Decision ID: f6918cc5-ba01-4ac5-8b74-f611ebccd5f3
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die
1987 geborene
X._
meldete sich am
3. Juni 2010 – unter Hin
weis einerseits auf ein Geburtsgebrechen (Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom [ADS] sowie Ängste und Depressionen) und andererseits auf einen
unfallbe
dingten
Morbus
Sudeck
am linken Fuss – zum Bezug von Leistungen (Mass
nahmen für die berufliche Eingliederung)
der Eidgenössischen Invalidenversi
cherung (IV)
an (Urk. 9/1). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
teilte ihr daraufhin mit Schreiben vom 10. Juni 2012 (Urk. 9/5)
– un
ter Hinweis
auf die
in zeitlicher Hinsicht geltenden Voraussetzungen
-
mit, dass
sie
zu gegebener Zeit
über de
n Leistungsanspruch befinden werde. In der Folge traf
die IV-Stelle
berufliche, erwerbliche
sowie
medizinische Abklärungen
und erteilte a
m 8. September 2010 Kostengutsprache für eine berufliche Abklärung im Beruflichen Trainingszentrum (BTZ) der Stadt Zürich, Soziale Einrichtungen und Betriebe
, vom 13. September bis 10. Dezember 201
0
(Urk. 9/24). Nach deren Durchführung (Urk. 7/30) teilte
die IV-Stelle
der Versicherten am 28. Dezember 2010
beziehungsweise am 14. November
2011
mit, dass sie auch
für die Mehrkosten einer zusätzlichen privatrechtlichen erstmaligen beruflichen Ausbildung zur Hauswirtschaftspraktikerin vom 3. Januar 2011 bis 2. Januar 2012
respektive vom 1. Januar bis 31. Dezember 2012 aufkommen werde
(Urk. 9/32
, Urk. 9/39). Am 14. Dezember 2012 beschied
sie
der Versicherten
unter Hinweis darauf, dass diese
im Februar 2013 eine Stelle in g
eschütztem Rahmen antrete
n
werde -
den (erfolgreichen) Abschluss der beruflichen Mass
nahmen per Ende Dezember 201
2
(Urk. 9/47).
Nach w
eiteren Abklärungen stellte sie der Versicherten – ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 25 % -
mit Vorbescheid vom 2. Juli 2013 (U
rk. 9/56)
die Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht
. Nachdem diese
hiegegen
oppo
niert hatte (Urk.
9
/57, Urk.
9
/61), liess die IV-Stelle sie am 7. April 2014 von Dr. med.
Z._
, Facharzt FMH für Psychiatrie
und Psychotherapie
(vgl. Gut
achten vom 9. April 2014
[
Urk. 9/66
] und Ergänzung dazu vom 26. April 2014 [Urk. 9/68]
)
, und am 15. Juli 2014 von Dr. phil.
A._
, Fachpsychologe für Neuropsychologie FSP, Fachpsychologe für Kinder und Jugendliche FSP (vgl. Expertise vom 30. Juli 2014 [Urk. 9/71])
,
untersuchen
.
Mit Verfügung vom 11. November 2014 (Urk. 2) verneinte sie daraufhin den Rentenanspr
u
ch der Ver
sicherten.
2.
Gegen diese Verfügung (Urk. 2) liess
X._
am 11. Dezember 2014 mit folgenden Anträgen Beschwerde erheben (Urk. 1 S. 2):
„1.
Die Verfügung vom 11.11.2014 sei aufzuheben.
2.
Es sei der Versicherten eine ganze Rente zuzusprechen.
3.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerde
-
geg
nerin
.
4.
Es sei der Versicherten die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren.“
Die IV-Stelle schloss am 2. Februar 2015 auf Abweisung der Beschwerde (vgl. Beschwerdeantwort, Urk. 8), was der Beschwerdeführerin am 9. März 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 13).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die Entscheidfindung erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen ein
z
ugehen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die
Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
E
ine auf geringe Intelligenz zurückzuführende Erwerbsunfähigkeit gilt in der Regel zwar erst als gesundheitlich verursacht, wenn die Intelligenz im medizi
nischen Sinne vermindert ist, der IQ mithin weniger als 70 beträgt, wohingegen nicht als gesundheitliche Beeinträchtigung im Sinne von
Art.
7
Abs.
2 ATSG eine Intelligenz im unteren Normalbereich, also bei einem IQ
zwischen 70 und 84, zu betrachten ist
(Urteil des Bundesgerichts 8C_741/2013 vom 16. März 2015 E. 3.2.1 mit Hinweisen).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog
enanntes
Invalidenein
kommen
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog
enanntes
Valideneinkom
men
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen
Erwerbsein
kommen
ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der
Einkom
mensdifferenz
der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog
enannte
allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die IV-Stelle begründete die Rentenverweigerung
-
unter Hinweis auf die Ergeb
nisse der psychiatrischen und der neuropsychologischen Begutachtung durch Dr.
Z._
(Urk. 9/66, Urk. 9/68) beziehungsweise Dr. phil.
A._
(Urk. 9/7
1
)
sowie auf die Stellungnahmen einerseits der Ärzte ihres
Regional
ärztlichen
Dienstes (RAD; Urk. 9/54 S. 4 f.
, Urk. 9/74 S. 2 ff.
) und andererseits ihres Rechtsdienstes (Urk. 9/74 S. 3 ff.)
-
damit, dass
die Beschwerdeführerin in der Tätigkeit als Hauswirtschaftspraktikerin zu 100 % arbeitsfähig und – unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzugs von 25 % - in der Lage sei, ein 25 % unter dem
Validenlohn
liegendes und damit rentenausschliessendes Ein
kommen zu erzielen (Urk. 2 S. 1 f.
, Urk. 8
).
2.
2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt,
sie sei aus gesundheitlichen Gründen nur vermindert leistungsfähig und belastbar
; in
einer leidensangepassten Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt
sei sie daher lediglich zu
30
%
a
rbeitsfähig
(Urk. 1 S. 2 ff.)
.
Angesichts
der schon seit dem Start ins Berufsleben bestehenden Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
sei beim Einkommensvergleich für das
Valideneinkommen
auf den Tabellenlohn für Früh
invalide abzustellen.
Folglich habe sie Anspruch auf eine
-
auf einem
Invali
ditätsgrad
von
82,7 %
beruhende
-
ganze Rente (S. 4 f.
).
3.
3.1
Dr. med.
B._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, stellte am 14. Juni 2010 folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit (Urk. 9/8 S. 1):
Leichte depressive Episode, ICD-10 F32.
0
0
Aufmerksamkeitsstörung ohne Hyperaktivität
, ICD-10 F98.8
Sie führte aus, d
ie Beschwerdeführerin habe eine leicht verzögerte Entwicklung
aufgewiesen
, spät gehen und sprechen gelernt und dann
-
nach drei Jahren Kindergarten
-
ab der ersten Klasse Lernprobleme
, eine Dyskalkulie sowie Probleme mit der Aufmerksamkeit und der Konzentration
gezeigt. Mit viel Unter
stützung habe sie eine dreijährige Lehre als Restaurationsfachfrau absol
viert, die Abschlussprüfung aber schliesslich nicht bestanden.
Seit August 2009 sei sie zu 60 %
als Haushaltsangestellte und Kinderbetreuerin tätig (S. 1 f.). Sie weise ein leicht- bis mittelgradig vermindertes Leistungsniveau und eine starke Beeinträchtigung der selektiven Aufmerksamkeit auf. Überdies bestehe eine leichte depressive Symptomatik mit Selbstvorwürfen und geringem Selbstwert
gefühl. Bei der Arbeit sei sie stressintolerant, verliere schnell den Überblick, sei eher langsam und überfordert, wenn
-
wie im Service oder Verkauf immer wieder der Fall
-
mehrere Arbeiten möglichst schnell verrichtet werden sollten. Da die Beschwerdeführerin die Erstausbildung wegen mangelnder Stresstoleranz und
Ängsten
nicht (erfolgreich) habe abschliessen können, sei eine berufliche Ersteingliederung erforderlich. Es sei eine Berufsberatung durch die IV ange
zeigt. In geschützte
m
Rahmen sei eine Berufsausbildung wohl gut möglich. Die Arbeitsfähigk
eit betrage 60 bis 100 % (S. 2).
3.2
Die seit 1996 behandelnde Hausärztin
Dr. med.
C._
, Fachärztin FMH für Allge
meine Medizin, stellte in ihrem Bericht vom 11. September 2010 nachstehende Diagnosen (Urk. 9/28 S. 1):
Aufmerksamkeitsstörung ohne Hyperaktivität
, ICD-10 F98.8
Verdacht auf Lernstörung, ICD-10 F81.9
Leichte depressive Episode, ICD-10 F32.00
Sie legt dar, dass d
ie Lernschwierigkeiten bereits seit der Einschulung
bestün
den
. Die Beschwerdeführerin sei langsamer
gewesen als die anderen Kinder
und habe Teilleistungsschwächen, die mit dem später diagnostizierten ADS und mit einer Dyskalkulie zu erklären seien, gezeigt.
In der Folge habe sie ein ängstli
ches Verhalten, wenig Selbstvertrauen, eine erhöhte Schutzbedürftigkeit sowie Anpassungsschwierigkeiten mit Rückzug und Trennungsängsten bei Reizüber
flutung oder anderen Überforderungssituationen entwickelt. Die
Lehrabschluss
prüfung
habe sie dann trotz sorgfältiger Unterstützung nicht bestanden. In der Folge habe sie teilzeitlich
in einer Fabrik beziehungsweise
in einer Grossfamilie mit Pflegekindern im Haushalt und in der Kinderbetreuung gearbeitet, wo sie auf ihre Fähigkeiten und Stärken habe zurückgreifen können. Wichtig sei
,
dass
ihr
Arbeitsumfeld
gut strukturiert sei und
ihr Arbeitstempo respektiert werde. In Überforderungssituationen sei sie auf unterstützende Begleitung angewiesen.
Von Mai bis Oktober 2008 habe
wesentlich mitbegründet durch den Morbus
Sudeck
am Fuss
-
eine 100%ige und ab November 2008 noch eine 60 bis 70%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Im Rahmen einer
be
hinder
ungsange
passten
beruflichen Erstausbildung sei eine 100%ige Arbeitsfähigkeit wohl möglich (S. 2).
3.3
Gestützt auf die Akten gelangte
Dr. med.
D._
, Facharzt für Allgemeine Medi
zin,
RAD-Arzt,
am 22. Dezember 2010 zum Schluss, dass die Beschwerdeführe
rin an eine
m
ADS sowie
einer leichten depressiven Episod
e leide und
deswegen die Lehrabschlussprüfung nicht bestanden habe
; ihre
Arbeitsfähigkeit in den
seither aufgenommenen
Hilfsarbeite
rtätigkeiten
sei aufgrund der fraglichen Symptomatik
zumindest gefährdet (Urk. 9/54 S. 3). In jeder optimal angepassten
-
ruhigen und geordneten -
Tätigkeit in der freien Wirtschaft
ohne vorwiegen
den
Kundenkontakt bestehe indes eine 100%ige Arbeitsfähigkeit.
Damit sei
zumindest für Eingliederungsmassnahmen im Sinne einer verspäteten
Ausbil
dung mit eidgenössischem Berufsattest
- ein relevanter Gesundheitsschaden
aus
gewiesen,
auch wenn die unvollständig gebliebene Ausbildung im
Gastge
werbe
aus medizinischer Sicht nicht als absolut ungeeignet bezeichnet werden könne.
Unter Berücksichtigung
auch des Ergebnisses der beruflichen Abklärung durch das
BTZ sei die geplante
Anlehre
als Hauswirtschaftspra
k
tikerin in geschütztem Rahmen aus medizinischer Sicht
indiziert
(S. 4).
3.4
Dr. med.
E._
, Fachärztin FMH
für Allgemeine Innere Medizin, Psychosomati
sche und Psychosoziale Medizin (SAPPM), Delegierte Psychotherapie (FMPP), stellte am 11. Februar 2013 folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkei
t (Urk. 9/51 S. 1):
Aufmerksamkeitsstörung ohne Hyperaktivität
, ICD-10 F98.8
Angst und depressive Störung, gemischt, ICD-10 F41.2
Akzentuierte Persönlichkeit mit selbstunsicheren, ängstlich-vermeiden
den, teilweise abhängigen Zügen, ICD-10
Z
73.1
Rasche Erschöpfbarkeit, ICD-10 Z73.0
Sie hielt fest, dass d
ie Belastungs- und
die
Leistungsfähigkeit aufgrund der schwankenden Aufmerksamkeits- und Konzentrationsfähigkeit sowie der schnellen Ermüdbarkeit eingeschränkt
seien
.
Die Beschwerdeführerin
sei auf einen ruhigen Arbeitsplatz und auf ein unterstützendes, soziales und freundli
ches Arbeitsumfeld angewiesen. In einer be
hinder
ungsangepassten Tätigkeit in geschütztem Rahmen sei sie wohl
in der Lage
,
ein Pensum von 60
bis höchstens 80 % zu erfüllen (S. 3).
Dabei vermöge sie indes keine dem Arbeitspensum ent
sprechende, konstant gleichbleibende Arbeitsleistung zu erbringen. Eine Tätig
keit auf dem ersten Arbeitsmarkt würde sie aufgrund ihrer funktionellen Defi
zite überfordern (S. 4).
3.5
In seiner Stellungnahme vom 26. Februar 2013 (Urk. 9/54 S. 4 f.)
hielt der RAD
Arzt Dr.
D._
fest, der Bericht von Dr.
E._
vom 11. Februar 2013 (Urk. 9/51)
gebe keinen Anlass dazu, von seiner
Beurteilung vom 22. Dezember 2010 (Urk. 9/54 S. 3 f.) abzuweichen.
So schätze Dr.
E._
die Arbeitsfähigkeit nach abgeschlossener
Anlehre
als Hauswirtschaft
s
praktikerin auf 60 bis 80 %, ohne
dabei
zwischen
der Leistungsfähigkeit an einem Arbeitsplatz in
geschütztem Rahmen und
dem Leistungsvermögen
in einer optimal
leidensan
gepassten
Tätigkeit
mit klar definiertem Belastungsprofil
in der freien Wirt
schaft zu unterscheiden. Es sei folglich weiterhin von einer 100%igen Arbeits
fähigkeit in einer Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt, die ruhig und geordnet sei, ein wohlwollendes Umfeld biete und keinen vorwiegenden Kundenkontakt erfordere
, auszugehen. Dabei seien eine
„Eingewöhnung ins Erwerbsleben und persönliche Nachreifung“ zu berücksichtigen.
3.6
Am 27. Februar 2013 bestätigte der RAD-Arzt Dr.
D._
, dass der
Gesundheits
schaden
der Beschwerdeführerin schon bei deren Eintritt ins Erwerbsleben bestanden habe (Urk. 9/54 S. 5).
3.7
Nach Kenntnisnahme der Stellungnahmen des RAD-Arztes Dr.
D._
vom 22. Dezember 2012 und 26. Februar 2013 (Urk. 9/54 S. 3 ff.) gaben Dr.
E._
und die behandelnde Psychologin FH/SBAP
F._
am 10. September 2013 an, die Beschwerdeführerin sei weder in der Lage, einer Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt nachzugehen
,
noch
(auch
nicht in einer gemäss
Dr.
D._
ange
passten Tätigkeit
) vollzeitlich zu arbeiten
(Urk. 9/60 S. 1). Nachdem die im Jahr 2006 durchgeführte testpsychologische Untersuchung ein unterdurchschnittli
ches
Intelligenzniveau und leicht bis stark reduzierte Leistungen im kognitiven Bereich ergeben habe, sei – auch angesichts der Unklarheiten in diagnostischer Hinsicht – eine erneute eingehende neuropsychologische und diagnostische Abklärung indiziert (S. 2).
3.8
Gestützt auf die Ergebnisse
seiner
psychiatrischen Untersuchung vom 7. April 2014 stellte Dr.
Z._
i
m
Gutachten vom 9. April 2014 nachstehende Diagnosen (Urk. 9/66 S. 15):
Neuropsychologische Entwicklungsstörung (ICD-10 F8) mit ADS (ICD-10 F98
.8
), Dyskalkulie, Sprechstörung, psychomotorischer Retardation, Lernstörung
Angststörung mit generalisierter Angststörung (ICD-10 F41.1), sozialen Phobien (ICD-10 F40.0), Agoraphobie (ICD-10 F40.00), Prüfungsangst
Asthenische Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.7)
Infolge der Komorbidität mehrerer psychischer Störungen sei die psychische Belastbarkeit derart stark reduziert, dass es der
Explorandin
fast unmöglich sei, (auch auf der sozialen Ebene) reale Leistungsanforderungen
zu erfüllen und mit autor
it
ativen Personen zusammenzuarbeiten (S. 20). In
einer
Hilfsarbeiter
tätig
keit
in der freien Wirtschaft
-
wie sie der Beschwerdeführerin
längerfristig kaum zumutbar sei
- bestehe eine unter 30 % liegende Arbeitsfähigkeit.
Vorerst gehe es darum, den psychischen Gesundheit
szustand und
die
aktuelle Tätigkeit in geschütztem Rahmen mittels Kontinuität in der derzeitigen psychotherapeuti
schen Behandlung und
durch
Betreuung bei der Arbeit weiter zu konsolidieren. Sofern dies über einen Zeitraum von mindestens ein bis zwei Jahren gelinge, sei – anfänglich mit kleinstem Pensum und in kleinsten Schritten – der Einstieg ins freie Erwerbsleben zu empfehlen (S. 19 f.).
3.9
Der RAD-Arzt Dr.
D._
befand das Gutachten von Dr.
Z._
vom 9. April 2014 (Urk. 9/66)
am 16. April 2014 für
vollständig und schlüssig. Es sei demnach seit
mindestens September 2010 von einer 70%igen Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit auszugehen (Urk. 9/74 S. 2).
3.10
Dr. med.
G._
, Fachärztin FMH für Arbeitsmedizin und für Allgemeine Medizin, RAD-Ärztin, gelangte
am 22. April 2014
gestützt auf die Akten zum Schluss, dass noch eine Rückfrage bei Dr.
Z._
betreffend den
Grund einerseits für die -
trotz des hohen Aktivitätsniveaus und der fehlender Einschränkung in der Freizeit
-
attestierte 70%ige Arbeitsunfähigkeit
in jeglicher Tätigkeit
sowie andererseits
für
die bescheinigte lediglich 30%ige Leistungsfähigkeit in einer optimal
leidens
angepassten Tätigkeit
angezeigt sei
(Urk. 9/74 S. 2).
3.
11
Auf entsprechende Nachfrage der IV-Stelle (Urk. 9/67) hin gab Dr.
Z._
am 26. April 2014 an, dass die Beschwerdeführerin auch in ihrer Freizeit beziehungsweise in ihre
m
Alltag der täglichen Betreuung sowie der praktischen Hilfe bedürfe und psychisch geschwächt und erschöpfbar sei. Die attestierte stark reduzierte Leistungsfähigkeit von maximal 30 % in einer optimal ange
passten Tätigkeit sei durch die Komorbidität der diagnostizierten psychischen
Störungen beziehungsweise deren funktionelle
n
Auswirkungen begründet (
Urk. 9/68
S. 2 f.).
3.12
Die RAD-Ärztin Dr.
G._
hielt am 30. April 2014
zu den ergänzenden Anga
ben des Gutachters Dr.
Z._
vom 26.
April 2014 (Urk. 9/6
8
)
fest,
es sei nicht nachvollziehbar,
d
ass
die
Beschwerdeführerin
bei ihren
Alltags- und pri
vaten Aktivitäten der täglichen Bet
reuung und praktischen Hilfe ihrer
Mutter beziehungsweise der permanenten Unterstützung bedürfe.
D
ie
von Dr.
Z._
attestierte
hohe Leistungseinschränkung
basiere
auf der
subjektive
n
Ein
schätzung
der Beschwerdeführerin
, die über geistige Blockaden,
Leistungsversa
gen
,
Dysarthrie
und Stresssituationen
klage
(Urk. 9/74 S. 2 f.).
Letztere seien indes anlässlich der Begutachtung nicht objektiviert worden, und eine optimal leidensangepasste Tätigkeit sei eben gerade deshalb leidensangepasst, weil sie keine Stresssituationen berge. Die psychovegetative Stresssymptomatik entspre
che keiner schweren, invalidisierenden Erkrankung, sondern könne mittels ent
sprechender psychotherapeutischer Massnahmen behandelt werden. Es sei eine juristische Überprüfung einerseits der Nachvollziehbarkeit der
im fraglichen Gutachten gezogenen
Schlussfolgerungen und andererseits der Überwindbarkeit der diagnostizierten Störungen indiziert. Allenfalls sei eine neuropsychologische Untersuchung zu veranlassen, um abzuklären, ob tatsächlich eine
Intelligenz
minderung
vorliege. Aus psychiatrischer Sicht sei keine deutliche Einschrän
kung vorhanden, die eine
optimal be
hinder
ungsangepasste Tätigkeit in der freien Wirtschaft (klar strukturierte Arbeiten ohne permanenten Zeit- und Ter
mindruck, ohne hohen Publikumsverkehr, ohne Verantwortung für Personen sowie Tätigkeiten,
ohne hohe Anforderungen an die Anpassungs- und
Umstel
lungsfähigkeit
) unzumutbar mache (S. 3).
3.13
Nachdem er die Beschwerdeführerin am 15. Juli 2014 untersucht hatte, stellte der Neuropsychologe Dr. phil.
A._
in seiner Expertise vom 30. Juli 2014 fol
gende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 9/71 S. 14):
Multiple, leicht beziehungsweise vereinzelt leicht bis mittelschwer ausge
prägte neuropsychologische Defizite bei einer leicht unterdurch
schnittlichen intellektuellen Leistungsfähigkeit (WIE: IQ 88), entspre
chend einer Lernbe
hinder
ung, sehr wahrscheinlich auf vorbestehende frühkindliche Hirnfunktionsstörung, am ehesten auf eine kongenitale Hirnschädigung zurückzuführen
Sons
tige organische
Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen aufgrund einer Krankheit, Schädigung oder Funktionsstörung des Gehirns, ICD-10 F07.8
Aus rein neuropsychologischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausge
übten Tätigkeit als Hauswirtschaftspraktikerin im Bereich Reinigung im geschützten Rahmen nicht eingeschränkt
; in einer leidensangepassten Tätigkeit auf dem freien Arbeitsmarkt liege sie – im Rahmen eines zumutbaren
Vollzeit
pensums
– unter 60 %. Aufgrund der Akten sei von einer zusätzlichen Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht auszugehen. Eine Verbesserung der neuropsychologischen Defizite sei nicht zu erwarten.
3.14
Die RAD-Ärztin Dr.
G._
gelangte am 4. August 2014 zum Schluss, dass gestützt auf das Gutachten von Dr. phil.
A._
vom
30. Juli 2014 (Urk. 9/71) davon auszugehen sei, dass die Beschwerdeführerin, die
-
bei einem IQ von 82
keine Minderintelligenz aufweise, aufgrund leichter bis mittelschwerer neu
ropsychologischer Defizite im Sinne einer Lernbe
hinder
ung in ihrer Arbeitsfä
higkeit eingeschränkt sei. In der bisherigen
-
optimal leidensangepasst
en
-
Tä
tigkeit als Hauswirtschaf
t
s
praktikerin in der freien Wirtschaft sei sie seit ihrem 18. Geburtstag zu zirka 40 % arbeitsunfähig. Mit einer wesentlichen Verände
rung des Gesundheitszustands sei nicht zu rechnen (Urk. 9/74 S. 4).
4.
4.1
Nach Lage der Akten steht fest, dass die Beschwerdeführerin
seit frühester Kind
heit
psychisch beziehungsweise hirnorganisch bedingte
Beeinträchtigungen
aufweist
,
deswegen in ihrer (auch) schulischen und beruflichen Entwicklung beeinträchtigt war und
– nach wie vor -
in ihrem Leistungsvermögen einge
schränkt ist
.
4.2
Was die konkrete Natur der Symptomatik anbelangt,
legte der Experte Dr.
Z._
- gestützt
einerseits
auf die Ergebnisse seiner fundierten psychiatri
schen Untersuchung und
andererseits
der
Vorakten
- mit überzeugender Begründung
dar,
dass die Beschwerdeführerin an einer neuropsychologischen Entwicklungsstörung
mit ADS
, Dyskalkulie, Sprechstörung, psychomotorischer Retardation und Lernstörung, an einer
generalisierte
n
Angststörung
mit
sozia
len Phobien, Agoraphobie
u
nd Prüfungsangst sowie an einer asthenischen
Per
sönlichkeitsstörung
leidet (Gutachten vom 9. April 2014, Urk. 9/66 S. 15 ff.; zum Beweiswert eines medizinischen Gutachtens vgl. BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Aufgrund der – auf einer eingehenden neuropsychologischen Untersuchung
sowie
den
Vorakten
beruhenden
und
ohne Weiteres nachvoll
ziehbaren
-
Ausführungen des Gutachters
Dr. phil.
A._
ist zudem vom Vor
liegen einer
sonstige
n
organische
n
Persönlichkeits- und Verhaltensstörung
auf
grund einer Krankhei
t, Schädigung oder Funktionsstörung des Gehirns
auszugehen
(
Expertise vom 30. Juli 2014
; Urk. 9/71 S. 14).
4.3
Was die Auswirkungen der gesundheitlichen Störungen auf das Leistungs
vermö
ge
n anbelangt
, gelangte
n sämtliche behandelnden
Ärzte (Urk. 9/8 S. 2, Urk. 9/28 S. 2, Urk. 51 S. 3 f., Urk. 9/60 S. 1
)
, der Experte Dr.
Z._
(Urk. 9/66 S. 19 f., Urk. 9/68 S. 2 f.
)
, der
begutachtende
Neuropsy
chologe Dr. phil.
A._
(Urk. 9/71 S. 14)
und schliesslich auch die RAD-Ärzte Dr.
D._
(vgl. Stellungnahme vom 16. April 2014, Urk. 9/74 S. 2)
und
Dr.
G._
(vgl. Stellung
nahme vom
4. August 2014
, Urk. 9/74 S. 4
) zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin
-
jedenfalls in einer Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt - in ihrer Arbe
itsfähigkeit eingeschränkt
ist
.
Betreffend das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit legte Dr.
Z._
in seinem Gutach
ten vom
9. April 2014
und der Ergänzung dazu vom 26. April 2014
durchaus einleuchtend dar, dass die Leistung, die die Beschwerdeführerin trotz der aus den festgestellten Gesundheitsstörungen resultierenden funktionellen Defizite
in einer Tätigkeit
auf dem ersten Arbeitsmarkt
zu erbringen vermöge, unter 30 % liege (Urk. 9/66 S.
19 f.
, Urk. 9/68 S.
1 f.
).
Diese Einschätzung lässt sich mit den Beurteilungen sämtlicher behandelnden Ärzte, der abschliessenden Stellungnahme des RAD-Arztes Dr.
D._
vom 16. April 2014 (Urk. 9/74 S. 2) und der neuropsychologischen Expertise von Dr. phil.
A._
vom 30. Juli 2014 (Urk. 9/71)
ohne Weiteres vereinbaren und überrascht angesichts
de
r schon fast seit Geburt dokumentierten
psychischen Auffälligkeiten,
Entwic
klungsrück
stände
und
erheblichen
Leistungs
defizite
nicht
(zur Bedeutung des beruflichen Werdegangs und/oder Arbeitgeberberichten im Zusammenhang mit neuropsy
chologischen Defiziten vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_119/2008 vom 22. Sep
tember 2008 E. 6.2).
Hinzuweisen ist in diesem Zusammenhang nament
lich auf die
verzögerte Entwicklu
ng seit der frühen Kindheit, die
schulischen Probleme
mit
einem zusätzlichen Kindergartenjahr und der Repetition des
(teil
weise in einer Kleinklasse absolvierten)
fünften Primarschuljahrs
, dem Wechsel
an eine Privatschule bis hin zur
(
nicht
bestandenen
)
Lehrabschlussprüfung
(Urk. 9/1
, Urk. 9/66 S. 1
5 f.
, Urk. 9/71 S. 6
; zum Verlauf der dreijährigen Lehre vgl. Urk. 9/15, Urk. 9/66 S. 16
, Urk. 9/68 S. 2
; zu den therapeutischen Mass
nahmen schon ab dem frühen Kindesalter vgl. Urk. 9/66 S. 13
)
,
sowie auf
die bei den im Anschluss daran aufgenommenen Erwerbstätigkeiten aufgetretenen massiven Schwierigkeiten
(vgl.
hiezu
insbesondere Urk. 9/9, Urk. 9/10 S. 7, Urk. 9/14
, Urk. 9/48 S. 3
).
Auch im Rahmen der
von Mitte September 2010 bis Ende 2012
durchgeführten beruflichen Massnahmen
(Urk. 9/24, Urk. 9/47)
tra
ten die
Leistungsschwäche und die psychischen Probleme sehr deutlich
zutage
. So befanden die zuständigen Fachleute des BTZ nach der dreimonatigen beruf
lichen Abklärung, während der die Beschwerdeführerin einen durchschnittli
chen Leistungsgrad von 20 % aufgewiesen hatte, dass eine Eingliederung auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht realisierbar sei (vgl. Bericht BTZ vom 9. Dezember 2010, Urk. 9/30 S. 7).
Nach der zweijährigen
Anlehre
in geschütztem Rahmen
, bei der die Beschwerdeführerin eine Leistungsfähigkeit von zirka 30 % gezeigt hatte,
gelangten
die Fachleute des BTZ
im
Abschlussbe
richt
vom 28. November 2012 zum Schluss, dass
eine
Tätigkeit in
der
freie
n
Wirtschaft nur unter angepassten Bedingungen (besondere Begleitung durch Vorgesetzte und angepasste Aufträge)
und lediglich
im Rahmen einer
30%ige
n
Leistungsfähigkeit bei
einem
zumutbaren
Wochenpensum von 22 Stunden
möglich sei
; in einer
-
als erfolgsversprechender gewerteten
-
Anstellung in geschütztem Rahmen gingen sie von der Zumutbarkeit eines
Wochenpensum
s von zirka
33 Stunden
aus (Urk.
9/46 S. 1 f. und S. 8).
Im Einklang mit dieser
Zumutbarkeitsbeurteilung geht
die Beschwerdeführerin denn
seit Februar 2013
auch
-
anfänglich im Pensum von 60 und seither von 70 % - einer Arbeit in geschütztem Rahmen nach (Urk.
9/47 S. 1,
Urk. 9/71 S. 6
und S. 18
, Urk. 12/8
)
.
Dass die Beschwerdeführerin
trotz der psychischen Beeinträchtigung
in der Lage ist, Freizeitaktivitäten nachzugehen, tut der Beweiskraft der
Arbeitsfähigkeits
beurteilung
des Gutachters
Dr.
Z._
(Urk. 9/66 S. 19 f., Urk. 9/68 S. 2 f.)
entgegen den einschlägigen Ausführungen der
(anders als Dr.
Z._
nicht über den Fach
arzt
titel für Psychiatrie und Psychotherapie verfügenden)
RAD-Ärztin
und Arbeitsmedizinerin
Dr.
G._
(Urk. 9/74 S. 2)
-
keinen Abbr
uch. Hin
zuweisen ist in diesem Zusammenhang insbesondere
darauf
, dass die Beschwer
deführerin nicht nur in ihrer Freizeit aktiv ist, sondern
auch
zu 70 % (in geschütztem Rahmen) arbeitet,
dabei aber
-
in beiden Bereichen
-
in ihrem Leistungsvermögen beeinträchtigt ist. Dass sie im Alltag, wie aus den Akten verschiedentlich hervorgeht
und auch vom Experten Dr.
Z._
anerkannt wurde (Urk. 9/
68 S. 2 f.
)
, auf die Unterstützung ihrer Mutter angewiesen ist (vgl. etwa
Urk. 9/66 S. 17,
Urk. 9/71 S. 6), ist – entgegen der Einschätzung der RAD-Ärztin Dr.
G._
(Urk. 9/74 S. 2 f.)
–
angesichts der diversen funktionellen Einschränkungen
ohne Weiteres nachvollziehbar.
4.4
In Anbetracht
der aktenkundigen medizinischen Beurteilungen und insbe
son
dere auch der dokumentierten, schon seit dem frühen Kindesalter bestehen
den und seither
-
trotz zahlreicher Therapien und medikamentöser Behandlung mit Ritalin - anhaltenden Leistungsdefizite der (offensichtlich durch
aus arbeits
willi
gen und auch effektiv arbeitstätigen) Beschwerdeführerin deutet nichts darauf hin, dass diese die
Einschränkung der Erwerbsfähigkeit
bei
Aufbietung allen guten Willens
überwinden könnte (E. 1.2
; Urk. 2
).
Da die
Restarbeits
fähigkeit
von weniger als 30 %
(
gegebenenfalls
)
zu geringfügig ist, um auf dem
ersten
Arbeitsmarkt
rentenrelevant
verwertet zu werden, besteht
-
nach dem Ende der
im Rahmen der beruflichen Massnahmen
erfolgten Taggeldzahlungen
(vgl. Urk.
9/44 S. 1
;
Art. 29 Abs. 2
IVG
) - ab 1. Januar 2013 Anspruch auf eine auf einem Invaliditätsgrad von 100 % beruhende
ganze Rente.
Die Beschwerde ist demnach gutzuheissen.
5.
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen abweichend von Art. 61 lit. a ATSG vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit
wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten in Höhe von Fr. 900.-- der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Das Gesuch der Beschwerdeführerin um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (Urk. 1 S. 2) erweist sich damit als obsolet.
6.
Ausgangsgemäss ist die Beschwerdegegnerin gestützt auf § 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) zu verpflichten, der
durch eine Sozialarbeiterin der Pro
Infirmis
Zürich vertretenen - Beschwerde
führerin eine Prozessentschädigung zu entrichten, wobei ein Betrag von Fr. 1‘100.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen erscheint.