Decision ID: 0edca8b9-060c-422a-bb02-97be933aae07
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1981, war
seit dem
1.
September 2010
als Gipser bei der
Y._
AG
,
tätig
(vgl.
Urk.
8/65
Ziff.
2.1
-2
)
, als er am 3
1.
Mai 2014 einen Auffahrunfall erlitt (vgl.
Urk.
8/7/157)
.
Unter Hinweis auf
seither bestehende
Kopf-, Schulter- und
Rückenschmerzen
sowie
Muskelverletzungen
meldete sich
der Versicherte
am
7.
Oktober 2014
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/3
Ziff.
6.1-3
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab, zog Akten der
Suva
(
Urk.
8
/7,
Urk.
8/14,
Urk.
8/21,
Urk.
8
/61
) und
des Kranken
taggeldversicherers
(
Urk.
8/25,
Urk.
8
/40)
bei
und verneinte n
ach ergangenem Vorbescheid (
Urk.
8/71
) mit Verfügung vom
9.
Oktober 2017 einen Rentenan
spruch (
Urk.
8/
73
=
Urk.
2).
2.
Der
Versicherte erhob am 1
5.
November 2017
Beschwerde
gegen die Verfügung vom
9.
Oktober 2017 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei die Angelegenheit zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzu
weisen und anschliessend sei eine neue Verfügung zu erlassen. Insbesondere sei ein polydisziplinäres Gutachten in Auftrag zu geben (
Urk.
1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
2
8.
Dezember 2017
(
Urk.
7
) die Abweisung der Beschwerde.
Am
8.
Januar 2018 (
Urk.
9) zog der Beschwerde
führer sein Gesuch um unentgeltliche Prozessführung und
Verbeiständung
(
Urk.
1
S. 2) zurück. Am 1
9. Februar 2018 reichte
er seine Replik (
Urk.
11) ein, und die
Beschwerdegegnerin verzichtete am 2
0.
März 2018 auf das Einreichen einer Duplik
(
Urk.
15), was dem Beschwerdeführer am
2
7.
März 2018 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
16).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG)
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung
des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
des Bundesgesetzes
über die Invalidenversicherung; IVG
).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre Verfügung (
Urk.
2) damit, dass der Beschwerdeführer nach Ablauf des Wartejahres am 3
1.
Mai 2015 in der ange
stammten Tätigkeit als Gipser zu 50
%
arbeitsfähig gewesen sei. In einer kör
perlich leichten, gelegentlich mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeit ohne
langes Stehen, ohne Arbe
iten über Kopf und ohne häufiges
Bücken und ohne vo
r
ausgesetzte Zwangshaltungen des Kopfes und/oder Rumpfes, betrage die Arbeits
fähigkeit 75
%
. Der Einkommensvergleich ergebe einen rentenanspruchs
aus
sch
l
ies
senden Invaliditätsgrad. Im Dezember 2015 und Juli 2016 habe der Beschwerdeführer seine Arbeitsfähigkeit schrittweise gesteigert, so dass ab letz
terem Datum auch seine angestammte Tätigkeit als Gipser im 100
%-Pensum zumutbar geworden sei. Allerdings seien hierbei Leistungsminderungen zu beach
ten, welche in einer optimal angepa
ssten Tätigkeit nicht bestünden
(S. 1 f.). Dass sich der Beschwerdeführer nur kurz nach Erlass des Vorbescheides in psychia
trische Behandlung begeben habe, könne nicht berücksichtigt werden. Es sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass sich ein all
fälliges psychisches Leiden nicht in anspruchsrelevanter Weise auswirke (
Urk.
7 S. 1 f.).
2.2
Dagegen machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde (
Urk.
1) geltend, er sei maximal zu 50
%
arbeitsfähig. Der Sachverhalt sei ungenügend abgeklärt worden. Er sei seit dem
6.
Oktober 2017 in psychiatrischer
Behandlung, und seine psychi
schen Einschränkungen seien nicht beachtet worden. Die psychischen Be
schwerden seien ausgewiesen. Ein polydisziplinäres Gutachten sei daher notwen
dig (
Urk.
1 S. 3 f.
Ziff.
4,
Urk.
11 S. 3 f.
Ziff.
3-4).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Inva
lidenrente.
3.
3.1
Dr.
med.
Z._
, Fachärztin für Neurologie
, stellte in ihrem Bericht vom
6.
Februar 2015 (
Urk.
8/15/6-9) nach Untersuchung des Beschwerdeführers am 2
8.
Januar 2015 folgende Diagnose (S. 1):
-
Status nach Verkehrsunfall am 3
1.
Mai 2014 mit
-
PKW-Heckaufprall
-
Distorsion
der Halswirbelsäule (HWS)
Quebec Task Force
(
QFT
)
II
-
chronischen Spannungskopfschmerzen
-
Tinnitus
-
Nuchalgien
-
lumbospondylogenen
Schmerzsyndrom links betont
Dr.
Z._
führte aus,
i
m Gespräch hätten keine Hinweise auf formale oder inhalt
liche Denkstörungen bestanden. Konzentration, Auffassung und Aufmerksamkeit seien ungestört gewesen, die Grundstimmung ausgeglichen und es habe eine normale affektive Schwingungsbreite bestanden
(S. 2 Mitte).
Es fänden sich leichtgradige mehrsegmentale degenerative Veränderungen, welche
durchaus durch den Unfallmechanismus hätten aktiviert worden sein können und
somit die persistierenden Beschwerden erklären könnten. Bei den vom Patienten geschilderten Kopfschmerzen handle es sich um chronische Spannungskopf
schmer
zen. Möglicherweise habe der regelmässige Analgetika-Konsum der letzten Monate im Sinne
eines Medikamentenübergebrauch
s
kopfschmerzes zur
Chroni
fizierung
der Kopfschmerzen beigetragen, weshalb eine Reduktion und das Absetzen der Analgetika empfehlenswert sei
en
(S. 3 Mitte). Betreffend den Tinnitus beidseits sei eine
Hals-Nasen-O
hren-ärztliche Kontrolle indiziert.
Hin
sicht
lich
der
lumbalen Rückenschmerzen sei festzuhalten, dass der Patient eine Schmerzausstrahlung in das
Dermatom
L5 vornehmlich links beklage. Elektro
physiologisch fänden sich beidseits in den Neurographien keine Hinweise auf eine periphere oder weiter proximal lokalisierte Läsion. Ebenso sei die
Elektromyo
graphie
der Kernmuskulatur L3-5 ohne Hinweis
e auf eine relevante,
axonale
Radikulopathie
linksseitig (S. 3 f. unten). MR-tomographisch hätten sich auch lu
mbal-degenerative Veränderungen
,
jedoch ohne Hinweis auf eine Nerven
wurzel
kompression
,
gefunden.
Dr.
Z._
führte aus, aus neurologischer Sicht spreche nichts gegen einen schritt
weisen Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess mit sukzessiver Steigerung der Belas
tung.
Es empfehle sich jedoch eine engmaschige physiotherap
eutische Begleitung
.
Langfristig plane der Patient aufgrund der chronischen nun belastungsab
hän
gigen
zervikalen und lumbalen Schmerzen eine weniger stark körperlich beanspru
chende Tätigkeit auszuüben
(
S. 4 oben).
3.2
Dr.
med.
A._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, ste
llte in ihrem Bericht vom
8.
Jun
i 2015 (
Urk.
8/15/1-5) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
-
HWS-Schleudertrauma durch PKW-Unf
all mit Heckaufprall am
3
1.
Mai 2014
-
Nackenschmerzen bestehend
seit Mai 2014
-
lumbospondylogene
Schmerzen
bestehend
seit Mai 2014
-
Handgelenksschmerzen beidseits
bestehend
seit Mai 2014
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Ar
beitsfähigkeit nannte
Dr.
A._
chronische Spannungskopfschmerzen und einen Tinnitus, bestehend seit Mai 2014 (
Ziff.
1.1).
Dr.
A._
führte aus, d
er Beschwerdeführer sei seit dem 2
6.
September 2014 bei ihr in Behandlung, und die letzte Kontrolle sei am 1
9.
Mai 2015 erfolgt (
Ziff.
1.2). In der zuletzt ausgeführten Tätigkeit als Gipser habe vom 3
1.
Mai bis
3.
Novem
ber
2015 (richtig
wohl
: 2014) eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden, und seit dem
4.
November 2015 (richtig
wohl
: 2014)
bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
(
Ziff.
1.6).
Es bestünden Nackenschmerzen
nach einer H
WS-Distorsion,
Spannungskopfschmerzen und eine Lumbalgie. Über
-K
opf-Arbeit führe zu Nacken
verspannung und zu Kopfschmerzen. Die bisherige Tätigkeit sei aus medi
zinischer Sicht zu 100
%
zumutbar, wobei Über-Kopf-Arbeit zu vermeiden sei.
Seit dem 1
0.
November 2015 (richtig: 2014) sei eine behinderungsangepasste Tätigkeit im Umfang von vier Stunden entsprechend 50
%
möglich (
Ziff.
1.7). Ab vollständiger Rehabilitation, wahrscheinlich im Dezember 2015
,
sei eine behinde
rungsangepasste, wechselbelastende Tätigkeit ohne Über-Kopf-Arbeiten und mit einer
Gewichtslimite
von 20 kg zu 100
%
möglich (
Ziff.
3).
3.3
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumato
logie des Bewegungsapparates,
Regionaler Ärztlicher Dienst (
RAD
)
, führte in seiner Stellungnahme vom 2
5.
Juni 2015 (
Urk.
8/70/5-6) aus, unter Berück
sich
tigung aller bis jetzt vorliegenden Arztberichte sei bei dem erst 34-jährigen Patienten ein somatischer Gesundheitsschaden ausgewiesen, einschliesslich der sich daraus ableitenden Einschränkungen der funktionellen Leistungsfähigkeit. Diese Gesundheitsschäden seien inzwischen weitgehend stabil. Es sei medizin
theo
retisch mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass in
folge der HWS-Distorsion die vorbestehenden, aber bis dahin asymptomatischen,
degenerativen HWS-Veränderungen nun erstmals symptomatisch geworden seien
, und dieser Exazerbationszustand nur sehr langsam und wahrscheinlich nicht voll
ständig abklinge. Der in der UVG-Akte dokumentierte Arbeitsunfähig
keits
verlauf für die bisherige, körperlich belastende und oft in ungünstiger Haltung auszuführende Tätigkeit als Gipser sei nachvollziehbar, weshalb darauf abzu
stellen sei. Demnach habe vom
1.
Juni bis
9.
November 2014 eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit, vom 1
0.
November bis 1
9.
Dezember 2014 eine 50%ige Arbeits
unfähigkeit, vom 2
0.
Dezember 2014 bis 1
1.
Januar 2015 keine Arbeits
unfähigkeit und ab dem 1
2.
Januar 2015 bis auf weiteres eine 50%ige Arbeits
unfähigkeit bestanden.
Dr.
B._
führte aus, für eine wirklich optimal behinderungsangepasste Tätigkeit sei medizintheoretisch retrospektiv mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer höher
en Arbeitsfähigkeit auszugehen. Demnach habe
ab
dem
1
2.
Januar 2015 zumindest
eine 75%i
ge und ab Dezember 2015 schliesslich eine 100%ige Arbeitsfähigkeit
bestanden
. Das Belastungsprofil bestehe in einer
körperlich leichten und gelegentlich mittelschweren Tätigkeit, wechselbelastend ohne langes Stehen, ohne Arbeiten übe
r Kopf oder mit häufigem Bücken und
ohne Zwangs
haltungen des Kopfes und/oder des Rumpfes.
3.4
PD
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Physikalische Medizin und Reha
bilitation und für Rheumatologie, und Physiotherapeut
D._
,
E._
, erstatteten am
6.
Juni 2016 das von der Krankentaggeldversicherung veranlasste Gutachten
(
Urk.
8/4
0/5-26
).
Nach am 1
8.
und 1
9.
Januar 20
1
6 durchgeführter Funktionsorientierter
Medizini
scher Abklärung (FOMA)
nannten
die Fachpersonen
folgende Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1
Ziff.
1):
-
chronisches
zervikovertebrales
, -
spondylogenes
und -
zephales
Syndrom
-
zum Teil muskulär bedingt, Differenzialdiagnose zentrale Schmerz
kom
ponente
-
Status nach indirektem HWS-Trauma, QTF II
,
am 3
1.
Mai 2014
-
leichte
Periarthropathia
humeroscapularis
links vom Supra- und
Infra
spinatustyp
-
chronisches
lumbospondylogenes
Syndrom linksbetont
-
überwiegend
myofaszial
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Fachper
sonen ein mässig
dysfunktionelles
Krankheitsverhalten, anlässlich der aktuellen Untersuchung psychisch ohne Auffälligkeiten, sowie ein
en rezidivierenden
Tinnitus und eine chronische Schallschwerhörigkeit linksbetont (S. 2 oben).
Die Fachpersonen führten zur Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit aus, die Evaluation der arbeitsbezogenen funktionellen Leistungsfähigkeit lasse auf
grund einer gewissen Selbstlimitierung keine abschliessende Beurteilung zu. Diese
müsse ergänzend aus
ärztlich-medizinischer Sicht erfolgen. Insgesamt seien ge
wisse Einschränkungen zum aktuellen Zeitpunkt nachvollziehbar, alle
rdings auf einem höheren Niveau als
dem derzeit umgesetzten.
Die
Tätigkeit als Gipser
werde
grundsätzlich
für
möglich
gehalten
, wenn auch zum aktuellen Zeitpunkt sowohl in zeitlicher wie leistungsmässiger Hinsicht noch eingeschränkt.
Es seien
ver
mehrte
Pausen von zwei Stunden
notwendig
,
und es bestehe eine zusätzliche
Leistungsminderung aufgrund einer gewissen Verlangsamung bei monoton-repe
ti
tiven Verrichtungen wie auch beim Transportieren von Gipssäcken und
beim
Treppensteigen. Die vermehrten Pausen ergäben sich hauptsächlich aufgrund der rascheren Ermüdung bei Arbeiten über Kopf
-
und Schulterhöhe sowie mit gleich
zeitigem Kraftaufwand, wie dies vor allem beim Abrieb auftrete (medizinisch-theoretisch 60%ige Arbeitsfähigkeit, 40%ige Arbeitsunfähigkeit).
Im Sinne der vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit zur Angewöhnung an die ur
sprüngliche Arbeit
,
werde das Beibehalten der aktuellen Arbeitsfähigkeit während sechs Monaten empfohlen. Ab dem
1.
Juli 2016 sei eine
Ganztagesarbeit mit weitgehend
intakter Leistung und wenig zusätzlichen Pausen im Rahmen einer Arbeitsfähigkeit von mindestens 80
%
ganztags in der angestammten Tätigkeit zumutbar. Der weitere V
erlauf sei noch nicht absehbar.
Sollten die e
ntspre
chen
den Reintegrationsziel
e nicht erreicht werden, wäre eine berufliche Umorien
tierung in eine Tätigkeit mit weniger monoton-repetitiven Anteilen, insbesondere
über Kopf, und Hantieren von Gewichten bis 20 kg ganztags anzustreben (S. 4
Ziff.
6.1).
Die Fachpersonen führten aus, eine angepasste, wechselpositionierte Tätigkeit in Bezug auf die oberen Extremitäten, ohne repetitiv-monotonen Einsatz der oberen Extremitäten mit gleichzeitigem Kraftaufwand, höchstens
manchmaligem
Treppen
steigen und Hantieren von Gewichten bis 20 kg
,
wäre dem
Versicherten ganztags zumutbar (S. 4
Ziff.
6.2).
3.5
Die Fachpersonen der
RehaClinic
F._
stellten in ihrem Bericht vom 2
5.
Oktober 2016 (
Urk.
8/64/11-15) folgende Diagnosen (S. 1):
-
chronisches
zervikobrachiales
Schmerzsyndrom
-
Status nach HWS-Schleudertrauma Mai 2014
-
degenerative HWS-Veränderungen in der Höhe C6/7
-
Spannungskopfschmerz
-
chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom
-
degenerative Facettengelenke
der Lendenwirbelsäule (
LWS
)
-
Status nach Handgelenkprellung beidseits im Rahmen des Autounfalles im Mai 2014
-
depressive Episoden
-
psychosoziale Belastung
Die Fachpersonen führten aus, der Beschwerdeführer habe sich vom
4.
bis 2
4.
Oktober 2016 in ihrem spezifischen vierwöchigen interdisziplinären ganz
heitlich orientierten Behandlungsprogramm für Patienten mit Status nach HWS-Trauma befunden (S. 1
Mitte
).
Vom
4.
bis
3
0.
Oktober 2016 habe eine 100%
ige Arbeitsunfähigkeit
bestanden. Ab dem 3
1.
Oktober 2016 bestehe auf das ange
stammte Arbeitspensum
bezogen
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit für eine leichte bis mittelschwere, wechselbelastendende Tätigkeit für weitere zwei
Wochen. Danach sei eine
Reevalu
ation
und gegebenenfalls Steigerung der Arbeitsfähigkeit zum Beispiel mit einer 10%igen Steigerung alle zwei Wochen durch den betreuenden Hausarzt in Betracht zu ziehen. Zu vermeiden seien Heben und Tragen von Lasten über 15 kg sowie Überkopfarbeiten und Arbeiten auf hohen Gerüsten
(S. 4 Mitte).
Die Fachpersonen führten aus, die Schmerzsymptomatik habe sich im Verlauf rückläufig gezeigt.
Der Patient sei mobiler und belastbarer geworden, und eine regelmässige Analgesie sei bei Austritt nicht mehr notwendig gewesen. Er habe
am 2
4.
Oktober 2016 in verbessertem
Zustand nach Hause entlassen werden können
. Er habe bei Austritt über keine wesentliche Besserung der Schmerz
symp
tomatik im Ber
eich
der HWS berichtet. Die Kopfschmerzen seien seltener ge
worden, jedoch unter Belastung weiterhin aufgetreten (S. 2 Mitte).
Der Patient habe eine
Erhöhung seiner Arbeitsfähigkeit bei weiterhin leicht bis mittelschwerer und wechselbelastender Tätigkeit als unrealistisch eingeschätzt.
Geplant sei die Weiterführung ambulanter Therapien inklusive Physiotherapie,
MTT und Massage. Die Fortsetzung von Psychotherapie werde bei dem stimmungs
mässig stabilen Patienten als wünschenswert, jedoch nicht als
dringlich erachtet
. Inwiefern er die hier gelernten Strategien weiter umsetzten könne, bleibe fraglich
(S. 4 Mitte).
3.6
Dipl. med.
G._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
verwies in seinem
Bericht vom
1
7.
März 2017
(
Urk.
8/64
/1-3
)
auf die Diagnosen der
RehaClinic
F._
(
Ziff.
1.2
-3
).
Dipl. med.
G._
führte aus,
der Beschwerdeführer sei seit Oktober 2015 bei ihm in Behandlung, und die letzte Kontrolle sei am
8.
März 2017 erfolgt (
Ziff.
3.1).
In der bisherigen Tätigkeit als Gipser habe entgegen allen Berichten und Untersuchungen keine Steigerung der Arbeitsfähigkeit über 40
%
erreicht werden können. Es bestehe aktuell eine Leistungsminderung von 60
%
(
Ziff.
2.1-2).
3.7
In seiner Stellungna
hme vom 2
5.
März 2017 (
Urk.
8/70
/10-11) führte
Dr.
B._
, RAD, aus, unter zusammenfassender Berücksichtigung aller bis jetzt vorliegend
en Arztberichte habe sich der Gesundheitszustand
seit dem Zeitpunkt der letzten RAD-Stellungnahme vom 2
5.
Juni 2015
aus rein medizinischer Sicht nicht wes
entlich verändert. Seitdem hätten verschiedene Beurteilungen der Arbeitsfähig
keit stattgefunden mit doch teilweise recht unterschiedlichem Ergebnis, entspre
chend einer anderen Beurteilung desselben medizinischen Sachverhaltes. Jedoch sei die umfassende, sich auf spezielle Untersuchungen stützende FOMA im Januar 2016 zu einem weitgehend gleichen Ergebnis gekommen,
nämlich
dass für wirk
lich angepasste Tätigkeiten keine quantitativen Einschränkungen bestünden und solche ganztags möglich wären. Für die bisherige Tätigkeit werde prognostisch im Januar 2016 im Prinzip nach langsamer schrittweiser Steigerung ab
1.
Juli 2016 ebenfalls eine ganztägige Arbeitsfähigkeit mit etwas reduzierter Leistung für möglich erachtet
,
d
ies jedoch auch mit dem
eindeutigen
Hinweis auf den nicht sicher absehbaren Verlauf, weshalb bei Scheitern dieser Steigerung eine beruf
liche Umorientierung empfohlen worden sei.
Dr.
B._
führte abschliessend aus, er halte aus versicherungsmedizinischer Sicht an der letzten RAD-Stellungnahme fest.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin ging
weitestgehend
gestützt auf die
Einschätzungen des RAD
-
Arztes
Dr.
B._
vom Juni 2015 sowie vom März 2017
(
vgl. vorstehend E.
3.3 und E. 3.7
) davon aus, das nach Ablauf des Wartejahres Ende Mai 2015 in
der angestammten Tätigkeit als Gipser eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bestanden habe und in einer behinderungsangepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 75
%
. Ab
Dezember
2015 ging die Beschwerdegegnerin von einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit aus und erachtete ab Juli
2016
eine
100%igen Arbeitsfähigkeit in der angestammten
Tätigkeit als Gipser
mit einer Leistungsminderung
wie auch
eine
100%igen Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit ohne Leistungsminderung
für zumutbar
(vgl. vorstehend E. 2.1)
.
4
.
2
Auf die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch den RAD-Arzt
Dr.
B._
vom Juni 2015 und vom März 2017 (v
gl. vorstehend E. 3.3 und E. 3.7
)
kann aus den nach
folgend dargelegten Gründen abgestellt werden.
Was die Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers
in der angestammten Tätigkeit als Gipser anbelangt
, ging
Dr.
B._
im Juni 2015
gestützt auf die UVG-Akten und die Angaben
von
Dr.
Z._
vom Februar 2015 (vgl. vorstehend E. 3.1) sowie
der behandelnden Ärztin
Dr.
A._
(vgl. vorstehend E.
3.2)
davon aus, dass ab Januar 2015 bis auf weiteres von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen sei. Darauf kann abgestellt werden,
zumal der Beschwerdeführer in diesem Zeitpunkt auch
dieses Arbeitsp
ensum absolvierte
(vgl.
Urk.
8/
65
Ziff.
2.1
).
Hinsichtlich der bisherigen Tätigkeit als Gipser führte
Dr.
B._
aus, dass es sich um eine körpe
rlich belastende Tätigkeit hand
le, welche oft in ungünstiger Haltung auszuf
ührende Tätigkeiten beinhalte.
In einer optimal behinderungsangepassten Tätigkeit
erach
tete
Dr.
B._
den Beschwerdeführer ab Januar 2015 zu
75
%
und überein
stimmend mit
Dr.
A._
(vgl. vorstehend E. 3.2)
ab Dezember 2015
zu 100
%
arbeitsfähig.
Eine 100%ige Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in angepasster Tätigkeit
bestätigten auch die Fachpersonen des
E._
nach im Januar 2016 durchgeführter
FOMA
in ihrem Bericht vom
J
uni 2016 (vgl. vorstehend E. 3.4
), und
dasselbe
lässt sich auch implizit dem
Bericht der Fachpersonen der
Reha
Clinic
F._
vom Oktober 2016
(vgl. vorstehend E. 3.5) entnehmen
,
indem
diese
selbst in
einer mittelschweren
,
mehr oder weniger dem Belastungsprofil eines Gipsers entsprechenden Tätigkeit
von einer
unbegrenzten
Steigerung
der Arbeitsfähigkeit
ausgingen
.
Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit gab
Dr.
B._
in seiner abschliessenden Stellungnahme vom März 2017
lediglich die Einschätzung der Fachpersonen
des
E._
wieder
, welche ab
1.
Juli 2016 eine Steigerung in der angestammt
en Tätigkeit als Gipser auf ein
Vollzeitpe
nsum für möglich erach
te
ten
,
und
betonte weiter
deren
eindeutigen Hinweis auf einen ni
cht sicher ab
seh
baren Verlauf. Dies bedeutete
nicht, dass
Dr.
B._
der Ansicht war, es bestehe ab
1.
Juli 2016 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit. Viel
mehr
hielt
Dr.
B._
an seiner
Einschätzung vom Juni 2015
fest
und
verwies
darauf, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seither nicht
massgeblich verändert habe, wie schlussendlich auch aus dem Bericht von Dipl. med.
G._
vom März 2017 (vgl. vorstehend E
. 3.6
) hervorgeht. Demnach konnte die medizinisch-theoretisch prognostisch sowohl von
Dr.
Z._
im Februar 2015
(vgl. vorstehend E. 3.1)
als auch von
Dr.
A._
im Juni 2015 (vgl. vor
steh
end
E. 3.2) sowie von
den Fachpersonen des
E._
im Jun
i 2015
(vgl. vor
stehend E. 3.4)
und von
den Fachpersonen der
RehaClinic
F._
im Okto
ber 2016
(vgl. vorstehend E. 3.5
)
grundsätzlich
für möglich gehalte
n
e Steigerung der Arbe
its
fähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Gipser
nicht
praktisch umge
setzt werden.
4
.
3
Was die vom Beschwerdeführer im Rahmen des Beschwerdeverfahrens nun geltend gemachten psychischen Beeinträchtigungen anbelangt (vgl. vorstehend E. 2.2), ist der Beschwerdegegnerin beizupflichten, dass
er
aus der eingereichten Bestätigung von
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
vom 1
0.
November 2017,
wonach sich der Beschwerdeführer seit dem
6.
Oktober 2017 in seiner Abklärung respektive Behandlung befinde (vgl.
Urk.
3)
,
nichts zu seinen Gunsten ableiten
kann
.
D
ie Aktenlage
enthält
keine Hinweise auf einen
aus psychi
scher
Sicht
invalidi
sierenden Gesundheitsschaden.
So hielt
Dr.
Z._
nach neurologischer Untersu
chung des Beschwerdeführers im Januar 2015 in ihrem Bericht vom Februar 2015 (vgl. vorstehend E. 3.1) fest, dass sich im Gespräch keine Hinweise auf formale
oder inhaltliche Denkstörungen gezeigt hätten und die Konzentration, Auffas
sung
und Aufmerksamkeit des Beschwerdeführers ungestört gewesen seien. Weiter berichtete sie von einer ausgeglichenen Grundstimmung und einer normalen affektiven Schwingungsbreite.
Psychische Auffälligkeiten wurden auch von den Fachpersonen des
E._
in ihrem Gutachten vom J
uni 2016 (vgl. vorstehend E.
3.4
) verneint.
Auch die Fachpersonen der
RehaClinic
F._
beschrieben den Beschwerdeführer in ihrem
B
ericht vom Oktober 2016 (vgl. vorstehend E.
3.5
) als stimmungsmässig ausgeglichen und erachteten die Fortsetzung der Psycho
the
rapie lediglich für wünschenswert. Im Übrigen ging bis dato kein fachärztlicher Bericht ein, aus welchem sich eine Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen entnehmen liesse.
Soweit d
er
Beschwerdeführer verlangt, es sei
ein polydisziplinäres Gutachten zu veranlassen
(Urk. 1 S. 2), kann darauf in antizipierter Beweiswürdigung (BGE 127 V 491 E. 1b mit Hinweisen) verzichtet werden. Der Gesundheitszustand und die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit sind aufgrund der medizinischen Akten
hinreichend abgeklärt. Von weiteren Untersuchungen wären keine neuen Erkennt
nisse zu erwarten.
4
.4
Aufgrund des Gesagte
n ist der medizinische Sachverhalt als dahingehend erstellt zu erachten, dass nach Ablauf des Wartejahres im Mai 2015 in
der angestammten Tätigkeit
des Beschwerdeführers
als Gipser eine 50%ige Arbeitsfähigkeit und in
einer behinderungsangepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 75
%
und ab
Dezember 2015
eine
von 100
%
besteht.
5.
5
.
1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
ein
kommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (
BGE
139 V
28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
5.2
Fü
r d
ie Vornahme des Einkommensvergleiches ist grundsätzlich auf die Gegeben
heiten im Zeitpunkt des (hypothetischen) Rentenb
eginns, mithin auf das Jahr 2015
, abzustellen (BGE 128 V 174, BGE 129 V 222).
Der Beschwerdeführer erzielte gemäss
Auszug aus dem individuellen Konto (
IK-Auszug
;
Urk.
8/10
)
vor Eintritt des Gesundheitsschadens bei der
Y._
AG, im Jahr 2013 ein Einkommen von
Fr.
69'
034.--
.
