Decision ID: f5c1ea9d-78c0-5bdb-8ba3-2a509ededc1a
Year: 2008
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
I._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Robert Baumann, Waisenhausstrasse 17,
Postfach, 9001 St. Gallen,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a Die 1965 geborene I._ war als Raumpflegerin bei der A._ tätig und dadurch
bei der Suva gegen die Folgen von Unfällen versichert. Mit Bagatellunfallmeldung vom
16. August 2005 wurde der Suva ein Unfall vom 16. Juni 2005 gemeldet, bei welchem
die Versicherte beim Heruntergehen einer Treppe ausgerutscht sei und sich das Bein
verletzt habe. Als betroffener Körperteil wurde das rechte Knie genannt (Suva-act. 1.1).
Dr. med. B._, Praxisgemeinschaft Centro, bestätigte im Arztzeugnis vom 3. Februar
2006 eine Erstbehandlung am 16. Juni 2005 und erhob als Befunde eine Druckdolenz
über dem medialen Gelenkspalt sowie sonographisch eine Ergussbildung im Recessus
suprapatellaris. Er diagnostizierte eine Kniedistorsion, verneinte jedoch eine
Arbeitsunfähigkeit. Den Behandlungsabschluss erwartete er in acht Wochen. Dr. B._
verwies schliesslich auf eine bei der Versicherten am 24. Juni 2005 in der Klinik
Stephanshorn, St. Gallen, wegen Verdachts auf eine Meniskusläsion medial
durchgeführte Magnetresonanz-Tomographie (MRI) des rechten Knies, die - abgesehen
von einem Zustand nach leichter Zerrung des vorderen Kreuzbandes und des medialen
Kollateralligaments auf Höhe des femurseitigen Ursprungs - normale Befunde ergeben
hatte (Suva-act. 2, 3). Die Suva erbrachte für den Unfall vom 16. Juni 2005 die
gesetzlichen Leistungen (Heilkosten, Suva-act. 6).
A.b Am 26. April 2006 wurde Dr. B._ von der Suva um einen ärztlichen
Zwischenbericht betreffend den Verlauf des Schadenfalls ersucht. Dieser hielt am 3.
Mai 2006 fest, dass die voraussichtliche Dauer der Behandlung unklar sei. Inzwischen
sei eine Schmerzverlagerung in den Unterschenkel erfolgt. Aus seiner Sicht seien diese
Schmerzen jedoch nicht unfallbedingt (Suva-act. 5). Ab 13. Juni 2006 bestätigte
Dr. B._ der Versicherten eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit (siehe Unfallscheine). Am
10. Juli 2006 berichtete Dr. B._, dass - nachdem anfangs Juli 2005 vermehrt
Knieschmerzen aufgetreten seien, die Versicherte aber eine arthroskopische
Entfernung der allenfalls störenden Plica abgelehnt habe und deshalb
physiotherapeutisch behandelt worden sei, man die Physiotherapie jedoch wegen
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Erfolglosigkeit im November 2005 abgebrochen habe - der Schmerz dann ab
November 2005 in den Weichteilen bzw. der Wadenmuskulatur lokalisiert worden sei.
Die wegen zudem beschriebener Dysästhesien in der Klinik Stephanshorn am 20. April
2006 durchgeführte kernspintomographische Untersuchung der LWS mit der
Fragestellung nach einer Diskushernie (Suva-act. 12) habe lediglich unauffällige
Befunde ergeben. Auch die wegen der unerklärlichen Schmerzhaftigkeit im
Wadenbereich im Kantonsspital St. Gallen (KSSG), Departement Innere Medizin,
Rheumatologie und Rehabilitation, in die Wege geleitete rheumatologische Abklärung
vom 24. Mai und 28. Juni 2006 (Suva-act. 14) habe keine neuen Erkenntnisse gebracht.
