Decision ID: a129b210-d952-5cdb-ac3d-19882e4ced63
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 19
81
, war
seit
September 2005
als
Violinistin
bei der
Y._
angestellt und damit bei der VAUDOISE ALLGEMEINE, Versicherungs-Gesellschaft AG
,
gegen die Folgen von Unfall und Berufskrankheit versichert. Laut Unfallmeldung vom
2
7.
Juni 2013
fühlten sich
nach dem Konzert im grossen Saal der
Z._
vom
8.
Juni 2013, an dem sie als Musikerin mitgewirkt habe,
ihre beiden Ohren verstopft an und sie fühlte auf diesen seitdem
ei
ne
n
starken Druck
(Urk. 9/80
)
.
Die Erstbe
handlung fand
am 1
0.
Juni 2013
bei Dr.
med.
A._
, Fachärztin
für
Oto
-
Rhino
-Laryngologie
,
statt,
die eine
Hyperakusis
nach Lärmbe
lastung nach dem Konzert vom 9.
Juni 2013 diagnostizierte (
Urk. 9/57/14,
Urk. 9/79/
52, Urk. 9/79/73, Urk. 9/79/
83).
Die
Vaudoise
klärte ihre Leistungspflicht ab und holte
unter
ande
rem
den Bericht von
Dr.
med.
B._
, Fachärztin für
Oto
-
Rhino
-Laryngologie
,
Schwerpunkt
Hals- und Gesichtschirurgie
,
Abteilung Arbeitsmedizin der
Suva
, vom
21. Januar 2015 ein (Urk. 9/57/1-4)
, welcher
die technische Beurteilung der beruflichen Lärmbelastung
des
Suva
-
Arbeits
hygieniker
s
/ -
Akustiker
s
, Bereich Physik
-
Team Akustik,
vom
1
0.
Dezember 2014 (
Urk.
9/57/5-15)
vorlag.
Hierzu nahm die Versicherte mit Schreiben
vom 19.
Mai 2015 Stellung (Urk.
9/51).
In der Folge holte
die
Vaudoise
den Be
richt von
Dr.
B._
vom 27.
August 2015
ein (Urk. 9/37/1-4).
Mit Verfügung vom
1
1.
November 2015
verneinte
die
Vaudoise
den Anspruch auf Versicherungs
leistungen, da die Voraussetzungen für die Annahme eines Unfalles
, einer unfallähnlichen Körperschädigung
oder einer Berufskrankheit nicht gegeben seien
(Urk. 9/31/1-2)
.
Dagegen erhob die Versi
cherte mit Schreiben vom
1
4.
Dezember
2015
, ergänzt mit Schreiben vom 1
0.
Oktober 2016,
Einsprache
(
Urk.
9/28
, Urk. 9/22
).
Die
Vaudoise
holte
darauf den Bericht von Dr.
A._
vom
6.
Juni 2017 ein (
Urk.
9/13)
. Mit
Einspracheent
scheid
vom 2.
November 20
17 wies die
Vaudoise
die Einsprache der Versicherten ab (Urk. 2
).
2.
Hiergegen
erhob die Versicherte mit Eingabe vom
6.
Dezember 2017
Beschwerde und beantragte, es seien der
Einspracheentscheid
vom 2.
November 2017
respek
tive
die Verfügung vom 11. November
2015
aufzuheben
und
die Beschwerde
gegnerin sei zu verpflichten, die Leistungen
nach dem
Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG)
zu erbringen
; eventualiter sei die
Beschwerde
gegnerin
zu verpflichten, vorübergehend (bis mindesten
s ein
Jahr nach dem Ereignis vom
8.
Juni 2013) die Leistungen nac
h UVG zu erbringen;
sub
eventualiter
sei eine ergänzende medizinische Beurteilung bei einer mit musik-medizinischen Frage
stellungen vertrauten
Fachperson zu veranlassen
(
Urk.
1 S.
2). Die Beschwerde
gegnerin schloss in der Beschwerdeantwort vom
1
. März
2018
auf
Abweisung der Beschwerde (Urk. 8 S.
3
).
Mit
Replik vom
25.
Juni 2018
hielt die
Beschwerde
führerin
an ihren Anträgen fest (Urk. 15 S. 3) und reichte den Bericht von Dr.
A._
vom 22. Mai 2018 ein (Urk. 16). Mit
Duplik vom
2
6.
September 2018
hielt auch die
Beschwerdegegnerin
an ihrem Antrag fest (Urk.
2
0
S. 2)
, wovon der Beschwerdeführerin am 2
8.
September 2018 Kenntnis gegeben wurde (
Urk.
21)
.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des UVG und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Sep
tember 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Hier ist der Sachverhalt ab dem Ereignis vom
8.
Juni 2013 zu beurteilen,
weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
2.
2.1
Gemäss
Art.
6
Abs.
1 UVG werden bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten Versicherungsleistungen gewährt.
2.2
Ein Unfall ist gemäss
Art.
4
des
Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teils des Sozialversicherungsrechts (
ATSG
)
die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende
Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (BGE 129 V 402 E. 2.1).
Nach der Rechtsprechung bezieht sich
das
Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selber. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwartete Folgen nach sich zog. Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im jeweiligen Lebensbereich Alltäg
lichen oder Üblichen überschreitet. Ausschlaggebend ist also, dass sich der äussere Faktor vom Normalmass an Umwelteinwirkungen auf den menschlichen Körper abhebt. Ungewöhnliche Auswirkungen allein begründen keine Unge
wöhnlichkeit (BGE 134 V 72 E. 4.3.1 mit Hinweis).
2.3
Nach
Art.
9
Abs.
1 UVG gelten als Berufskrankheiten Krankheiten (
Art.
3 ATSG), die bei der beruflichen Tätigkeit ausschliesslich oder vorwiegend durch schädi
gende Stoffe oder bestimmte Arbeiten verursacht worden sind. Der Bundesrat erstellt die Liste dieser Stoffe und Arbeiten sowie der arbeitsbedingten Erkrankungen. Gestützt auf diese Delegationsnorm und Art. 14 UVV hat er in Anhang I zur UVV eine Liste der schädigenden Stoffe und der arbeitsbedingten Erkrankungen erstellt. Nach der Rechtsprechung ist eine vorwiegende Verursa
chung von Krankheiten durch schädigende Stoffe oder bestimmte Arbeiten nur dann gegeben, wenn diese mehr wiegen als alle andern mitbeteiligten Ursachen, mithin im gesamten Ursachenspektrum mehr als 50 % ausmachen. Ausschliessli
che Verursachung hingegen meint praktisch 100 % des ursächlichen Anteils der schädigenden Stoffe oder bestimmten Arbeiten an der Berufskrankheit (BGE 119 V 200 E. 2a mit Hinweis).
Als Berufskrankheiten gelten nach
Art.
9
Abs.
2 UVG auch andere Krankheiten, von denen nachgewiesen wird, dass sie ausschliesslich oder stark überwiegend durch berufliche Tätigkeit verursacht worden sind. Diese Generalklausel bezweckt, allfällige Lücken
zu schliessen, die dadurch ent
stehen könnten, dass die
bundesrätliche
Liste gemä
ss An
hang I zur UVV entweder einen schädigenden Stoff, der eine Krankheit verursachte, oder eine Krankheit nicht aufführt, die durch die Arbeit verursacht wurde (BGE 119 V 200 E. 2b mit Hinweis). Nach der Rechtsprechung ist die Voraussetzung des ausschliesslichen oder stark über
wiegenden Zusammenhangs gemäss Art. 9 Abs. 2 UVG erfüllt, wenn die Berufs
krankheit mindestens zu 75 % durch
die berufliche Tätigkeit verur
sacht worden ist (BGE 126 V 183 E. 2b, 119 V 200 E
. 2b mit Hinweis; RKUV 2000 Nr.
U 408 S.
407).
Soweit nichts anderes bestimmt ist, sind gemäss
Art.
9
Abs.
3 UVG Berufskrank
heiten von ihrem Ausbruch an einem Berufsunfall gleichgestellt. Sie gelten als ausgebrochen, sobald die betroffene Person erstmals ärztlicher Behandlung bedarf oder arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) ist.
2.4
2.4
.1
Für den so qualifizierten Kausalzusammenhang trägt die versicherte Person die Beweislast, wenn ein solcher Zusammenhang trotz pflichtgemässer Abklärung des Sachverhalts (
Art.
43
Abs.
1 ATSG) nicht bewiesen werden kann (vgl. RKUV 1988 Nr. U 61 S. 450 f. E. 1b mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts U 557/06 vom
4.
Oktober 2007 E. 2
; zum im
Sozialversicherungsprozess
geltenden Unter
suchungsgrundsatz vgl. auch Art.
61
lit
. c ATSG; BGE 138 V 218 E. 6
mit Hin
weisen
).
Es gilt der Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 35
3 E.
5b mit Hinweisen
; vgl. BGE 130 III 321 E.
3.2 und 3.3; vgl. auch Urteil
des Bundes
gerichts 8C_420/2007 vom 2
9.
Januar 2008 E. 5 und E. 5.3)
.
2.4
.2
Eine Umkehr der Beweislast tritt nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nur ausnahmsweise dann ein, wenn eine Partei einen Beweis aus Gründen nicht erbringen kann, welche nicht von ihr, sondern von der Behörde zu verantworten sind (BGE 92 I 253 E. 3, 138 V 218 E. 8.1.1 mit Hinweisen).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich im angefoch
tenen
Einspracheentscheid
(Urk.
2) gestützt auf
die
Bericht
e
der Suva
vom
2
1.
Januar 2015 (
Urk.
9/57/1-4) und vom
1
0.
Dezember 2014
(
Urk.
9/57/5-7)
auf den Standpunkt,
es werde weder das Vorliegen eines Unfallereignisses noch
einer unfallähnlichen Körperschädi
gung noch
einer Berufskrankheit anerkannt. D
ie nach dem
Konzert
C._
v
om
8
.
Juni 2013 gemeldeten Hörbeschwerden der
Beschwerdeführe
rin
seien nicht die Folge eines ungewöhnlichen äusseren Faktors und damit nicht unfallbedingt. Auch sei das Vorliegen einer Berufskrankheit nach
Art.
9
Abs.
1 UVG auszuschliessen, da keine bleibenden strukturellen Veränderungen am Innenohr und keine erhebliche Schädigung des Gehörs (Schwerhörigkeit) nach
gewiesen worden seien. So
habe
anlässlich der Untersuchung vom 1
0.
Dezember 2014 keine Hörverminderung mehr bestanden und gemäss dem Bericht der behandelnden Ärztin
Dr.
A._
vom
6.
Juni 2017
(
Urk.
9/
13
)
habe sich das Gehör während des
letzten Jahres stark stabilisiert, namentlich habe die
Hyperakusis
abgenommen. Auch seien die Voraussetzungen für eine Berufskrankheit nach
Art.
9
Abs.
2 UVG nicht erfüllt. Und zwar sei nach den massgeblichen Kriterien der ausschliessliche oder stark überwiegende Kausalzusammenhang zwischen den Gehörsschädigungen der
Beschwerdeführerin
und ihrer beru
flichen Tätigkeit nicht gegeben. Denn ihre Gehörsschädigungen könnten
nicht als typische Folge der beruflichen Tätigkeit oder als der beruflichen Tätigkeit inhär
ente Diagnose betrachtet werden; Musiker würden nicht vier Mal mehr von Gehörs
s
chädigungen betroffen als die Bevölkerung im Durchschnitt
(
Urk.
2 S. 7
ff.).
3.2
Die Beschw
erdeführerin wendet dagegen ein,
in medizinischer Hinsicht sei
davon auszugehen, dass sie infolge jahrelanger Arbeit im gehörgefährdenden Lärm anlässlich einer besonders lauten Orchesterprobe und dem nachfolgenden
Konzert am 8.
Juni 2013 eine Innenohrverletzung mit einhergehender
senso
rineuraler
Schwerhörigkeit
vor allem im Hochfrequenzbereich erlitten ha
be
und seither an einer
Hyperakusis
leide. Alle Risikofaktoren für dieses Leiden ausser der Lärmeinwirkung könnten aufgrund ihres jungen Alters ausgeschlossen werden.
A
uf
die medizinische und technische Beurteilung der Suva
-
Fachleute
vom
2
1.
Januar 2015 und vom 1
0.
Dezember 2014 könne nicht abgestellt werden.
So sei die technische Beurteilung
von falschen Annahmen ausgegangen und
habe
der
Platzierung im Orchester,
der
Schallexposition während der Probe und
der
berufsbedingte
n
andauernden
Vorbelastung
der Innenohre nicht ausreichend Rechnung getragen.
Die Suva-Ärztin habe auf
den technischen Bericht ab
ge
stell
t
;
sie
habe fälschlicherweise
darauf
geschlossen, dass eine Berufs
krankheit im Sinne von
Art.
9
Abs.
1 UVG ausgeschlossen werden könne, da keine erhebliche Schädigung des Gehörs strukturell mehr objektivierbar sei
und
auch die behan
delnde Ohrenärztin
bestätigt
habe
, dass sie die
Hyperakusis
nicht als berufsbe
dingte Lärmschädigung einschätze. Dies werde indes bestritten. Die behandelnde Ohrenärztin habe vielmehr in all ihren Berichten stets bestätigt, dass die Gehör
probleme nach einem Lärmtrauma auf der Bühne entstanden seien.
Indem
die Suva-Ärztin davon ausgegangen
sei
, dass sich die strukturellen Schädigungen wieder zurückgebildet hätten,
habe auch sie
bestätig
t
, dass initial
Schädigungen
vorgelegen
hätten
. Ausserde
m habe
die Suva-Ärztin
verkannt, dass eine
Hyperakusis
nicht notwendigerweise mit bleibenden Innen
ohr
schädigungen verbunden sein müsse und diese gleichwohl berufsbedingt sein könne.
In
ihrer
zweiten Beurteilung
vom 27.
August 2015 habe die Suva-Ärztin
zudem
ausgeführt
, dass zumindest eine vorübergehende
kochleäre
Überlastung aufgrund passagere
r
Hör
schwellenveränderungen angenommen werden müsse. Diese
Einschätzung decke sich mit der Beurteilung
von
Prof.
Dr.
med.
D._
,
Facharzt für
Oto
-
Rhino
-Laryngologie
(
im
Bericht der
E._
des
F._
vom 2
6.
November 2013,
Urk. 3/
3
),
der einige Monate nach dem Ereignis noch eine beidseitige Hochton-Sc
hwer
hörigkeit festgestellt habe; auch stimme sie mit
der Beurteilung von
Frau
G._
vom
H._
-Institut
(Urk.
9/64/2-3)
überein
, wonach das Innenohr aufgrund einer beidseitigen Mittelohrdysfunktion mit Funktionsstörungen zuerst mit Lärmeinwirkung belastet werde und sich nicht ausreichend schützen könne.
Die von der Suva-Ärztin schliesslich festgehaltene überlagernde
Anpassung
sstörung
, wogegen indes der Heilverlauf spreche,
wäre
ausserdem
fachärztlich festzustellen.
Des
Weiteren
treffe es
nicht zu, dass das Gesetz für die Leistungspflicht infolge einer Berufskrankheit eine bleibende, erhebliche Gehö
rschädigung mit Schwer
hörigkeit voraussetze.
Auch sei es unzutreffend, dass Berufsmusiker keiner im Vergleich zur Normalbevölkerung rund viermal erhöhten Gefahr von Lärmschä
digungen ausgesetzt seien. Aus zahlreichen Untersuchungen und auch aus den für Berufsmusiker strengeren Gehörschutzmassnahmen der Suva ergebe sich ein entsprechend erhöhtes Risiko.
Zudem sei n
ach der bundesgerichtlichen Recht
sprechung eine Anerkennung als Berufskrankheit dann im Einzelfall ausge
schlossen, wenn wissenschaftlich erwiesen sei, dass eine bestimmte Berufsgruppe nicht viermal häufiger von einer Krankheit betroffe
n sei als die Normalbevölke
rung;
und d
e
r
Beweis auf qualifizierte Ursächlichkeit im Sinne von
Art.
9
Abs.
2 UVG sei dann ausgeschlossen, wenn aufgrund medizinischer Forschungs
ergebnisse ein Erfahrungswert dafür bestehe, dass eine berufsbedingte Genes
e
eines bestimmten Leidens von seiner Natur her nicht nachgewiesen werden könne.
Bislang sei wissenschaftlich indes gerade nicht nachgewiesen, dass bei Berufsmusikern keine Häufung von Schädigungen wie
Hyperakusis
und Tinnitus vorliege; vielmehr würden zahlreiche Feststellungen von medizinische Experten und Untersuchungen, auch seitens der Suva, für eine solche Häufung sprechen. Deshalb sei in ihrem Fall zu prüfen, ob die berufliche Belastung verantwortlich für die gesundheitliche Schädigung sei oder gewesen sei.
Es seien bei ihr ausser ihrer Arbeit im gehörgefährdenden Lärm und der schliesslich gehörschädigenden stundenlangen überlauten Generalprobe sowie eines noch lauteren Konzerts am gleichen Abend jedoch keine anderen gesundheitlichen Faktoren oder private lärmintensive Aktivitäten auszumachen, welche für die Gehörschädigung ursächlich sein könnten. Das Vorliegen einer
(vorübergehenden)
Berufskrankheit und die Leistungspflicht der
Beschwerdegegnerin
seien
daher zu bejahen. Daran ändere nichts, dass die aktuellsten Untersuchungsbefunde mittlerweile alle wieder im
Normalbereich liegen würden und wieder eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für eine Orchestertätigkeit habe attestiert werden können
(
Urk.
1 S. 5 ff.
, Urk. 15
).
3.3
3.3.1
Es ist
unstrittig
ausgewiesen
, dass die
Beschwerdeführerin
, nachdem sie als Violinistin
an
der Orchesterprobe
und
am
8.
Juni 2013 an
der
Konzert
aufführung
von
C._
von
I._
teilgenommen hat
te
, unter Ohr
beschwerden
mit
Verstopfungs
- und Druckgefühl beidseits
litt
(
Urk.
9/79/87,
Urk. 9/80)
,
welche von Dr.
A._
diagnostisch als
Hyperakusis
nach Lärmbelastung
eingeordnet wurde
n (
Urk.
9
/79/83).
3.3.2
Die
Beschwerdegegnerin
hat im angefochtenen Entscheid
sowohl ver
n
eint, dass der Unfallbegriff im Sinne von
Art.
4 ATSG erfüllt sei (
Urk.
2 S. 7), als auch, dass
eine unfallähnliche Körperschädigung im Sinne von
Art.
9 UVV oder
eine Berufskrankheit im Sinne von
Art.
9
Abs.
1 oder
Abs.
2 UVG vorliege.
Die Ausführungen der
Beschwerdeführerin
dagegen
beziehen sich nicht auf den Unfallbegriff und bestreiten nicht die von der
Beschwerdegegnerin
hierzu gemachten Erwägungen (Urk. 1, Urk. 15), weshalb davon auszugehen ist, dass der Entscheid insofern nicht strittig ist.
Der
Beschwerdegegnerin
ist denn auch beizupflichten, dass der äussere Faktor des lauten Musizieren
s
eines Orchesters während einer Probe und/oder eine
s
Konzert
s
,
im Rahmen derer
auch ein möglicherweise
eher laute
s
Musikstück
wie
C._
von Strawinsky
ohne ansonsten
aussergewöhnliche
Vorkommnisse
intensiv
geübt und gespielt wurde,
für eine
daran mitwirkende
Berufsviolinistin nicht als ungewöhnlich gemäss
Art.
4 ATSG
zu beurteilen ist (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts U
245/05
vom 1.
Dezember 2005
E. 2.4).
Das Vorliegen eines Unfallereignisses im Sinne von
Art.
4 ATSG in Verbindung mit
Art.
6
Abs.
1 UVG ist mithin zu verneinen.
Unbestrittenermassen sind auch die Voraussetzungen für die Annahme einer unfallähnlichen Körperschädigung nicht erfüllt.
3.3.3
Streitig und zu prüfen
bleibt
, ob
die Beschwerdeführerin für die hiervor beschriebenen Ohrbeschwerden
, welche
unstrittig
den Krankheitsbegriff nach
Art.
3 ATSG erfüllen
,
unter dem Titel Berufskrankheit
nach
Art.
9
Abs.
1 oder
Abs.
2 UVG Leistungen der
obligatorischen Unfallversicherung beanspruchen kann.
4.
4.1
4.1.1
Die erstbehandelnde Ärztin
Dr.
A._
führte
in ihren Berichten vom 9.
Juli, 28. Oktober 2013 und 1
0.
Juni 2014
(
ohne Anamnese und Befunde
)
die Diagnose einer
Hyperakusis
nach Lärmbelastung auf
und
stellte fest,
es
sei
der
Beschwer
deführerin
aufgrund der
erhöhte
n
Lärmempfindlichkeit nicht möglich
,
in ihrem Beruf als Orchesterviolinistin zu arbeiten (Urk. 9/79/73, Urk. 9/79/81, Urk. 9/83).
Zu den Untersuchungen von
Dr.
A._
vom 11., 2
0.
und 2
8.
Juni 2013, vom 2
9.
August sowie vom 2
2.
September 2014
liegen
ausserdem
(nicht kommen
tierte)
Ton- und Sprachaudiogramme
vor (Urk. 9/79/57-61).
Gemäss dem Bericht des
F._
vom 2
6.
November 2013
waren
aufgrund der Kon
sultation vom 2
5.
November 2013 die Diagnosen Status nach akuter Lärmbe
lastung nach Orchesterkonzert im Juni 2013
mit
in der Folge Entwicklung eines beidseitigen Ohrdruckgefühls
mit
Hyperakusis
und einer
sensorineuralen
Schwer
hörigkeit im Hochfrequenzbereich beidseits gestellt
worden
.
Die
Beschwerde
führerin
habe angegeben, sie habe im Juni 2013 als Orchestermusikerin an einem lauten Konzert teilgenommen. Trotz einer Absicherung mittels Elastin Ohren
stöpseln habe sie direkt im Anschluss an das Konzert einen deutlichen Druck auf beiden Ohren verspürt, der sich auch an den Folgetagen nicht
verring
ert habe.
Während
des Konzertes
habe
sie auf der Bühne vor den Blechinstrumenten und dem Schlagwerk
gesessen
. Beim Ohrenarzt wenige Tage nach dem Ereignis
habe
sich ein fraglicher
«
Hörsturz
»
in den hohen Frequenzen gezeigt.
Nach der Sommerpause habe sie wieder begonnen, Geige zu spielen und zu unterrichten, was keinerlei Probleme mit sich gebracht habe. Nach den ersten Orchesterproben sei es allerdings wieder zu einem deutlichen Rückfall gekommen. Sie habe wieder den Eindruck, deutlich lärmempfindlicher zu sein, auch der Druck sei wieder deutlich stärker geworden. Daraufhin sei sie erneut krankgeschrieben worden, mittlerweile sei die Lärmempfindlichkeit wieder etwas besser geworden. In der Untersuchung mittels Reintonaudiometrie habe sich eine
sensorineurale
Schwer
hörigkeit beginnend
ab einer Frequenz von etwa 6
Kilohertz (
kHz
)
gefunden. Hier habe sich ein Steilabfall linksbetont mit einem maximalen Hörverlust von etwa 40
Dezibel (dB) bei 8 kHz gezeigt, bei den Frequenzen zwischen 9 und 11 kHz eine Erholung der Hörfunktion und zwischen den Frequenzen 12 und 14 kHz ein erneuter Steilabfall mit einem maximalen Hörverlust von 60 dB rechts beziehungsweise 45 dB links.
Insgesamt lasse sich anhand der
Hörkurve
eine gewisse Beeinträchtigung des Gehörs nachvollziehen. Diese stehe in möglichem Zusammenhang mit dem im Rahmen der Orchesteraufführungen erlittenen Lärm
schädigungen. Letztlich sei allerdings der Hauptsprachbereich nicht betroffen. Da
steilabfallende Hörkurven zwischen zwei Frequenzen bisweilen eine filterartige Wirkung hätten, könnte dadurch das Druckgefühl im Bereich beider Ohren erklärt werden (Urk. 3/3).
D
em
Bericht
vom 2
6.
Juni 2014
von
G._
,
die
Audio-Psycho-Phonologi
sche-(APP-)Behandlungen - eine komplementärmedizinische Methode nach
Dr.
med.
J._
- durchführt, ist zu entnehmen, die Abklärung der
Beschwer
deführerin
vom 2
9.
April 2014
habe eine gute Hörschwelle und eine beidseitige Mittelohrdysfunktion ergeben; letzteres habe sich durch eine gut sichtbare Inver
sion Knochen-Luftleitung dargestellt. Auf dem linken Ohr zeige sich diese Funk
tionsstörung bei 750 Hz und 1000 Hz sowie bei 3000 und 4000 Hz. Auf dem rechten Ohr sei der Bereich von 250 Hz bis 1500 Hz sowie eine Frequenz im Hochtonbereich bei 3000 Hz davon betroffen. Die erhöhte Lärmempfindlichkeit sei auf die Inversion Knochen-Luftleitung zurückzuführen, die dazu führen würde, dass der Hörnerv sich nicht schützen könne
. Das Trommelfell, welches mit dem gesamten Mittelohr eine Art Stossdämpferfunktion ausüben sollte, spanne und entspanne sich zu langsam, so dass das Innenohr zuerst reagiere. Bei der
Beschwerdeführerin
sei die oben beschriebene Inversion Knochen-Luftleitung die direkte Folge des Lärmtraumas,
das
sie sich vor zehn Monaten zugezogen habe. Mit dieser Problematik sei es sehr schwierig, Stimuli verbaler oder auch akusti
scher Art zu verarbeiten und das Ausblenden von Nebengeräuschen werde nahezu unmöglich. Das vegetative Nervensystem sei komplett überreizt, was wiederum negative Auswirkungen auf den Gesamtzustand der
Beschwerdeführe
rin
habe (
Urk.
9/64/2).
Laut
der E-Mail von
Dr.
A._
an die
Beschwerdegegnerin
vom 2
9.
September 2014
nahm die Lärmempfindlichkeit in der Zeit der Messungen von Mitte Juni (2013) bis am 2
2.
September (2014) stark ab. Auf der linken Seite sei eine hohe Empfindlichkeit bei 250 Hz geblieben.
Die
Beschwerdeführerin
könne inzwischen wieder Geigenunterricht geben. Ein Wiedereinstieg in die Orchestertätigkeit sollte schrittweise erfolgen, um keinen Rückfall zu provozieren, was (bei Arbeits
versu
chen) bereits zwei Mal vorgekommen sei.
Eine berufsbedingte Lärm
schädigung im Sinne der Suva liege hier nicht vor. Es handle sich um eine
Hyperakusis
(
Urk.
9/79/52).
4.1.2
Laut
dem Bericht der Suva, Bereich Physik, Akustik, vom 1
0.
Dezember 2014 zur technischen Beurteilung der beruflichen Lärmbelastung
habe die
Beschwerde
führerin
bei der telefonischen Befragung angegeben, e
s habe sich beim Konzert vom 8.
Juni 2013 um zwei Aufführungen
von
C._
von
I._
direkt nacheinander gehandelt. Sie habe
damals
im Bereich der
zwei
ten
Geige
n
etwa in der Mitte
gespielt
, welche
links im Orchester zwischen d
en ersten
Geige
n
und den Bratschen
platziert gewesen
sei
en
.
Soweit
erinnerlich
, sei das Schlagzeug nicht sehr nahe bei ihr gewesen, sondern die Hörner seien näher gewesen. Im gespielten Musikstück habe das Schlagwerk aber eine bedeutende Rolle und es würden auch sonst vergleichsweise hohe Schallpegel herrschen. Sie habe damals
Elacin
-Gehörschutz mit einem 15er-Filter getragen. Inzwischen habe sie sich neue
Elacin-Otoplasten
anpassen lassen, mit denen sie sich besser geschützt fühle.
Gestützt auf
diese Angaben könne ausgeschlossen werden, dass
die Beschwerdeführerin in der letzten Reihe der zweiten Geigen
und damit direkt vor den Hörnern oder gar dem Schlagzeug gesessen habe. Eine Überschreitung des Arbeitsplatz-Grenzwertes für Impulslärm
(Spitzenschallpegel)
von
135
dB
(C)
und mehr
sowie eines Schallexpositionspegels von 120 dB(A)
könne damit mit grosser Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden.
Der Umstand, dass die
Beschwerdeführerin
für die Anpassung neuer Gehörschutz-
Otoplastiken
dreimal
beim Hörgeräte-Akustiker gewesen sei und sie sich mit diesen deutlich besser geschützt fühle, lege nahe,
dass die Anpassung der im Juni 2013 verwendeten Gehörschutz-
Otoplastiken
nicht optimal gewesen sei
und die Schutzwirkung nicht die vom Hersteller deklarierten Werte erreicht habe
(Urk.
9/57/5-7)
.
Im Suva-Bericht vom 2
1.
Januar 2015
führte Dr.
B._
zu den Audiogrammen von
Dr.
A._
(Urk. 9/79/57-61)
aus,
bei der Erstuntersuchung v
om 1
1.
Juni 2013 habe sich eine minimale beidseitige Hochtoninnenohrsenke bei 6000 Hz von 25 bis 30 dB beidseits sowie
eine leichtgradige angedeutete Hörminderung im Mitteltonfrequenzbereich bei 1000 Hz von 10 bis 15 dB
gezeigt. Im Vergleich zu ihrer gehörschadenprophylaktischen Erstuntersuchung im Audiomobil vom 20. September 2011
(
Urk.
9/57/9)
seien diese
kleinen Hörabnahmen
, welche sich auch in den Verlaufskontrollen in den darauffolgenden Wochen nach dem Konzertauftritt immer noch hätten manifestieren lassen,
als mit grosser Wahr
scheinlichkeit doch hinweisend für eine funktionelle transiente Überlastung des Corti Organs
zu beurteilen.
Aufgrund der ein Jahr später durchgeführten Ver
laufsaudiogramme zeige sich
messtechnisch eine Erholung der Hörschwelle mit kongruente
m
und gleichem Kurvenverlauf wie bei der Audiometrie von 2011
mithin
zwei Jahre vor der betreffenden Konzertaufführung
-
, sodass zum heuti
gen Zeitpunkt keine bleibenden strukturellen Veränderungen im Innenohr beid
seits nachweisbar seien und die heutige
Hörku
r
ve
der
Beschwerdeführerin
der Altersnormkurve soweit entspreche. Die
Beschwerdeführerin
beklage auch keine Hörminderung
mehr und
sie habe auch kein Tinnitus-Leiden durchgemacht
.
Sie
habe
in der schri
ftlichen Befragung vom 2
2.
November 2014 (
Urk.
9/57/12-15) ein Ohrensausen-Leiden verneint; ihre
Gehörüberempfindlichkeit werde dort nicht weiter beschrieben, ausser dass sie im privaten und beruflichen
sich dies
bezüglich massiv eingeschränkt fühle; daher sei die berufliche Tätigkeit bis im Herbst 2014 noch nicht wiederaufgenommen worden. Aufgrund
der fachlich-technischen Beurteilung vom 10. Dezember 2014, wonach von einer chronischen beruflichen Lärmbelastung von gesamthaft 14 Jahren bei einem durchschnittli
chen Belastungspegel von 90 dB im gehörgefährdenden Bereich auszugehen sei, und der dort beschriebenen protektiven Massnahmen sowie aufgrund der verglei
chenden Hörkurven beidseits könne somit eine chronisch berufliche Gehör
schädigung im Sinne einer Ber
ufskrankheit gemäss
Art.
9 Abs.
1 UVG in Verbin
dung mit Art. 14 UVV und Ziff. 2
lit
.
a Anhang
I
zu UVV
ausgeschlossen werden. Denn es sei heute in struktureller Hinsicht keine erhebliche Schädigung des Gehörs mehr objektivierbar und es könne auch keine andere Krankheit nachge
wiesen werden, welche die
Geräusche
über
empfindlichkeit
der
Beschwerdeführe
rin
ausschliesslich oder stark überwiegend durch die berufliche Tätigkeit verursacht haben könnte. Nicht unerwähnt
zu
lassen
sei, dass die
Geräuscheüber
empfindlichkeit
eine stark subjektiv überlagerte Symptomatik sei und keine eigentliche Grundkrankheit darstelle. Sie sei stark von der Tagesdisposition und dem allgemeinen Wohlbefinden (Stress,
Ausgeruhtheit
, psychische Belastungen und Faktoren, welche die Kreislaufsituation zusätzlich beeinflussen) abhängig. Offensichtlich sei sich die
Beschwerdeführerin
dieser Co-Faktoren bewusst und auch
Dr.
A._
habe im E-Mail-Kontakt vom 2
9.
September 2014 bestätigt, dass die
Hyperakusis
ihrer Patientin von ihr nicht als berufsbedingte Lärmschädigung ein
geschätzt werde (Urk. 9/57/1-3).
4.1.3
Im Bericht vom 1
1.
Juni 2015
erklärte
Dr.
A._
, die
Beschwerdeführerin
habe nach dem Konzert vom
9.
(richtig: 8.) Juni 2013 einen Druck auf beiden Ohren beklagt und erklärt, das Gehör sei gedämpft und sie vertrage keinerlei Lärm.
Die G
ehörs
kurve sei damals bei 6000
Hz beidseitig gesenkt gewesen, im Mitteltonbereich ebenso. Es habe sich zudem eine massive Einschränkung der Unbehaglichkeits
schwelle gezeigt. Bis April 2014 sei es zu einer recht guten Verbesserung der Situation gekommen, bei Arbeitsversuchen sei es jedoch zu massiven Rückfällen gekommen.
Es sei seither möglich gewesen, bei einem von drei Musikstücken bei Kammermusikabenden mitzuwirken. Es sei nicht absehbar, dass sie wieder in das Orchester integriert werden könne. Es werde eine Umschulung empfohlen (Urk. 9/50).
4.1.4
Aus dem zweiten Suva-Bericht
von Dr.
B._
vom
27.
August 2015 geht her
vor,
dass
die
Beschwerdeführerin
im Rahmen einer
persönlich
en Befragung
und
U
ntersuch
ung angegeben
habe
,
seit dem Konzert vom
8.
Juni 2013 an einem Druckgefühl in beiden
Ohren zu leiden. Dieses sei kaum beeinflussbar und nehme nach einer 45-minütigen Probe
subjektiv zu, weshalb sie bis jetzt auch keine regelmässige Orchestertätigkeit
habe
aufnehmen können.
Bezüglich ihrer Hör
funktion fühle sie sich nicht eingeschränkt, im Gegenteil höre sie sehr gut, habe kein Ohrgeräusch und leide nur
unter
der übermässigen Geräuschempfindlichkeit. Bei der Untersuchung der alten, anlässlich des Konzerts vom
8.
Juni 2013 ver
wendeten
Otoplasten
habe sich herausgestellt, dass diese einen ungenügenden
Dämmwert
von 15 dB aufgewiesen hätten. Mit den neuen Gehörschutzmitteln, welche
in ihren Messungen
eine Dämmung von 25
respektive 30 dB linear im gesamten Frequenzbereich aufgewiesen hätten, nehme die
Beschwerdeführerin
ein gutes Dämmgefühl und einen satten Sitz war. Es müsse somit davon ausge
gangen werden, dass die
Beschwerdeführerin
bei der Konzertaufführung vom 8. Juni 2013 auf dem rechten Gehör wahrscheinlich bereits nicht mehr optimal geschützt gewesen sei, während auf dem linken Ohr bei einer durchschnittlichen Dämmung von 15 dB keine nachhaltige
akustische
Traumatisierung habe auftre
ten können. In diesem Zusammenhang sei eine erneute Reintonaudiometrie mit Knochenleitung durchgeführt worden, welche
über alle Frequenzen eine beidseits absolut normale altersentsprechende und mit den Messungen von 2011 identi
sche Hörschwelle
gezeigt habe
. Dabei falle auf, dass die
Beschwerdeführerin
eine ganz geringe Schal
l
leitungskomponente in den Mittelfrequenzbereichen aufweise und eine angedeutete Carhart-Senke des Innenohres beidseits, welche auf eine mögliche sklerotische
feinste Veränderung im Bereich
der
Gehörknöchelchenkette
hinweisen könne. Bei der
Tympanometrie
und
Testung
des
Stapediusreflexes
zum Ausschluss einer
otosklerotisch
vorhandenen früheren Veränderung
und zur Beurteilung der Schutzmechanismen des Innenohrs
hätten
sich eine absolut nor
male
Trommelfellcompliance
und gute Mittelohrbelüftung gezeigt. Das Druckge
fühl der
Beschwerdeführerin
sei daher nicht
auf eine organische Belüftungs
störung im Mittelohrbereich zurückzuführen.
Die
Stapediusreflexe
hätten im normalen
überschwelligen
Bereich, auf der rechten Seite bei
90 dB (bei 500 Hz
ipsilateral
) und links bei
85
dB
(bei 2000 Hz), ausgelöst werden können
, was
Schutzmechanismen des afferenten und efferenten auditiven Systems
im norma
len Bereich
nachweise
.
D
ie Prüfung der
otoakustischen
Emissionen de
r Haarzellen im Innenohrbereich beidseits
sei ebenfalls
normal ausgefallen. Hiermit seien die morphologischen und strukturellen organischen Veränderungen im Innenohr
bereich als gut funktionsfähig und unauffällig zu bestätigen. Aus diesem Blick
winkel sei eine unfallursächliche oder durch eine Berufskrankheit entstandene Verletzung im Innenohrbereich der
Beschwerdeführerin
heute auszuschliessen.
Auf die Frage der
Beschwerdeführerin
, wie denn ihre jetzigen subjektiven Druck
gefühle im Gehör respektive das Wattegefühl zu erklären seien, sei nach so einem langen Zeitintervall seit dem akustisch belastenden Moment von vor über zwei Jahren von einer psychosomatisch im Vordergrund stehenden, funktionellen sub
jektiven Verarbeitungsstörung auszugehen. Es sei somit, wie schon in der Beur
teilung vom 2
5.
Januar 2015 festgestellt worden sei, festzuhalten, dass die
Beschwerdeführerin
heute nicht an
einer Berufskrankheit leide und auch kein Hinweis darauf bestehe, dass organisch-strukturell durch das Konzert vom
8.
Juni 2013 ein bleibender Gehörschaden resultiert
habe
. Es werde indes empfohlen, die diagnostischen und therapeutischen Heilkosten administrativ zu übernehmen, da eine vorübergehende
kochleäre
Überlastung aufgrund der passageren Hörschwel
lenveränderungen initial angenommen werden müsse (
Urk.
9/37/1-4).
4.1.5
Im Bericht vom 6.
Juni 2017
teilte
D
r.
A._
der
Beschwerdegegnerin
mit, dass sich das Gehör der
Beschwerdeführerin
nach deren Angaben und gemäss den neuen Messungen deutlich stabilisiert sowie die
Hyperakusis
deutlich abgenommen habe. Das Reintonaudi
o
gramm sei nach wie vor im Normbereich, in den ganz hohen Frequenzen sei das Ergebnis etwas schlechter als vor einem Jahr. Die Unbehaglichkeitsschwelle liege zwischen 75 und 85 dB und sei somit für ein Spielen im Orchester genügend. Sie ertrage auch wieder die Lärmbelastung im Orchester. Es werde daher die Aufnahme der Erwerbstätigkeit in einem 50%igen Pensum empfohlen und
die Durchführung einer Zwischenkontrolle
nach zwei Monaten
, um
zu überprüfen, ob die
Beschwerdeführerin
einer solchen Belastung standhalte
(
Urk.
9/13/1)
.
Im Bericht vom 2
2.
Mai 2018
erklärte
Dr.
A._
zur Konsultation vom
5.
April 2018
,
die
Beschwerdeführerin
erfülle inzwischen seit Oktober 2017 als
Zuzügerin
ein fast volles Pensum im
Y._
Orchester mit freier Platzwahl. Das Reinton
audiogramm sei unverändert im Normalbereich, bis auf 6000 Hz rechts, wo die Hörschwelle bei 25 dB liege. Alle anderen Frequenzen seien besser als 20 dB. Die Unbehaglichkeitsschwelle
liege bei
mindestens 85 bis 100 dB und damit mit einem Beruf
im Orchester verträglich. Es sei angesichts dieser Befunde
unter Belastung
ein volles Arbeitspensum zu befürworten (
Urk.
16).
4.2
4.2.1
Die vorliegenden ärztlichen Beurteilungen der geklagten Ohren- und Gehörbe
schwerden der
Beschwerdeführerin
mit Ohrdruck- und Wattegefühl beidseits
stimmen
insofern
überein
, als alle Fachärzte
eine
Hyperakusis
(übermässige
Geräuscheempfindlichkeit
)
und
für die
Monate nach dem Konzert vom 8.
Juni 2013 eine (im Vergleich zur Alterskurve) geringfügige Hörminderung im
Mittel
tonbereich und im
Bereich ab der Frequenz 6 kHz
feststellten
; dabei
steht ausser
dem fest, dass w
eder ein
Tinnitus
noch andere
Ohrgeräusche
bestanden und
sich
spätestens ab September 2014
eine
(weiter zunehmende)
Besserung der
Hyper
akusis
und
eine Erholung der Hörminderung auf den Stand zwei Jahre vor dem Konzert ein
stellte
n
(
Urk.
3/3,
Urk.
9/13/1, Urk.
9/37/2-3, Urk.
9/50,
Urk.
9/57/1-3,
Urk.
9/57/11,
Urk.
9/79/52,
Urk. 9/79/61).
Insofern stimmen namentlich die Feststellungen in den Suva-Berichten von
Dr.
B._
mit der übrigen Akten
lage überein.
4.2.2
Die
Ausführungen
in den Suva-Berichten
von
Dr.
B._
zur Beeinträchtigung des Gehörs
(
Urk.
9/
37/1-4, Urk.
9/57/1-3)
sind
insbesondere
auch mit dem
(erst
im Gerichtsverfahren vorgelegten)
F._
-Bericht
, visiert
von Prof. Dr.
D._
,
vom 2
6.
November 2013
vereinbar. Denn auch im
F._
-Bericht wurde ein
Abfall der
Hörlinie
im Reintonaudiogramm ab
der Frequenz von
etwa 6 kHz linksbetont
bis 8 kHz beschrieben, was dem von
Dr.
B._
nachvollziehbar kommentierten Bild zum Tonaudiogramm
von
Dr.
A._
vom 11.
Juni 2013 (
Urk.
9/79/61) entspricht
.
Ein Unterschied zu den Tonaudio
gramm
en von
Dr.
A._
und Dr.
B._
besteht lediglich darin, dass
im
F._
zusätzlich
die Frequenzen über 8
kHz getestet wurden und dadurch
zusätzlich der
Abfall der
Hörlinie
zwischen den Frequenzen 12 bis 14 kHz festgestellt
werden konnte
(Urk.
3/3
).
Dieser wurde indes nicht in Beziehung zum damaligen Alter der
Beschwerde
führerin
von
32
Jahren gesetzt, so dass nicht erwiesen ist, dass es sich hierbei um einen
relevanten
pathologischen Hörverlust im
Höchsttonbereich
(für das
betreffende
Alter) handelt, zumal die obere Hörgrenze
mit zunehmendem Alter und in den höchsten Frequenzen
zuerst
abnimmt
(vgl. Suva-Broschüre «Gehör
gefährdender Lärm am Arbeitsplatz», Juni 2018, S. 24;
www.suva.ch/44057.d
).
Die
im
F._
-Bericht aufgeführte
Diagnose einer
sensorineuralen
und damit unwider
ruflichen Schwerhörigkeit
hat sich sodann
insofern als falsch her
ausge
stellt, als die
Beschwerdeführerin
nachweislich
im Mittel- und Hochton
bereich bis 8 kHz
keinen andauernden Hörverlust erlitten hat; ihre
(
Ge
-)Hör
funktion war - bis auf ein initiales Dämpfungs
- und Druck
gefühl - auch aus subjektiver Wahrnehmung nicht eingeschränkt, vielmehr war die Ver
träg
lichkeit von Geräuschen beeinträchtigt (
Urk.
9/37/2, Urk. 9/57/14). Auch die behandelnde Ärztin stellte lediglich eine vorübergehende
minime
Senkung bei 6
kHz und im
Mitteltonbereich beidseits fest und betonte, dass keine Schwerhö
rigkeit
,
sondern eine
Hyperakusis
vorgelegen habe (Urk. 9/50)
.
Nicht massgeblich
zur Beurteilung, ob eine Berufskrankheit vorlag,
sind
ferner
die Feststellungen von
G._
vom 26.
Juni 2014
(
Urk.
9/64/2)
,
da sie keine Ärztin ist und auch sonst über keine
wissenschaftlich
anerkannte Fachausbildung verfügt.
5.
5.1
Ob die beschriebene gesundheitliche Beeinträchtigung eine
arbeitsbeding
te Erkrankung
darstellt, ist zunächst anhand von
Art.
9
Abs.
1 UVG in Verbindung mit
Art.
14 UVV und
Ziff.
2
Anhang
1 zur UVV
zu prüfen
. Von den in
Ziff.
2
Anhang 1 zur UVV aufgeführten Erkrankungen komm
en
hierzu
allein die unter
lit
.
a
(
Erkrankungen durch physikalische Einwirkungen)
dieser Liste aufgeführten
«
erhebliche Schädigungen des Gehörs
»
durch
«
Arbeiten im Lärm
»
in Frage.
Rechtsprechungsgemäss
ist
d
i
e Schwere der Beeinträchtigung
aus praktischen Gründen in Prozenten des Hörverlusts zu umschreiben, wobei die Frage, ab wel
cher prozentualen Grenze ein Hörverlust als erheblich im Sinne der genannten Bestimmung zu qualifizieren ist, sich nicht nach abstrakten medizinischen Krite
rien beantworten lässt; vielmehr kommt es darauf an, ob sich der Gehör
schaden praktisch in erheblicher Weise auswirkt, indem er zu einer anspruchsbegründen
den Erwerbs- oder I
ntegritätseinbusse führt (Urteile des Bun
des
gerichts
U
362/05 vom 6. März 2006
E.
2.1 und U 245/05
vom 1.
Dezember 2005
E.
3.2;
Rumo-Jungo
/Holzer
, Re
chtsprechung des Bundes
gerichts,
Bundesgesetz über die Unfallversicherung
,
4.
Auflage 2012, S. 95
).
Als massgebliche
Erheblichkeitsgrenze
für eine Integritätsentschädigung wurde von der Schweizerischen ORL-Gesellschaft eine
Limite
von 70
%
Hörverlust auf 200
%
Gesamtgehör festgelegt (
Rumo-Jungo
/Holzer
,
a.a.O.
,
S. 95
; vgl. auch Suva-
Tabelle 12 - Integritätsschaden bei Schädigung des Gehörs
).
Im Urteil
U
473/00 vom 2
0.
November 2001
bestätigte das Bundesgericht
etwa
die
Vernei
nung der für die Anerkennung
einer arbeitsbedingten Erkrankung gemäss
Ziff.
2
lit
. a des Anhangs 1 zur UVV vorausgesetzte Erheblichkeit des Gehörschadens
in Bezug auf eine diagnostizierte Hochton-Innenohrschwerhörigkeit mit Hörverlust recht
s von 16,3
%
und links von 28,4
%
(
E.
2b a
m
E
nde
)
.
5.
2
Die
gesundheitlichen
Beeinträchtigungen der
Beschwerdeführerin
, welche sich
nach dem Konzert vom
8.
Juni 2013 vorübergehend eingestellt haben, stellen
keine erhebliche Schädigung des Gehörs
dar
. Hierzu fehlt es einerseits am andau
ernden Hörverlust
an sich
und andererseits
auch an der Erheblichkeit
des
Verlustes.
Denn es wurde lediglich eine
geringe
Hör
minderung
festgestellt, die sich
überdies
wieder
entscheidend
zurückbildete
(Urk.
16)
.
Auch die
zunächst als erheblich beschriebene
Geräuschempfindlichkeit
(
Hyperakusis
)
heilte wieder mass
geblich (Urk. 16)
.
Hinzu kommt, dass
gemäss den
Ausführungen
von Dr.
B._
, welche sich auf entsprechende Untersuchungsergebnisse abstützen und nachvollziehbar begründet sind,
keine
erheblichen strukturell-
organischen Veränderunge
n im Innenohrbereich
, sondern lediglich Hinweise auf
eine
vorübergehende
kochleäre
Überlastung
respektive eine
init
i
al
funktionelle transiente Überlastung des Corti Organs
bestanden
, so dass eine organische Schädigung im Innenohrbereich ausgeschlossen werden konnte (Urk.
9/37/2-3, Urk. 9/57/1-3
).
Auch
in den Berichten von
Dr.
A._
(
Urk. 9/13/1, Urk. 9/50,
Urk.
9
/
79/52,
Urk.
9
/79/81,
Urk.
9
/79/73,
Urk.
9
/83, Urk.
16)
und
Prof.
Dr.
D._
vom
F._
(
Urk.
3/3)
sind
keine solchen
erheblichen
organi
schen Schäden
im Innenohrbereich aufgeführt
.
Damit sind
die
vor
ausgesetzte
Art
und
Schwere der in
Ziff.
2
lit
.
a Anhang 1 zur UVV aufgeführten
Erkrankung
nicht erfüllt
; eine erhebliche Schädigung des Gehörs durch Arbeiten im Lärm im Sinne dieser Bestimmung ist somit auszuschliessen
.
5.3
Eine
Leistungspflicht
der
Beschwerdegegnerin
gestützt auf Art.
9
Abs.
1 UVG
scheidet somit
aus, weil
die
Beschwerdeführerin
unter keiner der in
Ziff.
2 Anhang I zur UVV
genannten ar
beitsbedingten Erkrankungen
leidet
.
Zu prüfen
bleibt
daher das Vorliegen einer Berufskrankheit im Sinne von
Art.
9
Abs.
2 UVG
.
6.
6.1
Gemäss
Art.
9
Abs.
2 UVG gelten als Berufskrankheiten auch andere Krankheiten, von denen nachgewiesen wird, dass sie ausschliesslich oder stark überwiegend durch berufliche Tätigkeit verursacht worden sind. Die Voraussetzung des aus
schliesslichen oder stark überwiegenden Zusammenhangs gemäss
dieser Bestimmung
ist nach ständiger Rechtsprechung erfüllt, wenn die Berufskrankheit mindestens zu 75
%
durch die berufliche Tätigkeit verursacht worden ist.
Die Anerkennung von Beschwerden im Rahmen dieser von der Gerichtspraxis als
«
Generalklausel
»
bezeichneten
Anspruchsgrundlage ist - entsprech
end der in BGE
114 V 109 (E. 3c
) aufgrund der Materialien eingehend dargelegten legisla
to
rischen Absicht, die Grenze zwischen krankenversicherungsrechtlicher Krank
heit und unfallversicherungsrechtlicher Berufskrankheit nicht zu verwässern - an relativ strenge Beweisanforderungen gebunden.
Verlangt wird, dass die versi
cherte Person für eine gewisse Dauer einem typischen Berufsrisiko ausgesetzt ist (BGE 126 V 183 E. 2b).
Im Rahmen von
Art.
9
Abs.
2 UVG ist grundsätzlich in jedem Einzelfall darüber Beweis zu führen, ob die geforderte stark überwiegende (m
ehr als 75%i
ge) bis ausschliessliche berufliche Verursachun
g vorliegt (BGE 126 V 183 E. 4b
). Angesichts des empirischen Charakters der medizinischen Wissen
schaft (BGE 126 V 183 E. 4c) spielt es indessen für den Beweis im Einzelfall eine entscheidende Rolle, ob und inwieweit die Medizin, je nach ihrem Wissensstand in der fraglichen Disziplin,
über die Genese einer Krankheit im Allgemeinen Aus
kunft zu geben oder (noch) nicht zu geben vermag.
Wenn aufgrund medizinischer Forschungsergebnisse ein Erfahrungswert dafür besteht, dass eine berufsbedingte Entstehung eines bestimmten Leidens von seiner Natur her nicht nachgewiesen werden kann, dann schliesst dies den (positiven) Beweis auf qualifizierte Ursäch
lichkeit im Einzelfall aus. Oder
mit andern Worten:
Sofern der Nachweis eines qualifizierten (zumindest stark überwiegenden [Anteil von mindestens 75
%
]) Kausalzusammenhanges nach der medizinischen Empirie allgemein nicht geleistet werden kann, scheidet die Anerkennung im Einzelfall aus.
Dies ist bei
spielsweise der Fall, wenn es
wegen der weiten Verbreitung einer Krankheit in der Gesamtbevölkerung,
ausgeschlossen ist
, dass eine Person
, welche
eine bestimmte versi
cherte Berufstätigkeit ausübt,
zumindest vier Mal häufiger von einem Leiden betroffen ist als die Bevölkerung im Dur
chschnitt.
Sind anderseits die
allgemeinen medizinischen Erkenntnisse mit dem gesetzlichen Erfordernis einer stark überwiegenden (bis ausschliesslichen) Verursachung des Leidens durch eine (bestimmte) berufliche Tätigkeit vereinbar
, besteht Raum für nähere Abklä
rungen zwecks Nachweises des qualifizierten Kausal
zusammen
hanges im
Einzel
fall
(BGE 126 V 183 E. 4c
.; Urteil
des Bundesgericht
s
8C_746/2012 vom 2
9.
Oktober 2012
E.
5
;
zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts 8C_507/2015 vom
6.
Januar 2016 E. 2.2
).
In Bezug auf Art. 9 Abs. 2 UVG muss das relative Erkrankungsrisiko (
das
heisst
im Verhältnis zu nicht in den betreffenden Berufen tätige Personen) aufgrund der
massgeblichen
Formel «
relatives Risiko - 1 / relatives Risiko = ätiologischer Anteil
» mindestens 4 betragen (4
-
1 :
4 = 0,75
oder
75
%;
vgl. Urteil des Bun
des
gerichts U 293/99 vom 11.
Mai 2000 E. 4b
).
6.
2
6.2.1
Soweit die
Beschwerdegegnerin
mit ihren Ausführungen in der Duplik, die vier
jährige Arbeitsunfähigkeit der
Beschwerdeführerin
sei nicht berufsbedingt gewesen und eine lange Arbeitsunfähigkeit könne nicht als vorübergehende Berufskrankheit anerkannt werden, da sonst die UVG-Versicherer für alle Arbei
ter, die eine Pause in ihrem Beruf brauchen würden, aufkommen müssten (
Urk.
20 S. 2), den Standpunkt vertritt, eine nur vorübergehende Erkrankung könne grund
sätzlich keine Berufskrankheit im Sinne von
Art.
9 UVG sein, kann ihr nicht gefolgt werden. Denn
Art.
9 UVG verlangt nicht, dass die Krankheit die Berufs
ausübung ganz und anhaltend verunmöglicht, sondern nur, dass ein (wie hiervor beschriebener qualifizierter) Kausalzusammenhang zwischen dem verursachen
den Stoff/der verursachenden Arbeit respektive der verursachenden beruflichen Tätigkeit und der betreffenden Krankheit besteht. So kann recht
sprechungsge
mäss auch etwa die temporäre Verschlimmerung einer vor
bestehenden Krankheit die Leistungspflicht des Versicherers bis zum voll
ständigen Abklingen der Ver
schlimmerung begründen (in
casu
Ekzembefall
); und bei einem Schubleiden trifft den Unfallversicherer die Leistungspflicht jeweils, wenn und soweit durch eine bei ihm versicherte Tätigkeit neu ein Krank
heitsschub verursacht wird (RKUV 1994 Nr. U 202 S. 274 E.
2c;
Rumo-Jung
o
/Holzer,
a.a.O
, S.
93). Der Umstand, dass die Gehörbeschwerden der
Beschwerdeführerin
zusehends wieder abklangen und die
se
ihre berufliche Tätigkeit als Orchesterviolinistin ab Oktober 2017
wieder aufnehmen
konnte (Ur
k.
16), schliesst somit deren Qualifikation als Berufskrank
heit im Sinne von
Art.
9
Abs.
2 UVG nicht bereits aus
, weshalb dies gleichwohl zu prüfen ist
.
6.2.2
Vor der Beweisprüfung der qualifizierten Kausalität im Einzelfall
ist
zunächst zu klären, ob nach medizinischen Forschungsergebnissen Erfahrungswerte bestehen,
welche
eine berufsbedingte Ent
stehung
der
diagnostizierten
Hyperakusis
und
festgestellten
geringfügige
n
Hörminderung im Mitteltonbereich und im
Bereich ab der Frequenz 6
kHz
durch
die berufliche Tätigkeit der Beschwerdeführerin als Violinistin in einem Orchester
im
Sinne einer qualifizierten Ver
ursachung
(aus
schliesslich oder
stark überwiegende;
≥
75 %)
ausschliessen
.
6.3
6.3
.1
Der
Suva-Bericht zur technischen Beurteilung
der beruflichen Lärmbelastung
vom
1
0.
Dezember
2014
hält fest
,
dass die
Beschwerdeführerin
in den Jahren seit Beginn ihres Studiums als Violinistin einem durchschnittlichen
Jahres-
Lärmexpositionspegel
(L
EX
, 2000 h
)
von 90 dB(A) ausgesetzt war; dies gilt auch in Bezug auf die (hier massgebliche) Zeit der beruflichen Tätigkeit
im
Y._
-Orchester
. Dabei ergebe sich der
L
EX
aus den jeweiligen äquivalenten Mittelungspegeln
L
eq
und den jeweiligen zeitlichen Expositionen einzelner Tätigkei
ten
(
Urk.
9/57/5-7).
Auch wenn es sich dabei nicht um eine allgemein-wissenschaftliche Studie, sondern
letztlich
um eine Einzelfallanalyse handelt, steht damit fest,
dass
es sich bei der
beruflichen Tätigkeit
der Beschwerdeführerin
,
einer Orchesterviolinistin
,
um
eine solche
handelt,
bei der grundsätzlich ein gehörgefährdender Dauerlärm besteht
(vgl. auch Urteil des Bundesgerichts U
245/05
vom 1.
Dezember 2005
E. 3.6
)
.
D
enn
derselbe Wert
von
L
EX
90 dB(A) ist auch der Schallpegeltabelle der Suva, Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz, Bereich Physik, für Geiger als Orchestermusiker und den Lärmpegel am Arbeits
platz von Violinen-Musiker
n
im Sinfonie-Orchester (Konzert, Oper, Proben) zu entnehmen
.
Gemäss dem im Suva-Bericht
vom 1
0.
Dezember 2014 zitierten
For
mular
Akustische Grenz- und Richtwerte
(
86048.d - 08.2019
)
beträgt der Grenz
wert am Arbeitsplatz für Dauerlärm
zudem
85
dB(A), ab welchem Wert eine Pflicht zum Tragen von Gehörschutzmitteln besteht, welche der Arbeitgeber durchsetzen muss
(
www.suva.ch/waswo/86048.d
;
vgl.
Art.
82 UVG,
Art.
22 der
Verordnung
3 zum Arbeitsgesetz
, ArGV 3
).
Als
gehörgefährdend
gilt
dabei
eine
Belastung von
L
eq
88 dB
(A) und mehr, während 85 - 87 dB im Grenzbereich der Gehörgefährdung liegen
(vgl. Urteil des Bundesgerichts
U
245/05
vom 1.
Dezember 2005
E. 3.2)
.
Dieser Grenzbereich
wird
im Beruf einer Orchester
violinistin überschritten.
Mit dem Suva-Bericht
vom
10.
Dezember 2014 ist ferner belegt
, dass die
Beschwerdeführerin
für eine
bestimmte
Dauer
- im Rahmen ihrer Anstellung im
Y._
-Orchester
von
rund 8 Jahren (
Urk.
9/57/5-7) -
dem insofern
typischen Berufsrisiko ausgesetzt
war (vgl. BGE 126 V 183 E. 2b). Allerdings
ist damit noch nicht gesagt
, worin dieses typische
Berufsrisiko
in Bezug auf die Gesundheit
im Einzelnen
besteht
und ob
namentlich
eine
(
temporäre
)
Hyperakusis
mit ge
ringer
Hörminderung im Mittel
- und Hochtonbereich
qualifiziert (mindestens zu 75
%
) durch eine solche Orchestertätigkeit
verursacht
werden kann.
6.
3.2
In den
medizinischen Suva-Bericht
en
von
Dr.
B._
(
Urk.
9/37/1-4, Urk. 9/57/1-3) finden sich keine Angaben zum Vorliegen von epidemiologischen Studien und zu
allgemeine
n
medizinische
n
Erkenntnisse
n
zu
dieser Frage. Dr.
B._
nahm
darin
in erster Linie
zur Frage der Ber
ufskrankheit nach Art. 9 Abs.
1
UVG Stellung.
Bezüglich
Art.
9
Abs.
2 UVG
erklärte
sie
im Bericht vom 21.
Januar 2015
ohne Weiteres
, dass
k
eine andere Krankheit nachgewiesen wer
den könne, welche ausschliesslich oder stark
überwiegend durch die berufliche Tätigkeit die
Geräusche
über
empfindlichkeit
der
Beschwerdeführerin
verursacht haben könnte
. Dabei stellte si
e sich
auf den Standpunkt, dass die
Geräuscheüber
empfindlichkeit
keine eigentliche Grunderkrankung darstelle und eine stark sub
jektiv überlagerte Symptomatik sei, die stark von der Tagesdisposition und dem allgemeinen Wohlbefinden abhängig sei
(Urk. 9/57/3)
. Damit ist indes nicht bereits nach
allgemeine
n
medizinische
n
Erkenntnisse
n ausgeschlossen, dass im Einzelfall die qualifizierte Kausalität der vorübergehenden geringen Hörminde
rung und der
Hyperakusis
durch die berufliche Tätigkeit als Orchestermusikerin nachgewiesen werden kann, zumal Dr.
B._
nicht weiter erläuterte, was sie mit
«
eigentlicher Grunderkrankung
»
meinte
und weshalb sie der
Hyperakusis
mit vorübergehenden Hörminderung
diese Eigenschaft absprach.
Auch im
Bericht vom 2
7.
August 2015
(
Urk.
9/37/1-4)
schloss
Dr.
B._
in erster Linie eine (berufsbedingte) organische Verletzung im Innenohrbereich aus und machte keine Angaben zum Vorliegen
oder Fehlen
von epidemiologischen Studien
sowie
allgemeine
n
medizinische
n
Erkenntnisse
n zum Vorkommen der
Hyperakusis
mi
t vorübergehender Hörminderung
in der Gesamtbevölkerung und bei Berufsmusikern.
Als Erklärung für das (weiter vorhandene) Druck- und Wattegefühl im Gehör
verwies sie
lediglich
mangels objektivierbarer andauernder Schädigung des Gehörs
auf eine psychosomatisch bedingte, funktionelle subjek
tive Verarbeitungsstörung
,
dies
jedoch
ohne
eine fachliche
Abklärung der kon
kreten Umstände
und
allfälliger psychosozialer Belastungsfaktoren der
Beschwer
deführerin
in der Zeit des Konzerts vom 8. Juni 2013 und danach
vornehmen zu lassen
(Urk.
9/37/3)
.
Andererseits stellte sie fest, dass eine vorübergehende
koch
leäre
Überlastung
respektive eine
funktionelle transiente Überlastung des Corti Organs
aufgrund der passageren Hörschwellenveränderung initial angenommen werden müsse (
Urk.
9/37/3
, Urk. 9/57/2
). Damit räumte sie jedoch selbst ein, dass die Gehörbeschwerden der
Beschwerdeführerin
nicht ausschliesslich psychoso
matisch bedingt waren, wobei sie zur Gewichtung
der beruflichen Faktoren
einerseits und
allfälliger übriger
Faktoren andererseits mit Bezug auf die qualifi
zierte Kausalität keine
nachvollziehbare
Begründung
abgab.
Damit ist weder ausgeschlossen, dass nach
allgemeine
n
medizinische
n
Erkenntnisse
n eine
Hyperakusis
mit vorübergehender Hörminderung aus
schliess
lich oder stark überwiegend eine Folge des beruflichen Dauerlärms
bei einer Berufsviolinistin
sein kann, noch
,
dass im Einzelfall unter Berücksichtigung der konkreten Umstände
(wie Dauer und Umfang der Tätigkeit als Berufs
musikerin, [nicht ideal sitzender]
Ohrschutz, allfällige psychosoziale Belastungs
faktoren, psychische Verfassung)
ein qualifizierter Kausalzusammenhang bestand.
Beide Berichte
von
Dr.
B._
genügen
damit
zur Klärung der
nach
Art.
9
Abs.
2 UVG
massgeblichen Fragen
nicht
.
Auch den übrigen vorliegenden medi
zinischen Berichten sind hierzu
keine
ausreichende
n
Angaben zu entnehmen.
6.
4
6.4.1
Im Urteil des Sozialversicherungsgericht UV.
2005.00145 vom 2
3.
Februar 2006
wurde in einem
teilweise vergleichbaren
Fall
einer Cellistin, welche nach lauten Proben und Konzerten wiederholt an nicht objektivierbaren Ohrenschmerzen und
Hyperakusis
mit vegetativer Entgleisung ohne Hörminderung litt,
festgehalten,
die Tatsache, dass bei der Versicherten kein eigentlicher Hörverlust vorliege,
spreche
nicht gegen das Vorliegen einer
Hyperakusis
.
Nach
Nelting
könne
eine
Hyperakusis
mit verschiedenen anderen definierten Krankheiten, jedoch auch als eigenes Krankheitsbild auftreten
(
vgl. Manfred
Nelting
,
Hyperakusis
, Georg Thieme Verlag, Stuttgart, New York 2003, S.
6 ff.
)
. Des Weiteren sei das Krank
heitsbild von den Fachärzten als
Hyperakusis
erkannt worden, es sei
behandlung
bedürftig
gewesen und habe einen Arbeitsausfall bewirkt (E. 5.4.1).
Wie sich aus der
aufgeführten
medizinischen Literatur
ergebe
,
sei
nach dem heutigen Wissens
stand eine
Hyperakusis
auf einen Gesamtprozess verschiedener Komponenten zurückzuführen, die interagieren
würden
, darunter zusammengefasst somatische, psychofunktionelle und umweltbedingte Faktoren (
Nelting
, a.a.O., S. 9).
Nach den Angaben des (dort vom Unfallversicherer beauftragten Gutachters) würden bis
lang keine gesicherten epidemiologischen Angaben zum Vorkommen der
Hyper
akusis
, weder bezogen auf die Gesamtbevölkerung, noch auf die Gruppe der pro
fessionellen Orchestermusiker bestehen. Das Sozialversicherungsgericht schloss daraus, dass damit aber auch keine medizinischen Erhebungen existieren würden, die den Nachweis eines qualifizierten Kausalzusammenhanges zwischen der Berufsgattung Orchestermusiker und der
Hyperakusis
und damit eine Aner
kennung im Einzelfall
ausschliessen
würden (BGE 116 V
136
E. 5c). Der Gutachter habe festgehalten, dass sich die meisten Tinnitus-Fachleute über ein gehäuftes Vorkommen des fraglichen Leidens bei Musikern einig seien. Damit habe er aus seinem reichen Fundus als Facharzt solcher Leiden auf eine medizinische Erfahrung hingewiesen, die mit einer stark überwiegenden Verursachung des Leidens durch eine berufliche Tätigkeit vereinbar sei, so dass nach der Rechtspre
chung Raum für nähere Abklärungen zum Nachweis des qualifizierten Kausalzu
sammenhanges im Einzelfall bleibe (BGE 126 V
18
3 E. 4c). Dass ohne eine
Statistik, die den Beweis eines viermal häufigeren Vorkommens der
Hyperakusis
bei Orchestermusikern im Vergleic
h zur Normalbevölkerung erbringe
, der quali
fizierte Kausalzusammenhang im Einzelfall zum
v
ornherein nicht erstellt werden
könne
,
werde
dabei nicht verlangt und
könne
nicht entscheidend sein (E. 5.4.2).
Aufgrund des auf medizinischer Erfahrung beruhenden Hinweises des
Gutachters
auf eine stark überwiegende Verursachung des Leidens durch
die berufliche Tätigkeit bestehe
Anlass für nähere Abklärungen zum Nachweis des qualifizierten Kausalzusammenhangs im Einzelfall. Angesichts der multifaktoriellen Genese der
Hyperakusis
und des Fehlens von Erhebungen zu den weiteren Aspekten, insbe
sondere allfälliger ps
ychosozialer Belastungsfaktoren,
wies das Sozialver
siche
rung
sgericht
die Sache
schliesslich
an den Unfallversicherer zur umfassenden
psychosomatisch
en
und
otologisch
-audiologisch
en
Abklärung
unter Mitberück
sichtigung der von der
Suva
erhobenen Messungen von Schall
belastungen von Orchestermusikern zurück
(E. 5.4.3; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts U 189/06 vom 2
6.
Februar
2007, mit welchem die Beschwerde gegen das zitierte kantonale Urteil abgewiesen wurde.).
6.4.2
Diese Erwägungen im Urteil
UV.2005.00145 vom 2
3.
Februar 2006
sind
im Ergebnis
auch
richtungsweisend
für den
vorliegenden Fall
, bei welchem ebenfalls die
fachärztlich diagnostizierte
Hyperakusis
(hier sogar mit ausgewiesener mehr
monatiger Hörminderung)
zur
Behandlungsbedürftigkeit und zur
Arbeitsunfähig
keit
geführt hat
und ebenfalls eine berufliche Tätigkeit als Orchestermusikerin
massgeblich
ist, bei welcher die
Langzeitschallbelastung als
grundsätzlich
gehör
gefährdend
gilt
.
S
oweit ersichtlich
liegt
zudem
noch immer
keine Studie
vor
, wel
che eine qualifiziert
e
Verursachung der
Hyperakusis
durch den Beruf als Orchester
violinistin
ausschliesst
.
Ferner weisen auch
die Ausführungen von Dr.
B._
auf die multifaktorielle Genese der
Hyperakusis
hin, wobei hier nicht geklärt ist, ob die beruflichen Faktoren im Verhältnis zu den übrigen in Frage kommenden Faktoren
ausschliesslich
oder stark überwiegend ins Gewicht fallen.
Hier fehlt es
mithin
zum einen
an einer nachvollziehbar begründeten
fachärztli
chen Aussage dazu, ob mittlerweile eine allgemeine medizinische Erkenntnis zur qualifizierte
n
Verursachung einer (vorübergehenden, aber mehrjährigen
)
Hyper
akusis
mit vorübergehender mehrmonatige
r
Hörminderung
(
ohne bleibenden Gehörschaden)
durch die Tätigkeit als Berufsmusiker
in
, namentlich Orchester
violinistin, vorliegt
. Zum anderen
- sofern eine solche, die Leistungspflicht gege
benenfalls
ausschliessende
Erkenntnis nach wie vor fehlt -
ist zu klären, ob und inwiefern im Einzelfall
die
beruflichen und/oder die
übrigen denkbaren Faktoren
(namentlich
Dauer und Umfang
der Tätigkeit als Violinistin, [nicht ideal sitzen
der] Ohrschutz, allfällige psychosoziale Belastungsfaktoren,
beruflich
e
s
und familiäre
s
Umfeld,
psychische Verfassung
, je spätestens ab Juni 2013
)
qualifiziert ins Gewicht fallen.
6.5
Nach dem Gesagten kann die Leistungspflicht der
Beschwerdegegnerin
bezüglich der Ohr- und Gehörbeschwerden der
Beschwerdeführerin
ab
dem 8.
Juni 2013 und insbesondere die Frage, ob eine Berufskrankheit nach
Art.
9
Abs.
2 UVG vor
liegt, nicht abschliessend beurteilt werden
. Die Sache ist an die Beschwerde
gegnerin zur umfassenden fachspezifischen psychosomatischen und
otologisch
-audiologischen Abklärung zurückzuweisen. Dabei sind auch die erwähnten, von der Suva erhobenen Schallbelastungen von Orchestermusikern und Berufs
violinisten zu berücksichtigen.
Die Beschwerde ist folglich in dem Sinne
gutzuheissen
, dass der
Ein
sprache
ent
scheid
vom
2.
November
2017 aufzuheben und die Sache zur ergänzenden Abklärung im Sinne der Erwägungen und erneutem Entscheid über den Leistungsanspruch
der
Beschwerdeführerin
bezüglich der gesundheitlichen Beein
trächtigungen
der Ohren
und des Gehörs
a
b dem 8.
Juni 2013 zurückzu
weisen
ist
.
7.
Der
Beschwerdeführer
in
steht
ausgangsgemäss
eine Prozessentschädigu
ng zu, welche nach
Art.
61
lit
.
g ATSG in Verbindung mit
§
34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeu
tung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitauf
wand und den Barauslagen auf Fr
.
3'000.
-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen ist.