Decision ID: 87c2346b-f9ee-5fbb-98c6-36f8520a2686
Year: 2008
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
K._,
Rekurrent,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Lukas Bühlmann, Grossfeldstrasse 45,
7320 Sargans,
gegen
Sicherheits- und Justizdepartement des Kantons
St. Gallen, Oberer Graben 32, 9001 St. Gallen,
Vorinstanz,
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betreffend
Entschädigung
Sachverhalt:
A.
A.a Am 5. Januar 2005 wurde K._ Opfer einer Schlägerei (act. G 5.1.1b). Dabei erlitt
er eine Fraktur des kleinen linken Fingers, eine leichte Hornhautverätzung an beiden
Augen durch den Einsatz von Pfefferspray sowie Flanken- und Hüftprellungen
(act. G 5.1.4.2; 5.1.11). Mit Strafmandat des Verhöramts des Kantons Glarus vom
30. November 2005 wurde einer der Angreifer aufgrund dieses Vorfalls wegen
Raufhandels schuldig gesprochen (act. G 5.1.1b), ein weiterer Angreifer mit
Bussenverfügung vom 19. Mai 2005 der Jugendanwaltschaft des Kantons Glarus
(act. G 5.1.1c). Gegen K._ selber wurde kein Strafverfahren wegen Beteiligung am
Raufhandel eröffnet (act. G 5.2).
A.b Nach Einreichung eines vorsorglichen Gesuchs am 3. Januar 2007 (act. G 5.1.1; G
5.1.1a) stellte K._, vertreten durch Rechtsanwalt Lukas Bühlmann, Sargans, am
30. November 2007 und 30. Januar 2008 beim Sicherheits- und Justizdepartement des
Kantons St. Gallen ein Gesuch um Ausrichtung einer Entschädigung von insgesamt
Fr. 12'001.20 (Krankenkassenselbstbehalte: Fr. 451.--; Fahrkosten: Fr. 560.20;
Fahrzeugreinigung: Fr. 1'090.--; Schulgeld: Fr. 9'900.--) und einer Genugtuung von
Fr. 1'000.-- (act. G 5.1.4; G 5.1.12).
A.c Mit Verfügung vom 16. April 2008 hiess das Sicherheits- und Justizdepartement
den Antrag bezüglich der Krankenkassenselbstbehalte und der Fahrkosten gut
(insgesamt Fr. 1'011.20), lehnte jedoch neben der Genugtuung auch die Entschädigung
für die Fahrzeugreinigung und das Schulgeld ab. Zu Letzterem führte es aus, die A._
Schule Zürich, bei welcher der Gesuchsteller eine Ausbildung (Informatiklehre/
Applikationsentwickler) absolviert habe, habe zwar mit Rechnung vom 29. November
2007 einen Betrag von Fr. 9'292.45 für die Zeit von August 2004 bis Juni 2005
gefordert (Fr. 9'900.--, abzüglich geleisteter Betrag von Fr. 607.55; act. G 5.1.4.10). Mit
Schreiben vom 10. Januar 2005 habe die Schule jedoch mitgeteilt, dass eine
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Prüfungsverschiebung bei Vorlage der entsprechenden Arztzeugnisse möglich
gewesen wäre. Diese habe der Gesuchsteller offensichtlich nicht eingereicht – ebenso
wenig wie im Straf- oder im vorliegenden Opferhilfeverfahren –, womit weder Umfang
noch Dauer einer allfälligen Beeinträchtigung bei der Informatikausbildung
ausgewiesen seien. Es erscheine höchst unwahrscheinlich, dass der Gesuchsteller
seine Ausbildung wegen eines gebrochenen kleinen Fingers und einer leichten
Hornhautreizung habe abbrechen müssen. Offenbar habe es noch andere Gründe für
den Abbruch gegeben. Der adäquate Kausalzusammenhang zwischen den durch die
Straftat erlittenen Verletzungen und dem Abbruch der Ausbildung mit den damit
verbundenen Kosten sei nicht rechtsgenüglich erstellt. Die Schadensposition von
Fr. 9'900.-- falle daher nicht unter den im Rahmen von Art. 12 Abs. 1 OHG zu
ersetzenden Schaden (act. G 1.1).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich der Rekurs vom 30. April 2008 (act. G 1) mit
ergänzender Begründung vom 9. Juni 2008 mit den Anträgen, Ziffer 1 der
angefochtenen Verfügung (in der die Entschädigungssumme mit Fr. 1'011.20 beziffert
wird) sei aufzuheben und dem Rekurrenten eine Entschädigung von Fr. 10'911.20
auszurichten, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Die erlittenen Verletzungen des
Rekurrenten seien adäquat kausal für die Schadensposition von Fr. 9'900.--
(Schulgeld); daher sei die Entschädigung um diesen Betrag zu erhöhen. Der Rekurrent
macht unter anderem geltend, er habe aufgrund der durch die Straftat erlittenen
Verletzungen seine Ausbildung nicht ordnungsgemäss absolvieren können und
schliesslich abbrechen müssen. Es liege auf der Hand, dass sowohl eine
Hornhautverätzung das Arbeiten am Bildschirm als auch ein Fingerbruch die
Bedienung der Tastatur erschwere. Die erhebliche Beeinträchtigung der Ausbildung,
die durch den Kurzbericht des Kantonalen Spitals Uznach nachgewiesen sei, werde
umso deutlicher, als der Vorfall vom 5. Januar 2005 in die Zeit der Semesterprüfungen
gefallen sei. Durch die Verletzungen sei an den Tagen nach dem Vorfall die weitere
Vorbereitung bzw. die Teilnahme an den Prüfungen nicht möglich gewesen. Es sei bei
der A._ Schule ein Bericht einzuholen bzw. es sei der damalige Abteilungsleiter als
Zeuge zu befragen, um Angaben darüber zu erhalten, ob der Rekurrent die
Voraussetzungen zum Bestehen der Prüfungen erfüllt hätte, wäre er nicht unschuldig
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verletzt worden. Falls bestritten werde, dass die erlittenen Verletzungen die
Vorbereitung und Absolvierung der Prüfungen verunmöglicht hätten, sei überdies eine
Expertise einzuholen (act. G 3).
B.b Mit Vernehmlassung vom 23. Juni 2008 beantragt die Vorinstanz Abweisung des
Rekurses. Die erlittenen Verletzungen seien unbestritten. Hingegen seien weder
Umfang und Dauer einer allfälligen Beeinträchtigung des Rekurrenten bei der
Informatikausbildung aus dem Kurzbericht des Spitals Uznach vom 20. Juli 2006 und
dem undatierten Kurzbericht des Kantonsspitals St. Gallen ersichtlich, noch lägen sie
"auf der Hand". Das Einholen einer eigentlichen Expertise über die Folgen der erlittenen
Verletzungen erscheine allerdings als zu hoch gegriffen. Ein fundiertes ärztliches
Zeugnis hätte genügt. Im Weiteren sei nicht massgebend, ob die angebliche
Beeinträchtigung des Rekurrenten in die Semesterprüfungen gefallen sei, sondern
vielmehr, dass die A._ Schule gemäss ihrem Schreiben vom 10. Januar 2005 bereit
gewesen wäre, die Prüfungen des Rekurrenten bei Vorlage entsprechender
Arztzeugnisse zu verschieben. Diese habe der Rekurrent offenbar nicht beigebracht,
wodurch er seine Schadenminderungspflicht verletzt habe. Deshalb erübrige sich das
Einholen eines Berichts der Schule über die Prüfungsaussichten des Rekurrenten bzw.
die Zeugenbefragung des damaligen Abteilungsleiters (act. G 5).
B.c Der Rekurrent hat auf die Einreichung einer Replik verzichtet (act. G 7).

Erwägungen:
1.
1.1 Die angefochtene Verfügung stützt sich auf das Bundesgesetz über die Hilfe an
Opfer von Straftaten (OHG; SR 312.5). Verfügungen des zuständigen Departements
über Entschädigungs- und Genugtuungsbegehren nach OHG können beim
Versicherungsgericht innert 14 Tagen angefochten werden (Art. 49 des
Strafprozessgesetzes [sGS 962.1] i.V.m. Art. 47 Abs. 1 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [sGS 951.1]). Da der vorliegende Rekurs rechtzeitig beim
Versicherungsgericht eingereicht wurde, ist darauf einzutreten.
bis
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1.2 Die rekursweise beantragte Entschädigung von Fr. 10'911.20 umfasst neben dem
von der Vorinstanz anerkannten Entschädigungsanspruch für die
Krankenkassenselbstbehalte und Fahrkosten (insgesamt Fr. 1'011.20) den streitigen
Anspruch für das Schulgeld (Fr. 9'900.-). Nicht mehr streitig sind die Genugtuung und
die Entschädigung für die Fahrzeugreinigung; diese Anträge erneuerte der Rekurrent im
Rekursverfahren nicht mehr.
2.
2.1 Das Opferhilfegesetz gewährt jeder Person Hilfe, die durch eine Straftat in ihrer
körperlichen, sexuellen oder psychischen Integrität unmittelbar beeinträchtigt worden
ist (Art. 2 Abs. 1 OHG). Gemäss Art. 12 Abs. 1 OHG hat das Opfer Anspruch auf eine
Entschädigung für den durch die Straftat erlittenen Schaden, wenn seine Einnahmen
eine im Gesetz bestimmte Grenze nicht überschreiten. Vorliegend ist unbestritten, dass
der Rekurrent Opfer im Sinn des OHG ist und seine Einnahmen unterhalb der
massgebenden Einkommensgrenze liegen.
2.2 Zu prüfen ist, ob die Vorinstanz den Entschädigungsanspruch für das Schulgeld
zu Recht verneint hat (act. G 1.1).
3.
Vorab stellt sich die Frage, ob und inwieweit dem Rekurrenten im Zusammenhang mit
dem Schulgeld überhaupt ein Schaden entstanden ist. Nach der Rechtsprechung ist
der Begriff des Schadens im Opferhilferecht der gleiche wie im Haftpflichtrecht. Als
Schaden kann somit nur in Betracht fallen, was nach Art. 41 OR ersatzfähig ist (BGE
131 II 227 E. 4.2 mit Hinweisen). Der Schaden entspricht der Differenz zwischen dem
gegenwärtigen Vermögensstand und dem Stand, den das Vermögen ohne das
schädigende Ereignis hätte (Heinz Rey, Ausservertragliches Haftpflichtrecht, 3. Aufl., Rz
153 mit zahlreichen Hinweisen). Der Rekurrent macht geltend, er habe zum Zeitpunkt
der Auseinandersetzung die A._-Schule in Zürich besucht, wo er seine Ausbildung
(Informatiklehre/Applikationsentwicklung) auf Grund der erlittenen Verletzungen nicht
ordnungsgemäss habe weiterführen können, was schliesslich gar zum Abbruch der
Ausbildung bei dieser Schule geführt habe. Für das Schulgeld seien ihm
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Aufwendungen von Fr. 9'900.-- erwachsen. Nun hat der vom Rekurrenten behauptete
Abbruch der Ausbildung nicht zu irgendwelchen Kosten geführt. Es könnte sich beim
Schulgeld somit nur um eine nutzlose Aufwendung (Frustrationsschaden) handeln.
Schon haftpflichtrechtlich wird der Frustrationsschaden vom überwiegenden Teil der
Lehre und Rechtsprechung nicht als Vermögensschaden im Sinne des auf der
Differenztheorie basierenden Schadensbegriffs qualifiziert und dessen Ersatzfähigkeit
abgelehnt (vgl. Heinz Rey, a.a.O., Rz 393 mit zahlreichen Hinweisen). Damit erscheint
als fraglich, dass eine solche Position opferhilferechtlich entschädigt werden muss,
umso mehr als – wie erwähnt - der Begriff des Schadens im Opferhilferecht mit
demjenigen im Haftpflichtrecht grundsätzlich übereinstimmt.
4.
4.1 Im Weiteren setzt der Entschädigungsanspruch nach Art. 12 Abs. 1 OHG voraus,
dass der erlittene Schaden eine direkte Folge der Straftat ist (BGE 129 II 312 = Pra
2004 Nr. 4, E. 3.3, S. 31 f.), mithin zwischen der Straftat und dem Schaden ein
natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht. Der adäquate
Kausalzusammenhang liegt vor, wenn die haftungsbegründende Tatsache nach dem
gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich
geeignet ist, einen Erfolg (Schaden) von der Art des eingetretenen herbeizuführen (BGE
123 III 112 E. 3a mit Hinweisen).
4.2 In Anbetracht der Rechtsnatur der Leistungen nach OHG, die
sozialversicherungsrechtliche Elemente beinhalten, muss für die Beurteilung von
Ansprüchen der sozialversicherungsrechtliche Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit für die Zuordnung der Folgen zur Straftat massgeblich sein (Gomm/
Zehntner, Opferhilfegesetz, Bern 2005, N 18 zu Art. 16).
4.3 Zu prüfen ist, ob zwischen den durch die Straftat erlittenen Verletzungen und
dem Abbruch der Ausbildung ein adäquater Kausalzusammenhang vorliegt.
4.4 Es ist davon auszugehen, dass die Verletzungen den Rekurrenten in den Tagen
unmittelbar nach der Schlägerei vom 5. Januar 2005 bei der Prüfungsvorbereitung
beeinträchtigten. Fraglich ist, ob sie für den Abbruch der Ausbildung ursächlich waren.
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4.5 Laut Kurzbericht der Augenklinik des Kantonsspitals St. Gallen war die
Hornhautverätzung "leichtgradigst". Auch angesichts des Umstands, dass der
Rekurrent nicht zum vereinbarten Kontrolltermin vom 6. Januar 2004 (richtig: 2005)
erschienen war (act. G 5.1.11.), ist von einer geringfügigen Verletzung auszugehen.
Zudem hat die A._ Schule in ihrem Schreiben vom 10. Januar 2005 (act. G 5.1.10)
lediglich erklärt, dass die bestehenden Verletzungen der linken Hand und die
eingeschränkte Fähigkeit, am Computer arbeiten zu können, den Schulbesuch
erschweren. Dass die Verletzung der Augen nicht erwähnt wurde, kann als Indiz dafür
gewertet werden, dass diese Beeinträchtigung nicht mehr ins Gewicht fiel und der
Rekurrent daher auch nichts Entsprechendes vorgebracht hat. Beim Bruch des kleinen
linken Fingers ist ebenfalls von einer problemlos verlaufenen Genesung auszugehen,
ansonsten der Rekurrent den vorgesehenen Kontrolltermin zwei Wochen nach der
Konsultation am 17. Januar 2005 bei Dr. med. B._ wahrscheinlich wahrgenommen
hätte. Dem Bericht von Dr. med. C._, Facharzt für Allgemeinmedizin FMH, vom
22. Januar 2008, ist zwar zu entnehmen, dass sich der Rekurrent zu psychischen
Folgen (Angstzustände) geäussert habe. Hinweise, wonach diese Beeinträchtigungen
bereits im Anschluss an die Straftat aufgetreten seien, sind den Akten nicht zu
entnehmen. Objektiv betrachtet ist aufgrund der Geringfügigkeit der Verletzungen und
des komplikationslosen Heilungsverlaufs nicht nachvollziehbar, dass die
gesundheitlichen Einschränkungen zum Abbruch der Ausbildung geführt haben sollen.
Ob der Rekurrent die für die Prüfungsverschiebung vorausgesetzten Arztzeugnisse
nicht eingereicht hat oder ob er bei der Prüfung die gewünschte Leistung nicht
erbracht hat (vgl. act. 5.1.12c), kann offen bleiben, ebenso, ob - wie von der Vorinstanz
vorgebracht - familiäre oder ausbildungsbedingte Schwierigkeiten den Abbruch
begründeten. Massgebend ist, dass der Abbruch der Ausbildung bei der A._-Schule
keine direkte Folge der Straftat war, sondern Folge der Entscheidung des Rekurrenten,
diese Ausbildung nicht mehr fortzusetzen. Die Konsequenzen aus diesem Verhalten
muss er gegen sich gelten lassen.
4.6 Nach dem Gesagten ist es mit dem Beweisgrad der überwiegender
Wahrscheinlichkeit als erstellt zu erachten, dass der geltend gemachte Schaden der
Straftat nicht zugerechnet werden kann. Die Vorinstanz hat die beantragte
Entschädigung für das Schulgeld von August 2004 bis Juni 2005 daher zu Recht
abgewiesen.
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5.
Führen die von Amtes wegen vorzunehmenden Abklärungen bei pflichtgemässer
Beweiswürdigung zur Überzeugung, ein bestimmter Sachverhalt sei überwiegend
wahrscheinlich und weitere Beweismassnahmen könnten an diesem feststehendem
Ergebnis nichts mehr ändern, ist auf die Abnahme weiterer Beweise zu verzichten
(antizipierte Beweiswürdigung; Urteil EVG I 769/04 vom 27. April 2005 E. 3 mit
Hinweisen). In diesem Sinn erübrigt es sich, die vom Rekurrenten beantragten Beweise
einzuholen.
6.
6.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist der Rekurs unter Bestätigung der
angefochtenen Verfügung vom 16. April 2008 abzuweisen.
6.2 Da das Verfahren betreffend Entschädigung und Genugtuung aus OHG
(einschliesslich Rechtsmittelverfahren) von Bundesrechts wegen kostenlos ist (Art. 16
Abs. 1 OHG; BGE 125 II 265 E. 3b), sind keine Gerichtskosten zu erheben.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG