Decision ID: b8384fd1-2c55-582b-a5e9-827dd68c6287
Year: 2018
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
X._ (nachfolgend: Beschwerdeführer) absolvierte im Sommer 2016
die eidgenössische Berufsmaturitätsprüfungen kaufmännische Richtung.
Am 6. September 2016 stellte ihm die Eidgenössische Berufsmaturitäts-
kommission EBMK (nachfolgend: Prüfungskommission) das Notenblatt der
absolvierten Berufsmaturitätsprüfung zu und teilte ihm mit, er habe die Prü-
fung nicht bestanden.
Aus dem Notenblatt vom 6. September 2016 geht hervor, dass der Be-
schwerdeführer bei einem Notendurchschnitt von 4.2 in den Fächern "Ma-
thematik" (Note 3.5), "Sozialwissenschaften" (Note 2.0) sowie "Landes-
sprache (F)" (Note 3.5) ungenügende Noten erzielt hatte. Die Prüfungs-
kommission teilte dem Beschwerdeführer mit, er habe die Möglichkeit sich
zu einer zweiten Prüfung anzumelden. Die genügenden Noten aus der ers-
ten Prüfung würden bei einer Repetition, welche innerhalb von zwei Jahren
nach der nichtbestandenen ersten Prüfung erfolge, angerechnet. Eine
dritte Prüfung sei nicht gestattet.
B.
Gegen diesen Entscheid erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe vom
4. Oktober 2016 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Er bean-
tragt sinngemäss, der vorinstanzliche Entscheid sei aufzuheben und ihm
sei der Eidgenössische Berufsmaturitätsausweis zu erteilen. Zur Begrün-
dung führt er aus, dass die Note 2.0 im Ergänzungsfach "Sozialwissen-
schaften" für das Nichtbestehen der Prüfung ausschlaggebend gewesen
sei, die Notengebung und die Bewertung jedoch nicht nachvollziehbar
seien.
C.
Mit Vernehmlassung vom 17. November 2016 beantragt die Prüfungskom-
mission die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung
führt sie aus, der Beschwerdeführer habe die Prüfung gemäss Art. 20 lit. c
des Reglements über die eidgenössischen Berufsmaturitätsprüfungen
nicht bestanden, da die Summe der Notenabweichungen von 4.0 nach un-
ten 3.0 Punkte (statt der erlaubten 2.0 Punkte) betrage.
Im Ergänzungsfach "Sozialwissenschaften", für das sich der Beschwerde-
führer entschieden habe, wählten die Kandidaten zwei Themen: Das eine
als Grundlage für das selbst zu verfassende und spätestens zwei Monate
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vor der Prüfung einzureichende schriftliche Dossier, das andere als Ergän-
zung für die mündliche Prüfung. Der Beschwerdeführer habe für die münd-
liche Prüfung das Thema "Psychologie", für das schriftliche Dossier das
Thema "Soziologie" und als Titel des Dossiers [...] gewählt. Unmittelbar vor
der mündlichen Prüfung sei eine Vorbereitungszeit vorgesehen. Der Be-
schwerdeführer habe für die Vorbereitung der 15 Minuten dauernden Prü-
fung von den Experten vier Fragen erhalten, auf welche er sich in einem
beaufsichtigten Zimmer habe vorbereiten können.
Die Note im Ergänzungsfach "Sozialwissenschaften" setze sich zu 50 %
aus der Bewertung des Dossiers und zu 50 % aus der Bewertung der
mündlichen Prüfung zusammen. Für beide Bewertungen seien zwei erfah-
rene, ausgewiesene Expertinnen für Berufsmaturitätsprüfungen nach Prü-
fung der erforderlichen Qualifikationen eingesetzt worden. Im Weiteren ver-
weist die Vorinstanz auf die Stellungnahme der Expertinnen (Beilagen 11
und 12).
D.
Mit Verfügung vom 24. November 2016 wurde dem Beschwerdeführer die
Vernehmlassung der Prüfungskommission sowie die eingereichten Prü-
fungs- und Bewertungsunterlagen zur Kenntnis gebracht und ihm Gelegen-
heit zur Replik gegeben.