Unter Berück
sichtigung d
er Nominallohnentwicklung von 0.5
%
im Jahr 2014 und von
-
0.2
%
im Jahr 2015
resultiert im Jahr 2015 ein Einkommen von rund
Fr.
69'241.-- (
Fr.
69'034.-- x
1.005 :
1.002) und im Jahr 2016, unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung von 0.4
%
, ein Einkommen von
rund
Fr.
69'
518
.-- (
Fr.
69'034.-- x 1.005 : 1.002 x 1.004).
5.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
be
nen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grund
sätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statis
tischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens auf
grund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht
möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
,
IVG
, 3. Aufl. 2014, N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
5.4
An
gesichts der ab 3
1.
Mai 2015 bestehenden Zumutbarkeit
einer
75
%igen
respek
tive
ab dem Jahr 2016 bestehenden
Zumutbarkeit einer
100%igen
behinderungs
angepassten Tätigkeit steht dem Beschwerdeführer auch bei Beachtung der im
RAD
-Bericht genannten Einschränkungen eine breite Palette von Tätigkeiten offen. Es rechtfertigt sich daher, fü
r d
ie Ermittlung des Invalideneinkommens auf den standardisierten Durchschnittslohn für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art in sämtlichen Wirtschaftszweigen des privaten Sektors
ge
mäss
LSE
abzustellen.
Zur Berechnung des Invalideneinkommens kann auf die Lohnstrukturerhebung
2014
abgestellt werden
. Demnach betrug der im Durchschnitt aller Wirtschafts
zweige von
Männer
n
im Kompetenzniveau 1 erzielte Lohn im Jahr
2014
Fr. 5‘
312
.-- pro Monat (
LSE
2014
, Tabelle TA1, Total Männer, Kompetenzniveau 1),
was bei einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden (betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro Woche, Total; vgl. www.bfs.admin.ch, Statistiken, Arbeit und Erwerb)
, der männerspezi
fischen Nominallohnentwicklung von 0.4
%
im Jahr 2015 und des möglichen
Arbeitspensums
von 75
%
(vgl. vorstehend E. 4.4
)
rund Fr. 50
'
039
.-- im Jahr
2015
ergibt (Fr.
5‘312
.-- : 40 x 41.7 x 12
x 1.004 x 0.75
).
Für das Jahr 2016
ergibt sich u
nter Berücksichtigung der männer
spezifischen Nomi
nallohnen
twicklung von 0.7 % im Jahr 2016 bei dem nun möglichen Arbeits
pensum v
on 100
%
(vgl. vorstehend E. 4.4
)
ein Einkommen v
on rund Fr. 67‘186.-- (
Fr.
5‘312.
-- :
40 x 41.7 x 12 x 1.004
x 1.007
)
.
5.5
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allen
falls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass per
sönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebens
alter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungs
grad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 75 E. 5b/
aa
). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322
E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
bb
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesund
heitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbe
dingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (Urteil 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1 mit Hinweisen; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss
BGE
126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abwei
chende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichtes
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2 und
8C_808/2013 vom 14. Februar 2014 E. 7.1.1 mit Hinweisen).
Vorliegend
sind keine
Faktoren
ersichtlich
, welche darauf hindeuten würden, dass der Beschwerdeführer seine ihm verbleibende Arbeitsfähigkeit auf einem aus
geglichenen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnitt
lichem Erfolg verwerten könnte
, weshalb sich kein zusätzlicher
Abzug
rechtfertigt.
5.6
Ausgehend von einem
Valideneinkommen
im Jahr 2015 von
rund
Fr.
69'241.--
und einem Invalideneinkommen von
rund
Fr. 50
'
039
.--
, resultiert eine Ein
kommenseinb
usse von
Fr.
19'202.--
, was einem rentenausschliessenden Invalidi
täts
grad
von rund 28
%
entspricht. Umso weniger resultiert auch bei dem im Jahr 2016
bei einem Vollzeitpensum
erzielbaren Invalideneinkommen von
rund
Fr. 67‘186.--
ein rentenanspruchsbegründender Invaliditätsgrad.
Die angefochtene Verfügung
(
Urk.
2)
erweist sich demnach als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streit
wert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
800.-- anzusetzen. Ent
spre
chend
dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerde
führer aufzuerlegen
.