Decision ID: d3f2d62d-96c3-521c-ba0d-8c3f590ea00b
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
I.
A.
Der Beschwerdeführer – ein sri-lankischer Staatsangehöriger tamilischer
Ethnie aus B._ (Distrikt C._, Nordprovinz) – suchte am
26. Oktober 2015 erstmals in der Schweiz um Asyl nach.
Zur Begründung seines Asylgesuchs machte er im Wesentlichen geltend,
sich zwischen Juni 2009 und Februar 2010 bei der Hilfsorganisation «(...)»
zugunsten der durch den Krieg vertriebenen tamilischen Bevölke- rung en-
gagiert zu haben und deswegen einmal von der sri-lankischen Armee be-
fragt und fotografiert worden zu sein. Da die obgenannte Hilfsorganisation
eng mit der Tamil National Alliance (TNA) verbunden gewesen sei, habe er
auch regelmässig an Veranstaltungen derselben teilgenommen. Am 8. No-
vember 2011 sei er deswegen von der sri-lankischen Armee drei Tage in-
haftiert und misshandelt worden. Im Jahr 2010 beziehungsweise 2011
habe er dank seiner Tätigkeit für die besagte Hilfsorganisation seinen (...)
D._, der Mitglied der Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) gewe-
sen sei, und eine befreundete Familie eines LTTE-Kämpfers aus einem sri-
lankischen Flüchtlingslager freikaufen können. Derselbe (...) sei anfangs
2015 erneut festgenommen worden. Am 14. Februar 2015 sei er – der Be-
schwerdeführer – infolge des Vorwurfs der Unterstützung von Terroristen
vom Criminal Investigation Department (CID) telefonisch kontaktiert und
am 1. März 2015 mit einem Haftbefehl an seinem Wohnort gesucht wor-
den. In der Folge sei er untergetaucht, weshalb das CID Ende April 2015
seinen (...) an seiner Stelle verhaftet habe. Aus Angst vor weiteren Behel-
ligungen habe er sich im Oktober 2015 schliesslich ausser Landes bege-
ben. Auch nach seiner Ausreise seien mehrmals Personen in seinem
Wohnhaus erschienen und hätten sich nach seinem Verbleib erkundigt.
B.
Mit Verfügung vom 30. August 2017 lehnte das SEM das Asylgesuch des
Beschwerdeführers ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz so-
wie den Vollzug an.
Im Asylpunkt begründete das SEM seinen Entscheid mit der Unglaubhaf-
tigkeit der Fluchtgründe des Beschwerdeführers. Aufgrund seines Profils
bestehe auch kein Grund zur Annahme, dass er bei einer Rückkehr asyl-
rechtlich relevante Nachteile zu gewärtigen habe.
D-4620/2021
Seite 3
C.
Gegen diesen Entscheid erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe vom
2. Oktober 2017 – handelnd durch den rubrizierten Rechtsvertreter – beim
Bundesverwaltungsgericht Beschwerde.
Im Beschwerdeverfahren machte er ergänzend geltend, sich nach seiner
Ankunft in der Schweiz exilpolitisch betätigt zu haben. So habe er am
26. November 2016 an einer Blutspendenaktion anlässlich des Geburtsta-
ges eines ehemaligen LTTE-Führers und am 27. November 2016 am Hel-
dengedenktag teilgenommen, was die beigebrachten Fotografien beleg-
ten.
D.
Mit Urteil D-5614/2017 vom 8. April 2020 wies das Bundesverwaltungsge-
richt die Beschwerde ab.
Es bestätigte die Einschätzung des SEM, wonach die geltend gemachten
Fluchtgründe unglaubhaft seien, und hielt ebenfalls dafür, dass der Be-
schwerdeführer aufgrund seines Profils bei einer Rückkehr keine asylrecht-
lich relevanten Nachteile zu erwarten habe. Soweit der Beschwerdeführer
auf sein exilpolitisches Engagement verweise, sei festzuhalten, dass we-
der aus den diesbezüglichen Ausführungen noch den eingereichten Foto-
grafien auf ein exponiertes exilpolitisches Profil geschlossen werden
könne. Subjektive Nachfluchtgründe seien daher zu verneinen (vgl.
