Decision ID: 6ee70209-424f-44d5-9e4e-d99a8ad20e3e
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
A.a Die Beschwerdeführenden, irakische Staatsangehörige kurdischer
Ethnie, gelangten am 27. August 2019 illegal in die Schweiz, wo sie noch
am selben Tag um Asyl nachsuchten. Die beiden jüngeren Kinder, die wäh-
rend des Asylverfahrens geboren wurden, wurden in die Gesuche der El-
tern einbezogen.
A.b Während den Anhörungen trugen die Beschwerdeführenden zunächst
vor, sie hätten F._ im Verlaufe des Jahres 2016 oder 2017 verlassen
und seien nach G._ gezogen, um sich der IS-Herrschaft zu entzie-
hen. Der Beschwerdeführer machte hinsichtlich seiner Asylgründe im We-
sentlichen geltend, eine mit einem Peshmerga verheiratete und aus einer
einflussreichen Familie stammende Frau habe ihn über längere Zeit in un-
sittlicher Absicht belästigt und eine Beziehung mit ihm aufnehmen wollen,
obwohl er sie wiederholt zurückgewiesen beziehungsweise auf seine
glückliche Ehe aufmerksam gemacht habe. In der Folge sei er von ihrem
Ehemann wegen Ehebruchs angezeigt, von ihrer Familie bedroht und
schliesslich in Abwesenheit gerichtlich zu einer fünf- beziehungsweise ein-
jährigen Freiheitsstrafe wegen Ehebruchs verurteilt worden.
A.c Mit Verfügung vom 19. Juni 2020 – eröffnet am 22. Juni 2020 – stellte
das SEM fest, die Beschwerdeführenden erfüllten die Flüchtlingseigen-
schaft nicht, lehnte ihre Asylgesuche ab, verfügte ihre Wegweisung aus der
Schweiz und ordnete den Vollzug der Wegweisung an.
A.d Mit Eingabe vom 22. Juli 2020 (Datum des Poststempels) erhoben die
Beschwerdeführenden mittels ihrer Rechtsvertreterin Beschwerde gegen
diese Verfügung beim Bundesverwaltungsgericht. Darin brachten sie im
Wesentlichen vor, ihre Vorbringen seien glaubhaft und der Beschwerdefüh-
rer müsse durchaus Angst vor weiterer Verfolgung haben, da die Familie
dieser Frau ihn auf allen Wegen für ihre vermeintliche Beziehung bestrafen
wolle. Zudem seien die lokalen Strafverfolgungsbehörden nicht willens und
in der Lage, ihn vor künftiger Verfolgung ausreichend zu schützen.
A.e Mit Urteil D-3715/2020 vom 18. September 2020 wies das Bundesver-
waltungsgericht die Beschwerde ab. Darin hielt es fest, die Vorbringen
seien unglaubhaft. Selbst bei unterstellter Glaubhaftigkeit seien diese je-
doch nicht geeignet, einen Asylanspruch zu begründen, da die Einleitung
eines Strafverfahrens gegen den Beschwerdeführer wegen Ehebruchs im
irakischen Kontext grundsätzlich rechtsstaatlich legitim erscheine und auf
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keinem asylrelevanten Verfolgungsmotiv beruhe. Die angedrohte Freiheits-
strafe verstosse nicht gegen völkerrechtliche Bestimmungen und die
Rechtsschritte würden den Anforderungen an ein rechtsstaatliches Verfah-
ren genügen. Weiter seien die Behörden in Bezug auf Angriffe Dritter
schutzfähig und -willig. Die Tatsache, dass ein gerichtliches Verfahren an-
gestrengt worden sei, lege zudem nahe, dass ihm künftig keine privaten
Vergeltungsmassnahmen drohen würden.
B.
B.a Mit Eingabe vom 10. Juni 2021 stellten die Beschwerdeführenden
beim SEM ein Wiedererwägungsgesuch. Dabei reichten sie mehrere über-
setzte Gerichtsdokumente zu den Akten, die nachweisen würden, dass der
Beschwerdeführer zu einer einjährigen Haftstrafe verurteilt worden sei.
B.b Mit Schreiben vom 23. Juni 2021 leitete das SEM dieses Gesuch zu-
ständigkeitshalber zur Beurteilung von Revisionsgründen dem Bundesver-
waltungsgericht weiter.
B.c Mit Urteil D-2937/2021 vom 30. Juni 2021 stellte der Einzelrichter fest,
dass die eingereichten Dokumente bereits im vorherigen Verfahren berück-
sichtigt worden seien und es sich deshalb weder um neu entdeckte Be-
weismittel noch neu erfahrene Tatsachen handle. Im Übrigen seien auch
keine anderen Revisionsgründe ersichtlich. Auf das Gesuch sei nicht ein-
zutreten, da es offensichtlich unzulässig sei.
