Decision ID: c6460a0c-0a3e-5bb0-b83a-7efd31144032
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherte), wurde im Oktober 2013 in der B._
psychotherapeutisch behandelt (vgl. IV-act. 13-2 und 13-11). Am 13. Januar 2014
nahm sie ein Arbeitsverhältnis als Servicemitarbeiterin Gastronomie mit der C._AG
(nachfolgend: Arbeitgeberin) auf (IV-act. 11-2). Den letzten Einsatz bei der
Arbeitgeberin hatte sie am 26. Juli 2014 (IV-act. 11-3). Vom 7. August bis 24.
September 2014 war sie zur psychosomatischen Rehabilitation in der Klinik D._. Dem
diesbezüglichen Austrittsbericht sind die psychiatrischen Diagnosen mittelgradige
depressive Episode sowie Verdacht auf Persönlichkeitsakzentuierung mit emotional
instabilen Zügen zu entnehmen (IV-act. 13-6). Am 22. Dezember 2014 unterzog sich die
Versicherte einer Operation an der rechten Schulter (IV-act. 118-2 f.; vgl. IV-act. 13-2
und 122-20 unten). Im Januar/Februar 2015 meldete sie sich unter Hinweis auf seit
November 2013 bestehende psychische und somatische Erkrankungen bei der
Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (IV-act. 1-8). Zu
diesem Zeitpunkt stand sie in gekündigtem Arbeitsverhältnis mit der Arbeitgeberin (IV-
act. 11-8). Die die Versicherte seit 2013 behandelnde Psychiaterin Dr. med. E._,
F._ AG (heute P._(nachfolgend: F._), berichtete am 7. April 2015 über eine
mittelgradige depressive Episode und den Verdacht auf eine emotional instabile
Persönlichkeitsakzentuierung. Die Versicherte sei seit 7. Oktober 2013 zum Teil mit
Unterbrüchen zu 100 % arbeitsunfähig (IV-act. 13-2 und 14). Der die Versicherte
ebenfalls seit 2013 behandelnde Hausarzt Dr. med. G._ erklärte am 16. April 2015,
aus rein somatischer Sicht wäre die Versicherte per sofort arbeitsfähig. Sie müsste
jedoch stets frei wählen können zwischen verschiedenen Körperpositionen. Die
A.a.
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Belastung für den rechten Arm sollte nicht mehr als 5 kg betragen und nicht länger als
15 Minuten andauern (IV-act. 15-3).
Am 5. August 2015 fand ein Gespräch zwischen der Versicherten und einer IV-
Eingliederungsverantwortlichen statt. Dabei wurde festgestellt, dass der
Gesundheitszustand instabil sei und medizinische Massnahmen im Vordergrund
stünden (IV-act. 24). Mit Mitteilung vom 23. September 2015 verneinte die IV-Stelle
einen Anspruch der Versicherten auf berufliche Eingliederungsmassnahmen (IV-act.
25).
A.b.
Am 9. September 2015 war die Versicherte zur ambulanten psychosomatischen
Rehabilitation in die Klinik D._ eingetreten. Der Austritt erfolgte am 5. November
2015. Das Rehabilitationsprogramm umfasste während acht Wochen für drei
Nachmittage in der Woche ein Programm aus körperlicher Aktivierung und
Entspannung sowie zwei Psychotherapiegespräche (Fremdakten 2-1 ff.).
A.c.
Am 14. Dezember 2015 wurde die rechte Hüfte der Versicherten endoprothetisch
versorgt (vgl. IV-act. 122-20 oben). Am 2./4. Mai 2016 wurde die Versicherte in der
Psychiatrischen Klinik H._ testpsychologisch untersucht. Gemäss dem
diesbezüglichen Bericht war von einer klinisch relevanten depressiven Symptomatik
auszugehen, welche das neurokognitive Leistungsprofil überlagert haben dürfte. In der
Gesamtschau der Befunde ergaben sich Hinweise auf eine Aufmerksamkeitsdefizit-/
Hyperaktivitätsstörung (ADHS) im Erwachsenenalter. Die neurokognitiven
Testergebnisse mit Defiziten im attentionalen/exekutiven Funktionsbereich stützten
diese Verdachtsdiagnose. Auch der klinische Eindruck liess eine ADHS-Symptomatik
vermuten (Rededrang/motorische Unruhe). Aus neuropsychologischer Sicht wurde das
Hinzuziehen fremdanamnestischer Angaben angeraten. Zudem wurde zum Ausschluss
organischer Ursachen der Symptomatik eine blutchemische Untersuchung und
allenfalls eine zentrale Bildgebung empfohlen. Ferner wurde differentialdiagnostisch an
das mögliche Vorliegen einer Borderline-Persönlichkeitsstörung gedacht (IV-act. 44).
A.d.
Am 17. Mai 2016 unterzeichneten die Versicherte, ein Eingliederungsberater der IV
und die I._ AG, St. Gallen, einen "Eingliederungsplan für Integrationsmassnahmen bei
einem Anbieter für Aufbautraining" für die Zeit vom 17. Mai bis 19. August 2016 (IV-act.
A.e.
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38). Mit Mitteilung vom 30. Mai 2016 erteilte die IV-Stelle die entsprechende
Kostengutsprache (IV-act. 41) und mit Verfügung vom 10. Juni 2016 sprach sie der
Versicherten Taggeldleistungen für die Zeit vom 17. Mai bis 21. August 2016 zu (IV-act.
45). Gemäss Zwischenbericht der I._ AG vom 6. Juli 2016 arbeitete die Versicherte
während der Integrationsmassnahme an einem Büroarbeitsplatz (IV-act. 50-1). Sie
hätte laut I._ AG im Rahmen ihrer Erkrankung einer geringeren täglichen Belastung
bedurft, um ihre Leistungsfähigkeit aufzutrainieren; sie war von der zeitlichen
Anforderung überfordert und verletzte sich wegen der Belastung wieder selbst (IV-act.
50-2 f.). Per 8. Juli 2016 wurde die Integrationsmassnahme abgebrochen (vgl. IV-act.
52) und die IV-Stelle hob mit Mitteilung vom 8. Juli 2016 ihre Mitteilung vom 30. Mai
2016 auf (IV-act. 53). Am 22. Juli/10. August 2016 unterzeichneten die Parteien einen
neuen "Eingliederungsplan für Integrationsmassnahmen bei einem Anbieter für
Belastbarkeitstraining" für die Zeit vom 15. August bis 14. Oktober 2016 (IV-act. 57).
Hierfür erteilte die IV-Stelle mit Mitteilung vom 15. August 2016 Kostengutsprache (IV-
act. 60) und sprach mit Verfügung vom 19. August 2016 Taggeldleistungen zu (IV-act.
61). Per 26. August 2016 wurde die Integrationsmassnahme abgebrochen, da die
Versicherte die gesteckten Ziele nicht habe erreichen können. Nach Ansicht von I._
AG waren wohl gesundheitliche Einschränkungen und Probleme der Grund (IV-act.
64-3 i.V.m. 67-7). Mit Mitteilung vom 14. September 2016 hob die IV-Stelle ihre
Mitteilung vom 15. August 2016 auf (IV-act. 72).
