Decision ID: 70c9da42-60f7-479e-88cc-07dd6e45a787
Year: 2012
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- Die Eheleute A und B X-Y wohnen in ihrem Einfamilienhaus an der H-Strasse in S.
Beide sind unselbständig erwerbstätig. Sie sind zudem Eigentümer eines Wohn- und
Geschäftshauses in T, einer Wohn- und Gewerbeliegenschaft in W/AR sowie eines
Reiheneinfamilienhauses in C/ZG, welches sie vor dem Zuzug nach S selbst bewohnt
hatten. Der Ehemann ist Wochenaufenthalter in D/ZG. Für die Kantons- und
Gemeindesteuern 2008 wurden die Eheleute A und B X-Y mit einem steuerbaren
Einkommen von Fr. 173'100.-- zu eben diesem Satz und einem steuerbaren Vermögen
von Fr. 318'000.-- zum Satz von Fr. 1'051'000.-- veranlagt. Die Veranlagungsbehörde
reduzierte den Abzug für Mehrkosten der Verpflegung bei auswärtigem
Wochenaufenthalt des Ehemannes von Fr. 6'400.-- auf Fr. 3'200.--. Bei der
Steuerausscheidung ging sie von einem für den Kanton Zug massgebenden Steuerwert
der Liegenschaft in C von Fr. 1'370'000.-- und einem Repartitionsfaktor von 110% aus.
Gegen diese Veranlagung erhoben die Pflichtigen am 30. Mai 2011 Einsprache und
beantragten, der Steuerwert der Liegenschaft in C solle für die Besteuerung und
Ausscheidung mit Fr. 960'000.-- anstatt des verwendeten Wertes von Fr. 1'370'000.--
festgesetzt werden, eventuell sei der Wert von Fr. 1'370'000.-- nicht mehr mit einem
Repartitionssatz hochzurechnen; ausserdem sei der Abzug von Fr. 6'400.-- für
auswärtige Verpflegung bei Wochenaufenthalt zu gewähren und die Aufrechnung von
Fr. 3'200.-- rückgängig zu machen. Zur Begründung machten sie geltend, der offiziell
ermittelte Steuerwert des Einfamilienhauses in C liege bei Fr. 960'000.--. Der Kanton
Zug habe die Praxis, bei vermieteten Liegenschaften einen Marktwert als Verkehrswert
aufgrund der erzielten Marktmiete zu berechnen. Damit ergebe sich aus dieser
Berechnung auf einen Schlag eine Verkehrswerterhöhung von Fr. 960'000.-- auf
Fr. 1'370'000.--. Dies entspreche ohne Neuschätzung einer Erhöhung um über 40%.
Wenn nun dieser Wert sogar noch mit dem Repartitionswert hochgerechnet werde,
ergebe sich eine um über Fr. 800'000.-- höhere Bewertung, also faktisch eine
Verdoppelung. Damit werde sogar der Marktwert der Liegenschaft überstiegen und es
komme zu einer unrealistischen Überbesteuerung. Der Repartitionssatz sei für
Korrekturen der ordentlichen Schätzungen vorgesehen und nicht für bereits
hochgerechnete Marktwerte/Verkehrswerte. Das Kantonale Steueramt wies die
Einsprache mit Entscheid vom 18. Juni 2011 ab. Es verwies auf die allgemeinen
Erläuterungen über die Bewertung der Liegenschaften auf dem Formular der
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Ausscheidung und Steuerberechnung. Davon könne nicht abgewichen werden, denn
beim Betrag von Fr. 1'370'000.-- handle es sich um den gültigen Steuerwert, den der
Kanton Zug für die Liegenschaft ermittelt habe und der gemäss gültiger Regelung unter
den Kantonen mit dem Repartitionswert hochgerechnet werden müsse. Im Übrigen
entspreche die Reduktion des Abzugs für auswärtigen Wochenaufenthalt einem
Entscheid des Bundesgerichts.
B.- Gegen den Einspracheentscheid erhoben A und B X-Y mit Eingabe vom 14. Juli
2011 Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission. Sie halten an ihrem Antrag fest,
der ordentliche Steuerwert des Einfamilienhauses in C von Fr. 960'000.-- sei anstelle
des verwendeten ausserordentlichen Ertragswerts von Fr. 1'370'000.-- als Basiswert
für die Besteuerung und Ausscheidung anzusetzen, eventualiter sei der
ausserordentlich hochgerechnete Ertragswert von Fr. 1'370'000.-- als bereits
hochgerechneter Repartitionswert einzusetzen und dann auf den Verkehrswert
zurückzusetzen, ausserdem sei der Abzug für Verpflegung von Fr. 6'400.-- zu
gewähren und die Aufrechnung von Fr. 3'200.-- rückgängig zu machen, eventualiter
seien die effektiven Wohnungskosten für ein Zimmer mit Kochgelegenheit von
mindestens Fr. 1'200.-- pro Monat zuzulassen. Die weiteren von den Rekurrenten
vorgebrachten Ausführungen werden, soweit wesentlich, in den nachstehenden

Erwägungen dargelegt und gewürdigt.
Die Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 12. September 2011 unter
Hinweis auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheids die kostenfällige
Abweisung des Rekurses.
Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 14. Juli 2011 ist rechtzeitig eingereicht
worden. Er erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen
(Art. 194 Abs. 1 des Steuergesetzes, sGS 811.1, abgekürzt: StG; Art. 48 des Gesetzes
über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist
einzutreten.
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2.- Nach Art. 13 Abs. 1 StG sind natürliche Personen aufgrund persönlicher
Zugehörigkeit steuerpflichtig, wenn sie ihren steuerrechtlichen Wohnsitz oder
Aufenthalt im Kanton haben. Der Wohnsitz der Rekurrenten und damit deren
Steuerpflicht aufgrund persönlicher Zugehörigkeit sind im vorliegenden Fall
unbestritten. Die Rekurrenten liessen sich Anfang August 2007 im Kanton St. Gallen
nieder und hatten ihren Wohnsitz im Jahr 2008 in S. Art. 15 Abs. 1 StG bestimmt, dass
bei persönlicher Zugehörigkeit die Steuerpflicht unbeschränkt ist; diese erstreckt sich
aber nicht auf die Geschäftsbetriebe, Betriebsstätten und Grundstücke ausserhalb des
Kantons. Nach Art. 16 Abs. 1 StG erfolgt die Steuerausscheidung im Verhältnis zu
anderen Kantonen und zum Ausland nach den Grundsätzen des Bundesrechts über
das Verbot der interkantonalen Doppelbesteuerung. Steuerpflichtige, die im Kanton für
einen Teil ihres Einkommens und Vermögens steuerpflichtig sind, entrichten gemäss
Art. 18 Abs. 1 StG die Steuern für die im Kanton steuerbaren Werte nach dem
Steuersatz, der ihrem gesamten Einkommen und Vermögen entspricht. Unter Vorbehalt
der bundesrechtlichen Regeln zur interkantonalen Steuerausscheidung und zur
Vermeidung der interkantonalen Doppelbesteuerung ermittelt jeder Kanton die für die
kantonalen Steuern massgebenden Faktoren anhand seiner eigenen Steuerordnung.
Dies folgt ohne weiteres aus der grundsätzlichen Steuerhoheit der Kantone, welche
ihrerseits aus der subsidiären kantonalen Generalkompetenz (Art. 3 der
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft, SR 101) resultiert (vgl.
Urteil des Bundesgerichts 2C_348/2010 vom 19. Oktober 2010 E. 3).
Die Rekurrenten sind Eigentümer von zwei Grundstücken im Kanton St. Gallen, zwei
Grundstücken im Kanton Appenzell-Ausserhoden und eines Grundstücks im Kanton
Zug. Im vorliegenden Fall ist daher für das Einkommen und das Vermögen eine
Steuerausscheidung zwischen dem Hauptsteuerdomizil S/SG und den
Nebensteuerdomizilen der Liegenschaftskantone vorzunehmen. Bei der
Vermögensausscheidung werden zunächst die Aktiven gemäss den Zuteilungsnormen
auf die beteiligten Kantone verlegt, d.h. die Liegenschaften werden den
Belegenheitskantonen, die beweglichen Aktiven dagegen dem Hauptsteuerdomizil
zugewiesen. Die gesamten Schulden werden im Verhältnis der den einzelnen Kantonen
zugewiesenen Aktiven zu den Gesamtaktiven verlegt (vgl. statt vieler Höhn/Mäusli,
Interkantonales Steuerrecht, 4. Aufl. 2000, § 19 Rz 10; BGE 119 Ia 46 E. 4a). Darauf
wurde im Formular der Steuerausscheidung ausdrücklich hingewiesen. Bei der
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Steuerausscheidung ist ausserdem zu berücksichtigen, dass die Verlegung der
Schulden vom Wert der in den einzelnen Kantonen steuerpflichtigen Aktiven abhängt.
Die Bewertung von Liegenschaften kann nach unterschiedlichen Gesichtspunkten
vorgenommen werden. Vielfach schreiben die kantonalen Gesetzgebungen
Schätzungsmethoden vor, die bei Liegenschaften einen unter dem effektiven Wert
liegenden Steuerwert ergeben. Je niedriger der kantonale Steuerwert ist, desto weniger
Passiven werden übernommen. Bewertet dagegen der andere Kanton die
ausserkantonalen Aktiven zum effektiven Wert, so weist er dem Kanton mit der
niedrigen Bewertung mehr Passiven zu, als dieser zu übernehmen bereit ist. Daher
müssen die Kantone bei ausserkantonalen Objekten den gleichen
Bewertungsmassstab anwenden wie bei den innerkantonalen Grundstücken. Die von
den beteiligten Kantonen angewandten Bewertungsregeln können zwar verschieden
sein, doch muss jeder Kanton die von ihm gewählten Regeln sowohl bei den ihm
zugewiesenen als auch bei den ausserkantonalen Vermögenswerten anwenden (vgl.
Höhn/Mäusli, a.a.O., § 19 Rz 16 f.). Auch darauf wurde im Formular der
Steuerausscheidung ausdrücklich hingewiesen. Die Schweizerische Steuerkonferenz
hat zur Angleichung der Bewertungsmassstäbe für Liegenschaften Repartitionsfaktoren
festgelegt. Für nichtlandwirtschaftliche Grundstücke im Kanton St. Gallen beträgt
dieser ab der Steuerperiode 2002 80% der amtlichen Verkehrswertschätzung. Der
Repartitionsfaktor für nichtlandwirtschaftliche Grundstücke im Kanton Zug beträgt
hingegen 110%, jener für solche im Kanton Appenzell-Ausserrhoden 70% (vgl.
Kreisschreiben Nr. 22 vom 21. November 2006, veröffentlicht auf: www.steuer-
konferenz.ch, Kreisschreiben). Dies bedeutet, dass für die Steuerausscheidung der
amtliche Verkehrswert der Grundstücke des Kantons St. Gallen auf 80% und jener der
Grundstücke in Appenzell-Ausserrhoden auf 70% zu reduzieren ist, während der
amtliche Verkehrswert des Grundstücks im Kanton Zug, wie er nach den Regeln des
Kantons Zug ermittelt wurde, um 10% auf 110% heraufzusetzen ist. Damit wird den
unterschiedlichen kantonalen Schätzungsregeln Rechnung getragen. Nach Massgabe
dieser Repartitionswerte sind in der Folge die Passiven und – zur Ermittlung des
steuerbaren Einkommens – die Schuldzinsen zu verlegen. Für das im Kanton St. Gallen
steuerbare Vermögen ist hernach die Differenz zwischen Repartitionswert und
kantonalem Steuerwert wieder hinzuzurechnen, um das Reinvermögen im Kanton St.
Gallen zu bestimmen. Zur Festsetzung des satzbestimmenden Vermögens sind
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ausserdem die Repartitionswerte der ausserkantonalen Grundstücke nach Massgabe
der st. gallischen Berechnungsweise anzupassen, d.h. der Repartitionswert des
zugerischen Grundstücks ist wie jener der st. gallischen Grundstücke auf 80% des
satzbestimmenden Vermögenswertes zu veranschlagen und dementsprechend um
einen Viertel zu erhöhen, um den für das satzbestimmende Vermögen massgebenden
Wert festzusetzen. Damit ist der Repartitionswert des Grundstücks in C von
Fr. 1'507'000.-- um 25% zu erhöhen und auf Fr. 1'883'750.-- festzusetzen.
Im Kanton Zug gelten für die Ermittlung des Verkehrswertes bei selbstgenutzten
Liegenschaften andere Regeln als bei vermieteten Liegenschaften. Während
selbstgenutzte Einfamilienhäuser nach dem Landwert und Zeitbauwert oder nach dem
Erstellungs- oder Kaufpreis geschätzt werden, werden vermietete Einfamilienhäuser
nach dem Ertragswert geschätzt (vgl. Wegleitung der Kantonalen Steuerverwaltung
Zug, Abteilung natürliche Personen, Ziff. 2.1, 3.1, 4). Die Steuerverwaltung Zug ist bei
der Besteuerung des Grundstücks im Kanton Zug von einem Wert von Fr. 1'370'000.--
ausgegangen. Die Rekurrenten anerkennen denn auch, dass dieser Wert auf den
Regeln des Kantons Zug basiert. Zu Unrecht kritisieren sie aber, dass der
Steuerausscheidung im Kanton St. Gallen dieser Wert zugrunde gelegt und –
entsprechend dem von der interkantonalen Veranlagungspraxis für den Kanton Zug
festgesetzten Repartitionsfaktor für nichtlandwirtschaftliche Grundstücke von 110% –
um 10% erhöht wurde. Dieses Vorgehen entspricht Sinn und Zweck der
unterschiedlichen Bewertungsregeln der einzelnen Kantone. Der Einwand der
Rekurrenten, der Wert ihres Hauses im Kanton Zug steige um einen von den
ordentlichen Schätzungsbehörden errechneten Wert von Fr. 960'000.-- auf gegen
Fr. 1'900'000.--, was selbst im Kanton Zug für ein zweiseitig angebautes
Reiheneinfamilienhaus über dem Marktwert liege, ist nicht stichhaltig. Das
massgebende Kreisschreiben enthält keine Bestimmungen, wonach die Schätzung
vermieteter Objekte im Kanton Zug einen anderen Repartitionswert begründet. Es ist
nicht ersichtlich, inwiefern im vorliegenden Fall diese Bewertung und die
Steuerausscheidung zu einer unzulässigen bzw. übermässigen Besteuerung führt. Die
Rekurrenten legen denn auch nicht dar, welche Rechtsnormen oder welche
allgemeinen Rechtsgrundsätze des interkantonalen Steuerrechts verletzt werden. Wenn
die Steuerbehörde des Kantons Zug ein vermietetes Objekt anhand der
Mietzinseinnahmen bewertet, so kann dies jedenfalls nicht als offensichtlich fehlerhaft
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qualifiziert werden. Auch unterscheidet das Kreisschreiben der Schweizerischen
Steuerkonferenz bei Grundstücken im Kanton Zug nicht danach, ob sie vermietet oder
selbst genutzt sind. Die Mieteinnahmen aus der Liegenschaft in C wurden gemäss der
Veranlagung des Kantons Zug auf Fr. 96'000.-- veranschlagt und blieben in der
Einsprache und im Rekurs unangefochten.
Im Lichte dieses Mietertrags kann ein den st. gallischen, auf den Marktwert
abstellenden Bewertungsregeln (vgl. Art. 57 Abs. 1 StG) entsprechender Verkehrswert
von knapp 1,9 Mio. Franken jedenfalls nicht als offensichtlich fehlerhaft eingestuft
werden, ob es sich nun um ein zweiseitiges angebautes oder ein freistehendes
Wohnhaus handelt.
Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass die Einwendungen der
Rekurrenten
gegen die Art und Weise der interkantonalen Steuerausscheidung unbegründet sind. In
diesem Punkt ist der Rekurs abzuweisen. Im Übrigen wirkt sich die Höhe des
satzbestimmenden Vermögens als solche auf die Vermögenssteuerlast im Kanton St.
Gallen nicht aus, da Art. 65 Abs. 1 StG einen einheitlichen Vermögenssteuersatz von
1,9‰ des steuerbaren Vermögens vorsieht.
3.- Umstritten ist weiter der Abzug für den auswärtigen Wochenaufenthalt.
Nach Art. 39 Abs. 1 StG werden die notwendigen Kosten für Fahrten zwischen Wohn-
und Arbeitsstätte (lit. a), die notwendigen Mehrkosten der Verpflegung ausserhalb der
Wohnstätte und bei Schichtarbeit (lit. b) sowie die übrigen für die Ausübung des
Berufes erforderlichen Kosten (lit. c) abgezogen. Die Abzüge für auswärtigen
Wochenaufenthalt werden in Art. 20 der Steuerverordnung (sGS 811.11, abgekürzt:
StV) geregelt. Nach Art. 20 Abs. 1 StV können Steuerpflichtige mit auswärtigem
Arbeitsort, denen die alltägliche Rückkehr an den steuerrechtlichen Wohnsitz nicht
möglich ist oder nicht zugemutet werden kann, die Mehrkosten für den auswärtigen
Aufenthalt abziehen. Der Abzug der notwendigen Mehrkosten der auswärtigen
Verpflegung wird gemäss Art. 20 Abs. 2 StV nach den für die direkte Bundessteuer
massgebenden Pauschalansätzen bestimmt, wobei auf den Anhang zur
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Eidgenössischen Verordnung über den Abzug von Berufskosten der unselbständigen
Erwerbstätigkeit bei der direkten Bundessteuer (SR 642.118.1, abgekürzt:
Berufskostenverordnung) verwiesen wird. Als notwendige Mehrkosten der Unterkunft
gelten die ortsüblichen Mietkosten für ein Zimmer (Art. 20 Abs. 3 StG). Nach den
Weisungen für die Veranlagung (StB Nr. 39 Nr. 8 Ziff. 3.2) gilt für 2008 ein Abzug von
Fr. 6'400.-- pro Jahr bei auswärtigem Wochenaufenthalt. Ein gekürzter Abzug von Fr.
4'800.-- pro Jahr ist zulässig, wenn die Verpflegung in einem Personalrestaurant
eingenommen werden kann oder durch den Arbeitgeber verbilligt wird. Nach Ziff. 3.3
wird grundsätzlich der volle Abzug gewährt, es sei denn es liege ein Kürzungsgrund
vor. Weiter wird vermerkt, dass der Pauschalabzug für auswärtige Verpflegung bei
täglicher Heimkehr nicht gleichzeitig mit jenem bei Wochenaufenthalt geltend gemacht
werden kann. In Ziff. 5.2 der Wegleitung zur Steuererklärung 2008 ist festgehalten,
dass steuerpflichtige Wochenaufenthalt für die auswärtige Verpflegung Fr. 30.-- pro
Tag, bei ganzjährigem Wochenaufenthalt Fr. 6'400.-- im Jahr abziehen können.
Gemäss den dargelegten Bestimmungen hat der Rekurrent grundsätzlich Anspruch auf
einen Abzug für auswärtige Verpflegung bei auswärtigem Wochenaufenthalt von
Fr. 6'400.-- pro Jahr.
Die Vorinstanz stützte sich bei ihrem Entscheid auf das Urteil des Bundesgerichts
2C_14/2009 vom 22. April 2009. Dieses hat aber nicht explizit den Abzug für die
Mehrkosten der auswärtigen Verpflegung bei auswärtigem Wochenaufenthalt zum
Gegen-stand. Es führte lediglich die Kommentierungen an, welche für eine restriktive
Zulassung von Abzügen für auswärtige Verpflegung sprechen. Dabei ist allerdings zu
berücksichtigen, dass die Kommentatoren davon ausgehen, dass der Pauschalabzug
für die zweite Hauptmahlzeit deshalb entfällt, weil die Kosten für ein Studio mit
Kochgelegenheit höher seien als für eine Unterkunft ohne Kochgelegenheit. Eine
Reduktion des Pauschalabzugs für die Mehrkosten der auswärtigen Verpflegung bei
Wochenaufenthalt ist nach den Richtlinien für das Jahr 2008 einzig dann vorgesehen,
wenn die Verpflegung vom Arbeitgeber verbilligt wird. Die st. gallische
Veranlagungspraxis geht beim Wochenaufenthalt deshalb von der Notwendigkeit der
auswärtigen Verpflegung bei zwei Hauptmahlzeiten aus (vgl. den ausführlich
begründeten Entscheid VRKE I/1-2011/6 vom 18. August 2011, in:
www.gerichte.sg.ch). Dementsprechend besteht kein Anlass, die Rekurrenten für das
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Steuerjahr 2008 abweichend von den im Steuerbuch und in der Wegleitung
niedergelegten Regeln zu veranlagen.
Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist der Rekurs in diesem Punkt gutzuheissen.
4.- Im Dispositiv des Einspracheentscheids und ebenso im Veranlagungsprotokoll des
Steuererklärungsformulars ist für das Steuerjahr 2008 ein steuerbares Einkommen von
Fr. 173'100.-- zu eben diesem Satz und ein steuerbares Vermögen von Fr. 318'000.--
zum Satz von Fr. 1'051'000.-- vermerkt. Der Steuerfaktor beim Vermögen entspricht
lediglich den in S gelegenen sowie den beweglichen Vermögenswerten. Die
Rekurrenten sind aber auch Eigentümer eines Grundstücks in T/SG. Dieses Vermögen
und das daraus fliessende Einkommen sind ebenfalls zu erfassen. Bei unbeschränkt
Steuerpflichtigen sind die massgebenden Einkünfte und Vermögenswerte in allen st.
gallischen Gemeinden zu berücksichtigen. Die Vorinstanz wird daher 2008 das
steuerbare Einkommen aufgrund der Änderung der Berufskosten neu zu bestimmen
haben. Beim Einkommen wirkt sich die Liegenschaft in T nicht aus, hingegen ist das
Vermögen unter Berücksichtigung dieses Grundstücks neu festzulegen.
Zusammenfassend ergibt sich somit, dass der Rekurs teilweise gutzuheissen und der
Einspracheentscheid vom 18. Juni 2011 aufzuheben ist. Die Angelegenheit ist zur
neuen Festlegung des Einkommens und des Vermögens im Sinne der Erwägungen und
zur neuen Steuerausscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen.
5.- Die Rekurrenten obsiegen lediglich teilweise. Aufgrund der fehlerhaften
Vermögensveranlagung ist eine Rückweisung der Angelegenheit an die Vorinstanz
vorzunehmen. Das Begehren um Änderung der Steuerausscheidung bzw. Reduktion
des satzbestimmenden Vermögens erweist sich allerdings als unbegründet. Es
rechtfertigt sich daher, die amtlichen Kosten je zur Hälfte dem Staat und den
Rekurrenten aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 und 2 VRP). Eine Entscheidgebühr von
Fr. 800.-- ist angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS
941.12). Der Kostenvorschuss von Fr. 500.-- ist mit dem auf die Rekurrenten
entfallenen Kostenanteil von Fr. 400.-- zu verrechnen und der Rest von Fr. 100.-- den
Rekurrenten zurückzuerstatten.