Decision ID: efbc21e9-83f3-4912-9073-c7847a81c302
Year: 2010
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
S._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Christoph Anwander, Bahnhofstrasse 21, Post-
fach 21, 9101 Herisau,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente (medizinische Abklärung)
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Sachverhalt:
A.
A.a S._ meldete sich am 2. Dezember 2005 zum Bezug von IV-Leistungen
(Berufsberatung, Umschulung auf eine neue Tätigkeit, besondere medizinische
Eingliederungsmassnahmen, Rente) an. Er gab an, unter Nacken- und
Lendenschmerzen zu leiden (act. G 4.1). Im Arztbericht vom 2. Januar 2006 attestierte
Dr. med. A._, Innere Medizin FMH, dem Versicherten für die angestammte Tätigkeit
als Schlosser eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit 1. Dezember 2004. Leichte,
wechselbelastende Tätigkeiten mit Heben von Lasten bis maximal 5 kg seien ihm zu
sechs Stunden pro Tag zumutbar, eventuell mit grösseren Arbeitspausen dazwischen.
Es gelte, die Rückenergonomie zu beachten (act. G 4.12). Diesem Bericht lag eine
Beurteilung vom Dr. med. B._, Rheumatologie FMH, vom 28. Dezember 2005 bei. Dr.
B._ attestierte dem Versicherten für die angestammte Tätigkeit eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit und hielt eine Arbeitsfähigkeit in einer optimal angepassten leichten
körperlichen Tätigkeit für unrealistisch (act. G 4.12-5 f.).
A.b Auf Anfrage der IV-Stelle empfahl der Regionale Ärztliche Dienst der
Invalidenversicherung (RAD) am 29. März 2004 eine rheumatologische-psychiatrische
Begutachtung (act. G 4.13-3). Die rheumatologische Untersuchung erfolgte am 26. und
27. Juni 2006 an der Zentrum für Arbeitsmedizin, Ergonomie und Hygiene AG (AEH),
wobei auch eine Evaluation der arbeitsbezogenen funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL)
durchgeführt wurde. Es wurden folgende Diagnosen gestellt: 1. Ein chronisches
Panvertebralsyndrom mit zerviko- und lumbospondylogener Betonung links mit/bei
leichter Wirbelsäulenfehlform mit thorakaler Hyperkyphose und lumbaler Hyperlordose,
Haltungsinsuffizienz und Dekonditionierung, diskreter Spondylose C6/C7 und
Unkarthrose C5/C6 rechts ohne Beeinträchtigung neuraler Strukturen (MRI der HWS
vom 25.05.2005), mässiggradiger mediolateraler Diskushernie L4/L5 links
(Computertomografie der LWS vom 29.04.2005), Tendenz zur Symptomausweitung; 2.
ein Diabetes mellitus Typ II mit/bei OAD sowie 3. anamnestisch Angststörungen (act. G
4.21). Die psychiatrische Begutachtung wurde am 13. Oktober 2006 von Dr. med.
C._, Facharzt Psychiatrie/Psychotherapie, Oberarzt Psychosomatik, sowie von Dr.
med. D._, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Chefarzt Psychosomatik,
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durchgeführt. Diese diagnostizierten als mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: 1. eine
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4); 2. eine Anpassungsstörung
mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10: F43.21) sowie 3. eine Panikstörung (ICD-10:
F41.0). Zudem bemerkten sie, dass bezüglich der psychiatrischen Erkrankung bisher
keine Behandlungsversuche unternommen worden seien; die
Behandlungsmöglichkeiten seien sicherlich nicht ausgeschöpft (act. G 4.23). In einer
interdisziplinären Konsensbesprechung beurteilten die Gutachter die angestammte
Tätigkeit als Schlosser als nicht mehr zumutbar. Eine adaptierte leichte bis sehr leichte
Tätigkeit mit Wechselbelastung sei dem Versicherten aus rheumatologischer Sicht
medizinisch-theoretisch ganztags zumutbar. Aus psychiatrischer Sicht sei darauf zu
achten, dass diese Tätigkeit keine besonderen Anforderungen an das
Konzentrationsvermögen, die Flexibilität oder die allgemeine psychische Belastbarkeit
erfordere. Eine solche Tätigkeit sei zum aktuellen Zeitpunkt in einem zeitlichen Umfang
von vier bis sechs Stunden pro Tag zumutbar. Neben fachärztlicher Behandlung der
psychischen Störungen seien auch berufliche Massnahmen zur Wiedereingliederung zu
prüfen (act. G 4.24).
A.c Nach Rücksprache mit dem RAD (vgl. act. G 4.25 ff.) forderte die IV-Stelle den
Versicherten mit Schreiben vom 20. Februar 2007 unter Hinweis auf die ihm obliegende
Schadenminderungspflicht auf, in Zusammenarbeit mit dem behandelnden Arzt eine
mindestens sechs Monate dauernde fachpsychiatrische Behandlung in die Wege zu
leiten, um den Gesundheitszustand zu stabilisieren (act. G 4.28). Nachdem der
Beschwerdeführer dem keine Folge leistete, verfügte die IV-Stelle am 2. Mai 2007 die
Abweisung seines Leistungsbegehrens (act. G 4.32). Auf Zuweisung des Hausarztes
begab sich der Versicherte in Behandlung im Psychiatrie-Zentrum. Im Arztbericht vom
28. November 2007 stellten lic. phil. E._, Psychologin, und Dr. med. F._, Leitende
Ärztin, dieselben psychiatrischen Diagnosen wie Dr. C._ und Dr. D._. Sie gaben an,
für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Schlosser bestehe eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit (attestiert durch den Hausarzt). Die Schmerzproblematik habe sich
weiter chronifiziert; aus diesem Grund beurteilten sie auch die Arbeitsfähigkeit in einer
angepassten leichten körperlichen Arbeit als unrealistisch (act. G 4.40). Der RAD
erachtete diese Beurteilung in seiner Stellungnahme vom 7. Januar 2008 als nicht
überzeugend. Nach Durchführung der psychiatrischen Behandlung sei die
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Restarbeitsfähigkeit nun höher zu veranschlagen. Berufliche Massnahmen würden sich
nun anbieten (act. G 4.41).
A.d Der Versicherte wurde durch die Eingliederungsberaterin zu einem
Abklärungsgespräch eingeladen (act. G 4.43). Im Rahmen dieser Abklärung wurde der
Versicherte am 7. Februar 2008 durch den RAD-Arzt Dr. med. G._, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie, untersucht. Dieser diagnostizierte als mit Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4)
und somatisch ein chronisches Panvertebral-Syndrom mit cervico- und
lumbalspondylogener Betonung links. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit vermerkte er eine anamnestische Panikstörung (ICD-10: F4) sowie
einen Diabetes mellitus (ICD-10: E14). Aus psychiatrischer Sicht bestehe keine IV-
relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, da eine Willensanstrengung zur
Überwindung der Schmerzen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit berücksichtigt
werden müsse und die Kriterien, die eine Ausnahme davon zuliessen, nicht erfüllt seien
(act. G 4.44).
A.e Am 7. bzw. 12. März 2008 schloss die IV-Stelle die Arbeitsvermittlung ab, da sich
der Versicherte nicht in der Lage sehe, einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen (act. G
4.47 und 4.51).
B.
Mit Vorbescheid vom 13. März 2008 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in Aussicht,
das Begehren um eine Invalidenrente abzuweisen (act. G 4.53). Hiergegen erhob der
Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Christoph Anwander, am 29. April 2008
Einwand (act. G 4.61). Mit Verfügung vom 8. Mai 2008 entschied die IV-Stelle gemäss
Vorbescheid und lehnte den Rentenanspruch des Versicherten ausgehend von einem
Invaliditätsgrad von 14% ab (act. G 4.64).
C.
C.a Mit Eingabe vom 6. Juni 2008 erhebt der Vertreter des Versicherten Beschwerde
und beantragt, die Verfügung vom 8. Mai 2008 sei aufzuheben, und es sei dem
Beschwerdeführer eine Invalidenrente auszurichten. Eventuell sei die Streitsache zur
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Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Zur Begründung bringt er
im Wesentlichen vor, berücksichtige man die Ergebnisse von Dr. B._, des AEH, von
Dr. C._ und Dr. D._ sowie des Psychiatrie-Zentrums, stehe ausser Frage, dass ein
Invaliditätsgrad resultiere, der zu einer Berentung führe (act. G 1).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 7. August 2008 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führt sie im Wesentlichen aus, eine
psychiatrische Diagnose begründe als solche noch keine Arbeitsunfähigkeit. Vielmehr
bestehe die Vermutung, dass die Auswirkungen der psychischen Krankheit mit einer
zumutbaren Willensanstrengung überwindbar seien. Im Gegensatz zu den in der
Beschwerdeschrift angeführten Arztberichten sei der RAD-Bericht schlüssig (act. G 4).
C.c Mit Replik vom 4. September 2008 hält der Vertreter des Beschwerdeführers an
seinen Anträgen fest. Zusätzlich bestreitet er das von der Beschwerdegegnerin
ermittelte Invalideneinkommen von Fr. 59'908.-- und macht geltend, es sei ein
angemessener Leidensabzug vorzunehmen (act. G 6).
C.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf das Einreichen einer Duplik (act. G 8).

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung über
die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In
materiellrechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz,
dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des
angefochtenen Entscheids respektive im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den
materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 467 E.
1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung erging am 18. Mai
2008, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der revidierten
Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 begonnen hat. Daher und
aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung betrifft, über welche noch
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nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend den allgemeinen
intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die damals
geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen Normen der 5. IV-
Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des
Bundesgerichts vom 7. Juni 2006, I 428/04, E. 1).
2.
In formeller Hinsicht ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin am 2. Mai 2007 die
Abweisung des Leistungsbegehrens des Versicherten verfügt hat, nachdem dieser
seiner Schadenminderungspflicht (psychiatrische Behandlung) nicht nachgekommen
war (act. G 4.32). Entgegen dem Wortlaut der Verfügung ist nicht von einer Abweisung,
sondern von einem Nichteintreten auszugehen, hat sich die Beschwerdegegnerin doch
gar nicht mit den vom Beschwerdeführer geltend gemachten Ansprüchen befasst.
Nachdem sich der Beschwerdeführer in der Folge der geforderten psychiatrischen
Behandlung unterzog, nahm die Beschwerdegegnerin das Verfahren wieder auf. Damit
hat sie die Verfügung vom 2. Mai 2007 sinngemäss widerrufen.
3.
3.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 ATSG). Erwerbsunfähigkeit
ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Der Grad der für
einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG
durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die
versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der
notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu
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70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein
Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente
und bei einem IV-Grad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
3.2 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und
demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung
des strittigen Leistungsanspruchs gestatten.
4.
4.1 In medizinischer Hinsicht stützt die Beschwerdegegnerin die angefochtene
Verfügung vorab auf den Bericht des RAD-Arztes Dr. G._ vom 8. Februar 2008,
welcher dem Beschwerdeführer in einer adaptierten Tätigkeit eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit attestiert hat (act. G 4.44). Der Beschwerdeführer hält diesen Bericht
nicht für überzeugend. Dieser stehe in klarem Widerspruch zu den Beurteilungen von
Dr. B._, des AEH, von Dr. C._ und Dr. D._ sowie des Psychiatrie-Zentrums. Es
gehe nicht an, dass die Beschwerdegegnerin nur auf die Stellungnahme des RAD
abstelle und die Berichte der übrigen anerkannten "Stellen" einfach ignoriere.
Berücksichtige man deren Ergebnisse, stehe ausser Frage, dass ein
rentenbegründender Invaliditätsgrad resultiere.
4.2 Beim Beschwerdeführer steht eine somatoforme Schmerzstörung im Vordergrund.
Somatoforme Schmerzstörungen können unter gewissen Umständen eine
Arbeitsunfähigkeit verursachen. Sie fallen unter die Kategorie der psychischen Leiden,
für die grundsätzlich ein psychiatrisches Gutachten erforderlich ist, wenn es darum
geht, über das Ausmass der durch sie bewirkten Arbeitsunfähigkeit zu befinden. In
Anbetracht der sich mit Bezug auf Schmerzen naturgemäss ergebenden
Beweisschwierigkeiten genügen die subjektiven Schmerzangaben der versicherten
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Person für die Begründung einer (teilweisen) Invalidität allein nicht; vielmehr muss im
Rahmen der sozialversicherungsrechtlichen Leistungsprüfung verlangt werden, dass
die Schmerzangaben durch damit korrelierende, fachärztlich schlüssig feststellbare
Befunde hinreichend erklärbar sind, andernfalls sich eine rechtsgleiche Beurteilung der
Rentenansprüche nicht gewährleisten liesse. Das Vorliegen eines fachärztlich
ausgewiesenen psychischen Leidens mit Krankheitswert - worunter anhaltende
somatoforme Schmerzstörungen grundsätzlich fallen - ist aus rechtlicher Sicht wohl
Voraussetzung, nicht aber hinreichende Basis für die Annahme einer invalidisierenden
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Namentlich vermag nach der Rechtsprechung eine
diagnostizierte anhaltende somatoforme Schmerzstörung als solche in der Regel keine
lang dauernde, zu einer Invalidität führende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu
bewirken. Ein Abweichen von diesem Grundsatz fällt nur in jenen Fällen in Betracht, in
denen die festgestellte somatoforme Schmerzstörung nach Einschätzung des Arztes
eine derartige Schwere aufweist, dass der versicherten Person die Verwertung ihrer
verbleibenden Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt bei objektiver Betrachtung sozial-
praktisch nicht mehr zumutbar oder dies für die Gesellschaft gar untragbar ist. Die - nur
in Ausnahmefällen anzunehmende - Unzumutbarkeit einer willentlichen
Schmerzüberwindung und eines Wiedereinstiegs in den Arbeitsprozess setzt jedenfalls
das Vorliegen einer mitwirkenden, psychisch ausgewiesenen Komorbidität von
erheblicher Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer oder aber das Vorhandensein
anderer qualifizierter, mit gewisser Intensität und Konstanz erfüllter Kriterien voraus.
Genügt - bei weitgehendem Fehlen eines somatischen Befunds - die (rein)
psychiatrische Erklärbarkeit der Schmerzsymptomatik allein für eine
sozialversicherungsrechtliche Leistungsbegründung nicht, obliegt der begutachtenden
Fachperson der Psychiatrie im Rahmen der ärztlichen Stellungnahme zur
Arbeits(un)fähigkeit und der Darlegungen zu den einer versicherten Person aus
medizinischer Sicht noch zumutbaren Arbeitsfähigkeit die Aufgabe, durch die zur
Verfügung stehenden diagnostischen Möglichkeiten fachkundiger Exploration der
Verwaltung (und im Streitfall dem Gericht) aufzuzeigen, ob und inwiefern eine
versicherte Person über psychische Ressourcen verfügt, die es ihr erlauben, mit ihren
Schmerzen umzugehen. Entscheidend ist, ob die betroffene Person, von ihrer
psychischen Verfassung her besehen, objektiv an sich die Möglichkeit hat, trotz ihrer
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subjektiv erlebten Schmerzen einer Arbeit nachzugehen (BGE 130 V 352, mit
Hinweisen).
Der Untersuchungsbericht des RAD vom 8. Februar 2008 ist in Beachtung dieser
Rechtsprechung und unter Berücksichtigung der Vorakten ergangen. Der RAD-Arzt hat
den Beschwerdeführer selbst untersucht und nicht lediglich zu den Vorakten Stellung
genommen. Anlässlich der Untersuchung konnte er keine schwere depressive
Symptomatik objektivieren. Die als mögliche depressive Symptome und
Angstäquivalente beschriebenen und interpretierbaren Beschwerden könnten gut unter
der Hauptdiagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung subsumiert
werden. Insofern bestehe keine ausgesprochene Komorbidität, die für sich genommen
einen relevanten Gesundheitsschaden und damit eine Arbeitsunfähigkeit begründen
könnte. Hinsichtlich der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung seien die
sogenannten Förster-Kriterien für das Vorliegen eines gravierenden und als
invalidisierend anzunehmenden Gesundheitsschadens nicht erreicht, da es zum
Beispiel an einem schwerwiegenden sozialen Rückzug fehle, der Beschwerdeführer
auch nicht in allen Belangen seines täglichen Lebens beeinträchtigt und, abgesehen
von psychosozialen und soziokulturellen Beeinträchtigungen, in seiner Lebensführung
nicht wesentlich eingeschränkt sei. Er sei auch nicht krankheitsbedingt auf Fremdhilfe
angewiesen. Es imponiere ein primärer Krankheitsgewinn mit einer unbeirrbaren festen
Krankheitsüberzeugung, wonach eine Arbeitsfähigkeit nicht mehr möglich sei. Aus
psychiatrischer Sicht bestehe keine IV-relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit.
Diese Ausführungen sind nachvollziehbar und überzeugend, weshalb grundsätzlich
darauf abgestellt werden kann.
4.3 Was den Bericht von Dr. B._ vom 28. Dezember 2005 anbelangt (act. G 4.12-5
ff.), so kann darauf nicht abgestellt werden. Dieser stützte sich für die Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit im Wesentlichen auf die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers.
Zudem erachtete Dr. B._ eine Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit als
"unrealistisch", weil der Beschwerdeführer für eine solche Arbeit sicher nicht
vermittelbar sei. Dies ist jedoch nicht relevant, handelt es sich dabei doch um eine
arbeitsmarktliche Einschätzung. Entscheidend ist die medizinisch-theoretisch
begründete Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit, wozu sich Dr. B._ nicht
äussert.
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Betreffend das AEH-Gutachten unter Berücksichtigung des psychiatrischen
Teilgutachtens von Dr. C._ und Dr. D._ vom 29. August/18. November 2006 (act. G
4.21 ff.), weist die Beschwerdegegnerin zu Recht darauf hin, dass der
Beschwerdeführer zu jenem Zeitpunkt noch nicht psychiatrisch behandelt worden war.
Insofern konnte nicht von einem stabilen Gesundheitszustand ausgegangen werden.
Die Gutachter stellten ihm bei entsprechender Behandlung eine gute Prognose.
Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung entsteht nach aArt. 29 Abs. 1 IVG kein
Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern zumutbare therapeutische und andere
schadenmindernde Vorkehren nicht ausgeschöpft werden. Denn solange durch eine
tatsächlich realisierbare Veränderung der für die gesundheitliche Situation
bedeutsamen Rahmenbedingungen eine wesentliche Verbesserung der psychischen
Befindlichkeit und damit der durch diese eingeschränkten Arbeitsunfähigkeit bewirkt
werden kann, liegt kein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinn von Gesetz und
Rechtsprechung vor (Urteil I 820/05 E. 2.1.2 vom 27. Dezember 2006). Unter diesen
Umständen kann auch nicht auf das AEH-Gutachten bzw. auf das betreffende
psychiatrische Teilgutachten abgestellt werden.
Zwar hielt das Psychiatrie-Zentrum nach Durchführung der geforderten psychiatrischen
Behandlung in seinem Bericht vom 28. November 2007 (act. G 4.40) eine
Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit für "unrealistisch", weil sich die
Schmerzproblematik weiter chronifiziert habe. Es hat dabei aber relativ unauffällige
Befunde erhoben, beurteilte es den Beschwerdeführer doch als gepflegten aufgestellt
wirkenden Patienten. Er sei bewusstseinsklar und allseits orientiert. Blickkontakt könne
er aufnehmen und halten. Aufmerksamkeit und Gedächtnis seien soweit in Ordnung.
Das formale Denken sei leicht umständlich, es würden Grübeltendenzen berichtet.
Inhaltlich sei das Denken von Zukunftsängsten dominiert. Es gebe keine Hinweise auf
Sinnestäuschungen oder Ich-Störungen. Die Affektivität werde als ausgeglichen
beschrieben, gewisse Tendenzen sich Sorgen zu machen, Ängste seien spürbar.
Antrieb und Psychomotorik seien soweit unauffällig. Es würden
Einschlafschwierigkeiten berichtet. Hinweise auf Suizidalität oder Fremdgefährdung
bestünden nicht. Diese Befunde lassen nicht auf eine (ausnahmsweise) Unzumutbarkeit
der Schmerzüberwindung schliessen. Entsprechend kann auch auf die Beurteilung des
Psychiatrie-Zentrums nicht abgestellt werden.
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4.4 Zusammengefasst kann damit für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers auf den RAD-Bericht vom 8. Februar 2008 abgestellt werden.
Demnach besteht für eine adaptierte Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit.
5.
Zu prüfen bleibt damit, wie sich die Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit in
erwerblicher Hinsicht auswirken. Im Rahmen des Einkommensvergleichs hat die
Beschwerdegegnerin für das Valideneinkommen auf den vom Beschwerdeführer
zuletzt erzielten Lohn abgestellt, während sie das Invalideneinkommen anhand von
Tabellenlöhnen ermittelt hat (vgl. act. G 4.48). Dieses Vorgehen ist grundsätzlich nicht
zu beanstanden. Allerdings besteht bezüglich des Valideneinkommens eine Diskrepanz
zwischen dem IK-Auszug (act. G 4.10) und den Angaben der letzten Arbeitgeberin des
Beschwerdeführers (act. G 4.8). Diesbezüglich ist auf letztere abzustellen, zumal der
Beschwerdeführer Ende 2004 Krankentaggelder bezogen hat (act. G 4.11). Demnach
hätte sich das Einkommen des Beschwerdeführers im Jahr 2005 auf Fr. 71'825.-- (Fr.
5'525.-- x 13) belaufen. Was das Invalideneinkommen anbelangt, so verdienten
männliche Hilfsarbeiter im Jahr 2005 Fr. 4'679.-- pro Monate, was unter
Berücksichtigung einer betriebsüblichen Wochenarbeitszeit von 41.6 Stunden ein
Jahreseinkommen von Fr. 58'393.-- ergibt. Entsprechend resultiert ein Invaliditätsgrad
von (gerundet) 20%. Die Frage, ob es angemessen erscheint, beim
Invalideneinkommen einen Leidensabzug vorzunehmen, kann offen bleiben, da selbst
beim maximal möglichen - vorliegend jedoch nicht angebrachten - Abzug von 25% ein
rentenausschliessender Invaliditätsgrad von (gerundet) 39% resultieren würde.
6.
6.1 Im Sinn der obigen Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
6.2 Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist
das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1 IVG in der seit dem 1. Juli
2006 in Kraft stehenden Fassung) und ermessensweise auf Fr. 600.-- anzusetzen.
bis
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Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem Beschwerdeführer
aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist daran anzurechnen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht