Decision ID: 336ffd61-4276-5d44-b388-454203afd08f
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1952, arbeitete vom
1.
Dezember 1987 bis 3
1.
März 2004 für die
Z._
als Druckereimitarbeiter an zwei Produktionsstandorten im Kanton Zürich
(
Urk.
7/1 S. 3, S. 5) und war in dieser Eigenschaft bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Unfällen
und Berufskrankheiten
versichert.
Danach reiste er nach
A._
aus (
Urk.
7/1 S. 1).
Mit
Eingabe vom
4.
Februar 20
13
gelangte
X._
an die SUVA und meldete ihr
unter Beilage von Unterlagen zu seiner beruflichen Tätigkeit für die
Z._
(
Urk.
7/1 S. 3-5) sowie Berichten von serbischen Ärzten (
Urk.
7/4)
eine
B
erufskrankheit
(
Urk.
7/1 S. 1).
Die SUVA tätigte Abklärungen zu den gel
tend ge
machten Lungenbeschwerden in deren Rahmen sie insbesondere
die technische Expositionsbeurteilung ihres Arbeitssicherheitsspezialisten
B._
, Gesund
heitsschutz am Arbeitsplatz, Bereich Chemie, vom
4.
November 2013 (
Urk.
7/39)
sowie weitere
Berichte der serbischen Ärzte
von
X._
(
Urk.
7/12,
Urk.
7/13 S. 5,
Urk.
7/15 S. 2,
Urk.
7/16
,
Urk.
7/21 S. 2,
Urk.
7/22 S. 2)
zu den Akten nahm
.
Sodann gab
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für Arbeitsme
dizin, Abteilung Arbeitsmedizin der SUVA, am 2
3.
Januar 2014 eine Beur
teilung ab (
Urk.
7/25).
Gestützt auf diese Beurteilung verneinte
die SUVA
mit Schreiben vom 2
0.
Februar 2014
ihre Leistungspflicht (
Urk.
7/27).
X._
bean
trag
t
e mit Schreiben vom
6.
März 2014, dass er entweder in der Schweiz unter
sucht werde oder die SUVA eine anfechtbare Verfügung erlasse (
Urk.
7/30). Die SUVA verfügte am 2
5.
April 2014 entsprechend ihrer Mitteilung vom 20.
Fe
bruar 2014 (
Urk.
7/31), wogegen
X._
am 2
9.
April 2014 Ein
spra
che erheben
liess
(
Urk.
7/32)
. Mit
Einspracheentscheid
vom 9. Mai 2014
wies die SUVA die
Einsprache
ab (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 1
3.
Mai 2014 Beschwerde und beantragte, in Aufhe
bung des angefochtenen
Einspracheentscheids
vom
9.
Mai 2014 seien ihm die gesetzlichen Leistungen zuzusprechen (
Urk.
1 S. 2). Eventualiter sei „die Sache erneut abzuklären“ und der Beschwerdeführer für eine Untersuchung in der Schweiz aufzubieten (
Urk.
1 S. 2
, S.
4).
Mit Beschwerdeantwort vom 1
8.
Juni 2014 beantragte die Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6, unter Beilage ihrer Akten [
Urk.
7/1-39]).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
6
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG)
werden
soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt
die Versicherungs
leistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten ge
währt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann
Körperschädi
gun
gen
, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung ein
be
ziehen (
Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versi
cherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbe
handlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.2
Nach
Art.
9
Abs.
1 UVG gelten als Berufskrankheiten Krankheiten (
Art.
3
des
Bundesge
setzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
), die bei der beruflichen Tätigkeit ausschliesslich oder vorwiegend durch schädigende Stoffe oder bestimmte Arbeiten verursacht worden sind. Der Bun
desrat erstellt die Liste dieser Stoffe und Arbeiten sowie der arbeitsbedingten Erkrankungen. Gestützt auf diese Delegationsnorm und Art. 14
der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV)
hat er in Anhang I zur UVV eine Liste der schädigenden Stoffe und der arbeitsbedingten Erkrankungen erstellt. Nach der Rechtsprechung ist eine „vorwiegende" Ver
ursachung von Krankheiten durch schädigende Stoffe oder bestimmte Arbeiten nur dann gegeben, wenn diese mehr wiegen als alle andern mitbeteiligten Ursachen, mithin im gesamten
Ursa
chenspektrum
mehr als 50 % ausmachen. „Aus
schliessliche" Verursachung hin
gegen meint praktisch 100 % des ur
sächlichen Anteils der schädigenden Stoffe oder bestimm
ten Arbeiten an der Berufs
krankheit (BGE 119 V 200 E. 2a mit Hinweis).
