Decision ID: d2f7674e-f6e3-5543-a868-4a463f4f7cc7
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer verliess seinen Heimatstaat gemäss eigenen Anga-
ben am 17. Juli 2018 in Richtung Griechenland, wo er sich (...) lang aufge-
halten habe. Am 24. April 2021 reiste er in die Schweiz ein und suchte am
folgenden Tag um Asyl nach. Auf dem Personalienblatt gab er an, er sei
am (...) geboren, mithin minderjährig.
B.
Am 27. April 2021 fand eine migrationsmedizinische Abklärung statt.
C.
Am 28. April 2021 bevollmächtigte der Beschwerdeführer die ihm zugewie-
sene Rechtsvertretung.
D.
D.a Anlässlich der Erstbefragung von unbegleiteten minderjährigen Asyl-
suchenden (UMA) vom 4. Mai 2021 wurde der Beschwerdeführer im Bei-
sein seiner Rechtsvertreterin zu seinem Alter, seinem Reiseweg sowie sei-
nen Asylgründen befragt. Gleichzeitig gewährte ihm die Vorinstanz das
rechtliche Gehör zur mutmasslichen Zuständigkeit Griechenlands zur
Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens.
Dabei gab der Beschwerdeführer im Wesentlichen an, er sei afghanischer
Staatsangehöriger paschtunischer Ethnie und stamme aus dem Dorf
B._, Distrikt C._, Provinz Kabul. Von August 2011 bis Sep-
tember 2013 habe er mit seiner Familie in Tadschikistan gelebt. Derzeit
hielten sich seine Eltern und fünf Geschwister in Afghanistan auf. Am (...)
würden sie wiederum nach Tadschikistan reisen. Dort sei er im Jahr 2011
eingeschult worden. Nach der Rückkehr nach Afghanistan im Jahr 2013
habe er die Schule in C._ besucht. Mitte 2018 habe er die Schule
abgebrochen. Einen Beruf habe er nicht erlernt.
Zu seinen Asylgründen führte er aus, er habe Probleme mit seinem Onkel,
vermutungsweise ein Mitglied der Taliban. Er habe für seinen Onkel arbei-
ten müssen und dieser habe ihn zwingen wollen, Diebstähle zu begehen,
von Leuten Geld zu erpressen und zu veruntreuen. Er habe sich jedoch
geweigert, worauf er verprügelt und misshandelt worden sei. Er habe we-
der Probleme mit den Behörden noch den Taliban gehabt.
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In Griechenland habe er als Geburtsdatum den (...) angegeben. Dieses
Datum sei auf dem Familienpass eingetragen. Auf der afghanischen Bot-
schaft in Griechenland habe er sich einen eigenen Pass ausstellen lassen,
auf welchem ebenfalls der (...) als Geburtsdatum erfasst sei.
Als Beweismittel gab der Beschwerdeführer eine Tazkira in Kopie mit eng-
lischer Übersetzung, eine Kopie des Familienpasses, einen Asylentscheid
aus Griechenland und mehrere teilweise nicht lesbare Dokumente zu den
Akten.
D.b Ebenfalls am 4. Mai 2021 stellte die Vorinstanz dem Beschwerdeführer
medizinische Zusatzfragen im Hinblick auf eine Altersabklärung.
E.
Mit Eingabe vom 12. Mai 2021 gab der Beschwerdeführer einen ärztlichen
Kurzbericht des Bundesasylzentrums (BAZ) D._ vom 30. April 2021
und einen Befundbericht des Röntgeninstituts E._ vom 5. Mai 2021
zu den Akten.
F.
Am 14. Mai 2021 beendete die Vorinstanz das Dublin-Verfahren und nahm
das nationale Asyl- und Wegweisungsverfahren auf.
G.
Das Institut für Rechtsmedizin der Universität D._ führte im Auftrag
der Vorinstanz am 19. Mai 2021 beim Beschwerdeführer eine medizinische
Abklärung zur Altersschätzung durch.
H.
Am 19. Mai 2021 beantragte der Beschwerdeführer aufgrund von ge-
schlechtsspezifischen Vorbringen eine Anhörung in einem reinen Frau-
enteam.
I.
Mit Eingabe vom 25. Mai 2021 reichte der Beschwerdeführer einen ärztli-
chen Kurzbericht des BAZ D._ vom 21. Mai 2021 ein.
J.
Im Gutachten vom 27. Mai 2021 kamen die Ärzte des rechtsmedizinischen
Instituts zum Schluss, das wahrscheinliche Alter des Beschwerdeführers
liege zwischen 19 und 22 Jahren und das höchste Mindestalter bei 18 Jah-
ren. Das angegebene Alter von (...) Jahren sei eher nicht plausibel.
