Decision ID: 0c4bb8e7-e099-4cf2-b6ca-6256bd6cc117
Year: 2011
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Roland Hochreutener, St. Leonhard-Strasse 20,
Postfach, 9001 St. Gallen,
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St.Galler Gerichte
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 20. Juli 2007 zum Bezug von IV-Leistungen an (act. G 4.1).
Der behandelnde Dr. med. B._, Facharzt für Innere Medizin und Pneumologie FMH,
diagnostizierte im Bericht vom 13. August 2007 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
sacculäre Bronchiektasen postero-basal beidseits mit wabiger Degeneration des
umgebenden Lungenparenchyms sowie eine saisonale Pollinosis, Sensibilisierung auf
Baum- und Graspollen. Er bescheinigte dem Versicherten spätestens seit Oktober
2005 für die angestammte Tätigkeit als Angestellter in der Reisebranche eine 50%ige
Arbeitsunfähigkeit. Für adaptierte Tätigkeiten bestehe eine höchstens 50%ige
Arbeitsfähigkeit (act. G 4.14-1 ff.). Dr. med. C._, Facharzt für Allgemeinmedizin FMH,
nahm im Bericht vom 2. September 2007 eine ähnliche Einschätzung vor (act. G 4.16;
vgl. auch die im Wesentlichen gleich lautende Beurteilung des Hausarztes Dr. med.
D._, Facharzt für Allgemeinmedizin FMH, vom 19. September 2007, act. G 4.20). Im
Verlaufsbericht vom 3. März 2008 führte Dr. B._ aus, dass der Gesundheitszustand
des Versicherten seither stationär bis tendenziell sich verschlechternd sei. Er bestätigte
die im Bericht vom 13. August 2007 bescheinigte Arbeitsunfähigkeit (act. G 4.28).
A.b Am 30. Juni 2008 wurde der Versicherte vom RAD-Arzt Dr. med. E._, Facharzt
für Innere Medizin / Pneumologie / Arbeitsmedizin, untersucht. Der
Experte diagnostizierte mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: eine chronisch-
obstruktive Atemwegserkrankung (ICD-10: J44.8), einen Verdacht auf Bronchiektasen
beidseits postero-basal, wabig-zystische Lungenparenchym-Veränderungen beidseits;
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eine allergische Rhinokonjunktivitis (ICD-10: J30.4). Für leidensangepasste Tätigkeiten
bestehe eine 75%ige Arbeitsfähigkeit (Bericht vom 9. September 2008, act. G 4.47).
A.c Gestützt auf den RAD-Bericht vom 9. September 2008 stellte die IV-Stelle im
Vorbescheid vom 17. November 2008 in Aussicht, einen Rentenanspruch zu verneinen
(act. G 4.55). Dagegen erhob der Versicherte am 1. Dezember 2008 Einwand (act.
G 4.56) und reichte eine Stellungnahme von Dr. B._ zur RAD-Beurteilung ein
(Stellungnahme vom 21. November 2008, act. G 4.57). In der ergänzenden
Einwandbegründung vom 5. Januar 2009 beantragte der Versicherte die Vornahme
weiterer ärztlicher Abklärungen. Eventualiter sei ihm eine Rente auf der Basis einer
mindestens 50%igen Arbeitsunfähigkeit zuzusprechen. Er stellte sich im Wesentlichen
auf den Standpunkt, dass die RAD-ärztliche Beurteilung nicht beweiskräftig sei (act.
G 4.64).
A.d Im Verlaufsbericht vom 29. Juni 2009 bestätigte Dr. B._ seine bisherigen
Einschätzung (act. G 4.72).
A.e Am 9. September 2009 verfügte die IV-Stelle entsprechend dem Vorbescheid vom
17. November 2008, dass der Versicherte keinen Anspruch auf eine Invalidenrente
habe (act. G 4.76).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 9. September 2009 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 12. Oktober 2009. Der Beschwerdeführer beantragt unter Kosten-
und Entschädigungsfolge deren Aufhebung und die Rückweisung der Sache an die
Beschwerdegegnerin zur Durchführung weiterer Abklärungen. Eventualiter sei ihm eine
halbe IV-Rente ab 1. Oktober 2006 auszurichten. Er vertritt im Wesentlichen die
Auffassung, dass der RAD-Bericht vom 9. September 2008 mangelhaft und nicht
beweiskräftig sei (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 10. Dezember
2009 die Beschwerdeabweisung. Zur Begründung führt sie aus, dass dem RAD-Bericht
und der darin vorgenommenen Arbeitsfähigkeitsschätzung volle Beweiskraft zukomme
(act. G 4).
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B.c In der Replik vom 25. Januar 2010 hält der Beschwerdeführer unverändert an
seinen Anträgen fest (act. G 6). Mit der Replik reichte er ein ärztliches Zeugnis von
Dr. C._ vom 6. Januar 2010, worin der Beschwerdeführer aufgrund einer
momentanen Verschlechterung zu 100% arbeitsunfähig geschrieben wurde (act.
G 6.1), sowie einen Bericht von Dr. B._ vom 20. Januar 2010 (act. G 6.2) ein.
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 8).

Erwägungen:
1.
Zwischen den Parteien ist die Frage streitig, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf
Rentenleistungen hat. Vorab ist zu prüfen, ob der medizinische Sachverhalt
rechtsgenüglich abgeklärt ist.
1.1 Am 1. Januar 2008 sind die im Zug der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung
über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In
materiellrechtlicher Hinsicht gilt der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass
der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des
angefochtenen Entscheids beziehungsweise im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der
zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V
467 E. 1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung ist am
9. September 2009 (act. G 4.76) ergangen, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der
vor dem Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar
2008 begonnen hat. Daher und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine
Dauerleistung betrifft, über die noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend
den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007
auf die damals geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen
Normen der 5. IV-Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil
des Bundesgerichts vom 7. Juni 2006, I 428/04, E. 1). Diese übergangsrechtliche Lage
zeitigt indessen keine materiellrechtlichen Folgen, da die 5. IV-Revision hinsichtlich des
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Begriffs und der Bemessung der Invalidität keine substantiellen Änderungen gegenüber
der bis Ende 2007 gültig gewesenen Rechtslage gebracht hat. Nachfolgend werden die
seit 1. Januar 2008 gültigen Bestimmungen des ATG und IVG wiedergegeben
1.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidität kann Folge von
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit
ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Nach Art. 28
Abs. 2 IVG besteht ein Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte
Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens
zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht ein
Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein
Anspruch auf eine Viertelsrente.
1.3 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und
demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung
des strittigen Leistungsanspruchs gestatten (BGE 125 V 351 E. 3b).
1.4 Einem ärztlichen Bericht kommt Beweiswert zu, wenn er für die streitigen Belange
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden
berücksichtigt und in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, wenn
die Beschreibung der medizinischen Situation und Zusammenhänge einleuchtet und
die Schlussfolgerungen begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a). Den diesen
Anforderungen genügenden Berichten der regionalen ärztlichen Dienste der IV-Stellen
(RAD; Art. 59 IVG und 47 ff. IVV) kommt ebenfalls Beweiswert zu (Urteil des
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Bundesgerichts vom 21. Februar 2011, 9C_8/2011, E. 4.1.2 mit Hinweisen). Nach der
Rechtsprechung ist es dem Sozialversicherungsgericht nicht verwehrt, einzig oder im
Wesentlichen gestützt auf die (versicherungsinterne) Beurteilung des RAD zu
entscheiden. In solchen Fällen sind an die Beweiswürdigung jedoch strenge
Anforderungen in dem Sinn zu stellen, dass bei auch nur geringen Zweifeln an der
Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen ergänzende
Abklärungen vorzunehmen sind (BGE 135 V 465).
2.
Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung vom 9.
September 2009 auf den RAD-Bericht vom 9. September 2008 (act. G 4.47). Der
Beschwerdeführer hält diesen aus verschiedenen Gründen für nicht beweiskräftig (act.
G 1).
2.1 Bei der Durchsicht des RAD-Berichts vom 9. September 2008 fällt zunächst auf,
dass die Feststellung des RAD-Arztes, die behandelnden Ärzte seien ab November
2006 von einer vollen Arbeitsfähigkeit ausgegangen (act. G 4.47-10), mit den Akten
insoweit nicht zu vereinbaren ist, als zwar Dr. D._ am 27. Oktober 2006 ab 1.
November 2006 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit attestierte (act. G 4.47-6), Dr. B._
indessen nur von einem Arbeitsversuch ausging (Bericht vom 27. Oktober 2006,
auszugsweise wiedergegeben in act. G 4.47-6) und rückwirkend alle behandelnden
Ärzte Arbeitsunfähigkeiten bescheinigten (vgl. Bericht Dr. B._ vom 13. August 2007,
worin von einer seit Oktober 2005 bestehenden 50%igen Arbeitsunfähigkeit die Rede
ist, act. G 4.14-6; Bericht Dr. C._, der ab November 2006 eine Arbeitsunfähigkeit von
50 bis 100% bescheinigte, act. G 4.16-1; Dr. D._ verwies im Bericht vom 19.
September 2007 bezüglich der ab Oktober 2006 bestehenden Arbeitsunfähigkeit auf
die Einschätzung von Dr. C._, act. G 4.20-2). Bei der Würdigung des RAD-Berichts
fällt hauptsächlich ins Gewicht, dass sich der RAD-Arzt, der für leidensangepasste
Tätigkeiten von einer 75%igen Restarbeitsfähigkeit ausgeht (act. G 4.47-11), nicht mit
den davon abweichenden Einschätzungen der behandelnden Ärzte auseinander
gesetzt hat. Diese bescheinigten dem Beschwerdeführer für leidensangepasste
Tätigkeiten übereinstimmend eine 50%ige Restarbeitsfähigkeit (vgl. Bericht Dr. B._
vom 3. März 2008: "4 1⁄2 bis max. 5 h pro Tag" mit allenfalls zusätzlichem
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Pausenbedarf, act. G 4.28-5; Bericht Dr. D._ vom 19. September 2007, der auch für
sitzende Bürotätigkeiten eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigte, act. G 4.21-5
und G 4.21-8; Bericht Dr. C._ vom 2. September 2007, der dem Beschwerdeführer
die bisherige Bürotätigkeit in einem zeitlichen Rahmen von 4 Stunden für zumutbar
hielt, und bezüglich der Restarbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten auf die
bisherige Tätigkeit verwies, act. G 4.16-3). Eine diesbezügliche Würdigung der
medizinischen Akten ist nicht erfolgt, was insbesondere aufgrund der Diskrepanzen in
der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit erforderlich gewesen wäre. Indem der RAD-Arzt
seine abweichende Beurteilung mit keinem Wort begründet, erweist sich dessen
Expertise als nicht nachvollziehbar (Urteil des Bundesgerichts vom 30. März 2010,
8C_706/2009, E. 5.1).
2.2 Zwar setzt sich der RAD-Arzt in der nachträglichen Stellungnahme vom 2.
September 2009 mit der abweichenden Beurteilung von Dr. B._ auseinander. So hielt
er fest, die Diskrepanzen bestünden vor allem darin, dass er (der RAD-Arzt) auf die
angestammte, zuletzt ausgeübte Bürotätigkeit abgestellt habe. In einer solchen
Tätigkeit liege natürlich die Leistungsfähigkeit höher als zum Beispiel in der früher vom
Beschwerdeführer ausgeübten Kellnertätigkeit (act. G 4.74). Wie der Beschwerdeführer
zutreffend bemerkt hat (act. G 1, S. 12), erweist sich diese Begründung als aktenwidrig
und sie bestätigt den Eindruck, dass sich der RAD-Arzt nur unzureichend mit den
Vorakten auseinandergesetzt hat (vgl. vorstehende E. 2.1). Denn Dr. B._ - wie im
Übrigen auch die anderen behandelnden Dres. C._ und D._ (vgl. act. G 4.16-3 und
G 4.21-5 ff.) - bezog die bescheinigte 50%ige Restarbeitsfähigkeit in sämtlichen seiner
Beurteilungen ausdrücklich auf körperlich leichte Tätigkeiten (Bericht vom 29. Juni
2009, act. G 4.72-4, vom 3. März 2008, act. G 4.28-5, sowie vom 13. August 2007, act.
G 4.14-7).
2.3 Ferner ist darauf hinzuweisen, dass der RAD-Arzt in der Stellungnahme vom
2. September 2009 eine 35%ige Arbeitsunfähigkeit ("Nach durchgeführter
pneumologischer Rehabilitation lässt sich nun medizinisch-theoretisch die pulmonale
Einschränkung für etwa mittelschwere körperliche Arbeiten auf etwa gut 35%
einschätzen", act. G 4.74) bescheinigte, mithin die im RAD-Bericht vom 9. September
2008 geäusserte, höhere Einschätzung der Restarbeitsfähigkeit von 75% für nicht mehr
aussagekräftig hielt. Im Übrigen lässt sich die nachträgliche Stellungnahme vom
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2. September 2009 mit derjenigen vom 9. September 2008 insoweit nicht vereinbaren,
als der RAD-Arzt in der ersteren offenbar davon ausgeht, dass die zuletzt ausgeübte
Bürotätigkeit eine leidensangepasste Tätigkeit darstellt (act. G 4.74). Die zuletzt
ausgeübte Bürotätigkeit ist gemäss plausiblen Angaben des Arbeitgebers durch
"Hektik im Betrieb" und Arbeiten unter Zeitdruck geprägt (act. G 4.9-6). Vermehrte
Stressexposition und regelmässiges Arbeiten unter Zeitdruck bezeichnete der RAD-
Arzt hingegen im Bericht vom 9. September 2008 jedoch gerade als ungünstig (act.
G 4.47-11).
3.
Zusammenfassend kann gestützt auf die widersprüchliche und unvollständige
medizinische Aktenlage nicht abschliessend beurteilt werden, ob und in welchem
Umfang die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer leidensangepassten
Tätigkeit eingeschränkt ist. Die Sache ist deshalb - wie vom Beschwerdeführer
beantragt (act. G 1) - an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie eine
externe Begutachtung zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer adaptierten
Tätigkeit einhole. Die zu beauftragenden Experten werden sich insbesondere auch zum
möglichen zusätzlichen Einfluss der medizinischen Behandlungsmassnahmen
(ambulantes pulmonales Rehabilitationsprogramm und physiotherapeutische
Massnahmen, act. G 4.57-2, vgl. auch act. G 4.47-10) und der Exazerbationen der
Atemwegserkrankung (vgl. hierzu act. G 4.57 sowie act. G 4.47-11) auf die
Restarbeitsfähigkeit zu äussern haben. Hernach hat die Beschwerdegegnerin über die
Rentenansprüche des Beschwerdeführers erneut zu befinden.
4.
4.1 In Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung vom
9. September 2009 aufzuheben und die Sache ist zur Anordnung eines externen
Gutachtens und zu neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Die unterliegende Beschwerdegegnerin bis
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hat die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der vom
Beschwerdeführer geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihm zurückzuerstatten.
4.3 Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei
insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen
ist (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Der Rechtsvertreter
des Beschwerdeführers hat auf die Einreichung einer Honorarnote verzichtet. Der
Bedeutung und Komplexität der Streitsache angemessen erscheint eine
Parteientschädigung von pauschal Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP