Decision ID: 57ada4ea-fe23-4e0a-8346-bff74758f3af
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
Die C. AG ist Eigentümerin der Parzellen Nrn. 0000 und 0001, Grundbuch Q. Nach dem
rechtskräftigen Zonenplan der Politischen Gemeinde Q. ist die Parzelle Nr. 0000 auf
einer Fläche im Halte von 9749 m der Industriezone und auf einer Fläche im Halte von
4254 m der Wohn-Gewerbe-Zone WG4 zugewiesen. Die Parzelle Nr. 0001 liegt in der
Industriezone (act. 8/10 und 14, www.geoportal.ch).
B.
Am 28. Januar 2014 erliess der Gemeinderat Q. auf der Parzelle Nr. 0001 und dem
südwestlichen Teil der Parzelle Nr. 0000, welcher mit der Gewerbe-Industriehalle
Assek.-Nr. 0002 überbaut ist, den überbauungsplan X. Das überbauungsplanareal ist
im Nordwesten durch die Parzelle Nr. 0003, welche der Industriezone zugewiesen ist,
im Nordosten durch die X.-Strasse (Parzelle Nr. 0004) und das bestehende
Industriegebäude Assek. Nr. 0005 auf Parzelle Nr. 0000, im Südosten durch das
Grundstück Nr. 0006 in der Wohn-Gewerbe-Zone WG4 sowie im Südwesten durch die
in den Wohnzonen W2 und W3 gelegenen Grundstücke, insbesondere durch das mit
einem Einfamilienhaus (Assek.-Nr. 007) überbaute Grundstück Nr. 0008 in der W2 im
Eigentum von A.A. und B.B., begrenzt. Mit Schreiben vom 7. Februar 2014 zeigte der
Gemeinderat Q. A.A. und B.B. den Erlass und die öffentliche Auflage des
überbauungsplans X. persönlich an. Während der öffentlichen Auflage vom 11. Februar
bis 12. März 2014 erhoben A.A. und B.B. Einsprache. Mit Entscheid vom 28. Mai 2014
wies der Gemeinderat Q. die Einsprache ab (act. 11.2 sowie 8/4/4, 6, 8, 10 und 11,
www.geoportal.ch).
C.
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2
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Dagegen rekurrierten A.A. und B.B. am 9. Juni 2014 beim Baudepartement. Am
4. September 2014 reichte das Amt für Raumentwicklung und Geoinformation (AREG)
einen Amtsbericht ein. Am 22. Oktober 2014 führte das Baudepartement einen
Augenschein durch. Am 31. Oktober 2014 forderte das Baudepartement die Politische
Gemeinde Q. sowie A.A. und B.B. auf, mitzuteilen, ob Letzteren die vollständige
Fassung des überbauungsplans X. im Verlauf des Einsprache- oder Rekursverfahrens
zugestellt worden sei. Mit Entscheid vom 12. Februar 2015 wies das Baudepartement
den Rekurs ab, soweit es darauf eintrat (act. 2 sowie 8/1, 10, 14, 15 und 17).
D.
Gegen den Rekursentscheid des Baudepartements (Vorinstanz) vom 12. Februar 2015
erhoben A.A. und B.B. (Beschwerdeführer) am 24. Februar 2015 (expediert am 25.
Februar 2015) Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem sinngemässen
Rechtsbegehren, in Gutheissung der Beschwerde sei der angefochtene Entscheid
unter Kostenfolge aufzuheben und die Sache zur korrekten Verfahrensabwicklung an
die Politische Gemeinde Q. (Beschwerdebeteiligte) zurückzuweisen. Der Beschwerde
sei aufschiebende Wirkung zuzuerkennen (act. 1). Mit Vernehmlassung vom 25. März
2015 schloss die Vorinstanz auf Abweisung der Beschwerde (act. 7). Gleichentags
berichtigte sie ihren Rekursentscheid vom 12. Februar 2015 (act. 9). Am 27. März 2015
genehmigte das AREG für das Baudepartement den überbauungsplan X. (von Amtes
wegen beigezogen). Mit Schreiben vom 8. April 2015 liess die C. AG
(Beschwerdegegnerin) durch ihren Rechtsvertreter mitteilen, dass sie auf eine
Stellungnahme verzichte (act. 13). Mit Stellungnahme vom 17. April 2015 beantragte
die Politische Gemeinde Q. (Beschwerdebeteiligte), die Beschwerde sei unter
Kostenfolge abzuweisen (act. 14). Am 28. April 2015 liessen sich die Beschwerdeführer
abschliessend vernehmen (act. 16).
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge und die

Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.
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Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Die Beschwerdeeingabe
vom 25. Februar 2015 erfolgte rechtzeitig und erfüllt die formellen und inhaltlichen
Voraussetzungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Als
Adressaten des angefochtenen Entscheids sind die Beschwerdeführer ohne weiteres
zur Ergreifung des Rechtsmittels berechtigt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1
VRP). Auf die Beschwerde ist grundsätzlich einzutreten. Da der Beschwerde von
Gesetzes wegen aufschiebende Wirkung zukommt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 51
Abs. 1 VRP), fehlt den Beschwerdeführern ein schutzwürdiges Interesse, soweit sie
beantragen, der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zuzuerkennen. Insoweit ist
auf die Beschwerde nicht einzutreten.
2.
Die Beschwerdeführer machen zunächst unter Berufung auf BGE 105 Ia 285 geltend,
sie hätten von der Beschwerdebeteiligten ursprünglich keinen korrekten Plan zur
Einsicht erhalten. Erst im Rekursverfahren sei der vollständige Plan eingereicht worden.
Ihr Anspruch auf rechtliches Gehör sei dadurch verletzt worden. Die Verletzung sei erst
im Rekursverfahren geheilt worden. Die Planauflage verstosse gegen Art. 33 des
Bundesgesetzes über die Raumplanung (Raumplanungsgesetz; SR 700, RPG). Der
überbauungsplan X. sei neu aufzulegen, da sich nicht alle Anwohner ein umfassendes
Bild über potentielle Lärmimmissionen hätten machen können. Es hätten mehr
Betroffene Einsprache erhoben, wenn die Pläne korrekt veröffentlicht worden wären.
Die von der Vorinstanz im Rekursverfahren vorgenommene Heilung der
Gehörsverletzung widerspreche dem Grundsatz von Treu und Glauben. Der
Interessierte müsse darauf vertrauen können, dass die von der verantwortlichen
Behörde veröffentlichten Pläne korrekt seien.
2.1.
bis
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Das rechtliche Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der
Schweizerischen Eidgenossenschaft (SR 101, BV) dient einerseits der Sachaufklärung,
andererseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines
Entscheides dar, welcher in die Rechtsstellung des Einzelnen eingreift. Dazu gehört
insbesondere das Recht des Betroffenen, sich vor Erlass eines solchen Entscheides
zur Sache zu äussern (vgl. Art. 15 VRP), erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in
die Akten zu nehmen (vgl. Art. 16 VRP), mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu
werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich
zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid
zu beeinflussen. Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst als Mitwirkungsrecht
somit alle Befugnisse, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren
ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann. Im Raumplanungsrecht des
Bundes werden der individuelle Rechtsschutz und damit die Gewährung des
rechtlichen Gehörs in Art. 33 RPG abschliessend konkretisiert (vgl. BGE 135 II 286
E. 5.1 und 5.3 mit Hinweisen). Die in Art. 33 Abs. 1 RPG vorgesehene öffentliche
Auflage der Nutzungspläne bewirkt, dass jedermann von einer neuen bzw. geänderten
Nutzungsplanung Kenntnis nehmen kann. Die Planauflage ist Voraussetzung und
Beginn des Rechtsschutzes im Planfestsetzungsverfahren. Diese ihm zugedachte
Rechtsschutzfunktion kann das Planauflageverfahren nur erfüllen, wenn die
aufgelegten Pläne klar und vollständig sind, ist doch nur unter dieser Voraussetzung
eine sinnvolle und wirksame Anfechtung eines Plans im Einsprache- oder
Beschwerdeverfahren denkbar. Die öffentliche Planauflage reicht in der Regel aus, um
einem Grundeigentümer die Wahrnehmung der ihm zustehenden Rechtsmittel und
insbesondere die Geltendmachung des Anspruchs auf rechtliches Gehör zu
ermöglichen (vgl. indessen die kantonalrechtliche Vorschrift in Art. 29 Abs. 2 des
Gesetzes über die Raumplanung und das öffentliche Baurecht, Baugesetz; sGS 731.1,
BauG, welche zusätzlich eine Anzeigepflicht statuiert). Wenn ein Nutzungsplan
überhaupt nicht öffentlich bekannt gemacht wurde, führt dies zur Nichtigkeit der
Planfestsetzung (vgl. Aemisegger/Haag, in: Kommentar zum Bundesgesetz über die
Raumplanung, Zürich 2010, Art. 33 N 25 und 31).
2.2.
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In der Einsprache vom 3. März 2014 rügten die Beschwerdeführer, dass verschiedene
allgemeinverbindliche Festlegungen (Ein- und Ausfahrt UG, Ein- und Ausfahrt
Gewerbe/Besucher, Container-Standorte, Trennrabatte) im Situationsplan des
überbauungsplans X. nicht enthalten seien (act. 8/4/8, letzte Seite). Im Rekurs vom
9. Juni 2014 (act. 8/1, Sachfehler Ziff. 2) bemängelten sie noch die fehlende Eintragung
der Ein- und Ausfahrt UG im Situationsplan. Diese Mängel belegen sie, etwa mittels
einer Kopie des ihnen offenbar vorliegenden unvollständigen Plans, nicht. Dasselbe gilt,
soweit sie vorbringen, es sei ein unvollständiger Plan öffentlich aufgelegt worden. Im
Augenscheinprotokoll vom 29. Oktober 2014 (act. 8/14, S. 5) wird festgehalten, die
Beschwerdeführer hätten „aufgezeigt“, dass sie ursprünglich einen falschen Plan
erhalten hätten. Daraus lässt sich zwar schliessen, dass den Beschwerdeführern
zwischenzeitlich ein unvollständiger Plan vorlag. Hingegen ist damit nicht belegt, dass
der öffentlich aufgelegte Plan unvollständig gewesen wäre. Bei dieser Sachlage ist
davon auszugehen, dass der von der Beschwerdebeteiligten am 3. Juli 2014 in Kopie
(act. 8/4/5) und von der Vorinstanz am 30. März 2015 im Original (act. 11.1 f.)
eingereichte überbauungsplan X., dessen Vollständigkeit die Beschwerdeführer
ausdrücklich anerkennen (vgl. Beschwerde vom 24. Februar 2015, act. 1, Begründung
Ziff. 2), vom 11. Februar bis 12. März 2014 öffentlich aufgelegt wurde (vgl. Inserat vom
28. Januar 2014, act. 8/4/4, sowie ABl 2014 S. 401, www.sg.ch), zumal es die
Beschwerdeführer im vorangegangenen Rekursverfahren selbst auf Aufforderung der
Vorinstanz hin unterliessen, den Sachverhalt zu präzisieren (vgl. Schreiben der
Vorinstanz vom 31. Oktober und 2. Dezember 2014, act. 8/15 und 17). Insoweit lässt
die Planauflage keinen Verstoss gegen Art. 33 Abs. 1 RPG und damit keine Verletzung
des rechtlichen Gehörs der betroffenen Anwohner erkennen. Weiter ist nicht ersichtlich
und wird von den Beschwerdeführern auch nicht geltend gemacht, dass sie aufgrund
des ihnen zwischenzeitlich vorgelegenen unvollständigen Planes ihre Mitwirkungs- und
äusserungsrechte im Einsprache- und Rekursverfahren nicht hätten ausüben können
resp. sie den wesentlichen Sachverhalt nicht gekannt hätten (vgl. Art. 15 Abs. 2 VRP),
selbst wenn sie erst im Rekursverfahren Kenntnis vom vollständigen Plan erhalten
haben sollten. Der Anspruch der Beschwerdeführer auf rechtliches Gehör im Sinne von
Art. 29 Abs. 2 BV und Art. 15 Abs. 1 und 2 VRP ist nicht verletzt. Wie die Vorinstanz in
Erwägung 2.3 des angefochtenen Entscheides (act. 2, S. 7) zutreffend festhielt, hätte
eine Verletzung des rechtlichen Gehörs im Rekursverfahren ohnehin ausnahmsweise
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geheilt werden können (vgl. BGE 137 I 195 E. 2.3.2 mit Hinweisen, zur Kognition der
Vorinstanz siehe auch Art. 33 Abs. 3 lit. b RPG, Art. 46 VRP und Art. 3 Abs. 2 BauG).