E.
Mit Replik vom 7. Februar 2017 führt der Beschwerdeführer aus, die Fehl-
beurteilung seines schriftlichen Dossiers durch die Prüfungskommission
habe das Nichtbestehen der Berufsmatur massgeblich beeinflusst, wobei
die Benotung zu korrigieren sei. Er beruft sich dazu auf eine selbst einge-
reichte Bewertung von Y._ zum Dossier, welche von derjenigen der
Prüfungskommission erheblich abweiche. Des Weiteren bringt er vor, dass
sich die mündliche Prüfung – entgegen den Prüfungsbestimmungen – nicht
schwerpunktmässig auf das Fach Psychologie bezogen habe.
F.
Mit Duplik vom 9. März 2017 hält die Prüfungskommission an ihren Anträ-
gen fest.
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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Der auf dem Notenblatt mitgeteilte Prüfungsentscheid ist eine Verfügung
im Sinne von Art. 5 Abs. 1 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom
20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Vorinstanz gemäss Art. 33
Bst. d des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG,
SR 73.32]) ist das Staatsekretariat für Bildung, Forschung und Innovation
(SBFI), in dessen Namen und Auftrag die Prüfungskommission das Noten-
blatt praxisgemäss ausgestellt hat (vgl. BVGE 2010/60 E. 2.2). Das Bun-
desverwaltungsgericht ist somit für die Beurteilung der vorliegenden Be-
schwerde zuständig (Art. 61 Abs. 2 des Berufsbildungsgesetzes vom
13. Dezember 2002 [BBG, SR 412.10] i.V.m. Art. 31 ff. VGG).
Als Adressat der angefochtenen Verfügung ist der Beschwerdeführer zur
Beschwerde legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Diese ist frist- und formge-
recht eingereicht worden und die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen lie-
gen vor (Art. 50 Abs. 1, Art. 52 Abs. 1 und Art. 44 ff. VwVG).
Auf die Beschwerde ist daher einzutreten.
2.
2.1 Das eidgenössische Berufsmaturitätszeugnis erhält, wer ein eidgenös-
sisches Fähigkeitszeugnis besitzt und die vom Bund anerkannte Berufs-
maturitätsprüfung bestanden oder ein gleichwertiges Qualifikationsverfah-
ren erfolgreich durchlaufen hat (Art. 39 Abs. 1 BBG).
Mit dem erfolgreichen Bestehen der Berufsmaturitätsprüfung weist eine
Person nach, dass sie die Fachhochschulreife erlangt hat, d.h. dass sie
grundlegende Kenntnisse im selbständigen Denken und in der Fähigkeit
besitzt, Probleme von angemessener Schwierigkeit sachgemäss zu bear-
beiten und ihre Lösungen klar darzustellen (Art. 9 des Reglements über die
eidgenössischen Berufsmaturitätsprüfungen vom 22. September 2009,
nachfolgend Prüfungsreglement [verfügbar unter www.sbfi.admin.ch >
Themen > Bildung > Maturität > Berufsmaturität > Eidgenössische Berufs-
maturitätsprüfung bis 2018, abgerufen am 2.3.2018; vgl. auch Art. 3 der
Verordnung über die eidgenössische Berufsmaturität vom 24. Juni 2009
[Berufsmaturitätsverordnung, BMV, SR 412.103.1]; Urteil des BVGer
B-5481/2015 vom 27. Februar 2017 E. 2).
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2.2 Die Prüfungen für die Berufsmaturität kaufmännische Richtung umfas-
sen, neben den Grundlagenfächern, zusätzlich das Fach ʺFinanz- und
Rechnungswesenʺ, zwei Ergänzungsfächer gemäss Stoffplan und eine in-
terdisziplinäre Projektarbeit (IDPA; Art. 10 Abs. 2 Bst. a / c und Abs. 3 des
Prüfungsreglements).
