Decision ID: 57faef9d-0e5d-5657-a2a4-618cc3966469
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Am 20. Mai 2008 kam es nach dem Fussballspiel zwischen dem FC St. Gallen und
der AC Bellinzona im Stadion Espenmoos in St. Gallen zu Ausschreitungen und
Sachbeschädigungen.
Am 20. Januar 2009 erhob das Untersuchungsamt St. Gallen gegen R. S., geboren am
, beim Kreisgericht St. Gallen Anklage wegen mehrfacher Sachbeschädigung,
Landfriedensbruchs sowie Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte und
beantragte, der Angeschuldigte sei zu einer Freiheitsstrafe von elf Monaten, unter
Anrechnung der Untersuchungshaft von einem Tag, zu verurteilen. Sodann sei ihm der
bedingte Stafvollzug zu gewähren, unter Ansetzung einer Probezeit von drei Jahren. Im
weiteren sei R. S. die Weisung zu erteilen, während der Dauer der Probezeit keine
Fussball- und Eishockeyspiele zu besuchen oder sich im Umkreis von 500 Metern
eines Fussball- oder Eishockeyspiels aufzuhalten.
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B./ Am 9. Februar 2009 verfügte der Kommandant der Stadtpolizei St. Gallen für R. S.
ein Rayonverbot im Sinn von Art. 24b des Bundesgesetzes über Massnahmen zur
Wahrung der inneren Sicherheit (SR 120, abgekürzt BWIS) für die Dauer vom
17. Februar 2009 bis zum 15. Februar 2010. Damit wurde R. S. verboten, sich während
des Zeitraums von vier Stunden vor bis vier Stunden nach einer Sportveranstaltung in
der AFG Arena in St. Gallen-Winkeln in den gemäss den Plänen A (Winkeln) und B
(Hauptbahnhof) bezeichneten Gebieten aufzuhalten. Der Entscheid wurde damit
begründet, auf Grund der Strafuntersuchung sei erstellt, dass sich R. S. an den
Ausschreitungen vom 20. Mai 2008 beteiligt habe.
C./ Am 20. Februar 2009 erhob R. S. gegen diese Anordnung Rekurs beim Sicherheits-
und Justizdepartement. Er stellte die Rechtsbegehren, sie sei teilweise aufzuheben und
gegen ihn sei ein Rayonverbot von höchstens drei Monaten auszusprechen, welches
örtlich auf das in Plan A (Winkeln) bezeichnete Gebiet und sachlich auf Fussballspiele
in der AFG Arena St. Gallen-Winkeln zu beschränken sei (Ziff. 1). Sodann sei dem
Rekurs die aufschiebende Wirkung zu erteilen, soweit sie ihm nicht bereits von
Gesetzes wegen zukomme (Ziff. 2).
Am 2. März 2009 lehnte das Sicherheits- und Justizdepartement das Gesuch, dem
Rekurs sei die auf-schiebende Wirkung zu erteilen, ab.
Am 7. April 2009 wies das Sicherheits- und Justizdepartement den Rekurs von R. S.
ab, soweit darauf eingetreten wurde.
D./ Am 4. Mai 2009 erhob R. S. gegen den Entscheid des Sicherheits- und
Justizdepartements vom 7. April 2009 Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Er stellte
die Rechtsbegehren, Ziff. 1 des angefochtenen Entscheids sei aufzuheben und es sei
gegen ihn ein Rayonverbot von höchstens sechs Monaten auszusprechen, welches
örtlich auf das in Plan A (Winkeln) bezeichnete Gebiet und sachlich auf Fussballspiele
in der AFG Arena in St. Gallen-Winkeln zu beschränken sei (Ziff. 1). Ziff. 2 des
Entscheids des Sicherheits- und Justizdepartements sei aufzuheben (Ziff. 2) , unter
Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Staates (Ziff. 4). Der
Beschwerdeführer machte geltend, der Sachverhalt sei willkürlich festgestellt und es
seien Rechtsverletzungen begangen worden.
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Das Sicherheits- und Justizdepartement beantragte am 8. Mai 2009, die Beschwerde
sei abzuweisen. Am 26. Mai 2009 liess sich die Direktion Soziales und Sicherheit der
Stadt St. Gallen vernehmen und beantragte, der Beschwerde sei keine Folge zu geben.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die Sachurteilsvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen:
1.1. Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59bis Abs.
1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Sodann
wurde die Beschwerdeeingabe vom 4. Mai 2009 innert Frist eingereicht, und sie
entspricht formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP).
1.2. Nach Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP ist zur Beschwerde
berechtigt, wer an der
Änderung oder Aufhebung des angefochtenen Entscheids ein eigenes schutzwürdiges
Interesse hat. Die Befugnis zur Rechtsmittelerhebung setzt weiter voraus, dass das
Anfechtungsinteresse aktuell ist. Das bedeutet, dass die rechtliche oder tatsächliche
Situation des Beschwerdeführers durch den Ausgang des Verfahrens beeinflusst wird
(Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003,
Rz. 400 mit Hinweisen).
Der Beschwerdeführer stellt nicht in Abrede, dass auf Grund der Vorfälle am 20. Mai
2008 gegen ihn ein Rayonverbot verhängt werden durfte. Er vertritt aber den
Standpunkt, insbesondere der zeitliche Umfang des Rayonverbots werde der
Geringfügigkeit seiner Beteiligung an den Gewalttätigkeiten nicht gerecht und sei
deshalb - da unverhältnismässig - zu verkürzen. Seiner Meinung nach wäre ein
Rayonverbot von drei Monaten Dauer angemessen gewesen. Er hält indessen dafür,
mit der blossen Feststellung der Unverhältnismässigkeit der Anordnung in zeitlicher
Hinsicht sei ihm nicht gedient, weshalb er beantrage, die Geltungsdauer des am
9. Februar 2009 gegen ihn ausgesprochenen Rayonverbots sei auf sechs Monate zu
verkürzen. Obschon das Rayonverbot zur Zeit bereits länger als sechs Monate
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andauert, hat der Beschwerdeführer demzufolge ein schutzwürdiges Interesse daran,
dass dessen zeitliche Geltungsdauer von einem Jahr herabgesetzt wird.
1.3. Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2. Gestützt auf Art. 24b Abs. 1 BWIS kann einer
Person, die sich anlässlich von Sportveranstaltungen nach-weislich an
Gewalttätigkeiten gegen Personen oder Sachen beteiligt hat, der Aufenthalt in einem
genau umschriebenen Gebiet im Umfeld von Sportveranstaltungen (Rayon) zu
bestimmten Zeiten verboten werden. Das Rayonverbot kann längstens für die Dauer
eines Jahres verfügt werden (Art. 24b Abs. 2 BWIS). Rayonverbote gelten grundsätzlich
mit sofortiger Wirkung. Einer Beschwerde gegen eine Verfügung über Massnahmen
nach Art. 24b BWIS kommt nach Art. 24g BWIS nur aufschiebende Wirkung zu, wenn
dadurch der Zweck der Massnahme nicht gefährdet wird und wenn die
Beschwerdeinstanz oder das Gericht diese in einem Zwischenentscheid ausdrücklich
gewährt.
Bei der Fernhaltung handelt es sich um eine typische präventive Polizeimassnahme.
Legitimierendes Eingriffsmerkmal ist das Vorliegen einer qualifizierten Gefahr, deren
Realisierung durch die Wegweisung der Person verhindert werden kann, oder einer
Störung polizeilicher Schutzgüter, die dadurch beendet werden kann (Trochsler-
Hugentobler/Lobsiger, in: Schweizer, Sicherheits- und Ordnungsrecht des Bundes, Teil
I, Allgemeiner Teil, Basel 2008, F. Polizeiliche Befugnisse und Handelsformen, Rz. 65).
Art.24b Abs. 1 BWIS ist eine "Kann-Vorschrift". Mit einer "Kann-Vorschrift" räumt der
Gesetzgeber der für die Rechtsanwendung zuständigen Stelle Ermessen ein (Häfelin/
Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 5. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2006,
Rz. 440). Im Einzelfall steht ihr somit im Zusammenhang mit der Anordnung eines
Rayonverbots ein erheblicher Entscheidungsspielraum zu. Die Ausübung des
Ermessens hat aber anhand der konkreten Umstände des Einzelfalls gestützt auf
allgemeine Rechtsprinzipien zweckmässig und angemessen zu erfolgen. Insbesondere
ist dem Verhältnismässigkeitsprinzip Rechnung zu tragen. Der Grundsatz der
Verhältnismässigkeit fordert, dass die Verwaltungsmassnahmen zur Verwirklichung des
im öffentlichen Interesse liegenden Ziels geeignet und notwendig sind. Ausserdem
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muss der angestrebte Zweck in einem vernünftigen Verhältnis zu den Belastungen
stehen, die den Privaten auferlegt werden (Häfelin/Müller/Uhlmann, a.a.O., Rz. 581 mit
Hinweisen). Dem Verwaltungsgericht ist im Beschwerdeverfahren eine
Ermessenskontrolle verwehrt (Art. 61 Abs. 1 VRP). Es hat sich daher darauf zu
beschränken, über die Einhaltung des Ermessensspielraums zu wachen und schreitet
nur ein, wenn die Vorinstanz das ihr zustehende Ermessen überschritten oder
missbraucht hat (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 740 mit Hinweisen).
Nach Art. 21a Abs. 1 der Verordnung über Massnahmen zur Wahrung der inneren
Sicherheit (SR 120.2, abgekürzt VWIS) liegen gewalttätiges Verhalten und
Gewalttätigkeiten namentlich vor, wenn eine Person folgende Straftaten begangen oder
dazu angestiftet hat: Strafbare Handlungen gegen Leib und Leben (lit. a);
Sachbeschädigungen (lit. b); Nötigung (lit. c); Brandstiftung (lit. d); Verursachung einer
Explosion (lit. e); Öffentliche Aufforderung zu Verbrechen oder zu Gewalttätigkeit (lit. f);
Landfriedensbruch (lit. g); Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte (lit. h). Als
gewalttätiges Verhalten gilt ferner die Gefährdung der öffentlichen Sicherheit durch das
Mitführen oder Verwenden von Waffen, Sprengmitteln, Schiesspulver oder
pyrotechnischen Gegenständen in Stadien oder Hallen (Art. 24b Abs. 2 VWIS).
3. Der Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpunkt, der Sachverhalt, der dem
Rayonverbot zu Grunde liege, sei willkürlich festgestellt worden. Er begründet dies
damit, die Vorinstanz und die Beschwerdegegnerin hätten die von ihm bezeichneten
Beweismittel nicht abgenommen und gewürdigt, sondern ausschliesslich auf die
Behauptungen in der Anklageschrift vom 20. Januar 2009 abgestellt. Anklageschriften
seien indessen keine Beweismittel im Sinn von Art. 21b VWIS. Hinzu komme, dass die
Anklageschrift mehrere aktenwidrige Behauptungen enthalte, die nicht kritisch
hinterfragt worden seien. Sodann treffe es nicht zu, dass er geständig sei. Er anerkenne
aber die auf der CD-Rom der Stadtpolizei St. Gallen ersichtlichen Handlungen und
gebe zu, betrunken gewesen und auf das Spielfeld gelaufen zu sein.
3.1. Als Nachweis für gewalttätiges Verhalten nach Art. 21a VWIS gelten nach Art. 21b
Abs. 1 VWIS: entsprechende Gerichtsurteile oder polizeiliche Anzeigen (lit. a);
glaubwürdige Aussagen oder Bildaufnahmen der Polizei, der Zollverwaltung, des
Sicherheitspersonals oder der Sportverbände oder -vereine (lit. b); Stadionbverbote der
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Sportverbände oder -vereine (lit. c) und Meldungen der zuständigen ausländischen
Behörde (lit. d). Aussagen nach Absatz 1 Buchstabe b sind schriftlich festzuhalten und
zu unterzeichnen (Art. 21b Abs. 2 VWIS).
Dem präventiven Charakter des Rayonverbots entsprechend sind an das Beweismass
bewusst nicht hohe Anforderungen gestellt worden. In der Botschaft zur Revision des
BWIS wird ausgeführt, der Nachweis für gewalttätiges Verhalten erfolge in der Praxis
gestützt auf Aussagen von Polizeibeamten, Fanbeauftragten der Sportvereine oder des
Sicherheitspersonals der Stadien sowie durch Foto- und Filmaufnahmen. Ein förmlicher
prozessualer Beweis sei dazu nicht nötig. Eine Beweisaufnahme nach einer
Strafanzeige erfolge unabhängig davon durch die Strafverfolgungsbehörden, wobei ihre
Resultate berücksichtigt würden (BBl 2005 V 5613 ff., 5629). Das Verwaltungsgericht
des Kantons Zürich hat entschieden, die Anordnung eines Rayonverbots sei nicht
ausgeschlossen, auch wenn ein Strafantrag fehle (Urteil des Verwaltungsgerichts des
Kantons Zürich vom 26. Februar 2009, VB.2009.00019, in: www.vgrzh.ch). Im
Zusammenhang mit einer gestützt auf die kantonalbernische Regelung ergangene
polizeiliche Wegweisung und Fernhaltung hat das Verwaltungsgericht des Kantons
Bern erwogen, die beweisbelastete Behörde habe bezüglich behaupteter Tatsachen
den strikten Beweis zu erbringen. Sodann seien personenbezogene Ausführungen zum
massgebenden Sachverhalt erforderlich. Blosse Textbausteine, die für sich allein keine
Rückschlüsse auf die Verdachtsmomente zuliessen, seien ungenügend (VGE
100.2008.23334 vom 2. März 2009, in: BVR 2009 385 ff.).
3.2. Nach Art. 187 des Strafprozessgesetzes (sGS 962.1; abgekürzt StP) erhebt der
Untersuchungsrichter Anklage beim Gericht, wenn weder für die Aufhebung des
Strafverfahrens noch für den Erlass eines Strafbescheids, noch für die Einstellung des
Strafverfahrens die Voraussetzungen erfüllt sind. Die Anklageschrift bezeichnet u.a. den
Sachverhalt, der Gegenstand der gerichtlichen Beurteilung bildet, mit einer kurzen,
übersichtlichen Darstellung des Untersuchungsergebnisses (Art. 188 Abs. 1 lit. b StP).
Der Anklageschrift kommt im Wesentlichen die Aufgabe zu, den der Anklage zugrunde
liegenden Sachverhalt zu konkretisieren und dem Angeschuldigten somit die für seine
Verteidigung erforderlichen Informationen zu vermitteln (N. Oberholzer, Grundzüge des
Strafprozessrechts, 2. Aufl., Bern 2005, S. 592).
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Nachdem polizeiliche Anzeigen und Bildaufnahmen der Polizei Grundlage eines
Rayonverbots sein können, gibt es keinen Grund zur Annahme, eine Anklageschrift
wegen Sachbeschädigung, Landfriedensbruchs und Gewalt und Drohung gegen
Behörden und Beamte sei als Nachweis für gewalttätiges Verhalten grundsätzlich
ungeeignet. Es kann davon ausgegangen werden, dass die Anklageschrift vom
20. Januar 2009 aufgrund von Filmmaterial der Stadtpolizei St. Gallen und der
Securitas sowie aufgrund einer Einvernahme des Beschwerdeführers vom 9. Dezember
2008 ergangen ist. Im folgenden ist zu prüfen, ob die Darstellung in der Anklageschrift
zutreffend wiedergegeben ist.
3.3. Sowohl die Vorinstanz als auch die Beschwerdegegnerin begründen das
Rayonverbot damit, auf Grundlage des Ergebnisses der Strafuntersuchung sei erstellt,
dass sich der Beschwerdeführer an den Ausschreitungen anlässlich des Fussballspiels
zwischen dem FC St. Gallen und der AC Bellinzona am 20. Mai 2008 beteiligt habe.
Angesichts der manifestierten Gewaltbereitschaft des Beschwerdeführers sei eine
Dauer des Verbots von einem Jahr angezeigt und nicht zu beanstanden.
Der Anklageschrift kann entnommen werden, der Angeschuldigte habe: Sachen, an
denen fremdes Eigentum bestehe, beschädigt und zerstört und so einen grossen
Schaden verursacht; an einer öffentlichen Zusammenrottung teilgenommen, bei der mit
vereinten Kräften gegen Menschen und Sachen Gewalttätigkeiten begangen wurden,
und an einer öffentlichen Zusammenrottung teilgenommen, bei der mehrere Beamte
durch Gewalt während einer Amtshandlung tätlich angegriffen wurden. Diese Vorwürfe
werden damit begründet, der Beschwerdeführer habe das Fussballspiel im Sektor grün
verfolgt. Aufgrund der erhitzten Stimmung seien in der 86. Spielminute um 21.28 Uhr
64 Polizeibeamte der Stadtpolizei St. Gallen auf dem Spielfeldrand zu den Sektoren
grün und blau aufgestellt worden. Die Zuschauer hätten die Polizisten massiv
beschimpft, beworfen und bespuckt. Via Lautsprecher sei das Publikum darauf
hingewiesen worden, dass das Spielfeld nicht betreten werden dürfe. Sodann habe
man die Besucher gebeten, das Stadion nach Ende des Spiels zu verlassen. Als der
Match um 21.34 Uhr abgepfiffen worden sei, habe der Mob, bestehend aus
mindestens 100 Personen, damit begonnen, die Gitterabschrankungen der Sektoren
grün und blau zum Spielfeld zu beschädigen und das Ballauffangnetz
herunterzureissen. Im Anschluss daran seien die Polizeibeamten mit verschiedenen
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Wurfgegenständen (Schrauben, Eisenstangen, Steine) beworfen worden, die aus der
Stadioneinrichtung herausgebrochen worden seien. Der Beschwerdeführer habe sich
zu dieser Zeit direkt hinter der Absperrung zum Spielfeld innerhalb des Mobs befunden,
und er habe zusammen mit anderen Randalierenden zwei Abfalleimer über die
Abschrankung zum Spielfeld in Richtung der Polizeibeamten geworfen. Er habe zudem
an der Abschrankung gerissen, so dass das bereits vorhandene Loch im Drahtgitter
noch grösser geworden sei. Um 22.03 Uhr sei es dem Mob gelungen, den Zugang zum
Spielfeld zu öffnen, weshalb sich die Beamten hätten zurückziehen müssen. Der Mob
und mit ihm der Beschwerdeführer hätten auf das Spielfeld gedrängt, wo die
Polizeibeamten mit Schlaggegenständen und Wurfgeschossen beworfen worden seien.
Nachdem der Mob mehrmals aufgefordert worden sei, das Stadion zu verlassen, habe
die Polizei um 22.27 Uhr Gummischrot eingesetzt, um die Randalierer
zurückzudrängen. Dies sei indessen nicht gelungen, weil sich diese hinter Abfalleimern,
einem Tiefkühlgerät, Tischen und einer Plastikblache verbarrikadiert hätten. Nachdem
sich die Polizeibeamten an den südwestlichen Spielfeldrand zurückgezogen hätten,
seien rund 100 Personen, darunter der Beschwerdeführer, erneut auf das Spielfeld
gestürmt. Sie hätten Beamte mit Gegenständen beworfen, Werbebanden aus den
Verankerungen gerissen, ein Fussball-Tor abgerissen und Abfall, Werbebanden und
Mülleimer angezündet. Dabei sei ein Schaden von über Fr. 100'000.-- entstanden. Der
Mob, und somit auch der Beschwerdeführer, habe erst um 23.26 Uhr mittels
Gummischrot und Reizstoffgas vom Spielfeld gedrängt werden können. Auf dem
Rückzug hätten die Randalierer einen parkierten Lieferwagen zerkratzt und zerbeult,
eine Windschutzscheibe eingeschlagen und ein WC-Häuschen zerstört. Die Swiss
Football League habe den FC St. Gallen aufgrund der Ausschreitungen mit Fr.
30'000.-- gebüsst. Der Beschwerdeführer sei die ganze Zeit über Teil des gewalttätigen
Mobs gewesen. In seiner unmittelbaren Umgebung seien Stadioneinrichtungen und
Werbebanden zerstört worden. Er habe gesehen, dass die Polizeikräfte dies zufolge
der gegnerischen Übermacht nicht hätten verhindern können. Sodann habe er
Sachbeschädigungen und Gewalttätigkeiten gegen Polizeibeamte in seiner
unmittelbaren Umgebung gebilligt.
3.4. Wie die Beschwerdegegnerin mit Recht ausführt, handelt es sich bei
Fernhaltemassnahmen, so auch bei Rayonverboten, um präventive Massnahmen, die
ihre Wirkung nur erzielen, wenn sie möglichst rasch nach dem ihnen zugrunde
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liegenden Ereignis umgesetzt werden. Personen, die als gewalttätig bekannt sind, soll
die Gelegenheit zur Ausübung von Gewalt genommen werden (BBl 2005 V 5613 ff.,
5617, 5626). Zu berücksichtigen ist deshalb, dass das Rayonverbot betreffend den
Beschwerdeführer am 9. Februar 2009 ergangen ist, somit erst rund neun Monate nach
den Vorkommnissen, die ihm im Zusammenhang mit dem Fussballspiel zwischen dem
FC St. Gallen und der AC Bellinzona zur Last gelegt werden. Abgesehen davon, dass
dieses Vorgehen dem Sinn und Zweck einer Präventionsmassnahme kaum gerecht
wird, hat die Vorinstanz daraus mit Recht geschlossen, weil zu diesem Zeitpunkt für
den Erlass der Fernhaltemassnahme betreffend den Beschwerdeführer keine
besondere Dringlichkeit mehr bestanden habe, hätte er vorgängig angehört werden
müssen. Sie stellte indessen fest, die Gehörsverletzung könne im Rahmen des
Rekursverfahrens geheilt werden. Der Beschwerdeführer hat im Rahmen des
Rekursverfahrens geltend gemacht, die Anklageschrift enthalte tatsachenwidrige
Behauptungen. Er hat in diesem Zusammenhang eine CD-Rom der Stadtpolizei St.
Gallen mit Filmausschnitten, auf denen er zu sehen ist, ein Einvernahmeprotokoll vom
9. Dezember 2008, eine Eingabe an das Kreisgericht St. Gallen vom 9. Februar 2009,
ein Schreiben des Untersuchungsrichters an das Kreisgericht vom 13. Februar 2009
und eine Eingabe an das Kreisgericht St. Gallen vom 20. Februar 2009 eingereicht.
3.5. Die Vorinstanz geht davon aus, der Beschwerdeführer habe sich nicht nur als
Mitläufer, sondern aktiv an den Ausschreitungen vom 20. Mai 2008 beteiligt.
Aktenkundig sei, dass er sich inmitten der rund 100 zusammengerotteten gewalttätigen
Personen aufgehalten habe und dass er zusammen mit anderen Randalierern
Abfalleimer über die Abschrankung zum Spielfeld geworfen und an dieser gerissen
habe. Während der Gewalttätigkeiten habe er stets unmittelbar zum gewalttätigen Mob
gehört, der Gegenstände zerstört und Polizeibeamte mit Steinen, Schrauben sowie
Holz- und Metallteilen beworfen habe. Aus diesem Grund sei gegen den
Beschwerdeführer Anklage wegen mehrfacher Sachbeschädigung, Landfriedensbruchs
und Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte erhoben worden.
Beweisanträge im Strafverfahren und die Behauptung des Beschwerdeführers, er habe
das Stadion eine Stunde nach Spielschluss verlassen, seien nicht geeignet, an der
Einschätzung, seine Gewaltbereitschaft sei manifest gewesen, etwas zu ändern.
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Demgegenüber hält der Beschwerdeführer dafür, von ihm sei im Zusammenhang mit
den Ausschreitungen keine
nennenswerte Gefahr für Personen und Sachen ausgegangen. Er habe sich passiv
verhalten. Nachgewiesen sei einzig, dass er zweimal einen Abfalleimer hochgehoben
und fallen gelassen und am Absperrgitter gerüttelt und etwas gerufen habe. Er
anerkenne zudem, dass er betrunken gewesen und auf das Spielfeld gelaufen sei.
Sodann habe er das Stadion bereits eine Stunde nach Ende des Spiels verlassen.
Der Filmausschnitt, der auf der CD-Rom der Stadt-polizei St. Gallen gespeichert ist,
zeigt, dass sich der Beschwerdeführer, der zum damaligen Zeitpunkt
unbestrittenermassen betrunken war, unmittelbar hinter der Abschrankung zum
Spielfeld inmitten einer randalierenden, aufgebrachten Menge aufhält. Zu sehen ist,
dass er dreimal einen Abfalleimer aus Plastik behändigte. Allerdings liess er ihn nicht
einfach wieder zu Boden fallen, wie er behauptet, sondern er versuchte, ihn über den
Maschendrahtzaun auf das Spielfeld zu werfen, was ihm aber nicht gelang. Der
Beschwerdeführer nahm somit offensichtlich aktiv an den Ausschreitungen teil und
seine Behauptung, er habe sich in einem aggressiven Umfeld lediglich passiv verhalten,
trifft nicht zu. Zu Beginn der kurzen Bildsequenz ist ein grosses Loch im
Maschendrahtzaun ersichtlich, das es ermöglichte, auf das Spielfeld zu gelangen. Der
Beschwerdeführer hob das Gitter im Verlauf der tumultartigen Szene zwar weiter an
und schrie etwas in Richtung Spielfeld. Es kann aber keine Rede davon sein, dass er
an der Abschrankung riss, so dass sich das bereits vorhandene Loch vergrösserte, wie
in der Anklageschrift ausgeführt wird. Sodann fehlt es am Nachweis, dass der
Beschwerdeführer fremdes Eigentum zerstört hat, so dass ein grosser Schaden
verursacht worden ist. Gemäss Einvernahmeprotokoll vom 9. Dezember 2008 befanden
sich zu diesem Zeitpunkt Polizeibeamte auf dem Spielfeld (Ziff. 74 ff.). Auf die Frage,
was er geschrien habe, sagte der Beschwerdeführer aus "Wieso dass sie da sind", an
die genaue Wortwahl könne er sich nicht mehr erinnern (Ziff. 76 und 77). Auf dem
Filmausschnitt ist nicht ersichtlich, dass sich der Beschwerdeführer im Anschluss an
diese Szene auf das Spielfeld begeben hat, was indessen unbestrittener-massen der
Fall war. Gemäss Einvernahmeprotokoll ist er zusammen mit fünf weiteren Personen
auf den Rasen gestürmt (Ziff. 36 und 37), und er ist dort geblieben, bis das
"Tränengas kam" (Ziff. 60). Der Beschwerdeführer hat zwar ausgesagt, er sei auf dem
Spielfeld lediglich "etwas rum-gelaufen" und habe Bier getrunken (Ziff. 46) bzw. er
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habe nur "rumgeschaut" (Ziff. 48) und zu beruhigen versucht (Ziff. 56). Die Frage, ob
diese Aussagen der Wahrheit entsprechen, kann offen bleiben. Auch wenn der
Beschwerdeführer das Spielfeld rund eine Stunde nach Ende des Spiels verlassen hat,
wie er behauptet, und wenn man davon ausgeht, er sei inmitten des gewalttätigen
Mobs während dieser Zeitspanne nicht aktiv gegen Personen und Sachen
vorgegangen, steht doch fest, dass er auf und neben dem Spielfeld über längere Zeit
hinweg Teil einer randalierenden Menschenmenge war, die mit vereinten Kräften gegen
Personen und Sachen eine hohe Gewaltbereitschaft an den Tag gelegt hat.
3.6. Zusammenfassend ergibt sich somit, dass die Rüge, dem angefochtenen
Entscheid liege ein willkürlich festgestellter Sachverhalt zugrunde, teilweise begründet
ist. Die Feststellung, der Beschwerdeführer sei mehr als nur Mitläufer der
gewaltbereiten Menschenmenge gewesen, trifft aber zumindest zu Beginn der Randale
zu. Fest steht sodann, dass er während den massiven Ausschreitungen gegen
Personen und Sachen, die auch im Anschluss daran stattfanden, während langer Zeit
zugegen war. Er muss sich deshalb den Vorwurf gefallen lassen, er habe die erhebliche
Gewaltbereitschaft toleriert.
4. Der Beschwerdeführer vertritt weiter den Standpunkt, die Vorinstanz und die
Beschwerdegegnerin hätten in mehrfacher Hinsicht ihr Ermessen missbraucht. Das am
9. Februar 2009 angeordnete Rayonverbot sei unverhältnismässig, weil es für die
gesetzliche Höchstdauer von einem Jahr angeordnet worden sei, zwei Rayons umfasse
und bei Sportveranstaltungen in der AFG Arena in St. Gallen-Winkeln für jeweils zehn
Stunden gelte (vier Stunden vor bis vier Stunden nach dem Spiel).
4.1. Wegweisungs- und Ausgrenzungsanordnungen greifen in die durch Art. 10 Abs. 1
der Bundesverfassung (SR 101, abgekürzt BV) garantierte persönliche Freiheit im Sinn
von Bewegungsfreiheit ein und können im Einzelfall weitere Freiheitsrechte
beschränken (BGE 128 I 337 E. 3.3; Trochsler-Hugentobler/Lobsiger, a.a.O.,
F. Polizeiliche
Befugnisse und Handlungsformen, Rz. 64). Nach Art. 36 BV bedürfen Einschränkungen
von Grundrechten sodann nicht nur einer gesetzlichen Grundlage. Sie müssen auch im
öffentlichen Interesse liegen und verhältnismässig sein.
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Die Massnahmen gegen Gewalt anlässlich von Sportveranstaltungen, die das BWIS
vorsieht, so auch das Rayonverbot, sind als verwaltungsrechtliche, nicht als
strafrechtliche Massnahmen konzipiert (BBl 2005 V 5613 ff., 5626; vgl. auch Urteil des
Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich vom 19. Juni 2008, VB.2008.00237, in:
www.vgrzh.ch). Sie dienen dem Schutz der öffentlichen Ordnung, weil die Mittel des
Strafrechts nicht genügen, um dem Gewaltphänomen beizukommen. Ausgangslage
dieser gesetzlichen Regelung war die Häufung der gewalttätigen Ausschreitungen im
Zusammenhang mit Fussball- und Eishockeyspielen und die Tatsache, dass, je nach
teilnehmenden Mannschaften, mit einem mittleren bis grösseren Gefahrenrisiko für
Gewaltaktionen gerechnet werden muss (BBl 2005 V 5613 ff., 5617).
4.2. Aus Sicht des Beschwerdeführers ist ein Rayonverbot für die Dauer eines Jahres
unverhältnismässig und stellt einen Ermessensmissbrauch dar. Er begründet dies
damit, bei richtiger Feststellung des Sachverhalts hätte die Vorinstanz zum Ergebnis
kommen müssen, dass er keine nennenswerte Gefahr für die öffentliche Ordnung
darstelle. Sodann sei es mit dem Grundsatz der rechtsgleichen Behandlung nicht zu
vereinbaren, wenn gegen ihn ein gleich langes Rayonverbot verhängt werde wie gegen
jemanden, der Polizisten mit Steinen, Schrauben sowie Holz- und Metall-stücken
bewerfe oder Sachbeschädigungen begehe.
Wie ausgeführt (vgl. Ziff. 2 hievor), sieht das BWIS vor, dass eine Person nur mit einer
präventiven Polizeimassnahme belastet werden darf, wenn sie sich nachweislich an
Gewalttätigkeiten gegen Personen oder Sachen beteiligt hat. Sodann kann eine
Fernhaltemassnahme höchstens für die Dauer eines Jahres ausgesprochen werden.
Damit wird in der Regel eine ganze Spielsaison erfasst. Entsprechend der gesetzlichen
Vorgabe und unter Berück-sichtigung des Grundsatzes der Verhältnismässigkeit hat
sich die Dauer des Rayonverbots somit nach der Schwere des Gewaltaktes und nach
den konkreten Umständen zu richten. Wer etwa durch sein Verhalten als Rädelsführer
eine
Schlägerei auslöst, soll für längere Zeit von den Stadien ferngehalten werden, als
Personen, die als "Mitläuferinnen" oder "Mitläufer" auftreten (BBl 2005 V 5613 ff.,
5630).
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Wie dargelegt (vgl. Ziff. 3 hievor), trifft die Behauptung des Beschwerdeführers nicht zu,
er sei anlässlich der gewalttätigen Ausschreitungen vom 20. Mai 2008 leidglich
Mitläufer gewesen. Aktenkundig ist, dass er zu Beginn aktiv an der Randale
teilgenommen hat, wobei nicht erwiesen ist, dass er in diesem Zusammenhang
erheblichen Sachschaden verursacht hat. Sodann ist nicht dokumentiert, dass sich der
Beschwerdeführer über längere Zeit hinweg auf dem Spielfeld aufgehalten hat, was er
indessen nicht in Frage stellt. Weiter bestehen keine Anhaltspunkte, und es wird auch
nicht geltend gemacht, es habe sich beim Beschwerdeführer um einen Rädelsführer
gehandelt bzw. um eine Person, deren Verhalten von Beginn weg darauf ausgerichtet
gewesen ist, eine Konfrontation mit der Polizei zu provozieren. Zudem war er bisher
nicht als Mitglied einer Hooliganszene bekannt und weder Fanbetreuern noch
Szenekennern aufgefallen. Zu berücksichtigen ist weiter, dass das Rayonverbot erst
rund neun Monate nach den Vorkommnissen vom 20. Mai 2008 ausgesprochen
worden ist (vgl. Ziff. 3.4. hievor). Es war dem Beschwerdeführer somit möglich, sich
während langer Zeit ohne Einschränkung in den später mit einem Rayonverbot
belegten Gebieten aufzuhalten, und es wird nicht behauptet, er habe die öffentliche
Ordnung erneut gestört. Aufgrund der konkreten Umstände erweist es sich demzufolge
als unverhältnismässig, den vom Gesetz festgelegten zeitlichen Rahmen
auszuschöpfen und den Beschwerdeführer für ein ganzes Jahr mit einem Rayonverbot
zu belasten. Eine Dauer von acht Monaten erscheint angemessen. Das am 9. Februar
2009 ausgesprochene Rayonverbot wird deshalb insofern aufgehoben, als es auch für
die Zeit vom 17. Oktober 2009 bis 15. Februar 2010 verhängt worden ist.
4.3. Der Beschwerdeführer bringt weiter vor, es sei unsachlich und liege nicht im
öffentlichen Interesse, dass das Rayonverbot auch für ein Gebiet im Bereich des
Hauptbahnhofs St. Gallen ausgesprochen worden sei. Während der Dauer des
Rayonverbots sei es ihm zu gewissen Zeiten nicht möglich, mit dem Postauto oder mit
dem Zug in die Innenstadt und zurück nach X. zu fahren. Sodann könnte er auch das
Stadtbusnetz nur sehr eingeschränkt nutzen.
Demgegenüber ist der Hauptbahnhof St. Gallen aus Sicht der Vorinstanz ein Ort
potentieller Ausschreitungen und Gewalttätigkeiten im Zusammenhang mit
Fussballspielen, die in der AFG Arena in St. Gallen-Winkeln stattfinden. Die Erfahrung
zeigt ihrer Meinung nach, dass längst nicht alle Fans von Gastclubs mit Extrazügen bis
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zum Bahnhof St. Gallen-Winkeln fahren. Es komme immer wieder vor, dass sich
Anhänger von Gastmannschaften einige Zeit vor dem Match in der Innenstadt einfinden
würden, um sich anschliessend zur AFG Arena zu verschieben. Sodann würden
Fussballspiele meistens an Wochenenden stattfinden, weshalb der Beschwerdeführer
den öffentlichen Verkehr während der Woche ungehindert benutzen könne, u.a. um zu
seinem Lehrbetrieb zu gelangen. Im weiteren sei es möglich, bei der
Beschwerdegegnerin für den ausnahmsweisen Zugang in den Verbotsrayon eine
spezielle Erlaubnis zu beantragen.
Auch wenn der Beschwerdeführer aufgrund des zur Verfügung stehenden
Beweismaterials am 20. Mai 2008 im Stadion Espenmoos nur für kurze Zeit aktiver
Teilnehmer einer randalierenden Menschenmenge war, lag es im öffentlichen Interesse,
ihn auch vom Bahnhof St. Gallen fernzuhalten, der nach den glaubhaften Ausführungen
der Vorinstanz und der Beschwerdegegnerin vor und nach Fussballspielen in der AFG
Arena in St. Gallen-Winkeln Austragungsort von Ausschreitungen sein kann. An dieser
Beurteilung ändert nichts, dass es sich beim Vorfall, der Anlass zum Rayonverbot gab,
nicht um eine Konfrontation zwischen zwei Fan-Gruppen handelte, sondern um
Gewaltanwendung von Matchbesuchern gegenüber der Polizei. Sodann ist es dem
Beschwerdeführer zuzumuten, während der "Sperrzeiten" von X. aus mit dem Postauto
nach St. Gallen zu fahren und bei der Haltestelle Marktplatz-Bohl auszusteigen.
4.4. Aus Sicht des Beschwerdeführers hätte die Vorinstanz sodann auf seinen Rekurs
eintreten müssen, soweit er geltend gemacht hatte, das Rayonverbot sei auf in der
AFG Arena in St. Gallen-Winkeln stattfindende Fussballspiele zu beschränken. Die
Begründung, es würden dort keine anderen Sportveranstaltungen stattfinden,
überzeuge nicht. Wenn dem so wäre, hätte sie das Rayonverbot auf Fussballspiele
beschränken müssen. Weil er weder ein notorischer Hooligan noch ein Gewalttourist
sei, bestehe im übrigen keine Gefahr, wonach er bei anderen Sportveranstaltungen
gewalttätig werden könnte.
Die Vorinstanz geht davon aus, der Beschwerdeführer sei dadurch, dass das
Rayonverbot für alle in der AFG Arena stattfindenden Sportveranstaltungen (nicht aber
für andere Veranstaltungen) gelte, wenn überhaupt, kaum beschwert, weil anzunehmen
sei, dass während der zur Diskussion stehenden Zeitspanne dort nur Fussballspiele
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stattfinden würden. Sie kannte den Station-Benutzungsplan zum Zeitpunkt des
Entscheids aber nicht, und hätte deshalb auch in dieser Hinsicht auf den Rekurs des
Beschwerdeführers eintreten müssen. Die Rüge, der sachliche Umfang des
Rayonverbots sei nicht gerechtfertigt, erweist sich aber als unbegründet. Damit soll
verhindert werden, dass der Beschwerdeführer gegebenenfalls auf andere Sportarten
ausweichen kann.
5.
6. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde teilweise gutzuheissen ist. Das
am 9. Februar 2009 gegen den Beschwerdeführer ab 17. Februar 2009 bis 15. Februar
2010 verhängte Rayonverbot wird aufgehoben, soweit es für die Dauer vom
17. Oktober 2009 bis 15. Februar 2010 ausgesprochen worden ist. Im übrigen ist die
Beschwerde abzuweisen.
Demnach hat das Verwaltungsgericht