Decision ID: e3fa5a6f-bb86-48f0-81b4-f5d1d040a54e
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherter) war als angestellter Geschäftsführer der B._
GmbH bei der Swica Versicherungen AG (nachfolgend: Swica) obligatorisch
unfallversichert, als er am 3. April 2013 einen Unfall erlitt. In der Folge erbrachte die
Swica unter anderem Taggeldleistungen (vgl. act. G 7.1 S. 2).
A.a.
Mit Verfügung vom 11. Mai 2021 teilte die Swica dem Versicherten mit, die
Invalidenversicherung (IV) habe sie darüber informiert, dass ihm rückwirkend ab dem 1.
April 2014 eine IV-Rente zugesprochen werde. Das Zusammentreffen von Leistungen
verschiedener Sozialversicherungen dürfe nicht zu einer Überentschädigung der
berechtigten Person führen. Ihre Berechnung habe ergeben, dass für die Zeit vom 4.
März 2013 (gemeint vermutlich: 4. oder 6. April 2013; vgl. dazu act. G 1.2 S. 2, 1.3 S. 4
und 7.1 S. 5) bis 31. Dezember 2017 eine Überentschädigung von Fr. 86'573.95
A.b.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 3/8
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B.
entstanden sei. Statt diesen Betrag vom Versicherten zurückzufordern, sei die
Verrechnung mit der Nachzahlung der IV-Rente veranlasst worden (vgl. act. G 1.3).
Mit Verfügung vom 1. Juni 2021 sprach die IV-Stelle dem Versicherten
rückwirkend für die Zeit vom 1. April 2014 bis 31. März 2021 eine halbe Invalidenrente
sowie eine Kinderrente zu. Mit der Nachzahlung für die Rentenleistungen in der Höhe
von Fr. 122'253.-- brachte sie die von der Swica geforderte Rückzahlung in der Höhe
von Fr. 86'573.95 zur Verrechnung (vgl. act. G 1.2).
A.c.
Am 14. Juni 2021 erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. L.
Gmünder, St. Gallen, gegen die Verfügung der Swica vom 11. Mai 2021 Einsprache
(vgl. act. G 1.4). Er beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, der
versicherte Verdienst sei auf mindestens Fr. ._ zu erhöhen und entsprechend
rückwirkend ein UVG-Taggeld von mindestens Fr. ._ auszuzahlen, der mutmasslich
entgangene Verdienst sei auf mindestens Fr. ._ zu erhöhen und auf eine Verrechnung
von Leistungen sei mangels Überentschädigung zu verzichten; unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen zulasten der Swica (vgl. act. G 1.4 S. 2).
A.d.
Gegen die Verfügung der IV-Stelle vom 1. Juni 2021 erhob der auch hier durch
Rechtsanwalt Gmünder vertretene Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 1.
Juli 2021 Beschwerde (vgl. act. G 1). Er beantragte, die angefochtene Verfügung sei
aufzuheben und auf eine Verrechnung von Leistungen sei mangels Überentschädigung
zu verzichten; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der IV-Stelle
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin). In prozessualer Hinsicht beantragte er die
Sistierung des Beschwerdeverfahrens bis zum rechtskräftigen Abschluss des
unfallversicherungsrechtlichen Verfahrens (vgl. act. G 1 S. 2).
B.a.
Mit Eingabe vom 14. Juli 2021 teilte die Beschwerdegegnerin dem
Versicherungsgericht mit, dass sie dem Sistierungsantrag des Beschwerdeführers
zustimme (vgl. act. G 3).
B.b.
Am 19. Juli 2021 sistierte das Versicherungsgericht das Beschwerdeverfahren bis
auf weiteres und bat den Beschwerdeführer bzw. dessen Rechtsvertreter darum, dem
B.c.
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Erwägungen
1.
Anfechtungsgegenstand in diesem Verfahren bildet die Verfügung der
Beschwerdegegnerin vom 1. Juni 2021, mit welcher dem Beschwerdeführer
rückwirkend für die Zeit vom 1. April 2014 bis 31. März 2021 IV-Renten zugesprochen
worden sind und die Verrechnung dieser invalidenversicherungsrechtlichen
Rentennachzahlungen mit der von der Swica am 11. Mai 2021 verfügten
Rückforderung von Versicherungsleistungen (vgl. dazu act. G 1.3) angeordnet worden
ist (vgl. act. G 1.2). Die Beschwerde des Beschwerdeführers richtet sich nicht gegen
Gericht den Entscheid der Swica betreffend die Einsprache vom 14. Juni 2021
zuzustellen, sobald dieser ergehe (vgl. act. G 4).
Mit Einspracheentscheid vom 25. Januar 2022 hiess die Swica die Einsprache,
soweit sie darauf eintrat, gut. In Aufhebung der Verfügung vom 11. Mai 2021 stellte sie
fest, dass der Beschwerdeführer unter Berücksichtigung der ihm zugesprochenen IV-
Rente für die Periode vom (4. oder) 6. April 2013 bis 31. Dezember 2017 nicht
überentschädigt sei. Der von der Beschwerdegegnerin zugunsten der Swica bereits
überwiesene Betrag von Fr. 86'573.95 werde dieser zurückerstattet (vgl. act. G 7.1).
B.d.
Mit Schreiben vom 27. Januar 2022 reichte der Beschwerdeführer dem
Versicherungsgericht den Einspracheentscheid der Swica vom 25. Januar 2022 ein. Er
führte aus, dem Einspracheentscheid sei zu entnehmen, dass eine Verrechnung mit
den IV-Leistungen nicht möglich sei. Dadurch werde das vorliegende
Beschwerdeverfahren seines Erachtens gegenstandslos. Da die formelle Verfügung der
Beschwerdegegnerin am 1. Juni 2021 und damit vor Eintritt der Rechtskraft der
Verfügung der Swica betreffend Überentschädigung ergangen sei, sei er gezwungen
gewesen, die IV-Verfügung anzufechten. Deshalb ersuche er höflich um Zusprache
einer pauschalen Parteientschädigung von Fr. 1'200.-- (inklusive Mehrwertsteuer; vgl.
act. G 7 und 7.1).
B.e.
Am 18. Februar 2022 hob der verfahrensleitende Richter die verfügte
Verfahrenssistierung auf und teilte den Parteien mit, dass das Versicherungsgericht
seinen Entscheid umgehend eröffnen werde (vgl. act. G 8).
B.f.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 5/8
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die zugesprochenen Rentenleistungen, sondern gegen deren Verrechnung mit der von
der Swica geltend gemachten Rückforderung (vgl. act. G 1).
2.
Die angefochtene IV-Verfügung enthält den Hinweis, dass eine allfällige Einsprache
gegen die Rückforderung der Unfallversicherung, Arbeitslosenversicherung,
Krankenversicherung, Militärversicherung oder von zu viel erbrachten
Ergänzungsleistungen und deren Verrechnung mit dem Nachzahlungsbetrag der
Rentenleistungen ausschliesslich gegen die Verfügung bzw. Rückforderung des
entsprechenden Versicherungsträgers gemäss der dort angeführten