Decision ID: 38f4a397-63e2-42f5-896d-dc450a993922
Year: 2014
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Eliano Mussato, Bellevuestrasse 1b, Postfach,
9401 Rorschach,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich in der Folge eines Unfalles am 13. Juli 2007 mit Anmeldung
vom 14. Februar 2008 zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an
(IV-act. 2).
A.b Am 9. April 2008 fand eine Verlaufskontrolle des Versicherten im Spital Rorschach
durch Dr. med. B._ statt. Dieser hielt als Diagnose einen Status nach medialer
Schenkelhalsfraktur rechts und Schraubenosteosynthese am 13. Juli 2007 fest. Weiter
empfahl Dr. B._ aufgrund der anhaltenden Schmerzsymptomatik die Implantation
einer Hüfttotalprothese (IV-act. 33).
A.c Am 22. April 2008 fand eine Untersuchung des Versicherten durch den Regionalen
Ärztlichen Dienst Ostschweiz (nachfolgend RAD) statt. In seinem Bericht führte dieser
in Bezug auf die Eingliederungs- und Arbeitsfähigkeit aus, als Hilfsarbeiter auf dem Bau
bestehe dauerhaft überwiegend wahrscheinlich eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit seit
Juli 2007. In einer leidensadaptierten Tätigkeit sei im weiteren Verlauf eine 100%-ige
Arbeitsfähigkeit zu erwarten. Aktuell sei der Versicherte einem Arbeitgeber noch nicht
zumutbar (IV-act. 34). Gestützt darauf teilte die IV-Stelle dem Versicherten am 23. April
2008 mit, dass aufgrund des Gesundheitszustandes zurzeit keine
Eingliederungsmassnahmen möglich seien (IV-act. 29).
A.d Vom 6. Oktober 2008 bis zum 15. April 2009 nahm der Versicherte an einer
beruflichen Abklärung im C._ teil; wegen eines Spitalaufenthalts wurde das bis 30.
April 2009 geplante Einsatzprogramm am 16. April 2009 beendet (IV-act. 57-8). Dabei
war er mit einem 50% Pensum in den Bereichen Holzbearbeitung, Montage und
Recycling tätig. Im Abklärungsbericht vom 14. April 2009 wurde dazu festgehalten,
dass die durchschnittliche Leistungsfähigkeit des Versicherten zu Beginn der
Abklärung bei 50% lag und auf 70-80% bei 50% Präsenz gesteigert werden konnte (IV-
act. 57/1-7). Im Arbeitszeugnis vom 15. April 2009 wurde festgehalten, der Versicherte
verspüre in der rechten Hüfte noch immer Schmerzen, hinke etwas und könne sich
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nicht gut bücken. Diese Beschwerden würden seine Leistungsfähigkeit jedoch nicht
wesentlich beeinträchtigen (IV-act. 57/12). Ebenfalls nahm der Versicherte vom 6.
Oktober 2008 bis zum 30. April 2009 an einem durch das C._ durchgeführten
Deutschkurs teil und absolvierte dabei 50 Lektionen (IV-
act. 57/11).
A.e Mit Mitteilung vom 7. August 2009 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass
aufgrund seines Gesundheitszustandes zurzeit keine beruflichen
Eingliederungsmassnahmen möglich seien (IV-act. 65).
A.f Am 18. September 2009 wurde beim Versicherten aufgrund der diagnostizierten
Coxarthrose rechts bei Status nach Schenkelhalsfraktur rechts eine Hüft-Totalprothese
eingesetzt. Dr. med. D._, Orthopädie E._, hielt mit Schreiben an die IV-Stelle vom
3. November 2009 fest, vorläufig seien bezüglich des rechten Hüftgelenks keine
weiteren Eingriffe notwendig. Das am 2. November 2009 angefertigte Röntgenbild
zeige schon eine weiter fortgeschrittene Coxarthrose links. Es sei anzunehmen, dass
mit der Zeit auch im Hüftgelenk links Beschwerden auftreten werden und dann diese
Coxarthrose behandelt werden müsse. Bei weiterhin sehr gutem Verlauf wäre eine
mindestens partielle Arbeitsfähigkeit als Kranführer wegen der rechten Hüfte möglich.
Aufgrund des Unfalles im September 2004 leide der Versicherte noch an
Thoraxschmerzen rechts. Es sei fraglich, ob der Versicherte nach drei schweren
Unfällen (Januar 2004, September 2004, Juli 2007) wieder arbeitsfähig werde (IV-act.
68).
A.g Vom 20. Januar 2010 bis zum 16. Februar 2010 wurde der Versicherte stationär in
der Rehaklinik Bellikon behandelt. Im Austrittsbericht vom 1. März 2010 wurden als
arbeitsbezogene relevante Probleme vor allem Schmerzen in beiden Hüftgelenken
rechtsbetont, sowie Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule festgestellt. Die bisherige
schwere Tätigkeit als Bauarbeiter und Kranführer, mit wiederholtem Hantieren mit
schweren Lasten, Gehen auf unebenem Boden, Ersteigen von Leitern und Gerüsten
erachteten die Ärzte als nicht mehr zumutbar. Zur Evaluation der beruflichen
Perspektiven sei der Versicherte am 11. Februar 2010 in der Abteilung für berufliche
Eingliederung vorgestellt worden. Aufgrund der Äusserungen des Versicherten
bezüglich seiner Belastbarkeit und seiner Leistungsfähigkeit in beruflicher Hinsicht
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könnten sie keine beruflichen Massnahmen empfehlen. Es bestehe eine wesentliche
Diskrepanz zwischen der Zumutbarkeit aus medizinischer Sicht und der
Selbsteinschätzung des Versicherten. Für angepasste Tätigkeiten würden sie den
Versicherten als ganztags arbeitsfähig erachten (IV-act. 76). Der Austrittsbericht der
Rehaklinik Bellikon wurde dem RAD zur Stellungnahme unterbreitet. Dieser stellte einen
stabilen medizinischen Zustand, eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit in der
angestammten Tätigkeit als Bauhilfsarbeiter bzw. Kranführer sowie eine 100%-ige
Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit fest (IV-act. 77).
A.h Im Rahmen der beruflichen Eingliederung besuchte der Versicherte einen OKP-
Kurs (Orientierung-Kommunikation-Praktikum) und absolvierte vom 25. Mai 2010 bis
zum 16. Juli 2010 ein Praktikum im Pflegeheim F._. Er war dabei mit einem Pensum
von 50% in der Betreuung, Begleitung und Verpflegung tätig (IV-act. 86).
A.i Die SUVA sprach dem Versicherten mit Verfügung vom 11. August 2010 eine
Rente auf der Basis der Erwerbsunfähigkeit von 25% sowie eine
Integritätsentschädigung auf der Grundlage einer Integritätseinbusse von 20% zu (IV-
act. 92/6-9).
A.j Mit Schlussbericht vom 8. September 2010 wurde die berufliche Eingliederung
abgeschlossen (IV-act. 87) und mit Vorbescheid vom 15. Oktober 2010 teilte die IV-
Stelle dem Versicherten den vorgesehenen Abschluss der Arbeitsvermittlung mit (IV-
act. 91). Gegen diesen legte der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. E.
Mussato, Rorschach, einen Einwand ein (IV-act. 93). Am 3. Januar 2011 verfügte die
IV-Stelle den Abschluss der Arbeitsvermittlung (IV-act. 96).
A.k Der RAD hielt auf Anfrage der IV-Stelle vom 4. Januar 2011 in einer erneuten
Stellungnahme vom 21. Januar 2011 in einer adaptierten Tätigkeit eine 50%-ige
Arbeitsunfähigkeit von Dezember 2008 bis März 2009, eine 100%-ige
Arbeitsunfähigkeit von April 2009 bis Februar 2010 sowie eine 0%-ige
Arbeitsunfähigkeit ab März 2010 fest (IV-act. 97).
A.l Am 25. Januar 2011 reichte der Vertreter des Versicherten der IV-Stelle einen
Bericht von Dr. med. G._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 17.
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Januar 2011 (IV-act. 99) ein und führte aus, neben den somatischen Beschwerden
seien nun auch psychische Störungen zu beklagen. Diese führten zu einer 80%-igen
Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 98).
A.m Mit Vorbescheid vom 9. Februar 2011 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
Abweisung seines Anspruches auf eine Invalidenrente in Aussicht (IV-act. 104). Gegen
diesen liess der Versicherte durch seinen Vertreter mit Eingabe vom 14. März 2011
einen Einwand erheben und reichte eine erneute Stellungnahme von Dr. G._ vom 2.
Februar 2011 ein (IV-act. 107/1-6). Darin führte Dr. G._ aus, dass sich neben den
wiederkehrenden Schmerzen parallel ein depressives Zustandsbild entwickelt hätte,
das von den behandelnden Ärzten nicht erkannt worden sei. Er habe den Versicherten
in der ambulanten Klinik H._ angemeldet, ein Bericht stehe noch aus (IV-act.
107/7-9).
A.n Mit Verfügung vom 15. August 2011 lehnte die IV-Stelle den Anspruch des Ver
sicherten auf eine Rente der Invalidenversicherung ab (IV-act. 114). Gegen diese
Verfügung liess der Versicherte durch seinen Rechtsvertreter Beschwerde beim
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen erheben und beantragen, die Verfügung
vom 15. August 2011 sei aufzuheben und dem Versicherten eine ganze Invalidenrente
zuzusprechen. Eventualiter sei die Angelegenheit zur Neubeurteilung an die Vorinstanz
zurückzuweisen (IV-act. 120). Mit der Beschwerde reichte der Versicherte einen nach
Konsultation des Versicherten am 17. Juni 2011 durch Dr. med. I._, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie, zu Handen von Dr. G._ erstellten Bericht ein (IV-act.
122).
A.o Am 16. Dezember 2011 widerrief die IV-Stelle ihre Verfügung vom 15. August 2011
und nahm die Angelegenheit zur Vornahme weiterer Abklärungen ins
Verwaltungsverfahren zurück (IV-act. 133). In der Folge erteilte sie am 23. Dezember
2011 der ABI Begutachtungsinstitut GmbH, Basel (nachfolgend ABI), den Auftrag für
ein polydisziplinäres Gutachten (IV-act. 138). Der Vertreter des Versicherten erhob mit
Schreiben vom 31. Januar 2012 einen Einwand gegen die ABI als Gutachterstelle, mit
der Begründung, dass diese mit Dr. G._ praktisch in jedem Fall in heftigem Clinch
liegen würden und es damit von vornherein an der nötigen Unbefangenheit fehlen
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würde (IV-act. 142). Mit Zwischenverfügung vom 3. Februar 2012 entschied die IV-
Stelle an der Abklärungsstelle festzuhalten (IV-act. 145).
A.p Mit Entscheid vom 13. Februar 2012 schrieb das Versicherungsgericht St. Gallen
das Beschwerdeverfahren ab (IV-act. 146).
A.q Am 2. Mai 2012 fand die Untersuchung des Versicherten in der ABI statt. Diese
hielt im Gutachten vom 29. Mai 2012 zusammenfassend fest, dass aus
polydisziplinärer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als
Kranführer und in jeder anderen, überwiegend im Stehen und Gehen zu verrichtenden
sowie körperlich schweren Tätigkeit festgestellt worden sei. Für körperlich leichte bis
mittelschwere, adaptierte Tätigkeiten bestehe hingegen eine Arbeits- resp.
Leistungsfähigkeit von 80%, vollschichtig umsetzbar bei vermehrtem Pausenbedarf.
Medizinische Massnahmen zur Verbesserung der Arbeitsfähigkeit könnten vorerst
keine vorgeschlagen werden. Berufliche Massnahmen könnten aufgrund zu geringer
Erfolgsaussichten nicht empfohlen werden (IV-act. 152/2-26).
A.r Mit Vorbescheid vom 10. Juli 2012 teilte die IV-Stelle dem Versicherten die
vorgesehene Abweisung des Rentenanspruchs mit (IV-act. 156). Dieser liess dagegen
durch seinen Vertreter mit Eingabe vom 21. August 2012 Einwand erheben (IV-act.
157). Diesem lag eine erneute Stellungnahme von Dr. G._ vom 13. August 2012 bei
(IV-act. 158). Am 6. November 2012 verfügte die IV-Stelle die Abweisung des
Anspruchs auf eine Invalidenrente (IV-act. 165).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 6. November 2012 liess der Versicherte mit Eingabe
vom 12. Dezember 2012 Beschwerde erheben und beantragen, die angefochtene
Verfügung vom 6. November 2012 sei aufzuheben und ihm eine ganze Invalidenrente
zuzusprechen. Eventualiter sei die Angelegenheit zur Neubeurteilung an die Vorinstanz
zurückzuweisen (act. G 1). Nach erstreckter Frist liess der Beschwerdeführer sodann
mit Eingabe vom 22. März 2013 eine ergänzende Beschwerdebegründung und eine
erneute Stellungnahme von Dr. G._ vom 28. Februar 2013 einreichen; ausserdem
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beantragte er neu, eventuell ein Obergutachten anzuordnen. Auf eine Rückweisung sei
zu verzichten (act. G 8; 8.1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 16. April 2013 beantragte die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde (act. G 10).
B.c Im Sinne einer Replik liess der Beschwerdeführer dem Gericht eine Stellungnahme
von Dr. G._ vom 7. Mai 2013 einreichen (act. G 12 und 12.1).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik, worauf den
Parteien mit Schreiben vom 15. Juli 2013 der Abschluss des Schriftenwechsels
mitgeteilt wurde (act. G 14). Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften
und die Ausführungen in den medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in

den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.
1.1 Die Beschwerde richtet sich gegen die rentenabweisende Verfügung vom
6. November 2012. Streitig und vorliegend zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin
das Leistungsbegehren zu Recht abgelehnt hat.
1.2 Invalidität wird definiert als die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit
dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Unter
Erwerbsunfähigkeit versteht man dabei den durch eine Beeinträchtigung der
körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachten und nach
zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibenden ganzen oder teilweisen
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Gemäss Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) besteht ein Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine
Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von
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mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
1.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes respektive der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu
Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die
versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den
Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen. Es hat demnach zu prüfen, ob die
vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung des strittigen
Leistungsanspruchs gestatten.
1.4 Der medizinische Sachverhalt erscheint mit Blick auf die gesamte Aktenlage
umfassend abgeklärt und lässt eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers und damit einen Entscheid betreffend einen Anspruch auf eine
Rente der Invalidenversicherung zu. Wie sich aus den Berichten ergibt, stehen beim
Beschwerdeführer sowohl somatische wie auch psychische Beschwerden im Raum
und es sind deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten
Tätigkeit zu prüfen.
2.
2.1 Im Zentrum der medizinischen Beurteilung durch die Beschwerdegegnerin steht
das bei der ABI eingeholte polydisziplinäre Gutachten vom 29. Mai 2012. Unbestritten
ist die Tatsache, dass der Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit und in
jeder anderen, überwiegend im Stehen und Gehen zu verrichtenden sowie körperlich
schweren Tätigkeit arbeitsunfähig ist. In einer körperlich leichten bis mittelschweren,
adaptierten Tätigkeit wird dem Beschwerdeführer eine Arbeitsfähigkeit von 80%,
vollschichtig umsetzbar, bei vermehrtem Pausenbedarf attestiert.
2.2 Als somatische Diagnosen stehen chronische Hüftbeschwerden rechts (ICD-10
T93.2/Z96.6), eine symptomatische Coxarthrose links (ICD-10 M17.1) sowie ein
chronisches lumbo- und zervikovertebrales Schmerzsyndrom ohne radikuläre
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Symptomatik (ICD-10 M54.5/M54.2) sowie chronische Schmerzen im Bereich des
linken Unterschenkels (ICD-10 T93.2/Z98.8) im Vordergrund (vgl. IV-act. 152). Aus
somatischer Sicht attestierte die ABI dem Beschwerdeführer spätestens ab dem 1.
März 2010 in einer körperlich leichten bis mittelschweren Tätigkeit eine zeitlich und
leistungsmässig uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit (IV-act. 152/2-26).
2.2.1 Die Beurteilung der ABI beruhte dabei auf eigenständigen Abklärungen,
inklusive Röntgenuntersuchungen. Die medizinischen Vorakten wurden verwertet und
die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden berücksichtigt und gewürdigt. Die
aus somatischer Sicht attestierte 100%-ige Arbeitsfähigkeit ab dem 1. März 2010 für
leidensangepasste Tätigkeiten leuchtet in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein. Auch lassen
sich aus den übrigen medizinischen Akten keine Hinweise auf eine somatisch bedingte
Arbeitsunfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit entnehmen. Vielmehr wurde
auch im Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon vom 1. März 2010 ausgeführt, das
Ausmass der demonstrierten physischen Einschränkungen liesse sich mit den
objektivierbaren pathologischen Befunden der klinischen Untersuchung und
bildgebenden Abklärungen sowie den Diagnosen nur zum Teil erklären. Es bestehe
eine wesentliche Diskrepanz zwischen der Zumutbarkeit aus medizinischer Sicht und
der Selbsteinschätzung des Beschwerdeführers (IV-act. 76). Ebenfalls führte Dr. D._
nach erfolgter Jahreskontrolle in seinem Bericht vom 28. April 2011 aus, von der
rechten Hüfte her gehe es sehr gut. Es liege eine radiologisch schöne Totalprothese
rechts ohne Lockerungszeichen vor (IV-act. 108). Dies deckt sich auch mit dem
Ergebnis der im C._ vom 6. Oktober 2008 bis zum 15. April 2009 durchgeführten
beruflichen Abklärung. So wurde im Arbeitszeugnis vom 15. April 2009 festgehalten,
der Versicherte verspüre in der rechten Hüfte noch immer Schmerzen, hinke etwas und
könne sich nicht gut bücken. Diese Beschwerden würden seine Leistungsfähigkeit
jedoch nicht wesentlich beeinträchtigen (IV-act. 57/12). Ebenfalls ist zu beachten, dass
diese berufliche Abklärung vor der Einsetzung der Hüft-Totalprothese erfolgte und
durch diesen Eingriff die Beschwerden des Beschwerdeführers massiv gelindert
werden konnten.
2.2.2 Auf die Beurteilung der ABI kann somit abgestellt werden und es ist, gestützt
auf die gesamte medizinische Aktenlage, aus somatischer Sicht ab dem 1. März 2010
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von einer 100%-igen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit
auszugehen. Die diesbezügliche Annahme der Beschwerdegegnerin blieb auch durch
den Beschwerdeführer unbestritten. Dieser begründet die von ihm geltend gemachte
Arbeitsunfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit massgeblich mit den
psychischen Beeinträchtigungen, denen zu wenig Berücksichtigung geschenkt worden
sei (vgl. Beschwerdeschrift vom 12. Dezember 2012, act. G 1 sowie die
Beschwerdeergänzung vom 22. März 2013, act. G 8).
2.3 Zu prüfen bleiben somit die Auswirkungen der psychischen Beeinträchtigungen
auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers.
2.3.1 Die psychisch bedingten Beschwerden wurden erstmals durch Dr. G._ in
dessen Bericht vom 17. Januar 2011 vorgebracht, in welchem dieser ausführte, neben
den somatischen Beschwerden seien nun auch psychische Störungen zu beklagen.
Diese hätten zu einer 80%-igen Arbeitsunfähigkeit geführt. Als Diagnosen stellte Dr.
G._ ein mittelgradiges depressives Zustandsbild mit Angststörung (ICD-10 F32.11)
fest (IV-act. 99). Diese Diagnose bestätigte Dr. G._ in einer erneuten Stellungnahme
vom 2. Februar 2011 (IV-act. 107/7-9).
2.3.2 Dr. I._ diagnostizierte in seinem nach einer Konsultation des Beschwerde
führers am 17. Juni 2011 zu Handen von Dr. G._ erstellten Bericht eine chronische
depressive Störung (aktuell mittelgradig bis schwer ausgeprägt ICD-10 F32.1),
verstärkt durch eine chronifizierte Schmerzstörung bei Status nach mehreren Unfällen
und chirurgischen Eingriffen. Die mittelgradig ausgeprägte Symptomatik tendiere eher
hin zu einer schwergradigen Ausprägung und sei durch die typischen depressiven
Symptome massiv leistungseinschränkend. Die Schmerzen verstärkten die depressive
Symptomatik. Es sei bereits zu einer Chronifizierung der Störung gekommen, was die
Prognose eher ungünstig aussehen lasse. Im derzeitigen Zustand sei aufgrund dieser
Leistungsdefizite von einer Arbeitsfähigkeit in optimal angepasster Tätigkeit von ca.
20% auszugehen. Durch medizinische Massnahmen, wie ambulante integrierte
psychiatrische-psychotherapeutische Behandlung, sei eventuell eine Besserung der
Symptomatik zu erreichen, was aber mit hoher Wahrscheinlichkeit in absehbarer Zeit
keine Steigerung der Arbeitsfähigkeit zur Folge haben werde (IV-act. 122).
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2.3.3 Auch im Rahmen der Untersuchung durch die ABI wurde ein psychiatrisches
Gutachten erstellt. Darin stellte Dr. med. J._ fest, der Beschwerdeführer weise
diagnostisch eine leichte depressive Episode mit depressiven Verstimmungen (ICD-10
F33.0), Antriebsstörungen, leichten Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen und
bezüglich seiner beruflichen und gesundheitlichen Situation negativen
Zukunftperspektiven bei erhaltener Selbstwertregulation sowie eine
Schmerzverarbeitungsstörung mit einer ausgeweiteten Schmerzsymptomatik im
Bewegungsapparat, deren Ausmass sich durch die somatischen Befunde nicht
hinreichend objektivieren lasse, aus. Die Arbeitsfähigkeit sei durch die leichte
depressive Episode bei einer rezidivierenden depressiven Störung zu 20%
eingeschränkt. Die Schmerzstörung wirke sich nicht zusätzlich einschränkend auf die
Arbeitsfähigkeit aus. Es würden somatische Korrelate bestehen, die auch aus
somatischer Sicht beurteilt werden müssten. Eine höhergradige Arbeitsunfähigkeit in
einer leichten, körperlich angepassten und seinen Fähigkeiten entsprechenden
Tätigkeit könne dem Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht nicht attestiert
werden (IV-act. 152/9 ff.).
2.3.4 Im Grundsatzentscheid BGE 130 V 352 hat das Bundesgericht festgestellt,
dass eine diagnostizierte, anhaltende somatoforme Schmerzstörung allein in der Regel
keine lang dauernde, zu einer Invalidität führende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG zu bewirken vermöge. In späteren Entscheiden
formulierte das Bundesgericht, es bestehe eine Vermutung, wonach die somatoforme
Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung
überwindbar seien (BGE 131 V 50, BGE 132 V 71, 9C_802/2009 vom 25. März 2010, E.
3). In BGE 130 V 352 E. 2.2.3 hält es sodann fest, dass ein Abweichen von diesem
Grundsatz ausnahmsweise in jenen Fällen in Betracht komme, in denen die
festgestellte somatoforme Schmerzstörung nach Einschätzung des Arztes eine
derartige Schwere aufweise, dass der versicherten Person die Verwertung ihrer
verbleibenden Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt bei objektiver Betrachtung sozial-
praktisch nicht mehr zumutbar oder dies für die Gesellschaft gar untragbar sei. Das
Bundesgericht führt weiter aus: "Die – nur in Ausnahmefällen anzunehmende –
Unzumutbarkeit einer willentlichen Schmerzüberwindung und eines Wiedereinstiegs in
den Arbeitsprozess setzt jedenfalls das Vorliegen einer mitwirkenden, psychisch
ausgewiesenen Komorbidität von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprägung und
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Dauer oder aber das Vorhandensein anderer qualifizierter, mit gewisser Intensität und
Konstanz erfüllter Kriterien voraus. So sprechen unter Umständen (1) chronische
körperliche Begleiterkrankungen und mehrjähriger Krankheitsverlauf bei unveränderter
oder progredienter Symptomatik ohne längerfristige Remission, (2) ein ausgewiesener
sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens, (3) ein verfestigter therapeutisch nicht
mehr angehbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber
entlastenden Konfliktbewältigung oder schliesslich (4) unbefriedigende
Behandlungsergebnisse trotz konsequent durchgeführter ambulanter und/oder
stationärer Behandlungsbemühungen (auch mit unterschiedlichem therapeutischem
Ansatz) und gescheiterte Rehabilitationsmassnahmen bei vorhandener Motivation und
Eigenanstrengung der versicherten Person für die ausnahmsweise Unüberwindlichkeit
der somatoformen Schmerzstörung" (BGE 130 V 352 E.2.2.3). Die in der Aufzählung (1)
bis (4) genannten Kriterien wurden vom deutschen Psychiater Klaus Förster entwickelt.
In der Folge wird darauf als "Försterkriterien" verwiesen.
2.3.5 Das Gutachten der ABI erfolgte nach eigener Untersuchung des
Beschwerdeführers und setzte sich eingehend mit den Diagnosen und Einschätzungen
von Dr. G._ und Dr. I._ auseinander. Ebenfalls wurden im Hinblick auf die
somatoforme Schmerzstörung die Försterkriterien geprüft. Das Gutachten erscheint
weiter als schlüssig und die Schlussfolgerungen als nachvollziehbar.
2.3.6 Auch die vom Beschwerdeführer eingereichten Stellungnahmen von Dr.
G._ vom 13. August 2012 (IV-act. 158), vom 28. Februar 2013 (act. G 8.1), sowie vom
7. Mai 2013 (act. G 12.1) vermögen das Gutachten der ABI nicht in Frage zu stellen.
Diese enthalten im Vergleich zur Stellungnahme vom 17. Januar 2011 keine neuen
tatsächlichen Feststellungen. Mit der letztgenannten Stellungnahme vom 17. Januar
2011 setzte sich die ABI zudem eingehend auseinander. Dabei hielt sie fest, dass die
Befunde von Dr. G._ anhand der Untersuchung nicht bestätigt werden konnten. Der
affektive Rapport sei durchaus herstellbar gewesen, die Anamneseerhebung habe
ebenfalls erfolgen können und der Beschwerdeführer habe die zeitlichen Ereignisse
seiner Lebensgeschichte in der Abfolge richtig angegeben. Ein Danebenreden sei
ebenfalls nicht festgestellt worden. Es seien den Gutachtern eine gewisse
psychomotorische Unruhe und leichte Konzentrationsstörungen aufgefallen, der
Beschwerdeführer habe aber während des ganzen Gesprächs "dabei bleiben" können,
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er sei kooperativ und im Gedankengang kohärent gewesen. Es bestehe eine leichte
depressive Episode unter genauer Berücksichtigung der diagnostischen Kriterien der
ICD-10. Die Diagnose einer andauernden Persönlichkeitsänderung nach ICD-10 könne
nicht bestätigt werden. Es bestehe zwar eine deutliche Überzeugung krank zu sein, es
würden aber die für diese Diagnose notwendige feindliche und misstrauische Haltung
der Welt gegenüber und der emotionale Rückzug bzw. die Entfremdung fehlen (IV-act.
152/2-24, S. 11 ff.).
2.3.7 Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass ein den Beweisanforderungen
grundsätzlich genügendes medizinisches Gutachten (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a und b
S. 352) nicht in Frage gestellt werden kann und kein Anlass zu weiteren Abklärungen
besteht, wenn und sobald die behandelnden Ärzte nachher zu einer unterschiedlichen
Beurteilung gelangen oder an vorgängig geäusserten abweichenden Auffassungen
festhalten. Anders verhält es sich nur, wenn objektiv feststellbare Gesichtspunkte
vorgebracht werden, welche im Rahmen der Begutachtung unerkannt geblieben waren
und die geeignet sind, zu einer anderen Beurteilung zu führen (Urteile des Eidg.
Versicherungsgerichts U 58/06 vom 2. August 2006 E. 2.2 und I 676/05 vom 13. März
2006 E. 2.4; IV 2009/459 E. 2.4.1; vgl. auch 8C_809/2007, E. 4.1). Diesbezüglich gilt
auch zu berücksichtigen, dass behandelnde Ärzte erfahrungsgemäss aufgrund ihrer
auftragsrechtlichen Vertrauensstellung und der Behandlungsnähe in Zweifelsfällen
mitunter eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (vgl. BGE 125 V 353 E. 3b/cc).
2.4 Mit Blick auf die gesamte Aktenlage sind somit keine Gründe ersichtlich, um von
der in der ABI Beurteilung vom 29. Mai 2012 festgestellten, gutachterlichen
Arbeitsfähigkeitsschätzung abzuweichen. Die Bescheinigung einer 80%-igen
Arbeitsfähigkeit ab 1. März 2010 in einer körperlich leichten bis mittelschweren,
adaptierten Tätigkeit leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge
und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein. Weiter bestehen keine
Anhaltspunkte dafür, dass objektiv wesentliche Tatsachen nicht berücksichtigt worden
wären.
3.
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Für die Zeit vor dem 1. März 2010 bestätigte der RAD in seiner Stellungnahme vom
21. Januar 2011 aufgrund der medizinischen Akten, dass von Dezember 2008 bis März
2009 eine 50%-ige und von April 2009 bis Februar 2010 eine 100%-ige
Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit anzunehmen sei (IV-act. 97/1). Dies
erscheint unter Würdigung der medizinischen Aktenlage als nachvollziehbar und
schlüssig. Es kann darauf abgestellt werden. Somit bestand über einen Zeitraum von
länger als einem Jahr eine durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit von mehr als 40% (Art.
28 Abs. 1 lit. b IVG).
4.
4.1 Für einen allfälligen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung weiter
massgeblich und nachfolgend noch zu prüfen sind die erwerblichen Auswirkungen der
festgestellten Arbeitsunfähigkeiten.
4.2 Das von der Beschwerdegegnerin der Verfügung vom 6. November 2012 (act.
G 1.1) zugrunde gelegte Valideneinkommen von Fr. 66'899.00 wurde durch den
Beschwerdeführer nicht bestritten. Die Beschwerdegegnerin stützte sich dabei auf den
in den Akten enthaltenen Auszug aus dem individuellen Konto des Beschwerdeführers
(IV-act. 13) und passte den darin ausgewiesenen Jahreslohn von Fr. 63'485.00 der
Nominallohnentwicklung an. Die Anmeldung des Versicherten zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung erfolgte am 14. Februar 2008, wobei die 100%-
ige Arbeitsunfähigkeit in seiner angestammten Tätigkeit bereits seit dem 13. Juli 2007
bestand. Der im IK-Auszug ausgewiesene Jahreslohn von Fr. 63'485.00 für das Jahr
2006 ist der Nominallohnentwicklung bis zum frühestmöglichen Rentenbeginn im Jahr
2008 anzupassen, wonach ein Valideneinkommen von
Fr. 65'944.00 resultiert (massgebender Index Männer im Jahr 2006 bei 2014 Punkten;
im Jahr 2008 bei 2092 Punkten).
4.3 Das Invalideneinkommen wurde durch die Beschwerdegegnerin anhand der
Lohnstrukturerhebungen (LSE) des Bundesamtes für Statistik bestimmt. Dies ist nicht
zu beanstanden. Als Ausgangswert ist ebenfalls auf das Jahr 2008 abzustellen und
somit ein Jahreseinkommen von Fr. 59'979.00 zu berücksichtigen (vgl. IVG-Ausgabe
der Informationsstelle AHV/IV, Anhang 2). Nach der Rechtsprechung hängen die
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Fragen, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von
sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalls ab (etwa
leidensbedingte Einschränkung, Alter und Beschäftigungsgrad), die nach
pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind, wobei der maximal zulässige
Abzug auf 25% festzusetzen ist. Eine schematische Vornahme des Tabellenlohnabzugs
ist unzulässig (BGE 126 V 79 E. 5b und 129 V 481 E. 4.2.3 mit Hinweisen). Der
Beschwerdeführer war bei Verfügungserlass 52 Jahre alt. Er hatte vor Eintritt der
Arbeitsunfähigkeit eher schwere Arbeiten auf dem Bau verrichtet. Nun sind diese
Tätigkeiten nicht mehr möglich und er ist auch in leichten, wechselbelastenden
Tätigkeiten eingeschränkt. Dies, seine fehlende Erfahrung in den noch in Frage
kommenden Tätigkeiten sowie sein Alter (höhere Lohnnebenkosten, kürzere
Aktivitätsdauer) stellen erhebliche Konkurrenznachteile auf dem Arbeitsmarkt dar, die
der Beschwerdeführer wohl mit dem Akzeptieren eines unterdurchschnittlichen Lohnes
kompensieren müsste. Ermessensweise ist ein Abzug von 10% gerechtfertigt.
4.4 Aufgrund der festgestellten Arbeitsunfähigkeit belief sich das Invalideneinkommen
im Zeitraum vom 8. Dezember 2008 bis 31. März 2009 auf Fr. 29'674.80 (Fr. 59'979 x
0.5 x 0.9). Im Zeitraum vom 1. April 2009 bis 28. Februar 2010 bestand kein
zumutbares Invalideneinkommen.
4.4.1 Für den Zeitraum vom 8. Dezember 2008 bis 31. März 2009 stand somit
einem Valideneinkommen von Fr. 65'944.00 ein Invalideneinkommen von Fr. 29'674.80
gegenüber. Daraus resultierte ein Invaliditätsgrad von 55% und damit ein befristeter
Anspruch auf eine halbe Rente der Invalidenversicherung.
4.4.2 Für den Zeitraum vom 1. April 2009 bis 28. Februar 2010 stand einem
Valideneinkommen von Fr. 65'944.00 gar kein zumutbares Invalideneinkommen
gegenüber. Daraus resultierte ein Invaliditätsgrad von 100% und damit ein Anspruch
auf eine befristete ganze Rente der Invalidenversicherung.
4.4.3 Der vorliegende Rentenanspruch ist nach dem 1. Januar 2008 und damit
nach dem Inkrafttreten der 5. IV-Revision entstanden. Für den Beginn des
Rentenanspruches ist damit Art. 98 Abs. 1 IVG in der ab dem 1. Januar 2008 gültigen
Fassung massgebend. Der Beschwerdeführer meldete sich am 14. Februar 2008 zum
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Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 2), weshalb er in Nachachtung von Art. 29 Abs. 1
IVG frühestens ab August 2008 Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung hat.
Der Beschwerdeführer war noch bis Ende November 2008 bei seinem Arbeitgeber
angestellt (IV-act. 58/4). Vor Dezember 2008 bestand damit kein Rentenanspruch. Für
die berufliche Abklärung im C._ vom 6. Oktober 2008 bis 15. April 2008 wurden dem
Beschwerdeführer mit Verfügung vom 11. Dezember 2008 odann für den Zeitraum vom
6. Oktober bis zum 30. November 2008 (IV-act. 53) und mit Verfügung vom 16.
Dezember 2008 für den Zeitraum vom 1. Dezember bis 7. Dezember 2008 Taggelder
der Invalidenversicherung zugesprochen (IV-act. 54). Dafür, dass nach diesem
Zeitpunkt noch Taggelder durch die Beschwerdegegnerin ausgerichtet wurden, sind in
den Akten keine Hinweise enthalten. In Nachachtung von Art. 29 Abs. 2 IVG ist der
Rentenbeginn somit auf den 8. Dezember 2008 festzusetzen. Ab dem 1. März 2010 ist
wieder von einer Restarbeitsfähigkeit von 80% auszugehen. Aufgrund der bei der
Rentenanpassung gemäss Art. 88a Abs. 1 IVV geltenden dreimonatigen Frist und mit
Blick darauf, dass gemäss Art. 19 Abs. 3 ATSG Renten für den ganzen Kalendermonat
im Voraus ausbezahlt werden, endet der Rentenanspruch am 31. Mai 2010. Vom 8.
Dezember 2008 bis zum 31. März 2009 bestand damit der befristete Anspruch auf eine
halbe Rente und vom 1. April 2009 bis zum 31. Mai 2010 auf eine ganze Rente der
Invalidenversicherung.
4.5 Für den Zeitraum ab 1. März 2010 ist wie voranstehend festgestellt sodann von
einer 80%-igen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit auszugehen.
Damit beläuft sich das Invalideneinkommen des Beschwerdeführers ab dem 1. März
2010 auf Fr. 43'184.90 (Fr. 59'979.00 x 0.8 x 0.9). Zur Bestimmung des
Invaliditätsgrades ab dem 1. März 2010 steht einem Valideneinkommen von Fr.
65'944.00 ein Invalideneinkommen von Fr. 43'184.90 gegenüber. Der
Einkommensvergleich ergibt einen Invaliditätsgrad von 34.5%, woraus sich kein
Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Rente der Invalidenversicherung ergibt.
4.6 Allenfalls ausgerichtete Leistungen der Unfall- oder Arbeitslosenversicherung
stehen dem befristeten Anspruch auf eine Invalidenrente nicht entgegen. Soweit ein
allfälliges Zusammenfallen der Leistungen zu einer Überentschädigung des
Beschwerdeführers führen würde, wird eine Abschöpfung derselben im Rahmen von
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Art. 69 ATSG vorzunehmen sein, wobei die IV-Rente von einer Kürzung
ausgeschlossen ist.
5.
5.1 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Beschwerde teilweise gutzuheissen
ist und der Beschwerdeführer für die Dauer vom 8. Dezember 2008 bis 31. März 2009
einen Anspruch auf eine halbe Rente und vom 1. April 2009 bis zum 31. Mai 2010 einen
Anspruch auf eine ganze Rente hat. Die Sache wird zur Festsetzung und Ausrichtung
der geschuldeten Leistungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.00 festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.00
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Hieran hat
der Beschwerdeführer, der mit seinem Rentenbegehren nicht vollständig
durchgedrungen ist, die Hälfte, d.h. Fr. 300.00 zu tragen. Den Restbetrag von Fr.
300.00 hat die Beschwerdegegnerin zu bezahlen, und dem Beschwerdeführer ist in
diesem Umfang der geleistete Kostenvorschuss zurückzuerstatten.
5.3 Da der Beschwerdeführer teilweise obsiegt, hat er einen reduzierten Anspruch auf
eine Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei
insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen
ist. Bei vollständigem Obsiegen wäre eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.00
angemessen. Entsprechend dem Ausmass des hälftigen Obsiegens erscheint eine
Parteientschädigung von Fr. 1'750 (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als
gerechtfertigt. Die Beschwerdegegnerin hat die Rechtsvertretung des
Beschwerdeführers somit mit Fr. 1'750.00 zu entschädigen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP