Decision ID: 6d329241-156d-43aa-9830-2d143db25507
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der im Jahre
1968 geborene
X._
ist gelernter
Landschaftsgärtner und war als solcher nach abgeschlossener Lehre in verschiedenen Betrieben erwerbstätig (
Urk.
6/8 S. 5,
Urk.
6/216 S. 54,
Urk.
6/14).
Aufgrund des seit dem 1
7.
Altersjahr bestehenden Alkoholkonsums kam es
2001 zu einer ersten
Hospitalisation
für einen stationären Alkoholentzug (
Urk.
6/216 S. 55). Im Dezember 2006 verletzte sich der Versicherte bei de
r Arbeit am linken Sprunggelenk, was in der Folge zum Ausscheiden aus dem Arbeitsprozess führte
(
Urk.
6/15/70
,
Urk.
6/216 S. 54
). 2007 kam es zu einer weiteren
Hospitalisation
zum Alkoholentzug, wobei es im weiteren Verlauf immer wieder zu Rückfällen kam (
Urk.
6/216 S. 55). Eine erste Operation am linken Sprunggelenk erfolgte am
7.
März 200
8, eine zweite am 3
0.
März 2009,
wobei sich der Versicherte am 2
9.
März 2009 bei der
Sozial
ver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle
,
zum Leistungsbezug anmeldete (
Urk.
6/15/70,
Urk.
6/8 S. 9,
Urk.
6/216 S. 55). Am 1
4.
Dezember 2009 erfolgte weiter eine Operation am linken Ellbogen nach festgestellter
Epicondylitis
; im Februar 2010 zudem eine Rehabilitation in
Y._
im Zusammenhang mit den Fussbeschwerden. Daneben
wurden
in den Jahren 2009 bis 2012 zahlreiche
Hospi
talisationen
im Zusammenhang mit der bestehenden Alkoholerkrankung sowie im Zusammenhang mit psychischen Problemen
nötig
(
Urk.
6/216 S. 55
f.).
Mit Verfügung vom 1
4.
Mai 2012 sprach die Suva dem Versicherten
ab
1.
Juni 2012 - ausgehend von einer Erwerbsunfähigkeit von 10
%
- eine Invalidenrente der Unfallversicherung zu nebst einer Integritätsentschädigung bei einer Integri
tätseinbusse von 15
%
(
Urk.
6/78). Die IV-Stelle leitete ihrerseits eine erste poly
disziplinäre Abklärung in die Wege (MEDAS-Gutachten vom
9.
April 2013,
Urk.
6/141). Aufgrund der Ergebnisse der Begutachtung wies
sie
den Versicherten mit Schreiben vom 2
4.
April 2013 auf die ihm obliegende Schadenminde
rungs
pflicht hin und forderte für die weitere Anspruchsbeurteilung einen Alkohol
entzug (
Urk.
6/143). In der Folge unterzog sich der Versicherte
vom 28. Juni bis 19. Juli sowie
im Zeitraum vom 1
6.
Oktober 2013 bis
3.
Mai 2014 stationären Entzugsbehandlungen (
Urk.
6/156,
Urk.
6/167). Mit Vorbescheid vom 2
0.
Mai 2014 stellte die IV-Stelle die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (
Urk.
6/161).
Weitere Entzugsbehandlungen erfolgten im Zeitraum vom 1
9.
Septem
ber 2014 bis
1.
Dezember 2014 sowie ab 2
8.
Januar 2015 (
Urk.
6/177,
Urk.
6/185).
Mit Verfügung vom 1
3.
Februar 2015 änderte die Suva ihre Verfügung vom 1
4.
Mai 2012 dahingehend ab, als dass sie dem Versicherten ab
1.
Juni 2012 eine Invalidenrente ausgehend von einer Erwerbsunfähigkeit von 24
%
zusprach (Urk. 6/184).
Im Rahmen der weiteren Anspruchsprüfung ordnete die IV-Stelle
erneut eine polydisziplinäre Abklärung an (
Z._
-Gutachten vom
7.
April 2016,
Urk.
6/216). Mit Verfügung vom 1
3.
Oktober 2016 wies sie das Leistungsbegehren in Bestätigung des ergangenen Vorbescheids ab (
Urk.
6/225 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Vertreter des Beschwerdeführers am
8.
November 2016 Be
schw
erde und beantragte, es seien dem Beschwerdeführer die gesetzlich geschul
deten Leistungen auszurichten, insbesondere eine Invalidenrente. Weiter sei ein zweiter Schriftenwechsel durchzuführen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom
6.
Januar
2017 beantragte die Beschwerdegegnerin
unter Hinweis auf die beiliegenden Akten
die Abweisung der Beschwerde
(Urk. 5
), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom
9.
Januar
2017 zur
Kenntnis ge
bracht wurde (
Urk.
7
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts;
ATSG).
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung;
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen,
ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu
erzielen (
vgl.
BGE
139 V 547
E. 5
,
131 V 49
E. 1.2
,
130 V 352
E. 2.2.1
; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme
eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt
eine psychiatrische,
lege
artis
auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vo
r
aus (
vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2,
141 V 281 E. 2.1
, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6
). Eine fachärztlich
einwandfrei
festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zel
fall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die
nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende
Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arb
eitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7,
139 V 547 E. 5.2
, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG
).
1.2
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische Leiden entwickelte strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indika
toren,
die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder
äusserer
Belastungs
faktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE
141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 1
5.
Februar 2018 E. 5.1).
Die Anerkennung eines rentenbe
grün
denden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswir
kungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. zur Publikation in der Amtlichen Sammlung bestimmtes Urteil des Bundesgerichts 8C_409/2017 vom 2
1.
März 2018 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Janu
ar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.3
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im
Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V
281
)
hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie „funktioneller Schweregrad" (E. 4.3)
-
Komplex „Gesundheitsschädigung" (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex „Sozialer Kontext" (E. 4.3.3)
-
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich
entscheidend
ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2
017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.4
Übergangsrechtlich ist bedeutsam, dass die vor der Rechtsprechungsänderung eingeholten Gutachten nicht einfach ihren Beweiswert verlieren. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gege
benheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein
abschliessendes
Abs
tellen auf die vorhandenen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält (BGE
141 V 281 E. 8 unter Hinweis auf BGE 137 V 210 E. 6). Mithin ist im konkreten Fall zu klären, ob die beigezogenen Gutachten
–
allenfalls zusammen mit weiteren fachärztlichen Berichten
–
eine schlüssige Beurteilung anhand der
massgeblichen
Indikatoren erlauben oder nicht. Je nach Abklärungstiefe und -dichte kann zudem unter Umständen eine punktuelle Ergänzung genügen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 5.2.2 und 8C_300/2017 vom 1. Februar 2018 E. 4.2).
1.5
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE
130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung damit, dass aufgrund des neuen Gutachtens
aus somatischer Sicht für angepasste Tätigkeiten
von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen sei. Die aus psychiatrischer Sicht
ausgewiesene Arbeitsunfähigkeit sei aus Rechtsanwendersicht nicht plausibel. Die Suchtproblematik stehe im Zusammenhang mit psychosozialen Belastungsfak
toren und sei zudem weiterhin therapeutisch
angehbar
. In einer Gesamtwür
digung sei für eine behinderungsangepasste Tätigkeit keine IV-
relevante Ein
schrän
kung gegeben;
die Beschwerdegegnerin ermittelte einen
Invaliditätsgrad von 14
%
(
Urk.
2).
2.2
Demgegenüber machte der Vertreter des Beschwerdeführers im Wesentlichen geltend, dass die im
Z._
-Gutachten lege
artis
beurteilte Arbeitsunfähigkeit auch im Licht
e
der Rechtsprechung gemäss BGE 141 V 281 zu übernehmen sei
(
Urk.
1 S. 10), was sich aufgrund einer Gesamtwürdigung der massgebenden Standard
indikatoren ergebe (vgl. S. 10 ff.). Auszugehen sei demnach von einer Arbeits
fähigkeit von 50
%
(S. 12).
3.
Die für das
Z._
-Gutachten vom
7.
April 2016 verantwortlichen Fachärzte stellten mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit die folgenden Diagnosen
(
Urk.
6/216 S. 101 f.)
:
-
akzentuierte Persönlichkeitszüge mit
abhängigen Anteilen (ICD-10 Z73.
1)
-
psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol, gegenwärtig absti
nent, regelmässige CDT-Kontrollen (ICD-10 F10.20)
-
leichtgradige distal-symmetrische sensibel betonte Polyneuropathie an den Beinen
-
psychische und Verhaltensstörungen durch
Opioide,
ärztlich verordnetes MST 80 mg
pro Tag (ICD-10 F11.2)
-
gefährlicher Gebrauch von Benzodiazepinen (ICD-10 F13.8), von Cannabis (ICD-10 F12.8) und von Kokain (ICD-10 F14.8)
-
schädlicher Gebr
auch von nicht abhängigkeitserze
ugenden Substanzen (Schmerzmittel, Ritalin; ICD-10 F55)
-
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
-
Schmerzsyndrom des linken Sprunggelenkes mit lateralem
fibulo-calca
ne
arem
Impingement
bei übermässiger
Rückfussvalgusstellung
bei
-
Status nach Distorsion am 3
1.
Dezember 2006
-
Status nach operativer Rekonstruktion des Ligamentum
talofibulare
anterius
am
7.
März 2008
-
Status nach operativer Resektion einer
Coalitio
calcanea
talonaviculare
03/2009
-
OSG ohne
B
efund
-
Status nach USG-Flächenresektion, kaum degenerative USG-Verän
de
rungen (
Rx
1
9.
Februar 2013 und 1
0.
Februar 2016)
-
Chr
onisches
lumbovertebrogenes
Synd
rom mit aktivierten
lumbosacralen
Fazettenarthrosen
bei
-
l
eichter Fehlstatik (Hyperlordose) und muskulärer
Dysbalance
-
m
ehrsegmentalen
Chondrosen
und Spondylosen und leicht hyper
trophen
Spondylarthrosen
L3/4 (MRI 1
9.
Juni 2012)
-
lumbosacralen
Fazettenarthrosen
und H
yperlordose (
Rx
1
0.
Feb
r
u
ar 2016)
-
Schultersyndrom links bei guter Funktion mit persistierender Tendova
gini
tis
bicipitis
bei
-
Haltungsinsuffizienz mit
Schulterprotraktion
-
Status nach Schulterzerrung links 10/2010 mit Partialruptur der
Supraspinatussehne
,
articulärseitiger
Partialruptur der
Supraspinatus
sehne
ventral,
Bursitits
subdeltoidea
/
subacromialis
, Partialruptur der
Subscapularissehne
(
Arth
r
o
-MRI
1.
Februar 2011)
Dazu führten die Gutachter aus,
unter
Berücksichtigung der Persönlichkeit, der Akti
vitäten, der Mini-ICF sowie der Indikatoren sei dem Beschwerdeführer aus
psy
chiatrischer Sicht bei akzentuierten Persönlichkeitszügen,
Polytoxikomanie
au
f dem Hintergrund diversester Entzugsbehandlungen sowie chronischer Schmerz
störung eine 50%ige Rendement-Verminderung ab erreichter Alkohol-Abstinenz
Anfang
2015 zu attestieren.
Eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit habe für die Zeiten der
Hospitalisationen
bestanden. Aus somatischer Sicht seien dem Beschwerde
führer keine körperlich belastenden Tätigkeiten mit der Notwendigkeit des Hebens
schwerer Gegenstände mehr zuzumuten. Nicht möglich seien zudem das regel
mässige Gehen auf unebenem Gelände, das Besteigen von Leitern und Gerüsten sowie Überkopfarbeiten, auch kauernde und hockende Positionen sowie stereo
type
Körperhaltungen seien zu vermei
den. Die angestammte
Tätigkeit als Gärtner sei somit nicht mehr zumutbar (S. 116 f.).
4.
4.1
Unbestritten ist
vorliegend
, dass das
Z._
-
Gutachten
vom
7.
April 2016
den medizinischen Sachverhalt in einer schlüssigen und nachvollziehbaren Weise darlegt
(
Urk.
2,
Urk.
1 S. 10)
, so dass darauf abzustellen ist.
Die Beschwerde
-
gegnerin stellt denn auch lediglich die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aus der Rechtsanwendersicht in Frage, was in der Folge zu prüfen bleibt, insbesondere unter Berücksichtigung der massgebenden Standardindikatoren.
4.2
Gemäss
BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen
einem strukturierten
Beweisverfahren
nach BGE 141 V 281 zu unterziehen (E. 7.
2; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.1). Diese Abklärungen enden laut Bundesgericht stets mit der Rechtsfrage, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsun
fähigkeit
schliessen
lassen (BGE 143 V 418 E. 7.1;
144 V 50
E. 4.3).
Der Beschwer
deführer leidet insbesondere an einer chronischen Schmerzstörung, was zur Durchführung eines
strukturierten Bewe
isverfahrens führt.
Dabei ist
davon abzusehen, einzelne Beschwerden und Störungen ohne Einzel
fallprüfung wegen grundsätzlich fehlender
invalidenversicherungsrechtlicher
Rele
vanz auszuscheiden (vgl. BGE 143 V 418 E. 8.1). Indes gilt unverändert, dass ein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden nur gegeben sein kann, wenn das klinische Beschwerdebild nicht einzig in psychosozialen und sozio
kul
turellen Umständen seine Erklärung findet, sondern davon psychiatrisch unter
scheidbare Befunde umfasst (Urteil des Bundesgerichts 9C_732/2017 vom
5.
März 2018 E. 4.3.1 mit Hinweis).
Vor diesem Hintergrund ist es nicht zu beanstanden, die im Zusammenhang mit dem Suchtgeschehen stehenden Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit ebenfalls bei der Ressourcenprüfung zu berücksichtigen. Zum einen geht mittlerweile auch die Beschwerdegegnerin von einem sekundären Sucht
geschehen aus, welches als Folge der akzentuierten Persönlichkeitszüge sowie der erlittenen Unfälle entstanden ist
(Urk. 2 S. 2)
. Zum andern sind den Akten keine anhaltenden psychosozialen Belastungen zu entnehmen (vgl. auch nachstehend „sozialer Kontext“), welche bei Wegfall zu einer wesentlichen Ver
minderung des Suchtgeschehens führen könnten. Hinzuweisen ist dabei auf die
ohnehin bestehende
aktuelle Alkoholabstin
enz des Beschwerdeführers. Auch
bele
gen
die seit Jahren
erfolgende
ärztlich verordnete Substituierung durch Mor
phin
sowie die mittlerweile bestehenden Folgeschäden aus neurologischer und neuropsychologischer Sicht (
Urk.
6/216 S. 114)
ein
chronifiziertes
Beschwer
-
de
bild
.
Akzentuierte Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1) fallen als solche
nicht unter den Begriff des rechtserheblichen Gesundheitsschadens (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_558/2015 vom 2
2.
Dezember
2015 E. 4.2.4). Allerdings kann ein solcher Faktor den Gesundheitszustand und das Leistungsvermögen ebenfalls beein
flussen (Urteil des Bundesgerichts 8C_300/2017 vom
1.
Februar 2018 E. 5.3 unter Hinweis auf BGE 141 V 281 E. 4.3.2)
, wie dies vorliegend
nach Einschätzung
der
Z._
-Gutachter der Fall ist (
Urk.
6/216 S. 116)
.
4.3
4.3.1
Aufgrund des medizinischen Gutachtens ist
in einer angepassten Tätigkeit von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychischen Gründen auszugehen. Die diesbezüglichen diagnoserelevanten Befunde seien dabei moderat ausgeprägt. Vor dem Hintergrund diversester therapeutischer Bemühungen bestehe eine ge
wisse willensmässige Einschränkung im Hinblick auf das Suchtgeschehen (
Urk.
6/21
6 S. 90 f.).
4.3.2
Hinsichtlich der
aus psychiatrischer Sicht bestehenden
therapeutischen Möglich
keiten
hielten die Gutachter fest, dass die
psychotherapeutische sowie psycho
phar
makologische Behandlung zur weiteren Stabilisierung fortzusetzen
sei
(S. 11
8). Von zentralem Interesse sei der Abbau der Morphinmedikation, wobei ein prag
matisches Vorgehen wichtig sei, da
psychiatrischerseits
eine nur teilweise willentliche Beeinflussung des Suchtgeschehens bestehe (S. 119).
Bei dieser Ausgangslage erscheint es nicht ausgewogen, auf die
zumindest theo
retisch
noch bestehenden Therapieoptionen hinzuweisen und den Beschwerde
führer so von sämtlichen Leistungen der Invalidenversicherung auszuschliessen.
Der Beschwerdeführer hat in den vergangenen mehr als 15 Jahren erhebliche therapeutische Bemühungen unternommen, so dass vor dem Hintergrund der seit
2001
wiederholt
durchgeführten stationären Entzugsbehandlungen
(S. 84-86)
so
wie
der mehrfach geäusserten Sorge bezüglich einer Suchtverlagerung
(Urk. 6/216
S. 111, Suchverlagerungstendenz)
mittlerweile von einem weitgehend therapie
-
resistenten Leiden auszugehen ist.
4.3.3
Bezüglich der Komorbidität ist vorauszuschicken, dass l
aut BGE 143 V 418 Störungen unabhängig von ihrer Diagnose bereits dann als rechtlich bedeutsame Komorbidität in Betracht
fallen, wenn ihnen im konkreten Fall ressourcen
hemmende Wirkung zukommt (E. 8.1, Präzisierung der Rechtsprechung; vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 5.1 und E.
7.2 mit Hinweis).
Aufgrund des
Z._
-Gutachtens ist davon auszugehen, dass die
Arbeitsfähigkeit
sowohl durch die akzentuierten Persönlichkeitszüge, die
Polytoxikomanie
auf dem Hintergrund diversester Entzugsbehandlungen sowie durch die chronische
Schmerzstörung eingeschränkt ist (S. 116
).
Hinsichtlich der somatischen Beschwer
den
ist weiter anzumerken, dass der Beschwerdeführer allein für die
aus unfall
versicherungsrechtlicher Sicht relevanten Schulter- und Fussbeschwerden eine Invalidenrente der Unfallversicherung in der Höhe von 24
%
erhält; daneben leidet der Beschwerdeführerin an chronischen Rückenbeschwerden.
Vor diesem Hintergrund ist
ohne weiteres
von einer Komorbidität auszugehen.
4.3.4
Was den Komplex „Persönlichkeit“ betrifft,
hielten die Gutachter fest, dass die
Persönlichkeit mässig integriert
sei, insbesondere die Selbst-/Fremdwahr
neh
mung
und die emotionale Kommunikation. Knapp mässig integriert seien die Selbst
ste
u
erung, die innere Bindung/äussere Beziehung (S. 84). Es bestehe eine erheb
liche Suchtproblematik, wobei mittlerweile von einer eingeschränkten
willent
liche
n
Steuerung
auszugehen ist
(S. 84, S. 91
).
Insgesamt sei von einer mittelgradigen
Beeinträchtigung der Durchhaltefähigkeit und Selbstbehauptungsfähig
keit auszu
gehen (S. 90).
Entsprechend d
en Ausführungen im
Z._
-Gutachten
ist
somit
von deutlich eingeschränkten persönli
chen Ressourcen auszugehen
.
4.3.5
Bezüglich des sozialen Kontexts ist bedeutsam, dass der Beschwerdeführer
trotz des seit Jahren bestehenden Einpersonenhaushalt
s
über ein Mindestmass an sozialen Kontakten verfügt,
nicht nur
in der Familie (S. 54, S. 82 f., S. 89
-90
).
Auch
gelingt es ihm
,
einen geregelten Tagesablauf einzuhalten (S. 57); zudem ist das Aktivitätsniveau als gut zu bezeichnen (vgl. S. 90).
4.3.6
Zu den Themenkreisen Aktivitätsniveau und Leidensdruck ist dem Gutachten zu entnehmen, dass keine
gleichmässige
Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleich
baren Lebensbereichen
besteht, weiter habe ein anamnestischer Leidensdruck aufgrund des Suchtgeschehens nur bedingt bestanden (S. 91).
Die Ausführungen der Gutachter zur
un
gleichmässigen Einschränkung sind dabei insbesondere unter Beachtung des erheblichen Aktivitätsniveaus in der Freizeit nachvollziehbar. Bezüglich des Leidensdrucks ist immerhin anzumerken, dass der Beschwerdeführer über mehr als 15 Jahre
lang in
Entzugsbehandlungen
steht
und auch weiterhin therapeutische Angebote wahrnimmt
(S. 89)
, so dass
zweifelsohne
von einem gewissen Leidensdruck auszugehen ist.
4
.4
In einer Gesamtw
ürdigung der massgebenden Standardindikatoren ist die Einschätzung des Leistungsvermögens durch
die
Z._
-Gutachter
nicht zu bean
stan
den.
Zu beachten ist dabei, dass lediglich von einer 50%igen Verminderung des Rendements ausgegangen
wird
. Diese Einschätzung entspricht den Ausfüh
rungen zum sozialen Kontext sowie dem Aktivitätsniveau, wo der Beschwerde
führer über
gewisse
Ressourcen verfügt, die er erwerblich nutzen kann. Dem
gegenüber
sind die Bereiche Therapieresistenz, Persönlichkeit sowie Komorbidität als deutlich leistungsmindernde Faktoren zu berücksichtigen.
Zusammenfassend ist demnach ab
Anfang
2015
von einer
50%igen Rendement-Verminderung
auszugehen
.
5.
5.1
Aufgrund der nur kurzfristigen Anstellung vor dem Ausscheiden aus dem
Arbeits
prozess
aufgrund des Unfalles im Dezember 2006
ermittelte die Beschwe
rdegeg
nerin das
Valideneinkommen
anhand der statistischen Durchschnittswerte der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE). Dieses Vorgehen
blieb unbestritten und ist
nicht
zu
b
eanstanden (vgl.
Urk.
6/158).
Der monatliche Bruttolohn (Zentralwert) männlicher Arbeitskräfte im privaten Sektor für Tätigkeiten im Baugewerbe (TA1 Ziffer 45) im Anforderungsniveau 3
, das heisst mit den Berufskenntnissen einer
a
bgeschlossenen Lehre,
betrug im Jahre 2008
Fr.
5'602.-- (LSE 2008, S. 26, Tabelle TA1). Nach
Berücksichtigung der durchschnittlichen Arbeitszeit
im Baugewerbe
von 41,7 Stunden pro Woche
(www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Erwerbstätigkeit und Arbeitszeit, detail
lierte Daten, Normalarbeitsstunden) sowie der Nominallohnentwi
cklung (Schwei
ze
rischer Lohnindex insgesamt
[1939 = 100], Männer, Stand 2008: 2092, Stand 2009: 2136
; www.bfs.admin.ch, Arbeit
und Erwerb, Löhne/Erwerbseinkommen, detaillierte Daten, Lohnentwicklung)
führt dies per 2009
(
frühstmöglicher
Rentenbeginn)
zu
einem Jahreseinkommen von Fr. 71'555.--
.
5.2
Entsprechend dem Vorgehen der Beschwerdegegnerin ist das Invalidenein
kommen
ebenfalls anhand der LSE zu ermitteln.
Der monatliche Bruttolohn (Zentralwert) männlicher Arbeitskräfte im privaten Sektor für Tätigkeiten
für einfache und repetitive Tätigkeiten betrug im Gesamtdurchschnitt
im Jahre 2008
Fr.
4'806
.-- (LSE 2008, S. 26, Tabelle TA1). Nach Berücksichtigung der durchschnittlichen Arbeitszeit
von 41,6
Stunden pro Woche (www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Erwerbstätigkeit und Arbeitszeit, detaillierte Daten, Normalarbeitsstunden) sowie der Nominallohnentwicklung (Schweizerischer Lohnindex insgesamt [1939 = 100],
Männer
, Stand 2008: 2092, Stand 2009: 2136; www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Löhne/Erwerbseinkommen, detaillierte Daten, Lohnentwicklung) führt dies per 2009 zu
einem Jahreseinkommen von
Fr.
61'240.40, was bei einem Pensum von 50
%
zu einem zumutbaren Invalideneinkommen von
Fr.
30'620.20 führt.
Ein leidensbedingter Abzug drängt sich dabei nicht auf, wobei darauf hinzu
weisen ist, dass
e
ine psychisch bedingt
e
verstärkte Rücksichtnahme seitens Vor
gesetzter und Arbeitskollegen nach der Gerichtspraxis in der Regel nicht als eigenständiger Abzugsgrund anerkannt werden kann (Urteil des Bundesgerichts
9C_366/2015
vom 22. September 2015
E.
4.3.1 mit Hinweisen), ebenso wenig etwa das Risiko von vermehrten gesundheitlichen Absenzen, ein
grösserer
Betreu
ungsaufwand oder weniger Flexibilität, was das Leisten von Überstunden etwa bei Verhinderung eines Mitarbeiters anbetrifft (Urteile des Bundesgerichts 9C_437/2015 vom 30. November 2015 E.
2.4;
8C_712/2012 vom 30. November 2012 E.
4.2.1 und 9C_708/2009 vom 19.
November 2009 E.
2.3.2; vgl. Urteil des
Bundesgerichts
8C_146/2017 vom 7. Juli 2017 E.
5.2.2
). Zudem führt d
ie
gesund
heitlich bedingte Unmöglichkeit, weiterhin körperlich schwere Arbeit zu verrichten, nicht automatisch zu einer V
erminderung
des hypothetischen Invaliden
lohns. Vielmehr ist der Umstand allein, dass nur mehr leichte bis mittelschwere Arbeiten zumutbar sind, auch bei eingeschränkter Leistungsfähigkeit kein Grund für einen zusätzlichen leidensbedingten Abzug, weil der Tabellenlohn im Kompe
tenzniveau 1 (bis LSE 2010 Anforderungsniveau
4) bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.4.2 unter Hinweis auf 9C_455/2013 vom 4. Oktober 2013 E. 4.4 und 9C_386/2012 vom 18. September 2012 E. 5.2).
Weiter
rechtfertigt der Umstand, dass die versicherte Person zwar ganztags arbeitsfähig, hierbei aber nur reduziert leistungsfähig ist, grundsätzlich keinen Abzug vom Tabellenlohn (Urteil des Bundesgerichts
9C_581/2016 vom 24.
J
anuar 2017 E.
3 mit Hinweisen; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_421/2017 vom 19.
September 2017 E.
2.1.1).
Zusammenfassend führt dies zu
einem
Invalidität
sgrad
von
57
%
([
Fr.
71'555.--
-
Fr.
30'620.20
] x 100 /
Fr.
71'555.--
=
57.20
).
5.3
Aufgrund der am
1.
April 2009 bei der IV-Stelle eingegangenen Anmeldung zum Leistungsbezug ergibt sich ein
frühstmöglicher
Rentenbeginn per
1.
Oktober 2009 (
Urk.
6/8 S. 1, vgl. auch
Urk.
6/159
; Art. 29 Abs. 1 IVG
).
Die Gutachter des
Z._
gingen von einer 50%igen Rendement-Verminderung ab Erreichen der Alkohol
abstinenz im Januar 2015 aus, da allein für diesen Zeitraum eine fundierte Ein
schätzung der Arbeitsfähigkeit möglich
war
. Dementsprechend hielten die Fach
ärzte der MEDAS
A._
in ihrem Gutachten vom
9.
April 2013 fest, dass aufgrund des Alkoholabhängigkeitssyndroms aktuell auch in einer adaptierten Tätigkeit von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei; allerdings könne ohne Entzug keine abschliessende Beurteilung erfolgen (
Urk.
6/141 S. 40).
Geht man gestützt auf
Art.
7
Abs.
1 ATSG davon aus, dass bereits vor Entstehung des Rentenanspruchs von einer (allenfalls auf offensichtliche Behandlungen be
grenzte) Schadenminderungspflicht aus
zu
g
eh
en
ist
, kann dies im Zeitraum von Oktober 2009 bis Januar 2015 nicht zur Annahme einer vollständigen Arbeitsun
fähigkeit führen, auch wenn zwischen den dokumentierten Entzügen allenfalls längere Phasen kompletter Leistungsunfähigkeit bestanden
haben sollten. Ander
seits
erscheint es auch nicht zulässig
,
für den genannten Zeitraum (
etwa
mangels Erfüllung der Schadenminderungspflicht) von einer vollständigen Arbeitsfähig
keit auszugehen. Wie die Gutachter des
Z._
nachvollziehbar darlegen, b
esteh
t unter Ausschluss der Alkoholabhängigkeit eine 50%i
ge Einschränkung. Dabei ist nach dem Unfall im Dezember 2006 spätestens ab 2007 von einem weitgehend unveränderten gesundheitlichen Zustand auszugehen, insbesondere erfolgte
n
in den Jahren 2007 bis 2014 14
Hospitalisationen
im Zusammenhang mit
Entzugs
be
handlungen,
psychischen Problemen
sowie einem Sturz
(
Urk.
6/216 S. 55 f.). Unter Berücksichtigung der Schadenminderungspflicht sowie der nunmehr fest
gestellten Leistungsfähigkeit von 50
%
ist damit mit überwiegender Wahrschein
lichkeit bereits ab Oktober 2009 von der genannten Einschränkung auszugehen.
Eine solche Arbeitsfähigkeit war dem Beschwerdeführer auch aus somatischer Sicht zuzumuten. Die zweite Fussoperation erfolgte am 3
0.
März 2009, wobei bereits anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 2
9.
Juli 2009 in einer optimal angepassten Tätigkeit und nach Optimierung der Schuhe von einer voll
schichtigen Arbeitsfähigkeit ausgegangen wurde (
Urk.
6/89/400). Die Fachper
sonen der Rehaklinik
Y._
gingen in ihrem Austrittsbericht vom 1
2.
Februar 2010 sogar in einer mittelschweren Tätigkeit von einer ganztägigen Arbeits
fähigkeit aus (
Urk.
6/91/31). Längere
hospitalisationsbedingte
Unterbrüche der so festgestellten Arbeitsfähigkeit, welche sich rentenrelevant auswirken k
önnten
(vgl.
Art.
88a
Abs.
2 der Verordnung über die Invalidenversicherung; IVV)
sind den Akten nicht zu entnehmen
.
Zusammenfassend hat der Beschwerdeführer demnach ab
1.
Oktober 2009 An
spruch auf eine halbe Rente.
6.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Ver
fahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
Ausgangsgemäss ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerde
führer eine angemessene Prozessentschädigung zu bezahlen, welche in Anwen
dung von
Art.
61
lit
. g ATSG, namentlich unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwi
erigkeit des Prozesses auf
Fr.
2'3
00.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen ist.