Decision ID: dacea54d-a205-40ec-aefc-f045adb8bb8d
Year: 2009
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
W._,
Beschwerdeführerin,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
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Sachverhalt:
A.
A.a W._, geboren 1960, meldete sich am 15. Juli 2005 zum Bezug von IV-
Rentenleistungen an. Sie erwähnte, an starken Rückenschmerzen zu leiden (act. G 7.1).
Der behandelnde Dr. med. A._, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, diagnostizierte
im Arztbericht vom 27. Juli 2005 Restbeschwerden rechts paravertebral bei Status
nach Repositions-TLIF L5/S1 mit nonoprotalem Zugang rechts sowie Spongiosa-
Entnahme rechts dorsal am 17. November 2004 (vgl. zum Operationsbericht act.
G 7.26.16 f.) bei chronischer Lumboischialgie rechts bei Spondylolyse L5 mit Olisthese
L5/S1. In der bisherigen Tätigkeit als kaufmännische Angestellte (vgl. act. G 7.15)
bestehe vom 16. November 2004 bis 13. Februar eine 100%ige, vom 14. Februar bis
19. April 2005 eine 70%ige und seit dem 20. April 2005 bis auf Weiteres eine 50%ige
Arbeitsunfähigkeit. Für andere Tätigkeiten hielt er die Versicherte ebenfalls zu 50%
arbeitsunfähig (act. G 7.13). Seit 1. Januar 2006 ging die Beschwerdeführerin im
Rahmen eines 50%igen Arbeitspensums einer selbstständigen Tätigkeit als
Nageldesignerin nach (act. G 7.27). Dr. med. B._, Oberassistenzarzt der Klinik für
Orthopädische Chirurgie des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG), berichtete am
14. Februar 2006, dass der Beschwerdeführerin die mittlerweile aufgenommene
Tätigkeit als Nageldesignerin sowie andere leidensadaptierte Tätigkeiten zu 4 Stunden
täglich zumutbar seien (act. G 7.26.1 f.).
A.b Am 18. Mai 2006 nahm die IV-Stelle eine Abklärung im Haushaltsbereich vor. Im
Abklärungsbericht vom 2. Juni 2006 hielt die Abklärungsperson fest, dass die
Versicherte ohne gesundheitliche Beeinträchtigung im Ausmass von 90% einer
Erwerbstätigkeit nachgehen würde. Sie sei deshalb mit 10% als Hausfrau zu
qualifizieren. Die Abklärungsperson ermittelte eine Einschränkung von 25% im
Haushaltsbereich (act. G 7.36).
A.c Dr. med. C._ vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) bezeichnete die von den
involvierten Fachärzten und vom langjährigen behandelnden Arzt bescheinigte 50%ige
Arbeitsunfähigkeit in der Stellungnahme vom 6. Juni 2006 als nachvollziehbar (act.
G 7.37). Mit Vorbescheid vom 5. Juli 2006 stellte die IV-Stelle der Versicherten in
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Aussicht, aufgrund eines ermittelten Invaliditätsgrades von 47% ab 1. November 2005
eine Viertelsrente auszurichten (act. G 7.47).
A.d Der behandelnde Schmerztherapeut, Prof. Dr. med. D._, Facharzt FMH für
Anästhesiologie, berichtete dem Hausarzt Dr. A._ am 26. Juli und 22. August 2006,
dass die involvierte Psychologin (lic. phil. E._, im Nachgang zu ihrer Beurteilung vom
13. Juli 2006, act. G 7.64.4 ff.) mitgeteilt habe, eine psychotherapeutische Behandlung
der Versicherten sei angezeigt. Diese habe darauf verhalten reagiert und gemeint, dass
sie ihre Probleme selbst lösen müsse (act. G 7.56.6 ff.).
A.e Im gegen den Vorbescheid vom 5. Juli 2006 gerichteten Einwand vom 1.
September 2006 (Datum Posteingang) brachte die Versicherte vor, dass sie nicht bloss
zu 90% als kaufmännische Angestellte tätig gewesen sei, sondern auch mindestens zu
10% im Betrieb des Ehegatten mitgearbeitet habe. Ferner sei auch zu berücksichtigen,
dass sie als selbstständige Nageldesignerin in geringem Umfang arbeite. Den Haushalt
habe sie neben der Erwerbstätigkeit am Wochenende erledigt. Ihr Sohn besuche
mittlerweile eine Privatschule. Bisher habe sie den Mittwochnachmittag für den Sohn
freigehalten. Dies sei jetzt nicht mehr erforderlich. Hingegen seien die finanziellen
Bedürfnisse durch Ausbildungskosten gestiegen. Aus dem Antrag auf
Arbeitslosenentschädigung (vgl. hierzu act. G 7.53.2) sei ersichtlich, dass sie eine
Vollzeitbeschäftigung angestrebt habe - Ausmass einer möglichen Erwerbstätigkeit
20 Stunden pro Woche plus 50% Arbeitsunfähigkeit ergäben eine
Vollzeitbeschäftigung. Daher sei sie als Vollerwerbstätige zu qualifizieren. Weiter
beanstandet sie die Ermittlung des Valideneinkommens. Ohne Gesundheitsschaden
hätte sie im Rahmen eines 90%igen Arbeitspensums einen Jahresverdienst von
Fr. 84'500.-- erzielen können. Ausserdem habe ihr der bisherige Arbeitgeber eine
besser bezahlte Stellung in der Geschäftsleitung (Jahresverdienst ca. Fr. 93'600.--)
angeboten. Diese Stelle habe sie aus gesundheitlichen Gründen nicht annehmen
können (act. G 7.51). Der Einwandeingabe lag ein ärztliches Zeugnis von Dr. A._ bei.
Darin berichtet dieser, dass die von ihm bisher attestierte 50%ige Arbeitsunfähigkeit
deutlich durch die Nebenwirkungen der von der Versicherten einzunehmenden starken
Medikamente (Tramal und Mephadolor) vermindert sei. Er bescheinigte daher
gegenüber dem Krankentaggeldversicherer ab 3. Juni 2006 eine 75%ige
Arbeitsunfähigkeit (act. G 7.52).
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A.f Die IV-Stelle beauftragte daraufhin am 19. Oktober 2006 das Medizinische
Gutachtenzentrum St. Gallen (MGSG) mit einer interdisziplinären (orthopädischen und
psychiatrischen) Begutachtung (act. G 7.60).
A.g Dr. D._ stellte im Arztbericht vom 5. Dezember 2006 die Diagnosen eines
lumbovertebralen Schmerzsyndroms bei Status nach Rückenoperation am
17. November 2004 und einer depressiven Verstimmung. Für schwere körperliche
Arbeit sei die Versicherte zu 100% arbeitsunfähig. Für behinderungsangepasste
wechselbelastende Tätigkeiten bestehe eine 50%ige Arbeitsfähigkeit (act. G 7.64.1 ff.).
A.h Am 3. April 2007 wurde die Versicherte von Dr. med. F._, Facharzt FMH für
orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, begutachtet.
Die psychiatrische Begutachtung fand am 5. Juni 2007 durch Dr. med. G._, Facharzt
für Neurologie und Psychiatrie, statt. Die Experten diagnostizierten im Gutachten vom
8. Juni 2007 eine Pseudarthrose bei Status nach Repositions-TLIF L5/S1 mit
monopolarem Zugang rechts 11/04 bei Spondylose L5 mit Olisthesis L5/S1 Grad I
nach Meyerding, eine Präadipositas und eine Anpassungsstörung bei somatischem
Schmerzsyndrom und psychosozialer Belastung. Als Nebendiagnosen sind ein
Nikotinabusus, eine chronische Behandlung mit Opioiden und eine Migräne aufgeführt.
Betreffend die Zumutbarkeit einer leidensadaptierten Tätigkeit hielten die Gutachter
fest, dass körperlich leichte Tätigkeiten in temperierten Räumen, die
abwechslungsweise sitzend und stehend durchgeführt werden können, ohne dass
dabei regelmässig gebückte Körperhaltungen eingenommen und Gegenstände über
10 kg gehoben oder getragen werden müssten, bei voller Stundenpräsenz zu ca. 75%
zumutbar seien. Aus psychiatrischer Sicht bestehe für eine Verweistätigkeit mit klarer
Aufgabenstellung, keinem erhöhten Zeitdruck und keiner Mehrfachbelastung eine
65%ige Arbeitsfähigkeit. Die Arbeitsfähigkeit als Büroangestellte betrage bei voller
Stundenpräsenz 50% (act. G 7.68.1 ff.).
A.i Mit Vorbescheid vom 26. Juli 2007 stellte die IV-Stelle eine Ablehnung des
Rentenanspruchs in Aussicht. Sie ermittelte gestützt auf die gutachterliche
Arbeitsfähigkeitsschätzung einen rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 34%
(Teilinvalidität im Erwerbsbereich von 31.5% und im Haushaltsbereich von 2.5%) und
teilte mit, dass dieser Vorbescheid denjenigen vom 5. Juli 2006 ersetze (act. G 7.71).
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B.
B.a Dagegen erhob die Versicherte am 13. September 2007 Einwand. Sie führte aus,
dass ihr eine Erwerbstätigkeit im Umfang von 65% nicht möglich sei. Seit der
Behandlung im April 2007 habe sich die Rückensituation weiter verschlechtert; als
Nageldesignerin könne sie wegen der dabei erforderlichen schiefen Körperhaltung
nicht mehr tätig sein. Bezüglich ihrer Kritik an der Vornahme der gemischten Methode
und am Einkommensvergleich verwies sie auf ihre früheren Stellungnahmen. Die
Versicherte ersuchte die IV-Stelle, mit Erlass der Verfügung bis zum Vorliegen der
Ergebnisse der von ihr in Auftrag gegebenen medizinischen Abklärungen bis Ende
Oktober 2007 zuzuwarten (act. G 7.80).
B.b Am 8. Oktober 2007 verfügte die IV-Stelle, dass aufgrund des ermittelten
Invaliditätsgrades von 34% kein Rentenanspruch bestehe. Zur Begründung gab sie an,
dass aufgrund des erstmaligen Einwandes auf den Vorbescheid vom 5. Juli 2006 ein
umfassendes orthopädisches/psychiatrisches Gutachten durchgeführt worden sei.
Dieses sei nachvollziehbar und einwandfrei. Im Einwand vom 13. September 2007
würden keine neuen Fakten geltend gemacht (act. G 7.83).
C.
C.a Die Beschwerdeführerin beantragt in ihrer Beschwerde vom 7. November 2007 die
Aufhebung dieser Verfügung und die Zusprache einer Rente zum frühstmöglichen
Termin. Sie ersucht ferner um Befreiung von den Prozesskosten. Sie rügt abermals die
Anwendung der gemischten Methode, die Bestimmung des Valideneinkommens sowie
die von der Beschwerdegegnerin angenommene Arbeitsfähigkeit. Da sie ein
Gegengutachten in Auftrag gegeben habe, ersucht sie bis zu dessen Vorliegen um
Sistierung des Beschwerdeverfahrens (act. G 1).
C.b Am 15. November 2007 teilt die Verfahrensleitung des Versicherungsgerichts der
Beschwerdeführerin mit, dass dem Sistierungsgesuch entsprochen werde (act. G 3).
Dem Gesuch um Befreiung der Prozesskosten könne aufgrund ihrer Einkommens- und
Vermögenssituation nicht stattgegeben werden (act. G 2).
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C.c Mit Eingabe vom 31. März 2008 reicht die Beschwerdeführerin eine Stellungnahme
des REM Institut für Expertisen in Medizin und Recht vom 21. Januar 2008 (act. G 4.1)
ein. Daraus lasse sich entnehmen, dass das von der Beschwerdegegnerin in Auftrag
gegebene MGSG-Gutachten mit erheblichen Mängeln behaftet sei und daher bei der
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht darauf abgestellt werden könne. Sie beantragt die
Durchführung einer erneuten medizinischen Begutachtung (act. G 4).
C.d Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 29. Mai 2008
die Beschwerdeabweisung. Sie macht geltend, dass die REM-Stellungnahme die
Aussagekraft und die Beweistauglichkeit des MGSG-Gutachtens nicht zu erschüttern
vermöge. Mit Blick auf die Qualifikation der Beschwerdeführerin als Teilerwerbstätige
hält sie fest, dass diese bis vor Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu
90% gearbeitet habe. Sie habe ferner anlässlich der Abklärung an Ort und Stelle
erwähnt, dass sie bei voller Gesundheit weiterhin in diesem Ausmass gearbeitet hätte.
Die Fortführung des 90%-Pensums erscheine wahrscheinlicher, zumal keine finanzielle
Notwendigkeit für die Erhöhung auf ein Vollzeitpensum auszumachen sei. Für das
Valideneinkommen sei von einem Betrag von Fr. 84'000.-- auszugehen. Dieses bilde
auch Ausgangspunkt für das Invalideneinkommen unter Berücksichtigung einer
65%igen Arbeitsfähigkeit. Daraus resultiere für den Erwerbsbereich ein
Teilinvaliditätsgrad von 28%. Anlässlich der Haushaltsabklärung sei für den
Haushaltsbereich ein Teilinvaliditätsgrad von 25% ermittelt worden. Insgesamt
resultiere ein rentenausschliessender Gesamtinvaliditätsgrad von 28% (act. G 7).
D.
D.a Die Beschwerdeführerin bringt in der Replik vom 25. August 2008 vor, dass der
Standpunkt der Beschwerdegegnerin nicht zutreffe, es habe keine finanzielle
Notwendigkeit zur Erhöhung auf ein Vollzeitpensum bestanden. Denn sie lebe heute
von ihrem Ehemann getrennt. Dieser werde die Scheidung einreichen. Umso mehr sei
sie auf jeden zusätzlichen Verdienst angewiesen. Die von der Beschwerdegegnerin
vorgenommene Berechnung des Valideneinkommens sei fehlerhaft. Vielmehr sei bei
einem 90%-Pensum von einem Valideneinkommen von Fr. 84'500.-- (13 x Fr. 6'500.--)
auszugehen. Ohnehin sei aber von einem 100%igen Erwerbspensum und einem
Valideneinkommen von Fr. 93'600.-- auszugehen (act. G 11). Zur Untermauerung ihrer
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Kritik am MGSG-Gutachten reicht die Beschwerdeführerin eine Stellungnahme des
REM vom 12. August 2008 ein (act. G 11.1).
D.b In der Duplik vom 9. September 2008 stellt sich die Beschwerdegegnerin auf den
Standpunkt, dass die erneute Stellungnahme des REM nicht überzeugend sei und die
Beweiskraft des MGSG-Gutachtens nicht erschüttere. An der beanstandeten
Qualifikation als Teilerwerbstätige sei festzuhalten. Das korrigierte Valideneinkommen
betrage Fr. 84'500.-- und das Invalideneinkommen Fr. 61'028.--. Der Invaliditätsgrad
im Erwerbsbereich betrage unverändert 28% (act. G 13).

Erwägungen:
1.
Im vorliegenden Beschwerdeverfahren bildet einzig der Rentenanspruch der
Beschwerdeführerin Streitgegenstand.
2.
Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil
in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei
der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V
467 E. 1), und weil bei der Beurteilung ferner auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses
der streitigen Verfügung (vorliegend 8. Oktober 2007; act. G 7.83) eingetretenen
Sachverhalt abzustellen ist (BGE 121 V 366 E. 1b), sind vorliegend die bis zum
31. Dezember 2007 geltenden materiellen Bestimmungen anzuwenden.
2.1 Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit, es sei denn, eine versicherte Person sei vor dem Eintritt der
Gesundheitsbeeinträchtigung nicht erwerbstätig gewesen, und es habe ihr auch nicht
zugemutet werden können, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. In diesem Fall gilt
gemäss Art. 8 Abs. 3 ATSG die Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
als Invalidität. Die Invalidität gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG wird durch einen
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Einkommensvergleich ermittelt (Art. 16 ATSG). Die Methode zur Bemessung der
konkreten Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wird vom ATSG nicht
geregelt. Diese Lücke füllt aArt. 28 Abs. 2 IVG: Es ist darauf abzustellen, in welchem
Mass die betreffende Person behindert ist, sich im Aufgabenbereich zu betätigen. Als
Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen Person gelten insbesondere die übliche
Tätigkeit im Haushalt, die Erziehung der Kinder sowie gemeinnützige und künstlerische
Tätigkeiten (Art. 27 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]).
2.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen
Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V
261 E. 4 mit Hinweisen). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen
festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine
zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Diese
Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen
Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht. Führen die im
Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes von Amtes wegen vorzunehmenden
Abklärungen den Versicherungsträger oder das Gericht bei umfassender, sorgfältiger,
objektiver und inhaltsbezogener Beweiswürdigung (BGE 132 V 400 E. 4.1) zur
Überzeugung, ein bestimmter Sachverhalt sei überwiegend wahrscheinlich (BGE 126 V
360 E. 5b mit Hinweisen) und es könnten weitere Beweismassnahmen an diesem
feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern, so liegt im Verzicht auf die Abnahme
weiterer Beweise keine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör oder des
Untersuchungsgrundsatzes (SVR 2001 IV Nr. 10 S. 28 E. 4b mit Hinweisen).
2.3 Die Rechtsprechung hat es mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als
vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und
Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b). Das
im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholte Gutachten von externen
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Spezialärzten, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie
nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu
schlüssigen Ergebnissen gelangen, besitzt bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft,
solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE
125 V 351 E. 3b/bb). Dies bedeutet nicht, dass Parteigutachten durch den Umstand
allein, dass sie von einer Partei eingeholt und in das Verfahren eingebracht wurden,
ohne weiteres minder beweiskräftig sind. Denn auch sie können nützliche Äusserungen
zum medizinischen Sachverhalt enthalten. Daraus folgt wiederum nicht, dass sie den
gleichen Rang wie ein vom Gericht oder vom Sozialversicherer nach dem
vorgegebenen Verfahrensrecht eingeholtes Gutachten besitzen. Relevant werden sie
nur, wenn ihre Aussagen die Auffassungen und Schlussfolgerungen des förmlich
bestellten Gutachtens in rechtserheblichen Fragen derart zu erschüttern vermögen,
dass davon abzuweichen wäre (BGE 125 V 351 E. 3c). Was Berichte von Hausärzten
angeht, so darf diesen nicht zum Vorneherein jede Glaubwürdigkeit abgesprochen
werden. Indes muss die Erfahrungstatsache mitberücksichtigt werden, dass Hausärzte
mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher
zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc; Urteil des
Bundesgerichts vom 21. Dezember 2005, 4P.254/2005, E. 4.2).
2.4 Für die Invaliditätsbemessung im Haushalt stellt der nach Massgabe der
Verwaltungsweisungen des BSV (Kreisschreiben über Invalidität und Hilflosigkeit in der
Invalidenversicherung [KSIH], Stand bis 31. Dezember 2007) eingeholte
Abklärungsbericht im Haushalt eine geeignete und im Regelfall genügende Grundlage
dar.
3.
3.1 Umstritten ist zwischen den Parteien vorab die Frage, ob die Beschwerdeführerin
im Gesundheitsfall lediglich zu 90% oder vollzeitlich einer Erwerbstätigkeit nachgehen
würde.
3.2 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als
nichterwerbstätig einzustufen ist, ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen
unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung
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bestünde (BGE 125 V 150 E. 2c). Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen
sind nach der Rechtsprechung die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen
Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber
Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die
persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Die Statusfrage beurteilt
sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verfügung
entwickelt hätten, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall
ausgeübten (Teil-) Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 125 V 150
E. 2c; BGE 117 V 194 f. E. 3b; AHI 1997 S. 288 ff. E. 2b je mit Hinweisen). Die konkrete
Situation und die Vorbringen der Versicherten sind nach Massgabe der allgemeinen
Lebenserfahrung zu würdigen. Zu beachten ist allerdings, dass der Entscheid über die
Statusfrage immer ein solcher über eine Hypothese bleibt, da sie sich immer stellt,
wenn in Wirklichkeit eine gesundheitliche Beeinträchtigung (schon seit längerer oder
kürzerer Zeit) eingetreten ist. Die Arbeitseinteilung in der Vergangenheit kann für die
massgebliche Hypothese nur ein Indiz darstellen; die spätere reale Einteilung ist
andererseits meist bereits durch die Invalidität beeinflusst (nicht veröffentlichter
Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 2. Februar 2006,
IV 2005/53).
3.3 Im vorliegenden Fall gab die Beschwerdeführerin im Abklärungsbericht vom 2. Juni
2006 zwar an, dass sie im Gesundheitsfall im Rahmen eines 90%igen Pensums
erwerbstätig sein würde (act. G 7.36.2). Zu beachten ist allerdings, dass diese "90%"
gemäss der von der Beschwerdegegnerin selbst vorgenommenen Einschätzung einer
wöchentlichen Leistung von 42 Stunden entsprochen hat (act. G 7.15.2). Die
Beschwerdeführerin hätte gemäss dieser Einschätzung sogar etwas mehr als die
betriebsübliche Arbeitszeit für Vollerwerbstätige (gemäss Bundesamt für Statistik,
Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, hat die betriebsübliche
wöchentliche Arbeitszeit im Sektor 3 Dienstleistungen im Jahr 2004 41.7 Stunden
betragen) geleistet. Ins Gewicht fällt aber, dass sie glaubhaft dargelegt hat, sie sei
nebenbei für das Geschäft ihres Ehegatten tätig gewesen und habe noch in einem
geringen Umfang als Nageldesignerin gearbeitet (act. G 7.51 und G 11). An den
Mittwochnachmittagen habe sie jeweils die Büroarbeiten ihres Ehegatten erledigt. Der
Umfang dieser Tätigkeit habe einem 10%igen Pensum entsprochen. Diese Angaben
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erscheinen nicht zuletzt mit Blick auf die von ihr erstellte geschäftliche Korrespondenz
für den Kleinbetrieb des Ehegatten (Briefe, Rechnungen, etc.) als nachvollziehbar (vgl.
act. G 11.2 ff.). Weiter ist auch zu beachten, dass die Beschwerdeführerin gegenüber
ihrem Sohn keine Betreuungspflichten zu erfüllen hat, die mit einer
Vollzeiterwerbstätigkeit kontrastieren würden und dass sie aufgrund ihrer bereits im Juli
2006 absehbaren Trennung von ihrem Ehegatten (vgl. act. G 7.64.5 f.) einen höheren
finanziellen Bedarf aufweist. Demgegenüber sind keine objektiven Umstände
ersichtlich, die gegen die Aufnahme einer Vollzeittätigkeit sprechen. Es ist somit mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin im
Gesundheitsfall vollzeitlich erwerbstätig wäre.
4.
4.1 Zu prüfen ist weiter die Frage, ob die medizinische Situation der
Beschwerdeführerin rechtsgenüglich geklärt ist. Die Beschwerdegegnerin stützte sich
bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit auf das interdisziplinäre MGSG-Gutachten vom
8. Juni 2007 (act. G 7.68). Die Beschwerdeführerin rügt dieses gestützt auf die
Stellungnahmen des REM (act. G 4.1 und G 11.1) als mangelhaft.
4.2 In der Tat bestehen erhebliche Mängel an der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
durch die MGSG-Gutachter. Ins Gewicht fällt bei der Würdigung, dass Dr. F._ aus
rein orthopädischer Sicht die Arbeitsfähigkeit als Büroangestellte bei voller
Stundenpräsenz auf 50% schätzte und diese Arbeit der von ihm umschriebenen
Verweisungstätigkeit (körperlich leichte Tätigkeiten in temperierten Räumen, die
abwechslungsweise sitzend und stehend durchgeführt werden können, ohne dass
dabei regelmässig gebückte Körperhaltungen eingenommen und Gegenstände über
10 kg gehoben oder getragen werden müssen) im Wesentlichen entspricht. Das
Gutachten wurde in der Stellungnahme des RAD vom 12. Juli 2007 auch dahingehend
gewürdigt, dass die bisherige Bürotätigkeit einer leidensadaptierten Tätigkeit
entspreche (act. G 7.70.2). Ohne Begründung bemisst Dr. F._ jedoch die zumutbare
Arbeitsfähigkeit für die von ihm umschriebene Verweisungstätigkeit im Vergleich zu der
bisherigen Bürotätigkeit erheblich höher mit 75% (act. G 7.68.6). Die unterschiedliche
Bemessung - die auch in der interdisziplinären Einschätzung ihren Niederschlag
gefunden hat (act. G 7.68.7) - ist nicht nachvollziehbar. Die erhebliche Diskrepanz hätte
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im Rahmen einer lege artis erstatteten Expertise zumindest einer fassbaren Erklärung
bedurft. Dies umso mehr als der RAD-Arzt und der behandelnde Arzt bereits vor der
Erstellung des Gutachtens mit Blick auf die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung die bisherige
Tätigkeit einer Verweisungstätigkeit gleichgestellt haben (vgl. die RAD-Stellungnahme
vom 6. Juni 2006, act. G 7.37.2; Arztbericht Dr. A._ vom 27. Dezember 2005, act.
G 7.21.4).
4.3 Ferner wird die Gesamtbeurteilung der Arbeitsfähigkeit im MGSG-Gutachten dem
Zweck einer interdisziplinären Begutachtung nicht gerecht. Dieser besteht gerade
darin, alle relevanten Gesundheitsschädigungen zu erfassen und die daraus jeweils
abgeleiteten Einflüsse auf die Arbeitsfähigkeit würdigend in einem Gesamtergebnis
auszudrücken. Denn eine einfache Addition verschiedener Teilarbeitsunfähigkeiten
kann je nach den konkreten Fallmerkmalen ein zu hohes oder aber auch zu niedriges
Ergebnis zeitigen (SVR 2008 IV Nr. 15 S. 44, E. 2.1). Entsprechend vermag bei
mehreren fachärztlich ausgewiesenen Teilarbeitsunfähigkeiten das isolierte Abstellen
lediglich auf die Teilarbeitsunfähigkeit einer Fachdisziplin ohne nähere
Auseinandersetzung und Diskussion des Verhältnisses zu den übrigen
Teilarbeitsunfähigkeiten nicht zu überzeugen. Vorliegend diskutierten die Dres. F._
und G._ nicht, ob und inwiefern sich die in den jeweiligen Fachgebieten geschätzten
Teilarbeitsunfähigkeiten überschneiden bzw. die Gesamtbeurteilung beeinflussen.
Vielmehr stellten sie ohne jegliche Begründung bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
in der bisherigen Tätigkeit als Büroangestellte allein auf die von Dr. F._ vertretene
Auffassung ab (50% Arbeitsunfähigkeit), während bei der Bestimmung der
Arbeitsfähigkeit in leidensadaptierten Tätigkeiten dann wieder allein auf die
psychiatrische Schätzung verwiesen wird (35% Arbeitsunfähigkeit; act. G 7.68.7).
Damit bringen die MGSG-Gutachter zum Ausdruck, dass die psychischen
Beschwerden bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in der Tätigkeit als
Büroangestellte vollständig durch die somatischen Beeinträchtigungen konsumiert
werden. Im Gegensatz hierzu lassen sie aber dann die somatischen Beschwerden bei
der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit für leidensadaptierte Tätigkeiten vollständig
durch die psychischen Beschwerden konsumieren. Die vollständige Konsumation der
somatischen durch die psychischen Beschwerden - hinsichtlich einer
leidensadaptierten Tätigkeit - verträgt sich auch schlecht mit dem Umstand, dass
sämtliche anderen involvierten Ärzte, Fachärzte und insbesondere auch der RAD-Arzt -
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einlässlich begründet - allein gestützt auf die somatischen Diagnosen für eine
leidensadaptierte Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 50% bescheinigten
(vgl. etwa act. G 7.13.4, G 7.26.2, G 7.26.11, G 7.26.13, G 7.37.2 und G 7.64.3). Zu
beanstanden ist damit, dass keine Abstimmung und Diskussion zwischen den
Erkenntnissen aus der somatischen und jenen aus der psychiatrischen Untersuchung
stattgefunden haben.
4.4 Gegen die Qualität des MGSG-Gutachtens spricht weiter, dass sich die Experten
nicht mit den zahlreichen anderslautenden ärztlichen Einschätzungen (vgl. etwa act.
G 7.13.4, G 7.26.2, G 7.26.11, G 7.26.13, G 7.37.2 und G 7.64.3) auseinandersetzten
und die Gründe für die eigene abweichende Beurteilung der Leistungsfähigkeit nicht
benannten.
4.5 Insgesamt ergibt sich, dass an der Aussagekraft der MGSG-Einschätzung
erhebliche Zweifel bestehen und somit nicht darauf abzustellen ist. Ob auch die vom
REM dagegen erhobenen Rügen stichhaltig sind, kann vor diesem Hintergrund offen
gelassen werden. Wie die Beschwerdeführerin zu Recht geltend macht, erweist sich die
medizinische Situation als noch nicht rechtsgenüglich abgeklärt. Entsprechend ihrem
Antrag (act. G 4, S. 3) ist daher die Sache in Gutheissung der Beschwerde an die
Beschwerdegegnerin zur Vornahme einer interdisziplinären (orthopädischen/
psychiatrischen) Begutachtung zurückzuweisen. Hernach wird die
Beschwerdegegnerin erneut über einen allfälligen Rentenanspruch zu befinden haben.
4.6 Was die von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Ermittlung des
Invalideneinkommens anbelangt, vermag ihr Vorgehen gestützt auf die bisher
ergangene Aktenlage nicht zu überzeugen. Sie stellte hierfür auf den bis zum Eintritt
des Gesundheitsschadens erzielten Jahresverdienst ab. Angesichts dessen, dass das
damalige Arbeitsverhältnis aufgelöst worden ist (act. G 7.15.1) und die
Beschwerdeführerin - nach Auffassung der Beschwerdegegnerin - ihre verbliebene
Arbeitsfähigkeit nicht in zumutbarer Weise ausschöpft, wäre für die Ermittlung des
Invalideneinkommens grundsätzlich auf Durchschnittslöhne abzustellen. Da die
medizinische Situation als Grundlage für die Bestimmung des Invalideneinkommens
noch nicht hinreichend geklärt ist, kann die Frage nach dem zu berücksichtigenden
Invalideneinkommen jedoch offen gelassen werden.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/14
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
5.
In Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung vom 8. Oktober 2007
aufzuheben. Die Sache ist zur weiteren Abklärung und neuer Verfügung im Sinn der
Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Das Beschwerdeverfahren
ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig
vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1
IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint als angemessen. Die
Beschwerdegegnerin unterliegt vollumfänglich. Sie hat deshalb die gesamte
Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der geleistete Kostenvorschuss von
Fr. 600.-- wird der Beschwerdeführerin zurückerstattet.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG