Decision ID: 261c0518-fdf6-456a-98da-320dddd98547
Year: 2019
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich im März 1996 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Im April 1996 berichtete Dr. med. B._ (IV-act. 2),
der Versicherte leide seit einem Verhebetrauma im Oktober 1995 an lumbalen
Rückenschmerzen mit Ausstrahlung ins Gesäss beidseits. Radiologisch und
computertomographisch habe eine Discusprotrusion L5/S1 nachgewiesen werden
können. Durch eine intensive Physiotherapie hätten die Schmerzen zwar reduziert
werden können; auch die Beweglichkeit habe verbessert werden können. Aber der
Versicherte habe seine angestammte Tätigkeit als Bodenleger nicht mehr wieder
aufnehmen können. Angesichts der starken Rückenbelastung sei diese Tätigkeit nicht
mehr zumutbar. Für eine leichte bis mittelschwere rückenschonende Tätigkeit bestehe
dagegen eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Im Auftrag der IV-Stelle erstellte die
Klinik für orthopädische Chirurgie des Kantonsspitals St. Gallen am 21. März 1997 ein
fachärztliches Gutachten (IV-act. 27). Die Fachärzte hielten fest, objektiv sei eine bei
allen Untersuchungen, auch zum Beispiel beim Entkleiden und beim Drehen auf der
Liege, strikt beachtete Rückenhygiene aufgefallen. An den Dornfortsätzen der unteren
Lendenwirbelsäule und des lumbo-sacralen Übergangs habe eine Druckdolenz
bestanden. Die autochthone Rückenmuskulatur sei kräftig, aber auffällig verspannt
gewesen. Bei der Inklination habe der Versicherte die Lendenwirbelsäule steif gehalten,
bei der Reklination habe eine Dolenz bestanden. Die Seitneigung und die Rotation
seien wenig dolent gewesen. Im Übrigen sei der klinische Befund unauffällig gewesen.
Die Röntgenaufnahmen hätten eine altersentsprechend normale Lendenwirbelsäule
gezeigt. Die Bandscheibenhöhe L5/S1 sei leicht vermindert gewesen. Das Alignement
der Wirbelkörperhinterkanten sei regelrecht gewesen. Es sei kein Anhalt für ossäre
Läsionen ersichtlich gewesen. Auf den Funktionsaufnahmen der Lendenwirbelsäule
habe kein Anhalt für eine Instabilität bestanden. Ein Computertomogramm der
Lendenwirbelsäule habe eine diskrete Discusprotrusion L3/4 ohne einen Anhalt für eine
A.a.
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Nervenwurzel- oder Myelonkompression gezeigt. Als angelernter Bodenleger sei der
Versicherte vollständig arbeitsunfähig, da diese Tätigkeit häufig knieend oder in
vornübergebeugter Haltung verrichtet werden müsse und da dabei auch schwere
Lasten getragen werden müssten. Die Prognose sei im Prinzip günstig. Eine leichte
Tätigkeit mit Wechselbelastungen und Heben von Gewichten bis maximal zehn
Kilogramm sei dem Versicherten ohne Einschränkungen zumutbar. Die IV-Stelle leitete
in der Folge eine Umschulung des Versicherten zum Technischen Kaufmann in die
Wege (vgl. IV-act. 30 ff.).
Aufgrund zunehmender gesundheitlicher Beschwerden brach der Versicherte die
Umschulung im November 1998 ab (IV-act. 55). Im Februar 1999 erlitt er einen
Verkehrsunfall, der zu einer massiven Verstärkung der Schmerzen führte (IV-act. 57).
Vom 21. Juni 1999 bis zum 14. Juli 1999 befand sich der Versicherte für eine stationäre
Behandlung in der Klinik Valens. Diese hielt in ihrem Austrittsbericht vom 23. August
1999 fest (IV-act. 70), angesichts der Diagnose einer kleinen medianen Discushernie
L5/S1 empfehle sich eine neurochirurgische Abklärung zur Beantwortung der Frage, ob
eine Operation indiziert sei. Der Gesundheitszustand sei besserungsfähig. Im Zeitpunkt
des Spitalaustrittes sei der Versicherte für eine sitzende Tätigkeit zu 50 Prozent
arbeitsfähig gewesen. Die Arbeitsfähigkeit sollte auf 100 Prozent gesteigert werden.
Vom 3. Januar 2000 bis zum 31. März 2000 fand eine berufliche Abklärung in der
Eingliederungsstätte der Klinik Valens statt. Im Schlussbericht wurde ausgeführt (IV-
act. 77), die Konzentrationsfähigkeit des Versicherten sei vermindert gewesen. Als
Ursache kämen die Schmerzen, aber wohl auch die Medikamente in Frage, die der
Versicherte regelmässig einnehmen müsse. Während der Abklärungsmassnahme habe
sich die Schmerzsituation verschlechtert. Der Versicherte habe nicht über längere Zeit
sitzend arbeiten können; er habe seine Körperhaltung oft ändern müssen. Die
Arbeitsleistung sei auf etwa 40 Prozent bei einer Präsenzzeit von vier Stunden zu
schätzen. Da der Versicherte zehn ganze Tage krankheitsbedingt gefehlt habe und da
er den Arbeitsplatz neun Tage vor dem geplanten Ende verlassen habe, habe sich eine
Ausfallquote von 38 Prozent ergeben. Zur Zeit sei der Versicherte nicht vermittelbar,
weshalb die Rentenberechtigung geprüft werden solle. Am 10. Juli 2000 berichtete die
Klinik für Neurochirurgie des Kantonsspitals St. Gallen (IV-act. 82), bei einer
Kontrolluntersuchung im Mai 2000 habe man dem Versicherten eine Operation des
A.b.
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nachgewiesenen Bandscheibenvorfalls L5/S1 angeboten. Es bestehe eine relative
Operationsindikation. Neurologisch hätten keine isolierten Paresen im Bereich der
unteren Extremitäten nachgewiesen werden können. Der Patellarsehnenreflex sei
seitengleich schwach, der Achillessehnenreflex beidseits mittellebhaft auslösbar
gewesen. Klinisch sei eine Streckhaltung der Lendenwirbelsäule mit einer
Klopfschmerzhaftigkeit aufgefallen. Der Fingerbodenabstand habe über einen Meter
betragen. Über der gesamten Wirbelsäule habe beidseits ein ausgeprägter
paravertebraler Hartspann bestanden. Beim Gangbild sei ein ventraler Überhang
aufgefallen. Der Lasègue-Test sei beidseits bei 70° positiv gewesen. Der
Gesundheitszustand des Versicherten sei besserungsfähig. Eine rückenadaptierte
Tätigkeit sei dem Versicherten zu 50 Prozent zumutbar. Die Berufsberaterin der IV-
Stelle notierte im August 2000 (IV-act. 83), der Versicherte habe gemäss einem Auszug
aus dem individuellen Beitragskonto (IK) in den Jahren 1994 und 1995 durchschnittlich
56’753 Franken verdient. Als Büroangestellter könne er mit einer Arbeitsfähigkeit von
50 Prozent gemäss den Salärempfehlungen des kaufmännischen Verbandes und unter
Berücksichtigung eines Abzugs von zehn Prozent ein Einkommen von 22’911 Franken
erzielen. Mit einer Verfügung vom 20. April 2001 sprach die IV-Stelle dem Versicherten
rückwirkend ab dem 1. April 2000 eine halbe Rente bei einem – anhand der von der
Berufsberaterin angeführten Vergleichseinkommen berechneten – Invaliditätsgrad von
60 Prozent zu (IV-act. 94). Eine gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde (vgl. IV-
act. 97) wurde vorbehaltlos zurückgezogen, weshalb das entsprechende
Beschwerdeverfahren mit einem Entscheid vom 29. Oktober 2001 als gegenstandslos
abgeschrieben wurde (vgl. IV-act. 104).
Nach dem Inkrafttreten der vierten IVG-Revision wurde die laufende Rente mit
einer Verfügung vom 17. Juni 2004 rückwirkend per 1. Januar 2004 auf eine
Dreiviertelsrente (bei einem unveränderten Invaliditätsgrad von 60 Prozent) erhöht (IV-
act. 115).
A.c.
Im Juli 2006 berichtete der Allgemeinmediziner Dr. med. C._ (IV-act. 120), im
August 2004 sei eine interlaminäre Fensterung mit einer Sequesterektomie L5/S1
rechts durchgeführt worden. Der Versicherte könne sitzende Bürotätigkeiten während
4–6 Stunden pro Tag ausführen. Die übrige Zeit verbringe er mit Rückengymnastik und
mit Schwimmen. Die IV-Stelle erfuhr im Sommer 2006, dass der Versicherte
A.d.
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zwischenzeitlich begonnen hatte, eine GmbH als Gesellschafter und Geschäftsführer
zu leiten (IV-act. 123–1). Auf eine Anfrage hin notierte ein Arzt des IV-internen
regionalen ärztlichen Dienstes (RAD), der medizinische Sachverhalt habe sich durch die
Operation nicht wesentlich verändert. Versicherungsmedizinisch müssten die
bekannten funktionellen Limits weiterhin beachtet werden (IV-act. 123–2). Im November
2006 berichtete die GmbH des Versicherten als dessen Arbeitgeberin (IV-act. 126), sie
beschäftige diesen seit dem 1. Januar 2005 als Bürofachmann. Die Arbeitszeit betrage
20 Stunden pro Woche. Der Lohn belaufe sich auf 4’000 Franken pro Jahr. Ein der
effektiven Leistung des Versicherten entsprechender Lohn würde 28’000 Franken
betragen. Im Februar 2007 fand eine Abklärung vor Ort bezüglich der „selbständigen“
Erwerbstätigkeit statt. Der Abklärungsbeauftragte der IV-Stelle berichtete (IV-act. 132),
der Versicherte habe seine Freizeitbeschäftigung – die Organisation von Z._-
Anlässen – zu einer Erwerbstätigkeit ausgebaut. Das Unternehmen befinde sich noch in
der Aufbauphase. Die Arbeitszeit des Versicherten belaufe sich auf zwei, drei Stunden
pro Tag. Für manuelle Arbeiten habe der Versicherte Teilzeitbeschäftigte angestellt.
