Decision ID: 6f2d20f9-9ef0-430d-8835-db9ab5e21df5
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1957 geborene
X._
meldete sich am 5. Mai 2010 unter Hinweis auf die Folgen eines Motorradunfalls vom 10. Juli 2009 bei der Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung
an (Urk.
6/
1). Diese
zog die Akten des
Unfallversi
che
rers (Urk.
6/
4, Urk.
6/
9,
Urk.
6/
38
-
40
, Urk.
6/
66
) sowie
einen Auszug aus dem individuellen
Konto (Urk.
6/
10)
bei und holte Berichte der
Arbeit
geberin (Urk.
6/
12) sowie
der
behandelnden Ärzte (Urk.
6/
6, Urk.
6/
7
, Urk.
6/
26
)
ein. Sodann ordnete die IV-Stelle am 1. Oktober 2010 eine polydisziplinäre medizi
nische Abklärung durch die MEDAS
Y._
an (Urk.
6/
15).
Mit Eingabe vom 12. Oktober 2010
(Urk.
6/
17)
er
klärte der Versicherte, er sei mit der vor
ge
sehenen Abklärungsstelle nicht ein
ver
standen, und ersuchte die IV-Stelle um Erlass einer Ver
fügung, falls an der Abklärung durch das
Y._
festgehalten werde
.
In der Folge erging keine Verfü
gung. Am 1. November 2010
(Urk.
6/
20)
wurde er von der Abklärungsstelle zu ambulanten Unter
suchungen am 13. und 14. Dezember 2010 aufgeboten
.
Die hierauf erhobene Rechtsver
weigerungs
be
schwerde
vom 12. Dezember 2010 des Versicherten wies das Sozial
ver
sicherungs
gericht des Kantons Zürich mit
Ent
scheid
IV.2010.01197
vom 3.
Februar 2011
ab (Urk.
6/
35).
Die dagegen erho
bene Beschwerde wurde vom
Bundesgericht mit Urteil 9C_194/2011 vom 15. Septem
ber 2011 (Urk.
6/
44)
– unter Hinweis auf die in BGE
137 V 210 E.
3.4.2
(ergangen am 2
8.
Juni 2011)
postulierten Verfahrensrechte
–
ebenfalls abgewiesen.
1.2.
Am 12. Oktober 2011 (Urk.
6/
45) ersuchte der Versicherte die IV-Stelle unter Hin
weis auf den Entscheid des Bundesgerichts
9C_194/2011
vom 15. September 2011 (Urk.
6/
44 E. 3) um Kontaktnahme, damit sie sich auf eine Gutachterstelle einigen könnten. In der Folge liess er der IV-Stelle mit Schreiben vom 24. November 2011 (Urk.
6/
48) ein von ihm zuvor in Auftrag gegebenes inter
dis
ziplinäres Gutachten der
Z._
vom 28. März 2011 (Urk.
6/
47) zukommen und führte im nämlichen Schreiben aus, aufgrund des vorliegenden Gutachtens sei allenfalls von einer weiteren Be
gutachtung durch das
Y._
abzusehen. Am 8. Dezember 2011 (Urk.
6/
51) teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass eine medizinische Ab
klärung notwendig sei und die Untersuchung durch die Abklärungsstelle Rehaklinik
A._
, nament
lich durch Dr.
B._
, durchgeführte werde
.
N
achdem der Versicherte dagegen wiederum Einwände vorgebracht und die Notwendigkeit einer weiteren Begutachtung in Frage gestellt hatte (vgl. dazu
Schreiben vom 12. D
ezember 2011,
Urk.
6/
55
; Schreiben vom 7. res
pektive vom 25. Februar 2012, Urk.
6/
60 und Urk.
6/
64; Schreiben der
Z._
vom 30. Januar 2012, Urk.
6/
61
)
,
hielt die IV-Stelle mit Zwischen
verfügung vom 20. August 2012 (Urk.
6/
67) an der Begut
achtung in der Rehaklinik
A._
durch Dr.
B._
fest. Das Sozialversiche
rungsgericht des
Kantons Zürich
wies die gegen diese Zwischenverfügung erho
bene Beschwerde
mit
Entscheid
IV.201
2
.01
005
vom
2
6.
Juni 2013
ab (Urk.
6/
72
).
Auf die dagegen vor Bundes
gericht erhobene Beschwerde trat dieses mit Urteil 9C_601/2013 vom
1.
Oktober 2013 nicht ein (Urk.
6/
74).
1.3
Am 2
8.
November 2013 forderte die IV-Stelle
X._
auf, eine Bereitschaftserklärung betreffend die angeordnete Begutachtung in der Rehakli
nik
A._
durch Dr.
B._
zu unterzeichnen (Urk. 6/76). Die Parteien zogen in der Folge Vergleichsgespräche in Betracht (Urk. 6/77), wovon die IV-Stelle mit Email vom
8.
Januar 2014 wieder Abstand nahm (Urk. 6/80). Die IV-Stelle holte die aktuellen Akten des Unfallversicherers (Urk. 6/83 und Urk. 6/105) und Verlaufsberichte bei den behandelnden Ärzten ein (Urk. 6/92, Urk. 6/93 und Urk. 6/96). Mit Mitteilung vom
9.
Oktober 2015 (Urk. 6/108) gab sie dem Versi
cherten bekannt, dass eine polydisziplinäre Un
tersuchung in den Fachrichtun
gen Allgemeine/Innere Medizin, Orthopädie, Neurologie, Neuropsychologie und Psychiatrie notwendig sei. Ohne einen schriftlichen Gegenbericht werde sie eine nach dem Zufallsprinzip (
Art.
72
bis
der Verordnung über die Invalidenversiche
rung, IVV) ausgewählte Gutachterstelle mit der Untersuchung beauftragen. In der Beilage stellte die IV-Stelle dem Ver
sicherten die Fragen an die Gutachter
stelle zu (Urk. 6/106). Zudem räumte sie ihm die Möglichkeit ein, Zusatzfragen zu stellen (Urk. 6/108). Mit Eingabe vom 23. Oktober 2015 erklärte der Versi
cherte, dass er sich einer polydisziplinären Begutachtung widersetze, da die Zufallsplatt
form, so wie sie
zur Zeit
ausgestal
tet sei, nicht für eine unabhängige, objektive und wertneutrale Begutachtung garantieren könne. Gleichzeitig er
scheine auch der Fragenkatalog als inhaltlich nicht akzeptabel (Urk. 6/111). Daraufhin bestä
tigte die IV-Stelle die Durchfüh
rung der Begutachtung mit Zwischenverfügung vom
5.
November 2015 (Urk. 2). Das hiesige Gericht trat auf die dagegen vom Versicherten am
3.
Dezember 2015 erhobene Beschwerde mit Beschluss vom 12. Februar 2016 (Urk. 6/116) nicht ein (Verfahrensnummer IV.2015.01244). Auf die dagegen vor Bundesgericht erhobene Beschwerde trat dieses mit Urteil 9C_204/2016 vom 29. April 2016 nicht ein (Urk. 6/121).
1.4
Mit Verfügung vom 2
7.
Juni 2016 (Urk. 6/132) teilte die IV-Stelle
X._
mit, dass die Durchführung der Begutachtung bestätigt und die Gutach
terstelle nach Eintritt der Rechtskraft bekannt gegeben werde. Gleichzeitig wur
den die zu begutachtenden
Fachdisziplinen und die Gutachterpersonen mit
ge
teilt (Allgemeine/innere Medizin: Dr.
C._
; Neurologie: Dr.
D._
, Neuropsychologie:
E._
; Or
thopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates: Dr.
F._
sowie Psychiatrie und Psychotherapie:
G._
). Der Versicherte liess der IV-Stelle in der Folge ein weiteres von seinem Rechts
vertreter in Auftrag gegebenes inter
disziplinäres Gutachten der
Z._
zukommen (Gutachten vom 1
4.
April 2016, Urk. 6/134). Die IV-Stelle bestätigte den Eingang des Gutachtens mit Schreiben vom 1
4.
Juli 2016 und teilte mit, dieses werde geprüft und zu einem späteren Zeitpunkt darüber informiert, ob an einer Begut
achtung festgehalten werde (Urk. 6/138). Nach Prüfung des
Z._
-Gutachtens durch den Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der IV-Stelle ersetzte diese die Zwischenverfügung vom 2
7.
Juni 2016 (Urk. 6/132) durch die Zwischen
ver
fügung vom 26. Juli 2016 (Urk. 6/134). Sie hielt darin an der Begutachtung fest und verfügte deren Durchführung in der
H._
durch die bereits genann
ten Gutachterpersonen. Die dagegen am 2
5.
August 2016 (
Urk.
6/145/3-15) erhobene Beschwerde wies das hiesige Gericht mit Urteil vom 2
2.
Dezember 2016 (
Urk.
6/151/1-15) ab
(Verfahrensnummer IV.2016.00894)
.
Auf die dagegen vor Bundesgericht erhobene Beschwerde trat dieses mit Urteil 9C_159/2017 vom 2
1.
März 2017 (
Urk.
6/153) nicht ein.
1.5
Mit Schreiben vom
3.
April 2017 (
Urk.
6/154) ersuchte der Versicherte
die IV-Stelle um Sistierung des Verfahrens unter Hinweis auf einen Zivilprozess, in welchem ein Gutachten erstellt werden könnte, welches auch für das IV-Verfahren verwendet werden könnte. Die IV-Stelle lehnte dieses Ansinnen am 1
0.
April 2017 (
Urk.
6/157) ab und stellte den Fortgang der Abklärungen in Aus
sicht. Der Versicherte ersuchte hierauf am 1
2.
April 2017 (
Urk.
6/159) um Erlass einer anfechtbaren Verfügung. Am 2
0.
April 2017 (
Urk.
6/160) erfolgte die Vor
ladung des Versicherten durch die
H._
auf den 2., 1
1.
und 1
6.
Mai 201
7.
Am 2
4.
April 2017 (
Urk.
6/161) ersuchte der Versicherte erneut um Sistierung des Verfahrens sowie eventualiter um Erlass einer anfechtbaren Verfügung. In der Folge liess der Versicherte den ersten Termin verstreichen (
Urk.
6/162). Am
3.
Mai 2017 (
Urk.
6/164)
teilte die IV-Stelle dem Versicherten unter Hinweis auf die rechtskräftige Zwischenverfügung vom 2
7.
Juni 2016 (richtig: 26. Juli 2016, Urk. 6/134) mit, dass keine Verfügung ergehen werde und verlangte gleichentags (
Urk.
6/165) eine Bereitschaftserklärung des Versicherten bis zum
9.
Mai 2017 zur Begutachtung am 1
1.
und 1
6.
Mai 2017 sowie zum neuen Vereinbaren eines Termins für den verpassten vom
2.
Mai 201
7.
Dies unter dem Hinweis, dass bei Ausbleiben der Bereitschaftserklärung und Nichtwahrnehmung der Termine auf
grund der Akten entschieden werde, was Einstellen der Abklärungen
sowie Abweisung des Leistungsgesuches zu Folgen haben könne. Am
2.
Mai 2017 (
Urk.
6/166) hatte der Versicherte
erneut um Zustellung einer Verfügung betref
fend Verfahrenssistierung ersucht, worauf ihn die IV-Stelle
am
4.
Mai 2017 (
Urk.
6/167)
separat mit ihrem diesbezüglichen Schreiben vom
3.
Mai 2017 bediente.
Der Versicherte blieb den beiden ausstehenden Terminen fern (
Urk.
6/170-171).
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (
Urk.
6/173-174) wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 2
1.
Juni 2017 (
Urk.
2) ab.
2.
Hiergegen erhob der Versicherte am 2
4.
August 2017 (
Urk.
1) Beschwerde mit dem Antrag auf
Zusprache
einer ganzen Rente basierend auf einem Invaliditäts
grad von 100
%
(S. 2). Die IV-Stelle schloss am 2
8.
September 2017 (
Urk.
5
) auf Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am
1.
Oktober 2019 (
Urk.
7) zur Kenntnis gebracht wurde.
Dieser nahm am 1
6.
Oktober 2019 (
Urk.
8) Stellung, was der Beschwerdegegnerin am 2
8.
Oktober 2019 (
Urk.
9) zur Kenntnis gebracht wurde.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art. 43 Abs. 1 Satz 1 des B
und
esgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) prüft der Versicherungsträger die Begehren, nimmt die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor
und
holt die erfor
derlichen Auskünfte ein.
Soweit ärztliche oder fachliche Untersuchungen für die Beurteilung notwendig
und
zumutbar sind, hat sich die versicherte Person diesen zu unterziehen (Art. 43 Abs. 2 ATSG).
1.2
Kommen die versicherte Person oder andere Personen, die Leistungen bean
spruchen, den Auskunfts-
und
Mitwirkungspflichten in unentschuldbarer Weise nicht nach, so kann der Versicherungsträger aufgr
und
der Akten verfügen oder die Erhebungen einstellen
und
Nichteintreten
beschliessen
; er muss diese Perso
nen vorher schriftlich
mahn
en
und
auf die Rechtsfolgen hinweisen; ihnen ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen (Art. 43 Abs. 3 ATSG).
1.3
Gemäss
Art. 7b Abs. 1 des B
und
esgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) können Leistungen der Invalidenversicherung nach Art. 21 Abs. 4 ATSG gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person den Pflichten nach Art. 43 Abs. 2 ATSG nicht nachgekommen ist. Insbesondere kann der Versicherungs
träger gegebenenfalls das von der versicherten Person eingereichte Gesuch mit der Begründung abweisen, der Sachverhalt, aus dem diese ihre Rechte ableiten wolle, sei nicht erwiesen (Urteil des B
und
esgerichts 8C_733/2010 vom 10. Dezember 2010 E. 3.1 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre leistungsabweisende Verfügung
(
Urk.
2)
damit,
mit in Rechtskraft erwachsener Zwischenverfügung sei eine Begutachtung in der
H._
angeordnet, die Termine seien jedoch trotz durchgeführtem Mahn- und
Bedenkzeitverfahren
nicht wahrgenommen worden. Damit sei der Beschwer
deführer seiner Mitwirkungspflicht nicht nachgekommen, weshalb aufgrund der Akten zu entscheiden sei. Da unklar sei, wie sich die gesundheitliche Situation auf die Arbeitsfähigkeit auswirke, könnten keine Leistungen ausgerichtet werden.
2.2
Der Beschwerdeführer hielt dagegen, es lägen eine Vielzahl von medizinischen Berichten vor, welche sich über den Gesundheitszustand sowie die Arbeitsfähig
keit aussprächen. Es lägen genügend Arztberichte vor, die es der Beschwerdegeg
nerin erlaubten, die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit einzuschätzen
(
Rz
22).
3.
3.1
Vorwegzuschicken ist, dass der Beschwerdeführer in Bezug auf seine Kritik an der
H._
und namentlich an deren Geschäftsführer
Dr.
I._
(
Urk.
1
Rz
25 ff.) nicht zu hören ist. Das Sozialversicherungs- sowie das Bundesgericht bestätigten die Zwischenverfügung der Beschwerdegegnerin vom 26. Juli 2016 (Urk. 6/134,
Urk.
6/151/1-15 und
Urk.
6/153), mit welcher eine Begutachtung in der
H._
angeordnet worden war. Es handelt sich um eine
res
iudicata
, welche im vorliegenden Prozess nicht mehr thematisiert werden kann.
3.2
Sodann ist zu konstatieren, dass die Beschwerdegegnerin das Mahn- und
Bedenk
zeitverfahren
korrekt durchführte. Dem Beschwerdeführer war mit Zugang des Urteils
des Bundesgerichts vom
2
1.
März 2017 (
Urk.
6/153) klar, dass er sich der angeordneten Begutachtung zu unterziehen hat. In der Folge liess er den ersten Untersuchungstermin verstreichen, worauf die Beschwerdegegnerin
am
3.
Mai 2017
das Mahn- und
Bedenkzeitverfahren
einleitete, den Beschwerdeführer konkret aufforderte, die beiden ausstehenden Untersuchungstermine wahrzuneh
men und einen Ersatztermin für den verpassten zu verabreden. Gleichzeitig wies sie ihn auf die Folgen einer Weigerung hin (
Urk.
6/165). Auch die Bedenkzeit von weniger als einer Woche zur Unterzeichnung der Bereitschaftserklärung respek
tive von gut einer Woche bis zum nächsten Untersuchungstermin war angemes
sen, denn dem Beschwerdeführer war
seit über einem Monat
klar, dass er sich der Begutachtung zu unterziehen hatte.
Dass der Beschwerdeführer die Sistierung des Verwaltungsverfahrens beantragt hatte, ändert hieran nichts. Es bestand kein Rechtsanspruch auf Verfahrenssistierung und die Gerichte hatten die Zulässigkeit der Begutachtung in der
H._
bestätigt. Es war i
h
m klar, dass er der Auffor
derung zur Begutachtung Folge leisten musste und welches die Folgen seiner Weigerung wären.
3.3
Nach dem Gesagten ist eine Verletzung der Pflicht zur Mitwirkung an Unter
suchungen
gemäss
Art. 43 Abs. 2 ATSG vorliegend gegeben. Da auch das
Mahn
-
und
Bedenkzeitverfahren
korrekt durchgeführt wurde (E. 3.2),
durfte die Beschwerdegegnerin aufgrund der Akten entscheiden. Dabei ist zu beachten, dass die Leistungsverweigerung insofern nicht zu beanstanden ist, als sich aus den Akten nicht eindeutig ergibt, dass der Beschwerdeführer
massgeblich
in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist.
Denn n
ach der Rechtsprechung führt das unentschuldbare Nichtnachkommen der
Auskunfts- o
der
Mitwirkungspflicht
,
in
dem d
ie
versicherte Person
die Ausführungsorgane
der
In
validenversicherung daran h
inder
t, den rechtserheblichen Sachverhalt festzustellen,
zu
e
in
e
r
Umkehr
der
Beweislast.
Mithin ist es
gr
und
sätzlich Aufgabe
der
Verwaltung,
die An
sp
ruchsgrundlagen abzuklären. B
ei e
in
er schuldhaften Verletzung
der
Mitwir
kungspflicht durch die versicherte Person
wird dies
verunmöglicht.
In
e
in
em solchen Fall obliegt es dieser,
den Sachverhalt
nachzuweisen (Urteil des B
und
es
gerichts 8C_733/2010 vom 1
0.
Dezember 2010 E. 3.2 mit H
in
weisen).
Anzufügen bleibt, dass die Beschwerdegegnerin auch Nichteintreten hätte
bes
chliessen
und ungeachtet einer v
ertieften Prüfung der Aktenlage jegliche Leistungen hätte verweigern können.
3.4
Angesichts des Unfalls vom 1
0.
Juli 2009 und der Anmeldung bei der Invaliden
versicherung im Mai 2010 stehen Rentenleistungen ab
1.
November 2010 (
Art.
29
Abs.
1 IVG) in Frage.
4.
4.1
Der Beschwerdeführer verunfallte
am 1
0.
Juli 2009 auf seinem Motorrad, als eine Autolenkerin den Vortritt missachtete und es zur Kollision kam (
Urk.
6/119/929).
Dabei erlitt er e
ine offene Unterschenkelfraktur
, welche im Universitätsspital
J._
operativ versorgt wurde (
Urk.
6/119/920).
4.2
Die Fachpersonen des
J._
stellten in ihrem Bericht über das
Arbeitsassessment
vom 2
0.
Oktober 2010 (
Urk.
9/119/670-676) folgende Diagnosen
(S. 2)
:
1.
Verdacht auf neuropathischen Schmerz DD Narbenneurom Unterschenkel rechts
-
nach offener Unterschenkelfraktur rechts (
Gustillo
3c) mit Durchtrennung der A.
tibialis
posterior
-
1
0.
Juli 2009
Débridement
m
it Defektdeckung, Anlage
eines F
ixateur
externe
-
1
2.
Juli 2009
Débridement
, Entfernung Fixateur externe, Plattenos
teosynthese Tibia und VAC-Neuanlage Unterschenkel rechts
-
1
5.
Juli 2009
Débridement
, Defektdeckung mittels freier muskulärer
Latissimus
dorsi
Lapppenplastik
von links mit End-zu
-
End Anasto
mose der A./V.
thoracodorsalis
an die A.
tibialis
posterior
und ihre Begleitvene; Deckung der muskulären Lappenplastik mit
Mèche
-Spalthaut
-
mit partiell konsolidierter dislozierter
Fibulafraktur
rechts (Röntgen vom 1
5.
Jui
2010)
2.
Periarthropathia
Genu
rechts
-
Status nach medialer
Meniskushinterhornläsion
Knie rechts,
Chondro
malazie
femoropatellares
Gleitlager Grad I-II und Grad I mediales Kompartiment
-
4.
November 2009 Kniearthroskopie rechts mit
Teilmeniskektomie
mediales
Meniskushinterhorn
rechts, Knorpelglättung bei
Chondrose
3.
Zustand nach Sattelgelenk-
Arthrodese
Daumen links am
8.
Februar 2010
-
bei Status nach initial konservativ behandelter Sattelgelenksluxation Daumen links
-
2
1.
September 2009
Ligamentplastik
nach
Br
unelli
bei Bandinstabilität im
Daumensattelgel
e
nk
-
mit Ausbildung einer sekundären Sattelgel
e
nksarthrose linker Daumen
4.
Chronisches
zervikozephales
Schmerzsyndrom
-
mit Spannungskopfschmerzen und gerichteten Schwindelattacken bei Kopfdrehbew
e
gungen nach links sowie bei Flexion/Extension der HWS
-
nach anamnestisch kombinierter Kopfkontusion parietal rechts (Helm getragen) und axialem HWS-Stauchungstraum
a
s mit komb
inierter Rota
tion und Lateralflexio
n der HWS nach links
-
neurologisch ohne Hinweise für traumatische Hirnverletzung (MRI
Neu
rocranium
2
3.
November 2009 und neurologische Unters
uc
hung
Dr.
K._
, am
3.
Dezember 2009)
-
mit leichter neuropsychologischer Funkti
onsstörung (3
0.
November 2009, R
ehaklinik
A._
)
-
bei v
orbestehenden mehrsegmentalen ve
ntralen und dorsalen
Spondylo
phyten
betont C6/7 mit Einengung des
Subarachnoidalraumes
und Dural
sackes ohne
Myelonschädigung
,
Osteochondrose
und
Spondylar
th
rose
ohne gesicherte
ossäre
oder
ligamentäre
Läsionen (Funktionsaufnahmen der HWS am 1
8.
Aug
ust 2009 und MRI HWS am
7.
Septe
mber 2009)
-
mit
rotatorischer
Fehlstellung C2-4 nach links,
Spondylarthrose
C2/3, leichte
Protrusionen
der Bandscheiben C2/3 und C3/4 (CT obere HWS vom 2
8.
Mai 2010)
5.
Chronisches
Thorako
- und
Lumbovertebralsyndrom
-
nach HWS-Kontusion am 1
0.
Juli 2009 und Status nach
Latissimus
dorsi
Lappenplastik links 1
5.
Juli 2009
-
mit muskulärer
Dysbalance
und
Dekonditionierung
6.
Verdacht auf depressive Entwick
l
ung und/oder posttraumatische Belastungs
störung
Die Fachpersonen führten aus, rein aufgrund der Teilresultate gebe es aus rheu
matologischer Sicht keine Argumente, die gegen eine mittelfristig ganztägige Wiederaufnahme der ang
e
stammten vorwiegend sitzenden Tätigkeit sprechen würden. Allerdings lasse sich nicht ausschliessen, dass dabei eine bleibende Leistungsminderung resultieren könnte. Für eine überwiegend sitzende Tätigkeit könnte bei vollzeit
iger Arbeit aufgrund der neuro
pathischen Schmerzen im rechten Bein, der Beschwerden am linken Daumen sowie der Nackenbeschwerden eine Leistungsminderung von etwa 20
%
aus den direkten Unfallfolgen am Bewegungsapparat
resultieren. Aufgrund weiterer mitte
ls durchgeführter Test
s nicht sicher quantifizierbarer Probleme (Schwindel, neuropsychologische Defi
zite, psychische Problematik) bestehe aber aktuell sehr wahrscheinlich eine über das aus rein rheumatologischer Sicht
attestierbare
Mass hinausgehende Ein
schränkung der
Arbeitsfähigkeit. Zur Beurteilung und Quantifizierung dieser Komponenten des Beschwerdebildes empfehle sich eine
neurootologische
, neuro
logische und psychiatrische Beurteilung.
Nach einer schrittweisen Wiedereingliederung sei längerfristig aus rein rheuma
tologischer Sicht eine ganztägige Präsenz bei der Arbeit (mit möglicher Leistungs
einbusse) in der bisherigen Arbeitstätigkeit zu erwarten. Unter zusätzlicher Berücksichtigung der übrigen Faktoren könnte allerdings eine deutlich höhere Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zurückbleiben.
In Bezug auf eine angepasste Tätigkeit
(Gewichtshantierungen 5 bis maximal 10 kg) gingen die Fachpersonen des
J._
von denselben Parametern aus, wobei sie
eine sofortige
Arbeitsfähigkeit attestierten und ein
e
Leistungsminderung aus rheumatologischer Sicht von bis zu 20
%
als begründbar erachteten respektive eine allenfalls höhere unter Berücksichtigung der weiteren Faktoren (S. 5).
4.3
Die zuständigen Ärzte des
J._
, Interdisziplinäres Zentrum für Schwindel und Gleichgewichtsstörungen
,
führ
ten in i
h
re
m Neuro-Otologie-Bericht vom
4.
Februar 2011 (
Urk.
6/119/617-618) aus, die Schwindelbeschwerden ent
sprächen am ehesten einem multifaktoriellen Schwindel
,
der als Unfallfolge und durch die Bewegungseinschränkungen im Bereich der rechten unteren Extremität
bedingt
und als Gangunsicherheit gewertet werden
könne
; anderseit
s
möglicher
weise auch
cerebellär
polyneuropathisch. Des Weiteren zeige sich eine diskrete vestibuläre Unterfunktion auf der linken Seite, die möglicherweise als
Contusio
labyrinthi
links gewertet werden könne.
4.4
Dr.
L._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, welcher den Beschwerdeführer seit August 2010 betreut, diagnostizierte in seinem Bericht vom 2
9.
Dezember 2010 (
Urk.
6/119/638-641) eine posttraumatische Belastungsstörung sowie eine Anpassungsstörung nach Verkehrsunfall vom 1
0.
Juli 200
9.
Aufgrund eingeschränkter Belastbarkeit, Ängsten und Schreckhaf
tigkeit, regelmässiger Flashbacks, rascher Ermüdbarkeit und ausgeprägtem sozialem Rückzug sei an eine Tätigkeit im bisherigen Beruf zurzeit nicht zu den
ken. Die Symptome seien mittelgradig bis schwer ausgeprägt (S. 3).
4.
5
Suva Versicherungsmediziner
Dr.
M._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
führte in seiner Beurteilung vom 1
9.
Januar 2012 (
Urk.
6/119/517-525) aus, eine PTBS sei auf der Grundlage von ICD-10 nicht aus
reichend begründet. Sowohl das Unfallereignis selber, wie die Latenz bis zum Auftreten der Symptome entsprächen
nicht den Kriterien. Die Diagnose gründe praktisch ausschliesslich auf den subjektiven Angaben des Beschwerdeführers ein Jahr nach dem Unfall. Es gebe zwar Hinweise auf psy
c
hi
s
che Belastungen in der Biografie des Beschwerdeführers, diese erfüllten jedoch offenbar nicht das Krite
rium einer eigenständigen psychiatrischen Diagno
s
e, die im Zusammenwirken mit dem Unfallereignis zu einer schweren und anhaltenden Schädigung geführt hätte. Eine Anpassungsstörung, also Zustände von subjektivem Leiden und emotionaler Beeinträchtigung während des Anpassungsprozesses nach einem belastenden Lebensereignis
,
sei aufgrund der Akten nachvollziehbar. Auch wenn diese Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion einhergehe, so wäre zu erwarten, dass der Zustand nach circa zwei Jahren im Wesentlichen abgeklungen sei (S. 9)
4.
6
Suva-Kreisärztin
Dr.
N._
, Fachärztin für Chirurgie FMH, diagnostizierte in ihrem Bericht vom 1
3.
Januar 2014 (
Urk.
6/119/315-322) (1) Restbeschwerden und noch nicht vollständig konsolidierte
Refraktur
des
Tibiaschaftes
rechts April 2013 bei Status nach Osteomyelitis Tibia rechts April 2012, Status nach Pseu
doarthrose und Revision und Osteosynthese Fibula rechts Januar 2012 bei Status nach komplizierter
drittgradig
offener Unterschenkelfraktur rechts mit Plattenos
teosynthese und
Latissimus
dorsi
Lappenplastik Juli 2009 sowie (2) einen Status nach
Arthrodese
im Daumensattelgelenk.
Sie führte aus, seit der letzten kreisärztlichen Untersuchung im April 2011 sei es zu erneuten Operationen im Bereich des rechten Unterschenkels bei Pseudoarth
rose im Bereich der
Fibulafraktur
mit abschliessender Osteomyelitis des
Tibia
sch
a
ftes
und
Refraktur
des
Tibiaschaftes
im April 2013 gekommen. Mittlerweile gebe der
Beschwerdeführer
an, dass er vom Körperlichen her wieder in etwa auf dem gleichen Stand sei wie bei der kreisärztlichen Untersuchung. Bezüglich den Ganzkörperschmerzen habe sich an der Gesamtsituation keine Veränderung ergeben. Er sei sehr stressanfällig und wetterfühlig. Ebenso sei auch die psychi
sche Situation insgesamt unverändert. Er habe immer noch Mühe, das Haus zu ver
l
assen und sich unter Menschen zu begeben, dies führe zu vermehrtem Stress und zu vermehrten körperlichen Beschwerden.
Bei der aktuellen klinischen Untersuchung habe sich der Befund bezüglich des linken Daumensattelgelenks nicht verändert. Es hätten die gleichen Befunde reproduziert werden können, lediglich die G
reiff
unktion und Kraft habe sich im Verlauf leicht verbessert. Bezüglich rechter Unterschenkel liege eine reizlose Situation vor, bei unauffälligen angrenzenden Gelenken und guter Beweglichkeit in Hüft-, Knie- und
Sprunggelenk. Der
Beschwerdeführer
habe Mühe, beim Gehen mit dem rechten Bein zu stabilisieren und auch die
Propriozeption
im Seitenver
gleich sei vermindert. Aufgrund der zu dokumentierenden Umfangmasse sei auch eine mässige Muskelatrophie zu beschreiben. In Anbetracht der Krankenge
schichte und des Verlaufs liege aus somatischer Sicht ein passabler Reh
a
bilita
tionsbefund vor und mit weiterem Training sollte eine weitere Verbesserung der Gehfähigkeit erreicht werden (S. 7).
Zur Arbeitsfähigkeit führte
Dr.
N._
aus, aus rein somatischer Sicht schätze sie den
Beschwerdeführer
in einer leichten bis mittelschweren, wechselbelastenden, überwiegend sitzender Tätigkeit, ohne Zwangspositionen mindestens 50
%
arbeitsfähig ein. Bezüglich des linken Daumens habe sich die Gesamtsituation nicht verändert, sodass weiterhin bei ei
ner manuellen Tätigkeit leichte
Einschrän
kungen für sehr feine Gegenstände bestünden (S. 8).
4.
7
Die Ärzte der
Z._
führten in ihrem Gutachten vom 1
4.
April 2016 (
Urk.
6/135) aus (S. 57 f.), bei der ersten polydis
ziplinären Begutachtung des
Beschwerdeführer
s im Jahr 2011 (
Urk.
6/136) habe festgestellt werden müssen, dass das schwere Polytrauma 2009 zu ganz ausge
prägten Defiziten und schmerzhaften Beschwerden geführt habe. Dazu gehörten insbesondere die durchgemachte schwere Beinverletzung rechts, die erlittene leichte traumatische Hirnverletzung, die Handgelenksverletzung an der linken Hand und die ausgeprägte posttraumatische Belastungsstörung. In der Zwischen
zeit habe sich bei einem Arbeitsversuch am alten Arbeitsplatz gezeigt, dass die ganze Palette der unfallbedingten Beschwerden die Arbeitsfähigkeit noch wesent
lich mehr beeinträchtige, als damals erwartet. Insbesondere seien die global stark reduzierte Belastbarkeit, der inadäquate Einsatz der linken Hand (fehlende Kraft für die notwendigen Bewegungen und Haltefunktionen) sowie eine nur sitzend mögliche Tätigkeit so limitierend, dass nur stundenweise Arbeitseinsätze mit reduzierter Leistung pro Zeiteinheit resultiert hätten.
In der Folge der schweren Unterschenkelverletzung hätten sich eine chronische Osteomyelitis beziehungsweise
Osteitis
, das heisst eine grundsätzlich schwer behandelbare Entzündung im rechten Schienbein, wie auch Entzündungen in den ursprünglich implantierten Haut- und Muskellappen (zur Deckung der schweren Wunddefekte) entwickelt. Diese hätten im Herbst 2011-2015 zu zahlreichen stationären Behandlungen mit diversen neuen Operationen und monatelanger Ruhigstellung und diversen langen Immobilisierungen geführt. Zusätzlich sei es dann 2012 auch zu einem Herzinfarkt gekommen, dessen Folgen jedoch im Ver
gleich mit
allen weiteren unfallbedingten Verletzungen und Behinderungen weit in den Hintergrund gerückt seien. Die ganze Entwicklung habe eindeutig und nachvollziehbar die erheblichen psychoreaktiven Beschwerden (posttraumatische Belastungsstörung und rezidivierende depressive Episoden
)
weiter unterhalten und zeitweise verstärkt.
Die Diagnose der (schweren) posttraumatischen Belastungsstörung sei bereits 2011 gestellt, in der Folge aber in inakzeptabler Weise durch die Versicherungs
psychiatrie der Suva in Abrede gestellt worden. An dieser Diagnose sei auch heute in keiner Art und Weise zu zweifeln, die gleiche Diagnose werde auch durch den seit Jahren behandelnden und allgemein anerkannten Psychiater
Dr.
L._
gestellt und durch die psychiatrischen Kollegen der Universität Zürich bestätigt.
Zusammenfassend habe sich damit die gesamte Situation insbesondere wegen der chronischen Knochenentzündungen seit der
Z._
-Begutachtung 2011 noch ver
schlechtert, obwohl sich nun in den letzten Monaten erfreulicherweise eine gewisse Stabilisierung abgezeichnet habe. Erfahrungsgemäss müsse auch länger
fristig noch mit Rezidiven namentlich der chronischen Knochenentzündungen gerechnet werden.
Die Ärzte attestierten bis heute eine vollständige Arbeitsunfähigkeit, welche für die angestammte Tätigkeit als spezialisierter Flugzeugmechaniker sicher als dauernd zu betrachten sei. Für eine Verweistätigkeit in einem geschützten Rah
men mit vermehrten Pausen, sitzend auszuführen und in ruhiger Umgebung ohne irgendwelche Hektik, bestehe heute lediglich eine partielle Arbeitsfähigkeit im Rahmen von 10–20
%
zu therapeutischen Zwecken.
5.
5.1
Die unterschiedlichen Einschätzungen der Folgen des Unfalls wie auch allfälliger krankhafter Gesundheitsschädigungen zeigen, dass die medizinische Seite, welche Basis für den Entscheid über die Ansprüche des Beschwerdeführers auf Leistun
gen der Beschwerdegegnerin bildet, unklar ist.
So gingen etwa die
J._
-Fachleute nach dem
Arbeitsassessment
vom Oktober 2010 davon aus, dass in einer ang
e
passten Tätigkeit eine vollumfängliche Arbeitsfähigkeit bestehe bei Leistungsminderung von bis zu 20
%
(E. 4.1). Mit dieser Formulierung liessen sie offen, ob überhaupt eine Leistungsminderung besteht. Sodann verwiesen sie auf weitere (gesundheitliche) Faktoren, welche sie nicht näher beurteilen konnten.
Die im Februar 2011 abgeklärten Schwindel
beschwerden waren nicht dergestalt, dass deswegen eine Arbeitsunfähigkeit attestiert worden wäre (E. 4.3).
In Bezug auf die thematisierte Diag
n
ose einer posttraumatischen Belastungsstörung (E. 4.4) finden s
ich in den Akten auch fundierte
Gegenstimmen, welche nicht auf eine ausgewiesene Arbeitsunfähigkeit schlossen (E. 4.5). Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychischen Gründen ist mithin wohl möglich, aber nicht belegt.
Auch im Rahmen des weiteren Verlaufs finden sich Hinweise auf zum Teil erheb
liche gesundheitliche Störungen, ohne dass indes den Akten ein verlässlicher Arbeitsunfähigkeitsgrad zu entnehmen wäre.
So unterzog sich der Beschwerde
führer ab 2011 zahlreichen Operationen, doch verliefen diese allesamt erfolgreich und finden sich keine längerdauernden Arbeitsunfähigkeiten. Wohl zeigte sich Ende 2011 eine Lockerung des
fibularen
Osteosynthesematerials
, doch wurde hieraus nich
t
auf eine Arbeitsun
f
ähigkeit geschlossen (
Urk.
6/119/579-581,
Urk.
6/119/533-535). Die Entfernung des
Osteosynthesematerials
erfolgte vorerst problemlos (
Urk.
6/119/504-506), in der Folge war
en Anfang 2012
woh
l
auf
grund von Infektionen zwei
Débridement
s
nötig, hierunter konnte die Situation indes kontrolliert werden (
Urk.
6/119/470-472). Die Entfernung des
Zement
spacers
sowie Defektauffüllung Tibia mittels
Spongiosaplastik
und
Allograft
im Juli 2012 verlief komplikationslos. Auf welche Art Tätigkeit sich die attestierte Arbeitsunfähigkeit (vom
3.
Juli bis
4.
Oktober 2012) bezieht, ist nicht klar (
Urk.
6/119/433-435).
Eine im Mai 2013 erlittene
Refraktur
des
Tibiaschaftes
wurde konservativ behandelt, der Beschwerdeführer war problemlos
m
obilisier
bar und schmerzkompensiert (
Urk.
6/119/359-360). Im Laufe des Jahres war bei nahezu ständiger Schmerzfreiheit eine Vollbelastung möglich (
Urk.
6/119/330). Eine weitere Revisionsoperation
Ende 2014 verlief ebenfalls erfolgreich (
Urk.
6/119/231-232 und
Urk.
6/119/171-174). Wiederum bleibt unklar, auf welche Tätigkeit sich die attestierte Arbeitsunfähigkeit von «Weiterhin 100
%
» bezieht. Im Mai 2015 zeigte sich röntgenologisch eine gute Konsolidierung des Knochens. Die attestierte Arbeitsunfähigkeit von 100
%
wurde erneut weder erläutert noch begründet (
Urk.
6/119/205).
Im Juli 2016 (
Urk.
6/142/1-3) schil
derte der Beschwerdeführer als Hauptproblem eine Instabilität im Sprunggelenk. Der Befund zeigte am Unterschenkel gut verheilte Narben
mit ansonsten unauf
fälligen Verhältnissen. Die Bildgebung zeigte ein intaktes
Osteosynthesematerial
in situ bei abgrenzbaren Frakturspalten mit leicht progredienter
Kallusbildung
sowie eine inhomogene Darstellung des mittleren
Zementspacers
des
Tibiaschaf
tes
sowie teils verdickter
Corticalis
. Die Ärzte
bezeichneten die progrediente Konsolidierung und Verknöcherung der Tibia sowie der Fibula als erfreulich. Die att
e
stierte vollumfängliche Arbeit
s
unfähigkeit (über den Hausarzt und Psychiater) wurde wiederum nicht begründet oder spezifiziert.
5.2
Wie es sich
mit der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers - namentlich im Ver
lauf -
verhält, kann nicht
rechtsgenüglich
bestimmt werden. Auch wenn zahl
reiche Hinweise vorliegen, dass der Beschwerdeführer in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist respektive im zeitlichen Verlauf war, ist dies nicht in nachvoll
ziehbarer Weise
b
elegt. Die von der Beschwerdegegnerin angeordnete Expertise hätte genau diese Fragen klären sollen. Mit der Weigerung des Beschwerdefüh
rers, an der Begutachtung mitzuwirken, hat er die gesetzlich vorgesehene Beweis
erhebung (
Art.
69
Abs.
2 IVV) vereitelt
und damit die Erwirkung eines notwen
digen Beweismittels für den Entscheid in der vorliegenden Streitsache.
Dass die Akten einen eindeutigen Schluss zulassen würden, ist nicht der Fall. Die im Verlauf attestierten Arbeitsunfähigkeiten wurden weder begründet noch wurde überhaupt nach angestammter respektive angepasster Tätigkeit unterschie
den. Es fehlt insbesondere an einer Auseinandersetzung mit den Ressourcen des Beschwerdeführers und dem Umstand, dass hauptsächlich die Beinproblematik Beschwerdeursache bildet und damit einherge
he
nd
, welche vorwiegend sitzend auszuübenden Tätigkeiten (sowie in welchem Pensum) in Frage kommen.
Dass sodann
die Herzerkrankung zu einer längerdauernden Arbeitsunfähigkeit geführt hätte, ist nicht erstellt (
Urk.
6/142/6-8).
Die Parteigutachten der
Z._
vermögen eine Einschränkung der Arbeitsfähig
keit ebenfalls nicht
rechtsgenüglich
zu belegen. Die Expertisen erschöpfen sich im Wesentlichen in der Darlegung der bekannten Aktenlage und der subjektiven Beschwerdeschilderungen des Beschwerdeführers und setzen sich nicht mit den abweichenden Einschätzungen, namentlich der Suva-Kreisärzte, auseinander. Weiter wurde die erhebliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nicht in nach
vollziehbarer Weise begründet.
Etwelche
Annahmen und Festlegungen
von Arbeitsunfähigkeiten durch das
Gericht wären rein spekulativ und nicht medizinisch begründet.
Hieran ändert auch der Umstand nichts, dass der Unfallversicherer Taggelder entrichtet hat. Denn daraus kann für das invalidenversicherungsrechtliche Verfahren nicht auf eine medizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit geschlossen werden.
5.3
Damit ergibt sich, dass ein Entscheid aufgrund der Akten einen Rentenanspruch des Beschwerdeführers nicht
rechtsgenüglich
ausweist. Damit erweist sich die
leistungsverweigernde Verfügung als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6.
6.1
Am 1
6.
Oktober 2019 (
Urk.
8) brachte der Beschwerdeführer vor, er habe sich begutachten lassen und erwähnte ein Gutachten der MEDAS
O._
, welches «auch für das IV-Verfahren» beweiskräftig sei. Es sei nicht ersichtlich, weshalb dem Beschwerdeführer weiterhin Leistungen der IV versagt bleiben soll
ten.
6.2
Der Beschwerdeführer dokumentierte seine Ausführungen nicht. Anzunehmen ist, dass es sich beim erwähnten Gut
a
chten um
ein von der
Suva
eingeholtes handelt, obwohl sich die Suva ursprünglich bei der
Klinik
P._
um eine Expertise bemüht hatte (
Urk.
6/119/15-18).
Wie es sich damit verhält, kann offenbleiben, da sich die Überprüfungsbefugnis des Gerichts nur bis zum Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung erstreckt. Dass bis zu diesem Zeitpunkt eine durch die Verwaltung angeordnete Begutachtung durchgeführt worden wäre, wurde zu keinem Zeitpunkt geltend gemacht.
Anzufügen bleibt, dass die Verfahrensleitung dem jeweiligen Versicherungsträger obliegt. Ob eine nachträglich durch die Suva durchgeführte Begutachtung das Versäumnis des Beschwerdeführers hinfällig werden lässt und die Beschwerde
gegnerin einen Leistungsanspruch ab Auf
g
abe der Weigerung zu prüfen hat oder ob Anspruch auf eine solche Prüfung erst nach Aufgabe der Weigerung besteht, sich durch eine durch die Beschwerdegegnerin im Verfahren nach
Art.
72
bis
IVV bestimmte Stelle begutachten zu lassen, ist nicht in diesem Verfahren zu ent
scheiden.
7
.
Die
Verfahrenskosten
gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr.
8
00.-- festzusetzen und
ausgangsgemäss
de
m Beschwerdeführer
aufzuerlegen.