Decision ID: 6c8bb257-142e-530f-9bba-18d0cd041620
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherter) war als Kundenmaurer bei der B._ AG tätig und
dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen
von Unfällen versichert, als dieser am 21. Dezember 2015 durch die Arbeitgeberin
gemeldet wurde, der Versicherte sei am 16. Dezember 2015 bei Vorbereitungen für
Bohrungen in einem Schacht aus Versehen mit dem linken Bein in den Schacht
getreten; er habe sich mit der linken Hand abgestützt, wobei es ihm einen Zwick in die
linke Schulter gegeben habe (Suva-act. 1). Eine Erstbehandlung hatte am 17.
Dezember 2015 durch den Hausarzt, Dr. med. C._, Allgemeine Medizin FMH,
stattgefunden, der die Befunde schmerzhafte Bewegungseinschränkung und lokale
Dolenz erhoben, den Versicherten ab 17. Dezember 2015 bis auf Weiteres 100%
arbeitsunfähig geschrieben und ihn für eine MRT-Untersuchung des linken
Schultergelenks dem Röntgeninstitut D._ zugewiesen hatte (Suva-act. 13). Das MRT
vom 18. Dezember 2015 hatte eine 1.2 cm breite Komplettruptur der ventralen
Supraspinatussehne bei einer Stumpfretraktion um 0.8 cm, partielle Rupturen der
mittleren und dorsalen Supraspinatus- und der ventralen Infraspinatussehne, eine
Tendopathie der Subskapularissehne, eine leichtgradige AC-Gelenksarthrose sowie
subakromiale Osteophyten gezeigt (Suva-act. 3). Dr. C._ hatte den Versicherten
daraufhin an Dr. med. E._, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates, Sportmedizin SGSM, überwiesen, der
anlässlich einer Untersuchung vom 22. Dezember 2015 die Diagnose einer
posttraumatischen Supraspinatussehnenruptur links nach Trauma am 16. Dezember
2015 stellte und weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestierte. Dr. E._
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verordnete versuchsweise eine konservative Therapie mit Physiotherapie, vereinbarte
allerdings bereits einen provisorischen Operationstermin für Mitte Februar, um im
gegebenen Fall keine Zeit zu verlieren (Suva-act. 8 f., vgl. auch Suva-act. 14). Mit
Schreiben vom 29. Dezember 2015 sicherte die Suva dem Versicherten die Vergütung
der Heilbehandlungskosten sowie die Entrichtung von Taggeldern zu (Suva-act. 4, vgl.
auch Suva-act. 5 ff., 11).
A.b Gestützt auf eine kreisärztliche Kurzbeurteilung von Dr. med. F._, Facharzt für
Chirurgie FMH, vom 13. Januar 2016, wonach der Unfall vom 16. Dezember 2015 zu
einer vorübergehenden Verschlimmerung des Gesundheitszustandes geführt habe und
der Status quo sine per 31. Januar 2015 (richtig: 2016) erreicht sein werde (Suva-act.
16), teilte die Suva dem Versicherten mit Schreiben vom 13. Januar 2016 die
Einstellung ihrer Leistungen per 31. Januar 2016 mit (Suva-act. 17).
A.c Mit Schreiben vom 19. Januar 2016 verlangte der Versicherte eine anfechtbare
Verfügung (Suva-act. 20), worauf die Suva den Schadenfall mit Ersuchen um eine
ausführliche medizinische Begründung nochmals Dr. F._ vorlegte (Suva-act. 22). In
der kreisärztlichen Beurteilung vom 26. Januar 2016 bekräftigte Dr. F._ einen Status
quo sine per 31. Januar 2016 nach der beim Unfall vom 16. Dezember 2015
eingetretenen vorübergehenden Verschlimmerung eines vorbestehenden Zustands
(Suva-act. 23). Inzwischen hatte Dr. C._ gegenüber der Suva mit Schreiben vom 21.
Januar 2016 die Einstellung der Unfallversicherungsleistungen beanstandet (Suva-act.
22).
A.d Am 28. Januar 2016 bestätigte die Suva verfügungsweise die Einstellung ihrer
Leistungen per 31. Januar 2016 (Suva-act. 24).
B.
Die vom Versicherten am 17. Februar 2016 gegen diese Verfügung erhobene
Einsprache (Suva-act. 32) wies die Suva mit Einspracheentscheid vom 8. November
2016 ab (Suva-act. 40).
C.
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C.a Gegen diesen Einspracheentscheid erhob der Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführer) mit Eingabe vom 24. November 2016 Beschwerde und beantragte
sinngemäss, der Entscheid sei aufzuheben und es seien auch über den 31. Januar
2016 hinaus die gesetzlichen Leistungen zu erbringen (act. G 1).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 12. Januar 2017 beantragte die Suva (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde (act. G 3).
C.c Mit Replik vom 10. Februar 2017 (act. G 5) und Duplik vom 3. März 2017 (act. G 7)
hielten die Parteien an ihren Anträgen fest.

Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist die Rechtmässigkeit
der Leistungseinstellung der Beschwerdegegnerin per 31. Januar 2016.
2.
Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung
(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur
Änderung vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die
sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem
Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden
daher, nachdem ein Ereignis aus dem Jahr 2015 zur Diskussion steht, die bis 31.
Dezember 2016 gültigen Bestimmungen Anwendung.
3.
3.1 Ist die versicherte Person infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art.
6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[ATSG; SR 830.1]), so hat sie Anspruch auf ein Taggeld (Art. 16 UVG). Sie hat zudem
Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Art. 10 UVG).
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3.2
3.2.1 Angesichts der in Erwägung 3.1 angeführten gesetzlichen Bestimmungen
bildet die Unfallkausalität Anspruchsvoraussetzung für Taggeld- und
Heilkostenleistungen der Unfallversicherung. Eine Leistungspflicht des
Unfallversicherers besteht demnach nur für Gesundheitsschäden, die natürlich und
adäquat kausal mit einem versicherten Unfallereignis zusammenhängen (ALEXANDRA
RUMO-JUNGO/ANDRÉ PIERRE HOLZER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/
Basel/Genf 2012, S. 53 ff.). Für die Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen
natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das Gericht in der Regel
auf Angaben ärztlicher Experten oder Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem
adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht
nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist (BGE 129 V 181
E. 3.1, 123 III 110, 112 V 30; PVG 1984 Nr. 82, 174). Bei physischen Unfallfolgen hat
indessen die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der aus dem natürlichen
Kausalzusammenhang sich ergebenden Haftung des Unfallversicherers gegenüber
dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE
118 V 291 f. E. 3a). Ob ein natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist, beurteilt sich
nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit; die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die
Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen;
THOMAS LOCHER/THOMAS GÄCHTER, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4.
Aufl. Bern 2014, § 70 N. 58; RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 4).
3.2.2 Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss
das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines
Gesundheitsschadens mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
nachgewiesen sein. Da es sich bei der Rechtmässigkeit der Einstellung von
Versicherungsleistungen um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die
Beweislast nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV
2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2 mit Hinweisen; BGE 117 V 263 f. E. 3b). Diese muss jedoch
nicht den Beweis für unfallfremde Ursachen erbringen. Ebenso wenig geht es darum,
vom Unfallversicherer den negativen Beweis zu verlangen, dass kein
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Gesundheitsschaden mehr vorliege oder dass die versicherte Person nun bei voller
Gesundheit sei (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar
2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 31. August 2001, U
285/00, E. 5a). Welche Ursachen ein nach wie vor geklagtes Leiden hat, ist
unerheblich. Entscheidend ist allein, ob die unfallbedingten Ursachen eines
Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben, also dahingefallen sind.
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers bei einem durch den Unfall verschlimmerten
oder überhaupt erst manifest gewordenen krankhaften Vorzustand entfällt erst, wenn
entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand erreicht ist, wie er unmittelbar vor dem
Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach
dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustands auch ohne Unfall
früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine; vgl. zum Ganzen RKUV 1994 Nr. U
206 S. 328 f. E. 3b, mit Hinweisen; RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 54). Im Rahmen
der Prüfung des Dahinfallens der Leistungspflicht des Unfallversicherers genügt es
mithin für die Bejahung des fortbestehenden natürlichen Kausalzusammenhangs, wenn
der Unfall für die fragliche gesundheitliche Störung immer noch eine Teilursache
darstellt. Gemäss Art. 36 Abs. 1 UVG werden die Pflegeleistungen und
Kostenvergütungen sowie die Taggelder und Hilflosenentschädigungen nicht gekürzt,
wenn die Gesundheitsschädigung nur teilweise Folge eines Unfalls ist. Diese
Bestimmung beinhaltet eine Durchbrechung des Kausalitätsprinzips für Fälle, in denen
ein Gesundheitsschaden durch das Zusammenwirken konkurrierender, teils
unfallbedingter, teils unfallfremder Ursachen, bewirkt worden ist (Urteil des EVG vom
18. Februar 2003, U 287/02, E. 4.4). Trifft ein Unfall auf einen vorgeschädigten Körper
und steht medizinischerseits fest, dass weder der Status quo ante noch der Status quo
sine je wieder erreicht werden können, so spricht die Rechtsprechung von einer
"richtungsgebenden Verschlimmerung" (so etwa im Urteil des Bundesgerichts vom 25.
Oktober 2007, 8C_467/2007, E. 3.1; RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 54).
3.3 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die
urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln
sowie umfassend und pflichtgemäss, zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig
davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
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gestatten (UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2015, N 120 zu
Art. 61; BGE 125 V 252 E. 3a). Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis
der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V
352 E. 3a mit Hinweis). Auch den Berichten versicherungsinterner Ärzte oder Ärztinnen
kann rechtsprechungsgemäss Beweiswert beigemessen werden, sofern sie als
schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind
und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 135 V 467 ff. E. 4 und
BGE 125 V 353 f. E. 3b/ee, je mit Hinweisen). Art. 8 der Bundesverfassung (BV; SR 101)
und Art. 6 Ziff. 1 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten
(EMRK; SR 0.101) geben keinen formellen Anspruch auf versicherungsexterne
Begutachtung, wenn Leistungsansprüche streitig sind. Erachtet das
Sozialversicherungsgericht die rechtserheblichen tatsächlichen Entscheidgrundlagen
bei pflichtgemässer Beweiswürdigung als schlüssig, darf es den Prozess ohne
Weiterungen - insbesondere ohne Anordnung eines Gerichtsgutachtens - abschliessen.
In solchen Fällen sind an die Beweiswürdigung jedoch strenge Anforderungen zu
stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der
ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 471
E. 4.6; RKUV 1997 Nr. U 281 S. 281 E. 1a). Auch eine ärztliche Beurteilung aufgrund
der Akten, wie sie von Dr. F._ am 26. Januar 2016 (Suva-act. 23) erstellt wurde, ist
nicht an sich unzuverlässig. Für die Beweistauglichkeit entscheidend ist, dass
genügend Unterlagen von persönlichen Untersuchungen vorliegen (RKUV 1988 Nr. U
56 S. 371). Angesichts der obigen Darlegungen sprechen keine formellrechtlichen
Gründe gegen den Einbezug der kreisärztlichen Aktenbeurteilung von Dr. F._. Ob
letztlich auf diese abgestellt werden kann, ist im Rahmen der nachfol¬genden
materiellrechtlichen Beurteilung bzw. Beweiswürdigung zu prüfen.
4.
4.1 Vorliegend anerkannte die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht im
Zusammenhang mit dem Unfall vom 16. Dezember 2015 und erstattete entsprechend
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Heilkosten und richtete Taggelder für die ab 17. Dezember 2015 ärztlich attestierte
100%ige Arbeitsunfähigkeit aus. Dr. E._ bescheinigte dem Beschwerdeführer
anlässlich einer Konsultation vom 1. Februar 2016 offensichtlich im Hinblick auf einen
Arbeitsversuch eine 100%ige Arbeitsfähigkeit ab dem 2. Februar 2016 (Suva-act. 31,
35) und der Beschwerdeführer "benötigte" laut eigener Aussage ab dem Datum der
Leistungseinstellung (31. Januar 2016) keine Taggeldleistungen mehr (vgl. dazu act. G
5). Der Umstand, dass die Arbeitsfähigkeit zunächst im Rahmen eines Arbeitsversuchs
umgesetzt werden sollte (vgl. Suva-act. 31) und ihr mithin ein prognostischer Charakter
anhaftete, ist nicht von rechtlicher Relevanz. Der Arbeitsversuch verlief offenbar
erfolgreich und der Beschwerdeführer wurde von Dr. E._ auch am 8. März 2016 und
von seinem Hausarzt am 18. März 2016 zu 100% arbeitsfähig geschrieben (vgl. Suva-
act. 37). Weitere Arbeitsunfähigkeiten nach dem Datum der Leistungseinstellung sind
nicht aktenkundig. Streitgegenstand der vorliegenden Beschwerde bildet somit nur die
Einstellung der Heilkostenleistungen per 31. Januar 2016 bzw. eine über dieses
Einstellungsdatum hinausgehende Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin. Laut
Akten fanden über das Einstellungsdatum hinaus Konsultationen bei Dr. E._ (am 1.
Februar und 8. März 2016; vgl. Suva-act. 31, 36) und Dr. C._ (am 18. März 2016; vgl.
Suva-act. 37) statt. Zudem wurde dem Beschwerdeführer von Dr. E._ am 1. Februar
2016 eine weitere Serie Physiotherapie verordnet. Eine
Supraspinatussehnenrekonstruktion (vgl. Suva-act. 8) stand offenbar nicht mehr zur
Diskussion.
4.2 Der Vollständigkeit halber ist festzuhalten, dass ein Anspruch auf
Versicherungsleistungen in Bezug auf eine allfällige künftige Operation nicht zu prüfen
ist. Ein entsprechender Leistungsanspruch bedürfte erst im gegebenen Zeitpunkt einer
konkreten operationsbezogenen Beurteilung. Sowohl das Dahinfallen der Kausalität im
Rahmen eines fortdauernden Grundfalls als auch eine Leistungspflicht des
Unfallversicherers für einen Rückfall oder Spätfolgen (vgl. Art. 11 UVV) sind jederzeit
bzw. im gegebenen Zeitpunkt in Bezug auf den konkreten Sachverhalt zu prüfen (vgl.
Duplik vom 3. März 2017; act. G 7).
5.
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5.1 Die Beschwerdegegnerin begründet die Verneinung eines weiterdauernden
Anspruchs des Beschwerdeführers auf Heilkostensleistungen mit dem Dahinfallen jeder
kausalen Bedeutung des Unfalls vom 16. Dezember 2015 für die Schulterproblematik
links per 31. Januar 2016 und stützt sich dabei auf die Beurteilung ihres Kreisarztes Dr.
F._ vom 26. Januar 2016 (Suva-act. 23).
5.2 Für die Annahme unfallkausaler somatischer Restfolgen wird im Regelfall eine
strukturelle Läsion bzw. eine schlecht verheilte strukturelle Läsion als objektivierbares
Korrelat verlangt. Objektivierbar sind Untersuchungsergebnisse, die mittels apparativer
Untersuchungsmethoden (Röntgen, Computertomogramm, Arthroskopie) erhoben
worden sind (vgl. BGE 134 V 121 E. 9, 134 V 232 E. 5.1 mit Hinweisen, 117 V 363 E.
5d/aa; SVR 2007 UV Nr. 25 S. 81 E. 5.4 mit Hinweisen [U 479/05]; Urteil des
Bundesgerichts vom 7. August 2008, 8C_806/2007, E. 8.2 mit zahlreichen Hinweisen).
Beim Beschwerdeführer wurde am 18. Dezember 2015 und damit zeitnah zum
grundsätzlich unbestrittenen Unfallereignis vom 16. Dezember 2015 eine MRI-
Untersuchung durchgeführt, welche eine Komplettruptur der ventralen
Supraspinatussehne sowie partielle Rupturen der mittleren und dorsalen
Supraspinatus- sowie der ventralen Infraspinatussehne zur Darstellung brachte (Suva-
act. 3). Die Rotatorenmanschette kann grundsätzlich als Folge eines Traumas ein- oder
abreissen. Andererseits neigt sie zur Degeneration (vgl. dazu ALFRED M.
DEBRUNNER, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. Bern 2002, S. 412, 628,
724 f., 728 ff.; ROCHE LEXIKON, Medizin, 5. Aufl. München 2003, S. 1681;
PSCHYREMBEL, Klinisches Wörterbuch 2014, 267. Aufl. Berlin 2017, S. 1576, 1646).
Insofern setzt sich Dr. F._ in seiner Beurteilung nachvollziehbar mit der Frage
auseinander, ob es sich beim obgenannten bildgebenden Befund um eine direkte
Unfallverletzung oder einen degenerativen Vorzustand handelt. Der zeitnah erhobene
bildgebende Befund schliesst eine traumatisch bedingte Rotatorenmanschettenruptur
nicht aus. Auch der in der Schadenmeldung UVG vom 21. Dezember 2015 zeitgleich
mit dem Unfall beschriebene Zwick in der linken Schulter sowie die am folgenden Tag
von Dr. C._ klinisch erhobene Symptomatik einer schmerzhaften
Bewegungseinschränkung und lokalen Dolenz können als Hinweise auf eine
unfallbedingte Rotatorenmanschettenruptur betrachtet werden.
5.3
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5.3.1 Dennoch ist mit dem alleinigen Vorliegen einer
Rotatorenmanschetten(teil)ruptur nicht in jedem Fall auch mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit deren Unfallkausalität ausgewiesen. So führt nicht
jeder Unfall bzw. Unfallmechanismus zu einer Verletzung oder zumindest nicht zu einer
derart körperlich gravierenden, strukturellen Verletzung, dass anhaltende Beschwerden
deren Folge oder eine operative Behandlung notwendig wären. Insbesondere für
Rotatorenmanschettenläsionen werden in den medizinischen Fachartikeln konkrete
Verletzungsmechanismen beschrieben, welche zu einer traumatischen Sehnenruptur
führen können. Auch Dr. F._ nimmt in seiner Beurteilung auf die für die
Kausalitätsbeurteilung massgebende Komponente des Unfallmechanismus bzw. die
Art und Weise, wie dieser auf die Schulter eingewirkt hat, Bezug. Als potenziell
geeignete Verletzungsmechanismen werden genannt: das Abscheren des
Sehnenansatzes von innen, sobald der maximal zulässige Rotationswinkel
überschritten ist und der Sehnenansatz mit dem Pfannenrand in Konflikt gerät
(sogenanntes inneres Impingement), z.B. bei einer Schulter(sub)luxation; die passive
Traktion, z.B. nach unten (beim Versuch einen schweren fallenden Gegenstand
aufzufangen), ventral oder medial; die exzentrische Belastung angespannter Anteile der
Rotatorenmanschette, z.B. bei passiv forcierter Aussen- oder Innenrotation bei
anliegendem oder abgespreiztem Arm, z.B. bei einem Sturz vom Gerüst nach vorn mit
dem Versuch, den Fall durch Festhalten abzufangen. Die traumatische Ruptur der
Rotatorenmanschette erfolgt also dann, wenn durch indirekte Gewalteinwirkung bzw.
durch eine plötzliche körpereigene Kraftanstrengung die mechanische Belastbarkeit
des Sehnengewebes überschritten wird, selten jedoch durch ein direktes
Anpralltrauma, was auch Dr. F._ bestätigt. Allgemeiner, aber dennoch mit dem
letzten für eine traumatische Sehnenruptur geeigneten Verletzungsmechanismen
übereinstimmend formuliert, finden sich in der medizinischen Literatur ein abruptes
Abstützen bei einem Sturz auf den ausgestreckten Arm oder Ellbogen (https://
gelenkklinik.de/orthopaedische-erkrankung/schulter/ruptur-rotatorenmanschette.html;
http://orthopaedie-unfallchirurgie.universimed.com/artikel/die-
rotatorenmanschettenruptur-verletzung; http://www.orthozentrum.ch/de/Schulter-
Ellbogen-Hand/Rotatorenmanschettenruptur-und-Impingement; <http://
www.orthozentrum.ch/de /Schulter-Ellbogen-Hand/Rotatorenmanschettenruptur-und-
Impingementsyndrom>, alle abgerufen am 8. März 2018).
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5.3.2 Sowohl in der Schadenmeldung UVG vom 21. Dezember 2015 (Suva-act. 1)
als auch im Bericht von Dr. E._ vom 28. Dezember 2015 betreffend eine
Untersuchung vom 22. Dezember 2015 (Suva-act. 8) wurde der Unfall als
Abstütztraumatisierung (Auffangen eines Sturzes durch Abstützen mit der linken Hand)
geschildert, woran der Beschwerdeführer auch in der Beschwerde vom 24. November
2016 festhält (act. G 1). Darin ist - angesichts der Ausführungen in Erwägung 5.3.1 und
entgegen der Schluss-folgerung von Dr. F._ - ein Verletzungsmechanismus mit dem
Potenzial für eine Schädigung der Rotatorenmanschette zu sehen. Die von Dr. E._
synonym angeführte direkte Kontusion der linken Schulter (Suva-act. 8) sowie der von
Dr. C._ im Arztzeugnis UVG vom 6. Januar 2016 festgehaltene Sturz auf die linke
Schulter (Suva-act. 13) vermögen eine Abstütztraumatisierung nicht in Frage zu stellen,
zumal der beschriebene Unfallhergang verbunden mit dem versehentlichen Fusstritt in
einen Schacht ohne Weiteres vorstellbar erscheint. Erstmals in der Beschwerde und
damit in Kenntnis der Leistungseinstellung fügte der Beschwerdeführer der
ursprünglichen Sachverhaltsschilderung ein Abstützen nach hinten mit einem
gewaltsamen Heranführen der Schulter an den Körper und einem Verdrehen derselben
an (act. G 1). Diese detaillierten Sachverhaltselemente erscheinen zwar angesichts ihrer
Schilderung erst rund zwei Jahre nach dem Unfall eher nachgeschoben, dennoch sind
sie nicht undenkbar und als Anhaltspunkte für ein traumatisches Geschehen einer
Rotatorenmanschette ohnehin nicht ausschlaggebend.
5.3.3 Anlässlich der MRI-Untersuchung vom 18. Dezember 2015 (Suva-act. 3; siehe
Sachverhalt A.a) kamen beim Beschwerdeführer im linken Schultergelenk neben den
Rotatorenmanschettenläsionen verschiedene degenerative bzw. anatomische
Vorzustände zur Darstellung, welche bereits im Unfallzeitpunkt vorgelegen haben
dürften. So hielt Dr. F._ bezüglich der Stumpfretraktion um fast 1cm fest, dass deren
Entstehung fast ein Jahr bedürfe (Suva-act. 3). Weshalb jedoch der Kreisarzt die
Vorzustände angesichts der Leichtgradigkeit der Arthrose sowie des morphologischen
Formtyps des Akromions als "massiv" bezeichnet, erschliesst sich dem Gericht nicht,
zumal der beurteilende Radiologe keine Hinweise auf "massive" Vorzustände festhielt.
Ein bedeutsamer Hinweis gegen eine traumatisch verursachte
Rotatorenmanschettenläsion lässt sich mithin auch in den radiologisch erhobenen
Vorzuständen nicht erblicken. Anzufügen ist, dass sich auch epidemiologisch
betrachtet ein rein degenerativer Prozess ohne unfallbedingten Ursachenbetrag (im
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Zeitpunkt des Unfalls war der Beschwerdeführer 52 Jahre alt) in keiner Weise aufdrängt
(vgl. dazu PSCHYREMBEL, a.a.O., S. 1576).
5.4 Damit verbleibt zwar die Erklärung von Dr. F._, die Rissmorphologie müsse zum
Unfallmechanismus passen und liege ein Rotatorenmanschettendefekt mit Ein- bzw.
Abriss der Rotatorenmanschette in verschiedenen Anteilen vor, könne nicht eine
bestimmte Bewegung - etwa im Sinne einer Aussendrehung - diesen Schaden
verursacht haben (Suva-act. 23). Die in den Erwägungen 5.2 und 5.3 dargestellte
Unfallanamnese (Unfallmechanismus in Form einer indirekten Gewalteinwirkung und
zeitgleich verspürter Schmerz und eingetretene Beweglichkeitseinschränkung) lässt
sich damit jedoch nicht überzeugend beheben. Für das Gericht stellt sich bei der
vornehmlich ärztlich behandelten Komplettruptur der ventralen Supraspinatussehne
und den partiellen Rupturen der mittleren und dorsalen Supraspinatus- und ventralen
Infraspinatussehne die Frage nach weiteren, einen unfallbedingten Ursachenbeitrag
nicht ausschliessenden Konstellationen: beispielsweise ein traumatisch bedingter
Sehnenriss neben einem vom Trauma nicht beeinträchtigten und damit
gleichgebliebenen degenerativen Vorzustand im Bereich einer anderen Sehne oder
neben einer vorübergehenden oder richtungsgebenden Verschlimmerung eines
degenerativen Vorzustandes im Bereich einer anderen Sehne; eine richtungsweisende
Verschlimmerung eines Vorzustandes im Bereich einer bestimmten Sehne (Übergang
eines vorbestehenden Teilrisses in einen Vollriss) bei Vorliegen degenerativer
Vorzustände im Bereich mehrerer Sehnen. Die kreisärztliche Argumentation würde
damit in Frage gestellt. In diese Richtung argumentiert auch Dr. C._ in seinem
Schreiben vom 21. Januar 2016, wenn er festhält, es scheine ihm ausser Frage zu
stehen, dass beim vorliegenden Verletzungsmuster mit einer axialen Krafteinwirkung
zumindest ein Teil der Rotatorenmanschette verletzt werde; kausal hierfür sei sicher
nicht der Vorzustand mit in diesem Alter bei einem Handwerker zu erwartenden
degenerativen Veränderungen (Suva-act. 22).
5.5 Wenngleich der Beschwerdegegnerin darin zuzustimmen ist, dass mit der
Diagnose einer "posttraumatischen" Supraspinatussehnenruptur links (vgl. Suva-act. 8,
31) grundsätzlich nur eine zeitliche Einordnung (die Supraspinatussehnenruptur bzw.
die damit zusammenhängende Symptomatik trat zeitlich betrachtet nach einem
Trauma auf) vorgenommen wird und der zeitliche Aspekt allein keine wissenschaftlich
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genügende Erklärungskraft besitzt (siehe Beschwerdeantwort vom 12. Januar 2017,
act. G 3; vgl. dazu UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2015, N
69 zu Art. 4 ATSG; ALFRED MAURER, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2.
Aufl. Bern 1989, S. 460 N 1205 [= Beweisführung nach der Formel "post hoc ergo
propter hoc"]; SVR 2009 UV Nr. 13 [8C_590/2007], S. 52 E. 7.2.4 mit weiteren
Hinweisen; BGE 119 V 340 E. 2b/bb), erweist sich der Hinweis im konkreten Fall als
untauglich. Vor dem Hintergrund einer Anamnese mit einem typischen
Bewegungsablauf für eine Rotatorenmanschettenruptur, mit unmittelbar darauf
aufgetretenen typischen Symptomen, derentwegen der Beschwerdeführer am Tag
nach dem Unfall seinen Hausarzt konsultierte, und mit einer unfallnah radiologisch
erhobenen Rotatorenmanschettenverletzung, welche nachfolgend konservativ
behandelt wurde, ist eine traumatische Verursachung einer
Rotatorenmanschettenruptur nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen. Die blosse zeitliche Abfolge stellt nur in solchen
Fällen einen ungenügenden Beweis dar, in welchen das Vorliegen einer strukturellen
Verletzung mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit verneint
werden kann. Eine Gesamtbetrachtung im Sinne der vorangegangenen Erwägungen
lässt jedoch die Schlussfolgerung, die konservativ behandelte
Supraspinatussehnenruptur sei unfallfremd, nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad
zu.
5.6 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es dem Gericht anhand der
Ausführungen von Dr. F._ nicht möglich ist, mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit zu beurteilen, ob im konkreten Fall von einer traumatischen
Verletzung oder von einem rein degenerativen Vorzustand auszugehen ist.
6.
Wenn Dr. F._ bezüglich der Supratspinatussehnenläsion links von einem Vorzustand
ausgeht und diesen durch den Unfall vom 16. Dezember 2015 "nur" als vorübergehend
verschlimmert betrachtet (Suva-act. 23), könnte selbst in einem solchen Fall im
Zeitpunkt der Leistungseinstellung nicht von einem überwiegend wahrscheinlichen
Dahinfallen jeder (teil-)kausalen Bedeutung des Unfallereignisses vom 16. Dezember
2015 auf rein theoretischer Basis bereits sechs Wochen später, per 31. Januar 2016,
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ausgegangen werden. Die vorstehenden Erwägungen sprechen auch hier gegen einen
rein unfallfremden, d.h. restlos degenerativen Prozess. Dr. F._ definierte zudem
weder die Gesundheitsschädigung der vorübergehenden Verschlimmerung, was die
von ihm angenommene Heilungsdauer nicht nachvollziehen lässt, noch erklärte er,
weshalb im konkreten Fall nicht von einer richtungsweisenden Verschlimmerung im
Sinne des Übergangs eines Teilrisses in einen Vollriss ausgegangen werden kann. Im
Übrigen ist festzustellen, dass Dr. E._ seine Behandlung erst am 8. März 2016
abgeschlossen (Suva-act. 36) und der Beschwerdeführer letztmals am 18. März 2016
Dr. C._ konsultiert hat (Suva-act. 37). Auch angesichts dieser Sachlage erscheint
eine Leistungseinstellung wegen Dahinfallens jeglicher Unfallkausalität ausgerechnet
bereits per 31. Januar 2016 unbegründet.
7.
7.1 Nach dem Gesagten bildet die kreisärztliche Beurteilung von Dr. F._ keine
zuverlässige medizinische Grundlage für den Entscheid, ob das Unfallereignis vom 16.
Dezember 2015 per 31. Januar 2016 jede kausale Bedeutung hinsichtlich der
weiterdauernden konservativen Behandlung der Rotatorenmanschettenruptur verloren
hat. Allein gestützt auf eine Literaturangabe betreffend geeigneter Unfallhergänge für
eine Rotatorenmanschettenverletzung kann ein Status quo sine vel ante per 31. Januar
2016 nicht definiert werden. Mit einem solchen Vorgehen, das vor dem Hintergrund des
feststehenden, nachher allerdings nicht wahrgenommenen Operationstermins ohnehin
sehr ergebnisorientiert anmutet, lässt sich der erforderliche Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit für die Leistungseinstellung ohne jeden Zweifel
nicht erreichen. Die Beschwerdegegnerin hat deshalb die Kosten der
Physiotherapieserie und der wenigen Arztbesuche Anfang 2016, die einzig im Streit
liegen, zu übernehmen. Diesbezüglich könnten zusätzliche Abklärungen nicht zu einem
anderen Ergebnis führen (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. Urteil des Bundesgerichts
vom 2. April 2015, 8C_924/2014, E. 4.3).
8. Die Leistungseinstellung ist sodann auch unter dem Gesichtspunkt, dass der
Beschwerdeführer ab 2. Februar 2016 wieder zu 100% arbeitsfähig war, nicht zu
schützen. Die Heilbehandlung setzt gemäss Art. 10 UVG eine unfallbedingte
Behandlungsbedürftigkeit, nicht aber eine Arbeitsunfähigkeit voraus. Laut
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bundesgerichtlicher Rechtsprechung hat der Versicherer allerdings die Heilbehandlung
nur so lange zu gewähren, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch
eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann (BGE 134
V 114 E. 4.1), wobei das Kriterium der namhaften Besserung des
Gesundheitszustandes namentlich nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung
oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit unfallbeeinträchtigt, zu beurteilen
ist (BGE 134 V 115 E. 4.3). Im vorliegenden Fall erscheint es angemessen, eine
Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin zumindest für die noch aktenkundigen
Heilbehandlungen (Physiotherapie, Kontrolluntersuchung durch Dr. E._ bzw.
Schlusskontrolle durch Dr. C._; vgl. Suva-act. 31, 36) zu bejahen. Die Verordnung
einer zusätzlichen, aber offensichtlich letzten Physiotherapieserie durch Dr. E._
erfolgte parallel zum Arbeitsbeginn, was zur anfänglichen Unterstützung als sinnvoll
betrachtet werden kann. Eine letzte Kontrolluntersuchung durch den Spezialarzt und
eine Schlusskontrolle durch den Hausarzt gehört sodann regelmässig zum gängigen
Heilbehandlungsprozess.
9.
9.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des
Einspracheentscheids vom 8. November 2016 (Suva-act. 40) gutzuheissen und die
Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer über den 31. Januar 2016
hinaus die Heilkosten für die Folgen des Unfalls vom 16. Dezember 2015 zu vergüten.
9.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Eine
Parteientschädigung fällt ausser Betracht, nachdem der Beschwerdeführer nicht
anwaltlich vertreten ist.