Wenn im übrigen darauf abgestellt würde, dass eine Gehörsverletzung vorgelegen
hätte, welche erst im Rekursverfahren geheilt worden wäre, zeigen die
Beschwerdeführer nicht auf, und es ist auch nicht erkennbar, inwiefern der Vorinstanz
wegen der Heilung der Gehörsverletzung eine Verletzung des Grundsatzes von Treu
und Glauben im Sinne von Art. 9 BV vorzuwerfen wäre, welche eine neue öffentliche
Auflage des überbauungsplans X. gebieten sollte (vgl. zum Vertrauensschutz: BGer
1C_205/2015 vom 29. Oktober 2015 E. 5.1 mit Hinweisen). Vielmehr ergibt sich aus der
Rekursschrift vom 9. Juni 2014 (act. 8/1), dass die Beschwerdeführer unabhängig
davon, ob ihnen ein unvollständiger Plan vorlag, Rekurs erhoben hätten, da sie sich
darin nicht auf die Rüge, der Situationsplan sei unvollständig, beschränkten. Sodann
hielten sie am Rekurs fest, nachdem die Beschwerdebeteiligte den vollständigen Plan
im Rekursverfahren eingereicht hatte. Im Übrigen ergeben sich aus den Akten keine
Hinweise auf weitere „Formfehler“ (vgl. Stellungnahme der Beschwerdeführer vom
28. April 2015, act. 16), wie beispielsweise eine unzureichende Anzeige (vgl. Art. 29
Abs. 2 BauG und act. 8/4/6). Eine erneute öffentliche Auflage des überbauungsplans X.
ist nicht angezeigt.
3.
Soweit die Beschwerdeführer weiter monieren, die im Zonenplan ausgeschiedene
Industriezone auf den Parzellen Nrn. 0000 und 0001 im Perimeter des
überbauungsplans X. widerspreche dem Raumplanungsgesetz, ist nicht erkennbar und
wird von den Beschwerdeführern auch nicht weiter dargetan, inwiefern die
Voraussetzungen für eine akzessorische Überprüfung des Zonenplans der Politischen
Gemeinde Q. im vorliegenden Fall gegeben sein sollten (vgl. VerwGE B 2013/49 vom 8.
Juli 2014 E. 4.2.2 mit Hinweisen, www.gerichte.sg.ch). Der rechtskräftige Zonenplan
kann im Streit um den überbauungsplan X. nicht vorfrageweise überprüft werden. Wie
die Vorinstanz in Erwägung 4.4.2 des angefochtenen Entscheides (act. 2, S. 11)
zutreffend ausgeführt hat, kann damit das Grundproblem, dass der Zonenübergang
zwischen der Industriezone und den Wohnzonen W2 und W3 zu hart ausfällt, im
vorliegenden Verfahren nicht behoben werden.
4.
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Soweit die Beschwerdeführer vorbringen, entgegen der Darstellung der
Beschwerdebeteiligten seien sie von deren Planer nicht kontaktiert worden, legen sie
nicht weiter dar, inwiefern ihnen dadurch ein Rechtsnachteil entstanden sein sollte.
Insbesondere machen sie in diesem Zusammenhang nicht geltend, die
Beschwerdebeteiligte sei ihrer Mitwirkungspflicht nach Art. 4 Abs. 2 RPG nicht
nachgekommen (vgl. Waldmann/Hänni, Raumplanungsgesetz, Bern 2006, Art. 4 N 13).
5.
Die Beschwerdeführer halten ferner dafür, die Beschwerdebeteiligte habe die
umweltrechtlichen Belange nicht berücksichtigt. Die Immissionen der geplanten
Gebäude seien für die betroffenen Anwohner nicht abschätzbar.
5.1.
Art. 47 Abs. 1 der Raumplanungsverordnung (SR 700.1, RPV) verpflichtet die
Behörden, welche einen Nutzungsplan erlassen oder ändern, der kantonalen
Genehmigungsbehörde unter anderem darüber Bericht zu erstatten, wie der
Nutzungsplan der Umweltschutzgesetzgebung Rechnung trägt. Dabei muss sich dieser
Planungsbericht konkret zu den Fragen betreffend Lärm- und Luftbelastung äussern,
die mit den vorgesehenen Änderungen verbunden sind. Weiter muss er aufzeigen, ob
und in welchem Ausmass eine Realisierung der plankonformen Bau- und
Nutzungsmöglichkeiten die Belastungen der Umwelt vergrössern oder gegebenenfalls
verringern wird, und allfällige Massnahmen nennen, um unerwünschte Auswirkungen
zu vermeiden. Die Intensität der Prüfung hängt vom Detaillierungsgrad des Plans ab:
Erfolgt die Planfestsetzung mit Blick auf ein konkretes und bereits detailliert
ausgearbeitetes Projekt, muss die Behörde schon in diesem Stadium prüfen, ob das
Projekt in Übereinstimmung mit den bundesrechtlichen Anforderungen an den
Umweltschutz realisiert werden kann. In den übrigen Fällen muss sie sich zumindest
vergewissern, dass eine Zonenentwicklung in Übereinstimmung mit diesen
Anforderungen möglich ist, gegebenenfalls mittels Vorkehrungen, welche hernach im
Baubewilligungsverfahren festzulegen sind (vgl. Griffel/Rausch, Kommentar zum
Umweltschutzgesetz, Ergänzungsband, Zürich 2011, Vorbemerkungen zu Art. 11-25 N
6 mit Hinweis auf BGer 1A.281/2005 E. 1.3).
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5.2.
Im Planungsbericht vom 27. Januar 2014 (act. 8/4/3) wird aufgezeigt, dass der Erlass
des überbauungsplans X. im Vergleich zur Regelbauweise dazu führe, die
Emissionsbelastung durch Lärm und Abluft auf der den Wohnzonen W2 und W3
zugewandten Seite zu verringern. Die Zufahrt müsse direkt von der Y.-Strasse her
erfolgen. Auch seien keine Tore und Lüftungen zur Zonengrenze hin zulässig. Insofern
äussert sich der Planungsbericht zur Vorsorge gemäss Art. 11 des Bundesgesetzes
über den Umweltschutz (Umweltschutzgesetz; SR 814.01, USG), Art. 7 Abs. 1 der
Lärmschutz-Verordnung (SR 814.41, LSV) und Art 4 der Luftreinhalte-Verordnung (SR
814.318.142.1, LRV). Zur voraussichtlichen Immissionsbelastung, insbesondere auf
den Grundstücken in der Wohnzone W2 und W3, welche mit den vorgesehenen
Änderungen, namentlich der geplanten Grenz- und Gebäudeabstandsunterschreitung
(vgl. E. 6.2 hiernach), verbunden sind, enthält der Planungsbericht hingegen, etwa in
Form einer Lärmprognose, keine Aussagen. Aus den Akten ergeben sich indessen
keine Anhaltspunkte für ein konkretes, bereits detailliert ausgearbeitetes Projekt.
Dementsprechend beschränkte sich das AREG im Vorprüfungsbericht vom 19.
September 2013 gestützt auf einen Mitbericht des fachkundigen Amtes für Umwelt und
Energie in lärmschutzrechtlicher Hinsicht auf den Hinweis, bei einem Neubau im
überbauungsplanareal handle es sich um eine neue ortsfeste Anlage, welche die
massgebenden Grenzwerte bei den angrenzenden lärmempfindlichen Räumen
einhalten müsse. Daneben verzichtete es auf Ausführungen zur Luftreinhaltung (act.
8/4/1, S. 4). Daraus lässt sich schliessen, dass sich nach Ansicht des AREG auf Stufe
Sondernutzungsplan zur Einhaltung der massgeblichen Planungswerte keine
Massnahmen aufdrängen. Sodann wird die zonengemässe Nutzungsart mittels des
überbauungsplans X. nicht geändert (vgl. E. 6.3 hiernach). Unter diesen Umständen
sind an den Planungsbericht hinsichtlich der Berichterstattung betreffend Lärm- und
Luftbelastung nicht allzu hohe Anforderungen zu stellen, weshalb der vorliegende
Planungsbericht den in Art. 47 Abs. 1 RPV gestellten Anforderungen genügt.
6.
Die Beschwerdeführer vertreten im Weiteren die Ansicht, mit der vorgesehenen
Verkleinerung des Grenzabstandes würden zusätzliche Auswirkungen, namentlich
Lärmimmissionen, zu ihrem Nachteil einhergehen.
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6.1.
Ein überbauungsplan mit besonderen Vorschriften darf gemäss Art. 23 lit. b BauG von
den allgemeinen Zonenvorschriften abweichen, sofern die Zweckbestimmung der Zone
beibehalten wird. Weiter ist vorausgesetzt, dass sich die Behörde beim Erlass des
Plans an die Ziele und Planungsgrundsätze nach Art. 1 und 3 RPG hält und der Plan
damit im öffentlichen Interesse liegt und notwendig ist (vgl. B. Heer, St. Gallisches Bau-
und Planungsrecht, Bern 2003, N 147 und Anhang 3). Überdies darf der
überbauungsplan nur ein engeres, bestimmt umgrenztes Gebiet umfassen (Art. 22 Abs.
1 BauG). Nach der bisherigen Praxis im Kanton St. Gallen darf ein überbauungsplan
mit besonderen Vorschriften ohne Mehrausnützung sodann die Interessen von
Nachbarn nicht erheblich beeinträchtigen (vgl. GVP 2006 Nr. 123 E. 6a mit Hinweis auf
GVP 1995 Nr. 93 E. 3e, und GVP 1976 Nr. 51 E. 5). Dieses Verbot ist indessen in
Art. 23 lit. b BauG, im Gegensatz zur Bestimmung über die Mehrausnützung gemäss
Art. 27 BauG, nicht enthalten und ergibt sich auch nicht aus der Systematik des
Gesetzes. Vielmehr ist der Gesetzeswortlaut diesbezüglich klar und lässt keinen
Interpretationsspielraum zu. Für eine rein teleologische Auslegung, wie sie der
damalige Regierungsrat in GVP 1976 Nr. 51 E. 5 in Bezug auf einen Gestaltungsplan
vorgenommen hat und welche von der Regierung ebenfalls bezüglich eines
Gestaltungsplanes (GVP 1995 Nr. 93) und vom Baudepartement betreffend einen
überbauungsplan (GVP 2006 Nr. 123) bestätigt wurde, bleibt aus diesem Grund kein
Raum, auch wenn eine solche durchaus Sinn machen könnte. Das Fehlen
übermässiger Beeinträchtigung von Nachbarinteressen als Voraussetzung für einen
überbauungsplan mit besonderen Vorschriften ohne Mehrausnützung gemäss
bisheriger Praxis im Kanton St. Gallen ist damit nicht mit Art. 23 lit. b BauG vereinbar
(vgl. VerwGE B 2013/199 vom 25. August 2015 E. 5.1, www.gerichte.sg.ch). Die
privaten Interessen der Nachbarn bleiben aber im Rahmen der Interessenabwägung
gemäss Art. 3 RPV zu berücksichtigen. Eine Mehrausnützung durch das Abweichen
von den allgemeinen Zonenvorschriften darf nach Art. 27 BauG im überbauungsplan
gewährt werden, wenn ein besseres Projekt als nach zonengemässer Überbauung
verwirklicht wird, die Grösse des Grundstücks dies rechtfertigt und die Interessen von
Nachbarn nicht erheblich beeinträchtigen werden. Art. 27 BauG findet auch
Anwendung, wenn in einer Bauordnung keine Ausnützungs- oder Baumassenziffer
vorgesehen ist. Das Ziel, das mit der Ausnützungsziffer oder der Baumassenziffer
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verfolgt wird, nämlich die Beschränkung der Baudichte, kann auch mit den übrigen
Regelbauvorschriften (Gebäude- und Firsthöhe, Zahl der Vollgeschosse,
Gebäudelänge- und tiefe, Grenz- und Gebäudeabstände, Gestaltungsvorschriften)
erreicht werden (vgl. GVP 2006 Nr. 123 E. 5a). Weiter ist in Art. 10 des Baureglements
der Politischen Gemeinde Q. (BauR) festgelegt, dass für die Überbauung eines
grösseren, zusammenhängenden und zweckmässig abgegrenzten Gebietes durch
einen überbauungsplan eine Mehrausnützung von höchstens 20 Prozent gewährt wird.
Die Kognition des Verwaltungsgerichts bei der Überprüfung der kommunalen
Nutzungsplanung ist beschränkt, indem es lediglich zur Rechtskontrolle befugt ist (Art.
61 Abs. 1 und 2 VRP). Liegt ein Entscheid noch innerhalb des Ermessensspielraums
bzw. wurden die Verfassungsprinzipien sowie der Sinn und Zweck der gesetzlichen
Ordnung beachtet, ist noch keine Rechtsverletzung gegeben, selbst wenn das
Ermessen unzweckmässig gehandhabt worden wäre (vgl. VerwGE B 2013/166 vom 4.
Dezember 2014 E. 3.1 mit Hinweisen, www.gerichte.sg.ch).
6.2.
Die Regelbauvorschriften gemäss Art. 9 BauR lassen in der Industriezone Gebäude mit
einer Gebäude- und einer Firsthöhe von 20.0 m unter Beachtung eines
Grenzabstandes von 6.0 m zu. Gegenüber anderen Bauzonen gilt ein Grenzabstand
von mindestens 10.0 m (Fussnote 3). Der Gebäudeabstand ist gleich der Summe der
für die beiden Gebäude vorgeschriebenen Grenzabstände (Art. 57 Abs. 2 BauG). Eine
Ausnützungsziffer oder die Beschränkung der Gebäudelänge sind in der Industriezone
nicht vorgeschrieben.
Der überbauungsplan X. (act. 11.2) weicht hinsichtlich folgender Festlegungen von den
Regelbauvorschriften ab: Der Baubereich unterschreitet mit einem Abstand von 5.60 m
gegenüber den Parzellen Nrn. 0009 und 0010 (W3) und einem solchen von 5.00 m
gegenüber den Grundstücken Nrn. 0011, 0008 und 0012 (W2) den ordentlichen
Grenzabstand von 10.0 m. Hingegen ist gegenüber der Parzelle Nr. 0003 eine
Vergrösserung des Grenzabstandes auf 11.0 m vorgesehen. Darüber hinaus erlaubt der
Baubereich gegenüber den Wohnhäusern Assek.-Nrn. 0013 und 0014 in der W3 eine
Unterschreitung des ordentlichen Gebäudeabstands um 4.40 m und gegenüber den
Einfamilienhäusern Assek.-Nrn. 007, 015 und 016 in der W2 um 5 m (vgl. Art. 9 BauR),
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zumal die bestehenden Gebäude auf diesen Grundstücken keine geringeren als die
geltenden Grenzabstände aufweisen (vgl. Art. 57 Abs. 3 BauG). Im Weiteren sieht er
eine Beschränkung der Gebäude- und Firsthöhe auf 11.30 m und eine solche auf drei
Vollgeschosse vor (Art. 4 Abs. 1 der besonderen Vorschriften des überbauungsplans X.
[besV]). Zudem sind im „Freihaltegebiet“ resp. den „Freihaltezonen“ Bauten und
Anlagen, insbesondere An- und Nebenbauten sowie Bauten und Anlagen, deren
Erstellung ein Näher- oder Grenzbaurecht voraussetzen würde, untersagt (vgl. Art. 4
Abs. 3 Satz 1 besV). Davon ausgenommen sind nach Art. 4 Abs. 3 Satz 2 besV
Lichtschächte und „überdeckte“ unterirdische Bauten (vgl. die Definition der
unterirdischen Bauten in Art. 21 Abs. 1 BauR), welche nach Art. 56 Abs. 4 Satz 1 BauG
ohnehin bis zur Grenze gestellt werden könnten, wenn dadurch schutzwürdige
Interessen der Nachbarn nicht beeinträchtigt werden.
6.3.
Nicht umstritten ist im vorliegenden Fall, dass die Abweichungen von der
Regelbauweise im überbauungsplan X. die Grenze der materiellen Zonenplanänderung
nicht überschreiten (vgl. hierzu VerwGE B 2011/182 vom 3. Juli 2012 E. 5.5.1 mit
Hinweisen, www.gerichte.sg.ch). Der überbauungsplan X. bezweckt nach Art. 2 Abs. 1
besV eine architektonisch und städtebaulich einwandfrei koordinierte Gesamtlösung
der Hochbauten und deren Erschliessung. Gemäss dem Planungsbericht vom 27.
Januar 2014 (act. 8/4/3) soll der überbauungsplan in erster Linie dazu dienen, das
Bauland in der Industriezone wegen der wenigen Reserven auf dem Hoheitsgebiet der
Beschwerdebeteiligten besser zu nutzen, was mit den Planungszielen der
haushälterischen Nutzung des Bodens, der inneren Verdichtung und der Schaffung und
Erhaltung der räumlichen Voraussetzungen für die Wirtschaft in Einklang steht (Art. 1
Abs. 1 und Abs. 2 lit. a und b RPG) und somit im öffentlichen Interesse liegt. Auch
ist im überbauungsplan X. ein Freihaltebereich und damit eine Grünfläche im Sinne von
Art. 3 Abs. 3 lit. e RPG festgesetzt. Mit Blick auf das Planungsermessen der
Beschwerdebeteiligten ist es demnach nicht zu beanstanden, dass diese den Erlass
des Überbauungsplans wegen der wenigen Reserven in der Industriezone als
notwendig erachtete. überdies umfasst der Planungsperimeter (Parzellen Nr. 0001 und
Südostteil der Parzelle Nr. 0000) ein engeres, bestimmt umgrenztes Gebiet gemäss
Art. 22 Abs. 1 BauG (vgl. hierzu Juristische Mitteilungen des Baudepartements 2006/II
bis bis
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Nr. 13, S. 7 f.). Sodann ist mit Blick auf die in Art. 4 Abs. 1 besV vorgeschriebene
Reduktion der Gebäude- und Firsthöhe von 20.0 m auf 11.30 m, d.h. um rund zwei
Vollgeschosse, und die Beschränkung auf drei Vollgeschosse nicht erkennbar und wird
von den Beschwerdeführern auch nicht behauptet, dass der überbauungsplan X. zu
einer Mehrausnützung im Sinne von Art. 27 BauG führt, selbst wenn der Grenz- und
Gebäudeabstand unterschritten werden darf. Es braucht daher nicht geprüft zu
werden, ob der überbauungsplan X. die qualifizierten Voraussetzungen von
Art. 27 BauG erfüllt. Im Weiteren werden die Beschwerdeführer als Eigentümer der
Parzelle Nr. 0008 durch die Unterschreitung des vorgeschriebenen Grenz- und
Gebäudeabstands um 5.0 m zwar beeinträchtigt, auch wenn das Einfamilienhaus der
Beschwerdeführer hinsichtlich der Besonnung den Industriebauten vorgelagert ist und
sie deshalb in dieser Hinsicht keine übermässigen Einbussen zu befürchten haben.
Angesichts dessen, dass mittels des überbauungsplans X. die nach der Regelbauweise
zulässige Gebäude- und Firsthöhe um annähernd die Hälfte reduziert wird und in
Einklang mit dem Planungsgrundsatz nach Art. 3 Abs. 3 lit. b RPG an den
Gebäudeseiten gegenüber den Wohnzonen keine Lüftungen oder sonstigen
emissionsstarken Anlagen errichtet werden dürfen (Art. 4 Abs. 4 besV), kann diese
Beeinträchtigung, insbesondere mit Blick auf die von den Beschwerdeführern geltend
gemachten Lärmimmissionen, jedoch nicht als erheblich qualifiziert werden, zumal die
Beschwerdeführer dadurch nach den überzeugenden Ausführungen der Vorinstanz in
Erwägung 4.6 des angefochtenen Entscheids (act. 2, S. 13 f.) selbst jenem Lärm nicht
mehr ausgesetzt werden, der im Rahmen der für die Wohnzone W2 geltenden
Empfindlichkeitsstufe II (vgl. Art. 9 BauR) hingenommen werden müsste. Es ist daher
nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz die öffentlichen Interessen am Erlass des
überbauungsplans höher gewichtete als die gegenüberstehenden privaten Interessen
der Beschwerdeführer. Der überbauungsplan X. erweist sich als rechtmässig.
7. (...).