Decision ID: da338101-d717-4e83-a4e8-02259459d76b
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. Die Y._AG ist Eigentümerin der Parzelle Nr. 1_, Grundbuch Z._. Nach dem
Zonenplan der Politischen Gemeinde Z._ liegt das Grundstück in der Kernzone K4.
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Zudem befindet es sich im Plangebiet des Gestaltungsplans O._, welcher vom
Baudepartement nach Abschluss eines aussergerichtlichen Vergleichs am
20./21. August 2014 zwischen der Politischen Gemeinde Z._, der X._ AG
(Eigentümerin der Parzelle Nr. 2_), und der Y._AG am 16. Januar 2015 genehmigt
wurde. Das Grundstück grenzt im Norden an die Q._strasse, Parzelle Nr. 3_,
Gemeindestrasse erster Klasse, im Westen an die B._strasse, Parzelle Nr. 4_,
Kantonsstrasse zweiter Klasse, und im Süden an die C._Strasse, Parzelle Nr. 5_,
Gemeindestrasse zweiter Klasse. Im Nordosten wird es vom Grundstück Nr. 6_ und
im (Süd)Osten vom D._weg, Parzelle Nr. 7_, Gemeindeweg erster Klasse, umgrenzt
(act. 11/8/1, 20, 60, 66, Beilage zu act. 11/8/9, act. 24.1, www.geoportal.ch, https://
www5._). Mit Entscheid vom 5. Juli 2016 hiess das Baudepartement zwei Rekurse der

X._AG im Sinne der Erwägungen gut und hob den Einspracheentscheid vom
16. Juni 2015 und die Baubewilligung des Gemeinderates Z._ vom 19. Juni 2015 für
die M._überbauung mit den Häusern I, II und III auf Parzelle Nr. 1_ (Baugesuch der
Y._AG) sowie den Teilstrassenplan C._strasse und D._weg vom 24. Februar 2015
und den Einspracheentscheid des Gemeinderates Z._ vom 22. September 2015 auf
(act. 23.1). Eine dagegen erhobene Beschwerde schrieb das Verwaltungsgericht mit
Entscheid vom 2. September 2016 zufolge Rückzugs ab (B 2016/164).
B. Am 3./29. November 2016 und 5. Dezember 2016 reichte die Y._AG ein Baugesuch
für den Abbruch der bestehenden Bauten und den Neubau von drei Wohn- und
Geschäftshäusern (Häuser Nrn. I, II und III) auf Parzelle Nr. 1_ ein. Während der
öffentlichen Auflage vom 6. bis 19. Dezember 2016 erhob die X._AG Einsprache. Am
9. Februar 2017 reichte die Y._AG einen Bericht der P._AG, vom 3. Februar 2017 ein.
Am 26. Januar 2017, 24. März 2017, 5. Mai 2017, 11. Juli 2017 und 22. August 2017
reichte sie zusätzliche bzw. revidierte Baupläne nach, welche der X._AG am
15. Mai 2017 zugestellt wurden. Am 2. Juni 2017 beantragte die X._AG den Ausstand
aller Personen, die bei der Vorbereitung und Beschlussfassung zu den
Gemeinderatsbeschlüssen vom 16. Juni 2015 und 22. September 2015 mitgewirkt
hatten. Mit Entscheid vom 26. September 2017 wies der Gemeinderat Z._ die
Einsprache vom 16. Dezember 2016 sowohl in öffentlich-rechtlicher als auch in
privatrechtlicher Hinsicht gemäss Art. 684 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches
(SR 210, ZGB) ab und bewilligte das Bauvorhaben. Überdies wies er das
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Ausstandsbegehren vom 2. Juni 2017 dem Sinn nach ab (act. 5, S. 2 Ziff. II/4,
act. 11/8/1-3, 7/1 f., 10-13, 15, 20-59, Beilage zu act. 11/1, www.geoportal.ch).
C. Am 22. November 2016 erliess der Gemeinderat Z._ den Teilstrassenplan
Q._strasse, C._Strasse und D._weg. Dieser lag zusammen mit den
Strassenbauprojekten Umgestaltung C._Strasse, Umgestaltung D._weg und
Umgestaltung Trottoir B._strasse vom 6. Dezember 2016 bis 4. Januar 2017 öffentlich
auf. Am 4. Januar 2017 erhob die X._AG gegen das Strassenbauprojekt Umgestaltung
D._weg Einsprache. Mit Schreiben vom 24. August 2017 sicherte der Bausekretär von
Z._ dem Rechtsvertreter der X._AG unter anderem zu, dass der D._weg mit einem
Asphaltbelag befestigt bleibe und nicht mit Verbundsteinen belegt werde. Mit
Entscheid vom 26. September 2017 wies der Gemeinderat Z._ die Einsprache ab.
Überdies hielt er fest, dass der D._weg weiterhin mit Asphalt befestigt bleibe und der
bestehende Belag erneuert werde (act. 11/8/15, 60-67, 69-71). Gegen die
Einspracheentscheide vom 26. September 2017 und die Baubewilligung des
Gemeinderates Z._ vom 29. September 2017 rekurrierte die X._AG am
13. Oktober 2017 an das Baudepartement (act. 11/1). Am 19. Januar 2018 und
28. Februar 2018 reichte der Gemeinderat Z._ ergänzende Unterlagen nach (act. 11/9
und 11). Mit Entscheid vom 17. September 2018 wies das Departement den Rekurs ab,
soweit es darauf eintrat (act. 9).
D. Gegen den Entscheid des Baudepartements (Vorinstanz) vom 17. September 2018
erhob die X._AG (Beschwerdeführerin) durch ihren Rechtsvertreter am
1. Oktober 2018 Beschwerde beim Verwaltungsgericht (act. 1). Am 31. Oktober 2018
ergänzte sie die Beschwerde mit einer Begründung und dem Rechtsbegehren, es seien
der angefochtene Entscheid und die Einspracheentscheide der Politischen Gemeinde
Z._ (Beschwerdebeteiligte) vom 26. September 2017 unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen aufzuheben. Eventualiter sei die Sache an die Vorinstanz und
die Beschwerdebeteiligte zu neuem Entscheid zurückzuweisen. Es sei der Y._AG
(Beschwerdegegnerin) gemäss Art. 684 ZGB zu verbieten, Haus III gemäss Baugesuch
und Baubewilligung der Beschwerdebeteiligten vom 29. September 2017 zu bauen
(act. 5). Mit Vernehmlassung vom 8. November 2018 schloss die Vorinstanz auf
Abweisung der Beschwerde (act. 10). Mit Stellungnahme vom 27. November 2018
beantragte die Beschwerdegegnerin durch ihren Rechtsvertreter, es sei die
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Beschwerde unter Kosten- und Entschädigungsfolge abzuweisen (act. 13). Am
3./6. Dezember 2018 liess sich die Beschwerdebeteiligte mit dem Antrag vernehmen,
es sei die Beschwerde abzuweisen (act. 14, 16 f.). Die Beschwerdeführerin behielt mit
Eingabe vom 17. Dezember 2018 das letzte Wort (act. 19). Eine Genehmigung des
Teilstrassenplans Q._strasse, C._strasse und D._weg des Baudepartements liegt
nicht vor.
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge und die
Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59
Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Die
Beschwerdeeingabe vom 1. Oktober 2018 (act. 1) erfolgte rechtzeitig und erfüllt
zusammen mit der Ergänzung vom 31. Oktober 2018 (act. 5) formal und inhaltlich die
gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1
und 2 VRP). Die Beschwerdeführerin ist zur Ergreifung des Rechtsmittels berechtigt
(vgl. Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist somit
grundsätzlich einzutreten. Nicht einzutreten ist auf die Beschwerde, soweit damit die
Aufhebung der Einspracheentscheide der Beschwerdebeteiligten vom
26. September 2017 und der Baubewilligung vom 29. September 2017 beantragt wird
(Devolutiveffekt, vgl. BGer 1C_560/2017 vom 17. Dezember 2018 E. 1.2 mit Hinweis
auf BGE 134 II 142 E. 1.4). Ebenfalls nicht einzutreten ist auf die Beschwerde, soweit
die Beschwerdeführerin nachträglich beantragt, ihr sei für das Baugesuch- und
Strassenplanverfahren im Jahr 2015 eine Parteientschädigung zuzusprechen (act. 5,
S. 12-14, Ziff. IV/7). Soweit sie eine solche Entschädigung in den vorangegangen
Verfahren beantragt hat, wäre es ihr offen gestanden, den Kostenspruch im
Rekursentscheid vom 5. Juli 2016 (ausseramtliche Entschädigung nur für die
Rekursverfahren) anzufechten, was sie offenbar unterlassen hat. Ferner ist auf die
Beschwerde mangels Beschwer nicht einzutreten, soweit sich die Beschwerdeführerin
gegen die Verlegung der Rechtsberatungskosten im erstinstanzlichen
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Baubewilligungsverfahren wehrt (act. 5, S. 12 Ziff. IV/6). Diese Kosten wurden der
Beschwerdegegnerin auferlegt (vgl. Baubewilligung vom 29. September 2017, Beilage
zu act. 11/1, S. 6 Ziff. 62).
Die Rechtsprechung erfolgt in Fünferbesetzung, weil mit vorliegendem Entscheid
hinsichtlich der Kosten im Baueinspracheverfahren von der bisherigen, ständigen
Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts abgewichen (Praxisänderung) wird (vgl.
Art. 18 Abs. 3 Ingress und lit. b Ziff. 3 des Gerichtsgesetzes; GerG, sGS 941.1, und
E. 3 hiernach).
2. Die erstinstanzlichen Entscheide der Beschwerdebeteiligten ergingen am
26./29. September 2017 (Beilagen zu act. 11/1) und damit vor Inkrafttreten des
Planungs- und Baugesetzes (sGS 731.1, PBG) am 1. Oktober 2017 (nGS 2017-049).
Auf das strittige Bauvorhaben bleibt somit das bis 30. September 2017 gültige Gesetz
über die Raumplanung und das öffentliche Baurecht (Baugesetz; nGS 32-47, BauG, in
der Fassung vom 1. Januar 2015) anwendbar, soweit das PBG für die Baugesuchsteller
nicht günstiger ist (Art. 173 PBG). Ist das Bauvorhaben unter dem früheren Baurecht
bewilligungsfähig, erübrigt es sich zu prüfen, ob es unter dem neuen bewilligt werden
könnte.
3. Die Beschwerdeführerin beanstandet vorab die Kostenauflage im
Baueinspracheentscheid vom 26. September 2017 (act. 5, S. 14 Ziff. IV/8).
Für die Kostenauflage im Baubewilligungsverfahren gilt grundsätzlich Art. 94 VRP
(Verursacherprinzip, vgl. B. Heer, St. Gallisches Bau- und Planungsrecht, Bern 2003,
Rz. 971). Im Baueinspracheverfahren war dagegen nach der bisherigen
Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts Art. 95 Abs. 1 VRP anwendbar (vgl. noch
VerwGE B 2015/277; B 2015/280 vom 28. März 2017 E. 9.4, www.gerichte.sg.ch,
VerwGE B 2002/155 vom 22. Mai 2003 E. 2d sowie VerwGE B 2000/163 vom
25. Oktober 2000 E. 2, in: GVP 2000 Nr. 51 je mit Hinweisen, siehe auch R. Hirt, Die
Regelung der Kosten nach st.gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, Lachen/St.
Gallen 2004, S. 42 ff., Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen,
2. Aufl. 2003, Rz. 747 ff., und W. E. Hagmann, Die st.gallische Verwaltungsrechtspflege
und das Rechtsmittelverfahren vor dem Regierungsrat, Zürich 1979, S. 87 ff.,
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abweichend: U. P. Cavelti, Die Verfahren vor dem Verwaltungsgericht des Kantons
St. Gallen, St. Gallen 1994, S. 187 ff.). Diese Praxis lässt sich mit Blick auf die von der
Beschwerdeführerin angerufene bundesgerichtliche Rechtsprechung nicht mehr halten.
Danach obliegt es nach dem Störer- und Verursacherprinzip nicht den Einsprechenden,
die Kosten der zum Hauptgesuch akzessorischen Einsprache im erstinstanzlichen
Planungs- und Baubewilligungsverfahren zu übernehmen. Eine Ausnahme von diesem
Grundsatz kann lediglich bei offensichtlich missbräuchlicher Einspracheerhebung
gemacht werden, die einer widerrechtlichen Handlung entspricht. Hingegen können die
Kosten dem Einsprecher nicht mit der Begründung auferlegt werden, er habe "ohne
Notwendigkeit" gehandelt (vgl. BGE 143 II 467 E. 2.5-3 mit Hinweisen, in:
Pra 2018 Nr. 94, BR 2018, S. 117, und SJZ 114/2018, S. 424, in Bezug auf das mit
Art. 78 ff. BauG und Art. 135 ff. PBG vergleichbare Baubewilligungs- und
Einspracheverfahren nach jurassischem Recht). In Abänderung der bisherigen Praxis
des Verwaltungsgerichts erweist sich die Beschwerde in diesen Punkt als begründet.
4. Die Beschwerdeführerin bringt zudem vor (act. 5, S. 10 f. Ziff. IV/4), die Vorinstanz
hätte hinsichtlich der Belagserneuerung auf ihren Rekurs eintreten müssen. Diese bilde
Bestandteil des Strassenbauprojekts Umgestaltung D._weg.
In ihrer Einsprache vom 4. Januar 2017 (act. 11/8/70) beantragte die
Beschwerdeführerin, das Strassenbauprojekt Umgestaltung D._weg sei insoweit
anzupassen, als von einem Belagsersatz des D._wegs im Bereich des Grundstücks
Nr. 2_ abzusehen sei. Gemäss dem Situationsplan vom 2. November 2016
(act. 11/8/64, "Projekt Fussweg") umfasste dieses vom 6. Dezember 2016 bis
4. Januar 2017 nach Art. 39 ff. des Strassengesetzes (sGS 732.1, StrG) öffentlich
aufgelegte Strassenbauprojekt die Verlegung des D._wegs auf Parzelle Nr. 6_. Auf
Parzelle Nr. 7_ entlang des Grundstücks Nr. 2_ der Beschwerdeführerin blieb der
D._weg davon unberührt. Zudem ging die Vorinstanz in Erwägung 3.2 des
angefochtenen Entscheids (act. 9, S. 7) mit Recht davon aus, dass es sich beim
Belagsersatz um blossen Strassenunterhalt im Sinn von Art. 51 Abs. 1 und Abs. 2
Ingress und lit. g StrG handelt (vgl. dazu VerwGE B 2012/69; B 2012/70 vom
19. Dezember 2013 E. 3.2.1.3 mit Hinweis), welcher nicht Gegenstand des
Strassenbauplanverfahrens bildet. Demnach hätte bereits die Beschwerdebeteiligte mit
Einspracheentscheid vom 26. September 2017 zum Strassenbauprojekt Umgestaltung
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D._weg (Beilage zu act. 11/1) auf die Einsprache der Beschwerdeführerin vom
4. Januar 2017 nicht eintreten dürfen. Daran ändert nichts, dass sie mit Schreiben vom
24. August 2017 (act. 11/8/15) sowie im Einspracheentscheid vom 26. September 2017
(Beilage zu act. 11/1 E. B/2 und Dispositiv-Ziffer 1) festhielt, dass der D._weg auf
Parzelle Nr. 7_ mit einem Asphaltbelag befestigt bleibe und der Belag erneuert werde.
Das Strassenbauprojekt erfuhr im Bereich des Grundstücks Nr. 2_ deswegen keine
Anpassung. Lediglich auf dem Umgebungsplan der Beschwerdegegnerin vom
26. Januar 2017, revidiert am 22. August 2017, welcher Bestandteil der
Gesuchsunterlagen zum Bauvorhaben auf Parzelle Nr. 1_ bildete (act. 11/8/21), wurde
als Hinweis "Ankerweg bestehend" vermerkt. Das Baubewilligungsverfahren vermag
das Planverfahren indessen nicht zu ersetzen (vgl. dazu Art. 39 Abs. 1 Satz 2 StrG
e contrario und VerwGE B 2015/268 vom 23. Februar 2017 E. 11.2 mit Hinweisen,
www.gerichte.sg.ch).
5. Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend (act. 5, S. 11 f. Ziff. IV/6, act. 19
Ziff. 1), die Einspracheentscheide vom 26. September 2017 seien von den gleichen
Personen, namentlich von RA V._ und den Mitarbeitern der Bauverwaltung, vorbereitet
worden, wie all die vorangegangenen Entscheide der Beschwerdebeteiligten in Sachen
M._überbauung. Dass in der Baubewilligung das Honorar von RA V._
unzulässigerweise der Beschwerdegegnerin auferlegt worden sei, erwecke zumindest
gegen aussen den Anschein der Befangenheit. Darüber hinaus habe die
Beschwerdebeteiligte im erstinstanzlichen Verfahren mit der Beschwerdegegnerin
mehrfach kommuniziert, ohne dass entsprechende Aktennotizen erstellt worden wären.
Dies habe sie selbst zugestanden.
5.1. Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft
(SR 101, BV, siehe Art. 4 lit. a der Verfassung des Kantons St. Gallen; SR 131.225, sGS
111.1, KV) garantiert vor Gerichts- und Verwaltungsinstanzen ein faires Verfahren. In
Verfahren vor nichtgerichtlichen Behörden gewährleistet Art. 29 Abs. 1 BV den
Anspruch auf gleiche und gerechte Behandlung; das Gebot der Unbefangenheit bildet
einen Teilgehalt dieses Grundrechts. Die für Gerichte geltenden Anforderungen an die
Unbefangenheit können nicht unbesehen auf das Verwaltungsverfahren übertragen
werden. Kern der Garantie der Unbefangenheit bildet indes sowohl für
Behördenmitglieder wie für Mitglieder der Gerichte, dass sie sich in Bezug auf die
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Beurteilung eines Sachverhalts nicht bereits festgelegt haben. Der Anspruch auf
Unparteilichkeit der Verwaltungsbehörde bringt mit sich, dass kein befangenes
Behördenmitglied am Entscheid mitwirken darf. In Analogie zu Art. 30 Abs. 1 BV
verpflichtet Art. 29 Abs. 1 BV eine Amtsperson zum Ausstand, wenn Umstände
vorliegen, die nach objektiven Gesichtspunkten geeignet sind, den Anschein der
Befangenheit zu erwecken (vgl. BGer 2C_807/2015 vom 18. Oktober 2016 E. 2.1.1 und
BGer 1C_903/2013 vom 10. August 2015 E. 2.1 je mit Hinweisen, insbesondere auf
BGE 140 I 326 E. 5.2 und 6, sowie VerwGE B 2017/93 vom 28. März 2018 E. 3.2 und
VerwGE B 2013/166 vom 4. Dezember 2014 E. 2.2 ff. je mit Hinweisen,
www.gerichte.sg.ch). Eine Rückweisung der Streitsache an die Vorinstanz führt nicht
zur Befangenheit (Art 7 Abs. 1 lit. c VRP) der erneut mit der Sache befassten Personen.
Es müssen vielmehr weitere Gründe hinzukommen (vgl. Breitenmoser/Spori Fedail, in:
Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar Verwaltungsverfahrensgesetz,
2. Aufl. 2016, Art. 10 Rz. 76).
Die Beschwerdeführerin vermag nicht aufzuzeigen, inwiefern die an den
Einspracheentscheiden vom 26. September 2017 beratend oder instruierend
mitwirkenden Mitarbeiter der Bauverwaltung sowie der Rechtsberater der
Beschwerdebeteiligten die Sache nicht mehr mit der nötigen Distanz und Objektivität
beurteilten und dadurch den Anschein der Befangenheit erweckten. Allein der
Umstand, dass sich diese nach der Aufhebung der Einspracheentscheide vom
16. Juni 2015 und 22. September 2015 durch das Baudepartement gemäss Art. 2
Abs. 1 Satz 1 und Art. 80 Abs. 1 BauG sowie Art. 2 Abs. 3 des Baureglements der
Politischen Gemeinde Z._ (BauR) erneut mit der "M._überbauung" auf Parzelle
Nr. 1_ befassten, führt nach dem Gesagten (analog) nicht zur Befangenheit. Objektiv
betrachtet vermag daran der Umstand, dass der Beschwerdegegnerin die
Rechtsberatungskosten auferlegt wurden (vgl. Baubewilligung vom
29. September 2017, Beilage zu act. 11/1, S. 6 Ziff. 62), nichts zu ändern, selbst wenn
sich eine solche Verpflichtung gemäss der Beschwerdeführerin als rechtsfehlerhaft
erweisen würde. Es kann nicht gesagt werden, der Rechtsberater der
Beschwerdebeteiligten sei deswegen auch von der Beschwerdegegnerin mandatiert
worden. Zu keinem anderen Schluss führt auch, dass die Stellungnahme der
Beschwerdebeteiligten vom 3. Dezember 2018 zunächst versehentlich vom
Vizepräsidenten des Gemeinderates N._, welcher sich im erstinstanzlichen Verfahren
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im Ausstand befand (Beilagen zu act. 11/1), unterschrieben wurde (vgl. act. 14, 16 f.).
Daraus lassen sich keine Rückschlüsse auf die Befangenheit der Mitarbeiter der
Bauverwaltung sowie des Rechtsberaters der Beschwerdebeteiligten in den
erstinstanzlichen Verfahren ziehen. Wie die Vorinstanz in Erwägung 4 des
angefochtenen Entscheids (act. 9, S. 7-9) im Ergebnis zutreffend ausgeführt hat, liegt
keine Verletzung des Gebots der Unbefangenheit vor.
5.2. Gemäss Art. 29 Abs. 2 BV haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör.
Dieses dient einerseits der Sachaufklärung, andererseits stellt es ein
persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheides dar,
welcher in die Rechtsstellung des Einzelnen eingreift. Dazu gehört unter anderem das
Recht der Betroffenen, an der Erhebung wesentlicher Beweise mitzuwirken oder sich
zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid
zu beeinflussen. Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör wird zudem eine allgemeine
Aktenführungspflicht der Behörden abgeleitet, als Gegenstück zum Akteneinsichts-
und Beweisführungsrecht der Parteien. Dazu gehört die Pflicht zur Protokollierung
entscheidrelevanter Abklärungen, Einvernahmen und Verhandlungen im
Rechtsmittelverfahren (vgl. BGE 142 I 86 E. 2.2 und BGE 138 V 218 E. 8.1.2 je mit
Hinweisen sowie Krauskopf/Emmenegger/Babey, in: Waldmann/Weissenberger [Hrsg.],
a.a.O., Art. 12 Rz. 42 ff.).
Die Beschwerdebeteiligte hat mit Schreiben vom 28. Februar 2018 (act. 11/11)
eingeräumt, dass der Kontakt zwischen ihr und der Beschwerdegegnerin in den
erstinstanzlichen Verfahren neben dem aktenkundigen E-Mailverkehr auch einzelne
Telefonate umfasste. Inwiefern diese Telefonate oder der E-Mailverkehr in den
erstinstanzlichen Verfahren entscheidrelevant gewesen sein sollten, ist nicht ersichtlich
und wird von der Beschwerdeführerin auch nicht weiter dargetan (vgl. hierzu auch
E. 5.2 des angefochtenen Entscheids, act. 9, S. 10 f.). Damit ist davon auszugehen,
dass es sich dabei nicht um Sachverhaltsabklärungen handelte, welche zur Wahrung
des rechtlichen Gehörs aller Beteiligten mittels Protokollen oder Tonaufzeichnungen zu
belegen gewesen wären. Anders zu entscheiden hiesse, überhöhte Anforderungen an
die Aktenführungspflicht der Beschwerdebeteiligten zu stellen, welche die
Bauherrschaft auch zu beraten hat (vgl. Art. 2 Abs. 3 Satz 2 BauR). Eine Verletzung des
rechtlichen Gehörs liegt nicht vor. Dahingestellt bleiben kann, ob es sich bei den
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Telefonaten um zulässige und taugliche Beweismittel gehandelt hätte (vgl. dazu
BGE 117 V 282 E. 4c mit Hinweisen).
