Decision ID: 2b45d645-05e4-5b5a-bcfb-d68cf573dd71
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
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A.a A._ war als Lastwagenchauffeur bei der B._ AG tätig und dadurch bei der
Suva unfallversichert, als er am 25. August 2008 von der Ladefläche stürzte und sich
dabei unter anderem eine LWK1-Fraktur sowie eine Schädelbasisfraktur mit
Subduralhämatom zuzog. Initial lagen ein GCS (Glasgow Coma Scale) von 13 sowie
eine retrograde Amnesie vor (UV-act. 1, 3, 11). Nach einem operativen Eingriff hielt sich
der Versicherte vom 22. September bis 16. Oktober 2008 stationär in der Klinik Valens
zur neurologischen Rehabilitation auf (UV-act. 17). Nach Durchführung von weiteren
umfangreichen Behandlungen und medizinischen Abklärungen wurde er in der Medas
Interlaken GmbH interdisziplinär begutachtet (Gutachten vom 7. Februar 2011; UV-act.
89).
A.b Mit Verfügung vom 7. Juni 2011 eröffnete die Suva dem Versicherten, dass ihm ab
1. Januar 2011 eine Invalidenrente auf der Basis einer Erwerbsunfähigkeit von 52%
(Valideneinkommen 2011 von Fr. 60'700.-- und Invalideneinkommen von Fr. 28'837.--)
und eines versicherten Verdienstes von Fr. 58'770.-- zustehe. Gleichzeitig sprach sie
ihm eine Integritätsentschädigung auf der Basis einer Integritätseinbusse von 65% zu
(UV-act. 105). Die gegen diese Verfügung erhobene Einsprache mit dem Begehren, es
sei eine Invalidenrente auf der Basis eines Invaliditätsgrads von mehr als 52%
zuzusprechen (UV-act. 106, 107), hiess die Suva mit Einspracheentscheid vom
15. Dezember 2011 teilweise gut und erhöhte den Invaliditätsgrad rückwirkend auf
57% (UV-act. 110).
B.
B.a Gegen diesen Einspracheentscheid erhob der Versicherte mit Eingabe vom
31. Januar 2012 Beschwerde mit dem Antrag, der Entscheid sei aufzuheben. Zur
Begründung legte er unter anderem dar, da er nur halbtags arbeiten könne und dies
nur verlangsamt, könne er kaum eine 50%ige Leistung erbringen, wie das im Medas-
Gutachten behauptet werde. Das Medas-Gutachten widerspreche der EFL-Abklärung
der Klinik Valens. Das Ausmass der kognitiven Einschränkungen sei nie genau
abgeklärt worden. Gemäss der ärztlichen Beurteilung von Dr. med. D._, Facharzt für
Chirurgie mit Fähigkeitsausweis Manuelle Medizin (SAMM), müsse diese Abklärung
noch erfolgen. Die von ihm verlangte MRI-tomographische Abklärung sei von der
Beschwerdegegnerin nicht in Auftrag gegeben worden. Dies sei nachzuholen, damit
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der Invaliditätsgrad korrekt bestimmt werden könne. Gemäss Dr. D._ müsse ferner
eine psychiatrische und neuropsychologische Untersuchung durchgeführt werden, weil
eine Anosognosie vorliege, die das Medas-Gutachten nicht berücksichtigt habe. Mit
der Untersuchung sei festzustellen, ob unfallbedingte hirnorganische
Wesensveränderungen vorhanden und wie diese zu gewichten seien. Zudem sei die
Ermüdung im Verlauf des Tages aufzuzeigen.
B.b In der Beschwerdeantwort vom 28. Februar 2012 beantragte die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde und Bestätigung des angefochtenen
Entscheids. Eventuell sei die Medas Interlaken (insbesondere der Neurologe Dr. med.
C._) seitens des Gerichts mit den Einwänden von Dr. D._ zu konfrontieren und
aufzufordern, eine diesbezügliche Stellungnahme abzugeben. Zur Begründung verwies
sie auf die Darlegungen im angefochtenen Entscheid und führte unter anderem aus,
dass die von ihr im Rahmen der Invaliditätsbemessung angenommene Arbeitsfähigkeit
von 50% in leidensadaptierter Tätigkeit mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit erstellt sei. Alle anderslautenden Behauptungen des
Beschwerdeführers, welche auf dem Bericht von Dr. D._ basierten, seien
unzutreffend. Art und Umfang der neuropsychologischen Einschränkungen seien am 8.
