Decision ID: 77dfdd78-199c-4c00-be58-ca27924a9b18
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law

betreffend Raub etc.
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Hinwil vom 22. Mai 2012 (DG120006)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 18. Januar
2012 (Urk. 27) ist diesem Urteil beigeheftet.
Urteil der Vorinstanz: (Urk. 102)
"Es wird erkannt:
1. Der Beschuldigte ist schuldig
− des Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 in Verbindung mit Ziff. 3 StGB,
− der Sachentziehung im Sinne von Art. 141 StGB,
− der Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB,
− der mehrfachen Widerhandlung gegen das Waffengesetz (WG) im Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 7 Abs. 1 lit. a WG und Art. 12 Abs. 1 lit. d WV,
− der Widerhandlungen gegen das Ausländergesetz (AuG) im Sinne von Art. 116 Abs. 1 lit. a und Art. 117 Abs. 1 AuG.
2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 7 Jahren und 7 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis und
mit heute insgesamt 528 Tage durch Untersuchungs- und Sicherheitshaft erstanden sind.
3. Folgende mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 6. Januar 2012
beschlagnahmten Gegenstände werden, soweit nicht bereits in den Verfahren DG120004-E
und DG120005-E erfolgt, eingezogen und der Bezirksgerichtskasse zur Vernichtung über-
lassen:
aus dem C._
− 1 schwarzer Rucksack
− 1 Paket Kabelbinder
− 1 Revolver 22mm n°... und 6 Patronen 22LR
− 1 Kabelbinde (BH._)
− 1 Kabelbinde (BP._)
− 1 Taschenlampe, schwarz
− blutgetränkte Taschentücher
aus ALFA Romeo (B._)
− 1 schwarze Sturmhaube
− 1 Parkticket
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Fluchtweg
− Handschuhe (grau/weiss)
− 1 Handschuh, schwarz
− 1 selbstgemachte Sturmhaube, schwarz
− 1 Handschuh, schwarz
in Lausanne, av. D._
− 1 Schachtel mit Patronen STINGER 22LR (6 fehlend)
aus Wohnung B._ (Hinwil)
− diverse Zigarettenstummel
4. Folgende mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 6. Januar 2012
beschlagnahmten Gegenstände und Vermögenswerte werden, soweit nicht bereits in den
Verfahren DG120004-E und DG120005-E erfolgt, definitiv beschlagnahmt, der Bezirks-
gerichtskasse zu Verwertung überlassen und zur Kostendeckung herangezogen:
aus ALFA Romeo (B._)
− € 28.26 und Fr. 0.10 (aus Bauchtasche, LACOSTE)
in Lausanne, av. D._
− Fr. 203.45, US$ 6.– (aus Portemonnaie mit E._)
− 1 NOKIA, IMEI ...
− 1 Rucksack INVICTA (mit Werkzeug, um Zylinder abzubrechen, Schraubenzieher, Imbus)
− 1 NOKIA, IMEI ...
− 1 SAMSUNG, IMEI ...
− 1 SAMSUNG, IMEI ...
− Fr. 150.–
− Fr. 19.15
aus Restaurant F._ (B._)
− 1 NOKIA, schwarz
− 1 Karabiner, n°...
5. Folgende mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 6. Januar 2012
einzig als Beweismittel beschlagnahmte Gegenstände werden, soweit nicht bereits in den
Verfahren DG120004-E und DG120005-E erfolgt, auf erstes Verlangen der jeweiligen
berechtigten Person zurückgegeben:
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aus ALFA Romeo (B._)
− 1 weisses Feuerzeug
− 1 Nachladeticket für Natel 07...
− 1 Bauchtasche, LACOSTE
in Lausanne, av. D._
− 1 Portemonnaie (mit E._)
− 1 Paar Handschuhe SOMMER GRIP (grün/beige)
− 1 Halbschuhe, VARESE
aus Wohnung B._ (Hinwil)
− 1 BMW Schlüssel und 1 Alfa Romeo Schlüssel
6. Schadenersatz
a) Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 1 Schadenersatz von Fr. 1'000.–
zuzüglich 5 % Zins ab 21. November 2010 zu bezahlen, und zwar unter solidarischer
Haftung mit den Mitbeschuldigten E._ und G._.
b) Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 2 (Versicherung) Schadenersatz
von Fr. 13'758.60 zu bezahlen, und zwar unter solidarischer Haftung mit den Mit-
beschuldigten E._ und G._.
c) Die Privatklägerin 5 wird mit ihrem Schadenersatzbegehren auf den Zivilweg ver-
wiesen.
d) Es wird dem Grundsatz nach festgestellt, dass der Beschuldigte verpflichtet ist, der
Privatklägerin 6 den durch seine Straftaten verursachten Schaden zu ersetzen.
e) Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 7 Schadenersatz von Fr. 144.–
zuzüglich 5 % Zins ab 12. Dezember 2010 zu bezahlen und zwar unter solidarischer
Haftung mit den Mitbeschuldigten E._ und G._. Im Mehrbetrag wird der Pri-
vatkläger 7 mit seinem Schadenersatzbegehren auf den Zivilweg verwiesen.
f) Der Privatkläger 8 wird mit seinem Schadenersatzbegehren auf den Zivilweg ver-
wiesen.
g) Der Privatkläger 9 wird mit seinem Schadenersatzbegehren auf den Zivilweg ver-
wiesen.
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h) Die Privatklägerin 10 wird mit ihrem Schadenersatzbegehren auf den Zivilweg ver-
wiesen.
i) Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 11 Schadenersatz von
Fr. 1'290.– zu bezahlen, und zwar unter solidarischer Haftung mit den Mitbeschuldig-
ten E._ und G._. Im Mehrbetrag wird die Privatklägerin 11 mit ihrem Scha-
denersatzbegehren auf den Zivilweg verwiesen.
7. Genugtuung
a) Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 6 eine Genugtuung von
Fr. 1'000.– zu bezahlen, und zwar unter solidarischer Haftung mit den Mitbeschuldig-
ten E._ und G._.
b) Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 7 eine Genugtuung von
Fr. 1'000.– zuzüglich 5 % Zins ab 12. Dezember 2010 zu bezahlen, und zwar unter
solidarischer Haftung mit den Mitbeschuldigten E._ und G._.
c) Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 8 eine Genugtuung von
Fr. 1'000.– zuzüglich 5 % Zins ab 21. November 2010 zu bezahlen, und zwar unter
solidarischer Haftung mit den Mitbeschuldigten E._ und G._.
d) Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 9 eine Genugtuung von
Fr. 1'000.– zu bezahlen, und zwar unter solidarischer Haftung mit den Mitbeschuldig-
ten E._ und G._.
e) Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 10 eine Genugtuung von
Fr. 1'000.– zuzüglich 5 % Zins ab 21. November 2010 zu bezahlen, und zwar unter
solidarischer Haftung mit den Mitbeschuldigten E._ und G._.
8. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf:
Fr. 2'200.– die weiteren Kosten betragen:
Fr. 7'535.05 Auslagen Vorverfahren
Fr. 160.– Kosten der Kantonspolizei
Fr. 15'983.20 Ausserkantonale Verfahrenskosten
Fr. 10'000.– Gebühr für das Vorverfahren
9. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten
auferlegt.
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Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbe-
halten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.
10. (Mitteilungen)
11. (Rechtsmittelbelehrung)"
Berufungsanträge:
a) Der Verteidigung des Beschuldigten B._:
(SB120478 Urk. 156 S. 1 f.)
1. Es sei festzustellen, dass das Urteil des Bezirksgerichts Hinwil vom
22. Mai 2012 hinsichtlich des Schuldspruchs betreffend Widerhandlung
gegen das Ausländergesetz (AuG) im Sinne von Art. 116 Abs. 1 lit. a
und Art. 117 Abs. 1 AuG (Dispositivziffer 1., 5. Schuldpunkt), hinsicht-
lich Dispositivziffern 3., 4. und 5. (Einziehung bzw. definitive Beschlag-
nahmung bzw. Herausgabe diverser beschlagnahmter Gegenstände),
hinsichtlich Dispositivziffer 6. lit. c, f, g und h (auf den Zivilweg ver-
wiesene Zivilforderungen), Dispositivziffer 8. (Festlegung Gerichts-
gebühr), Dispositivziffer 9., 2. Absatz (Kosten der amtlichen Verteidi-
gung), in Rechtskraft erwachsen ist.
2. Der Beschuldigte sei von sämtlichen übrigen Vorwürfen gemäss der
Anklageschrift vom 18. Januar 2012 von Schuld und Strafe freizu-
sprechen.
3. Der Beschuldigte sei mit einer unbedingten Geldstrafe von 90 Tages-
sätzen à Fr. 30.– zu bestrafen, unter Anrechnung der erstandenen
Untersuchungs- und Sicherheitshaft. Die bereits darüber hinaus durch
Untersuchungs- und Sicherheitshaft erstandenen Hafttage seien
gemäss Art. 51 StGB an die vom Beschuldigten noch zu verbüssende
Strafe (30 Monate Freiheitsstrafe gemäss Urteil des Obergerichts des
Kantons Glarus vom 12 November 2010) anzurechnen.
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4. Der Beschuldigte sei mit sofortiger Wirkung aus der Sicherheitshaft zu
entlassen und dem Migrationsamt zuzuführen.
5. Auf die Zivilforderungen der Privatkläger 1, 2 und 6 bis 11 sei nicht ein-
zutreten.
6. Die Kosten des Berufungsverfahrens sowie die Kosten der amtlichen
Verteidigung seien auf die Staatskasse zu nehmen, und dem Beschul-
digten sei eine angemessene Genugtuung zuzusprechen.
b) Der Staatsanwaltschaft:
(SB120478 Urk. 157 S. 1, sinngemäss)
1. Es sei die Berufung des Beschuldigten B._ abzuweisen.
2. Es sei der Beschuldigte B._ mit einer Freiheitsstrafe von 8 Jahren
zu bestrafen, unter Anrechnung der erstandenen Haft.

Erwägungen:
1. Prozessgeschichte
1.1. Mit vorstehend wiedergegebenem Urteil vom 22. Mai 2012 wurde der
Beschuldigte anklagegemäss schuldig gesprochen (bandenmässiger Raub,
Sachentziehung, Sachbeschädigung, mehrfache Widerhandlung gegen das
Waffengesetz und Widerhandlungen gegen das Ausländergesetz) und mit einer
Freiheitsstrafe von 7 Jahren und 7 Monaten bestraft, wovon bis zum Urteilstag
528 Tage durch Untersuchungs- und Sicherheitshaft erstanden waren. Weiter
entschied die Vorinstanz über die Verwendung von diversen beschlagnahmten
Gegenständen. Zudem wurde der Beschuldigte verpflichtet, in solidarischer
Haftung zusammen mit den Mitbeschuldigten E._ und G._
(je separate Verfahren) diversen Privatklägern Schadenersatz und Genugtuung
zu bezahlen. Schliesslich wurden dem Beschuldigten die Kosten der Unter-
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suchung und des gerichtlichen Verfahrens auferlegt, mit Ausnahme der Kosten
der amtlichen Verteidigung, welche unter Vorbehalt der Nachforderung gemäss
Art. 135 Abs. 4 StPO einstweilen auf die Gerichtskasse genommen wurden
(Urk. 102 S. 52 ff.).
1.2. Gegen dieses schriftlich im Dispositiv eröffnete Urteil (Urk. 102 S. 56)
liessen einerseits die Privatklägerin 6 ihre Vertreterin am 31. Mai 2012 sowie
andererseits der Beschuldigte seinen amtlichen Verteidiger am 1. Juni 2012 je
innert Frist Berufung anmelden (Urk. 85/86). Nach Zustellung des begründeten
Urteils (Urk. 96/97) teilte die Vertreterin der Privatkläger 6 jedoch mit, im vorlie-
genden Verfahren auf eine Berufung zu verzichten (sie hielt die Berufung lediglich
im separaten Verfahren gegen E._ aufrecht) (Urk. 112). Der Beschuldigte
liess dagegen am 5. November 2012 fristgerecht dem Obergericht die Berufungs-
erklärung einreichen (Urk. 104). Gleichzeitig liess der Beschuldigte den Beweis-
antrag stellen, es seien H._, I._ und
G._ als Zeugen einzuvernehmen (Urk. 104 S. 2).
1.3. Mit Präsidialverfügung vom 27. November 2012 wurde zunächst vom Rück-
zug der Berufung der Privatklägerin 6 Vormerk genommen. Sodann wurde die
Berufungserklärung des Beschuldigten in Anwendung von Art. 400 Abs. 2 und
3 StPO der Staatsanwaltschaft und den Privatklägern übermittelt, um gegebenen-
falls Anschlussberufung zu erheben oder Nichteintreten auf die Berufung zu bean-
tragen. Ebenso wurde den betroffenen Parteien Frist angesetzt, um zum Beweis-
antrag des Beschuldigten Stellung zu nehmen (Urk. 115). Am 6. Dezember 2012
erhob die Staatsanwaltschaft Anschlussberufung und nahm zum Beweisantrag
des Beschuldigten Stellung (Urk. 124). Die Privatklägerin 6 liess am 18. Dezem-
ber 2012 mitteilen, auf die Erhebung einer Anschlussberufung und eine Stellung-
nahme zum Beweisantrag des Beschuldigten zu verzichten (Urk. 126).
1.4. Mit Präsidialverfügung vom 19. Februar 2013 wurde der Beweisantrag des
Beschuldigten auf Einvernahme der von ihm genannten drei Zeugen abgewiesen
(Urk. 129).
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1.5. Zwischenzeitlich wurde die Sicherheitshaft über den Beschuldigten ver-
schiedentlich verlängert, letztmals mit Verfügung vom 30. Mai 2013 bis zum Ent-
scheid des Berufungsgerichts in der Sache (Urk. 136).
1.6. Zu Beginn der heutigen Berufungsverhandlung, zu welcher der zuständige
Staatsanwalt, der Beschuldigte persönlich in Begleitung seines amtlichen Vertei-
digers sowie die Vertreterin der Privatklägerin 6 erschienen sind (Prot. II S. 14),
waren keine Vorfragen zu entscheiden (Prot. II S. 19). Die Berufungsverhandlung
wurde zusammen mit jener in Sachen des Mitbeschuldigten E._ durchgeführt
(Prot. II S. 14). Der Verteidiger stellte erneut den Beweisantrag, es seien I._
sowie H._ als Zeugen einzuvernehmen (Urk. 155). Das vorliegende Urteil
erging im Anschluss an die Berufungsverhandlung (Prot. II S. 36 ff.).
2. Umfang der Berufung
2.1. Der Beschuldigte ficht die folgenden Punkte des vorinstanzlichen Urteils an
(Urk. 104 S. 1/2):
- den gesamten Schuldpunkt (Dispositivziffer 1), mit Ausnahme der
Verurteilung wegen der Widerhandlungen gegen das AuG;
- den Strafpunkt (Dispositivziffer 2);
- die mit den von ihm angefochtenen Schuldsprüchen zusammenhängenden
Verpflichtungen zur Leistung von Schadenersatz und Genugtuung (Disposi-
tivziffer 6 und 7);
- die Kostenauflage (Dispositivziffer 9 Abs. 1).
2.2. Gegenstand der Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft ist einzig die
Strafzumessung (Dispositivziffer 2).
2.3. In den nicht angefochtenen Punkten ist das vorinstanzliche Urteil in Rechts-
kraft erwachsen, was vorab vorzumerken ist (Art. 399 Abs. 3 StPO in Verbindung
mit Art. 402 und 437 StPO).
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3. Sachverhalt
3.1. Ausser dem Vorwurf gemäss Anklageziffer 3 (ND 3), wonach er als
faktischer Geschäftsführer des Restaurants F._ in J._ vom
15. Oktober 2010 bis 14. Dezember 2010 eine nicht über eine Aufenthalts- und
Arbeitsbewilligung verfügende bulgarische Staatsangehörige als Serviceangestell-
te beschäftigt und sie in einem Zimmer im Restaurant untergebracht habe,
bestreitet der Beschuldigte die ganze restliche Anklage. Zwar habe er
G._ und E._ vor dem "C._" in K._ zufällig angetroffen und auf
deren Ersuchen hin in seinem Auto mitgenommen. Mit den Raubüberfällen habe
er aber nichts zu tun. Er wisse nicht, weshalb ihn G._ - auf dessen Aussagen
die Anklage schwergewichtig basiert - falsch belaste. Er vermute, dieser möchte
jemanden beschützen, oder vielleicht sei es auch wegen
einer Frau, die G._ habe haben wollen, mit welcher dann aber er - der
Beschuldigte - zusammengekommen sei (Urk. 154 S. 11 ff.; Urk. 67 S. 7/8). Diese
Haltung hatte der Beschuldigte schon während der ganzen Untersuchung einge-
nommen.
3.2. Es ist deshalb zu prüfen, ob sich der Anklagesachverhalt aufgrund der
vorliegenden Beweismittel erstellen lässt. Wie dabei vorzugehen ist, hat die die
Vorinstanz bereits zutreffend dargelegt (Urk. 102 S. 6/7).
3.3. Es kann vorausgeschickt werden, dass die Vorinstanz in ihren sorgfältigen
Erwägungen die Beweislage richtig erfasst und daraus die zutreffenden Schlüsse
gezogen hat. Alle vorliegenden Beweismittel und Indizien zusammen gewürdigt,
ergibt sich - entgegen den Ausführungen des Verteidigers (Urk. 156 S. 3 ff.) - ein
Gesamtbild, das keine vernünftigen Zweifel daran belässt, dass sich der Sachver-
halt so zugetragen hat, wie er in der Anklageschrift dargestellt wird. Die im Kern-
bereich konstanten und glaubhaften Aussagen von G._ erscheinen in
ihrem Detaillierungsgrad und ihrer Authentizität derart, dass sie kaum erfunden
und konstant wiedergegeben werden könnten, und sie lassen sich durch
verschiedene Indizien und Zeugenaussagen objektivieren und plausibilisieren. Es
ist deshalb vorab bestätigend auf die entsprechenden Erwägungen der Vorinstanz
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zu verweisen (Urk. 102 S. 12 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Folgende Punkte sind zu
unterstreichen:
3.3.1. Entgegen der Darstellung des Beschuldigten und seiner Verteidigung (vgl.
Urk. 156 S. 20 f.) sind keine Anhaltspunkte ersichtlich, dass G._ den Be-
schuldigten durchwegs falsch belastet hätte. Vom materiellen Gehalt her
werden seine Aussagen denn auch durch verschiedene weitere Beweismittel
erhärtet (dazu später). Insbesondere vor diesem Hintergrund erscheint daher die
These des Beschuldigten, G._ wolle "jemanden beschützen", schon einmal
reichlich theoretisch und nicht als mehr als eine bei ähnlichen Ausgangslagen
oftmals gehörte "Standardausrede". So erstaunt auch wenig, dass der
Beschuldigte die Nachfrage, wer denn der Albaner sei, gemäss demselben sich
die durch G._ angeblich geschützte Person zu den Tatzeiten auch in der
Schweiz aufgehalten habe, nicht beantworten konnte bzw. - angeblich - "wegen
meiner Sicherheit" nicht beantworten wollte (Urk. 3/8 S. 5). Ebensowenig auf-
schlussreich sind seine diesbezüglichen Aussagen anlässlich der Berufungs-
verhandlung. So führte er aus, er habe im Gefängnis gehört, dass G._ mit
einem Verwandten im Kosovo länger im Gefängnis gewesen sei. Er vermute,
dass G._ diese Person schützen wolle. Welcher Gefängnisinsasse ihm (dem
Beschuldigten) diese Informationen gesagt habe, habe er aber nicht sagen
wollen, da er diese nicht verpfeifen wolle (Urk. 154 S. 21). Auch dass sich
G._ durch sein Aussageverhalten am Beschuldigten habe rächen wollen,
weil ihm dieser eine Frau "ausgespannt" habe, erscheint als etwas beliebig: Zwar
brachte das der Beschuldigte erstmals schon in der delegierten Einvernahme vom
30. März 2011 vor (Urk. 3/5 S. 4; Urk. 3/6 S. 3), bezeichnete diese Frau aber nie
näher oder hätte sie gar als Zeugin angerufen - was ja eigentlich sehr nahe-
liegend gewesen wäre, wenn denn die Geschichte zuträfe. Bezeichnend ist
sodann, dass der Beschuldigte gemäss Protokollnotiz des einvernehmenden
Polizeibeamten im Anschluss an die Einvernahme vom 10. Mai 2011 erklärt habe,
es handle sich um eine Frau namens L._, er kenne aber weder deren Famili-
ennamen noch den Wohn- oder Arbeitsort; er habe sie als Gast in seinem
Restaurant kennen gelernt (Urk. 3/6 S. 1). Er wisse nur, dass sie von Ungarn oder
Bulgarien gewesen sei. Sie sei zuerst zusammen mit G._ und später dann
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alleine in sein Restaurant gekommen. Sie habe aber nicht bei ihm gearbeitet (Urk.
154 S. 12 f.). In seinem Restaurant sei nie eine L._ angestellt gewesen
(Urk. 154 S. 20). Das stimmt indessen wohl schon darum wiederum nicht, weil die
vom Beschuldigten angestellte M._ am 16. Oktober 2010 gesagt hat, es ha-
be einmal eine Bulgarin namens L._ mit ihr zusammen im Restaurant des
Beschuldigten gearbeitet (Urk. 7/1 S. 4; Urk. 7/5 S. 3/4) - welche "L._" dann
ja dem Beschuldigten sehr wohl bekannt gewesen sein müsste. L._ sei so-
dann - so M._ weiter - die Freundin von N._ [also nicht von
G._] gewesen (Urk. 7/1 S. 4, 5; Urk. 7/2 S. 4). Wenn der Beschuldigte
G._ tatsächlich eine Frau "ausgespannt" hätte, wäre schliesslich - entgegen
der Verteidigung (vgl. Urk. 156 S. 20) - auch kaum erklärlich, weshalb
zwischen dem Beschuldigten und G._ in der Zeit zwischen dem
1. November 2010 und dem 11. Dezember 2010 nicht weniger als 103 Telefon-
gespräche stattgefunden haben (ND 2/7/14 und ND 2/7/38). Insbesondere die
Erklärungen des Beschuldigten, er selbst habe G._ 35 Mal telefoniert, "zum
diskutieren, wegen dem was passiert ist mit seiner Freundin" (Urk. 3/6
S. 2/3), und er habe nicht gewollt, dass ein Problem entstehe, er habe versucht,
G._ zu beruhigen, dieser habe aber dann versucht, von ihm Geld zu nehmen
wegen diesem Fehler (Urk. 154 S. 13), sind völlig unglaubhaft. Hinzu kommt,
dass diese Erklärungen auch darum nicht stimmen können, weil der
Beschuldigte diese angebliche Frau ca. zwei Wochen vor seiner Verhaftung am
12. Dezember 2010 - also Ende November/anfangs Dezember - kennen
gelernt haben will (Urk. 3/5 S. 3), der oben erwähnte rege Telefonverkehr
zwischen ihm und G._ indessen - aktenkundig - schon anfangs November
2010 bestanden hat (ND 2/7/14 und ND 2/7/38). G._ seinerseits stellt sodann
in Abrede, je mit dem Beschuldigten Streit oder Diskussionen wegen
einer Frau gehabt zu haben (Urk. 5/1 S. 4).
3.3.2. Wenn die Vorinstanz festhält, es hätten zwischen dem Beschuldigten und
G._ vom 31. Oktober 2010 bis zum 12. Dezember 2010, also innert
43 Tagen, ca. 1'200 registrierte Telefonverbindungen (SMS, Anrufe, Anruf-
versuche) nachgewiesen werden können (Urk. 102 S. 28), so stimmt das - wie
dies die Verteidigung zu Recht moniert (Urk. 156 S. 8) - nicht. Vielmehr fanden
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zwischen den beiden in der betreffenden Zeitspanne die vorerwähnten - noch
immer häufigen - 103 Telefongespräche statt. Aus den Protokollen der rück-
wirkenden Teilnehmeridentifikation ergibt sich aber - das hat die Vorinstanz offen-
bar falsch verstanden -, dass beim vom Beschuldigten benützen Mobiltelefon in
der fraglichen Zeit insgesamt über 1'100 Anrufe, Anrufsversuche und SMS sowie
bei G._ über 1'200 solche Kontakte registriert worden sind (ND 2/7/14 und
ND 2/7/38). Der Beschuldigte war in der betreffenden Zeit also nahezu
ständig im Kontakt mit dem Mobilfunknetz, wenn er nicht gerade schlief (was er
offensichtlich nicht selten von den Morgenstunden bis in den Mittag/Nachmittag
hinein zu tun pflegte). Durchaus auffälligerweise - und darauf weist die Staats-
anwaltschaft zurecht hin (Urk. 68 S. 6) - sind nun exakt während der Zeiten aller
vorliegend zur Anklage gebrachten Raubtaten jeweils überhaupt keine Kontakte
registriert (ND 2/7/14). Das kann fast kein Zufall sein, sondern spricht für die
Vermutung der Staatsanwaltschaft, dass die Beschuldigten eben während der
Raubüberfälle ihre Mobiltelefone ausgeschaltet hatten, um die nachträgliche
Ortung zu verhindern. Das wird bestätigt dadurch, dass bei G._, der in der
betreffenden Zeit mit seinem Telefon gar noch häufiger Kontakt mit dem
Mobilfunknetz hatte und bekanntlich zugibt, an den eingeklagten Raubüberfällen
teilgenommen zu haben, ebenfalls während der Dauer aller drei Überfälle keine
Verbindungsdaten registriert wurden (ND 2/7/38).
3.3.3. Daran anschliessend ist festzustellen, dass die ersten Kontaktaufnahmen
der Mobiltelefone des Beschuldigten und G._s nach der Zeit, in welcher der
Raubüberfall in O._ verübt worden ist (also mutmasslich nach dem
Wiedereinschalten der Geräte), am gleichen Ort erfolgten (P._, Parzelle #...,
3. Dezember 2010; Beschuldiger: 06:49:36, G._: 04:58:48; ND 2/7/14 S. 31
und ND 2/7/38 S. 41). Das spricht - entsprechend der Zugabe von G._ - für
ein gemeinsames Vorgehen.
Für die Zeit des Raubes in Q._ gibt es diesbezüglich keine aussagekräftigen
Daten: Während hier die erste Kontaktaufnahme des Mobiltelefons von G._
am 21. November 2010 um 06:25:57 in J._, R._-Strasse, zu verzeich-
nen ist (ND 2/7/38 S. 25 - was die Aussage von G._ bestätigt, sie hätten die
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Beute nach der Tat in J._ untereinander aufgeteilt: Urk. 2/7
S. 12), erfolgte die erste Kontaktaufnahme des Geräts des Beschuldigten erst am
21. November 2010 um 18:16:43 in Aarau (ND 2/7/14 S. 20). Nach dem Raub in
K._ wurde der Beschuldigte sodann verhaftet.
3.3.4. Aufgrund der Erkenntnisse aus der rückwirkenden Randdatenerhebung
lässt sich auch die Darstellung des Beschuldigten nicht bestätigen, er sei in der
Nacht des Raubüberfalls in O._ (2./3. Dezember 2010) von ca. 21.00 Uhr bis
zwei oder drei Uhr in S._ im T._ gewesen, wo eine Bekannte namens
U._ als Sängerin aufgetreten sei (Urk. 3/5 S. 6/7; Urk. 3/7 S. 1 ff.;
Urk. 3/8 S. 3; Urk. 3/9 S. 14). Aus den registrierten Daten ergibt sich nämlich,
dass er um ca. 21.00 Uhr jenen Abends in Hinwil war und ein Telefongespräch
führte und um ca. 10 Minuten vor Mitternacht in P._ eine SMS empfing
(ND 2/7/14 S. 31). Wenn er dazu glauben machen möchte, er habe das Telefon
möglicherweise an jenem Abend in S._ nicht dabei gehabt (Urk. 3/8
S. 3), so ist das angesichts seines dokumentierten Kommunikationsverhaltens
wenig glaubhaft. Sodann kann ein unbedientes Mobiltelefon zwar SMS empfan-
gen, aber ein Gespräch zu führen erfordert offensichtlich die Mitwirkung des
Benutzers.
3.3.5. Dass der Beschuldigte am 3. Dezember 2010 im T._ gewesen
wäre, liesse sich - entgegen dem, was er wahrhaben möchte und auch seinen
Verteidiger ausführen lässt (Urk. 72 S. 6/7; Urk. 156 S. 7 und S. 11-13) - eben-
sowenig aus den Aussagen von V._ und W._ ableiten. Die
Vorinstanz hat hiezu das Nötige ausgeführt (Urk. 102 S. 25, 29). V._ hat kei-
neswegs bestätigt, den betrunkenen Beschuldigten in der Nacht vom 2. auf den 3.
Dezember 2010 nach J._ chauffiert zu haben, sondern aus seinen Aussagen
ergibt sich vielmehr, dass dies eher in der Nacht von Freitag auf
Samstag (also vom 3. auf den 4.) oder von Samstag auf den Sonntag (vom 4. auf
den 5.) der Fall gewesen sein dürfte. Und wenn W._ erklärte, der
Beschuldigte habe ihr gemeinsames Kind am 3. Dezember 2010 entgegen den
Abmachungen nicht zu sich genommen, weil er sich nicht dazu im Stande gefühlt
und sich schlecht angehört habe, als ob er etwas getrunken hätte, so sagt dies
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über den Aufenthaltsort und die Tätigkeit des Beschuldigten in der Nacht vorher
nichts aus. Der angebliche Polizeibeamte, der am 2. Dezember 2010 um 21.30
Uhr im T._ erschienen sei (Urk. 3/8 S. 3), liess sich sodann nicht
ermitteln (Urk. 3/10 S. 1/2).
3.3.6. Wenn G._ erklärte, sie - B._, E._ und er selbst - hätten sich
gemeinsam entschieden, die Raubüberfälle zu begehen, und hätten "einfach alles
zusammen gemacht" (Urk. 2/7 S. 3; Urk. 2/6 S. 11; Urk. 66 S. 6), wird dies hin-
sichtlich der Planungs- und Entschlussphase indiziell durch die Aussagen von
M._ bestätigt, die damals als Serviceangestellte im vom Beschuldigten be-
triebenen Restaurant "F._" in J._ angestellt war. Sie erkannte den im
"C._" beschlagnahmten Revolver als denjenigen, den sie im "F._" ge-
sehen habe, als sich der Beschuldigte, G._ und ein Albaner aus Deutschland
(welchen sie in der zweiten Einvernahme dann als E._ identifizierte, Urk. 7/2
S. 3) besprochen und das Lokal danach unter Mitnahme des Revolvers verlassen
hätten (Urk. 7/1 S. 8; vgl. dann auch Urk. 7/5 S. 6 ff.). Nachdem M._ damals
sagte, das sei vor ca. 4 Wochen gewesen (Urk. 7/1 S. 7), und nachdem jene Ein-
vernahme am 16. Dezember 2010 stattgefunden hat, "passt" dies durchaus auf
den Raubüberfall vom 21. November 2010 in Q._. Das wiederum deckt sich
mit der Aussage von G._, er habe den Revolver von E._ erstmals im
Restaurant von B._ in J._ gesehen (Urk. 2/7 S. 10).
3.3.7. Aus den vorstehenden Erwägungen geht hervor, dass die Aussagen von
G._ immer wieder durch objektive Beweismittel und Zeugenaussagen bestä-
tigt werden. Neben den bereits erwähnten Übereinstimmungen (Ergebnisse der
rückwirkenden Telefon-Randdatenermittlung, Zeugenaussagen M._) konnten
sodann insbesondere auch DNA-Spuren ermittelt werden, welche zwar keine di-
rekten Rückschlüsse auf den Beschuldigten, wohl aber auf den Mitbeschuldigten
E._ zulassen (dazu die Vorinstanz in Urk. 102 S. 24 f.; Art. 82
Abs. 4 StPO). Indirekt sind sie aber auch im vorliegenden Verfahren von
Bedeutung, indem sie nämlich wiederum objektive Belege für den Wahrheits-
gehalt verschiedener Aussagen von G._ darstellen (insb. DNA-Spuren im
Auto des Beschuldigten und auf dort sichergestellten Gegenständen, auf
- 16 -
Gegenständen am Tatort und auf dem Fluchtweg von G._ und - nach dessen
Aussagen - E._, am Körper der Privatklägerin 6). Dass die Aussagen von
G._ bei Überschneidungen mit weiteren Beweismitteln immer wieder bestä-
tigt werden, ist ein klares Anzeichen für deren Glaubhaftigkeit. Hinzu kommt, dass
die Depositionen von G._ ab jenem Moment, in
welchem er sich in der Einvernahme vom 9. Februar 2011 zum Geständnis ent-
schlossen hat (Urk. 2/6 S. 2), einen spontanen, lebendigen und plausiblen Ein-
druck machen. Sie weisen keine Strukturbrüche auf, sind konstant und im Kern
widerspruchsfrei. Freilich ist festzustellen, dass G._ seinen eigenen Tatbei-
trag soweit wie möglich herunterzuspielen versuchte und seinen Aussagen dies-
bezüglich mit Vorbehalten zu begegnen ist (z.B. bezüglich angeblicher starker Al-
koholisierung; erst zögerliche Zugabe - nach Vorhalt der gefundenen DNA-Spur -
des Kusses an BA._ [Urk. 2/7 S. 20; Urk. 2/9 S. 9]; verschiedene stark ver-
harmlosende Aussagen, z.B.: "Ich selber habe von den Mädchen kein Geld ge-
fordert. ... Ich bat die Mädchen, sich still in eine Ecke zu setzen" [Urk. 2/6 S. 9];
"Wir haben die Leute nicht bedroht, wir wollten nur das Geld von ihnen" [Urk. 2/7
S. 5]). Das tut aber der Glaubhaftigkeit des Kerngehalts seiner Aussagen keinen
Abbruch.
3.3.8. Ebenfalls keine Zweifel an den Depositionen von G._ hervorzurufen
vermögen die bezüglichen Vorbringen der Verteidigung (Urk. 72 S. 10 ff.; Urk. 156
S. 15 ff.). Die von ihr aufgezeigten Widersprüche in den Aussagen von G._ -
so es denn überhaupt solche sind - betreffen allesamt nicht
relevantes Randgeschehen und sind nicht ausschlaggebend dafür, ob
G._ im Grundsatz zu glauben ist oder nicht.
3.3.8.1. Ob nun der Beschuldigte bei den Raubüberfällen in Q._ und
O._ am Steuer eines BMW oder eines Autos einer anderen Marke gesessen
hat (Urk. 72 S. 10), ist irrelevant. G._ ist der Meinung, der Beschuldigte habe
ihn damals mit einem BMW chauffiert, und wiederholte das konstant so. Selbst
wenn er sich irrte, hätte das auf den Gehalt des Anklagevorwurfs gegen den Be-
schuldigten keinen Einfluss. Immerhin ist aber darauf hinzuweisen, dass am
- 17 -
Wohnort des Beschuldigten ein BMW-Schlüssel beschlagnahmt worden ist (ND
2/8/8; Dispositivziffer 5).
3.3.8.2. Richtig ist sodann, dass aus einer vom Verteidiger zitierten Zeugenaus-
sage geschlossen werden könnte, dass beide Täter bzw. jedenfalls G._
(auch) mit einem echten Revolver bewaffnet gewesen seien (Urk. 72 S. 10/11) -
entgegen den Aussagen von G._, er habe nur eine Spielzeugpistole bei sich
gehabt. Dieser Punkt ist effektiv nicht restlos geklärt. Zugunsten von G._ ist
deshalb die Vorinstanz davon ausgegangen, dass er jeweils keine echte Waffe,
sondern nur eine Attrappe verwendet hat (Urk. 102 S. 33).
3.3.8.3. Ohne Bedeutung wäre weiter, wenn G._ einmal hinsichtlich der Her-
kunft seines Trainingsanzuges falsch ausgesagt hätte (Urk. 72 S. 11). Bei
genauem Besehen der vom Verteidiger angeführten Passage im entsprechenden
Protokoll kann indessen ohnehin nicht ausgeschlossen werden, dass es sich um
ein Missverständnis gehandelt hat (Urk. 2/7 S. 21).
3.3.8.4. In den Konfrontationseinvernahmen hat G._ die beiden Mit-
beschuldigten effektiv kaum bzw. jeweils nur auf Vorhalt direkt belastet (so der
Verteidiger in Urk. 72 S. 11/12), sondern vorab auf seine früheren Aussagen
verwiesen und diese als richtig bezeichnet, oder dann jeweils erklärt, nichts dazu
sagen zu wollen oder sich nicht erinnern zu können (Urk. 5/1 bis 5/4). In formeller
Hinsicht macht das die Einvernahmen indes keinesfalls "gänzlich nicht verwert-
bar" (wie der Verteidiger zumindest in den Raum stellt, Urk. 72 S. 11 und Urk. 156
S. 18), nachdem alle Beschuldigten zusammen mit ihren Verteidigern den Einver-
nahmen beiwohnen konnten, Kenntnis von den früheren Aussagen von G._
hatten (ausdrücklich so festgehalten in Urk. 5/1 S. 1) und die Möglichkeit hatten,
Ergänzungsfragen zu stellen. Aber auch materiell tut dies der Glaubhaftigkeit der
(vorherigen) Aussagen von G._ keinen Abbruch, denn es wird bei Durchsicht
der Protokolle offensichtlich, dass er seine früheren Aussagen nicht abschwächen
oder gar widerrufen wollte. Vielmehr hatte er offenkundig den Mut nicht, seine Be-
lastungen in Gegenwart der beiden Mitbeschuldigten zu wiederholen, diese quasi
von Angesicht zu Angesicht "zu verpfeifen". Diese Haltung hat G._ dann
auch in der vorinstanzlichen Hauptverhandlung eingenommen (Urk. 66 S. 6).
- 18 -
3.3.8.5. Wenn die Verteidigung sodann aus dem Umstand, dass G._ in den
ersten Einvernahmen zunächst ausführte, er habe nichts mit einem Raubüberfall
in der Schweiz zu tun, und er erst später, nachdem ihm vorgehalten
wurde, dass seine DNA auf einem Handschuh sowie im Fahrzeug des Beschul-
digten gefunden wurde, die Tat gestand, ableiten will, dass die Aussagen von
G._ völlig widersprüchlich und absolut unglaubwürdig seien (Urk. 156
S. 15 f.), dann kann dem nicht gefolgt werden. Dass G._ anfänglich
jegliche Tatbeteiligung bestritt, tut der Glaubhaftigkeit seines Geständnisses
keinen Abbruch. Massgeblich für die Beurteilung der Glaubhaftigkeit eines
Geständnisses ist nicht, ob die beschuldigte Person zu Beginn der Untersuchung
eine Tatbeteiligung bestritt, sondern vielmehr, ob das anschliessende Geständnis
hinreichende Realitätskriterien aufweist und frei von Lügensignalen ist (zur
Glaubhaftigkeit seines Geständnisses vgl. insbesondere vorstehend E. 3.3.7.).
3.3.8.6. Entgegen der Verteidigung ist auch in den Aussagen von G._ an-
lässlich der Einvernahme vor der Staatsanwaltschaft Freiburg vom 9. Februar
2011 kein Widerspruch zu erblicken (Urk. 156 S. 16). So führte G._ in dieser
Einvernahme aus, dass er im Kanton Zürich zwei Raubüberfälle begangen habe.
Er sei dabei in Begleitung von E._ gewesen, sie seien nur zu zweit gewesen
(Urk. 2/6 S. 2 f.). Dass sie "nur zu zweit" gewesen seien, bezieht sich, wie der
unmittelbar darauf folgenden Antwort von G._ entnommen werden kann,
ausschliesslich auf die konkrete Ausführung der Raubtaten in den Nachtclubs.
G._ hielt klar fest, dass der Beschuldigte in den beiden
Fällen im Kanton Zürich der Chauffeur gewesen sei (Urk. 2/6 S. 3). Damit ver-
neinte G._ gerade nicht, dass der Beschuldigte nicht bei den beiden
Taten beteiligt war. Von widersprüchlichen Aussagen ist damit in keiner Weise die
Rede.
3.3.8.7. G._ führte sodann anlässlich der - vorstehend erwähnten -
Einvernahme vor der Staatsanwaltschaft Freiburg vom 9. Februar 2011 auf die
Frage, wann sie die Entscheidung zur Begehung dieser Raubüberfälle getroffen
hätten, folgendes aus: "Auf der Stelle. Wir haben die Entscheidung mit E._
getroffen. Und B._ war auch anwesend" (Urk. 2/6 S. 11). Wenn die Verteidi-
- 19 -
gung daraus ableiten will, dass diese Aussage klarstelle, dass G._ und
E._ mit einer Drittperson, nicht aber mit dem
Beschuldigten, diese Entscheidung getroffen hätten (Urk. 156 S. 17), kann dem
nicht gefolgt werden. So hat G._ in seinen Ausführungen konstant
erwähnt, dass er die fraglichen Raubtaten nur zusammen mit E._ und dem
Beschuldigten begangen habe. Entsprechend kann auch bei der vorstehend er-
wähnten Antwort von G._ kein Zweifel daran bestehen, dass ausschliesslich
die beiden Mitbeschuldigten G._ und E._ sowie der Beschuldigte bei der
Beschlussfassung zur Begehung der Raubtaten anwesend und
daran beteiligt waren.
3.3.9. Auch was der Beschuldigte weiter vorbringt, ist nicht geeignet, Zweifel auf-
kommen zu lassen. Soweit nicht schon vorgängig darauf eingegangen worden ist,
ist dazu noch Folgendes zu ergänzen:
3.3.9.1. Im Sinne der Aussagen von G._ und aufgrund der Telefonverbin-
dungsnachweise ist erstellt, dass der Beschuldigte schon am Abend vor dem
Raubüberfall in K._ wie G._ in Lausanne gewesen ist. Wenn er
dazu nun sagt, er sei bei einer gewissen BB._ gewesen (Urk. 3/2 S. 3; Urk.
72
S. 3/4), so kann das zwar theoretisch sein. Dass sich G._ jenen Abends mit
seinen Mittätern in Lausanne getroffen hat, widerlegte dies aber nicht. Ob sich der
Beschuldigte mit einer BB._ getroffen hat oder nicht, kann deshalb offen
bleiben. Nachdem er aber weder Namen noch Wohnort dieser BB._ anzuge-
ben wusste, verbleiben grosse Zweifel daran.
3.3.9.2. Sodann anerkennt der Beschuldigte zwar, in der fraglichen Nacht vor dem
"C._" auf deren Begehren hin G._ und E._, die er zufällig dort an-
getroffen habe, im Auto Richtung BC._ mitgenommen zu
haben. Vorgängig sei er aber an gleicher Stelle in einem Lokal gewesen, wo
albanische Musik gespielt worden sei. Auch das könnte theoretisch sein. Wo er
sich vor dem - zugegebenen - Chauffeurdienst aufgehalten hat, ist aber letztlich
nicht von Bedeutung.
- 20 -
3.3.9.3. Ebenfalls nichts zugunsten des Beschuldigten lässt sich daraus ableiten,
dass vor dem Raubüberfall in O._ kein Fahrzeug auf den Parkplatz vor der
BD._ Bar gefahren ist (Urk. 72 S. 8). Gegenteils spricht das wieder für die
Aussagen von G._, der erklärte, beim Raub in O._ von dem vom Be-
schuldigten parkierten Auto 200 bis 300 Meter bis zum Club gegangen zu sein, er
denke von der anderen Strassenseite (Urk. 5/4 S. 4). Nachdem sodann die Ein-
gangsbereiche von Nachtclubs und Diskotheken mittlerweile schon fast
notorischerweise von Kameras überwacht werden, dürften Räuber ohnehin kaum
direkt vor den Eingang vorfahren, wo sie damit rechnen müssen, aufgezeichnet
zu werden. Ohne Belang ist schliesslich, dass ein Zeuge, der sich offenbar bis
kurz vor dem Überfall in der BD._ Bar aufgehalten hat, beim Wegfahren ei-
nen dunklen Geländewagen vermutungsweise japanischer Herkunft auf den
Parkplatz beim BE._ hat einbiegen sehen (Urk. 7/6 S. 3). Gerade wenn der
Zeuge weiter erklärte, es handle sich bei diesem Parkplatz um einen Platz, "auf
dem sich Verliebte treffen" (a.a.O.), so ist nicht ersichtlich, was der Verteidiger
aus dem Umstand ableiten will, dass der Beschuldigte kein solches Fahrzeug
besessen habe (Urk. 72 S. 8).
3.3.9.4. Dieselben Überlegungen gelten auch für den Raub in den Nachtclub
BF._ in Q._. Gemäss den Ausführungen von G._ wurde auch dort
das Fluchtauto nicht unmittelbar vor diesem Nachtclub parkiert (vgl. Urk. 2/7 S. 3).
Wenn also G._ weiter ausführte, er hätte das Aufnahmegerät der Videoka-
mera aus dem Nachtclub BF._ auf der Flucht, etwa 50 bis 70 Meter vom
Lokal entfernt, in einen kleinen Fluss geworfen, so kann daraus - entgegen der
Verteidigung (Urk. 156 S. 22) - nicht geschlossen werden, die Täter seien zu Fuss
geflüchtet. Vielmehr ist diese Darstellung auch damit vereinbar, dass sie zuerst
zum Fluchtfahrzeug gelangen mussten, da dieses eben gerade nicht unmittelbar
vor dem Nachtclub parkiert gewesen ist. Ebenfalls kann - entgegen der Verteidi-
gung (Urk. 156 S. 22) - auch nicht alleine aus der Tatsache, dass die Gäste und
Mitarbeiter gefesselt und eingesperrt worden sind, gefolgert werden, dass die
Täter nicht mit einem Fahrzeug, sondern vielmehr zu Fuss die Flucht ergriffen
hätten. Auch diese Darstellung ist damit vereinbar, dass die Täter mit einem
Fahrzeug flüchteten.
- 21 -
3.3.10. Angesichts der ganzen Beweislage besteht daher kein Zweifel, dass sich
der Beschuldigte in der von G._ beschriebenen Weise und damit im Sinne
des Anklagesachverhalts an den drei Raubüberfällen beteiligt hat. Die vorliegen-
den Beweismittel und Indizien ergeben - einem Mosaik gleich - ein Bild, das kei-
nen anderen Schluss zulässt. Der Schlussfolgerung der Vorinstanz (Urk. 102 S.
33) ist zu folgen.
3.4. Vor diesem Hintergrund besteht keine Veranlassung, im Sinne des ent-
sprechenden Antrags der Verteidigung H._ und I._ als Zeugen einzu-
vernehmen (Urk. 155). Es ist dafür auf die Erwägungen in der
Präsidialverfügung vom 19. Februar 2013 zu verweisen (Urk. 129), welche nach
wie vor Gültigkeit haben:
3.4.1. Gemäss Art. 389 Abs. 1 StPO beruht das Rechtsmittelverfahren auf den
Beweisen, die im Vorverfahren und im erstinstanzlichen Hauptverfahren erhoben
worden sind. Nach Abs. 2 dieser Bestimmung werden Beweisabnahmen nur
wiederholt, wenn Beweisvorschriften verletzt worden sind, die Beweiserhebungen
unvollständig waren oder die Akten über die Beweiserhebungen unzuverlässig
erscheinen.
3.4.2. Wie sich aus den vorstehenden Erwägungen ergibt, wurde G._ wäh-
rend der Untersuchung und im gerichtlichen Verfahren wiederholt einvernommen
(Urk. 2/1, Urk. 2/2, Urk. 2/3 bzw. 2/4, Urk. 2/5 bzw. 2/6, Urk. 2/7,
Urk. 2/9, Urk. 5/1-4; Urk. 66), wobei er zu den Fragen betreffend den gemeinsa-
men Tatentschluss und zum in Q._ und O._ benutzten Fahrzeug mehr-
fach Stellung genommen hat. Anlässlich von vier Konfrontationseinvernahmen
hatte der Beschuldigte und sein Verteidiger Gelegenheit, Ergänzungsfragen zu
stellen (Urk. 5/1-4). Weder wurden mithin Beweisvorschriften verletzt, noch er-
scheinen diese Beweiserhebungen unvollständig oder unzuverlässig. Eine erneu-
te Befragung von G._ ist deshalb nicht erforderlich.
3.4.3. Selbst wenn schliesslich H._ und I._ so aussagen sollten, wie
dies der Verteidiger zur Begründung seines Antrags schreibt (Urk. 155 S. 1 f.; vgl.
auch Urk. 104 S. 2), würde dies am feststehenden Beweisergebnis nichts ändern:
- 22 -
Es wurde bereits erörtert, dass der Frage keine entscheidende
Bedeutung zukommt, ob die Täter im Sinne der Aussagen von G._ nun mit
einem BMW nach Q._ und O._ gefahren sind bzw. mit welchem BMW
sie das taten. Gleiches gilt für die Behauptung des Beschuldigten, in Lausanne
"BB._" getroffen zu haben. Wenn sodann H._ aussagen würde, es träfe
zu, dass der Beschuldigte G._ dessen Freundin "ausgespannt" hat, so könn-
te dem angesichts des zweifelsfrei feststehenden anderslautenden
Beweisergebnis kein Glauben geschenkt werden: Wie gesehen, bestreitet das
G._ und sind die diesbezüglichen Schilderungen des Beschuldigten
völlig unglaubhaft. Es hat diese Dame nicht gegeben und entsprechend haben
G._ und der Beschuldigte auch nicht über 100 Mal ihretwegen
telefoniert. Sollte schliesslich I._ bestätigen, den Beschuldigten in der Nacht
vom 11. auf den 12. Dezember 2010 im albanischen Musiklokal beim
"C._" in K._ getroffen zu haben, so wäre dies kein Argument dafür, dass
der Beschuldigten nicht in der von G._ geschilderten Weise am Raub mitge-
wirkt hätte: Vielmehr anerkennt der Beschuldigte ja gerade, mit G._ und
E._ im Auto vom "C._" weggefahren und in der Folge in die Polizeikon-
trolle geraten zu sein. Was die Verteidigung deshalb aus der beantragten Befra-
gung von I._ ableiten möchte, ist nicht ersichtlich (vgl. dazu schon vorste-
hende Erw. 3.3.9.2).
3.4.4. Die von der Verteidigung beantragten Zeugenbefragungen können deshalb
unterbleiben.
4. Rechtliche Würdigung
4.1. Die Vorinstanz hat den Beschuldigten genau im Sinne der Anträge der
Staatsanwaltschaft schuldig gesprochen (Urk. 102 S. 52; vgl. Anklageschrift
S. 17). Die von der Staatsanwaltschaft und der Vorinstanz vorgenommene recht-
liche Würdigung ist zutreffend. Zur Begründung kann dafür auf die entsprechen-
den Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 102 S. 31-35).
4.2. Die Verteidigung beanstandet im Wesentlichen das Vorliegen der Banden-
mässigkeit. Es sei nicht erwiesen, dass die drei Beschuldigten ein eingespieltes,
- 23 -
fest verbundenes, stabiles Team gewesen sein sollen. Das gleiche gelte auch für
die Feststellung, der Beschuldigte habe die Tatorte ausgewählt, sich über die
Örtlichkeiten informiert und beim Tatentschluss im Restaurant F._ in
J._ mitgewirkt. Aufgrund der gesamten Akten ergebe sich kaum etwas
konkretes zur eigentlichen Planung der Überfälle (Urk. 156 S. 24).
4.2.1. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist Bandenmässigkeit
gegeben, wenn zwei oder mehrere Täter sich mit dem ausdrücklichen oder
konkludent geäusserten Willen zusammenfinden, inskünftig zur Verübung mehre-
rer selbständiger, im Einzelnen möglicherweise noch unbestimmter Straftaten
zusammenzuwirken. Dieser Zusammenschluss (auch nur zweier Personen) ist es,
der den Einzelnen psychisch und physisch stärkt, ihn deshalb besonders gefähr-
lich macht und die Begehung von weiteren solchen Straftaten voraussehen lässt
(BGE 135 IV 158 E. 2; BGE 124 IV 286 E. 2a).
4.2.2. Die Vorinstanz hielt fest, es sei davon auszugehen, dass der Beschuldigte
sowie die beiden Mitbeschuldigten G._ und B._ vor der Raubserie min-
destens zur stillschweigenden Übereinkunft gekommen sind, gemeinsam mehre-
re, im Einzelnen möglicherweise örtlich und zeitlich noch nicht bestimmte Raub-
überfälle zu begehen (Urk. 102 S. 31 f.). Diese Ausführungen sind nicht zu bean-
standen. Es lässt sich zwar - gestützt auf die vorliegenden Akten - nicht erstellen,
wann und wo der Beschuldigte und die beiden Mitbeschuldigten G._ und
E._ ihren Entschluss zur Begehung der Raubtaten fassten. Die Tatsache,
dass die jeweiligen Raubtaten immer gleich, in derselben Rollenverteilung, detail-
liert vorbereitet, zeitnah und immer in ähnlichen Lokalitäten ausgeübt wurden,
lässt aber - mit der Vorinstanz (Urk. 102 S. 32) - ohne Weiteres den Schluss zu,
dass sich der Beschuldigte sowie die beiden Mitbeschuldigten G._ und
B._ nicht nur zufällig zusammen gefunden haben zur Begehung der Taten,
sondern vielmehr - zumindest konkludent - übereinkamen, die ihnen vorgeworfe-
nen Raubtaten gemeinsam zu verüben. Bandenmässiges Handeln ist damit - mit
der Vorinstanz - gegeben.
4.3. Die Verteidigung macht sodann geltend, es könne nicht rechtsgenügend
erstellt werden, dass das Entwenden der Überwachungsanlage für den Ein-
- 24 -
gangsbereich und das Unbrauchbarmachen der Kommunikationsmittel im
Nachtclub in Q._ vom Vorsatz des Beschuldigten umfasst gewesen seien.
Ebenfalls finde sich in den Akten keine rechtsgenügliche Stütze, dass der Be-
schuldigte gewusst habe, dass der Mitbeschuldigte E._ einen echten Revol-
ver bei den Raubüberfällen mit sich geführt habe (Urk. 156 S. 25). Dieser Kritik
der Verteidigung kann nicht gefolgt werden. Wenn die Vorinstanz festhält, dass
das Unschädlichmachen von Beweismitteln sowie das Zerstören der Kommunika-
tionsmittel vom Vorsatz aller Mittäter erfasst gewesen ist (Urk. 102 S. 34 f.), so ist
dies nicht zu beanstanden. Auch wenn der Beschuldigte an den jeweiligen Taten
lediglich als Chauffeur beteiligt war, kann davon ausgegangen werden, dass er
nicht nur mit den eigentlichen Raubtaten einverstanden war, sondern dass sein
Vorsatz auch weitere, in diesem Zusammenhang stehende Handlungen, wie ins-
besondere die Vernichtung von Beweisen oder die Zerstörung von Kommunikati-
onsmitteln zur Sicherung der Flucht, umfasste. Weiter ist darauf hinzuweisen,
dass sowohl G._ als auch M._ ausführten, der Mitbeschuldigte
E._ habe den Revolver im Restaurant in J._ dem Beschuldigten sowie
G._ gezeigt (Urk. 2/7 S. 10 f.; Urk. 7/1 S. 8; vgl. dann auch Urk. 7/5 S. 6 ff.).
Gestützt auf diese übereinstimmenden und glaubhaften Aussagen kann - mit der
Vorinstanz (Urk. 102 S. 34 f.) - davon ausgegangen werden, dass der
Beschuldigten von dieser Waffe und damit auch von deren Verwendung bei den
Raubtaten wusste. Die rechtliche Würdigung der Vorinstanz in Bezug auf die
Sachentziehung, die Sachbeschädigung sowie die mehrfache Widerhandlung
gegen das Waffengesetz ist damit nicht zu beanstanden.
4.4. In diesem Sinne ist der vorinstanzliche Schuldspruch zu bestätigen und der
Beschuldigte demnach zum bereits rechtskräftigen Schuldspruch wegen der
Widerhandlungen gegen das AuG hinzu des bandenmässigen Raubes im Sinne
von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 in Verbindung mit Ziff. 3 StGB, der Sachentziehung im
Sinne von Art. 141 StGB, der Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1
StGB sowie der mehrfachen Widerhandlung gegen das Waffengesetz (WG) im
Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 7 Abs. 1 lit. a WG und Art. 12
Abs. 1 lit. d WV schuldig zu sprechen.
- 25 -
5. Strafzumessung
5.1. Die Vorinstanz hat die Grundsätze, nach welchen eine Strafe zuzumessen
ist, richtig dargestellt (Urk. 102 S. 35/36). Darauf und auf die jüngere Bundes-
gerichtspraxis zu diesem Thema (BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff; BGE 135 IV 130 E.
5.3.1; BGE 132 IV 102 E. 8.1, je mit Hinweisen) kann vorab verwiesen werden.
Insbesondere hat die Vorinstanz zutreffend festgehalten, dass vorliegend die
schwerste Tat im Sinne von Art. 49 Abs. 1 StGB der bandenmässige Raub
gemäss Art. 140 Ziff. 3 StGB ist, welche Bestimmung eine Freiheitsstrafe von
mindestens 2 Jahren (bis zu 20 Jahren) vorsieht. Wenn die Vorinstanz dann aber
erwägt, es rechtfertige sich aufgrund des engen Zusammenhangs mit den Raub-
überfällen, die Einsatzstrafe nicht nur für den Raub, sondern sogleich auch für die
Sachentziehung, die Sachbeschädigung sowie die Widerhandlungen gegen das
Waffengesetz zu bestimmen (Urk. 102 S. 36/37), so entspricht dies nicht den
Vorgaben der bundesgerichtlichen Rechtsprechung. Es ist sehr wohl möglich,
nach der Festsetzung einer Einsatzstrafe für den bandenmässigen Raub nach
den Grundsätzen des Asperationsprinzips für die drei weiteren von der Vorinstanz
genannten Tatbestände je eine Straferhöhung vorzunehmen (vgl. die ganz
ähnliche Ausgangslage im Urteil 6B_274/2013 des Bundesgerichts vom
5. September 2013, E. 1.2.3 und 1.2.4).
Es ist also zunächst eine Einsatzstrafe für den bandenmässigen Raub im Sinne
von Art. 140 Ziff. 3 StGB festzusetzen.
5.2. In objektiver Hinsicht liegt die Schwere der Taten des Beschuldigten auf
einer Skala aller denkbaren bandenmässigen Raubdelikte noch eher im unteren
Bereich: So blieb es bei drei Einzeltaten, wobei eine (im "C._") gar am Wi-
derstand der Überfallenen scheiterte und im Versuchsstadium stehen blieb. So-
dann ist die gesamthafte - letztlich bei zwei Einzeltaten erlangte - Beute von gut
Fr. 30'000.– zwar nicht gerade tief, indessen auch nicht sehr hoch. Weiter
haben G._ und E._ zwar in einzelnen Fälle auf ihre Opfer eingeschla-
gen, was aber mehr dazu diente, ihrer Waffendrohung Nachdruck zu verleihen als
bezwecken sollte, die Betroffenen zum Widerstand unfähig zu
- 26 -
machen. Die Opfer erlitten damit immerhin keine gravierenderen physischen Ver-
letzungen. Der Tatbeitrag des Beschuldigten, der massgeblich bei der Planung
mitwirkte, als Chauffeur fungierte und an der Beute gleichberechtigt war, ist zwar
anders als jener seiner beiden Mittäter, die "an der Front" die Überfälle verübten,
kann aber nicht zu einer minderen Einschätzung des objektiven Verschuldens
führen. Das konkrete Handeln des Beschuldigten - eher im Hintergrund und in
Sicherheit die anderen die "Drecksarbeit" machen lassen, aber am Erlös gleich-
berechtigt sein - ist sicher ebenso verwerflich wie jenes seiner Mittäter. Gedank-
lich ist bis hierhin von einer Strafe auszugehen, die im unteren Drittel des zur
Verfügung stehenden Strafrahmens liegt.
5.3. Subjektiv ist zweifellos zutreffend, wenn die Vorinstanz erwägt, der Beschul-
digte habe direkt vorsätzlich mitgewirkt, sich ganz bewusst für die Delinquenz
entschieden und sich von rein materiellen und egoistischen Beweggründen leiten
lassen (Urk. 102 S. 37). Er ist zusammen mit seinen Mittätern geplant und ziel-
bewusst vorgegangen, und es liegen insbesondere keine Anzeichen dafür vor,
dass der Beschuldigte nur eingeschränkt schuldfähig gewesen wäre. Der Vertei-
diger bringt die psychischen Probleme des Beschuldigten denn auch nicht im
Zusammenhang mit der Bewertung des subjektiven Verschuldens vor, sondern
bei den Täterkomponenten, wo aufgrund des Zustands des Beschuldigten von
einer erhöhten Strafempfindlichkeit auszugehen sei (Urk. 72 S. 17/18). Es ist
deshalb an dieser Stelle auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz zu
verweisen (Urk. 102 S. 37/38). Hinzu kommt, dass der Beschuldigte selbst ent-
schieden in Abrede stellt, krank zu sein. Er habe zwar ein paar Störungen, aber
diese könne man mit der Zeit heilen (Urk. 67 S. 6). Entsprechend wolle er den
Psychiater mehr besuchen und Medikamente nehmen, was er offenbar schon seit
2006 tut, als er sich während einer Woche vorübergehend stationär in der Klinik
... aufgehalten hatte (Urk. 73/3). Seit damals habe er die Erkrankung "im Griff"
(Urk. 72 S. 18). Das objektive Tatverschulden wird so in subjektiver Hinsicht nicht
gemindert.
- 27 -
5.4. Als Einsatzstrafe für die gesamte Tatschwere des bandenmässigen Raubes
im Sinne von Art. 140 Ziff. 3 StGB erscheint damit eine Einsatzstrafe von 4 bis
5 Jahren Freiheitsstrafe als angemessen.
5.5. Wegen der zusätzlich vom Beschuldigten begangenen Delikte ist diese Ein-
satzstrafe in Anwendung des Asperationsprinzips angemessen zu erhöhen
(Art. 49 Abs. 1 StGB).
5.5.1. Für sich alleine je mit Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren oder Geldstrafe wird
die Sachentziehung und die Sachbeschädigung bestraft (Art. 141 StGB und
Art. 144 Abs. 1 StGB). Mit den entsprechenden Handlungen versuchten der
Beschuldigte und seine Mittäter, nach dem Raubüberfall auf den Nachtclub
BF._ ihre Verfolgung zu erschweren (Zerstören der Kommunikationsmittel,
Ausbau und Mitnahme der Festplatte der Überwachungsanlage; Mitnahme der
Schlüssel des Clubs). Der so entstandene Schaden von gesamthaft knapp
Fr. 5'000.– (Anklageschrift S. 10) ist nicht unerheblich, und das Vorgehen legt ein
weiteres Zeugnis über die signifikante kriminelle Energie ab. Es rechtfertigt sich
deshalb unter diesem Titel eine leichte Straferhöhung. Die mehrfache Widerhand-
lung gegen das Waffengesetz im Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. a WG in Verbindung
mit Art. 7 Abs. 1 lit. a WG und Art. 12 Abs. 1 lit. d WV (das unberechtigte Erwer-
ben, Besitzen und Tragen der in Frage stehenden Faustfeuerwaffen, das für sich
alleine mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bedroht ist) tritt
dagegen im Vergleich zu denjenigen Delikten, welche die Beschuldigten unter
Verwendung ebendieser Waffen verübt haben, eher in den Hintergrund. Eine
geringe Straferhöhung ist dagegen am Platz.
5.5.2. Schliesslich ist als Widerhandlungen gegen das Ausländergesetz im Sinne
von Art. 116 Abs. 1 lit. a und Art. 117 Abs. 1 AuG zu würdigen, dass der Beschul-
digte in dem von ihm geführten Restaurant vom 15. Oktober 2010 bis zum
14. Dezember 2010 während zweier Monate die nicht über eine Aufenthalts- und
Arbeitsbewilligung für die Schweiz verfügende bulgarische Staatsangehörige
M._ beschäftigt und untergebracht hat. In objektiver Hinsicht steht damit eine
nicht nur ganz kurze Zeitdauer zur Diskussion. Auf der subjektiven
Seite fällt ins Gewicht, dass sich der Beschuldigte zugegebenermassen ganz
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bewusst über die gesetzliche Regelung hinweggesetzt hat, weil M._ besser
mit den Gästen umgehen könne und "Geld bringe" (Urk. 3/5 S. 8). Er habe dies
machen müssen, nachdem er sich nach der Trennung von seiner Freundin
- die ursprünglich das Restaurant übernommen hatte - um das Restaurant
gekümmert habe. Wie auch der nachmalige Käufer des Restaurants seien sie
Albaner und hätten eine andere Mentalität (Urk. 3/8 S. 2 und 10). Zwar stimmt so,
dass der Beschuldigte - wie die Vorinstanz erwägt (Urk. 102 S. 38) - "den
Verstoss gegen das Ausländergesetz schlussendlich vollumfänglich eingestand
und sich in der Untersuchung kooperativ zeigte", indessen blieb ihm angesichts
der Sachlage auch kaum etwas anderes übrig. Sodann ist von Kooperation bzw.
jedenfalls Einsicht eigentlich nichts festzustellen, nachdem der Beschuldigte die
Verantwortung für sein Handeln externalisiert und insbesondere der Auffassung
ist, er habe den Gesetzesverstoss machen "müssen". Wenn die Vorinstanz
die aufgelaufene Einsatzstrafe unter diesem Titel (nur) um einen Monat erhöhen
will, erscheint dies deshalb als einiges zu milde. Angemessen ist eine deutlich
grössere Straferhöhung.
5.6. Hinsichtlich der persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten kann zunächst
auf die zusammenfassende Wiedergabe im vorinstanzlichen Urteil verwiesen
werden (Urk. 102 S. 38-40). Anlässlich der Berufungsverhandlung führte der
Beschuldigte sodann aus, es gehe ihm im Gefängnis psychisch nicht so gut. Er
habe Depressionen und höre Stimmen. Deshalb nehme er auch Medikamente. Im
Gefängnis könne er arbeiten. Er verdiene durchschnittlich Fr. 100.– im Monat.
Dieses Geld schicke er seiner Tochter. Er sei noch immer ledig und lebe derzeit
nicht in einer neuen Beziehung. Aktuell sei er in psychiatrischer Behandlung. Er
sei aber nicht krank, er habe nur eine Störung (Urk. 154 S. 2 ff.). Die Vorinstanz
hat zu den Vorbringen der Verteidigung betreffend die gesundheitliche Situation
des Beschuldigten erschöpfend Stellung bezogen (a.a.O.). Im Sinne der einschlä-
gigen Rechtsprechung aussergewöhnliche Umstände, die unter diesem Titel eine
Strafminderung implizierten, liegen nicht vor.
Stark straferhöhend wirken sich die 6 Vorstrafen des Beschuldigten aus
(Urk. 109). Insbesondere fällt ins Gewicht, dass er am 19. Januar 2004 ein erstes
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Mal wegen Einbruchdiebstählen zu einer Freiheitsstrafe von 6 Monaten verurteilt
werden musste und bereits am 24. August 2004 eine neuerliche, einschlägige
Verurteilung erwirkte, diesmal wegen gewerbs- und bandenmässigen Einbruch-
diebstählen. Hierfür wurde er mit einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten bestraft,
als Zusatzstrafe zum erstgenannten Urteil. Nach drei weiteren, eher geringer
wiegenden Verurteilungen am 13. Januar 2006, 20. Juni 2007 und 6. November
2007 (v.a. SVG und WG) folgte schliesslich am 12. November 2010 das Urteil des
Obergerichts des Kantons Glarus, mit welchem der Beschuldigte wegen qualifi-
zierten Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 2 StGB, Diebstahls, betrügerischen
Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage sowie Vergehens gegen das
Waffengesetz mit einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten bestraft wurde. Dass der
Beschuldigten sich nun mehr oder weniger unmittelbar nach diesem Urteil wieder
einschlägig an Raubüberfällen beteiligt hat, zeugt von einer geradezu exemplari-
schen Uneinsichtigkeit. Statt sich durch die ersten Strafen von weiterem Delin-
quieren abhalten zu lassen, beging der Beschuldigte also weitere einschlägige
Straftaten zunehmender Schwere - welche Tendenz durch das vorliegende
Verfahren eindrücklich bestätigt wird.
5.7. Der Beschuldigte ist nicht geständig und zeigt weder Einsicht noch Reue
(vgl. dazu aber immerhin Erw. 5.5.2 bezüglich der Widerhandlung gegen das
AuG). Sein Nachtatverhalten kann damit keine strafmindernde Wirkung haben
(vgl. dazu BGE 118 IV 349 und 121 IV 202; BSK StGB I-Wiprächtiger, Art. 47 N
129 ff.).
5.8. Aus diesen Gründen erscheint die von der Vorinstanz ausgesprochene
Freiheitsstrafe von 7 Jahren und 7 Monaten als zu hoch. Ausgehend von einer
Einsatzstrafe für den bandenmässigen Raub von 4 bis 5 Jahren, daneben letztlich
nicht allzu schwer ins Gewicht fallenden Straferhöhungen für die weiteren Delikte
sowie einer starken Straferhöhung wegen der Vorstrafen erscheint eine Freiheits-
strafe von 7 Jahren als angemessen. Soweit die vorinstanzliche Strafzumessung
nachvollzogen werden kann, sind dort namentlich entweder die Einsatzstrafe für
den bandenmässigen Raub oder hernach die Straferhöhungen wegen der Sach-
entziehung, Sachbeschädigung und der Widerhandlung gegen das Waffengesetz
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zu hoch ausgefallen. Auf die Strafe anzurechnen sind die vom Beschuldigten bis
und mit heute erstandenen 1055 Tage Untersuchungs- und Sicherheitshaft
(Art. 51 StGB). Bei einer Strafe dieser Höhe kommt ein bedingter Vollzug nicht in
Betracht (Art. 42 Abs. 1 StGB, Art. 43 Abs. 1 StGB). Obwohl schliesslich einzelne
Delikte bzw. Teile davon vor das Datum des Urteils des Obergerichts des Kantons
Glarus vom 12. November 2010 fallen, ist keine (teilweise) Zusatzstrafe im Sinne
von Art. 49 Abs. 2 StGB auszufällen: Für die Frage, ob und in welchem Umfang
(d.h. ganz oder teilweise) das Gericht eine solche Zusatzstrafe aussprechen
muss, ist auf das Datum der ersten Verurteilung im ersten Verfahren abzustellen,
und zwar unabhängig davon, ob dieses Urteil in Rechtskraft erwächst (BGE 138
IV 113). Das seinerzeit am Obergericht des Kantons Glarus angefochtene Erst-
urteil des Kantonsgerichts des Kantons Glarus datiert vom 4. November 2009
(Urk. 22/20) und damit von vor den vorliegend zu beurteilenden Delikten.
6. Zivilansprüche
6.1. Schadenersatz
6.1.1. Die Vorinstanz hat den Beschuldigten in Dispositivziffer 6 verpflichtet,
diversen Privatklägern in solidarischer Haftung mit den Mitbeschuldigten G._
und E._ Schadenersatz zu bezahlen. Zudem wurde festgestellt, dass der
Beschuldigte im Grundsatz verpflichtet ist, der Privatklägerin 6 den durch seine
Straftaten verursachten Schaden zu ersetzen.
6.1.2. Der Beschuldigte lässt dies - als Folge seines Antrags auf Freispruch -
berufungsweise alles anfechten (Urk. 104 S. 2; Urk. 156 S. 27).
6.1.3. Nachdem der Beschuldigte heute so schuldig gesprochen wird, wie dies
bereits schon die Vorinstanz getan hat, sind auch die Schadenersatzansprüche
wie im vorinstanzlichen Urteil zu regeln. Es kann dazu vollumfänglich auf die
zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 102 S. 44 ff.
Erw. 1.2, 1.3, 1.7,1.8 und 1.12 sowie Dispositivziffer 6 lit. a, b, d, e und i).
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6.2. Genugtuung
6.2.1. Die Vorinstanz hat den folgenden Privatklägern Genugtuungen zuge-
sprochen (Urk. 102 S. 48 ff. und 55/56):
a) Der Privatklägerin 6 Fr. 1'000.– zulasten des Beschuldigten, von
G._ und E._ in solidarischer Haftung
b) Dem Privatkläger 7 Fr. 1'000.– zuzüglich 5 % Zins ab 12. Dezember 2010
zulasten des Beschuldigten, von G._ und E._ in solidarischer Haf-
tung
c) Dem Privatkläger 8 Fr. 1'000.– zuzüglich 5 % Zins ab 21. November 2010
zulasten des Beschuldigten, von G._ und E._ in solidarischer Haf-
tung
d) Dem Privatkläger 9 Fr. 1'000.– zulasten des Beschuldigten, von
G._ und E._ in solidarischer Haftung
e) Dem Privatkläger 10 Fr. 1'000.– zuzüglich 5 % Zins ab 21. November 2010
zulasten des Beschuldigten, von G._ und E._ in solidarischer Haf-
tung
6.2.2. Die Vorinstanz hat demnach all denjenigen Privatklägern, die Opfer eines
der Raubüberfälle wurden und eine Genugtuung forderten, Fr. 1'000.– zugespro-
chen, je in solidarischer Haftung der drei Mittäter. Das ist den konkreten Umstän-
den angemessen und entspricht auch den Genugtuungssummen, die von den
Gerichten in der Vergangenheit in ähnlichen Fällen zugesprochen worden sind.
Die vorinstanzliche Regelung ist zu bestätigen.
7. Kosten- und Entschädigungsfolgen
7.1. Ausgangsgemäss - es bleibt bei der Verurteilung - ist die erstinstanzliche
Kostenverlegung (Dispositivziffer 9, 1. Absatz) zu bestätigen.
7.2. Im Berufungsverfahren tragen die Parteien die Kosten nach Massgabe ihres
Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Vorliegend unterliegt der
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Beschuldigte mit seiner Berufung im Schuld-, Zivil- und Kostenpunkt vollumfäng-
lich und obsiegt in einem kleinen Masse hinsichtlich der Strafzumessung. Die
Staatsanwaltschaft unterliegt mit ihrer Anschlussberufung vollumfänglich. Es
rechtfertigt sich deshalb in Gewichtung der von den Parteien jeweils zum Gegen-
stand ihrer Rechtsmittel gemachten Themen, die Kosten des Berufungsver-
fahrens, mit Ausnahme derjenigen der amtlichen Verteidigung, zu neun Zehnteln
dem Beschuldigten aufzuerlegen und zu einem Zehntel auf die Gerichtskasse zu
nehmen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung sind im Umfang von neun Zehn-
teln einstweilen und im Umfang von einem Zehntel definitiv auf die Gerichtskasse
zu nehmen. Im Umfang von neun Zehnteln bleibt die Rückzahlungspflicht im
Sinne von Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten.
7.3. Am 21. Oktober 2013 reichte der Vertreter des Privatklägers 7, Rechts-
anwalt Dr. Z._, seine Honorarnote ein. Für seine Aufwendungen ist vom 13.
April 2011 bis zum 9. Oktober 2013 ein Honorar von Fr. 4'320.– aufgelaufen (Urk.
148).
7.3.1. Im erstinstanzlichen Verfahren hatte der Privatkläger 7 noch keine Ent-
schädigung für die Kosten seiner anwaltlichen Vertretung gefordert. Entsprechend
sprach ihm die Vorinstanz dann auch keine solche Entschädigung zu (vgl.
Art. 433 StPO). In der Folge hat der Privatkläger 7 das vorinstanzliche Urteil nicht
angefochten. Das Thema einer allfälligen Prozessentschädigung für das erstin-
stanzliche Verfahren ist damit rechtskräftig erledigt.
7.3.2. Für das Berufungsverfahren hat der Privatkläger 7 angesichts des
Prozessausgangs gegenüber dem Beschuldigten aber einen Anspruch auf Ent-
schädigung (Art. 433 Abs. 1 StPO). Der Honorarnote von Rechtsanwalt Dr.
Z._ lässt sich nicht entnehmen, welche der geltend gemachten Aufwendun-
gen in die Zeit des Berufungsverfahrens fallen. Den Akten ist zu entnehmen, dass
er ausser der Einreichung der Honorarnote keine Eingaben erstattet hat. Zu stu-
dieren waren sodann die Präsidialverfügung vom 27. November 2012, die Vorla-
dung und das vorliegende Urteil. Darüber hinausgehend hat sich der Privatkläger
7 bzw. sein Vertreter nicht am Berufungsverfahren beteiligt und insbesondere
auch nicht an der Berufungsverhandlung teilgenommen. Mehr als eine Entschädi-
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gung von Fr. 500.– ist vor diesem Hintergrund nicht gerechtfertigt. Entsprechend
ist der Beschuldigte zu verpflichten, dem Privatkläger 7 an die Kosten der anwalt-
lichen Vertretung eine Prozessentschädigung von Fr. 540.– (Fr. 500.– zuzüglich 8
% Mehrwertsteuer) zu bezahlen. Diese Verpflichtung trifft den Beschuldigten in
solidarischer Haftung mit seinem Mitbeschuldigten E._.
7.3.3. Im mündlich eröffneten und schriftlich versandten Urteilsdispositiv wurde
festgehalten, dass zusätzlich auch der Mitbeschuldigte G._ solidarisch zur
Zahlung der genannten Prozessentschädigung an den Privatkläger 7 zu
verpflichten sei. Da sich der Mitbeschuldigte G._ aber nicht am vorliegenden
Berufungsverfahren beteiligte, handelt es sich dabei um ein offensichtliches Ver-
sehen. Das nachstehende Urteilsdispositiv ist damit entsprechend zu korrigieren.