Decision ID: 78fd1074-ce25-4d5c-a1c1-eb2ef03bbdf4
Year: 2018
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_001
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

begründet, dass die Vorinstanz (AFM) aufgrund des Sachverhaltes
korrekterweise den Schluss gezogen habe, dass von einem fehlenden
Ehewillen auszugehen sei.
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7. A._ (nachfolgend Beschwerdeführer) erhob am 2. Februar 2017
(Poststempel) Beschwerde und stellte darin folgende Anträge:
1. Die Verfügung des Departements für Justiz, Sicherheit und Gesundheit vom
3. Januar 2017 sei aufzuheben und dem Beschwerdeführer sei der Familiennachzug
für seine Ehefrau zu gewähren.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer.
Er begründet seine Beschwerde im Wesentlichen damit, dass das DJSG
sein Ermessen erheblich überschritten bzw. missbraucht habe. Auch sei
es nicht auf seine Einwände zu den Ausführungen in der Verfügung des
AFM eingegangen und habe sich nicht konkret mit diesen
auseinandergesetzt. Vielmehr habe es die Erwägungen des AFM
übernommen und diese breiter dargelegt, was letztlich einer Verletzung
des rechtlichen Gehörs gleichkomme. Darüber hinaus habe das DJSG
weder Indizien noch Beweise, welche für eine Aufenthaltsehe sprechen,
vorbringen können, weshalb das Vorliegen einer Scheinehe, ungeachtet
allfälliger Zweifel, nicht erstellt sei.
8. In seiner Vernehmlassung vom 14. Februar 2017 beantragte das DJSG
(nachfolgend Beschwerdegegner) die vollumfängliche Abweisung der
Beschwerde unter Kostenfolge. Zur Begründung verwies der
Beschwerdegegner auf die angefochtene Verfügung unter Hervorhebung
des Umstandes, dass die darin erwähnten Indizien und diesbezüglichen
Ausführungen für ihn keinen anderen Schluss zuliessen, als auf das
Vorliegen einer Scheinehe zwischen den Ehegatten zu schliessen,
weshalb auch eine Aufenthaltsbewilligung auf Probe nicht in Frage käme.
Darüber hinaus sei aus der angefochtenen Verfügung in genügender
Weise ersichtlich, wieso es der Beschwerdegegner als erwiesen ansehe,
dass eine Scheinehe zwischen den Ehegatten bestehe.
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Dementsprechend erweise sich die Rüge der Verletzung des rechtlichen
Gehörs als unbegründet.
9. Mit Schreiben vom 15. Februar 2017 wurde dem Beschwerdeführer Frist
für eine Replik bis zum 27. Februar 2017 angesetzt. Nachdem innert Frist
keine Replik eingereicht wurde, erklärte der Instruktionsrichter den
Schriftenwechsel am 6. März 2017 für abgeschlossen.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften sowie
im angefochtenen Beschwerdeentscheid wird, soweit erforderlich und
rechtserheblich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Gemäss Art. 49 Abs. 1 lit. c des Gesetzes über die Verwaltungsrechts-
pflege (VRG; BR 370.100) beurteilt das Verwaltungsgericht des Kantons
Graubünden Beschwerden gegen Entscheide der kantonalen Departe-
mente, soweit diese nicht nach kantonalem oder eidgenössischem Recht
endgültig sind. Die hier angefochtene nicht endgültige Departementsver-
fügung vom 3. Januar 2017 bildet somit ein taugliches Anfechtungsob-
jekt. Als Adressat der angefochtenen Verfügung ist der Beschwerdeführer
berührt und weist ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung auf
(vgl. Art. 50 VRG). Auf die zudem frist- (Art. 32 VRG) und formgerecht
(Art. 38 VRG) eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten.
2. Strittig und zu prüfen ist hier, ob eine Aufenthaltsehe (Scheinehe) vorliegt
und somit die Frage, ob das Gesuch des Beschwerdeführers um
Familiennachzug für seine Ehefrau zu Recht abgelehnt wurde.
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3. a) Zunächst ist auf die formelle Rüge des Beschwerdeführers einzugehen,
wonach sich der Beschwerdegegner in seiner Verfügung vom
3. Januar 2017 nicht mit den Einwänden des Beschwerdeführers zu den
Ausführungen in der Verfügung des AFM auseinandergesetzt habe.
Vielmehr habe der Beschwerdegegner die Erwägungen des AFM
übernommen und diese lediglich breiter dargelegt. Der Beschwerdeführer
erblickt darin eine Verletzung des rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 der
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft [BV;
SR 101]). Die Verletzung des Gehörsanspruchs führt, ungeachtet der
Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst, zur Aufhebung
des angefochtenen Entscheids (BGE 132 V 387 E.5.1). Nach der
Rechtsprechung kann ein Verfahrensmangel, insbesondere eine
Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör, zwar geheilt werden,
wenn die Kognition der urteilenden Instanz nicht eingeschränkt ist und
dem Beschwerdeführer daraus kein Nachteil erwächst. Verlangt wird
ferner, dass kein für die Beurteilung der Angelegenheit relevantes
Kognitionsgefälle besteht (vgl. WIEDERKEHR, Die Begründungspflicht nach
Art. 29 Abs. 2 BV und die Heilung bei Verletzung, ZBl 9/2010, S. 502 ff.).
Eine Heilung ist aber immer dann ausgeschlossen, wenn es sich um eine
besonders schwerwiegende Verletzung der Parteirechte handelt; zudem
soll sie die Ausnahme bleiben (BGE 134 I 331 E.3.1, 126 I 68 E.2 mit
Hinweisen; PVG 2008 Nr. 1). Verfügungen oder Entscheide, die unter
Missachtung des rechtlichen Gehörs ergangen sind, sind daher
grundsätzlich aufzuheben und zur Durchführung eines
ordnungsgemässen Verwaltungsverfahrens an die Verwaltungsbehörden
zurückzuweisen (statt vieler: PVG 2011 Nr. 31). Nur wenn es sich aus
verfahrensökonomischen Gründen geradezu aufdrängt, ist die Heilung
einer allfälligen Gehörsverletzung im Rechtsmittelverfahren nach der
zitierten Praxis ausnahmsweise zuzulassen.
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b) Der durch Art. 29 Abs. 2 BV gewährleistete Anspruch auf rechtliches
Gehör dient einerseits der Sachaufklärung und garantiert anderseits ein
persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht der Parteien im Verfahren,
soweit dies Einfluss auf ihre Rechtsstellung haben kann. Die
Gehörsgarantie ist somit ein verfassungsmässig geschütztes
Individualrecht, hat also den Charakter eines selbständigen Grundrechtes
(HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Aufl.,
Zürich/ St. Gallen 2016, Rz. 1001 und 1003). Aus Art. 29 Abs. 2 BV folgt
insbesondere auch ein Mindestanspruch auf Begründung eines
hoheitlichen Aktes. Die Begründungspflicht für kantonale und kommunale
Behörden ergibt sich aus dem kantonalen Verfahrensrecht, vorliegend
aus Art. 22 Abs. 1 VRG, welcher ausdrücklich festhält, dass Entscheide
zu begründen sind. Der Sinn und Zweck der Begründungspflicht liegt
darin, dass der Bürger wissen soll, warum eine Behörde entgegen seinem
Antrag entschieden hat. Die Begründung eines Entscheids muss deshalb
so abgefasst sein, dass der Betroffene ihn gegebenenfalls sachgerecht
anfechten kann. Dies ist nur möglich, wenn sowohl er wie auch die
Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheids ein Bild
machen können. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die
Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde leiten liess
und auf welche sich ihr Entscheid stützt. Es ist insbesondere auch nicht
nötig, dass sie sich mit jeder tatbestandlichen Behauptung und jedem
rechtlichen Einwand auseinandersetzt, sondern sie kann sich vielmehr auf
die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (statt
vieler BGE 133 I 270 E.3.1). Ob die Begründung rechtlich zutreffend und
haltbar ist, ist wiederum keine Frage des formellen Anspruchs auf
rechtliches Gehör, sondern der materiellen Beurteilung der Streitfrage.
c) Vorliegend ist das DJSG als Beschwerdegegner der ihn treffenden
Begründungspflicht in hinreichendem Masse nachgekommen. So lässt
sich dem angefochtenen Einspracheentscheid vom 3. Januar 2017 ohne
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Weiteres entnehmen, weshalb der Beschwerdegegner die vom
Beschwerdeführer im Einspracheverfahren erhobenen Rügen als nicht
stichhaltig erachtet und weshalb er die Beschwerde abgewiesen hat bzw.
die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung im Rahmen des
Familiennachzuges verweigerte. Aufgrund dieser Vorbringen war es für
den heutigen Beschwerdeführer hinreichend klar, von welchen
Überlegungen sich der Beschwerdegegner im angefochtenen
Einspracheentscheid im Wesentlichen hat leiten lassen. Davon, dass der
Beschwerdegegner nicht auf die Einwände des Beschwerdeführers zu
den Ausführungen in der Verfügung des AFM eingegangen sei und sich
konkret mit diesen auseinandergesetzt habe, kann folglich keine Rede
sein. Ob die angestellten Überlegungen rechtlich zutreffend sind, ist nicht
im vorliegend interessierenden formellen Zusammenhang zu prüfen,
sondern materieller Natur, worauf nachstehend noch einzugehen sein
wird. Auf jeden Fall war der Beschwerdeführer, wie bereits dessen
Beschwerdeeingaben aufzeigen, ohne Weiteres in der Lage, den
missliebigen Entscheid sachgerecht anzufechten. Folglich ist der
Beschwerdegegner der ihn treffenden Begründungspflicht hinreichend
nachgekommen. Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist nach dem
Gesagten nicht verletzt.
4. a) Gemäss Art. 42 Abs. 1 des Bundesgesetz über die Ausländerinnen und
Ausländer (AuG; SR 142.20) haben ausländische Ehegatten von
Schweizer Staatsangehörigen einen Rechtsanspruch auf Erteilung und
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit diesen
zusammenwohnen. Die Rechtsansprüche nach Art. 42 AuG auf Erteilung
und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung erlöschen, wenn sie
rechtsmissbräuchlich geltend gemacht werden, namentlich um
Vorschriften dieses Gesetzes und seiner Ausführungsbestimmungen über
die Zulassung und den Aufenthalt zu umgehen (vgl. Art. 51 Abs. 1
lit. a AuG). Dieser Vorbehalt des Rechtsmissbrauchs bezieht sich
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insbesondere auf die sogenannte Schein- bzw. Ausländerrechtsehe, die
einzig mit dem Ziel geschlossen wurde, die ausländerrechtlichen
Bestimmungen zu umgehen, ohne dass dabei eine echte eheliche
Gemeinschaft beabsichtigt wäre (vgl. Urteil des Bundesgerichts
2C_58/2012 vom 1. Oktober 2012 E.3.1; BGE 128 II 145 E.2.2). Eine
Scheinehe liegt allerdings nicht bereits dann vor, wenn
ausländerrechtliche Motive für den Eheschluss mitentscheidend waren.
Vielmehr ist hierfür erforderlich, dass der Wille zur Führung einer
Lebensgemeinschaft – zumindest bei einem der beiden Ehegatten – von
Anfang an nicht gegeben war (vgl. Urteile des Bundesgerichts
2C_22/2012 vom 22. Oktober 2012 E.5, 2C_914/2010 vom 29.
August 2011 E.2.4; vgl. CARONI in: CARONI/GÄCHTER/THURNHERR [Hrsg.],
Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer, Bern 2010,
Art. 51 N 12). Liegen Hinweise vor, welche auf eine Scheinehe hindeuten,
so trägt die Verwaltungsbehörde die Beweislast für das Vorliegen einer
Scheinehe, wobei an die Bejahung eines Rechtsmissbrauchs hohe
Anforderungen gestellt werden (vgl. BGE 130 II 113 E.10.2, 127 II 49
E.5a, 128 II 145 E.2.2; 122 II 289 E.2.b; SPESCHA/KERLAND/BOLZLI,
Handbuch zum Migrationsrecht, 2. Auflage, Zürich 2015, S. 238). Da sich
das Vorliegen einer Scheinehe in der Regel einem direkten Beweis
entzieht, kann der Nachweis oft nur anhand von Indizien erbracht werden
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_125/2011 vom 31. August 2011 E.3.3;
2C_1008/2015 vom 20. Juni 2016 E.3.2; BGE 130 II 113 E.10.2,
127 II 49 E.5a; ZÜND/ARQUINT HILL, in: UEBERSAX et al. [Hrsg.],
Ausländerrecht, Eine umfassende Darstellung der Rechtsstellung von
Ausländerinnen und Ausländern in der Schweiz, 2. Auflage, Basel 2009,
Rz. 8.50). Feststellungen über das Bestehen solcher Hinweise können
äussere Gegebenheiten, aber auch innere psychische Vorgänge betreffen
(Wille der Ehegatten). Erforderlich sind konkrete und klare Hinweise
darauf, dass die Führung einer Lebensgemeinschaft nicht beabsichtigt ist
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(vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_273/2011 vom 5. Oktober 2011 E.3.3;
BGE 128 II 145 E.2.3).
b) Lässt die Indizienlage keinen klaren und unzweideutigen Schluss zu, ist
das Vorliegen einer Scheinehe nicht erstellt. In diesem Fall ist dem
ausländischen Ehegatten trotz allenfalls bestehender Zweifel die
Aufenthaltsbewilligung zu erteilen, auf das Risiko hin, dass sich die Ehe
aufgrund des späteren Verhaltens der Beteiligten (z.B. fehlendes
eheliches Zusammenleben in der Schweiz) in Verbindung mit den bereits
heute bekannten, in diese Richtung weisenden Indizien als Scheinehe
herausstellt und die Aufenthaltsbewilligung gestützt auf die
dannzumaligen Erkenntnisse widerrufen werden muss bzw. nicht mehr zu
verlängern ist. Hatten die Ehegatten noch gar keine Gelegenheit, die
Absicht der Begründung einer Lebensgemeinschaft durch
Zusammenleben unter Beweis zu stellen, ist dies gebührend zu
berücksichtigen, schliesst jedoch nicht aus, dass – bei entsprechender
Indizienlage – bereits im Zeitpunkt der erstmaligen Gesuchseinreichung
auf eine Scheinehe geschlossen werden darf und die Erteilung einer
fremdenpolizeilichen Nachzugsbewilligung von Anfang an zu verweigern
ist (Urteil des Bundesgerichts 2C_75/2013 vom 29. August 2013 E.3.4
m.w.H.).
c) Der Beschwerdeführer bestreitet, dass es sich vorliegend um eine
Scheinehe handle. Das Vorliegen einer solchen könne von Seiten der
Behörden, trotz erheblichem Ermessensmissbrauch, auch nicht bewiesen
werden. Vielmehr stütze sich der Beschwerdegegner ausschliesslich auf
den grossen Altersunterschied der Ehegatten, da die weiteren
Ausführungen blosse Vermutungen darstellen würden, welche sich nicht
beweisen liessen. Ebenfalls beanstandet der Beschwerdeführer beim
Altersunterschied, dass sich dieser stärker auswirke, wenn der Mann älter
sei. Bereits gegen eine Scheinehe sprächen die schriftliche Bestätigung
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des Trauzeugen und Freundes des Beschwerdeführers, C._, sowie
der Umstand, dass sich B._ im Jahre 2014 während drei Monaten in
der Schweiz aufgehalten habe.
Auch aus den fehlenden Verbindungsnachweisen, verbunden mit der
arbeitsbedingten örtlichen "Trennungszeit" im Jahre 2015, folgere der
Beschwerdegegner zu Unrecht, dass gesamthaft nur minimale Kontakte
bestünden. Vielmehr hätten die Ehegatten durchaus Kontakt zueinander
gehalten, jedoch sei es, aufgrund fehlender Speicherkapazität auf dem
Smartphone des Beschwerdeführers, nicht möglich,
Verbindungsnachweise zu erbringen, da Nachrichten nach 14 Tagen
automatisch gelöscht würden. Zudem würden auch die gemeinsamen
Ferien über den Jahreswechsel 2016/2017 gewissermassen gegen einen
Kontaktabbruch im Jahre 2015 sprechen. Zu den Umständen des
Kennenlernens hält der Beschwerdeführer nochmals fest, dass dieses
nicht arrangiert gewesen sei und die Tante von B._ dabei keine Rolle
gespielt habe. Darüber hinaus leite der Beschwerdegegner aus wenigen
Beispielen zu Unrecht ab, dass die Ehegatten nur wenig übereinander
wüssten. Dass der Beschwerdeführer den Namen einer Schwester seiner
Ehefrau nicht richtig nennen konnte, sei "Haarspalterei". Ebenso wenig
könne man aus der zurückhaltenden Information über die Heirat
gegenüber den beiden Kindern des Beschwerdeführers ableiten, da diese
durch den fehlenden Kontakt zur Tochter sowie Angst vor der Reaktion
des Sohnes begründet sei. Obendrein habe die Ehefrau sehr wohl über
die berufliche Tätigkeit des Beschwerdeführers Bescheid gewusst. Dass
sie nicht über alle Details informiert gewesen sei, dürfe ihr dabei nicht
zum Nachteil gereichen. Gleiches gelte für den Vorhalt, wonach die
Ehefrau unsicher war, ob das Elternhaus des Beschwerdeführers in
dessen Eigentum oder jenem der Eltern stehe.
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Insgesamt sei das Vorliegen einer Scheinehe nicht erstellt, weshalb die
Aufenthaltsbewilligung, trotz allfälliger Zweifel zu erteilen sei. Dies umso
mehr, da die Ehegatten noch keine Gelegenheit gehabt hätten, die
Absicht der Begründung einer Lebensgemeinschaft durch
Zusammenleben unter Beweis zu stellen. Zugleich stehe es der
Migrationsbehörde nicht zu, ohne Not und handfeste Beweise, derart tief
in die Privatsphäre des Beschwerdeführers einzugreifen. Da die
Beziehung des Beschwerdeführers auf echtem Ehewillen gründe,
betrachtet der Beschwerdeführer ferner sowohl Art. 9 BV als auch
Art. 8 der Europäischen Menschenrechtskonvention (SR 0.101; EMRK)
durch den angefochtenen Entscheid als verletzt.
d) Für den Beschwerdegegner besteht hingegen kein Zweifel am Bestand
einer Scheinehe. Zur Begründung verweist er im Wesentlichen auf die
angefochtene Verfügung vom 3. Januar 2017. Nebst den Umständen des
Kennenlernens, dem fehlenden Kontakt von einem Jahr, der wenigen
persönlichen Kontakte, der fehlenden Möglichkeit - nebst dem
Familiennachzug aufgrund eines Eheschlusses - eine
Aufenthaltsbewilligung zu erlangen sowie dem hohen Altersunterschied
von 27 Jahren, welcher in casu als gravierendstes Indiz gelte, würden
darin auch Hinweise, wonach die Ehegatten wenig Interesse füreinander
aufbrächten, als Indizien für eine Scheinehe vorgebracht (mit Verweis auf
die Weisungen des SEM, I. Ausländerbereich, Rz. 6.14.2.1 vom
25. Oktober 2013 [Stand 26. Januar 2018] sowie das Urteil des
Bundesgerichts 2C_1008/2015 vom 20. Juni 2016 E.3.2).
e) Gemäss oberwähnten Weisungen des SEM, sind im Zusammenhang mit
der Bekämpfung von Scheinehen und der Beurteilung eines
Einreisegesuches insbesondere folgende Sachverhalte von Bedeutung:
- Die Heirat steht im Zusammenhang mit einem Wegweisungsverfahren (negativer
Asylentscheid, keine Verlängerung des Aufenthalts);
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- nur kurze Bekanntschaft vor der Heirat;
- grosser Altersunterschied der zukünftigen Ehegatten, namentlich deutlich höheres
Alter der Frau;
- der anwesenheitsberechtigte Partner (Schweizer/in, Angehörige der EU o-der
EFTA-Mitgliedstaaten oder Niedergelassene/r) gehört offensichtlich einer sozialen
Randgruppe an (Alkohol- oder Drogensucht, Prostitution);
- fehlende sprachliche Verständigungsmöglichkeiten;
- keine Kenntnis der Lebensumstände des zukünftigen Ehegatten (z. B.
Verwandtschafts-, Wohnverhältnisse, Hobby usw.);
- fehlender Bezug zur Schweiz;
- widersprüchliche Aussagen der Gesuchsteller;
- Heirat gegen Bezahlung von Geld oder für die Beschaffung von Drogen.
Stellen die am Verfahren beteiligten Behörden eines oder mehrere dieser
Indizien fest, so muss das Gesuch um Erteilung der
Aufenthaltsbewilligung in Zusammenarbeit mit allen beteiligten Behörden
vertieft geprüft und gegebenenfalls abgelehnt werden (Weisungen des
SEM, I. Ausländerbereich, Rz. 6.14.2.1 vom 25. Oktober 2013 [Stand
26. Januar 2018]).
Überdies können weitere Indizien für das Vorliegen einer Scheinehe unter
anderem auch darin liegen, dass der ausländischen Person die
Wegweisung drohte, weil sie ohne Heirat keine Aufenthaltsbewilligung
erhielte oder ihr diese nicht verlängert würde sowie generell wegen der
Umstände des Kennenlernens (Urteil des Bundesgerichts 2C_1008/2015
vom 20. Juni 2016).
f) Im vorliegenden Fall deuten der grosse Altersunterschied von 27 Jahren
zwischen den Ehegatten sowie die fehlenden Alternativen zum Erhalt
einer Aufenthaltsbewilligung auf die Eingehung einer Scheinehe hin. Eine
vertiefte Prüfung war daher von Beginn weg angezeigt und erfolgte somit
keineswegs, wie vom Beschwerdeführer dargetan, "ohne Not". Diese
vertiefte Prüfung hat ergeben, dass zwar nicht keine, jedoch relativ
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geringe gegenseitige Kenntnisse der Lebensumstände der Ehegatten
bestehen (Verwandtschafts-, Wohneigentums-, Arbeitsverhältnisse etc.).
Die Aussagen der Ehegatten waren zudem nicht überall deckungsgleich,
obschon im Kern meist übereinstimmend. Nicht übereinstimmend waren
die Aussagen bezüglich der gemeinsamen Eheringe sowie den
Umständen des Kennenlernens (vgl. Befragungen der Ehegatten vom
6. April 2016, beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.] I/8,9). So gab der
Beschwerdeführer beispielsweise vor, dass er und seine Ehefrau
gemeinsame Eheringe haben würden, nur trage er seinen nicht, weil ihm
dieser zu eng sei. Demgegenüber steht die Aussage der Ehefrau, welche
erklärte, dass sie von ihrem Ehemann zwar einen Verlobungsring, jedoch
keinen Ehering erhalten habe.
g) Zu Ungunsten des Beschwerdeführers spricht sodann der Umstand, dass
dieser anlässlich der Befragung vom 6. April 2016 den Namen der
Trauzeugin nicht nennen konnte. Dies erst recht, da es sich bei besagter
Trauzeugin um die Tante seiner Ehefrau handelt und er in der Befragung
zu Protokoll gab, dass er zum Onkel seiner Ehefrau bzw. zum Ehemann
der Trauzeugin, welcher in X._ wohnt, ein gutes Verhältnis pflege
und sie sich "auch mal alle zusammen in Y._" treffen (Befragungen
der Ehegatten vom 6. April 2016 [Bg-act. I/8]). Darüber hinaus verreiste
die Ehefrau mit genannter Tante/Trauzeugin über Ostern 2016
gemeinsam ins Ausland. Gemessen daran erstaunt es umso mehr, dass
der Beschwerdeführer den Namen der Ehefrau besagten Onkels (und
gemäss eigenen Angaben auch Freundes) bzw. der Trauzeugin nicht
nennen konnte. Die Rechtfertigung des Beschwerdeführers, wonach er
den Namen der Trauzeugin/Tante sehr wohl kenne und ihn lediglich
angesichts der Befragung und der dadurch entstandenen Stresssituation
vergessen habe, ist vor diesem Hintergrund als reine Schutzbehauptung
zu werten.
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h) Auch die bereits erwähnten, klar widersprüchlichen Aussagen bzgl. der
Eheringe und die Tatsache, dass der Beschwerdeführer seinen beiden
eigenen Kindern die Hochzeit nicht mitteilen wollte, sprechen für eine
reine Aufenthaltsehe. Gleiches gilt für die mangelnde Kenntnis des
Beschwerdeführers über den Namen einer Schwester der Ehefrau sowie
die fehlenden Detailkenntnisse der Ehefrau über die berufliche Tätigkeit
des Beschwerdeführers. Die Aussage der Ehefrau, wonach der
Beschwerdeführer medizinischer Techniker in einer Reha-Klinik sei und
mit Drogenabhängigen arbeite, sie diesbezüglich jedoch keine genaueren
Angaben machen könne, ist vage und zeugt nicht von vertieften
persönlichen Kenntnissen wie man sie in einer gelebten Ehe
voraussetzen kann. Darüber hinaus sei erwähnt, dass grundlegendes
Wissen über die berufliche Tätigkeit des eigenen Ehegatten, entgegen
den Ausführungen des Beschwerdeführers, nicht zu "allen" bzw. vertieften
beruflichen Details zählt.
i) Besonders erschwerend hinzu tritt die mangelnde Bereitschaft des
Beschwerdeführers Verbindungsnachweise für die fast einjährige
"Trennungszeit" im Jahre 2015 vorzulegen. Zwar müssen die Behörden
den Sachverhalt von Amtes wegen möglichst zuverlässig abklären,
jedoch wird dieser sogenannte Untersuchungsgrundsatz durch die
Mitwirkungspflichten der Parteien relativiert (vgl. Art. 90 AuG mit Verweis
auf Urteil des Bundesgerichts 2C_1008/2015 vom 20. Juni 2016 E.3.3).
Diese kommen naturgemäss insbesondere bei Tatsachen zum Tragen,
die eine Partei besser kennt als die Behörden und die ohne ihre
Mitwirkung gar nicht oder nicht mit einem vernünftigen Aufwand erstellt
werden können (vgl. BGE 124 II 361 E.2b). Im vorliegenden
Zusammenhang gelten die entsprechenden Pflichten umso strenger, je
mehr Indizien vorliegen, welche gemeinhin darauf schliessen lassen, dass
in erster Linie die ausländerrechtliche Gesetzgebung umgangen werden
soll. In diesem Fall darf und muss von den Ehegatten erwartet werden,
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dass sie von sich aus Umstände vorbringen und klar belegen, dass den
allgemeinen Hinweisen zum Trotz der Beziehung ein echter Ehewille
zugrunde liegt (vgl. etwa die Urteile 2C_1033/2014 vom 29. April 2015
E.2.3 sowie 2C_177/2013 vom 6. Juni 2013 E.3.4 in fine; vgl. zum
Ganzen 2C_1008/2015 vom 20. Juni 2016 E.3.3). Trotz seiner
Mitwirkungspflichten erklärte sich der Beschwerdeführer, anlässlich der
Befragung vom 6. April 2016, grundsätzlich nicht bereit,
Verbindungsnachweise einzureichen. Allenfalls sei er damit
einverstanden, Facebook-Ausdrücke einzureichen (vgl. Befragungen der
Ehegatten vom 6. April 2016 [Bg-act. I/8]). In der Folge verzichtete er
jedoch gänzlich darauf Verbindungsnachweise jedweder Art einzureichen.
Die hierfür nachträglich angeführte Begründung, dass er mangels
Speicherkapazität auf seinem Smartphone nicht in der Lage sei
Verbindungsnachweise zu erbringen, vermag indessen nicht zu
überzeugen, da insbesondere Facebook-Daten auch im Internet  und
somit nicht nur auf dem lokalen Gerätespeicher  abgespeichert werden.
Entsprechend hätte es dem Beschwerdeführer ohne Weiteres möglich
und zumutbar sein müssen, sofern überhaupt Facebook-
Verbindungsnachweise existieren, wenigstens solche, wie ursprünglich
auch angekündigt, einzureichen und damit seiner Mitwirkungspflicht
zumindest teilweise nachzukommen. Vor diesem Hintergrund muss die
genannte Begründung des Beschwerdeführers bezüglich der fehlenden
Speicherkapazität auf seinem Smartphone als reine Schutzbehauptung
ohne Beweiswert eingestuft werden.
k) Dem Bestätigungsschreiben von C._, in welchem er darlegt, dass es
sich im vorliegenden Fall um eine reine Liebesheirat und somit nicht um
eine Scheinehe handle, ist aufgrund dessen Nähe zum Beschwerdeführer
(Freund und Trauzeuge desselben) ebenfalls nur ein geringer Beweiswert
beizumessen. Gleiches gilt für die Bestätigung von Frau D._
bezüglich der gemeinsam verbrachten Ferien über den Jahreswechsel
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2016/2017. Im Übrigen ist nicht ersichtlich, inwiefern gemeinsame Ferien
über den Jahreswechsel 2016/2017, wie vom Beschwerdeführer
dargetan, etwas über den Kontakt im Jahre 2015 aussagen. Vielmehr
kann aufgrund der gänzlich fehlenden Verbindungsnachweise  in
Kombination mit der bereits dargelegten Verletzung der Mitwirkungspflicht
 sowie der beruflichen Absenz von B._, welche sich lediglich auf
den Zeitraum von April bis Oktober 2015 erstreckte, davon ausgegangen
werden, dass der Kontakt zwischen den beiden Ehegatten im Jahre 2015
tatsächlich ruhte.
l) Der Einwand des Beschwerdeführers, wonach sich der Altersunterschied
stärker auswirke wenn der Mann älter sei, ist im Zusammenhang mit den
bereits genannten Weisungen des SEM (Ziff. 6.14.2.1), welche sich in
erster Linie auf ein deutlich höheres Alter der Frau beziehen, und der
Rechtsprechung (vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons
Graubünden U 16 29 vom 25. Oktober 2016 E.5) nicht zutreffend. Die
aufgestellte Behauptung, wonach sich der Beschwerdegegner mit dem
Abstellen auf den Altersunterschied klar über die differenzierte
Rechtsprechung des Bundesgerichts hinweggesetzt habe, ist somit
erwiesenermassen falsch.
m) Zu Art. 9 BV sowie Art. 8 EMRK kann, wie bereits in der angefochtenen
Verfügung des Beschwerdegegners vom 3. Januar 2017, nochmals
darauf hingewiesen werden, dass der Anwendungsbereich dieser
Grundrechte mit Bezug auf partnerschaftliche Beziehungen nur eröffnet
ist, wenn eine staatliche Entfernungs- oder Fernhaltemassnahme dazu
führt, dass eine nahe, echte und tatsächlich gelebte familiäre Beziehung
zu einer in der Schweiz gefestigt anwesenheitsberechtigten Person
beeinträchtigt wird (vgl. BGE 141 II 169 E.5.2.1; Urteil des Bundesgerichts
2C_391/2015 vom 8. Dezember 2015). Da in casu davon auszugehen ist,
dass der Beschwerdeführer und seine Ehefrau keinen wirklichen
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Ehewillen haben, liegt auch keine Beziehung vor, welche vom
Schutzbereich von Art. 9 BV und Art. 8 EMRK erfasst wird. Gleiches gilt
für Art. 14 BV.
n) Im Übrigen ist nicht ersichtlich, womit die Vorinstanz ihr Ermessen
(erheblich) überschritten bzw. missbraucht haben soll. Selbst unter
gebührender Berücksichtigung der Tatsache, dass die Ehegatten bisher
keine Möglichkeit hatten, die Absicht der Begründung einer
Lebensgemeinschaft durch Zusammenleben unter Beweis zu stellen,
ändert sich vorliegend nichts mehr daran, dass aufgrund der Indizienlage
bereits im Zeitpunkt der erstmaligen Gesucheinreichung auf eine
Scheinehe geschlossen werden durfte und die Erteilung der
fremdenpolizeilichen Nachzugsbewilligung von Anfang an zu verweigern
war (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_75/2013 vom 29. August 2013
E.3.4 m.w.H.). Eine Erteilung auf Probe fällt dementsprechend ebenfalls
ausser Betracht.
5. Aus obgenannten Gründen kommt dieses Gericht zum Schluss, dass die
Entscheidung der Vorinstanzen, das Gesuch um Familiennachzug
aufgrund der vorhandenen Indizien, vor allem wegen der mangelnden
Bereitschaft des Beschwerdeführers  trotz klarer Mitwirkungspflichten 
Verbindungsnachweise zu erbringen, des hohen Altersunterschieds
zwischen den Ehegatten, der mangelnden Alternativen zur Erlangung
einer Aufenthaltsbewilligung für die Ehefrau, der zweifelhaften Kontakte
über das Jahr 2015, den Umständen des Kennenlernens sowie der
widersprüchlichen Aussagen bzw. der fehlenden persönlichen
Kenntnisse, insbesondere in Bezug auf die Eheringe und den Namen der
Trauzeugin, zu verweigern, vertretbar erscheint und damit zu bestätigen
ist. Die Beschwerde ist somit abzuweisen.
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6. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Verfahrenskosten gestützt
auf Art. 73 Abs. 1 VRG zulasten des Beschwerdeführers. Praxisgemäss
wird die Staatsgebühr auf Fr. 1'500.-- festgesetzt (vgl. die Urteile des
Verwaltungsgerichts U 16 34 vom 25. Januar 2017, U 15 3 vom
17. November 2015 sowie U 13 13 vom 25. Februar 2014). Es gibt keinen
Grund im vorliegenden Fall höhere oder tiefere Kosten zu verlangen.
Bund, Kanton und Gemeinden sowie mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben
betrauten Organisationen wird gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG in der Regel
keine Parteientschädigung zugesprochen, wenn sie in ihrem amtlichen
Wirkungskreis obsiegen. Davon abzuweichen besteht vorliegend kein
Anlass, weshalb dem obsiegenden Beschwerdegegner keine
Parteientschädigung zusteht.