Als Berufskrankheiten gelten nach
Art.
9
Abs.
2 UVG auch andere Krankheiten, von denen nachgewiesen wird, dass sie ausschliesslich oder stark überwiegend durch berufliche Tätigkeit verursacht worden sind. Diese Generalklausel be
zweckt, allfällige Lücken zu schliessen, die dadurch ent
stehen könnten, dass die
bundesrätliche
Liste gemäss Anhang I zur UVV entweder einen schä
digenden Stoff, der eine Krankheit verursachte, oder eine Krankheit nicht aufführt, die durch die Arbeit verursacht wurde (BGE 119 V 200 E. 2b mit Hinweis). Nach der Rechtsprechung ist die Voraussetzung des „ausschliesslichen oder stark über
wiegenden" Zusammenhangs gemäss Art. 9 Abs. 2 UVG erfüllt, wenn die Berufskrankheit mindestens zu 75 % durch die berufliche Tätigkeit verur
sacht worden ist (BGE 126 V 183 E. 2b, 119 V 200 E. 2b mit Hinweis; RKUV 2000 Nr.
U 408 S. 407).
Soweit nichts anderes bestimmt ist, sind gemäss
Art.
9
Abs.
3 UVG Berufs
krank
heiten von ihrem Ausbruch an einem Berufsunfall gleichgestellt. Sie gel
ten als ausgebrochen, sobald die betroffene Person erstmals ärztlicher Behand
lung bedarf oder arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) ist.
1.3
Im Rahmen von
Art.
9
Abs.
2 UVG ist grundsätzlich in jedem Einzelfall darüber Beweis zu führen, ob die geforderte stark überwiegende (mehr als 75%ige) bis ausschliessliche berufliche Verursachung vorliegt (BGE 126 V 183 E. 4b am Ende). Angesichts des empirischen Charakters der medizinischen Wissenschaft (BGE 126 V 183 E. 4c am Anfang) spielt es für den Beweis im Einzelfall eine entscheidende Rolle, ob und inwieweit die Medizin, je nach ihrem Wissensstand in der fraglichen Disziplin, über die Genese einer Krankheit im Allgemeinen Auskunft zu geben oder (noch) nicht zu geben vermag. Wenn aufgrund medizi
nischer For
schungsergebnisse ein Erfahrungswert dafür besteht, dass eine berufsbedingte Entstehung eines bestimmten Leidens von seiner Natur her nicht nachgewiesen werden kann, dann schliesst dies den (positiven) Beweis auf qua
lifizierte Ursächlichkeit im Einzelfall aus (Urteil des Bundesgerichts U 71/05 vom 9. August 2006 E. 4.3.1).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist ent
scheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf all
sei
tigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden be
rücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nach
vollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungs
träger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im
Sozialversiche
rungsrecht
zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gut
achterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S.
572; BGE 122 V 157 E. 1c; vgl. auch 123 V 331 E. 1c).
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht hin
sichtlich der geltend gemachten
K
rankheit zu R
echt verneint hat.
2.2
Im angefochtenen
Einsprache
entscheid
vom
9.
Mai 2014 erwog die
Beschwerde
gegnerin
, in ihrer Beurteilung vom 2
3.
Januar 2014 empfehle
Dr.
C._
die Ablehnung der Leistungspflicht hinsichtlich der als Verdacht auf Berufs
krank
heit gemeldete
n
COPD (
chronic
obstruktive
pulmonary
disease
; chronisch obst
ruktive Lungenerkrankung)
. Deren Beurteilung sei schlüssig und überzeugend und stütze sich insbesondere auf die ausführliche
Expositionsbeur
teilung
betreffend die ehemalige Arbeitgeberin des Beschwerdeführers
vom
4.
Novem
ber 201
3.
Demgegenüber könne auf die vom Beschwerdeführer eingereichten Berichte der Ambulanzstation
D._
nicht abgestellt werden. In diesen Berichten seien die Aussagen nicht begründet und ohne fundierte technische Kenntnisse des ehemaligen Arbeitsplatzes des Beschwerdeführers ab
ge
geben wor
den (
Urk.
2 S. 7).
2.3
Der Beschwerdeführer stellt sich demgegenüber im Wesentlichen auf den Stand
punkt,
dass seine Beschwerden in direktem Zusammenhang mit seiner langjäh
rigen Tätigkeit in der Schweiz stehen würden. Dies gehe aus der Expertise
der Ambulanzstation
D._
vom
6.
Dezember 2012 klar hervor. Diese Expertise basiere auf einer gründl
ichen Untersuchung
. Die Tätigkeiten, welche er in der Schweiz ausgeübt habe, seien von
den
serbischen Spezialärzten be
rücksichtigt worden. Gerade diese Tätigkeiten, und nicht ein
Nikotinabusus
, seien Auslöser für die Berufskrankheit (
Urk.
1 S. 3).
3.
3.1
3.1.1
Im „Entlassungsbrief“ des
E._
, wo der Beschwer
deführer von 2
1.
Januar bis 1
1.
Februar 2010 behandelt wurde, wer
den die Diagnosen „125.2
Infarctus
myocardi
antea
, Status
post
infarctum
myo
cardii
Pars
anterolateralis
,
Hypertensio
arterialis
, Status
post
oedema
pul
mo
num
, Bronchitis
chronica
“ genannt. Ferner wird namentlich festgehalten, dass der Beschwerdeführer ehe
maliger Raucher sei (
Urk.
7/4 S. 2). Die Spirome
trie-Un
tersuchung habe eine Störung der Ventilation gemischten Typus, leich
ten Gra
des ergeben (
Urk.
7/4 S. 3).
3.1.2
In der Expertise des Institut
s
für Arbeitsmedizin
A._
vom
6.
Dezember 2012 wurden die folgenden Diagnosen angeführt: „
Cardiomyopathia
ischaemica
dila
tativa
125.8, St.
p
ost
infarctus
myocardii
parietis
anterolateralis
125.5, Mor
bus
pulmonis
obstructivus
chronicus
J44.8, Obs.
Hypertensio
arterialis
110,
Hyper
lipoproteinaemia
E78.2, Adenoma
prostatae
N 40,
Microcalulosis
renis
bill
,
N 20“ (
Urk.
7/4 S. 12).
Der „Schlussfolgerung“ der Ärzte des Instituts für Arbeitsmedizin
A._
ist zu entnehmen, dass auskultatorisch
die
Lungen mit geschwächtem
Atmungsrau
schen
, niederen Tönen und seltenem Pfeifen festgestellt worden sei
en
. Der Beschwerde
führer habe im Januar 2010 einen
Myokard-
Infarkt
ante
rolateral
und ein kompliziertes
Lungenoedem
erlitten
(
Urk.
7/4 S. 12). Die Spiro
me
trie zeige
eine
mit
telschwere gemischte Insuffizienz der Ventilation, vorwiegend Obstruktion. Die
expiratoren
Durchläufe seien vermindert
bei kleinem
Lungen
volumen
(
Urk.
7/4 S. 13).
3.
1.
3
Im Bericht der Ambulanzstation
D._
vom 2
5.
Dezember 2012 werden die Diagnosen „St.
post
IM.OMP
Dilatativa
ischämia
,
Hypertensio
arterialis
I-25, HOBP St.
post
expositionem
nitrat
.“ festgehalten. Der Beschwerdeführer habe mehrere Jahre in einer Druckerei gearbeitet. Er sei vom Herzinfarkt genesen
,
leide
aber
an Lungenins
uffizienz. Es bestehe ein Bezug zwischen der Exposition gegenüber Farben in der Druckerei und der Lungenerkrankung. Die Krankheit sei dauernd und irreversibel. Der Beschwerdeführer sei erwerbsunfähig
(
Urk.
7/4 S. 14).
3.1.
4
Dr.
med.
F._
,
Gesundheitscenter
G._
, Abteilung für allge
meine Medizin/interne Ambulanz, führte im Bericht vom 2
1.
März 2013
die Diagnosen „I420
Cardiomyopathia
congestiva
,
Status
post
oedema
pulmonalis
. I241 Status
post
infarctum
myocardii
inferoanterolateralis
,
I10
Hypertensio
arterialis
es
sen
tialis
(
primaria
)
,
J449 Morbus
pulmonis
obstructivus
chronicus
, non
specifica
tus
“ an (
Urk.
7/16 S. 1).
3.1.
5
Dem Bericht der Ambulanzstation
D._
vom 2
0.