6. Zusätzlich zu den Akten des Verfahrens B 2016/164 sowie den Vorakten wurden aus
dem vorangegangenen Verfahren die Vereinbarung vom 20./21. August 2014
(act. 24.1), der Rekursentscheid vom 5. Juli 2016 (act. 23.1) und der Gestaltungsplan
O._ im Massstab 1:500 (act. 27.1) vom Amtes wegen beigezogen. Darüber hinaus
stellt die Beschwerdeführerin die Beweisanträge, es seien die kompletten Akten der
Beschwerdebeteiligten zum vorangegangenen Investorenwettbewerb, zum
Gestaltungsplan- sowie zu den vorangegangenen Baubewilligungs-, Strassenplan- und
Strassenbauprojektverfahren beizuziehen; die Vorinstanz sei zu verpflichten, die
kompletten Akten der vorangegangenen drei Rekursverfahren zu überweisen; es seien
die digitalen Baupläne sowie Gutachten über die Einhaltung der Baubereiche und über
den zusätzlichen Schattenwurf, der durch die geplante Überbauung gegenüber einer
nach Regelbauweise zulässigen Überbauung entsteht, einzuholen (act. 5, S. 2 Ziff. II/5,
S. 6 Ziff. IV/1c, S. 9 Ziff. IV/3). Auf die von der Beschwerdeführerin zusätzlich
beantragten prozessualen Vorkehren kann verzichtet werden. Die entscheidrelevanten
tatsächlichen Verhältnisse ergeben sich aus den Verfahrensakten (vgl. dazu
BGer 8C_649/2017 vom 4. Januar 2018 E. 7.6.2 mit Hinweisen). Aus demselben Grund
durfte die Vorinstanz davon absehen, Nachmessungen zur Einhaltung der Baubereiche
durch das Hochbauamt oder das Raumplanungsamt zu veranlassen. Demzufolge kann
ihr deswegen – entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin (act. 5, S. 6 Ziff. IV/
1c) – keine Verletzung des rechtlichen Gehörs vorgehalten werden.
7. Die Beschwerdeführerin hält sodann beiläufig dafür (act. 5, S. 10 Ziff. IV/3), der
Gestaltungsplan O._ könne nicht Grundlage des vorliegenden Verfahrens sein, da er
unter grober Verletzung der Ausstandsvorschriften zustande gekommen sei.
Soweit sie damit die Rechtmässigkeit des Gestaltungsplans O._ (Beilage zu act. 11/9)
bestreiten will, sind die Voraussetzungen für eine akzessorische Anfechtung dieses
Plans im vorliegenden Verfahren offensichtlich nicht erfüllt (vgl. dazu BGer 1C_62/2018
vom 12. Dezember 2018 E. 5.1, zur Publikation vorgesehen, und VerwGE B 2013/49
vom 8. Juli 2014 E. 4.2.2 je mit Hinweisen, www.gerichte.sg.ch, bestätigt mit
BGer 1C_444/2014 vom 27. Januar 2015, und E. 6.2 des angefochtenen Entscheids,
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act. 9, S. 12). Darüber hinaus behauptet sie nicht, dass der Gestaltungsplan O._
nichtig sei. Dessen ungeachtet war sie bereits im Gestaltungsplanverfahren anwaltlich
vertreten und zog ihren Rekurs vom 3. Januar 2014 gegen den Gestaltungsplan O._
nach Abschluss des Vergleichs vom 20./21. August 2014 offenbar zurück, ohne ein
Ausstandsbegehren gestellt zu haben (vgl. zum Zeitpunkt des ersten
Ausstandsgesuchs act. 19 Ziff. 1a). Auch reichte sie bis dato kein Begehren um
Wiederaufnahme (Art. 81 ff. VRP) des Rekursverfahrens betreffend Gestaltungsplan
O._ bei der Vorinstanz ein (vgl. zur Frist Art. 83 Abs. 1 VRP). Damit hat sie den
Anspruch auf die Ausstandsrüge verwirkt (vgl. zur Heilung im Rechtsmittelverfahren
BGE 114 Ia 153 E. 3a/bb mit Hinweisen und zur Mitwirkungspflicht der
Beschwerdeführerin R. Kiener, in: A. Griffel [Hrsg.], Kommentar zum
Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 3. Aufl. 2014, § 5a Rz. 43 ff.).
Ferner ist keine besonders schwere Verletzung der Ausstandspflicht (persönliche
Interessen, vgl. E. 2.4.3 des Rekursentscheides vom 5. Juli 2006, act. 23.1, S. 14)
erkennbar, welche eine Aufhebung des Plans von Amtes wegen hätte rechtfertigen
können (vgl. hierzu VerwGE B 2017/152; B 2017/153 vom 23. Mai 2018 E. 4.1 mit
Hinweisen, www.gerichte.sg.ch, sowie R. Kiener, in: A. Griffel [Hrsg.], a.a.O., § 5a
Rz. 54). Trotz gegenteiliger Meinung der Beschwerdeführerin bildet der
Gestaltungsplan O._ demnach Grundlage für die Beurteilung des vorliegend strittigen
Bauvorhabens auf Parzelle Nr. 1_.
8. Im Weiteren rügt die Beschwerdeführerin (act. 5, S. 4-7 Ziff. IV/1, act 19 Ziff. 4), der
Gebäudekörper des Hauses Nr. III befinde sich, insbesondere in Bezug auf die
Attikafläche und die Rahmen der Fenster und die Fenstersimse, nicht innerhalb des
Baubereichs III.
8.1. Nach Art. 6 Abs. 1 Satz 1 der besonderen Vorschriften zum Gestaltungsplan O._
(besV) legen die Baubereiche Hauptbauten die maximale horizontale Ausdehnung der
oberirdischen Überbauung fest. Attikageschosse über den Vollgeschossen sind
innerhalb der Baubereiche Attikageschoss zulässig (Art. 7 Abs. 1 besV).
Aus dem massgebenden (vgl. Art. 1 Abs. 1 besV) Gestaltungsplan O._, Massstab
1:500 (act. 27.1), ergeben sich für die drei Baubereiche Hauptbauten bzw.
Attikageschoss I bis III folgende maximale horizontalen Ausdehnungen:
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25.25 m (Länge) x 21.25 m (Breite) resp. 17.75 m x 17.25 m (Baubereich I),
23.50 m x 20.75 m resp. 15 m x 13.25 m (Baubereich II) sowie 23.40 m x 17 m resp.
19 m x 11.50 m (Baubereich III). Nach den öffentlich aufgelegten Bauplänen vom
2. November 2016 (act. 11/8/44, 47-53) und den am 5. Mai 2017, 11. Juli 2017 resp.
22. August 2017 revidierten Bauplänen (act. 11/8/20 f., 24-29) halten die strittigen
Neubauten (horizontale Ausdehnung Haus Nr. I: 24.90 m x 21 m, Haus Nr. II: 22.65 m x
19.80 m sowie Haus Nr. III: 23.40 m x 16.65 m) die Vorgaben der Baubereiche I bis III
für Hauptbauten ein. Dasselbe gilt auch für die Attikageschosse (horizontale
Ausdehnung Haus Nr. I: 17.10 m x 16.35 m, Haus Nr. II: 14.10 m x 12.15 m sowie Haus
Nr. III: 17.70 m x 11.05 m). Soweit sich die Beschwerdeführerin auf die Resultate der
digitalen Nachmessungen der P._AG vom 3. Februar 2017 (act. 11/8/7/2) beruft, ist
zum einen festzuhalten, dass die digitalen Pläne nicht massgeblich für die Beurteilung
des strittigen Bauvorhabens sind (vgl. Art. 80 Abs. 2 f. BauG in Verbindung mit Art. 25
Abs. 1 lit. c und Abs. 3 e contrario BauR). Zum anderen liegen die festgestellten drei
Abweichungen von wenigen Zentimetern innerhalb der Bau- und Messtoleranzen (vgl.
VerwGE B 2011/106 vom 20. März 2012 E. 5.6 mit Hinweis auf BGer 1C_407/2010 vom
21. Februar 2011 E. 3.3, www.gerichte.sg.ch). Des Weiteren lässt sich den revidierten
Bauplänen (Grundrisse Erdgeschoss, 1. Obergeschoss und Attikageschoss) vom
5. Mai 2017/11. Juli 2017 (act. 11/8/24 f. und 28) im Vergleich zu den Plänen vom
2. November 2016 entnehmen, dass Haus Nr. I den Baubereich I Richtung Osten
einhält (Abstand von mindestens 5.00 m zur Parzelle Nr. 6_). Demzufolge wurde die im
Bericht der P._AG festgestellte Überschreitung des Baubereichs I behoben, welche
gemäss diesem Bericht die einzige nicht mehr in der Masstoleranz liegende
Abweichung ist. Bei diesem Ergebnis kann offenbleiben, wie es sich in diesem
Zusammenhang mit den Folgen der Ergebnislosigkeit der Beweisführung (vgl. hierzu
Art. 12, Art. 21 Abs. 3 und Art. 58 Abs. 1 VRP, Art. 80 BauG, Art. 8 des
Schweizerischen Zivilgesetzbuches; SR 210, ZGB, sachgemäss und VerwGE
B 2011/106 vom 20. März 2012 E. 5.3, a.a.O., mit Hinweis auf Cavelti/Vögeli, a.a.O.,
Rz. 589 ff.) sowie dem Beweiswert des Berichts der P._AG als Privatgutachten (vgl.
VerwGE B 2017/59 vom 23. März 2018 E. 4.1 mit Hinweis auf VerwGE B 2016/7 vom
28. Juni 2016 E. 5.2, www.gerichte.sg.ch) verhalten hätte. Entgegen der Auffassung
der Beschwerdeführerin sieht im Übrigen weder das BauG noch das PBG den Erlass
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eines privaten Gestaltungsplans vor (vgl. Art. 28 Abs. 1 BauG und Art. 23 Abs. 1 PBG,
anders etwa § 85 Abs. 1 des Zürcher Planungs- und Baugesetzes; LS 700.1, PBG-ZH).
8.2. Wie sich den (revidierten) Grundrissplänen (1.-3. Obergeschoss, act. 11/8/25-27,
49-51) und Ansichten (act. 11/8/34 f., 58 f.) sowie den Detailplänen "Dachrand 3. OG"
und "Fenster Standard" je vom 19. August 2015 (act. 11/13/2 f.), auf welche sich die
vorinstanzliche und erstinstanzliche Beurteilung abstützte (vgl. dazu Art. 25
Abs. 3 BauR), sodann entnehmen lässt, kragen die Fenstersimse und Blechabschlüsse
zu den Dachrändern um 0.03 m über die projektierten Fassaden vor. Diesbezüglich
stellt sich die Vorinstanz mit der Beschwerdebeteiligten auf den Standpunkt, dass
"untergeordnete Bauteile", welche technisch bedingt seien, nur wenige Zentimeter über
die Fassade hinausragten und nicht der Erweiterung der Nutzfläche dienten,
namentlich Fensterläden und -zargen, aussen angeschlagene Fensterrahmen,
Deckleisten bei Bretterfassaden, Metallabschlüsse von Flachdachrändern, Beschläge
an Fassaden, Hausnummern usw., über die festgesetzten Baubereiche vorstehen
dürften (vgl. E. 8.2 des angefochtenen Entscheids, act. 9, S. 14, E. B/5 des
Einspracheentscheides vom 26. September 2017 Beilage zu act. 1/1, und act. 17
Ziff. II, siehe auch Ausführungen der Beschwerdegegnerin in der Stellungnahme vom
27. November 2018, act. 13, S. 4 Rz. 9). Die Beschwerdeführerin ist demgegenüber
unter Berufung auf die Rechtsprechung der Vorinstanz (vgl. Juristische Mitteilungen
des Baudepartements 2015/I/3, www.sg.ch) der Meinung, bei den Baubereichen
handle es sich um Markierungslinien im Sinn von Art. 24 Abs. 1 BauG, durch welche
die Lage und die höchstzulässige horizontale Ausdehnung von Bauten und Anlagen
festgelegt würden (vgl. demgegenüber H. Hess, in: Das III. Nachtragsgesetz zum
st. gallischen Baugesetz: Planungsrecht, Tagung des Schweizerischen Instituts für
Verwaltungskurse an der Universität St. Gallen vom 7. April 1997, S. 8 f., siehe auch
VerwGE B 2013/199 vom 25. August 2015 E. 5.2, www.gerichte.sg.ch, sowie Art. 28
Abs. 1 BauG sowie VerwGE B 2014/194 vom 28. Juni 2016 E. 4.1 und VerwGE
B 2013/167 vom 4. Dezember 2014 E. 3.1 je mit Hinweisen, www.gerichte.sg.ch). Wie
es sich damit verhält, kann dahingestellt bleiben. Insbesondere muss nicht untersucht
werden, ob Art. 6 Abs. 1 Satz 1 und Art. 7 Abs. 1 besV betreffend "untergeordnete
Bauteile" eine zu füllende Lücke enthält oder diesbezüglich ein qualifiziertes Schweigen
des kommunalen Gesetzgebers vorliegt (vgl. dazu VerwGE K 2015/4 vom 30. Mai 2017
E. 3.4 sowie VerwGE B 2014/171 vom 25. Februar 2016 E. 2.3 je mit Hinweisen,
bis
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www.gerichte.sg.ch, und BGE 143 IV 49 E. 1.4.2 mit Hinweisen, siehe hierzu auch
Art. 76 und Art. 81 Abs. 2 PBG sowie Art. 4 Abs. 2 der Strassenverordnung;
sGS 732.11, StrV, und den Begriff "untergeordnete Einzelheiten" in Art. 149
Abs. 1 PBG, sowie Ausnahmeregelung für nachträgliche Wärmedämmung in Art. 108
Abs. 1 bis 3 PBG). Wie zu zeigen sein wird (vgl. E. 9.2 hiernach) ist der angefochtene
Entscheid bereits aus anderen Gründen aufzuheben.
9. Ferner ist nicht umstritten, dass die geplanten Neubauten grundsätzlich die im
Gestaltungsplan O._ maximal zulässigen Höhenvorschriften in Bezug auf die Anzahl
Vollgeschosse sowie die Gebäudehöhe (Art. 60 BauG) resp. Attika- oder Firsthöhe
(Art. 12 BauR) einhalten. Nach Art. 6 Abs. 1 Satz 2 und Tabelle besV sind folgende
Höhenkoten vorgeschrieben: maximal 458.50 m ü.M. (Gebäudehöhe) bzw.
461.60 m ü.M. (Attika- oder Firsthöhe, Baubereich I), 459.10 m ü.M. bzw.
462.20 m ü.M. (Baubereich II) sowie 459.70 m ü.M. bzw. 462.80 m ü.M.
(Baubereich III). Überschreitungen der vorgegebenen Masse sind nicht zulässig (Art. 6
Abs. 2 Satz 1 und Art. 7 Abs. 2 besV). Die Beschwerdeführerin wendet nun ein (act. 5,
S. 7 f. Ziff. IV/2), die maximal zulässigen Höhenausdehnungen seien wegen der
geplanten Abluftkamine, der Absturzsicherungen und der Küchenoblichter
überschritten.
9.1. Wie sich aus den revidierten Bauplänen vom 5. Mai 2017 (Dachaufsicht, Schnitte
A&B, Schnitte C&D, Schnitt E&F, Schnitt G, Ansichten D._weg und Ansichten
B._strasse, act. 11/8/29-35) ergibt, überschreiten die geplanten Absturzsicherungen
auf der Attikaterrasse in der Tat die zulässige Gebäudehöhen. Zudem überschreiten die
Abluftkamine sowie die Rauch- und Wärmeabzugsvorrichtungen (RWA) und die
Oblichter (OL) die zulässige Attika- oder Firsthöhen (Art. 12 BauR). Brüstungen sind im
Gestaltungsplan O._ nicht speziell geregelt. Folglich ist diesbezüglich die Regelung
von Art. 8 Abs. 4 BauR subsidiär anwendbar (vgl. Art. 1 Abs. 2 besV). Danach dürfen
offene oder geschlossene Brüstungen die Gebäudehöhe um maximal 1.20 m
überschreiten. Diese Vorgaben halten die geplanten, maximal 1.00 m hohen
Absturzsicherungen ein (siehe hierzu auch Art. 52 BauG und Auflage Ziff. 13 der
Baubewilligung vom 29. September 2017, Beilage zu act. 11/1). Bezüglich der übrigen
Anlagen bestätigte die Vorinstanz in Erwägung 9 des angefochtenen Entscheids (act. 9,
S. 14 f.) die von der Beschwerdebeteiligten ersonnene Argumentationskonstruktion,
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wonach es sich dabei um technisch notwendige Aufbauten und Anlagen handelt,
welche gemäss Art. 13 Abs. 2 besV selbst dann zulässig seien, wenn sie die im
Gestaltungsplan O._ festgesetzten Höhenkoten überschreiten würden. Art. 13
Abs. 2 besV ist dem Untertitel lit. D Gestaltung und nicht wie Art 6 f. besV dem
Untertitel lit. C Überbauung zugeordnet. Systematisch betrachtet ist Art. 13
Abs. 2 besV somit als Gestaltungsvorschrift zu qualifizieren (vgl. dazu auch Art. 8
Abs. 3 BauR). Der Beschwerdebeteiligten kommt bei der Auslegung der kommunalen
Vorschriften indes Autonomie zu. Dabei hat sich das Verwaltungsgericht eine gewisse
Zurückhaltung aufzuerlegen (vgl. hierzu VerwGE B 2013/116 vom 14. Mai 2014 E. 3.1
mit Hinweisen, www.gerichte.sg.ch, sowie VerwGE B 2018/99 vom 13. Januar 2019
E. 5.3.2 mit Hinweisen auf B. Heer, a.a.O., Rz. 66; VerwGE B 2013/28 vom
12. Februar 2014 E. 3.3.3, Planungs- und Baugesetz, Botschaft und Entwurf der
Regierung vom 11. August 2015, in: ABl 2015 S. 2399 ff., S. 2407). Folglich durfte die
Beschwerdebeteiligte Art. 13 Abs. 2 besV auch den Sinn beimessen – "sind gestattet"
–, dass technisch bedingte Aufbauten und Anlagen die Höhenmasse nach Art. 6 f. besV
nicht einhalten müssen, ohne Recht zu verletzen. Jedenfalls erscheint eine solche
Interpretation als sachlich vertretbar.
9.2. Als "technisch bedingte" oder "technisch notwendige" Aufbauten wie Kamine,
Ventilationszüge, Liftaufbauten, Antennen, Solarzellen, Sonnenkollektoren usw. sind
nur Dachaufbauten zu qualifizieren, die dem darunter liegenden Gebäude funktionell
dienen, für dessen Betrieb erforderlich sind und nicht anders als über das Dach geführt
werden können (vgl. dazu VerwGE B 2009/104 vom 28. Januar 2010 E. 2.3.4 mit
Hinweis auf VerwGE B 2004/149 vom 22. März 2005 E. 2c, www.gerichte.sg.ch, und
B. Heer, a.a.O., Rz. 657, siehe auch Art. 63 Abs. 2 lit. d BauG und Art. 83
Abs. 2 PBG).
Zunächst bedarf es keiner langen Erörterung, dass sowohl die geplanten Abluftkamine
als auch die RWA technisch bedingt sind. Demzufolge haben diese Aufbauten die
maximal zulässigen Höhenausdehnungen gemäss Art. 6 Abs. 1 Satz 2 und
Tabelle besV nicht einzuhalten. Wie sich den revidierten Bauplänen vom 5. Mai 2017
(Attikageschosse, Dachaufsicht, Schnitte A&B, Schnitte E&F, Schnitt G,
act. 11/8/28-30, 32 f.) entnehmen lässt, überschreiten die Oblichter die zulässige
Attika- oder Firsthöhe zumindest bei den Häusern Nr. I und III (Baubereiche I und III)
bis
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um ca. 0.10 m. Eine solche Überschreitung liegt nicht mehr innerhalb der Bau- und
Messtoleranzen von wenigen Zentimetern (vgl. dazu VerwGE B 2011/106 vom
20. März 2012 E. 5.6, a.a.O.). Die Oblichter dienen der natürlichen Belichtung der
Küchen, Treppenhäuser resp. Badezimmer. Die genügende natürliche Belichtung bildet
einen Aspekt der Wohnhygiene. Von technisch notwendigen Aufbauten kann deswegen
aber nicht gesprochen werden, selbst wenn die Oblichter den darunter liegenden
Gebäuden funktionell dienen. Unabhängig davon ist nicht nachvollziehbar und wird
weder von der Vorinstanz noch der Beschwerdebeteiligten weiter dargetan, inwiefern
die Oblichter für eine genügende Belichtung zwingend erforderlich sein sollten. Unter
diesen Umständen hätten die projektierten Oblichter die maximal zulässigen
Höhenausdehnungen gemäss Art. 6 Abs. 1 Satz 2 und Tabelle besV einhalten müssen.
Dies umso mehr, als nicht ersichtlich ist und von der Beschwerdebeteiligten, der
Vorinstanz und der Beschwerdegegnerin auch nicht weiter substantiiert wird, inwiefern
diesbezüglich die Voraussetzungen für die Erteilung einer Ausnahmebewilligung im
Sinne von Art. 77 BauG erfüllt sein sollten. Die Beschwerde ist daher aus diesem Grund
gutzuheissen und der angefochtene Entscheid und damit auch der
Einspracheentscheid der Beschwerdebeteiligten vom 26. September 2017 und die
Baubewilligung vom 29. September 2017 (Devolutiveffekt) aufzuheben.
10. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend gehen die amtlichen Kosten des
Rekurs- und Beschwerdeverfahrens zu Lasten der Beschwerdegegnerin (Art. 95
Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr für das Beschwerdeverfahren von CHF 4'000 ist
angemessen (Art. 7 Ziff. 222 Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12, GKV). Die
Vorinstanz hat den Parteien CHF 3'000 auferlegt (act. 9). Der Beschwerdeführerin sind
die geleisteten Kostenvorschüssen von CHF 4000 (Beschwerdeverfahren) und
CHF 1'000 (Rekursverfahren) zurückzuerstatten.
Entsprechend der Verlegung der amtlichen Kosten hat die Beschwerdegegnerin die
Beschwerdeführerin für das Beschwerde- und Rekursverfahren ausseramtlich zu
entschädigen (Art. 98 VRP in Verbindung mit Art. 98 VRP). Deren Rechtsvertreter hat
keine Kostennote eingereicht, weshalb die Entschädigung nach Ermessen festzulegen
ist (vgl. Art. 30 lit. b Ziff. 1 und Art. 31 Abs. 1 und 2 des Anwaltsgesetzes; sGS 963.70,
AnwG, sowie Art. 6 und 19 der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten;
sGS 963.75, HonO, in der Fassung vom 28. November 2018, nGS 2019-019). Dass die
bis
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Beschwerdeführerin die Entschädigung nicht zuzüglich Mehrwertsteuer beantragte,
schadet nicht, da der Antrag noch vor Inkrafttreten der revidierten HonO am
1. Januar 2019 gestellt wurde. Eine Entschädigung von insgesamt CHF 5‘750 zuzüglich
vier Prozent Barauslagen (CHF 230) und 7.7% Mehrwertsteuer ist angemessen (Art. 22
Abs. 1 lit. b, Art. 28 und Art. 29 HonO). Die von der Beschwerdeführerin beantragten
(act. 5, S. 12-14 Ziff. IV/7) ausseramtlichen Entschädigungen für die erstinstanzlichen
Einspracheverfahren werden nicht gewährt (vgl. Art. 98 Abs. 3 Ingress und lit. b VRP
sowie VerwGE B 2015/313 vom 29. Juni 2017 E. 2.1 mit Hinweisen, allerdings in Bezug
auf das erstinstanzliche Verfahren nach dem Gesetz über die disziplinarische
Verantwortlichkeit der Behördemitglieder, Beamten und öffentlichen Angestellten,
Disziplinargesetz; sGS 161.3, DG, www.gerichte.sg.ch).