Juni 2009 bereits durch die Klinik Valens erhoben worden. Bei der Medas-
Begutachtung seien alle weiteren, hirnorganisch bedingten Unfallfolgen mit
Untersuchungen vollständig erhoben und in die Zumutbarkeitsbeurteilung mit
einbezogen worden. Insgesamt seien beweismässige Weiterungen in jeder Hinsicht
obsolet. Die Behauptung von Dr. D._, beim Beschwerdeführer lägen eine
hirnorganisch bedingte Persönlichkeitsstörung und eine wahrscheinliche Anosognosie
vor, entspreche einer blossen Hypothese/Vermutung. Sollte das angerufene Gericht die
Beschwerde nicht bereits aufgrund der gegenwärtigen Aktenlage abweisen wollen, sei
eine Stellungnahme der Medas Interlaken (Eventualantrag) einzuholen.
B.c Mit Replik vom 16. März 2012 bestätigte der Beschwerdeführer seinen
Standpunkt. Zusätzlich stellte er den Eventualantrag, es sei durch einen unabhängigen
Experten ein Obergutachten zu erstellen. Weitere medizinische Abklärungen seien nicht
von der Medas Interlaken vorzunehmen, sondern von einer neutralen Expertenstelle.
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik.
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B.e Das Versicherungsgericht legte den Bericht von Dr. D._ vom 7. August 2011 der
Medas Interlaken am 8. September 2012 zur Stellungnahme vor (act. G 8). Die Medas-
Gutachter äusserten sich in der Folge mit Eingabe vom 18. September 2012 (act. G 9).
In der Stellungnahme vom 11. Oktober 2012 hielt der Beschwerdeführer an seinen
bisherigen Ausführungen fest (act. G 11).

Erwägungen:
1.
Streitig und zu prüfen ist vorliegend die Höhe der dem Beschwerdeführer ab 1. Januar
2011 zustehenden Invalidenrente (IV-Grad). Die Integritätsentschädigung blieb insofern
unangefochten als der Beschwerdeführer sich diesbezüglich in der
Beschwerdebegründung nicht äusserte (vgl. act. G 1). Hierauf ist dementsprechend
nicht einzugehen. Die Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen Entscheid die
rechtlichen Voraussetzungen der Bemessung von Invalidenrenten zutreffend dar
(Erwägung 1); darauf ist zu verweisen.
2.
2.1 Eine neuropsychologische Untersuchung des Beschwerdeführers in der Klinik
Valens ergab gemäss Bericht vom 19. August 2009 eine leichte Beeinträchtigung der
kognitiven Leistungsfähigkeit. Die Fahreignung (Kat. B) wurde bejaht (UV-act. 49).
Kreisarzt Dr. med. E._, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie, hielt im Bericht
betreffend ärztliche Abschlussuntersuchung vom 11. September 2009 unter anderem
fest, die bisherige Tätigkeit als Chauffeur sei dem Beschwerdeführer nicht mehr
zumutbar. Leichte bis mittelschwere Tätigkeiten (maximale Gewichtsbelastung 10-15
kg), die in Wechselbelastung und ohne längere Belastungen in vorgebeugter
Körperhaltung durchgeführt werden könnten, seien zumutbar. Weitere
Behandlungsmassnahmen seien nicht angezeigt. Als dauernde und erhebliche
Unfallrestfolgen lägen ein Status nach Sturzverletzung mit Berstungsfraktur des ersten
LWK, Fortsatzfrakturen des 12. BWK bis zum zweiten LWK, Schädelbasisfraktur,
Subduralhämatom und zweimaliger Spondylodeseoperation sowie eine verminderte
Belastbarkeit und Beweglichkeit der Wirbelsäule, ein rezidivierendes lumbales
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Schmerzsyndrom und ein leicht beeinträchtigtes kognitives Leistungsprofil vor (UV-
act. 51). Die Arbeitgeberin kündigte das Arbeitsverhältnis auf Ende November 2009
(UV-act. 53, 57). Am 6. Oktober 2009 legte der Kreisarzt den unfallbedingten
Integritätsschaden auf 40% (20% für die kognitive Beeinträchtigung und 20% für die
Wirbelsäulenproblematik) fest (UV-act. 60). Der Bericht der Klinik Valens betreffend die
Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) vom 18. Dezember 2009
bestätigte die Zumutbarkeit von leichten wechselbelastenden Tätigkeiten mit seltenen
horizontalen Gewichtsbelastungen bis 12.5 kg halbtags. Rotationen im Stehen,
Hockestellung, vorgeneigtes Stehen, wiederholte Kniebeugen und das Ziehen und
Stossen von Gewichten sollten nur selten vorkommen. Arbeiten über Schulterhöhe (mit
Hantieren von Gewichten von maximal 7.5 kg) seien maximal eine Stunde pro Tag
zumutbar. Zu vermeiden seien Arbeiten, die ein gutes Gleichgewicht erfordern würden.
Das Gehtempo sei leicht vermindert. Wegen des leicht beeinträchtigten kognitiven
Leistungsprofils empfehle sich ein praktischer Versuch der angepassten Tätigkeit, um
die Ausdauer und die Belastbarkeit zu evaluieren (UV-act. 69, 70).
2.2 Die Gutachter der Medas Interlaken GmbH diagnostizierten im Bericht vom
7. Februar 2011 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein chronifiziertes,
posttraumatisches thorako-lumbospondylogenes Syndrom bei Status nach dorsaler
und ventraler Stabilisierung einer Berstungsfraktur LWK1 im August 2008, eine
Dekonditionierung der hüftzentrierten Muskulatur beidseits sowie ein residuelles
ataktisches Syndrom und leichtgradige neuropsychologische Einschränkungen bei
Status nach Schädelhirntrauma. In der klinisch-neurologischen Untersuchung hätten
sich eine Anosmie, eine Gangunsicherheit und Unsicherheit der Extremitäten
linksbetont sowie ein Taubheitsgefühl über der linken Flanke ergeben. Die Hirnver
letzung und die Fraktur des thorakalen Übergangs seien auf den Unfall vom 25. August
2008 zurückzuführen. Die Arbeitsfähigkeit bestehe in zeitlicher und leistungsmässiger
Hinsicht im Rahmen eines halben Pensums für einfache Arbeiten ohne Heben von
Lasten über 10kg und mit der Möglichkeit von Positionswechseln und Ruhepausen.
Der Integritätsschaden betrage gemäss Suva-Tabellen bezüglich Gedächtnis und
Konzentrationsfähigkeit 20%, bezüglich des Verlustes des Geruchsinns 15% und für
die schmerzhafte Funktionseinschränkung der Wirbelsäule 50%. Unfallfremd seien das
subacromiale Impingement der linken Schulter und die Bizepstendinitis (UV-act. 89).
Kreisarzt Dr. E._ stimmte der Medas-Beurteilung am 2. März 2011 zu und legte den
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Integritätsschaden auf 65% fest (UV-act. 90f). In der ärztlichen Beurteilung vom
7. August 2011 legte Dr. D._ unter anderem dar, es bestehe eine hirnorganische
Persönlichkeitsstörung aufgrund der bifrontalen Hirnkontusionen mit einer
wahrscheinlichen Anosognosie. Die Anosognosie sei im Medas-Gutachten nicht
berücksichtigt worden. Ein bidisziplinäres Gutachten (neurologisch und orthopädisch)
entspreche nicht den festgestellten Defiziten. Da eine hirnorganische
Persönlichkeitsstörung vorliege, müsse zwangsläufig eine psychiatrische
Mitbegutachtung erfolgen. Auch sei eine (weitere) neuropsychologische Beurteilung
sinnvoll. Sodann fehle eine MRI-tomographische Abklärung des Gehirns. In
orthopädischer Hinsicht würden sich die Medas-Gutachter mit den Befunden und
Schlüssen anlässlich der EFL-Untersuchung vom Dezember 2009 in der Klinik Valens
einig erklären, anderseits jedoch eine Tätigkeit im zeitlichen Rahmen von 100% zu 50%
als zumutbar erachten. Das EFL-Zumutbarkeitsprofil habe sich jedoch auf vier Stunden
pro Tag (halbtags) beschränkt. Ein ganztägiger Einsatz sei kontraindiziert. Zu
berücksichtigen seien auch die Verlangsamung und der beidseitige Tinnitus. Es sei ein
MRI des Neurocraniums und ein erweitertes interdisziplinäres Gutachten zu
veranlassen (UV-act. 107). Im Rahmen des hängigen Einspracheverfahrens nahm
Kreisarzt Dr. E._ am 6. Oktober 2011 zum Bericht Dr. D._ dahingehend Stellung,
dass sich in der Zeit zwischen der EFL-Beurteilung vom Dezember 2009 und der
Medas-Begutachtung vom Februar 2011 eine Verbesserung der psychischen
Leistungsfähigkeit ergeben habe. Es sei nicht wahrscheinlich, dass sich die
neuropsychologische Leistungsfähigkeit weiter verbessert habe. Die Durchführung
eines MRI des Neurocraniums werde, bei geringgradigen Funktionsbeeinträchtigungen
der Hirnleistung, keine weiterführenden Auskünfte ergeben. Bei der Stellungnahme von
Dr. D._ handle es sich um eine Aktenbeurteilung; dies im Gegensatz zum Medas-
Gutachten, welches auf der aktenmässigen Vorgeschichte und dem aktuellen
klinischen Befund basiere (UV-act. 108).
