Decision ID: 2f4ed9f2-3bcd-403d-a785-17c99692e891
Year: 2016
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ wurde am 1. Oktober 1999 Opfer eines Auffahrunfalls (IV-act. 10-3 f.). Im
September 2000 meldete sie sich bei der IV-Stelle des Kantons Thurgau (nachfolgend:
IV-Stelle TG) zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 1). Sie gab an, infolge eines
HWS-Schleudertraumas an einer Erschöpfung, einer Hirnleistungsschwäche,
Kopfschmerzen, Schwindel, Sehstörungen sowie Rücken- und Hüftbeschwerden zu
leiden. Nach der obligatorischen Schulzeit habe sie eine einjährige Ausbildung an der
Sekretärinnenschule Z._ absolviert. Zuletzt sei sie zu 50 % als Hausfrau und zu 50 %
als „Allrounderin“ im Betrieb ihres Lebensgefährten tätig gewesen. Seit dem 1. Oktober
1999 sei sie zu 80 % arbeitsunfähig.
A.b Am 24. Januar und 16. Februar 2000 war die Versicherte im Auftrag der Unfallver-
sicherung von Dr. phil. B._ neuropsychologisch untersucht worden (Bericht vom 22.
März 2000, IV-act. 6-13 ff.). Dr. B._ hatte erklärt, dass das durchschnittliche
Leistungsniveau, welches die Versicherte in der Untersuchung erreicht habe, bei
genauerer Betrachtung der Einzelergebnisse einige Auffälligkeiten wiederspiegle. Unter
dem Aspekt der Handlungskonstanz seien unsystematische Leistungsschwankungen
in verschiedenen Funktionsbereichen hervorgetreten. Die Leistungsminderungen hätten
sich teils unregelmässig, teils widersprüchlich dargestellt und deuteten auf keine fokale
Funktionsstörung kortikaler, sondern eher auf eine Funktionsstörung tieferer Strukturen
hin. Diese Befunde seien für ein erlittenes HWS-Trauma nicht unüblich und könnten
aufgrund der Inkonsistenz und teilweisen Widersprüchlichkeit dem oft imponierenden
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Bild einer unspezifischen Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörung im Sinne
deutlicher Leistungsschwankungen zugeordnet werden. Insgesamt entsprächen die
gefundenen kognitiven Minderleistungen einer leichten bis mittelschweren
Funktionsstörung im Bereich tieferer Hirnstrukturen (Hirnstamm). Die von der
Versicherten geklagten Gedächtnis- und Lernstörungen liessen sich aus
neuropsychologischer Sicht mit dem obigen Bild eines teilweise lückenhaften
Aufmerksamkeits- und Konzentrationsvermögens erklären. Eigentliche Lern- und
Gedächtnisstörungen seien aufgrund der uneinheitlichen Befunde in diesem Bereich
nicht ersichtlich. Die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit gestalte sich aus
neuropsychologischer Sicht aufgrund der teilweise inkonsistenten, oft auch
widersprüchlichen Leistungskonstanz schwierig. In ihrer früheren Tätigkeit als
Sekretärin erscheine die Versicherte aufgrund der heutigen Leistungsminderung zu
höchstens 50 % arbeitsfähig. Eine Leistungskonstanz an einem anspruchsvollen
Arbeitsplatz wäre jedoch kaum gewährleistet.
A.c Der Lebensgefährte der Versicherten berichtete der IV-Stelle TG am 11. Oktober
2000 (IV-act. 7), dass die Versicherte von August 1998 bis am 1. Oktober 1999 zwölf
Stunden pro Tag im landwirtschaftlichen Betrieb/in der Administration mitgearbeitet
habe. Seit dem 1. Mai 2000 betrage ihr Pensum 20 %. Aufgrund einer Abklärung an Ort
und Stelle am 20. April 2001 wurde die Versicherte als zu 44 % als Mitarbeiterin im
Betrieb und als zu 56 % als Hausfrau tätig eingestuft (IV-act. 15). Die
Abklärungspersonen kamen zum Schluss, dass die Versicherte als Mitarbeiterin im
Betrieb zu 85 % und als Hausfrau zu 60 % eingeschränkt sei. Als Gründe wurden
körperliche Beschwerden, Vergesslichkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Gedächtnis-
sowie allgemeine Funktionsstörungen angegeben. Es resultierte ein IV-Grad von 71 %
(56 % x 0.6 + 44 % x 0.85; IV-act. 16).
A.d Am 24., 25. und 26. September 2001 wurde die Versicherte von der Medas Uni-
versitätskliniken Basel polydisziplinär (rheumatologisch, neurologisch und
psychiatrisch) untersucht (Gutachten vom 31. Dezember 2001, IV-act. 28). Als
Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit wurden angegeben:
• Status nach Verkehrsunfall am 1. Oktober 1999 mit
- HWS-Distorsionstrauma und Commotio cerebri;
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- leichtgradigem Zervikalsyndrom ohne zervikoradikuläre Reiz- oder
Ausfallsymptomatik;
- zervikogen getriggerten Spannungskopfschmerzen;
- leichter bis mittelschwerer kognitiver Funktionsstörung (basierend auf
neuropsychologischer Abklärung vom 24. Januar und 16. Februar 2000);
- organischen Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen;
• zervikozephales Syndrom mit/bei
- Status nach HWS-Distorsionstrauma 10/99;
- segmentaler Dysfunktion;
- muskulärer Dysbalance;
• chronisches Lumbovertebralsyndrom.
Die Arbeitsfähigkeit aus rheumatologischer Sicht wurde in einer körperlich leichten,
wechselbelastenden Tätigkeit mit Vermeidung von Stereotypien und Zwangshaltungen
bei rückengerechter Arbeitsplatzsituation auf 60-70 % geschätzt. Der neurologische
Gutachter kam zum Schluss, dass die Versicherte aufgrund einer leichten bis
mittelschweren kognitiven Funktionsstörung in ihrer angestammten Tätigkeit als
Sekretärin zu 50 % arbeitsunfähig sei. In einer körperlich leichten oder mittelschweren
Tätigkeit mit Wechselbelastung, welche keine spezifischen kognitiven Anforderungen
stelle, bestehe aus neurologischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von etwa 80 %. Der
psychiatrische Gutachter erklärte, dass die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht
zusammen mit jener aus neurologischer Sicht geschätzt werden müsse. Es sei
glaubhaft, dass die Versicherte in ihrer Arbeitsfähigkeit aufs Schwerste eingeschränkt
sei und die bisherige Tätigkeit nur noch teilweise ausüben könne. In polydisziplinärer
Hinsicht schätzten die Gutachter die Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit
auf 50 % und in einer adaptierten Tätigkeit auf höchstens 35 %.
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A.e Am 31. Januar 2003 sprach die IV-Stelle TG der Versicherten rückwirkend ab dem
1. Oktober 2000 bei einem IV-Grad von 71 % eine ganze Rente zu (IV-act. 40).
A.f Im Rahmen eines Revisionsverfahrens teilte der Hausarzt der Versicherten, Dr.
med. C._, der IV-Stelle TG am 3. Oktober 2005 mit, dass sich am Gesamtzustand der
Versicherten in den letzten Jahren nichts geändert habe und sie anhaltend zu 80 %
arbeitsunfähig sei (IV-act. 51-3). Am 16. Februar 2006 wurde der Versicherten
mitgeteilt, dass sie weiterhin Anspruch auf die bisherige Invalidenrente habe (IV-act.
56).
A.g Am 3. Januar 2011 teilte die Versicherte der IV-Stelle des Kantons St. Gallen
(nachfolgend: IV-Stelle) mit, dass sie in den Kanton St. Gallen gezogen sei (IV-act. 67).
Im Rentenrevisionsfragebogen vom 27. November 2012 (IV-act. 78) gab sie an, ihr
Gesundheitszustand sei gleich geblieben. Dr. C._ berichtete am 21. Dezember 2012
(IV-act. 86-2), dass die Versicherte weiterhin in etwa über dieselben Beschwerden
klage. Sie sei vermindert belastbar, habe oft Kopf- und Rückenschmerzen, die
Gedächtnisleistung sei reduziert, bei Stress habe sie Sprachstörungen und wegen der
Rückenschmerzen wache sei nachts oft auf. Die Arbeitsfähigkeit dürfte anhaltend 0 %
betragen.
A.h Im Fragebogen zur Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt vom 4.
Januar 2013 (IV-act.88) gab die Versicherte an, dass sie ohne Behinderung aus
finanziellen Gründen zu 100 % erwerbstätig (Büro) wäre. Früher habe sie weniger
gearbeitet, weil ihre Kinder noch klein gewesen seien. Seit dem Jahr 2001, als ihr
jüngstes Kind 16 Jahre alt geworden sei, wäre sie ohne gesundheitliche Probleme zu
100 % erwerbstätig.
A.i RAD-Arzt Dr. med. D._ notierte am 31. Januar 2013 (IV-act. 93), dass zum
Zeitpunkt des Referenzgutachtens der Medas Basel ein syndromales Leiden in Form
eines Zervikalsyndroms nach Beschleunigungstrauma vorgelegen habe. Er empfahl
eine neue Begutachtung.
A.j Am 10., 11. und 14. Juni 2013 wurde die Versicherte vom ABI (Aerztliches
Begutachtungsinstitut GmbH) polydisziplinär (allgemein-internistisch, rheumatologisch,
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neurologisch, ophthalmologisch und psychiatrisch) untersucht (Gutachten vom 15. Juli
2013, IV-act. 101). Die Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit lauteten:
• Chronisches zervikozephales Schmerzsyndrom;
- Status nach HWS-Beschleunigungstrauma bei Autoauffahrunfall (Heck- gefolgt von
Frontalkollision) am 1. Oktober 1999;
- mögliche milde traumatische Hirnschädigung (Klagen über kognitive Defizite nicht
organisch bedingt);
- degenerative Veränderungen der mittleren und unteren HWS;
- Verdacht auf chronische segmentale Dysfunktion der mittleren und unteren HWS;
- muskuläre Dysbalance mit reaktiven Myogelosen der gesamten
Nackenschultergürtelmuskulatur;
• chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom;
- leichte Wirbelsäulenfehlform/-haltung (thorakolumbal leichte rechts- sowie
hochthorakal linkskonvexe Skoliose);
- radiomorphologisch leichte grobbogig thorakolumbale rechtskonvexe Skoliose;
physiologische Lendenlordose; normales Alignement der dargestellten Wirbelkörper;
Bandscheibenerniedrigung im Segment L5/S1 als Zeichen einer Osteochondrose;
ansonsten gut erhaltene Bandscheibenhöhen. Verdacht auf beginnende
Spondylarthrosen im Segment L4/5 und L5/S1, prominente Processus spinosus
(Differentialdiagnose Morbus Baastrup);
- muskuläre Dysbalance mit Abschwächung der abdominellen und
rückenstabilisierenden Muskulatur;
• Offenwinkelglaukom links mit glaukomatöser Optikusatrophie;
• anlagebedingte Fehlsichtigkeit beidseits (Hyperopie, Astigmatismus).
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Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gaben die Gutachter an:
• Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10:
F45.41);
• chronisches Spannungstyp-Kopfweh;
• Alterssichtigkeit beidseits;
• Offenwinkelglaukom rechts;
• Cataracta incipiens rechts;
• latentes Aussenschielen in der Nähe beidseits.
Die Gutachter erklärten, das Ausmass der von der Versicherten beklagten
Schmerzsymptomatik könne alleine durch die objektivierbaren pathoanatomischen
Veränderungen am Bewegungsapparat nicht adäquat erklärt werden, sodass der
Verdacht auf eine deutliche psychosoziale Überlagerung vorliege. Aufgrund der klar
objektivierbaren pathoanatomischen Veränderungen im Bereich der HWS und LWS
bestehe für sämtliche regelmässig mittel bis schwer belastenden beruflichen
Tätigkeiten, worunter auch die früher ausgeübte Tätigkeit auf einem Bauernhof falle,
eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit. Für die ursprünglich erlernte Tätigkeit im
kaufmännischen Sektor sowie für jegliche körperlich leichten, wechselbelastenden
beruflichen Tätigkeiten bestehe eine ganztägig verwertbare 75 %ige Arbeits- und
Leistungsfähigkeit. Die Versicherte sollte ihre Arbeitsposition regelmässig selbständig
wechseln können. Insbesondere seien stereotype Rotationsbewegungen der HWS und
der LWS sowie Überkopfarbeiten zu vermeiden. Dementsprechend könnten mit den
Armen keine repetitiven Arbeiten über der Schulterhorizontalen geleistet werden. Das
Heben, Tragen, Stossen und Ziehen von Lasten sei bis zur Taille bis 10 kg, über der
Taille maximal bis 5-7.5 kg möglich. Die klinisch-neurologische Evaluation habe
ergeben, dass die von der Versicherten beklagten und im Jahr 2000 testpsychologisch
bestätigten kognitiven Defizite nicht als hirnorganisch traumatisch bedingt interpretiert
werden könnten. Diese seien Folgen von Interferenzfaktoren, wobei hierfür die
chronischen Schmerzen oder eine allenfalls vorliegende psychische Problematik in
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Frage kämen. Aus neurologischer Sicht bestehe eine erhebliche Diskrepanz zwischen
den angegebenen Beschwerden und deren Auswirkungen im Alltag und bei der Arbeit
einerseits und den fehlenden objektivierbaren Befunden und den Echtzeitakten
andererseits. Bei Fehlen einer neurologischen Pathologie resp. ohne somatische
Erklärung für die beklagten kognitiven Defizite ergebe sich aus rein neurologischer
Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Aus polydisziplinärer Sicht bestehe,
primär begründet durch die degenerativen Veränderungen am Bewegungsapparat, für
die frühere berufliche Tätigkeit auf einem Bauernhof sowie für körperlich regelmässig
mittel bis schwer belastende berufliche Tätigkeiten eine bleibende Arbeitsunfähigkeit.
Für körperlich leichte, wechselbelastende, qualitativ adaptierte berufliche Tätigkeiten
bestehe eine 75 %ige, ganztägig verwertbare Arbeitsfähigkeit. Diese Einschätzung
gelte spätestens ab dem Datum des Gutachtens. Eine retrospektive Datierung sei bei
fehlenden Berichten in den vergangenen Jahren nicht abschliessend möglich. Die
Situation präsentiere sich objektiv stark verbessert gegenüber dem Referenzzeitpunkt
(Jahr 2001). Der ophthalmologische Gutachter führte aus, dass die Versicherte
aufgrund der Sehschärfenreduktion am besseren Auge und der
Gesichtsfeldeinschränkung am Partnerauge in ihrer Arbeitsfähigkeit zu 10 %
eingeschränkt sei. Da die Versicherte über ein reduziertes Stereosehen verfüge, seien
potentiell gefährliche Arbeitsplätze (z.B. an schnell drehenden Maschinen) für sie nicht
geeignet.
A.k RAD-Arzt Dr. D._ hielt am 28. August 2013 fest (IV-act. 102), dass das ABI-
Gutachten weitgehend die aktuell gültigen Qualitätskriterien erfülle, weshalb
grundsätzlich darauf abgestellt werden könne. Die aus ophthalmologischer Sicht
bestehende Arbeitsunfähigkeit von 10 % sei in der polydisziplinären Beurteilung nicht
berücksichtigt worden. Der ophthalmologische Gesundheitsschaden schränke die
Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit jedoch zusätzlich zur rheumatologischen
bedingten Arbeitsunfähigkeit von 25 % ein, weshalb die Arbeitsunfähigkeit adaptiert in
polydisziplinärer Hinsicht 35 % betrage. Diese Einschätzung gelte ab dem
Untersuchungszeitpunkt (Juni 2013).
A.l Mit Vorbescheid vom 6. September 2013 kündigte die IV-Stelle der Versicherten die
Aufhebung der Rente an (IV-act. 106). Zur Begründung führte sie mit Verweis auf die
IV-Rentenrevision 6a aus, dass die Rentenzusprache hauptsächlich aufgrund eines
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syndromalen Leidens erfolgt sei. Den vorliegenden medizinischen Unterlagen seien
keine objektivierbaren anatomischen Befunde zu entnehmen, welche aus
versicherungsmedizinischer Sicht eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit begründeten.
Gemäss dem aktuellen ABI-Gutachten bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 65 %. Bei
gleich hohem Invaliden- und Valideneinkommen betrage der IV-Grad 35 %. Dagegen
liess die Versicherte am 14. Oktober 2013 einwenden (IV-act. 113), dass den bereits im
Zeitpunkt des Referenzgutachtens der Medas Basel aus dem Jahr 2001 beklagten
Beschwerden ein organisches Korrelat gegenübergestanden sei und daher keinesfalls
von einem hauptsächlich syndromalen Beschwerdebild gesprochen werden könne. Die
Behauptung der ABI-Gutachter, die kognitiven Defizite seien nicht organisch bedingt,
sei angesichts der Tatsache, dass diese Diagnose vor 13 Jahren gestellt worden sei,
unhaltbar. Bei der Beurteilung des ABI handle es sich lediglich um eine
unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen
Sachverhalts und somit nicht um eine revisionsbegründende Tatsachenänderung.
Hätten die Gutachter die seinerzeit festgestellten neuropsychologischen Defizite in
Frage stellen wollen, hätten sie zwingend eine neuropsychologische Untersuchung
durchführen müssen. Auch scheine es vermessen, die seinerzeit gestellte Diagnose
einer Persönlichkeits- und Verhaltensstörung nach einem einstündigen Gespräch mit
dem Psychiater in Frage zu stellen, zumal der Psychiater fälschlicherweise davon
ausgegangen sei, dass die geklagten Beschwerden nicht organisch bedingt seien,
weshalb eine Schmerzfehlverarbeitungsstörung vorliege. Tatsächlich habe die
Versicherte eine traumatisch bedingte Wesensveränderung durchgemacht. Bei der
Invaliditätsbemessung sei die 14-jährige Abwesenheit vom Arbeitsmarkt zu
berücksichtigen. Des Weiteren rechtfertigten das Alter der Versicherten, der reduzierte
Beschäftigungsgrad, das komplexe Beschwerdebild und das damit verbundene enge
Spektrum an Verweistätigkeiten einen Behindertenabzug von 20 %. Die Aufhebung der
IV-Rente sei vor diesem Hintergrund nicht angebracht.
A.m Mit Verfügung vom 24. Oktober 2013 hob die IV-Stelle die Rente aus den im
Vorbescheid angegebenen Gründen per 1. Dezember 2013 auf (IV-act. 114). Zum
Einwand hielt sie fest, dass das Gutachten vom RAD sorgfältig geprüft worden sei. Die
Tatsache, dass die Versicherte seit 14 Jahren weg vom Arbeitsmarkt sei, sei
invaliditätsfremd. Ein Leidensabzug sei nicht geschuldet.
B.
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B.a Gegen diese Verfügung liess die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin)
am 25. November 2013 Beschwerde erheben (act. G 1). Ihr Rechtsvertreter beantragte
die Aufhebung der Verfügung und die Feststellung, dass die Beschwerdeführerin
weiterhin einen Anspruch auf eine ganze Rente habe. Eventualiter sei die Sache für
weitere Abklärungen an die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin)
zurückzuweisen. Die Beschwerdebegründung entsprach im Wesentlichen der
Einwandbegründung. Ergänzend beantragte der Rechtsvertreter eventualiter die
Durchführung einer neuropsychologischen Begutachtung.
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 10. Februar 2014 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 4). Zur Begründung brachte sie vor, dass die Gutachter nebst dem
Lumbovertebralsyndrom ausschliesslich ein HWS-Distorsionstrauma mit den
entsprechenden syndromalen Beschwerden diagnostiziert hätten. Auch bei der
erstgenannten Diagnose handle es sich um ein syndromales Leiden ohne
pathologische Befunde. Die Beschwerdeführerin habe beim Unfall vom 1. Oktober
1999 keine Gehirnerschütterung erlitten. Im Übrigen sei eine invalidisierende,
traumatische Hirnverletzung nur gegeben, wenn ein neurologisch messbarer
Defektzustand vorliege. Dies sei bei der Beschwerdeführerin nicht der Fall. Da die
ursprüngliche Rentenzusprache ausschliesslich wegen syndromalen Leiden erfolgt sei,
sei eine Überprüfung der Rente gestützt auf lit. a Ziff. 1 der Schlussbestimmungen der
6. IV-Revision möglich gewesen. Ein Tabellenlohnabzug sei nicht vorzunehmen, da die
Beschwerdeführerin auch körperlich mittelschwere Tätigkeiten ausüben könne. Auch
das geltend gemachte fortgeschrittene Alter und die lange Abwesenheit vom
Arbeitsmarkt rechtfertigten keinen solchen Abzug, weil es sich um invaliditätsfremde
Faktoren handle.
B.c In seiner Replik vom 24. März 2014 hielt der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin an den gestellten Anträgen fest (act. G 6). Ergänzend machte er
geltend, dass die Päusbonog-Rechtsprechung keine Anwendung finde, wenn die
Arbeitsfähigkeit nicht nur durch das Schleudertrauma, sondern auch durch
degenerative Abnützungen beeinträchtigt gewesen sei. Die im Gutachten der Medas
Basel gestellten Diagnosen seien durch radiologische Befunde unterlegt. Den
Beschwerden habe bereits bei der ursprünglichen Rentenzusprache ein organisches,
objektivierbares Substrat zu Grunde gelegen. Vor dem Hintergrund der erheblichen
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degenerativen Veränderungen sei unbeachtlich, ob den kognitiven Defiziten eine
strukturelle Hirnverletzung zu Grunde liege oder nicht. Des Weiteren handle es sich bei
der Augenproblematik um einen erschwerenden Faktor, welcher eine
Wiedereingliederung massiv behindere. Gerade leichte Tätigkeiten wie Kontroll-,
Sortier- und Prüfarbeiten setzten eine gute Sehkraft voraus. Diesem Umstand sei
weder bei der Frage der adaptierten Tätigkeiten noch beim leidensbedingten Abzug
Rechnung getragen worden. Der Vollständigkeit halber sei zudem anzumerken, dass
die Beschwerdegegnerin das Valideneinkommen zu tief bemessen habe. Ohne
gesundheitliche Beeinträchtigung wäre die Beschwerdeführerin heute als Sekretärin
tätig und würde ein Einkommen von mindestens Fr. 75‘400.-- erzielen. Diese Tätigkeit
sei ihr wegen der kognitiven Defizite, der Kopfschmerzen, der Augenkrankheit sowie
aus rheumatologischen Gründen (rein sitzende Tätigkeit) nicht mehr zumutbar. Die
Behauptung der Beschwerdegegnerin, die Beschwerdeführerin könne körperlich
mittelschwere Tätigkeiten ausüben, sei aktenwidrig.
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (vgl. act. G 8).
B.e Am 8. März 2016 stellte das Gericht dem ABI sechs Fragen (act. G 9). Das Gericht
wollte wissen, aufgrund welcher Funktionseinschränkungen die Beschwerdeführerin
aus rheumatologischer Sicht zu 25 % in ihrer angestammten Tätigkeit als Sekretärin
eingeschränkt sei und wie sich diese Funktionseinschränkungen auf die
Arbeitsfähigkeit auswirkten. Zudem fragte es, weshalb die Sehschärfenreduktion und
die Gesichtsfeldeinschränkungen eine 10 %ige Arbeitsunfähigkeit begründeten und ob
die 10 %ige Arbeitsunfähigkeit aus ophthalmologischer Sicht zur rheumatologischen
Arbeitsunfähigkeit von 25 % zu addieren sei. Des Weiteren verlangte das Gericht
Auskunft darüber, weshalb das ABI keine neuropsychologische Abklärung durchgeführt
hatte und ob eine solche aus medizinischer Sicht notwendig sei, um den
Rentenanspruch rechtsgenüglich beurteilen zu können. Die in die Begutachtung
involvierten Sachverständigen sowie der Ärztliche Leiter des ABI antworteten am 14.
März 2016 (act. G 10), dass die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus
rheumatologischer Sicht durch die deutlich verminderte Belastbarkeit der Wirbelsäule
und die nachvollziehbare Schmerzsymptomatik bedingt sei. Die Leistungseinbusse von
25 % sei vor allem durch einen erhöhten Pausenbedarf von 10 bis 15 Minuten pro
Stunde und ein geringgradig reduziertes Rendement begründet. Der Grund für die 10
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%ige Arbeitsunfähigkeit aus ophthalmologischer Sicht liege in einem erhöhten
Pausenbedarf, der wegen der durch die Sehdefizite bedingten erhöhten Anstrengung
bzw. Kompensationsleistung notwendig sei. Für die vermehrten Pausen aus
ophthalmologischer und rheumatologischer Sicht könnten dieselben
Erholungsabschnitte genutzt werden, weshalb sich kein additiver Affekt ergebe. In
Bezug auf die letzte Frage erklärten die Gutachter, dass für die subjektiven
Einschränkungen kognitiver Art weder aus neurologischer noch aus psychiatrischer
Sicht ein organisches Korrelat bestehe. Somit könnten die subjektiven
Einschränkungen "kognitiver Art" nur im Rahmen der Schmerzverarbeitungsstörung
angesehen werden. Es mache keinen Sinn, derartige weder somatisch noch
psychiatrisch begründbare Einschränkungen testpsychologisch abzubilden, da damit
Einschränkungen abgebildet würden, die ohne Evidenz, also rein funktionell und
subjektiv, wären. Somit bestehe keine Indikation für eine neuropsychologische
Untersuchung.
B.f Am 18. April 2016 nahm der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin Stellung zum
Antwortschreiben des ABI (act. G 12). Er erklärte, die Rückfrage zeige noch einmal auf,
dass der gesundheitlichen Einschränkung der Beschwerdeführerin kein oder höchstens
zum Teil ein syndromales Leiden zugrunde liege. Die Voraussetzungen für eine 6a-
Revision seien somit nicht erfüllt. Bezüglich der übrigen Ausführungen hielt der
Rechtsvertreter fest, dass es sich lediglich um eine unterschiedliche Beurteilung eines
im Wesentlich unverändert gebliebenen Sachverhalts handle. Des Weiteren genüge das
ABI-Gutachten den Anforderungen der geänderten Rechtsprechung zu den
psychosomatischen Leiden nicht. Die Gutachter hätten sich nicht mit den
Standardindikatoren gemäss der neuen Rechtsprechung auseinandergesetzt. Der
Eingliederungswille der Beschwerdeführerin habe sich darin manifestiert, dass sie eine
Ausbildung zur Hypnose-Therapeutin absolviert und am 1. Juli 2015 eine eigene Praxis
eröffnet habe. Aus gesundheitlichen Gründen könne sie nur wenige Patienten
behandeln. Nach einer Sitzung sei sie jeweils ausgelaugt und erschöpft. Die Ausbildung
habe ihr auch deutlich gezeigt, dass eine Betätigung im kaufmännischen Bereich
ausgeschlossen sei, da sie aufgrund ihrer Konzentrationsschwierigkeiten nicht mehr in
der Lage sei, ein PC-Programm zu erlernen oder Bildschirmarbeit zu verrichten. Die
Tätigkeit als Hypnosetherapeutin sei nicht von wirtschaftlicher Relevanz. Der
Rechtsvertreter informierte ausserdem noch darüber, dass die Beschwerdeführerin
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zwischenzeitlich auch am rechten Auge unter einem Offenwinkelglaukom leide und am
16. Februar 2016 operiert worden sei (Operationsbericht: act. G 12.1).
B.g Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Stellungnahme hierzu (vgl. act. G
13).

Erwägungen
1.
1.1 Die Beschwerdeführerin hat ab dem 1. Oktober 2000 eine ganze IV-Rente
bezogen. Mit der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin die Rente per
1. Dezember 2013 aufgehoben. Gegenstand des Beschwerdeverfahrens bildet die
Frage, ob die Beschwerdegegnerin die Rente zu Recht aufgehoben hat.
1.2 Gemäss lit. a Abs. 1 der Schlussbestimmungen der Änderung des Bundesgesetzes
über die Invalidenversicherung (IVG, SR 831.20) vom 18. März 2011 (6. IV-Revision,
erstes Massnahmenpaket) werden Renten, die bei pathogenetisch-ätiologisch unklaren
syndromalen Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage
gesprochen wurden, innerhalb von drei Jahren seit Inkrafttreten dieser Änderungen
überprüft. Sind die Voraussetzungen von Art. 7 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) nicht erfüllt, so wird
die Rente herabgesetzt oder aufgehoben, auch wenn die Voraussetzungen von Art. 17
Abs. 1 ATSG nicht erfüllt sind. Keine Anwendung findet diese Bestimmung auf
Personen, die im Zeitpunkt des Inkrafttretens dieser Änderung das 55. Altersjahr
zurückgelegt haben oder im Zeitpunkt, in dem die Überprüfung eingeleitet wird, seit
mehr als 15 Jahren eine Rente der Invalidenversicherung beziehen (Abs. 4). Die
Beschwerdeführerin ist im Zeitpunkt der Einleitung des Überprüfungsverfahrens, d.h.
im November 2012, 52-jährig gewesen und hat seit 12 Jahren eine Rente bezogen. Da
lit. a Abs. 1 der Schlussbestimmungen zur 6. IV-Revision am 1. Januar 2012 in Kraft
getreten ist, ist die Überprüfung rechtzeitig eingeleitet worden.
1.3 Zu prüfen bleibt, ob die Rentenzusprache aufgrund eines pathogenetisch-
ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebildes ohne nachweisbare organische
Grundlage zugesprochen worden ist. Entgegen der Ansicht des Rechtsvertreters der
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Beschwerdeführerin ist lit. a Abs. 1 der Schlussbestimmungen der IV-Revision 6a auch
in Fällen anwendbar, in denen eine laufende Rente sowohl für unklare als auch für
erklärbare Beschwerden zugesprochen worden ist (vgl. BGE 140 V 197 E. 6.2.3;
MEYER/REICHMUTH, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, N 99 zu Art.
30-31). Die ursprüngliche Rentenzusprache ist wegen eines zervikozephalen Syndroms
und wegen einer leichten bis mittelschweren kognitiven Funktionsstörung nach einem
Beschleunigungstrauma erfolgt. Beim zervikozephalen Syndrom handelt es sich im
vorliegenden Fall mindestens zum Teil um ein syndromales Leiden (vgl. RAD-
Stellungnahme vom 31. Januar 2013, IV-act. 93). Die ursprüngliche Rentenzusprache
basiert somit zumindest teilweise auf einem pathogenetisch-ätiologisch unklaren
syndromalen Beschwerdebild ohne nachweisbare organische Grundlage. Lit. a Abs. 1
der Schlussbestimmungen der IV-Revision 6a ist vorliegend somit anwendbar. Ob es
sich bei der kognitiven Funktionsstörung ebenfalls um ein syndromales Leiden handelt,
wird nachfolgend zu prüfen sein. Die ABI-Gutachter sind in ihrem Gutachten vom Juli
2013 nämlich zum Schluss gekommen, dass die geltend gemachten kognitiven Defizite
nicht hirnorganisch bedingt, sondern eine Folge der Schmerzverarbeitungsstörung
seien (siehe Ziff. 6.2 des Gutachtens, IV-act. 101 und Schreiben vom 14. März 2016,
act. G 10).
1.4 Abs. 1 der Schlussbestimmungen zur 6. IV-Revision bezweckt die Anpassung
laufender Renten an die (zwischenzeitlich bereits wieder überholte) geänderte
bundesgerichtliche Rechtsprechung zu den somatoformen Schmerzstörungen und
ähnlichen Sachverhalten. Eine Herabsetzung oder Aufhebung einer Rente erfolgt nur
nach eingehender Prüfung des Sachverhalts und nur für die Zukunft (Botschaft zur
Änderung des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [6. IV-Revision, erstes
Massnahmenpaket] vom 24. Februar 2010, BBL 2010 1817, 1843 und 1911]). Da die
Anpassung nur für die Zukunft erfolgt, ist der Überprüfung zwingend der aktuelle
Sachverhalt − also nicht derjenige im Zeitpunkt der erstmaligen Rentenzusprache − zu
Grunde zu legen. Dies bedeutet, dass im Rahmen einer Rentenüberprüfung nach Abs.
1 der Schlussbestimmungen zur 6. IV-Revision auch immer geprüft werden muss, ob
zwischenzeitlich eine Sachverhaltsänderung eingetreten ist (vgl. auch BGE 139 V 547
E. 10.2). Eine Überprüfung nach Abs. 1 der Schlussbestimmungen zur 6. IV-Revision
geht somit stets mit einer revisionsweisen Überprüfung der Rente nach Art. 17 Abs. 1
ATSG einher. Neben einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes stellt
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beispielsweise auch eine Statusänderung (z.B. Reduktion des Arbeitspensums) eine
Sachverhaltsänderung dar (vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweis). Zunächst ist somit
zu prüfen, ob sich der Sachverhalt seit der ursprünglichen Rentenzusprache verändert
hat.
2.
2.1 Die Beschwerdeführerin hat im Fragebogen zur Rentenabklärung vom 4. Januar
2013 angegeben, dass sie ohne Behinderung aus finanziellen Gründen zu 100 % in
ihrem erlernten Beruf als Sekretärin tätig wäre. Die Beschwerdegegnerin hat diese
Angabe als plausibel erachtet und den IV-Grad daher anhand eines reinen
Einkommensvergleichs (Art. 16 ATSG) ermittelt. Im Zeitpunkt der ursprünglichen
Rentenzusprache hat die Beschwerdeführerin auf dem Hof ihres damaligen
Lebensgefährten gewohnt. Im gemeinsamen Haushalt haben ihr 16-jähriger Sohn, ihre
18-jährige Tochter (nur am Wochenende), die drei Kinder ihres Lebensgefährten (zwei
12-jährige und ein 19-jähriger) sowie ein Lehrling und eine Praktikantin gelebt, wobei
die Praktikantin wohl erst nach dem Unfall zur Unterstützung der Beschwerdeführerin
eingestellt worden ist (siehe Abklärung an Ort und Stelle vom 20. April 2001, IV-act.
15). Die IV-Stelle TG hat die Beschwerdeführerin deshalb als zu 44 % als Mitarbeiterin
im Betrieb des Lebensgefährten und als zu 56 % als im Haushalt tätig eingestuft und
den Invaliditätsgrad in der Folge anhand eines Betätigungsvergleichs ermittelt. Im
Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung (24. Oktober 2013) hat sich die Situation der
Beschwerdeführerin im Vergleich zu jener bei der ursprünglichen Rentenzusprache
anders präsentiert: Die Beschwerdeführerin hatte sich im Jahr 2006 von ihrem
Lebensgefährten, d.h. dem Besitzer des landwirtschaftlichen Betriebs, getrennt: Sie hat
mit ihrem dritten Ehemann und dessen jüngerem Sohn zusammen gelebt. Aus den
Akten ist ersichtlich, dass sie sich nicht um die Betreuung des Stiefsohnes hat
kümmern müssen (vgl. IV-act. 101-12 f.). Da die Beschwerdeführerin im
Verfügungszeitpunkt weder eigene Kinder noch Stiefkinder betreut und nicht mehr im
landwirtschaftlichen Betrieb ihres Ex-Ehemannes gearbeitet hat, ist davon auszugehen,
dass sie ohne gesundheitliche Probleme zu 100 % erwerbstätig gewesen wäre. Die
Beschwerdegegnerin hat den Invaliditätsgrad neu folglich zu Recht anhand eines
reinen Einkommensvergleichs ermittelt. Die Statusänderung hat demnach eine
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Änderung der Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich statt
Betätigungsvergleich im Betrieb des Lebenspartners und im Haushalt) zur Folge.
2.2 Als Nächstes ist zu prüfen, ob sich der Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin und damit verbunden ihre Arbeitsfähigkeit seit der ursprünglichen
Rentenzusprache verändert hat. Bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung ist die aktuelle
bundesgerichtliche Rechtsprechung zu den pathogenetisch-ätiologisch unklaren
syndromalen Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage zu
berücksichtigen.
2.3 In somatischer Hinsicht haben die ABI-Gutachter der Beschwerdeführerin wegen
eines chronischen zervikozephalen Schmerzsyndroms, wegen eines chronischen
lumbo-spondylogenen Schmerzsyndroms, wegen eines Offenwinkelglaukoms links mit
glaukomatöser Optikusatrophie und wegen einer anlagebedingten Fehlsichtigkeit
beidseits eine 25 %ige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Sekretärin
attestiert. Diese teilweise Arbeitsunfähigkeit haben sie mit einem erhöhten
Pausenbedarf als Folge der deutlich verminderten Belastbarkeit der Wirbelsäule, der
nachvollziehbaren Schmerzsymptomatik und der durch die Sehdefizite erhöhten
Anstrengung bzw. Kompensationsleistung begründet. Nach der allgemeinen
Lebenserfahrung leuchtet es ein, dass die Beschwerdeführerin aufgrund der
eingeschränkten Belastbarkeit der Wirbelsäule zur Entlastung des Rückens vermehrt
auf Pausen angewiesen ist. Ebenfalls überzeugt die Angabe der Gutachter, dass die
Beschwerdeführerin für die Erholung die gleichen Pausenabschnitte nutzen kann und
deshalb die 25 %ige Einschränkung aus rheumatologischer Sicht und die 10 %ige
Einschränkung aus ophthalmologischer Sicht − entgegen der Ansicht des RAD − nicht
addiert werden können. Auch die Einschätzung der Gutachter, dass es sich bei der
Tätigkeit als Sekretärin um eine adaptierte Tätigkeit handelt, überzeugt, da es sich
hierbei nach der allgemeinen Lebenserfahrung um eine körperlich leichte Arbeit
handelt, die wechselbelastend erledigt werden kann. So kann die Beschwerdeführerin
z.B. mittels eines Stehpults Tätigkeiten am Computer je nach Befinden sitzend oder
stehend erledigen. Zudem wird es an den meisten Arbeitsstellen als Sekretärin möglich
sein, die Arbeit soweit frei einzuteilen, dass zwischendurch regelmässig kurze
Distanzen gegangen werden können (z.B. um Kopieraufträge zu erledigen). In
somatischer Hinsicht ist die Beschwerdeführerin in ihrem angestammten Beruf als
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Sekretärin also mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu 25 % arbeitsunfähig, da sie
vermehrte Pausen benötigt. Dass die Beschwerdeführerin am rechten Auge
zwischenzeitlich ebenfalls ein Glaukom entwickelt hat, kann im vorliegenden Verfahren
nicht berücksichtigt werden, da einzig der Sachverhalt bis und mit Verfügungserlass
(24. Oktober 2013) massgebend ist. Im Juni 2013, als die Beschwerdeführerin durch
das ABI untersucht worden ist, ist das Glaukom am rechten Auge nämlich noch nicht
vorhanden gewesen. Zudem ist die Operation erst im Februar 2016 erfolgt. Folglich ist
mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass
sich das Glaukom rechts erst nach Verfügungserlass entwickelt hat.
2.4 Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat geltend gemacht, dass die
Gutachter zwingend eine neuropsychologische Untersuchung hätten durchführen
müssen, um die früher festgestellten neuropsychologischen Defizite in Frage zu stellen.
Der neurologische Gutachter hatte im Gutachten angegeben, dass im anamnestischen
Gespräch keine kognitiven Defizite ersichtlich gewesen seien. Die Ursache der
beklagten neurokognitiven Defizite könne aus neurologischer Sicht nicht benannt
werden. Hirnorganischer Natur seien sie jedenfalls nicht. Der psychiatrische Gutachter
hatte im Gutachten ausgeführt, dass die von der Beschwerdeführerin geklagten
Hirnleistungsstörungen im Rahmen der Untersuchung nicht hätten bestätigt werden
können. Die Beschwerdeführerin habe während der ganzen Untersuchung nie Zeichen
von Konzentrationsschwäche gezeigt, die Merkfähigkeit und die Gedächtnisleistungen
seien intakt gewesen, es hätten sich keine Hinweise auf Wortfindungsstörungen
gezeigt und die Beschwerdeführerin habe dem Gespräch ohne Weiteres folgen und gut
auf die gestellten Fragen eingehen können. Sie habe einzig Schwierigkeiten gehabt,
sich an zurückliegende Daten zu erinnern. Ob eine Indikation für eine
neuropsychologische Untersuchung gegeben ist, ist eine rein medizinische Frage, die
von medizinischen Sachverständigen beantwortet werden muss. Auf eine Rückfrage
des Gerichts hin haben die ABI-Gutachter erklärt, dass die geltend gemachten
kognitiven Einschränkungen nur im Rahmen der Schmerzverarbeitungsstörung
angesehen werden könnten, da für diese aus neurologischer und auch aus
psychiatrischer Sicht kein objektivierbares Korrelat bestehe. Es mache keinen Sinn,
derartige weder somatisch noch psychiatrisch begründbaren Einschränkungen
testpsychologisch abzubilden, da damit Einschränkungen abgebildet würden, die ohne
Evidenz, also rein funktionell und subjektiv, seien. Daher bestehe keine Indikation für
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eine neuropsychologische Untersuchung. Vor dem Hintergrund, dass weder in der
neurologischen noch in der psychiatrischen Untersuchung kognitive Defizite aufgefallen
sind und auch keine organische Ursache für die geltend gemachten Defizite hat
gefunden werden können, überzeugt die Aussage der Gutachter, dass eine
neuropsychologische Untersuchung keine weitergehenden Erkenntnisse mit Bezug auf
die Arbeitsfähigkeit bringen würde. Die Beschwerdegegnerin hat folglich zu Recht keine
ergänzende neuropsychologische Untersuchung angeordnet.
2.5 Der Rechtsvertreter hat ausserdem kritisiert, es erscheine vermessen, die früher
gestellte Diagnose einer Persönlichkeits- und Verhaltensstörung nach einem
einstündigen Gespräch mit dem psychiatrischen Gutachter in Frage zu stellen. Die
Diagnose von Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen aufgrund einer Schädigung
des Gehirns ist von der psychiatrischen Untergutachterin der Medas Basel anlässlich
der Begutachtung im Jahr 2001 gestellt worden. Die Kritik des Rechtsvertreters, dass
diese Diagnose nicht im Rahmen einer psychiatrischen Begutachtung in Frage gestellt
werden könne, ist also schon deshalb nicht stichhaltig, weil diese Diagnose auch
"lediglich" gestützt auf eine psychiatrische Begutachtung gestellt worden ist. Der
psychiatrische Sachverständige des ABI hat erklärt, dass sich im Rahmen der
Begutachtung keinerlei Hinweise auf hirnorganische Veränderungen oder auf eine
psychiatrische Störung gefunden hätten, die die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen
würden. Die Beschwerdeführerin sei allseits orientiert gewesen, habe nicht unter
Konzentrationsstörungen gelitten und sie habe sich an länger und auch an kürzer
zurückliegende Ereignisse erinnern können. Sie habe einzig Mühe gehabt,
zurückliegende Daten zu nennen. Die Beschwerdeführerin gestalte den Alltag aktiv,
befinde sich nicht in psychiatrischer Behandlung und werde nicht
psychopharmakologisch behandelt. Es fänden sich also keinerlei Hinweise mehr auf
eine psychiatrische Störung, die die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen würde. Der
psychiatrische Gutachter hat sich mit der früher gestellten Diagnose einer organischen
Persönlichkeitsstörung auseinandergesetzt und überzeugend begründet, weshalb er
diese Diagnose nicht mehr hat stellen können. Die Beschwerdeführerin leidet daher mit
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nicht mehr an einer
Persönlichkeits- und Verhaltensstörung.
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2.6 Der psychiatrische Gutachter hat als Diagnose ohne Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen
Faktoren angegeben. Die Frage, ob es der Beschwerdeführerin zuzumuten ist, trotz der
geklagten Beschwerden die nötige Willensanstrengung aufzubringen, um ganztags
einer beruflichen Tätigkeit nachgehen zu können, hat der psychiatrische ABI-Gutachter
anhand der zwischenzeitlich überholten bundesgerichtlichen Rechtsprechung geprüft
(vgl. Ziff. 4.1.5 des Gutachtens, IV-act. 101). Mit BGE 141 V 281 vom 3. Juni 2015 hat
das Bundesgericht seine Praxis zur Beurteilung des Anspruchs auf eine Invalidenrente
wegen somatoformer Schmerzstörungen und vergleichbarer psychosomatischer
Leiden nämlich geändert (vgl. z.B. IV-Rundschreiben Nr. 334). Die neue Praxis gelangt
auch bei Rentenüberprüfungen gemäss lit. a der Schlussbestimmungen zur IV-Revision
6a zur Anwendung (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 29. Februar 2016, 9C_354/2015
E. 5). Nach dem alten Verfahrensstandard eingeholte Gutachten haben durch die
Praxisänderung nicht per se ihren Beweiswert verloren. Vielmehr ist im Rahmen einer
gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den
erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die
vorhandenen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält. In jedem einzelnen Fall ist
zu prüfen, ob die beigezogenen administrativen und/oder gerichtlichen
Sachverständigengutachten ‒ gegebenenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen
Berichten ‒ eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren
erlauben oder nicht (BGE 141 V 281 E. 8). Nachfolgend ist somit zu prüfen, ob das ABI-
Gutachten mit Bezug auf die Diagnose einer chronischen Schmerzstörung mit
somatischen und psychischen Faktoren eine schlüssige Beurteilung der verbleibenden
Arbeitsfähigkeit im Lichte der neuen Rechtsprechung zulässt.
2.7 Das Bundesgericht hat mit BGE 141 V 281 die bisherige Vermutung, dass der
versicherten Person eine Willensanstrengung zuzumuten sei, mit welcher die Folgen
einer somatoformen Schmerzstörung oder eines vergleichbaren psychosomatischen
Leidens überwunden werden könnten, aufgegeben. Neu muss eine ergebnisoffene
symmetrische Beurteilung anhand eines Kataloges von Indikatoren des tatsächlich
erreichbaren Leistungsvermögens erfolgen. Die Handhabung des Katalogs muss stets
den Umständen des Einzelfalls gerecht werden; es handelt sich nicht um eine
"abhakbare Checkliste". Die im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren sind:
1. Funktioneller Schweregrad:
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- Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und Symptome;
- Behandlungserfolg oder -resistenz;
- Komorbiditäten;
- "Persönlichkeit" (Persönlichkeitsentwicklung und -struktur, grundlegende psychische
Funktionen);
- sozialer Kontext.
2. Konsistenz (Gesichtspunkte des Verhaltens):
- Gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren
Lebensbereichen (sozialer Rückzug, Ressourcen);
- Inanspruchnahme von therapeutischen Optionen;
- Verhalten im Rahmen der beruflichen (Selbst-)Eingliederung.
Die Beschwerdeführerin hat anlässlich der Begutachtung erklärt, sehr häufig −
eigentlich permanent − unter Kopfschmerzen zu leiden. Öfters leide sie auch unter
Nackenschmerzen und phasenweise unter Kreuzschmerzen. Zudem hat sie über
chronisch-persistierende Konzentrations- und Gedächtnisstörungen (Kurz- und
Langzeitgedächtnis) geklagt. Wenn sie beispielsweise eine Person kennenlerne, könne
sie sich 24 Stunden später zum Teil nicht mehr an diese erinnern. Auch das Lesen und
Fernsehen falle ihr äusserst schwer, da sie die Zusammenhänge vergesse. Weiter sei
ihr Zahlengedächtnis deutlich eingeschränkt. Die Beschwerdeführerin hat aber auch
ausgeführt, dass sie den Haushalt bis auf schwerere Arbeiten selbständig führe. Je
nach Verfassung sei sie mehr oder weniger belastbar. Sie mache täglich stundenlange
Spaziergänge mit ihrem Hund, bereite regelmässig das Mittagessen für sich und ihren
Ehemann zu und gehe mindestens einmal pro Woche mit ihrem Ehemann tanzen (Ziff.
4.1.1.2 des Gutachtens, IV-act. 101). Aufgrund des hohen Aktivitätsniveau der
Beschwerdeführerin im Alltag und da sie in der Lage ist, die Haushaltstätigkeit
weitgehend selbständig zu erledigen, ist lediglich von einer geringen Ausprägung der
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durch die chronischen Schmerzen bedingten Symptome und damit verbunden von
einer nicht erheblichen Einschränkung im Alltag auszugehen. Die Gutachter haben
anlässlich der Begutachtung keine wesentlichen kognitiven Einschränkungen
feststellen können. Würde die Beschwerdeführerin tatsächlich an massiven
Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen leiden, hätten diese den Gutachtern im
Gespräch mit der Beschwerdeführerin auffallen müssen. Hinzu kommt, dass aufgrund
des hohen Aktivitätsniveaus und der Tatsache, dass die Beschwerdeführerin in der
Haushaltstätigkeit durch die kognitiven Defizite offenbar nicht oder nur gering
eingeschränkt ist, davon auszugehen ist, dass auch diese Symptomatik keinen
erheblichen Einfluss auf den Alltag der Beschwerdeführerin hat. Des Weiteren hat sich
die Beschwerdeführerin nie einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung
unterzogen. Auch der durch die syndromalen Leiden bedingte Leidensdruck dürfte also
eher gering sein. In Bezug auf die Persönlichkeit hat der psychiatrische Gutachter keine
pathologischen Auffälligkeiten erheben können. Zudem nimmt die Beschwerdeführerin
am gesellschaftlichen Leben teil; sie hat regelmässig Kontakt mit Bekannten,
Verwandten und Freunden und geht häufig tanzen (Ziff. 4.1.1.2 des Gutachtens, IV-act.
101). Des Weiteren hat sie inzwischen eine Ausbildung zur Hypnose-Therapeutin
absolviert. Der einzige Umstand, der geeignet sein könnte, sich negativ auf die
Willenskraft der Beschwerdeführerin, trotz der Schmerzen einer Erwerbstätigkeit
nachzugehen, auszuwirken, dürften somit die chronischen körperlichen
Begleiterkrankungen (chronisches zervikozephales Schmerzsyndrom und chronisches
lumbospondylogenes Schmerzsyndrom) sein. Da die Ausprägung der Befunde und
Symptome der syndromalen Leiden und die dadurch verursachten Einschränkungen im
Alltag als gering einzustufen sind und da die Beschwerdeführerin im sozialen Kontext
und auf der Persönlichkeitsebene über erhebliche Ressourcen verfügt, sind die
chronischen körperlichen Begleiterkrankungen nicht geeignet, die Willenskraft der
Beschwerdeführerin insoweit einzuschränken, dass von einer Arbeitsunfähigkeit in
einer (körperlich adaptierten) Tätigkeit ausgegangen werden müsste. Zum gleichen
Schluss ist der psychiatrische Gutachter auch unter Anwendung der alten
Rechtsprechung gekommen. Die Beschwerdeführerin ist somit aus rein psychiatrischer
Sicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu 100 % arbeitsfähig.
3.
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3.1 Somit bleibt noch der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene
Einkommensvergleich zu überprüfen. Gemäss Art. 16 ATSG wird dabei das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und
nach der Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen). Grundlage der Bemessung des Valideneinkommens bildet also
jene erwerbliche Situation, in der sich die Beschwerdeführerin befinden würde, wenn
sie nicht krank geworden wäre. Die Beschwerdeführerin hat eine einjährige Ausbildung
zur Sekretärin absolviert. Zuletzt hat sie im Jahr 1998 als Sekretärin gearbeitet. Es ist
davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin, wäre sie nicht invalid geworden,
nach der Trennung von ihrem zweiten Ehemann, auf dessen Betrieb sie im Zeitpunkt
der Rentenzusprache gearbeitet hatte, wieder eine Anstellung als Sekretärin
angenommen hätte, zumal sie bereits während ihrer ersten Ehe jahrelang nicht als
Sekretärin gearbeitet hat und später, d.h. nach der Trennung von ihrem ersten
Ehemann, den Wiedereinstieg in die Sekretariatstätigkeit geschafft hat. Das
Valideneinkommen basiert somit auf dem Einkommen, das die Beschwerdeführerin als
Sekretärin erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Bei der
angestammten Tätigkeit als Sekretärin/Büroassistentin handelt es sich um eine
adaptierte Tätigkeit. Wie erwähnt, hat die Beschwerdeführerin zuletzt im Jahr 1998 in
ihrem angestammten Beruf gearbeitet. Zwischenzeitlich hat sich der Beruf der
Sekretärin aufgrund der Entwicklungen in der Informations- und
Kommunikationstechnologie verändert. Der Wiedereinstieg in diesen Beruf wird daher
sicherlich eine Einarbeitung in den Umgang mit den neuen EDV-Hilfsmitteln erfordern.
Der Einarbeitungsaufwand aufgrund der längeren beruflichen Abwesenheit wird jedoch
relativ gering ausfallen. In der Regel ist nämlich bei jedem Stellenwechsel eine
Einarbeitung notwendig, da praktisch an jeder Arbeitsstelle andere EDV-Systeme zum
Einsatz kommen. Zudem ist die Bedienung der EDV-Systeme zwischenzeitlich
einfacher geworden. Hinzu kommt, dass die Beschwerdeführerin von 1983 bis 1995 im
Ausland gelebt und dort als Tauchlehrerin und Schwimmlehrerin gearbeitet hat (siehe
IV-act. 101, Ziff. 4.1.1.2). Daher ist davon auszugehen, dass sie über sehr gute
Englischkenntnisse verfügt, was in der Tätigkeit als Sekretärin einen grossen Vorteil
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gegenüber den Berufskolleginnen darstellt. Aus diesem Grund dürfte ein potentieller
Arbeitgeber einen etwas überdurchschnittlichen Einarbeitungsbedarf in Kauf nehmen.
Somit bestimmt sich das Invalideneinkommen ebenfalls anhand des Einkommens als
Sekretärin. Sind das Validen- und das Invalideneinkommen ausgehend von demselben
Tabellenlohn zu berechnen, erübrigt sich deren genaue Ermittlung, da der
Invaliditätsgrad in diesen Fällen dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter
Berücksichtigung eines allfälligen Abzuges vom Tabellenlohn entspricht (sog.
Prozentvergleich; vgl. etwa BGE 114 V 310 E. 3a).
3.2 Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat geltend gemacht, dass die 14-
jährige Abwesenheit vom Arbeitsmarkt, das Alter der Beschwerdeführerin, das
komplexe Beschwerdebild und das enge Spektrum an Verweistätigkeiten einen
Tabellenlohnabzug von 20 % rechtfertige. Entgegen der Behauptung des
Rechtsvertreters besteht kein enges Spektrum an Verweistätigkeiten. Die
Beschwerdeführerin kann grundsätzlich alle ihrem Ausbildungsprofil entsprechenden
Sekretariatsarbeiten verrichten. Allerdings wird ein potentieller Arbeitgeber die
Beschwerdeführerin nur zu einem unterdurchschnittlichen Lohn einstellen, da sie lange
vom Arbeitsmarkt abwesend gewesen ist, nur über wenig Berufserfahrung als
Sekretärin verfügt und im Verfügungszeitpunkt bereits 53 Jahre alt gewesen ist. Diese
Konkurrenznachteile werden teilweise durch die sehr guten Englischkenntnisse der
Beschwerdeführerin aufgewogen. Da die Konkurrenznachteile die Konkurrenzvorteile
der Beschwerdeführerin trotzdem klar überwiegen, rechtfertigt sich im vorliegenden
Fall ein relativ hoher Tabellenlohnabzug von 15 %. Bei einem Arbeitsunfähigkeitsgrad
von 25 % resultiert folglich ein Invaliditätsgrad von 36 % (25 % + [75 % x 0.15]). Da die
Beschwerdeführerin im Verfügungszeitpunkt nicht zu 40 % invalid gewesen ist (Art. 28
Abs. 1 lit. c IVG), hat sie keinen Anspruch mehr auf eine IV-Rente.
3.3 Demnach ist die Beschwerde abzuweisen.
4.
4.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
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in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des
Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.
Diese Gebühr ist durch den von ihr in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss
gedeckt.
4.2 Zu klären bleibt, wem die Kosten für die Rückfrage an das ABI in der Höhe von Fr.
322.-- aufzuerlegen sind. Art. 69 IVG enthält keine Anweisungen an die kantonalen
Gerichte zur Verlegung der Gerichtskosten. Diese beurteilt sich daher nach den
einschlägigen kantonalen Bestimmungen (Entscheid des Bundesgerichts vom 23.
Oktober 2008, 9C_672/2008 E. 5.2.1; MEYER/REICHMUTH, Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum IVG 8 zu Art. 69). Gemäss Art. 95 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (VRP, sGS 951.1) gehen Kosten, die ein Beteiligter durch
Verletzung wesentlicher Verfahrensvorschriften veranlasst, zu seinen Lasten (sog.
Verursacherprinzip). Die Beschwerdegegnerin hat es im Verwaltungsverfahren
unterlassen, dem ABI (die später vom Gericht gestellten) Rückfragen zum Gutachten
vom 15. Juli 2013 zu stellen, obwohl die Antworten auf diese Fragen zur Beurteilung
des Rentenanspruchs unerlässlich gewesen sind. Da die Beschwerdegegnerin durch
diese Unterlassung ihre Untersuchungspflicht nach Art. 43 Abs. 1 ATSG verletzt hat,
sind ihr die Kosten für die Rückfrage in der Höhe von Fr. 322.-- aufzuerlegen.
4.3 Bei diesem Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf
eine Parteientschädigung (vgl. Art. 61 lit. g ATSG).