Decision ID: 4adbd637-6501-5322-9f04-24a4b0a3e510
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
a.
Der portugiesische Staatsangehörige X.Y. reiste am 11. April 2011 in die Schweiz ein.
Zuvor hatte er in Portugal am 18. März 2011 den Führerausweis für die Kategorien A
und B erworben. Am 8. November 2011 (eingegangen am 21. November 2011) stellte
X.Y. beim Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des Kantons St. Gallen
(Strassenverkehrsamt) ein Gesuch um Umtausch des portugiesischen Führerausweises
in einen schweizerischen Ausweis. Am 22. November 2011 stellte das
Strassenverkehrsamt einen Führerausweis auf Probe aus und befristete diesen bis zum
28. Oktober 2013. Der ausländische Führerausweis wurde mit Schreiben vom
8. Dezember 2011 den portugiesischen Behörden zugestellt. Am 9. Oktober 2014
ersuchte X.Y. um Ausstellung eines neuen schweizerischen Führerausweises, da er
seinen Führerausweis verloren habe. Am 16. Oktober 2014 teilte das
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Strassenverkehrsamt mit, aufgrund des Ablaufs am 28. Oktober 2013 verfüge er über
keinen gültigen schweizerischen Führerausweis mehr; ihm könne daher auch kein
Duplikat ausgestellt werden. Für die Erteilung eines schweizerischen Führerausweises
habe er die komplette Führerprüfung einschliesslich Nothelferkurs zu absolvieren.
b.
Mit Verfügung vom 22. Januar 2015 hielt das Strassenverkehrsamt fest, dass der
schweizerische Führerausweis mit Ausstelldatum 22. November 2011, gültig bis
28. Oktober 2013, richtig ausgestellt worden sei (Ziffer 1). Zudem wurde der Antrag um
Umtausch in einen unbefristeten Führerausweis ohne Vorlage der obligatorischen zwei
Kurstage der Zweiphasenausbildung abgelehnt (Ziff. 2). Zulasten von X.Y. wurde eine
Gebühr von Fr. 300.-- festgesetzt (Ziff. 3). Den gegen diese Verfügung erhobenen
Rekurs wies die Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen mit Entscheid
vom 28. Mai 2015 ab (act. G 2).
B.
a.
Gegen diesen Entscheid erhob Rechtsanwalt Mag. iur. Antonius Falkner, Vaduz, für
X.Y. mit Eingabe vom 18. Juni 2015 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren, es sei der
Entscheid dergestalt abzuändern, dass der Beschwerdegegner angewiesen werde,
dem Beschwerdeführer einen unbefristeten Führerausweis auszustellen (Ziff. 1), unter
Kosten- und Entschädigungspflicht zulasten der Vorinstanzen (Ziff. 2).
b.
In der Vernehmlassung vom 13. August 2015 beantragte die Vorinstanz Abweisung der
Beschwerde und verwies zur Begründung auf die Erwägungen des angefochtenen
Entscheids (act. G 8). Der Beschwerdegegner verzichtete auf eine Vernehmlassung
(act. G 11).
c.
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Auf entsprechende Mitteilung des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers vom
16. September 2015 (act. G 13) gab der Verwaltungsgerichtspräsident mit Schreiben
vom 18. September 2015 bekannt, dass das Verwaltungsgericht keine formellen
Zustellungen auf elektronischem Weg tätige und an der Praxis festgehalten werde,
wonach gegenüber Verfahrensbeteiligten im Fürstentum Liechtenstein jeweils ein
Zustelldomzil in der Schweiz verlangt werde (act. G 14). Aufgrund der Zustimmung des
Rechtsvertreters des Beschwerdeführers vom 23. Februar 2015 (act. 9/4) wurden im
vorliegenden Fall die gerichtlichen Zustellungen an den Beschwerdeführer persönlich in
der Schweiz vorgenommen.
d.
Auf die Darlegungen der Verfahrensbeteiligten wird, soweit für den Entscheid relevant,
in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. (...).
2.
2.1.
Vorliegend ist streitig, ob die Vorinstanz zu Recht die vom Beschwerdegegner verfügte
Verweigerung des Umtausches des befristeten in einen unbefristeten schweizerischen
Führerausweis bestätigte mit der Begründung, der Beschwerdeführer habe die in der
Probezeit erforderlichen zwei Weiterbildungstage nicht besucht und der Führerausweis
auf Probe sei abgelaufen. - Motorfahrzeugführer aus dem Ausland dürfen in der
Schweiz nur Motorfahrzeuge führen, wenn sie einen gültigen nationalen Führerausweis
oder einen gültigen internationalen Führerausweis besitzen (Art. 42 Abs. 1 der
Verordnung über die Zulassung von Personen und Fahrzeugen zum Strassenverkehr,
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SR 741.51, VZV). Dem Inhaber eines gültigen nationalen ausländischen Ausweises wird
der schweizerische Führerausweis der entsprechenden Kategorie erteilt, wenn er auf
einer Kontrollfahrt nachweist, dass er die Verkehrsregeln kennt und Fahrzeuge der
Kategorien, für die der Ausweis gelten soll, sicher zu führen versteht (Art. 44 Abs. 1
VZV). Nur wenn der Ausweis von einem Staat ausgestellt worden ist, der auf der so
genannten Länderliste steht, entfällt diese Kontrollfahrt (Ph. Weissenberger,
Kommentar SVG und OBG, 2. Aufl. 2015, Art. 22 Rz. 11). Inhabern eines gültigen
ausländischen Führerausweises, der zum Führen von Motorfahrzeugen der Kategorie A
oder B berechtigt, wird auf Gesuch hin ein schweizerischer Führerausweis auf Probe
erteilt (Art. 44a Abs. 1 VZV). Der schweizerische Führerausweis wird definitiv (d.h. nicht
auf Probe) erteilt, wenn der ausländische Führerausweis vor dem 1. Dezember 2005
ausgestellt wurde oder bei der Wohnsitznahme seines Inhabers in der Schweiz bereits
mindestens ein Jahr gültig war (Art. 44a Abs. 2 VZV).
Inhaber des Führerausweises auf Probe müssen Weiterbildungskurse besuchen
(Art. 15a Abs. 2 SVG). Der erfolgreiche Besuch der Weiterbildungskurse während der
Probezeit bildet Voraussetzung für den Erwerb des definitiven Führerausweises. Hat
der Inhaber des Führerausweises auf Probe die Weiterbildung während der Probezeit
nicht besucht, muss er die Weiterbildung während einer Nachfrist von drei Monaten
nachholen. Die Anmeldebestätigung des Kursveranstalters muss noch innerhalb der
Probezeit vorgelegt werden. Läuft die Nachfrist unbenützt ab, muss er ein Gesuch um
Erteilung des Lernfahrausweises stellen. Damit ist grundsätzlich die gesamte
Zweiphasenausbildung erneut zu durchlaufen (J. Bickel, in: Basler Kommentar,
Strassenverkehrsgesetz, Basel 2014, Art. 15a Rz. 23 und Rz. 31 ff.).
2.2.
Vorliegend stellte der Beschwerdeführer am 21. November 2011 ein Gesuch um
Umtausch seines am 18. März 2011 erworbenen portugiesischen Führerausweises in
einen schweizerischen Ausweis (act. G 9/10/1). Im angefochtenen Entscheid kam die
Vorinstanz zum Schluss, da Portugal in Bezug auf die Fahrausbildung und -prüfung der
Schweiz entsprechende Anforderungen stelle, habe der Beschwerdegegner zu Recht
auf eine Kontrollfahrt nach Art. 44 Abs. 1 VZV verzichtet (act. G 2 S. 5 mit Hinweis auf
Kreisschreiben des ASTRA "Führerausweise von Personen mit Wohnsitz im Ausland"
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vom 1. Oktober 2007 und 30. September 2013). Der Beschwerdeführer sei jedoch noch
nicht ein Jahr im Besitz des ausländischen Führerausweises gewesen, als er am
11. April 2011 in die Schweiz eingereist und hier Wohnsitz begründet habe. Entgegen
der aktenwidrigen Behauptung im Schreiben des Rechtsvertreters vom 9. Oktober
2014 (act. G 9/2/3), wonach er den portugiesischen Führerausweis seit vielen Jahren
besessen habe, habe der Beschwerdeführer letzteren erst kurz vor der Einreise in die
Schweiz, am 18. März 2011, erworben. Die Gültigkeit des schweizerischen
Führerausweises sei deshalb bis zum 28. Oktober 2013 befristet worden. Die
Berechnung der Befristung sei zu Recht nicht angefochten worden; sie sei korrekt. Der
Führerausweis auf Probe sei ihm in der Folge mit einem standardisierten Schreiben des
Beschwerdegegners zugestellt worden. Auf der Vorderseite sei dort festgehalten, dass
die Hinweise auf der Rückseite unter anderem auch Neulenker mit umgeschriebenen
ausländischen Führerausweisen betreffen würden. Die Rückseite enthalte in der ersten
Spalte Informationen zum befristeten Führerausweis (vgl. act. G 9/10/6). Der
Beschwerdeführer sei damit genügend auf die Voraussetzungen, welche für den
Erwerb eines unbefristeten schweizerischen Führerausweises nötig seien, aufmerksam
gemacht worden. Der Einwand, er verstehe die deutsche Sprache nicht, vermöge
daran nichts zu ändern; denn Amtssprache im Kanton St. Gallen sei Deutsch (Cavelti/
Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. A. 2003, Rz. 373; Art. 58
Abs. 1 des Gerichtsgesetzes [sGS 941.1]; Art. 70 Abs. 2 BV). Es wäre daher am
Beschwerdeführer gelegen, sich das Schreiben der Vorinstanz übersetzen zu lassen,
wenn er es nicht verstanden haben sollte. Immerhin sei er aber in der Lage gewesen,
das in deutscher Sprache abgefasste Gesuchsformular um Umtausch eines
ausländischen Führerausweises auszufüllen (act. G 2 S. 5).
2.3.
Der Beschwerdeführer wendet unter anderem ein, gemäss den Art. 42 ff. VZV seien im
Zusammenhang mit der Umschreibung eines EU-Führerausweises keine Kurse
notwendig und er sei auch explizit von den Kontrollfahrten ausgenommen gewesen.
Die Vorinstanz gehe zu Unrecht davon aus, dass für ihn die Art. 27a-g VZV gelten
würden, obwohl er vorab einen gültigen EU-Führerausweis in Portugal erworben habe.
Unter Verweis auf Art. 42 ff. VZV, insbesondere Art. 44 und 44a VZV, seien die
schweizerischen Behörden verpflichtet, nach Ablauf der Probezeit einen unbefristeten
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schweizerischen Führerausweis auszustellen, nachdem der Beschwerdeführer seinen
EU-Führerausweis in einen schweizerischen Führerausweis umgetauscht habe. Weder
in der VZV noch in einer anderen Rechtsgrundlage fänden sich Bestimmungen
dahingehend, dass ausländische Fahrzeugführer im Fall des Umtausches eines EU-
Führerausweises in einen CH-Führerausweis eine Zwei-Phasenausbildung zu
absolvieren hätten. Indem auf den Fall des Beschwerdeführers gesetzliche Regelungen
angewendet würden, welche hier nicht anwendbar seien, werde gegen direkt
anwendbares EU-Recht verstossen. Die Vorinstanz setze sich mit seinen Ausführungen
zu europarechtlichen Vorgaben nicht auseinander. Insoweit sei der angefochtene
Entscheid auch mit einem erheblichen Begründungsmangel behaftet. Die Schweizer
Behörden seien gestützt auf die Richtlinie 91/439 EWG verpflichtet, in der EU
ausgestellte Führerausweise ohne Einschränkungen und ohne jede Bedingung
vollumfänglich anzuerkennen. Die erwähnte Richtlinie stehe über den Bestimmungen
der VZV. Die vollumfängliche Anerkennung des Führerausweises dürfe nicht von einer
weiteren Ausbildung abhängig gemacht werden. Der Beschwerdeführer habe in
Portugal einen gültigen EU-Fahrausweis erworben, der mit keinen Auflagen und
Bedingungen verknüpft gewesen sei (act. G 1).
2.4.
2.4.1.
Die grundsätzliche Pflicht einer Behörde, ihren Entscheid zu begründen, folgt aus dem
Anspruch auf rechtliches Gehör. Dabei sind die Anforderungen an die
Begründungsdichte unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls sowie der
Interessen der Betroffenen festzulegen. Die Begründung muss so abgefasst sein, dass
der Betroffene den Entscheid gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann. In diesem
Sinn müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die
Behörde leiten liess und auf welche sich ihr Entscheid stützt. Je grösser der Spielraum
der Behörde (unter anderem infolge Ermessen) und je stärker der Entscheid in die
individuellen Rechte eingreift, desto höhere Anforderungen sind an dessen Begründung
zu stellen (BGE 112 Ia 107 E. 2b mit Hinweisen; BGE 118 V 58). Die Verwaltung darf
sich nicht damit begnügen, die von der betroffenen Person vorgebrachten
Einwendungen zur Kenntnis zu nehmen und zu prüfen; sie hat ihre Überlegungen auch
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namhaft zu machen und sich dabei ausdrücklich mit den Einwendungen auseinander
zu setzen oder zumindest die Gründe anzugeben, weshalb sie gewisse Gesichtspunkte
nicht berücksichtigen kann (BGE 124 V 180 E. 2b). - Die Vorinstanz begründete den
angefochtenen Entscheid im Wesentlichen mit dem Hinweis auf die einschlägigen
rechtlichen Grundlagen des schweizerischen Rechts und den massgebenden
Sachverhalt. Sie zeigte die Überlegungen, von denen sie sich leiten liess, in
zureichender Weise auf und setzte sich mit den wesentlichen Gesichtspunkten
auseinander. Eine Verpflichtung, sich mit jeder tatbeständlichen Behauptung oder
jedem rechtlichen Einwand zu befassen, besteht nicht (vgl. BGE 124 V 180 E. 1a). Ein
Begründungsmangel ist somit entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers nicht
ersichtlich, auch wenn die Vorinstanz zu seinen Hinweisen auf EU-rechtliche
Gegebenheiten keine Stellung nahm.
2.4.2.
War ein Gesuchsteller weniger als ein Jahr im Besitz des ausländischen
Führerausweises, als er Wohnsitz in der Schweiz nahm, ist ihm der schweizerische
Führerausweis nach dem klaren Wortlaut von Art. 44a Abs. 2 VZV auf Probe
auszustellen. Dies anerkennt auch der Beschwerdeführer als korrekt bzw. EU-
rechtskonform (act. G 1 S. 5 Mitte). Dabei ist von der dreijährigen Probezeit die
Zeitdauer zwischen dem Ausstellungsdatum des ausländischen Führerausweises und
dem letzten regulären Umtauschtermin nach Art. 42 Abs. 3 lit. a VZV abzuziehen
(Art. 44a Abs. 1 VZV). Vorliegend wurde, ausgehend vom Erwerb des ausländischen
Führerausweises am 18. März 2011 und der Einreise des Beschwerdeführers in die
Schweiz am 11. April 2011, die Gültigkeit des schweizerischen Führerausweises zu
Recht bis zum 28. Oktober 2013 befristet (vgl. act. G 9/10/4+5; zur unbestritten
gebliebenen Berechnung der Befristung vgl. act. G 9/10/5). Ist der schweizerische
Führerausweis an eine Probezeit zu knüpfen, gelten die Weiterbildungspflichten nach
der Regelung von Art. 15a Abs. 2 des Strassenverkehrsgesetzes (SR 741.01,
abgekürzt: SVG). Diese Regelung macht keinerlei Einschränkungen oder Ausnahmen
für den hier streitigen Fall des Umtausches eines EU-Führerausweises in einen CH-
Ausweis. Daran ändern die weiteren, für Inhaber ausländischer Führerausweise
geltenden Voraussetzungen nach Art. 44 VZV nichts (vgl. zum Ganzen Weissenberger,
a.a.O., Art. 15a Rz. 10 mit Hinweisen und Rz. 14). Der unbefristete Führerausweis wird
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ausgestellt, sofern der Antragssteller die Weiterausbildung für Inhaber eines
Führerausweises auf Probe gemäss Art. 27a-g VZV besucht hat (Art. 15b Abs. 2 SVG;
Weissenberger, a.a.O., Art. 15b Rz. 4 und 5).
2.4.3.
Unbestritten wurde dem Beschwerdeführer der Führerausweis auf Probe mit einem
standardisierten Schreiben des Beschwerdegegners zugestellt (act. G 9/10/6). Dieses
enthielt den Hinweis, dass während der Probezeit die obligatorische Weiterausbildung
zu absolvieren sei. Werde die Weiterausbildung während der Probezeit nicht besucht,
verliere der Inhaber des Führerausweises grundsätzlich sämtliche im Ausweis
eingetragenen Fahrberechtigungen und müsse ein neues Gesuch um einen
Lernfahrausweis einreichen sowie die ordentliche Führerprüfung (Theorie- und
praktische Führerprüfung) bestehen. Schliesslich wurde darauf hingewiesen, dass die
Absolvierung der Kurse innerhalb der Probezeit in der Verantwortung des Betroffenen
liege und vom Beschwerdegegner kein Erinnerungsschreiben ergehe (vgl. act. G
9/10/6). Nachdem der Beschwerdeführer die für die Ausstellung eines unbefristeten
Führerausweises nötigen Weiterausbildungskurse unbestritten nicht besuchte, lässt
sich der Schluss der Vorinstanz, wonach die Ausstellung eines unbefristeten
schweizerischen Führerausweises vom Beschwerdegegner zu Recht verweigert
worden sei, nicht beanstanden. Insbesondere trifft ihr Hinweis zu, dass eine
ungerechtfertigte Besserstellung gegenüber inländischen Neulenkern (mit Erwerb des
Fahrausweises in der Schweiz) resultieren würde, wenn ein Neulenker aus dem
Ausland keine Weiterausbildungskurse besuchen müsste (act. G 2 S. 6). Der
Beschwerdeführer wurde somit gleich behandelt wie ein Neulenker, der die
Fahrberechtigung in der Schweiz erworben hat.
2.4.4.
Der Beschwerdeführer verweist auf Art. 1 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 7 Abs. 1 lit. b,
Art. 8 Abs. 5 und Art. 9 der Richtlinie 91/439/EWG, wonach ein im EU-Ausland
ausgestellter Führerausweis in der Schweiz ohne jede Formalität anzuerkennen sei;
dies gelte auch dann, wenn der Führerscheininhaber dort im Zeitpunkt des Erwerbs
des Führerscheins nicht seinen Wohnsitz gehabt habe (act. G 1 S. 6). Dazu ist vorweg
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festzuhalten, dass die Richtlinie 2006/126/EG als Neufassung die Richtlinie 91/439/
EWG ersetzte. Sie trat am 19. Januar 2007 in Kraft. Die darin enthaltenen Vorschriften
mussten bis zum 19. Januar 2011 in nationales Recht umgesetzt und bis spätestens
19. Januar 2013 angewendet werden. Die Frage, ob - und wenn ja, ab wann - diese
Anwendbarkeitsverpflichtung auch für die Schweiz gegeben war, kann - wie sich
nachstehend ergeben wird - offenbleiben. Sowohl gemäss Art. 7 Abs. 4 der Richtlinie
91/439/EWG als auch Art. 11 Abs. 2 der Richtlinie 2006/126/EG kann der Mitgliedstaat
des ordentlichen Wohnsitzes vorbehältlich der Einhaltung des straf- und
polizeirechtlichen Territorialitätsgrundsatzes auf den Inhaber eines von einem anderen
Mitgliedstaat ausgestellten Führerscheins seine innerstaatlichen Vorschriften über
Einschränkung, Aussetzung, Entzug oder Aufhebung der Fahrerlaubnis anwenden.
Indem dem Beschwerdeführer der CH-Führerausweis in Anwendung von Art. 44a Abs.
2 VZV auf Probe ausgestellt und die Ausstellung eines unbefristeten Führerscheins an
die Bedingung der fristgerechten Absolvierung von zwei Kurstagen geknüpft wurde,
kam eine auch gemäss der erwähnten Richtlinienbestimmung zulässige innerstaatliche
(zeitlich befristete) Einschränkung der Gültigkeit der Fahrerlaubnis zur Anwendung.
Nichts anderes lässt sich auch dem vom Beschwerdeführer (act. G 1 S. 7) zitierten
EUGH-Entscheid vom 29. April 2004 entnehmen. Dort war es um die Frage gegangen,
ob ein Mitgliedstaat einem von einem anderen Mitgliedstaat ausgestellten
Führerausweis die Anerkennung einzig deshalb versagen darf, weil der
Führerscheininhaber zum Zeitpunkt der Ausstellung des Führerscheins seinen
ordentlichen Wohnsitz nicht im Hoheitsgebiet des ausstellenden Mitgliedstaates
gehabt hatte. Der EUGH verneinte diese Frage und hielt im Weiteren fest, dass ein
Mitgliedstaat die Anerkennung der Gültigkeit des in einem anderen Mitgliedstaat
ausgestellten Führerscheins nicht deshalb ablehnen darf, weil im Hoheitsgebiet des
erstgenannten Mitgliedstaats auf den Inhaber des Führerscheins eine Massnahme des
Entzugs der Fahrerlaubnis angewendet wurde, wenn die zusammen mit der
Massnahme angeordnete Sperrfrist für die Neubeurteilung der Fahrerlaubnis in diesem
Mitgliedstaat abgelaufen war, bevor der Führerschein vom anderen Mitgliedstaat
ausgestellt wurde (EUGH C 476/01, HRRS 2004 Nr. 691). Diese Gegebenheiten sind
mit dem hier streitigen Sachverhalt nicht vergleichbar. Gemäss diesem war - was
allseits unbestritten blieb - zu Recht vorerst ein Führerausweis auf Probe ausgestellt
worden, da der Beschwerdeführer als „Neulenker“ damals erst seit ein paar Monaten
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im Besitz der portugiesischen Fahrerlaubnis war. Für die Ausstellung eines
unbefristeten Ausweises hätten vom Beschwerdeführer somit auch die vom
schweizerischen Recht hierfür aufgestellten Voraussetzungen erfüllt werden müssen.
Der vorinstanzliche Entscheid lässt sich auch von daher nicht beanstanden.
3. (...).