Decision ID: 9f79f634-7213-4023-ad80-ce9265a310a9
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1958, war bei der
Y._
,
Z._
, als
Geschäftsführer und
Kar
osseriespengler
(
Urk.
8/1 und
Urk.
8/103 S.
12)
tätig und über diese bei der
Suva
gemäss dem Bundesgesetz über die Un
fall
versicherung (UVG) gegen Unfälle, unfallähnliche Körperschä
digun
gen und Berufs
krankheiten ver
sichert, als er
am
3.
April 2015
als Fahrer eines Personen
wagens
von der Polizei angehalten,
am Boden fixiert und
arretiert wurde (
Urk
8/1 S. 2
und
Urk.
8/193 S. 82
). Dabei zog er sich
unter anderem eine kleine Riss
quetschwunde an der rechten Stirn sowie eine Zerrung (
Urk.
8/22 S. 2) bezie
hungsweise Distorsion (
Urk.
8/7 S. 1) der Nackenmuskulatur zu.
1.2
Nachdem die Suva vorerst die gesetzlichen Versicherungsleistungen erbracht hatte,
teilte sie dem Versicherten mit Schreiben
vom 2
4.
Juli 2015 (
Urk.
8/48)
mit, dass
in Bezug auf die Folgen des Unfalls vom
3.
April 2015
spätestens am 2
9.
Juni 2015 der Status quo sine erreicht worden sei,
dass
der Fall
unter Einstellung der vorübergehenden Leistungen Heilbehandlung und Taggeld
per
7.
August 2015 abgeschlossen
werde, und dass ab diesem
Zeitpunkt
Ansprüche auf
weitere Ver
sicherungsleistungen
zu verneinen seien
(S. 1).
Mit Verfügung vom
8.
Dezember 2015
(
Urk.
8/99)
hielt die Suva an der
Einstellung der vorübergehenden Leistun
gen Heilbehandlung und Taggeld
per
7.
August 2015
fest
und verneinte gleich
zeitig Ansprüche des Versicherten
auf eine Integritätsentschädigung und auf eine Invalidenrente mangels eines adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen dem verbleibenden Gesundheitsschaden und dem Unfall vom
3.
April 2015 (S. 1).
Die vom
Versicherten am
2
1.
Januar 2016
dagegen erhobene Einsprache (Urk.
8/105/1-2)
wies die
Suva
mit Entscheid vom
9.
August 2017
(Urk.
8/132/1-16
= Urk. 2) ab.
2.
Gege
n den
Einspracheentscheid
vom
9.
August
2017
(Urk. 2) erhob der Ver
si
cherte am
1
4.
September
2017
Be
schwerde
(Urk. 1)
und beantragte, dieser sei auf
zuhe
ben und es sei die
Suva
zu verpflichten,
ihm Taggeldleistungen für eine un
fallbedingte Arbeitsunfähigkeit von 30
%
bis 3
1.
Juli 2016 sowie Heilungskosten auszurichten.
Mit Beschwerdeantwort vom
2
5.
Oktober
2017 beantragte die
Suva
die Abwei
sung
der Beschwerde (Urk.
7 S. 2
)
, wovon dem Beschwerdeführer
am
9.
November 2017 Kenntnis gegeben wurde (
Urk.
11).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. No
vember 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversiche
rung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
3.
April 2015 ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall An
wendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des na
türlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ent
sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung
beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm ob
liegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Be
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Mög
lichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsan
spruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchs
aufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76). Diese Beweisgrund
sätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kos
tenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.4
Nach der Rechtsprechung gehören zu den im Sinne von Art. 6 Abs. 1 UVG
mas
s
gebenden Ursachen auch Umstände, ohne deren Vorhandensein die gesund
heitli
che Beeinträchtigung nicht zur gleichen Zeit eingetreten wäre. Eine scha
densaus
lösende
traumatische Einwirkung wirkt also selbst dann leistungs
begrün
dend, wenn der betreffende Schaden auch ohne das versicherte Ereignis früher oder spä
ter wohl eingetreten wäre, der Unfall somit nur hinsichtlich
des Zeit
punkts des Schadenseintritts Conditio sine qua non war. Anders verhält es sich, wenn der Unfall nur Gelegenheits- oder Zufallsursache ist, welche ein ge
gen
wärtiges Ri
siko, mit dessen Realisierung jederzeit zu rechnen gewesen wäre, manifest werden lässt, ohne im Rahmen des Verhältnisses von Ursache und Wirkung eigenständige Bedeutung anzunehmen (Urteile des Bundesgerichts 8C_380/2011
vom 20. Okto
ber
2011 E. 4.2.1, 8C_301/2007 vom 15. Januar
2008 E. 5.1.1 und U 413/05 vom 5. April
2007 E. 4.2 mit Hinweisen). Wenn ein alltäglicher alternativer Belastungs
faktor zu annähernd gleicher Zeit dieselbe Gesundheitsschädigung hätte bewirken können, erscheint der Unfall nicht als kau
sal signifikantes Ereignis, sondern
als austauschbarer Anlass; es entsteht daher keine Leistungs
pflicht des obligato
ri
schen Unfallversicherers (Urteile des Bundesgerichts 8C_380/2011 vom 20. Okto
ber 2011 E. 4.2.2, U 413/05 vom 5. April 2007 E. 4.2.3).
1.5
Treten im Anschluss an einen Unfall Beschwerden auf (die zuvor nicht bestan
den) und ist aber davon auszugehen, dass durch den Unfall lediglich ein (zuvor stum
mer) Vorzustand aktiviert, nicht aber verursacht worden ist, so hat der (aktuelle) Unfallversicherer nur Leistungen für das unmittelbar im Zusammen
hang mit dem Unfall stehende Schmerzsyndrom gemäss Art. 36 Abs. 1 UVG zu er
bringen und es entfällt bei Erreichen des Status quo sine
vel
ante eine Teilur
sächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden (Urteile des Bundesgerichts 8C_816/2009 vom 21. Mai 2010 E. 4.3, 8C_181/2009 vom 30. September 2009 E. 5.4 f., 8C_326/2008 vom 24. Juni 2008 E. 3.2 und 4 sowie U 266/99 vom 14. März 2000 E. 1).
1.6
Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Der Anspruch auf Taggeld entsteht am dritten Tag nach dem Unfalltag. Er erlischt mit der Wie
dererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, mithin im Zeitpunkt der vollen Wieder
erlangung der Fähigkeit, im bisherigen oder in einem anderen Beruf zumutbare Arbeit zu leisten (Art. 16 Abs. 1 und 2 UVG in Verbindung mit Art. 6
des Bun
desgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG; BGE 137 V 199 E. 2.1;
Urteil des Bundesgerichts 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3), mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Person (Art. 16 Abs. 2 UVG). Das Taggeld der Unfallversicherung wird nicht gewährt, wenn ein Anspruch auf ein Taggeld der Invalidenversicherung oder eine Mutter
schaftsentschädigung nach dem EOG besteht (Art. 16 Abs. 3 UVG).