C.
Am 4. August 2022 (Poststempel) gelangten die Beschwerdeführenden er-
neut mit einem Wiedererwägungsgesuch an die Vorinstanz. Dieses Ge-
such stützten sie im Wesentlichen auf eine Wohnsitzbestätigung vom
14. Juni 2022, die bestätigt, der Beschwerdeführer habe in F._ ge-
lebt, sei aber jetzt unbekannten Aufenthalts, und auf ein Schreiben des ira-
kischen Anwalts des Beschwerdeführers vom 20. Juni 2022, beide Doku-
mente mit Übersetzung.
D.
Am 10. August 2022 teilte das SEM dem Migrationsamt des Kantons Thur-
gau mit, dass die Beschwerdeführenden ein Wiedererwägungsgesuch ein-
gereicht hätten, und ersuchten es um einstweilige Aussetzung des Weg-
weisungsvollzugs.
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E.
Mit Verfügung vom 28. September 2022 wies das SEM das Wiederwä-
gungsgesuch ab und stellte fest, seine Verfügung vom 19. Juni 2020 sei
rechtskräftig und vollstreckbar.
F.
Mit Eingabe vom 6. Oktober 2022 erhoben die Beschwerdeführenden da-
gegen Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht und beantragten,
diese Verfügung sei aufzuheben und die Verfügung vom 19. Juni 2020 sei
in Wiedererwägung zu ziehen. In materieller Hinsicht ersuchten sie um Ge-
währung der aufschiebenden Wirkung und um unentgeltliche Prozessfüh-
rung inklusive Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses.
G.
Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am
7. Oktober 2022 in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG).

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Nachdem gemäss Lehre und Praxis Wie-
dererwägungsentscheide grundsätzlich wie die ursprüngliche Verfügung
auf dem ordentlichen Rechtsmittelweg weitergezogen werden können, ist
das Bundesverwaltungsgericht für die Beurteilung der vorliegenden Be-
schwerde zuständig. Es entscheidet auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-
gel und auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83
Bst. d Ziff. 1 BGG).
1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die
Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-
men, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben
ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105
und Art. 108 Abs. 3 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf
die Beschwerde ist einzutreten.
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2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-
länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
3.
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise
einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-
hend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur
summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG) und auf die Durch-
führung eines Schriftenwechsels verzichtet wurde (Art. 111a Abs. 1 AsylG).
4.
Das Wiedererwägungsverfahren ist im Asylrecht spezialgesetzlich geregelt
(vgl. Art. 111b ff. AsylG). Ein entsprechendes Gesuch ist dem SEM innert
30 Tagen nach Entdeckung des Wiedererwägungsgrundes schriftlich und
begründet einzureichen (Art. 111b Abs. 1 AsylG).
In seiner praktisch relevantesten Form bezweckt das Wiedererwägungs-
gesuch die Änderung einer ursprünglich fehlerfreien Verfügung an eine
nachträglich eingetretene erhebliche Veränderung der Sachlage (vgl.
BVGE 2014/39 E. 4.5 m.w.H.). Falls die abzuändernde Verfügung unange-
fochten blieb – oder ein eingeleitetes Beschwerdeverfahren mit einem
blossen Prozessentscheid abgeschlossen wurde – können auch Revisi-
onsgründe einen Anspruch auf Wiedererwägung begründen. Dies gilt
ebenso für nach Abschluss des ordentlichen Verfahrens entstandene Be-
weismittel, welche vorbestandene Tatsachen belegen sollen (zum soge-
nannten "qualifizierten Wiedererwägungsgesuch" vgl. BVGE 2013/22
E. 5.4 m.w.H.).
5.
5.1 Das SEM hielt fest, aus der Eingabe der Beschwerdeführenden gehe
nichts wesentlich Neues hervor. Das eingereichte Schreiben des Anwalts
könne lediglich belegen, dass der Beschwerdeführer wegen Ehebruchs zu
einer einjährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden sei. Dieser Umstand sei
jedoch bereits durch das SEM und das Bundesverwaltungsgericht als nicht
asylrelevant beurteilt worden. Dass dem Beschwerdeführer womöglich pri-
vate Vergeltungsmassnahmen drohen würden, finde in den Akten sodann
keine Stütze. Das Gesuch sei deshalb nicht gehörig begründet. Weiter hät-
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ten sie nicht begründet, weshalb der Wegweisungsvollzug heute unzuläs-
sig oder unzumutbar sein soll. Ihr Gesuch sei diesbezüglich ebenfalls nicht
gehörig begründet. Die Wohnsitzbestätigung belege, dass die Familie in
F._ wohnhaft gewesen und 2014 von dort geflüchtet sei. Ihre Her-
kunft sei jedoch gar nie in Zweifel gezogen worden.
5.2 In der Beschwerdeschrift brachten die Beschwerdeführenden vor, das
Schreiben ihres Anwalts beweise, dass der Beschwerdeführer zu einer ein-
jährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden sei und dadurch ihre Situation le-
bensgefährlich sei. Die Verurteilung wirke nur auf dem Papier milde und
die Verfolger würden ihn ermorden wollen. Ihre Vorbringen seien glaubhaft
und die nun bewiesene Strafe verstosse gegen die Menschenrechte und
stelle eine Verfolgung aus religiösen und politischen Gründen dar. Der
Wegweisungsvollzug sei unzulässig und unzumutbar, da er inhaftiert werde
und seine Familie dadurch in Lebensgefahr geraten würde, weil es im Irak
hierfür keine Fürsorge gebe. Ausserdem hätten sie kein Netz mehr in
G._ und könnten wegen der Verfolgung auch nicht von ihren Ange-
hörigen unterstützt werden. Zudem seien ihre Kinder in der Schweiz gut
integriert, weshalb der Wegweisungsvollzug sie aus ihrem gewohnten Um-
feld reissen würde.
6.
6.1 Ein Wiedererwägungsgesuch ist gehörig begründet, wenn ihm genü-
gend substantiierte Wiedererwägungsgründe zu entnehmen sind (vgl. Ent-
scheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission
[EMARK] 2003 Nr. 7 E. 4a; BVGE 2014/39 E. 5 ff.). Eine Wiedererwägung
ist nicht beliebig zulässig und darf namentlich nicht dazu dienen, blosse
Urteilskritik zu üben, die Rechtskraft von Verwaltungs- und Gerichtsent-
scheiden immer wieder infrage zu stellen oder die Fristen für die Ergreifung
von Rechtsmitteln zu umgehen (vgl. BGE 136 II 177 E. 2.1). Auf ein Wie-
dererwägungsgesuch ist nicht einzutreten, wenn lediglich eine neue Wür-
digung der beim früheren Entscheid bereits bekannten Tatsachen herbei-
geführt werden soll oder Gründe angeführt werden, die bereits in einem
ordentlichen Beschwerdeverfahren gegen die frühere Verfügung hätten
geltend gemacht werden können (vgl. etwa Urteil BVGer D-3173/2021 vom
6. Dezember 2021 E. 4.3 m.H.a. EMARK 2000 Nr. 24 E. 5b).
6.2 Nach Prüfung der Akten kommt das Gericht zum Schluss, dass die vor-
instanzlichen Erwägungen nicht zu beanstanden sind. In der angefochte-
nen Verfügung wird einlässlich dargelegt, weshalb die Vorbringen der Be-
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schwerdeführenden nicht gehörig begründet sind und damit keine Wieder-
erwägung begründen können. Um Wiederholungen zu vermeiden, kann
vollumfänglich auf die zutreffenden Ausführungen in der angefochtenen
Verfügung verwiesen werden (vgl. Verfügung des SEM vom 28. September
2022 Ziff. IV). In der Beschwerdeschrift werden den überzeugenden Argu-
menten des SEM keine substanziellen Einwände entgegengehalten, zumal
sich die Beschwerdeführenden mit den vorinstanzlichen Erwägungen nicht
auseinandersetzen und mehrheitlich das bereits Gesagte wiederholen.
6.3 Zu den Vorbringen der Beschwerdeführenden ist (nochmals) folgendes
festzuhalten: Die Vorinstanz stellte zu Recht fest, dass der im Wiedererwä-
gungsgesuch vom 4. August 2022 vorgebrachte Sachverhalt bereits Ge-
genstand der vorangegangenen Verfahren war. Das Bundesverwaltungs-
gericht hat sich daher bereits ausführlich mit den Vorbringen der Beschwer-
deführenden auseinandergesetzt. Dem Wiedererwägungsgesuch und den
damit neu eingereichten Beweismitteln ist nichts Neues zu entnehmen.
Vielmehr versuchten die Beschwerdeführenden mit dem Schreiben ihres
Anwalts ihre im ordentlichen Verfahren geltend gemachten Verfolgung zu
belegen. Dieses Schreiben belegt im Wesentlichen jedoch nur bereits be-
kannte und berücksichtigte Tatsachen, weshalb in dieser Hinsicht von ei-
nem wiederholt gleich begründeten Wiedererwägungsgesuch auszugehen
ist. Auch der Wohnsitzbescheinigung kommt keine Relevanz zu, zumal an
der Herkunft der Beschwerdeführenden nicht gezweifelt wurde.
6.4 Die in der Rechtsmitteleingabe vom 6. Oktober 2022 neu geltend ge-
machten Vollzugshindernisse hätten bereits im ordentlichen Verfahren vor-
gebracht werden können und beruhen weder auf neuen Tatsachen noch
auf neuen Beweismitteln. Auch diesbezüglich ist demnach nicht auf das
Wiedererwägungsgesuch einzutreten. Nichtsdestotrotz geben sie zu fol-
genden Bemerkungen Anlass:
6.4.1 Die Beschwerdeführenden machten geltend, sie würden aufgrund
der Inhaftierung des Beschwerdeführers und der fehlenden staatlichen
Fürsorge und Unterstützung ihrer Familie in existentielle Schwierigkeiten
geraten. Dieser nicht näher begründete Einwand überzeugt nicht, zumal
nicht ersichtlich wird, weshalb ihre Verwandten, die weiterhin in G._
leben, sie bei der Reintegration und während der allfälligen einjährigen Haft
des Beschwerdeführers nicht unterstützen würden. So ist dem Wiederer-
wägungsgesuch zu entnehmen, dass der Vater des Beschwerdeführers bei
der Beschaffung von Beweismitteln geholfen habe. Damit kann weder von
einem Kontaktabbruch noch von einer Abwendung ihrer Familien die Rede
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sein. Aufgrund der Aktenlage ist daher weiterhin davon auszugehen, dass
ihre Verwandten in G._ ihnen bei ihrer Rückkehr helfen würden.
6.4.2 Auch das Vorbringen, der Wegweisungsvollzug sei mit Blick auf das
Kindeswohl unzumutbar, überzeugt nicht. Unter dem Aspekt des Kindes-
wohls im Sinne von Art. 3 Abs. 1 des Übereinkommens vom 20. November
1989 über die Rechte des Kindes (KRK, SR 0.107) sind keine Vollzugshin-
dernisse ersichtlich (vgl. die zu beachtenden Kriterien in BVGE 2015/30 E.
7.2 m.w.H.). Das Bundesverwaltungsgericht geht davon aus, dass auf-
grund des verhältnismässig kurzen Aufenthalts in der Schweiz die Rein-
tegration der Kinder nicht gefährdet ist. So sind sowohl die Töchter im Alter
von (...) und (...) Jahren als auch der Sohn mit seinen (...) Jahren noch in
einem stark von den Familienbeziehungen geprägten Alter. Bei einer Rück-
kehr zusammen mit ihren Eltern werden sie daher nicht aus dieser Bezie-
hung herausgerissen. Besonders intensive Aussenbeziehungen sind aus
den Akten nicht ersichtlich. Das Bundesverwaltungsgericht verkennt nicht,
dass eine Rückkehr insbesondere für die zwischenzeitlich in der Schweiz
eingeschulte Tochter mit Schwierigkeiten verbunden sein wird, zumal sie
sich angesichts ihres Alters bei der Ausreise aus dem Heimatland nicht wird
an die dortigen Verhältnisse erinnern können. Es darf aber davon ausge-
gangen werden, dass sich die Kinder mit den Beschwerdeführenden in de-
ren Muttersprache unterhalten, weshalb nicht mit wesentlichen sprachli-
chen Integrationsproblemen zu rechnen ist. Aufgrund ihres noch jungen Al-
ters werden sie sich in ihrem Heimatland – gegebenenfalls auch mit Hilfe
ihrer Familienangehörigen – reintegrieren können. Mit Verweis auf obige
Ausführungen steht entgegen der Argumentation der Beschwerdeführen-
den das Kindeswohl der Rückkehr ins Heimatland nicht entgegen.
7.
Insgesamt ist festzustellen, dass die Voraussetzungen zum Eintreten auf
das Wiedererwägungsgesuch mangels gehöriger Begründung vorliegend
nicht erfüllt waren, weshalb das SEM zu Recht gestützt auf Ar. 111b Abs. 2
AsylG in Verbindung mit Art. 13 Abs. 2 VwVG auf dieses nicht eintrat. Die
mit Beschwerdeschrift vom 6. Oktober 2022 neu eingeführten, aber nicht
näher begründeten Vollzugshindernisse sind auch nicht geeignet, die Zu-
mutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in Frage zu stellen.
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8.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-
wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich
überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen.
9.
9.1 Die gestellten Begehren erweisen sich als aussichtslos, weshalb das
Gesuch um unentgeltliche Prozessführung ungeachtet einer allfälligen pro-
zessualen Bedürftigkeit abzuweisen ist (Art. 65 Abs. 1 VwVG).
9.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten den
Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insge-
samt Fr. 1500.− festzusetzen (Art. 1‒3 des Reglements vom 21. Februar
2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-
gericht [VGKE, SR 173.320.2]).
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