Decision ID: 0b605e5d-769a-4800-a3f1-09a5ca51db6f
Year: 2005
Language: de
Court: ZH_VG
Chamber: ZH_VG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: public_law

I. C und D beabsichtigen, auf ihrem Grundstück Kat.-Nr. 01 im Ortsteil L der Gemeinde Oetwil am See zwei Parkplätze zu erstellen. Das 32 m lange und 5 m breite Grundstück erstreckt sich längs der Wegparzelle Kat.-Nr. 02, welche die als Staatsstrasse klassierte M-Strasse mit der N-Strasse verbindet. Auf der gegenüberliegenden Seite der 3,25 m breiten Wegparzelle steht im Abstand von ca. 1 m zur Parzellengrenze eine Zeile von vier zusammengebauten Flarzhäusern, von denen das unmittelbar an die N-Strasse grenzende Gebäude auf dem Grundstück Kat.-Nr. 03 A gehört, der zugleich einer der Miteigentümer der Wegparzelle ist. Der Ortsteil L ist gemäss Bau- und Zonenordnung der Gemeinde Oetwil am See vom 18. März 2002 (BZO) der Kernzone zugewiesen.
Ein erstes Projekt, das eine schrägwinklige Anordnung der beiden Parkplätze unmittelbar gegenüber der Liegenschaft von A vorsah, bewilligte der Gemeinderat Oetwil am 1. April 2003. Nachdem A und E als weitere Rekurrentin gegen diese Bewilligung Rekurs erhoben hatten, wurde offenbar nach einem Hinweis der Rekurskommission für das Bauvorhaben auch eine strassenpolizeiliche Bewilligung der Baudirektion eingeholt. In dieser Verfügung vom 27. August 2003 wurde angeordnet, dass die Zu- und Wegfahrt zu den Parkplätzen ausschliesslich über die N-Strasse zu erfolgen habe und demzufolge die Parkplätze rechtwinklig zur Wegparzelle Kat.-Nr. 02 anzuordnen seien. Die nämlichen Rekurrenten fochten am 17. Oktober 2003 auch diese Bewilligung an. Nachdem die Rekurskommission am 5. Februar 2004 einen Referentenaugenschein durchgeführt hatte, bewilligte der Gemeinderat am 11. Mai 2004 ein geändertes Projekt, welches etwa in der Mitte der Parzelle Kat.-Nr. 01 einen 8 m langen und 5,1 m tiefen Park- und Kehrplatz vorsieht, der das Parkieren von zwei Fahrzeugen rechtwinklig zur Wegparzelle erlauben soll und wegen der Verschiebung zur Parzellenmitte der Liegenschaft von A nicht mehr direkt gegenüber liegt. Gegen diese Bewilligung gelangten A und E am 16. Juni 2004 erneut an die Baurekurskommission.
II.
Die Baurekurskommission vereinigte die Rekursverfahren. Am 23. November 2004 schrieb sie den Rekurs gegen die Bewilligung des Gemeinderats Oetwil vom 1. April 2003 als gegenstandslos ab, weil die Bauherrschaft auf die Realisierung dieses ersten Projekts verzichtet habe. Sodann wies die Kommission die beiden anderen Rekurse ab, soweit sie darauf eintrat. Die Verfahrenskosten von insgesamt Fr. 4'696.- auferlegte sie zu 1/8 C und D, zu 1/8 E und zu 6/8 A.
III.
Mit Beschwerde vom 10. Januar 2005 liess A dem Verwaltungsgericht beantragen, den Rekursentscheid sowie die Baubewilligung vom 11. Mai 2004 und die strassenpolizeiliche Bewilligung vom 27. August 2003 unter Kosten- und Entschädigungsfolgen aufzuheben. Zudem wurde ein Augenschein durch das Gericht beantragt.
Die Vorinstanz am 1. und die Baudirektion am 10. Februar 2005 schlossen auf Abweisung der Beschwerde. Der Gemeinderat Oetwil verzichtete am 9. Februar 2005 ausdrücklich auf Vernehmlassung und die Bauherrschaft liess die Frist zur Beschwerdeantwort ungenutzt verstreichen.

Die Kammer zieht in Erwägung:
Die Kammer zieht in Erwägung:
1. 1.1 Das Verwaltungsgericht ist gemäss § 41 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) zur Behandlung der Beschwerde gegen einen Entscheid der Baukurskommission zuständig. Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die rechtzeitig erhobene Beschwerde einzutreten.