1.
7
Arbeitsunfähigkeit ist gemäss
Art.
6 ATSG die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teil
weise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt.
1.8
Nach der Rechtsprechung (BGE
130 V 343
E. 3.1.1 in Verbindung mit Urteil des Bundesgerichts
U 301/02 vom
1.
Oktober 2003
E. 1.3
f.)
stellt die
Verwertung der Restarbeitsfähigkeit in einem anderen als dem angestammten Tätigkeitsbereich die Ausnahme vom Grundsatz
dar
, wonach für die Bemessung der Arbeitsunfä
higkeit auf die tatsächliche Einschränkung im zuletzt ausgeübten Beruf abzustel
len ist. Sie setzt eine voraussichtlich dauernde Beeinträchtigung der Arbeitsfä
higkeit in der bisher ausgeübten Berufstätigkeit einerseits und einen stabilen Ge
sundheitszustand anderseits voraus; ein labiles gesundheitliches Geschehen von zeitlich beschränkter Dauer genügt nicht.
Sodann kann von der versicherten Per
son
nur eine berufliche Umstellung verlangt werden, die
ihr
unter Berücksichti
gung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar ist
;
es darf sich
daher
nicht um realitätsfremde und in diesem Sinne unmögliche oder unzumutbare Vorkehren handeln
.
Wird eine berufliche Neuein
gliederung verlangt, so hat der Unfallversicherer darzulegen, welche Berufsbilder oder welche Tätigkeiten er dem Versicherten als zumutbar erachtet. So wird es
der versicherten Person
ermöglicht, sich über die Tragweite der von ihm verlang
ten beruflichen Umstellung ein Bild zu machen und gegebenenfalls die darauf basierende Verfügung sachgerecht anfechten zu können
(
Urteil des Bundesge
richts U 301
/02 vom
1.
Oktober 2003 E. 1.4)
1.9
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorübergehen
den Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine In
tegritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicher
ten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2 UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3). In diesem Zeitpunkt ist der Un
fallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des Bundesge
richts 8C_377/2013 vom 2. Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil 8C
_
454/2014 vom 2. September 2014 E. 6.3).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfä
higkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Begrif
fes «namhaft» in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Bes
serung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglichkeit eines po
sitiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von wei
teren Massnahmen – wie etwa einer Badekur – zu erwartender geringfügiger the
rapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durchführung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicherten Person prognos
tisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1 mit Hinweisen, insbe
sondere auf BGE 134 V 109 E. 4.3; vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezem
ber 2014 E. 3).
1.10
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom
9.
Au
gust
2017
(Urk. 2)
gestützt auf die Beurteilung ihres Kreisarztes vom 2
5.
Novem
ber 2015 davon aus, dass die vom Beschwerdeführer nach Ende J
uli 2015 geklag
ten Beschwerden
nicht auf einem beweis
baren objektivierbaren Substrat
beruh
ten, weshalb von organisch nicht hinreichend nachweisbaren unfallbedingten Be
einträchtigungen auszugehen sei, welche, wenn sie überhaupt als natürlich kausal zu
betrachten seien (S. 7), nicht in einem adäqu
aten Kausalzusammenhang zum Ereignis vom
3.
April 2015 stünden (S. 14).
2.2
Der Beschwerdeführer br
ach
t
e
hiegegen
vor, dass
der behandelnde Rheumatologe,
Dr.
A._
, eine unfallbedingte wesentliche Verschlechterung des Vorzustan
des festgestellt habe und davon ausgegangen sei, dass dadurch vorerst eine Ar
beitsunfähigkeit von 100
%
und anschliessend eine solche von 70
%
bestanden habe.
Sodann habe
Dr.
A._
darauf hingewiesen, dass er sich anlässlich des versicherten Unfalls in bildgebender Hinsicht nicht nur Rippenbrüche sowie eine Verletzung des Schildknorpels sondern auch eine Verengung der Nervenwurzel C4 zugezogen habe, und
sei davon ausgegangen,
dass die
auf Grund des Unfalls vom
3.
April 2015
exazerbierten
Nackenbeschwerden bis zum Beginn der Krebs
erkrankung im August 2016 noch nicht vollständig abgeklungen seien. In Bezug auf die Unfallkausalität der Verletzung des Schildknorpels könne sodann auf den konkreten Ablauf des polizeilichen Angriffs gemäss der Anklageschrift verwiesen werden, wonach er dabei heftig gewürgt und am Hals aus dem Fahrzeug gezogen worden sei (
Urk.
1 S. 6). Demzufolge sei der Fallabschluss zu früh erfolgt. Gestützt auf die Beurteilung durch
Dr.
A._
sei
en
vielmehr
Ansprüche auf ein Taggeld für eine Arbeitsunfähigkeit von 30
%
und auf Heilungskosten für die Zeit nach dem
8.
August 2015 bis zum Beginn der Krebserkrankung Ende Juli 2016 ausge
wiesen (
Urk.
1 S. 7).
2.3
Nach der Rechtsprechung (BGE 144 V 354 E. 4.2) hängen die
Einstellung der vorübergehenden Leistungen und der Fallabschluss mit Prüfung der Rentenfrage derart eng zusammen, dass von einem einheitlichen
Streitgegenstand auszugehen ist, weshalb, wenn
der Rentenanspruch streitig
ist
, die Frage, ob der Fallabschluss korrekt erfolgt ist, nicht gesondert in Rechtskraft erwachsen
kann. Nach dem auch im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes zu beachtenden Rügeprinzip hat die Beschwerdeinstanz indes nicht zu prüfen, ob sich die angefochtene Verfügung oder der angefochtene
Einspracheentscheid
unter schlechthin allen in Frage kom
menden Aspekten als korrekt erweist, sondern im Prinzip nur die vorgebrachten Beanstandungen zu untersuchen (BGE 119 V 349 E. 1a). Von den Verfahrensbe
teiligten nicht aufgeworfene Rechtsfragen werden von der Beschwerdeinstanz nur geprüft, wenn hierzu auf Grund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (BGE 110 V 53
E. 4a).
2.4
Vorliegend
macht
e der Beschwerdeführer
geltend, dass der Fallabschluss und mit ihm
die Einstellung der Taggelder und Heil
behandlungs
kostenleistungen
durch die Beschwerdegegnerin per
8.
August 2015 zu früh erfolgt sei, und
beantragte die Ausrichtung von Taggeld- und Heilbehandlungsleistungen für den Zeitraum vom
9.
August 2015
bis Ende Juli 201
6.
Die Verneinung seines Rentenanspruchs wird vom Beschwerdeführer indes nicht gerügt.
