Decision ID: 34853b98-4f1a-55de-bfee-9bf71b9a554a
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Die Beschwerdeführerin suchte am 2. September 2021 in der Schweiz um
Asyl nach. Am 13. September 2021 fand im Bundesasylzentrum (BAZ)
B._ die Personalienaufnahme (PA) statt.
B.
Ein Abgleich ihrer Fingerabdrücke mit der "Eurodac"-Datenbank ergab,
dass sie am 9. Januar 2018 in Griechenland ein Asylgesuch eingereicht
hatte und ihr dort am 3. Dezember 2019 Schutz gewährt worden war.
C.
Anlässlich des am 13. September 2021 im Beisein ihrer damaligen Rechts-
vertreterin durchgeführten persönlichen Gesprächs gemäss Art. 5 der Ver-
ordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates
vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestim-
mung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatan-
gehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf
internationalen Schutz zuständig ist (Dublin-III-VO), gab die Beschwerde-
führerin an, am 1. November 2017 in Griechenland eingereist zu sein, dort
um Asyl nachgesucht und in der Folge subsidiären Schutz erhalten zu ha-
ben. Zunächst habe sie in einem Flüchtlingslager auf C._ gelebt,
bevor sie via D._ nach E._ gereist sei und dort Arbeit ge-
sucht habe. Mit ihrem Reisepapier für Ausländer und ihrer Aufenthaltsbe-
willigung sei sie im September 2021 auf dem Luftweg nach Basel gelangt.
Des Weiteren gab sie an, Probleme mit dem (...) sowie Schmerzen am (...)
zu haben. Auch leide sie unter (...) und nehme dagegen die vom Arzt ver-
schriebenen Medikamente ein. In drei Wochen habe sie einen weiteren
Arzttermin.
D.
D.a Ebenfalls am 13. September 2021 ersuchte das SEM die griechischen
Behörden gestützt auf die Richtlinie 2008/115/EG des Europäischen Par-
laments und des Rates vom 16. Dezember 2008 über gemeinsame Nor-
men und Verfahren in den Mitgliedstaaten zur Rückführung illegal anwe-
sender Drittstaatsangehöriger (nachfolgend: Rückführungs-Richtlinie) und
auf das Abkommen zwischen der Schweiz und Griechenland über die
Rückübernahme von Personen mit irregulärem Aufenthalt vom 28. August
2006 (SR 0.142.113.729) schriftlich um Rückübernahme der Beschwerde-
führerin.
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D.b Die griechischen Behörden stimmten dem Rückübernahmeersuchen
am 15. September 2021 zu und präzisierten gleichzeitig, der subsidiäre
Schutz sei der Beschwerdeführerin am 3. Dezember 2019 zuerkannt wor-
den und die Aufenthaltsbewilligung der Beschwerdeführerin sei vom
19. November 2020 bis zum 19. November 2021 gültig.
E.
E.a Die Vorinstanz gewährte der Beschwerdeführerin am 14. September
2021 das rechtliche Gehör zu einer allfälligen Wegweisung nach Griechen-
land.
E.b In ihrer Stellungnahme vom 17. September 2021 teilte die Beschwer-
deführerin durch ihre damalige Rechtsvertreterin mit, eine allfällige Rück-
schiebung nach Griechenland erfülle sie mit grosser Angst. Dabei wies sie
darauf hin, es seien noch Abklärungen betreffend ihren gesundheitlichen
Zustand im Gang. Sodann führte sie aus, sie habe rund vier Jahre lang
unter schwierigen Lebensbedingungen in einem Lager auf der Insel
C._ gelebt und dort auch (...) erlitten. Ihr Ehemann sei gewalttätig
gewesen und habe sie auch daran gehindert, einen Arzt aufzusuchen.
