Decision ID: c406df6d-20bd-56a3-a636-bc70b3dd6580
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. X._, geboren _1985, von Kosovo, heiratete am 1. Juli 2013 in Kosovo den in der
Schweiz niedergelassenen Landsmann Y._. Am 13. August 2013 reiste sie im Rahmen
des Familiennachzugs in die Schweiz ein. Ihr wurde eine bis 12. August 2014 gültige
Jahresaufenthaltsbewilligung gewährt (Vorakten Migrationsamt X._, nachfolgend
Dossier X._, S. 13). Die Ehe blieb kinderlos.
B. Über die Fachstelle Zwangsheirat erging am 30. Dezember 2013 eine anonyme
Meldung an das Migrationsamt, dass das Ehepaar X._/Y._ zwangsverheiratet worden
sei (Vorakten Migrationsamt Y._, nachfolgend Dossier Y._, S. 89 f.). Das
Migrationsamt führte daraufhin am 11. März 2014 eine Besprechung mit Y._ durch.
Dieser erklärte, die Ehe sei von den beiden Familien im Kosovo arrangiert worden. Er
habe seine Ehefrau kaum gekannt. Die Ehe funktioniere nicht und seine Ehefrau habe
ihn nur wegen der Aufenthaltsbewilligung geheiratet. Das Migrationsamt stellte fest,
dass es sich gemäss den Aussagen um keine Zwangsheirat handle, wohl aber um eine
arrangierte Ehe durch die Eltern.
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C. Y._ wurde mit Strafbefehl des Untersuchungsamtes St. Gallen vom 7. April 2014
wegen einer Tätlichkeit gegen seine Ehefrau zu einer Busse von CHF 600 verurteilt (vgl.
Dossier X._ S. 29).
D. Mit Schreiben vom 14. April 2014 informierte Y._ das Migrationsamt darüber, dass
X._ seit dem 21. März 2014 nicht mehr im gleichen Haushalt mit ihm lebe und er nicht
wisse, wo sie sei. Am 3. Juni 2014 reichte er dem Migrationsamt ein weiteres
Schreiben mit Ergänzungen ein. Darin beschrieb er insbesondere, dass er sich am
21. März 2014 endgültig von seiner Frau getrennt habe und der Ehewille erloschen sei
(vgl. Dossier X._ S. 32 f.).
E. X._ meldete sich am 11. Juni 2014 in St. Gallen an und stellte ein Gesuch um
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung.
F. Das Migrationsamt hat mit Schreiben vom 16. Juni 2014 X._ die Nichtverlängerung
der Aufenthaltsbewilligung wegen Wegfall der ehelichen Gemeinschaft in Aussicht
gestellt und ihr das rechtliche Gehör gewährt. X._ reichte am 1. Juli 2014 eine
Stellungnahme ein. Sie machte darin geltend, ihr Ehemann habe sie während der Ehe
psychisch und physisch misshandelt. Sie habe Angst vor ihm. Sie leide unter
Panikgefühlen und habe während eines Frauenhausaufenthalts psychiatrische Hilfe
benötigt, auch würde sie die Hilfe einer Psychiaterin weiterhin in Anspruch nehmen.
Weiter wäre eine Rückkehr in den Kosovo mit Gefahren für sie verbunden, da ihre
Familie und insbesondere ihr Vater nicht hinter ihr stünden.
G. Am 2. Juli 2014 erging ein Entscheid des Kreisgerichts ._ betreffend
Eheschutzmassnahmen. Darin wurde insbesondere festgestellt, dass die Eheleute X._
und Y._ seit dem 21. März 2014 getrennt lebten, und der Ehemann wurde zu
monatlichen Unterhaltsbeiträgen von CHF 600 verpflichtet.
H. Das Migrationsamt meldete am 7. November 2014 dem Untersuchungsamt St.
Gallen die von X._ geschilderten Gewaltvorwürfe gegen ihren Ehemann zur weiteren
Untersuchung. Mit Entscheid vom 20. Januar 2016 wurde das Strafverfahren gegen
Y._ wegen einfacher Körperverletzung, Tätlichkeiten, Freiheitsberaubung, mehrfacher
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sexueller Nötigung und Vergewaltigung wegen mangelnder Beweislage
beziehungsweise nicht erfüllten Tatbestands eingestellt.
I. Mit Schreiben vom 30. März 2016 teilte das Migrationsamt X._ seine Absicht mit, die
Aufenthaltsbewilligung nicht zu verlängern und gab ihr die Möglichkeit einer zweiten
Stellungnahme (vgl. Dossier X._ S. 225 ff.). X._ reichte am 28. April 2016 eine
Stellungnahme durch ihren Rechtsvertreter ein. Darin stellt sie sich insbesondere auf
den Standpunkt, dass ihr die Aufenthaltsbewilligung aufgrund eines nachehelichen
Härtefalls zu verlängern sei.
J. Mit Verfügung vom 10. Juni 2016 gewährte das Migrationsamt die Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung von X._ nicht und verfügte die Wegweisung aus der Schweiz
(Dossier X._ S. 249). Dagegen rekurrierte X._ am 27. Juni 2016 beim Sicherheits- und
Justizdepartement und beantragte die Verlängerung ihrer Aufenthaltsbewilligung
(Dossier X._ S. 285).
K. Gegen X._ stand der Vorwurf der Vermittlung einer Scheinehe im Raum. Die
Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland stellte das Verfahren mit Verfügung vom
7. April 2017 ein.
L. Mit Entscheid vom 6. Dezember 2018 wies das Sicherheits- und Justizdepartement
den Rekurs gegen den Entscheid des Migrationsamtes ab.
M. X._ (Beschwerdeführerin) erhob gegen den am 6. Dezember 2018 versandten
Entscheid des Sicherheits- und Justizdepartements (Vorinstanz) durch ihren
Rechtsvertreter mit Eingabe von 7. Januar 2019 Beschwerde beim Verwaltungsgericht
mit dem Begehren, unter Kosten- und Entschädigungsfolge sei der angefochtene
Entscheid aufzuheben. Das Migrationsamt sei anzuweisen, die Aufenthaltsbewilligung
der Beschwerdeführerin zu verlängern. Der Beschwerdeführerin sei die unentgeltliche
Rechtspflege und Rechtsverbeiständung zu gewähren.
Der Abteilungspräsident des Verwaltungsgerichts teilte dem Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 8. Januar 2019 mit, dass über das Gesuch um
unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung mit der Hauptsache
entschieden werde. Die Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 17. Januar
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2019 die Abweisung der Beschwerde und verwies zur Begründung auf die Erwägungen
im angefochtenen Entscheid.
Auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid und die Ausführungen der
Beschwerdeführerin zur Begründung ihrer Anträge sowie die Akten wird, soweit
wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. (...).
2. Die Beschwerdeführerin wirft der Vorinstanz vor, sie habe das rechtliche Gehör
verletzt, indem sie aufgrund ihrer Zweifel an der Gefährdung der Wiedereingliederung
im Herkunftsland ein von der Beschwerdeführerin beantragtes Gutachten von
Länderexperten zu dieser Frage nicht eingeholt habe. Gleichzeitig beantragt die
Beschwerdeführerin die Abnahme desselben im vorliegenden Beschwerdeverfahren.
Zudem hätte die Vorinstanz das Schreiben von Z._, dem Ortsteilvorsitzenden von A._
(Kosovo), vom 22. Juni 2016 mitberücksichtigen sollen.
2.1. Gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen
Eidgenossenschaft (SR 101, BV) haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör.
Aus diesem Anspruch leitet das Bundesgericht in ständiger Rechtsprechung die Pflicht
der Behörde ab, ihre Verfügungen und Entscheide zu begründen (vgl. statt vieler BGE
141 I 60 E. 3.3, 133 III 439 E. 3.3). Als persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht
verlangt dieser Grundsatz, dass die Behörde die Vorbringen des vom Entscheid oder
der Verfügung in seiner Rechtsstellung Betroffenen auch tatsächlich hört, sorgfältig
und ernsthaft prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt (vgl. G. Steinmann, in:
Ehrenzeller/Schindler/Schweizer/Vallender [Hrsg.], Die schweizerische
Bundesverfassung, 3. Aufl. 2014, N 49 zu Art. 29 BV). Dabei ist es nicht erforderlich,
dass sie sich mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes
einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Vielmehr kann sie sich auf die für den
Entscheid wesentlichen Punkte beschränken (BGE 136 I 229 E. 5.2, 134 I 83 E. 4.1;
VerwGE B 2018/208 vom 24. Januar 2019 E. 2.1, www.gerichte.sg.ch).
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2.2. Die Vorinstanz führt in ihrem Entscheid aus, dass die Bescheinigung des
Ortsteilvorsitzenden vom 22. Juni 2016 nicht massgeblich sei, da dort auch ausgeführt
werde, dass die Beschwerdeführerin vom Familienstamm verbannt worden sei, weil sie
ohne Zustimmung und Respekt der Eltern geheiratet habe. Dies treffe jedoch gemäss
den übereinstimmenden Äusserungen der Ehegatten und den Akten nicht zu
(angefochtener Entscheid S. 12-13). Die Vorinstanz hat somit das Schreiben vom
22. Juni 2016 zwar beachtet, es mass ihm aber keine ausschlaggebende Bedeutung
zu. Der Vorinstanz kann damit nicht vorgeworfen werden, sie habe das Schreiben nicht
berücksichtigt. Die Beschwerdeführerin vermag auch nicht weiter aufzuzeigen,
inwieweit die Vorinstanz diesbezüglich das rechtliche Gehör verletzt habe. Die Rüge,
die Vorinstanz habe in diesem Punkt das rechtliche Gehör verletzt, erweist sich
dementsprechend als unbegründet.
2.3. Weiter umfasst der Anspruch auf das rechtliche Gehör das Recht, am
Beweisverfahren teilzunehmen; formrichtig angebotene Beweisanträge sind zu prüfen
und zu berücksichtigen (vgl. Steinmann, a.a.O., N 48 zu Art. 29 BV). Umgekehrt folgt
daraus, dass keine Verletzung des rechtlichen Gehörs vorliegt, wenn eine Behörde auf
die Abnahme beantragter Beweismittel verzichtet, weil sie auf Grund der bereits
abgenommenen Beweise ihre Überzeugung gebildet hat und ohne Willkür in
vorweggenommener (antizipierter) Beweiswürdigung annehmen kann, dass ihre
Überzeugung durch weitere Beweiserhebungen nicht geändert würde (vgl. BGE 141 I
60 E. 3.3 mit Hinweis auf BGE 136 I 229 E. 5.3 und Waldmann/Bickel, in: Waldmann/
Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar Verwaltungsverfahrensgesetz, 2. Aufl. 2016,
N 88 zu Art. 29 BV, sowie Steinmann, a.a.O., N 48 zu Art. 29 BV). Aus dem Anspruch
auf rechtliches Gehör ergibt sich überdies kein generelles Recht auf die Einholung
eines externen Gutachtens. Der Beizug externer Fachpersonen kommt nur in Betracht,
wenn das erforderliche Fachwissen nicht innerhalb der entscheidenden Behörde
vorhanden ist. Sind die zu behandelnden Fragen für Personen mit einer bestimmten
fachtechnischen Grundausbildung allgemein verständlich, bedarf es auch nicht des
Beizugs einer spezifisch in einem engen Fachgebiet ausgebildeten und tätigen Person
(vgl. Entscheid des Verwaltungsgerichts Zürich VB.2013.00580 vom 5. Februar 2014
E. 2.1.2).
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2.4. Die Vorinstanz stellte sich in Erwägung 5c des angefochtenen Entscheides (S. 13)
auf den Standpunkt, auf eine Länderexpertise könne verzichtet werden, da der
Beschwerdeführerin Möglichkeiten offen stünden, sich unter anderem an einem
anderen Ort als bei den Eltern niederzulassen. Dem kann nichts beigefügt werden. Zu
ergänzen ist allenfalls, dass sich die von der Beschwerdeführerin beanstandeten
Punkte aus den vorliegenden Verfahrensakten ergeben. Insbesondere wurden die
Reintegrationsmöglichkeiten geschiedener Frauen im Kosovo bereits in anderen
Verfahren in allgemeiner Weise abgeklärt und sind gerichtsnotorisch. Die Vorinstanz
durfte sich auf dieses vorhandene Wissen in ihrem Entscheid stützen. Eine unzulässige
antizipierte Beweiswürdigung liegt demnach nicht vor. Aus denselben Gründen kann
auch im vorliegenden Beschwerdeverfahren auf das Einholen eines Gutachtens von
Länderexperten verzichtet werden.
3. Ausländischen Ehegatten von Personen mit Niederlassungsbewilligung kann eine
Aufenthaltsbewilligung erteilt werden, wenn sie unter anderem mit diesen
zusammenwohnen (Art. 43 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen
und Ausländer und über die Integration [Ausländer- und Integrationsgesetz; SR 142.20,
AIG]). Das Erfordernis des Zusammenwohnens nach Art. 42-44 AIG besteht nicht,
wenn für getrennte Wohnorte wichtige Gründe geltend gemacht werden und die
Familiengemeinschaft weiterbesteht. Nach Auflösung der Ehe oder der
Familiengemeinschaft besteht der Anspruch des Ehegatten und der Kinder auf
Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung nach den Artikeln 42 und 43
weiter, wenn die Ehegemeinschaft mindestens drei Jahre bestanden hat und die
Integrationskriterien nach Artikel 58a erfüllt sind (Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG) oder wichtige
persönliche Gründe einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen
(Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG; Art. 77 Abs. 1 lit. a und b Verordnung über Zulassung,
Aufenthalt und Erwerbstätigkeit; SR 142.201, VZAE). Der Gesetzgeber wollte damit die
nachgezogenen ausländischen Ehegatten vor dem Dilemma bewahren, entweder in
einer unzumutbaren ehelichen Gemeinschaft zu verbleiben oder alleine in ein
gesellschaftliches Umfeld zurückzukehren, wo sie wegen ihrer Trennung oder
Scheidung möglicherweise geächtet werden. Ausser in den Fällen wichtiger
persönlicher Gründe (das heisst nachehelichen Härtefällen im Sinne von Art. 50 Abs. 1
lit. b AIG) soll dafür aber eine kürzere als dreijährige Ehedauer nicht genügen (VerwGE
B 2016/210 vom 27. Juni 2018 E. 2.2, www.gerichte.sg.ch).
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Die Beschwerdeführerin lebt unbestrittenermassen seit dem 21. März 2014 nicht mehr
im selben Haushalt wie ihr Ehemann (vgl. Entscheid Eheschutzmassnahmen, Dossier
X._ S. 49 ff.). Der Ehewille ist jedenfalls seitens des Ehemannes mit der Trennung am
21. März 2014 endgültig erloschen (Dossier X._ S. 32 f.). Bei der Beschwerdeführerin
kann angenommen werden, dass der Ehewille spätestens mit der Einreichung des
Gesuches um Eheschutz am 23. April 2014 und der darin beantragten Feststellung des
Getrenntlebens erloschen ist. Dementsprechend hat die Ehegemeinschaft die Dauer
von drei Jahren, welche Voraussetzung für den Anspruch der Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung gestützt auf Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG ist, nicht erreicht.
4.
4.1. Die Beschwerdeführerin beruft sich denn auch nicht auf diesen Anspruch, sondern
auf den nachehelichen Härtefall gemäss Art. 50 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 AIG. Wichtige
persönliche Gründe nach Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG können namentlich vorliegen, wenn
die Ehegattin oder der Ehegatte Opfer ehelicher Gewalt wurde oder die Ehe nicht aus
freiem Willen geschlossen hat oder die soziale Wiedereingliederung im Herkunftsland
stark gefährdet erscheint (Art. 50 Abs. 2 AIG; Art. 77 Abs. 2 VZAE; BGE 137 II 345
E. 3.2.2). Bei der Beurteilung der "wichtigen persönlichen Gründe" sind in der Folge
aber sämtliche Umstände des Einzelfalles in einer Gesamtbetrachtung mit zu
berücksichtigen (VerwGE B 2018/95 vom 27. September 2018
E. 2.2.2, www.gerichte.sg.ch).
So können die eheliche Gewalt einerseits und die starke Gefährdung der sozialen
Wiedereingliederung im Herkunftsland anderseits praxisgemäss je für sich allein einen
wichtigen persönlichen Grund im Sinne von Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG darstellen; dies
schliesst indessen nicht aus, im Einzelfall beide Elemente zu berücksichtigen und den
Härtefall auch zu bejahen, wenn diese je für sich selber hierzu nicht genügen würden,
ihre Kombination aber wertungsmässig einem wichtigen persönlichen Grund im Sinn
von Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG gleichkommt (vgl. BGE 138 II 229 E. 3.2.2).
Nach der Rechtsprechung ist im Rahmen von Art. 50 Abs. 1 lit. b in Verbindung mit
Art. 50 Abs. 2 AIG jede Form ehelicher beziehungsweise häuslicher Gewalt, sei sie
körperlicher oder psychischer Natur, ernst zu nehmen. Eheliche Gewalt liegt
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insbesondere dann vor, wenn Personen innerhalb einer bestehenden oder aufgelösten
ehelichen Beziehung psychische, physische oder sexuelle Gewalt ausüben oder
androhen (vgl. M. Caroni, in: Caroni/Gächter/Thurnherr (Hrsg.), Bundesgesetz über die
Ausländerinnen und Ausländer, Handkommentar, Bern 2010, N 32 zu Art. 50 AuG).
Gemäss Bundesgericht bedeutet häusliche Gewalt systematische Misshandlung mit
dem Ziel, Macht und Kontrolle auszuüben und nicht eine einmalige Ohrfeige oder eine
verbale Beschimpfung im Verlauf eines eskalierenden Streits. Ein Anspruch nach
Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG wird auch nicht bereits durch eine einmalige tätliche
Auseinandersetzung begründet, in deren Folge der Ausländer in psychischem
Ausnahmezustand und mit mehreren Kratzspuren im Gesicht einen Arzt aufsucht,
zumal wenn anschliessend eine Wiederannäherung der Eheleute stattfindet. Das
Gleiche gilt, wenn der Ehepartner den Ausländer nach einem Streit aus der Wohnung
weist, ohne dass das Opfer körperliche oder psychische Schäden erleidet. Indessen
begründet nicht jede unglückliche, belastende und nicht den eigenen Vorstellungen
entsprechende Entwicklung einer Beziehung einen nachehelichen Härtefall und damit
ein weiteres Anwesenheitsrecht in der Schweiz. Die physische oder psychische
Zwangsausübung und deren Auswirkungen müssen vielmehr von einer gewissen
Konstanz beziehungsweise Intensität sein, so dass von der betroffenen Person bei
Berücksichtigung sämtlicher Umstände vernünftigerweise nicht erwartet werden kann,
dass sie einzig aus bewilligungsrechtlichen Gründen die Ehe aufrechterhält und in einer
ihre Menschenwürde und Persönlichkeit verneinenden Beziehung verharrt. Eine
glaubhaft gemachte oppressionsbedingte Aufhebung der Hausgemeinschaft soll für die
betroffene Person keine ausländerrechtlichen Nachteile zur Folge haben, wenn sie
durch das Zusammenleben in ihrer Persönlichkeit ernsthaft gefährdet wäre und ihr eine
Fortführung der ehelichen Gemeinschaft bei objektiver Betrachtungsweise nicht mehr
zugemutet werden kann. Diesem Leitgedanken ist insbesondere in der Hinsicht
Rechnung zu tragen, als dass der Staat gegenüber dem beeinträchtigten Gatten keine
unzumutbar hohen Anforderungen an einen möglichen Verbleib im Land stellen darf. Es
handelt sich hierbei um einen Ausfluss der sich aus dem Verfassungs- und
Konventionsrecht ergebenden staatlichen Schutzpflichten (Art. 7 und Art. 35 Abs. 1
und 3 BV sowie Art. 3 [Schutz vor unwürdiger, erniedrigender Behandlung] und Art. 8
[Schutz des Privatlebens: Freie Gestaltung der Lebensführung] der Europäischen
Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten, SR 0.101, EMRK;
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vgl. BGE 138 II 229 E. 3.2.1 f. mit weiteren Hinweisen zu Rechtsprechung und Literatur;
Caroni, a.a.O., N 34 zu Art. 50 AuG).
Da eheliche Gewalt in den wenigsten Fällen direkt bewiesen werden kann, obliegt der
ausländischen Person bei den Feststellungen des entsprechenden Sachverhalts eine
weitreichende Mitwirkungspflicht (vgl. Art. 90 AIG; BGE 138 II 229 E. 3.2.3). Nach der
Praxis wird nicht der direkte Beweis für das Vorliegen anspruchsbegründender
ehelicher Gewalt im Sinn von Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG verlangt. Vielmehr genügt es,
wenn die ausländische Person diese in geeigneter Weise glaubhaft macht (vgl. BGer
2C_765/2013 vom 2. Juni 2014 E. 4.3 mit Hinweisen). Als Hinweise für eheliche Gewalt
gelten nach Art. 77 Abs. 6 VZAE insbesondere Arztzeugnisse, Polizeirapporte,
Strafanzeigen, Massnahmen im Sinne von Art. 28b des Schweizerischen
Zivilgesetzbuches (SR 210, ZGB; Klagen zum Schutz gegen Gewalt, Drohung oder
Nachstellung) und entsprechende strafrechtliche Verurteilungen.
Die Aufzählung der wichtigen Gründe in Art. 50 Abs. 2 AIG ist überdies nicht
abschliessend. Ein wichtiger persönlicher Grund kann sich deshalb auch aus anderen
Umständen oder Aspekten im In- oder Heimatland der betroffenen Person ergeben. Die
in Art. 31 Abs. 1 VZAE erwähnten Gesichtspunkte können bei der entsprechenden
Wertung eine Rolle spielen, auch wenn sie einzeln betrachtet grundsätzlich noch
keinen Härtefall begründen, so etwa der Grad der Integration, die Respektierung der
Rechtsordnung, die Familienverhältnisse, die finanziellen Umstände, die Dauer der
Anwesenheit oder der Gesundheitszustand des Betroffenen und seiner Familie. Da es
im Rahmen von Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG um nacheheliche Härtefälle geht, das heisst an
die ursprünglich aus der Ehe abgeleitete Bewilligung angeknüpft wird, sind auch die
Umstände, die zum Abschluss beziehungsweise zur Auflösung der Ehe geführt haben,
von Bedeutung (BGE 137 II 345 E. 3.2.3).
4.2. Die Vorinstanz ist der Ansicht, dass kein Grund für die Annahme eines
nachehelichen Härtefalls vorliege. Sie führt dazu aus, dass aufgrund der Akten
angenommen werden könne, dass die Ehe von Streitereien und gegenseitigen
Anfeindungen geprägt war. Es fehle jedoch ein klarer Hinweis darauf, dass es
tatsächlich zu ausreichend schwerer häuslicher Gewalt gekommen wäre. Insbesondere
würden die beiden Straferkenntnisse keine systematische Misshandlung in der Ehe
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belegen. Die Beschwerdeführerin habe in den verschiedenen Einvernahmen teilweise
sehr unterschiedliche Aussagen gemacht und auch die Zeugeneinvernahmen ergäben
kein einheitliches Bild. Erwiesen sei lediglich die einmalige Tätlichkeit gegen die
Beschwerdeführerin und die Tatsache, dass die Ehe schon bald von regelmässigen
Streitereien geprägt gewesen sei. Auch die eingereichten Berichte und
Zeugenaussagen im Strafverfahren würden lediglich Aussagen der Beschwerdeführerin
wiedergeben und seien deshalb nur als Indiz zu werten. Ausserdem verhalte sich die
Beschwerdeführerin widersprüchlich, indem sie nicht bereits in der ersten polizeilichen
Einvernahme von der sexuellen Gewalt berichtet habe, obwohl sie direkt danach
gefragt worden sei. Auch sei es widersprüchlich, dass sie sich auch nach den
vorgeworfenen Anschuldigungen gegen den Ehemann nicht von ihm scheiden lassen
wolle. Die Vorinstanz erläutert weiter, die Aussage der Beschwerdeführerin im
Strafverfahren, "sie wolle einfach die Schweiz nicht mehr verlassen" sei nicht
unbeachtlich. Zweifel an den Behauptungen der Beschwerdeführerin bestünden auch
aufgrund der verschiedenen Widersprüche und einer gewissen Zielgerichtetheit der
Beschwerdeführerin. Zudem würden die Aussagen des Ehegatten glaubwürdig
erscheinen.
4.3. Die Beschwerdeführerin wendet dagegen ein, wenn die Vorinstanz geltend mache,
es fehle ein klarer Hinweis darauf, dass es tatsächlich zu ausreichend schwerer
häuslicher Gewalt gekommen sei, übersehe sie, dass die bundesgerichtliche
Rechtsprechung eine Glaubhaftmachung in geeigneter Weise genügen lasse. Die
Beschwerdeführerin habe entgegen der Ansicht der Vorinstanz die eheliche Gewalt und
Oppression glaubhaft gemacht. Es sei gerichtsnotorisch, dass in solchen Vorfällen
keine direkten Augenzeugen vorhanden seien. Insbesondere könne gemäss
bundesgerichtlicher Rechtsprechung die eheliche Gewalt beziehungsweise häusliche
Oppression ausdrücklich auch durch Berichte/Einschätzungen von Fachstellen
glaubhaft gemacht werden. Weiter führt die Beschwerdeführerin aus, aus dem
Umstand, dass die befragte Mitschülerin die blauen Flecken an den Armen und die
Deutschlehrerin solche am Hals nicht gesehen hätten, könne entgegen der Ansicht der
Vorinstanz nicht abgeleitet werden, dass keine Vorfälle mit Würgen stattgefunden
hätten. Weitere Zeugenaussagen zur häuslichen Gewalt seien von der Vorinstanz in
keiner Weise berücksichtigt worden. Des Weiteren halte ihr die Vorinstanz
widersprüchliches Verhalten vor, da sie bei der ersten polizeilichen Befragung vom
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21. März 2014 nicht von den sexuellen Übergriffen erzählt habe. Ihr Verhalten sei
jedoch keineswegs widersprüchlich, sondern liege, nebst ihrem kulturellen Hintergrund,
darin begründet, dass sie aus Angst vor (weiteren) Repressalien ihres Mannes und vor
Scham gegenüber dem befragenden Polizeibeamten und dem Dolmetscher die
Thematik nicht offen habe ansprechen können beziehungsweise wollen. Überdies
würden ihre Aussagen einen hohen Detaillierungsgrad aufweisen, was für deren
"Glaubhaftigkeit" spreche.
Auch der Auffassung der Vorinstanz, es sei widersprüchlich, wenn die
Beschwerdeführerin ihrem Ehemann einerseits Missbrauch und Gewalt vorwerfe und
andererseits im Strafverfahren aber betont habe, sie wolle sich nicht scheiden lassen,
könne nicht gefolgt werden. Es dürfte gerichtsnotorisch sein, dass es in vielen Fällen
von häuslicher Gewalt vorkomme, dass die Opfer nach einer gewissen Dauer mit dem
Gedanken spielten, das eheliche Zusammenleben wiederaufzunehmen, da oftmals
solchen Reaktionen starke Abhängigkeiten und Ängste zugrunde lägen. Es sei
nachvollziehbar, dass sie den Wunsch äusserte, in der Schweiz bleiben zu wollen, da
eine Rückkehr in den Kosovo für sie unerträglicher gewesen wäre als ein
Zusammenleben mit dem Ehemann.
Die Beschwerdeführerin rügt weiter, dass viele der aufgeführten Aussagen vom
Ehemann stammten, der ein grosses Interesse daran habe, die an ihn gerichteten
Vorwürfe zu bestreiten (vgl. act. 1, S. 12 Rz 36 f.). Deshalb dürfe sich die Vorinstanz
nicht auf diese Aussagen stützen. Ein Polizeibericht mit der Bemerkung, dass nicht
ausgeschlossen werden könne, dass sich die Beschwerdeführerin die Verletzungen an
den beiden Oberarmen selbst zugeführt habe, sei mithin nicht geeignet, Zweifel an der
Sachdarstellung der Beschwerdeführerin aufkommen zu lassen. Weiter bringt die
Beschwerdeführerin vor, die Aussagen des Ehemannes seien derart widersprüchlich,
dass sie als vollkommen unglaubhaft betrachtet werden müssten und die Vorinstanz
durch das Abstellen auf diese Aussagen in Willkür verfalle. Mit den Aussagen der
Schwester des Ehemannes verhalte es sich gleich. Auch diese könnten nicht beachtet
werden, da sie einerseits widersprüchlich und unglaubhaft seien, und andererseits
aufgrund des familiären Verhältnisses den Bruder nicht belasten würde. Auch könne
aus den Aussagen der Zeugin C._, insbesondere dass ihr der Ehemann leid tue, in
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keiner Weise abgeleitet werden, dass die Aussagen der Beschwerdeführerin
unglaubhaft seien.
4.4. Die Vorinstanz hat aus den ihr vorliegenden Beweismitteln geschlossen, die
Beschwerdeführerin habe die eheliche Gewalt, die als wichtiger persönlicher Grund
den weiteren Aufenthalt in der Schweiz rechtfertige, nicht ausreichend glaubhaft
gemacht. Diese Beweiswürdigung erscheint nicht als rechtsfehlerhaft.
Unbestritten ist zwar, dass der Ehemann am 21. März 2014 gegen die
Beschwerdeführerin eine Tätlichkeit beging, indem er ihr einen Schlag auf den
Mundbereich gab (Dossier X._ S. 29 f.). Unbestritten ist wohl auch, dass die Ehe –
wovon auch die Vorinstanz ausgegangen ist – von Streitereien und gegenseitigen
Anfeindungen geprägt war. Dafür spricht insbesondere der Umstand, dass der
Ehemann im Strafverfahren wegen der Tätlichkeit äusserte, er sei "mit der Ehe von
Anfang an nicht einverstanden gewesen", habe die Beschwerdeführerin jedoch "auf
Wunsch seiner Familie" geheiratet (Dossier X._ S. 29). Unbestritten ist weiter, dass der
Ehemann die Beschwerdeführerin hinsichtlich ihrer Intelligenz gegenüber der Leiterin
des Deutschkurses, den die Beschwerdeführerin besuchte, herabgesetzt hat (vgl.
Antwort zur Frage Nr. 27 in der Befragung der Kursleiterin, Dossier X._ S. 174).
Darüber hinaus aber ist das Ausmass der Anwendung von physischer und psychischer
Gewalt insbesondere im Bereich des ehelichen Sexuallebens umstritten.
Die von der Beschwerdeführerin eingereichten Beweismittel – namentlich der Bericht
der Opferhilfe vom 20. August 2014, bei welcher die Beschwerdeführerin seit 21. März
2014 Beratung in Anspruch nahm (Dossier X._ S. 61 f.), die Bestätigung des
Frauenhauses St. Gallen vom 30. Juli 2014, wo sich die Beschwerdeführerin (nach
einem Aufenthalt im Frauenhaus Winterthur vom 1. bis 4. April 2014) vom 4. bis
31. (sic!) April 2014 aufgehalten hatte (Dossier X._ S. 63), das ärztliche Attest der
Psychiaterin Dr. med. C._ vom 24. Juli 2014, welche die Beschwerdeführerin im Mai
2014 aufgesucht hatte (Dossier X._ S. 58) und der ärztliche Bericht der die
Beschwerdeführerin in der Folge behandelnden Psychiaterin Dr. med. D._ vom
4. August 2014 (Dossier X._ S. 55 ff.) – geben in erster Linie die Vorwürfe wieder,
welche die Beschwerdeführerin gegenüber ihrem Ehemann erhoben hatte und wie sie
sich auch aus ihren Antworten in den eingehenden Befragungen im Strafverfahren
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ergeben, welches gegenüber dem Ehemann wegen einfacher Körperverletzung,
Tätlichkeiten, Freiheitsberaubung, mehrfacher sexueller Nötigung sowie
Vergewaltigung angehoben und am 20. Januar 2016 eingestellt worden war (Dossier
X._ S. 79 ff., insbesondere S. 81-114, 201-219).
Wegen der – im Vergleich zum strafrechtlichen Verfahren – geringeren Anforderungen
an das Beweismass im ausländerrechtlichen Verfahren kann zwar allein aus der
Einstellung des Strafverfahrens gegenüber dem Ehemann noch nicht geschlossen
werden, die von der Beschwerdeführerin erhobenen Vorwürfe seien nicht ausreichend
glaubhaft dargetan. Zweifel daran, dass die Gewaltausübung des Ehemanns
gegenüber der Beschwerdeführerin in der Ehe die im Zusammenhang mit der Erteilung
einer nachehelichen Härtefallbewilligung gemäss Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG [erforderliche
Intensität] erreicht hat, wecken die uneinheitlichen Darstellungen des Zusammenlebens
in der – kurzen – Zeit vor und nach der Heirat am 1. Juli 2013. Insbesondere die Inhalte
der Unterhaltung zwischen den Eheleuten in der Videoaufzeichnung vom September
2013 und in den Textnachrichten vom 6. Januar 2014 (Dossier X._, S. 222 f.) weisen
darauf hin, dass jedenfalls am Anfang der Schwierigkeiten in der Beziehung eine
Zurückweisung des Werbens der Beschwerdeführerin durch den Ehemann stand.
Diese Darstellung ist vereinbar mit den Ausführungen, welche die Beschwerdeführerin
im Deutschkurs zum intimen Eheleben machte (Antwort auf Frage 35 in der Befragung
der Kursleiterin vom 29. April 2015, Dossier X._ S. 175). Dass sich die Absicht des
Ehemanns, die Verbindung mit der Beschwerdeführerin entgegen deren Willen
aufzulösen, in der Ausübung von Gewalt niederschlug, ist zwar nicht ausgeschlossen.
Allerdings wecken die Äusserungen der Beschwerdeführerin bei der ersten
Psychiaterin, die sie im März 2014 aufsuchte, wohl Zweifel am Wahrheitsgehalt, zumal
diese festhielt, der Ehemann tue ihr leid (vgl. Antwort auf Frage 75 der Befragung vom
29. April 2015, Dossier X._ S. 193). Die zweite Psychiaterin, bei welcher die
Beschwerdeführerin seit 7. Juli 2014 in Behandlung war, diagnostizierte eine
posttraumatische Belastungsstörung (Dossier X._ S. 55), verweigerte jedoch im
Strafverfahren gegen den Ehemann der Beschwerdeführerin eine Zeugenaussage und
führte aus, sie habe im Brief vom 4. August 2018 lediglich die Ausführungen der
Beschwerdeführerin zusammengefasst (Dossier X._ S. 134). Eine persönliche
Einschätzung über den Wahrheitsgehalt der Aussagen gab sie nicht ab. Die
Wahrnehmungen der Kursleiterin und einer Teilnehmerin am Deutschkurs, den die
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Beschwerdeführerin besuchte, sind uneinheitlich. Während die Kursleiterin angab, sie
habe bei der Beschwerdeführerin blaue Flecken festgestellt (Antworten auf Fragen 23,
29, 30, 32 und 33 in der Befragung vom 29. April 2015, Dossier X._ S. 173-175), hat
die Kursteilnehmerin keine entsprechenden Feststellungen gemacht (Antworten auf
Fragen 24, 28 und 32 in der Befragung vom 28. April 2015, Dossier X._ S. 155 f.). Eine
mögliche Erklärung dafür, dass die Ausführungen der Beschwerdeführerin im Lauf der
Strafuntersuchung gegen ihren Ehemann konkreter wurden, kann zwar das
Überwinden innerer Barrieren bei der Befragung zum ehelichen Intimleben sein. In
einem gewissen Widerspruch dazu steht allerdings die Feststellung, dass die
Beschwerdeführerin sich entsprechend der Darstellung der Kursleiterin bereits am
Anfang des Deutschkurses dazu im Kreis der Kursteilnehmerinnen doch relativ
freimütig geäussert hatte (Antwort auf Frage 35 in der Befragung vom 29. April 2015,
Dossier X._ S. 175).
4.5. Zusammenfassend findet die von der Beschwerdeführerin geltend gemachte
physische und psychische Gewalt in der Ehe keine ausreichend glaubhaften nach
aussen erkennbaren eindeutigen Indizien in den Akten dafür, dass sie das für die
Annahme eines nachehelichen Härtefalls im Sinn von Art. 50 Abs. 1 lit. b und Abs. 2
AIG erforderliche Ausmass erreicht hat. Ergänzend kann auf die überzeugende
Begründung des vorinstanzlichen Entscheides verwiesen werden (E. 4 des
angefochtenen Entscheides).
5.
5.1. Nebst der ehelichen Gewalt stellt auch die starke Gefährdung der sozialen
Wiedereingliederung im Herkunftsland für sich allein einen wichtigen persönlichen
Grund im Sinne von Art. 50 Abs. 2 AIG und Art. 77 Abs. 2 VZAE dar. Bei der starken
Gefährdung der sozialen Wiedereingliederung ist etwa an geschiedene Frauen zu
denken, welche in ein patriarchalisches Gesellschaftssystem zurückkehren und dort
wegen ihres Status als Geschiedene mit Diskriminierungen oder Ächtungen rechnen
müssten (BGE 137 II 345 E. 3.2.2).
5.2. Die Vorinstanz ist der Meinung, dass die erforderliche starke Gefährdung der
Wiedereingliederung im Herkunftsland nicht dargetan sei. Es sei nicht ohne weiteres
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ersichtlich, weshalb der Vater die Beschwerdeführerin auch nach der zweiten Trennung
nicht aufnehmen würde, da er dies bei der ersten Trennung problemlos gemacht habe.
Im Übrigen könne sich die Beschwerdeführerin als längst Erwachsene an einem
anderen Ort, insbesondere in einer anderen Stadt, niederlassen.
5.3. Die Beschwerdeführerin rügt, dass die Ausführungen der Vorinstanz reine
Mutmassungen und deshalb aktenwidrig und willkürlich seien. Auch spielten die
Motive, weshalb der Vater die Beschwerdeführerin verstossen habe, keine Rolle.
Entscheidend sei einzig, dass er dies gemacht habe. Entgegen der vorinstanzlichen
Meinung hätte eine allfällige Rückkehr in den Kosovo erhebliche Konsequenzen für das
Privat- und Familienleben der Beschwerdeführerin, da ihre Familie überhaupt nicht
hinter ihr stehe und ihr Vater geäussert habe, dass sie als Lebende bei der Familie
nichts mehr verloren habe. Auch habe die Beschwerdeführerin der Deutschlehrerin und
einer Mitschülerin erzählt, dass sie weiter mit dem Ehemann zusammenleben wolle, da
eine zweite Trennung in der kosovarischen Kultur schwierig sei. Auch der Ehemann der
Beschwerdeführerin habe gesagt, dass die Beschwerdeführerin nicht lebendig in den
Kosovo zurückkehren könne. Zudem würde das Schreiben des Vorsitzenden eines
Ortsteils von A._ (Kosovo) bestätigen, dass die Rückkehr der Beschwerdeführerin in
die Familie unerwünscht sei. Die Beschwerdeführerin rügt weiterhin, dass sie, entgegen
der Ansicht der Vorinstanz, bei einer Rückkehr in den Kosovo nicht auf ein tragfähiges
Beziehungsnetz zurückgreifen könne, sondern auf sich allein gestellt wäre. Sie würde
weder über eine ausreichende wirtschaftliche Lebensgrundlage noch über ein soziales,
verwandtschaftliches Netz verfügen und ein Wohnsitz in der Stadt vermöge auch nichts
daran zu ändern. Bei einer allfälligen Rückkehr in den Kosovo könne auch die Gefahr
physischer Übergriffe seitens ihrer Familie nicht ausgeschlossen werden. Auch müsse
gemäss ärztlichem Bericht von Dr. med. D._ bei einer Rückschaffung mit einer
weiteren Verschlechterung des psychischen Zustandes der Beschwerdeführerin bis hin
zur Suizidalität gerechnet werden.
5.4. Die Beschwerdeführerin führt im Wesentlichen aus, dass sie bei einer Rückkehr in
den Kosovo nicht auf ein tragfähiges Beziehungsnetz zurückgreifen könne, was sie vor
allem auf die mutmassliche Verstossung aus der Familie zurückführt. So verweist sie
denn auch wiederholt auf die Aussagen des Vaters, der ihr und Dritten gegenüber
geäussert haben soll, dass sie als erneut geschiedene Frau nur tot in den Kosovo
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zurückkehren dürfe. Dabei ist anzumerken, dass das Verständnis des Begriffs "tot" zu
variieren scheint. So ist die Rede von "schwierig in der kosovarischen Kultur" über
"ganz schlimm im Kosovo" – bezogen auf das Leben im Kosovo als zweifach
geschiedene Frau – bis hin zu Rückkehr "nur im Leichensack". Damit macht die
Beschwerdeführerin für den Fall einer Rückkehr in ihre Heimat jedenfalls eine
ernsthafte, drohende Gefährdung ihrer physischen und psychischen Integrität geltend.
Die Beschwerdeführerin stützt ihr Vorbringen im Wesentlichen auf eine
"Bescheinigung" des Vorsitzenden des Ortsteils von A._, in welchem die Eltern der
Beschwerdeführerin offenbar leben und die am 22. Juni 2016 angeblich nach einem
von der Beschwerdeführerin veranlassten erfolglosen Versöhnungsversuch verfasst
wurde. Nach den darin wiedergegebenen Aussagen des Vaters sei die
Beschwerdeführerin "vom Familienstamm verbannt" worden und dürfe "in ihr
Geburtshaus nicht mehr zurückkehren". Die familiäre Versöhnung sei unmöglich und
die Rückkehr der Beschwerdeführerin in ihre Familie nicht erwünscht. Sie hätte mit
ausserordentlichen Schwierigkeiten zum Überleben zu kämpfen, zumal sie anfänglich
nicht einmal eine Unterkunft hätte (act. 7/1 Beilage 2). Die in dieser "Bescheinigung"
ebenfalls wiedergegebenen Gründe für die Verstossung – die Beschwerdeführerin sei
die Ehe ohne Zustimmung und Respekt ihrer Eltern eingegangen und habe sich
ausserhalb der albanischen Riten und Bräuche verhalten – stehen im Widerspruch zu
den früheren übereinstimmenden Angaben der Eheleute, wonach die Ehe von den
Familien arrangiert wurde. Die Beschwerdeführerin selbst hat offenbar gegenüber der
ersten Psychiaterin, welche sie im Mai 2014 aufgesucht hatte, ausgeführt, es habe sich
um eine "arrangierte" Ehe gehalten (Antwort auf Frage 18 in der Befragung vom
29. April 2015, Dossier X._ S. 185 f.). Unter diesen Umständen durfte die Vorinstanz
die von der Beschwerdeführerin geltend gemachte starke Gefährdung ihrer sozialen
Wiedereingliederung im Herkunftsland als nicht ausreichend glaubhaft dargetan
beurteilen. Die Beschwerdeführerin relativiert das Gewicht der Bescheinigung und
damit deren Glaubwürdigkeit schliesslich selbst, wenn sie einräumt, dem Vorsitzenden
des Ortsteils seien "unter Umständen nicht alle Einzelheiten der Eheschliessung
bekannt" gewesen und er sei "möglicherweise nicht wahrheitsgemäss über die
Eheschliessung informiert" worden. Dafür, dass das Gewicht der heimatlichen Tradition
und Bräuche in der Familie der Beschwerdeführerin nicht das in der Beschwerde
dargestellte Ausmass erreicht, sprechen die von der Beschwerdeführerin dargestellten
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Umstände der Auflösung ihrer ersten, einzig nach Brauch geschlossenen Ehe. Danach
trennte sie sich von ihrem ersten Ehemann, nachdem sich die Eheleute "auseinander
gelebt" hatten, und die Beschwerdeführerin kehrte zu ihrer Familie zurück (vgl. Antwort
zu den Fragen Nrn. 14-18 in der Befragung vom 14. Januar 2015, Dossier X._ S. 92 f.).
Ergänzend kann auf den vorinstanzlichen Entscheid verwiesen werden (E. 5 des
angefochtenen Entscheides).
6.
6.1. Schliesslich ist zu prüfen, ob die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung der
Beschwerdeführerin verhältnismässig ist (Art. 5 Abs. 2 BV; Art. 96 Abs. 1 AIG). Die
Vorinstanz hält diesbezüglich fest, dass ein öffentliches Interesse daran bestehe, dass
Ausländerinnen und Ausländer, bei denen die familiären Voraussetzungen, die für die
Erteilung des Aufenthaltsrechts massgebend waren und nach kurzer Zeit wegfallen, die
Schweiz wieder verlassen. Als zulässiges öffentliches Interesse falle dabei auch das
Durchsetzen einer restriktiven Einwanderungspolitik in Betracht. Sie führt weiter aus,
der Beschwerdeführerin sei die Rückkehr ins Heimatland zumutbar. Auch könnten die
besseren wirtschaftlichen Verhältnisse in der Schweiz nicht für die Abwägung
entscheidend sein. Letztlich spreche die versuchte Täuschung der Behörden während
des Rekursverfahrens trotz Einstellung des Strafverfahrens gegen eine gute Integration.
Die Beschwerdeführerin macht dagegen geltend, eine allfällige Rückkehr in den
Kosovo hätte erhebliche Konsequenzen für ihr Privat- und Familienleben. Die kosovo-
albanische Gesellschaft sehe keinen Platz vor für geschiedene Frauen, wenn sie von
ihrer Herkunftsfamilie nicht unterstützt werden, weil sie beispielsweise gegen die
Tradition verstiessen. Aus den aufgeführten Gründen erhelle, dass die
Beschwerdeführerin im Falle einer Rückkehr in den Kosovo nicht auf ein tragfähiges
Beziehungsnetz zurückgreifen könnte, sondern auf sich allein gestellt wäre. Es sei
davon auszugehen, dass ihr die Integration in die Gesellschaft und die Erzielung eines
existenzsichernden Einkommens nicht gelingen würde und deshalb die Rückkehr in
den Kosovo unzumutbar wäre.
6.2. Vorliegend kann weder aus der Ehe (Art. 42 Abs. 1 AIG) noch aus einem
nachehelichen Härtefall (Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG) ein Anspruch auf Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung abgeleitet werden. Besteht darauf kein Anspruch, so bedarf die
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Frage nach der Wegweisung beziehungsweise nach der erneuten Bewilligungserteilung
eines behördlichen Ermessensentscheids (P. Bolzli, in: Spescha/Thür/Zünd/Bolzli/
Hruschka, Kommentar Migrationsrecht, 4. Aufl. 2015, N 4 zu Art. 33 AuG; vgl. Art. 96
AIG). Das Verwaltungsgericht greift nicht in die Ermessensausübung der Vorinstanzen
ein, wenn diese nicht mit einem Rechtsfehler behaftet ist (Art. 61 Abs. 1 VRP; Cavelti/
Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 739 ff.). Die
Vorinstanz hat das öffentliche Interesse an einer restriktiven Migrationspolitik höher
gewichtet, als die privaten Interessen der erst seit kurzer Zeit hier lebenden
Beschwerdeführerin am weiteren Verbleib in der Schweiz. Bei Ausländerinnen und
Ausländern, bei welchen nach so kurzem Aufenthalt in der Schweiz die Bedingungen
für die Erteilung der Aufenthaltsbewilligung wegfallen, besteht ein öffentliches
Interesse, dass sie die Schweiz wieder verlassen (VerwGE B 2012/105 vom 13.
November 2012 E. 7, www.gerichte.sg.ch). Weiter hat die Vorinstanz zu Recht darauf
hingewiesen, dass die Beschwerdeführerin den grössten und prägendsten Teil ihres
Lebens im Heimatland verbracht hat und erst im Alter von fast 28 Jahren in die
Schweiz eingereist ist. Damit ist die Beschwerdeführerin mit den dortigen
Lebensumständen sowie der Sprache im Heimatland nach wie vor bestens vertraut.
Die Wiedereingliederung wird, wie das Gericht bereits ausgeführt hat, mit einigen
anfänglichen, jedoch keinen besonderen Schwierigkeiten – jedenfalls nicht mehr als
jede andere in die Heimat zurückkehrende (geschiedene) Ehefrau aus diesem
Kulturkreis – verbunden sein. Wie die Vorinstanz zu Recht festhielt, kann das Interesse,
die besseren wirtschaftlichen Verhältnisse in der Schweiz nutzen zu können, für die
Abwägung nicht entscheidend sein. Auch wenn die Beschwerdeführerin zwar
mittlerweile im Erwerbsleben einigermassen integriert ist (vgl. act. 2/2 und 2/3), lässt
dies die vorinstanzliche Verhältnismässigkeitsprüfung nicht als rechtsfehlerhaft
erscheinen. Des Weiteren kann die Einstellungsverfügung vom 7. April 2017 (act. 7/6)
nicht unberücksichtigt bleiben. Wie die Vorinstanz bereits ausführte, spricht die
versuchte Täuschung der Behörden mittels Versuch der Vermittlung einer Scheinehe
gegen eine gute Integration. Zusammenfassend erweist sich der angefochtene
Entscheid der Vorinstanz als recht- und verhältnismässig. Die Beschwerde ist folglich
abzuweisen.
7.
7.1. (...)
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Die Beschwerdeführerin ersuchte um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und
Rechtsverbeiständung durch Rechtsanwalt lic. iur. Torsten Kahlhöfer, 8004 Zürich (act.
1, S. 2). Der Abteilungspräsident ist zur Beurteilung von Gesuchen über die
unentgeltliche Rechtspflege und -verbeiständung zuständig (Art. 6 Abs. 2 des
Reglements über die Organisation und den Geschäftsgang des Verwaltungsgerichtes,
sGS 941.22). Gemäss Art. 99 Abs. 2 VRP in Verbindung mit Art. 117 ZPO wird diese
gewährt, wenn die Gesuchstellerin nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und das
von ihr angestrebte Verfahren nicht aussichtslos erscheint. Als bedürftig gilt, wer die
Kosten eines Prozesses nicht aufzubringen vermag, ohne die Mittel anzugreifen, derer
er zur Deckung des notwendigen Lebensunterhalts für sich und seine Familie bedarf.
Die prozessuale Bedürftigkeit beurteilt sich nach der gesamten finanziellen Situation
des Rechtsuchenden im Zeitpunkt des Entscheids. Nebst den Einkünften ist auch die
Vermögenssituation einzubeziehen (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 853). Aussichtslos sind
nach der Rechtsprechung solche Begehren, bei denen die Gewinnaussichten
beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren. Dagegen gilt ein Begehren nicht als
aussichtslos, wenn sich die Gewinnaussichten und Verlustgefahren ungefähr die
Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Massgebend ist, ob eine
Partei, die selber über die nötigen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu
einem Prozess entschliessen würde; eine Partei soll einen Prozess, den sie auf eigene
Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht deshalb anstrengen, weil er sie nichts
kostet (statt vieler: BGE 129 I 129 E. 2.2 ff.).
Dem Gesuch der Beschwerdeführerin um unentgeltliche Rechtspflege ist stattzugeben.
Ihr Begehren erschien angesichts ihrer geltend gemachten Gründe nicht als
aussichtslos. Ausserdem ist sie aufgrund der Akten offensichtlich prozedural bedürftig.
Die amtlichen Kosten gehen infolge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege
zulasten des Staates (Art. 99 Abs. 2 VRP in Verbindung mit Art 122 Abs. 1 Ingress
sowie lit. b ZPO). Auf die Erhebung ist zu verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP).
7.2. Vor Verwaltungsgericht wird die unentgeltliche Rechtsverbeiständung durch
Rechtsanwalt Torsten Kahlhöfer gewährt (Art. 99 Abs. 1 VRP). Anwendbar ist somit die
staatliche Honorarordnung (siehe Art. 30 lit. b Ziff. 2 des Anwaltsgesetzes; sGS 963.70,
AnwG). Bei unentgeltlicher Prozessführung wird das Honorar um einen Fünftel
herabgesetzt (Art. 31 Abs. 3 AnwG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das
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Honorar vor Verwaltungsgericht pauschal CHF 1'000 bis CHF 12'000 (siehe Art. 22
Abs. 1 lit. b der Honorarordnung; sGS 963.75, HonO). Innerhalb des für eine Pauschale
gesetzten Rahmens wird das Grundhonorar nach den besonderen Umständen,
namentlich nach Art und Umfang der Bemühungen, der Schwierigkeit des Falles und
den wirtschaftlichen Verhältnissen der Beteiligten, bemessen (vgl. Art. 19 HonO). Der
Rechtsvertreter hat keine Kostennote eingereicht. Ein Pauschalhonorar von CHF 2'500,
das um einen Fünftel auf CHF 2'000 zu kürzen ist, erscheint angemessen. Hinzu
kommen pauschale Barauslagen von CHF 100 (vier Prozent von CHF 2'500, Art.
28 HonO) sowie 7,7 Prozent Mehrwertsteuer (Art. 29 HonO). Diese Entschädigung
gilt auch im Verhältnis zwischen dem Rechtsvertreter und der Beschwerdeführerin (Art.
11 HonO).
7.3. Die Beschwerdeführerin ist zur Nachzahlung beziehungsweise Rückzahlung der
Kosten aus unentgeltlicher Rechtspflege an den Staat verpflichtet, sobald sie dazu in
der Lage ist (Art. 99 Abs. 2 VRP in Verbindung mit Art. 123 ZPO.)