E. 5.3.3).
II.
E.
E.a Am 19. Mai 2021 gelangte der Beschwerdeführer mit einer als «neues
Asylgesuch» bezeichneten Eingabe seines Rechtsvertreters wiederum an
das SEM und ersuchte um die Gewährung von Asyl, eventualiter um die
Anordnung der vorläufigen Aufnahme.
E.b Zur Begründung machte er im Wesentlichen geltend, im ersten Asyl-
verfahren einzelne Sachverhaltselemente verschwiegen zu haben. So
habe er damals nicht erwähnt, dass er seinen (...) D._ aus dem
(...)-Camp freigekauft habe und jener danach weiteren Personen – unter
anderem E._ – die Freilassung ermöglicht habe. Seit derselbe (...)
anfangs des Jahres 2015 erneut festgenommen worden sei, arbeite er als
Informant für das CID und habe ihn – den Beschwerdeführer – mehrfach
D-4620/2021
Seite 4
belastet. Namentlich habe sein (...) in Bezug auf Schmiergeldzahlungen
und Hilfeleistungen gelogen und die eigenen Aktivitäten ihm angehängt,
insbesondere die Befreiung von E._. Dies sei von E._ ge-
genüber den sri-lankischen Behörden bestätigt worden, um seinen (...) zu
decken. Die obgenannten Sachverhaltselemente habe er den Schweizer
Asylbehörden gegenüber bis anhin verschwiegen, weil er befürchtet habe,
dass ihm daraus im Asylverfahren in der Schweiz und insbesondre bei ei-
ner allfälligen Rückschaffung nach Sri Lanka ein Nachteil erwachsen
könnte. Sodann habe er erst nach Erhalt des negativen Asylentscheides
Kenntnis von einer Vorladung der Terrorist Investigation Division (TID) vom
11. März 2020 erhalten, welche das anhaltende Verfolgungsinteresse an
seiner Person belege.
Des Weiteren drohe ihm aufgrund seines intensivierten exilpolitischen En-
gagements und der jüngsten politischen Ereignisse im Falle einer Rück-
kehr nach Sri Lanka flüchtlingsrelevante Verfolgung. Er sei in den sozialen
Medien aktiv und teile regelmässig Inhalte seines exilpolitischen Engage-
ments. In diesem Zusammenhang reichte er einen Screenshot seines Fa-
cebook-Profils ein, welches mit einem Foto des ehemaligen LTTE-Führers
als Profilbild versehen sei und seine politische Gesinnung zum Ausdruck
bringe. Ausserdem habe er am 1. März 2021 an einer weiteren Demonst-
ration gegen die sri-lankische Regierung in F._ teilgenommen. Vor
diesem Hintergrund müsse davon ausgegangen werden, dass er den sri-
lankischen Behörden aufgefallen und bei einer Rückkehr in sein Heimat-
land ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG zu befürchten habe.
Dies gelte umso mehr angesichts der erneuten Verschlechterung der all-
gemeinen Sicherheits- und Menschenrechtslage seit dem Urteil des Bun-
desverwaltungsgerichts D-5614/2017 vom 8. April 2020. Im Bericht des
UN-Hochkommissariats für Menschenrechte betreffend Sri Lanka vom
9. Februar 2021 würden die politischen und menschenrechtlichen Entwick-
lungen in Sri Lanka als bedeutend und lageverändernd eingestuft und die
Mitgliedstaaten der UNO (darunter auch die Schweiz) vom UNO-Men-
schenrechtsrat aufgefordert, die Asylpraxis in Bezug auf Sri Lanka zu über-
prüfen. Nicht zuletzt habe der sri-lankische Staatspräsident am 12. März
2021 den Prevention of Terrorism Act (PTA) per Verordnung erweitert und
eine neue gesetzliche Grundlage für die Inhaftierung von Personen mit
«extremistischer Gesinnung» geschaffen, weshalb Personen mit seinem
Profil eine willkürliche Verhaftung und mehrjährige Haftstrafe drohe.
D-4620/2021
Seite 5
E.c Zur Stützung seiner Vorbringen reichte er folgende Beweismittel zu den
Akten:
- eine «Police Message Form» vom 11. März 2020 (im Original und in-
klusive englischer Übersetzung);
- ein Screenshot seines Facebook-Profils;
- Bericht des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte betreffend Sri
Lanka vom 9. Februar 2021;
- einen von seinem Rechtsvertreter verfassten Bericht zur Lage in Sri
Lanka vom 4. April 2021.
F.
Das SEM nahm diese Eingabe als Mehrfachgesuch entgegen und setzte
den Vollzug der Wegweisung mit Zwischenverfügung vom 27. Mai 2021
einstweilen aus.
G.
Mit Verfügung vom 13. September 2021 (eröffnet am 21. September 2021)
wies das SEM das Mehrfachgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus
der Schweiz sowie den Vollzug an. Zudem erhob es eine Gebühr von
Fr. 600.–.
H.
Gegen diesen Entscheid erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe seines
Rechtsvertreters vom 21. Oktober 2021 (Datum des Poststempels) beim
Bundesverwaltungsgericht Beschwerde. Darin beantragte er, die ange-
fochtene Verfügung sei wegen Verletzung des Anspruchs auf rechtliches
Gehör, eventualiter wegen Verletzung der Begründungspflicht sowie even-
tualiter zur Feststellung des richtigen und vollständigen rechtserheblichen
Sachverhalts aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vo-
rinstanz zurückzuweisen. Eventualiter sei ihm unter Aufhebung der ange-
fochtenen Verfügung und Feststellung der Flüchtlingseigenschaft Asyl zu
gewähren. Eventualiter sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und
die Unzulässigkeit oder zumindest die Unzumutbarkeit des Wegweisungs-
vollzugs festzustellen.
In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er um Bekanntgabe des Spruch-
körpers und um Mitteilung, ob dieser zufällig ausgewählt worden sei. An-
dernfalls seien die objektiven Kriterien anzugeben, nach welchen die Ge-
richtspersonen ausgewählt worden seien. Es sei dazu Einsicht in die Datei
D-4620/2021
Seite 6
der Software des Gerichts zu gewähren, mit welcher diese Auswahl vorge-
nommen worden sei, und es sei offenzulegen, wer diese Auswahl getroffen
habe.
Der Beschwerde beigelegt war – nebst einer Kopie der angefochtenen Ver-
fügung – ein von seinem Rechtsvertreter verfasster Bericht zur Lage in Sri
Lanka vom 16. August 2021.
I.
Mit Zwischenverfügung vom 5. November 2021 gab der Instruktionsrichter
dem Beschwerdeführer den voraussichtlichen Spruchkörper des Be-
schwerdeverfahrens bekannt. Zudem wurde der Beschwerdeführer – unter
Androhung des Nichteintretens im Säumnisfall – aufgefordert, bis zum
22. November 2021 einen Kostenvorschuss von Fr. 1‘500.– zu leisten.
J.
Mit Eingabe vom 22. November 2021 ersuchte der Beschwerdeführer –
unter Beilage einer Fürsorgeabhängigkeitsbestätigung vom 16. November
2021 (betreffend den Zeitraum 30. Oktober 2015 bis 15. Mai 2020) – um
Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung inklusive wiedererwä-
gungsweisen Verzichts auf die Erhebung des Kostenvorschusses.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwer-
den gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG und entscheidet auf dem Gebiet
des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgültig (Art. 83 Bst. d
Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). Der Beschwerdeführer ist als Ver-
fügungsadressat zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf
die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 108
Abs. 6 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG).
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-
länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
D-4620/2021
Seite 7
3.
Die vorliegende Beschwerde erweist sich – wie nachstehend aufgezeigt –
als offensichtlich unbegründet und ist im Verfahren einzelrichterlicher Zu-
ständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters (Art. 111 Bst. e AsylG),
ohne Weiterungen und mit summarischer Begründung zu behandeln
(Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG).
4.
4.1 Mit Zwischenverfügung vom 5. November 2021 wurde dem Beschwer-
deführer die Zusammensetzung des Spruchkörpers bekannt gegeben. Im
Übrigen ist zu bestätigen, dass der Spruchkörper im Auftrag des Abtei-
lungspräsidiums durch eine Kanzleiperson gemäss Art. 31 Abs. 3 sowie
Art. 32 Abs. 1 des Geschäftsreglements für das Bundesverwaltungsgericht
vom 17. April 2008 (VGR, SR 173.320.1) unter Berücksichtigung objektiver
Kriterien generiert wurde. Manuelle Anpassungen wurden vorliegend nicht
vorgenommen.
4.2 Gemäss Art. 26 Abs. 1 VwVG haben die Partei oder ihr Vertreter An-
spruch darauf, in ihrer Sache folgende Akten einzusehen: Eingaben von
Parteien und Vernehmlassungen von Behörden (Bst. a), alle als Beweis-
mittel dienenden Aktenstücke (Bst. b) und Niederschriften eröffneter Verfü-
gungen (Bst. c). Die Software, mit welcher das Bundesverwaltungsgericht
den Spruchkörper bestimmt, welcher die bei ihm eingereichten Rechtsmit-
tel beurteilt, ist als solche keine das konkrete Verfahren betreffende Akte,
in die Einsicht gewährt werden könnte. Der im Rechtsbegehren mitenthal-
tene Antrag, es sei Einsicht in die Datei der Software zu gewähren, mit der
die Bestimmung des Spruchkörpers vorgenommen worden sei, ist daher
abzuweisen.
5.
5.1 In der Beschwerde werden verschiedene formelle Rügen (Verletzung
des Anspruchs auf rechtliches Gehör inklusive der Begründungspflicht so-
wie unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen
Sachverhalts) erhoben. Sie sind vorab zu beurteilen, da sie gegebenenfalls
geeignet sind, eine Kassation der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken
(vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der [vormaligen] Schweizerischen
Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 38).
5.2 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches
Gehör, welcher als Mitwirkungsrecht alle Befugnisse umfasst, die einer
Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt
D-4620/2021
Seite 8
wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 144 I 11 E. 5.3; BVGE
2009/35 E. 6.4.1). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der Be-
hörden, die Vorbringen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in ihrer
Entscheidfindung angemessen zu berücksichtigen. Nicht erforderlich ist,
dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunkten einlässlich ausei-
nandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (vgl.
BGE 143 III 65 E. 5.2).
Die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen
Sachverhalts in Verletzung der behördlichen Untersuchungspflicht bildet
einen Beschwerdegrund (Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Unrichtig ist die
Sachverhaltsfeststellung dann, wenn der Verfügung ein falscher und ak-
tenwidriger oder nicht weiter belegbarer Sachverhalt zugrunde gelegt
wurde. Unvollständig ist sie, wenn die Behörde trotz Untersuchungsma-
xime den Sachverhalt nicht von Amtes wegen abgeklärt oder nicht alle für
die Entscheidung wesentlichen Sachumstände berücksichtigt hat (vgl.
dazu CHRISTOPH AUER/ANJA MARTINA BINDER, in: Kommentar zum Bundes-
gesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], 2. Aufl. 2019, Art. 12 N 16).
5.3 Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz habe die neu vorgebrachte
Gefährdung pauschal als unglaubhaft respektive asylirrelevant taxiert und
die aktuelle Ländersituation sowie die eingereichten Beweismittel nicht
ausreichend berücksichtigt, womit sie den Anspruch auf rechtliches Gehör
beziehungsweise die Begründungspflicht verletzt und den rechtserhebli-
chen Sachverhalt unrichtig und unvollständig festgestellt habe.
Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung nachvollziehbar und
hinreichend differenziert aufgezeigt, von welchen Überlegungen sie sich
leiten liess. Entgegen der in der Beschwerde vertretenen Auffassung hat
sie sich mit sämtlichen neuen Vorbringen und den eingereichten Beweis-
mitteln auseinandergesetzt und ist dabei zum Schluss gekommen, dass
der Beschwerdeführer aus seinen diesbezüglichen Vorbringen keine Ge-
fährdung in Sri Lanka abzuleiten vermöge. Allein aus dem Umstand, dass
die Vorinstanz die im Gesuch neu geltend gemachten Sachvorbringen
nicht so beurteilt wie vom Beschwerdeführer gewünscht, lässt weder auf
eine Verletzung des rechtlichen Gehörs respektive der Begründungspflicht,
noch auf eine unrichtige und unvollständige Sachverhaltsfeststellung
schliessen. Vielmehr handelt es sich dabei um eine materielle Frage.
Schliesslich zeigt die ausführliche Beschwerdeeingabe deutlich auf, dass
eine sachgerechte Anfechtung des Entscheids der Vorinstanz ohne Weite-
res möglich war.
http://links.weblaw.ch/BVGE-2009/35 http://links.weblaw.ch/BVGE-2009/35
D-4620/2021
Seite 9
5.4 Die formellen Rügen erweisen sich angesichts dieser Sachlage als un-
begründet, weshalb keine Veranlassung besteht, die angefochtene Verfü-
gung aus formellen Gründen aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz
zurückzuweisen. Die diesbezüglichen Rechtsbegehren sind abzuweisen.
6.
6.1 Der Beschwerdeführer stellt für den Fall einer materiellen Beurteilung
seiner Beschwerde folgende Beweisanträge: Das SEM sei anzuweisen,
eine tatsächliche, konkrete und umfassende Auseinandersetzung mit den
eingereichten Beweismitteln vorzunehmen, es sei eine mündliche Partei-
verhandlung gemäss Art. 40 Abs. 2 VGG anzusetzen und er sei erneut an-
zuhören.
6.2 Aufgrund des vollständig festgestellten Sachverhalts und der bereits
hinreichend erfolgten Würdigung der eingereichten Beweismittel durch die
Vorinstanz ist der entsprechende Antrag in der Beschwerde mangels Not-
wendigkeit abzuweisen. Sodann besteht im Beschwerdeverfahren in Asyl-
sachen kein Anspruch auf eine öffentliche Parteiverhandlung, da weder
das AsylG noch das VwVG einen solchen vorsehen und keine zivil- oder
strafrechtliche Angelegenheit im Sinne von Art. 6 Abs. 1 EMRK zu klären
ist (vgl. Art. 40 VGG). Der Antrag auf eine erneute Anhörung des Beschwer-
deführers ist ebenfalls abzulehnen, da der rechtserhebliche Sachverhalt
hinreichend festgestellt ist und im Beschwerdeverfahren Ergänzungen und
Berichtigungen gemacht sowie ein weiteres Beweismittel nachgereicht
werden konnten.
7.
7.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG).
7.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die
Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen
D-4620/2021
Seite 10
Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-
chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte
Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
8.
8.1 Die Vorinstanz kommt in der angefochtenen Verfügung zum Schluss,
die Vorbringen des Beschwerdeführers hielten weder den Anforderungen
an das Glaubhaftmachen gemäss Art. 7 AsylG, noch denjenigen an die
Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG stand.
Vorab hält sie fest, die neuen Vorbringen betreffend seinen (...) D._
seien als nachgeschoben und damit unglaubhaft zu werten, zumal er diese
im ersten Asylverfahren nicht vorgebracht habe. Seine diesbezügliche Er-
klärung, wonach er die Informationen aus Angst vor Problemen in der
Schweiz und vielmehr bei einer allfälligen Rückschaffung nach Sri Lanka
zurückbehalten habe, vermöge nicht zu überzeugen. An der Feststellung
der Unglaubhaftigkeit seiner Vorbringen vermöge auch die eingereichte
«Police Message Form» vom 11. März 2020 nichts zu ändern, zumal sri-
lankischen Polizeidokumenten aufgrund ihrer leichten Fälschbarkeit nur
ein geringer Beweiswert zukomme.
Ferner erwägt die Vorinstanz, das Bundesverwaltungsgericht habe mit Ur-
teil D-5614/2017 vom 8. April 2020 festgestellt, dass der Beschwerdeführer
über kein Risikoprofil im Sinne der Rechtsprechung (vgl. BVGer-Referenz-
urteil E-1866/2015 vom 15. Juli 2016) verfüge, welches auf eine drohende
asylrelevante Gefährdung seinerseits bei einer Rückkehr in sein Heimat-
land schliessen liesse. Auch mit den neuen Vorbringen könne – wie nach-
folgend aufgezeigt – nicht auf ein Risikoprofil des Beschwerdeführers ge-
schlossen werden.
Was sein intensiviertes exilpolitisches Engagement – die Aktivitäten in den
sozialen Medien sowie die Teilnahme an einer weiteren Demonstration ge-
gen die sri-lankische Regierung vom 1. März 2021 – anbelange, gehe aus
den in diesem Zusammenhang gemachten oberflächlichen Ausführungen
respektive dem eingereichten Beweismittel nicht hervor, dass er sich in ir-
gendeiner Weise exponiert hätte. Hinsichtlich seines Facebook-Profils sei
insbesondere festzuhalten, dass er dieses unter dem Pseudonym
«G._» führe. Somit liessen sich daraus keine Rückschlüsse auf
seine Identität ziehen. Bei den geteilten Inhalten handle es sich zudem ein-
zig um «Re-Posts» von anderen Profilen.
D-4620/2021
Seite 11
Schliesslich stehe die angeführte Verschlechterung der Menschenrechts-
und Sicherheitslage in Sri Lanka seit dem Urteil des Bundesverwaltungs-
gerichts D-5614/2017 vom 8. April 2020 in keinem persönlichen Zusam-
menhang zur Person des Beschwerdeführers. Wie immer prüfe das SEM
das Verfolgungsrisiko im Einzelfall. Voraussetzung für die Annahme einer
Verfolgungsgefahr aufgrund bestimmter Ereignisse sei ein persönlicher
Bezug der asylsuchenden Person zu denselben respektive deren Folgen.
Es reiche nicht aus, pauschal auf politische Entwicklungen der jüngeren
Vergangenheit oder mögliche Zukunftsszenarien zu verweisen. Stattdes-
sen wäre eine hinreichende Subsumtion im Einzelfall notwendig, was vor-
liegend nicht erfolgt sei. Den im Gesuch beiliegenden Berichten zur allge-
meinen Lage in Sri Lanka fehle es an persönlichem Bezug.
8.2 Dem hält der Beschwerdeführer in seiner Rechtsmitteleingabe – nebst
der Wiederholung seiner bisherigen Vorbringen – im Wesentlichen entge-
gen, dass die neu vorgebrachten Fluchtgründe entgegen der Ansicht der
Vorinstanz zu einer verstärkten Gefährdung seinerseits führten und er jene
aus Angst vor möglichen Konsequenzen in der Schweiz und im Heimatland
verschwiegen habe, weshalb sie nicht als nachgeschoben qualifiziert wer-
den könnten. Ferner habe die Vorinstanz hinsichtlich der «Police Message
Form» vom 11. März 2020 eine unzureichende und willkürliche Beweiswür-
digung vorgenommen, indem sie diesbezüglich auf allgemeine Annahmen
verweise, anstatt einen individuellen Bezug zum Beschwerdeführer herzu-
stellen.
Sodann habe er seine individuelle Gefährdung infolge des intensivierten
exilpolitischen Engagements sowie der veränderten Sicherheits- und Men-
schenrechtslage in Sri Lanka ausführlich dargelegt und mittels Beweismit-
tel untermauert. Aus dem auf Beschwerdeebene eingereichten Länderbe-
richt vom 16. August 2021 gehe sodann hervor, dass jeder regimekritische
Post und jede regimekritische Nachricht, welche er in den letzten Jahren
geschrieben, geteilt oder erhalten habe, unter der heute geltenden PTA-
Gesetzgebung ausreiche, asylrelevanter Verfolgung ausgesetzt zu sein.
Dementsprechend stelle die willkürliche Erweiterung des PTA und der darin
enthaltene «Radikalisierungstatbestand» einen neuen Risikofaktor dar. Im
Gegensatz zur Schweiz würden andere Länder die Situation äusserst ernst
nehmen. So hätten beispielsweise die britischen Behörden ihre Rechtspra-
xis bezüglich Sri Lanka angepasst und gingen von einer grundsätzlich ver-
änderten Ländersituation aus (m.H.a. das Urteil des Upper Tribunal des
Vereinigten Königreichs vom 27. Mai 2021 [PA/09978/2016 und PA
13288/2018]).
D-4620/2021
Seite 12
9.
9.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Durchsicht der Akten in
materieller Hinsicht zum Schluss, dass die Vorinstanz die Flüchtlingseigen-
schaft des Beschwerdeführers zu Recht verneint hat. Auf die grösstenteils
zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz (vgl. oben E. 8.1) kann mit den
nachfolgenden Ergänzungen verwiesen werden. Die Ausführungen auf Be-
schwerdeebene und das eingereichte Beweismittel führen zu keiner ande-
ren Betrachtungsweise.
9.2 Vorab ist festzuhalten, dass es sich bei den Vorbringen des Beschwer-
deführers, er sei im Jahr 2015 von seinem (...) D._ denunziert wor-
den und befürchte darum bei einer Rückkehr nach Sri Lanka Nachstellun-
gen seitens der heimatlichen Behörden, um (behauptete) Tatsachen han-
delt, welche bereits zum Zeitpunkt des materiellen Urteils des Bundesver-
waltungsgerichts D-5614/2017 vom 8. April 2020 Bestand gehabt haben,
weshalb das SEM diese zu Unrecht als Mehrfachgesuch im Sinne von
Art. 111c AsylG behandelt hat. Dasselbe gilt für die eingereichte «Police
Message Form» vom 11. März 2020 (vgl. Art. 45 VGG i.V.m. Art. 123 Abs. 1
Bst. a BGG).
Durch die (umfassende) Prüfung der Vorinstanz sind dem Beschwerdefüh-
rer allerdings keine Rechtsnachteile entstanden. Es bleibt ihm unbenom-
men, in diesem Zusammenhang ein form- und fristgerechtes Revisionsge-
such beim Bundesverwaltungsgericht zu stellen, wobei wohl sämtliche gel-
tend gemachten Tatsachen respektive das entsprechende Beweismittel
bereits im ordentlichen Asylverfahren hätten geltend gemacht werden kön-
nen und insbesondere das Verschweigen einzelner Sachverhaltselemente
aus Furcht vor möglichen Konsequenzen in der Schweiz und im Heimat-
land keinen Entlastungsgrund darstellen dürfte. Entsprechend ist auf die in
diesem Zusammenhang erfolgten Erwägungen der Vorinstanz und des Be-
schwerdeführers nicht weiter einzugehen.
9.3 Im Rahmen des vorliegenden Verfahrens ist einzig zu prüfen, ob die
nach dem Urteil D-5614/2017 vom 8. April 2020 (behaupteten) Tatsachen
oder datierten Beweismittel zu einer anderen Einschätzung führen.
9.3.1 Der Vorinstanz ist beizupflichten, dass der Beschwerdeführer durch
seine anhaltende exilpolitische Aktivität in der Schweiz keinen Grund für
eine zukünftige Verfolgung durch die sri-lankischen Behörden zu setzen
vermag. Exilpolitische Aktivitäten können zwar flüchtlingsrechtlich relevant
D-4620/2021
Seite 13
sein, insbesondere, wenn der betroffenen Person seitens der sri-lanki-
schen Behörden ein überzeugter Aktivismus mit dem Ziel der Wiederbele-
bung des tamilischen Separatismus zugeschrieben wird (vgl. Referenzur-
teil des BVGer E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 E. 8.5.4). Hinsichtlich der
Auftritte im Internet ist mit der Vorinstanz erneut darauf hinzuweisen, dass
die Identität des Beschwerdeführers nicht feststeht. Selbst wenn seine
Identität erstellt wäre, ist die persönliche Eigenleistung des Beschwerde-
führers, wie die Vorinstanz gut begründet dargelegt hat, als zu gering ein-
zustufen, als dass er als Gefahr für den Einheitsstaat Sri Lanka wahrge-
nommen werden könnte. Auch die Teilnahme an einer weiteren Demonst-
ration in F._ vermag zu keiner anderen Schlussfolgerung zu führen,
zumal auch in der Beschwerde nicht näher dargetan wird, inwiefern sich
der Beschwerdeführer durch dieses exilpolitische Wirken nun derart expo-
niert haben soll, dass er bei einer Rückkehr nach Sri Lanka Furcht vor einer
asylrelevanten Verfolgung haben müsste.
9.3.2 Was die Ausführungen des Beschwerdeführers zur allgemeinen Lage
in Sri Lanka anbelangt, ist ergänzend festzuhalten, dass die politischen
Entwicklungen in Sri Lanka nicht zu einer Situation geführt haben, die zu
einer Änderung der im Referenzurteil E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 (E. 8)
entwickelten Rechtspraxis Anlass geben könnte (vgl. statt vieler Urteile des
BVGer D-3397/2021 vom 16. September 2021 E. 6.2 und E-6357/2018
vom 19. November 2021 E. 9.2). Die im Rahmen des hier zu beurteilenden
Gesuchs dokumentierte Entwicklung verdeutlicht lediglich, dass die im Re-
ferenzurteil E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 erwähnten Risikofaktoren, die
zu einer flüchtlingsrechtlich relevanten Gefährdung von nach Sri Lanka zu-
rückkehrenden tamilischen Personen führen können, nach wie vor aktuell
und dementsprechend weiterhin zu prüfen sind. Unter Würdigung der ob-
genannten Umstände ist jedoch nicht anzunehmen, dass dem Beschwer-
deführer persönlich im Falle einer Rückkehr nach Sri Lanka ernsthafte
Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG drohen würden. An dieser Einschät-
zung vermag auch der Verweis auf die Rechtspraxis des Vereinigten Kö-
nigreichs nichts zu ändern, zumal diese für die Schweiz nicht verbindlich
ist.
9.4 Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz das Gesuch vom
19. Mai 2021 (im Ergebnis) zu Recht abgelehnt hat.
10.
Gemäss Art. 44 AsylG verfügt das SEM in der Regel die Wegweisung aus
der Schweiz, wenn es das Asylgesuch ablehnt oder darauf nicht eintritt.
http://links.weblaw.ch/BVGer-E-1866/2015
D-4620/2021
Seite 14
Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufent-
haltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen (vgl.
BVGE 2013/37 E. 4.4; BVGE 2009/50 E. 9, je m.w.H.). Die Wegweisung
wurde demnach ebenfalls zu Recht angeordnet.
11.
11.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den
gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG;
Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]).
Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss
Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei
der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen,
wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft
zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.).
11.2 Bezüglich der Prüfung allfälliger Wegweisungsvollzugshindernisse
kann auf die Erwägungen im Urteil des Bundesverwaltungsgerichts
D-5614/2017 vom 8. April 2020 verwiesen werden. Darin wurde einlässlich
dargelegt, weshalb der Vollzug der Wegweisung in Bezug auf den Be-
schwerdeführer nach Sri Lanka zulässig, zumutbar und möglich ist (vgl.
a.a.O. E. 8). An dieser Einschätzung vermögen auch die politischen Ent-
wicklungen in Sri Lanka seit dem Urteil D-5614/2017 respektive die dies-
bezüglichen Ausführungen im Mehrfachgesuch vom 19. Mai 2021 und auf
Beschwerdeebene nichts zu ändern (vgl. etwa Urteil des BVGer D-
4729/2021 vom 12. November 2021 S. 8 f.). Im Übrigen ist auf die Erwä-
gungen in der angefochtenen Verfügung (S. 6 f.) zu verweisen.
11.3 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu
Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Die Anordnung der
vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG).
12.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass sich die angefochtene Verfügung
– vorbehältlich E. 9.2 – als rechtmässig erweist und die Beschwerde abzu-
weisen ist.
D-4620/2021
Seite 15
13.
13.1 Der Beschwerdeführer beantragt die Gewährung der unentgeltlichen
Prozessführung (Art. 65 Abs. 1 VwVG). Aufgrund der vorstehenden Erwä-
gungen ergibt sich, dass seine Begehren als aussichtslos zu gelten haben.
Damit ist eine der kumulativ zu erfüllenden Voraussetzungen nicht gege-
ben, weshalb das Gesuch ungeachtet der geltend gemachten Mittellosig-
keit abzuweisen ist.
13.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Be-
schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und praxisgemäss auf
insgesamt Fr. 1’500.– festzusetzen (Art. 1‒3 des Reglements vom
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-
verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Das wiedererwägungsweise
gestellte Gesuch um Verzicht auf die Erhebung des Kostenvorschusses ist
mit vorliegendem Urteil gegenstandslos geworden.
(Dispositiv nächste Seite)
D-4620/2021
Seite 16