Nach Erhalt ihres Reiseausweises habe sie ihren Ehemann verlassen und
sei nach E._ gegangen, wo sie in einer Wohnung bei Freunden ge-
lebt habe. Nachdem sie mehrere Absagen auf Bewerbungen für Arbeits-
stellen erhalten habe, sei sie in die Schweiz gereist. Sodann wies sie auf
die prekären Verhältnisse, in denen die auf den Ägäis-Inseln untergebrach-
ten Asylsuchenden lebten, sowie auf die neue Praxis der griechischen Re-
gierung, Personen, denen internationalen Schutz gewährt worden sei, sich
selber zu überlassen, hin. Im Weiteren verwies sie auf ein Urteil eines deut-
schen Verwaltungsgerichts, das die drei Säulen des griechischen Sozial-
systems vom Februar 2017 erkläre; lediglich die erste Säule, die Garantie
eines Mindesteinkommens von 200 Euro pro Person, sei fertiggestellt, wo-
bei der Zugang durch bürokratische Hindernisse eingeschränkt sei. Auch
käme nur ein kleiner Teil der Personen mit internationalem Schutz in den
Genuss des HELIOS-Programms. So müsse jede einzelne Person selber
für ihren Lebensunterhalt und eine Unterkunft sorgen. Da der griechische
Arbeitsmarkt sehr angespannt sei, lebten Tausende von Personen mit in-
ternationalem Schutz auf der Strasse oder in informellen Strukturen mit
mangelhaftem Zugang zu Trinkwasser und sanitären Einrichtungen. Ver-
schiedene europäische Behörden hätten sich am 1. Juni 2021 wegen
ernsthafter Zweifel an der rechtlichen Vereinbarkeit der Lebensbedingun-
gen und Unterbringungsstandards mit Art. 3 EMRK und Art. 4 EU-Charta
an die EU-Kommission gewandt. Schliesslich wurde geltend gemacht,
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dass der Rechtsstatus von Personen mit subsidiärem Schutz begrenzter
sei als derjenige von Flüchtlingen.
F.
F.a Die Beschwerdeführerin klagte über (...) sowie (...), weshalb sie zur
(...) Untersuchung ans (...) überwiesen wurde. Die erste Untersuchung
vom 24. September 2021 ergab keinen besonderen Befund.
F.b Dr. F._ in G._ verschrieb der mittlerweile im BAZ
H._ untergebrachten Beschwerdeführerin am 6. Oktober 2021 ge-
gen (...) "(...)" und regte anlässlich einer weiteren Konsultation vom 13.
Oktober 2021 – auf ausdrücklichen Wunsch der Beschwerdeführerin hin –
eine psychologische Betreuung sowie in Bezug auf die (...) und auf neu
vorgebrachte (...) Laborabklärungen an.
F.c Der die Beschwerdeführerin weiter behandelnde Arzt, Dr. I._ in
J._, berichtete am 27. Oktober 2021, die Laborresultate hätten
"überraschenderweise (...)" ergeben, doch bestünden keine Hinweise auf
einen "(...) beziehungsweise einen K._"; die weiter vorgebrachten
Beschwerden seien unspezifisch beziehungsweise seien behandelt wor-
den. Sodann sei die Beschwerdeführerin bei der "(...)" in J._ ange-
meldet.
F.d Gemäss Bericht der "(...)" vom 5. November 2021 ergab das Konsilium
vom 3. November 2021, dass die Beschwerdeführerin – welche bereits als
Jugendliche im Iran und später auch in Griechenland (...) erhalten habe
und in Griechenland auch mittels (...) behandelt worden sei – unter (...)
leidet. Gegen (...) und zur (...) wurden ihr "(...)" und "(...)" verschrieben,
und es wurde ihr empfohlen, mit ihren Bezugspersonen im BAZ H._
über ihre Sorgen zu sprechen; weitere Termine im (...) seien nicht vorge-
sehen.
G.
G.a Am 9. November 2021 stellte das SEM der Beschwerdeführerin den
Entscheidentwurf zu und gewährte ihr das rechtliche Gehör.
G.b Mit Eingabe vom 11. November 2021 nahm die Beschwerdeführerin
durch ihre damalige Rechtsvertreterin Stellung. Dabei wiederholte sie die
bereits zuvor geäusserten Gründe, welche gegen ihre Wegweisung nach
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Griechenland sprechen würden. Des Weiteren wies sie darauf hin, die auf-
grund des subsidiären Schutzes erhaltene Bewilligung laufe am 19. No-
vember 2021 ab und könne nicht verlängert werden. Infolgedessen würde
sie bei ihrer Rückkehr nach Griechenland über keinen gültigen Aufenthalts-
titel mehr verfügen. Auch weise das griechische Aufnahmesystem und
Asylverfahren – wie schon vom Europäischen Gerichtshof für Menschen-
rechte und vom Gerichtshof der Europäischen Union festgestellt worden
sei – schwerwiegende Systemmängel auf.
