Decision ID: 932771ba-fdb7-54b9-9ded-98dd3de9af94
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Sabrina Schneider, St. Leonhard-Strasse 20,
Postfach, 9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rentenrevision
Sachverhalt:
A.
A.a A._, Jahrgang 1950, meldete sich im April 2001 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung (IV) an (IV-act. 1). Der behandelnde Hausarzt Dr. med. B._,
Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, diagnostizierte im Arztbericht vom 6. August 2001
eine Lumboischialgie links, chronische degenerative Veränderungen der
Lendenwirbelsäule (LWS) und Polyarthrosen in den Kniegelenken beidseits sowie in
den Fingergelenken. Seit 12. Juli 2000 sei die Versicherte in rückenadaptierter,
wechselbelastender Tätigkeit zu 50% arbeitsunfähig (IV-act. 5-1). Mit Verfügung vom
7. August 2002 sprach die IV-Stelle der Versicherten rückwirkend ab 1. Juli 2001 eine
halbe Invalidenrente samt Zusatzrente für den Ehemann zu (IV-act. 18).
A.b Dr. B._ machte am 3. Februar 2003 eine Verschlechterung des
Gesundheitszustands geltend. Es sei eine Coxarthrose rechts mehr als links
aufgetreten. Seit 1. Januar 2003 sei die Versicherte nicht mehr arbeitsfähig (IV-act. 20).
Die IV-Stelle gab daraufhin eine Begutachtung bei Dr. med. C._, Facharzt FMH für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, in Auftrag.
Dieser nennt im Gutachten vom 4. Juli 2003 folgende Diagnosen: mehrsegmentäre
lumbale Spondylarthrose und Osteochondrose mit Ligamenta flava Hypertrophie und
degenerativ bedingte Diskushernien L1/2, L3/4 und L5/S1, mässige Osteochondrose
L4/5 mit subtotalem Diskuskollaps ohne Nervenwurzelkompression, Verdacht auf
Chondropathie beider Hüftgelenke und beider Kniegelenke bei varischem Alignement
der unteren Extremitäten, Fersensporn rechts bei Senk-/Spreizfüssen beidseits,
Osteochondrose und Spondylarthrose der Brustwirbelsäule und Hallus valgus rechts
stärker als links. Körperlich leichte Tätigkeiten, die abwechslungsweise sitzend und
stehend durchgeführt werden könnten, ohne dass unphysiologische, insbesondere
gebeugte Körperhaltungen regelmässig eingenommen und Lasten über drei bis fünf kg
gehoben oder getragen werden müssten, seien der Versicherten bei voller
Stundenpräsenz zu ca. 60% zumutbar (IV-act. 28). Mit Verfügung vom 30. Oktober
2003 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass ihre Invalidenrente nicht erhöht
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werde. Aufgrund der vorhandenen Akten sei ihr weiterhin eine Arbeitsfähigkeit von 50%
zumutbar (IV-act. 32).
A.c Die Versicherte stellte am 10. März 2006 erneut ein Revisionsgesuch (IV-act. 45).
Im beigelegten Schreiben von Dr. B._ vom 8. März 2006 verwies dieser insbesondere
auf neu aufgetretene chronische Nackenschmerzen und Schulterarmschmerzen vor
allem rechts mit sensiblen Ausfällen an der rechten Hand sowie auf chronisch occipital
betonte Kopfschmerzen (IV-act. 44). Am 25. April 2006 bezeichnete Dr. B._ leichte
körperliche Tätigkeit mit wechselnder Körperhaltung während maximal zwei bis drei
Stunden täglich als zumutbar (IV-act. 50-4). Er reichte ein Schreiben von Dr. med.
D._, Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
Orthopädie am Rosenberg, St. Gallen, vom 28. März 2006 ein, in dem dieser die
Diagnose subacrominales Impingement rechts nannte (IV-act. 50-5). Weiter liess Dr.