3.
3.1 Aufgrund der geschilderten medizinischen Akten ist mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die bisherige Tätigkeit als
Lastwagenchauffeur vom Beschwerdeführer nicht mehr ausgeübt werden kann.
Während der Medas-Neurologe im Gutachten vom 7. Februar 2011 festhielt, dass eine
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adaptierte Tätigkeit mit einer maximal 50%igen Leistung verteilt auf 100% Zeit
zumutbar sei (UV-act. 89 S. 32 oben), erkannten die Medas-Gutachter aus
interdisziplinärer (neurologisch/orthopädischer) Sicht, dass die Arbeitsfähigkeit etwa ein
halbes Pensum betrage, sei es in zeitlicher, sei es in leistungsmässiger Hinsicht.
Insofern werde die Einschätzung, die sich aus der EFL-Abklärung im Dezember 2009
ergeben habe, geteilt (UV-act. 89 S. 30f). Entgegen der von Dr. D._ geäusserten
Auffassung weichen somit die Beurteilungen der Medas und der EFL-Abklärung der
Klinik Valens - letztere hatte die Zumutbarkeit einer leichten wechselbelastenden
Tätigkeit "halbtags, d.h. 4 Stunden täglich" ergeben (IV-act. 69/3) im Ergebnis nicht
voneinander ab. Die Zumutbarkeitsbeurteilungen der Medas beziehen sich auf die Zeit
des effektiven Tätigseins und schliessen einen allfälligen gesundheitsbedingten
Pausenbedarf ausserhalb derselben mit entsprechend längerer Anwesenheit am
Arbeitsplatz nicht aus. In der Stellungnahme vom 18. September 2012 wiesen die
Medas-Gutachter im Weiteren darauf hin, dass die EFL nur Teil einer integrativen
Leistungsbeurteilung sein könne. Ihre Aussagekraft werde begrenzt durch subjektive
Faktoren seitens des Untersuchten (Selbsteinschätzung, Leistungsmotivation,
Tagesform) und solche seitens des Untersuchers (Differenzierng medizinischer und
nichtmedizinischer Faktoren, Übertragbarkeit Testsituation/Alltag-Arbeitsleben). Die
EFL sei zu ergänzen durch medizinische Längsschnittbeurteilungen und Validierung
durch verschiedene Fachgebiete. Konkret habe die eingeschränkte Leistungsfähigkeit
aus körperlichen und neurologischen (hirnorganischen) Gründen, übereinstimmend mit
der EFL, zur Beurteilung einer Restarbeitsfähigkeit von 50% geführt. Der Hinweis des
Beschwerdeführers auf eine subjektive Erschöpfung nach drei Stunden körperlicher
Arbeit beziehe sich, wie auch Dr. D._ selbst anmerke (vgl. act. G 1.1 S. 2 unten), auf
eine nicht behinderungsangepasste Tätigkeit (act. G 9).
Der neurologische Teilgutachter der Medas war sodann zum Schluss gelangt, dass die
aktuellen Befunde leicht von früher beschriebenen Befunden abweichen würden; dies
sei mit dem natürlichen Krankheitsverlauf erklärbar. Aus den (aktuellen und früheren)
Untersuchungsbefunden sei eine Schädigung des zentralen Nervensystems erkennbar.
Eine erneute neuropsychologische Untersuchung sei nicht durchgeführt worden (UV-
act. 89/25). Hätte für letztere oder für eine "MRI-tomographische Abklärung des
Gehirns" (Bericht Dr. D._; act. G 1.1 S. 3 Mitte) ein Anlass bestanden, wäre die
Untersuchung vom Gutachter überwiegend wahrscheinlich auch veranlasst worden;
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dies war jedoch - bei Fehlen von Hinweisen auf eine entsprechende Verschlechterung -
nicht der Fall. In diesem Sinn äusserte sich auch der Kreisarzt. In der Stellungnahme
vom 18. September 2012 bestätigten die Medas-Gutachter, dass ein zusätzliches MRI
keine im Einzelfall verwertbare Zusatzinformationen bringen würde, da die Korrelation
von Schädigung mit dem klinischen Bild - welches für die Beurteilung des
Leistungsvermögens relevant sei - schlecht sei. Die 2009 durchgeführte
neuropsychologische Untersuchung habe einen Endzustand beschrieben; eine
Verschlechterung bis zum Begutachtungszeitpunkt sei unwahrscheinlich; eine
Verbesserung sei eher möglich, aber klinisch nicht aufgefallen (act. G 9). Dr. D._, der
sich (ohne Vornahme von Untersuchungen) in einer Aktenbeurteilung äusserte, verfügt
von seiner Ausrichtung her (Facharzt für Chirurgie) nicht über die Befähigung, zu
neurologischen und neuropsychologischen Aspekten Stellung nehmen zu können. Ein
konkreter Anlass für weitere Abklärungen in diesen Bereichen lässt sich mit seinen
Darlegungen nicht begründen.
Der Chirurge Dr. D._ bescheinigte neu eine hirnorganische Persönlichkeitsstörung
mit einer wahrscheinlichen Anosognosie und begründete dies einzig mit dem Hinweis
auf die aus den Akten, insbesondere auch aus dem Medas-Gutachten (UV-act. 89/24
oben) ersichtliche Wesensveränderung des Beschwerdeführers (UV-act. 107/4). Dazu
ist festzuhalten, dass sich eine eigentliche Persönlichkeitsstörung weder dem Medas-
Gutachten noch den früheren Akten entnehmen lässt. Im Austrittsbericht des
Kantonsspitals vom 15. September 2008 wurde eine hirnorganische Schädigung des
Frontalhirns und eine teilweise zeitliche und örtliche Desorientierung vermerkt (UV-act.
11 S. 2). Allein hieraus lässt sich jedoch keine Persönlichkeitsstörung ableiten.
Konkrete Anhaltspunkte hierfür sind auch dem neuropsychologischen
Untersuchungsbericht der Klinik Valens vom 19. August 2009 nicht zu entnehmen (UV-
act. 49). Die Medas-Gutachter hielten (als Konsens-Beurteilung) fest, dass es beim
Schädelhirntrauma zu einer Frontalhirnkontusion und -blutung gekommen sei und dies
zu einem passageren organischen Psychosyndrom geführt habe. Eine Besserung habe
sich während/nach der Rehabilitation in der Klinik Valens bis Oktober 2008 ergeben. In
psychischer Hinsicht bestünden keine Beschwerden. Der Beschwerdeführer habe sich
"mit den Schmerzen abgefunden". Soziale Kontakte seien ihm wichtig. Im Ausdruck
habe er "etwas verlangsamt und teilweise schwerbesinnlich gewirkt" (UV-act. 89/26f).
Die Medas-Gutachter bezogen somit neben den leichten kognitiven Störungen und der
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leichten Antriebsminderung sowohl die unfallbedingte Verlangsamung als auch die
aktenkundige Wesensveränderung des Beschwerdeführers (vgl. UV-act. 89/24 oben) in
ihre Beurteilung mit ein (UV-act. 89/30). In psychischer Hinsicht zeigten sich anlässlich
der Begutachtung keine Auffälligkeiten, welche eine fachpsychiatrische
Teilbegutachtung erfordert hätten (vgl. UV-act. 89/18, 89/19, 89/27). Ein Grund für die
Annahme einer Unvollständigkeit des Medas-Gutachtens ist dementsprechend nicht
ersichtlich. Für die von Dr. D._ gestellte Diagnose einer hirnorganischen
Persönlichkeitsstörung mit wahrscheinlicher Anosognosie fehlt es angesichts der
geschilderten Gegebenheiten an zureichenden Anhaltspunkten (vgl. auch Medas-
Stellungnahme vom 18. September 2012; act. G 9), weshalb sich auch weitere
diesbezügliche Abklärungen nicht rechtfertigen. Vor dem geschilderten medizinischen
Hintergrund erscheint die von den Medas-Gutachtern bestätigte und schlüssig
begründete Einschätzung ausgewiesen, gemäss welcher aus Unfallgründen eine
50%ige Arbeitsfähigkeit bestand.
3.2 Zu prüfen sind die der Invaliditätsbemessung zugrunde liegenden
Vergleichseinkommen (Art. 16 ATSG). Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des Rentenbeginns nach dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit im Gesundheitsfall tatsächlich
verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, der Teuerung und der
realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft; dies in der
Annahme, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden
wäre (BGE 129 V 224, E. 4.3.1 mit Hinweisen). Zusätzliche Einkommensbestandteile
sind bei der Bemessung des Valideneinkommens zu berücksichtigen, wenn es sich um
Entgelt mit Lohncharakter handelt (RKUV 1989 Nr. U 69 S. 180 E. 2c; vgl. auch RKUV
2000 Nr. U 400 S. 383 E. 2c sowie AHI 2002 S. 157 E. 3b).
3.2.1 Zur Festlegung des Valideneinkommens 2010 von Fr. 60'700.-- ging die
Beschwerdegegnerin von den Angaben der früheren Arbeitgeberin aus. Diese meldete
den Grundlohn pro Monat (13x) mit Fr. 4'300.-- sowie eine Erfolgsprämie von (12x) Fr.
400.-- pro Monat (UV-act. 80). Vom hieraus resultierenden, unbestritten gebliebenen
Betrag von Fr. 60'700.-- ist nachstehend auszugehen.
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3.2.2 Das Invalideneinkommen ist unbestrittenermassen anhand von
Tabellenlöhnen zu bemessen. Aus der LSE 2008 TA 1 Niveau 4 ist für Männer ein
durchschnittliches Monatssalär von Fr. 4'806.-- ersichtlich. Das hieraus errechnete
Jahressalär von Fr. 57'672.-- basiert auf 40 Wochenstunden und ist auf die
betriebsübliche durchschnittliche Arbeitszeit 2010, d.h. auf 41.6 Stunden,
aufzurechnen, woraus sich ein Betrag von Fr. 59'979.-- ergibt. Im Jahr 2009 stiegen die
Nominallöhne um 2.1% und 2010 um 0.8%, woraus für dieses Jahr ein Betrag von Fr.
61'728.-- resultiert. Unter Berücksichtigung des zumutbaren 50%-Pensums ergibt sich
ein Betrag von Fr. 30'864.--. Es ist angesichts des dargelegten Zumutbarkeitsprofils für
eine teilzeitliche Arbeit (vgl. UV-act. 90/1) davon auszugehen, dass der
Beschwerdeführer seine teilweise Erwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen
Arbeitsmarkt wegen unfallbedingter Einschränkungen lediglich mit
unterdurchschnittlichem Erfolg verwerten kann und auch im Rahmen einer von den
Ärzten als geeignet erachteten Tätigkeit in der Leistungsfähigkeit eingeschränkt sein
dürfte. Als (invaliditätsfremde) Gegebenheit ist sodann das Alter des
Beschwerdeführers zu berücksichtigen. Auf dem in Betracht kommenden Arbeitsmarkt
dürften deswegen einige Schwierigkeiten bestanden haben, eine Arbeitsstelle zu
finden. Im Fall einer Anstellung wäre dabei auch mit einer Lohneinbusse zu rechnen
gewesen. Es erscheint gerechtfertigt, diesen Umständen (Teilzeit, Einschränkung, Alter)
insgesamt mit einem Abzug von 15% Rechnung zu tragen. Das Invalideneinkommen
beläuft sich somit auf Fr. 26'234.--. Die Gegenüberstellung dieses Betrags mit dem
Valideneinkommen von Fr. 60'700.-- ergibt eine Erwerbsunfähigkeit von 57%
(gerundet; BGE 130 V 122 E. 3.2), wie sie im angefochtenen Entscheid errechnet
wurde.
4.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des
Einspracheentscheids vom 15. Dezember 2011 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine
zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP
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