Decision ID: 1a51f84e-a11a-4387-b72f-db3f9d3e819f
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1959 geborene
X._
reiste 1994 in die Schweiz ein
. Er verfügt über keine abgeschlossene Berufsausbildung
und
arbeitete zuletzt
seit dem 1. Septem
ber 2004
,
als Chauffeur (LKW)
bei der Firma
Y._
AG
(letzter effektiver Arbeitstag: 11. März 2015; Urk. 5/25/1)
.
Nachdem er von seinem Arbeitgeber am 20. August 2015 zur Früherfassung gemeldet worden war (Urk. 5/10), meldete sich der Versicherte am
31.
August
2015
u
nter Hinweis
auf das Unfallereignis vom 11.
März 2015 und die dadurch bedingten gesundheitli
chen Beeinträchtigungen bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV
Stelle zum Leistungsbezug an (
Urk.
5/13).
Im Rahmen der Abklärung der erwerblichen und medizinischen Verhältnisse zur
A
nspruch
s
prüfung holte die IV
Stelle insbesondere einen Bericht der Arbeitgeberin (Urk. 5/25) ein, zog die Akten des Unfallversicherers (
Urk.
5/24), des Krankentaggeldversicherers (
Urk.
5/
27 und
Urk.
5/
40) und diverse Arztberichte (
Urk.
5/12,
Urk.
5/74)
sowie einen Auszug aus dem individuellen Konto (
Urk.
5/23)
bei
.
Im
Vorbescheidver
fahren
(
Urk.
5/53 und
Urk.
5/54-56) liess sie
X._
durch die
Z._
AG begutachten und durch diese ein polydisz
i
plinäres Gutachten (Gutachten vom 1
4.
November 2016,
Urk.
5/83)
erstellen.
Nachdem dem Versicherten Gelegenheit gegeben w
orden war
, sich dazu zu äussern (Eingaben des Versicherten vom 1
3.
Dezember 2016 [
Urk.
5/85] und
4.
Januar 2017 [
Urk.
5/86]) verfügte die IV
Stelle am 22. Februar 2017 die Abweisung des
Leistungsbegehrens
(
Urk.
2 [=
Urk.
5/90]).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 1
6.
März 2017 Beschwerde (
Urk.
1)
und beantragte
,
es sei ihm unter Aufhebung der Verfügung vom 22. Feb
ruar 2017 ab dem 1. März 2016 eine ganze Rente der Invalidenversicherung aus
zurichten, eventualiter sei ein gerichtliches Gutachten zu erstellen und über den Rentenanspruch neu zu entscheiden.
Mit Beschwerdeantwort vom 9. Mai 2017 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der
Beschwerde
(Urk. 4
, unter Beilage ihrer Akten Urk. 5/1-92)
.
Der Beschwerdeführer liess sich a
m 29. Mai 2017 (
Urk.
7)
, 2
2.
Juni 2017 (Urk. 8) und
6.
Juli 2017 (Urk. 10) erneut vernehmen
und
die Berichte der
A._
Klinik vom 21. April sowie 1
6.
und 18. Juni 2017 (
Urk.
9/1-4)
auflegen.
Davon wurde die Beschwerdegegnerin am 23. April 2018 (Urk. 12) in Kenntnis gesetzt.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird – soweit erforderlich – im Rahmen der nachfolgende
n
Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes
über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts; ATSG
).
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung;
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestell
ten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychi
schen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Aus
einandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfol
gerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtene
n
Verfügung (
Urk.
2)
i
m Wesentlichen gestützt auf das Gutachten der
Z._
AG
davon aus, dass dem Beschwerdeführer seine angestammte Tätigkeit als Chauffeur nicht mehr zumut
bar
sei. Eine behinderungsangepasste Tätigkeit mit leichter körperlicher Belastung in Wechselbelastung und unter Vermeidung von Zwangshaltungen
, wie beispiels
weise im Bereich Produktion, Verpackung, Kontroll- und Überwachungstätigkei
ten,
erachtete sie jedoch als zu 100 % zumutbar.
Als Invalideneinkommen zog sie den Zentralwert für Hilfsarbeiten gemäss Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bun
desamtes für Statistik heran und gewährte einen leidensbedingten Abzug von 10 %, woraus sie
a
uf einen rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 19 % schloss.
2.2
Der Beschwerdeführer hingegen stellte
mit seiner Beschwerde
(
Urk.
1)
die Beweis
kraft des Gutachtens der
Z._
AG
in Frage
und machte geltend,
dieses weise diverse Mängel
auf (
Urk.
1 S. 4 ff.).
So habe beispielsweise keine Untersu
chung der Schulterschmerzen stattgefunden und die Schulterproblematik sei falsch gewürdigt worden. Ebenso würden die Rückenbeschwerden eine Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit zeitigen. Nicht nachvollziehbar sei darüber hinaus, dass der Schwindel, die Polyneuropathie und die Doppelbilder ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gewürdigt worden seien. Im Gesamtbild müsse zudem auch der Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion Beachtung geschenkt werden, da es diese dem Beschwerdeführer erschwere, sich an die somatischen Leistungseinschränkungen zu adaptieren. Weiter attestierten die Gutachter dem Beschwerdeführer eine Fahreignung, obschon diesem der Führerausweis entzogen worden sei.
Die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers könne daher nicht anhand des Gutachtens der
Z._
AG beurteilt werden und es sei hierzu ein gerichtliches Gutachten einzuholen.
3.
3.1
Das interdisziplinäre (neurologische, allgemein-internistische, orthopädische und psychiatris
che) Gutachten der
Z._
AG
vom 1
4.
November 2016 (Urk. 5/83) nannte als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(Urk. 5/83/49)
:
-
Lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom
-
bei mehrsegmentalen degenerativen Veränderungen der LWS
-
Spinalkanalstenose L4-S1
-
Diskushernie L4/5 mit Kompression der Nervenwurzel L4 links
-
Gonarthrosen beidseits
-
Rechtsbetonte
Coxarthrose
-
Doppelbildsehen durch partielle
Nervus
abducens
Parese rechts und mög
licher älterer
Trochlearisparese
rechts
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden folgende Diagnosen genannt:
-
Diabetes mellitus Typ II B mit Erstdiagnose etwa 2004
-
unter oralen Antidiabetika, aktuell schlecht eingestellt mit einem HbA1c Wert von 9.1% am 23.08.2016
-
Hypertonie wahrscheinlich essenti
ell mit Erstdiagnose im Mai 2015
, aktuell mässig eingestellt
-
Anpassungsstörung bei längerer depressiver Reaktion (ICD
10
F43.21
)
-
Probleme in Verbindung mit Berufstätigkeit und Arbeitslosigkeit (ICD
10 Z56)
-
Nikotingebrauch
-
Adipositas mit BMI 33 kg/m
2
-
Gering ausgeprägte asymptomatische
cerebrale
Mikroangiopathie
(
Faze
kas
I)
-
Status nach Hirnstamm-TIA
-
Status nach Commotio cerebri
-
Status nach peripherem Lageschwindel des
posterioren
Bogenganges rechts
-
Vasomotorischer Schwindel bei Polyneuropathie
-
Polyneuropathie bei Diabetes mellitus und Vitamin B12-Mangel (derzeit peroral substituiert)
mit peripherer Ataxie
-
leichte
Impingementsymptomatik
Schulter rechts bei seitengleicher Schul
terbeweglichkeit
-
Hämangiomwirbel
thorakal 12
-
Pseudoradikuläre
lumbale Schmerzen und Wurzelreizung S1 links bei
osteodiskal
bedingter
foraminaler
Stenose LKW5/SWK1 links
3.2
Der neurologische Gutachter (Hauptgutachter)
Dr.
med.
B._
, Facharzt Neurologie (Urk. 5/83/25-27)
,
führte eine Untersuchung des Beschwer
deführers durch, welche insbesondere den Hirnnervenstatus, die Motorik
, Reflexe, Sensibilität und Koordination, das Vegetativum und den
muskoskelettalen
Status umfasste.
Zudem veranlasste er
ein Kontroll-MRI des Schädels, mit Darstellung der
extrakraniellen
hirnversorgenden Arterien.
3.3
Der psychiatrische Gutachter,
Dr.
med.
C._
, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie
,
hielt in seinem Teilgutachten (
Urk.
5/83/27-33) fest, es bestünde keine psychiatrische Diagnose, welche Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe. Ohne Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit bestünden
eine Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD
10 F43.21) sowie Probleme in
Verbindung mit Berufstätigkeit und Arbeitslosigkeit
(ICD
10 Z56). Aus psychiatrischer Sicht sei der Beschwerdeführer sowohl in der angestammten sowie in jeder – körperlich zumutbaren – angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig. Der Beschwerdeführer befinde sich in psychiatrischer Behandlung und eine psychiatrische Therapie sei weiterhin empfehlenswert. Ziel der Behandlung sei eine berufliche und soziale Wiedereingliederung sowie die Verhinderung einer Regression; Eingliederungs
massnahmen seien aus psychiatrischer Sicht empfehlenswert und zumutbar.
3.4
Der allgemein-internistische Gutachter,
Dr.
med.
D._
, Facharzt Allgemeine Innere Medizin
(Urk. 5/83/33-44)
,
untersuchte den Beschwerdeführer insbesondere hinsichtlich Psyche, Gang, Zirkulation, Kopf, Herz- und Blutdruck
sowie
Abdomen.
Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigk
eit stellte der Gut
achter keine;
a
ls Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkei
t
nannte er einen
Diabetes mellitus (
aktuell
schlecht eingestellt mit HbA1c von 9.1% am 2
3
.08.2016 respektive 8.4% am 22.09.2016),
eine
Hypertonie
(mässig eingestellt)
,
einen Nikotingebrauch, eine
Adipositas
und einen
Vitamin B12
Mangel
. In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Lastwagenchauffeur bestehe unter der aktuellen Blutzu
ckereinstellung ke
ine Arbeitsfähigkeit. Aus internistischer Sicht sei jedoch eine Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten – ohne Autofahren und ohne potenti
ell gefährliche Arbeiten - umgehend und ganztä
g
ig möglich. Der Gutachter emp
fahl im Hinblick auf die Wiedererlangung des Führerausweise
s
eine Intensivie
rung der D
iabetesbehandlung, ausserdem sei
die
Hypertoniebehandlung
zu opti
mieren und eine Gewichtsabnahme sei anzustreben.
3.5
Der orthopädische Gutachter,
Dr.
med.
E._
, Facharzt Orthopädi
sche Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
(Urk. 5/83/44-48), unter
suchte den Beschwerdeführer allgemein sowie insbesondere an der Wirbelsäule
(
inklusive Schultern
)
, der Hüfte und den Knien. Dabei stellte er fest, dass der Bar
fussgang des Beschwerdeführers langsam und unsicher sei. Links bestehe ein leichtes Schonhinken und in beiden Kniegelenken eine Streckhemmung. An den Schultern konnte er eine aktive Flexion beidseits von 130° sowie eine passive von 150°, eine Aussenrotation beidseits von 30° und eine Innenrotation beidseits tho
rakal von 10° feststellen. Die Kraft in Bizeps und Trizeps sei seitengleich normal. Rechts bestehe ein positives
Impingement
, links nicht.
Als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannte der Gutachter ein
lumbospondylog
enes
Schmerzsyndrom (bei mehrseg
mentalen degenerativen Veränderungen der Len
denwirbelsäule, einer Spinalkanalstenose L4-S1 und einer Diskushernie L4/5 mit Kompression der Nervenwurzel L4 links), eine beidseitige Gonarthrose und eine rechtsbetonte
Coxarthrose
. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit führte er eine leichte
Impingementstörung
an der rechten Schulter bei seitengleicher Schulter
beweglichkeit sowie ein Hämangiom am zwölften thorakalen Wirbel
auf
.
Aus orthopädischer Sicht bestehe für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit eine 100%
ige
Arbeitsunfähigkeit.
Hingegen bestehe drei Monaten nach dem Unfallereignis,
demnach
ab Mitte Juni (2015)
,
in einer angepassten Tätigkeit eine vollschichtige Arbeitsfähigkeit. Eine solche Tätigkeit müsse wechselbelastend, abwechselnd gehend, stehend, sitzend und ohne länger dauernde wirbelsäulenbelastende Zwangshaltungen sowie ohne Tragen und Heben von Gewichten über 15kg aus
gestaltet sein.
3.6
Die Gutachter führten zusammengefasst aus
(Urk. 5/83/50 ff.)
, der Beschwerde
führer habe am 11. März 2015 einen Unfall erlitten, als er rücklings aus der Fah
rerkabine seines
LKW’s
gestürzt und auf den Rücken gefallen sei. Dabei habe er sich
eine Lendenwirbelsäulen
Kontusion und eine Schädelprellung zugezogen. Er beklage Schmerzen in der Lendenwirbelsäule mit Ausstrahlung in das linke Bein,
in den Kniegelenken sowie seit einigen Monaten auch in beiden Schultergelen
ken. Bereits vor dem Unfall habe er unter den Rücken- und Knieschmerzen gelit
ten. Der Beschwerdeführer sei aber bis zu seinem Unfall psychisch gesund, beschwerdefrei und funktionsfähig gewesen. Aufgrund der anhaltenden Schmer
zen nach dem Unfallereignis sei der Beschwerdeführer zur Rehabilitation nach
F._
geschickt worden. Am 16. Juni 2015 habe er eine unklare neurologische Symptomatik erlitten, welche den Verdacht auf einen Hirnstamminfarkt erweckt habe. Aufgrund depressiver Symptome sei eine psychiatrische Behandlung auf
genommen worden, wobei im Sommer 2016 ein stationärer Aufenthalt erfolgt sei. Bei der aktuellen Untersuchung habe sich der Beschwerdeführer mit leicht depressiven Symptome
n
gezeigt, welche am ehesten als eine Anpassungsreaktion an den Unfall, die Krankheit und die Arbeitslosigkeit zu werten sei. Eindeutige kognitive Störungen hätten klinisch nicht festgestellt werden können. Insgesamt handle es sich um einen psychiatrisch leichten Gesundheitsschaden. Die Doppel
bilder seien vermutlich durch das Zusammenwirken einer
diabetogenen
Hirnner
venschädigung und einer traumatischen Schädigung durch das Schädel-Hirn-Trauma entstanden. Der Versicherte gebe Doppelbilder allerdings nur noch bei extremem Lateralblick nach rechts und bei extremer Nahfixation, insbesondere bei gleichzeitigem Blick nach unten an, nicht aber beim Blick in die Ferne. Es sei ihm möglich
,
beidäugig zu lesen. Die Auswirkungen der Doppelbilder seien daher nur noch sehr gering und kaum einschränkend und sich beschränkend auf Blick
positionen im nahen Fixationsfeld nach unten und extrem nach rechts aussen. Dies entspreche auch dem Eindruck der
orthoptischen
Untersuchung im Fahr
tauglichkeitsgutachten,
wo im normalen blickmotorischen Feld keine relevanten
Bulbusabweichungen
und Doppelbilder festgestellt worden seien. Das am 16. Juni 2015 aufgetretene, als Hirnstamm
TIA interpretierte Ereignis unklarer Ursache mit akutem Schwindel und koordinativen Störungen habe sich unter der
Lysethe
rapie
vollkommen zurückgebildet. Der Beschwerdeführer sei unter
rezidivprophy
laktischer
Therapie in der Folge asymptomatisch geblieben. Der Lageschwindel, welcher direkt nach dem Unfall in Erscheinung getreten sei, bestehe nicht mehr. Der Beschwerdeführer gebe jedoch weiterhin einen Schwindel bei abrupter Ver
änderung der Körperposition mit begleitenden Kreislaufsymptomen an. Diese Schwindelzustände seien als kreislaufabhängig einzuordnen, möglicherweise begünstigt durch eine vegetative Polyneuropathie bei Diabetes mellitus.
Hinweise auf eine zentrale Ursache hätten sich nicht finden lassen.
Die Polyneuropathie bei Diabetes mellitus bedinge strumpfförmige Sensibilitätsstörungen im Bereich beider Unterschenkel und Füsse mit Abschwächung der Fussreflexe. Nebst dem Diabetes mellitus sei ein (noch ungenügend substituierter) Vitamin B12 Mangel Ursache dafür. Die Polyneuropathie führe zu einer leichten Rumpfunsicherheit,
wobei Stürze unter normalen (Alltags-)Bedingungen nicht vorkommen würden. Tätigkeiten mit erhöhten Anforderungen an das Gleichgewicht seien – bei zusätzlichem Kreislaufschwindel – nicht mehr möglich. Der Diabetes sei seit 2004 bekannt und mit Tabletten behandelt. Nüchtern- und Tagesblutzucker hätten sich seit dem Unfall 2015 aufgrund der Immobilität verschlechtert. Eine Insulinbe
handlung sei vom Beschwerdeführer bislang abgelehnt worden. Die Hypertonie sei seit 2015 bekannt und die Werte würden derzeit über der empf
ohlenen
Ober
grenze bei Diabetes liegen. Das Übergewicht sei hinsichtlich Diabetes und Hyper
tonie ungünstig und der Beschwerdeführer habe in den vergangenen eineinhalb Jahren rund 10kg zugenommen. Beim Beschwerdeführer sei eine Lendenwirbel
säulen-Degeneration bildmorphologisch festgestellt worden. Bei den angegebe
nen Ischialgien handle es sich um diffuse Schmerzprojektionen im Sinne
pseu
doradikulärer
Schmerzen. Links liege eine Wurzelreizung S1 vor, welche sich durch die beim MRI der L
endenwirbelsäule vom 6. Mai 2015
nachgewiesene Ver
änderung mit
foraminaler
Stenosierung
LWK6/SWK1 links gut erklären lasse
.
3.7
Die Gutachter k
amen
zum Schluss (Urk. 5/83/53 ff.)
,
im Rahmen des Schädel-Hirntraumas zweiten Grades habe der Beschwerdeführer eine Commotio cerebri erlitten, eine
Contusio
cerebri liege jedoch nicht vor. Ebenso liege keine hirns
ub
stantiell bedingte, ne
urokognitive Einschränkung vor; das Schädel-MRT habe keine hirntraumatischen Schäden gezeigt. Die im Fahrtauglichkeitsgutachten (
Urk.
5/74) festgestellten Defizite im
konzentrativen
Bereich seien aktuell nicht mehr vorhanden. Eine degenerative Erkrankung der Lendenwirbelsäule sei
jedoch
nachgewiesen. Aktuell könnten
aber
keine Wurzelkompressionsschäden festge
stellt werden, hingegen
liege
eine Polyneuropathie mit strumpfförmigen Sensibi
litätsstörungen und einer Abnahme der Muskeleigenreflexe in
kraniokaudaler
Richtung
vor
. Als Ursache der Doppelbilder seien periphere Hirnnervenschädi
gungen durch das Hirntrauma in Verbindung mit dem Diabetes mellitus wahr
scheinlich. Die Doppelbilder würden im normalen Blickfeld nicht mehr stören und die Fahreig
nung des Beschwerdeführers könn
e polydisziplinär überprüft werden.
Die rezidivierenden Schwindelzustände könnten neurologisch nicht zugeordnet werden, es bestehe kein Hinweis für eine zentralnervöse Ursache der Schwin
delattacken. Die dauerhafte leichte Rumpfunsicherheit sei Folge der Polyneuro
pathie im Sinne einer peripheren Ataxie.
Seit Austritt aus der Klinik
G._
bestehe höchstens eine leichte depressive Symptomatik. Es best
ünden
ein Diabe
tes mellitus Typ II und eine arterielle Hypertonie.
Eine Einschränkung in d
er Arbeitsfähigkeit ergebe sich
durch die Degeneration der Lendenwirbelsäule mit Wurzelreizerscheinungen S1 links
und
pseudoradiku
lären
Schmerzen
für die angestammte, nicht jedoch für eine angepasste Tätigkeit.
Allerdings seien Tätigkeiten mit erhöhten Anforderungen an den Gleichgewichts
sinn und mit Absturzgefahr nicht mehr möglich. Das Doppelsehen sei äusserst gering und störe die normale Raumorientierung und Lesevorgänge, zumindest von kurzer Dauer, nicht.
Die Fahrtauglichkeit für
PKW’s
sei nicht beeinträchtigt, für
LKW’s
sei sie jedoch aufgehoben. Damit bestehe in der angestammten Tätig
keit e
ine 100%
ige
Arbeitsunfähigkeit.
I
n einer angepassten Tätigkeit sei
hinge
gen
seit dem 2
0.
Juni
2015 eine 100%
ige
Arbeitsfähigkeit
anzunehmen
. Die angepasste Tätigkeit dürfe keine erhöhten visuellen Anforderungen stellen und keine Überwindung von Höhendifferenzen, Absturzgefahr oder sonst gefährdende Tätigkeiten beinhalten. Sie sollte wechselbelastend, abwechselnd stehend und sit
zend sowie ohne länger dauernde wirbelsäulenbelastende Zwangshaltungen sein und kein Tragen und Heben von Gewichten über 15kg umfassen. Zur Verbesse
rung der Arbeitsfähigkeit sei eine bessere Einstellung des Blutzuckers anzustreben und die Vitamin B12 Substitution zu kontrollieren.
Die Diabetesbehandlung sei zu intensivieren; ausserdem sei die Hypertonie zu behandeln. Ebenfalls sei eine Gewichtsabnahme anzustreben. Eine psychiatrische Therapie sei empfehlenswert und diene dem Ziel einer beruflichen und sozialen Wiedereingliederung und der Verhinderung einer Regression. Für die Eingliederung in eine adaptierte Tätigkeit bestehe eine günstige Prognose, falls die derzeit noch bestehenden motivationa
len Defizite beseitigt würden.
4.
4.1
I
n formeller Hinsicht rügte der Beschwerdeführer die Verletzung des rechtlichen Gehörs, indem ihm die Stellungnahme des RAD vom 1
6.
Januar 2017
betreffend Schulterproblematik
(
Urk. 5/88/4
) weder vor noch mit Verfügungserlass, sondern erst im vorliegenden Beschwerdeverfahren zur Kenntnis gebracht worden sei. Diese V
erletzung könne im Beschwerdeverfahren nicht geheilt werden
und die Verfügung sei aufzuheben
(
Urk.
7 S. 1).
4.2
Das rechtliche
Gehör nach
Art.
29
Abs.
2
der Bundesverfassung
verlangt, dass die Behörde
die Vorbringen
des vom Entscheid in seiner Rechtsstellung Betroffenen auch tatsächlich hört, prüft und in der
Entscheidfindung
berücksichtigt. Daraus folgt die Verpflichtung der Behörde, ihren Entscheid zu begründen. Dabei ist es nicht erforderlich, dass sie sich mit allen Parteistandpunkten einlässlich ausei
nandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid
wesentlichen Punkte beschränken (vgl. BGE 134 I 83 E. 4.1 mit Hinweisen). Daraus lässt sich für den Beschwerdeführer jedoch kein Anspruch ableiten, wonach zu jedem seiner Vorbringen während des
Einwandverfahrens
von der Beschwerdegegnerin Stellung zu nehmen wäre. Das
Vorbescheidverfahren
wird durch die angefochtene und im erforderlichen Masse begründete Verfügung abgeschlossen. Hinzu kommt, dass es sich bei der internen Stellungnahme des RAD vom 1
6.
Januar 2017 nicht um eine medizinische Abklärung – so der Beschwerdeführer (
Urk.
7) –, sondern um ein versicherungs
internes Dokument handelt, worin der RAD der Verwaltung zur Klärung des Vor
bringen des Beschwerdeführers mit fachmedizinischem Rat zur Seite steht. Im Übrigen vermag ein MRI-Bericht alleine ein medizinisches Gutachten nicht in Frage zu stellen. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers liegt keine Ver
letzung des rechtlichen Gehörs vor.
5
.
5
.1
Das interdisziplinäre Gutachten der
Z._
AG
vom 1
4.
November 2016 (Urk. 5/83, E. 3.1 ff.) basiert auf einer umfassenden neurologischen, allgemein-internistischen, orthopädischen und psychiatrischen Untersuchung und wurde in Kenntnis und Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben. Die Gutachter haben detailliert
e
und nachvollziehbare Befunde und Diagnosen erhoben und sich mit den vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden auseinandergesetzt. Zudem wurden die medizinischen Zusammenhänge und die medizinische Situa
tion einleuchtend dargelegt und die Schlussfolgerung nachvollziehbar begründet. Dem interdisziplinären Gutachten kommt demnach volle Beweiskraft
zu (vgl.
E.
1.4).
5
.
2
Die Einwände des Beschwerdeführers vermögen
hieran
nichts zu ändern:
5
.2
.1
So macht
e
der Beschwerdeführer geltend (Urk. 1 S. 4 f.),
das Gutachten setze sich nicht
mit der Schulterproblematik auseinander, eine Untersuchung derselben habe nicht stattgefunden
und die gestellte Diagnose einer leichten
Impingement
symptomatik
sei falsch. Dazu führte er aus, gemäss der MR
Arthrographie
vom
6.
Dezember 2016
(
Urk. 5/87/2
) bestehe eine Tendinitis
calcarea
, eine
Tendinopa
thie
, eine hypertrophe und aktivierte Arthrose sowie eine Bursitis
subacromialis
und eine
Chondromatose
.
Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers fand im Rahmen der orthopädischen Untersuchung auch eine Untersuchung
der Schul
tern statt (vgl. E. 3
.5), anlässlich welcher der orthopädische Gutachter eine
Impingementsymptomatik
an der rechten Schulter festgestellt
e
. Die ärztlichen Berichte anlässlich der MR-
Arthrographie
mögen zwar eine differenzi
erte Diag
nosestellung erlauben; die Diagnosestellung an sich vermag aber weder eine Arbeitsunfähigkeit noch eine Invalidität zu begründen. Ausschlaggebend ist
viel mehr
einzig, wie sich eine Diagnose auf die Leistungsfähigkeit der versicherten Person auswirkt. Die Gutachter
setzten
sich mit der Schulterproblematik des Beschwerdeführers auseinander und befanden, dass sich diese nicht auf dessen
Arbeitsfähigkeit auswirke
(
vgl.
E.
3.1)
.
Die Vorbringen
des Beschwerdeführers vermögen
diese
Einschätzung nicht in Frage zu stellen.
Mit Schreiben vom 2
2.
Juni 2017 (Urk. 8) legte der Beschwerdeführer ausserdem weitere Akten (Urk. 9/2-4) auf, welche sich mit der Schulterthematik befassen. Das Gericht stellt bei der Beurteilung eines Falles grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung eingetretenen Sachverhalt ab. Grenze des richterlichen Beurteilungszeitraums
ist
die angefochtene Verfügung
; seither neu eingetretene Tatsachen sollen Gegenstand einer neuen Verfügung bil
den (vgl. BGE 121 V 362).
Die angefochtene Verfügung datiert vom 22. Februar 2017, die weiteren ärztlichen Berichte stammen vom 21. April 2017 (Urk. 9/2) sowie 1
6.
(Urk. 9/3) und 18. Juni 2017 (Urk. 9/4) und können daher für die Beur
teilung grundsätzlich nicht herangezogen werden.
Es kommt hinzu, dass
aus
die
sen zusätzlichen
Akten kein Schluss auf
einen der gutachterlichen Einschätzung widersprechenden
gesundheitlichen Zustand zum Verfügungszeitpunkt gezogen werden
kann
.
Darüber hinaus wäre davon auszugehen, dass sich der gesundheit
liche Zustand des Beschwerdeführers aufgrund der
an der rechten Schulter durch
geführten Arthroskopie
zwischenzeitlich ohnehin besser präsentieren würde als im Verfügungszeitpunkt
.
5
.2
.2
Der Beschwerdeführer wandte
weiter ein
,
seine
Rückenbeschwerden seien nicht korrekt gewürdigt worden (Urk. 1 S 5 f.).
Die Gutachter hätten ihn insbesondere trotz der Nervenwurzelkompression und des
lumbospondylogenen
Schmerzsyn
droms für arbeitsfähig erachtet, was nicht einleuchte. Im Rahmen des Beschwer
deverfahrens verwies der Beschwerdeführer (Urk. 8) auf den Bericht des Stadtspi
tals
H._
vom 1
5.
März 2017 (Urk. 9/1), welcher eine
radikuläre
Schmerzepi
sode belege.
D
er Beschwerdeführer
verkennt
, dass seine Rückenbeschwerden im Gutachten sehr wohl
als
mit
Ein
fluss auf die
Arbeitsfähigkeit
gewürdigt wurden
.
S
o nannten die Gutachter unter anderem als Diagnosen mit Einschränkung auf die Arbeitsfähigkeit ein
lumbospondylog
enes
Schmerzsyndrom (bei mehrseg
men
talen degenerativen Veränderungen der Lendenwirbelsäule, einer Spinalkanals
tenose L4-S1 und einer Diskushernie L4/5 mit Kompression der Nervenwurzel L4 links), eine beidseitige Gonarthrose und eine rechtsbetonte
Coxarthrose
(
E. 3.1 und
E. 3
.5).
Die Arbeit in der angestammten Tätigkeit erachteten die Gutachter daher nicht mehr als möglich und eine angepasste Tätigkeit sollte
ihrer Einschät
zung nach
wechselbelastend, abwechselnd stehend und sitzend sowie ohne länger dauernde wirbelsäulenbelastende Zwangshaltungen sein und kein Tragen und Heben v
on Gewichten über 15kg umfassen
(E. 3.
7)
. Im Übrigen entspricht diese Einschätzung
jener der Ärzte
der Rehaklinik
F._
(vgl. Urk. 5/12/2)
.
Der Bericht vom 1
5.
März 2017 (Urk. 9/1) wurde ausserdem nach Erlass der Verfü
gung am 22. Februar 2017 erstellt (Urk. 2) und liegt daher
ausserhalb des richter
lichen
Beurteilungszeitra
umes (vgl. hierzu bereits E. 5.2
.1).
Darüber hinaus ver
mag
– wie bereits festgestellt (E. 5.2.1) – ein MRI-Bericht alleine ein Gutachten
nicht in Frage zu stellen
.
5
.
2
.3
Ausserdem brachte
der Beschwerdeführer vor, der immer wieder auftretende Schwindel sei durch die Gutachter nicht
(ausreichend)
gewürdigt worden
(Urk. 1 S. 6 f.).
Die Gutachter führten jedoch aus, dass rezidivierende Schwindelzustände bestehen, diese neurologisch jedoch nicht zugeordnet werden konnten. Zum Belastungsprofil einer angepassten Tätigkeit führten sie an, diese dürfe keine Überwindung von Höhendifferenzen, Absturzgefahr oder sonst gefährdende
Tätigkeiten beinhalten (E. 3.
7).
Erhöhte Anforderungen an das Gleichgewicht erachteten sie, aufgrund der Rumpfunsicherheit bedingt durch die Polyneuropa
thie sowie in Verbindung mit dem Kreislaufschwindel,
als nicht mehr zumutbar (E. 3.
6).
Damit trugen die Gutachter den Schwindelzuständen in ihrer Beurteilung entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers sehr wohl Rechnung.
Der Schwindel wird von den Gutachtern als kreislaufabhängig eingeordnet
und in Verbindung mit der Polyneuropathie bei Diabetes mellitus gebracht, welcher wie
derum durch den Beschwerdeführer derzeit unzureichend angegangen wird (vgl. nach
folgend E. 5.2
.8)
.
5
.2
.4
Weiter bemängelte der Beschwerdeführer, dass die Gutachter das
Doppel
bild
sehen zwar anerkennen würden,
darin aber dennoch keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit erblickten (Urk. 1 S. 7).
Die Gutachter
notier
ten, dass der Beschwerdeführer insbesondere bei N
ahfixation Doppelbilder sehe, ver
merkten aber
auch
, dass
beim Blick in die Ferne keine Doppelbilder bestünden und beidäugiges Lesen möglich sei. Sie hielten daher dafür, dass die Auswirkungen des Doppelbildsehens nur noch sehr gering und kaum mehr einschränkend seien, was dem Eindruck der
orthoptischen
Untersuchung entspreche, wonach keine relevanten
Bulbusabweichungen
und Doppelbilder festzustellen gewesen seien (
Urk.
5/83/52). Indem d
ie Gutachter
sodann ausführten,
eine angepasste Tätigkeit
dürfe
keine erhöhten visuellen A
nforderungen stell
en
(E.
3.
7)
,
trugen
sie der genannten
Einschränkung ausreichend Rechnung.
5
.2
.5
Hinsichtlich der
Polyneuropathie
machte der Beschwerdeführer geltend, aufgrund derselben leide er unter Gleichgewichtsstörungen. Deshalb sei er für Tätigkeiten, bei welchen er gehen oder stehen müsse eingeschränkt. Gleiches gelte für die Bestreitung des Arbeitsweges (Urk. 1 S. 7 f.). Zwar nannten die Gutachter die Polyneuropathie als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (E. 3.1), dennoch
darf
eine angepasste Tätigkeit
gemäss Belastungsprofil
keine Überwin
dung von Höhendifferenzen, Absturzgefahr oder sonst gefährdende Tätigkeiten beinhalten (E. 3.7)
. Erhöhte Anforderungen an das Gleichgewicht erachteten sie,
aufgrund der Rumpfunsicherheit bedingt durch die Polyneuropathie sowie in Ver
bindung mit dem Kreislaufschwindel, als nicht mehr zumutbar (E. 3.6).
Ausser
dem erachteten sie die Polyneuropathie als durch den Diabetes mellitus bedingt (E. 3.1 und E. 3.6), welcher wiederum durch den Beschwerdeführer derzeit unzu
reichend angeg
angen wird (vgl. nachfolgend E.
5.2
.8).
5
.2
.6
Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, die psychiatrische Diagnose einer Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD
10 F43.21) würde es ihm nicht ermöglichen, die von den Gutachtern (in somatischer Hinsicht) gefor
derte Anpassungsleistung zu erbringen (Urk. 1 S. 8), geht seine Argumentation fehl. Einerseits wurde die Anpassungsstörung von den Gutachtern als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt und in psychiatrischer Hin
sicht erachten diese eine 100%
ige
Arbeits
tätigkeit
als
zumutbar
(E. 3.1 und E. 3.3). Das von den Gutachtern beschriebene Belastungsprofil
trägt den somati
schen Beschwerden des Beschwerdeführers
ausdrücklich
Rechnung. Einer sol
chen
,
angepassten Tätigkeit nachzugehen, ist der Beschwerdeführer nach Ein
schätzung der Gutachter in der Lage
; diese ist eben an seine Beschwerden ange
passt
. Eine - wie vom Beschwerdeführer angeführte - «Anpassungsleistung» ist dafür gerade nicht notwendig.
5
.2
.7
Weiter wandte der Beschwerdeführer ein, es sei nicht nachvollziehbar wie er den Anforderungen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt genügen soll
t
e, wenn er nicht einmal mehr Autofahren könne. Die Gutachter würden ihm eine Fahrfähigkeit für PKW, nicht jedoch für LKW attestieren, was nicht einleuchte (Urk. 1 S. 8
f.
).
Dazu muss einerseits angemerkt werden, dass zwischen den Anforderungen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt und der Fahrfähigkeit einer Person keine
Konnexität
in dem Sinne besteht, wie der Beschwerdeführer dies vorbringt; auch bei Fehlen der Fahrfähigkeit können die Anforderungen des Arbeitsmarktes erfüllt
sein
. Andererseits erscheint es auch durchaus möglich, dass eine Person wohl die Anforderungen
der
Fahreignung für PKW erfüllt, die dem
gegenüber erhöhten Anforderungen zur Lenkung eines LKW aber nicht.
Zudem
wurde dem Beschwerdeführer die Fahrfähigkeit im Gutachten nicht
per se
attes
tiert, sondern die Gutachter führten aus, eine polydisziplinäre Überprüfung der Fahrfähigkeit
wäre
, gestützt auf die
orthoptische
Untersuchung mit Besserung der Doppelbilder
möglich (E. 3
.7).
Dass sie die Fahrtauglichkeit für
LKW’s
als nicht gegeben erachteten, führten die Gutachter denn insbesondere auf die gesamte Erkrankungssituation des Beschwerdeführers zurück, während sie hierfür die blickmotorischen Störungen nicht für ausschlaggebend hielten (
Urk.
5/83/54; vgl. auch
Urk.
5/83/52, wonach keine ausreichende körperliche Belastbarkeit für die Tätigkeit eines LKW-Fahrers besteht).
5
.
2
.8
Endlich
machte der Beschwerdeführer mit Schreiben vom
6.
Juli 2017
(Urk. 10)
geltend,
sein
Blutzucker
s
ei nach wie vor nicht gut eingestellt und dieses Problem
habe
entgegen der Einschätzung der Gutachter nicht innert Kürze behoben wer
den k
önnen
. Dabei verwies er auf den Bericht von
Dr.
I._
vom 2
7.
Juni 2017 (
Urk. 11
). Auch dieser ärztliche Bericht wurde zeitlich nach Verfügungserlass erstellt, weshalb er grundsätzlich für die richterliche
Entscheidfindung
ausser Betracht fällt. Dennoch ist dem Bericht zu entnehmen, dass die Blutzuckerwerte ungenügend eingestellt waren und der Beschwerdeführer dieselben auch seit einigen Monaten
nicht mehr gemessen habe (Urk. 11/1
).
Mehrere der vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden wurden i
n Zusammenhang mit dem Diabetes mellitus
gebracht. So sei
insbesondere die Polyneuropathie, welche mit
Gleichtgewichtsstörungen
und Sensibilitätsstörungen einhergeht
,
durch den Dia
betes mellitus bedingt
. Auch die als kreislaufabhängig zu erac
htenden Schwin
delzustände würden
zumindest durch die Polyneuropathie bei Diabetes mellitus begünstigt. Solange sich der Beschwerdeführer
daher nicht offensichtlich um eine ausreichende
Behandlung des Diabetes mellitus
bemüht
– über Monate hinweg führte er keine Messung der Blutzuckerwerte durch, eine Insulintherapie lehnte er zuvor ab
, die
dringend empfohlene Gewichtsred
uktion ist nicht erfolgt (Urk. 11
)
– vermag er hieraus
ohnehin
nichts für seine Argumentation zu gewin
nen.
5.3
Gestützt auf die überzeugenden Feststellungen im Gutachten der
Z._
AG vom 14. November 2016 steht somit
mit dem im Sozialversicherungsrecht mass
gebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
fest, dass dem Beschwerdeführer eine behinderungsangepasste Tätigkeit (
gemäss Belastungsp
ro
fil im Gutachten, vgl. E. 3.
7
) seit dem 20. Juni 2015 zu 100 % zumutbar ist.
6.
6.1
Zu prüfen bleibt,
wie sich die auf eine angepasste Tätigkeit eingeschränkte Leis
tungsfähigkeit des Beschwerdeführers auf seine Erwerbsfähigkeit auswirkt.
6.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE
139
V
28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
6.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592
E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1,
126 V 75 E. 3b). Dabei sind grund
sätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (
BGE 143 V 295 E. 4.1.3
; zur Verwendung der aktuellsten statisti
schen Daten bei Rentenrevisionen vgl.
BGE 143 V 295 E. 4.2.2,
142 V 178 E. 2.5.8.1
,
133 V 545 E. 7.1). Der
Beizug
der
Lohnstatistik erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkre
ten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (v
gl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3,
135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Me
yer/
Reichmuth
, IVG, 3. Aufl., N
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
6.4
Gemäss Bericht des Arbeitsgebers betrug der Jahreslohn ab dem 1. Januar 2015 Fr. 74'100.-- (Urk. 5/25/2 f.).
Angepasst an die Entwicklung der Nominallöhne für
männliche
Angestellte von
2’226
Punkten im Jahr 201
5 auf 2'239
Punkte im Jahr 201
6
(vgl. die auf der Website des Bundesamtes für Statistik [www.bfs.ad
min.ch] unter „Statisti
ken finden“ unter der Rubrik „03 – Arbeit und Erwerb“ und der Unterrubrik „Löhne, Erwerbseinkom
men und Arbeits
kosten“ publizierten Lohnentwick
lungsdaten) ergibt dies ein Jahreseinkommen von rund Fr.
74'533
.--
(Fr.
74'100.
-- :
2'226 x 2'239)
. Damit ist dem Einkommensvergleich ein
Vali
deneinkommen
in dieser Höhe zugrunde zu legen.
6.5
Für die Berechnung des Invalideneinkommens ist ein statistischer Tabellenlohn heranzuziehen. Angesichts der fehlenden Ausbildung des Beschwerdeführers und vor dem Hintergrund, dass Arbeitsplätze, an denen Tätigkeiten zu verrich
ten sind, die dem erstellten Belastungsprofil entsprechen, in allen Branchen bestehen, ist
auf den branchenunabhängigen Lohn für Hilfsarbeiten (Zentralwert), Kompetenz
niveau 1, abzustellen und somit von einem standardi
sierten monatlichen Ein
kommen von Fr. 5'312.-- auszugehen (LSE 2014, Tabelle TA1, TOTAL, Kompe
tenzniveau 1, Männer). Aufgerechnet auf die durchschnittli
che betriebsübliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden pro Woche
(vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebs
übliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, A-S) und angepasst an die Ent
wicklung der Nominal
löhne für
männliche Angestellte von 2‘220 Punkten im Jahr 2014 auf 2‘239 Punkte im Jahr 2016 ergibt dies bei einem – dem Beschwer
deführer zumutbaren
-
Beschäftigungsgrad von 100 % ein Bruttoeinkommen von rund Fr. 67‘022.-- (Fr. 5‘312.-- / 40 x 41.7 x 12 / 2‘220 x 2‘239).
6.6
Die Beschwerdegegnerin gewährte dem Beschwerdeführer, da dieser keine kör
perliche Schwerstarbeit mehr verrichten kann, einen leidensbedingten Abzug von 10 %. Es kann vorliegend offenbleiben, ob der von der Beschwerdegegnerin vor
genommene leidensbedingte Abzug gerechtfertigt ist
,
da
ohnehin kein
rentenbe
gründender In
validitätsgrad resultiert
; Unter
Zugrundelegung
eines leidensbe
dingten Abzuges von 10 %
ergibt sich
ein Invalideneinkommen von Fr. 60‘320.--.
6.7
Wird das
Valideneinkommen
von Fr. 74‘533.-- dem Invalideneinkommen von Fr. 60‘320.-- gegenübergestellt, resultiert eine
Erwerbseinbusse
von maximal Fr. 14
‘
213.--, was einem
rentenausschliessenden
Invalidit
ätsgrad
von 19 % ent
spricht.
Ebenso wenig würde der maximal mögliche – hier nicht gerechtfertigte – Abzug von 25 % zu einem ren
t
enbegründen
d
en Invaliditätsgrad führen (IV-Grad: 33
%
).
7.
Damit ist die angefochtene Verfügung nicht zu beanstanden und die Beschwerde abzuweisen.
8.
Gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenver
sicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von Art. 61
lit
. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrens
aufwand und unabhän
gig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- fest
gelegt. Vorlie
gend erweist sich eine Kostenpauschale von Fr. 800.-- als ange
messen.
Aus
gangsgemäss
ist diese dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.