Decision ID: 73f70550-9ba3-47b9-a9d6-8c8fb331bf0d
Year: 2020
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_003
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law

4. In der Folge klärte die IV-Stelle den Sachverhalt ab. Sie holte dabei
insbesondere einen Bericht der Klinik C._ vom 27. Juli 2017 (IV-act.
57) ein. Darin wurde die Diagnose vom 26. April 2017 bestätigt.
5. Am 9. August 2017 erfolgte eine Beurteilung durch Dr. med. D._ vom
Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) Ostschweiz (IV-act. 132). Dieser hielt
fest, dass die medizinische Beurteilung durch die Klinik C._ plausibel
sei und darauf abgestellt werden könne.
6. Die IV-Stelle gewährte ab August 2017 wiederholt berufliche (Integrations-
bzw. Eingliederungs-)Massnahmen und tätigte verschiedene medizinische
Abklärungen. A._ fand mithilfe der Arbeitsvermittlung eine
Teilzeitbeschäftigung bei der E._ AG per 1. Juni 2018. Mit
Vorbescheid vom 28. Juni 2018 teilte die IV-Stelle ihm daher mit, dass die
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Arbeitsvermittlung abgeschlossen und eine weitere Unterstützung bei der
Stellensuche nicht mehr nötig sei. A._ informierte die IV-Stelle mit
Schreiben vom 12. Juli 2018 darüber, dass die Art der Arbeit im Sinne der
Wiedereingliederung doch nicht den Vereinbarungen entsprochen habe.
Anstatt, wie vorgesehen, vorwiegend im Sitzen am PC und Telefon für
Bestellungen zuständig zu sein, sei er hauptsächlich in Bewegung
gewesen. Er habe daraus die Konsequenzen gezogen und die Stelle
gekündigt. Die IV-Stelle schloss daraufhin mit Verfügung vom 6. September
2018, wie im Vorbescheid angekündigt, die gesprochenen Massnahmen
zur Arbeitsvermittlung ab.
7. Mit Vorbescheid vom 3. Oktober 2018 stellte die IV-Stelle A._ die
Abweisung des Leistungsbegehrens auf eine Invalidenrente in Aussicht. In
seiner angestammten Tätigkeit als Küchenchef sei er noch zu 50 %
arbeitsfähig. Eine leichte, selten mittelschwere, wechselbelastete und
vorwiegend sitzende Tätigkeit sei aus medizinischer Sicht zu 100 %
möglich, wobei darauf zu achten sei, dass eine ununterbrochene Steh-und
Gehdauer 10 bis 15 Minuten nicht übersteige. Beim Einkommensvergleich
zwischen den Einkommen ohne und mit gesundheitlicher Einschränkung
resultiere ein Invaliditätsgrad von 2.69 %.
8. Gegen diesen Vorbescheid erhob A._ mit Schreiben vom
18. September 2018 Einwand. Er führte aus, dass er sich nur mit Hilfe eines
Rollators fortbewegen könne, permanenten Schmerzen in beiden Füssen
habe und unter schweren Schlafstörungen leide. Er sei darauf angewiesen,
dass seine Ehefrau den ganzen Haushalt für ihn besorge, da er dazu nicht
in der Lage sei. Die berufliche Eingliederung bei der E._ sei nicht
sinnvoll gewesen, da er die ihm aufgetragenen Aufgaben nur habe
erledigen können, weil er einen Einkaufswagen als Gehhilfe benutzt habe.
Er sei nach wie vor dazu bereit, sich umschulen zu lassen oder eine
sitzende Tätigkeit auszuüben, habe aber von der IV-Stelle kein solches
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Angebot erhalten. Er verstehe auch die 100%ige Arbeitsfähigkeit nicht, da
dies im Widerspruch zur 50%igen Krankschreibung der Universitätsklinik
C._ stehe. Er ersuche daher um eine Neubeurteilung.
9. Daraufhin wies die IV-Stelle mit Verfügung vom 6. November 2018 das
Leistungsbegehren ab. Den von A._ im Einwand geltend gemachten
Ausführungen hielt sie entgegen, dass ein Umschulungsanspruch eine
Invalidität oder die unmittelbare Drohung einer solchen voraussetze. Dank
den beruflichen Massnahmen habe er per 1. Juni 2018 eine Teilzeittätigkeit
gefunden, welche seinem Gesundheitszustand angepasst gewesen sei.
Das Arbeitsverhältnis sei anschliessend jedoch von seiner Seite aufgelöst
worden. Seiner Aussage, die beruflichen Massnahmen seien nicht
zielführend gewesen, könne somit nicht gefolgt werden. Aufgrund der
berechneten Erwerbseinbusse von 2.69 % sei er
invalidenversicherungsrechtlich in zureichender und zumutbarer Weise
eingegliedert, sodass die IV-Stelle keine Umschulung zu sprechen habe.
Der Invaliditätsgrad von 2.69 % sei aus der Gegenüberstellung des
Einkommens ohne gesundheitliche Einschränkung mit jenem mit einer
gesundheitlichen Einschränkung entstanden. Für die
Invaliditätsbemessung spiele es keine Rolle, wie die Beschäftigungslage
tatsächlich aussehe, der ausgeglichene Arbeitsmarkt biete genügend
Einsatzmöglichkeiten.
10. Dagegen erhob A._ (nachfolgend: Beschwerdeführer) am
27. November 2018 Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons
Graubünden und beantragte sinngemäss die Aufhebung der
angefochtenen Verfügung und die Ausrichtung einer Invalidenrente. Zur
Begründung führte er aus, dass sein Anspruch auf eine Invalidenrente
gerechtfertigt sei, weil es ihm nicht möglich sei, aufgrund seiner
permanenten Schmerzen und der massiven Einschränkung der
Beweglichkeit 100 % zu arbeiten. Ihm sei keine Stelle bekannt, in der man
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als Küchenchef sitzend arbeiten könne. Die Stelle bei der E._ habe er
gekündigt, weil es ihm zunehmend körperlich schlechter gegangen sei und
die Tätigkeit nicht seinen körperlichen Fähigkeiten entsprochen habe. Er
sei nicht, wie vorgesehen, für das Bestellwesen zuständig gewesen,
sondern habe im Lager- und Ladenbereich Waren ein- und ausräumen
müssen. Es sei absehbar gewesen, dass er den Anforderungen auf Dauer
nicht habe gerecht werden können. Aus finanziellen Gründen sei er daher
in seine Heimat Deutschland zurückgekehrt. Leider sei er weiterhin auf eine
Gehhilfe angewiesen, leide unter Schmerzen, Schlafstörungen und sei
bisweilen depressiv. Seit dem 22. März 2017 sei er zu 50%
krankgeschrieben, daher könne er gar nicht zu 97.31 % arbeitsfähig sein.
11. Mit Vernehmlassung vom 14. Dezember 2018 beantragte die IV-Stelle
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde. Zur
Begründung verwies sie primär auf die angefochtene Verfügung vom
6. November 2018, an welcher sie festhielt. Zudem führte sie aus, dass sie
dem Beschwerdeführer nicht zumute, in der angestammten Tätigkeit als
Koch oder in einer anderen, aus gesundheitlicher Sicht ungeeigneten
Arbeit zu 100 % tätig zu sein. Sie mute dem Beschwerdeführer lediglich zu,
in einer behinderungsgeeigneten, körperlich leichten, wechselbelastenden
und überwiegen sitzenden Tätigkeit 100 % zu arbeiten. Gegen diese
Einschätzung werde in der Beschwerde nichts Stichhaltiges vorgebracht,
sodass an der angefochtenen Verfügung festzuhalten sei.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften und in
der angefochtenen Verfügung vom 6. November 2018 sowie auf die
eingereichten Beweismittel wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden
Erwägungen eingegangen.
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Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Nach Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) sind Verfügungen der kantonalen
IV-Stellen direkt vor dem Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle
anfechtbar. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 6. November
2018 stellt folglich ein taugliches Anfechtungsobjekt für ein Verfahren vor
dem Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden dar. Die sachliche
Zuständigkeit ergibt sich aus Art. 57 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in
Verbindung mit Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Als formeller und materieller
Verfügungsadressat ist der Beschwerdeführer von der angefochtenen
Verfügung überdies unmittelbar betroffen und hat ein schutzwürdiges
Interesse an deren Aufhebung oder Abänderung. Demnach ist er zur
Beschwerdeführung berechtigt (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 59 ATSG). Auf
die im Übrigen frist- und formgerecht (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 60 und
Art. 61 ATSG) eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten.
2. Streitig und zu prüfen ist vorliegend, ob die Beschwerdegegnerin den
Rentenanspruch des Beschwerdeführers zu Recht verneint hat.
3.1. Anspruch auf eine Invalidenrente hat, wer im Sinne des Gesetzes invalid
ist. Bei erwerbstätigen Versicherten gilt als Invalidität die durch einen
körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheitsschaden
verursachte, voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
Erwerbsunfähigkeit (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 8 Abs. 1 ATSG), welche
Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein kann (Art. 4
Abs. 1 IVG). Zur Beurteilung der Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich
die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen,
wobei eine Erwerbsunfähigkeit zudem nur vorliegt, wenn sie aus objektiver
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Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Keine Beeinträchtigungen
der Gesundheit stellen soziokulturelle Schwierigkeiten mit Auswirkungen
auf die Arbeitsfähigkeit sowie psychosoziale Faktoren dar.
Invaliditätsfremde Faktoren sind darüber hinaus auch Aggravation und
Simulation (vgl. zum Ganzen KIESER, ATSG-Kommentar, 4. Aufl.,
Zürich 2020, Art. 7 Rz. 64 ff.; siehe bezüglich Aggravation und ähnlicher
Erscheinungen auch BGE 141 V 281 E.2.2.1 f. und 140 V 193 E.3.3). Der
für den Rentenanspruch massgebliche Invaliditätsgrad ist bei
erwerbstätigen Versicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu
bestimmen (Art. 28a Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 16 ATSG). Ein
rentenbegründender Invaliditätsgrad liegt vor, wenn eine versicherte
Person ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern
kann, während mindestens eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich zu mindestens 40 % im bisherigen Beruf oder
Aufgabenbereich eingeschränkt gewesen ist und nach Ablauf dieses
Jahres zu mindestens 40 % invalid ist (Art. 28 Abs. 1 IVG).
3.2. Um beurteilen zu können, in welchem Umfang und bezüglich welcher
Tätigkeiten einem Versicherten noch eine Erwerbstätigkeit zugemutet
werden kann, sind die Verwaltung und das im Streitfall angerufene Gericht
auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls andere
Fachleute zur Verfügung stellen. Die Aufgabe der Ärztin oder des Arztes
besteht darin, mit den Mitteln fachgerechter ärztlicher Untersuchung unter
Berücksichtigung der subjektiven Beschwerden die Befunde zu erheben
und gestützt darauf die Diagnose zu stellen. Hiermit erfüllt der Arzt seine
originäre Aufgabe, wofür die Verwaltung und das im Streitfall angerufene
Gericht nicht kompetent sind. Bei der Folgeabschätzung der erhobenen
gesundheitlichen Beeinträchtigungen für die Arbeitsfähigkeit kommt dem
Arzt jedoch keine abschliessende Beurteilungskompetenz zu. Vielmehr gibt
er eine Einschätzung zur Arbeitsfähigkeit ab, welche er aus seiner Sicht so
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substanziell wie möglich begründet. Die ärztlichen Auskünfte bilden sodann
eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen dem Versicherten konkret noch zugemutet werden
können (vgl. BGE 140 V 193 E.3.2, 132 V 93 E.4 und 125 V 256 E.4).
3.3. Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel zu
würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und
Sozialversicherungsgerichte die Beweise grundsätzlich frei, d.h. ohne
Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss
zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das
Gericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen,
objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren
Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden
medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte
Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die
eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (vgl. BGE 125 V
351 E.3a). Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf
allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die
Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (vgl. BGE 134 V 231
E.5.1, 125 V 351 E.3a). Ausschlaggebend für den Beweiswert ist
grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die
Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme
als Bericht oder Gutachten (vgl. BGE 125 V 351 E.3a, 122 V 157 E.1c).
Dennoch hat es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien
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Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen
medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung
aufzustellen (vgl. BGE 125 V 351 E.3b, 118 V 286 E.1b, 112 V 30 E.1a).
Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von
externen Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und
Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei
der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei
der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht
konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (vgl.
BGE 137 V 210 E.1.3.4, 125 V 351 E.3b/bb). In Bezug auf Berichte von
behandelnden Ärzten darf und soll der Richter auch der
Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass behandelnde Ärzte mitunter im
Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen
eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (vgl. BGE 135 V 465 E.4.3.2,
4.4 und 4.5, 125 V 351 E.3a und 3b). Sodann kommt auch den Berichten
und Gutachten versicherungsinterner Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als
schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich
widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit
sprechen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem
Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf
mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf
vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die
Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen.
Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im
Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des
Gutachters allerdings ein strenger Massstab anzulegen (vgl. BGE 125 V
351 E.3b, 122 V 157 E.1c). Bestehen auch bloss geringe Zweifel an der
Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen
Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (vgl. BGE
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135 V 465 E.4.3.2 und 4.4; Urteil des Bundesgerichts 8C_245/2011 vom
25. August 2011 E.5.3).
3.4. Grundsätzlich ist es zulässig, im Wesentlichen oder einzig auf
versicherungsinterne medizinische Unterlagen, wozu namentlich auch auf
eigenen Untersuchungen beruhende RAD-Berichte nach Art. 49 Abs. 2 der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) gehören,
abzustellen, sofern sie für die streitigen Belange umfassend sind, auf
allseitigen Untersuchungen beruhen und die geklagten Beschwerde
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden sind, in der
Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen
Situation einleuchten sowie die Schlussfolgerungen des Arztes begründet
sind (siehe Urteil des Bundesgerichts 9C_415/2017 vom 21. September
2017 E.3.1 f.; vgl. auch BGE 137 V 210 E.1.2.1, Urteile des Bundesgerichts
8C_839/2016 vom 12. April 2017 E.3.1 f. und 8C_197/2014 vom 3. Oktober
2014 E.4.1 f.).
4.1. Im Bericht der Klinik C._ vom 27. Juli 2017 (IV-act. 57) wurde beim
Beschwerdeführer eine Charcot-Neuroosteoarthropathie Stadium II-III im
rechten Fuss, eine symmetrisch distalbetonte, sensomotorische,
vorwiegend axonale Polyneuropathie sowie ein Diabetes mellitus Typ 2
diagnostiziert. Hinsichtlich seiner angestammten Tätigkeit als Küchenchef
wurde ihm eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit attestiert. Mit Blick auf eine
behinderungsangepasste Tätigkeit wurde ausgeführt, dass der
Beschwerdeführer in einer mehrheitlich sitzenden Tätigkeit vollumfänglich
belastbar sei im Sinne einer regulären, alltäglichen Arbeitsbelastung. Je
höher der Anteil der stehenden Tätigkeit betrage, desto eher seien zeitliche
Limiten zum Wohle des Patienten sinnvoll (IV-act 57). Der RAD-Arzt Dr.
med. D._ kam in seiner Beurteilung vom 9. August 2017 gestützt auf
die medizinischen Akten folgerichtig zum Schluss, dass in der
angestammten Tätigkeit aus medizinischer Sicht von einer eingetretenen
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Invalidität auszugehen sei. Bei A._ bestehe eine bleibende, im
weiteren Verlauf eher zunehmend verminderte Belastbarkeit der Füsse,
verbunden mit einer Gefahr für individuell schlecht heilende Hautläsionen
unter übermässiger mechanischer Belastung. Bezogen auf die
angestammte Tätigkeit sei aus medizinischer Sicht von einer eingetretenen
Invalidität auszugehen. Der Verbleib in der angestammten, vorwiegend
stehend bzw. gehend verrichteten Tätigkeit sei überwiegend
wahrscheinlich mit einer beschleunigten Verschlechterung des aktuellen
Gesundheitszustandes verbunden. Ausgewiesen seien 100 %
Arbeitsunfähigkeit ab dem 31. Januar 2017 und 50 % Arbeitsunfähigkeit ab
dem 21. Mai 2017 bis auf Weiteres. Hingegen seien leichte, selten
mittelschwere wechselbelastende, vorwiegend sitzende Tätigkeiten ab 21.
Mai 2017 zu 100 % zumutbar, wobei eine ununterbrochene Steh- und
Gehdauer 10 bis 15 Minuten nicht übersteigen sollten (IV-act. 132). RAD-
Arzt Dr. med. F._ bestätigte diese Einschätzung von Dr. med. D._
in der Abschlussbeurteilung vom 1. Oktober 2018 (IV-act. 132).
4.2. Gegen diese Einschätzungen bringt der Beschwerdeführer in seiner
Beschwerde nichts Stichhaltiges hervor. Soweit er geltend macht, dass er
weiterhin zu 50 % krankgeschrieben sei, ist festzuhalten, dass sich diese
Arbeitsunfähigkeit auf die angestammte Tätigkeit als Koch bezieht (IV-
act. 57 sowie die verschiedenen ärztlichen Zeugnisse der Klinik C._
[IV-act. 20, 130]). Hingegen ist auch den Arztberichten der Klinik C._
zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer in einer leidensadaptierten
Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig sei (IV-act. 57). Im Übrigen mutet ihm die
Beschwerdegegnerin – wie sie zu Recht ausführt – nicht zu, in seiner
angestammten Tätigkeit als Koch oder einer anderen, seiner
gesundheitlichen Situation nicht angepassten Arbeit zu 100 % tätig zu sein.
5.1. Der Beschwerdeführer macht im Weiteren sinngemäss geltend, dass er
aus gesundheitlichen Gründen keine Arbeitsstelle mehr finde.
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5.1.1. Referenzpunkt für die Verwertung der Restarbeitsfähigkeit ist der
hypothetisch ausgeglichene Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG). Nach der
Rechtsprechung des Bundesgerichts handelt es sich dabei um einen
theoretischen abstrakten Begriff, der dazu dient, den Leistungsbereich der
Invalidenversicherung von demjenigen der Arbeitslosenversicherung
abzugrenzen. Der Begriff umschliesst einerseits ein bestimmtes
Gleichgewicht zwischen dem Angebot von und der Nachfrage nach Stellen;
anderseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her
einen Fächer verschiedenartiger Stellen offen hält und zwar sowohl
bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen
Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Nach
diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob die invalide Person
die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu verwerten (BGE 110
V 273 E.4b; ZAK 1991 S. 320 f. E.3b). Daraus folgt, dass für die
Invaliditätsbemessung nicht darauf abzustellen ist, ob eine invalide Person
unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann,
sondern einzig darauf, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch
wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem
Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (vgl. AHI-Praxis 6/1998 S.
291). Der ausgeglichene Arbeitsmarkt umfasst auch sogenannte
Nischenarbeitsplätze, also Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit
einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen
können. Von einer Arbeitsgelegenheit kann dann nicht mehr gesprochen
werden, wenn die zumutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form
möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt,
oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines
durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer
entsprechenden Stelle daher von vornherein ausgeschlossen erscheint
(Urteil des Bundesgerichts 9C_253/2017 vom 6. Juli 2017 E.2.2.1 m.H.).
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5.1.2. Art und Mass dessen, was einem Versicherten an Erwerbstätigkeit noch
zugemutet werden kann, richtet sich nach seinen besonderen persönlichen
Verhältnissen einerseits und nach den allgemein herrschenden
Auffassungen andererseits. Für die Beurteilung der Zumutbarkeit ist
letztlich insofern eine objektive Betrachtungsweise massgebend, als es
nicht auf eine bloss subjektiv ablehnende Bewertung der infrage stehenden
Erwerbstätigkeit durch den Versicherten ankommt (MEYER/REICHMUTH,
Rechtssprechung des Bundesgerichts zum IVG, Art. 28a N 28).
5.2. Vorliegend ist unter Berücksichtigung der gesundheitlichen Situation des
Beschwerdeführers und seiner bisherigen beruflichen Erfahrung mit Blick
auf seinen Lebenslauf (IV-act. 63) festzuhalten, dass ihm auf dem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt genügend Einsatzmöglichkeiten in einer
leidensadaptierten Tätigkeit offenstehen. Dies zeigen auch die von der
Beschwerdegegnerin aufgeführten Möglichkeiten wie Kurierfahrten, leichte
Maschinenbedienungen, Kontrollfunktionen oder leichte Sortier-, Prüf- und
Verpackungsarbeiten.
6.1. Mit Bezug auf die Bemessung des Invaliditätsgrades kann auf die
Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 6. November 2018 abgestellt
werden. Die Ermittlung des Valideneinkommens durch die
Beschwerdegegnerin für das Jahr 2018 im Betrag von Fr. 70'392.95 ist
nicht zu beanstanden (siehe IV-act. 133). Hinsichtlich der zu
verwendenden LSE-Tabelle ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin
richtigerweise die LSE-Tabelle 2014 verwendet hat, da im Zeitpunkt der
Verfügung (6. November 2018) die LSE-Tabelle 2016 noch gar nicht
veröffentlicht war (dies ist erst am 6. Mai 2019 erfolgt). Das Bundesgericht
hat dazu festgehalten, dass es bundesrechtswidrig wäre, die Werte von
LSE-Tabellen zu verwenden, die im Zeitpunkt der Verfügung noch nicht
erschienen sind (Urteil des Bundesgerichts 9C_526/2015 vom 11.
September 2015, E.3.2.2). Führt man die Invaliditätsbemessung mit einem
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gemäss LSE 2014 bestimmten Invalideneinkommen (Tabelle TA 1,
Kompetenzniveau 1, Männer, Total: Fr. 5312.-- x 12, angepasst an die
wochenübliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden sowie die
Nominallohnentwicklung für das Jahr 2018 [geschätzt: 1%] : Fr. 68'497.85)
bei einer attestierten Arbeitsfähigkeit von 100 % in einer leidensadaptierten
Tätigkeit durch, resultiert bei einer Erwerbseinbusse von Fr. 1'895.10 ein
rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 2.69%.
6.2. Zu prüfen bleibt damit noch, ob beim korrekt ermittelten
Invalideneinkommen allenfalls ein Leidensabzug zu berücksichtigen wäre.
Dieser ist anhand der gesamten Umstände pflichtgemäss zu schätzen
(BGE 134 V 322 E.5.2, 129 V 472 E.4.2.3, 126 V 75 E.5b/bb; Urteil des
Bundesgerichts 8C_381/2017 vom 7. August 2017 E.4.1) und darf 25 %
nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E.5.2 m. H.). Vorliegend hätte der
Beschwerdeführer indes auch dann keinen Rentenanspruch, wenn ihm der
maximal mögliche Leidensabzug gewährt werden würde. Daher kann die
Frage des Leidensabzugs letztlich offenbleiben.
7. Nach dem Gesagten erweist sich die angefochtene Verfügung vom
6. November 2018 somit als rechtens, was zur vollumfänglichen
Bestätigung derselben und zur Abweisung der dagegen erhobenen
Beschwerde führt.
8. Das Beschwerdeverfahren ist − in Abweichung von Art. 61 lit. a ATSG −
gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder
Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht
kostenpflichtig. Diese Kosten werden je nach Verfahrensaufwand und
unabhängig vom Streitwert im Umfang von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--
festgelegt. Vorliegend setzt das Gericht die Kosten auf Fr. 700.-- fest.
Entsprechend dem Ausgang dieses Verfahrens sind die Gerichtskosten
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Der obsiegenden
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Beschwerdegegnerin steht keine Parteientschädigung zu (Art. 61 lit. g
ATSG e contrario).