Decision ID: c9e41d6b-6fe5-490a-8934-9bf44d9d703a
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Eheschutz
Berufung gegen ein Urteil und eine Verfügung des Einzelgerichts im  Verfahren am Bezirksgericht Meilen vom 28. Februar 2022 (EE200065-G)
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Rechtsbegehren: (vgl. Urk. 339 S. 3 ff.)
Urteil und Verfügung des Bezirksgerichtes Meilen vom 28. Februar 2022: (Urk. 333 S. 80 ff. = Urk. 339 S. 80 ff.)
1. Den Parteien wird das Getrenntleben bewilligt. Es wird davon Vormerk ge-
nommen, dass sie seit dem 1. März 2021 getrennt leben.
2. Die gemeinsamen Kinder der Parteien, C._, geboren tt.mm.2005, und
D._, geboren tt.mm.2012, werden unter der gemeinsamen elterlichen
Sorge der Parteien belassen.
3. Der gemeinsame Sohn der Parteien, C._, geboren tt.mm.2005, wird un-
ter die geteilte Obhut der Parteien gestellt.
Den Parteien wird die Betreuungsverantwortung für C._ je zur Hälfte
auferlegt. C._ wird in den geraden Kalenderwochen von der Gesuchs-
gegnerin betreut und in den ungeraden Kalenderwochen vom Gesuchsteller.
Der Wechsel von einem Elternteil zum anderen findet jeweils am Sonntag
um 18.00 Uhr statt.
4. Die gemeinsame Tochter der Parteien, D._, geboren tt.mm.2012, wird
unter die alleinige Obhut der Gesuchsgegnerin gestellt.
5. Der Gesuchsteller wird für berechtigt und verpflichtet erklärt, die gemeinsa-
me Tochter der Parteien, D._, geboren tt.mm.2012, wie folgt zu sich
und mit sich auf Besuch zu nehmen:
a) bis 31. Juli 2022 jeweils während zwei Stunden pro Woche im Rahmen
der angeordneten Familienbegleitung, soweit nicht anderweitig an der
Vater-Tochter-Beziehung gearbeitet wird und D._ nicht Zeit alleine
mit C._ verbringt;
b) ab 1. August 2022 an einem schulfreien Nachmittag pro Woche von
13.00 Uhr bis 17.00 Uhr, soweit nicht anderweitig an der Vater-Tochter-
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Beziehung gearbeitet wird und D._ nicht Zeit alleine mit C._
verbringt.
Weitere und darüber hinausgehende Besuche in Absprache mit der Ge-
suchsgegnerin bleiben vorbehalten.
6. Die für D._, geboren tt.mm.2012, mit Entscheid vom 28. Juli 2021 an-
geordnete Beistandschaft wird bestätigt. Der Beiständin, E._, Sozialar-
beiterin, F._, werden folgende Aufgaben übertragen:
a) Die Eltern mit Rat und Tat die Kinderbelange betreffend zu unterstüt-
zen;
b) die kind-orientierte Kommunikations- und Absprachefähigkeit der Eltern
zu unterstützen, sodass sie später alle Kinderbelange selbständig und
im Interesse von D._ regeln können;
c) unter Berücksichtigung der Kindesinteressen und Einbezug aller Betei-
ligten die Umsetzung der geltenden Besuchsregelung zu begleiten und
im Streitfall die Modalitäten festzulegen;
d) bei einer wesentlichen Veränderung der Verhältnisse respektive bei ei-
ner drohenden Kindeswohlgefährdung entsprechende Massnahmen
bei der zuständigen Behörde zu beantragen;
e) die Einhaltung der Weisungen zu überwachen und bei deren Verlet-
zung die notwendigen Massnahmen zu ergreifen;
f) die bestehende Familienbegleitung weiter zu unterstützen und bei der
Organisation und Instruktion mitzuwirken sowie bei Bedarf oder über-
einstimmendem Antrag der Parteien diese aufzuheben oder zu verlän-
gern bzw. die Aufhebung oder Verlängerung bei der zuständigen Be-
hörde zu beantragen;
g) für die Organisation einer Therapie von D._ besorgt zu sein, soll-
ten die Eltern dies nicht selbst regeln;
h) den elternfreien Kontakt zwischen den Geschwistern zu organisieren
und die Familienbegleitung diesbezüglich zu instruieren;
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i) bei den Eltern den Nachweis für den Besuch eines Elternkurses einzu-
fordern.
7. Für C._, geboren tt.mm.2005, wird eine Beistandschaft i.S.v. Art. 308
Abs. 2 ZGB angeordnet. Als Beiständin wird E._, Sozialarbeiterin,
F._, ernannt. Der Beiständin werden folgende Aufgaben übertragen:
a) Die Eltern mit Rat und Tat die Kinderbelange betreffend zu unterstüt-
zen;
b) die kind-orientierte Kommunikations- und Absprachefähigkeit der Eltern
zu unterstützen, sodass sie später alle Kinderbelange selbständig und
im Interesse von C._ regeln können;
c) unter Berücksichtigung der Kindesinteressen und Einbezug aller Betei-
ligten die Umsetzung der geltenden Betreuungsregelung zu begleiten
und im Streitfall die Modalitäten festzulegen;
d) bei einer wesentlichen Veränderung der Verhältnisse respektive bei ei-
ner drohenden Kindeswohlgefährdung entsprechende Massnahmen
bei der zuständigen Behörde zu beantragen;
e) die Einhaltung der Weisungen zu überwachen und bei deren Verlet-
zung die notwendigen Massnahmen zu ergreifen;
f) die bestehende Familienbegleitung weiter zu unterstützen und bei der
Organisation und Instruktion mitzuwirken sowie bei Bedarf oder über-
einstimmendem Antrag der Parteien diese aufzuheben oder zu verlän-
gern bzw. die Aufhebung oder Verlängerung bei der zuständigen Be-
hörde zu beantragen;
g) den elternfreien Kontakt zwischen den Geschwistern zu organisieren
und die Familienbegleitung diesbezüglich zu instruieren;
h) bei den Eltern den Nachweis für den Besuch eines Elternkurses einzu-
fordern.
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8. Die mit Entscheid vom 9. Dezember 2021 angeordnete Familienbegleitung
bleibt bis spätestens zum 31. Dezember 2022 bestehen. Die Aufträge der
Familienbegleitung werden wie folgt angepasst:
a) D._, welche während den gerichtlich angeordneten Besuchszeiten
von der Mutter ins F._ gebracht wird, zu empfangen, und nach
Konsultation von D._ zu entscheiden, in welcher Form der Vater-
kontakt durchgeführt wird (D._ geht in Begleitung der Familienbe-
gleiterin zum Vater, sie nimmt in anderer Weise [z.B. per Facetime,
Skype, Brief etc.] mit dem Vater Kontakt auf oder es wird am Vaterkon-
takt gearbeitet);
b) während der Besuchszeit beim Vater anwesend zu sein;
c) mit D._ am Ziel zu arbeiten, dass diese zwei Stunden bzw. nach
Ausdehnung des Besuchsrechts den ganzen Mittwochnachmittag mit
ihrem Vater verbringen kann;
d) D._ nach einem erfolgten Besuch beim Vater wieder zur Mutter
zurück zu bringen;
e) den unbeschwerten Geschwisterkontakt zwischen C._, welcher
während seiner Betreuungszeit bei der Mutter (jede zweite Woche) von
der Mutter eine Stunde ins F._ gebracht wird, zu begleiten und zu
unterstützen;
f) im Einzel- und im gemeinsamen Gespräch mit den Eltern und den Kin-
dern eine möglichst optimale Ausgangslage für die Kinder erarbeiten.
9. Die Parteien werden im Sinne einer Kindesschutzmassnahme unter Andro-
hung der Bestrafung nach Art. 292 StGB im Säumnisfall angewiesen, die für
die Durchführung der Familienbegleitung und (begleiteten) Besuche nötigen
Handlungen (Begleitung von D._ und/oder C._; Unterstützung des
Kontakts im Rahmen der jeweils stattfindenden Form etc.) vorzunehmen.
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Art. 292 StGB lautet:
Wer der von einer zuständigen Behörde oder einem zuständigen Beamten
unter Hinweis auf die Strafdrohung dieses Artikels an ihn erlassenen Verfü-
gung nicht Folge leistet, wird mit Busse bestraft.
10. Die Parteien werden definitiv im Sinne einer Kindesschutzmassnahme unter
Androhung der Bestrafung nach Art. 292 StGB im Säumnisfall angewiesen,
für eine geeignete psychotherapeutische Begleitung für D._ in ihrer Si-
tuation als Trennungskind zu sorgen.
Art. 292 StGB lautet:
Wer der von einer zuständigen Behörde oder einem zuständigen Beamten
unter Hinweis auf die Strafdrohung dieses Artikels an ihn erlassenen Verfü-
gung nicht Folge leistet, wird mit Busse bestraft.
11. Die Parteien werden definitiv im Sinne einer Kindesschutzmassnahme unter
Androhung der Bestrafung nach Art. 292 StGB im Widerhandlungsfall ange-
wiesen, alles zu unterlassen, was die Beziehung der Kinder zum anderen El-
ternteil erschwert oder behindert oder ihren Loyalitätskonflikt verstärken
könnte, insbesondere jegliche Streitgespräche in Gegenwart der Kinder zu
unterlassen sowie davon abzusehen, mit den Kindern über den Inhalt der el-
terlichen Konflikte zu reden und sie so in die Konfliktthemen der Kindseltern
mit einzubeziehen.
Art. 292 StGB lautet:
Wer der von einer zuständigen Behörde oder einem zuständigen Beamten
unter Hinweis auf die Strafdrohung dieses Artikels an ihn erlassenen Verfü-
gung nicht Folge leistet, wird mit Busse bestraft.
12. Die Gesuchsgegnerin wird definitiv im Sinne einer Kindesschutzmassnahme
unter Androhung der Bestrafung nach Art. 292 StGB im Widerhandlungsfall
angewiesen, während ihrer Betreuungszeiten von C._ ihren Lebens-
partner, G._, nicht zu Besuch zu haben.
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Art. 292 StGB lautet:
Wer der von einer zuständigen Behörde oder einem zuständigen Beamten
unter Hinweis auf die Strafdrohung dieses Artikels an ihn erlassenen Verfü-
gung nicht Folge leistet, wird mit Busse bestraft.
13. Die Parteien werden im Sinne einer Kindesschutzmassnahme unter Andro-
hung der Bestrafung nach Art. 292 StGB im Widerhandlungsfall angewiesen,
den nächstmöglichen Elternkurs bei H._, Beratungsstelle für Eltern und
Kinder (www.[....].ch), zu besuchen und die Bestätigung für die erfolgte Teil-
nahme der Beiständin zuzustellen.
Art. 292 StGB lautet:
Wer der von einer zuständigen Behörde oder einem zuständigen Beamten
unter Hinweis auf die Strafdrohung dieses Artikels an ihn erlassenen Verfü-
gung nicht Folge leistet, wird mit Busse bestraft.
14. Sämtliche vom hiesigen Gericht von den vorstehend angeordneten Mass-
nahmen (Dispositivziff. 6 bis Dispositivziff. 13) abweichenden Kindes-
schutzmassnahmen werden aufgehoben.
15. Der Antrag der Gesuchsgegnerin auf Einholung eines Erziehungsfähigkeits-
gutachtens über den Gesuchsteller wird abgewiesen.
16. Die eheliche Wohnung der Parteien an der I._-strasse 1 in J._ inkl.
darin befindlichem Hausrat wird ab dem 1. Juli 2022 der Gesuchsgegnerin
zur alleinigen Benützung mit D._ und C._ zugewiesen. Der Ge-
suchsteller wird für berechtigt erklärt, seine persönlichen Effekten und Ge-
genstände aus der Wohnung mitzunehmen.
Der Gesuchsteller wird angewiesen, die eheliche Wohnung spätestens per
30. Juni 2022 zu verlassen.
17. Die Gesuchsgegnerin wird verpflichtet, dem Gesuchsteller an den Unterhalt
des gemeinsamen Sohnes C._, geboren tt.mm.2005, folgende monatli-
che, im Voraus je auf den Ersten eines jeden Monats zahlbaren Unterhalts-
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beiträge (jeweils ohne Kinder-, Familien- und/oder Ausbildungszulagen), zu
bezahlen:
− CHF 2'050.– rückwirkend ab dem 1. März 2021 bis zum
31. Oktober 2021;
− CHF 2'150.– ab dem 1. November 2021 bis zum 30. Juni 2022;
− CHF 2'475.– für die Zeit ab dem 1. Juli 2022 und für die weite-
re Dauer des Getrenntlebens.
18. Die Gesuchsgegnerin wird verpflichtet, die laufenden Kinderkosten von
C._ (insbesondere Krankenkassenprämien, ÖV-Ticket, Handyabo) zu
bezahlen.
19. Die Gesuchsgegnerin wird verpflichtet, dem Gesuchsteller für sich persön-
lich, folgende monatliche, im Voraus je auf den Ersten eines jeden Monats
zahlbaren Unterhaltsbeiträge zu bezahlen:
− CHF 6'420.– ab dem 1. März 2021 bis zum 31. Oktober 2021;
− CHF 7'020.– ab dem 1. November 2021 bis zum 30. Juni 2022;
− CHF 8'520.– für die Zeit ab dem 1. Juli 2022 und für die weite-
re Dauer des Getrenntlebens.
20. Der Gesuchsteller wird verpflichtet, die von ihm bezogenen AHV-
Kinderrenten für die gemeinsamen Kinder der Parteien an die Gesuchsgeg-
nerin weiterzuleiten.
21. Auf den Antrag des Gesuchstellers auf Zusprechung eines Betrages zur
freien Verfügung für die Zeit des Zusammenlebens vom 12. November 2020
bis 28. Februar 2021 wird nicht eingetreten.
22. Diesem Entscheid liegen folgende finanzielle Verhältnisse zu Grunde:
a) anrechenbares Einkommen (inkl. 13. Monatslohn, Bonus; exkl. Spar-
quote von CHF 10'000.– monatlich bei der Gesuchsgegnerin):
− des Gesuchstellers: CHF 1'500.–
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− der Gesuchsgegnerin: CHF 31'150.–
− C._: CHF 385.–
− D._: CHF 335.–
b) Vermögen
Das Vermögen ist für die Unterhaltsberechnung nicht relevant.
c) Bedarf (ab 1. Juli 2022)
− des Gesuchstellers: CHF 6'770.–
− der Gesuchsgegnerin: CHF 9'285.–
− C._: CHF 1'500.– (beim Gesuchsteller)
CHF 1'230.– (bei der Gesuchsgegnerin)
− D._: CHF 1'600.–
23. Unter Verrechnung der gegenseitigen Unterhaltspflichten wird festgestellt,
dass die Gesuchsgegnerin für die Zeit vom 1. März 2021 bis zum 31. März
2022 von den vorstehend festgesetzten Unterhaltsbeiträgen CHF 47'260.05
bezahlt hat. Entsprechend wird die Gesuchsgegnerin verpflichtet, dem Ge-
suchsteller für die ausstehenden Unterhaltsbeiträge für die Zeit vom 1. März
2021 bis zum 31. März 2022 CHF 66'349.95 zu bezahlen.
24. Die Gesuchsgegnerin wird verpflichtet, die Kosten der Kindesschutzmass-
nahmen (inkl. Kosten der Familienbegleitung) gemäss Dispositivziff. 6 bis
Dispositivziff. 13 zu tragen.
25. Alle von den vorstehenden Anordnungen abweichenden Anträge der Partei-
en werden abgewiesen, soweit überhaupt darauf eingetreten wird.
26. Die Kinderprozessvertreterin, lic. iur. Z._, K._ GmbH, L._-
strasse 2, ... Zürich, wird für ihre Bemühungen und Auslagen als Vertreterin
der Kinder im vorliegenden Verfahren für die Zeit vom 10. Mai 2021 bis
15. Februar 2022 aus der Gerichtskasse mit CHF 16'975.30 (inkl. MWST)
entschädigt.
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27. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
CHF 12'000.00 ; die weiteren Kosten betragen:
CHF 16'975.30 Honorar der Kinderprozessvertreterin;
CHF 2'272.50 Dolmetscherkosten;
CHF 31'247.80 Kosten total.
28. Die Kosten werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt.
29. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
30. Der Antrag des Gesuchstellers auf Leistung eines Prozesskostenbeitrags,
eventualiter auf Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird abgewie-
sen.
31. [Schriftliche Mitteilung.]
32. [Rechtsmittelbelehrung.]
Berufungsanträge:
der Gesuchsgegnerin und Berufungsklägerin (Urk. 338 S. 2 f.):
"1. Ziff. 17 des Dispositivs des Urteils vom 28.02.2022 des  Meilen sei insoweit zu ergänzen, als die  auch für die Zeit bis zum 30.06.2022, bzw. bis zum Auszug des Gesuchstellers aus der ehelichen Liegenschaft an der I._-strasse 1, J._ berechtigt ist, die Wohnkosten von C._ beim Gesuchsteller (gemäss Urteil in der Höhe von CHF 850.–) durch Direktzahlungen zu leisten und von den  Kinderunterhaltsbeiträgen in Abzug zu bringen.
2. Ziff. 19 des Dispositivs des Urteils sei aufzuheben und es sei  abzusehen, die Gesuchsgegnerin zu verpflichten, dem  für sich persönlich Unterhaltsbeiträge zu bezahlen.
Eventualiter, für den Fall, dass die Gesuchsgegnerin verpflichtet wird, dem Gesuchsteller persönlich monatliche Unterhaltsbeiträge zu bezahlen, sei sie für berechtigt zu erklären, ab 01.04.2022 bis zum 30.06.2022, bzw. bis zum Auszug des Gesuchstellers aus der ehelichen Liegenschaft an der I._-strasse 1, ... J._, die Wohnkosten in der Höhe von CHF 1'700.– direkt zu bezahlen und vom Ehegattenunterhalt in Abzug zu bringen.
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3. Ziff. 23 des Dispositivs des Urteils sei insoweit abzuändern, als davon abzusehen ist, die Gesuchsgegnerin zu verpflichten, dem Gesuchsteller für sich persönlich rückwirkend geschuldete  zu bezahlen. Die rückwirkend zu bezahlenden  seien auf die Zahlungen für C._ zu . Sie betragen total noch CHF 4'736.05.
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt.) zu Lasten des Gesuchstellers."

Erwägungen:
1. Sachverhalt/Prozessgeschichte
1.1. Die Parteien sind seit dem tt. Juni 2008 verheiratet und Eltern der gemein-
samen Kinder C._, geboren am tt.mm.2005, und D._, geboren am
tt.mm.2012. Die Parteien stammen ursprünglich aus M._ [Staat in Europa],
lebten jedoch lange Zeit in N._ [Staat in Europa]. Im Mai 2008 zogen sie in
die Schweiz und wohnen derzeit im Bezirk Meilen (siehe Urk. 1 Rz. 4; Urk. 26
S. 5; Urk. 3/2).
1.2. Mit Eingabe vom 12. November 2020 ersuchte der Gesuchsteller und Beru-
fungsbeklagte (fortan Gesuchsteller) bei der Vorinstanz um Regelung des Ge-
trenntlebens (Urk. 1). Am 21. Januar 2021 orientierte die Gesuchsgegnerin und
Berufungsklägerin (fortan Gesuchsgegnerin) die Vorinstanz über das von ihr am
25. November 2020 in O._ (M._) eingeleitete Scheidungsverfahren und
erhob teilweise die Einrede der (sachlichen) Unzuständigkeit (Urk. 51 S. 2). Im
Übrigen kann betreffend den Verlauf des vorinstanzlichen Verfahrens auf die ent-
sprechenden Erwägungen im angefochtenen Entscheid (Urk. 339 S. 7 ff.) verwie-
sen werden. Am 28. Februar 2022 erliess die Vorinstanz den eingangs wiederge-
gebenen Entscheid (Urk. 333 = Urk. 339).
1.3. Dagegen erhob die Gesuchsgegnerin am 4. April 2022 rechtzeitig (vgl.
Urk. 335/1; Art. 314 Abs. 1 ZPO) Berufung mit den eingangs aufgeführten Anträ-
gen (Urk. 338 S. 2 ff.). Das von der Gesuchsgegnerin gestellte Gesuch um Ertei-
lung der aufschiebenden Wirkung wurde mit Verfügung vom 7. April 2022 abge-
wiesen und ihr zugleich Frist zur Leistung eines Kostenvorschusses angesetzt
(Urk. 342). Dieser ging rechtzeitig ein (Urk. 344). Am 19. Mai 2022 ging dem Ge-
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richt eine Noveneingabe der Gesuchsgegnerin zu (Urk. 345-347). Da sich die Be-
rufung sogleich als unbegründet erweist, kann auf die Einholung einer Berufungs-
antwort verzichtet werden (Art. 312 Abs. 1 ZPO). Die Berufungsschrift samt Beila-
gen sowie die Noveneingabe sind dem Gesuchsteller sowie den Verfahrensbetei-
ligten mit dem heutigen Entscheid zuzustellen.
1.4. Die vorinstanzlichen Akten (Urk. 1-337) wurden beigezogen. Auf die Vor-
bringen der Gesuchsgegnerin ist nachfolgend nur insoweit einzugehen, als dies
zur Entscheidfindung notwendig erscheint.
2. Prozessuales
2.1. Mit der Berufung können unrichtige Rechtsanwendung und unrichtige Fest-
stellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die Beru-
fungsinstanz verfügt über eine umfassende Überprüfungsbefugnis der Streitsa-
che, d.h. über unbeschränkte Kognition bezüglich Tat- und Rechtsfragen, ein-
schliesslich der Frage richtiger Ermessensausübung (Angemessenheitsprüfung;
BGer 5A_184/2013 vom 26. April 2013, E. 3.1). In der schriftlichen Berufungsbe-
gründung (Art. 311 ZPO) ist hinreichend genau aufzuzeigen, inwiefern der erstin-
stanzliche Entscheid in den angefochtenen Punkten als fehlerhaft zu betrachten
ist bzw. an einem der genannten Mängel leidet (BGE 142 I 93 E. 8.2; 138 III 374
E. 4.3.1). Was nicht oder nicht in einer den gesetzlichen Begründungsanforderun-
gen genügenden Weise beanstandet wird, ist – abgesehen von offensichtlichen
Mängeln – von der Rechtsmittelinstanz grundsätzlich nicht zu überprüfen (BGE
142 III 413 E. 2.2.4). Werden keine oder nur ungenügende Berufungsanträge ge-
stellt oder werden diese nicht begründet, ist auf die Berufung nicht einzutreten.
Eine in der Substanz mangelhafte Begründung kann zur Abweisung der Berufung
führen (ZK ZPO-Reetz/Theiler, Art. 311 N 12, N 33 und N 36-38).
2.2. Strittig sind im vorliegenden Rechtsmittelverfahren die von der Gesuchsgeg-
nerin geschuldeten persönlichen Ehegattenunterhaltsbeiträge (Disp. Ziff. 19 und
Disp. Ziff. 23 des angefochtenen Entscheids), wobei sie diesbezüglich (einzig) die
Zuständigkeit der Vorinstanz moniert sowie eventualiter darum ersucht, die dem
Gesuchsteller anfallenden Wohnkosten direkt begleichen zu dürfen und den (vom
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1. April bis 30. Juni 2022 bzw. bis zum Auszug des Gesuchstellers aus der eheli-
chen Liegenschaft) geschuldeten Unterhaltsbeitrag um diesen Betrag zu kürzen.
Letzteres verlangt sie in Ergänzung von Dispositivziffer 17 (Kinderunterhalt) auch
hinsichtlich des für C._ geschuldeten Unterhaltsbeitrags (Urk. 338). Nicht
angefochten sind demgegenüber die Dispositiv-Ziffern 1-16, 18, 20-22, 24 sowie
25 des vorinstanzlichen Entscheids. Da die Berufung die Rechtskraft und Voll-
streckbarkeit des angefochtenen Entscheids nur im Umfang der Anträge hemmt
(Art. 315 Abs. 1 ZPO), sind die letztgenannten Dispositiv-Ziffern somit in Rechts-
kraft erwachsen. Dies ist vorzumerken.
3. Ehegattenunterhalt
3.1. Zuständigkeit der Vorinstanz
3.1.1. Die Gesuchsgegnerin bestritt vor Vorinstanz die (sachliche) Zuständigkeit
des Eheschutzgerichts betreffend den vom Gesuchsteller geforderten Unterhalt
ab dessen Auszug aus der ehelichen Wohnung. Als Begründung führte sie im
Wesentlichen aus, sie habe am 25. November 2020, mithin einige Tage nach
Rechtshängigkeit des Eheschutzverfahrens, in O._ ein Scheidungsverfahren
eingeleitet. Das ... Scheidungsurteil [des Staates M._] sei gemäss Art. 65
Abs. 1 IPRG in der Schweiz anerkennungsfähig, da beide Parteien ... Staatsan-
gehörige [des Staates M._] seien. Entsprechend sei das Eheschutzgericht
nur für Massnahmen bis zum Eintritt der Rechtshängigkeit der Scheidung zustän-
dig, vorliegend somit für den Zeitraum vom 12. November bis 25. November
2020. Für Anordnungen, die einzig in die Zukunft wirkten, fehle es hingegen an
der sachlichen Zuständigkeit des Eheschutzgerichts, weshalb auf die Rechtsbe-
gehren des Gesuchstellers betreffend Unterhalt ab Auszug aus der ehelichen
Wohnung nicht einzutreten sei (siehe Urk. 339 E. III./1.1. S. 14 mit Verweis auf
Urk. 51). Am 3. Februar 2022 reichte die Gesuchsgegnerin ein Urteil des Oberge-
richts O._ ein, mit welchem die Zuständigkeit des dortigen erstinstanzlichen
Gerichts bejaht wurde (siehe Urk. 339 E. III./1.1. S. 14 mit Verweis auf
Urk. 314/1).
Die Vorinstanz bejahte in der Folge ihre Zuständigkeit (auch) bezüglich des
vom Gesuchsteller verlangten Ehegattenunterhalts. Hierzu erwog sie im Wesent-
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lichen, der Gesuchsteller habe das Gesuch betreffend Eheschutz zu einem Zeit-
punkt gestellt, als die Scheidungsklage in M._ noch nicht hängig gewesen
sei. Entsprechend seien die schweizerischen Gerichte zur Anordnung von Ehe-
schutzmassnahmen grundsätzlich bis zur Rechtshängigkeit der Scheidungsklage
zuständig (Urk. 339 E. III./2.1. S. 15 f.). Darüber hinaus sei die Zuständigkeit des
schweizerischen Eheschutzgerichts vorbehalten, wenn von vornherein – d.h. be-
reits bei Einleitung des Eheschutzverfahrens – offensichtlich sei, dass ein im Aus-
land ergangenes Scheidungsurteil in der Schweiz nicht anerkannt werden könne
(mit Verweis auf BGE 134 III 326 E. 3.2. und E. 3.3.; Urk. 339 E. III./2.2. S. 16).
Das Rechtsbegehren des Gesuchstellers auf Zusprechung von persönlichem Un-
terhalt ab Auszug aus der Familienwohnung sei Nebenfolge der Scheidung und
vermögensrechtlicher Natur, welche nicht durch einen völkerrechtlichen Vertrag
geregelt werde. Die Frage nach der Anerkennungsfähigkeit eines ... Urteils [des
Staates M._] in diesem Punkt bestimme sich daher nach dem IPRG. Eine in-
direkte Zuständigkeit der ... Gerichte [des Staates M._] betreffend die Schei-
dungsklage und die Regelung der Nebenfolgen ergebe sich gestützt auf Art. 65
Abs. 1 IPRG, da M._ einer der Heimatstaaten der Ehegatten sei. Es sei da-
her davon auszugehen, dass ein ... Entscheid [des Staates M._] in der
Schweiz anerkannt würde. Da das diesbezügliche Rechtsbegehren des Gesuch-
stellers die Zeit nach Rechtshängigkeit der ... Scheidungsklage [des Staates
M._] betreffe, sei das Eheschutzgericht – wie die Gesuchsgegnerin zu Recht
ausführe – für dessen Regelung nicht mehr zuständig. Denkbar wäre aber eine in-
ternationale bzw. örtliche Zuständigkeit des Einzelgerichts zum Erlass von vor-
sorglichen Massnahmen im ausländischen Scheidungsverfahren, wie dies bei-
spielsweise Art. 10 lit. b IPRG vorsehe. Vorliegend müsse jedoch nicht auf diese
Bestimmung zurückgegriffen werden, da sich eine Zuständigkeit zum Erlass vor-
sorglicher Massnahmen im ausländischen Scheidungsverfahren bereits gestützt
auf Art. 6 IPRG ergebe. So habe sich die Gesuchsgegnerin vorbehaltslos auf das
Verfahren vor dem Einzelgericht eingelassen, zumal sie die Einrede der Unzu-
ständigkeit erst mit Eingabe vom 21. Januar 2021 und nicht mit der Gesuchsant-
wort vom 18. Dezember 2020 erhoben habe (Urk. 339 E. III./2.4.1. S. 18 ff.). Der
guten Ordnung halber sei festzuhalten, dass dem Gesuchsteller auch nicht zuge-
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mutet werden könne, seine Unterhaltsansprüche im ausländischen Scheidungs-
verfahren geltend zu machen. Er bestreite dort – wie hier – die Zuständigkeit des
... Gerichts [des Staates M._]. Da bis dato nur gerade obergerichtlich (und
damit nicht letztinstanzlich) über die Zuständigkeit des Scheidungsgerichts ent-
schieden worden sei, könne nicht innert nützlicher Frist mit einem Entscheid über
den Unterhalt gerechnet werden. Der Gesuchsteller sei für die Bestreitung seines
Existenzminimums dringend auf ehelichen Unterhalt angewiesen. Insofern wären
vorsorgliche Massnahmen auch dann anzuordnen, wenn die Einlassung der Ge-
suchsgegnerin nicht zu berücksichtigen wäre (Urk. 339 E. III./2.4.2. S. 20). Einer
Konversion des Rechtsbegehrens in ein Begehren um vorsorgliche Massnahmen
im ausländischen Scheidungsprozess stehe sodann nichts entgegen. Die bean-
tragten persönlichen Unterhaltsbeiträge könnten auch als vorsorgliche Massnah-
men im ausländischen Scheidungsverfahren beantragt werden, wie dies der Ge-
suchsteller in seiner Eingabe vom 28. Januar 2021 eventualiter geltend mache.
Die Zuständigkeit des Einzelgerichts im summarischen Verfahren sei bei Ehe-
schutzmassnahmen und bei vorsorglichen Massnahmen im Scheidungsverfahren
gegeben. Auf die Möglichkeit, vorsorgliche Massnahmen im ausländischen
Scheidungsprozess anordnen zu können, seien die Parteien bereits mit Verfü-
gung vom 18. März 2021 hingewiesen worden (Urk. 339 E. III./2.4.3. S. 20). Ent-
sprechend könne das Rechtsbegehren des Gesuchstellers betreffend Ehegatten-
unterhalt als vorsorgliche Massnahme im ausländischen Scheidungsverfahren
behandelt werden und es sei auf seinen Antrag einzutreten (vgl. Urk. 339 E. III./3.
S. 20).
In der Folge sprach die Vorinstanz dem Gesuchsteller persönlichen Unter-
halt zu (Urk. 339 E. IX./6. S. 72 ff. und Disp. Ziff. 19).
3.1.2. Die Gesuchsgegnerin rügt in ihrer Berufungsschrift zusammengefasst, das
Eheschutzgericht sei vorliegend nur für Massnahmen bis zum Eintritt der Rechts-
hängigkeit der Scheidung zuständig, mithin für den Zeitraum vom 12. bis
25. November 2020. Für Anordnungen, die einzig in die Zukunft wirkten, fehle es
an der sachlichen Zuständigkeit des Eheschutzgerichtes. Eine Zuständigkeit in
der Schweiz zum Erlass von vorsorglichen Massnahmen könne vorliegend weder
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durch Anerkennung oder Einlassung (Urk. 338 Rz. 4) noch gestützt auf Art. 10
IPRG (Urk. 338 Rz. 5-13) begründet werden. Die sachliche, örtliche und internati-
onale Zuständigkeit des Einzelgerichts im summarischen Verfahren in Meilen sei
somit nicht gegeben, womit die Vorinstanz auf das entsprechende Begehren des
Gesuchstellers betreffend Zusprechung von Ehegattenunterhalt nicht hätte eintre-
ten dürfen. Die entsprechende Dispositivziffer sei somit aufzuheben und es sei
davon abzusehen, dem Gesuchsteller persönliche Unterhaltsbeiträge zuzuspre-
chen. Folglich sei auch die Dispositivziffer 23 des angefochtenen Entscheids ab-
zuändern. Die rückwirkend zu bezahlenden Unterhaltsbeiträge seien auf die Zah-
lungen für C._ zu beschränken und betrügen insgesamt Fr. 4'736.05
(Urk. 338 Rz. 14). Mit Noveneingabe vom 18. Mai 2022 machte die Gesuchsgeg-
nerin schliesslich geltend, der Gesuchsteller habe sich in M._ auf das Schei-
dungsverfahren eingelassen und sogar eine Widerklage erhoben. Auf die Gel-
tendmachung von Ehegattenunterhalt habe er verzichtet (Urk. 345).
3.1.3. Sobald die Klage eines Ehegatten auf Scheidung beim zuständigen Ge-
richt rechtshängig gemacht worden ist, konnten nach bisheriger bundesgerichtli-
cher Praxis Eheschutzmassnahmen für die Zeit nach Eintritt der Rechtshängigkeit
nicht mehr getroffen, sondern nur noch vorsorgliche Massnahmen während des
Scheidungsverfahrens angeordnet werden (BGE 129 III 60 E. 2 mit Hinweisen;
vgl. die Präzisierung dieser Rechtsprechung, wenn während des Eheschutzver-
fahrens die Scheidung rechtshängig gemacht wird, in BGE 138 III 646 E. 3.3.2;
auch BGer 5A_316/2018 vom 5. März 2019, E. 3.2). Das Bundesgericht hat ent-
schieden, dass diese für Binnensachverhalte geltende Regel auch in internationa-
len Verhältnissen grundsätzlich massgebend ist (BGE 134 III 326 E. 3.2.; BGer
5C.243/1990 vom 5. März 1991, E. 2c, SJ 1991 S. 463). Demnach ist das Ehe-
schutzgericht bis zum Eintritt der Rechtshängigkeit der Scheidung für die Rege-
lung des Getrenntlebens zuständig (Art. 176 ZGB), während für die Zeit danach
das Scheidungsgericht die notwendigen vorsorglichen Massnahmen trifft (Art. 276
Abs. 1 ZPO). Massnahmen, die das Eheschutzgericht erlässt, bleiben in Kraft, so-
lange das Scheidungsgericht sie nicht abändert (Art. 276 Abs. 2 ZPO i. V. m.
Art. 179 Abs. 1 ZGB). Die Einleitung des Scheidungsverfahrens führt weder zur
Gegenstandslosigkeit des (pendenten) Eheschutzverfahrens noch zum Verlust
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der Zuständigkeit des Eheschutzgerichts. Vielmehr bleibt das zuständigkeitshal-
ber (d.h. vor Eintritt der Rechtshängigkeit des Scheidungsverfahrens) angerufene
Eheschutzgericht für die Regelung des Getrenntlebens zuständig, selbst wenn ei-
ne der Parteien während des noch laufenden Eheschutzverfahrens das Schei-
dungsgericht anruft. Es spielt mithin keine Rolle, ob das Eheschutzgericht vor o-
der erst nach Eintritt der Rechtshängigkeit des Scheidungsverfahrens entscheidet
(BGE 148 III 95 E. 4.2. mit Verweis u.a. auf BGE 138 III 646 E. 3.3.2, 137 III 614
E. 3.2.2 und 129 III 60 E. 2 und 3 [zu aArt. 137 ZGB]).
Anders würde es sich dagegen verhalten, wenn das Gesuch um Ehe-
schutzmassnahmen zu einem Zeitpunkt gestellt wurde, in welchem im Ausland
bereits eine Scheidungsklage anhängig war. Diesfalls sind die schweizerischen
Gerichte zur Anordnung von Eheschutzmassnahmen grundsätzlich nicht mehr
zuständig. Deren Zuständigkeit ist allerdings vorbehalten, wenn von vornherein,
d.h. bereits bei Einleitung des Eheschutzverfahrens offensichtlich ist, dass ein im
Ausland ergangenes Scheidungsurteil in der Schweiz nicht anerkannt werden
kann oder sich eine Zuständigkeit aus Art. 10 IPRG ergibt (vgl. BGE 134 III 326
E. 3.2. und 3.3.). Im Übrigen sei darauf hingewiesen, dass das Bundesgericht in
seiner neuesten Praxis betreffend Abgrenzung von Eheschutzmassnahmen zum
Verfahren auf vorsorgliche Massnahmen in einer Scheidung erwogen hat, dass
das Eheschutzgericht für die Beurteilung des bei ihm hängigen Begehrens bis zu
einem allfälligen späteren Entscheid des Scheidungsgerichts über das dortige
Massnahmegesuch zuständig bleibt, ungeachtet der Tatsache, ob beim Schei-
dungsgericht bereits ein Massnahmegesuch gestellt worden ist (BGer
5A_120/2021 vom 11. Februar 2022, E. 4.2. f.).
3.1.4. Vorliegend hat die Gesuchsgegnerin das Scheidungsverfahren erst am
25. November 2020 eingeleitet (vgl. Urk. 52/61), mithin zu einem Zeitpunkt, in
welchem das Eheschutzverfahren vor Vorinstanz bereits rechtshängig war. Dass
beim angerufenen Scheidungsgericht bereits vorsorgliche Massnahmen beantragt
oder gar erlassen worden seien, wird nicht geltend gemacht. Im Gegenteil bringt
die Gesuchsgegnerin vor, der Gesuchsteller habe bis heute keine vorsorglichen
Massnahmen im Rahmen des Scheidungsverfahrens beantragt (vgl. Urk. 338
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Rz. 9 f.; Urk. 345 S. 2). Entsprechend war nach dem zuvor Ausgeführten das vom
Gesuchsteller angerufene Eheschutzgericht für die Regelung des Getrenntlebens
– und damit auch für die Festlegung des Unterhalts für den Ehegatten – (sachlich)
zuständig. Diese Zuständigkeit bestand denn auch im Urteilszeitpunkt und besteht
weiterhin: Das Eheschutzverfahren ist nach wie vor (nunmehr bei der
Rechtsmittelinstanz) pendent und ist im Lichte der vorstehend dargelegten bun-
desgerichtlichen Rechtsprechung zu Ende zu führen. Die Anordnungen haben
auch über die Einleitung des Scheidungsverfahren hinaus Geltung, solange im
Scheidungsverfahren keine Begehren um Erlass oder Abänderung vorsorglicher
Massnahmen gestellt werden und das Scheidungsgericht keine entsprechenden
Anordnungen trifft. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass der Gesuchstel-
ler vorliegend (auch) für die Zeit nach seinem Auszug aus der ehelichen Liegen-
schaft (d.h. ab 1. Juli 2022, vgl. Urk. 339 E. VIII./3. und E. VIII./4. S. 53) die Zu-
sprechung von Unterhaltsbeiträgen verlangt. Der (künftige) Auszug des Gesuch-
stellers stellt vielmehr eine Tatsache dar, die das Eheschutzgericht bei der Beur-
teilung des Unterhaltsanspruchs mit Verweis auf die Rechtsprechung des Bun-
desgerichts zu berücksichtigen hat, auch wenn sich diese Tatsache erst nach Ein-
leitung des Scheidungsverfahrens verwirklichte (vgl. BGE 148 III 95 E. 4.5. ff.).
Entsprechend war die als Eheschutzgericht angerufene Vorinstanz bezüglich des
verlangten Ehegattenunterhalts sachlich zuständig. Die internationale und örtliche
Zuständigkeit der Vorinstanz ergibt sich aus Art. 1 Abs. 2 IPRG i.V.m. Art. 2 Abs.
1 LugÜ und Art. 46 IPRG.
3.1.5. Demgemäss hat die Vorinstanz ihre Zuständigkeit im Ergebnis zu Recht
bejaht.
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3.2. Direktzahlung der Wohnkosten
3.2.1. Die Gesuchsgegnerin macht eventualiter geltend, sollte sie zur Zahlung
von Ehegattenunterhaltsbeiträgen verpflichtet werden, so sei sie für berechtigt zu
erklären, (auch) ab 1. April 2022 bis zum 30. Juni 2022 bzw. bis zum Auszug des
Gesuchstellers aus der ehelichen Liegenschaft die [dem Gesuchsteller] anfallen-
den Wohnkosten von Fr. 1'700.– direkt zu bezahlen und vom Ehegattenunterhalt
in Abzug zu bringen (Urk. 338 Rz. 14).
3.2.2. Mit ihren Ausführungen beanstandet die Gesuchsgegnerin die Höhe der
von der Vorinstanz zugesprochenen Ehegattenunterhaltsbeiträge (vgl. Urk. 339
E. IX./6.2. S. 73 f.) grundsätzlich nicht, sondern verlangt einzig, dass sie die dem
Gesuchsteller (vom 1. April bis 30. Juni 2022 bzw. bis zum Auszug des Gesuch-
stellers aus der ehelichen Liegenschaft) anfallenden und von ihm zu tragenden
Wohnkosten in der ehelichen Liegenschaft in Höhe von Fr. 1'700.– (Urk. 339
E. IX./4.3.1.2. S. 67 f. und E. IX./4.2.2. S. 68) direkt bezahlen und damit vom ge-
schuldeten Unterhaltsbeitrag in Abzug bringen dürfe. Nachdem sie ihren diesbe-
züglichen Berufungsantrag allerdings nicht weiter begründet (vgl. Urk. 338
Rz. 14), kommt sie der ihr obliegenden Begründungspflicht nicht rechtsgenügend
nach (siehe vorstehend Ziff. 2.1.). Abgesehen davon ist der Auszugstermin des
Gesuchstellers (1. Juli 2022; vgl. Urk. 339 Disp. Ziff. 16) im heutigen Zeitpunkt
ohnehin bereits verstrichen und die Gesuchsgegnerin macht nicht geltend, der
Gesuchsteller wohne – trotz Auszugstermins – weiterhin in der ehelichen Liegen-
schaft (siehe auch nachfolgend Ziffer 4.2.). Ebenso wenig bringt sie vor, sie habe
die Wohnkosten des Gesuchstellers in der Zeit vom 1. April bis 30. Juni 2022 in
tatsächlicher Hinsicht direkt an die Gläubiger geleistet, sodass auch eine allfällige
(rückwirkende) Anrechnung ausser Betracht fällt.
3.3. Fazit
Die Berufung gegen die Dispositiv-Ziffern 19 und 23 des angefochtenen Ent-
scheids erweist sich damit als unbegründet und ist abzuweisen.
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4. Kinderunterhalt
4.1. In Bezug auf den für C._ geschuldeten (Kinder-)Unterhaltsbeitrag
macht die Gesuchsgegnerin in ihrer Berufungsschrift einzig geltend, sie sei für be-
rechtigt zu erklären, die für C._ anfallenden Wohnkosten direkt an die Gläu-
biger begleichen zu können, solange dieser mit dem Gesuchsteller in der eheli-
chen Liegenschaft wohne. Sie (die Gesuchsgegnerin) sei Eigentümerin dieser
Liegenschaft. Hypothekarzinsen und Nebenkosten würden grundsätzlich nicht
monatlich, sondern periodisch fällig werden. Sie habe diese auch in der Vergan-
genheit (seit Einleitung des Eheschutzverfahrens) direkt an die entsprechenden
Gläubiger geleistet und solle berechtigt sein, dies auch zukünftig zu tun, bis der
Gesuchsteller eine eigene Wohnung beziehe. Dispositivziffer 17 des angefochte-
nen Entscheids sei entsprechend zu ergänzen (Urk. 338 Rz. 16).
4.2. Der Auszugstermin des Gesuchstellers aus der ehelichen Liegenschaft ist
im heutigen Zeitpunkt bereits verstrichen (vgl. Urk. 339 Disp. Ziff. 16) und die Ge-
suchsgegnerin macht nicht geltend, der Gesuchsteller wohne weiterhin mit
C._ in der ehelichen Liegenschaft. Es ist daher davon auszugehen, dass nun
die Gesuchsgegnerin mit C._ in der ehelichen Liegenschaft wohnt und somit
für die diesbezüglichen Wohnkosten direkt aufzukommen hat (vgl. Urk. 339
E. VIII./4. S. 53 f. und E. IX./4.1.3. S. 64). Vor diesem Hintergrund besteht keine
Veranlassung, die Gesuchsgegnerin zu berechtigen, die für C._ (zukünftig)
anfallenden Wohnkosten direkt zu bezahlen und den entsprechenden Betrag von
den von ihr geschuldeten Unterhaltsbeiträgen abzuziehen. Dass sie in der Zeit
vom 1. April bis 30. Juni 2022 die Wohnkosten von C._ in tatsächlicher Hin-
sicht (direkt) beglichen hat, macht die Gesuchsgegnerin sodann nicht geltend
(Urk. 338 S. 18), weshalb auch eine (rückwirkende) Anrechnung für die Monate
April bis und mit Juni 2022 ausser Betracht fällt. Entsprechend erweist sich die
Berufung auch in diesem Punkt als unbegründet und ist abzuweisen.
5. Fazit
Nach dem Gesagten erweisen sich die Vorbringen in der Berufung als unbegrün-
det. Entsprechend ist sie abzuweisen und die Dispositiv-Ziffern 17, 19 und 23 des
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Urteils und der Verfügung des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Be-
zirksgericht Meilen vom 28. Februar 2022 sind zu bestätigen.
6. Zweitinstanzliche Kosten- und Entschädigungsfolgen
Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist in Anwendung von § 12 Abs. 1
und 2 in Verbindung mit § 5 Abs. 1 und § 6 Abs. 2 lit. b GebV OG auf Fr. 2'000.–
festzusetzen und ausgangsgemäss der Gesuchsgegnerin aufzuerlegen (Art. 106
Abs. 1 ZPO). Für das Berufungsverfahren sind keine Parteientschädigungen zu-
zusprechen; der Gesuchsgegnerin infolge ihres Unterliegens (Art. 106 Abs. 1
ZPO), dem Gesuchsteller mangels Aufwendungen.