Decision ID: 859964b4-a50c-5438-9d95-13f641da1977
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ ist bei der CSS Kranken-Versicherung AG (nachfolgend: CSS) obligatorisch
krankenpflegeversichert. Die CSS teilte dem Versicherten am 6. November 2014 mit, er
habe bei ihr ein Guthaben, und bat um Angabe einer Bank- oder Postverbindung zur
Überweisung desselben (act. G3.2). Mit Schreiben vom 23. November 2014 kündigte
der Versicherte seine Grundversicherung per 31. Dezember 2014. Den Namen der
neuen Krankenkasse werde er ca. Mitte des nächsten Monats bekannt geben (act.
G3.3). Am 29. November 2014 bestätigte die CSS die Kündigung. Sie wies den
Versicherten darauf hin, dass die versicherte Person, welche die ausstehenden
Prämien, Kostenbeteiligungen, Verzugszinsen und Betreibungskosten bis zum Ablauf
der Kündigungsfrist nicht vollständig bezahlt habe, den Versicherer nicht vor dem
nächstmöglichen gesetzlichen Kündigungstermin wechseln könne. Ein Versicherer
dürfe die obligatorische Krankenversicherung zudem erst dann beenden, wenn eine
Aufnahmebestätigung des neuen Krankenversicherers vorliege (act. G3.4).
A.b Am 13. Januar 2015 stellte die CSS dem Versicherten eine Aufstellung aller
Ausstände im Gesamtbetrag von Fr. 2‘733.30 zu (act. G3.5). Nach telefonischer
Intervention des Versicherten korrigierte die CSS die Abrechnung und teilte am 2.
Februar 2015 mit, nach wie vor offen sei die Forderung des Verlustscheins Nr. 1215182
im Gesamtbetrag von Fr. 1‘512.70 (act. G3.6). Mit Schreiben vom 16. Februar 2015
forderte die CSS den Versicherten auf, ihr die Aufnahmebestätigung des neuen
Krankenversicherers zukommen zu lassen. Sollte sie bis zum Ablauf der angesetzten
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Frist keine Bestätigung erhalten, werde sie die obligatorische
Krankenpflegeversicherung per 1. Januar 2015 wieder aktivieren (act. G3.7). Weil der
Versicherte keine Aufnahmebestätigung des Nachversicherers zustellte, lehnte die CSS
die Kündigung ab (vgl. act. G3).
A.c Mit Schreiben vom 10. Juni 2015 teilte die CSS dem Versicherten via
Ombudsstelle Krankenversicherung mit, es seien per 30. Juni 2015 Prämien in der
Höhe von Fr. 205.80 ausstehend. In der Betreibung Nr. 1215182 seien vom Kanton
85% des Verlustscheinbetrages überwiesen worden. Die CSS sei verpflichtet, die
Verlustscheine bis zur vollständigen Bezahlung der ausstehenden Forderung durch die
versicherte Person aufzubewahren, weshalb der Versicherte für diesen Verlustschein
ebenfalls aufzukommen habe. Damit er den Versicherer per Ende 2015 wechseln
könne, müsse er sämtliche Ausstände bis zum Ablauf der Kündigungsfrist vollständig
begleichen (act. G6.4).
A.d Nach erfolgloser Mahnung von Prämienausständen für den Zeitraum Januar bis
August 2015 ersuchte die CSS das zuständige Betreibungsamt mit Begehren vom 19.
Dezember 2015 um Betreibung von Fr. 274.40 nebst Zins zu 5% seit 27. Juni 2015 und
Spesen von Fr. 60.--. Gegen den entsprechenden Zahlungsbefehl vom 23. Dezember
2015 erhob der Versicherte am 6. Januar 2016 Rechtsvorschlag (vgl. act. G1). Mit
Verfügung vom 8. Februar 2016 hob die CSS den Rechtsvorschlag auf (act. G6.2). Die
vom Versicherten dagegen erhobene Einsprache wies die CSS mit Entscheid vom 27.
April 2016 ab. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob der Versicherte am 26. Mai
2016 Beschwerde beim Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen (vgl. act. G1).
A.e Mit Schreiben vom 27. Mai 2016 teilte die CSS dem Versicherten erneut die
Voraussetzungen für einen Versicherungswechsel mit. Zum Zeitpunkt seiner Kündigung
seien diese Vorgaben nicht erfüllt gewesen, weshalb ein Austritt nicht möglich gewesen
sei (act. G12.3).
B.
B.a Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen (nachfolgend:
Versicherungsgericht) wies die Beschwerde mit Entscheid vom 18. April 2017, KV
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2016/9, ab, soweit es darauf eintrat. Es verpflichtete den Beschwerdeführer, der
Beschwerdegegnerin Fr. 274.40 nebst Zins von 5% seit 27. Juni 2015 sowie
Mahngebühren von Fr. 60.-- zu bezahlen. Es hob den Rechtsvorschlag in der
Betreibung Nr. 15028121 des Betreibungsamts St. Gallen auf und erteilte der
Beschwerdegegnerin definitive Rechtsöffnung (vgl. act. G1).
B.b Gegen den Entscheid des Versicherungsgerichts vom 18. April 2017 erhob der
Beschwerdeführer am 19. Mai 2017 Beschwerde in öffentlich-rechtlichen
Angelegenheiten sowie subsidiäre Verfassungsbeschwerde an das Bundesgericht. Er
beantragte sinngemäss, in Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids sowie des
Einspracheentscheids vom 27. April 2016 sei festzustellen, dass die auf Ende 2014
ausgesprochene Kündigung rechtswirksam erfolgt sei. Ferner sei die
Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihm den durch die Verunmöglichung des
Versichererwechsels entstandenen Schaden zu ersetzen. Die Beschwerdegegnerin
beantragte, es sei auf die Beschwerde nicht einzutreten (vgl. act. G1).
C.
C.a Das Bundesgericht trat am 10. November 2017 nicht auf die subsidiäre
Verfassungsbeschwerde ein. Die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten
hiess es teilweise gut. Es hob den Entscheid des Versicherungsgerichts vom 18. April
2017 auf und wies die Sache zu neuer Entscheidung an dieses zurück. Im Übrigen wies
es die Beschwerde ab. Das Bundesgericht führte aus, mangels Aufnahmebestätigung
eines neuen Versicherers habe kein neues Versicherungsverhältnis entstehen können
und der Beschwerdeführer sei deshalb, jedenfalls für den interessierenden Zeitraum
von Januar bis August 2015, weiterhin bei der Beschwerdegegnerin versichert
gewesen und habe einer entsprechenden Prämienzahlungspflicht unterstanden. Zudem
könne nicht von einer vollständigen Bezahlung der bis Ende 2014 aufgelaufenen
Prämien ausgegangen werden, da ein Teil der Verlustscheinforderung noch ausstehend
gewesen sei. Es stelle sich jedoch die Frage, ob es die Beschwerdegegnerin dem
Beschwerdeführer mit ihrem Verhalten verunmöglicht habe, auf 2015 einen Wechsel
des Krankenversicherers vorzunehmen, und sie deshalb eine Schadenersatzpflicht
treffe. Die Widerrechtlichkeit sei dabei zu bejahen, die übrigen
Haftungsvoraussetzungen habe das Versicherungsgericht zu überprüfen (act. G1).
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C.b Auf Aufforderung des Versicherungsgerichts (vgl. act. G2) reichte die
Beschwerdegegnerin mit Eingabe vom 28. November 2017 eine Stellungnahme zur
Frage einer allfälligen Schadenersatzpflicht ein. Sie brachte vor, der Schuldner erhalte
jeweils eine Kopie des Verlustscheins. Der Beschwerdeführer sei daher über die
Ausstände im Betrag von Fr. 1‘521.70 informiert gewesen. Die Verrechnung des
Guthabens mit den Ausständen sei dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 2.
Februar 2015 angezeigt und dieser darauf hingewiesen worden, dass der Verlustschein
Nr. 1‘209‘845 im Betrag von Fr. 1‘521.70 noch offen sei. Die Kündigung habe wegen
fehlender Nachversichererbestätigung nicht weiter bearbeitet werden können. Sie sei
der Ansicht, dass eine Schadenersatzpflicht nicht gegeben sei (act. G3).
C.c Der Beschwerdeführer machte mit Eingabe vom 9. Januar 2018 eine
Schadenersatzforderung von total Fr. 8‘335.90 für Prämiennachteile, Spesen sowie
Verzugszinsen und Zahlungsbefehlskosten von zwischenzeitlich erhobenen
Betreibungen, Anwaltskosten sowie eine Genugtuung für seelische Unbill geltend (act.
G6). Er legte seiner Eingabe mehrere Verfügungen der Beschwerdegegnerin bei, mit
welcher diese die Rechtsvorschläge gegen Betreibungen betreffend ausstehende KVG-
Prämien von Januar 2015 bis Juni 2017 sowie Spesen und Verzugszinsen aufgehoben
hatte (act. G6.2).
C.d Der von der Verfahrensleitung angestrebte Vergleich sowie eine aussergerichtliche
Einigung kamen nicht zustande (vgl. act G7 ff., act. G15 ff.). Auf Aufforderung der
Verfahrensleitung (act. G10) reichte die Beschwerdegegnerin am 14. Februar 2018 eine
Aufstellung der offenen Prämien der Jahre 2015, 2016 und 2017 sowie der Spesen,
Zinsen und Betreibungskosten ein (act. G11). Der Beschwerdeführer legte am 22.
Februar 2018 die Prämienaufstellung der Concordia Schweizerische Kranken- und
Unfallversicherung (nachfolgend: Concordia), bei der er eine Weiterversicherung ab 1.
Januar 2015 beabsichtigt hatte, ins Recht (act. G12).
C.e Mit Eingabe vom 13. Juni 2018 beantragte der Beschwerdeführer eine
Neubeurteilung des ursprünglichen Gerichtsentscheids. Er brachte vor, Abklärungen
beim Sozialamt B._ hätten ergeben, dass der von diesem an die
Beschwerdegegnerin ausgerichtete Betrag nur teilweise als Zahlungseingang registriert
worden sei. Bei korrekter Erfassung wäre der Verlustschein Nr. 1‘209‘845 zu 100%
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bezahlt und sein Prämienkonto per 31. Dezember 2014 ausgeglichen gewesen. Er
hätte daher per 1. Januar 2015 eine neue Krankenversicherung abschliessen können
(act. G25, vgl. auch Korrespondenz bzgl. Verlustschein in act. G20 ff.).
C.f Die Verfahrensleitung machte den Beschwerdeführer mit Schreiben vom 20.
August 2018 darauf aufmerksam, dass er ein allfälliges Begehren um Vornahme einer
Revision des Bundesgerichtsurteils 9C_367/2017 vom 10. November 2017 innert 90
Tagen nach Entdecken der erheblichen neuen Tatsache direkt beim Bundesgericht
einzureichen hätte (act. G27). Der Beschwerdeführer teilte am 24. August 2018
telefonisch mit, er werde kein Revisionsbegehren beim Bundesgericht stellen (act.
G28).

Erwägungen
1.
Am 13. Juni 2018 machte der Beschwerdeführer geltend, die Zahlungseingänge des
Sozialamtes B._ seien bei der Beschwerdegegnerin nicht korrekt berücksichtigt
worden. Er habe per 31. Dezember 2014 gar keine Zahlungsausstände gehabt und die
Versicherung bei der Beschwerdegegnerin daher kündigen dürfen. Er wünschte eine
Neubeurteilung des ursprünglichen Falls (act. G25). Beim Vorbringen des
Beschwerdeführers handelt es sich sinngemäss um einen Antrag auf prozessuale
Revision. Eine solche kann unter anderem dann verlangt werden, wenn die ersuchende
Partei nachträglich erhebliche Tatsachen erfährt oder entscheidende Beweismittel
auffindet, die sie im früheren Verfahren nicht beibringen konnte (Art. 123 Abs. 2 lit. a
des Bundesgesetzes über das Bundesgericht [BGG; SR 173.110], vgl. Art. 66 Abs. 2 lit.
a des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren [VwVG; SR 172.021]). Zuständig
für die Prüfung der Revisionsvoraussetzungen sowie zum allfälligen neuen Entscheid in
der Sache ist diejenige Instanz, deren Entscheid im Revisionsverfahren zu überprüfen
ist (UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. 2015, Art. 53 N 36, vgl. Art. 67 Abs. 1
VwVG, Art. 124 Abs. 1 BGG). Vorliegend hat das Bundesgericht bereits rechtskräftig
über die Zulässigkeit der Kündigung des Beschwerdeführers per 31. Dezember 2014
und die damals noch bestehenden Zahlungsausstände entschieden. Somit wäre für
eine allfällige Revision nicht das Versicherungsgericht, sondern das Bundesgericht
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zuständig. Es besteht kein Hinweis darauf, dass der Beschwerdeführer bei letzterem
einen entsprechenden Antrag gestellt hat (vgl. auch act. G28). Von daher besteht kein
Anlass, mit dem Entscheid in der vorliegenden Schadenersatzstreitigkeit weiter
zuzuwarten. Zudem erscheint fraglich, ob überhaupt ein Revisionsgrund vorläge. Dies,
zumal keine Gründe ersichtlich sind, weshalb es dem Beschwerdeführer nicht möglich
gewesen sein sollte, die inzwischen bei den beiden zuständigen Sozialämtern
telefonisch erfragten Informationen bezüglich geleisteter Zahlungen bereits während
des vorherigen Verfahrens beizubringen.
2.
Nach dem soeben Gesagten ist deshalb basierend auf dem rechtskräftigen Entscheid
des Bundesgerichts vom 10. November 2017 (act. G1) lediglich die
Schadenersatzpflicht der Beschwerdegegnerin zu prüfen.
2.1 Bei der Mitteilung der neuen Prämie kann die versicherte Person den Versicherer
unter Einhaltung einer einmonatigen Kündigungsfrist auf das Ende des Monats
wechseln, welcher der Gültigkeit der neuen Prämie vorangeht (Art. 7 Abs. 2 des
Bundesgesetzes über die Krankenversicherung [KVG; SR 832.10]). Das
Versicherungsverhältnis endet beim bisherigen Versicherer erst, wenn ihm der neue
Versicherer mitgeteilt hat, dass die betreffende Person bei ihm ohne Unterbrechung
des Versicherungsschutzes versichert ist (Art. 7 Abs. 5 Satz 1 KVG). In Abweichung von
Artikel 7 KVG kann die säumige versicherte Person den Versicherer nicht wechseln,
solange sie die ausstehenden Prämien und Kostenbeteiligungen sowie die
Verzugszinse und Betreibungskosten nicht vollständig bezahlt hat (Art. 64a Abs. 6
KVG).
2.2 Wenn der bisherige Versicherer den Wechsel des Versicherers verunmöglicht, hat
er der versicherten Person den daraus entstandenen Schaden zu ersetzen,
insbesondere die Prämiendifferenz (Art. 7 Abs. 6 KVG). Die Schadenersatzpflicht des
bisherigen Versicherers folgt den allgemeinen Grundsätzen des Schadenersatzrechts
im Sinne von Art. 41 Abs. 1 des Bundesgesetzes betreffend die Ergänzung des
Schweizerischen Zivilgesetzbuches (OR; SR 220). Sie setzt demnach ein
widerrechtliches Handeln oder Unterlassen, einen Schaden, einen
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Kausalzusammenhang zwischen der Handlung bzw. Unterlassung einerseits und dem
Schaden andererseits sowie – regelmässig – ein Verschulden voraus. Der Versicherer
haftet für den Schaden, der die Folge eines Fehlverhaltens seiner Mitarbeiter, einer
unzweckmässigen Betriebsorganisation oder eines sonstigen in seiner Verantwortung
liegenden Mangels bei der Durchführung der obligatorischen
Krankenpflegeversicherung ist. Massgebend für die Bemessung der Ersatzpflicht ist
jeder effektive und adäquat kausale Schaden (vgl. E. 5.2.2 des Bundesgerichtsurteils
9C_367/2017, act. G1 mit Verweis auf GEBHARD EUGSTER, Krankenversicherung, in:
Soziale Sicherheit, SBVR Bd. XIV, 3. Aufl. 2016, S. 463 Rz. 193).
3.
Vorerst zu prüfen sind die Voraussetzungen der Schadenersatzpflicht. Dabei hat das
Bundesgericht die Widerrechtlichkeit des Verhaltens der Beschwerdegegnerin bereits
bejaht (vgl. E. 5.4.2, act. G1).
3.1 Schaden ist eine ungewollte Vermögensverminderung, d.h. eine Differenz zwischen
dem aktuellen Vermögensstand des Geschädigten infolge des schädigenden
Ereignisses und dem hypothetischen (gleichzeitigen) Vermögensstand bei Ausbleiben
des Ereignisses (MARTIN KESSLER, in: Basler Kommentar zum Obligationenrecht I, 6.
Aufl. 2015, Art. 41 N 3). Als Schaden in Betracht kommt insbesondere die Differenz
zwischen den Prämien, welche der Beschwerdeführer der Beschwerdegegnerin für
seine Weiterversicherung ab 1. Januar 2015 zu entrichten hat, und denjenigen, die er
bei einem erfolgten Wechsel der Versicherung zu bezahlen gehabt hätte. Es erscheint
fraglich, ob dem Beschwerdeführer, welcher die Prämienrechnungen der
Beschwerdegegnerin seit mindestens Januar 2015 noch nicht beglichen hat, überhaupt
ein (hypothetischer) Schaden entstanden ist. Die Beschwerdegegnerin teilte dem
Beschwerdeführer am 16. Februar 2015 mit, sie habe die Kündigung bereits bestätigt,
jedoch fehle die Aufnahmebestätigung des neuen Krankenversicherers noch. Sollte sie
bis zum Ablauf der angesetzten siebentägigen Frist keine Bestätigung seiner neuen
Krankenkasse erhalten, sei sie verpflichtet, seine obligatorische Krankenversicherung
nach KVG per 1. Januar 2015 wieder zu aktivieren (act. G3.7). Dies könnte
dahingehend interpretiert werden, dass die Beschwerdegegnerin bereit gewesen wäre,
bei Vorliegen einer Bestätigung des Nachversicherers und Begleichung der
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Zahlungsausstände das Versicherungsverhältnis bei ihr rückwirkend per 31. Dezember
2014 zu beenden. Hätte die neue Versicherung den Beschwerdeführer ebenfalls
rückwirkend per 1. Januar 2015 versichert, so wäre dem Beschwerdeführer kein
Schaden entstanden. Da jedoch unklar ist, ob ein nahtloser Übergang inklusive
Rückabwicklung allfälliger Kostenbeteiligungen möglich gewesen wäre, rechtfertigt es
sich, mit Blick auf das Bundesgerichtsurteil 9C_367/2017 grundsätzlich von einem
Schaden auszugehen. Dies, zumal sich den eingereichten Aufstellungen zu Prämien
der Concordia (act. G12.1) sowie der Beschwerdegegnerin (act. G10) entnehmen lässt,
dass letztere höher sind als erstere, so dass sich ein Schaden ergeben kann. Zu
allfälligen weiteren Schadensposten und der Bezifferung des gesamten Schadens wird
auf Erwägung 4 verwiesen.
3.2 Ein Verschulden ist in objektiver Hinsicht gegeben, wenn jemand mit Absicht
handelt. Vorsätzlich handelt, wer einen Schädigungserfolg herbeiführen will oder diesen
zumindest in Kauf nimmt. Für eine Haftung ist leichte Fahrlässigkeit ausreichend. Bei
einer solchen hat der Schädiger zwar nicht die elementarsten Vorsichtsgebote verletzt,
aber dennoch das Mass an Sorgfalt ausser Acht gelassen, welches die Verkehrssitte
von einer mit dem Handelnden in gleichen Verhältnissen stehenden Person unter den
konkreten Umständen gebietet. Leichte (bis mittelschwere) Fahrlässigkeit ist häufig
festzustellen bei Unvorsichtigkeiten im Arbeitsprozess (KESSLER, a.a.O., Art. 41 N 45
ff., 50). Die Beschwerdegegnerin informierte den Beschwerdeführer am 6. November
2014 über ein bestehendes Guthaben (act. G3.2). Mit Schreiben vom 29. November
2014 bestätigte sie die Kündigung des Beschwerdeführers. Sie wies zwar darauf hin,
ein Wechsel des Versicherers sei nur dann möglich, wenn die versicherte Person
sämtliche Ausstände bis zum Ablauf der Kündigungsfrist vollständig bezahlt habe,
äusserte sich jedoch nicht zu konkreten Zahlungsausständen des Beschwerdeführers
und bezifferte diese insbesondere nicht (act. G3.4). Gemäss den unbestrittenen
Angaben des Beschwerdeführers teilte ihm die Beschwerdegegnerin anlässlich eines
Besuchs bei der Agentur St. Gallen Ende Dezember 2014 mit, es seien noch Ausstände
vorhanden, weshalb er den Versicherer nicht wechseln könne und es keinen Sinn
mache, eine neue Police bei einem anderen Versicherer abzuschliessen (vgl. E. 5.3, act.
G1). Eine schriftliche Information mit Bezifferung der Ausstände erfolgte erst im
Schreiben vom 13. Januar 2015 (vgl. act. G3.5 f.). Das Verhalten der
Beschwerdegegnerin ist damit insofern als leicht fahrlässig zu betrachten, als sie es
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verpasste, den Beschwerdeführer rechtzeitig über die konkrete Bezifferung seiner
Ausstände zu unterrichten, womit es diesem nicht möglich war, diese bis 31. Dezember
2014 zu begleichen (vgl. zur diesbezüglichen Aufklärungspflicht EUGSTER, a.a.O., S.
457 Rz. 168).
3.3 Zwischen einem haftungsbegründenden Umstand und dem Schaden, dessen
Ersatz verlangt wird, muss das Verhältnis von Ursache und Wirkung bestehen
(Kausalzusammenhang). Der natürliche Kausalzusammenhang ist gegeben, wenn ein
Verhalten unabdingbare Voraussetzung (conditio sine qua non) für ein
Schadensereignis ist. Gemäss der Adäquanztheorie wird eine Ursache nur dann als
haftungsbegründend angesehen, wenn sie nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und
den Erfahrungen des Lebens geeignet ist, einen Erfolg wie den eingetretenen
herbeizuführen oder mindestens zu begünstigen (KESSLER, a.a.O., Art. 41 N 14 ff.). Die
Voraussetzung des natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhangs ist vorliegend
zu bejahen, da das fehlerhafte Verhalten der Beschwerdegegnerin den vom
Beschwerdeführer angestrebten Wechsel der Versicherung per 31. Dezember 2014
verunmöglichte und damit geeignet war, den erwähnten Schaden zu verursachen.
3.4 Die Schadenersatzpflicht ist somit insgesamt zu bejahen.
4.
Weiter ist die Höhe des Schadens zu ermitteln.
4.1 Wie bereits erwähnt, besteht der Schaden primär aus der Prämiendifferenz (vgl.
Art. 7 Abs. 6 KVG). Dabei ist unter den Parteien insbesondere umstritten, für welchen
Zeitraum die Beschwerdegegnerin die Differenz zu erstatten hat.
4.1.1 Das Versicherungsverhältnis endet beim bisherigen Versicherer erst, wenn ihm
der neue Versicherer mitgeteilt hat, dass die betreffende Person bei ihm ohne
Unterbrechung des Versicherungsschutzes versichert ist. Gemäss bundesgerichtlicher
Rechtsprechung (BGE 127 V 38, vgl. EUGSTER, a.a.O., S. 462 Rz. 188) endet das
bisherige Versicherungsverhältnis auf das Ende des Monats, in dem die verspätete
Mitteilung beim bisherigen Versicherer eingegangen ist.
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4.1.2 Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer erstmals mit
Schreiben vom 29. November 2014 darauf hingewiesen, dass ein Versicherer die
obligatorische Krankenversicherung erst dann beenden darf, wenn eine
Aufnahmebestätigung des neuen Krankenversicherers vorliegt (act. G3.4, vgl. Art. 7
Abs. 5 KVG). Am 13. Januar 2015 gab die Beschwerdegegnerin die noch bestehenden
Zahlungsausstände bekannt bzw. reduzierte die Forderung nach Intervention des
Beschwerdeführers im Schreiben vom 2. Februar 2015 (act. G3.5 f.). Mit Schreiben
vom 16. Februar 2015 forderte die Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer sodann
auf, ihr die noch fehlende Aufnahmebestätigung seines neuen Krankenversicherers
zukommen zu lassen. Sollte sie bis zum Ablauf der gesetzten Frist keine Bestätigung
erhalten, so sei sie verpflichtet, die obligatorische Krankenpflegeversicherung per 1.
Januar 2015 wieder zu aktivieren (act. G3.7). Spätestens in diesem Zeitpunkt war der
Beschwerdeführer rechtsgenüglich darüber informiert, in welcher Höhe noch
Zahlungsausstände bestanden und dass er zum Wechsel der Versicherung diese
begleichen sowie eine Bestätigung des Nachversicherers einreichen musste. Unter
Berücksichtigung der Tatsachen, dass der Beschwerdeführer damals noch keinen
Nachversicherer hatte und sich erst um den Abschluss einer neuen
Versicherungspolice hätte bemühen müssen, ist davon auszugehen, dass er bis
spätestens Ende März 2015 alle Voraussetzungen für einen Versicherungswechsel
hätte erfüllen können. In Anwendung der Rechtsprechung gemäss BGE 127 V 38 hätte
der Beschwerdeführer damit das Versicherungsverhältnis bei der Beschwerdegegnerin
per 31. März 2015 beenden können. Dementsprechend trifft die Beschwerdegegnerin
nur eine Schadenersatzpflicht für die Prämiendifferenz der Monate Januar bis März
2015. Die Prämien bei der Beschwerdegegnerin beliefen sich in diesem Zeitraum auf
monatlich Fr. 356.55 (vgl. act. G6.1, G10). Der Beschwerdeführer beabsichtigte eine
Weiterversicherung bei der Concordia mit einer identischen Jahresfranchise von Fr.
1‘500.--. Während er bei der Beschwerdegegnerin eine OKP Grundversicherung hatte,
strebte er laut eigenen Angaben einen Wechsel in das HMO-Modell an (vgl. act. G6).
Dies ist insofern nachvollziehbar, als ein solches im Vergleich zum Grundmodell
kostengünstiger ist. Folglich ist die Differenz zur Prämie des HMO-Modells der
Concordia bei einer Jahresfranchise von Fr. 1‘500.-- zu berechnen. Diese belief sich im
Jahr 2015 auf monatlich Fr. 255.80 (act. G12). Die von der Beschwerdegegnerin zu
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erstattende Prämiendifferenz beläuft sich damit auf Fr. 302.25 ([Fr. 356.55 – Fr. 255.80]
x 3).
4.1.3 Weiter macht der Beschwerdeführer Spesen, Verzugszinsen und
Zahlungsbefehlskosten für sechs in den Jahren 2016 und 2017 durch die
Beschwerdegegnerin erhobene Betreibungen für ausstehende Versicherungsprämien
der Monate September 2015 bis Juni 2017 geltend (act. G6, G6.2). Wie das
Bundesgericht bereits festgestellt hat, war der Beschwerdeführer mangels
Aufnahmebestätigung eines neuen Versicherers ab 1. Januar 2015 weiterhin bei der
Beschwerdegegnerin versichert und hatte die entsprechenden Prämien zu entrichten
(E. 4, act. G1). Die Beschwerdegegnerin ist gesetzlich dazu verpflichtet, versicherte
Personen, welche trotz Zahlungsaufforderungen die Prämien, Kostenbeteiligungen und
Verzugszinse nicht innert der gesetzten Frist bezahlen, zu betreiben (vgl. Art. 64a Abs.
2 KVG, vgl. auch Art. 105b Abs. 1 der Verordnung über die Krankenversicherung [KVV;
SR 832.102], der die Versicherungen verpflichtet, spätestens 3 Monate ab Fälligkeit zu
mahnen). Sie darf also nicht etwa nach Ermessen auf Betreibungen verzichten. Die
Beschwerdegegnerin hat die Betreibungen folglich rechtmässig eingeleitet. Die damit
zusammenhängenden Kosten sind vom Beschwerdeführer zu tragen und begründen
keine Schadenersatzpflicht der Beschwerdegegnerin.
4.1.4 Der Beschwerdeführer beantragt die Erstattung der Kosten für anwaltliche
Beratungen (act. G6). Den Akten liegt eine mit 12. Mai 2017 datierte Quittung für einen
von Rechtsanwältin B. Surber, St. Gallen, erhaltenen Kostenvorschuss des
Beschwerdeführers in der Höhe von Fr. 500.-- bei (act. G6.3). Wofür dieser
Kostenvorschuss geleistet wurde, lässt sich den Akten nicht entnehmen, zumal
sämtliche Korrespondenz mit der Beschwerdegegnerin (sowie im Übrigen auch die
Eingaben in den Gerichtsverfahren) durch den Beschwerdeführer selbst erstellt wurde.
Zudem erscheint der Beizug eines Anwaltes zum Vollzug des Versicherungswechsels
nicht notwendig, war doch der Beschwerdeführer spätestens ab Februar 2015 über die
Voraussetzungen für den Wechsel informiert (vgl. act. G3.7). Die beantragten Spesen
von Fr. 380.-- für den Aufwand des Beschwerdeführers selbst sowie Fr. 300.-- für die
vom Beschwerdeführer während des Verwaltungsverfahrens beigezogene
Ombudsstelle Krankenversicherung (vgl. act. G6.4) sind sodann weder ausgewiesen,
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noch besteht eine Rechtsgrundlage für die Erstattung derselben im Rahmen der
Schadenersatzpflicht der Beschwerdegegnerin.
4.1.5 Schliesslich beantragt der Beschwerdeführer sinngemäss eine Genugtuung
infolge seelischer Unbill. Er führt aus, die Beschwerdegegnerin nehme seine Anliegen
nicht ernst, verhalte sich inkompetent und habe ihn am Wechsel zu einem anderen
Versicherer gehindert. In der Folge habe er gewisse gesundheitliche Probleme
entwickelt. Zudem sei es zu negativen Auswirkungen auf sein soziales und
beziehungsmässigen Verhaltens im Sinne einer Persönlichkeitsveränderung gekommen
(act. G6). Wer in seiner Persönlichkeit widerrechtlich verletzt wird, hat Anspruch auf
Leistung einer Geldsumme als Genugtuung, sofern die Schwere der Verletzung es
rechtfertigt und diese nicht anders wiedergutgemacht worden ist (Art. 49 Abs. 1 OR).
Ob eine Persönlichkeitsverletzung hinreichend schwer wiegt, hängt weitgehend von
den Umständen des Einzelfalls ab. Dem Gericht steht bei der Beurteilung ein weites
Ermessen zu. Der Eingriff muss aussergewöhnlich schwer sein und in seinen
Auswirkungen das Mass einer Aufregung oder einer alltäglichen Sorge klar übersteigen.
Es reicht nicht aus, wenn jemand schockiert ist, Unannehmlichkeiten empfindet oder
einige Schmerzen hat. Erforderlich sind vielmehr physische oder psychische Leiden,
verursacht durch eine Verletzung der Persönlichkeit, die das Wohlbefinden
beeinträchtigt (KESSLER, a.a.O., Art. 49 N 11). Vorliegend ist weder ein Eingriff in die
Persönlichkeit des Beschwerdeführers, insbesondere kein aussergewöhnlich schwerer,
noch eine Auswirkung, welche eine Genugtuung rechtfertigen würde, ausgewiesen.
4.1.6 Zusammengefasst besteht der vom Beschwerdeführer erlittene Schaden in
der Prämiendifferenz der Monate Januar bis März 2015 in der Höhe von insgesamt Fr.
302.25. Die Beschwerdegegnerin hat ihm diesen Betrag im Rahmen ihrer
Schadenersatzpflicht zu entrichten bzw. von der Forderung gegenüber dem
Beschwerdeführer in Abzug zu bringen.
5.
Über die vom Beschwerdeführer noch zu bezahlenden Beträge ist vorliegend
entsprechend dem eingeschränkten Streitgegenstand nicht zu befinden. Es ist jedoch
festzuhalten, dass er entsprechend den vorherigen Ausführungen grundsätzlich zur
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St.Galler Gerichte
Bezahlung der seit 1. Januar 2015 in Rechnung gestellten Prämien und
Kostenbeteiligungen, den im Zusammenhang mit den Betreibungen aufgelaufenen
Kosten sowie der Forderung des Verlustscheines Nr. 1‘209‘845 des Betreibungsamtes
C._ (vgl. Art. 64a Abs. 5 KVG) verpflichtet ist.
6.
6.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde in dem Sinn gutzuheissen, als die
Beschwerdegegnerin zu verpflichten ist, dem Beschwerdeführer Schadenersatz in der
Höhe von Fr. 302.25 zu bezahlen bzw. von der Forderung gegenüber dem
Beschwerdeführer in Abzug zu bringen.
6.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
6.3 Insoweit der Beschwerdeführer sinngemäss eine Parteientschädigung für das
vorliegende Verfahren geltend macht (vgl. act. G6), ist festzuhalten, dass eine
Entschädigung grundsätzlich Anwälten und Rechtsagenten vorbehalten ist (vgl. Art.
10-12 des st. gallischen Anwaltsgesetzes, sGS 963.70) und zudem bei einer
Prozessführung in eigener Sache praxisgemäss keine Parteientschädigung
zuzusprechen ist.