B._ der IV-Stelle ein Schreiben von Dr. med. E._, Neurochirurgie, Klinik
Stephanshorn, St. Gallen, vom 3. März 2005 zukommen. Der Neurochirurg nannte
darin die Diagnosen des zervikospondylogenen und lumbospondylogenen
Schmerzsyndroms bei mehrsegmentalen, degenerativen Veränderungen mit kleinen,
nicht neurokompressiven Diskushernien C3-7 und L1-S1 (IV-act. 50-7). Die IV-Stelle
gab daraufhin eine bidisziplinäre orthopädische und psychiatrische Begutachtung bei
Dr. C._ und Dr. med. F._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, in
Auftrag. Im Gutachten von Dr. C._ vom 23. Februar 2007 finden sich folgende
Diagnosen: mässige Osteochondrose und Spondylose C5/6 und vor allem C6/7 mit
kleinen subligamentären Diskushernien C4/5 und C5/6 ohne Kompression neuraler
Strukturen oder Spinalkanalstenose, Osteochondrose der Brustwirbelsäule, mässige
Osteochondrose und Spondylarthrose lumbal vor allem L3/4 mit leichter linkskonvexer
Torsionsskoliose. Körperlich leichte Tätigkeiten in temperierten Räumen, die
abwechslungsweise sitzend und stehend durchgeführt werden können, ohne dass
dabei regelmässig unphysiologische speziell gebückte Körperhaltungen eingenommen
und Gegenstände über 10 kg gehoben oder getragen werden müssten, seien bei voller
Stundenpräsenz zu ca. 65% zumutbar (IV-act. 56). Dr. F._ nannte im Gutachten vom
19. Mai 2007 weder psychiatrische Diagnosen noch eine psychiatrisch bedingte
Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 58).
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A.d Mit Vorbescheid vom 24. September 2007 kündigte die IV-Stelle der Versicherten
an, dass voraussichtlich weiterhin Anspruch auf eine halbe Invalidenrente bestehe (IV-
act. 64). Trotz Einwand der Versicherten vom 9. Oktober 2007, in dem diese eine
Rentenerhöhung beantragte (IV-act. 65), verfügte die IV-Stelle am 3. Januar 2008
gemäss Vorbescheid. Mit Behinderung sei der Versicherten aus medizinischer Sicht
weiterhin eine leichte, dem Leiden angepasste Tätigkeit von 50% zumutbar (act. G 1.2).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwältin lic. iur. Sabrina
Schneider am 4. Februar 2008 in Vertretung der Versicherten erhobene Beschwerde.
Sie beantragt die Aufhebung der Verfügung und die Zusprache mindestens einer
Dreiviertelsrente (act. G 1). Innert der angesetzten Nachfrist ersucht sie am 5. März
2008 um Ausrichtung einer ganzen Rente. Der Beschwerdeführerin sei die
unentgeltliche Prozessführung (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der
unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) zu gewähren, unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen. Massgebend sei die zwischen 30. Oktober 2003 und 3. Januar
2008 eingetretene Verschlechterung des Gesundheitszustands. Seit 2003 seien neue
Diagnosen und Beschwerden aktenkundig. Sämtliche Ärzte hätten objektiv eine
Verschlechterung der Beschwerden festgestellt, insbesondere im Nacken-, Schulter-
und Armbereich. Zudem seien verstärkte Beschwerden in der Gegend der
Lendenwirbelsäule diagnostiziert worden. Das Gutachten von Dr. C._ vom 25. April
2007 sei nicht beweistauglich. Es setze sich nicht mit den Aussagen der anderen Ärzte
auseinander. Zudem sei es widersprüchlich und nicht nachvollziehbar. Dr. C._ habe
zwar objektiv Verschlechterungen festgestellt, lehne aber Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit partout ab. Als Orthopäde sei er zudem nicht fachlich qualifiziert, die
verschiedenartigen Krankheitsbilder, z.B. den Verdacht auf den Ulcus duodeni und die
arthritische Erkrankung (PHS), zu beurteilen. Dazu sei der Hausarzt aufgrund seiner
Interdisziplinarität besser in der Lage. Weiter könne es nicht angehen, dass Dr. C._
zwar eine Verschlechterung feststelle, die Arbeitsfähigkeit im Gegensatz zu seinem
Gutachten von 2003 aber auf 65% statt auf 60% festsetze. Die Beschwerdegegnerin
verhalte sich rechtswidrig, indem sie sich über die ärztlichen Berichte und
Arbeitsfähigkeitsschätzungen insbesondere des Hausarztes ohne Begründung
hinwegsetze. Dr. B._ kenne die Beschwerdeführerin viel besser als der
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begutachtende Arzt. Die IV-Stelle habe in der ursprünglichen Verfügung vom 4. Juni
2002 und in der Revisionsverfügung vom 30. Oktober 2003 einen Teilzeitabzug von
10% anerkannt, in der angefochtenen Verfügung hingegen unzulässigerweise nicht
mehr. Im Weiteren sei ihr fälschlicherweise kein Leidensabzug gewährt worden. Dieser
sei auf 20% festzusetzen. Insgesamt ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 86%
(act. G 3).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 24. April 2008
die Abweisung der Beschwerde. Die zuständige Ärztin des IV-internen Regionalen
Ärztlichen Dienstes habe in einer Stellungnahme vom 17. März 2008 die Einschätzung
von Dr. C._ gestützt. Bei einer Arbeitsfähigkeitsschätzung liege eine Abweichung von
5% medizinisch innerhalb des subjektiven Ermessensspielraums. Die
Beschwerdegegnerin stellt sich auf den Standpunkt, der Meinung eines neutralen
Experten sei ein grösserer Stellenwert beizumessen als derjenigen des
erfahrungsgemäss nicht ganz unbefangenen behandelnden Arztes. Das bidisziplinäre
Gutachten von Dr. C._ und Dr. F._ sei massgebend. Da die Beschwerdeführerin
trotz gesundheitlicher Einschränkung ganztags mit reduzierter Leistung arbeiten könne,
falle ein Teilzeitabzug ausser Betracht. Hingegen sei ein Leidensabzug von 10%
anzurechnen, weil nur noch leichte adaptierte Tätigkeiten zumutbar seien. Insgesamt
würde sich ein Invaliditätsgrad von 41% ergeben. Grundsätzlich hätte die
Beschwerdeführerin nur Anspruch auf eine Viertelsrente. Da sich der
Gesundheitszustand nicht verbessert habe und daher kein Revisionsgrund vorliege,
bleibe es aber bei der bisherigen halben Rente (act. G 5).
B.c Der zuständige Abteilungspräsident bewilligte am 29. April 2008 das Gesuch um
unentgeltliche Prozessführung (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der
unentgeltlichen Rechtsverbeiständung; act. G 7).
B.d In der Replik vom 19. Mai 2008 lässt die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen
festhalten. Die Rechtsvertreterin bekräftigt ihre Kritik am Gutachten von Dr. C._. Die
Stellungnahme der RAD-Ärztin vom 17. März 2008 sei in einem nicht unterzeichneten
Bericht erfolgt und beruhe nicht auf einer persönlichen Untersuchung, sondern auf
einer Beurteilung der Akten. Sie sei nicht ohne weiteres schlüssig. An der
Zuverlässigkeit der Beurteilung sei zu zweifeln, da die RAD-Ärztin nicht über einen
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schweizerischen Facharzttitel verfüge. Der Leidensabzug sei mit 10% zu tief angesetzt
(act. G 9).
B.e Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 26. Mai 2008 auf eine weitere
Stellungnahme (act. G 11).
B.f Am 3. Juni 2008 reichte die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin ihre
Honorarnote ein (act. G 13).

Erwägungen:
1.
Angefochten ist eine Verfügung, die nach Inkrafttreten der 5. IV-Revision am 1. Januar
2008 ergangen ist. Mangels einer übergangsrechtlichen Norm rechtfertigt es sich
allerdings, für die vor diesem Zeitpunkt massgebenden Verhältnisse (Einleitung des
Rentenrevisionsverfahrens unter altem Recht) die im Folgenden zitierten, bis zum
31. Dezember 2007 gültig gewesenen Bestimmungen anzuwenden.
2.
2.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft
entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG;
SR 830.1]). Anlass zur Rentenrevision gibt nach der auch unter dem ATSG
massgeblichen Rechtsprechung jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen
Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu
beeinflussen. Die Invalidenrente ist nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des
Gesundheitszustands, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen
Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustands erheblich
verändert haben (BGE 130 V 349 f. Erw. 3.5). Eine bloss unterschiedliche Beurteilung
eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhaltes stellt dagegen praxisgemäss
keine revisionsbegründende Änderung dar (BGE 112 V 372 Erw. 2b). Ob eine
revisionsbegründende Änderung eingetreten ist, beurteilt sich durch Vergleich des
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Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der letzten (der versicherten Person eröffneten)
rechtskräftigen Verfügung bestand, die auf einer materiellen Prüfung des
Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in
den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht (BGE 133 V 108),
mit dem Sachverhalt zur Zeit der streitigen Revisionsverfügung (BGE 125 V 369 Erw. 2).
2.2 Vorliegend erfolgte die ursprüngliche Rentenzusprache am 7. August 2002
rückwirkend auf den 1. Juli 2001. Nach dieser Zusprache wurde im Februar 2003
erstmals ein Rentenrevisionsverfahren eingeleitet. In dessen Rahmen fand eine
umfassende Überprüfung des relevanten Sachverhalts inklusive medizinischer
Begutachtung statt. Das Revisionsverfahren wurde mit unangefochten in Rechtskraft
erwachsener Verfügung vom 30. Oktober 2003 abgeschlossen. Vorliegend
massgeblich für die Frage nach der relevanten Sachverhaltsveränderung ist folglich der
Vergleich des Sachverhalts im Oktober 2003 mit jenem per Januar 2008.
3.
3.1 Dr. B._ verwies am 12. Juni 2004 auf eine Diskushernie C7/Th1 rechts mit
sensomotorischem Ausfall seit November 2003 (IV-act. 41-1). Am 8. März 2006
erwähnte er eine chronische Periarthritis humero-scapularis (PHS;
Schultergelenksentzündung) beidseits, vor allem links, sowie chronische occipital
betonte Kopfschmerzen seit Oktober 2005 und den Verdacht auf Ulcus duodeni
(Zwölffingerdarmgeschwür) seit Februar 2006. Die chronischen Nacken- und
Schulterarmschmerzen vor allem rechts seien mit sensiblen Ausfällen an der rechten
Hand verbunden. Die Arbeitsfähigkeit belaufe sich auf maximal 20% (IV-act. 43).
Dr. D._ berichtete am 28. März 2006 von einem subacrominalen Impingement rechts.
Nach einer subacromialen Infiltration sei es zu einer deutlichen Beschwerdebesserung
im Bereich der rechten Schulter gekommen. Die Impingement-Zeichen seien noch
gering positiv, aber im Vergleich zur Voruntersuchung deutlich regredient (IV-act. 50-5
f.). Dr. E._ konnte gemäss seinem Bericht vom 3. Mai 2005 klinisch eine diskrete
Hypästhesie Dig. II-V rechts sowie eine leichte Dorsalextensions- und Interossei-
Schwäche rechts Grad M4 und eine Dysästhesie im Dermatom L5 rechts ohne Parese
erkennen. Betreffend Wirbelsäule ergaben Röntgenbilder zwar degenerative
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Veränderungen mit leichter Osteochondrose und Spondylose sowie kleinen, nicht
neurokompressiven Diskushernien C3-7. Eine signifikante Stenose oder Diskushernie
habe aber nicht nachgewiesen werden können. Auch bei der LWS, bei der
mehrsegmentale degenerative Veränderungen erkennbar waren, wurden keine
Hinweise für eine Wurzelkompression sichtbar (IV-act. 50-8).
3.2 Dr. C._ veranlasste die Erstellung aktueller Röntgenbilder und einer zervikalen
und lumbalen Kernspintomographie. Die von Dr. B._ am 12. Juni 2004 erwähnte
Diskushernie C7/Th1 war bei dieser Bildgebung offenbar nicht mehr objektivierbar. Bei
der Untersuchung der Schulter rechts gab die Beschwerdeführerin gemäss Dr. C._
bei Bewegung Nacken- und nicht Schulterschmerzen an. An der HWS und der LWS
wurden in der Kernspintomographie vom 2. März 2007 keine Kompressionen neuraler
Strukturen sichtbar. In seiner Beurteilung hielt Dr. C._ fest, die Schmerzen im Nacken
und in der Brustwirbelsäule könnten grösstenteils auf die radiologisch sichtbaren
degenerativen Veränderungen der HWS und BWS zurückgeführt werden. Das Ausmass
der subjektiven Beschwerden korreliere aber nicht mit den nicht sehr ausgeprägten
degenerativen radiologischen Veränderungen. Insbesondere könne das Ameisenlaufen
der gesamten oberen Extremitäten rechts und links bei fehlender Kompression neuraler
Strukturen nicht plausibilisiert werden. Die lumbalen Schmerzen und die
pathologischen objektiven Befunde der LWS könnten zwar ebenfalls mit den im MRI
sichtbaren degenerativen Veränderungen grösstenteils in Einklang gebracht werden,
aber das Ausmass der Beschwerden differiere auch hier mit den bestenfalls mässigen
radiologischen degenerativen Veränderungen.
3.3 Weder Dr. E._ noch Dr. C._ konnten an der Wirbelsäule also Kompressionen
neuraler Strukturen feststellen. Hinweise, dass sich das von Dr. E._ diagnostizierte
Impingement an der rechten Schulter nach der Infiltration wieder verschlimmert hätte,
liefern die Akten nicht. Ebenso fehlen Hinweise auf das Bestehen oder den Fortbestand
einer Schultergelenksentzündung. Offenbar haben sich auch die Beschwerden an den
Knien nicht verstärkt, hält Dr. C._ doch fest, die Beschwerdeführerin berichte anders
als noch 2003 nicht mehr über Ausstrahlung der Schmerzen ins linke Kniegelenk (IV-
act. 56-2); auch ansonsten sind den medizinischen Akten keine Klagen bezüglich Knie
mehr zu entnehmen. Dasselbe hat betreffend Hüftgelenke zu gelten; Hinweise auf eine
Verschlechterung seit 2003 liegen keine vor. Im Weiteren finden sich für eine Erhärtung
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des von Dr. B._ am 8. März 2006 erwähnten Verdachts auf ein
Zwölffingerdarmgeschwür (IV-act. 43-1) keine Anhaltspunkte. Dieser Verdacht bestand
im Zeitpunkt der Berichterstattung erst seit kurzer Zeit und wurde später auch von Dr.
B._ – etwa im Bericht vom 25. April 2006 (IV-act. 50-2) – nicht mehr erwähnt. Im
Rahmen der bidisziplinären Begutachtung im Frühjahr 2007 beklagte die
Beschwerdeführerin keine derartigen Beschwerden mehr. Folglich kann ohne weiteres
davon ausgegangen werden, dass es sich dabei lediglich um eine vorübergehende
Problematik handelte. Dasselbe hat für die von Dr. B._ erwähnten Kopfschmerzen zu
gelten. Diese hat die Beschwerdeführerin offenbar weder gegenüber Dr. C._ noch
gegenüber Dr. F._ erwähnt. Dem Letztgenannten sagte sie sogar, dass sie ausser
den Rückenschmerzen keine weiteren Beschwerden habe (IV-act. 58-3 unten).
Entsprechend sind bisher offenbar auch keine weiteren medizinischen Abklärungen
betreffend Knie-, Kopf- oder Darmbeschwerden erfolgt.
3.4 Die Beschwerdeführerin lässt geltend machen, man müsse auf die
Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. B._ abstellen; der Hausarzt kenne sie seit langem
und könne ihre komplexe gesundheitliche Situation viel besser beurteilen. Die Berichte
von Dr. B._ sind durchgehend kurz und seine Arbeitsfähigkeitsschätzungen kaum
begründet. Er nimmt nicht Bezug auf abweichende Einschätzungen, insbesondere jene
von Dr. C._. Ebenso wenig stützt er seine Einschätzung auf die Ergebnisse von
bildgebenden Verfahren oder auf sonstige objektivierbare Untersuchungsbefunde.
Inwiefern er über spezielle, nur ihm zugängliche Kenntnisse in Bezug auf die
orthopädische oder die Gesamtsituation der Beschwerdeführerin verfügen sollte, die
ihm eine zuverlässigere Einschätzung gestatten würden als dem Fachgutachter,
erläutert die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers nicht. Solches ist denn auch
nicht ersichtlich. Als Allgemeinmediziner verfügt Dr. B._ zudem zwar über ein breit
abgestütztes Wissen, nicht jedoch über das fundierte Fachwissen eines Orthopäden.
Im Übrigen ist die Divergenz von medizinischem Behandlungs- und Abklärungsauftrag
zu beachten. Das Bundesgericht will u.a. der Erfahrungstatsache Rechnung tragen,
dass Hausärzte mitunter wegen ihrer auftragsrechtlichen Vertrauensstellung im Zweifel
eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen. Im Hinblick auf einen möglichen Ziel- und
Interessenkonflikt (Behandlung versus Begutachtung) gilt das auch für Spezialärzte
(vgl. den Entscheid I 814/03 des damaligen EVG vom 5. April 2004, Erw. 2.4.2).
Abschliessend ist darauf hinzuweisen, dass Dr. B._ am 11. Februar 2003 (IV-
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act. 20-2) und am 25. April 2006 (IV-act. 50-2) selbst angab, weitere medizinische
Abklärungen für angezeigt zu halten. Er sah sich also offensichtlich nicht in der Lage,
alleine eine umfassende Beurteilung abzugeben, und wollte sich mit seiner
Einschätzung nicht über Spezialisten der jeweiligen Fachgebiete hinwegsetzen.
3.5 Die Kritik der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin am Gutachten C._ ist
jedoch nicht in sämtlichen Punkten gänzlich von der Hand zu weisen. So wäre eine
intensivere Auseinandersetzung des Gutachters mit den Vorakten grundsätzlich
wünschenswert gewesen. Im Übrigen wirkt es etwas unsauber, dass Dr. C._ 2003
die Arbeitsfähigkeit auf 60% und 2007 auf 65% schätzt, obwohl er eindeutig nicht von
einer Verbesserung des Gesundheitszustands ausgeht. Diese Problematik wird
hingegen dadurch entschärft, dass eine Arbeitsfähigkeit realistischerweise ohnehin nie
auf 5% genau geschätzt werden kann und es sich bei den Schätzungen jeweils
lediglich um Annäherungen handelt. Bei der Abweichung von 5% handelt es sich wohl
um ein Versehen seitens Dr. C._, das jedoch nicht derart schwer wiegt, dass dem
Gutachten insgesamt der Beweiswert abzusprechen wäre. Dasselbe dürfte für die
Tatsache gelten, dass Dr. C._ die Limitierung des zumutbarerweise noch zu
hebenden Gewichts im ersten Gutachten auf drei bis fünf kg, im zweiten jedoch auf
zehn kg beschränkte. Möglich wäre diesbezüglich allerdings auch, dass sich die
Angabe der Begrenzung auf drei bis fünf kg auf häufiges, repetitives Heben und Tragen
von Gewichten bezieht und die höhere Limite von zehn kg für vereinzeltes Heben und
Tragen gilt, wie dies die RAD-Ärztin Dr. med. G._ in ihrer Stellungnahme vom
17. März 2008 interpretierte (IV-act. 75-2). Auch wenn solche Missverständlichkeiten
bzw. Unsorgfältigkeiten in Gutachten ärgerlich sind und zu wünschen wäre, dass der
Gutachter solches vermeidet, kann im vorliegenden Fall von einer Rückweisung zur
weiteren Abklärung dennoch abgesehen werden. Obwohl im Rahmen des zweiten
Revisionsverfahrens grundsätzlich neue Befunde erhoben wurden, fehlen doch
konkrete Hinweise darauf, dass die Beschwerdeführerin aufgrund der Veränderungen
in einem über 50% liegenden Ausmass in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sein sollte.
Ob sich die Arbeitsfähigkeit in einer optimal adaptierten Tätigkeit nun auf 60% oder
65% beläuft, ist vorliegend nicht zentral. Bereits im mit Verfügung vom 30. Oktober
2003 rechtskräftig abgeschlossenen Revisionsverfahren war die Beschwerdegegnerin
davon ausgegangen, dass es sich bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. C._
lediglich um eine andere Beurteilung eines seit der ursprünglichen Rentenzusprache im
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August 2002 im Wesentlichen – in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit – unveränderten
Sachverhalts handle; sie stellte daher nicht auf die Arbeitsfähigkeit von 60% gemäss
Dr. C._, sondern weiterhin auf die ursprüngliche von 50% ab. Ebenso hielt sie es im
Anschluss an die Arbeitsfähigkeitsschätzung gemäss Gutachten C._ vom 23. Februar
2007. Dieses Vorgehen ist weder aus verfahrensrechtlicher, noch aus materieller
Perspektive zu beanstanden. Dass es sich bei der Schätzung von Dr. C._ lediglich
um eine andere Beurteilung eines betreffend die relevanten Punkte unveränderten
Sachverhalts handelte, verdeutlicht auch, dass er die Arbeitsunfähigkeit im Gutachten
vom 4. Juli 2003 auf seit ca. Mitte 2000 unverändert bestehend zurückdatierte.
3.6 Mangels einer weder für eine Rentenherab- noch -heraufsetzung relevanten
Sachverhaltsveränderung und folglich mangels Revisionsvoraussetzungen bleibt für
eine neue Invaliditätsbemessung mittels eines neuen Einkommensvergleichs kein
Raum. Vielmehr muss es – zumindest für das hier einzig zu beurteilende
Revisionsverfahren – mit der ursprünglichen Invaliditätsbemessung sein Bewenden
haben. Entsprechend ist auf die Ausführungen der Rechtsvertreterin der
Beschwerdeführerin zu den Abzügen vom Invalideneinkommen nicht näher
einzugehen.
4.
4.1 Gemäss den Erwägungen ist die angefochtene Verfügung nicht zu beanstanden
und die Beschwerde abzuweisen.
4.2 Der Beschwerdeführerin wurde die unentgeltliche Rechtspflege und
Rechtsverbeiständung am 29. April 2008 bewilligt. Wenn ihre wirtschaftlichen
Verhältnisse es gestatten, kann sie jedoch zur Nachzahlung der Gerichtskosten, der
Auslagen für die Vertretung und der vom Staat entschädigten Parteikosten verpflichtet
werden (Art. 288 Abs. 1 ZPO/SG i.V.m. Art. 99 Abs. 2 VRP/SG).
4.2.1 Der unterliegenden Beschwerdeführerin sind die Gerichtskosten in der Höhe von
Fr. 600.- aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist sie von der Bezahlung
zu befreien.
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4.2.2 Der Staat ist zufolge der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung zu verpflichten,
für die Kosten der Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin aufzukommen. Die Höhe
der Parteientschädigung ist vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses zu bemessen
(Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Die Gerichtspraxis
anerkennt in Fällen wie dem vorliegenden eine Honorarpauschale von Fr. 3'500.- (inkl.
Barauslagen und Mehrwertsteuer). Ein Honorar in dieser Grössenordnung ist
angemessen. Im Rahmen der unentgeltlichen Prozessführung hat eine Reduktion um
20% zu erfolgen (Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes). Die Rechtsvertreterin der
Beschwerdeführerin ist somit mit Fr. 2'800.- zu entschädigen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG