Decision ID: 4b88c54f-bb27-47d0-8570-67f4b96a2449
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
Mit Verfügung vom 20. Dezember 2016 (Suva-act. I-313), bestätigt im
Einspracheentscheid vom 13. September 2017 (Suva-act. I-328), sprach die
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva) A._ (nachfolgend: Versicherter) für
die Unfälle vom 5. April 2002 und 21. April 2007 (vgl. dazu den Sachverhalt im
Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 30. April 2019, UV
2017/79) ab 1. Januar 2009 folgende Behandlungskosten zu: gelegentliche Kontrollen
beim Hausarzt (ein- bis zweimal jährlich), Behandlung in der Handchirurgie bei Bedarf
(maximal ein bis zwei jährliche Kontrollen), Schmerzmittel (z.B. Mephadolor oder
Ponstan) in geringer Dosierung (circa eine bis vier Tabletten), Kosten für ein Jahresabo
im Bäderteil des B._ (Suva-act. I-313). Dieser Leistungsanspruch wurde, soweit
angefochten, bestätigt (vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts vom 30. April 2019,
UV 2017/79, E. 8.1 [Suva-act. I-359]; vgl. ferner Urteil des Bundesgerichts vom 14.
Januar 2020, 8C_402/2019, E. 4.2.3 [Suva-act. I-360]).
A.a.
Am 2. April 2020 ersuchte der Versicherte die Suva unter anderem um
Überweisung von Fr. 10'693.75 für Arztrechnungen ab 2009 sowie von Fr. 9'733.-- für
die Abonnemente des B._ ab 2009. Mit seiner Eingabe reichte er
Rückforderungsbelege bezüglich Behandlungen bei Dr. med. C._, Allgemeine Innere
Medizin / Orthopädie FMH, ein (Suva-act. I-362). Mit Schreiben vom 1. Mai 2020 teilte
die Suva dem Versicherten mit, dass betreffend Rückforderung der Arzt- und
Spitalkosten noch weitere Unterlagen benötigt würden, welche direkt von den
zuständigen Stellen eingefordert würden. Nach deren Eingang würden die
Rückforderungen geprüft (Suva-act. I-372). Mit Schreiben vom 12. Juni 2020 ersuchte
die Suva den Versicherten um Zustellung weiterer Rückforderungsbelege (Suva-act.
I-384). Am 19. Juni 2020 reichte der Versicherte eine Stellungnahme, Zahlungsbelege
sowie weitere Unterlagen ein (Suva-act. I-385).
A.b.
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Mit Schreiben vom 7. Juli 2020 bestätigte die Suva, dass dem Versicherten eine
Rückzahlung für die Bäder-Abos B._ 2009 bis 2020 in Höhe von Fr. 9'733.--
zustehen. Dieser Betrag werde überwiesen, sobald der Versicherte die Bestätigungen
bzw. die Quittungen einreiche, welche belegen würden, dass die Abos gelöst worden
seien. Auch die Rechnung des Kantonsspitals St. Gallen vom 25. Februar 2019 (wobei
es sich tatsächlich um die Rechnung vom 19. Februar 2019 handelt; vgl. Suva-act.
I-388-39) über Fr. 1'163.60 und die Rechnung von Dr. C._ vom 1. April 2020 über Fr.
140.20 könnten zweifelsfrei den Unfällen (Schulter / Hand) zugewiesen werden.
Allerdings sei nicht ersichtlich, ob diese Kosten durch die Krankenkasse übernommen
worden seien. Daher müsse man zuerst die Bestätigung haben, dass diese Kosten
nicht vergütet oder gegebenenfalls storniert worden seien. Bei den übrigen in
Rechnung gestellten Forderungen sei zum grossen Teil unklar, ob es sich dabei um die
Behandlung von Unfallfolgen gehandelt habe bzw. es hätten keine Unterlagen
gefunden werden können. Sowohl von der Klinik D._ wie auch vom Zentrum E._
habe man zudem die Mitteilung erhalten, dass zu den fraglichen Zeiten keine
Behandlungen erfolgt seien. Zur Prüfung, ob weitergehende unfallbedingte
Behandlungen erfolgt seien, werde der Versicherte gebeten, besorgt zu sein, dass die
Rechnungen durch die Leistungserbringer direkt der Suva in Rechnung gestellt
würden. Gleichzeitig wären diese bei der Krankenkasse zu stornieren. Es werde dann
geprüft, ob ein Zusammenhang mit den Unfällen vorliege. Für alle künftigen
Behandlungsmassnahmen würde die direkte Rechnungstellung der Leistungserbringer
an die Suva erwartet. Dann werde die Leistungspflicht im Rahmen des Anspruchs
geprüft (Suva-act. I-386).
A.c.
Am 23. Juli 2020 reichte der Versicherte beim Versicherungsgericht des Kantons
St. Gallen eine Rechtsverweigerungsbeschwerde ein (Suva-act. I-388 f.).
A.d.
Am 14. August 2020 verfügte die Suva im Sinne der Mitteilung vom 7. Juli 2020
(vgl. vorstehende lit. A.c; Suva-act. I-390). Dagegen erhob der Versicherte am 17.
August 2020 Einsprache (Suva-act. I-391). Mit Verfügung vom 26. August 2020 zog die
Suva die Verfügung vom 14. August 2020 zurück und sprach dem Versicherten für die
Jahresabos im Bäderteil des B._ Fr. 5'993.-- zu. Im Weiteren bestätigte sie einen
Anspruch bezüglich der Rechnung des Kantonsspitals St. Gallen vom 19. Februar 2019
über Fr. 1'163.60 und der Rechnung von Dr. C._ vom 1. April 2020 über Fr. 140.20.
A.e.
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Ebenfalls als unfallkausal würden die Rechnungen von Dr. med. F._, Allgemeine
Medizin FMH, vom 2. Oktober 2009 über Fr. 433.--, vom 13. Juli 2020 über Fr. 102.25,
vom 30. Dezember 2010 über Fr. 94.75, vom 30. November 2010 über Fr. 330.70 und
vom 4. August 2010 über Fr. 309.65 qualifiziert. Auch die Rechnung des E._ vom 26.
September 2011 wurde als unfallbedingt akzeptiert. Diesbezüglich bestehe auch ein
Rückforderungsanspruch. Allerdings sei nicht ersichtlich, ob diese Kosten durch die
Krankenkasse übernommen worden seien. Eine Zahlung könne erst erfolgen, wenn die
Bestätigung der Krankenkasse vorliege, dass die Kosten nicht vergütet worden seien.
Zwecks Vornahme der entsprechenden Abklärungen und auch für die zukünftige
Koordination werde der Versicherte ersucht, den Namen seiner Krankenkasse bekannt
zu geben. Bei den übrigen in Rechnung gestellten Forderungen sei eine Behandlung
von Unfallfolgen nicht ausgewiesen. Zudem würden die Rechnungen der Klinik D._
Behandlungen aus dem Jahr 2006 betreffen, was ausserhalb der
Rückforderungsperiode liege (Suva-act. I-393).
Am 31. August 2020 erhob der Versicherte Einsprache gegen die Verfügung vom
26. August 2020 (Suva-act. I-396).
A.f.
Mit Entscheid vom 9. November 2020 schrieb das Versicherungsgericht des
Kantons St. Gallen die Rechtsverweigerungsbeschwerde zufolge Gegenstandslosigkeit
ab (UV 2020/54; Suva-act. I-399).
A.g.
Am 30. November 2020 wandte sich die Suva an die Innova Versicherungen AG
als letzte bekannte Krankenversicherung des Versicherten (Suva-act. I-400). Am 11.
Dezember 2020 führte die Innova Versicherungen AG aus, dass sie bereits seit Jahren
nur noch Zusatzversicherungen anbiete. Die KVG-Kunden seien von der Visana
(Vivacare) übernommen worden (Suva-act. I-401). Von der Visana erhielt die Suva am
14. Dezember 2020 die Mitteilung, dass der Versicherte nicht bei ihr versichert sei
(Suva-act. I-402).
A.h.
Mit Entscheid vom 2. Februar 2021 wies die Suva die Einsprache ab (Suva-act.
I-409).
A.i.
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B.
Gegen den Einspracheentscheid vom 2. Februar 2021 erhob der Versicherte
(nachfolgend: Beschwerdeführer) am 1. März 2021 Beschwerde. Die Suva
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) sei zu verpflichten, die Arztrechnungen in Höhe
von Fr. 10'693.75, alle B._-abos ab dem Jahr 2009 in Höhe von Fr. 9'733.-- und die
Arztrechnung der Klinik D._ in Höhe von Fr. 1'896.85 zu bezahlen. Im Weiteren
machte der Beschwerdeführer geltend, dass die Ansprüche
(Heilbehandlungsleistungen, Rentenbetreffnisse, Integritätsentschädigung) nie
"verjähren" könnten und dies zu korrigieren sei. Letztlich beantragte der
Beschwerdeführer eine Verhandlung, damit er an Ort und Stelle (nochmals) die
Arztquittungen dem Gericht vorlegen könne (act. G 1).
B.a.
Mit Stellungnahme vom 23. April 2021 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf
eine umfassende Beschwerdeantwort, beantragte die vollumfängliche Abweisung der
Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei, und verwies auf die Begründung im
Einspracheentscheid (act. G 3).
B.b.
Am 4. Mai 2021 reichte der Beschwerdeführer Akten ein (act. G 5). Am 25. Juni
2021 sprach er – anstelle einer Verhandlung (vgl. act. G 4) – beim Versicherungsgericht
vor und übergab weitere Unterlagen (act. G 6). Er habe sämtliche Rechnungen selber
bezahlt, weil sie mit der Krankenversicherung nichts zu tun gehabt hätten. Den Namen
der Krankenkasse behalte er für sich. Wenn die Beschwerdegegnerin behaupte, er
wolle sich bereichern, dann solle sie das belegen (vgl. die Gesprächsnotiz in act. G 7).
B.c.
Die Akten und die Gesprächsnotiz wurden der Beschwerdegegnerin zur allfälligen
Stellungnahme zugestellt (act. G 8). Davon machte die Beschwerdegegnerin keinen
Gebrauch, erneuerte indes mit Eingabe vom 27. August 2021 den Antrag auf
Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei (act. G 9).
B.d.
Mit Schreiben vom 10. Januar 2022 forderte das Versicherungsgericht den
Beschwerdeführer auf, seine Krankenkasse(n) für die im vorliegenden Verfahren
relevante Zeitspanne (2009 bis 2021) bis am 10. Februar 2022 bekannt zu geben,
ansonsten die Nichtauszahlung der geschuldeten Kosten voraussichtlich als korrekt
beurteilt und die Beschwerde voraussichtlich in diesem Punkt abgewiesen würde (act.
B.e.
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Erwägungen
1.
Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens (zum Anfechtungsgegenstand
siehe BGE 131 V 164 f. E. 2.1) ist der Einspracheentscheid vom 2. Februar 2021 (Suva-
act. I-409). Diesem liegt die Verfügung vom 26. August 2020 zugrunde (Suva-act.
I-393). In der Verfügung und im Einspracheentscheid befand die Beschwerdegegnerin
über die Heilbehandlungsleistungen ab 1. Januar 2009 (bis zum Erlass des
Einspracheentscheids) bzw. deren Höhe und Auszahlung. Allein dies bildet den
Anfechtungsgegenstand und auf die Begehren, die sich nicht auf
Heilbehandlungsleistungen ab 1. Januar 2009 beziehen, ist nicht einzutreten. Das gilt
sowohl für die geltend gemachten Heilbehandlungsleistungen vor dem Jahr 2009 (inkl.
