Decision ID: 03c50f44-c858-5d3d-91c6-2d967548a7e7
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1994, war seit dem
1.
Mai 2016 bei der
Y._
AG als Bau
arbeiter in einem 100%-Pensum angestellt. In dieser Eigenschaft war er bei der Schweizerischen Unfall
ver
siche
rungsanstalt, Suva, gegen die Folgen von Un
fäl
len versichert. Am
8.
September 2016 klemmte er sich beim Mon
tieren des
Imloch
hammers
seinen
rechten
Daumen
(dominant)
zwischen der Bohr
krone und dem
Im
loch
hammer
ein (vgl. Schaden
meldung vo
m
9.
September 2016; Urk. 11/1)
und zog sich
eine Trümmerfraktur Grundphalanx
Dig
I
zu
(vgl. Urk. 11/19), welche am 1
0.
September 2016 im
S
pital
Z._
operativ versorgt wurde (Spaltung der
Fascie
des
Thenars
von
palmar
,
ORIF
Grundphalanx mit VA Compact Hand 1.5
mm Gitterplatte; vgl.
Urk.
11/8)
. Die Suva erbrachte in der Folge die gesetz
lichen Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen (
Urk.
11/3).
Per 3
0.
Juni 2018 löste die
Y._
AG das Arbeitsverhältnis mit dem Versicherten auf (vgl.
Urk.
11/255).
Gleichzeitig stellte die Suva ihre Taggeldleistungen
form
los
ein (vgl. Schlussabrechnung der Taggeldleistungen,
Urk.
11/270).
Gestützt auf die kreisärztliche
Untersuchung am
2
2.
Februar 2018 (
Urk.
11/153) verneinte
die Suva
mit Verfügung vom
1
8.
Juli 2018
den Anspruch auf eine Rente
und
eine
Int
egritätsentschädigung (Urk.
11/276
). Die dagegen erhobene Ein
spra
che vom
7.
September 2018
(Urk.
11/
283
) sowie ergänzend vom
1
9.
Sep
tem
ber 2018
(
Urk.
11/
287
) wurde mit Entscheid vom
1
9.
Oktober 2018
abgewiesen (
Urk.
11/
289
=
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob d
er Versicherte
mit Eingabe vom
2
1.
November 2018
(
Urk.
1) sowie
«
Nachtragseingabe
»
vom 2
9.
November 2018 (
Urk.
6)
Beschwerde
und bean
tragte, der angefochtene
Einspracheentscheid
sei aufzuheben und es sei ihm min
des
tens eine 10%ige Invalidenrente der Unfallversicherung zuzusprechen. Even
tualiter sei die Sache
zwecks Neubeurteilung
an die Unfallversicherung zurück
zuweisen
(
Urk.
1
S. 2
)
.
Nach wiederholter Fristerstreckung (
Urk.
8-9) schloss die Beschwerdegegnerin mit Beschwerdeantwort vom 1
5.
März 2019
unter Hinweis auf die von ihr einge
reich
ten Akten (
Urk.
11/1-295
,
Urk.
12/1-2
) auf Abweisung der Beschwerde
(
Urk.
10). Mit Verfügung vom
5.
April 2019 wurde dem Beschwerdeführer die Beschwerde
antwort zur Kenntnisnahme zugestellt (
Urk.
13).
Mit Eingabe vom 1
7.
Juni 2019 (
Urk.
14) reichte der Beschwerdeführer ein Schreiben der Beschwer
degegnerin vom 1
3.
Juni 2019 (
Urk.
15)
betreffend Ausrichtung von Taggeldleis
tungen vom 1
5.
März bis
1
5.
April 2019
ein, woraufhin die Beschwerdegegnerin ihrerseits mit Schreiben vom 1
8.
Juli 2019 (
Urk.
17) weitere Dokumente zu den Akten legte (
Urk.
18/297-344).
Dazu nahm der Beschwerdeführer am
5.
August 2019 Stellung (
Urk.
20), was der Beschwerdegegnerin mit Mitteilung vom 1
2.
August 2019 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
21).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebro
chen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Über
gangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
8.
September 2016
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss
Art.
6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (
Abs.
1).
1.3
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmäs
sige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG), so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu.
Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Der Rentenan
spruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine nam
hafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfä
higkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Begrif
fes «namhaft» in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Bes
serung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglichkeit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen – wie etwa einer Badekur – zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durchführung. In die
sem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicherten Person prog
nostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1 mit Hinweisen, insbes. auf BGE 134 V 109 E. 4.3; vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3).
1.4
1.4
.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG]
). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgegliche
ner Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkom
men, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
1.4
.2
Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise
voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kei
n
solches tatsächlich erzieltes
Erwerbseinkommen
gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Recht
sprechung entweder Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) oder die DAP-Zahlen herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3 mit Hinweisen).
Die DAP ist eine Sammlung von Beschreibungen in der Schweiz tatsächlich exis
tierender Arbeitsplätze. Damit unterscheidet sie sich von der tabellarischen Darstellung von Durchschnittslöhnen, die im Rahmen der Schweizerischen Lohn
strukturerhebung (LSE) vom Bundesamt für Statistik regelmässig erhoben werden. Neben allgemeinen Angaben und Verdienstmöglichkeiten werden in der DAP die physischen Anforderungen an die Stelleninhaber oder Stelleninhaberinnen fest
gehalten. Der Raster der körperlichen Anforderungskriterien basiert auf dem internationalen medizinischen Standard EFL nach Isernhagen (ergonomische Funktions- und Leistungsprüfung). Die Suva entschloss sich 1995 zum Aufbau der DAP mit dem Zweck, das Invalideneinkommen entsprechend den gerichtli
chen Anforderungen so konkret wie möglich ermitteln zu können (BGE 139 V 592 E. 6.1 mit Hinweisen).
Bei Heranziehen der DAP hat sich die Ermittlung des Invalideneinkommens auf mindestens fünf zumutbare Arbeitsplätze zu stützen. Zusätzlich sind Angaben zu machen über die Gesamtzahl der aufgrund der gegebenen Behinderung in Frage kommenden dokumentierten Arbeitsplätze, über den Höchst- und den
Tiefstlohn
sowie über den Durchschnittslohn der dem jeweils verwendeten Behinderungs
profil entsprechenden Gruppe. Damit soll die Überprüfung des Auswahlermessens ermöglicht werden, und zwar in dem Sinne, dass die Kenntnis der Gesamtzahl der dem verwendeten Behinderungsprofil entsprechenden Arbeitsplätze sowie des Höchst-, Tiefst- und Durchschnittslohnes im Bereich des Suchergebnisses eine zuverlässige Beurteilung der von der Suva verwendeten DAP-Löhne hinsichtlich ihrer Repräsentativität erlaubt. Das rechtliche Gehör ist dadurch zu wahren, dass die Suva die für die Invaliditätsbemessung im konkreten Fall herangezogenen DAP-Profile mit den erwähnten zusätzlichen Angaben auflegt und die versicherte Person Gelegenheit hat, sich dazu zu äussern. Allfällige Einwendungen der ver
sicherten Person bezüglich
des Auswahlermessens und der Repräsentativität der DAP-Blätter im Einzelfall sind grundsätzlich im
Einspracheverfahren
zu erheben, damit sich die Suva im
Einspracheentscheid
damit auseinandersetzen kann.
Rechtsprechungsgemäss sind im Rahmen des DAP-Systems, bei dem aufgrund der ärztlichen Zumutbarkeitsbeurteilung anhand von Arbeitsplatzbeschreibungen konkrete Verweisungstätigkeiten ermittelt werden, Abzüge grundsätzlich nicht sachgerecht. Abzüge sind nur vorzunehmen, wenn zeitliche oder leistungsmäs
sige Reduktionen medizinisch begründet sind. Im Übrigen wird spezifischen Beeinträchtigungen in der Leistungsfähigkeit bei der Auswahl der zumutbaren DAP-Profile Rechnung getragen. Bezüglich der weiteren persönlichen und beruf
lichen Merkmale (Teilzeitarbeit, Alter, Anzahl Dienstjahre, Aufenthaltsstatus), die bei der Anwendung der LSE zu einem Abzug führen können, ist darauf hinzu
weisen, dass auf den DAP-Blättern in der Regel nicht nur ein Durchschnittslohn, sondern ein Minimum und ein Maximum angegeben sind, innerhalb deren Spannbreite auf die konkreten Umstände Rücksicht genommen werden kann (BGE 139 V 592 E. 7.3, 129 V 472 E. 4.2.3).
1.5
1.5
.1
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.5
.2
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die
Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzuneh
men (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid vom 1
9.
Oktober 2018 (
Urk.
2)
sowie in ihrer Beschwerdeantwort vom 1
5.
März 2019 (
Urk.
10)
ging die Beschwerde
gegnerin gestützt auf die medizinischen Abklärungen, insbesondere die kreisärzt
lichen Untersuchungen vom 2
0.
Juli 2017 (
Urk.
11/48) und
vom 2
2.
Februar 2018 (Urk. 11/153), davon aus, dass der Beschwer
de
führer
unter Berücksichtigung des Zumutbarkeitsprofils
in einer angepassten Tätigkeit
ein rentenaus
schlies
sen
des Erwerbseinkommen erzielen könne. Ebenso sei keine Integritätsent
schädi
gung geschuldet, da die
Erheblichkeitsgrenze
nicht überschritten sei.
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde vom 21. No
vem
ber 2018 (
Urk.
1) zusammengefasst geltend,
die Beschwerdegegnerin habe
bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit seine Beeinträchtigung des dominanten Daumens zu wenig berücksichtigt. Seine Greif- und Haltefunktion sei massiv ein
geschränkt.
Die Einschätzung der Beschwerdegegnerin sei wirklichkeitsfremd, was sich auch an der Tatsache zeige, dass das Invalideneinkommen das
Validen
einkommen
übersteige. Eine
Einkommensparallelisierung
sei zu Unrecht ausge
blieben. Ferner rügte der Beschwerdeführer die Verletzung des rechtlichen Gehörs. Die Beschwerdegegnerin habe weder den labilen Zustand seines rechten ver
letzten Daumens, wie von ihm beantragt, durch
Dr.
med.
A._
überprüfen lassen noch eine allfällige Mitbeteiligung eines Dritten beim Unfall abgeklärt. Im Übrigen habe ihm die Case Managerin
eine 10%ige Invalidenr
ente zugesichert
, weshalb ihm eine solche zuzusprechen sei.
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Invaliden
rente der Beschwerdegegnerin hat.
Nicht Gegenstand dieses Verfahrens bildet die Ablehnung der Integritätsentschädigung, wurde in der Beschwerdeschrift eine solche doch nicht geltend gemacht. Diesbezüglich ist
der
Einspracheentscheid
vom 1
9.
Ok
tober 2018 in Rechtskraft erwachsen.
3.
3.1
Beim Montieren eines
Inlochhammers
klemmte sich der Beschwerdeführer am 8. Sep
tember 2016 seinen rechten Daumen
unter einem Gewicht von zwei Tonnen ein und zog sich dabei eine Trümmerfraktur Grundphalanx
Dig
I
zu
. Bei drohen
dem
Kompartmentsyndrom
wurde im
S
pital
Z._
am 1
0.
September 2016 eine Spaltung des
Kompartments
des
Thenars
von
palmar
und eine offene Reposition und interne Fixierung der Trümmerfraktur Grundphalanx I rechts vor
genommen (vgl. Arztbericht vom
8.
September 2016 [
Urk.
11/
19], Operations
be
richt vom 10.
Sep
tember 2016 [
Urk.
11/8]). Im Rahmen einer klinischen Kon
trolle am Universitätsspital
B._
am 2
2.
September 2016 wurde ein guter Heilungs
verlauf mit anatomisch reponierter Grundphalanx und reizlosen Weich
teil
ver
hältnissen festgestellt (
Urk.
11/7).
Am 2
3.
Januar 2017 wurde das Osteo
synthese-Material am
B._
operativ entfernt (vg
l. Operationsbericht vom 24. Ja
nuar 2017,
Urk.
11/24).
Aufgrund einer
möglichen
beginnenden Tendo
vaginitis
stenosans
der Daumenbeugesehne wurde
am 2
0.
Juni 2017
im
B._
eine Kortison-Spritze radialseitig über dem Handgelenk sowie über
d
er Beugefalte des Daumen
grundgelenks auf der rechten Seite durchgeführt.
Bei a
usbleibender Besserung sowie einer Schmerzverstärkung wurde eine Ringbandspaltung des Daumens rechts geplant (
vgl.
Urk.
11/43,
Urk.
11/48 S. 1).
3.2
Am 2
0.
Juli 2017 wurde der Beschwerdeführer von
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, kreisärztlich untersucht (vgl.
Urk.
11/48).
Dr.
C._
konstatierte, sechs Monate nach durchgeführter
Osteosynthesematerialentfernung
und zehn Monate nach stattgehabtem Unfall werde der Verlauf als normgerecht beurteilt. Die beklagten Gefühlsstörungen, die Schmerzen und das Schwächegefühl im Daumen würden sich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit verringern. Eine Verschlechterung sei unwahrscheinlich. Der Heilungsverlauf werde aber mehrere Jahre in Anspruch nehmen, wobei eine kom
plette Heilung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht eintreten werde. Es könne von einer bleibenden Schädigung des rech
t
en Daumens ausgegangen wer
den, insbesondere Kälteempfindlichkeit, Berührungsempfindlichkeit und Schwä
che
gefühl
.
Angesichts der bevorstehenden Ringbandspaltung des Daumens auf der rechten Seite werde mit dem Fallabschluss noch zugewartet.
3.3
Nach der am 2
6.
Juli 2017 durchgeführten operativen Ringbandspaltung des rech
ten Daumens (vgl. Operationsbericht vom 2
7.
Juli 2017,
Urk.
11/49) war der Beschwerdeführer vollständig (
Urk.
11/52) und ab dem 18. Sep
tember 2017 zu 50 % arbeitsunfähig (
Urk.
11/71).
Bei persistierenden Schmerzen und Kraftdefizit sowie Bewegungseinschränkungen im Bereich des rechten Daumens wurde der
Beschwerdeführer
am 2
1.
September 2017
erneut im
B._
vorstellig. Die Ärzte empfahlen eine Optimie
rung der Arbeitssituation, sodass der Beschwerdeführer zeitlich 100
%
arbeiten könne, jedoch eine m
aximale Gewichtsbelastung von 5
kg für die rechte Hand nicht überschritten werde
. Unter der aktuellen Belastung sei es ihm voraus
sichtlich auch bei nur 50%igem täglichem Arbeitspensum nicht möglich, dauer
haft seine angestammte Tätigkeit fortzuführen (vgl. Arztbericht vom 18.
Ok
tober 2017,
Urk.
11/83).
Ab dem
9.
November 2017 war der Be
schwer
de
führer wieder zu
100
%
a
rbeitsunfähig (
Urk.
11/87)
.
Eine am 1
6.
November 2017 am
B._
durchgeführt
e
Computertomographie des rechten Handgelenks
ha
t
keine suspekten
ossären
Läsionen und eine ubi
quitär regel
rechte Artikulation
ge
zeig
t
. Di
e Weichteile seien unauffällig
. Feststellbar sei eine gering irreguläre
Kortikalis
der Grundphalanx
Dig
I rechts bei adäquat ver
heilter Trümmerfraktur. Auf der Innenseite des
Metakarpophalangealgelenkes
Dig
I würden drei Sesambeine ohne direkten Kontakt zur
Beugersehne
impo
nie
ren
(Urk.
11/114)
.
Ein am 2
9.
Januar 2018 durchgeführtes SPECT-CT ergab keinen Anhalt für ein
Sesamoid-Impingement
und die Mehranreicherung im MCP-Ge
lenk I rechts sei ohne eindeutiges morphologisches Korrelat, differenzi
al
diagnos
tisch entzündlich
(
Urk.
11/128).
3.4
Nachdem sich der Beschwerdeführer i
m Rahmen eines vorübergehenden Arbeits
einsatzes als Chauffeur bei der
Y._
AG ab dem
1.
Februar 2018
in einem 100%
-Pensum
(vgl. Urk.
11/121,
Urk.
11/127)
am
2.
Februar 2018 den rechten Daumen angestossen
habe, begab er sich in den Notfall des
B._
.
Die Ärzte hielten fest, b
ildgebende Befunde würden kein
en
Anhalt für frische traumatische
ossäre
Läsionen
geben
und keine Luxation zeigen. Die Darstellung der abgebildeten
ossären
Strukturen sei regel
recht. Die Beschwerden seien im Sinne der Kontusion zu inter
pretieren (vgl. Arzt
bericht vom
2.
Februar 2018,
Urk.
11/136).
3.5
Am 2
2.
Februar 2018 wurde der Beschwerdeführer erneut von
Dr.
C._
kreis
ärztlich untersucht (
Urk.
11/153).
Dieser
gab an, die Beweglichkeit im Be
reich des rechten Schulter
-
, Ellbogen
-
und Handgelenks sowie
die freie Beweglichkeit der
Dig
II-V mit vollständigem Faustschluss sei gegenüber der letztmaligen Unter
su
chung im Juli 2017 identisch. Es zeige sich jedoch eine deut
liche Verminderung der Beweglichkeit des rechten Daumens.
Dr.
C._
führte aus, 17 Monate nach dem Unfall klage der Beschwerdeführer über persistierende Beschwerden im Be
reich des rechten Daumens. Sämtliche durchgeführten Be
handlungen und Opera
tionen hätten nicht die gewünschte Wiederherstellung der vollständigen Dau
men
funktion
gebracht
. Es
bestehe Kälteempfindlichkeit, Schmer
zen, sobald er den Daumen intensiv beanspruchen müsse, ein Schwäche
gefühl, eine einge
schränkte Beweglichkeit gegenüber dem linken Daumen sowie eine Schwell
neigung und
Missfärbung
bei Belastung. Nachdem sämtliche operative
n
Mass
nah
men zur Ver
besserung der Funktion und zur Verringerung der Schmerzen aktuell ausge
schöpft seien, sei ein stabiler medizinischer Zustand eingetreten.
Es sei davon a
usz
ugehen, dass der Beschwerdeführer die ange
stammte Tätigkeit unfallbedingt nicht mehr ausführen könne. Die Chauffeuren-Tätigkeit sei ihm mittelfristig jedoch ganztägig und ohne Einschränkungen zumutbar. Die aktuelle Zumutbar
keits
beurteilung in Bezug auf die rechte Hand beschränke diese
auf
Tätigkeiten mit Heben und Tragen von Lasten bis 5 kg, dies in einem zeitlichen Umfang v
on bis zu zwei Stunden täglich
mit
ausreichend Pausen
(bis zu 15 Minuten)
zwischen
den
Belastungs
intervallen.
Das
Hal
ten und Bedienen eines Lenkrades und eines Schalthebels seien uneingeschränkt zumutbar. Nicht zumutbar seien Ar
beiten in exponierten Lagen auf Leitern und Gerüsten, wo ein sicheres Halten mit beiden Händen notwendig sei.
Der medizi
nische Endzustand könne mit heutigem Datum festgestellt werden,
dies unab
hängig von der empfohlenen langsamen Steigerung der Belastbarkeit in 5%-Schritten in zweimonatigen Intervallen
(vgl. dazu
auch
Urk. 11/152)
.
Er spezifizierte, die Fein- und Grobmotorik sei intakt. Die rechte Hand könne aktiv und feinmechanisch eingesetzt werden (vgl. Stellungnahme vom 1
9.
März 2018,
Urk.
11/188).
Betreffend die Integritätsentschädigung äus
ser
te
Dr.
C._
, au
f
grund der funktionellen Ressourcen des rechten Dau
mens werde aktuell keine Integritäts
entschädigung geschuldet, da die Erheb
lich
keit nicht überschritten sei
(
Urk.
11/153)
.
3.6
Im Rahmen einer Schmerzabklärung am
B._
hielten die untersuchenden Ärzte fest, insgesamt gehe aus der Anamnese und Untersuchung nicht klar hervor, ob es sich um ein
nozizeptives
oder neuropathisches Schmerzsyndrom handle res
pek
tive ob ein rein peripherer Schmerzfokus vorliege oder eine relevante zentrale
Sensitis
ierungskomponente
vorhanden sei.
Die Ärzte erläuterten die Mög
lichkeit, mittels peripherer Nervenblockaden die Schmerzen zu differenzieren und gege
ben
en
falls eine anti-neuropathische oder schmerzmodulierende Medi
kation zu starten. Ausserdem wurde eine lokale Behandlung mit transkutaner, elektrischer Nervensimulation (TENS) vorgeschlagen (vgl. Arztbericht vom 26. Fe
bruar 2018,
Urk.
11/160).
Am 2
7.
Februar 2018 begab sich der Beschwerde
führer
für eine
Ver
laufskontrolle ins
B._
. Die behandelnden Ärzte konstatierten, aus hand
chir
ur
gischer Sicht gebe es keinen Interventionsbedarf mehr. Die Funk
tion der Hand sei
vom
Bewegungsumfang her gut. Restbeschwerden seien plausi
bel. Eine Umschulung in ein weniger belastendes Arbeitsumfeld sei sicher ziel
führend. Die Behand
lung werde abgeschlossen (vgl. Arz
tbericht vom
2.
März 2018, Urk.
11/166).
Kreisarzt
Dr.
C._
hielt fest, an seiner Einschätzung ändere das nichts. Die vom Schmerzambulatorium vorgeschlagene Behandlung mit dem TENS-Gerät und ein allfälliger intravenöser Medikamententest könne durch
ge
führt werden, dies im Sinne der Ausschöpfung der letzten, therapeu
tischen Optionen um eine namhafte Verbesserung herbeizuführen. Eine Änderung der Zumut
barkeit der körperlichen Belastung werde jedoch auch bei best
möglichem Ansprechen auf dies
e
Behandlung nicht eintreten
. Werde eine Weiter
behandlung der «instabilen, chronischen Schmerzkrankheit» durchgeführt, beein
flusse dies nicht den Zeitpunkt «Medizinischer Endzustand» (vgl. Ärztliche Beur
teilung vom 7.
März 2018,
Urk.
11/171).
3.7
Im Ver
laufe des Beschwerdeverfahrens
informierte der Beschwerdeführer
am 21. Februar 2019
die Beschwerdegegnerin über einen Rückfall und starke Schmerzen im Daumen (
Urk.
18/303,
Urk.
18/319). In diesem Zusammenhang empfahl
Dr.
med.
A._
, Facharzt FMH für Chirurgie und Handchirurgie, eine erneute Revision mit
Tenolyse
und Ringband
spaltung
palmarseitig
(vgl. Arzt
be
richt vom 2
2.
Februar 2019,
Urk.
18/320
/1f.
)
, welche am 1
5.
März 2019 durch
geführt wurde (vgl. Operationsbericht vom 16. März 2019,
Urk.
18/320/3)
.
In der Folge
berichtete
Dr.
A._
von einer Besserung der Beschwerden
. Der Beschwer
deführer sei noch nicht ganz schmerzfrei, die Beweglich
keit des rechten Daumens sei aber gut und die Opposition vollständig möglich
. Einzig beim starken Zugrei
fen bestehe noch eine Schmerzhaftigkeit. Die Behand
lung könne aber abgeschlos
sen werden, ab dem 1
6.
April 2019 sei der Beschwer
de
führer wieder vollständig arbeitsfähig (vgl. Arztbericht vom 2
8.
Mai 2019, Urk. 18/327).
4.
4.1
Zu klären ist,
ob die Beschwerdegegnerin
die Heilbehandlung mit Recht
per
30.
Juni
2018
abgeschlossen hat (vgl.
Urk.
11/270
).
4.2
Die Beschwerdegegnerin stützte ihre Einschätzung, wonach mit medizinischen Massnahmen keine Verbesserung des Gesundheitszustandes mehr erreicht werden könne, insbesondere auf den kreisärztlich
en Untersuchungsbericht von Dr.
C._
vom
2
2.
Februar 201
8.
Der betreffende Untersuchungsbericht wurde von einem Facharzt für
Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsapparates
er
stattet, beruht auf
allseitigen Untersuchun
gen des Beschwerdeführers (Urk.
11/153 S. 4
), berücksichtigt auch die von
ihm geklagten Beschwerden (Urk.
11/153 S. 3-4
), wurde in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben (
Urk.
11/153 S. 2-3
), leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammen
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein und die Schluss
folgerungen des Experten wurden begründet (
Urk.
11/153 S. 5-7
). Damit erfüllt der kreisärztl
iche Untersuchungsbericht vom 2
2.
Februar 201
8
grundsätzlich die
Voraussetzungen an eine beweiskräftige
Entscheidgrundlage
(vgl. E. 1.
5
).
Mit Stellungnahme vom
7.
März 2018
bestätigte
Dr.
C._
sodan
n, dass seine Einschätzung vom 2
2.
Februar 201
8
auch unter Berücksichtigung der neuen medizinischen Akten nach wie vor gültig sei (
Urk.
11/171
).
4.3
Die behandelnden Ärzte des
B._
sahen am 2
7.
Februar 2018 aus hand
chirurgi
scher Sicht keinen Interventionsbedarf mehr und schlossen die Behand
lung ab (vgl. E. 3.6).
Im Rahmen der Schmerzabklärung am 2
6.
Februar 2018 wurden zwar noch weitere Therapiemöglichkeiten genannt (TENS-Therapie, intravenöse Medi
kamententests),
angesichts dessen, dass diese jedoch primär eine Verbesserung der Schmerzsituation
und damit der Befindlichkeit des Beschwerde
führers
bezweckten
,
war damit
eine Änderung der Zumut
barkeit der körperlichen Belas
tung
respektive eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit
nicht
mit
überwiegend
er W
ahr
scheinlich
keit zu erwarten
. Im Übrigen erachteten die Ärzte des
B._
den Beschwerdeführer bei persistierenden Schmer
zen und Kraftdefizit sowie Be
we
gungs
einschränkung im Bereich des rechten Daumens bereits im Oktober 2017 in einer angepassten Tätig
keit in einem 100%-Pensum bei einer maximalen Gewichtsbelastung von 5 kg für die rechte Hand arbeitsfähig (vgl. E. 3.3 hiervor).
Vor diesem Hintergrund ist es auch nicht zu beanstanden, dass die Beschwerde
gegnerin in antizipierter Beweiswürdigung auf die Einholung weiterer medizini
scher Berichte verzichtete
und am
3
0.
Juni
2018 von einem stabilen medizini
schen Endzustand ausging
.
Soweit der Beschwerdeführer
in seiner
«
Nachtragseingabe
»
vom
1
7.
Juni 2019 (Urk. 14
)
geltend machte, die
notwendige Nachoperation
im März 2019
mache den noch
behandlungsbedürftigen
Zustand deutlich, folglich der Fallabschluss zu früh erfolgt sei, ist dem entgegenzuhalten, dass
die Möglichkeit einer namhaften Besse
rung prognostisch und nicht aufg
rund retrospektiver Feststellungen zu beurteilen ist (vgl.
Erwin
Murer
/Hans-Ulrich Stauffer, Rechtsprechung des Bun
des
gerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz übe
r die Unfall
ver
siche
rung, S. 145
mit weiteren Hinweisen
).
Angesichts der zahlreichen ärztlichen Berichte, in denen
verschiedenste erfolglose Therapiemöglichkeiten festgehalten wurden, war prospektiv nicht wahrscheinlich, dass mittels weiterer Therapien ein günstigeres Ergebnis als mit den bisherigen erzielt werden kann.
Auch
Dr.
A._
hielt
im Rahmen einer Vorbesprechung der
operativen
Revision mit
Tenolyse
und Ringbandspaltung fest,
dass der Beschwerdeführer durchaus auch mit einem Miss
erfolg rechnen m
ü
ss
e
(
vgl. Arztbericht vom 2
2.
Februar 2019,
Urk.
18/320
/2
).
Eine namhafte Verbesserung war somit auch im Februar 2019 nicht überwiegend wahrscheinlich. Im Übrigen ergeben sich aus den Akten keine Änderungen betreffend die Arbeitsfähigkeit infolge der Operation im März 201
9. Dr.
A._
attestierte dem Beschwerdeführer eine 100%ige Arbeitsfähigkeit
(vgl. E. 3.7 in
fine
)
, wobei er nicht explizit ausführte, ob sich die attestierte Arbeitsfähigkeit auf die angestammte Tätigkeit als Bauarbeiter oder eine leidens
angepasste Tätigkeit unter Berücksich
tigung des Belastungsprofils bezieht.
Vor diesem Hintergrund ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin gestützt auf die kreisärztliche Beurteilung von
Dr.
C._
am 2
2.
Februar 2018 den Fall abschloss und die Operation im März 2019 als Rückfall im Sinne von
Art.
11 UVV qualifizierte.
5.
5.1
Bezüglich der Arbeitsfähigkeit d
es Beschwerdeführers im Zeitpunkt des Fallab
schlusses ist
unbestritten,
dass der Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit als Bauarbeiter nicht mehr arbeitsfähig ist
(vgl. E. 3.3 und E. 3.5)
.
Bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit stütz
t
e sich die Beschwerdegegnerin insbesondere auf die beweiskräftige (vgl. E. 4.2) kreis
ärztliche Beurteilung vom 2
2.
Februar 2018 und das darin definierte Zumutbar
keitsprofil (E. 3.5).
5.2
Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch
Dr.
C._
vom 2
2.
Februar 201
8
ist anhand der Vorakten nachvollziehbar und das erstellte Zumutbarkeitsprofil nimmt auf die bestehenden Einschränkungen angemessen Rücksicht.
Die Ein
schätzung von
Dr.
C._
stimmt insbesondere auch mit der Beurteilung der Ärzte des
B._
vom Oktober 2017 überein (vgl. E. 3.3 hiervor). Zwar bescheinigten
sie ihm ab Februar 2018 unter Berücksichtigung
der Belastungsbeschränkung von 5 kg mit der rechten Hand
und einer möglichen Fahrtätigkeit von 6 Stunden pro Tag
eine 6
0%ige Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
11/163/4
), legten allerdings nicht näher dar, weshalb ihm unter Berücksichtigung des Zu
mut
barkeitsprofils nur
ein 6
0%-Pensum zumutbar sei
, wobei
6 Stunden pro Tag bei einer durchschnittlichen Ar
beits
zeit von 40.5 Stunden pro Woche (vgl.
Urk.
11/215/3-4) einem 75%-Pensum entsprechen würden.
Ferner vermag der Beschwerdeführer mit seinem Vorbrin
gen der eingeschränkten Greif- und Haltefähigkeit (
Urk.
1 S. 4) nichts zu seinen Guns
ten ab
zu
leiten, wurde
n doch die eingeschränkte Beweglichkeit des rechten Daumens sowie das Schwächegefühl von
Dr.
C._
berücksichtigt (vgl. E. 3.5). Ferner
führte
Dr.
C._
aus, dass die rechte Hand aktiv und feinmechanisch eingesetzt werden könne (
Urk.
11/188/3
, E. 3.5 in
fine
).
Es ist
somit
von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit in einer seinen Leiden angepassten Tätigkeit auszugehen.
6.
6.1
Im Weiteren ist zu prüfen, wie sich die eingeschränkte Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers in wirtschaftlicher Hinsicht auswirkt.
6.2
6.2.1
Die Beschwerdegegnerin bemass das
Valideneinkommen
(
Fr.
62'895.--) gestützt auf die Schadenmeldung der Arbeitgeberin (
Urk.
11/1), was an sich nicht strittig ist. Es ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer ohne Erkrankung wei
ter
hin als Bauarbeiter im Spezialtiefbau zum angestammten Pensum von 100 % arbeiten würde.
6.2.2
Der Beschwerdeführer liess geltend machen, er habe ein unterdurchschnittliches Einkommen verdient, weshalb Validen- und Invalideneinkommen zu parallelisie
ren seien (
Urk.
1 S. 4).
6.2.3
Bezog eine versicherte Person aus invaliditätsfremden Gründen (z.B. geringe Schulbildung, fehlende berufliche Ausbildung, mangelnde Deutschkenntnisse, beschränkte Anstellungsmöglichkeiten wegen
Saisonnierstatus
) ein deutlich unterdurchschnittliches Einkommen, ist diesem Umstand bei der Invaliditätsbe
messung nach
Art.
16 ATSG Rechnung zu tragen, sofern keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie sich aus freien Stücken mit einem bescheideneren Einkommensniveau begnügen wollte. Nur dadurch ist der Grundsatz gewahrt, dass die auf invaliditätsfremde Gesichtspunkte zurückzuführenden Lohnein
bussen entweder überhaupt nicht oder aber bei beiden Vergleichseinkommen gleich
mäs
sig zu berücksichtigen sind. Diese Parallelisierung der Einkommen kann praxis
gemäss entweder auf Seiten des
Valideneinkommens
durch eine entspre
chende Heraufsetzung des effektiv erzielten Einkommens oder aber auf Seiten des Inva
lideneinkommens
durch eine entsprechende Herabsetzung des statisti
schen Wer
tes erfolgen (BGE 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen). Eine Paral
lelisierung ist indessen nur vorzunehmen, wenn die Differenz zum massgebenden Durchschnitt deutlich ist. Deutlich unterdurchschnittlich im Sin
ne von BGE 134 V 322 E. 4 ist der tatsächlich erzielte Verdienst, wenn er min
destens 5
% vom branchenüblichen LSE-Tabellenlohn abweicht (vgl. BGE 135
V 297 E.
6.1.2).
6.2.4
Der Beschwerdeführer verfügt über keinen Lehrabschluss. Seine Lehre als Poly
bauer brach er nach einem Jahr ab, blieb in seiner Lehrfirma jedoch bis Anfang 2014 als Dachdecker Servicemonteur angestellt. Danach führte er zwei Jahre lang Gelegenheitsjobs als temporärer Mitarbeiter aus, unter anderem als Kurier, bevor er ab Mai 2016 eine Anstellung als Bauarbeiter bei der
Y._
AG fand (vgl. IK-Auszug [
Urk.
11/187], Assessmentbericht vom 2
9.
März 2018 [
Urk.
11/246]). Demzufolge verfügt er als Bauarbeiter über angelernte, praktische berufliche Erfahrung, weshalb zum Vergleich seines Lohnniveaus das niedrigste Kompetenz
niveau 1 (einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art) in der ange
stammten Branche heranzuziehen ist. Nach der
LSE 2016
, Tabelle TA1, erzielten Männer im Sektor 2 (Produktion), Branche 41-43 (Bau
gewerbe) im Kompetenz
niveau 1 einen standardisierten monatlichen Bruttolohn von
Fr.
5'508.--. Hoch
ge
rechnet auf die im Jahre 2018 in dieser Branche betriebs
übliche Arbeitszeit von 41,3 Stunden in der Woche (vgl. die vom BFS heraus
gegebene Tabelle Betriebs
übliche Arbeitszeit nach Wirtschafts
abteilungen in
Stunden pro Woche, Sektor II F
41-43) ergibt sich unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung
(Bun
des
amt für
Statistik, T
39
Entwicklung der Nomi
nal
lö
hne 2010-2018, Männer; Stand 20
1
6
:
2239
, Stand
2018
:
2260
)
ein Jahres
ein
kommen von Fr. 68'884.20 bei einem 100%-Pensum (
Fr.
5'508.-- x 12 : 40 x 41,3 : 2239 x 2260). Verglichen mit dem Lohn des Beschwerdeführers von Fr. 62’895.-- ergibt sich eine Differenz von 8,
7
%.
Es
ist
daher beim Einkommensvergleich eine Parallelisierung der Vergleichsein
kommen (vgl. dazu BGE 141 V 1, 140 V 41, 139 V 592, 135 V 297, 134 V 322) vorzunehmen. Das
Valideneinkommen
von
Fr. 62'895.--
ist
rechtsprechungs
ge
mäss um den 5
% übersteigenden Prozentsatz der Unterdurch
schnittlichkeit, also um
3,
7
% zu parallelisieren. Das
Valideneinkommen
für das Jah
r 2018
wäre
damit auf
Fr. 65'
311
.
50
zu erhöhen, wobei der Betrag von
Fr. 62'895.--
dem Prozentsatz von
96,
3
%
(100
%
-
3,
7
%) gleichzusetzen ist und dies auf 100
%
hochzurechnen ist (
Fr. 62'895.--
:
96,
3
x 100; vgl. zur Berechnung: Urteil des Bundesgerichts 8C_2/2017 vom 1
6.
August 2017 E. 2
.2.3
).
6.3
Das
Invalideneinkommen setzte die Beschwerdegegnerin mittels der DAP-Methode auf
Fr.
63’605
.-- fest (
Urk.
2 S.
5
).
Wie die Beschwerdegegnerin zutreffend feststellte (
Urk.
2 S.
5
), handelt es sich bei den fünf ausgewählten Arbeitsplätzen als
Produktionsmitarbeiter
(Montage/ Verpackung)
, Montagearbeiter (
Vormontage
), Montagearbeiter (
Beschriften
)
, Produktionsmitarbeiter (Glasbläser) und Produktionsmitarbeiter
(
Urk.
11/
275
) um
leichte bis sehr leichte, vorwiegend stehende Tätigkeiten.
Gestützt auf das von Kreisarzt
Dr.
C._
erstellte Zumutbarkeitsprofil kann davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer die körperlichen Anforderungen dieser Stellen
grundsätzlich
erfüllt. Insbesondere ist es ihm möglich, oft Lasten bis 5 kg bis Lendenhöhe zu heben und zu tragen (vgl. DAP-Nr.
10306056
und DAP-Nr.
6270
,
Urk.
11/275/11
und
Urk.
11/275/15
).
Soweit jedoch selten Lasten bis zu 10 kg bis Lendenhöhe zu heben und zu tragen wären (
vgl. DAP-Nr.
10306056
DAP-Nr.
6379 und DAP-Nr. 18113620
,
Urk.
11/275/11,
Urk.
11/275/19 und Urk. 11/275/23
)
, ist ihm das unter Berücksichtigung des Belastungsprofils nicht zumutbar (vgl. E. 3.5).
6.4
Bei einem
parallelisierten
Valideneinkommen
von
Fr.
65'
311.50
(vgl. E. 6.2.4)
und einem Invalideneinkommen von
Fr.
63’605
.-- resultiert eine unfallbedingte Er
werbs
einbusse
von
Fr.
1'706
.
50
, was einem Invaliditätsgrad von rund 2,
6
% entspricht und keinen Rentenanspruch ergibt (vgl. E. 1.3 und E. 1.4.1)
.
6.5
Ob trotz der vom Beschwerdeführer vorgebrachten Einwände gegen die Fest
stel
lungen in den DAP-Erfassungsblättern (vgl.
Urk.
1 S. 4) ohne Weiteres auf die von der Beschwerdegegnerin herangezogenen Dur
chschnittslöhne der fünf Ar
beits
stellen abgestellt werden kann, kann offenbleiben. Selbst wenn das Invali
den
einkommen auf der Grundlage der Tabellenlöh
ne gemäss der LSE ermittelt würde, ergäbe
sich kein anspruchsbegründender Invaliditätsgrad.
Der Zentralwert für die mit einfachen Tätigkeiten (Kompetenzniveau 1) beschäf
tig
ten Männer betrug im Jahre 2016 im privaten Sektor
Fr.
5’340.-- pro Monat bei 40 Arbeitsstunden pro Woche (LSE 2016, Tabelle TA1), was unter Berück
sich
tigung einer betriebsüblichen Arbeitszeit von 41,7 Stunden pro Woche (Bundes
amt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschafts
abteilung
en,
S8
)
sowie der Nominallohnentwicklung
ein hypothetisches Einkommen von Fr.
67'429.95
pro Jahr ergibt
(
Fr.
5'340.-- x 12 : 40 x 41,7 : 2239 x 2260)
. Ein leidensbedingter Abzug (vgl. BGE 126 V 75, 134 V 322) ist nicht vorzunehmen
, bestehen doch keine
Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer seine Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten
Tätigkeit von 100
%
auf dem allge
meinen Arbeitsmarkt, der einen breiten Fächer verschiedenster Tätigkeiten aufweist, nur mit unterdurchschnittli
chem Einkommen verwerten könnte
. Ange
sichts des ärztlich umschriebenen Zumutbarkeitsprofils (vgl. E.
3.5
) ist rechts
pre
chungsgemäss davon auszugehen, dass ihm ein genügend breites Spektrum an zumutbaren Verweistätigkeiten zur Verfügung steht, umfasst der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 doch auch eine Vielzahl von leichten Tätigkeiten (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_495/2019 vom 1
1.
Dezember 2019 E. 4.2.2, 8C_82/2019 vom 1
9.
September 2019 E. 6.3.2, 9C_264/2016 vom
7.
Juli 2016 E. 5.2). Grund
sätzlich können unter dem Titel leidensbedingter Abzug nur Umstände berück
sichtigt werden, die auch auf einem ausgeglichenen Arbeits
markt als ausseror
dentlich zu bezeichnen sind (Urteile des Bundesgerichts 8C_82/2019 vom 1
9.
September 2019 E. 6.3.2, 8C_61/2018 vom 2
3.
März 2018 E. 6.5.2). Solche sind vorliegend nicht ersichtlich.
Bei einem Invalideneinkommen von
Fr.
67'
429.95
resultiert verglichen mit dem
Valideneinkommen
von
Fr.
65'243.75
.--
keine Einkommenseinbusse, weshalb kein Anspruch auf eine Rente besteht (vgl. E. 1.3 und E. 1.4.1
).
7.
7.1
Da im Zeitpunkt der Untersuchung von Kreisarzt
Dr.
C._
vom 2
2.
Februar
201
8
keine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustands des Beschwerde
füh
rers mehr erwartet werden konnte, hat die Beschwerdegegnerin die Taggeld
leis
tungen zu Recht per 3
0.
Juni
201
8
eingestellt. Alsdann ist ein Anspruch auf eine Invalidenrente zu verneinen.
Der angefochtene Entscheid erweist sich somit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
7.2
Der Antrag des Beschwerdeführers, es sei eine mündliche Gerichtsverhandlung durchzuführen, ist sodann abzuweisen. Denn aufgrund des Antrags in der Beschwerde (
Urk.
6
) ist davon auszugehen, dass es dem Beschwerdeführer in erster Linie darum ging, dass er selbst und mehrere Zeugen befragt werden. Damit ist der Beschwerdebegründung aber nicht zu entnehmen, dass mit dem betreffen
den Rechtsbegehren die von
Art.
6
Ziff.
1 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK) geschützte Kontrolle und Transparenz der Rechtsfindung durch Anwesenheit von Publikum und Presse an einer Gerichtsverhandlung bezweckt wurde. Ein klarer und unmissverständlicher Antrag
auf Durchführung einer öffentlichen Verhandlung im Sinne der EMRK liegt somit nicht vor
(vgl. BGE 122 V 47 E. 3a)
, und eine weitere Bewe
isabnahme drängt sich nicht auf, weil der Vertrauensschutz voraussetzen würde, dass der Besch
w
erdeführer infolge der unrichtigen Auskunft eine nachteilige, nich
t wieder rückgängig zu machende
Disposition getroffen hät
t
e (BGE 139 V 21 E. 3.2)
, welche vorliegend im Rahmen der Behauptung der Zusicherung einer Invaliden
rente weder geltend gemacht wurde noch ersichtlich ist.