Inwieweit die aktuellen Schmerzen auf das Unfallereignis zurückzuführen seien, könne
er nicht beantworten. Der Grund der aktuellen Arbeitsunfähigkeit liege in der
beschriebenen Schmerzhaftigkeit. Eine Diagnose könne leider nicht angegeben
werden, da die Beschwerden unklar seien (Suva-act. 7). Am 15. Juni 2006 wurde die
Versicherte von der Suva zum Unfallereignis vom 16. Juni 2005 und zum Heilverlauf
befragt (Suva-act. 13).
A.c Am 15. August 2006 erfolgte eine als Rückfall zum Unfall vom 13. Juni 2006
(recte: 16. Juni 2005) bezeichnete Schadenmeldung. Als betroffener Körperteil wurde
nun das rechte Fussgelenk angegeben (Suva-act. 1). Am 1. September 2006 wurde bei
der Versicherten eine kernspintomographische Untersuchung des oberen
Sprunggelenks rechts (OSG) und des rechten Unterschenkels durchgeführt (Suva-act.
17). Mit Schreiben vom 6. September 2006 teilte die Suva der Versicherten mit, dass
gemäss den vorliegenden ärztlichen Unterlagen die derzeitigen
Unterschenkelbeschwerden nicht in mindestens wahrscheinlichem Zusammenhang mit
dem Unfall vom 16. Juni 2005 stehen würden. Sie seien vielmehr krankhafter Natur.
Aufgrund dieser Sachlage könnten für die Arbeitsunfähigkeit ab 13. Juni 2006 keine
Taggeldleistungen ausgerichtet werden (Suva-act. 15). Mit Schreiben vom 11.
September 2006 stellte die Suva Dr. B._ verschiedene Fragen (Suva-act. 16), welche
dieser am 18. September 2006 beantwortete (Suva-act. 18). Gleichentags kündigte die
A._ das Arbeitsverhältnis mit der Versicherten auf den 30. November 2006 (Suva-act.
21).
A.d Mit Verfügung vom 2. Februar 2007 eröffnete die Suva der Versicherten, dass
zwischen dem Unfall vom 16. Juni 2005 und den erneuten Unterschenkelbeschwerden
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aufgrund der medizinischen Abklärungen kein sicherer oder wahrscheinlicher
Kausalzusammenhang bestehe. Die Suva sei demzufolge nicht leistungspflichtig (Suva-
act. 28/1).
B.
Die gegen diese Verfügung durch den Vertreter der Versicherten, Rechtsanwalt
lic. iur. R. Baumann, St. Gallen, am 2. März 2007 erhobene (Suva-act. 31) und am
23. April 2007 ergänzte Einsprache (Suva-act. 36) wies die Suva nach Einholung einer
kreisärztlichen Beurteilung von Dr. med. C._, Facharzt für Chirurgie, vom 26. Juli
2007 (Suva-ct. 42) mit Einspracheentscheid vom 3. August 2007 (Suva-act. 43) ab.
C.
C.a Gegen diesen Einspracheentscheid liess die Versicherte durch ihren
Rechtsvertreter mit Eingabe vom 5. September 2007 Beschwerde erheben. Darin wird
beantragt, der angefochtene Einspracheentscheid vom 3. August 2007 sei
vollumfänglich aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, der
Beschwerdeführerin aus dem Unfallereignis vom 16. Juni 2005 Leistungen zu
erbringen, insbesondere seien Unfalltaggelder auszurichten und Behandlungskosten zu
übernehmen. Im gegebenen Zeitpunkt seien auch die weiteren Ansprüche der
Beschwerdeführerin auf Integritätsentschädigung und Rente zu prüfen bzw.
auszurichten. Eventualiter sei in Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids
die Streitsache im Sinn der nachfolgenden Erwägungen bzw. derjenigen in der
Beschwerdeergänzung ins Verwaltungsverfahren zurückzuweisen, damit nach
Durchführung weiterer medizinischer Abklärungen und Vorliegen der entsprechenden
Berichte neu über die Leistungsansprüche der Beschwerdeführerin entschieden
werden könne, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Am 26. Oktober 2007 reichte
der Rechtsvertreter der Versicherten eine Beschwerdeergänzung nach.
C.b In der Beschwerdeantwort vom 21. November 2007 beantragte die Suva
Abweisung der Beschwerde.
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C.c Mit Replik vom 11. Februar 2008 hielt der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin
an seinen Anträgen und Standpunkten fest. Die Suva verzichtete auf die Einreichung
einer Duplik.
C.d Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie die Ausführungen in
den medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
1.
1.1 Die Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen Einspracheentscheid die
Bestimmung über die Leistungspflicht des Unfallversicherers nach Art. 6 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) zutreffend dar. Gleiches
gilt in Bezug auf die Ausführungen über die gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG geltende
Voraussetzung des natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfallereignis
und dem Gesundheitsschaden (BGE 129 V 181 f. E. 3 mit Hinweisen), die allgemein
entscheidenden Voraussetzungen hinsichtlich Beweiswert eines Arztberichts sowie den
Beweiswert von Berichten und Gutachten, welche die Versicherungen während des
Administrativverfahrens von ihren eigenen bzw. beratenden Ärzten einholen. Darauf ist
zu verweisen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc; RKUV 2000 Nr. U 377 S. 186 E. 4a). Anzufügen
bleibt, dass auch eine ärztliche Beurteilung aufgrund der Akten, wie sie vorliegend von
Dr. C._ am 26. Juli 2007 (Suva-act. 42) erstellt wurde, nicht an sich unzuverlässig ist,
wenn genügend Unterlagen von persönlichen Untersuchungen vorliegen (RKUV 1988
Nr. U 56 S. 371, 1993 Nr. U 167 S. 95).
1.2 Gemäss Art. 11 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202)
werden Versicherungsleistungen auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt, wobei
Rückfälle und Spätfolgen besondere revisionsrechtliche Tatbestände im Sinne von
Art. 22 UVG darstellen (vgl. BGE 118 V 293; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 326).
Praxisgemäss handelt es sich bei einem Rückfall um das Wiederaufflackern einer
vermeintlich geheilten Krankheit bzw. vermeintlich geheilter Unfallfolgen, so dass es zu
ärztlicher Behandlung, möglicherweise zu einer weiteren Arbeitsunfähigkeit kommt,
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während von Spätfolgen dann gesprochen wird, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden
im Laufe längerer Zeit organische oder psychische Folgen bewirkt, die zu einem
andersgearteten Krankheitsbild führen können. Rückfälle und Spätfolgen schliessen
folglich begrifflich an ein in der Vergangenheit bestandenes Unfallereignis an.
Dementsprechend können sie eine Leistungspflicht des (damals haftbaren
Unfallversicherers) nur dann auslösen, wenn zwischen den erneut vorgebrachten
Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen
Gesundheitsschädigung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht (BGE 118 V 296
f. E. 2c).
1.3 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht.
Danach hat die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht von Amtes wegen für
die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen.
Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den
Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a je mit
Hinweisen; vgl. BGE 130 I 183 E. 3.2). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die
Beweislast im Sinn der Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im
Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien die Beweislast nur insofern, als
im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus
dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Bei der hinsichtlich
Rückfällen und Spätfolgen zu erfüllenden Anspruchsvoraussetzung eines erneuten
natürlichen Kausalzusammenhangs handelt es sich um eine anspruchsbegründende
Tatsache. Die diesbezügliche Beweislast liegt insofern bei der versicherten Person, als
im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu ihren Lasten ausfällt. Selbstverständlich
greift diese obgenannte Beweisregel erst dann Platz, wenn die Verwaltung und - im
Beschwerdefall - das Gericht dem Untersuchungsgrundsatz rechtsgenüglich
nachgekommen sind bzw. es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des
Untersuchungsgrundsatzes auf Grund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu
ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu
entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b).
2.
