Decision ID: a75e299b-77f2-4498-b9ce-bba8f271079a
Year: 2018
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_003
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law

Folge geleistet worden sei. Inhaltlich sei der medizinische Sachverhalt
mittels einer psychiatrischen Begutachtung abgeklärt worden, ebenso
befänden sich Arztberichte der behandelnden Ärzte bei den Akten, was
als genügend zu betrachten sei. Beim Valideneinkommen könne allenfalls
von den Ansätzen nach Art. 26 Abs. 1 IVV für Frühinvalide von Fr.
66'000.-- (mit Vollendung des 21. Lebensjahres, 80 % des aktuellen
Medianwertes von Fr. 82'500.--) ausgegangen werden. Für die Ermittlung
des Invalideneinkommens sei auf die Ausführungen des RAD-Arztes Dr.
med. D._ abzustellen, der nachvollziehbar die Nähe der Diagnosen
autistische Störung und Persönlichkeitsstörung aufgezeigt und gewürdigt
habe. In der angefochtenen Verfügung habe sie bei einer Arbeitsfähigkeit
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von 100 % in adaptierter Tätigkeit als Kauffrau EFZ das mutmassliche
Invalideneinkommen zu Recht auf Fr. 52'000.-- (13 x Fr. 4'000.--)
festgesetzt. Gemäss LSE 2012 hätte sich das Invalideneinkommen für
2015 auf Fr. 52'863.45 belaufen. Selbst bei Annahme eines
Valideneinkommens von Fr. 66'000.-- für Frühinvalide hätte der IV-Grad
damit aber nur maximal 21 % betragen, was noch immer keine
Rentenberechtigung ergeben hätte.
5. In der Replik vom 23. März 2017 wiederholte die Beschwerdeführerin ihre
Einwände betreffend Verletzung des rechtlichen Gehörs und
Einschränkung ihrer Arbeitsfähigkeit infolge Autismus-Störung. Die
Beschwerdegegnerin habe zudem – trotz der behaupteten fehlenden
Arbeitseinschränkungen – am 14. Februar 2017 eine Kostengutsprache
für ein Arbeitstraining beim IIZ (Interinstitutionelle Zusammenarbeit KIGA)
Mittelbünden gewährt.
6. Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 29. März 2017 auf die
Einreichung einer Duplik.
Auf die weiteren Vorbringen und Argumente der Parteien sowie auf den
angefochtenen Entscheid wird, soweit erforderlich, im Rahmen der
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. a) Nach Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) sind Verfügungen der kantonalen
IV-Stellen direkt vor dem Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle
anfechtbar. Die Verfügung der IV-Stelle des Kantons Graubünden vom
18. November 2016 stellt somit ein taugliches Anfechtungsobjekt für ein
Verfahren vor dem Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden dar. Die
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sachliche Zuständigkeit ergibt sich aus Art. 57 des Bundesgesetzes über
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in
Verbindung mit Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Als Adressatin der strittigen
Verfügung ist die Beschwerdeführerin berührt und weist ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung auf (Art. 59
ATSG). Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte
Beschwerde ist somit einzutreten.
b) Strittig und zu klären sind hier die unklar gebliebenen Fragen, welche dia-
gnostische Zuordnung für das Beschwerdebild der Beschwerdeführerin
die Richtige ist und welches Ausmass die festgestellten Einschränkungen
auf die Leistungsfähigkeit bzw. die wirtschaftlich noch verwertbare (Rest-)
Arbeitsfähigkeit haben, um gestützt darauf allenfalls den rentenrelevanten
Invaliditätsgrad ermitteln und die Rentenfrage zuverlässig entscheiden zu
können. Beschwerdethema bildet somit einerseits die Diagnose des
Gesundheitsleidens und andererseits die Arbeits-/Erwerbsfähigkeit der
zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses (2016) 21-jährigen
Beschwerdeführerin sowie das vorinstanzliche Vorgehen in dieser
Angelegenheit.
2. a) In formeller Hinsicht rügt die Beschwerdeführerin zunächst die Verletzung
des rechtlichen Gehörs. Sie bringt dazu vor, dass nach den Grundsätzen
des rechtlichen Gehörs jeder Rechtsunterworfene Anspruch auf
Begründung einer negativen/belastenden behördlichen Verfügung habe.
Dabei seien einerseits die Gründe, weshalb so verfügt werde,
nachvollziehbar und einleuchtend darzulegen, und es müssten
andererseits vorgebrachte Gegenargumente, die nicht offensichtlich
haltlos seien, einlässlich behandelt und gegebenenfalls widerlegt werden.
Denkbare konkrete Begründungen für die Ablehnung einer beantragten
IV-Rente seien, dass entweder gar keine relevante gesundheitliche
Störung/Einschränkung vorliege oder die vorhandene
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Störung/Einschränkung die Erwerbsfähigkeit um weniger als 40 %
einschränke. In der angefochtenen Verfügung seien die Einschränkungen
der Erwerbsfähigkeit (ungenau als Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit
bezeichnet) mit der Begründung verneint worden, "unsere Abklärungen"
hätten ergeben, dass keine solchen Einschränkungen gegeben seien.
Weiter heisse es, die Invalidenversicherung habe die eingereichten
Unterlagen zur Kenntnis genommen und dem Regionalärztlichen Dienst
(RAD) zur Beurteilung vorgelegt. Nach dessen Einschätzung bestehe kein
Zweifel am Vorliegen von Einschränkungen; in Berücksichtigung der
geklagten Beschwerden und in Kenntnis bzw. Würdigung der Vorakten
sei aber davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin ihre erlernte
Tätigkeit in vollem Ausmass ausüben könne. Der Verweis auf "unsere
Abklärungen" ohne nähere Bezeichnung dieser Abklärungen und deren
Ergebnisse sei nicht einmal eine ungenügende, sondern überhaupt keine
Begründung. Dasselbe gelte für die "Würdigung der Vorakten" ohne
Nennung der als wesentlich erachteten Vorakten samt Wiedergabe ihres
Inhalts. In ebenso ungenügender Weise heisse es schliesslich, "der
Einwand" vom 3. Mai 2016 und 3. August 2016 sowie die eingereichten
Unterlagen seien "zur Kenntnis genommen" worden. Der verfügenden
Behörde obliege es darzulegen, welche konkreten Unterlagen sie
berücksichtigt habe, welche Gegenargumente (gegen die getroffene
Verfügung) sich daraus sowie aus den vorgebrachten Einwendungen
ergeben und aus welchen Gründen sie diese Gegenargumente nicht für
stichhaltig erachtet. Dass auch die Einschätzung des RAD in übermässig
verkürzter Form wiedergegeben werde, sei seitens der
Beschwerdeführerin weniger zu beanstanden, da sich auch so ergebe,
dass dieser gesundheitliche Einschränkungen bejahe. Umso weniger
haltbar sei es, dass die Beschwerdegegnerin trotz (angeblicher)
Anerkennung gesundheitlicher Einschränkungen begründungslos und
ohne Wertung dieser Einschränkungen annehme, die Beschwerdeführerin
könne das gleiche Einkommen erzielen, wie wenn gar keine
gesundheitliche Einschränkungen bestünden. Zusammengefasst ergebe
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sich damit, dass die Beschwerdegegnerin unfähig oder unwillig sei, ihre
Verfügung rational zu begründen (Anwendung des Teflon-Prinzips: Von
dem, was Gesuchsteller sagen, bleibt bei uns nichts haften). Der
angefochtenen Verfügung könne nicht nachvollziehbar entnommen
werden, warum die Beschwerdegegnerin zu ihrem Entscheid gelangt sei.
Erkennbar sei nur, dass sie keine Rente zusprechen wolle. Eine derart
eklatante Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör müsse zur
Aufhebung der angefochtenen Verfügung unter Kosten- und
Entschädigungsfolge führen (Beschwerde S. 6 f.).
b) Das rechtliche Gehör ist das zentrale Mitwirkungsrecht des/r Privaten im
Verwaltungsverfahren. Es dient einerseits der Sachaufklärung und stellt
andererseits zugleich ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht der
Parteien dar (vgl. BGE 140 I 99 E.3.4, 135 II 286 E.5.1). Der
verfassungsrechtlich garantierte Gehörsanspruch laut Art. 29 Abs. 2 der
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 101)
umfasst das Recht, in einem vor einer Verwaltungs- oder Justizbehörde
geführten Verfahren mit seinen Begehren gehört zu werden, Einblick in
die Akten zu erhalten und zu den für die Entscheidung wesentlichen
Punkten Stellung nehmen zu können. Er beinhaltet auch das Recht auf
Vertretung und auf Begründung behördlicher Verfügungen (siehe
HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Aufl.,
Zürich/St. Gallen 2016, Rz. 1002). Art. 29 Abs. BV verlangt somit, dass
die Behörde die Vorbringen des vom Entscheid in seiner Rechtsstellung
Betroffenen auch tatsächlich hört, prüft und in der Entscheidfindung
berücksichtigt (BGE 124 I 49 E.3a). Daraus folgt die Verpflichtung der
Behörde ihren Entscheid zu begründen. Dabei ist es nicht erforderlich,
dass sie sich mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt
und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Die Begründung
muss so abgefasst sein, dass sich der Betroffene über die Tragweite des
Entscheids Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der Sache an
die höhere Instanz weiterziehen kann. In diesem Sinne müssen
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wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die
Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt (vgl. BGE
134 I 83 E.4.1, 133 III 439 E.3.3, 130 II 530 E.4.3). Art. 42 ATSG nimmt
diese Vorgaben auf, indem darin festgelegt ist, dass die Parteien im
Sozialversicherungsverfahren Anspruch auf rechtliches Gehör haben
(PVG 2010 Nr. 11 E.3b). Nach der Gerichtspraxis des Bundesgerichts
kann eine – nicht besonders schwerwiegende Verletzung des rechtlichen
Gehörs – ausnahmsweise als 'geheilt' gelten, sofern die Betroffene die
Möglichkeit erhält sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, welche
die von der Gehörsverletzung betroffenen Aspekte mit derselben
Kognition überprüfen kann wie die Vorinstanz, auch wenn dies
zwangsläufig zum Verlust einer Instanz führt (vgl. Urteile des
Bundesgerichts 1C_130/2012 vom 9. August 2012 E.2.3 und
1C_478/2008 vom 28. August 2009 E.3.2 mit Hinweis auf BGE 132 V 387
E.5.1). In Ausnahmefällen kann sogar bei einer schwerwiegenden
Verletzung des rechtlichen Gehörs von einer Rückweisung an die
Vorinstanz abgesehen werden, wenn dies nur zu einem formalistischen
Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, welche mit
dem Interesse der betroffenen Parteien an einer zeitnahen Beurteilung
der Sache nicht zu vereinbaren wäre (BGE 137 I 195 E.2.3.2, 133 I 201
E.2.2; Urteile des Bundesgerichts 1C_13/2012 vom 24. Mai 2012 E.2.1
und 1C_58 /2010 vom 22. Dezember 2010 E.2.1.3; RENÉ WIDERKEHR. in
ZBl 111 (2010) S. 481 ff., "Die Begründungspflicht nach Art. 29 Abs. 2 BV
und die Heilung der Verletzung"; Urteil des Bundesgerichts 8C_576/2008
vom 28. Oktober 2009 E.2.4.1; PVG 2011 Nr. 31 und 2008 Nr. 1 E.1b).
c) Wie der strittigen Verfügung vom 18. November 2016
(beschwerdegegnerischen Akten [IV-act.] 183 bzw.
beschwerdeführerische Akten [Bf-act.] 3) entnommen werden kann,
wurde darin nur äusserst rudimentär (in bloss sieben Zeilen) zum
Einwand vom 3. Mai 2016 bzw. 3. August 2016 der Beschwerdeführerin
Stellung genommen und dadurch das rechtliche Gehör auf eine
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behördlich nachvollziehbare Begründung verletzt, da der
Beschwerdeführerin keineswegs nachvollziehbar eröffnet wurde, weshalb
und gestützt auf welche Grundlagen/Dokumente ihr Rentenbegehren
abgelehnt wurde. Dieses Versäumnis bei der Begründung der
angefochtenen Verfügung kann im Grundsatz nicht erst vor dem
streitberufenen Gericht behoben und nachträglich 'geheilt' werden, was
für sich alleine schon Grund genug wäre, um die angefochtene Verfügung
zur vertieften Begründung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
Wie gesehen ist zwar richtig, dass die angefochtene Verfügung nur
ungenügend begründet wurde, indessen war die Beschwerdeführerin -
wie der Beschwerde vom 9. Januar 2017 selbst aufgrund ihres Inhalts
und ihrer Tragweite zu entnehmen ist – durchaus in der Lage, die
Verfügung substantiiert anzufechten. Die Beschwerdeführerin konnte sich
offenbar doch ein Bild darüber machen, auf welche Arztberichte sowie
Argumente sich die angefochtene Verfügung stützte und es war ihr daher
eine Auseinandersetzung mit der massgeblichen Problematik offenkundig
möglich. Sodann konnte sich die Beschwerdeführerin im Rahmen eines
doppelten Schriftenwechsels vor dem Verwaltungsgericht, das sowohl
den Sachverhalt wie auch die Rechtslage frei überprüfen kann und damit
volle Kognition hat, ausführlich äussern. Es ist damit zusammengefasst
festzuhalten, dass die angefochtene Verfügung zwar ungenügend
begründet wurde, dieser Mangel vorliegend jedoch als nachträglich
geheilt zu qualifizieren ist. Überdies würde eine Rückweisung der Sache
an die Beschwerdegegnerin zur Gewährung des rechtlichen Gehörs zu
einem formalistischen Leerlauf sowie zu unnötiger
Verfahrensverzögerung führen. Hinzu kommt, dass die
Beschwerdeführerin eine Rückweisung an die Beschwerdegegnerin nicht
verlangt hat, sondern offensichtlich möglichst rasch eine materielle
Entscheidung herbeiführen will. Diesem berechtigten Anliegen entspricht
die zeitnahe Beurteilung der Streitsache in materieller Hinsicht am besten.
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3. a) In materieller Hinsicht gilt es folglich die beantragte Rentenberechtigung
anhand aller massgeblichen Unterlagen und Dokumente zu klären.
Die Beschwerdeführerin macht dazu geltend, die angefochtene Verfügung
vom 18. November 2016 stütze sich nicht ausdrücklich auf das Gutachten
C._ vom 7. April 2016, auch wenn sich die Verweise 'auf Vorakten'
und die Bejahung einer 100%igen Arbeits- und Erwerbsfähigkeit
offenkundig - und ausschliesslich – auf dieses beziehen würden. Dieses
Vorgehen der Beschwerdegegnerin sei nicht nachvollziehbar. Soweit es
um die Frage gehe, ob ein Asperger-Syndrom (mit dem heutigen
Fachbegriff: Autismus-Spektrum-Störung) bestehe, erscheine das
Gutachten selbst einem interessierten Laien entweder auf geringen
fachspezifischen Kenntnissen basierend und/oder stark vorurteilsgeprägt.
So begnüge sich die Gutachterin, statt ein fachlich einwandfreies Adult
Asperger Assessment (AAA) vorzunehmen, mit einer eigenen Beurteilung
"in Anlehnung an das AAA", was als ungenügend zu kritisieren sei. Die
Autismus-Spektrum-Abklärung durch die Psychiatrische Universitätsklinik
(PUK) Zürich komme demgegenüber klar zum Schluss, dass eine
Autismus-Spektrum-Störung vorliege. Die Beschwerdegegnerin hätte
also, wenn sie das Gutachten C._ offen verwenden wollte,
einleuchtend darlegen müssen, dass die Beurteilung durch die PUK
Zürich unzutreffend sei, was sie sich zu Recht nicht zutraute. Damit
verbiete es sich, auf die Beurteilung der Gutachterin abzustellen, die
Arbeitsfähigkeit sei zu 100 % gegeben, da diese klarerweise auf der
falschen Prämisse beruhe, es bestehe keine Autismus-Spektrum-Störung.
Das Gutachten C._ vom 7. April 2016 werde bestritten, da es
einerseits in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation nicht schlüssig sei und
andererseits die vorhandenen Akten und geklagten Beschwerden nicht in
rechtsgenügender Weise würdige. Zur Begründung werde auf die
ausführliche Stellungnahme der behandelnden Fachärztin Dr. med.
E._ vom 23. Juli 2016 und die Autismus-Spektrum-Abklärung der
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PUK Zürich vom 25. Oktober 2016 verwiesen, die beide als integrierende
Bestandteile der vorliegenden Beschwerde zu betrachten seien
(Beschwerde S. 7 f.). Zur Invaliditätsbemessung hält die
Beschwerdeführerin fest, dass die abgeschlossene Berufsausbildung zur
Kauffrau EFZ (Profil B) nicht mit dem Erwerb von "zureichenden
beruflichen Kenntnissen" gleichzusetzen sei. Denn massgebend sei nicht
der Berufsabschluss als solcher, sondern die mit der erworbenen
Berufsausbildung erzielbaren Erwerbseinkünfte. Wie bei Frühbehinderten
üblich, sei zudem gar nicht klar, was die Beschwerdeführerin für eine
Ausbildung absolviert hätte, wenn sie ohne Handicap zur Welt gekommen
wäre. Aus all diesen Gründen seien die Voraussetzungen von Art. 26
Abs. 1 IVV erfüllt. Das Valideneinkommen sei angesichts des Alters der
Beschwerdeführerin daher auf Fr. 57'750.-- für das Jahr 2015 (bzw. auf
Fr. 66'000.-- für 2016) zu beziffern. Das Invalideneinkommen sei
entsprechend der Einschätzung im Schlussbericht der Werkstätte
B._ vom 3. Juni 2015 auf max. Fr. 20'800.-- (13 x Fr. 1'600.--)
festzusetzen, womit ein Invaliditätsgrad von über 40 % resultiere und die
Beschwerdeführerin folglich rentenberechtigt sei (Beschwerde S. 11).
Die Beschwerdegegnerin hält dem entgegen, dass für die Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit die RAD-Schlussbeurteilung von Dr. med. D._ vom
17. November 2016 massgebend sei. Seine Beurteilung stelle einen
Gesamtwert der Arbeitsfähigkeit dar und beruhe auf dem psychiatrischen
Gutachten von Frau med. pract. C._ vom 7. April 2016, die in ihren
Ergebnissen schlüssig, nachvollziehbar und widerspruchsfrei
argumentiert habe. Der RAD-Arzt habe in seiner Beurteilung
nachvollziehbar die Nähe der diagnostischen Zuordnungen zueinander
aufgezeigt, was seiner Ansicht nach eher gegen eine autistische Störung
und für eine Persönlichkeitsstörung spreche. Er halte fest, dass sowohl
Menschen mit Autismus wie auch Menschen mit schizoiden resp.
ängstlichen Persönlichkeitszügen regelhaft arbeitsfähig in adaptiertem
Arbeitsumfeld seien und er das Gutachten C._ für schlüssig halte
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(Vernehmlassung S. 10). Bei der Invaliditätsbemessung wird vorgebracht,
dass die festgestellte Arbeitsfähigkeit von 100 % in adaptierter Tätigkeit
wie der erlernten Tätigkeit als Kauffrau EFZ nicht zu beanstanden sei,
womit auch das ermittelte Invalideneinkommen von Fr. 52'000.-- (13 x Fr.
4000.--) korrekt sei. In Anbetracht der gutachterlich festgestellten vollen
Arbeitsfähigkeit könne der Einschätzung des B._ eines
Invalideneinkommens von Fr. 20'800.-- nicht gefolgt werden. Beim
Valideneinkommen könnte allenfalls (entgegen der angefochtenen
Verfügung mit Fr. 52'000.--) nach Art. 26 Abs. 1 IVV auf ein
Valideneinkommen von Fr. 66'000.-- (80 % von Fr. 82'500.--) abgestellt
werden, was einen IV-Grad von 21 % (anstatt 0 % laut Verfügung)
ergäbe. Die angefochtene Verfügung sei deshalb zumindest im Ergebnis
rechtens (Vernehmlassung S. 11).
Aufgrund dieser gegensätzlichen Standpunkte der Parteien gilt es für das
Gericht darzulegen und zu prüfen, wie es sich grundsätzlich mit dem
Anspruch auf eine Invalidenrente verhält (E.3b, hiernach), wie die
Bestimmungen bei einer Frühinvalidität lauten (E.3c), welche Vorgaben
bei der Beweiserhebung (E.3d) sowie bei die Beweiswürdigung (E.3e) für
die Ermittlung der Arbeitsfähigkeit zu beachten sind und wie diese
Leitvorgaben im konkreten Fall anzuwenden und umzusetzen sind.
Insbesondere wird dabei zu prüfen sein, ob die Beschwerdegegnerin zu
Recht auf das psychiatrische Gutachten von pract. med. C._ vom 7.
April 2016 abgestellt hat (E.4a-g, hiernach).
b) Ein Anspruch auf eine Invalidenrente hat, wer im Sinne des Gesetzes
invalid ist. Bei erwerbstätigen Versicherten gilt als Invalidität die durch
einen körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheitsschaden
verursachte, voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
Erwerbsunfähigkeit (Art. 1 IVG i.V.m. Art. 8 Abs. 1 ATSG), die die Folge
von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein kann (Art. 4 Abs. 1
IVG). Der rentenbegründende Invaliditätsgrad ist in diesem Fall aufgrund
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eines Einkommensvergleichs zu bestimmen (Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m.
Art. 16 ATSG). Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte
Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen
durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage
erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat
in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander
gegenüber gestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkommensvergleiches; BGE 130 V 343 E.3.4.2, 128 V 29 E.1). Ein
rentenbegründender Invaliditätsgrad liegt vor, wenn eine versicherte
Person ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern
kann, während mindestens eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich zu mindestens 40 % im bisherigen Beruf oder
Aufgabenbereich eingeschränkt gewesen ist und nach Ablauf dieses
Jahres zu mindestens 40 % invalid ist (Art. 28 Abs. 1 IVG). Sind diese
Voraussetzungen erfüllt, so steht der versicherten Person nach Ablauf
von sechs Monaten nach Geltendmachung des Anspruchs, frühestens im
Monat der Vollendung des 18. Altersjahrs (Art. 29 Abs. 1 IVG), bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 40 % eine Viertelsrente, bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 50 % eine halbe Rente, bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 60 % eine Dreiviertelsrente und bei
einem Invaliditätsgrad von 70 % eine ganze Rente zu (Art. 28 Abs. 2
IVG).
c) Gemäss Art. 16 IVG haben Versicherte, die noch nicht erwerbstätig waren
und denen infolge Invalidität bei der erstmaligen beruflichen Ausbildung in
wesentlichem Umfange zusätzliche Kosten entstehen, Anspruch auf
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Ersatz dieser Kosten, sofern die Ausbildung den Fähigkeiten der
Versicherten entspricht (Abs. 1). Der erstmaligen beruflichen Ausbildung
gleichgestellt sind u.a. die Vorbereitung auf eine Hilfsarbeit oder auf eine
Tätigkeit in einer geschützten Werkstätte (Abs. 2 lit. a). Gemäss Art. 5
Abs. 1 der Verordnung zum Invalidenversicherungsgesetz (IVV; SR
831.201) gilt als erstmalige berufliche Ausbildung die berufliche
Grundausbildung nach dem Berufsbildungsgesetz sowie, nach Abschluss
der Volks- oder Sonderschule, der Besuch einer Mittel-, Fach- oder
Hochschule und die berufliche Vorbereitung auf eine Hilfsarbeit oder auf
die Tätigkeit in einer geschützten Werkstätte (Urteil des Bundesgerichts
9C_837/2015 vom 23. November 2016 E.5.1-4). Schliesslich wird in Art.
26 Abs.1 IVV festgehalten: Konnte die versicherte Person wegen der
Invalidität keine zureichenden beruflichen Kenntnisse erwerben, so
entspricht das Erwerbseinkommen, das sie als Nichtinvalide erzielen
könnte, den folgenden nach Alter abgestuften Prozentsätzen des jährlich
aktualisierten Medianwertes gemäss der Lohnstrukturerhebung (LSE) des
Bundesamtes für Statistik: Vor Vollendung des 21. Altersjahres 70 %;
nach dem 21. bis zum 25. Altersjahr 80 %; nach dem 25. bis zum 30.
Altersjahr 90 % und danach 100 %. Art. 26 Abs. 2 IVV bestimmt noch:
Konnte die versicherte Person wegen der Invalidität eine begonnene
berufliche Ausbildung nicht abschliessen, so entspricht das
Erwerbseinkommen, das sie als Nichtinvalide erzielen könnte, dem
durchschnittlichen Einkommen einer Erwerbstätigen im Beruf, für den die
Ausbildung begonnen wurde (Urteil des Bundesgerichts 9C_611/2014
vom 19. Februar 2015 E.5.2). Zur Erwerbsunfähigkeit hält Art. 7 Abs. 2
ATSG überdies fest, dass für deren Beurteilung ausschliesslich die
Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen seien.
Eine Erwerbsunfähigkeit liege zudem nur vor, wenn sie aus objektiver
Sicht nicht überwindbar sei (vgl. Resümee in BGE 141 V 281 E.6).
d) Um beurteilen zu können, in welchem Umfang und bezüglich welcher
Tätigkeiten einer Versicherten noch oder überhaupt eine Erwerbstätigkeit
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zugemutet werden kann, sind die Verwaltung und das im Beschwerdefall
angerufene Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls andere Fachleute zur Verfügung stellen. Dabei können
sich die IV-Stellen und im Streitfall die Sozialversicherungsgerichte auf
die Regionalen Ärztlichen Dienste (Art. 59 Abs. 2bis Satz 1 IVG), auf die
Berichte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte oder auf externe
medizinische Sachverständige abstützen (Art. 59 Abs. 3 IVG). Die
Aufgabe des Arztes besteht darin, den Gesundheitszustand zu beurteilen
und − wenn nötig − seine Entwicklung im Laufe der Zeit zu beschreiben,
d.h. mit den Mitteln fachgerechter ärztlicher Untersuchung unter
Berücksichtigung der subjektiven Beschwerden Befunde zu erheben und
gestützt darauf eine Diagnose zu stellen. Hiermit erfüllt der Arzt seine
genuine Aufgabe, wofür die Verwaltung und im Streitfall das Gericht nicht
kompetent sind. Bei der Folgeabschätzung der erhobenen
gesundheitlichen Beeinträchtigungen für die Arbeitsfähigkeit kommt dem
Arzt hingegen keine abschliessende Beurteilungskompetenz zu. Vielmehr
nimmt er zur Arbeitsunfähigkeit Stellung, d.h. er gibt eine Schätzung ab,
die er aus seiner Sicht so substanziell wie möglich zu begründen hat. Die
ärztlichen Auskünfte bilden sodann eine wichtige Grundlage für die
Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Versicherten im
konkreten Fall noch zugemutet werden können (BGE 140 V 193 E.3.2 mit
weiteren Hinweisen).
e) Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel zu
würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und
Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an
förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu
würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Gericht
alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu
prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen
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eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten.
Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen
Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial
zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht
auf die andere medizinische These abstellt (BGE 125 V 351 E.3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob
der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt,
in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der
Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung
der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a mit
Hinweisen). Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit
weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der
eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder
Gutachten (BGE 125 V 351 E.3a, 122 V 157 E.1c mit Hinweisen).
Dennoch hat es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien
Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen
medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die
Beweiswürdigung aufzustellen (BGE 125 V 351 E.3b, 118 V 286 E.1b,
112 V 30 E.1a mit Hinweisen). Den im Rahmen des
Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen
Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und
Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und
bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist
bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht
konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE
137 V 210 E.1.3.4, 125 V 351 E.3b/bb). In Bezug auf Berichte von
Hausärzten darf und soll der Richter auch der Erfahrungstatsache
Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre
auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten
ihrer Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E.4.3.2, 4.4 und 4.5, 125 V 351
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E.3a und 3b). Sodann kommt auch den Berichten und Gutachten
versicherungsinterner Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig
erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind
und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache
allein, dass der befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum
Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität
und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer
Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung
objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche
Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht
zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters allerdings ein
strenger Massstab anzulegen (vgl. zum Ganzen BGE 125 V 351 E.3b,
122 V 157 E.1c). Bestehen auch nur geringe Zweifel an der
Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen
Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE
135 V 465 E.4.3.2 und 4.4; Urteil des Bundesgerichtes 8C_245/2011 vom
25. August 2011 E.5.3).
4. a) Im konkreten Fall sind folgende fachärztlichen Gutachten und Kinderarzt-,
Spezialarzt- und RAD-Berichte – im Wesentlichen kurz wiedergegeben -
aktenkundig und für die Streitentscheidung über den Gesundheitszustand
bzw. die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin von Bedeutung:
Im Abklärungsbericht vom 12. Dezember 2003 der Kinder- und Jugendmedizinerin Dr. med. F._ wurde erkannt, dass die damals  Versicherte als liebenswürdiges Mädchen erschienen sei. Sie sei motorisch (Grob- und Feinmotorik) zwar ungeschickt gewesen, aber ohne neurologische Pathologie. Seit August 2003 (2. Primarklasse) habe sie eine neue Lehrerin, wobei sie leistungsmässig 'abhänge' (zu 80 % im Schulunterricht geistig nicht präsent). Sie könne dann schon wieder zurückgeholt werden, sei inzwischen aber im Rechnen und Lesen (langsam/stockend) schwach. In den Pausen hüpfe sie allein etwas seltsam herum, wolle nicht mit den andern Mitschülern spielen, wirke deshalb aber nicht traurig. Zuhause sei sie ganz gerne allein, reihe minutiös ihre Spielsachen oder andere Dinge an speziellen Orten auf und bekomme einen Tobsuchtsanfall, wenn diese von den Eltern oder der jüngeren Schwester, die völlig unauffällig sei, zerstört werde. Die Mutter
- 19 -
habe ihr auch gewisse hellseherische Fähigkeiten zugebilligt, wobei es nicht ganz einfach sei, zwischen spirituellen Erfahrungen und einer Krankheit zu trennen (IV-act. 79 S. 3 f.).
Aus dem Untersuchungsbericht vom 27. November 2006 des Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienstes (KJPD) des Kantons Zürich (Oberarzt Dr. med. G._) geht hervor, dass die Mutter der Versicherten eine komplikationslose Schwangerschaft/Geburt mit darauf unauffälliger Entwicklung im Säuglingsalter erlebt habe. Für die Mutter sei die Tochter seit dem 3. Lebensalter leicht verhaltsauffällig gewesen. Mit 4 Jahren seien heftige Schreiattacken aufgetreten; im Kindergartenalter seien motorische Entwicklungsprobleme hinzugekommen (daher Ergotherapie). Aktuell bestünden aus Sicht der Eltern in der Primarschule die grössten Probleme, wobei sie leistungsmässig repetieren müsste. Sie sei dann wieder in der Mehrstufenklasse (Gemeinschaftsklasse 1-3), wobei die Eltern den Lehrer nicht als sehr kompetent erlebten. Das heute bereits 11-jährige Mädchen wirke innerlich angespannt und habe beim Sprechen oft eine stossende Atmung. Sie spreche deutsch (Muttersprache) mit französischem Akzent (Vatersprache). Öfters schaue sie ins Leere, habe dann aber wieder sehr intensiven, fast etwas bohrenden Blickkontakt. Bezüglich der durchgeführten Tests wurde festgehalten, dass sie beim Verhalten und der sozialen Kommunikation (VSK) mit 23 Punkten deutlich über dem cut-off für eine autistische Störung liege. Nach dem -Screening-Frage-bogen (hoher Wert, da 39 Punkte) sowie der Marburger Beurteilungsskala sei die Gesamtsumme in allen Einzelskalen deutlich über dem cut-off, was eben „sehr verdächtig auf ein “ hindeute. Es wurde die Diagnose (ICD-10) bei „ F84.5“, aber keine Dia-gnosen für spezifische Entwicklungsstörungen oder Körperkrankheiten gestellt. Die ermittelte Intelligenz – im SPD testpsychologisch erfasst – sei durchschnittlich gewesen (IV-act. 38 S. 4 ff.).
Im Arztbericht vom 2. Februar 2007 bestätigte der Kinder- und Jugendmediziner Dr. med. F._ nochmals seine Einschätzung vom 12. Dezember 2003. Weiter hielt er fest, eine einmalige psychiatrische Untersuchung durch Frau Dr. med. H._, FMH in der Kinder- und Jugendpsychiatrie von Z._ im Kanton Waadt (die Familie sei bilingue), und eine genauere Abklärung durch Dr. med. G._ vom Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienst des Kantons Zürich hätten jeweils die Diagnose eines Asperger-Syndroms ergeben (IV-act. 28 S. 5).
Im Arztbericht vom 20. August 2007 hielt Dr. med. F._ an der Diagnose Asperger-Syndrom fest. Bei der Anamnese wurde vermerkt, dass die Beschwerdeführerin erstmals im November 2001 zur Behandlung erschienen sei und die Eltern damals berichteten, dass ihr Mädchen seit dem Alter von etwa 3 Jahren eine langsamere und andere Entwicklung habe, als z.B. die kleinere Schwester. Mit 6 Jahren habe sich erstmals gezeigt, dass die Beschwerdeführerin sowohl grob- als auch
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feinmotorisch ungeschickt sei, aber keine neurologische Pathologie aufweise. Im Winter 2003 hätten die Probleme begonnen, weshalb das Kind dem KJPD in Y._ zugewiesen worden sei. Er selbst (Dr. med. F._) hätte von Anfang an im Hinterkopf gehabt, dass es sich vorliegend um ein präpsychotisches oder psychotisches Verhalten handeln könnte. Die dortige Unterstützung habe den Eltern nicht die erwartete Hilfe und auch keine Diagnose erbracht. Im April 2006 seien die nun sehr verzweifelten Eltern wiedergekommen; inzwischen habe das Mädchen massive schulische Probleme gehabt und sei nun in ihrem ganzen Verhalten sehr viel auffälliger als in den vergangenen Jahren gewesen. Sie sei dann von Dr. med. G._ in Zürich – dem anerkannten Spezialisten für Autismus in der Schweiz – untersucht worden. Er (Dr. med. G._) habe dann im November 2006 die Diagnose Asperger-Syndrom gestellt (IV-act. 52 S. 2 und 3).
Im Antwortbericht vom 30. April 2007 hielt der RAD-Arzt I._ auf Anfrage der IV-Stelle fest, dass die Diagnose des Asperger-Syndroms aus der Sicht des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) zumindest wahrscheinlich sei, auch wenn sich Dr. med. G._ des KJPD etwas verhalten geäussert habe. Problem sei im konkreten Fall die Diagnosestellung im Alter von über 11 Jahren, da KSME 401.5 verlange, dass aus der Anamnese objektive und eindeutige Anhaltspunkte erkennbar seien, dass eine entsprechende Symptomatik schon vor dem 5. Lebensjahr manifest gewesen sei. Leichte Auffälligkeiten im 3. Lebensjahr, Schreiattacken im 4. Lebensjahr und motorische Entwicklungsprobleme im Kindergarten seien aber keine eindeutigen Hinweise auf ein Asperger-Syndrom. Diese Symptome seien sicherlich nicht hochgradig (eindeutig) hinweisend auf ein Asperger-Syndrom. Selbst der, aufgrund der schulischen Probleme in der 2. Schulklasse eingeschaltete KJPD habe nicht die Diagnose Autismus/Asperger gestellt. Es sei davon auszugehen, dass der KJPD die objektiven und eindeutigen Anhaltspunkte hätte erkennen müssen. Der RAD lehne deshalb die Übernahme von GG 401 ab (IV-act. 39 S. 1 f.).
Im Ergänzungsbericht vom 30. August 2007 hielt I._ () an seiner bereits zuvor geäusserten Gesamtbeurteilung fest, wonach aus versicherungsmedizinischer Sicht nicht hinreichend nachgewiesen sei, dass schon vor dem 5. Lebensjahr der Versicherten eindeutige Symptome vorgelegen hätten, welche zur Diagnose infantiler Autismus (Asperger-Syndrom) geführt hätten. Ebenfalls wird darin noch festgehalten, dass im Januar 2005 Abklärungen des Schulpsychologischen Dienstes Aufmerksamkeitsstörungen ergeben hätten (im Ergebnis: knappe auditive Merkfähigkeit, Sprachverständnis nicht altersentsprechend, Konflikte zwischen Eltern und Lehrpersonen [Alter der versicherten Person damals 9 Jahre 6 Monate]). Im November 2006 sei auch noch eine Diagnosestellung durch den
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Autismusspezialisten Dr. med. G._ erfolgt (Alter der Versicherten damals 11 Jahre 4 Monate) (IV-act. 53 S. 1 ff.).
Im Antwortbericht vom 11. Januar 2011 hielt derselbe RAD-Arzt I._ noch fest, dass sich die Krankheit der Versicherten nicht geändert habe. Autismus/Asperger sei nicht heilbar. Alle Massnahmen seien aus diesem Grund rein symptomatisch (IV-act. 98 S. 1).
Laut RAD-Abschlussbericht vom 23. Februar 2011 (erstellt durch Dr. med. D._, RAD-Ostschweiz) wurden in der Vergangenheit Sonderschulmassnahmen bei Morbus Asperger bewilligt. Das Geburtsgebrechen (GG) 401 sei abgelehnt worden, weil es nicht vor dem 5. Lebensjahr erkennbar gewesen sei. Der Morbus Asperger liege aber zweifelsohne vor und habe zu verschiedenen Behandlungen geführt (. 184 S. 9 unten).
Im psychiatrischen Gutachten vom 7. April 2016 stellte med. pract. C._, Fachärztin Psychiatrie und Psychotherapie, die Diagnosen (ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit) akzentuierte  mit schizoiden und ängstlichen Anteilen mit fliessendem Übergang zu einer kombinierten Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F 61.0) sowie anamnestisch Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten (F 81). Bei der Explorandin sei in ihrem 12. Lebensjahr (11/2006) die Diagnose eines Asperger-Syndroms gestellt worden. In Anlehnung an das Adult Asperger Assessment (AAA) seien die Kriterien (fünf Bereiche) eines  im Erwachsenenalter geprüft worden. Von 22 Items (Merkmalen) seien deren sieben bei der Explorandin vorgelegen, weshalb die Kriterien des AAA nicht erfüllt seien. Auch die weniger konkret formulierten Kriterien des Asperger-Syndroms nach der ICD-10 seien nicht erfüllt. Insgesamt sei aus gutachterlich-psychiatrischer Sicht festzuhalten, dass bei der Versicherten ein Asperger-Syndrom nicht (mehr?) vorliege. Die Gesamtarbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit als Kauffrau (mit Arbeitspensum 8.0-8.5 Std./pro Tag) wie in einer adaptierten Tätigkeit wurde von med. pract. C._ auf 100 % geschätzt (IV-act. 160 S. 25, 30 f. und 34 f.).
Im RAD-Verlaufsbericht vom 11. April 2016 resümierte Dr. med. D._ die Erkenntnisse von med. pract. C._ noch einmal (IV-act. 184 S. 10).
In ihrem Abklärungsbericht vom 23. Juli 2016 hielt Dr. med. E._, FMH für Kinder- und Jugendpsychiatrie und –psychotherapie, fest, dass sie ganz entschieden der Ansicht sei, dass bei ihrer Patientin ein Asperger-Syndrom vorliege. Es fänden sich alle wesentlichen Symptome, sprachliche Auffälligkeiten, ungenügende averbale Kommunikation mit fehlendem Einfühlungsvermögen in andere und in sich selber. Daneben bestünden seit Jahren ständige Anzeichen von Überforderung: So
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Rückzug bei jeder Gelegenheit ins eigene Zimmer, motorische Ungeschicklichkeit, Legasthenie, Rechenschwäche sowie Empfindlichkeit gegen Lärm. Die Beurteilung von med. pract. C._ (100 % arbeitsfähig) wurde als völlig realitätsfremd bezeichnet. Ein internes Gespräch der RAD-Ärzte mit den Betreuern der geschützten Werkstätte B._ würde wahrscheinlich bedeutend mehr zur Klärung des Falles beitragen (IV-act. 173 S. 21 und 29 ff.).
Im Fachbericht 'Autismus-Spektrum-Abklärung' vom 25. Oktober 2016 der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich (PUK), Oberarzt Dr. med. K._ und Psychologin Dr. phil. L._, wird festgehalten, dass sich anhand der klinischen Befunde, den fremdanamnestischen Angaben und den testpsychologischen Befunden (Autismus-Spektrum Screening) die Diagnose einer Autismus Spektrum Störung stellen lasse. Die frühere Einschätzung von Dr. med. G._ von 2006 sei vollständig nachvollziehbar. Die soziale Kommunikation und Interaktion sei bei der Patientin deutlich erschwert, einerseits durch Schwierigkeiten, den emotionalen Zustand des Gegenübers einzuschätzen, andererseits durch Probleme in der nonverbalen Kommunikation. Sie lebe in sehr eingeschränktem Funktionsradius und sei über weite Strecken auf Routinen angewiesen, wenn es um interpersonelle Anforderungen gehe. Zusätzlich zur Autismus Diagnose gebe es deutliche Hinweise auf Einbussen des allgemeinen Leistungsniveaus mit Verlangsamung des Arbeitstempos, Einbussen im Bereich der Exekutivfunktionen, Konzentrationsschwäche und Schwierigkeiten der sprachlichen Verarbeitung, die nicht autismusspezifisch seien, jedoch durch die primäre Autismusproblematik verursacht würden. Arbeitsmedizinisch bestünden zeitlich überdauernd grosse Leistungseinbussen. Eine Erwerbsfähigkeit sei perspektivisch nur noch an einem den Bedürfnissen angepassten Arbeitsplatz und mit Einschränkungen möglich. Ideal wäre dabei ein Jobcoaching und eine dynamische Anpassung sowohl der quantitativen (z.B. 60 %), als auch der qualitativen (z.B. 50 %) Leistungsfähigkeit in einer realen Arbeitssituation (IV-act. 182 S. 4 zzgl. Testresultate S. 5).
Laut RAD-Beurteilung vom 17. November 2016 des Dr. med. D._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, welcher die Patientin bereits mit Berichten vom 23. Februar 2011, 14. August 2015 und 11. April 2016 arbeitsmedizinisch abgeklärt hatte, bestünden bei ihr zweifellos arbeitsrelevante Einschränkungen. Diagnostisch seien sowohl  als auch Persönlichkeitsstörungen Erkrankungen mit Beginn in jungem Alter. Asperger träten in der Kindheit, Persönlichkeitsstörungen in der Kindheit und Jugend auf. Mitgeltende Begriffe beim  seien 'schizoide Störung des Kindesalters' resp. 'autistische Psychopathie', was die Nähe der Diagnose zu den Persönlichkeitsstörungen verdeutliche. Es würden also ähnliche Einschränkungen beschrieben, diagnostisch jedoch unterschiedlich
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zugeordnet, was für die Beurteilung der Leistungsfähigkeit letztlich aber nicht relevant sei. Gerichtsnotorisch sei immerhin, dass bei der Patientin echtzeitliche Abklärungen oder sonstige Verdachtsmomente fehlten, welche für ein effektiv absonderliches Verhalten in den ersten fünf Lebensjahren gesprochen hätten (vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts vom 1. Februar 2008), was eher gegen eine autistische Störung bzw. eher für eine Persönlichkeitsstörung spreche. Sowohl Menschen mit Autismus als auch Menschen mit schizoiden resp. ängstlichen Persönlichkeitsstörungen seien regelhaft arbeitsfähig in adaptiertem Arbeitsumfeld, wie etwa im IT-Bereich oder in der Radiologie. Die Gesamtbeurteilung der Gutachterin med. pract. C._ vom 7. April 2016 sei einleuchtend ausgefallen, wonach die Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit als Kauffrau als auch in leidensadaptierter Tätigkeit 100 % betrage. Die gegenteiligen Beurteilungen – insbesondere auch die letzte im PUK-Abklärungsbericht – vermöchten daran nichts zu ändern und weitere Abklärungen seien folglich nicht angezeigt (IV-act. 184 S. 13 f.).
b) In Würdigung der soeben zitierten Gutachten, Facharzt-. Klinik- und RAD-
Berichte ist das streitberufene Versicherungsgericht vorliegend zur
Überzeugung gelangt, dass aus medizinischer Sicht erhebliche
Widersprüche sowohl bezüglich der korrekten Diagnosestellung als auch
der daraus resultierenden (Rest-)Arbeitsfähigkeit verblieben sind.
Während die Kinder- und Jugendpsychiater Dr. med. G._ (IV-act. 38)
und Dr. med. E._ (IV-act. 173) sowie im Besonderen auch die
Autismus-Fachstelle der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich (IV-act.
182) von einer Autismus-Störung (als Sammelbegriff des Krankheitsbildes
mit dem Subtyp "Asperger-Syndrom") ausgehen und deswegen von
grossen Leistungseinbussen (Leistungsfähigkeit max. 50 % bis 60 %) die
Rede ist, sind umgekehrt die psychiatrische Gutachterin med. pract.
C._ (IV-act. 160) und der RAD-Arzt Dr. med. D._ (IV-act. 184)
der Meinung, dass viel eher lediglich eine Persönlichkeitsstörung vorliege
und die Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit als Kauffrau
EFZ als auch in einer adaptierten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig sei.
Dieser Widerspruch bezüglich der Diagnosen kann vom streitberufenen
Gericht mangels fachlicher Kompetenz nicht aufgelöst werden, sondern
bedarf von Seiten der Beschwerdegegnerin – wie nachfolgend (E.4d-f)
noch aufgezeigt wird - weiterer Abklärungen durch die externe
- 24 -
Gutachterin med. pract. C._, welche ihr Gutachten zu präzisieren
und zu ergänzen hat.
c) Für das Vorliegen eines Asperger-Syndroms spricht allerdings, dass Dr.
med. G._ im November 2006 aufgrund der durchgeführten
Abklärungstests (Asperger-Syndrom-Screening-Fragebogen und
Bewertung gemäss Marburger Beurteilungsskala) festhielt, dass die
erlangten Werte 'sehr verdächtig auf ein Asperger-Syndrom' hindeuten
würden. Er stellte deshalb die Diagnose (ICD-10) bei 'Asperger-Syndrom
F84.5' und keine Diagnosen für spezifische Entwicklungsstörungen oder
Körperkrankheiten (IV-act. 38 S. 8). Weiter hielt selbst der RAD-Arzt
I._ im April 2007 fest, dass die Diagnose Asperger-Syndrom
zumindest wahrscheinlich sei (IV-act. 39 S. 1 zuletzt). Sogar der erst
später mit dem Fall befasste RAD-Arzt Dr. med. D._ hielt im Februar
2011 zunächst fest, der Morbus Asperger liege aber zweifelsohne (trotz
verpasster Rügefrist) vor (IV-act. 184 S. 9). In ihrem psychiatrischen
Gutachten vom April 2016 stellte med. pract. C._ erstmals die
Diagnosen akzentuierte Persönlichkeitszüge mit schizoiden und
ängstlichen Anteilen mit fliessendem Übergang zu einer kombinierten
Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F 61.0) und anamnestische
Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten (IV-act. 160 S. 25).
Insgesamt sei daher aus gutachterlicher-psychiatrischer Sicht
festzuhalten, dass bei der Explorandin ein Asperger-Syndrom nicht
(mehr?) vorliege (IV-act. 160 S. 31). Diese Einschätzung widerspricht
jedoch diametral den früheren Angaben des RAD-Arztes I._, der
ausdrücklich festhielt, "Autismus/Asperger sei nicht heilbar" (IV-act. 98 S.
1). Im Abklärungsbericht von Dr. med. E._ vom Juli 2016 (IV-act. 173
S. 18) und im Bericht der Fachstelle der psychiatrischen Universitätsklinik
Zürich vom 25. Oktober 2017 werden zudem konkrete Verhaltensweisen
der Beschwerdeführerin in alltäglichen Lebenssituationen dokumentiert
und daraus plausibel hergeleitet, weshalb die Diagnose Asperger-
Syndrom zutreffend und demzufolge die frühere Einschätzung von Dr.
- 25 -
med. G._ von 2006 (IV-act. 38 S. 8) nachvollziehbar sei. So wurde
im Bericht der Fachstelle der psychiatrischen Universitätsklinik Zürich
ausdrücklich festgehalten, dass es zusätzlich zur Autismus Diagnose
deutliche Hinweise auf Einbussen des allgemeinen Leistungsniveaus mit
Verlangsamung des Arbeitstempos, Einbussen im Bereich der
Exekutivfunktionen, Konzentrationsschwäche und Schwierigkeiten der
sprachlichen Verarbeitung gebe, die durch die primäre
Autismusproblematik verursacht würden. Die quantitative
Leistungsfähigkeit wurde von der psychiatrischen Universitätsklinik Zürich
auf 60 %, die qualitative Leistungsfähigkeit auf 50 % geschätzt (IV-act.
182 S. 4). Bereits im früheren Abklärungsbericht vom 23. Juli 2016
äusserte Dr. med. E._ die Ansicht, bei der Beschwerdeführerin liege
ein Asperger-Syndrom vor, da sich alle wesentlichen Symptome für ein
solche Diagnose fänden, ohne diese Einschätzung aber anhand konkreter
Testresultate zu belegen. Die Beurteilung einer 100%igen Arbeitsfähigkeit
wurde von ihr als völlig realitätsfremd bezeichnet und für weitere
Auskünfte auf die Betreuer der geschützten Werkstatt B._ verwiesen
(IV-act. 173 S. 21 und 29 ff.).
d) Daran vermögen die Angaben von med. pract. C._ im Gutachten
vom 7. April 2016 betreffend kombinierte Persönlichkeitsstörung mit
100%iger Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin als auch die diese
Ansicht bestätigende RAD-Beurteilung im 25. Oktober 2016 durch Dr.
med. D._ nichts zu ändern, weil die erstgenannte Gutachterin die
Voraussetzungen für ein Adult Asperger-Syndrom (AAA) nicht genauer
und nachvollziehbar darlegte, sondern lediglich das Resultat der Prüfung
dieser Kriterien bekannt gab, ohne indessen das Ergebnis dieser Prüfung
nachvollziehbar und überprüfbar zu belegen (IV-act. 160 S. 30). Dieses
Versäumnis wird durch die Gutachterin med. pract. C._ noch
nachzuholen sein. Sodann liegen zwei neuere, nach dem Gutachten vom
7. April 2016 verfasste, anderslautende Beurteilungen vor, und zwar
einerseits die Beurteilung von Dr. med. E._ vom 23. Juli 2016 (IV-
- 26 -
act. 173) sowie andererseits die Autismus-Spektrum-Abklärung der
Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich vom 25. Oktober 2016 (IV-
act.182). Es ist für das Gericht nicht nachvollziehbar, weshalb die
Beschwerdegegnerin diese dem Gutachten widersprechende
Beurteilungen der Gutachterin med. pract. C._ nicht zur
Stellungnahme unterbreitet hat. Auch dies wird die Beschwerdegegnerin
noch nachzuholen haben.
Zur RAD-Beurteilung vom 25. Oktober 2016 gilt es festzuhalten, dass sich
Dr. med. D._ mit seinen eigenen Aussagen in der RAD-Abschluss-
beurteilung vom 23. Februar 2011 in Widerspruch setzte, weil er damals
noch selber ohne Zweifel das Vorliegen der 'Morbus Asperger' bejahte
(IV-act. 184 S. 9 unten). Offenkundig änderte er aber seine Meinung nach
Kenntnisnahme des Gutachtens von med. pract. C._ (IV-act. 184 S.
10 und 13 f.). Um diesen späteren Meinungsumschwung einleuchtend
und glaubwürdig zu erklären, wären aber weitere Erläuterungen der
externen Gutachterin med. pract. C._ unerlässlich gewesen, weshalb
der selbst vom RAD bestätigte Autismus nicht mehr vorliegen sollte,
zumal Autismus vom RAD-Arzt I._ im Antwortbericht vom 11. Januar
2011 zuvor noch als unheilbar bezeichnet wurde (IV-act. 98 S. 1). In
Bezug auf das psychiatrische Gutachten vom 17. April 2016 von med.
pract. C._ ist insbesondere noch eine Ergänzung der Prüfung der
Kriterien des Adult Asperger-Syndroms (AAA) einzuholen. Im Gutachten
von med. pract. C._ wurde nicht nach detaillierter und
nachvollziehbarer Auswertung entschieden, sondern bloss in 'Anlehnung'
an die Kriterien eines AAA im Erwachsenalter, was, wie bereits erwähnt,
als nicht ausreichend gewertet werden kann (IV-act. 160 S. 30). Die fünf
Prüfungsbereiche (1. Qualitative Beeinträchtigung der sozialen
Interaktion; 2. Eingeschränkte, sich wiederholende und stereotype
Verhaltens- und Interessenmuster; 3. Qualitative Beeinträchtigung der
verbalen und nonverbalen Kommunikation; 4. Beeinträchtigungen des
Vorstellungsvermögens sowie 5. Notwendige Bedingungen) sind dabei
- 27 -
sorgfältig zu prüfen und im Einzelnen aussagekräftig und nachvollziehbar
zu bewerten, und nicht bloss das Resultat "Kriterien des AAA bei der
Explorandin nicht erfüllt" bekannt zu geben. Zudem haben sich ihre
Ergänzungen im Sinne einer Stellungnahme auch noch auf den
anderslautenden Bericht von Dr. med. E._ sowie der Autismus-
Fachstelle der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich zu beziehen und
sich mit den dort enthaltenen Einschätzungen nachvollziehbar
auseinanderzusetzen. Die ganze Sache ist demnach zur Vertiefung und
zur Ergänzung der gutachterlichen Ausführungen durch die extern
beigezogene Gutachterin med. pract. C._ an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, da diese bei sich
widersprechenden Berichten verpflichtet gewesen wäre, zur Klärung der
Ungereimtheiten und Widersprüche noch einmal die externe Gutachterin
zu kontaktieren und diese mit der Bereinigung der festgestellten
Widersprüche zu beauftragen, um gestützt darauf zuverlässig verfügen zu
können.
e) Auch wäre es der Beschwerdegegnerin unbenommen, mittels
Grundsatzabklärungen bei einer bisher nicht involvierten Fachstelle,
erneute Abklärungen über die noch offenen Fragen (Zuordnung Diagnose
und Auswirkungen auf Arbeitsfähigkeit) in Auftrag zu geben und bei Erhalt
des entsprechenden Obergutachtens von neuem zu befinden. Klar ist
bisher einzig, dass es zuvor (bis 2008) keine Zweifel an der Diagnose
"Asperger-Syndrom" gab (IV-act. 38 S. 8; IV-act. 39 S. 1; IV-act. 98 S. 1;
IV-act. 160 S. 30 f.; IV-act. 173 S. 21; IV-act. 182 S. 4 mit Testresultaten
S. 5) und die Abweisung der Beschwerde gegen die erste Verfügung vom
5. September 2007 damals (2008) nur aus zeitlichen Gründen, d.h.
infolge verspäteter Geltendmachung des geklagten Leidens, und nicht
nach materieller Prüfung des Anspruchs erfolgte. Mit anderen Worten
waren die zeitlichen Voraussetzungen für einen Leistungsanspruch (GG
41) nicht erfüllt, da die Erkennbarkeit des entsprechenden Leidens nur bis
zum 5. Lebensjahr zu IV-Leistungen berechtigt hätte (vgl. Urteil des
- 28 -
Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden S 07 184 vom 1. Februar
2008 E.1e und f). Dazu kommt, dass im Abschlussbericht vom 3. Juni
2015 der Ausbildungsstätte B._ für Körperbehinderte (IV-act. 141 S.
1) noch ausdrücklich und praxis-/realitätsnah festgehalten wurde, dass
die Beschwerdeführerin wegen ihrer eingeschränkten Belastbarkeit, ihren
Kommunikationsschwierigkeiten im Sozial- und Arbeitsverhalten, wegen
des verlangsamten Arbeitstempos und ihrer verminderten Flexibilität im
ersten Arbeitsmarkt höchstens noch in der Lage sei, ein Arbeitspensum
von 80 % zu übernehmen, wobei sie (lediglich) noch eine Leistung von 50
% erbringen könne. Diesen Vorgaben sind bei Ergänzung des Gutachtens
von med. pract. C._ wie auch bei einem allfällig neu einzuholenden
Gutachten zu beachten.
f) Aufgrund der aktenkundig bis zuletzt widersprüchlich gebliebenen
Beurteilungen in den zitierten Facharztberichten und Gutachten drängt
sich eine Ergänzung, Präzisierung und Vervollständigung des externen
Gutachtens von med. pract. C._ - veranlasst durch die
Beschwerdegegnerin – aber bereits aus zeitlichen Gründen am ehesten
auf. In diesem Sinne hat sich auch schon das Bundesgericht in BGE 137
V 210 E.4.4.1.4 geäussert, indem es wegleitend festhielt: "Eine
Rückweisung an die IV-Stelle bleibt hingegen möglich, wenn sie allein in
der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten Frage
begründet ist. Ausserdem bleibt es dem kantonalen Gericht (unter dem
Aspekt der Verfahrensgarantie) unbenommen, eine Sache
zurückzuweisen, wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung oder
Ergänzung von gutachterlichen Ausführungen erforderlich ist" (vgl.
ebenso Urteil 9C_646/2010 vom 23. Februar 2011 E.4, SVR 201 IV Nr.
49 S. 151, 9C_85/2009 vom 15. März 2010 E.3.5).
g) Die Beschwerde erweist sich somit aufgrund der bisher widersprüchlichen
Entscheidungsgrundlagen als materiell begründet und muss zur
Beschaffung und Umsetzung zuverlässiger Fakten noch einmal
- 29 -
überarbeitet bzw. zur Beseitigung der festgestellten Mängel sowie zum
Erlass einer neuen, begründeten Verfügung an die Beschwerdegegnerin
zurückgewiesen werden. Die angefochtene Verfügung ist folgerichtig
aufzuheben.
h) Weitere Erörterungen zum Validen- und/oder Invalideneinkommen
erübrigen sich damit, da dieses Zahlenmaterial zur Ermittlung des
rentenrelevanten IV-Grads unmittelbar von den noch einzuholenden
Erkenntnissen über die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin und das wirtschaftlich noch verwertbare Ausmass
der Arbeitsfähigkeit abhängt bzw. die Ermittlung der Erwerbsfähigkeit
(möglicher Verdienst mit und ohne Gesundheitsschaden) primär die
Aufgabe der Beschwerdegegnerin ist und nicht originäre Aufgabe der
Rechtsmittelinstanz sein kann. In diesem Sinne ist die neue Verfügung
folglich ebenfalls noch anzupassen. Immerhin kann festgehalten werden,
dass sich die Parteien am Ende des Beschwerdeverfahrens wenigstens
hinsichtlich der Höhe des Valideneinkommens einig geworden sind,
indem sie übereinstimmend zum Schluss kamen, dass das
Valideneinkommen der Beschwerdeführerin als Frühinvalide nach Art. 26
Abs. 1 IVV Fr. 66'000.-- (mit Vollendung des 21. Lebensjahres, 80 % des
aktuellen Medianwertes von Fr. 82'500.--) betragen würde, worauf die
Parteien bei der Neuberechnung des IV-Grads behaftet werden dürfen,
womit nur noch das Invalideneinkommen zu ermitteln ist.
5. a) Die angefochtene Verfügung vom 18. November 2016 ist demnach nicht
rechtens und aufzuheben, was zur Gutheissung der Beschwerde vom 9.
Januar 2017 und zur Rückweisung der Angelegenheit an die
Beschwerdegegnerin zu ergänzenden Abklärungen sowie zur
Bestimmung der Arbeitsfähigkeit im Sinne der Erwägungen (s. E.4a-g)
und gestützt darauf zur Ermittlung des Invalideneinkommens führt (s.
E.4h), woraus dann erst der massgebende Invaliditätsgrad errechnet
werden kann (s. E.3b-c). Die Beschwerdegegnerin hat infolgedessen zu
- 30 -
gegebener Zeit unter Berücksichtigung der neu gewonnenen Faktenlage
abermals zu verfügen.
b) Nach Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren – in Abweichung
von Art. 61 lit. a ATSG – bei Streitigkeiten um die Bewilligung,
Verweigerung oder Abänderung von Leistungen der
Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und
unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--
festgelegt. Aufgrund des Ausgangs dieses Beschwerdeverfahrens
rechtfertigt es sich, der unterliegenden Beschwerdegegnerin die
Gerichtskosten von Fr. 700.-- zu überbinden (vgl. dazu auch die
Kostenregelung gemäss Art. 73 Abs. 1 VRG).
c) Aussergerichtlich hat die Beschwerdegegnerin die obsiegende, anwaltlich
durch den Rechtsdienst der Procap Schweiz vertretene
Beschwerdeführerin gestützt auf Art. 61 lit. g ATSG noch angemessen für
die durch den Rechtsstreit verursachten notwendigen Kosten zu
entschädigen (vgl. Art. 78 Abs. 1 VRG). Es kann dabei unverändert auf
die Honorarnote der Anwältin der Beschwerdeführerin vom 5. April 2017
in der Höhe von insgesamt Fr. 3'034.65 (gegliedert in: Arbeits-
/Zeitaufwand 17.05 Std. zu reduziertem Stundenansatz von Fr. 160.--/h
[Fr. 2'728.--] plus Spesenpauschale 3 % [Fr. 81.85] und 8 %
Mehrwertsteuer [Fr. 224.80]) verwiesen und dieselbe unverändert
übernommen werden (zur Reduktion des Stundenansatzes für
Hilfsorganisationen – zu denen auch die Procap Schweiz zu zählen ist –
vgl. PVG 2010 Nr. 31 und Nr. 32). In diesem Umfang hat die
Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin also noch eine separate
Parteientschädigung zu bezahlen.
d) Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist damit hinfällig geworden,
weil bei Gutheissung der Beschwerde die Gerichtskosten nicht zu Lasten
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der Beschwerdeführerin gehen und die Vertretungskosten durch die
Zusprechung der geltend gemachten Parteientschädigung abgegolten
wird (vgl. dazu statt vieler: Urteile des Verwaltungsgerichts Graubünden S
16 40 vom 8. Februar 2017 E.3c in fine, U 12 75 vom 6. November 2012
E.4a, U 10 129 vom 22. Februar 2011 E.4b in fine, S 07 206 vom 8.
Januar 2008 E.5, U 06 133 vom 16. Januar 2007 E.3b und U 05 31 vom
11. Oktober 2005 E.3 in fine).