Decision ID: f2eb46a8-5b0b-481f-ab10-6e53ae7f983b
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1961, war beim
Y._
befristet im Bereich Pflege
angestellt und dadurch bei der Unfallver
sicherung Stadt Zürich (nachfolgend: UVZ) gegen die Folgen von Unfällen versichert, als sie am 4. August 2008 als Fahrradlenkerin durch eine s
ich vor ihr plötzlich öffnende Fahrzeugt
üre zu Fall gebracht wurde und ein
Schädel
hirntrauma
mit Kontusionsblutung, Felsenbeinlängsfraktur und
Kalotten
fraktur
sowie ein stumpfes
Thoraxtrauma
mit Verdacht auf Fraktur der
6. Rippe erlitt (vgl. Urk. 7/G1, Urk. 7/M5 S. 1). Nach dem Sturz war die Ver
sicherte nicht mehr arbeitsfähig und die UVZ erbrachte die gesetzlichen Leistungen in Form von Taggeldern und Heilungskosten.
1.2
Die nach dem Unfall nötige Hospitalisierung im
Z._
verlief zunächst problemlos. Bis zum 12. August 2008 trat bei der Versicherten indessen eine zunehmende Agitiertheit auf. Am 16. August 2008 erfolgte eine
vorübergehende
Unterbringung in der psychiatrischen Abteilung der behandelnden Klinik. Dort stellten die Ärzte die Verdachts
-
di
agnose
einer paranoiden Schizophrenie. Differentialdiagnostisch zogen sie ein organisches Psychosyndrom nach Schädelhirntrauma in Betracht (vgl. Urk. 7/M5, Urk. 7/M7.1, Urk. 7/M16). Im Oktober 2008 erfolgte eine neurologische Untersuchung bei Verdacht auf neuropsychologische Ein
schränkungen und
chronifizierte
Kopfschmerzen (Urk. 7/M9). Am 2. März 2009 verfasste Dr. med.
A._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, im Auftrag der UVZ (vgl. Urk. 7/G24
,
Urk. 7/G42
) zunächst einen psychiatrischen Bericht (Urk. 7/M20) und hernach das psychiatrische Gutachten vom 7. Dezember 2009 (Urk. 7/M25). In den Akten finden sich so
dann
das neurologische Gutachten von Pro
f.
Dr.
med. B._
vom 9.
Dezember 2010
(
Urk. 7/M40
) und
das psychiatrische Verlaufsgutachten von Dr. med.
C._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychothera
pie, vom 13. Oktober 2012 (Urk. 7/M47).
1.3
Mit Verfügung vom 29. Januar 2013 verneinte die UVZ eine über den 13. Oktober 2012 hinausgehende Leistungspflicht und stellte ihre Leistungen ein (Urk. 7/G213). Dagegen erhob die Versicherte am 4. März 2013 Einspra
che. Sie beantragte, die bisherigen Leistungen in Form von Taggeldern und Heilungskosten seien weiterhin zu erbringen, eventualiter seien ihr eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung a
usz
urichten (Urk. 7/G220). Die Einsprache wies die UVZ mit
Einspracheentscheid
vom 27.
Mai 2013 ab
(Urk. 2 = Urk. 7/G227).
Die dagegen erhobene Beschwerde hiess das hiesige Gericht mit Urteil UV.2013.00163 vom 20. März 2015 im dem Sinne gut, dass es die Sache an die UVZ zurückwies, damit diese weitere Abklärungen tätige und hernach erneut über den Leistungsanspruch entscheide (Urk. 7/G242).
1.4
In der Folge holte die UVZ das neuropsychologische Gutachten von Prof.
Dr.
rer
. nat.
D._
und
Dr.
sc. nat.
E._
,
Leiter respek
tive
s
tv
. Leiterin Neuropsychologie des
F._
, vom 5. November 2015 ein (Urk. 7/M48). Dieses stellte die UVZ am 11. November 2015 der Versicherten postalisch zu (vgl.
Urk.
7/G254). Mit Verfügung vom 19. November 2015 stellte sie die bisherigen Leistungen per 20. Oktober 2015 ein und verneinte den Anspruch auf eine Rente. Ferner sprach sie der Versicherten eine
Integ
ritätsentschädigung
von Fr. 44‘100.-- zu (Urk. 7/G255). Die dagegen erho
bene Einsprache (Urk. 7/G261 wies die UVZ mit
Einspracheentscheid
vom
27. Januar 2016 ab (Urk. 2 =
Urk.
7/G263).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 27. Januar 2016 erhob die Versicherte am 29. F
ebruar 2016 Beschwerde mit dem R
echtsbegehren, es sei die UVZ zu verpflichten, die gesetzlichen Versicherungsleistungen zu erbringen (Urk. 1). Die UVZ beantragte in der Beschwerdeantwort vom 16. März 2016 die Abweisung der Beschwerde (Urk. 6).
Auf die Ausführungen der Parteien und die Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundes
gesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sach
verhalt verwirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Än
derung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufs
krankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
4. August 2008
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.
2
Die Beschwerdegegnerin hat im angefochtenen
Einspracheentscheid
unter Bezugnahme auf die gesetzlichen Grundlagen und die hierzu geltende Praxis zutreffende Ausführungen zur Leistungspflicht und insbesondere zur Frage des erforderlichen Kausalzusammenhangs zwischen Unfall und gesundheit
licher Schädigung gemacht. Korrekt hat die Beschwerdegegnerin im
Ein
spracheentscheid
auch die geltenden Beweisgrundsätze genannt (Urk. 2
S. 3 f. Ziff. 3/I
lit
. a-c). Auf die erwähnten Ausführungen ist zu verweisen.
1.3
Strittig ist, ob nach dem 20. Oktober 201
5
noch unfallkausale Beschwerden vorgelegen
und wie sie sich auf die Arbeitsfähigkeit ausgewirkt
haben. Mit Verfügung vom 19. November 2015 (
Urk.
7/G255) hat die
Beschwerdegegne
rin
die Leistungen per 20. Oktober 201
5
aufgehoben und dies mit dem angefochtenen
Einspracheentscheid
(
Urk.
2) bestätigt. Gestützt auf die einge
holten ärztlichen Gutachten verneinte sie unter Hinweis auf die
psychiat
rische und
neuropsychologische Abklärung einen Zusammenhang mit de
m Ereignis vom 4. August 2008.
B
ezüglich der physischen Beeinträchtigungen (Tinnitus/Hörverminderung)
bejahte sie
zwar
einen Kausalzusamm
enhang, verneinte aber eine Aus
wirkung auf die Arbeits- beziehungsweise Erw
erbs
fähigkeit
und
schloss den Fall unter Verneinung des Anspruchs auf eine Rente ab, sprach der Beschwerdeführerin indessen eine
Integritätsentschädi
gung
in der Höhe von Fr. 44‘100
.--
zu
(vgl.
Urk.
2 S. 4 f
f
.
,
Urk.
7/G227
S. 3 ff.,
Urk.
7/G255 S. 2
f.
).
1
.
4
Die Beschwerdeführerin vertritt demgegenüber die Auffassung,
vor Erlass
der Verfügung vom 19. November 2015
habe sie nicht zum neuropsycholo
gischen Gutachten Stellung nehmen können. Dadurch sei ihr Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt worden
(Urk. 1 S. 5 Ziff. 4). Das psychiatrische
Gutachten
von
Dr.
A._
vom 7. Dezember 2009
(vgl. Urk
.
7/M25) sei
auf unzulässige Art und Weise zustande gekommen, weswegen es aus dem Recht
gewiesen werden müsse
(
Urk.
1 S.
9 f. Ziff. 9)
. Entgegen der Auffas
sung der Beschwerdegegnerin habe die
A
usz
ahlung der
Integritätsentschädi
gung
nicht zu einer
Teilrechtskraft
des angefochtenen Entscheides geführt. Zu keinem
Zeitpunkt habe
sei
erklärt
worden
, mit dieser Versicherungsleis
tung einverstanden
zu sein
(Urk. 1 S. 12 f. Ziff. 12).
Die n
europsycholo
gische
n
Gutachter
seien
von
einem nicht korrekten
Arbeitspensum vor
dem
Unfall
ausgegangen, nämlich von 10 % und nicht von
100 %
. Auf dieser unrichtigen Annahme beruhe ihre Beurteilung
(Urk. 1 S. 5 f. Ziff. 6)
. Ferner habe
keine Konsensbesprechung der Gutachter
stattgefunden
, obschon sich hier eine solche aufdrängt
hätte
(Urk. 1 S. 7 Ziff. 6,
Urk.
1 S. 10 f. Ziff. 10)
. Ins Gewicht falle zudem, dass das
Gutachten
von
Dr.
C._
inhaltlich
nicht schlüssig
sei
(Urk. 1 S. 11 f. Ziff. 11).
2.
2.1
Am 11. November 2015 stellte d
ie Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführe
rin das neuropsychologische Gutachten vom 5.
November 2015 zu (Urk. 7/G254), am 16. November 2015 nahm
sie
dieses unbestrittenermassen
in Empfang (vgl.
Urk.
1 S. 5 Ziff. 4) und am 19.
November 2015 erliess die Beschwerdegegnerin die Verfügung (Urk. 7/G255). Die Beschwerdeführerin ist der Auffassung, zwecks
Gewährung des
Rechts auf Stellungnahme
hätte die Beschwerdegegnerin
mindestens zehn
Tage
bis zum Verfügungserlass
verstreichen lassen müssen (Urk.
1 S. 5 Ziff.
4).
2.2
Gemäss Art. 29
Abs.
2 der Bundesverfassung (BV) haben die Parteien An
spruch auf rechtliches Gehör. Dazu gehört insbesondere
deren
Recht, sich vor Erlass des in ihre Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur Sache zu äus
sern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesent
licher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum
Beweisergeb
nis
zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 132 V 368 E. 3.1 mit Hinweisen).
2.3
Art. 42 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversiche
rungsrechts
(ATSG) affirmiert den verfassungsmässigen Anspruch
auf recht
liches Gehör (Satz 1), hält im Sinne einer Ausnahme
in Satz 2 indessen
fest
, dass die
Parteien vor Verfügungen, die durch Einspra
che anfechtbar sind,
nicht angehört werden
müssen.
Dem Grundsatz des rechtlichen Gehörs ist damit nach dem Willen des Gesetzgebers in erster Linie im
Einsprachever
fahren
Rechnung zu tragen (vgl. dazu auch
Kieser
, ATSG-Kommentar,
3. Aufl., Zürich 2015, Art. 42
Rz
32 ff.). Der Erlass der Verfügung vom
19. November 2015 ohne das Abwarten einer Stellungnahme respektive ohne Fristansetzung zu einer Stellungnahme zur Beweisergänzung im
Rückwei
sungsverfahren
verletzte den Gehörsanspruch der Beschwerdeführerin
somit
nicht.
3
.
3.1
Die
Beschwerdeführerin
bemängelt den Gutachtensauftrag an
Dr.
A._
, weil
Dr.
A._
im Auftrag
der
G._
, Case Managerin des
Haft
pflichtversicherers
der seinerzeitigen Unfallverursacherin
,
bereits
den vorläu
figen psychiatrischen Evaluationsbericht vom
2.
März 2009 (Urk. 7/M20) verfasst habe, auf dem das spätere Gutachten vom 7. Dezember 2009
(
Urk.
7/M25) basiere. Die Tendenz des Gutachtens sei aus dem vorläufigen Bericht bereits ersichtlich
gewesen. Damit
habe sich der Gutachter der Beschwerdegegnerin
angedient
; mithin sei
das Abklärungsverfahren auf unzulässige Weise durch den Haftpflichtversicherer beeinflusst worden (Urk. 1 S. 9 f. Ziff. 9).
3.2
Dr.
A._
hielt in seinem
vorläufige
n
Bericht vom
2.
März 2009
einlei
tend fest, die
G._
habe ihn darum ersucht, die Beschwerdeführerin psychiatrisch zu untersuchen
(
Urk.
7/M20 S. 1).
Der Auftrag zum Gutachten vom 7. Dezember 2009 erfolgte sodann durch die Beschwerdegegnerin (
Urk.
7/M25 S. 1,
Urk.
7/G42). Soweit trifft die Sachdarstellung der Beschwerdeführerin zu.
Indessen war die Beschwerdegegnerin tatsächlich bereits in die Erteilung des Erstauftrags (
Bericht gestützt auf ein Gespräch mit der Beschwerdeführerin
) involviert. Am 2
2.
Januar 2009 erteilte sie
Dr.
A._
eine
Kostengutsprache
für maximal drei Gesprächssitzungen
im
Hinblick auf de
n
erwähnten Bericht
.
Gleichzeitig stellte die
Beschwerde
gegnerin
Dr.
A._
in Aussicht, ihn auch für die spätere Ausarbeitung eines Gutachtens zu beauftragen
(Urk. 7/G24).
3.3
War die Beschwerdegegnerin bereits von Beginn an in die Beauftragung von
Dr.
A._
involviert,
kann nicht die Rede davon sein,
Dr.
A._
habe sich nach der Erstattung seines vorläufigen Berichts bei der
Beschwerdegeg
nerin
zwecks Erteilung eines Gutachtensauftrags angedient.
In die Erteilung des Gutachtensauftrags im Juni 2009 bezog die Beschwerdegegnerin die damals bereits anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin
sodann
mit ein (vgl.
Urk.
7/G39 f.). Anwaltliche Einwände gegen den Gutachtensauftrag erfolgten seinerzeit keine.
Da anderweitige formelle Mängel im Zusammenhang
mit dem Gutachtensauftrag
weder aus den Akten ersichtlich sind noch geltend gemacht wurden,
stellt das psychiatrische Gutachten
von
Dr.
A._
ein zulässiges Beweismittel dar
.
Damit bestehen auch keine Vorbehalte betref
fend die Verwertung weiterer Expertisen, namentlich derjenigen von
Dr.
C._
(Urk. 7/M47)
, soweit darin auf das Gutachten von
Dr.
A._
Bezug genommen wird.
4.
4.1
Prof.
B._
erstattete am 9. Dezember 2010 sein neurologisches Gutachten (Urk. 7/M40). Dar
in
fasste er zusammen,
die Beschwerdeführerin
sei
am 4.
August 2008
mit dem Fahrrad gestürzt und habe sich dabei insbesondere
ein schwere
s
Schädelhirntrauma zugezogen
.
Im Zusammenhang mit diesem Vorfall
zu untersuchen gewesen seien
ein
von der Beschwerdeführerin geklagte
r
linksseitige
r
Hörverlust
und
ein Tinnitus links, ein linksseitiger Geschmacksverlust,
Kopfschmerzen,
geringe
Gleichgewichtsstörungen,
Iden
titätslosigkeit
und -zerstückelung, Wortfindungs- und Gedächtnisstörungen sowie Lese- und Denkstörungen (Urk.
7/M40
S. 2
3
f
. und Beilage 1a zu
Urk.
7/M40
).
4.2
Der Gutachter
kam zum Schluss, a
uf den Unfall vom 4. August 2008
zurück
zuführen
seien der Tinnitus und die Hörminderung links.
Die Schilderungen der Beschwerdeführerin hierzu seien glaubhaft und seien passend zur
unfall
bedingt
durchgemacht
en Felsenbeinlängsfraktur (Urk.
7/M40 S. 26 und
S. 28 f. Ziff. 4).
Die Geschmacks-
respektive
Geruchsstörung sei
en
hingegen Folge eines auf das Jahr 1996 zurückgehenden Ereignisses. Gemäss den Angaben der Beschwerdeführerin
bestehe diese
seit damals,
zum Beispiel
nehme sie Pfefferminzgeschmack als bitter wahr
(vgl.
Urk.
7/M40 S. 4 Ziff. 1.5
, S. 26 und S. 28
)
.
Die weiteren angegebenen
Probleme wie Schlafstörun
gen, Erschöpfung oder für Sekunden dauernde Kopfschmerzen
seien höchs
tens möglicherweise unfallkausal (Urk. 7/M40 S. 26 f.). Bei der Untersuchung seien sowohl das Gang- als auch das Standbild unauffällig gewesen (Urk. 7/M40 S. 22). Die
Untersuchung der
geklagten neuropsychologischen Probleme
(Wortfindungs- und Gedächtnisstörungen, Lese- und
Denkstörun
gen
) sei nicht durchführbar gewesen (Urk. 7/M40 S. 22 Ziff. 4.2 u. S. 27).
Aus somatischer respektive neurologischer Sicht sei von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit a
usz
ugehen und es liege kein Integritätsschaden vor (
Urk.
7/M40 S. 27 Ziff. 6.4, S
. 33 Ziff. 6 u. S. 34 Ziff.
8).
4.3
Die Beurteilung von Prof
.
B._
basiert auf einer ausführlichen Würdigung der medizinischen
Vorakten
und einer Untersuchung der Beschwerdeführerin
(
Anamnese und Befunderhebung;
Urk. 7/M40 S. 1, S. 4 ff. Ziff. 2 u. S. 20 ff. Ziff. 3 f.)
.
Der Gutachter berücksichtigte die geklagten Beschwerden (Urk. 7/M40 S. 20 Ziff. 3.1 und Beilage 1a zu
Urk.
7/M40). Die Darlegung der
medizinischen Zusammenhänge und die Beurteilung der medizinischen Situ
ation leuchten ein und
sind
objektiv nachvollziehbar. Auch die Beschwerde
führerin äusserte keinen gegenteiligen Standpunkt. Damit sind die erforder
lichen Beweiskriterien erfüllt (vgl. dazu BGE 134 V 231 E. 5.1, 125
V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c) und es ist auf das Gutachten abzustellen.
5.
5.1
Am 20. Oktober 2015 untersuchten Prof.
D._
und
Dr.
E._
die Beschwerdeführerin neuropsychologisch
und
erstatte
te
n ihr Gutachten am 5.
November 2015 (Urk. 7/M48)
.
Anlass zur Begutachtung gaben
insbeson
dere
die von der Beschwerdeführerin geklagten Konzentrations- und Gedächtnisstörungen (Urk. 7/M48 S. 16).
Im Gutachten vom 5. November 2015 fassten
die Experten
die Aktenlage (Berichte und Gutachten,
bildge
bende
Befunde und testpsychologische Vorbefunde) zusammen (Urk. 7/M48 S. 3 ff.)
und
erhoben die Anamnese und di
e neuropsychologisch
relevanten
Befunde
mittels verschiedener spezifischer Testungen
(Urk. 7/M48 S. 11 ff.).
5.2
Zum Ergebnis der Untersuchung fassten sie zusammen, als Leitsymptom auf
gefallen sei eine Störung des
anterograden
episodischen Gedächtnisses, betont für verbale Inhalte.
De
r Lernzuwachs beim Lernen von Wo
rtlisten sei auch nach mehreren Durchgängen ausgeblieben und die erfassten Inhalte seien nicht stabil gewesen. Der verzögerte Abruf und das Wiedererkennen seien da
her reduziert ausgefallen. Das B
ehalten von semantisch
vorstruktu
rierten
Informationen in Form von zwei Kurzgeschichten sei wesentlich besser gelungen. In der figuralen Modalität sei hauptsächlich das Lernen betroffen gewesen, während die
Behaltensleistungen
beim Abruf von
Einzel
figuren
sowie einer komplexen abstrakten Figur durchschnittlich ausgefallen seien
(Urk. 7/M48 S. 16)
.
Sodann sei eine leichte Schwäche der Impulskontrolle zu verzeichnen gewe
sen, wobei das Ausmass insgesamt als subklinisch zu bewerten gewesen sei.
Gelegentlich sei es zu vorschnellen Reaktionen gekommen, die die Beschwer
deführerin jedoch
zumeist selbst habe korrigieren können. In der formalen Prüfung der Impulskontrolle sei die Unterdrückung der automatischen Reak
tionen in einem Verfahren bei deutlich erhöhtem Zeitaufwand qualitativ einwandfrei gelungen, während in einem anderen Verfahren sowohl qualita
tiv als auch quantitativ eine gute Leistung erbracht worden sei (Urk. 7/M48 S
.
16 f.).
Das Kommunikationsverhalten sei auffällig gewesen und beim Nacherzählen von Geschichten seien
konfabulatorische
Tendenzen aufgefallen. Darüber hinaus habe die formale Prüfung keine Auffälligkeiten ergeben. Sämtliche übrigen geprüften Funktionen
seien
unbeeinträchtigt
gewesen
. Die Beschwerdeführerin verfüge über gute Erfassungskapazitäten, habe eine hohe Verarbeitungsgeschwindigkeit bei gleichzeitig guter Sorgfalt gezeigt und habe auch in den Aufgaben zur geteilten Aufmerksamkeit gute Leistungen erbracht. Die Handlungsplanung und -kontrolle seien bei systematischem Vorgehen ohne Repetitionen, Fehler oder Doppelnennungen
geblieben. Das Abstraktionsvermögen sei intakt und die Flexibilität altersentsprechend und die visuelle und räumliche Verarbeitung unauffällig gewesen (Urk. 7/M48
S. 17).
Diagnostisch sei von
a
n
terograden
episodischen Gedächtnisstörungen ent
sprechend einer leichten bis mittelschweren neuropsychologischen Störung (ICD-10 F07.8) a
usz
ugehen. Störungen des
anterograden
episodischen Gedächtnisses gehörten häufig zu den Symptomen einer Schizophreni
e (vgl. dazu nachstehende E. 6
). Somit sei es möglich, dass die Beschwerdeführerin bereits vor dem Unfall an solchen Störungen gelitten habe. Vor dem Hinter
grund der im Oktober 2008 bildgebend festgestellten frontalen und tempora
len Läsionen sowie des im Rahmen der ersten neuropsychologischen Unter
suchung erhobenen verbalen
amnestischen
Syndroms, sei es jedoch überwie
gend wahrscheinlich, dass das Schädelhirntrauma vom 4. August 2008 zumindest eine kausale Teilursache der Gedächtnisstörungen darstelle. Die Auffälligkeiten im Kommunikationsverhalten, die in erster Linie im Gespräch mit persön
lichem Inhalt aufgefallen seien,
seien als formale Denkstörungen
zu
bewerten, wie sie auch im Gutachten von
Dr.
C._
beschrieben worden seien,
und gehörten somit zum psychischen Leiden der Beschwerdeführerin
(vgl. dazu nachstehende E.
6
;
Urk.
7/M48 S. 17
).
Aus neuropsychologischer Sicht bestehe trotz der festgestellten Auffälligkei
ten keine Beeinträchtigung in Bezug auf die bisherige Tätigkeit als
Sitz
wache
. Dies gel
te auch bezüglich jeder anderen
Routinetätigkeit, die keine relevante Beanspruchung der Gedächtnisfunktionen erfordere. Es bestehe weder eine zeitliche noch eine leistungsmässige Beeinträchtigung (Urk. 7/M48 S. 17).
5.3
Die Beschwerdeführerin bemängelt die Aussagekraft der neuropsycholo
gischen Beurteilung dahingehend, dass der Gutachter in Bezug auf das von ihr vor dem Unfall vom 4. August 2008 geleistete Arbeitspensum von einer
unrichtigen Annahme - 10 % anstelle von 100 % - ausgegangen sei (Urk. 1 S. 5 f. Ziff. 5).
Im Gutachten ist zur Vorgeschichte erwähnt, die Beschwerdeführerin sei im Zeitpunkt des Unfalles zu
rund
10 % als Sitzwache beschäftigt gewesen (Urk. 7/M48 S. 15).
Da die Gutachter zum Schluss kamen
, in der bisherigen Tätigkeit bestehe aus neuropsychologischer Sicht weder zeitlich noch
leis
tungsmässig
eine Beeinträchtigung (Urk. 7/M48S. 17),
sind
allfällige unzu
treffende
Annahmen der Gutachter in Bezug auf
das vor dem Unfall geleis
tete Arbeitspensum im Ergebnis nicht
relevant
.
Zu beachten ist jedoch
, dass die Gutachter ausdrücklich aufgefordert waren, die Frage der Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit bezogen auf ein volles Pensum zu beantworteten
und dies auch taten
(Urk. 7/M48 S. 22 Ziff. 6.2).
Die Rüge der Beschwerde
führerin ist demnach
in jeder Hinsicht unbegründet
.
Weitere Mängel wurden nicht genannt und es sind auch keine solchen ersichtlich, weswegen auf das Gutachten abgestellt werden kann.
6.
6.1
Am Gutachten von
Dr.
C._
kritisierte die Beschwerdeführerin, dieses sei nicht schlüssig.
Sei vor dem Unfall stets eine Erwerbstätigkeit ausgeübt wor
den, so sei die Frage der Unfallkausalität und eine allfällige Verschlimme
rung eines latenten Vorzustandes im Hinblick auf Art. 36 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung
(UVG)
sorgfältig zu prüfen.
Dr.
C._
sei von einem jahrzehntelangen psychiatrischen Krankheitsverlauf ausgegangen, habe dies abe
r nicht ansatzweise begründet. D
en Ausführungen der Gutach
terin
lasse sich letztlich nicht entnehmen
, ob die Ursache des psychischen Leidens krankheits- oder
unfallbedingt sei (Urk. 1 S.
11 f. Ziff. 11).
6.2
Das psychiatrische Gutachten von
Dr.
C._
vom 13. Oktober 2012
nimmt zum einen Bezug auf das psychiatrische
Vorgutachten von
Dr.
A._
vom 7. Dezember 2009 (Urk. 7/M25) und
die
übrigen
Vorakten
(Urk. 7
/M47 S. 2 ff.), zum anderen basiert es auf den eigenen Untersuchungen
der Exper
tin
vom 28.
Juni und 24. Juli 2012 mit Anam
nese- und Befunderhebung (
Urk.
7/M47 S. 9 ff.).
Dr.
C._
stellte die Diagnose einer paranoiden Schi
zophrenie mit kontinuierlichem Verlauf (ICD-10 F20
.0). Die Anamnese
lege nahe, dass die Krankheit bereits seit Jahrzehnten bestehe. Erste Hinweise auf ein krankhaftes Geschehen gäben die Erlebnisse als Studentin
in jungen Jahren
in Holland. Die
Beschwerdeführerin habe von einer
wahnhaft bis psy
chotisch zu bewerten
den
Erleuchtung berichtet
(Urk. 7/M47 S. 15).
In der Schweiz habe die Beschwerdeführerin Medizin studieren wollen. Sie habe in der Folge verschiedene Fächer belegt. Einen regulären Studienablauf und auch Prüfungen habe sie
jedoch
nicht absolvieren können. Aus den fremdanamnestischen Angaben im Gutachten von
Dr.
A._
ergebe sich, dass sie
sich
an der Universität erheblich auff
ällig verhalten habe (vgl.
Urk.
7/M25 S. 14). Bei den sehr zahlreichen Arbeitsstellen habe es sich überwiegend um unqualifizierte Tätigkeiten gehandelt. Die Beschwerdefüh
rerin habe vorwiegend allein und ohne Anforderungen an Sozialkompetenz und Anpassung gearbeitet (z.B.
Zeitungsverträgerin
,
Badeaufsicht). An anderen Stellen mit der Notwendigkeit zur Teamarbeit (Schwesternhilfe und später Sitzwache im Spital) habe sie sich nicht lange halten können.
Es sei zu zwischenmenschlichen Konflikten und schliesslich
zur Beendigung der Arbeitsverhältnisse
gekommen.
A
n der S
t
elle als Badeaufsicht sei es sogar zu
handgreiflichen Auseinandersetzunge
n mit dem Bademeister gekommen, was durch die im Gutachten von
Dr.
A._
wiedergegebenen Auskünfte der Stadtverwaltung
H._
belegt sei (vgl.
Urk.
7/M25 S. 14 f. Ziff. 2.4).
Die im
Gutachten von
Dr.
A._
ebenfalls
wiedergegebenen Aus
künfte
des Pflegedienstleiters des Stadtspitals
Y._
und der Leiterin Pflege
des
Z._
(
vgl.
Urk.
7/M25
S. 12 f. Z
iff. 2.1-2
) erhellten das Bild weiter. Bereits vor dem Unfall vom August 2008 sei die Beschwer
deführerin hochauffällig gewesen. Neben Freundlichkeit und Beflissenheit sei das Verhalten durch Extravaganzen geprägt gewesen. Die Beschwerdeführe
rin habe ein Nähe-Distanz-Problem gehabt und die Eigen- und die Fremdwahrnehmung hätten divergiert. Sie habe
uneinfühlbare
und
sonder
lingshafte
Züge gezeigt, sei mit besserwisserischem Verhalten in Querelen geraten und sei belehrungsresistent gewese
n. Zudem habe sie auch versucht,
Patienten
mit ihren Ideen zu beeinflussen
(Urk. 7/M47 S. 15 f.).
Es habe die Beschwerdeführerin erklärtermassen nicht gestört, über Jahre unqualifizierte Arbeit zu verrichten, um Studien zu finanzieren, die sie nie abgeschlossen habe. Sie habe weder ihre Vorgehensweise hinterfr
agt, noch ihre Pläne revidiert.
Nach dem Unfall sei die Beschwerdeführerin nur kurz in den Beruf zurückgekehrt, an ihren Studien habe sie hingegen weiterhin
fest
gehalten. Im Privaten sei s
ie ohne Partnerschaft oder enge Bindungen geblie
ben.
Ihr
Verhalten
sei zwar freundlich
, aber sehr durch ein skurriles,
eigen
weltliches
, eigenlogisches und
uneinfühlbares
Denken geprägt, das die Beschwerdeführerin ohne Rücksicht auf die Folgen für die Umwelt oder für sie selber auf die Handlungsebene übertrage. Besonders deutlich sei dies am sturen Festhalten an der ausschliesslichen Fortbewegung mit dem Fahrrad zu
sehen. Kognitiv sei sich die Beschwerdeführerin zwar der zahlreichen Unfälle mit dem Fahrrad und de
r
damit verb
undenen Komplikationen gewahr, mit
dieser
Erfahrung könne sie jedoch nichts anfangen
oder
ihre Art der Fortbe
wegung überdenken.
Die zahlreichen Hinweise und Belege in Be
z
ug auf die Vergangenheit und die aktuellen Befunde ergäben das Bild einer chronisch verlaufenden Schizophrenie. Die Zunahme der Krankheitssymptome und damit
verbunden
eine Abnahme des sozialen Funktionsniveaus
bei
jahre
- bis jahrzehntelangem Verlauf
, sei bei allen Formen der Schizophrenie typisch. Die vom Vorgutachter gestellte Diagnose (Urk.
7/M25 S. 72) sei zu bestäti
gen.
Zwischenzeitlich nicht mehr
zutreffend
sei
en die von diesem im Sinne einer Unterdiagnose
erwähnten
hebephrenen
Züge.
Damit werde eine beson
ders ausgeprägte Beeinträchtigung und Veränderung der Affektivität bei
Schizophreniekranken
bezeichnet. Die Beschwerdeführerin zeige nach wie vor eine deutliche und für das Krankheitsbild typische Beeinträchtigung der Affektivität, jedoch nicht mehr eine derart ausgeprägte
(Urk. 7/M47 S. 16 f
.
).
Der frühe Verlauf der Erkrankung sei nicht
dokumentiert
, weil die Beschwer
deführerin sich nicht habe behandeln lasse
n
und diesbezüglich auch kein Krankheitsgefühl gehabt habe. Retrospektiv lasse sich nicht mehr feststellen, ob es initial klar abgegrenzte Episoden gegeben
habe,
oder ob der Verlauf
bereits
primär kontinuierlich gewesen sei. Seit August 2008 sei die Beschwerdeführerin mehrfach und vertieft neurologisch und psychiatrisch untersucht worden. Seit dann lasse sich klar ein kontinuierlicher
Krankheits
verlauf
feststellen (Urk. 7/M47 S. 17).
Sichere Hinweise für eine hirnorganische psychische Störung
bestünden nicht
. Die Beschwerdeführerin zeige weder eine Pathologie in der Impuls- und Affektkontrolle
noch eine solche im Antrieb und der Kognition.
Die Auffälligkeit im Affekt entspreche einer au
s
geprägten
Parathymie
, wie sie typischerweise
bei
einer Schizophrenie auftrete.
Nicht respektive nicht mehr vorhanden (im Vergleich zu den Befunden von 2009) seien Affektlabilität, Affektinkontinenz, erhöhte Reizbarkeit, Enthemmung oder Affektabflachung, was bei einer hirnorganischen psychischen Störung zu erwarten
wäre. B
ereits anlässlich der Untersuchung durch
Dr.
A._
, die sich über rund sechs Monate erstreckt und drei Explorationen umfasst habe, sei innerhalb des Untersuchungszeitraumes eine Abnahme der kognitiven Beeinträchtigung festzustellen gewesen. Dies zeige eine Erholung der Störungen durch die traumatische Hirnverletzung
und bis heute
habe sich das klinische Bild bezüglich
Organizität
weitgehend normalisiert. Gebl
ieben sei die
Parathymie
, die si
ch entweder einer Schizophrenie oder einer organischen affektiven
Beeinträchtigung zuord
nen lasse. Aus den dargelegten G
ründen könne
hier
jedoch die Diagnose einer organischen respektive posttraumatischen
Persön
lichkeit
s
- und Verhaltensstörung nicht
gestellt werden (Urk. 7/M47 S. 17 f.).
6.3
Zur Unfallkausalität führte
Dr.
C._
aus,
die Beschwerdeführerin leide seit dem jungen Erwachsenenalter an
paranoider
Schizophrenie.
Die Erkrankung sei nach dem Unfall kontinuierlich weiter verlaufen. Die traumatische
Hirn
verletzung
als Folge des Unfalles sei für die Psyche eine Belastung gewesen. Inwiefern diese Zusatzbelastung den Verlauf
d
er Erkrankung in Richtung eine
r
weitere
n
Chronifizierung
beeinflusst haben könnte, bleibe offen. Ein richtungsweisender Zusammenhang zwischen der Hirnverletzung und dem Verlauf der vorbestehenden Grunderkrankung sei in Anbetracht des vorher jahrzehntelangen Krankheitsverlaufs wenig wahrscheinlich. Die von
Dr.
A._
2009 festgestellten Befunde betreffend Affektpathologie habe dieser einer hirnorganischen Persönlichkeitsstörung zugeordnet. Eine abschl
iessende Beurteilung sei damals jedoch
noch nicht möglich gewesen.
Heute liessen sich keine organisch psychischen Störungen mehr feststellen. Der Zustand der Beschwerdeführerin habe sich diesbezüglich weitestgehend gebessert (Urk. 7/M47 S. 19).
6.4
Die ausführliche Wiedergabe der Darlegungen von
Dr.
C._
, insbesondere
in vorstehender E. 6.2,
zeigt
klar
, dass der Vorwurf der Beschwerdeführerin, die Gutachterin habe den jahrzehntelangen psychiatrischen Krankheitsverlauf nicht ansatzweise dargelegt
(vgl. vorstehende E. 6.1)
, unbegründet ist
.
Die
auf einen
Krankheitsbeginn bereits im frühen Erwachsenenalter deutenden Befunde erschlossen sich der Gutachterin aus den Angaben der Beschwerde
führerin. Auf
Vorakten
konnte die Gutachterin mangels einer
seinerzeitigen
psychiatrischen Behandlung nicht zurückgreifen. Das Fehlen einer psychiat
rischen Behandlung wiederum vermochte
Dr.
C._
nachvollziehbarerweise mit dem nicht vorhandenen Krankheitsgefühl der Beschwerdeführerin zu erklären. Weitere Hinweise für eine bereits Jahre vor dem Unfall aufgetretene psychische Erkr
ankung gaben sodann die von Dr.
A._
bei Arbeitgebern und Universitätsdozenten eingeholten fremdanamnestischen Auskünfte.
Der
langdauernde prätraumatische
Krankheitsverlauf ist somit hinreichend manifest.
Richtig ist, dass die Gutachterin darauf hinwies, die Zuordnung einer
Parathy
mie
zur Schizophrenie oder zu einer organischen affektiven Beein
trächtigung bleibe arbiträr. Dabei handelt es sich um eine allgemeine Fest
stellung. Konkret legte die Gutachterin begründet und schlüssig dar, dass
bezüglich der Beschwerdeführerin
von einer durch die Schizophrenie bedingten
Parathymie
a
usz
ugehen
ist und
sich die Diagnose einer orga
nischen respektive posttraumatischen Verhaltensstörung
im
Zeitpunkt der Begutachtung nicht stellen
liess
.
Aus der Feststellung von
Dr.
C._
, die traumatische Hirnverletzung sei für die Psyche der Beschwerdeführerin belastend gewesen, es bleibe aber offen, inwieweit diese Zusatzbelastung den Verlauf in Richtung
eine
r
weitere
n
Chronifizierung
beeinflusst habe (
Urk.
7/M47 S. 19), schliesst die Beschwer
deführerin, die Frage der Unfallkausalität sei nicht hinreichend geklärt (vgl.
Urk.
1 S. 11 f. Ziff. 11). Dem ist nicht beizupflichten.
Dr.
C._
hielt des Weiteren fest
(von der Beschwerdeführerin in ihren Ausführungen ebenfalls zitiert
;
Urk.
1 S. 11 f., Zitat zweiter Satz
)
,
ein richtungsweisender Zusam
menhang zwisc
hen der Hirnverletzung und dem V
erlauf der vorbestehenden psychiatrischen Grunderkrankung sei in Anbetracht des jahrzehntelangen Krankheitsverlaufs weni
g wahrscheinlich (Urk. 7/M47 S.
19). Ist ein rich
tungsweisender Zusammenhang und damit eine Teilursache des Unfalles wenig wahrscheinlich
,
liegt beweisrechtlich gesehen ein
e
zwar
mögliche
, aber nicht nachgewiesene
Unfall
(teil)
ursache
und damit eine von der Beschwerdeführerin zu tragende Beweislosigkeit vor
, zumal angesichts der schlüssigen gutachterlichen Würdigung von zusätzlichen Abklärungen keine weitergehenden neuen Erkenntnisse erwartet werden können
(vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_315/2014 vom 19. Dezember 2014 E. 4 mit Hinweis auf BGE 138 V 218 E. 6
).
Zusammenfassend steht aufgrund des psy
chiatrischen Gutachtens von Dr.
C._
fest, dass die Beschwerdeführerin
im
Zeitpunkt der Begutachtung (Oktober 2012)
aus psychiatrischer Sicht
unter
keinen
Unfalltraumafolgen
mehr litt, sondern die bereits Jahrzehnte vor dem Unfall aufgetretene para
noide Schizophrenie
ihr
Befinden und die Arbeitsfähigkeit
beeinflusste
.
Dr.
C._
hielt ausdrücklich fest, die
festgestellte Arbeitsunfähigkeit
in der
vor dem Unfall ausgeüb
ten Tätigkeit als Sitzwache habe
ihre Ursache in
der unfallfremden Erkrankung
(Urk. 7/M47 S. 20).
7.
Der neurologische
Gutachter Prof
.
B._
hatte
bereits im Dezember 2010 fest
gestellt
, aus somatischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt (Urk.
7/M40 S. 27 Ziff. 6.4). Die Psychiaterin
Dr.
C._
kam im Oktober 2012 zum Schluss, es liege eine krankheitsbedingte und nicht eine
unfallbe
dingte
Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit vor (Urk. 7/M47 S. 19 f.). Die
neuropsychologischen Gutachter hielten
gestützt auf die Untersuchung vom 20. Oktober
2015
(
Urk.
7/M48 S. 3)
fest, es seien unfallbedingte neuropsy
chologische Beeinträchtigungen festzustellen, bezüglich einfacher Arbeit
en
auf dem
Niveau der bisherigen Tätigkeit bestehe
aber
keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Sieben Jahre nach dem Unfall sei von einem Endzu
stand a
usz
ugehen. Eine weitere Funktionsverbesserung sei nicht mehr zu erwarten (Urk. 7/M48
S. 20 f. Ziff. 5,
S. 22 Ziff. 6.2
und Ziff.
7.1, S. 23
Ziff. 9).
In dieser Situation
sind
der Fallabschluss und die Einstellung der Leistungen per 20. Oktober 2015
(vgl. Urk. 7/G255 S. 2)
nicht zu beanstanden.
Im Zeit
punkt des Fallabschlusses lag keine unfallbedingte Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit in den bis dahin ausgeübten beruflichen Tätigkeiten vor. Für diese Schlussfolgerung bedurfte es
entgegen der Auffassung der Beschwer
deführer
in (
Urk.
1 S. 7 Ziff. 6 u. S. 10 f. Ziff. 10) k
eine
r
Gesamtbeurteilung
durch die
verschiedenen Gutachter.
Es waren keine sich gegenseitig beein
flussenden unfallbedingten gesundheitlichen Schädigungen mit Auswirkun
gen auf die Arbeitsfähigkeit zu prüfen.
8.
8.1
Zur Integritätsentschädigung in der Höhe von
Fr.
44‘100.-- erfolgte seitens der Beschwerdeführerin der Einwand, es könne diesbezüglich nicht von einer Teilrechtskraft der Verfügung vom 19. November 2015 ausgegangen werden (vgl.
Urk.
1 S. 12 f. Ziff. 12).
8.2
Die Integritätsentschädigung fusst gemäss den Ausführungen der
Beschwerde
gegnerin
in der Verfügung vom 19. November 2015
auf der unfallbedingten
anterograden
episodischen Gedächtnisstörung
(Urk. 7/G255 S. 3 Ziff. 6).
Die neuropsychologischen Experten bezifferten den
Integritäts
schaden
mit 35 % (Urk. 7/M48 S. 23 Ziff. 8.2).
Mithin
gingen sie ent
sprechend der Suva-Tabelle 8 (
Integritätsschaden bei psychischen Folgen von Hirnverletzungen
; abrufbar im Internet
) von einer leichten bis mittelschwe
ren Störung aus (
Suva-Tabelle 8, S. 3 f. Ziff. 3.3-4 und Ziff. 4
; zur Anwend
barkeit der Suva-Tabellen vgl.
Rumo-Jungo
, Bundesgesetz über die Unfall
versicherung, 4. Aufl., Zürich 2012, Art. 25
Abs.
2 mit Hinweisen
). Diese Feststellungen liess die Beschwerdeführerin unbeanstandet und es sind keine Anhaltspunkte für eine unsachgemässe Beurteilung erkennbar. Unbean
standet liess die Beschwerdeführerin auch den versicherten Verdienst von
Fr.
126‘000.-- als Grundlage der Bemessung der Entschädigung (Urk. 7/G255
S. 3
Ziff.
6). Anhaltspunkte für eine fehlerhafte Berechnung
sind nicht gege
ben
, weswegen die ermittelte Integritätsentschädigung
von Fr.
44‘100.-- (35 % von
Fr.
126‘000.--) nicht zu beanstanden ist.
8.3
Da
die Bemessung der zugesprochenen Integritätsentschädigung gemäss den vorstehenden Darlegungen rechtskonform erfolgte, kommt der zwischen den Parteien
kontroversen Frage der Teilrechtskraft
der Verfügung vom 19.
November 2015 im Punkt Integritätsentschädigung (vgl.
Urk.
1 S. 12 f.
Ziff.
12,
Urk.
2 S. 6
Ziff.
IV,
Urk.
6 S. 7 f. ad
Ziff.
12)
keine
entscheidende Bedeutung zu, weswegen auf diesen Aspekt nicht weiter einzugehen ist. Vielmehr ist die zugesprochene Integritätsentschädigung
in der Höhe von Fr.
44‘100.-- zu bestätigen.
Zusammenfassend ergibt sich, dass sowohl der Fallabschluss und die Einstel
lung der Leistungen per 2
0.
Oktober 2015 als auch die Zusprechung der Integritätsentschädigung von
Fr.
44‘100.-- rechtens sind, weswegen die gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde abzuweisen ist.