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Entsprechend den Berichten von Dr. B._ vom 3. Mai und 10. Juli 2006 leidet die
Beschwerdeführerin seit November 2005 unter rechtsseitigen Unterschenkelschmerzen
(Suva-act. 5, 7), weshalb sie am 15. August 2006 durch ihre Arbeitgeberin unter
Hinweis auf das Unfallereignis vom 13. Juni 2006 (recte: 16. Juni 2005) einen Schaden
mit einer seit dem 13. Juni 2006 andauernden Arbeitsunfähigkeit als "Rückfall" melden
liess (Suva-act. 1). Den Akten muss jedoch entnommen werden, dass die
Beschwerdeführerin seit der infolge des Unfalls vom 16. Juni 2005 von Dr. B._
diagnostizierten Kniedistorsion rechts (Suva-act. 3, 4) ohne massgebenden Unterbruch
bei diesem in ärztlicher Behandlung stand. Nach dem Unfall fand unmittelbar eine
funktionelle Behandlung des rechten Knies statt. Infolge anfangs Juli 2005 vermehrt
aufgetretener Knieschmerzen wurde die Beschwerdeführerin sodann mit
entzündungshemmenden Schmerzmitteln sowie physiotherapeutisch behandelt. Die
Physiotherapie wurde zwar wegen Erfolglosigkeit im November 2005 abgebrochen. In
den ärztlichen Zwischenberichten vom 17. Februar und 3. Mai 2006 wurden jedoch
abermals eine andauernde physiotherapeutische und medikamentöse Behandlung
sowie regelmässige ärztliche Konsultationen bestätigt (Suva-act. 4, 5). Ein eigentlicher
Behandlungsabschluss hat demzufolge nie stattgefunden. Aus den Akten ist überdies
nicht ersichtlich, dass jemals eine schriftliche Mitteilung zu einer Leistungseinstellung
im Sinn von Art. 51 Abs. 2 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) oder gar eine schriftliche Verfügung
ergangen ist (Art. 49 Abs. 1 ATSG). Grundsätzlich wurde damit im vorliegenden Fall
auch kein rechtskonformer Abschluss des Grundfalls vorgenommen. Der
Verfügungswortlaut vom 2. Februar 2007 lässt darauf schliessen, dass die
Beschwerdegegnerin die Schadenmeldung vom 15. August 2006 zwar als Rückfall
betrachtete. Wie es sich jedoch letztlich mit der Beweislastverteilung bzw. der Frage,
ob im vorliegenden Fall von einem Rückfall oder einem fortdauernden Grundfall
auszugehen ist, verhält, kann im Hinblick auf die nachfolgenden Erwägungen offen
bleiben. Denn die Frage, wer die Folgen einer allfälligen Beweislosigkeit zu tragen hat,
stellt sich erst, wenn es sich tatsächlich als unmöglich erweisen sollte, im Rahmen des
Untersuchungsgrundsatzes auf Grund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu
ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu
entsprechen (vgl. Erwägung 1.3), was vorliegend - wie zu zeigen sein wird - nicht
zutrifft.
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3.
3.1 Im Folgenden sind die von der Beschwerdeführerin laut Dr. B._ ab November
2005 geklagten und laut Auffassung des Rechtsvertreters zu einer Arbeitsunfähigkeit
führenden rechtsseitigen Schmerzen im Unterschenkel auf ihre Kausalität zum
Unfallereignis vom 16. Juni 2005 zu prüfen. Die Beschwerdegegnerin hat die fragliche
Kausalität im angefochtenen Einspracheentscheid vom 3. August 2007 verneint,
weshalb sie sich zum Anspruch der Beschwerdeführerin auf die konkreten
Versicherungsleistungen der Unfallversicherung (Heilkostenleistungen, Taggelder,
Invalidenrente, Integritätsentschädigung) nicht zu äussern hatte. Würde die Kausalität
im vorliegenden Beschwerdeverfahren bejaht, wären also die
Anspruchsvoraussetzungen der einzelnen Unfallversicherungsleistungen vorerst im
Verwaltungsverfahren zu prüfen. Auf die Anträge des Rechtsvertreters betreffend die
konkreten Versicherungsleistungen ist demzufolge im vorliegenden Verfahren nicht
einzutreten.
