Decision ID: 6ce552c6-e9d4-4976-be27-986012ac5916
Year: 2020
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherter) war bei der Arbeitslosenkasse des Kantons St.
Gallen gemeldet und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt
(Suva) unfallversichert, als er am 16. Mai 2018 bei einem temporären Arbeitseinsatz aus
einer Höhe von ca. zwei oder drei Metern von einer Leiter fiel (Suva-act. 1, 3 und 11).
Noch am Unfalltag begab sich der Versicherte zu Dr. med. B._, Facharzt für
Allgemeinmedizin FMH, in Erstbehandlung. Dieser erhob als Befunde eine starke
Dolenz an der unteren Lendenwirbelsäule (LWS) sowie eine Schwellung der Mittelhand.
Er diagnostizierte eine Prellung bzw. Stauchung der LWS und eine Prellung einer
Mittelhand, verschrieb dem Versicherten Analgetika sowie Physiotherapie und
attestierte ihm eine voraussichtlich bis zum 10. Juli 2018 andauernde 100%ige
Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. 15, 18 und 59). Am 23. Mai 2018 wurde beim
Versicherten eine MRT-Untersuchung der LWS durchgeführt. Der untersuchende
Radiologe konnte im Bereich der LWS kernspintomographisch keinen Frakturhinweis,
jedoch folgende Befunde erkennen: Eine isolierte diskogene Radikulopathie von L4
links, hervorgerufen durch eine kleine, linksseitige foraminale bis extraforaminale
Diskushernie L4/5 mit direktem Kontakt zur foraminal austretenden Nervenwurzel L4
links, eine leichte lumbale Spondylarthrose L3-S1 beidseits, eine Chondrose Th11-S1
begleitet von einer ventralen Spondylose, insbesondere auf dem Niveau L2-4, eine
mässige Diskusprotrusion L 4/5 mit medianer radiärer Anulus-Fissur sowie eine leichte
Diskusprotrusion L5/S1 (Suva-act. 17). Mit Schreiben vom 30. Mai 2018 anerkannte die
Suva gegenüber dem Versicherten ihre Leistungspflicht für das Unfallereignis vom 16.
A.a.
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Mai 2018 (Suva-act. 5). Am 4. Juli 2018 unterzog sich der Versicherte im
Diagnosezentrum C._ einer CT-gesteuerten Infiltrationsanästhesie L4/5 links (Suva-
act. 23), worüber Dr. B._ die Suva anlässlich eines Telefonats vom 11. Juli 2018
informierte. Auch teilte Dr. B._ der Suva mit, dass der Versicherte weiterhin zu 100 %
arbeitsunfähig sei (Suva-act. 22). In einem Telefoninterview mit der Suva gab der
Versicherte am 17. Juli 2018 an, dass ihm die Spritze (gemeint wohl: Infiltration) nicht
wirklich viel gebracht habe (Suva-act. 25). In einer gleichentags erstellten Beurteilung
hielt Suva-Kreisarzt Dr. med. D._, Facharzt Chirurgie, spezielle Unfallchirurgie, fest,
dass die Diskopathie mit Bandscheibenvorfall nicht unfallkausal sei. Das Unfallereignis
vom 16. Mai 2018 habe zu einer zeitlich limitierten, vorübergehenden Verschlimmerung
eines unfallunabhängigen schweren, krankheitsbedingten Schadens an der LWS
geführt, nicht jedoch zu einer richtungsgebenden Verschlimmerung. Demnach sei die
Behandlung bis zu einem Zeitraum von sechs Monaten nach dem Unfallereignis als
unfallkausal zu übernehmen. Auch die Arbeitsunfähigkeit sei bis zu sechs Monate als
unfallkausal ausgewiesen (Suva-act. 26).
Am 31. Juli 2018 überwies Dr. B._ den Versicherten bei einer verbesserten
Schmerzsituation über der LWS, jedoch anhaltenden Schmerzen von der LWS bis zum
Fuss links, an die Klinik für Neurochirurgie des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) (Suva-
act. 29 S. 4). Anlässlich einer Sprechstunde vom 8. August 2018 konnten die
behandelnden Ärzte in der MRT-Bildgebung vom 23. Mai 2018 keine wesentliche
Nervenwurzelkompression durch eine Spinalkanalstenose oder den
Bandscheibenvorfall erkennen. Sie beurteilten die Beschwerden in einer
Zusammenschau der Befunde am ehesten als ein typisches, durch ein Trauma
verursachtes ISG-Syndrom auf der linken Seite und empfahlen eine ISG-Infiltration
links mit anschliessender Physiotherapie und Mobilisation des ISG (Suva-act. 35). Am
13. August 2018 erfolgte die operative ISG-Infiltration links (Suva-act. 34). Die
Diagnose eines ISG-Syndroms liess sich aufgrund des fehlenden Ansprechens auf die
Infiltration nicht bestätigen. Aus diesem Grund empfahlen die behandelnden Ärzte der
Neurochirurgie des KSSG anlässlich einer Sprechstunde anfangs September 2018 die
Veranlassung einer erneuten Bildgebung (Suva-act. 36). In einer MRT-Untersuchung
vom 14. September 2018 zeigte sich kein signifikanter Befundwechsel zur
Untersuchung vom Mai 2018 bei allenfalls gering zunehmender breitbasiger
A.b.
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Diskushernie LWK5/SWK1 und geringen bis moderaten multisegmentalen
degenerativen Veränderungen der LWS ohne Nachweis einer höhergradigen spinalen,
rezessalen oder foraminalen Stenose bzw. einer Neurokompression bei geringer,
osteodiskoligamentär bedingter Foraminalstenose für die Radix L5 links (Suva-act. 42).
In einer Beurteilung vom 19. September 2018 kam Suva-Kreisarzt Dr. D._ zum
Schluss, dass die Berichte des KSSG nichts an seiner Beurteilung vom 17. Juli 2018
änderten, sondern diese im Gegenteil noch bestärkten. Allerdings lagen ihm die
Ergebnisse der MRT-Untersuchung vom September 2018 noch nicht vor, weshalb er
deren Einholung anregte (Suva-act. 37). Am 27. September 2018 wurde der Versicherte
bei Dr. med. E._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates, Wirbelsäulenzentrum F._, vorstellig. Dieser hielt in der
Beurteilung seines gleichentags verfassten Berichts fest, dass der Versicherte lokale
Beschwerden, denen eine SIG-Irritation zu Grunde liegen könnte, beschreibe. Die
Ausstrahlung in das linke Bein entspreche dem Dermatom S1. Ein Korrelat habe sich
weder in der initialen MRT-Untersuchung noch in der Verlaufskontrolle gezeigt. Die
Querfortsatzfrakturen seien fraglich frisch und zudem rechts. Die periradikuläre
Infiltration habe, wie erwartet, nichts gebracht. Allerdings habe auch die SIG-Infiltration
die Beschwerden nicht gelindert. Die diagnostischen Möglichkeiten seien erschöpft.
Über die derzeit laufende Physiotherapie hinaus ergebe sich aktuell kein gezielter
Behandlungsansatz (Suva-act. 39). Am 3. Oktober 2018 führte Suva-Kreisarzt Dr. D._
aus, dass die MRT der LWS und des Beckens keine durch das Unfallereignis vom 16.
Mai 2018 bedingten Schäden, sondern ausschliesslich degenerative krankhafte
Schäden an der LWS, den Bandscheiben und Hüften zeige. Es lägen keine
Querfortsatzfrakturen vor, schon gar keine frischen. Der Bericht des KSSG vom
September 2018 sowie derjenige von Dr. E._ würden die Beurteilung, wonach keine
strukturellen Unfallfolgen vorlägen oder verursacht worden seien, bestätigen. Folglich
sei auch die kreisärztliche Beurteilung vom 17. Juli 2018 zu bestätigen (Suva-act. 43).
Am 10. Oktober 2018 wurde der Versicherte bei Dr. med. G._, FMH
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Orthopädie
H._, vorstellig. Dieser hielt in einem gleichentags verfassten Bericht fest, dass beim
Versicherten seit einem Sturz teilweise invalidisierende Schmerzen persistierten.
Relevante strukturelle Verletzungen hätten nicht objektiviert werden können.
A.c.
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Infiltrationen seien ebenfalls ohne relevanten Erfolg geblieben. Durch das Sturzereignis
sei es zu einer Dysfunktion des ISG sowie des unteren LWS-Bereichs gekommen.
Durch das Schonen habe sich eine vollständige Dekonditionierung aufgebaut. Daher
empfehle er einen Strategiewechsel. Er werde den Versicherten in die Physiotherapie
einschleusen mit dem Ziel eines konsequenten funktionellen Belastungsaufbaus durch
ein Krafttraining der Bauch- und Rückenmuskulatur. Damit sollten die Beschwerden
mittelfristig günstig beeinflusst werden können (Suva-act. 47).
Mit einem Schreiben vom 15. Oktober 2018 stellte die Suva ihre
Versicherungsleistungen per 20. November 2018 ein, da der Zustand, wie er
unmittelbar vor dem Unfall bestanden habe, spätestens am 20. November 2018 wieder
erreicht sei. Aufgrund der kreisärztlichen Beurteilung seien die noch bestehenden
Beschwerden nicht mehr unfallbedingt (Suva-act. 45).
A.d.
In einem Bericht zu einer Verlaufskontrolle vom 14. November 2018 hielt Dr. G._
fest, dass sich die Physiotherapie zu bewähren scheine. Der Versicherte berichte über
einen deutlichen Beschwerderückgang und scheine mit der Behandlung sehr zufrieden
zu sein. Zwar bestehe noch eine deutliche Druckdolenz über dem linksseitigen ISG,
jedoch könne sich der Versicherte bereits wieder besser bücken. Noch immer bestehe
eine Becken-Dysbalance. Die Hüftgelenke seien frei beweglich, wobei das linke
Hüftgelenk in der Endphase noch schmerzhaft sei. Die Physiotherapie sei noch bis
mindestens Ende Jahr weiterzuführen. Dem Schreiben der Suva, wonach der
Vorzustand per 20. November 2018 wiederhergestellt sei, müsse er widersprechen. Der
Heilungsverlauf sei günstig, jedoch gehe er davon aus, dass die Behandlung frühestens
Mitte oder Ende Januar 2019 abgeschlossen werden könne (Suva-act. 51).
A.e.
In einem Telefonat vom 29. November 2018 teilte der Versicherte bzw. dessen
Sohn der Suva mit, mit der Leistungsterminierung nicht einverstanden zu sein. Dr.
G._ sei ganz klar der Meinung, dass die Beschwerden unfallbedingt seien. Die Suva
werde gebeten, die Terminierung mit Blick auf den Bericht von Dr. G._ vom
14. November 2018 zu revidieren (Suva-act. 52).
A.f.
In einer Beurteilung vom 30. November 2018 hielt Suva-Kreisarzt Dr. D._ fest,
dass das Datum der Leistungseinstellung nicht medizinisch, sondern durch die
A.g.
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Administration festgelegt worden sei. Eine medizinische Terminierung sei nur anhand
von Befunden möglich. Zwar sei eine unfallkausale Behandlung bei einer
vorübergehenden Verschlimmerung von LWS-Schäden während mindestens sechs
Monaten ausgewiesen, jedoch jeweils im Einzelfall individuell zu beurteilen. Vorliegend
werde die Beantwortung der Frage, ob und wann der Status quo sine erreicht werde,
dadurch erschwert, dass keinerlei Unterlagen zu zwei vergleichbaren Vorschäden am
Rücken vorlägen und der Versicherte vorbestehende Beschwerden verneine, jedoch
keinen Nachweis dazu vorlege. Suva-Kreisarzt Dr. D._ empfahl sodann die Einholung
der kompletten Krankengeschichte des Versicherten bei Dr. B._ zur Prüfung, ob
bereits vor dem Unfallereignis Beschwerden dokumentiert seien. Ohne ausreichende
Dokumentation sei ein Status quo sine nicht begründbar und die administrative
Fallterminierung nicht haltbar (Suva-act. 53). In einer Stellungnahme vom 3. Dezember
2018 erläuterte Suva-Kreisarzt Dr. D._ ergänzend, dass die bisherigen kreisärztlichen
Beurteilungen medizinisch korrekt gewesen seien, die Rechtsprechung jedoch
medizinische Dokumente und Befunde als Grundalge für eine Beurteilung verlange.
Das Fehlen von Unfallfolgen lasse sich nicht begründen, solange keine entsprechenden
Unterlagen, insbesondere zum Status vor dem Unfallereignis, vorlägen (Suva-act. 55).
Auf eine entsprechende Nachfrage seitens der Suva (vgl. Suva-act. 56 ff.) liess Dr.
B._ der Suva am 11. Dezember 2018 die Krankengeschichte des Versicherten
zukommen (Suva-act. 59). Überdies hielt er in einer E-Mail vom 12. Dezember 2018
erklärend fest, dass bezüglich Rückenschmerzen früher keine speziellen Vorkommnisse
stattgefunden hätten. Der Versicherte sei bei ihm im Jahr 2016 infolge eines akuten
Schmerzsyndroms der LWS einmalig in Behandlung gewesen. Die Schmerzen seien
innert weniger Tage abgeheilt. Am 29. November 2018 habe der Versicherte ihm
mitgeteilt, dass es ihm viel besser gehe und er nur noch geringe Beschwerden habe.
Der Fall sollte vermutungsweise in Kürze abgeschlossen werden können (Suva-act. 60).
A.h.
In einer Beurteilung vom 17. Dezember 2018 hielt Suva-Kreisarzt Dr. D._ fest,
dass mit Bezug auf die von Dr. B._ per E-Mail erteilten Auskünfte aus medizinischer
Sicht davon auszugehen sei, dass der Status quo sine bis zum 31. Dezember 2018 mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit erreicht sein sollte (Suva-act. 61).
A.i.
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B.
Mit Schreiben vom 18. Dezember 2018 ersetze die Suva ihr Schreiben vom 15.
Oktober 2018. Sie informierte den Versicherten darüber, dass sie die bisherigen
Versicherungsleistungen neu per 31. Dezember 2018 einstellen werde, da der Zustand,
wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden habe, gemäss der medizinischen
Beurteilung per Ende 2018 wieder erreicht sei (Suva-act. 62).
A.j.
Am 11. Januar 2019 teilte der Versicherte der Suva mit, dass die Beurteilung,
wonach der Zustand, wie er vor dem Unfall bestanden habe, per Ende 2018 wieder
erreicht sei, weder sein Arzt noch er nachvollziehen könnten. Er reichte einen Bericht
von Dr. G._ vom 8. Januar 2019 ein und verlangte den Erlass einer einsprachefähigen
Verfügung (Suva-act. 70 und 78).
A.k.
Mit Verfügung vom 15. Januar 2019 stellte die Suva ihre Versicherungsleistungen
per 31. Dezember 2018 ein, da die noch bestehenden Beschwerden gemäss der
kreisärztlichen Beurteilung nicht mehr unfallkausal seien. Der Zustand, wie er sich auch
ohne den Unfall vom 16. Mai 2018 eingestellt hätte, sei gemäss der medizinischen
Beurteilung spätestens am 31. Dezember 2018 erreicht gewesen (Suva-act. 71).
A.l.
In einer Stellungnahme vom 18. Januar 2019 hielt Suva-Kreisarzt Dr. D._ fest,
dass das Ablehnungsschreiben ungünstig formuliert gewesen sei, weil kein Status quo
ante, sondern ein Status quo sine erreicht worden sei. In der Verfügung sei dies korrekt
festgehalten worden. Bei Vorliegen der Einsprache bitte er um eine Wiedervorlage des
Falles (Suva-act. 82).
A.m.
Mit Schreiben vom 4. Februar 2019 erhob der Versicherte gegen die Verfügung
vom 15. Januar 2019 Einsprache (Suva-act. 84).
B.a.
Am 11. Februar 2019 kam Suva-Kreisarzt Dr. D._ in einer Aktenbeurteilung
erneut zum Schluss, dass ab dem 1. Januar 2019 keine Unfallfolgen mehr vorlägen
(Suva-act. 88).
B.b.
Mit Einspracheentscheid vom 1. Mai 2019 wies die Suva die Einsprache des
Versicherten mit Verweis auf die kreisärztliche Aktenbeurteilung vom 11. Februar 2019
ab (Suva-act. 102).
B.c.
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C.
Gegen diesen Einspracheentscheid erhob der Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführer), vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. A. Fiechter, Widnau, am 31.
Mai 2019 Beschwerde. Er beantragte, der Einspracheentscheid vom 1. Mai 2019 sei
aufzuheben und die Suva (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) sei zu verpflichten, ihm
über den 1. Januar 2019 hinaus weiterhin sämtliche unfallversicherungsrechtlichen
Leistungen zu erbringen, wobei die Angelegenheit zur Festlegung der Ansprüche an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen sei. Eventualiter sei ein neutrales orthopädisches
Gutachten einzuholen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der
Beschwerdegegnerin. In formeller Hinsicht beantragte er überdies die Bewilligung der
unentgeltlichen Rechtspflege und Rechtsverbeiständung sowie die Gewährung einer
Nachfrist von 20 Tagen zur Einreichung einer zusätzlichen Beschwerdebegründung
(act. G 1; zum Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege vgl. ferner act. G 4). Zusammen
mit seiner Beschwerde reichte er einen Konsultationsbericht von Dr. med. I._,
Facharzt Wirbelsäulen-Neurochirurgie, Klinik J._, vom 3. April 2019 (act. G 1.3) und
einen Operationsbericht vom 20. Mai 2019 (act. G 1.4) ein. In seiner
Beschwerdeergänzung vom 2. Juli 2019 hielt der Beschwerdeführer an den in der
Beschwerde gestellten Anträgen unverändert fest (act. G 5). Weiter reichte er einen
Austrittsbericht der Klinik J._ bezüglich eines vom 19. bis 25. Mai 2019 dauernden
stationären Aufenthaltes ein (act. G 5.1).
C.a.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 13. August 2019 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde vom 13. Mai 2019 und die
Bestätigung des Einspracheentscheids vom 1. Mai 2019 (act. G 7).
C.b.
Am 20. August 2019 entsprach das Versicherungsgericht dem Gesuch um
Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung für das Verfahren vor
Versicherungsgericht (act. G 8).
C.c.
In seiner Replik vom 16. Oktober 2019 hielt der Beschwerdeführer an den in der
Beschwerde gestellten Anträgen fest (act. G 12). Zudem reichte er weitere
Konsultationsberichte von Dr. I._ vom September 2019 (act. G 12.1.5 f.) sowie einen
MRT-Untersuchungsbericht vom 3. September 2019 (act. G 12.1.7) ein.
C.d.
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Erwägungen
1.
Vorliegend strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin ihre
Versicherungsleistungen für das Unfallereignis vom 16. Mai 2018 zu Recht per 31.
Dezember 2018 eingestellt hat.
2.
2.1. Der Anspruch auf Leistungen der Unfallversicherung setzt zunächst einen Unfall im
Sinne von Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) voraus. Als solcher gilt eine plötzliche,
nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors
auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen
oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG). Der
Unfallversicherer hat aber auch nach der Anerkennung eines Unfallereignisses für einen
Gesundheitsschaden nur insoweit Leistungen zu erbringen, als dieser in einem
natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum versicherten Ereignis steht (vgl.
BGE 129 V 181 E. 3; Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die
Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012, S. 53 ff.). Für die Tatfrage nach
dem Bestehen natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das
Gericht in der Regel auf Angaben ärztlicher Experten und Expertinnen angewiesen. Die
Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine
Rechtsfrage, die vom Gericht nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu
beurteilen ist (BGE 129 V 181 E. 3.1 und 112 V 32 f. E. 1; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O.,
S. 55 und 58 f.; André Nabold, in: Kommentar zum schweizerischen
Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung [UVG], Bern 2018,
In ihrer Duplik vom 19. November 2019 erneuerte die Beschwerdegegnerin ihren
Antrag auf Abweisung der Beschwerde (act. G 14).
C.e.
Mit Schreiben vom 11. März 2020 reichte Rechtsanwalt Fiechter seine Honorarnote
über Fr. 4'102.30 (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) ein (act. G 16 und 16.1).
C.f.
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N 53 und 59 zu Art. 6). Bei physischen Unfallfolgen spielt indessen die Adäquanz als
rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang
ergebenden Haftung praktisch keine selbständige Rolle (BGE 127 V 103 E. 5b/bb, 123
V 102 E. 3b, 118 V 291 f. E. 3a und 117 V 365 E. 5d/bb mit Hinweisen).
2.2. Hat der Unfallversicherer seine Leistungspflicht für einen Gesundheitsschaden
einmal anerkannt, so entfällt seine Leistungspflicht erst dann, wenn der Unfall nicht
(mehr) die natürliche oder adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn
also letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies
trifft zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor
dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich
nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustands auch ohne Unfall
früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist. Trifft ein Unfall auf
einen vorgeschädigten Körper und steht medizinischerseits fest, dass weder der Status
quo sine noch der Status quo ante je wieder erreicht werden können, liegt eine
richtungsgebende Verschlimmerung vor. Ebenso wie der leistungsbegründende
natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von
unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im
Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit gänzlich fehlender Auswirkungen des
Unfalls genügt nicht (zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts vom 6. August 2008,
8C_101/2008, E. 2.2 mit Hinweisen; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b mit Hinweisen;
Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O. S. 54; UVG Kommentar-Nabold, a.a.O., N 54 zu Art. 6).
2.3. Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die
urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln
sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig
davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht,
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der
Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
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Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352, E. 3a mit
Hinweis). Auch den Berichten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kann
rechtsprechungsgemäss Beweiswert beigemessen werden. Soll ein Versicherungsfall
jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die
Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel
an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen
Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 470 f. E.
4.4 und 4.6; bestätigt etwa in Urteil des Bundesgerichts vom 23. November 2012,
8C_592/2012, E. 5.3). Die Rechtsprechung erachtet sodann Aktengutachten als
zulässig, wenn die Akten ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und
gegenwärtigen Status ergeben und diese Daten unbestritten sind. Voraussetzung ist
ein lückenloser Untersuchungsbefund, damit der Experte bzw. die Expertin imstande
ist, sich aufgrund der vorhandenen Unterlagen ein lückenloses Bild zu verschaffen (vgl.
Urteile des Bundesgerichts vom 2. Februar 2016, 8C_674/2015, E. 2.2.1 mit Hinweisen,
und vom 27. Juni 2012, 8C_681/2011, E. 4.1 mit Hinweisen; Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgericht [EVG] vom 8. Februar 2007, U 223/06, E. 5.1.2;
PVG 1996 Nr. 89 S. 267 E. 3b).
2.4. Der im Sozialversicherungsprozess herrschende Untersuchungsgrundsatz
schliesst eine Beweislast im Sinn einer Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im
Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien die Beweislast nur insofern, als
im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus
dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Während bei der
Frage, ob ein Kausalzusammenhang überhaupt jemals gegeben ist, demzufolge die
versicherte Person beweisbelastet ist, trägt die Beweislast für einen behaupteten
Wegfall der Kausalität der Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 326; Urteil des
Bundesgerichts vom 6. August 2008, 8C_101/2008, E. 2.2; BGE 117 V 264 E. 3b;
Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 54 f.). Die Beweislast liegt jedoch nur bezüglich
derjenigen Verletzungen beim Unfallversicherer, welche thematisiert worden waren und
somit Gegenstand der Anerkennung bildeten (Urteil des Bundesgerichts vom 20.
August 2009, 8C_363/2009, E. 1; Urteil des EVG vom 27. April 2005, U 6/05,
auszugsweise publiziert in: AJP 2006 S. 1290 ff.).
3.
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3.1. Die Beschwerdegegnerin hat ihre Leistungspflicht für das Unfallereignis bis zum
31. Dezember 2018 anerkannt (vgl. Suva-act. 96 und 102). Sie stellt sich jedoch auf
den Standpunkt, dass der Zustand, wie er sich auch ohne den Unfall vom 16. Mai 2018
eingestellt hätte (Status quo sine), spätestens am 31. Dezember 2018 erreicht gewesen
sei (act. G 7 und 14). Demgegenüber ist der Beschwerdeführer der Ansicht, dass auch
die über den 31. Dezember 2018 hinaus andauernden Beschwerden noch immer
unfallkausal seien (vgl. act. G 1 und 12). Zu prüfen ist somit, ob der Wegfall der
Unfallkausalität per 31. Dezember 2018 gestützt auf die medizinische Aktenlage mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgewiesen ist.
3.2. Suva-Kreisarzt Dr. D._ ist in seinen Beurteilungen stets davon ausgegangen,
dass der Beschwerdeführer durch das Unfallereignis keine strukturellen Verletzungen
erlitten habe. Das Unfallereignis habe nur zu einer zeitlich limitierten vorübergehenden
Verschlimmerung eines unfallunabhängigen, krankhaften Vorzustandes an der LWS
geführt (Suva-act. 26, 37, 43, 61, 82 und 88). Aufgrund der Beurteilungen zu den MRT-
Untersuchungen der LWS vom 23. Mai und 14. September 2018 erscheint die
kreisärztliche Einschätzung schlüssig. In der MRT-Bildgebung haben sich nämlich
multisegmentale degenerative Veränderungen der LWS gezeigt, wie beispielsweise
eine Spondylarthrose L3-S1 sowie eine Chondrose TH11-S1 (vgl. Suva-act. 17 und 42).
Angesichts der mannigfaltigen degenerativen Veränderungen erscheint es
einleuchtend, dass auch die Diskushernie L4/5 degenerativ entstanden ist, zumal es
gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung im Bereich des
Unfallversicherungsrechts einer medizinischen Erfahrungstatsache entspricht, dass
praktisch alle Diskushernien bei Vorliegen degenerativer Bandscheibenveränderungen
entstehen und ein Unfallereignis nur ausnahmsweise als eigentliche Ursache in
Betracht fällt (Urteile des Bundesgerichts vom 1. Oktober 2009, 8C_523/2009, E. 2.2,
und vom 4. Mai 2010, 8C_1009/2009, E. 3.1.1; je mit Hinweisen). Schliesslich hat Dr.
G._ in seinem Sprechstundenbericht vom 10. Oktober 2018 in Übereinstimmung mit
den Einschätzungen von Suva-Kreisarzt Dr. D._ ausdrücklich erwähnt, dass beim
Beschwerdeführer seit dem Sturz teilweise invalidisierende Schmerzen persistierten,
jedoch keine relevanten strukturellen Verletzungen objektiviert worden seien (Suva-
act. 47). Zusammenfassend ist davon auszugehen, dass das Unfallereignis im Bereich
der LWS zu keinen neuen strukturellen Unfallfolgen und keiner richtungsgebenden
Verschlimmerung geführt hat.
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3.3. Zu prüfen bleibt nun, ob die von Suva-Kreisarzt Dr. D._ angenommene
unfallbedingte vorübergehende Verschlimmerung der LWS-Situation eine über den 31.
Dezember 2018 hinausgehende Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin zu
begründen vermag. Mangels objektivierbarer traumatisch bedingter Korrelate sind
sowohl die Ärzte des KSSG als auch Dr. G._ von einem durch den Unfall ausgelösten
ISG-Syndrom bzw. einer ISG-Dysbalance ausgegangen (vgl. Suva-act. 35 und 47).
Während eine ISG-Infiltration keine Beschwerdelinderung gebracht hat (vgl. Suva-
act. 36), hat der Beschwerdeführer von dem von Dr. G._ empfohlenen aktiven
Therapieansatz mit Physiotherapie und Krafttraining jedoch profitieren können. Sowohl
Dr. G._ als auch Dr. B._ haben im November bzw. Dezember 2018 von einer
deutlichen Beschwerdebesserung berichtet (vgl. Suva-act. 51 und 60). Dr. B._ hat
am 12. Dezember 2018 sodann angegeben, dass der Fall vermutungsweise in Kürze
abgeschlossen werden könne (Suva-act. 60). Folglich leuchtet auch die durch Suva-
Kreisarzt Dr. D._ vorgenommene Fallterminierung per Ende des Jahres 2018 ein.
Diese steht denn auch in Einklang mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung,
wonach eine traumatische Verschlimmerung eines klinisch stummen degenerativen
Vorzustandes an der Wirbelsäule in der Regel nach sechs bis neun Monaten,
spätestens aber nach einem Jahr als abgeschlossen zu betrachten ist (Urteile des
Bundesgerichts vom 1. Oktober 2009, 8C_523/2009, E. 2.2, und vom 4. Mai 2010,
8C_1009/2009, E. 3.1.1; je mit Hinweisen). Zwar hat Dr. G._ in einem Bericht vom 8.
Januar 2019 die Leistungseinstellung dahingehend kritisiert, dass beim
Beschwerdeführer noch immer Beschwerden im Bereich der LWS bestünden, während
er vor dem Unfallereignis keine relevanten LWS-Beschwerden aufgewiesen habe
(vgl. Suva-act. 84). Dieser Einwand, welcher der Beschwerdeführer auch in seiner
Beschwerdeschrift vorgebracht hat (vgl. act. G 1), ist allerdings nicht stichhaltig. Eine
vor dem Unfall allfällig vorhandene Beschwerdefreiheit schliesst vorbestehende
degenerative Veränderungen nämlich nicht aus, wie Suva-Kreisarzt Dr. D._ in seiner
ausführlichen Beurteilung vom 11. Februar 2019 schlüssig dargelegt hat (vgl. Suva-
act. 88). Im Übrigen geht aus der Krankengeschichte hervor, dass der
Beschwerdeführer immerhin im Jahr 2016 Dr. B._ bereits einmal wegen eines akuten
Schmerzsyndroms an der LWS aufgesucht hatte (vgl. Suva-act. 59 f.). Überdies hat Dr.
G._ in seiner Beurteilung vom 8. Januar 2019 in erster Linie die Grundlage
bemängelt, auf welcher die Beschwerdegegnerin ihren Entschluss zur Fallterminierung
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gefasst hat. Er hat beanstandet, dass die Leistungseinstellung auf einer reinen
Aktenbeurteilung beruhe und einer administrativen Beurteilung gleichkomme, weshalb
er eine umfassende Beurteilung durch den medizinischen Dienst gefordert hat
(vgl. Suva-act. 84). Daraufhin hat die Beschwerdegegnerin den Fall nochmals Suva-
Kreisarzt Dr. D._ vorgelegt, welcher am 11. Februar 2019 eine umfassende
medizinische Aktenbeurteilung vorgenommen hat (Suva-act. 88). Diese
Aktenbeurteilung hat die Beschwerdegegnerin Dr. G._ zugestellt (vgl. Suva-act. 89),
ohne dass sich dieser nochmals dazu geäussert hätte. Aufgrund der gut
dokumentierten Aktenlage ist es sodann nicht zu beanstanden, dass die
Beschwerdegegnerin gestützt auf Aktenbeurteilungen entschieden hat, ohne eine
persönliche Untersuchung des Beschwerdeführers in Auftrag zu geben. Andere
Anhaltspunkte für die Fallterminierung ergeben sich auch nicht aus dem mit der
Beschwerde eingereichten Konsultationsbericht vom 3. April 2019, in welchem Dr. I._
aufgrund der persistierenden Rückenschmerzen eine operative Therapieoption mit
Dekompression der LWK2/3 sowie LWK4/5 links in Erwägung gezogen hat (vgl. act. G
1.3). Gleiches gilt für den Operationsbericht (act. G 1.4) sowie den Austrittsbericht der
Klinik J._ (act. G 5.1). Denn wie oben dargelegt, ist mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die LWS-Veränderungen, aufgrund derer
der operative Eingriff durchgeführt worden ist, degenerativ bedingt sind (vgl. E. 3.2).
Nach dem Gesagten kann auf die in Einklang mit der medizinischen Aktenlage
stehenden Beurteilungen von Suva-Kreisarzt Dr. D._ abgestellt werden, womit sich
die Leistungseinstellung per 31. Dezember 2018 hinsichtlich der LWS-Situation als
rechtmässig erweist.
3.4. Was die Unfallkausalität der erstmals mit der Replik vorgebrachten, angeblich
posttraumatisch bedingten Mehrspeicherung am Malleolus medialis links betrifft, ist
festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin diesbezüglich nie eine Leistungspflicht
anerkannt hat, da ihr im Zeitpunkt des Erlasses des Anerkennungsschreibens eine
solche nicht bekannt gewesen ist (vgl. Suva-act. 5). In den Unfallmeldungen sind
lediglich Verletzungen an den Händen, am Rücken und am Schädel bzw. Gehirn
genannt worden (vgl. Suva-act. 1 und 11). Die Aktenlage hat im Zeitpunkt der
Anerkennung des Leistungsfalls auf Rückenprobleme hingewiesen. Demnach trägt die
Beschwerdegegnerin hinsichtlich der Mehrspeicherung am Malleolus medialis links
nicht die Beweislast für den Wegfall der Unfallkausalität. Vielmehr müsste für eine
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Leistungspflicht die Unfallkausalität mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein
(vgl. E. 2.4). Die Unfallkausalität dieser neu geltend gemachten Schädigung ist jedoch
zweifelhaft. Zum einen hat die Beschwerdegegnerin zu Recht darauf hingewiesen
(vgl. act. G 14), dass der im Bericht zur 3-Phasen-Skelettszintigraphie vom 3.
September 2019 verwendete Begriff "posttraumatisch" (vgl. act. G 12.1.7) nicht mit
"unfallbedingt" gleichzusetzen ist. Der Begriff "posttraumatisch" beschreibt nämlich
grundsätzlich lediglich einen zeitlichen Aspekt bzw. bedeutet, dass eine
gesundheitliche Schädigung nach dem Unfall aufgetreten ist (BGE 119 V 340 E. 2b/bb;
Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 23. Februar 2016,
UV 2014/47, E. 3.1.3; je mit Hinweisen). Zum anderen ist nicht ersichtlich, warum es
aufgrund des Unfallereignisses zu einer Mehrspeicherung am Knochenvorsprung am
distalen Ende der Tibia gekommen sein soll, da in diesem Bereich keine
unfallbedingten Frakturen oder sonstigen Verletzungen dokumentiert sind. Dr. I._
erklärt denn auch in keiner Weise, warum er von einer Unfallkausalität ausgeht. In
seinem Sprechstundenbericht vom 26. September 2019 hält er ohne konkrete
Bezugnahme auf diese Mehrspeicherung pauschal fest, dass der von ihm genannte
Befund auf eine unfallbedingte Diagnose hindeute, wobei nicht klar wird, welchen
Befund er meint. Im selben Bericht hat er nämlich auch noch von einer
Ansatztendinopathie am Trochanter major links gesprochen (vgl. act. G 12.1.6).
Schliesslich ist auffallend, dass im Bericht zur Skelettszintigraphie eine pathologische
Anreicherung nicht nur am Malleolus medialis links, sondern auch an der rechten
Patella sowie in den beiden Akromioklavikulargelenken erwähnt ist (vgl. act. G 12.1.7
S. 1), was ebenfalls dagegen spricht, dass der Unfall zu dieser Mehrspeicherung
geführt hat. Die Patella rechts war vom Unfall nämlich nicht betroffen gewesen. Nach
dem Gesagten ist eine Unfallkausalität der Mehrspeicherung am Malleolus medialis
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgewiesen. Demnach erweist sich die
von der Beschwerdegegnerin per 31. Dezember 2018 vorgenommene
Leistungseinstellung auch unter dem Gesichtspunkt dieses neu vorgebrachten Leidens
als rechtmässig.
4.
4.1. Zusammenfassend erweist sich die von der Beschwerdegegnerin vorgenommene
Leistungseinstellung per 31. Dezember 2018 als rechtmässig, weshalb die Beschwerde
abzuweisen ist.
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4.2. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
4.3. Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der
Rechtsvertretung des Beschwerdeführers. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art.
61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (HonO; sGS 963.75)
pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. In der vorliegend zu beurteilenden
Angelegenheit erscheint mit Blick auf vergleichbare Fälle sowie unter Berücksichtigung
der eingereichten Honorarnote (vgl. act. G 16.1) eine pauschale Parteientschädigung
von Fr. 4'100.-- als angemessen. Diese ist um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3
Anwaltsgesetz [AnwG; sGS 963.70]). Somit entschädigt der Staat den Rechtsvertreter
des Beschwerdeführers pauschal mit Fr. 3'280.-- (inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer). Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist
zur Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der
Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes
über die Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).