Decision ID: 61e3b362-dbd7-4733-a847-3551b45dd282
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1963, Mutter von drei Kindern (Jahrgang 1983, 1994, 1996), meldete sich am
6.
Juli 2009 bei der Invalidenversicherung zum
Leis
tungsbezug
an (
Urk.
6/7).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte unter ande
rem ein
psychiatr
isches Gutachten (
Urk.
6/53)
ein
und sprach ihr mit Verfügung vom 2
5.
Juli 2012 eine halbe Rente zu, dies vom Januar 2010 und befristet bis Juni 2011 (
Urk.
6/95 =
Urk.
6/106; vgl.
Urk.
6/91).
1.2
Nach erneuter Anmeldung vom 2
7.
Mai 2013 (
Urk.
6/111) holte die IV-Stelle unter anderem ein polydisziplinäres Gutachten (
Urk.
6/131,
Urk.
6/133) ein und verneinte nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/137,
Urk.
6/146,
Urk.
6/149) mit Verfügung vom 1
6.
Dezember 2014 einen Rentenanspruch (
Urk.
6/152 =
Urk.
2).
2.
Die Versicherte erhob am 2
9.
Januar 2015 Beschwerde gegen die Verfügung vom 1
6.
Dezember 2014 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr eine Rente basierend auf einem Invaliditätsgrad von mindestens 50
%
zuzusprechen (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
1).
Die IV-Stelle beantr
agte mit Beschwerdeantwort vom 1
0.
März 2015 (
Urk.
5) die Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am 1
0.
Juni 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
12).
Am 2
6.
Juni 2015 zog die Beschwerdeführerin ihr Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege (vgl.
Urk.
1 S. 2 Ziff. 4) zurück (
Urk.
13).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die
Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Wurde eine Rente
wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so ist im Falle einer erneuten Anmeldung glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die betreffende Ver
änderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat dem
nach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbe
zügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03
vom 28. August 2003 E. 2.2.3).
Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Ar
beitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar.
1.4
Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Ände
rung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Einspracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materi
ellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung,
Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) davon aus,
im Jahr 2012 habe die Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit 70
%
betragen und im eingeholten Gutachten sei aus rheumatologischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit von 70
%
attestiert worden, womit - da sich in psychiatrischer Hinsicht nichts geändert habe - insgesamt keine anspruchsrelevante Verschlechterung ausgewiesen sei (S. 1).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1), da der letztmaligen Anspruchsprüfung ein monodisziplinäres Gutachten zugrunde gelegen habe, müssten mit dem nunmehr polydisziplinären Gutachten per se schon neue Erkenntnisse im Sinne von Revisionsgründen vorliegen (S. 10
Ziff.
25). Sodann sei damals eine Arbeitsunfähigkeit von 30
%
angenommen worden; gemäss dem aktuellen Gutachten betrage die Arbeitsfähigkeit im Rah
men angepasster Tätigkeiten nur noch 50
%
(S. 10
Ziff.
29).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob seit der im Juli 2012 erfolgten
Zusprache
einer bis Juni 2011 befristeten Rente eine revisionsrelevante Veränderung eingetreten ist.
3.
3.1
Vom
2.
bis 2
8.
Oktober 2008 weilte die Beschwerdeführerin stationär in der Kli
nik
Y._
, wo gemäss Bericht vom 1
1.
November 20
09
als Diagnose mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, schwere Episode mit psychotischen Symptomen (ICD-10 F33.3)
,
genannt wurde, die seit Anfang 2008 bestehe, wobei der Beginn schon wesentlich früher zu vermuten sei (
Urk.
6/26
Ziff.
2.1).
3.2
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, führte in seinem Bericht vom
1.
Oktober 2009 (
Urk.
6/14)
aus, dass er die Beschwerde
führerin seit Januar 2004 behandle (
Ziff.
1.2). Als Diagnose nannte er eine
schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen
und einen
Status nach Suizidversuch im Oktober 2008 (
Ziff.
1.1)
.
3.3
Am 1
9.
Juli 2011 erstat
tete
Dr.
med.
A._
, Fachärztin für Neurologie sowie für Psychiatrie und Psychotherapie, ein Gutachten im Auftrag der Beschwerde
gegn
erin
(
Urk.
6/53)
.
Sie führte unter anderem aus, i
m Untersuchungszeitpunkt
imponierten kaum noch depressive Symptome. Sie halte es
für
gerechtfertigt, in diesem Zeitpunkt noch die Diagnose einer depressiven Störung vom Ausprägungsgrad einer leichten
depressive
n
Episode
(ICD-10
F32.0
) zu stellen
(S. 16)
.
Zur Arbeitsfähigkeit führte die Gutachterin aus, die Explorandin
sei
im
Unter
suchungszeitpunkt
in ihrem langjährigen Arbeitsverhältnis 50
%
arbeitsfähig erschienen (S. 17 Mitte). In angepasster Tätigkeit scheine eine Arbeitsfähigkeit von 70
%
zum Untersuchungszeitpunkt realistisch (S. 17 unten).
3.4
Am
6.
Februar 2012 erfolgte eine Arthroskopie des
rechten und des
linken Knies (
Urk.
6/86/8-9).
3.5
Vom 1
0.
bis 1
6.
Februar 2012 weilte die Beschwerdeführerin stationär im Zent
rum
B._
,
C._
, worüber am 2
3.
März 2012 berichtet wurde
(
Urk.
6/89 =
Urk.
6/123/8-11)
.
Als
Austrittsdiagnose
n
wurde
n
unter anderem eine
mittelgradige depressive Epi
so
de bei bekannter rezidivierender depressiver Störung (F33.1)
und eine Panikstörung (ICD-10 F41.0) genannt (S. 1
unten
Ziff.
1 und 2).
Zur aktuellen sozialen Situation wurde ausgeführt, die Beschwerdeführerin ar
beite zu
50
%
in einer Mensa als Allrounderin im Service und beim Putzen (S. 4 unten)
.
3.6
Dr.
med.
D._
, Fachärztin für Arbeitsmedizin und für Allgemeine Innere Medizin, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), nahm am 2
0.
April 2012 Stellung
(
Urk.
6/90 S. 3 f.)
und führte unter anderem aus, die
im
Bericht der
C._
genannten Befunde seien identisch mit den von
Dr.
A._
erhobenen
Vor
befunden
(S. 3 Mitte). Die
Diagnostik
der
C._
sei
weder begründet noch geh
e
sie aus den
Funktionseinbussen / objektiven psychopathologischen
Befunden hervor
. I
m Vergleich zu
den
Vorbefunden
sei
keine Verschlechterung erkennbar
. P
sychosoziale Belastungsfaktoren
stünden
überwiegend wahrscheinlich im Vor
dergrund
(S. 3 unten).
3.7
In der Begründung zur (befristete
n
)
Rentenzusprache
mit Verfügung vom 2
5.
Juli 2012
(
Urk.
6/91)
wurde
sodann
ausdrücklich
auf die
medizinische Beurteilung gemäss dem von
Dr.
A._
erst
atteten Gutachten Bezug genommen (S. 2 oben) und die Beurteilung im Bericht der
C._
verworfen (S. 2 unten).
4.
4.1
Dr.
Z._
(vorstehend E. 3.2) führte in einem Zeugnis vom
3
0.
Mai 2013
aus, die Beschwerdeführerin leide - unter anderem - an einer
depressive
n
Stö
rung, gegenwärtig mittelschwere bis schwere Episode
(
Urk.
6/109).
4.2
Die Ärzte der Rheumaklinik des
E._
führten in ihrem Bericht vom
2
6.
Juni 2013 (
Urk.
6/120/1-4)
aus
, sie behandelten die Be
schwerdeführerin seit 2
5.
Februar 2013 (
Ziff.
1.2) und nannten als Diagnose einen seit zirka 2010 bestehenden Morbus
Behçet
(
Ziff.
1.1). Ferner gaben sie an, sie hätten eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
vom 2
5.
Februar bis 3
0.
April 2013 attestiert (
Ziff.
1.6).
4.3
Dr.
Z._
(vorstehend E. 3.2) nannte in seinem Bericht vom
5.
Oktober 2013 (
Urk.
6/123/1-4) als Diagnosen eine
schwere depressive Episode mit psychoti
schen Symptomen,
den
Morbus
Behçet
und eine
Panikstörung (
Ziff.
1.1)
. Aktu
ell
sei die Patientin
für körperlich sehr leichte Tätigkeit
en
maximal
zu
40-50
%
einsetzbar
; im Haushalt sei sie
zirka 60
%
arbeitsfähig
(
Ziff.
1.4)
.
4.4
Am 1
4.
April 2014 erstatteten die Ärzte des
F._
ein Gutachten im Auftrag der Beschwerdegegnerin
(
Urk.
6/131)
.
Die Gutachter nannten folgende
, hier leicht gekürzt angeführte
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(S. 39
Ziff.
6.1)
:
Morbus
Behçet
Gonarthrose beidseits
Periarthropathia
humeroscapularis
der rechten Schulter
rezidivierende depressive Episode, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom
(ICD-10 F33.11)
Panikstörung mittelgradig ausgeprägt
(ICD-10 F41.00)
Zur Arbeitsfähigkeit führten sie aus, aus somatischer Sicht sei die Versicherte
aus näher dargelegten Gründen - seit Anfang 2013 als Küchenhilfe oder Putzfrau in einer Kantine auf Dauer nicht mehr einsetzbar. Auch in einer
näher umschriebenen - dem Leiden angepassten Tätigkeit bestehe nur eine
Arbeitsfähigkeit von 70
%
. Die Einschränkung um 30
%
sei schmerzbedingt durch den vermehrten Pausenbedarf beziehungsweise die verminderte Leis
tungsfähigkeit zu begründen. Aus
versicherungspsychiatrischer Sicht
bestehe eine
Einschränkung von 50
%
, die sich
aufgru
nd der depressiven Symptomatik in der
verminderte
n
Belastbarkeit und Anpassungsfähigkeit
der Versicherten und ihrer
rasche
n
Erschöpfbarkeit
begründen lasse. Die
Stresstoleranz
sei
durch
die
Panikstörung vermindert
. Somit sei die Beschwerdeführerin
aus interdiszip
linärer Sicht
aktuell
auch behinderungsangepasst nur noch zu 50
%
arbeitsfähig
(S. 45
Ziff.
7.4).
Auf Nachfrage des RAD (
Urk.
6/132) bestätigten die Gutachter am
1
4.
Mai 201
4
die genannte Beurteilung (
Urk.
6/133)
.
4.5
Gemäss Feststellungsblatt vom 3
0.
August 2014 (
Urk.
6/135) hielt
Dr.
D._
, RAD (vorstehend E. 3.6)
,
am 2
2.
Juli 2014
fest
,
aus psychiatri
scher Sicht sei der Gesundheitszustand unverändert im Vergleich zu 2011/2012 (S. 5 oben).
Am
3
0.
Juli 2014
führte
der Rechtsdienst der Beschwerdegegnerin
unter ande
rem aus, aus somatischer Sicht habe sich der Gesundheitszustand verschlechtert. Die im
F._
-Gutachten postulierte Verschlechterung aus psychiatrischer Sicht sei jedoch nicht nachvollziehbar. Bei der letztmaligen Abklärung sei der statio
nä
re Aufenthalt der Versicherten in der
C._
vom März 2012 bereits berück
sich
tigt worden. Ein
Vergleich der
bei der letztmaligen Rentenprüfung erhobe
nen
Befunde
mit den nun erhobenen Befunden zeige, dass keine Verschlechterung ausgewiesen sei (S.
6
Mitte).
5.
5.1
Die
Zusprache
einer Rente im Juli 2012 und die damit verbundene Befristung per Ende Juni 2011 (vorstehend E. 3.7) erfolgte ausschliesslich gestützt auf das im Juli 2011 erstattete psychiatrische Gutachten, mit welchem
eine
leichte depressive Episode diagnostiziert und
eine
Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit
von 70
%
attestiert worden war (vorstehend E. 3.3).
Die
im März
2012 gestellten Diagnosen (mittelgradige depressive Episode,
Panik
störung
) wurden damals seitens des RAD als nicht nachvollziehbar be
gründet und somit nicht massgeblich bewertet (vorstehend E. 3.6) und blieben dementsprechend bei der Anspruchsprüfung unberücksichtigt. Dies wurde in der Begründung zur damals erlassenen Verfügung ausdrücklich festgehalten (vor
stehend E. 3.7).
5.2
Der Standpunkt der Beschwerdegegnerin, eine Verschlechterung sei zwar aus somatischer Sicht eingetreten, nicht jedoch aus psychiatrischer Sicht (vorste
hend E. 4.5)
,
findet somit in den Akten keine Stütze.
Es steht im Gegenteil fest, dass bei der Rentenbefristung
im Juli 2012 dem Gut
achten von Juli 2011 gefolgt, von einer leichten depressiven Episode und einer Arbeitsfähigkeit von 70
%
ausgegangen wurde.
Im Vergleich dazu wurde nunmehr im April 2014 im von der
Beschwerdegegne
rin
eingeholten Gutachten aus psychiatrischer Sicht eine mittelgradige depres
sive Episode und zusätzlich eine Panikstörung diagnostiziert und die daraus resultierende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mit 50
%
beziffert.
Dass damit eine potentiell anspruchsrelevante Veränderung des medizinischen Sachverhalts in psychiatrischer Sicht eingetreten ist, ist offenkundig, und die gegenteilige Auffassung der Beschwerdegegnerin unhaltbar.
5.3
Auch der Standpunkt der Beschwerdegegnerin,
die im Gutachten attestierte Arbeitsfähigkeit von 70
%
in einer angepassten Tätigkeit habe schon bei der letztmaligen Rentenprüfung bestanden, weshalb keine Veränderung ausgewie
sen sei (vorstehend E. 2.1), ist mit den Akten nicht vereinbar.
Bei der letztmaligen Rentenprüfung ging die Beschwerdegegnerin ausschliess
lich gestützt auf ein psychiatrisches Gutachten von einer Arbeitsfähigkeit von 70
%
aus (vorstehend E. 3.7). Im Gutachten vom April 2014 hingegen wurde eine Arbeitsfähigkeit von 70
%
in leidensangepasster Tätigkeit aufgrund soma
tisch begründeter Einschränkungen - die aus psychiatrischer und aus
polydis
zi
pli
närer
Sicht zusätzlich vermindert mit 50
%
veranschlagt wurde - ange
nom
men (vorstehend E. 4.4).
5.4
Der Standpunkt der Beschwerdegegnerin, ein Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17 ATSG (vorstehend E. 1.
3) sei nicht ausgewiesen, erweist sich damit als unzutreffend.
Vielmehr ist der Sachverhalt dahingehend erstellt, dass gestützt auf das von
der
Beschwerdegegnerin eingeholte polydisziplinäre Gutachten eine potentiell
an
spruchsrelevante
Veränderung im Vergleich zum Sachverhalt, von dem die Beschwerdegegnerin bei der letzten Anspruchsprüfung ausgegangen war, aus
gewiesen ist.
5.5
Die Beschwerdegegnerin hat, da sie einen Revisionsgrund verneinte, keine
Invali
ditätsbemessung
vorgenommen. Nachdem nun jedoch feststeht, dass ein Revisionsgrund besteht (vorstehend E. 5.4), hat sie diese nachzuholen.
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen, die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
6.
6.1
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
des Bundesgesetzes über die Invali
denversicherung (IVG) sind ermessensweise auf
Fr.
600.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6.2
Die obsiegende und anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin hat Anspruch auf eine Prozessentschädigung, die beim seit Anfang 2015 geltende
n
praxisgemäs
sen
Stundenansatz von
Fr.
220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) ermessensweise auf
Fr.
2‘000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen ist.
6.3
Bei diesem Verfahrensausgang
erweist sich der
Antr
a
g auf einen zweiten
Schrif
tenwechsel
(
Urk.
1 S. 1
Ziff.
3)
als
hinfällig.