Decision ID: 46014825-6f96-4e2c-9ff8-4a2f8056d466
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 2002 geborene
X._
meldete sich am 9. April 2019 unter Hinweis auf eine Depression bei der Invalidenver
sicherung zum Leistungsbezug («e
rst
malige berufliche Eingliederung
»
) an (Urk. 6/3). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab (Urk. 6/9-11, 6/17, 6/20, 6/23
, 6/31 [= 6/36], 6/43
)
.
Die IV-Stelle auferlegte der
Versicherten am 22. Mai 201
9 ei
ne Schadenminderungspflicht, in
dem sie
ihr auf
gab
, eine Entzugsbehandlung, vorzugsweise im stationären Rahmen,
durch
-
führen
zu lassen
(Urk. 6/13).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 6/44
, 6/48
) verneinte die IV-S
telle
mit Verfügung vom 15. Februar 2021 einen Leistungsanspruch – darunter auch einen Anspruch auf berufliche Massnahmen – der Versicherten (Urk. 2 [=
Urk. 6/58]).
2.
Dagegen liess die Beschwerdeführerin am 19. März 2021 Beschwerde erheben und beantragen, die Verfügung vom 15. Februar 2021 sei aufzuheben und ihr seien berufliche Massnahmen zuzusprechen, eventuell sei ihr eine Invalidenrente zuzu
sprechen (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 26. April 2021 (Urk. 5) bean
tragte die Beschwerdegegnerin
die teilweise Gutheissung der
Beschwerde i
m
Sinne
einer Rückweisung zur weiteren Abklärung und Neubeurteilung des Leistungs
anspruchs.
Mit Eingabe vom 10. Mai 2021
schloss sich die Beschwerdeführerin dem Antrag an (Urk. 8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn
schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrele
vante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
2.
2.1
Mit Verfügung vom 15. Februar 2021 (Urk. 2) wies die Beschwerdegegnerin das Leistungsbegehren der Beschwerdeführerin vom 9. April 2019 (Urk. 6/3) ab. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, es seien von unterschiedlichen Be
handlern medizinische Unterlagen eingeholt w
orden. Versicherungsmedi
zinisch
sei die Befundlage, die zu den Diagnosen geführt habe, nicht eindeutig
, weshalb fraglich sei, ob die Befunde
die gestellten Diagnosen ausreichend zu begründen vermö
cht
en. Es sei erkennbar, dass die Beschwerdeführerin Schwierigkeiten habe, mit den Anforderungen des Alltages zurecht zu kommen. Eine gesundheitliche Beeinträchtigung, die zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung be
rechtige, sei jedoch nicht erkennbar. Es sei nachvollziehbar, dass die Beschwerde
führerin mit ihrer bisherigen Biographie einen Unterstützungsbedarf vorweise, dieser könne jedoch nicht durch die Invalidenversicherung abgedeckt werden.
Im Beschwerdeverfahren machte die Beschwerdeführerin geltend, sie habe nach dem gesundheitlich bedingten Lehrabbruch einen Antrag auf IV-Unterstützung
in Form einer Frühinterventions- oder Integrationsmassnahme gestellt (Urk. 1 S. 4).
Ihre Persönlichkeit sei noch nicht ausgereift und es sei in den Akten ersichtlich, dass Hilfestellungen und Unterstützungen durch
ihre
Eltern, Thera
peu
ten und die IV-Stelle notwendig seien. Sie sei sehr motiviert an einem
Pro
gramm teilzu
nehmen und habe E
ntsprechendes bereits organisiert (Urk. 1 S. 8).
Die Beschwerdegegnerin hielt daraufhin mit Beschwerdeantwort vom 26. April 2021 (Urk. 5) fest, die medizinische Sachlage sei unklar. Es seien weitere Abklä
rungen zu tätigen, bevor ein Entscheid gefällt werden könne, weshalb die Be
schwerde im Sinne einer Rückweisung zur weiteren Abklärung teilweise gutzu
heissen sei. Die Beschwerdeführerin erklärte sich mit einer Rückweisung zur
er
gänzenden
Abklärung einverstanden und verzichtete auf weitere Anträge (Urk. 8
).
2.2
Nachdem in Bezug auf die Rückweisung zur weiteren Abklärung übereinstim
mende Anträge vorliegen und diese mit der Akten- und Rechtslage im Einklang stehen, ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, dass die angefochtene Ver
fügung vom 15. Februar 2021 (Urk. 2) aufzuheben und die Sache an die Be
schwer
degegnerin zurückzuweisen ist, damit diese weitere medizinische Abklä
rungen vornehme und hernach über den Leistungsanspruch der Beschwerde
füh
rerin neu verfüge.
3.
3.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die
Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG])
und auf Fr. 400.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
3.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
die
vertretene Beschwerdeführer
in
Anspruch auf
eine Prozessentschädigung hat.
Die Prozessentschädigung ist gemäss Art. 61
lit
. g
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
in Verbindung mit § 34
GSVGer
– ohne Rücksicht auf den Streitwert – nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens zu bemessen. Unter Berücksichtigung der vorgenannten Bemessungskriterien ist die Prozessentschädigung vorliegend auf Fr. 1'500.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.