Decision ID: 4d3b6ab2-1ff4-4768-bdb9-4e65868b173e
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1975,
war
seit Juli 2003
als Polizistin
bei der Stadtpolizei
Y._
angestellt und über diese bei der Unfallversicherung Stadt Zürich gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert. Am 27. September 2006 verdrehte sie sich beim Einsteigen in ein Fahrzeug das rechte Kniegelenk (Urk. 8/
G1
).
D
i
e
Unfallversicherung Stadt Zürich
erbrachte die gesetzlichen
Versicherungsl
eistungen. Mit Verfügung vom 16. Mai 2007 stellte
s
ie die Taggeldleistungen rückwirkend per 31. Dezember 2006 ein
. Heilungskosten vergütete sie weiterhin
(Urk. 8/G6). Die von der Versicherten dagegen erhobene Einsprache (Urk. 8/G7) wies
s
ie mit
Einspracheentscheid
vom 27. August 2007
(Urk. 8/G9) ab.
1.2
Am 29 Januar 2018 wurde de
r
Unfallversicherung Stadt Zürich
ein Rückfall zum Ereignis vom 27. September 2006 gemeldet
(Urk. 8/G13 S. 1
)
. Mit Verfügung vom 28. November 2018
(Urk. 8/G18)
verneinte
sie
eine Leistungspflicht für den geltend gemachten Rückfall. Die von der Versicherten am 13. Dezember 2018 dagegen erhobene Einsprache (Urk. 8/G20) wies
sie
mit Entscheid vom
19. März 2019 (Urk. 8/G24 = Urk. 2) ab.
2.
Die Versicherte erhob am 2. Mai 2019 Beschwerde gegen den
Einspracheentscheid
vom 19. März 2019 (Urk. 2) und beantragte, dieser und die Verfügung vom 28. November 2018 seien aufzuheben und es seien ihr für das Ereignis vom 27. September 2006 weiterhin Leistungen zu erbringen (Urk. 1 S. 2 Ziff. 1-2 oben).
Die Unfallversicherung Stadt Zürich beantragte mit Beschwerdeantwort vom 14. Mai 2019 (Urk. 7) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am 28. Mai 2019 zur Kenntnis gebracht (Urk. 9).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
27. September 2006
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Die Versicherungsleistungen werden auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt, für Bezüger von Invalidenrenten jedoch nur unter den Voraussetzungen von Art. 21 UVG (Art. 11 UVV). Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder auch psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem andersgearteten Krankheitsbild führen können (BGE 118 V 293 E. 2c mit Hinweisen).
1.3
Praxisgemäss stellen die Gerichte im Bereich des Sozialversicherungsrechts in der Regel auf die „Aussagen der ersten Stunde“ ab, denen in beweismässiger Hinsicht grösseres Gewicht zukommt als späteren Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E. 2a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
ging
im
angefochtenen Entscheid (Urk. 2)
davon aus
,
das
in der Unfallmeldung
beschriebene Einsteigen
in ein Auto bestehe aus einem Positionswechsel aus der stehenden in eine sitzende Haltung, verbunden mit einer kleinen Seitwärtsbewegung in Richtung des Autoinneren. Hinsichtlich der Einsteigebewegung sei keine Programmwidrigkeit im Sinne eines gestörten Bewegungsablaufes oder einer unkoordinierten Bewegung, wie ein Stoss, ein Schlag, ein Ausgleiten oder ein Stolpern etc.
,
aktenkundig dokumentiert. Bezüglich eines
Vorganges im Körperinnern sei
sodann keine inadäquate Überanstrengung
oder etwas Ähnliches beschrieben worden. Dies lasse sich auch nicht aus dem Umständen eruieren
. Der Unfallbegriff sei daher zu verneinen
(S.
4 E. 3o).
Die Beschwerdegegnerin prüfte sodann eine Listenverletzung nach Art. 9 Abs. 2
UVV
.
Sie führte aus, bei der festgestellten
Teilruptur des vorderen Kreuzbandes
sowie der Ruptur des Ligamentum patellae
femoral
medial
am linken Knie
handle e
s
sich um Risse von Bändern u
nd
damit um
Listenverletzungen
(S. 5 E.
3p-q). Ein gesteigertes Schädigungspotenzial der geschilderten Bewegung sei
jedoch
nicht gegeben
(S. 5 E. 3 t).
Die Beschwerdegegnerin
verneinte
damit
auch das Vorliegen einer unfallähnlichen Körperschädigung.
2.2
Die Beschwerdeführerin brachte vor,
sie habe sich am 27. September 2006 beim Einsteigen in ein Polizeifahrzeug das linke Knie verdreht. Dabei habe sie eine Patellaluxation mit Knorpelbeschädigung,
eine
Ruptur des medialen Ligamentum patellae und
eine
Teilruptur des vorderen Kreuzbandes erlitten. Wegen der Instabilität des Knies seien die Schäden operativ saniert worden (Urk. 1 S. 2 f. Ziff. II.4).
Nachdem ab Sommer 2017 wieder vermehrt Beschwerden am operierten linken Knie aufgetreten seien, habe sie der Beschwerdegegnerin im Januar 2018 einen Rückfall gemeldet (S. 3 Ziff. II.5).
Der Grund für das damalige Ausrücken als Polizistin sei ein aussergewöhnlicher Todesfall gewesen. Die Beschwerdeführerin sei in grosser Eile und entsprechend nervös gewesen, alles richtig zu machen. In der Hektik sei es zum Verdrehen des Knies gekommen (S. 4 Ziff. 11). Beim Versuch, überhastet in das Polizeifahrzeug einzusteigen, um zu einem Tatort zu gelangen, habe sie sich in einer unkoordinierten Bewegung das linke Knie verdreht (S. 5 Ziff. 14).
2.3
Streitig und zu prüfen ist,
ob es sich beim Ereignis vom 27. September 2006 um einen Unfall oder eine unfalläh
nliche Körperschädigung
gehandelt hat
und ob die Voraussetzungen für einen Rückfall erfüllt sind.
3.
3.1
In der Unfallmeldung wurde
zum Ereignis vom 27. September 2006
angegeben, die Beschwerdeführerin
sei am
Nachmittag auf dem
«
Posten
»
gewesen
. Sie sei im Begriff gewesen, an einen Tatort auszurücken. Beim Einsteigen ins Auto auf der Fahrerseite habe sie sich das linke Knie verdreht. Sie habe einen peitschenden Knall und ein Knirschen im Knie gehört und es
sei
ihr kurz schwarz vor Augen geworden (Urk. 8/G1 Mitte).
3.2
Dr. med. Z._
, Assistenzarzt, Chirurgische Klinik, Stadtspital
A._
, gab im Arztzeugnis vom 6. Oktober 2006 (Urk. 8/M1) über die Erstbehandlung vom 27.
September 2006 an, die Beschwerdeführerin habe sich beim Einsteigen ins Auto das Knie verdreht (Ziff. 1 und 2).
Er
nannte als
Diagnose
eine
Kniedistorsion links (Ziff. 5).
3.3
Am 28. September 2006 wurde ein natives MRI des linken Kniegelenks erstellt. Im Bericht vom 28. September 2006 (Urk. 8/M2) wurde zum Ereignis angegeben
«
beim Einsteigen ins Auto Fehlbelastung links mit peitschendem Geräusch und intensiven Schmerzen
»
(S. 1
oben
).
Zur Untersuchung wurde ausgeführt,
e
s sei eine Ruptur des medialen
Retinaculums
der Patella festgestellt worden mit auch abgrenzbarer Flüssigkeit, welche bis an die Sehne des M.
adductor
magnus
und um das caudale Ende des M.
vastus
medialis
reiche. Die Kontinuität des medialen Kollateralbandes sowie der übrigen Bandstrukturen sei erhalten. Eine Meniskusläsion bestehe nicht. Weiter bestehe eine minimale Knorpelkontusion der Patella und eine kleinste
Bakerzyste
an typischer Lokalisation (S. 2 Ziff. 1-4).
3.4
Dr. med.
B._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, gab im Zwischenbericht vom 16. Januar 2007 (Urk. 8/M4) als Befund an, es bestehe eine Instabilität des linken Knies mit Restbeschwerden (Ziff. 1). Als Diagnose nannte er ein instabiles Kniegelenk links mit Ruptur des Ligamentum patellae und Teilruptur des vorderen Kreuzbandes (Ziff. 2).
Dr.
B._
attestierte
für die Zeit
vom 27. September bis 30. Oktober 2006 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %. Die Wi
ederaufnahme der Arbeit sei am
2. November 2006 mit einem Pensum von 50 %
erfolgt
(Ziff. 5).
Vorläufig bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50 % (Ziff. 6).
3.5
Laut Operationsbericht vom 5. November 2008 (Urk. 8/M11) wurde d
ie Beschwerdeführerin am 3. November 2008
von
Dr. med.
C._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
am linken Kniegelenk operiert (
Kniearthroskopie
links, vordere Kreuzbandplastik mit Ligamentum patellae, Rekonstruktion Ligamentum patellae medial mit
Horizontalisation
Vastus
medinus
)
.
3.6
In einem Bericht vom 8. Februar 2018 (Urk. 8/M24) über ein
e Untersuchung des linken Knies
(MRI
nativ
)
vom gleichen Tag wurde ein Status nach
Kreuzbandplastik links 2009 festgestellt.
Weiter
wurde
angegeben
, s
eit
Sommer
2017
bestünden ein Fremdkörpergefühl im linken Kniegelenk und ein leichtes Flexionsdefizit (S. 1 oben).
Als Befund
wurden
e
ine
retropatelläre
Chondromalazie
Grad IV mit einem zentralen Knorpeldefekt von 10 x kraniokaudal 15 mm
, ein Defekt der Patella und
eine Baker-Zyste an typischer Stelle
genannt
(S. 1 Mitte).
3.7
Dr. med.
D._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, nannte im Bericht vom 19
. April 2018 (Urk. 8/M22) als Diagnose eine posttraumatische Chond
ropathie des linken Kniegelenks.
Dr.
D._
führte zur Anamnese aus, die Beschwerdeführerin sei 2009 wegen einer Kreuzbandproblematik
mit einer
vorderen Kreuzbandplastik operativ versorgt worden
mit anschliessendem protrahiertem
Verlauf. Gemäss der Patientin
habe
es fast drei Jahre gedauert, bis das Kniegelenk wieder r
ichtig funktioniert habe. Die Beschwerdeführerin klage seit Sommer 2017
,
ohne ein neues Trauma über eine zunehmende Schmerzproblematik, ein Fremdkörpergefühl und vor allem über Beschwerden beim Abwärtslaufen. Da sie gerne und viel wandere, schränke sie dies in ihrem täglichen Leben deutlich ein (S. 1 oben).
Das Gangbild sei flüssig. Die Gelenksachsen seien korrekt und es bestehe kein Hinken. Im Liegen bestehe eine normale Beweglichkeit des Hüftgelenks. Das rechte Kniegelenk sei frei beweglich und stabil. Das linke Kniegelenk sei soweit frei beweglich mit einem diskreten Flexions- und einem diskreten Extensionsdefizit. Es bestehe jedoch ein deutliches
retropatellär
schmerzhaftes Reiben (S. 1 unten).
4.
4.1
Ein Unfall ist gemäss Art. 4
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (
ATSG
)
die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.
4.2
Nach der Rechtsprechung bezieht sich das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selber. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwartete Folgen nach sich zog. Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er – nach einem objektiven Massstab – den Rahmen des im jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Ausschlaggebend ist also, dass sich der äussere Faktor vom Normalmass an Umwelteinwirkungen auf den menschlichen Körper abhebt. Ungewöhnliche Auswirkungen allein begründen keine Ungewöhnlichkeit (BGE 134 V 72 E. 4.1 und E. 4.3.1 mit Hinweis).
4.3
Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG kann der Bundesrat Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen. Von dieser Kompetenz hat der Bundesrat in Art. 9 Abs. 2 UVV Gebrauch gemacht und folgende Körperschädigungen, sofern sie nicht eindeutig auf eine Erkrankung oder eine Degeneration zurückzuführen sind, auch ohne ungewöhnliche äussere Einwirkung den Unfällen gleichgestellt:
a.
Knochenbrüche;
b.
Verrenkungen von Gelenken;
c.
Meniskusrisse;
d.
Muskelrisse;
e.
Muskelzerrungen;
f.
Sehnenrisse;
g.
Bandläsionen;
h.
Trommelfellverletzungen.
Diese Aufzählung der den Unfällen gleichgestellten Körperschädigungen ist abschliessend (BGE 116 V 136 E. 4a, 147 E. 2b, je mit Hinweisen; Maurer, Schweizerisches Unfall
versicherungsrecht, 2. Aufl., 1989, S. 202).
