Decision ID: 5010cd83-f205-4f3b-aef1-17945d25bf9a
Year: 2011
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Andreas Fäh, Oberer Graben 26, 9000 St. Gallen,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Reto Bachmann, Schwanenplatz 4, 6004 Luzern,
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betreffend
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a A._ war als Metallarbeiter bei der B._ tätig und dadurch bei der
Schweizerischen
Unfallversicherungsanstalt (Suva) obligatorisch gegen Unfälle versichert. Am 27. Juli
2001 erlitt er beim Schlachten eines Schweins eine Verletzung der rechten Schulter
(UV-act. II/1). Die Kernspintomographie der rechten Schulter (Arthro-MRI) vom
13. August 2001 ergab einen vollständigen Abriss der Subscapularissehne und eine
Signalstörung im ventralen Anteil der Supraspinatussehne im Sinn einer Mitbeteiligung.
Weiter wurde eine hypertrophierende Acromioclaviculararthrose mit Tiefstand des
Acromions und Einengung des subacromialen Raums festgestellt (UV-act. II/2). Die
Verletzung wurde konservativ behandelt (UV-act. II/7).
A.b Ein weiterer Unfall am 1. September 2003 führte zu einem knöchernen Ausriss der
Bicepssehne am rechten Arm (UV-act. I/1, I/3). Die Sehne wurde am 17. September
2003 operativ refixiert (UV-act. I/4).
A.c Mit Verfügung vom 25. Februar 2005 sprach die Suva dem Versicherten wegen
der verbleibenden unfallbedingten Beeinträchtigungen von Gesundheit und
Erwerbsfähigkeit ab 1. Oktober 2004 eine Rente bei einem Invaliditätsgrad von 21%
und, gestützt auf die Beurteilung durch Kreisarzt Dr. med. C._, eine
Integritätsentschädigung für eine Einbusse von 15% zu (UV-act. II/163 f., II/193). Die
dagegen erhobene Einsprache vom 28. März bzw. 17. Mai 2005 (UV-act. II/194, II/201)
wies die Suva mit Entscheid vom 20. Mai 2005 ab (UV-act. II/202). Mit Urteil vom
13. März 2006 wies das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen die dagegen
erhobene Beschwerde des Versicherten ab (Verfahren UV 2005/65; UV-act. II/208).
Auch die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Eidgenössische Versicherungsgericht
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(EVG; seit 1. Januar 2007 sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts) wurde mit
Urteil U 235/06 vom 12. April 2007 abgewiesen (UV-act. II/209 bzw. I/80).
B.
B.a Am 17. August 2007 meldete der Versicherte telefonisch, dass er laut Dr. med.
D._, Facharzt FMH für Chirurgie, an der Schulter operiert werden müsse (UV-act. I/
84). In der schriftlichen Rückfallmeldung vom 20. August 2007 führte Dr. D._ aus, der
Patient habe ihn wegen zunehmenden Schulterbeschwerden wieder aufgesucht (UV-
act. I/86). Das MRI vom 26. Juli 2007 (UV-act. I/91) zeige eine nach wie vor vorhandene
Läsion des Musculus Subscapularis rechts mit allerdings zunehmender
Supraspinatussehnenläsion rechts. Dr. med. E._, Facharzt FMH für Orthopädische
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, riet mit Bericht vom
10. September 2007 von einer operativen Sehnenrekonstruktion ab (UV-act. I/88). Mit
Schreiben vom 15. Februar 2008 teilte die Suva dem Rechtsvertreter des Versicherten,
Rechtsanwalt lic. iur. Andreas Fäh, St. Gallen, mit, dass sie die
Versicherungsleistungen für die Behandlung der rechten Schulter erbringen und
insbesondere die Schmerzmedikamente weiterhin bezahlen werde (UV-act. I/106; Die
Stellungnahme betreffend Hörproblematik im gleichen Brief interessiert vorliegend
nicht.).
B.b Rechtsanwalt Fäh machte mit Schreiben vom 15. Mai 2008 eine erhebliche
Verschlechterung der aktuellen Arbeitsfähigkeit seines Mandanten geltend und
ersuchte die Suva um Prüfung des Anspruchs auf Taggelder und um deren Ausrichtung
(UV-act. I/111). Dieses wurde am 10. Juli 2008 mit der Begründung abschlägig
beantwortet, eine wesentliche Verschlimmerung des Gesundheitszustands des
Versicherten - soweit durch die Unfallfolgen verursacht - sei nicht ausgewiesen (UV-
act. I/119). - Der Versicherte stellte sich am 18. August 2008 erneut bei Dr. E._ vor
und machte verstärkte Nachtschmerzen geltend (UV-act. I/123 bzw. I/126). Der
Vorschlag einer stationären Rehabilitation in der Klinik Bellikon wurde nach
Rücksprache mit Kreisarzt Prof. Dr. med. F._, Facharzt FMH für Orthopädische
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, von der Administration
abgelehnt (UV-act. I/124 f., I/127).
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B.c Mit Schreiben vom 23. Oktober 2008 machte Rechtsanwalt Fäh weitere
unfallkausale Leiden mit Auswirkung auf die Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit seines
Mandanten geltend (UV-act. I/129). Der Versicherte litt neu unfallfremd auch unter einer
rheumatoiden Arthritis (neben den bereits bekannten unfallfremden Diagnosen
arterieller Hypertonus, Diabetes mellitus, Depression, Carpaltunnelsyndrom, Asthma
bronchiale; UV-act. I/133). Mit Verfügung vom 15. Dezember 2008 (UV-act. I/136) hielt
die Suva fest, es könne nicht von einer wesentlichen Verschlimmerung des
Gesundheitszustands des Versicherten - soweit eine solche durch die Unfallfolgen
verursacht sei - ausgegangen werden. Eine Rentenerhöhung sei somit nicht
ausgewiesen und Taggeldleistungen seien keine geschuldet.
C.
Dagegen erhob der Rechtsvertreter des Versicherten am 16. Januar 2009 Einsprache
und legte den Bericht über das Arthro-MRI der rechten Schulter vom 23. Dezember
2008 von Dr. med. G._, Facharzt FMH für Radiologie, sowie den Bericht von
Dr. D._ vom 30. Dezember 2008 bei, in welchem dieser von einer stetig
zunehmenden degenerativen Veränderung des rechten Schultergelenks als Unfallfolge
ausging (UV-act. I/140 ff.). Die verlangte Nachfrist zur Einsprachebegründung liess
Rechtsanwalt Fäh zunächst verlängern und danach unbenutzt verstreichen (UV-act. I/
142 ff., I/150). Das zwischenzeitlich eingegangene Begehren von Dr. D._ auf eine
Arthroskopie der rechten Schulter lehnte Kreisarzt Dr. C._, am 14. April 2009 ab (UV-
act. I/147 ff., I/151). Am 2. Oktober 2009 wurde der Versicherte von Prof. Dr. F._
kreisärztlich untersucht (UV-act. I/160). Dieser nahm zur Frage, ob seit der
kreisärztlichen Abschlussuntersuchung vom 22. September 2004 durch Dr. C._ (UV-
act. I/68 f.) eine unfallbedingte Verschlimmerung nachgewiesen werden könne, Stellung
und kam zum Schluss, die hinzugekommenen Pathologien seien degenerativer Art. Da
die vorgeschlagenen Massnahmen auf eine Therapie degenerativer Veränderungen
abzielen und über die eigentliche Subscapularissehnenpathologie hinausgehen
würden, beträfen sie nicht den durch die Suva zu kompensierenden Unfallschaden an
der rechten Schulter und könne die Suva für diese nicht leistungspflichtig sein.
Gestützt auf die Beurteilung von Prof. Dr. F._ lehnte die Suva mit Entscheid vom
9. Dezember 2009 die Einsprache ab.
D.
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D.a Dagegen richtet sich die Beschwerde vom 25. Januar 2010 mit den Anträgen, der
Einspracheentscheid der Suva vom 9. Dezember 2009 sei aufzuheben, die
Invalidenrente und die Integritätsentschädigung des Beschwerdeführers seien
angemessen zu erhöhen, gleichzeitig seien die Heilungskosten durch die Suva zu
übernehmen, es sei ein medizinisches Gutachten einzuholen und es sei dem
Beschwerdeführer eine Nachfrist zur ergänzenden Begründung der vorliegenden
Beschwerde anzusetzen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Zur
Begründung wird angeführt, laut Dr. D._ seien die zunehmenden Veränderungen des
rechten Schultergelenks als Unfallfolgen zu interpretieren. Bei dieser Diskrepanz der
medizinischen Beurteilungen müsse ein unabhängiges Gutachten eingeholt werden;
dies insbesondere auch, weil selbst der Kreisarzt eine Verschlechterung der
gesundheitlichen Situation des Beschwerdeführers festgestellt habe. Sollte sich die
Verschlechterung gestützt auf ein solches Gutachten als unfallkausal erweisen, müsste
die Erhöhung der Leistungen der Suva erfolgen und die Arbeitsunfähigkeit und die
Integritätsentschädigung neu festgelegt werden. Die angesetzte Nachfrist für die
Ergänzung der Beschwerdebegründung hat der Rechtsvertreter unbenutzt verstreichen
lassen (act. G 2 bis G5).
D.b Die Suva beauftragte Rechtsanwalt lic. iur. Reto Bachmann mit ihrer Vertretung
(act. G 6.2). Mit Beschwerdeantwort vom 3. Mai 2010 lässt dieser die Abweisung der
Beschwerde vom 25. Januar 2010 beantragen, soweit auf sie eingetreten werden
könne. Zur Begründung wird angeführt, auf die Anträge betreffend
Integritätsentschädigung und Heilungskosten sei mangels Sachurteilsvoraussetzung
einer entsprechenden Verfügung nicht einzutreten. Die vorliegende Beurteilung von
Dr. D._ setze sich mit den gegenteiligen medizinischen Auffassungen nicht
auseinander und vermöge nicht zu überzeugen. Demgegenüber lege Prof. Dr. F._ gut
nachvollziehbar dar, weshalb die neu aufgetretenen Veränderungen in der rechten
Schulter degenerativer Natur seien. Der Beschwerdeführer vermöge nicht mit der
erforderlichen überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachzuweisen, dass die neu
aufgetretenen Befunde im rechten Schultergelenk unfallkausal seien und dass sie eine
zusätzliche Einschränkung der Arbeitsunfähigkeit nach sich ziehen würden.
D.c Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat nach viermaliger Fristerstreckung
auf die Einreichung einer Replik verzichtet (act. G 8 ff., G 17), worauf der
Schriftenwechsel am 29. Oktober 2010 abgeschlossen worden ist (act. G 18).
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D.d Auf die weiteren Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt
der übrigen Akten wird, soweit für den Entscheid erforderlich, in den nachfolgenden

Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.
Streitig und zu prüfen ist, ob die Suva die Voraussetzungen für eine Erhöhung der
Invalidenrente des Beschwerdeführers und seinen Anspruch auf die Ausrichtung von
Taggeldern zu Recht verneint hat. Soweit der Beschwerdeführer die Erhöhung der
Integritätsentschädigung und die Übernahme weiterer Heilungskosten geltend macht,
kann auf die Beschwerde nicht eingetreten werden. Diese Leistungen waren nicht
Gegenstand des angefochtenen Einspracheentscheids und können mithin auch nicht
Streitgegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens sein (vgl. BGE 125 V 413,
bestätigt in BGE 131 V 164 E. 2.1 S. 64f. und in BGE 134 V 418 E. 5.2.1 S. 426).
2.
2.1 Die Beschwerdegegnerin hat im angefochtenen Einspracheentscheid die
rechtlichen Voraussetzungen ihrer Leistungspflicht gemäss Art. 6 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20), insbesondere bei
Rückfällen und Spätfolgen gemäss Art. 11 der Verordnung über die Unfallversicherung
(UVV; SR 832.202), das Erfordernis des natürlichen und adäquaten
Kausalzusammenhangs zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und
der beim Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung sowie die Regelung der
diesbezüglichen Beweisfragen zutreffend dargestellt (E. 1.a). Darauf kann verwiesen
werden. Das gilt auch für ihre Ausführungen bezüglich Anspruchs auf eine
Invalidenrente der Unfallversicherung (Art. 18 Abs. 1 UVG) und deren allfällige Revision
gemäss Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1; E. 1.b). Eine Änderung des
Invaliditätsgrads setzt nach Gesetzeswortlaut und Rechtsprechung eine Änderung der
anspruchsbegründenden Tatsachen voraus. Wird, wie vorliegend, eine Änderung des
Gesundheitszustands geltend gemacht, sind lediglich Änderungen massgebend, die
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die versicherte Gesundheitsschädigung betreffen. Es bedarf mithin neuer Elemente
tatsächlicher Natur, die nach der ursprünglichen Rentenverfügung eingetreten und zum
damals gegebenen Sachverhalt hinzugekommen sind oder diesen verändert haben
(vgl. SVR 2004 IV Nr. 17 S. 53 [I 526/02] E. 2.4 und U. Kieser, ATSG-Kommentar,
2. Aufl. 2009, N 16 f. zu Art. 17).
2.2 Ergänzend ist zum Anspruch auf Taggeldleistungen nach Festsetzung einer
Invalidenrente der Unfallversicherung festzuhalten, dass ein solcher die ärztliche
Behandlung von Unfallfolgen (im Sinn eines Rückfalls oder von Spätfolgen bzw. auf
Anordnung des Unfallversicherers [vgl. Art. 21 Abs. 2 UVG]) sowie eine dadurch
bedingte Verdiensteinbusse voraussetzt (vgl. Art. 21 Abs. 3 UVG und Urteil des
Bundesgerichts 8C_34/2008 vom 7. November 2008).
2.3 Zum Beweiswert ärztlicher Berichte ist ebenfalls ergänzend festzuhalten, dass
nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung entscheidend ist, ob ein ärztlicher
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht,
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der
Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Fachperson begründet und
nachvollziehbar sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit
weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder
in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen
Inhalt (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232 und BGE 125 V 351 E. 3a S. 352 mit Hinweis).
Auch den Berichten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kann recht
sprechungsgemäss Beweiswert beigemessen werden, sofern sie als schlüssig
erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine
Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 135 V 465 E. 4 S. 467 ff. und BGE
125 V 351 E. 3b/ee S. 353f., je mit Hinweisen). Art. 8 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK geben
keinen formellen Anspruch auf versicherungsexterne Begutachtung, wenn
Leistungsansprüche streitig sind. Erachtet das Sozialversicherungsgericht die
rechtserheblichen tatsächlichen Entscheidgrundlagen bei pflichtgemässer
Beweiswürdigung als schlüssig, darf es den Prozess ohne Weiterungen - insbesondere
ohne Anordnung eines Gerichtsgutachtens - abschliessen. In solchen Fällen sind an die
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Beweiswürdigung jedoch strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe
Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen, sind
ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 E. 4.7 S. 471, RKUV 1997
U 281 E. 1a S. 281f.). - Berichte von behandelnden Ärztinnen und Ärzten verfolgen in
der Regel nicht den Zweck, zu einem medizinischen Sachverhalt abschliessend
Stellung zu nehmen und eine objektive Beurteilung von Versicherungsansprüchen zu
erlauben, denn diese Fachpersonen sind auf die Behandlung konzentriert. Aufgrund
ihrer auftragsrechtlichen Stellung sagen sie im Zweifelsfall auch eher zu Gunsten ihrer
Patientinnen und Patienten aus. Dennoch ist ihre Berichterstattung korrekt zu würdigen
und sind Anhaltspunkte zu beachten, die die Feststellungen der versicherungsinternen
Fachpersonen als nicht schlüssig erscheinen lassen (BGE 135 V 465 E. 4.5 f. S. 470 f.;
vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_907/2009 vom 12. Februar 2010 E. 1.1).
3.
3.1 Auszugehen ist von den unfallbedingten Gesundheitsbeeinträchtigungen im
Zeitpunkt, in welchem die Rente rechtskräftig gewährt bzw. materiell bestätigt worden
ist (vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5.2 am Ende S. 351). Diese sind einerseits im Bericht über
die kreisärztliche Abschlussuntersuchung von Dr. C._ vom 22. September 2004 (UV-
act. II/163), andererseits im von der Invalidenversicherung in Auftrag gegebenen
Gutachten des Ärztlichen Begutachtungsinstituts (ABI), Basel, vom 21. Juni 2005 (UV-
act. II/207) dokumentiert, wobei letzteres nicht zwischen unfallkausalen und
unfallfremden Gesundheitsbeeinträchtigungen unterscheidet. Bildgebend wurde die
Situation an der rechten Schulter durch Arthro-MRI dokumentiert, die Dr. med. H._,
Facharzt FMH für Radiologie, am 13. August 2001 (UV-act. II/2) und am 4. Januar 2002
(UV-act. II/17) angefertigt hatte. Bereits in den ersten Aufnahmen vom 13. August 2001,
17 Tage nach dem Unfall vom 27. Juli 2001, wurde auch eine hypertrophierende
Acromioclaviculararthrose mit Tiefstand des Acromions und Einengung des
subacromialen Raums festgestellt (UV-act. II/2). Damit ist jedenfalls ein degenerativer
Vorzustand dokumentiert.
3.2 Der medizinische Sachverhalt im Zeitpunkt der Neubeurteilung, der mit der
Ausgangslage zu vergleichen ist, ist im Bericht von Kreisarzt Prof. Dr. F._ vom
5. Oktober 2009 (UV-act. I/160) und im wiederum von der Invalidenversicherung in
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Auftrag gegebenen zweiten ABI-Gutachten vom 22. Oktober 2009 dargelegt (UV-act. I/
163; dieses unterscheidet ebenfalls nicht zwischen unfallkausalen und unfallfremden
Gesundheitsbeeinträchtigungen). An Kernspintomographien (Arthro-MRI) der rechten
Schulter liegen die am 26. Juli 2007 durch Dr. H._ angefertigte (UV-act. I/91) sowie
diejenige vom 23. Dezember 2008 von Dr. G._ vor (UV-act. I/140.1). Dr. H._
berichtete am 26. Juli 2007 über stärkere Veränderungen an den betroffenen Sehnen
(Subscapularis- und Supraspinatussehne) gegenüber der Voruntersuchung vom
4. Januar 2002 (UV-act. II/17; und damit indirekt auch gegenüber der Erstuntersuchung
vom 13. August 2001 [UV-act. II/2]). Dr. G._ schilderte aufgrund des Arthro-MRI vom
23. Dezember 2008 erhebliche degenerative Veränderungen im rechten Schultergelenk,
machte aber keinen Vergleich mit früheren Aufnahmen. - Den Sachverhalt,
insbesondere die Feststellungen von Dr. G._, interpretierten Prof. Dr. F._ und
Dr. D._ unterschiedlich:
3.2.1 Sowohl in seinem Bericht vom 14. Mai 2008 als auch in der Stellungnahme
vom 30. Dezember 2008, beide an den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
gerichtet (UV-act. I/110, I/140.2), bezeichnete Dr. D._ die Beschwerden am rechten
Schultergelenk als Folge eines unfallbedingten degenerativen Prozesses. Eine
eigentliche Begründung, weshalb alle Gesundheitsbeeinträchtigungen auf den Unfall
zurückzuführen seien, lieferte der behandelnde Chirurg nicht. Vielmehr stützte er sich
auf die Angaben seines Patienten, neu vermehrt Schmerzen in der rechten Schulter zu
haben. Damit argumentierte er nach der Formel, Gesundheitsbeeinträchtigungen
müssten unfallbedingt sein, wenn sie vor dem Unfall keine Beschwerden verursacht
hatten ("post hoc ergo propter hoc"), die nach ständiger Rechtsprechung
beweisrechtlich für sich allein nicht ergiebig ist (vgl. SVR 2009 UV Nr. 13 [8C_590/2007]
E. 7.2.4 S. 54 mit Hinweisen). Er liess in seiner Beurteilung insbesondere ausser Acht,
dass bereits im Arthro-MRI vom 13. August 2001 eine hyperthrophierende (=
Zellwachstum bewirkende Grössenzunahme, vgl. Roche Lexikon Medizin, 5. Aufl. 2003,
S. 884 zum Begriff "Hyperthrophie") Acromioclaviculararthrose dokumentiert worden
war (UV-act. II/2), womit seine Annahme, die vermehrten Beschwerden in der
Schultergelenksregion seien unfallbedingt, widerlegt ist. - Soweit Dr. D._ in der
Stellungnahme vom 14. Mai 2008 schrieb, Dr. med. I._, Fachärztin FMH für
Neurologie, führe in ihrem Bericht vom 31. März 2008 (UV-act. I/118) die Schulter-/
Armbeschwerden auf den Unfall zurück, interpretierte er sie fehl. Sie kam aufgrund der
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neurologischen und elektrophysiologischen Untersuchung lediglich zum Schluss, die
Einschränkung der Gebrauchsfähigkeit der rechten oberen Extremität sei zum
überwiegenden Anteil auf die schmerzhafte Einschränkung der Schulterbeweglichkeit
und nicht auf eine neurogene Läsion zurückzuführen. Eine Aussage über eine
Unfallkausalität irgendwelcher Befunde machte die Neurologin nicht. - Einzig mit dem
schriftlichen Vorschlag vom 2. April 2009 an den Kreisarzt (UV-act. I/147), beim
Beschwerdeführer eine arthroskopische Schulteroperation durchzuführen, nahm
Dr. D._ keine ausdrückliche Kausalitätszuordnung vor. Vielmehr erklärte er die
zunehmenden Schulterschmerzen seines Patienten, mit Ausstrahlung in den Oberarm
und Richtung Nacken, mit der durch MRI gesicherten Diagnose der hyperthrophen
Acromioclavicular-Gelenksarthrose und der Bizepssehnenluxation bei bekannter
Intervallläsion. (Dr. G._ hatte im Bericht vom 24. Dezember 2008 [UV-act. I/140.1]
allerdings lediglich eine diskrete bzw. leichtgradige Subluxation der Bizepssehne nach
medial beschrieben.) Aus dieser Anfrage des behandelnden Chirurgen darf
geschlossen werden, dass auch für ihn die Arthrose des Acromioclaviculargelenks im
Vordergrund stand.
3.2.2 Prof. Dr. F._ führte in seinem Bericht vom 5. Oktober 2009 zur Frage, ob
gegenüber der Situation im Zeitpunkt der Beurteilung des Integritätsschadens bzw. der
Zumutbarkeit im September 2004 eine unfallbedingte Verschlimmerung nachgewiesen
werden könne, wörtlich aus (UV-act. I/160; S. 6): "Konnte seinerzeit von einer isolierten
posttraumatischen Subscapularissehnenpathologie ausgegangen werden, so hat sich
über die Jahre hinweg eine zusätzliche Schädigung des rechten Schultergelenks
ergeben durch eine ausgeprägte arthrotische Entwicklung des
Acromioclaviculargelenkes. Fernerhin ein Auftreten eines Sporns am Acromion mit
entsprechender negativer Auswirkung auf die Supraspinatussehne, schliesslich ein im
MRI vom Dezember 2008 ins Auge fallender Humeruskopfhochstand. Da
zwischenzeitlich kein Unfall die rechte Schulter getroffen hat, ist diese Entwicklung als
eigenständiges degeneratives Leiden zu interpretieren und kann nicht mehr mit dem
Unfall des Jahres 2001 in Zusammenhang gebracht werden. Seinerzeit ist eine
definierte Struktur, im Prinzip nur die Subscapularissehne, gerissen: die
hinzugekommenen Pathologien sind degenerativer Art, eine Entwicklung wie sie
typisch ist für die früher beliebte Namensgebung als Periarthropathia humero
scapularis." Damit brachte der Kreisarzt klar zum Ausdruck, dass er die Zunahme der
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Schulterschmerzen des Beschwerdeführers auf das degenerative Geschehen
zurückführte, welches unabhängig von den reinen Unfallfolgen weiter vorangeschritten
war.
3.2.3 Dr. D._ und Prof. Dr. F._ waren sich in ihren Beurteilungen somit
grundsätzlich einig, dass sich ein degeneratives Geschehen in der rechten Schulter des
Beschwerdeführers weiterentwickelte und Ursache der zunehmenden Schmerzen war.
Unterschiedlich sind einzig die ursächlichen Zuordnungen, die die beiden Ärzte
vornehmen. Für die Beurteilung von Prof. Dr. F._ spricht, dass die Arthrose des
Acromioclaviculargelenks als Vorzustand dokumentiert ist. Zudem zeigte sich mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit bereits beim Unfall vom 27. Juli 2001 ein typisches
Geschehen, bei dem eine bereits vorgeschädigte Sehne riss (vgl. A. Debrunner,
Orthopädie - Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. 2002, zur Ruptur der
Rotatorenmanschette S. 728, wonach bei Männern ab etwa 50 Jahren, aber auch bei
Frauen, Degenerationen der Rotatorenmanschette mit Rissbildungen sehr häufig, in der
Regel aber symptomlos sind; solche vorgeschädigten Sehnen bei geringem Anlass,
aber auch spontan, reissen können, was hingegen bei gesunden Sehnen nie
vorkomme). Weiter wird die Beurteilung von Prof. Dr. F._ auch durch die
rheumatologische Beurteilung von Dr. med. J._, Facharzt FMH für Rheumatologie
und Innere Medizin, im zweiten ABI-Gutachten vom 22. Oktober 2009 gestützt (UV-act.
I/163). Darin führt er unter anderem aus: "Im Weiteren bestehen chronische
therapieresistente Schulterschmerzen rechts. Ein Verlaufs-Arthro-MRI der rechten
Schulter ergab die oben erwähnten deutlich pathologischen Befunde der
Rotatorenmanschette bei zusätzlich deutlich hypertropher Acromioclavicular-
Gelenksarthrose, was eine klare Disposition für eine subacromiale Kompression
darstellt mit nachfolgend weiterer chronischer Traumatisierung der
Supraspinatussehne. (...)" (UV-act. I/163 S. 24). Während die Stellungnahme von Prof.
Dr. F._ damit zusätzlich plausibilisiert wird, ist den Akten, insbesondere den
Ausführungen medizinischer Fachpersonen, kein Hinweis zu entnehmen, der den
Standpunkt von Dr. D._ stützen würde.
3.2.4 Aus den Ausführungen von Dr. J._ im zweiten ABI-Gutachten zur
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auf 75% für eine leichte, körperlich
wechselbelastende berufliche Tätigkeit (UV-act. I/163 S. 25 f.) lässt sich für das
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vorliegende Verfahren nichts ableiten. Die Beurteilung des Rheumatologen bezieht sich
unmissverständlich auf die gesamten rheumatologischen Einschränkungen des
Beschwerdeführers im Begutachtungszeitpunkt; er unterscheidet nicht zwischen
unfallbedingten und unfallfremden Ursachen der Arbeitsunfähigkeit.
3.2.5 Auch die konsiliarischen Stellungnahmen von Dr. E._ vom 10. September
2007 und 18. August 2008 lassen keine Schlüsse zur Unfallkausalität der beurteilten
Gesundheitsbeeinträchtigungen zu (UV-act. I/88, I/123 bzw. I/126). Er nimmt in seinen
Ausführungen einzig zur Indikation einer operativen Behandlung der rechten Schulter
Stellung, jedoch nicht zur Ursache der Läsionen.
3.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass vom fortschreitenden Geschehen an der
rechten Schulter nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit erstellt ist, dass es auf den Unfall zurückzuführen ist. Da von
weiteren medizinischen Abklärungen keine neuen einschlägigen Erkenntnisse zu
erwarten sind, kann darauf verzichtet werden (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE
131 I 153 E. 3 S. 157 und Urteil des Bundesgerichts 8C_956/2009 vom 9. März 2010
E. 4.2, je mit Hinweisen). Da eine Veränderung des auf einen oder beide Unfälle
zurückzuführenden Gesundheitszustands nicht nachgewiesen ist, fehlt es an der
Voraussetzung für eine Rentenrevision. Die Beschwerdegegnerin hat diese somit zu
Recht abgelehnt.
4.
Die Verschlechterung der Situation an der rechten Schulter ist - wie vorstehend
ausgeführt (E. 3.2) - nicht auf den Unfall zurückzuführen. Die Bedürftigkeit für eine
operative Behandlung wird nach der übereinstimmenden Beurteilung von Dr. E._
(UV-act. I/88, I/123 bzw. I/126) und Kreisarzt Dr. C._ (UV-act. I/149) verneint. Selbst
wenn man jedoch vom Gegenteil ausginge, wäre neben der Behandlungsbedürftigkeit
eine dadurch bedingte Verdiensteinbusse Voraussetzung für einen Taggeldanspruch
nach Festsetzung der Invalidenrente (vgl. Art. 21 Abs. 3 UVG und E. 2.2). Der
Beschwerdeführer macht jedoch in keiner Weise geltend, er habe nach Festsetzung
der Invalidenrente weiterhin eine Arbeitstätigkeit ausgeübt (vgl. UV-act. I/88 S. 2, I/160).
Entsprechend könnte auch keine Verdiensteinbusse resultieren (vgl. Urteil des
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St.Galler Gerichte
Bundesgerichts 8C_34/2008 vom 7. November 2008), womit auch die zweite
Tatbestandsvoraussetzung fehlen würde. Ein Anspruch des Beschwerdeführers auf
Taggeldleistungen ist daher ohne weiteres zu verneinen.
5.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf
einzutreten ist. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP