Decision ID: 9bf7dbf8-5989-418c-b954-2abd0a46cdf3
Year: 2010
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
C._,
Beschwerdeführer,
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St.Galler Gerichte
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Rainer Braun, Oberdorfstrasse 6, Postfach,
8887 Mels,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a Der 1947 geborene C._ meldete sich am 13. Dezember 2004 zum
Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung an und beantragte die Zusprache einer
Rente (IV-act. 2). Im Fragebogen vom 22. Dezember 2004 gab sein letzter Arbeitgeber,
der Verein A._, an, der Versicherte sei vom 24. Januar 2001 bis zum 31. Dezember
2003 in einer befristeten Anstellung als Hilfsarbeiter tätig gewesen (IV-act. 6). Gemäss
SUVA-Akten war der Versicherte am 20. September 2002 verunfallt. Er sei
ausgerutscht und mit dem Kopf auf dem Betonboden aufgeschlagen. Seitdem hätten
unter anderem Kopfschmerzen bestanden (IV-act. 63/18). Nach dem Unfall war er ab
dem 1. Oktober 2002 als voll arbeitsfähig erachtet worden. Die Behandlung der
Sturzfolgen war am 14. Oktober 2002 beendet worden. In einer Rückfallmeldung
gegenüber der SUVA hatte Dr. med. B._, Facharzt für Allgemeinmedizin FMH, am 16.
Januar 2004 bei der Diagnose eines Status nach schwerer Schädelkontusion mit
Verdacht auf ein kleines Subduralhämatom eine volle Arbeitsunfähigkeit seit dem 15.
Dezember 2003 attestiert (act. G 4.2).
A.b In einem Arztbericht zuhanden der IV-Stelle vom 6. Januar 2005 stellte der
Hausarzt Dr. med. B._ die Diagnosen chronische posttraumatische Kopfschmerzen
bei Status nach schwerer Schädelkontusion mit kleinem Subduralhämatom,
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chronisches lumbospondylogenes Syndrom bei Spondylose ganze LWS und untere
BWS mit Spangenbildung BWK 11/12, Arthrose rechtes Sprunggelenk bei Status nach
Distorsion vor vielen Jahren und chronische Bronchitis. Der Versicherte sei seit dem 15.
Dezember 2003 und bis auf weiteres im bisherigen Beruf arbeitsunfähig. Da er sich
nicht mehr auf eine Arbeit konzentrieren könne und bei minimsten körperlichen und
geistigen Belastungen mehr Kopfschmerzen bekomme, seien ihm keine anderen
Tätigkeiten mehr zumutbar (IV-act. 13/1-4).
A.c Gestützt auf die Abklärungen in erwerblicher und medizinischer Hinsicht verfügte
die SUVA am 5. Oktober 2006 bei einer Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit von
33% die Ausrichtung einer Invalidenrente. Aus medizinischer Sicht könne der
Versicherte trotz der verbleibenden Unfallrestfolgen noch jede körperlich leichte
Tätigkeit ohne Arbeiten auf hohen Gerüsten und in lärmiger Umgebung ganztags
ausführen. Aufgrund der Kopfschmerzen sei bei einer entsprechenden geeigneten
Beschäftigung von einer Minderleistung von rund 25% auszugehen (IV-act. 63/35-38).
A.d Im Verlaufsbericht vom 25. Mai 2007 meldete der Hausarzt Dr. med. B._ der IV-
Stelle eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes und ergänzte die Diagnosen.
Der Versicherte sei zu 50% infolge des Unfalles und zu 50% wegen seiner Krankheiten
(Schlafapnoe, chronische Bronchitis, Arthrosen) arbeitsunfähig (IV-act. 25/1).
B.
Auf Empfehlung des Regionalen Ärztlichen Dienstes(RAD) vom 5. Juli 2007 (IV-act.
28/2) ordnete die IV-Stelle am 16. November 2007 eine interdisziplinäre Begutachtung
durch das Medizinische Gutachtenzentrum St. Gallen (MGSG) an (IV-act. 35).
B.a In Erledigung des Auftrags der IV-Stelle führte Dr. med. D._, Spezialarzt
Orthopädie FMH, am 29. Februar 2008 eine orthopädische Begutachtung durch. Aus
orthopädischer Sicht könnten dem Versicherten körperlich schwere Arbeiten in kalter
und feuchter Umgebung, die vorwiegend stehend ausgeübt werden müssten und die
mit häufigem Treppen Steigen, Laufen auf unebenem Boden, Heben und Tragen von
Lasten über 10 kg sowie häufiger Einnahme kniender Positionen verbunden seien, nicht
mehr vollumfänglich zugemutet werden. Die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit
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als Hilfsarbeiter, der Stacheldrähte abschneiden müsse, betrage bei voller
Stundenpräsenz ca. 35%. Zumutbar sei eine Arbeitsleistung zu ca. 85% bei voller
Stundenpräsenz in körperlich leichten Tätigkeiten in temperierten Räumen, die
abwechslungsweise sitzend und stehend ausgeübt werden könnten, ohne dass dabei
regelmässig kniende Positionen eingenommen und auf unebenem Boden sowie
Treppen gelaufen werden müsste und die nicht mit regelmässigem Heben und Tragen
von Lasten über 5 bis 10 kg verbunden seien (IV-act. 42/9 u. 10).
B.b Eine internistische Begutachtung erfolgte am 3. Mai 2008. Dr. med. E._,
Facharzt Innere Medizin, stellt im entsprechenden Teilgutachten fest, der Versicherte
sei durch eine erhebliche Anstrengungsdyspnoe und eine ausgeprägte morgendliche
Müdigkeit in seiner Arbeitsfähigkeit in erheblichem Ausmass eingeschränkt. Die
Anstrengungsdyspnoe setze sich aus einer mittelschweren COPD Stadium II bei
anhaltendem Nikotinabusus, einer leichten biventrikulären Herzinsuffizienz im Rahmen
einer hypertensiven Herzkrankheit und einem ausgeprägten Übergewicht mit einem
Body-Mass-Index von 41 zusammen. Die morgendliche Müdigkeit könne mindestens
teilweise durch das schwere obstruktive Schlafapnoe-Syndrom erklärt werden. Der
Versicherte sei bei körperlicher Schwerarbeit durch seine Anstrengungsdyspnoe und
seine Leibesfülle ausgeprägt beeinträchtigt. Er könne keine schweren Lasten tragen
und sich nur mit Mühe bücken. Während der Morgenstunden könne er wegen der
Gefahr von Narkolepsien ("Sekundenschlaf") nicht an exponierten Stellen eingesetzt
werden. Der Versicherte sei seit 1. März 2005 im bisherigen Beruf nur noch zu 75%
arbeitsfähig (25% arbeitsunfähig) bei voller Stundenpräsenz gewesen. Ihm seien
überwiegend sitzende, teils im Stehen auszuübende Tätigkeiten zumutbar. Der
Arbeitsbeginn sei frühestens ab 10 Uhr festzulegen. In einer leidensangepassten
Tätigkeit könne der Versicherte eine Arbeitsleistung von 75% bei voller
Stundenpräsenz erbringen bzw. es könne aus internistischer Sicht von einer
Arbeitsunfähigkeit von 25% ausgegangen werden (IV-act. 43/9-11).
B.c Eine psychiatrische Begutachtung fand am 15. Mai 2008 statt. Dr. med. F._,
Facharzt für Psychiatrie und Neurologie, stellte keine krankheitsrelevante
Beeinträchtigung der psychischen Belastbarkeit bzw. keine psychiatrischen Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest. Er führte aus, Faktoren, die den
Gesundheitszustand beeinflussten und zur Inanspruchnahme von Gesundheitsdiensten
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führten, seien die Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung und bei der
Lebensführung (ICD-10: Z 73 und Z 72) sowie Probleme in Verbindung mit der sozialen
Umgebung (ICD-10: Z 60). Insbesondere die ungesunde Lebensführung wäre mit einer
zumutbaren Willensanstrengung überwindbar. Weitere Diagnosen ohne Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit seien eine chronische Schmerzstörung, welche primär
orthopädisch-rheumatologisch zu beurteilen sei, und ein chronischer Kopfschmerz von
anzunehmender multifaktorieller Genese (ICD-10: G 44.2, G 44.3, G. 44.4) (IV-act.
44/6-9).
B.d Von einer orthopädisch-psychiatrisch-internistischen Gesamtbeurteilung, die auf
der Grundlage eines Konsiliums der Teilgutachter am 9. Juni 2008 erfolgt sei,
berichtete Dr. med. D._ in seinem orthopädischen Gutachten. Anlässlich des
Konsiliums (D._/E._/F._) sei die Arbeitsfähigkeit in bisheriger Tätigkeit
gesamthaft bei voller Stundenpräsenz auf 35% (Arbeitsunfähigkeit 65%) ab 2005
festgelegt worden, da körperliche Schwerarbeit in kalter und feuchter Umgebung, die
stehend und gehend ausgeübt werden müsse und mit häufigem Heben und Tragen von
Lasten über 10 kg sowie knienden Positionen verbunden sei, nicht mehr voll zugemutet
werden könne. In adaptierten Tätigkeiten bestehe gesamthaft bei voller
Stundenpräsenz eine Arbeitsfähigkeit von 75% (Arbeitsunfähigkeit 25%). Es sollte sich
dabei um körperlich leichte Tätigkeiten handeln, die überwiegend sitzend, teils auch
stehend ausgeübt werden könnten und bei denen keine Treppen gelaufen und keine
Lasten über 5 bis 10 kg gehoben oder getragen werden müssten. Der Arbeitseinsatz
solle frühestens ab 11 Uhr beginnen (IV-act. 42/11).
B.e Nach einer neurologischen und psychiatrischen Begutachtung vom 22. Juli 2008
stellte Dr. med. G._, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, die Diagnose eines
Spannungskopfschmerzes. Er äusserte - aufgrund der mehrfachen Inkonsistenzen, der
Neigung zum Ausweichen und Vorbeiantworten sowie der Neigung zum
unvollständigen Antworten - erhebliche Zweifel an der Plausibilität der vorgetragenen
Beschwerden. Diesbezüglich seien allerdings die primären kognitiven und sprachlichen
Möglichkeiten des Versicherten relativierend einzubeziehen. Unter Abzug von
gutachterlich als Verdeutlichungsbemühungen gewerteten Anteilen ergebe sich aus
rein neurologischer und psychiatrischer Sicht sowohl in der angestammten wie auch in
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einer angepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 90%, die in diesem Ausmass auf
den Jahresanfang 2005 festgelegt werden könne (IV-act. 45/11).
C.
C.a Mittels Vorbescheids vom 18. September 2008 teilte die IV-Stelle dem
Versicherten die vorgesehene Abweisung des Rentenbegehrens mit. Im Rahmen der
Bemessung des Invaliditätsgrads ergebe sich, dass ein Valideneinkommen von Fr.
60'263.-- einem Invalideneinkommen von Fr. 41'581.-- gegenüber stehe, woraus sich
eine Erwerbseinbusse von Fr. 18'682.-- errechne, was einem rentenausschliessenden
Invaliditätsgrad von 31% entspreche (IV-act. 51). Zu diesem Vorbescheid liess der
Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Rainer Braun, am 15. Oktober 2008
Einwände vorbringen (IV-act. 56). In einer Stellungnahme vom 30. Oktober 2008 hielt
der RAD zu den Einwänden unter anderem fest, aus dem neurologischen und
psychiatrischen Fachgutachten gehe nur eine geringe Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit hervor, die zu keiner zusätzlichen Einschränkung der interdisziplinär
festgelegten Arbeitsfähigkeit von 75% führe (IV-act. 57).
C.b Am 9. Januar 2009 verfügte die IV-Stelle im Sinn des Vorbescheids. Zu den
Einwänden im Vorbescheidverfahren führte die IV-Stelle an, der Rechtsvertreter des
Versicherten habe keine neuen Gesundheitsschäden vorgebracht und nicht aufgezeigt,
inwiefern der neurologische und psychiatrische Gutachter voreingenommen gewesen
sei. Die Arbeitsfähigkeit von 75% lasse sich gestützt auf die medizinisch beschriebenen
Ausfälle und auf die geschilderten Bedingungen für die angepassten Tätigkeiten
nachvollziehbar begründen und könne bei voller Stundenpräsenz ab 10 Uhr morgens
umgesetzt werden. Die anderslautende Angabe des Arbeitsbeginnes (11 Uhr morgens)
scheine ein Verschrieb zu sein. Aus den neurologischen und psychiatrischen
Fachgutachten gehe eine nur geringe Arbeitsunfähigkeit hervor, welche in der
interdisziplinären Gesamtbeurteilung zu keiner erhöhten Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit führe. Ein "Leidensabzug" könne bei Parallelisierung der
Vergleichseinkommen nicht gewährt werden (IV-act. 60).
D.
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D.a Gegen diese leistungsverweigernde Verfügung richtet sich die Beschwerde vom
29. Januar 2009. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers beantragt darin - unter
Kosten- und Entschädigungsfolgen - deren Aufhebung und die Zusprache mindestens
einer halben Invalidenrente. Er führt im Wesentlichen aus, die Beschwerdegegnerin
stütze sich auf ein unvollständiges MGSG-Gutachten vom 29. Februar 2008 bzw. 5.
Juni 2008. Dieses Gutachten beschränke sich auf den orthopädisch-psychiatrisch-
internistischen Bereich, ohne das neurologische und psychiatrische Teilgutachten von
Dr. G._ vom 22. Juli 2008 einbezogen zu haben, und begründe die Einschränkung in
der Arbeitsfähigkeit ausschliesslich internistisch. Das Teilgutachten von Dr. G._ habe
sich zwar auf Spannungskopfschmerzen bezogen, aber eine entsprechende
Einschränkung von lediglich 10% beziffert, was auf die persönliche
Voreingenommenheit des Gutachters gegenüber dem Versicherten zurückzuführen sei.
Es sei vielmehr auf die medizinischen Abklärungen im Zusammenhang mit dem Unfall
vom 20. September 2002 abzustellen, gestützt auf welche die SUVA ausschliesslich
aufgrund der unfallbedingten Kopfschmerzen einen Invaliditätsgrad von 33% ermittelt
habe. Da eine Einschränkung von 25% in einer adaptierten Tätigkeit aus orthopädisch-
internistischer Sicht festgestellt worden und aufgrund der Kopfschmerzen von einer
Minderleistung um 25% auszugehen sei, resultiere damit bereits ein Invaliditätsgrad
von mindestens 50%. Andererseits sei die medizinisch attestierte Arbeitsfähigkeit von
75% bei voller Stundenpräsenz nicht verwertbar, weil der Arbeitsbeginn frühestens ab
11 Uhr stattfinden solle, womit wohl nur noch eine Halbtagsbeschäftigung in Frage
komme. Dies müsse ebenfalls zu einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% führen.
Entgegen der angefochtenen Verfügung handle es sich beim Arbeitsbeginn keineswegs
um einen Verschrieb. Vielmehr ergebe sich ein frühestmöglicher Arbeitsbeginn von 11
Uhr aus der gemeinsamen Beurteilung. Diese gehe dem internistischen Teilgutachten
ohne Zweifel vor. Zudem gewähre die Beschwerdegegnerin lediglich einen
Teilzeitabzug von 8%. Ein zusätzlicher "Leidensabzug" sei gestützt auf die
Umschreibung der angepassten Tätigkeit deshalb berechtigt, weil die entsprechenden
medizinischen Vorgaben nicht invaliditätsfremd seien. Es sei schliesslich nicht richtig,
dass bei einer Parallelisierung der Vergleichseinkommen kein "Leidensabzug" gewährt
werden könne (act. G 1).
D.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 9. März 2009
die Beschwerdeabweisung. Sie bringt gestützt auf die Stellungnahme des RAD vor,
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dass die Arbeitsfähigkeitsschätzung von 75% in der Gesamtbeurteilung nicht
angepasst werden müsse, weil das Teilgutachten von Dr. G._ eine tiefe
Arbeitsunfähigkeit von lediglich 10% attestiere. Es gebe keine Anhaltspunkte, die auf
Voreingenommenheit von Dr. G._ hinweisen würden, weil ein Gutachter seine
Eindrücke während der Exploration im Gutachten wiedergeben und sich dazu äussern
müsse, ob allenfalls eine Aggravation oder gar eine Simulation vorliege. Für die geltend
gemachten Kopfschmerzen finde sich in den UV-Akten kein somatisches Korrelat. Das
MGSG habe aufgrund der umfangreichen neurologischen Vorakten auf die
Durchführung einer erneuten neurologischen Begutachtung verzichten können. Es sei
davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer um 10 Uhr mit der Arbeit beginnen
könne. Nur Dr. E._ als Gutachter habe diese Einschränkung festgelegt, so dass die
anderslautende Zeitangabe in der Gesamtbeurteilung als Schreibfehler zu sehen sei.
Beim Einkommensvergleich sei ein sogenannter Leidensabzug von 10% vorzunehmen,
weil der Beschwerdeführer nur noch leichte Hilfstätigkeiten ausführen könne. Da sich
dem Hauptgutachten nicht entnehmen lasse, dass der Beschwerdeführer lediglich in
Teilzeit arbeiten könne, habe er keinen Anspruch auf einen Teilzeitabzug. Aus dem
Einkommensvergleich ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 32,5% (act. G 4).
D.c Replicando hält der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers am 17. März 2009 an
seinen Anträgen und Ausführungen fest. Er macht geltend, dass eine zusätzliche
Diagnose und eine entsprechende Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit die
Gesamtbeurteilung ändern müsse. Die Gutachter hätten sich andererseits nicht mit den
massgebenden medizinischen Beurteilungen im SUVA-Verfahren auseinandergesetzt.
Beim Arbeitsbeginn um 11 Uhr handle es sich offensichtlich nicht um einen
Schreibfehler. Da der Beschwerdeführer keine Arbeitsleistung mit voller Präsenzzeit
erbringen könne, sei ein Teilzeitabzug berechtigt (act. G 6).
D.d Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet (act. G 8).
E.
Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der weiteren

Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.
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Erwägungen:
1.
Das vorliegende Beschwerdeverfahren befasst sich mit dem Anspruch des
Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente. Umstritten sind dabei die ärztlichen
Stellungnahmen zur Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit und die
Invaliditätsbemessung.
2.
Angefochten ist eine Verfügung vom 9. Januar 2009. Am 1. Januar 2008 sind die im
Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung über die Invalidenversicherung
(IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. Der zu beurteilende
Sachverhalt entwickelte sich allerdings teilweise vor der 5. IV-Revision. Da sich der
Begriff der Invalidität und die Methoden für ihre Bemessung mit dieser Revision nicht
geändert haben, werden in diesem Zusammenhang die seit 1. Januar 2008 gültigen
Bestimmungen des ATSG und IVG in diesem Urteil wiedergegeben.
3.
Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn
sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor,
so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40% auf eine Viertelsrente. Eine Invalidität von weniger als 40% wird von
der Invalidenversicherung rentenmässig nicht entschädigt. Unter Invalidität versteht Art.
8 Abs. 1 ATSG die ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Der Invaliditätsgrad einer
Person, die einer Erwerbstätigkeit nachgeht und danach erkrankt, wird daher nach Art.
16 ATSG durch einen Vergleich möglicher Einkommen mit oder ohne
Gesundheitsbeeinträchtigungen ermittelt. Für die Ermittlung des Einkommens mit
Gesundheitsbeeinträchtigungen sind zunächst die medizinischen Grundlagen von
Bedeutung. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu
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beschreiben und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher
Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind in
der Folge wesentlich für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der
versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4; ZAK 1982
S. 34; Rz 3047 f. des vom Bundesamt für Sozialversicherung erlassenen
Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung = KSIH).
Deshalb stellt sich vorliegend primär die Frage, ob die Beschwerdegegnerin - gestützt
auf das interdisziplinäre Gutachten des Medizinischen Gutachtenzentrums St. Gallen -
von einer Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer leidensadaptierten Tätigkeit
von 75% im massgeblichen Zeitraum ausgehen durfte.
3.1 Das interdisziplinäre Gutachten des MGSG besteht aus einer orthopädischen (Dr.
med. D._), einer internistischen (Dr. med. E._) und einer psychiatrischen
Begutachtung mit klinischer psychiatrisch-neurologischer Untersuchung (Dr. med.
F._), die je von einem Facharzt durchgeführt worden ist. Jedes Teilgutachten hat sich
ausführlich mit den streitigen Belangen aus der Sicht der entsprechenden Fachrichtung
befasst, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und die Erkenntnisse der Vorakten
einbezogen. Unter anderem hat sich das psychiatrische Teilgutachten auf die gesamte
frühere medizinische Erhebung der somatischen Befunde (vgl. Urteile des
Bundesgerichtes I 87/04 vom 13. Juli 2004 E. 3 sowie I 85/04 vom 27. August 2004 E.
2.3) und auf eine eigene klinische psychiatrisch-neurologische Untersuchung gestützt.
Alle Experten haben differenziert den Gesundheitszustand dargestellt und
nachvollziehbar ihre Stellungnahmen zur Arbeitsfähigkeit begründet. Damit sind die
formellen rechtsprechungsmässigen Anforderungen an die Beweistauglichkeit des
Gutachtens (vgl. BGE 125 V 352 E. 3a; BGE 122 V 160 E. 1c) grundsätzlich erfüllt.
3.2 Zwar hat die abschliessende Gesamtbeurteilung, die eine ganztägig verwertbare
Arbeitsfähigkeit von 75% attestiert hat, auf einem Konsilium der Teilgutachter vom
9. Juni 2008 beruht. Dabei sind die Ergebnisse aus den orthopädisch-psychiatrisch-
internistischen Fachrichtungen aufeinander abgestimmt worden, was den Beweiswert
des Gutachtens bestärkt. Allerdings haben dabei die späteren Feststellungen und die
Einschätzung von Dr. med. G._, der aufgrund der neurologisch-psychiatrischen
Teilbegutachtung vom 22. Juli 2008 zu einer Arbeitsfähigkeit von 90% gekommen ist,
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nicht diskutiert werden können. Bei Zusammentreffen verschiedener
Gesundheitsbeeinträchtigungen überschneiden sich deren erwerbliche Auswirkungen
in der Regel, weshalb der Grad der Arbeitsunfähigkeit diesfalls auf Grund einer
sämtliche Behinderungen umfassenden ärztlichen Gesamtbeurteilung zu bestimmen ist
(Urteile des Bundesgerichtes I 87/04 vom 13. Juli 2004 E. 3 sowie I 85/04 vom 27.
August 2004 E. 2.3). Soweit der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers einwendet,
dass die aus den Spannungskopfschmerzen abzuleitende Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit in die Gesamtbeurteilung einzubeziehen ist, hat er Recht. Diese
Feststellung kann jedoch nicht zu der von ihm gewünschten automatischen Addition
von Einschränkungen in der Arbeitsfähigkeit führen. Es geht dabei um die Beurteilung
einer Kombination von Gesundheitsbeeinträchtigungen. Die Gutachter hätten also in
ihrer Konsenskonferenz auch die im Zusammenhang mit den Kopfschmerzen, gemäss
Dr. med. G._ "aus rein neurologischer und psychiatrischer Sicht" begründete
Arbeitsunfähigkeit von 10% (IV-act. 45/12) einbeziehen müssen. Dass dies nicht
geschehen ist, zeugt zwar von organisatorischen Mängeln beim MGSG. Das bedeutet
aber nicht, dass die Schmerzproblematik im Rahmen des interdisziplinären Gutachtens
unberücksichtigt geblieben sei. Dr. med. F._ hat sich ausdrücklich dazu geäussert
und ihr jede relevante Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit abgesprochen. Er hat
ausgeführt, die angegebenen fast täglich vorhandenen Kopfschmerzen seien unter
Berücksichtigung der neurologischen Vorbefunde auf mehrere Verursacher, unter
anderem von psychosozialer Natur ("multifaktorieller Genese") zurückzuführen,
bildgebend habe sich zuletzt im September 2004 mittels Schädel-MRT
(Kernspintomographie) und auch mittels EEG kein erklärendes organisches Substrakt
im Bereich des Gehirnes gefunden. Die Kopfschmerzen bestünden vermutlich seit dem
Trauma im September 2002, die psychosoziale Problematik dürfte wohl schon vorher
begonnen, aber sich nach diesem Trauma erheblich verstärkt haben (IV-act. 44/7).
3.3 Es stellt sich nun die Frage, ob die Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit durch Dr.
med. G._, die sich auf den chronischen Kopfschmerz bezieht, "unter
medizintheoretischer Ausblendung der im internistischen und im orthopädischen
Teilgutachten dargestellten körperlichen Beeinträchtigungen" eine Rückweisung der
Streitsache an die Beschwerdegegnerin zu einer ergänzenden medizinischen
Gesamtbeurteilung der Arbeitsunfähigkeit rechtfertigt. Dieser Ansicht ist der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers. Er beanstandet zudem, dass die von Dr. med.
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G._ attestierte tiefe Arbeitsunfähigkeit von 10% auf seine Voreingenommenheit
zurückführen sei. Er plädiert deshalb dafür, dass die Beschwerdegegnerin im
Zusammenhang mit den Spannungskopfschmerzen auf die Arbeitsunfähigkeit von 25%
abstellen solle, die dem Entscheid der SUVA vom 5. Oktober 2006 zu Grunde liege (vgl.
IV-act. 63/35-38). Inwiefern das Teilgutachten die angebliche Voreingenommenheit
dokumentiert, zeigt er nicht auf. Möglicherweise meint er damit die Beschreibung eines
aggravatorischen Verhaltens des Beschwerdeführers während der Exploration und die
sich daraus ergebenden Zweifel an der Plausibilität der vorgetragenen Beschwerden.
Dem ist entgegenzuhalten, dass sich der Gutachter beim Fehlen organischer Befunde
nicht darauf beschränken darf, die behaupteten Beschwerden wiederzugeben, sondern
dass er solche Angaben einer Plausibilitätsprüfung unterziehen muss. Da regelmässig
dem gesamten anlässlich einer ärztlichen Begutachtung gezeigten Verhalten
Aussagekraft zukommt, ist die Verhaltensweise des Exploranden zu beschreiben und
eine begründete Würdigung vorzunehmen (Urteil des Bundesgerichtes 9C_566/2008
vom 6. Oktober 2008 E. 4.1). Die vorgebrachte Rüge der Voreingenommenheit hält
einer eingehenden Prüfung nicht stand.
3.4 Des Weiteren ist zu prüfen, ob die anderen ärztlichen Berichte im UV-Verfahren
die Überzeugungskraft der Einschätzung einer geringen Arbeitsfähigkeit durch Dr. med.
G._ im neurologisch-psychiatrischen Teilgutachten vom 22. Juli 2008 (IV-act. 45) und
die Absprache jeder Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit durch Dr. med. F._ im
psychiatrischen Gutachten (vom 20. Mai 2008) mit klinischer psychiatrisch-
neurologischer Untersuchung (IV-act. 44) zu erschüttern vermögen.
3.4.1 Die Beschwerdegegnerin nimmt den Standpunkt ein, aus den Berichten der
Ärzte Dr. H._ und Dr. I._ ergäben sich keine neurologischen Schädigungen. Für die
geltend gemachten Kopfschmerzen finde sich kein somatisches Korrelat. Die
Stellungnahme des Dr. I._ zur Arbeitsfähigkeit basiere auf psychiatrischen Gründen,
für deren Feststellung ihm die erforderliche fachärztliche Qualifikation fehle (act G 4).
Dem entgegnet der Rechtvertreter des Beschwerdeführers, die Angaben von Dr. I._
seien im UV-Verfahren nicht massgebend gewesen. Vielmehr hätten die neurologische
Beurteilung von Dr. H._ und die psychiatrische Beurteilung von Dr. J._ für den
Entscheid der SUVA den Ausschlag gegeben (act. G 6).
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3.4.2 Es steht fest, dass Dr. med. H._, Fachärztin FMH für Neurologie, -
anlässlich einer neurologischen Untersuchung vom 6. Mai 2004 - bezüglich nicht
verifizierbarer Befunde die Diagnose posttraumatischer chronischer
Spannungskopfschmerzen gestellt hat (act. G 4.2). Eine MRI-Untersuchung des
Schädels hat am 7. September 2004 eine Befundnormalisierung ergeben, so dass die
Traumafolgen nicht mehr zu erkennen gewesen sind (IV-act. 13/8). Deshalb ist Dr. med.
I._, Spezialarzt für Neurologie FMH, von einer funktionellen Überlagerung bezüglich
Sensibilitätsstörungen ausgegangen (act. G 4.2). In einer neurologischen Beurteilung
vom 30. Januar 2006 hat Dr. med. H._ ausgeführt, dem Versicherten sei die
Ausübung einer angepassten Erwerbstätigkeit grundsätzlich ganztags mit voller
Leistungsfähigkeit zuzumuten. Aber praktisch hat sie aufgrund der Kopfschmerzen und
der funktionellen Überlagerung eine Arbeitsfähigkeit von 75% geschätzt. Zur
Abgrenzung der bis anhin als funktionell beurteilten Beschwerden sei eine
psychiatrische Exploration indiziert (IV-act. 63/20). Dr. med. J._, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, hat am 4. Mai 2006 die Diagnosen chronische
posttraumatische Kopfschmerzen (ICD-10: G 44.3) und Probleme bei der
Lebensführung (ICD-10: Z72.8) angeführt, ohne die Arbeitsfähigkeit zu schätzen (IV-act.
63/31).
3.4.3 In Bezug auf die Gesundheitsschäden stimmen die Feststellungen der
MGSG-Gutachter im Wesentlichen mit denjenigen der Dr. med. J._ im UV-Verfahren
überein. Dr. med. F._ hat sowohl keine psychiatrischen Diagnosen mit Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit gestellt, als auch auf eine problematische Lebensführung des
Beschwerdeführers und auf die Kopfschmerzproblematik mit psychosozialem
Hintergrund hingewiesen (IV-act. 44/7). Dr. med. G._ hat Spannungskopfschmerzen
(ICD-10: G 44.2) diagnostiziert (IV-act. 45/11). Die ärztlichen Auffassungen gehen
allerdings in Bezug auf den invalidisierenden Charakter der Kopfschmerzen
auseinander. Während Dr. med. G._ von einer Arbeitsunfähigkeit von 10%
ausgegangen ist und Dr. med. F._ jede Auswirkung darauf verneint, hat Dr. med.
H._ eine Einschränkung von 25% angenommen. Unbestritten ist die Tatsache
geblieben, dass die vorgebrachten Kopfschmerzen nicht auf einem organischen
Substrat beruhen.
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3.4.4 Eine Invalidisierung kann die Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder
Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erfasst wird mit dem Begriff Krankheit jede
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit, die nicht
Folge eines Unfalles ist und die medizinische Untersuchung und Behandlung erfordert
oder eine Arbeitsunfähigkeit zur Folge hat (Art. 3 Abs. 1 ATSG). Die
Schmerzproblematik als Gesundheitsbeeinträchtigung ist einzuordnen. Schmerz ist
nach dem fachmedizinischen Konsens eine unangenehme Sinnes- und
Gefühlserfahrung, die von aktueller oder potentieller Gewebeschädigung begleitet ist
oder in Begriffen einer solchen Schädigung beschrieben wird. Was das Leiden am
Schmerz ausmacht, ist nicht die Sinneserfahrung, sondern das unangenehme Gefühl.
Es handelt sich um ein subjektives Gefühl, letztlich ein psychisches, unmessbares
Phänomen. Der Betroffene erlebt allerdings Schmerz nicht als psychisches Phänomen,
sondern immer als Ausdruck einer Gewebeschädigung. Nach diesem vermuteten
Gewebeschaden als Ursache wird bei chronischen Schmerzen zunächst
körpermedizinisch gesucht. Falls der Schmerz durch die entsprechende
Körperschädigung adäquat erklärt werden kann, wird der Arzt der jeweiligen
Fachdisziplin die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit aufgrund der feststellbaren
Funktionseinschränkungen vornehmen und dabei die Schmerzen mit berücksichtigen.
Stellt sich heraus, dass die Schmerzen nicht durch einen Gewebeschaden bedingt
sind, sondern sogenannt "funktionell", und dass Inkonsistenzen bei der körperlichen
Untersuchung sowie ein demonstratives Verhalten festzustellen sind, obliegt dem
Psychiater die Beurteilung, inwieweit dieses Verhalten durch eine psychische Störung
von Krankheitswert bedingt ist oder nicht (Chirstfried-Ulrich Mayer, Schmerz und
Arbeitsunfähigkeit, in: Schaffhauser/Schlauri (Hrsg.), Sozialversicherungsrechtstagung
2002, St. Gallen 2002, S. 88f., 92 und 101). Da keine organische Befunde für die
Kopfschmerzen vorliegend erhoben worden sind, kommt der Beurteilung des Dr. med.
G._ und derjenigen des Dr. med. F._ aus bidisziplinärer Sicht eine massgebende
Bedeutung zu.
3.4.5 Die verschiedenen Arbeitsfähigkeitsschätzungen lassen sich in einer freien
Beweiswürdigung wie folgt erklären. Die Neurologin Dr. med. H._ ist eigentlich von
einer medizinisch-theoretischen vollständigen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen, hat
aber eine gewisse praktische Einschränkung wegen der geklagten Kopfschmerzen und
der funktionellen Überlagerung anerkannt und auf die Notwendigkeit einer
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psychiatrischen Exploration hingewiesen (IV-act. 63/20). Der Psychiater Dr. med. J._
hat erklärt, inwiefern äussere und motivationale Umstände die Überzeugung des
Beschwerdeführers, eingeschränkt zu sein, bestimmen. Von der Tatsache ausgehend,
dass die Aufrechterhaltung der geklagten Beschwerden auch dadurch begünstigt
werde, dass der Beschwerdeführer eine für ihn problematische Lebenssituation
artikuliere und über die Gesundheits- und Versicherungssystem um Unterstützung
ersucht, dürfte eine psychiatrisch-therapeutische Behandlung, welche die
Beschwerdelinderung zum Ziel hätte, grundsätzlich schwierig sein (IV-act. 63/31).
Damit werden invaliditätsfremde Faktoren angesprochen, die in der Einschätzung des
Psychiaters und Neurologen Dr. med. F._ dazu geführt haben, die Auswirkung des
Kopfschmerzes auf die Arbeitsunfähigkeit zu verneinen (IV-act. 44/7). Seinerseits hat
Dr. med. G._ - ebenfalls Psychiater und Neurologe - unter Feststellung einer
Aggravation Zweifel an der Plausibilität der vorgetragenen Kopfschmerzen gehegt und
daraus eine geringfügige Arbeitsunfähigkeit als Schluss gezogen (IV-act. 45/11f.). Den
Auffassungen von Dr. med. F._ und Dr. med. G._ sind somit gegenüber derjenigen
von Dr. med. H._ der Vorzug zu geben. Da die chronischen Kopfschmerzen durch Dr.
med. F._, der am Konsilium teilgenommen hat, berücksichtigt worden sind und eine
Addition der Arbeitsunfähigkeitsschätzung durch Dr. med. G._ unzulässig wäre, ist
auf die Gesamtbeurteilung einer Arbeitsunfähigkeit von 25% durch das MGSG
abzustellen. Dabei ist die von sozialpsychischen Faktoren geprägte
Schmerzensproblematik mit eingeschlossen.
3.5 Im Weiteren rügt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, eine
Arbeitsfähigkeit von 75% sei ganztags nicht verwertbar, wenn der Arbeitseinsatz
medizinisch gesehen um 11 Uhr beginnen müsse (act. G 1 und G 6). Die internistischen
und orthopädischen ärztlichen Vorgaben in den Teilgutachten sind von einer
zumutbaren Arbeit ganztags mit verminderter Arbeitsleitung (75% bzw. 85%)
ausgegangen. Nur das internistische Teilgutachten hat aufgrund der Gefahr von
Narkolepsien während der Morgenstunden einen Arbeitsbeginn um 10 Uhr festgelegt.
Weshalb es in der Gesamtbeurteilung zu einem Arbeitsbeginn um 11 Uhr gekommen
ist, begründet der federführende Gutachter nicht. Daher handelt es sich überwiegend
wahrscheinlich um einen Schreibfehler. Selbst wenn es sich nicht um einen
Schreibfehler handeln sollte, käme der Einsatz des Beschwerdeführers an
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Arbeitsplätzen in Betracht, an denen sich die Arbeitszeit in den Abend hinein erstreckt,
womit die zumutbare Arbeitsleistung von 75% ganztags verwertbar wäre.
3.6 Als Zwischenergebnis ist festzuhalten, dass eine höhere Arbeitsunfähigkeit als
25% auf dem Hintergrund der gesamten Aktenlage (SUVA/IV) nicht ausgewiesen ist
und dass die Restarbeitsfähigkeit von 75% ganztags verwertbar ist. Von einer
Rückweisung der Streitsache zu weiterer Abklärung ist abzusehen.
4.
Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der eingeschränkten Arbeitsfähigkeit.
Auf der Basis einer ganztägig verwertbaren Arbeitsfähigkeit von 75% in einer
angepassten Tätigkeit ist des Weiteren der Einkommensvergleich nach Art. 16 ATSG
im Hinblick auf die Bemessung des Invaliditätsgrads durchzuführen. Bei dieser
Methode berechnet die Verwaltung in der Regel zuerst das sogenannte
Valideneinkommen. Erfasst wird damit das Erwerbseinkommen, das ohne den
Gesundheitsschaden erzielt werden könnte. Davon zieht sie das Invalideneinkommen
ab. Darunter ist das Erwerbseinkommen zu verstehen, das nach Eintritt des
Gesundheitsschadens und nach Durchführung von Eingliederungsmassnahmen auf
zumutbare Weise erreicht werden könnte. Aus der Differenz zwischen dem
Valideneinkommen und dem Invalideneinkommen resultiert eine Einkommenseinbusse.
Dieser Fehlbetrag wird in Prozenten ausgedrückt, welche dem Invaliditätsgrad
entsprechen.
4.1 Ausgangspunkt für die Festsetzung des Valideneinkommens bildet in der Regel
der letzte vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielte Lohn, weil die bisherige
Tätigkeit im Gesundheitsfall erfahrungsgemäss fortgesetzt worden wäre (BGE 135 V 59
E. 3.1; BGE 134 V 325 E. 4.1). Angesichts der Tatsache, dass der Beschwerdeführer im
Jahr 2003 tatsächlich einen branchenunterdurchschnittlichen Lohn erzielt hat (IV-act.
6), erscheint es als sinnvoll, eine sogenannte Parallelisierung der Vergleichseinkommen
durch Abstellen auf die statistischen Werte gemäss den vom Bundesamt für Statistik
periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) 2004 vorzunehmen. Es
bestehen nämlich keine Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer sich aus
freien Stücken mit einem bescheidenen Einkommensniveau hätte begnügen wollen. Bei
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der LSE wird ein sogenannter Zentralwert (Median) mit standardisierten Bruttolöhnen
(Tabellengruppe A) angegeben. Der mittlere Lohn für Männer, die 2004 einfache und
repetitive Tätigkeiten ausführten, belief sich gestützt auf eine 40-stündige
Wochenarbeitszeit auf monatlich Fr. 4'588.--, 13. Monatslohn eingeschlossen (LSE
2004, Tabelle A1, Kategorie Total, Anforderungsniveau 4). Der Tabellengruppe A liegt
allerdings eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zu Grunde, welche tiefer ist als die
im Jahr 2004 durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,6 Stunden.
Aufgerechnet auf eine 41,6-stündige Wochenarbeitszeit ergibt sich ein statistisches
Jahreseinkommen von Fr. 57'258.-- (Fr. 4'588.--: 40 x 41.6 x 12) im Gesundheitsfall.
4.2 Von einem statistischen Jahreseinkommen von Fr. 57'258.--ausgehend ergibt
sich aufgrund einer verminderten Arbeitsleistung von 75% ein Invalideneinkommen von
Fr. 42'943.-- (Fr. 57'258 x 0.75). Zu beachten ist, dass die statistischen Tabellenlöhne
auf der Grundlage von Daten gesunder und damit in jeder Hinsicht voll einsetzbarer
Arbeitnehmer erhoben werden. Der Beschwerdeführer hätte allerdings gegenüber
einem gesunden Konkurrenten ein höheres Krankheitsrisiko und wäre für
Überstundentätigkeit wohl nur erschwert verfügbar. Dies würde aus einer rein
wirtschaftlichen Sicht seinen Wert als Arbeitskraft vermindern, was sich in einem
tieferen Lohn niederschlagen würde. Dazu kommt, dass die verbliebene
Arbeitsfähigkeit ganztägig verwertbar ist. Dies bedeutet, dass der Beschwerdeführer
seine 75%ige Leistung in einer ganztägigen Anstellung erbringen würde, womit sein
Arbeitsplatz nicht voll ausgelastet wäre (vgl. Bundesgerichtsurteil T. vom 8. Januar
2008, 9C_603/07), bzw. sein Arbeitgeber bei unveränderten Produktionskosten eine
reduzierte Arbeitsleistung entgegennehmen würde. Deshalb kann der
Beschwerdeführer seine Restarbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit
unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Diese Benachteiligung ist mit
einem zusätzlichen Abzug von 10% auszugleichen. Dessen Berücksichtigung wird
durch die Tatsache nicht ausgeschlossen, dass eine Parallelisierung der
Vergleichseinkommen vorgenommen worden ist. Die Parallelisierung bezweckt die
Ausgleichung einer invaliditätsfremden Benachteiligung. Der zusätzliche Abzug betrifft
die aus der Invalidität erwachsenen Nachteile, die nicht bereits in der
Arbeitsfähigkeitsschätzung berücksichtigt sind. Das zumutbare Invalideneinkommen
beläuft sich nach diesem Abzug auf Fr. 38'649.-- (Fr. 42'943.-- x 0.9).
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4.3 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 57'258.-- und einem Invalideneinkommen
Fr. 38'649.-- ergibt sich eine Einkommenseinbusse von Fr. 18'609.--, was einem
rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 32.5% entspricht.
5.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Das
Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
als angemessen. Als unterliegende Partei hat der Beschwerdeführer die Gerichtskosten
zu bezahlen (vgl. Art. 95 Abs. 1 VRP). Mit dem von ihm geleisteten Kostenvorschuss in
diesem Verfahren in gleicher Höhe ist die geschuldete Gerichtsgebühr getilgt.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht