Decision ID: 03601d30-aaae-47e6-900a-7e23a411039e
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BSTG
Chamber: CH_BSTG_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: penal_law

Die Beschwerdekammer hält fest, dass:
- das Schweizerische Heilmittelinstitut (nachfolgend «Swissmedic») gegen A.
wegen des Verdachts auf Widerhandlung gegen das Bundesgesetz vom
15. Dezember 2000 über Arzneimittel und Medizinprodukte (Heilmittelge-
setz, HMG; SR 812.21) ein Verwaltungsstrafverfahren mit der Verfahrens-
nummer 500 2020 1233 führt (act. 2 S. 1 f.);
- die Swissmedic mit Verfügung vom 23. Dezember 2020 das Konto Nr. 1
bei der Bank B., lautend auf die C. AG, sperren liess (act. 2.4);
- A., vertreten durch Rechtsanwältin Anita Hug (nachfolgend «Rechtsanwältin
Hug»), gegen die Kontosperre mit Eingabe vom 7. Januar 2021 beim Direk-
tor der Swissmedic Beschwerde erheben liess (act. 1);
- der Direktor der Swissmedic die Beschwerde samt seiner Stellungnahme am
12. Januar 2021 an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts wei-
terleitete (act. 2).

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:
- gemäss Art. 90 Abs. 1 HMG die Strafverfolgung im Vollzugsbereich des
Bundes von der Beschwerdegegnerin nach den Bestimmungen des Bundes-
gesetzes vom 22. März 1974 über das Verwaltungsstrafrecht
(VStrR; SR 313.0) geführt wird;
- gegen Zwangsmassnahmen im Sinne der Art. 45 ff. VStrR und damit zusam-
menhängende Amtshandlungen bei der Beschwerdekammer des Bun-
desstrafgerichts Beschwerde geführt werden kann (Art. 26 Abs. 1 VStrR
i.V.m. Art. 37 Abs. 2 lit. b des Bundesgesetzes über die Organisation der
Strafbehörden des Bundes vom 19. März 2010 [StBOG; SR 173.71]);
- die Beschwerde innert drei Tagen, nachdem der Beschwerdeführer von der
Amtshandlung Kenntnis erhalten hat, bei der zuständigen Behörde schriftlich
mit Antrag und kurzer Begründung einzureichen ist (Art. 28 Abs. 3 VStrR);
zur Beschwerde berechtigt ist, wer durch die angefochtene Amtshandlung
berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Än-
derung hat (Art. 28 Abs. 1 VStrR);
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- die Verfügung vom 23. Dezember 2020 an die Bank B. eröffnet wurde
(act. 2.4, S. 2);
- die Beschwerdegegnerin erklärt, dass die Verfügung vom 23. Dezember
2020 A. mit Schreiben vom 5. Januar 2021 zur Kenntnis gebracht worden
sei (act. 2, S. 4);
- Rechtsanwältin Hug erklärt, die Verfügung vom 23. Dezember 2020 am
8. Februar (recte: Januar) 2021 entgegengenommen zu haben (act. 1, S. 3),
wobei die Beschwerde ein früheres Datum (7. Januar 2021) trägt;
- die Beschwerdegegnerin erklärt, dass die Beschwerde vom 7. Januar 2021
bei ihr am 8. Januar 2021 eingegangen sei (act. 2, S. 2);
- das Versanddatum des Schreibens der Beschwerdegegnerin vom 5. Januar
2021 an A. bzw. das Empfangsdatum der damit versandten Verfügung vom
23. Dezember 2020 nicht aktenkundig sind; die Beschwerdegegnerin die
Einhaltung der Beschwerdefrist jedoch nicht in Abrede stellt;
- sich die formgerecht eingereichte Beschwerde vom 7. Januar 2021 bei
Kenntnisnahme der verfügten Kontosperre durch A. am 5. Januar 2021 frist-
gerecht erweisen würde;
- da auf die vorliegende Beschwerde aus anderen Gründen nicht einzutreten
ist, die Frage der Wahrung der Rechtsmittelfrist offengelassen werden kann;
- Rechtsanwältin Hug in der Beschwerde vom 7. Januar 2021 A. als Be-
schwerdeführer aufführt und die Anträge namens und im Auftrag ihres
«Klienten» stellt (act. 1, S. 1 und 2);
- die in der Beschwerde erwähnte und später nachgereichte (undatierte)
Anwaltsvollmacht indessen auf die C. AG lautet (act. 5.1);
- die Beschwerdegegnerin in der Stellungnahme vom 12. Januar 2021 zur am
7. Januar 2021 erhobenen Beschwerde ausführt, dass Rechtsanwältin Hug
die C. AG im bereits rechtskräftig abgeschlossenen Verwaltungsmassnah-
meverfahren vertreten habe; ob und inwiefern Rechtsanwältin Hug zur Ver-
tretung von A. im Verwaltungsstrafverfahren legitimiert wäre, sich ihrer
Kenntnis entziehe (act. 2, S. 2 und 3);
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- eine Fristsetzung zur Nachreichung einer Vollmacht zur Vertretung des Be-
schwerdeführers vorliegend unterbleiben kann, da auf die Beschwerde aus
den nachgenannten Gründen nicht einzutreten ist;
- die Verfügung vom 23. Dezember 2020 die Sperrung eines auf die C. AG
lautendes Konto betrifft;
- der Beschwerdeführer nicht Inhaber des Kontos Nr. 1 bei der Bank B. ist und
daher von der Zwangsmassnahme nicht direkt betroffen bzw. nicht legitimiert
ist, die Aufhebung der angeordneten Kontosperre zu verlangen (vgl. u.a. Be-
schluss des Bundesstrafgerichts BB.2018.22 vom 13. August 2018);
- auf die Beschwerde mangels Beschwerdelegitimation des Beschwerdefüh-
rers nicht einzutreten ist;
- bei diesem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführer die Gerichtskos-
ten zu tragen hat (Art. 25 Abs. 4 VStrR i.V.m. Art. 66 Abs. 1 BGG analog);
- die Gerichtskosten auf Fr. 500.-- festzusetzen sind (vgl. Art. 25 Abs. 4 VStrR
i.V.m. Art. 73 StBOG und Art. 5 und Art. 8 Abs. 1 BStKR), unter Anrechnung
des entsprechenden Betrags am geleisteten Kostenvorschuss von
Fr. 2‘000.--; die Bundesstrafgerichtskasse angewiesen wird, dem Beschwer-
deführer Fr. 1‘500.-- zurückzuerstatten.
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