Decision ID: 71ea2b3f-4c46-4e12-91b8-951706e59bdb
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1960,
Mutter zweier erwachsener Söhne,
war
letzt
mals vo
m 2
6.
April 200
1 bis 3
1.
Dezember 2002 (
Urk.
8/10
Ziff.
1)
bei der
Y._
, Wallisellen, als Produktionsmitarbeiterin erwerbstätig und
seit dem Jahre 2003 Haus
frau
(vgl.
Urk
8/1 Ziff. 6.4.1)
, als sie sich am
4.
November 2005 bei der Invali
denversi
cherung zum Leistungsbezug anmeldete (
Urk.
8/1). Die
So
zialver
sicherungs
anstalt
des Kan
tons Zürich, IV
Stelle, holte bei behandelnden Ärzten de
r
Versi
cherten verschiedene Berichte (
Urk
8/7, Urk.
8/8/1-9
) sowie bei der
Y._
einen Arbeitgeberbericht (
Urk.
8/10) ein,
zog einen Auszug aus dem individuellen Konto
der Versicherten
(Urk. 8/2) bei und
liess die häusli
chen Verhältnisse am Wohnort der Versicherten abklären (Abklärung der be
einträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt; Urk. 8/13).
Nach Erlass des Vorbescheids (
Urk.
8/15-16) qualifizierte die IV-Stelle die Versicherte mit Verfügung vom
4.
Dezember 2006 (
Urk.
8/22) als im Aufgabenbereich Haushalt Tätige (
Urk.
8/16 S. 2), stellte einen Invaliditätsgrad von 44
%
fest und sprach der Versicherten mit Wirkung ab
1.
Juni 2006 eine
Viertelsrente
zu.
1.2
Im August 2008 leitete die IV-Stelle von Amtes wegen ein
Rentenrevisionsver
fahren
ein (
Urk.
8/24/1), holte verschiedene Arztberichte (
Urk.
8/26-30) ein
und teilte der Versicherten mit Mitteilung vom 2
7.
Februar 2009 (
Urk.
8/32) mit, dass bei der Überprüfung des Invaliditätsgrades keine Änderungen festgestellt worden seien, und dass sie weiterhin Anspruch auf die bisherige Rente bei einem Invaliditätsgrad von 44
%
habe.
1.3
Im April 2012 leitet
e
die IV-Stelle erneut von Amtes wegen ein
Rentenrevi
sionsverfahren
ein (vgl.
Urk.
8/40). Die IV-Stelle holte bei einem behandelnden Arzt der Versicherten einen Arztbericht (
Urk.
8/39) ein und liess die häuslichen Verhältnisse am Wohnort der Versicherten abklären (Abklärung der beeinträch
tigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt; Urk. 8/45)
. Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
8/47-48,
Urk.
8/53)
stellte die IV-Stelle mit Verfü
gung vom 2
5.
März 2013 (
Urk.
8/56 =
Urk.
2) einen Invaliditätsgrad unter 40
%
fest, verneinte einen Rentenanspruch der Versicherten und hob die der Versi
cherten bisher ausgerichtete
Viertelsrente
auf Ende des der Zustellung der Ver
fügung folgenden Monats auf.
2.
Gegen die Verfügung vom
2
5.
März 2013
(Urk. 2) erhob
die
Versicherte am
7.
Mai 2013
Beschwerde
mit den Anträgen, es seien ihr die gesetzlichen Ver
sicherungsleistungen und insbesondere eine Invalidenrente auszurichten, even
tu
ell seien ergänzende Arztberichte und allenfalls ein medizinisches Gutachten zur Arbeits- und Leistungsfähigkeit der Versicherten einzuholen, subeventuell sei die Sache zur ergänzenden medizinischen Abklärung und Neubeurteilung an die IV-Stelle zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2). Gleichzeitig ersuchte die Versicherte um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und der unentgeltlichen Rechtsvertretung durch Rechtsanwältin Barbara Laur, Zürich (
Urk.
1 S. 2).
Mit
Beschwer
deantwort
vom
1
4.
Juni 2013 (
Urk.
7)
beantragte die IV
Stelle
, die Sache sei in Gutheissung der Beschwerde zur ergänzenden medizinischen Abklärung und Neubeurteilung an sie zurückzuweisen. Mit Verfügung vom 2
3.
Oktober 2013 (
Urk.
12) wurde der Beschwerdeführerin eine Kopie der
Be
schwerdeantwort
zugestellt und es wurde ihr die unentgeltliche Prozessführung gewährt und Rechtsanwältin Barbara Laur
, Zürich, als unentgeltliche
Rechts
vertreterin
für da
s
Verfahren bestellt.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte,
wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig m
öglichst genau ermittelt und ei
nander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.3
Bei Versicherten mit vollendetem 2
0.
Altersjahr, die vor der Beeinträchtigung ihrer körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit nicht erwerbstätig waren und denen eine Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, gelten als invalid, wenn eine Unmöglichkeit vorliegt, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen.
Art.
7
Abs.
2 ATSG ist sinngemäss anwendbar: Demnach sind für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit ausschliesslich die Fol
gen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwind
bar ist (
Art.
8
Abs.
3 ATSG in Verbindung mit
Art.
5
Abs.
1 IVG).
1.4
Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches als auch anlässlich einer Rentenrevision (Art. 17 Abs. 1 ATSG) stellt sich unter dem Ge
sichtspunkt des Art. 28a Abs. 3 IVG (bis 31. Dezember 2007: Art. 28 Abs. 3
ter
IVG) in Verbindung mit Art. 16 und 7 Abs. 2 ATSG die Frage nach der anwend
baren Invaliditätsbemessungsmethode. Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist
was je zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (
Einkom
mensvergleich
,
Betätigungs
vergleich
, gemischte Methode) führt -, ergibt sich - auch nach In-Kraft-Treten des ATSG (vgl. SVR 2005 IV Nr. 21 S. 83 E. 4.2 mit Hinweis [I 249/04]) - aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unverän
derten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Das Kriterium der Zumutbarkeit einer Erwerbstätigkeit bezieht sich nicht auf den Gesundheits-, sondern auf den Invaliditätsfall. Entscheidend ist nicht, wel
ches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch, d.h. ohne Gesundheitsschaden, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbstätig wäre (Art. 27
bis
IVV; BGE 131 V 51 E. 5.1.2 S. 53 und E. 5.2 S. 54; SVR 2006 IV
Nr. 42 S. 151, E. 5.1.2, I 156/04; vgl. auch BGE 125 V 146 E. 5c/
bb
S. 157). Die gemischte Methode bezweckt damit eine möglichst wirklichkeitsgerechte Be
messung des Invaliditätsgrades. Sie findet auch Anwendung, wenn der versi
cherten Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung eine vollzeitliche Er
werbs
tätigkeit zumutbar wäre, sie aber trotzdem eine solche nicht ausüben würde (BGE 133 V 504 E. 3.3 in
fine
; vgl. auch BGE 133 V 477 E. 6.3 S. 486). Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen sind die persönlichen,
familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige
Erzie
hungs
- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Bega
bungen zu berücksichtigen. Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwi
ckelt haben. Dabei sind die konkrete Situation und die Vorbringen der versi
cherten Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Er
werbstätigkeit ist der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich (BGE 125 V 146 E. 2c, 117 V 194
E. 3b, je mit Hinweisen, Urteil des Bundesgerichts I 266/05 vom 11. April 2006 E. 4.2, vgl. auch BGE 133 V 504 E. 3.3).
1.5
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.6
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und
in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
1.7
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkom
mensvergleichs
(bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Recht
sprechung zur Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 134 V 131 E. 3 S. 132 f. und 133 V 108 E. 5.4 S. 114 mit Hinweis). Nach der
bundesgerichtli
chen
Rechtsprechung ist eine Verfügung verzichtbar, wenn bei einer von Amtes wegen durchgeführten Revision keine leistungsbeeinflussende Änderung der Verhältnisse festgestellt wurde (Art. 74
ter
lit
. f IVV) und die bisherige Invali
denrente daher weiter ausgerichtet wird. Wird auf entsprechende Mitteilung hin keine Verfügung verlangt (Art. 74
quater
IVV), ist jene in Bezug auf den
Ver
gleichszeitpunkt
einer (ordentlichen) rechtskräftigen Verfügung gleichzustellen (Urteile des Bundesgerichts 9C_771/2009 vom 10. September 2010 und 9C_586/2010 vom 15. Oktober 2010, je E. 2.2, mit Hinweisen).
1.8
Gemäss Art. 88a Abs. 1 IVV ist bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen oder bei einer Ver
minderung der Hilflosigkeit, des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwandes oder des
Hilfe
bedarfs
die anspruchsbeeinflussende Änderung für die Herabset
zung oder Auf
hebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem ange
nommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin an
dauern wird. Die hierzu notwendige Prognose unterliegt dabei dem im Sozial
versicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 119 V 7 E. 3c/
aa
mit Hinweisen).
Nach der bundesgerichtlichen Praxis zu Art. 88a Abs. 1 IVV ist eine Rente bei Wegfall der Invalidität im Normalfall erst nach Ablauf von drei Monaten seit dem Eintritt der anspruchserheblichen Veränderung aufzuheben (BGE 119 V 98 E. 4a, Urteil des Bundesgerichts I 569/06 vom 20. November 2006 E. 3.3).
1.
9
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E.
3a, 122 V 157 E. 1c).
1.10
Der Abklärungsbericht
im Haushalt
ist seiner Natur nach in erster Linie auf die Ermittlung des Ausmasses physisch bedingter Beeinträchtigungen zugeschnit
ten, weshalb seine grundsätzliche Massgeblichkeit unter Umständen Einschrän
kungen erfahren kann, wenn die versicherte Person an psychischen Beschwer
den leidet. Grundsätzlich jedoch stellt er auch dann eine beweistaugliche Grundlage dar, wenn es um die Bemessung einer psychisch bedingten Invalidi
tät geht, d.h. wenn die Beurteilung psychischer Erkrankungen im Vordergrund steht (AHI 2004 S. 137 E. 5.3). Widersprechen sich die Ergebnisse der Abklärung vor Ort und die fachmedizinischen Feststellungen zur Fähigkeit der versicherten Person, ihre gewohnten Aufgaben zu erfüllen, ist aber in der Regel den ärztli
chen Stellungnahmen mehr Gewicht einzuräumen als dem Bericht über die Haushaltsabklärung, weil es der Abklärungsperson regelmässig nur beschränkt möglich ist, das Ausmass des psychischen Leidens und der damit verbundenen Einschränkungen zu erkennen (Urteile des Bundesgerichts 9C_086/2009 vom 11. November 2010 E. 7.2 und 9C_631/2009 vom 2. Dezember 2009 E. 5.1.2 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom 2
5.
März 2013 (
Urk.
2) davon aus, dass die Beschwerdeführerin nach ihrer Aussteuerung durch die Arbeitslosenversicherung im Jahre 2004 keine ausgewiesenen Arbeitsbemühungen oder Arbeitsversuche unternommen
habe
, welche ihre Moti
va
tion, sich im Arbeitsmarkt einzugliedern, belegen würden, weshalb
sie
als im Aufgabenbereich Haushalt Tätige zu qualifizieren sei.
Auf Grund der
medi
zini
schen Aktenlage sei eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes zu vernei
nen (S. 2). Da Hinweise für ein eigenständiges psychisches Leiden fehlten, sei nicht zu beanstanden, dass die Abklärungsperson das psychische Leiden bei der Abklärung der häuslichen Verhältnisse der Beschwer
deführerin nicht berück
sichtigt habe
(S. 3).
2.2
Die Beschwerde
führerin
bringt
hiegegen
vor, dass sich ihr psychischer Gesund
heitszustand verschlechtert habe. Auf Grund des Umstandes, dass die ursprüng
liche
Rentenzusprache
auf Grund psychischer Probleme erfolgt sei, sei
zur Beurteilung der Frage nach ihrem Rentenanspruch
die Einholung eines psychi
atrischen Berichts (
Urk.
1 S. 5) beziehungsweise eines psychiatrischen Gutach
tens
unerlässlich S. 7).
Sodann habe die Beschwerdegegnerin zu Unrecht auf einen Haushaltabklärungsbericht abgestellt, welcher ihre psychische
Gesund
heitsbeeinträchtigung
nicht berücksichtigt habe (S. 7) und worin sie zu Unrecht als Hausfrau qualifiziert worden sei. Vielmehr verhalte es sich so, dass sie ohne Gesundheitsschaden gegenwärtig eine Erwerbstätigkeit ausüben würde (S. 10).
3.
Nach Erlass der ursprünglichen Rentenverfügung vom
4.
Dezember 2006 (Urk. 8/22,
Urk.
8/20),
womit der
Beschwerdeführer
in
mit Wirkung ab
1.
Juni
2006
eine
Viertelsrente
zu
ge
sprochen wurde,
klärte
die
Beschwerdegegnerin den Sachverhalt anlässlich des im Dezember 2008 (vgl.
Urk.
8/24) von Amtes wegen eingeleiteten Rentenrevisionsverfahrens in materieller Hinsicht neu ab
und stellte mit Mitteilung vom 2
7.
Februar 2009 (
Urk.
8/32)
einen
unveränderten
Anspruch
auf die
bisher aus
gerichtete
Viertelsrente
fest.
In zeitlicher Hinsicht ist daher die Entwick
lung des
anspruchsrelevanten Sachverhalts im
Vergleichszeit
raum
seit der Mitteilung vom
2
7.
Februar 2009
(Urk. 8/32) bis zum Erlass der an
ge
foch
te
nen Verfügung vom 2
5.
März 2013 (Urk. 2) streitig.
4.
4.1
Bei Erlass der
Mitteilung vom
2
7.
Februar 2009
(Urk. 8/32) stützte sich die Beschwerdegegnerin zur Hauptsache auf den Bericht von med.
pract
.
Z._
vom 2
3.
Oktober 2008 (vgl.
Urk.
8/31/2).
4.2
Med.
pract
.
Z._
, Fachärztin für Innere Medizin, stellte in ihrem Bericht vom 2
3.
Oktober 2008 (
Urk.
8/27/1-6) die folgenden Diagnosen (
Ziff.
1.1):
rezidivierende depressive Störung, seit 1986
somatoformes
Schmerzsyndrom, seit 1986
Die Ärztin führt aus, dass die Beschwerdeführerin unt
er Schmerzen im gesam
ten Körper
, unter einer depressiven Verstimmung, unter Antriebsschwäche und unter einer Schlafstörung leide (
Ziff.
3.4). Seit dem Jahre 2002 bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
(
Ziff.
5.2). Die Beschwerdeführerin werde medi
kamentös antidepressiv behandelt.
Inzwischen habe die Beschwerdeführerin einen
A._
sprechenden Therapeuten gefunden und beabsichtige, sich durch diesen psychotherapeutisch behandeln zu lassen (
Ziff.
3.7).
5.
5.1
Bei Erlass der
angefochtenen Verfügung vom 2
5.
März 2013 (
Urk.
2)
stützte sich die Beschwerdegegnerin zur Hauptsache auf den Bericht von
Dr.
med.
B._
vom 1
9.
Juni 2012 (vgl.
Urk.
8/46/2).
5.2
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin speziell Rheumatologie,
stellte in seinem Bericht vom 1
9.
Juni 2012 (
Urk.
8/39) die fol
genden Diagnosen (
Ziff.
5.4):
generalisiertes Schmerzsyndrom bei/mit
panvertebrale
m
Syndrom
generalisierte
n
Weichteilbeschwerden
Verdacht auf Symptomausweitung
psychosoziale
n
Belastungsfaktoren
Dr.
B._
erwähnte, dass die Beschwerdeführerin gegenwärtig durch ihn, durch einen Psychotherapeuten und durch
Dr.
C._
,
D._
, behandelt werde (
Ziff.
5.3). Aus rein rheumatologischer Sicht bestehe seit dem Jahre 2008 eine volle Arbeitsfähigkeit für eine angepasste Tätigkeit (
Ziff.
5.5).
5.3
Die Ärzte des
E._
, Klinik für Rheumatologie, erwähnten in ihrem
Bericht vom 2
7.
Februar 2013 (
Urk.
3/3)
, dass bei der Beschwerdefüh
rerin wahrscheinlich eine über die Jahre
chronifizierte
Schmerzproblematik, mutmasslich im Rahmen einer
somatoformen
Störung vorliege. Eigentliche führende somatische Befunde hinsichtlich einer behandelbaren degenerativen Pathologie liessen sich nicht finden, weshalb eine laborchemische und
bildge
bende
Standortbestimmung angezeigt sei (S. 2).
5.4
Mit Bericht vom 2
0.
März 2013
(
Urk.
3/4)
stellten die Ärzte des
E._
, Klinik für Rheumatologie, die folgenden Diagnosen (S. 1):
chronisches, linksbetontes, generalisiertes Schmerzsyndrom mit/bei:
ausgeprägter
zervikozephaler
sowie bilateral
lumbospondylogener
Kom
ponente
ausgeprägter zentraler Sensibilisierung
Status nach Neuroborreliose 1999 mit
Radikulitis
L4 links
dep
ressive
Erkrankung
Die Ärzte erwähnten, dass die laborchemischen und radiologischen Abklärun
gen keine Hinweise für ein entzündliches Geschehen gezeigt hätten
. Es sei von einer
chronifizierten
Schmerzsymptomatik mit
somatoformer
Schmerzkompo
nente
auszugehen. Es sei eine psychiatrisch/
schmerz
thera
peutische
Langzeitbe
treuung
angezeigt (S. 2).
6.
6.1
Den obenerwähnten medizinischen Akten zum Gesundheitszustand der Be
schwerdeführerin bei Erlass der Verfügung vom 2
5.
März 2013 ist zu entneh
men,
dass
Dr.
B._
in Übereinstimmung mit den Ärzten des
E._
davon ausging, dass die Beschwerdeführerin an einem chronischen, generalisierten Schmerzsyndrom litt. Während
Dr.
B._
den Verdacht auf eine Symptomausweitung
äusserte
und psychosoziale Faktoren erwähnte (
Urk.
8/39), stellten die Ärzte des
E._
eine
depressive
Erkrankung
fest und hielten
eine psychiatrisch/
schmerz
thera
peutische
Langzeitbetreuung
für
angezeigt (
Urk.
3/4
S. 2).
6.2
In Würdigung der medizinischen Aktenlage kann daher nicht ausgeschlossen werden, dass die Beschwerdeführerin an einer selbstständigen, psychischen Gesundheitsbeeinträchtigung von Krankheitswert leidet, welche sie in ihrer Arbeitsfähigkeit in Bezug auf eine erwerbliche Tätigkeit und in Bezug auf den Aufgabenbereich beeinträchtigt. Hinsichtlich der Beurteilungen durch
Dr.
B._
und durch die Ärzte des
E._
gilt es indes zu beachten, dass es sich bei diesen Ärzten nicht um Fachärzte für Psychiatrie und Psycho
therapie handelt, weshalb in Bezug auf die psychische Komponente des
Ge
sundheitsschadens
der Beschwerdeführerin nicht darauf abgestellt werden kann.
6.3
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (
§
26
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss der Rechtsprechung ist eine Rückweisung an die IV-Stelle möglich, wenn sie in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten Frage begründet ist, oder wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachtlichen Ausführungen erforderlich ist (BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4 mit Hinweisen).
6.
4
Vorliegend ist die Frage nach Bestand und Umfang einer allfälligen hypotheti
schen Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in zumutbaren
behinderungsan
gepassten
Tätigkeiten beziehungsweise im Aufgabenbereich des Haushalts aus
psychiatrischer Sicht
bisher vollständig ungeklärt geblieben, weshalb die Sache
im Sinne des Eventualantrag
s
der Beschwerdeführerin (
Urk.
1 S. 2)
beziehungs
weise des
Antrags der
Beschwerde
gegn
erin
(
Urk.
7) an diese zurückzuw
eisen ist, damit sie den Sachverhalt in medizinischer Hinsicht ergänzend abkläre.
Die Beschwerdegegnerin wird dabei sinnvollerweise eine
psychiatrische
(eventuell zusätzlich eine rheumatologische)
Untersuchung
oder allenfalls eine entspre
chende
Begutachtung der
B
eschwerdeführerin
veranlassen.
6.5
Bei diesem Ausgang des Verfahrens kann die Statusfrage offen bleiben. Die
Be
schwerdegegnerin
, an welche die Sache ohnehin zu ergänzender
Sachverhalts
abklärung
zurückzuweisen ist,
wird nach Durchführung
dieser
Abklärungen
auch
die Frage, ob und allenfalls in welchem Umfang die Beschwerdeführerin ohne Gesundheitsschaden eine Erwerbstätigkeit ausüben beziehungsweise im Aufgabenbereich tätig sein würde,
neu prüfen
und a
nschliessend über den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin neu verfügen.
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
7.
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige
rung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem
Verfah
rens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert innerhalb des gesetzlichen Rahmens (Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--) auf Fr. 600.-- festzusetzen und der unter
liegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
8.
8.1
Nach
§
34
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der
Partei
kosten
. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens be
messen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
8.2
Ausgangsgemäss hat die obsiegende Beschwerdeführerin Anspruch
auf eine Prozessentschädigung, welche nach Einsicht in die Kostennote vom
6.
Novem
ber 2013 (
Urk.
15) in Berücksichtigung
der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses
und eines
gerichtsüblichen
Stundenansat
zes
von
Fr.
200.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer)
auf
Fr.
1‘800.--
(inklusive
Bar
auslagen
und Mehrwertsteuer) festzusetzen
ist
.