Decision ID: 65b99f02-b66e-5f2e-94b9-0f6c8e4e30d4
Year: 2015
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ (damals B._), (im Folgenden: Versicherte), meldete sich am 3. April 2001
bei der Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Als Grund gab sie ein
angeborenes Rückenleiden (Halswirbel, Lendenwirbel) an (IV-act. 1; IV-act. 2-2). Aus
der Krankenakte von Dr. med. C._, Wirbelsäulenzentrum D._, geht im Wesentlichen
hervor, dass die Versicherte mehrfach an der lumbalen Wirbelsäule operiert worden
war (IV-act. 9-7 f.).
A.b Dr. C._ erachtete die Versicherte aufgrund von rezidivierenden Lumbalgien in
der angestammten Tätigkeit als medizinische Praxisassistentin zu 50 % eingeschränkt.
Eine leidensangepasste Tätigkeit wäre während acht Stunden pro Tag zumutbar
(Arztbericht vom 31. Mai 2001, IV-act. 9-5 f.). Am 7. Februar 2003 klärte die zuständige
IV-Stelle des Kantons E._ die Haushaltsverhältnisse ab. Sie ermittelte eine
Einschränkung im Haushaltsbereich von 62,1 %. Die Versicherte gab dabei an, sie
wäre ohne Gesundheitsschaden zu 30 % als medizinische Praxisassistentin tätig (IV-
act. 23; IV-act. 24). Dr. med. F._, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, attestierte am
17. März 2003 eine Arbeits(un)fähigkeit von 50 % sowohl als medizinische
Praxisassistentin als auch für angepasste Tätigkeiten (IV-act. 25).
A.c Mit Verfügung vom 24. April 2003 sprach die IV-Stelle des Kantons E._ der
Versicherten eine halbe Rente ab 1. März 2002 zu. Sie ging dabei von einer Tätigkeit
als Hausfrau im Umfang von 70 % mit einer Einschränkung von 62,1 % und einer
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Erwerbstätigkeit im Rahmen von 30 % mit einer Einschränkung von 50 % aus und
errechnete daraus einen Invaliditätsgrad von 58 % (IV-act. 27 f.).
A.d Im Fragebogen für Revision der Invalidenrente gab die Versicherte am 30. Mai
2006 an, der Gesundheitszustand habe sich in Bezug auf die Halswirbelsäule seit
Januar 2006 verschlimmert und sei hinsichtlich des Rückens gleich geblieben (IV-
act. 36). Dr. med. G._, FMH Rheumatologie und Allgemeine Innere Medizin,
berichtete in einem Verlaufsbericht vom 16. Juni 2006 zuhanden der IV im
Wesentlichen, der Gesundheitszustand sei stationär (IV-act. 40). Am 28. November
2006 teilte die unterdessen zuständige IV-Stelle des Kantons St. Gallen der
Versicherten mit, bei der Überprüfung des Invaliditätsgrades habe sie keine Änderung
festgestellt, die sich auf die Rente auswirke. Es bestehe daher weiterhin Anspruch auf
die bisherige Invalidenrente (IV-act. 41).
A.e In einem Fragebogen zur Rentenrevision gab die Versicherte am 17. Januar
2011 an, ihr Gesundheitszustand habe sich seit 2008 verschlechtert, indem ihre HWS
versteift worden sei. Sie sei zu etwa 10 % - 20 % unselbständig erwerbend und im
eigenen Haushalt tätig. Eine berufliche Veränderung aus gesundheitlichen Gründen sei
seit der letzten Rentenrevision nicht erfolgt. Sie sei auf Unterstützung in
Haushaltsarbeiten angewiesen (IV-act. 50).
A.f Dr. C._ führte in einem Verlaufsbericht vom 21. Februar 2011 im
Wesentlichen an, der Gesundheitszustand habe sich seit dem 16. Juni 2006 deutlich
verschlechtert. Neu sei im März 2007 eine Zervikobrachialgie rechts bei Diskushernie
C5/6 diagnostiziert und im April 2007 eine ventrale interkorporelle Spondylodese C5/6
vorgenommen worden. Die zumutbare Arbeitsfähigkeit betrage heute nicht mehr als
20 % (IV-act. 54).
A.g Dr. med. H._ vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) befand am 16. Mai 2011,
es liege eine relevante Veränderung des Gesundheitszustandes vor. Die
Arbeitsunfähigkeit bedürfe weiterer medizinischer Abklärungen. Vorerst sei eine
Haushaltsabklärung nötig (IV-act. 55).
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A.h Am 20. September 2011 fand die Haushaltsabklärung vor Ort statt (IV-act. 58).
Dabei gab die Versicherte an, ohne Behinderung würde sie im Umfang von 40 %
arbeiten. Sie habe Freude an der Arbeit, die Tochter sei 10 Jahre alt und werde älter
und selbständiger. Dennoch wolle sie kein Schlüsselkind (IV-act. 73-4).
A.i Die IV-Stelle ermittelte im Haushalt eine Einschränkung von 43,25 %. Der
Bericht vom 12. März 2012 hielt weiter fest, die Berechnung des IV-Grades durch die
IV-Stelle des Kantons E._ sei offensichtlich falsch gewesen. In der angestammten
Tätigkeit habe eine Arbeits(un)fähigkeit von 50 % bestanden. Demnach hätte bei der
festgelegten Qualifikation im Erwerb (30 %) keine Einschränkung resultiert. Es hätte ein
Invaliditätsgrad von 43 % und somit ein Anspruch auf eine Viertelsrente bestanden.
Aufgrund dieser Feststellung sei die nun durchgeführte Abklärung vor Ort auch als
Anlass für eine neue Aufnahme der Situation zu werten und eine Wiedererwägung der
halben Rente vorzunehmen (IV-act. 73).
A.j Am 10./17./26. September 2012 wurde die Versicherte durch das Swiss Medical
Assessment- and Business- Center (SMAB AG) polydisziplinär (Orthopädie /
Traumatologie, Innere Medizin, Psychiatrie, Neurologie) begutachtet. Das Gutachten
datiert vom 15. Oktober 2012. Die Gutachter stellten folgende Diagnosen mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ("letzte Tätigkeit"): Degeneratives Halswirbelsäulen-
und Lendenwirbelsäulensyndrom mit einem diskreten sensiblen C6- und C7-Syndrom
rechts, Zustand nach mehrfachen wirbelsäulenchirurgischen Eingriffen,
rumpfmuskuläre Dysbalance. Gesamthaft sei die Versicherte in ihrem ursprünglichen
Beruf als medizinische Praxisassistentin bzw. in ihrer angestammten Tätigkeit zu 50 %
arbeitsfähig. In einer adaptierten Verweistätigkeit betrage die Arbeitsfähigkeit 100 %. In
hauswirtschaftlichen Tätigkeiten bestehe eine Beeinträchtigung von 50 %. Eine leichte
Veränderung im Gesundheitszustand und in der Arbeitsfähigkeit der Versicherten sei
seit dem Referenzzeitpunkt (17. März 2003) eingetreten. Die Versicherte sei im April
2007 an einem zervikalen Bandscheibenvorfall operiert worden und leide nach einer
mehrjährigen Beschwerdefreiheit in diesem Wirbelsäulenabschnitt seit Mitte 2010
nunmehr an chronischen Schmerzen (IV-act. 85).
A.k Dr. H._ (RAD) beurteilte das Gutachten am 5. Dezember 2012 als medizinisch
umfassend. Bezüglich der letzten Tätigkeiten fehle allerdings eine Beurteilung der
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körperlichen und geistigen Anforderungen oder Belastungen. Die Plausibilisierung der
Arbeitsfähigkeitsbeurteilung für die "angestammte" Tätigkeit sei daher erschwert (IV-
act. 88).
A.l Am 27. Februar 2013 erliess die IV-Stelle einen Vorbescheid auf Einstellung der
Rente (IV-act. 92). Mit ihrem Einwand vom 19. April 2013 (IV-act. 93-1 ff.) liess die Ver
sicherte einen Bericht von Dr. C._ vom 13. März 2013 ins Recht legen. Darin führt
Dr. C._ an, alle Rückenoperationen hätten nur zu einer leichten Abnahme der
Rückenschmerzen geführt. Die Beinschmerzen seien nach der Metallentfernung im
Jahr 2000 intermittierend wieder aufgetreten. Seit Anfang 2007 habe die Versicherte
Nacken-, Schulter- und Armschmerzen auf der rechten Seite beklagt. Diese hätten sich
nach der Operation 2007 gebessert und seien seit 2010 wieder vermehrt aufgetreten.
Die Versicherte sei insbesondere bei statischen Belastungen der Hals- und
Lendenwirbelsäule eingeschränkt. Sie könne nicht längere Zeit in der gleichen Position
stehen oder sitzen und keine vorgeneigten Aktivitäten ausüben. Aufgrund der
Funktionseinschränkung der Halswirbelsäule könne sie keine Tätigkeiten mit über
längere Zeit fixierter Kopfhaltung oder Tätigkeiten, die ein Vorneigen des Kopfes
erforderten, und keine Arbeiten über Schulterhöhe ausführen. Rasche
Kopfbewegungen seien durch die Schmerzprovokation behindert. Trotz diesen im
Gutachten ebenfalls festgestellten erheblichen Einschränkungen der funktionellen
Leistungsfähigkeit attestiere der orthopädische Gutachter eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit
als medizinische Praxisassistentin und für eine Verweistätigkeit gar eine 100 %ige
Arbeitsfähigkeit. Dies sei für ihn nicht nachvollziehbar. In ihrer bisherigen Tätigkeit als
Medizinische Praxisassistentin erachte er die Versicherte weiterhin um mindestens
70 % eingeschränkt. In leidensangepasster Tätigkeit resultiere eine Einschränkung um
mindestens 50 % (IV-act. 93-10 ff.).
A.m RAD-Ärztin Dr. H._ nahm am 15. Mai 2013 Stellung, dass von Dr. C._ keine
neuen medizinischen Sachverhalte bzw. keine Änderung des Gesundheitszustandes
geltend gemacht worden seien. Die Leistungsfähigkeit würde von ihm als jahrelangem
Behandler abweichend vom Gutachten beurteilt. Mangels neuer medizinischer Aspekte
sei weiterhin auf das Gutachten abzustellen (IV-act. 94).
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A.n Mit Verfügung vom 17. Mai 2013 hob die IV-Stelle die Rente auf Ende des der
Zustellung folgenden Monats auf und entzog einer Beschwerde die aufschiebende
Wirkung. Die Versicherte sei zu 60 % im Haushalt tätig, darin bestehe eine
Einschränkung von 50 %, was zu einem Teilinvaliditätsgrad von 30 % führe. In einer
(angepassten) Erwerbstätigkeit sei keine Einschränkung vorhanden. Daraus resultiere
insgesamt ein keinen Rentenanspruch begründender Invaliditätsgrad von 30 % (IV-
act. 95).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 17. Mai 2013 liess A._, vertreten durch
Rechtsanwalt Roland Hochreutener, mit Eingabe vom 20. Juni 2013 Beschwerde
erheben. Sie beantragt, die angefochtene Verfügung sei unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen aufzuheben. Die Streitsache sei zur Durchführung weiterer
Abklärungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen. Der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen. Bei der
Bestimmung des Invaliditätsgrades seien Wechselwirkungen zwischen der
Erwerbstätigkeit und der Tätigkeit im Aufgabenbereich zu berücksichtigen. Es sei nicht
nachvollziehbar, dass die Gutachter im Haushaltsbereich eine Einschränkung von 50 %
anerkennten, jedoch für eine angepasste Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 100 %
annähmen. Das von den Gutachtern aufgestellte Belastungsprofil enthalte eine
erhebliche Einschränkung der Belastbarkeit, was nur sehr geringe, im freien
Arbeitsmarkt wohl kaum verwertbare Einsatzmöglichkeiten offen lasse. Es treffe nicht
zu, dass sich der Gesundheitszustand und die Leistungsfähigkeit verbessert hätten. In
einer adaptierten Tätigkeit bestehe gemäss Dr. C._ eine Einschränkung von
mindestens 50 % (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegenerin beantragte am 17. September 2013 die Abweisung
der Beschwerde. Da die Beschwerdeführerin gemäss eigenen Angaben früher zu 30 %
und aktuell zu 40 % erwerbstätig anzusehen sei und sich somit die Qualifikation
geändert habe, liege ein Revisionsgrund vor. Damit sei die weitere freie Prüfung des
Sachverhalts möglich. Auf das MEDAS-Gutachten der SMAB AG könne grundsätzlich
ohne Weiteres abgestellt werden. Der Bericht von Dr. C._ sei nicht geeignet, dieses
in Frage zu stellen. In Anwendung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu den
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pathogenetisch-ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebildern könne kein
invalidisierendes Leiden anerkannt werden. Die angegebene 100%ige Arbeitsfähigkeit
für rückenadaptierte Tätigkeiten sei sachgerecht, da Haushaltsarbeiten generell als
schwerer einzustufen seien als Bürotätigkeiten oder andere leichte Tätigkeiten. Die bis
jetzt ausgeübten Tätigkeiten als medizinische Praxisassistentin und als Telefonistin
seien optimal leidensadaptiert (act. G 4).
B.c Mit Replik vom 28. Oktober 2013 bringt die Beschwerdeführerin, nunmehr
vertreten durch Rechtsanwältin Karin Herzog, vor, dass sie im Gesundheitsfall nun zu
40 % erwerbstätig wäre, bewirke keine erhebliche Änderung des Invaliditätsgrades. Die
Voraussetzungen einer Revision (Anpassung) seien daher nicht erfüllt. Eine
somatoforme Schmerzstörung sei lediglich als Differenzialdiagnose erwähnt worden.
Die entsprechende Rechtsprechung sei daher nicht anwendbar. Sie versuche im
Übrigen seit Jahren, die Schmerzen zu überwinden, was ihr nur bedingt gelinge. Es
wäre keinesfalls möglich, einer Arbeitstätigkeit im Umfange von 100 % nachzugehen.
Die Annahme einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit sei nicht
nachvollziehbar. Gegebenenfalls wäre bei der Bemessung des Invalideneinkommens
aufgrund der Einschränkungen jedenfalls ein Tabellenlohnabzug von 25 % zu
gewähren (act. G 7). Mit der Replik reichte die Beschwerdeführerin einen Bericht von
Dr. C._ vom 19. Juni 2013 ein, worin dieser den Verlauf seit April 2007 detailliert
wiedergibt (act. G 7.2).
B.d Mit Eingabe vom 18. November 2013 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf
eine Duplik (act. G 9).
B.e Mit Zwischenentscheid vom 4. Dezember 2013 wies die Präsidentin das Gesuch
um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung ab (act. G 10).

Erwägungen:
1.
1.1 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR
831.20) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte
Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens
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zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht ein
Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein
Anspruch auf eine Viertelsrente.
1.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen
Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V
261 E. 4 mit Hinweisen).
1.3 Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und
Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a); in
diesem Sinn trifft die Verwaltung grundsätzlich auch die Beweisführungslast.
Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den
streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben
Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen
stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). In beweisrechtlicher Hinsicht gilt
der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben die urteilenden Instanzen
die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und
pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit
Hinweisen).
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1.4 Im Sinne einer Richtlinie ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens
eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten, welche aufgrund eingehender
Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht
erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen,
volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die
Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Zu beachten sind sodann die einschlägigen
Verfahrensvorschriften und die Mitwirkungsrechte der Verfahrensbeteiligten (BGE 137
V 227 E. 1.3.4; BGE 125 V 353 E. 3b/bb).
2.
2.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft
entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR
830.1]). Zeitlicher Ausgangspunkt für die Beurteilung einer anspruchserheblichen
Änderung des Invaliditätsgrads ist bei der Prüfung eines Gesuchs um Erhöhung der
Rente wie auch bei der Prüfung einer Rentenanpassung von Amtes wegen die letzte
rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs
mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkommensvergleichs beruht (BGE 133 V 108; BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des
Bundesgerichts vom 26. März 2010, 9C_438/2009, E. 1). Anlass zur Rentenrevision gibt
jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der
Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Anspruch zu beeinflussen.
Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des
Gesundheitszustandes oder der erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich
gebliebenen Gesundheitszustandes revidierbar. Dagegen stellt die unterschiedliche
Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen
Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit keinen Revisionsgrund im Sinne von
Art. 17 Abs. 1 ATSG dar (Urteile der Bundesgerichts vom 17. Januar 2008,
9C_552/2007 E. 3.1.2, vom 12. Januar 2010, 9C_798/2009, E. 3.1, vom 27. Mai 2010,
8C_972/2009 E. 3.2, BGE 112 V 371 E. 2b, mit weiteren Hinweisen). Die Beantwortung
der Frage, ob eine massgebende Änderung eingetreten ist, setzt einen Vergleich zweier
Sachverhalte voraus (U. Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl., Zürich 2009, Art. 17 N 22).
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Praxisgemäss genügt für die Revision einer Invalidenrente, dass eine
Tatsachenänderung aus dem gesamten anspruchserheblichen Tatsachenspektrum
eingetreten ist; nicht erforderlich ist, dass gerade die geänderte Tatsache zur
revisionsweisen Neufestsetzung der Invalidenrente führt (Urteil des Bundesgerichts
vom 26. März 2014, 8C_754/2013, E. 3.2.1).
2.2 Ist eine anspruchserhebliche Änderung des Sachverhalts nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit erstellt, bleibt es nach dem Grundsatz der materiellen Beweislast
beim bisherigen Rechtszustand (Urteil des Bundesgerichts vom 16. Juni 2014,
9C_273/2014, E. 3.1.1). Bei gegebenem Revisionsgrund ist der Rentenanspruch
gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung umfassend neu zu prüfen (BGE 141 V 9
E. 2.3 und E. 6.1; Urteil vom 5. Dezember 2012, 9C_427/2012, E. 3.4).
2.3 Im Folgenden ist zunächst zu prüfen, ob eine Revision des bisher
rechtswirksamen Rentenentscheids der IV-Stelle des Kantons Appenzell A.Rh. vom
8. April 2003, welcher am 28. November 2006 nicht angepasst wurde, statthaft ist.
3.
3.1 Dr. C._ hielt in einem Verlaufsbericht vom 21. Februar 2011 fest, der
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin habe sich seit 16. Juni 2006
verschlechtert (IV-act. 54-1). Im Sprechstundenbericht vom 17. Februar 2011 hatte er
notiert, insgesamt habe sich die Situation über die vergangenen Jahre verschlechtert,
da die Beschwerden nicht mehr alternierend, sondern gleichzeitig lumbal und zervikal
auftreten würden. Letztere seien sehr viel zermürbender, da sie mit Kopfschmerzen und
einmalig mit Erbrechen einhergingen (IV-act. 54-13 f.). Im Sprechstundenbericht vom
10. November 2011 wird ein häufigeres und heftigeres Auftreten der
Nackenbeschwerden erwähnt (IV-act. 85-66; act. 7.2-3). Am 14. Mai 2012 vermerkte
Dr. C._ ein praktisch unverändertes Beschwerdeausmass bzw. einen weiterhin
stabilen Verlauf (IV-act. 85-62; act. G 7.2-3). Im Bericht vom 13. März 2013
protokollierte er, durch die im Grundsatz erfolgreiche Operation vom April 2007 sei
hinsichtlich der Halswirbelsäule "lediglich der seit 2003 bestehende Vorzustand wieder
hergestellt" worden (IV-act. 93-10, 14). Am 19. Juni 2013 berichtete er, insgesamt sei
es nach der Operation im April 2007 zum Vorzustand wie Ende 2006 gekommen. Die
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Verbesserung habe zwei Jahre lang angehalten; seither hätten sich die
Nackenbeschwerden wieder verschlimmert. Im November 2011 seien die Episoden der
Nackenbeschwerden häufiger und heftiger aufgetreten und hätten auf die
Medikamente immer schlechter angesprochen (act. G 7.2-3 f.).
3.2 Das neurologische Gutachten äussert zum retrospektiven Verlauf, die
zunehmende Schmerzsymptomatik sei nach der Operation vom 18. April 2007
zunächst deutlich gelindert gewesen. Im Verlauf des Jahres 2010 habe die
Beschwerdeführerin erneut Nackenschmerzen beklagt. Diese bestünden heute in Form
eines anhaltenden Schmerzsyndroms der rechtsseitigen Nackenpartie, selten
ausstrahlend in den rechten Oberarm und sehr selten bis in die rechte Hand (IV-
act. 85-17). Der orthopädische Gutachter konstatierte, mit der Spondylodese im Jahre
2007 sei eine Verbesserung vorbestehender HWS-Beschwerden eingetreten. Die
persistierenden lumbalen Rückenschmerzen gingen im Wesentlichen zu Lasten von
therapie- und besserungsfähigen rumpfmuskulären Dysbalance-Befunden. Dr. C._
habe am 21. Februar 2011 eine Restarbeitsfähigkeit von nur noch 20 % attestiert. Von
einer Besserung auf wenigstens 50 % in der angestammten Tätigkeit und auf 100 % in
einer angepassten Tätigkeit auszugehen. Insgesamt sei seit Anfang 2011 eine
Besserung eingetreten (IV-act. 85-34 f.). Das Gesamtgutachten hob zum Verlauf hervor,
es bleibe unverständlich, dass gemäss Bericht von Dr. C._ vom 21. Februar 2011
sich die Belastbarkeit seit März 2007 deutlich verschlechtert habe, nachdem er im
Behandlungsbericht einen hervorragenden postoperativen Verlauf mit einer
wesentlichen Besserung der zervikalen Schmerzproblematik beschrieben habe (IV-
act. 85-22). Eine leichte Veränderung im Gesundheitszustand und der Arbeitsfähigkeit
sei seit dem Referenzzeitpunkt (17. März 2003) eingetreten. Die Beschwerdeführerin sei
im April 2007 an einem zervikalen Bandscheibenvorfall operiert worden und leide nach
einer mehrjährigen Beschwerdefreiheit in diesem Wirbelsäulenabschnitt seit Mitte 2010
nunmehr an chronischen Schmerzen (IV-act. 85-25).
3.3 Aus dem Gutachten und den medizinischen Berichten, auf welche sich dieses
stützt, geht lediglich hervor, dass sich der Zustand zunächst verschlechtert, nach der
Operation im April 2007 für etwa zwei Jahre verbessert und danach wiederum
verschlimmert hat. In Bezug auf den Vergleich zwischen den massgeblichen
Zeitpunkten ist lediglich von einer "leichten Veränderung" die Rede; weitere Angaben
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zum Ausmass der Verschlechterungen und der Verbesserung fehlen. Eine gesamthafte
Verbesserung des Gesundheitszustandes seit der Rentenzusprache ist somit nicht
erstellt und wird von der Beschwerdegegnerin zu Recht nicht geltend gemacht. Auch
eine gesundheitliche Verschlechterung seit der Rentenzusprache im Jahr 2003
erscheint nicht ausgewiesen, nachdem auch Dr. C._ von einer 50 %igen
Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit ausgeht (IV-act. 93-10 ff.).
4.
4.1 Zu prüfen bleibt, ob ein anderer Revisionsgrund als die Veränderung des
Gesundheitszustandes vorliegt. Die Beschwerdegegnerin macht geltend, die Aussage
der Beschwerdeführerin, sie würde im Gesundheitsfall in Anbetracht des Alters ihrer
Tochter mittlerweile statt 30 % neu in einem 40 %-Pensum arbeiten, stelle einen
Revisionsgrund dar (act. G 4-4). Die Beschwerdeführerin bringt vor, diese Änderung
des Sachverhalts sei nicht erheblich; unter Berücksichtigung der in der ursprünglichen
Rentenzusprache massgebenden Einschränkung von 50 % im erwerblichen Bereich
und 62,1 % im Haushalt ergäbe sich anhand der geringen Änderung der
Tätigkeitsverteilung heute ein Invaliditätsgrad von 57 %. Folglich liege eine Änderung
des Invaliditätsgrades von lediglich 1 % vor, die nicht als erheblich zu bezeichnen sei
(act. G 7-2).
4.2 Eine Statusänderung ist auch bei gleich gebliebenem Gesundheitszustand
Anlass zur Rentenrevision, wenn dadurch der Rentenanspruch berührt bzw. einen
Schwellenwert gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG über- oder unterschritten wird (Urteil des
Bundesgerichts vom 03. Juni 2011, 9C_223/2011, E. 3.2). Sodann liegt ein
Revisionsgrund vor, wenn sich bei unverändertem Gesundheitszustand die
Auswirkungen in Bezug auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich verändert
haben (BGE 105 V 30).
4.3 Gemäss Verfügung der IV-Stelle des Kantons E._ war die Beschwerdeführerin
zum damaligen Zeitpunkt im Haushalt zu 62,1 % eingeschränkt. Der nichterwerbliche
Teilinvaliditätsgrad wurde bei einem Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich von 70 %
mit 43,47 % (0,7 x 62.1 %) errechnet (IV-act. 27). In der angefochtenen Verfügung
resultiert aus einer Einschränkung von 50 % und einem Tätigkeitsumfang von 60 % ein
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Teilinvaliditätsgrad im Haushalt von 30 % (IV-act. 95). Die Erhöhung des
Arbeitspensums im Gesundheitsfall wird von der Beschwerdeführerin nicht bestritten.
Die von der Beschwerdeführerin angegebene Begründung dafür, dass sie Freude an
der Arbeit habe und die Tochter älter und selbständiger werde (IV-act. 71-4), erscheint
plausibel. Die Einschätzung der Einschränkung im Haushaltsbereich von 50 % durch
die Gutachter wird von der Beschwerdeführerin ebenfalls nicht bestritten (act. G 1-9).
Die Gutachter folgten den bisherigen Beurteilungen mit der Begründung, die
Beschwerdeführerin sei nicht mehr in der Lage, sämtliche Tätigkeiten, bei denen eine
erhöhte Kraftaufwendung im rechten Arm erforderlich sei, auszuführen. Auch alle
Arbeiten in Zwangshaltungen (sämtliche Putzarbeiten, Bügeln, Betten beziehen) seien
nicht mehr möglich (IV-act. 85-18). Es beständen persistierende lumbale
Rückenschmerzen, so dass die spezielle körperliche Beanspruchung der Lenden- und
Halswirbelsäule nachvollziehbare Beschwerden verursache mit der Folge, dass die
Beschwerdeführerin im Haushaltsbereich entsprechend dem Belastungsprofil nur noch
über eine Restarbeitsfähigkeit von 50 % verfüge (IV-act. 85-19, 33). Diese
Einschätzung der Gutachter beruht auf umfassenden Untersuchungen, berücksichtigt
die geklagten Beschwerden und stimmt mit den vorhandenen medizinischen Akten
überein. Dass die Haushaltsabklärung eine leicht geringere Einschränkung von 43,25 %
ergab (IV-act. 73-13), beruht im Wesentlichen auf einer konkreten Gewichtung der
Haushalttätigkeiten, unter Berücksichtigung der Mitwirkung von Familienangehörigen.
Selbst wenn aber von einer Einschränkung von 50 % entsprechend der medizinischen
Einschätzung ausgegangen wird, so ist der Rückgang des Teilinvaliditätsgrades von
43,5 % (0,7 x 62,1 %) auf jedenfalls 30 % (0,6 x 50 %) für den Rentenanspruch schon
deshalb erheblich, weil der Mindestinvaliditätsgrad für eine Viertelsrente von 40 %
unterschritten wird (Art. 28 Abs. 2 IVG). Er beruht überwiegend auf Änderungen von
Tatsachen. So ist namentlich die Tochter der Beschwerdeführerin älter und
selbständiger geworden; sie muss nicht mehr getragen werden. Die
Beschwerdeführerin hätte (daher) im Gesundheitsfall ihr Erwerbspensum erhöht.
Entgegen der Beschwerdeführerin liegt somit ein Revisionsgrund vor, und zwar nicht
nur wegen der Erhöhung des hypothetischen Arbeitspensums im Gesundheitsfall,
sondern auch wegen Änderung von Tatsachen, die für die Einschätzungen im Haushalt
massgebend sind. Für das Vorliegen eines Revisionsgrundes ist im Übrigen
unerheblich, dass die IV-Stelle des Kantons E._ den erwerblichen Teilinvaliditätsgrad
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nicht entsprechend der bundesgerichtlichen Rechtsprechung berechnet hat (vgl. dazu
E. 5.1 f.). Denn darin liegt nicht eine Änderung der relevanten Tatsachen im Sinne von
Art. 17 ATSG, sondern möglicherweise ein Grund zur Wiedererwägung nach Art. 53
Abs. 2 ATSG. Dieser kann nicht über Art. 17 ATSG korrigiert werden, da Revision und
Wiedererwägung wegen ihrer unterschiedlichen Rechtsnatur nicht vermengt werden
dürfen (dazu eingehend R. Jöhl, Die Revision nach Art. 17 ATSG, in: U. Kieser und M.
Lendfers, Jahrbuch zum Sozialversicherungsrecht 2012, Zürich / St. Gallen 2012, S.
153 ff.). Zusammenfassend ist ein Revisionsgrund gegeben und der Rentenanspruch
umfassend zu prüfen.
5.
5.1 Bei nicht erwerbstätigen Versicherten, die im Aufgabenbereich tätig sind und
denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, wird für die
Bemessung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in
welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 28a Abs. 2
IVG). Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind, wird für diesen Teil die
Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich
tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Abs. 2 festgelegt. In diesem Fall
sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich
festzulegen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a Abs. 3
IVG). Ist bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind, anzunehmen, dass sie im
Zeitpunkt der Prüfung des Rentenanspruchs ohne Gesundheitsschaden ganztägig
erwerbstätig wären, so ist die Invaliditätsbemessung ausschliesslich nach dem
Grundsatz für Erwerbstätige zu bemessen (Art. 27 der Verordnung über die
Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Gemäss derzeit gültiger bundesgerichtlicher
Rechtsprechung wird das dem erwerblichen Teilinvaliditätsgrad zugrundeliegende
Invalideneinkommen ausgehend von einem vollzeitlichen Arbeitspensum und der
vorhandenen Einschränkung errechnet, während das Valideneinkommen entsprechend
dem ermittelten Teilzeiterwerb festgesetzt wird. Die Differenz ergibt den
Teilinvaliditätsgrad. Der gesamte Invaliditätsgrad wird bestimmt, indem der erwerbliche
sowie der nichterwerbliche Teilinvaliditätsgrad entsprechend ihrem hypothetischen
Tätigkeitsanteil im Gesundheitsfall (im erwerblichen Bereich nochmals) gewichtet und
addiert werden (vgl. dazu insbesondere BGE 125 V 146 E. 3 ff.).
bis
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5.2 Die IV-Stelle des Kantons E._ berechnete den erwerblichen Teilinvaliditätsgrad
ebenfalls ausgehend von einem hypothetischen Arbeitspensum im Gesundheitsfall von
30 %. Sie erachtete die Tätigkeit als medizinische Praxisassistentin als optimal
adaptiert und bestimmte das Invalideneinkommen und den erwerblichen
Invaliditätsgrad, indem sie das 30%-Pensum im hypothetischen Gesundheitsfall mit
der Einschränkung von 50 % gewichtete (0,5 x 30 % = 15 %; IV-act. 26; IV-act. 27). Sie
ermittelte mithin das Invalideneinkommen bezogen auf das hypothetische
Erwerbspensum im Gesundheitsfall, statt bezogen auf eine Vollerwerbstätigkeit. Da ein
Revisionsgrund vorliegt, durfte die Beschwerdegegnerin - wie vorne erwähnt (E. 2.2) -
diese Abweichung von der bundesgerichtlichen Rechtsprechung korrigieren.
6.
6.1 Die Beschwerdeführerin erzielte als medizinische Praxisassistentin im Jahr 2000
in einem Beschäftigungsgrad von 90 % ein Erwerbseinkommen von Fr. 53'300.-- (IV-
act. 8-2; IV-act. 14-3). Aufgerechnet auf ein Vollzeitpensum und unter Berücksichtigung
der Nominallohnentwicklung (Bundesamt für Statistik, Lohnentwicklung 2013, T 39,
Index Frauen 2000: 2190, 2012: 2630) ergibt sich für das Jahr 2012 ein mutmassliches
Jahreseinkommen von Fr. 71'121.--.
6.2 Für die Bestimmung des Valideneinkommens wird grundsätzlich am zuletzt
erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung
angepassten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 30 E. 3.3.2; BGE 134 V 322 S. 325,
E. 4.1; Urteil des Bundesgerichts vom 21. August 2013, 8C_196/2013, E. 3.1). Dies
rechtfertigt sich auch hier, zumal das Einkommen des Jahres zuverlässig 2000 bekannt
ist. Ausgehend vom letztmals erzielten Einkommen ergibt sich bei einem
Arbeitspensum von 40 % für das Jahr 2012 ein Valideneinkommen von Fr. 28'448.--
(0,4 x 71'121.--).
6.3 Für die Bestimmung eines Tabellenlohns stellt sich die Frage, welchem
Kompetenzniveau die Beschwerdeführerin zuzurechnen ist. Die Kompetenzniveaus der
Lohnstrukturerhebung (LSE) 2012 des Bundesamtes für Statistik gründen auf den
Berufsgruppen gemäss der internationalen Berufsnomenklatur ISCO (Bundesamt für
Sozialversicherungen [BSV], IV-Rundschreiben Nr. 328 vom 22. Oktober 2014). Dabei
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umfasst das Kompetenzniveau 2 praktische Tätigkeiten wie Verkauf, Pflege,
Datenverarbeitung und Administration, das Bedienen von Maschinen und
elektronischen Geräten sowie Tätigkeiten im Sicherheits- oder Fahrdienst.
Grundsätzlich ist ein erster sekundärer Ausbildungszyklus erforderlich. Zum
Kompetenzniveau 2 gehören Berufe wie Metzger, Buschauffeure, Sekretärinnen,
Buchhalter, Coiffeure, Bauelektriker, Motorfahrzeugmechaniker. Das Kompetenzniveau
3 beinhaltet komplexe praktische Tätigkeiten, welche ein grosses Wissen in einem
Spezialgebiet voraussetzen. Erforderlich ist grundsätzlich eine ein- bis dreijährige
höhere Ausbildung nach dem sekundären Bildungszyklus. Dazu gehören Leiter im
Detailhandel, Techniker medizinischer Labors, Sekretäre im Bereich rechtlicher
Dienstleistungen, Handelsagenten und Techniker im Medienbereich (vgl. Classification
internationale type des professions (CITP-08) - cadre et concepts der international
labour organisation [ILO]; http://www.ilo.org/public/french/bureau/stat/isco/docs/
annex1.pdf, eingesehen am 11. August 2015). Zwar ist nach der ISCO-08 Klassifikation
der Beruf der medizinischen Assistentin den [nicht akademischen] Assistenzberufen im
Gesundheitswesen und als solcher dem Kompetenzniveau 3 zugeordnet (Amtsblatt der
Europäischen Union L 292/32 ff. vom 10. November 2009). Indes rechtfertigen die
Umschreibung der Kompetenzniveaus, der Durchschnittslohn von Fr. 4'750.--
(www.lohncheck.ch, eingesehen am 31. Juli 2015) und die Dauer der Ausbildung nicht
die Einreihung in das (zweithöchste) Kompetenzniveau 3, sondern ins
Kompetenzniveau 2. Dieses entspricht dem vormaligen Anforderungsniveau 3,
welchem auch das Bundesgericht den Beruf der medizinischen Praxisassistentin
zugeordnet hat (Urteile des Bundesgerichts vom 9. Oktober 2008, 8C_352/2008,
E. 4.2.1; Urteil vom 9. Oktober 2008, 8C_352/2008, E. 4.2.2.1; Urteil vom 12. April
2012, 8C_206/2012, E. 4.2.1). Der Tabellenlohn für das Jahr 2012 (Bundesamt für
Statistik, Lohnstrukturerhebung [LSE] 2012, T1, Ziff. 86-88, Gesundheits- und
Sozialwesen, Kompetenzniveau 2 Frauen), beträgt bei einer durchschnittlichen
Arbeitszeit von 41,5 Stunden/Woche (Bundesamt für Statistik, Statistik der
betriebsüblichen Arbeitszeit [BUA], betriebsübliche Arbeitszeit nach
Wirtschaftsabteilungen) Fr. 5'345.-- (Fr. 5'152.-- : 40 x 41,5), entsprechend einem
durchschnittlichen Jahreseinkommen von Fr. 64'142.--.
6.4 Hinsichtlich des zumutbaren Invalideneinkommens attestierte Dr. C._ am
13. März 2013 eine Arbeitsfähigkeit von 50% in einer angepassten Tätigkeit (IV-
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act. 93-11 f.). Im Gutachten wird demgegenüber von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit als
medizinische Praxisassistentin und von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer
optimal angepassten Verweistätigkeit ausgegangen. Ob letzteres zutrifft, kann offen
bleiben (vgl. nachfolgende E. 6.6). Der Beruf der medizinischen Praxisassistentin bietet
jedenfalls eine ausgesprochene Vielfalt an Arbeitsmöglichkeiten, beispielsweise in
einem Spital, einer Klinik oder einer in fachmedizinischer Hinsicht spezialisierten
Arztpraxis, wo sich die Funktion oft stark in den organisatorischen, planerischen,
kommunikativen und administrativen Bereich verlagert (vgl. Urteil vom 12. April 2012,
8C_206/2012, E. 4.2.1). Das anerkannte Belastungsprofil - nur leichte Arbeiten ohne
statische Beanspruchung der HWS und LWS, Wechsel zwischen Sitzen, Stehen und
Umhergehen, keine repetitiven Bewegungen der HWS und LWS und keine Arbeiten in
vornübergebeugtem Stehen, Knien, Hocken oder Kauern und keine unfallträchtigen
Tätigkeiten sowie eine Gewichtslimite von 10 kg (IV-act. 85-21) - erscheint nicht
dermassen einschränkend, dass die Restarbeitsfähigkeit in diesem Bereich nicht
verwertet werden könnte. Der Beschwerdeführerin ist somit zuzumuten, an einer ihrer
Ausbildung entsprechenden Stelle, beispielsweise als medizinische Praxisassistentin
mit vorwiegend administrativer Tätigkeit, ein jährliches Einkommen von Fr. 25'657.--
(Tabellenlohn Fr. 5'345.-- bzw. Fr. 64'142.-- jährlich bei einem 40 %-Pensum, E. 6.2) zu
erzielen. Bei der Bemessung des Tabellenlohnabzuges ist zu beachten, dass allfällige
bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche
Einschränkungen nicht zusätzlich einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung
desselben Gesichtspunktes führen können (Urteil des Bundesgerichts vom 22. Januar
2015, 9C_846/2014, E. 4.1.1, mit weiteren Verweisen). Vorliegend ist davon
auszugehen, dass ein erhöhter Zeitbedarf für die Verrichtung gewisser Arbeiten und für
die Erholung bereits in der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit von 50 % berücksichtigt
ist. Ein Tabellenlohnabzug rechtfertigt sich somit höchstens im Umfang von 10 %, da
bei der Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit anerkanntermassen
gesundheitsbedingt zusätzliche Einschränkungen vorhanden sind. Das zumutbare
Invalideneinkommen beläuft sich somit auf Fr. 23'091.-- (0,9 x Fr. 25'657.--) jährlich.
6.5 Die Beschwerdeführerin bringt weiter vor, es seien im Rahmen der gemischten
Methode Wechselwirkungen zwischen den in beiden Tätigkeitbereichen vorhandenen
Belastungen zu beachten (act. G 1-7). Allfällige Wechselwirkungen sind stets vom
anteilsmässig bedeutenderen zum weniger bedeutenden Bereich - hier also vom
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Haushalts- zum Erwerbsbereich - zu berücksichtigen (BGE 134 V 14 E. 7.3.5). Die
(zusätzliche) Berücksichtigung einer Wechselwirkung rechtfertigt sich nur, wenn die
verbleibende Arbeitsfähigkeit im erwerblichen Tätigkeitsgebiet voll ausgenützt wird (vgl.
Urteil des Bundesgerichts vom 4. Januar 2008, 9C_265/2007, E. 5.3 betreffend
Auswirkungen vom Erwerbs- in den Haushaltsbereich, wobei auch in umgekehrter
Richtung keine tatsächliche Beeinträchtigung der Erwerbstätigkeit durch die
Haushaltführung stattfindet, soweit die Erwerbsfähigkeit nicht ausgeschöpft wird). Aus
diesem Grund kann sich die Beschwerdeführerin nicht erfolgreich auf die
Berücksichtigung solcher Wechselwirkungen berufen.
6.6 Dem hypothetischen Erwerbseinkommen im Gesundheitsfall von 40 % bzw. von
Fr. 28'448.-- (E. 6.3) steht ein zumutbares Invalideneinkommen von (mindestens)
Fr. 23'091.-- gegenüber (E. 6.4). Es resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr. 5‘357.--
bzw. 18,83 % und es ergibt sich ein erwerblicher Teilinvaliditätsgrad von 8 % (40 % x
18,83). Es kann offen bleiben, ob die Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten höher
ist als 50 % und ob insbesondere auf die gutachterliche Beurteilung, die
Beschwerdeführerin sei in adaptierten Arbeiten voll arbeitsfähig, abgestellt werden
kann. Ein höherer Teilinvaliditätsgrad als 8 % kann sich dadurch nicht ergeben. Es
kann auch offen bleiben, ob mit der Beschwerdegegnerin die erwerbliche Teilinvalidität
gestützt auf einen Prozentvergleich festzusetzen wäre (vgl. IV-act. 90-2). Dafür spricht,
dass die Beschwerdeführerin letztmals im Jahr 2000 ganzjährig (vgl. IV-act. 14-3) ein
Einkommen als medizinische Praxisassistentin erzielte und aufgrund des längeren
(auch familienbedingten) Unterbruchs in der Berufsausübung möglicherweise nicht
mehr das ursprüngliche, überdurchschnittliche Einkommen einer medizinischen
Praxisassistentin erzielen könnte. Ob der Prozentvergleich unter diesen Umständen
zulässig bzw. angezeigt wäre (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts vom 4. Februar
2015, 9C_888/2014, E. 2 und BGE 104 V 136 f. E. 2b mit weiteren Verweisen), kann
indes offen bleiben, da auch in diesem Fall keine höhere Teilinvalidität im
Erwerbsbereich resultieren würde. Bei einem Prozentvergleich ergibt sich der
Invaliditätsgrad aus der Prozentdifferenz zwischen den hypothetischen Einkommen
ohne und mit Gesundheitsschaden (vgl. zit. Bundesgerichtsentscheid vom 4. Februar
2015, E. 2). Bei einem hypothetischen Arbeitspensum von 40 % im Gesundheitsfall auf
Seiten des Valideneinkommens und einer jedenfalls entsprechenden Erwerbsfähigkeit
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ergibt sich bei einem Tabellenlohnabzug von maximal 20% eine Erwerbseinbusse von
8 % (40% - [40% x 0.9]).
6.7 Der Invaliditätsgrad ergibt sich somit im Rahmen der angeführten
bundesgerichtlichen Rechtsprechung zur gemischten Methode hauptsächlich aus der
Einschränkung im Haushaltsbereich. Diese beträgt gemäss Haushaltsabklärung
43,25 % (IV-act. 73-12) und gemäss Gutachten 50 % (IV-act. 85-26). Eine nähere
Auseinandersetzung damit kann auch hier unterbleiben, denn bei einem
Beschäftigungsanteil im Aufgabenbereich von 60 % wird insgesamt ein
Rentenanspruch begründender Invaliditätsgrad von 40 % selbst dann nicht erreicht,
wenn im Haushaltsbereich von einer Einschränkung von 50 % statt bloss von 43,75 %
ausgegangen wird (60 % x 0,5 = 30 % + maximal 8 % Teilinvaliditätsgrad im
Erwerbsbereich).
6.8 Sollte die Beschwerdeführerin ihr Erwerbspensum erhöhen wollen, wären bei
einer Wiederanmeldung vorab berufliche Massnahmen zu prüfen.
7.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Das Beschwerdeverfahren ist
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom
Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG).
Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden
Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie
vollumfänglich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Der von ihr geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihr daran anzurechnen. Ausgangsgemäss hat die
Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.