Decision ID: 44d64fcc-93fd-4f23-bf15-ec795de51680
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Mit Urteil vom 5. Mai 2015 hiess das hiesige Gericht die
Rechtsverzögerungsbe
schwerde
von
X._
gut und wies die Stadt
Y._
, Zusatzleistungen zur AHV/IV (im Folgenden: Stadt) an, die Angelegenheit be
treffend Zahnsanierung ohne jede weitere Verzögerung zu behandeln und baldmöglichst über die Einsprachen vom März 2013 u
nd 2014 zu entscheiden (Prozess
Nr. ZL.2014.00119, Dispositiv-Ziff. 1
, Urk. 5/13
).
Am
24. Juli 2015 ge
langte
X._
wiederum
an das hiesige Gericht und bat wegen erneuter Verzögerungen um
„
Vermittlung
bzw
Klärung in der Angele
genheit
“
(Urk. 1).
Diese Eingabe wurde als sinngemässe
Rechtsverweigerung
s-/-
verzögerungsbeschwerde
entgegen genommen und
es wurde
der
Stadt
Frist für eine Stellungnahme angesetzt (Urk.
2
).
2.
Mit Beschwerdeantwort vom 21. September 2015, welche dem Beschwerdefüh
rer am 24. September 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 6), beantragte die Stadt, es sei die am 24. Juli 2015 erhobene Beschwerde abzuweisen, soweit da
rauf einzutreten sei. Eventuell sei der Beschwerdeführer auf seine
Mitwirkungs
pflichten
gegenüber der Stadt hinzuweisen (Urk. 4).
Der Beschwerdeantwort legte sie zwei
Einspracheentscheide
vom 18. September 2015 (Urk. 5/4-5), eine Verfügung vom 21. September 2015 (Urk. 5/3) sowie eine Mitteilung an den Beschwerdeführer vom 21. September 2015 (Urk. 5/1), worin dieser zur Mitwirkung aufgefordert wurde, bei.
Der Einzelrichter

zieht in Erwägung:
1.
Da der Streitwert
Fr.
20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der
Be
-
schwerde
in die einzelrichterliche Zuständigkeit (
§
11
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).
2.
2
.1
Gemäss Art. 56 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialver
-
siche
rungsrechts
(ATSG) kann gegen
Einspracheentscheide
oder Verfü
gungen, gegen welche eine Einsprache ausgeschlossen ist, Beschwerde erhoben werden (Abs. 1). Beschwerde kann auch erhoben werden, wenn der Versiche
rungsträger entgegen dem Begehren der betroffenen Person keine Verfügung oder keinen
Einspracheentscheid
erlässt (Abs. 2).
2
.2
Das mit der Rechtsverzögerungs- oder –
verweigerungsbeschwerde
verfolgte recht
lich geschützte Interesse besteht darin, einen an eine gerichtliche Be
schwerdeinstanz weiterziehbaren Entscheid zu erhalten. Streitgegenstand des
Beschwerdeverfahrens ist deshalb allein die Prüfung der beanstandeten Rechts
verweigerung oder Rechtsverzögerung. Nicht zum Streitgegenstand gehören da
gegen die durch die Verfügung oder den
Einspracheentscheid
zu regelnden ma
teriellen Rechte und Pflichten (SVR 2005 IV Nr. 26 S. 102 E. 4.2 mit Hinweisen).
3.
3.1
Mit Urteil vom 5. Mai 2015 wies das hiesige Gericht die Beschwerdegegnerin an, die Einsprache des Beschwerdeführers vom 12. März 2013
(
Urk.
5/83)
gegen die Verfügung vom 25. Februar 2013
, mit welcher die Übernahme von
Zahn
arztkosten
im Betrag von Fr. 2‘440.-- verneint wurde (Urk. 5/86),
baldmöglichst zu entscheiden (
Urk. 5/13 S. 6 Dispositiv-Ziff. 1
). Mit Entscheid vom 18. September 2015 wies die Beschwerdegegnerin die Einsprache vom 12. März 2013 ab (Urk. 5/4). Damit ist die Rechtsverzögerungs-/-
verweigerungsbe
schwerde
bezüglich der Verfügung vom 25. Februar 2013 gegenstandslos ge
worden.
3.2
Mit Urteil vom 5. Mai 2015 wies das Gericht die Beschwerdegegnerin ausserdem an, die Einsprache des Beschwerdeführers vom 31. März 2014
(Urk. 5/39)
gegen die Verfügung vom 3. März 2014
, mit welcher die Übernahme von
Zahnarzt
kosten
im Betrag von Fr. 717.-- bewilligt wurde (Urk. 5/42),
baldmöglichst zu entscheiden (
Urk. 5/13 S. 6 Dispositiv-Ziff. 1
). Ebenfalls mit Entscheid vom 18. September 2015 wies die Beschwerdegegnerin die Einsprache vom 31. März 2014 ab (Urk. 5/5). Damit ist die Rechtsverzögerungs-/-
verweigerungsbe
schwerde
bezüglich der Verfügung vom 3. März 2014 auch gegenstandslos ge
worden.
3.3
Am 21. Mai 2014 reichte der Beschwerdeführer einen Kostenvoranschlag von
Dr.
med.
dent
.
Z._
vom 7. Mai 2014 im Betrag von Fr. 2‘836.90
(Urk. 5/38/1-2)
ein (Urk.
5/37;
vgl. auch
Urk. 5/13
E. 3.3). Mit Verfügung vom 21. September 2015
wies
die Beschwerdegegnerin das Gesuch um Kostengut
sprache ab (Urk. 5/3). Damit ist die Rechtsverzögerungs-/-
verweigeru
n
gsbe
schwerde
bezüglich Kostengutsprache für die Zahnbehandlung ebenfalls ge
genstandslos geworden.
3.4
Am 6. Januar 2015 reichte der Beschwerdeführer eine
R
echnung über Fr. 1‘937.90 für eine am 1
9.
u
nd 20. Dezember 2014 erfolgte
Zahnb
ehandlung ein (Urk.
5/19/4
). Am 13. April 2015 unterbreitete die Beschwerdegegnerin diese ihrem beratenden Zahnarzt, was sie dem Beschwerdeführer gleichentags mit
teilte (Urk.
17-18
). Am 19. April 2015 teilte der beratende Zahnarzt mit (Urk. 5/14). , die Rechnung über Fr. 1‘937.90 beinhalte Positionen, die im
Zahn
arzttarif
nicht vorkämen, und es fehle der Laborlieferschein. Grundsätzlich seien Kunststoffprothesen einfach und zweckmässig, es sollte aber ein
Behandlungs
konzept
im Sinne der
VKZS (Vereinigung der Kantonszahnärzte der Schweiz)
vorliegen, welches vorliegend fehle. Nach mehreren telefonischen Kontakten mit dem Beschwerdeführer, in welchem versucht wurde, ihm beliebt zu machen, ein Gutachten über den Zustand seines Gebiss
es und allfällige erforderliche einfache und zweckmässige
Behandlungen
einzuholen, forderte die
Beschwer
degegnerin
den Beschwerdeführer am 21. September 2015 schriftlich auf, seine Mitwirkungspflichten wahrzunehmen und sich innerhalb einer Frist von 30 Ta
gen einverstanden zu erklären, sich einer Begutachtung zu unterziehen, mit der Androhung, dass bei Weigerung die Leistungen
für Zahnbehandlungen
auf Schmerz- und Hygienebehandlungen beschränkt würden (Urk. 5/2). Die
Be
denkfrist
ist noch nicht abgelaufen.
Offenbar bestehen bei der Beschwerdegegnerin aufgrund der Einschätzung des Vertrauenszahnarztes Zweifel, dass die im Dezember 2014 durchgeführten Be
handlungen, die Fr. 1‘937.90 kosteten, einfach und zweckmässig waren. Um diese Zweifel auszuräumen und auch für die
Zukunft ein Behandlungskonzept
zu haben, beabsichtigt die Beschwerdegegnerin die Einholung eines Gutachtens. Zwar sind seit dem Urteil vom 5. Mai 2015 bis zur förmlichen Auferlegung der Mitwirkungspflichten knapp fünf Monate verstrichen. Der Beschwerdegegnerin ist indessen zugute zu halten, dass sie vorgängig mündlich, aber vergeblich versuchte, dem Beschwerdeführer die Zustimmung zur eingehenden Untersu
chung abzuringen, weshalb ihr diesbezüglich keine Rechtsverzögerung vorge
worfen werden kann.
Damit ist die Rechtsverzögerungsbeschwerde
bezüglich der Zahnarztkosten von Fr. 1‘937.90 abzuweisen.