Zu prüfen ist im
Folgenden
daher
anhand des massgebenden medizinischen Sach
verhalts,
ob die Beschwerdegeg
nerin den
Fallabschluss zu Recht
auf den
8.
August 2015
terminierte und die vorübergehenden Leistungen zu Recht auf diesen Zeitpunkt einstellte.
2.5
Vorliegend hat die
Beschwerdegegnerin
vom Beschwerdeführer keine berufliche Umstellung verlangt. Der Taggeldanspruch des Beschwerdeführers bemisst sich daher gemäss
Art.
6 Satz 1 ATSG anhand der Beeinträchtigung im bisherigen Beruf und nicht gemäss
Art.
6 Satz 2 ATSG auf Grund der Beeinträchtigung in einer zumutbaren Tätigkeit in einem anderen Beruf. Es gilt diesbezüglich jedoch das Urteil des Bundesgerichts 8C_619/2015 vom
2.
Dezember 2015 in Sachen der Parteien (
Urk.
9/187)
zu beachten
, insbesondere dessen E. 5.2, worin das Bundesgericht erwog
, dass der Beschwerdeführer als
Ka
rosseriespengler
und Autolackierer mit eigenem Betrieb und mit vier Vollzeitangestellten tätig
sei, dass s
eine Funktion
unter an
derem auch
administrative Arbeiten
mitumfasse, und dass daher
davon auszuge
hen
sei
, dass er seine Tätigkeit betriebsintern so organisieren
könne
, dass die
durch die Ärzte der MEDAS
B._
in ihrem
Gutachten vom 8. Dezember 2014 festgestellte
Arbeitsunfähigkeit von 15
%
bei Tätigkeiten mit Zwangshaltungen keine Erwerbsun
fähigkeit von
mehr als
10
%
zur Folge habe.
3.
3.1
Vor dem Unfall vom
3.
April 2015 stellte sich der massgebende medizinische Sachverhalt folgendermassen dar:
3.2
Die Ärzte der MEDAS
B._
,
C._
, erwähnten in ihrem zuhanden der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, verfassten polydisziplinären Gutachten vom 8. Dezember 2014 (Urk. 9/182/1-76), dass der Beschwerdeführer am 6. Oktober 2014 durch einen Facharzt für Allge
meine Innere Medizin, am 13. Oktober 2014 durch einen Facharzt für Psychiat
rie und Psychotherapie, am 14. Oktober 2014 durch einen Fachpsychologen für Neu
ropsychologie und am 17. November 2014 durch einen Facharzt für Rheu
mato
logie untersucht worden sei (S. 4), und stellten die folgenden Diagnosen (S. 54):
Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Status nach Motorradunfall am 20. Oktober 2012 mit (laut Akten) Sta
tus nach HWS-Distorsion und starker Ellenbogenkontusion links
-
persistierende muskuläre
Dysbalance
am Schultergürtel links
Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Status nach depressiver Episode
-
Status nach Motorradunfall am 22. April 2011 mit Polytrauma
-
Status nach
Epicondylopathia
humeri
radialis
links und
Tendosynovi
tis
de
Quervain
links (laut Akten), aktuell beschwerdefrei
-
Fingerpolyarthrosen
-
Status nach Kopfkontusion mit HWS-Distorsion 2010
-
Teilleistungsschwächen bei unterdurchschnittlicher Intelligenz (Lern
be
hinderung)
Die Gutachter führten aus, dass die neuropsychologische Untersuchung eine Teil
leistungsschwäche bei unterdurchschnittlicher Intelligenz im Bereich einer Lern
behinderung ergeben habe. Dabei handle es sich um eine zerebrale Ent
wicklungs
verzögerung, welche schon immer bestanden habe. Durch die psycho
metrischen Befunde werde die Diagnose einer ADHS nicht gestützt (S. 41).
Auf Grund der Ergebnisse der psychiatrischen Begutachtung sei davon auszu
ge
hen, dass der Beschwerdeführer (auf Grund des Unfalls vom 22. April 2011) ein massives Polytrauma erlitten habe und in der Folge in psychischer Hinsicht eine schwierige Phase durchlaufen habe. Zusätzlich habe sich eine Beziehungs
störung entwickelt, zu welcher der Beschwerdeführer sich anlässlich der psychi
atrischen Untersuchung jedoch nicht genauer habe äussern wollen. In deren Rahmen sei es während einer gewissen Zeit zu einer Trennung von seiner Ehe
gattin gekommen. Es sei zu einer depressiven Reaktion des Beschwerdeführers darauf gekommen. Zwischenzeitlich habe sich der Beschwerdeführer jedoch gut erholt und es be
stünden keine Hinweise auf eine affektive Störung mehr (S. 31). Gegenwärtig bestehe keine eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit rechtferti
gende psychische Störung mehr (S. 32).
Die rheumatologische Untersuchung habe keinen relevanten pathologischen Be
fund an der HWS ergeben. Auch sonst hätten sich, abgesehen von einer mus
ku
lären
Dysbalance
am linken Schultergürtel, keine symptomatischen relevan
ten Veränderungen finden lassen. Durch die muskuläre
Dysbalance
, welche durch Dehnübungen behandelt werden könne (S. 52), werde der Beschwerde
führer in seiner gegenwärtigen Tätigkeit in einer Autowerkstatt mit Zwangs
haltun
gen im Umfang von 15 % beeinträchtigt (S. 52). In einer adap
tierten Tätigkeit, ohne den linken Schultergürtel belastende Zwangshaltungen, bestehe aus rheuma
tologi
scher Sicht mit Sicherheit seit April 2013, wahrschein
lich schon zu einem frühe
ren Zeitpunkt, eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit (S. 53).
4.
4.1
Nach dem Unfall vom
3.
April 2015 ist von folgendem massgebenden medizini
schen Sachverhalt auszugehen:
4.2
Die Ärzte der
D._
, Notfallzentrum, erwähnten in ihrem Bericht vom
4.
April 2015 (
Urk.
8/13), dass
sie den Beschwerdeführer am
3.
April 2015 nach einer Selbstzuweisung behandelt hätten und stell
ten die folgenden Diagnosen (S.
1):
-
Commotio cerebri
-
Distorsion
der Halswirbelsäule (HWS)
in Höhe C7/8
-
Thoraxkontusion
Sie führten aus, dass der Beschwerdeführer angegeben habe, am
3.
April 2015 anlässlich einer Polizeikontrolle aus dem Fahrzeug gezogen und zusammenge
schlagen
sowie
gewürgt und auf den Boden gedrückt worden
zu sein
. Dabei habe er sich eine Rissquetschwunde rechts frontal zugezogen. Des Weiteren habe er angegeben, dass er au
f dem Weg ins
E._
zur Erstbehandlung
zweimal erbrochen habe und zweimal synkopiert sei, und dass er nach der Entlassung aus dem
E._
zu Hause erneut synkopiert sei (S. 1). Da der Beschwerdeführer einen Schlag auf den Kopf und Erbrechen angegeben habe, sei eine Computerto
mographie (CT) des Schädels durchgeführt worden. Dabei
habe sich kein Hinweis
auf
eine Fraktur oder
auf
eine akute
Blutung ergeben.
Um einen Pneumothorax oder eine dislozierte Rippenfraktur auszuschliessen seien Röntgenaufnahmen des Thorax erstellt worden, welche keine Hinweise auf eine Fraktur oder auf einen
Pneumothorax ergeben hätten (S.
2).
4.3
Die Ärzte der
D._
, Radiologie, stellten im Röntgenbericht vom
7.
April 2017
(
Urk.
8/15/2)
fest, dass eine radiographische Untersuchung des Tho
rax vom
3.
April 2015 bekannte alte Rippenfrakturen der
7.
bis
9.
Rippe rechts, eine alte konsolidierte
Fraktur der rechten Klavikula und eine bekannte leichte Kompressionsfraktur des Brustwirbelkörpers (BWK) 11, unverändert zur Vorun
tersuchung vom 2
6.
Juli 2013, ergeben habe. Eine frische Rippenfraktur sei nicht festzustellen.
Mit CT-Bericht vom
7.
April 2017 (
Urk.
8/15/1) stellten die Ärzte der
D._
, Neuroradiologie, fest, dass eine CT-Untersuchung des
Neurocraniums
des Beschwerdeführers vom
3.
April
2015 kein Nachweis einer intrakraniellen
Traumafolge
, insbesondere keine
Nachweis
e
einer intrakraniellen Blutansamm
lung
, akuter
Ischämiezeichen
, einer tumorösen Raumforderung oder einer Fraktur ergeben habe.
4.4
Mit Bericht vom 1
5.
April 2015 (
Urk.
8/7/1) erwähnten die Ärzte des
E._
, dass die Erstbehandlung des Beschwerdeführers nach dem Ereignis vom
3.
April 2015
gleichentags um 16.43 Uhr stattgefunden habe und diagnostizierten eine Distorsion der paravertebralen Muskulatur im Halsbereich (Differential
diag
nose: traumatischer Di
skusprolaps C7/C8).
Die durchgeführten
Röntgenaufnah
men der HWS hätten keine frischen
ossären
Läsionen ergeben. Eine Arbeitsunfä
higkeit sei dem Beschwerdeführer nicht attestiert worden.
4.5
Die Ärzte der
D._
, Radiologie, erwähnten in ihrem Bericht vom 1
6.
April 2015 (
Urk.
8/35), dass eine 3-Phasen-Skelett-Szintigraphie mit SPECT vom 1
6.
April 2015 Frakturen der
5.
und
6.
Rippen sowie der
8.
Rippe links
an
terolateral
sowie eine kleine Mehrbelegung in Projektion auf den Schildknorpel rechts, möglicherweise kontusionsbedingt, ergeben habe.
4.6
Die Ärzte des
F._
stellten mit Bericht vom 2
1.
Ap
ril 2015 (
Urk.
8/30/2-4) die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode
-
Status nach Motorradunfällen in den Jahren 2011 und 2012 mit HWS-Frakturen, Rippenserienfrakturen, Beckenfraktur, Lungen- und Nieren
quetschung
Der rezidivierenden depressiven Störung komme Krankheitswert zu. Der Be
schwerdeführer werde psychotherapeutisch behandelt mit dem Ziel, die Depres
sion zu reduzieren (S. 2).
4.7
In ihrem zuhanden der Staatsanwaltschaft verfassten Bericht vom 2
8.
April 2015 (
Urk.
8/22/2-3) führten die Ärzte des
E._
aus, dass sich der Beschwer
deführer anlässlich des Ereignisses vom
3.
April 2015 eine kleine Rissquetsch
w
unde über der rechten Stirn zu
gezogen habe
. Zudem
habe er auf der
Notfallsta
tion über Schmerzen im Bereich des Nackens auf
der
linken Seite, welche in den linken Arm ausgestrahlt
hätten, geklagt
.
Gemäss den Angaben des Beschwerde
führers habe
keine Bewusstlosigkeit
bestanden und es sei zu keinem
Erbrechen
gekommen
. Auf der Notfallstation
habe
der
Beschwerdeführer
nur leichte Kopf
schmerzen an
gegeben
.
Gemäss den
Angaben des
Beschwerdefüh
r
ers habe er sich die Verletzungen beziehungsweise die Rissquetschw
unde über der rechten Stirn im Zuge seiner Verhaftung zu
ge
zog
en
, als er mit dem Kopf an einen Bordstein
aufgeschlagen sei.
Diese Verletzungen
seien
durchaus durch den beschriebenen Vorfall möglich. Die
ungefähr fünf Millimeter
grosse Riss
quetschw
unde an der rechten Augenbraue sollte problemlos
a
bheilen. Bei den Schmerzen
sei
am ehes
ten von einer Zerrung der Nackenmuskulatur aus
zugehen
, welche auch problem
los Ausheilen sollte
(S. 1)
. Es
seien
keine bleibenden Schäden zu erwarten. Aus ärztlicher Sicht
habe
nur für den Tag der Untersuchung
vom
3.
April 2015 eine Arbeitsunfähigkeit bestanden
(S. 2)
.
4.8
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Neurologie, stellte in seinem Bericht vom 1
0.
Juli 2015 (
Urk.
8/43) die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
Status nach Commotio cerebri, Distorsion der HWS und
Thoraxkontusion
am
3.
April 2015 mit/bei:
-
aktuell Akzentuierung eines vorbestehenden (vorwiegend
myo
faszia
len
) zervikalen Schmerzsyndroms
-
anamnestisch Status nach Verkehrsunfällen in den Jahren 2011 und 2012 mit HWS-Distorsionstrauma
Er er
wähnte, dass der Beschwerdeführer angegeben habe,
bei einer Polizeikon
trolle am
3.
April
2015 von den Polizisten aus dem Auto gezerrt und anschlies
send zus
ammengeschlagen worden zu sein, auf
dem Weg
in das
E._
erbrochen
zu haben und sich
dabei
schwindlig
gefühlt zu haben.
Der Beschwer
deführer sei
selbstständiger
Karosseriespengler
. Die aktuelle
Arbeitsfähigkeit be
trage
gemäss den Angaben des
Beschwerdeführes
20
- 30
%
, wobei vor dem
Un
fall eine
solche von
60
-
70
%
bestanden habe.
Aufgrund der durchgeführten klinisch-neurologischen Untersuchung
sei ein
pe
rsistierendes
myofasziales
Zer
vi
kalsyndrom
zu diagnostizieren
, wobei
die aktuellen
Beschwerden durch den Unfall
vom
4.
April 2015 akzentuie
rt
worden seien.
Bei diesem Unfall
habe sich der Beschwerdeführer eine erneute
Distorsion der HWS
, eine
Contusio
capitis
(mit
Rissquetschwunde
frontal und Commotio cerebri)
sowie eine
Thoraxkontusion
zugezogen
.
Die klinisch-neurologische
Untersuchung
habe abgesehen
von einer leicht schmerzbedingten Einschränkung der Halswirbelsäule keine Auffälligkei
ten, insbesondere keine Anhaltspunkte für eine
zervikoradikuläre
oder
zerviko
myelä
re
Symptomatik
, ergeben
.
Es hätten
sich
auch
keine Anhaltspunkte für eine persistierende
zerebrale
Funktionsstörung
ergeben
. Eine bleibende Beeinträchti
gung als Folge des aktuellen Unfalls
sei
aus neurologischer Sicht nicht zu erwar
ten
(S. 2)
.
4.9
Die Ärzte der
D._
, Radiologie, erwähnten im MR-Bericht vom 1
3.
Juli 2015, dass eine Magnetresonanztomographie der HWS des Beschwerde
führers vom 1
3.
Juli 2015 multi
segmentale degenerative Veränderungen
im Be
reich
C3/4 mit möglicher
Kompromittierung
der Nervenwurzel C4
intraforaminal
links als auch C5/6 und C6/7
,
der Nervenwurzeln C
6
sowie eine
r
Reizung von C7
und
eine
leichte
forami
nale
Einengung ohne sichere Nerv
enwurzelkompressionen
ergeben habe (S. 2).
4.10
Dr.
med. A._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Rheu
matologie,
D._
, Rheumazentrum, stellte in seinem Bericht vom
2.
November 2015 (
Urk.
8/86) die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
z
ervikovertebrales
Syndrom
mit/
bei:
-
z
ervikospondylogene
Komponente links
-
Commotio cerebri, HWS- Distorsion und
Thoraxkontusion
am
3.
April
2015
-
Status nach Verkehrsunfall mit HWS-
Distorsionstrauma
in den Jahren
2011 und 2015
Er erwähnte, dass der Beschwerdeführer seit dem 1
8.
Januar
2013
in seiner Be
handlung stehe
(S. 1)
. In Bezug auf die HWS bestehe
ein leichtes
neurofor
a
mina
les
Engnis
C5/
6 und C6/7 links infolge
Unkover
tebralarthrose
C5/6, C
6/C7 und
Spondylarthrosen
C6/C7, bei
einem leichten
Bulging
der
Disci
beidseits
.
In der aktuellen radio
l
ogische
n
Abklärung mittels 3 Phasen Skelett
s
zintigraphie vom
1
6.
April
2015 und
dem MRI der
HWS vom
1
3.
Juli
2015
seien
neu eine mögliche Komprimierung der Nervenwurze
l
C4 bei bereits bekannter möglicher Kompri
mierung C6 und C7
,
Frakturen der 5.,
6.
und
8.
Rippe links sowie eine mit einer Kontusion vereinbare Mehrbelegung in Projektion auf den Schildknorpel rechts
festgestellt worden
.
Der Beschwerdeführer leide
weiterhin
unter Nackenschmer
zen,
welche
sich zwischenzeitlich
bestenfalls
um
30
%
gebessert
hätten. In der angestammten
Tätigkeit a
ls
Karosserie
spengler
werde er durch die
Nackenbe
schwerden
bei Verrichtungen
, welche
mit
einer
Extension
der HWS
verbunden sind
, wie beispielsweise
Arbeiten unter dem Autoboden
,
sowie
beim
Heb
en von Lasten über Schulterhöhe
eingeschränkt
. Eine abschliess
ende Prognose bezüglich
der
Arbeits
unfähigkeit
sei gegenwärtig jedoch noch
verfrüht
.
Aus
rheumatischer Sicht
hätten bisher die folgenden Arbeitsunfähigkeiten bestanden:
-
75
%
vom 1
8.
Januar bis
8.
Oktober
2013
-
50
%
vom
9.
Oktober
2013 bis
3
0.
Juni
2014
-
40
%
vom
1.
Juli
2014 bis
8.
April
2015
-
100
%
vom
9.
April
bis
1
0.
Mai
2015
-
80
%
vom 1
1.
bis 3
1.
Mai
2015
-
70
%
v
om
1.
Juni
2015 bis
auf Weiteres (S. 2)
Der Arzt führte aus, dass dem Beschwerdeführer indes die Ausübung einer w
ech
selbe
lastenden, körperlichen
Tätigkeit, ohne Heben von Lasten insbesondere über Schulterhöhe und ohne Extensionsbewegungen der HWS
, zuzumuten sei. Er könne indes
nicht beurteilen, inwiefern dies dem
Arbeitsablauf als
Kar
osse
riespengler
entspreche (S. 3).
4.11
Der Kreisarzt der Beschwerdegegnerin, Prof.
Dr.
med. H._
, Facharzt für Or
thopädische Chirurgie und Traumatologie
des Bewegungsapparates
, führte in sei
nem Bericht vom 2
5.
November 2015 (
Urk.
8/98) auf Grund der Akten aus, dass die vom Beschwerdeführer
beklagten aktuellen Beschwerden nur mit
einer
mög
lichen Wahrscheinlichkeit in
einem kausalen
Zusammenhang zum Ereignis vom
3.
April
2015
stünden
.
Auf Grund
der zahlreichen bildgebenden Befunde
sei da
von auszugehen, dass
das Unfallereignis vom
3.
April
2015 zu keiner
strukturell
traumatischen Läsion geführt
habe
, weshalb
aus medizinischer Sicht auss
chliess
lich von einer Kontusion beziehungsweise
einer
Dis
torsion der
HWS
und
des
El
lenbogen
s
auszuge
h
en
sei
. Eine über den
2
9.
Juni
2015 hinausgehende un
fallbe
dingte Arbeitsunfähigkeit beziehungsweise
Teilarbeitsfähigkeit
sei
daher
medizi
nisch nicht zu begründen
(S. 2).
4.12
In seinem Bericht vom 2
2.
Januar 2016 (
Urk.
8/107/2-3) führte
Dr.
A._
aus, dass die
mittels MRI
der
HWS
am 1
3.
Juli
2015 und in der Skelettszintigraphie vom
1
6.
April
2015 neu
festgestellten strukturellen Veränderungen im Verlauf nicht mehr bildgebend dargestellt
worden seien
. Dazu
habe
aus medizinischer Sicht keine Veranlassung
bestanden
. Nach dem Ereignis vom
3.
April
2015
sei es
zu einer Verschlechterung vorbestehender Nackenbeschwerden
gekommen
, wel
che mit den obgenannten Befunden vereinbar
seien
und bis
heute
nicht abge
klungen seien (S. 1).
Der Beschwerdeführer sei in der
Tätigkeit als Automechani
ker infolge
der Nackenbeschwerden insbeson
dere
bei Verrichtungen,
die mit
einer
Extension
der HWS
verbunden
seien, wie beispielsweise
Arbeiten unter dem Au
toboden
,
sowie
beim
Heben von Lasten über Schulterhöhe
,
eingeschränkt. Ent
sprechend habe
er dem Beschwerdeführer für die Zeit
vom
9.
April
bis
1
0.
Mai
2015
Arbeitsunfähigkeit von 100
%
, für die Zeit
vom 1
1.
bis 3
1.
Mai
2015
eine solche von
80
%
und für die Zeit
v
om
1.
Juni
2015 bis
auf Weiteres
eine solche von
70
%
attestiert.
Seit dem 3
1.
August 2014 habe sich der
Gesundheitszustand
nicht erneut verschlechtert
(S. 2)
.
4.13
In dem zuhanden der Staatsanwaltschaft verfassten Bericht vom 1
2.
Februar 2016 (
Urk.
8/117) erwähnte
Dr.
A._
, dass sich der Beschwerdeführer gemäss den Ärzten der
Notfallstation
D._
anlässlich des Ereignisses vom
3.
April 2015 eine
Hirnerschütterung mit Rissquetschwunde an der
Stirne rechts
, eine
Nacken
zerrung der unteren Halswirbels
äule mit Zerrung der Halsmuskeln und eine
Prel
lung des Brustkorbs links
zugezogen habe (S. 1). Gemäss zusätzlich veranlasster bildgebender Spezia
l
untersuchungen seien zudem
Knochenbr
ü
che der fünften, sechsten und achten Rippe
,
eine knöcherne Verletzung des Kehlkopfes sowie eine
Einengung des vierten
Halsnervs festgestellt worden. Obwohl er kein
rechtsme
dizinisch spezialisierter Arzt
sei
,
könne er
die Schilderung
en
des
Beschwerdefüh
rers, wonach er gemäss
seinen Angaben aus dem Auto gezogen
,
zusammenge
schlagen
,
zu Boden gedrückt
und gewürgt
worden
sei, nachvollziehen. Die Ge
sichtsverletzungen, die
Verletzungen
von
Halsweichteilen
und
Kehlkopf
sowie die Brustkorbverl
etzungen
hätten zu keinen bleibenden Folgen geführt.
Die seit dem Ereignis bestehende Verschlechterung der linksseitigen Nackenschmerzen
persis
tierten jedoch
(S. 2)
. Eine abschliessende
Beurteilung
der Arbeitsfähigkeit sei ge
genwärtig noch nicht möglich (S. 3).
4.14
Dr.
A._
führte in seinem Bericht vom
9.
Mai 2017 aus, dass er in Abwei
chung von der Beurteilung durch die Ärzte der
B._
, welche
in ihrem Gutach
ten vom
8.
Dezember 2014
von einer Arbeitsunfähigkeit von 15
%
ausgegangen seien,
die Arbeitsunfähigkeit
in der
angestammte
n
Tätigkeit
des Beschwerdefüh
rers
als
Karosseriespengler
zur Zeit des Ereignisses vom
3.
April 2015
infolge der Nackenbeschwerden
insbesondere für Tätigkeiten mit einer Extension der HWS sowie mit Heben und Tragen von Lasten über Schulterhöhe mit 40
%
beurteilt habe.
Ab August 2016 sei die bestehende Arbeitsunfähigkeit von 100
%
im We
sentlichen durch die schwere Krebserkrankung des Beschwerdeführers verursacht worden. Es sei davon auszugehen, dass in einem hypothetischen Fall ohne die Krebserkrankung die unfallbedingten Nackenbeschwerden bis 3
1.
Dezember 2016 abgeklungen gewesen wären (S. 1). Eine Arbeitsunfähigkeit von 0
%
habe ab
1.
Januar 2017 bestanden (S. 2).
5.
5.1
Den erwähnten medizinischen Akten ist zu entnehmen, dass die erstbehandeln
den Ärzte des
E._
in ihrem Bericht vom 2
8.
April 2015 (vorstehend
E.
4.7
) davon ausgingen, dass sich der Beschwerdeführer anlässlich des Ereignis
ses
vom
3.
April 2015
lediglich
eine kleine Rissquetschwunde über der rechten Stirn
zugezogen habe. Er habe unter leichten Kopf- und Nackenschmerzen gelitten
, wobei die Nackenschmerzen am ehesten auf eine Zerrung der Nackenmuskulatur zurückzuführen seien. Die Ärzte des
E._
stellten sodann fest, dass
keine Bewusstlosigkeit bestanden
habe, und dass es
zu keinem Erbrechen gekommen
sei, weshalb davon auszugehen sei, dass lediglich am
Tag der Untersuchung vom
3.
April 2015 eine Arbeitsunfähigkeit bestanden
habe. Demgegenüber gingen die Ärzte des Notfallzentrums der
D._
in ihrer Beurteilung vom
4.
April 2015 (vorstehend E.
4.2
)
davon aus, dass der Beschwerdeführer gemäss seinen Angaben am
3.
April 2015 aus dem Fahrzeug gezogen, zusammengeschlagen, gewürgt und zu Boden gedrückt worden sei, und dass er gemäss seinen Angaben auf dem Weg ins
E._
zweimal erbrochen habe und synkopiert sei
. Ge
stützt auf die Beurteilung durch die Ärzte des Notfallzentrums der
D._
und auf Grund der Angaben des Beschwerdeführers ging auch der nachbe
handelnde
Dr.
A._
in seinem Bericht vom 1
2.
Februar 2016 (vorstehend E.
4.12
) davon aus, dass der Beschwerdeführer am
3.
April 2015
aus dem Auto ge
zogen,
zusammen
-
geschlagen
, zu Boden gedrückt und gewürgt worden
sei
.
5.2
Diesbezüglich gilt es indes das strafrechtliche Urteil SB170376-O des Obergerichts des Kantons Zürich
vom
8.
Mai 2018 in Sachen der beschuldigten Polizisten ge
gen die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl
bezüglich des versicherten Unfalls des Be
schwerdeführers vom
3.
April 2015 (www.gerichte-zh.ch) zu berücksichtigen. Da
rin hat das Obergericht in E. 6 erwogen, dass die
beiden
beschuldigten
Polizisten den Beschwerdeführer, um ihn zu arretieren, aus dem Fahrzeug gezogen und ihn zu Boden geführt hätten
. Dabei habe
sich der Beschwerdeführer
stark zu
r
Wehr
gesetzt
, sich am Lenkrad fest
gehalten, sich versteift und
seine Gegenwehr erst auf
gegeben
, als ihm die Handschellen angelegt
worden seien.
Bei dieser Arretie
rung
habe
er
eine Rissquetschwunde über dem rechten Auge und eine Schürf
wunde
am linken Ellbogen
erlitten
.
Nicht erstellt sei jedoch, dass einer der Poli
zisten den Beschwerdeführer
mit beiden Händen
am Hals gepackt, ihn
a
us dem Personenwagen gerissen und derart auf den Boden
geführt
hätte
, dass
sein
Kopf auf den Boden aufgeschlagen
sei.
Ebensowenig
sei erstellt, dass der Beschwerde
führer den Polizisten auf
seine Halswirbelprobleme aufmerksam gemacht und ihn gebeten
haben soll, nicht an seinem Kopf herumzureissen, und dass der
Polizist
darauf erwidert haben soll, dies
sei
ihm egal, und den Kopf des
Beschwerdeführers
erneut auf den Boden geschlagen haben soll. Ferner
sei
nicht erstellt, dass der
andere beteiligte Polizist
hinzugekommen
sei
und dem
Beschwerdeführer
sein Knie in dessen Rücken
gerammt habe.
Darauf ist vorliegend in Bezug auf den Ereignisablauf abzustellen.
5.3
Des Weiteren ist vorliegend auf die nachvollziehbare Beurteilung der erstbehan
delnden Ärzte des
E._
vom 2
8.
April 2015 (vorstehend E.
4.7
) abzu
stellen, wonach der Beschwerdeführer
nicht erbrochen habe und wonach keine Bewusstlosigkeit bestanden habe. Dieser Beurteilung, welche sich auf die unmit
telbar im Anschluss an das Unfallereignis erfolgten Aussagen des Beschwerde
führers stützte, erfolgte gestützt auf die Aussagen der ersten Stunde des Be
schwerdeführers, denen im Vergleich zu den späteren gegenüber den nachbehan
delnden Ärzten des Notfallzentrums der
D._
und gegenüber
Dr.
A._
getätigten Aussagen des Beschwerdeführers, wonach er anlässlich des Ereignisse
s
vom
3.
April 2015
z
usammengeschlagen
und dabei gewürgt wor
den sei und einen Schlag auf den Kopf erhalten habe, und wonach er
auf dem Weg zur Erstbehandlung ins
E._
zweimal erbrochen habe und zweimal
in Ohnmacht gefallen (
synkopiert
)
sei
(vorstehend E. 4.2),
in beweisrechtlicher Hinsicht ein grösseres Gewicht zukommt (
vgl.
BGE 121 V 45 E. 2a, 115 V 133
E. 8c mit Hinweis)
. Unter diesen Umständen vermag zu überzeugen, dass die Ärzte des
E._
mangels Erbrechen und mangels Ohnmacht keine Gehirner
schütterung beziehungsweise Commotio cerebri diagnostizierten.
Gestützt auf die nachvollziehbare Beurteilung der Ärzte des
E._
erscheint mangels so
fortigem Erbrechen und mangels einer
sofortigen, kürzer- oder längerdauernden Bewusstlosigkeit
i
m
Anschluss an das Ereignis vom
3.
April 2015 eine Commotio cerebri und damit
ein
Schädel-Hirn-Trauma
anlässlich des Ereignisses vom
3.
Ap
ril 2015 nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt.
Demgegenüber
ver
mögen die Beurteilungen durch
Dr.
A._
, welcher gestützt auf spätere Schil
derungen des Unfallhergangs durch den Beschwerdeführer eine Commotio cerebri diagnostizierte und davon ausging, dass bis August 2016 eine unfallbedingte Ar
beitsunfähigkeit bestanden habe, mangels einer nachvollziehbaren Beurteilung nicht
zu überzeugen.
5
.4
Prof.
H._
ging in seiner Beurteilung vom 2
5.
November 2015 (vorstehend E.
4.11
) in Übereinstimmung mit der Beurteilung durch
Dr.
A._
(vorstehend E. 4.13) davon aus, dass die Gesichts- und Brustkorbverletzungen sowie die
Ver
letzungen
von
Halsweichteilen
des
Kehlkopf
es zu keinen bleibenden Folgen ge
führt hätten, und dass der Beschwerdeführer mit Ausnahme der Zeit unmittelbar im Anschluss an das Unfallereignis ausschliesslich beziehungsweise weit über
wiegend durch Nackenschmerzen in seiner Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt
gewe
sen
sei.
Diese Beurteilung vermag zu überzeugen
. Denn in Anbetracht des Um
standes, dass die am
3.
April 2015 durchgeführte konventionelle
Röntgenunter
suchung des Thorax
des Beschwerdeführers
keine frischen Rippenfrakturen
ergab
(vorstehend E.
4.3
),
ist davon auszugehen, dass es sich bei den
am 1
6.
April 2015
mittels der
3
Phasen
Skelett
s
zintigraphie mit SPECT
festgestellten
Frakturen der
5.
und
6.
Rippen sowie der
8.
Rippe
und der
kleine
n
Mehrbelegung in Projektion auf den Schildknorpel
nicht um disloziert
e
Frakturen und damit nicht um eine die Arbeitsunfähigkeit während längerer Zeit beeinträchtigende Gesundheits
schädigung handelte.
Von die Arbeitsfähigkeit - abgesehen von der kurzen Zeit unmittelbar nach dem Unfallereignis
- massgeblich beeinträchtigenden Rippen
frakturen ist daher nicht auszugehen. Gleiches gilt für die Verletzung des Schild
knorpels.
Die Beurteilung durch Prof.
H._
vermag auch insofern zu überzeugen,
als er in Übereinstimmung mit der Beurteilung durch
Dr.
G._
vom 1
0.
Juli 2015 (vor
stehend E.
4.8
) davon ausging, dass das Unfallereignis vom
3.
April 2015 zu kei
ner strukturell traumatischen Läsion geführt habe, und dass die aktuellen
Be
schwerden
im Bereich des Nackens
des Beschwerdeführers
durch den Unfall
vom
3.
April 2015 lediglich akzentuie
rt
beziehungsweise vorübergehend verschlech
tert
worden seien.
5.5
In Bezug auf die Beurteilung durch
Prof.
H._
gilt es indes zu beachten, dass
dieser Kreisarzt der Beschwerdegegnerin ist, und dass Berichten versiche
rungs
in
terner medizinischer Fachpersonen rechtspre
chungsgemäss zwar Beweis
wert zu
kommt, dass diesen Berichten indes nicht dieselbe Beweiskraft wie einem ge
richt
lichen oder einem im Verfahren nach Art. 44
ATSG
vom Versiche
rungsträ
ger in Auftrag gegebenen externen Gutachten zu
erkannt wird, wes
halb bei auch nur geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versiche
rungsin
ternen ärztlichen Feststellungen ergän
zende Abklärungen vorzunehmen sind (BGE 135 V 471 E. 4.6).
Der
Beurteilung durch Prof.
H._
lässt sich keine nach
vollziehbare Begründung entnehmen, weshalb er die Ansicht vertrat, dass der
Endzustand
beziehungsweise der Zeitpunkt, von welchem an einer
Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung
des unfallbedingten Ge
sundheitszustandes des Beschwerdeführers mehr zu erwarten
war,
bereits
am 2
9.
Juni 2015
und nicht erst zu einem späteren Zeitpunkt
erreicht worden sei
. Die davon abweichenden
Beurteilungen durch
Dr.
A._
, auf welche alleine
zwar nicht abgestellt werden
kann, sind
aber
immerhin geeignet, gewisse Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der Beurteilung durch
Prof.
H._
zu erwe
cken.
5.6
Diesbezüglich gilt es
zudem
die Rechtspre
chung zur dauerhaften Verschlimme
rung einer vorbe
stehen
den degenerativen Schädigung der Wirbelsäule zu beach
ten. Danach kann eine signifikante und damit dauernde Ver
schlimmerung einer vorbestandenen degenerativen Schädigung der Wirbelsäule nur dann als durch
einen Unfall hervorgerufen angesehen werden, wenn die
Radioskopie
ein plötzli
ches Zusammensinken der Wirbel sowie das Auftreten und Verschlim
mern von Verletzungen auf Grund eines Traumas aufzeigt (Urtei
le des Bundes
gerichts 8C_217/2013 vom 4. September 2013 E. 3.4 und U 530/06 vom 25. Oktober 2007 E. 4.2). Medizinisch ist
gemäss dieser Rechtsprechung
lediglich von einer vo
rüber
gehenden Verschlimme
rung auszugehen, wenn nach einer unfall
be
dingten Kontusion
der Wirbelsäule eine bisher stumme, vorbestehende
Spondyl
arthrose
, Spondylose oder eine andere degenerative Wirbelsäulen
erkrankung symp
toma
tisch wird. Die zeitliche Dauer, während welcher eine vorbestehende Wirbelsäu
lener
kran
kung durch einen Unfall - bei Fehlen unfallbedingter Wirbelkörper
frak
turen oder struktu
reller Läsionen an der Wirbelsäule - im Sinne einer vo
rüber
ge
henden Ver
schlimmerung beeinflusst wird, beträgt nach unfallmedizini
scher Er
fahrung sechs bis neun Monate, längstens jedoch ein Jahr. Es handelt sich dabei um einen unfallmedizinisch allgemein anerkannten Verlauf vorbe
steh
ender Wir
bel
säulenerkrankungen nach einem Unfallereignis ohne struktu
relle Verletzun
gen
der Wirbelsäule (Urteile des Bundesgerichts 8C_217/2013 vom 4. Septem
ber
2013
E. 3.4, U 530/06 vom 25. Oktober 2007 E. 4.2 und U 290/06 vom 11. Juni 2007 E. 4.2.1). Von diesen allgemeinen medizinischen Erfahrungs
tatsa
chen abzuwei
chen besteht vorliegend kein An
lass, sind doch aufgrund der medi
zinischen Aktenlage keine unfallbedingten strukturellen Läsionen der Wir
bel
säule bezieh
ungsweise der HWS des Beschwerdeführers nachgewiesen.
5.7
Nach Gesagtem
ist
vorliegend auf Grund der erwähnten medizinischen Erfah
rungstatsachen (vorstehend E.
5.6
)
davon auszugehen
, dass die vorbestehende degenerative Erkrankung der
HWS des Beschwerdeführers
durch den Unfall vom
3.
April 2015 höchstens während eines Jahres im Sinne einer vo
rüber
gehenden Ver
schlimmerung
der Nackenschmerzen
beeinflusst wurde. Demzufolge ist davon auszugehen, dass spätestens am
4.
April 2016
von einer Fortsetzung der ärztli
chen Behandlung keine namhafte Besserung des unfallbedingten Gesundheitszu
standes des Beschwerdeführers mehr zu erwarten
war, und dass zu diesem Zeit
punkt der Status quo sine
vel
ante
erreicht wurde.
6.
6.1
Nach Gesagtem steht fest, dass anlässlich des versicherten Unfallereignisses vom
3.
April 2015 keine strukturellen traumatischen Veränderungen verur
sacht wur
den, dass indes ein vorbestehender Gesundheitsschaden im Bereich der HWS des Beschwerdeführers aktiviert wurde,
dass
indes spätestens ein Jahr nach dem Un
fallereignis und mithin am
4.
April 2016 von einer
Fortsetzung der ärztlichen Be
handlung keine namhafte Besserung des unfallbedingten Gesundheits
zustandes mehr zu erwarten
war, und dass spätestens zu diesem Zeitpunkt der Status quo sine
vel
ante erreicht wurde.
6
.2
Da nicht davon auszugehen ist, dass ergänzende Beweismassnahmen an diesem Ergebnis etwas ändern würden, besteht für weitere Abklärungen kein Anlass und es ist von einer Rückweisung der Sache an die Beschwer
de
gegnerin zur Durch
führung solcher abzusehen (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 90 E. 4b, 122 V 157 E. 1d mit Hinweisen).
7
.
Demzufolge ist ein Anspruch des Beschwerdeführers auf vorübergehende Leis
tungen für die Folgen des Unfallereignisses vom
3.
April 2015 grundsätzlich für die Zeit bis
3.
April 2016 aus
gewiesen. Infolge Erreichens des Status quo sine
vel
ante am
3.
April 2016 ist
indes
für die Zeit ab
4
. April
2016
mangels eines na
türlichen Kausal
zusammen
hangs zwischen dem Unfall und den nach diesem Zeit
punk
t weiterbestehenden Beschwerden ein Anspruch des Beschwerdeführers auf Versicherungsleistungen für die Folgen des Unfalls vom
3.
April 2015
zu vernei
nen.
In diesem Sinne
ist die Beschwerde
gutzuheissen und die Sache ist an die Be
schwerdegegnerin
zu
rückzu
weisen
, damit sie in
masslicher
Hinsicht über den
Umfang des
Anspruch
s
des Beschwerdeführers auf Taggeldleistungen und Heil
behandlung für die Zeit vom
8.
August 2015 bis
3.
April 2016 befinde.
8
.
Nach § 34 Abs. 1
GSVGer
hat die obsiegende Beschwerde führende Person An
spruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streit
wert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
).
Ausgangsgemäss hat der
teilweise
obsiegende Beschwerdeführer Anspruch auf eine
um 10
%
reduzierte
Pro
zessentschädigung, welche in Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses
mit
Fr.
2'200.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer)
zu bemessen
ist.