Decision ID: a2ec2e43-d0e3-43fb-a831-f61dba26d8ee
Year: 2012
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Andreas Petrik, Anwaltskanzlei schmuckipartner,
Marktgasse 3, 9004 St. Gallen,
gegen
Helsana Versicherungen AG, Zürichstrasse 130, 8600 Dübendorf,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Versicherungsleistungen
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St.Galler Gerichte
Sachverhalt:
A.
A.a A._ war als diplomierte Pflegefachfrau bei der Stiftung B._ angestellt und
dadurch obligatorisch bei der Helsana Unfall AG gegen Unfälle versichert. Am 1. Juli
2008 stolperte und stürzte sie während der Arbeit, verknackste sich den linken Fuss
und stiess die linke Schulter an (UV-act. K1, K15). Ihr Hausarzt, Dr. med. C._,
Facharzt FMH für allgemeine Medizin, stellte am 3. Juli 2008 über den Metatarsalen
(Mittelfussknochen) I bis III einen schmerzhaften Fussrücken fest, diagnostizierte eine
Fussdistorsion links und schrieb die Versicherte bis 11. August 2008 100%
arbeitsunfähig (UV-act. M2). Während der Ferien suchte diese in Belgrad Dr. med.
D._, Spezialarzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation, auf. Er diagnostizierte
am linken Fuss eine Gelenkdistorsion sowie Teilrupturen zweier Bänder (UV-act. M1,
K15). Dr. med. E._, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie, stellte eine Chopart-
Distorsion am linken Fuss und eine ACG (Acromioclavicular- oder Schultergelenk)-
Distorsion links fest, verschrieb Physiotherapie und verlängerte die Dauer der vollen
Arbeitsunfähigkeit bis 18. August 2008 (UV-act. M3). Da die Belastungs- und
Nachtschmerzen an der linken Schulter anhielten, wurde das Gelenk am
23. September und 4. November 2008 infiltriert (UV-act. M4 f.). Am linken Fuss
beschrieb Dr. E._ in beiden Berichten unter konservativer Behandlung mit
Physiotherapie einen guten Verlauf. Am 15. Januar 2009 legte die Versicherte ihre
Arbeit erneut nieder und am 27. Januar 2009 wurde an der linken Schulter eine
Arthroskopie mit Acromioplastik und AC-Gelenkresektion durchgeführt (UV-act. K6,
K15, M7). Die Arbeitsunfähigkeit von 100% dauerte bis am 24. März 2009 (UV-act.
K15). Die Helsana erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlungen und
Taggelder).
A.b Am 4. August 2009 bestätigte eine Duplexsonographie eine tiefe Venenthrombose
am linken Unterschenkel (Erstetagen-Thrombose; UV-act. M10). Anlässlich einer
Magnetresonanztomographie (MRI) am linken oberen Sprunggelenk (OSG) wurde am
24. August 2009 als Ursache für die schmerzhafte Schwellung des Gelenks eine
Stressfraktur im Bereich des Tuber calcanei mit umschriebenem Knochenmarködem
und begleitender Weichteilschwellung festgestellt, während das MRI vom 25. August
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2009 am rechten OSG mit Ausnahme eines minimalen Gelenkergusses keine
Auffälligkeit zeigte (UV-act. M11 f., K19). Der linke Fuss wurde entlastet und die
Versicherte ab 4. bzw. 25. August 2009 100% arbeitsunfähig geschrieben bis
25. Dezember 2009 (UV-act. M14, M21, K35, K41). Dr. med. F._, Facharzt FMH für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparats, der die
Versicherte seit August 2009 behandelte, hielt im Bericht vom 27. Januar 2010 als neue
Diagnose Morton-Neurome an beiden Füssen mit Kompressionsschmerz der
Metatarsaleköpfchen II/III fest. An der linken Schulter und beiden Füssen schlug er
zunächst weitere Infiltrationen vor (UV-act. M39). Zur Äusserung einer Zweitmeinung
untersuchte Dr. med. G._, Facharzt FMH für Chirurgie, die Versicherte am 4. Juni
2010, veranlasste ein Arthro-MRI der linken Schulter und empfahl aufgrund der
Besprechung mit der Patientin, die linke Schulter erneut zu operieren (UV-act. M37 ff.).
Er führte im Bericht vom 25. Juni 2010 die Restbefunde mit überaus grosser
Wahrscheinlichkeit auf den Unfall zurück (UV-act. M39).
A.c Dr. med. H._, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie, bestätigte aufgrund
der Konsultation vom 27. September 2010 die Morton'schen Neuralgien II/III und III/IV
beidseits. Zusätzlich stellte er eine mechanische Reizung des Nervus peroneus
superficialis an der linken Wade fest (UV-act. M42). Wegen der Beschwerden in den
Füssen schrieb Dr. F._ die Versicherte vom 8. bis 21. November 2010 100%
arbeitsunfähig und ab dem 22. November 2010 wieder zu 50% arbeitsfähig (UV-act.
M44, K56). Die Helsana hielt mit Schreiben vom 10. Dezember 2010 an die Versicherte
fest, dass sie aufgrund des Unfalls vom 1. Juli 2008 für die Schulterverletzung und die
Verletzung des linken Fersenbeins leistungspflichtig sei. Die Behandlung der Morton-
Neurome und die dadurch bedingte Arbeitsunfähigkeit seit 8. November 2010 würden
nicht zu Lasten der Unfallversicherung gehen (UV-act. K58).
A.d Bei der Untersuchung des linken OSG durch Dr. med. I._, Facharzt FMH für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparats, zur Äusserung
einer Zweitmeinung, stellte dieser am 13. Januar 2011 eine anterolaterale
Impingement-Problematik im OSG nach einer Bandläsion sowie eine symptomatische
Partialläsion der Peroneus brevis-Sehne fest und hielt eine OSG-Arthroskopie für
angezeigt (UV-act. M46). Dr. F._ und, gestützt auf seine Meinung, die Versicherte
sprachen sich weiterhin für die Unfallkausalität der Arbeitsunfähigkeit und der
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Behandlung der Füsse aus (UV-act. M47, K62). Prof. Dr. med. J._, Facharzt FMH für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparats, verwies in der
Stellungnahme vom 9. Februar 2011 auf die MRI-Untersuchung vom 17. Dezember
2009, bei der die Intaktheit des Sehnen-Bandapparats am linken Rückfuss der
Versicherten festgestellt worden sei. Er führte aus, die aktuellen Beschwerden am
linken Fuss seien nur möglicherweise natürlich kausal zum Unfall vom 1. Juli 2008. Die
Operation vom 1. Februar 2011 (OSG-Arthroskopie mit Revision der Peronealsehnen
links und Exzision der Morton-Neurome beidseits) sei daher nicht unfallbedingt
notwendig und die Arbeitsunfähigkeit ab 8. November 2010 könne nicht auf ein
unfallbedingtes Leiden zurückgeführt werden (UV-act. M49). Die Helsana erliess am
22. Februar 2011 eine formelle Verfügung, mit der sie Leistungen wegen der
Pathologien im Bereich der Peronealsehnen und wegen der Morton-Neurome mangels
(rechtsgenüglicher) Kausalität zum Unfall vom 1. Juli 2008 ablehnte und ihre
Leistungspflicht für die Arbeitsunfähigkeit der Versicherten seit 8. November 2010
verneinte (UV-act. K66).
B.
Gegen diese Verfügung liess die Versicherte am 24. März 2011 Einsprache erheben
(UV-act. K70). Die Unfallversicherung holte bei Prof. J._ eine Stellungnahme zu
Fragen ein, die durch die Einsprache aufgeworfen worden waren (UV-act. M54).
Dr. med. K._, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparats, nahm aufgrund der Akten am 5. November 2011 sowie am 6. und
11. Januar 2012 ebenfalls Stellung (UV-act. M56; M59 f.). Diese ärztlichen Berichte
wurden dem Rechtsvertreter der Versicherten zur Stellungnahme und allfälligem
Rückzug der Einsprache unterbreitet (UV-act. K91). Nachdem an der Einsprache
festgehalten wurde (UV-act. K92), wies die Unfallversicherung diese mit Entscheid vom
5. März 2012 ab.
C.
C.a Dagegen richtet sich die Beschwerde vom 19. April 2012 mit den Begehren, der
Einspracheentscheid vom 5. März 2012 sei aufzuheben und der Beschwerdeführerin
seien die gesetzlichen UVG-Leistungen auszurichten; eventualiter sei die Sache zu
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weiteren Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen; unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen. Zur Begründung wurde angeführt, die Beschwerdegegnerin
habe ihre Leistungspflicht für die Unfallfolgen anerkannt, auch für diejenigen im linken
Sprunggelenk. Der Beweis, dass ihre Leistungspflicht dahingefallen sei, sei ihr nicht
gelungen. Da es sich um eine leistungsaufhebende Tatsache handle, treffe die
Beschwerdegegnerin die diesbezügliche Beweislast, weshalb sie über die Einstellung
hinaus leistungspflichtig bleibe.
C.b Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 24. Mai 2012
die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führte sie aus, die Anerkennung einer
Leistungspflicht für eine Gesundheitsbeeinträchtigung bedeute nicht, dass die
Unfallversicherung für sämtliche später auftretenden Pathologien leistungspflichtig
bleibe. Auch aus der Tatsache, dass Heilbehandlungen bezahlt und Taggelder
ausgerichtet worden seien, könne nicht auf eine zukünftige Leistungspflicht
geschlossen werden. Entgegen der Darstellung durch die Beschwerdeführerin sei im
angefochtenen Einspracheentscheid ausgeführt worden, dass eine weitergehende
Unfallkausalität fehle und die Leistungen zu Recht eingestellt worden seien.
C.c Mit Replik vom 19. Juni 2012 liess die Beschwerdeführerin an ihren
Rechtsbegehren gemäss Beschwerdeschrift festhalten. Sie führte aus, der
Beschwerdegegnerin sei der Nachweis, die natürliche Kausalität sei weggefallen, nicht
gelungen; aus verschiedenen Arztberichten ergebe sich das Gegenteil
C.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 27. Juni 2012 schriftlich auf die
Einreichung einer Duplik.
D.
Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der übrigen

Akten wird, soweit für den Entscheid erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen
näher eingegangen.
Erwägungen:
1.
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Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht die Unfallkausalität der
Gesundheitsbeeinträchtigungen an den Füssen der Beschwerdeführerin (Morton-
Neurome beidseits, Pathologie der Peronealsehnen linksseitig, unspezifische
Beschwerden rechtsseitig) und daher eine weitere Leistungspflicht verneint und die
Zahlung von Taggeldern ab 8. November 2010 eingestellt hat. Nicht Gegenstand der
vorliegenden Beschwerde sind demgegenüber Gesundheitsbeeinträchtigungen in der
linken Schulter und an der Halswirbelsäule sowie die Kopfschmerzen.
2.
2.1 Die Beschwerdegegnerin hat im angefochtenen Einspracheentscheid die
rechtlichen Grundlagen für die Leistungspflicht der obligatorischen Unfallversicherung
gemäss Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) und Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes
über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) zutreffend ausgeführt (E. 3.3). Dasselbe
gilt für die Darlegungen, dass aus dem Auftreten einer Gesundheitsbeeinträchtigung
zeitlich nach dem Unfall nicht auf ihre Verursachung durch den Unfall geschlossen
werden könne (Untauglichkeit der Formel "post hoc ergo propter hoc"; E. 3.3). Darauf
kann verwiesen werden.
2.2 Ergänzend ist festzuhalten, dass bei einmal gegebener Unfallkausalität die
Leistungspflicht des Unfallversicherers erst entfällt, wenn der Unfall nicht mehr die
Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also letzterer nur noch auf
unfallfremden Tatsachen beruht. Das Dahinfallen der kausalen Bedeutung von
unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im
Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit gänzlich fehlender Auswirkungen des
Unfalls genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage
handelt, liegt die Beweislast beim Unfallversicherer. Dabei muss nicht der Beweis für
unfallfremde Ursachen erbracht werden. Welche Ursachen ein nach wie vor geklagtes
Leiden hat, ob es Krankheitsursachen, ein Geburtsgebrechen oder degenerative
Veränderungen sind, ist unerheblich. Denn es ist nicht so, dass der Unfallversicherer
bei einmal bejahter Unfallkausalität so lange haftet, als er unfallfremde Ursachen nicht
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachzuweisen vermag. Entscheidend ist allein,
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ob unfallbedingte Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung
verloren haben, also dahingefallen sind (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2). Ebenso
wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen Beweis zu verlangen, dass
kein Gesundheitsschaden mehr vorliege oder dass die versicherte Person nun bei
voller Gesundheit sei (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 17. Juni 2008, 8C_17/2007,
E. 2.2 mit Hinweisen). Die genannte Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es
sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer
Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit
für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (vgl. BGE 138 V 222 E. 6 und BGE 117 V
264 E. 3b, je mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 27. März 2008,
8C_540/2007, E. 4.3.2).
2.3 Soweit eine Leistungseinstellung mit Wirkung ex nunc et pro futuro erfolgt, wie
dies vorliegend im Ergebnis für die Stressfraktur des Tuber calcanei geschehen ist (vgl.
im Detail nachstehende E. 3.3.12), ist die Berufung auf die Wiedererwägung oder die
prozessuale Revision als Rückkommenstitel nicht erforderlich, da jene kein
Rückkommen auf die bisher gewährten Versicherungsleistungen bedeutet (BGE 130 V
384 E. 2.3.1 und in BGE 136 V 2 nicht publizierte E. 5.1 des Urteils vom 11. Januar
2010, 8C_444/2009). Will der Unfallversicherer bisher zu Unrecht ausgerichtete
Leistungen nicht zurückfordern, ist Verfügungsgegenstand nur die zukünftige
Leistungseinstellung, welche der Unfallversicherer ohne Rückkommensvoraus
setzungen und damit ohne Bindung an früher ausgerichtete Leistungen vornehmen
kann, sofern die Leistungseinstellung materiell-rechtlich begründet und mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2)
und es nicht um Dauerleistungen geht (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom
26. Mai 2010, 8C_1019/2009, E. 4.2).
2.4 Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch
die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der
Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Fachperson begründet und
nachvollziehbar sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit
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weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder
in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen
Inhalt (BGE 134 V 232 E. 5.1 und BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweis). Auch den
Berichten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kann rechtsprechungsgemäss
Beweiswert beigemessen werden, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar
begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre
Zuverlässigkeit bestehen (BGE 135 V 467 ff. E. 4 und BGE 125 V 353 f. E. 3b/ee, je mit
Hinweisen).
3.
3.1 Die Beschwerdeführerin hatte sich beim Sturz am 1. Juli 2008 den linken Fuss
verstaucht bzw. laut Unfallmeldung verknackst (UV-act. K1). Der Hausarzt stellte
Schmerzen im Bereich des Mittelfusses fest ("schmerzhafter Fussrücken über
Metatarsale I-III links") und diagnostizierte eine Fussdistorsion links. Er veranlasste eine
symptomatische Therapie und prognostizierte den Behandlungsabschluss
voraussichtlich in 3 Wochen (UV-act. M2). Dr. D._, den die Beschwerdeführerin am
21. Juli 2008 aufsuchte, gab als Diagnose "Dystorsio art. T/C lat.sin." an sowie
"Ruptura part. lig. T/F et lig. deltoid. lat.sin." (UV-act. M1; von Prof. J._ in seiner
Stellungnahme vom 13. Juli 2011 als Distorsion des OSG links mit Partialrupturen der
Seitenbänder medial und lateral übersetzt [UV-act. M54, Antwort auf Frage 7, S. 4
unten]). Demgegenüber lautete die Diagnose von Dr. E._ am linken Fuss auf Chopart-
Distorsion (Verstauchung im Mittelfuss; UV-act. M3). Übereinstimmend gingen die drei
erstbehandelnden Ärzte von einer Distorsion (Verdrehung bzw. Verstauchung oder
Zerrung, vgl. Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 262. Aufl. 2011 S. 479) des linken
Fusses aus, differierten allerdings bezüglich betroffenem Gelenk (OSG oder Chopart-
Gelenk). Dr. D._ schilderte abweichend von Dr. C._ und Dr. E._ zudem eine
Teilruptur der Seitenbänder. Unbestritten sind die unfallbedingte volle
Arbeitsunfähigkeit vom 3. Juli bis 18. August 2008 sowie die konservative Therapie des
linken Fusses. Letztere verlief laut Berichten des behandelnden Orthopäden vom
23. September und 4. November 2008 (über die Infiltrationen des Schultergelenks; UV-
act. M4 f.) gut. Im Bericht vom 28. April 2009 über die Nachkontrolle nach der
Arthroskopie der linken Schulter mit Acromioplastik und AC-Gelenkresektion vom
27. Januar 2009 hielt Dr. E._ "leichte Restbeschwerden an Schulter und Fuss, sonst
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komplikationslos" fest und verneinte die Frage, ob ein bleibender Nachteil zu erwarten
sei (UV-act. M9). Die Beschwerdegegnerin hatte die gesetzlichen Leistungen
(Heilungskosten und Taggelder) erbracht und damit diese
Gesundheitsbeeinträchtigungen als Unfallfolgen anerkannt.
3.2 Im Sommer 2009, mithin ein gutes Jahr nach dem Unfall vom 1. Juli 2008, traten
schmerzhafte Schwellungen an beiden OSG der Beschwerdeführerin auf. In der
Duplexsonographie vom 4. August 2009 wurde am linken Unterschenkel eine tiefe
Venenthrombose der Fibularisvenen-Gruppe festgestellt (UV-act. M10). Die
Magnetresonanztomographie (MRI) vom 24. August 2009 am linken OSG zeigte als
Ursache für die schmerzhafte Schwellung des Gelenks eine Stressfraktur im Bereich
des Tuber calcanei mit umschriebenem Knochenmarködem und begleitender
Weichteilschwellung. Aussen- und Innenbandapparat liessen sich demgegenüber nach
Verlauf, Breite und Signalgebung regelrecht, Talocalcaneal- und Talonavicular-Gelenk
normal darstellen (UV-act. M11). Das MRI des rechten Fusses vom 25. August 2009
zeigte dagegen mit Ausnahme eines minimen Gelenkergusses eine unauffällige Darstel
lung des OSG und unteren Sprunggelenks (USG; UV-act. M12). Entgegen des klaren
Beschriebs der Fraktur am linken Fuss durch den Facharzt FMH für Radiologie,
Prof. Dr. med. L._, als Stressfraktur (UV-act. M11), wandelte Dr. F._, dem die
Beschwerdeführerin zur ambulanten Beurteilung zugewiesen worden war, im Bericht
vom 27. August 2009 die Diagnose in "nicht dislozierte Fraktur des Tuber calcanei
links" (UV-act. M13). In dieser Form nahm sie auch Dr. med. M._, Facharzt FMH für
Chirurgie, in seinen Zwischenbericht vom 4. September 2009 an die
Beschwerdegegnerin auf (UV-act. M14). (Im Bericht vom 16. März 2011 [UV-act. M51]
übernahm auch Dr. med. O._, Fachärztin FMH für Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparats, diese Diagnose und, gestützt auf ihre
Zuweisung, Dr. med. P._, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparats, wobei letzterer gar eine "posttraumatische,
nicht dislozierte Tuber calcanei Fraktur links vom 1. Juli 2008" aufführte [UV-act.
M57 f.].) Die Helsana liess die Versicherte am 7. Dezember 2009 konsiliarisch durch
Dr. med. Q._, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparats, untersuchen und zu ihrer Arbeitsfähigkeit sowie zur Kausalität
Stellung nehmen. Dr. Q._ führte im Bericht vom 11. Dezember 2009 aus, die
Arbeitsunfähigkeit von 100% als Pflegefachfrau für Demenzerkrankte seit 4. August
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2009 bestehe weiterhin und sei von Dr. F._ anlässlich der Konsultation vom
14. Dezember 2009 zu überprüfen. Bezüglich Kausalität seien die Verletzungsbilder im
Bereich der linken Schulter und des linken Fusses gesichert, ebenso die
Venenthrombose (Diagnosen linke Schulter: Zustand nach Traumatisierung bei AC-
Gelenkarthrose und subacromialem Impingement und nach Arthroskopie [27. Januar
2009] mit AC-Gelenkresektion und Acromioplastik; linker Fuss: Zustand nach
Stressfraktur am Tuber calcanei [Fersenbein] ohne Dislokation). Nicht gesichert seien
bis jetzt die Verletzungsbilder des rechten Fusses und der Handgelenke beidseits
(unklares Schmerzbild beider Hände und des rechten Fusses; UV-act. M27). Gestützt
auf den Bericht von Dr. Q._ kam die Beschwerdegegnerin weiterhin für die
Behandlung der Beschwerdeführerin an der linken Schulter und am linken Fuss auf und
zahlte im Rahmen der attestierten Arbeitsunfähigkeit Taggelder.
3.3
3.3.1 Beim MRI der linken Ferse (neben einem solchen der hier nicht
interessierenden Halswirbelsäule; UV-act. M28) vom 17. Dezember 2009 wurde
festgehalten, im Bereich der Knochenstrukturen könne keine Pathologie erkannt
werden. Die in den klinischen Angaben angegebene Fraktur sei nicht sichtbar, das
heisse mit allergrösster Wahrscheinlichkeit bereits durchgebaut. Weiter wurden
regelrechte Befundverhältnisse im Bereich der Sprunggelenke erhoben und
festgehalten: "Keine erkennbare Pathologie der Weichteile: Sehnen, Muskulatur,
Bänder, Kapselbandapparate."
3.3.2 Anlässlich der Besprechung der MRI-Befunde vom 17. Dezember 2009 mit
der Patientin stellte Dr. F._ am 25. Januar 2010 klassische Morton-Neurome an
beiden Füssen mit Kompressionsschmerz der Metatarsaleköpfchen II/III sowohl rechts
wie auch links und Senkspreizfüsse fest. Durchblutung, Motorik und Sensibilität distal
seien aber intakt. Als Therapie schlug er Infiltrationen und eine Einlagenversorgung vor;
erst als letztes dann ein operatives Vorgehen (UV-act. M39, Bericht vom 27. Januar
2010). Zuhanden der Beschwerdegegnerin bestätigte Dr. F._ am 25. März 2010, dass
durch die Therapie im Bereich des linken Fusses - bei neu hinzu gekommenen Morton-
Neuromen - ein gutes Resultat erzielt worden sei. Von Seiten des Unfalls sei die
Patientin im Bereich der linken Ferse zwischenzeitlich beschwerdefrei. Sie übe ihr
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70%-Pensum seit 26. Dezember 2009 wieder zu 100% aus und wünsche trotz
Belastung ausdrücklich, diese Arbeitsfähigkeit aufrecht zu erhalten (UV-act. M34). Im
Bericht vom 29. März 2010 über die Untersuchung vom 22. März 2010 hielt der
Orthopäde zur Anamnese an den Füssen fest: "Nach Infiltration der Morton Neurome
beidseits beschreibt sie rechts erneut aufgetretene Beschwerden, links ist sie von
Seiten der Morton-Neurome beschwerdefrei." und zum Status am rechten Fuss:
"Weiterhin klassische Morton-Neurome zwischen II/III und III/IV Strahl." (UV-act. M33).
Eine teigige Schwellung mit Druckdolenz am lateralen Malleolus links wurde im MRI
des linken OSG vom 16. April 2010 durch Dr. med. R._, Facharzt FMH für
Radiodiagnostik, als Tendovaginitis der Sehnen der Peroneusmuskulatur beurteilt. Er
hielt gleichzeitig fest: "Normale Stellungsverhältnisse im Bereich des OSG, des USG
und der Mittelfussgelenke. Regelrechte ossäre Strukturen mit normaler Signalgebung in
den verschiedenen Messsequenzen" und weiter: "Keine Gelenkproblematik: glatte
Gelenkflächen, erhaltene Knorpelüberzüge, keine freien Gelenkkörper, kein Erguss.
Normal abgebildet sind auch die Kapselbandstrukturen, die Sehnen. (...)" (UV-act.
M35). Dr. F._ nahm die neue Diagnose in seinem Bericht vom 27. April 2010 über die
Untersuchung vom Vortag auf und plante eine Infiltration der Sehnenscheide (UV-act.
M36).
3.3.3 Die bis 30. Juni 2010 eingegangenen Akten wurden dem beratenden Arzt
der Beschwerdegegnerin, Dr. med. S._, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie,
vorgelegt. Dieser bejahte eine Unfallkausalität der Schulterprobleme sowie der
Calcaneusfraktur links (Stressfraktur) mit überwiegender Wahrscheinlichkeit. Die
Morton-Neurome beidseits führte er auf die Spreizfuss-Deformität und nicht auf den
Unfall zurück (UV-act. M40). Dr. H._, auf Empfehlung von Dr. G._ (vgl. UV-act.
M39) als Fussspezialist zur Beurteilung zugezogen, bestätigte in seinem Bericht vom
27. September 2010 die Diagnosen Morton'sche Neuralgie II/III und III/IV beidseits und
mechanische Reizung des Nervus peroneus superficialis an der distalen/lateralen Wade
links. Er berichtete über die kurze Wirkungsdauer der Infiltrationen und schlug einen
Operateur für die Revisionsoperation vor, die je nach Leidensdruck der Patientin nötig
sein werde (UV-act. M42). Die Röntgenbilder des linken Fusses vom 27. September
2010, die Dr. H._ für seine Beurteilung hatte anfertigen lassen, zeigten weitgehend
altersentsprechende ossäre Verhältnisse im OSG, USG und Mittelfuss-Bereich, keine
wesentliche Senkfuss-Stellung, keine Hinweise auf einen Fersensporn oder andere
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ossäre bzw. Weichteil-Pathologie. Dr. med. T._, Facharzt FMH für Radiologie hatte
die Frage nach degenerativen Veränderungen bzw. einer Fehlstellung entsprechend mit
"weitgehend unauffällige ossäre Verhältnisse" beantwortet (UV-act. M41)
3.3.4 Dr. F._ liess die Diagnose Morton-Neurom am linken Fuss mittels MRI vom
15. Oktober 2010 nochmals überprüfen (UV-act. M43). Mit Bericht vom 8. November
2010 über die Untersuchung vom 4. November 2010 hielt er die sofortige volle
Arbeitsunfähigkeit seiner Patientin bis 21. November 2010 aufgrund der massiven
Beschwerden fest sowie eine Reduktion der Arbeitsunfähigkeit auf 50% ab
22. November 2010 (UV-act. M44). Entgegen der Prognose des behandelnden
Orthopäden konnte die 50%ige Arbeitsfähigkeit als Nachtwache nicht aufrecht erhalten
werden. Er hielt im Bericht vom 22. Dezember 2010 fest, dass es sich im Bereich des
OSG um Unfallfolgen handle, während die Morton-Neurome krankheitsbedingt seien
und schlug bezüglich weiterem Vorgehen eine Zweitmeinung durch Dr. I._ vor (UV-
act. M45). Dieser führte als Diagnosen am linken OSG im Bericht vom 13. Januar 2011
an: Anterolaterales Impingement, Partialläsion der Peroneus brevis Sehne und Status
nach Ermüdungsfraktur des Tuber calcanei. Er schlug eine OSG-Arthroskopie mit
operativer Revision der Peronealsehnen vor und verneinte eine relevante mechanische
Instabilitätsproblematik. Die geschilderte Unsicherheit führte er auf Schmerzen zurück
(UV-act. M46). Dr. F._ teilte im Sprechstundenbericht vom 26. Januar 2011 über die
Untersuchung vom 20. Januar 2011 die Meinung von Dr. I._ vollumfänglich und hielt
darin in Abweichung von seiner früheren Beurteilung (Bericht vom 22. Dezember 2010;
UV-act. M45) eine gute Stabilität des OSG fest. Er plante nun eine Arthroskopie des
OSG und eine Revision der Peroneus brevis Sehne für den 1. Februar 2011. Weiter
führte er aus, das Arbeitsunfähigkeits-Zeugnis ab November 2010 sei aufgrund des
ursprünglichen Unfalls ausgestellt worden (UV-act. M47).
3.3.5 Die Beschwerdegegnerin unterbreitete die Unterlagen Prof. J._ zur
Stellungnahme. Am 9. Februar 2011 hielt dieser fest, dass anlässlich der MRI-
Untersuchung vom 17. Dezember 2009 (UV-act. M28) keine Pathologie der Weichteile
(Sehnen, Muskulatur, Bänder, Kapselbandapparate) beschrieben worden und die
Fraktur im Fersenbein nicht mehr erkennbar gewesen sei. Neue, bislang nicht erwähnte
Pathologien im Bereich der Peronealsehnen (langstreckige Rissbildung der Peronaeus
brevis-Sehne) würden erstmals im MRI vom 15. Oktober 2010 aufgeführt, mehr als
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zwei Jahre nach dem Unfall (UV-act. M43). Eine natürliche Kausalität zwischen dem
Riss der Peronaeus brevis-Sehne und dem Ereignis vom 1. Juli 2008 sei aus
versicherungsmedizinischem Blickwinkel nicht konstruierbar. Die Ätiologie der Sehnen
ruptur (Peronaeus brevis) sei somit nicht als traumatisch zu begründen, sie müsse als
degenerativ angesehen werden. Auf konkrete Fragen hin führte Prof. J._ aus, die
anterolaterale Impingement-Problematik und die Partialläsion der Peroneus brevis-
Sehne seien nur möglicherweise natürlich kausal zum Unfallereignis vom 1. Juli 2008.
Die Operation vom 1. Februar 2011 (OSG-Arthroskopie links mit Revision der
Peronealsehnen und Exzision der Morton-Neurome Strahl II/III und III/IV beidseits; vgl.
UV-act. M50) sei daher nicht unfallbedingt notwendig und die Arbeitsunfähigkeit ab
8. November 2010 könne nicht auf ein unfallbedingtes Leiden zurückgeführt werden
(UV-act. M49). - Als Prof. J._ am 13. Juli 2011 eine weitere Stellungnahme auch zu
den Vorbringen in der Einsprache vom 24. März 2011 (UV-act. K70) abgab, lagen ihm
zusätzlich zu den Unterlagen, auf die er die Beurteilung vom 9. Februar 2011 gestützt
hatte, v.a. der Operationsbericht vom 17. Februar 2011 über die Operation vom
1. Februar 2011 und der Bericht des Instituts für Pathologie vom 4. Februar 2011 vor
(UV-act. M48, M50). Er beantwortete am 13. Juli 2011 die Fragen der
Beschwerdegegnerin detailliert, erklärte die Befunde und deren Ursachen und leitete im
Einzelnen begründet her, welche Gesundheitsbeeinträchtigungen der
Beschwerdegegnerin natürlich kausal auf den Unfall zurückzuführen seien bzw. für
welche dieser Zusammenhang allenfalls möglich sei. Aufgrund des Berichts des
Instituts für Pathologie vom 4. Februar 2011 (UV-act. M48) hielt er fest, lediglich für den
Zwischenraum II/III am rechten Fuss sei die Diagnose Morton-Neurom gesichert, für
denselben am linken Fuss sei sie verneint worden und für die Zwischenräume III/IV an
beiden Füssen könne keine Aussage gemacht werden, weil keine entsprechenden
Gewebeproben untersucht worden seien (UV-act. M54).
3.3.6 Die Beschwerdegegnerin holte bei Dr. K._ v.a. zur Kausalität der
Verletzung der Peronealsehne eine weitere Meinung ein und bat ihn ausdrücklich,
Stellung zu den Berichten von Dr. F._, Prof. J._ und Dr. O._ zu nehmen. Dr. K._
führte in der Stellungnahme vom 5. November 2011 (UV-act. M56) detailliert begründet
und abgestützt auf weitere Unterlagen aus, dass die Läsion der Peronealsehne bei der
Beschwerdeführerin überwiegend wahrscheinlich degenerativen Ursprungs sei. Im
Zusammenhang mit dem Bericht von Dr. F._ vom 27. April 2010 (UV-act. M36)
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wiederholte er die degenerative Verursachung durch ein chronisches
Entzündungsgeschehen und wies auf die falsche Bezeichnung der Stressfraktur am
Tuber calcanei durch Dr. F._ als nicht dislozierte Fraktur hin, welche im Gegensatz
zur überlastungsbedingten Stressfraktur unfallbedingt gewesen wäre. Den Bericht von
Dr. F._ vom 17. Februar 2011 über die Operation vom 1. Februar 2011 (UV-act. M50)
bezeichnete Dr. K._ als etwas knapp und bemerkte, eine posttraumatische
Peronealsehnenläsion sei aus dem Operationsbericht nicht so eindeutig zu erkennen.
Am Sprechstundenbericht von Dr. O._ vom 16. März 2011 (UV-act. M51) kritisierte
Dr. K._ die Indikation für eine Hyaluronsäureinjektion als nicht gegeben. Vielmehr
weise die Patientin eine offensichtliche Chronifizierung der Beschwerden auf, benötige
eine intensive Physiotherapie, gegebenenfalls stationär, und eine ausreichende
Analgesie. Er äusserte auch den Verdacht auf einen sekundären Krankheitsgewinn für
die Patientin. Die Beurteilung von Prof. J._ vom 9. Februar 2011 (UV-act. M49)
bezeichnete Dr. K._ als absolut schlüssig und nachvollziehbar und ohne
Widerspruch. Zur Beurteilung von Prof. J._ vom 13. Juli 2011 (UV-act. M54; hatte am
5. November 2011 irrtümlich nicht vorgelegen) nahm er am 6. Januar 2012
gleichermassen Stellung und führte aus, auch seine Stellungnahme ändere sich
insofern nicht. Er legte dar, dass Prof. L._ im MRI vom 24. August 2009 (UV-act.
M11) klar eine Stressfraktur beschrieben habe. Diese sei ein chronisches
überlastungsbedingtes Geschehen und somit nicht unfallkausal. Auch die Tatsache,
dass eine schmerzhafte Schwellung an beiden Sprunggelenken vorhanden gewesen
sei (vgl. MRI-Untersuchung am rechten Fuss vom 25. August 2009; UV-act. M12),
spreche eher für ein überlastungsbedingtes entzündliches Geschehen (UV-act. M59).
3.3.7 Die Beschwerdeführerin kritisiert insbesondere die Stellungnahmen von
Prof. J._ vom 9. Februar 2011 und 13. Juli 2011 und diejenigen von Dr. K._ vom
5. November 2011 und 6. (sowie 11. [UV-act. M60]) Januar 2012. Sie würden nicht
genügen, um das Dahinfallen des natürlichen Kausalzusammenhangs der anhaltenden
Beschwerden zum Unfall darzulegen. Auch hätten sich die beiden Orthopäden nicht
mit abweichenden Meinungen auseinandergesetzt, die vor allem die behandelnden
Ärztinnen und Ärzte geäussert hätten. Dem ist entgegenzuhalten, dass sowohl Prof.
J._ als auch Dr. K._ sämtliche medizinischen Akten zur Verfügung gestanden
hatten, sich beide in ihren Berichten über detaillierte Kenntnisse derselben auswiesen
und sich auf die Vorakten abstützten. Wo nötig thematisierten sie abweichende
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Äusserungen anderer Ärztinnen und Ärzte. Besonders Dr. K._ setzte sich
ausdrücklich und detailliert mit deren Berichten auseinander. Eine persönliche
Untersuchung der Beschwerdeführerin war hauptsächlich deswegen entbehrlich, weil
die Kausalität von Gesundheitsbeeinträchtigungen zu beurteilen war, die durch die
Operation vom 1. Februar 2011 verändert bzw. behoben worden waren, die die
Explorandin also gar nicht mehr aufgewiesen hätte, als Prof. J._ und Dr. K._
Stellung nahmen. Diesbezüglich kann ihnen bzw. der Beschwerdegegnerin daher keine
Unterlassung entgegengehalten werden. Beide Orthopäden legten die medizinische
Zusammenhänge und ihre Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtend dar.
Ihre Schlussfolgerungen sind begründet und nachvollziehbar. Zu einzelnen Fragen
verwiesen sie auf weiterführende Literatur und wissenschaftliche Studien. Alle
Stellungnahmen von Prof. J._ und Dr. K._ erfüllen damit die Anforderungen an
beweiskräftige ärztliche Berichte (vgl. E. 2.4). Selbst wenn Prof. J._, beratender Arzt
der Beschwerdegegnerin, als versicherungsinterner Arzt gelten sollte, sind seine
Stellungnahmen beweiskräftig: Sie erscheinen schlüssig, sind nachvollziehbar
begründet sowie in sich widerspruchsfrei und es bestehen keinerlei Indizien gegen ihre
Zuverlässigkeit (vgl. E. 2.4). Auf diese ärztlichen Unterlagen (UV-act. M49, M54, M56,
M59 f.) kann somit abgestellt werden.
3.3.8 Die Beschwerdeführerin lässt ausführen, die MRI-Befunde an der linken
Ferse vom 17. Dezember 2009 (UV-act. M28), auf die sich Prof. J._ in seinen
Stellungnahmen hauptsächlich stütze, könnten auch einen Zufallsbefund darstellen
bzw. der Radiologe könnte später erhobene Befunde übersehen haben. Dazu ist ihr
entgegen zu halten, dass sich die Befunde vom 17. Dezember 2009 nahtlos in die
übrigen MRI-Befunde und Untersuchungsberichte einfügen: Bereits am 24. August
2009 erhob Prof. L._ neben der Stressfraktur am Tuber calcanei mit umschriebenem
Knochenmarködem und Weichteilschwellung keinerlei Auffälligkeiten am Aussen- und
Innenbandapparat, am Talocalcanealgelenk und am Talonaviculargelenk des linken
Fusses (UV-act. M11). Nachdem der linke Fuss zunächst im Vacoped und später im
abnehmbaren Kunststoff-Kombigips ruhig gestellt worden war (UV-act. M13, M17),
konnte die Beschwerdeführerin anlässlich der Nachkontrolle vom 29. Oktober 2009
angewiesen werden, den Gips zunehmend wegzulassen, damit die Dorsalflexion im
OSG verbessert und das Abrollen wieder ermöglicht würden. Neben der
eingeschränkten Beweglichkeit im OSG und der hypothrophen Wadenmuskulatur
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stellte Dr. F._ keine Druckdolenzen, hingegen intakte Durchblutung, Motorik und
Sensibilität distal fest (UV-act. M22; Bericht vom 10. November 2009). Anlässlich der
Untersuchung vom 25. Januar 2010 berichtete die Beschwerdeführerin über
Schmerzen im Bereich beider Füsse. Dr. F._ erhob klassische Morton-Neurome an
beiden Füssen mit Kompressionsschmerz der Metatarsaleköpfchen II/III und
Senkspreizfüsse. Er wiederholte, Durchblutung, Motorik und Sensibilität distal seien
intakt (UV-act. M30). Im Bericht vom 29. März 2010 (über die Untersuchung vom
22. März 2010; UV-act. M33) berichtete Dr. F._, die Morton-Neurome seien nach
Infiltration nur am rechten Fuss wieder aufgetreten, links sei die Patientin diesbezüglich
beschwerdefrei. Vier Tage zuvor hatte er auf konkrete Fragen der Beschwerdegegnerin
zum Heilungsverlauf geantwortet: "Von Seiten des Unfalls ist die Patientin im Bereich
der linken Ferse zwischenzeitlich beschwerdefrei. (...)" (UV-act. M34). Auch als eine
teigige Schwellung mit Druckdolenz am lateralen Malleolus links auftrat und im MRI des
linken OSG vom 16. April 2010 durch Dr. R._ als Tendovaginitis der Sehnen der
Peroneusmuskulatur beurteilt wurde, konnte der Radiologe gleichzeitig berichten:
"Normale Stellungsverhältnisse im Bereiche des OSG, des USG und der
Mittelfussgelenke. Regelrechte ossäre Strukturen mit normaler Signalgebung in den
verschiedenen Messsequenzen." und weiter: "Keine Gelenkproblematik: glatte
Gelenkflächen, erhaltene Knorpelüberzüge, keine freien Gelenkkörper, kein Erguss.
Normal abgebildet sind auch die Kapselbandstrukturen, die Sehnen. (...)" (UV-act.
M35). Von einer unzutreffenden Zufallsdiagnose anlässlich der MRI-Untersuchung vom
17. Dezember 2009 (UV-act. M28) kann also keine Rede sein. Auch Prof. J._ und,
gestützt auf dessen Ausführungen, Dr. K._ stützten sich völlig zu Recht auf den
damaligen Befund und die darin festgehaltene Unauffälligkeit der Knochenstrukturen,
die regelrechten Befundverhältnisse im Bereich der Sprunggelenke sowie Intaktheit von
Sehnen, Muskulatur, Bänder und Kapselbandapparate.
3.3.9 Aufgrund der Berichte der behandelnden Ärzte steht fest, dass die
Beschwerden im linken Fuss der Beschwerdeführerin, über die sie nach dessen
Distorsion beim Unfall vom 1. Juli 2008 klagte, in den ersten Monaten zurückgingen. So
konnte Dr. E._ am 23. September und 4. November 2008 über einen guten Verlauf
am linken Fuss unter konservativer Behandlung (mit Physiotherapie) berichten (UV-act.
M4 f.). Am 28. April 2009 hielt er aufgrund der Konsultation vom 14. April 2009 "leichte
Restbeschwerden" an (Schulter und) Fuss "sonst komplikationslos" fest (UV-act. M9).
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Nach einer sechseinhalb-wöchigen Arbeitsunfähigkeit vom 3. Juli (Zeitpunkt des ersten
Arztbesuchs bei Dr. C._; UV-act. M2) bis 18. August 2008, die in erster Linie zur
Ruhigstellung des linken Fusses verordnet worden war, hatte die Beschwerdeführerin
am 19. August 2008 die Arbeitstätigkeit im Rahmen des vollen Teilzeitpensums von
70% wieder aufnehmen können (UV-act. M3). Die Arbeitsunfähigkeit vom 15. Januar
bis 24. März 2009 war wegen der Beschwerden an der Schulter und der dortigen
Operation vom 27. Januar 2009 attestiert worden (UV-act. M7, K6, K15 f.). Auch wenn
die Beschwerdeführerin geltend macht, sie sei nach dem Unfall am Fuss nicht mehr
beschwerdefrei gewesen, sind namhafte Beschwerden erst wieder im Sommer 2009
dokumentiert; neu jedoch an beiden Füssen (Dr. F._ gab die Schilderung der
Patientin anlässlich seines ersten Kontakts mit ihr am 26. August 2009 mit "Zudem hat
sie seit dem Unfall Schmerzen in beiden Füssen, ganz klar linksbetont." wieder [UV-
act. M13]. Dies erfolgte jedoch entgegen den Angaben in den unfallnahen Akten, wo
immer nur Schmerzen im linken Fuss angegeben worden waren.). Nach der
Wiederaufnahme der Arbeitstätigkeit am 19. August 2008 ist auch keine Behandlung
am linken Fuss mehr dokumentiert. Dieser zeitliche Ablauf bildet massgebendes
Beurteilungskriterium für die Ursächlichkeit der Gesundheitsschädigung, zusammen
mit dem Unfallmechanismus und den echtzeitlich gestellten Unfalldiagnosen
(Distorsion des Fusses im Chopart-Gelenk oder im OSG; ausschliesslich von Dr. D._
zusammen mit Partialrupturen der Seitenbänder medial und lateral diagnostiziert; UV-
act. M1 ff.). Es kann vorliegend davon ausgegangen werden, dass die Folgen der
Distorsion am linken Fuss bereits im Spätherbst 2008 soweit ausgeheilt waren, dass
weder eine eigentliche Behandlung nötig war, noch gar eine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit resultierte. Aus den vorstehend aufgeführten Zusammenhängen und
Abläufen ergibt sich sachlogisch, dass ausser den nach dem Unfall gestellten
Diagnosen der Distorsion des linken Fusses und allfälliger Teilrupturen der Seiten
bänder neue Befunde nicht unfallkausal sein können.
3.3.10 Neben dem Abklingen der unfallnah geltend gemachten Beschwerden, die
überdies durch den Unfallmechanismus (Stolpern und Verknacksen des linken Fusses;
vgl. UV-act. K1) ohne weiteres erklärbar sind (vgl. E. 3.3.9), fehlt insbesondere für die
Morton-Neurome bzw. die entsprechenden Symptome am linken Fuss sowie die
Pathologien im Bereich der Peronealsehnen die überwiegende natürliche Kausalität
zum Unfall vom 1. Juli 2008. Ärzte, die sich ausdrücklich zur Kausalität äusserten,
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beurteilten diese höchstens als möglich (vgl. UV-act. M40, M49, M54, M56, M59 f.).
Selbst der behandelnde Orthopäde Dr. F._ führte die Morton-Neurome auf die
beidseits vorhandenen Senkspreizfüsse zurück und bezeichnete sie als
krankheitsbedingt (UV-act. M30, M34, M45). Die Befunde, deren Unfallkausalität strittig
ist, beruhen alle auf später erhobenen Diagnosen, die unfallnah (noch) nicht in
Erscheinung getreten waren. Für alle wird die natürliche Unfallkausalität höchstens als
möglich beurteilt (vgl. UV-act. M40, M49, M54, M56, M59 f.; speziell zur Stressfraktur
am Tuber calcanei vgl. nachstehende E. 3.3.12), was nicht genügt. Der
Beschwerdegegnerin ist es daher gelungen, die Aufhebung der Kausalzusammenhänge
zum Unfall vom 1. Juli 2008 darzutun.
3.3.11 Soweit in den medizinischen Akten im Zusammenhang mit erhobenen
Befunden von "posttraumatisch" oder etwa von Dr. O._ im Bericht vom 16. März
2011 von "langjähriger posttraumatischer Fehlbelastung" geschrieben wird (UV-act.
M51), wird dadurch lediglich der zeitliche Bezug zu einem Unfall hergestellt und nicht
über eine allfällige natürliche Kausalität zum Ereignis berichtet. Besonders die Berichte
von Dr. F._ oder Dr. O._ an den zuweisenden Chirurgen, Dr. M._, machen keine
Hinweise auf eine rechtlich relevante, natürliche Kausalität. Entsprechend lässt sich aus
der Benutzung des Adjektivs "posttraumatisch" kein Kausalzusammenhang ableiten.
Dass die rein zeitliche Abfolge keine Aussage zur Kausalität beinhaltet, wurde bereits
vorstehend zur für den Beweis untauglichen Maxime "post hoc ergo propter hoc"
dargestellt (vgl. E. 2.1).
3.3.12 Auch für die zunächst und in diversen Beurteilungen als unfallkausal
anerkannte Fraktur am Tuber calcanei gilt, dass sie, wie Dr. K._ klar und
überzeugend herleitete, als Stress- oder Ermüdungsfraktur auf chronische
Überlastungen zurückzuführen war und weder zur Schilderung der Beschwerden
unmittelbar nach dem Unfall noch in den natürlichen Heilverlauf nach der
Fussdistorsion passt (vgl. UV-act. M13 f, M27, M40 betreffend Anerkennung Kausalität;
abweichende Stellungnahmen Dr. K._ vom 5. November 2011 und 6. bzw. 11. Januar
2012; UV-act. M56, M59 f.). Die Kausalketten, die der neue Hausarzt der
Beschwerdeführerin, Dr. med. U._, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin,
Rapperswil, im Bericht vom 9. November 2009 (UV-act. M21, K19) darstellte, sind
demgegenüber unbegründet und beruhen einzig auf der zum Beweis untauglichen
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Maxime "post hoc ergo propter hoc" (vgl. E. 2.1). Dasselbe gilt für verschiedene
Berichte von Dr. F._, der immer dann die Beschwerden am Fuss und eine
entsprechende Leistungspflicht auf den Unfall zurückführte, wenn er von der
Beschwerdeführerin darauf angesprochen wurde (UV-act. M36, M45, M47), während er
in den übrigen, eine Mehrzahl bildenden Berichten keinen Kausalzusammenhang
herstellte oder ausdrücklich von krankheitsbedingten Befunden schrieb (UV-act. M13,
M17, M22, M30, M33 f., M44). Auch die Tatsachen, dass die Beschwerdeführerin im
Sommer 2009 über Schwellungen und Schmerzen in beiden OSG und nicht nur im
verknacksten linken Fuss klagte (UV-act. M11 f; Klagen über beidseitige
Fussbeschwerden nicht seit dem Unfall vom 1. Juni 2008, wie fälschlicherweise dem
Bericht von Dr. F._ vom 27. August 2009 [UV-act. M13] entnommen werden könnte),
sowie diejenige, dass sie bis im Sommer 2009 20kg Körpergewicht zugenommen hatte
(UV-act. K19: Telefonnotiz vom 26. August 2009 bzw. M27: konsiliarische
Untersuchung durch Dr. Q._), sprechen für die überlastungsbedingte Verursachung
der Stressfraktur am Tuber calcanei sowie der beidseitigen Fussbeschwerden. Trotz
ursprünglicher Anerkennung der Fraktur als unfallkausal durfte die
Beschwerdegegnerin ex nunc et pro futuro auf die diesbezügliche Leistungspflicht
zurückkommen. Wie vorstehend dargelegt, ist die Leistungseinstellung materiell-
rechtlich begründet, die Stressfraktur überwiegend wahrscheinlich nicht auf den Unfall
zurückzuführen und hatte die Unfallversicherung die ausgerichteten Leistungen für die
Heilbehandlung und Taggelder ab August 2009 bis 25. Dezember 2009 nicht
zurückgefordert. Somit erfüllte sie die Anforderungen an einen Rücktritt ex nunc et pro
futuro (vgl. E. 2.3). Mit diesem trat die Beschwerdegegnerin auch von der
Leistungspflicht für allfällige Folgen der Stressfraktur zurück, so für die Morton-
Neurome an beiden Füssen (bzw. Syndrome mit vergleichbaren Beschwerden), für
allfällige Folgen der Injektionen am linken Fuss sowie für die Pathologien im Bereich
der Peronealsehnen, sofern und soweit diese Gesundheitsbeeinträchtigungen
überhaupt in einen Zusammenhang mit der Stressfraktur gebracht werden können, was
jedenfalls medizinisch nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit dargetan ist.
3.3.13 Zusammenfassend fehlt es somit am natürlichen Kausalzusammenhang der
Gesundheitsbeeinträchtigungen am linken und erst recht am rechten Fuss, die über
Frühjahr 2009 hinaus geklagt wurden, zum Unfall vom 1. Juli 2008. Insbesondere
bestand keine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin mehr für die
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Arbeitsunfähigkeit, die ab 8. November 2010 attestiert worden war sowie für die
Heilbehandlung im Zusammenhang mit den Morton-Neuromen bzw. mit vergleichbaren
Beschwerden, die Operation vom 1. Februar 2011 und für spätere Behandlungen.
3.4
3.4.1 Den Ausführungen in Ziffer 19 der Beschwerde (S. 8), wonach eine
Instabilität des OSG laut Dr. F._ bestanden habe, welche laut Dr. K._ Ursache einer
Überbeanspruchung der Peronealsehnen sein könne (UV-act. M56), ist
entgegenzuhalten, dass Dr. F._ in den Berichten vom 8. November und
22. Dezember 2010 (UV-act. M44 f.) von einer Instabilität des linken OSG ausgeht.
Aufgrund des Berichts von Dr. I._, der am 13. Januar 2011 eine "relevante
mechanische Instabilitätsproblematik" verneinte (UV-act. M46), teilte Dr. F._ im
Bericht vom 26. Januar 2011 die Meinung von Dr. I._ vollumfänglich und berichtete
seinerseits von einer guten Stabilität des OSG (UV-act. M47; vgl. zum Ganzen auch
vorstehende E. 3.3.4).
3.4.2 Die Darlegung der Beschwerdeführerin in Ziffer 11 der Beschwerde (S. 6),
wonach verschiedene Gesundheitsbeeinträchtigungen, wie etwa die Fraktur des
Fersenbeins oder die Läsion der Peronealsehne, früher hätten erkannt werden können,
stützt sich auf die Äusserung von Dr. O._ im "Versicherungsbericht" vom 16. März
2011 (UV-act. K68), worin diese in Anführungszeichen von "verpassten Diagnosen"
schrieb. (Ähnliche Hinweise machte Dr. U._ im Bericht vom 9. November 2009 [UV-
act. M21; vgl. auch vorstehende E. 3.3.12]). Dr. O._ wurde als Antwort auf ihre
Äusserungen zur Kausalität vom 16. März 2011 die Stellungnahme von Prof. J._ vom
9. Februar 2011 zugestellt (UV-act. K68 f., M49); sie stellte in der Folge keine weiteren
Nachfragen zum Thema. In diesem Zusammenhang ist auf die Ausführungen in E. 3.2
hinzuweisen, wonach verschiedene Ärztinnen und Ärzte die Diagnose Stressfraktur
unzutreffend mit nicht dislozierte Fraktur des Tuber calcanei widergaben und damit den
falschen Eindruck erweckten, die Fraktur des Fersenbeins sei durch den Unfall
verursacht worden. Bei einer solchen unzutreffenden Ausgangslage, hätte sie denn
zugetroffen, wäre es sogar berechtigt gewesen, von einer "verpassten Diagnose" zu
schreiben. Der Schluss der Beschwerdeführerin, die inzwischen bestätigten
Pathologien hätten schon vor ihrer Feststellung bestanden, weise auf das Bestehen
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eines natürlichen Kausalzusammenhangs hin, lässt sich demnach nicht ziehen
(bezüglich Läsion der Peronealsehnen und diesbezüglicher Unvollständigkeit des MRI-
Befundes vom 17. Dezember 2009 vgl. E. 3.3.8).
3.4.3 Nicht zulässig ist schliesslich der Schluss, den die Beschwerdeführerin aus
den Röntgenaufnahmen von Dr. T._ an ihrem linken Fuss vom 27. September 2010
ziehen will (Ziffer 2.3 der Replik [S. 3]). Der Radiologe hatte die ossären Verhältnisse als
weitgehend unauffällig beurteilt (UV-act. M41). Aus dieser Beurteilung kann keinesfalls
auf eine Unfallkausalität von Beschwerden geschlossen werden. Vielmehr hielt
Dr. H._, in dessen Auftrag die genannten Röntgenbilder erstellt worden waren, in
seinem Bericht vom 27. September 2010 Kompressionsschmerzen an den
Metatarsalen II/III und III/IV sowie einen Druckschmerz an der Wade fest und bestätigte
die von Dr. F._ gestellte Diagnose von Morton-Neuromen an beiden Füssen und eine
Pathologie im Bereich der Peronealsehnen (UV-act. M42). Weder dem Radiologen noch
dem Orthopädischen Chirurgen waren Fragen nach den Ursachen allfälliger Diagnosen
gestellt worden. Auftragsgemäss hielten beide in ihren Berichten lediglich fest, was sie
aufgrund ihres Fachgebiets und der Fragestellung feststellten.
3.4.4 Zusammenfassend können auch aufgrund der zusätzlichen Einwendungen
der Beschwerdeführerin keine Anhaltspunkte für ein Weiterbestehen der natürlichen
Kausalität zum Unfall bzw. eine fehlende Aufhebung derselben festgehalten werden.
Auch diesbezüglich ändert sich an den vorstehenden Erwägungen und der
Zusammenfassung in E. 3.3.13 nichts.
4.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten
sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP