Decision ID: f75aeb89-793c-5883-ba39-9e1834ee28e1
Year: 2015
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. Der Verein Neuapostolische Kirche Schweiz, Zürich, ist Eigentümer der
Parzelle Nr. F0000, Grundbuchkreis St. Fiden, in St. Gallen (act. 9/6/41). Nach dem
Zonenplan der Stadt St. Gallen ist dieses Grundstück der Wohn-Gewerbe-Zone,
Bauklasse 4a, zugewiesen. überdies befindet es sich im Perimeter des Baulinienplans
"Rorschacherstrasse zwischen Krontal und Neudorf mit Ausnahme des Bereichs der
Parzelle Nr. 0001" vom 27. August 1975 (nachfolgend: Baulinienplan, act. 9/6/5 S. 7 f.).
B.
Am 3. Juni 2013 reichte der Verein Neuapostolische Kirche ein Baugesuch für den
Abbruch des bestehenden Gebäudes und den Neubau einer Kirche auf Parzelle
Nr. F0000 ein (act. 9/6/38). Während des Anzeige- und Auflageverfahrens vom 10. bis
25. Juni 2013 liess X.Y. am 21. Juni 2013 bei der Baubewilligungskommission der
Stadt St. Gallen Einsprache erheben (act. 9/6/32). Im Nachgang zur Sitzung der
Baubewilligungskommission vom 9. August 2013 und der Einigungsverhandlung vom
2. Oktober 2013 wurde das Bauprojekt überarbeitet (act. 9/6/14-19). Am 11.
November 2013 reichte der Verein Neuapostolische Kirche ein Korrekturgesuch ein
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(act. 9/6/11 und 13), welches vom 13. bis 28. November 2013 öffentlich aufgelegt
wurde. Mit Beschluss vom 6. Dezember 2013 (act. 9/6/5) trat die
Baubewilligungskommission der Stadt St. Gallen auf die Einsprache von X.Y. nicht ein,
eventuell wies sie sie ab, und erteilte die Baubewilligung für das Bauvorhaben unter
Berücksichtigung des Korrekturgesuchs vom 11. November 2013.
C.
Gegen diese Verfügung liess X.Y. am 27. Dezember 2013 Rekurs beim
Baudepartement erheben (act. 9/1). Dieses wies den Rekurs mit Entscheid vom 25.
April 2014 ab, soweit es darauf eintrat (act. 2).
D. Gegen diesen Entscheid liess X.Y. (Beschwerdeführer) am 8. Mai 2014
Beschwerde beim Verwaltungsgericht erheben (act. 1). Mit Beschwerdeergänzung vom
10. Juni 2014 beantragte er, der Entscheid des Baudepartements sei unter Kosten-
und Entschädigungsfolge aufzuheben (act. 5). Mit Vernehmlassung vom 25. Juni 2014
schloss das Baudepartement (Vorinstanz) auf Abweisung der Beschwerde (act. 8). Am
8. Juli 2014 nahm die Politische Gemeinde St. Gallen (Beschwerdebeteiligte) Stellung
und beantragte die Abweisung der Beschwerde (act. 11). Am 10. Juli 2014 liess sich
der Verein Neuapostolische Kirche Schweiz (Beschwerdegegner) mit dem
Rechtsbegehren vernehmen, die Beschwerde sei unter Kosten- und
Entschädigungsfolge zu Lasten des Beschwerdeführers abzuweisen, soweit darauf
einzutreten sei (act. 12). Mit Replik vom 22. August 2014 bestätigte der
Beschwerdeführer seine Anträge und Ausführungen (act. 14).
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge und die
Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. (...).
2.
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Soweit der Beschwerdeführer einen Augenschein verlangt (act. 5 S. 5), ist festzuhalten,
dass sich die entscheidenden tatsächlichen Verhältnisse vorliegend vollständig aus den
Baugesuchsunterlagen (act. 9/6), den übrigen Verfahrensakten sowie dem öffentlich
zugänglichen Geoportal (www.geoportal.ch) ergeben. Zudem ist die Lage und Situation
des Baugrundstücks gerichtsnotorisch. Auf die Durchführung eines Augenscheins
durch das Gericht kann deshalb verzichtet werden.
3.
Der Beschwerdeführer macht zunächst geltend, die Baulinie entlang der Rorschacher
Strasse sei nicht mehr zeitgemäss und mit dem geplanten Neubau für das nächste
Jahrhundert fixiert. In der Stadt- und Verkehrsplanung sei nicht das Heute, sondern das
Morgen entscheidend. Im Rahmen von zu prüfenden Bauvorhaben müsse heute
berücksichtigt werden, wie die Nutzung der Rorschacher Strasse in 150 Jahren
aussehen könnte. Die Rorschacher Strasse verfüge entlang des Baugrundstücks über
keine separate Spur für den öffentlichen Verkehr, obwohl es sich dabei um eine sehr
wichtige Durchgangsstrasse und Strecke für den öffentlichen Verkehr handle, welche
den Osten der Stadt mit dem Westen in direkter Linie verbinde. Wenn die geplante
wuchtige Neubaute direkt an die Baulinie gesetzt werde, würden damit Möglichkeiten,
die Strasse bei dannzumaligem Bedarf auszubauen, zunichte gemacht.
Offensichtlich unbegründet ist die Rüge des Beschwerdeführers, soweit er glauben
machen will, dass das vorliegend strittige Bauvorhaben eine in 150 Jahren mögliche
Nutzung der Rorschacher Strasse berücksichtigen müsse. Wer so argumentiert, muss
sich den Vorwurf gefallen lassen, seiner Beschwerde sachfremde Interessen
zugrundezulegen, was keinen Rechtsschutz verdient. Soweit der Beschwerdeführer
den Baulinienplan nachträglich anfechten will, ist Folgendes festzuhalten: Die
Rechtmässigkeit eines Sondernutzungsplan kann grundsätzlich nur im Planverfahren
bestritten werden. Hierfür steht den betroffenen Grundeigentümern der
Rechtsmittelweg offen. Eine spätere akzessorische Anfechtung im
Baubewilligungsverfahren ist im Interesse der Rechtssicherheit und der
Planbeständigkeit nur in Ausnahmefällen möglich, so wenn sich die Betroffenen bei
Planerlass noch nicht über die ihnen auferlegten Beschränkungen Rechenschaft geben
konnten und sie im damaligen Zeitpunkt keine Möglichkeit hatten, ihre Interessen zu
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verteidigen, oder wenn sich die Verhältnisse seit Planerlass derart geändert haben,
dass das öffentliche Interesse an den bestehenden Beschränkungen dahingefallen sein
könnte (vgl. VerwGE B 2013/49 vom 8. Juli 2014 E. 4.2.2. mit weiteren Hinweisen). Im
vorliegenden Fall ist nicht ersichtlich und wird vom Beschwerdeführer auch nicht weiter
dargelegt, inwiefern diese Voraussetzungen erfüllt sein sollten. Diese Rüge erfolgt
deshalb verspätet und kann in diesem Verfahren nicht gehört werden. Die Beschwerde
ist daher in dieser Hinsicht unbegründet. Die Frage, ob der Beschwerdeführer als
Eigentümer der Parzelle Nr. F0002 überhaupt legitimiert wäre, die Baulinie entlang der
Rorschacher Strasse vorfrageweise anzufechten, kann daher offengelassen werden
(vgl. hierzu E. 1.4.2 des angefochtenen Entscheides, act. 2 S. 6). Lediglich der
Vollständigkeit halber bleibt festzuhalten, dass das vorliegend strittige Bauvorhaben die
Baulinie entlang der Rorschacher Strasse gemäss dem Baulinienplan einhält (vgl.
hierzu den Situationsplan vom 12. November 2013, act. 9/6), was der
Beschwerdeführer zu Recht nicht bestreitet. Auch ist entlang des Baugrundstücks auf
der Rorschacher Strasse ein Bus-Streifen markiert.
4.
Unbehelflich ist die Beschwerde im Weiteren, soweit damit verlangt wird, der bisherige
Standort der Kirche auf Parzelle Nr. F0003 sei dem geplanten Standort auf dem
Baugrundstück Nr. F0000 vorzuziehen. Die geforderte Prüfung von Alternativstandorten
entbehrt im vorliegenden Fall der notwendigen gesetzlichen Grundlage und ist deshalb
mit der Eigentumsgarantie gemäss Art. 26 Abs. 1 der Bundesverfassung der
Schweizerischen Eidgenossenschaft (SR 101, BV) unvereinbar.
5.
