Decision ID: 0a99f697-d320-4f2c-9467-46a5c44298cc
Year: 2006
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X.Y. ist rumänische Staatsangehörige und reiste im Februar 2005 in die Schweiz
ein. Eigenen Angaben zufolge befand sie sich zeitweise bereits vor diesem Datum
mittels L-Bewilligung in der Schweiz, erstmalig ab dem 1. November 2003. Im März
2005 heiratete sie einen schweizerischen Staatsbürger. Im Oktober 2005 erwarb sie in
ihrem Heimatland den nationalen Führerausweis.
B.- Im November 2005 stellte X.Y. beim Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des
Kantons St. Gallen ein Gesuch um Umtausch des rumänischen Führerausweises in
einen schweizerischen Führerausweis. Das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des
Kantons St. Gallen, Abteilung Personenzulassung (im Folgenden:
Strassenverkehrsamt), eröffnete ein entsprechendes Verfahren und teilte X.Y. am 28.
November 2005 mit, dass es in Betracht ziehe, ihr den ausländischen Führerausweis
auf unbestimmte Zeit zu aberkennen, weshalb ein Umtausch nicht möglich sei und lud
sie zur Stellungnahme ein. Den Grund sah es in der Umgehung der
Zuständigkeitsbestimmungen.
C.- Am 28. Dezember 2005 verfügte das Strassenverkehrsamt, dass der Umtausch des
ausländischen Führerausweises gegen einen schweizerischen Führerausweis X.Y.
verweigert werde, weil sie jenen unter Umgehung der Zuständigkeitsbestimmungen im
Ausland erworben habe. Ferner aberkannte es ihr auf unbestimmte Zeit das Recht, mit
dem ausländischen Führerausweis in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein
Motorfahrzeuge zu führen. Schliesslich wurde bemerkt, dass diese Verfügung
aufgehoben werde, sobald X.Y. die entsprechende Führerprüfung abgelegt habe,
zudem sei einem allfälligen Rekurs zufolge Gefahr die aufschiebende Wirkung
entzogen.
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D.- Gegen diese Verfügung erhob X.Y. mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 6.
Januar 2006 Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission. Sie beantragte, die
Verfügung sei aufzuheben und das Strassenverkehrsamt sei anzuweisen, ihren
ausländischen Führerausweis zu anerkennen, diesen in einen schweizerischen
Führerausweis umzutauschen, und sie sei für berechtigt zu erklären, in der Schweiz
und dem Fürstentum Liechtenstein Motorfahrzeuge zu führen, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge. Zudem wurde eine Fristerstreckung für eine Rekursergänzung
beantragt.
Mit Eingabe vom 15. Februar 2006 ergänzte X.Y. durch ihren Rechtsvertreter den
Rekurs insofern, als sie beantragte, eventualiter sei in Aufhebung der angefochtenen
Verfügung das Strassenverkehrsamt anzuweisen, ihr die Fahrberechtigung in der
Schweiz durch eine Kontrollfahrt, eventualiter durch das Ablegen der praktischen
Fahrprüfung, zu ermöglichen. Zudem sei dem vorliegenden Rekurs die aufschiebende
Wirkung wiederzuerteilen. Diesem Gesuch entsprach der Abteilungspräsident mit
verfahrensleitender Verfügung vom 17. März 2006 nicht.
Mit Vernehmlassung vom 10. März 2006 beantragte die Vorinstanz, der Rekurs sei
vollumfänglich abzuweisen.
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge wird,

soweit notwendig, in den Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 6. Januar 2006 ist rechtzeitig eingereicht
worden. Er erfüllt zusammen mit der Ergänzung vom 15. Februar 2006 in formeller und
inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 24 Abs. 1 des
Strassenverkehrsgesetzes, SR 741.01, abgekürzt: SVG; Art. 41 lit. e, 45, 47 und 48 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den
Rekurs ist einzutreten.
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2.- Wer in der Schweiz ein Motorfahrzeug führt, bedarf nach Art. 10 Abs. 2 SVG des
Führerausweises. Motorfahrzeugführer aus dem Ausland, die einen gültigen nationalen
Führerausweis besitzen, dürfen in der Schweiz während eines Jahres Motorfahrzeuge
aller Kategorien führen, für die der Ausweis ausgestellt ist (Art. 42 Abs. 1 lit. a und Abs.
2 der Verordnung über die Zulassung von Personen und Fahrzeugen zum
Strassenverkehr, SR 741.51, abgekürzt: VZV). Der Fahrzeugführer aus dem Ausland,
der seit einem Jahr in der Schweiz wohnt, ohne sich während mehr als drei
zusammenhängenden Monaten im Ausland aufzuhalten, bedarf eines schweizerischen
Führerausweises (Art. 42 Abs. 3bis lit. a VZV). Der Begriff des Wohnens ist dabei weiter
gefasst als jener des Wohnsitzes: Er umfasst jede einigermassen beständige
Unterkunft, auch wenn die Absicht des dauernden Verbleibens fehlt (Beilage zum
Kreisschreiben des Bundesamtes für Strassen vom 19. Dezember 2003).
Nach Art. 22 Abs. 1 SVG sind für die Erteilung der Führerausweise die
Verwaltungsbehörden des Wohnsitzkantons zuständig. Gemäss der Bestimmung 301
der Richtlinie Nr. 1 der Vereinigung der Strassenverkehrsämter über die Behandlung
der Motorfahrzeuge und Motorfahrzeugführer aus dem Ausland (asa-Richtlinie), der
keine Rechtskraft, aber praxisbildende Wirkung zukommt (BGE 109 Ib 205 E. 2), kann
von Art. 22 Abs. 1 SVG in zwei Ausnahmefällen abgesehen werden, wenn nämlich der
Erwerb des Ausweises während eines Aufenthaltes von mindestens zwölf
zusammenhängenden Monaten im Ausstellerstaat erfolgte oder der Ausweis im Sinne
einer Toleranz innerhalb dreier Monate seit der Wohnsitznahme in der Schweiz im
bisherigen Wohnsitzstaat erworben wurde (AGVE 1990 169).
Dem Inhaber eines gültigen nationalen ausländischen Ausweises wird der
schweizerische Führerausweis der entsprechenden Kategorie erteilt, wenn er auf einer
Kontrollfahrt nachweist, dass er die Verkehrsregeln kennt und Fahrzeuge der
Kategorien, für die der Ausweis gelten soll, sicher zu führen versteht (Art. 44 Abs. 1
VZV).
Nach Art. 42 Abs. 4 VZV dürfen ausländische Führerausweise, die der Führer unter
Umgehung der Bestimmungen dieser Verordnung über den Erwerb des
schweizerischen Führerausweises oder der in seinem Wohnsitzstaat geltenden
Zuständigkeitsbestimmungen erworben hat, in der Schweiz nicht verwendet werden.
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Sie sind auf unbestimmte Zeit zu aberkennen, wenn sie unter Umgehung dieser
Bestimmungen im Ausland erworben worden sind (Art. 45 Abs. 1 Satz 2 VZV).
3.- Umstritten ist, ob die Vorinstanz zu Recht den Umtausch des ausländischen
Führerausweises der Rekurrentin gegen einen schweizerischen Führerausweis
verweigerte und ihr das Recht, mit dem ausländischen Führerausweis in der Schweiz
und im Fürstentum Liechtenstein Motorfahrzeuge zu führen, auf unbestimmte Dauer
aberkannte.
a) Die Vorinstanz aberkannte der Rekurrentin das Recht, mit dem ausländischen
Führerausweis in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein Motorfahrzeuge zu
führen, und verweigerte ihr den prüfungsfreien Umtausch des rumänischen
Führerausweises, weil dieser unter Umgehung der Zuständigkeitsbestimmungen im
Ausland erworben worden sei. Sie führte in der Vernehmlassung insbesondere aus,
dass die Rekurrentin ihren rechtlichen Wohnsitz seit dem 1. Februar 2005 in der
Schweiz habe und im Oktober, über acht Monate nach der Wohnsitznahme, in ihrem
Heimatland den Führerausweis erworben habe. Es müssten jedoch nach
internationalem und schweizerischem Recht nur Führerausweise anerkannt werden, die
im Wohnsitzstaat erworben worden seien. Gemäss Ziff. 301 der asa-Richtlinien Nr. 1
könnten im Ausland erworbene Führerausweise von Personen mit rechtlichem
Wohnsitz in der Schweiz anerkannt werden, wenn der Erwerb des Ausweises während
eines Aufenthaltes von mindestens zwölf zusammenhängenden Monaten im
Ausstellerstaat erfolgt sei. Bei einer Wohnsitzverlegung könnten im Sinne einer
Toleranz auch Ausweise anerkannt werden, die im bisherigen Wohnsitzstaat innerhalb
dreier Monate seit der Wohnsitznahme in der Schweiz erworben worden seien.
Vorliegend seinen diese Voraussetzungen nicht erfüllt, weshalb eine Umgehung der
Zuständigkeitsbestimmungen vorliege.
Die Rekurrentin machte geltend, dass sie zwar am 1. Februar 2005 in die Schweiz
eingereist sei, damit aber noch nicht Wohnsitz im Sinne eines dauernden Aufenthaltes
genommen habe. Definitiv habe die Rekurrentin erst nach erfolgter Heirat Wohnsitz in
der Schweiz genommen, nämlich im Zeitpunkt des bewilligten Familiennachzuges,
somit frühestens Mitte April 2005. Gemäss Art. 42 VZV dürften Inhaber ausländischer
Führerausweise Motorfahrzeuge in der Schweiz führen, sofern sie über einen gültigen
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ausländischen Führerausweis verfügten. Die Rekurrentin verfüge über einen gültigen
ausländischen Führerausweis, den sie auch nicht unter Umgehung der Bestimmungen
der VZV erworben habe. Die Praxis anerkenne gemäss der asa-Richtlinie Nr. 1 eine
dreimonatige Toleranzfrist, wobei diese Frist nicht starr zu handhaben sei. Da die
Rekurrentin nicht über ausreichende Deutschkenntnisse für die theoretische
Führerprüfung verfüge und es zudem nicht möglich sei, die Prüfung in rumänischer
Sprache zu absolvieren, und nachdem ihr die rumänische Botschaft bestätigt habe,
dass die Schweiz rumänische Führerausweise anerkenne, habe sie sich entschlossen,
die Fahrprüfung in ihrem Heimatstaat zu machen. Jedenfalls wäre es unbillig und auch
nicht sachgerecht, wenn sie sowohl die theoretische als auch die praktische
Führerprüfung hier in der Schweiz nochmals absolvieren müsste, umso mehr, wenn
man sich vor Augen halte, dass jeder rumänische, slowakische oder aus einem
anderen Drittstaat stammende Tourist oder jeder Saisonier mit heimatlichem
Führerausweis in der Schweiz ohne Einschränkungen ein Motorfahrzeug führen könne.
b) Gemäss Art. 5a der bis 31. März 2003 in Kraft gestandenen Fassung der VZV
bestimmt sich der Wohnsitz im Sinne des Strassenverkehrsrechts nach den
Vorschriften des Zivilgesetzbuches. Auch wenn Art. 5a VZV heute, in Kraft seit 1. April
2003, einen anderen Wortlaut hat, gilt der Rückgriff auf das Zivilgesetzbuch zur
Wohnsitzbestimmung weiterhin. Danach befindet sich der Wohnsitz einer Person an
dem Ort, wo sie sich mit der Absicht dauernden Verbleibens aufhält (Art. 23 Abs. 1 des
Schweizerischen Zivilgesetzbuches, SR 210, abgekürzt: ZGB). Nach Art. 23 Abs. 2
ZGB kann niemand an mehreren Orten zugleich seinen Wohnsitz haben.
Die Begründung eines Wohnsitzes erfordert als objektives Tatbestandsmerkmal den
physischen Aufenthalt und als subjektiven Tatbestand die Absicht des dauernden
Verbleibens, wobei letzterer auch für Dritte erkennbar sein muss (vgl. D. Staehelin,
Basler Kommentar ZGB I, Basel 2002, N 5 ff. zu Art. 23 ZGB). Staehelin führt weiter
aus, dass Ausländer mit einer Jahresbewilligung gemäss Art. 20 Abs. 1 lit. a des
Bundesgesetzes über das Internationale Privatrecht (SR 291; abgekürzt: IPRG) den
Wohnsitz in der Schweiz haben (a.a.O., N 17 zu Art. 23 ZGB). In der Wohnsitzfrage
spielt die Staatsangehörigkeit selber keine Rolle, weshalb in casu kein internationaler
Sachverhalt vorliegt (A. Schnyder, Basler Kommentar zum Internationalen Privatrecht,
Basel 1995,N 2 zu Art. 1 IPRG). Im Übrigen ist der Wohnsitz eines Ausländers in der
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Schweiz vom Bestehen und der Art der fremdenpolizeilichen Bewilligung unabhängig
(vgl. E. Bucher, Berner Kommentar, Bern 1976, N 38 zu Art. 23 ZGB).
