Decision ID: de3c0083-63d0-4f83-b4cb-4bc7a39274f4
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1973 geborene
X._
war zuletzt vom 1. Juni
bis
31. Dezember 2011
bei der
Firma
Y._
als Zaunmonteur tätig. Am 30. März 2012 meldete er sich unter Hinweis auf Schmerzen in der Leiste, am Bauch und am Rücken bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 8/4).
Diese liess einen Auszug
aus dem Individuellen Konto des
Versicherten erstellen (IK-Auszug, Urk.
8/7
)
, zog die Akten der Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft AG (nachfolgend: Allianz)
bei (Urk. 8/15)
und tätigte medizinische und erwerbliche Abklärungen.
Am 20. Nov
em
ber 2012 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit,
dass die Dienstleistungen im Bereich der beruflichen Eingliederung abgeschlossen würden (Urk. 8/29).
Am 30. Juli 2013
ordnete sie
eine
bidisziplinäre
medizinische Untersuchung
bei
Dr.
med.
Z._
(Rheumatologie) und
Dr.
med.
A._
(Psychiatrie) an (Urk. 8/50). Auf Einwand des
Versicherten
hin
schlug sie mit Mitteilung vom 28. Novem
ber 2013 als Gutachter
Dr.
med.
B._
(Rheumatologie) und
Dr.
med.
C._
(Psychiatrie) vor (Urk. 8/66). Mit Zwischenverfügung vom 16. Dezember 2013 hielt sie an diesen Gutachtern fest (Urk. 8/73). Das interdisziplinäre Gutachten wurde am 26. Mai 2014 erstattet (Urk. 8/78).
Gestützt auf die Schlussfolgerungen der Gutachter verneinte die IV-Stelle mit Vorbescheid vom 27. August 2014 einen Rentenanspruch des Versicherten (Urk. 8/82).
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 25. September 2014 Einwand (Urk. 8/89), woraufhin die IV-Stelle eine Stellungnahme bei
Dr.
C._
einholte (Urk. 8/94). In der Folge verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 3. Februar 2015 einen Rentenanspruch des Versicherten (Urk. 8/98 = Urk. 2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 9. März 2015 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihm ab 1. September 2012 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. Eventualiter sei durch das Gericht ein neues psychiatrisches Gutachten einzuholen. Subeventua
liter sei die Sache zur Einholung eines neuen psychiatrischen Gutachtens an die Vorinstanz zurückzuweisen (Urk. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 29. April
2015
be
an
tragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde
, was dem Beschwerdeführer am 6. Mai 2015 mitgeteilt wurde (Urk. 9).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen einzuge
hen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psy
chischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob eine seelische
Störung
mit
Krank
heitswert
besteht, welche die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesgerichts 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invali
dität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der
versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeits
markt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
1.3
Mit
BGE 141 V 281
hat das Bundesgericht seine bisherige Rechtsprechung zur Invaliditätsbemessung bei Schmerzstörungen ohne erkennbare organische Ursa
che und vergleichbaren psychosomatischen Leiden (BGE 130 V 352 u
nd anschliessende Urteile) ange
passt und festgehalten, dass die
Invaliditätsbemes
sung
stärker als bisher den Aspekt der funktionellen Auswirkungen zu berück
sichtigen hat, was sich schon in den diagnostischen Anforderungen nieder
schlagen muss.
1.4
Auf der Ebene der Arbeitsunfähigkeit bezweck
te BGE 130 V 352 die Sicherstel
lung eines gesetzmässigen Versicherungsvollzuges mittels der Regel/Ausnahme-Vorgabe beziehungsweise (seit E. 7.3 von BGE 130 V 396 und BGE 131 V 49) der Überwindbarkeitsvermutung. Gemäss
BGE 141 V 281
ist die
Überwindbar
keitsp
raxis
in Änderung der Rechtspre
chung aufzugeben (E. 3.5). In
methodi
scher Hinsicht ergibt sich Folgendes: Die Frage, ob die diagnostizierte
Schmerz
störung
zu einer ganzen oder teilweisen Arbeitsunfähigkeit führe, stellt sich nicht mehr im Hinblick auf die Widerlegung einer Ausgangsvermutung. Das bisherige Regel/Ausnahme-Modell wird durch
einen strukturierten, normativen
Prüfungsraster ersetzt. Anhand eines Kataloges von Indikatoren erfolgt eine
ergebnisoffene
symmetrische Beurteilung des – unter Berücksichtigung
leis
tungshindernder
äu
sserer Belastungsfaktoren einer
seits und
Kompensationspo
tentialen
(Ressourc
en) anderseits – tatsächlich er
reichbaren Leistungsvermögens (E. 3.6). Betont wird, dass die Aufgabe der Überwindbarkeitsvermutung an den Regeln betreffend die Zumutbarkeit nichts ändert, namentlich nicht am Erfor
dernis ei
ner objektivierten Beurteilungs
grundlage. Nach Art. 7 Abs. 2 zweiter Satz ATSG liegt eine Erwerbsunfähigkeit nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist. Medizinisch-psychiatrisch nicht begründbare Selbstein
schätzungen und -limitierungen, wie sie gerichtsnotorisch ärztlicherseits sehr oft unterstützt werden – wobei erst noch häufig gar keine konsequente
Behand
-
lung
stattfindet –, sind auch künftig nicht als invalidisierende Gesundheits
-
beeinträchtigung anzuerkennen (E. 3.7.1).
1.5
Nach Aufgabe des Konzepts der Überwindbarkeitsvermutung, welche durch eine ergebnisoffene Beurteilung des funktionellen Leistungsvermögens als zentralem Beweisgegenstand abgelöst wird, scheint der Begriff des Kriteriums nicht mehr
geeignet. Das Bundesgericht spricht fortan von Indikatoren, einem Begriff, der massgebliche Beweisthemen bezeichnet, anhand welcher ein bestimmter Sach
verhalt ermittelt wird (vgl. dazu auch Peter Henningsen, Probleme und offene Fragen in der Beurteilung der Erwerbsfähigkeit bei Probanden mit funktionellen Körperbeschwerdesyndromen, in: SZS 2014 S. 533 und 541 [Gutachten des Prof.
Dr.
Peter Henningsen, Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Technische Universität München, vom Mai 2014 zu Fragen der Schweizer Praxis zur Invaliditätsfeststellung bei
somatoformen
und ver
wandten Störungen];
BGE 141 V 281
E. 4.1.1 und E. 4.1.2).
Die im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren, welche nach gemeinsamen Eigenschaften systematisiert werden können, umschreibt das Bundesgericht i
n
BGE 141 V 281
wie folgt:
Kategorie „funktioneller Schweregrad" (E. 4.3)
Komplex „Gesundheitsschädigung" (E. 4.3.1)
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
(E. 4.3.1.2)
Komorbiditäten
(E. 4.3.1.3)
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen; E. 4.3.2)
Komplex „Sozialer Kontext" (E. 4.3.3)
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens; E. 4.4)
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener
Lei
dens
druck
(E. 4.4.2)
Die Antworten, welche die medizinischen Sachverständigen anhand der (im Einzelfall relevanten) Indikatoren geben, verschaffen den Rechtsanwendern In
dizien, wie sie erforderlich sind, um den Beweisnotstand im Zusammenhang mit der Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit bei psychosomatischen Störungen zu überbrücken (E. 4.1.3).
1.6
In intertemporalrechtlicher Hinsicht ist sinngemäss wie in BGE 137 V 210 (betreffend die rechtsstaatlichen Anforderungen an die medizinische Begutach
tung) vorzugehen. Nach diesem Entscheid verlieren gemäss altem
Verfahrens
standard
eingeholte Gutachten nicht per se ihren Beweiswert. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Ge
gebenheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vor
handenen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält (BGE a.a.O. E. 6 in
initio
). In sinngemässer Anwendung der nunmehr materiell-beweisrechtlich geänderten Anforderungen ist in jedem einzelnen Fall zu prü
fen, ob die beigezogenen admi
nistrativen und/oder gerichtlichen Sachverständi
gengutachten – gegebenenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen Berich
ten – eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren er
lauben oder nicht. Je nach Abklärungstiefe und -dichte kann zudem unter Um
ständen eine punktuelle Ergänzung genügen (
BGE 141 V 281
E. 8).
1.7
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unt
erbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
8
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.
9
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander wi
dersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erled
igen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist
im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforde
rlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vo
r allem bei psychischen Fehlentwicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und
gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolg
erungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die
Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten
und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die Beschwerdegegnerin,
aus versicherungs
-
medizinischer Sicht seien beim Beschwerdeführer keine dauerhaften
Einschrän
-
kungen
in der Arbeitsfähigkeit vorhanden. Die Abklärungen hätten ergeben, dass ihm jed
e Erwerbstätigkeit in einem 100
%-Pensum zumutbar sei (Urk. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer
machte demgegenüber im Wesentlichen geltend,
auf das Gutachten
B
._
/
C._
könne nicht abgestellt werden. Die Beurteilung von Patienten mit posttraumatischen Belastungsstörungen, insbesondere von Pati
enten mit gleichzeitigem Migrationshintergrund, erfordere ein spezielles Fach
wissen. Das psychiatrische Teilgutachten von
Dr.
C._
basiere auf einem einmaligen Exploration
sgespräch, welches 30 bis maxi
mal 35 Minuten gedauert habe. Bei der psychiatrischen Begutachtung komme dem Gespräch zwischen Patient und Arzt eine herausragende Bedeutung zu. Gerade bei der Beurteilung von Patienten mit posttraumatischen Belastungsstörungen, insbesondere von verschlossenen
,
misstrauischen Patienten mit deutlich eingeschränkter Kon
taktfähigkeit zu Dritten und mit Schwierigkeiten, sich an Regeln zu halten, brauche es mehrere Gespräche, um den Zugang zum Patienten zu finden.
Das Gutachten schliesse die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung deswegen aus, weil zwischen der Traumatisierung u
nd dem Ausbruch
der Symptome mehr als sechs Monate verstrichen seien.
Eine um Jah
re sp
ä
t
ere Manifestation der posttraumatischen Belastungsstörung sei jedoch durchaus möglich. Das Gutachten anerkenn
e
die Diagnose einer
somatoformen
Schmerz
störung
, räume dieser aber keine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit ein, da sie mit zumutbarer Willensanstrengung überwindbar sei. Diese pauschale Annahme der Überwindbarkeit stelle eine reine Hypothese dar, welche wissen
schaftlich falsch sei.
Statt auf die Begutachtung
B
._
/
C._
sei auf die Berichte
der
E._
abzustützen, welche seit Sommer 2012 durchgehend eine 80 bis 100%
-
ige
Arbeitsunfähigkeit für alle Tätigkeiten festhielten
(Urk. 1
S. 7 ff.
).
3.
3.1
Im Bericht der Klinik für Viszeral- und
Thoraxchirurgie
des
F._
vom 22. Dezember 2011 betreffend die Konsultation vom 20. Dezember 2011 wurden die folgenden Diagnosen gestellt:
Symptomatische degenerative
Diskopathie
L4/5 mit
rezessaler
Nervenwurzelkompression L5 links mit
radikulärer
Symptomatik L5 links
Schmerzen inguinal links bei
Status nach Lichtenstein links 02.04.2009
Status nach TEP beidseits bei
Rezidivinguinalhernie
links und beginnender
Inguinalhernie
rechts am 26.10.2011
Es wurde ausgeführt, die beschriebene Schmerzsymptomatik vom Rücken ausgehend ins linke Bein ausstrahlend sei mit den im MRI beschriebenen dege
nerativen Befunden vereinbar. Bezüglich der inguinalen Schmerzproblematik fänden sich im MRI keine erklärenden Befunde. Diesbezüglich habe der Beschwerdeführer die Therapievorschläge nicht durchgeführt oder abgelehnt
(Urk. 8/15 S. 24)
.
