Decision ID: 5ed6243e-1c92-5b43-9b45-4b53c6565c7c
Year: 2013
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Kläger,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Felix Schmid, Oberer Graben 42, 9000 St. Gallen,
gegen
1. Pensionskasse W._,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Marta Mozar, Seestrasse 6, Postfach 1544,
8027 Zürich, Beklagte 1,
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2. Sammelstiftung X._,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Peter Rösler, Aeplistrasse 7, Postfach, 9008 St.
Gallen, Beklagte 2,
3. Sammelstiftung Y._
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Simon Krauter, S-E-K Advokaten,
Zürcherstrasse 310, 8500 Frauenfeld, Beklagte 3,
4. Stiftung Auffangeinrichtung BVG, Schwarztorstrasse 26, 3001 Bern, Beklagte 4,
betreffend
Invalidenrente
Sachverhalt:
A.
A.a A._, bei dem im Kindesalter ein juveniles POS diagnostiziert worden war (IV-act.
3, 10), arbeitete vom 1. Juli 1994 bis 31. Mai 1996 als Hilfsarbeiter bei der B._ AG,
(IV-act. 21, 26). In der Folge war er bis Ende 1996 bei der C._ AG beschäftigt (IV-act.
27). Im Januar 1997 und erneut im November 1999 meldete er sich zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung an (IV-act. 23). Nach weiteren kurzzeitigen
Arbeitsverhältnissen (vgl. IV-act. 36, 41) war der Versicherte von August 2001 bis
August 2003 bei der D._ AG tätig und dadurch bei der Sammelstiftung X._
vorsorgeversichert (act. G 33.2, 33.3; IV-act. 47).
A.b Aufgrund eines vom 1. September bis 31. Oktober 2003 dauernden
Arbeitsverhältnisses bei der E._ AG war der Versicherte bei der Pensionskasse W._
vorsorgeversichert (IV-act. 76-2/2). Von November 2003 bis März 2004 bezog der
Versicherte Taggeldleistungen der Arbeitslosenversicherung und war dadurch bei der
Stiftung Auffangeinrichtung BVG vorsorgeversichert (act. G 32 Beilage). Von April bis
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September 2004 bestand ein Arbeitsverhältnis bei F._, durch welches der Versicherte
bei der Sammelstiftung Y._ vorsorgeversichert war. Das Arbeitsverhältnis wurde vom
Arbeitgeber mit dem Hinweis aufgelöst, dass die Kenntnisse und Fähigkeiten des
Versicherten für die Erfüllung der Aufgaben nicht ausgereicht hätten (IV-act. 53). Nach
diesem Arbeitsverhältnis war der Kläger arbeitslos und bezog vom 1. Oktober 2004 bis
31. Oktober 2005 (Aussteuerung) ALV-Taggeldleistungen. Hierdurch war er wiederum
bei der Stiftung Auffangeinrichtung vorsorgeversichert (vgl. act. G 1 S. 6, G 32 Beilage).
A.c Im Januar 2005 stellte der Versicherte ein weiteres Leistungsgesuch bei der
Invalidenversicherung (IV-act. 45). Die IV-Stelle des Kantons St. Gallen sprach ihm mit
Verfügung vom 18. Mai 2006 ab Oktober 2004 eine ganze Rente auf der Basis eines
Invaliditätsgrads von 77% (Valideneinkommen von Fr. 51'350.-- und
Invalideneinkommen von Fr. 12'000.--) zu (IV-act. 67, 69). Diesen Anspruch bestätigte
die Invalidenversicherung am 11. April 2008 (Rentenrevision; IV-act. 84). Ein
Leistungsgesuch des Versicherten vom 16. Juni 2006 beantwortete die Pensionskasse
W._ am 11. Juli 2006 abschlägig (IV-act. 76-2/2). Während in der Folge auch die
Sammelstiftung Y._ eine Leistungspflicht ablehnte, anerkannte die Sammelstiftung
X._ die Leistungspflicht zunächst und richtete dem Versicherten Leistungen aus. Sie
korrigierte dies mit Schreiben vom 24. August 2006 jedoch und forderte die Leistungen
zurück. Das versicherte Ereignis sei am 1. Oktober 2003 und damit ausserhalb ihrer
Versicherungsperiode (1. August 2001 bis 31. August 2003) eingetreten (act. G 1.6).
Der Versicherte erstattete den geforderten Betrag in der Folge zurück (vgl. act. G 33.8).
Im Schreiben vom 10. Januar 2011 bestätigte die Sammelstiftung X._ die
Leistungsablehnung (act. G 33.9).
A.d Im Rahmen eines Pilotprojektes der IV (IV-act. 88) nahm der Versicherte auf den 1.
April 2011 eine Erwerbstätigkeit bei der G._ AG auf (IV-act. 93). Mit Hinweis darauf,
dass der Versicherte ein rentenausschliessendes Einkommen erziele, stellte die IV die
Rentenleistungen mit Verfügung vom 23. Februar 2012 ein (IV-act. 113). Mit Verfügung
vom 29. März 2012 widerrief sie die Renteneinstellung aufgrund eines Unfallereignisses
(Anschlagen des Knies; vgl. Besprechungsnotiz vom 2. März 2012, IV-act. 115) vom 20.
Januar 2012 und zahlte die IV-Rente (vorerst) weiterhin aus (IV-act. 116). Nachdem der
Versicherte die zuvor ausgeübte Tätigkeit nicht mehr aufgenommen hatte (IV-act. 126),
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bewilligte die IV am 3. Dezember 2012 im Rahmen einer Frühinterventionsmassnahme
die Übernahme der Kosten der Ausbildung zum Lastwagenchauffeur (IV-act. 129).
B.
B.a Am 28. Dezember 2011 liess der Versicherte durch Rechtsanwalt Dr. F. Schmid,
St. Gallen, Klage gegen die Pensionskasse W._ (Beklagte 1), die Sammelstiftung
X._ (Beklagte 2), die Sammelstiftung Y._ (Beklagte 3) und die Stiftung
Auffangeinrichtung BVG (Beklagte 4) erheben mit dem Hauptbegehren (Antrag 1), die
Beklagte 1 sei zu verpflichten, dem Kläger mit Wirkung ab 1. Oktober 2004 eine ganze
IV-Rente einschliesslich Kinderrente gemäss den reglementarischen Bestimmungen zu
bezahlen. Sollte Antrag 1 nicht gutgeheissen werden, so sei die Beklagte 2 zu
verpflichten, dem Kläger ebenfalls mit Wirkung ab 1. Oktober 2004 eine ganze IV-Rente
einschliesslich Kinderrente gemäss den reglementarischen Bestimmungen zu bezahlen
(Antrag 2). Sollten Antrag 2 und 3 (richtig wohl: Anträge 1 und 2) abgelehnt werden, so
sei die Beklagte 3 zur Ausrichtung einer ganzen berufsvorsorgerechtlichen
Invalidenrente einschliesslich Kinderrente zu verpflichten (Antrag 3). Sollte Antrag 3 und
4 (richtig wohl: Antrag 3 bzw. Anträge 1 bis 3) abgelehnt werden, so sei die Beklagte 4
zur Ausrichtung einer ganzen berufsvorsorgerechtlichen Invalidenrente einschliesslich
Kinderrente zu verpflichten (Antrag 4). Dem Kläger sei die unentgeltliche Rechtspflege
zu gewähren (Antrag 5). Zur Begründung legte der Rechtsvertreter unter anderem dar,
für die Leistungspflicht der Beklagten 1 spreche, dass der Kläger bei Beginn des IV-
Wartejahrs (1. Oktober 2003) bei der E._ AG angestellt gewesen sei. Der
Rentenbeginn sei von der IV-Stelle auf den 1. Oktober 2004 festgesetzt worden.
Folglich sei die invalidisierende Arbeitsunfähigkeit am 1. Oktober 2003 eingetreten. Der
Kläger habe zwar bereits früh in der Vergangenheit an Beschwerden gelitten. Er sei
jedoch in der Lage gewesen, regelmässig zu arbeiten und habe in stabilen
Arbeitsverhältnissen gestanden. Die Tatsache, dass der Kläger bis zum Zeitpunkt der
Arbeitsunfähigkeit jahrelang mit einem vollen Pensum gearbeitet habe, stelle einen
derart gewichtigen Grund für die Richtigkeit der Ansicht dar, wonach sich der
Gesundheitszustand gravierend verschlechtert haben müsse, dass andere denkbare
Möglichkeiten weder eine massgebende Rolle spielen noch vernünftigerweise in
Betracht fallen würden. Das Verhalten der Beklagten 2 (nachträgliche Verneinung der
Leistungspflicht mit Rückforderung) spreche gegen Treu und Glauben. Sie dürfe nicht
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ohne Weiteres den Verlauf der Arbeitsunfähigkeit bzw. den Zeitpunkt der
Arbeitsunfähigkeit zum Zweck der Abgrenzung der Haftung mehrerer
Vorsorgeeinrichtungen in Frage stellen.
B.b In der Klageantwort vom 2. Februar 2012 beantragte Rechtsanwältin lic. iur. M.
Mozar, Zürich, für die Beklagte 1 vollumfängliche Abweisung der Klage, soweit sich
diese gegen sie richte, unter Entschädigungsfolgen zulasten des Klägers. Zur
Begründung führte die Rechtsvertreterin unter anderem aus, es lägen keinerlei
medizinische Akten vor, die eine Verschlechterung des Gesundheitszustands des
Klägers im Verlauf der Zeit belegen würden. Noch viel weniger lägen Aussagen vor,
wonach während der Versicherungszeit bei der Beklagten 1 eine Arbeitsunfähigkeit
begonnen habe. Vielmehr scheine die Leistungseinschränkung des Klägers seit früher
Jugend mehr oder weniger gleich fortbestanden zu haben, wobei er das Glück gehabt
habe, oft an verständnisvolle Arbeitgeber zu gelangen. Gleichwohl habe er aber seine
Stellen regelmässig in kürzester Zeit verloren. Die IV-Stelle habe den Kläger ab Oktober
2004 als dauerinvalid erachtet. Da keine Wartefrist zu beachten gewesen sei, könne der
Kläger aus dem Zeitpunkt der Berentung nichts zur Frage der leistungspflichtigen
Vorsorgeeinrichtung ableiten. Im Übrigen sei die IV-Verfügung der Beklagten 1 auch
nicht eröffnet worden. Folge man der Beurteilung der IV-Stelle, sei die invalidisierende
Arbeitsunfähigkeit bereits in der frühen Jugend des Klägers eingetreten. Richtig sei,
dass normalerweise die Tätigkeit im Vollpensum eine vollständige Arbeitsfähigkeit
vermuten lasse. In casu seien die Arbeitseinsätze aber mit wenigen Ausnahmen sehr
kurz gewesen und hätten kaum je ein Jahr überstiegen. Schon früh sei dokumentiert,
dass der Kläger sogar als Hilfsarbeiter nur sehr beschränkt einsetzbar gewesen sei.
Dies und die übrigen Arbeitgeberaussagen in den IV-Akten würden belegen, dass der
Kläger nicht voll leistungsfähig gewesen sei und die Einschränkung der
Leistungsfähigkeit keineswegs erst im September/Oktober 2003 eingetreten sei. Sollte
wider Erwarten von einer Leistungspflicht der Beklagten 1 auszugehen sein, sei
jedenfalls ein Teil der Forderung des Klägers verjährt: Die Beklagte 1 habe mit
Schreiben vom 7. Dezember 2010 auf die Erhebung der Verjährungseinrede verzichtet,
sofern und soweit die Verjährung zu diesem Zeitpunkt noch nicht eingetreten gewesen
sei (vgl. act. G 1.2). Dies sei der Fall gewesen für alle Forderungen des Klägers, die vor
Ablauf der fünfjährigen Verjährungsfrist entstanden seien (Oktober 2004 bis November
2005). In der Klageantwort vom 17. April 2012 beantragte Rechtsanwalt lic. iur. S.
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Krauter, Ettenhausen, für die Beklagte 3 die vollumfängliche Abweisung der Klage,
soweit sich diese gegen die Beklagte 3 richte. Zur Begründung legte der
Rechtsvertreter unter anderem dar, es lägen keine medizinischen Unterlagen vor,
welche eine Verschlechterung des Gesundheitszustands des Klägers seit der Kindheit
belegen würden. Vielmehr müsse von einem stabilen Zustand ausgegangen werden.
Damit sei auch eine Verschlechterung des Gesundheitszustands während der
Versicherungszeit bei der Beklagten 3 nicht erstellt. Sie lehne die Erbringung von
Invalidenleistungen nach BVG ab, da die Arbeitsunfähigkeit des Klägers nicht während
der Versicherungszeit bei ihr eingetreten sei, sondern vorbestanden habe und es
offenkundig während der Versicherungszeit bei ihr auch nicht zu einer
Verschlechterung der Arbeitsfähigkeit gekommen sei. Die invalidisierende
Arbeitsunfähigkeit dürfte bereits in früher Jugend eingetreten sein und seit damals
unverändert bestehen. Die Arbeitsverhältnisse seien regelmässig wieder aufgelöst
worden, weil der Kläger den Anforderungen selbst für einfachste Tätigkeiten nicht
gewachsen bzw. überfordert gewesen sei und die erbrachte Leistung in der Regel nicht
dem gebotenen Lohn entsprochen habe. Nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses
bei F._ habe der Kläger bis zu seiner Aussteuerung offenbar Leistungen der
Arbeitslosenversicherung in Anspruch genommen. Nachdem dies eine
Vermittlungsfähigkeit vorausgesetzt habe, sei davon auszugehen, dass auch nach
Beendigung des Arbeitsverhältnisses bei F._ keine Verschlechterung der Arbeits
fähigkeit des Klägers eingetreten sei. Selbst wenn eine Verschlechterung des
Gesundheitszustands während der Versicherungszeit bei der Beklagten 3
nachgewiesen wäre, bestände keine Leistungspflicht, da von einer Verschlechterung
eines vorbestandenen Gesundheitsschadens auszugehen wäre, was
rechtsprechungsgemäss keine Leistungspflicht auslöse. Sollte wider Erwarten eine
Leistungspflicht bejaht werden, werde (rein vorsorglich) die Einrede der Verjährung
erhoben. Auf die Verjährungseinrede sei lediglich in dem Umfang verzichtet worden, als
die Verjährung nicht bereits eingetreten gewesen sei. Allfällige Forderungen bis Ende
Juni 2006 wären in jedem Fall verjährt.
B.c Am 5. April 2012 bewilligte der zuständige Abteilungspräsident die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung für das vorliegende Klageverfahren (act. G 12).
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B.d Mit Replik vom 3. Juli 2012 zu den Klageantworten der Beklagten 1 und 3
bestätigte der Rechtsvertreter des Klägers seinen Standpunkt und hielt unter anderem
fest, dass der Kläger seit 1993 grundsätzlich erwerbsfähig und eingegliedert gewesen
sei und folglich das Geburtsgebrechen als überwunden gegolten habe. Während der
ganzen Zeit der Erwerbstätigkeit des Klägers sei keine Arbeitsunfähigkeit oder eine
relevante Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit des Klägers seitens der IV-Stelle
festgestellt worden. Es sei schwer vorstellbar, wie es dem Kläger möglich gewesen
sein sollte, rund ein Jahrzehnt lang erwerbstätig zu sein, wenn er seit seiner Kindheit in
gleichbleibendem Ausmass in seiner Leistungsfähigkeit eingeschränkt gewesen sein
sollte, wie er es heute rentenbegründend sei. Während der kurzen Arbeitslosigkeiten im
Rahmen seiner rund zehnjährigen Erwerbstätigkeiten habe der Kläger
Arbeitslosenentschädigung erhalten. Somit habe er nicht nur aus der Sicht der
Invalidenversicherung, sondern auch aus Sicht der Arbeitslosenkasse als vermittlungs-
und arbeitsfähig gegolten. Der Zeitpunkt des Eintritts der invalidisierenden
Arbeitsunfähigkeit sei in der Tat nicht ganz einfach festzulegen, weshalb mit der Klage
gegen diverse Vorsorgeeinrichtungen es dem Gericht überlassen sei zu entscheiden,
was hier wahrscheinlicher sei und was nicht (act. G 19).
B.e In der Duplik vom 23. Juli 2012 liess die Beklagte 1 ihre Anträge und Ausführungen
bestätigen. Insbesondere liess sie daran festhalten, dass der Kläger schon seit der
Kindheit durchgängig in erheblichem Masse wegen seiner neuropsychologischen
Probleme arbeitsunfähig gewesen sei und nur in Nischenarbeitsplätzen unter ständiger
Anleitung und Kontrolle einfachste Tätigkeiten habe ausüben können (act. G 21).
In einer Duplik vom 15. August 2012 hielt auch der Rechtsvertreter der Beklagten 3 an
seinem Standpunkt fest (act. G 22).
B.f Die Beklagte 4 stellte in ihrer Klageantwort vom 16. November 2012 das
Rechtsbegehren, die Klage sei vollumfänglich abzuweisen, soweit sie gegen die
Beklagte 4 gerichtet sei. Zur Begründung hielt sie unter anderem fest, sie schliesse sich
den Ausführungen der Beklagten 1 und 3 an, nach denen die berufsvorsorgerechtlich
relevante Arbeitsunfähigkeit nicht in einem Zeitpunkt eingetreten sei, in welchem der
Kläger bei der Beklagten 1, 3 oder 4 versichert gewesen sei. Er leide unter den Folgen
eines Geburtsgebrechens, wobei es sich um einen vorbestandenen
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Gesundheitsschaden handle (act. G 32). Die Beklagte 2 liess durch Rechtsanwalt lic.
iur. P. Rösler, St. Gallen, in der Klageantwort vom 19. November 2012 beantragen, die
Klage gegen sie sei abzuweisen. Die Invalidität des Klägers sei am 1. Oktober 2004
und somit mehr als 13 Monate nach seinem Austritt aus dem Versicherungsschutz bei
der Beklagten 2 eingetreten. Die IV-Verfügung habe den Zeitpunkt des Eintritts der
Invalidität richtig festgelegt. Die tatsächlichen Verhältnisse würden zeigen, dass sich
die gesundheitliche Situation des Klägers während der Versicherungsdauer bei der
Beklagten 2 nicht verschlechtert habe. Der Kläger habe sodann bereits vor fünf Jahren
anerkannt, dass die Beklagte 2 nicht für die Leistungsausrichtung zuständig sei, worauf
er zu behaften sei (act. G 33).
B.g Die Rechtsvertreterin der Beklagten 1 verzichtete am 3. Dezember 2012 auf eine
Stellungnahme zu den Vorbringen der Beklagten 2 und 4 (act. G 35). In den
Stellungnahmen vom 4. Dezember 2012 und vom 9. Januar 2013 hielten die
Rechtsvertreter der Beklagten 3 und des Klägers an ihren Anträgen und Ausführungen
fest (act. G 36, 39). Der Kläger liess zusätzlich beantragen, im Sinn einer vorsorglichen
Massnahme sei die Beklagte 2 - eventuell die Beklagte 3, 4 oder 1 - zu verpflichten, ab
1. Oktober 2004, eventuell ab 1. Januar 2005, als Vorleistung bis zur Rechtskraft eines
Urteils im vorliegenden Verfahren eine ganze BVG-Invalidenrente gemäss dem letzten
Vorsorgeausweis zu bezahlen (act. G 39). Auf ein Schreiben des zuständigen
Abteilungspräsidenten vom 15. Januar 2013 zog der Rechtsvertreter des Klägers den
Antrag betreffend vorsorgliche Massnahmen zurück (act. G 40, 41).
B.h Das Versicherungsgericht zog zusätzlich die Akten der Invalidenversicherung ab
2012 und diejenigen der Arbeitslosenversicherung für die Jahre 2003 bis 2005 bei und
räumte den Parteien am 14. Februar 2013 Gelegenheit zur Akteneinsicht und
Stellungnahme ein (act. G 43). Rechtsanwalt Krauter reichte für die Beklagte 3 am 7.
März 2013 eine Stellungnahme ein (act. G 47). Rechtsanwalt Rösler nahm für die
Beklagte 2 Einsicht in die beigezogenen Akten (act. G 48, 49). Die weiteren
Verfahrensparteien verzichteten auf Akteneinsicht und Stellungnahme.

Erwägungen:
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1.
Am 1. Januar 2005 trat die 1. BVG-Revision, welche auch eine Änderung der
Leistungsvoraussetzungen bei Invalidität (Art. 23 BVG) und der Leistungshöhe (Art. 24
BVG) mit sich brachte, in Kraft. Nach Art. 23 lit. a BVG (neue Fassung) haben (im
Obligatoriumsbereich) Anspruch auf Invalidenleistungen Personen, die im Sinn der IV
zu mindestens 40 Prozent invalid sind und bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren
Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert waren. Anspruch auf Invalidenleistungen
haben sodann Personen, die infolge eines Geburtsgebrechens bei Aufnahme der
Erwerbstätigkeit zu mindestens 20 Prozent, aber weniger als 40 Prozent arbeitsunfähig
waren und bei Erhöhung der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt
hat, auf mindestens 40 Prozent versichert waren (Art. 23 lit. b BVG). Anspruch auf eine
volle Invalidenrente hat die versicherte Person, wenn sie im Sinn der IV zu mindestens
70 Prozent invalid ist (Art. 24 Abs. 1 lit. a BVG). - In zeitlicher Hinsicht sind
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu
Rechtsfolgen führenden Tatbestands Geltung haben (BGE 127 V 467). Vorliegend steht
der Anspruch auf eine Rente ab 1. Oktober 2004 in Frage. Mit Blick auf diese
Gegebenheiten ist konkret das bis 31. Dezember 2004 gültig gewesene Recht der
obligatorischen beruflichen Vorsorge anzuwenden, soweit ihm neben den
reglementarischen Regelungen der Beklagten eine eigenständige Bedeutung zukommt.
Nicht anwendbar ist somit - bei Leistungsbeginn vor dem 31. Dezember 2004 - auch
der vorerwähnte Art. 23 lit. b BVG betreffend Leistungsvoraussetzungen bei
Geburtsgebrechen (vgl. dazu nachstehende E. 5.1.1 am Schluss).
2.
2.1 Streitig ist, ob eine der Beklagten, und wenn ja welche, dem Kläger für die Zeit ab
1. Oktober 2004 Invalidenleistungen auszurichten hat. Nach Art. 23 BVG (in der bis 31.
Dezember 2004 gültig gewesenen Fassung) haben Anspruch auf Invalidenleistungen
Personen, die im Sinn der Invalidenversicherung zu mindestens 50 Prozent invalid sind
und die bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat,
versichert waren. Aus der engen Verbindung zwischen dem Recht auf eine Rente der
Invalidenversicherung und demjenigen auf eine Invalidenleistung nach BVG ergibt sich,
dass der Invaliditätsbegriff im obligatorischen Bereich der beruflichen Vorsorge und in
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der Invalidenversicherung grundsätzlich der gleiche ist. Aufgrund von Art. 6 BVG steht
es den Vorsorgeeinrichtungen aber frei, den Invaliditätsbegriff bereits in der
obligatorischen Versicherung zugunsten des Versicherten zu erweitern oder
Invalidenrenten schon bei einem Invaliditätsgrad von weniger als 50% auszurichten.
Die Vorsorgeeinrichtungen sind frei in der Wahl des Invaliditätsbegriffs; sie haben sich
aber an eine einheitliche Begriffsanwendung zu halten. Gehen sie ausdrücklich oder
unter Hinweis auf das Gesetz vom gleichen Invaliditätsbegriff aus wie die
Invalidenversicherung, sind sie hinsichtlich des versicherten Ereignisses an die
Invaliditätsbemessung der IV-Stellen (der Kantone und des Bundes) gebunden, es sei
denn, dass diese sich als offensichtlich unhaltbar erweist (vgl. BGE 126 V 308; BGE
115 V 208 und 215; BGE 118 V 35 E. 2b/aa; BGE 120 V 106 E. 3c). In BGE 129 V 73
wurde eine Bindungswirkung der invalidenversicherungsrechtlichen Feststellungen für
die Vorsorgeeinrichtung verneint, wenn diese nicht spätestens im
Vorbescheidsverfahren (Art. 73 IVV) und, nach dessen Ersetzung durch das
Einspracheverfahren von 1. Januar 2003 bis 31. Dezember 2006, bei der
Verfügungseröffnung in das invalidenversicherungsrechtliche Verfahren einbezogen
wird. Stellt jedoch die Vorsorgeeinrichtung auf die invalidenversicherungsrechtliche
Betrachtungsweise ab, muss sich die versicherte Person diese grundsätzlich
entgegenhalten lassen, soweit diese für die Festlegung des Anspruchs auf eine
Invalidenrente entscheidend war (vgl. Urteil des Bundesgerichts [bis 31. Dezember
2006: Eidgenössisches Versicherungsgericht, EVG] vom 14. August 2000, B 50/99, E.
2b), und zwar ungeachtet dessen, ob der Vorsorgeversicherer im IV-Verfahren beteiligt
war oder nicht (vgl. dazu Urteil des EVG vom 9. Februar 2004, B 39/03, E. 3.1).
2.2 Invalidenleistungen nach BVG werden von derjenigen Vorsorgeeinrichtung
geschuldet, welcher der Ansprecher bei Eintritt des versicherten Ereignisses
angeschlossen war. Dieser Zeitpunkt fällt mit dem Eintritt der Arbeitsunfähigkeit
zusammen, deren Ursache zur Invalidität geführt hat. Die Versicherteneigenschaft muss
nur bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit gegeben sein, dagegen nicht notwendigerweise
auch im Zeitpunkt des Eintritts oder der Verschlimmerung der Invalidität. Für eine
einmal aus - während der Versicherungsdauer aufgetretenen - Arbeitsunfähigkeit
geschuldete Invalidenleistung bleibt die Vorsorgeeinrichtung leistungspflichtig, selbst
wenn sich nach Beendigung des Vorsorgeverhältnisses der Invaliditätsgrad ändert.
Entsprechend bildet denn auch der Wegfall der Versicherteneigenschaft keinen
bis
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Erlöschungsgrund (Art. 26 Abs. 3 BVG e contrario; BGE 118 V 35 E. 5; 123 V 262 E.
1a). Damit die frühere Vorsorgeeinrichtung leistungspflichtig bleibt, ist allerdings nicht
nur erforderlich, dass die Arbeitsunfähigkeit zu einer Zeit einsetzte, als die versicherte
Person ihr angeschlossen war, sondern auch, dass zwischen dieser Arbeitsunfähigkeit
und der Invalidität ein direkter und enger Zusammenhang besteht. Zwischen der
Arbeitsunfähigkeit und der Invalidität muss sowohl ein sachlicher als auch ein zeitlicher
Zusammenhang bestehen. Der sachliche Zusammenhang ist gegeben, wenn der
invalidisierende Gesundheitsschaden der gleiche ist, wie er sich bereits während der
Zugehörigkeit zur Vorsorgeeinrichtung manifestierte. Die zeitliche Konnexität setzt
voraus, dass zwischen der früheren Arbeitsunfähigkeit und der späteren Invalidität bzw.
deren Verschlimmerung keine längere Periode der Arbeitsfähigkeit liegt. Dabei sind die
gesamten Umstände des konkreten Einzelfalls zu würdigen, namentlich die Art des
Gesundheitsschadens, dessen prognostische ärztliche Beurteilung und die
Beweggründe, welche die versicherte Person zur Wiederaufnahme der Arbeit
veranlasst haben (BGE 123 V 262 E. 1c S. 264, 120 V 112 E. 2c/aa-bb S. 117 f., mit
Hinweisen). Zu berücksichtigen sind in diesem Zusammenhang die in der Arbeitswelt
nach aussen in Erscheinung tretenden Verhältnisse (SZS 2003 S. 509 [B 23/01]; Urteil
des EVG i/S I. [B 73/00] vom 28. Mai 2002, E. 3a/bb). Einen Unterbruch des zeitlichen
Zusammenhangs hat die Rechtsprechung etwa bei einer über 17 Monate (SZS 2003 S.
510 [B 4/02]) oder mehr als zwei Jahre (Urteil des EVG i/S A. [B 51/05] vom 7.
September 2006, E. 4.1 und 5.3) hinweg bestehenden Erwerbstätigkeit ohne
nennenswerte Arbeitsunterbrüche und ohne reduzierte Arbeitsleistung angenommen; in
einem Fall erachtete das Eidgenössische Versicherungsgericht den zeitlichen
Zusammenhang - unter Berücksichtigung der Umstände des Einzelfalls - bereits durch
eine sechsmonatige Zeitspanne mit voller Arbeits- und Erwerbsfähigkeit als
unterbrochen (SZS 2002 S. 153 [B 19/98]; ähnlich Urteil des EVG vom 8. Februar 2006,
B 100/05, E. 3.2 [Unterbruch durch über viermonatige volle Erwerbstätigkeit]). Die
vertraglich festgesetzte Pflicht zur Erbringung von Arbeit und die dafür vorgesehene
Entlöhnung sowie weitere im Rahmen des Arbeitsverhältnisses getroffene
Vereinbarungen sind in der Regel als den realen Gegebenheiten entsprechend zu
werten. Nur bei Vorliegen besonderer Umstände darf die Möglichkeit einer von der
arbeitsrechtlich zu Tage tretenden Situation in Wirklichkeit abweichenden Lage - etwa
in dem Sinn, dass ein Arbeitnehmer zwar zur Erbringung einer vollen Arbeitsleistung
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verpflichtet war und auch entsprechend entlöhnt wurde, tatsächlich aber eben doch
keine volle Arbeitsleistung hat erbringen können - in Betracht gezogen werden, wobei
gegebenenfalls äusserste Zurückhaltung geboten ist. Andernfalls bestünde die Gefahr,
in Spekulationen zu verfallen, mit der Folge, dass sich der Versicherungsschutz des
Arbeitnehmers verflüchtigen würde, indem dieser jeweils an die Vorsorgeeinrichtung
des früheren Arbeitgebers verwiesen werden könnte (Urteil des EVG vom 28. Mai 2002,
B 73/00, E. 3a/bb). Findet beispielsweise jemand nach langer Arbeitslosigkeit eine neue
Stelle, bei welcher die Entlöhnung geringer als das hochgerechnete Einkommen bei
einem früheren Arbeitgeber ausfällt, lässt allein diese tiefere Besoldung noch nicht auf
eine gesundheitsbedingte Einschränkung des Leistungsvermögens schliessen (Urteil
des EVG vom 21. November 2002, B 23/01, E. 3.4; vgl. auch Entscheid des st.
gallischen Versicherungsgerichts vom 28. November 2005, BV 2004/26, bestätigt
durch Urteil des EVG vom 9. März 2007, B 7/06; Entscheid des st. gallischen
Versicherungsgerichts vom 14. März 2005, BV 2003/25, bestätigt durch Urteil des EVG
vom 7. September 2006, B 51/05).
3.
3.1
3.1.1 Gemäss Art. 25 des Kassenreglements der Beklagten 1, gültig ab 1. Januar
2003 (act. G 5.1/3), liegt Invalidität vor, wenn die versicherte Person durch ärztlichen
Befund objektiv nachweisbar ganz oder teilweise ihren Beruf oder eine andere, ihrer
Lebensstellung, ihren Kenntnissen und Fähigkeiten angemessene Erwerbstätigkeit
nicht mehr ausüben kann, d.h. im Sinn der eidg. IV invalid ist (Ziff. 2). Eine
Erwerbsunfähigkeit von weniger als 25% begründet keinen Anspruch auf eine
Versicherungsleistung. Eine Erwerbsunfähigkeit von 66 2/3% oder mehr gibt Anspruch
auf eine volle Leistung; Art. 31 und 32 des Reglements bleiben vorbehalten. Die
Leistungen der Kasse richten sich nach dem von der eidg. IV festgestellten
Invaliditätsgrad. Im Weiteren ist für die Ausrichtung der Leistungen die Verfügung der
eidg. IV massgeblich (Ziff. 3). Der Anspruch beginnt nach der vertraglich vereinbarten
Wartefrist (act. G 5.1/3).
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3.1.2 Gemäss Art. 14 lit. a des Reglements 2005, Allgemeine Bestimmungen (AB),
der Beklagten 4 besteht Anspruch auf Invalidenleistungen, wenn solche gemäss
Vorsorgeplan versichert sind und die versicherte Person im Sinn der IV zu mindestens
40% invalid ist und bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität
geführt hat, bei der Stiftung versichert war. Nach Art. 7 Abs. 1 des Reglements 2008,
Vorsorgeplan AL (Arbeitslose), wird die Invalidenrente grundsätzlich mit der
Invalidenrente der IV fällig. - Die Beklagten 2 und 3 versichern ebenfalls Leistungen im
obligatorischen Bereich der beruflichen Vorsorge (BVG). Die
Anspruchsvoraussetzungen entsprechen daher - wie diejenigen der Beklagten 4 - den
gesetzlichen Regeln des BVG (vgl. vorstehende E. 1 und 2).
3.2 Zu prüfen ist konkret die Frage, ob beim Kläger während eines der
Vorsorgeverhältnisse mit den Beklagten eine Arbeitsunfähigkeit - allenfalls zusätzlich zu
einer vorbestehenden Einschränkung (vgl. dazu Urteil des EVG vom 11. Juli 2000, B
47/98, E. 3 mit Hinweis auf BGE 123 V 267 E. 3) - auftrat, welche in sachlichem und
zeitlichem Zusammenhang zu der von der IV ab 1. Oktober 2004 anerkannten
Invalidität steht. Unter Arbeitsunfähigkeit ist die gesundheitlich bedingte Einbusse an
funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf zu verstehen. Die
Arbeitsunfähigkeit muss erheblich, offensichtlich und dauerhaft sein. Die Erheblichkeit
wird in der Regel dann bejaht, wenn die Einschränkung mindestens 20% beträgt (vgl.
Bundesamt für Sozialversicherung, Mitteilungen über die berufliche Vorsorge, Nr. 44 Rz
258 mit Hinweis auf EVG-Urteil vom 7. Oktober 1998, B 48/97). Die Ermittlung der
Arbeitsunfähigkeit geht von ärztlichen Bewertungen aus. Wenngleich diese für das
Gericht nicht verbindlich sind, so sollen sie dennoch nicht ohne hinreichenden Grund
umgestossen oder abgeändert werden. Der Beurteilungsspielraum, der dem Arzt oder
der Ärztin zukommt, ist auch vom Gericht zu respektieren (RSKV 1983, S. 266). Für die
Festlegung des Beginns und des Grads der Arbeitsunfähigkeit ist somit grundsätzlich
die nach ärztlicher Beurteilung medizinisch zumutbare Arbeitsfähigkeit massgebend.
Der von einer versicherten Person effektiv erbrachten Arbeitsleistung kann jedoch
soweit Bedeutung zukommen, als durch sie eine widersprechende ärztliche Beurteilung
der zumutbaren Arbeitsfähigkeit an Beweiskraft verlieren kann (Entscheid des st.
gallischen Versicherungsgerichts vom 25. Februar 2003, BV 2002/2, E. 3b). Sodann
genügt eine erst nach Jahren rückwirkend festgelegte medizinisch-theoretische
Arbeitsunfähigkeit, ohne dass der frühere Arbeitgeber die Leistungseinbusse bemerkt
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hätte, den Beweisanforderungen nicht (I. Vetter-Schreiber, Berufliche Vorsorge, 2009,
S. 81). Während für den Eintritt der Arbeitsunfähigkeit im Sinn von Art. 23 BVG die
Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf massgeblich ist,
beurteilt sich der zeitliche Zusammenhang zwischen der Arbeitsunfähigkeit im Sinn von
Art. 23 BVG und der später eingetretenen Invalidität nach der Arbeitsfähigkeit in einer
der gesundheitlichen Beeinträchtigung angepassten zumutbaren Tätigkeit. Darunter
fallen auch leistungsmässig und vom Anforderungsprofil her vergleichbare Tätigkeiten.
Diese Tätigkeiten müssen jedoch bezogen auf die angestammte Tätigkeit die Erzielung
eines rentenausschliessenden Einkommens erlauben (BGE 134 V 20 E. 5.3).
3.3 Mit Blick auf die Darlegungen in E. 3.1 ist festzuhalten, dass die Beklagte 1 -
alternativ -
denselben Invaliditätsbegriff wie die IV oder einen im Vergleich zu letzterem erweiterten
Begriff verwendet. Die IV-Verfügung vom 18. Mai 2006 wurde ihr sowie den Beklagten
2 und 4 nicht zugestellt (IV-act. 67-69). Lediglich die Beklagte 3 erhielt die Verfügung.
Der Kläger hatte sich im Januar 2005 zum Leistungsbezug bei der IV angemeldet (IV-
act. 45). Nach Art. 29 Abs. 1 IVG in der bis Ende 2007 gültig gewesenen Fassung
entsteht der Invalidenrentenanspruch in dem Zeitpunkt, in dem die versicherte Person
mindestens zu 40 Prozent bleibend erwerbsunfähig geworden ist (Dauerinvalidität) oder
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich zu 40%
arbeitsunfähig gewesen ist. Bleibende Erwerbsunfähigkeit im Sinn von Art. 29 Abs. 1 lit.
a IVG und damit ein sofortiger Rentenbeginn (ohne Abwarten des Karenzjahres) sind
dann anzunehmen, wenn ein weitgehend stabilisierter, im Wesentlichen irreversibler
Gesundheitszustand vorliegt, welcher die Erwerbsfähigkeit der versicherten Person
voraussichtlich dauernd in rentenbegründendem Ausmass beeinträchtigen wird (Art. 29
IVV; BGE 111 V 21). Den Rentenbeginn am 1. Oktober 2004 begründete die IV-Stelle in
der Verfügung vom 18. Mai 2006 dahingehend, dass der Kläger bis zum 30. September
2004 dank sozialem Entgegenkommen seiner Arbeitgeber in Nischenarbeitsplätzen
eine aussergewöhnliche Leistung habe erbringen können. Aufgrund der
fachmedizinischen Abklärungen werde davon ausgegangen, dass er nur noch im
geschützten Rahmen arbeiten könne (IV-act. 67). Die IV-Verfügung ging somit von einer
Dauerinvalidität im vorerwähnten Sinn aus. Zum Beginn der Arbeitsfähigkeit bzw. des
IV-Wartejahrs (Art. 29 Abs. 1 lit. b IVV) äusserte sich die Verfügung dementsprechend
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nicht und legte kein solches fest. In dieser Situation musste die IV-Stelle den Beginn
der rentenbegründenden Arbeitsunfähigkeit nicht näher abklären. Aus der IV-Verfügung
kann somit höchstens gefolgert werden, dass jedenfalls ab Oktober 2004 eine
Arbeitsunfähigkeit in rentenbegründendem Umfang bestand. Ein früherer Eintritt der
Arbeitsunfähigkeit (von mindestens 20%) ist damit jedoch nicht ausgeschlossen. In
dieser Situation fehlt es an einer für die beteiligten Vorsorgeeinrichtungen verbindlichen
Festlegung des Arbeitsunfähigkeitsbeginns durch die IV (vgl. auch Urteil des EVG vom
11. Juli 2000, B 47/98, E. 4d). Eine Bindungswirkung hinsichtlich des Beginns der
Arbeitsunfähigkeit ist somit zu verneinen. Das BVG regelt die
Leistungsvoraussetzungen bei Vorliegen einer Dauerinvalidität nicht gesondert.
Vielmehr ist auch hier massgebend, zu welchem Zeitpunkt die rentenbegründende
Arbeitsunfähigkeit eintrat. Der Eintritt der massgeblichen Arbeits- bzw.
Erwerbsunfähigkeit und der gegenüber den Beklagten allenfalls bestehende Anspruch
auf Invalidenleistungen sind bei dieser rechtlichen und tatsächlichen Ausgangslage
vom angerufenen Versicherungsgericht selbständig abzuklären und festzulegen. Dabei
sind auch die im IV-Verfahren produzierten Akten mit zu berücksichtigen, führt doch die
fehlende Bindung der Beklagten an die IV-Verfügung nicht dazu, dass auch die dafür
verwendeten Akten ohne Bedeutung für den Entscheid der Vorsorgeeinrichtung wären.
Demgegenüber liegt grundsätzlich kein Anlass vor, die Invaliditätsbemessung durch die
IV (IV-Grad von 77%) in Frage zu stellen.
4.
4.1 In den Regionalstellen-Berichten der Invalidenversicherung vom 6. August 1992
und 30. November 1994 wurde unter anderem festgehalten, für den Kläger habe eine
Anlehre als Baupraktiker arrangiert werden können. Die Anlehre sei insofern
problematisch verlaufen, als er sehr rasch an die Grenzen seiner Lernfähigkeit
gestossen und auch sehr schwer zu führen gewesen sei. Er habe eine aufwändige
Führung benötigt und nur eine äusserst bescheidene Selbständigkeit erreicht. Er
mache viele unmotivierte Pausen, sei ablenkbar und habe fachtechnisch keinen
befriedigenden Stand erreichen können. Er sei nur als Zusatzkraft für ganz einfache
Hilfsarbeiten einsetzbar. Die effektive Leistung sei mit lediglich 20% der Norm für einen
angelernten Maurer eingeschätzt worden. Die Anlehr-Arbeitgeberin habe sich aus
diesem Grund ausser Stande gesehen, den Kläger weiterhin zu beschäftigen. Beim
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anschliessenden Einsatz als Hilfskraft bei der B._ AG sei ebenfalls rasch die
Begrenztheit des Klägers und der Umstand, dass er eine aufwändige Führung brauche,
zu Tage getreten. Solange er die (hier gewährleistete) Führung habe, werde er in
diesem Betrieb beschäftigt werden können. Es sei ein Glücksfall, dass ein derartiger
Einsatz angeboten werde. Er erhalte den üblichen Hilfsarbeiterlohn von Fr. 16.-- pro
Stunde, der allerdings mit Sicherheit nicht der tatsächlichen Leistung entspreche. Der
Leistung des Klägers sei höchstens ein Stundenlohn von Fr. 8.-- angemessen. Sobald
er diese Stelle verliere, werde es kaum möglich sein, ihn erneut in einem Betrieb der
freien Wirtschaft zu integrieren (IV-act. 18, 21). Am 7. November 1997 berichtete der
Berufsberater der IV-Stelle unter anderem, der Kläger habe die Stelle bei der B._ AG
gekündigt, weil er sich zunehmend überfordert gefühlt habe, nachdem ihm ein anderer
Mitarbeiter zugeteilt worden sei. Auf Juni 1996 habe er eine Stelle als Hilfsarbeiter bei
der C._ AG gefunden. Nach einem Arbeitsunfall habe er dort ab 5. Oktober 1996
wieder eingesetzt werden können. Er habe dort Fr. 3'600.-- pro Monat (x 13) verdient.
Weil die Auftragslage ungünstig und der Kläger ohnehin mit einem geringem
Selbständigkeitsgrad ausgestattet gewesen sei, habe die Arbeitgeberin das
Arbeitsverhältnis auf Ende 1996 gekündigt. Er habe sich stets als sehr arbeitswillig
gezeigt, habe aber überall eine unterdurchschnittliche Leistung erbracht, weil er geistig
wenig flexibel und daher relativ unselbständig gewesen sei. Er sei eine Arbeitskraft, die
infolge ihrer Behinderung auch bei Hilfsarbeiten auf dem einfachsten
Anforderungsniveau keine normale Leistung zu erbringen vermöge. Das zumutbare
Einkommen liege bei ca. Fr. 2'800.-- bis Fr. 2'900.-- pro Monat (IV-act. 28). Im
Fragebogen der IV für den Arbeitgeber hielt die H._ AG am 26. Dezember 1999 fest,
der Kläger, der seit dem 20. November 1999 bei ihr als Baupraktiker tätig sei, könne
nur unter Aufsicht eines Fachmanns anspruchsvolle Arbeiten ausführen. Von diesen
Arbeiten könne man ihm nur die einfachsten zumuten. Er sei somit nur beschränkt als
Hilfsarbeiter einsetzbar (act. G 5.1/10). Im Bericht vom 26. April 2000 kam der
Berufsberater der IV-Stelle zum Schluss, nachdem der Kläger die B._ AG aus eigener
Initiative verlassen habe, habe er sich an den späteren Arbeitsstellen nicht lange halten
können. Er sei stets überfordert gewesen und habe die nötige Selbständigkeit auch
nach verlängerter Einarbeitung nicht erreichen können. Auch bei der H._ AG habe er
die Erwartungen nicht erfüllen können. Infolge der schlechten Leistungen hätten sich
Spannungen am Arbeitsplatz aufgebaut, die ihn psychisch sehr belastet hätten. Per 1.
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Februar 2000 habe er eine Tätigkeit bei J._ gefunden. Er sei dort ab Mai 2000 mit
einem (der Norm entsprechenden) Monatslohn von Fr. 3'200.-- (x 12) angestellt
worden. Sofern er dort auf lange Sicht bleiben könne, sei er optimal eingegliedert (IV-
act. 41).
4.2 Dr. med. I._ hielt im Bericht vom 27. Januar 2005 als Diagnose mit Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit ein beim Kläger seit Geburt bestehendes POS mit
Gedächtnisschwäche, Legasthenie usw. fest und bestätigte eine drohende
Arbeitsunfähigkeit. Die verminderte Leistungsfähigkeit sei in einer Berufserprobung zu
testen. Der Arzt diagnostizierte überdies eine seit 2000 bestehende Herzkrankheit,
welche jedoch ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei (IV-act. 49). Eine
neuropsychologische Untersuchung in der Klinik Valens ergab gemäss Bericht vom 19.
Januar 2006 ein mittelgradig beeinträchtigtes kognitives Leistungsprofil. In der
Untersuchung sei deutlich geworden, dass der Kläger bessere Leistungen bei
Aufgaben erbringe, die klare Anforderungen an ihn stellen würden und einen repetitiven
Charakter hätten. Sobald er sich selber strukturieren und komplexere Informationen
verarbeiten müsse, zeigten sich deutliche Überforderungen und ein verminderter
Eigenantrieb. Auffällig sei zudem die überwiegend undifferenzierte Einschätzung
verschiedener Lebensbereiche im Zusammenhang mit seinem kognitiven
Leistungsniveau. Aus neuropsychologischer Sicht sei der Kläger in der freien
Marktwirtschaft nicht integrierbar. Es werde eine Integration in einer ruhigen Umgebung
empfohlen, in der er eindeutige, vor allem körperliche Arbeiten im geschützten Rahmen
mit Hilfe einer Bezugsperson ausführen könne (IV-act. 61). Der RAD-Arzt Dr. med.
K._ bestätigte in der Folge am 30. Januar 2006, dass in der freien Wirtschaft keine
verwertbare Arbeitsfähigkeit bestehe. Eine 100%ige Arbeitsfähigkeit im geschützten
Rahmen sei gegeben (IV-act. 62). Im Rahmen einer Rentenrevision bestätigte Dr. I._
am 1. April 2008 einen stationären Gesundheitszustand bei unveränderter Diagnose
(IV-act. 80).
4.3 Im April 2011 trat der Beschwerdeführer ein Arbeitsverhältnis bei einem
Sicherheitsdienstleistungs-Unternehmen an (IV-act. 93). Die IV-Eingliederungsverant
wortliche hielt am 7. Juni 2011 unter anderem fest, der Kläger sei motiviert für seine
Tätigkeit. Die Gefahr der Selbstüberschätzung und Selbstüberforderung zeige sich
jedoch zunehmend (IV-act. 101-3/5). Die IV stellte hierauf die Rentenleistungen mit
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Verfügung vom 23. Februar 2012 wegen Erzielung eines rentenausschliessenden
Einkommens ein (Valideneinkommen von Fr. 52'590.-- und Invalideneinkommen von Fr.
54'300.--; IV-act. 113). Am 20. Januar 2012 hatte sich der Kläger jedoch eine
Knieverletzung zugezogen, woraus eine Arbeitsunfähigkeit resultierte. Auch berichtete
er über Herzklappen-Probleme (IV-act. 115). Die IV widerrief deshalb die
Renteneinstellung am 29. März 2012 und zahlte die Rente weiterhin aus (UV-act. 116).
Von Seiten des Kantonsspitals St. Gallen, Innere Medizin/Kardiologie, wurde in der Zeit
vom 2. bis 29. April 2012 und vom 15. bis 24. Juni 2012 eine volle Arbeitsunfähigkeit
bescheinigt. Der Allgemeinpraktiker L._ bestätigte eine volle Arbeitsunfähigkeit bis
11. Juli 2012 (vgl. IV-act. 122-124). Gemäss Bericht der IV-Eingliederungs
verantwortlichen vom 22. Oktober 2012 traute sich der Kläger danach die Tätigkeit im
Bereich Sicherheitsüberwachungen nicht mehr zu, weshalb er die IV um
Kostenübernahme der Ausbildung zum Lastwagenchauffeur ersuchte (IV-act. 126). Die
IV bewilligte hierauf diese Ausbildung (IV-act. 129).
5.
5.1
5.1.1 Das Vorsorgeverhältnis bei der Beklagten 2 dauerte vom 1. August 2001 bis
31. August 2003. Es basierte auf dem vollzeitlichen Arbeitsverhältnis bei der D._ AG
mit einem vereinbarten Jahreslohn von Fr. 45'500.--. Bei Versicherungsbeginn wurde
der Kläger in der Anmeldung zur Personalvorsorge als voll erwerbsfähig erachtet. Im
Zeitpunkt des Antritts dieser Arbeitsstelle war er somit jedenfalls nicht zu mindestens
zwei Dritteln invalid, so dass er dem BVG-Obligatorium unterstellt war (vgl. Art. 1 Abs.
1 lit. d BVV 2). Gemäss Arbeitgeberbescheinigung zuhanden der
Arbeitslosenversicherung vom 3. November 2003 vermerkte die Arbeitgeberin
insgesamt sechs krankheitsbedingte und 18 unfallbedingte Absenztage (ALV-Akten).
Während der Anstellungszeit führte die Arbeitgeberin somit, wie die Beklagte 2
darlegen lässt, keine längeren Absenzen an. Der Kläger löste das Arbeitsverhältnis von
sich aus auf (act. G 33 S. 3; Kündigungsschreiben vom 22. August 2003 in den ALV-
Akten). In der Dienstaustrittsmeldung bestätigte die Arbeitgeberin, dass der Kläger voll
erwerbsfähig sei (act. G 33.2, 33.3). Die Darlegungen in den Regionalstellen-Berichten
von 1992 und 1994 (vorstehende E. 4.1) betreffend Verminderung der
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Leistungsfähigkeit des Klägers werfen zwar die Frage auf, ob sich der
Versicherungsschutz bei der Beklagten 2 in Anwendung von Art. 4 BVV 2 nicht hätte
auf eine Teilarbeitsfähigkeit beschränken müssen. Der Kläger selbst liess diesbezüglich
bereits in der IV-Anmeldung vom November 1999 ausführen, dass die Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit bzw. die Behinderung seit 1980 bestehe (IV-act. 2-5/7). Die
erwähnte Frage des Umfangs des Versicherungsschutzes braucht jedoch insofern nicht
beantwortet zu werden, als eine Leistungspflicht unter Umständen auch durch eine zur
allenfalls schon vorbestandenen neu hinzutretende Arbeitsunfähigkeit während der
Dauer des Vorsorgeverhältnisses ausgelöst werden kann (vgl. Urteil des EVG vom 11.
Juli 2000, B 47/98, E. 3 mit Hinweis auf BGE 123 V 267 E. 3). Zu prüfen ist somit in
jedem Fall - d.h. auch bei allenfalls latent vorbestehender (damals nicht zu Tage
getretener) Teilarbeitsunfähigkeit - die Frage, ob sich während des
Vorsorgeverhältnisses bei der Beklagten 2 eine Veränderung in der Arbeitsfähigkeit des
Klägers ergab bzw. ob eine zusätzliche Arbeitsunfähigkeit auftrat. Festzuhalten ist im
Übrigen, dass auch der (formell hier nicht anwendbare; s. vorstehende E. 1) Art. 23 lit. b
BVG den Eintritt einer Erhöhung der Arbeitsunfähigkeit während des
Vorsorgeverhältnisses voraussetzt, deren Ursache zur Invalidität geführt hat
(vorstehende E. 1). Art. 23 lit. b BVG stellt somit im Wesentlichen eine Fortschreibung
der von der Rechtsprechung bereits früher aufgestellten Leistungsvoraussetzungen dar
(BGE 123 V 268f E. 3c mit Hinweis auf BGE 120 V 112).
5.1.2 Der erwerblichen "Vorgeschichte" kommt in diesem Zusammenhang eine
erhebliche Bedeutung zu. Vorweg ist dazu festzuhalten, dass die erwähnten Berichte
der IV-Regionalstelle bzw. des IV-Berufsberaters (vgl. E. 4.1) in erster Linie den Zweck
hatten, die beruflichen Eingliederungsmöglichkeiten zu klären; sie wurden nicht zur
Abklärung von allfälligen Rentenansprüchen des Klägers eingeholt. Für die Klärung der
Frage des Eintritts der rentenbegründenden Arbeitsunfähigkeit bzw. der Veränderung
derselben sind diese Berichte deshalb nur beschränkt aussagekräftig. Immerhin lässt
sich der geschilderten Aktenlage (E. 4.1) entnehmen, dass die begrenzte
Leistungsfähigkeit sich bereits im Rahmen der vom Kläger absolvierten Anlehre als
Baupraktiker deutlich zeigte. Eingeschränkte berufliche Einsatzmöglichkeiten und der
Betreuungsbedarf des Klägers am Arbeitsplatz bestätigten sich auch anlässlich des
von Juli 1994 bis Mai 1996 dauernden Arbeitsverhältnisses bei der B._ AG, wobei der
IV-Berichterstatter hier sogar einen Soziallohn-Anteil vermutete (IV-act. 24, 25). Ob
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letzteres tatsächlich zutraf, lässt sich im Nachhinein nicht mehr zuverlässig eruieren.
Fest steht einzig, dass im Rahmen dieses Arbeitsverhältnisses wiederum die
Abhängigkeit der Leistung des Klägers von einer verständnisvollen Betreuung durch
eine Bezugsperson am Arbeitsplatz klar zu Tage trat. Der Kläger kündigte dieses
Arbeitsverhältnis soweit ersichtlich denn auch wegen Überforderung nach einem
Mitarbeiter-Wechsel (vgl. IV-act. 26). Der Arbeitgeberin waren offenbar "keine
Gesundheitsschäden bekannt" (IV-act. 16-3/3). Keine grundsätzlich veränderte
Situation ergab sich auch beim folgenden Arbeitsverhältnis (C._ AG), welches die
Arbeitgeberin nicht aus gesundheitlichen Gründen des Klägers, sondern mit dem
Hinweis kündigte, dass "die Arbeitslage auf einer wackeligen Stelle" stehe (IV-act.
17-4/7). Der dem Kläger ausgerichtete Lohn (Fr. 3'600.-- für Vollzeitarbeit) bestätigte
die Arbeitgeberin als der Arbeitsleistung entsprechend (IV-act. 17-2/7). Die von Dr.
med. M._ Ende 1996 bescheinigte unfallbedingte (vorübergehende)
Arbeitsunfähigkeit hatte ihre Ursache in einem Sturz auf den Rücken (IV-act. 17-5/7ff).
Nachdem der Kläger hierauf im Januar 1997 einen IV-Leistungsantrag gestellt hatte (IV-
act. 1), äusserte sich der IV-Berufsberater im November 1997 insofern positiv, als er es
längerfristig als möglich erachtete, eine Arbeit für den Kläger zu finden. Dieser habe
eine gute Arbeitshaltung, scheue sich vor keiner Arbeit und habe eine gewinnende
Wesensart. Bei einem auf drei Monate begrenzten Einsatz bei einer Verpackungsfirma
sei es gut gegangen, solange er nur für ganz einfache Aufträge mit minimer
Komplexität eingesetzt worden sei. Ausser der Minderbegabung lägen keine
Behinderungen vor, und es sei Aufgabe des RAV, den Kläger bei der Arbeitssuche zu
unterstützen (IV-act. 26). Das Gesuch um berufliche Massnahmen wies die IV-Stelle mit
Verfügung vom 18. Dezember 1997 mit der Begründung ab, dass solche Massnahmen
nicht invaliditätsbedingt notwendig seien. Die Hilfestellung bei der Arbeitssuche sei
Sache des RAV (IV-act. 43). Im Rahmen der Arbeitsverhältnisse in den Folgejahren
wurden immer wieder die Notwendigkeit von klaren Anforderungen am Arbeitsplatz
und einer verständnisvollen Betreuung hervorgehoben (act. G 5.1.10; IV-act. 27). In der
Verfügung vom 4. Juli 2000 begründete die IV die Leistungsablehnung damit, dass
beim Kläger wohl eine leichte gesundheitliche Einschränkung vorliege, diese jedoch
nicht zu einer erheblichen Arbeitsunfähigkeit führe. Eine "verminderte Arbeitsfähigkeit
von unter 20%" (gemeint war wohl: Arbeitsunfähigkeit unter 20%) rechtfertige keine
beruflichen Massnahmen (IV-act. 45). Daraus wird deutlich, dass die
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Invalidenversicherung den Kläger in einer seiner gesundheitlichen Situation
angepassten Tätigkeit damals als in der Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt erachtete.
5.1.3 Anlässlich des Arbeitsverhältnisses bei der D._ AG von August 2001 bis
August 2003 mit Vorsorgeverhältnis bei der Beklagten 2 ergaben sich hinsichtlich
Arbeitsfähigkeit im Vergleich zur dargelegten "Vorgeschichte" keine veränderten
Umstände. Den Akten sind wie erwähnt lediglich kurzdauernde Arbeitsunfähigkeiten zu
entnehmen. Es fehlt an Anhaltspunkten dafür, dass es während dieser Zeit zu
irgendeiner gesundheitsbedingten Verminderung des - schon früher durch die frühkind
liche Entwicklung eingeschränkten - Leistungsvermögens gekommen wäre (vgl. auch
Urteil des EVG vom 23. Mai 2005, B 3/05, E. 2.3 am Schluss). Eine Leistungspflicht der
Beklagten 2 ist unter diesen Umständen zu verneinen. Der Widerruf der früheren
Anerkennung der Leistungspflicht durch die Beklagte 2 verletzt entgegen der
Auffassung des Klägers auch nicht Treu und Glauben: Die Beklagte 2 ging aufgrund
der (falschen) Behauptung des Klägers, wonach er am 1. Oktober 2003 bzw. bis März
2004 (statt August 2003) bei der D._ AG gearbeitet habe (act. G 33.5 und IV-act. 47
S. 5), vorerst von einer Leistungspflicht aus. Sie korrigierte dies jedoch mit Schreiben
vom 24. August 2006 (act. G 33.6), und der Kläger zahlte den erhaltenen Rentenbetrag
zurück (act. G 33.8).
5.2 Im Anschluss an das Vorsorgeverhältnis bei der Beklagten 2 war der Kläger
während zwei Monaten (September und Oktober 2003) bei der E._ AG tätig und
dadurch bei der Beklagten 1 vorsorgeversichert (IV-act. 81-2/2); diese verlangte von
der Beklagten 2 dementsprechend die Überweisung der Freizügigkeitsleistung (act. G
33.4). Auch hier fehlt es an Hinweisen für eine Veränderung der Situation des Klägers in
erwerblich/gesundheitlicher Hinsicht bzw. für den Beginn oder die Erhöhung einer
Arbeitsfähigkeitseinschränkung während der Dauer des Vorsorgeverhältnisses.
Ärztliche Bescheinigungen, welche solches belegen würden, sind nicht vorhanden. Das
Arbeitsverhältnis wurde gemäss Arbeitgeberbescheinigung zuhanden der
Arbeitslosenversicherung vom 29. Oktober 2003 während der Probezeit aufgelöst; die
Arbeitgeberin vermerkte keine Absenzen (ALV-Akten). In einer Fax-Mitteilung vom 11.
Dezember 2003 zuhanden des Amtes für Arbeit erklärte sie, der Kläger habe den
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"Anforderungen des Stellenprofils" nicht genügt (ALV-Akten). In dem am 2. November
2003 ausgefüllten ALE-Antrag (Ziff. 24) erklärte der Kläger, dass er während der
Kündigungsfrist (Probezeit) nicht krankheitsbedingt an der Arbeitsleistung verhindert
gewesen sei (ALV-Akten). Wenn der Kläger festhalten lässt, die Eröffnung der IV-
Wartezeit sei während der Versicherungszeit bei der Beklagten 1 erfolgt (act. G 1 S. 8),
so trifft dies wie dargelegt (vorstehende E. 3.3) nicht zu, da gar keine Wartezeit eröffnet
wurde. Unzutreffend ist auch der Hinweis, dass der Kläger sich kurz nach der
Versicherungszeit bei der Beklagten 1 zum Leistungsbezug bei der IV angemeldet habe
(act. G 1 S. 9 Ziff. 24). Die Anmeldung, welche der IV-Leistungszusprechung im Jahr
2006 voranging, erfolgte vielmehr erst - nach einem ALV-Taggeldbezug und einem
weiteren Arbeitsverhältnis - im Januar 2005 (IV-act. 46). Eine Leistungspflicht der
Beklagten 1 fällt beim geschilderten Sachverhalt ausser Betracht.
5.3
5.3.1 Nach der Versicherungszeit bei der Beklagten 1 war der Kläger arbeitslos,
bezog von November 2003 bis März 2004 ALV-Taggeldleistungen auf der Basis eines
versicherten Verdienstes von Fr. 4'279.-- und war dadurch bei der Beklagten 4
vorsorgeversichert (act. G 32 Beilage). Im ALE-Antrag gab der Kläger am 2. November
2003 an, er sei bereit und in der Lage, Vollzeit zu arbeiten; auch sei er im gewünschten
Ausmass arbeitsfähig (ALV-Akten). Anhaltspunkte dafür, dass während der Zeit dieses
Vorsorgeverhältnisses eine dauernde Arbeitsunfähigkeit eingetreten sein bzw. sich
verschlimmert haben könnte, werden weder geltend gemacht noch ergeben sich
solche aus den Akten. In den Formularen "Angaben der versicherten Person für den
Monat .." bescheinigte der Kläger für die Monate November 2003 bis März 2004 eine
uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit (ALV-Akten). Eine Beweislosigkeit hinsichtlich des
Eintritts oder Verschlimmerung der zur Invalidität führenden Arbeitsunfähigkeit vor
Ablauf der Nachdeckungsfrist nach Art. 10 Abs. 3 BVG (Ende April 2004) wirkt sich zu
Lasten des Klägers aus (vgl. Urteil des EVG vom 22. Februar 2002, B 35/00, E. 1b und
5b). Eine Leistungspflicht der Beklagten 4 aufgrund der vorerwähnten
Versicherungszeit fällt damit ausser Betracht.
5.3.2 Das dem Vorsorgeverhältnis bei der Beklagten 3 zugrunde liegende vollzeit
liche Arbeitsverhältnis bei F._, Baugeschäft, vom 15. März bis 30. September 2004
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wurde gemäss Kündigungsschreiben des Arbeitgebers wegen nicht ausreichenden
fachlichen Kenntnissen und Fähigkeiten des Klägers aufgelöst, wobei der Arbeitgeber
betonte, dass es an dessen Willen nicht gefehlt habe. Eigentliche gesundheitliche
Gründe kamen nicht zur Sprache (IV-act. 53-5/6; ALV-Akten). Zuhanden der
Invalidenversicherung bescheinigte der Arbeitgeber einzig, dass der Lohn des Klägers
(Fr. 3'950.-- pro Monat) nicht der Arbeitsleistung entsprochen habe (IV-act. 53). Im
ALE-Antrag vom 26. September 2004 hielt der Kläger als Kündigungsgrund fest, dass
der Arbeitgeber mit der Leistung nicht zufrieden gewesen sei. Die Frage, ob er im
Kündigungszeitpunkt krankheitsbedingt an der Arbeitsleistung verhindert gewesen sei,
verneinte er (ALV-Akten). Gegenüber den Neuropsychologen der Klinik Valens erklärte
der Arbeitgeber anlässlich eines Telefongesprächs vom 17. November 2005, dass der
Kläger ein "Träumer" gewesen sei und man ihn immer habe vorantreiben müssen. Er
sei sehr langsam gewesen und habe nur eine Aufgabe aufs Mal erledigen können. Im
Team habe er sich gut integriert. Bei der Arbeit benötige er unbedingt eine "1:1
Betreuung"; zudem sollte diese vorwiegend körperlich und nicht geistig fordernd sein
(IV-act. 61-2/7). Auch hier fehlt es an konkreten Anhaltspunkten, dass sich bezüglich
Arbeitsfähigkeit während des Vorsorgeverhältnisses irgendeine Änderung/
Verschlechterung im Vergleich zur langjährig vorbestehenden Situation ergeben hätte.
Auch wies der Kläger während des Arbeitsverhältnisses nur eine kurzzeitige
krankheitsbedingte Absenz von einer Woche wegen einer "Ellbogenentzündung" auf
(vgl. Arbeitgeberbescheinigung zuhanden der Arbeitslosenversicherung in den ALV-
Akten; IV-act. 53-2/6 Ziff. 21).
5.3.3 Nach einer Lehrmeinung ist bei einer Dauerinvalidität nach Art. 29 Abs. 1 lit.
a aIVG jene Vorsorgeeinrichtung leistungspflichtig, die den Versicherten bei Eintritt der
Invalidität versichert hat (M. Hürzeler, Invaliditätsproblematiken in der beruflichen
Vorsorge, Diss. Basel 2006, N. 285 mit Hinweis auf N. 632). Die IV anerkannte wie
erwähnt ab Oktober 2004 eine Dauerinvalidität. Soweit auf dieses Datum abgestellt
würde, stellte sich die Frage, bei welcher Vorsorgeeinrichtung der Kläger am 1.
Oktober 2004 versichert war. Das Datum fällt in die einmonatige Nachdeckung für das
Invaliditätsrisiko bei der Beklagten 3 (Art. 10 Abs. 3 BVG). Auf der andern Seite bezog
der Kläger im Oktober 2004 16 Taggelder der Arbeitslosenversicherung (vgl. BVG-
Angaben für die Berechnung der BVG-Renten; act. G 32 Beilage), weshalb mit Blick auf
den zweiten Satz von Art. 10 Abs. 3 BVG aufgrund des erneuten Vorsorgeverhältnisses
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mit der Beklagten 4 nunmehr eine Zuständigkeit der letzten in Betracht fällt. Art. 10
Abs. 1 BVG lässt die obligatorische Versicherung (hinsichtlich der Risiken Tod und
Invalidität; Art. 2 Abs. 3 BVG) für die Bezüger von Taggeldern der
Arbeitslosenversicherung mit dem Tag beginnen, "für den erstmals eine
Arbeitslosenentschädigung ausgerichtet wird" (vgl. dazu auch Urteil des
Bundesgerichts vom 21. März 2011, 9C_793/2010, E. 4). Nach Art. 18 Abs. 1 AVIG (in
der im Jahr 2004 gültigen Fassung) beginnt der Anspruch nach einer Wartezeit von fünf
Tagen kontrollierter Arbeitslosigkeit. Der Kläger erhielt dementsprechend wie erwähnt
für Oktober 2004 auch nur 16 ALV-Taggelder (und nicht 21) ausbezahlt. Aufgrund der
erwähnten Nachdeckung gemäss Art. 10 Abs. 3 erster Satz BVG war der Kläger somit
weiterhin bei der Beklagten 3 als bisheriger Vorsorgeeinrichtung versichert, als gemäss
IV-Verfügung am 1. Oktober 2004 die Dauerinvalidität eintrat. Zu prüfen ist, ob auf
dieses Datum des Invaliditätseintritts im vorliegenden Verfahren abgestellt werden
kann.
5.3.4 Bei dem im Rahmen der neuropsychologischen Untersuchung in der Klinik
Valens im Januar 2006 festgestellten mittelgradig beeinträchtigten kognitiven
Leistungsprofil und den im Bericht vom 19. Januar 2006 beschriebenen beruflichen
Kapazitäten des Klägers (IV-act. 61) handelt es sich um Umstände, welche soweit
ersichtlich (s. E. 4 und 5.1.2) bereits lange Jahre zuvor unverändert bestanden hatten
und sich auch in der Folgezeit nicht veränderten. Im Bericht der Klinik Valens vom 19.
Januar 2006 wurden denn auch die für die eingeschränkten kognitiven Fähigkeiten
relevanten Diagnosen (Hirnorganische Reifungsstörung seit Geburt, juveniles POS,
Schädelhirntrauma nach Sturz vom Lastwagen im Alter von drei Jahren) auf zeitlich in
der Kindheit liegende Gegebenheiten bezogen (IV-act. 61). Bei diesem Sachverhalt
erscheint der von der IV-Stelle angenommene Zeitpunkt für den Beginn der
Dauerinvalidität (1. Oktober 2004) willkürlich gewählt; dies vor dem eher zufälligen
Hintergrund, dass der Kläger für die Arbeitsstelle bei F._ aus fachlichen Gründen
nicht geeignet war, diesem daher gekündigt wurde und er arbeitslos wurde. Auch der
Kläger selbst lässt in diesem Sinn vorbringen, es scheine ein offensichtlicher
Fehlschluss des Sachbearbeiters der IV gewesen zu sein, dass plötzlich ohne
grösseren äusseren Vorfall Dauerinvalidität eingetreten sei (act. G 39 S. 8). Die
Voraussetzungen für eine Leistungspflicht der Beklagten 3, d.h. eine Verschlechterung
des Gesundheitszustands und der beruflichen Leistungsfähigkeit während der Dauer
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des Vorsorgeverhältnisses (vorstehende E. 5.1.1 am Schluss), sind unter diesen
Umständen ebenfalls zu verneinen.
5.3.5 Von Oktober 2004 bis Oktober 2005 (Aussteuerung) bezog der Kläger erneut
ALV-Taggeldleistungen und war dadurch wieder bei der Beklagten 4
vorsorgeversichert (act. G 32 Beilage). In dem am 26. September 2004 ausgefüllten
ALV-Antrag bestätigte der Kläger, bereit und in der Lage zu sein, Vollzeit zu arbeiten.
Auch hielt er fest, im gewünschten Ausmass arbeitsfähig zu sein (ALV-Akten). Bei
dieser Aktenlage fehlt es an Anhaltspunkten für eine fehlende Vermittlungsfähigkeit bei
Antragstellung (Oktober 2004). Den Akten lässt sich auch kein Hinweis entnehmen,
dass nach Beendigung des Vorsorgeverhältnisses bei der Beklagten 3 eine
gesundheitlich bedingte Verschlechterung der Leistungsfähigkeit des Klägers mit
dauerhaftem Charakter eingetreten sein könnte. In den Formularen "Angaben der
versicherten Person für den Monat .." bescheinigte der Kläger für die Monate Oktober
2004 bis Januar 2005 sowie von August bis Oktober 2005 eine uneingeschränkte
Arbeitsfähigkeit. Vom 17. Februar bis 10. August 2005 bestand gemäss ärztlichen
Zeugnissen von Dr. med. I._ und des Spitals N._ eine (vorüberübergehende)
Arbeitsunfähigkeit (ALV-Akten); Grund hierfür war eine Herzklappenoperation
(Schreiben des Klägers vom 20. September 2005 in den ALV-Akten). Dr. I._ hatte am
27. Januar 2005 festgehalten, dass die seit 2000 bestehende Herzkrankheit keine
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit habe. Lediglich das seit Geburt bestehende POS
schränke die Arbeitsfähigkeit ein (IV-act. 49). Im Rahmen der Rentenrevision 2008
bestätigte der Arzt einen seit Januar 2005 stationären Gesundheitszustand bei
unveränderter Diagnosestellung. Eine Therapie werde nicht durchgeführt (IV-act. 80).
Die Rentenbestätigung anlässlich der IV-Revision 2008 war damit ausschliesslich in
den von der Klinik Valens (IV-act. 61) und Dr. I._ bestätigten neuropsychologischen
Einschränkungen bzw. im POS begründet. Dies bestätigt den vorübergehenden, nicht
invalidisierenden Charakter der während des Vorsorgeverhältnisses bei der Beklagten 4
im Jahr 2005 bestehenden, durch die Herzoperation bedingten Arbeitsunfähigkeit. Eine
rentenrelevante (zusätzliche) Arbeitsunfähigkeit mit Dauercharakter trat somit auch
während des bis Oktober 2005 dauernden Vorsorgeverhältnisses bei der Beklagten 4
nicht ein. Eine Leistungspflicht der Beklagten 4 ist dementsprechend auch hier zu
verneinen.
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5.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Kläger bei eingeschränkter kognitiver
Leistungsfähigkeit wie dargelegt während vielen Jahren - und auch schon lange vor
den in diesem Verfahren zu prüfenden Vorsorgeverhältnissen - Erwerbstätigkeiten bei
verschiedenen Arbeitgebern ohne dauerhafte krankheitsbedingte Unterbrüche ausüben
konnte. Aus fachlicher Sicht bestand zwar - wohl insbesondere bedingt durch das seit
Geburt bestehende POS mit Gedächtnisschwäche, Legasthenie usw. (IV-act. 50) - eine
beschränkte Einsetzbarkeit und eine Betreuungsnotwendigkeit durch eine
Bezugsperson am jeweiligen Arbeitsplatz. Soweit an einem Arbeitsplatz diesen
Bedingungen Rechnung getragen werden konnte, war eine vollzeitliche Einsetzbarkeit
grundsätzlich gegeben. Auch für die beiden Arbeitslosigkeits-Perioden ist nach Lage
der Akten von einer Arbeitsfähigkeit im geschilderten Sinn auszugehen. Die
Arbeitslosigkeiten traten im Nachgang zu den nicht aus gesundheitlichen Gründen,
sondern wegen fachlichen Unzulänglichkeiten erfolgten Kündigungen durch die
Arbeitgeber (E._ AG und F._) ein. Wenn während der ganzen Zeit der
Erwerbstätigkeit des Klägers von einer durch das seit Geburt bestehende Gebrechen
bedingten, dauernden medizinisch-theoretischen Teilarbeitsunfähigkeit auszugehen
wäre, so wirkte sie sich - und dies erscheint entscheidend - erwerblich solange nicht
aus, als der Kläger in einer fachlich und vom persönlichen Bezug her für ihn passenden
Arbeit zum Einsatz kam. Von einer medizinischen Unzumutbarkeit müsste allenfalls dort
ausgegangen werden, wo eine Person während einiger Wochen oder auch Monate
offensichtlich über ihre gesundheitlichen Verhältnisse hinaus berufstätig ist und
nachher dauernd arbeitsunfähig wird. Solche Umstände lagen im Fall des Klägers
jedoch nicht vor, indem er dem Geburtsgebrechen adaptierte Tätigkeiten unter den
geschilderten Voraussetzungen während Jahren auszuüben in der Lage war. Es sind
auch keine Anhaltspunkte dafür ersichtlich, dass die vereinbarten Entgelte aus
gesundheitlichen Gründen nicht den jeweils ausgeübten Tätigkeiten oder den
Gegebenheiten des Arbeitsmarktes entsprochen hätten. Insbesondere aber kann
während der zur Diskussion stehenden Vorsorgeverhältnisse wie dargelegt nicht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit vom Eintritt einer zusätzlichen (zur allenfalls bereits
vorbestehenden Einschränkung hinzutretenden) Arbeitsunfähigkeit ausgegangen
werden. Dass der Kläger den Tätigkeiten wohl insbesondere wegen der seit Geburt
bestehenden Einschränkungen fachlich und persönlich teilweise nicht gewachsen war,
belegt - bei einer zuvor und auch danach langjährig unveränderten erwerblichen
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Leistungsfähigkeit - noch keine Erhöhung einer bereits vorbestehenden Einschränkung
während der Dauer der Vorsorgeverhältnisse. In diesem Zusammenhang ist auch zu
beachten, dass die in der IV-Verfügung vom 19. Dezember 2011 angeordnete (wegen
eines kurze Zeit später erlittenen Unfalls jedoch nicht vollzogene) Renteneinstellung
nicht etwa die Besserung des neuropsychologischen Leidens als Ursache hatte.
Vielmehr konnte der Kläger - bei seit langen Jahren im Wesentlichen unveränderter
medizinischer Situation - eine Stelle im Bereich der Sicherheitsdienstleistungen mit
rentenausschliessendem Einkommen finden (IV-act. 115), die ihn allerdings - wie sich
später zeigte - fachlich und persönlich überforderte (IV-act. 101-3/5, 126). Sodann
macht die Tatsache, dass er Ende 2012 eine Ausbildung als Lastwagenchauffeur
beginnen konnte (vorstehende E. 4.3), immerhin deutlich, dass sein
Gesundheitszustand offenbar den Erwerb unter anderem von Führerausweisen der
Kategorie C und D1 erlaubt (IV-act. 125). Auch diese Entwicklung fügt sich in die
langjährig unveränderte erwerbliche Situation ein.
6.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Klage abzuweisen. Gerichtskosten sind
keine zu erheben (Art. 73 Abs. 2 BVG). Für BVG-Prozesse mit üblicherweise doppeltem
Schriftenwechsel beträgt die Parteientschädigung praxisgemäss Fr. 2'500.-- bis Fr.
4'500.--, mit einer mittleren Entschädigung von Fr. 3'500.--. Ausgehend von einem BV-
Verfahren mit aufwendigem mehrfachem Schriftenwechsel und deutlich erhöhtem
Aufwand, welcher die Überschreitung des oberen Entschädigungsrahmens rechtfertigt,
erscheint vorliegend eine Pauschalentschädigung von Fr. 5'250.-- (einschliesslich Bar
auslagen und Mehrwertsteuer) als Ausgangsbasis angemessen. Hierfür hat der Staat
aufgrund der am 28. Dezember 2011 bewilligten unentgeltlichen Rechtsverbeiständung
im Umfang von 80% (Art. 31 Abs. 3 AnwG; sGS 963.75), d.h. mit einem Betrag von Fr.
4'200.-- aufzukommen. Aus der Kostennote vom 10. Januar 2013 (act. G 39.2) sind
keine Umstände ersichtlich, welche ein Abweichen von der Pauschalentschädigung
erfordern würden.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP