Decision ID: 4454c323-b5d7-4393-b7ce-6c23bbc049b6
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1955, meldete sich - nach am 2
0.
Juli
2007 (
Urk.
9/
40
/33) und am 2
2.
August 2009 (
Urk.
9/35/2) erlittenen Unfäl
le
n
-
am 2
2.
Januar 2010 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
9/29). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, verneinte mit Verfügung vom 2
8.
Oktober 2013 einen Rentenanspruch des Versicherten (
Urk.
9/10
6
).
Das hiesige Gericht hiess eine gegen die genannte Verfügung erhobene Be
schwerde mit Urteil vom
1.
Juli 2014 im Verfahren Nr. IV.2013.01093 gut und wies die Sache
zu ergänzenden Abklärungen an die IV-Stelle zurück (
Urk.
9/137).
1.2
Die IV-Stelle holte sodann unter anderem ein psychiatri
sches Gutachten, das am 1
2.
Februar
2015 erstattet wurde (
Urk.
9/150), sowie - nach Erlass
je
eines
Vorbescheids (
Urk.
9/155
,
Urk.
9/180
) - ein
polydiszip
linäres
Gutach
ten, das am
7.
März 2016 erstattet wurde (
Urk.
9/187)
, ein
. Mit Verfügungen vom
7.
November 2016 verneinte sie einen Anspruch auf Ar
beitsvermittlung (
Urk.
9/208 =
Urk.
2/2) und einen Rentenanspruch (
Urk.
9/209 =
Urk.
2/1).
2.
Der Versicherte erhob am
8.
Dezember 2016 Beschwerde gegen die Ver
fügungen vom
7.
November 2016 (
Urk.
2/1-2) und beantragte, diese seien auf
zuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihm eine Rente
zu
zusprechen und berufliche Massnahmen anzuordnen; eventuell sei die Sache
zur weiteren Abklärung zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2 oben
Ziff.
1-3).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 3
0.
Januar
2017 (
Urk.
8)
die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am
3.
Februar 2017 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
10).
3.
Am 2
0.
Januar 2017 fällte das hiesige Gericht sein Urteil
im unfallver
siche
rungsrechtlichen Verfahren Nr. UV.2016.00100 des Beschwerdeführers (
Urk.
11).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind aus
schliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksich
tigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Drei
viertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
des Bundesgesetzes über
die Invalidenversiche
rung, IVG
).
1.3
Arbeitsunfähige Versicherte, welche eingliederungsfähig sind, haben gemäss
Art.
18
Abs.
1 IVG Anspruch auf aktive Unterstützung bei der Suche eines geeigneten Arbeitsplatzes (
lit
. a) und auf begleitende Beratung im Hinblick auf die Aufrechterhaltung ihres Arbeitsplatzes (
lit
. b). Die IV-Stelle veranlasst diese Massnahmen unverzüglich, sobald eine summarische Prüfung ergibt, dass die Voraussetzungen dafür erfüllt sind (
Abs.
2).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medi
zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.
5
Nach ständiger Rechtsprechung beurteilt das Sozialversicherungsgericht die Gesetzmässigkeit der Verwaltungsverfügungen beziehungsweise der
Ein
spracheentscheide
in der Regel nach dem Sachverhalt, der zur Zeit des Ab
schlusses des Verwaltungsverfahrens gegeben war. Tatsachen, die jenen Sach
verhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung sein (BGE 121 V 362 E. 1b).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung betreffend den Rentenanspruch davon aus, gemäss dem eingeholten Gutachten bestehe für eine angepasste, körperlich leichte, wechselbelastende und vorwiegend sitzende Tätigkeit
ein
e
volle Arbeitsfähigkeit, womit ein Invaliditätsgrad von 22
%
resultiere
(
Urk.
2/1 S. 2).
Betreffend Arbeitsvermittlung sei der Beschwerdeführer angesichts der vollen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit bei der Stellensuche nicht aus ge
sundheitlichen Gründen eingeschränkt (
Urk.
2/2 S. 1)
. Hinzu komme, dass er gemäss den Angaben im Gutachten mit dem aktiven Erwerbsleben abge
schlossen habe und keine Motivation für eine berufliche Wiedereingliederung hege (
Urk.
2/2 S. 1 f.).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1), auf das eingeholte Gutachten könne - aus näher dargelegten Gründen (S. 12 15 ff.) - nicht abgestellt werden (S.
18 unten). Entgegen den Angaben im
Gutachten sei er für berufliche Massnahmen durchaus motiviert (S. 19 Mitte). Im Zeitpunkt der Begutachtung sei er bereits 61-jährig gewesen; bei den be
schriebenen Einschränkungen sei es nicht zu erwarten, dass er noch eine Anstellung finden werde, was somit trotz einer allfälligen
Res
ta
rbeitsfähig
keit
einen Anspruch auf eine ganze Rente begründe (S. 19 unten).
2.3
Strittig und zu prüfen ist somit, wie es sich mit Arbeitsfähigkeit, einem allfälli
gen Rentenanspruch und einem allfälligen Anspruch auf berufliche Massnahmen verhält, sowie worauf zur Beantwortung dieser Fragen abzu
stellen ist.
3.
3.1
Ein am 2
9.
Februar 2012 im Auftrag des Unfallversicherers erstattetes Gut
achten (
Urk.
9/74/2-83) wurde vom hiesigen Gericht im Rückweisungsurteil
von 2014 (
Urk.
9/137) als
jedenfalls in psychiatrischer Hinsicht nicht aussa
ge
kräftig (S. 3 E. 1.2) und als relativ weit zurückliegend (S. 4 E.
1.4) einge
stuft, weshalb ergänzende Abklärungen insbesondere der Arbeitsfähigkeit angeord
net wurden (S. 4 E. 1.4). Dementsprechend erübrigt es sich, auf dieses Gut
achten noch einmal einzugehen.
Auf ein am 1
2.
Februar
2015 erstattetes psychiatrisches Gutachten (
Urk. 9/150
) hatten
die Beschwerdegegnerin
–
nach Vorliegen des von ihr einge
holten polydisziplinären Gutachtens -
wie auch der Beschwerdeführer (vgl. Urk.
1 S.
11)
keinen Bezug mehr genommen, womit auch darauf nicht näher ein
zu
gehen ist.
3.2
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabili
tation sowie für Rheumatologie
,
führte in seinem Bericht vom 2
3.
Juli 2015 (
Urk.
9/164) aus, er behandle den Beschwerdeführer in zum Teil grösseren Abständen seit 2002 ambulant, insbesondere wegen Rücken- und
Kniebe
schwerden
(S. 1 unten), und nannte folgende, hier verkürzt angeführte Diag
nosen (S. 1 Mitte):
rezidivierendes
Lumbovertebralsyndrom
muskuläre
Dysbalance
rezidivierendes
Cervicovertebralsyndrom
Status nach Kniearthroskopie rechts am 1
0.
Februar 2012
belastungsabhängige Schmerzen linke Schulter
Er führte unter anderem aus, es bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 70
%
als selbständiger Elektromonteur in der Audiovisionsbranche, dies sei
t
seines Wissens
über 5 bis 7 Jahren. Mit einer Zunahme der Arbeitsfähigkeit könne nicht gerechnet werden (S. 2
Ziff.
1.6).
3.3
Am
7.
März 2016 erstatteten
med.
pract
.
A._
, Facharzt für Ortho
pädie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Neurologie und für Psychiatrie und Psychotherapie, und
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
D._
,
ein Gutachten im Auftrag der
Beschwerdegegnerin
(
Urk.
9/187/1-33)
, dies gestützt auf die ihnen über
lasse
nen Akten
(S. 3 ff.)
und auf am 1
4.
und 1
9.
Januar 2016 erfolgte Un
ter
suchungen (S. 1).
Die Gutachter stellten keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit (S. 22
lit
. D1)
und nannten folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 22
lit
. D2-10):
chronisches
cervicocephales
Schmerzsyndrom mit
leichtgradiger
Funk
ti
onseinschränkung
chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom ohne wesentliche
Funk
tionseinschränkung
Omalgie
mit mittelgradig demonstrierter Funktionseinschränkung
mittelgradiges Streckdefizit linker Ellenbogen nach Trauma aus dem Jahre 1980
Angst und depressive Reaktion gemischt (F43.22)
Diabetes mellitus Typ II (Erstdiagnose August 2009)
Adipositas, BMI 30.8 kg/m
2
Migräne (posttraumatisch)
Hörstörung, Tinnitus (links > rechts)
Varikosis
beidseits bei Status nach Venenoperation 2008
Zur Begründung führten sie unter anderem aus, aus
orthopädisch-trau
ma
tolo
gischer
Sicht entsprächen einzelne der aktiv gewonnenen
Funkti
onsein
schränkungen
nicht der tatsächlichen Funktionseinschränkung; keine der
dar
gestellten Gesundheitsstörungen führe zu einer Einschränkung der Arbeits
fähigkeit in bisheriger oder leidensangepasster Tätigkeit (S. 23 oben). Neuro
lo
gisch würden die Diagnosen eines Tinnitus
aureum
und eines unspe
zifi
sche
n Wirbelsäulensyndroms ohne
radikuläre
Ausfälle aufgeführt. Die starken und vom Versicherten als lebensbedrohlich geschilderten Schmerzen der
Lenden
wirbelsäule
(LWS) hätten sich in der Untersuchung neurologisch nicht abge
bildet.
Ein Taumeln und Schwanken beim Blindgang (vgl.
Urk.
9/187/47 unten)
sei nicht neurogen bedingt.
Neurologisch ergebe sich keine Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit (S. 23 Mitte). Auf psychiatrischem Gebiet werde ebenfalls nur eine Diagnose (Angst und depressive Reaktion gemischt, F43.22)
ohne Relevanz für die Arbeitsfähigkeit aufgeführt. Die auch in der
Untersuchung beschriebene depressive Verstimmung im Rahmen der Ge
schäfts
aufgab
e sei nachvollziehbar und hab
e keinen Krankheitswert. Hin
weise
auf Persönlichkeitsstörungen hätten sich nicht ergeben. Eine Stö
rung der Schmerzverarbeitung und Krankheitsverarbeitung erscheine mög
lich, sei aber
nicht arbeitsrelevant; wegen der
aggravatorischen
Komponente des
Be
schwer
devortrags
werde eine derartige Diagnose aktuell auch nicht gestellt.
Eine psychiatrisch bedingte Arbeitsunfähigkeit liege nicht vor (S. 23 f.), eine solche aus internistischer Sicht ebenfalls nicht (S. 24 oben).
Die Arbeitsfähigkeit sei weder in der zuletzt ausgeübten noch in
leidensadap
tierter
Tätigkeit eingeschränkt (S. 24 oben). Der Versicherte sei in der Lage, körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten mit Heben und Tragen von Lasten bis zu 15 kg durchzuführen. Tätigkeiten in Zwangshaltungen (Vor
neige, Überkopfarbeiten) sollten vermieden werden. Neurologisch und psy
chiatrisch sei das Belastungsprofil nic
ht eingeschränkt (S. 24 Mitte).
Aus orthopädischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit während der
Rekonvaleszenzzeit
nach Operationen eingeschränkt gewesen, sonst nicht, auch
nicht
aus neurologischer, psychiatrischer und internistischer Sicht (S. 25 oben).
Somatisch habe sich bei der Prüfung der Schultergelenksfunktion eine deutli
che Inkonsistenz gezeigt: Während die Anteversion und Abduktion aktiv und passiv nur bis knapp zur Horizontalen zugelassen werde, sei die Funktion in Bauchlage nicht wesentlich eingeschränkt und der Versicherte sei in der Lage, das Schultergelenk mehr als 150° zu antevertieren (S. 26
Ziff.
4).
Die Einschätzung des Gutachtens vo
n 2012
, dass
dem Versi
cher
ten
leichte bis maximal mittel
schwere Arbeiten
beidhändig
sowie administrative Tätigkeiten weiterhin zugemutet werden könnten, könne geteilt werden. Aus orthopä
di
scher Sicht sei die Arbeitsfähigkeit für die zuletzt ausgeübte Tätig
keit in der
Vergangenheit mit Ausnahme der
Rekonvaleszenzzeiten
nach den Opera
tio
n
en nicht eingeschränkt gewesen (S. 32 oben).
3.
4
Am 2
7.
April 2016 nahm der Beschwerdeführer - kritisch - zum Gutachten Stellung (
Urk.
9/191).
Am 2
6.
Mai 2016 nahm
Dr.
E._
, Facharzt für
Orthopädische Chirur
gie und Traumatologie des Bewegungsapparates
,
gegenüber dem Rechtsver
treter des Beschwerdeführers Stellung (
Urk.
9/195
)
, was er, ebenfalls auf Anfrage des Rechtsvertreters, am 1
2.
Oktober 2010 schon einmal getan hatte (
Urk.
9/60/26-29 =
Urk.
9/60/65-68
)
. Er führte aus, die
im
D._
-Gutachten
genannte Abwehrspannung bei der Untersuchung in aufrechter Position sei verständlich, da der Patient spüre, dass es
subakromial
ab einer gewissen Armanhebung zu
Impingement
-Schmerzen komme; diese Abwehrspannung sei ein reflexartiges Geschehen. Dass in Bauchlage die Beweglichkeit der Schulter etwas besser sei, ohne Abwehrspannung, erkläre sich insofern, als dass in der Bauchlage die entsprechenden Muskelgruppen in der Gewichtung anders belastet würden und es eben weniger beziehungsweise nicht zu einem
Impingement
komme (S. 1 Mitte).
Aus orthopädischer Sicht dürfte sich die Situation der Schulter gegenüber früher kaum so wie im
D._
-Gutachten angegeben verbessert haben, nach
dem diese vorher während Jahren schmerzhaft gewesen sei. Das aktive
und
passive Bewegungsausmass sei in etwa gleich geblieben (S. 2 oben).
Die Annahme eines komplikationslosen postoperativen Verlaufs sei klar falsch
, es sei zu einer deutlichen
Frozen
Shoulder
mit nachfolgend anhalten
den Beschwerden im Sinne des
Impingements
bei Belastung gekommen (S. 2).
3.5
Am 2
2.
Juli 2016 nahmen die
Gutachter
des
D._
zur geäusserten Kritik Stellung
(
Urk.
9/197)
.
Sie führten
unter anderem
aus, bezüglich der Untersuchung des linken Schul
t
ergelenkes stelle sich sehr wohl eine Inkonsistenz dar. In der
Untersu
chungs
situation
könne eine Bewegungsendlage nicht erreicht werden, jedoch führe
der Versicherte sie in Bauchlage ohne Einschränkung durch. Seitens der ortho
pädischen Gesundheitsstörungen werde die Arbeitsfähigkeit quali
tativ einge
schränkt, quantitative Einschränkungen liessen sich durch die vorliegenden Gesundheitsstörungen nicht begründen. Zum Bericht von
Dr.
E._
sei zu sagen, dass die Untersuchung der Schulter semiobjektiv und auf die Mitarbeit des Versicherten angewiesen sei. Vorliegend werde so
wohl die Anteversion und Abduktion über die Horizontale blockiert, wo hin
gegen in Bauchlage eine Anteversion von 150° auch links eingenommen werden könne
. Einem Patienten, der an einem
Impingement
-Syndrom der Schulter leide, sei die Einnahme dieser Position in diesem Ausmass nicht möglich (S. 2
Ziff.
3).
Bei der Zeitangabe des neurologischen und des psychiatrischen
Fachgut
achtens
sei in der Tat ein Fehler passiert; die Gesamtzeit sei kürzer gewesen,
da im Rahmen des Doppelgutachtens Neurologie/Psychiatrie in der
Anam
nese
er
hebung
ein Teil der Fragen nicht doppelt gestellt worden seien (S. 3 oben).
3.6
Ein MRI des rechten Knies vom 1
1.
November 2016 ergab eine aktivierte Gon
arthrose mit leichter
Synovitis
und deutlichem Gelenkserguss (
Urk.
3/5 =
Urk.
9/213).
Dr.
Z._
teilte dem Beschwerdeführer am
8.
Dezember
2016
mit, er stimme aus rheumatologischer Sicht voll und ganz mit dem Befund des Radiologen vom 1
1.
November 2016 überein (
Urk.
6).
4.
4.1
Die vom Beschwerdeführer vorgebrachten Einwände gegen die Tauglichkeit des
D._
-Gutachtens (
Urk.
1 S. 15 ff.
Ziff.
5d)
entsprechen wörtlich dem, was
er
schon
in seiner Stellungnahme vom 2
7.
April 2016 ausgeführt hat (
Urk.
9/191 S. 6 ff.
Ziff.
5).
Dazu haben sich die Gutachter am 2
2.
Juli 2016 geäussert (vorstehend E. 3.5).
Er
machte geltend
, dass die Gutachter alle Diagnosen als ohne Auswirkung auf di
e
Arbeitsfähigkeit eingestuft hätten, lasse sich
nicht damit in Einklang bringen
, dass sie
aus orthopädisch-
traumatologischer
und aus neurologischer Sicht
bestimmte Einschränkungen bezüglich körperlich schwerer Arbeit fest
gehalten hätten
(S.
15 f.
lit
. a)
.
Diesbezüglich haben d
ie Gutachter
klarge
stellt, dass wohl qualitative Einschränkungen bestünden, aber keine quanti
tativen (vorstehend E.
3.5). Mit anderen Worten muss eine angepasste Tätig
keit dem von ihnen formulierten Belastungsprofil entsprechen; wenn das der Fall ist, besteht eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Ein Widerspruch ist darin nicht zu erblicken.
Weiter bemängelte er, dass dem Streckdefizit des linken Ellenbogen - anders als in früheren Beurteilungen - keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit beigemessen worden
sei
; immerhin habe ihm die Suva deswegen eine Rente zugesprochen
(S. 16
lit
. b)
.
Unerwähnt liess er, dass die Beeinträchtigung am Ellenbogen auf einen Unfall im Jahr 1980 zurückging (
Urk.
9/38/73) und dass die Annahme eines Invaliditätsgrades von 10
%
ab 1981 nie
näher be
gründet worden war (
vgl.
Urk.
9/38/
27,
Urk.
9/38/26,
Urk.
9/38/8). Aus dieser ausgesprochen entgegenkommenden, Jahrzehnte zurückliegenden
Leistungs
zusprache
lassen sich keine heute verwertbaren Schlüsse ziehen.
Weiter machte er geltend, hinsichtlich der linken Schulter sei auf die Beurtei
lung durch
Dr.
E._
(vgl. vorstehend E. 3.4) abzustellen
(S. 16
lit
. c)
. Das hiesige Gericht hat im Urteil vom 1
0.
Januar 2017 im ebenfalls den Be
schwerdeführer betreffenden Fall Nr. UV.2016.00100 (
Urk.
11) eine
n
früheren Bericht von
Dr.
E._
gewürdigt (S. 20 E. 5.5) und es ist im gleichen Urteil zum Schluss gekommen, dass
ab Mai 2010 keine mit der Schulterproblematik begründbare Arbeitsunfähigkeit mehr bestand
(S.
22
E. 5.10).
Damit erübri
gen sich Weiterungen.
Weiter machte er geltend, er müsse einen Befund des neurologischen Gutach
ters (e
in Taumeln und Schwanken beim Blindgang sei nicht neurogen be
dingt
gewesen), in Zweifel ziehen, weil im Gutachten von 2012 kein solcher Befund erhoben worden sei
(S. 17
lit
. d)
. Dies entbehrt der Logik, ist es doch nicht nachvollziehbar, warum nur ein schon früher einmal erhobener Befund Geltung haben sollte.
Schliesslich kritisierte der Beschwerdeführer den für das psychiatrische Gut
achten angegebenen Zeitaufwand
(S. 17 f.
lit
. e).
Dabei
scheint ihm der Inhalt der Stellungnahme
der Gutachter
(vorstehend E.
3.5
) entgangen zu sein,
räumten sie doch diesbezüglich einen Fehler ein, womit eine wörtliche
Wiederholung auch dieses Kritikpunktes
entbehrlich gewesen wäre
.
Unab
hängig davon gilt
in Bezug auf die Dauer der psychiatrischen Begutachtung, dass der zu betreibende zeitliche Aufwand zwar der Fragestellung und der zu beurteilenden Psychopathologie angemessen sein muss. Zuvorderst hängt der Aussagegehalt einer Expertise aber davon ab, ob sie inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist. Trifft dies - wie hier - zu, ist die
Unter
such
ungsdauer
grundsätzlich nicht entscheidend (Urteil des Bundesgerichts 9C_352/2013 vom 3. Juli 2013).
4.2
Es erweist sich somit keiner der vom Beschwerdeführer gegenüber dem Gut
achten angeführten Kritikpunkte als stichhaltig. Vielmehr ist festzuhalten, dass dieses allen praxisgemässen Kriterien (vorstehend E. 1.4) vollumfänglich genügt, so dass darauf abzustellen ist.
Demnach ist der Sachverhalt dahingehend erstellt, dass im Rahmen des von den Gutachtern formulierten Anforderungsprofils eine volle Arbeitsfähigkeit besteht.
4.3
Nach Erlass der hier angefochtenen Verfügung wurde eine aktivierte Gon
arth
rose am rechten Knie diagnostiziert (vorstehend E. 3.6). Ob es sich dabei um eine vorübergehende Verschlechterung des Gesundheitszustands handelt, und inwiefern sich allenfalls Auswirkungen auf die für die
Invalidi
tätsbe
messung
zu berücksichtigende Arbeitsfähigkeit ergeben, ist nicht Ge
genstand des vorliegenden Verfahrens (vgl. vorstehend E.
1.5), sondern wird von der Beschwerdegegnerin im Rahmen der bereits erfolgten erneuten An
meldung (
Urk.
9/214) geprüft werden.
4.4
Die Beschwerdegegnerin hat der Invaliditätsbemessung die genannte Arbeits
fä
higkeit in angepasster Tätigkeit zugrunde gelegt (
Urk.
2/1 S.
2), was nach dem Gesagten nicht zu beanstanden ist.
Beschwerdeweise wurde dagegen eingewendet, es wäre vom verwendeten
Tabellen
lohn
ein Leidensabzug von „bis zu 25
%
“ vorzunehmen
(
Urk.
1 S. 11
oben
)
, ohne dass dafür eine Begründung angegeben worden wäre. Selbst ein Abzug von 20
%
vom Tabellenlohn von rund
Fr.
62‘544.-- ergäbe mit rund 38
%
einen nicht anspruchsbegründenden Invaliditätsgrad
(vgl. vorstehend E. 1.2)
. Dafür, dass sogar der maximal zulässige Abzug von 25
%
gerechtfer
tigt sein könnte, fehlen jegliche Anhaltspunkte.
Damit erweist sich der ermittelte Invaliditätsgrad von 22
%
als rechten
s, ebenso die angefochtene Verfügung, mit der ein Rentenanspruch verneint wurde.
4.5
Die Beschwerdegegnerin hat ferner einen Anspruch auf Arbeitsvermittlung verneint (
Urk.
2/2). Dagegen wandte der Beschwerdeführer ein, entgegen der Annahme der Beschwerdegegnerin fehle es ihm nicht an der nötigen Moti
vation für berufliche Massnahmen (
Urk.
1 S. 19 Mitte).
Gleichzeitig machte er geltend, bei den beschriebenen gesundheitlichen Ein
schränkungen sei es von seinem Alter (61 Jahre) her nicht
zu
erwarten, dass er bei ausgeglichenem Arbeitsmarkt noch eine Anstellung finden werde (S.
19 unten).
Soweit er damit beansprucht, es sei ihm aus diesem Grund eine ganze Rente zuzusprechen, kann ihm nicht gefolgt werden: Im zur Prüfung einer Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit massgeblichen Zeitpunkt der zuverlässigen medizinischen Feststellung (BGE
138 V 457 E. 3.4
), mithin im Januar 2016 (vorstehend E.
3.3), war der Beschwerdeführer zwar knapp 61
Jahre alt, hatte damit aber noch vier Jahre mögliche Erwerbstätigkeit vor sich. Er verfügt über langjährige Berufserfahrung in seinem eigenen Geschäft und kann eine behinderungsangepasste Tätigkeit in vollem Pensum ausüben. Zudem war er gemäss seiner Erwerbsbiographie (vgl. Urk. 9/150 S.
8) fähig, verschiedene Tätigkeiten erfolgreich auszuführen, was für eine gute Anpas
sungs
fähigkeit spricht. Im Rahmen der Schadenminderungspflicht erscheint ein Wechsel von der bisherigen selbständigen auf eine angestellte Tätigkeit zudem als zumutbar, so dass insgesamt keine Unverwertbarkeit der
Restar
beits
fähigkeit
infolge fortgeschrittenen Alters anzunehmen ist.
4.6
Gemäss
Art.
8 IVG
besteht ein
Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen
un
ter anderem soweit, als
die
se notwendig und geeignet sind, die Erwerbs
fähigkeit wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern
(
Abs.
1
lit
. a), und es ist dabei
die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbs
lebens zu be
rücksichtigen (Abs.
1
bis
).
Eingliederungsmassnahmen sind nur zielführend, wenn seitens der versicher
ten Person die entsprechende Eingliederungsbereitschaft besteht; ihre sub
jektive Sichtweise ist diesbezüglich von erheblicher Bedeutung. Aus diesem Grund ist vorliegend die
Einschätzung des Beschwerdeführers, er sei zu alt selbst bezogen auf den ausgeglichenen Arbeitsmarkt, zum Nennwert zu neh
men.
Wenn gemäss der Selbsteinschätzung des Beschwerdeführers die noch zu erwartende Dauer des Erwerbslebens null ist, so sind keine Eingliederungs
massnahmen mehr angezeigt.
Somit erweis
t sich auch die Verfügung, mit welcher ein Anspruch auf Arbeits
vermittlung verneint wurde, als rechtens.
Demnach ist die gegen beide Verfügungen erhobene Beschwerde abzuweisen.
5.
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sind ermessensweise auf
Fr.
800.-- festzusetzen und ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.
Das Gericht
erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
800
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt.
Rech
nung und Einzahlungsschein
werden
dem
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechts
kraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
Rechtsanwalt Tomas Kempf
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.