Decision ID: 5130d6f6-14a7-5c52-a6b3-9af1ddda3b91
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Die Beschwerdeführenden verliessen Sri Lanka zusammen mit ihren Kin-
dern eigenen Angaben zufolge am (...) 2017 legal über den Flughafen von
Colombo und gelangten gleichentags in die Schweiz, wo sie am 13. Au-
gust 2017 um Asyl nachsuchten. Am 25. August 2017 wurden sie summa-
risch zu ihrer Person befragt (BzP; Protokolle in den SEM-Akten A5/19 und
A6/14) und am 13. September 2017 (Beschwerdeführer) sowie 3. Okto-
ber 2017 (Beschwerdeführerin) zu ihren Asylgründen angehört (Anhörung;
Protokolle in den SEM-Akten A11/28 und A13/16).
Zur Begründung ihrer Asylgesuche führten sie aus, sie seien Singhalesen
aus E._ im (...) von Colombo.
Der Beschwerdeführer gab an, er habe im (...) 2008 eine (...) gegründet
und schon bald danach rund (...) Angestellte beschäftigt. Am (...) habe er
seine Ehefrau geheiratet und sei mit ihr nach F._ im (...) von Co-
lombo umgezogen. Der Ehemann seiner Schwester habe als (...) viele
Probleme gehabt. (...) 2010 seien sie zu Besuch gewesen und hätten bei
ihnen übernachtet. In der Nacht hätten (...) Personen an ihre Tür geklopft
und seien in das Haus eingedrungen. Weitere (...) Personen hätten aus-
serhalb des Hauses gewartet. Die bewaffneten Eindringlinge hätten ihm
ein Gewehr an den Kopf gehalten und seinen von ihnen gesuchten Schwa-
ger geschlagen. Nach ihrem Weggang seien sein Schwager und seine
Schwester geflüchtet.
Am (...) Dezember 2014 habe er sein Geschäft nach E._ verlegt.
Im (...) 2015 habe er von einem Bekannten des Parlamentariers
G._ im Hinblick auf die Wahlen vom 17. August 2015 den Auftrag
erhalten, (...) und (...) für die damalige Oppositionspartei United People’s
Freedom Alliance (UPFA) zu nähen. Am nächsten Tag sei ein Mann na-
mens A. zu ihm ins Geschäft gekommen und habe sich als Leibwächter
des Politikers H._ vorgestellt. A. habe ihm sein Mobiltelefon über-
geben. Ein Mann am Telefon habe ihn dazu aufgefordert, den Auftrag zu
annullieren und gleich wieder aufgehängt. A. habe ihn ebenfalls dazu auf-
gefordert und ihn aufs Übelste beschimpft und mit dem Tode bedroht, als
er dies abgelehnt habe. Noch am gleichen Tag habe er den Vorfall auf dem
örtlichen Polizeiposten gemeldet. Der Polizeibeamte habe A. zu sich be-
stellt und sie beide aufgefordert, Frieden zu schliessen. Obwohl sie der
Aufforderung nachgekommen seien, habe A. ihn gleich nach dem Verlas-
sen des Polizeipostens erneut beschimpft und mit dem Tode bedroht. Er
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habe darauf verzichtet, zum Polizeibeamten zurückzukehren und sei statt-
dessen nachhause gegangen. Danach hätten A. und sein Kumpan ihn wie-
derholt angerufen und bedroht. Nach dem Wahlsieg der United National
Party (UNP) habe der Vermieter ihm gekündigt, weil auch er von A. bedroht
worden sei. Es habe deshalb sein Geschäft in ein kleineres Gebäude ver-
legen und auch Angestellte entlassen müssen. Danach hätten A. und Per-
sonen aus dessen Umfeld ihn und seine Frau, die er über den Vorfall infor-
miert habe, unter anderem in seinem Stammlokal wiederholt schikaniert.
Dort sei er auch tätlich angegriffen worden.
Am (...) 2016 habe er seine wegen der Geburt des zweiten Kindes sich im
Spital befindliche Frau besuchen wollen. Unterwegs habe ein Tuk Tuk ab-
sichtlich sein Auto gestreift. (...) Personen seien ausgestiegen, hätten
seine Autotür geöffnet und ihn aus dem Auto gezerrt. Als er sich mit einem
Fusstritt zur Wehr gesetzt habe, habe eine Person ein Springmesser ge-
zückt und ihn am (...) verletzt. Nach der Behandlung seiner Verletzung im
Spital und dem Besuch seiner Ehefrau sei er auf den Polizeiposten von
E._ gegangen. Dort habe er erfahren, dass eine unbekannte Per-
son Anzeige gegen ihn erstattet habe. Dies mit der Begründung, er sei mit
seinem Auto auf der falschen Strassenseite gefahren und habe nach einem
Unfall Fahrerflucht begangen. Er habe mehrere Stunden warten müssen,
weil noch andere Personen für eine Einvernahme dort gewesen seien. We-
gen der Schmerzen am (...) sei er ohne Anzeigeerstattung nachhause ge-
gangen. Danach habe man ihn weiterhin telefonisch bedroht und auch die
Verantwortung für die Attacke auf ihn übernommen. Am (...) 2017 habe die
Opposition ihn im Hinblick auf eine Kundgebung vom 1. Mai 2017 erneut
damit beauftragt, (...). Er habe zugesagt, den Auftrag jedoch aufgrund sei-
ner Erfahrungen geheim gehalten. Ein Angestellter habe aber den Auftrag
ausgeplaudert. Am (...) April 2017 habe er den Auftrag fertiggestellt. Da-
nach habe er keine Ruhe mehr gehabt, sei ständig mit dem Tod bedroht
und schikaniert worden. Man habe ihn wiederum dazu aufgefordert, den
Auftrag nicht anzunehmen. Zudem habe er nach einer entsprechenden
Drohung (...) jeweils von der Schule abgeholt aus Angst, es könnte ihm
etwas zustossen.