Sodann verwies sie auf die sich bei den Akten befindenden medizinischen
Unterlagen. Labortests hätten gewisse Auffälligkeiten gezeigt, ausserdem
leide sie unter (...) unklaren Ursprungs. Es seien daher vertiefte Abklärun-
gen nötig, insbesondere auch zur Frage, ob eine Behandlung in Griechen-
land gewährleistet wäre beziehungsweise ein Wegweisungsvollzug ange-
sichts ihrer derzeitigen Verfassung nicht gegen Art. 2 und 3 EMRK verstos-
sen würde.
Gleichzeitig wurden ein von der Beschwerdeführerin handschriftlich ver-
fasstes Schreiben samt italienischer Übersetzung sowie ein USB-Stick mit
Fotos aus dem Lager (...) zu den Akten gegeben.
H.
Mit Verfügung vom 11. November 2021 – eröffnet am 12. November 2021
– trat das SEM in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG (SR 142.31)
auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerin nicht ein, wies sie aus der
Schweiz weg und forderte sie auf, die Schweiz nach Eintritt der Rechtskraft
der Verfügung zu verlassen, ansonsten sie in Haft genommen und unter
Zwang nach Griechenland zurückgeführt werden könnte. Ferner beauf-
tragte das SEM den zuständigen Kanton mit dem Vollzug der Wegweisung
und ordnete die Aushändigung der editionspflichtigen Akten gemäss Akten-
verzeichnis an die Beschwerdeführerin an.
I.
Die Beschwerdeführerin erhob durch ihre Rechtsvertreterin mit Eingabe
vom 19. November 2021 beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde. Sie
beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und das SEM an-
zuweisen, auf das Asylgesuch einzutreten und dieses materiell zu prüfen,
eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzu-
weisen. In prozessualer Hinsicht ersuchte sie um Gewährung der unent-
geltlichen Prozessführung samt Verzicht auf die Erhebung eines Kosten-
vorschusses.
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Seite 6
J.
Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am
22. November 2021 in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG).
Am gleichen Tag bestätigte dieses den Eingang der Beschwerde.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-
lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig
und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – und auch vorlie-
gend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG).
1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG,
soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).
1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die Be-
schwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist
durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-
würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Sie
ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108
Abs. 3 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-
schwerde ist einzutreten.
2.
2.1 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü-
gen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des
Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
2.2 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es die
Vorinstanz ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu über-
prüfen (Art. 31a Abs.1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Be-
schwerdeinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz
zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (BVGE 2012/4 E. 2.2
m.w.H.).
2.3 Bezüglich der Frage der Wegweisung und des Wegweisungsvollzugs
hat die Vorinstanz eine materielle Prüfung vorgenommen, weshalb dem
Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle Kognition zukommt.
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Seite 7
3.
Die Beschwerde erweist sich – wie nachfolgend aufgezeigt – als offensicht-
lich unbegründet, weshalb sie im Verfahren einzelrichterlicher Zuständig-
keit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer zwei-
ten Richterin (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Durchführung eines Schriften-
wechsels und mit summarischer Begründung, zu behandeln (Art. 111a
Abs. 1 und 2 AsylG).
4.
4.1 In der Beschwerde wird beanstandet, die Vorinstanz habe ihre Unter-
suchungspflicht verletzt; die Angelegenheit sei deshalb eventualiter zur
vollständigen Sachverhaltsabklärung und Würdigung der Umstände an die
Vorinstanz zurückzuweisen (vgl. S. 11 ff. und Rechtsbegehren 3). Diese
formelle Rüge ist vorab zu prüfen, da sie allenfalls geeignet sein könnte,
eine Kassation der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken (vgl. BVGE
2013/34 E. 4.2).
4.2 Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Vorinstanz habe es gänz-
lich unterlassen, die konkreten Umstände hinsichtlich Unterbringung, be-
rufliche Möglichkeiten und Ausbildung abzuklären und entsprechende
Rückfragen zu ihrer individuellen Situation zu stellen, obwohl sie dazu ver-
pflichtet gewesen wäre. Seit ihrer Ankunft in der Schweiz sei sie in medizi-
nischer und psychologischer Behandlung, und es sei bereits in der Stel-
lungnahme zum Entscheidentwurf darauf hingewiesen worden, dass der
Sachverhalt nicht als umfassend erstellt erachtet werde. Auch habe sie
nachweislich körperliche Beschwerden an der (...) beziehungsweise am
(...) sowie (...). Obwohl die Ursache noch nicht habe eruiert werden kön-
nen, seien offenbar keine weiteren Termine geplant. Einen angeblichen
entsprechenden Mailverkehr habe das SEM – obwohl entscheidrelevant –
als internes Dokument klassiert; ausserdem widerspreche die Mailnach-
richt den zuletzt erfolgten Angaben im Formular F2 vom 27. Oktober 2021,
aus welchem hervorgehe, dass in zwei Wochen weitere Labortests erfol-
gen sollten. Einerseits hätte das Ergebnis dieser Tests abgewartet werden
müssen, andererseits werde durch die Nicht-Offenlegung der Korrespon-
denz ihr rechtliches Gehör verletzt. Ferner habe die Vorinstanz es unter-
lassen, den mit der Stellungnahme zum Entscheidentwurf zugestellten per-
sönlichen Bericht in Form eines Briefes umfassend zu würdigen und an
"(...)" weiterzuleiten.
4.3 Gemäss Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 12 VwVG stellt die Asylbehörde den
Sachverhalt von Amtes wegen fest. Dabei muss die Behörde die für das
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Verfahren erforderlichen Sachverhaltsunterlagen beschaffen, die rechtlich
relevanten Umstände abklären und darüber ordnungsgemäss Beweis füh-
ren. Die unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts
kann nach Art. 49 Bst. b VwVG beziehungsweise Art. 106 Abs. 1 Bst. b
AsylG gerügt werden. Unvollständig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn
die Behörde trotz der geltenden Untersuchungsmaxime den Sachverhalt
nicht von Amtes wegen abgeklärt hat, oder nicht alle für den Entscheid we-
sentlichen Sachumstände berücksichtigt worden sind (vgl. dazu BENJAMIN
SCHINDLER, in: Kommentar zum VwVG, 2. Aufl. 2019, Art. 49 N 29). Ihre
Grenze findet die Untersuchungspflicht der Behörde in der Mitwirkungs-
pflicht der asylsuchenden Person (Art. 13 Abs. 1 VwVG und Art. 8 Abs. 1
AsylG).
4.4 Die verschiedenen von der Beschwerdeführerin vorgebrachten ge-
sundheitlichen Beschwerden wurden gemäss den unter Bst. F.a–F.d des
Sachverhalts erwähnten ärztlichen Berichten abgeklärt, und die Beschwer-
deführerin erhielt die entsprechende (medikamentöse) Behandlung. Wei-
tere ärztliche Termine standen – wie in der angefochtenen Verfügung zu-
treffend bemerkt wurde – nicht an, und die vorliegenden Akten lassen nicht
den Schluss zu, dass die Beschwerdeführerin unter erheblichen Gesund-
heitsproblemen leiden könnte, die aktuell abklärungsbedürftig wären.
Das SEM hat alle ärztlichen Berichte in der angefochtenen Verfügung (vgl.
S. 6 f. und 10 f.) eingehend gewürdigt. Der Beschwerdeführerin wurde der
Entscheidentwurf zur Stellungnahme unterbreitet, womit diese auch aus-
reichend Einsicht in die als Entscheidgrundlage dienenden Unterlagen er-
halten hatte. Mit der Stellungnahme wurden keine Arztberichte eingereicht
oder Beschwerden aufgezeigt, die auf gravierende gesundheitliche Prob-
leme hinweisen würden; dasselbe gilt auch für das zu den Akten gegebene
handschriftlich verfasste Schreiben. Die Vorinstanz hatte demnach keinen
Anlass, die gesundheitlichen Beschwerden von sich aus zusätzlich weiter
abzuklären (vgl. BVGE 2009/50 E. 10.2.2). Dass die Vorinstanz die Rück-
fragen per Mail zu allfälligen weiteren ärztlichen Terminen als interne Akten
qualifizierte, ist ebenfalls nicht zu beanstanden.
Sodann hat sich das SEM in der angefochtenen Verfügung auch mit den
Lebensbedingungen, denen die Beschwerdeführerin bei einer Rückkehr in
Griechenland ausgesetzt würde, und mit den Möglichkeiten, die internatio-
nal Schutzberechtigten in Bezug auf den Zugang zur medizinischen Ver-
sorgung, Unterkunft und Arbeit in Griechenland offenstehen, auseinander-
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Seite 9
gesetzt (vgl. angefochtene Verfügung S. 7–13), und die Beschwerdeführe-
rin hatte wiederholt Gelegenheit, zu ihrer individuellen Situation Stellung zu
nehmen.
Vor diesem Hintergrund erweist sich die Kritik, das SEM habe seine Unter-
suchungspflicht verletzt beziehungsweise den Sachverhalt nicht vollstän-
dig erfasst und nicht hinreichend abgeklärt, als unberechtigt. Der blosse
Umstand, dass die Beschwerdeführerin die Beurteilung durch das SEM
nicht teilt, stellt keine ungenügende Abklärung und Feststellung des Sach-
verhalts dar.
4.5 Die formellen Rügen erweisen sich demnach als unbegründet. Es be-
steht keine Veranlassung, die angefochtene Verfügung aufzuheben und
die Sache zur Neubeurteilung an das SEM zurückzuweisen.
5.
5.1 Das SEM tritt gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG auf ein Asylgesuch
nicht ein, wenn Asylsuchende in einen sicheren Drittstaat nach Art. 6a
Abs. 2 Bst. b AsylG zurückkehren können, in welchem sie sich vorher auf-
gehalten haben.
5.2 Griechenland wurde durch den Bundesrat am 14. Dezember 2007 als
sicherer Drittstaat im Sinne von Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG bezeichnet, und
diese Einstufung besitzt auch heute noch Gültigkeit. Die Beschwerdefüh-
rerin hat sich vor der Einreise in die Schweiz unbestrittenermassen in Grie-
chenland aufgehalten, wo ihr – wie durch das sich bei den Akten befin-
dende "Hellenic Resident Permit" und die Antwort der griechischen Behör-
den vom 15. September 2021 belegt wird – subsidiären Schutz gewährt
wurde und wo sie eine Aufenthaltsbewilligung erhalten hat. Sie kann daher
erneut nach Griechenland zurückkehren und dort Wohnsitz nehmen.
In Bezug auf den in der Stellungnahme vom 11. November 2021 (vgl. S. 2
oben) geäusserten Einwand, ihre Aufenthaltsbewilligung laufe am 19. No-
vember 2021 ab und könne nicht verlängert werden, weshalb sie nunmehr
über keinen gültigen Aufenthaltstitel mehr verfüge, hielt das SEM (vgl. an-
gefochtene Verfügung S. 6) zutreffend fest, der Ablauf der Aufenthaltsbe-
willigung betreffe den subsidiären Schutz nicht und die Aufenthaltsbewilli-
gung könne regelmässig erneuert werden; der subsidiäre Schutz würde
erst erlöschen, wenn die Umstände, die zu ihm geführt hätten, weggefallen
wären, wofür es vorliegend jedoch keinerlei Hinweise gebe.
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Seite 10
5.3 Das SEM ist somit zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. a
AsylG auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerin nicht eingetreten.
6.
6.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so
verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den
Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie
(Art. 44 AsylG).
6.2 Die Beschwerdeführerin verfügt in der Schweiz weder über eine aus-
länderrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Er-
teilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeord-
net (Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).
7.
7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den
gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Auslände-
rinnen und Ausländern (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). Bei
der Geltendmachung von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss
ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstan-
dard wie bei der Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen,
wenn der strikte Beweis möglich ist, andernfalls wenigstens glaubhaft zu
machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2).
Vorliegend ist einzig der Vollzug der Wegweisung nach Griechenland einer
Prüfung zu unterziehen.
7.2
7.2.1 Der Vollzug der Wegweisung ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche
Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des
Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenste-
hen (Art. 83 Abs. 3 AIG).
7.2.2 Gemäss Art. 6a AsylG besteht zugunsten sicherer Drittstaaten – wie
Griechenland einer ist (vgl. oben E. 5.2) – die Vermutung, dass diese ihre
völkerrechtlichen Verpflichtungen, darunter im Wesentlichen das Refoule-
ment-Verbot und grundlegende menschenrechtliche Garantien, einhalten
(vgl. FANNY MATTHEY, in: Cesla Amarelle/Minh Son Nguyen, Code annoté
de droit des migrations, Bern 2015, Art. 6a AsylG N 12 S. 68). Es obliegt
der betroffenen Person, diese beiden Legalvermutungen umzustossen.
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Seite 11
Dazu hat sie ernsthafte Anhaltspunkte dafür vorzubringen, dass die Behör-
den des in Frage stehenden Staates im konkreten Fall das Völkerrecht ver-
letzen, ihr nicht den notwendigen Schutz gewähren oder sie menschenun-
würdigen Lebensumständen aussetzen würden respektive, dass sie im in
Frage stehenden Staat aufgrund von individuellen Umständen sozialer,
wirtschaftlicher oder gesundheitlicher Art in eine existenzielle Notlage ge-
raten würde (vgl. statt vieler das Urteil des BVGer E-2617/2016 vom
28. März 2017 E. 4).
7.2.3 Das Gericht geht in konstanter Rechtsprechung grundsätzlich davon
aus, dass Griechenland als Signatarstaat der EMRK, des Übereinkom-
mens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, un-
menschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105)
und des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flücht-
linge (FK, SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar
1967 (SR 0.142.301) seinen entsprechenden völkerrechtlichen Verpflich-
tungen nachkommt. Das Vorliegen eines Vollzugshindernisses unter dem
Aspekt der Zulässigkeit bei Personen, denen von den griechischen Behör-
den ein Schutzstatus verliehen wurde, wird vom Bundesverwaltungsgericht
praxisgemäss nur dann bejaht, wenn im jeweiligen Einzelfall konkrete An-
haltspunkte für Völkerrechtsverletzungen vorliegen. Das Gericht erkennt
an, dass die Lebensbedingungen in Griechenland schwierig sind. Dennoch
ist gemäss Rechtsprechung diesbezüglich nicht von einer generellen un-
menschlichen oder entwürdigenden Behandlung von Schutzberechtigten
im Sinne von Art. 3 EMRK auszugehen (so insbesondere Urteil des BVGer
D-559/2020 vom 13. Februar 2020 E. 8.2 m.w.H. [als Referenzurteil publi-
ziert]). Die bekannten Unzulänglichkeiten treten nicht in einer Weise auf,
welche darauf schliessen lassen, dass Griechenland grundsätzlich nicht
gewillt oder nicht fähig sei, Schutzberechtigten die ihnen zustehenden
Rechte und Ansprüche zu gewähren, beziehungsweise dass diese bei Be-
darf nicht auf dem Rechtsweg durchgesetzt werden könnten (vgl. beispiels-
weise Urteile des BVGer E-2508/2020 vom 24. September 2020 und
E-319/2021 vom 27. Januar 2021). Im Falle einer Verletzung der Garantien
der EMRK steht zudem gestützt auf Art. 34 EMRK nach wie vor der Rechts-
weg an den EGMR offen (a.a.O. E. 8.2).
7.2.4 Im vorliegenden Fall liegen – wie bereits in der angefochtenen Verfü-
gung (vgl. S. 9–12) eingehend dargelegt wurde – keine hinreichenden An-
haltspunkte dafür vor, dass für die Beschwerdeführerin persönlich ein "real
risk" bestehen würde, bei einer Rückkehr nach Griechenland dort einer
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Seite 12
nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung aus-
gesetzt zu werden. So hat die Beschwerdeführerin nicht erwähnt, dass sie
bei den griechischen Behörden um entsprechenden Schutz ersucht habe.
Ausserdem ist nicht ersichtlich, dass sie rechtlich gegen eine Verweigerung
von Unterstützungsleistungen vorgegangen wäre. Die blosse Möglichkeit,
in nicht absehbarer Zeit aus nicht voraussehbaren Gründen in eine derart
missliche Lebenssituation getrieben zu werden, die einer Aussetzung einer
existenziellen Notlage und andauernden menschenrechtswidrigen Be-
handlung gleichkäme, vermag die Schwelle zu einem entsprechenden
"real risk" nicht zu überschreiten.
Gemäss Praxis des EGMR kann der Vollzug der Wegweisung eines abge-
wiesenen Asylsuchenden mit gesundheitlichen Problemen im Einzelfall ei-
nen Verstoss gegen Art. 3 EMRK darstellen; hierfür sind jedoch ganz aus-
sergewöhnliche Umstände Voraussetzung (vgl. Urteil Paposhvili gegen
Belgien vom 13. Dezember 2016, 41738/10 §183). Eine solche Situation
ist vorliegend nicht gegeben. Wie in der angefochtenen Verfügung (vgl.
S. 10 f.) zutreffend festgehalten wurde, bestehen keine Hinweise, dass die
von der Beschwerdeführerin geltend gemachten gesundheitlichen Prob-
leme im Sinne der genannten Rechtsprechung relevant sein könnten. Grie-
chenland hat sich sodann völkerrechtlich verpflichtet, Asylsuchenden und
ausländischen Personen mit einem Schutzstatus die erforderlichen medi-
zinischen Behandlungen zur Verfügung zu stellen (vgl. Urteil des BVGer
E-3110/2020 vom 24. Juni 2020 E. 7.4 S. 13 f.). Die Beschwerdeführerin
wurde denn auch gemäss ihren Angaben bereits in Griechenland medizi-
nisch betreut, wobei ihre psychischen Probleme mit (...) und (...) behandelt
wurden (vgl. Konsilium "(...)" S. 1 f.).
Schliesslich bezeichnete die Beschwerdeführerin ihren gewalttätigen Ehe-
mann nicht als ausschlaggebenden Grund für die Ausreise anfangs Sep-
tember 2021. Sie gab an, es gehe ihr seit der Trennung von ihrem Ehe-
mann viel besser (vgl. Konsilium "(...)" S. 1 unten), wobei die Trennung
offenbar durch ihren Weggang aus dem Lager auf der Insel C._ er-
folgte und keine Hinweise bestehen, dass der Ehemann ihr danach noch
nachgestellt hätte. Somit liegt auch keine objektiv begründete Furcht vor
Nachteilen seitens des Ehemannes vor. Ausserdem ist festzuhalten, dass
Griechenland grundsätzlich über eine funktionierende Schutzbehörde ver-
fügt und es der Beschwerdeführerin zuzumuten wäre, sich an die zustän-
digen Stellen zu wenden, falls sie sich nach der Rückkehr vom Ehemann
oder anderen Drittpersonen bedroht fühlen würde (vgl. auch angefochtene
Verfügung S. 13). Ihr Hinweis, dass sie weder diesbezüglich noch nach
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Seite 13
dem von ihr geschilderten Übergriff durch eine unbekannte Drittperson
nicht die notwendige Hilfe erhalten habe, vermag auch im Hinblick auf das
von der Beschwerdeführerin angerufene Übereinkommen zur Beseitigung
jeder Form von Diskriminierung der Frau vom 18. Dezember 1979 (CE-
DAW;
SR 0.108) nichts zu ändern.
7.2.5 Nach dem Gesagten liegen keine konkreten Hinweise vor, dass die
Beschwerdeführerin im Falle ihrer Rückkehr nach Griechenland einer un-
menschlichen oder erniedrigenden Behandlung im Sinne von Art. 3 EMRK
ausgesetzt wäre. Im Übrigen kann zur Vermeidung von Wiederholungen
auf die sehr ausführlichen Erwägungen in der angefochtenen Verfügung
(vgl. Ziff. III. 1.) verwiesen werden. Der Vollzug der Wegweisung erweist
sich somit als zulässig.
7.3
7.3.1 Gestützt auf Art. 83 Abs. 5 AIG besteht die Vermutung, dass eine
Wegweisung in einen EU- oder EFTA-Staat in der Regel zumutbar ist (vgl.
Anhang 2 der Verordnung über den Vollzug der Weg- und Ausweisung so-
wie der Landesverweisung von ausländischen Personen [VVWAL,
SR 142.281]). Der Bundesrat ist – auch in Anbetracht der gegenwärtigen
Asylpolitik Griechenlands – auf seine diesbezügliche Einschätzung, welche
periodisch zu überprüfen ist (vgl. Art. 83 Abs. 5bis AIG), bisher nicht zurück-
gekommen.
7.3.2 Die Vorinstanz hat zutreffend auf die Verpflichtungen Griechenlands
gegenüber Schutzberechtigten bezüglich Unterbringung, medizinischer
Versorgung, Sozialhilfe und Erwerbstätigkeit hingewiesen, welche sich ins-
besondere aus der Qualifikationsrichtlinie sowie auch aus der Flüchtlings-
konvention ergeben. Das Bundesverwaltungsgericht geht nach wie vor da-
von aus, dass Personen mit Schutzstatus griechischen Bürgerinnen und
Bürgern in Bezug auf Fürsorge, den Zugang zu Gerichten und den öffent-
lichen Schulunterricht respektive mit anderen Ausländern und Ausländerin-
nen beispielsweise in Bezug auf Erwerbstätigkeit oder die Gewährung ei-
ner Unterkunft gleichgestellt sind (vgl. Art. 16-24 FK). Die Schutzberechtig-
ten können sich – wie Personen mit Flüchtlingsstatus (vgl. Einwand in der
Stellungnahme vom 17. September 2021 S. 3) – auf die Garantien in der
Qualifikationsrichtlinie berufen. Es darf von der Beschwerdeführerin erwar-
tet werden, sich bei Unterstützungsbedarf an die griechischen Behörden
zu wenden und die erforderliche Hilfe nötigenfalls auf dem Rechtsweg ein-
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zufordern. Auch wenn eine adäquate Eingliederung der Beschwerdeführe-
rin in die sozialen Strukturen Griechenlands als Schutzberechtigte mit nicht
zu verkennenden Erschwernissen verbunden ist, vermögen ihre Vorbrin-
gen die Anforderungen an eine konkrete Gefährdung nicht zu erfüllen. An
dieser Feststellung vermögen weder die Hinweise auf verschiedene öffent-
lich zugängliche Berichte betreffend die Situation in Griechenland noch die
zusammen mit der Stellungnahme vom 11. November 2021 eingereichten
Bilder aus dem Lager (...) und das handschriftlich verfasste Schreiben et-
was zu ändern. Der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen, dass die
Beschwerdeführerin gemäss ihren Angaben in Athen Freunde hat und bis
zur Weiterreise in die Schweiz in deren Wohnung gelebt hat (vgl. Stellung-
nahme vom 17. September 2021 S. 2 oben).
7.3.3 Der Vollzug der Wegweisung erweist sich auch unter Berücksichti-
gung des Gesundheitszustandes als zumutbar. Auch wenn zum Zeitpunkt
des Ergehens der vorinstanzlichen Verfügung noch nicht alle Laborbe-
funde besprochen worden waren (vgl. Beschwerde S. 12 unter Hinweis auf
die ärztlichen Berichte vom 13. Oktober 2021 und vom 27. Oktober 2021),
so erachteten die die Beschwerdeführerin in der Schweiz untersuchenden
und behandelnden Ärzte offenbar weitere Abklärungen und Behandlungen
als nicht erforderlich. Den Akten sind keine Hinweise darauf zu entnehmen,
dass eine allenfalls erneut notwendige medizinische (und insbesondere
auch [...]) Behandlung in Griechenland nicht gegeben wäre.
7.3.4 Das Bundesverwaltungsgericht kann sich somit auch hinsichtlich der
Frage der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs der Beschwerdeführe-
rin nach Griechenland der Beurteilung der Vorinstanz anschliessen. Zur
Vermeidung von Wiederholungen ist diesbezüglich ebenfalls auf die sehr
ausführlichen Erwägungen in der angefochtenen Verfügung (vgl. Ziff. III.
2.) zu verweisen.
7.4 Der Vollzug der Wegweisung ist schliesslich nach Art. 83 Abs. 2 AIG
möglich, da die griechischen Behörden einer Rückübernahme der über
subsidiären Schutz verfügenden Beschwerdeführerin ausdrücklich zuge-
stimmt haben und den Akten keine Hinweise auf eine Reiseunfähigkeit zu
entnehmen sind. Der gesundheitlichen Situation der Beschwerdeführerin
kann, falls erforderlich, bei der Ausgestaltung der Vollzugsmodalitäten an-
gemessen Rechnung getragen werden.
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Schliesslich steht auch die Covid-19-Pandemie dem Wegweisungsvollzug
nicht entgegen. Bei dieser handelt es sich – wenn überhaupt – um ein tem-
poräres Vollzugshindernis, welchem im Rahmen der Vollzugsmodalitäten
durch die kantonalen Behörden Rechnung zu tragen ist, indem etwa der
Zeitpunkt des Vollzugs der Situation in Griechenland angepasst wird.
7.5 Zusammenfassend hat das SEM zu Recht den Wegweisungsvollzug
nach Griechenland als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet, wes-
halb die Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht fällt.
8.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, und auch sonst nicht zu beanstanden ist
(Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen.
9.
9.1 Der Antrag auf Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses er-
weist sich mit vorliegendem Urteil als gegenstandslos.
9.2 Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im
Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG ist – ungeachtet der nicht nachgewiesenen
Bedürftigkeit – abzuweisen, da die Begehren – wie sich aus den vorste-
henden Erwägungen ergibt – als aussichtlos zu bezeichnen sind. Die Ver-
fahrenskosten sind der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1
VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1‒3 des Regle-
ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor
dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).
(Dispositiv nächste Seite)
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