Decision ID: 44ae9ba7-ffa5-436a-9071-4c095f91fd34
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1958,
absolvierte erfolgreich eine Lehre als
Sanitärin
stallateur
und erwarb einige Jahre später das
Wirtepatent
. Zuletzt war er
als
Restaurantleiter
und anschliessend als
Kameramann
beim
Y._
selbständig erwerbstätig
(
Urk.
5/6/4)
. Am 6. August 1997
erlitt er
einen
Gleitschirmunfall
, bei dem er sich
diverse Frakturen, eine
Lungenkontu
sion
mit konsekutivem
Hämatothorax
und eine Commotio cerebri
zuzog
(
Urk.
5/3).
1.2
Am 8. Oktober 1997 meldete sich der Versicherte bei der
Sozialversicherungsan
stalt
des Kantons Aargau, IV-Stelle
Aargau
,
zum Leistungsbezug an
(
Urk.
5/6)
. Diese sprach ihm
mit Verfügung
vom
25. Juli 2001 ab dem 1.
August 1998, ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 100
%
, eine ganze Invalidenrente und ab dem 1. Februar 2001, ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 62
%
, eine halbe Invalidenrente zu (Urk. 5/67/2).
Aufgrund der
4. IV-Revision
erhöhte sie
die Rente mit Ver
fügung vom 5. Januar 2005 (Urk.
5/84)
mit Wirkung ab
1. Januar 2004
auf eine
Dreiviertelsrente
(vgl. Urk. 5/82).
1.3
Im Oktober 2007 leitete die IV-Stelle
Aargau
von Amtes wegen eine Überprü
fung des Rentenanspruches ein (vgl.
Urk.
5/91 und 5/92). Sie tätigte darauf erwerbliche (
Urk.
5/93) und medizinische (
Urk.
5/94 bis 5/96) Abklärungen. Im Mai 2008 erhielt sie
ein
anonymes
Schreiben
mit dem
Hinweis, dass
der Versi
cherte an Gleitschirm
flug
meisterschaften teilnehme (Urk.
5/98).
Die IV-Stelle
Aargau
liess darauf den Versicherten durch ihren Regionalen Ärztlichen Dienst
(RAD)
untersuchen (Urk.
5/111) und holte ein
polydisziplinäres
Gutachten des
Z._
vom 27. April 2010 ein (Urk.
5/116). Am 24. Juni 2010 fand
eine rheuma
tologische Untersuchung durch den RAD statt (
Urk.
5/120). Nach dem
Eingang weiterer medizinischer Unterlagen (
Urk.
5/122 und 5/123)
wurde
bei der Medi
zinischen Abklärungsstelle (MEDAS)
A._
ein
interdisziplinäres
Gutach
ten vom
21.
März 2011
eingeholt
(Urk.
5/154; vgl. auch
Urk.
5/146, 5/152 und 5/153
).
Mit
Verfügung vom 22.
Juli 2011 hob die IV-Stelle
Aargau
die Verfü
gung vom 25. Juli 2001 wiedererwägungsweise auf
und hob die Rente auf Ende des nach Zustellung der Verfügung folgenden Monats auf
(
Urk.
5/170).
Die vom Versicherten dagegen erhobene Beschwerde (vgl.
Urk.
5/173)
hiess
das
Versi
cherungsgericht
des Kantons Aargau mit Urteil
VBE.2011.598
vom 31.
Oktober 2012
gut
(Urk.
5/195).
Diesen Entscheid zog die IV-Stelle
Aargau
mit Beschwerde ans Bundesgericht weiter (vgl.
Urk.
5/196). Dieses hiess die Beschwerde mit Urteil 8C_18/2013 vom 23. April 2013 gut, hob das angefoch
tene kantonale Urteil auf und bestätigte die Verfügung vom 22.
Juli 2011 (Urk. 5/200).
1.4
Am
1
2.
Mai 2013 meldete sich der Versicherte bei der IV-Stelle Aargau erneut zum Leistungsbezug an und machte eine Verschlechterung seines Gesundheits
zustandes geltend (
Urk.
5/216). Dieses Gesuch wurde zuständigkeitshalber an die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, weitergeleitet
(vgl.
Urk.
5/212 und 5/215). Nachdem der Versicherte medizinische Unterlagen beigebracht hatte (vgl.
Urk.
5/224),
wurden ein Bericht der
B._
vom 13. November 2013 eingeholt (
Urk.
5/228) und weitere Arztbe
r
ichte zu den Akten genommen (
Urk.
5/240 und 5/241). Hernach gab die IV-Stelle ein rheumatologisch-psychiatrisches Gutach
ten in Auftrag (
Urk.
5/247), das
am 13. und 27. Mai 2014
von
Dr.
med. und
Dr.
sc. nat. ETH
C._
, Fachärztin FMH für Innere Medizin und Rheumaerkrankungen, und
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, erstattet wurde (Urk. 5/252
und 5/255).
Am
18. Juli 2014 erliess
die IV-Stelle
einen negativen Vorbescheid (
Urk.
5/259)
, gegen welchen der
Versicherte Einwand erhob (Urk.
5/269)
.
Mit Verfügung vom 6. Oktober 2014 verneinte die IV-Stelle einen Rentenanspruch (
Urk.
2 = 5/273).
2.
Gegen die Verfügung vom
6. Oktober 2014 erhob der
Versicherte mit Eingabe vom
1
2.
Oktober
2014 Beschwerde
mit dem Antrag, es sei ihm rückwirkend ab März 2012 eine Invalidenrente zuzusprechen
(Urk. 1). Die Beschwerdegegnerin schloss am
27
.
Novem
ber 2014 auf Abweisung der Beschwer
de (Urk. 4
). Davon
hat die
Gegenpartei mit Schreiben vom
1
.
Dezember 2014 Kenntnis
erhalten
(Urk. 6
).
Auf die einzelnen Ausführungen in den Rechtsschriften wird, soweit relevant, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs.
1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaub
haft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach Art. 17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräfti
gen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festge
stellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidi
tät zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.4
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhän
gig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entschei
den hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strei
tigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander wider
-
sprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des
Beweis
wertes
eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(
Anam
-
nese
) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation ein
leuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels
noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellung
nahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
In der angefochtenen Verfügung vom
6.
Oktober 2014
zog
die
Beschwerdegegne
rin
im Wesentlichen in Betracht,
dass die
vom Beschwerde
führer
geltend gemachte Ver
schlechterung
seines
Gesundheitszustands nicht ausgewiesen sei. Aus medizini
scher Sicht liege die Restarbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Erwerbstätigkeit nach wie vor bei
10
0 % (Urk. 2).
Demgegenüber
vertritt der Beschwerdeführer unverändert den Standpunkt, dass
sich seine gesundheitliche Situation verschlechtert habe. Namentlich leide er
neu
an einer hoch aktiven
Osteochondrose
(
Urk.
1
; vgl. auch
Urk.
5/269
).
3.
3.1
Die IV-Stelle ist auf die Neuanmeldung des Beschwerdeführers vom
1
2.
Mai 2013 (Urk. 5/216) materiell eingetreten. Es gilt somit zu prüfen, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers im massgeblichen Zeitraum zwi
schen der Verfügung vom 22. Juli 2011, mit welcher die rentenzusprechende Verfügung vom 2
5.
Juli 2001
und die Rente
aufgehoben
worden waren (Urk.
5/170), und der angefochte
nen Verfügung vom
6
.
Oktober
2014 insoweit verschlechtert hat, dass nunmehr ein Anspruch auf eine Invalidenrente besteht.
3.2
Die
vom Bundesgericht bestätigte
Verfügung vom 2
2.
Juli 2011
wurde
in
medizi
nischer
Hinsicht
mit den
Gutachten des
Z._
v
om 2
7.
April 2010 und der MEDAS
A._
vom 21. März 2011 begründet, welche dem Beschwerde
führer insoweit übereinstimmend eine Arbeitsfähigkeit in leidensangepasster Tätigkeit von 80
%
attestierten (vgl. das Urteil des Bundesgerichts 8C_18/2013 vom 2
3.
April 2013 E. 4 und 9;
Urk.
5/200/6, 5/200/9 und 5/200/10)
.
Im Gutachten des
Z._
vom 2
7.
April 2010
wurden die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt (
Urk.
5/116/23):
1.
Beginnende posttraumatische
Coxarthrose
links (ICD-10: M16.5)
-
Status nach
Ac
etabulumfraktur
(
anterior
column
,
posterior
hemit
ransverse
) am
6.
