Decision ID: 32956ad8-cb50-466b-9423-3677a258e378
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1958, absolvierte in seiner Heimat die Hotelfachschule und verwertete seine Arbeitskraft seit der im Dezember 1979 erfolgten Einreise in die Schweiz überwiegend in der Gastronomie. Zuletzt führte er von 2003 bis
zu dessen Schliessung im Jahr
2005 das Restaurant
Y._
in Winterthur (Urk. 11/85/16, 11/88/2).
Am 3. Juli 2012 (Urk. 11/6)
meldete sich der Versicherte wegen Handgelenk
beschwerden bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Leistungs
bezug an.
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
ver
neinte mit
Verfügung vom 24. März 2014 (Urk. 11/45)
einen Rentenanspruch. Dagegen erhob der Versicherte am 8. Mai 2014 Beschwerde (Urk. 11/50/3-7).
Nachdem die IV-Stelle ihre Verfügung vom 24. März 2014
(Urk. 11/45)
am
13. Juni 2014 (Urk. 11/53) wiedererwägungsweise auf
gehoben hatte, schrieb das hiesige Gericht das eingeleitete Beschwerdeverfahren
Nr. IV.2014.00489
mit Verfügung vom 20. Juni 2014 zufolge Gegenstandslosigkeit ab (Urk. 11/56).
In der Folge
holte
die IV-Stelle
bei den Fachärzten der
Z._
ein
vom
17. November 2015
datierendes
polydiszipli
näres Gutachten (allgemein-internistisch, neurologisch, rheumatologisch und psychiatrisch) ein
(Urk. 11/85)
.
Nachdem sie einen aktuellen Auszug aus seinem Individuellen Konto (Urk. 11/88) beigezogen hatte, stellte sie dem Versicherten m
it Vorbescheid vom
27. Mai 2016 (Urk. 11/91) die Abweisung seines
Leis
tungsbegehrens (Rente, berufliche Massnahmen)
in Aussicht. Dagegen erhob dieser am
23
.
September
2016
(Urk. 11/101)
Einwände und reichte weiter
e medizinische Akten ein (Urk. 11/100). Nachdem sie eine Stellungnahme ihres Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD, Urk. 11/102/2) eingeholt hatte, verfügte die IV-Stelle am 18. November 2016 (Urk. 2) die Abweisung des Leistungs
begehrens.
2.
Mit Beschwerde vom 19. Dezember 2016 (Urk. 1) beantragte der Beschwerde
füh
rer die
Zusprache
der gesetzlichen Leistungen, insbesondere einer Rente, eventualiter die Einholung eines Gerichtsgutachtens. Weiter beantragte er in prozessualer Hinsicht die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung
sowie
die Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters in der Person
von Rechtsanwalt Wyss
. Mit Beschwerdeantwort vom 8. Februar 2017 (Urk. 10) schloss die Beschwerdegegnerin unter Einreichung der RAD-Stellungnahme vom 6. Februar 2017 (Urk. 11/107) auf Abweisung der Beschwerde.
Mit Verfü
gung vom 17. Februar 2017 bewilligte das Gericht das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (Urk. 12).
Der Beschwerdeführer erstattete am 3. März 2017 (Urk. 14) seine Replik und die Beschwerdegegnerin am 3. April
2017 (Urk. 16) ihre Duplik. Mit Schreiben vom 25. April 2017 (Urk. 18) reichte der Besch
werdeführer den Bericht von Dr.
A._
und der Neuropsychologin
lic
. phil.
B._
vom 7. April 2017 (Urk. 19) ein. Nachdem ihr
dies
mit Verfügung vom 27. April
2017 (Urk. 20) zur Kenntnis gebracht
worden war
, verzichtete die Beschwerdegegnerin am 22. Mai 2017 (Urk. 21) auf eine Stel
lungnahme.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG)
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Alkoholismus und Medikamentenmissbrauch (wie auch Drogensucht) begründen nach ständiger Rechtsprechung keine Invalidität im Sinne des Gesetzes. Viel
mehr wird eine solche Sucht invalidenversicherungsrechtlich erst bedeutsam,
wenn sie ihrerseits eine Krankheit oder einen Unfall bewirkt hat, in deren Folge ein körperlicher oder geistiger die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigender Gesund
heitsschaden eingetreten ist, oder aber wenn sie selber Folge eines körperlichen oder geistigen Gesundheitsschadens ist, welchem Krankheitswert zukommt (vgl.
BGE 124 V 265
E. 3c; AHI 2002 S. 30, I 454/99 E. 2a). Dabei ist das ganze für die Alkoholsucht
massgebende
Ursachen- und Folgespektrum in eine Gesamt
würdigung einzubeziehen, was impliziert, dass einer allfälligen Wechselwirkung zwischen Suchtmittelabhängigkeit und psychischer Begleiterkrankung Rech
nung zu tragen ist. Was die krankheitsbedingten Ursachen der Alkoholsucht betrifft, ist für die invalidenversicherungsrechtliche Relevanz der Abhängigkeit erforderlich, dass dem Alkoholismus eine ausreichend schwere und ihrer Natur nach für die Entwicklung einer Suchtkrankheit geeignete Gesundheitsstörung zugrunde liegt, welche zumindest eine erhebliche Teilursache der Alkoholsucht darstellt. Mit dem Erfordernis des Krankheitswerts einer allfälligen verursachen
den psychischen Krankheit wird verlangt, dass diese die Arbeits- und Erwerbs
fähigkeit einschränkt. Wenn der erforderliche Kausalzusammenhang zwischen Alkoholsucht und krankheitswertigem psychischem Gesundheitsschaden be
steht, sind für die Frage der noch zumutbaren Erwerbstätigkeit die psychischen und die suchtbedingten Beeinträchtigungen gesamthaft zu berücksichtigen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_906/2013 vom 23. Mai 2014 E. 2.2 und 9C_701/2012 vom 10. April 2013 E. 2 mit Hinweisen sowie 9C_706/2012 vom 1. Juli 2013 E. 3.2
mit Hinweis auf I
169/06 vom 8. August 2006 E. 2.2).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung vom 18. November 2016
stellte
die Beschwerde
gegnerin
fest
, aus dem mit der Beschwerde vom 8. Mai 2014 einge
reichten Bericht von Dr.
A._
und Prof.
C._
vom 7. Mai 2014 sei nicht
klar
hervorgegangen, ob ein Gesundheitsschaden aufgrund eines Suchtleidens vorliege. Aus diesem Grund sei eine polydisziplinäre Begutachtung auf inter
nistischem, neurologischem, rheumatologischem und psychiatrischem Fachge
biet in Auftrag gegeben worden. Diese habe eine uneingeschränkte Zumutbar
keit einer leichten bis mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeit ergeben
.
Bei
ein
em
Invaliditätsgrad von 11 %
bestehe kein Rentenanspruch
. Berufliche Massnahmen würden nach einem Alkohol- und Benzodiazepin-Entzug wieder aufgenommen, da der fehlende Eingliederungserfolg auf die Sucht zurückzu
führen sei
(Urk.
2
S. 2)
. In den im
Vorbescheidverfahren
neu eingereichten Arztberichten seien keine neu aufgetretenen, dauerhaften V
eränderungen beschrieben
worden
(Urk. 2
S. 3).
2.2
Dem hält der Beschwerdeführer mit Beschwerde vom 19. Dezember 2016 im Wesentlichen entgegen,
mit dem Befund des Schädel-MRI
vom 21. September 2016
sei bildgebend objektiviert, dass die von den behandelnden Psychiatern festgestellte Angstsymptomatik auf das hirnorganische Psychosynd
r
om zurück
zuführen
sei beziehungsweise zumindest
von
diesem
unterhalten/gestützt werde. Damit sei auch die von den behandelnden Psy
chiatern sowie Prof.
C._
und Dr.
A._
attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit nachvoll
ziehbar. Die von den
Z._
-Gutachtern getroffene Annahme, es sei von einer Primärsucht und damit nicht von einem dauerhaften Gesundheitsschaden aus
zugehen,
erweise sich demnach als falsch
(Urk. 1 S. 5).
Obschon diese Abklä
rungen für die vollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts unerlässlich gewesen wären, seien anlässlich der
Z._
-Begutachtung weder eine MRI-Untersuchung des Schädels noch eine
gastroenterologische
Unter
suchung oder eine neuropsychologische Testung vorgenommen worden. Damit erweise sich das
Z._
-Gutachten als unvollständig (Urk. 1 S. 7).
In der RAD-Stellungnahme vom 14. November 2016
sei
nicht auf den Befund des Schädel-MRI eingegangen und festgehalten
worden
, es lägen keine wesentlichen neuen Sachverhalte vor (Urk. 1 S. 6).
Aufgrund der Hirnschädigung bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit, wobei die Gehirnatrophie einen somatischen Gesundheitsschaden darstelle und als Folgeerkrankung des Alkoholkonsums versichert sei. Falls das Gericht zum Schluss kommen sollte, der Rentenan
spruch lasse sich aufgrund der vorhandenen Akten nicht abschliessend beurtei
len, sei ein Gerichtsgutachten einzuholen, da der Sachverhalt von der Beschwerdegegnerin erneut in Verletzung von Art. 32 ATSG nicht vollständig abgeklärt worden sei (Urk. 1 S. 9).
2.3
In ihrer Beschwerdeantwort vom 8. Februar 2017 (Urk. 10) verweist die Beschwer
degegnerin auf die RAD-Stellungnahme vom 6. Februar 2017 (Urk. 11/107).
Darin führte
Dipl. med.
D._
, Facharzt für Neurologie
sowie
für Psychiatrie und Psychotherapie, aus, der Befund des Gehirn-MRT vom 21. September 2016
zeige
eine mässige
frontotemporale
Atrophie. Es fehle jedoch ein Vergleich mit Voraufnahmen
.
Da
nur mit einem Durchschnitts
kollektiv verglichen worden sei
, sage
der Befund allein nich
ts über die Hirn
funktion aus
(Urk. 11/107/1). Die Annahme,
wonach
dieser Befund die bei der Testung durch Dr.
A._
festgestellten kognitiven Einschränkungen
erkläre
, sei unzutreffend. Die Befunde der Testung seien unspezifisch verändert gewe
sen. Zudem sei diese unter Alkoholeinfluss durchgeführt worden, weshalb sie jegliche Aussagekraft verliere
. Weitere Abklärungen seien nur nach einer rund sechsmonatigen Alkoholabstinenz sinnvoll (Urk. 11/107/2).
2.4
Dem entgegnet der Beschwerdeführer mit Replik vom 3. März 2017 (Urk. 14) es könne nicht erheblich sein, ob die Atrophie im Vergleich zu einem Vorzustand oder im Vergleich zum Durchschnittskollektiv festgestellt worden sei. Es liege unbestrittenermassen eine
frontotemporale
Hirnatrophie und damit
ein Gesund
heitsschaden vor. Dr.
A._
und Pr
of.
C._
hätten am 7. Mai 2014 Funk
tionsstörungen
temporo
-frontaler Areale festgestellt und eine medizinisch-diag
nostische Untersuchung inklusive Labor
-
und
bildgebenden Untersuchungen
empfohlen
.
Mit der
MRI
-Untersuchung
vom 21. Septemb
er 2016 hätten sich die von Dr.
A._
und Prof.
C._
festgestellten Beeinträchtigungen auch somatisch erklären lassen
(Urk. 14 S. 2)
.
2.5
Mit Duplik vom 3. April 2017 machte die Beschwerdegegnerin erneut geltend, weitere Abklärungen
könnten
erst nach einer sechsmonatigen Abstinenz durch
geführt werden
(Urk. 16)
.
2.6
Mit Eingabe vom 25. April 2017 (Urk. 18) wies der Beschwerdeführer darauf hin, dass Dr.
A._
und
lic
. phil.
B._
in ihrem Bericht vom 7. April 2017 (Urk. 19) ein Fortbestehen der bereits dokumentierten Beeinträchtigungen unter Alkoholabstinenz festgehalten hätten.
3.
3.1
Auf Zuweisung
seines
Hausarztes Dr. med.
E._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, wurde der Beschwerdeführer am 5. Mai 2014 von Dr.
A._
und Prof.
C._
verhaltensneurologisch
und neuropsychologisch
untersucht
.
Dabei
hätten sich kognitive Funktionsschwächen mit Verminderung der geteilten Aufmerksamkeit, ein vermindertes konzeptuelles Denken und Umstellen sowie eine bei der Verarbeitung nichtsprachlicher Informationen stärker ausgeprägte
anterograde
Amnesie gezeigt.
Es seien häufig Fehlerinnerungen wie Persevera
tionen und Konfabulationen aufgetreten. Im Weiteren habe ein Verhaltens
syndrom mit Depression und Angstsymptomen sowie Suchtverhalten (Äthyl und Nikotin) bestanden. Die aktuellen Befunde entsprächen Funktionsstörungen
fronto
-temporaler Areale und seien differentialdiagnostisch vereinbar mit einer durch psychiatrische Symptome
aggravierten
äthylisch
-toxischen Störung. Aktuell bestehe keine verwertbare Arbeitsfähigkeit. Es werde eine medizinisch-diagnostische Untersuchung inklusive Labor- und bildgebenden Untersuchun
gen (Schädel-MRI) sowie eine stationäre Suchtbehandlung empfohlen (Urk. 11/50/12).
3.2
3.2.1
Die
Z._
-Fachärzte erstatteten der Beschwerdegegnerin ihr polydis
z
iplinäres Gutachten
(Disziplinen: allgemein-internistisch, rheumatologisch, neurologisch und psychiatrisch)
gestützt auf die
ihnen zur Verfügung gestellten Akten und die zwischen dem 9.
April
und dem
21. Mai 2015
durchgeführten persönlichen Untersuchungen (Urk. 11/85).
3.2.
2
Im Rahmen der Konsensb
eurteilung hielten die Gutachter
fest, mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
bestehe
einzig ein Zustand nach
Arthrodese
des linken Handgelenks bei posttraumatischer Handgelenksarthrose
. Keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit massen sie den folgenden Diagnosen bei
(Urk. 11/85/35)
:
-
Chronische Alkoholabhängigkeit (ICD-10: F10.24) mit
-
alkoholischer Hepatopathie und diskreter
makrozytärer
Anämie
-
Benzodiazepinabhängigkeit
(ICD-10: F13.24)
-
„Ganzkörperschmerz“ /
multilokuläres
myofasziales
Schmerzsyndrom ohne klare Ursache
-
Beginnende Gonarthrose links medial
-
Lungenemphysem bei Nikotinabusus
-
kleinere axiale
Hiatushernie
(Panendoskopie 28.09.2012)
-
unklarer Gewichtsverlust
-
Status nach Schlingenresektion eines einzelnen Rektalpolypen
,
Hämorrhoi
den Grad I (Koloskopie 22.11.2012)
Nierencyste
rechts und
Lebercyste
(CT 02.06.2015)
.
Sie beurteilten die bisherige Tätigkeit als Kellner spätestens seit dem Jahr 2012 als nicht mehr zumutbar. In einer leidensangepassten Tätigkeit bestehe hinge
gen seit dem 8. Januar 2013 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Aktuell bestehe eine eingeschränkte Leistungs- und Arbeitsbereitschaft infolge der chronischen Alkohol
-
und der
Benzodiazepinabhängigkeit
. Da diese Störungsbilder nicht als anhaltender Gesundheitsschaden zu qualifizieren seien, führten diese weder retrospektiv noch aktuell zu einer anhaltenden Einschränkung der Arbeitsfähig
keit. Leidensangepasst seien leichte wechselbelastende bis kurzzeitig mittel
schwere Tätigkeiten, die auch mit einem blockierten Handgelenk links durch
geführt werden könn
t
en.
Diese seien vollschichtig ohne Einschränkung der Leistung zumutbar (Urk. 11/85/37).
3.3
Der Beschwerdeführer wurde vom 8. August bis am 15. September 2016
im
F._
der
G._
akutstationär behandelt. Am Austrittstag wurden folgende Diagnosen gestellt
(Urk. 11/100/3)
:
-
Psychische und Verhaltensstörungen durch Sedativa oder Hypnotika: Abhängigkeitssyndrom (ICD-10: F13.2)
-
Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol: Schädlicher Gebrauch (ICD-10: F10.1), DD: Abhängigkeitssyndrom (ICD-10: F10.2)
-
Anpassungsstörung
(ICD-10: F43.2)
, DD: Angst und
depressive Störung, gemischt (ICD-10: F41.2)
-
Vitamin D-Mangel, nicht näher bezeichnet.
3.4
Aufgrund einer
Schmerzexazerbation
nach einem am 2. Juni 2016 erlittenen Sturz wurde das rechte Handgelenk des Beschwerdeführers am 29. Juni 2016 im
H._
bildgebend untersucht (Urk. 11/100/6
, 11/100/8 f.
).
Der Radiologe stellte i
n den
anterior-posterior
und lateral aufgenommenen Röntgenbildern eine
skapholunäre
Disso
ziation
(Auseinandergleiten der Handwurzelknochen Kahnbein [Os
scaphoidum
] und Mondbein [Os
lunatum
])
fest.
Ulnarseitig
(
Ulna
=Elle) habe sich eine kleine Kalzifikation an der Spitze des Griffelfortsatzes (
Processus
styloideus
ulnae
) und dorsal eine Verkalkung am Dreiecksbein
(Handwurzelknochen,
os
triquetrum
)
gezeigt (Urk. 11/100
/8)
.
Auf der Grundlage
einer durchleuchtungsgezielten
Arthrographie
und einer magnetresonanztomographischen
Untersuchung des
rechten
Handgelenks
stellte er zudem
eine
wahrscheinliche
alttraumatische
ligamentäre
Abrissverletzung dorsal am Dreiecksbein
fest
. Zudem äusserte er
aufgrund einer Weichteilreaktion
den Verdacht auf eine
handflächenseitige Kontusion der Speiche
(Radius)
in Handgelenksnähe. Eine minimale Weichteil
reaktion habe sich auch
im distalen
Radioulnargelenk
(Verbindung zwischen
Radius
und
Ulna
in Handgelenksnähe)
gezeigt
(Urk. 11/100/9)
.
3.5
Am 21. September 2016 wurde der Schädel des Beschwerdeführers
auf Zuwei
sung der behandelnden Dr. med.
I._
, Fachärztin für Neurologie,
im
J._
magnetresonanztomographisch untersucht.
Dabei wurde eine mässige
frontotemporale
Hirnatrophie sowie eine
residuelle
oder chronische Sinusitis
maxillaris
(Entzündung der Schleimhäute der Kieferhöhlen) festgestellt. Im Weiteren wurde der Befund als unauffällig beurteilt
(Urk. 11/100/1)
.
3.6
Am 7. April 2017 untersuchten Dr.
A._
und die Neuropsychologin
lic
.
phil.
B._
den
Beschwerdeführer verhaltensneurologisch
sowie
neuropsycho
logisch
und
berichteten Dr.
I._
darüber (Urk. 19).
Sie hielten verglichen mit den Vorbefunden vom Mai 2014 ein weitgehend ähn
liches klinisches Bild mit vordergründiger Antriebs- und Initiationsschwäche sowie Störungen im Bereich der höheren Frontalhirnfunktionen
fest
. Im Beson
deren lägen Einschränkungen der mentalen Flexibilität und Ideenproduktion, der Handlungsplanung und Strukturierungsfähigkeit, der Aufmerksamkeits
funktionen
sowie
der Interferenzfestigkeit vor. Leichte, aber signifikante posi
tive Veränderungen bestünden in qualitativer Hinsicht sowie im mnestischen Bereich im Sinne einer allgemeinen Verbesserung der Auffassungs-, Lern- und Abruffähigkeit. Auf Verhaltensebene dominierten eine leichte Antriebsminde
rung und eine psychomotorische sowie kognitive Verlangsamung
. Es seien keine relevante Ermüdbarkeit oder Konzentrationsfluktuationen zu beobachten gewesen. Psychometrisch seien die allgemeine
konzentrative
Belastbarkeit, die Daueraufmerksamkeit sowie die gerichtete und geteilte Aufmerksamkeit deutlich reduziert gewesen. Diese leichte Befundänderung lasse sich gut im Rahmen einer partiellen Erholung nach Entzugsbehandlung und Abstinenz von Alkohol
sowie
Benzodiazepinen erklären, was insgesamt für einen erfreulichen Befund spreche. Allerdings könnten weiterhin alters- und bildungsangepasst formal leichte bis mittelschwere kognitive Störungen im
attentionalen
exekutiven und mnestischen Bereich objektiviert werden. Diese würden
auf eine Dysfunktion
frontotemporaler
Regelkreise mit klarem Fokus auf subkortikale Frontalhirn
struktu
r
en weisen und seien phänomenologisch gut im Rahmen ein
e
r alkohol
toxischen Hirnschädigung bei bekanntem Status nach Alkoholabhängigkeits
syndrom/-
überkonsum
erklärbar. Hierzu passe auch der bildgebende Befund (Schädel-MRI September 2016) mit Atrophie hierfür sensitiver Hirnstrukturen (
frontotemporal
). Differentialdiagnostisch seien zusätzliche Störwirkungen im Rahmen der
psychischen
Erkrankung und Situation möglich (Urk. 19 S. 3).
4.
4.1
Die IV-Stelle berief sich z
ur Beurteilung des Rentenanspruchs
i
n medizinischer Hinsicht
auf das polydisziplinäre
Z._
-
Gutachten vom
17
.
November
2015 (Urk.
11
/
85
)
und legte g
estützt auf die RAD-Stellungnahme vom 14. November 2016 (Urk. 11/102/2) der angefochtenen Verfügung
unter anderem
die
An
nahme zugrunde
, die vom Beschwerdeführer im
Vorbescheidverfahren
ein
gereichten Berichte über die am 29. Juni 2016 durchgeführten bildgebenden Untersuchungen
enthielten
eine falsche Seitenangabe. Entsprechend betr
ä
fe
n
diese die bekannte Versteifung des linken Handgelenks (
Arthrodese
).
4.2.
Gemäss den
Berichten
des
H._
vom 30. Juni 2016
waren zunehmende
Schmer
zen in der Handwurzel
als
Folge
ein
es
Sturzereignis
ses
vom 2. Juni 2016
Grund für die bildgebenden Untersuchungen des Handgelenks
(Urk. 11/100/6, 11/100/8).
B
ei bildgebenden Untersuchungen der blockierten linken Hand
wäre indessen
mit Sicherheit auch die eingesetzte und mit mehreren Schrauben fixierte
Handgelenksarthrodeseplatte
erwähnt worden (vgl. Operationsbericht vom 29. August 2012 [Urk. 11/25/4 f.] und Bericht über die ambulante Kon
trolle vom 15. November 2012 [Urk. 11/25/1]).
A
m Ende eines
allerdings nur in Form der Seite 2 vorhandenen
H._
-Berichts
wurde zudem
darauf hingewiesen, bei der Festlegung des weiteren Vorgehens sei
die medizinische Vorgeschichte mit der operativen Versteifung des linken Handgelenks
zu berücksichtigen
(Urk. 11/100/9)
. Ein solcher Hinweis
ergibt
nur
bei einer Untersuchung der
bereits 2012 operierten
linke
n
Hand
einen Sinn
.
Schliesslich w
u
rden im Bericht von Dr.
A._
und
lic
.
phil.
B._
vom 7. April 2017 Probleme mit
bei
den
Handgelenken erwähnt (Urk. 19 S. 2).
Gegen eine falsche Seitenangabe spricht zudem, dass in den
H._
-Berichten ausnahmslos das rechte Handgelenk
als neuerdings betroffen
genannt wird. Unter diesen Umständen
ist - entgegen
der
Annahme der Beschwerdegegnerin
- davon auszugehen, dass in den
H._
-Berichte
n nicht
bloss
die bereits bekannte Problematik des versteiften linken Handgelenks wiedergeben,
sondern effektiv über eine Beeinträchtigung der rechten Hand berichtet w
u
rd
e
.
Da der rheumatologische
Z._
-Gutachter Dr.
K._
die rechte Hand des Beschwerdeführers anlässlich der klinischen Untersuchung vom 4. Sep
tember 2015
noch
als unauffällig beurteilt hatte (Urk. 11/85/117) und in den
H._
-Berichten ein
erst nachher stattgefundener
Sturz vom 2. Juni 2016
als Ursache für die abzuklärenden Beschwerden genannt worden war (Urk. 11/100/6, 11/100/8),
ist von einer zwischen der
Erstattung des Gutachtens vom 24. November 2015
und dem Erlass der angefochtenen Verfügung
vom 18. November 2016
eingetretenen Verschlechterung des Gesundheitszustandes aus
zugehen.
4.
3
4.3.1
Der
Beschwerdeführer
rügte
weiter
, entgegen der von der Beschwerdegegnerin gestützt auf das
Z._
-Gutachten vertretenen Ansicht
sei
nicht mehr bloss v
on einer Primärsucht auszugehen
. Die im Schädel-MRI abgebildete
frontotem
porale
Hirnatrophie stelle einen
versicherten
Folgeschaden
der Sucht
dar
(Urk. 1
S. 5)
.
4.3.2
Dr.
A._
und Prof.
C._
hatten bereits in ihrem - den
Z._
-Gutacht
ern bekannten (vgl. Urk. 11/85/10 f.
, 11/85/25, 11/85/54 f., 11/85/68 f., 11/85/96 f., 11/85/113 f.
) - Bericht aus dem Jahr 2014 kognitive Funktionsschwächen fest
gestellt und eine
bildgebende Untersuchung
des Schädels empfohlen (Urk. 11/50/12).
Mit seinem
an die Beschwerdegegnerin gerichtete
n
Schreiben vom 2. März 2015
wandte der Beschwerdeführer nach Bekanntgabe der für die Begutachtung zu berücksichtigenden medizinischen Disziplinen (Urk. 11/67/1) ein,
zu einer umfassenden medizinischen Abklärung
gehöre
auch eine neuropsychologische
Abklärung (Urk. 11/68)
.
Darauf antwortete ihm die Beschwerdegegnerin am 5. März 2015 (Urk. 11/70), sofern die Gutachterstelle eine zusätzliche neuropsy
chologische Abklärung als notwendig erachte, werde diese
die IV-Stelle
ent
sprechend informieren und
eine solche
durchführen
.
In der Folge
verzichteten die
Z._
-Gutachter sowohl auf
die Durchführung einer
neuropsychologischen Testung als auch auf bildgebende Unte
rsuchungen des Schädels. Beide Untersuchungen
wurde
n
vom Beschwerdeführer in der Folge selbst
veranlasst
(vgl. Urk. 11/100/
1
[
Bericht des
J._
über die MRI-Untersuchung des Schädels vom 21. September 2016
] und Urk. 19 [Bericht
von
Dr.
A._
und
lic
. phil
.
B._
vom 7. April 2017]
)
.
D
er Beschwerdeführer
hatte schon
mit seinem Einwand vom 23. September 2016 (Urk. 11/101) unter anderem auch d
ies
en Bericht des
J._
vom 21. September 2016 (Urk. 11/100/1) eingereicht
.
D
ieser
wurde dem RAD zwar vorgelegt,
in
dessen
Stellungnahme vom 14. November 2016
jedoch
nicht erwähnt (Urk. 11/102/2).
Der darin festgehal
tene Befund einer
mässiggradigen
frontotemporalen
Hirnatrophie war
für die
Z._
-Gutachtern
nicht erkennbar, da ihnen keine Ergebnisse
einer bildge
benden Untersuchung des Schädels
vorlagen
.
Dies relativiert die Feststellung des
psychiatrischen Gutachter
s
erheblich
,
wonach
keine irreversiblen Folge
schäden infolge der Suchterkrankungen festzustellen
seien
(Urk. 11/85/82).
Als Folge davon
fehlt es in der angefochtenen Verfügung auch
an
einer
lückenlosen
Auseinandersetzung mit
den
gesundheitlichen Auswirkungen
der magnetreso
nanztomographisch festgestellten
frontotemporalen
Hirnatrophie.
4.
4
4.4.1
Mit Eingabe vom 24. Juli 2017 reichte der Beschwerdeführer den Bericht
von Dr.
A._
und
lic
. phil.
B._
vom 7. April 2017
ein
(Urk. 19)
und machte geltend, aus dem neuen Bericht ergebe sich, dass die bereits früher fest
gestellten Beeinträchtigungen nun auch unter Alkoholabstinenz weiter bestün
den. Nach Einschätzung von Dr.
A._
und
lic
. phil.
B._
bestehe beim Beschwerdeführer keine verwertbare Arbeitsfähigkeit. Aufgrund der zeitlichen und sachlichen Nähe zum vorliegenden Streitgegenstand sei der Bericht zu berücksichtigen.
4.4.2
Die Untersuchung des Beschwerdeführers durch
Dr.
A._
und
lic
. phil.
B._
erfolgte auf Zuweisung von Dr.
I._
von der
L._
, Praxis für Psychiatrie und Psychotherapie.
Dr.
A._
und
lic
. phil.
B._
nahmen am 7. April 2017 eine neuropsychologische Verlaufsunter
suchung vor, in welcher sie die kognitive Leistungsfähigkeit und die Arbeits
fähigkeit des Versicherten überprüften. Vom gleichen Tag datiert der Bericht darüber (Urk. 19).
Dr.
M._
und
lic
. phil.
B._
erkannten ein verglichen mit
den
im Mai
2014
erhobenen Vorbefunden ein weitgehend ähnliches Bild
mit vorderg
ründi
ger Antriebs- und Initiationsschwäch
e sowie Störungen im Bereich der höh
eren Frontalhirnfunktionen, insbesondere Einschränkun
gen d
er mentalen Flexibilität und Ideenproduktion, d
er Handlungs
sp
an
n
ung und
Strukturierungsfähigkei
t, der
Aufmerksamke
itsfunktionen
und der Interferenzfestigkei
t.
Im Weiteren nahmen Dr.
A._
und
lic
. phil.
B._
auf die von ihnen beschriebene, leicht positive Befundänderung Bezug, welche sich ihres Erachtens gut im Rah
men einer partiellen Erholung nach Entzugsbehandlung und Abstinenz von Alkohol und Benzodiazepinen erklären lasse, was insgesamt für einen erfreu
lichen Befund spreche (Urk. 19 S. 3 f.).
In der Anamnese hatten
Dr.
A._
und
lic
. phil.
B._
in diesem Zusammenhang Bezug auf einen
Bericht
vom Januar 2017 genommen, aus dem sich unter anderem die Diagnosen
psychi
sche
-
und Verhaltensstörungen durch Alko
hol und Sedativa mit der Bemerkung
„gegenwärtig abstinent, aber in beschützender Umgebun
g
“ ergeben würden
.
Wegen einer
psychotherapeutische
n
Behandlung
der Angst- und Panikstörun
g mit Benzodiazepinen
sei es
zu
einer Abhängigke
it
gekommen. Zudem habe d
er
Versicherte
vermehrt Alkohol
konsumiert
.
Danach
sei
es beim Versicherten
zu einer stationären Entzugsbehandlung
im August/September
2016
gekommen (Urk. 19 S. 1)
.
Der Hinweis auf einen „Bericht 0
1/2017
“ ist indessen sowohl hinsichtlich Verfas
ser und Absender also auch Adressat und vorab natürlich des Inhalts zu vage, als dass daraus für den vorliegenden Fall rechtserhebliche Tatsachen
abgeleitet werden könnten
.
Weitere Untersuchungen dazu im Rahmen des Gerichtsverfahrens erübrigen sich, da ohnehin eine Rückweisung an die Beschwerdegegnerin zur ergänzenden Abklärung notwendig ist.
4.4.3
Dr.
A._
und
lic
. phil.
B._
formulierten auch Empfehlungen zur Arbeitsfähigkeit. Sie hielten fest, unter Berücksichtigung der Gesamtsituation (Art und Ausprägung der neuropsychologischen Defizite, psychiatrische Vorge
schichte, langjährige Arbeitslosigkeit, Alter des Versicherten) sei von keiner verwertbaren Arbeitsleistung auszugehen und ein Wiedereinstieg ins Berufs
leben und eine Anstellung in der freien Wirtschaft als nicht realistisch zu beur
teilen. Eine Unterstützung durch die Invalidenversicherung sei ihres Erachtens dringend angezeigt (Urk. 19 S. 3 f.).
Diese Einschätzung reicht nicht aus, um die erwerbsbezogenen gesundheitlichen Einschränkungen des Beschwerdeführers festlegen zu können, zumal ihr ledig
lich eine ambulante neuropsychologische und verhaltensneurologische Ver
laufsuntersuchung zugrunde liegt, welche die andern möglichen beteiligten Dis
ziplinen nicht berücksichtigt. Ausserdem datiert sie vom 7. April 2017 und ist demnach erheblich später erfolgt, als die angefochtene Verfügung vom 18. November 2016 ergangen ist, während
im Normalfall - wie vorliegend - der Sachverhalt zu beurteilen ist, wie er sich bis zum Verfügungszeitpunkt ent
wickelt hat (Urteil des
Bundesgerichts 9C_338/2016 vom 21. Februar 2017
E. 1.2 mit Hinweis).
4.5
Damit weist
der
Beschwerdeführer
jedenfalls
gesundheitliche Befunde auf, deren gesamthafte Bedeutung für die Arbeitsfähigkeit ungeklärt
ist
.
Ergänzende
Abklärungen sind daher notwendig. Nach höchstrichterlicher Rechtsprechung ist Beweis über sozialversicherungsrechtliche Ansprüche schwergewichtig auf der Stufe des Administrativverfahrens zu führen und nicht im gerichtlichen Prozess (Art. 43
Abs.
1 ATSG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist eine Rückweisung an die Verwaltung vorzunehmen, wenn sie in der notwen
di
gen Erhebung einer bisher vollständig ungek
lärten Frage begründet ist (BGE
139 V 99 E. 1.1 mit Hinweis auf BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4). Dies ist hier der Fall.
Entsprechend hat d
ie Beschwerdegegnerin die fehlenden
medizinischen
Abklärungen im Rahmen einer mehrdisziplinären Begutachtung mit Gesamt
beurteilung vorzunehmen,
um
die Wechselwirkungen
zwischen
allfälligen
zusätzlich zu berücksichtigenden und den
bereits in die Beurteilung einbezoge
nen rheumatologischen
Einschränkungen
zu berücksichtigen
.
4.6
Gemäss
der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kann die Anordnung einer
Entzugsbehandlung
und der Nachweis einer Abstinenz bereits im Abklärungs
verfahren unter dem Titel der Mitwirkungspflicht angezeigt sein, wenn es darum geht, einen invaliditätsfremden
Alkohol
konsum bei der Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit auszublenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_370/2013 vom 22. November 2013 E. 4.2.1).
Sollte die Beschwerdegegnerin an der beabsich
tigten
, bisher aber nicht verbindlich verfügten
Auflage einer sechsmonatigen Abstinenz vor der Durchführung weiterer Abklärungen festhalten, wird sie dies
bezüglich ein Mahn- und
Bedenkzeitverfahren
im Sinne von Art. 43 Abs. 3 ATSG durchzuführen haben
.
4.
7
Damit ist die Beschwerde insoweit gutzuheissen,
als
die angefochtene Verfü
gung
aufzuheben
und die Sache zur
ergänzenden Abklärung im Sinne der Erwägun
gen und zum neuen Entscheid über den Rentenanspruch an die Beschwerdegeg
nerin zurückzuweisen ist
.
5.
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenver
siche
rung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von Art. 61
lit
. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festge
setzt. Vorliegend erweist sich eine Kostenpauschale von Fr. 700.-- als ange
messen.
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückwei
sung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfü
gung
als vollständiges Obsiegen (BGE
137 V 57 E. 2.2), weshalb die Kosten der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen sind.
Zudem hat
der obsiegende Beschwerdeführer
Anspruch auf Ersatz der Parteikos
ten
(
§
34
Abs.
1
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer
).
Nachdem Rechtsanwalt Wyss keine Zusammenstellung über seine anwaltlichen Bemühungen eingereicht hat, erfolgt die Festsetzung seiner
Ent
schädi
gung nach Ermessen. Die von der Beschwerdegegnerin an Rechtsan
walt Wyss auszu
richtende Prozessentschädigung ist ermessensweise auf Fr. 2’300.-- (inklusive Barauslagen und 8 % Mehrwertsteuer) festzusetzen.