Decision ID: 9da5f61e-f157-4680-93dd-9cdaa5715d6c
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich im April 2001 wegen "Borderline - Persönlichkeitsspaltung -
Selbstverletzung" zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (IV-act. 1).
Die behandelnden Ärzte diagnostizierten im Jahr 2001 insbesondere eine emotional
instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderlinetypus (ICD-10: F60.31) und eine
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode
(ICD-10: F33.1), bei Selbstverletzungstendenzen, einem sekundären multiplen
Substanzmissbrauch (Alkohol, Benzodiazepine, Cannabis, Heroin) sowie einer
Essstörung mit bulimischen Zügen (IV-act. 7 und 8-3).
A.a.
Mit Verfügung vom 3. Oktober 2001 sprach die IV-Stelle der Versicherten eine
halbe Invalidenrente ab 1. April 2001 zu (IV-act. 14 f.). Am 4. Oktober 2002 wurde eine
Rentenrevision eingeleitet (IV-act. 22) und in der Folge die halbe Invalidenrente
bestätigt (IV-act. 24).
A.b.
Am 23. Mai 2006 wurde erneut eine Rentenrevision eingeleitet (IV-act. 29). Da die
Versicherte neu zwei Kleinkinder (geboren im 2002 und 2003) zu betreuen hatte,
qualifizierte die IV-Stelle sie nun als Hausfrau und Mutter und ermittelte bei stationärem
Gesundheitszustand eine Einschränkung im Aufgabenbereich (Haushalt und
Kinderbetreuung) von 40% und einen ebensolchen Invaliditätsgrad (vgl. IV-act. 40,
41-3 und 41-9). Sie setzte die Invalidenrente deshalb mit Verfügung vom 14. Juni 2007
mit Wirkung ab 1. August 2007 auf eine Viertelsrente herab (IV-act. 45 und 49).
A.c.
Am 31. August 2011 wurde erneut eine Rentenrevision eingeleitet (vgl. IV-act. 52
f.). Der Hausarzt wies im Verlaufsbericht vom 3. Oktober 2011 darauf hin, dass die
Versicherte sich im Sommer 2011 von ihrem Partner getrennt habe, die _ und _ Jahre
A.d.
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alten Kinder gesund seien und die Versicherte gerne arbeiten würde (vgl. IV-act. 55-5).
Mit Stellungnahme vom 12. Januar 2012 hielt RAD-Arzt B._, Facharzt für Psychiatrie
und Psychotherapie, fest, die Arbeitsfähigkeit von 50% sollte weiterhin zumutbar sein.
Die Versicherte sollte in einem wohlwollenden Umfeld arbeiten und die Berufstätigkeit
sollte kein allzu hohes zwischenmenschliches Konfliktpotential beinhalten. Als Hausfrau
scheine die Versicherte aktuell kaum eingeschränkt zu sein, wobei die
Leistungsfähigkeit bei einer Doppelbelastung durch Berufstätigkeit tangiert werde bei
dann erhöhter Stressexposition (IV-act. 61).
Mit Vorbescheid vom 13. Februar 2013 stellte die IV-Stelle der Versicherten die
Aufhebung der Invalidenrente in Aussicht (IV-act. 80). Dagegen erhob die Versicherte
zusammen mit ihrer Beiständin Einwand (IV-act. 81). Mit Verfügung vom 10. Dezember
2013 hob die IV-Stelle die Invalidenrente auf (IV-act. 91).
A.e.
Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte, nun vertreten durch Rechtsanwältin
Irja Zuber, Procap Schweiz, am 27. Januar 2014 Beschwerde. Eine Teilarbeitsfähigkeit
liege sicher vor, doch sei fraglich, ob die Versicherte diese in der freien Wirtschaft
ausüben könne. Wenn sie die ganze Woche Zeit habe, den Haushalt zu erledigen,
bewältige sie diese Aufgabe mit grossen Schwankungen. An schlechten Tagen bleibe
sehr viel liegen. Sie habe in den letzten Jahren bei der Kinderbetreuung viel
Unterstützung gehabt. Bisher habe eine 40%ige Einschränkung im Haushalt
bestanden. Da sie sich inzwischen vom Vater ihrer Kinder getrennt habe, sei sie
zusätzlich belastet. Ein Wegfall der Einschränkung im Haushaltsbereich sei deshalb
nicht nachvollziehbar. Beim Einkommensvergleich sei zudem ein Tabellenlohnabzug
angebracht (IV-act. 97).
A.f.
Am 11. März 2014 widerrief die IV-Stelle die Verfügung vom 10. Dezember 2013.
Die bisherige Rente wurde weiterhin ausgerichtet (IV-act. 105). Das
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen schrieb das Beschwerdeverfahren mit
Entscheid vom 28. März 2014 ab (IV-act. 114).
A.g.
Am 7. April 2014 liess die Versicherte mitteilen, sie sei seit Februar 2014 im
Beschäftigungsprogramm C._. Sie leide unter der Doppelbelastung (Erwerb und
Aufgabenbereich), obwohl sie auf die Unterstützung Dritter zählen könne, wie
A.h.
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beispielsweise die Hilfe der Nachbarin in der Kinderbetreuung. Ihr fehle die Kraft, den
Haushalt zu erledigen, sodass vieles liegenbleibe (IV-act. 117).
Mit Stellungnahme vom 30. August 2014 äusserte der RAD-Arzt, bei einer
Begutachtung bestehe die Möglichkeit, dass ein psychiatrischer Gutachter zu einer
höheren Arbeitsunfähigkeit tendiere, was ohne konkrete Angaben durch
lebenspraktische Beobachtungen auch nicht verwundern würde, da es sich im Rahmen
dieses psychischen Störungsbildes bei der Arbeitsfähigkeitsbeurteilung um eine rein
theoretische Schätzung mit einem breiten Ermessensspielraum handle (IV-act. 127-2).
A.i.
Aus dem Verlaufsprotokoll Eingliederungsberatung ergibt sich, dass die
Beschwerdeführerin im Einsatzprogramm C._ im Rahmen einer Präsenzzeit von 50%
und bei einfachen, repetitiven Arbeiten eine gute Leistung erbringen konnte, jedoch
auch nach einem Jahr eine Steigerung weder der Anforderungen noch des Pensums
möglich war (vgl. IV-act. 134-5 ff.).
A.j.
Vom 1. April bis 30. Juni 2015 absolvierte die Versicherte mit Unterstützung der IV-
Stelle einen dreimonatigen Arbeitsversuch bei der D._ AG mit einem Pensum von
50% (vgl. IV-act. 140-7, 142 und 146).
A.k.
Vom 1. Juni bis 16. September 2016 fand eine berufliche Abklärung in der Stiftung
E._ statt, wobei die Versicherte vom 6. bis 8. Juli zu 100%, vom 15. bis 26. August
2016 zu 70% und ab 27. August 2016 erneut zu 100% arbeitsunfähig war (vgl. IV-
act. 191 und 197 f.).
A.l.
Mit Abschlussbericht vom 14. September 2016 hielten die Verantwortlichen der
E._ fest, die berufliche Abklärung werde aufgrund der klar ersichtlichen
Überforderung der Versicherten, die aktuell eine Integration in den ersten Arbeitsmarkt
verunmögliche, nicht verlängert. Ihre Einschränkungen seien derart gross, dass ihre
Leistung in keiner Weise den Anforderungen des ersten Arbeitsmarktes entsprechen
würden (IV-act. 202).
A.m.
Im Verlaufsprotokoll Eingliederung wurde am 16. September 2016 vermerkt, die
Einschränkungen in der Abklärung seien so offensichtlich erkennbar, dass eine
Weiterführung von Eingliederungsmassnahmen sinnlos sei (IV-act. 211-7). Im
A.n.
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Strategieprotokoll vom 8. November 2016 hielt die IV-Stelle fest, es bestehe im ersten
Arbeitsmarkt keine stabile Restarbeitsfähigkeit. Unter Berücksichtigung der aktuellen
Situation mit von den Behandlern berichteter mittelgradiger bis schwerer depressiver
Störung auf dem Boden der Grundstörung einer Borderlinepersönlichkeitsstörung sei
von einer mindestens 40%igen Einschränkung im Haushalt auszugehen (IV-act. 210).
Am 9. November 2016 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass kein Anspruch auf
weitere berufliche Massnahmen bestehe (IV-act. 213).
Mit Bericht vom 9. Februar 2017 attestierten M. Sc. F._ und Dr. med.
G._, Oberärztin, Psychiatrie-Zentrum H._, der Versicherten nach Stabilisierung
ihres Gesundheitszustands eine Arbeitsfähigkeit von maximal vier Stunden täglich bei
schwankender Leistungsfähigkeit durch Konzentrationsprobleme, schnelle Ermüdung,
Stimmungsschwankungen, innere Spannungszustände, dissoziative Zustände,
Körperverspannungen und Körperschmerzen in einer gut strukturierten, eng begleiteten
Arbeitssituation mit Routineabläufen, wenig erhöhten Anforderungen, Stresssituationen
und einem Anfahrtsweg von maximal einer Stunde pro Weg mit öffentlichen
Verkehrsmitteln (IV-act. 219-4 ff.).
A.o.
Mit Gutachten vom 20. Juni 2017 stellte Dr. med. I._, Facharzt für Psychiatrie
und Psychotherapie, folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte bis höchstens mittelgradige
depressive Episode (ICD-10: F33.1), und emotional instabile Persönlichkeitsstörung
(ICD-10: F60.3). Durch die emotionale Instabilität sei die Belastbarkeit insgesamt
verringert, was das Auftreten einer depressiven Episode begünstige (IV-act. 229-59).
Medizinisch-theoretisch sei davon auszugehen, dass sich der Zustand und die
Arbeitsfähigkeit seit Rentenzusprache nicht geändert hätten. In der angestammten wie
in einer angepassten Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50%. Wichtig sei, dass
es sich um eine einfache, gut strukturierte Tätigkeit handle, um ein wohlwollendes
Team, um eine Tätigkeit ohne grosses Konfliktpotential, eine gewisse Impulsivität sollte
toleriert werden (IV-act. 229-62 f.). Grundsätzlich sei der Versicherten die Ausübung
einer ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit nebst der Tätigkeit als Hausfrau und Mutter
zumutbar. Natürlich sei die Versicherte auch durch die Betreuung der Kinder gefordert,
aufgrund deren Alters jedoch nicht mehr den ganzen Tag. Hinzu komme, dass sie bei
der Erziehung der Kinder durch den Kindsvater unterstützt werde. Die
A.p.
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St.Galler Gerichte
B.
Adaptionskriterien würden nicht zwingend einen geschützten Rahmen voraussetzen
und seien in einem geschützten Rahmen, etwa bei der E._, auch nicht automatisch
erfüllt (IV-act. 229-65).
Mit Vorbescheid vom 25. Juli 2017 stellte die IV-Stelle der Versicherten die
Aufhebung der Invalidenrente in Aussicht. Ihre Abklärungen hätten ergeben, dass die
Versicherte ohne gesundheitliche Einschränkungen zu 80% erwerbstätig und zu 20%
im Haushalt tätig wäre. Im Haushalt würden sich keine erheblichen Einschränkungen
ergeben. Sowohl in der angestammten als auch in einer adaptierten Tätigkeit werde
eine Arbeitsfähigkeit von 50% attestiert. Gestützt auf die periodisch herausgegebene
Lohnstrukturerhebung des Bundesamts für Statistik (nachfolgend: LSE) ergebe sich
damit ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 30% (IV-act. 235).
A.q.
Gegen diesen Vorbescheid erhob die Versicherte am 11. September 2017
ausführlich Einwand (IV-act. 239). Mit Schreiben vom 9. November 2017 teilte die IV-
Stelle der Versicherten mit, nach weiteren Sachverhaltsabklärungen resultiere ein
erwerblicher Teilinvaliditätsgrad von 40%. Im Haushalt sei keine relevante
Einschränkung ermittelt worden. Den _- und _-jährigen Kindern könne eine gewisse
Mithilfe angerechnet werden. Die IV-Stelle sehe vor, den Anspruch auf eine
Viertelsrente mit separatem Entscheid zu bestätigen (IV-act. 240).
A.r.
Mit Mitteilung vom 4. Dezember 2017 und Verfügung vom 5. Januar 2018 hielt die
IV-Stelle fest, es bestehe weiterhin Anspruch auf die bisherige Invalidenrente (IV-
act. 243 und 250).
A.s.
Gegen diese Verfügung erhebt A._ am 1. Februar 2018 Beschwerde. Sie
beantragt, die Verfügung vom 5. Januar 2018 sei aufzuheben. Ihr sei mindestens eine
halbe Invalidenrente zuzusprechen. Eventualiter sei die Angelegenheit zu weiteren
Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Ihr sei die unentgeltliche
Prozessführung und Rechtsverbeiständung zu gewähren. Unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin. Sie hätte im Gesundheitsfall
nach der Trennung vom Vater ihrer Kinder neben Haushalt und Kindererziehung wieder
eine Erwerbstätigkeit im Umfang von 80% aufgenommen. Seit August 2017 seien
B.a.
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beide Kinder in der Oberstufe und die Beschwerdeführerin hätte im Gesundheitsfall ab
dann in einem Vollpensum einer Erwerbstätigkeit nachgehen können und müssen.
Selbst wenn von einer Teilerwerbstätigkeit ausgegangen würde, müsse aufgrund der
Rechtsprechung zum Fall "Di Trizio" eine Anpassung der Berechnung vorgenommen
werden. Ob die Beschwerdeführerin ihre Teilerwerbsfähigkeit in der freien Wirtschaft
verwerten könne, sei fraglich. Dass die bisherige 40%ige Einschränkung im
Aufgabenbereich nun negiert werde, sei nicht nachvollziehbar. Durch die
Doppelbelastung erhöhe sich die Einschränkung in der Erwerbsfähigkeit und im
Haushalt. Die Beschwerdeführerin habe als voll im Haushalt Tätige bereits eine
Einschränkung von 40% gehabt. Dr. I._ gehe von einer (unveränderten) 50%igen
Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit aus. Die behandelnden Fachleute würden
ebenfalls von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit ausgehen. Darüber hinaus sei jedoch eine
Einschränkung der Leistungsfähigkeit gegeben. Die Frage, ob eine Arbeitsfähigkeit im
ersten oder zweiten Arbeitsmarkt gegeben sei, sei von Eingliederungsfachleuten zu
beantworten anhand der Kriterien, welche die medizinische Abklärung ergeben hätten.
Eine entsprechende berufliche Abklärung liege vor. Sie habe ergeben, dass ein Einsatz
im ersten Arbeitsmarkt utopisch sei. Die Beschwerdeführerin habe umfassende
Betreuung benötigt, um überhaupt eine Arbeitsleistung erbringen zu können. Die
körperlichen und psychischen Symptome seien von den Fachleuten zweifelsfrei
festgestellt und dokumentiert worden. Darauf stütze sich die klare Aussage, dass die
Beschwerdeführerin im ersten Arbeitsmarkt keine Arbeitsfähigkeit erbringen könne. Der
Annahme, dass sie als Hausfrau und Mutter nicht eingeschränkt sei, werde
widersprochen. Die Mitarbeit des Ex-Partners im Haushalt sei weggefallen. Die
Beschwerdeführerin werde von einer Beiständin und dem Kinder- und
Jugendpsychiatrischen Dienst (nachfolgend: KJPD) unterstützt. Während einiger Zeit
sei eine sozialpädagogische Familienbegleitung eingesetzt gewesen. Beide Kinder
hätten Aufgabenhilfen in der Schule und würden zusätzlich von der
Schulsozialarbeiterin betreut. Beim Einkommensvergleich müsse das
Valideneinkommen auf 100% erhöht und auf die LSE abgestellt werden. Beim
Invalideneinkommen müsse ein Tabellenlohnabzug von mindestens 20%
vorgenommen werden (act. G1).