In einem Verlaufsbericht vom 5. September 2016 hatte Dr. E._ als Diagnosen
eine rezidivierende depressive Störung, mittelgradige Episode, eine emotional instabile
Persönlichkeitsstörung und ein ADHS genannt und erklärt, die Versicherte sei kaum
belastbar, habe eine geringe Frustrationstoleranz, sei schnell überfordert und ermüdbar
und verfüge über eine geringe Konzentration (IV-act. 68-2 f.). Vom 15. September bis 9.
November 2016 war die Versicherte in der Privatklinik M._ hospitalisiert. Dem
Austrittsbericht vom 16. November 2016 sind die Diagnosen rezidivierende depressive
Störung, ggw. mittelgradige Episode, emotional instabile Persönlichkeitsstörung,
Borderline-Typ, und einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (IV-act. 74-1)
sowie eine Arbeitsunfähigkeitsattestierung von 100 % bis 23. November 2016 zu
entnehmen (IV-act. 74-5).
A.f.
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Am 23. Januar/2. Februar 2017 unterzeichneten die Versicherte, eine IV-
Eingliederungsberaterin und die Stiftung J._ einen weiteren "Eingliederungsplan für
Integrationsmassnahmen bei einem Anbieter für Belastbarkeitstraining" vom 30. Januar
bis 28. April 2017 (IV-act. 81). Am 1. März 2017 erteilte die IV-Stelle die entsprechende
Kostengutsprache (IV-act. 86) und am 8. März 2017 verfügte sie den Taggeldanspruch
(IV-act. 89). Dem Bericht zum Belastbarkeitstraining der Stiftung J._ vom 28. April
2017 ist zu entnehmen, dass trotz der Bemühungen der Versicherten eine Steigerung
der Arbeitszeit nicht möglich gewesen sei. Zu stark hätten ihre Befindlichkeit und auch
Umweltfaktoren eine gewichtige Rolle gespielt, die dann zu einer psychischen
Instabilität geführt hätten. Auch während der dreistündigen Anwesenheit hätten sich
diese Stimmungsschwankungen immer wieder gezeigt. Die Versicherte sei zum
aktuellen Zeitpunkt nicht in der Lage, einen Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt
erfolgreich zu gestalten (IV-act. 102-3).
A.g.
Im September, Oktober und November 2017 wurde die Versicherte im Auftrag der
IV-Stelle (vgl. IV-act. 110) vom BEGAZ Begutachtungszentrum BL (nachfolgend:
BEGAZ) polydisziplinär (internistisch, orthopädisch, neuropsychologisch und
psychiatrisch) abgeklärt (IV-act. 117). Das Gutachten vom 20. November 2017
postulierte als die Arbeitsfähigkeit beeinflussend eine leichte neuropsychologische
Funktionsstörung, eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung, eine sekundäre
rezidivierende depressive Störung, aktuell remittiert, eine Hüftdysplasie links, einen
Status nach Hüft-TP rechts bei Hüftdysplasie vom 14. Dezember 2015 sowie einen
Status nach arthroskopischer Akromioplastik, Bursektomie und AC-Gelenksresektion
rechts am 22. Dezember 2014 (IV-act. 122-56; für die Diagnosen ohne Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit vgl. dasselbe Actorum). Gesamtmedizinisch kamen die Gutachter zum
Schluss, dass die bisherigen Tätigkeiten im Verkaufs- und im Servicebereich aktuell
nicht möglich seien. In diesen Bereichen sei seit August 2014, als die Versicherte zum
ersten Mal in der Klinik D._ hospitalisiert gewesen sei, von einer vollen
Arbeitsunfähigkeit auszugehen (IV-act. 122-59). Eine leichte bis intermittierend
mittelschwere adaptierte Arbeit, die klar vorgegeben sei, bei welcher die Versicherte
sich nicht immer wieder an verschiedene Begebenheiten anpassen müsse und bei
welcher kein Wechsel im zwischenmenschlichen Bereich bestehe, sollte der
Versicherten halbtags möglich sein mit voller Leistung. Es sei demnach von einer
A.h.
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50%igen Einschränkung bei adaptierten Tätigkeiten auszugehen, wobei diese
Beeinträchtigung ebenfalls seit August 2014 bestehe (IV-act. 122-60). Der Regionale
Ärztliche Dienst (RAD) kam am 21. November 2017 zum Schluss, dass aus
medizinischer Sicht auf dieses Gutachten abzustellen sei. Die Untersuchungen und
deren Ergebnisse seien sorgfältig dokumentiert und die diagnostischen Ableitungen
wie auch die medizinisch begründeten Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit seien
schlüssig (IV-act. 127).
Am 8. Dezember 2017 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass kein Anspruch
auf berufliche Massnahmen bestehe, da sie sich nicht arbeitsfähig fühle (IV-act. 130-1;
vgl. auch IV-act. 128-1).
A.i.
Am 1. Februar 2018 gelangte Dr. E._, die nicht alle Angaben im Gutachten als
korrekt befand, an die IV-Stelle und teilte dieser diverse Korrekturen mit (IV-act. 131).
Am 1. Mai 2018 führte der zuständige RAD-Arzt dazu aus, aus medizinischer Sicht
fänden sich in der Darstellung von Dr. E._ keine substantiellen Ergänzungen zu den
Sachverhalten, welche den Gutachtern bereits in Form der bisherigen Akten zur
Kenntnis gebracht worden seien. Auch seien die anamnestischen Angaben der
Versicherten ausführlich dargestellt worden. In der Beurteilung der Gutachter sei
festgehalten worden, dass bei der Versicherten eine Störung vorliege, welche
tageweise Schwankungen aufweise. Dadurch sei nicht nur berücksichtigt worden, dass
Tage mit Leistungsfähigkeit bestehen würden, die eine Arbeitsfähigkeit begründeten,
sondern es seien auch Tage zugestanden worden, an denen die Versicherte keine
Arbeitsfähigkeit ausweise. Aus medizinischer Sicht sei dies plausibel und ausreichend
begründet (IV-act. 136-2).
A.j.
Mit Vorbescheid vom 9. Mai 2018 stellte die IV-Stelle der Versicherten gestützt auf
einen Invaliditätsgrad von 50 % nach Absolvierung des ab 1. August 2014 laufenden
Wartejahres ab 1. August 2015 die Ausrichtung einer halben Invalidenrente in Aussicht
(IV-act. 139).
A.k.
Am 4. Juni 2018 liess Dr. G._ der IV-Stelle das ausgefüllte Formular E213
"Ausführlicher ärztlicher Bericht" betreffend die Versicherte zukommen (IV-act. 145-2
bis 145-18).
A.l.
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B.
Am 12. Juni 2018 erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. L.
Z._, St. Gallen, gegen den Vorbescheid vom 9. Mai 2018 Einwand und ersuchte um
Ausrichtung mindestens einer Dreiviertelsrente ab 1. August 2015 (IV-act. 146).
B.a.
Am 20. Juni 2018 erhob die Y._ der Kantonalbanken, bei welcher die Versicherte
im Zusammenhang mit ihrer Arbeitstätigkeit für die Arbeitgeberin
berufsvorsorgerechtlich versichert war, vorsorglich Einwand gegen den Vorbescheid
vom 9. Mai 2018 (IV-act. 147), welchen sie am 25. Juli 2018 bekräftige und begründete.
Sie ersuchte einerseits um Neubeurteilung des Beginns der Arbeitsunfähigkeit und
andererseits um Festlegung des Valideneinkommens anhand der konkreten Umstände
anstatt anhand des Tabellenlohns (IV-act. 151).
B.b.
Am 17. August 2018 gelangte die IV-Stelle mit einer Rückfrage an den
psychiatrischen Gutachter der BEGAZ, Dr. med. K._ (IV-act. 154-1). Die Antwort
darauf datiert vom 4. September 2018 (IV-act. 155).
B.c.
Am 29. Oktober 2018 teilte die IV-Stelle der zuständigen Ausgleichskasse den
Beschluss eines 50%igen Invaliditätsgrades ab 25. November 2014 mit Beginn der
Rentenzahlungen am 1. August 2015 mit (IV-act. 158). Am 16. November 2018
ersuchte Rechtsanwalt Z._ die IV-Stelle um Eröffnung "dieser Verfügung" ihm
gegenüber (IV-act. 166). Am 21. November 2018 äusserte sich die IV-Stelle gegenüber
Rechtsanwalt Z._ dahingehend, dass sie in der Verfügung zu seinen Einwänden
Stellung nehmen werde. Die Rentenberechnung erfordere eine gewisse Zeit (IV-act.
167). An demselben Tag erstellte die IV-Stelle eine neue "Mitteilung des Beschlusses"
zuhanden der zuständigen Ausgleichskasse, da die Rentenzahlungen abweichend zur
Mitteilung des Beschlusses vom 29. Oktober 2018 infolge Taggeldleistungen der IV zu
befristen seien (IV-act. 169). Selbiges führte sie in der "Begründung Zusprache einer
Invalidenrente" an (IV-act. 170). Mit E-Mail vom 23. November 2018 wurden
Rechtsanwalt Z._ die aktuellen Akten der IV zugestellt (IV-act. 171). An demselben
Tag informierte er die IV-Stelle darüber, dass er davon ausgehe, dass die Verfügung
vom 21. November 2018 am 23. November 2018 eröffnet worden sei, und bat um
Bestätigung dieser Annahme (IV-act. 173). Am 7. Dezember 2018 erstellte die IV-Stelle
eine neuerliche "Mitteilung des Beschlusses", worin sie festhielt, die Renten seien
B.d.
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C.
entgegen der Mitteilung des Beschlusses vom 21. November 2018 nicht zu befristen,
es sei jedoch eine Verrechnung mit unter anderem IV-Taggeldern zu prüfen (IV-act.
175).
Am 8. Januar 2019 reichte Rechtsanwalt Z._ für die Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführerin) beim hiesigen Gericht Beschwerde ein mit dem Antrag, die
Verfügung vom 21. November 2018 sei aufzuheben und der Beschwerdeführerin seien
die gesetzlichen Leistungen auszurichten, insbesondere sei ihr ab 1. August 2015
mindestens eine Dreiviertelsrente auszurichten; unter Kosten- und
Entschädigungsfolge. In verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde um Sistierung des
Beschwerdeverfahrens ersucht, bis Klarheit über den weiteren Verlauf des
Verwaltungsverfahrens bestehe (act. G1).
C.a.
Am 7. Februar 2019 verfügte die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die
Auszahlung einer halben Rente ab 1. August 2015, die Einstellung dieser Rente für die
Zeit der beruflichen Abklärung vom 1. Juni bis 30. September 2016, die erneute
Ausrichtung der Rente ab 1. Oktober 2016 und die Verrechnung der Rentenleistungen
mit den Taggeldleistungen der IV für die Zeit vom 17. bis 31. Mai 2016, vom 1. bis 16.
Oktober 2016 und vom 30. Januar bis 28. April 2017. Das Wartejahr legte die IV-Stelle
neu als vom 25. November 2013 bis 24. November 2014 laufend fest (IV-act. 185 sowie
act. G5.1).
C.b.
Auf Nachfrage des Versicherungsgerichts (act. G2) erklärte ein Mitarbeiter der
Beschwerdegegnerin am 8. Februar 2019 in Unkenntnis der Verfügung vom 7. Februar
2019, dass die Beschwerdegegnerin voraussichtlich am 11. Februar 2019 eine neue
Verfügung erlassen werde (act. G3). Das Gericht verzichtete auf eine formelle
Verfahrenssistierung, da zeitnah mit der Verfügung zu rechnen war (act. G4). Am
15. Februar 2019 liess die Beschwerdegegnerin dem Versicherungsgericht eine Kopie
ihrer Verfügung vom 7. Februar 2019 zukommen und teilte mit, dass das
Verwaltungsverfahren damit als abgeschlossen betrachtet werden könne (act. G5 und
5.1).
C.c.
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Erwägungen
1.
Den Anfechtungsgegenstand in diesem Beschwerdeverfahren bildet einzig die
Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 7. Februar 2019, welche am 11. März 2019
rechtsgenüglich angefochten wurde. Strittig und zu prüfen ist der Anspruch der
Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente.
2.
Am 11. März 2019 reichte Rechtsanwalt Z._ eine "Beschwerde sowie
Beschwerdeergänzung" ein mit dem Antrag gemäss Beschwerde vom 8. Januar 2019
und dem Eventualantrag, die Angelegenheit sei zur weiteren Abklärung an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (act. G7). Am 1. April 2019 liess Rechtsanwalt
Z._ dem Gericht einen Bericht von Dr. E._ und Dr. G._, je vom 28. März 2019,
zukommen (act. G9, 9.1.1 und 9.1.2).
C.d.
Mit Beschwerdeantwort vom 5. April 2019 ersuchte die Beschwerdegegnerin um
Abweisung der Beschwerde (act. G11).
C.e.
Am 28. August 2019 erstattete Rechtsanwalt Z._ die Replik (act. G18).
Gleichzeitig liess er dem Gericht einen Austrittsbericht der Privatklinik M._ vom 8.
Mai 2019 betreffend eine Hospitalisation der Beschwerdeführerin vom 17. Januar bis
25. April 2019 zukommen (act. G18 und 18.1.1).
C.f.
Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 12. September 2019 auf die Einreichung
einer Duplik (act. G20).
C.g.
Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht
durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder
verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses
Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR
830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
2.1.
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Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit wird in Art. 7 Abs. 1 ATSG als der durch eine
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichen
Arbeitsmarkt definiert. Die Invalidität ist grundsätzlich durch einen
Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen kann, in Beziehung
gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Art. 16 ATSG). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70 %, auf eine
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad
von mindestens 50 % besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
Um den Arbeitsfähigkeitsgrad bestimmen zu können, ist die Verwaltung - und im
Beschwerdefall das Gericht - auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es dabei, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu
Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die
versicherte Person arbeitsfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Für das gesamte Verwaltungs-
und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art.
61 lit. c ATSG). Danach haben die urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne
Bindung an förmliche Beweisregeln sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen
und alle Beweismittel unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen
und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige
Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts
eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben
worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der
Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweis). Im
Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht
etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit zu fällen (BGE 126 V 360 E. 5b mit Hinweisen).
2.2.
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3.
Zunächst ist zu prüfen, ob die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin anhand der
vorliegenden medizinischen Aktenlage mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
festgestellt werden kann. Während die Beschwerdegegnerin sich auf das von ihr
eingeholte polydisziplinäre BEGAZ-Gutachten vom 20. November 2017 abstützt und
entsprechend von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit ausgeht (vgl. act. G5.1 und IV-
act. 122), erachtet die Beschwerdeführerin ihre Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer
Sicht als vollumfänglich eingeschränkt. Das psychiatrische Teilgutachten der BEGAZ,
welches ihr eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten bescheinigt (IV-act.
122-54), erachtet sie als nicht nachvollziehbar, zumal der Gutachter als
leidensadaptierte Tätigkeit eine solche in einer geschützten Werkstätte beschreibe (act.
G7 Ziff. III/11 f.). Bezüglich der somatischen Fachrichtungen (Allgemeine Innere Medizin
und Orthopädie) besteht demgegenüber Einigkeit zwischen den Parteien, dass die
Beschwerdeführerin ständig schwere Tätigkeiten sowie chronische Überkopfarbeiten
nicht ausüben soll und dass ihr leichte bis intermittierend mittelschwere Tätigkeiten
zumutbar sind (IV-act. 122-60). Darüber hinaus kam es dem orthopädischen
Teilgutachter zufolge zu postoperativen Arbeitsunfähigkeiten nach der
Schulteroperation vom 22. Dezember 2014 und der Hüft-TP vom 14. Dezember 2015
von jeweils vier bis maximal sechs Monaten (IV-act. 122-21). Diese Einschätzungen
lassen sich aufgrund der medizinischen Aktenlage ohne weiteres nachvollziehen (vgl.
insbesondere IV-act. 122-20 f.) und sind nicht zu beanstanden. Zu prüfen gilt es
demgegenüber, ob der Sachverhalt auch aus psychiatrischer (inkl.
neuropsychologischer) Sicht hinreichend abgeklärt wurde.
3.1.
Dr. K._ hat die von ihm gestellten Diagnosen der emotional instabilen
Persönlichkeitsstörung und der sekundären rezidivierenden depressiven Störungen,
aktuell remittiert, ausführlich begründet (vgl. IV-act. 122-44 ff.) und das ADHS
nachvollziehbar als gemäss Aktenlage ausgewiesen erachtet (IV-act. 122-46). Die
Diagnosen stimmen - mit Ausnahme der Typisierung der emotional instabilen
Persönlichkeitsstörung durch die Klinik M._ als Borderline-Typ - mit den von den
vorbehandelnden Ärzten erhobenen Diagnosen überein (vgl. IV-act. 13-2, 13-6, 68,
74-1, act. G18.1.1). Hinweise auf eine eigentliche Borderline-Symptomatik beschrieb
Dr. K._ nachvollziehbar als nicht klar erkennbar, da keine ausgesprochene
Beeinträchtigung des Selbstbildes, der Ziele und der inneren Präferenzen bestehe und
auch kein meist bestehendes chronisches Gefühl von innerer Leere und keine Neigung
zu intensiven aber unbeständigen Beziehungen. Demgegenüber fänden sich Hinweise
auf selbstschädigende Handlungen respektive Verletzungen und eine ausgesprochene
3.2.
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emotionale Instabilität mit Verstimmungszuständen, Ängsten sowie mangelnder
Selbstkontrolle (IV-act. 122-45). Dr. K._ hat die sich aus der emotional instabilen
Persönlichkeitsstörung und aus den sekundären rezidivierenden depressiven
Störungen ergebenden Einschränkungen eingehend dargelegt (vgl. IV-act. 122-47).
Warum er die seitens der behandelnden Psychiaterin Dr. E._ gemäss Verlaufsbericht
vom 5. September 2016 (IV-act. 68-2 ff.) attestierte vollständige Arbeitsunfähigkeit
nicht als gegeben erachtet, hat er schlüssig aufgezeigt. Die Beschwerdeführerin gebe
an, dass sie ihren Tag je nach momentanem Zustand in der Regel gut gestalten könne
und sich auch aktiviere. Sie gehe Interessen nach, empfinde auch Freude, versuche
auch teilweise Kontakte zu pflegen, was ihr aber nur mangelhaft gelinge, da sie oft
absagen müsse und sich einige Freunde schon zurückgezogen hätten. Teilweise werde
sie zu verschiedenen Terminen begleitet, was aber nicht dauernd der Fall sei. Sie habe
manchmal Mühe, die Aufgaben genügend zu planen und strukturieren, was in
inkonstantem Ausmass auftrete. Die Flexibilität und Umstellfähigkeit seien je nach
momentanem Zustand ebenfalls leicht beeinträchtigt. Die fachlichen Kompetenzen
könne sie grundsätzlich anwenden. Je nach affektivem Zustand habe sie Mühe, sich
ein Urteil zu bilden und Entscheidungen zu fällen, auch die Durchhaltefähigkeit sowie
die Selbstbehauptungsfähigkeit seien je nach Zustand beeinträchtigt. Sie habe
teilweise Mühe, die Kontakte zu Freunden beizubehalten, die Gruppenfähigkeit sei
manchmal beeinträchtigt, allerdings auch nicht dauerhaft. Sie pflege familiäre und
intime Beziehungen, wo keine wesentlichen Beeinträchtigungen ausgemacht werden
könnten, und sie könne Aktivitäten nachgehen, auch wenn sie sich teilweise eher
wieder zurückziehe. In der Selbstpflege und Verkehrsfähigkeit sei sie nicht wesentlich
beeinträchtigt, gebe aber an, teilweise bei Bahnfahrten unter vielen Menschen Ängste
zu verspüren. Es würden sich demnach im Alltag gewisse Einschränkungen zeigen, die
allerdings stark vom momentanen Zustand abhängen würden. Dies erkläre auch, dass
die Beschwerdeführerin ein etwas widersprüchliches Bild vermittle, indem sie zeitweise
als wenig belastbar imponiere, andererseits durchaus in der Lage sei, einigen
Interessen nachzugehen, und ihren Alltag strukturieren könne. Dies zeige aber doch
auf, dass grundsätzlich eine (richtig: keine; vgl. IV-act. 155) volle Arbeitsunfähigkeit für
jede Tätigkeit bestehe, auch wenn die Erfahrungen bei den Arbeitsmassnahmen
teilweise schwierig gewesen seien. Es habe sich vor allem im Verlauf gezeigt, dass die
Beschwerdeführerin manchmal Mühe habe, sich an die Gegebenheiten zu halten und
sich nicht genügend motivieren könne. Sie sei nicht in der Lage, genügend
Verantwortung zu übernehmen, auch komplexere Tätigkeiten bereiteten ihr
Schwierigkeiten. Sie benötige daher ein gewisses Verständnis durch die Umgebung,
aufgrund des labilen psychischen Zustandes sei auch von einer längeren Erholungszeit
auszugehen (IV-act. 122-47). An der Nachvollziehbarkeit und Plausibilität dieser
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Einschätzungen vermögen auch die von Dr. E._ angebrachten Korrekturen nichts zu
ändern, zumal die darin genannten Einschränkungen hinsichtlich der Verkehrsfähigkeit,
des sozialen Rückzugs, der Gruppenfähigkeit und der psychischen Instabilität (vgl. IV-
act. 131) von Dr. K._ berücksichtigt worden sind (vgl. IV-act. 122-47; vgl. auch
diesbezügliche RAD-Stellungnahme vom 1. Mai 2018 in IV-act. 136-2). Zu Recht
blendet Dr. K._ die psychosoziale Situation der Beschwerdeführerin bei der
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aus (IV-act. 122-50), denn der bio-psycho-soziale
Krankheitsbegriff ist rechtlich im Rahmen der Arbeitsunfähigkeit nach Art. 6 ATSG nicht
massgebend (BGE 143 V 426 f. E. 6). Dies dürfte seine höhere
Arbeitsfähigkeitseinschätzung im Vergleich zu derjenigen der behandelnden
Psychiaterin erklären. Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung entspricht es
darüber hinaus einer Erfahrungstatsache, dass behandelnde Ärztinnen und Ärzte mit
Blick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zweifel eher zugunsten ihrer
Patienten und Patientinnen aussagen und ihre Angaben deshalb zurückhaltend zu
werten sind (vgl. hierzu etwa BGE 125 V 351 E. 3b/cc oder BGE 135 V 465 E. 4.5). Die
unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen
(Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten
fachmedizinischen Experten anderseits lässt nicht zu, ein Administrativ- oder
Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu
nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen.
Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil
die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation
entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder
ungewürdigt geblieben sind (Entscheid des Bundesgerichts vom 27. Mai 2008,
9C_24/2008, E. 2.3.2 mit Hinweisen). Zudem ist auch dem Umstand, dass die ärztliche
Beurteilung von der Natur der Sache her unausweichlich Ermessenszüge trägt,
Rechnung zu tragen (Entscheid des Bundesgerichts vom 23. Januar 2019,
9C_804/2018, E. 2.2 mit Hinweisen). Die nur leichten neuropsychologischen
Funktionsstörungen, welche sich in der im Rahmen der Begutachtung durchgeführten
neuropsychologischen Abklärung gezeigt haben (vgl. IV-act. 122-31), vermögen
schliesslich nichts an der 50%igen Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht zu
ändern, zumal sie gemäss lic. phil. L._, Fachpsychologe für Neuropsychologie FSP,
ursächlich im Rahmen der in den Akten enthaltenen psychiatrischen Diagnosen
einzuordnen sind (IV-act. 122-31) und im psychiatrischen Leistungsprofil
mitberücksichtigt wurden (IV-act. 122-54).
Darüber hinaus gilt es zu berücksichtigen, dass Dr. K._ seine Einschätzung unter
Berücksichtigung der Vorakten sowie der seitens der Beschwerdeführerin geklagten
3.3.
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4.
Nach dem BEGAZ-Gutachten war die Beschwerdeführerin vom 17. Januar bis 25. April
2019 in der Privat Klinik M._ hospitalisiert. Dem diesbezüglichen Austrittsbericht vom
8. Mai 2019 sind die Diagnosen einer rezidivierenden depressiven Störung, ggw.
mittelgradige Episode, bei Austritt teilremittiert, emotional instabile
Persönlichkeitsstörung, Borderline-Typ, einfache Aktivitäts- und
Aufmerksamkeitsstörung sowie Verdacht auf Fibromyalgie zu entnehmen. Als
Zuweisungskontext wurde eine psychische Dekompensation mit einem depressiven
Störungsbild im Verlaufe der letzten zwölf Monate aufgrund multipler
Belastungsfaktoren (finanzielle Probleme, Paarproblematik, unklare private und
berufliche Perspektiven, viele somatische Beschwerden) genannt (act. G18.1.1 S. 1)
und es wurde eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bis 9. Mai 2019 attestiert (act.
G18.1.1 S. 6). Da dem Austrittsbericht keine konkreten Angaben zur Arbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführerin vor Eintritt am 17. Januar 2019 zu entnehmen sind, vermag
dieser Austrittsbericht zumindest bis zum Klinikeintritt vom 17. Januar 2019 nichts an
der Arbeitsfähigkeitsschätzung des BEGAZ zu ändern. Da die Beschwerdegegnerin
angesichts der langen Dauer dieser Hospitalisation ohnehin im Rahmen eines
Revisionsverfahrens eine allfällige Verschlechterung des Gesundheitszustandes der
Beschwerdeführerin zu überprüfen haben wird (vgl. nachstehend E. 7.6), hat im
vorliegenden Verfahren eine weitergehende Beurteilung dieses Austrittsberichts zu
unterbleiben.
5.
Zusammenfassend ist gestützt auf das von der Beschwerdegegnerin eingeholte
Beschwerden abgegeben hat. Weiter bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass
objektiv wesentliche Tatsachen im psychiatrischen Teilgutachten nicht berücksichtigt
worden wären. Auch hat der Gutachter in seiner Beurteilung auf die von der
Rechtsprechung entwickelten einschlägigen Standardindikatoren Bezug genommen.
Sodann hat er die von ihm gestellten Diagnosen sowie die daraus resultierenden
Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit nachvollziehbar dargelegt (vgl. IV-act. 122-34 bis
55). Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, dass die Stiftung J._ mehrfach
festhalte, dass auf dem ersten Arbeitsmarkt keine Arbeitsfähigkeit mehr bestehe (act.
G7 Ziff. III/11), ist sie darauf hinzuweisen, dass es sich dabei um keine medizinische
Einschätzung handelt und der Bericht der Stiftung J._ vom 18. April 2017 (IV-act.
102) und das Assessement Verlaufsprotokoll, Stand 3. Mai 2017 (IV-act. 101), den
BEGAZ-Gutachtern bekannt waren (IV-act. 122-9).
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Gutachten (vgl. vorstehend E. 3.2 und 3.3), die Stellungnahme des RAD vom 21.
November 2017 (IV-act. 127-1) sowie unter Berücksichtigung der Hospitalisationen der
Beschwerdeführerin davon auszugehen, dass bei dieser ab 7. August 2014 eine
vollständige Arbeitsunfähigkeit als Verkaufs- und Servicemitarbeiterin und vom 7.
August bis 24. September 2014 eine 100%ige (IV-act. 13-6), vom 25. September bis
21. Dezember 2014 eine 50%ige (IV-act. 122-60), vom 22. Dezember 2014 bis 21. Juni
2015 eine 100%ige (Schulteroperation rechts; IV-act. 127-1), vom 22. Juni 2015 bis 13.
Dezember 2015 eine 50%ige (IV-act. 122-60 sowie Fremdakten 2-1 ff.), vom
14. Dezember 2015 bis 13. Juni 2016 eine 100%ige (IV-act. 127-1; endoprothetische
Versorgung der rechten Hüfte), vom 14. Juni bis 14. September 2016 eine 50%ige (IV-
act. 122-60), vom 15. September bis 23. November 2016 eine 100%ige (IV-act. 74-1),
vom 24. November 2016 bis 16. Januar 2019 eine 50%ige (IV-act. 122-60) und vom 17.
Januar 2019 bis zum Verfügungszeitpunkt am 7. Februar 2019 eine 100%ige
(act. G18.1.1) Arbeitsunfähigkeit auch in adaptierten Tätigkeiten bestanden hat. Als
adaptiert sind alle leichten bis intermittierend mittelschweren Tätigkeiten zu
berücksichtigen, welche klar vorgegebene Arbeiten, keine Anpassung an immer wieder
verschiedene Begebenheiten, keine Übernahme von Verantwortung und keinen
Wechsel im zwischenmenschlichen Bereich beinhalten (IV-act. 122-60). Für die Zeit der
ambulanten Rehabilitationstherapie in der Klinik D._ vom 9. September bis 5.
November 2015 ist von der gutachterlich eingeschätzten Arbeitsfähigkeit von 50 %
auszugehen (vgl. vorstehend E. 3), zumal der Zeitaufwand von drei Nachmittagen pro
Woche plus zwei Psychotherapiegesprächen mit einem 50%igen Arbeitspensum
vereinbar ist (vgl. Fremdakten 2-1 ff.).
6.
Soweit die Beschwerdeführerin anhand der von Dr. K._ (klar vorgegebene Arbeit
ohne Notwendigkeit, sich immer wieder an verschiedene Begebenheiten anzupassen,
ohne Verantwortungsübernahme, ohne Wechsel im zwischenmenschlichen Bereich; IV-
act. 122-54) und lic. phil. L._ (Pausen, Verlangsamung, Einsatz von Hilfsmitteln, gute
Kontrolle; IV-act. 122-58) festgelegten Adaptionskriterien geltend macht, dass die ihr
verbliebene Arbeitsfähigkeit praktisch nicht verwertbar sei (vgl. act. G7 Ziff. III/12 f.), ist
vorab festzustellen, dass Dr. K._ ausdrücklich darauf hinweist, dass die kognitiven
Beeinträchtigungen in dem von ihm festgelegten Leistungsprofil mitberücksichtigt
seien (IV-act. 122-54). Sodann wurde in der Konsensbeurteilung die adaptierte
Tätigkeit wie vorstehend in E. 5 dargelegt beschrieben und es wurde
unmissverständlich eine volle Leistung für eine halbtägige Tätigkeit attestiert (IV-act.
122-60). Darüber hinaus führten die angegebene verminderte Belastbarkeit und
Pausenbedürftigkeit dazu, dass die Gutachter die bisherigen Tätigkeiten im Verkaufs-
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und im Servicebereich eben genau als nicht adaptiert einstuften (IV-act. 122-53 f.). Es
kann folglich nicht angehen, mit diesen Kriterien eine Unverwertbarkeit der
Restarbeitsfähigkeit zu begründen (vgl. act. G7 Ziff. III/12). Auch ist darauf hinzuweisen,
dass es für die Invaliditätsbemessung nicht massgeblich ist, ob eine invalide Person
unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig,
ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft wirtschaftlich nutzen könnte, wenn ein
Gleichgewicht von Angebot an und Nachfrage nach Arbeitskräften bestünde
(ausgeglichener Arbeitsmarkt, Art. 16 ATSG). An der Massgeblichkeit des theoretisch
ausgeglichenen Arbeitsmarktes vermag auch der Umstand nichts zu ändern, dass es
für die versicherte Person im Einzelfall schwierig oder gar unmöglich ist, im
tatsächlichen Arbeitsmarkt eine entsprechende Stelle zu finden. Der ausgeglichene
Arbeitsmarkt umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und
Arbeitsangebote, bei welchen mit einem sozialen Entgegenkommen seitens des
Arbeitgebers gerechnet werden kann. Eine Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit
ist hingegen in denjenigen Fällen anzunehmen, in denen die zumutbare Tätigkeit nur in
so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt
praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines
durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden
Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint (Urteil des Bundesgerichts
vom 28. November 2014, 9C_485/2014, E. 2 und 3.3.1 mit Hinweisen). Unter
Berücksichtigung dieser Arbeitsmarktdefinition ist davon auszugehen, dass der
Beschwerdeführerin auch mit ihren gesundheitlichen Einschränkungen noch
Betätigungsmöglichkeiten offenstehen. Zu denken ist beispielsweise an die vom
neuropsychologischen Gutachter genannten (z.B. administrativen) Tätigkeiten im
Hintergrund (vgl. IV-act. 122-33). Dass die Tätigkeit keinerlei Wechsel im
zwischenmenschlichen Bereich und keine Anpassung an verschiedene Begebenheiten
beinhalten dürfte (act. G7 Ziff. III/12), geht aus dem Gutachten entgegen der Ansicht
der Beschwerdeführerin nicht hervor. Vielmehr wird nur ein "sich immer wieder an
verschiedene Begebenheiten anpassen müssen" als nicht adaptiert bezeichnet (IV-
act. 122-54) und der unzumutbare Wechsel im zwischenmenschlichen Bereich bezieht
sich offensichtlich auf die als nicht adaptiert beschriebene Tätigkeit in einer Gruppe (IV-
act. 122-53 unten und 54 oben, 59 oben).
7.
Ausgehend von der gutachterlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung und unter
Berücksichtigung der Zeiten vollständiger Arbeitsunfähigkeiten (vgl. vorstehend E. 5)
bleiben die erwerblichen Auswirkungen der Leistungsbeeinträchtigung zu prüfen. Dabei
7.1.
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ist der Invaliditätsgrad anhand eines Einkommensvergleichs zu bestimmen (vgl. E. 2.1).
Für den Einkommensvergleich sind grundsätzlich die Verhältnisse im Zeitpunkt des
Beginns des Rentenanspruchs entscheidend (vgl. BGE 129 V 222).
Die Beschwerdegegnerin erfasste die Anmeldung der Beschwerdeführerin am 13.
Februar 2015 (IV-act. 1-1). Das Anmeldeformular ist jedoch zusätzlich mit einem
Eingangsstempel vom 30. Januar 2015 "LZ Taggeld" versehen (IV-act. 1-1), welcher
den Akten zufolge von der N._ AG, der für die Beschwerdeführerin zuständigen
Krankentaggeldversicherung nach VVG, gesetzt worden ist (vgl. IV-act. 5). Gemäss Art.
30 ATSG haben alle Stellen, die mit der Durchführung der Sozialversicherung betraut
sind, versehentlich an sie gelangte Anmeldungen, Gesuche und Eingaben
entgegenzunehmen. Sie halten das Datum der Einreichung fest und leiten die
entsprechenden Unterlagen an die zuständige Stelle weiter. Art. 30 ATSG bezieht sich
mit Blick auf die Pflicht zur Weiterleitung auf "alle Träger und Durchführungsorgane der
Sozialversicherung". Dazu zählen alle organisatorischen Einheiten, welche einen
Sozialversicherungszweig durchführen bzw. betreiben und auf deren Verfahren das
ATSG anwendbar ist (Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 2020, N 24 zu Art. 30 mit
Hinweis auf BBl 1991 II 259), nicht aber Privatversicherer (Kurt Pärli/Laura Kunz, N 19
zu Art. 30, in: Ghislaine Frésard-Fellay/Barbara Klett/Susanne Leuzinger [Hrsg.],
Allgemeiner Teil des Sozialversicherungsrechts, Basler Kommentar, 2019). Da es sich
bei der N._ AG um eine Privatversicherung handelt (vgl. Internet-Auszüge zur N._
AG und zur N._ AG aus dem Handelsregister des Kantons O._, je abgerufen am
15. Januar 2021), gilt als Datum der Geltendmachung des Leistungsanspruchs bei der
IV dasjenige der Weiterleitung der N._ vom 11. Februar 2015 (vgl. IV-act. 5). Folglich
ist der früheste Beginn eines allfälligen Rentenanspruchs im Sinne von Art. 29 Abs. 1
und 3 IVG und unter Berücksichtigung von Art. 19 Abs. 3 ATSG der 1. August 2015.
Damit kann - wie die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort zu Recht geltend
macht (act. G11 Ziff. III/4) - offenbleiben, wann das Wartejahr nach Art. 28 Abs. 1 IVG
begonnen und wann es geendet hat, da es gestützt auf das BEGAZ-Gutachten,
welches eine Arbeitsunfähigkeit ab 7. August 2014 postuliert (IV-act. 122-59 f.; vgl.
vorstehend E. 3 und 5), in jedem Fall am 6. August 2015 erfüllt war und vorher ohnehin
kein Rentenanspruch entstehen konnte. Hinsichtlich der in der Beschwerde (act. G7
Ziff. III/1.2) und in der Replik (act. G18 Ziff. III/2) geäusserten Bedenken betreffend die
Bindungswirkung der Vorsorgeeinrichtung ist darauf hinzuweisen, dass eine solche
gemäss einschlägiger Rechtsprechung nicht besteht, wenn die IV-Stelle den Eintritt der
Arbeitsunfähigkeit auf einen Zeitpunkt hin festlegt (hier: 25. November 2013; vgl.
act. G5.1), welcher ab dem Leistungsersuchen (hier: Februar 2015) an gerechnet weiter
als sechs Monate zurückliegt (Urteil des Bundesgerichts vom 16. April 2014,
7.2.
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9C_909/2013, E. 3 mit Hinweisen). Für den Einkommensvergleich massgebend ist also
das Jahr 2015.
Für das Valideneinkommen ist entscheidend, was die versicherte Person aufgrund
ihrer beruflichen und persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit im massgebenden Zeitpunkt des allfälligen
Rentenbeginns verdient hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG;
BGE 135 V 59 E. 3.1 und 139 V 30 E. 3.3.2, je mit Hinweisen). Die Beschwerdegegnerin
zog für die Festlegung des Valideneinkommens die Werte der Tabelle TA1, Privater
Sektor, Kompetenzniveau 1, der schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des
Bundesamtes für Statistik hinzu und stellte auf einen Wert von Fr. 53'793.-- für das
Jahr 2014 ab (vgl. IV-act. 137). Im Jahr 2015 betrug dieser Fr. 54'055.-- (vgl. Anhang 2
der IVG-Ausgabe der Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2019). Gemäss dem Auszug
aus dem individuellen Konto der Beschwerdeführerin bei der
Sozialversicherungsanstalt (SVA) des Kantons St. Gallen und gemäss ihren Angaben
gegenüber dem neuropsychologischen BEGAZ-Gutachter hat sie in den Jahren vor
ihrer Anmeldung bei der IV die folgenden Einkommen erzielt und in den folgenden
Bereichen gearbeitet: Im Jahr 2008 Fr. 46'811.-- in Verkauf/Administration, im Jahr
2009 Fr. 42'579.-- im Bereich Verkauf/Administration, im Jahr 2010 Fr. 47'560.-- im
Bereich Verkauf/Administration, im Jahr 2011 Fr. 41'422.-- im Bereich Verkauf/Admini
stration, im Jahr 2012 Fr. 47'020.-- im Bereich Administration, im Jahr 2013 Fr.
37'969.-- im Bereich Service/Gästebetreuung und im Jahr 2014 Fr. 39'733.-- im
Bereich Service (IV-act. 7 und 122-24 unten). Vor diesem Hintergrund ist das von der
Beschwerdegegnerin berücksichtigte Valideneinkommen auf jeden Fall nicht zu tief
bemessen, dessen genaue Höhe kann jedoch vorliegend offenbleiben (vgl. nachfolgend
E. 7.4).
7.3.
Für das Invalideneinkommen hat die Beschwerdegegnerin ebenfalls auf die Werte
der Tabelle TA 1 der LSE des Bundesamtes für Statistik abgestellt und folglich faktisch
einen Prozentvergleich vorgenommen (vgl. IV-act. 137). Der Invaliditätsgrad ist durch
einen Prozentvergleich (BGE 114 V 310 E. 3a) zu ermitteln, wenn Validen- und
Invalideneinkommen sich nicht hinreichend genau oder nur mit unverhältnismässig
grossem Aufwand bestimmen lassen und in letzterem Fall zudem angenommen werden
kann, die Gegenüberstellung der nach Massgabe der im Einzelfall bekannten
Umstände geschätzten, mit Prozentzahlen bewerteten hypothetischen Einkommen
ergebe ein ausreichend zuverlässiges Resultat (Urteil des Bundesgerichts vom 24.
Januar 2019, 9C_492/2018, E. 4.3.2 mit Hinweisen). Beim Prozentvergleich wird das
ohne Invalidität erzielbare hypothetische Erwerbseinkommen mit 100 % bewertet,
7.4.
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während das Invalideneinkommen auf einen entsprechend kleineren Prozentsatz
veranschlagt wird, so dass sich aus der Prozentdifferenz der Invaliditätsgrad ergibt
(Urteil des Bundesgerichts vom 4. Februar 2018, 9C-888/2014, E. 2), allenfalls korrigiert
um einen sogenannten Abzug vom Tabellenlohn (vgl. nachstehend E. 7.5). Da in der
vorliegenden Konstellation nichts gegen die Vornahme eines Prozentvergleichs spricht
und die Beschwerdeführerin nichts dagegen vorbringt, ist das Vorgehen der
Beschwerdegegnerin nicht zu beanstanden.
Mit dem Abzug vom Tabellenlohn soll der Tatsache Rechnung getragen werden,
dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung,
Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und
Beschäftigungsgrad, Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können und je nach
Ausprägung die versicherte Person deswegen die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf
einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichen
Erfolg verwerten kann. Der Abzug ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach
pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen
(BGE 146 V 16 E. 4.1 mit Hinweisen). Währenddem die Beschwerdegegnerin keinen
Abzug vom Tabellenlohn vorgenommen hat (vgl. act. G5.1), möchte die
Beschwerdeführerin einen solchen von 20 % angewendet sehen (act. G7 Ziff. III/25).
Nach ständiger Rechtsprechung können gesundheitliche Einschränkungen, die bereits
in der Beurteilung des medizinischen Zumutbarkeitsprofils enthalten sind, nicht
zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzuges einfliessen und so zu einer
doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunktes führen (Urteile des Bundesgerichts
vom 22. März 2017, 8C_805/2016, E. 3.1, und vom 20. Januar 2015, 8C_536/2014, E.
4.3, je mit Hinweisen). Vorliegend sind in der Arbeitsfähigkeitsschätzung von 50 %
ausdrücklich sämtliche Auswirkungen des psychischen Gesundheitsschadens
berücksichtigt. Die kognitiven Beeinträchtigungen wurden im psychiatrischerseits
festgelegten Leistungsprofil mitberücksichtigt und in der Konsensbeurteilung (IV-act.
122-54). Sodann wurde in der Konsensbeurteilung die adaptierte Tätigkeit wie
vorstehend in E. 5 dargelegt beschrieben und es wurde unmissverständlich eine volle
Leistung für eine halbtägige Tätigkeit attestiert (IV-act. 122-60; vgl. Ausführungen
hierzu am Ende von E. 3.2 und am Anfang von E. 6). Folglich können die bereits im
Leistungsprofil berücksichtigten Auswirkungen des psychischen Gesundheitsschadens
nicht noch einmal als abzugsrelevant herangezogen werden. Zu Recht weist sodann
die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort darauf hin, dass die geltend
gemachten Schwierigkeiten bei Vorstellungsgesprächen (act. G7 Ziff. III/24) nicht bei
der Festlegung des Tabellenlohnes zu berücksichtigen sind (act. G11 Ziff. III/5),
sondern allenfalls berufliche Massnahmen notwendig machen können. Im von der
7.5.
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8.
Beschwerdeführerin angerufenen Entscheid des Bundesgerichts vom 6. Juli 2018,
8C_297/2018, mit welchem die Gewährung eines 20%igen Abzugs vom Tabellenlohn
vom Bundesgericht als nicht rechtsfehlerhafte Ermessensausübung geschützt worden
ist, wurden neben beträchtlichen psychischen Einschränkungen erhebliche
Einschränkungen auf der dominanten rechten oberen Körperseite und ein sehr
niedriger Gesamt IQ-Wert berücksichtigt. Ob vorliegend ein Tabellenlohnabzug
vorzunehmen ist und wenn ja, in welcher Höhe, kann jedoch offenbleiben. Denn
ausgehend von der 50%igen Arbeitsunfähigkeit beträgt der Invaliditätsgrad ohne
Berücksichtigung eines Tabellenlohnabzugs 50 % und unter Berücksichtigung eines
bis zu 15%igen Abzugs - welcher in der vorliegenden Konstellation sicher das
Maximum bildet - maximal 58 % (100 % - [50 % x 0.85]). Während der Zeiten einer
100%igen Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit beträgt der Invaliditätsgrad sodann ohnehin
100 %.
Bei der rückwirkenden Zusprache einer abgestuften und/oder befristeten
Invalidenrente finden gemäss Rechtsprechung die für die Rentenrevision geltenden
Normen (Art. 17 Abs. 1 ATSG in Verbindung mit Art. 88a der Verordnung über die
Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]) analog Anwendung (Urteil des Bundesgerichts
vom 16. April 2013, 8C_93/2013, E. 2; BGE 121 V 275 E. 6b/dd mit Hinweis). Gemäss
Art. 88a IVV ist bei einer Verbesserung (Abs. 1) oder Verschlechterung (Abs. 2) der
Erwerbsfähigkeit die anspruchsbeeinflussende Änderung zu berücksichtigen, sobald
sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat. Renten werden stets
für den ganzen Kalendermonat im Voraus ausbezahlt (Art. 19 Abs. 3 ATSG). Somit hat
die Beschwerdeführerin angesichts der vorstehend festgestellten Arbeitsunfähigkeiten
vom 1. August 2015 bis 31. März 2016 Anspruch auf eine halbe Rente, vom 1. April
2016 bis 28. Februar 2017 auf eine ganze Rente und ab 1. März 2017 wiederum auf
eine halbe Rente. Ob die gemäss Austrittsbericht der Klinik M._ vom 17. Januar 2019
über den Verfügungszeitpunkt vom 7. Februar 2019 hinaus bis mindestens 8. Mai 2019
dauernde vollständige Arbeitsunfähigkeit (act. G18.1.1 S. 6) zu einer neuerlichen
Rentenanpassung zu führen hat, wird von der Beschwerdegegnerin im Rahmen eines
Revisionsverfahrens zu prüfen sein. Denn die Dreimonatsfrist gemäss Art. 88a Abs. 2
IVV war im für das Gericht massgeblichen Zeitpunkt des Verfügungserlasses am
7. Februar 2019 (vgl. BGE 131 V 243 E. 2.1; BGE 129 V 4 E. 1.2 mit Hinweis) noch nicht
verstrichen.
7.6.
Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde teilweise gutzuheissen ist
und die Beschwerdeführerin für die Dauer vom 1. August 2015 bis 31. März 2016 einen
8.1.
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Anspruch auf eine halbe, vom 1. April 2016 bis 28. Februar 2017 auf eine ganze und ab
1. März 2017 bis 28. Februar 2019 wiederum auf eine halbe Rente hat. Die Sache ist
zur Festsetzung und Ausrichtung der geschuldeten Leistungen sowie zur Koordination
mit den von der Beschwerdegegnerin erbrachten Taggeldleistungen an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (vgl. auch IV-act. 175 und act. G5.1 S. 2).
Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
im vorliegenden durchschnittlich aufwändigen Fall als angemessen. Die
Beschwerdeführerin hat gemessen am Antrag um Zusprache einer unbefristeten Rente
im Umfang von mindestens Dreiviertel nur in untergeordnetem Ausmass obsiegt. Die
Beschwerdegegnerin hat es jedoch pflichtwidrig unterlassen, der Beschwerdeführerin
die ihr zustehende höhere befristete Rente zuzusprechen und auszurichten. Vor diesem
Hintergrund sind der Beschwerdeführerin ermessensweise zwei Drittel der Kosten, d.h.
Fr. 400.--, aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist der
Beschwerdeführerin im Umfang von Fr. 400.-- daran anzurechnen und im Umfang von
Fr. 200.-- zurückzuerstatten. Den Restbetrag von Fr. 200.-- hat die
Beschwerdegegnerin zu bezahlen.
8.2.
bis
Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art.
61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (sGS 963.75)
pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. Im hier zu beurteilenden Fall erscheint eine
pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'600.-- (inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer) bei vollem Obsiegen als angemessen. Eine Berücksichtigung des
geltend gemachten Mehraufwandes wegen der "versehentlichen Eröffnung der
Verfügung vom 21. November 2018" (act. G7 Ziff. II/2) ist nicht statthaft, zumal
Rechtsanwalt Z._ seit vielen Jahren im Bereich der IV tätig ist und ihm hätte bewusst
sein können, dass eine Rentenverfügung erst dann komplett ist, wenn der effektive
Rentenbetrag daraus hervorgeht. Bei dem von Rechtsanwalt Z._ als Verfügung
qualifizierten Schreiben handelte es sich um die zuhanden der Ausgleichskasse
vorgenommene "Mitteilung des Beschlusses", welche diese für die Rentenberechnung
benötigt (IV-act. 158 f. und 169 f.). Weder der Umstand, dass diese Mitteilung
versehentlich weiteren im Verteiler aufgeführten Stellen zugestellt worden ist (vgl. act.
8.3.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 22/22
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St.Galler Gerichte