Decision ID: 252af1d2-2248-472e-93d2-7d5f17df08ad
Year: 2003
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law

betreffend
Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz etc.
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 4. Abteilung, vom 22. Mai 2003 (DG030146)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Bezirksanwaltschaft Zürich vom 19. März 2003 ist
diesem Urteil beigeheftet.
Urteil der Vorinstanz:
1.a) Der Angeklagte ist schuldig
− der Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 1 Abs. 5 BetmG sowie − der Hinderung einer Amtshandlung im Sinne von Art. 286 StGB.
b) Der Angeklagte ist nicht schuldig der mehrfachen Widerhandlung gegen Art.
19 Ziff. 1 Abs. 4 BetmG und wird freigesprochen.
2. Der Angeklagte wird bestraft mit 2 Monaten Gefängnis, wovon 36 Tage
durch Polizeiverhaft (1 Tag) sowie Untersuchungshaft (35 Tage) erstanden
sind.
3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf
2 Jahre angesetzt.
4. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf Fr. 2'000.--.
5. Die Untersuchungs- und Gerichtskosten werden dem Angeklagten zur Hälfte
auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Staatskas-
se genommen.
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Beschluss der Vorinstanz:
1. Der unter Bar-Kautionsnummer 02/23411 deponierte Bargeldbetrag von
Fr. 40.-- wird beschlagnahmt und zur Kostendeckung verwendet.
2. Die mit Verfügung der Bezirksanwaltschaft Zürich, Stauffacherstr. 55, 8026
Zürich, Hauptabteilung 1, Büro B-5, Unt.Nr. 02/17251, vom 10. Dezember
2002 beschlagnahmten und unter Sachkautionsnummer 13321 deponierten
Mobiltelefone (Nokia 3410, IMEI Nr. 3...; Nokia 8850, IMEI-Nr. 4...) werden
eingezogen und von der Bezirksge-richtskasse verwertet; der Erlös wird zur
Kostendeckung verwendet.
Die beiden Orange GSM-Cards werden bei den Akten belassen (act. 15/4).
Berufungsanträge:
a) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft:
(schriftlich, Urk. 40)
1. Der Angeklagte sei - zusätzlich zum Urteil vom 22. Mai 2003 - der Wider-
handlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Ziff. 1
Abs. 4 BetmG schuldig zu sprechen.
2. Der Angeklagte sei mit 6 Monaten Gefängnis zu bestrafen unter Anrechnung
der erstandenen Haft,
eventualiter sei der Angeklagte mit 4 Monaten Gefängnis zu bestrafen unter
Anrechnung der erstandenen Haft.
3. In den übrigen Punkten seien Urteil und Beschluss der Vorinstanz zu bestä-
tigen.
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b) Des Verteidigers des Angeklagten:
(schriftlich, Urk. 41)
1. Der Angeklagte sei freizusprechen
a) vom Vorwurf der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im
Sinne von Art. 19 Ziff. 1 Abs. 5
b) vom Vorwurf der Hinderung einer Amtshandlung i. S. Art. 286 StGB
2. Im übrigen seien sämtliche Freisprüche der Vorinstanz zu bestätigen.
3. Die gesamten erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten seien dem
Staat Zürich aufzuerlegen und es sei dem Angeklagten eine Entschädigung
in der Höhe der Verteidigungskosten zu bezahlen.
4. Der Angeklagte sei für die ausgestandene Untersuchungshaft von 37 Tagen
angemessen zu entschädigen.
5. Es seien sämtliche beschlagnahmten Gegenstände dem Angeklagten
herauszugeben.

Das Gericht zieht in Betracht:
I. Prozessuales
1. Mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 22. Mai 2003 wurde der An-
geklagte der Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 1 Abs. 5 BetmG sowie der Hinde-
rung einer Amtshandlung im Sinne von Art. 286 StGB schuldig gesprochen. Vom
Vorwurf der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 1 Abs. 4 BetmG wurde
er hingegen freigesprochen (Urk. 28 S. 18). Er wurde mit zwei Monaten Gefäng-
nis, unter Anrechnung von 36 Tagen Polizei- bzw. Untersuchungshaft, bestraft,
wobei ihm der bedingte Strafvollzug unter Ansetzung einer Probezeit von zwei
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Jahren bewilligt wurde. Das Urteilsdispositiv wurde den Verfahrensbeteiligten
schriftlich mitgeteilt (Urk. 32).
2.1. Mit Schreiben vom 10. Juni 2003 erklärte die Verteidigung rechtzeitig
Berufung gegen das Urteil vom 22. Mai 2003 betreffend der ausgesprochenen
Schuldsprüche. Sie beantragt einen vollumfänglichen Freispruch des Angeklagten
(Urk. 36). Mit Eingabe vom 25. August 2003 erhob die Staatsanwaltschaft des
Kantons Zürich ihrerseits Berufung gegen das erwähnte Urteil (Urk. 37A).
2.2. In ihrer Berufungsbegründung, welche am 6. Oktober 2003 beim Ober-
gericht des Kantons Zürich einging, beantragte die Staatsanwaltschaft des Kan-
tons Zürich, der Angeklagte sei zusätzlich zum vorinstanzlichen Schuldspruch der
einfachen Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 1 Abs. 4 BetmG schuldig zu spre-
chen und zwar bezüglich des versuchten Verkaufs von Kokain an den zivil auf-
tretenden Polizeibeamten C. D.. Zudem sei der Angeklagte mit sechs Monaten
Gefängnis, eventualiter mit 4 Monaten Gefängnis, unter Anrechnung der erstan-
denen Haft, zu bestrafen. Im Übrigen sei das erstinstanzliche Urteil zu bestätigen
(Urk. 40).
2.3. Nicht angefochten wurde somit der vorinstanzliche Freispruch bezüg-
lich der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 1 Abs. 4 BetmG, soweit er
sich auf den Verkauf von Drogen an die Abnehmer R.K., M.M. und D.G. bezieht
(Urk. 38 S. 3ff., Ziff. I.1.1. bis Ziff. I.1.7.). Dieser Freispruch ist zu bestätigen.
3. Zur heutigen Berufungsverhandlung wurde der Angeklagte öffentlich
vorgeladen (Urk. 39). Er blieb der Verhandlung allerdings unentschuldigt fern.
Seinem amtlichen Verteidiger wurde das persönliche Erscheinen erlassen. Dieser
reichte seine Berufungsbegründung mit den eingangs wiedergegebenen Anträgen
vor der Verhandlung schriftlich ein (Urk. 41 und 42; Prot. II S. 2f.).
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II. Sachverhalt
1.1. In Bezug auf die Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz
wird dem Angeklagten heute somit noch vorgeworfen, er habe gegen Art. 19 Ziff.
1 Abs. 4 BetmG verstossen, indem er am 19. Oktober 2002, um ca. 17.10 Uhr, im
Shopville Zürich bzw. an der Löwenstrasse in Zürich im Besitz von vier Kugeln
Kokain à je ein Gramm gewesen sei, welche er dem zivil auftretenden Polizeibe-
amten Kb C. D. zu verkaufen versucht habe, wobei der Verkauf auf Grund von
Differenzen hinsichtlich der Zahlungsmodalitäten nicht zustande gekommen sei
(Urk. 20 S. 2).
1.2. Im Weiteren wird dem Angeklagten vorgeworfen, am 19. Oktober 2002,
um ca. 17.15 Uhr, im Shopville Zürich die mehrmalige Aufforderung von Kb R. K.
und Det. T. L. von der Stadtpolizei Zürich, den Mund aufzumachen, nicht befolgt
zu haben. Dies, obwohl sich die Polizeibeamten vorgängig durch Vorhalten des
Polizeiausweises und Ausrufen der Worte "Polizei, Police" als solche zu erkennen
gegeben hätten. Wegen des Verhaltens des Angeklagten habe das Kokain, das
der Angeklagte im Mund mitgeführt habe, nicht sichergestellt werden können.
III. Verstoss gegen das BetmG
1.1. Dem Angeklagten wurde in der Anklageschrift vom 19. März 2003 vor-
geworfen, er habe am 19. Oktober 2002 versucht, dem Polizeibeamten D. Kokain
zu verkaufen, womit er gegen Art. 19 Ziff. 1 Abs. 4 BetmG verstossen habe (Urk.
20 S. 2, 1. Sachverhaltsabschnitt).
1.2. Die Verteidigung hatte diesbezüglich anlässlich der vorinstanzlichen
Hauptverhandlung vom 22. Mai 2003 geltend gemacht, der als möglicher Drogen-
käufer in Zivilkleidung auftretende Polizeibeamte D. sei als "agent provocateur"
aufgetreten, was einem Schuldspruch entgegenstehe (Urk. 31 S. 2). Die Vorin-
stanz führte in ihrem Urteil vom 22. Mai 2003 hierzu aus, bezüglich der zulässigen
Einwirkung eines verdeckten Ermittlers gelte es festzuhalten, dass sich ein V-
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Mann grundsätzlich rollenadäquat zu verhalten habe, jedoch nicht durch eigene
Einflussnahme die Tatbereitschaft wecken oder die Zielperson zu einem strafba-
ren Verhalten verleiten dürfe. Provoziere oder fördere ein verdeckter Ermittler den
Entschluss zu einer Straftat, zu welcher es ohne seine Initiative nicht gekommen
wäre, liege ein verpöntes Lockspitzelverhalten vor. Eine solche Handlung sei wi-
derrechtlich und verboten. Bezüglich der Folgen eines unzulässigen V-Mann-
Einsatzes gingen Literatur und kantonale Gerichte überwiegend davon aus, dass
ein solcher der Verurteilung des zur Begehung von Straftaten Provozierten entge-
genstehe (Urk. 38 Ziff. I.2.1.f., S. 6f.). Die Vorinstanz ging im Weiteren davon aus,
dass der Tatentschluss hinsichtlich des Verkaufs von Drogen beim Angeklagten
durch den Polizeibeamten D. hervorgerufen worden sei, da dieser den Angeklag-
ten auf eigene Initiative hin angerufen habe, um Drogen zu bestellen. Die Tatbe-
teiligung von D. sei derart massgeblich, dass die deliktische Handlung des Ange-
klagten ohne dessen Tatbeitrag nicht stattgefunden hätte. Damit stehe der Ein-
satz des verdeckten Ermittlers der Verurteilung des Angeklagten entgegen (Urk.
38 Ziff. I.2.3., S. 7 mit Hinweis auf BGE 124 IV 40).
1.3. In ihrer Berufungsbegründung vom 6. Oktober 2003 ging die Staatsan-
waltschaft davon aus, dass der V-Mann beim Scheinkauf nicht vollkommen passiv
zu bleiben habe, sondern auf die Konkretisierung eines bereits vorhandenen Tat-
entschlusses hinwirken dürfe. Insbesondere "müsse ihm gestattet sein, gegen-
über Personen, gegen die der begründete Verdacht des Drogenhandels bestehe,
sein Kaufinteresse und auch seine Bereitschaft zur Bezahlung eines marktge-
rechten Preises darzutun" (Urk. 23 S. 2 mit Zitat aus BGE 124 IV 40). Genau dies
sei vorliegend der Fall gewesen. Der Polizei seien Erkenntnisse vorgelegen, wo-
nach unter der Telefonnummer 078 ..., dem Anschluss des Angeklagten, Kokain
habe bestellt werden können. Aus diesem Grunde habe der polizeiliche V-Mann,
Det. C. D., die Nummer des Angeklagten angerufen , habe auf entspre-chende
Aufforderung des Angeklagten hin "zwei" bestellt und habe mit diesem ei-nen
Treffpunkt vereinbart. Der Angeklagte habe seine Bereitschaft zum Handel mit
Kokain damit zum Ausdruck gebracht, dass er die Anrufe auf den in der Dro-
genszene als Bestellnummer bekannten Anschluss entgegengenommen habe. In
diesem Sinne sei auch die Frage "Was willst Du?" als Aufforderung zur Offert-
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stellung zu verstehen, die der Angeklagte telefonisch an den V-Mann gerichtet
habe (Urk. 23 S. 2f.). Det. C. D. habe zu keinem Zeitpunkt explizit nach Kokain
gefragt oder Betäubungsmittel auch nur sinngemäss erwähnt. Der Angeklagte
habe im Gespräch mit dem V-Mann sofort die Initiative ergriffen, sich nach dessen
Kaufinteresse erkundigt, habe ungefragt den Preis für "Weisses" (d.h. Kokain)
genannt und fünf Gramm davon zum Verkauf offeriert. Damit habe der V-Mann
den Tatentschluss des Angeklagten nicht in unzulässiger Weise provoziert, son-
dern mit rechtmässig rollenadäquatem Verhalten erreicht, dass der Angeklagte
seinen bereits vorhandenen Tatentschluss konkretisiert habe. Damit stehe der
Einsatz des V-Mannes einer Verurteilung des Angeklagten nicht im Wege und der
Angeklagte sei auch des Handels mit Betäubungsmitteln im Sinne von Art. 19 Ziff.
1 Abs. 4 BetmG schuldig zu sprechen.
2.1. Gemäss Art. 23 Abs. 2 BetmG bleibt ein Beamter u.a. dann straflos,
wenn er zu Ermittlungszwecken ein Angebot von Betäubungsmitteln annimmt. Die
Frage, ob es sich bei dieser Bestimmung lediglich um einen materiell-rechtlichen
Rechtfertigungsgrund handelt, oder ob diese auch eine prozessuale Ermächti-
gungsnorm für den Einsatz von V-Leuten (bezüglich der Ermittlung im Rahmen
des Betäubungsmittelhandels) darstellt, wurde in der Literatur bisher kontrovers
diskutiert, in jüngster Zeit jedoch verneint (vgl. Peter Albrecht, Zur rechtlichen
Problematik des Einsatzes von V-Leuten, in: AJP 6/2002, S. 632ff.; BGE 124 IV
34ff. insbes. S. 38f.; vgl. auch Gustav Hug-Beeli, Rechtsprechung zu den Betäu-
bungsmitteldelikten seit 1991, Dike Verlag, Lachen SZ/St. Gallen 1997, S. 51ff.
mit Hinweisen). Hiervon ging offenbar auch das Kassationsgericht des Kantons
Zürich in seinem Entscheid vom 29. Dezember 1994 aus, indem es ausführte, der
Einsatz von V-Leuten bedürfe als Eingriff in das Grundrecht der persönlichen
Freiheit der gesetzlichen Grundlage und zwar auch auf dem Gebiet des Betäu-
bungsmittelhandels, ohne dass es jedoch zur Bedeutung und Tragweite von Art.
23 Abs. 2 BetmG Stellung genommen hätte (ZR 94 [1995] Nr. 65). Im Weiteren
ging das Kassationsgericht des Kantons Zürich im erwähnten Entscheid davon
aus, es sei eine Übergangszeit zur Schaffung der erforderlichen gesetzlichen
Grundlagen durch den Gesetzgeber einzuräumen, während welcher derartige
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Eingriffshandlungen einstweilen auch ohne gesetzliche Grundlage noch als
rechtmässig zu betrachten seien.
2.2. Auf Bundesebene ist bisher noch keine Regelung über die sog. ver-
deckte Ermittlung in Kraft getreten (vgl. das entsprechende Bundesgesetz über
die verdeckte Ermittlung [BVE] vom 20. Juni 2003, für welches die Referendums-
frist am 9. Oktober 2003 abgelaufen ist und welches bei deren unbenütztem Ab-
lauf wohl im Verlaufe des Jahres 2004 in Kraft treten wird; vgl. auch Stefan Blätt-
ler, Einsatz von verdeckten Ermittlern aus polizeilicher Sicht, in: AJP, 6/2002, S.
635f.). Dieses Gesetz regelt die verdeckte Ermittlung auf Bundesebene für die in
Art. 4 Abs. 2 lit. a bis h BVE vorgesehenen Delikte. Auf dem Gebiete des Betäu-
bungsmittelhandels sieht Art. 4 Abs. 2 lit. e BVE lediglich für Delikte im Rahmen
von Art. 19 Ziff. 2 "zweiter Satz" (was wohl einen Verschrieb darstellt) BetmG so-
wie Art. 20 Ziff. 1 zweiter Satz BetmG vor. Bezüglich der übrigen Delikte im Rah-
men des Betäubungsmittelhandels wie auch weiterer Delikte verbleibt die Rege-
lung des Einsatzes verdeckter Ermittler in der Befugnis der Kantone. Im Kanton
Zürich ist die entsprechende Regelung der verdeckten Ermittlung gemäss § 106 c
ff. StPO seit dem 1. Januar 2002 in Kraft. Gemäss § 106 d StPO steht die Anord-
nung verdeckter Ermittlungsmassnahmen dem Polizeikommando zur Abwehr von
Straftaten sowie im Vorfeld von Strafuntersuchungen zu (§ 106 d Abs. 1 Ziff. 1
StPO). Die Kompetenz zu deren Anordnung geht im Rahmen der Beweisaufnah-
me in der Strafuntersuchung auf den Untersuchungsbeamten über (§ 106 d Abs.
1 Ziff. 2 StPO). Vorliegend handelte es sich um Ermittlungen im Vorfeld einer
Strafuntersuchung, nachdem der Polizeibeamte C. D. Kenntnis davon erhalten
hatte, dass über die - dem Angeklagten gehörende - Natelnummer 078 ...
Betäubungsmittel bestellt werden können (vgl. Urk. 1 S. 4).
2.3. Bevor die Frage der Anwendbarkeit der prozessualen Vorschriften von
§ 106 d und § 106 e StPO beantwortet werden kann, ist abzuklären, ob es sich
beim fraglichen Einsatz des Polizeibeamten D. überhaupt um eine verdeckte Er-
mittlung im Sinne des Gesetzes handelt.
2.4. Wie sich schon der Botschaft zu den Bundesgesetzen betreffend die
Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs und über die verdeckte Ermitt-
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lung vom 1. Juli 1998 (S. 43) entnehmen lässt, wird der Begriff der "verdeckten
Ermittlung" in der Diskussion immer wieder verschieden gebraucht, was zu Ver-
ständnis- und Abgrenzungsschwierigkeiten führt. Der Entwurf zum erwähnten
Bundesgesetz geht davon aus, dass verdeckte Ermittler in den Kreis der zu be-
obachtenden Zielpersonen eingeschleust und dort möglichst integriert werden. Zu
diesem Zweck finden sich verschiedene Bestimmungen, welche insbesondere die
Bildung einer Legende, die Rechte und Pflichten der "verdeckten Ermittler" sowie
die Zusage der Vertraulichkeit regeln. In Berücksichtigung dieser Ausgangslage
kann von einer "verdeckten Ermittlung" nur dann gesprochen werden, wenn die
Tätigkeit auf eine gewisse Dauer angelegt ist und die Einschleusung eines mit ei-
ner falschen Identität und einer falschen Legende versehenen Beamten in ein
mutmasslich kriminelles Umfeld zum Gegenstand hat. Allein der damit verbunde-
ne starke Eingriff in die Persönlichkeitssphäre der Zielperson rechtfertigt denn
auch die besonderen Verfahrens- und Schutzvorschriften (Entscheid des Präsi-
denten der Anklagekammer des Kantons St. Gallen vom 16. Juni 2003).
2.5. Auch die Bestimmung von § 106 c Abs. 1 StPO geht davon aus, dass
Personen, die verdeckt ermitteln, unter einer Legende auftreten, die ihr wahre
Identität verändert, sie dürfen damit (gemeint mit ihrer Legende) am Rechtsver-
kehr teilnehmen und Sachen erwerben, die einem Handelsverbot unterliegen. Sie
gehören entweder der Polizei an oder werden fallweise für eine polizeiliche Auf-
gabe eingesetzt.
Aus den kantonsrätlichen Beratungen geht hervor, dass Abs. 1 von § 106 c
StPO die Definition der "verdeckten Ermittlung" enthält; so KR Marco Ruggli in
seinem ersten Vorum zu § 106 c StPO (Protokoll der KR-Sitzung vom 25.9.2000,
Prot. S. 5267 ff.). Aus den kantonsrätlichen Beratungen ergibt sich nichts, was
darauf hinweisen würde, dass der eben zitierten Ansicht von KR Ruggli wider-
sprochen worden wäre. Inbegriff der verdeckten Ermittlung ist - so § 106 c Abs. 1
StPO -, dass eine bestimmte Person (sei es ein Angehöriger der Polizei oder
nicht) unter einer Legende auftritt, welche die wahre Identität verändert. In der
kantonsrätlichen Debatte führte KR Dorothee Jaun (Kommissionspräsidentin) als
erste Sprecherin in der Detailberatung zu § 106 d StPO aus: "Das Gesetz unter-
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scheidet drei Arten von verdeckter Ermittlung. Nämlich: Ermittlungen durch ein
Mitglied der Polizei mit Legende und mit hergestellten Urkunden, also sozusagen
eine qualifizierte Legende, sodann verdeckte Ermittlung durch ein Mitglied der
Polizei ohne hergestellte Urkunde nur mit einer Legende, also einer vorge-
täuschten anderen Person, und schliesslich die verdeckte Ermittlung durch
Nichtmitglieder der Polizei, sei es mit oder ohne Urkunden. Das Gesetz behandelt
diese drei Kategorien von verdeckten Ermittlern unterschiedlich" (KR-Prot.,
a.a.O.). Soweit aus den KR-Protokollen ersichtlich, blieb auch diese Äusserung
unwidersprochen. Der kantonsrätlichen Debatte kann somit entnommem werden,
dass sinngemäss zwischen dem "qualifizierten verdeckten Ermittler" (der für seine
Tätigkeit eine richterliche Genehmigung im Sinne von § 106 e StPO braucht) und
dem "einfachen verdeckten Ermittler" oder "Scheinkäufer" unterschieden wurde.
Die Charakterisierung der qualifizierten verdeckten Ermittlung weist auf eine ge-
wisse Intensität des polizeilichen Handelns hin.
2.6. Gemäss einem Urteil des Appellationsgerichts des Kantons Basel-
Stadt vom 21. Januar 2000, zitiert in Albrecht, a.a.O., S. 634, sollen die Bestim-
mungen der basel-städtischen Strafprozessordnung dann nicht zur Anwendung
gelangen, wenn etwa ein Polizist, der erfahren hat, man könne bei einer Natel-
nummer Heroin und Kokain in beliebigen Mengen erhalten, anschliessend diese
Nummer anruft und unter einem Decknamen Drogen bestellt. Der Begriff der ver-
deckten Ermittlung wurde somit auch vom Appellationsgericht des Kantons Basel-
Stadt restriktiv ausgelegt (vgl. Albrecht, a.a.O., S. 634).
2.7. Aufgrund all dieser Überlegungen kann gesagt werden, dass der Poli-
zeibeamte D. mit seinem unter Ziff. III.1.3. geschilderten Tun nicht diejenige
Handlungsintensität erreichte, welche ihn zum verdeckten Ermittler machte. D.
handelte vielmehr als Scheinkäufer im Sinne von Art. 23 Abs. 2 BetmG. Schein-
käufer ist "derjenige beamtete oder nicht-beamtete V-Mann, der ein Betäubungs-
mittelangebot in der Absicht annimmt, damit zur Sicherstellung des Stoffes oder
zur Überführung des Täters (Strafverfolgung) beizutragen (Baumgartner, Zum V-
Mann-Einsatz, Diss. Zürich 1990, S. 38). Genau das tat D. im vorliegenden Fall.
Hier ist zur Vermeidung von Missverständnissen anzufügen, dass die Begriffe des
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verdeckten Ermittlers und des V-Mannes nicht deckungsgleich sind (Näheres da-
zu, s. Baumgartner a.a.O., S. 7ff.)
Aus diesen Gründen war eine formelle Anordnung von D.s Einsatz durch
das Polizeikommando im Sinne von § 106 d StPO oder gar eine richterliche Ge-
nehmigung im Sinne von § 106 e i. V. m. § 104 b StPO nicht erforderlich. Damit
ist auch das Resultat der fraglichen Polizeiaktion in prozessualer Hinsicht ver-
wertbar.
3. Der Vollständigkeit halber ist jedoch das Vorgehen des Polizeibeamten
Det. C. D. in materieller Hinsicht kurz zu beleuchten.
3.1. Gestützt auf die Ausführungen in BGE 124 IV 40 ist davon auszuge-
hen, dass ein V-Mann beim Scheinkauf nicht vollkommen passiv bleiben muss.
Vielmehr ist es ihm erlaubt, auf die Konkretisierung eines bereits vorhandenen
Tatentschlusses hinzuwirken (vgl. auch die Bestimmung von § 106c Abs. 4
StPO). Es muss dem V-Mann somit gestattet sein, gegenüber Personen, gegen
die der begründete Verdacht des Drogenhandels besteht, sein Kaufinteresse und
auch seine Bereitschaft zur Bezahlung eines marktgerechten Preises darzutun.
Vorliegend ist vorab festzuhalten, dass dem Polizeibeamten C. D. kurzfristig
Kaufgelegenheiten von Drogen mitgeteilt wurden. So führte er anlässlich seiner
Befragung als Zeuge vom 19. Februar 2003 aus, er habe - mutmasslich von ei-
nem Drogenkonsumenten - die Natelnummer des Angeklagten 078 ... er-halten
mit dem Hinweis darauf, dass über diese Nummer Drogen bestellt werden
könnten (Urk. 11 S. 2; vgl. auch Urk. 1 S. 4). Die fragliche Natelnummer war somit
als mögliche Bestellnummer für Drogen bekannt (Urk. 1 S. 4; Urk. 11 S. 2).
Gestützt auf diesen Hinweis rief der Polizeibeamte D. am 19. Oktober 2002,
um ca. 16.55 Uhr, die fragliche Nummer an. Am anderen Ende des Anschlusses
meldete sich der Angeklagte (vgl. Urk. 2 S. 1; Urk. 11 S. 1f.). Aus dem Wahrneh-
mungsbericht, auf welchen der verfassende Polizeibeamte D. anlässlich seiner
Zeugeneinvernahme vom 19. Februar 2003 verwies, ergab sich, dass der Ange-
klagte sich zunächst danach erkundigte, woher der Angeklagte seine Nummer
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habe, woraufhin der Angeklagte auf eine Drittperson verwies. Daraufhin - die
Antwort war offenbar zufriedenstellend ausgefallen - fragte der Angeklagte den
Polizeibeamten D., was er wolle. Die Antwort von D. "Zwei!" genügte. Es war klar,
worum es ging, nämlich um den Kauf von zwei Gramm Kokain durch den Anru-
fenden (vgl. Urk. 2 S. 2; Urk. 11 S. 2).
Der im Wahrnehmungsbericht und anlässlich der Zeugeneinvernahme vom
19. Februar 2003 vom Polizeibeamten C. D. geschilderte Ablauf eines beabsich-
tigten Kaufsgesprächs im Drogenhandel ist als charakteristisch und typisch zu
qualifizieren. Es war nicht nur dem anrufenden Polizeibeamten D. klar, worum es
ging, sondern auch dem Angeklagten. Seine Nummer diente offensichtlich dazu,
Bestellungen für Betäubungsmittel entgegenzunehmen. Aus der von ihm gestell-
ten Frage, was der - von ihm nicht erkannte - Polizeibeamte D. wolle, ergibt sich
auch, dass der Angeklagte durchaus jederzeit bereit war, jedem auf die fragliche
Natelnummer anrufenden (potentiellen) "Kunden" Drogen zu verkaufen. Es kann
somit im Gegensatz zur Auffassung der Vorinstanz keine Rede davon sein, dass
der Tatentschluss hinsichtlich des Verkaufs von Drogen beim Angeklagten erst
durch den Anruf des Polizeibeamten D. hin hervorgerufen wurde. Dieser Anruf
kann keineswegs als derart massgeblich bezeichnet werden, dass die deliktische
Handlung des Angeklagten ohne dessen Tatbeitrag nicht stattgefunden hätte. Es
war denn auch beim Treffen zwischen dem Polizeibeamten C. D. und dem Ange-
klagter letzterer, der nach erneuter Erkundigung, was der mutmassliche Kunde
wolle, worauf dieser wiederum mit "zwei" antwortete, den Preis für ein Gramm
Kokain (CHF 100.00) nannte und fünf Gramm Kokain zum Kauf anbot (vgl. Urk. 2
S. 2 sowie Urk. 11 S. 2).
Damit kann aber nicht gesagt werden, dass der als V-Mann auftretende Po-
lizeibeamte C. D. den Tatentschluss des Angeklagten in unzulässiger Weise pro-
vozierte. Vielmehr verhielt er sich rollenadäquat und erreichte damit, dass der An-
geklagte seinen bereits vorhandenen Tatentschluss - nämlich denjenigen Perso-
nen, die ihn auf die fragliche Natelnummer anriefen, Kokain zu verkaufen - kon-
kretisierte.
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3.2. Damit erweist sich der V-Mann-Einsatz des Polizeibeamten C. D. in
materieller Hinsicht als rechtmässig.
4.1. Die Aussagen des V-Mannes C. D. sind somit verwertbar. Was dessen
Glaubwürdigkeit und Glaubhaftigkeit seiner Aussagen anbetrifft, kann auf die zu-
treffenden Ausführungen der Vorinstanz im Rahmen der Beweiswürdigung be-
züglich des Besitzes von Kokain durch den Angeklagten verwiesen werden, han-
delt es sich doch hierbei um den sachlich zusammenhängenden Vorfall vom 19.
Oktober 2002, um ca. 17.10 Uhr (1. Abschnitt des Sachverhaltes gemäss der An-
klageschrift vom 19. März 2002, Urk. 20 S. 2; Urk. 38 S. 8ff., Ziff. II.A.5. sowie Ziff.
II.A.8.f.); § 161 GVG). Ebenso kann auf die Würdigung der Aussagen des Ange-
klagten durch die Vorinstanz im Zusammenhang mit dem erwähnten Vorfall vom
19. Oktober 2002, ca. 17.10 Uhr verwiesen werden (§ 161 GVG; Urk. 38 S. 8f.,
Ziff. II.A.4. sowie Ziff. II.A.7.).
Es kann vorliegend somit auch bezüglich des beabsichtigten Verkaufs von
Kokain durch den Angeklagten an den Polizeibeamten C. D. auf die Aussagen
des letzteren abgestellt werden. Es ist demnach davon auszugehen, dass der
Angeklagte gegenüber C. D. seine Bereitschaft zum Verkauf von Drogen erklärte.
Dieser Verkauf kam nur deshalb nicht zustande, weil er und C. D. sich nicht über
die Zahlungsmodalitäten einigen konnten.
Der eingeklagte Sachverhalt (1. Abschnitt des in der Anklageschrift geschil-
derten Sachverhaltes gemäss act. 20 S. 2) ist somit rechtsgenügend erstellt.
4.2. Wer unbefugt Betäubungsmittel anbietet, verteilt, verkauft, vermittelt,
verschafft, verordnet, in Verkehr bringt oder abgibt (Art. 19 Ziff. 1 Abs. 4 BetmG),
wer sie unbefugt besitzt, aufbewahrt, kauft oder sonstwie erlangt (Art. 19 Ziff. 1
Abs. 5 BetmG) oder hiezu Anstalten trifft (Art. 19 Ziff. 1 Abs. 6 BetmG), wird bei
vorsätzlichem Handeln mit Gefängnis oder mit Busse bestraft (Art. 19 Ziff. 1 Abs.
9 BetmG).
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Bei der Regelung von Art. 19 Ziff. 1 Abs. 6 BetmG (Anstaltentreffen) handelt
es sich um Vorbereitungshandlungen zu den in Art. 19 Ziff. 1 Abs. 1 bis 5 BetmG
genannten strafbaren Handlungen. Durch diese Bestimmung wurden die Vorbe-
reitungshandlungen zu einem eigenständigen Delikt aufgewertet. Diesbezüglich
wurde durch den Gesetzgeber somit die Möglichkeit eines unvollendeten Ver-
suchs im Sinne von Art. 21 StGB ausgeschlossen. Der Gesetzgeber wollte damit
vermeiden, dass derjenige, der zwar mehr als Anstalten getroffen hat, aber das
Delikt nicht vollendet hat, im Gegensatz zu demjenigen, der lediglich Anstalten
getroffen hat, profitiert und privilegiert wird (Art. 21 Abs. 1 StGB in Verbindung mit
Art. 65 StGB; vgl. Alfred Schütz, Die Strafbestimmungen des Bundesgesetzes
über die Betäubungsmittel vom 3. Oktober 1951 in der Fassung vom 20. März
1975, Diss. Zürich 1980, S. 133; Peter Albrecht, Kommentar zum Schweizeri-
schen Strafrecht, Sonderband Betäubungsmittelstrafrecht, Art. 19 N 115; BGE
121 IV 198ff., insbes. S. 200f.; T. Fingerhuth/Christof Tschurr, BetmG, Kommen-
tar zum Betäubungsmittelgesetz, Orell Füssli, Zürich 2002, S. 127). Versuch im
Sinne von Art. 22 StGB ist begrifflich nicht möglich, da es sich bei den Delikten
gemäss Art. 19 Ziff. 1 Abs. 1 bis 5 BetmG um sog. Tätigkeitsdelikte handelt
(Schütz, a.a.O., S. 133).
Damit liegt beim nicht zustande gekommenen Verkauf von Drogen durch
den Angeklagten an den Polizeibeamten D. nicht ein Versuch im Sinne von Art.
19 Ziff. 1 Abs. 4 BetmG in Verbindung mit Art. 21 Abs. 1 StGB vor. Der einge-
klagte Sachverhalt ist vielmehr unter Art. 19 Ziff. 1 Abs. 6 BetmG (Anstaltentref-
fen) zu subsumieren und der Angeklagte ist dementsprechend der Widerhandlung
gegen Art. 19 Ziff. 1 Abs. 6 BetmG schuldig zu sprechen.
Die Anklage ging - wie dargelegt - davon aus, der Angeklagte habe mit sei-
nem Verhalten gegen Art. 19 Ziff. 1 Abs. 4 BetmG verstossen. Die rechtliche
Würdigung eines Sachverhaltes ist jedoch Sache des Gerichts; es ist an die
rechtliche Beurteilung des Tatbestandes, welche der Anklage zu Grunde liegt,
nicht gebunden (§ 185 StPO). Hingegen besteht für den Richter eine Bindung an
den eingeklagten Sachverhalt, was sich durch Umkehrschluss aus § 185 Abs. 1
StPO wie auch aus § 182 Abs. 1 und 2 StPO ergibt (Niklaus Schmid, Strafpro-
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zessrecht, 3. Auflage, Zürich 1997, N 148). Vorliegend wurde jedoch vom einge-
klagten Sachverhalt nicht abgewichen, vielmehr wurde eine andere rechtliche
Qualifikation vorgenommen, was zulässig ist.
5. Bezüglich des Vorwurfs, der Angeklagte sei am 19. Oktober 2002, um
ca. 17.10 Uhr im Shopville Zürich bzw. an der Löwenstrasse in Zürich im Besitz
von ca. vier Kugeln Kokain à je ca. ein Gramm gewesen, kann vollumfänglich auf
die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden, die keiner Er-
gänzung bedürfen (§ 161 GVG; Urk. 38 S. 8ff., Ziff. II.A.2.ff.). Die heutige Argu-
mentation der Verteidigung, wonach lediglich der Polizeibeamte D. von Drogen
gesprochen habe und es dem Angeklagten nicht nachgewiesen werden könne,
dass er tatsächlich Kokain besessen habe (Urk. 41 S. 2ff.), kann schon dadurch
entkräftet werden, dass der Angeklagte dem Polizeibeamten beim Öffnen seines
Mundes vier weisse Kügelchen zeigte, als dieser ihn fragte, woher er den Stoff
habe (Urk. 11 S. 2). Auch darauf hat die Vorinstanz bereits hingewiesen (Urk. 38
S. 5).
Der Angeklagte ist somit in diesem Zusammenhang der Widerhandlung
gegen Art. 19 Ziff. 1 Abs. 5 BetmG schuldig zu sprechen.
6. Gesamthaft ist der Angeklagte demgemäss für diesen Sachverhaltsab-
schnitt der Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff 1 Abs. 5 und 6 BetmG schuldig zu
sprechen.
7. Im Weiteren ist der erstinstanzliche Freispruch vom Vorwurf der mehr-
fachen Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 1 Abs. 4 BetmG zu bestätigen.
IV. Verstoss gegen Art. 286 StGB
1.1. Der Hinderung einer Amtshandlung im Sinne von Art. 286 StGB macht
sich unter anderem schuldig, wer einen Beamten an einer Handlung hindert, die
innerhalb seiner Amtsbefugnis liegt. Eine eigentliche Verhinderung ist nicht nötig,
es genügt, wenn der reibungslose Vollzug der Amtshandlung erschwert wird
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(BGE 120 IV 136ff.,insbes. S. 139 = Praxis 84 [1995] Nr. 260). Der Tatbestand
wird mit dem Eintritt der Störung vollendet. Gemäss bundesgerichtlicher Recht-
sprechung liegt eine solche beispielsweise vor, wenn der mutmassliche Täter mit
den Händen herumfuchtelt, um sich der bevorstehenden Festnahme zu entziehen
(BGE 74 IV 63). Ebenso genügt blosser passiver Widerstand, der immerhin auch
Aktivitäten in sich schliessen kann. Die blosse Untätigkeit in Form der Nichtbefol-
gung einer amtlichen Aufforderung fällt dagegen nicht unter Art. 286 StGB. Die
Bestimmung bezieht sich auf einen Widerstand ohne Gewalt oder Drohung, wel-
cher dennoch ein gewisses Tätigwerden voraussetzt (vgl. Jörg Rehberg, Straf-
recht IV, Delikte gegen die Allgemeinheit, 2. Auflage, Zürich 1996, S. 283; Heim-
gartner, in: Niggli/Wiprächtiger, Basler Kommentar zum Strafrecht, Band II, Basel
2003, N 7 zu Art. 286 StGB). Nicht nach Art. 286 StGB ist somit strafbar, wer den
mit der Amtshandlung angestrebten Erfolg vereitelt, ohne dieselbe als solche zu
behindern. Die Bestimmung unterscheide sich von Art. 285 StGB dadurch, dass
der Täter weder Drohungen ausstösst noch Gewalt anwendet. Die Abgrenzung
gegenüber dem Ungehorsam gegen amtliche Verfügungen im Sinne von Art. 292
StGB erfolgt dadurch, dass eine blosse Unfolgsamkeit nicht genügt. Die Hinde-
rung einer Amtshandlung erfordert vielmehr eine Widersetzlichkeit, die sich in ge-
wissem Umfang in einem aktiven Tun ausdrückt. Wer die Amtshandlung weder
gewaltsam noch durch Drohung behindert, sondern sich darauf beschränkt, einer
amtlichen Aufforderung nicht Folge zu leisten, erfüllt den Tatbestand nicht (BGE
124 IV 129f.).
1.2. In subjektiver Hinsicht ist Vorsatz erforderlich, welcher sich auf das An-
griffsobjekt, den Erfolg und die Rechtmässigkeit der Amtshandlung richten muss,
ein Handeln mit Wissen und Wollen, wobei Eventualvorsatz genügt (Trechsel,
Schweizerisches Strafgesetzbuch, Kurzkommentar, 2. Auflage, Zürich 1997, N 7
zu Art. 286 StGB).
2.1. Der in der Anklageschrift vom 19. März 2003 bezüglich der Hinderung
einer Amtshandlung aufgeführte Sachverhalt (Anklageschrift Urk. 20 S. 2, letzter
Abschnitt der Sachverhaltsschilderung) beschreibt jedoch ein bloss passives Ver-
halten des Angeklagten. Danach soll der Angeklagte die mehrmalige Aufforde-
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rung von der beiden Polizeibeamten K. und L., den Mund aufzumachen, nicht
befolgt haben; dies, obwohl sich die Polizeibeamten vorgängig durch das Vorhal-
ten des Polizeiausweises und Ausrufen der Worte "Polizei, Police" als solche zu
erkennen gegeben hätten. Damit erfüllte der Angeklagte jedoch den objektiven
Tatbestand von Art. 286 StGB mangels aktivem Tun - noch - nicht, so dass dies-
bezüglich ein Freispruch zu erfolgen hat.
Aus den Akten ergibt sich jedoch, dass der Angeklagte sich - entgegen dem
in der Anklageschrift geschilderten Sachverhalt - nicht nur völlig passiv verhielt
und einer amtlichen Aufforderung nicht Folge leistete, sondern dass sein Verhal-
ten durchaus von aktiven Handlungen geprägt war.
2.2.1. Bezüglich der Aussagen des Angeklagten in der Untersuchung
kann auf die zutreffende Zusammenfassung im vorinstanzlichen Urteil vom 22.
Mai 2003 verwiesen werden (§ 161 GVG; Urk. 38 Ziff. II.B.2., S. 10f.).
Anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung hatte der Angeklagte
hierzu vorgebracht, bevor er aufgefordert worden sei, den Mund zu öffnen, sei er
auf den Kopf geschlagen, zu Boden gebracht worden und dann verlange man von
ihm noch diese Kooperation. Man habe ihm sogar Gas ins Gesicht gesprüht, so
dass er nichts mehr habe sehen können (Prot. I S. 5).
2.2.2. Auch bezüglich der Aussagen der als Zeugen einvernommenen
Polizeibeamten K., Sch. und L. kann auf die Zusammenfassung von deren Aus-
sagen im vorinstanzlichen Urteil vom 22. Mai 2003 verwiesen werden (§ 161
GVG; Urk. 38 Ziff. II.B.3ff., S. 11ff.).
2.2.3. Die Vorinstanz geht davon aus, dass als erstellt zu betrachten sei,
dass der Angeklagte im relevanten Zeitraum Kokainkügelchen im Mund versteckt
gehabt hatte. Zur weiteren Erstellung des Sachverhaltes stellte sie auf die glaub-
haften Aussagen der erwähnten Zeugen ab und ging davon aus, dass somit er-
wiesen sei, dass der Angeklagte anlässlich der Verhaftung Schluckbewegungen
gemacht habe, welche die Beamten zu unterbinden versucht hätten.
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Der Polizeibeamte K. führte in seiner Zeugenaussage vom 19. November
2002, dass sie sich dem Angeklagten gegenüber mit den Worten "Polizei" und
"Police" zu erkennen gegeben hätten. Sie hätten den Angeklagten an beiden
Seiten an den Armen fixiert und ihm auf Deutsch und auf Englisch gesagt, er solle
den Mund aufmachen. Überdies habe er mit der Hand versucht, durch Drücken im
Kieferbereich den Mund zu öffnen. Der Angeklagte habe sich dagegen gewehrt,
indem er mit dem Mund Schluckbewegungen gemacht habe; er habe sich vehe-
ment dagegen gewehrt (Urk. 8 S. 2). Beim Drücken im Kieferbereich handle es
sich um das Drücken mit zwei Fingern im Kieferknochen, dort, wo im Innenbe-
reich der Mund zusammenkomme (Urk. 8 S. 3); dies ereignete sich, nachdem die
Polizeibeamten mit dem Angeklagten zu Boden gegangen waren (Urk. 8 S. 4).
Der Polizeibeamte Sch. bestätigte anlässlich seiner Zeugeneinvernahme vom
gleichen Tag, dass sich der Angeklagte dagegen gewehrt hatte, den Mund zu öff-
nen (Urk. 9 S. 2). Der Polizeibeamte L. bestätigte seinerseits, dass er, noch bevor
der Polizeibeamte K. den Angeklagten am Kiefer drückte, den Angeklagten
gleichzeitig mit dem Zeigen des Polizeiausweises am Hals blockiert hatte, da sie -
gemeint die den Angeklagten festnehmenden Polizeibeamten - davon ausgegan-
gen seien, dass der Angeklagte Betäubungsmittel im Mund habe. Er habe dabei
die Muskulatur im Schluckbereich unterhalb des Kiefers gedrückt, womit er die
Schluckbewegung habe verunmöglichen wollen. Der Angeklagte habe leicht ver-
sucht, sich loszureissen, es habe ein Gerangel gegeben und sie seien mit ihm zu
Boden gegangen, mit der rechten Hand habe er nach wie vor gedrückt (Urk. 10 S.
1f.). Sein Kollege K. habe dann mit dem Finger am Kiefer gedrückt (Urk. 10 S. 2).
Aus den Schilderungen der drei Polizeibeamten K., Sch. und L. ergibt sich
demnach zweifelsfrei, dass sich der Angeklagte - entgegen der Schilderung in der
Anklageschrift - nicht nur passiv verhalten hat, sondern darüber hinaus auch aktiv,
durch das Ausführen von Schluckbewegungen und einen Versuch, sich loszurei-
ssen, woraufhin er hatte zu Boden geführt werden müssen, gegen das von ihm
verlangte Öffnen des Mundes und die beabsichtigte Kontrolle gewehrt hat.
Nachdem jedoch in der Sachverhaltsschilderung der Anklage vom 19. März
2003 die entsprechenden, über bloss passives Verhalten hinausgehenden Hand-
- 20 -
lungen nicht aufgeführt sind, hat wie bereits erwähnt, eine Verurteilung wegen
Hinderung einer Amtshandlung zu unterbleiben.
V. Zusammenfassung der rechtlichen Erwägungen
Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist der Angeklagte der Widerhandlung
gegen Art. 19 Ziff. 1 Abs. 5 und 6 BetmG schuldig zu sprechen. Hingegen ist er
vom Vorwurf der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 1 Abs. 4 BetmG
sowie vom Vorwurf der Hinderung einer Amtshandlung im Sinne von Art. 286
StGB freizusprechen.
VI. Strafzumessung
1. Bei der Festsetzung des Strafrahmens ist von der Strafandrohung ge-
mäss Art. 19 Ziff. 1 Abs. 9 BetmG auszugehen, wobei zu berücksichtigen ist, dass
der Angeklagte sowohl gegen Art. 19 Ziff. 1 Abs. 5 als auch Abs. 6 BetmG ver-
stiess. Dies ergibt einen Strafrahmen von einem Tag Haft bis zu drei Jahren Ge-
fängnis, womit eine Busse bis zu Fr. 40'000.-- verbunden werden kann (Art. 68
Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 36 StGB und Art. 48 Ziff. 1 StGB).
2. Innerhalb dieses Strafrahmens bemisst das Gericht die Strafe nach
dem Verschulden, den Beweggründen, dem Vorleben und den persönlichen Ver-
hältnissen des Angeklagten (Art. 63 StGB).
3.1. Bei der Beurteilung des Verschuldens differenziert das Bundesgericht
zwischen Tatkomponente und Täterkomponente (vgl. BGE 117 IV 113; BGE 118
IV 24; mit Verweisen auf Stratenwerth, Schweizerisches Strafrecht, Allgemeiner
Teil II, Bern 1989, § 7 N 15ff.).
3.2. Hinsichtlich der Tatkomponente ist unter anderem das Ausmass des
deliktischen Verhaltens von Bedeutung (Stratenwerth, a.a.O., § 7 N 57). Diesbe-
- 21 -
züglich ist festzuhalten, dass das Verschulden des Angeklagten als eher leicht zu
qualifizieren ist. Bezüglich der Bemessung des Verschuldens des Täters bei Dro-
gendelikten kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen
werden (Urk. 38 S. 15f.; Ziff. IV.4. und 5 der Erwägungen).
3.3. Hinsichtlich der Täterkomponente kann ebenfalls auf die zutreffenden
Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (§ 161 GVG; Urk. 38 S. 15, Ziff.
IV.3. der Erwägungen). Weitere persönliche Umstände sind nicht bekannt.
4. Straferhöhend ist der Strafschärfungsgrund des zweifachen Verstosses
gegen das Betäubungsmittelgesetz zu qualifizieren. Strafmindernd ist das jugend-
liche Alter des Angeklagten zu berücksichtigen.
5. Wäre der Angeklagte heute auch der Hinderung einer Amtshandlung
für schuldig befunden worden, wäre eine Erhöhung der Freiheitsstrafe angezeigt
gewesen. Dieser Schuldspruch fällt nun aber gegenüber dem vorinstanzlichen
Urteil weg. Dazu kommt aber der zusätzliche Schuldspruch bezüglich des Verge-
hens gegen Art. 19 Ziff. 1 Abs. 6 BetmG. Unter diesen Umständen ist die von der
Vorinstanz ausgesprochene Strafe von zwei Monaten Gefängnis angemessen
und daher zu bestätigen. Der Anrechnung von 37 Tagen Untersuchungshaft steht
nichts entgegen (Art. 69 StGB).
VI. Vollzug
1. Diesbezüglich kann auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz
verwiesen werden (§ 161 GVG; Urk. 38 S. 16f.; Ziff. 5 der Erwägungen).
2. Der Vollzug der Freiheitsstrafe ist somit aufzuschieben und die Probe-
zeit auf zwei Jahre anzusetzen.
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VII. Einziehung
Diesbezüglich kann ebenfalls auf die zutreffenden Ausführungen der Vorin-
stanz verwiesen werden (§ 161 GVG; Urk. 38 S. 17; Ziff. VI. der Erwägungen).
VIII. Kosten
1. Bezüglich des erstinstanzlichen Kostendispositivs (Ziff. 4 und 5) kann
auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (§ 161 GVG;
Urk. 38 S. 18; Ziff. VII. der Erwägungen).
2. Der Angeklagte wird im vorliegenden Verfahren wegen Widerhandlung
gegen Art. 19 Ziff. 1 Abs. 5 und 6 BetmG schuldig gesprochen, währenddem be-
züglich der Hinderung einer Amtshandlung ein Freispruch erfolgt. Nicht ange-
fochten ist der Freispruch bezüglich der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19
Ziff. 1 Abs. 4 BetmG. Es rechtfertigt sich deshalb, die Kosten des vorliegenden
Verfahrens dem Angeklagten zur Hälfte aufzuerlegen und zur Hälfte auf die
Staatskasse zu nehmen.
Demnach erkennt das Gericht:
1. Der Angeklagte A. K. ist schuldig des Vergehens gegen Art. 19 Ziff. 1 Abs. 5 und 6 des Betäubungsmittelgesetzes.
2. Der Angeklagte ist folgender Delikte nicht schuldig und wird von diesen
Vorwürfen freigesprochen:
− der Hinderung einer Amtshandlung im Sinne von Art. 286 StGB,
− des mehrfachen Vergehens gegen Art. 19 Ziff. 1 Abs. 4 des Betäu-
bungsmittelgesetztes (Vorwürfe im Zusammenhang mit R.K., M.M.
und D.G.).
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3. Der Angeklagte wird bestraft mit 2 Monaten Gefängnis, wovon 37 Tage
durch Polizei- und Untersuchungshaft erstanden sind.
4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2
Jahre angesetzt.
5. Das erstinstanzliche Kostendispositiv (Ziffern 4 und 5) wird bestätigt.
6. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 2'000.-- ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. 120.-- Vorladungsgebühren
Fr. Schreibgebühren
Fr. Zustellgebühren
Fr. 8.-- Telefon
Fr. 48.20 Publikation
Fr. amtliche Verteidigung
7. Die Kosten des Berufungsverfahrens, einschliesslich die Kosten der amtli-
chen Verteidigung, werden dem Angeklagten zu 1⁄2 auferlegt und zu 1⁄2 auf
die Gerichtskasse genommen.
8. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
− den Angeklagten bzw. seinen amtlichen Verteidiger (versandt), − die Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich (überbracht),
sowie in vollständiger Ausfertigung an
− den Angeklagten bzw. seinen amtlichen Verteidiger, − die Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich, − die Vorinstanz, − die Bundesanwaltschaft, 3003 Bern,
sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfristen bzw. Erledigung allfälliger
Rechtsmittel an
− die Koordinationsstelle vostra Zürich mit Formular A, − das Migrationsamt des Kantons Zürich.
- 24 -
9. Rechtsmittel:
a) Kantonale Nichtigkeitsbeschwerde gemäss § 428 ff. der zürcherischen
Strafprozessordnung (StPO): Gegen diesen Entscheid kann innert
10 Tagen, von seiner Eröffnung oder von der Entdeckung eines  an gerechnet, beim Vorsitzenden des entscheidenden Gerichts
mündlich oder schriftlich Nichtigkeitsbeschwerde zuhanden des Kassa-
tionsgerichts des Kantons Zürich angemeldet werden.
Die Frist zur Begründung der Beschwerde wird nach ihrer Anmeldung
angesetzt.
b) Eidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde: Gegen diesen Entscheid
kann innert 30 Tagen, vom Empfang der vollständigen, begründeten Ausfertigung an gerechnet, beim Kassationshof des Bundesgerichts
Nichtigkeitsbeschwerde erhoben werden.
Die Beschwerde ist schriftlich im Doppel und in der in Art. 273 der
Bundesstrafprozessordnung (BStP) vorgeschriebenen Weise einzurei-
chen. Die Beschwerde kann nur damit begründet werden, dass der an-
gefochtene Entscheid eidgenössisches Recht verletze. Die Beschwer-
delegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen richten
sich nach den Vorschriften in Art. 268 ff. BStP.