Ebenfalls unbehelflich ist die Beschwerde, soweit damit gerügt wird, der vorgesehene
Standort für den strittigen Neubau sei mit Art. 3 Abs. 4 des Bundesgesetzes über die
Raumplanung (Raumplanungsgesetz, SR 700, RPG), insbesondere wegen
mangelhafter guter Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln, nicht vereinbar.
Normen, die bei der Anwendung eines konditionalen Rechtssatzes lediglich als
Auslegungsdirektive mit zu berücksichtigen sind, d.h. finale Normen wie die Ziele und
Grundsätze der Raumplanung nach Art. 1 und 3 RPG, bilden keine
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Verfügungsgrundlage (Tschannen/Zimmerli/Müller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4.
Aufl. 2014, § 28 N 37). Der Planungsgrundsatz von Art. 3 Abs. 4 RPG ist deshalb bei
der Prüfung der Bewilligungsfähigkeit des strittigen Bauvorhabens jedenfalls nicht
direkt und unmittelbar anwendbar. Daran hat im Übrigen auch die am 1. Mai 2014 in
Kraft getretene RPG-Revision nichts geändert. Soweit der Beschwerdeführer darüber
hinaus den Zonenplan der Stadt St. Gallen akzessorisch anfechten will, sind die
Voraussetzungen dafür offensichtlich nicht gegeben (vgl. die entsprechenden
Ausführungen zum Baulinienplan in Erwägung 3 hiervor). Ergänzend ist festzuhalten,
dass eine gute Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln kein
Erschliessungserfordernis darstellt (vgl. Art. 49 Abs. 2 BauG) und es sich bei der
geplanten Kirche klarerweise nicht um eine Baute und Anlage von überörtlicher
Bedeutung im Sinne von Art. 69 BauG handelt. Abgesehen davon ist das
Baugrundstück sehr gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Die knapp 30 m
vom Baugrundstück entfernte Haltestelle Grütlistrasse wird auch sonntags von den
Linien 1 und 4 der Verkehrsbetriebe St. Gallen (VBSG) in beiden Richtungen
mindestens sechs Mal stündlich bedient (www.vbsg.ch). Auch sind die Haltestellen
Neudorf, Krontal und Grossacker der PostAuto Schweiz AG sowie weiterer Linien der
VBSG sowie der Bahnhof St. Fiden in wenigen Minuten zu Fuss erreichbar. Im Übrigen
wird auch Art. 71 BauG durch das Bauvorhaben nicht verletzt.
6.
Unbegründet ist sodann der Einwand des Beschwerdeführers, das strittige
Bauvorhaben weise nicht die erforderliche Anzahl Parkplätze auf und die
Beschwerdebeteiligte habe sich im Einspracheentscheid zu dieser Thematik in
unzulässiger Weise nicht geäussert. Die Politische Gemeinde St. Gallen schreibt anders
als andere Gemeinden im Kanton St. Gallen keine Pflichtparkplätze im Sinne von Art.
72 Abs. 1 des Gesetzes über die Raumplanung und das öffentliche Baurecht
(Baugesetz, sGS 731.1, BauG) vor (vgl. VerwGE B 2011/53 vom 14. Februar 2012 E.
4.2.4, www.gerichte.sg.ch). Auch der Massnahmenplan Luftreinhaltung vom 1. April
1991 und 25. August 1998 bietet keine rechtliche Grundlage, um eine Pflicht für die
Erstellung einer bestimmten Anzahl von Parkplätzen zu schaffen (vgl. VerwGE B
2010/96 vom 14. Oktober 2010 E. 5.2.2., www.gerichte.sg.ch). Die
Beschwerdebeteiligte war damit erstinstanzlich nicht verpflichtet, sich im
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Baubewilligungsentscheid vom 6. Dezember 2013 (act. 9/6/5) mit dieser für den
Entscheid unwesentlichen Rüge einlässlich auseinanderzusetzen und sie ausdrücklich
zu widerlegen, zumal sie sich zur erforderlichen Anzahl von Abstellplätzen für
Behinderte und zur Erstellung von genügend Abstellflächen für Zweiradfahrzeuge
äusserte und damit auch stillschweigend zum Ausdruck brachte, dass keine
Abstellplatzerstellungspflicht für Motorfahrzeuge im Sinne von Art. 72 Abs. 1 BauG
besteht. Eine Verletzung des verfassungsmässigen Anspruchs auf rechtliches Gehör
gemäss Art. 29 Abs. 2 BV resp. der daraus fliessenden, in Art. 24 Abs. 1 lit. a VRP
verankerten Pflicht, Verfügungen zu begründen, liegt nicht vor (vgl. hierzu BGE 140 II
262 E. 6.2), soweit eine solche überhaupt geltend gemacht wird. Im Weiteren bestreitet
der Beschwerdeführer die Ausführungen des Beschwerdegegners in seiner
Vernehmlassung vom 10. Juli 2014 (act. 12 S. 5) nicht, wonach der geplante Neubau
mehr Abstellplätze (16 Parkplätze) als der bestehende Kirchenbau auf der
gegenüberliegenden Seite der Brauerstrasse auf Parzelle Nr. F0003 (12 Parkplätze)
aufweise, trotz der Zusammenführung der St. Galler Stadtgemeinden Ost und Centrum
im Jahr 2011 nicht mehr Kirchenbesucher zu erwarten seien als im Altbau und bisher
keinerlei Probleme mit Suchverkehr oder wildem Parkieren aufgetreten seien.
7.
Der Beschwerdeführer bemängelt ferner die fehlende hinreichende Erschliessung des
strittigen Neubaus. Die geplante Kirche sehe drei Ausgänge vor, wovon ein Ausgang
unmittelbar und ein zweiter über eine Treppe direkt auf die Rorschacher Strasse führe.
Zeitweise würden mindestens 300 Personen direkt auf das angrenzende Strassennetz
gelangen. Es sei offenkundig, dass ein Trottoir an der stark befahrenen Rorschacher
Strasse als Sicherheit nicht hinreichend sei und es vermehrt zu Unfällen kommen
werde. Auch würden in der Nähe der Ausgänge auf die Rorschacher Strasse
Fussgängerstreifen und damit eine Möglichkeit, dass sich die Menschenmenge besser
verteile, fehlen. Auch der direkte Hauptzugang auf die Brauerstrasse sei gefährlich. Das
Untergeschoss halte gegenüber der Brauerstrasse lediglich einen minimalen
Strassenabstand von 1.40 m ein. Es fehle auf dieser Seite der Brauerstrassse ein
Trottoir. Die Kirchenbesucher würden somit von der Kirche direkt auf die Brauerstrasse
gelangen, zumal ein zweites Trottoir offenbar noch kein Thema sei. Hinzu komme, dass
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auch die Garagenzufahrt nicht über die Anforderungen der VSS-Norm 640 291a
verfüge. Sie weise 4.47 m auf anstatt der notwendigen 4.80 m.
7.1.
Damit ein Baugrundstück zonen- und baurechtskonform genutzt werden kann, muss es
erschlossen sein (Art. 22 Abs. 2 lit. b RPG und Art. 49 Abs. 1 BauG). Land ist
erschlossen, wenn es über eine hinreichende Zu- und Wegfahrt verfügt und wenn die
ausreichende Versorgung mit Trinkwasser und Energie sowie die Abwasser- und die
Abfallbeseitigung nach der Gesetzgebung über den Gewässer- und Umweltschutz
gewährleistet sind (Art. 19 Abs. 1 RPG und Art. 49 Abs. 2 BauG). Eine Zufahrt ist als
hinreichend zu betrachten, wenn sie tatsächlich so beschaffen ist, dass sie bau- und
verkehrstechnisch der bestehenden und geplanten Überbauung und Nutzung genügt,
den zu erwartenden Fahrzeugen und Fussgängern sicheren Weg bietet und von den
öffentlichen Diensten wie Feuerwehr, Sanität, Kehrichtabfuhr und Schneeräumung
ungehindert benützt werden kann und – wenn sie über fremdes Grundeigentum führt -
rechtlich gesichert ist. Zur hinreichenden Zufahrt gehört auch das Verbindungsstück
von der öffentlich zugänglichen Strasse zum Baugrundstück (B. Heer, St. Gallisches
Bau- und Planungsrecht, Bern 2003, N 513).
7.2.
Zunächst ist nicht erkennbar, inwiefern der Strassenabstand des Untergeschosses von
1.40 m gegenüber der Brauerstrasse gegen eine hinreichende Erschliessung sprechen
sollte. Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, dass die Beschwerdebeteiligte für die
Unterschreitung des Strassenabstands gegenüber der Brauerstrasse zu Recht eine
Ausnahmebewilligung erteilt hat und die Verkehrssicherheit dadurch nicht
beeinträchtigt wird. Weiter steht fest, dass das geplante Kirchengebäude drei Zugänge
sowie einen Notausgang aufweist. Wie aus dem Plan "Grundriss UG/EG" vom 12.
November 2013 hervorgeht (act. 9/6), führen die beiden Hauptzugänge im Westen bzw.
Nordwesten auf einen gedeckten Vorplatz, von welchem aus die Sicht auf die
Brauerstrasse Richtung Nordosten und Südwesten nicht eingeschränkt ist. Von diesem
Vorplatz aus führt einerseits eine Treppe und andererseits eine Rampe zur
Brauerstrasse. Es kann folglich keine Rede davon sein, dass die Kirchenbesucher von
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den Zugängen direkt auf die Brauerstrasse gelangen würden. Auf der Brauerstrasse ist
überdies eine "Tempo-30-Zone" nach Art. 2a Abs. 5 und 22a in Verbindung mit Anhang
2 Ziff. 2.59.1 der Signalisationsverordnung (SR 741.21, SSV) signalisiert, was die
Verkehrssicherheit für Fussgänger auf dieser Strasse erhöht. Ebenfalls vom Vorplatz
aus führt ein Gehweg entlang der Südwestfassade über eine Treppe zum 1.80 m
breiten Vorlandstreifen entlang des bestehenden Trottoirs der Rorschacher Strasse,
wohin auch der Zugang auf der Südostfassade führt. Das bestehende Trottoir wird
durch den projektierten Vorlandstreifen um 1.80 m verbreitert. Auf diesem
Vorlandstreifen darf gemäss Auflage IV/54 der Baubewilligung vom 6. Dezember 2012
nicht parkiert werden (act. 9/6/5 S. 10 und 19). Dafür hat der Beschwerdegegner
entweder Parkverbotsschilder beim Kreisgericht St. Gallen zu beantragen oder
bauliche Massnahmen wie die Errichtung von Pollern vorzunehmen. Wie sich aus dem
öffentlich zugänglichen Geoportal ergibt (www.geoportal.ch), ist der nächstgelegene
Fussgängerstreifen über die Rorschacher Strasse auf dem Trottoir über eine
Wegstrecke von rund 60 m ab dem Baugrundstück erreichbar. Der Notausgang auf der
Nordwestfassade weist sodann einen Strassenabstand von über 5 m auf. Bei dieser
Sachlage ist die Sicherheit der Fussgänger selbst bei einer Besucherzahl von 300
Personen nach den zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz in Erwägung 2.2 des
angefochtenen Entscheides ohne weiteres gewährleistet (act. 2 S. 7). Den Fussgängern
wird ein sicherer Weg geboten. Darüber hinaus hat die Beschwerdebeteiligte unter Ziff.
IV/37 der Baubewilligung vom 6. Dezember 2012 (act. 9/6/5 S. 17 f.), soweit hier von
Interesse, folgende Auflage verfügt: "[...] - Für die einspurige Rampe, die nicht auf ihrer
ganzen Länge einsehbar ist, muss der Verkehr zur und aus der Sammelgarage durch
ein Lichtsignal gesteuert werden. Um einen Rückstau auf die Brauerstrasse zu
vermeiden, ist den einfahrenden Fahrzeugen der Vorzug zu geben, das heisst die
Ampel für die Einfahrt zeigt im Normalfall grün. [...]"
Die Norm SN 640 291a des Schweizerischen Verbands der Strassen- und
Verkehrsfachleute (VSS) vom 1. Februar 2006 schreibt für Fahrwege in Kurven mit
Einbahnverkehr für die Komfortstufe A und B eine lichte Breite des Fahrwegs von
mindestens 2.90 m vor (vgl. Tabelle 9). Unter Beachtung der zitierten Auflage, welche
ein Kreuzen von Fahrzeugen auf der Zufahrt ausschliesst, entspricht die geplante 4.47
m breite Garagenzufahrt – entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers -
zweifellos den Anforderungen der Norm SN 640 291a. Bei diesem Ergebnis kann die
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Frage, ob die VSS-Norm 640 291a im konkreten Fall der Entscheidung zugrundegelegt
werden darf, offen gelassen werden. Das Baugrundstück Nr. F0000 ist erschlossen.
Auch dieser Einwand des Beschwerdeführers erweist sich als unbegründet.
8. (...).