Decision ID: 6a0f661d-b2d4-4d52-a59b-04937df7a3fb
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1961 geborene
X._
, welcher in Deutschland eine Berufsausbildung zum Gleisbau
facharbeiter
absolviert hat
te
(
Urk.
7/1/5
, 7/8
)
, arbeitete bis Ende 2015
für verschiedene
Temporärbüros
in der Baubranche
(
Urk.
7/1/6)
. Am 1
1.
Juli 2016 (Eingangsdatum) meldete er sich unter Hinweis auf Durchblutungsstörungen in den Beinen zum Bezug von Leistungen der Invali
denversicherung an (
Urk.
7/1/6).
Die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle
,
tätigte Abklärungen in medizinischer und beruflich-erwerbli
cher Hinsicht und zog verschiedene Arztberichte bei (
Urk.
7/10, 7/11, 7/14, 7/21
, 7/23, 7/30, 7/43, 7/51, 7/53, 7/54
).
Mit Vorbescheid vom 1
6.
August 2018 teilte die IV-Stelle mit, dass sie vorsehe
,
dem Versicherten
eine vom
1.
April 2017 bis 3
0.
September 2018 befristet
e ganze
Rente zuzusprechen
(
Urk.
7/57)
. Nach Ein
gang des Einwandes des Versicherten (
Urk.
7/59,
Einwandbegründung
Urk.
7/69
) liess die IV-Stellte ihn durch den RAD allgemeinmedizinisch und orthopädisch untersuchen (
Urk.
7/92
f.
). Mit Verfügung vom
3.
Juni 2019 sprach die IV-Stellte dem Versicherten eine ganze Invalidenrente befristet vom
1.
April 2017 bis
nun
mehr
3
1.
Mai 2019 zu (
Urk.
2).
2.
Dagegen liess der Versicherte mit Eingabe vom
1.
Juli 2019 Beschwerde erheben
(
Urk.
1)
und beantrag
en
,
ihm sei auch ab dem
1.
Juni 2019 eine ganze Rente zuzusprechen. Es sei zunächst ein Belastbarkeits- u
nd Aufbautraining durchzu
führen, um
zu prüfen, inwieweit er behinderungsangepasst arbeitsfähig sei. Sollte eine verwertbare Restarbeitsfähigkeit vorliegen, beantragte der Beschwerdeführer berufliche Massnahmen und insbesondere eine Umschulung.
Eventualiter sei ein medizinisches Gutachten
anzuordnen
. Weiter beantragte der Beschwerdeführer, i
h
m sei die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren und es sei Rechtsanwalt
Dr.
iur
. Peter Stadler als unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen
(
Urk.
1 S. 2)
.
Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2
2.
August 2019 die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6). Dies wurde de
m
Beschwerdeführer mit Verfügung vom 2
3.
August 2019 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
8).
3.
Mit Beschluss vom
3
.
August 2020
wurde de
m
Beschwerdeführer mitgeteilt, nach einer vorläufigen Prüfung der Sach- und Rechtslage erachte das Gericht es als zweifelhaft, dass die IV-Stelle den medizinischen Sachverhalt genügend abgeklärt habe, weshalb die angefochtene Verfügung aufgehoben und die Sache zur weite
ren Abklärung an die IV-Stelle zurückgewiesen werden könnte. Da durchaus denkbar
sei
,
dass die zu tätigenden Abklärungen zu einem Resultat führen könn
ten, welches einen Anspruch auf Ausrichtung der gesprochenen befristeten Rente in Frage stellen könnte, werde ih
m
Gelegenheit gegeben, die Chancen und Risiken des vorliegenden Beschwerdeverfahrens noch einmal abzuwägen und die Beschwerde gegeben
enfalls zurückzuziehen (
Urk.
9)
.
Mit Eingabe vom 2
5.
August 2020 hielt der Beschwerdeführer an seiner Beschwerde fest (
Urk.
11), was der Beschwerdegegnerin am 2
7.
August 2020 mitgeteilt wurde (
Urk.
13).
Auf
die Vorbringen
der Parteien
und die Akten
wird - soweit erforderlich - im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG]
). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes
über die Invalidenversicherung [IVG]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leis
tung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung (BGE 125 V 413 E. 2d; Urteil des Bundesgerichts 8C_780/2007 vom 27. August 2008 E. 2.3; vgl. Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
11 zu Art. 30–31). Rechtsprechungsgemäss bildet eine solche Verfügung insgesamt den Anfechtungs- und Streitgegenstand und unterliegt integral der gerichtlichen Prüfung, selbst wenn nur einzelne Punkte davon bestritten sind (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_440/2017 vom 25. Juni 2018 E. 5.1 [in BGE 144 V 153 nicht publiziert] und 9C_50/2011 vom 25. Mai 2011 E. 2.1).
Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine abgestufte oder befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Abstufung oder die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert blieben. Die gerichtliche Prü
fung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise gere
gelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Abstufung oder Aufhebung der Rente zu erfassen (BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; Urteile des Bundesgerichts 8C_765/2007 vom 11. Juli 2008 E. 2 und I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen). Dabei ist in anfechtungs- und streitge
genständlicher Hinsicht irrelevant, ob eine rückwirkende Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente in einer oder in mehreren Verfügun
gen gleichen Datums eröffnet wird (BGE 131 V 164 Regeste; Urteil des Bundes
gerichts 8C_489/2009 vom 23. Oktober 2009 E. 4.1 mit Hinweis).
1.
4
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in
Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwie
rige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrelevante
Sach
verhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
Bei ungenügenden Abklärungen durch den Versicherungsträger holt die Be
schwerdeinstanz im Regelfall ein Gerichtsgutachten ein, wenn sie einen (im Ver
waltungsverfahren anderweitig erhobenen) medizinischen Sachverhalt über
haupt für gutachtlich abklärungsbedürftig hält oder wenn eine Administrativ
expertise in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig ist. Die betref
fende Beweis
erhebung erfolgt alsdann vor der – anschliessend reformatorisch entscheidenden – Beschwerdeinstanz selber statt über eine Rückweisung an die Verwaltung. Eine Rückweisung an den Versicherungsträger bleibt hingegen möglich, wenn sie allein in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten Frage begründet ist. Ausserdem bleibt es dem kantonalen Gericht (unter dem Aspekt der Verfahrensgarantien) unbenommen, eine Sache zurück
zuweisen, wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachtlichen Ausführungen erforderlich ist (B
GE 137 V 210
E. 4.4.1.4 mit Hin
weisen; Urteil des Bundesge
richts 8C_815/2012 vom 21. Oktober 2013 E. 3.4, publiziert in SVR 1/2014 UV Nr. 2 S. 3)
.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog in der angefochtenen Verfügung vom
3.
Juni 2019 im Wesentlichen, dass
gemäss den Untersuchungen die angestammte Tätig
keit in der Baubranche nicht mehr zumutbar sei. Eine angepasste Tätigkeit sei jedoch seit spätestens dem 2
0.
Februar 2019 zu 100
%
zumutbar. Der Beschwer
deführer habe daher ab dem
1.
April 2017 bis 3
1.
Mai 2019 (2
0.
Februar 2019 plus drei Monate) Anspruch auf eine ganze Invalidenrente. Es sei
ihm
zumutbar, eine neue angepasste und leichte Tätigkeit zu suchen. Bei Interesse an Eingliede
rungsmassnahmen könne er sich bei der IV-Stelle schriftlich melden und anschliessend könne der Anspruch auf Arbeitsvermittlung geprüft werden (
Urk.
2 S. 3).
2.2
Der Beschwerdeführer liess in der Beschwerde vom
1.
Juli 2019 im Wesentlichen vorbringen,
es
treffe nicht zu
, dass er in einer leidensangepassten Tätigkei
t zu 100
%
arbeitsfähig sei und,
wenn dies doch der Fall wäre, hätten ihm berufli
che Eingliederungsmassnahmen zugesprochen werden müssen (
Urk.
1 S. 6).
Seine
Einschränkungen würden, falls überhaupt, nur noch eine Bürotätigkeit zulassen, denn
nur eine solche könne überwiegend im Sitzen ausgeübt werden. Der Beschwerdeführer, welcher über eine a
b
geschlossene Erstausbildung im Bauwe
sen verfüge, habe deshalb einen Anspruch auf Umschulung (
Urk.
1 S. 9).
3.
3.1
Im Bericht vom 2
9.
April 2016 stellte
PD
Dr.
med.
Y._
, Leite
nder Arzt der
Angiologie
des
Z._
,
folgende Diagnosen
(
Urk.
7/10/11)
:
-
Peripher arterielle Verschlusskrankheit, Stadium
IIb
recht
s
mit/bei
-
h
ochradige
r
Stenose im Bereich der distalen
Arteria
femoralis
commu
nis
,
filiforme
r
Stenose der
Arteria
femoralis
profunda
,
langstreckige
m
Abgangsverschluss der
Arteria
femoralis
superficialis
-
a
rteriosklerotische
n
Veränderungen entlang der linken
femoro-popli
tealen
Achse ohne relevante Stenose, Verdacht auf
crural
nachgeschal
tete
Arteriopathie
-
Status nach PTA und
Stenting
der rechten
Arteria
femoralis
superficia
lis
2014
-
Coronare
Dreigefässerkrankung mit Hauptstammäquivalent mit/bei
-
v
ierfachem
aorto-coronarem
Bypass 05/2015
-
c
ardio-vasculäre
n
Risikofaktoren: arterielle Hypertonie, Diabetes mel
litus,
Hypercholerinämie
, Nikotinabusus, Adipositas
-
Diabetes mellitus Typ II, Erstdiagnose aktuell
-
Ulcus
ventriculi
mit/bei
-
Status nach
anämisierender
Blutung 2015,
Helicobacter
pos.
-
Status nach nosokomialer Pneumonie 2014
Der Beschwerdeführer sei aufgrund einer deutlichen V
erschlechterung der
Clau
dicatio-Beschwerden
im Bereich der rechten unteren Extremität zugewiesen wor
den. Er könne seit einigen Monaten maximal 20 Meter gehen und müsse danach eine 4-5-minütige Pause
einlegen
(
Urk.
7/10/11).
Dr.
Y._
hielt fest, dass die Ruhedurchblutung im Bereich des rechten Beines stark eingeschränkt sei. Die Therapie
der Wahl
sei eine
Thrombendarterektomie
und eine
Profund
a
plastik
(
Urk.
7/10/12).
Am
6.
Mai 2016
unterzog sich der Beschwerdeführer im
Z._
schliesslich
einer
Thrombendarterektomie
und
Xenopericardplastik
der
Femo
ralarterie
(
Urk.
7/10/13).
Im Austrittsbericht des
Z._
zum stationären Aufenthalt vom
6.
bis 2
1.
Mai 2016
findet sich der Hinweis, dass der Beschwerdeführer w
ährend der
Hospitalisation
über chro
nische Rückenschmerzen und über gelegentliche Knie
schmerzen geklagt
habe
, weshalb die Rheumatol
o
gie des
Z._
um ein
ambulates
Aufgebot gebeten wurde (
Urk.
7/10/16).
Im Bericht vom 2
5.
Juli 2016
führte
Dr.
med. A._
, Leiter der Gefässchi
rurgie im
Z._
,
aus, dass die sanierte Gefässsituation, vorbehältlich des Kontrollberichts, keine Arbeitsunfähigkeit mehr begründen sollte (
Urk.
7/10/6).
So habe er im Rahmen der Operation und der postoperativen Lymphfistel eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bis zum 2
1.
Juni 2016 attestiert (
Urk.
7/10/7). Das Problem der schweren Durchblutungsstörung sei gelöst, die Rückenproblematik jedoch nicht, weshalb
Dr.
A._
auf Berichte des Rheu
matologen und des Hausarztes verwies (
Urk.
7/10/7).
3.2
Der Hausarzt des Beschwerdeführers
,
Dr.
med. B._
, Facharzt FMH
für
Allge
meine Innere Medizin,
hielt in seine
m Bericht vom 1
0.
September 2016 ein
l
um
boradikuläres
S
chmerzsyndrom L5 links und die
p
eriphere arterielle Verschluss
krankheit
IIb
rechts als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest (
Urk.
7/14/1). Aufgrund de
r
lumboradikulären
Schmerzsymptomatik sei das Tra
gen von schweren Lasten nicht möglich. Bei guten Ergebnissen nach der opera
tiven Sanierung sei langfristig die bisherige Tätigkeit zumutbar. Aufgrund der
Polymorbidität
könne jedoch eine anhaltende verminderte Leistungsfähigkeit bestehen bleiben (
Urk.
7/14/3)
.
3.3
Im Bericht vom 1
2.
Januar 2017
bestätigten
m
ed.
pract
. C._
und
Dr.
med. D._
der Rheumatologie des
Z._
die Diagnose des
l
umbora
dikulären
Schmerzsyndroms. Sie führte
n
aus, dass der Beschwerdeführer nach einer operativen
Fenestration
und Dekompression am 2
2.
September 2016 vom 2
2.
bis 2
7.
September 2016 stationär behandelt
worden sei
(
Urk.
7/21/7)
u
nd
attestierten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 2
2.
September bis
1.
November 201
6.
Die weiteren Auswirkungen seien abhängig vom postoperativen Verlauf, wobei keine Stellungnahme hierzu möglich sei, da die Nachkontrollen nicht durch
sie
durchgeführt worden seien (
Urk.
7/21/8).
3.4
Im Verlaufsbericht von
Dr.
B._
vom 1
9.
April 2017 beschrieb er den Gesund
heitszustand des Beschwerdeführers als stationär. Als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er nebst der Verschlusskrankheit neu symptoma
tische
m
etatarsophalangeale
Gelenkschmerz
en
mit
Arthrose rechts mehr als links. Nach der Operation vom 2
2.
September 2016 habe sich eine deutliche klinische Besserung der
lumboradikulären
Schmerzsymptomatik gezeigt. Im Verlauf
seien
jedoch
m
etatarsophalangeale
Gelenkschmerzen
aufgetreten
, welche der Beschwerdeführer habe orthopädisch sanier
en lassen
wollen.
A
m
1
4.
Februar 2017 habe sich aber eine rasche Verschlechterung der Verschlusskrankheit mit morphologische
m
Frührezidiv gezeigt, welche
s
am 2
7.
März 2017
bestätigt
wor
den sei. Deshalb müsse zunächst die Gefässversorgung mittels
Anglioplastie
erfolgen. Ob die Durchblutung danach gut genug fü
r einen orthopädischen Ein
griff
sei, müsse sich zeigen (
Urk.
7/23/4). Für die
Tätigkeit auf dem Bau attestierte
Dr.
B._
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
,
wobei eine Tätigkeit ohne körperliche Belastung denkbar sei (
Urk.
7/23/4). Abschliessend hielt
Dr.
B._
fest, dass die Arthrose und die Verschlusskrankheit grundsätzlich behandelbar seien. Aufgrund des bisherigen Verlaufs stehe er einem weiteren gutartigen Verlauf eher skeptisch gegenüber
und bezeichnete eine Belastbarkeit für Massnahmen der Wiederein
gliederung im Umfang von mindestens zwei Stunden täglich als nicht gegeben
(
Urk.
7/23/5).
3.5
Dr.
Y._
hielt in seinem Bericht vom 1
2.
Juni 2017 fest, dass
die
nunmehr
durchgeführte
angiologische
Untersuchung eine peripher arterielle Verschluss
krankheit aufgrund eines
langstreckigen
Verschlusses der rechten
Arteria
femo
ralis
superficialis
und die Duplexsonographie eine erfolgreiche PTA der hochgra
digen Stenose im Bereich der
Arteria
profunda
femoris
recht
s
gezeigt habe. Auf
grund des
Verschluss
es
im Bereich der
Arteri
a
femoralis
superficialis
seien
Wund
heilungsstörungen im Falle eines elektiven orthopädischen Eingriffs am
Vorfuss
nicht auszuschliessen.
Die Beschwerde
n
im Bereich des rechten Vorfusses seien nicht durch eine Verschlusskrankheit verursacht, sondern es handle sich wahr
scheinlich um eine
osteomuskuläre
Problematik.
Er empfahl daher ein konserva
tives Vorgehen und eventuell
eine
orthopädisch-technische Anpassung in Form von speziellen
orthopädischen
Schuhen, um die lokalen Beschwerden am Fuss zu behandeln
(
Urk.
7/43/7)
.
3.6
Dr.
med. E._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatolo
gie,
F._
,
bestätigte in seinem Bericht vom
4.
Oktober 2017 die Diagnosen der symptomatischen MTP-Arthrose und der
beidseitigen
Metatarsalgie
(
Urk.
7/30/1).
Er
führte aus, dass aufgrund der Gefässproblematik sowie des Diabetes mellitus und des damit verbundenen erhöhten Komplikations
risikos eine Operation nicht in Frage komme. Aus diesem Grunde sei die Schuhversorgung enorm wichtig, damit der Beschwerdeführer möglichst wieder in den Arbeitsprozess eingegliedert werden könne, weshalb
Dr.
E._
die Beschwerdegegnerin um eine positive Beurteilung der Anfrage betreffend Kos
tenübernahme
für die Schuhversorgung
bat (
Urk.
7/30/2).
Mit Bericht vom 1
9.
Dezember 2017
bestätigte
Dr.
E._
seine Diagnosen (
Urk.
7/41/1) und hielt fest, dass die Beschwerden des Beschwerdeführers an den Grosszehen ohne Schuhversorgung subjektiv schlimmer werden würden und ihn im Alltag derart einschränken
würden
, dass seine angestammte Tätigkeit so nicht mehr möglich sei.
Dr.
E._
ersuchte die Beschwerdegegnerin erneut um Kosten
gutsprache für die
Schuhversorgung und hielt fest, er denke, dass eine Rückkehr zur angestammten Tätigkeit mit den angepassten Schuhen möglich sein sollte (
Urk.
7/41/2).
3.
7
Mit Verlaufsbericht vom 2
0.
Dezember 2017 hielt
Dr.
B._
fest, dass der Gesund
heitszustand weiterhin stationär sei.
Die Verschlusskrankheit sei seit der Revision der
Rezidivstenose
oligosymptomatisch
. Persistieren würden jedoch
claudicatio
artige
Beschwerden im rechten Fuss, welche möglicherweise im Rahmen der MTP-Arthrose zu erklären seien. Die bisherige Tätigkeit auf dem Bau sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich und es sei der Erfolg von orthopädischen Schuhen abzuwarten (
Urk.
7/43/4 f.)
Am 1
1.
Juni 2018 berichtete
Dr.
B._
erneut über einen stationären Gesundheits
zustand. Das orthopädische Schuhwerk sei zwar mittlerweile angepasst worden, doch würden Schmerzen im Bereich des rechten Fusses persistieren. Entsprechend würden Schmerzen bei bereits kurzer Gehstrecke bestehen und sogar das Auto
fahren sei teilweise schmerzhaft. Ein Wiedereinstieg auf dem Bau erschien
Dr.
B._
nicht mehr möglich (
Urk.
7/53/1). Der Beschwerdeführer
sei
langsam austherapiert (
Urk.
7/53/2).
3.8
Im Verlaufsbericht vom
6.
Juli 2018 hielt
Dr.
E._
fest, dass mit korrekt ange
passten Schuhen eine normale Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit beste
hen sollte. Für sitzende, leichte und wechselbelastende Tätigkeiten bestehe die Arbeitsfähigkeit im vollen Umfang (
Urk.
7/54/1).
3.9
RAD-Arzt
Dr.
med. G._
, Facharzt für Chirurgie,
nahm
am
7.
August 2018
Stellung.
Aus versicherungsmedizinischer Sicht bestehe nach der Operation der Lendenwirbelsäule und Schädigung der Grosszehengelenke eine verminderte Belastbarkeit. Für die bisherige Tätigkeit sei der Beschwerdeführer daher seit dem
3.
April 2016 bis auf
W
eiteres zu 100
%
arbeitsunfähig. In einer angepassten
,
überwiegend sitzenden
Tätigkeit
mit leichter Wechselbelastung, teils sitzend, teils ebenerdig gehend, mit gelegentliche
m
Heben und Tragen von Lasten bis 10
kg
bestehe seit dem 1
8.
Juni 2018 bis auf
W
eiteres eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (
Urk.
7/58/6)
.
3.10
Mit Bericht vom 2
4.
August 2018 stellte
Dr.
B._
fest, dass der Gesundheit
s
zu
stand
des Beschwerdeführers
sich verschlechtere. Die Arbeitsfähigkeit könne jedoch durch medizinische Massnahmen verbessert werden und berufliche Mass
nahmen seien seiner Ansicht nach angezeigt (
Urk.
7/66/1).
3.1
1
Dr.
med.
H._
, Facharzt FMH für Radiologie im Institut für Radio
logie und Nuklearmedizin des
Z._
,
berichtete über
eine am 1
1.
September 2018
ambulant durchgeführte selektive Angiographie der rechten Beckenarterien
und eine
Rekanalisation
sowie eine weitere PTA
.
Die Kontrollan
giographie habe eine vollständige Behebung der
Stenosierung
am Abgang der
Arteria
femoralis
gezeigt und der Beschwerdeführer habe am gleichen Tag im gutem Allgemeinzustand entlassen werden können (
Urk.
7/67).
3.1
2
Am
1
7.
Dezember 2018 fasste
Dr.
B._
zusammen, dass beim polymorbiden Beschwerdeführer immer wechselnde Kran
k
heitsdiagnosen im Vordergrund stün
den. Aktuell sei die Verschlusskrankheit wieder Grund der 100%igen Arbeitsun
fähigkeit
; der Beschwerdeführer leide unter
Claudicatiobeschwerden
, einer PAVK Stadium
IIb
entsprechend
. Es sei deshalb ein
femoro
-
poplitealer
Venenbypass vorgesehen. Die chronische Problematik der beidseitigen Fussarthrose werde mit
tels orthopädischen Schuhwerk konservativ behandelt. Es sei sicherlich eine schrittweise Wiedereingliederung in die Arbeitsfähigkeit nötig (
Urk.
7/78).
3.1
3
Am 2
0.
Februar 2019 wurde der Beschwerdeführer
vom
RAD allgemeinmedizi
nisch und orthopädisch untersucht
(
Urk.
7/92-93)
.
Im orthopädischen Untersuchungsbericht führte
Dr.
med. I._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie
,
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf (
Urk.
7/92/5):
-
Chronische, belastungsabhängige Lumbalgie bei Zustand nach mikrochi
rurgischer Dekompression L3/L4 bis L5/S1 links am 2
2.
September 2016 wegen Stenose und Lipomatose
-
Chronische, belastungsabhängige Schmerzen und Sensibilisierungsstö
rungen im Bereich beider
Vorfüsse
(am ehesten im Zusammenhang mit dem bekannten Diabetes mellitus)
-
Versorgt mit ein
em
Paar orthopädisch zugerichteter, extrem abgenutz
ter Konfektionsschuhe
-
Aktenanamnestisch Arthrose des Grosszehengrundgelenkes beidseitig (rechts > links)
Dr.
I._
führte aus, unter Berücksichtigung der vom Beschwerdeführer im Rah
men der Untersuchung erhaltenen Angaben, wonach er an Gicht leide und des
halb täglich eine halbe Tablette eines Medikaments einnehme (
Urk.
7/92/1), und der klinisch erhobenen Befunde
spreche
vieles dafür, dass die Beschwerden im Bereich beider
Vorfüsse
nicht, wie in
den
aktenkundigen Berichten zu lesen, auf einer operationsbedürftigen Arthrose des Grosszehengrundgelenks beruhe
n wür
de
n
, sondern im Zusammenhang mit
dem Diabetes mellitus oder der vom Beschwerdeführer ausdrücklich bestätigten Gichterkrankung stünde
n
(
Urk.
7/92/5).
Für eine Gichterkrankung spreche dabei insbesondere die Tatsache, dass es anamnestisch immer wieder plötzlich zu starken Schwellungen des Grosszehengrundgelenkes komme. Diese Problematik würde für den Beschwerde
führer im Vordergrund stehen. Es habe sich aus orthopädischer Sicht gegenüber dem Zustand im Sommer 2018,
dem
Zeitpunkt der letztmaligen RAD-Stellungnahme, nichts Wesentliches geändert (
Urk.
7/92/5 f.).
Für seine bisherige Tätigkeit als Gerüstbauer bestehe weiterhin eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit seit dem
3.
April 201
6.
Für eine behinderungsangepasste Tätigkeit sei jedoch keine wesentliche, quantitative Einschränkung ersichtlich (
Urk.
7/92/6).
Dipl. med. J._
, Fachärztin für Innere Medizin,
hielt in ihrem Bericht vom 2
7.
Februar 2019
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest
(
Urk.
7/93/5)
:
-
Koronare Herzkrankheit, Status nach Bypass-Operation
-
Periphere arterielle Verschlusskrankheit, Status nach Stent- und Bypass Operationen
-
Verdacht auf chronisch obstruktive
Lungenkrankheit
, Abklärung erforder
lich
Im Nachgang zur Wiedergabe der medizinischen Akten führte D.
J._
aus, dass der geplante
femoro-popliteale
Venenbypass gemäss dem Beschwerdeführer Ende November 2018 mit gutem Erfolg habe durchgeführt werden können. Seit
dem verspüre er keine
Claudicatio
-Beschwerden im rechten Bein mehr (
Urk.
7/93/7)
.
Weiter führte sie aus,
dass aus allgemeinmedizinisch-internistischer und ortho
pädischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Gerüstbauarbeiter seit dem 2
6.
Juni 2016 ausgewiesen und
dabei
von einer dau
erhaften Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei. In einer angepassten Tätigkeit wel
che leicht wechselbelastend, in Vermeidung von körperlichen Zwangspositionen, ohne rückenbelastende Tätigkeit, ohne schweres Heben und Tragen, ohne Steigen von Leitern und Gerüsten sei, sei aus versicherungsmedizinischer Sicht die Arbeitsfähigkeit nicht nennenswert eingeschränkt und es bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Berufliche Massnahmen würden erfolgsversprechend erscheinen (
Urk.
7/93/7).
4.
4.1
Es ist unbestritten und
aufgrund der
derzeitigen
Aktenlage nicht in Zweifel zu ziehen,
dass der Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig ist.
Strittig ist hingegen, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht von einer 100%ige
n
Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit ab dem 2
0.
Feb
ruar 2019 ausging und dem Beschwerdeführer gestützt darauf
lediglich
eine befristete Rente bis 3
1.
Mai 2019 zusprach.
Wie bereits ausgeführt (vgl. E. 1.3)
,
ist
damit
jedoch der
Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregel
ten Zeitraum und
auch
die
Zusprach
e
der Rente
an sich
zu
prüfen.
4.2
Nachdem sich der Beschwerdeführer im Mai 2016 aufgrund
seiner
Verschluss
er
krankung
einer Operation unterzo
gen hatte
, wurde ihm eine 100%ige Arbeitsun
fähigkeit bis 2
1.
Juni 2016 attestiert, wobei jedoch aus gefässchirurgischer Sicht bereits ab Wundheilung eine volle Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
festgehalten wurde
(
Urk.
7/10/7). Die
im Austrittsbericht vom Mai 2016 erwähn
ten Rückenschmerzen, welche am 2
2.
September 2016 zu einem weiteren opera
tiven Eingriff führten, begründeten schliesslich eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 2
2.
September bis
1.
November 2016 für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit. Die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
war
gemäss
Dr.
C._
und
Dr.
D._
vom postoperativen Verlauf abhängig (
Urk.
7/21/8). Mit Bericht vom 1
9.
April 2017 hielt
Dr.
B._
alsdann
fest, dass trotz einer weiterhin bestehenden 100%ige
n
Arbeitsunfähigkeit für eine körperlich schwere Tätigkeit, eine Tätigkeit ohne körperliche Belastung denkbar
sei
.
So habe sich auch eine deutliche Besse
rung der lumbalen Schmerzen nach der Operation vom 2
2.
September 2016 gezeigt (
Urk.
7/23/4).
Damit
kann
anhand der Aktenlage ab April 2017
, dem ver
fügten Rentenbeginn,
eine mögliche
Arbeitsfähigkeit in einer angepasst
en Tätig
keit nicht ausgeschlossen werden, welche allenfalls auch bereits ab Wundheilung nach dem gefässchirurgischen Eingriff im Mai 2016 mit Unterbruch durch die zweite Operation
am Rücken
im September 2016 bestanden haben könnte.
Mit Bericht vom
6.
Juli 2018 hielt
sodann
Dr.
E._
ausdrücklich
fest, dass
für sitzende, leichte und wechse
lbelastende Tätigkeit
en
keine Ein
schränkung der Arbeitsfähigke
it vorliege (
Urk.
7/54/1), nachdem er sich in den Berichten vom
4.
Oktober 2017 (
Urk.
7/30/2) und 1
9.
Dezember 2017 (
Urk.
7/41/2) einzig zu einer Rückkehr zur angestammten Tätigkeit als Gerüstbauer
geäussert hatte
.
Gestützt darauf
führte
RAD-Arzt
G._
am
7.
August 2018
aus
, dass
seit dem 1
8.
Juni 2018 - dem letzten Kontrolltermin bei
Dr.
E._
(vgl.
Urk.
7/54/2) -
keine Arbeitsunfähigkeit
in einer angepassten Tätigkeit
bestehe (
Urk.
7/58/6).
Weshalb
Dr.
G._
unbeachtet liess, dass durch
Dr.
B._
bereits im April 2017
festgehalten worden war, eine angepasste Tätigkeit
sei denkbar
, ist nicht ersichtlich. Dem
Bericht z
u der
am 1
1.
September 2018
ambulant durchgeführten Angiographie,
Rekanalisation
und PTA lassen sich
so
dann keine Hinweise zur Arbeitsfähigkeit entnehmen
(
Urk.
7/67).
In den
Untersuchungsbe
richten vom 2
7.
Februar 2019 (
Urk.
7/92 f.)
unterliessen die RAD-Ärzte es
, eine
detaillierte
Verlaufsbeurteilung der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit vorzunehmen.
Dr.
I._
führte einzig aus, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers aus orthopäd
ischer Sicht gleich präsentiere
wie im Sommer 2018 und damit zum Zeitpunkt der letztmaligen RAD-Stellungnahme von
Dr.
G._
(
Urk.
7/58/6)
,
und
Dr.
J._
äusserte
sich
überhaupt nicht zum Verlauf der
Resta
rbeitsfähigkeit.
Im
Feststellungsblatt
wurde
schliesslich festgehalten, dass
«
spätestens
»
seit der Untersuchung vom 2
0.
Februar 2019 eine volle Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit bestehe
(
Urk.
7/105/6)
.
Daraus kann jedoch nicht
abgeleitet werden, dass
bis zum Unter
such vom 2
0.
Februar 2019
keine Res
t
arbeitsfähigkeit
vorgelegen
hat.
Weder
gestützt auf
die
Berichte
der behandelnden Ärzte
, welche
wie vorstehend ausge
führt
,
bereits im April 2017 und Juli 2018 eine angepasste Arbeitsfähigkeit zumindest für denkbar erachte
te
n
, noch
auf
die
Ausführungen in den RAD-Untersuchungsberichten
lässt sich e
ine bis
zum 2
0.
Februar 2019
andauernde Arbeitsunfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
erstellen
.
Es liegt somit
keine begründete Beurteilung des Verlaufs der Arbeitsfähigke
it in angepasster Tätigkeit vor
, womit sich der
medizinische Sachverhalt als nicht
rechtsgenüglich
abgeklärt
erweist
.
Ungeklärt
bleibt
zudem
die vom Beschwerdeführer anlässlich der RAD-Untersuchung vom 2
0.
Februar 2019 bestätigte Gichterkrankung und damit die Möglichkeit, dass seine Fussbeschwerden nicht
,
wie in der restlichen Aktenlage angenommen,
auf eine
r
Arthrose beruhen (
Urk.
7/92/5), sowie die Verdachtsdi
agnose
eines
COPD, welche gemäss
Dr.
J._
weitere Abklärung
en
erfordere (
Urk.
7/93/5).
5.
Aus dem Gesagten ergibt sich, dass
gestützt auf die aktuelle Aktenlage
ein Ren
tenanspruch
de
s
Beschwerdeführer
s
weder verneint noch bejaht werden kann. Die angefochtene Verfügung
vom
3.
Juni 2019 (
Urk.
2)
ist daher aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen
,
damit sie den medizinischen Sachverhalt
rechtsgenüglich
abkläre
und dabei insbesondere eine Verlaufsbeur
teilung der Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers
in einer angepassten Tätigkeit seit
Ablauf
des Wartejahres einhole
und die offenen Fragen bezüglich einer all
fälligen
Gichterkrankung und eines COPD kläre
. Gestützt
darauf
hat die Beschwerdegegnerin schliesslich
neu über den
Leistungs
anspruch
zu verfügen.
Sollte sich nach Durchführung weiterer Abklärungen ein befristeter Rentenan
spruch bestätigen, ist aufgrund des Alters des Beschwerdeführers
die bunde
s
ge
richtliche
Rechtsprechung (BGE 145 V 209)
zu berücksichtigen, wonach grund
sätzlich die
Unzumutbarkeit der Selbsteingliederung
zu vermuten
und dement
sprechend
im Regelfall
Eingliederungsmassnahmen
zu prüfen sind
. Bei
der
Ver
neinung eines Rentenanspruchs
bleibt
alsdann zumindest
die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit zu
prüfen
(BGE 138 V 457 E. 3.2)
.
6
.
6.
1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskos
ten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzule
gen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
8
00.-- anzusetzen. Nach ständiger Recht
sprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2), weshalb die Kosten der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen sind.
6
.2
Ausgangsgemäss hat der
vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine Pro
zessentschädigung
.
D
er
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers reichte dem Gericht am
2
5.
August 2020
eine Hon
orarnote in Höhe von gesamthaft
Fr.
2'928.58
(inklusive Barauslagen und
MWSt
) ein
(
Urk.
12)
.
Der
darin
geltend gemachte Aufwand von 1
2
Stunden
erweist sich im Hinblick auf die
Bedeutung der Streitsache und die
Schwierigkeit des Prozesses
gerade noch
als
angemessen
(
Art.
61
lit
. g ATSG in Verbindung mit
§
34
Abs.
3
GSVGer
)
.
6.
3
Bei diesem Ausgang des Verfahrens
ist
das Gesuch des Beschwerdeführers um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und der unentgeltlichen Rechts
vertretung (vgl.
Urk.
1 S. 2) als gegenstandslos
zu erachten
.
Das Gericht
erkennt:
1.
Die Beschwerde wird in dem Sinne
gutgeheissen
, dass die angefochtene Verfügung vom
3.
Juni 2019 aufgehoben und die Sache an die Sozialversicherungsanstalt des Kantons
Zürich, IV-Stelle, zurückgewiesen wird, damit diese, nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen, über das Leistungsgesuch neu verfüge.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
800
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
dem
Beschwerdeführer eine Prozessentschä
digung von
Fr.
2
'928.60
(inkl. Barauslagen und
MWSt
)
zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt
Dr.
Peter Stadler
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.