Decision ID: 9ce86087-7f8b-42f4-bbf4-d62f4e19c837
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law

betreffend Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Horgen, Einzelgericht, vom 15. März 2019 (GC180021)
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Strafbefehl:
Der Strafbefehl des Statthalteramtes Bezirk Horgen vom 20. Juni 2018 ist diesem
Urteil beigeheftet (Urk. 2/3).
Urteil der Vorinstanz: (Urk. 20 S. 17 f.)
"Es wird erkannt:
1. Der Beschuldigte ist schuldig der Widerhandlung gegen das Betäubungs-
mittelgesetz im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 BetmG.
2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Busse von Fr. 500.–.
3. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine
Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen.
4. Die sichergestellten und bei der Kantonspolizei unter der Lager-Nr. B00953-2018
aufbewahrten Betäubungsmittel (10 Samen "Pure Power Plant", 10 Samen "Norther
Ligths Automatic" und 10 Samen "Sensi Skunk Automatic") werden definitiv einge-
zogen und sind nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils durch die Kantonspolizei
zu vernichten.
5. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf Fr. 1'000.–.
6. Die Kosten gemäss vorstehender Ziffer sowie die Kosten des Strafbefehls
Nr. ST.2018.2606 vom 20. Juni 2018 in Höhe von Fr. 460.– und die nachträglichen
Gebühren des Statthalteramtes des Bezirks Horgen im Betrage von Fr. 185.–
werden dem Beschuldigten auferlegt.
7. [Mitteilungen]
8. [Rechtsmittel]"
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Berufungsanträge: (Prot. II S. 5)
a) der Verteidigung des Beschuldigten:
(Urk. 31 S. 2)
1. Es seien die Dispositivziffern 1, 2, 3 und 6 des Urteils des Bezirks-
gerichts Horgen vom 15. März 2019 aufzuheben.
2. Der Beschuldigte sei von Schuld und Strafe freizusprechen.
3. Alles unter ausgangsgemässer Kosten- und Entschädigungsfolge (zzgl.
MwSt.).
b) des Statthalteramtes Bezirk Horgen:
(Urk. 25 sinngemäss)
Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.

Erwägungen:
I. Verfahrensgang
1. Mit Strafbefehl des Statthalteramtes des Bezirks Horgen vom 20. Juni 2018 wurde der Beschuldigte wegen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittel-
gesetz mit einer Busse von Fr. 500.– bestraft (Urk. 2/3). Nach der vom Beschul-
digten gegen diesen Strafbefehl erhobenen Einsprache (Urk. 2/4) überwies das
Statthalteramt des Bezirks Horgen, nachdem es weitere Untersuchungshandlun-
gen vorgenommen hatte, am 5. Dezember 2018 die Akten zur Durchführung des
Hauptverfahrens an das Bezirksgericht Horgen. Dies mit dem Antrag, den Straf-
befehl und die nachträglichen Gebühren und Auslagen zu bestätigen (Urk. 1).
2. Mit Verfügung vom 17. Dezember 2018 wurden die Parteien zur  auf den 15. März 2019 vorgeladen und gleichzeitig Frist angesetzt, Beweis-
anträge zu stellen (Urk. 3). Mit Eingabe vom 10. Januar 2019 liess der Beschul-
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digte fristgerecht beantragen, das Gutachten von Dr. med. B._ vom 25. Juli
2012 zu den Akten zu nehmen und Dr. med. C._ an der Hauptverhandlung
als Zeugen zu befragen (Urk. 7). Mit Verfügung vom 22. Januar 2019 nahm das
Bezirksgericht Horgen das Gutachten antragsgemäss zu den Akten und wies den
Antrag einer Zeugenbefragung von Dr. med. C._ ab (Urk. 9).
3. Nach der am 15. März 2019 durchgeführten Hauptverhandlung (Prot. I S. 5 ff.) sprach der Einzelrichter den Beschuldigten der Widerhandlungen gegen das Be-
täubungsmittelgesetz schuldig und bestrafte ihn mit einer Busse von Fr. 500.–.