Aus den Akten ist ersichtlich, dass die Rekurrentin am 1. Februar 2005 in die Schweiz
eingereist war und im März 2005 einen Schweizerbürger geheiratet hatte. Sie wohnt in
Z. und besitzt seit ihrer Heirat im März 2005 die Jahres-Aufenthaltsbewilligung B. Ihr
physischer Aufenthalt in der Schweiz ist belegt, und ihr gesamtes Verhalten lässt auf
objektive Weise deutlich erkennen, dass sie die Absicht hat, dauernd in der Schweiz zu
verbleiben. Somit ist klar und auch nicht bestritten, dass die Rekurrentin Wohnsitz in
der Schweiz hat. Ihr Lebensmittelpunkt befand sich im Oktober 2005 in der Schweiz,
als sie während eines Aufenthaltes in der Heimat am 28. Oktober 2005 den
rumänischen Führerausweis erwarb.
Eine Ausnahme vom Wohnsitzprinzip ist in der asa-Richtlinie Nr. 1 genannt, wonach
Ausweise in der Schweiz anerkannt werden können, wenn diese innert einer
Toleranzfrist von drei Monaten seit der Wohnsitznahme in der Schweiz im bisherigen
Wohnsitzstaat erworben wurden. Diese Richtlinie entfaltet keine rechtliche Wirkung, ist
aber in der Praxis anerkannt (BGE 109 Ib 205 E. 2). Die Toleranzfrist von drei Monaten
wird nicht starr angewandt (R. Schaffhauser, Grundriss des schweizerischen
Strassenverkehrsrechts, Band I, 2. Auflage 2002, RN 379). Dennoch ist es im
vorliegenden Fall nicht gerechtfertigt, diese Frist um rund ein halbes Jahr zu
verlängern. Dies gilt insbesondere unter der Berücksichtigung, dass der ausländische
Ausweis von Personen mit Wohnsitz in der Schweiz nur anerkannt werden soll, wenn
diese vor ihrem Wegzug aus dem ehemaligen Wohnsitzstaat tatsächlich vor der
Führerprüfung gestanden haben (AGVE 1990 172). Im konkreten Fall erklärte die
Rekurrentin selber, dass sie die Absicht, den Führerausweis zu erlangen, erst im
Sommer 2005 und somit nach der Wohnsitznahme in der Schweiz gefasst habe. Es
steht also nicht fest, dass sie bereits im Winter 2004 in ihrem Heimatland kurz vor der
Absolvierung der Führerprüfung gestanden hätte und es ihr somit nicht zuzumuten
wäre, die gesamte Prüfung in der Schweiz zu wiederholen. Trotz der angeblichen
Sprachschwierigkeiten ist es ebenfalls nicht gerechtfertigt, vom Wohnsitzprinzip
abzusehen. Dies auch unter der Berücksichtigung, dass alle Führerprüflinge, die nicht
einer der Landessprachen oder des Englisch mächtig sind, dieselben Probleme zu
überwinden haben. Befindet sich aber der Wohnsitz der Rekurrentin zur Zeit des
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Erwerbs des Führerausweises in der Schweiz, so gibt es keinen triftigen Grund,
weshalb sie mit Touristen oder Saisoniers verglichen werden müsste.
Zusammenfassend befindet sich der Wohnsitz der Rekurrentin zur Zeit des Erwerbs
des Führerausweises erwiesenermassen in der Schweiz, womit der
Führerausweiserwerb in Missachtung von Art. 22 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 42 Abs. 4 VZV
erfolgte. Denn die schweizerischen Zuständigkeitsbestimmungen werden auch dann
umgangen, wenn jemand nach schweizerischem Recht einen schweizerischen
Führerausweis hätte erwerben müssen. Eine Umgehung liegt nach der Rechtsprechung
etwa vor, wenn ein Fahrzeugführer mit Wohnsitz in der Schweiz im Ausland einen
Führerausweis erwirbt und diesen in der Schweiz widerrechtlich benützen könnte (BGE
129 II 175 E. 2.5; VRKE IV vom 16. April 1998 in Sachen G.G., S. 7). Die Rekurrentin hat
den ausländischen Führerausweis somit unter Umgehung der
Zuständigkeitsbestimmungen erworben. Sie darf diesen in der Schweiz nicht
verwenden (Art. 42 Abs. 4 VZV).
4.- Unter welchen Voraussetzungen ein ausländischer Führerausweis zu aberkennen
ist, bestimmt Art. 45 VZV. Danach sind ausländische Führerausweise unter anderem
auf unbestimmte Zeit zu aberkennen, wenn sie in Umgehung der schweizerischen oder
ausländischen Zuständigkeitsbestimmungen im Ausland erworben worden sind (Art. 45
Abs. 1 VZV).
Sowohl Art. 42 Abs. 4 als auch Art. 45 Abs. 1 VZV sprechen von "Umgehung ... der
Bestimmungen". Daraus folgt jedoch nicht, dass ausländische Führerausweise, die in
der Schweiz nicht verwendet werden dürfen, stets zu aberkennen sind. Die
schweizerischen Zuständigkeitsbestimmungen gestatten vielmehr einer in der Schweiz
wohnhaften Person, in einem ausländischen Staat den Führerausweis zu erwerben,
wenn der Betreffende diesen nur im Ausland verwenden will. Erst die Verwendung des
ausländischen Ausweises in der Schweiz stellt eine Umgehung der schweizerischen
Zuständigkeitsbestimmungen dar und begründet die Aberkennung des ausländischen
Ausweises. Allein dessen Besitz verstösst nicht gegen schweizerisches Recht und
rechtfertigt keine Aberkennung, soweit nicht nachgewiesen ist, dass der Betreffende
den Führerausweis benützt hat oder willens ist, dies zu tun (BGE 108 Ib 57 E. 3a; 129 II
175 E. 2.3).
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Für die Aberkennung wegen Umgehung der Zuständigkeitsbestimmungen müssen
nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts objektive Tatbestandsmerkmale erfüllt
sein. Demzufolge umgeht die Zuständigkeitsbestimmungen im Sinne von Art. 45 Abs. 1
Satz 2 VZV nicht nur derjenige, der einen Führerausweis im Ausland erwirbt, obwohl er
ihn in der Schweiz hätte erwerben müssen, und den so erworbenen ausländischen
Ausweis in der Schweiz verwenden will; es genügt vielmehr bereits, wenn aufgrund
objektiver Umstände mit der Möglichkeit zu rechnen ist, dass der betreffende Inhaber
den Ausweis in der Schweiz widerrechtlich benützen könnte (BGE 129 II 175 E. 2.4 f.).
Erwiesenermassen hat die Rekurrentin den Führerausweis im Ausland erworben,
obwohl die schweizerischen Behörden zuständig gewesen wären. Weiter stellte sie im
November 2005 ein Gesuch um Umtausch des ausländischen Ausweises in einen
schweizerischen Führerausweis, wobei sie den rumänischen Ausweis korrekt
deklarierte. Damit trat sie gegenüber der Vorinstanz als potenzielle
Motorfahrzeugführerin auf, sodass objektive Umstände vorhanden sind, aufgrund derer
mit der Möglichkeit zu rechnen ist, dass die Rekurrentin den Ausweis in der Schweiz
widerrechtlich benützen könnte. Die Vorinstanz hat ihr deshalb zu Recht den
ausländischen Führerausweis auf unbestimmte Zeit aberkannt (Art. 45 Abs.1 Satz 2
VZV).
5.- Dem Inhaber eines gültigen nationalen ausländischen Ausweises wird der
schweizerische Führerausweis der entsprechenden Kategorie erteilt, wenn er auf einer
Kontrollfahrt nachweist, dass er die Verkehrsregeln kennt und Fahrzeuge der
Kategorien, für die der Ausweis gelten soll, sicher zu führen versteht (Art. 44 Abs. 1
VZV).
Nachdem der ausländische Führerausweis unter Umgehung der
Zuständigkeitsbestimmungen erworben wurde und nach Art. 45 Abs. 1 VZV zu
aberkennen ist, kann dieser in der Schweiz nicht als "gültiger nationaler ausländischer
Ausweis" im Sinne von Art. 44 Abs. 1 VZV angesehen werden. Die Rekurrentin hat
daher keinen Anspruch auf Umtausch ihres rumänischen Führerausweises. Damit ist
auch keine Kontrollfahrt möglich, wie dies von der Rekurrentin beantragt wird. Die
Rekurrentin hat vielmehr eine vollständige Führerprüfung zu bestehen, sofern sie in der
Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein rechtmässig ein Motorfahrzeug lenken will.
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Zusammenfassend ergibt sich, dass der Rekurs somit insgesamt unbegründet und
daher abzuweisen ist.
6.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten der Rekurrentin
aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'000.-- - darin
eingeschlossen die Kosten der Verfügung vom 17. März 2006 - erscheint angemessen
(vgl. Ziff. 362 Gerichtskostentarif, sGS 941.12). Der geleistete Kostenvorschuss von Fr.
1'000.-- ist zu verrechnen.
Bei diesem Verfahrensausgang steht der Rekurrentin keine ausseramtliche
Entschädigung zu (Art. 98bis VRP; GVP 1983 Nr. 56).