3.2
Im Bericht des
G._
vom 18. April 2012 zuhanden der Allianz betreffend die
Evaluation der arbeitsbezogenen funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL)
vom 22./23. März 2012 wurden die folgenden Diagnosen gestellt
(Urk. 8/15 S. 34)
:
Halbseitenschmerzsyndrom links mit
Chronischer Schmerzsymptomatik im linken Unterbauch bei
Status nach Herniotomie nach Lichtenstein am 2.4.2009
Status nach TEP
bds
. bei
Rezidivinguinalhernie
links und beginnender
Inguinalhernie
rechts am 26.10.2011
panvertebrales Schmerzsyndrom
aktenanamnestisch lediglich diskrete degenerative LWS-Veränderung (MRI 2/12), keine Hinweise für systemisch entzündliche
Schmerzursa
che
maladaptives Schmerzverhalten, DD Aggravation
muskuläre
Dek
onditionierung
Es wurde ausgeführt, zusammenfassend lasse sich deskriptiv ein
Halbseiten
schmerzsyndrom
links diagnostizieren, einerseits mit panvertebralen Rücken
schmerzen und Weichteilschmerzen in den linken Extre
mitäten
sowie chroni
schen Unterbauchschmerzen links bei Status nach
Inguinalhernienoperation
links nach Lichtenstein 2009 und
laparoskopischer
Reoperation
wegen
Her
nienrezidiv
im Jahr 201
1.
Die bisherigen Abklärungen hätten keine Hinweise für das Vorliegen einer somatischen Ursache für die geschilderte Schmerz
-
symptomatik ergeben. Auch die heutige klinische Untersuchung zeige keine Hinweise für eine wesentliche Erkrankung am Bewegungsapparat oder ein erneutes
Inguinalhernienrezidiv
. Die Befunde am linken Unterbauch präsentier
ten sich auch inkonsistent. Bezüglich der angegebenen halbseitigen Rücken
schmerzen hätten sich ebenfalls keine Hinweise auf eine zugrundeliegende strukturelle Schmerzursache ergeben.
In der EFL habe sich zwar eine muskuläre
Dekonditionierung
, besonders der Rumpfmuskulatur, manifestiert, welche arbeitsrelevant sei, aber die seit der Arbeitsunfähigkeit bestehenden Schmerzen nicht erklären könne. Grundsätzlich sei aus rheumatologisch-orthopädischer Sicht ein aufbauendes Training zu empfehlen, inwieweit dieses aufgrund der im Vordergrund stehenden Schmerzzentriertheit vom Beschwerdeführer umgesetzt werden könne, sei aber fraglich
(Urk. 8/15 S. 35)
.
In der EFL hätten aufgrund des schmerzzentrierten Schonverhaltens nicht in allen getesteten Funktionsbereichen die funktionellen
Leistungslimiten
objekti
viert werden können. Aus den Beobachtungen könne jedoch geschlossen wer
den, dass die funktionellen
Limiten
nicht wesentlich höher lägen wie gezeigt. Es hätten sich folgende
Belastungslimiten
objektiv
ieren lassen: Heben Taille-Kopf
höhe max. 15 kg, Tragen einhändig je max. 15 kg, Stehen vorgeneigt max. manchmal, Knien max. manchmal, Stossen und Ziehen max. manchmal, Heben Boden-Taillenhöhe max. 20 kg (mittelschwerer Gewichtsbereich).
Bei der ange
stammten Tätigkeit als Zaunmonteur handle es sich gemäss Arbeitsbeschrieb um eine körperlich schwere bis sehr schwere Arbeit. Diese sei dem Beschwer
deführer aus medizinischer Sicht nicht mehr zumutbar. Medizinisch-theoretisch zumutbar sei dem Beschwerdeführer eine körperlich maximal mittelschwere Arbeit unter Berücksichtigung der funktionellen
Belastbarkeitslimiten
. Eine adaptierte Tätigkeit sei ganztags zumutbar. Die Arbeitsfähigkeit betrage 100 % (Urk. 8/15 S. 37).
3.3
Im Bericht der
Klinik
für Viszeral- und
Thoraxchirurgie
des
F._
vom 3. Mai 2012 betreffend die Konsultation vom 26. April 2012 wurden die folgenden Diagnosen genannt:
Chronische Schmerzen inguinal links bei:
02.04.2009: Lichtenstein links
26.10.2011: TEP beidseits bei Rezidiv
Inguinalhernie
links und begin
nender
Inguinalhernie
rechts
29.03.2012: Infiltration mit
Carbostesin
Lumbospondylogen
betontes panvertebrales Syndrom bei:
keine Hinweise für
seronegative
Spondyloarthropathie
oder ISG-Arthritis
lediglich
Diskusprotrusion
recessal
foraminal
links mit Kontakt aber ohne Kompression der Wurzel L5
recessal
links (MRI des
Sakrums
und der gesamten Wirbelsäule vom 13.02.2012)
Es wurde keine Arbeitsunfähigkeit attestiert (Urk. 8/14).
3.4
Im Bericht der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des
H._
vom 30. Mai 2012 wurden die folgenden Diagnosen gestellt:
Mittelgradig depressive Episode (ICD-10: F32.1)
Chronisches Schmerzsyndrom linke Körperseite DD
somatoforme
Komponente im Rahmen eher der Depression DD anhaltende
somato
forme
Schmer
z
störung
Es wurde festgehalten, der Beschwerdeführer wünsche ein
Arbeitsunfähigkeits
zeugnis
zur Bestätigung der Tatsache, dass er nicht arbeiten könne. Er mache sich Sorgen, wer nach der Krankentaggeldversicherung für ihn zahlen solle. Eine psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung wolle er aber nicht (Urk. 8/85).
3.5
Im Bericht der
E._
vom 22.
August 2012 zuhanden der Allianz
wurde ausge
führt, aufgrund der bisher vorliegenden Befunde müsse die psychiatrische Beurteilung der Kollegen der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des
H._
vom 3
0.
Mai 2012 mit der hochgradigen Verdachtsdiagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10: F 43.1) erg
änzt werden. Aktuell müsse im ersten
Arbeitsmarkt von einer 100%-
igen
Arbeitsunfähigkeit ausgegangen werden, welche mit hoher Wahrscheinlichkeit schon in den letzten Monaten bestanden habe (Urk. 3/4).
3.6
Im Bericht der
E._
vom 29.
November 2012 zuhanden des Rechtsvertreters des Beschwerd
e
führers wurde
ausgeführt
,
wie bereits nach Abschluss der
Abklä
rungsuntersuchungen
festgehalten worden sei, sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer an einer posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10: F43.1) leide. Des Weiteren
lägen
eine mittelgradige depressive Episode und ein chronisches Schmerzsyndrom vor. Der Beschwerdeführer befinde sich seit dem 22. August 2012 in ambulanter psychiatrisch-psychotherapeutischer Behand
lung. Es liege weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % vor (Urk. 3/5).
3.7
Im Bericht der
E._
vom 24. Januar 2013 zuhanden der IV-Stelle wurden die folgenden Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
genannt:
Posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F43.1), bestehend seit: mind. 1 Jahr
Mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1), bestehend seit: ED 30.05.2012
Chronisches Schmerzsyndrom (ICD-10: F45.4), bestehend: ED 30.05.2012
Es wurde festgehalten, der Beschwerdeführer lehne eine medikamentöse Behandlung ab. Die Arbeitsunfähigkeit für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Zaunmonteur betrage vom 20. Juli bis 6. Dezember 2012 100 % und vom 7. Dezember 2012 bis 22. Januar 2013 80 %
(Urk. 8/38 = 3/6).
3.8
Im Bericht der
E._
vom 6. Juni 2013 zuhanden der Allianz wurden
die folgen
den Diagnosen
erwähnt:
Posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F43.1)
Mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1)
Chronisches Schmerzsyndrom mit somatischen und psychischen Fakto
ren (ICD-10: F45.41)
Psychosoziale Belastungssituation
Es habe eine erste tagesklinische Behandlung in der Tagesklinik
I._
vom 8. Februar bis 20. März 2013 stattgefunden. Seit dem 6. Mai 2013 sei der Beschwerdeführer in der zweiten tagesklinischen Behandlung. Die
tagesklini
sche
Behandlung sei bis ca. Mitte/Ende Juni 2013 vorgesehen. Zusätzlich werde eine psychopharmakologische Behandlung durchgeführt
. Es bestehe eine anhaltende Arbeitsunfähigkeit von 100 %
(Urk. 8/43).
3.9
Im Austrittsbericht der
E._
vom 19. Juli 2013 wurde festgehalten,
dem Beschwerdeführer sei es schwer gefallen, regelmässig am Programm der
Tages
klinik
teilzunehmen, sodass es wiederholt zu Fehlzeiten gekommen sei. Häufig sei es seine Ehefrau gewesen, welche ihn aufgrund schlechter Befindlichkeit vom Therapieprogramm abgemeldet habe. Am 20. März sei es in gegenseitiger
Absprache zu einer vorzeitigen Entlassung bei insgesamt etwas stabilerem psy
chischem Zustand gekommen. Der Beschwerdeführer habe den Wunsch geäus
sert, über die Ostertage seine Schwester im
J._
besuchen zu wollen, darüber hinaus habe er administrative Angelegenheiten erledigen müssen. Am 6. Mai
2013
sei es zum geplanten Wiedereintritt gekommen, wobei sich der Eintritts
termin aufgrund einer vorausgegangenen Zahnsanierung verzögert habe. Es sei die Möglichkeit einer stationären
traumaspezifischen
Behandlung thematisiert worden, wobei dies für den Beschwerdeführer gegenwärtig nicht vorstellbar sei.
Insgesamt zeige sich eine zwischenzeitlich
chronifizierte
posttraumatische Symptomatik mit intrusivem Erleben, Albträumen, vegetativer Übererregbarkeit, Reizbarkeit und
Hypervigilanz
im Sinne einer anhaltenden traumatischen Stressreaktion, sozialem Rückzug sowie Vermeidung von Reizen, welche an das Trauma erinnern. Unter Berücksichtigung des bisherigen Krankheitsverlaufs erscheine die Prognose bezüglich einer Reintegration auf dem ersten Arbeits
markt aktuell eher ungünstig. Diesbezüglich müsse jedoch vorerst der weiter
e
ambulante Behandlungsverlauf abgewartet werden
. Im Rahmen
der aktuellen tagesklinischen Behandlung habe sich jedoch abgezeichnet, dass vor dem Hin
tergrund des
chronifizierten
Zustandsbildes in absehbarer Zeit keine durchgrei
fende Besserung der psychischen Befindlichkeit erreicht werden könne. Im Falle einer ausreichenden psychischen Stabilisierung in den kommenden Monaten sei allenfalls eine Tätigkeit im geschützten Rahmen vorstellbar, initial am ehesten mit einem Pensum von maximal zwei Stunden täglich. Die Tätigkeit solle die individuellen Ressourcen des Beschwerdeführers berücksichtigen. Wichtig sei ein ruhiger Arbeitsplatz ohne Zeitdruck mit der Möglichkeit einer eigenständi
gen Betätigung ohne das Erfordernis, sich in eine Gruppe bzw. in ein Team ein
zufügen (Urk. 8/87).
3.10
Im interdisziplinären Gutachten vom 26. Mai 2014
wurden keine Diagnosen mit anhaltender Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt.
Aus psychiatrischer Sicht wurden als Diagn
os
en o
hne anhaltende Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit
die f
olgenden
aufgeführt
:
F45.4
anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung
F32.0
leichtgradige
depressive Episode
Z63
Eheprobleme
Z65.4
Misshandlungen in der Jugend
Z73.1
Akzentuierte Persönlichkeitszüge
Z65.1
Status nach Gefängnisaufenthalt in
K._
Dr.
med.
C._
,
Facharzt
Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
führte aus, gemäss der ICD-10 könne eine posttraumatische Belastungsstörung nicht diagnostiziert werden, wenn zwischen der Traumatisierung und dem Ausbruch der Symptome mehr als sechs Monate verstrichen seien. Ab 1994 sei der Beschwerd
eführer sympto
mfrei gewesen, ein eventuelles derzeitiges erneutes Auftreten der Symptome könne also nicht einer posttraumatischen
Belastungs
störung
zugeschrieben werden, zumal keine
R
e
traumatisierung
stattgefunden habe. Der Beschwerdeführer habe von 2003 bis 2009 gearbeitet, ohne von psy
chischen Problemen betroffen gewesen zu sein. Es liege deshalb auch keine anhaltende Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung vor. In der Schweiz habe der Versicherte gearbeitet, unter anderem von 2003 bis 2009 als
Zaun
monteur
. Es seien verschiedentlich Arbeitsplatzprobleme aufgetreten, da sich der Beschwerdeführer gemobbt gefühlt habe. Es solle auch zu Schlägereien gekommen sein. Vermutlich sei der Beschwerdeführer nicht nur Opfer, es sei davon auszugehen, dass er aufgrund seiner etwas aggressiven, misstrauischen Persönlichkeit das Klima im Team eher strapaziert habe. Auch die Angaben der Ehefrau deuteten in diese Richtung. Es dürfte sich bei der negativen misstraui
schen Grundhaltung des Beschwerdeführers um eine Folge solcher Erlebnisse handeln. Vermutlich sei seine Persönlichkeit dadurch etwas deformiert.
Bis heute seien akzentuierte Persönlichkeitszüge feststellbar, hingegen keine Stö
rung der Impulskontrolle.
Es bestehe keine Fremdgefährdung. Der Beschwerde
führer erhalte gegen sei
ne
innere Anspannung und das hohe Misstrauen das
neuroleptisch
wirkende
Seroquel
. Dies sei eine empfehlenswerte therapeutische Massnahme
. Die Laboruntersuchung vom 15. Mai 2013 zeige aber, dass die Einnahme dieses Medikaments beinahe nicht erfolge. Es lägen also noch
thera
peutische Möglichkeiten
vor. Bis Sommer 2011 sei es dem Beschwerdeführer psychisch relativ gut gegangen. Allerdings habe er seit 2004 an Rückenschmer
zen gelitten, später sei es zu einer Ausbreitung derselben gekommen. Heute bestehe beinahe eine
Panalgie
. Aus psychiatrischer Sicht lägen Hinweise für eine psychosomatische Überlagerung der Schmerzen vor. Er sei auf diese fixiert, äussere hypochondrische Befürchtungen und zeige eine Schmerzausdehnung. Lebensprobleme führten oft zur Verstärkung der Schmerzen, diese bildeten den Hauptfokus seines Interesses. Die Schmerzen seien auch der Hauptgrund dafür, dass er glaube, nicht mehr arbeiten zu können. Es liege eine anhaltende
soma
toforme
Schmerzstörung vor. In Hinsicht auf die Depressivität gebe der Beschwerdeführer an, dass depressive Verstimmungen nie im Mittelpunkt gestanden hätten. Allerdings habe er generell Mühe, die Zurücksetzung in der Lebensführung sowie die mehrmaligen negativen Erlebnisse an den Arbeitsplät
zen, die Eheprobleme usw. zu verarbeiten. Gegen eine relevante depressive
Episode spreche auch, dass der Beschwerdeführer eine
regelmässige Tages
struktur
habe.
S
o stehe er morgens früh auf, gehe dann seinen alltäglichen Tätigkeiten nach, fahre gerne Auto
. Er sei auch fähig, sich in seinem Heimat
land aufzuhalten, dies weise ebenfalls darauf hin, dass er die früheren negativen Erlebnisse habe verarbeiten können. Er beschäftige sich rege mit dem Computer,
treffe sich mit Kollegen
. Er habe auch Interesse an der Natur, besuche regel
mässig einen Entenpark und schaue sich im Fernsehen Tierdokumentationen an. Der Beschwerdeführer erhalte weiterhin
kein antidepressiv wirkendes Medika
ment
, was vermuten lasse, dass die Therapeuten nicht von einer relevanten Depressivität ausgingen. Es könne bei der heutigen Untersuchung (15.05.2014) von einer höchstens
leichtgradigen
depressiven Episode ausgegangen werden. Eine konsequente antidepressiv wirkende medikamentöse Behandlung sei
aber indiziert und zumutbar. Sie würde dazu führen, dass sich die depressive
Episode zusätzlich verbessern wü
rde. Es gebe
ungünstige krankheitsfremde Faktoren
: Unvollständige kulturelle Integration, invalide Ehefrau, eher negative Grundeinstellung der Gesellschaft gegenüber, Eheprobleme, Arbeitslosigkeit.
Es gelte nun abzuklären, ob durch die anhaltende
somatoforme
Schmer
z
störung eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit verursacht werde oder nicht.
Es
be
-
stehe keine psychische Komorbidität. Es sei darauf hinzuweisen, dass gemäss der ICD-10 bei den
Somatisierungsstörungen
das Einhergehen mit
Verstim
-
mungen
und Ängsten beinahe die Regel sei. Dies
,
weil es nicht einfach sei, ständig an Schmerzen zu leiden und Einschränkungen in der Lebensführung hinnehmen zu müssen. Die dadurch hervorgerufene psychische Problematik sei also bereits in der Diagnose der anhaltenden
s
omatoformen
Schmerzstörung enthalten und könne nicht als eigenständige psychische Komorbidität aufgefasst werden.
Dr.
B
._
habe keine somatisch-rheumatologischen Befunde festgestellt, welche die Arbeitsfähigkeit einschränken würden. Die soziale Integration sei nicht verlorengegangen. Die prämorbide Persönlichkeitsstruktur sei vermutlich seit langem etwas auffällig im Sinne von
akzentuierten Persönlichkeitszügen
. Die Schmerzsymptomatik sei progredient und
chronifiziert
. Damit träfen zwar mehrer
e
Kriterien zu
, jedoch nicht in einem derartigen Ausmass, dass die Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei. Zu dieser Beurteilung führe insbesondere die Tatsache, dass keine relevante psychische Komorbidität bestehe. Die
Prognose
in Hinsicht einer psychischen Störung sei
nicht ungünstig
(Urk. 8/78 S. 28 ff.).
