Decision ID: f171eeb4-ed39-5391-8a75-88a037e6a824
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ M. A., deutscher Staatsangehöriger, hat vom 12. September 2005 bis zum 27. April
2007 an der Universität St. Gallen den Studiengang "Executive Master of Business
Administration (EMBA)" absolviert. Im Rahmen dieses Studiengangs hat er eine
Projektarbeit mit dem Titel "Das H. Seniorenhaus – ein Geschäftsmodell der Diakonie
H. (Businessplan)" mit insgesamt 69 Seiten Umfang verfasst und am 10. November
2006 eingereicht. Die Projektarbeit wurde auf Antrag des Referenten genehmigt und
gesamthaft mit einem Notenäquivalent von 5.5 (105 von 120 erreich-baren
Kreditpunkten in der schriftlichen Projektarbeit und 50 von 60 erreichbaren
Kreditpunkten in der mündlichen Präsentation) bewertet. M. A. wurde am 27. April 2007
der Titel "Executive MBA HSG" verliehen.
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B./ M. A. arbeitete während der Ausarbeitung seiner Projektarbeit in der Diakonie H. als
kauf-männischer Geschäftsführer und seit anfangs 2007 als Nachfolger von K. Z. als
Hauptgeschäfts-führer der Diakonie H. gGmbH. Mit Schreiben vom 7. November 2008
an den Rektor der Universität St. Gallen machte K. Z. im wesentlichen geltend, dass
die Projektarbeit von M. A. eine textliche Übereinstimmung im Umfang von fünf Seiten
mit dem von ihm, K. Z., verfassten Firmenkonzept zur "S. S. GmbH" aufweise. Die
Projektarbeit von M. A. sei deswegen als Teilplagiat zu qualifizieren und ihm sei der
Titel "Executive MBA HSG" abzuerkennen. Am 11. Februar 2009 erklärte K. Z.
gegenüber der Universität St. Gallen eidesstattlich, dass er das fragliche
Firmenkonzept mit Aus-nahme des Abschnitts über die Bauleistungen "s. c." inhaltlich
selbständig angefertigt habe und dass M. A. an der Ausarbeitung des Textes in keiner
Weise beteiligt gewesen sei. Mit Eingabe vom 9. März 2009 an den Senatsausschuss
der Universität St. Gallen brachte der damalige Rechts-vertreter von M. A., Dr. J. W. in
S., im wesentlichen vor, dass zwar textliche Übereinstimmungen zwischen der
Projektarbeit und dem Firmenkonzept "S. S. GmbH" existieren würden, diese Über-
einstimmungen aber von vornherein in der Konzeption der Arbeit angelegt gewesen
seien. Zudem sei das Firmenkonzept von K. Z. in seiner Eigenschaft als
Hauptgeschäftsführer der Diakonie in Zusammenarbeit mit mehreren Mitarbeitern,
darunter auch M. A., entstanden. Im Rahmen weiterer Schriftenwechsel hielten sowohl
K. Z. wie auch M. A. an ihren Positionen fest.
Mit Verfügung vom 22. September 2009 lehnte der Senatsausschuss der Universität
St. Gallen die Aberkennung des Titels von M. A. als "Executive MBA HSG" ab, da
mangels Angabe einer Autorenschaft beim eingereichten Firmenkonzept "S. S. GmbH"
keine zitationsfähige Quelle vorliege. Zudem sei bei der Ausarbeitung der Projektarbeit
von M. A. die Geschäftsidee des "H. Seniorenhauses" reflektiert worden, wozu
konkrete unternehmensinterne Daten und Informationen der Diakonie H. verarbeitet
worden seien. Letzteres ergebe sich auch aus dem Sperrvermerk und dem Verzeichnis
der Gesprächspartner. Die in der Projektarbeit verwendeten unternehmens-internen
Informationen würden nicht den Anschein von privaten Umsetzungsprojekten von M. A.
erwecken, sondern seien als hausinterne Projekte ausgewiesen. Trotz gewissen
Unzulänglichkeiten in der Zitationsweise rechtfertige sich im Hinblick auf die
Gesamtleistung und deren Bewertung aufgrund des Verhältnismässigkeitsprinzips
keine Titelaberkennung.
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C./ Mit Eingaben vom 10. Oktober 2009 und 2. November 2009 erhob der
Rechtsvertreter von K. Z. gegen die Verfügung des Senatsausschusses der Universität
St. Gallen vom 22. September Rekurs beim Universitätsrat der Universität St. Gallen
mit den Anträgen, die Verfügung des Senatsaus-schusses der Universität St. Gallen
vom 22. September 2009 sei kosten- und entschädigungs-pflichtig aufzuheben und M.
A. sei der Titel "Executive MBA HSG" zu entziehen. Dabei wurde zusätzlich
vorgebracht, dass M. A. neben der bereits vorgebrachten textlichen Übernahme aus
dem Firmenkonzept der "S. S. GmbH" in seiner Projektarbeit zusätzlich siebzehn
Seiten der "Konzeption S.-S." wörtlich oder in geringfügig paraphrasierter Form in
seiner Projektarbeit verwendet habe, ohne diese im ausreichenden Mass zu zitieren.
Mit Eingabe vom 27. November 2009 beantragte der damalige Rechtsvertreter von M.
A. die kosten- und entschädigungspflichtige Abweisung des Rekurses. Dabei wird im
wesentlichen geltend gemacht, dass M. A. in der Einleitung zu seiner Arbeit
verdeutliche, dass keine abstrakte Untersuchung zu einer wissenschaftlichen
Fragestellung durchgeführt werde, sondern vielmehr eine konkrete unternehmerische
Aufgabe im Sinne ihrer Machbarkeit erörtert werden solle. Es fehle eine zitationsfähige
Quelle, da das der Projektarbeit zugrunde gelegte Zahlen- und Datenmaterial von
mehreren Mitarbeitern der Diakonie H. und von M. A. selber erarbeitet worden sei.
Auf Antrag der Universität St. Gallen vom 11. Dezember 2009 wurde mit Zustimmung
von M. A. und K. Z. das Verfahren vor dem Universitätsrat der Universität St. Gallen bis
zum 31. März 2010 sistiert. Am 21. Dezember 2009 reichte K. Z. dem Universitätsrat
der Universität St. Gallen das Dokument "U. – A." ein, die der Seite 22 der Projektarbeit
von M. A. entspreche. Auf Antrag der Universität St. Gallen wurde am 29. März 2009
die Sistierung des Verfahrens bis zum 14. Mai 2010 verlängert. Der Senatsausschuss
der Universität St. Gallen beantragte in seiner Vernehmlassung vom 29. April 2010 die
Abweisung des Rekurses. Zur Begründung wurde im wesentlichen vorgebracht, dass
M. A. nachweislich Textpassagen über mehrere Seiten ohne Quellenangabe
übernommen habe, sich aber aufgrund der Aktenlage in subjektiver Hinsicht eine
Täuschungsabsicht von M. A. nicht rechts-genüglich nachweisen lasse. M. A. sei im
Sinne eines Rechtsirrtums davon ausgegangen, dass unternehmensinterne Daten und
Informationen im Rahmen eines Businessplans keine zitationswürdigen Quellen
darstellen würden.
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In der Folge erhielt K. Z. nochmals die Möglichkeit zu einer Stellungnahme. Der
Rechtsvertreter von K. Z. reichte am 8. Juni 2010 eine Eingabe an den Universitätsrat
der Universität St. Gallen ein und hielt im wesentlichen fest, dass M. A. aufgrund seiner
Ausbildung und Berufserfahrungen als Rechts-anwalt von der Redlichkeit der Angabe
sämtlicher Quellen hätte wissen müssen und somit eine Täuschungsabsicht vorliege.
Das Einverständnis der Diakonie H. in die wissenschaftliche Thema-tisierung des
Projekts bedeute keinen Freipass, fremdes Gedankengut nicht auch als solches zu
kennzeichnen. Gestützt auf die Eingabe von K. Z. reichte der Senatsausschuss der
Universität St. Gallen am 2. Juli 2010 nochmals eine Vernehmlassung ein und machte
erneut geltend, dass sich eine Täuschungsabsicht von M. A. nicht rechtsgenüglich
nachweisen lasse. Am 14. Juli 2010 hielt der damalige Rechtsvertreter von M. A., J. H.
in S., in der Eingabe an den Universitätsrat der Universität St. Gallen unter anderem
fest, dass eine eindeutige Zuweisung der Urheberschaft nicht möglich sei, was aber
Voraussetzung für ein Plagiat sei. Schutzfähig seien nur individuelle Texte in ihrer
konkreten Ausprägung. Eine Anlehnung an eine dahinter stehende Idee oder einen
Grund-gedanken sei dagegen grundsätzlich zulässig. Sodann liege die subjektive
Komponente der Täuschungsabsicht nicht vor, da M. A. einem Rechtsirrtum unterlegen
sei, wonach er nicht davon ausgegangen sei, dass die Integration der
unternehmensinternen Daten und Informationen neben dem Hinweis im Rahmen der
eidesstattlichen Versicherungen ergänzend auch Eingang in die Arbeit selbst hätte
finden müssen.
Mit Eingabe an den Universitätsrat der Universität St. Gallen vom 16. August 2010
erklärte sich K. Z. bereit, Lösungsvorschläge der Universität St. Gallen zu prüfen,
während M. A. mit der Eingabe vom 16. August 2010 einen Vergleich ablehnte, da als
einzige Massnahme gemäss Universitätsstatut nur der Titelentzug in Frage käme, was
im konkreten Fall unverhältnismässig wäre.
Der Universitätsrat der Universität St. Gallen trat am 14. März 2011 auf den Rekurs von
K. Z. mangels Legitimation nicht ein, verfügte aber zugleich aufsichtsrechtlich die
Aufhebung der Verfügung des Senatsausschusses der Universität St. Gallen vom
22. September 2008 und entzog M. A. den akademischen Titel "Executive MBA HSG".
Der Entscheid wurde im wesentlichen damit begründet, dass M. A. in Verschleierungs-
und Täuschungsabsicht eine plagiatorische Handlung begangen habe, da er ohne
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Quellenangabe grösstenteils wörtlich Textstellen im Umfang von rund zwanzig Seiten
seiner 69 Seiten umfassenden Projektarbeit aus anderen Dokumenten entnommen
habe. Der Entzug des Titels "Executive MBA HSG" erweise sich sodann als
verhältnismässig, da eine andere Massnahme nicht möglich sei und M. A. mit seinem
Verhalten den Ruf der Universität St. Gallen potenziell gefährdet und
Hochschulinteressen wesentlich tangiert habe.
D./ Mit Eingabe vom 4. Mai 2011 erhob der neue Rechtsvertreter von M. A., L. R. in Z.,
Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit den Antrag, die Verfügung des
Universitätsrates der Universität St. Gallen vom 14. März 2011 sei kosten- und
entschädigungspflichtig aufzuheben. Zur Begründung wird im wesentlichen
vorgebracht, dass aufgrund des fehlenden fremden Gedankenguts kein Plagiat
vorliege. Zudem würden weder das Firmenkonzept "S. S. GmbH" noch die
"Konzeption S.-S." ein zitationsfähiges Werk darstellen. Selbst bei fehlender
eindeutiger Ausweisung der direkt oder indirekt eingearbeiteten Quellen würde dem
Beschwerdeführer die Täuschungsabsicht fehlen und sodann wäre ein Entzug des
akademischen Titels "Executive MBA HSG" unverhältnismässig. Das
Bildungsdepartement des Kantons St. Gallen beantragt in seiner Vernehmlassung vom
8. Juni 2011 die Abweisung der Beschwerde und verweist auf den Entscheid des
Universitätsrates der Universität St. Gallen vom 14. März 2011.
Auf die weiteren von den Verfahrensbeteiligten vorgebrachten Ausführungen wird,
soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. (...).
2. Der Beschwerdeführer bestreitet die Feststellung der Vorinstanz nicht, dass er
konkrete unternehmensinterne Daten und Informationen ohne entsprechende
Quellenangabe in seine Projektarbeit integriert habe und seine Projektarbeit textliche
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Übereinstimmungen mit dem Firmenkonzept "S. S. GmbH" und der "Konzeption S.-S."
aufweise. Er macht indessen geltend, dass das für ein Plagiat erforderliche fremde
Gedankengut nicht vorliege, da er als Mitautor wesentlich an der Erarbeitung des
Firmenkonzeptes "S. S. GmbH" und der "Konzeption S.-S." beteiligt war. Zudem
würden beide internen und nicht zur Publikation bestimmten Gemeinschaftsarbeiten
kein zitationsfähiges Werk darstellen, da die Texte nicht durch eine Autorenschaft
gekennzeichnet seien.
2.1. Das Gesetz umschreibt den Begriff des Plagiats nicht (G. Martin, Universitäres
Disziplinarrecht – unter besonderer Berücksichtigung der Handhabung von Plagiaten,
in: AJP 2007, S. 482). Als Plagiat wird gemeinhin der "geistige Diebstahl" im Sinn der
ganzen oder teilweisen Wiedergabe fremden Geistesgutes als eigene Schöpfung
verstanden (M. Rehbinder, Schweizerisches Urheberrecht, 3. Aufl., Bern 2000, Rz. 120;
Martin, a.a.O., S. 482; Oftinger, Vom Handwerkszeug des Juristen und von seiner
Schriftstellerei, 7. Aufl., Zürich 1986, S. 188; GVP 2005 Nr. 94 und GVP 2003 Nr. 100 je
mit Hinweisen). Textstellen oder Gedanken eines anderen Autors dürfen wörtlich oder
redaktionell verändert übernommen werden, soweit dies an Ort und Stelle als Zitat
gekenn-zeichnet wird und die Quelle, d.h. die Fundstelle und – soweit vorhanden – der
Urheber der Quelle, bezeichnet wird, wobei wortwörtlich übernommene Stellen in
Anführungs- und Schlusszeichen zu setzen sind (GVP 2005 Nr. 94 mit Hinweis; R. Hilty,
Urheberrecht Bern 2011, Rz. 231). Ein Zitat bedeutet also nichts anderes als die
Übernahme fremden Geistesgutes ohne Anmassung der Urheberschaft (Martin, a.a.O.,
S. 483 mit Hinweis). Es dient der Deklaration fremder Erkenntnisse, der Information
über abweichende Auffassungen anderer Autoren und Gerichtsentscheide, der
Nennung von Belegstellen sowie dem Hinweis auf weiterführende Informationen. Mit
dem Zitat soll der Leser somit darüber informiert werden, aus welchen Quellen der
Autor sein Wissen schöpft, insbesondere, inwieweit er sich auf fremde Darstellungen
und Ansichten stützt oder eigene Positionen entwickelt (P. Forstmoser/R. Ogorek/H.-U.
Vogt, Juristisches Arbeiten, 4. Auflage, Zürich/Basel/ Genf 2008, S. 38 und 335;
Oftinger, a.a.O., S. 185).
Falls fremdes Gedankengut in der eigenen Arbeit nicht als Zitat kenntlich gemacht wird,
liegt ein Plagiat vor, da der Zitierende damit für den übernommenen Teil die
Urheberschaft beansprucht. Ein solches Plagiat liegt zudem nach wissenschaftlichen
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Standesregeln vor, wenn keine wörtliche Übernahme des fremden Gedankenguts
erfolgt, sondern der fremde Text in eigenen Worten oder mittels angepassten oder
umgestellten Textteilen (sog. Paraphrasierung) wiedergegeben wird, auch wenn
urheberrechtlich keine zu beanstandende Übernahme eines fremden Werkes gegeben
ist (M. Rehbinder/A. Viganò, Urheberrecht, Kommentar, 3. Aufl., Zürich 2008, N 6 zu
Art. 25; Hilty, a.a.O., Rz. 231; Forstmoser/ Ogorek/Vogt, a.a.O., S. 336 f.; Martin, a.a.O.,
S. 483 und 484). Der wissenschaftliche Verhaltenskodex betrifft sämtliche nicht
autorisierte Verwendungen fremder Ideen, u.a. auch die Übernahme fremden, bloss
gesprächsweise geäusserten Gedankenguts, etwa Hinweise auf geplante Projekte oder
auf noch unveröffentlichte wissenschaftliche Ergebnisse (Forstmoser/Ogorek/Vogt,
a.a.O., S. 336). Diese wissenschaftlichen Standesregeln gelten auch für universitäre
Arbeiten, wie dies das Merkblatt "Zitat und Plagiat" der Universität St. Gallen vom
7. Dezember 2004/10. April 2007 deutlich festhält: "Immer wenn ein fremder Text oder
anderes fremdes Gedankengut in die eigene Arbeit Aufnahme findet, muss
unmissverständlich auf die Quelle hingewiesen werden. Dies gilt für wörtliche Zitate,
aber auch für andere Bezugnahmen". Letzteres sind beispielsweise die
vorlagengetreue Übernahme eines fremden Aufbaus oder nur sinngemässe
Wiedergabe eines fremden Textes in eigenen Worten. Die Umstellung eines Satzes
oder einer Satzfolge oder die Verwendung von Synonyma entbindet nicht davon, die
Herkunft des Gedankenguts klar und genau offenzulegen (Oftinger, a.a.O., S. 187).
Deshalb muss stets im Text, z.B. durch indirekte Rede oder durch eine als solche
erkennbare freie Wiedergabe, und in einer Fussnote kenntlich gemacht werden, woher
die Information stammt oder wessen Ansicht hier reformuliert wird (Forstmoser/Ogorek/
Vogt, a.a.O., S. 337). Ein Plagiat liegt also mit anderen Worten vor, wenn gegen das
Prinzip der Überprüfbarkeit verstossen und die Herkunft fremder Formulierungen,
Gedanken, Thesen oder Argumente nicht offen gelegt wird (N. Ryser/S. Schlegel,
Juristische Arbeiten erfolgreich schreiben und präsentieren, Zürich/Basel/Genf 2010,
S. 26). Plagiate werden indessen nur dann verfolgt, wenn sie wesentliche Elemente
einer wissen-schaftlichen Arbeit ausmachen, und nicht bereits bei fehlender
Substantiierung einer einzigen Belegstelle für einen geringen übernommenen Teil aus
fremdem Gedankengut (Martin, a.a.O., S. 484).
2.2. Die Vorinstanz bejahte das Vorliegen eines Plagiats, da der Beschwerdeführer
grösstenteils wörtlich Textstellen im Umfang von rund zwanzig Seiten seiner 69 Seiten
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umfassenden Projektarbeit aus Dokumenten entnommen habe, ohne diese
Informationen und Daten mit entsprechenden Verweisen auf die Quellen zu versehen.
Unerheblich sei, wer der tatsächliche Urheber der kopierten Dokumente
(Firmenkonzept zur "S. S. GmbH" und "Konzeption S.-S.") sei, da der Beschwerde-
führer nicht der (alleinige) Urheber davon sei und dementsprechend ihm die
entsprechende Denkleistung nicht zuzurechnen sei.
2.2.1. Ein Vergleich der Projektarbeit des Beschwerdeführers mit den
unternehmensinternen Dokumenten, Firmenkonzept "S. S. GmbH" und der
"Konzeption S.-S.", zeigt eindeutig auf, dass zahlreiche Seiten der Projektarbeit ohne
eigenen Satz oder eigene Gedanken des Beschwerdeführers auskommen und er
teilweise wörtlich oder zumindest in paraphrasierter Weise die Inhalte der
unternehmensinternen Dokumente übernommen hat. So hat er auf den Seiten 62-65
seiner Projektarbeit nahezu wörtlich einen Grossteil des Inhalts des Firmenkonzepts "S.
S. GmbH" ohne Quellenangabe übernommen. Weiter beinhalten die Seiten 17-19, 21
und 23, 23-25 sowie
27-34 zum überwiegenden Teil wörtlich und teilweise in paraphrasierter Form die
Inhalte der Seiten 5-7, 8 und 11, 12-13 sowie 14-20 der "Konzeption S.-S.". Sodann
stammen die Abbildungen auf den Seiten 17 und 20 der Projektarbeit eins zu eins aus
der "Konzeption S.-S." (Seiten 5 und 7). Für die Leserschaft ist die Tatsache der
grösstenteils wörtlichen Übernahme der unternehmensinternen Dokumente auf
insgesamt zwanzig Seiten in keiner Weise erkennbar, da nirgends an den
entsprechenden Stellen ein Zitat vorhanden ist. Auch sind keine Anführungs- und
Schlusszeichen – wie es sich für wörtliche Übernahmen gehören würde - ersichtlich.
2.2.2. Damit liegt nach allgemein herrschender Auffassung ein Plagiat vor, da der
Beschwerdeführer fremdes Gedankengut übernommen hat und dies nicht durch
Setzung eines Zitats an den entsprechenden Stellen mit Angabe der Quelle sowie bei
wörtlichen Übernahmen zusätzlich durch Anführungs- und Schlusszeichen
gekennzeichnet hat. Irrelevant ist dabei nach den dargestellten Lehrmeinungen, ob die
übernommenen Inhalte in einem urheberrechtlich geschützten Werk veröffentlicht
wurden. Es reicht, wenn der Autor fremdes Gedankengut, auch nur gehörtes, nicht
zitiert. Damit wird die wissenschaftliche Redlichkeit verletzt. Für die Zitationsfähigkeit
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der Quelle des fremden Gedankengutes ist es entgegen der Ansicht des
Beschwerdeführers auch nicht erforderlich, dass eine eindeutig identifizierbare
Autorenschaft vorliegt. Selbst Art. 25 Abs. 2 des Bundesgesetzes über das
Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (SR 231.1) verlangt die Angabe der Urheber
der Quelle nur, soweit auf diese in der Quelle hingewiesen wird. Ein Werk ohne
Autorenschaft befreit daher nicht von der Zitationspflicht im Sinne der Angabe der
Fundstelle. Wird dies nicht gemacht, liegt ein Plagiat vor. Der Beschwerdeführer hätte
in der Fussnote an den entsprechenden Stellen in seiner Projektarbeit auf das
Firmenkonzept "S. S. GmbH" und die "Konzeption S.-S." hinweisen müssen und
wörtliche Zitate in Anführungs- und Schlusszeichen setzen müssen, wie es sich für eine
redliche wissenschaftliche Arbeit gehört, wozu auch ein Businessplan im Rahmen einer
universitären Projektarbeit zählt. Auch die angebliche Vertraulichkeit der verwendeten
Dokumente ändert nichts daran, zumal aufgrund des Sperrvermerks in der
Projektarbeit auch die Fussnoten von der Einsicht der Öffentlichkeit ausgeschlossen
gewesen wären.
2.2.3. Auch selbst wenn der Beschwerdeführer – wie er vorbringen lässt – Mitautor der
fraglichen unternehmensinternen Daten und Informationen, die in seine Projektarbeit
einflossen, gewesen ist, ändert dies am Vorliegen eines Plagiats nichts. Auch
Selbstplagiate, d.h. die unveränderte Übernahme aus eigenem Werk in einem anderen
Zusammenhang (Rehbinder/Viganò, a.a.O., N 6 zu Art. 25; Hilty, a.a.O., Rz. 231; Martin,
a.a.O., S. 484), sind gemäss den wissenschaftlichen Standards nicht unproblematisch.
Die Frage der Folgen von Selbstplagiaten kann vorliegend offen bleiben, da der
Beschwerdeführer nicht vorbringt, dass er Mitautor oder gar alleiniger Urheber
sämtlicher in die Projektarbeit eingeflossenen unternehmensinternen Daten und
Informationen sei. Es liegen mit anderen Worten fremde (Mit-)Gedanken in der
Projektarbeit des Beschwerdeführers vor, die nicht den wissenschaftlichen Regeln
entsprechend als Zitat gekennzeichnet wurden.
In diesem Konnex lässt der Beschwerdeführer weiter vorbringen, dass von ihm im
Sinne einer Beweislastumkehr nicht verlangt werden könne, dass er darlegen müsse,
welche Ideen von ihm stammen würden. Für das Vorliegen eines Plagiats liegt nach der
allgemeinen Regel von Art. 8 des Zivilgesetzbuches (SR 210) die Beweislast bei der
Vorinstanz resp. beim Senatsausschuss der Universität St. Gallen (vgl. Urteil VB.
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2007.00504 des Verwaltungsgerichts Zürich vom 19. März 2008 E. 3.5). Dieser Beweis
ist insofern erbracht, als eindeutig dargelegt ist, dass rund zwanzig Seiten der 69
Seiten umfassenden Projektarbeit des Beschwerdeführers textliche
Übereinstimmungen mit fremden Dokumenten aufweisen. Der Vorwurf würde allenfalls
nicht gleich schwer liegen, wenn der Beschwerdeführer der alleinige Autor der
verwendeten Dokumente wäre. Wie bereits erläutert, liegen dafür keine Indizien vor,
und der Beschwerdeführer behauptet auch nicht, alleiniger Autor sämtlicher
verwendeten unternehmensinternen Dokumentationen zu sein. Daher erübrigt sich die
Frage, ob die angebliche Beweislastumkehr zulasten des Beschwerdeführers
rechtmässig sei.
2.3. Weiter ist zu berücksichtigen, dass bei der Übernahme von längeren Partien aus
fremdem Gedankengut, mit oder ohne Zitat, die Darstellung den Charakter einer
eigenen Arbeit verliert und zur Kopie wird (Oftinger, a.a.O., S. 187). Das Einreichen
einer teilweise plagiatorischen Abhandlung ist daher auch eine Hintergehung der
Examinatoren, da fremdes Gedankengut als eigene Leistung ausgegeben wird
(Oftinger, a.a.O., S. 189).
2.3.1. Der Beschwerdeführer ersparte sich mit der grösstenteils wörtlichen Übernahme
der unternehmensinternen Daten und Informationen nicht nur Zeit und Arbeit, sondern
präsentierte sich in einem besseren Licht, indem er fremde Gedankengänge als seine
eigenen ausgab (vgl. BVGE A-4236/2008 vom 1. April 2009 E. 7.8.3). Dies hatte
Auswirkungen auf die Benotung seiner Projektarbeit. Gemäss der Beurteilung des
Referenten seiner Projektarbeit überzeuge vor allem der Tiefgang seiner
Argumentation. So würden durchgängig sehr detaillierte und sofort umsetzbare
Ausführungen präsentiert (Tagesabläufe, Raumplanungen, Marketingkonzept,
Finanzrechnung etc.). Hier stecke viel Detailarbeit drin, die aber auch erforderlich sei,
um solch ein innovatives Projekt umzusetzen und dann auch zu multiplizieren. Im
Praxisbezug liege sodann die zentrale Stärke der Arbeit. Der vom Referenten genannte
Praxisbezug beruht - insbesondere hinsichtlich der Tagesabläufe - auf der fast
wörtlichen Übernahme der "Konzeption S.-S.". Der Referent ging durch die Betonung
der detaillierten Ausführungen und der Hervorhebung des Praxisbezugs davon aus,
dass der Beschwerdeführer die Inhalte in seiner Projektarbeit ohne Quellenangabe
alleine entwickelt hatte, und nicht, dass rund zwanzig Seiten seiner Projektarbeit auf
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einer grösstenteils wörtlichen Übernahme aus unternehmensinternen Dokumentationen
beruhen. So äusserte sich der Referent gemäss der Stellungnahme des Studienleiters
des EMBA-Studiengangs vom 25. Januar 2010 zuhanden der Vorinstanz dahingehend,
dass die von Herrn K. Z. markierten Textpassagen, die wörtlich oder in paraphrasierter
Form in die Projektarbeit übernommen worden seien, "zentrale Punkte" beinhalten
würden. Der Referent hätte aufgrund der Diskussionen den Eindruck gehabt, dass der
Beschwerdeführer diese Sache selbst entwickelt habe. Die nicht ausgewiesenen
eingearbeiteten Quellen hätten für die Arbeit nicht nur hinsichtlich des Umfangs,
sondern auch betreffend ihrer inhaltlichen Qualität einen hohen Stellenwert gehabt.
Hätte der Referent über die weitgehend wörtliche oder zumindest paraphrasierte
Übernahme der "Konzeption S.-S." und des Finanzkonzepts "S. S. GmbH" in fast
einem Drittel der Projektarbeit gewusst, hätte er im Beurteilungsbogen wohl kaum
festgehalten, dass der Beschwerdeführer einen Business Plan als Kern seiner
Projektarbeit vorgelegt habe, der in seiner Gesamtform inhaltlich und formal voll
überzeuge, weil er es sehr gut verstanden habe, innovative Ideen und Konzepte zu
entwickeln und diese sauber und nachvollziehbar zu begründen. Die Arbeit könne als
sehr gute Grundlage für die konkrete Umsetzung des Projektes H. Seniorenhaus
angesehen werden. Es ist daher anzunehmen, dass die Projektarbeit vom Referenten
anders beurteilt worden wäre, hätte dieser von der Verwendung der intern verwendeten
Daten und Informationen Kenntnis gehabt.
2.3.2. Es lässt sich deswegen in Übereinstimmung mit der Vorinstanz festhalten, dass
der Beschwerdeführer durch die weitgehend wörtliche oder zumindest paraphrasierte
Übernahme von unternehmensinternen Daten und Informationen auf zwanzig Seiten
seiner Projektarbeit und durch sein Verhalten gegenüber dem Referenten den Eindruck
erweckt hat, dass er die Inhalte seiner Projektarbeit selbst entwickelt hat, soweit diese
nicht ausdrücklich mit Quellenangaben versehen worden sind. Damit wurde die
Benotung mit dem Notenäquivalent 5.5 erschlichen, und der Beschwerdeführer hat die
Voraussetzungen gemäss Art 4 Abs. 2 lit. b der Satzung für die
Nachdiplomstudiengänge Executive MBA HSG (sGS 217.54, abgekürzt EMBA-
Satzung) für die Erlangung des Titels "Executive MBA HSG" in unredlicher Weise
erlangt.
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2.4. Als unbehelflich erweisen sich sodann die weiteren Einwände des
Beschwerdeführers gegen das Vorliegen eines Plagiats. Aus dem Verzeichnis über die
Gesprächspartner für die Projekt-arbeit, aus dem Titel seiner Projektarbeit und dem
Sperrvermerk am Beginn seiner Projektarbeit, wonach die Arbeit aufgrund vertraulicher
Daten bis Dezember 2016 gesperrt ist und während dieser Zeit nur mit ausdrücklicher
Genehmigung des Autors zugänglich gemacht werden darf, lässt sich nichts zugunsten
des Beschwerdeführers ableiten. Zwar wird daraus durchaus ersichtlich, dass der Sinn
und Zweck der Projektarbeit des Beschwerdeführers ist, den geschäftlichen Ansatz der
Diakonie H. zu bewerten. Solche "Globalverweisungen" befreien den Beschwerdeführer
aber nicht von der redlichen und wissenschaftlichen Anwendung der herkömmlichen
Zitationsregeln. Globalverweise auf längere fremde Textstellen oder auf ganze Werke
dienen dem Zweck, dass der Autor den Leser auf weiterführende und ergänzende
Literatur aufmerksam machen will, aber sich in seinen Ausführungen nicht unmittelbar
auf das Zitierte stützt. Die Globalverweisung kann nie eine weitgehende inhaltliche
Übernahme eines fremden Textes "legalisieren". Ein globaler Hinweis etwa am Anfang
der Ausführungen wie vorliegend der Sperrvermerk, der das Ausmass der Übernahme
aber gerade nicht aufdeckt, sondern eher verschleiert, ist als Vorwurf der
wissenschaftlichen Unredlichkeit des Verfassers zu betrachten (Forstmoser/Ogorek/
Vogt, a.a.O., S. 340). Auch die Angabe eines herangezogenen fremden Gedankenguts
an einer in der Nähe befindlichen Stelle der eigenen Ausführungen deckt die
Übernahme keineswegs, sondern bedeutet eine Verschleierung (Oftinger, a.a.O.,
S. 186).
Durch die Nichtausweisung von wörtlichen oder paraphrasierten Textübernahmen
erweckt der Beschwerdeführer beim Leser den Eindruck, der Text stamme von ihm
selbst. Dieser Eindruck wird auch nicht durch die eidesstattliche Erklärung zu Beginn
der Projektarbeit entkräftet, da aus dieser lediglich folgt, dass der Arbeitgeber des
Beschwerdeführers mit dem Thema und der Verwendung von unternehmensinternen
Daten und Informationen einverstanden gewesen ist. Damit ist aber keine Befreiung
von der Zitationspflicht verbunden, und für den Leser ist es zudem nicht
nachvollziehbar, welche Texte vom Beschwerdeführer selbst stammen und sein
Gedankengut darstellen und welche Textstellen aus unternehmensinternen Daten und
Informationen stammen. Erst die Nennung der Quelle und ihrer Fundstelle hätte es
ermöglicht, zwischen Fremd- und Eigenleistung zu differenzieren.
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Es lässt sich festhalten, dass es aus der Arbeit des Beschwerdeführers nicht
nachvollziehbar hervorgeht, welche Gedankenführung von ihm stammt und welche er
lediglich übernommen hat. Ein Globalverweis in Form der Einverständniserklärung, des
Sperrvermerks und des Verzeichnisses der Gesprächspartner genügt daher nicht, um
den Eindruck des Plagiats zu widerlegen. Wörtliche Passagen und in paraphrasierter
Form wiedergegebene Textstellen müssen in eindeutiger Weise gekennzeichnet
werden, insbesondere dann, wenn in einem derart grossen Umfang (Mit-)Gedankengut
anderer Autoren übernommen wird wie im vorliegenden Fall.
2.6. Weiter stellt sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt, dass ihm die
Täuschungsabsicht fehle, da er davon ausgegangen sei, dass es sich bei
unternehmensinternen Daten und Informationen um nicht zitationswürdige Quellen
handle. Die fehlende Täuschungsabsicht manifestiere sich auch in der eidesstattlichen
Erklärung in seiner Projektarbeit, wonach er seinen Arbeitgeber über Titel, Form und
Inhalt der Projektarbeit unterrichtet und sein Einverständnis eingeholt habe. Die
Diakonie H. sei über die Projektarbeit informiert und mit der Verwendung
unternehmensinterner Daten und Informationen einverstanden gewesen. Zudem seien
dem durch den Sperrvermerk auf die Diakonie H. beschränkten Leserkreis die
verwendeten unternehmensinternen Daten und dessen Quellen ohnehin bekannt
gewesen.
2.6.1. Die Frage, ob das Plagiat stets eine Täuschungsabsicht voraussetze, wird
unterschiedlich beantwortet. Gemäss dem Merkblatt "Ethik/Plagiat" der
Schweizerischen Maturitätskommission liegt ein Plagiat dann vor, wenn in einer Arbeit
fremde Gedanken, Formulierungen etc. nicht gekennzeichnet, sondern als eigene
Leistung ausgegeben werden. Dabei ist nicht relevant, ob das Plagiat vorsätzlich
(absichtliche Täuschung) oder unabsichtlich (z.B. Vergessen der Quellenangabe)
erstellt worden ist (Merkblatt "Ethik/Plagiat" der Schweizerischen
Maturitätskommission, S. 1, in: www.sbf.admin.ch). Die Disziplinarkommission der
Universität St. Gallen verlangt in ständiger Praxis für das Vorliegen eines Plagiats, dass
sich jemand in Täuschungsabsicht als Urheber einer geistigen Arbeit ausgibt, die er
von einem anderen Autor übernommen hat (Urteile der Disziplinar-kommission vom
22. Juli 2009, 20. Januar 2009, 17. Dezember 2003 sowie 17. September 2002, in:
www.unisg.ch). An der Universität Zürich genügt für das Vorliegen eines Plagiats, dass
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der Verfasser eventualvorsätzlich auf ein fremdes Werk zurückgreift, ohne die Quelle
anzugeben
(C. Schwarzenegger/W. Wohlers, Plagiatsformen und disziplinarrechtliche
Konsequenzen, in: unijournal 4/2006, S. 3).
2.6.2. Für das Vorliegen eines Plagiats ist also zumindest die bewusste und unerlaubte
Verwendung des Gedankengutes eines anderen erforderlich (Oftinger, a.a.O., S. 188).
Vorliegend ist festzuhalten, dass jemand, bei dem fast ein Drittel seiner Projektarbeit
aus grösstenteils wörtlichen oder im Wortlaut leicht veränderten Übernahmen von
unternehmensinternen Daten und Informationen besteht, wissen muss, dass
diesbezüglich Klarstellungsbedarf besteht. Bei einem solchen seitenlangen Kopieren
können daher kaum Zweifel hinsichtlich der Täuschungsabsicht mehr bestehen.
Erschwerend kommt hinzu, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner bisherigen
Ausbildung als Jurist und seiner beruflichen Tätigkeit als Rechtsanwalt wissen muss,
dass die wissenschaftliche Redlichkeit die Angabe sämtlicher Quellen einer Arbeit
erfordert, zumal er in der eidesstattlichen Erklärung ausdrücklich erklärte, dass er die
Arbeit "ohne fremde Hilfe und ohne Verwendung anderer als der angegebenen
Hilfsmittel" verfasst hat. Gemäss einem Urteil der Disziplinarkommission der Universität
St. Gallen kann unter Umständen bereits die unterschriftlich unterzeichnete Erklärung,
dass keine anderen Hilfsmittel als die (im Literaturverzeichnis) angegebenen verwendet
worden seien, die Täuschungsabsicht begründen (Urteil der Disziplinar-kommission
vom 1. Oktober 2002, in: www.unisg.ch). Es ist daher der Vorinstanz zuzustimmen,
dass ein Rechtsirrtum über die Zitationswürdigkeit der unternehmensinternen Daten
und Informationen ausgeschlossen ist, da der Beschwerdeführer aufgrund seiner
universitären Ausbildung und Berufserfahrung bei Unsicherheiten über die
Zitationswürdigkeit seiner Quellen sich hätte erkundigen resp. bei seinem Betreuer/
Referenten hätte nachfragen können.
2.6.3. Auch die Argumentation des Beschwerdeführers mit der Einverständniserklärung
des Arbeitgebers und mit dem Sperrvermerk schlägt fehl. Aus der
Einverständniserklärung lässt sich nicht ableiten, dass die Diakonie H. mit der
Übernahme unternehmensinterner Daten und Information ohne Quellenangabe
einverstanden gewesen ist. Das Gleiche gilt auch für den Sperrvermerk. Zudem ergibt
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sich aus beiden nicht, in welchem Umfang unternehmensinterne Dokumentationen und
Informationen übernommen worden sind. Der durch den Sperrvermerk beschränkte
Leserkreis bedeutet nicht, dass auf die Zitate der Herkunftsquellen der inhaltlichen
Gehalte der Projektarbeit verzichtet werden darf.
2.6.4. Zudem erweckte der Beschwerdeführer durch das Weglassen der
Quellenangabe beim Referenten und weiteren Lesern den Eindruck, dass die fraglichen
Stellen in seiner Projektarbeit von ihm stammen würden. Eine seriöse Prüfung der
Projektarbeit ist nur möglich, wenn der Referent Fremd- von Eigenleistungen
unterscheiden kann (vgl. Urteil der Disziplinarkommission der Universität St. Gallen
vom 22. Juli 2009, in: www.unisg.ch). Das ist vorliegend nicht der Fall, da die rund
zwanzig überwiegend wörtlich übernommenen Seiten den Eindruck erwecken, sie
seien Eigenleistungen des Beschwerdeführers. Deshalb hat der Beschwerdeführer
schuldhaft gehandelt, indem er sich mit fremder Denkarbeit schmückte und versuchte
dadurch eine gute Benotung resp. zumindest die Annahme seiner Projektarbeit zu
erlangen. Eine Täuschungsabsicht liegt daher eindeutig vor. Die Vorinstanz bejahte
daher zu Recht das Vorliegen eines wesentlichen Plagiats.
3. Sodann lässt der Beschwerdeführer vorbringen, dass der Entzug seines
akademischen Titels "Executive MBA HSG" unverhältnismässig wäre. Der
Beschwerdeführer habe zur Erlangung des Titels "Executive MBA HSG" sechzehn
themenspezifische Prüfungen mit einem insgesamt überdurchschnittlichen
Prüfungserfolg abgelegt, die 75 Prozent des zu erbringenden Leistungs-nachweises
abdecken würden, und die restlichen 25 Prozent seien die Projektarbeit, wobei bei
dieser die Vorwürfe des Plagiats umfangmässig einen relativ geringen Teil der
insgesamt 69 Seiten langen Projektarbeit betreffen würden. Das private Interesse des
Beschwerdeführers wiege daher schwerer als ein allfälliges öffentliches Interesse am
Titelentzug zur Wahrung der wissenschaftlichen Integrität und Wahrhaftigkeit der
akademischen Forschung.
3.1. Vorweg ist eine Bemerkung zur gesetzlichen Grundlage für den Titelentzug beim
Beschwerdeführer angebracht. Am 1. Januar 2011 trat das Universitätsstatut vom
25. Oktober 2010 (sGS 217.15, abgekürzt US) in Kraft, das für den zu beurteilenden
Sachverhalt keine Übergangs-bestimmung enthält und keine echte Rückwirkung
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vorsieht. Zwecks des Schutzes des Vertrauens auf die Weitergeltung des bisherigen
Rechts und der Rechtssicherheit wird das im Zeitpunkt der Einleitung des Verfahrens
geltende Recht angewendet (U. Häfelin/G. Müller/F. Uhlmann, Allgemeines
Verwaltungsrecht, 6. Aufl., Zürich/St. Gallen 2010, Rz. 325). Die Rechtmässigkeit der
Anordnung beurteilt sich also nach der Rechtslage am Tage des Erlasses des
Verwaltungsaktes, soweit nicht Vorschriften um der öffentlichen Ordnung willen oder
zur Durchsetzung erheblicher öffentlicher Interessen die Anwendung des neuen Rechts
verlangen (P. Tschannen/U. Zimmerli, Allgemeines Verwaltungsrecht, 2. Aufl., Bern
2005, § 24 Rz. 21). Daher findet auf das vorliegende Verfahren das am 1. Januar 2011
ausser Kraft getretene Universitätsstatut vom 3. November 1997 (abgekürzt aUS)
Anwendung. Festzuhalten bleibt im übrigen, dass Art. 93 Abs. 1 lit. g US eine fast
wörtlich identische Regelung über die Entziehung akademischer Grade wie Art. 75 lit. f
aUS enthält. Nach beiden Normen entscheidet der Senatsausschuss über die
Entziehung akademischer Grade. Beide Normen stützen sich dabei auf die gesetzliche
Grundlage in Art. 15 des Gesetzes über die Universität St. Gallen (sGS 217.11).
3.2. Es fragt sich, ob der Beschwerdeführer überhaupt je rechtsgültig den Titel
"Exekutive MBA HSG" erworben hat, da er die Voraussetzungen für den Erwerb des
Titels gemäss Art. 4 Abs. 2 lit. b EMBA-Satzung nicht erfüllt hatte, sondern die
Annahme seiner Projektarbeit unredlich erwirkt war, indem er fremde Leistungen als
seine eigenen präsentierte. Aus diesem Grund war der Erwerb des Titels "Exekutive
MBA HSG" nie rechtskonform, sondern rechtswidrig. Daher könnte argumentiert
werden, dass der Beschwerdeführer den Titel "Executive MBA HSG" nie rechtsgültig
erworben hat und dementsprechend die Verleihung dieses Titels nichtig war. Diese
Frage kann im vorliegenden Fall offen bleiben, da sich der Titelentzug auch als
verhältnismässig erweist.
3.3. Eine Massnahme ist verhältnismässig, wenn sie zur Verwirklichung des im
öffentlichen Interesse liegenden Ziels geeignet und notwendig ist. Zudem muss der
angestrebte Zweck in einem vernünftigen Verhältnis zu den Belastungen stehen, die
dem Privaten auferlegt werden (Häfelin/Müller/Uhlmann, a.a.O., Rz. 581).
3.3.1. Durch das Plagiat hat der Beschwerdeführer die Annahme seiner Projektarbeit
unredlich erwirkt. Als einzige geeignete und erforderliche Sanktion kommt die
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nachträgliche Nichtannahme der Projektarbeit in Betracht. Dies hat zur Folge, dass die
Voraussetzungen für den Titel "Executive MBA HSG" gemäss Art. 4 der EMBA-Satzung
nicht mehr erfüllt sind und dementsprechend sah der Gesetzgeber in Art. 75 lit. f aUS
als Sanktionsmöglichkeit lediglich den Titelentzug vor. Eine alleinige nachträgliche
Ablehnung der Projektarbeit ist daher nicht möglich, da der Beschwerdeführer schon
den Titel "Executive MBA HSG" verliehen bekam. Eine andere Massnahme fällt somit
nicht nur mangels gesetzlicher Grundlage ausser Betracht, sondern einzig der
Titelentzug erweist sich bei nachträglichem Nichtvorliegen der Voraussetzungen für die
Erlangung des Titels als sachgerecht.
3.3.2. Es fragt sich indessen, ob der Titelentzug auch vor der Prüfung der Zweck-
Mittel-Relation resp. der Verhältnismässigkeit im engeren Sinne standhält. Eine
Verwaltungsmassnahme ist nur gerechtfertigt, wenn sie ein vernünftiges Verhältnis
zwischen dem angestrebten Ziel und dem Eingriff, den sie für den betroffenen Privaten
bewirkt, wahrt. Es ist daher eine wertende Abwägung zwischen öffentlichen Interessen
an der Massnahme und den betroffenen privaten Interessen vorzunehmen (Häfelin/
Müller/Uhlmann, a.a.O., Rz. 614).
Durch ein Plagiat werden sowohl Interessen der Universität wie auch öffentliche
Interessen gefährdet. Die Interessen der Universität sind insoweit betroffen, als die
Einreichung eines Plagiats einen Versuch darstellt, die Zulassung zum Abschluss als
"Executive MBA HSG" mit unerlaubten Mitteln zu erlangen. Weiter werden die
Hochschulinteressen durch die Verursachung eines erheblichen Mehraufwands zur
Abklärung des Plagiats sowie durch die mögliche Rufschädigung der Universität
tangiert. Die Interessen der Öffentlichkeit sind insofern berührt, als ein Plagiat – sofern
es unentdeckt bleibt – mittelbar den Erwerb eines akademischen Titels ermöglicht, der
auf diese Weise nicht hätte erlangt werden dürfen (Martin, a.a.O., S. 481; BVGE
A-4236/2008 vom 1. April 2009 E. 6.4). Zudem geht es um den Schutz der redlichen
Studierenden, die sich an die Regeln korrekten wissenschaftlichen Arbeitens halten
(Urteil der Disziplinarkommission der Universität St. Gallen vom 22. Juli 2009, in:
www.unisg.ch).
Der Entzug des Titels trägt zwar den Hochschulinteressen Rechnung, aber zu prüfen
bleibt, ob sich der Titelentzug unter Berücksichtigung sämtlicher tangierten privaten
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und öffentlichen Interessen als verhältnismässig erweist. Das private Interesse des
Beschwerdeführers, den Titel "Executive MBA HSG" zu behalten, ist offensichtlich.
Dabei ist aber zu berücksichtigen, dass das Verschulden des Beschwerdeführers am
Plagiat nicht leicht einzustufen ist, da er fast einen Drittel seiner Projektarbeit ohne
Quellenangabe aus anderen Texten übernommen hat. Zusätzlich fällt negativ ins
Gewicht, dass es sich beim Beschwerdeführer um einen Rechtsanwalt in einem
Nachdiplomstudiengang handelt, der aufgrund seiner universitären Ausbildung und
beruflichen Erfahrung wissen muss, dass die Redlichkeit die Angabe sämtlicher
Quellen – seien diese nun primär oder sekundär - in einer schriftlichen Arbeit verlangt.
Zudem hat er entgegen seiner eidesstattlichen Erklärung seine Projektarbeit in
wesentlichen Teilen plagiatorisch verfasst, um dadurch in den Besitz des Titels
"Executive MBA HSG" zu gelangen. Daher ist von einem schweren Verschulden des
Beschwerdeführers auszugehen.
3.3.3. Der Titelentzug schliesst sodann nicht aus, dass die bisherigen
Prüfungsleistungen des Beschwerdeführers mit Ausnahme seiner Projektarbeit nach
wie vor anerkannt werden und ihm die Möglichkeit zur Wiederholung der Projektarbeit
und damit zur Wiedererlangung des Titels "Executive MBA HSG" eingeräumt wird.
Inwieweit dies möglich ist und welche bereits redlich erworbenen Credits ihm mit
Ausnahme der Projektarbeit dabei anerkannt werden, ist nicht Gegenstand des
vorliegenden Verfahrens, sondern hat die Leitung des Studiengangs "Executive MBA
HSG" zu entscheiden (vgl. Martin, a.a.O., S. 480). Nach der Titelverleihung fällt daher –
auch wenn dies in Anbetracht des Gewichts der Projektarbeit zum gesamten
Leistungsausweis im Rahmen des "Executive MBA HSG"-Studiengangs aus Sicht des
Beschwerdeführers als unbefriedigend erscheinen mag – nur der Titelentzug in
Betracht. Dies erweist sich angesichts der tangierten Hochschulinteressen und
öffentlichen Interessen sowie des schweren Verschuldens des Beschwerdeführers als
verhältnis- und damit rechtmässig.
4. Zusammengefasst ergibt sich, dass der Beschwerdeführer durch die teilweise
wörtliche und teilweise in paraphrasierter Form vorgenommene Übernahme von
unternehmensinternen Daten und Informationen, ohne dabei an den entsprechenden
Stellen auf die unternehmensinternen Quellen hinzuweisen, auf mindestens zwanzig
seiner 69 Seiten umfassenden Projektarbeit in Täuschungsabsicht gegen die
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Grundsätze des redlichen wissenschaftlichen Arbeitens verstossen hat, da er für den
Leser nicht erkennbar fremde (Mit-)Gedankengänge als seine (alleinigen) ausgab und
sich dadurch die Leistungen anderer zurechnen liess. Damit hat der Beschwerdeführer
das ihm als Akademiker entgegengebrachte Vertrauen verletzt. Der Entzug des Titels
"Executive MBA HSG" erweist sich dabei als einzige Massnahme als sachgerecht und
verhältnismässig. Inwiefern dem Beschwerdeführer die Wiedererlangung seines Titels
ermöglicht wird und ihm dabei die bestandenen Prüfungen des "Executive MBA HSG"-
Lehrgangs anerkannt werden, hat die Leitung des Studiengangs "Executive MBA HSG"
zu entscheiden.
5. (...).
Demnach hat das Verwaltungsgericht