1.2 Die tatsächlichen Verhältnisse sind, soweit entscheidwesentlich, durch die Akten hinreichend dokumentiert, daher erübrigt sich ein Augenschein des Verwaltungsgerichts (RB 1995 Nr. 12 = BEZ 1995 Nr. 32, mit Hinweisen). Die auf einem Referentenaugenschein beruhenden Feststellungen der Vorinstanz über die örtlichen Verhältnisse sowie die bei den Akten liegenden Fotografien und das Protokoll des Augenscheins können auch im Beschwerdeverfahren berücksichtigt werden und dokumentieren die örtlichen Verhältnisse in rechtsgenügender Weise.
1.2 Die tatsächlichen Verhältnisse sind, soweit entscheidwesentlich, durch die Akten hinreichend dokumentiert, daher erübrigt sich ein Augenschein des Verwaltungsgerichts (RB 1995 Nr. 12 = BEZ 1995 Nr. 32, mit Hinweisen). Die auf einem Referentenaugenschein beruhenden Feststellungen der Vorinstanz über die örtlichen Verhältnisse sowie die bei den Akten liegenden Fotografien und das Protokoll des Augenscheins können auch im Beschwerdeverfahren berücksichtigt werden und dokumentieren die örtlichen Verhältnisse in rechtsgenügender Weise.
2. Der Beschwerdeführer wendet gegen das Bauvorhaben ein, die Vorinstanzen hätten aufgrund unzureichender Planunterlagen und in Verletzung des Koordinationsprinzips entschieden, die Zufahrt zu den Parkplätzen sei rechtlich nicht gesichert sowie tatsächlich ungenügend und das Bauvorhaben genüge den Anforderungen weder bezüglich Verkehrssicherheit noch hinsichtlich Einordnung und Gestaltung.
2.1 Die Rekurskommission hat den Einwand, die Baugesuchsunterlagen seien unvollständig und ungenügend, unter Hinweis auf RB 1982 Nr. 154 zutreffenderweise mit der Begründung verworfen, dieser Mangel habe den Beschwerdeführer nicht an der Wahrnehmung seiner Interessen gehindert. Auch in seiner Beschwerdeschrift legt der Beschwerdeführer nicht dar, inwiefern die ungenügenden Planunterlagen sich auf seine Rechts- und Interessenwahrung nachteilig hätten auswirken können. Auch wenn die Unterlagen nicht in allen Teilen den Vorschriften der Bauverfahrensordnung vom 3. Dezember 1997 (BauVV) entsprechen, ist ohne weiteres ersichtlich, wo und wie die geplanten Parkplätze angelegt werden sollen und wie sich das auf das Baugrundstück und die nähere Umgebung auswirken wird. Es liegt insofern ein anderer Fall vor, als ihn das Verwaltungsgericht in VB.2002.00157 zu beurteilen hatte, wo gemäss Bauordnung in einem geschützten Ortsbild die herkömmliche Erscheinung des Gebäudeumschwungs sowie die für das Ortsbild typischen Freiräume und Gärten nach Möglichkeit zu erhalten waren, und das Verwaltungsgericht im Zusammenhang mit der Bewilligung eines Neubaus erwogen hat, die Einhaltung dieser Bestimmung lasse sich nur aufgrund eines Umgebungsplans überprüfen. Mit jenem Fall lässt sich der vorliegende nicht vergleichen, wo lediglich zwei Parkplätze neu angelegt werden sollen, für deren Gestaltung von vornherein nur ein geringer Spielraum besteht und deren Auswirkungen auf die Umgebung leicht fassbar sind. Der Beschwerdeführer übersieht, dass der Grundsatz der Verhältnismässigkeit auch bei der Handhabung von Verfahrensvorschriften gilt.
Sodann kann der Baurekurskommission auch nicht vorgeworfen werden, sie habe aufgrund eines unzureichend abgeklärten Sachverhalts geurteilt. Sie hat durch eine Delegation einen Augenschein vornehmen lassen und hat deshalb in Kenntnis der in den Baugesuchsunterlagen nicht verzeichneten weiteren Bauten und Anlagen auf dem Baugrundstück entschieden (vgl. Prot. BRK, S. 6). Falls, was wenig wahrscheinlich ist, die örtliche Baubehörde die Parkplätze ohne Kenntnis dieser Bauten bewilligt hat, so wäre dieser Mangel durch das Rekursverfahren geheilt.