Die Beschwerdeführerin führte im Wesentlichen aus, sie sei wegen den
Problemen ihres Ehemannes ausgereist. Am (...) Juli 2017 sei sie auf die
andere Strassenseite ihres Hauses gegangen, um Blumen zu pflücken. Ein
Mann auf einem Motorrad habe in einiger Entfernung auf sie gewartet und
sei dann direkt auf sie zugefahren. Sie sei beinahe überfahren worden und
danach schnell ins Haus zurückgelaufen.
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Die Beschwerdeführenden führten des Weiteren aus, sie hätten am
(...) Juli 2017 um Mitternacht im Garten Stimmen und Schritte gehört. Die
Beschwerdeführerin habe (...) Personen gesehen, die davongerannt
seien, woraufhin sie laut geschrien habe. Der Beschwerdeführer habe sich
am (...) Juli 2017 mit einem Anwalt getroffen, der ihm geraten habe, das
Land so schnell wie möglich zu verlassen. Am (...) Juli 2017 sei er mit sei-
ner Frau und den Kindern zur Schweizer Botschaft in Colombo zum Inter-
view gegangen. Am (...) Juli 2017 habe er zuhause ferngesehen und das
Aussenlicht eingeschaltet. Nach dem Öffnen der Haustüre habe er einen
Motorradfahrer gesehen, der in Richtung ihres Hauses geschaut habe und
geflüchtet sei, als er ihn gesehen habe. Er vermute, der Motorradfahrer sei
vorbeigekommen, um ihn zu liquidieren. Am (...) Juli 2017 habe er seine
Ehefrau zu ihren Eltern gebracht. Danach sei er auf den Polizeiposten von
E._ gegangen und habe zur seinem eigenen Schutz Anzeige er-
stattet. Gleichentags sei der von der Schweizer Botschaft darüber infor-
miert worden, dass sein Visumsantrag genehmigt worden sei.
Für den Inhalt der weiteren Aussagen wird auf die Akten und, soweit für
den Entscheid relevant, auf die nachfolgenden Erwägungen verwiesen.
Die Beschwerdeführenden reichten verschiedene Dokumente (...) zu den
Akten.
B.
Mit am 11. Mai 2018 eröffneter Verfügung vom 8. Mai 2018 stellte das SEM
fest, die Beschwerdeführenden und ihre Kinder erfüllten die Flüchtlingsei-
genschaft nicht, lehnte ihre Asylgesuche ab und ordnete die Wegweisung
aus der Schweiz sowie den Vollzug an.
C.
Mit Rechtsmitteleingabe vom 7. Juni 2018 gelangten die Beschwerdefüh-
renden durch ihren Rechtsvertreter an das Bundesverwaltungsgericht. Sie
beantragen, die Verfügung sei aufzuheben und es sei ihnen unter Anerken-
nung ihrer Flüchtlingseigenschaft Asyl zu gewähren. Ihre Kinder seien in
die Flüchtlingseigenschaft einzubeziehen. Eventualiter sei der Beschwer-
deführerin unter Einbezug in die Flüchtlingseigenschaft ihres Ehemannes
Asyl zu gewähren. Subeventualiter seien sie und ihre Kinder unter Fest-
stellung der Unzumutbarkeit und/oder Unzulässigkeit des Wegweisungs-
vollzugs vorläufig aufzunehmen. Subsubeventualiter sei die Verfügung auf-
zuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzu-
weisen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragten sie unter Verzicht auf
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die Erhebung eines Kostenvorschusses die Bewilligung der unentgeltli-
chen Rechtspflege und die Bestellung ihres Rechtsvertreters als amtlichen
Rechtsbeistand. Der Beschwerde lagen die auf Seite 11 aufgeführten Bei-
lagen 1 bis 9 bei.
D.
Mit Beschwerdeergänzung vom 11. Juni 2018 reichten die Beschwerdefüh-
renden zwei Beweismittel (Online-Artikel von Hiru-News vom [...] Mai 2018
und Online-Artikel von Daily Mirror vom [...] Mai 2018) zur Person von A.
ein. Es handle sich bei der Person, die den Beschwerdeführer wiederholt
bedroht habe, um I._. Sie sei in der Beschwerde als (...) bezeichnet
worden. I._ werde gemäss dem beiliegenden Artikel von Hiru-News
immer wieder verdächtigt, in kriminelle Machenschaften verwickelt zu sein.
E.
Mit Zwischenverfügung vom 15. Oktober 2018 stellte die Instruktionsrich-
terin das Anwesenheitsrecht der Beschwerdeführenden und ihrer Kinder
für die Dauer des Verfahrens fest. Den Antrag auf Bewilligung der unent-
geltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG hiess sie – unter
Vorbehalt einer nachträglichen Veränderung der finanziellen Verhältnisse
der Beschwerdeführenden – gut und verzichtete auf die Erhebung eines
Kostenvorschusses. Den Antrag auf amtliche Rechtsverbeiständung hiess
sie ebenfalls gut und bestellte den Beschwerdeführenden ihren Rechtsver-
treter als amtlichen Rechtsbeistand im Sinne von aArt. 110a AsylG. Das
SEM lud sie ein, sich innert Frist zur Beschwerde vernehmen zu lassen.
F.
Die Vorinstanz beantragt in ihrer Vernehmlassung vom 17. Oktober 2018
die Abweisung der Beschwerde. Zur in der Beschwerde thematisierten
Plausibilität der Aussagen überrasche gerade angesichts der kulturellen
Begebenheiten in Sri Lanka beispielsweise, dass ein Polizist niederer
Charge den einflussreichen und politisch vernetzten I._ auf den Po-
lizeiposten bestellt habe, um ihn zum Friedensschluss mit dem Beschwer-
deführer aufzufordern. Dies gelte umso mehr, als letzterer in der Be-
schwerde ausführe, der Polizeiposten sei für I._ wie sein eigenes
zuhause gewesen, und er habe dort machen können, was er wolle. Dies
erscheine wenig plausibel. Des Weiteren sei nicht davon auszugehen,
dass den Beschwerdeführenden – die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen vo-
rausgesetzt – behördlicher Schutz im Heimatstaat grundsätzlich verwehrt
worden sei oder wäre. Es sei vielmehr von der Schutzfähigkeit und Schutz-
willigkeit der sri-lankischen Behörden auszugehen. Die Fehlbarkeit einiger
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Personen in hohen politischen Positionen lasse nicht einfach auf die Ver-
antwortung des sri-lankischen Staates per se schliessen. Die eingereichten
Beweismittel würden gerade darauf hindeuten, dass die Polizei Massnah-
men gegen den heute im Ausland weilenden I._ ergriffen habe. Sie
vermöchten mangels konkreten Bezugs zu den Aussagen der Beschwer-
deführenden ihre angebliche Verfolgung nicht zu untermauern. Zudem sei
auf die für sie bestehende innerstaatliche Aufenthaltsalternative in Sri
Lanka hinzuweisen.
G.
Mit Replik vom 7. November 2018 wird an den gestellten Rechtsbegehren
festgehalten und die Gutheissung der Beschwerde beantragt. Als Beilagen
liessen die Beschwerdeführenden Online-Artikel des Daily Mirror vom
(...) Oktober 2018 sowie der NZZ vom (...) November 2018 und eine aktu-
alisierte Kostennote ihres Rechtsvertreters einreichen. Es handle sich nicht
um einen Polizisten niederen Ranges, sondern um einen «Inspector of Po-
lice» (IP, auch Officer in Charge [OIC]). Der Beschwerdeführer habe bereits
an der Anhörung gesagt, dass es sich um den OIC der Kriminalabteilung
handle. In einem beigelegten Online-Zeitungsartikel werde ein OIC der Kri-
minalabteilung namens J._ erwähnt, der in der Nähe von
E._ im Einsatz gestanden sei. Die Bestellung von I._ sei
also nicht unplausibel. Gemäss dem Beschwerdeführer, der in regelmässi-
gem telefonischem Kontakt zu seinen Bekannten in Sri Lanka stehe, ar-
beite der OIC aufgrund eines Korruptionsverdachts momentan nicht mehr
auf dem besagten Polizeiposten. Dies sei ein klarer Hinweis darauf, dass
I._ J._ Geld bezahlt habe, damit er ihn gewähren lasse. Zu-
dem habe I._ ein Interesse daran gehabt, eine Anzeige gegen ihn
zu verhindern und zum Schein Frieden mit dem Beschwerdeführer zu
schliessen. Dies auch wegen seiner Beziehungen zum Politiker
H._. Gemäss dem der Beschwerde beigelegten Artikel von Daily
Mirror werde I._ immer wieder verdächtigt, in kriminelle Machen-
schaften verwickelt zu sein. Aus dem Artikel von Daily Mirror ergebe sich,
dass er Drogengeschäfte tätige. Er müsse somit grundsätzlich mit polizei-
licher Verfolgung rechnen.
Des Weiteren ergebe sich aus den Beilagen 10 und 11 nur, dass Untersu-
chungen gegen I._ eingeleitet worden seien. Dazu komme, dass
K._ eine bekannte Persönlichkeit sei, weshalb die Öffentlichkeit in
Sri Lanka grosses Interesse an einer Aufklärung des Mordes habe. Es
müsse indessen stark bezweifelt werden, dass die polizeilichen Untersu-
chungen ernsthafter Natur seien. Selbst wenn I._ verhaftet werden
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sollte, wäre der Beschwerdeführer vor ihm nicht sicher. Sein Netzwerk
bliebe immer noch existent. Zudem wäre davon auszugehen, dass er
schnell wieder freikommen würde. Eine Aufenthaltsalternative gebe es
auch nicht, weil der Beschwerdeführer auch in einem von seinem Her-
kunftsort weit entfernten Landesteil nicht sicher vor I._ wäre. Auch
wenn der Beschwerdeführer mit dem nun seit Ende Oktober 2018 als Pre-
mierminister eingesetzten Mahinda Rajapakse sympathisiere, ändere dies
nichts an seiner prekären Situation in Sri Lanka. Die Stellung von Mahinda
Rajapakse sei äusserst unsicher und er sei zumindest auf die finanzielle
Unterstützung durch kriminelle Personen wie I._ angewiesen, damit
er mehr Parlamentsabgeordnete als der frühere Premierminister und Ge-
genspieler auf seine Seite ziehen könne. Zudem seien die Mitarbeiter der
Regierung immer noch dieselben Leute, zu denen I._ teilweise Be-
ziehungen habe. Der Beschwerdeführer leide unter (...). Ein Arztbericht
werde schnellstmöglich nachgereicht. Es erstaune, dass die Vorinstanz
seine konkrete Gefährdungssituation nicht mittels einer Botschaftsanfrage
abgeklärt habe.
H.
Mit Eingaben vom 7. November und 3. Dezember 2018 teilte der Rechts-
beistand mit, der Beschwerdeführer sei dem (...) 2018 in der Tagesklinik
der L._ (...) und gehe zweimal wöchentlich dorthin. Das nächste
Gespräch finde am (...) Dezember 2018 statt.
I.
Mit Eingabe vom 19. Dezember 2018 liessen die Beschwerdeführenden
einen Arztbericht der L._ vom 14. Dezember 2018 betreffend den
Beschwerdeführer einreichen.
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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher
zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-
det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-
ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-
son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht
vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet.
1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG,
soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).
1.3 Für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der
Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 25. September
2015).
1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die
Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-
men, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben
ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105
und aArt. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf
die Beschwerde ist einzutreten.
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-
länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
3.
3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
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Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken; den frauenspezifischen
Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG).
3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die
Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen
Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-
chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte
Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
Glaubhaftmachung im Sinne des Art. 7 Abs. 2 AsylG bedeutet – im Gegen-
satz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt durchaus
Raum für gewisse Einwände und Zweifel. Wesentliche Voraussetzung für
die Glaubhaftmachung eines Verfolgungsschicksals ist eine die eigenen
Erlebnisse betreffende, substanziierte, im Wesentlichen widerspruchsfreie
und konkrete Schilderung. Korrektheit, Originalität, hinreichende Präzision
und innere Übereinstimmung kennzeichnen eine wahrheitsgemässe Schil-
derung einer tatsächlich erlittenen Verfolgung. Unglaubhaft ist sie insbe-
sondere bei wechselnden, widersprüchlichen, gesteigerten oder nachge-
schobenen Vorbringen. Bei der Beurteilung der Glaubhaftmachung geht es
um eine Gesamtbeurteilung aller Elemente (Übereinstimmung bezüglich
des wesentlichen Sachverhaltes, Substanziiertheit und Plausibilität der An-
gaben, persönliche Glaubwürdigkeit usw.), die für oder gegen den Gesuch-
steller sprechen, dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen.
Glaubhaft ist eine Sachverhaltsdarstellung, wenn die positiven Elemente
überwiegen. Für die Glaubhaftmachung reicht es demnach nicht aus, wenn
der Inhalt der Vorbringen zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesam-
ten Aspekte wesentliche und überwiegende Umstände gegen die vorge-
brachte Sachverhaltsdarstellung sprechen (vgl. BVGE 2012/5 E. 2.2).
4.
4.1 Die Vorinstanz führt zur Begründung des ablehnenden Asylentscheides
aus, die Vorbringen der Beschwerdeführenden vermöchten einerseits den
Anforderungen an die Glaubhaftigkeit und andererseits denjenigen an die
Flüchtlingseigenschaft nicht zu genügen.
Insbesondere sei schwer nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer
dreimal denselben Polizeposten aufgesucht habe, obwohl er der Polizei
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eigentlich gar nicht vertraut und man ihm bereits im (...) 2015 nicht wirklich
geholfen habe. Seine Antworten auf die Frage, ob er sich nach (...) 2015
eine andere Strategie überlegt habe, er habe nichts Anderes unternom-
men, Politiker seien in die Sache involviert und jede andere Polizeistation
hätte ihn in seinen Bezirk zurückgeschickt, seien zwar verständlich. Trotz-
dem erscheine es unlogisch, dreimal den gleichen Polizeiposten aufzusu-
chen. Zudem wäre zu erwarten gewesen, dass er sich mit seinen Proble-
men an seine Auftraggeber, die Mitglieder der Oppositionspartei UPFA, ge-
wandt hätte. Seine Antwort auf die Frage, weshalb er den Anwalt erst am
(...) Juli 2017 und nicht schon früher beigezogen habe, überzeuge nicht.
Des Weiteren erstaune, dass er in der Anzeige vom (...) Juli 2017 auf dem-
selben Polizeiposten zwar verschiedene Vorfälle, aber nicht erwähnt habe,
dass er regelmässig telefonisch bedroht worden sei. Des Weiteren passe
nicht ins Bild eines verängstigten Ehepaares, dass die Beschwerdeführen-
den nach den Vorfällen mit dem Motorrad und um ihr Haus herum kaum
etwas unternommen hätten. Es wäre zumindest zu erwarten gewesen,
dass sie nach dem Erscheinen der Unbekannten auf ihrem Grundstück ir-
gendwelche Sicherheitsmassnahmen getroffen hätten.
Des Weiteren sei nicht nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer nach
seinen angeblich schlimmen Erfahrungen im Zusammenhang mit dem ers-
ten Auftrag rund zwei Jahre später einen identischen Auftrag von derselben
Person angenommen habe. Auf entsprechende Nachfragen habe er nicht
plausibel darlegen können, weshalb er sich wegen eines solchen Auftrages
erneut dem Risiko ausgesetzt habe, bedroht, schikaniert oder gar verletzt
zu werden. Es erscheine abwegig, dass er mit dem Hinweis auf die Demo-
kratie einerseits auf sein Recht auf Ausübung seines Berufs poche, und
andererseits aus Sorge um seine Familie sein Land verlasse und in die
Schweiz reise. Wenn er sich tatsächlich um seine Familie gesorgt hätte,
hätte er logischerweise kaum einen zweiten derartig politisch behafteten
Auftrag angenommen, zumal sein Geschäft gut gelaufen sei und er wohl
kaum darauf angewiesen gewesen wäre. Seine Antworten auf die Fragen
nach den Gedanken, die er sich bei der Annahme des Auftrages gemacht
habe, erstaunten, zumal zu erwarten gewesen wäre, dass er die damit ver-
bundenen Risiken genau abwogen hätte. Seine Gedanken, die sich um
seine Sympathie für Mahinda Rajapakse, die Bezahlung seiner Mitarbeiter
und den möglichen baldigen Erfolg der UPFA gedreht hätten, passten nicht
in das Bild eines Familienvaters, der seine Ehefrau und Kinder aus Sicher-
heitsgründen ins Ausland bringen müsse. Auch die Reaktion des Auftrag-
gebers nach seinem Bericht über die schlimmen Erfahrungen nach dem
ersten Auftrag wirkten realitätsfremd. So habe er einfach nur gesagt, er
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solle geduldig bleiben. Insgesamt würden seine Schilderungen in zentralen
Punkten der allgemeinen Erfahrung oder Logik des Handelns widerspre-
chen, weshalb ihre Glaubhaftigkeit stark angezweifelt werden müsse. Zu-
dem seien seine Beschreibungen von Emotionen und Gedankengängen,
die normalerweise tatsächlich Erlebtes prägten, einsilbig ausgefallen und
zeugten weder von einer persönlichen Betroffenheit noch von einem sub-
jektiven Empfinden. Dies weise ebenfalls darauf hin, dass die Schilderun-
gen des Beschwerdeführers auf einem konstruierten Sachverhalt beruhen
würden.
Hinzu komme, dass die Beschwerdeführenden zum angeblich zentralen
Ereignis in der Nacht vom (...) Juli 2017 zwar einerseits relativ überein-
stimmende Aussagen an den Anhörungen gemacht hätten. Andererseits
sei seltsam, dass beide selber Geräusche gehört und den jeweiligen Part-
ner geweckt haben wollten. Die Beschwerdeführerin habe auf Vorhalt hin
erklärt, sie habe in ihrer Erinnerung ihren Ehemann geweckt und sei dann
zum Fenster gegangen. Wenn man ihre diesbezüglichen Aussagen bei der
BzP betrachte, ergäben sich wiederum einige Unterschiede. Sie habe dort
nämlich ausgesagt, sie und ihr Ehemann hätten das Fenster gemeinsam
geöffnet, weil sie dies wegen den vielen Drohungen nicht alleine habe tun
wollen. Ihr Ehemann sei neben ihr gestanden. Auf Vorhalt hin habe sie bei
der Anhörung zuerst gesagt, sie seien beide gleichzeitig aufgestanden,
hätten die Vorhänge zur Seite geschoben und aus dem geschlossenen
Fenster geschaut. Auf nochmaligen Vorhalt hin habe sie wiederum erklärt,
sie und ihr Ehemann seien beide gleichzeitig vom Bett aufgestanden. Sie
sei zuerst zum Fenster gegangen und ihr Ehemann sei dann auch dorthin
gekommen. Solche einschneidenden Erlebnisse blieben in der Regel be-
sonders gut im Gedächtnis haften. Es sei deshalb erstaunlich, dass die
Beschwerdeführenden unterschiedliche Angaben zu diesem Ereignis ge-
macht hätten. Sie widersprächen zudem dem Polizeirapport vom (...) Juli
2017. Darin stehe nämlich, die (...) Personen im Garten hätten sie bedroht,
was nicht ihren Schilderungen entspreche.
Beim eingereichten Schreiben des sri-lankischen Anwaltes vom (...) Au-
gust 2017 handle es sich um ein Gefälligkeitsschreiben ohne jeden Be-
weiswert. Es werde indessen grundsätzlich nicht angezweifelt, dass der
Beschwerdeführer eine (...) geführt sowie allenfalls sogar Aufträge von po-
litischen Parteien entgegengenommen und auch ausgeführt habe. Die An-
zeige vom (...) Juli 2017 könne aber nicht als Beleg für die vorgebrachten
Ereignisse dienen, zumal darin nur die Aussage der anzeigenden Person
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Seite 12
erfasst werde. Zudem sei wie bereits erwähnt seltsam, dass er die angeb-
lich zahlreichen Drohanrufe und Morddrohungen gegenüber der Polizei
nicht erwähnt habe. Die Beweismittel seien folglich nicht geeignet, die gel-
tend gemachte Verfolgungssituation in Sri Lanka zu stützen. Auch die (...)
Schnittnarbe am (...) könne nicht als Beleg dafür dienen, dass er tatsäch-
lich von seinen Widersachern mit einem Messer attackiert worden sei. Zu-
dem sei seltsam, dass er ausschliesslich am (...) und im von ihm geschil-
derten Zusammenhang verletzt worden sei.
Der Vorfall von (...) 2010 mit der Schwester des Beschwerdeführers und
ihrem Ehemann stehe in keinem Zusammenhang mit der Ausreise und sei
deshalb nicht asylrelevant. Der sri-lankischen Polizei könne auch nicht feh-
lende Schutzwilligkeit vorgeworfen werden, zumal sie die Anzeigen des
Beschwerdeführers wegen A. und des Vorfalls vom (...) Juli 2017 entge-
gengenommen habe. Zudem machten die Beschwerdeführenden Nach-
teile geltend, die sich aus lokal oder regional beschränkten Verfolgungs-
massnahmen ableiten würden. Sie könnten sich ihnen durch einen Weg-
zug in einen anderen Teil Sri Lankas entziehen und seien deshalb nicht auf
den Schutz der Schweiz angewiesen.
Rückkehrer, die illegal ausgereist seien, über keine gültigen Identitätsdo-
kumente verfügten, im Ausland ein Asylverfahren durchlaufen hätten oder
behördlich gesucht würden, würden am Flughafen zu ihrem Hintergrund
befragt. Diese Befragung allein und das allfällige Eröffnen eines Strafver-
fahrens wegen illegaler Ausreise stellten keine asylrelevante Verfolgungs-
massnahme dar. Rückkehrer würden regelmässig auch am Herkunftsort
zwecks Registrierung und Erfassung der Identität sowie Überwachung ih-
rer Aktivitäten befragt. Auch solche Kontrollmassnahmen würden grund-
sätzlich kein asylrelevantes Ausmass annehmen. Die Beschwerdeführen-
den seien im August 2017 legal mit ihren Reisepässen und Visa aus Sri
Lanka ausgereist. Sie hätten keine asylrelevanten Verfolgungsmassnah-
men vor ihrer Ausreise glaubhaft machen können und hätten noch mehr
als acht Jahre nach Kriegsende in ihrem Heimatland gelebt. Allfällige, im
Zeitpunkt ihrer Ausreise bestehende Risikofaktoren hätten folglich kein
Verfolgungsinteresse seitens der sri-lankischen Behörden ausgelöst. Auf-
grund der Aktenlage sei somit nicht ersichtlich, weshalb sie bei einer Rück-
kehr nach Sri Lanka in ihren Fokus geraten und in asylrelevanter Weise
verfolgt werden sollten.
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Seite 13
4.2 In der Beschwerde wird an der Glaubhaftigkeit und flüchtlingsrechtli-
chen Relevanz der gesuchsbegründenden Aussagen festgehalten. Die ein-
gereichten Beweismittel seien authentisch und geeignet, den Nachweis für
die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführenden zu erbringen. Auf die
Entgegnungen im Einzelnen zur Argumentation der Vorinstanz wird, soweit
für den Entscheid relevant, nachfolgend eingegangen.
5.
5.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt zum Schluss, dass die ge-
suchsbegründenen Aussagen der Beschwerdeführenden aufgrund der
veränderten Lage in Sri Lanka im Urteilszeitpunkt den Anforderungen an
die Flüchtlingseigenschaft nicht zu genügen vermögen. Es kann deshalb
letztlich offengelassen werden, ob die gesuchsbegründenen Aussagen
glaubhaft sind. Dennoch teilt das Gericht zumindest teilweise die Einschät-
zung des SEM. Berechtigte Zweifel – insbesondere am Wahrheitsgehalt
der geltend gemachten Ereignisse vor der Ausreise – sieht das Gericht in
Übereinstimmung mit dem SEM etwa aufgrund der unstimmigen Aussagen
der Beschwerdeführenden zum zentralen Ereignis in der Nacht vom (...)
Juli 2017 oder des inhaltlichen Widerspruchs zum Polizeirapport vom (...)
Juli 2017.
5.2
5.2.1 Unabhängig vom Gesagten hat sich seit der Einreichung der Asylge-
suche der Beschwerdeführenden die Lage in Sri Lanka verändert, wobei
vorliegend namentlich die Wahl von Gotabaya Rajapaksa am 16. Novem-
ber 2019 zum Präsidenten von Sri Lanka sowie die nachfolgenden Ent-
wicklungen entscheidend sind (vgl. Neue Zürcher Zeitung [NZZ], In Sri
Lanka kehrt der Rajapaksa-Clan an die Macht zurück, 17.11.2019; The Gu-
ardian, Gotabaya Rajapaksa elected president of Sri Lanka, 17.11.2019,
https://www.theguardian.com/world/2019/nov/1 7/sri-lanka-presidential-
candidate-rajapaksa-premadas-count-continues, abgerufen am
10.11.2020). Kurz nach der Wahl ernannte der neue Präsident seinen Bru-
der Mahinda zum Premierminister und band einen weiteren Bruder, Cha-
mal Rajapaksa, in die Regierung ein; die drei Brüder Gotabaya, Mahinda
und Chamal Rajapaksa kontrollieren im neuen Regierungskabinett zusam-
men zahlreiche Regierungsabteilungen oder -institutionen (vgl. ANI, Sri
Lanka: 35 including President's brother Chamal Rajapksa sworn in as mi-
nisters of state, 27.11.2019, https://www.aninews.in/news/world/asia/sri-
lanka-35-including-presidents-brother-chamal-rajapksa-sworn-in-as-mi-
nisters-of-state20191127174753/, abgerufen am 11.01.2021). Die mit der
absoluten Mehrheit gewonnene 16. Parlamentswahl vom 5. August 2020
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verstärkt die Machtfülle der Brüder Rajapaksa noch weiter (vgl. Stiftung für
Wissenschaft und Politik [SWP] Aktuell, Nr. 69, September 2020: Politi-
scher Umbruch in Sri Lanka; https://www.swp-ber-
lin.org/10.18449/2020A69/; abgerufen am 22. Oktober 2020). Zwar wurde
Gotabaya Rajapaksa, der während der Präsidentschaft seines älteren Bru-
der Mahinda Rajapaksa (2005 bis 2015), Verteidigungssekretär war, ange-
klagt, zahlreiche Verbrechen gegen Journalistinnen und Journalisten sowie
Aktivisten begangen zu haben. Zudem wird er von Beobachtern für Men-
schenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen verantwortlich gemacht;
er bestreitet die Anschuldigungen (vgl. Human Rights Watch [HRW]: World
Report 2020 – Sri Lanka, 14.01.2020). Beobachter und ethnische/religiöse
Minderheiten befürchten seit dem Machtwechsel mehr Repression und die
vermehrte Überwachung insbesondere von Menschenrechtsaktivistinnen
und -aktivisten, Journalistinnen und Journalisten, Oppositionellen und re-
gierungskritischen Personen (vgl. Schweizerische Flüchtlingshilfe [SFH]:
Regierungswechsel weckt Ängste bei Minderheiten, 21.11.2019).
5.2.2 Es ist nun aber nicht ersichtlich, inwiefern die Beschwerdeführenden
unter dem Aspekt einer flüchtlingsrechtlichen Gefährdung negativ von die-
sem Machtwechsel in Sri Lanka betroffen sein könnten, im Gegenteil. Sie
gehören der singhalesischen Ethnie und damit Mehrheitsbevölkerung an.
Der Beschwerdeführer machte selbst geltend, den nun wieder an der
Macht beteiligten Mahinda Rajapaksa und dessen Parteienbündnis, das
sich im Zeitpunkt seiner Ausreise in der Opposition befand, aus tiefer poli-
tischer Überzeugung unterstützt zu haben. Bei der Anhörung führte er auf
die Frage, weshalb er nochmals so einen Auftrag angenommen habe, aus,
damals habe er daran gedacht, dass G._ der Bruder des damaligen
Präsidenten Mahinda Rajapakse sei. G._ sei nun der Entscheider
und Mahinda der Führer dieser Oppositionspartei. Mahinda habe den Krieg
beendet, weshalb er ihn moralisch unterstütze. Es wäre ihm lieber, wenn
Mahinda Rajapaksa erneut Präsident von Sri Lanka werden würde. Er
habe gedacht, wenn er diesen Auftrag übernehme, leiste er seinen Beitrag
für die Partei von Mahinda Rajapaksa (A11/28 F66). Zu den Beweggründen
für die Annahme des zweiten Auftrages, hatte er an der Anhörung erklärt,
er habe als freier Bürger in einem demokratischen Land das Recht, dieje-
nigen Politiker zu unterstützen, die er wolle (A11/28 F63 f.). Zudem ging er
davon aus, dass die Politiker, die er unterstützt, bald wieder an die Macht
kommen würden (A11/28 F74). Dies ist nun der Fall und die Beschwerde-
führenden haben seitens der sri-lankischen Behörden keine begründete
Furcht vor asylrelevanter Verfolgung.
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In Bezug auf die Nachstellungen des vom Politiker H._ beauftrag-
ten A. ist davon auszugehen, dass die Polizei Massnahmen gegen ihn er-
griffen hat. Aus den zusammen mit der Beschwerdeergänzung eingereich-
ten Beilagen 10 und 11 (vgl. Online-Artikel von Hiru-News vom [...]
Mai 2018 und Online-Artikel von Daily Mirror vom [...] Mai 2018) ergibt sich,
dass A. immer wieder verdächtigt wird, in kriminelle Machenschaften ver-
wickelt zu sein. Zudem sind polizeiliche Untersuchungen gegen ihn einge-
leitet worden. Aufgrund des Machtwechsels in Sri Lanka ist davon auszu-
gehen, dass die sri-lankischen Behörden dem Beschwerdeführer und sei-
ner Familie nach der Rückkehr nach Sri Lanka wirksamen Schutz vor all-
fälligen weiteren Nachstellungen durch A. gewähren werden. Es ergeben
sich jedenfalls keine Anhaltspunkte dafür, dass die gegen A. eingeleiteten
polizeilichen Ermittlungen nicht ernsthafter Natur sein könnten. Unbesehen
davon ist auch nicht ersichtlich, weshalb der nun selber im Fokus der sri-
lankischen Behörden stehende A. ein Interesse an weiteren Aktivitäten ge-
gen den Beschwerdeführer und seine Familie haben sollte. Der Beschwer-
deführer kann sich, wie bereits vor seiner Ausreise, nötigenfalls an die sri-
lankischen Behörden wenden, die seine Anzeigen auch entgegengenom-
men haben. Es wird an ihm liegen, allfällige weitere Drohungen von A. bei
der sri-lankischen Polizei zur Anzeige zu bringen und die Bedrohungen
auch vollständig – anders als er dies vor der Ausreise getan habe – vorzu-
bringen.
5.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es den Beschwerdeführen-
den nicht gelungen ist, eine im Urteilszeitpunkt in objektivere Hinsicht be-
gründete Furcht vor im Sinne von Art. 3 AsylG relevanter Verfolgung dar-
zutun. Die Vorinstanz hat ihre Asylgesuche demzufolge zu Recht abge-
lehnt.
6.
6.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so
verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den
Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie
(Art. 44 AsylG).
6.2 Die Beschwerdeführenden verfügen weder über eine ausländerrechtli-
che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer
solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht angeordnet
(vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).
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7.
7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den
gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG;
Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]).
Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss
Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei
der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen,
wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft
zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.).
7.2
7.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen
der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den
Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3
AIG).
So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-
gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund
nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus-
reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl.
ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-
stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).
Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember
1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-
gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3
EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender
Strafe oder Behandlung unterworfen werden.
7.2.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-
rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur
Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es den
Beschwerdeführenden nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Ge-
fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5
AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Ver-
fahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr der Beschwerdeführenden
in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG recht-
mässig.
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Seite 17
7.2.3 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerde-
führenden noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall
einer Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrschein-
lichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Be-
handlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtsho-
fes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschus-
ses müssten die Beschwerdeführenden eine konkrete Gefahr ("real risk")
nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihnen im Fall einer Rückschie-
bung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des
EGMR Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06,
§§ 124–127 m.w.H.). Vorliegend vermögen sie keine solche konkrete Ge-
fahr darzutun, zumal von der Schutzfähigkeit und auch Schutzwilligkeit der
sri-lankischen Behörden in Bezug auf allfällige künftige Nachstellungen
von A. auszugehen ist. Zudem ergeben sich auch keine konkreten Hin-
weise darauf, dass sie bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit beachtlicher
Wahrscheinlichkeit Massnahmen zu befürchten hätten, die über einen so-
genannten "Background Check" (Befragung und Überprüfung von Tätig-
keiten im In- und Ausland) hinausgehen würden, oder dass sie persönlich
gefährdet wären.
7.2.4 Die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka für sich alleine
lässt den Wegweisungsvollzug nach Auffassung des Gerichts nicht unzu-
lässig erscheinen (vgl. Urteil BVGer E-1866/2015, a.a.O., E. 12.2). Bei den
Beschwerdeführenden handelt es sich um Angehörige der singhalesischen
Bevölkerungsmehrheit. Inwiefern der Machtwechsel ab November 2019 in
ihrem Fall negative Auswirkungen haben könnte, ist nicht ersichtlich.
7.2.5 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im
Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.
7.3
7.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und
Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-
grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-
dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung
festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige
Aufnahme zu gewähren.
7.3.2 Der bewaffnete Konflikt zwischen der sri-lankischen Regierung und
den LTTE ist im Mai 2009 zu Ende gegangen, und es herrscht weder Krieg
noch eine Situation allgemeiner Gewalt (vgl. BVGE 2011/24 E. 13.2.1). An
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Seite 18
der generellen Einschätzung der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs
vermögen auch die gewalttätigen Angriffe auf Kirchen und Hotels vom Os-
tersonntag 2019 und der daraufhin verhängte Ausnahmezustand nichts zu
ändern. Auch die verstärkten ethnischen und religiösen Spannungen wäh-
rend des Wahlkampfes und anschliessenden Regierungswechsels vom
November 2019 sowie die aktuelle Situation in Sri Lanka ändern nichts an
dieser Beurteilung. Das Bundesverwaltungsgericht verfolgt die Lage in Sri
Lanka aufmerksam und widmet insbesondere der Situation von Angehöri-
gen muslimischer und christlicher Glaubensgemeinschaften sowie von
Personen, die sich im Rahmen muslimischer und christlicher Organisatio-
nen engagieren, ein besonderes Augenmerk. Trotz der gewalttätigen An-
griffe in Negombo, Colombo und in Batticaloa ist aktuell nicht von einer im
ganzen Land herrschenden Situation allgemeiner Gewalt auszugehen. Die
Beschwerdeführenden gehören nicht zu einer Personengruppe, die einem
erhöhten Risiko ausgesetzt sind. Es ist auch nicht von einer konkreten Ge-
fährdung wegen der Rückkehr der Brüder Rajapaksa an die Führungs-
spitze Sri Lankas auszugehen, zumal der Beschwerdeführer Mahinda
Rajapaksa und dessen Parteienbündnis bereits vor seiner Ausreise unter-
stützt hatte.
7.3.3 Es liegen auch keine individuellen Wegweisungsvollzugshindernisse
wirtschaftlicher Natur vor. Die Beschwerdeführenden gehören der singha-
lesischen Bevölkerungsmehrheit an und haben stets in der Umgebung von
Colombo gelebt. Der Beschwerdeführer war vor seiner Ausreise ein erfolg-
reicher (...), weshalb es ihm zuzumuten ist, nach der Rückkehr nach Sri
Lanka seine frühere Erwerbstätigkeit wiederaufzunehmen. Es ist deshalb
nicht davon auszugehen, dass die Beschwerdeführenden und ihre Kinder
bei einer Rückkehr nach Sri Lanka in eine existenzielle Notlage geraten
werden.
Gemäss Diagnose des mit Eingabe vom 19. Dezember 2018 eingereichten
Arztberichts des K._ vom 14. Dezember 2018 leidet der Beschwer-
deführer an (...). Die politische Situation in Sri Lanka sei aktuell noch in-
stabiler als damals und die Opposition, mit der er sympathisiere, noch mehr
unter Druck. Einen weiteren aktuellen Bericht hat der Beschwerdeführer
bis heute nicht eingereicht. Auf Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs
aus medizinischen Gründen ist nach Lehre und konstanter Praxis dann zu
schliessen, wenn eine notwendige medizinische Behandlung im Heimat-
land nicht zur Verfügung steht und die Rückkehr zu einer raschen und le-
bensgefährdenden Beeinträchtigung des Gesundheitszustands der be-
troffenen Person führen würde (vgl. etwa BVGE 2011/50 E. 8.3 und 2009/2
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Seite 19
E. 9.3.1 je m.w.H.). Nachdem der rechtlich vertretene Beschwerdeführer
im Rahmen der ihm obliegenden Mitwirkungspflicht (Art. 8 AsylG) bis heute
keinen weiteren Arztbericht eingereicht hat, besteht keine Veranlassung,
einen solchen einzuverlangen. Es ist vielmehr davon auszugehen, dass die
psychischen Probleme des Beschwerdeführers nicht derart sind, dass von
einer medizinischen Notlage im Sinne der vorstehend dargelegten Recht-
sprechung auszugehen ist. Auch sind in Sri Lanka bei psychischen Erkran-
kungen sowohl stationäre als auch ambulante Betreuungsmöglichkeiten
verfügbar (vgl. Urteil BVGer E-7137/2018 vom 23. Januar 2019 E. 12.3
m.w.H.). Der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers steht demnach
dem Vollzug der Wegweisung nicht entgegen.
Sind von einem Wegweisungsvollzug Kinder betroffen, so bildet im Rah-
men der Zumutbarkeitsprüfung das Kindeswohl einen Gesichtspunkt von
gewichtiger Bedeutung. Dies ergibt sich nicht zuletzt aus einer völker-
rechtskonformen Auslegung von Art. 83 Abs. 4 AuG im Lichte von Art. 3
Abs. 1 der Konvention vom 20. November 1989 über die Rechte des Kin-
des (KRK, SR 0.107). Unter dem Aspekt des Kindeswohls sind demnach
sämtliche Umstände einzubeziehen und zu würdigen, die im Hinblick auf
eine Wegweisung wesentlich erscheinen (vgl. BVGE 2009/51 E. 5.6
S. 749, BVGE 2009/28 E. 9.3.2 S. 367 f.; Entscheidungen und Mitteilungen
der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2005 Nr. 6 E. 6.
S. 55 ff.). Vorliegend steht auch die Kinderrechtskonvention dem Wegwei-
sungsvollzug nicht entgegen, zumal bei den beiden Söhnen der Beschwer-
deführenden aufgrund ihres Alters hierzulande kaum eine eigenständige
Verwurzelung stattgefunden haben dürfte. Daran ändert auch nichts, dass
der ältere Sohn aufgrund seines Alters in der Schweiz mutmasslich einge-
schult ist. Es ist davon auszugehen, dass er sich aufgrund seines Alters
noch in erster Linie an seinen Eltern orientiert. Folglich ist im Falle einer
Rückkehr der Kinder nach Sri Lanka zusammen mit den Eltern auch keine
tiefgreifende Entwurzelung zu befürchten, der unter dem Aspekt der Zu-
mutbarkeit des Wegweisungsvollzugs ausschlaggebende Bedeutung bei-
gemessen werden müsste.
7.3.4 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch
als zumutbar.
7.4 Schliesslich obliegt es den Beschwerdeführenden, sich bei der zustän-
digen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen
Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch
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BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als mög-
lich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG).
7.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu
Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der
vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG).
8.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-
wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und auch sonst nicht zu
beanstanden ist. Die Beschwerde ist abzuweisen.
9.
9.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten den Beschwer-
deführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da jedoch der Antrag
auf Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65
Abs. 1 VwVG mit Zwischenverfügung vom 15. Oktober 2018 gutgeheissen
wurde und sich aus den Akten auch keine Hinweise auf eine nachträgliche
Veränderung der finanziellen Verhältnisse ergeben, sind die Beschwerde-
führenden von der Auferlegung der Verfahrenskosten zu befreien.
9.2 Da den Beschwerdeführenden mit der gleichen Zwischenverfügung
auch die amtliche Rechtsverbeiständung gewährt wurde, sind die ihnen
notwendigerweise erwachsenen Parteikosten durch das Bundesverwal-
tungsgericht zu übernehmen (vgl. Art. 110a Abs. 1 AsylG i.V.m. Art. 9–14
des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigun-
gen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Der in der
Kostennote vom 7. November 2018 ausgewiesene Vertretungsaufwand
von 9.25 Stunden und der zusätzliche Aufwand von Fr. 125.– erscheinen
angemessen. Weil das Bundesverwaltungsgericht nichtanwaltliche Vertre-
terinnen und Vertreter praxisgemäss zu einem Stundenansatz von
Fr. 100.– bis Fr. 150.– entschädigt, ist der aufgeführte Stundenansatz von
Fr. 200.– entsprechend auf Fr. 150.– zu reduzieren. Dem amtlich bestellten
Rechtsbeistand ist somit zu Lasten des Bundesverwaltungsgerichts ein
amtliches Honorar von Fr. 1’600.– (inkl. Aufwand für die Folgekorrespon-
denz und Auslagen) auszurichten. Das amtliche Honorar umfasst keinen
Mehrwertsteuerzuschlag im Sinne von Art. 9 Abs. 1 Bst. c VGKE. Sollten
die Beschwerdeführenden später zu hinreichenden Mitteln gelangen, ist
dieser Betrag dem Bundesverwaltungsgericht zurückzuerstatten (Art. 65
Abs. 4 VwVG).
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