3.2 Im Zusammenhang mit der Frage nach dem natürlichen Kausalzusammenhang
zwischen dem Unfallereignis und den geklagten rechtsseitigen
Unterschenkelschmerzen ist zunächst nochmals ein Blick auf die unmittelbaren
Verletzungsfolgen des Grundereignisses zu werfen. In der Bagatellunfallmeldung vom
16. August 2005 war zuerst eine Schwellung des rechten Knies vermerkt (Suva-act.
1.1). Im Arztzeugnis vom 3. Februar 2006 hatte Dr. B._ im Rahmen der
Erstbehandlung am Unfalltag bzw. am 16. Juni 2005 die Diagnose einer Kniedistorsion
und als Befunde eine Druckdolenz über dem medialen Gelenkspalt sowie
sonographisch eine Ergussbildung im Recessus suprapatellaris erhoben (Suva-act. 3).
Die am 24. Juni 2005 durchgeführte MRI-Untersuchung des rechten Knies in der Klinik
Stephanshorn hatte jedoch insgesamt keine Hinweise auf frische strukturelle Läsionen
ergeben (Suva-act. 2). Eine Schmerzverlagerung in den Unterschenkel ist erstmals im
ärztlichen Zwischenbericht von Dr. B._ vom 3. Mai 2006 vermerkt (Suva-act. 5). Im
Bericht vom 10. Juli 2006 schilderte Dr. B._ ausführlicher, dass anfangs Juli 2005
vermehrte Knieschmerzen aufgetreten seien, der Schmerz jedoch ab November 2005
in den Weichteilen (Wadenmuskulatur) lokalisiert worden sei (Suva-act. 7). In einem
weiteren Bericht vom 18. September 2006 führte er aus, dass im März 2006 dann
erstmals Beschwerden im Bereich des OSG formuliert worden seien (Suva-act. 18). -
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Aus den eben dargelegten Akten ist zu folgern, dass die Beschwerdeführerin beim
Unfall vom 16. Juni 2005 eine Traumatisierung des rechten Knies erlitten hat.
Echtzeitliche Hinweise auf eine Traumatisierung im Bereich des Unterschenkels bzw.
damalige Schmerzen im Unterschenkel liegen keine vor. Die Angaben der
Beschwerdeführerin vom 15. Juni 2006 gegenüber der Suva - sie habe sofort nach
dem Unfall Schmerzen im rechten Fussgelenk sowie in der rechten Wade bis unter das
Knie, im rechten Knie selber jedoch keine Schmerzen verspürt, das Fussgelenk sei am
Unfalltag geschwollen und etwas verfärbt gewesen, und trotz Einnahme von
Medikamenten habe sie immer Beschwerden im rechten Fussgelenk und in der Wade
gehabt - erscheinen angesichts der oben geschilderten Aktenlage wenig glaubwürdig.
Zum einen hält die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Einspracheentscheid zu
Recht fest, dass diesfalls kaum eine MRI-Untersuchung des Knies in die Wege geleitet
worden wäre. Zum andern hätten die Angaben mit Sicherheit in irgendeiner Weise bzw.
in irgendeine Rubrik der dargelegten medizinischen Akten Eingang gefunden, wenn sie
von der Beschwerdeführerin geltend gemacht worden und von Bedeutung gewesen
wären. Der von der Beschwerdeführerin geschilderte Sachverhalt ist damit nicht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgewiesen. Vielmehr ist in Bezug auf das
Unfallereignis vom 16. Juni 2005 von einer Knieverletzung auszugehen und
festzustellen, dass bis zum Auftreten der rechtsseitigen Unterschenkelschmerzen rund
ein halbes Jahr vergangen ist. Die Unterschenkelschmerzen sind zwar wie die
Knieverletzung im rechten Bein lokalisiert, trotzdem sind sie klar voneinander
abzugrenzen, da ihnen andere spezifische Schmerzursachen zugrunde liegen - im
Regelfall in Form morphologischer Veränderungen im Bereich des Unterschenkels oder
offensichtlich im Bereich des OSG - (vgl. dazu Suva-act. 17). Nach geltender
Gerichtspraxis gilt es sodann zu beachten, dass je grösser der zeitliche Abstand
zwischen dem Unfall und dem Auftreten der neuen gesundheitlichen Beeinträchtigung
ist, desto strengere Anforderungen an den Wahrscheinlichkeitsbeweis des natürlichen
Kausalzusammenhangs zu stellen sind (RKUV 1997 Nr. U 275 S. 191 E. 1c mit
Hinweisen). Die konkrete zeitliche Komponente stellt damit bereits ein massgebendes,
gegen die überwiegende Wahrscheinlichkeit einer natürlichen Kausalität zwischen den
geklagten Unterschenkelschmerzen und dem Unfallereignis vom 16. Juni 2005
sprechendes Indiz dar. Das Gleiche ist im konkreten Fall von der aufgetretenen
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Schmerzausweitung vom Knie in die Wade bzw. den Unterschenkel und anschliessend
auch in den Bereich des OSG zu sagen.
3.3 Die Beurteilung der natürlichen Kausalität ist letztlich jedoch Aufgabe des Arztes
(PVG 1984 Nr. 82, 174). In den Akten finden sich verschiedene diesbezügliche
Äusserungen. Dr. B._ hält im ärztlichen Zwischenbericht vom 3. Mai 2006 zunächst
fest, dass sich hinsichtlich der Schmerzverlagerung in den Unterschenkel keine
klinischen und morphologischen Korrelate finden liessen. Aus seiner Sicht seien die
fraglichen Schmerzen kaum unfallbedingt (Suva-act. 5). Im Bericht vom 10. Juli 2006
hält er daran fest, dass aus seiner Sicht nicht beantwortet werden könne, inwieweit die
aktuellen Schmerzen auf das Unfallereignis zurückzuführen seien. Der Grund der
jetzigen Arbeitsunfähigkeit liege in der beschriebenen Schmerzhaftigkeit, eine Diagnose
könne er jedoch leider nicht angeben. Für ihn seien die Beschwerden unklar (Suva-act.
7). Am 24. Mai sowie 28. Juni 2006 wurde die Beschwerdeführerin im Departement
Innere Medizin, Rheumatologie und Rehabilitation des KSSG vorstellig. Die Ärzte des
KSSG diagnostizierten im Untersuchungsbericht vom 14. Juli 2006 ebenfalls
Unterschenkelschmerzen rechts ohne klare Zuordnung. Beurteilend hielten sie fest,
dass die Ätiologie der rechtsseitigen Unterschenkelschmerzen weiterhin unklar bleibe.
Auch angesichts der neu aufgetretenen Gelenkbeschwerden würden sich zur Zeit keine
Hinweise für eine systemisch-entzündliche Erkrankung ergeben. In der Vergangenheit
seien offenbar bereits verschiedene radiologische und arthrosonographische
Abklärungen gemacht worden, deren Ergebnisse unauffällig gewesen seien. Vor
diesem Hintergrund käme als Ursache der Unterschenkelbeschwerden am ehesten
eine beginnende somatoforme Schmerzstörung in Frage. Hierfür typisch wäre der
dumpf brennende Schmerzcharakter mit geringer Abhängigkeit von Tageszeit bzw.
anderen be- oder entlastenden Faktoren. Gegen diese Verdachtsdiagnose spreche die
teilweise Belastungsabhängigkeit des OSG-Schmerzes, wobei dafür auch eine
chronische Rückfussinstabilität ursächlich sein könnte. Eine leichte Verkürzung der
Gastrocnemiusmuskulatur könne diese Beschwerden kaum erklären. Anderweitige
Ursachen, insbesondere klinische Zeichen eines Morton-Neuroms, eines
Tarsaltunnelsyndroms oder auch einer vaskulären oder neuropathischen Genese
fänden sich nicht. Sollte sich durch einen Therapieversuch mit einem trizyklischen
Antidepressivum, welches auch hinsichtlich der multiplen weiteren vegetativen
Begleitsymptomatik wohltuend sein könnte, keine Besserung einstellen, wäre sicherlich
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eine MRI-Untersuchung des OSG zum definitiven Ausschluss einer strukturellen
Pathologie in Erwägung zu ziehen (Suva-act. 14). Im Rahmen der
kernspintomographischen Untersuchung vom 1. September 2006 in der Klinik
Stephanshorn konnten jedoch im Bereich des rechten OSG - abgesehen von einer auf
einer Länge von gut 1.5 cm leichten Ausdünnung und flächenhaften
Binnensignalalteration der Sehne des Musculus flexor hallucis longus begleitet von
einer perifokalen ödemartigen Imbibition der Weichteilstrukturen am Dorsum pedis -
lediglich normale Befunde erhoben werden. Die kernspintomographische
Untersuchung des rechten Unterschenkels ergab sogar nur eine unspezifische leichte
flächenhafte ödemartige Signalalteration des distalen Anteils des Musculus
gastrocnemius medialis auf Höhe des mittleren Unterschenkeldrittels sowie distal auf
Höhe des musculo-tendinösen Übergangs bei sonst völlig normalen Befunden. Für die
genannten Befunde konnten sodann lediglich Differentialdiagnosen bzw. Diagnosen,
die als Erklärung für die Befunde nur möglich sind, angegeben werden und zudem
Gesundheitsschäden betreffen, die in der Regel krankheits- und nicht traumatisch
bedingt sind (Suva-act. 17). In seinem Bericht vom 18. September 2006 wiederholte Dr.
B._ schliesslich, dass die Verlagerung des Schmerzes vom Knie in die Waden eher
diffus sei. Im März 2006 seien dann erstmals Beschwerden im Bereich des OSG
formuliert worden. Ab dem 13. Juni 2006 sei die Beschwerdeführerin aus multiplen
Gründen arbeitsunfähig gewesen, einerseits wegen Bauchschmerzen, subjektiv
empfundener Kraftlosigkeit, Gliederschmerzen, insbesondere auch in den Fingern
sowie Schwindel. Abschliessend erfolgte die kreisärztliche Beurteilung durch Dr. C._
vom 26. Juli 2007. Der Kreisarzt hält fest, dass weder zeitnah zum Sturzereignis vom
16. Juni 2005 noch wegen des Ereignisses strukturelle Läsionen hätten nachgewiesen
werden können. Die fortgesetzt und infolge auch ausgeweitet geklagten Beschwerden
liessen sich aus medizinischer Sicht nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf
das fragliche Sturzereignis zurückführen. Multiple mögliche Diagnosen würden
ärztlicherseits diskutiert. Eine eindeutige Diagnose für die geklagten Beschwerden
bestehe indessen weder von den vorhandenen klinischen Befunden noch von den
radiologischen Berichten her. Der Sachverhalt sei sauber abgeklärt. Weitere
Untersuchungen zur Beurteilung des Sachverhalts seien aus medizinischer Sicht nicht
notwendig (Suva-act. 42).
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3.4 Die Beschwerdegegnerin stellt im angefochtenen Einspracheentscheid
insbesondere auf die ärztliche Beurteilung von Dr. C._ ab. Der Umstand allein, dass
der Kreisarzt seine Beurteilung ausschliesslich aufgrund der Akten abgegeben und die
Beschwerdeführerin nicht selbst untersucht hat, steht dem Beweiswert seiner
Beurteilung nicht entgegen (vgl. Erwägung 1.1). Dr. C._ legt in seiner Beurteilung die
Anamnese bzw. die Ergebnisse der im konkreten Fall durchgeführten persönlichen
ärztlichen Untersuchungen der Beschwerdeführerin lückenlos dar. Beurteilend fasst er
sodann die wesentlichen medizinischen Gesichtspunkte entsprechend der
medizinischen Akten zusammen. Diese geben ein vollständiges Bild über Anamnese,
Verlauf und gegenwärtigen Status ab. Entgegen der Auffassung des Rechtsvertreters
wurde der Sachverhalt in medizinischer Hinsicht rechtsgenüglich abgeklärt bzw.
umfasst in Bezug auf die geklagten Beschwerden die offensichtlich massgebenden
klinischen und insbesondere auch bildgebenden Abklärungen. Dazu gehörte auch eine
rheumatologische Untersuchung im Departement Innere Medizin, Rheumatologie und
Rehabilitation des KSSG (vgl. Suva-act. 14). Eine orthopädische Abklärung drängte
sich angesichts des Umstands, dass die bildgebenden Untersuchungen keine
Schädigung des Bewegungsapparates ergeben hatten, nicht auf. Die medizinischen
Akten sprechen sich einhellig gegen eine überwiegend wahrscheinliche (Teil-)Kausalität
zwischen den geklagten Beschwerden im Bereich des rechten Unterschenkels und
dem Sturzereignis vom 16. Juni 2005 aus. In Anbetracht des Gesagten erweist sich
also die kreisärztliche Beurteilung als nachvollziehbar sowie schlüssig und damit als
beweistauglich. Da aufgrund der dargelegten Umstände nicht erwartet werden kann,
dass weitere medizinische Abklärungen zu anderen Erkenntnisse führen würden, kann
darauf verzichtet werden (BGE 122 V 162 E. 1d, 119 V 344 E. 3c). Der Hinweis des
Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin auf die Unfallscheine, worin Dr. B._ der
Beschwerdeführerin - nachdem er bereits am 3. bzw. 17. Februar sowie am 3. Mai
2006 eine Kniedistorsion bzw. einen Zustand nach einer Kniedistorsion diagnostiziert
habe - nach wie vor eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit attestiert habe, vermag an dieser
Beurteilung nichts zu ändern. Diese Bestätigungen sind nicht unter Hinweis auf
Unfallfolgen erfolgt. Im Übrigen hat Dr. B._ selber dargetan, dass er eine
Unfallkausalität als kaum gegeben erachte bzw. die Frage nach der Unfallkausalität aus
seiner Sicht nicht beantworten könne (Suva-act. 5, 7). In seinem Bericht vom 18.
September 2006 hält er ausserdem ausdrücklich fest, dass die Beschwerdeführerin ab
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dem 13. Juni 2006 aus multiplen Gründen arbeitsunfähig gewesen sei (Suva-act. 18).
Der Umstand allein, dass seit einem Unfallereignis eine fortdauernde Arbeitsunfähigkeit
ausgewiesen ist, reicht für die Begründung einer überwiegend wahrscheinlichen
unfallkausalen Schädigung nicht aus. Dies würde einer Beweisführung nach der Formel
"post hoc ergo propter hoc" gleichkommen, die jedoch nach konstanter
bundesgerichtlicher Praxis keinen Wahrscheinlichkeitsbeweis zu liefern vermag (BGE
119 V 340 E. 2b/bb; Alfred Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, Bern
1989, S. 460 N 1205). In Übereinstimmung mit der Beschwerdegegnerin vermag die
Beschwerdeführerin sodann aus dem Umstand, dass die Beschwerdegegnerin im
Anschluss an ihr Schreiben vom 6. September 2006 (Suva-act. 15) nochmals an Dr.
B._ gelangte (Suva-act. 16), nichts zu ihren Gunsten abzuleiten. Der
Beschwerdegegnerin stand es im damaligen Zeitpunkt trotz des fraglichen Schreibens
ohne weiteres offen, die medizinischen Akten zu ergänzen und ihren Entscheid
nochmals zu überdenken (vgl. dazu Art. 53 Abs. 3 ATSG). Im übrigen stellt die
Einholung weiterer medizinischer Beurteilungen noch keine formelle oder faktische
Wiedererwägung dar.
3.5 Nach dem Gesagten ist zusammenfassend festzuhalten, dass gemäss dem im
Sozialversicherungsrecht erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen) ein natürlicher
Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 16. Juni 2005 und den von
Seiten der Beschwerdeführerin geklagten rechtsseitigen Unterschenkelbeschwerden
nicht gegeben ist. Angesichts der einhelligen und umfassenden medizinischen
Beurteilungen kann von weiteren Untersuchungen abgesehen werden. Somit hat die
Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht zu Recht verneint, ohne dass die Frage der
Adäquanz weiter zu prüfen wäre.
4.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des
Einspracheentscheids vom 3. August 2007 abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
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St.Galler Gerichte
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG