Decision ID: a54e794b-589a-5a38-8032-08fe21d57f50
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
a. Dr. iur. A.Y. fertigte ihre Dissertation an der Universität St. Gallen an. Im Anschluss
an ihre Disputation wurde sie am 26. April 2011 vor die Wahl gestellt, die Arbeit
unverändert einzureichen (Bewertung mit der Note 4.5) oder noch Anpassungen
vorzunehmen (Bewertung mit der Note 5.0). Nachdem sie sich für Ersteres entschieden
hatte, stellte ihr die Universität gegen Bezahlung einer Gebühr von Fr. 260.- die
Ausstellung einer Urkunde in Aussicht. Auf der in der Folge anlässlich der Diplomfeier
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vom 19. September 2011 überreichten Urkunde war das Prädikat „befriedigend“
vermerkt. Von Seiten des Generalsekretariats der Universität wurde ihr mitgeteilt, dass
praxisgemäss alle Urkunden, welche noch nicht der Promotionsordnung für das
Doktorat der Universität St. Gallen vom 11. Dezember 2006 (PromO 07) unterstünden,
ein Prädikat enthielten und dass sie die Urkunde zurückgeben könne. Eine neue
Urkunde ohne Prädikat könne nicht ausgestellt werden. Mit Verfügung vom 1.
Dezember 2011 lehnte der Studiensekretär der Universität den Antrag von A.Y., eine
Urkunde zu erhalten, welche das Prädikat nicht ausweise, gestützt auf Art. 23 Abs. 4
der Promotionsordnung für das Doktorat der Universität St. Gallen vom 16. Mai 1994
(PromO 94) ab. Ein Übertritt in die Nachfolgepromotionsordnung (PromO 07) sei nicht
erfolgt (act. G 9/7a/2).
b. Den gegen diese Verfügung durch A.Y. am 23. Dezember 2011 erhobenen Rekurs
wies die Rekurskommission der Universität St. Gallen (Rekurskommission) mit
Entscheid vom 15. Februar 2012 (der Post übergeben am 5. März 2013; act. G 9/1a/1)
ab. Der Universitätsrat bestätigte am 19./20. Juni 2014 den Entscheid der
Rekurskommission und wies den dagegen erhobenen Rekurs ab (act. G 2).
B.
a. Gegen diesen Rekursentscheid erhob A.Y. mit Eingabe vom 26. August 2014
Beschwerde mit den Rechtsbegehren, der Entscheid sei aufzuheben (Ziff. 1), und die
Universität sei anzuweisen, ihr auf Kosten der Universität eine neue Doktorurkunde
(immer noch bezugnehmend auf die Diplomfeier vom 19. September 2011) ohne
Erwähnung des erlangten Prädikats auszustellen (Ziff. 2). Eventualiter sei die Universität
anzuweisen, der Beschwerdeführerin auf ihre (eigenen) Kosten eine neue
Doktorurkunde ohne Erwähnung des erlangten Prädikats auszustellen, alles unter
Kosten- und Entschädigungsfolgen (Ziff. 3; act. G 1).
b. Die Vorinstanz beantragte in der Vernehmlassung vom 7. Oktober 2014 Abweisung
der Beschwerde, unter Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdeführerin. Zur
Begründung verwies sie auf den angefochtenen Entscheid (act. G 8).
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c. Auf die Ausführungen in der Beschwerde wird, soweit für den Entscheid wesentlich,
in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis
Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1; VRP). Die
Beschwerdeführerin ist zur Beschwerde legitimiert (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45
Abs. 1 VRP), und die Beschwerdeeingabe vom 25. August 2014 erfüllt die gesetzlichen
Anforderungen in zeitlicher, sachlicher und inhaltlicher Hinsicht (Art. 64 in Verbindung
mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist grundsätzlich
einzutreten. Nicht einzutreten ist auf die Darlegungen der Beschwerdeführerin (act. G 1
B.2.) insofern, als lediglich auf Vorbringen im vorinstanzlichen Verfahren verwiesen wird
(vgl. VerwGE B 2012/1 vom 12. Juni 2013, E. 1.3 mit Hinweisen, www.gerichte.sg.ch).
Nachdem sie es jedoch nicht bei der Wiederholung ihrer Vorbringen vor den
Vorinstanzen bewenden lässt, sondern sich daneben auch mit den Feststellungen im
angefochtenen Entscheid im Einzelnen befasst, lässt sich ihre Begründung insgesamt
nicht als unzureichend beanstanden. Ein Anlass für eine Nachfristansetzung zur
Nachbesserung der Beschwerde (act. G 1 B.2.) lag daher nicht vor. Inwiefern die von
ihr gestellten Beschwerdeanträge auch als materiell begründet gelten können, ist
nachstehend zu prüfen.
2.
2.1. Im Zeitpunkt, in welchem die Beschwerdeführerin ihr Doktorandenstudium
aufnahm, stand die PromO 94 in Kraft. Nach Art. 23 Abs. 4 PromO 94 werden aufgrund
der verfügten Noten Prädikate verliehen. Art. 28 PromO 94 legt den Inhalt der
Doktorurkunde dahingehend fest, dass diese mit dem Siegel der Universität, der
Unterschrift des Rektors und des Sekretärs des Senats versehen sein muss. Sodann
führt er die Sprachen auf, in welchen die Urkunde abgefasst werden kann (Deutsch; auf
Wunsch Französisch, Italienisch, Englisch). Das Prädikat wird als Bestandteil der
Urkunde nicht explizit erwähnt. - Streitig ist vorliegend die Interpretation von Art. 28
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PromO 94 bzw. die Frage, ob die Universität gestützt auf diese Bestimmung zu Recht
das Prädikat „befriedigend“ auf der Doktorurkunde der Beschwerdeführerin anbrachte.
Die Universität St. Gallen ist eine öffentlich-rechtliche Anstalt mit eigener
Rechtspersönlichkeit und mit dem Recht der Selbstverwaltung (vgl. Art. 1 Abs. 2 des
Universitätsgesetzes, sGS 217.11; UG). Der Benützer einer öffentlich-rechtlichen
Anstalt tritt in ein besonderes Rechtsverhältnis zum Gemeinwesen. Soweit es sich zur
Wahrung des Anstaltszwecks als nötig erweist, ist die Anstaltsleitung allenfalls auch
ohne ausdrückliche formell-gesetzliche Grundlage zur Normierung der Anstaltsordnung
befugt. Dies betrifft etwa die Disziplinarordnung und die Organisation der Kurse und
der Examina. Davon ausgenommen sind lediglich wichtige, einschneidende Fragen, so
etwa die Einführung eines Numerus clausus (BGE 121 I 22 E. 4a). Nach dem Gesagten
ist die Universität St. Gallen als selbständige öffentlich-rechtliche Anstalt ohne weiteres
befugt, die Modalitäten im Zusammenhang mit der Ausstellung von Doktorurkunden zu
regeln. Die rechtlichen Grundlagen im Doktorandenstudium an der Universität
St. Gallen sind auf deren Homepage näher umschrieben (http://www.unisg.ch/de/
studium/doktorat/allgemeineinformationen). Die Publikation hat in einer für den
Adressatenkreis angemessenen Art und Weise zu erfolgen (vgl. VerwGE B 2013/152
vom 21. Oktober 2014, E. 3.3.2; www.gerichte.sg.ch).
2.2. Das Legalitätsprinzip gilt auch im Rahmen eines Sonderstatusverhältnisses
(vgl. BGE 129 I 74 E. 4.1 mit Hinweisen). Die genügende Bestimmtheit einer Norm bzw.
die Voraussehbarkeit von Rechtsfolgen ist Ausfluss des Rechtssicherheitsgebots (vgl.
zu diesen Grundsätzen allgemein Imboden/Rhinow, Schweizerische
Verwaltungsrechtsprechung, Bd. I, 5. Aufl. 1976, Nr. 59 B.II.i; Rhinow/Krähenmann,
Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung, Ergänzungsband, Basel 1990, Nr. 20
B.X.d). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts (sowie des Europäischen
Gerichtshofs für Menschenrechte) darf das Gebot der Bestimmtheit rechtlicher Normen
nicht in absoluter Weise verstanden werden. Der Gesetzgeber kann nicht darauf
verzichten, allgemeine und mehr oder minder vage Begriffe zu verwenden, deren
Auslegung und Anwendung der Praxis überlassen werden muss. Der Grad der
erforderlichen Bestimmtheit lässt sich nicht abstrakt festlegen. Er hängt unter anderem
von der Vielfalt der zu ordnenden Sachverhalte, von der Komplexität und der
Vorhersehbarkeit der im Einzelfall erforderlichen Entscheidung, von den
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Normadressaten, von der Schwere des Eingriffs in Verfassungsrechte und von der erst
bei der Konkretisierung im Einzelfall möglichen und sachgerechten Entscheidung ab
(vgl. BGE 138 I 378 E. 7.2, 132 I 49 E. 6.2). Unbestimmte Regelungen können
insbesondere dann genügen, wenn ein Rechtsverhältnis zur Diskussion steht, welches
die Betroffenen freiwillig eingegangen sind oder bei dem die Rechte und Pflichten
zwischen Staat und Privaten frei ausgehandelt werden können. Schliesslich kann dem
Bedürfnis nach Rechtsgleichheit auch durch eine gleichmässige und den besonderen
Umständen Rechnung tragende Behördenpraxis entsprochen werden (BGE 123 I 1 E.
4b mit Hinweisen).
2.3. Ausgangspunkt jeder Auslegung bildet der Wortlaut der Bestimmung. Ist der
Text nicht ganz klar und sind verschiedene Interpretationen möglich, so muss nach
seiner wahren Tragweite gesucht werden, unter Berücksichtigung aller
Auslegungselemente. Abzustellen ist dabei namentlich auf die Entstehungsgeschichte
der Norm und ihren Zweck, auf die dem Text zu Grunde liegenden Wertungen sowie
auf die Bedeutung, die der Norm im Kontext mit anderen Bestimmungen zukommt.
Das Bundesgericht hat sich bei der Auslegung von Erlassen stets von einem
Methodenpluralismus leiten lassen und nur dann allein auf das grammatische Element
abgestellt, wenn sich daraus zweifelsfrei die sachlich richtige Lösung ergab (BGE 133 V
9 E. 3.1 S. 10; 132 III 707 E. 2 S. 710).
Eine echte Gesetzeslücke liegt nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts vor,
wenn der Gesetzgeber etwas zu regeln unterlassen hat, was er hätte regeln sollen, und
dem Gesetz diesbezüglich weder nach seinem Wortlaut noch nach dem durch
Auslegung zu ermittelnden Inhalt eine Vorschrift entnommen werden kann. Von einer
unechten oder rechtspolitischen Lücke ist demgegenüber die Rede, wenn dem Gesetz
zwar eine Antwort, aber keine befriedigende zu entnehmen ist. Echte Lücken zu füllen,
ist dem Richter aufgegeben; unechte zu korrigieren, ist ihm nach traditioneller
Auffassung grundsätzlich verwehrt, es sei denn, die Berufung auf den als massgeblich
erachteten Wortsinn der Norm stelle einen Rechtsmissbrauch dar (BGE 136 III 96 E. 3.3
mit Hinweisen; BGer 6B_17/2010 vom 6. Juli 2010).
Soweit eine Lücke nicht schon durch Gewohnheitsrecht (vgl. dazu BGE 105 Ia 80 E.
5b; BGE 103 Ia 369 E. 4c; BGE 125 I 173 E. 9e) geschlossen ist, kann sie die
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rechtsanwendende Behörde in freier Rechtsfindung schliessen. Sie hat dabei von den
dem Erlass zugrunde liegenden Wertungen und Zielsetzungen auszugehen. Das
Verfahren bei der Lückenfüllung steht damit der teleologischen Auslegung sehr nahe
(Häfelin/Haller/Keller, Schweizerisches Bundesstaatsrecht, 8. Aufl. 2012, Rz. 147).
Mithin hat das Gericht bei Fehlen einer ausdrücklichen Regelung - und soweit kein
Gewohnheitsrecht vorliegt - nach der Regel zu entscheiden, die es als Gesetzgeber
aufstellen würde (Art. 1 Abs. 2 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, ZGB, SR 210).
Es kann zur Schliessung der (echten) Lücke auch auf Regelungen greifen, die sich
analog anwenden lassen. Der Analogieschluss setzt allerdings hinreichend
gleichgelagerte Verhältnisse voraus (BGE 132 V 32 E. 6.5.2; BGE 130 V 71 E. 3.2.1; 129
V 345 E. 4.1).
2.4. Im angefochtenen Entscheid kam die Vorinstanz zum Schluss, dass die
grammatikalische Auslegung von Art. 28 PromO 94 das Vorliegen einer nicht
abschliessenden Aufzählung ergebe. Auch die teleologische Auslegung führe zu
keinem anderen Ergebnis, da es nicht Zweck der Norm sein könne, eine - vom Siegel
und zwei Unterschriften abgesehen - leere Urkunde vorzuschreiben. Aus diesem Grund
sei davon auszugehen, dass der Universitätsrat die Aufzählung in dieser Bestimmung
als nicht abschliessend erachte bzw. kein qualifiziertes Schweigen vorliege. Der
Universitätsrat habe die Regelung bewusst offen gehalten, um es der
Universitätsverwaltung zu überlassen, zur Ausgestaltung der Urkunde in
pflichtgemässer Ermessensausübung eine konstante Praxis zu entwickeln. Dadurch
werde nicht automatisch Gewohnheitsrecht gebildet. Gerade die Tatsache, dass die
Beschwerdeführerin die Praxis nicht gekannt habe, schliesse die Bildung von
Gewohnheitsrecht aus (fehlende Rechtsüberzeugung). Auch wären die zeitlichen
Voraussetzungen für die Entstehung von Gewohnheitsrecht in Frage gestellt, da auch
eine lange Praxis der Verwaltung noch nicht den hohen Anforderungen an eine
langdauernde Rechtsübung und -überzeugung zu genügen vermöge. Wie im Übrigen
der von der Universitätsverwaltung getätigte Vergleich mit den Promotionsordnungen
der Rechtswissenschaftlichen Fakultäten der Universitäten Basel, Zürich und
Neuenburg zeige, würden die dortigen Doktorurkunden ebenfalls ein Prädikat
ausweisen. Rechtsvergleichend zeige sich somit, dass die konstante Praxis der
Universitätsverwaltung, Doktorurkunden mit einem Prädikat zu versehen, gängig sei
(act. G 2 S. 17).
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Sodann habe die Beschwerdeführerin nicht darauf vertrauen dürfen, dass die
Doktorurkunde - gleich wie die Lizentiatsurkunde - kein Prädikat enthalten werde. Der
Umstand, dass die seinerzeit erworbene Lizentiatsurkunde kein Prädikat enthalten
habe, könne nicht als Vertrauensgrundlage für die entsprechende Ausstellung der
Doktorurkunde herangezogen werden. Das Doktoratsstudium sei auf den Erwerb von
wissenschaftlichen Kompetenzen ausgerichtet; dies im Unterschied zum Lizentiat,
welches auf den Erwerb von Berufskompetenzen ausgerichtet sei. Ähnliche
Formulierungen in den gesetzlichen Bestimmungen über zwei verschiedene
Studiengänge könnten nicht als individuell-konkrete und hinreichend bestimmte
Auskunft gelten. Die Frage, ob der Beschwerdeführerin (im Fall der Bejahung einer
Vertrauensgrundlage) das berechtigte Vertrauen abzusprechen wäre, da sie als Juristin
die einschlägigen Bestimmungen hätte kennen sollen, könne damit offen bleiben (act.
G 2 S. 18). Im Weiteren legte die Vorinstanz dar, es hänge von der anwendbaren
Studienordnung ab, ob Doktoranden mit der Note 4.5 ein Diplom mit oder ohne
Prädikat erhalten würden. Ein Wechsel in die neue Ordnung bedinge einen Antrag, der
bewilligt werde, sofern die in der Übertrittsordnung aufgeführten Voraussetzungen
erfüllt seien. Die Beschwerdeführerin habe keinen Antrag gestellt und somit in der alten
Ordnung (PromO 94) abgeschlossen. Auf der Urkunde sei somit zu Recht das Prädikat
„befriedigend“ vermerkt worden. Darin sei kein stossender Widerspruch gegen den
Gerechtigkeitsgedanken bzw. eine Verletzung des Willkürverbots (Art. 9 der
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft, BV, SR 101; BGE 135 V 2
E. 1.3 mit Hinweisen) zu erblicken. Auch sei ein überspitzter Formalismus (Art. 29 Abs.
1 BV; BGE 135 I 6 E. 2.1) nicht gegeben, indem die Universitätsverwaltung in
pflichtgemässer Ausübung ihres Ermessens eine konstante Praxis zu Art. 28 PromO 94
entwickelt habe und sie auch im Fall der Beschwerdeführerin auf der rechtsgleichen
Anwendung ebendieser Praxis bestehe (act. G 2 S. 20 f.).
Im Weiteren führte die Vorinstanz aus, die Nennung des Prädikats auf der
Doktorurkunde erweise sich bereits mit Blick auf das Recht auf informationelle
Selbstbestimmung (Art. 11 Datenschutzgesetz [DSG; sGS 142.1]; Art. 13 Abs. 2 BV;
Brunner, Persönlichkeitsschutz der behördlichen Information der Öffentlichkeit von
Amtes wegen: Ein Leitfaden, in: ZBl 11/2010, S. 595 ff.) als unbedenklich, da sich die
Urkunde im Besitz der Beschwerdeführerin befinde und somit nicht ohne ihr Zutun an
die Öffentlichkeit gelangen könne. Inwiefern vor diesem Hintergrund die Persönlichkeit
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der Beschwerdeführerin durch den Umstand verletzt sein solle, dass sie eine Urkunde
mit einem Prädikat erhalte, das Auskunft über ihre tatsächliche Leistung gebe, sei nicht
nachvollziehbar (act. G 2 S. 21).
Die Beschwerdeführerin könne sich schliesslich nicht zu Recht auf einen Irrtum (Art. 23
und 24 Abs. 1 Ziff. 4 des Schweizerischen Obligationenrechts, OR, SR 220; BGE 98 V
258 m.H.) berufen. Ihre Erklärung, die Note 4.5 zu akzeptieren, sei nicht
mängelbehaftet gewesen. Vielmehr habe sie dem Erklärungswillen zum
Erklärungszeitpunkt entsprochen. Ein Erklärungsirrtum (Art. 23 OR) sei daher nicht
gegeben. Ein Motivirrtum wäre nur dann wesentlich, wenn die Tatsache, dass die
Urkunde ein Prädikat enthalten werde, von der Beschwerdeführerin nach Treu und
Glauben im Geschäftsverkehr als notwendige Grundlage der Erklärung habe betrachtet
werden dürfen, mithin objektiv wesentlich sei. Der konkrete Sachverhalt sei für die
Willensbildung subjektiv wesentlich gewesen. Die Beschwerdeführerin habe jedoch der
Universitätsverwaltung zu keinem Zeitpunkt zu erkennen gegeben, dass das Prädikat
auf der Urkunde für sie von grundlegender Bedeutung sei. Damit könne es nicht
angehen, der Beschwerdeführerin zu erlauben, auf ihre Entscheidung
zurückzukommen. Dass die Urkunde das Prädikat nicht ausweise, sei auch nicht
objektiv wesentliche Voraussetzung für den Verzicht auf eine Nachbearbeitung der
Dissertation. Mit dem Verzicht auf eine Nachbearbeitung sei vom Einverständnis der
Doktorierenden mit der Note, dem Prädikat und dessen Wiedergabe auf der
Doktorurkunde auszugehen. Zudem habe die Beschwerdeführerin den Irrtum selbst zu
verantworten. Sie könne sich daher nicht auf einen Grundlagenirrtum berufen (act. G 2
S. 22).
2.5. Die Beschwerdeführerin bestätigt ihren schon im vorinstanzlichen Verfahren
eingenommenen Standpunkt, wonach bereits auf ihrer Lizentiatsurkunde weder
Prädikat noch Note vermerkt seien und Art. 33 der damals relevanten Prüfungsordnung
vom 24. Februar 1997 sich in ähnlicher Weise wie Art. 28 PromO 94 über den Inhalt
des Diploms geäussert habe. Wo hier der Unterschied für die Nennung von Note und
Prädikat bestehen solle, sei nicht ersichtlich. Entsprechend habe sie nach Treu und
Glauben davon ausgehen dürfen, dass auf der Doktorurkunde weder Note noch
Prädikat vermerkt sein würden. Es gehe nicht darum, ob die Aufzählung in Art. 28
PromO 94 abschliessend sei oder nicht; entscheidend sei die Unterscheidung
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zwischen wichtigen und unwichtigen Inhalten. Werde dem Legalitätsprinzip gefolgt, so
müssten wesentliche Inhalte wie die Nennung des Prädikats Bestandteil der
Aufzählung sein. Würde der Argumentation der Vorinstanz gefolgt, so wäre der
Adressat der PromO der Willkür der Verwaltungsbehörden ausgeliefert, indem diese
frei und von Jahr zu Jahr unterschiedlich über den Inhalt der Doktorurkunde
entscheiden könnten. Dies könne nicht der Wille des Erlassgebers gewesen sein (act.
G 1 D.1.). Aus keiner gesetzlichen Grundlage gehe hervor, dass auf der Doktorurkunde
das Prädikat vermerkt werde. Andere Universitäten würden ihren Absolventen
immerhin den Gefallen machen, das Prädikat in lateinischer Sprache auszuweisen. Die
Universität habe in dieser Frage überspitzt formalistisch gehandelt. Es wäre ihr ohne
Weiteres möglich gewesen, ihr in dieser Frage entgegen zu kommen, indem sie
anerkenne, dass die Studienordnung keinen Vermerk des Prädikats in der
Doktorurkunde vorsehe. Sie habe keine (andere) Möglichkeit, sich mit einem Dokument
als Doktorin der Rechtswissenschaft auszuweisen als mit den offiziellen Urkunden der
Universität - auf beiden sei das Prädikat „befriedigend“ vermerkt. Dass dies für sie
nicht befriedigend sei, liege auf der Hand. Ihr Leben lang werde sie sich als Doktorin
der Rechtswissenschaft mit dem erwähnten Prädikat bewerben müssen. Dies
widerspreche dem Grundsatz des Persönlichkeitsschutzes, welcher sich insbesondere
auch auf den Schutz der Privatsphäre beziehe. Wenn die Vorinstanz in Bezug auf den
geltend gemachten Irrtum ausführe, die Universitätsverwaltung habe (mangels eines
entsprechenden Hinweises der Beschwerdeführerin) nicht erkennen können, dass das
Prädikat auf der Urkunde für sie von grundlegender Bedeutung sei, irre sie. Dieser
Punkt sei objektiv wesentlich. Jedem neutralen Beobachter erschliesse sich, dass kein
Absolvent im Besitz einer zu Präsentationszwecken gedachten Urkunde sein wolle,
welche das Prädikat „befriedigend“ ausweise. Erst recht könne ihr nicht vorgeworfen
werden, für den Irrtum verantwortlich zu sein (act. G 1).
3.
3.1. Der Universitätsrat verfügte im vorinstanzlichen Rekursverfahren über eine
volle Kognition, indem er den angefochtenen Entscheid sowohl auf seine
Rechtmässigkeit, einschliesslich richtiger und vollständiger Sachverhaltsfeststellung,
als auch auf seine Angemessenheit überprüfen konnte (vgl. Art. 46 Abs. 1 VRP). Die
Kognition des Verwaltungsgerichts ist demgegenüber auf Rechtsverletzungen
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beschränkt; die beschwerdeführende Person kann sich sodann auch darauf berufen,
die angefochtene Verfügung oder der angefochtene Entscheid beruhe auf einem
unrichtig oder unvollständig festgestellten Sachverhalt (Art. 61 VRP). Liegt ein
vorinstanzlicher Entscheid innerhalb des Ermessensspielraums bzw. wurden die
Verfassungsprinzipien sowie der Sinn und Zweck der gesetzlichen Ordnung beachtet,
liegt keine Rechtsverletzung vor, selbst wenn das Ermessen unzweckmässig
gehandhabt worden wäre. Anders verhält es sich nur bei einem qualifizierten
Ermessensfehler, wenn die Verwaltungsbehörde das Ermessen missbraucht bzw. über-
oder unterschritten hat. Dies ist der Fall, wenn Ermessen ausgeübt wird, wo der
Rechtssatz keines einräumt bzw. wo die Behörde auf die Ermessensausübung
verzichtet, obschon ihr eine solche Betätigung gestattet ist. Beim
Ermessensmissbrauch hält sich die Behörde formell zwar an den
Entscheidungsspielraum, den ihr der Rechtssatz einräumt. Der Entscheid ist aber nicht
bloss unzweckmässig oder unangemessen, sondern schlicht unhaltbar; er steht im
Widerspruch zu Verfassungsprinzipien oder zu Sinn und Zweck des Gesetzes. Solche
Entscheide müssen vom Verwaltungsgericht aufgehoben werden (Häfelin/Müller/
Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, Zürich, 6. Aufl. 2010, Rz. 460 ff.; Cavelti/
Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen - dargestellt an den Verfahren
vor dem Verwaltungsgericht, 2. Aufl. 2003, Rz. 740).
3.2.
3.2.1. Gemäss Feststellung in der Verfügung vom 1. Dezember 2011 wird nach
Absolvierung des Doktorstudiums in Ermangelung einer Mehrzahl an geprüften Fächern
kein weiteres Zeugnis als die Doktorurkunde ausgestellt (act. G 9/7a/2). Der Vermerk
des in Art. 23 Abs. 4 PromO 94 geregelten Prädikats auf der Doktorurkunde (Art. 28
PromO 94) hat in diesem Sinn nicht nur repräsentativen Charakter. Zur Feststellung der
Beschwerdeführerin, wonach - ausgehend von der Argumentation der Vorinstanz - der
Adressat der PromO 94 der Willkür der Verwaltungsbehörden ausgeliefert wäre, indem
diese frei und von Jahr zu Jahr unterschiedlich über den Inhalt der Doktorurkunde
entscheiden könnten (act. G 1 D.1.), ist festzuhalten, dass Praxisänderungen
hinsichtlich des Urkundeninhalts im Geltungsbereich derselben Promotionsordnung
vorliegend gerade nicht zur Diskussion stehen. Die Universitätsverwaltung beruft sich
zur Begründung ihres Standpunktes vielmehr auf die rechtsgleiche Anwendung ihrer
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Praxis und schaltet bezüglich der Einhaltung dieser Praxis - wie sie es formuliert - auf
„stur“ (vgl. act. G 9/7a/19 S. 3 f.). Nicht vorgesehen ist entgegen dem diesbezüglichen
Vorbringen der Beschwerdeführerin auch der Vermerk von „beliebigen“ Inhalten auf der
Urkunde, so zum Beispiel eine schriftliche Kurzbeurteilung der Dissertation durch den
Referenten oder ähnliches (act. G 1 D.3.); damit muss der Absolvent auch nicht
rechnen.
3.2.2. Indem die Vorinstanz den Vermerk des Prädikats auf der Doktorurkunde damit
begründet, dass das Doktoratsstudium (im Unterschied zum Lizentiat/Master) auf den
Erwerb von wissenschaftlichen Kompetenzen ausgerichtet sei und ähnliche
Formulierungen in den gesetzlichen Bestimmungen über zwei verschiedene
Studiengänge nicht als individuell-konkrete und hinreichend bestimmte Auskunft gelten
könnten, nahm sie eine Wertung im Rahmen des ihr zustehenden Ermessens vor,
welche nicht als Ermessensüberschreitung taxiert werden kann. Insbesondere macht
die Tatsache, dass beide Urkunden von derselben Institution stammen und beide
Studiengänge aufeinander aufbauen (act. G 1 D.3.), eine unterschiedliche Praxis
hinsichtlich des Vermerks von Prädikaten auf der jeweiligen Urkunde noch nicht
rechtsfehlerhaft. Die vorinstanzliche Schlussfolgerung, dass die Nennung des Prädikats
auf der Doktorurkunde sich mit Blick auf das Recht auf informationelle
Selbstbestimmung als unbedenklich erweise, da sich die Urkunde im Besitz der
Beschwerdeführerin befinde und somit nicht ohne ihr Zutun an die Öffentlichkeit
gelangen könne, führt insofern nicht zu einer Persönlichkeitsverletzung der
Beschwerdeführerin, als die Urkunde über die erzielte Leistung zutreffend und mit
sachlicher Formulierung Auskunft gibt. Wenn die Beschwerdeführerin die Wahl hat,
sich entweder als „befriedigende“ Doktorin zu präsentieren oder gänzlich darauf zu
verzichten (act. G 1 D.7.), so ist nicht ersichtlich, inwiefern aus dieser Wahlfreiheit eine
Persönlichkeitsverletzung resultieren sollte. Die Verwendung von lateinischen
Prädikaten ist in Art. 23 Abs. 4 PromO 94 nicht vorgesehen, weshalb diese Möglichkeit
als „mildere“ Massnahme (im Sinn des Verhältnismässigkeitsgrundsatzes) nicht zur
Verfügung stand.
3.2.3. Wenn die Beschwerdeführerin im Weiteren einwendet, dass ein
Entgegengekommen der Universität in der streitigen Frage durchaus möglich gewesen
wäre (act. G 1 D.6), so dürfte dies zutreffen, zumal es sich bei der PromO 94 bereits im
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Zeitpunkt der ablehnenden Verwaltungsverfügung um ein „Auslaufmodell“ (vgl. dazu
auch nachstehende E. 3.4.1) handelte, welche (wenn überhaupt) nur noch wenige
Doktoranden tangiert haben dürfte. Nur fehlt der angerufenen Beschwerdeinstanz -
nachdem diesbezüglich eine rechtsfehlerhafte Ermessensausübung der Vorinstanzen
nicht ersichtlich ist - die rechtliche Handhabe, das Weglassen des Prädikatsvermerks
auf der Urkunde vorzuschreiben.
3.2.4. Die Beschwerdeführerin bestätigt implizit ihren Standpunkt, dass sie die
Erklärung, die Note 4.5 zu akzeptieren (und auf eine Nachbesserung zu verzichten),
nicht abgegeben hätte, wenn sie gewusst hätte, dass das entsprechende Prädikat auf
der Urkunde ausgewiesen werde (act. G 1 D.8). Die Erheblichkeit von Willensmängeln
im Verwaltungsrecht ergibt sich aus einem allgemeinen Rechtsgrundsatz. Regelmässig
ist der Willensmangel aber nur dann zu beachten, wenn der zugrunde liegende Irrtum
nicht von der Person, an die sich der beanstandete Verwaltungsakt richtet, verschuldet
worden ist (vgl. BGE 98 V 255 E. 2). Wesentlich ist ein Irrtum (Art. 23 OR) namentlich,
wenn er einen bestimmten Sachverhalt betraf, der vom Irrenden nach Treu und
Glauben im Geschäftsverkehr als eine notwendige Grundlage der Erklärung betrachtet
wurde (Art. 24 Abs. 1 Ziff. 4 OR). Neben der subjektiven Wesentlichkeit ist erforderlich,
dass der zu Grunde gelegte Sachverhalt auch objektiv als notwendige Grundlage der
Erklärung erscheint (vgl. BGE 136 III 528 E. 3.4.1 m.H. [Vertragsrecht]). - Konkret war
für die Universitätsverwaltung nicht erkennbar, dass für die Beschwerdeführerin die
Frage des Vermerks des Prädikats auf der Urkunde (bzw. ihre Annahme, dass kein
Prädikat auf der Urkunde erscheinen werde) für die Abgabe der Erklärung, auf eine
Nachbearbeitung zu verzichten, subjektiv wesentlich war (vgl. Ingeborg Schwenzer, in:
Basler Kommentar, Obligationenrecht I, 5. Aufl., Rz. 23 zu Art. 24 OR). Für die
Universitätsverwaltung war m.a.W. nicht ersichtlich, welches von mehreren denkbaren
Motiven - Zeitbedarf für die Nachbearbeitung, fehlendes inneres Bedürfnis zur
Präsentation der erzielten Note gegenüber aussenstehenden Personen, Annahme der
Nichtverurkundung der Note - die Beschwerdeführerin veranlasste, auf eine
Nachbesserung und damit auf eine in Aussicht stehende Notenaufbesserung auf 5.0 zu
verzichten. Damit fehlt es an einer Voraussetzung für die Berufung auf einen
Willensmangel, und es lässt sich dementsprechend nicht beanstanden, dass die
Vorinstanz das Vorliegen eines Grundlagenirrtums verneinte. Die weiteren Fragen, ob
die Annahme des Nichterscheinens des Prädikats auf der Urkunde auch als objektiv
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wesentlich im erwähnten Sinn anzusehen ist und ob die Beschwerdeführerin den Irrtum
selber zu verantworten hat, brauchen unter diesen Umständen nicht untersucht zu
werden.
3.3.
3.3.1. Die Beschwerdeführerin bestreitet sodann das Bestehen einer gesetzlichen
Grundlage für die Erhebung einer Gebühr im Zusammenhang mit der Erstellung der
Doktorurkunde. Der Hinweis auf diverse Erlasse genüge hierfür nicht. Für einen
Absolventen sei unklar, welche Leistungen als „besonders“ gelten würden und welche
nicht. Dass es sich bei einer Doktorurkunde im Gegensatz zu einer Lizentiatsurkunde
um eine „besondere“ Leistung der Universität handle, sei für einen
Rechtsunterworfenen nicht erkennbar. Auch sei nicht erkennbar, inwiefern die Kosten
von Fr. 260.-- „kostendeckend“ sein sollten (act. G 1 D.9.). Die Vorinstanz hatte im
angefochtenen Entscheid zur Frage der Erhebung der Gebühr ausgeführt, dass die
Universität das Doktordiplom extern anfertigen lasse. Sie stelle einzig die ihr
verrechneten Herstellungskosten in Rechnung, falls ein gedrucktes Exemplar
gewünscht werde. Die Gebühr werde gestützt auf Art. 9 Abs. 1 lit. h, Art. 33 Abs. 1 lit. d
und Art. 33 Abs. 3 UG festgelegt. Somit bestehe eine dem Art. 28 Abs. 3 PromO 94
übergeordnete Grundlage in einem formellen Gesetz, die es ermögliche, die
Herstellungskosten für eine gewünschte Urkunde an den Doktoranden weiterzugeben
(act. G 2 S. 22).
3.3.2. Vorliegend kann der Kostendeckungscharakter der Gebühr insofern nicht in
Frage gestellt werden, als der von der Vorinstanz angeführte Umstand der externen
Anfertigung des Diploms mit Inrechnungstellung der ihr selbst verrechneten
Herstellungskosten durch die Universität als solcher unbestritten blieb. Eine
kostendeckende Gebührenbemessung im Sinn von Art. 33 Abs. 3 UG hat als
zureichend dargetan zu gelten, wenn die Gebühr lediglich die durch Dritte in Rechnung
gestellten Kosten abdeckt. Eine „besondere“ Leistung der Universität (Art. 33 Abs. 1 lit.
d UG) lag insofern vor, als die Diplomherstellung extern erfolgte. Der
Beschwerdeführerin war im Übrigen von Seiten der Universitätsverwaltung die
Möglichkeit eingeräumt worden, die Urkunde gegen Rückerstattung des bezahlten
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Betrages zurückzugeben (act. G 9/7a/10); von dieser Möglichkeit machte sie keinen
Gebrauch.
3.4.
3.4.1. Wie Art. 28 PromO 94 enthält auch die Nachfolgepromotionsordnung in Art. 66
PromO 07 keine explizite Regelung für den Vermerk des Prädikats auf der Urkunde. In
Abweichung von der PromO 94 wird für Noten unter 5.0 kein Prädikat mehr vergeben
(Art. 57 Abs. 2 PromO 07) und dementsprechend auch in der Urkunde (Art. 66 PromO
07) nicht mehr genannt (vgl. http://www.unisg.ch/de/studium/doktorat/
allgemeineinformationen/rechtlichegrundlagenundmerkblaetter). Mit dem Übergang
von der PromO 94 zur PromO 07 erfolgte damit eine Praxisanpassung in dem Sinn,
dass bei Nichtvergabe eines Prädikats (in Anwendung von Art. 57 Abs. 2 PromO 07) die
Notengebung auch keinen Eingang in die Doktorurkunde (Art. 66 PromO 07) mehr
findet. Die Beschwerdeführerin macht geltend, ihr sei die Möglichkeit des Übertritts von
der PromO 94 in die PromO 07 nicht bekannt gewesen. Die Universität habe es
unterlassen, einen Beweis für die ordnungsgemässe Publikation der
Übergangsregelung zu erbringen. Dadurch habe sie den Gleichbehandlungsgrundsatz
verletzt. Sämtliche angerufenen Instanzen hätten es unterlassen, die ordnungsgemässe
Publikation von Amtes wegen zu prüfen. Es sei offensichtlich, dass Absolventen mit
einer Note unter 5 ein Interesse daran gehabt hätten, einen entsprechenden Wechsel
vorzunehmen. Für sie (die Beschwerdeführerin) hätte es rückblickend keinen Grund
gegeben, die Promotionsordnung nicht zu wechseln (act. G 1 D.4., D.5.).
3.4.2. Gemäss Art. 2 Abs. 1 Ziff. 4 des Gesetzes über die Gesetzessammlung und
das Amtsblatt (GGA; sGS 0.1) sind Promotionsvorschriften von Schulen nicht in die
Gesetzessammlung aufzunehmen. In der im vorinstanzlichen Verfahren eingereichten
Duplik vom 4. Juli 2013 legte die Rekurskommission dar, die Publikation der
Übergangsregelung („Ordnung für den Übertritt aus der Studienordnung 93/97/99, aus
der Promotionsordnung 94 und aus der Promotionsordnung 06 in die
Promotionsordnung 07 der Universität St. Gallen vom 15. Oktober 2007“) sei im Jahr
2007 sowohl physisch durch Aushang des Volltextes am Anschlagbrett der Universität
als auch im Internet als PDF-Format erfolgt. Zudem sei im Internet ein Hinweis auf die
neue Ordnung platziert worden. Eine Publikation sei auch auf der HSG-internen Lotus-
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Notes-Datenbank erfolgt, die zum damaligen Zeitpunkt parallel zum Newskanal alle
aktuellen Informationen geführt habe und auf welche alle Studierenden Zugriff gehabt
hätten (act. G 9/15). Die Vorinstanz stellte gestützt hierauf fest, dass der Nachweis der
tatsächlichen Publikation im Nachhinein nicht mehr erbracht werden könne, da die
Datenbank in der Zwischenzeit gelöscht worden sei, weil heute aktuelle Informationen
nur noch über den Studentweb im Newskanal publiziert würden. Im massgeblichen
Zeitpunkt vor Abgabe der Vorstudie durch die Beschwerdeführerin bzw. vor Frühjahr
2009 sei die Übergangsregelung aber nachweislich auf der öffentlichen Internetseite
der Universität zugänglich gewesen. Die Übertrittsordnung sei demnach ordentlich
publiziert worden (act. G 2 S. 19).
3.4.3. Dem Archivbild-Printscreen eines externen Archivierungsanbieters ist zu
entnehmen, dass die streitige Übergangsregelung im Jahr 2009 auf der Homepage der
Universität verfügbar war (act. G 9/15a/1). Dies bildet ein Indiz dafür, dass die
Übergangsregelung ab dem Jahr ihres Erlasses (2007) öffentlich zugänglich war.
Andere Beweise für die Publikation sind im heutigen Zeitpunkt nicht mehr verfügbar.
Der aus dem erwähnten Printscreen ersichtliche Website-Inhalt als solcher blieb im
vorliegenden Verfahren unbestritten. Anhaltspunkte dafür, dass der Printscreen einen
unzutreffenden Sachverhalt wiedergeben könnte, werden weder geltend gemacht noch
sind solche aus den Akten ersichtlich. Damit hat als zureichend dargetan zu gelten,
dass die Übergangsregelung jedenfalls im Jahr 2009, in welchem ein Wechsel in die
Promo 07 unbestritten noch hätte beantragt werden können (vgl. Art. 7 Abs. 3 und Art.
14 der erwähnten Übertrittsordnung vom 15. Oktober 2007), für die
Beschwerdeführerin zugänglich gewesen wäre. Dies umso mehr, als sie im
vorinstanzlichen Verfahren implizit bestätigt hatte, dass andere Studierende über die
Übertrittsmöglichkeit informiert gewesen seien (act. G 9/1 S. 9). Hierbei ist nicht
anzunehmen, dass die Universität lediglich einige Doktoranden selektiv über die
Übertrittsmöglichkeit informiert hatte; solches wird auch nicht behauptet. Aus dem
Umstand, dass der Beschwerdeführerin die Regelung dennoch nicht bekannt war,
kann sie keinen Vorteil (d.h. die Anwendbarkeit der PromO 07) für sich ableiten (vgl.
VerwGE B 2006/125 vom 19. Oktober 2006, E. 2d; www.gerichte.sg.ch). Eine
Verletzung des Gleichbehandlungsgrundsatzes (Art. 8 Abs. 1 BV) kann bei diesem
Sachverhalt nicht als dargetan gelten.
4.
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4.1. Insgesamt ist somit festzuhalten, dass Anhaltspunkte für sachverhaltsmässig
unrichtige Feststellungen im vorinstanzlichen Entscheid nicht als belegt gelten können.
Die vorinstanzliche Ermessensausübung hinsichtlich der Festlegung des Inhalts der
Doktorurkunde hat das Verwaltungsgericht, das nach Art. 61 Abs. 1 VRP nur zur
Rechtskontrolle befugt ist, zu respektieren. Eine Ermessenskontrolle steht ihm nicht zu;
im Fall der Ausübung pflichtgemässen Ermessens ist ihm eine Korrektur verwehrt.
4.2. (...).
4.3. (...).