Juni 2013 ist zu entneh
men, dass während der Rehabilitation nach dem Myokardinfarkt die respirato
rische Störungen entdeckt worden sei
en
. Weil dem nicht genügend Bedeutung beigemessen worden sei, sei der Beschwerdeführer nicht behandelt worden. Es sei eine schwere respiratorische Insuffizienz schweren Grades, gemischten Typus, entdeckt worden. Der Beschwerdeführer
habe
während 18 Jahren in einer
Druckerei
mit schadhaften
Farben und Lacken
gearbeitet. Das schäd
liche Arbeitsumfeld könne zur respiratorischen Erkrankung beitragen (
Urk.
7/16 S. 2).
Im Bericht der Ambulanzstation
D._
vom 1
5.
November 2013 wurde fest
gehalten, dass die Lungenfunktion des Beschwerdeführers wesentlich vermin
dert sei.
Als s
ehr wahrscheinlich
e
Ursache wurden die
chemischen Mittel bei der
früheren
Arbeit (Druckerei)
bezeichnet
(
Urk.
7/22).
3.2
In ihrer ärztlichen Beurteilung vom 2
3.
Januar 2014 führte
Dr.
C._
aus, in den letzten drei Jahren sei kein
Methacholintest
durchgeführt worden, was da
rauf hinweise, dass die COPD
nicht dramatisch zu sein scheine. Den Berichten aus
A._
sei zu entnehmen, dass
der Beschwerdeführer einen
k
umulativen
Nikotinabusus
von mindestens 30
Packyears
habe, was eine COPD mit leichter Einschränkung in der Lungenfunktionsprüfung erklären könnte (
Urk.
7/25 S. 1).
Sodann habe die
technische Arbeitsplatzbeurteilung keine Anhaltspunkte die eine Berufskrankheit erklären könnten,
zu Tage gefördert. Mithin sei die gemel
dete COPD nicht überwiegend wahrscheinlich als Berufskrankheit zu qualifi
zieren
(
Urk.
7/25 S. 2)
.
4.
4.1
Den
Berichten der serbischen Ärzte
ist zu entnehmen, dass der Beschwerde
führer an einer
Lungeninsuffizienz leide
t
. Das Vorliegen dieser
Gesundheitsstö
rung
wird von der Beschwerdegegnerin nicht
bestritten (
Urk.
6 S. 3).
Strittig ist indes, ob
diesbezüglich
eine Berufskrankheit vorliegt
.
Während
namentlich
die Ärzte der
Ambu
lanzstation
D._
der Auffassung
sind
,
es bestehe ein
Zusammenhang
zwischen
der
Exposition gegenüber
chemischen Stoffen
während der Arbeit des Beschwerdeführers in der Druckerei de
r
Z._
und
seiner
Lungenerkrankung (
E. 3.1
.3, E. 3.1.5
)
, verneint
Dr.
C._
das Vor
liegen einer Berufskrankheit (E.
3.2).
Hierbei stellte
Dr.
C._
nicht nur
auf
die Arztberichte aus
A._
ab
, sondern
berücksichtigte
auch die technische
Expo
sitions
beurteilung
vom 4. November 2013 (
Urk.
7/39), in welcher nament
lich
der
Be
richt der Beschwerdegegnerin
zur Unter
suchung der
Produktions
räume
der
Z._
aus dem
Jahr 1989
(
Urk.
7/20)
berücksichtigt
wurde
.
Im
Besuchs
rapport
der Arbeits
sicherheit der SUVA vom 2
8.
Dezember 1989 zur Unter
suchung bei der
Z._
wurde festgehalten, der Maxi
male Arbeits
platz-
Konzen
trations
(MAK)-Wert für
I
so
p
ropanol
sei am Besuchs
tag sicher weit unter
schritten worden. Es
habe sich sodann
kein Hinweis auf eine signifikante Exposition an anderen Lösungsmitteln
ergeben
. Die
Lüftungs
anlagen
seien als Schutz gegen Lösungs
mit
telexposition zweckmässig und wirksam (
Urk.
7/20 S. 4). In seiner
Exposi
tions
beurteilung
vom
4.
November 2013 führte
B._
aus, dass bei der Tätigkeit des Beschwerdeführers eine wiederholte respektive
lang
zeitlich
relevante Über
schreitung der MAK-Werte bezüglich
Isopropanol
, Aceton und Leichtbenzin ausgeschlossen werden
könnte
. Kurzzeitige Spitzen gegenüber Aceton und Leichtbenzin seien wahrscheinlich. Überschreitungen des (sehr hohen) Kurzzeitgrenzwertes von Aceton könnten nicht ausgeschlossen werden, sollten aber nur kurzzeitig vorgekommen sein (
Urk.
7/39 S. 2).
Der technischen
Expositionsbeurteilung ist im Weiteren zu ent
nehmen, dass die Auswertung der Datenbank Messungen in sieben Betrieben im Zeitraum von 1999 bis 2011 ergeben habe. Dabei sei eine Vielzahl Messungen verschiedener Lösungsmittel durchgeführt worden, nur aber in einem Betrieb (ohne Lüftung) Aceton festgestellt worden. Die Messwerte hätten dabei den MAK-Wert deutlich unterschritten, sodass bei einem Betrieb mit künstlicher Lüftung eine Überschreitung ebenfalls nicht zu befürchten sei. Hinsichtlich des Stoffes Leichtbenzin ergibt sich sodann, dass dieser Stoff in keinem Messbericht ausgewiesen, hingegen mehrmals Einzelstoffe von Leichtbenzin (Hexan, Heptan,
Nonan
,
Decan
) - jedoch in unauffälligen Konzentrationen d.h. jeweils weit unterhalb der Grenzwerte liegend - gemessen worden waren (
Urk.
7/39 S. 2).
Die SUVA hat gestützt auf
Art.
50
Abs.
3 der Verordnung über die Verhütung von Unfällen und Berufskrankheiten vom 1
9.
Dezember 1983 (VUV, SR 832.30) Grenzwerte am Arbe
itsplatz aufgestellt. Diese sogenannten
MAK-Werte geben diejenige maximale Konzentration eines gas-, dampf- oder staubförmigen Arbeitsstoffes in der Luft am Arbeitsplatz an, die auch bei langfristiger in der Regel täglich achtstündiger Einwirkung und einer Wochenarbeitszeit bis 42
Stunden im Allgemeinen die Gesundheit noch nicht schädigt. Die MAK
Werte werden ermittelt aufgrund epidemiologischer Studien, experimen
teller Untersuchungen sowie durch Analogieschlüsse und andere theoretische Überlegungen. Sie geben eine Beurteilungsgrundlage für die Bedenklichkeit oder Unbedenklichkeit der am Arbeitsplatz auftretenden Konzentrationen von Stoffen, bilden jedoch keine sicheren Grenzen zwischen gefährlichen und ungefährlichen Belastungen, indem besonders empfindliche oder in der Gesundheit beeinträchtigte Personen auch durch tiefere Konzentrationen gefährdet werden können, während kurzfristige Einwirkungen oberhalb des MAK
-
Wertes noch nicht bedeuten, dass gesundheitliche Störungen auftreten. Die MAK-Werte werden regelmässig neuen Erkenntnissen angepasst
(Urteil des Bundesgerichts U 293/99 vom 1
1.
Mai 2000 E. 2.b).
Nachdem sich weder gestützt auf den Besuchsrapport (
Urk.
7/20 S. 3-4) bei der ehemaligen Arbeitgeberin des Beschwerdeführers ein Hinweis für eine signifi
kante Exposition gegenüber Lösungsmitteln ergab, noch eine solche im Hinblick auf die Messdaten in ähnlichen Betrieben zu erwarten wäre (vgl. vorstehend),
ist
eine relevante Exposition des Beschwerdeführers gegenüber dem in Ziffer 1 des Anhangs 1 zur UVV
als schädigender Stoff aufgelisteten
Aceton zu verneinen. Gleiches gilt für Leichtbenzin, weshalb offen bleiben
kann, ob dieses mit
dem
schädigenden
Stoff
„
Benzin
“
im Sinne von Ziffer 1 des An
hangs 1 zur UVV
gleichzusetzen ist
.
Gestützt auf die
vorgenannte
Expositionsbeurteilung ver
neint
e
Dr.
C._
das
V
orliegen einer Berufskrankheit, was zu über
zeugen vermag.
Die aufgelegten Arztberichte aus
A._
begründen
keine Zweifel an dieser Beurteilung. Die
Aussage der Ärzte der Ambulanzstation
D._
,
wonach
der Beschwerde
führer bei seiner Arbeit für die
Z._
gegenüber schädi
gen
den
Stoffen exponiert gewesen sei,
stütz
en
sich
einzig a
uf dessen
An
gaben.
F
achliche Beurteilungen, welche sich dazu äussern, welchen Stoffen
und in wel
cher Konzentration
der Be
schwerdeführer
an seinem ehemaligen Arbeitsplatz
ausgesetzt
gewesen sein könnte
, werden nicht berücksichtigt.
Trotz entspre
chender Hinweise in den Akten
setzen
sich
die Ärzte der Ambulanzstation
D._
im Gegensatz zu Dr.
C._
sodann
auch
nicht damit auseinander, ob die COPD
des Beschwerdeführers
auf
dessen langjährigen
Zigarettenkonsum
zurückzuführen sein könnte. Der
1952 geborene Beschwer
deführer begann
den Zigarettenkonsum im Alter von
25 Jahren
und sis
tierte
den Nikotinkonsum erst
im Jahr 2009 (
Urk.
7/11 S. 2).
Nach dem Gesag
ten ist
auf die
Beurteilung
von Dr.
C._
vom 2
3.
Januar 2014 (Urk. 7/25)
abzustellen.
Es kommt hinzu, dass
laut
Dr.
med. H._
, Facharzt für Allgemeinmedi
zin und Arbeitsmedizin FMH, SUVA Abteilung Arbeitsmedizin, Drucker
zwar
wäh
rend ihrer Tätigkeit gegenüber atemwegsreizenden Stoffen exponiert
sind
. Spätfolgen
sind
indes
allenfalls dann zu erwarten, wenn schon während
d
er Tätigkeit immer wieder diesbezügliche Beschwerden auftreten
und diese auch mit einer Arbeitsunfähigkeit ver
bunden
sind
(
Ärztliche Beur
teilung von
Dr.
H._
vom
9.
April 2013,
Urk.
7/6
S. 2)
.
Diesbezüglich finden sich bei den Akten keine Arztbericht
e
. Dem Schreiben
des
Rechts
ver
treters
des Beschwerde
führers
vom 2
0.
Juni 2013
ist
vielmehr
zu entnehmen, dass
dieser
während sei
ner Tätigkeit in der Schweiz bis Ende 2003 nie unter ernst
haften Beschwerden gelitten
habe
. Zu diesem Zeitpunkt seien Atemprobleme und ein unregelmässi
ger Herzschlag aufgetreten
, wovon
er
seinen
Vorgesetzen in Kenntnis gesetzt
habe
(
Urk.
7/11 S.
2).
Auch bis zur Ausreise aus der Schweiz per Ende März 2004 liess sich der Beschwerdeführer
nie
wegen
Lungen
beschwerden
behandeln, denn er führt
e
aus, er habe
sich in der Schweiz nie in ärztlicher Behand
lung befunden (
Urk.
7/11 S. 2)
.
In Anbetracht dieser Aktenlage ist d
ie
Beschwerde
gegnerin
mithin zu Recht davon ausgegangen,
dass die beim Beschwerdeführer diagnostizierte COPD nicht mit überwiegender Wahr
schein
lichkeit aus
schliess
lich oder vorwiegend
(bzw.
mit einem Anteil von mehr als 50
%
am ge
samten Ursachenspektrum
)
durch in Ziffer 1 des Anhangs 1 zur UVV auf
geführte Stoffe verursacht worden
ist
(
Urk.
2 S. 8).
Anhaltspunkte für eine arbeitsbedingte Erkrankung im Sinne von
Art.
9
Abs.
1 UVG in Ver
bin
d
ung mit
Art.
14 UVV und
Ziffer 2 des Anhangs
1
zur UVV bestehen nicht.
4.2
Der Beschwer
deführer bringt vor, seine „langjährige Tätigkeiten in der Schweiz“ habe die Berufskrankheit ausgelöst (
Urk.
1 S. 3).
Gestützt auf die ärztliche Beurteilung von Dr.
C._
vom 23. Januar 2014 (Urk. 7/25)
ist
das Vorliegen einer Berufskrankheit unter dem Titel
Krankheit, welche ausschliesslich oder stark überwiegend durch die berufliche Tätigkeit verursacht wurde (
Art.
9
Abs.
2 UVG)
, aber ebenfalls zu verneinen.
4.3
Auf
weitere
Abklärungen
dazu
, ob es sich bei der COPD des Beschwerdeführers um eine Berufskrankheit
handelt
, aufgrund derer die
Beschwer
degegnerin
leis
tungspflichtig
wäre,
kann verzichtet werden, da von
diesen
keine
zusätz
lichen Aufschlüsse zu erwarten
sind
(antizipierte Beweiswürdigung, vgl. BGE 124 V 90 E. 4b; 122 V 157 E. 1d).
Demnach ist die Beschwerde abzuweisen.