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K.
K.a Mit Schreiben vom 28. Mai 2021 gewährte die Vorinstanz dem Be-
schwerdeführer das rechtliche Gehör zum Altersgutachten.
K.b Am 2. Juni 2021 reichte der Beschwerdeführer seine Stellungnahme
ein und hielt im Wesentlichen an seiner Minderjährigkeit fest.
K.c Am 3. Juni 2021 erfasste die Vorinstanz das Geburtsdatum des Be-
schwerdeführers im Zentralen Migrationsinformationssystem (ZEMIS) mit
(...) und brachte gleichzeitig einen Bestreitungsvermerk an.
K.d Gleichentags teilte die Vorinstanz dem Beschwerdeführer schriftlich
mit, sein Geburtsdatum sei im ZEMIS auf den (...) angepasst worden.
L.
Am 11. Juni 2021 hörte die Vorinstanz den Beschwerdeführer in einem rei-
nen Frauenteam einlässlich zu seinen Asylgründen an.
Dabei führte der Beschwerdeführer im Wesentlichen aus, sein ältester On-
kel väterlicherseits sei Dorfvorsteher gewesen und habe mit den Taliban
zusammengearbeitet. Der Onkel habe zusammen mit seinen Anhängern
die Dorfbewohner schikaniert und bestohlen. Frauen seien sexuell beläs-
tigt worden. Kinder seien mitgenommen, vergewaltigt und von deren Fami-
lien Lösegeld erpresst worden. Bei Nichtbezahlen seien die Kinder in der
Gewalt der Entführer geblieben; er wisse jedoch nicht, was mit den Kindern
geschehen sei.
Er selbst sei zwei Mal von seinem Onkel entführt worden. Dieser habe ihn
zwingen wollen, mit ihm zu arbeiten. Anlässlich der ersten Entführung sei
er am Kopf verletzt und deshalb in eine Klinik gebracht worden sei. Er habe
einen Arzt gebeten, seinen Vater anzurufen, worauf dieser in die Klinik ge-
kommen sei. Sein Vater habe ihn nach Hause mitgenommen und bei der
Polizei eine Anzeige gegen den Onkel erstattet. Es sei ihm jedoch mitgeteilt
worden, dass nicht gegen den Onkel vorgegangen werden könne. Aus Si-
cherheitsgründen sei er in der Folge nicht mehr zur Schule gegangen. Acht
Monate nach der ersten Entführung sei er erneut von seinem Onkel ent-
führt worden. Er sei geschlagen und mit einer Metallstange verbrannt wor-
den. Eine Person habe ihn vergewaltigt. Am nächsten Morgen sei er nach
Hause gebracht worden. Sein Vater habe ihn am selben Abend nach Kabul
gefahren und die Ausreise organisiert. Auch sein ältester Bruder sei von
seinem Onkel sehr schlecht behandelt worden, weshalb er in Kabul bei (...)
gelebt habe.
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Sein Vater und sein Onkel seien seit Jahren zerstritten. Der Grund dafür
sei, dass sein Vater in (...) und der Onkel ihm deshalb vorgeworfen habe,
ins Ausland gegangen und ungläubig geworden zu sein.
M.
M.a Mit Schreiben vom 18. Juni 2021 gewährte die Vorinstanz dem Be-
schwerdeführer das rechtliche Gehör zum Entscheidentwurf.
M.b Am 21. Juni 2021 reichte der Beschwerdeführer seine Stellungnahme
ein.
N.
Mit Verfügung vom 22. Juni 2021 verneinte die Vorinstanz die Flüchtlings-
eigenschaft des Beschwerdeführers, lehnte das Asylgesuch ab und ver-
fügte die Wegweisung aus der Schweiz. Den Vollzug der Wegweisung
schob sie infolge Unzumutbarkeit zu Gunsten einer vorläufigen Aufnahme
auf, beauftragte den zuständigen Kanton mit deren Umsetzung und hän-
digte dem Beschwerdeführer die editionspflichtigen Akten gemäss Akten-
verzeichnis aus.
O.
Am 14. Juli 2021 wurde der Beschwerdeführer dem zuständigen Kanton
zugewiesen.
P.
Mit Eingabe vom 16. Juli 2021 erhob der Beschwerdeführer beim Bundes-
verwaltungsgericht Beschwerde. Er beantragt, die Dispositivziffern 1 bis 3
der Verfügung der Vorinstanz seien aufzuheben. Die Vorinstanz sei anzu-
weisen, ihn als Flüchtling anzuerkennen und ihm Asyl zu gewähren. Even-
tualiter seien die Dispositivziffern 1 bis 3 aufzuheben und die Sache zur
Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In prozessualer Hin-
sicht sei ihm die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren und auf die
Erhebung eines Kostenvorschusses sei zu verzichten.
Q.
Am 22. Juli 2021 bestätigte das Gericht dem Beschwerdeführer den Ein-
gang der Beschwerde.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
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Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung
von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und
entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend
– endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). Der Beschwerde-
führer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung legitimiert
(Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde
(Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 10 der Verordnung vom 1. April 2020 über
Massnahmen im Asylbereich im Zusammenhang mit dem Coronavirus [Co-
vid-19-Verordnung Asyl, SR 142.318]; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1
VwVG) ist einzutreten.
2.
Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bilden die Fragen
der Flüchtlingseigenschaft, des Asyls und der verfügten Wegweisung. Der
Wegweisungsvollzug ist nicht mehr zu prüfen, nachdem die Vorinstanz den
Beschwerdeführer wegen Unzumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung
vorläufig aufgenommen hat.
3.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG.
4.
Die Beschwerde erweist sich – wie im Folgenden zu zeigen ist – als offen-
sichtlich unbegründet, weshalb sie im Verfahren einzelrichterlicher Zustän-
digkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer
zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Durchführung eines Schrif-
tenwechsels und mit summarischer Begründung zu behandeln ist
(Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG).
5.
5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG).
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5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die
Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen
Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-
chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte
Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
6.
6.1 Die Vorinstanz gelangt in der angefochtenen Verfügung zum Schluss,
die Vorbringen des Beschwerdeführers hielten den Anforderungen an die
Flüchtlingseigenschaft nach Art. 3 AsylG nicht stand.
Die Angaben des Beschwerdeführers zu seinem Alter seien widersprüch-
lich ausgefallen und er sei nicht in der Lage gewesen, die Widersprüche
aufzulösen. Das Resultat des Altersgutachtens bekräftige die Zweifel am
angegebenen Alter. Der Beschwerdeführer habe demnach seine Minder-
jährigkeit nicht glaubhaft machen können, weshalb das Geburtsdatum im
ZEMIS weiterhin mit (...) geführt werde.
Aus den Schilderungen des Beschwerdeführers zu den Asylgründen gehe
hervor, dass er die von ihm geltend gemachten Nachteile im Rahmen der
sich wiederholenden Angriffe durch den Onkel und dessen Anhänger, mit-
hin in einer Situation allgemeiner Gewalt, erlitten habe. Gemäss seinen
Aussagen habe sein Onkel mehrere Kinder aus dem Dorf auf brutale Art
und Weise zwingen wollen, für ihn zu arbeiten. Die geltend gemachten Ent-
führungen und Misshandlungen liessen sich indes nicht auf ein flüchtlings-
rechtlich relevantes Motiv im Sinne von Art. 3 AsylG zurückzuführen, son-
dern würden einem finanziellen respektive kriminellen Interesse entsprin-
gen. Gemäss seinen Angaben habe der Onkel die Kinder aufgrund ihres
Alters und Wohnortes ausgewählt, weshalb das Motiv der Zugehörigkeit zu
einer bestimmten sozialen Gruppe gemäss bundesverwaltungsgerichtli-
cher Rechtsprechung nicht erfüllt sei. Die Einwände in der Stellungnahme
zum rechtlichen Gehör seien nicht geeignet, diese Schlussfolgerungen in
Frage zu stellen. Ob die Verfolgung des Beschwerdeführers intensiver ge-
wesen sei als jene der anderen Kinder und ob Letztere wegen ihrer Wehr-
fähigkeit zwangsrekrutiert worden seien, bleibe offen. Der Beschwerdefüh-
rer habe selbst angegeben, er wisse nicht, was sein Onkel mit den Kindern
gemacht habe. Bezüglich des Einwands, die Merkmale Alter und Wohnort
begründeten unter Hinweis auf das Urteil E-5072/2018 vom 17. Dezember
2020 eine soziale Gruppe, sei festzuhalten, dass das erwähnte Urteil nicht
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als Grundsatzentscheid herangezogen werden könne. In mehreren Urtei-
len des Bundesverwaltungsgerichts werde dargelegt, dass die Kumulie-
rung von Alter, Wohnort und Geschlecht kein flüchtlingsrechtlich relevantes
Motiv sei.
6.2 In der Rechtsmitteleingabe macht der Beschwerdeführer geltend, die
Vorinstanz habe die Asylrelevanz seiner Vorbringen zu Unrecht verneint.
Er habe die Verfolgung durch seinen Onkel glaubhaft schildern können. Er
sei von seinem Onkel aufgrund dessen langjähriger Feindschaft mit seinem
Vater verfolgt worden, weshalb eine Reflexverfolgung vorliege. Da die Fa-
milie nach seiner Ausreise trotz Lösegeldzahlung weiteren Verfolgungs-
massnahmen ausgesetzt gewesen sei, könne nicht von einem finanziellen
oder kriminellen Motiv ausgegangen werden. Der Onkel habe nicht nur ihn,
sondern sämtliche Kinder verfolgt. Es sei indes davon auszugehen, dass
nur Knaben diese Nachteile drohten, da diese hätten zwangsrekrutiert wer-
den sollen. Die Merkmale Alter und Geschlecht bildeten Anknüpfungs-
punkte einer sozialen Gruppe, weshalb davon auszugehen sei, er sei auf-
grund dieser Merkmale verfolgt worden. Die Verfolgung richte sich ferner
gezielt gegen seine Person und sei nicht in einer Situation allgemeiner Ge-
walt erfolgt. Schliesslich habe die Vorinstanz die Begründungspflicht ver-
letzt, indem sie die Glaubhaftigkeit der Vorbringen pauschal in Frage stelle.
7.
7.1 Zunächst ist festzuhalten, dass sich der Beschwerdeführer in der
Rechtsmitteleingabe zur geltend gemachten Minderjährigkeit nicht äussert,
weshalb auf sein Alter nicht weiter einzugehen ist.
7.2 Die Vorinstanz führte sodann zutreffend aus, die Probleme des Be-
schwerdeführers mit seinem Onkel beruhten nicht auf einem Motiv gemäss
Art. 3 AsylG. Der Beschwerdeführer gab selbst an, sein Onkel und dessen
Anhänger hätten viele Kinder aus dem Dorf mitgenommen und vergewal-
tigt (vgl. SEM-Akten 1094555-40/20 F58 f., F65 und F68 f.). Soweit der
Beschwerdeführer vorbringt, das Alter und der Wohnort seien Merkmale,
welche eine soziale Gruppe begründen könnten, kann vollumfänglich auf
die zutreffenden Erwägungen in der angefochtenen Verfügung verwiesen
werden, wobei nochmals festzuhalten ist, dass es sich beim Urteil des Ge-
richts E-5072/2018 vom 17. Dezember 2020 weder um ein Grundsatz-
noch ein Referenzurteil handelt. Ferner sind die Ausführungen in der Be-
schwerde, es sei davon auszugehen, dass nur Knaben entführt worden
seien, mit dem Ziel, diese zu rekrutieren, lediglich auf eine Vermutung des
Beschwerdeführers zurückzuführen. So gab er an, er wisse nicht, was mit
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den Kindern passiert sei (vgl. a.a.O. F68). Ferner widerspricht er sich
selbst, wenn er einerseits ausführt, sein Onkel und dessen Anhänger hät-
ten mehrere Kinder aus dem Dorf mitgenommen und vergewaltigt, und an-
dererseits geltend macht, er sei von seinem Onkel gezielt aufgrund einer
langjährigen Feindschaft zwischen diesem und seinem Vater entführt wor-
den. Die Vorinstanz hat zu Recht ausgeführt, die Vorbringen des Be-
schwerdeführers beruhten nicht auf einem Motiv im Sinne von Art. 3 AsylG
und seien demnach nicht asylrelevant. Um Wiederholungen zu vermeiden,
kann auf die weiteren zutreffenden Erwägungen in der angefochtenen Ver-
fügung verwiesen werden.
7.3 Schliesslich hatte die Vorinstanz mangels Asylrelevanz der Vorbringen
deren Glaubhaftigkeit nicht zu prüfen, womit eine Verletzung der Begrün-
dungspflicht zu verneinen ist.
7.4 Zusammenfassend hat die Vorinstanz die Flüchtlingseigenschaft des
Beschwerdeführers zu Recht verneint und das Asylgesuch abgelehnt.
8.
8.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so
verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den
Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie
(Art. 44 AsylG).
8.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-
derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-
lung einer solchen. Die Wegweisung wurde zu Recht angeordnet (vgl.
BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).
9.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist
(Art. 106 Abs. 1 AsylG). Für eine Rückweisung der Sache an die Vorinstanz
besteht kein Anlass. Die Beschwerde ist abzuweisen.
10.
10.1 Der Beschwerdeführer beantragt die Gewährung der unentgeltlichen
Prozessführung. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass
seine Begehren als aussichtlos zu gelten haben, womit einer der kumulativ
zu erfüllenden Voraussetzungen nach Art. 65 Abs. 1 VwVG nicht gegeben
ist, weshalb das Gesuch abzuweisen ist.
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10.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Besch-
werdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt
Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht
[VGKE, SR 173.320.2]).
10.3 Mit dem vorliegenden Urteil wird der Antrag auf Verzicht auf die Erhe-
bung eines Kostenvorschusses gegenstandslos.
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