abklärungen und holte insbesondere das psychiatri
sche Gutachten von
Dr.
med. Y._
, Psychiatrie und Psychotherapie, vom
1.
Dezember 2007 ein (
Urk.
8/11
1). Mit Verfügungen vom 1
9.
u
nd
2
2.
Februar 2008 (
Urk.
8/121,
Urk.
123-124; vgl. Verfügungsteil 2,
Urk.
8/120)
wurde die Viertelsrente ab dem
1.
Oktober 2007
gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 66
%
auf eine Dreiviertelsrente er
höht.
Im Jahr 2009 leitete die IV-Stelle erneut
von Amtes wegen
eine Rentenrevision ein (Revisionsfragebogen
vom
6.
Februar 2009
,
Urk.
8/133). Nach
Einholung des IK-Auszuges vom
3.
März 2009 (
Urk.
8/134) sowie des Arztberichtes von
Dr.
med.
Z._
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 10./1
9.
März 2009 (
Urk.
8/135)
hielt die IV-Stelle fest, dass keine rentenrelevante Verände
rung festgestellt werden könne und deshalb weiterhin Anspruch auf die bishe
rige Rente bestehe (Mitteilung vom 1
8.
Mai 2009,
Urk.
8/137).
Mit Schreiben vom 1
6.
Februar 2010 teilt
e der Versicherte mit, dass er
von Mon
tag bis Freitag ca. 1.5 Stunden täglich
einer leichten Tätigkeit nachgehe (
Urk.
8/142).
Das
G
esuch
des Beschwerdeführers
vom 2
3.
September 2013 um orthopädische Serienschuhe (
Urk.
8/146) w
urde
mit Verfügung vom 1
6.
Mai 2014 abgewiesen (
Urk.
8/157).
Im Juni 2014 leitete die IV-Stelle erneut von Amtes wegen eine Revision ein (Revision
s
fragebogen
vom 1
7.
Juni 2014
,
Urk.
8/158).
Die IV-Stelle tätigte
wiederum
medizinische und erwerbliche Abklärungen und holte insbesondere das polydisziplinäre Gutachten (Allgemeine Innere Medizin, Gastroenterologie, Psychiatrie, Orthopädie
/Traumatologie
) des
A._
vom 1
3.
Mai 2015 ein (
Urk.
8/186).
Nach durch
ge
führtem Vorbescheidverfahren (Vorbescheid vom 2
2.
Juni 2015, Urk.
8/189; Einwand vom 2
4.
August 2015,
Urk.
8/193) hob die IV-Stelle die Rente mit Verfügung vom 2
6.
Oktober 2015 auf den der Zustellung der Verfügung folgen
den Monat hin auf (
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte am 2
5.
November 2015 Beschwerde und bean
tragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und
die Dreiviertelsr
ente
sei
ab dem
1.
Mai 2014 auf eine ganze Rente zu erhöhen. Eventualiter sei ihm die bis anhin ausgerichtete Dreiviertelsrente weiterhin auszurichten. Subeventuali
ter sei ein neues polydisziplinäres Gutachten einzuholen (
Urk.
1). Mit Beschwer
deantwort vom 1
1.
Januar 2016 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7 unter Beilage ihrer Akten,
Urk.
8/1-200), was dem Beschwerdeführer am 1
3.
Januar 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
9). Mit Eingabe vom 2
3.
Mai 2016 (
Urk.
10) reichte der Beschwerdeführer
die
Stellungnahme des
B._
vom 1
8.
Mai 2016 ein (
Urk.
11), worüber die Beschwerdegegnerin am 2
5.
Mai 2016 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
12).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung dafür, dass das
A._
-Gutachten beweiskräftig sei und daraus hervorgehe, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers verbessert habe.
Unter Berücksichti
gung der gutachterlich attestierten Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit sei es
dem Beschwerdeführer
möglich,
durch die Ausübung einer angepassten Tätig
keit
ein rentenausschliessendes Einkommen zu generieren (
Urk.
2).
Der Beschwerdeführer brachte demgegenüber im Wesentlichen vor,
dass nicht auf das
A._
-Gutachten und insbesondere nicht auf dessen psychiatrisches Teilgutachten abgestellt werden könne. Die psychiatrische Exploration habe maximal 20 Minuten gedauert, was klarerweise ungenügend sei - dies gelte auch bei einer Explorationsdauer von 45 Minuten.
Eine
Fremdanamnese
sei nicht
eingeholt worden. Des Weiteren entspreche das Gutachten des
A._
nicht
den vom Bundesgericht formulierten Kriterien an ein Beweisverfahren zur Abklärung psychosomatischer Leiden
und beantworte
den en
tsprechenden Fra
ge
n
katalog nicht
, was allerdings gemäss Rundschreiben Nr. 339 vom
9.
September 2015 notwendig sei.
Statt auf das Gutachten des
A._
sei auf die Berichte
von
Dr.
Z._
abzustellen,
der
dem Beschwerdeführer eine vollum
fängliche Arbeitsunfähigkeit attestiere.
Allerdings sei s
elbst ausgehend von der Arbeitsfähigkeitseinschätzung des
A._
erstellt, dass
der Beschwerdeführer kein rentenausschliessendes Invalideneinkommen erzielen
könne
, da die Ver
wertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit nicht gegeben sei - zumindest sei ein maximaler Leidensabzug von 25
%
zu gewähren (
Urk.
1).
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Leiden
mit Krank
heitswert besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen
guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesgerichts 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invali
dität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Er
werbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versi
cherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundes
gerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
2.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezü
gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidier
bar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisi
onsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades
bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Ein
spracheentscheid, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
2.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vor
liegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt
-
was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist
-
, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den Vorakten abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversiche
rung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann Fredenhagen, Das ärztliche Gut
achten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
3.
3.1
Die letzte materielle Prüfung des Rentenans
pruchs mit rechtskonformer Sach
ver
haltsabklärung, Beweiswürdigun
g und Durchführung eines Einkom
mens
vergleichs erfolgte
mit Verfügungen vom 19./2
2.
Februar 2008
(
Urk.
8/120-121 und
Urk.
8/123-124; vgl. Feststellungsblatt vom 2
8.
Dezember 2007,
Urk.
8/112
). Anlässlich der
Revision im Jahr 2009 wurde
lediglich
ein Bericht von
Dr.
Z._
(
Urk.
8/135) eingeholt und der frühere Einkommensver
gleich um die Nominallohnentwicklung bereinigt (vgl.
Urk.
8/136/3). E
ntspre
chend wurde
keine rechtskonforme Sachverhaltsabklärung und Bewe
iswürdi
gung vorge
nommen. Ob ein
Revisionsgrund
gegeben
ist, beurteilt sich entspre
chend au
fgrund der Aktenlage im Zeitpunkt der Verfügungen vom 19./2
2.
Februar 2008
.
3.2
Die Verfügungen vom 19./2
2.
Februar 2008 basierten in medizinischer Hinsicht
im Wesentlichen
auf dem psychiatrischen Gutachten von
Dr.
Y._
vom
1.
Dezember 2007 (
Urk.
8/111; vgl.
Urk.
8/112/3).
Dr.
Y._
hielt
als Diagnosen
1) eine leichte bis mittelgradige depressive Epi
sode ohne somatische Symptome (ICD-10 F33.10), 2) eine anhaltende somato
forme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) und 3) eine psychische Überlagerung der körperlichen Beschwerden (ICD-10 F54) fest
(
Urk.
8/111/4)
.
Die
Krankheit
des Beschwerdeführers habe
etwa im Jahr
2001 mit Oberbauchbe
schwerden
begonnen
, welche als Gastritis und Magengeschwür bezeichnet und entsprechend behandelt w
orden seien. Sehr bald sei
es zu Schmerzen im Rücken, in den Gliedern und im Nacken
gekommen, also zu einem
ausge
dehnten Schmerzsyndrom, welches sich trotz medikamentö
ser Therapie nicht zurückgebildet habe. Bald darauf habe
sich eine depressive Störung
entwickelt
, zu Beginn leichten Grades. Das gesamte Zustandsbild
habe
eine stationäre Behandlung in der
C._
erfordert
. Die depressive Störung
sei
als leichtgradig beurteilt
worden
, auf die Schmerzsymptomatik
habe
anscheinend kein Einfluss genommen werden
können
. Auch vie
r Jahre nach dieser Behandlung habe
sich am Krankheitsbild nichts
geändert
. Laut Bericht des
behandelnden Psychiaters bestehe
auch gegenwärtig das Krankheitsbild mit Schmerzen des Bewegungsapparates, Kopfschmerzen, sowie Magenschmerzen. Die depressive Störung
habe
der Psychiater als schwergradig, chronifiziert
beurteilt
. Im Kapitel objektiver Befund schreib
e
er:
„
Der Patient
komme hinkend in die Sprechstun
de. Er beklage bei jeder Konsultation sein Schick
sal, greife sich während des Ge
spräches an den Kopf, weil er Schmerzen habe
,
und r
epetier
e
seine finanziellen Sor
gen und seinen Schicksalsschlag
,
nicht mehr körperlich fit für eine Arbeit zu sein.
“
Im weiteren Text im Kapitel objektiver Befund über
nehme
der Psychiater die subjektiven Beschwerden des
Beschwerdeführers,
so dass man daraus keinen klaren Befund ersehen
kö
nn
e (
Urk.
8/111/5)
.
Die meisten vom behandelnden Psychiater au
fgeführten Beschwerden schilder
e der
Beschwerdeführer
auch
anlässlich dieser Untersuchung
auf eine ruhige, sachliche Art und Wei
se ohne aggravatorische Tendenz und
ohne besondere emotionale Beteiligung
. Die vorliegende depressive Stö
rung l
a
ss
e
sich keines Falls als
schwergradig beurteilen, sie lie
g
e
eher im Bereich des leichteren bis mittelschweren Grades.
Der Beschwerdeführer berichte
von somatisch angesiedel
ten Beschwerden, wel
che anschei
nend nur zum Teil mit dem objektiven Befund korrelierten. Ihre Ausdehnung fa
st auf den ganzen Körper weise
auf eine psychische Ü
berlage
rung der körperlichen Be
schwerden, aber auch deutlich auf eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung hin. Diese Störung wurz
le in einer chronischen Ü
berlastung des
Beschwerdeführers
zunächst einmal in einer Entwurzelung, langjährigen Trennung von der Familie, Unfähigkeit sich an die Familie anzu
passen, nachdem sie in die Schweiz
gekommen sei, daraus sich entwickelter
Probleme in der Erziehung der Kinder, damit verbundenen Ehekonflikten, dro
hende Scheidung, finanzielle Probleme, Abhä
ngigkeit von seiner Frau, etc. (
Urk.
8/111/5).
Auf Grund der depressiven St
örung und Schmerzstörungen lasse sich eine Arbeits
un
fähigkeit im Umfang von 50
%
bestätigen. Man k
ö
nn
e
im Vergleich zur Beurteilung im Jahre 2004 nur eine gering
gradige Verschlechteru
ng des gesundheitlichen Zustandes bestätigen.
Der Beschwerdeführer
sei
infolge psy
chischer Störungen in seiner Arbeitsfähigkeit eing
eschränkt geworden. Das bedeute
aber nicht, dass er leichtere
körperlich angepasste Tätigkei
ten nicht
ausführen könne. Nach seinem Dafürhalten bestehe
ein dringender Bedarf nach ei
ner Wiedereingliederung. Es gehe
dabei zumindest
um
Vermittlung einer geeigneten Arbeitsstelle. Aus eigener Kraft und
nach langer Arbeitsunfähig
keit
/
Ar
beitslosigkeit
werde es ihm
nicht gelingen
,
eine Arb
eitsstelle zu finden. Dabei sei
es auch sein Wunsch
,
Teilzeit zu arbeiten, um damit seine finanzielle Situation zu verbessern und dadurch vielleicht auch seine psychische Situation zum Positiven zu verändern.
Die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
sei
auf ein psychisches und zum Teil somatisches Leiden
mit Krankheitswert zurück
zu
führen,
wobei auch die psychosoziale
n Faktoren eine grosse Rolle
spielten. Die Verschlechterung des
gesundheitlichen Zustandes sei
seit Sommer (Juli) dieses Jahres anzunehmen
(
Urk.
8/111/6)
.
3.3
Im Rahmen der Revision im Jahr 2009 holte die Beschwerdegegnerin den Bericht von
Dr.
Z._
vom
10./
1
9.
März 2009 ein (
Urk.
8/135). Darin notierte er, dass er das Krankheitsbild in seinem Bericht vom 2
0.
September 2007 zusammengefasst habe und dieses noch heute gültig sei. Er könne maximal eine Stunde eine Tätigkeit ausüben, dann sei er wegen Schwindel und Schmerzen limitiert. Tragen könne er 5-10 kg, ebenfalls maximal eine Stunde. Die kogniti
ven Fähigkeiten seien eingeschränkt: Er sei vergesslich, im Auffassungsvermö
gen, der Anpassungsfähigkeit und der Belastbarkeit eingeschränkt. Es ergebe sich zu Hause ein gleiches Krankheitsbild wie früher am Arbeitsplatz, es bestehe eine maximale Arbeitsfähigkeit von vielleicht 20
%
. Zusammenfassend bestehe also das
gleiche
Krankheitsbild und die Prognose sei infaust (
Urk.
8/135/6 f.).
4.
Die aktuelle medizinische Aktenlage präsentiert sich im Wesentlichen fol
gen
der
massen:
4.1
Die Beschwerdegegnerin stellte in der angefochtenen Verfügung vom
2
6.
Oktober 2015
(
Urk.
2) im Wesentlichen auf das
polydisziplinäre Gutachten des
A._
vom 1
3.
Mai 2015 ab
. Darin werden die bis zur B
egutachtung des Beschwerdeführers
aktenkundigen medizinischen Berichte zusammengefasst (Urk.
8/186/3 ff
.), weshalb sie an dieser Stelle nicht noch einmal wiedergegeben werden. Soweit erforderlich, wird in den nachfolgenden Erwägungen aber darauf Bezug genommen.
4.2
Die begutachtenden Ärzte des
A._
hielten folgende Diagnosen mit Auswi
rkungen auf die Arbeitsfähigkeit
(letzte Tätigkeit)
fest (
Urk.
8/186/15):
Panvertebrales Schmerzsyndrom mit/bei
r
umpfmuskulärem Globaldefizit
r
öntgenologisch beschriebene altersassoziierte degenerative Auf
brauch
befunde
Anamnestisch S
tatus nach Basisfraktur Metatars
ale V rechter F
uss
12/2014, röntgenologisch noch ungenügend konsolidiert. Nicht auszu
schliessende Entwicklung einer Pseudarthrose
Geringgradige Senk-Spreizfussdeformität beidseits mit röntgenologisch beschriebener geringgradiger Grosszehengrundgelenkarthrose rechts
Als Diagnosen ohne Auswirku
n
gen auf die Arbeitsfähigkeit (letzte Tätigkeit) notierten sie folgende:
Anamnestisch leichte depressive Episode, teilweise auch als mittelgradig bis schwer beschrieben, zwischenzeitlich remittiert (
ICD-10
F32.0)
Anamnestisch somatoforme Schmerzstörung, derzeit nicht nachweisbar (
ICD-10
F45.4)
Nikotinabhängigkeit (
ICD-10
F17.24)
Hyperchol
e
sterinämie
D
ivertikulose bei Status nach zwei Episoden mit akuter Divertikulitits (Juni und Juli 2014)
S
tatus nach Helicobacter pylori positiver Gastritis und Refluxösphagitis
Die begutachtenden Ärzte stellten interdiszplinär fest, dass a
uf dem inter
nisti
schen Fachgebiet keine die Arbeitsfähigkeit beeinflussenden Diagnosen
hätten
festgestellt werden
können
. Als Diagnosen ohne Relevanz für die Ar
beits
fä
hig
keit
habe
der Fachgutachter eine Hypercholesterinämie und einen Nikotinabu
sus
erhoben
. Sonstige klinische Funktionseinschränkungen
ergä
ben sich nicht
(
Urk.
8/186/16 f.)
.
Im g
astroenterologischen Gutachten werde
auf die neue Diag
nose einer Divertiku
lose bei Status nach
zwei Episoden mit akuter Divertikulitis (Juni und Juli 2014) eingegangen. Unter Diät bestehe jetzt weitgehend Asymptomatik. Die Divertikulose beeinträchtige die Arbeitsfähigkeit jedoch nicht, obgleich die Rezidivgefahr einer akuten Divertikul
i
tis gegeben sei. Es bestehe keine Opera
tionsindikation. Der Status nach Helicobacter pylori-
positiver Gastritis und Refluxoö
sophagitis ergebe ebenfalls keine leistungsmindernde Funktions
ein
schränkung. Aus gastroenterologischer Sicht
sei der Beschwerdeführer
zu 100
%
arbeitsfähig.
Aus orthopädischer Sicht sei
ein p
anvertebrales Schmerzsyndrom mit/
bei
rumpf
muskulä
rem Globaldefizit und röntgenologisch beschriebenen alters
asso
ziierten degenerativen Aufbaubefunden
zu diagnostizieren
. Anam
nestisch bestehe ein Status nach Basisfraktur Metata
rsale V rechter Fuss
12/2014,
wel
cher
röntgenologisch noch ungenügend konsolidiert
sei
.
Die Entwicklung
einer Pseudarthrose
sei nicht auszuschliessen. Weiterhin bestehe eine
g
eringgradige Senk-Spreizfuss-Deformität beidseits mit röntgenologisch beschriebener gering
gradiger Grosszehengrundgelenks-Arthrose rechts. Diagnosen ohne Relevanz für
die Arbeitsfähigkeit ergä
ben sich auf dem orthopädischen Fachgebiet nicht. Für die zuletzt ausgeübte Tätigk
eit als Unterhaltsreiniger könn
e eine Überforderung bestehen, sofern diese Arbeiten in rückenbelastenden Zwangshaltungen und unter Einschluss von Gewichts
belastungen von mehr als 15 kg ausgeübt werden müssten. Es w
e
rd
e
jedoch bei der angegebenen Tätigkeit davon ausgegangen, dass es sich um nicht schwere statisch belastende Arbeiten gehandelt
habe. Unter diesen Prämissen sei
diese Tätigkeit noch auf einem 80%-Niveau zumut
bar. Die zuvor ausgeübte Tätigkeit als Rangierer
bei der
D._
von 1989 - 2002 sei
bei den vorbeschriebenen ortho
pädischen Wirbelsäulenbefunden nicht mehr
zumutbar. Für Verweistäti
g
keiten auf
dem allgemeinen Arbeitsmarkt sei
unter Beachtung des vorbeschriebenen Belastungsprofils eine Le
istungsfähigkeit auf einem 80%-Niveau möglich. Die Minderung der Leistungsfähigkeit von 20
%
gehe zu Lasten von auch in optimal angepassten Tätigkeiten nicht gänzlich vermeidbaren Rückenbeschwerden, welche das Arbeitstempo verlangsamen könnten.
Aus psychiatrisch
er Sicht seien
die vorbeschriebenen affektiven Beein
trächtigun
gen, die von Vorgutachtern und
auch dem psychiatrischen Behandl
er als leicht bis schwer (siehe Aktenauszug und Würdigung der Akten im psych
iat
rischen Gutachten) eingestuft worden seien
, als remittiert zu betrachten. We
sentliche Psychopathologika seien
aktuell nicht meh
r festzustellen. Dies korreliere
auch mit der Angabe des
Beschwerdeführers
hinsichtlich inzwischen gebesserter psych
ischer Beschwerden. Angegeben wü
rden wiederholt Verstim
mungszustände und vegetative Phänomene, insbesondere anhand sozialer Phä
nomene wie referierter knapper finanzieller Situation. Eine Nikotinabhängigkeit, die auch psychiatrisch gesehen w
orden sei, bleibe
ohne Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit. Die in den Akten
vorbesch
riebene somatoforme Schmerzstö
rung l
asse
sich jetzt nicht nachweisen. Angegebene Schmerzphänomene korre
lier
t
en mit den beschriebenen orthopädischen Einschränkungen. Insgesamt
habe
sich hier das psychische Bild gebessert und eine Einschränkung der Arbeitsfä
higkeit auf dem
psychiatrischen Fachgebiet kö
nn
e
nicht mehr objektiviert wer
den.
Aus interdisziplinärer Sicht, wobei die orthopädische Situation entscheidend
sei, bestehe
für die früher ausgeübte Tätigkeit als Rangierer keine Arbeitsfähigkeit mehr. Als Unterhaltsreiniger unter der Voraussetzung, dass nicht ständige Zwangshaltungen ausgeübt und das Heben und Tragen von Last
en über 15 kg nicht gefordert würden, bestehe
eine Arbeitsfähigkeit von 80
%
. Dies ge
lt
e
auch entsprechend für Ve
r
weistätigkeiten mit dem geschilderten Belastungsprofil.
Gesamthaft seien
zusätzliche medizinis
che Massnahmen nicht indiziert
. Die Minderung der Leistungsfähigkeit gehe zu Lasten von auch in optimal ange
passten Tätigkeiten nicht gänzlich vermeidbaren Rückenbeschwerden, welche das Arbeitstempo verlangsamen könn
t
en
(
Urk.
8/186/17).
4.3
Dr.
Z._
konstatierte in sein
em Bericht vom 2
9.
Juli 2015 zuh
anden des Rechts
vertreters des Beschwerdeführers (
Urk.
8
/192), dass die psychiatrischen Diagnosen und der Zustand, wie er ihn im Bericht vom 15.
August 2014 geschildert habe, seither durchgehend bis heute bestanden hätten. Man könne sicher nicht von einer Verbesserung seit der letzten Revision im Mai 2009 aus
gehen, auch nicht bevor der Beschwerdeführer die Mitteilung erhalten habe, dass die Rente gestrichen werden solle. Aufgrund der Depression sei keine rele
vante Arbeitsfähigkeit mehr vorgelegen. Somit
habe
unabhängig vom Belastungsfaktor der materiellen Existenz ein medizinisches Substrat vorgele
gen, welches die Arbeitsfähigkeit ganz wesentlich beeinträchtigt habe. Die Ankündigung der Beschwerdegegnerin, die Rente zu streichen, habe nun gar zu einer lebensbedrohenden Verschlechterung der psychischen Verfassung geführt. Zu erwähnen sei noch ein Missverständnis während der psychiatrische
n Explo
ration vom 1
4.
April 2015
: Der Beschwerdeführer habe ihm mitgeteilt, dass er gesagt habe, es gehe ihm besser, dies sei aber gemäss seiner Auskunft ange
sichts der Begutachtung auf die gastrointestinale Symptomatik bezogen gewe
sen (in der Tat sei die Divertikulitis zur Zeit ruhig). Psychisch habe er dies nicht gemeint, das sei ein Missverständnis gewesen. Es sei auch kein Übersetzer zur Verfügung gestanden (
Urk.
8/192/3).
5.
5.1
5.1.1
Beim
A._
-
Gutachten vom
1
3.
Mai 2015
waren Ärzte der Fachrichtungen
Psychiatrie,
Innere Medizin,
Gastroenterologie und Orthopädie/Traumatologie
vertreten (
Urk.
8/186/
1), womit es sich für die vorliegend zu beantwortenden Fragen als umfassend erweist. Das Gutachten erfüllt sämtliche recht
sprechungs
gemäss erforderlichen Kriterien für beweiskräftige ärztliche Entscheidungs
grundlagen (vgl
. E. 2.4
). Es beruht auf fachärztlichen Unter
suchungen durch die Gutachter (
Urk.
8/186/22 ff.;
Urk.
8/186/32 ff.; Urk.
8/186/38 ff.;
Urk.
8/186/45 ff
.) und wurde in Kenntnis der relevanten Vorakten (Urk.
8/186/3 ff.
) abge
ge
ben. Es würdigt die vorhandenen Arztberichte sorgfältig (Urk.
8/186/27 f.;
Urk.
8/186/
40;
Urk.
8/186/49
). Es berücksichtigt die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden und setzt sich mit diesen hinreichend auseinander. Die Darlegung der medizinischen Zusammenhänge ist einleuchtend und das Gut
achten ist schlüssig.
5.1.2
Der Beschwerdeführer brachte dagegen vor, dass insbesondere das psychiatri
sche Teilgutachten nicht verwertbar sei, da die Untersuchung
mit 20 Minuten
zu kurz und nur an einem Tag stattgefunden habe
und keine fremdanamnestischen Angaben eingeholt worden seien (
Urk.
1)
.
Dass die Untersuchung lediglich 20 Minuten gedauert haben soll,
ist
angesichts der ausführlichen Anamnese und der detailliert erhobenen Befunde nicht über
wiegend wahrscheinlich
- vielmehr ist davon auszugehen, dass sie, wie im Gut
achten angegeben (
Urk.
8/186/25), 45 Minuten dauerte
.
Vollständigkeits
halber ist auch darauf hinzuweisen, dass
es keinen allgemein gültigen Zeit
rahmen für eine psychiatrische Exploration
gibt
(Meyer/Reichmuth, Recht
sprechung des
Bundesgerichts, Bundesgesetz über die Invalidenver
sicherung, 3.
Aufl.,
Zürich/Ba
sel/Genf 2014, N 230 zu
Art.
28a).
Inwieweit es notwendig gewesen wäre,
weitere
fremdanamnestische Angaben zu erheben,
ist aufgrund des ausführlichen und schlüssigen Gutachtens
bzw. psychiatrischen Teilgutachtens
nicht ersichtlich: D
er psychiatrischen Gutachte
rin
Dr.
med.
E._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psycho
therapie,
lagen
die Arztberichte
von
Dr.
Z._
sowie die Vorgutachten umfassend vor, welche sie entsprechend berücksichtigte und angemessen würdigte (
Urk.
8/186/27 f.).
Des Weiteren
gab der
Beschwerdeführer am Ende der 45-minütigen Untersuchung
an
, dass alle seine Beschwerden vollständig erfasst worden seien und keine Ergänzungen gewünscht würden (Urk.
8/
186/25).
5.1.3
Der Beschwerdeführer machte geltend, dass das Gutachten den
neuen
,
vom Bun
desgericht
im Urteil 9C_492/2014 vom
3.
Juni 2015 (publiziert: BGE
141 V 281)
formulierten Kriterien
an ein Beweisverfahren zur Abklärung psychosoma
tischer
Leiden nicht entspreche
. Auch werde
der
dazu
von der interdisziplinären Fachgruppe erarbeitete Fragenkatalog entgegen dem Rundschr
eiben Nr. 339 nicht beantwortet
(
Urk.
1).
Entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers
hat das Bundesgericht
mit diesem Entscheid
seine bisherige Rechtsprechung zur Invaliditätsbemessung bei Schmerzstörungen ohne erkennbare organische Ursache und vergleichbaren psychosomatischen Leiden
angepasst. Vorliegend ist - gestützt auf das psychi
atrische Teilgutachten - eine somatoforme Schmerzstörung nicht nach
weisbar. Die Beantwortung des entsprechenden Fragekatalogs ist damit
-
auch unter Berücksichtigung, dass das Gutachten noch vor dem entsprechenden Urteil des Bundesgerichts in Auft
rag gegeben und erstattet wurde -
n
icht notwendig.
5.1.4
D
ie Berichte von
Dr.
Z._
vom 1
5.
August 2014 (
Urk.
8/168) und 2
9.
Juli 2015
(
Urk.
8/192)
vermögen das psychiatrische Teilgutachten
ebenfalls
nicht zu ent
kräften.
Dr.
E._
stellte in Bezug auf den Bericht vom 1
5.
August 2014 plausibel dar, dass in diesem die körperlichen Erkrankungen, überwiegend eine zusätzlich aufgetretene Divertikulitis seit 2014, thematisiert worden seien. Psychiatrisch habe
Dr.
Z._
eine verschlechterte chronische Depression mit körperlichen Symptomen festgestellt. Dies könne aus gutachterlicher Sicht nicht bestätigt werden. Während der jetzigen ausführlichen Exploration gebe es kei
nerlei Anhalt für eine depressive Erkrankung
,
abgesehen von wiederholten Bedrückungszuständen angesichts der sozialen Situation (
Urk.
8/186/28).
Der Bericht vom 2
9.
Juli 2015 vermag keine Verschlechterung des Gesund
heitszu
standes seit der Begutachtung zu
erstellen: So wird darin festge
halten, dass der Gesundheitszustand seit dem 1
5.
August 2014 durchgehend bestanden habe (
Urk.
8/192/3).
Dr.
E._
konnte d
en im Bericht vom 1
5.
August 2014 dargestellten Gesundheitszustand
allerdings
- wie bereits dar
gestellt - anlässlich ihrer Untersuchung nicht
mehr
nachvollziehen
. Des Weite
ren führte
Dr.
Z._
aus, dass zurzeit wieder Angst bis Panik sowie Suizidalität beim Beschwer
deführer zu konstatieren seien. Läge eine derartig gravierende Verschlechterung vor, wäre die
seit dem 1
4.
August 2014 le
diglich ca. einmal monatlich
stattfindenden Behandlung (
Urk.
8/192/1 f.)
klarerweise stark unge
nügend
.
Entsprechend ist
eine Verschlechterung
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt.
Ferner ist darauf hinzuweisen, dass
an der Beweiskräftigkeit des
A._
-Gutach
tens
auch
die
im Beschwerdeverfahren
eingereichte Stellungnahme von
Dr.
Z._
vom 2
0.
November 2015 nichts zu ändern vermag, da darin
weder Befunde geschildert noch der Gesundheitszustand nachvollziehbar dargestellt wurde
n
und
- bis auf eine erhöhte Therapiefrequenz -
keine Veränd
erung zum Gesundheitszustand
vom 2
9.
Juli 2015
beschrieben wird (
Urk.
3/4).
5.1.
5
Der Beschwerdeführer reichte im Beschwerdeverfahren den Bericht des
B._
von
F._
, Facharzt Psychiatrie und Psycho
therapie FMH
,
und
Dr.
phil. klin. psych.
G._
vom 1
8.
Mai 2016 ein (
Urk.
11). Diesbezüglich
ist auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung hin
zuweisen, wonach der Umstand allein, dass behandelnde Fachärzte eine vom eingeholten Gutachten abweichende Meinung äussern, nicht Anlass zu weiteren Abklärungen gibt oder das Gutachten in Frage zu s
tellen ver
ma
g
; anders würde es sich verhalten, wenn die behandelnden Ärzte konkrete, objektiv fassbare Aspekte namhaft machen, die dem ärztlichen Experten entgangen sind oder mit denen er sich nicht befasst hat (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom
2.
August 2006 U 58/06 E. 2.2) - was vorliegend allerdings
nicht der Fall ist.
Des Weiteren hat das Sozialversicherungsgericht die Gesetzmässigkeit des ange
fochtenen Entscheids in der Regel nach dem Sachverhalt zu beurteilen, der zur Zeit des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens gegeben war. Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung sein (BGE 131 V 242 E. 2.1, 121 V 362 E.
1b
).
Entsprechend ist der Bericht des
B._
, falls damit auch eine Verschlechterung seit Erlass der angefochtenen Verfügung geltend gemacht werden soll, im vorliegenden Verfahren nicht zu berücksichti
gen.
Vollständigkeitshalber ist festzuhalten, dass - soweit Dr.
F._
und
Dr.
phil.
G._
auf den somatischen Gesundheitszustand Bezug nehmen - sie mangels entsprechenden Facharzttiteln nicht dazu berufen sind, diesen zu beurteilen.
5.1.
6
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das
A._
-Gutachten vollumfänglich beweiskräftig ist und darauf abgestützt werden kann.
5.2
Strittig und zu prüfen bleibt, ob
zwischen den Verfügungen vom
19./2
2.
Fe
bruar 2008
und der
angefochtenen rentenaufhebenden Verfügung vom
2
6.
Oktober 2015
(Urk. 2) eine anspruchserhebliche Änderung der Verhält
nisse stattgefunden hat.
Die Erhöhung der Rente mittels Verfügungen vom 19./2
2.
Februar 2008 beruhte in medizinischer Hinsicht insbesondere auf dem psychiatrischen Gutachten von
Dr.
Y._
,
der
dem Beschwerdeführer
infolg
e einer leichten bis mittelgradigen depressiven Episode ohne somatische Symptome, einer anhaltenden somatofor
men Schmerzstörung, sowie einer psychischen Überlagerung der körperlichen
Beschwerden eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit in angepasster Tätigkeit attestiert
e
(
Urk.
8/111/4 ff.; vgl. Feststellungsblatt vom 2
8.
Dezember 2007,
Urk.
8/112/3
f.).
In der interdisziplinären Beurteilung hielten die begutachtenden Ärzte des
A._
fest, dass aus psychiatrischer Sicht die vorbeschriebenen affektiven Beein
trächtigungen, die von den Vorgutachtern und
Dr.
Z._
als leicht bis schw
er eingestuft worden seien,
remittiert seien. Wesentliche Psychopathologika seien nicht mehr festzustellen, was auch mit der Angabe des Beschwerdeführers hinsichtlich inzwischen gebesserter psychischer Beschwerden korreliere. Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit könne aus psychiatrischer Sicht nicht mehr objektiviert werden (vgl. E. 4.2). Damit ist mit überwiegender Wahrscheinlich
keit erstellt, dass sich der psychiatrische Gesundheitszustand seit der damaligen Rentenerhöhung erheblich verändert hat un
d dem Beschwerdeführer eine den
Leiden angepasste Tätigkeit
bei vollem Pensum und einer Leistungsminderung von 20
%
zumutbar ist.
6.
Zu prüfen ist, ob dem Beschwerdeführer die Verwertbarkeit seiner Restarbeitsfä
higkeit zuzumuten ist.
6.1
Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung zumutbarerweise erzielbare Ein
kommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln, wobei an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaus
sich
ten keine übermässigen Anforderungen zu stellen sind (Urteil des Bundesge
richts 9C_734/2013 vom 1
3.
März 2014 E. 2.1 mit Hinweis auf SVR 2008 IV
Nr. 62 S. 203, 9C_830/2007 E. 5.1).
Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zumutbar ist. Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leistungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt ab von den Umständen, die mit Blick auf die Anforderungen der Verweisungstätigkeiten massgebend sind (Urteil
des Bundesgerichts 9C_954/2012 vom 10. Mai 2013 E. 2 mit Hinweisen, insbesondere auf BGE 107 V 17 E. 2c).
Massgebend können die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand und in
diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein (Urteil des Bundesgerichts 9C_734/2013 vom 13. März 2014 E. 2.1 mit Hinweisen).
Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeits
markt zu verwerten, hängt nicht zuletzt auch davon ab, welcher Zeit
raum der versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor allem auch für einen allfälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht. Die im gesamten Bereich des Sozialversicherungsrechts geltende Schadenminderungs
pflicht und die daraus abgeleitete Selbsteingliederungslast gebieten grund
sätzlich, die Frage nach der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit möglichst früh zu beantworten.
Gemäss BGE 138 V 457 E. 3.4 steht die medizinische Zumut
barkeit einer (Teil
)Erwerbstätigkeit fest, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuverlässige Sachver
halts
feststellung erlauben (Urteil des Bundesgerichts 9C_734/2013 vom 13. März 2014 E. 2.2 mit weiteren Hinweisen).
6.2
Spätestens zum Zeitpunkt des Erlasses des Vorbescheids am 2
2.
Juni 2015 (Urk.
8/189) stand die med
izinische Zumutbarkeit eines 100%
-Pensums in einer den somatischen Leiden angepassten Tätigkeit
mit
Minderung der
Leistungsfä
higkeit von 20
%
fest
(vgl.
Urk.
8/186/17;
Urk.
8/186/49).
In diesem Zeitpunkt war der Beschwerdeführer rund 59.5 Jahre alt.
Gestützt auf das
A._
-Gutachten ist ihm eine wechselbelastende rückenadap
tierte leichte bis mittelschwere Tätigkeit, ohne Notwendigkeit von Zwangshal
tungen wie vornübergebeugt stehend, kniend, hockend, kauernd und ohne repetitive Bewegungsanforde
rungen an den Rumpf, sowie mit Heben, Tragen und Bewegen von Lasten mit maximal 15 kg zumutbar. Aus psychiatrischer Sicht sollten Tätigkeiten mit Akkord-, Prä
mien- oder Leistungssystemen
ver
mieden werden. Die Tätigkeit als Unterhaltsreiniger
sowie jede andere entspre
chend angepasste Tätigkeit
sei ihm unter Einhaltung dieser Limiten
in einem vollen Pensum mit einer Leistungsminderung von 20
%
zumutbar (
Urk.
8/186/17
;
Urk.
8/186/49
). Dies zeigt, dass sein Belastungsprofil nicht in erheblichem Masse eingeschränkt ist.
Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer seit Dezember 2009 während
ca.
10
Stun
den pro Woche in
der Unterhaltsreinigung tätig war
(Arbeit
geberfra
gebogen vom
4.
Juli 2014,
Urk.
8/162; Arbeitsvertrag vom 7.
Dezember 2009,
Urk.
8/141). Damit war er in den letzten Jahren nicht
langdauernd
abwesend vom Arbeitsmarkt.
Der Beschwerde
führer spricht auch gut deutsch -
so wurde die Begutachtung auf seinen Wunsch hin ohne professionelle Übersetzung durchgeführt und die psychiatrische Gutachterin notierte, dass die Verständi
gung problemlos auf Deutsch gelinge (
Urk.
8/186/25;
Urk.
8/186/3). Auch seine Berufsanamnese lässt darauf schliessen, dass es ihm möglich ist, verschiedene A
nforderungsprofile zu erfüllen: Er war bereits in der Landwirtschaft,
auf B
au
stellen, als Plattenleger und zuletzt
vor Eintritt des Gesundheitsschadens
als
Rangierer bei der
D._
tätig
und
arbeitet
e
seit 2009
in der Reinigung (
Urk.
8/186/24 f.).
Das Alter alleine kann in casu
demnach
nicht zu einer fehlenden Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit führen, da
auf dem hypothetisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt Hilfsarbeiten grundsätzlich altersunabhängig nachgefragt werden (Urteil des Bundesgerichts I 376/05 vom 5. August 2005 E. 4.2).
Zusammenfassend ist der Versicherte nach wie vor
in einem vollen
Pensum
mit einer Leistungsminderung von 20
%
arbeitsfähig,
in qualitativer Hinsich
t nicht erheblich eingeschränkt,
hat gute Sprachkenntnisse und
war nicht langdauernd
abwesend vom Arbeitsmarkt. Im Lichte der da
rgelegten Grundsätze (vgl. E. 6.1
) und der relativ hohen Hürden, welche das Bundesgericht für die Unverwertbar
keit der Restarbeitsfähigkeit älterer Menschen entwickelt hat, ist davon auszu
gehen, dass der Beschwerdeführer die Arbeitsfähigkeit im ausgeglichenen Arbeitsmarkt verwerten kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_345/2013 vom 10. Septem
ber 2013 E 4.3.3).
Vollständigkeitshalber ist festzuhalten, dass dem Beschwerdeführer trotz des fortgeschrittenen Alters die Selb
steingliederung zumutbar ist, da bisher schon eine
erhebliche Restarbeitsfähigkeit bestand
und
das hinzugewonnene Leistungs
vermögen
als Reiniger oder in einer dem Leiden angepassten Hilfstä
tigkeit verwertet werden kann
(
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 9C_163/2009 vom 10. September 2010 E. 4.2.2 mit Hinweisen).
7.
Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der
eingeschränkten
Arbeitsfä
higkeit in einer angepassten Tätigkeit.
7.1
7.1.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalidenein
kommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der
Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Ein
kommens
vergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
7.1.2
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerbli
chen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstruktur
erhe
bungen (LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/aa und bb, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom sogenannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zugrunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübliche Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/bb, 124 V 321 E. 3b/aa; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
7
.1.3
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten nurmehr beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest
)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in
Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der Vergleichsein
kommen mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
7.2
Die Beschwerdegegnerin setzte das Valideneinkommen gestützt auf den Ein
kom
mensvergleich aus dem Jahr 2009, bereinigt um die Nominallohnent
wicklu
ng bis ins Jahr 2014
in Höhe von Fr. 83‘369.80 fest (Einkommensver
gleich vom 2
2.
Juni 2015,
Urk.
8/187).
Für das Jahr 2015 resultiert daraus ein Valideneinkommen in Höhe von
Fr.
83‘612.15 (Fr.
83‘369.80 :
103.2 x 103.5; [
BFS, T1.1.10 Nominallohnindex, Männ
er, Total, 2011-2015, Stand 2014 = 103.2
, Stand 2015 = 103.5)
Die
D._
als letzter Arbeitgeber des Beschwerdeführers vor Eintri
tt des Gesund
heitsschadens gab
nach Rückfrage durch den Rechtsvertreter de
s Beschwerdeführers
an, dass er als Rangiermitarbeiter im Bereich Zugbereit
stellung Zürich in der Rangiergruppe im Schichtdienst per
1.
Mai 2015 Fr.
84‘320.--
verdienen würde (
Urk.
3/6).
Eine genauere Festsetzung des Validen
einkommens ist - wie folgend gezeigt wird - nicht notwendig (E. 7.4).
7.3
7.3.1
Dem Beschwerdeführer ist unter Berücksichtigung der qualitativen Einschrän
kung eine Hilfsarbeitertätigkeit
in vollem Pensum mit einer Leistungsminderung von 20
%
zumutbar
(
Urk.
8/186/17;
Urk.
8/186/49)
. Nach Erhebung des Bun
desamtes für Statistik (BFS), Schweizerische Lohnstrukturerhebung (LSE) 2012, konnte ein männlicher Hilfsarbeiter im Jahr 2012
ein monatliches Einkommen in Höhe von
Fr.
5‘210.-- erzielen (LSE 2012, TA1, Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschaftsabteilungen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Total). Bereinigt um die Nominallohnentwicklung (BFS,
T1.1.10 Nominallohnin
dex, Männer,
Total,
2011-2015
, Stand 2012 = 101.7, Stand 2015 = 103.5) und die betriebsübliche Wochenarbeitszeit (BFS,
T 03.02.03.01.04.01
,
Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen
in Stunden pro Woche, Total = 41.7h) resultiert
für das Jahr 2015
bei einem Pensum von 100
%
ein
Invaliden
einkommen in Höhe von Fr. 66‘330.70
(
Fr.
5‘210.-- : 40 x 41.7 : 101.7 x 103.5 x
12).
Unter Berücksichtigung der
gutachterlich attestierten
Leistungsminderung von 20
%
resultiert ein entsprechendes Invalideneinkommen für das Jahr 2015
in Höhe von
Fr.
53‘064.5
5.
7.3.2
Zu prüfen bleibt, ob dem Beschwerdeführer ein Leidensabzug zu gewähren ist.
W
echselbelastende Tätigkeiten ohne Zwangshaltungen, ohne repetitive Bewe
gungsanforderungen an den Rumpf und ohne Heben, Tragen und Bewegen von Lasten über 15 kg
sind dem Beschwerdeführer
in vollem Pensum
zumutbar. Die Minderung der Leistungsfähigkeit von 20
%
geht entsprechend der interdiszpli
nären Beurteilung der Gutachter zu Lasten von auch in optimal angepassten Tätigkeiten nicht gänzlich vermeidbaren Rückenbeschwerden, welche das Arbeits
tempo verlangsamen können (
Urk.
8/186/17).
Die gutachterlich attestierte 20%ige Leistungsminderung ist
dementsprechend als grosszügig zu werten
.
Eine
Leistungsminderung von 20
%
bei vollem Pensum
vermag gemäss bundes
ge
richtlicher Rechtsprechung
im Gegensatz zu gesundheitlich bedingter Teil
zeitarbeit grundsätzlich keinen Abzug vom Tabellenlohn
zu rechtfertigen
(vgl.
Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 2
8.
Januar 2014 E. 3.1.2 mit Hin
weisen).
Auch d
as fortgeschrittene
Alter führt nicht automatisch zu einem Abzug, zumal sich dieses im
Kompetenzniveau 1 nach LSE 2012
sogar eher lohnerhöhend auswirkt. Es ist jedoch bezogen auf die durchschnittliche Lebensarbeitszeit als ein abzugsrelevanter Aspekt immer unter Berücksichtigung aller konkreten
Umstände des Einzelfalles zu prüfen (
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 9C_455/2013 vom
4.
Oktober 2013 E. 4.2). Dass das Alter die Stellensuche fak
tisch negativ beeinflussen kann, muss als invaliditätsfremder Faktor unberück
sichtigt bleiben (Urteil des Bundesgerichts 8C_808/2013 vom 14.
Februar 2014 E. 7.3).
Vorliegend ist ein entsprechender Abzug aufgrund des Alters nicht gerechtfertigt.
Die weiteren qualitativen Einschränkungen sind nicht derart ausgeprägt, dass sie einen Leidensab
zug rechtfertigen würden. Auch
die
gesundheitlich bedingte Unmöglichkeit, weiterhin körperlich schwere Arbeit zu verrichten,
führt
nicht automatisch zu einer Verminderung des hypothetischen Invalidenlohnes, weil der Tabellenlohn im
Kompetenzniveau 1 der LSE 2012
bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 9C_455/2013 vom
4.
Oktober 2013 E. 4.4).
Weitere Anhaltspunkte, dass der Beschwerdeführer
seine
eingeschränkte
Arbeitsfä
higkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittl
i
chem Einkommen verwerten kann, liegen nicht vor. Damit ist ein Leidensabzug nicht gerechtfertigt.
7.4
Stellt man das Valideneinkommen in Höhe von
Fr.
83‘612.15
bzw.
Fr.
84‘320.-- dem Invalideneinkommen in Höhe von
Fr.
53‘064.
55 gegenüber, resultiert eine Erwerbseinbusse von
Fr.
30‘
547.60
(
Fr.
83‘
612.15
-
Fr.
53‘064.55) bzw. Fr.
31‘255.45 (
Fr.
84‘320.-- -
Fr.
53‘064.55), was jeweils einem rentenaus
schliessenden Invaliditätsgrad von rund 37
%
entspricht (
Fr.
3
0‘547.60 :
Fr.
83‘612.15 = 36.5
%
;
Fr.
31‘255.45 :
Fr.
84‘320.-- = 37.06 %).
Damit erweist sich
der Sachverhalt als genügend a
b
geklärt und
die ange
foch
tene Verfügung als richtig, womit die Beschwerde
vollumfänglich abzuweisen
ist
.
8.
Gestützt auf
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Besc
hwerdeverfahren vor dem kantona
len Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichtigung des gesetzlichen Rahmens (
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.--) auf
Fr.
8
00.-- festzusetzen und dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.