Decision ID: cca501dc-b8c4-4be8-b795-40ca7eb39b54
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1995, leidet a
n
einer Autismus-Spektrum-Störung im Sinne
eines
Asperger
-
Synd
r
oms (
Urk.
8/99/
1
8).
Im September 2011
während der Absolvierung der dritten Klasse der Sekundar
stufe (vgl.
Urk.
8/14/1)
wurde er durch seine
Eltern
bei der Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, für berufliche Massnahmen angemeldet (
Urk.
8/1, 8/8).
Die IV-Stelle veranlasste die Untersuchung bei
Dr.
med.
Y._
, Fachärztin für Kinder- und
Jugendmedizin, vom Regionalen Ä
rztlichen Dienst
(RAD) der IV-Stelle vom 19.
April 2012 (Urk.
8/13
)
und zog die Schulzeugnisse sowie einen Bericht der Schule
Z._
, bei (
Urk.
8/14, 8/15).
Nach der Sekundarstufe absolvierte der Versiche
rte das Berufsvorbereitungsjahr an der Berufswahlschule
A._
(Urk.
8/34).
Die IV-Stelle
ver
m
ittelte
verschiedene Berufswahlkurzpraktika
(Urk.
8/25,
8/28) und übernahm
eine
berufliche Kurzab
klärung
in der
B._
-Stiftung im Hinblick auf eine kaufmännische Ausbildung
(
Urk.
8/
32-33
, 8/38, 8/43
und 8/49).
Am 1
6.
Mai 2013 erteilte sie
Kostengutsprache für das Berufsvorbereitungsjahr
in der
B._
-Stiftung
ab
1.
August 2013 bis 3
1.
Juli 2014
(
Büroassistent nach
Insos
PrA
,
Urk.
8/50)
und sprach dem mittlerweile volljährigen Versicherten ein Taggeld zu (
Urk.
8/59). Da nach Abschluss des
Berufsvorbereitungsjahres
eine weitere Ausbildung im Bürobereich als nicht geeignet erachtet wurde
(vgl.
Urk.
8/70/2, 8/73/18 ff.
; vgl. auch
Urk.
8/84/4)
, wurde i
m Anschluss
ab 18. August bis 1
2.
Oktober 2014
eine
berufliche Abklärung im
C._
durchge
führt
und wiederum ein Taggeld zugesprochen
(
Urk.
8/74
, 8/80
, 8/85-87
).
D
er Versicherte arbeitete dabei in den Bereichen
Mechanik,
Druckausrüsterei
und
Logistik (Schlussbericht Abklärung des
C._
vom 22.
Oktober 2014,
Urk.
8/80).
Gemäss der Mitteilung vom
4.
November 2014 schloss
die IV-Stelle die beruf
lichen Massnahmen
ab
, da weitere
Massnahmen aktuell
zu keiner Verbesserung der Eingliederungsmöglichkeiten führen könnten. Empfohlen werde ein geschütz
ter Arbeitsplatz
(
Urk.
8/82
, 8/84
).
Die IV-Stelle veranlasste sodann
eine psychiat
rische Begutachtung bei
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psycho
therapie (Gutachten vom 2
6.
Mai 2015,
Urk.
8/99).
Mit Verfügungen vom 1
0.
September 2015 sprach die IV-Stelle dem Versicherten ab dem
1.
Oktober 2014
bei einem Invaliditätsgrad von 90
%
eine ganze ausserordentliche Invali
denrente zu (
Urk.
8/114
, 8/106
).
1
.2
Am 2
5.
Februar 2016 ersuchte
der
Versicherte die IV-Stelle um die Prüfung wei
terer beruflicher Massnahmen (
Urk.
8/121). Dies lehnte die IV-Stelle gemäss der Mitteilung vom
9.
März 2016 ab (
Urk.
8/122).
Am 1
9.
September 2017 ersuchte der Versicherte die IV-Stelle erneut um beruf
liche Massnahmen (
Urk.
8/125).
Die IV-Stelle
liess dem Versicherten einen Fra
gebogen
zur Rentenrevision und
Leistungsprüfung zukommen (vgl.
Urk.
8/128
, 8/129
).
Am 2
0.
November 2017 teilte sie dem Versicherten mit, es bestehe wei
terhin Anspruch auf die bisherige Rente (
Urk.
