Decision ID: be69aa0d-a541-4280-ab90-9ee34d62f8d9
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SRK
Chamber: ZH_SRK_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: public_law

hat sich ergeben:
A. A und B (nachfolgend der/die Pflichtige, zusammen die Pflichtigen)
deklarierten in der Steuererklärung 2016 ein steuerbares Einkommen von Fr. 60’900.-
(direkte Bundessteuer) bzw. Fr. 61’800.- (Staats- und Gemeindesteuern) und ein
steuerbares Vermögen von Fr. 1’286’000.- (Staats- und Gemeindesteuern). Nebst
Einkünften aus unselbstständigem Haupterwerb des Pflichtigen aus seiner Tätigkeit für
die ihm und seiner Ehefrau gehörenden D GmbH mit Sitz an der ...strasse 53 in der
zürcherischen Gemeinde E machten die Pflichtigen – soweit hier noch interessierend –
einen Verlust aus selbstständigem Haupterwerb des Pflichtigen in der Höhe von Fr.
67’919.- geltend. Dieser resultierte aus der Tätigkeit des Pflichtigen für die Einzelfirma
F mit Sitz in G. Sowohl die Einzelfirma als auch die D GmbH sind dabei im Bereich des
Handels und Betriebs von Werbeartikeln tätig. Weiter verzeichneten die Pflichtigen
einen Liegenschaftenertrag in der Höhe von Fr. 112'793.- aus ihrer Liegenschaft an der
...strasse 53 in E.
Mit Veranlagungs- bzw. Einschätzungsvorschlag vom 27. Juni 2018 machte
der Steuerkommissär die Pflichtigen darauf aufmerksam, dass er die Tätigkeit des
Pflichtigen im Rahmen der Einzelfirma F nicht (mehr) als selbstständige
Erwerbstätigkeit betrachte, weshalb der daraus resultierende Verlust den nicht
abzugsfähigen Lebenshaltungskosten zuzuweisen sei. Die Pflichtigen liessen die
Vorschläge abschlägig beantworten und trugen vor, dass von Hobby und fehlender
Gewinnstrebigkeit keine Rede sein könne. Nichts desto trotz hätten die Maschinen
verkauft und der Betrieb per Ende 2017 liquidiert werden müssen.
Daraufhin forderte der Steuerkommissär die Pflichtigen mittels Auflage auf,
pro 2016 den Nachweis zu erbringen, dass die Voraussetzungen – insbesondere
diejenige der Gewinnerzielungsabsicht – einer selbstständigen Erwerbstätigkeit des
Pflichtigen erfüllt seien. Zudem seien – sofern bereits vorhanden – der Abschluss 2017
sowie eine Kopie der Maschinenverkaufsverträge einzureichen. Daraufhin reichten die
Pflichtigen per E-Mail Unterlagen ein.
Mit Veranlagungsverfügung bzw. Einschätzungsentscheid vom 3. Septem-
ber 2018 setzte der Steuerkommissär das steuerbare Einkommen auf Fr. 128’800.-
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(direkte Bundessteuer) bzw. Fr. 129’700.- (Staats- und Gemeindesteuern) und das
steuerbare Vermögen auf Fr. 1’537’000.- (Staats- und Gemeindesteuern) fest. Den
vom Pflichtigen deklarierten Verlust aus selbstständiger Erwerbstätigkeit wies das
kantonale Steueramt den nicht abzugsfähigen Lebenshaltungskosten zu.
B. Hiergegen liessen die Pflichtigen am 4. September 2018 Einsprache
erheben und sinngemäss die steuermindernde Berücksichtigung des geltend
gemachten Verlustes beantragen. Die Begründung und die relevanten Unterlagen
befänden sich bereits bei den Akten. Mit Einspracheentscheiden vom 15. Oktober 2018
wies das kantonale Steueramt die Einsprache ab.
C. Mit Rekurs vom 7. November 2018 hielten die Pflichtigen an ihrer
Auffassung fest und reichten weitere Unterlagen ein. Das kantonale Steueramt schloss
mit Beschwerde- bzw. Rekursantwort vom 6. Dezember 2018 auf kostenfällige
Abweisung der Rechtsmittel.

Die Kammer zieht in Erwägung:
1. Strittig ist, ob die Tätigkeit des Pflichtigen im Rahmen der Einzelfirma F eine
selbständige Erwerbstätigkeit darstellt und der in diesem Rahmen entstandene Verlust
mit den übrigen Einkünften der Pflichtigen verrechnet werden kann.
a) Nach Art. 18 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer
vom 14. Dezember 1990 (DBG) bzw. § 18 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 8. Ju-
ni 1997 (StG) sind alle Einkünfte aus einem Handels-, Industrie-, Gewerbe-, Land- und
Forstwirtschaftsbetrieb, aus einem freien Beruf sowie aus jeder anderen selbstständi-
gen Erwerbstätigkeit steuerbar. Von diesen Einkünften werden gemäss Art. 27 Abs. 1
DBG bzw. § 27 Abs. 1 StG die geschäfts- oder berufsmässig begründeten Kosten ab-
gezogen.
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Verluste aus einer solchen Tätigkeit können mit übrigen Einkünften verrechnet
werden (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 3. A., 2016,
Art. 27 N 21 bzw. Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 3. A., 2013, § 27 N 21). In
jedem Fall erfordert der Abzug, dass die Tätigkeit, welcher der betreffende Aufwand
zuzurechnen ist, überhaupt eine selbstständige Erwerbstätigkeit im Sinn von Art. 18
DBG bzw. § 18 StG darstellt (StRK I, 18. März 1993 = ZStP 1993, 108).
b) Der steuerrechtliche Begriff der selbstständigen Erwerbstätigkeit ist auf-
grund der vielfältigen Sachverhalte, die damit abgedeckt werden, nicht scharf definiert
(BGE 125 II 113 E. 5, S. 120 ff.). Allgemein wird darunter jede Tätigkeit verstanden, bei
der ein Unternehmer auf eigenes Risiko, unter Einsatz von Arbeit und Kapital, in einer
frei gewählten Organisation und mit der Absicht der Gewinnerzielung am Wirtschafts-
verkehr teilnimmt (vgl. BGr, 1. Dezember 2015, 2C_375/2015, E. 2.2.; BGE 121 I 259,
E. 3 c; BGE 121 II 113 E. 5b; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Art. 18 N 6 DBG bzw.
§ 18 N 8 StG auch zum Folgenden). Ob eine selbstständige Erwerbstätigkeit vorliegt,
ist stets nach den gesamten Umständen des Einzelfalls zu beurteilen; die einzelnen
Merkmale dürfen nicht isoliert betrachtet werden und können auch in unterschiedlicher
Intensität auftreten.
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist selbstständige Erwerbstätig-
keit unter Umständen bereits aufgrund eines einzigen Kriteriums zu bejahen
(BGr, 1. Dezember 2015, 2C_375/2015, E. 2.2.; BGE 125 II 113).
c) Abzugrenzen ist die selbstständige Erwerbstätigkeit insbesondere von der
Liebhaberei bzw. vom Hobby. Die steuerrechtliche Qualifikation einer Tätigkeit als
selbstständiger Erwerb im dargelegten Sinn oder als Liebhaberei hängt grundsätzlich
davon ab, ob sie ausschliesslich oder vorwiegend im Hinblick auf die Erzielung eines
Erwerbseinkommens ausgeübt wird (BGr, 14. Juli 2015, 2C_1064/2014, E. 2.2.1;
Markus Reich, Steuerrecht, 2. A., 2012, 369 f.). Unterscheidungskriterium ist also der
Beweggrund für die Ausübung der Tätigkeit. Es handelt sich dabei um ein subjektives
Kriterium, auf dessen Vorhandensein nur durch Indizien (nämlich erkennbare Umstän-
de) geschlossen werden kann (StRK IV, 8. April 1998 = StE 1999 B 23.1 Nr. 42). Eine
zusätzliche Erschwernis liegt darin, dass es Grenzfälle gibt, bei denen sich Liebhaberei
und Erwerbstätigkeit verbinden, wobei das Schwergewicht auf der einen oder ande-
ren Seite liegen kann. Allgemein muss die Tätigkeit zur nachhaltigen Gewinnerzie-
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lung geeignet sein (objektives Kriterium; BGr, 4. September 2014, 2C_186/2014 und
2C_187/2014, E. 2).
Indiz für die Qualifikation als Liebhaberei kann eine fehlende Gewinnstrebig-
keit sein. Diese kann sich zum einen aus der betreffenden Tätigkeit als solchen erge-
ben, weil diese als Basis für eine rentable Erwerbsquelle ungeeignet erscheint, zum
anderen kann sie aus der Art des Vorgehens abgeleitet werden, indem dieses nicht auf
kommerzieller Methode beruht (VGr, 31. Mai 2005 = StE 2006 B 23.1 Nr. 61). Jede
Geschäftstätigkeit kann sowohl gewinnstrebig als auch nach dem Konzept "koste es
was es wolle" betrieben werden. Die generell jedem geschäftenden Menschen zuzu-
schreibende innere Absicht, grundsätzlich lieber einen Gewinn erzielen zu wollen, als
einen Verlust erleiden zu müssen, reicht als Erkennungsmerkmal einer selbstständigen
Erwerbstätigkeit nicht aus, zumal sie auch gar nicht überprüfbar wäre. Die im Rahmen
der Qualifikation einer Tätigkeit als selbstständiger Erwerbstätigkeit geforderte Ge-
winnstrebigkeit muss sich deshalb – wie ausgeführt – anhand objektiv feststellbarer
Tatsachen nach aussen hin manifestieren.
Bringt die Tätigkeit auf die Dauer nichts ein, ist dies als deutliches Indiz dafür
zu werten, dass es an der subjektiven oder objektiven Gewinnstrebigkeit fehlt und
diese nicht als Erwerbstätigkeit, sondern als Liebhaberei oder als Hobby betrieben
wird. Denn wer eine unrentable Aktivität wirklich als Erwerbstätigkeit ausübt, wird
sich in der Regel durch das andauernde Fehlen eines finanziellen Erfolgs von der
Zwecklosigkeit seiner Tätigkeit überzeugen lassen und diese aufgeben (BGr, 1. De-
zember 2015, 2C_375/2015, E. 7.4.1; vgl. VGr, 15. September 2016 = StE 2017 B 23.1
Nr. 88, E. 2.3). Allerdings muss nicht jedes einzelne mit einem Verlust abgeschlossene
Jahr oder selbst eine mehrjährige Verlusterzielung zwingend auf eine Liebhaberei
schliessen lassen (BGr, 31. August 2005, 2A.46/2005, E. 2.2.2, mit weiteren Hinwei-
sen). Ob sich nämlich eine Tätigkeit lohnt, lässt sich methodisch richtig nur nach Be-
trachtung des Gewinns aus der gesamten Betriebstätigkeit von deren Aufnahme bis zu
ihrer Beendigung beurteilen (sog. Totalgewinn, vgl. Manuel René Theisen, Die Liebha-
berei – ein Problem des Steuerrechts und der betriebswirtschaftlichen Steuerlehre,
Steuer und Wirtschaft [StuW], 1999, 259; StRK II, 17. Februar 2000, 2 ST.1999.419,
E. 6a). Der Entscheid über den steuerlichen Charakter einer Tätigkeit hängt deshalb
von einer Prognose über den zu erwartenden Totalgewinn ab (vgl. auch Richner/Frei/
Kaufmann/Meuter, § 18 N 38). Ergibt die Prognose ein positives Gesamtergebnis, ist
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dies ein gewichtiges Indiz für die Gewinnstrebigkeit. Anderseits liegt bei negativer
Prognose die Schlussfolgerung nahe, dass ein Steuerpflichtiger, dem es tatsächlich um
die Erzielung eines Erwerbseinkommens gegangen wäre, sich wegen des in Aussicht
stehenden finanziellen Misserfolgs von der Weiterführung des Betriebs abbringen las-
sen würde.
Die steuerrechtliche Qualifikation der Tätigkeit ist eine Frage, die grundsätz-
lich für jede Veranlagungsperiode neu überprüft werden kann, wobei unter Umständen
die Verhältnisse in den Vorjahren bzw. in den auf das Steuerjahr folgenden Jahren ge-
wisse Anhaltspunkte liefern können (BGr, 31. August 2005, 2A.46/2005, E. 2.2.2, mit
Hinweisen zum Ganzen; VGr, 25. Mai 2011, SB.2011.00011 = ZStP 2012, 211). Wie
lange die wirtschaftliche Betätigung verlustreich sein darf, bis eine natürliche Vermu-
tung dafür spricht, dass der finanzielle Erfolg auf Dauer ausbleiben wird, kann nicht
allgemein gesagt werden. Im Sinn einer Faustregel wird in der Literatur die Auffassung
vertreten, der Umstand, dass innerhalb von fünf bis zehn Jahren kein nennenswerter
Gewinn erzielt werde, bilde ein gewichtiges Indiz für das Fehlen der Gewinnstrebigkeit.
Dem Steuerpflichtigen steht aber der Gegenbeweis offen, dass auch in diesem Fall
eine Gewinnstrebigkeit vorliegt (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Art. 18 N 48 DBG bzw.
§ 18 N 38 StG). Im Einzelfall kommt es namentlich auf die Art der Tätigkeit und die
konkreten Verhältnisse an (RB 2000 Nr. 118). Ein weiteres Indiz für das Fehlen der
Gewinnstrebigkeit stellt der Umstand dar, dass ein Steuerpflichtiger wegen generell
guter Einkommens- oder Vermögensverhältnisse nicht auf Einkünfte aus der fraglichen
Tätigkeit angewiesen ist (VGr, 31. Mai 2005 = StE 2006 B 23.1 Nr. 61).
Qualifiziert sich die Aktivität des Steuerpflichtigen in der unter den erwähnten
Kriterien vorzunehmenden Prüfung als Liebhaberei oder produziert sie reine Lebens-
haltungskosten (vgl. Art. 34 lit. a DBG bzw. § 33 lit. a StG), können die entstandenen
Verluste nicht mit übrigen Einkünften verrechnet werden.
d) Nach Art. 123 Abs. 2 DBG bzw. § 132 Abs. 1 StG stellen die Steuerbehör-
den zusammen mit dem Steuerpflichtigen die für eine vollständige und richtige Besteu-
erung massgebenden tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse fest. Die Einschät-
zungsbehörde hat im Einschätzungsverfahren gestützt auf den gesetzlich verankerten
Untersuchungsgrundsatz von sich aus den materiell wahren Sachverhalt zu erforschen
(Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Art. 123 N 7 und § 132 N 8 StG, auch zum Folgen-
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den). Die Untersuchungspflicht besteht dabei nicht nur hinsichtlich steuerbegründen-
der/-erhöhender Tatsachen, sondern auch bezüglich steueraufhebender/-mindernder
Tatsachen. Das Verfahren vor Steuerrekursgericht zeichnet sich durch eine Erweite-
rung der Mitwirkung in dem Sinn aus, dass der Steuerpflichtige den Nachweis für das
Bestehen von steuermindernden oder steueraufhebenden Tatsachen, für welche er die
Beweislast trägt, in der Beschwerde- und Rekursschrift mit einer substanziierten Sach-
darstellung und durch Beschaffung oder Bezeichnung von Beweismitteln anzutreten
hat. Substanziiert ist die Sachdarstellung dann, wenn aus ihr Art, Motiv und Rechts-
grund der geltend gemachten Aufwendungen in der Weise hervorgehen, dass bereits
gestützt darauf, aber unter Vorbehalt der Beweiserhebung, die rechtliche Beurteilung
möglich ist. Fehlt es daran, trifft das Steuerrekursgericht keine weitere Untersuchungs-
pflicht. Alsdann wird zu Ungunsten des Steuerpflichtigen angenommen, der betreffen-
de Sachverhalt habe sich nicht verwirklicht (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,
Art. 140 N 55 DBG und § 147 N 53 StG).
Der Nachweis, dass eine selbstständige Erwerbstätigkeit vorliegt, obliegt
grundsätzlich der Steuerbehörde. Ist dagegen streitig, ob eine bestimmte verlustbrin-
gende Betätigung (überhaupt) eine selbstständige Erwerbstätigkeit darstellt, ist hierfür
der Steuerpflichtige beweispflichtig (vgl. StRK I, 18. März 1993 = StE 1995 B 23.1
Nr. 30). Denn er leitet hieraus die steuermindernde Verrechnung dieses Verlusts mit
übrigen Einkünften ab.
2. a) Hintergrund der selbstständigen Erwerbstätigkeit des Pflichtigen ist, dass
er (offenbar) mit Wirkung per ... 2008 von H die Einzelfirma I zum Preis von Fr. 87'500.-
kaufte. Bei den Akten liegt diesbezüglich ein Kaufvertrag, welcher jedoch nicht
unterschrieben ist. Der Pflichtige führte die Firma fortan unter dem Namen F, weiter
und trug die Gesellschaft mit Sitz in G ins Handelsregister ein. Die Einzelfirma
bezweckte die Herstellung und Bedruckung von und den Handel mit Werbeträgern. Am
... 2018 wurde sie infolge Geschäftsaufgabe im Handelsregister gelöscht.
Seit der Übernahme der Firma liefen folgende Verluste auf:
2008: - Fr. 28'692.-
2009: - Fr. 23'881.-
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2010: - Fr. 43'957.-
2011: Fr. 273.-
2012: - Fr. 43'957.-
2013: - Fr. 37'497.-
2014: - Fr. 34'295.-
2015: - Fr. 81'929.-
2016: - Fr. 67'919.-.
Nebst der Tätigkeit für die F war der Pflichtige zunächst noch (zumindest
teilweise) für die J AG tätig, bevor die Pflichtigen 2014 zusammen 100% der Anteile an
der zuvor ausserkantonal domizilierten D GmbH mit Sitz in E erwarben. Letztere
bezweckt insbesondere die Herstellung, den Vertrieb und die Veredelung, sowie den
Import und den Export von Werbeartikeln, Verlagsprodukten und Geschenkartikeln. Sie
ist damit im nämlichen Bereich, wie die F es war, tätig. Bereits 2013 fiel dem Pflichtigen
ein Erbvorbezug zu, welchen er für den Erwerb des Mehrfamilienhauses an der
...strasse 53 in E verwendete, wo auch der Sitz der D GmbH zu liegen kam.
b) Den hier streitbetroffenen Verlust pro 2016 aus seiner Tätigkeit für die
F im Umfang von Fr. 67'919.- verrechnete der Pflichtige mit Einkünften aus
unselbstständigem Haupterwerb im Betrag von Fr. 23'145.- sowie mit
Liegenschaftenertrag im Total von Fr. 138'393.-. Bei den Einkünften aus
unselbstständigem Erwerb handelt es sich dabei um Lohn von seiner D GmbH. Für die
Beantwortung der Frage, ob dieser Verlust mit den übrigen Einkünften nach Art. 27
Abs. 1 DBG bzw. § 27 Abs. 1 StG verrechnet werden kann, ist zu prüfen, ob die
Tätigkeit für die F pro 2016 eine selbstständige Erwerbstätigkeit darstellt im Sinne der
vorstehenden E. 1c.
Während es unbestritten ist, dass der Pflichtige auf eigene Rechnung und
Gefahr für die F tätig war, ist strittig, ob im streitbetroffenen neunten Geschäftsjahr eine
Gewinnerzielungsabsicht objektiv vorliegt und als solche nachgewiesen ist. Der
Geschäftsverlauf, welcher ab 2008 bis 2016 aufgelaufene Verluste im Total von
Fr. 362'127.- aufweist (vgl. vorstehende E. 2.a), spricht dagegen. Ein einziges
Geschäftsjahr schloss geringfügig positiv ab (Fr. 273.- pro 2011), was indessen
angesichts der ansonsten fünfstelligen jährlichen Verluste nicht ins Gewicht fällt. Eine
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Kehrtwende war für den in der streitbetroffenen Steuerperiode 62-jährigen Pflichtigen
ausser Reichweite und entsprechend wurde der Betrieb per Ende 2017 eingestellt.
Eine Strategie, welche einen anderen Ausgang hätte herbeiführen sollen,
wurde bis heute nicht vorgelegt. Im Rekurs machen die Pflichtigen einzig darauf
aufmerksam, dass man sich durch die Übernahme der D GmbH 2014 Synergieeffekte
erhofft habe, welche jedoch ausblieben. Welcher Gestalt diese positiven Effekte hätten
sein sollen, erklären die Pflichtigen nicht. Immerhin lässt sich dem
Handelsregistereintrag entnehmen, dass ein überschneidendes Geschäftsfeld der D
GmbH und der F gegeben war. Konkrete Auswirkung der Übernahme der D GmbH war
schliesslich, dass die Verluste 2015 und 2016 die vorangehenden noch deutlich
überstiegen. Auch hierzu fehlen – mit Ausnahme des Hinweises auf die grosse
Konkurrenz durch das Internet – jegliche Ausführungen.
aa) Betrachtet man das Konto ..., Erlöse aus Lieferungen und Leistungen, so
ist ersichtlich, dass Aufträge grundsätzlich vorhanden waren. Die Ertragslage
entwickelte sich wie folgt:
Fr. 104'337.61 (2008),
Fr. 156'778.95 (2009),
Fr. 243'197.72 (2010),
Fr. 336'002.09 (2011),
Fr. 275'384.26 (2012),
Fr. 253'244.23 (2013),
Fr. 154'950.72 (2014),
Fr. 149'098.78 (2015) und
Fr. 125'323.82 (2016).
Zwar ging ein Volumen von Fr. 24'443.- und damit knapp 1/5 der Erträge
pro 2016 auf Aufträge von der D GmbH zurück. Insgesamt lässt sich indessen weder
auf der Ertrags- noch auf der Aufwandseite ein positiver Effekt der Übernahme der
besagten GmbH erkennen. Die Aufträge gingen insgesamt ab 2014 jedenfalls bei der F
deutlich zurück. Dies bei einer Entwicklung des Lohnaufwands, welcher von
Fr. 54'660.- (2013) sprunghaft auf Fr. 80'235.- (2014) angestiegen war, daraufhin auf
Fr. 105'984.- (2015) anwuchs und 2016 bei Fr. 63'328.- lag.
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Zahlreiche Fragen bleiben offen, so z.B., ob der Pflichtige allenfalls sein
Pensum als Selbstständigerwerbender (allenfalls zugunsten der Tätigkeit bei seiner
GmbH) reduzierte, ob er unterpreisliche Leistungen gegenüber der GmbH erbrachte
und ganz allgemein, ob er durch den Zukauf der GmbH nicht sich als
Selbstständigerwerbenden konkurrenzierte. Aufgrund dessen, dass sowohl seine
Einzelfirma, als auch die D GmbH im Bereich von Herstellung und Vertrieb von
Werbeartikeln tätig waren, ist Letzteres – ohne über detaillierte Grundlagen hierzu zu
verfügen – an sich ohne Weiteres zu bejahen. Zwar gilt das Gesellschaftern oder
Geschäftsführern auferlegte Treugebot und Konkurrenzverbot nicht absolut (Art. 803
Abs. 3 und 812 Abs. 3 OR). Dennoch ist aus objektiver Warte nicht erkennbar,
inwiefern der Zukauf einer konkurrenzierenden Gesellschaft der Einzelfirma hätte
helfen sollen. Naheliegender wäre – gerade, um sich der persönlichen Verlusttragung
zu entledigen – eine Integration der Einzelfirma in die Gesellschaft gewesen. Somit
muss offenbleiben, ob die Übernahme überhaupt im Ansinnen auf eine Verbesserung
der Lage der F erfolgte oder die Einzelfirma nicht vielmehr ihrem Schicksal überlassen
wurde, während die Sorge ab 2014 in erster Linie nur mehr der GmbH galt.
bb) Anzuführen ist sodann, dass das Ergebnis nach Abzug von Waren-,
Personal- sowie Raumaufwand regelmässig bereits negativ war, weshalb in
Übereinstimmung mit dem kantonalen Steueramt unter diesen Voraussetzungen gar
kein Gewinn erzielt werden konnte. 2015 vermochte der Ertrag nicht einmal den
Lohnaufwand zu decken. Eine positive Totalgewinnprognose kann daher – auch bei
Annahme eines längeren Zeithorizontes – nicht gestellt werden.
cc) Zwar ist den Pflichtigen beizupflichten, dass die monatliche Miete für den
Raumbedarf der F mit Fr. 1'830.- für einen "Hobbyraum" tatsächlich überrissen wäre.
Indessen geht es im vorliegenden Verfahren nicht um die Frage, ob die Tätigkeit einst
mit der Absicht der Gewinnerzielung begonnen wurde, sondern, ob das Vorgehen des
Pflichtigen aus objektiver Sicht tatsächlich geeignet war, im Laufe der Jahre eine
positive Rechnung zu erzielen und mithin, ob der Pflichtige im Zuge seiner Tätigkeit
auch dieser Zielsetzung entsprechende Massnahmen ergriff. Wieso der Pflichtige
beispielsweise am Standort in G und an der "Zweigleisigkeit" festhielt, während er die
D GmbH in seiner Liegenschaft in E ansiedelte, muss mangels entsprechender
Ausführungen ebenfalls offenbleiben.
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dd) Nicht zuletzt ist in Erwägung zu ziehen, dass die Pflichtigen spätestens ab
2013 ihren Lebensunterhalt grossteils aus dem Mietertrag des Mehrfamilienhauses
sowie ab 2014 zusätzlich aus Einkünften aus der GmbH finanzieren konnten, weshalb
sie auf Einkünfte aus der behaupteten selbstständigen Erwerbstätigkeit auch nicht
angewiesen waren.
c) Der Nachweis der Gewinnstrebigkeit der Einzelfirma des Pflichtigen und
des Vorliegens einer selbstständigen Tätigkeit pro 2016 ist daher den Pflichtigen
aufgrund des Gesagten nicht gelungen, weshalb ihnen die Verrechnung des Verlusts
mit den übrigen Einkünften verwehrt bleiben muss. Dies führt zur Abweisung von
Beschwerde und Rekurs.
3. Ausgangsgemäss sind die Kosten des vorliegenden Verfahrens den Be-
schwerdeführern/Rekurrenten aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG; § 151 Abs. 1 StG)
und die Zusprechung einer Parteientschädigung entfällt (Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m.
Art. 64 Abs. 1 - 3 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren vom 20. De-
zember 1968 sowie § 152 StG i.V.m. § 17 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegeset-
zes vom 24. Mai 1959/6. September 1997).