In somatischer Hinsicht wurden die folgenden Diagnosen ohne langandauernde Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt
(Urk. 8/78 S. 7 und S. 3)
:
Chronisches generalisiertes Schmerzsyndrom
nicht ausreichend somatisch abstützbar
primäres Fibromyalgie-Syndrom
nicht
dermatombezogene
Hyposensibilität der ganzen linken Körper
hälfte inklusive der Stirnregion, für ausschliesslich taktile Reize bei allseits normalem Lage- und Vibrationssinn
betont im Bereich der oberen im Vergleich zur unteren Körperhälfte
betont im Bereich der linken im Vergleich zur rechten Körperhälfte
Panalgie
diffuse Druckschmerzangabe
Polyarthralgien axialer und peripherer Gelenke
multiple Beschwerden wie Schlafstörungen, Müdigkeit, Schmerzen im Brustkorb und Bauch, Atembeschwerden, Nausea,
Vomitus
, Krämpfe, Ameisenlaufen unter der Haut
Panvertebralsyndrom
mit
spondylogener
Ausstrahlung in den Kopf und in alle Extremitäten
Nikotinkonsum von circa 15 pack
years
gestörte
Gluconeogenese
anamnestisch Reizmagen-Syndrom
02.04.09
Inguinalhernienoperation
links nach Lichtenstein
26.10.11 TEP beidseits wegen
Rezidivinguinalhernie
links und beginnen
der
Inguinalhernie
rechts
Dr.
med.
B
._
,
Facharzt
FMH Innere Medizin und Rheumaerkrankungen,
hielt fest
, dass die Arbeitsfähigkeit aus rein somatisch-rheumatologischer Sicht für die vom Beschwerdeführer früher in der Schweiz ausgeübte Tätigkeit zu keinem Zeitpunkt anhaltend eingeschränkt gewesen sei. Bei grosszügiger Auslegung seien zeitlich limitierte Einschränkungen von
je
maximal
drei Monaten
im Zusammenhang mit der am 2.
April 2009 und
der am 26.
Oktober 2011 durch
geführten Revision inguinal ausgewiesen
(Urk. 8/78 S. 16).
In der interdisziplinären Einschätzung der Arbeitsfähigkeit kommen die Gutach
ter zum Schluss, dass für die früher ausgeübten Tätigkeiten zu keinem Zeitpunkt eine anhaltende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit formuliert werden könne (Urk. 8/78 S. 16).
4.
4.1
Das interdisziplinäre Gutachten vom
26.
Mai 2014
erfüllt sämtliche
rechtspre
chungsgemäss
erforderlichen Kriterien für beweiskräftige ärztliche
Entschei
dungsgrundlagen
(vgl. E.
1.
9
). Es beruht auf fachärztlichen Untersuchungen durch die Gutachter und
wurde in Kenntnis der relevanten
Vorakten
abgegeben. Es würdigt die vorhandenen Arztberichte sorgfältig – insbesondere auch die Berichte des
E._
. Es berücksichtigt die vom Beschwerdeführer geklagten
Beschwerden und setzt sich mit diesen hinreichend auseinander. Die Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge ist einleuchtend
, und die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nachvollziehbar
.
Der Einwand des Beschwerdeführers gegen die Beweiskraft des psychiatrischen Teilgutachtens, wonach das Explorationsgespräch nur 30 bis 35 Minuten gedauert habe, was unzureichend sei (Urk. 1 S. 8), dringt nicht durch. Selbst wenn die Untersuchung nur 30 anstatt 70 Minuten
gedauert haben sollte, war dem Gutachter doch eine genügende Befunderhebung möglich. In Bezug auf die Dauer der psychiatrischen Begutachtung ist festzuhalten, dass der zu betrei
bende zeitliche Aufwand zwar der Fragestellung und der zu beurteilenden Psy
chopathologie angemessen sein muss. Zuvorderst hängt der Aussagegehalt einer Expertise aber davon ab, ob sie inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist. Trifft dies – wie hier – zu, ist die Untersuchungsdauer grundsätzlich nicht entscheidend (Urteil des Bundesgerichts 9C_352/2013 vom 3. Juli 2013 E. 4).
4.2
Was das Leistungsvermögen des Beschwerdeführers in physischer Hinsicht anbelangt, legt Dr.
B
._
in seinem rheumatologischen Gutachten einleuchtend dar, dass
die Arbeitsfähigkeit de
s
Beschwerdeführer
s
in
seine
r
zuletzt ausgeüb
ten
Tätigkeit als
Zaunmonteur
zu keinem Zeitpunkt anhaltend eingeschränkt gewesen sei.
In Bezug auf die Beurteilung des
G._
vom 18. April 2012
(Urk. 8/15 S. 34 ff.)
, wonach dem Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit als Zaunmonteur nicht mehr zumutbar sei, hält
Dr.
B
._
fest, dass darin nicht somatisch abstützbare Beschwerden berücksichtigt worden seien.
Ein objektivierbarer relevanter somatisch-pathologischer Befund sei hingegen nicht beschrieben worden.
Bei offensichtlich mangelnder Leistungsbereitschaft sei die Durchführung einer Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit
ohnehin
nicht sinnvoll. In solchen Fällen sei auf die medizinisch-theoretischen Überlegungen abzustützen. Daraus ergebe sich keine anhaltende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit.
Die Einschätzung von Dr.
B
._
wird auch vom Beschwerdeführer nicht beanstandet.
Somit steht mit dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass aus rheumatologischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit besteht.
4.3
Umstritten sind hingegen der Gesundheitszustand und die Leistungsfähigkeit des Beschwerdefüh
rers aus psychiatrischer Sicht.
4.3.1
Die
E._
stellte die Verdachtsdiagnose einer posttraumatischen
Belastungsstö
rung
(PTBS; ICD-10: F43.1) erstmals in ihrem Bericht vom 22. August 2012 (Urk. 3/4) und hielt danach in sämtlichen
weiteren
Berichten an
dieser
Diagnose
fest.
Im interdisziplinären Gutachten vom 26. Mai 2014 wird das Vorliegen einer posttraumatischen Belastungsstörung
indes
verneint.
Eine posttraumatische Belastungsstörung entsteht als verzögerte oder protra
hierte Reaktion auf ein belastendes Ereignis oder eine Situation aussergewöhnli
cher Bedrohung oder katastrophenartigen Ausmasses (kurz oder lang anhal
tend), die bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde.
Die Störung folgt dem Traum
a
mit einer Latenz, die Wochen bis Monate dauern kann (doch selten mehr als 6 Monate nach dem Trauma). Der Verlauf ist wechselhaft, in der Mehrzahl der Fälle kann jedoch eine Heilung erwartet werden. Bei wenigen Patienten nimmt die Störung über viele Jahre einen chronischen Verlauf und geht dann in eine dauernde Persönlic
hkeitsänderung (F62.0) über (
Dil
ling
/
Mombour
/
Schmidt [Hrsg.], Internationale Klassifikation psychischer Stö
rungen; ICD-10 Kapitel V (F) Klinisch-diagnostische Leitlinien, 10. Aufl. 2015, S. 207 f.).
Im vorliegenden Fall
beruht die Diagnose einer PTBS
auf den undifferenzierten Ausführungen des Beschwerdeführers
,
im Alter von 18 Jahren erstmals gefoltert worden zu sein, 1998 und 1999 mehrfach Massaker und Kriegsereignisse direkt miterlebt zu haben und einmal unter einem Leichenberg vergraben worden zu sein und nur mit Glück überlebt zu haben
(Urk.
3/4
)
.
Anlässlich der psychiatri
schen Begutachtung gab der Beschwerdeführer lediglich an, dass er von der
L._
Polizei misshandelt worden sei und auch Kriegsszenen miterlebt
habe
(Urk. 8/78 S. 24).
Diese äusserst knappen anamnestischen Angaben allein bilden keine
rechtsgenügliche
Grundlage für die Annahme
einer
PTBS
.
Im Bericht der
E._
wird in Bezug auf das traumatische Ereignis
denn auch
lediglich festge
halten, belastende Ereignisse, welche die Kriterien eines Traumas erfüllten, schildere der Beschwerdeführer mehrere in seiner Lebensgeschichte
(Urk. 3/4)
, ohne dass das auslösende Ereignis genannt und näher umschrieben
würde
. Das auslösende Trauma ist von
der Gutachterperson
jedoch
zwingend zu referieren, namentlich wenn es – wie vorliegend - allein durch die subjektiven Angaben und Schilderungen der betroffenen Person belegt wird (vgl.
zur Publikation vorgesehenes
Urteil des Bundesgerichts
8C_676/2015 vom 7. Juli 2016 E.
5.2).
Anhaltspunkte für ein später allenfalls in
K._
oder in der Schweiz erlebtes
belastendes
Ereignis sind nicht ersichtlich. Der Beschwerdeführer
kam
zwar
gemäss eigenen Angaben in
K._
im Jahr 2005 für ein Jahr ins
Gefängnis, wurde dort aber korrekt behandelt. Eine
Retraumatisierung
fand somit nicht statt (Urk. 8/78 S. 29).
Der Hinweis
in
der Stellungnahme der
E._
vom 2. September 2014 zum
Gutachten, wonach eine
Retraumatisierung
im Gefängnis nicht ausgeschlossen
werden könne (Urk. 8/88), ändert
daran nichts, zumal
auch hier
kein
konkretes
Ereignis beschrieben wird.
Für
die Bejahung einer PTBS
ist ausserdem
die Latenzzeit zwischen initialer Belastung und Auftreten der Störung von Bedeutung. Diese beträgt nach ICD-10 wenige Wochen bis in der Regel höchstens sechs Monate.
Von 1994 bis 1999 hat der Beschwerdeführer in
K._
gelebt und gearbeitet. Dort
ist
es ihm
gemäss eignen Angaben
psychisch ordentlich gegangen (Urk. 8/78 S. 24). Auch s
eit
der im Jahr 2000 erfolgten Einreise in die Schweiz
bis 2012
fehlen aktenkundige Hinweise auf psychische Probleme, medizinische Behandlungen und ärztlich attestierte Arbeitsunfähigkeiten. Eine anhaltende Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (ICD-10 F.62) konnte
n im Übrigen weder
der Gutachter
noch die Ärzte der
E._
diagnostizieren.
Von einem chronischen Verlauf einer allenfalls
früher
infolge der Kriegserlebnisse
vorgelegenen
PTBS
ist deshalb
nicht auszugehen.
Zusätzlich zu dem Trauma muss eine wiederholte unausweichliche Erinnerung oder Wiederinszenierung des Ereignisses in Gedächtnis, Tagräumen oder Träu
men auftreten (
Dilling
/
Mombour
/Schmidt
,
a.a.O.
,
S. 208). Zu
beachten
ist
, dass ein nur gelegentliches Auftreten von Flashbacks oder Albträumen nicht genügt, um eine PTBS zu begründen (vgl.
zur Publikation vorgesehenes
Urteil des Bun
desgerichts 8C_676/2015 vom 7. Juli 2016 E. 5.2.2). Anlässlich der Begutach
tung vom
26. Mai 2014
gab der Beschwerdeführer an, die früheren
Kriegserleb
nisse
seien ihm tagsüber nie wie in einem Film vor die Augen getreten, gele
gentlich habe er davon geträumt (Urk. 8/78 S. 24)
, was für die Annahme einer PTBS nicht genügt
.
Der Gutachter hält
ausserdem
fest, dass der Beschwerde
führer fähig sei, sich in seinem Heimatland aufzuhalten, was darauf hinweise, dass er die früheren negativen Erlebnisse habe verarbeiten können (Urk. 8/78 S. 30 f.).
Nach dem Gesagten ist
vorliegend die Diagnose einer PTBS
nicht haltbar. Zu prüfen bleibt, ob aufgrund der depressiven Störung und der chronischen Schmerzstörung eine invalidenversicherungsrechtlich relevante Einschr
änkung der Arbeitsfähigkeit
besteht
.
4.3.2
Nachdem das Bundesgericht mit BGE 141 V 281 seine Rechtsprechung zu den Voraussetzungen, unter denen anhaltende
somatoforme
Schmerzstörungen un
d
vergleichbare psychosomatische Leiden eine rentenbegründende Invalidit
ät zu bewirken vermögen, teilweise geändert hat, ist zu prüfen, welche Auswirkungen sich dadurch auf den hier zu beurteilenden Fall ergeben. Wie nachfolgend zu zeigen sein wird, erlauben die medizinischen Akten, insbesondere die Expertise des
Dr.
C._
vom 26. Mai 2014, eine schlüssige Beurteilung gestützt auf die massgebenden Indikatoren. Eine Ergänzung des medizinischen Sachverhalts erübrigt sich daher.
Was den funktionellen Schweregrad der Störung betrifft
,
namentlich die Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde, steht bei anhaltenden
somatofor
men
Schmerzstörungen (ICD-10 F45.4
) ein andauernder schwerer und quälender Schmerz im Vordergrund (
Dilling
/
Mombour
/Schmidt, a.a.O., S. 233
). Der Beschwerdeführer selbst ordnet seine Schmerzen auf einer Skala von 1 bis 10 auf Stufe 6
ein
.
Es besteht keine Suizidalität (Urk. 8/78 S. 27 f.
).
Er
hat eine
regelmässige Tagesstruktur
. Er beschäftigt sich mit dem Computer, trifft sich mit Kollegen, hat Interesse an der Natur, besucht regelmässig einen Entenpark und schaut sich im Fernsehen Tierdokumentationen an. Er fährt gerne Auto und hält sich gelegentlich in seinem Heimatland auf
(Urk. (/78 S.
30 f.)
.
Dies
alles
deutet nicht auf ein erheblich ausgeprägtes Leiden hin.
In Bezug auf mögliche psychische
Komorbiditäten
verliert eine depressive Problematik nicht bereits wegen einer medizinischen
Konnexität
zum Schmerz
leiden ihre Bedeutung als potentiell ressourcenhemmender Faktor (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3). An der bundesgerichtlichen Praxis, wonach leichte bis höchstens mittelschwere Störungen aus dem depressiven Formenkreis in der Regel
thera
pierbar
sind und invalidenversicherungsrechtlich zu keiner Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führen
(vgl. Urteile 9C_836/2014 vom 23. März 2015, 9C_474/2013 vom 20. Februar 2014 E. 5.4, 9C_696/2012 vom 19. Juni 2013 E. 4.3.2.1, 9C_250/2012 vom 29. November 2012 E. 5, 9C_736/2011 vom 7. Februar 2012 E. 4.2.2.1 sowie 9C_917/2012 E. 3.2 vom 14. August 2013) hat BGE 141 V 281 nichts geändert
.
Gemäss
der überzeugenden
Beurteilung im psychiatrischen Teilgutachten leidet der Beschwerdeführer an einer
leichtgradi
gen
depressiven Episode. Selbst wenn en
t
sprechend den Berichten der
E._
von einer mittelgradigen depressiven Episode auszugehen wäre,
könnte a
ngesichts der mangelhaften Kooperation
des Beschwerdeführers
bezüglich der Einnahme der v
e
rordneten Medikation von einer Ausschöpfung der
Behandlungsmöglich
keiten
respektive von einer Behandlungsresistenz nicht die Rede sein.
Dami
t fehlt es an einer therapieres
istenten invalidisierenden psychischen Störung und folglich auch an einer psychischen Komorbidität.
Da auch kein invalidisierendes somatisches Leiden vorliegt, besteht auch keine organische Komorbidität.
In Bezug auf die
Persönlichkeit
des Beschwerdeführers
ist festzuhalten, dass im psychiatrischen Teilgutachten
zwar
akzentuierte Persönlichkeitszüge erwähnt werden, jedoch keine Persönlichkeitsstörung diagnostiziert wird (Urk. 8/78 S. 28).
Hinsichtlich des
sozialen
Kontext
es
ist auf die invaliditätsfremden psy
chosozialen Belastungsfaktoren
(unvollständige kulturelle Integration, invalide Ehefrau, eher negative Grundeinstellung der Gesellschaft gegenüber,
Eheprob
leme
, Arbeitslosigkeit)
hinzuwiesen (Urk. 8/78 S. 31
, Urk. 8/87
).
Sodann lassen die sozialen Kontakte des Beschwerdeführers auf durchaus vorhandene Ressour
cen schliessen
. Obwohl Eheprobleme bestehen, gibt der Beschwerdeführer an, er sei froh, nicht alleine leben zu müssen (Urk. 8/78 S. 26). Ausserdem hat er Kontakt zu Familienangehörigen in seinem Heimatland und auch zu Kollegen (Urk. 8/78 S. 27).
Unter dem Aspekt der Konsistenz
ist
festzustellen, dass
das Aktivitätsniveau
des Beschwerdeführers
nicht in allen vergleichbaren Lebensbereichen gleichermas
sen eingeschränkt ist, namentlich
in der Freizeitgestaltung
ist die Einschrän
kung nicht besonders ausgeprägt
.
Die
Malcompliance
des Beschwerdeführers deutet zudem auf ei
nen fehlenden Leidensdruck hin.
Zusammenfassend fehlt es
unter Berücksichtigung der nicht schwer ausgepräg
ten Schmerzstörung, fehlender psychischer und somatischer
Komorbiditäten
, vorhandener persönlicher Resso
ur
cen und zumutbarer Therapiemöglichkeiten
an einem invalidisierenden Gesundheitsschaden.
4.4
Somit ist mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass kein invalidenversicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden vor
liegt. Weitere Abklärungen erübrigen sich.
Die angefochtene Verfügung erweist sich als rechtens,
was zur Abweisung der Beschwerde führt
.
5.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 600.-- festzusetzen und ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).