Decision ID: 507436ae-0696-4b24-856c-2379d4087ab7
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1977, arbeitete seit 1. Juni 2008 (letzter effektiver Ar
beitstag: 24. November 2008, Urk. 10/A2, Urk. 10/A6 S.
5) in einem 50%-Pen
sum
im Service bei der Pizzeria
Y._
und war in dieser Eigenschaft bei der
Hotela
Versicherungen AG (nachfolgend:
Hotela
) gegen die Folgen von Unfällen
versichert (Urk. 10/A3, Urk. 10/A10). Die Pizzeria
Y._
kün
digte das Ar
beitsverhältnis mit Schreiben vom 29. Dezember 2009 per 31. Ja
nuar 2009 (Urk. 10/A1). Am 15. Januar 2009 fuhr ein Auto des Typs „Saab Li
mousine“ auf das Heck
des
vor einem Rotlicht stehenden „
Kia
Sorento
“
der Versicherten
auf
(Urk. 10/A3, Urk. 10/A6 S.
1, Urk. 10/A11 S.
1).
X._
suchte a
m 17. Ja
nu
ar 2009 ihren Hausarzt, Dr. med.
Z._
, Allge
meine Medizin FMH
,
auf, welcher im
A._
eine
bildge
bende
Unter
such
ung d
er
Halswir
belsäule
(HWS)
veranlasste (Urk. 11/B9-11).
In der Folge wurde a
m 16. Februar 2009 im
B._
eine MRI-Unter
su
chung der HWS durchgeführt (Urk. 11/B12).
Die
Hotela
führte ih
rerseits A
bklä
rungen
durch, wobei sie
insbesondere
die
unfallanaly
tische
gut
achterliche Stell
ungnahme des Haftpflichtversicherers, der Allianz Deutschland AG, vom 2. April
2009 (Urk. 10/A11)
zu
den Akten
nahm
und
das Gutachten des
C._
vom 11. November 2009 (nach
folge
nd:
C._
-Gutachten, Urk. 11/B28)
veran
lasste.
X._
meldete sich am 8. Juni 2009 bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 11/B34 S.
1).
Die
IV-Stelle
gab bei Dr. med.
D._
, Facharzt für Innere Medizin und
Rheu
maerkrankungen
FMH, das rheumatologische Gutachten vom 11. Januar 2009 (richtig
:
2010, Urk. 11/B33) in Auftrag.
Mit Verfügung vom 2
6.
Januar 2010 verneinte die
Hotela
einen
Taggeld
an
spruch
der Versicherten hinsichtlich des Unfall
s
vom 1
5.
Januar 2009
und stellte
ihre Heilbehandlungsleistungen rückwirkend per 1
2.
März 2010
ein
(Urk.
10/A22
S. 3
)
.
Dagegen erhob
X._
am 2
0.
Februar 2010 Ein
sprache (Urk. 10/A25)
.
Die IV-Stelle beauf
tragte die MEDAS
E._
mit dem inter
nistischen/rheumatologischen/psychiatrischen Gutachten vom 27. März 2012 (Urk.
11/B34)
.
Die
Hotela
stellte den Gutachtern Zusatzfragen mit Bezug auf die Folgen des Unfallereignisses vom 15. Januar 2009 (Urk. 11/B34 S.
66-69).
Nach Erhalt des Gutachtens hob d
ie
Hotela
mit Verfügung vom 1
8.
September 2012
(Urk.
11/B34)
ihre Ver
fügung vom 2
6.
Januar 2010
wie
derwägungsweise
auf
,
ver
neinte einen Taggeldanspruch auf
grund des Un
falls vom 1
5.
Januar 2009
und stellte ihre Heilbehandlungsleistungen per 3
1.
Dezember
2012 ein
(Urk.
10/A37)
.
Die dagegen von
X._
am 1
9.
Oktober 2012 erhobene Einsprache
(
Urk.
10/A38)
wies die
Hotela
mit Entscheid vom
7.
Mai 2013 ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am
7.
Juni 2013 Beschwerde und beantragte,
der angefochtene
Einspracheentscheid
vom
7.
Mai 2013 sei insofern aufzuhe
ben,
als er ihr Leistungen verweigere. Es seien ihr die gesetzlichen Leistungen, ins
be
sondere Taggelder zuzusprechen. Es sei ihr eine angemessene
Parteient
schä
di
gung
für das
Einspracheverfahren
zuzusprechen
(
Urk.
1 S.
2).
Mit
Be
schwer
de
antwort
vom 2
8.
August
2013 beantragte die Beschwerde
gegnerin Abweisung der Beschwerde (
Urk.
9).
Der Beschwerdeführerin wurde mit Ver
fü
gung vom
2. September 2013 das Doppel der Beschwerdeantwort
zugestellt
(Urk.
12
).
Mit
Eingabe vom 18. September 2013 liess sich di
e Beschwerde
führe
rin
zur
Be
schwer
deantwort
vom 2
8.
August 2012 vernehmen
(
Urk.
19). Die
Be
schwerde
geg
n
erin
erhielt eine Kopie dieser
Eingabe (
Urk.
21).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden
–
soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt
–
die Versicherungs
leistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (
Abs.
1).
1.2
1.2.1
Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (
Art.
6
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungs
rechts
[ATSG]
), so hat sie gemäss
Art.
16
Abs.
1
UVG
Anspruch auf ein Taggeld. Der Anspruch auf Taggeld entsteht am dritten Tag nach dem Unfalltag. Er er
lischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeits
fähigkeit, mit dem Beginn ei
ner
Rente oder mit dem Tod der versicherten Person (
Art.
16
Abs.
2 UVG).
Das Tag
geld beträgt bei voller Arbeitsun
fähigkeit (
Art.
6 ATSG) 80
%
des versicher
ten
Verdienstes. Bei teilweiser Arbeitsun
fähigkeit wird es entsprechend gekürzt (
Art.
17 UVG).
Arbeitsunfähigkeit
ist
gemäss
Art.
6 ATSG die durch eine Beeinträchtigung der
körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be
dingte, volle oder teil
weise
Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgaben
bereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem ande
ren Beruf oder Aufgabenbereich berücksich
tigt.
1.2
.2
Gemäss Art. 36
Abs. 1
UVG werden Pflegeleistungen und Kostenvergütungen sowie Taggelder nicht gekürzt, wenn die Gesundheitsschädigung nur teilweise Folge eines Unfalles ist
.
Der Anspruch auf Leistungen der Unfallversicherung setzt nicht nur hinsichtlich der Körperschädigung das Bestehen eines Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall und dem Schaden voraus, sondern auch hinsichtlich der finanziellen
Schädigung in Form einer Verdiensteinbusse. Soweit bezüglich eines Verdiens
tes
ein "
status
quo sine" vorliegt, besteht zwischen dem Schaden und dem Un
fall kein Kausalzusammenhang, womit eine Leistungspflicht entfällt. Die Kausa
lität darf hingegen nicht auf einen einzigen Zeitpunkt, sei es denjenigen des Unfalls oder einen späteren Zeitpunkt, beschränkt werden. Soweit es sich um ein ver
än
derliches Geschehen, wie eine krankheitsbedingte volle Arbeitsunfä
higkeit han
delt,
kann diese je nach Verlauf dieser Krankheit mit der Zeit durch eine
un
fall
kausale
Arbeitsunfähigkeit abgelöst werden. Lediglich wenn eine dauernde
un
fall
fremde
Ursache vorliegt, entfällt ein Taggeldanspruch gegenüber der Unfall
ver
sicherung gänzlich (Urteil des
Bundesgerichts U 318/05 vom
20. Januar 2006
E. 2.2.1
,
unter Hinweis auf BGE 130 V 35).
1.2.3
Die Unfallversicherung erbringt die ganze Leistung, wenn die Arbeitsun
fähig
keit
einer arbeitslosen versicherten Person mehr als 50
Prozent
beträgt, und die halbe
Leistung, wenn die Arbeits
un
fähigkeit mehr als 25
Prozent
, aber höchstens 50
Prozent
beträgt. Bei einer Arbeitsunfähigkeit von 25 und weniger
Prozent be
s
t
eht
kein Taggeldanspruch (
Art.
25
Abs.
3 der Verordnung über die Unfall
ver
si
cherung [UVV]).
1.3
1.3
.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit,
Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzu
sammenhang besteht. Ursachen im Sinne
des natürlichen Kausalzusammen
hangs sind alle Umstände, ohne deren Vor
han
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht
werden kann. Entsprechend dieser Um
schreibung ist für die Bejahung des na
tür
lichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesund
heitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit an
dern Worten nicht weg
ge
dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E.
3.1, 402 E.
4.3.1, 119 V 335 E.
1, 118 V 286 E.
1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein
natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwal
tung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm oblie
genden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglich
keit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E.
3.1, 119 V 335 E.
1, 118 V 286 E.
1b, je mit Hinweisen).
1.
3
.2
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt
erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der
Gesundheits
schaden
nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ur
sa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr. U 142 S.
75 E. 4b mit Hinweisen; nicht publi
ziertes Urteil des Bundesgerichts U 172/94 vom 2
6.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines
Ge
sundheits
scha
dens
muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Beweis
grad
der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr. U 363 S.
45;
BGE 119 V 7 E.
3c/
aa
). Da es sich
hiebei
um eine
anspruchsaufhe
bende
Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast
–
anders als bei der Frage,
ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang ge
geben
ist
–
nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994
Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b, 1992 Nr. U 142 S.
76).
1.
3
.3
Diese Beweisgrundsätze gelten auch in Fällen mit Schleuderverletzung der
Hals
wirbelsäule
, Schädelhirntraumata und äquivalenten Verletzungen. Ist ein
Schleu
der
trauma
der Halswirbelsäule diagnostiziert und liegt ein für diese Ver
letzung typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie dif
fuse Kopf
schmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit,
rasche Ermüdbarkeit,
Visusstörungen
, Reizbar
keit, Affektlabilität, De
pression,
We
sens
veränderung
und so weiter vor, so ist der natürliche Kausal
zusam
men
hang zwischen dem Unfall und der danach eingetretenen Arbeits- beziehungs
weise Erwerbsunfähigkeit in der Regel anzunehmen. Es ist zu beto
nen, dass es gemäss obiger Begriffsumschreibung für die Bejahung des natürli
chen Kausal
zu
samm
enhangs genügt, wenn der Unfall für eine bestimmte ge
sundheitliche Störung eine Teilursache darstellt (BGE 117 V 359 E. 4b).
1.
4
1.
4
.1
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adä
quater Kau
sal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als
adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhn
lichen Lauf
der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Ein
tritt dieses Er
folges
also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2,
405 E.
2.2, 125 V 456 E.
5a).
1.
4
.2
Die Beurteilung des adäquaten Kausal
zusammenhangs zwischen einem Un
fall und der infolge eines Schleudertraumas der Halswirbelsäule auch nach Ablauf einer gewissen Zeit nach dem Unfall weiterbestehenden gesundheitli
chen Beein
trächtigungen, die nicht auf organisch nachweisbare
Funktionsaus
fälle
zurück
zu
führen sind, hat nach der in BGE 117 V 359 begründeten Recht
sprechung des Bundesge
richts in analoger Anwendung der Methode zu erfol
gen, wie sie für psychische Stö
rungen nach einem Unfall entwickelt worden ist (vgl. BGE 123 V 98 E.
3b, 122 V 415 E.
2c). Es ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall
eine massgebende Bedeutung für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise der Erwerbsunfähigkeit zukommt. Das trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwere
aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Demnach ist zunächst zu ermitteln, ob der Unfall als leicht oder als schwer zu betrachten ist oder ob er dem mittleren Bereich angehört. Auch hier ist der adäquate Kau
salzusammenhang zwischen Unfall und gesundheitlicher Beein
trächtigung bei leichten Unfällen in der Regel ohne
Weiteres
zu verneinen und bei schweren Unfällen ohne Weiteres zu bejahen, wogegen bei Unfällen des mittleren Be
reichs weitere Krite
rien in die Beurteilung mit einzubeziehen sind. Je nach
dem,
wo im mittleren Bereich der Unfall einzuordnen ist und abhängig davon, ob ein
zelne dieser Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sind, genügt zur
Be
jahung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein Kriterium oder müssen meh
rere herangezogen werden.
Als Kriterien nennt die Rechtsprechung hier:
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des
Un
falls;
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen;
fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung;
erhebliche Beschwerden;
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.
Diese Aufzählung ist abschliessend. Anders als bei den Kriterien, die das Bun
des
gericht in seiner oben zitierten Rechtsprechung (BGE 115 V 133) für die Be
ur
tei
lung des ad
äquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und ei
ner psychischen Fehl
entwicklung für relevant erachtet hat, wird bei der Beur
teilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall mit
Schleuder
trau
ma
der Halswirbelsäule und den in der Folge eingetretenen Be
schwerden auf eine Differenzie
rung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet, da es bei Vorliegen eines solchen Traumas nicht ent
scheidend ist, ob Beschwerden medizinisch eher als orga
nischer und/oder psy
chischer Natur be
zeichnet werden (BGE 134 V 109 ff.; RKUV 2001 Nr. U 442 S.
544 ff., 1999 Nr. U 341 S.
409 E. 3b, 1998 Nr. U 272 S.
173 E.
4a; BGE 117 V 359 E.
5d/
aa
und 367 E. 6a).
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist,
ob die Beschwerde
führ
erin aufgrund des Unfalles vom
1
5.
Januar 2009 Anspruch auf Taggelder der Beschwerdegegnerin
hat,
so
wie, ob
die Beschwerdegegnerin ihre Heilbehandlungsleistungen zu Recht per 3
1.
Dezem
ber 2012 eingestellt hat. Hierbei ist entscheiden
d
, ob die nach diese
m
Zeitpunkt noch geklagten Beschwerden in eine
m
natürlichen und adäquaten Kausalzu
sam
menhang zum Unfall vom 1
5.
Januar 2009 stehen.
2.2
Die Beschwerdegegnerin führte im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom 7. Mai
2013
im Wesentlichen
aus, aufgrund der vorbestehenden Nacken- und Rückenbeschwerden sowie der Nie
renproblematik und der Tatsache
, dass be
reits vor dem Auffahrunfall vom 1
5.
Januar 2009 eine Arbeitsunfähigkeit vor
gelegen
habe, erscheine als zweifelhaft, ob die Beschwerdeführerin bei dieser leichten
Auf
fahrkollision
überhaupt ein Schleudertrauma der HWS
erlitten habe. Jeden
falls könne aufgrund der medizinischen Unterlagen das Vorliegen eines für die
HWS-Verletzungen typischen Beschwerdebildes k
lar verneint werden (
Urk.
2 S.
6
)
. Letztlich könne die Frage des natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen
den nach dem 3
1.
Dezember 2012 – gemäss den Gutachtern der MEDAS
E._
sei bezogen auf die Unf
allfolgen der medizinische
End
zu
stand per diesem
Datum erreicht gewesen – geklagten Beschwerden und dem Unfall vom 1
5.
Jan
u
ar 2009 aber offen gelassen werden, weil
ihre weitere
Leis
tungspflicht
mangels
Bestehens eines adäquaten Kausalzusammenhangs zu ver
neinen sei (
Urk.
2 S. 7).
2.3
Die
Beschwerdeführer
in
bringt
im Wesentlichen
vor,
es werde nicht bestritten, dass vor dem Unfallereignis
krankheitsbedingte
Vorzustände bestanden hätten. Dass sie aufgrund ihrer rheumatologischen Beschwerden vor dem Unfallereignis
vom 1
5.
Januar 2009 zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen sei, entspreche aber nicht
den Tatsachen.
Die Beschwerdegegnerin verhalte sich widersprüchlich, wenn sie einerseits die Heilbehandlung bis
31. Dezember 2012
bezahle und zu
sammen mit den Gutachtern der MEDAS
E._
davon ausgehe, dass erst in diesem Zeitpunkt keine wesentliche Verbesserung des Gesundheitszustandes aufgrund des Unfalles vom 1
5.
Januar 2009 zu erwarten sei und gleichzeitig den
Tag
geld
anspruch
für die Zeit vor dem 3
1.
Dezember 2012 verweigere
(
Urk.
1 S. 6).
3.
3.1
3.1.1
Bei der bildgebende
n
Untersuchung der HWS im
A._
vom 2
7.
Januar 2009
fanden sich regel
rechte
ossäre
Verhältnisse in der HWS
und kein Nachweis einer
ossären
Läsion (Urk. 11/B9).
3.
1.
2
Im „Arztzeugnis UVG“ vom 1
2.
Februar 2009
gab
Dr.
Z._
als Befund ein
zer
vi
kospondylogenes
Syndrom mit
druckdolenten
Irritations
z
one
n
über der gesam
ten
HWS und allseits eingeschränkter Beweglichkeit um
ein bis zwei Drittel an
.
Vor
bestehend
sei
en
ein chronisches
zerviko-thora
co-spondy
loge
nes
Schmerzsyn
drom und
eine
somatoforme
Schmerzstörung nach Autounfall 2000, eine chronische Niereninsuffizienz sowie ein Status nach totaler
Strumektomie
wegen Hyper
th
y
re
ose (
Urk.
11/B11).
3.
1.
3
Am 1
6.
Februar 2009 wurde im
B._
eine MRI-Untersuchung der HWS durch
ge
führt. Es
liess
sich
kein Nachweis für traumatische
Veränderungen
finden
, ins
be
sondere kein Hinweis auf Frakturen oder Luxationen, jedoch eine mini
male me
diane
Protrusio
der Bandscheibe
zwischen Halswirbelkörper (HWK) 5/6 ohne we
sentliche Einengung des
Myelons
oder der
Neuroforamina
und eine
mässig
gra
dige
Sklerosierung
im
Atlantodentalgelenk
(
Urk.
11/B12).
3.
1.
4
Dr.
med.
F._
, Direktor Rheumaklinik und Institut für Physi
o
therapie,
Chefarzt Rheumaklinik,
B._
, untersuchte die Beschwerde
führ
erin am 16. Feb
ruar
200
9.
In seinem Bericht vom 1
8.
Februar 2009 hielt er fest
, dass die Be
schwer
de
führerin jetzt eine höchst irritierbare HWS-Muskulatur
zeige
, wie man sie häufig
nach Beschleunigungstraumen sehe. Eine sichere neurologische
Aus
fall
sympto
matik
bestehe nicht
(
Urk.
11/B13 S. 2).
3.
1.
5
Dr.
Z._
fü
l
lte am
2.
März 2009 einen „Dokumentationsbogen für
Erstkonsul
tation
nach
kranio
-zervikalem Beschleunigungstrauma“ aus. Diesem ist zum Un
fallhergang zu entnehmen, dass
es
zu keinem Kopfanprall gekommen sei.
Die
Beschwerdeführerin sei auf die Kollision nicht gefasst gewesen. Sie habe den Fuss
auf der Bremse gehabt. Die Kopfstellung sei gerade gewesen. Sofort nach dem Er
eignis seien Kopf- und Nackenschmerzen mit einer Schmerzintensität von „6-7“ aufgetreten.
Hingegen wurden Schwindel, Übelkeit und Erbrechen verneint.
Es wurde vermerkt, dass die Angaben
der Beschwerdeführerin zu den Beschwerden
von Dr.
Z._
erfragt und
von dieser
nicht spontan erzählt wurden (Urk. 11/B15 S. 1).
3.
1.
6
Der beratende Arzt der Beschwerdegegnerin,
Dr.
med.
G._
, Spe
zialarzt FMH für orthopädische Chirurgie,
führte am 2
6.
März
2009
sinnge
mäss
aus,
angesichts der quasi nicht vorhandenen Schäden (Schramme an der Stoss
stange) und sicherlich gewichtigen medizinischen Vorbefunden sei das Ereignis
vom 1
5.
Januar 2009 nur eine Begleiterscheinung. Dies würde keine Verlänge
rung der schon krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit rechtfertigen (Urk.
11/B19).
Gemäss dessen
Stellungnahme vom 1
9.
November 2009
war d
er
status
quo sine nach der Phy
s
i
otherapiebehandlung am 1
2.
März 2009 erreicht (
Urk.
11/B30).
3.
1.
7
Dem Bericht von
Dr.
med.
H._
, Oberarzt Rheumaklinik und Institut für Physi
kalische Medizin,
I._
, vom 1
5.
April 2009
sind
unter anderem die Diagnosen undifferenzierte Spondylarthritis
und fokal-seg
mentale
Glomerulosklerose
zu entnehmen (Urk. 11/B21 S. 1).
3.
1.
8
Zu den detaillierten Fragen der Beschwerdegegnerin
zur Unfallkausalität der ge
klagten Beschwerden führte Dr.
Z._
am 25. April 2009 aus, als ”einfacher Haus
arzt”
sei er zu deren Beantwortung nicht in der Lage; er bitte um eine Beur
tei
lung durch einen
Vertrauensarzt
(Urk. 10/B22).
Im Arztbericht vom 14. Mai 2009 schrieb Dr.
Z._
, seit dem Unfallereignis vom 15. Januar 2009 seien die
vorbe
stehenden
leichten Nackenbeschwerden massiv
exazerbiert
. Eine klinische Unter
suchung sei kaum möglich. Die Beweglichkeit sei schmerzbedingt allseits um je zwei Drittel reduziert (Urk. 11/B24 S.
1).
3.
1.
9
Der Beurteilung im
C._
-Gutachten vom 1
1.
November 2009
(Untersuchung vom
13./14. August 2009)
kann entnommen werden,
dass
a
ufgrund der vorliegenden Befundlage und der
Schmerzcharak
te
ristik
neben einer mechanisch-statischen Problematik auch eine entzündliche Genese vor
liege
.
Eine entzündliche Er
kran
kung
im Sinne eine
r
Spondylar
thritis sei bekannt und die vorliegenden Befunde im
sternocostalen
und
sterno
clavi
culären
Bereich respektive in den
Iliosa
kral
gelenken
(
ISG
) dafür gut verein
bar. A
ls die
Belastungs
toleranz
der Wirbelsäule herabsetzende Faktoren seien im Wesentlichen Zeichen der axialen
Hyper
mo
tilität
und der
Haltungsin
suffizienz
mit vor allem auch raschen muskulären
Er
müdungszeichen
der Rumpf-, Arm- und Beinmuskulatur erhoben worden, was für
eine
Dekonditio
nierung
spreche. Ferner vermindere die entzündliche Erkran
kung die körperliche
Belastungstole
ranz
ebenfalls. Zeichen einer
radikulären
Reiz-
oder senso
moto
rischen Ausfall
symptomatik seien nicht zu erkennen ge
wesen (Urk. 11/B28 S.
2).
In Bezug auf die zuletzt durchgeführte Tätigkeit im Service bestünden keine fun
k
tionellen körperlichen Einschränkungen
(
Urk.
11/B28 S. 3)
.
Aus rheuma
to
logischer Sicht sei
der Beschwerdeführerin
die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als
Service-Angestellte ganztags zumutbar (
Urk.
11/B28 S.
4).
Die Belastbarkeit liege
allgemein im Bereich einer mittelschweren Arbeit (
Urk.
11/B28 S. 3).
3.
1.
10
Im
Gutachten
von Dr.
D._
vom 11. Januar 2010
, welches dieser zur Beurtei
lung der Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin
für die IV-Stelle er
stellte,
wer
den
folgende
rheuma
tologischen Diagnosen
aufgeführt
(
Urk.
11/B33 S.
17)
:
Unklare Zustände mit Müdigkeit, Kraftlosigkeit und Schwindel bei
somatoforme
Schmerzstörung (Erstdiagnose
[ED]
November 2007)
generalisiertem Weichteilrheumatismus (
ED
2004)
Chronifizierte
, vor allem thorakale Rückenschmerzen bei
Fehlhaltung und leichter
Fehlform
der Wirbelsäule
Haltungsinsuffizienz
Undifferenzierte
Spondarthropathie
(Differentialdiagnose: SAPHO-Syn
drom)
mit/bei
chronischen Schmerzen im Bereiche des Brustbeins
Basistherapie mit
Humira
seit Mai 2009
Arthroosteitis
sternoklavikulär
und
sternokostal
ISG-Arthritis links (MRI 2
4.
März 2009)
Status nach Heckkollision vom 1
5.
Januar 2009
Status nach Autounfall 2000
Dr.
D._
stellte insbesondere
folgende internistischen Diagnose
n
(
Urk.
11/B33 S. 17):
Chronische Niereninsuffizienz bei fokal segmentaler
Glomeruloskerose
(
ED 2004)
Status nach
Thyreoidektomie
vom 2
7.
November 2006 und Status nach Knot
enexzision der Schilddrüse 2002
In seiner Beurteilung führt
e
Dr.
D._
aus,
dass
sich
die Beschwerden der Be
schwerdeführerin höchstens teilweise mit objektivierbaren rheumatologischen Be
funden erklären lassen würden
. Die daraus abgeleiteten Limitierungen wür
den auf
je
den Fall nicht plausibel. Klinisch imponiere vor allem eine leichte
Fehl
hal
tung
und auch
Fehlform
der Wirbelsäule bei absolut ungenügender
Rumpf
sta
bilisation
im Sinne einer Haltungsinsuffizienz
(Urk. 11/B
33
S.
20
). Die angege
be
ne Schmerzhaftigkeit der Schulter
-
/Nackenmuskulatur sei zudem stark wech
selnd und situationsabhängig. Auch würden okzipital atypische
ossäre
Stellen als schmerzhaft bezeichnet, was sich durch kein bekanntes rheu
matolo
gisches Leiden erklären lasse. Klinisch fände die von rheuma
tolo
gisc
her Seite diagnos
tizierte
Spond
arthropath
i
e
kein entsprechendes Korrelat
. Die un
klaren Zustände
mit Müdigkeit, Kraftlosigkeit und Schwindel liessen sich auch nicht mit den in
ter
nistischen Diagnosen erklären (
Urk.
11/B33 S.
21).
Aufgrund der aktuellen objektiven Befunde sei auch für die angestammte Tätig
keit als Restaurantangestellte von einer Arbeitsfähigkeit von 50 % auszu
gehen, d
ie
s
aber aufgrund muskulärer Defizite (Urk. 10/B33 S. 18).
Das Unfaller
eignis vom Januar 2009 begründe
keine anhaltende Arbeits
un
fähig
keit. Eine Verschlechterung des Vorzustandes
länger als wenige Wochen bis Monate
sei unwahrscheinlich
(Urk. 10/B33 S.
18)
.
3.
1.
11
Die Gutachter der MEDAS
E._
führten in ihrem Gutachten vom 2
7.
März 2012 z
ur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin aus,
dass diese im Zeitpunkt des Unfalles vom 1
5.
Januar 2009 zu 50 % krankheitsbedi
ngt arbeits
unfähig ge
wesen sei.
Ihre
Arbeitsunfähigkeit habe sich ab dem 1
5.
Januar 20
09 erhöht und sie sei vo
n
diese
m
Tag bis zum 3
0.
Juni 2009 zu 100
%
(75
%
un
fall
- und
25
%
krank
heitsbedingt
) arbeits
un
fähig
gewesen
(
Urk.
11/B34 S.
51).
Vom
1.
Jul
i bis 3
1.
Dezember 2009 habe eine sowohl krankheitsbedingte als auch
unfall
be
dingte
50%ige
Arbeits
un
fähigkeit bestanden (25
%
unfall- und 25
%
krank
heits
be
dingt
). Vom
1.
bis 3
1.
Januar 2010 sei die Beschwerdefüh
rerin für die bis
heri
ge Tätigkeit als Serviceangestellte unfall
-
(25
%) und
krank
heitsbe
dingt
(25
%
)
50
%
arbeits
un
fähig
sowie für eine angepasste
Verweistätig
keit
20
%
(10 % unfall-
und 10 % krankheitsbedingt)
arbeits
un
fähig
gewesen.
Vom
1.
Februar bis 3
0.
No
vember 2010 habe für jegliche Tätigkeiten in der freien Wirtschaft wiederum eine 50
%
ige
Arbeits
un
fähigkeit bestanden, was in erster Linie auf die Niereninsuffizienz zurückzu
führen gewesen sei (5
%
unfall- und 45
%
krank
heitsbedingt
).
Primär wegen der schweren
Niereninsuffizenz
und der Nie
ren
trans
plantation vom 1
3.
Dezember 2010 sei die Beschwerde
füh
rerin vom
1.
Dezem
ber 2010 bis 3
0.
Juni 2011 für jegliche Tätigkeiten in der freien Wirt
schaft zu
100
%
(5
%
unfall- und 95
%
krankheitsbedingt)
arbeits
unfähig
gewesen
. Ab dem
1.
Juli 2011 bestehe für die bisherige Tätigkeit im Service eine 100%
ige
Ar
beitsun
fähigkeit und für eine angepasste Verweisungstätigkeit eine 20
%
ige
Ar
beitsun
fähigkeit
(5
%
unfall- und 15
%
krankheitsbedingt)
.
Im Vorder
grund stünden Krankheiten, welche zu einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führ
t
en, weniger ein
schränkend wirkten sich noch die
Folgen des
Unfallereig
nisses
vom
1
5.
Januar 2009 aus (
Urk.
11/B34 S. 51-52).
3
.
2
3.2
.1
Zu prüfen
is
t, ob die Beschwerdegegnerin
mit ihrer Leistungseinstellung
per
3
1.
Dezember 2012
den Fall zu Recht auf diesen Zeitpunkt hin abgeschlossen hat.
3.2.2
Gemäss dem beratenden Arzt der Beschwerdegegnerin
,
Dr.
G._
,
war der
status
quo sine per 1
2.
März 2009 erreicht (E.
3.1.6
). Auch
Dr.
D._
hielt dafür, dass eine Ver
schlechterung des Vorzustandes durch den Unfall vom 1
5.
Januar 2009 für länger als wenige Wochen bis Monate unwahrscheinlich sei (E.
3.1.10
).
Die
C._
-Gutachter empfahlen
nach der Untersuchung der Beschwerdeführerin
am 1
3.
und 1
4.
August 2009
keine weiteren physiotherapeutischen
Mass
nah
men
(
Urk.
11/B28 S. 3).
Für die Gutachter der MEDAS
E._
ist
der Status quo
sine
vel
ante
erst am
31. Dezember 2012 erreicht
worden
(Urk. 11/B34 S.
61).
Da
s Gutachten
der MEDAS
E._
vom 2
7.
März 2012
vermag indes
nicht
zu über
zeu
gen.
B
ei
ihrer Beurteilung
blieb wohl
unbe
rücksichtigt, dass beim Unfall vom 1
5.
Januar 2009
nur geringe
Kräfte gewirkt haben.
I
n Kenntnis des Umstandes
,
das
s
es sich beim Unfall vom 1
5.
Januar 2009 nur um ein banales Ereignis
ge
han
delt
(vgl. dazu E.
3.3 nach
stehend)
hat sowie der Tatsache, dass dieser Unfall gemäss den echtzeitlichen
,
bildgebenden
Untersuchungen
keine strukturellen
Schäden ver
ur
sacht hat (E.
3.1.1, E.
3.1.3)
,
kann nicht angenommen werden
, dass
der Unfall bis
zum
3
1.
Dezember 2012
gesundheitlichen
Folgen
gezeitigt und Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin hatte
.
Weil die Gutachter der MEDAS
E._
diese
Umstände
nicht berücksichtigten, kann auf ihr Gutachten
insoweit
nicht abgestellt werden.
Nachdem in den Akten auch keine penden
ten Einglie
derungs
massnahmen der Invalidenversicherung erwähnt sind
,
hätte die
Beschwerde
gegnerin
den Fall per 1
2.
März 2009 abschliessen
dürfen (vgl. etwa Urteil des Bundes
gerichts 8C_527/2008 vom 27. November 2008
E. 4.1).
Taggeld- und
Heilbehandlungs
leistungen
waren
ab diesem Zeit
punkt
somit nicht
mehr
geschuldet.
3.2.3
Zu prüfen
bleib
t, ob die Beschwerdeführerin bis 1
2.
März 2009 Anspruch auf Taggelder der Unfallversicherung hatte.
Aktenkundig ist, dass die Beschwerde
füh
rerin nach einem Aufprall als Beifahrerin in einem Auto
am
5.
Mai 2000 über Schürfunden über der rechten Augenbraue und an der Nasenwurzel links sowie eine Kontusion der Schulter und Schmerzen im Bereich der linken
Scapula
klagte. Bei der Untersuchung im
B._
vom
8.
Mai 2000 wurde als
Hauptdiag
nose
eine Schädelprellung und als Nebendiagnose eine Kontusion der rechten Schulter diagnostiziert (
Urk.
11/B2). Eine HWS-Distorsion ist nicht
diag
nostiziert worden. Am 1
9.
März 2007 wurde die Beschwerdeführerin durch
Dr.
F._
untersucht.
Dessen
Beurteilung sind
die Diagnosen
Arthro
osteitis
,
the
ra
pieresistentes
thorakavertebrales
Syndrom und leichte chronische
Nierenin
suffi
zienz
zu entnehmen (
Urk.
11/B6). Vom 2
7. August bis 24. Septem
ber 2007 war die Beschwerdeführerin in der
Klinik J._
hospita
lisiert, welche im Austrittsbericht ein chronisches
thoracospondylogenes
Syn
drom bei
Wir
bel
säu
lenfehlform
(ICD-10: M54.14), eine
somatoforme
Schmerz
störung
(ICD-10: F45.4)
und
eine fokal segmentale
Glomerulosklerose
mit chronischer
Nie
reninsuffizienz
diagnostizierte
(
Urk.
11/B7).
Die Beschwerde
führerin hat bei ei
ner Arbeitsun
fähig
keit von 100
%
ab 2
5.
November 2008 nach Ablauf der Wartefrist
vom
2
5.
De
zember 2008 bis 1
4.
No
vember 2010 Krankentaggelder bezogen (
Urk.
10/A2).
Wohl hielt
Dr.
F._
in seinem Bericht vom 1
8.
Februar 2009 zum
Krankheitsverlauf fest, dass die Be
schwerdeführerin im Dezember an einer Gripp
e und Fieber mit Schmerzen i
m rechten Arm erkrankte (
Urk.
11
/B13
S.
1
)
. An
ge
sichts der durch die Akten dokumentierten Krankengeschichte
und des
Kran
ken
taggeldbezugs
aufgrund einer 100%igen Arbeitsun
fähigkeit
von 2
5.
Dezember 2008 bis 1
4.
November 2010
kann
–
ent
gegen den Ausführungen der Beschwer
de
führerin
(
Urk.
1 S.
3) – aber nicht da
von ausgegangen werden, dass
sie
vor dem Unfall nur auf
grund einer Grippe und Schmerzen im rechten Arm zu 50
%
und nur von Dezember 2008 bis 1
7.
Januar 2009
krankgeschrie
ben war.
Gemäss den
C._
-Gutachtern bestand aus rheumatologischer Sicht für
die
Tätigkeit als
Service-Angestellte eine 100%ige
A
r
beitsfähig
keit (E.
3.1.9)
.
Wie erwähnt (E.
3.2.2),
hatten die Gutachter der MEDAS
E._
wohl
keine Kenntnis davon, dass
beim
Anstoss des hinteren Fahrzeuges an das Auto der Beschwerde
führerin beim Unfall vom 1
5.
Januar 2009 nur geringe Kräfte gewirkt haben, womit auf deren Einschätzung zur unfallbedingten Arbeitsunfähigkeit nicht ab
gestellt werden kann. Es kommt hinzu, dass ihre Aussage,
wonach die noch be
stehen
den Nackenschmerzen beziehungsweise die Schmerzen am Schultergürtel mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das
Un
fallereignis
von 2009 zurück
zuführen seien (Urk. 11/B34 S. 42), nicht
weiter
be
gründe
t wurde
. Ferner soll der
unfallbedingte Anteil an der 100%igen Arbeitsun
fähig
keit der Beschwerde
füh
rerin nach dem Unfall vom 15. Januar 2009 gemäss den Gutach
tern der MEDAS
E._
75 % betragen haben, obschon diese schon vor dem Unfall
krank
heits
bedingt
zu 50 % arbeitsunfähig gewesen sein soll (Urk. 11/B34 S. 51).
Weil von
einer Verringerung des
krank
heitsbedingten
Anteils
mit dem Unfall vom 1
5.
Janu
a
r 2009 aber
nicht
ausge
gangen werde kann
, leuchtet d
iese prozentuale
Aufteilung der Arbeitsunfähi
g
keit
nicht ein.
Die Aus
führungen der Gutachter der
MEDAS
E._
zur
un
fallbedingten
Arbeitsun
fähigkeit der Beschwerde
füh
rerin nach dem Ereignis vom 15. Januar 2009
sind
demnach
weder schlüssig noch überzeugend
, w
eshalb
ihrem Gutachten
insoweit
kein Beweiswert zukommt
.
Nachdem die Beschwerdegegnerin im Unfallzeitpunkt bei einer
krankheits
be
dingten
Arbeits
unfähigkeit von 100
%
Krankentaggelder bezogen hatte und auf
grund der medizinischen Akten keine unfallbedingte Arbeits
fähigkeit erstellt ist,
hat d
ie
Beschwerde
gegnerin
einen Taggeldanspruch der Beschwerde
führerin auf
grund des Unfalls vom 1
5.
Januar 2009 somit zu Recht verneint.
Im Übrigen wären
allfällige
Taggelder aus der Unfallversicherung gestützt auf
Art.
19
Abs.
2 ATSG an die ehemalige
Arbeitgeberin
der Beschwerdeführerin
aus
zurichten
, denn es bestehen keine Hinweise darauf, dass diese der Beschwerde
füh
rer
in nicht weiterhin den Lohn ausbezahlte.
Bei dieser Sachlage
wäre der Be
s
chwerdeführerin
mithin auch
kein Erwerbsausfall entstanden
, welcher durch das
Unfalltaggeld zu kompensieren gewesen wäre
.
Zudem hätte die Beschwerde
führ
e
rin, welche vor und nach dem Unfall vom 1
5.
Januar 2009
Krankentag
gel
der
bei
einer Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bezogen hatte (Urk.
10/A2), bei ei
ner all
fälligen Auszahlung von Taggeldern aus der Unfall
versicherung, eine Rück
for
derung von Taggeldern aus der
Krankentaggeldversiche
rung
zu gewär
tigen.
Vor diesem Hintergrund ist fraglich, ob die Be
schwerde
führerin bezüglich ihres An
trags auf Taggeldzahlungen der
Beschwer
degegnerin
überhaupt über ein Recht
schutzinteresse
verfügt
.
Weil
ein
solcher Anspruch aber mangels
unfallbedingter Arbeitsfähigkeit so oder anders nicht bestand (E.
3
.
2.3
)
,
kann diese
Frage offen gelassen werden.
3
.3
Wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen, hätte d
ie Beschwerdegegnerin wei
tere Leistungen über den 1
2.
März 2009 hinaus auch mangels adäquatem Kau
sal
zusammenhang
zwischen dem Unfall vom 1
5.
Januar 2009 und den nach dem 1
2.
März 2009 noch geklagten Beschwerden verweigern können:
Bei den
Untersuchungen durch die
C._
-Gutachter vom 13. und 14. August 2009
gab die Beschwerdeführerin an, an Nackenschmerzen mit Gleich
gewichts
stö
rung
en,
Schwankschwindel
episoden
sowie in geringem Aus
mass
an
Konzentra
tions
störungen
zu leiden (Urk. 11/B28 S. 2-3).
Ob die noch geklagten
Beschwer
den
(
Urk.
1 S.
6)
, welchen nach den vor
stehen
den Ausführungen
(E. 3.1)
kein klar fass
bares unfallbedingtes organisches Korrelat zu
grunde
liegt, in einem natür
li
chen Kausalzusammenhang zum versicherten Unfallereignis stehen (was mit Blick auf die Ergebnisse
der
gutachterlichen Stellungnahme der
K._
vom 2. Apri
l 2009
[Urk. 10/
A11
] und
der erwähnten medizinischen Berichte [E. 3.2.2]
eher zu
verneinen wäre), kann offen gelassen werden. Denn diesbezüglich
ist – anders als
bei Gesundheitsschädigungen mit einem klaren unfallbedingten or
ga
nischen Sub
strat, bei welchen der adäquate Kausalzusammenhang in der Re
gel mit dem na
türlichen bejaht werden kann (BGE 127 V 102 E. 5b/
bb
mit Hin
wei
sen) – eine
besondere Adäquanzprüfung vorzunehmen. Ob diese nach den in BGE 115 V 133
genannten Kriterien (Psycho-Praxis) oder nach den für die Fol
gen eines
Schleu
dertraumas
der HWS, eines Schädelhirntraumas oder einer dem
Schleu
der
trau
ma
ähnlichen Verletzung in BGE 117 V 359 entwickelten und in BGE 134 V 109 präzisierten Regeln zu erfolgen hat, kann offenbleiben, da auch
die Beurteilung nach letz
terer Praxis – wie im Folgenden zu zeigen ist – zur Ver
neinung der Adäquanz führt.
Mit
angefochtenem Entscheid qualifizierte die Beschwerdegegnerin den Unfall vom 1
5.
Januar 2009
als leichten Unfall
(Urk. 2
S. 5,
S. 8
).
Die Bestimmung des Schweregrades eines Unfallereignisses erfolgt aufgrund des augenfälligen
Ge
schehensablaufs
mit den sich dabei entwickelnden Kräften, wobei eine obje
kti
vierte Betrachtungs
weise anzu
wenden ist. Nicht massgebend sind die Folgen des
Unfalles oder Begleitum
stände, die nicht direkt dem Unfallgeschehen zugeord
net
werden kön
nen. Der
artigen, dem eigentlichen Unfallgeschehen nicht zuzu
ord
nen
den Fak
toren ist gegebenenfalls bei den Adäquanzkriterien Rech
nung zu tragen. Dies gilt etwa für die – ein eigenes Kriterium bildenden – Verletzungen, welche sich die versicherte Person zuzieht, aber auch für unter dem Gesichts
punkt der be
sonders dramatischen Begleitumstände oder beson
deren Eindrück
lichkeit des Unfalls zu prüfenden äusseren Umstände, wie eine allfällige Dun
kelheit im
Un
fallzeitpunkt
oder Verletzungs- respektive gar Todes
folgen, die der Unfall für an
dere
Perso
nen nach sich zieht (SVR 2008 UV Nr. 8 S. 27 E. 5.3.1).
Am Unfallt
ag stand die Beschwerdeführerin
mit ihrem „
Kia
Sorento
“ um ca. 20.45 Uhr vor einem Rotlicht,
als
der nachfolgend
e
Lenker mit seinem
Auto d
es
Typs „Saab Limousine“ auf das Heck ihres
Auto
s
auffuhr
(Urk. 10/A3, Urk. 10/A6
S.
1, Urk. 10/A11 S.
1).
Die Beschwerdeführerin gab an,
dass beim Unfall ihre Stossstange
beschädigt worden sei (
Urk.
11/B13).
Nach der
in
E. 3.1 des
Urteil
s
8C_786/2011 vom 3. Januar 2012 zusammengefassten Rechtsprechung qualifi
zierte
das
Bundesgericht
Auffahrkollisionen mit
den folgenden
kollisions
b
e
ding
ten
Geschwindigkeitsveränderungen als leichte Un
fälle:
Delta-v von maximal 4,5 km/h (
U
rteil
U 402/05 vom 23.
August 2007 E.
6.1
), Delta-v von 0,5 bis 2,5 km/h (
Urteil
U 158/05 vom
8.
August 2005 E. 3.2
)
,
Delta-v von 4 bis maximal 7
km/h (
Urteil
U 174/03 vom 1
0.
November 2004 E. 5.2
)
,
Delta-v von 6 bis 9 km/h
(
Urteil
U 22/01 vom 2
9.
Oktober 2002 E. 7.1
)
sowie
Delta-v von 5 bis 9 km/h
(
Urteil
U 33/01 vom
7.
August 2001 E. 3a).
Gemäss der gut
achterlichen Stell
ung
nahme der
K._
vom 2. April 2009 ist von einer
stossbe
dingten
Ge
schwin
dig
keitsän
derung
des „
Kia
Sorento
“ im Bereich von 2 bis 5 km/h weitgehend in
Fah
r
trichtung auszu
gehen (
Urk.
10/A11 S.
1). Aufgrund dieser geringen
kollisi
ons
bedingten
Geschwindigkeitsänderung
und des Um
standes, dass in den Akten weder nennenswerte Schäden an den beteiligten Fahrzeugen noch körperliche Einwirkungen dokumentiert sind,
erweist sich die im angefochtenen
Entscheid vor
genommene Qualifikation des Unfalles vom 15.
Januar 2009 als
leichter
Un
fall als zutreffend, womit auch der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem
Un
fallereignis
und den Be
schwerden der Beschwerdeführerin
zu verneinen ist
(E.
1.4.2).
Im Übrigen
würde sich
bei einer Gesamtwürdigung des
Unfall
ge
scheh
ens
und der
unfallbe
zogenen
objektiv er
fassbaren Umstände
ergeben
, dass
von den
Adäquanz
kriterien
gemäss
bundes
gerichtlicher
Recht
sprechung (E. 1.4.2)
keines gegeben
ist
, womit
, selbst wenn das Unfallereignis als mittel
schwerer Un
fall im Grenzbereich zu den leichten Unfällen qualifiziert würde,
die Adä
quanz zu verneinen wäre.
3.4
Nach dem Gesagten
wäre
die Beschwerdegegnerin
für
die vorliegenden
Gesund
heitsbeeinträchtigungen
mangels adäquatem Kausalzusammenhang mit dem versicherten Unfallereignis
vom 1
5.
Januar 2009
auch für die Heilbehandlung
nicht über den
12
.
März 2009
hinaus leistungs
pflichtig
gewesen
.
4
.
4
.1
Schliesslich beantragt die Beschwerdeführerin, ihr sei für das
Ein
sprache
verfah
ren
eine angemessene Parteientschädigung zuzusprechen (
Urk.
1 S. 6).
4
.2
Gemäss
Art.
52
Abs.
3 Satz 2 ATSG werden im
Einspracheverfahren
in der Re
gel
keine Pa
rteientschädigungen ausgerichtet. Eine solche war auch im
vor
lie
gend
Fall nicht geschuldet. Das Vorbringen der
Beschwerdeführerin
, dass sie durch eine rechtswidrig fehlerhafte Begründung zur Erhebung der Eins
prache veran
lasst worden sei, weil sich die
Beschwerde
gegnerin
widersprüchlich
v
er
halten habe
(
Urk.
1 S. 6)
, erweist sich als unbe
gründet.
Demnach ist die Beschwerde abzuweisen.