8/133). Mit Vorbescheid vom 2
0.
November 2017 teilte sie dem Versicherten zudem mit, Anspruch auf Einglie
derungsmassnahmen bestehe nicht
. Eine Eingliederung in den ersten Arbeits
markt sei auch mit einer weiteren Ausbildung nicht möglich
(
Urk.
8/134). Auf
grund des Einwands des Versicherten
(
Urk.
8/141) und des Berichts der Stiftung
E._
vom
8.
Februar 2018 (
Urk.
8/145
)
, wo der
Versicherte se
it dem
7.
August 2017 tätig war
, führte sie
am 2
2.
März 2018
ein Standortg
espräch mit dem Versicherte
n durch (
Urk.
8/152).
Mit Verfügung vom 2
8.
März 2018 wies die IV-Stelle das Gesuch um Kostenüber
nahme einer weiteren Ausbildung
ab
(
Urk.
8/153
= Urk. 2
).
2.
Gegen diese Verfügung richtet
sich die Besc
hwerde des Versicherten vom 26.
April 2018 mit dem Rechtsbegehren, es seien berufliche Massnahmen im Sinne einer Ausbildung zum Logistiker zuzusprechen (
Urk.
1). In der Beschwer
deantwort vom 3
1.
Mai 2018
(
Urk.
7)
schloss die IV-Stelle auf Beschwerdeabwei
sung, wovon dem Beschwerdeführer am
1.
Juni 2018 Kennt
n
is gegeben wurde
(
Urk.
9)
.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8
des Bundesgesetzes über den Allgemei
nen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG) bedrohte Versicherte haben gemäss Art. 8
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit (Abs. 1):
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
wieder herzustellen
, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen
für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind.
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Aus
übung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbslebens zu berücksichtigen (Abs. 1
bis
). Nach Massgabe der Art. 13 und 21 IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig von der Möglichkeit einer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in den Aufgabenbereich (Abs. 2). Nach Massgabe von Art. 16 Abs. 2
lit
. c IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig davon, ob die Eingliederungsmassnahmen notwendig sind oder nicht, um die Erwerbs
fähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, zu erhalten oder zu verbessern (Abs. 2
bis
).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen gemäss Abs. 3 in medizinischen Mass
nahmen (
lit
. a), Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Ein
gliederung (
lit
.
a
bis
), Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung
, Kapitalhilfe;
lit
. b) und in
der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
. d).
1.2
1.2.1
Nach Art. 16 Abs. 1 IVG haben Versicherte, die noch nicht erwerbstätig waren und denen infolge Invalidität bei der erstmaligen beruflichen Ausbildung in wesentlichem Umfange zusätzliche Kosten entstehen, Anspruch auf Ersatz dieser Kosten, sofern die Ausbildung den Fähigkeiten der versicherten Person entspricht. Als erstmalige berufliche Ausbildung gilt gemäss Art. 5 Abs. 1
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
die berufliche Grundbildung nach dem Berufsbildungsgesetz (BBG) sowie, nach Abschluss der Volks- oder Sonderschule, der Besuch einer Mittel-, Fach- oder Hochschule und die berufliche Vorbereitung auf eine Hilfsarbeit oder auf die Tätigkeit in einer geschützten Werkstätte.
1.2.2
Gemäss
Art.
17 IVG hat die versicherte Person Anspruch auf Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbessert werden kann (
Abs.
1). Der Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit ist die Wiedereinschulung in den bisherigen Beruf gleichgestellt (
Abs.
2). Als Umschu
lung gelten gemäss
Art.
6
Abs.
1 IVV Ausbildungsmassnahmen, die Versicherte nach Abschluss einer erstmaligen beruflichen Ausbildung oder nach Aufnahme einer Erwerbstätigkeit ohne vorgängige berufliche Ausbildung wegen ihrer Inva
lidität zur Erhaltung oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit benötigen.
Für die Umschulung als Naturalleistung (
Art.
17 IVG) hat die Invalidenversiche
rung grundsätzlich voll aufzukommen (
Art.
6 IVV), wogegen sich ihre Aufgabe im Rahmen von
Art.
16 IVG darauf beschränkt, an die erstmalige berufliche Aus
bildung Beiträge zu leisten, und zwar in dem Masse, als invaliditätsbedingt zusätzliche Kosten von wesentlichem Umfang (
Art.
5
Abs.
2 IVV) entstehen. Im Hinblick auf diese
n
und weitere Unterschiede ist es unerlässlich, die Leistungsan
sprüche nach
Art.
16 und
Art.
17 IVG voneinander abzugrenzen. Diesbezüglich kommt es nach dem Gesetzeswortlaut und der bisherigen Rechtsprechung ent
scheidend darauf an, ob die versicherte Person vor Beginn der Eingliederungs
massnahme bereits effektiv erwerbstätig war oder nicht (EVGE 1969 S. 110 E. 2a mit Hinweisen). Dabei fällt nach der Praxis nur eine ökonomisch relevante Erwerbstätigkeit in Betracht (ZAK 1983 S. 249 E. 1c mit Hinweis).
Ein für die Abgrenzung von
Art.
16 und
Art.
17 IVG massgebliches ökonomisch relevantes Erwerbseinkommen liegt vor, wenn die versicherte Person bereits während sechs Monaten drei Viertel der minimalen vollen einfachen ordentlichen Invalidenrente erzielte
, oder wenn
die versicherte Person zwar weniger als sechs Monate erwerbstätig war, aufgrund der gesamten Verhältnisse
aber
ebenfalls mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit feststeht, dass sie ohne invaliditätsbedingte Ein
gliederung ein Einkommen in der Höhe von drei Vierteln der minimalen vollen einfachen ordentlichen Invalidenrente verdienen würde (BGE 121 V 186 E. 5b, 118 V 7 E. 1a in
fine
, 110 V 263 E. 1c; AHI 2000 S. 190 ff. E. 2a und 2b/
aa
mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts I 159/05 vom 16. März 2006 E. 2).
1.2.3
Als invalid im Sinne von
Art.
16 IVG gilt, wer aus gesundheitlichen Gründen bei einer seinen Fähigkeiten entsprechenden Ausbildung erhebliche Mehrkosten auf sich nehmen muss. Bezüglich psychischer Beeinträchtigungen sind die von der Rechtsprechung zum invalidisierenden geistigen (seit 1. Januar 2004: oder psychischen) Gesundheitsschaden (
Art.
4
Abs.
1 IVG, seit
1.
Januar 2003: in Ver
bindung mit
Art.
7 und 8
Abs.
1 ATSG) entwickelten Grundsätze auch im Bereich des
Art.
16 IVG massgeblich; dabei ist jedoch nicht die Erwerbstätigkeit, sondern der beabsichtigte Ausbildungsgang mit seinen spezifischen Anforderungen Bezugspunkt (BGE 114 V 29 E. 1b in
fine
mit Hinweisen; Urteil des Bundesge
richts I 159/05 vom 16. März 2006 E. 3.2.2).
1.3
Als Eingliederungsmassnahme unterliegt die erstmalige berufliche Ausbildung (wie auch die Umschulung) den allgemeinen Anspruchsvoraussetzungen des Art. 8
Abs.
1 IVG. Sie hat somit neben den dort ausdrücklich genannten Erfor
dernissen der Geeignetheit und Notwendigkeit auch demjenigen der Angemes
senheit (Verhältnismässigkeit im engeren Sinne) als drittem Teilgehalt des Ver
hältnismässigkeitsgrundsatzes zu genügen. Danach muss sie unter Berücksichti
gung der gesamten tatsächlichen und rechtlichen Umstände des Einzelfalles in
einem angemessenen Verhältnis zum angestrebten Eingliederungsziel stehen. Hinsichtlich der Angemessenheit lassen sich vier Teilaspekte unterscheiden, näm
lich die sachliche, die zeitliche, die finanzielle und die persönliche Angemessen
heit. Danach muss die Massnahme prognostisch ein bestimmtes Mass an Einglie
derungswirksamkeit aufweisen; sodann muss gewährleistet sein, dass der ange
strebte Eingliederungserfolg voraussichtlich von einer gewissen Dauer ist;
des Weitern
muss der zu erwartende Erfolg in einem vernünftigen Verhältnis zu den Kosten der konkreten Eingliederungsmassnahme stehen; schliesslich muss die Massnahme dem Betroffenen auch zumutbar sein (BGE 142 V 526 E. 2.3 mit zahlreichen Hinweisen).
Die sachliche Angemessenheit setzt voraus, dass die versicherte Person durch die erstmalige berufliche Ausbildung
in die Lage versetzt wird, ein Erwerbseinkom
men zu erzielen, welches mindestens einen (beachtlichen) Teil der Unter
haltskos
ten deckt (BGE 142 V 531
E. 5.3.1).
Dagegen setzt die Zusprechung einer Einglie
derungsmassnahme nicht voraus, dass diese den für den Rentenanspruch mass
gebenden Invaliditätsgrad beeinflusst (BGE 142 V 532 E. 5.3.2).
1.4
Gesetz und Verordnung enthalten keine Vorschriften über die
materiellrechtliche
Revision von Eingliederungsleistungen wegen einer seit ihrer Zusprechung ein
getretenen Veränderung der Verhältnisse. Ebenso wenig ist geregelt, unter welchen Voraussetzungen im Falle einer vorangegangenen Verweigerung von Eingliederungsleistungen ein neues Gesuch entgegenzunehmen und zu prüfen ist. In BGE 105 V 173 hat das Bundesgericht entschieden, dass Eingliederungsleis
tungen gleich wie Renten und
Hilflosenentschädigungen
zu behandeln sind und dass demzufolge
Art.
17 ATSG sowie die dazugehörigen Verordnungsbestimmun
gen in analoger Weise auch auf die Revision von Eingliederungsleistungen angewendet werden müssen.
Art.
87
Abs.
3 IVV betrifft – trotz seiner Stellung im Abschnitt E «Die Revision der Rente und der
Hilflosenentschädigung
» – zwar nicht die eigentliche
materiellrechtliche
Revision laufender Leistungen, sondern
einen andern Sachverhalt
, nämlich die Neuprüfung nach vorangegangener Leis
tungsverweigerung. Es rechtfertigt sich aber, die vorerwähnte Rechtsprechung auch auf
Art.
87
Abs.
3 IVV auszudehnen und diese Bestimmung ebenfalls in analoger Weise auf Eingliederungsleistungen anzuwenden. Aufgrund der dorti
gen Verweisung auf
Art.
87
Abs.
2 IVV ist daher, wenn eine Eingliederungsleis
tung verweigert wurde, eine neue Anmeldung nur zu prüfen, wenn die versicherte Person glaubhaft macht (vgl. BGE 130 V 64 E. 5.2, 72 E. 2.2 mit Hinweisen), dass sich die tatsächlichen Verhältnisse in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert haben (BGE 125 V 410 E. 2b, 109 V 119 E. 3a; AHI 2000 S. 233 E. 1b).
Ergibt die Prüfung durch die Verwaltung, dass
die Vorbringen
der ver
sicherten Person nicht glaubhaft sind, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten. Tritt sie jedoch auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die vom Antragsteller oder der Antragstellerin glaubhaft gemachte Veränderung auch tat
sächlich eingetreten ist
.
Stellt sie
keine
fest
, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellten Veränderun
gen genügen, um nunmehr
einen Eingliederung
s
anspruch
zu bejahen, und her
nach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungs
pflicht auch dem Gericht (
vgl. BGE 113 V 27 E. 3b; vgl. auch
BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2a und b).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich im V
erwaltungsv
erfahren und
in der ange
fochtenen Verfügung
auf den Standpunkt, der Versicherte habe bereits eine erst
malige berufliche Ausbildung absolviert. Eine Kostenübernahme für eine weitere Ausbildung erfolge nur, wenn von einer rentenmindernden Ausbildungs- und Eingliederungsfähigkeit beziehungsweise wenn von einer
Arbeitsfähigkeit im
ers
ten
Arbeitsmarkt ausgegangen werden könne
, was aktuell nicht zutreffe
.
Der Ver
sicherte müsse mindestens ein weiteres Jahr im geschützten Rahmen arbeiten mit einem parallelen Praktikum im ersten Arbeitsmarkt
. Ebenso sei im Zusammen
hang mit der
Überprüfung einer
Ausbildungs- und Eingliederungsfähigkeit
eine regelmässige psychiatrische Behandlung nötig. In einem Jahr werde eine erneute Rentenprüfung durchgeführt und abgeklärt, ob eine Arbeitsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt gegeben sei
(
Urk.
8/135/2,
8/152/5, 2).
2.2
Der Beschwerdeführer lässt geltend machen, er wolle kein weiteres Jahr verlieren. Falls möglich möchte er bereits 2018 eine Lehr
e
als Logistiker beginnen. In den letzten Jahren habe sich seine Arbeitsweise verbessert und e
r habe sich weiter
entw
ickelt. Gemäss den Angaben
der Stiftung
E._
sei er geeignet für die Ausbildung zum Logistiker
(
Urk.
1
; vgl. auch
Urk.
8/152/5
).
2.3
Strittig und zu prüfen ist somit, ob die Beschwerdeg
egnerin für die Mehrkosten eine
r
EBA (Eidgenössisches
Berufsattest)-
oder EFZ (Eidgenössischer Fähigkeits
ausweis)-Lehre
im Bereich Logistik aufzukommen hat.
3.
3.1
Mit der Mitteilung vom
4.
November 2014 schloss die IV-Stelle das Verwaltungs
verfahren betreffend berufliche Massnahmen ab, weil mit
weiteren beruflichen Massnahmen keine Verbesserung der Eingliederungsmöglichkeiten erzielt werden
könne
(
Urk.
8/82).
Dabei stützte sie sich auf die Ergebnisse der durchgeführten beruflichen Massnahmen.
3.2
Die Beschwerdegegnerin
war
für die Mehrk
osten des Berufsvorbereit
ungsjahres in der
Stiftung
B._
ab
1.
August
2013
bis 3
1.
Juli 2014 auf
gekommen
(
Urk.
8/50).
Der Versicherte absolvierte
dort
ein erstes Lehrjahr
Insos
PrA
im kauf
männischen Bereich (
Urk.
8/62, 8/66, 8/73)
.
Nach den Angaben im Kurzprotokoll des Gesprächs vom 2
1.
März 2014
zwischen den Verantwortlichen der
B._
-Stif
t
ung und
denjenigen der
IV-Berufsberatung
w
u
rde
ein zweites Lehrjahr
Insos
PrA
von der
B._
-Stiftung als nicht sinnvoll erachtet. W
ahrscheinlich könnten weder
in der Praxis noch in der Schule gro
sse Fortschritte erzielt werden (
Urk.
8/70/2). Das Verhalten des Ver
sicherten bestätige die Diagnose
Asperger
-Syndrom. Er benötige klare Strukturen und Anleitungen. Er
sei
sehr unsicher, sobald er Aufgaben erhalte, welche nicht mehr nach logischem Denkmuster bearbeitet werden könnten. Aktuell könne er unter klarer Anweisung einfachste Arbeiten ausführen
. Bei diesen Aufgaben zeige er eine grosse Ausdauer (
Urk.
8/70/
2
; vgl.
auch
Urk.
8/84/4
).
Im
Bericht vom
8.
August 2014 vor Abschluss der Massnahme
hielten die Ver
antwortlichen der
B._
-Stiftung fest,
es sei nur ein Einsatz im geschützten Rahmen möglich. Der Versicherte sei auf engste Anleitung und Begleitung ange
wiesen. Er habe grösste Mühe
,
Zusammenhänge zu erkennen, weshalb Arbeiten nur in Teilschritten erledigt werden könnten. Er sei auf ein immerwährendes Anschieben angewiesen, ohne das
die
Arbeiten nicht oder nur lückenhaft erledigt werden könnten. Er brauche Vorgesetzte, die seine Arbeitsschritte stets kontrol
lierten und auf Fehler prüften (
Urk.
8/73/19). Ein mögliches Tätigkeitsfeld im geschützten Rahmen seien Versandarbeiten, die der Versicherte gerne und mit Ausdauer erledige (
Urk.
8/73/19). Der Versicherte überschätze seine Fähigkeiten sehr (
Urk.
8/73/21).
Die Arbeitssequenz im ersten Arbeitsmarkt, die er vom 1
0.
bis 2
0.
Juni 2014 bei der
F._
GmbH absolviert habe, habe erge
ben, dass ein Einsatz im ersten
Arbeitsmarkt nicht möglich sei. Die Leistungsfähigkeit
sei
wegen
des
geringen Arbeitst
empos, der rudimentären Computerkenntnisse,
wegen
der geringen Fachkompetenz, des fehlenden Interesses und der fehlen
den Motivation
eingeschränkt gewesen
(
Urk.
8/73/24).
3.3
Im Rahmen der beruflichen Abklärung im
C._
vom 1
8.
August bis 14.
Sep
tember 2014 arbeitete der Versicherte in der Mechanik, in der
Druckausrüsterei
und der Logistik. Gemäss dem Bericht
vom 2
2.
Oktober 2014
ergab
die Abklärung in alle
n involvierten Bereichen
, dass eine Ausbildung auf EBA
-Niveau unrealis
tisch
sei
ebens
o wie eine Verwertbarkeit im
ersten
Arbeitsmarkt (
Urk.
8/80/9).
Im Bereich Logistik habe sich der Versicherte während der Abklärung wenig Fachwissen aneignen können. Ein- sowie mehrstufige Aufträge habe er nicht selbständig ausführen können. In der Planung und
der
Organisation habe er eine sehr enge Begleitung durch die Vorgesetzten benötigt. Die Arbeiten hätten stets kontrolliert werden müssen.
Trotz Reflexion sei die Fehlerquote konstant geblie
ben (
Urk.
8/80/3). Der Versicherte habe einfache Aufgaben nicht in einer dem Berufsbild adäquaten Zeit lernen können
,
noch habe er die vorgegebenen Ziele erreichen können. Er habe sich durch sich selbst ablenken lassen. Bei Unklarhei
ten habe er sich die Informationen nicht selbständig geholt (
Urk.
8/80/4). Die Arbeitsleistungen seien meist ungenügend gewesen (
Urk.
8/80/5). Der Versicherte habe seine Leistungen und Fähigkeiten überschätzt (
Urk.
8/80/6).
Bei der Erstellung
von Arbeitsproben habe sich gezeigt, dass der Versicherte in sozialen wie auch in arbeitspraktischen Belangen Förderbedarf aufweise (
Urk.
8/80/9).
3.4
Dr.
D._
diagnostizierte im Gutachten vom 2
6.
Mai 2015
eine Autismus-Spektrum-Störung (DSM-5
: 299.0 [F
84.0
]
)
nach ICD-10 entsprechend einem
Asperger
-Syndrom (ICD-10 F
84.5). Sowohl die
aktenanamestischen
als auch die im Rahmen der Untersuchung erhobenen Befunde liessen a
uf die Diagnose eines
Asperger
-
S
yndroms schliessen
(
Urk.
8/99/19)
. Diese
s
wirke sich auf die Arbeits
fähigkeit aus
(
Urk.
8/99/23). Die von den Berufsausbildern geschilderten Ein
schränkungen und Verhaltensauffälligkeiten seien nahezu deckungsgleich mit den medizinisch-theoretisch zu erwartenden Einschränkungen bei einer Störung aus dem Autismus-Spektrum. Aus psychiatrischer Sicht bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für den ersten Arbeitsmarkt (
Urk.
8/99/27). Auch mittelfristig sei
eine Integration in den freien Arbeitsmarkt aufgrund der Grundstörung des Versicherten
auch unter adäquater Therapie nicht zu erwarten
(
Urk.
8/99/30).
Der Versicherte habe
namentlich
aufgrund seiner Grundstörung grosse Schwie
rigkeiten
, sich auf neue Aufgaben und Tätigkeiten einzustellen und auf Änderun
gen im Arbeitsablauf zu reagieren. Sodann bestünden Defizite
bei
praktischen und handwerklichen Leistungen und Defizite
der feinmotorischen Fähigkeiten. Ferner
bestehe eine st
arke Einschränkung beim selbst
ändigen Planen und Bewäl
tigen von Aufgaben. Weiter bestünden schwere Defizite im Bereich Gruppen- und Kontaktfähigkeit und in der Kommunikationsfähigkeit.
Sodann benötige der Ver
sicherte
für seine Aufgaben viel Zeit (
Urk.
8/99/25). Bezüglich der kognitiven Fähigkeiten bestünden demgegenüber keine Einschränkungen (
Urk.
8/99/25).
Seiner
Einschätzung nach sei der Versicherte in der Lage, insbesondere einfache, repetitive und gleichb
leibende Aufgaben zu erledigen
. Er benötige dafür jedoch
viel Struktur und klare Anweisungen (
Urk.
8/99/25).
Empfohlen werde eine Tätigkeit im geschützten Rahmen (
Urk.
8/99/31).
4.
4.1
G
emäss den Angaben im Zwischenbericht der Stiftung
E._
vom
8.
Februar 2018 (
Urk.
8/145) arbeitet der Ve
rsicherte seit dem
7.
August 201
7 im Bereich Logistik. Er arbeite sehr zu ihrer Zufriedenheit. Er könne sehr konzentriert arbei
ten, verstehe auch komplexere Abläufe schnell und habe ein sehr gutes Erinne
rungsvermögen. Ihres Erachtens sei der Versicherte geeignet für die Ausbildung als Logistiker EBA. Sodann seien sie auch der Meinung, dass der Versicherte nach der Ausbildung im
ersten
Arbeitsmarkt arbeiten könne (
Urk.
8/145/1)
. Der Ver
sicherte sei teamfähig
und gut im Team integriert. Damit dies gut gelinge, brauche der Versicherte Unterstützung. Durch sein genaues Arbeiten sei sein Arbeitstempo etwas langsam. Er könne sich selbst recht gut einschätzen, was aber nicht immer mit der Fremdwahrnehmung übereinstimme. Sein Wissensdurst sei sehr gross und beinhalte diverse Themen, die manchmal nicht
s
mit der Arbeit zu tun hätten und üb
er seine Aufgaben hinausgingen (
Urk.
8/145/2).
Im Auswertungsbericht
der Probezeit
vom
9.
Februar 2018
wurde festgehalten, der Versicherte habe diverse Kundenartikel eingeräumt, das Lager bewirtschaftet, Artikel etikettiert und interne und externe Botengänge ausgeführt. In
den Berei
chen Arbeitsmenge/
Arbeitstem
po, Zusammenarbeit, Information/
Kommuni
kation und Selbständigkeit/ei
genverantwortliches Handeln seien die Anforderun
gen nur knapp erfüllt gewesen und Fördermassnahmen nötig (
Urk.
8/145/4-8).
Der Versicherte arbeite langsam und wirke verträumt. Er brau
che klare Instruktionen. Danach könne er die Arbeit sehr selbständig ausführen. Die Eigeninitiative sei zu unterstützen (
Urk.
8/145
/3 und 8/145/6).
Im Rahmen der Eignungsanalyse für das Attest EBA wurde ein ausreichendes Resultat erzielt (
Urk.
8/145
/7
).
Nach den telefonischen Angaben von
G._
von der Stiftung
E._
vom 2
2.
März 2018
sei der Versicherte
im
E._
nicht
stark
gefor
dert
. Es müsse aber immer jemand dranbleiben, da er die Tendenz habe
,
abzu
schweifen.
So wie
sie ihn in der Produktion
kennengelernt habe,
könne sie sich vorstellen, dass er auch im ersten Arbeitsmarkt arbeiten könnte. Wie die Leis
tungsfähigkeit wäre, könne sie nicht sagen. Er brauche viel Begleitung und Über
wachung (
Urk.
8/152/2).
4.2
Anlässlich des Gesprächs vom 2
2.
März 2018 bei der IV-Berufsberatung gab der Versicherte an, er finde es unnötig
,
im geschützten Rahmen zu arbeiten, das
bringe nichts und sei langweilig. Er habe nicht gern Menschen. Diesbezüglich sei er bei seiner Tätigkeit bei der Stiftung
E._
stets herausgefordert (
Urk.
8/152/4).
5
.
5
.1
Es steht fest, dass der
Beschwerdeführer über keine abgeschlossene
Ausbildung
verfügt
, die ihn für
eine
Tätigkeit im
ersten
Arbeitsmarkt befähigt.
A
ufgrund sei
nes Gesundheitsschadens
ist er sodann
bei der
A
usbildung erheblich behinder
t
,
und es
ist im Rahmen einer Erstausbildung
grundsätzlich
von
wesentliche
n
Mehr
ko
ste
n
auszugehen
.
St
rittig und zu prüfen ist
, ob
die
beantragte
Attest- oder Berufslehre als Logistiker eine geeignete Massnahme
für den Versicherten darstellt.
Strittig ist sodann auch
die Eingliederungswirksamkeit
(sachliche Angemessen
heit)
der beantra
gten Lehre und damit, ob der Bes
chwerdeführer durch eine solche
Attest- oder Berufslehre
als Logistiker zumindest in die Lage versetzt würde,
ein Erwerbseinkommen zu erzielen, das mindestens einen beachtlichen Teil
seiner Unterhaltskosten deckt
.
Aufgrund dessen, dass weitere berufliche Massnahmen gemäss der Mitteilung vom
4.
November 2014
(
Urk.
8/82)
rechtskräftig abgeschlossen wurden
, setzt die Zusprechung von beruflichen Massnahmen
voraus, dass seit
damals
eine für den Anspruch auf berufliche Massnahmen relevante
Veränderung
eingetreten ist (
vorne E. 1.4;
vgl.
BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
Die
lediglich unterschied
liche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts
ist dagegen
unbeachtlich (
vorne E.
1.4
;
v
gl.
BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
5
.2
Der Auswertungsbericht
der
Probezeit
vom
9.
Februar 2018 der Stiftung
E._
zeigt, dass der Versicherte die Anforderungen der
seit sechs Monaten ausgeübten
Tätigkeit im geschützten Bereich mehrheitlich erfüllt
e
, aber
in keinem Punkt
übertraf
(
Urk.
8/145
/4 ff.
)
.
Namentlich im
Bereich Methodenkompetenz wurden
-
anders als bei der 2014 erfolgten Abklärung
in der Logistik
im
C._
-
die Anforderungen erfüllt (
Urk.
8/145/1, 8/145/3; demgegenüber:
Urk.
8/80/4).
Im
C._
hatten Schwie
rigkeiten bestanden, Arbeitsschritte in einer adäquaten Zeit zu erlernen und mehrstufige Aufträge zu erledigen (
Urk.
8/80/4). Dabei ist jedoch
ohne Weiteres anzunehmen, dass
d
er
Beschwerdeführer
, was
die Schwierigkeit der Aufgaben
stellungen anbetraf,
in der Stiftung
E._
weniger gefordert
war
als im
C._
.
In gewissen Bereichen wu
rden die Anforderungen sodann selbst im geschützten Bereich nur knapp erfüllt (
Urk.
8/145/4-8).
Es zeigten sich die auch früher aufge
tretenen gesundheitsbedingten Schwierigkeiten beim Arbeitstempo und
bei
der Ablenkbarkeit, in der Zusammenarbeit
im Team
, bei der Selbsteinschätzung und
insbesondere
bei der Selbständigkeit (
Urk.
8/
145/2, 8/145/3 und 8/145/6).
G._
hielt
zudem
fest, der V
ersicherte benötige viel Begleit
ung und Über
wachung (
Urk.
8/152/2).
Damit ist
nicht
anzunehmen
, hinsichtlich der Ausbil
dungsfähigkeit und der
Ein
setzbarkeit
des Versicherten
im ersten Arbeitsmarkt
beziehungsweise der Eingliederungswirksamkeit
habe sich
im Vergleich zum
Jahr 2014
Entscheidendes verändert.
Dass der Versicherte fähig ist, eine Tätigkeit im geschützten Bereich
gut
auszuführen, stand
bereits 2014
fest
.
Damit hat
te
der Versicherte
im Verfügungszeitpunkt vom 2
8.
März 2018
keinen Anspruch auf die beantragten beruflichen Massnahmen.
Die Beschwerde ist abzuweisen.
Sollte sich bei der von der Beschwerdegegnerin geplanten Überprüfung Anfang/Mitte 2019
zeigen, dass der
Versicherte
in
seiner geschützten Tätigkeit
sehr gute
und
konstante Leistungen
zeigt, so hätte die Beschwerdegegnerin gegebenenfalls nochmals die Geeignetheit
und Eingliederungswirksamkeit
einer
(
weiteren
)
Ausbildung abzuklären.
6.
Das Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Ver
sicherungsgericht ist bei Strei
tigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Versicherungsleistungen kostenpflichtig. Die
Kosten
werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhän
gig vom Streitwert im Rahmen von
Fr.
200.- bis
Fr.
1'000.- festgelegt
(
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG)
.
Vorliegend
sind
die Kosten
auf Fr. 400.- festzusetzen und dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.