Decision ID: 2df36443-7714-488d-a381-b1a664d9bbb5
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
a. Die X. AG ist Eigentümerin des in der Verzweigung der beiden Kantonsstrassen A.-
strasse und B.-strasse liegenden Grundstücks Nr. 000, Grundbuch Y. Im Hinblick auf
die Errichtung einer Tankstelle mit Shop auf dem Grundstück erliess der Gemeinderat
der Politischen Gemeinde Y. am 6. November 2001 eine Änderung zum bestehenden
Überbauungsplan „B.-strasse West“ vom 15. Juli 1982, die nach öffentlicher Auflage
vom Baudepartement des Kantons St. Gallen am 15. Februar 2002 genehmigt wurde
(act. 13/1a). Gleichzeitig mit dem Bau der Tankstelle sollte die A.-strasse mit einer
Linksabbiegespur in die B.-strasse ergänzt und zulasten des südlich angrenzenden
Grundstücks Nr. 000 verbreitert werden. Deshalb schlossen die X. AG und der Kanton
St. Gallen, vertreten durch das Baudepartement, am 13. Dezember 2001 einen
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Vorvertrag zum Abschluss eines Abtretungsvertrages ab (act. 13/6 Beilage 2). Der
Vorvertrag sah vor, die Eigentümerin des Grundstücks Nr. 000 zur unentgeltlichen
Abtretung einer Fläche von 355 (nach Berichtigung 96; act. 13/6 Beilage 5)
Quadratmetern an den Kanton und zur Leistung eines Beitrags von Fr. 50‘000.– an die
durch den Bau der Tankstelle mit Shop verursachten baulichen Massnahmen an der
A.-strasse zu verpflichten. Der Abschluss des Hauptvertrags und damit auch der Bau
des Einlenkers hingen von der Realisierung des Tankstellenprojekts ab (Ziffern 12 und
13 der weiteren Vertragsbestimmungen). Dem Vorvertrag lag ein Situationsplan bei, aus
welchem die Einfahrt von der A.-strasse her und die Standorte der Zapfsäulen
ersichtlich sind.
b. Mit persönlicher Anzeige des kantonalen Tiefbauamtes vom 26. September 2012
erhielt die X. AG von der öffentlichen Auflage des Strassenprojekts „Kantonsstrasse Nr.
1, Y.: Umbau Knoten B.“ vom 3. Oktober bis 2. November 2012 in der Gemeinde Y.
und einem damit verbundenen Enteignungsbegehren Kenntnis. Das Projekt sah die
Verbreiterung der A.-strasse mit einer Linksabbiegespur in die B.-strasse und einem
Radstreifen in Fahrtrichtung Q. zulasten einer Fläche von 143 Quadratmetern des
Grundstücks Nr. 000 vor. Eine Zufahrt von der A.-strasse auf das Grundstück zur
projektierten Tankstelle war nicht geplant (act. 13/1).
Die X. AG wies das Tiefbauamt am 27. September 2012 telefonisch und am 1. Oktober
2012 per E-Mail darauf hin, die – im Vergleich zum Überbauungsplan aus dem Jahr
2001 zusätzliche – Verbreiterung der A.-strasse zu Lasten ihres Grundstückes störe
das Tankstellenprojekt, weil die östliche Tanksäule nur noch einseitig anfahrbar wäre,
und hielt fest, das Tiefbauamt habe kurzfristig Vorschläge zu Korrekturmassnahmen in
Aussicht gestellt (act. 16/7). Die X. AG schlug dem Tiefbauamt und dem mit der
Projektierung der Kantonsstrasse beauftragten Ingenieurbüro für die Erstellung des
Radstreifens eine Verbreiterung der A.-strasse gegen Norden vor (vgl. E-Mails vom
8./9. Oktober 2012, act. 16/8). Das Tiefbauamt teilte per E-Mail am 10. Oktober 2012
mit, im Moment werde eine Lösung mit grosszügiger Einfahrt zur Tankstelle gesucht.
Dieses Resultat müsse vorliegen, bevor über eine Verschiebung der Kantonsstrasse
diskutiert werde. Dem Mail lag ein Plan vom 9. Oktober 2012 bei, der für den
Radstreifen eine Verbreiterung der A.-strasse gegen Norden vorsieht. Es wurde darauf
hingewiesen, die vorgesehene weitere Verschiebung des südlichen Strassenrandes
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zulasten des Grundstückes wirke sich erschwerend auf die ursprünglich vereinbarte
Tankstelleneinfahrt und in bislang unklarem Ausmass – bis zur möglichen Verhinderung
– auf das Tankstellenprojekt aus. Mit dem problemlos nördlich anzubauenden
Radstreifen könne das im Jahr 2001 vereinbarte Tankstellenprojekt realisiert werden
(act. 16/9).
c. Die X. AG, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Walter Locher, erhob mit Eingabe
vom 31. Oktober 2012 bei der Regierung Einsprache gegen das Strassenprojekt und
die Abtretung privater Rechte (act. 13/3). Der Rechtsdienst des kantonalen
Tiefbauamtes, dem die Angelegenheit zur Bearbeitung zugewiesen worden war,
entsprach dem Ersuchen um Ansetzung einer Nachfrist bis 3. Dezember 2012 zur
Einreichung einer Ergänzung mit Anträgen, Darstellung des Sachverhalts und
Begründung (act. 13/4 und 5). Während dieser Nachfrist arbeitete das mit dem
Strassenprojekt beauftragte Ingenieurbüro auf der Basis von Schleppkurven für
Personenwagen für die Zufahrt zur nördlichen Zapfsäule zwei Lösungen aus (act. 13/8
und 9). In der Folge beauftragte die X. AG die L. AG (heute M. AG, nachfolgend L. AG)
und die O. AG, welche zum Überbauungsplan aus dem Jahr 2001 ein Strassenprojekt
ausgearbeitet hatte, mit der Beurteilung des Projekts.
In der Ergänzung vom 3. Dezember 2012 brachte die X. AG im Wesentlichen vor, das
Strassenprojekt widerspreche dem Überbauungsplan und dem Vorvertrag vom 13.
Dezember 2001. Es verunmögliche die Realisierung der projektierten Tankstelle mit
Shop. Dabei stützte sie sich auf Berechnungen der L. AG zu den Schleppkurven für
Personen- und Lieferwagen vom 26. November 2012 (act. 13/6 Beilage 12, Rechnung
act. 8/5) und der O. AG zu den Schleppkurven und zum Gefälle zwischen der A.-
strasse und dem geplanten Eingang zum Shop vom 3. Dezember 2012 (act. 13/6
Beilage 13, Rechnung act. 8/4).
d. Unter Hinweis auf die erste Einspracheverhandlung vom 13. Februar 2013, an
welcher die Einreichung zusätzlicher Unterlagen vereinbart worden sei, legte die X. AG
am 13. März 2013 ein Lärmgutachten der P. GmbH vom 3. März 2013 (Rechnung act.
8/6) sowie weitere Pläne der L. AG mit Schleppkurven für die Zu- und Wegfahrt von
Personen- und Lieferwagen zu den beiden Zapfsäulen vom 25. Februar 2013 zu den
Akten (act. 13/8). Nach der zweiten Einspracheverhandlung vom 12. April 2013 reichte
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die L. AG vereinbarungsgemäss dem Tiefbauamt weitere Schleppkurvenpläne bei einer
Verlegung der südlichen Tanksäule vom 26. März 2013 mit den erforderlichen
Anpassungen der Überdachung ein (act. 13/10). Der Gemeinderat der Politischen
Gemeinde Y. stimmte einer entsprechenden Anpassung des Überbauungsplanes am
16. April 2013 zu und verzichtete unter dem Vorbehalt der Zustimmung der betroffenen
Grundeigentümer auf die Durchführung des Anzeige- und Auflageverfahrens (act.
13/11). Am 22. April 2013 nahm die Fachstelle Immissionen und Qualität des
Tiefbauamtes zum Lärmgutachten vom 3. März 2013 Stellung und kam zum Schluss,
das Strassenprojekt löse keine Lärmschutzmassnahmen aus (act. 13/12). Zudem legte
das Tiefbauamt der X. AG und den betroffenen weiteren Grundeigentümern im Hinblick
auf die mit einer Änderung des Tankstellenprojekts verbundene weitergehende
Beanspruchung der Nachbargrundstücke einen Grunddienstbarkeitsvertrag vor (act.
13/13).
Das Tiefbauamt ersuchte die X. AG am 25. April 2013 um Prüfung des angepassten
Überbauungsplanes im Sinn eines Vergleichsvorschlags. Am 3. Mai 2013 hielt die X.
AG fest, die breitere Einfahrt, die Verschiebung des Strassen-/Trottoirrandes und die
breitere Ausfahrt seien nicht berücksichtigt und sie „arbeite derzeit mit Hochdruck an
einem konkreten Verbesserungsvorschlag“ (act. 13/14). Am 21. Mai 2013 reichte sie
eine vom 13. Mai 2013 datierte Revision des Lärmgutachtens vom 3. März/29. April
2013 ein, welches wiederum zum Schluss kommt, mit dem neuen Projekt würden
Immissionsgrenzwerte überschritten, und schlug eine beidseitige moderate
Verbreiterung der A.-strasse ohne Auswirkungen auf die Bushaltestelle vor, so dass der
bisherige Überbauungsplan eingehalten werden könne und keine – weitergehende –
Beanspruchung von Grundstücken Dritter nötig sei (act. 13/15). Das Tiefbauamt legte
in der Folge dem Gemeinderat der Politischen Gemeinde Y. am 6. August 2013 ein
neues Strassenprojekt vor, welches keine lichtsignalgesteuerte Linksabbiegespur in die
B.-strasse mehr vorsah und keine Änderung des Überbauungsplanes aus dem Jahr
2001 erforderte (act. 13/16). Der Gemeinderat genehmigte das reduzierte Projekt am
20. August 2013 (act. 13/17).
e. Die Einsprecherin stellte den Rückzug ihrer Einsprache in Aussicht, wenn die
Vorinstanz die angefallenen Kosten für das Rechtsverfahren samt Gutachten im
Umfang von Fr. 35‘000.– mit der Zahlungsverpflichtung der Einsprecherin gemäss
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Vorvertrag vom 13. Dezember 2001 verrechne. Die Vorinstanz lehnte die
Entschädigungsforderung als wesentlich zu hoch ab und sistierte das
Einspracheverfahren. Mit Regierungsbeschluss vom 23. September 2014 (Nr. 595)
wurde das angefochtene Strassenprojekt widerrufen und das überarbeitete
Strassenprojekt gutgeheissen. In den Verhandlungen um die ausseramtliche
Entschädigung konnte keine einvernehmliche Lösung gefunden werden, da
insbesondere die Entschädigung der Gutachterkosten strittig war.
f. Mit Entscheid vom 4. März 2015 schrieb der Rechtsdienst des Tiefbauamtes die
Einsprache als gegenstandslos von der Geschäftsliste der Regierung ab. Auf eine
Erhebung der Verfahrenskosten wurde verzichtet. Das Begehren um Entschädigung
der ausseramtlichen Kosten wurde insoweit abgewiesen, als die Einsprache das
Strassenprojekt betraf (Dispositiv-Ziffer 3a). Hinsichtlich der Beurteilung der
Zulässigkeit der Enteignung wurde das Begehren gutgeheissen und der X. AG eine
ausseramtliche Entschädigung von Fr. 6‘000.– zugesprochen (Dispositiv-Ziffer 3b).
Gutachterkosten wurden nicht entschädigt.
B. Gegen diesen Entscheid erhob die X. AG (Beschwerdeführerin) durch ihren
Rechtsvertreter mit Eingabe vom 19. März 2015 Beschwerde beim Verwaltungsgericht
des Kantons St. Gallen, wobei sie verlangte, dass der Kostenentscheid des
Einspracheverfahrens aufzuheben und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz
zurückzuweisen sei. Die Vorinstanz beantragte mit Vernehmlassung vom 29. Mai 2015,
die Beschwerde abzuweisen. Die Beschwerdeführerin nahm mit Eingabe vom 18. Juni
2015 replizierend Stellung.
Auf die von den Verfahrensbeteiligten vorgebrachten Ausführungen wird, soweit

wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. (...).
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2. Die Beschwerde hat ausschliesslich den vorinstanzlichen Kostenentscheid
betreffend den Ersatz der ausseramtlichen Kosten für das Einspracheverfahren zum
Gegenstand, wobei die Beschwerdeführerin verlangt, dass die Ziffern 3a und 3b des
Entscheides des Baudepartements vom 4. März 2015 aufzuheben und zur
Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen seien. Die Beschwerdeführerin
verlangt die Entschädigung der Kosten der anwaltlichen Vertretung von Fr. 20‘000.–
sowie der Kosten für die im Einspracheverfahren eingebrachten Gutachten von
insgesamt Fr. 8‘544.95. Da die Vorinstanz in Ziff. 2 ihres Entscheides vom 4. März 2015
auf die Erhebung von Verfahrenskosten verzichtet hat, ist die Verlegung der amtlichen
Kosten nicht strittig.
2.1. Die Einsprache der Beschwerdeführerin vom 31. Oktober 2012 wandte sich
einerseits gegen das Strassenprojekt und anderseits gegen die Zulässigkeit der
Enteignung bzw. die Abtretung privater Rechte. Dieser Zweiteilung des
Einspracheverfahrens hat die Vorinstanz im Entscheid über den Ersatz der
ausseramtlichen Kosten richtigerweise Rechnung getragen, indem sie den Anspruch
auf Ersatz ausseramtlicher Kosten separat bezüglich des jeweiligen Verfahrensteils
geprüft hat, wie schon die von der Beschwerdeführerin gerügte Ziff. 3 des Entscheides
vom 4. März 2015 zeigt.
2.2. Den Behörden kommt bei der Verlegung und Bemessung von amtlichen und
ausseramtlichen Kosten ein erheblicher Ermessensspielraum zu (R. Hirt, Die Regelung
der Kosten nach st. gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, St. Gallen 2004, S. 72
und 202). Dies gilt bei der Kostenverlegung insbesondere dann, wenn das Verfahren
wie vorliegend als gegenstandslos abgeschrieben wurde und das Gesetz nichts
anderes vorsieht (Art. 98ter VRP in Verbindung mit Art. 107 Abs. 1 Ingress und lit. e der
Schweizerischen Zivilprozessordnung; SR 272, ZPO). Bei der Kostenverlegung im
Zusammenhang mit der Abschreibung infolge Gegenstandslosigkeit muss in Betracht
gezogen werden, wer diese verursacht hat (Hirt, a.a.O., S. 185 f.). Wie die Vorinstanz in
Ziff. 2.4 ihrer Vernehmlassung vom 29. Mai 2015 (act. 12) selbst bestätigte, obsiegte
die Beschwerdeführerin im Einspracheverfahren, da die Vorinstanz das aufgelegte
Strassenprojekt anpasste und es in der Folge zur Abschreibung der Einsprache als
gegenstandslos kam. Damit wird die Vorinstanz grundsätzlich entschädigungspflichtig.
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2.3. Die Ermessenskontrolle ist dem Verwaltungsgericht im Beschwerdeverfahren
verwehrt (Art. 61 Abs. 1 und 2 VRP e contrario). Es ist nur zur Rechtskontrolle befugt
und hat sich daher darauf zu beschränken, über die Einhaltung des
Ermessensspielraums zu wachen, und schreitet nur ein, wenn die Vorinstanz das ihr
zustehende Ermessen über- bzw. unterschritten oder missbraucht hat. Bei einer
Ermessensüberschreitung lässt die Behörde Ermessen walten, wo für dieses nach
Gesetz kein Raum ist. Ermessensunterschreitung liegt vor, wo das Gesetz Ermessen
einräumt und die Behörde dieses nicht wahrnimmt. Missbräuchlich wird das Ermessen
ausgeübt, wenn sich die Behörde zwar an den Rahmen des ihr vom Gesetz
eingeräumten Ermessens hält, dabei jedoch die bei der Ermessensausübung zu
beachtenden verfassungsmässigen Grundsätze, insbesondere die Rechtsgleichheit,
die Verhältnismässigkeit oder das Verbot der Willkür, verletzt (Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 740 ff.).
3. Im Einspracheverfahren betreffend das Strassenprojekt ist Art. 98 Abs. 3 VRP
anzuwenden, wonach in erstinstanzlichen und in Einspracheverfahren „in der Regel
keine ausseramtlichen Kosten zugesprochen“ werden. Die Parteien sind sich
betreffend der Anwendung von Art. 98 Abs. 3 VRP nicht einig. Strittig ist, ob der
Beschwerdeführerin für das Einspracheverfahren betreffend das Strassenprojekt eine
Parteientschädigung zu bezahlen sei.
3.1. Die Beschwerdeführerin bringt vor, dass der Wortlaut von Art. 98 Abs. 3 VRP mit
der Formulierung „in der Regel“ darauf hinweise, dass Ausnahmen vom Grundsatz der
Nichtbezahlung ausseramtlicher Kosten im erstinstanzlichen Verfahren existieren. Eine
solche Ausnahme bestehe, wenn ein Rechtsbeistand unbedingt erforderlich sei, was in
Anbetracht des vorliegenden sehr komplexen Falles zutreffe. Die Zweiteilung des
Verfahrens in Strassenprojekt- und Enteignungsverfahren biete eine gewisse
Komplexität. Das Strassenprojekt wäre dem Überbauungsplan, genehmigt 2002, und
dem Vorvertrag zur Landabtretung mit dem Kanton St. Gallen aus dem Jahr 2001
entgegengestanden und hätte die Errichtung der Tankstelle samt Shop verunmöglicht.
Deshalb hätten das Strassenprojekt und die damit zusammenhängende Enteignung
einen erheblichen Eingriff in die Rechtsstellung der Beschwerdeführerin bedeutet. Der
Beizug eines Rechtsvertreters sei deshalb unabdingbar gewesen, was auch die
zahlreichen Schreiben des Rechtsvertreters sowie die mehrfachen
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Einspracheverhandlungen zeigen würden. Die sich stellenden Rechtsfragen seien
komplex gewesen. Nur aufgrund zahlreicher Interventionen des Rechtsvertreters der
Beschwerdeführerin sei das Strassenprojekt an die bestehenden rechtlichen
Verhältnisse angepasst worden. Aus diesen Gründen habe die Vorinstanz Art. 98 Abs.
3 lit. b VRP falsch angewendet und das ihr zustehende Ermessen nicht ausgeschöpft.
Abgesehen davon gehe Art. 98 VRP von einem Verwaltungsverfahrensweg mit drei
Instanzen aus. Da vorliegend gegen den Entscheid der Regierung aber kein Rekurs,
sondern nur noch Beschwerde beim Verwaltungsgericht erhoben werden könne,
welches nur eine beschränkte Kognition zur Überprüfung des Entscheides habe,
entfalle eine Rechtsinstanz. Nur schon aus diesem Grund liege eine Ausnahme gemäss
Art. 98 Abs. 3 VRP vor.
Die Vorinstanz stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt, dass der
Beschwerdeführerin von vornherein keine ausseramtliche Entschädigung zustehe für
das Einspracheverfahren betreffend das Strassenprojekt, da nach Art. 98 Abs. 3 VRP in
erstinstanzlichen Verfahren regelmässig keine ausseramtlichen Kosten entschädigt
würden. In der Vernehmlassung vom 29. Mai 2015 fügte die Vorinstanz in Ziff. 2.4 Abs.
2 (act. 12) lediglich an, dass im Einspracheverfahren praxisgemäss nur ausseramtliche
Kosten im Zusammenhang mit der Einsprache gegen die Zulässigkeit der Enteignung
entschädigt würden. Sie äusserte sich nicht zu den Ausführungen der
Beschwerdeführerin, dass es sich bei vorliegendem Fall um einen Ausnahmefall nach
Art. 98 Abs. 3 VRP handle.
3.2. Nach Art. 98 Abs. 3 lit. b VRP werden im erstinstanzlichen Einspracheverfahren
regelmässig keine ausseramtlichen Kosten zugesprochen, da es sich dabei um kein
eigentliches Parteiverfahren handelt und sich lediglich die anordnende Behörde und
der Private gegenüberstehen (VerwGE B 2011/88 vom 18. Oktober 2011 E. 2.2.1,
www.gerichte.sg.ch). Den Beteiligten ist es nach Meinung des Gesetzgebers möglich
und zumutbar, in erstinstanzlichen Verwaltungs- und Einspracheverfahren ihre Rechte
selber und ohne Rechtsverbeiständung zu wahren (Hirt, a.a.O., S. 155). Dem Wortlaut
folgend gilt dieser Grundsatz aber nicht absolut. Eine ausseramtliche Entschädigung im
erstinstanzlichen Verfahren wird dann zugesprochen, wenn das Verfahren willkürlich
eröffnet wurde bzw. der angefochtene Entscheid willkürlich erging oder wenn für den
Betroffenen zur Wahrung seiner Rechte der Beizug eines Anwaltes unbedingt
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notwendig war (Hirt, a.a.O., S. 156; vgl. GVP 1987 Nr. 46 E. b). Die Frage, wann eine
fachkundige rechtliche Vertretung notwendig ist, ist in sachgemässer Analogie zur
Praxis bei der Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung zu beantworten
(VerwGE B 2002/155 vom 22. Mai 2003 E. 2b). Das heisst, ob der Beizug eines Anwalts
im erstinstanzlichen Verwaltungsverfahren unbedingt notwendig war, wird nach der
Schwierigkeit der sich im Verfahren stellenden Fragen, der Rechtskenntnisse der
Beteiligten, der Bedeutung der Streitsache für den Betroffenen und einer allfälligen
Vertretung der Gegenpartei beurteilt. An diese Kriterien werden jedoch grössere
Anforderungen gestellt, als bei einer Beurteilung nach Art. 98 Abs. 2 VRP (GVP 1987
Nr. 46 E. bb; BGE 104 Ia 72 E. 3c). In BGE 119 Ia 264 E. 3b und BGE 125 V 32 E. 4b
lockerte das Bundesgericht seine Praxis dahingehend leicht, dass anwaltliche
Vertretung bei einem besonders starken Eingriff in die Rechtsstellung des Betroffenen
grundsätzlich geboten ist.
3.3. Die Beschwerdeführerin weist zu Recht darauf hin, die Vorinstanz anerkenne in E.
3c ihres Entscheides vom 4. März 2015 (act. 2 S. 4), dass der vorliegende Fall eine
gewisse Komplexität aufweise, nicht zuletzt wegen der Zweispurigkeit des Verfahrens.
Das Verfahren ist in dem Sinne zweispurig, dass sich die Einsprache gegen das
Strassenprojekt und die Zulässigkeit der Enteignung wendet. In einem weiteren Sinne
ist das Verfahren zweiteilig, da nach abgeschlossenem Planungsverfahren, also nach
Abschluss des zweiteiligen Einspracheverfahrens, in einem zweiten Schritt das
Enteignungsverfahren folgen würde. Dies alleine ist aber noch nicht ausreichend, um
gemäss den bezeichneten Kriterien aus der Lehre und der Rechtsprechung von einem
Ausnahmefall nach Art. 98 Abs. 3 VRP auszugehen. Auf die Rüge der
Beschwerdeführerin in ihrer Einsprache, dass das aufgelegte Strassenprojekt dem
2002 genehmigten Überbauungsplan sowie dem 2001 abgeschlossenen Vorvertrag
widerspreche, reagierte die Vorinstanz mit Vorschlägen, wie eine einvernehmliche
Lösung gefunden werden könnte. Diese Vorschläge zielten darauf ab, wie die
Beschwerdeführerin ihr Tankstellenprojekt abändern könnte, damit es mit dem
aufgelegten Strassenprojekt vereinbar wäre. Ein Lösungsvorschlag bestand in einem
Grunddienstbarkeitsvertrag, der ein Fuss- und Fahrwegrecht mit den
Nachbarliegenschaften zugunsten der Beschwerdeführerin enthielt, verbunden mit
einer Änderung des Überbauungsplans (Akten Vorinstanz, act. 11 und 13). Bei der
Beurteilung dieser Lösungsvorschläge sowie der Aushandlung einer Lösung, welche
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den Überbauungsplan sowie den Vorvertrag von 2001 nicht verletzte, stellten sich
komplexe Rechtsfragen, welche den Beizug eines Rechtbeistandes rechtfertigen. Hätte
die Vorinstanz ihrerseits einen Lösungsvorschlag gemacht, welcher den
Überbauungsplan und den Vorvertrag von 2001 nicht berührt hätte, so wäre es der
Beschwerdeführerin wohl zuzutrauen gewesen, auch als juristische Laiin die
Verhandlungen selbst zu führen. Dies war aber vorliegend nicht der Fall.
Den Behauptungen der Vorinstanz, dass sie nie ein detailliertes Projekt der geplanten
Tankstellenerstellung erhalten hätte und die beabsichtigte Knotensanierung deshalb
nicht wie geplant erst nach Realisierung der Tankstelle durchführen konnte, ist nicht zu
folgen. Wie die Beschwerdeführerin richtig anmerkt, war die Vorinstanz seit 2001 in
Besitz eines Überbauungsplans der Tankstelle samt Shop und Einfahrt (act. 13/6
Beilagen 1 und 2). Ebenso wird im geänderten Überbauungsplan in Art. 3 festgehalten,
dass die Erschliessung der Tankstelle über die B.-strasse respektive A.-strasse geplant
ist (act. 13/1a). Die Vorinstanz hat in Kenntnis dieses Tankstellenplans ein
Strassenprojekt aufgelegt, das dem Überbauungsplan, genehmigt 2002, sowie dem
Vorvertrag von 2001 widerspricht. Dies anerkennt die Vorinstanz auch in E. 4 ihres
Entscheides vom 4. März 2015 (act. 2 S. 2). Dass die Beschwerdeführerin der
Vorinstanz die aktualisierten und überarbeiteten Tankstellenprojektpläne nicht innert
abgemachter Frist vorlegte, ändert daran nichts, da die für das Strassenprojekt
massgebende Information bereits in den Plänen von 2001 enthalten war. Die Vorinstanz
kann sich deshalb nicht auf den Standpunkt stellen, dass der Beizug eines
Rechtsbeistandes im Einspracheverfahren nicht nötig gewesen wäre, wenn sie ihr
Strassenprojekt erst nach zwei Vorschlägen zur Abänderung des Tankstellenprojekts
ihrerseits den rechtlichen Gegebenheiten anpasste. Zudem hat die Streitsache eine
grosse Bedeutung für die Beschwerdeführerin, da bei Durchführung des aufgelegten
Strassenprojekts die Realisierung ihres geplanten Tankstellenprojekts unverändert
nicht mehr möglich gewesen wäre. Dies hätte nachweislich die Verhandlungen der
Beschwerdeführerin mit verschiedenen Erdölgesellschaften, welche Interesse am
Tankstellenprojekt bekundet hatten, gefährdet. Einige der Erdölgesellschaften nahmen
unter Vorbehalt, dass das Strassenprojekt umgesetzt würde, ausdrücklich von ihren
Offerten Abstand (act. 13/6 Rz. 12 ff.).
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Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz mit ihrem pauschalen Verweis auf
Art. 98 Abs. 3 VRP einerseits ihr Ermessen unterschritten hat, indem sie sich nicht mit
der Möglichkeit eines Ausnahmefalles auseinandersetzte. Andererseits verletzte sie
damit zudem Art. 98 Abs. 3 VRP, da vorliegend ein Ausnahmefall besteht und der
Beizug eines Rechtsbeistandes für die Beschwerdeführerin unbedingt notwendig war.
Die Beschwerde ist dementsprechend hinsichtlich dieses Begehrens gutzuheissen und
Dispositiv-Ziffer 3a des Entscheides der Vorinstanz vom 4. März 2015 aufzuheben. Ob
zudem auch aufgrund des verkürzten Verwaltungsverfahrenswegs ein Ausnahmefall
gemäss Art. 98 Abs. 3 VRP vorliegt, da die Beschwerdeführerin keine Möglichkeit
hatte, Rekurs zu erheben und das Verwaltungsgericht als zweite Instanz den Entscheid
nur mit beschränkter Kognition überprüfen kann, kann offengelassen werden. Da den
Behörden bei der Bemessung der ausseramtlichen Entschädigung ein erheblicher
Ermessensspielraum zusteht (siehe E. 2.2 f. dieses Entscheids), ist das
Verwaltungsgericht grundsätzlich nicht befugt, anstelle der Vorinstanzen das freie
Ermessen zu betätigen (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 1031). In der Regel weist das
Verwaltungsgericht den Entscheid über die Festsetzung der Höhe der ausseramtlichen
Entschädigung deshalb an die Vorinstanz zurück (VerwGE B 2011/88 vom 18. Oktober
2011 E. 2.3). Die Vorinstanz und die Beschwerdeführerin sind sich aber einig, dass die
Hälfte des Aufwandes der Beschwerdeführerin im Einspracheverfahren auf die
Einsprache betreffend das Strassenprojekt und die andere Hälfte auf die Einsprache
betreffend die Zulässigkeit der Enteignung fiel. Die Vorinstanz legte in Ausübung ihres
Ermessens die ausseramtliche Entschädigung für die Einsprache gegen die
Zulässigkeit der Enteignung auf Fr. 6‘000.– fest. Deshalb und aus Gründen der
Prozessökonomie rechtfertigt es sich, dass das Verwaltungsgericht vorliegend auch
über die Höhe der geschuldeten ausseramtlichen Entschädigung für die Einsprache
gegen das Strassenprojekt entscheidet und diese ebenfalls auf Fr. 6‘000.– festsetzt.
4. Im Einspracheverfahren betreffend die Zulässigkeit der Enteignung bzw. die
Abtretung privater Rechte ist strittig, ob die Vorinstanz befugt war, über die
ausseramtliche Entschädigung zu entscheiden, oder ob sie die Entschädigungsfrage
dem Präsidenten der Schätzungskommission für Enteignungen hätte überweisen
müssen.
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4.1. Die Beschwerdeführerin bringt vor, dass die persönliche Anzeige der Vorinstanz
vom 26. September 2012 gemäss Art. 42 Abs. 1 Satz 2 Strassengesetz (sGS 732.1,
StrG) als Einleitung des Enteignungsverfahrens gelte. Sodann werde nach Art. 48 StrG
für die Abtretung privater Rechte das Enteignungsgesetz (sGS 735.1, EntG)
angewendet. Deshalb finde Art. 48 EntG auf den enteignungsrechtlichen Teil der
Einsprache der Beschwerdeführerin nach Art. 45 Abs. 1 lit. b StrG Anwendung, wonach
der Enteignete angemessen für notwendige ausseramtliche Kosten zu entschädigen
sei. Es sei folglich im Projektverfahren über die Pflicht zur Abtretung privater Rechte zu
entscheiden, sofern diese bestritten sei. Demgegenüber sei die Entschädigungsfrage
im Enteignungs- bzw. Schätzungsverfahren zu beurteilen, da bei Uneinigkeit über die
Entschädigungsfrage von den Beteiligten beim Präsidenten der
Schätzungskommission für Enteignung die Durchführung des Schätzungsverfahrens
verlangt werden könne (Art. 49 Abs. 1 StrG). Die Beschwerdeführerin kommt zum
Schluss, dass die Vorinstanz die Entschädigungsfrage dem Präsidenten der
Schätzungskommission hätte überweisen müssen, da Uneinigkeit in dieser Frage
bestand. Indem die Vorinstanz die Entschädigung selbst festsetzte, habe sie das Recht
falsch angewendet und eine Ermessensüberschreitung begangen.
Die Vorinstanz führte demgegenüber aus, dass es falsch sei, dass beim Präsidenten
der Schätzungskommission ein Schätzungsverfahren hätte veranlasst werden müssen.
Im Rahmen des Einspracheverfahrens werde lediglich die Zulässigkeit der Enteignung
beurteilt. Erst wenn ein rechtskräftiges Projekt vorliege und keine Einigung über aus
einer Enteignung resultierende Entschädigungen erzielt werden konnte, werde das
Schätzungsverfahren gemäss Enteignungsgesetz durchgeführt. Die Zustellung der
persönlichen Anzeige gelte wohl als Einleitung des Enteignungsverfahrens, jedoch sei
vorliegend gar kein Enteignungsverfahren durchgeführt worden, weil das aufgelegte
Strassenprojekt nie rechtskräftig geworden sei und deshalb auch nie eine Enteignung
stattgefunden habe.
4.2. Eine persönliche Anzeige leitet gemäss Art. 42 Abs. 1 Satz 2 StrG das
Enteignungsverfahren ein. Nach Art. 45 Abs. 1 lit. b StrG ist Einsprache gegen die
Zulässigkeit der Enteignung möglich. Gemäss Art. 45 Abs. 3 StrG entscheidet über
Einsprachen bei Kantonsstrassen die Regierung. Unter dem Titel „Landerwerb und
Baubeginn; Abtretung privater Rechte“ verweist Art. 48 Abs. 2 StrG für die Enteignung
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privater Rechte auf das Enteignungsgesetz, soweit das StrG nichts anderes bestimmt.
Im Enteignungsverfahren ist sodann Art. 48 EntG anwendbar, wonach der Enteignete
angemessen für notwendige ausseramtliche Kosten zu entschädigen ist. Sind sich die
Beteiligten bei der Entschädigung oder anderen Begehren im Enteignungsverfahren
nicht einig, so kann beim Präsidenten der Schätzungskommission für Enteignungen die
Durchführung eines Schätzungsverfahrens verlangt werden (Art. 49 Abs. 1 StrG).
4.3. Vorliegend liegt eine Einsprache im Planverfahren zur Zulässigkeit der Enteignung
nach Art. 45 Abs. 1 lit. b StrG betreffend eines Kantonsstrassenprojekts vor, welche
gemäss Art. 45 Abs. 3 StrG von der Regierung zu entscheiden ist. Nach
verwaltungsgerichtlicher Rechtsprechung kann das Landerwerbsverfahren erst nach
Rechtskraft des Projekts, insbesondere der Klärung der Zulässigkeit der Enteignung
erfolgen (VerwGE B 2012/193, B 2012/194 vom 11. Juni 2014 E. 6,
www.gerichte.sg.ch). Erst wenn das Planverfahren, welches vorliegend die Einsprache
betreffend das Strassenprojekt und die Eisprache betreffend die Zulässigkeit der
Enteignung beinhaltet, abgeschlossen ist und ein rechtskräftiges Projekt sowie die
Zulässigkeit der Enteignung feststeht, wird das Enteignungsverfahren durchgeführt.
Falls dann im Enteignungsverfahren keine Einigung erzielt wird über die Entschädigung,
kann das Schätzungsverfahren durchgeführt werden. Daran ändert auch nichts, dass
die persönliche Anzeige gemäss Art. 42 Abs. 1 Satz 2 StrG das Enteignungsverfahren
einleitet, da damit noch kein Enteignungsverfahren durchgeführt wurde. Infolgedessen
sind die Bestimmungen von Art. 48 f. StrG unter dem Titel „Landerwerb und
Baubeginn; Abtretung privater Rechte“, mitsamt dem Verweis auf das
Enteignungsgesetz und somit Art. 48 EntG, erst anwendbar, wenn ein rechtskräftiges
Projekt vorliegt. Diese Sichtweise wird auch von Art. 1 EntG gestützt, der festlegt, dass
das Enteignungsgesetz die Enteignung und die Folgen enteignungsähnlicher
Eigentumsbeschränkungen regelt. Wie die Vorinstanz richtig feststellte, ist das
aufgelegte Strassenprojekt, auf das sich die Einsprache bezieht, nie rechtskräftig
geworden und dementsprechend auch kein Enteignungsverfahren durchgeführt
worden. Den Ausführungen der Beschwerdeführerin, wonach Art. 48 EntG auf den
enteignungsrechtlichen Teil der Einsprache der Beschwerdeführerin nach Art. 45 Abs. 1
lit. b StrG anzuwenden und sie als Enteignete deshalb angemessen für notwendige
ausseramtliche Kosten zu entschädigen sei, ist demnach nicht zu folgen. Aus gleichem
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Grund bestand in vorliegendem Verfahren auch nie die Möglichkeit, ein
Schätzungsverfahren nach Art. 49 Abs. 1 StrG einzuleiten.
Der von der Beschwerdeführerin angeführte Verweis auf die Literatur vermag an
diesem Ergebnis nichts zu ändern. Die von der Beschwerdeführerin zitierte Stelle zu
Art. 45 StrG lautet: “Im Planverfahren ist gleichzeitig über die Pflicht zur Abtretung
privater Rechte zu entscheiden, sofern die Abtretung bestritten ist. Diese Lösung ist
zweckmässig, stehen doch das Projekt und die Pflicht zur Abtretung privater Rechte in
einem engen sachlichen Zusammenhang. Anders ist es bei der Bemessung der
Entschädigung für die Abtretung privater Rechte. Die Entschädigungsfrage kann und
soll im Enteignungs- bzw. Schätzungsverfahren beurteilt werden“ (P. Schönenberger,
in: Germann (Hrsg.), Kurzkommentar zum st. gallischen Strassengesetz vom 12. Juni
1988, St. Gallen 1989, Rz. 3 zu Art. 45 StrG). Betrachtet man diesen Absatz als Ganzes
und nicht nur den von der Beschwerdeführerin herausgelösten letzten Satz, ergibt sich
aus dem Zusammenhang klar, dass mit der Formulierung „Entschädigungsfrage“ im
letzten Satz des Zitats die „Bemessung der Entschädigung für die Abtretung privater
Rechte“, wie es im zweitletzten Satz des Zitats steht, gemeint ist. Aus dieser
Literaturstelle ist folglich keinesfalls herauszulesen, dass die Frage der ausseramtlichen
Entschädigung im Einspracheverfahren im Schätzungsverfahren nach Art. 49 Abs. 1
StrG zu beantworten sei. Zudem statuiert Art. 49 Abs. 1 StrG eine „kann“-Vorschrift,
welche sowohl dem Enteigner als auch dem Enteigneten die Möglichkeit eröffnet, beim
Präsidenten der Schätzungskommission für Enteignung die Durchführung eines
Schätzungsverfahrens zu verlangen (Schönenberger, a.a.O., Rz. 2 zu Art. 49 StrG). Der
Versuch der Beschwerdeführerin, daraus eine Pflicht der Vorinstanz zur Überweisung
der Frage der ausseramtlichen Entschädigung an den Präsidenten der
Schätzungskommission für Enteignung abzuleiten, überzeugt deshalb in mehrfacher
Hinsicht nicht, umso mehr, da sie ja selbst auch keinen solchen Antrag stellte.
Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass das aufgelegte Strassenprojekt nie
Rechtskraft erlangt hat. Nach verwaltungsgerichtlicher Rechtsprechung folgt das
Enteignungsverfahren erst nach Rechtskraft des Projekts, insbesondere der Klärung
der Zulässigkeit der Enteignung. Infolgedessen ist weder Art. 48 EntG anzuwenden,
noch besteht die Möglichkeit, ein Schätzungsverfahren nach Art. 49 Abs. 1 StrG zu
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fordern. Die Vorinstanz hat den Entscheid über die ausseramtliche Entschädigung im
Einspracheverfahren betreffend die Zulässigkeit der Enteignung zurecht selbst gefällt.
5. Strittig ist weiter, ob die von der Vorinstanz in Dispositiv-Ziffer 3b ihres Entscheides
vom 4. März 2015 festgesetzte ausseramtliche Entschädigung für das
Einspracheverfahren betreffend die Zulässigkeit der Enteignung im Umfang von
„lediglich“ Fr. 6‘000.– angemessen ist.
5.1. Die Beschwerdeführerin wendet ein, dass die Rechtsberatungskosten für das
Einspracheverfahren insgesamt bei Fr. 20‘000.– zuzüglich MwSt lägen. Die
Beschwerdeführerin habe zudem eigene Abklärungen und Aufwendungen für die
Erstellung fundierter Lösungsvorschläge im Umfang von 200 Stunden getätigt. Dieser
enorme Aufwand sei nötig gewesen, um die Unvereinbarkeit des Strassenprojekts mit
dem Tankstellenprojekt aufzuzeigen. Rund die Hälfte dieser Kosten sei im
Zusammenhang mit dem Enteignungsverfahren angefallen.
Die Vorinstanz geht übereinstimmend mit der Beschwerdeführerin davon aus, dass die
Hälfte der Kosten der Beschwerdeführerin auf das Einspracheverfahren betreffend die
Zulässigkeit der Enteignung falle. Sie anerkannte, dass es sich vorliegend um einen
aussergewöhnlich komplizierten Fall handle und verdoppelte deshalb die maximale
Honorarpauschale, wobei sie auf eine ausseramtliche Entschädigung von Fr. 6‘000.–
kam, ohne Mehrwertsteuer.
5.2. Den Behörden kommt bei der Bemessung von amtlichen und ausseramtlichen
Kosten ein erheblicher Ermessensspielraum zu (Hirt, a.a.O., S. 202). Wie in Erwägung
2.3 dieses Entscheides aufgezeigt, ist dem Verwaltungsgericht im
Beschwerdeverfahren die Ermessenskontrolle verwehrt. Rechtsgrundlage der
Festsetzung der ausseramtlichen Entschädigung im Einspracheverfahren nach Art. 45
Abs. 1 StrG ist nicht, wie von den Parteien behauptet, Art. 48 Abs. 1 EntG, wie in
Erwägung 4.3 Abs. 1 dieses Entscheides dargelegt. Anwendbar ist wiederum Art. 98
Abs. 3 VRP, wobei bezüglich des Einspracheverfahrens betreffend die Zulässigkeit der
Enteignung i.c. nicht strittig ist, ob eine ausseramtliche Entschädigung ausnahmsweise
angebracht ist. Strittig ist deren Bemessung. Gemäss Art. 6 der Honorarordnung für
Rechtsanwälte und Rechtsagenten (sGS 963.75, HonO) wird das Honorar nach
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Ermessen zugesprochen, wenn der Rechtsanwalt keine Honorarnote eingereicht hat.
Die Bemessung der ausseramtlichen Entschädigung richtet sich in der
Verwaltungsrechtpflege vor Verwaltungsbehörden nach Art. 22 Abs. 1 lit. a HonO,
wonach das Honorar pauschal Fr. 500.– bis Fr. 6000.– beträgt. Nach Art. 19 HonO wird
das Honorar innerhalb des für eine Pauschale gesetzten Rahmens nach den
besonderen Umständen, namentlich nach Art und Umfang der Bemühungen, der
Schwierigkeit des Falles und den wirtschaftlichen Verhältnissen der Beteiligten,
bemessen (vgl. VerwGE B 2015/108 vom 17. Dezember 2015 E. 5, VerwGE B 2014/196
vom 25. Februar 2016 E. 5 und VerwGE B 2014/214 vom 27. November 2015 E. 4.2.1,
www.gerichte.sg.ch).
5.3. Die Beschwerdeführerin hat der Vorinstanz nie eine detaillierte Honorarnote
zukommen lassen. Damit hat sie in Kauf genommen, dass die Entschädigung nach
Ermessen festgesetzt wird und den Aufwand unter Umständen nicht deckt (VerwGE B
2006/38 vom 8. Juni 2006 E. 3, www.gerichte.sg.ch). Die Vorinstanz ist vorliegend im
Sinne der Beschwerdeführerin von einem aussergewöhnlich komplexen Fall
ausgegangen, da das Strassenprojekt dem Überbauungsplan, genehmigt 2002,
widersprach sowie vom bestehenden Vorvertrag von 2001 abwich. Deshalb erhöhte sie
den ordentlichen Höchstbetrag nach Art. 22 Abs. 1 lit. a HonO von Fr. 6‘000.– auf das
Doppelte gemäss Art. 22 Abs. 2 HonO. Da diese Fr. 12‘000.– für das gesamte
Einspracheverfahren gelten und sich die Parteien einig waren, dass auf das
Einspracheverfahren betreffend die Enteignung die Hälfte des Aufwandes fiel, sprach
die Vorinstanz eine ausseramtliche Entschädigung von Fr. 6‘000.– für diesen
Verfahrensteil zu. Die Vorinstanz hat den ihr dabei zustehenden weiten
Ermessensspielraum keinesfalls über- bzw. unterschritten. Weil die
Beschwerdegegnerin mehrwertsteuerpflichtig ist, kann sie die der Honorarrechnung
ihres Anwalts belastete Mehrwertsteuer als Vorsteuer in Abzug bringen. Daher muss
die Mehrwertsteuer bei der Bemessung der ausseramtlichen Entschädigung nicht
zusätzlich berücksichtigt werden (Hirt, a.a.O., S. 194).
Demzufolge ist der sinngemäss gestellte Antrag, wonach der Beschwerdeführerin für
das Einspracheverfahren betreffend die Zulässigkeit der Enteignung Fr. 10‘000.–
zuzüglich MwSt zuzusprechen sei, abzuweisen und die Dispositiv-Ziffer 3b des
Entscheides vom 5. März 2015 zu bestätigen.
http://www.gerichte.sg.ch
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6. Zu prüfen ist weiter, ob die von der Beschwerdeführerin in das Einspracheverfahren
eingebrachten Gutachten von der Vorinstanz zu entschädigen sind oder nicht. Bei
besagten Gutachten handelt es sich um eine Schleppkurvenüberprüfung der L. AG
vom 26. November 2012 für Fr. 2‘809.80, eine Überprüfung der Schleppkurven sowie
der Gefällsverhältnisse durch die O. AG vom 3. Dezember 2012 für Fr. 1‘192.65 sowie
zwei Lärmgutachten der P. GmbH, eines vom 3. März 2013 sowie dessen Revision
vom 13. Mai 2013 für insgesamt Fr. 4‘542.50. Die Kosten für die Gutachten belaufen
sich insgesamt auf Fr. 8‘544.95. Da der Beschwerdeführerin für beide Verfahrensteile
eine ausseramtliche Entschädigung zusteht, kann offen gelassen werden, ob sich die
Gutachten auf das Strassenprojekt oder die Enteignung beziehen.
6.1. Die Beschwerdeführerin führt an, dass die Gutachten notwendig und erforderlich
gewesen seien, damit die Vorinstanz das Strassenprojekt an die bereits geschaffenen
Rechtsverhältnisse anpasste. Sie rügt insbesondere, dass die Vorinstanz den
Sachverhalt unrichtig festgestellt habe, da sie die Beschwerdeführerin anlässlich der
ersten Einspracheverhandlung gebeten habe, Überprüfungen zur Änderung des
Tankstellenprojekts vorzunehmen, weshalb alle Gutachten notwendig gewesen seien.
Die Einreichung der Gutachten sei mit der Vorinstanz abgesprochen worden. Dass die
Vorinstanz dann auch die Rechnung der zweiten Schleppkurvenberechnung der L. AG
vom 25. Februar 2013 über Fr. 2‘545.65 bezahlt habe, sei eine Anerkennung, dass die
Gutachten notwendig und gewünscht waren. Weiter hätten die Lösungsvorschläge der
Vorinstanz es nötig gemacht, diese Gutachten einzureichen, um sie davon zu
überzeugen, dass ihre Lösungsvorschläge nicht rechtskonform seien.
Die Vorinstanz stellt sich auf den Standpunkt, dass die Gutachten nicht mit ihr
abgesprochen worden seien und sie diese nicht in Auftrag gegeben habe. Die
Gutachten seien gar nicht nötig gewesen, da die Vorinstanz eigene Abklärungen
gemacht oder in Auftrag gegeben habe. Diese von ihr in Auftrag gegebenen Gutachten
habe sie dann auch bezahlt. Ein Hinweis der Beschwerdeführerin auf den Widerspruch
zwischen Strassenprojekt und Überbauungsplan, genehmigt 2002, sowie Vorvertrag
von 2001 hätte genügt; sie habe dann umgehend Lösungsvorschläge ausgearbeitet. Es
handle sich bei den von der Beschwerdeführerin eingebrachten Gutachten um
Parteigutachten im Hinblick auf die Realisierung des Tankstellenprojekts, weshalb die
Beschwerdeführerin sie selber bezahlen müsse. Zudem seien die beiden
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Lärmgutachten von der Vorinstanz stets bestritten worden, da sie den von ihr
getroffenen Abklärungen bei der Fachstelle Immissionen und Qualität widerspreche.
Im Verwaltungsverfahren gilt gemäss Art. 12 VRP der Untersuchungsgrundsatz.
Deshalb sind Kosten für die Beschaffung von Beweismitteln generell nur zurückhaltend
im Rahmen der Parteientschädigung abzugelten (Hirt, a.a.O., S. 193). In der
Parteientschädigung inbegriffen sind neben der Entschädigung für die
rechtsanwaltliche Vertretung auch die Barauslagen (Cavelti/Vögeli, Rz. 840).
Gutachterkosten fallen grundsätzlich als Fremdkosten unter die Barauslagen der nicht
abschliessenden Aufzählung von Art. 28 Abs. 1 HonO (VerwGE B 2006/58 vom 8. Juni
2006 E. 2b cc) Abs. 3). Über den Verweis in Art. 98ter VRP ist Art. 95 Abs. 3 lit. a ZPO
anwendbar, wonach als Parteientschädigung auch der Ersatz notwendiger Auslagen
gilt. An die Notwendigkeit sind mit Blick auf den Untersuchungsgrundsatz aber höhere
Anforderungen zu stellen als im zivilrechtlichen Verfahren. Die Kosten eines
Privatgutachtens sind nur ausnahmsweise zu ersetzen, wenn dieses wesentliche neue
Erkenntnisse ermöglicht oder ein neutrales Gutachten erübrigt hat (Hirt, a.a.O., S. 192
f.). Weiter wird ein Privatgutachten entschädigt, wenn ein Verfahren als schwierig und
sich die Arbeit der beigezogenen Fachperson als nützlich erweist (BGer 2A.191/2005
vom 2. September 2005 E. 5.2). Betreffend des Beweiswertes hat ein Parteigutachten
nicht den gleichen Rang wie ein nach dem vorgesehenen Verfahrensrecht eingeholtes
Gutachten. Parteigutachten unterliegen der freien Beweiswürdigung und können ein
gerichtliches Gutachten in der Regel nicht ersetzen, wohl aber im Ergebnis stützen
oder erschüttern (VerwGE B 2013/53 vom 12. Juni 2013 E. 4 Abs. 2,
www.gerichte.sg.ch). Das Bundesgericht hat kürzlich festgehalten, dass
Parteigutachten keine Beweismittel i.S.v. Art. 168 Abs. 1 ZPO, sondern lediglich
Parteibehauptungen darstellen (BGE 141 III 433 E. 2.5 f. m.w.H.). Ein Parteigutachten
hat lediglich die Bedeutung einer der freien Beweiswürdigung unterliegenden
Parteibehauptung, da der Privatgutachter nicht unabhängig und unparteiisch ist wie ein
amtlicher Sachverständiger und in einem Auftragsverhältnis zur Privatpartei steht.
Unter Umständen kann ein Privatgutachten geeignet sein, Zweifel an der Schlüssigkeit
eines Gerichtsgutachtens zu erwecken, wenn z.B. entscheidrelevante Aspekte im
Gerichtsgutachten nicht rechtsgenügend geprüft worden sind oder erhebliche Zweifel
an der Schlussfolgerung bestehen (BGE 141 IV 369 E. 6.2.).
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6.2. Vorab ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin die Rechnungen erstmals im
Beschwerdeverfahren vorlegt und keine Zahlungen nachweist. Im Übrigen müssen die
Voraussetzungen der Entschädigung der Kosten der Gutachten der
Beschwerdeführerin bezüglich jedem der vier Gutachten grundsätzlich separat geprüft
werden, wofür der Verfahrensgang sowie der Inhalt der Gutachten massgebend sind.
Das aufgelegte Strassenprojekt hatte keine Zufahrt von der A.-strasse auf das
Grundstück Nr. 000 der Beschwerdeführerin eingeplant. Die Vorinstanz beauftragte die
R. AG, Lösungen für eine Einfahrt auf das Grundstück der Beschwerdeführerin
aufzuzeigen. Die Beschwerdeführerin war mit den zwei Lösungsvorschlägen der R. AG
nicht einverstanden, da die projektierte Zufahrt zur Tankstelle nicht die notwendigen
Ausmasse aufweise sowie die Einfahrt durch Lieferwagen nicht berücksichtigt worden
sei, und stellte der Vorinstanz eine Problemlösung samt Planbeilage basierend auf den
Plänen der R. AG vom 9. Oktober 2012 zu (Akten Vorinstanz, act. 6 Beilage 10). Am 16.
November 2012 beauftragte die Beschwerdeführerin die L. AG, die von der R. AG
geplante Zufahrt zu überprüfen. Die Schleppkurvenberechnung der L. AG vom 26.
November 2012 kam zum Schluss, dass eine Einfahrt zur Tankstelle von der A.-strasse
mindestens 16 Meter breit sein müsse, damit die Zufahrt zur Tanksäule 2 gewährleistet
werden könne. Zusätzlich beauftragte die Beschwerdeführerin die O. AG abermals, die
Rechtmässigkeit der Zufahrt mittels Schleppkurven- sowie die
Gefällsverhältnisberechnungen zu prüfen. Die O. AG kam in ihrem Gutachten vom 3.
Dezember 2012 zum Schluss, dass die Zufahrt befahrbar und rechtskonform sei. Die
Beschwerdeführerin legte das Gutachten der O. AG zwar ebenfalls ihrer
Einsprachebegründung vom 3. Dezember 2012 als Beilage 13 bei, versuchte das
Gutachten aber in III. A. b) Rz. 9 ff. der Einsprache zu diskreditieren, indem sie es als
falsch bezeichnete und behauptete, dass es „einer kritischen Prüfung nicht Stand
hält“ (Akten Vorinstanz, act. 6 S. 8 f.).
Bei diesen zwei von der Beschwerdeführerin noch vor Einreichung der Beschwerde in
Auftrag gegebenen Gutachten handelt es sich um Parteigutachten, welchen die
Bedeutung einer der freien Beweiswürdigung unterliegenden Parteibehauptung
zukommt. Die Parteigutachten haben weder wesentliche neue Erkenntnisse ermöglicht,
noch haben sie ein neutrales Gutachten erübrigt. Im Gegenteil wurden sie nur in
Auftrag gegeben, um das Gutachten der von der Vorinstanz beauftragten R. AG zu
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entkräften bzw. dessen Fehlerhaftigkeit aufzuzeigen. Diese zwei Parteigutachten haben
folglich zu keinem prozessökonomischen Gewinn für das Verfahren geführt. Die Arbeit
der beigezogenen Fachpersonen kann auch nicht als nützlich bezeichnet werden, da
sich die Gutachten der L. AG vom 26. November 2012 und der O. AG vom 3.
Dezember 2012 grundsätzlich widersprechen. Das Gutachten der O. AG beurteilt die
gemäss den Plänen der R. AG geplante Zufahrt als rechtskonform, wobei sie auch eine
Zufahrt durch Lieferwagen miteinbezog, was beim Gutachten der R. AG von der
Beschwerdeführerin bemängelt worden ist. Aus diesem Grund gelingt es den beiden
Privatgutachten in ihrer Eigenschaft als Parteibehauptung sodann auch nicht, das von
der Vorinstanz in Auftrag gegebene Gutachten der R. AG so zu erschüttern, dass
Zweifel an der Schlüssigkeit entstehen. Das Gutachten der O. AG unterstreicht im
Gegenteil noch die Aussagen der Pläne der R. AG. Wie die Vorinstanz zutreffend
ausführt, wären die Gutachten nicht erforderlich gewesen, um sie auf ihren Fehler
hinzuweisen. Beim aufgelegten Projekt ist klar ersichtlich, dass die Einfahrt fehlt. Ein
einfacher Hinweis, wie die Vorinstanz richtig ausführt, wäre ausreichend gewesen.
Dieser Hinweis ist denn ja von der Beschwerdeführerin auch erfolgt, indem sie der
Vorinstanz eine Problemlösung samt Planbeilage basierend auf den Plänen der R. AG
vom 9. Oktober 2012 zustellte (Akten Vorinstanz, act. 6 Beilage 10). Es wäre denn auch
stossend, würden der Beschwerdeführerin die Kosten für das Gutachten der O. AG
erstattet, wo dieses doch nur die Pläne der R. AG bestätigt und bekräftigt und darüber
hinaus keinen Mehrwert für das Verfahren brachte. Die zusätzliche Beauftragung der L.
AG sowie der O. AG war nicht notwendig. Der Entscheid der Vorinstanz, die
Schleppkurvenberechnung der L. AG vom 26. November 2012 sowie die
Schleppkurvenberechnung und Überprüfung der Gefällsverhältnisse der Zufahrt der O.
AG vom 3. Dezember 2012 nicht als Barauslagen ausseramtlich zu entschädigen, ist
nicht zu beanstanden.
An der ersten Einspracheverhandlung vom 13. Februar 2013 bat die Vorinstanz die
Beschwerdeführerin zu prüfen, ob die Tanksäule 2 nach Osten verschoben und das
Vordach dementsprechend verlängert werden könnte. Für diese Lösung war ein
Grunddienstbarkeitsvertrag, der ein Fuss- und Fahrwegrecht mit der
Nachbarliegenschaft zugunsten der Beschwerdeführerin enthielt, verbunden mit einer
Änderung des Überbauungsplans, genehmigt 2002 (Akten Vorinstanz, act. 11 und 13),
nötig. Die Beschwerdeführerin beauftragte die L. AG mit der Erstellung einer zweiten
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Schleppkurvenberechnung zur Überprüfung dieses Lösungsvorschlags. Am 13. März
2013 reichte die Beschwerdeführerin der Vorinstanz das Gutachten der L. AG vom 25.
Februar 2013 ein, welches von der Vorinstanz bezahlt wurde. Dieses zeigte auf, dass
eine Verschiebung der Tanksäule 2 nach Osten samt Verlängerung des Vordaches
möglich wäre unter der Bedingung, dass die Eigentümerin des Nachbargrundstücks Nr.
0001 zustimmte. Zusätzlich zur vereinbarten Schleppkurvenüberprüfung reichte die
Beschwerdeführerin am 13. März 2013 ein Lärmgutachten der P. GmbH vom 3. März
2013 ein, welches sich auf das aufgelegte Strassenprojekt und nicht spezifisch auf den
Lösungsvorschlag der Vorinstanz bezog. Das Lärmgutachten attestierte dem
aufgelegten Strassenprojekt einen Immissionsgrenzwert bzw. eine
Alarmwertüberschreitung. An der zweiten Einspracheverhandlung vom 12. April 2013
stellte die Vorinstanz eine Änderung des Überbauungsplans, genehmigt 2002, eine
dritte Schleppkurvenberechnung der L. AG sowie Verhandlungen mit dem Eigentümer
des Grundstücks Nr. 0001 in Aussicht. Die dritte Schleppkurvenberechnung vom 26.
März 2013 wurde der Beschwerdeführerin am 18. April 2013 zusammen mit der vom
Gemeinderat bereits genehmigten Änderung des Überbauungsplans zugestellt. Am 25.
April 2013 stellte die Vorinstanz der Beschwerdeführerin eine Stellungnahme der
Fachstelle Immissionen und Qualität vom 22. April 2013 zum Lärmgutachten der P.
GmbH vom 3. März 2013 sowie einen Entwurf des Grunddienstbarkeitsvertrages mit
der Eigentümerin des Grundstücks Nr. 0001 zu. Die Stellungnahme der Fachstelle
Immissionen und Qualität widersprach dem Lärmgutachten der P. GmbH und
attestierte, dass das Strassenprojekt keine Lärmschutz-Massnahmen auslöse. Die
Beschwerdeführerin reagierte auf die Stellungnahme der Fachstelle Immissionen und
Qualität mit einem erneuten (revidierten) Lärmgutachten der P. GmbH vom 13. Mai
2013, in dem sie an ihrer Meinung festhielt.
Das von der Beschwerdeführerin eingereichte Lärmgutachten der P. GmbH vom 3.
März 2013 bezieht sich nicht auf den an der ersten Einspracheverhandlung gemachten
Lösungsvorschlag der Vorinstanz, die Tanksäule 2 nach Osten zu verschieben und das
Vordach zu verlängern, sondern auf das aufgelegte Strassenprojekt. Die Vorinstanz bat
die Beschwerdeführerin aber lediglich, Abklärungen betreffend ihren Lösungsvorschlag
zu treffen. Aus diesem Grund bezahlte die Vorinstanz auch die zweite
Schleppkurvenberechnung der L. AG vom 25. Februar 2013 über Fr. 2‘545.65. Dies
kann keinesfalls als Anerkennung der Vorinstanz gewertet werden, dass diese auch die
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Lärmgutachten der P. GmbH in Auftrag gegeben habe. Die Vorinstanz hat das
eingereichte Lärmgutachten der P. GmbH vom 3. März 2013 dann auch mit
Stellungnahme der Fachstelle Immissionen und Qualität substantiiert bestritten. In
dieser Stellungnahme sind die entscheidrelevanten Aspekte rechtsgenügend geprüft
worden; auch das revidierte Lärmgutachten der P. GmbH vom 13. Mai 2013 vermag an
den Schlussfolgerungen der Stellungnahme keine erheblichen Zweifel zu erwecken.
Infolgedessen konnte das Lärmgutachten auch keine neuen Erkenntnisse einbringen
oder ein neutrales Gutachten erübrigen. Der Beizug der Fachperson zur
Lärmschutzeinschätzung war denn auch nicht nützlich, hatte die Vorinstanz doch intern
die Möglichkeit, eine allfällige Lärmbelastung überprüfen zu lassen. Vielmehr handelt es
sich bei den Lärmgutachten um einen weiteren Versuch der Beschwerdeführerin, ihren
Argumentationspunkt zu stützen. Der Entscheid der Vorinstanz, die Lärmgutachten der
P. GmbH vom 3. März 2013 bzw. vom 13. Mai 2013 nicht als Barauslagen
ausseramtlich zu entschädigen, ist nicht zu beanstanden.
Auch das Argument der Beschwerdeführerin, dass sie mit dem Einigungsvorschlag der
Verschiebung der Tanksäule 2 nach Osten, verbunden mit dem
Grunddienstbarkeitsvertrag mit der Eigentümerin des Nachbargrundstücks nicht
einverstanden gewesen sei, weil dieser Vertrag weder geregelt noch zugesichert
gewesen sei, kann nicht überzeugen. Die Vorinstanz hat einen
Grunddienstbarkeitsvertrag mit der Eigentümerin des Grundstücks Nr. 0001
ausgearbeitet und der Beschwerdeführerin am 25. April 2013 zugestellt. Nur weil die
eigene Anfrage der Beschwerdeführerin beim Nachbargrundeigentümer abgelehnt
worden sei, konnte die Beschwerdeführerin nicht davon ausgehen, dass dieser
Lösungsvorschlag unmöglich wäre.
Zusammenfassend waren die Gutachten nicht notwendig. Die Vorinstanz hat ihren
Ermessensspielraum nicht über- bzw. unterschritten und keine Rechtsverletzung
begangen, indem sie die (ausseramtliche) Entschädigung der Kosten der
Parteigutachten ablehnte. Demzufolge ist der Antrag der Beschwerdeführerin, ihr die
Gutachterkosten im Umfang von Fr. 8‘544.95 zu erstatten, abzuweisen.
7. Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen.
Die angefochtene Dispositiv-Ziffer 3a des Einspracheentscheids vom 4. März 2015 ist
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aufzuheben und neu wie folgt zu formulieren: „Das Begehren der Einsprecherin um
Ersatz der ausseramtlichen Kosten wird – soweit die Einsprache das Strassenprojekt
betrifft – gutgeheissen. Der Kanton St. Gallen hat die Einsprecherin ausseramtlich mit
Fr. 6‘000.– zu entschädigen.“
Die ebenfalls angefochtene Dispositiv-Ziffer 3b des Einspracheentscheids vom 4. März
2015 wird bestätigt. Insgesamt wird der Beschwerdeführerin für das
Einspracheverfahren vor der Vorinstanz somit eine ausseramtliche Entschädigung von
Fr. 12‘000.– zugesprochen. Gutachterkosten werden keine entschädigt.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens obsiegt die Beschwerdeführerin zur Hälfte.
Entsprechend sind die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens je zur Hälfte der
Beschwerdeführerin und der Vorinstanz aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 2'000.– ist angemessen (Art. 7 Ziff. 212 der
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Die auf die Beschwerdeführerin entfallende
Entscheidgebühr von Fr. 1‘000.– ist mit dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr.
2‘000.– zu verrechnen. Der Rest von Fr. 1‘000.– wird ihr zurückerstattet. Auf die
Erhebung der auf die Vorinstanz entfallenden Entscheidgebühr von Fr. 1‘000.– ist
gestützt auf Art. 95 Abs. 3 VRP zu verzichten. Ausseramtliche Entschädigungen
werden bei diesem Ergebnis praxisgemäss nicht zugesprochen (Cavelti/Vögeli, a.a.O.,
Rz. 832).