Fahrtkosten sowie Kosten für die Abonnemente im Bäderteil des B._) bzw. allfällige
Heilbehandlungsleistungen nach Erlass des Einspracheentscheids (vgl. dazu act. G 0)
als auch bezüglich der Anträge des Beschwerdeführers, dass ihm noch
"Lohnzahlungen" (gemeint wohl eine höhere Rente oder eine Kompensation für
bezogene Ferientage), ein Anspruch auf Auszahlung der Integritätsentschädigung
sowie eine höhere Rente ab 1. Januar 2021 (act. G 12) zuständen. Zu erwähnen bleibt,
dass bezüglich Verwirkung einzelner Rentenbetreffnisse und des Anspruchs auf die
Integritätsentschädigung aus dem ersten Unfall rechtskräftige Entscheide des
Versicherungsgerichts und des Bundesgerichts vorliegen und keine Revisionsgründe
ersichtlich sind.
2.
Der Beschwerdeführer macht geltend, es seien ihm, nebst den von der
Beschwerdegegnerin gewährten, weitere ärztliche Behandlungskosten (sowie damit
verbundene Fahrtkosten) im Total von Fr. 10'693.75 zu ersetzen und auch ohne
Angabe seines Krankenversicherers auszuzahlen. Im Übrigen seien ihm für die Kosten
der Abonnemente des B._ nicht Fr. 5'993.--, sondern Fr. 9'733.-- zu ersetzen. Zum
einen ist damit die Höhe der zu ersetzenden Heilbehandlungskosten (inklusive
G 11). Am 28. Januar 2022 reichte der Beschwerdeführer eine Stellungnahme ein.
Seine Krankenkasse(n) gab er weiterhin nicht bekannt (act. G 12).
Auf die weiteren Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt
der übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.
B.f.
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Fahrtkosten zum Behandlungsort und Jahresabonnementskosten des B._) strittig
(vgl. dazu nachfolgende E. 3), zum anderen die (verweigerte) Auszahlung der
Heilbehandlungskosten im engeren Sinne (vgl. dazu nachfolgende E. 4).
3.
Vorab steht zur Prüfung, welche ärztlichen Behandlungen durch die
Beschwerdegegnerin zufolge rechtsgenüglichen Nachweises einer Unfallkausalität
grundsätzlich zu tragen sind. Die Beschwerdegegnerin anerkennt einen Anspruch für
die Leistungen des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) gemäss Rechnung vom 19.
Februar 2019 in Höhe von Fr. 1'163.60 (Suva-act. I-388-39 f.), für die Behandlungen
von Dr. C._ gemäss Rechnung vom 1. April 2020 in Höhe von Fr. 140.20 (Suva-act.
I-388-47), für die Behandlung im E._ gemäss Rechnung vom 26. September 2011 in
Höhe von Fr. 861.60 (Suva-act. I-388-34, wobei die Kosten im Zusammenhang mit der
Betreibung, welche nicht die eigentliche Behandlung betreffen, nicht vom
Unfallversicherer zu tragen sind [Suva-act. I-388-33]) sowie für die Behandlungen von
Dr. F._ gemäss Rechnung vom 2. Oktober 2009 über Fr. 433.-- (Suva-act. I-388-26),
Rechnung vom 13. Juli 2020 über Fr. 102.25 (Suva-act. I-388-28), Rechnung vom 30.
Dezember 2010 über Fr. 94.75 (Suva-act. I-388-30), Rechnung vom 30. November
2010 über Fr. 330.70 (Suva-act. I-388-31) und Rechnung vom 4. August 2010 über Fr.
309.65 (Suva-act. I-388-32). Insgesamt resultiert damit ein Anspruch für
Heilbehandlungsleistungen in Höhe von Fr. 3'435.75. Im weiteren Umfang lehnt die
Beschwerdegegnerin eine Leistungspflicht mangels Unfallkausalität der Behandlungen,
mangels Nachweises von Behandlungen allgemein sowie mangels Behandlungen im
relevanten Zeitraum ab 1. Januar 2009 ab.
3.1.
Die Behandlungen bzw. Kosten, welche vor dem 1. Januar 2009 stattgefunden
haben bzw. angefallen sind, bilden – wie erwähnt – nicht Anfechtungsgegenstand.
Dazu zählen die Arztrechnungen der Klinik D._ in beantragter Höhe von Fr. 1'896.85
aus dem Jahr 2006 (Suva-act. I-388-14, 42 ff.) sowie die Fahrtkosten zum Spital G._
in geltend gemachter Höhe von Fr. 61.20 aus dem Jahr 2006 (Suva-act. I-388-14, 62
f.). Bezüglich der Arztrechnung von Dr. F._ von Fr. 319.75 (Suva-act. I-388-14) fehlt
es an einem Beleg (Suva-act. I-388-24) oder einer Bestätigung seitens des Arztes,
weshalb diese Kosten mangels rechtsgenüglichen Nachweises einer unfallkausalen
Behandlung nicht zu ersetzen sind. Dasselbe gilt für die Kosten von Fr. 1'561.05
betreffend geltend gemachter Behandlung im KSSG vom 26. November 2012 (Suva-
act. I-388-14, 29, wobei die über die Behandlung hinausgehenden, das Inkasso
betreffenden Kosten ohnehin nicht vom Unfallversicherer zu tragen wären). Nicht
nachgewiesen sind im Weiteren die "4 verschiedenen Arzttermine à Fr. 50.80" (Suva-
3.2.
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act. I-388-14). Bezüglich der Behandlungskosten gemäss Rechnung des KSSG vom
25. Januar 2019 in Höhe von Fr. 1'000.20 (Suva-act. I-388-36 f.: u.a. MRI der
Wirbelsäule) und gemäss Rechnung von Dr. C._ vom 1. April 2020 (Suva-act.
I-388-48 f., "Unfalldatum 10. Juli 2019") fehlt es, wie die Beschwerdegegnerin richtig
ausführt, am Nachweis von Behandlungen aufgrund eines der erwähnten Unfälle aus
den Jahren 2002 und 2007. Anders sieht es bezüglich der beantragten Kostentragung
in Bezug auf die Rechnung des KSSG vom 14. März 2019 in Höhe von Fr. 694.25 aus.
Anlässlich jener Konsultation vom 4. Dezember 2018 ging es um die Behandlung der
linken Hand (Suva-act. I-388-41: Unfalldatum 5. April 2002, Diagnose Hand li). Diese
Kosten beschlagen dementsprechend Unfallfolgen und sind von der
Beschwerdegegnerin zu ersetzen. Dasselbe gilt für die Behandlungen gemäss
Rechnungen vom 15. März 2010 bei Dr. F._ in Höhe von Fr. 217.70 und Fr. 186.10
(act. G 5.15 f.). Auch diesfalls adressierten die Behandlungen Folgen aus einem
versicherten Unfallereignis (Unfalldatum 21. April 2007). Es resultiert damit ein
Anspruch für ärztliche Behandlungen in Höhe von Fr. 4'533.80 (Fr. 3'435.75 + Fr.
1'098.05).
Im Weiteren beantragt der Beschwerdeführer die Übernahme von privaten
Fahrtkosten in Höhe von 46 x Fr. 19.20 (insgesamt Fr. 883.20) für unfallkausale
Behandlungen in St. Gallen sowie von Fr. 112.-- für den unfallkausalen Arzttermin in
E._ (Suva-act. 388-14). Nach Art. 13 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) werden die notwendigen Reise-, Transport- und
Rettungskosten vergütet. Gemäss Empfehlung der Ad-hoc-Kommission Schaden UVG
Nr. 1/94 Kostenvergütungen (Rettungs-, Bergungs-, Reise- und Transportkosten,
Unterkunfts- und Verpflegungskosten), in der Fassung vom 16. November 2018
(nachfolgend: Ad-hoc-Kommission), haben sich Ersatzansprüche auf Auslagen zu
beschränken, die ohne Unfall nicht entstanden wären (Ziff. 4.1). Ausgewiesen sind
Reisekosten zu den unfallbedingten Behandlungen vom 9., 12. und 18. Oktober 2018
(Suva-act. I-388-39 f.) sowie vom 4. Dezember 2018 (Suva-act. I-388-41) nach St.
Gallen ins Kantonsspital sowie vom 22. August 2011 ins E._ (Suva-act. I-388-34).
Daraus resultieren Ersatzansprüche für Fahrtkosten mit einer Distanz von 464 Kilometer
(4 x 46 Kilometer [H._ – I._ – H._] + 1 x 280 Kilometer [H._ – E._ – H._])
bzw. Fr. 278.40 (464 Kilometer x Fr. 0.60 [vgl. Ad-hoc-Kommission Ziff. 5.4]). Zwar
werden grundsätzlich Kosten für die Benutzung des Öffentlichen Verkehrs vergütet (vgl.
Ad-hoc-Kommission Ziff. 5.1). Nachdem indes die Kosten des Öffentlichen Verkehrs
die Kosten des Privatautos übersteigen, rechtfertigt sich die Kostenübernahme für die
Benutzung des privaten Fahrzeugs. Die im Weiteren zu entschädigenden
3.3.
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Behandlungen bei Dr. C._ und Dr. F._ führten zu keinen weiteren Reisekosten,
nachdem sich deren Praxen am Wohnort des Beschwerdeführers befinden.
Zur Beurteilung steht ferner die Höhe der zu entschädigenden Kosten für die
Jahresabonnemente im Bäderteil des B._ ab Januar 2009. Im Recht liegen
Vertragsbestätigungen für das Jahr 2020 Abo Bad + Sauna 12 Monate in Höhe von Fr.
1'090.-- (Suva-act. I-388-50), für das Jahr 2019 Abo Bad + Sauna 12 Monate in Höhe
von Fr. 981.-- (Suva-act. I-388-51), für das Jahr 2018 Abo Bad + Sauna 12 Monate in
Höhe von Fr. 981.-- (Suva-act. I-388-52), für das Jahr 2017 Abo Bad Erwachsene 12
Monate in Höhe von Fr. 801.-- (Suva-act. I-388-53), für das Jahr 2016 Bad + Sauna
Erwachsene 12 Monate in Höhe von Fr. 890.-- (Suva-act. I-388-54), für Juni 2014 bis
Juni 2015 Bad + Sauna Erwachsene 12 Monate in Höhe von Fr. 840.-- (Suva-act.
I-388-55), für Oktober 2009 bis Oktober 2010 Bad + Sauna Erwachsene 12 Monate in
Höhe von Fr. 840.-- (Suva-act. I-388-56), für Oktober 2008 bis Oktober 2009 Bad +
Sauna Erwachsene 12 Monate in Höhe von Fr. 840.-- (Suva-act. I-388-57) sowie für
Oktober 2007 bis Oktober 2008 Bad + Sauna Erwachsene 12 Monate in Höhe von Fr.
840.-- (Suva-act. I-388-58), insgesamt Fr. 8'103.--. Der Beschwerdeführer beantragt
einen Anspruch in Höhe von Fr. 9'733.-- (Suva-act. I-388-15). Insgesamt löste der
Beschwerdeführer im relevanten Zeitraum vom 1. Januar 2009 bis und mit dem Jahr
2020 acht Jahresabonnemente für grösstenteils Bad und Sauna. Ein Anspruch besteht
indes nur für den Bäderteil. Die Abklärung der Beschwerdegegnerin beim B._ hat
ergeben, dass das Jahresabonnement für den Bäderteil ohne Sauna in den Jahren
2009 bis 2014 Fr. 640.--, in den Jahren 2015 und 2016 Fr. 690.--, in den Jahren 2017
bis 2019 Fr. 801.-- und im Jahr 2020 Fr. 980.-- betragen hat (Suva-act. I-392). Diese
Auskünfte sind nicht in Zweifel zu ziehen. Entsprechend resultiert im relevanten
Zeitraum ein Anspruch in Höhe von Fr. 5'993.-- (Fr. 640.-- für 2009 + Fr. 640.-- für
2009/2010 + Fr. 640.-- für 2014/2015 + Fr. 690.-- für 2016 + Fr. 801.-- für 2017 + Fr.
801.-- für 2018 + Fr. 801.-- für 2019 + Fr. 980.-- für 2020). Anerkanntermassen hat die
Beschwerdegegnerin davon das Abonnent für das Jahr 2017 in Höhe von Fr. 801.--
bereits bezahlt (Suva-act. I-388-15, act. G 1.2). Damit reduziert sich der Betrag auf Fr.
5'192.-- (Fr. 5'993.-- - Fr. 801.--). Bezüglich der geltend gemachten Rückerstattung für
weitere unfallkausale Kosten im Zusammenhang mit den im B._ in Anspruch
genommenen Leistungen misslingt dem Beschwerdeführer mangels Nachweises durch
Quittungen der Beweis, dass in diesem Zeitraum auch tatsächlich Kosten entstanden
sind.
3.4.
Zusammengefasst ist festzuhalten, dass dem Beschwerdeführer aus
Heilbehandlung (inkl. Fahrten zu den Behandlungen sowie Jahresabonnemente für den
3.5.
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4.
Bäderteil des B._) ab 1. Januar 2009 bis Ende 2020 bzw. bis zum Erlass des
Einspracheentscheids grundsätzlich ein Anspruch von Fr. 10'004.20 zusteht (Fr.
4'533.80 für unfallkausale Behandlungen + Fr. 278.40 für nachgewiesene Fahrspesen
zu den unfallkausalen Behandlungen + Fr. 5'192.-- für die Jahresabonnemente für den
Bäderteil des B._ ab 2009 bis 2020). Damit ist die Beschwerde im Umfang von Fr.
575.45 (geschuldete Leistungen: Fr. 10'004.20 minus anerkannte Leistungen: Fr.
3'435.75 + Fr. 5'993.-- [Fr. 9'428.75]; vgl. dazu vorstehende E. 3.2 ff.) gutzuheissen, im
weiteren Umfang abzuweisen.
Die Fahrspesen in Höhe von Fr. 278.40 sowie die Jahresabonnementskosten in
Höhe von Fr. 5'192.-- sind dem Beschwerdeführer, soweit noch nicht passiert, von der
Beschwerdegegnerin auszuzahlen. Dies wird seitens der Beschwerdegegnerin
grundsätzlich auch nicht in Frage gestellt. Uneinigkeit besteht hingegen darüber, ob
auch die unfallkausalen Behandlungen in Höhe von Fr. 4'533.80 dem
Beschwerdeführer auszuzahlen sind. Der Beschwerdeführer beantragt dies, die
Beschwerdegegnerin verweigert die Auszahlung dieses grundsätzlich anerkannten
Anspruchs mangels Kenntnis der Krankenkasse des Beschwerdeführers bzw. zufolge
Gefahr einer Doppelzahlung. Sie tut dies zu Recht, wie sich im Folgenden zeigt. Zwar
hat es die Beschwerdegegnerin unterlassen, den Beschwerdeführer vorab in
Anwendung von Art. 43 Abs. 3 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) auf die Rechtsfolgen der Auskunfts- und
Mitwirkungspflichten hinzuweisen. Dies wurde indes im Beschwerdeverfahren
nachgeholt (act. G 11) und damit der Mangel geheilt.
4.1.
Begründet ein Versicherungsfall einen Anspruch auf
Sozialversicherungsleistungen, bestehen aber Zweifel darüber, welche
Sozialversicherung die Leistungen zu erbringen hat, so kann die berechtigte Person
Vorleistung verlangen. Vorleistungspflichtig ist die Krankenversicherung für
Sachleistungen und Taggelder, deren Übernahme durch die Krankenversicherung, die
Unfallversicherung, die Militärversicherung oder die Invalidenversicherung umstritten ist
(Art. 70 Abs. 1 und 2 lit. a ATSG). Gestützt auf diese Bestimmungen besteht eine
Vorleistungspflicht seitens der Krankenkasse gegenüber der Unfallversicherung für
Heilbehandlung. Sofern Vorleistungen für die genannten unfallkausalen Leistungen von
der Krankenkasse des Beschwerdeführers erbracht wurden, hat die
Beschwerdegegnerin diese der Krankenversicherung zurückzuerstatten (Art. 71 ATSG).
Die Krankenkasse des Beschwerdeführers ist nicht bekannt und wird von diesem – aus
welchen Gründen auch immer – in Verletzung der Auskunfts- und Mitwirkungspflichten
4.2.
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5.