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Mit Beschwerdeantwort vom 22. März 2018 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Da bei der Beschwerdeführerin familiäre Gründe für
die damals erfolgte Qualifizierung als Nichterwerbstätige massgeblich gewesen seien,
sei vorliegend ein Statuswechsel von nichterwerbstätig auf teilerwerbstätig nicht
gestattet. Diesbezüglich bestehe kein Revisionsgrund. Wie von der Beschwerdeführerin
gefordert, sei jedoch für die Zeit ab 1. August 2017 eine revisionsweise Änderung der
Methodenwahl aufgrund einer zulässigen Umqualifizierung vorzunehmen, da ab dann
beide Kinder in der Oberstufe gewesen seien und demzufolge die Aufnahme einer
Vollerwerbstätigkeit bei voller Gesundheit der Beschwerdeführerin realistisch gewesen
wäre. Damit habe die Invaliditätsbemessung ab 1. August 2017 nach der
Einkommensvergleichsmethode zu erfolgen. Die Beschwerdeführerin stelle die
Verwertbarkeit der attestierten Restarbeitsfähigkeit in Abrede, der Gutachter habe
indes zur Beurteilung der Eingliederungsfachleute Stellung genommen und darauf
hingewiesen, dass bei jenem Arbeitsversuch ein erhöhtes zwischenmenschliches
Konfliktpotential bestanden habe. Hinzu sei auch die ungünstige Belastung durch den
langen Arbeitsweg mit dem öffentlichen Verkehr gekommen. Das Finden einer Stelle
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt sei zwar erschwert, nicht aber zum Vornherein
ausgeschlossen. Da die Beschwerdeführerin keine neue Erwerbstätigkeit
aufgenommen habe, sei auf lohnstatistische Angaben abzustellen. Das
Valideneinkommen der Beschwerdeführerin liege 5.6% unter dem für die Bestimmung
des Invalideneinkommens heranzuziehenden Tabellenlohn und sei gemäss
Rechtsprechung des Bundesgerichts somit im Umfang von 0.6% zu parallelisieren.
Damit sei das Valideneinkommen auf Fr. 51'780.-- zu veranschlagen. Das
Invalideneinkommen betrage bei einer zumutbaren Restarbeitsfähigkeit von 50%
Fr. 27'259.--. Ein Tabellenlohnabzug sei unter Würdigung der gesamten Umstände
nicht gerechtfertigt. Es resultiere ein Invaliditätsgrad von 47%, womit die
Beschwerdeführerin weiterhin Anspruch auf eine Viertelsrente habe (act. G4).
B.b.
Am 29. März 2018 bewilligt die Abteilungspräsidentin das Gesuch um
unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der
unentgeltlichen Rechtsverbeiständung; act. G5).
B.c.
Mit Replik vom 8. Mai 2018 führt die Beschwerdeführerin aus, die
Beschwerdegegnerin verkenne, dass es sich beim "Di Trizio"-Urteil lediglich um eine
B.d.
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Erwägungen
1.
übergangsrechtliche Regelung bis zum Vorliegen der Verordnungsänderung gehandelt
habe. Im Weiteren würden finanzielle Gründe für die Wiederaufnahme der
Erwerbstätigkeit bzw. deren Aufstockung im Vordergrund stehen. Die
Beschwerdegegnerin gehe von der haltlosen Annahme aus, dass die Verhältnisse im
geschützten Rahmen für die Beschwerdeführerin belastender seien als an einem
beliebigen Arbeitsplatz im ersten Arbeitsmarkt. Selbst die umfassende Betreuung in der
E._ habe jedoch den Ausfall bzw. die Krankschreibung der Beschwerdeführerin nicht
verhindern können. Es sei von Anfang an klar gewesen, dass die Abklärung in der E._
nicht unter optimalen Bedingungen erfolgen würde, dennoch habe der
Eingliederungsfachmann der Beschwerdegegnerin die E._ nach der Abwägung von
Vor- und Nachteilen als die richtige Abklärungsstelle erachtet. Die Anreise habe
lediglich während eines Teils der Abklärung mit den öffentlichen Verkehrsmitteln
stattgefunden. Dies sei jedoch kaum der Grund für die Feststellung, dass die
Beschwerdeführerin im ersten Arbeitsmarkt nicht einsetzbar sei. Dem
Eingliederungsprotokoll könne nämlich entnommen werden, dass der instabile
Gesundheitszustand ausschlaggebend gewesen sei. Die Beschwerdeführerin habe
eine abgeschlossene Lehre als Verkäuferin und vor Eintritt der Behinderung bei der
J._ gearbeitet. Gemäss dem GAV _ beständen Mindestlöhne für das
Verkaufspersonal. Diese würden für gelernte Verkäuferinnen zwischen Fr. 4'000.-- und
Fr. 4'300.-- pro Monat (x 13 pro Jahr) liegen. Mit entsprechender Anstellungsdauer
hätte die Beschwerdeführerin gemäss dem Lohnrechner L-GAV _ ein Einkommen
von Fr. 5'490.-- (x 13) erzielt. Der Annahme, dass sie ein Durchschnittseinkommen als
Invalideneinkommen erwirtschaften könne, werde widersprochen. Der
Eingliederungsfachmann der Beschwerdegegnerin sei zum Schluss gekommen, dass
eine Arbeitsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt nicht gegeben sei. Darauf sei abzustellen.
Andernfalls sei ein Tabellenlohnabzug vorzunehmen (act. G7).
Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G9).B.e.
Für die Bemessung der Invalidität (Invaliditätsgrad) von erwerbstätigen
Versicherten ist gemäss Art. 28a Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
1.1.
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Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) Art. 16 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) anwendbar. Danach
wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person durch eine ihr zumutbare
Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in
Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht
invalid geworden wäre (Valideneinkommen; sog. allgemeine Methode der
Invaliditätsbemessung).
Nach Art. 28a Abs. 2 IVG wird bei nicht erwerbstätigen Versicherten, die im
Aufgabenbereich tätig sind und denen eine Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden
kann, für die Bemessung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf
abgestellt, in welchem Mass sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen
(spezifische Methode).
1.2.
Bei Versicherten schliesslich, die nur zum Teil erwerbstätig sind, wird nach der
gesetzlichen Anordnung von Art. 28a Abs. 3 IVG für diesen Teil die Invalidität nach
Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird
die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind
der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich
festzulegen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (gemischte
Methode).
1.3.
Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung war für den Teilbereich der
Erwerbstätigkeit jeweils zu vergleichen, was die versicherte Person mit dem Pensum,
welches sie im Gesundheitsfall ausüben würde, verdienen würde und was sie als
invalide Person aufgrund der Restarbeitsfähigkeit und unter Wahrnehmung der
Schadenminderungspflicht noch zu verdienen vermag. Es sei nicht Sache der
Invalidenversicherung, die Einbusse in einer Tätigkeit auszugleichen, welche im
hypothetischen Gesundheitsfall nicht ausgeübt würde (siehe hierzu Ulrich Meyer/Marco
Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], in Hans-Ulrich
Stauffer/Basile Cardinaux [Hrsg.], Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrecht, 3. Aufl., Zürich/ Basel/Genf 2014, Art. 28a N 178 ff.; BGE
137 V 334 E. 5.5 und Entscheid des Bundesgerichts vom 18. September 2018,
9C_832/2017, E. 3.2, mit Hinweisen).
1.3.1.
In Nachachtung des Urteils 7186/09 des EGMR hat der Verordnungsgeber per
1. Januar 2018 in Art. 27 Abs. 3 lit. a der Verordnung über die Invalidenversicherung
(IVV; SR 831.201) neu vorgesehen, dass das Erwerbseinkommen, das eine versicherte
Person durch eine Teilerwerbstätigkeit erzielen könnte, auf eine Vollerwerbstätigkeit
1.3.2. bis
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 11/26
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2.
hochzurechnen ist, was den gravierendsten Nachteil der Anwendung der gemischten
Methode (die sogenannte doppelte Gewichtung) eliminiert. Das Bundesgericht wendet
das Berechnungsmodell gemäss Art. 27 Abs. 2 bis 4 IVV mit der Begründung einer
einheitlichen und rechtsgleichen Behandlung der Versicherten erst ab dem Zeitpunkt
des Inkrafttretens dieser Bestimmung, das heisst ab 1. Januar 2018 an (Entscheide des
Bundesgerichts vom 18. September 2018, 9C_823/2017, E. 4.3 und vom 17. April
2019, 8C_820/2018, E. 3.3, mit Hinweisen).
bis
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer rentenbeziehenden Person erheblich, so wird
die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht,
herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt
jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der
Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Anspruch zu beeinflussen.
Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des
Gesundheitszustandes, bei veränderten Auswirkungen des gleich gebliebenen
Gesundheitszustands auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich oder bei einer
wesentlichen Änderung des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen)
Sachverhalts revidierbar. Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines
im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext
unbeachtlich. Wenn ein Revisionsgrund gegeben ist, prüft die Verwaltung den
Rentenanspruch in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht umfassend ("allseitig"), wobei
keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht. Es ist nicht erforderlich, dass gerade
die geänderte Tatsache zu einer Neufestsetzung der Invalidenrente führt; vielmehr kann
sich bei der allseitigen Prüfung des Rentenanspruchs ergeben, dass ein anderes
Anspruchselement zu einer Herauf-, Herabsetzung oder Aufhebung der Invalidenrente
führt (Entscheide des Bundesgerichts vom 3. Februar 2020, 8C_770/2019, E. 3.1, vom
23. Dezember 2019, 8C_591/2019, E. 2.2, vom 21. Oktober 2014, 9C_378/2014, E. 4.2;
BGE 141 V 9 E. 2.3, alle mit Hinweisen).
2.1.
Ausschlaggebend für die Methodenwahl (Einkommensvergleich, gemischte
Methode oder Betätigungsvergleich) ist die Statusfrage, das heisst, ob eine versicherte
Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig, oder als nichterwerbstätig eingestuft
ist. Dies beurteilt sich danach, was die versicherte Person bei im Übrigen
unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung
bestünde. Bei im Haushalt tätigen versicherten Personen im Besonderen (vgl. Art. 27
IVV) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso
wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die
2.2.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 12/26
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beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und
Begabungen zu berücksichtigen. Massgebend sind die Verhältnisse, wie sie sich bis
zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische
Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im
Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
erforderlich ist. Die Beantwortung der Statusfrage erfordert zwangsläufig eine
hypothetische Beurteilung, die auch hypothetische Willensentscheidungen der
versicherten Person zu berücksichtigen hat (Entscheid des Bundesgerichts vom
23. Dezember 2019, 8C_591/2019, E. 2.3).
In Nachachtung des EGMR-Urteils in Sachen Di Trizio vom 2. Februar 2016 kann
die gemischte Methode nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung bei
Teilzeiterwerbstätigen keine Anwendung mehr finden, wenn allein familiäre Gründe für
einen Statuswechsel von "vollerwerbstätig" zu "teilerwerbstätig mit Aufgabenbereich"
sprechen und die darauf beruhende neue Invaliditätsbemessung zu einer
revisionsweisen Aufhebung oder Herabsetzung einer bis anhin gewährten
Invalidenrente im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG führen würde. Die revisionsweise
Aufhebung oder Herabsetzung der Invalidenrente ist auch dann EMRK-widrig, wenn
allein familiäre Gründe, beispielsweise die Aufnahme einer Teilerwerbstätigkeit zufolge
abnehmenden Betreuungsaufwandes, für einen Statuswechsel von "nichterwerbstätig"
zu "teilerwerbstätig mit Aufgabenbereich" sprechen (Entscheid des Bundesgerichts
vom 23. Dezember 2019, 8C_591/2019, E. 2.4 und E. 3.3; BGE 144 I 21).
2.3.
Ist eine anspruchserhebliche Änderung des Sachverhalts nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit erstellt, bleibt es nach dem Grundsatz der materiellen Beweislast
beim bisherigen Rechtszustand (Urteil des Bundesgerichts vom 16. Juni 2014,
9C_273/2014, E. 3.1.1).
2.4.
Zeitlicher Ausgangspunkt für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung
des Invaliditätsgrads ist bei der Prüfung eines Gesuchs um Erhöhung der Rente wie
auch bei der Prüfung einer Rentenanpassung von Amtes wegen die letzte
rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs
mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkommensvergleichs beruht. Relevant ist mithin die letzte anspruchsändernde
Verfügung. Verfügungen, welche eine laufende Rente bloss bestätigen, sind
demgegenüber revisionsrechtlich unbeachtlich (BGE 133 V 108 E. 4.1 und 5.4). Ob eine
revisionsbegründende Änderung eingetreten ist, beurteilt sich also durch Vergleich des
Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der letzten (der versicherten Person eröffneten)
rechtskräftigen Verfügung bestand, welche auf einer materiellen Prüfung des
2.5.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 13/26
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3.
Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in
den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht (BGE 133 V 108),
mit demjenigen zur Zeit der streitigen Neubeurteilung (BGE 130 V 351 E. 3.5.2; BGE
125 V 369 E. 2).
Ausgangspunkt für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des
Invaliditätsgrads ist vorliegend die Verfügung vom 14. Juni 2007 (IV-act. 45 und 49), da
anlässlich der mit dieser Verfügung abgeschlossenen Rentenrevision letztmals eine
umfassende materielle Prüfung des Rentenanspruchs stattfand. Diese beinhaltete nach
Änderung des Status von vollerwerbstätig zu nichterwerbstätig die Herabsetzung der
halben auf eine Viertelsrente. Nachdem die Beschwerdegegnerin die vorliegende
Rentenrevision Ende August 2011 eingeleitet hat (vgl. IV-act. 52 f.), ist zu prüfen, ob bis
zum Erlass der Verfügung vom 5. Januar 2018 im Vergleich zum Juni 2007 eine
rentenrelevante Änderung eingetreten ist.
3.1.
Aus den Akten ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall ab
dem Jahr 2011 gerne gearbeitet hätte. Als Gründe für diesen Wunsch wurden die
Trennung vom Partner im Juli 2011 und die knappen finanziellen Verhältnisse erwähnt.
In erster Linie gab die Beschwerdeführerin aber an, sie habe Freude an ihrem Beruf
und wäre gerne ausser Haus tätig. Sie hätte im Gesundheitsfall bereits vor der
Trennung ein kleines Teilzeitpensum von 10 bis 20% aufgenommen und spätestens
seit der Trennung 50 bis 80% gearbeitet (vgl. IV-act. 55-5, 57-2 und 65-3).
3.2.
Bei der Beschwerdeführerin liegt somit ein Statuswechsel spätestens seit Juli 2011
von "nichterwerbstätig" zu "teilerwerbstätig mit Aufgabenbereich" vor. Ein
Revisionsgrund ist demnach grundsätzlich gegeben, sodass die Beschwerdegegnerin
zu Recht eine allseitige Prüfung des Rentenanspruchs veranlasst hat.
3.3.
Zu beachten ist, dass der Statuswechsel im Gesundheitsfall aus familiären und
nicht überwiegend aus finanziellen Gründen erfolgt wäre. Die Beschwerdeführerin hätte
unabhängig von der Trennung von ihrem Partner eine Erwerbstätigkeit aufgenommen
und in beträchtlichem Umfang gearbeitet, da sie gerne berufstätig gewesen wäre und
die Betreuungspflichten gegenüber ihren im Jahr 2011 _- und _-jährigen gesunden
Kindern sich mit dem Eintritt des jüngsten Kindes in die Schule so weit reduziert hätten,
dass ihr das auch tatsächlich möglich gewesen wäre. Diese Tatsache ist deshalb von
Bedeutung, weil unter diesen Umständen die zugesprochene Viertelsrente nicht mit
Verweis auf den Statuswechsel von nicht- auf teilerwerbstätig aufgehoben werden
3.4.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/26
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4.
dürfte (vgl. E. 2.3 vorstehend). Unstreitig hätte die Beschwerdeführerin im
Gesundheitsfall nach der Trennung von ihrem Partner aus finanziellen Gründen eine
Erwerbstätigkeit von nicht bloss 50%, sondern 80% aufgenommen. Dies vermag aber
nichts daran zu ändern, dass der Statuswechsel als solcher familiär begründet
gewesen wäre und die finanzielle Situation lediglich einen zusätzlichen Anreiz
hinsichtlich Höhe des angestrebten Arbeitspensums gewesen wäre.
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des Beweiswertes eines
Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist,
auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in
Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der
medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob
die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a mit
Hinweisen). Im Sinne einer Richtlinie ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens
eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten, welche aufgrund eingehender
Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht
erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen,
volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die
Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; BGE 125 V 353 E. 3b/
bb).
4.1.
Im Sozialversicherungsrecht gelten der Untersuchungsgrundsatz und der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Verwaltung und
Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 157 E. 1a).
Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den
streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben
Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen
stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). Die blosse Möglichkeit eines
bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat
4.2.
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vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen
Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 360 E. 5b, 125 V
195 E. 2, je mit Hinweisen).
Vorliegend erfolgte eine psychiatrische Begutachtung durch Dr. I._. Sein
Gutachten vom 20. Juni 2017 erfüllt die vom Bundesgericht aufgestellten Kriterien
(BGE 125 V 351 E. 3a), sodass ihm Beweiswert zukommt. Dr. I._ attestierte der
Beschwerdeführerin eine Arbeitsfähigkeit von 50% in ihrer angestammten wie auch in
jeder anderen adaptierten Tätigkeit (IV-act. 229-62 f.).
4.3.
Diese Einschätzung steht im Einklang mit diversen anderen Beurteilungen, welche
sich aus den Akten ergeben. Beispielsweise erachtete RAD-Arzt B._ die
Beschwerdeführerin im Januar 2012 grundsätzlich ebenfalls als 50% arbeitsfähig,
wobei er von einer stabil-instabilen Persönlichkeit ausging (IV-act. 61). Auch war die
Beschwerdeführerin in der Lage, im Einsatzprogramm C._, welches sie ab Februar
2014 für ein Jahr besuchen konnte, in einer adaptierten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit
von 50% zu verwerten (wohingegen eine Steigerung der Anforderungen oder des
Pensums nicht möglich war, vgl. IV-act. 134-5 ff.). Auch das dreimonatige Praktikum
bei der D._ AG von April bis Juni 2015 konnte die Beschwerdeführerin – wenn auch
mit Mühe – erfolgreich absolvieren, wobei nur sehr einfache, eintönige Aufgaben
möglich waren (vgl. IV-act. 140-7, 142 und 146). Im Januar 2016 attestierten die
Behandler des Psychiatrie-Zentrums H._ der Beschwerdeführerin ebenfalls eine
Arbeitsfähigkeit von 50% (IV-act. 163-4). Noch vor Beendigung der beruflichen
Abklärung bei der E._, während die Beschwerdeführerin krankgeschrieben war,
äusserte die behandelnde Psychologin in einem Telefonat mit der
Beschwerdegegnerin, prinzipiell sehe sie eine berufliche Eingliederungsfähigkeit als
gegeben. Bei entsprechenden Rahmenbedingungen sei ein Wiedereinstieg in die
berufliche Abklärung auf 50%-Basis zeitnah möglich (IV-act. 199). Mit Bericht vom
9. Februar 2017 attestierten die Behandler des Psychiatrie-Zentrums H._ der
Beschwerdeführerin nach Stabilisierung ihres Gesundheitszustands eine
Arbeitsfähigkeit von maximal vier Stunden täglich bei schwankender Leistungsfähigkeit
durch Konzentrationsprobleme, schnelle Ermüdung, Stimmungsschwankungen, innere
Spannungszustände, dissoziative Zustände, Körperverspannungen und
Körperschmerzen in einer gut strukturierten, eng begleiteten Arbeitssituation mit
Routineabläufen, wenig erhöhten Anforderungen oder Stresssituationen und einem
Anfahrtsweg von maximal einer Stunde pro Weg mit öffentlichen Verkehrsmitteln (IV-
act. 219-4 ff.). Dies entspricht ebenfalls einer knapp 50%igen Arbeitsfähigkeit, welche
allerdings von Leistungsschwankungen geprägt ist.
4.4.
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Zwar wendet die Beschwerdeführerin ein, ihre Arbeitsfähigkeit sei tiefer als 50%
und nur auf dem zweiten Arbeitsmarkt bzw. in einem geschützten Rahmen realisierbar.
Sie stützt sich diesbezüglich auf den Abschlussbericht der E._ vom 14. September
2016, die Einschätzung des Eingliederungsbeauftragten der Beschwerdegegnerin und
die ärztlichen Zeugnisse der X._ über die Arbeitsunfähigkeit während der beruflichen
Abklärung bei der E._ (IV-act. 197 f., 202, 210 und 211-5 ff.). Die E._ sah bei der
Beschwerdeführerin eine Leistung von maximal 40% bei einem theoretischen Pensum
von 50%, welches aber selten habe erreicht werden können. Eine Perspektive im
ersten Arbeitsmarkt sei "völlig utopisch". Auch im zweiten Arbeitsmarkt sei bisher keine
Stabilität erreicht worden (IV-act. 211-5 f.).
4.5.
Unstreitig war die Beschwerdeführerin trotz guter Motivation und hohem
Einsatzwillen (vgl. IV-act. 211-5) nicht in der Lage, die berufliche Abklärung bei der
E._ bis zum Ende zu besuchen oder die dort geforderte Leistung stabil zu erbringen.
Dennoch kann der Einschätzung der E._ und des Eingliederungsbeauftragten der
Beschwerdegegnerin aus folgenden Gründen nicht gefolgt werden.
4.6.
RAD-Arzt B._ hielt bereits mit Stellungnahme vom 12. Januar 2012 fest, es
könne starke Schwankungen geben und die affektive Befindlichkeit könne z.B. bei
Stress "schnell wieder kippen". Insofern könne bei einer für Borderlinestörung
typischen und auch bei der Beschwerdeführerin anzunehmenden so genannten stabil-
instabilen Persönlichkeit von einem stationären Gesundheitszustand ausgegangen
werden. Er attestierte deshalb eine Arbeitsfähigkeit von 50% (IV-act. 61). Auch Dr. I._
beschrieb, bei der Beschwerdeführerin bestehe durchgängig eine emotionale
Instabilität mit raschen Stimmungsschwankungen (IV-act. 229-54). Die
Beschwerdeführerin hat demnach immer wieder Krisen und bessere Phasen. Schon vor
Beginn der Abklärung bei der E._, am 28. April 2016, berichtete sie, dass es ihr
momentan nicht gut gehe und sie instabil sei (vgl. IV-act. 211-2). Demnach befand sich
die Beschwerdeführerin zu Beginn der Abklärung gerade in einer schlechten Phase.
4.6.1.
Hinzutretend (möglicherweise auch ursächlich dafür) war die Beschwerdeführerin
in jenem Zeitraum im Aufgabenbereich stark gefordert, da ihre pubertierenden Kinder in
der Schule auffielen und auch mit ihr Auseinandersetzungen hatten bzw. nicht mehr mit
ihr sprachen und ihr aus dem Weg gingen, was die Beschwerdeführerin sehr belastete
(vgl. IV-act. 229-33/-36/-41 f./-49, 219-3 und 211-4 f.). Schwierigkeiten im
Aufgabenbereich haben bei der Beschwerdeführerin eine Wirkung auf die
Arbeitsfähigkeit im Erwerb. Umgekehrt können Herausforderungen bei der Arbeit den
Aufgabenbereich tangieren. Ein Mitarbeiter der E._ vermutete denn auch die Ursache
4.6.2.
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für die bei der Beschwerdeführerin beobachtete Verzweiflung nicht am Arbeitsplatz,
sondern zu Hause (vgl. IV-act. 211-5).
Anfangs konnte die Beschwerdeführerin den Arbeitsweg mit einem von Y._
geliehenen Auto zurücklegen. Ab August 2016 musste sie aber mit dem öffentlichen
Verkehr anreisen (vgl. IV-act. 211-5). Dadurch verlängerte sich ihr Arbeitsweg von
eineinhalb auf vier Stunden pro Tag. Dieser Arbeitsweg mit dem öffentlichen Verkehr
war schon in rein zeitlicher Hinsicht zu lang (vgl. hierzu auch IV-act. 211-6). Die
Beschwerdeführerin empfand das Reisen im öffentlichen Verkehr zudem als
anstrengend und sehr belastend (siehe sogleich E. 4.6.4 nachstehend). Auch fehlte ihr
durch den langen Arbeitsweg die Zeit zur Erholung bzw. zur Wahrnehmung ihrer
Verpflichtungen im Aufgabenbereich. So schilderte sie, sie habe um 6:00 Uhr auf den
Bus gehen müssen und sei erst zwischen 14:00 und 15:00 Uhr nach Hause gekommen.
Zusammen mit den Aufgaben im Haushalt und der Kindererziehung sei es ihr dann zu
viel geworden (IV-act. 229-48).
4.6.3.
Die Bewältigung des Arbeitsweges mit dem öffentlichen Verkehr wurde der
Beschwerdeführerin dadurch zusätzlich erschwert, dass ein Mitarbeiter in der E._,
offenbar "einfach so als Witz" öffentlich auf Facebook schrieb, er werde sie anzünden,
nachdem er davon erfahren hatte, dass die Beschwerdeführerin sich selbst durch
Verbrennungen verletzt hatte (weil er gewusst habe, dass sie sich gerne brenne, IV-
act. 229-39). Dann sei der Vorfall in Sennwald gewesen. Die Beschwerdeführerin
bezieht sich hier wohl auf das den Medien zu entnehmende Ereignis vom 13. August
2016, als ein Mann in einem Zug zwischen Buchs und Sennwald-Salez eine Frau mit
brennbarer Flüssigkeit überschüttet und angezündet hat, selbst in Brand geriet sowie
eine Frau mit einem Messer angriff. Die Beschwerdeführerin gab an, nach diesem
Vorfall extrem Mühe gehabt zu haben, Zug zu fahren (IV-act. 229-33 und 229-39 f.).
4.6.4.
Die Beschwerdeführerin äusserte mehrmals, die Arbeit in der E._ an sich sei
schön und das Arbeitsumfeld (mit Ausnahme des Mitarbeiters, der gedroht habe, sie
anzuzünden) gut gewesen (vgl. beispielhaft IV-act. 211-4 und 229-38 f.). Die E._ hielt
fest, dass die Beschwerdeführerin während ihrer Anwesenheit eine gute Leistung
erbracht habe. Qualität und Quantität hätten gestimmt (wobei man festgestellt habe,
dass sie mitten in der Arbeit ohne einen erkennbaren Grund eine Krise haben könne,
unter der auch die Leistung leide; vgl. IV-act. 211-5). Auch die Arbeitszeugnisse aus
ihrer letzten Festanstellung vom 1. Januar 1998 bis 31. Mai 2002 bei der J._ sowie
aus dem Praktikum vom 1. April 2015 bis 30. Juni 2015 bei der D._ AG äussern sich
sehr positiv sowohl über die Leistung als auch über das Verhalten der
4.6.5.
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5.
Beschwerdeführerin. Sie bezeichnen sie als selbständig, zuverlässig und sehr genau
sowie im Verhalten stets freundlich und korrekt (IV-act. 188-2 f.). Die
Beschwerdeführerin hat zudem immer wieder zum Ausdruck gebracht, dass sie gerne
arbeiten möchte, auch wenn sie durch eine Berufstätigkeit stark gefordert wäre (vgl.
beispielhaft IV-act. 65-3, 152-7, 177, 182 ff. und 229-56).
Nach dem Gesagten hätte die Beschwerdeführerin bei der E._ sowohl das
Arbeitspensum von 50% in zeitlicher Hinsicht als auch die Arbeit an sich in qualitativer
und quantitativer Hinsicht bewältigen können, wobei sie sowohl mit dem Team als
auch mit den Vorgesetzten grundsätzlich gut zurechtgekommen ist. Dass sie während
der beruflichen Abklärung in solch schlechte psychische Verfassung geriet, war nicht
durch die Arbeit bedingt, sondern dadurch, dass sie schon vor Beginn der Abklärung
im Rahmen ihrer instabilen Persönlichkeitsstörung eine Krise durchlebte, im
Aufgabenbereich insbesondere durch ihre Kinder stark gefordert war und einen sehr
langen Arbeitsweg mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf sich nehmen musste. Dieser
Arbeitsweg war für sie aufgrund der deplatzierten Bemerkung eines Mitarbeiters und
der Berichterstattung über das Ereignis vom 13. August 2016 wohl zusätzlich sehr
belastend. Insgesamt vermögen die Vorbringen der Beschwerdeführerin somit an der
gutachterlichen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit keine Zweifel zu erwecken. Die
Beschwerdeführerin ist demnach als zu 50% arbeitsfähig sowohl in der angestammten
als auch in einer adaptierten Tätigkeit zu betrachten.
4.7.
Nachdem die Arbeitsfähigkeit festgestellt wurde, ist zu prüfen, ob diese im ersten
Arbeitsmarkt verwertet werden kann.
5.1.
Referenzpunkt für die Verwertung der Restarbeitsfähigkeit ist der hypothetisch
ausgeglichene Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Nach der Rechtsprechung handelt es
sich dabei um einen theoretischen und abstrakten Begriff, der dazu dient, den
Leistungsbereich der Invalidenversicherung von demjenigen der
Arbeitslosenversicherung abzugrenzen. Der Begriff umschliesst einerseits ein
bestimmtes Gleichgewicht zwischen dem Angebot von und der Nachfrage nach
Stellen; anderseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen
Fächer verschiedenartiger Stellen offen hält und zwar sowohl bezüglich der dafür
verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des
körperlichen Einsatzes. Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob
die invalide Person die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu verwerten,
und ob sie ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen vermag oder nicht (BGE
5.2.
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6.
110 V 273 E. 4b; ZAK 1991 S. 320 f. E. 3b). Daraus folgt, dass für die
Invaliditätsbemessung nicht darauf abzustellen ist, ob eine invalide Person unter den
konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob
sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die
verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (AHI-
Praxis 6/1998 S. 291). Mit Blick auf die Massgeblichkeit des theoretisch
ausgeglichenen Arbeitsmarktes ist eine Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit nicht
leichthin anzunehmen (Entscheide des Bundesgerichts vom 20. Juli 2019,
8C_442/2019, E. 4.2 und vom 20. Januar 2020, 9C_644/2019, E. 4.2, je mit Hinweis).
Der ausgeglichene Arbeitsmarkt umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also
Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von
Seiten des Arbeitgebers rechnen können. Von einer Arbeitsgelegenheit kann dann nicht
mehr gesprochen werden, wenn die zumutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter
Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt, oder
sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen
Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von
vornherein ausgeschlossen erscheint (siehe zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts
vom 24. April 2012, 8C_869/2011, E. 4.3.5 mit Hinweisen).
Vorliegend hat Dr. I._ festgehalten, es sei nicht automatisch so, dass ideale
Arbeitsbedingungen (für die Beschwerdeführerin) im ersten Arbeitsmarkt per se nie und
im zweiten Arbeitsmarkt immer erfüllt seien. Bei der E._ seien Schwierigkeiten
aufgetreten, die mit der Arbeit selber wenig oder gar nichts zu tun gehabt hätten (IV-
act. 229-57). Diese Erklärung überzeugt. Die Beschwerdeführerin benötigt einen
Arbeitsplatz mit stressarmer, gut strukturierter einfacher Arbeit, enger Begleitung und
Routineabläufen, wobei der Anfahrtsweg nicht zu lang und das Umfeld wohlwollend,
mit möglichst wenig menschlichem Konfliktpotential, sein sollte (vgl. IV-act. 61 und
219-5). Unter diesen Bedingungen kann sie ihre Arbeitsleistung in einem Pensum von
50% erbringen. Der hypothetisch ausgeglichene Arbeitsmarkt hält solche Stellen bereit.
Nach der strengen Rechtsprechung des Bundesgerichts, welches eine Verwertbarkeit
der Restarbeitsfähigkeit auf dem hypothetisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht
leichthin verneint, ist die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin deshalb als
verwertbar zu qualifizieren.
5.3.
Für den Zeitraum von Ende August 2011 (Einleitung der vorliegenden
Rentenrevision) bis 31. Juli 2017 (Übertritt des jüngeren Kindes in die Oberstufe) ist bei
der Bestimmung des Invaliditätsgrades nach der gemischten Methode vorzugehen. Es
6.1.
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7.
wäre demnach auch zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin im Aufgabenbereich
eingeschränkt war.
Diese Prüfung kann indes unterbleiben. Unabhängig davon, ob eine Einschränkung
im Aufgabenbereich besteht oder nicht, ergibt sich, wie nachfolgend zu zeigen sein
wird, unter Anwendung der vom Bundesgericht vorgegebenen Berechnungsmethode
("alte" gemischte Methode) ein Invaliditätsgrad von unter 50% (siehe E. 7 ff.
nachfolgend), sodass die Frage, ob die Beschwerdeführerin im Haushalt eingeschränkt
ist, offenbleiben kann.
6.2.
Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte
Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. In der Regel
wird am zuletzt erzielten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht,
dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgeführt worden wäre.
Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (Meyer/
Reichmuth, a.a.O., Art. 28a N 49; BGE 129 V 222 E. 4.3.1 und BGE 131 V 51 E. 5.1.2).
Berufliche Weiterentwicklungen, die eine versicherte Person normalerweise vollzogen
hätte, sind bei der Festsetzung des Valideneinkommens zu berücksichtigen, sofern ein
hypothetischer beruflicher Aufstieg sehr wahrscheinlich erscheint. Rein theoretische
Aufstiegsmöglichkeiten sind hingegen unbeachtlich (Ueli Kieser, ATSG-Kommentar,
3. Auflage, Bern/St. Gallen/Zürich 2015, Art. 16 N 34; Meyer/Reichmuth, a.a.O.,
Art. 28a N. 63 f.).
7.1.
Bei wesentlich unterdurchschnittlichen Einkommen gebietet der Grundsatz der
Parallelität der Einkommensermittlung, beide Vergleichseinkommen unter Annahme
gleicher Verhältnisse zu ermitteln. Dies bringt beispielsweise mit sich, dass bei einem
bisher erzielten deutlich unterdurchschnittlichen Einkommen das Valideneinkommen
(wie auch das Invalideneinkommen) unter Abstützung auf Tabellenlöhne zu bestimmen
ist. Die Unterdurchschnittlichkeit ist indes nicht massgebend, wenn sich die
betreffende Person aus freien Stücken mit einem bescheideneren Einkommensniveau
begnügt hat (Kieser, a.a.O., Art. 16 N 44 f.).
7.2.
Die Beschwerdegegnerin geht davon aus, dass die Beschwerdeführerin in ihrer
letzten Festanstellung bei der J._ einen unterdurchschnittlichen Lohn erzielte (vgl.
Beschwerdeantwort, act. G4, S. 7 f.). Dem ist entgegenzusetzen, dass die
Mindestlöhne bei dieser Arbeitgeberin zwischen 1998 und 2008 erheblich angestiegen
sind. In den Jahren 2000/2001 betrugen die Mindestlöhne für Personen mit
7.3.
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abgeschlossener Lehre Fr. 2'800.-- bis Fr. 3'200.-- (x 13; [...] Die Beschwerdeführerin
verdiente demgegenüber bereits im Jahr 2001 Fr. 3'280.-- pro Monat (x 13), mithin
mehr als den damaligen Mindestlohn. Sie hatte zudem während ihres
Anstellungsverhältnisses jedes Jahr eine Lohnerhöhung erhalten, obschon sie
gesundheitlich bereits massiv angeschlagen gewesen war (im Jahr 1999 betrug die
Lohnerhöhung Fr. 70.--, im Jahr 2000 Fr. 90.-- und im Jahr 2001 Fr. 150.--, jeweils pro
Monat x 13; vgl. IV-act. 5-2 und 5-9 ff.). Es ist deshalb davon auszugehen, dass die
Beschwerdeführerin, welche immer wieder als sehr motiviert, zuverlässig, exakt und
freundlich im Umgang beschrieben wurde (vgl. beispielhaft IV-act. 188-2 f.), im
Gesundheitsfall weiterhin Lohnerhöhungen erhalten hätte und heute bei derselben
Arbeitgeberin mehr als den Mindestlohn erhalten würde. Zudem hätte sie im
Gesundheitsfall mit Blick auf ihre sehr positiven Arbeitszeugnisse ohne Weiteres die
Stelle wechseln und beruflich aufsteigen können.
Die Beschwerdeführerin hat einen Ausdruck des Lohnrechners der früheren
Arbeitgeberin mit aktualisierten Zahlen eingereicht (act. G7.1). Bei der hierarchischen
Stellung hat die Beschwerdeführerin sich als "Beaufsichtigung" eingestuft. Es wäre
indes die Option "ohne Kaderfunktion" anzuwählen gewesen.
7.4.
Bei einem Alter von 42 Jahren, einem Dienstalter von 11 Jahren (seit 1998, mit
Kinderpause von 2002 bis 2011) und 41 Arbeitsstunden pro Woche ergibt sich für
Personen mit Berufslehre ohne Kaderfunktion gemäss dem Lohnrechner der
Arbeitgeberin für das Jahr 2019 [...] ein mittlerer Lohn von Fr. 4'960.-- (x 12), wobei die
untere 25%-Grenze (das unterste Quartil) bei Fr. 4'470.-- (x 12) liegt (vgl.[...]). Wird die
Nominallohnentwicklung (Tabelle T39 LSE, welche bisher erst die Zahlen bis und mit
2018 enthält) berücksichtigt, hätte der mittlere Jahreslohn im Jahr 2011 Fr. 56'731.--
betragen (Fr. 4'960.-- x 12 / 2'732 x 2'604), die untere 25%-Grenze wäre bei
Fr. 51'127.-- gelegen (Fr. 4'470.-- x 12 / 2'732 x 2'604). Selbst das unterste Quartil liegt
damit nur knapp unter dem Tabellenlohn der LSE (Tabelle TA1, Ziff. 47, Detailhandel,
Kompetenzniveau 2, Frauen).
7.5.
Welchen Lohn die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall 2011 tatsächlich erzielt
hätte, lässt sich nach dem Gesagten nicht genau bestimmen. Dieser könnte sowohl
wesentlich über als auch knapp unter dem Tabellenlohn der LSE liegen. Es erscheint
somit sachgerecht, bei der Bestimmung des Valideneinkommens auf die LSE
abzustellen.
7.6.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 22/26
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8.
9.
Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist
kein effektives Erwerbseinkommen gegeben, namentlich, weil die versicherte Person
nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich
zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der
Rechtsprechung statistische Werte, insbesondere die LSE beigezogen werden (BGE
139 V 592 E. 2.3). Vorliegend gilt zudem zu beachten, dass gemäss Gutachten Dr. I._
auch in angestammter Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 50% besteht.
8.1.
Da die beiden Vergleichseinkommen somit auf derselben Grundlage zu berechnen
sind, kann ein Prozentvergleich vorgenommen werden.
8.2.
Die Beschwerdeführerin macht einen Tabellenlohnabzug geltend, während die
Beschwerdegegnerin unter Bezugnahme auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung
einen Tabellenlohnabzug bestreitet.
9.1.
Mit dem Tabellenlohnabzug ist zu berücksichtigen, dass gesundheitlich
beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind,
im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren arbeitnehmenden
Personen lohnmässig benachteiligt sind und deshalb mit unterdurchschnittlichen
Lohnansätzen rechnen müssen. In BGE 126 V 75 ff. hat das Bundesgericht festgestellt,
dass es von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten
Einzelfalls (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität,
Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad) abhängt, ob und in welchem Ausmass
Tabellenlöhne herabzusetzen sind. Bereits in der Beurteilung der medizinischen
Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen dürfen nicht zusätzlich in
die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten
Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen. Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf
das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen,
d.h. dass nicht für jedes Merkmal der entsprechende Abzug zu quantifizieren und die
einzelnen Abzüge zusammenzuzählen sind. Der Abzug ist auf höchstens 25% begrenzt
(Urteil des Bundesgerichts vom 20. April 2018, 9C_833/2017, E. 2.2; BGE 134 V 327
E. 5.2).
9.2.
Die Beschwerdegegnerin bringt vor, die psychische Gesundheitsbeeinträchtigung
sei bereits beim Anforderungs- und Belastungsprofil sowie bei der Leistungsfähigkeit
9.3.
https://swisslex.westlaw.com/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx126xVx75_82&AnchorTarget=BGEx126xVx75
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als limitierend berücksichtigt worden. Unstreitig hat die Beschwerdeführerin jedoch
immer wieder psychische Krisen, während denen sie die Leistung von 50% nicht
erbringen kann (vgl. etwa IV-act. 61 und 229-54). Ebenso unstreitig zeigt sich die
Beschwerdeführerin sehr motiviert und pflichtbewusst. Aktenkundig strengte sie sich
jeweils sehr an, um den Anforderungen der Arbeitgeber gerecht zu werden. So hielt sie
beispielsweise das Praktikum bei der D._ AG mühsam durch (IV-act. 140) und
erschien trotz psychischer Belastungen, Rückenschmerzen und Schlafproblemen,
später auch einem sehr langen Arbeitsweg und weiteren widrigen Faktoren bis zum 26.
August 2016 zur beruflichen Abklärung bei der E._ (vgl. etwa IV-act. 211-3 ff.). Druck
oder Stress löst bei der Beschwerdeführerin eine Krise aus, was sich beispielsweise in
Zittern, starkem Schwitzen und häufigem Weinen äussert (vgl. IV-act. 202). Dies führte
während der Abklärung bei der E._ dazu, dass sie sich, um diesen Druck zu
reduzieren, selbst verletzte, sich insbesondere Verbrennungen am Arm zufügte. Im
Abschlussbericht der E._ wird dazu ausgeführt: "Sie verletzt sich in dem sie sich
Brandwunden zuführt, welche danach oft mehrere Tage ersichtliche blutende und/oder
wässernde Verletzungen hinterlassen." Im Anschluss danach wurde sie für kurze Zeit
als stabiler wahrgenommen (vgl. IV-act. 211-3 und 202-2).
Es ist deshalb überwiegend wahrscheinlich, dass die Beschwerdeführerin selbst
unter optimalen Arbeitsbedingungen aufgrund ihrer instabilen Persönlichkeitsstörung
immer wieder für kürzere und längere Zeiten krankheitsabwesend sein und auch
während ihrer Anwesenheiten nicht immer eine stabile Leistung von 50% erbringen
können wird. Aus der Sicht eines ökonomisch denkenden Arbeitgebers senken diese
Risiken, deren Verwirklichung die Gesamtlohnkosten des Betriebes erhöhen, den
"Wert" der Beschwerdeführerin als Arbeitnehmerin erheblich. Um dies zu
kompensieren und konkurrenzfähig zu bleiben, muss die Beschwerdeführerin mit
einem erheblich tieferen Einkommen rechnen als eine gesunde Person (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 9. Dezember 2009, 9C_68/2009, E. 3.3).
9.4.
Dr. I._ ging aufgrund der Angaben der Beschwerdeführerin davon aus, dass sie
ihre letzte Arbeitsstelle nicht wegen ihrer Gesundheit, sondern wegen der Geburt ihres
ersten Kindes aufgegeben hatte und die Arbeitgeberin gewisse Schwierigkeiten
toleriert hatte (IV-act. 229-39 und 229-61). Das ist jedoch aktenkundig falsch. Die
Arbeitgeberin hatte der Beschwerdeführerin wegen der langen Krankheitsabsenzen
gekündigt, nachdem die Krankentaggelder ausgelaufen waren (IV-act. 71-4 und 73-2).
In der gutachterlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung wurden demzufolge die
Schwierigkeiten, die bei der Beschwerdeführerin in einem Arbeitsverhältnis auftreten,
nicht vollumfänglich berücksichtigt, sodass sich auch aus dieser Perspektive ein
9.5.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 24/26
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10.
Tabellenlohnabzug aufdrängt. In Würdigung der gesamten Umstände erscheint ein
Tabellenlohnabzug von 10% als angemessen. Im Rahmen des Prozentvergleichs
beträgt das Invalideneinkommen bezogen auf den Erwerbsteil demnach 45% (50% x
0.9).
Für die erste Phase von Ende August 2011 (Einleitung der vorliegenden
Rentenrevision) bis 31. Juli 2017 (Übertritt des jüngeren Kindes in die Oberstufe) ist bei
der Bestimmung des Invaliditätsgrades wie erwähnt nach der gemischten Methode
vorzugehen, wobei das Bundesgericht das alte Berechnungsmodell angewendet
wissen will (Entscheide des Bundesgerichts vom 18. September 2018, 9C_823/2017,
E. 4.3, und vom 17. April 2019, 8C_820/2018, E. 3.3, mit Hinweisen). Da die
Beschwerdeführerin in dieser Phase 80% gearbeitet hätte und ein Einkommen für ein
45%-Pensum hätte erzielen können (50%-Pensum mit Tabellenlohnabzug von 10%),
betrug der Invaliditätsgrad im Bereich Erwerbstätigkeit 35% (80% - 45%). Würde im
Aufgabenbereich bei gleich gebliebenem Gesundheitszustand wie zuvor von einem
Invaliditätsgrad von 40% ausgegangen und der Invaliditätsgrad in der Erwerbstätigkeit
mit 80%, jener im Aufgabenbereich mit 20% (da die Beschwerdeführerin im
Gesundheitsfall 80% erwerbstätig gewesen wäre) gewichtet, ergäbe sich insgesamt ein
Invaliditätsgrad von 36% ([35% x 80%] + [40% x 20%]). Bei einem Invaliditätsgrad von
36% hätte die Beschwerdeführerin keinen Rentenanspruch. Das Bundesgericht hat
aber entschieden, dass eine revisionsweise Aufhebung der Invalidenrente EMRK-widrig
wäre, wenn allein familiäre Gründe, beispielsweise die Aufnahme einer
Teilerwerbstätigkeit zufolge abnehmenden Betreuungsaufwandes, für einen
Statuswechsel von "nichterwerbstätig" zu "teilerwerbstätig mit Aufgabenbereich"
sprechen (Entscheid des Bundesgerichts vom 23. Dezember 2019, 8C_591/2019,
E. 2.4 und E. 3.3; BGE 144 I 21). Dass die Beschwerdeführerin im Aufgabenbereich
weitergehend eingeschränkt ist als in der Erwerbstätigkeit, wird weder geltend gemacht
noch ist es überwiegend wahrscheinlich. Es gibt aber auch keine Anhaltspunkte dafür,
dass sie im Aufgabenbereich Haushalt und Kindererziehung weniger eingeschränkt
gewesen wäre als früher. Sie hat daher weiterhin Anspruch auf eine Viertelsrente.
Insofern ist die Verfügung vom 5. Januar 2018 für den Zeitraum bis und mit Juli 2017
im Ergebnis korrekt.
10.1.
Für die Phase ab August 2017 ist unbestrittenermassen ein reiner
Einkommensvergleich vorzunehmen, da die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall ab
dann 100% erwerbstätig gewesen wäre. Da, wie dargetan, ein Prozentvergleich
erfolgen kann, besteht ab diesem Zeitpunkt ein Invaliditätsgrad von 55% (100% -
10.2.
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