Das Urteil wurde mündlich eröffnet, kurz begründet und den Parteien vorerst in
unbegründeter Form schriftlich mitgeteilt (Prot. I S. 16 f.). Am 15. März 2019 mel-
dete der Verteidiger des Beschuldigten fristgerecht die Berufung an (Urk. 16). Die
Zustellung des begründeten Urteils an den Beschuldigten erfolgte am 8. Mai 2019
(Urk. 19/2), woraufhin er am 22. Mai 2019 fristgerecht die Berufungserklärung ein-
reichen liess (Urk. 21). Mit Eingabe vom 28. Mai 2019 teilte das Statthalteramt
Bezirk Horgen mit, auf eine Anschlussberufung zu verzichten (Urk. 25). Am
6. Juni 2019 beschloss die hiesige Kammer die schriftliche Durchführung des Ver-
fahrens und setzte dem Beschuldigten Frist zur Berufungsbegründung an, welche
der Beschuldigte mit Eingabe vom 25. Juni 2019 fristgerecht erstattete (Urk. 29
und Urk. 31). Das Statthalteramt Bezirk Horgen verzichtete in der Folge still-
schweigend auf eine Berufungsantwort (Urk. 33 und 34). Ebenfalls verzichtete die
Vorinstanz ausdrücklich auf eine Vernehmlassung (Urk. 35).
II. Prozessuales
1. Grundsätze
1.1. Gemäss Art. 398 Abs. 1 StPO ist die Berufung zulässig gegen Urteile  Gerichte, mit denen das Verfahren ganz oder teilweise abge-
schlossen worden ist. Die Berufungsinstanz überprüft den vorinstanzlichen Ent-
scheid bezüglich sämtlicher Tat-, Rechts- und Ermessensfragen üblicherweise frei
(Art. 398 Abs. 2 und 3 StPO). Bildeten jedoch ausschliesslich Übertretungen Ge-
genstand des erstinstanzlichen Hauptverfahrens, so schränkt Art. 398 Abs. 4
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StPO die Kognition der Berufungsinstanz ein. In diesen Fällen wird das angefoch-
tene Urteil lediglich dahingehend überprüft, ob es rechtsfehlerhaft ist oder ob eine
offensichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhaltes durch die Vorinstanz ge-
geben ist. Relevant sind dabei klare Versehen bei der Sachverhaltsermittlung wie
namentlich Irrtümer oder offensichtliche Diskrepanzen zur Akten- und Beweislage.
Weiter in Betracht kommen insbesondere Fälle, in denen die Sachverhalts-
feststellung auf einer Verletzung von Bundesrecht, in erster Linie von Verfahrens-
vorschriften der StPO selbst, beruht. Gesamthaft gesehen dürften regelmässig
Konstellationen relevant sein, die als willkürliche Sachverhaltserstellung zu quali-
fizieren sind (vgl. SCHMID/JOSITSCH, StPO Praxiskommentar, 3. Aufl. 2018,
Art. 398 N 12 f.; BSK StPO II-EUGSTER, 2. Aufl. 2014, Art. 398 N 3a). Willkür bei
der Beweiswürdigung liegt vor, wenn der angefochtene Entscheid offensichtlich
unhaltbar ist oder mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht.
Dass eine andere Lösung oder Würdigung ebenfalls vertretbar oder gar zutreffen-
der erscheint, genügt für die Annahme von Willkür nicht (BGE 138 I 305 E. 4.3 mit
Hinweisen). Eine vertretbare Beweiswürdigung ist daher auch dann noch nicht
willkürlich, wenn die Berufungsinstanz anstelle des Vorderrichters allenfalls an-
ders entschieden hätte. Es ist somit zu überprüfen, ob das vorinstanzliche Urteil
im Bereich der zulässigen Kognition Fehler aufweist.
1.2. Die urteilende Instanz muss sich nicht mit allen Parteistandpunkten  auseinandersetzen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen.
Vielmehr kann sich das Gericht auf die seiner Auffassung nach wesentlichen und
massgeblichen Vorbringen der Parteien beschränken (BGE 141 IV 249 E. 1.3.1.
m.w.H.).
2. Umfang der Berufung
Der Beschuldigte ficht die Dispositivziffern 1, 2, 3 und 6 des vorinstanzlichen
Urteils an (Urk. 31). Gegen Dispositivziffer 4 (Einziehung und Vernichtung der
sichergestellten Betäubungsmittel) und Dispositivziffer 5 (Kostenfestsetzung) wird
hingegen nicht opponiert. Es ist deshalb vorab mit Beschluss festzustellen, dass
die Dispositivziffern 4 und 5 des vorinstanzlichen Urteils rechtskräftig sind. Im
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Übrigen ist das vorinstanzliche Urteil im Rahmen der oben erläuterten Kognition
zu überprüfen (Art. 404 Abs. 1 StPO).
III. Schuldpunkt
1. Standpunkt der Vorinstanz und Rügen des Beschuldigten
1.1. Die Vorinstanz sah den äusseren und inneren Sachverhalt als erstellt an. Zum inneren (bestrittenen) Sachverhalt hielt die Vorinstanz fest, dass der Be-
schuldigte namentlich drei Mal Samen im Internet ausgewählt habe, weshalb
davon auszugehen sei, dass er gewusst habe, was er bestellt habe (nämlich nicht
CBD Samen; Urk. 20 S. 7 ff.). Der Beschuldigte rügt in der Berufungsbegründung
die vorinstanzliche Beweiswürdigung (zum inneren Sachverhalt) als willkürlich
und führt dazu aus, die Vorinstanz habe einen Beweisantrag zur Befragung von
Dr. C._, welcher Licht in die Sache hätte bringen können und über die psy-
chische Konstitution sowie über etwaige nicht luzide Phasen hätte Auskunft ertei-
len können, abgelehnt. Stattdessen habe sie bloss auf den schriftlichen Bericht
von Dr. C._ abgestellt. Dies stelle eine Verletzung des rechtlichen Gehörs
und eine willkürliche Beweiswürdigung dar. Ebenfalls habe die Vorinstanz die
Aussagen des Beschuldigten willkürlich gewürdigt, indem sie von uneinheitlichen
und diffusen Aussagen ausgegangen sei, obwohl der Beschuldigte bei seinen
Aussagen nur verschiedene Worte benutzt habe (Urk. 31 Rz. 8 f.; 11).
1.2. Im Weiteren lässt der Beschuldigte vorbringen, er habe sich konstant auf den Standpunkt gestellt, die Hanfsamen aus Versehen bestellt zu haben, er habe ei-
gentlich CBD-Hanfsamen bestellen wollen (Urk. 31 Rz. 7). Hinzu komme, dass
die Vorinstanz auf "unvollständige" Akten abgestellt habe (Urk. 31 Rz. 8). Zudem
sei zu berücksichtigen, dass Aussagen einer psychisch angeschlagenen Person
nicht gleich gewürdigt werden dürften wie bei einer psychisch gesunden Person.
Schliesslich sei der Beschuldigte ein völlig unbescholtenes Blatt, weshalb kein
Grund vorliege, nicht die Wahrheit zu sagen (Urk. 31 Rz. 13).
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1.3. Die Vorinstanz habe zudem auch eine Rechtsverletzung begangen, indem sie den Tatbestand des Sachverhaltsirrtums nicht korrekt angewendet habe
(Urk. 31 Rz. 5).
2. Würdigung
2.1. Vorweg ist festzuhalten, dass es die eingeschränkte Kognition des  erforderlich macht, dass sich der Beschuldigte mit den Erwägungen
des vorinstanzlichen Urteils auseinandersetzt und anhand dieser Erwägungen die
geltend gemachte Willkür begründet und substantiiert aufzeigt. Es genügt nicht,
wenn der Beschuldigte lediglich seine (allgemeine) Sicht der Dinge darstellt. Auf
die oben erwähnten Ausführungen der Verteidigung ist daher nur insoweit einzu-
gehen, als dargelegt wird, inwiefern die vorinstanzliche Urteilsbegründung willkür-
lich sein soll, und/oder eine Rechtsverletzung geltend gemacht wird.
2.2. Die Vorinstanz wies den Beweisantrag des Beschuldigten, Dr. med. C._ als Zeugen zu befragen, mit Verfügung vom 22. Januar 2019 mit ausführlicher
Begründung ab (Urk. 9). Anlässlich der Hauptverhandlung vom 15. März 2019
stellte der Beschuldigte diesen Beweisantrag nicht nochmals. Die Vorinstanz
musste sich demnach in ihrem Urteil nicht mehr materiell mit dem Beweisantrag
des Beschuldigten auseinandersetzen, weshalb von Vornherein nicht ersichtlich
ist, weshalb darin eine Verletzung des rechtlichen Gehörs liegen sollte. Im Übri-
gen setzte sich der Beschuldigte in seiner Berufungsbegründung auch nicht mit
den Erwägungen in der Präsidialverfügung vom 22. Januar 2019 auseinander.
2.3. Zum Einwand des Beschuldigten, die Vorinstanz habe auf die blossen  von Dr. med. C._ "im schriftlichen Bericht" abgestellt, um seinen
Zustand im Tatzeitpunkt zu beurteilen, weshalb eine willkürliche Beweiswürdigung
vorliege, gilt Folgendes festzuhalten: Das Gericht hat sich bei der Beweiswürdi-
gung auf die vorhandenen Beweise zu stützen und diese Beweise nach Art. 10
Abs 2 StPO frei nach der aus dem gesamten Verfahren gewonnenen Überzeu-
gung zu würdigen. Die Vorinstanz schloss aus dem psychiatrischen Gutachten
von Dr. med. B._ vom 25. Juli 2012 (Urk. 8), dass der Beschuldigte an einer
rezidivierenden depressiven Störung mit teils schweren depressiven Phasen mit
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einer Tendenz zur Chronifizierung, einer paranoiden Persönlichkeitsstörung sowie
einem Cannabisabusus leide (Urk. 20 S. 11; Urk. 8 S. 10). Zudem berücksichtigte
die Vorinstanz in ihren Erwägungen den psychiatrischen Bericht von Dr. med.
C._ vom 19. September 2018, dem langjährigen behandelnden Arzt des Be-
schuldigten, wonach in der ersten Hälfte des Jahres 2018 – folglich auch im Tat-
zeitpunkt, so die Vorinstanz – keine Anhaltspunkte für psychotisches Erleben
(Psychose) [während den Konsultationen] vorgelegen hätten (Urk. 20 S. 11). Die
Vorinstanz kam mangels Hinweis auf eine Beeinträchtigung der Urteils- und
Handlungsfähigkeit oder auf mangelnde Schuldfähigkeit zum Schluss, dass die
vom Beschuldigten vorgebrachten Behauptung einer geistigen Umnachtung im
Tatzeitpunkt in den ärztlichen Unterlagen keine Stütze finde (Urk. 20 S. 11). Die
Verteidigung legt nicht dar, weshalb die Vorinstanz dabei in Willkür verfallen sein
soll. Gemäss Art. 20 StGB wäre bei einem ernsthaften Anlass, an der Schuldfä-
higkeit des Täters zu zweifeln, entgegen der Auffassung der Verteidigung ohnehin
eine sachverständige Begutachtung anzuordnen und nicht eine Zeugenbefragung
des langjährigen Psychiaters des Beschuldigten durchzuführen.
Im Weiteren wirft der Beschuldigte der Vorinstanz Willkür in der Würdigung seiner
Aussagen vor (Urk. 31 Rz. 11). Die Vorinstanz hielt in ihren Erwägungen lediglich
fest, dass der Beschuldigte verschiedene Erklärungen für die Bestellung der
Hanfsamen vorgebracht und über den Verlauf des Strafverfahrens immer detail-
reicher ausgesagt habe, weshalb die Aussagen des Beschuldigten widersprüch-
lich ausgefallen seien (Urk. 20 S. 11 f.). Die Verteidigung bringt in der Berufungs-
begründung selbst vor, der Beschuldigte habe nach möglichen Erklärungen für
sein Handeln gesucht, weswegen auch weitere Erinnerungen bzw. Erklärungen
dazu gekommen seien, weshalb es zu diesen Ausnahmezustand gekommen sei
(Urk. 31 Rz. 12). Es kann daher mit der Vorinstanz nicht von konstanten Aus-
sagen des Beschuldigten ausgegangen werden. Eine willkürliche Würdigung der
Aussagen des Beschuldigten ist nicht ersichtlich und wird im Übrigen auch nicht
substantiiert dargelegt.
2.4. Die Vorinstanz kam in ihren Erwägungen zum Schluss, dass (auch) der  Sachverhalt bzw. der subjektive Tatbestand eines vorsätzlichen Handelns des
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Beschuldigten zu bejahen sei, was dazu führe, dass kein Sachverhaltsirrtum
vorgelegen habe (Urk. 20 S. 7 ff.). Nach Art. 13 Abs. 1 StGB ist von einem
Sachverhaltsirrtum auszugehen, wenn der Täter in einer irrigen Vorstellung über
den Sachverhalt gehandelt hat, wobei das Gericht die Tat dann zu Gunsten des
Täters nach dem Sachverhalt beurteilt, den er sich vorstellte. Die rechtlichen
Grundlagen eines Sachverhaltsirrtum wurden von der Vorinstanz zutreffend wie-
dergegeben. Darauf kann grundsätzlich verwiesen werden (Urk. 20 S. 4 f.). Bei
einem Sachverhaltsirrtum fehlt es dem Beschuldigten kurz gesagt am Vorsatz
hinsichtlich der Wissensseite der objektiven Tatbestandselemente (vgl. BSK StPO
I-NIGGLI/MAEDER, 4. Aufl. 2018, Art. 13 N 8). Die Verteidigung bringt vor, der Be-
schuldigte habe sich klar in einem Irrtum befunden, als er die Hanfsamen bestellt
habe (Urk. 31 Rz. 10 und 12). Dabei unterlässt es die Verteidigung jedoch darzu-
legen, weshalb die gegenteiligen Feststellungen der Vorinstanz zum inneren
Sachverhalt willkürlich sein sollen. Um auf seine Rüge eingehen zu können, hätte
der Verteidiger vorbringen müssen, weshalb die Vorinstanz willkürlich einen
Sachverhaltsirrtum verneint habe. Die Verteidigung beschränkt sich stattdessen
darauf, zu behaupten, der Beschuldigte habe sich in einem Sachverhaltsirrtum
befunden und bringt abermals vor, Dr. med. C._ hätte Auskunft über die psy-
chische Konstitution des Beschuldigten und dessen Verhalten bei Übernächtigung
erteilen können (Urk. 31 Rz. 10). Ein Fehler in der Rechtsanwendung liegt jeden-
falls nicht vor. Die Vorinstanz bejahte überzeugend ein vorsätzliches Handeln
des Beschuldigten, was gleichzeitig einen Sachverhaltsirrtum ausschliesst. Die
diesbezüglichen Erwägungen der Vorinstanz sind nicht zu beanstanden.
2.5. Gestützt auf die vorangehenden Erwägungen ist als Zwischenfazit , dass für die rechtliche Würdigung vom vorinstanzlich erstellten (äusseren und
inneren) Sachverhalt auszugehen ist.
2.6. Die Vorinstanz folgte in ihrer rechtlichen Würdigung dem Statthalteramt  Horgen und verurteilte den Beschuldigten der Widerhandlung gegen das Be-
täubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 i.V.m. Art. 19 Abs. 1 BetmG
(Urk. 20 S. 13).
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2.7. Der Beschuldigte brachte im Rahmen des Berufungsverfahrens gegen die vorinstanzliche Würdigung des Sachverhaltes als Widerhandlung gegen das Be-
täubungsmittelgesetz keine Rügen vor. Nachdem sich die rechtliche Würdigung
der Vorinstanz diesbezüglich als korrekt erweist, kann sie unter Verweis und ohne
Ergänzungen übernommen werden (Urk. 21 S. 13). Zusammenfassend ist der
Beschuldigte in Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils der Widerhandlung ge-
gen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 i.V.m. Art. 19 Abs. 1
BetmG schuldig zu sprechen.
IV. Sanktion
Hinsichtlich der Strafzumessung kann vorab auf die korrekten Ausführungen der
Vorinstanz zu den gesetzlichen Grundlagen der Busse und der Festsetzung der
Bussenhöhe verwiesen werden (Urk. 21 S. 13 f.). Seitens der Verteidigung wurde
nichts vorgebracht, was Anlass böte, die erstinstanzliche Strafzumessung zu
korrigieren. Die Vorinstanz begründete in nachvollziehbarer Weise, dass vor-
liegend mit potentiell 900 Gramm Cannabis, einer einschlägigen Vorstrafe und
angesichts des direktvorsätzlichen Handelns des Beschuldigten von keinem leich-
ten Fall mehr ausgegangen werden könne (Urk. 21 S. 14 f.). Die ausgesprochene
Busse von Fr. 500.– erscheint angemessen und ist unter Verweis auf die Begrün-
dung des erstinstanzlichen Entscheids zu bestätigen. Zu übernehmen ist auch die
Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen für den Fall der schuldhaften Nichtbezahlung
der Busse (Urk. 21 S. 15).
V. Kostenfolgen
1. Erstinstanzliche Kosten
Zufolge des konkreten Verfahrensausgangs ist die vorinstanzliche Kostenauflage
zu bestätigen (Urk. 21 S. 17, Dispositiv-Ziff. 6).
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2. Kosten im Berufungsverfahren
2.1. Da der Beschuldigte im Berufungsverfahren mit seinem Antrag auf Freispruch vollumfänglich unterliegt, sind ihm die Kosten für das Berufungsverfahren aufzuer-
legen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Raum
für die Zusprechung einer Prozessentschädigung an den Beschuldigten.
2.2. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr ist auf Fr. 1'500.– festzusetzen.