Decision ID: 7d3604b7-01a8-4f4a-b3b3-da4dbb4512d4
Year: 2020
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ stand über die B._ Personal AG in einem Arbeitseinsatz als Trockenbauer
für eine Bauunternehmung und war dadurch bei der Schweizerischen
Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: Suva) gegen die Folgen von Unfällen
obligatorisch versichert, als er sich am 7. November 2014 bei der Arbeit das rechte
Knie verdrehte (Suva-act. I/1-2; I/3). Dipl.-Med. C._, Facharzt für Chirurgie, berichtete
am 17. November 2014 über ein Distorsionstrauma des rechten Knies mit einer
Innenbandläsion (Suva-act. I/15). Er attestierte dem Versicherten ab dem 7. November
2014 eine Arbeitsunfähigkeit von 100% (Suva-act. I/12, I/18, I/20). Die Suva kam für die
Folgen des Unfalls auf (Suva-act. I/35, vgl. Suva-act. I/5, I/8).
A.a.
Am 1. Dezember 2014 hielt Dr. med. D._ fest, laut MRT-Befund vom 25.
November 2014 (vgl. Suva-act. I/38) liege eine Kreuzbandruptur vor. Es sei eine
Arthroskopie geplant und der Versicherte sei weiterhin arbeitsunfähig (Suva-act. I/
21-16). Dr. C._ berichtete am 11. Dezember 2014, die Arthroskopie sei am Tag davor
durchgeführt worden. Der Versicherte werde nun physiotherapeutisch behandelt (Suva-
act. I/32). Am 10. Februar 2015 hielt Dr. D._ fest, klinisch bestehe eine Instabilität des
Kniegelenks bei einem noch deutlichen muskulären Defizit im Seitenvergleich. Der
Versicherte sei weiterhin zu 100% arbeitsunfähig (Suva-act. I/59).
A.b.
Zwecks einer Zweitmeinung liess sich der Versicherte am 12. März 2015 von Dr.
med. E._, Facharzt für Orthopädie, Praxisklinik Orthopädie des Spitals F._,
untersuchen. Dieser berichtete gleichentags, aufgrund des Kreuzbandrisses liege eine
deutliche vordere Instabilität vor (Suva-act. I/76). Am 9. April 2015 unterzog sich der
Versicherte im Spital F._ einer Arthroskopie und einer Kreuzbandplastik mit
autogener Semitendinosussehne rechts (Suva-act. I/98-2 f.). Dr. E._ attestierte dem
A.c.
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Versicherten eine Arbeitsunfähigkeit von 100% (Suva-act. I/101). Die Arbeitgeberin
bzw. der Einsatzbetrieb des Versicherten löste das Arbeitsverhältnis per 22. Mai 2015
auf (Suva-act. I/115).
Am 30. Juli 2015 teilte die Suva dem Versicherten mit, aufgrund der medizinischen
Unterlagen sei ihm ab 3. August 2015 eine Arbeitsfähigkeit von 75% zumutbar. Sie
stelle die Taggeldleistungen per dieses Datum ein. Für die Kosten der noch
notwendigen Behandlung komme sie weiterhin auf (Suva-act. I/133). Obwohl sich der
Versicherte dagegen gewehrt hatte (Suva-act. I/135), hielt die Suva am 4. August 2015
formlos an ihrem Entscheid fest (Suva-act. I/137). Dr. med. G._, befand am 22.
September 2015, der Versicherte sei seit 19. September 2015 arbeitsfähig und eine
ärztliche Behandlung nicht mehr notwendig (Suva-act. I/144).
A.d.
Am 14. März 2017 meldete die Kantonale Arbeitslosenkasse Appenzell
Ausserrhoden, der Versicherte sei am 2. März 2017 auf einer Treppe ausgerutscht, mit
dem rechten Bein umgeknickt und habe sich das rechte Kniegelenk verdreht (Suva-act.
II/1). Dr. med. H._, Facharzt für Allgemeinmedizin, hatte eine Distorsion des rechten
Kniegelenks ohne Anhaltspunkte für eine Knie-Binnenläsion diagnostiziert und dem
Versicherten ab 3. März 2017 eine Arbeitsunfähigkeit von 100% attestiert (Suva-act. II/
10, II/13). Eine am 9. März 2017 durchgeführte MR-Untersuchung des Knies rechts
hatte unter anderem einen geringfügigen Reizerguss und eine geringgradige
Chondropathie des lateralen Kniekompartiments Grad II zur Darstellung gebracht
(Suva-act. II/6). Die Suva kam für die Unfallfolgen auf (Suva-act. II/2).
A.e.
Kreisärztin med. pract. I._, Fachärztin für Chirurgie, befand am 22. Mai 2017, auf
dem allgemeinen Arbeitsmarkt sei sicher schon länger, spätestens aber ab sofort von
einer vollen Arbeitsfähigkeit auszugehen (Suva-act. II/25). Die Suva teilte dem
Versicherten mit Schreiben vom 22. Mai 2017 mit, sie stelle die Taggeldleistungen per
29. Mai 2017 ein (Suva-act. II/26). Dr. med. J._, Facharzt für Orthopädie und
Traumatologie, attestierte dem Versicherten bis zum 31. Mai 2017 eine
Arbeitsunfähigkeit von 100%, ab dem 1. Juni 2017 eine solche von 0% (Suva-act. II/28
f.).
A.f.
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Die K._ AG, über welche der Versicherte seit 3. Juli 2017 temporär im Einsatz
stand, meldete der Suva am 3. August 2017, der Versicherte sei am 28. Juli 2017 beim
Treppen hinuntergehen ausgerutscht und habe sich dabei das rechte Knie verdreht
(Suva-act. III/1). Dipl. med. L._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH,
attestierte dem Versicherten vom 29. Juli bis 6. August 2017 eine Arbeitsunfähigkeit
von 100%, ab 7. August 2017 eine solche von 0% (Suva-act. III/4, III/9). Die Suva
übernahm die Versicherungsleistungen für die Folgen des Unfalles (Suva-act. III/6).
A.g.
Am 27. Oktober 2017 meldete die K._ AG der Suva, der Versicherte sei am 22.
Oktober 2017 auf nassem Laub ausgerutscht und habe sich verletzt (Suva-act. IV/2).
Dr. med. M._, Praktischer Arzt, attestierte dem Versicherten ab 23. Oktober 2017
eine Arbeitsunfähigkeit von 100% (Suva-act. IV/5, IV/11, IV/23-5 f., IV/27). Am 2.
November 2017 reichte Dr. M._ das Arztzeugnis über die Erstbehandlung vom 23.
Oktober 2017 ein und hielt als objektiven Befund eine Streckhemmung des rechten
Knies fest (Suva-act. IV/12). Die Suva kam für die Folgen des Unfalls auf (Suva-act. IV/
7).
A.h.
Ab 1. Februar 2018 attestierte Dr. M._ dem Versicherten eine Arbeitsunfähigkeit
von 50% (Suva-act. IV/31, IV/36). Bei einer am 12. März 2018 durchgeführten MR-
Untersuchung des Kniegelenks rechts zeigten sich unter anderem progrediente
Zeichen einer Ansatztendinopathie der Quadrizepssehne mit Aktivierungszeichen bzw.
einem zunehmenden Knochenmarködem, eine leichtgradige Mukoiddegeneration des
Hinterhornes des Innenmeniskus, ein leichtgradiger Gelenkerguss und eine kleine
Bakerzyste (Suva-act. IV/35). Ab 13. März 2018 attestierte Dr. M._ dem Versicherten
wieder eine Arbeitsunfähigkeit von 100% (Suva-act. IV/39). Suva-Kreisarzt Dr. med.
N._, Facharzt für Chirurgie, hielt am 19. April 2018 fest, es handle sich um einen
Rückfall zum Unfall vom 7. November 2014 (Suva-act. IV/46).
A.i.
Am 29. Mai 2018 wurde der Versicherte von Dr. N._ untersucht. Dieser berichtete
am 4. Juni 2018, aktuell bestehe noch eine schmerzhafte Minderbelastbarkeit des
rechten Kniegelenks und eine Kraftminderung. Das Muskel- und somit das
Belastungsdefizit könnten überwiegend wahrscheinlich durch eine gezielte
Physiotherapie und ein Muskelaufbautraining gebessert werden. Aus medizinischer
Sicht sei eine dauerhafte und volle Arbeitsfähigkeit als Trockenbauer nicht zumutbar.
A.j.
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Für eine angepasste Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 100%. Eine
Integritätsentschädigung sei nicht geschuldet (Suva-act. I/152).
Am 5. Juni 2018 führte die Suva in einem Schreiben an den Versicherten aus,
faktisch sei sein letztes temporäres Arbeitsverhältnis per 20. Oktober 2017 gekündigt
worden. Ab dem 1. Juni 2018 sei ihm eine adaptierte Tätigkeit zu 100% zumutbar. Da
ihm die angestammte Tätigkeit als Trockenbauer nicht zumutbar sei, gewähre sie ihm
eine Übergangs- und Anpassungsfrist von drei Monaten. Vom 1. Juni bis 31. August
2018 erhalte er weiterhin Taggelder der Suva. Im Rahmen der
Schadenminderungspflicht habe er aber die aufgelisteten Auflagen, insbesondere die
Durchführung einer intensiven Physiotherapie, zu beachten (Suva-act. IV/81).
A.k.
Die Suva teilte dem Versicherten am 5. Dezember 2018 mit, weitere Kontrollen und
Abklärungen seien nicht mehr notwendig. Sie schliesse den Fall per sofort ab (Suva-
act. IV/123). Der Versicherte informierte die Suva am 17. Dezember 2018 über eine am
4. Dezember 2018 angetretene Temporärstelle in O._ Er sei (nach Zuweisung von Dr.
M._; vgl. Suva-act. IV/122 f.) von Dr. med. P._, Orthopädie Q._, für eine
Untersuchung aufgeboten worden (Suva-act. IV/127). Dr. P._ hielt am 20. Dezember
2018 fest, da es zu einem neuen Unfall (am 7. Dezember 2018, nicht bei der Suva
versichert; vgl. Suva-act. I/160, I/176 ff., I/304) gekommen sei, mache es Sinn, eine
weitere MR-Untersuchung durchzuführen (Suva-act. IV/129). Der Einsatz in O._ war
Mitte Januar 2019 bereits wieder abgeschlossen (vgl. Suva-act. IV/128). Am 15. Januar
2019 hielt Dr. P._ fest, eine schwerwiegende Verletzung sei bildgebend nicht
erkennbar. Schlussendlich bleibe ein etwas laxes VKB-Transplantat. Er empfehle dem
Versicherten dies primär konservativ anzugehen und mit einer Physiotherapie zu
beginnen (Suva-act. IV/130; MR-Bericht vgl. Suva-act. IV/138).
A.l.
Am 26. Februar 2019 meldete die neue temporäre Arbeitgeberin des Versicherten,
die R._ Personal AG, der Versicherte habe sich am 20. Februar 2019 beim Anheben
von Brandschutzplatten das Kniegelenk verdreht und den Rücken verletzt (Suva-act. I/
154). Med. pract. S._, hatte ihm ab 21. Februar 2019 eine Arbeitsunfähigkeit von
100% attestiert (Suva-act. I/156, I/160, I/172, I/178-3). Die Suva entrichtete im Sinne
eines Rückfalls zum Unfall vom 7. November 2014 Taggelder und kam für die Kosten
der Heilbehandlung auf (Suva-act. I/162 f.).
A.m.
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B.
Dr. N._ befand am 12. April 2019 gestützt auf die Akten, der
Gesundheitszustand des rechten Knies könne durch eine weitere Behandlung und/oder
Therapien nicht mehr wesentlich verbessert werden. Die Zumutbarkeitsbeurteilung vom
5. Juni 2018 bleibe weiterhin gültig und unverändert. Eine weitere Arbeitsunfähigkeit sei
nicht mehr ausgewiesen und eine Physiotherapie nicht mehr nötig (Suva-act. I/179). Die
Suva teilte dem Versicherten gleichentags mit, sie stelle die Versicherungsleistungen
mit dem 17. April 2019 ein und gehe ab 18. April 2019 von einer vollen Arbeitsfähigkeit
in einer adaptierten Tätigkeit aus (Suva-act. I/180).
A.n.
Nachdem der Versicherte insbesondere gegen die Festsetzung der
Arbeitsfähigkeit protestiert hatte (Suva-act. I/186, I/189), nahm die Suva weitere
Abklärungen vor. Am 6. Juni 2019 wurde der Versicherte durch Dr. N._ kreisärztlich
untersucht. Dieser hielt in seinem Bericht vom 17. Juni 2019 fest, aktuell bestehe eine
schmerzhafte Minderbelastbarkeit des rechten Kniegelenks bei beginnender, mässiger
Femorotibialarthrose. Seit der kreisärztlichen Untersuchung vom 29. Mai 2018 habe der
Versicherte entgegen der medizinischen Empfehlung seine kniebelastende Tätigkeit als
Trockenbauer bis zum Februar 2019 fortgeführt. Seither sei der Versicherte in dieser
Tätigkeit schmerzbedingt andauernd arbeitsunfähig. Es handle sich um einen stabilen
medizinischen Dauerzustand. In einer adaptierten Tätigkeit bestehe eine
Arbeitsfähigkeit von 100% (Suva-act. I/206). Dr. N._ schätzte den Integritätsschaden
auf 10% (Suva-act. I/205).
A.o.
Die Suva teilte dem Versicherten am 18. Juni 2019 mit, sie stelle die
Heilkostenleistungen per sofort ein. Das Taggeld sei ihm bis am 17. April 2019 vergütet
worden und bleibe seither eingestellt (Suva-act. I/207).
A.p.
Mit Verfügung vom 1. Juli 2019 sprach die Suva dem Versicherten eine
Integritätsentschädigung basierend auf einer Integritätseinbusse von 10% zu und
verneinte einen Rentenanspruch (Suva-act. I/218).
A.q.
Gegen die Verfügung vom 1. Juli 2019 erhob der Versicherte am 29. Juli 2019
Einsprache (Suva-act. I/221, vgl. auch Suva-act. I/226, I/312-3).
B.a.
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Am 20. September 2019 meldete die Kantonale Arbeitslosenkasse St. Gallen der
Suva, der Versicherte sei am 19. September 2019 mit dem rechten Knie umgeknickt
(Suva-act. I/229). Dr. S._ attestierte ihm ab 20. September 2019 eine
Arbeitsunfähigkeit von 100% (Suva-act. I/234, I/241). Kreisarzt Dr. N._ befand am 28.
Oktober 2019, die Arbeitsfähigkeit und Zumutbarkeit seien seit seinem Untersuch vom
6. Juni 2019 unverändert (Suva-act. I/242). Die Suva teilte dem Versicherten am 28.
Oktober 2019 mit, am 19. September 2019 habe sich kein Unfall zugetragen und auch
die Voraussetzungen zur Übernahme des Schadenfalls als unfallähnliche
Körperschädigung oder Rückfall seien nicht erfüllt (Suva-act. I/243; zum Protest des
Versicherten vom 2. November 2019 vgl. Suva-act. I/246-1).
B.b.
Nach Durchführung einer MR-Untersuchung (Suva-act. I/250) befand Dr. P._ am
25. November 2019, es sei möglich, dass die mediale Meniskusläsion für die
Symptome verantwortlich sei (Suva-act. I/251). Kreisarzt Dr. med. T._, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie, beurteilte am 27. November 2019, es sei während sechs
Wochen von einer Aktivierung des Vorzustands mit operativer Versorgung des
Kniegelenks auszugehen. Danach seien die Beschwerden als Rückfall zum Unfall vom
7. November 2014 anzusehen (Suva-act. I/252). Am 28. November 2019 hielt Dr. T._
fest, der Versicherte sei in einer adaptierten Tätigkeit voll arbeitsfähig. Durch das
zuletzt gemeldete Ereignis habe sich keine relevante Veränderung ergeben (Suva-act. I/
254). Mit Schreiben vom 28. November 2019 teilte die Suva dem Versicherten mit, sie
werde ab dem 19. September 2019 die Behandlungskosten als Rückfall zum Ereignis
vom 14. November 2014 übernehmen. Sie gehe spätestens ab dem 2. Dezember 2019
von einer vollen Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt aus (Suva-act. I/
255).
B.c.
Dr. P._ berichtete am 4. Februar 2020, bei einem nicht ganz eindeutigen MRI-
Befund seien eine Kniearthroskopie und eine Teilmeniskektomie geplant (Suva-act. I/
274). Kreisarzt Dr. med. U._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie, befand am 5. Februar 2020, eine objektivierbare Verschlimmerung sei
auch mittels MRI nicht sicher feststellbar gewesen und das vom Versicherten
beschriebene Ereignis vom 19. September 2019 sei nicht geeignet, um eine weitere
frische Innenmeniskus-Läsion hervorzurufen. Die diagnostische Arthroskopie sei im
Sinne des Rückfalls auf 2014 als unfallkausal zu übernehmen (Suva-act. I/275). Mit E-
B.d.
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C.
Mail vom 6. Februar 2020 teilte die Suva dem Versicherten mit, sie werde für die
geplante Operation vom 14. Februar 2020 ihre Versicherungsleistungen ausrichten
(Suva-act. I/277). Die Operation wurde zuerst aufgrund einer beim Versicherten
aufgetretenen Anämie und später infolge der "Corona-Risikosituation" auf einen nicht
aktenkundigen Zeitpunkt verschoben (vgl. Suva-act. I/290, I/308).
Mit Entscheid vom 20. Januar 2020 hatte die Suva die Einsprache abgewiesen
(Suva-act. I/264).
B.e.
Am 20. Februar 2020 hatte der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer)
Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom 20. Januar 2020 erhoben und eine
Fristerstreckung für eine Beschwerdebegründung beantragt (act. G1). Nachdem die
Verfahrensleitung ihm eine Nachfrist gewährt hatte (vgl. act. G2), reichte der
Beschwerdeführer am 17. März 2020 eine Begründung ein. In dieser beantragte er
sinngemäss, der Einspracheentscheid sei aufzuheben und es seien ihm die
gesetzlichen Leistungen zuzusprechen. Er führte aus, er sei immer noch in Behandlung
und eine weitere Operation sei geplant. Es sei sehr schwierig, eine adaptierte Tätigkeit
zu finden, er habe eine Lohneinbusse von ca. 60%. Auch mit der
Integritätsentschädigung von 10% sei er nicht einverstanden (act. G3).
C.a.
Mit Beschwerdeantwort vom 28. April 2020 beantragte die Suva (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin), auf die Beschwerde sei nicht einzutreten. Eventualiter sei die
Beschwerde abzuweisen. Sie machte geltend, die eingereichte Beschwerdeschrift
genüge den Anforderungen nicht. Das Gericht hätte dem Beschwerdeführer infolge
Rechtsmissbrauchs keine Nachfrist zur Verbesserung der Beschwerde einräumen
dürfen, weshalb auf diese nicht einzutreten sei. Eventualiter sei der Fallabschluss nicht
zu beanstanden und der Beschwerdeführer habe keinen Anspruch auf eine Rente
sowie eine höhere Integritätsentschädigung als bereits zugesprochen (act. G6).
C.b.
Die Verfahrensleitung teilte dem Beschwerdeführer bezugnehmend auf sein
Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege (vgl. act. G4) am 30. April 2020 mit, das
Gerichtsverfahren sei kostenlos. Falls er sich anwaltlich vertreten lassen wolle, müsse
C.c.
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Erwägungen
1.
In formeller Hinsicht ist vorab zu prüfen, ob auf die Beschwerde einzutreten ist.
sich die Vertretung gegenüber dem Gericht zur Mandatsführung ausweisen und ein
Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung einreichen (act. G7).
Mit Replik vom 1. Juni 2020 hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen fest
(act. G8).
C.d.
Die Beschwerdegegnerin liess die Frist zur Einreichung einer Duplik unbenützt
ablaufen (act. G10).
C.e.
Gemäss Art. 61 lit. b des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) muss die Beschwerde eine gedrängte
Darstellung des Sachverhalts, ein Rechtsbegehren und eine kurze Begründung
enthalten. Genügt sie diesen Anforderungen nicht, so setzt das Versicherungsgericht
der Beschwerde führenden Person eine angemessene Frist zur Verbesserung und
verbindet damit die Androhung, dass sonst auf die Beschwerde nicht eingetreten wird.
Nach dem Wortlaut von Art. 61 lit. b ATSG und der Rechtsprechung ist grundsätzlich in
jedem Fall einer ungenügenden Begründung eine Nachfrist anzusetzen, sofern der
Beschwerdewille rechtzeitig und in prozessual gehöriger Form klar bekundet worden
ist. Die Einräumung einer solchen Frist steht nicht im Belieben des
Versicherungsgerichts. Vorbehalten ist der Fall eines offensichtlichen
Rechtsmissbrauchs (BGE 134 V 162, E. 2 mit Hinweisen). Einen solchen bejahte das
Bundesgericht insbesondere in Fällen, in denen es dem anwaltlich vertretenen
Beschwerdeführer zumutbar gewesen wäre, innert der Rechtsmittelfrist eine
mindestens summarisch begründete Beschwerde zu verfassen. Davon ging das
Bundesgericht aus, wenn eine Beschwerde durch einen Rechtsanwalt erhoben wurde,
welcher Aktenkenntnis hatte bzw. die Akten rechtzeitig hätte edieren lassen können
oder sonstwie genügend mit dem Fall vertraut war. Die Einreichung einer Beschwerde
ohne Begründung kurz vor Ablauf der Beschwerdefrist sei unter solchen Umständen
rechtsmissbräuchlich und verdiene keinen Rechtsschutz in Form der Gewährung einer
Nachfrist für die Beschwerdebegründung (vgl. BGE 134 V 162, E. 4.2 mit Hinweisen).
Rechtskundigkeit für sich allein genommen lässt nicht den Schluss auf
Rechtsmissbrauch zu (BGE 134 V 162, E. 4.2). Bei rechtskundigen oder rechtskundig
1.1.
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vertretenen Personen ist Rechtsmissbrauch jedoch eher anzunehmen, weil ihnen das
korrekte Vorgehen bekannt sein muss (BGE 134 V 162, E. 5.1).
Vorliegend reichte der nicht anwaltlich vertretene Beschwerdeführer innert der
Rechtsmittelfrist am 20. Februar 2020 eine Beschwerde ein. In dieser hielt er lediglich
fest, dass er gegen den beiliegenden Einspracheentscheid vom 20. Januar 2020
Beschwerde erhebe und eine Fristerstreckung für die Begründung beantrage (act. G1).
Die Verfahrensleitung führte am 27. Februar 2020 unter Verweis auf die einschlägige
Rechtsprechung aus, eine Nachfrist für die Beschwerdebegründung werde nur mit
Zurückhaltung gewährt. Da er anwaltlich nicht vertreten sei, werde seinem Gesuch
ausnahmsweise entsprochen (act. G2). Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht geltend
machte (vgl. act. G6), hatte der Beschwerdeführer Kenntnis von den relevanten Akten,
zumal er bereits im Verwaltungsverfahren sämtliche Eingaben selbst verfasst hatte. Es
wäre ihm damit grundsätzlich möglich gewesen, seine Beschwerde innert der
Rechtsmittelfrist mindestens summarisch zu begründen, den Sachverhalt darzustellen
und ein Rechtsbegehren zu formulieren. Er nannte in seiner Eingabe vom 20. Februar
2020 keinen Grund für sein Fristerstreckungsgesuch (vgl. act. G1). Die
Verfahrensleitung gewährte die Nachfrist, ohne den Beschwerdeführer aufzufordern,
seinen Antrag zu begründen (vgl. act. G2). Obwohl also nicht aktenkundig ist, weshalb
der Beschwerdeführer sich nicht in der Lage sah, innert der Rechtsmittelfrist eine den
gesetzlichen Anforderungen genügende Beschwerde einzureichen, ist nicht von einem
rechtsmissbräuchlichen Verhalten auszugehen. Dies, zumal anzunehmen ist, dass der
erst seit wenigen Jahren in der Schweiz wohnhafte Beschwerdeführer als juristischer
Laie nur beschränkte rechtliche Kenntnisse hat. Er wurde mit der