4.4
Bei den unfallähnlichen Körperschädigungen im Sinne von Art. 9 Abs. 2 UVV entfällt im Vergleich zu den eigentlichen Unfällen nach Art. 4 ATSG einzig das Tatbestandselement der Ungewöhnlichkeit des auf den Körper einwirkenden äusseren Faktors. Alle übrigen Begriffsmerkmale eines Unfalles müssen hingegen auch bei den unfallähnlichen Körperschädigungen erfüllt sein. Dies gilt namentlich für das Erfordernis des einwirkenden äusseren Faktors an sich, worunter ein ausserhalb des Körpers liegender, objektiv feststellbarer, sinnfälliger – eben unfallähnlicher – Einfluss auf den Körper zu verstehen ist. Dabei kann die schädigende Einwirkung auch in einer körpereigenen Bewegung bestehen (Urteil des Bundesge
richts 8C_40/2014 vom 8. Mai 2014 E. 2.2.2 mit Hinweisen auf BGE 139 V 327 E. 3.1, 3.3.1; 129 V 466 E. 2.2, 4.1; 123 V 43 E. 2b).
Erforderlich für die Bejahung eines äusseren Faktors ist ein gesteigertes Schädigungspotenzial, sei es zufolge einer allgemein gesteigerten Gefahrenlage, sei es durch Hinzutreten eines zur Unkontrollierbarkeit der Vornahme der alltäglichen Lebensverrichtung führenden Faktors. Die physiologische Beanspruchung des Skeletts, der Gelenke, Muskeln, Sehnen und Bänder stellt keinen äusseren Faktor dar (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_696/2013 vom 14. November 2013 E. 5.3 mit Hinweis auf BGE 139 V 327 E. 3.3.1, 129 V 466 E. 4.2.2, 4.3). Ein äusserer Faktor mit erheblichem Schädigungspotenzial liegt nach der Rechtsprechung vor, wenn die zur Diskussion stehende Betätigung mit einer mehr als physiologisch normalen und psychologisch beherrschten Beanspruchung des Körpers, insbesondere seiner
Gliedmassen, verbunden ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_40/2014 vom 8. Mai 2014 E. 2.2.3 mit Hinweis auf BGE 139 V 327 E. 3.3.1). Erfüllt ist das Erfordernis des äusseren schädigenden Faktors bei Änderungen der Körperlage, die nach unfallmedizinischer Erfahrung häufig zu körpereigenen Traumen führen können, so etwa beim plötzlichen Aufstehen aus der Hocke, bei heftigen belastenden Bewegungen oder bei einer wegen äusserer Einflüsse unkontrollierbar gewordenen Positionsänderung (vgl. BGE 129 V 466 E. 4.2.3, Urteil des Bundesgerichts 8C_40/2014 vom 8. Mai 2014 E. 2.2.3).
Schmerzen als Symptome einer Schädigung nach Art. 9 Abs. 2 UVV fallen als massgebender äusserer Faktor nicht in Betracht, wenn sie bei einer alltäglichen Lebensverrichtung auftreten, ohne dass ein davon unterscheidbares äusseres Moment mitspielen würde. Wer also etwa beim blossen Aufstehen, Absitzen, Abliegen, bei Bewegungen im Raum, Handreichungen und so weiter einen einschiessenden Schmerz verspürt, kann allein deswegen noch keine unfallähnliche Körperschädigung geltend machen. Ein äusserer Faktor ist nicht gegeben, wenn die versicherte Person einzig das erstmalige Auftreten von Schmerzen angibt, aber keine gleichzeitig mitwirkende äussere Komponente zu benennen vermag. Auch ist das Erfordernis eines äusseren schädigenden Faktors nicht erfüllt, wenn das Auftreten von Schmerzen bloss mit einem von der versicherten Person beschriebenen gewöhnlichen Bewegungsablauf einhergeht. Verlangt wird vielmehr ein Geschehen, welchem ein gesteigertes Gefährdungspotenzial innewohnt, was zutrifft, wenn die als Schmerzauslöser angegebene Betätigung im Rahmen einer allgemein gesteigerten Gefahrenlage vorgenommen wird, wie dies bei vielen sportlichen Aktivitäten der Fall ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_40/2014 vom 8. Mai 2014 E. 2.2.3 mit Hinweis auf BGE 129 V 466 E. 4.2.1, 4.2.2).
5.
5.1
Die Beschwerdeführerin verletzte sich am 27. Septe
mber 2006 am linken Kniegelenk, wobei sie
sich eine Ruptur des Ligamentum patellae und eine Teilruptur d
es vorderen Kreuzbandes zu
zog
. Am 3. November 2008
wurde sie am linken Knie operiert
(vorst
ehend E. 3.4 und 3.5).
Am 29. Januar 2018 wurde der Beschwerdegegnerin ein Rückfall
zum Ereignis vom 27. September 2006
gemeldet (Urk. 8/G13).
5.2
In der Unfallmeldung wurde angegeben, die Beschwerdeführerin habe sich beim Einsteigen ins Polizeifahrzeug das linke Knie verdreht (E. 3.1).
Die Beschreibung
in der
Unfallmeldung
beruht
auf den damaligen Angaben der Beschwerdeführerin.
Bei
der
Erstbehandlung im Stadtspital
A._
äusserte sie sich in gleicher Weise
(
vorstehend
E. 3.2).
Im Zusammenhang mit
dem im Januar 2018 gemeldeten Rückfall
machte die Beschwerdeführerin neu geltend, sie
könne sich noch gut erinnern, dass sie in grosser Eile und nervös gewesen sei, alles richtig zu machen.
Es habe sich um den ersten Einsatz gehandelt, den sie alleine hätte machen sollen.
In der Hektik
sei sie so schnell wie möglich
ins Auto gesprungen und habe sich das Knie verdreht (Urk. 1 S. 4 Ziff. 11).
Die
über zehn Jahre nach dem Ereignis
vom 27. September 2006
vorgebrachten
neuen
Angaben
der Beschwerdeführerin
sind nach
der Regel
zur Aussage der ersten Stunde
(E. 1.3 hiervor)
zurückhaltend zu bewerten und es kann darauf nicht ohne Weiteres abgestellt werden.
Stattdessen
ist von den Angaben in der Unfallmeldung auszugehen, welche in zeitlicher Nähe zum Ereignis vom 27. September 2006
erfolgten.
Bezüglich des Einsteigens
ins Polizei
fahrzeug
hat die Beschwerdeführerin
nicht etwa eine
unkoordinierte
Bewegung oder ein
en gestörten
Bewegungsablauf
(vgl. Urteil des Bu
ndesgerichts 8C_783/2013 vom 10. April 2014 E. 4.2)
beschrieben
.
Es fehlt
somit an der Voraussetzung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors
und damit an einem Unfall im Rechtssinne.
5.3
Zu prüfen bleibt das Vorliegen einer unfallähnlichen Körperschädigung.
Die Beschwerdeführerin erlitt am linken Kniegelenk eine Ruptur des Ligamentum patellae und eine Teilruptur des vorderen Kreuzbandes. Dabei handelt es sich um
Listenverletzungen
nach Art. 9 Abs. 2
lit
. g UVV.
Bei der beschriebenen Bewegung des Einsteigens
in ein Fahrzeug
mit einer
Abdrehbewegung
fehlt es
jedoch
an einer gesteigerten Gefahrenlage oder an einer nicht mehr beherrschbaren Beanspruch
ung
des Körpers und seiner Gliedmassen.
Dass es sich um eine unkoordinierte Bewegung gehandelt hätte
, wie die Beschwerdeführerin
geltend machte
(Urk. 1 S. 5 Ziff. 14), findet in der Unfallmeldung und in
ihren Angaben
gegenüber den erstbehandelnden Ärzten keine Grundlage.
Wie die Beschwerdegegnerin darlegte (Urk. 7 S. 4
lit
. h)
,
kann bei
der beschriebenen Bewegung
zudem
von einer lediglich minimalen Seitwärtsbewegen in Ric
htung des Autoinneren ausgegangen werden. Selbst wenn
das
Einsteigen
ins Fahrzeug
in grosser Hektik und Eile erfolgt
wäre, fehlt es an einer
gesteigerten Gefahrenlage
der geschilderten Bewegung
. Demzufolge sind auch die
Voraussetzungen für die Annahme einer unfallähnlichen Körperschädigung nicht erfüllt.
5.4
Die Beschwerdegegnerin hat zusammenfassend
im Hinblick auf das Ereignis
vom 27. September 2006
und den gemeldeten Rückfall
einen Unfall und eine unfallähnliche Körper
schädigung zu Recht verneint.
Somit
liegt auch kein Rückfall vor.
Die Beschwerdegegnerin hat
einen Leistungsanspruch für die Zukunft
somit
zu Recht verneint und der angefochtene
Einspracheentscheid
vom 19. März 2019 erweist sich als rechtens. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.