Die Leistungen werden dabei in allen Fächern mit halben Noten von 1 bis 6
bewertet, wobei die Note 6 für die höchst und die Note 1 für die tiefst mög-
liche Bewertung stehen. Noten von 4 und höher bezeichnen genügende
Leistungen, Noten von weniger als 4 stehen für ungenügende Leistungen
(Art. 16 des Prüfungsreglements). Bei Fächern, die schriftlich und mündlich
geprüft werden, wird sowohl für die schriftliche als auch für die mündliche
Prüfung eine Note erteilt. Die Fachnote wird als Mittelwert aus den beiden
Noten auf eine Dezimalstelle gerundet (Art. 16 Abs. 4 des Prüfungsregle-
ments).
Gemäss Art. 20 des Prüfungsreglements ist die Berufsmaturitätsprüfung
bestanden, wenn kumulativ folgende Voraussetzungen gegeben sind:
a) die Gesamtnote muss mindestens 4.0 betragen; b) es dürfen nicht mehr
als drei Fachnoten unter 4.0 erteilt worden sein; c) die Notenabweichungen
unter der Note 4.0 dürfen insgesamt nicht mehr als 2.0 Punkte betragen;
und d) die IDPA genügend ist (Art. 20 des Prüfungsreglements).
2.3 Der Beschwerdeführer hat vorliegend einen Notendurchschnitt von 4.2
erreicht. Ihm wurden nicht mehr als drei ungenügende Fachnoten erteilt
und er hat die genügende Note 4.7 für seine IDPA erzielt. Demnach sind
die Erfordernisse gemäss Art. 20 Bst. a, b und d des Prüfungsreglements
erfüllt. Allerdings beträgt die Summe seiner Notenabweichungen von 4.0
nach unten 3.0 Punkte (statt der zugelassenen 2.0 Punkte). Für das Be-
stehen der Prüfung müssten die ungenügenden Noten insgesamt um einen
Punkt höher ausfallen. Hinsichtlich der ungenügend absolvierten Fächern
"Landessprache (F) und "Mathematik" (je Note 3.5) bringt der Beschwer-
deführer keine Rügen vor. Er wendet sich einzig gegen die Notengebung
im Ergänzungsfach "Sozialwissenschaften" (Note 2.0). Sowohl das schrift-
liche Dossier im Themenbereich "Soziologie" (Vernehmlassung, Bei-
lage 10) als auch die mündliche Prüfung in "Psychologie" wurden mit der
Note 2.0 bewertet.
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3.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht können die Verletzung
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-
messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-
lichen Sachverhalts sowie die Unangemessenheit der angefochtenen Ver-
fügung gerügt werden (Art. 49 VwVG).
3.1 Das Bundesverwaltungsgericht überprüft Entscheide über Ergebnisse
von Prüfungen grundsätzlich mit uneingeschränkter Kognition (Art. 49
VwVG; vgl. auch ZIBUNG/HOFSTETTER in: Waldmann/Weissenberger
(Hrsg.), Praxiskommentar VwVG, 2. Aufl. 2016, Art. 49 N 43). Indes haben
Prüfungen oftmals Spezialgebiete zum Gegenstand, in denen die Rechts-
mittelbehörde in der Regel über keine genügenden eigenen Fachkennt-
nisse verfügt. Zudem sind der Rechtsmittelbehörde zumeist nicht alle
massgebenden Faktoren der Bewertung bekannt und es ist ihr oft nicht
möglich, sich ein zuverlässiges Bild über die Gesamtheit der Leistungen
einer beschwerdeführenden Person sowie der Leistungen der übrigen
Kandidaten zu machen. Eine freie und umfassende Überprüfung der Exa-
mensbewertung würde die Gefahr von Ungerechtigkeiten und Ungleichhei-
ten gegenüber den anderen Prüfungskandidaten in sich bergen und es ist
auch nicht Aufgabe der Beschwerdeinstanz, die Bewertung der Prüfungs-
leistungen einer beschwerdeführenden Person gewissermassen zu wie-
derholen (vgl. statt vieler BVGE 2008/14 E. 3.1).
3.2 In ständiger Rechtsprechung auferlegt sich das Bundesverwaltungsge-
richt daher bei der Bewertung von Prüfungsleistungen und spezifischen
Fragen, die seitens der Justizbehörden naturgemäss schwer überprüfbar
sind, eine gewisse Zurückhaltung. Es hat nur dann auf Rügen betreffend
eine behauptete Unangemessenheit der Bewertung von Prüfungsleistun-
gen detailliert einzugehen, wenn der Beschwerdeführer selbst substanti-
ierte und überzeugende Anhaltspunkte sowie die entsprechenden Beweis-
mittel dafür liefert, dass das Ergebnis materiell nicht vertretbar ist, dass
eindeutig zu hohe Anforderungen gestellt oder, dass die Prüfungsleistun-
gen offensichtlich unterbewertet wurden (vgl. BVGE 2010/21 E 5.1 m.w.H.;
kritisch dazu PATRICIA EGLI, Gerichtlicher Rechtsschutz bei Prüfungsfällen:
Aktuelle Entwicklungen, in: ZBI 10/2011 S. 553 ff., insb. S. 555 f. m.w.H.).
Die Experten, deren Notenbewertung beanstandet wird, nehmen im Rah-
men der Vernehmlassung der Vorinstanz Stellung. Dabei überprüfen sie in
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der Regel ihre Bewertung nochmals und geben bekannt, ob sie eine Kor-
rektur als gerechtfertigt erachten oder an der ursprünglichen Bewertung
festhalten (vgl. statt vieler BVGE 2008/14 E. 3.1 f. m.H.).
3.3 In Bezug auf die relative Gewichtung der verschiedenen Aufgaben, der
Überlegungen oder Berechnungen, die zusammen die korrekte und voll-
ständige Antwort auf eine bestimmte Prüfungsfrage darstellen, kommt den
Experten ein erheblicher Beurteilungsspielraum zu. Dies gilt insbesondere
auch bei der Beurteilung der Frage, wie viele Punkte für eine konkrete ab-
weichende oder nur teilweise richtige Antwort erteilt werden. Das Ermes-
sen der Experten ist lediglich dann eingeschränkt, wenn die Prüfungsor-
gane ein verbindliches Bewertungsraster vorgegeben haben, in dem die
genaue Punkteverteilung für einzelne Teilantworten klar definiert ist. In ei-
nem solchen Fall hat jeder einzelne Kandidat entsprechend dem Grund-
satz der Gleichbehandlung den Anspruch darauf, dass er diejenigen
Punkte erhält, die ihm gemäss Bewertungsraster für eine richtige Teilleis-
tung zustehen (vgl. statt vieler BVGE 2008/14 E. 4.3.2 m.H.).
3.4 Zusammenfassend weicht das Bundesverwaltungsgericht nicht ohne
Not von der Beurteilung der Experten ab, nicht zuletzt wenn diese Stellung
zu den Rügen der beschwerdeführenden Person genommen haben und
die Auffassung der Experten, insbesondere soweit sie von derjenigen des
Beschwerdeführers abweicht, nachvollziehbar und einleuchtend ist (vgl.
statt vieler BVGE 2010/11 E. 4.2 und 2008/14 E. 3.1 f. und 4.3.2, je m.w.H.;
kritisch PATRICIA EGLI, a.a.O. S. 556 m.w.H.; vgl. allgemein ZIBUNG/HOF-
STETTER in: Waldmann/Weissenberger (Hrsg.), Praxiskommentar VwVG,
2. Aufl. 2016, Art. 49 N 45 ff.).
Diese Zurückhaltung gilt indessen nur für die materielle Bewertung der Prü-
fungsleistungen. Ist demgegenüber die Auslegung oder Anwendung von
Rechtsvorschriften streitig oder werden Verfahrensmängel im Prüfungsab-
lauf gerügt, so hat das Bundesverwaltungsgericht die erhobenen Einwen-
dungen mit umfassender Kognition zu prüfen (vgl. BVGE 2008/14 E 3.3
m.H.). Hierbei nehmen all jene Einwände auf Verfahrensfragen Bezug, die
den äusseren Ablauf der Prüfung, die Aufgabenstellung oder das Vorgehen
bei der Bewertung betreffen (Urteil des BGer 2D_6/2010 vom 24. Juni 2010
E. 5.2; Urteil des BVGer B-6256/2009 vom 14. Juni 2010 E. 3 m.w.H.). Die
Beweislast für allfällige Verfahrensfehler obliegt dem Beschwerdeführer
(vgl. Urteile des BVGer B-5160/2017 vom 1. Februar 2018 E. 2.3;
B-6256/2009 vom 14. Juni 2010 E. 5.5).
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4.
Der Beschwerdeführer macht insbesondere geltend, sein schriftliches Dos-
sier im gewählten Themenbereich "Soziologie" mit dem Titel [...] sei unter-
bewertet.
4.1 Für das Ergänzungsfach ̋ Sozialwissenschaftenʺ sieht der Stoffplan zur
Eidgenössischen Berufsmaturitätsprüfung kaufmännische Richtung vor,
dass zwei Themen für die Prüfung vereinbart werden, eines als Grundlage
für das zu verfassende (schriftliche) Dossier und das andere als Ergänzung
für die mündliche Prüfung (Vernehmlassungsbeilage 5, S. 20 Ziff. 7). Wie
dem Leitfaden für die Eidgenössischen Berufsmaturitätsprüfungen (Ver-
sion März 2016) zu entnehmen ist, wird bei der Beurteilung des Dossiers
insbesondere auf die Eigenständigkeit der Arbeit, auf ihren Aufbau und die
sachliche Relevanz des Inhalts, auf korrektes Zitieren und Bibliografieren
sowie auf die sprachlichen und gestalterischen Qualitäten des Dossiers
geachtet. Der Leitfaden, auf den die Prüfungskommission den Beschwer-
deführer im Zulassungsentscheid zur Prüfung ausdrücklich hinwies (Ver-
nehmlassungsbeilage 2), enthält auch Angaben zur Struktur des Dossiers.
Zudem hält er fest, dass das Dossier persönliche Gedanken über die Arbeit
und die Problematik des bearbeiteten Themas wiedergeben soll. Ebenfalls
werde erwartet, dass eine persönliche Auseinandersetzung mit dem
Thema stattfinde und die Kandidatin bzw. der Kandidat einen eigenen
Standpunkt zum Thema vertrete (Vernehmlassungsbeilage 4, Ziff. 4.8.2).
4.2 Der Beschwerdeführer selbst legt in seiner Beschwerdeschrift wie auch
in seiner Replik nicht im Detail dar, aus welchen Gründen die Bewertung
des schriftlichen Dossiers aus seiner Sicht nicht korrekt sei. Im Wesentli-
chen verweist er pauschal auf die von ihm eingereichte Bewertung von
Y._. Sie sei seine ehemalige Sozialwissenschaftslehrerin und
komme zu wesentlich anderen Schlüssen als die Vorinstanz. In ihrer (un-
datierten) Beurteilung (Beschwerde-Beilage 2) führt sie aus, sie bewerte
die Arbeit vor dem Hintergrund ihrer mehrjährigen Erfahrung als Lehrerin
für das Fach Sozialwissenschaften mit der Note 4.5. Der Beschwerdefüh-
rer habe sich ein sehr passendes, zeitloses aber auch komplexes Thema
ausgesucht. Er habe das Thema in der Einleitung gut eingeführt und prä-
zise erläutert, worum es in seiner Arbeit gehe. Die dramaturgische Theorie
werde genau erklärt. Dabei stütze er sich auf mehrere Quellen und führe
den Leser gut und strukturiert in das Thema ein. Der Beschwerdeführer
habe sich intensiv mit der Recherche auseinandergesetzt. Die Herleitung
seiner Schlussfolgerungen sei gut durchdacht und mit verschiedenen
Quellen untermauert. Er zeige auf, welche Folgen die Schlussfolgerungen
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auf die gesamte Gesellschaft hätten und wie und wo sich die thematisierten
Phänomene in der Gesellschaft wiederfinden liessen. Am Schluss fasse
der Beschwerdeführer die Erkenntnisse kurz zusammen und ziehe ein Fa-
zit zur äusserst komplexen Fragestellung. Somit habe er alle wichtigen
Punkte abgedeckt und biete einen sehr guten Einblick in das Thema. Ab-
schliessend handle es sich um eine gut strukturierte und gut recherchierte
sozialwissenschaftliche Arbeit, welche den Anforderungen im Fach Sozial-
wissenschaften absolut entspreche. Als Kritikpunkt könne angemerkt wer-
den, dass die Zitierweise fehlerhaft sei und auch Fehler im Quellenver-
zeichnis zu finden seien. Einige der aufgeführten Punkte hätten vertieft und
die eigene Meinung weggelassen werden können. Zudem weise die Arbeit
stilistische Fehler auf. Dies sei in die Bewertung (Note 4.5) eingeflossen.
4.3 Die Prüfungskommission verweist in ihrer Vernehmlassung auf die
Stellungnahme der Prüfungsexpertinnen vom 25. Juli 2016 zum Dossier
(Vernehmlassungsbeilage 11). Die Expertinnen hielten am 18. Februar
2017 an dieser Bewertung fest (Duplik, Beilage 16). Hinsichtlich des Beur-
teilungskriteriums ʺPräsentation und Formʺ des Themas und des Ziels der
Arbeit führen sie aus, dass das Thema interessant, die Zielformulierung
jedoch unklar sei. Die Einleitung sei wirr und gehe nicht auf die Vorgehens-
weise ein. Es werde kein Konzept präsentiert. Was ʺSprache und Stilʺ an-
belange, seien viele formale Fehler (Orthografie, Interpunktion, Gramma-
tik) vorhanden. Die Kohärenz sei mangelhaft und die Abschnitte wiesen
wenige Bezüge zueinander auf. Zitate flössen übergangs- und kommen-
tarlos ein. In Bezug auf den ʺInhaltʺ der Arbeit führen die Expertinnen an-
hand von Beispielen aus, dass die Begriffsklärungen teilweise unklar seien.
Weiter würden unwissenschaftliche oder nicht hinreichend geklärte Quel-
len zitiert. Sehr viele Zitate würden ohne Kontext eingebracht, statt die Zu-
sammenhänge darzulegen und in eigenen Worten zu formulieren. Die Zi-
tate würden nicht hergeleitet und diskutiert, was teilweise zur Unverständ-
lichkeit führe. Teilweise werde klar, dass die Zitate aufgrund von formalen
Fehler fehlerhaft seien. Die Expertinnen nennen dabei zahlreiche konkrete
Passagen der Arbeit im Zusammenhang mit ihren Bewertungen. Zudem
habe die Überprüfung durch die Plagiatssoftware ergeben, dass 8 Sätze
einem im Internet zugänglichen Pdf-Dokument entstammten und 26 Sätze
in anderen Dokumenten gefunden worden seien. Hinsichtlich der ʺsozial-
wissenschaftlichen Methodikʺ merkten die Expertinnen an, dass die Inter-
netquellen nicht datiert seien. Quellenverweise innerhalb des Textes in
Form von Fussnoten seien vorhanden, doch fehle die Abstützung von ge-
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wissen Informationen. Teilweise sei unklar, wessen Aussagen zitiert wür-
den. Ausserdem fehle ein methodisches Vorgehen vollends. Hypothesen
würden keine aufgestellt und geprüft. Das Vorgehen werde nicht reflektiert.
4.4 Zunächst ist die Aussagekraft der vom Beschwerdeführer eingereich-
ten Bewertung von Y._ unter zwei Aspekten zu relativieren. Zum
einen weist die Vorinstanz zutreffend darauf hin, dass sich trotz ihres aka-
demischen Abschlusses aus den Akten nicht ergibt, inwieweit sie über die
Qualifikationen und die betriebliche Erfahrung verfügt, um auf der Stufe
Berufsmaturität als qualifizierte Lehrperson zu gelten. Zum andern ist denk-
bar, dass sie als Bekannte des Beschwerdeführers eine eher wohlwollende
Beurteilung abgegeben hat.
Inhaltlich bleibt die vom Beschwerdeführer eingereichte Bewertung in all-
gemeinen Erläuterungen haften und geht – im Gegensatz zu derjenigen
der Expertinnen – nicht konkret auf einzelne Passagen in der Arbeit und
das gewählte Thema ein. Der Beschwerdeführer stellt der Stellungnahme
der Expertinnen im Wesentlichen eine eigene Bewertung gegenüber, un-
terlässt es jedoch genauer darzulegen, aufgrund welcher Elemente der Ar-
beit die Ausführungen der Expertinnen als offensichtlich falsch betrachtet
werden müssten. Dies gilt auch für die zweite Beurteilung mit der Note 4.0
(Beilage 2 zur Replik). Beispielsweise äussert sie sich nicht näher dazu,
aus welchen Gründen seiner Arbeit die nötige Eigenständigkeit zukomme
(ʺEigenständigkeit gegebenʺ), welche die Expertinnen ihr abgesprochen
haben. Der Beschwerdeführer zeigt ferner nicht auf, inwieweit die vorge-
nommene Bewertung im Widerspruch zum Prüfungsleitfaden (E 4.1) ste-
hen sollte. Auch ist nicht ersichtlich, dass sich die Expertinnen von sach-
fremden Kriterien hätten leiten lassen.
4.5 Eine Gegenüberstellung der vom Beschwerdeführer eingereichte Be-
wertung und derjenigen der Expertinnen führt jedenfalls nicht zur Schluss-
folgerung, dass erstere deutlich überzeugender ausfiele und die Bewer-
tung der Expertinnen hinreichend entkräftete. Zwar erscheint die Arbeit mit
der Note 2.0 als streng bewertet. Es fehlen jedoch Argumente, die den Ein-
druck einer materiell geradezu unvertretbaren Beurteilung oder deutlich zu
hoch angesetzter Anforderungen entstehen liessen. Insbesondere beste-
hen keine stichhaltigen Gründe, um die Notengebung für das schriftliche
Dossier – im Ausmass von 2.0 Punkten – auf 4.0 Punkte zu erhöhen, wie
es für das Bestehen der Prüfung (vorbehaltlich einer Korrektur der Note zur
mündlichen Prüfung) erforderlich wäre.
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Seite 11
4.6 Zusammenfassend liefert der Beschwerdeführer keine ausreichend
überzeugenden Anhaltspunkte dafür, dass eine offensichtliche Unterbe-
wertung des schriftlichen Dossiers im Ergänzungsfach ʺSozialwissen-
schaftenʺ erfolgt wäre. Die Bewertung der Expertinnen erscheint nicht als
offensichtlich unangemessen, weshalb auch kein Anlass besteht von der
vorgenommenen Beurteilung abzuweichen.
5.
Hinsichtlich der mündlichen Prüfung im Ergänzungsfach ʺSozialwissen-
schaftenʺ rügt der Beschwerdeführer, dass sich diese – entgegen den Prü-
fungsbestimmungen – im Schwerpunkt nicht auf das Fach ʺPsychologieʺ
bezogen habe, wie man dies aufgrund der im Ergänzungsfach eingereich-
ten Arbeit habe erwarten dürfen (Replik, S. 2).
5.1 Die Prüfungskommission bestreitet dagegen ausdrücklich, dass die
Prüfung von der Gewichtung her nicht dem Stoffplan entsprechend durch-
geführt worden sei. Es seien sehr wohl Fragen zum Fach ʺPsychologieʺ
gestellt worden (Duplik, S. 2).
5.2 Der Beschwerdeführer beruft sich auf ein Schreiben der Schule Z._
an die Klasse B._, worin als ʺGenerelle Stellungnahmeʺ ausgeführt
wird, dass sich die externe mündliche Prüfung nicht schwerpunktmässig
auf das Fach ʺPsychologieʺ bezogen habe (Beilage 3 zur Replik). Im kon-
kreten Fall ergibt jedoch das Protokoll zur Prüfung des Beschwerdeführers
(Vernehmlassung, Beilagen 9 u. 12) ein anderes Bild:
So dürfte die erste Frage zwar weitgehend das Fach der Soziologie betref-
fen (ʺIn ihrem Dossier [...] gehen Sie darauf ein, dass der Mensch als Indi-
viduum in Wechselwirkung zur Gesellschaft steht. Warum kann sich der
Mensch nicht von der Gesellschaft abgrenzen? Stützen Sie Ihre Antwort
mit Argumenten aus der Soziologie.ʺ). Allerdings sieht der Leitfaden für die
eidgenössischen Berufsmaturitätsprüfungen (Version März 2016, Ziff.
4.8.1) für die mündliche Prüfung in den Ergänzungsfächern ausdrücklich
vor, das die Kandidatinnen und Kandidaten ein bis zwei ʺEinstiegsfragenʺ
erhalten, zu denen sie sich vorbereiten können, wobei das eingereichte
Dossier im Zentrum stehe. Zusätzlich werde die Fähigkeit geprüft, Zusam-
menhänge zum zweiten Thema des entsprechenden Ergänzungsfachs
herzustellen. Vorliegend betrifft die erste Frage eindeutig das schriftliche
Dossier des Beschwerdeführers und steht somit in keinem offensichtlich
erkennbaren Widerspruch zum Prüfungsleitfaden. Auch die Frage 2 (ʺWel-
che Arten von Konflikten stehen mit Rollen im Zusammenhang? Erläutern
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Seite 12
und veranschaulichen Sie die Arten durch Beispiele, die mit verschiedenen
[...], wie Sie sie im Dossier erläutern, einhergehen.ʺ) stellt, wie im Leitfaden
vorgesehen, einen Zusammenhang zwischen dem Thema des Dossiers
und dem Fach ʺPsychologieʺ her. Sie konnte deshalb aufgrund des einge-
reichten Dossiers erwartet werden. So zählen zum Prüfungsstoff des
Fachs unter anderem grundlegende Phänomene der Psychologie, zu de-
nen explizit auch Konflikte gehören (Stoffplan zur Eidgenössischen Berufs-
maturitätsprüfung [Vernehmlassungsbeilage 5], S. 31 Ziff. 7.6.3 Bst. b).
Des Weiteren sind sowohl die Frage 3 (ʺErläutern Sie mithilfe Ihres kom-
munikationspsychologischen Wissens, wie Konflikte in einer Beziehung
gelöst werden könnten.) als auch die Frage 4 (ʺWas ist die Leistung des
Entwicklungspsychologen Jean Piaget? Erläutern Sie in Ihrer Darlegung
die beiden Begriffe Akkomodation und Assimilation.) offensichtlich dem
Fach Psychologie zuzuordnen.
5.3 Demnach stammen die Fragen überwiegend aus dem Gebiet der Psy-
chologie und stehen im Einklang mit dem Prüfungsleitfaden. Im Übrigen
zeigt der Beschwerdeführer nicht näher auf, gegen welche konkrete Prü-
fungsbestimmung die Aufgabenstellung verstossen haben könnte. Die Auf-
gabenstellung im Rahmen der mündlichen Prüfung stellt somit keinen Ver-
fahrensmangel im Prüfungsablauf dar.
6.
Demgemäss erweist sich die Beschwerde als unbegründet, weshalb sie
abzuweisen ist.
7.
Entsprechend dem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer die Ver-
fahrenskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG sowie Art. 1 ff. des Regle-
ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor
dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Diese werden auf
Fr. 600.– festgesetzt.
Es ist keine Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG;
Art. 7 Abs. 1 und 3 VGKE).
8.
Dieser Entscheid kann nicht mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen An-
gelegenheiten an das Schweizerische Bundesgericht weitergezogen wer-
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Seite 13
den (Art. 83 Bst. t i.V.m. Art. 82 des Bundesgesetzes über das Bundesge-
richt vom 17. Juni 2005 [Bundesgerichtsgesetz, BGG, SR 173.110]). Er ist
somit endgültig.