Seit der Rückenoperation im August 2004 gehe es ihm etwas besser. Er gehe zweimal
pro Woche schwimmen. Während etwa einer halben Stunde pro Tag absolviere er ein
Heimprogramm zur Stärkung der Rückenmuskulatur. Mit einer Mitteilung vom 11. Mai
2007 informierte die IV-Stelle den Versicherten darüber, dass er weiterhin einen
unveränderten Anspruch auf die bisherige Dreiviertelsrente habe (IV-act. 133).
Im September 2013 forderte die IV-Stelle den Versicherten auf, einen Fragebogen
zur Überprüfung des Rentenanspruchs auszufüllen. Der Versicherte gab mittels des
Fragebogens an (IV-act. 151), sein Gesundheitszustand sei im Wesentlichen
unverändert geblieben. Er versuche, seine Rückenmuskulatur mit möglichst viel Sport
zu stärken: Seit 2006 gehe er regelmässig schwimmen; er führe Rückenübungen durch,
fahre Rad, gehe klettern et cetera. Teilweise müsse er sein Arbeitspensum
vorübergehend erhöhen. In der Folge nähmen die Beschwerden erheblich zu. Sein
Jahreslohn betrage immer noch 4’000 Franken. Am 20. Oktober 2013 berichtete Dr.
C._, der Gesundheitszustand des Versicherten sei unverändert geblieben (IV-act.
156). Im November 2013 forderte die IV-Stelle die Bilanzen und die Erfolgsrechnungen
des Unternehmens seit dem Jahr 2009 an (IV-act. 161). Diesen liess sich entnehmen
(IV-act. 163), dass das Unternehmen im Jahr 2009 einen Betriebsertrag von knapp
A.e.
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135’000 Franken bei einem Lohnaufwand von 14’600 Franken erzielt hatte, dass der
Betriebsertrag im Jahr 2010 bei gut 133’000 Franken gelegen hatte, während der
Lohnaufwand in jenem Jahr 16’050 Franken betragen hatte, und dass sich der
Betriebsertrag im Jahr 2011 auf knapp 154’000 Franken bei einem Lohnaufwand von
gut 27’500 Franken belaufen hatte. Im Jahr 2012 hatte die Unternehmung einen
Betriebsertrag von gut 102’000 Franken bei einem Lohnaufwand von 23’377 Franken
erzielt; im Jahr 2013 hatte sich der Betriebsertrag auf knapp 84’000 Franken bei einem
Lohnaufwand von 17’158 Franken belaufen (IV-act. 170). Im Juli 2015 notierten die
RAD-Ärzte Dres. med. D._ und E._ (IV-act. 179), seit der Rückenoperation im Jahr
2004 sei es zu einer kontinuierlichen, zeitlich nicht genau zu definierenden
Verbesserung des Gesundheitszustandes des Versicherten gekommen. Diese zeige
sich darin, dass der Versicherte seinen Hausarzt nur noch selten aufgesucht habe.
Zudem habe er eine intensive, hinsichtlich seiner Rückenproblematik sicher auch
präventiv wirksame sportliche Aktivität aufgenommen. Aus der Sicht des RAD bestehe
kein Zweifel daran, dass ein medizinischer Revisionsgrund vorliege. Am 21. Januar
2016 führte ein Mitarbeiter der IV-Stelle ein persönliches Gespräch mit dem
Versicherten, in dem er diesen darauf hinwies, dass die IV-Stelle eingehende
Abklärungen zur Erwerbsfähigkeit tätigen werde, da dieser offenbar seit Jahren
erfolgreich ein Unternehmen führen könne (IV-act. 188).
Im Auftrag der IV-Stelle erstellte der Rheumatologe Dr. med. F._ am 7. Dezember
2016 ein fachärztliches Gutachten (IV-act. 209). Er führte aus, in der klinischen
Untersuchung sei die Beweglichkeit der Lendenwirbelsäule für die Seitenneigung nach
rechts um zwei Drittel, für die Seitenneigung nach links um zwei bis drei Drittel, für die
Flexion um einen Drittel und für die Reklination um zwei Drittel eingeschränkt gewesen.
Der Finger-Boden-Abstand habe 32 Zentimeter betragen. Der Versicherte habe für alle
Bewegungsrichtungen der Lendenwirbelsäule endgradig Schmerzen angegeben. Auch
beim unteren Quadrantentest habe er Schmerzen auf beiden Seiten angegeben. Die
Schmerzen seien lokal in der Lendenwirbelsäule und in der Scapula-Region jeweils
ipsilateral verspürt worden. Die Paravertebralmuskulatur sei lumbal verspannt und
druckdolent gewesen. Der Versicherte habe Ventralisationsschmerzen von L3, L4 und
L5 mit Punctum maximum über L5 angegeben. Die Pseudobelastungstests der
Lendenwirbelsäule seien negativ ausgefallen. Diagnostisch handle es sich um ein
A.f.
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chronisches lumbo-vertebrales Schmerzsyndrom mit einer segmentalen Dysfunktion
der Lendenwirbelsäule, Defiziten in der muskulären Stabilisationsfähigkeit der
Lendenwirbelsäule unter Belastung, einer erheblichen Osteochondrose L5/S1 und
einem Status nach einer interlaminären Fensterung L5/S1. Zudem leide der Versicherte
an einer beginnenden Coxarthrose beidseits, an einer eingeschränkten
Schultergelenksbeweglichkeit links und an Dupuytren-Kontrakturen. Im Rahmen einer
Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit seien als arbeitsrelevante Probleme eine
segmentale Dysfunktion mit Schmerzen im Kreuz, Schmerzen und eine
Bewegungseinschränkung in der linken Schulter, Kontrakturen in der rechten Hand mit
einem Kraftverlust und Einschränkungen beim Handgebrauch, Schmerzen in den
Leisten sowie eine Tendenz zur Schmerzvermeidung und zu einem häufigen „sich
Hinlegen“ festgestellt worden, die über einen längeren Zeitraum zu einer
Dekonditionierung führe. In der Testung sei eine mässige Symptomausweitung
aufgefallen. Die Testergebnisse seien deshalb nur teilweise verwertbar für die
Beurteilung der zumutbaren Belastbarkeit. Angesichts der Resultate der Evaluation der
funktionellen Leistungsfähigkeit sei dem Versicherten eine leichte bis mittelschwere
Arbeit mit einer Wechselbelastung und zusätzlichen Pausen von insgesamt 1–1,5
Stunden pro Tag zumutbar, wobei der Einsatz der rechten Hand teilweise erschwert sei
und Tätigkeiten des linken Arms über der Schulterhöhe nur bedingt möglich seien. Aus
rheumatologischer und internistischer Sicht lägen keine Befunde vor, die die
Arbeitsfähigkeit des Versicherten in einer adaptierten Tätigkeit im Vergleich zu den
Ergebnissen der Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit zusätzlich
einschränken würden. Zusammenfassend sei deshalb aus rheumatologischer Sicht
eine anhaltende vollständige Arbeitsunfähigkeit für die angestammte schwere Tätigkeit
als Bodenleger und eine Arbeitsfähigkeit von 80 Prozent für eine ideal leidensadaptierte
Tätigkeit zu attestieren. In einer vorwiegend sitzenden Tätigkeit sei von einem Bedarf
nach vermehrten Pausen im Ausmass von 30 Prozent auszugehen. Aufgrund der
vorliegenden Berichte erscheine es als plausibel, dass dieser Arbeitsfähigkeitsgrad
spätestens 1–1,5 Jahre nach der Discushernienoperation erreicht gewesen sei, also
spätestens ab Januar, Februar 2006. Laut den Hausarztberichten von Dr. C._ sei der
Versicherte ab dem Jahr 2006 nur noch sehr sporadisch zu Konsultationen betreffend
die Rückenbeschwerden erschienen. Retrospektiv erscheine die Beurteilung der Klinik
für Neurochirurgie vom 10. Juli 2000 als nicht vollständig nachvollziehbar, da im Vorfeld
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B.
aus rheumatologischer Sicht jeweils von einer höheren Arbeitsfähigkeit ausgegangen
worden sei. Im weiteren Verlauf sei es jedoch offensichtlich zu einer Verschlechterung
gekommen, die dann zur Operation im August 2004 geführt habe. Der RAD-Arzt Dr.
med. G._ qualifizierte das Gutachten als überzeugend (IV-act. 210). Ein
Sachbearbeiter der IV-Stelle verglich das zuletzt erzielte, an die
Nominallohnentwicklung angepasste Erwerbseinkommen mit 80 Prozent des
statistischen Zentralwertes der Hilfsarbeiterlöhne, was einen Invaliditätsgrad von
aufgerundet 23 Prozent ergab (IV-act. 211).
Mit einem Vorbescheid vom 4. Januar 2017 teilte die IV-Stelle dem Versicherten
mit, dass sie die laufende Rente auf das Ende des der Zustellung der noch zu
eröffnenden Verfügung folgenden Monats aufheben werde (IV-act. 213). Am 6. März
2017 liess der Versicherte einwenden (IV-act. 219), sein Gesundheitszustand habe sich
seit der Rentenzusprache nicht massgeblich verbessert. Die Kliniken Valens und H._
hätten vielmehr eine Verschlechterung festgestellt. Der Eingabe lagen ein Bericht des
Neurochirurgen Dr. med. I._ vom 22. Februar 2017, in dem angesichts einer
schweren, über die Jahre progredienten, erosiven Osteochondrose mit einem Kollaps
der Bandscheibe eine Arbeitsfähigkeit von maximal 50–60 Prozent für ideal
leidensadaptierte Tätigkeiten attestiert worden war, und ein Bericht der Kliniken Valens
vom 21. Februar 2017 bei, in dem aus orthopädischer, rheumatologischer,
physikalisch-medizinischer und rehabilitativer Sicht unter Berücksichtigung der
psychosomatischen, psychosozialen und schmerzmedizinischen Aspekte eine
Arbeitsfähigkeit von 50 Prozent für ideal leidensadaptierte Tätigkeiten attestiert worden
war. Mit einer Verfügung vom 21. März 2017 hob die IV-Stelle die laufende Rente auf
das Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats auf (IV-act. 220).
A.g.
Am 8. Mai 2017 liess der Versicherte (nachfolgend: der Beschwerdeführer) eine
Beschwerde gegen die Verfügung vom 21. März 2017 erheben (act. G 1). Seine
Rechtsvertreterin beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die
Weiterausrichtung der bisherigen Rente sowie eventualiter die Rückweisung der Sache
zur weiteren Abklärung an die IV-Stelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin). Zur
Begründung führte sie an, die Operation, die im Jahr 2004 durchgeführt worden sei,
B.a.
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Erwägungen
1.
habe eine vorangegangene Verschlechterung des Gesundheitszustandes behoben und
jenen Zustand, der bei der Rentenzusprache vorgelegen habe, wieder hergestellt. Die
Kliniken Valens und Dr. H._ hätten eine leichte Verschlechterung in den vergangenen
Jahren festgestellt. Die Beschwerdegegnerin hätte den Sachverständigen Dr. F._ mit
diesen Berichten konfrontieren müssen. Die Beschwerdegegnerin habe wohl zunächst
versucht, eine „Missbrauchsgeschichte“ zu konstruieren. Weil dies nicht gelungen sei,
habe sie ein Gutachten erstellen lassen, indem eine Verbesserung des
Gesundheitszustandes konstatiert werde, die aber tatsächlich gar nicht eingetreten sei.
Die Beschwerdegegnerin beantragte am 26. Juni 2017 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 4). Zur Begründung führte sie aus, bereits vor der Erstellung des
Gutachtens durch Dr. F._ habe der RAD angegeben, dass sich der
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers ab dem Jahr 2006 kontinuierlich
verbessert haben müsse. Ein wesentlicher Grund dafür sei wohl die sportliche
Betätigung des Beschwerdeführers gewesen, die zu einer muskulären Stabilisierung
der Wirbelsäule geführt habe. Der Sachverständige Dr. F._ habe eingehend und
überzeugend begründet, weshalb seines Erachtens eine Verbesserung des
Gesundheitszustandes eingetreten sei. Darauf sei abzustellen.
B.b.
Der Beschwerdeführer liess am 5. September 2017 an seinen Anträgen festhalten
(act. G 6). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 8).
B.c.
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente
gemäss dem Art. 17 Abs. 1 ATSG für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt
oder aufgehoben. Für die Beantwortung der Frage, ob sich der massgebende
Sachverhalt seit der ursprünglichen Rentenzusprache erheblich verändert hat, ist der
Sachverhalt im Zeitpunkt des Abschlusses des Rentenrevisionsverfahrens mit jenem im
Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenzusprache zu vergleichen. Ein solcher Vergleich
setzt voraus, dass der reale Sachverhalt für beide Vergleichszeitpunkte mit dem
erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststeht. Das ist
allerdings nicht immer der Fall, denn in der Praxis treten immer wieder Fälle auf, in
denen der im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenzusprache massgebende
1.1.
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Sachverhalt nicht hinreichend abgeklärt worden ist und in denen er sich im
Rentenrevisionsverfahren retrospektiv auch nicht mehr mit dem erforderlichen
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ermitteln lässt. In einem solchen
Fall liegt eine objektive Beweislosigkeit hinsichtlich des realen Sachverhaltes im
Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenzusprache vor. Diese würde an sich den Vergleich
jenes Sachverhaltes mit dem aktuellen Sachverhalt im Zeitpunkt des Abschlusses des
Rentenrevisionsverfahrens verunmöglichen. Dadurch würde aber die auf einem
ungenügend abgeklärten Sachverhalt beruhende Rentenzusprache „revisionsresistent“,
denn jede Rentenrevision müsste zufolge der Unmöglichkeit des
Sachverhaltsvergleichs scheitern. Dies liefe offenkundig dem Sinn und Zweck des Art.
17 Abs. 1 ATSG zuwider. Folglich muss die Revision einer Rente auch dann zulässig
sein, wenn der Sachverhalt zum Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenzusprache nicht
mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststeht. In
einem solchen Fall muss der (überwiegend wahrscheinliche) Sachverhalt im Zeitpunkt
des Abschlusses des Rentenrevisionsverfahrens mit jener Sachverhaltsannahme
verglichen werden, die bei der ursprünglichen Rentenzusprache unter den gesetzlichen
Tatbestand subsumiert und damit der rentenzusprechenden Verfügung zugrunde
gelegt worden ist. Ein Revisionsgrund liegt in einem solchen Fall vor, wenn der aktuelle
Sachverhalt nicht mehr jener Sachverhaltsannahme entspricht, auf die die IV-Stelle bei
der ursprünglichen Rentenzusprache abgestellt hat (vgl. dazu etwa den Entscheid
IV 2015/58 des St. Galler Versicherungsgerichtes vom 18. September 2017, E. 2.1).
Die Aktenlage ist betreffend die Frage nach der Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenzusprache widersprüchlich:
Gemäss dem Bericht von Dr. B._ vom April 1996, dem Gutachten der Klinik für
orthopädische Chirurgie des Kantonsspitals St. Gallen vom März 1997 und dem
Austrittsbericht der Klinik Valens vom August 1999 hat für leidensadaptierte Tätigkeiten
eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit bestanden; die Klinik für Neurochirurgie des
Kantonsspitals St. Gallen hat dagegen in einem Bericht vom Juli 2000 nur eine
Arbeitsfähigkeit von 50 Prozent für leidensadaptierte Tätigkeiten angegeben. Diese
Diskrepanz ist nicht auf eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes des
Beschwerdeführers in der Zeit zwischen August 1999 und Juli 2000 zurückzuführen
gewesen, denn wenn es nach dem von Dr. B._ angegebenen Beginn der
Gesundheitsbeeinträchtigung im Oktober 1995 überhaupt zu einer objektiven
Verschlechterung des Gesundheitszustandes gekommen sein sollte, wäre diese bereits
im Herbst 1998 eingetreten gewesen. Ein Vergleich der von den Fachärzten
beschriebenen objektiven klinischen Befunde spricht gegen eine massgebliche
Veränderung des Gesundheitszustandes in der Zeit zwischen April 1996 und Juli 2000.
1.2.
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Nebst Druckdolenzen, Muskelverspannungen und einer gewissen Einschränkung der
Beweglichkeit haben die Fachärzte nämlich keine Auffälligkeiten bei der klinischen
Untersuchung festgestellt, wie sich sowohl aus dem Gutachten vom März 1997 als
auch aus dem Bericht vom Juli 2000 ergibt. Angesichts dieser eher diskreten klinischen
Befunde erscheint das Attest einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit in den Berichten
von Dr. B._ vom April 1996, im Gutachten der Klinik für orthopädische Chirurgie des
Kantonsspitals St. Gallen vom März 1997 und im Austrittsbericht der Klinik Valens vom
August 1999 als überzeugender als das Attest einer Arbeitsunfähigkeit von 50 Prozent
selbst für ideal leidensadaptierte Tätigkeiten im Bericht der Klinik für Neurochirurgie
des Kantonsspitals St. Gallen vom Juli 2000. Rückblickend ist aufgrund der damaligen
widersprüchlichen Aktenlage nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt gewesen, dass der Beschwerdeführer im
Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenzusprache auch in einer leidensadaptierten
Tätigkeit nur zu 50 Prozent und nicht mehr arbeitsfähig gewesen wäre. Da von
medizinischen Untersuchungen in antizipierender Beweiswürdigung kein
Erkenntnisgewinn zum Gesundheitszustand des Beschwerdeführers vor rund 20
Jahren zu erwarten ist, liegt also bezüglich der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenzusprache eine objektive Beweislosigkeit vor.
Das bedeutet, dass für die Beantwortung der Frage nach einer relevanten Veränderung
des Gesundheitszustandes seit der ursprünglichen Rentenzusprache auf jene
Sachverhaltsannahme abzustellen ist, die der ursprünglichen Rentenzusprache
zugrunde gelegt worden ist. Diese hat augenscheinlich darin bestanden, von dem im
Bericht der Klinik für Neurochirurgie des Kantonsspitals St. Gallen vom Juli 2000
angegebenen Arbeitsunfähigkeitsgrad von 50 Prozent auch in einer leidensadaptierten
Tätigkeit beziehungsweise von einem Invaliditätsgrad von 60 Prozent auszugehen, wie
er der Verfügung vom 20. April 2001 und vom 17. Juni 2004 zugrunde gelegt worden
ist.
Gemäss den Angaben im Bericht der Klinik für Neurochirurgie des Kantonsspitals
St. Gallen vom Juli 2000 hat eine relative Operationsindikation bezüglich des
nachgewiesenen Bandscheibenvorfalls L5/S1 bestanden. Klinisch ist eine
Abschwächung des Patellarsehnen- und des Achillessehnenreflexes festzustellen
gewesen. Zudem hat eine Streckhaltung der Lendenwirbelsäule mit einer
Klopfschmerzhaftigkeit bestanden. Der Finger-Boden-Abstand hat über einen Meter
betragen. Über der gesamten Wirbelsäule hat ein ausgeprägter paravertebraler
Hartspann bestanden. Beim Gangbild ist ein ventraler Überhang aufgefallen. Der
Lasègue-Test ist bei 70° positiv gewesen. Nach der Rentenzusprache, nämlich im Jahr
2004, ist die von der Klinik für Neurochirurgie des Kantonsspitals St. Gallen
1.3.
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empfohlene Operation des Bandscheibenvorfalls L5/S1 durchgeführt worden. Im Juli
2006 hat Dr. C._ darauf hingewiesen, dass der Beschwerdeführer sitzende
Bürotätigkeiten während 4–6 Stunden pro Tag ausführen könne und dass er „die übrige
Zeit“ mit Rückengymnastik und mit Schwimmen verbringe, was als ein Indiz auf eine
gestiegene Leistungsfähigkeit qualifiziert werden könnte, auch wenn ein RAD-Arzt in
der Folge festgehalten hat, dass die bekannten funktionellen Limits weiterhin beachtet
werden müssten. In seinem Gutachten vom 7. Dezember 2016 hat Dr. F._ allerdings
festgehalten, die Beweglichkeit der Lendenwirbelsäule sei zwar eingeschränkt
gewesen, aber die Beugung der Wirbelsäule sei bis zu einem Finger-Boden-Abstand
von 32 Zentimeter möglich gewesen. Die Beweglichkeit der Lendenwirbelsäule ist bei
der klinischen Untersuchung durch Dr. F._ also deutlich besser als noch bei der
Untersuchung durch die Klinik für Neurochirurgie des Kantonsspitals St. Gallen
gewesen. Der Sachverständige hat abgesehen von einer gewissen Verspannung der
Paravertebralmuskulatur keine Auffälligkeiten im objektiven klinischen Befund erheben
können. Ein ventraler Überhang hat nicht mehr vorgelegen. Der Lasègue-Test hat kein
positives Resultat mehr geliefert. Die Sehnenreflexe sind normal auslösbar gewesen.
Im Vergleich zu den Angaben im Bericht der Klinik für Neurochirurgie vom Juli 2000 ist
der klinische Befund also deutlich weniger auffällig gewesen. Der Neurochirurg Dr. I._
hat zwar in seinem Bericht vom 22. Februar 2017 darauf hingewiesen, dass seit der
Rentenzusprache eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes des
Beschwerdeführers eingetreten sei, aber diese Angabe hat sich nur auf die
bildgebenden Befunde gestützt, die eine progrediente, erosive Osteochondrose gezeigt
haben. Objektive klinische Befunde, die sich auf die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers ausgewirkt hätten, hat Dr. I._ nicht erwähnt, weshalb sein Bericht
keine Zweifel am Gutachten von Dr. F._ weckt, der gestützt auf die massgebenden
(weitgehend unauffälligen) klinischen Befunden eine deutlich höhere Arbeitsfähigkeit als
Dr. I._ attestiert hat. Auch die Arbeitsfähigkeitsschätzung der Kliniken Valens
überzeugt nicht, denn diese ist nicht mit objektiven klinischen Befunden, sondern
hauptsächlich mit – versicherungsmedizinisch irrelevanten – psychosozialen und
„schmerzmedizinischen“ Aspekten begründet worden. Bezüglich der Auswirkungen der
zusätzlich angeführten psychosomatischen Einschränkungen auf die Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers fehlt eine überzeugende Begründung. Zum Verlauf hat Dr.
F._ festgehalten, dass aufgrund der Angaben in den früheren medizinischen
Berichten von einer Verbesserung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
spätestens 1–1,5 Jahre nach der Discushernienoperation auszugehen sei, denn
gemäss den Berichten von Dr. C._ sei der Beschwerdeführer ab dem Jahr 2006 nur
noch sehr sporadisch zu Konsultationen betreffend die Rückenbeschwerden
erschienen. Allerdings hat Dr. F._ auch darauf hingewiesen, dass die
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2.
Arbeitsfähigkeitsschätzung der Klinik für Neurochirurgie des Kantonsspitals St. Gallen
nicht vollständig nachvollziehbar sei, da in früheren Berichten ein deutlich höherer
Arbeitsfähigkeitsgrad attestiert worden sei. Gestützt auf diese Aussage könnte die
Ansicht vertreten werden, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers
in der Zeit zwischen Juli 2000 und Dezember 2016 effektiv gar nicht wesentlich
verändert habe (bzw. dass es vor der Operation im Jahr 2004 zu einer
Verschlechterung gekommen sei, die mit der Operation behoben worden sei). Dem
muss allerdings entgegen gehalten werden, dass für das vorliegende Verfahren nicht
entscheidend ist, ob sich der Gesundheitszustand des Versicherten in der Zeit
zwischen Juli 2000 und Dezember 2016 effektiv verändert hat, sondern dass vielmehr
massgebend ist, ob der Gesundheitszustand des Versicherten im Dezember 2016 noch
der Sachverhaltsannahme entsprochen hat, die der rentenzusprechenden Verfügung
zugrunde gelegt worden war. Das ist eindeutig nicht der Fall gewesen, wie sich dem
sehr sorgfältig erarbeiteten und in jeder Hinsicht überzeugend begründeten Gutachten
von Dr. F._ vom 7. Dezember 2016 entnehmen lässt, denn der Beschwerdeführer ist
anlässlich der aktuellen Begutachtung überwiegend wahrscheinlich in einem weit
höheren Ausmass arbeitsfähig gewesen, als die Beschwerdegegnerin bei der
ursprünglichen Rentenzusprache angenommen hatte. Insofern ist ein Revisionsgrund
im Sinne des Art. 17 Abs. 1 ATSG gegeben, der es erlaubt, die Rente für die Zukunft
ausgehend von der von Dr. F._ attestierten Arbeitsfähigkeit neu festzusetzen. Das
bedeutet, dass der Invaliditätsgrad neu ausgehend von einer Arbeitsfähigkeit von 80
Prozent für ideal leidensadaptierte Tätigkeiten zu berechnen ist.
Der Beschwerdeführer hat eine Umschulung in den kaufmännischen Bereich
abgebrochen. Zwar ist er später als Geschäftsführer seiner eigenen Unternehmung
hauptsächlich im kaufmännischen Bereich tätig gewesen, wobei er wohl auch jene
relativ anspruchsvollen Arbeiten verrichtet haben dürfte, die eine
Geschäftsführertätigkeit im Allgemeinen mit sich bringt. Aber das vermag den
fehlenden Abschluss der kaufmännischen Ausbildung nicht wettzumachen. Dem
Beschwerdeführer wird es also nicht gelingen, als kaufmännischer Angestellter mit
einem durchschnittlichen Lohn eines Kaufmanns angestellt zu werden. Auf dem
allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt wird er seine Arbeitskraft folglich als
Hilfsarbeiter anbieten müssen, was bedeutet, dass seine verbliebene Erwerbsfähigkeit
jener eines durchschnittlichen Hilfsarbeiters entspricht. Da der Beschwerdeführer
regelmässig zusätzliche, einen üblichen Betriebsablauf störende Pausen einlegen
muss, da er nicht in der Lage ist, Überstunden zu leisten oder sich flexibel in einem
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Betrieb einsetzen zu lassen (z.B. kurzfristiger Verzicht auf zusätzliche Pausen oder
vorübergehende Tätigkeit an einem nicht wechselbelastenden Arbeitsplatz), und da das
Risiko von zusätzlichen krankheitsbedingten Absenzen bei Exazerbationen der
Rückenbeschwerden besteht, entspricht die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
betriebswirtschaftlich-ökonomisch betrachtet nicht jener eines gesunden,
durchschnittlich leistungsfähigen Hilfsarbeiters. Andererseits enthalten die Akten
Hinweise darauf, dass der Beschwerdeführer über eine besonders leistungsorientierte
Persönlichkeit verfügt, denn er hat nach der Rentenzusprache eine eigene
Unternehmung aufgebaut, die mit der Zeit erhebliche Umsätze erwirtschaftet hat. Dafür
hat er sich umfangreiche Kenntnisse über Geschäftsabläufe (Offert- und
Rechnungsstellung, Personalwesen, Buchhaltung etc.) aneignen müssen. Zudem hat er
sich in Eigenregie ein vielfältiges Trainingsprogramm aufgebaut, das es ihm erlaubt hat,
seine Rückenbeschwerden teilweise zu kompensieren. Ohne die
Gesundheitsbeeinträchtigung hätte der Beschwerdeführer überwiegend wahrscheinlich
zu jenen 50 Prozent der Hilfsarbeiter gehört, die mehr als den statistischen Zentralwert
der Hilfsarbeiterlöhne verdienen. Die erwähnten betriebswirtschaftlich-ökonomischen
Nachteile der Gesundheitsbeeinträchtigung heben dieses überdurchschnittliche
Erwerbspotential (bezogen auf Hilfsarbeiterlöhne) auf, weshalb sich zusammenfassend
bei der Bemessung des Invalideneinkommens weder ein Tabellenlohnabzug noch ein
Tabellenlohnzuschlag rechtfertigt. Das zumutbarerweise erzielbare
Invalideneinkommen entspricht folglich 80 Prozent des statistischen Zentralwertes der
Hilfsarbeiterlöhne, das sind 53’442 Franken für das Jahr 2016 (vgl. die Textausgabe
IVG der Informationsstelle AHV/IV, 10. Aufl. 2019, Anh. 2).
Auch die Validenkarriere entspricht einer Hilfsarbeit. Der Beschwerdeführer ist zwar
über längere Zeit als (angelernter) Bodenleger tätig gewesen, aber die Akten enthalten
keine Hinweise darauf, dass es ihm diese Tätigkeit erlaubt hätte, ein durchschnittliches
Einkommen eines ausgebildeten Bodenlegers zu erzielen. Für das Valideneinkommen
ist deshalb auf den statistischen Zentralwert der Bauhilfsarbeiterlöhne abzustellen.
Dieser hat sich gemäss den aktuellsten Ergebnissen der Schweizer
Lohnstrukturerhebung aus dem Jahr 2016 auf 5’508 Franken pro Monat belaufen.
Unter Berücksichtigung einer betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41,4
Stunden (Branchen 41–43) im Jahr 2016 entspricht das einem Jahreslohn von 68’409
Franken.
2.2.
Bei einem Valideneinkommen von 68’409 Franken und einem Invalideneinkommen
von 53’442 Franken resultiert ein Invaliditätsgrad von (aufgerundet) 22 Prozent. Da erst
ab einem Invaliditätsgrad von 40 Prozent ein Anspruch auf eine Rente der
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3.
Die Beschwerde ist abzuweisen. Die Gerichtskosten von 600 Franken sind dem
unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen. Sie sind durch den von ihm geleisteten
Kostenvorschuss von 600 Franken gedeckt.