Decision ID: d80149cf-30c4-558a-864f-9c9174221c3c
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
B._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Christian Thöny, Bahnhofstrasse 8, 7000 Chur,
gegen
Schweizerische National Versicherungs-Gesellschaft, Steinengraben 41, 4003 Basel,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
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A.
A.a B._ war bei der A._ angestellt und dadurch bei der Schweizerischen National-
Versicherungs-Gesellschaft (nachfolgend: National) unfallversichert, als am 16. Februar
2005 ein Fahrzeug auf das von ihr gelenkte, in einer Kolonne wartende Auto auffuhr
(UV-act. UM, I/01). Dr. med. C._, FMH Innere Medizin & Pneumologie, bescheinigte
am 28. Februar 2005 wegen Beschwerden im Halswirbelsäulen- und Rückenbereich
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit ab 1. März 2005 (UV-act. M2). Dr. med. D._, Allgemeine
Medizin FMH, diagnostizierte im Bericht vom 28. März 2005 eine HWS-Distorsion mit
verspannter HWS-Muskulatur und schmerzbedingter Beweglichkeitseinschränkung
(UV-act. M1). Die National anerkannte ihre Leistungspflicht. Am 26. Juli 2007 meldete
sich die Versicherte mit Hinweis auf Schleudertrauma-Folgen bei der
Invalidenversicherung an (IV-act. 3).
A.b Nach Durchführung von ärztlichen Behandlungen und Abklärungen eröffnete die
National dem Rechtsvertreter der Versicherten mit Verfügung vom 13. März 2008,
sämtliche Versicherungsleistungen würden mangels adäquater Kausalität zwischen den
andauernden Beschwerden und dem Unfallereignis vom 16. Februar 2005 auf den
29. Februar 2008 eingestellt (UV-act. K29). Die gegen diese Verfügung vom
Rechtsvertreter der Versicherten erhobene Einsprache vom 18. April 2008 wies die
National mit Einspracheentscheid vom 24. September 2008 ab.
B.
B.a Gegen diesen Entscheid liess die Versicherte durch Rechtsanwalt lic. iur. et oec.
Christian Thöny, Chur, am 20. Oktober 2008 Beschwerde erheben mit den Anträgen,
der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu
verpflichten, ihre Leistungen gemäss UVG auch ab dem 1. März 2008 weiterhin zu
erbringen. Zur Begründung führte der Rechtsvertreter unter anderem aus, obwohl der
Unfall mehr als drei Jahre zurückliege, habe bisher keine unabhängige, medizinische
Abklärung, geschweige denn eine interdisziplinäre Begutachtung stattgefunden. Die
Beschwerdegegnerin sei der neuen bundesgerichtlichen Praxis offensichtlich nicht
gerecht geworden. Insbesondere nicht, wenn sie die psychischen Beschwerden mit
einem vagen Hinweis auf Divergenzen am Arbeitsplatz als unfallfremd einstufe, obwohl
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die Berichte des behandelnden Psychiaters stets auf unfallkausale Beschwerden
hinweisen würden. Eine MEDAS-Abklärung werde noch diesen Herbst erfolgen, und es
sei unverständlich, dass die Beschwerdegegnerin nicht zumindest das Ergebnis dieser
Begutachtung abgewartet habe. Die unzureichende Abklärung der natürlichen
Unfallkausalität lasse keine korrekte Beurteilung der Unfalladäquanz zu. Die
Adäquanzbeurteilung sei nach der Schleudertraumapraxis vorzunehmen. Ausgehend
von einem Unfall im mittelschweren Bereich im Grenzbereich zu den leichten Unfällen
seien mehrere Adäquanzkriterien erfüllt.
B.b In der Beschwerdeantwort vom 19. November 2008 beantragte die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die
Darlegungen im angefochtenen Entscheid und führte unter anderem aus, aus den
medizinischen Unterlagen gehe eindeutig hervor, dass keine objektivierbaren Befunde
vorliegen würden. Keiner der involvierten Fachärzte habe weitergehende
Untersuchungen oder Behandlungen für angezeigt gehalten. Bei dieser klaren
Ausgangslage brauche kein Gutachten erstellt zu werden. Auf weitere Abklärungen zur
natürlichen Kausalität könne verzichtet werden, wenn ohnehin der adäquate
Kausalzusammenhang zu verneinen sei. Wenn die Adäquanz nach der sogenannten
Schleudertrauma-Praxis beurteilt werde, seien sämtliche Adäquanzkriterien zu
verneinen.
B.c Mit Schreiben vom 22. Dezember 2008 ersuchte der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin um Sistierung des Verfahrens bis zum Vorliegen der Resultate der
Abklärungen bei Dr. med. E._, und im upright-mri-Zentrum (act. G 6). Am 21. Januar
2009 nahm die Beschwerdegegnerin zum Sistierungsbegehren Stellung (act. G 8). Am
9. Februar 2009 beantwortete der Gerichtspräsident das Sistierungsbegehren
abschlägig (act. G 9).
B.d Das Versicherungsgericht zog die vollständigen Akten der IV betreffend die
Beschwerdeführerin bei (act. G 10). Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin reichte
am 19. Mai 2009 als Stellungnahme seinen Einwand im IV-Verfahren vom 18. Mai 2009
ein (act. G 12). Mit Eingabe vom 29. Mai 2009 äusserte sich die Beschwerdegegnerin
zu den IV-Akten (act. G 15).

Erwägungen:
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1.
Streitig ist, ob die Leistungen, welche von der Beschwerdegegnerin im Anschluss an
das Unfallereignis vom 16. Februar 2005 ausgerichtet wurden, auf den 29. Februar
2008 eingestellt werden durften oder nicht. Gemäss ständiger Praxis des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts (EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche
Abteilungen des Bundesgerichts) kann ein nach einem versicherten Unfall
aufgetretenes Leiden nur dann als dessen Folge betrachtet werden, wenn und soweit
es sicher oder doch zumindest überwiegend wahrscheinlich von jenem Unfall herrührt
(natürliche Kausalität; BGE 115 V 133 sowie 117 V 359 und 134 V 109). Die blosse
Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung des
Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181 Erw. 3.1; BGE 119 V 338 Erw. 1 und 118 V
289 Erw. 1b je mit Hinweisen). Der Unfallversicherer haftet sodann nur für jene Folgen,
die mit dem Unfall adäquat-kausal zusammenhängen (SVR 2000 UV Nr. 14 S. 45).
Während es Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist, den natürlichen
Kausalzusammenhang zu beurteilen, obliegt es dem Gericht, die Fragen nach dem
adäquaten Kausalzusammenhang zu beurteilen (BGE 123 III 110 Erw. 3a). Im Bereich
klar ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinn von nachweisbaren strukturellen
Veränderungen (ein organisches Substrat konnte mit Bild gebenden
Untersuchungsmethoden [Röntgen, Computertomogramm, EEG] nachgewiesen
werden) spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen
Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine
Rolle. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne weiteres zu bejahen (BGE
127 V 103 Erw. 5b/bb, 123 V 102 Erw. 3b, 118 V 291 Erw. 3a, 117 V 365 Erw. 5d/bb
mit Hinweisen). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) fassbar, ist
eine eigenständige Adäquanzbeurteilung durchzuführen, bei welcher wie folgt zu
differenzieren ist: Hat die versicherte Person beim Unfall kein Schleudertrauma bzw.
keine schleudertraumaähnliche Verletzung erlitten, gelangt die Rechtsprechung
gemäss BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa zur Anwendung. Ergeben die Abklärungen indessen
das Vorliegen einer Schleudertraumaverletzung, muss geprüft werden, ob die zum
typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen
zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in den
Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE
115 V 140 Erw. 6c/aa für Unfälle mit psychischen Unfallfolgen aufgestellten Grundsätze
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massgebend (BGE 123 V 99 Erw. 2a). Andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz
gemäss den in BGE 117 V 359 festgelegten und in BGE 134 V 109 präzisierten
Kriterien. Die Anwendung der Rechtsprechung zum adäquaten Kausalzusammenhang
bei Schleudertraumen der HWS setzt voraus, dass die psychischen Beschwerden aus
dem Unfall hervorgehen und zusammen mit den organischen Beschwerden, die
ebenfalls auf das Unfallereignis zurückzuführen sind, ein komplexes Gesamtbild
ergeben (RKUV 2000 Nr. U 397 S. 328 Erw. 3b).
2.
2.1 Dr. F._, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, bestätigte bei der
Beschwerdeführerin am 29. April 2005 ein HWS-Hyperextensionstrauma sowie
lumbovertebrale Schmerzen seit dem Unfall nach langem Stehen. Es bestehe eine
50%ige Arbeitsfähigkeit (UV-act. M4). Der Wirbelsäulenchirurge Prof. Dr. med. G._
kam im Bericht vom 5. Juli 2005 zum Schluss, es handle sich um ein protrahiertes
Syndrom nach Schleudertrauma mit vegetativen Störungen und reflektorischen
Irritationen auch im unteren LWS-Bereich (UV-act. M6). Von Seiten der Rheinburg-
Klinik, Ambulatorium St. Gallen, wurde am 28. Juli 2005 ein HWS-Distorsionstrauma
mit Cephalgien, Nackenschmerzen und Parästhesien im linken Arm bestätigt (UV-act.
M8). In der Folge stand die Beschwerdeführerin in psychotherapeutischer Behandlung
(UV-act. I/23, I/24). Dr. med. H._, Orthopädie am Rosenberg, berichtete am 12.
Oktober 2005, die Patientin zeige anhaltend typische Nacken-/Kopfbeschwerden nach
einer HWS-Distorsion sowie ebenso recht typische lumbale Beschwerden nach einer
Kontusion. Sie beklage noch immer täglich Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit
(UV-act. M12). Dr. med. I._, Rheinburg-Klinik, bestätigte im Bericht vom 27. April
2006 eine seit 31. März 2006 bestehende Behandlungspause bis zur bevorstehenden
Geburt Ende April 2006. Allein aufgrund der Unfallfolgen sei die Beschwerdeführerin
vollumfänglich arbeitsunfähig (UV-act. M14). Prof. G._ bescheinigte am 4. September
und 21. November 2006 einen weiterhin äusserst hartnäckigen Verlauf mit Schmerzen
im Nackenbereich und im Bereich der Lendenwirbelsäule, wenngleich auch funktionelle
Überlagerungsmechanismen mit eine Rolle spielen dürften. Es bestehe (eine) volle
Arbeitsunfähigkeit bis auf weiteres. Nach der Geburt des Kindes im April 2006 habe
sich der Zustand nicht verändert (UV-act. M16f). Der Osteopath J._ berichtete am 3.
März 2007 über die von ihm durchgeführte Behandlung (UV-act. M19). Im Bericht vom
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6. März 2007 bestätigte Dr. H._, dass die Patientin weiterhin nicht im Stand sei, den
Haushalt selbständig zu führen, und die physiotherapeutischen Bemühungen
weitergehen müssten (UV-act. M18; vgl. auch UV-act. M24). Eine Abklärung bei Dr.
med. K._, Innere Medizin/Rheumatologie FMH, ergab gemäss Bericht vom 9.
September 2007 die Diagnosen eines HWS-Hyperextensions-traumas und ein seit April
2005 persistierendes lumbosakrales Schmerzsyndrom. Der Primärbefund und auch die
folgenden Befunderhebungen würden den typischen Befund im Sinn von
"Muskelfunktionsstörungen" mit einem klar nachvollziehbaren musculo-skelettalen
Befund zeigen, ohne Hinweise für neurologische Befunde und ohne Hinweise für
strukturelle Pathologien bzw. Verletzungen; dies sei als Stadium II einer HWS-
Distorsion zu werten. Es bestünden keine Hinweise für eine somatoforme Entwicklung
bzw. psychische Erkrankung/Belastung. Die indirekten Symptome wie
Konzentrationsstörungen etc. könnten ebenfalls dem Beschwerdebild zugeordnet
werden. Die passiv-therapeutischen Massnahmen seien fortzusetzen. Aufgrund der
aktuellen Beschwerden und Befunde mit massiven Schmerzchronifizierungszeichen
sehe er kaum eine Chance, die Patientin schrittweise zu reintegrieren (UV-act. M25).
2.2 Nachdem er am 21. September 2007 gegenüber der IV eine volle, anhaltende
Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin seit 30. Mai 2005 auch in einer
Verweistätigkeit bescheinigt hatte (IV-act. 20), berichtete Dr. H._ am 10. Oktober
2007 über eine momentane günstige Wende bzw. eine gewisse Besserung (UV-act.
M26). Der Psychotherapeut Dr. phil L._, legte zuhanden der Beschwerdegegnerin in
den Berichten vom 27. November und 3. Dezember 2007 unter anderem dar, ein
Arbeitsversuch der Beschwerdeführerin im März 2005 an ihrem angestammten
Arbeitsplatz habe abgebrochen werden müssen. Seitdem sei die Patientin
arbeitsunfähig. In der zweiten Aprilhälfte 2007 habe die Patientin Kontakt mit ihm
aufgenommen. Es lägen bei ihr eine posttraumatische Belastungsstörung nach
Verkehrsunfall vom 16. Februar 2005 und eine Anpassungsstörung vor. Die Patientin
zeige die nach einem Schleudertrauma typischen Symptome mit Kopfschmerzen,
Nackenschmerzen, Schwindel, Übelkeit und Ohrensausen. Je nach Belastung würden
diese Symptome ab- oder zunehmen (UV-act. M28; zu den Arbeitsversuchen im Jahr
2005 vgl. UV-act. I/06 und I/10). Das Vertrauensverhältnis zwischen der Patientin und
der Arbeitgeberin sei dermassen gestört, dass es den Heilungsprozess irritiere und
abbremse. Deshalb erachte er aus psychotherapeutischer Sicht einen Arbeitseinsatz
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als kontraproduktiv. Auf der anderen Seite stehe die momentane neuropsychologische
und körperliche Leistungsfähigkeit, die zur Zeit oft nicht einmal für den häuslichen
Alltag reiche (UV-act. M30). Am 6. Dezember 2007 teilte J._ mit, nach seiner
Auffassung habe ab 18. Juni 2007 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bestanden. Die
Beschwerden seien zusehends subtiler geworden und auch objektiv nicht mehr
wahrnehmbar und einzuordnen gewesen (UV-act. M32). Dr. F._ berichtete am 14.
Januar 2008 über die Behandlungen der Beschwerdeführerin im HWS-Bereich vor dem
Unfall, welche im September 1997 abgeschlossen worden seien (UV-act. M33; vgl.
auch UV-act. I/03). Am 13. März 2008 gab der Psychotherapeut Dr. L._ der IV
bekannt, dass die Beschwerdeführerin zur Zeit noch nicht arbeitsfähig sei. Auch
Eingliederungsmassnahmen seien zur Zeit kein Thema (IV-act. 37).
2.3 Im MEDAS-Gutachten vom 17. November 2008 wurden als Diagnosen mit
Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit ein ausgebreitetes, diffuses
chronisches Schmerzsyndrom cervicocephal und –brachial sowie pectoral und
panvertebral mit vielen vegetativen Begleitbeschwerden sowie ein Status nach
Auffahrunfall am 16. Februar 2005 gestellt. Als Nebendiagnosen wurden eine
somatoforme Schmerzstörung mit Tendenz zur Ausweitung zu einer
Somatisierungsstörung, eine Dekonditionierung sowie ein BMI an der Grenze zu
Untergewicht angeführt. Die Gutachter kamen unter anderem zum Schluss, bildgebend
hätten sich an der Wirbelsäule im Juli 2005 keine Veränderungen gefunden. Ein
aktuelles Röntgenbild der HWS zeige ausser einer Streckhaltung ebenfalls keine
Auffälligkeiten. Die Einschränkung für die (körperlich leichte, wechselbelastende)
Tätigkeit als kaufmännische Angestellte in einer Bank werde aufgrund der
mannigfachen funktionellen Störungen auf 20-30% geschätzt. Aus psychiatrischer
Sicht sei die Schmerzüberwindung zumutbar, denn es bestünden weder eine
psychische Komorbidität noch andere qualifizierende Kriterien, welche ausnahmsweise
zur Unüberwindbarkeit der somatoformen Schmerzstörung beitragen würden (IV-act.
50 S. 11-13). Ergänzend hielten die MEDAS-Gutachter am 30. Januar 2009 fest, die im
Gutachten erwähnten funktionellen Störungen könnten auch als "chronische
weichteilrheumatische Beschwerden mit vegetativen Begleitsymptomen" bezeichnet
werden; gleichartige Ausdrücke seien "myofasziale oder fibromyalgische
Beschwerden". Es bleibe somit bei ihrer Beurteilung, wonach aufgrund der
mannigfachen funktionellen Störungen die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der
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angestammten Tätigkeit auf 20-30% geschätzt werde. Die geschätzte Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit stütze sich somit nicht auf "harte Befunde", sondern auf schwierig
zu bemessende weichteilrheumatische Befunde. Die (hievon abweichende) subjektive
Einschätzung der Beschwerdeführerin erkläre sich aus den im Konsiliargutachten
ausgeführten psychischen Faktoren sowie den ebenfalls beschriebenen sozialen
Gründen (Mutter eines zweieinhalbjährigen Kleinkindes (IV-act. 55). Mit Vorbescheid
vom 31. März 2009 lehnte die IV einen Rentenanspruch ab (IV-act. 63).
3.
3.1 Eine manuelle ärztliche Untersuchung der versicherten Person fördert klinische,
nicht aber objektivierbare Ergebnisse zu Tage. Objektivierbar sind Ergebnisse, die
reproduzierbar sind und von der Person des Untersuchenden und den Angaben des
Patienten unabhängig sind. Würde auf Ergebnisse klinischer Untersuchungen
abgestellt, so würde fast in allen Fällen ein organisches Substrat namhaft gemacht.
Folglich kann von organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen erst dann
gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit apparativen/bildgebenden
Abklärungen bestätigt werden (vgl. BGE 134 V 109 Erw. 9, 117 V 359 Erw. 5d/aa; SVR
2007 UV Nr. 25 S. 81 Erw. 5.4 mit Hinweisen [U 479/05]). Diese
Untersuchungsmethoden müssen zudem wissenschaftlich anerkannt sein (BGE 134 V
231 Erw. 5.1 mit Hinweisen). Beispielsweise sind ein Thoracic-outlet-Syndrom (TOS),
myofasziale und tendinotische bzw. myotendinotische Befunde für sich allein nicht als
organisch hinreichend nachweisbare Unfallfolgen zu betrachten. Auch Verhärtungen
und Verspannungen der Muskulatur, Druckdolenzen im Nacken sowie
Einschränkungen der HWS-Beweglichkeit können für sich allein nicht als klar
ausgewiesenes organisches Substrat der Beschwerden qualifiziert werden. Gleiches
gilt für Nackenverspannungen bei Streckhaltung der HWS mit Retrohaltung (Urteil des
Bundesgerichts vom 17. Oktober 2008 i/S H.B.-G. [8C_124/2008] mit vielen Hinweisen
sowie vom 7. Februar 2008 i/S D. [U13/07] Erw. 3.2 und 3.3). Ist ein Schleudertrauma
oder eine äquivalente Verletzung der HWS diagnostiziert und liegt - wie dies konkret
der Fall ist - kein fassbarer organischer (unfallbedingter) Befund an der HWS im
erwähnten Sinn vor, muss für die Bejahung der natürlichen Kausalität ein typisches
Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen,
Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit
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und Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw.
vorliegen (BGE 117 V 359 Erw. 4b; vgl. auch BGE 117 V 369 Erw. 3e; Bestätigung in
BGE 134 V 109 Erw. 9). Dieses Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden
muss jedoch nicht in seiner umfassenden Ausprägung innerhalb von 24 bis höchstens
72 Stunden nach dem Unfall auftreten. Vielmehr genügt es, wenn sich in diesem
Zeitraum Beschwerden in der Halsregion oder an der HWS manifestieren (Urteile des
Bundesgerichts vom 30. Januar 2007 [U 215/05] i/S T. und vom 15. März 2007 [U
258/06] i/S G.; RKUV 2000 Nr. 359 S. 29 Erw. 5e). Im Weiteren muss nach der
Rechtsprechung (vgl. z.B. Urteil des EVG vom 4. November 2005 i/S K. [U 312/05])
nicht der gesamte Beschwerdekatalog vorliegen, um von einer Unfallkausalität
ausgehen zu können.
3.2 Gemäss Bericht von Dr. C._ vom 28. Februar 2005 beklagte die
Beschwerdeführerin nach dem Auffahrunfall Beschwerden im HWS- und
Rückenbereich (UV-act. M2). Dr. D._ notierte im Arztbericht vom 28. März 2005 als
Angaben der Beschwerdeführerin Nackenschmerzen und Übelkeit (UV-act. M1). Im
Dokumentationsbogen für Erstkonsultationen nach cranio-zervikalem
Beschleunigungstrauma gab die Beschwerdeführerin an, nach dem Unfall an
Nackenschmerzen und Übelkeit und ab 21. Februar 2005 an Kopfschmerzen gelitten
zu haben. Einen Kopfanprall, eine Bewusstlosigkeit und andere
Bewusstseinsstörungen verneinte sie. Vor dem Unfall sei sie im September 1997 bei
Dr. F._ wegen eines cervikobrachialen Schmerzsyndroms (Nacken) in Behandlung
gestanden (UV-act. M3). Angesichts der geschilderten Aktenlage kann - entgegen der
von der Beschwerdegegnerin im angefochtenen Entscheid vertretenen Auffassung -
vom Auftreten eines typischen Beschwerdebilds mit einer Häufung von Beschwerden
unmittelbar nach dem Unfall gesprochen werden, das mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit als natürlich-kausale Unfallfolge eines HWS-Traumas zu betrachten
ist (vgl. UV-act. M25, M28). Entsprechend anerkannte denn auch die
Beschwerdegegnerin einen Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin bis zum 29.
Februar 2008.
4.
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4.1 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers entfällt erst, wenn das Dahinfallen
jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens
mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist. Da es
sich dabei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast -
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher
Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim
Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 Erw. 2 mit Hinweisen). Dabei muss nicht
etwa der Beweis für unfallfremde Ursachen erbracht werden. Welche Ursachen ein
nach wie vor geklagtes Leiden hat, ist unerheblich. Denn es ist nicht so, dass der
Unfallversicherer bei einmal bejahter Unfallkausalität so lange haftet, als er unfallfremde
Ursachen nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachzuweisen vermag.
Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre
kausale Bedeutung verloren haben, also dahin gefallen sind (RKUV 1994 Nr. U 206 S.
329 Erw. 3b). Ebenso wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen
Beweis zu verlangen, dass kein Gesundheitsschaden mehr vorliegt oder dass die
versicherte Person nun bei voller Gesundheit sei (Urteile des EVG vom 18. Dezember
2003 i/S Z. [U 258/02], vom 25. Oktober 2002 i/S L. [U 143/02] und vom 31. August
2001 i/S O. [U 285/00] ).
4.2 Die MEDAS-Gutachter setzten sich - entgegen der Auffassung des
Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin (act. G 12.1 S. 2f) - mit dem Gutachten von
Dr. K._ vom September 2007 sehr wohl auseinander. Sie hielten fest, im Gegensatz
zum aktuellen psychiatrischen Gutachten (von Dr. med. M._) seien im
rheumatologischen Gutachten vom September 2007 (von Dr. K._) Hinweise für eine
somatische Schmerzstörung verneint worden. Zur Arbeitsfähigkeit heisse es im
Gutachten (von Dr. K._) lediglich global, dass aufgrund der aktuellen Beschwerden
und Befunde keine Chance zu einer Reintegration bestehe. Trotz Abwesenheit von
"harten Befunden" und ohne eine psychiatrische Mitbeurteilung sei eine solche
Aussage wohl kaum nachvollziehbar (IV-act. 50 S. 11).
Wenn der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin im Weiteren den Verzicht der
MEDAS-Begutachtung auf die Anwendung neuerer diagnostischer Methoden
(insbesondere jene von Dr. med. E._) zum Nachweis organischer Verletzungen der
HWS bemängelt (act. G 12.1) und den Beizug von fMRT-Abklärungen bzw. eines
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upright-mri beantragt (act. G 6), ist zum einen darauf hinzuweisen, dass fMRT-
Untersuchungen nicht als geeignetes Beweismittel zur Beurteilung der Unfallkausalität
von Beschwerden nach HWS-Traumen gelten (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 26.
Mai 2008 i/S K. [8C_152/2007 = BGE 134 V 231] Erw. 5; vgl. auch BGE 134 V 109 Erw.
7.2 S. 119). Zum anderen ist festzuhalten, dass die Posturographie zwar zusätzliche
Informationen liefert, und sich damit sonst nicht fassbare Gleichgewichtsstörungen
objektivieren lassen. Sie vermag jedoch keine direkten Aussagen zur Ätiologie des
Leidens und zu dessen allfälliger Unfallkausalität zu machen. Auch lässt sich daraus
nicht unmittelbar auf eine bestimmte Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit schliessen. Sie
bildet deshalb lediglich ein zusätzliches Element bei der Beurteilung vestibulärer
Störungen. Daraus folgt, dass sich aus einer Beurteilung des medizinischen
Sachverhalts durch Dr. E._ direkt verwertbare Aussagen zur Unfallkausalität nicht
ableiten lassen (vgl. Urteil des EVG vom 29. März 2006 i/S J. [U 254/04] Erw. 2.3.2). Der
Beschwerdegegnerin kann daher aus dem Umstand, dass sie keine solchen
Untersuchungen veranlasste bzw. berücksichtigte, kein Vorwurf gemacht werden.
4.3 Die Beschwerdeführerin hatte im Nachgang zum streitigen Unfall auch LWS-
Beschwerden angegeben (vgl. UV-act. M4, M6). Dr. K._ kam diesbezüglich im
Bericht vom 9. September 2007 zum Schluss, unmittelbar posttraumatisch seien keine
LWS-Beschwerden dokumentiert. Das Unfallereignis habe mit Sicherheit zu keiner
schweren Traumatisierung der LWS geführt; die Patientin sei angegurtet sitzend
gewesen, und es sei zu einem Hyperextensionstrauma ohne eigentliche lumbale
Kontusion gekommen. Die LWS-Beschwerden seien erstmals dokumentiert im Rahmen
der ambulanten Abklärung in der Klinik Rosenberg. Eine retrospektive Beurteilung der
Unfallkausalität bezüglich der lumbalen Beschwerden sei schwierig. Er (Dr. K._)
denke nicht, dass die diesbezüglichen Beschwerden bei fehlender signifikanter
Traumatisierung der LWS überwiegend wahrscheinlich auf das Unfallereignis
zurückgeführt werden könnten (UV-act. M25). Von dieser nachvollziehbaren und
unbestritten gebliebenen Einschätzung ist bezüglich LWS-Beschwerden nachstehend
auszugehen. Dies umso mehr, als eine Kontusion des (durch den weichen Autositz
geschützten) lumbalen Rückens (LWS) anlässlich des streitigen Unfalls nicht sehr
plausibel erscheint. Besondere Verhältnisse, unter denen eine LWS-Kontusion denkbar
wäre, lassen sich den Akten nicht entnehmen und werden auch nicht geltend gemacht.
Selbst wenn von einer Unfalleinwirkung auf die LWS auszugehen wäre, müsste gemäss
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der einschlägigen Literatur (Bär/Kiener, Prellung, Verstauchung oder Zerrung der
Wirbelsäule, Medizinische Mitteilungen Nr. 67 der Suva, S. 45ff) nach einem Unfall mit
fehlenden strukturellen Schädigungen der Wirbelsäule eine vorübergehende
Verschlimmerung von lumbalen Beschwerden nach spätestens einem Jahr als
abgeschlossen betrachtet werden.
4.4 Gestützt auf die in Erw. 2 dargelegten medizinischen Akten kann die Frage, ob es
sich bei den auch nach dem streitigen Einstellungszeitpunkt (29. Februar 2008)
bestehenden Gesundheitsstörungen an der HWS um eine natürliche (Teil-)Folge des
versicherten Unfalls handelt, nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit beantwortet werden. Eine Rückweisung der Sache zwecks weiterer
Abklärung des natürlichen Zusammenhangs erübrigt sich jedoch, weil - wie
nachstehend zu zeigen sein wird - es an der Adäquanz des Kausalzusammenhangs
fehlt. Die Adäquanz beurteilt sich nach Massgabe der in BGE 117 V 359 Erw. 6
entwickelten und in BGE 134 V 109 Erw. 10 präzisierten Kriterien. Dabei ist auf eine
Differenzierung zwischen psychischen und physischen Komponenten zu verzichten,
fehlt es doch nach Lage der Akten an einer Dominanz psychischer Probleme (vgl. BGE
123 V 98 Erw. 2a). Letzteres trifft sowohl bezogen auf die ersten beiden Jahre nach
dem Unfall als auch die Zeit danach zu, zumal der Psychotherapeut Dr. L._ im
November und Dezember 2007 neben psychischen Beschwerden auf körperliche
Symptome verwiesen bzw. ein "gemischtes" Beschwerdebild bestätigt und Dr. H._
noch am 12. Juni 2008 "typische" Symptome eines HWS-Traumas vermerkt hatte (vgl.
UV-act. M28, M30, M36).
4.5 Was den für die Adäquanzprüfung vorausgesetzten Behandlungsabschluss (im
Sinn von Art. 19 Abs. 1 UVG; BGE 134 V 109 Erw. 4) betrifft, berichtete N._ am 3.
März 2007 über eine deutliche Verminderung der Symptome. Auch die
Beschwerdeführerin habe eine objektive Verbesserung bestätigt. Der Therapeut
empfahl die Fortführung der Osteopathie bis zum Status einer stabilen
Beschwerdefreiheit. Am 6. Dezember 2007 bestätigte J._ zusehends subtiler
werdende, nicht mehr objektiv wahrnehmbare Beschwerden (UV-act. M32 Beilage). Dr.
H._ hielt im Bericht vom 30. Januar 2008 unter anderem fest, mit der Therapie werde
fortgefahren. Er erwarte, dass es in den nächsten Monaten zu einer deutlichen
Besserung komme (UV-act. M34). Nachdem er am 7. März 2008 gegenüber der IV bei
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stabilisierter Situation eine nach wie vor volle Arbeitsunfähigkeit auch in adaptierter
Tätigkeit bescheinigt hatte (IV-act. 36), teilte Dr. H._ am 3. April 2008 mit, die
Stabilisation über die letzten zwei Monate sei sehr erfreulich. Die Therapie gehe in
aktuellem Rahmen weiter (UV-act. M35). Am 12. Juni 2008 berichtete der Arzt über
weiterhin langsame kleine Fortschritte (UV-act. M36). Die MEDAS-Gutachter gelangten
rund fünf Monate später zum Schluss, therapeutische Vorschläge zur Verbesserung der
Arbeitsfähigkeit könnten weder rheumatologischer- noch psychiatrischerseits gemacht
werden, nachdem diverse Therapien nach über 3 1⁄2 Jahren zu keiner klaren
Beschwerdebesserung geführt hätten. Weitere Abklärungs- und Therapiemassnahmen
würden eher die Gefahr bergen, dass die Beschwerdeführerin in ihrem Eindruck
bestärkt werde, körperlich schwer krank zu sein (IV-act. 50 S. 12 oben).
Streitig und zu prüfen ist konkret grundsätzlich zwar lediglich der Zeitraum vom
29. Februar 2008 (Leistungseinstellung) bis 24. September 2008 (Datum des
angefochtenen Entscheids). Angesichts der dargelegten Verhältnisse erscheint es
jedoch sachgerecht und auch erforderlich, die mit dem MEDAS-Gutachten
dokumentierten gesundheitlichen Verhältnisse mit einzubeziehen. Auf dieser Grundlage
erscheint spätestens ab dem Zeitpunkt der MEDAS-Begutachtung, welche am 29.
September bzw. 1. Oktober 2008 stattfand (IV-act. 50 S. 1), mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit dargetan, dass von einer weiteren Behandlung eine tatsächliche
Verbesserung des Gesundheitszustandes nicht zu erwarten war. Demgegenüber kann
bezogen auf den von der Beschwerdegegnerin verfügten Einstellungszeitpunkt (29.
Februar 2008) ein Behandlungsabschluss mit Blick auf die erwähnten, nach diesem
Zeitpunkt erstellten Bestätigungen von Dr. H._ nicht überwiegend wahrscheinlich
nachgewiesen gelten. Damit erscheint es gerechtfertigt, die nachstehende
Adäquanzprüfung auf den Zeitpunkt der Beendigung der MEDAS-Untersuchung (1.
Oktober 2008) zu beziehen.
5.
5.1 Bei der in Frage stehenden Auffahrkollision (UV-act. UM, I/01) ist - bei einer mit
14 km/h angegebenen Obergrenze der kollisionsbedingten Geschwindigkeitsänderung
des Fahrzeugs der Beschwerdeführerin - von einem mittelschweren Ereignis im
Grenzbereich zu den leichten Unfällen auszugehen (RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236). Die
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Adäquanz des Kausalzusammenhangs ist somit zu bejahen, wenn ein einzelnes der in
die Beurteilung einzubeziehenden Kriterien in besonders ausgeprägter Weise vorliegt
oder die zu berücksichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise gegeben
sind (BGE 117 V 359 Erw. 6b). Von besonders dramatischen Begleitumständen oder
einer besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls kann nicht gesprochen werden. Sodann
vermag die Diagnose eines HWS-Distorsionstraumas die Schwere oder besondere Art
der Verletzung für sich allein nicht zu begründen. Es bedarf hierzu einer besonderen
Schwere der für das Schleudertrauma typischen Beschwerden oder besonderer
Umstände, welche das Beschwerdebild beeinflussen können. Diese können
beispielsweise in einer beim Unfall eingenommenen Körperhaltung und den dadurch
bewirkten Komplikationen bestehen. Solche Umstände sind hier nicht gegeben. Es
liegt auch keine besondere Schwere der für das Schleudertrauma typischen
Beschwerden vor (vgl. BGE 134 V 109 Erw. 10.2.2 mit Hinweisen).
5.2 Was das Kriterium der fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen
Behandlung (vgl. BGE 134 V 109 Erw. 10.2.3) betrifft, ist festzuhalten, dass die
Beschwerdeführerin - unterbrochen durch eine Behandlungspause im März/April 2006
wegen der bevorstehenden Geburt (UV-act. M14) - seit dem Unfall in Behandlung
stand, ohne dass damit eine länger andauernde Besserung eingetreten wäre. Dabei
handelte es sich sowohl um physio- als auch psychotherapeutische Massnahmen (vgl.
UV-act. M4, I/23, I/24, M16f, M18, M19, M24, M26, M28, M30, M32, M34f; IV-act. 36).
In Anbetracht der Aktenlage lässt sich eine fortgesetzt spezifische, die
Beschwerdeführerin belastende ärztliche Behandlung nicht in Abrede stellen, zumal bei
diesem Kriterium gemäss Urteil des Bundesgerichts vom 13. Juni 2008 i/S S.
(8C_331/2007), Erw. 4.2.3, auch alternativ- oder komplementärmedizinische
Massnahmen zu berücksichtigen sind.
5.3 Adäquanzrelevant können im Weiteren in der Zeit zwischen dem Unfall und dem
Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG ohne wesentlichen Unterbruch bestehende
erhebliche Beschwerden sein. Die Erheblichkeit beurteilt sich nach den glaubhaften
Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person durch die
Beschwerden im Lebensalltag erfährt (BGE 134 V 109 Erw. 10.2.4). Die
Beschwerdeführerin erklärte gegenüber den MEDAS-Gutachtern unter anderem, sie
leide an Schmerzen im ganzen Nacken mit Ausstrahlung in beide Arme und den Kopf
http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=Diskushernie+HWS&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F117-V-359%3Ade&number_of_ranks=0#page359
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sowie an Schmerzen im ganzen Rücken. Alle zwei bis drei Wochen gebe es
schlimmere Perioden, während denen sie fast nichts machen könne. Die
Schmerzintensität liege auf einer von 1-10 reichenden Skala bei einem Wert von 5; auf
Null gehe es nie (IV-act. 50 S. 3f). Nachdem rund eineinhalb Jahre zuvor der Osteopath
J._ von einer "deutlichen Besserung trotz beginnender Chronifizierung" berichtet
(UV-act. M19) und Dr. K._ am 9. September 2007 massive Schmerzchronifizierungs-
Zeichen bestätigt hatte (UV-act. M25), sprach J._ am 6. Dezember 2007 wie erwähnt
von zusehends subtiler werdenden und nicht mehr objektiv wahrnehmbaren
Beschwerden (UV-act. M32). Dr. H._ teilte am 3. April 2008 bei fortdauernder
Behandlung eine erfreuliche Stabilisation mit (UV-act. M35). Die MEDAS-Gutachter
wiesen in der Folge auf viele Zeichen für nichtorganisches Krankheitsverhalten hin, so
nebst der diffusen Symptombeschreibung die hohe Schmerzbewertung, die
weitgehende Erfolglosigkeit bisheriger Behandlungen sowie das nicht plausible
Ausmass der demonstrierten Behinderungen im Vergleich zu den wenig
objektivierbaren Befunden (IV-act. 50 S. 11). Bei dieser Aktenlage können im Zeitraum
bis Oktober 2008 dauerhafte und erhebliche (unfallbedingte) Beschwerden nicht
überwiegend wahrscheinlich angenommen werden. Dabei ist zu beachten, dass die
LWS-Beschwerden wie dargelegt nicht überwiegend wahrscheinlich als unfallbedingt
gelten können und die Beschwerdeführerin vor dem streitigen Unfall bereits im Jahr
1997 wegen HWS-Beschwerden von Dr. F._ behandelt worden war (UV-act. M33).
Damit lässt sich dieses Kriterium nicht bejahen.
5.4 Sodann können ein schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen
nicht schon dann angenommen werden, wenn eine Vielzahl von verschiedenen
Therapien zu keinem Heilungserfolg führt. Dr. H._ berichtete nun allerdings am 30.
Januar 2008, im November 2007 sei es zu einer grippalen Erkrankung mit anhaltendem
Husten über mehrere Wochen gekommen. Es habe sich offenbar eine deutliche
Funktionseinschränkung der Lunge gezeigt. In einem Hustenanfall sei dann auch eine
Rippenfraktur aufgetreten. Es habe angenommen werden müssen, dass es sich bei der
Lungenproblematik mit Reizhusten um eine Nebenwirkung von Celebrex handle, womit
ein Zusammenhang mit den von ihm (Dr. H._) behandelten Unfallfolgen zu sehen sei.
Nach einem Wechsel des Medikaments sei es zwischenzeitlich zu einer Besserung
gekommen. Die Patientin müsse nicht mehr husten und auch die Rippenfraktur sei am
Abheilen. Mit dieser Geschichte habe die gesamte Therapie eingestellt werden
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müssen. Die Patientin habe auch ihre Übungen nicht mehr machen können und eine
deutliche Verschlechterung der Nacken-, Schulter-, Rücken- und Kopfschmerzen
erlitten. Seit ca. zwei Wochen habe sie Therapie und Massage wieder begonnen (UV-
act. M34). Aufgrund des von Dr. H._ geschilderten Sachverhalts lassen sich
Behandlungskomplikationen nicht in Abrede stellen. Diese liessen sich jedoch
innerhalb von zwei Monaten im Wesentlichen wieder beheben, weshalb das Kriterium
der erheblichen Komplikationen lediglich ansatzweise als erfüllt gelten kann. Sodann
lässt sich ein schwieriger Heilungsverlauf weder aus dem vorerwähnten Sachverhalt
noch aus dem weiteren medizinischen Verlauf herleiten, zumal auch hier die
unfallfremden Aspekte auszuklammern sind. Auch kann von einer ärztlichen
Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hat, nicht gesprochen
werden. Einzig der Umstand, dass ein Medikament unerwünschte Nebenfolgen zeitigte,
belegt noch keine Fehlbehandlung.
5.5 Was schliesslich das Kriterium der Arbeitsfähigkeit anbelangt, ist gemäss BGE
134 V 109 Erw. 10.2.7 dem Umstand Rechnung zu tragen, dass bei leichten bis
mittelschweren Schleudertraumen der HWS und ähnlichen Verletzungen ein längerer
oder gar dauernder Ausstieg aus dem Arbeitsprozess vom medizinischen Standpunkt
aus als eher ungewöhnlich erscheint. Nicht die Dauer der Arbeitsunfähigkeit ist daher
massgebend, sondern eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit als solche, die zu überwinden
die versicherte Person ernsthafte Anstrengungen unternimmt. Konkret muss ihr Wille
erkennbar sein, sich durch aktive Mitwirkung raschmöglichst wieder in den
Arbeitsprozess einzugliedern. Solche Anstrengungen der versicherten Person können
sich insbesondere in ernsthaften Arbeitsversuchen trotz allfälliger persönlicher
Unannehmlichkeiten manifestieren. Sodann können Bemühungen um alternative, der
gesundheitlichen Einschränkung besser Rechnung tragende Tätigkeiten ins Gewicht
fallen. Nur wer in der Zeit bis zum Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG in
erheblichem Masse arbeitsunfähig ist und solche Anstrengungen auszuweisen vermag,
kann das Kriterium erfüllen (BGE 134 V 109 Erw. 10.2.7). - Aus den Akten ergibt sich,
dass die von der Beschwerdeführerin in der Zeit von März bis Mai 2005
vorgenommenen Arbeitsversuche an ihrem angestammten Arbeitsplatz abgebrochen
werden mussten (UV-act. M28, I/6, I/10) und sie danach weitgehend arbeitsunfähig
blieb (vgl. UV-act. M14, M16f, M28; IV-act. 20, 36 und 50 S. 10 unten). J._ erachtete
ab 18. Juni 2007 eine 50%-Arbeitsfähigkeit als gegeben (UV-act. M32). Gemäss
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MEDAS-Gutachten vom 17. November 2008 sind der Beschwerdeführerin körperliche
leichte, wechselbelastende Arbeiten zu 70-80% zumutbar. Die aus psychiatrischer
Sicht diagnostizierte somatoforme Schmerzstörung mit Tendenz zur Ausweitung zu
einer Somatisierungsstörung sei ohne Auswirkungen auf die Arbeits- und
Leistungsfähigkeit (IV-act. 50 S. 11-13 und IV-act. 55). Für die Zeit bis 24. September
2008 (Datum des angefochtenen Entscheids) liesse sich bei der geschilderten
Aktenlage eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit nicht verneinen, zumal die MEDAS-Ein-
schätzung keine rückwirkende Geltung beanspruchen kann. Immerhin ist jedoch zu
beachten, dass die MEDAS-Gutachter in der Folge die 20-30%ige Arbeitsunfähigkeit
ausschliesslich mit Hinweis auf mannigfache funktionelle Störungen (chronische
weichteilrheumatische Beschwerden mit vegetativen Begleitsymptomen bzw.
myofasziale oder fibromyalgische Beschwerden; vgl. IV-act. 50 und 55) und damit mit
Befunden begründeten, welche nicht ohne weiteres mit dem streitigen Unfall in
Zusammenhang zu bringen sein dürften. Ausschlaggebend erscheint jedoch, dass -
abgesehen von den Arbeitsversuchen unmittelbar nach dem Unfall - ausgewiesene
Anstrengungen im erwähnten Sinn nicht aktenkundig sind, obwohl die Arbeitgeberin
der Beschwerdeführerin noch im November 2007 auch einen stufenweisen Arbeits-
Einstieg ermöglicht hätte (vgl. UV-act. I/59). Die MEDAS-Gutachter bezeichneten
sodann die Arbeitsprognose als schlecht. Zu betonen seien dabei IV-rechtlich fremde
soziale und psychische Faktoren: Langjährige Arbeitsabstinenz, soziale Faktoren
(Mutter eines zweieinhalbjährigen Kleinkindes), subjektive Krankheitsüberzeugungen
(IV-act. 50 S. 12). Im Weiteren teilte die Beschwerdeführerin der IV am 22. März 2009
mit, sie könne aktuell keiner Erwerbstätigkeit nachgehen, da sie noch zu stark unter
den Unfallfolgen leide. Schon vor dem Unfall seien sie und ihr Mann sich einig
gewesen, dass sie sich in den ersten Lebensjahren des (im April 2006 geborenen)
Kindes um die Erziehung kümmern und auch nicht erwerbstätig sein würde. Vermutlich
mit dem Kindergarteneintritt des Kindes (konkret im Jahr 2010) hätte sie sich (ohne
Unfall) wieder zu 80-100% ins Berufsleben gewagt. Aufgrund der Unfallfolgen und der
Erziehung des Sohnes verzichte sie auf die Mithilfe der IV bei der Stellensuche (IV-act.
60).
5.6 Unter diesen Umständen kann lediglich das Kriterium der fortgesetzt
spezifischen, die Beschwerdeführerin belastenden Therapien und ansatzweise auch
dasjenige der erheblichen Komplikationen als erfüllt angesehen werden, womit dem
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Unfall vom 16. Februar 2005 keine adäquanzrechtlich massgebende Bedeutung für die
über den 1. Oktober 2008 (Datum der MEDAS-Untersuchung) hinaus andauernden
Beschwerden zukommen kann. Eine Einstellung der Leistungen auf den 1. Oktober
2008 erscheint demgemäss ausgewiesen.
6.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des
Einspracheentscheids vom 24. September 2008 in dem Sinn teilweise gutzuheissen,
dass die Beschwerdegegnerin verpflichtet wird, der Beschwerdeführerin Leistungen
aus dem Unfall vom 16. Februar 2005 bis zum 1. Oktober 2008 zu erbringen.
Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Die Beschwerdeführerin hat
Anspruch auf Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG). Aufgrund des teilweisen
Obsiegens erscheint eine Entschädigung von pauschal Fr. 2'000.-- (einschliesslich
Barauslagen und Mehrwertsteuer) angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG