Decision ID: e35b526c-e036-4c49-a434-4f8e5c855c0a
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1952, ist seit 1988 als Rechtsanwalt selbständig erwerbs
tä
tig (
Urk.
6/3/4). Unter Hinweis auf eine Epilepsie und kognitive Stö
rungen meldete er sich am 1
2.
November 2013 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/3). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab,
und ver
anlasste ein neurologisches Fachgutachten, welches am
3.
Dezember 2014 erstattet wurde (
Urk.
6/42
/1-35
).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/55-59)
verneinte
die IV
Stelle
mit Verfügung vom 2
5.
Juni 2015
(
Urk.
6/60 =
Urk.
2) einen Renten
anspruch.
2.
Der Versicherte erhob am 1
3.
Juli 2015 Beschwerde gegen die Verfügung vom 2
5.
Juni 2015 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihm mit Wirkung ab
1.
Mai 2014 eine ganze
Invalidenrente
zuzusprechen (
Urk.
1 S. 2). Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerde
antwort vom
8.
September 2015 (Urk. 5) die Abweisung der Beschwerde. Am 1
9.
Februar 2016 reichte der Beschwerdeführer
eine
Replik (
Urk.
16) ein. Mit
Schreiben vom
3.
März 2016 (Urk. 22) verzichtete die Beschwerdegegnerin auf
eine
Duplik
. Mit Verfügung vom 1
7.
März 2016 (
Urk.
23) wurde die Pensionskasse Schweizerischer Anwaltsverband (PK SAV) zum Prozess beigeladen.
Mit Eingabe vom 2
5.
Mai 2016 (
Urk.
30) nahm diese Stellung, was
den Parteien
am 2
6.
Mai 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 32).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine
Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Für die Ermittlung des
Valideneinkommens
von selbständig erwerbstätig gewe
se
nen Personen, das der Bestimmung des Invaliditätsgrades nach Art. 16 ATSG zugrunde zu legen ist, sollten in erster Linie die aus dem Auszug aus dem Individuellen Konto (IK) ersichtlichen Löhne herangezogen werden. Weist das bis Eintritt der Invalidität erzielte Einkommen starke und verhältnismässig kurzfristig in Erscheinung getretene Schwankungen auf, ist dabei auf den während einer längeren Zeitspanne erzielten Durchschnittsverdienst abzustellen (Urteil des Bundesgerichts 8C_626/2011 vom 29. März 2012 E. 3, E. 4.1 f.).
1.5
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-er
werblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret
steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhe
bungen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging
in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) g
estützt auf die medizinischen Abklärungen – insbesondere gestützt auf das neurologi
sche Gutachten (
Urk.
6/42/1-35) – davon aus, dass der Beschwerdeführer in sei
ner bisherigen optimal angepassten Tätigkeit als Rechtsanwalt mit eigener Kanzlei ab November 2009 zu 30
%
, ab Januar 2013 zu 50
%
und ab November 2014 zu 55
%
arbeitsunfähig sei. In angepasster Tätigkeit sei keine höhere Arbeitsfähigkeit zu erwarten.
Sie ging von einem
auf dem Durchschnitt ver
schiedener Geschäftsjahre basierenden
Valideneinkommen
aus.
Betreffend
Invalideneinkommen
verwies
sie
auf
die im Abklärungsbericht für
Selbständi
g
erwerbende
angestellten Berechnungen
.
2.2
Demgegenüber vertrat der Beschwerdeführer aus nä
her genannten Gründen (Urk. 1
Ziff.
5
-6
) den Standpunkt, dass zur Bestimmung des
Valideneinkommen
nicht
auf den Durchschnittswert der Geschäftsj
ahre 2004 bis 2008
abgestellt werden
solle, sondern
auf
das Einkommen vor Eintritt des Ges
undheitsschaden
s
im Jahr 200
8.
Der
Berechnung des
Invalideneinkommen
s
soll
t
e
n
aus näher genannten Gründen (Urk. 1
S. 4 f.
)
die Einkommenszahlen für die Jahre ab 2013
zugrunde gelegt werden
.
2.3
Die Beigeladene hielt aus näher genannten Gründen (Urk. 30) fest, dass das Ein
kommen des Beschwerdeführers krankheitsfremden Schwankungen unterlegen sei, weshalb auf das von der Beschwerdegegnerin ermittelte
Valideneinkommen
abgestellt werden könne. Bei der Ermittlung des Invalideneinkommens könne nicht auf die Geschäftsabschlüsse abgestellt werden, da der Beschwerd
eführer
seine zumutbare Restarbeitsfähigkeit bei weitem nicht umgesetzt habe.
Der Beschwerdeführer habe - wenn überhaupt - höchstens Anspruch auf eine halbe Rente.
2.
4
Strittig und zu prüfen ist der Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers.
3.
3.1
Am 2
4.
Juli 2012 wurde nach neuropsychologischer Untersuchung durch
Fach
personen
des
Y._
die Diagnose von partiellen exekutiven Beeinträchtigung
en bei einem ansonsten unauffälligen neuropsy
chologischen Profil und einem durchschnittlichen bis überdurchschnittlichen kognitiven Leistungsniveau (ICD-10 F07.8)
genannt (
Urk.
6/17/6-10 S. 6).
Die festgestellten Defizite und Leistungseinschränkungen in der kognitiv sehr kom
plexen und anspruchsvollen Tätigkeit als Anwalt dürften sich in der Aus
führung und in der Produktivität erheblich einschränkend auswirken. Dadurch erleide der Beschwerdeführer infolge Epilepsie in seinem Beruf eine deutliche Erwerbseinbusse (S. 9).
3.2
Dr.
med. Z._
, Facharzt für Neurologie,
Y._
, führte im Bericht vom 2
6.
Februar 2014 (Urk. 6/17/1-5) die folgenden Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(S. 1 Ziff. 1
.1
)
auf
:
Epilepsie unklarer Ätiologie mit rasch generalisierten Anfällen
bei am ehesten einer Frontallappenepilepsie
partielle exekutive Defizite bei einem ansonsten unauffälligen neuropsy
chologischen Profil und einem durchschnittlichen bis überdurchschnitt
lichen kognitiven Leistungsniveau (ICD-10 F07.8)
Verdacht auf leicht bis mässig ausgeprägte obstruktive Schlafapnoe mit Tagesmüdigkeit
Sodann führte er die folgende Diagnose ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit auf (S. 1 Ziff. 1.1):
Status nach Schulter-
Totalarthroplastik
rechts am 1
0.
April 2013 bei anfallsbedingter Ruptur der
Supraspinatus
- und
Subscapularissehne
rechts am 3
0.
Juli 2003 sowie ebenfalls anfallsbedingten
Schu
lterluxa
tion
am 2
3.
Januar 2006
Dr.
Z._
führte aus, dass er den Beschwerdeführer seit 2008 behandle
(S. 2 Ziff. 1.2)
.
Für die bisherige Tätigkeit als Rechtsanwalt bestehe seit Anfang 2013 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit
(S. 4 Ziff. 1.6)
. Nach Angaben des Beschwerde
führers sei die bisherige Tätigkeit 4-5 Stunden pro Tag zumutbar
(S. 4 Ziff. 1.7)
.
3.3
Am 1
1.
November 2014 erfolgte die von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebene Begutachtung des Beschwerdeführers in der
A._
durch
Prof.
Dr.
med. B._
,
Facharzt für Neurologie sowie Psychiatrie und Psy
chotherapie
.
Dr.
B._
erstattete
sein
Gutachten am
3.
Dezember 2014 (
Urk.
6/42
/1-35
) gestützt auf
die Akten, die
neurologische
Un
tersuchung des Beschwerdeführers vom 1
1.
November 2014
sowie die aktuellen Klassifi
kationen zur Diagnostik neurologischer Erkrankungen gemäss ICD-10 und die jeweiligen Therapieempfehlungen gemäss AWMF (
Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen M
edizinischen Fachgesellschaften) Leitlinien.
Der
Gutachter nannte folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S.
30
lit
. E 1
):
Epilepsie unklarer Ätiologie mit generalisierten Anfällen; am ehesten Frontallappenepilepsie
mittelschwere kognitive Funktionsstörungen mit im Vordergrund ste
hen
den exekutiven Defiziten und verbal-episodischen Lern- und Gedächtnisstörungen bei Verdacht auf hirnorganischen
neurodegenera
tiven
Prozess; zum Beispiel Demenz
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannte
er
einen
Status nach mehrfachen Schulterverletzungen beiderseits infolge epileptischer Anfälle und
einen
Status nach Schulter-
Totalarthroplastik
rechts am 1
0.
April 2013 bei anfallsbedingter Ruptur der
Supraspinatus
- und
Subscapularissehne
rechts am 3
0.
Juli 2013 sowie ebenfalls anfallsbedingte
r
Schulterluxation am 2
3.
Januar 2006 ohne neurologische Fähigkeitsstörungen (
S. 30
lit
.
E 2
)
.
D
er
G
utachter
führte aus, dass aktuell von einer mittel- bis langfristigen Arbeits
unfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit von 50
%
bis 60
%
bezo
gen auf ein Vollpensum auszugehen sei.
Im bisherigen Verlauf der Störung sei davon auszugehen, dass für den Zeitraum von November 2009 bis Dezember 2012 eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit vorlag. Im Zeitraum Januar 2013 bis Oktober 2014 sei der Schweregrad der neuropsychologischen Fähigkeits
störungen mit 50
%
zu taxie
ren und ab November 2014 mit 50
-60
%
.
Die Tätigkeit als Rechtsanwalt in eigener Kanzlei sei als optimal angepasst zu bezeichnen, da der Beschwerdeführer dort auf ein umfangreiches berufliches Wissen zurückgreifen könne, und Aufgaben, welche ihm besondere Mühe bereiten, an seine Angestellten delegieren könne (
S. 30 f.
lit
.
F)
.
3.4
Am
2
8.
November 2014
erstattete Dipl. Psych. C._
, Fachpsychologin für Neuropsychologie FSP, gestützt auf die Akten und eine ausführliche Explo
ration und neuropsychologische Untersuchung des Beschwerdeführers vom 1
1.
November 2014 ein neuropsychologisches Teilgutachten (Urk. 6/42/36-45).
Die Gutachterin nannte die Diagnose einer mittelschweren kognitiven Funktions
störung mit im Vordergrund stehenden exekutiven Defiziten und ver
bal-episodischen Lern- und Gedächtnisstörungen (S. 42
unten
).
Die Angab
e
des Beschwerdeführers, dass er aktuell seine Arbeitstätigkeit als Rechtsanwalt nur mit Unterstützung ausüben könne,
sei mit dem Profil der kognitiven Defizite gut zu vereinbaren.
Die Arbeitsfähigkeit sei aktuell zwischen 40
%
und 50
%
einzuschätzen
(S. 43 oben)
.
Von November 2009 bis Dezember 2012 habe eine Arbeitsunfähigkeit von 30
%
, von Januar 2013 bis November
2014 von 50
%
und seit November 2014 eine solche von 50
%
bis 60
%
bestan
den (S. 44 unten).
3.5
Gemäss Feststellungsblatt vom
5.
Mai 2015 (
Urk.
6/54) gab
PD
Dr.
med. univ. D._
, Facharzt für Neurologie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), in seiner Stellungnahme vom 1
3.
Januar 2015 an,
dass auf das neurologisch-neu
ropsychologische Gutachten von
Dr.
B._
und Dipl. Psych.
C._
abgestellt werden könne (S. 6 unten).
4.
4.1
Der Beschwerdeführer ist seit 1988 als Rechtsanwalt selbständig erwerbstätig (
Urk.
6/3/4). Unbestritten und gemäss vorliegender Aktenlage ausgewiesen ist, dass er an Epilepsie und mittelschweren kognitiven Funktionsstörungen (nähe
res vorstehend E. 3.
1 f.
) leidet
, weshalb für den Zeitraum von November 2009 bis Dezember 2012 eine 30%ige, von Januar 2013 bis Oktober 2014 eine 50%ige und ab November 2014 eine 55%ige (50-60
%
) Arbeitsunfähigkeit vor
lag. Ebenfalls unbestritten ist
, dass die Tätigkeit als Rechtsanwalt als optimal angepasst gilt.
4.2
Zu prüfen bleibt damit die Ermittlung des Invaliditätsgrades anhand eines
Ein
kommen
svergleich
s
.
Für die Vornahme des Einkommensvergleichs ist grundsätzlich auf die Gege
ben
heiten im Zeitpunkt des hypothetischen Rentenbeginns abzustellen (BGE 129 V 222 E. 4.3.1).
Ein Rentenanspruch
besteht
gemäss
Art.
29
Abs.
1 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des
Leistungs
anspruchs
,
mithin der Anmeldung bei der Beschwerdegegnerin am 1
2.
November 2013 (vgl.
Urk.
6/3)
. Ein allfälliger Rentenanspruch des Beschwerdeführers würde frühestens ab
1.
Mai 2014 bestehen.
Der
Einkom
mensvergleich
ist somit auf 2014 zu beziehen.
4.
3
D
ie Beschwerdegegnerin
berechnete den Invaliditätsgrad
anhand eines
Einkom
mensvergleichs
. Das
Valideneinkommen
ermittelte sie gestützt auf den durch
schnittlichen Betriebsgewinn von 2004 bis 2008 zuz
üglich AHV-Beiträge und Honorar der
E._
. Das Invalideneinkommen berechnete sie
, indem sie vom
Valideneinkommen
den
Mehraufwand an Personalkosten für den
Beizug
einer internen Anwältin
und
Lohnkosten für gemeinsame Auftritte wie Sitzungen und Besprechungen
subtrahierte
sowie
das Honorar
der
E._
addierte
.
Sie
errechnete so einen nicht rentenbegründenden Invaliditätsgrad von 35.05
%
bei einer Arbeitsunfähigkeit von 50
%
und einen solchen von 38.34
%
bei einer Arbeitsunfähigkeit von 55
%
(
Urk.
6/54/8).
4.
4
Der Beschwerdeführer
macht geltend,
es sei das
Valideneinkommen
nicht als Durchschnittswert zu definieren, sondern ausgehend
vom Einkommen für das Jahr 200
8.
Bei der Bestimmung des
Valideneinkommens
sei gemäss Rechtspre
chung des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich grundsätzlich beim letzten vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielten angepassten Verdienst anzuknüpfen. Lediglich wenn das bis zum Eintritt der Invalidität erzielte Ein
kommen Schwankungen aufweise, sei auf den Durchschnittsverdienst der letzten Jahre abzustellen (
Urk.
6/58
Ziff.
1).
4.
5
Wie die Beschwerdegegnerin richtig feststellt
e
, richtet sich der Beschwerde
führer kein festgelegtes Gehalt aus, sondern es gilt der in den Geschäftsab
schlüssen ausgewiesene Betriebsgewinn als Einkommen. Sie
ging
zu Recht davon aus, dass
solche
Einkommen aufgrund
unterschiedlichen Arbeitsanfalls
, Auftragslage etc. schon bei Gesundheit Sch
wankungen unterliegen. Dem muss wohl auch der Beschwerdeführer zustimmen, wenn er an anderer Stelle aus
führt, dass ein Teil der Honorareingänge nicht im betreffenden Jahr erwirt
schaftet worden seien (Urk. 12)
, die Höhe des Betriebsgewinnes somit unter anderem auch vom Zeitpunkt von Honorareingängen abhängig ist. Die Berück
sichtigung eines einzelnen Geschäftsjahres wäre
folglich
zu einseitig. Es ist des
halb auf den Durchschnitt von in verschiedenen Jahren erzielten
Einkommen
abzustellen.
Zu berücksichtigen sind
die Jahre vor Eintritt des
Gesundheits
schadens
im Jahr 200
9.
Dem Einwand
des Beschwerdeführers, dass sich ab dem Jahr 2009 eine Verschlechterung eingestellt habe,
ist hinreichend Rechnung getragen, indem
die Beschwerdegegnerin ihren Berechnungen den
von 2004
bis 2008
und nicht
den darüber hinaus
erzielten Durchschnitt zu Grunde gelegt
hat
.
4.
6
Für die Ermittlung des
Valideneinkommens
sind vorliegend
die aus dem Auszug aus dem Individuellen Konto (IK
-Auszug
) ersichtlichen Löhne
heranzuziehen
(
Urk.
6/10)
, unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung
(
Bundesamt für Statistik
,
www.bsf.admin.ch
, T39 Entwicklung der Nominallöhne 1976-2015, Inde
x
Basis 1939, Männer
)
. Daraus resultieren die folgenden Einkommen:
Jahr
Einkommen in Fr.
Total in Fr.
Index alt
Betrag 2014 (Index: 2‘220) in Fr.
2004
2‘500
5‘000
5‘322
274‘100
1‘597
5‘322
293‘841
1
‘
975
330‘292
2005
5‘000
5‘322
327‘700
3‘991
342‘013
1‘992
381‘159
2006
5‘322
362‘000
367‘322
2
‘
014
404‘893
2007
5‘322
438‘300
443‘622
2
‘
047
481‘114
2008
5‘322
476‘300
481‘622
2
‘
092
511‘090
Das d
urchschnittliche der Nominallohnentwicklung angepasste
Ei
nkommen 2004 bis 2008 beträgt
rund
Fr. 421‘710.--
(
Fr.
2‘108‘548.
-- :
5).
Unter Berück
sichtigung der
AHV-Beiträge von 9.7
%
in der Höhe von Fr. 40‘906.-- ergibt sich ein
Valid
eneinkommen
von
rund
Fr.
462‘61
5
.
--
.
4.
7
Die Beschwerdegegnerin ging bei ihrer Berechnung des
Invalideneinkommen
s
davon aus, dass der Beschwerdeführer mit höheren Personalkosten dasselbe
E
inkommen erzielen könne wie vor Eintritt des Gesundheitsschadens.
Dabei verkennt sie,
dass die angestellte Rechtsanwältin den Beschwerdeführer nicht
im angenommenen
Ausmass entlasten kann.
So erzielt der Beschwerdeführer als Partner einen anderen Stundenansatz und wird von den Klienten wohl spezi
fisch für sein eigenes Tätigwerden beauftragt.
Zudem sind die Tätigkeiten, wel
che die Beschwerdegegnerin als noch zumutbar und dadurch geeignet erachtet, den gesundheitsbedingten Mehraufwand auszugleichen (Erledigung von Büro- und sonstigen administrativen Arbeiten), für einen Anwalt grundsätzlich nicht verrechenbar.
Schliesslich leidet auch die Akquisition, da der Beschwerdeführer nicht mehr mit der gleichen Regelmässigkeit wie früher an Veranstaltungen mit potentiellen Kunden teilnehmen
kann
und es
vor
kommt, dass er ein Mandat generell ablehnen oder es einem seiner Geschäftspartner übergeben muss.
Auf die Berechnung der Beschwerdegegnerin kann deshalb nicht abgestellt werden.
4.
8
Es stellt sich als erstes
die Frage, ob auf die
Geschäftsabschlüsse abgestellt wer
den kann.
Gemäss den Geschäftsabschlüssen resultierten
in den Jahren
2009 bis 2014
die folgenden Gewinne beziehungsweise Verluste (Urk. 6/53/7, Urk.
13/2)
:
Jahr
rund Fr.
2009
122‘984
2010
51‘748
2011
- 51‘646
2012
- 32‘758
2013
- 145‘815
2014
23‘607
Die Geschäftsergebnisse schwankten erheblich. Es vermag nicht einzuleuchten, weshalb die doch massiven Differenzen von
über Fr.
400‘000
.--
zum Jahr
2008
ausschliesslich
durch Gesundheitsbeeinträchtigungen des Beschwerdeführers verursacht worden sein sollten.
Dies ergibt sich insbesondere daraus, dass die Abschlüsse weder auf tieferem Niveau stabil sind noch kontinuierlich sich in die eine oder andere Richtung entwickelt haben.
Selbst wenn in Rechnung gestellt wird, dass der wegfallende Arbeitswert durch die angestellte Rechtsanwältin nicht gänzlich kompensiert werden kann und in der verbleibenden
Arbeitstätig
keit
gewisse marktrelevante Defizite verbleiben, können die
Geschäftsabschluss
zahlen
nicht übernommen werden.
Es kann
deshalb
zur Berechnung des
Invali
deneinkommens
nicht auf die Geschäf
tsabschlüsse abgestellt werden.
4.
9
Bei der Invaliditätsbemessung kommt der allgemeinen Methode des
Ein
kommens
vergleichs
gemäss
Art.
28a
Abs.
1 IVG in Verbindung mit Art.
16 ATSG grundsätzlich Vorrang zu. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie indes nach Mass
gabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu vergleichen. Wird eine Schätzung vorge
nommen, so muss diese nicht unbedingt in einer ziffernmässigen Festlegung von Annäherungswerten bestehen. Vielmehr kann auch eine Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen genügen. Das ohne eine Invalidität erzielbare hypotheti
sche Erwerbseinkommen ist alsdann mit 100 % zu bewerten, während das
Inva
lideneinkommen
auf einen entsprechend kleineren Prozentsatz veranschlagt wird, so dass sich aus der Prozentdifferenz der Invaliditätsgrad ergibt (sog.
Pro
zentvergleich
; Urteil des Bundesgerichts 8C_131/2011 vom 5. Juli 2011 E.
10.2.1 mit Hinweis auf BGE 114 V 310 E.
3a).
Der Invaliditätsgrad ist namentlich dann durch Prozentvergleich zu ermitteln, wenn Validen- und Invalideneinkommen sich nicht hinreichend genau oder nur mit unverhältnismässig grossem Aufwand bestimmen lassen und in letzterem Fall zudem angenommen werden kann, die Gegenüberstellung der nach Mass
gabe der im Einzelfall bekannten Umstände geschätzten, mit Prozentzahlen bewerteten hypothetischen Einkommen ergebe ein ausreichend zuverlässiges Resultat. Diese Berechnungsweise ist insbesondere anwendbar, wenn die kon
kreten Verhältnisse so liegen, dass die Differenz zwischen Validen- und
Invali
deneinkommen
die für den Umfang des Rentenanspruchs massgebenden Grenzwert
e von 70, 60, 50 und 40 % (Art. 28 Abs.
2 IVG) eindeutig über- oder
untersch
r
eitet (Urteil des Bun
desgerichts 8C_333/2013 vom 11.
Dezember 2013 E. 5.3 mit Hinweisen).
4.10
Da das Invalideneinkommen vorliegend nicht mittels der Geschäftsabschlüsse ermittelt
werden
kann, ist ein Prozentvergleich vorzunehmen.
Die Gegenüber
stellung blosser Prozentzahlen ist aufgrund der Tätigkeit des Beschwerdeführers in seinem angestammten Beruf möglich.
Der Invaliditätsgrad entspricht
dabei
dem Grad der Arbeitsunfähigkeit
(Urteile des Bundesgerichts 9C_888/201
4 vom 4. Februar 2015 E. 2f. und 8C_450/2014 vom 24. Juli 2014 E. 7.3).
Gestützt auf die ärztlich geschätzte Arbeitsunfähigkeit von 55
%
im bisherigen Beruf als Rechtsanwalt kann demnach
auf einen
Invaliditätsgrad
von
55
%
geschlossen werden
.
5.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, dass die ange
fochtene Verfügung mit der Feststellung aufzuheben ist, dass der Beschwerdeführer ab
1.
Mai 2014 (Art. 29
Abs.
1 IVG; ein Rentenanspruch ent
steht frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs) Anspruch auf eine halbe Invalidenrente hat.
6.
6.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
7
00.-- anzusetzen.
Soweit die Beige
ladene aktiv am Verfahren teilgenommen hat, besteht kein Dispens von der Kostenpflicht (Kommentar zum Gesetz über das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zü
rich, 2. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2009 § 14
Rz
33).
Die Beigela
dene
stellte sinngemäss den Antrag, dem Beschwerdeführer keine ganze Rente zuzusprechen (Urk. 30 S. 2).
Demnach gilt sie nicht als unterlegen.
Entspre
chend dem Aus
gang des Verfahrens sind die Kosten somit der
Beschwerde
gegnerin
aufzuerlegen.
6.2
Nach Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das Sozial
versicherungsgericht hat die obsiegende
beschwerdeführende
Person Anspruch auf den vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen festzusetzenden Ersatz der Parteikosten. Der teilweise obsiegende und anwaltlich vertretene Beschwerdeführer hat Anspruch auf eine
Partei
ent
schädigung
, die beim praxisgemässen Stundenansatz von Fr. 220.-- (zuzüg
lich
Mehrwertsteuer) ermessensweise auf Fr. 2‘000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen und von der Beschwerdegegnerin zu bezahlen ist.