August 1997 im Rahmen eines
Gleitschirmun
-
falles
-
primäre Versorgung durch
trans
k
ondyläre
Kirschnerdrahtexten
sion
-
Status nach Osteosynthese des
A
c
etabulum
über einen
ilio
i
nguina
len
Zugang am 1
8.
August 1997 (
E._
)
-
im Verlauf weitgehend unveränderter radiologischer Befund mit beginnenden
Coxarthrosezeichen
(Röntgen vom
3.
Februar 2010 bzw.
vom
1
1.
Januar 2001)
-
Meralgia
paraesthetica
-
symmetrisch weitgehend
freie Hüftgelenksbeweglichkeit
2.
Chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom ohne
radikuläre
Sympto
matik (ICD-10: M54.5)
-
mässige
Osteochondrose
LWK5/SWK1; Status nach
Kompressions
fraktur
BWK12 nach Treppensturz am 3
1.
Mai 1998 (Röntgen vom 11. Januar 2001)
-
weitgehend freie Beweglichkeit der
thorakolumbalen
Wirbelsäule
3.
Chronisches
zervikovertebrales
Schmerzsyndrom ohne
radikuläre
Aus
fälle (ICD-10: M53.0)
-
Diskusprotrusion
HKW4/5/6
, keine
foraminale
Enge, keine Myelopa
thie (MRI vom
4.
November 1999)
-
mässige
Osteochondrose
HWK4/5 (Röntgen vom 1
1.
Januar 2001)
-
HWS-Distorsion am 1
0.
Dezember 2003 im Rahmen einer
Auffahr
kollision
-
freie Beweglichkeit der Halswirbelsäule
4.
Status nach
Zuggurtungs
-Osteosynthese am
6.
August 1997 bei
erstgra
dig
offener
Olekranonfraktur
links (ICD-10: Z98.8/T92.1)
-
lediglich geringe Einschränkung von Flexion und Extension
-
Pseudarthrose
des
Olekranon
und beginnende degenerative Verän
derungen radiokarpal (Röntgen vom
3.
Februar 2010)
-
chronische
Epicondylitis
humeri
radialis
, weniger auch
ulnaris
beid
seits unter Betonung der linken Seite.
Überdies wurden ein Tinnitus beidseits (ICD-10: H93.1), eine Psoriasis (ICD-10: L40.9), ein
uncharakteristischer
Schwindel (ICD-10: R42) und ein Status nach Hämorrhoidaloperation 2009
erhoben
, welchen kein Einfluss auf die Arbeitsfä
higkeit
zuzumessen sei
.
Zusammenfassend wurde festgehalten, dass körperlich schwere und mittel
schwere Tätigkeiten nicht mehr zumutbar seien.
Für körperlich leichte,
überwie
gend
sitzende Arbeitstätigkeiten
mi
t
der Möglichkeit zur Wechselbelastung
bestehe eine zumutbare Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 80
%
, vollschichtig realisierbar (
Urk.
5/116/26).
Für
den Fall, dass in Zukunft ein
endoprothetischer
Gelenkersatz der linken Hüfte erfolgen sollte, könne
davon ausgegangen wer
den
, dass spätestens ein Jahr postoperativ diesbezüglich auch intermittierend mittelschwere Tätigkeiten bei einem vollzeitigen Pensum und ohne
Leistungs
einbusse
ausgeübt
werden könnten (
Urk.
5/116/25).
Gemäss dem interdisziplinären Gutachten der MEDAS
A._
vom 21. März 2011 standen die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit im Vordergrund (
Urk.
5/154/32):
1.
Chronische intermittierende Hüftschmerzen links (ICD-10: M79.64)
-
beginnende posttraumatische
Coxarthrose
links (ICD-10: M16.5)
-
Sta
tus nach Platten- und Schrauben
osteosynthese am 1
8.
August 199
7 und Status nach primärer Vers
orgung durch
transkondyläre
Kirsch
n
erdrahtextension
bei
Ac
etabulumfraktur
(Vorderpfeiler und dorsal
hemitransvers
) nach Gleitschirmunfall am
6.
August 1997 (
ICD-10:
Z98.8)
-
sensible Störung im Ausbreitungsgebiet des
linken
Nervus
cuta
neus
femoris
lateralis
(
ICD-10:
G57.1)
2.
Anamnestisch chronisch rezidivierendes
lumbovertebrales
Schmerzsyn
drom
ohne
radikuläre
Symptomatik (ICD-10: M54.5)
-
anamnestisch
mässiggradige
degenerative Veränderungen der unte
ren
Lendenwirbelsäule
(
ICD-10:
M51.2/M47.86)
-
anamnestisch Status
nach Kompressionsfraktur von Th
12 nach
Trep
pensturz
am 3
1.
Mai 1998 (
ICD-10:
T91.1)
-
derzeit klinisch weitgehend unauffälliger Befund
3.
Anamnestisch chronisches
zervikovertebrales
Schmerzsyndrom ohne
radi
kuläre
Symptomatik (ICD-10: M54
.
2
)
-
anamnestisch
leichtgradige
degenerative Veränderungen der mittle
ren Halswirbelsäule (klinisch und bildgebend ohne
Kompro
mittierung
neuraler Strukturen) (ICD-10: M47.82/M50.2)
-
Status nach Halswirbelsäulend
istorsionstrauma bei
Auffahrkolli
sion
vor einigen Jahren (ICD-10: T918)
-
derzei
t
klinisch unauffälliger Befund mit freier Beweglichkeit
4.
Chronisch intermittierende Ellenbogenschmerzen
(ICD-10:
M79.62
)
-
klinisch
leichtgradige
Epicondylopathia
humeri
radialis
(
ICD-10:
M77.1)
-
Status nach
Zuggurtungs
-Osteosynthese am
6.
August 1997 bei
erst
gradig
offener
Olekranonfraktur
(
ICD-10:
Z98.8/T92.2)
-
bildgebend Non
union
der Fraktur und beginnende degenerative Ver
änderungen
humeroradial
(
ICD-10:
Z96.0/M19.12)
.
Überdies sei in der
HNO-ärztlichen Untersuchung ein chronischer beidseitiger Tinnitus im Zusammenhang mit der teils lärm-, teils altersbedingten
Hochton
schwerhörigkeit
festgestellt worden, weswegen in Tätigkeiten
in lärmiger Um
gebung und/oder mit
erhöhte
n
akustisch-kommunikative
n
Anforderung
en
eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert worden sei.
Unter Berücksichtigung der
gesamten gutachterlichen Befunde
sei
aus interdiszip
linärer Sicht
festzuhalten
, dass Tätigkeiten ohne lärmige Umgebung und/oder ohne erhöhte akustisch-kommunikative Anforderungen zumutbar seien. Gleichzeitig sollte es sich um eine körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit mit gelegentlichen Positionswechseln
handeln
,
bei der
eine Hebe- und
Traglimite
von 10 kg nur ausnahmsweise
bis maximal
15 kg überschritten werde. In einer solchen
Tätigkeit bestehe bei einer 81⁄2
-stündigen zumutbaren Präsenzzeit lediglich eine 20%ige Leistungsminderung (
Urk.
5/154/33).
3.3
Den vom Beschwerdeführer
im Zusammenhang mit seiner Neuanmeldung einge
reichten Unterlagen lässt sich entnehmen, dass er vom 1
7.
bis zum 30. Januar 2012 stationär in der Klinik
F._
der
B._
behandelt worden war. Im Austrittsbericht vom 2
0.
Februar 2012 wurden eine mittelgradige depressive Episode mit somati
schem Syndrom bei Status nach schwerem Gleitschirmunfall 1997 und Schmer
zen im Bereich der Hüfte und Lendenwirbelsäule, Behandlung mit
Morphin
pflaster
, (ICD-10: F32.11), ein Tinnitus
aurium
(ICD-10: H93.1) und eine nicht näher bezeichnete Psorias
is
(ICD-10
: L40.9) als Diagnosen festgehalten (Urk. 5/224/14). Überdies wurde
dem Beschwerdeführer
mit Arztzeugnis vom 2
5.
Juni 2012 ab dem Datum sei
nes Klinikeintritts bis zum 31.
Januar 2012 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (
Urk.
5/224/19).
Gemäss dem
Bericht des Psychiatrischen Dienstes des Spi
tals
G._
vom 18.
Juli 2013
begab sich
der Beschwerdeführer am 2
8.
Juni 2013 in ambulante psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung.
Aus psychiatrischer Sicht wurde
eine seit etwa fünf Jahren bestehende schwere depressive Episode (ICD-10: F32.2)
diagnostiziert und eine
seit
dem 2
8.
Juni 2013 bis auf Weiteres bestehe
nde
100%ige Arbeitsunfähigkeit
bestätigt
(
Urk.
5/224/3).
Auch i
m
Ver
laufsbericht
vom 1
3.
November 2013
wurde festgehalten, dass die Arbeitsunfä
higkeit bis auf Weiteres 100
%
betrage.
Ferner wurde v
ermerkt, dass die psychiatrisch
-psychotherapeutische Behandlung seit Oktober 2013 aufgrund der örtlichen Entfernung überwiegend in
der Form von
telefonischen Kontakten
stattfinde
(
Urk.
5/227/2)
.
Zur Entwicklung des
physischen Gesundheitszustand
s
lässt sich den Akten ent
nehmen
, dass der Beschwerdeführer am
3.
August 2012 nach einer mehr
-
stündi
gen Autofahrt, während welcher er stündlich eine Pause eingelegt hatte, wegen zunehmende
r
lumbale
r
Schmerzen
Dr.
H._
in
I._
aufsuchte. Dieser empfahl, eine detaillierte Beurteilung der Situation anhand von Röntgenbildern (
Urk.
5/224/20).
Aus dem
Bericht
der Klinik für Unfallchirurgie
des
J._
vom 1
1.
Oktober 2012
geht
sodann
hervor
, dass
sich
der Beschwerdeführer wegen einer
Schmerzexazerbation
im Bereich des
thorakolumbalen
Übergangs,
der
Hüfte und
des linken
Ellenbogen
s
,
untersuchen liess
(
Urk.
5/224/8).
Neben der bekannten
Pseudarthrose
im Ellenbogenbereich links
hätten die
dabei
erhobenen Befunde
multiple degenerative Veränderungen
im Bereich der linken Hüfte und der Wir
belsäule aufgezeigt
. Die
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
werde deshalb
durch die Kollegen der Neurochirurgie erfolgen (
Urk.
5/224/9 und 5/224/10).
Am 1
2.
November 2012 wurde der Beschwerdeführer in der Klinik für Neurochi
rurgie des
J._
untersucht.
E
in Vergleich der Röntgenauf
nahme vom 1
0.
Oktober 2012 mit der MRI-Aufnahme vom
4.
Mai 2011 und älteren Voraufnahmen von 1989
habe bezüglich der Wirbelsäule
er
ge
ben, dass eine leichte Skoliose bestehe,
die
sich von 1989 bis 2012 nicht wesentlich verändert habe. Hinzugekommen sei eine Deckenpl
attenimpressionsfraktur des BWK
12, die jedoch im zeitlichen Verlauf nicht weiter gesintert sei. Es bestünden
Osteocho
ndrosen
in den Segmenten Th
10/11 und Th11/12 mi
t ventralen
Spon
dylophyten
, ans
onsten habe sich im Bereich der Lendenwirbelsäule kein patho
logischer Befund ergeben. Wegen der Nebenwirkungen sollte dem Beschwerde
führer bei Opiateinnahme weder das Gleitschirmfliegen noch das Autofahren gestattet werden. Seitens der Brust- und Lendenwirbelsäule sei die
Deckenpl
at
tenimpressionsfraktur
des BWK
12 aus dem Jahr 1998 mittlerweile ausgeheilt
.
Die
degenerativen Ve
ränderungen in den Segmenten Th10/11 und Th
11/12 seien offensichtlich stationär. Wegen der Befunde der Wirbelsäule müsste man das Gleitschirmfliegen nicht verbieten, aber wegen der Opiateinnahme, welche wegen der linken Hüfte und des linken Ellenbogens erfolge (
Urk.
5/224/12).
Nach
weiteren
Untersuchungen vom 1
7.
Januar und vom
4.
Februar 2014 wur
den gemäss dem Bericht der Klinik für Rheumatologie des
J._
vom
4.
Februar 12014 die folgenden Diagnosen
gestellt (Urk.
5/240/1):
1.
Lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom linksbetont
-
Exazerbation seit Gleitschirmlandungen im 2012
-
posttraumatisch bedingt leicht aktive ISG-Arthrose links,
hochak
tive
erosive
Osteochondrose
lumbosakral
(3-Phasen-Skelettszinti
graphie mit SPECT vom 2
8.
Januar 2014)
2.
Coxogene
Schmerzen links
-
keine Aktivierung im Bereich des Hüftgelenks links in der Szintigra
phie
-
Taillierungsstörung des
Femurhalses
links, konventionell radiolo
gisch sowie
Coxarthrose
links mit
subchondraler
Sklerosierung
im Pfannendach,
osteophytären
Ausziehungen am kranialen
Aceta
bulum
(Beckenübersicht und linke Hüfte axial vom 1
5.
Juli 2013)
-
DD
Femorocatebuläres
Impingement
3.
Psoriasis
vulgaris
mit Nagelbeteiligung
.
Aufgrund
d
er Befunde
seien
Gleitschirmfl
üge kontraindiziert. Die dabei rezidivie
rend auftretenden Schläge, vor allem bei der Landung, ak
ti
vierten
die A
ktivierung im
Iliosakralgelenk
und
lumbosakral
jedes Mal erneut
und
verstärkten
so
die Beschwerden
(
Urk.
5/240/3).
3.4
Das von der Beschwerdegegnerin eingeholte
Gutachten
von
Dr.
C._
und
Dr.
D._
vom 1
3.
und 27. Mai 2014
(
Urk.
5/252 und 5/254)
umfasst die
Fachgebiete Innere Medizin, Rheumatologie und Psychiatrie
. Es
führt
aus
inter
disziplinärer Sicht
die folgenden Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit auf:
1.
Status nach Gleitschirmunfall am
6.
August 1997 mit
-
Commotio cerebri
-
Rippenserien-Frakturen links V-VIII und Lungenkontusion
-
Acetabulum
-Fraktur links mit Osteosynthese am 1
8.
August 1997 mit guter Konsolidation ohne Lockerungszeichen des
Osteosyn
thesematerials
(Röntgen Juli 2013) und keine
r
vermehrte
n
szinti
graphische
n
Aktivität (Januar 2014)
-
offene
Olek
ranon
-Fraktur
links mit Osteosynt
h
e
se am
6.
August 1997 mi
t
intaktem
Osteosynthesematerial
bei Pseudoarthrose des
Ol
ek
ranons
(Röntgen Oktober 2012), jedoch keine vermehrte
szin
tigraphische
Aktivität (Januar 2014)
2.
Verminderte Belastbark
eit und Beschwerden beider Hüft
g
e
lenke bei mässi
ger
Coxarthrose
beidseits (Röntgen Juli 2013) ohne vermehrte
szin
tigraphische
Aktivität (Januar 2014)
3.
Verminderte Belas
tbarkeit und Beschwerden der Lendenwirbelsäule
bei
-
mässigen degenerativen Veränderungen und
e
r
osiver
Osteochond
r
o
se
L5/S1 mit
Retrolisthesis
von L5 auf S1 mit diskreter Einen
gung der
Neurofora
mina
ohne Kontakt zu den N
ervenwurzeln (MRI Juli 2013) mit vermehrter
szintigraphsicher
Aktivität der
Os
teochondrose
und gering auch des linken
Iliosakralgel
e
nkes
, jedoch nicht der Facettengelenke (Januar 2014)
-
ohne
radikuläre
Zeichen
4.
Verminderte Belastbarkeit und Beschwerden der BWK 12 nach
Treppen
sturz
am 3
1.
Mai 1998 mit
-
Deckenplattenimpressionsfraktur BKW12 ohne
Hinterkantenbe
-
teili
gung
und
-
ausgeprägte
Osteochondrose
Th10/Th11 und Th11/Th12 (Röntgen Oktober 2012), jedoch ohne vermehrte
szintigraphische
Aktivität (Januar 2014).
Darüber hinaus wurden eine Anpassungsstörung mit Sorgen, Anspannungen, Stimmungseinbrüchen und Zukunftsängsten (ICD-10: F43.23), eine Psoriasis
vulgaris
ohne Hinweise auf eine Psoriasis-
Arthropathie
und ein Tinnitus beid
seits mit leichter
Presbyakusis
beidseits und Lärmschwerhörigkeit diagnostiziert
, welche
kein
en
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
hätten
(Urk.
5/255/10).
Seit dem Unfall vom
6.
August 1997 sei der Beschwerdeführer aus
rheuma
-
tologi
scher
Sicht für nicht
leidens
angepasste Tätigkeiten zu 100
%
arbeitsun
-
fähig. Aus psychiatrischer Sicht
habe
nie über längere Zeit
eine
Arbeitsun
-
fähigkeit bestanden
(Urk. 5/255/11)
.
Hinsichtlich einer leidensangepassten Tätigkeit sei zu berücksichtigen, dass die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers d
urch die eingeschränkte Funktion beider Hüftgelenke
,
der Brust- und
der
Lendenwirbelsäule
limitiert
sei
.
Er
könne
jedoch
Lasten bis zu 10 kg heben oder tragen (leichtes Belastungsniveau). Dabei benötige er pro Stunde maximal 10 Minuten zusätzliche Pausen
zeit
, um sich zu bewegen und zu lockern. Berufliches Gleitschirmfliegen sei ungeeignet, da es vor allem beim Landen zu Schlägen im Bereich der Wirbelsäule und der Hüft
gelenke kommen könne. Ausserdem sei
en Tätigkeiten
, welche
mehrstündige
s
Sitzen
erforderten,
nicht adaptiert.
In einer leidensangepassten Tätigkeit könne der Beschwerdeführer mit den beschriebenen vermehrten Pausen zu 100
%
arbeiten (Urk. 5/255/11).
4.
4.1
Das Gutachten von
Dr.
C._
und
Dr.
D._
vom 1
3.
und 27. Mai 2014 (
Urk.
5/252 und 5/255)
basiert auf
fachärztlichen
internistisch-rheumatologi
schen und psychiatrischen Untersuchungen des Beschwerdeführers. Es berück
sichtigt die
von ihm
geklagten Beschwerden
angemessen
und wurde in Kenntnis der
medizinischen
Vorakten
erstellt.
Insbesondere
setzt
es
sich
mit anderslau
tenden ärztlichen Einschätzungen, namentlich in psychischer Hinsicht
(vgl.
Urk.
5/224/14 und 5/224/3)
, auseinander und begründet die eigene schlüssig und nachvollziehbar (vgl. Urk. 5/255/8). Auch sonst erfüllt es sämtliche der von der Rechtsprechung statuierten Anforderungen an ein medizinisches Gutachten (vgl. BGE 134 V 231 E. 5a und 125 V 351 E. 3a). Es kann folglich darauf abge
stellt werden.
4.2
Mit dem Gutachten von
Dr.
C._
und
Dr.
D._
ist
insofern
eine Verände
rung des psychischen Gesundheitszustandes ausgewiesen
,
als
neu
eine
Anpas
sungsstörung
diagnostiziert
wird
(vgl. Urk.
5/255/8 und
5/255/10
)
. Dieser kommt
der
gutachterlichen Einschätzung
zufolge
aber keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu
(vgl.
Urk.
5/225/9 und
5/225/10
)
.
Zur Entwicklung der physischen Verhältnisse
ist zu bemerken, dass b
ereits im Gutachten des
Z._
vom 2
7.
April 2010 mässige
Osteochondrosen
im Bereich der Wirbelsäule erwähnt
wurden
(
Urk.
5/116/23). Anlässlich der aktuellen Begutachtung wurden Änderungen diesbezüglich festgestellt (vgl.
Urk.
5/252/101
und 5/255/10
). Es
trifft daher nicht zu, dass die Problematik der
Osteochondrosen
von Dr.
C._
unberücksichtigt geblieben ist (vgl.
Urk.
1 S. 3). Vielmehr geht aus de
n betreffenden Ausführungen im
Gutachten hervor, dass sich
auch
in soma
tischer Hinsicht Änderungen ergeben
haben
, die sich
gemäss
Dr.
C._
und der gutachterlichen Konsensbeurteilung
jedoch
nicht in einer Weise auswirken, dass sie zu einer geringeren als der zuletzt festgestellten Arbeitsfähigkeit von 80
% in angepasster Tätigkeit führen würden
(v
gl. Urk.
5/252/101 und 5/252/11)
. Es ist somit unverändert von einer rentenausschliessenden Erwerbs
fähigkeit des Beschwerdeführers auszugehen. Aus dem Gesamten folgt, dass die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung vom
6.
Oktober 2014
zu Recht einen Rentenanspruch des Beschwerdeführers verneint hat. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
5.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 1‘000.-- festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 600.-- anzusetzen. Entsprechend
dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem unterliegenden Beschwerde
führer aufzuerlegen.