Decision ID: 4e9c6e4f-d50d-591d-bff2-a89d12e5c878
Year: 2008
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
P._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Fürsprecher lic. iur. Daniel Küng, Rosenbergstrasse 51, Postfach 1121,
9001 St. Gallen,
gegen
RAV St. Gallen, Unterstrasse 4, Postfach, 9001 St. Gallen,
Beschwerdegegner,
vertreten durch Amt für Arbeit, Unterstrasse 22, 9001 St. Gallen,
betreffend
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Einstellung in der Anspruchsberechtigung (arbeitsmarktliche Massnahme)
Sachverhalt:
A.
Aus gesundheitlichen Gründen kündigte das Alterszentrum A._ das Arbeitsverhältnis
mit P._ auf den 31. März 2005. P._ meldete sich beim RAV St. Gallen (nachfolgend:
RAV) zur Arbeitsvermittlung mit einem gesuchten Beschäftigungsgrad von 100% ab 1.
April 2005 an (act. G5.1/C1). Mit Schreiben vom 13. Dezember 2005 wurde die
Versicherte vom RAV angewiesen, vom 1. Dezember 2005 bis 31. Mai 2006 an einem
Einsatzprogramm mit einem Beschäftigungsgrad von 50% teilzunehmen (act. G5.1/A3).
Die Versicherte besuchte am 1. Dezember 2005 und an fünf Tagen im Januar 2006
dieses Einsatzprogramm in Rorschach (act. G5.1/A4, A7). Am 8. Februar 2006 forderte
das RAV die Versicherte auf, zum Abbruch des Einsatzprogramms Stellung zu nehmen.
Sie habe ihre Abwesenheit mit Krankheit begründet, habe jedoch kein entsprechendes
Arztzeugnis vorlegen können. Nach der Aussage des behandelnden Arztes sei sie nur
zu 50% arbeitsunfähig. Sie sei somit gesundheitlich in der Lage gewesen, das
Einsatzprogramm zu besuchen. Es bestehe die Vermutung, dass sie das
Einsatzprogramm unentschuldigt abgebrochen habe, weshalb das RAV eine
Einstellung in der Anspruchsberechtigung beabsichtige (act. G5.1/A10). Rechtsanwalt
Daniel Küng als Vertreter der Versicherten nahm am 13. Februar 2006 dazu Stellung. Er
machte geltend, der Gesundheitszustand der Versicherten sei noch nicht genügend
abgeklärt. Die effektive Arbeitsfähigkeit lasse sich erst im Laufe des IV-Verfahrens
endgültig feststellen, weshalb sie bis auf Weiteres als vermittlungsfähig gelte. Es sei
der Versicherten gesundheitlich nicht möglich gewesen, am Einsatzprogramm
teilzunehmen (act. G5.1/B2). Am 9. März 2006 verfügte das RAV eine 20-tägige
Einstellung in der Anspruchsberechtigung ab 1. Januar 2006. Der die Versicherte
behandelnde Arzt habe bestätigt, dass sie nur zu 50% arbeitsunfähig sei. Unter
gesundheitlichen Aspekten sei sie in der Lage gewesen, das Einsatzprogramm zu
besuchen. Weil sie kein Arztzeugnis für die entsprechende Zeit habe einreichen
können, müsse davon ausgegangen werden, dass sie dem Programm unentschuldigt
ferngeblieben sei. Die gesundheitliche Situation der Versicherten sei für die Beurteilung
der Sachlage nicht zu berücksichtigen, da nur der Abbruch des Einsatzprogramms
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überprüft werde. Hätte die Versicherte fristgemäss ein ärztliches Attest einreichen
können, welches ihre Arbeitsunfähigkeit bescheinigt hätte, so hätte sie keine
Sanktionen zu befürchten gehabt (act. G5.1/A11).
B.
B.a Gegen diese Verfügung erhob der Rechtsvertreter der Versicherten am 10. April
2006 Einsprache mit dem Begehren, die Verfügung vom 9. März 2006 sei aufzuheben.
Der Einsprecherin sei es aus denselben gesundheitlichen Gründen, aus denen sie die
Zusprechung von Leistungen der Invalidenversicherung beantragt habe, nicht möglich
gewesen, das Einsatzprogramm während seiner ganzen Dauer zu besuchen. Wenn der
Invalidenversicherung eine Beurteilung der gesundheitlichen Beschwerden nicht
möglich sei, so könne es umso weniger der von der Einsprecherin konsultierte Arzt.
Hätte die Invalidenversicherung die bisher von den beteiligten Ärzten vorgenommenen
Beurteilungen für ausreichend erachtet, hätte sie nicht ein MEDAS-Gutachten
angeordnet. Fälschlicherweise nehme das RAV eine Vermittlungsunfähigkeit der
Einsprecherin ab dem 27. Januar 2006 an. Dass sich der Gesundheitszustand der
Einsprecherin vom 26. Januar auf den 27. Januar 2006 derart geändert haben soll,
dass es der Einsprecherin fortan nicht mehr möglich gewesen sein soll, das
Einsatzprogramm zu besuchen, habe das RAV nicht darzutun vermögen (act. G14). Mit
Einspracheentscheid vom 25. Juli 2007 bestätigte das RAV seine Verfügung vom 9.
März 2006. Dass der Besuch des Einsatzprogramms der Versicherten aus
gesundheitlichen Gründen nicht zumutbar gewesen sei, werde nicht bestritten. Da sie
eine Arbeitsunfähigkeit jedoch nicht mit einem ärztlichen Zeugnis belegen könne, gehe
man von dem Befund des behandelnden Arztes aus, der ihr eine Arbeitsfähigkeit von
50% attestiere. Die Versicherte sei demnach in der Lage gewesen, das
Einsatzprogramm wie angewiesen zu besuchen. Zusätzlich habe sie durch den
Abbruch des Einsatzprogramms Weisungen des RAV nicht befolgt. Dementsprechend
sei sie diesbezüglich gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG in der Anspruchsberechtigung
einzustellen (act. G5.1/A12).
B.b Mit Einspracheentscheid vom 12. Oktober 2006 bestätigte das Amt für Arbeit, dass
die Versicherte ab dem 27. Januar 2006 nicht mehr vermittlungsfähig sei (act. G5.1/B4).
Dieser Entscheid ist rechtskräftig.
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Am 14. September 2007 erhob Rechtsanwalt Daniel Küng für den Versicherten
Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom 25. Juli 2007 mit dem Antrag, dieser
Entscheid sei aufzuheben. Der Beschwerdegegner bestreite nicht die Unzumutbarkeit
für die Beschwerdeführerin, am Einsatzprogramm teilzunehmen. Andererseits stütze
sich der Beschwerdegegner auf die ärztlichen Angaben, wonach die
Beschwerdeführerin zu 50% arbeitsfähig gewesen sei. Das Verschulden der
Beschwerdeführerin bestehe also nur darin, dass sie die Unzumutbarkeit nicht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit habe nachweisen können. Somit bestehe kein Platz
für die Verfügung von Einstelltagen (act. G1). In seiner Beschwerdeantwort vom 31.
Oktober 2007 macht der Beschwerdegegner geltend, es könne angenommen werden,
dass der Beschwerdeführerin der Besuch des Einsatzprogramms aus gesundheitlichen
Gründen nicht zumutbar gewesen sei. Dies hätte sie mittels Arztzeugnis belegen
müssen, was aber erwiesenermassen nicht erfolgt sei. Somit könne sie keinen
entschuldbaren Grund nachweisen. Die Beschwerde habe diesbezüglich keine neuen
Erkenntnisse bringen können (act. G5).
C.
Mit Replik vom 7. November 2007 stellt die Beschwerdeführerin die Frage, wieso sie
dem Einsatzprogramm ohne entschuldbaren Grund ferngeblieben sein soll, wenn der
Beschwerdegegner ausführe, ihr sei dieses
Programm nicht zumutbar gewesen (act. G7). Der Beschwerdegegner verzichtet auf
eine Duplik (act. G12).
D.
Der von der Beschwerdeführerin geforderte Aktenbeizug (IV-Akten) wurde mit
Schreiben vom 22. Januar 2008 den beteiligten Parteien gegenüber bestätigt (act.
G10). Ebenso ist das Versicherungsgericht dem Gesuch der Beschwerdeführerin
nachgekommen, die Verfahrensakten des Beschwerdeverfahrens IV 2008/35 mit
einzubeziehen (act. G11, G12).

Erwägungen:
1.
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Eine versicherte Person ist in der Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn sie die
Kontrollvorschriften oder die Weisungen der zuständigen Amtsstelle nicht befolgt,
namentlich eine zumutbare Arbeit nicht annimmt oder eine arbeitsmarktliche
Massnahme ohne entschuldbaren Grund nicht antritt, abbricht oder deren
Durchführung oder Zweck durch ihr Verhalten beeinträchtigt oder verunmöglicht (vgl.
Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG).
2.
Die Beschwerdeführerin ist unbestritten dem vom RAV verfügten Einsatzprogramm im
Dezember 2005 und Januar 2006 für den Grossteil der Beschäftigungsdauer
ferngeblieben. Streitig und zu prüfen ist, ob sie dafür einen entschuldbaren Grund
hatte.
3.
Die Beschwerdeführerin beruft sich darauf, der Besuch des Einsatzprogramms sei ihr
aus gesundheitlichen Gründen nicht zumutbar gewesen.
3.1 Die Verwaltung als verfügende Instanz und im Beschwerdefall das Gericht dürfen
eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen
überzeugt sind. Das Gericht hat seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas
Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den
Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu
folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste
würdigt (BGE 125 V 195 E. 2, 121 V 47 E. 2a). Der Sozialversicherungsprozess ist vom
Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Dieser schliesst die Beweislast im Sinn einer
Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Wenn es sich jedoch als unmöglich erweist,
im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes einen Sachverhalt zu ermitteln, der
zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen, greift
die Beweisregel Platz, dass die Parteien eine Beweislast insofern tragen, als im Fall der
Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem
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unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte (BGE 117 V 264 E. 3b mit
Hinweis).
3.2 Dr. B._ schrieb die Beschwerdeführerin bis zum 15. März 2005 für zu 100%
arbeitsunfähig mit der Prognose, mit dem kommenden Klinikaufenthalt sei ein Ende der
Arbeitsunfähigkeit absehbar (act. G5.1/B1). Dieser Aufenthalt dauerte vom 25. April
2005 bis zum 21. Mai 2005. Die Beschwerdeführerin leide unter einer mittelgradigen
depressiven Episode, Diabetes mellitus, Hypertonie und starken Rückenschmerzen. Sie
sei aus psychiatrischer Sicht weiterhin zu 100% arbeitsunfähig, so Dr. C._ im Bericht
vom 10. Juni 2005 (IV-act. 24/3). Mit Schreiben vom 3. Juni 2005 schätzte Dr. D._,
Innere Medizin, Rheumatologie FMH, die Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin
unter Berücksichtigung multipler Beschwerden auf 50% ein (IV-act. 35/6). Dr. B._
teilte am 13. Juli 2005 der Invalidenversicherung mit, die Beschwerdeführerin sei bis
Ende Juni 2005 noch zu 100% arbeitsunfähig, sie hätten einen Arbeitsversuch ab Juli
2005 für leichte körperliche Arbeit in Wechselbelastung vereinbart (IV-act. 24/1).
Daraufhin schrieb er am 8. Juli 2005 die Beschwerdeführerin ab dem 4. Juli 2005 bis
auf Weiteres für leichte körperliche Arbeiten in Wechselbelastung nur noch zu 50%
arbeitsunfähig (act. G5.1/B1), bestätigte dies am 2. September 2005 (IV-act. 33), am
21. November 2005 (act. G5.1/B1) und am 16. Januar 2006 (act. G5.1/A6). Am 12. Juli
2006 wurde die Beschwerdeführerin im Rahmen der MEDAS-Begutachtung von
verschiedenen Ärzten untersucht. Dr. E._ befand, die Arbeitsfähigkeit aus
rheumatologischer Sicht sei für Hilfstätigkeiten in einer Küche bei 80% und als
Raumpflegerin bei 60%, sofern die Möglichkeit von Bewegungswechseln und
zwischenzeitlichen Pausen bestünde (IV-act. 52/36). Dr. F._, Spezialarzt FMH für
Psychiatrie und Psychotherapie, diagnostizierte neben der anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung keine psychisch ausgewiesene Komorbidität. Im Gegensatz zu 2005
erscheine die Beschwerdeführerin aktuell nicht depressiv, sondern lediglich in ihrer
Befindlichkeit gestört im Rahmen der Schmerzsymptomatik, der internistischen
Problematik und der finanziellen Sorgen (IV-act. 52/32). Das MEDAS-Gutachten
verweist unter anderem auf den Konsiliarbericht von Dr. B._ vom 25. Januar 2006.
Dieser schrieb damals, eine volle Dispens von der Arbeit lasse sich nicht mit der
deutlichen psychischen Störung depressiver Art und einer Somatisierungsstörung
begründen. Es scheine ihm angemessen, eine 50%-ige Arbeitsunfähigkeit zu
attestieren (IV-act. 52/10). Insgesamt kommt das Gutachten zum Schluss, unter
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rheumatologischen Aspekten sei eine teilweise Arbeitsunfähigkeit gegeben, in
psychiatrischer Hinsicht sei keine Arbeitsunfähigkeit begründbar (IV-act. 52/23, 52/25).
Mit Schreiben vom 26. Februar 2007 kritisiert Dr. D._ das MEDAS-Gutachten. Er sei
weiterhin der Auffassung, für körperlich leichte, leidensangepasste Arbeiten sei die
Beschwerdeführerin zu 50% arbeitsfähig, jedoch nicht für körperlich schwerere
Tätigkeiten wie die im Gutachten genannten (Küchenhilfe, Raumpflegerin) (IV-act. 60/6).
3.3 Zur weiteren Beurteilung wurden die Akten aus dem beim Versicherungsgericht
hängigen IV-Verfahren (IV 2008/35) beigezogen. Die Beschwerdeführerin macht dort
geltend, dass sie gemäss der Augenklinik am Kantonsspital St. Gallen legal blind sei.
Ihr Visus sei so eingeschränkt, dass es nicht realistisch sei, dass sie auch nur teilweise
am Arbeitsleben teilnehmen könne. Unter Berücksichtigung aller körperlichen und
psychischen Beschwerden sei sie, sinngemäss, nicht mehr arbeitsfähig (act. G1 aus IV
2008/35). Bezüglich der Augenproblematik schrieb Dr. G._, Chefarzt MEDAS, am
3. Mai 2007, die Ärzte der Augenklinik des Kantonspitals St. Gallen hätten im Bericht
vom 16. März 2007 eine schwere Erkrankung der Netzhaut, bedingt durch den
Diabetes mellitus diagnostiziert, es liege eine schwere Sehbehinderung vor. Eine
Sehbehinderung ergebe sich auch aus dem Gutachten vom 18. Dezember 2006. Die
Versicherte habe damals erwähnt, dass Lesen zwar mühsam, aber mit Brille noch
möglich sei. In der Anamneseerhebung habe sie ihr Augenleiden nicht als
herausragende Behinderung erwähnt, andere Symptome seien für sie im Vordergrund
gestanden (IV-act. 75).
3.4 Aufgrund der vorliegenden Arztberichte lässt sich die Abwesenheit am
Einsatzprogramm mit 50%igem Beschäftigungsgrad (Dezember 2005 und Januar 2006)
nicht mit Gesundheitsbeschwerden rechtfertigen. Vielmehr waren die Ärzte stets der
Auffassung, unter Berücksichtigung des gesamten Beschwerdebildes sei eine teilweise
Arbeitsfähigkeit von 50% vor und während der fraglichen Zeit gegeben. Dr. B._
schätzte die Beschwerdeführerin mehrmals als zu 50% arbeitsfähig ein, unter anderem
auch im Verlaufe des Einsatzprogramms. Zwar hat Dr. C._ die Beschwerdeführerin
bei ihrem Austritt aus der Klinik am 21. Mai 2005 aus psychiatrischer Sicht als zu 100%
arbeitsunfähig beurteilt. Dies widerspricht jedoch den im MEDAS-Gutachten
gemachten Feststellungen (11. und 12. Juli 2006). Seine Befunderhebung ist zudem in
zeitlicher Hinsicht zu weit vom Einsatzprogramm entfernt, um gezielte, realistische
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Rückschlüsse auf den damaligen psychischen Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin zu ermöglichen. Bezüglich der festgestellten Sehschwäche bleibt
festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin dieser während der MEDAS-Begutachtung
wenig Relevanz beigemessen hatte. In einem noch früheren Krankheitsstadium
(Dezember 2005 und Januar 2006) kann sich die Augenerkrankung nicht stärker auf die
Arbeitsfähigkeit ausgewirkt haben wie zur Zeit der Begutachtung. Eine überwiegende
Wahrscheinlichkeit, dass die Beschwerdeführerin aufgrund gesundheitlicher
Beschwerden arbeitsunfähig war, ergibt sich somit nicht aus den Akten.
3.5 Die Unzumutbarkeit einer Arbeit aus gesundheitlichen Gründen muss durch ein
eindeutiges ärztliches Zeugnis (oder allenfalls durch andere geeignete Beweismittel)
belegt werden können (BGE 124 V 238 E. 4b)bb). Die Beschwerdeführerin vermag
weder im Einsprache- noch im Beschwerdeverfahren substanziiert darzulegen, wieso
sie für die fragliche Zeit nicht arbeitsfähig gewesen sein soll. Sie bringt zwar vor, die
Gründe für die Arbeitsunfähigkeit entsprächen denjenigen, welche im IV-Verfahren
abgeklärt würden, und deshalb sei die Beurteilung der gesundheitlichen Beschwerden
momentan noch zu früh. Es sei auch nicht ersichtlich, weshalb das RAV bis am 26.
Januar 2006 das Einsatzprogramm ihr noch zugemutet habe, ab 27. Januar 2006
jedoch aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr. Es ergibt sich jedoch weder aus den
IV-Akten für die Zeit bis 26. Januar 2006 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit noch lässt
sich von der bescheinigten Arbeitsunfähigkeit ab dem 27. Januar 2006 auf eine solche
für die Zeit davor schliessen.
4.
Der Beschwerdegegner stellte die Beschwerdeführerin 20 Tage in der
Anspruchsberechtigung ein, da das vorliegende Verhalten ein leichtes Verschulden
darstelle. Gemäss Gesetz bemisst sich die Dauer der Einstellung nach dem Grad des
Verschuldens (Art. 30 Abs. 3 AVIG) und beträgt je Einstellungsgrund 1 bis 15 Tage bei
leichtem, 16 bis 30 Tage bei mittelschwerem und 31 bis 60 Tage bei schwerem
Verschulden (Art. 45 Abs. 2 AVIV). Die verfügte Einstellungsdauer entspricht somit
einem mittelschweren Verschulden. Diese Verschuldenszumessung ist nicht zu
beanstanden (vgl. KS-ALE, D 72).
5.
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Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Für dieses
Verfahren sind keine Gerichtskosten zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG