Decision ID: 42f7cdbc-5e81-45b6-a928-1a76ef257cfe
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1975 geborene X._
verfügt über eine Anlehre zum Fahr
zeugschlosser (Urk.
9
/7/4). Am 31. August 2012 meldete er sich bei der Eidge
nös
sischen Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
9
/7). Dabei gab er an, dass er sich zu 40 % in ein
em Integrationsprogramm des
Hilfswerk
s A._
befinde, und wies darauf hin, dass er seit Geburt nur eine Niere habe, 20 Jahre lang harte Drogen genommen habe, sich nun im
Heroin-
Abgabeprogramm der
Arbeitsgemeinschaft
B._
befinde, sich bei einem Sturz aus sechs Metern Höhe diverse Brüche zugezogen habe, an verschiedenen Allergien leide und psychisch
angeschlagen sei (Urk.
9
/7/4). Die Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle, liess einen Auszug aus dem individuellen Konto des Versicher
ten erstellen (IK-Auszug; Urk.
9
/9), holte Berichte der behandelnden Ärzte (Urk.
9
/10
11, Urk.
9
/21-22) und Auskünfte der zuständigen Sozialbehörden (Urk.
9
/12, Urk.
9
/20) ein, nahm berufliche Unterlagen zu den Akten (Urk.
9
/15), führte ein Standortgespräch mit dem Versicherten durch (Urk.
9
/27) und ver
fasste ein Ver
laufsprotokoll über die Eingliederungsberatung (Urk.
9
/26). Mit Mitteilung vom 6. Mai 2013 schloss sie die Arbeitsvermittlung ab, da der Versi
cherte sich ent
schieden habe, weiterhin via Sozialdienst beim
A._
zu arbeiten (Urk.
9
/23). Im weiteren Verlauf holte die IV-Stelle einen weiteren ärztlichen Bericht (Urk.
9
/30) sowie Stellungnahmen ihres
Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD; Urk.
9
/31/3-5) ein und stellte dem Versicherten mit Vorbescheid vom 7. Mai 2014 die Abwei
sung seines Leistungsbegehrens in Aussicht (Urk.
9
/34). Dagegen erhob der Ver
sicherte am 27. Mai 2014 (Urk.
9
/36), ergänzt am 2. Juli 2014 (Urk.
9
/39) unter Beilage eines Berichts des
A._
(Urk.
9
/40), Einwand. Daraufhin holte die IV-Stelle einen weiteren Arztbericht (Urk.
9
/51) sowie eine RAD-Stellungnahme (Urk.
9
/53/2-3) ein und wies das Leistungsbegehren des Versicherten mit Verfü
gung vom 16. Juli 2015 wie angekündigt ab (Urk.
9
/54).
Dagegen erhob der Ver
sicherte am 16. Juli 2015 Beschwerde (Urk. 9/63/3-7).
Mit Urteil IV.
2015.00923 vom 26. Februar 2016
hob das
Sozialversicherungs
gericht des Kantons Zürich
di
e
angefoch
tene Verfügung
auf und wies die Sache an die IV-Stelle
zurück, damit diese nach erfolgter
Abklärung
im Sinne der Erwägungen über den Leistungsan
spruch des Versicherten
neu verfüge
(Urk.
9/68/11).
1.2
Im weiteren Verlauf holte die IV-Stelle Berichte v
on den behandelnden Ärzten (Urk. 9/
77 und Urk.
9/79
) sowie das
bidisziplinäre
medizinische Gutachte
n der
C._ AG
vom 28. April
2017 ein (Urk. 9/91).
Nach Vorlage des Dossiers beim RAD (Urk. 9/92/4
6)
teilte die IV-Stelle dem Versicherten
am 2
2.
November 2017
mit, zur
Wahrung allfäl
liger zukünftiger Leistungsansprüche habe er aufgrund seiner Mitwirkungspflicht die therapeutische Begleitung weiterzuführen sowie die Benzodiazepine
abzudo
sieren
(Urk. 9/93).
Gleichentags stellte sie dem Versicher
ten mit Vorbescheid die Abweisung seines Leistungsbegehrens in Aussicht (Urk. 9/94).
Dagegen erhob der Versicherte am
5.
Januar
2018, ergänzt am 7.
/
8.
Februar
2018, Einwand (Urk. 9/
95
,
Urk. 9/100
und Urk. 9/102
).
Am 22. Februar 2018 verfügte die IV-Stelle im angekündigten Sinne (Urk. 9/104 = Urk. 2).
2.
Gegen die
leistungsabweisende
Verfügung vom
2
2.
Februar 2018
erhob der Versi
cherte am
2
9.
März
2018
Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfü
gung sei aufzuheben und
es sei ihm eine ganze Rente der Invalidenversicherung
zuzusprechen. In prozessualer Hin
sicht bean
tragte er die unentgeltliche Prozess
führung
und Rechtsvertretung
(Urk. 1 S.
2
). In der Be
schwer
deant
wort vom
2
7.
April
2018
schloss die Beschwerdegegnerin auf Ab
weisung der Beschwerde (Urk.
8
).
Mit Gerichts
verfügung vom
3.
Mai 2018
wurde ihm d
ie unentgeltliche Prozessführung
gewährt
und Rechtsanwalt Thomas
Laube, Zürich, als unentgelt
licher Rechtsvertreter für das vorliegende Verfahren bestellt
(Urk. 10).
Im Rahmen
der Replik
vom
1
1.
Mai 2018
hielt der Beschwerdeführer an seinen
Anträgen fest
, wobei er präzisierte, die ganze Rente sei ihm ab September 2013 auszurichten
,
und
er
stellte
zusätzlich Beweisanträge
(Urk.
11
S. 2). Die Beschwerdegeg
nerin verzichtete am 3
1.
Mai 2018 auf das Einreichen einer
Duplik
(
Urk.
14
)
, was dem Beschwerdeführer am
1.
Juni 2018 mitgeteilt wurde
(Urk.
15)
.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
).
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Nach der Rechtsprechung führt Drogensucht (wie auch Alkoholismus und Medi
kamentenmissbrauch) als solche nicht zu einer Invalidität im Sinne des Gesetzes. Dagegen wird sie im Rahmen der Invalidenversicherung relevant, wenn sie eine Krankheit oder einen Unfall bewirkt hat, in deren Folge ein körperlicher oder geistiger, die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigender Gesundheitsschaden eingetre
ten ist, oder wenn sie selber Folge eines körperlichen oder geistigen Gesundheits
schadens ist, dem Krankheitswert zukommt (BGE 124 V 265 E. 3c). Aus letzterem Leitsatz folgt nicht, dass die Auswirkungen einer Drogensucht, die ihrerseits auf einen Gesundheitsschaden zurückgeht, per se invaliditätsbegründend sind. Die zitierte Praxis setzt vielmehr den Grundsatz um, dass funktionelle Einschränkun
gen nur anspruchsbegründend sein können, wenn sie sich als Folgen selbständi
ger Gesundheitsschädigungen darstellen (Art. 6 ff. ATSG und Art. 4 Abs. 1 IVG). Insofern verhält es sich ähnlich wie im Verhältnis zwischen psychosozialen oder soziokulturellen Umständen und fachärztlich festgestellten psychischen Störun
gen von Krankheitswert (BGE 127 V 294 E. 5a): Wo die Gutachter im Wesentli
chen nur Befunde erheben, welche in der Drogensucht ihre hinreichende Erklä
rung finden, gleichsam in dieser aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben. Dies trifft zu, wenn davon auszugehen ist, dass sich beispielsweise ein depressives Zustandsbild bei einer (angenommenen) positiven Veränderung der suchtbedingten psychosozialen Problematik wesentlich
bessern
(und die damit verbundene Beeinträchtigung des Leistungsvermögens sich ent
sprechend verringern) würde (Urteil des Bundesgerichts 8C_582/2015 vom 8. Oktober
2015 E. 2.2.1 unter Hinweis auf 8C_580/2014 vom 11. März 2015 E. 2.2.1 und 9C_856/2012 vom 19. August 2013 E. 2.2.1).
Angesichts der insoweit finalen Natur der Invalidenversicherung (BGE 120 V 95 E. 4c; Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Aufl. 2014,
Rz
51 zu Art. 4 IVG) ist nicht entscheidend, ob die Drogensucht Folge eines körperlichen oder geistigen Gesundheitsschadens ist oder ob die Sucht ausserhalb eines Kausalzusammenhangs mit dem versicherten Gesundheitsschaden steht. In beiden Konstellationen sind reine Suchtfolgen IV-rechtlich irrelevant, soweit sie als solche allein leistungsmindernd wirken. Hingegen sind sie gleichermassen IV
rechtlich relevant, soweit sie in einem engen Zusammenhang mit einem eigen
ständigen Gesundheitsschaden stehen. Dies kann der Fall sein, wenn die Drogen
sucht – einem Symptom gleich – Teil eines Gesundheitsschadens bildet (BGE
99
V
28 E. 3b); dies
unter der Voraussetzung, dass nicht allein die unmittelbaren Folgen des Rauschmittelkonsums, sondern wesentlich auch der psychiatrische Be
fund selber zu Arbeitsunfähigkeit führt. Sodann können selbst reine Suchtfolgen invalidisierend sein, wenn daneben ein psychischer Gesundheitsschaden besteht, welcher die Betäubungsmittelabhängigkeit aufrecht erhält oder deren Folgen massgeblich verstärkt. Umgekehrt können die Auswir
kun
gen der Sucht (unab
hängig von ihrer Genese) wie andere psychosoziale Faktoren auch mittelbar zur Invalidität beitragen, wenn und soweit sie den Wirkungsgrad der Folgen eines Gesundheitsschadens beeinflussen (Urteil des Bundesgerichts 8C_582/2015 vom 8. Oktober
2015 E. 2.2.2 unter Hinweis auf 8C_580/2014 vom 11. März
2015 E. 2.2.2 und 9C_856/2012 vom 19. August
2013 E. 2.2.2).
Im
erwähnten Urteil 8C_582/2015
vom 8. Oktober 2015
E. 4
hat das Bundesge
richt entschieden, dass die Rechtsprechung
gemäss
BGE 141 V 281 psychosoma
tische Leiden betrifft und auf Suchtproblematiken nicht anwendbar ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_6/2016 vom 3. Februar 2016 E. 4.2.3 mit Hinweis auf die Kritik
von
Liebrenz
/
Uttinger
/Ebner, Sind Abhängigkeitserkrankungen aus höchst
richterlicher Sicht [weiterhin] nicht mit anderen psychischen Störungen [z.B. somatoformen Störungen] vergleichbar? - Eine Urteilsbesprechung von BGE
8C_582/2015 im Lichte der theoretischen Anwendbarkeit des ergebnis
offenen, strukturierten Beweisverfahrens, in: SZS
2016 S. 96; ferner:
Liebrenz
et
alii
, Das Suchtleiden bzw. die Abhängigkeitserkrankungen - Möglichkeiten der Begutach
tung nach
BGE 141 V 281
[= 9C_492/2014]
, in: SZS 2016 S.
12).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
führte
im angefochtenen Entscheid
aus, die orthopädi
sche Begutachtung habe ergeben, dass der Beschwerdeführer aufgrund der am 1
3.
Juni 2016 erfolgten Operation am rechten Fuss bis Ende November 2016 zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen sei. Ab Dezember 2016 sei ihm aber die Ausübung
einer körperlich leichten bis gelegentlich mittelschweren Tätigkeit, die überwie
gend sitzend ausgeübt werden könne, wieder zu 100
%
möglich und zumutbar gewesen.
Aus somatischer Sicht sei demnach keine längerdauernde Arbeitsunfä
higkeit ausgewiesen (Urk. 2 S. 1-2).
Bezüglich der psychischen Situation liege ein primäres Suchtgeschehen vor. Die gegenwärtigen Leistungseinschränkungen seien einzig Suchtfolgen, sodass sie nicht zu berücksichtigen seien (Urk. 2 S. 2). In der Beschwerdeantwort merkte sie ergänzend an, im psychiatrischen Gutachten werde ausdrücklich festgehalten, dass nach
Abdosieren
der Benzodiazepine eine Steigerung der Leistungsfähigkeit möglich sei und aktuell keine irreversible psy
chische Gesundheitsstörung vorliege (Urk. 8).
2.2
Der Beschwerdeführer bringt dagegen vor, auch reine Suchtfolgen könnten inva
lidisierend sein (Urk. 1 S. 3
, Urk. 11 S. 3
).
Zum psychiatrischen Teilgutachten de
r
C._
AG
hielt er fest, es sei in wesentlichen Teilen falsch und gebe ein vollstän
dig unzutreffendes Bild seiner heutigen Situation wider. So funktioniere das Be
suchsrecht mit seiner Tochter schon länger nicht mehr, er sei seit mindestens anderthalb Jahren wieder Single, sei schon lange nicht mehr als DJ tätig, habe einen einzigen Freund und arbeite nicht mehr im Tierwaisenhaus (Urk. 11 S. 4).
Da er das
Medikament
Dormicum
stark habe reduzieren
müssen
sowie wegen Schmerzen schlafe er sehr schlecht. Die zwei Jahre andauernde Terrorisierung durch seinen alkoholkranken Vater
, als er von 14- bis 16-jährig bei diesem gelebt habe,
sei nicht zum Ausdruck gekommen im Gutachten. Daher sei die Sozialar
beiterin
D._
als Zeugin zu seiner tatsächlichen Situation und zu seinen Ressourcen einzuvernehmen. Zudem habe er sich Anfang Mai 2018 erneut einer Operation unterziehen müssen und könne sei
n
en Fuss nun nicht meh
r seitlich bewegen (Urk. 11 S. 5
).
Die psychiatrische Gutachterin habe sich unzureichend mit den Berich
ten von
Dr. E._
, Oberarzt Psychiatrie,
und der darin
in nachvollziehbarer Weise
gestellten Diagnose einer Persönlichkeitsstörung so
wie
mit
der beschriebenen Genese der Suchtmittelerkrankung auseinandergesetzt (Urk. 11 S. 5-
8
).
Dass die Gutachterin trotz der Unterstützung durch die Spitex davon ausgegangen sei, er erledige die Haushaltsarbeiten selbständig, sei nicht schlüssig (Urk. 11 S. 8). Auch gemäss der Gutachterin sowie laut RAD bestehe eine volle Arbeitsunfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt. Bei seiner Biographie und gestützt auf die
Vorakten
sei davon auszugehen, dass sich die Persönlichkeitsstö
rung und die Suchterkrankung zumindest Hand in Hand im Laufe der Adoleszenz und im Erwachsenenalter entwickelt und chronifiziert hätten. Unter diesen Um
ständen liege ein jahrelanger invalidisierender Gesundheitsschaden vor (Urk. 11 S. 8-9). Zusätzlich sei er somatisch eingeschränkt (Urk. 11 S. 9-10). Auch seitens der IV-Stelle seien Anzeichen der sich entwickelnden Persönlichkeitsstörung anerkannt worden,
sowie
dass
vermutlich die Persönlichkeitsstörung zur Sucht geführt habe.
Zusammenfassend könne auf das Gutachten nicht abgestellt werden und es sei eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen (Urk. 11 S. 10).
3.
3.1
Dr.
F._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie
, und G._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
Psychi
atrie und Psychotherapie
,
B._
, Zentren für Suchtmedizin, hielten in ihrem Bericht vom 10. Oktober 2012 fest, der Beschwerdeführer befinde sich seit dem 6. April 2010 in ihrer Behandlung. Bei den Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit äusserten sie den Verdacht auf eine Persönlichkeitsstörung mit emotional-insta
bilen, impulsiven, kränkbaren und dissozialen Anteilen mit/bei unreifen und dysfunktionalen Coping-Strategien (ICD-10: F61). Keinen Einfluss auf die Arbeits
fä
higkeit massen sie der Störung durch Opioide, Abhängigkeits
syndrom mit gegen
wärtig
er Teilnahme an einem ärztlich
überwachten Heroin-
Substi
tuti
ons
pro
gramm (ICD-10: F11.22), der Störung durch Sedativa oder Hyp
notika, gegenwär
tig Substanzgebrauch in Form von
Dormicum
(ICD-10: F13.24)
, sowie der Störung durch Kokain, Abhängigkeitssyndrom mit gegen
wärtiger Abstinenz (ICD-10: F14.2), zu (Urk.
9
/10/1). Sie führten aus, akten
anamnestisch bestünden Hinweise auf eine akzentuierte Persönlichkeit oder eine Persönlich
keits
störung. Gegenwär
tig unter Substitution sei der Beschwerdefüh
rer aber stabil
und kompen
siert, es lägen keine
behandlungsbedürftigen
psy
chopathologischen Auffällig
keiten vor. Aus psychiatrischer Sicht liessen sich gegenwärtig keine oder nur geringe Ein
schränkungen der Arbeitsfähigkeit ver
muten. Da es ihm in den letzten Monaten möglich gewesen sei, die angeordne
ten Arbeitsstunden in einem bis zu 50%igen zeitlichen Pensum abzuleisten, wo
bei über die erbrachte Leistung keine Angaben gemacht werden könnten, sei aus psychiatrischer Sicht wohl auch weiterhin eine 50%ige Arbeitstätigkeit möglich. Für die zuletzt aus
geübte gemein
nützige Tätig
keit im Tierheim sei ihm keine Arbeitsun
fähigkeit zu
attestieren (Urk.
9
/10/2). Eine psychisch bedingte Leistungsminderung sei jedoch
vorstellbar. Für eine realisti
sche Beurteilung der tatsächlichen Arbeitsfähigkeit würden sie weiterführende medizinische Abklä
rungen durch spezialisierte Insti
tutionen sowie gegebenen
falls eine Tätigkeit im Rahmen beruflicher Massnah
men oder eines Arbeitsver
suchs empfehlen (Urk.
9
/10/3).
Am 14. Februar 2014 stel
lte sich die Situation laut G._
und
H._
, Psychologin und Psychotherapeutin,
B._
, unverändert dar (Urk.
9
/30/2). Bei den zusätzlichen Angaben vermerkten sie eine Einschrän
kung der Anpassungsfähigkeit sowie der Belastbarkeit aufgrund der Persönlich
keitsanteile. Weiter hielten sie fest, die
Einschränkungen von Konzentrations- und Auffassungsvermögen seien noch zu klären (Urk.
9
/30/4).
3.2
Dr. I._, Praxis Dr. J._
, berichtete am 29. November 2012, als mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien die
Polytoxi
komanie
und der Status nach verschiedenen Frakturen zu werten (Urk.
9
/11/1). Seit drei Jahren arbeite der Beschwerdeführer zu 30 bis 40 % im Tierwaisenhaus
P._
(gemeinnützige Arbeit), was der derzeit höchstmöglichen Belastung ent
spreche. Eingeschränkt sei die Konzentrationsfähigkeit und der Beschwerde
führer befinde sich im Entzugsprogramm. Falls ein körperlicher Entzug gelinge, sei eine Arbeitsfähigkeit möglich (Urk.
9
/11/2). Rein sitzende, rein stehende und
vorwie
gend im Gehen ausgeübte Tätigkeiten seien ihm nicht zumutbar, wech
sel
belas
tende indes schon. Die
Gewichtslimite
für Heben und Tragen liege bei fünf Kilo
gramm (Urk.
9
/11/4).
3.3
Dr. K._
, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin, führte in ihrer RAD-Stellungnahme vom 3. Juni 2013 aus, die Angaben der
B._
seien in sich inkonsistent. Mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei der Verdacht auf eine Persönlichkeitsstörung geäussert worden (Urk.
9
/31/3). RAD-Arzt L._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie
, hielt am 2. Mai
2014 fest, nur bei einem Verdacht auf eine Persönlichkeitsstörung und gegen
wärtig ohne psychopathologischen Auffälligkeiten könne keine invaliden
versi
cherungsrechtlich relevante Persönlichkeitsstörung vorliegen. Einschrän
kungen seien weder für die Tätigkeit als Fahrzeugschlosser noch für eine ange
passte Tä
tigkeit ersichtlich (Urk.
9
/31/4-5).
3.4
Im Bericht der
B._
vom Februar 2015 diagnostizierte Dr.
E._
- nun nicht mehr lediglich als Verdachtsdiagnose - eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit emotional-instabilen, impulsiven und kränkbaren Anteilen (ICD-10: F61; Urk.
9
/51/1). Er beschrieb den Beschwerde
führer als freundlich, aber abwartend und misstrauisch. Er reagiere schnell ge
kränkt und wirke unterschwellig gereizt. Es sei eine leichte Reduktion von Kon
zentration und Aufmerksamkeit zu be
ob
achten. Der Beschwerdeführer
klage
über Rückzug, Stimmungsschwankungen, Antriebs- und Motivationslosigkeit. Er zeige eine eingeschränkte Impulskontrolle mit Tendenz zur schnellen Über
forderung. Psychomotorisch sei er unruhig. Er komme in etwa 2-wöchentlichen Abständen zu ambulanten Therapiegesprächen, welche den Umgang mit Krank
heitssymptomen der Persönlichkeitsstörung bezweckten. Trotz therapeutischer Interventionen zeige sich eine Chronifizierung, weshalb auch längerfristig nicht von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit auszuge
hen sei (Urk.
9
/51/2). In der bishe
rigen Tätigkeit als Mitarbeiter Tierheim (gemein
nützige Arbeit) bestehe
eine Leistungsminderung sowie eine verminderte Belast
bar
keit. Dies wegen emotio
naler Labilität, Rückzug und Antriebs
minde
rung, wegen einer insgesamt redu
zierten Stressregulation und Frustrations
tole
ranz und Einschränkungen der Fle
xibilität. Er sei höchstens zu 50 % arbeitsfähig. Eine behinderungsangepasste Tätigkeit sei ihm zu mindestens 50 % zumutbar. Länger
fristig könnten inter
mit
tierende Episoden von Arbeitsunfähigkeit bezi
e
hungs
weise
von
Krankheitsaus
fälle
n
aufgrund der Persönlichkeitsstörung nicht ausge
schlossen werden (Urk.
9
/51/3).
3.5
RAD-Arzt L._
führte am 6. März 2015 dazu aus, die von der
B._
angeführten Symptome der emotionalen Instabilität, Impulsivität und Kränkbar
keit passten auch zum Drogengeschehen. Die
B._
habe selber fest
gehalten, wegen der
depressogenen
und demenzfördernden Wirkung wolle sie den
Benzo
dia
ze
pinkonsum
verringern. Es sei der
B._
also auch bekannt, dass chronischer
Benzodiazepinkonsum
zur Gefühlsverflachung führe. Die Unfähig
keit des
Ben
zo
dia
zepinabhängigen
, mit seinen Gefühlen umzugehen, führe ty
pi
scherweise auch zu einer erhöhten Kränkbarkeit und Impulsivität. Die als Per
sönlichkeitsstö
rung definierten Symptome seien demnach mit überwiegender Wahr
scheinlich
keit als Symptome der Abhängigkeit zu beurteilen. In der Bio
grafie des Beschwer
de
füh
rers finde sich kein tatsächlicher Beleg für eine hohe
Kränkbar
keit/Impul
sivi
tät/emotionale Instabilität. Vielmehr habe er zum Bei
spiel
die Sekun
darschule erfolgreich abgeschlossen. Ab dem Alter von 16 Jah
ren hab
e dann be
reits der Heroinkonsum begonnen. Eine eigenständige Persön
lichkeits
störung könne nur diagnostiziert werden, wenn derartige Persönlich
keitsmerk
male unab
hängig vom Drogengeschehen, also vor Suchtbeginn, fest
gestellt würden. Dies sei beim Beschwerdeführer nicht der Fall. Eine primäre Persön
lich
keitsstörung lasse sich daher nicht belegen (Urk.
9
/53/2-3).
3.6
Am 1. Oktober 2015 berichteten Dr.
E._
und H._
, die Sucht
problematik des Beschwerdeführers sei sekundär. Die Persönlichkeitsstörung liege ihr zugrunde. Diese sei Folge nicht adäquat durchlaufener adoleszenter Reifungs
schritte, entwicklungsbedingt und durch kumulative Traumatisierungen entstan
den. Der Beschwerdeführer sei gemäss seinen eigenen Angaben bereits in der Kindheit misstrauisch gewesen. Er habe stark unter Alpträumen gelitten, viel über Leben und Tod nachgedacht, bis zum 10. Lebensjahr fast jede Nacht bei der Mutter geschlafen und seine Mutter habe ihn häufig zitternd und weinend vor
gefunden. In der Schule hätten zwar keine Lernschwierigkeiten, aber Ver
haltens
auffälligkeiten (diverse Streiche) sowie schwankende Schulleistungen beob
achtet werden können (Urk. 9
/66/4
). Seit seiner Jugendzeit habe er eine geringe Frust
rationstoleranz und eine eingeschränkte Emotionsregulation. Seit der Adoleszenz weise er unzureichende Copingstrategien mit der Neigung zu im
pulsiven Durch
brüchen mit
Kränkung und reduzierter Flexibilität mit ent
spre
chend schneller Überforderung sowie eine reduzierte Durchhaltefähigkeit auf.
Mit 11 Jahren habe er zwecks Beruhigung zu kiffen begonnen, ab 13 Jahren habe
er regelmässig Cannabis konsumiert. Im Alter von 16 Jahren habe er we
gen hoher psycho
sozialer Überforderung mit dem Konsum von Heroin begon
nen. Das Abhängig
keitssyn
drom sei somit Folge einer permanenten Überforde
rungs
situation und ungünsti
ger Entwicklungsbedingungen. Aufgrund der emo
tional-instabilen Per
sönlich
keitsentwicklung habe sich schnell ein süchtiges Verhalten entwickelt, weil die Copingstrategien zur adäquaten Bewältigung der Situation gefehlt hätten. Heute lasse sich schwer genau differenzieren, ob die Sympto
ma
tik der Persönlichkeits
störung oder der Abhängigkeitserkrankung z
u
geordnet werden könne (Urk. 9/66/5
).
3.7
Dem Bericht der Uniklinik
M._
vom 2
1.
Juni 2016 ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer am 1
3.
Juni 2016 am rechten Fuss operiert wurde. Infolge der
vorgenommenen
Arth
r
odese
am unteren Sprunggelenk attestierten die Ärzte eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit bis zum 2
6.
Juli 2016 (Urk. 9/77/7).
Im wei
teren Verlauf verlängerten sie das Attest über die 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis zum 30. November 2016, gaben indes am
4.
Oktober 2016 zugleich an, in einer sitzenden Tätigkeit sei der Beschwerdeführer nun zu 100
%
arbeitsfähig (Urk. 9/79).
3.8
Der Beschwerdeführer wurde durch Ärzte der
C._
AG
im Februar und März
2017 psychiatrisch und orthopädisch-
traumatologisch
untersucht (Gutach
ten vom 28. April 2017, Urk. 9/91). In ihrer Gesamtbeurteilung gelangten sie zum Schluss,
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
lägen eine Störung durch Sedative oder Hypnotika (Benzodiazepine), aktuell unter ärztlicher Kontrolle (ICD-10: F13.22)
,
sowie eine Störung durch Opioide, Abhängigkeitssyndrom, gegenwärtig Teilnahme an einem ärztlich überwachten Ersatzdrogenprogramm (kontrollierte Abhängigkeit, ICD-10: F11.22) vor. Keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit massen sie namentlich der Persönlichkeitsakzentuierung mit abhängigen, nar
ziss
ti
schen
und
dissozialen Anteilen (ICD-10: Z73.1) sowie den persistierenden Schmerzen des rechten oberen und unteren Sprunggelenkes zu (Urk. 9/91/9).
Sie führten aus, der Beschwerdeführer befinde sich aktuell in einer medizinisch überwachten Substitutionsbehandlung und in regelmässiger ambulanter psychi
atrischer beziehungswei
se psychologischer Behandlung in der
B._
. Bei aktuell subjektiv angegebener psychischer Stabilität präsentiere sich der Beschwerdefüh
rer in einer ausgeglichenen Grundstimmung bei in vollem Umfang erhaltener Auslenkbarkeit bei etwas verflachtem Affekt als Folge des langjährigen Konsums. Depressive Äquivalente seien nicht feststellbar. Hinweise auf eine psychosoziale
Desintegration würden fehlen. Der Beschwerdeführer besitze einige Ressourcen im interpersonellen Bereich. Dazu gehörten soziale Kontakte,
die
aktuelle Bezie
hung, regelmässige Kontakte zu seiner Tochter und seiner Mutter sowie die geregelte Tätigkeit in einem Integrationsprogramm. In seiner Psycho- und Soziobio
graphie weise der Beschwerdeführer zwar Züge einer Persönlich
keits
akzentuie
rung auf, es lasse sich jedoch keine Persönlichkeits
störung feststellen, welche das Ausmass einer sozial-medizinisch relevanten Persönlich
keitsstörung nach den Kriterien des ICD-10 oder DSM-5 aufweise. Beim Fehlen ausgesprochen komple
xer traumatisierender Elemente in der Kindheit fehle es an Hinweisen auf eine posttraumatische Belastungsstörung laut gültigen klinisch-diagnostischen Krite
rien.
Die Gutachter gelangten zum Schluss, t
rotz einer gewissen sozialen Stabili
sierung unter dauerhafter Substitutionsbehandlung
blieben die Funktionsstörun
gen durch einen über Jahrzehnte fortgesetzten Konsum von polyvalenten psy
chotropen Substanzen einschränkend relevant für die Arbeitsfähigkeit.
Die auch in den Berichten der
B._
erwähnten
Konzentrations
schwierigkeiten, Leistungs
minderung und
verminderte Belastbarkeit seien mit hoher Wahrscheinlichkeit auf den noch
bestehenden, ärztlich
kontrollierten Konsum von Benzodiazepinen zu
rückzuführen. Letztere könnten auf Dauer eine kognitive Einschränkung sowie eine Depressivität bewirken. Zu den Einschrän
kun
gen gehörten unter anderem die Störungen bei der Verarbeitung kognitiver und emotionaler Stimuli, die Re
duktion des Konzentrations-Gedächtnis
ver
mögens, des Aufmerksamkeits- und Reaktionsvermögens. Die niedrige emotio
nale Belastbarkeit und Ausdauer bei der mangelnden kognitiven Flexibilität und bei schneller Überforderung würden die Leistungsfähigkeit ebenfalls einschrän
ken. Der Beschwerdeführer sei noch nicht im Stande, einer Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nachzugehen. Aus psychiatrischer Sicht bestehe eine volle Arbeitsunfähigkeit
auf dem
ersten Ar
beitsmarkt. In der aktuell geschützten Arbeitsstelle sei von einer Arbeitsfähigkeit in der Grössenordnung von 50
%
auszugehen. Unter längerfristiger therapeuti
scher Begleitung und verbesserter sozialer Adaption sei ab einem nicht näher bestimmten Zeitraum auch von einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit auszugehen. In erster Linie sei das
Abdosieren
der Benzodiazepine angezeigt und erst bei guter Toleranz in zweiter Linie sei die Steigerung der Leistungsfähigkeit möglich. Somit könne dem Beschwerdeführer nach einem gelungenen Entzug von Benzodiazepi
nen eine sukzessive Steigerung der Leistungsfähigkeit zugemutet werden (Urk. 9/91/10-11).
Das Suchtleiden sei primär mit aktueller Ersatzsubstitution. Eine vorangehende psychische Gesund
heits
störung mit gravierendem Krank
heitswert sei nicht zu identifizieren (Urk. 9/91/14
-15
). Eine irreversible psychi
sche Gesundheitsstörung könne aktuell nicht festgehalten werden. Erst nach den erfolgten Entzugsmassnahmen könne eine solche
Beurteilung unter klinischen und neuropsychologischen Aspekten erfolgen (Urk. 9/91/15).
Aus orthopädischer Sicht
habe sich nach dem Unfall vom Jahr 2004 im Bereich des rechten unteren Sprunggelenkes eine zunehmende posttraumatische Arthrose entwickelt, welche im Jahr 2016 zu einer Versteifungsoperation (
Arthrodese
)
geführt habe. Dadurch seien laut dem Beschwerdeführer zunächst eine Beschwer
debesserung, später aber wieder zunehmende Schmerzen aufgetreten.
Klinisch bestehe keine schmerzhafte Wackelsteifigkeit des unteren rechten Sprunggelenks. Die Beweglichkeit des rechten oberen Sprunggelenkes sei mässig, jedoch schmerzhaft eingeschränkt, was
wegen einer
Vergröberung des rechten oberen Sprunggelenks und
bei einem
wiederkehrenden Gelenkserguss nachvollziehbar sei. Dem Beschwerdeführer seien körperlich leichte bis gelegentlich mittelschwere Arbeiten
, welche überwiegend
im Sitzen verrichtet werden könnten, dennoch vollschichtig und ohne betriebsunübliche Pausen zumutbar (Urk. 9/91/11).
Diese Arbeitsfähigkeit
bestehe und habe in der Vergangenheit bestanden,
mit Aus
nahme einer Rekonvaleszenz-Zeit nach der letzten Operation vom 1
3.
Juni bis spätestens Ende November 2016 (Urk. 9/91/12).
3.9
Dr.
med.
Q._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, und Dipl. med.
O._
, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psycho
therapie, schlossen sich den Ausführungen im
C._
-Gutachten an (Urk. 9/92/4-6).
Dipl. med.
O._
führte zusammenfassend aus, die Sucht sei überwiegend wahrscheinlich als primäre psychische Störung anzusehen. Die Verhaltensauffäl
ligkeiten seien sekundäre Folge der Sucht. Dennoch würden diese Störungen ne
ben den substitutionsbedingten Leistungseinschränkungen zu einer Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit führen. Die Entwicklung der Sucht sei nicht auf eine vorliegende Persönlichkeitsstörung
zurückzuführen, sondern die gegenwärtigen Leistungseinschränkungen seien eine sekundäre Folge der jahrelangen schweren Suchterkrankung (Urk. 9/92/6).
4.
4.1
4.1.1
Im Urteil IV.2015.00923 vom 2
6.
Februar 2016 ist das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich zum Schluss gelangt,
aus somatischer Sicht sei dem Be
schwerdeführer die Ausübung einer körperlich leichten bis mittelschweren und wechselbelastenden Tätigkeit uneingeschränkt zumutbar (Urk. 9/
68/10).
Die IV
Stelle stellte auf das im Nachgang zum genannten Urteil eingeholte
C._
-Gutachten ab.
Laut dem orthopädischen Teilgutachten der
C._
AG ist der Beschwerdeführer bei der Verrichtung einer körperlich leichten bis gelegentlich mit
telschweren Arbeit, welche überwiegend sitzend ausgeübt werden kann, nicht eingeschränkt. Nur
ab dem Zeitpunkt
der Operation
am
1
3.
Juni
2016 bis spätes
tens Ende November
2016 bestand eine Beeinträchtigung (Urk. 9/91/45). Diese Einschätzung steht in Einklang mit der Aktenlage, zumal auch die behandelnden Ärzte der Uniklinik
M._
nur
vom Operationstermin
bis Ende November
2016 eine Arbeitsunfähigkeit attestierten und am
4.
Oktober 2016 eine sitzende Tätig
keit bereits für zumutbar hielten (Urk. 9/79). Aus somatischer Sicht
lag
demnach für eine dem gutachterlich genannten Belastungsprofil entsprechende Tätigkeit
nie eine länger andauernde
respektive invaliditätsbegründende
Arbeitsunfähig
keit
vor
.
4.1.2
Der Beschwerdeführer wendet hiergegen ein, seit seinem Sturz aus sechs Metern Höhe auf einen Betonboden leide er an körperlichen Beschwerden.
Die Verletzung am Fuss schränke ihn nun zusätzlich ein und er könne nicht mehr Velo fahren (Urk. 11 S. 9-10). Die
vom Beschwerdeführer
angeführte Angabe im Gutachten, w
onach
er nicht mehr Velo, Inlineskates und Schlittschuh fahren könne, basiert auf den Angaben des Beschwerdeführers selber (Urk. 9/91/25). Selbst wenn dies zutrifft,
was glaubhaft ist,
ist nicht ersichtlich, inwiefern der Beschwerdeführer dadurch bei einer vorwiegend sitzend auszuübenden Tätigkeit beeinträchtigt sein sollte.
4.1.3
Des Weiteren führt er an, er habe sich Anfang Mai
2018
-
wiederum in der Uni
klinik
M._
-
einer erneuten Operation unterziehen müssen und trage seither einen Gips. Nach der Versteifung des unteren Sprunggelenkes mit zwei Schrauben könne er seinen Fuss nicht mehr nach links und nach rechts bewegen, sondern nur noch hinauf und hinunter (Urk. 11 S. 5).
Nach ständiger Rechtsprechung beurteilt das Sozialversicherungsgericht die Ge
setzmässigkeit des angefochtenen Entscheids in der Regel nach dem Sachverhalt, der zur Zeit des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens gegeben war. Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung sein (BGE 131 V 242 E. 2.1, 121 V 362 E. 1b).
Da die angefochtene Verfügung am 22. Februar 2018 erlassen wurde
(Urk.
2), ist die
durch die Operation von Anfang Mai 2018 bedingte Veränderung im vorlie
genden Verfahren unbeachtlich.
4.2
4.2.1
Im psychiatrischen Teilgutachten der
C._
AG
wurde nebst der Suchtproblema
tik
eine Persönlichkeitsakzentuierung mit abhängigen, narzisstischen und disso
zialen Zügen (ICD-10: Z73.1) diagnostiziert (Urk. 9/91/29-30).
Bezüglich des Vorliegens einer Persönlichkeitsstörung führte die Gutachterin aus,
für diese Diag
nose seien tiefverwurzelte, überdauernde, unangepasste Verhaltens- und Erleb
nisweisen
erforderlich
, die sich in Form starrer, dysfunktionaler Reaktion auf viel
fältige persönlich
e
und soziale Lebenslagen
manifestierte
n.
Der Beschwer
de
führer zeige aber aktuell Einsicht in die frühere Verhaltensweise, die er kritisch zu re
flektieren vermöge.
Es sei keine negative Dynamisierung durch den zusätzli
chen Suchtmittelkonsum festzustellen. Der Beschwerdeführer habe ein Problem
be
wusstsein, in
welchem
er in den letzten Jahren in der Therapie
motiviert und kooperativ gewesen sei
. Es habe keine Missachtung von sozialen
N
ormen und Regeln
gegeben und er weise eine gewisse Anpassungsfähigkeit auf
. Die für die
Stellung der
Diagnose einer Persönlichkeitsstörung mit emotional instabilen und impulsiven Komponenten verantwortlichen Erlebens- und Verhaltensweisen wie Impulsdurchbrüche, Stimmungsschwankungen, geringe Frustrationstoleranz, ein
ge
schränkte Emotionsregulation und Beziehungsabbrüche könnten auch Symptome vom Drogenkonsum sein und seien deshalb nicht als Hinweise auf eine Persönlichkeitsstörung zu werten
(Urk. 9/91/31)
.
Bei
der Begutachtung
zeigte der Beschwerdeführer
ein adäquates kooperatives Verhalten (Urk. 9/91/28),
wirkte auf der Persönlichkeitsebene umgänglich, verträglich, kontaktfreudig sowie emotional mit erhaltener Frustrationstoleranz und Impulskontrolle. In der Exploration war er stets kooperativ mit adäquater Auskunftsbereitschaft. Reali
tätsprüfung und Urteilsbildung waren intakt. Der Beschwerdeführer war in der Lage, mit ausreichender Flexibilität auf das Gegenüber und die jeweilige Situation zu reagieren. Bei vorhandener Kritikfähigkeit sowie
einer Reflexions- und Intro
spektionsfähigkeit verzeichnete die Gutachterin eine Fähigkeit zur Willensbil
dung und eine gewisse Anpassungsfähigkeit (Urk. 9/91/29). Angesichts dieser Be
funderhebung ist es nachvollziehbar, dass
sie
keine Persönlichkeits
störung zu diagnostizieren vermochte (Urk. 9/91/34).
Ebenfalls korrekt ist ihr Hinweis darauf, dass im Austrittsbericht der Klinik
N._
vom 9. Oktober
2009 nebst den Suchterkrankungen keine psychiatrische Diagnose gestellt wurde
(Urk. 9/21/1, Urk. 9/91/34). Dies nach der
Hospitalisation
vom 21. September bis am
5.
Okto
ber
2009 (Urk. 9/21/1), wobei die erstmalige
Hospitalisation
in der Klinik
N._
bereits 1992 stattgefunden hatte (Urk. 9/10/1). Vor dem zusätzlichen Hin
tergrund, dass die Ärzte
der
B._
in ihrem Bericht vom 1
0.
Oktober
2012 das Vorliegen
behandlungsbedürftiger
psychopathologischer Auffälligkeiten verneint hatten und
damals
aus psychiatrischer Sicht keine oder nur geringe Einschrän
kungen der Arbeitsfähigkeit vermuteten (Urk. 9/10/2)
,
und
dass sie
am
1
4.
Februar 2014
ebenfalls
festhielten, es
bestünden keine Hinweise auf signifi
kante psychopathologische Auffälligkeiten
(Urk. 9/
30
/2)
,
ist schlüssig, dass sie das Vorliegen einer Persönlichkeitsstö
rung - wie bereits RAD-Arzt
L._
(Urk. 9/
31/4
) - verneinte. Im Übrigen anerkannten auch die Ärzte der
B._
, dass
Benzodiazepine eine
depressogene
und kognitiv verschlechternde Wirkung haben (Urk. 9/51/2)
sowie dass die vorliegende Symptomatik sowohl der Persönlichkeitsstörung als auch der Abhängigkeitserkrankung zugeordnet wer
den könnte (Urk. 9/66/5)
.
Folglich überzeugt
die gutachterliche Schlussfolgerung, wonach
die
von der
B._
angegebene Leistungsminderung, verminderte Belast
barkeit sowie die Konzentrationsstörungen
mit grosser Wahrscheinlichkeit
auf den noch bestehenden Konsum von Benzodiazepinen zurückzuführen
sind
(Urk. 9/91/35).
Es entspricht denn auch der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, dass kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben ist, wo der Gutachter im Wesentlichen nur Befunde erhebt, welche in der Drogensucht ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in dieser aufgehen
. Dies trifft zu, wenn bei einer (angenommenen) positiven Veränderung der suchtbedingten psychoso
zialen Problematik von einer wesentlichen Besserung
des entsprechenden psychi
schen Leidens respektive der Leistungsfähigkeit
auszugehen ist
(Urteil des Bun
desgerichts
9C_856/2012 vom 19. August 2013
E. 2.2.1 mit Hinweis).
Beim Be
schwerdeführer erwarten die Gutachter
im Falle einer
Abdosierung
der Benzodi
azepine eine schrittweise Leistungssteigerung als möglich
(Urk. 9/91
/19
, Urk. 9/91/32
).
Entsprechend hielten sie keine irreversible psychische Gesund
heitsstörung fest (Urk. 9/91/15).
Ebenso ging Dr.
I._
davon aus, im Falle des Gelingens eines körperlichen Entzugs sei eine Arbeitsfähigkeit möglich (Urk. 9/11/2).
Angesichts dessen, dass die psychiatrische Gutachterin auf diese Befunde und Unsicherheiten in den
B._
-Berichten hingewiesen hat, geht der Einwand fehl, sie habe sich unzureichend mit der von Dr.
E._
gestellten Diagnose einer Per
sönlichkeitsstörung auseinandergesetzt (Urk. 9/91/34-35, Urk. 11 S. 7).
Nach dem Gesagten ist mit der
C._
-Gutachterin
beim Beschwerdeführer
lediglich von akzentuierten Persönlichkeitszügen und nicht von einer Persönlichkeits
störung aus
zugehen.
4.2.2
Der Beschwerdeführer wendet ein, das psychiatrische Teilgutachten der
C._
AG sei in wesentlichen Teilen falsch und gebe ein vollständig unzutreffendes Bild seiner heutigen Situation wi
e
der. So funktioniere das Besuchsrecht mit seiner Tochter schon länger nicht mehr, er sei seit mindestens anderthalb Jahren wieder Single, sei schon lange nicht mehr als DJ tätig, habe einen einzigen Freund und arbeite nicht mehr im Tierwaisenhaus (Urk. 11 S. 4).
Eine
solche
allfällige Ver
schlechterung im sozialen Bereich ist indes nicht relevant, zumal sich eine Per
sönlichkeitsstörung im Erwachsenenalter auf Dauer manifestieren würde. Das auffällige Verhaltensmuster wäre andauernd und gleichförmig (Weltgesundheits
organisation [WHO],
Internationale
Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diag
nostische Leitlinien,
Dilling
/
Mombour
/Schmidt [Hrsg.], 10. Aufl. 2015, Ziff. F60
S. 276 f.)
.
Demnach sprechen diese Veränderungen nicht gegen das Fehlen einer Persönlichkeitsstörung.
Sodann wird die invalidisierende Wirkung von Suchterkrankungen auch nicht unter Zuhilfenahme der Standar
dindikatoren (vgl. BGE 143 V
409 und BGE 143 V 418) geprüft (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_663/2017 vom 1
2.
Dezember 2017 und 9C_620/2017 vom 1
0.
April 2018)
, sodass dem sozialen Kontext
und den Ressourcen
vorliegend keine grosse Relevanz zukommt.
Dementsprechend kann auch von der beantrag
ten Zeugeneinvernahme
über die Situation des Beschwerdeführers
(vgl. Urk. 11 S. 5) abgesehen werden.
4.2.3
Der Umstand, dass der Beschwerdeführer nun nach eigenen Angaben sehr schlecht schläft (Urk. 11 S. 5), stellt das Gutachten ebenfalls nicht in Frage. Es ist nicht ersichtlich,
inwiefern diese geltend gemachte Tatsache zu einer eigenstän
digen psychiatrischen Diagnose hätte führen können.
4.2.4
Weiter macht der Beschwerdeführer geltend, d
ie zwei Jahre andauernde Terrori
sierung durch seinen alkoholkranken Vater, als er von 14- bis 16-jährig bei die
sem gelebt habe, sei nicht zum
Ausdruck gekommen im Gutachten
(Urk. 11 S. 5).
Die psychiatrische Gutachterin habe sich unzureichend mit den Berichten von
Dr.
E._
und der darin beschriebenen Genese der Suchtmittelerkrankung ausei
nandergesetzt (Urk. 11 S. 5-8). Die Gutachterin hat bezogen auf den Zeitpunkt des Beginns von illegalem Drogenkonsum des damals 11-jährigen Beschwerde
führers festgehalten, er sei in dieser Zeit keiner schweren Traumatisierung, keiner ausgeprägten emotionalen Vernachlässigung oder anderen tiefgreifenden Erleb
niserfahrungen ausgesetzt gewesen (Urk. 9/91/15, Urk. 9/91/31).
Die spätere Terrorisierung durch den Vater war
also
für den Beginn der Sucht - mit 13 Jahren rauchte der Beschwerdeführer bereits täglich Cannabis (Urk. 9/66/5) -
nicht mas
sgebend. Grundsätzlich hatte die Gutachterin die Auf
fällig
keit der biographi
schen, psychiatrischen, sozialen und Arbeits-Anamne
se zur Kenntnis genommen
(Urk. 9/91/29).
D
ie schwierige psychosoziale Situation, in welcher sich der Be
schwerdeführer beim Beginn des Heroinkonsums befand (Urk. 9/66/
5
, Urk. 11 S. 6),
ist nicht entscheidend für die
Leistungsberechtigung.
Vielmehr kommt es darauf an, ob neben oder infolge der Sucht
oder als Auslöser der Sucht ein
eigenständiger Gesundheitsschaden
besteht
, welchem Krankheitswert zukommt
(vgl. E. 1.
2
vorstehend).
Nur in solchen Fällen können entsprechend den Vorbrin
gen des Beschwerdeführers
auch reine Suchtfolgen invalidisierend sein
(Urk. 1 S. 3, Urk. 11 S. 3
). Im vorliegenden Fall liegen aber abgesehen von der Sucht
aus psychiatrischer Sicht
nur akzentuierte
Persönlichkkeitszüge
(ICD-10: Z73.1)
vor
(Urk. 9/91/29-30)
. Solche
«
Z-
Kodierungen
»
fallen
indes
nicht unter den Begriff des rechtserheblichen
Gesundheitsschadens
(
Urteil
e
des Bundesgerichts
9C_537/2011 vom 2
8.
Juni 2012 E. 3.1
, 8C_131/2016 vom 1
4.
Juli 2016 E. 5.2,
8C_558/2015 vom 22.
Dezember 2015 E. 4.2.4
, j
e mit Hinweisen)
.
4.2.5
Dass die Gutachterin trotz der Unterstützung durch die Spitex davon ausgegan
gen
ist
, er erledige die Haushaltsarbeiten selbständig,
leuchtet zwar tatsächlich nicht ein
(
vgl. den Einwand in Urk. 11 S. 8), jedoch wurden weder aus der selb
ständigen Haushaltsführung noch aus der Unterstützung durch die Spitex Schlüsse gezogen, sodass deswegen keine Zweifel am inhaltlich r
elevanten Teil des Gutachtens ge
weckt werden.
4.2.6
Beim Fehlen einer Persönlichkeitsstörung kann - entgegen dem Einwand des Be
schwerdeführers (Urk. 11 S. 9) - logischerweise nicht davon ausgegangen wer
den,
die Persönlichkeitsstörung und die Suchterkrankung
hätten sich
zumindest Hand in Hand entwickelt und chronifiziert.
War die Sucht eine Folge der Persön
lichkeitsakzentuierung, tut dies nichts zur Sache, da die Per
sönlichkeitsakzentu
ierung keinen (rechtserheblichen) Gesundheitsschaden mit Krankheitswert dar
stellt (vgl. E. 1.2 vorstehend).
4.2.7
Weiter macht der Beschwerdeführer geltend, a
uch seitens der IV-Stelle seien An
zeichen der sich entwickelnden Persönlichkeitsstörung anerkannt worden, sowie
dass
vermutlich die Persönlichkeit
sstörung zur Sucht geführt habe
. Dabei wies er auf zwei Fundstellen in den Akten hin (Urk. 11 S. 10). Die entsprechenden Stellungnahmen (
Urk.
9/25/2 und
Urk.
9/31/2) stammen nicht von einem Psychiater
.
Folglich fehlt es weiterhin an einer fachärztlich schlüssig
diagnosti
zierten
Per
sönlichkeitsstörung.
4.3
Die interdisziplinäre
C._
-Beurteilung steht sodann in Übereinstimmung mit den
beiden
einzelnen Teilgutachten und ist daher e
benfalls schlüssig und nach
voll
ziehbar.
Zusammenfassend wurde nichts vorgetragen
, was das polydiszi
pli
näre Gut
achten der
C._
AG
als nicht schlüssig er
scheinen liesse oder sonst in Zweifel zu
ziehen vermöchte. Ebenso wenig ist etwa
s Derartiges aus den Akten ersichtlich.
Vielmehr überzeugt das Gutachten
durch die umfassenden Untersu
chungen, die Darstellung der Beschwerden und
die
Erläuterung der Zusamm
en
hänge. Das Gutachten beachtet
die Anamnese, die erhobenen Befunde und wurde in Kenntnis der
Vorakten
erstellt. Es ist vollumfänglich beweiskräftig.
4.4
N
ach der Rechtsprechung
ist es in sämtlichen Fällen gesund
heitlicher Beeinträch
tigungen keineswegs allein Sache der mit dem konkreten Einzelfall (gutachter
lich) befassten Arztpersonen, selber
abschliessend
und für die rechtsanwendende Stelle (Verwaltung, Gericht) ver
bindlich zu entschei
den, ob das medizinisch fest
gestellte Leiden zu einer (an
dauernden oder vo
rübergehenden) Arbeitsunfähigkeit (bestimmter Höhe und Ausprägung) führt. Aufgrund dieser tatsächlichen und rechtlichen Gegebenhei
ten hat die Recht
sprechung seit jeher die Aufgaben von Rechtsanwender und Arztperson im Rahmen der Invaliditätsbemessung wie folgt verteilt: Sache des (begutachten
den) Mediziners ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und wenn nötig seine Entwicklung im Laufe der Zeit zu beschreiben, das
heisst
mit den Mitteln fachgerechter ärztlicher Untersuchung unter Berück
sichtigung der subjektiven Beschwerden die Befunde zu erheben und gestützt da
rauf die Diag
nose zu stel
len. Hiermit erfüllt der Sachverständige seine genuine Aufgabe, wo
für Verwal
tung und im Streitfall Gericht nicht kompetent sind. Bei der Folgen
abschätzung der erhobenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen für die Ar
beitsfähigkeit kommt der Arztperson hingegen keine
abschliessende
Beur
tei
lungskompetenz zu (BGE 140 V 193 E. 3.1 und 3.2).
Aus
invalidenversiche
rungsrechtlicher Sicht wirken sich die Diagnosen, welche Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit haben, nämlich die Störung durch Sedativa oder Hypnotika sowie die Störung durch Opioide, Abhängigkeitssyndrom
(Urk. 9/
91/9), n
icht leistungsbe
gründend aus, da
reine Suchtfolgen bestehen
und
es daneben
, davor und danach
an einem eigenständigen Gesundheitsschaden fehlt (vgl. E. 1.2 vorstehend).
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
5.
5.1
Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Bewilligung oder Verweige
rung von
L
eistungen
der Invalidenversicherung
. Das Verfahren ist daher kosten
pflich
tig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhän
gig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und ermes
sensweise auf
Fr.
8
00.
--
anzusetzen.
Entsprechend dem Ausgang des Ver
fahrens sind sie dem unterliegen
den Beschwerdeführer aufzuerlegen, zufolge der ihm gewährten un
entgeltlichen Prozessführung (vgl. Urk. 1
0
) jedoch einstweilen a
uf die Gerichts
kasse zu neh
men.
5.2
Rechtsanwalt Thomas Laube machte mit Honorarnote vom
4.
Juni 2018 einen Aufwand von
elf
Stunden sowie Barauslagen von
drei Prozent
respektive
gerun
det
Fr. 73.-- geltend (Urk. 16). Dieser Aufwand ist unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses angemessen. Dem
entsprechend ist die Entschädigung für die unent
geltliche Rechtsvertretung beim gerichtsüblichen Stundenansatz
von Fr. 220.--
(zuzüglich Mehrwertsteuer)
auf Fr. 2'685.-- (inklusive Mehrwertsteuer
von 7,7 % [entsprechend
gerundet
Fr. 192.
-] sowie Barauslagen) festzusetzen.
5.
3
Der Beschwerdeführer
ist
auf die Nachzahlungspflicht
gemäss
§
16
Abs.
4 des Gesetzes über das Sozialversi
cherungsgericht (
GSVGer
)
hinzuweisen, wonach
er
zur Nachzahlung der Gerichtskosten sowie der Entschädigung an Rechtsanwalt
Thomas Laube
verpflichtet ist, sobald
er
dazu in der Lage ist.