Decision ID: af4fb30f-43a8-53df-aed5-39f09a4d8694
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1968, meldete sich u
nter Hinweis auf
eine
Hör
behinderung
erstmals
am 2
9.
Mai 1990 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/4).
In den darauffolgenden Jahren versorgte die IV-Stelle den Versicherten verschiedentlich mit Hilfsmitteln (Urk. 7/8, 7/65, 7/107, 7/112) und gewährte berufliche Massnahmen (Urk. 7/68, 7/75/1-2, 7/76, 7/79, 7/84). Von Juni 1991 (Urk. 7/10) bis Oktober 1998 bezog der Ver
sicherte eine
Viertelsrente
der Invalidenversicherung (Urk. 7/74).
1.2
Der Versicherte meldete sich am 2
4.
November 2010
(
Urk.
7/144)
erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an.
A
m
2.
Juli 2012 (
Urk.
7/168) teilte die IV-Stelle dem Versicher
ten mit, da er sich aufgrund des Gesundheitszustandes zurzeit nicht in der Lage fühle an Eingliederungsmassnahmen teilzunehmen, werde das Leistungsbegehren um beruflichen Massnahmen abgewiesen.
Mit Mitteilung vom
8.
Januar 2013 (
Urk.
7/178) erteilte die IV-Stelle Kosten
gutsprache für ein Belastbarkeitstraining. Mit Mitteilung vom 1
7.
April 2013 (
Urk.
7/185) erteilte die IV-Stelle Kostengutsprache für ein Aufbautraining.
Mit Mitteilung vom
5.
Dezember
2013 (
Urk.
7/199) erteilte die IV-
Stelle
Kostengutsprache für ein
Arbeitstraining, welche
s
mit Mitteilung vom 1
6.
Juni
2014 (
Urk.
7/205)
rückwirkend per 31. Mai 2014
abgeschlossen wurde
.
Die IV-Stelle holte in der Folge unter anderem ein polydisziplinäres Gutach
ten ein, das am 1
5.
Mai 2015 erstattet wurde (Urk. 7/222).
Nach ergangenem Vorbescheid (
Urk.
7/226
) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
1
9.
Novem
ber 2015
einen Rentenanspruch (
Urk.
6/229
=
Urk.
2)
.
2.
Der
Versicherte
erhob am
5.
Januar 2016
Beschwerde
gegen die Verfügung vom
1
9.
November 2016
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
ihm
eine Invalidenrente
zuzusprechen, eventuell sei
die Angelegenheit zwecks Durchführung weiterer Abklärungen zurückzuweisen
(
Urk.
1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
2
8.
Januar
2016
(
Urk.
6
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am
2
3.
Febru
ar 2016
zur Kenntnis gebracht (
Urk.
12
).
Mit Gerichtsverfügung vom
2
6.
Mai 2016
wurden antragsgemäss (vgl.
Urk.
1
S.
2
) die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung bewilligt (
Urk.
13
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgeset
zes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Be
tracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreivier
telsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis
der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medi
zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.4
Gemäss
Art.
88a
Abs.
1
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
ist bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen oder bei einer Verminderung der Hilflosigkeit, des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwandes oder des Hilfebedarfs die anspruchsbeeinflussende Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird. Die hierzu notwendige Prognose unterliegt dabei dem im
Sozialversiche
rungs
recht
üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 119 V 7 E. 3c/
aa
mit Hinweisen).
Nach der bundesgerichtlichen Praxis zu
Art.
88a
Abs.
1 IVV ist eine Rente bei Wegfall der Invalidität im Normalfall erst nach Ablauf von drei Monaten seit dem Eintritt der anspruchserheblichen Veränderung aufzuheben (BGE 119 V 98 E. 4a, Urteil des Bundesgerichts I 569/06 vom 20. November 2006 E. 3.3).
1.5
Arbeitsunfähige (
Art.
6 ATSG) Versicherte, welche eingliederungsfähig sind, haben gemäss
Art.
18
Abs.
1 IVG Anspruch auf aktive Unterstützung bei der Suche eines geeigneten Arbeitsplatzes (
lit
. a) und auf begleitende Beratung im Hinblick auf die Aufrechterhaltung ihres Arbeitsplatzes (
lit
. b). Die IV-Stelle veranlasst diese Massnahmen unverzüglich, sobald eine summarische Prüfung ergibt, dass die Voraussetzungen dafür erfüllt sind (
Abs.
2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) ge
stützt auf
die medizinischen Abklärungen davon aus, dass es im Dezember 2010 zu einer leichtgradigen Verbesserung der depressiven Symptomatik ge
kommen sei. Es habe noch eine leichtgradige depressive Episode auf dem
Boden einer
anankastischen
Persönlichkeitsstörung bestanden. Die im psy
chia
t
rischen Gutachten diagnostizierte
anankastische
(zwanghafte)
Persön
lich
keitsstörung
bestehe seit der Kindheit und habe bis 2008 die Arbeitsfähigkeit
nicht eingeschränkt. Weiter würden sich keine Anhaltspunkte für das Vor
handensein von anderen relevanten psychiatrischen Erkrankungen ergeben. Daher bestehe aus psychiatrischer Sicht kein invalidisierender
Gesundheits
schaden
. Aus somatischer Sicht bestehe eine Hörbehinderung. Tätigkeiten, welche ein normales Gehör sowie eine gute Kommunikationsfähigkeit unter
Störlärm
voraussetzen würden, seien nicht geeignet. Ausserdem sollten Tätigkeiten unter erhöhtem Umgebungsgeräuschpegel gemieden werden. Der Hörbehinderung angepasste Tätigkeiten, wie beispielsweise die bisherige
als kaufmännischer Angestellter, seien vollumfänglich zumutbar
(S. 2)
.
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer
beschwerdeweise (
Urk.
1)
auf
den Standpunkt, es sei gestützt auf das vorliegende Gutachten
von Okto
ber 2010 bis Juni 2014
von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit
in der bishe
rigen Tätigkeit als Kaufmann
auszugehen.
Dies bestätige auch der Regionale Ärzt
liche Dienst (RAD). Erst ab Juli 2014 sei wieder von einer 100%igen Ar
beits
fähigkeit in angepasster Tätigkeit auszugehen. Entsprechend schliesse auch die Beschwerdegegnerin in der Beurteilung auf eine 100%ige Arbeitsfä
higkeit seit Juli 2014, während sie für die Zeit von Oktober 2010 bis Juli 2014 auf die Aktenlage, namentlich auf die Berichte des
Y._
wie
auch auf die
berufsberaterische
Berichterstattung, verw
iesen habe
. Im Wesent
lichen sei daher unbestritten und werde auch vom RAD und im Gutachten anerkannt, dass er seit Oktober 2010 zu 100
%
arbeitsunfähig ge
wesen sei. Anerkannt sei des Weiteren, dass eine Verbesserung im Jahr 2011 einge
treten sei, welche die Durchführung von beruflichen Massnahmen er
laubt habe, wobei bis zum Juli 2014 von einer entsprechenden
Teilarbeits
unfähig
keit
mit Steigerung ausgegangen werden müsse
, dies jedoch bezogen auf den zweiten Arbeitsmarkt
(S. 4)
. Es bestehe daher rückwirkend Anspruch auf eine ganze Invalidenrente ab Oktober 2010 bis 3
0.
September 2014
(S. 5 oben)
.
Im Weiteren fehle es vorliegend an einer
spezifischen neuropsychologischen Abklärung vor Ort am Arbeitsplatz unter Einbezug der realexistierenden
Stör
kulisse
im Sinne von Geräuschpegeln. Aus den realen Erkenntnissen der beruflichen Abklärungen bestehe der dringende Verdacht, dass die Schwer
hörigkeit bei irritierenden, im alltäglichen Leben jedoch auftretenden Stress
faktoren zur Verlangsamung und Konzentrationsstörung im Sinne neuropsy
chologischer Beeinträchtigung führe. Eine solche Testung habe bei der
poly
disziplinären
Begutachtung gerade nicht stattgefunden, sondern nur unter geräuscharmen und damit realitätsfremden, künstlichen Gegebenheiten
.
Entsprechend sei das Ergebnis positiv ausgefallen
(S. 5 unten)
. Es bestünden
Zweifel daran, dass überhaupt kaufmännische Tätigkeiten ohne irgendwel
chen
Störlärm
sowie ohne Zeitdruck auf dem ersten, ausgeglichenen Ar
beitsmarkt vorzufinden seien.
Entsprechend sei die neuropsychologische Te
stung nach
zu
holen und die Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zu
rückzuweisen (S. 6).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, wie es sich mit der Arbeitsfähigkeit des Beschwer
deführers verhält
.
3.
3.1
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Oberarzt
Y._
, berichtete
am
7.
Dezember 2010 (
Urk.
7/154) von
einer stationären Behandlung seit
dem 2
7.
Oktober 2010 und nannte
als Diag
nosen eine Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10 F43.21) und eine angeborene Hörminderung beidseits. Dazu führte
er aus
, die freiwillige stationäre Aufnahme sei zur Stabilisierung eines akuten Erschöp
fungszustandes erfolgt.
Die Stimmung habe mit
Cipralex
verbessert werden können. Der
Beschwerdeführer
habe sich dem Stationsgeschehen gegenüber besser öffnen können, wenngleich er zwischenzeitlich immer wieder tiefe Erschöpfungszustände beklagt habe. Der
Beschwerdeführer
habe sehr von der
aktiven und motivierten Teilnahme am paramedizinischen
Therapiepro
gra
mm
profitiert, wodurch es insgesamt zu einer deutlichen Verbesserung des
Zu
stands
bildes
gekommen sei. Trotz persistierender
Rückzugstendenz und aus
ge
prägtem Ruhebedürfnis
habe der
Beschwerdeführer
gelernt
,
Kontakte zu Mitmenschen besser zuzulassen. Zur Konsolidierung des positiven Verlaufs sowie zur Aufrechterhaltung einer Tagesstruktur sei der Übertritt in die Tagesklinik geplant (
S. 2
Ziff.
1.4).
Das Bestehen eines
chronifizierten
Zustandsbilds aus psychiatrischer Sicht sei nicht auszuschliessen.
Dass durch die engmaschige psychotherapeutische und psychopharmakologische Behandlung ein stabiles Zustandsbild aufrecht
er
hal
ten werden könne und im weiteren Verlauf eine teilzeitige Arbeitsfähig
keit in einem geschützten Rahmen erreicht werden könne, sei zu eine späte
ren Zeitpunkt zu beurteilen (S. 3 oben
Ziff.
1.4).
Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Kaufmann bestehe während des statio
nären Aufenthaltes und bis auf weiteres eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
(S.
3
Ziff.
1.6). Die ausgeprägte Rückzugstendenz, das ausgeprägte
sozio
phobe
Vermeidungsverhalten, die verminderte Belastbarkeit sowie die für den
Be
schwerdeführer
sehr beeinträchtigende Hörminderung beidseits würden sich
einschränkend auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit auswirken. Es komme zu einer verminderten Stresstoleranz in Belastungssi
tuationen sowie zu einer verminderten Leistungsfähigkeit, wodurch eine Ineffizienz in der Arbeit zu begründen sei. Die bisherige Tätigkeit sei aus me
dizinischer Sicht noch zu
mutbar, eine genaue Prognose könne im jetzigen Zeitpunkt nicht abgegeben werden. Die Arbeitsfähi
gkeit im
geschützten Rah
men nach erfolgter Stabili
sierung sei auf zirka 20 bis 30
%
zu schätzen, dies sei jedoch im weiteren Verlauf zu beurteilen (S. 3
unten f.
Ziff.
1.7).
Zum jet
zigen Zeitpunkt könne nicht von einer Wiederaufnahme der beruflichen Tä
tigkeit im ersten Arbeits
markt ausgegangen werden (S. 4
Ziff.
1.9).
Das
Kon
zentrations
- und Auf
fassungsvermögen sei mittelgradig eingeschränkt, die Anpassungsfähigkeit sowie die Belastbarkeit seien stark eingeschränkt (S. 4
Ziff.
1.10).
3.2
Dr.
Z._
berichtete
am 2
1.
September 2011 (
Urk.
7/160) von einer ambulan
ten Behandlung seit dem 2
9.
M
ärz 2011 (
Ziff.
1.2) und nannte
als Diagnosen eine leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0),
anankastische
Persönlich
keitszüge
(ICD-10 F60.5) sowie eine Schwerhörigkeit beidseits (
Ziff.
1.1).
Bezüglich der depressiven Symptomatik sei es seit Dezember 2010 zu einer
leichtgradigen Verbesserung gekommen. Beim
Beschwerdeführer
bestehe ak
tu
ell noch eine leichtgradige depressive Episode auf dem Boden einer
ana
n
kas
tischen
Persönlichkeitsstörung. Der
Beschwerdeführer
sei aktuell (inklu
sive Haushaltstätigkeiten sowie tagesstrukturierender Massnahmen im
Tages
zen
trum
der
A._
und selbständigen
ta
ges
struk
turierenden
Massnahmen) in der Lage, Tätigkeiten in einer Zeitdauer von vier Stunden pro Tag nachzugehen
. Bezüglich der Arbeitsfähigkeit als Sachbearbeiter bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Die Arbeitsfähigkeit in einer der Behinderung angepassten Tätigkeit (vor allem in Hinblick auf die Schwerhörigkeit beidseits) liege aktuell bei zirka 30
%
, mittelfristig
steigerbar
bis zirka 50
%
in angepasster Tätigkeit mit langsam steigender Belastung (S.
1).
Die Prognose bezüglich der Arbeitsfähigkeit sei aufgrund der hohen Motiva
tion des
Beschwerdeführers
als gut einzustufen. Trotz jahrelanger Behinde
rung bezüglich der Hörstörung scheine der
Beschwerdeführer
diese gut im Alltag kompensieren zu können. Im Hinblick auf die psychiatrischen Erkran
kungen sei der
Beschwerdeführer
bemüht, Veränderungen im positiven Sinne herbeizuführen (S.
4). Es würden zweiwöchentliche psychotherapeutische
Einzel
gespräche
sowie eine Psychopharmakotherapie
erfolgen
. Seit
Behand
lungsbeginn
am 2
5.
Oktober 2010 bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit als
Sachbearbeiter (
Ziff.
1.6). Im Rahmen der Überforderung (beispielsweise viele Menschen, hochfrequentes Arbeiten, schneller Informationsfluss) rea
giere der
Beschwerdeführer
mit starker Erschöpfung,
Konzentrationsstörun
gen
und
Auf
merksamkeitsstörungen
, was in der Folge zu einer depressiven Symptomatik führen könne. Die Auswirkung auf die Arbeit wäre, dass der
Beschwerde
führer
ungenau im Rahmen der Konzentrationsstörungen arbeiten und bei
de
pressiver Symptomatik vermehrt Pausen benötige
n
würde (
Ziff.
1.7). Bezüg
lich Arbeitsfähigkeit sei festzuhalten, dass es ein
ruhiger Arbeitsplatz sein
, die Arbeitsfähigkeit langsam und schri
ttweise gesteigert werden
, Ruhezeiten möglich sein sollten sowie der Kontakt mit grösseren Menschenmengen und hohem Informationsfluss vermieden werden sollte (S. 7).
3.3
Dr.
Z._
nannte
im Bericht vom 1
8.
Juli 2012 (
Urk.
7/170) als Diagnose eine
anankastische
Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.5) sowie eine Schwerhö
ri
g
keit beidsei
ts (S.
1
Ziff.
1.1) Dazu führte
er
aus, dass die depressive Symp
to
matik beim
Beschwerdeführer
in den letzten Wochen abgeklungen sei. Ent
sprechend den internationalen Guidelines habe die antidepressive me
dika
mentöse Therapie beendet werden können. Der
Beschwerdeführer
befinde sich jetzt noch in ambulanter psychiatrisch-psychotherapeutischer Behand
lung. Des Weiteren nehme der
Beschwerdeführer
noch immer am Programm des Tageszentrums der
A._
teil und verfolge selbständig tagesstrukturierende Massnahmen sowie die
Haus
halts
tätigkeiten
in der eigenen Wohnung.
In
seinem
angestammten Beruf als Sachbearbeiter sei der
Beschwerdeführer
aus ärztlicher Sicht weiterhin zu 100
%
arbeitsunfähig, wobei sich die Frage stelle, ob der
Beschwerdeführer
in diesem Beruf jemals wieder
werde
arbeiten können. Auch die Leistungs
fähigkeit des
Beschwerdeführers
sei weiterhin eingeschränkt, sie liege aktuell bei zirka 30
%
. Inwieweit der
Beschwerdeführer
in einem der Behinderung angepassten
Arbeitsumfeld
zukünftig we
rd
e
arbeiten können, sollte mittels eines Belastbarkeitstrainings und in der Folge eines Aufbautrainings durch die IV überprüft werden. Genaue Angaben zu den Leistungsprozenten seien insofern schw
i
er
ig
zu machen, da der
Beschwerdeführer
schon seit langer Zeit nicht mehr einer geregelten Arbeitstätigkeit nachgehe (S. 1).
Aufgrund der Persönlichkeitsstörung würden weiterhin ängstlich vermei
dende
Tendenzen bestehen. Die Prognose sei weiterhin als gut einzustufen, da der
Beschwerdeführer
sehr motiviert sei (
Ziff.
1.4). Es
würden zwei- bis drei
wöchentlich
psychotherapeutische Einzelgespräche sowie der Besuch des
Tages
zentrums
der
A._
stattfinden (
Ziff.
1.5). Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Sachbearbeiter bestehe seit dem 2
5.
Oktober 2010 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (
Ziff.
1.6). Hoch
frequentes Arbeiten, schneller Informationsfluss sowie häufig wechselnde An
forderungen würden zu
Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen so
wie Erschöpfung und Rückzug mit zunehmenden Ängsten führen, was gege
benenfalls wieder zu einer depressiven Symptomatik führen könne. Der
Be
schwerdeführer
würde ungenau arbeiten, bräuchte verm
ehrt Pausen und wäre schnell überfordert (
Ziff.
1.7).
Ab wann und in welchem Umfang mit einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit gerechnet werden könne, könne zum heutigen Zeitpunkt nicht angegeben werden. Massgeblich werden die Beobachtungen während des Belastungstrainings sein (
Ziff.
1.9).
3.4
Dr.
Z._
berichtete am
8.
Oktober 2013
(Urk. 7/191)
über den medizinischen Verlauf und führte dazu aus, der
Beschwerdeführer
habe in den letzten zwei Jahren er
hebliche Fortschritte gemacht. Die Depression sei „ausgeheilt“ und auch
sei
ner ängstlichen und abhängigen Persönlichkeitsakzentuierung könne der
Beschwerdeführer
mit den erlernten Fähigkeiten gut begegnen und im Alltag bestehen. Insofern spreche nichts gegen eine Rückkehr in den
Arbeits
alltag
im ersten Arbeitsmarkt (unter Berücksichtigung der allgemeinen Vor
aus
set
zungen wie kein Schichtdienst, keine Nachtdienste, keine grossen Menschenmengen auch wegen der Hörstörung usw.). Er sehe den
Be
schwer
de
führer
nur noch zirka alle vier Wochen
,
um eine kurze Standortbe
stimmung zu machen und die wichtigsten Fähigkeiten und deren Einsatz im Alltag im
mer wieder durchzugehen.
3.5
Dr.
Z._
führte im Bericht vom
1.
Juli 2014 (
Urk.
7/209) aus, aus psychiatri
scher Sicht könne der Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers
als stabil bezeichnet werden. Es würden keine depressiven Symptome mehr bestehen, bezüglich der ängstlich-zwanghaften Persönlichkeit habe der
Beschwerde
führer
durch psychotherapeutische Interventionen genügend Fähigkeiten er
lernen können, um die Störungsmuster zu kompensieren. Eine
Psychophar
makotherapie
sei nicht indiziert, der
Beschwerdeführer
werde nur noch alle vier Wochen im Sinne einer Verlaufs- und Stabilitätskontrolle visitiert. In
sofern könne von psychiatrischer Seite der Gesundheitszustand aktuell als gut beschrieben werden. Auch was die Prognose angehe, könne ein günstiger Verlauf erwartet werden
, da der
Beschwerdeführer
auf die Behandlung sehr gut angesprochen habe und im alltäglichen Leben keine pathologischen Schwankungen der Grundstimmung mehr auftr
ä
te
n
(S. 1 Mitte)
.
Am 1
3.
Mai 2014 habe sich Herr
B._
von der
C._
gemeldet. Im Gegen
satz zur ambulanten Therapie würden am Arbeitsplatz Probleme mit dem Gedächtnis und der Konzentration auffallen, da der
Beschwerdeführer
teil
weise einen verwirrten Eindruck mache und seine Leistungsfähigkeit eigent
lich zu niedrig
sei
. Daher erhebe sich die Frage, ob neuropsychologische Testungen und Bildgebungen nicht erfolgen sollten und ob es sich bei den
Auffälligkeiten nicht allenfalls um Symptome als Ausdruck einer somati
sch
en Pathologie handeln könnte, die ausschlaggebend für die
Leistungsein
bussen
sein könnte
(S. 1 unten)
.
Eine neuropsychologische Testung, die zum Beispiel in ruhiger und
ge
schützte
Atmosphäre in einer Klinik stattfinde, habe bei
m
Beschwerdeführer
keine Aussagekraft. Aufgrund der Hörschwäche müsste eine neuropsycholo
gische Testung unter realen Bedingungen, sprich am Arbeitsplatz stattfinden. Dies werde vom
Beschwerdeführer
nämlich immer wieder als ausschlagge
bender
Ein
schränkungsgrund
beschrieben, dass er wegen der Hörschwäche in der V
er
richtung am Arbeitsplatz unkonzentriert und teils verwirrt werde. Inso
fern sei eine ausführliche neuropsychologische Abklärung vor Ort am Arbeits
platz unter Einbezug der real existierenden Störkulisse im Sinne von Geräusch
pegeln, welche üblicherweise am Arbeitsplatz herrschen, zu emp
fehlen
(S.
1 unten)
. Erst aus der Kombination der somatischen Abklärungen mit den neuropsychologischen Aspekten vor Ort am Arbeitsplatz sowie der psychia
trischen Beurteilung lasse
sich eine valide Prognose ableiten
(S. 2 oben).
3.6
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Neurologie,
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Otorhinolaryngologie, sowie
lic
. phil.
H._
, Fachpsychologe für Neuropsychologie, nannten im polydisziplinären Gutachten des
I._
vom 1
5.
Mai 2015 (
Urk.
7/222) als Diagnose mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine pantonale
Schallempfindungs
schwer
hörigkeit
beidseits (ICD-10 H90.3) mit Zustand nach
binauraler
Hör
geräte
versorgung
. Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie eine
anankastische
Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.5).
Im Rahmen der
otoneurologischen
Untersuchungsbefunde mit Zustand
binau
raler
Hörgeräteversorgung bei pantonaler
Schallempfindungsschwer
hörig
keit
beidseits
würden auditive Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit beste
hen, so dass Tätigke
iten, welche ein normales Gehör
sowie eine gute audi
tive Kapazität unter
Störlärm
voraussetzen
würden
, für den
Beschwer
defüh
rer
nicht geeignet seien (S. 42 unten f.). Des Weiteren sollten Tätig
keiten un
ter erhöhtem Umgebungsgeräuschpegel mit möglicher Zunahme der
auditi
ven Sc
hwierigkeiten vom
Beschwerdeführer
gemieden werden. Zusam
men
fassend
bestünde
somit aus rein
otoneurologischer
Sicht in einer ange
passten Tätigkeit
, unter Berücksichtigung der oben erwähnten qualitativen Ein
schränkungen, keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (S. 43 oben).
Aus psychiatrischer Sicht sei der
Beschwerdeführer
aktuell
als
zu 100
%
arbeitsfä
hig zu beurteilen. Da im letzten psychiatrischen Verlaufsbericht vom
Juli 2014 darauf hingewiesen wo
rde
n sei
, dass weder eine depressive Symp
toma
tik noch eine Störung durch die Persönlichkeitsstörung zu verzeichnen, keine psychopharmakologische Medikation verordnet worden sei und die psychiatrischen Sitzungen nur zweimonatlich stattf
ä
nden, könne sicher seit
Juli 2014 davon ausgegangen werden, dass keine psychiatrische
Behand
lungs
bedürftigkeit
mehr gegeben sei (S. 43 Mitte). Die effektive Ar
beitsfähigkeit unter beruflicher Belastung könne jedoch nur durch berufliche Massnahmen erneut überprüft werden. Aufgrund der seit dem Durchführen der letzten beruflichen Massnahme weitergehend erreichten psychiatrischen Stabilisie
rung des
Beschwerdeführers
könne jedoch davon ausgegangen wer
den, dass (auch aufgrund der zusätzlich durchgeführten neuropsychologi
schen Testung im Rahmen der aktuellen IV-Abklärung) eine bessere Erfolgs
chance einer erneuten beruflichen Massnahme bestehe (S. 43 unten).
Somatisch-neurologisch figuriere keine Krankheitsdiagnose. Aus neurologi
scher Sicht könne somit keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit festgestellt werden.
Aus neuropsychologischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit in der an
gestammten Tätigkeit (Handelsdiplom, technischer Kaufmann) nicht beein
trächtigt (S.44 oben).
Gesamtmedizinisch ergebe sich somit, dass in einer adaptierten Tätigkeit seit Juli 2014 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bestehe (S. 44 Mitte). Berufliche Massnahmen seien indiziert und durchführbar. Dies insbesondere auch des
halb, da der
Beschwerdeführer
sich selbst als 50 bis 70
%
arbeitsfähig ein
stufe und angebe, sehr motiviert für den Wiedereinstieg in die Berufswelt zu sein (S. 45 oben).
4.
4.1
Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens durch die Sozialversicherung recht
mässig eingeholten Gutachten ist Beweiskraft zuzuerkennen, solange
nicht konkrete Indizien gegen deren Zuverlässigkeit sprechen (BGE 125 V 351
E. 3b/
bb
).
Für die Beurteilung in medizinischer Hinsicht ist vorliegend auf das
poly
diszip
linäre
Gutachten
des
I._
(vorstehend E.
3.6) abzustellen.
Dieses Gut
achten entspricht den erforderlichen Kriterien de
s
Beweiswert
s
einer Exper
tise (vgl. E. 1.
3
).
Der
Beschwerdeführer wurde
seinen
geltend gemach
ten Beschwerden entsprechend umfassend abgeklärt, das Gutachten beruht auf
internistischen,
otorhinolaryngologischen
, psychiatrischen,
neurologi
schen und neuropsychologischen
Untersuchungen, berücksichtigt die ge
klagten Be
schwerden und wurde in Kenntnis der
Vorakten
abgegeben. So
dann sind die Darlegungen der medizinischen Zusammenhänge und die Be
urteilung der medizinischen Situation einleuchtend und die Schlussfolgerun
gen in der Expertise begründet.
In nachvollziehbarer Weise führte
n die Gutachter aus,
dass
auditive Ein
schrän
kungen der
Arbeitsfähigkeit bestehen
, so dass Tätigke
iten, welche ein normales Gehör
sowie eine gute auditive Kapazität unter
Stör
lärm
voraus
setzen würden, für den Beschwerdeführer nicht geeignet seien. Weiter sollten Tätigkeiten unter erhöhtem Umgebungsgeräuschpegel mit möglicher Zu
nah
me der auditiven Schwierigkeiten gemieden werden (vgl. vorstehend E.
3.6). Entsprechend
kamen
die Gutachter
in ihrer
Gesamtbeur
teilung
zum nach
vollziehbaren Schluss, dass
seit Juli 2014
- unter Berück
sichtigung quali
tativer Einschränkungen aufgrund der
Schallempfindungs
schwerhörig
keit
-
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit bestehe
.
4.2
Die Ansicht des Beschwerdeführers, wonach von einer vollständigen Arbeits
unfähigkeit vom 2
5.
Oktober 2010 bis Juli 2014 aus psychischen Gründen auszugehen sei und er dementsprechend für diesen Zeitraum rückwirkend Anspruch auf eine ganze Invalidenrente habe (vgl.
Urk.
1 S. 4 unten f.), fin
det weder im vorliegenden Gutachten noch in den Stellungnahmen des RAD eine
hinreichende
medizinische Stütze. So nahmen e
ntgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (vgl.
Urk.
1 S.
4 f.) weder die Gutachter noch der RAD
retrospektiv
zu
m
Verlauf der Arbeitsfähigkeit
,
insbesondere
der Arbeits
fähig
keit
in einer
lei
densangepassten
Tätigkeit
,
Stellung. Einzig der neuropsycho
lo
gische Gutach
ter führte
in seinem Teilgutachten
hierzu aus,
dass die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit aus neuropsychologischer Sicht nicht beeinträchtigt sei und auch nicht gewesen sei. Zu berücksichtigen seien diesbezüglich die psychiatrische Problematik und die Schwerhörigkeit
(vgl.
Urk.
7/222/40).
Zum rückblickenden Verlauf
der Arbeitsfähigkeit
verweist der Beschwerde
führer
sodann
auf die
Berichte
seines
behandelnden Psychiaters
Dr.
Z._
(vgl. vorstehend E.
3.1-5).
Wie sich nachfolgend zeigt, ist
dessen
Eins
chätz
ung der Arbeitsfähigkeit nur teilweise plausibel und nachvollziehbar.
Dr.
Z._
begründete seine Einschätzung
vorwiegend mit
der depressiven Symptomatik auf dem Boden einer
anankastischen
Persönlichkeitsstörung
und der beein
trächtigenden Hörminderung, welche sich einschränkend auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit auswirken würden (vgl. E.
3.1).
Entspre
chend befand sich der Beschwerdeführer von Oktober bis Dezember 2010 in stationärer, von Dezember 2010 bis März 2011 in teilstationärer und ab April 2011 schliesslich in ambulanter Behandlung bei
Dr.
Z._
.
Dr.
Z._
be
richtete unter anderem von einer verminderten Stresstoleranz in Belastungs
situatio
nen sowie verminderter Leistungsfähigkeit und der Überforderung bei hoch
frequenten Arbeiten mit schnellem Informationsfluss mit häufig wechselnden Anforderungen, welche zu Konzentrations- und
Aufmerk
sam
keits
störungen
führe
n
würde
n
(vgl. vorstehend E.
3.1-3).
Angesichts dieser Ein
schränkungen kann mit überwiegender Wahrscheinlichkeit v
on einer
gegen
sei
tige
n
Wech
selwirkung
zwischen der depressiven Symptomatik, der Schwer
hörigkeit und der Persönlichkeitsstörung ausgegangen werden.
Ent
sprechend erscheint die Einschätzung von
Dr.
Z._
für den Zeitraum von Oktober 2010 bis Juli 2012 als nachvollziehbar.
4.3
Für den Zeitraum von Juli 2012 bis Juli 2014
kann der
Einschätzung von
Dr.
Z._
hingegen
aus den nachfolgenden Ausführungen
nicht mehr gefolgt
werden. So geht aus seinem
Bericht
vom
1
8.
Juli 2012 (vgl. vorstehend E. 3.3)
hervor
, dass die depressive Symptomatik in den
letzten Wochen abge
klungen und auch die antidepressive Behandlung beendet worden sei.
Trotz der abge
klungenen depressiven Symptomatik
erachtete
Dr.
Z._
die Leis
tungs
fähig
keit weiterhin in gleichem Masse als eingeschränkt
und bezifferte diese auf zirka 30
%
. Dies ist nicht nachvollziehbar.
So führte
Dr.
Z._
bereits im Bericht vom 2
1.
September 2011 (vgl. vorste
hend E.
3.2)
aus, dass der Beschwerdeführer
trotz jahrelanger Behinderung bezüglich der Hörstörung diese im Alltag gut kompensieren könne.
Folglich
müsste bei Wegfall der depressiven Symptomatik auch die Arbeitsfähigkeit entsprechend höher sein als zuvor.
So war der
Beschwerdeführer
in früheren Jahren
trotz Hörbehinderung und Persönlichkeitsakzentuierung in der Lage auf dem
1.
Arbeitsmarkt zu arbeiten und
sogar
eine Ausbildung zu ma
chen
.
Dr.
Z._
relativierte
schliesslich
seine Aussage
im Bericht vom 1
8.
Juli 2012
gleich selber indem er festhielt,
dass die Höhe der Arbeitsfähigkeit in einer der Behinderung angepassten Tätigkeit mittels Belastbarkeits- und Auf
bau
training überprüft werden solle, da genaue Angaben zu den
Leistungs
pro
zenten
aufgrund der langen Abwesenheit vom Arbeitsmarkt schw
i
er
ig
zu machen seien
(vgl. vorstehend E. 3.3)
.
Am
8.
Oktober 2013 (vgl. vorstehend E. 3.4) führte
Dr.
Z._
schliesslich
aus, dass der Beschwerdeführer in den letzten zwei Jahren erhebliche Fortschritte gemacht habe. Die Depression sei ausgeheilt und auch der ängstlichen und abhängigen Persönlichkeitsakzentuierung könne der Beschwerdeführer mit den erlernten Fähigkeiten gut begegnen und im Alltag bestehen.
Unter Be
rücksichtigung der allgemeinen Voraussetzungen wie kein Schicht
- und Nachdienst
, keine grossen Menschenmengen auch wegen der Hörstörung
,
würde nichts gegen eine Rückkehr in den Arbeitsalltag im ersten Arbeits
markt sprechen.
Weiter hielt der psychiatrische Gutachter z
um Bericht von
Dr.
Z._
vom
1.
Juli 2014 (vgl. vorstehend E. 3.5) fest, dass es nicht nachvollziehbar sei, dass trotz der remittierten depressiven Symptomatik und durch die
Persön
lichkeitsstörung
verursachten Symptome weiterhin eine 100%ige Arbeitsun
fähigkeit attestiert werde. Dies auch deshalb, da es dem Beschwerdeführer bis zirka 2008 möglich gewesen sei, während mehreren Jahren zu 100
%
sowohl als Lagerist, als auch als kaufmännischer Angestellter zu arbeiten (vgl.
Urk.
7/222/24 Mitte).
4.4
Nach dem Gesagten ist folglich davon auszugehen, dass die von den Gutach
tern attestierte 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätig
keit nicht erst seit Juli 2014 vorliegt, sondern gestützt auf die vorherigen Ausführungen
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
bereits im Juli 2012,
als
die depressive Symptomatik abgeklungen und die antidepressive Be
hand
lung beendet wurde,
vorgelegen hat.
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers führen auch die Erkenntnisse der beruflichen Abklärung
en
zu
keinem anderen Schluss, zumal sie ohnehin nicht
geeignet sind
,
eine medizinisch-theoretische Beurteilung der Arbeits
fähigkeit
zu ersetzen
. Dies gilt vorliegend umso mehr, da während der beruf
li
chen Abklärung gerade keine angepassten Rahmenbedingungen
hinsichtlich der Hörbehinderung
geschaffen wurden, wie dies auch der RAD
festhielt
(vgl.
Urk.
7/214/5 unten).
So sind gestützt auf das vorliegende Gutachten Tätig
keiten, welche ein normales Gehör sowie eine gute auditive Kapazität unter
Störlärm
voraussetzen, für den Beschwerdeführer
gerade
nicht geeignet. Zu
dem sollten Tätigkeiten unter erhöhtem Umgebungsgeräuschpegel gemieden werden. Dies wurde in der beruflichen Abklärung bei der
C._
vom
2.
Dezember
2013 bis 3
1.
Mai
2014 (Abschlussbericht vom 2
3.
Mai
2014;
Urk.
7/203)
offenbar
nicht berücksichtigt,
was
entsprechende Probleme und Leistungseinbussen nach sich zog (vgl.
dazu auch
E. 3.5).
Soweit der Beschwerdeführer
mit Verweis auf den Bericht von
Dr.
Z._
vom
1.
Juli 2014 (vgl. vorstehend E.
3.5)
geltend macht, die neuropsychologische
Testung
hätte
vorliegend unter realen Bedingungen eines Arbeitsplatzes statt
finden müsse
n und sei entsprechend nachzuholen
(vgl.
Urk.
1 S. 6), ver
kennt er, dass
es gerade das Ziel einer
medizinischen
Abklärung ist, heraus
zu
finden, wozu eine Person in der Lage ist und wozu nicht, wenn die äusse
ren
Bedingungen stimmen.
Der neuropsychologische Gutachter führte hierzu nach
vollziehbar aus, dass e
ben diese Anforderungen an die äusseren Bedin
gungen bei einer Arbeitsstelle berücksichtigt werden
sollen,
um zu gewähr
leisten, dass äussere Störfaktoren gering bleiben
. Unter Berücksichtigung ge
nau dieser Faktoren
zeigte
sich in der neurologischen Testung keine Funk
ti
onsstörung und damit keine kognitive Verlangsamung. Entsprechend führte der neuropsychologische Gutachter die Verlangsamung neben der psychiat
rischen Problematik auf das ruhige Umfeld bei der Untersuchung zurück (vgl.
Urk.
7/22/39 unten). Dies deckt sich mit der subjektiven Einschätzung des
Beschwerdeführers, welcher anlässlich der neuropsychologischen Begutach
tu
ng
ausführte, dass er aufgrund seiner Schwerhörigkeit durch Nebengeräu
sche übermässig beeinträchtigt werde, worunter seine Konzentrationsfähig
ke
it leide (
Urk.
7/222/37 unten), und ist
entsprechend
nachvollziehbar.
4.5
Nach dem Gesagten ist der medizinische Sachverhalt als dahingehend erstellt zu betrachten, dass der Beschwerdeführer von Oktober 2010 bis Juli 2012 in jeglichen Tätigkeiten zu 100
%
arbeitsunfähig war. Seit Juli 2012 ist der Be
schwerdeführer
in einer leidensangepassten Tätigkeit
als kaufmännischer
Angstellter
zu 100
%
arbeitsfähig und damit
einzig
in qualitativer und nicht mehr in quantitativer Hinsicht eingeschrä
nkt
.
Es ist nicht ersichtlich,
inwie
fern die vom Beschwerdef
ührer geforderte Anordnung einer
neuropsycho
lo
gischen Testung neue, für die Be
urteilung des vorliegenden Falls ent
schei
dende Erkenntnisse liefern könnte, sodass darauf im Sinne der antizipierten Beweiswürdigung zu verzichten ist (BGE 122 V 157 E. 1d).
5.
5.1
Die Anmeldung des Beschwerdeführers datiert vom 24. November
2010 (Urk. 7/144). Nach Massgabe von Art.
28
Abs.
1 IVG
besteht ab 1. November 2011 - nach Ablauf des Wartejahres - Anspruch auf eine ganze Rente (vgl. vorstehend E. 1.2; E. 4.5).
5.2
Nach der Rechtsprechung darf ausnahmsweise von der ärztlich geschätzten Arbeitsfähigkeit ohne weiteres auf einen entsprechenden Invaliditätsgrad ge
schlossen werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_994/2010 vom 12. April 2011 E. 3.2.3). Dies trifft beispielswiese dann zu, wenn die beiden
Vergleichs
einkommen
ausgehend vom selben Tabellenlohn zu ermitteln sind,
was vorliegend zu bejahen ist
. Denn es ist
davon auszugehen, dass der Be
schwer
deführer aufgrund seiner Ausbildung und unter Berücksichtigung sei
ner Ein
schränkungen in einer Büro
- bzw. kaufmännischen T
ätigkeit nach wie vor am besten eingegliedert ist.
Weiter
ist d
er Beschwerdeführer
seit 200
9
nicht mehr erwerbstätig und
es kann
zur Bestimmung des
Validenein
kommens
nicht vom Lohn der letzten Tätigkeit ausgegangen werden
.
Folglich entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit un
ter Berücksichtigung eines allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn, der höchs
tens 25 % betragen darf (BGE 135 V 297 E. 5.2). Da
der
Beschwerdeführer in einer leidensangepassten Tätigkeit voll arbeitsfähig ist (vorstehend E.
4.5
) kann vorliegend offen bleiben, ob
dem
Beschwerdeführer
aufgrund seiner Einschränkungen
ein Abzug gewährt werden müsste, da selbst bei der Ge
währung des maximalen Abzugs kein rentenbegründender Invaliditätsgrad resultieren würde.
Der Beschwerdeführer ist nach wie vor im Rahmen eines Vollpensums arbeits
fähig und die ihm zumutbare Tätigkeit unterliegt nicht derart vielen Einschränkungen, dass eine Anstellung nicht mehr als realistisch zu bezeich
nen wäre. Es ist davon auszugehen
, dass dem Beschwerdeführer auf dem all
gemeinen Arbeitsmarkt geeignete Arbeitsstellen zur Verfügung stehen, an denen er
seine
Arbeitsfähigkeit verwerten kann
.
5.3
Die Beschwerde ist nach dem Gesagten
in dem Sinne
gutzuheissen
, dass die angefochtene Verfügung mit der Feststellung aufzuheben ist, dass der Be
schwerdeführer ab
1.
November
2011 bis
3
0.
September 2012 (
drei Monate nach Verbesserung, vgl. vorstehend E.
1.
4
)
Anspruch auf eine
ganze
Rente hat.
6
.
Da vorliegend eine Arbeitsunfähigkeit bezogen auf die bisherige berufliche Tätigkeit vorliegt und der Beschwerdeführer unter Berücksichtigung der qua
litativen Einschränkungen vermittlungsfähig und überdies motiviert ist, sind die Voraussetzungen
für den Anspruch auf
aktive
Arbeitsvermittlung nach
Art.
18
Abs.
1
lit
. a
IVG
(vgl. vorstehend E. 1.5)
zweifelsohne erfüllt und im Sinne einer
Massnahme
zur Wiedereingliederung
des Beschwerdeführers
von der Beschwerdegegnerin
durchzuführen.
Diesbezüglich
ist die
Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
7
.
7
.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Ge
richts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit
wert fest
zulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
800.-- anzusetzen. Ent
spre
chend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden
Be
schwer
de
gegnerin
aufzuerlegen.
7
.2
Ausgangsgemäss steht de
m
obsiegenden
und anwaltlich vertretenen Beschwer
deführer
eine Prozessentschädigung zu, die gemäss
Art.
61
lit
. g ATSG in Verbindung mit
§
34 des Gesetzes über das
Sozialversicherungsge
richt
(
GSVGer
) – ohne Rücksicht auf den Streitwert – nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsie
gens zu bemessen ist.
Da der unentgeltliche Rechtsvertreter
des Beschwerde
führers
trotz Aufforderung (vgl.
Urk.
13
Ziff.
3) keine Aufstellung seiner Aufwände geltend machte, ist die Entschädigung unter Berücksichtigung des
gerichtsüblichen Stundenansatzes von
Fr.
220.-- ermessensweise auf
Fr.
2‘
300
.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.