Decision ID: ad8217c3-04ec-5660-8ba6-06174cfbad60
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A. Der am 29. Mai 1987 geborene L. M. ist Staatsangehöriger von Kosovo. Dort
verheiratete er sich am 1. Februar 2008 mit seiner seit 1996 in der Schweiz
niedergelassenen Landsmännin M. F., geboren am 16. Juni 1988. Im Rahmen des
Familiennachzugs zu seiner Ehefrau reiste L. M. am 14. Mai 2008 in die Schweiz ein
und erhielt eine einjährige Aufenthaltsbewilligung. Am 7. November 2009 kam der
gemeinsame Sohn A. zur Welt und erhielt wie seine Mutter die
Niederlassungsbewilligung.
B. Seit Januar 2009 kam es gegen L. M. zu insgesamt 24 strafrechtlichen
Verurteilungen:
1. Mit Bussenverfügung des Untersuchungsamtes St. Gallen vom 12. Januar 2009
wegen mehrfacher Verletzung der Verkehrsregeln, pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall
sowie Führens eines nicht den Vorschriften entsprechenden Fahrzeugs zu einer Busse
von Fr. 800.--;
2. Mit insgesamt sechzehn Bussenverfügungen des Bussenzentrums der
Staatsanwaltschaft St. Gallen vom 20. Januar, 3. Februar und 16. April 2009, vom
6., 14., 18. und 27. Mai 2009, vom 7., 15. und 27. Juli sowie vom 27. November 2009
wegen Verletzung von Verkehrsregeln zu einer Busse von Fr. 400.--, zwei Bussen von
je Fr. 250.--, einer Busse von Fr. 120.--, einer Busse von Fr. 100.--, einer Busse von
Fr. 80.-- sowie zehn Bussen von je Fr. 40.--;
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3. Mit zwei Bussenverfügungen der Untersuchungsämter St. Gallen und Gossau vom
25. Februar und 2. April 2009 wegen jeweils mehrfacher geringfügiger
Vermögensdelikte (Diebstahl von Benzin) sowie einer einfachen
Verkehrsregelverletzung zu je einer Busse von Fr. 750.-- resp. Fr. 500.--;
4. Mit Bussenverfügung des Untersuchungsamtes St. Gallen vom 7. August 2009
wegen geringfügigen Vermögensdelikts (Diebstahl von Benzin), Entwendung zum
Gebrauch sowie Fahrens ohne Führerausweis zu einer unbedingten Geldstrafe von
30 Tagessätzen zu je Fr. 80.-- (insgesamt: Fr. 2'400.--) und zu einer Busse von
Fr. 800.--;
5. Mit Strafverfügung des Bezirksamtes Frauenfeld vom 18. August 2009 wegen
Parkierens eines nichtberechtigten Fahrzeugs auf einem Gehbehindertenparkplatz bis
60 Minuten zu einer Busse von Fr. 120.--;
6. Mit Bussenverfügungen des Bussenzentrums der Staatsanwaltschaft St. Gallen vom
23. Oktober und 27. November 2009 sowie vom 3. März 2010 wegen Widerhandlungen
gegen das Transport- resp. Personenbeförderungsgesetz zu drei Bussen von je
Fr. 60.--;
7. Mit Strafbefehl des Untersuchungsamtes St. Gallen vom 7. März 2011 wegen
Vergehens gegen das Waffengesetz (Einführen, Besitz und Tragen eines Teleskop-
Schlagstockes) zu einer unbedingten Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je Fr. 70.--
(insgesamt: Fr. 1'400.--).
C. Am 9. Oktober 2009 zeigte das Ausländeramt (heute: Migrationsamt) L. M. die
Absicht an, sein Gesuch vom 8. Juni 2009 um Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung
abzulehnen. Zu diesem Schluss sei es aufgrund der bis dahin ergangenen Strafurteile,
der offenen Betreibungen im Umfang von Fr. 8'844.85, einem Schuldsaldo aus
sozialhilferechtlicher Unterstützung von Fr. 3'745.95 sowie der zu seinen Ungunsten
ausfallenden Interessenabwägung gekommen. Nach seiner Stellungnahme gewährte
das Ausländeramt L. M. eine sechsmonatige, als "letzte Chance" bezeichnete Frist zur
Begleichung der Geldstrafen, Bussen und Kosten der Strafverfolgungsbehörden, zur
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Erfüllung sämtlicher Betreibungsforderungen und um die Sozialhilfeleistungen
zurückzuzahlen oder zumindest das entsprechende Vorgehen zu vereinbaren.
Am 14. Juni 2010 verfügte das Ausländeramt, die Aufenthaltsbewilligung von L. M.
werde nicht verlängert. Er habe die Schweiz daher bis spätestens 29. August 2010 zu
verlassen. Es stützte seinen Entscheid im Wesentlichen auf die bis dahin ergangenen,
fremdenpolizeilich schwer wiegenden 23 Strafurteile sowie auf den innert der
sechsmonatigen Frist sogar auf Fr. 21'441.20 gestiegenen Saldo der Betreibungen.
Erst kurz vor Ablauf der Frist seien Bestrebungen zur Sanierung der finanziellen
Situation ersichtlich geworden. Diese Massnahmen stünden unter dem Verdacht, nur
unter Druck des fremdenpolizeilichen Verfahrens eingeleitet worden zu sein. Die
Wegweisung sei L. M. im Übrigen auch nach der Geburt des Sohnes zuzumuten.
D. Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 28. Juni 2010 und deren Ergänzung vom
31. August 2010 legte L. M. Rekurs beim Sicherheits- und Justizdepartement ein. Er
beantragte unter anderem, die Verfügung des Ausländeramtes vom 14. Juni 2010 sei
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen aufzuheben und die Aufenthaltsbewilligung
sei zu verlängern. Mit Entscheid vom 24. Juli 2011 wies das Justiz- und
Sicherheitsdepartement den Rekurs ab und lud das Migrationsamt ein, L. M. eine neue
Frist zur Ausreise anzusetzen. Im Wesentlichen erwog das Departement, von einem
Ausländer dürfe ohne weiteres erwartet werden, dass er sich reibungslos in die
geltende Rechtsordnung einfüge und sich klaglos verhalte. Aufgrund der Strafurteile sei
davon auszugehen, dass es L. M. auch in Zukunft an Integrationsfähigkeit und -
bereitschaft mangeln werde. Auch eine möglichst rasche und nachhaltige
Schuldensanierung gehöre zu den gestellten Anforderungen. Die Schuldenlast steige
aber stetig, und es sei zu befürchten, dass die Abzahlungen nach erneuter Erteilung
einer Aufenthaltsbewilligung wieder eingestellt würden. Insgesamt sei es unrealistisch,
dass er in Zukunft seine finanzielle Situation werde verbessern können. Die verfügte
Wegweisung sei ferner verhältnismässig, da aufgrund der kurzen Aufenthaltszeit, der
strafrechtlichen Verfehlungen und der angehäuften Schulden nicht von einer
gelungenen Integration ausgegangen werden könne. Ehefrau und Kind könne
zugemutet werden, ihm ins Heimatland zu folgen. Der Kontakt könne aber auch
gewahrt werden, wenn sie beide in der Schweiz bleiben würden. Das öffentliche
Interesse an seiner Fernhaltung überwiege die privaten Interessen des Rekurrenten.
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E. L. M. erhob mit Eingabe vom 12. Juli 2011 und deren Ergänzung vom 31. August
2011 Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit den Begehren, der Entscheid des
Sicherheits- und Justizdepartements vom 24. Juni 2011 sei vollumfänglich aufzuheben
und das Migrationsamt sei anzuweisen, dem Beschwerdeführer die
Aufenthaltsbewilligung zu verlängern; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen für das
Rekursverfahren vor dem Sicherheits- und Justizdepartement sowie für das
Beschwerdeverfahren. Zur Begründung der Beschwerde führt L. M. eine Verletzung
sowohl von Art. 62 lit. c des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer
(SR 142.20, abgekürzt AuG) als auch des Verhältnismässigkeitsprinzips an.
F. Dem Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtspflege und -
verbeiständung vom 18. August 2011 wurde mit Verfügung des
Verwaltungsgerichtspräsidenten vom 22. August 2011 entsprochen.
Das Justiz- und Sicherheitsdepartement schliesst in der Stellungnahme vom
5. September auf die kostenpflichtige Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung
verweist es auf den angefochtenen Entscheid und die Akten.
Auf die Vorbringen der Beteiligten wird - soweit nötig - in den Erwägungen näher
eingegangen.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. (...)
2. Streitgegenstand ist vorliegend die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung.
Gemäss Art. 43 Abs. 1 AuG haben ausländische Ehegatten von Personen mit
Niederlassungsbewilligung Anspruch auf Erteilung und Verlängerung einer
Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit diesen zusammenwohnen. Dieser Anspruch
erlischt unter anderem dann, wenn ein in Art. 62 AuG aufgeführter Widerrufsgrund
vorliegt (Art. 51 Abs. 2 lit. b AuG). Die Gründe für einen Widerruf nach Art. 62 AuG
können darin liegen, dass im Bewilligungsverfahren falsche Angaben gemacht oder
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wesentliche Tatsachen verschwiegen worden sind (lit. a), dass der Ausländer zu einer
längerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt wurde (lit. b), dass er erheblich oder wiederholt
gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz verstossen hat, diese
gefährdet oder die innere und äussere Sicherheit gefährdet (lit. c), dass er eine mit der
Verfügung verbundene Bedingung nicht einhielt (lit. d) oder dass er resp. eine Person,
für die er zu sorgen hat, auf Sozialhilfe angewiesen ist (lit. e).
2.1. Für den vorliegenden Fall sind namentlich die in Art. 62 lit. c AuG aufgeführten
Tatbestände von Bedeutung. Es handelt sich dabei um unbestimmte Rechtsbegriffe,
die es zu konkretisieren gilt. Während unter der "öffentlichen Sicherheit" die
Unverletzlichkeit der objektiven Rechtsordnung, der Rechtsgüter der Einzelnen sowie
der Einrichtungen des Staates verstanden wird, umfasst die "öffentliche Ordnung" die
Gesamtheit der ungeschriebenen Ordnungsvorstellungen, deren Befolgung nach der
herrschenden sozialen und ethischen Anschauung als unerlässliche Voraussetzung
eines geordneten menschlichen Zusammenlebens anzusehen ist (Weisungen und
Kreisschreiben des Bundesamtes für Migration, I. Ausländerbereich, Ziff. 8.3.1 lit. c,
Version 30.9.11, S. 9 f., publiziert in: www.bfm.admin.ch).
Gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung im Sinne von Art. 62 lit. c AuG wird
gemäss Art. 80 Abs. 1 der Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit
(SR 142.201, abgekürzt VZAE) unter anderem dann verstossen, wenn gesetzliche
Vorschriften und behördliche Verfügungen missachtet werden (lit. a) oder wenn
öffentlich- oder privatrechtliche Verpflichtungen mutwillig nicht erfüllt werden (lit. b).
Von einer Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung im Sinne von Art. 62
lit. c AuG ist auszugehen, wenn konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass der
Aufenthalt des Ausländers in der Schweiz mit erheblicher Wahrscheinlichkeit zu einem
Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung führt (Art. 80 Abs. 2 VZAE).
2.2. In Erwägung gezogen wird zunächst die finanzielle Situation des
Beschwerdeführers. Nach der im Folgenden dargestellten bundesgerichtlichen
Rechtsprechung kann eine Verschuldung in bedeutendem Umfang insofern gegen die
öffentliche Ordnung verstossen, als öffentlich- oder privatrechtliche Pflichten nicht
erfüllt werden. Dies gilt jedoch nur unter der qualifizierten Voraussetzung, dass die
entsprechenden Pflichten mutwillig nicht erfüllt worden sind (Art. 80 Abs. 1 lit. b VZA).
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Es muss somit absichtlich, böswillig oder zumindest leichtfertig gehandelt worden sein
(Hunziker, in: Caroni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über
die Ausländerinnen und Ausländer, Bern 2010, N 37 zu Art. 62 AuG). Von Mutwilligkeit
ist nicht leichthin auszugehen, zumal ein Widerruf der Aufenthaltsbewilligung kein
taugliches schuldbetreibungsrechtliches Instrument zur Eintreibung bestehender
Schulden ist. Eine Wegweisung aus der Schweiz führt nämlich einerseits regelmässig
dazu, dass die Gläubiger faktisch keine reellen Aussichten auf Befriedigung ihrer
Forderungen mehr haben. Andererseits bringt ein weiterer Aufenthalt aber auch die
Gefahr mit sich, dass weitere uneinbringliche Schulden geäufnet werden (BGE 2C.
273/2010 vom 6. Oktober 2010, E. 3.3; BGE 2C.329/2009 vom 14. September 2009, E.
4.2.5). Ist der Ausländer hinsichtlich seiner Schulden bereits verwarnt worden, ist ein
Widerruf nur tunlich, wenn keine wesentliche Verbesserung eingetreten ist und das
vom Gesetz als unerwünscht bezeichnete Verhalten fortgesetzt wurde. Die betreffende
Person muss also trotz Androhung ausländerrechtlicher Nachteile weiterhin mutwillig
Schulden gemacht haben. Allein aus einem Anstieg der Betreibungen kann hingegen
nicht ohne weiteres auf Mutwilligkeit geschlossen werden. Es kommt vielmehr darauf
an, welche Anstrengungen zur Sanierung zwischenzeitlich unternommen worden sind.
Positiv zu würdigen ist dabei, wenn Schulden abgebaut worden sind, negativ, wenn
mutwillig weitere Schuldverhältnisse eingegangen wurden (BGE 2C.273/2010 vom
6. Oktober 2010, E. 3.3).
2.2.1. Seit seiner Einreise in die Schweiz am 14. Mai 2008 hat der Beschwerdeführer
mit der finanziellen Situation Probleme bekundet. Im Betreibungsregisterauszug vom
23. September 2009 sind offene Betreibungen im Umfang von Fr. 8'844.85 verzeichnet.
Bis zum 17. Mai 2010 sind die Betreibungen auf einen Betrag von Fr. 21'441.20
angestiegen. Dem Betreibungsregisterauszug vom 27. April 2011 zufolge bestanden
damals Zahlungsbefehle in der Höhe von Fr. 10'513.40, offene Verlustscheine von
Fr. 21'189.90 und Pfändungen von Fr. 4'313.20. Bis zu diesem Zeitpunkt war lediglich
eine Schuld von Fr. 327.30 getilgt worden. Eine weitere, im Auszug nicht mehr
berücksichtigte Zahlung von Fr. 6'620.-- war am 26. April 2011 zugunsten der
Staatsanwaltschaft St. Gallen erfolgt.
In der Zeit vom 1. April bis 30. Juni 2009 beanspruchte der Beschwerdeführer
zusammen mit seiner Ehefrau Unterstützungsbeiträge aus Sozialhilfe von insgesamt
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Fr. 3'748.25. Aus den Akten ergibt sich, dass zwischen Mai und Dezember 2010
monatlich je Fr. 200.-- zurückerstattet wurden. Eine weitere Zahlung im Umfang von
Fr. 1'000.-- erfolgte am 8. August 2011. Der aktuelle Saldo beläuft sich somit auf
Fr. 1'348.25.
2.2.2. Am 27. Oktober 2009 ermahnte das Migrationsamt den Beschwerdeführer und
setzte ihm eine Frist bis zum 10. Mai 2010 an, um unter anderem sämtliche Schulden
zu begleichen. Gleichzeitig dürften keine neuen Schulden mehr verursacht werden. Die
Vorinstanz führte dazu im Wesentlichen aus, der Beschwerdeführer habe sich von
diesem Ultimatum nicht beeindrucken lassen, sondern seine Schuldenlast weiter
erhöht. Die Rückzahlungen seien verfahrenstaktisch motiviert gewesen und es sei
davon auszugehen, dass er bei Verlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung die
Zahlungen wieder einstellen werde. Vor dem Verfahren habe er keine Zahlungen
geleistet, obwohl ihm dies aufgrund seines Einkommens durchaus möglich gewesen
wäre. Es sei nicht von einer realistischen Schuldensanierungsmöglichkeit in der Zukunft
auszugehen. In den finanziellen Verhältnissen bestehe ein Widerrufsgrund gemäss
Art. 62 lit. c AuG.
Der Beschwerdeführer macht geltend, die Feststellungen der Vorinstanz seien
tatsachenwidrig. Es sei ihm nämlich gelungen, die Schuldenlast abzubauen. Er habe
sich ernsthaft bemüht, die Sozialhilfebezüge zurückzubezahlen und verfüge - wie auch
seine Frau - über eine feste Arbeitsstelle. Daher sei es verfehlt, wenn nicht von einer
realistischen Möglichkeit zur Schuldensanierung ausgegangen worden sei. Auch sei
quantitativ von viel tieferen Schulden auszugehen, als dies die Vorinstanz festgestellt
habe. Die Aufforderung zur Tilgung aller Schulden bis zum 10. Mai 2010 sei jedoch von
Anfang an überhöht und daher treuwidrig gewesen. Gegen das Verbot weiterer
Verschuldung sei hingegen nicht verstossen worden, zumal sämtliche neuen
Betreibungen auf vor dem 27. Oktober 2009 entstandenen Verpflichtungen beruhen
würden.
2.2.3. Die betreibungsrechtliche Situation ist in der Tat in einigen Punkten nicht ganz
klar. Die Behauptung des Beschwerdeführers, es lägen tatsächlich nur mehr offene
Betreibungen im Umfang von Fr. 1'060.-- vor, ändert jedoch nichts daran, dass
weiterhin Verlustscheine und Pfändungen von über Fr. 20'000.-- bestehen. Auch
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unterlässt es der Beschwerdeführer darzutun, inwiefern er gegen die aus seiner Sicht
ungerechtfertigten Betreibungen vorgegangen ist. Damit ist erstellt, dass die
finanziellen Verhältnisse des Beschwerdeführers insgesamt alles andere als geregelt
sind. In den drei Jahren seiner Anwesenheit ist es zu erheblichen Schulden im Umfang
von ca. Fr. 30'000.-- gekommen.
Von Interesse ist zunächst, weshalb es zu dieser Schuldenwirtschaft gekommen ist. Mit
Blick auf das Arbeitsleben erstaunt diese Situation nicht. Aktenmässig belegt ist, dass
der Beschwerdeführer zeit seiner Anwesenheit lediglich im Mai, Juni und Dezember
2010 sowie im Januar, Februar, Mai und Juni 2011 einer (Teilzeit-)Erwerbstätigkeit als
Bauarbeiter nachgegangen ist und dabei ein Bruttoeinkommen von insgesamt ca.
Fr. 16'500.-- erzielt hat. Auf der anderen Seite lässt sich exemplarisch erstellen, dass er
sämtliche Verstösse gegen die Strassenverkehrsgesetzgebung mit einem ihm
gehörenden Oberklassewagen begangen hat, der offensichtlich nicht seinen
finanziellen Verhältnissen entsprach. Es muss davon ausgegangen werden, dass der
Beschwerdeführer einen nicht seinen Verhältnissen angepassten Lebenswandel führte.
2.2.4. Weiter sind die Anstrengungen des Beschwerdeführers zu würdigen, die er zum
Abbau der Schuldenlast unternommen hat. Die Vorinstanz wirft ihm vor, er habe sich
erst während des streitigen Widerrufverfahrens um die Sanierung seiner Schulden
bemüht. Für sich alleine reicht der Umstand, dass es ihm bislang nicht gelungen ist,
aus der Schuldenwirtschaft herauszukommen, zur Annahme von Mutwilligkeit aber
nicht aus (vgl. BGE 2C.273/2009 vom 6. Oktober 2010, E. 4.3). Soweit bekannt, lässt
sich dem Beschwerdeführer kein kriminelles Vorgehen zulasten der Gläubiger
vorwerfen. Anders als im zitierten Entscheid muss dem Beschwerdeführer jedoch
mindestens fehlende Ernsthaftigkeit zur Last gelegt werden. Obwohl er
zwischenzeitlich gearbeitet hatte, wurde bis Mitte April 2011 lediglich eine Betreibung
von Fr. 327.30 bezahlt. Während der halbjährigen Frist, die ihm das Migrationsamt am
27. Oktober 2009 gewährt hatte, sind keine weiteren Bestrebungen ersichtlich. Sollte
die Rückzahlung seinen vollen Möglichkeiten entsprochen haben, so ist unklar,
weshalb er am 26. April 2011 der Staatsanwaltschaft auf einmal Fr. 6'620.--
überweisen konnte. Es ist also davon auszugehen, dass bei Vorhandensein der nötigen
Ernsthaftigkeit schon früher entsprechende Zahlungen möglich gewesen wären. Mithin
ging es bei der erwähnten Zahlung nicht primär um die finanzielle Sanierung, sondern,
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wie der Beschwerdeführer selbst vorbringt, um die Vermeidung einer
Ersatzfreiheitsstrafe. Unabhängig von der Verhältnismässigkeit der angesetzten
halbjährigen Frist muss somit aus dem Verhalten des Beschwerdeführers geschlossen
werden, dass er zu keinem Zeitpunkt ernsthaft über eine Sanierung seiner finanziellen
Situation nachdachte. Mit der Vorinstanz ist zudem davon auszugehen, dass die
Prognose in finanzieller Hinsicht nicht günstig ist. Das Arbeitsleben des
Beschwerdeführers war bislang durch lediglich sporadische Beschäftigungen
gekennzeichnet. Im Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung war er über eine
Personalvermittlungsfirma beschäftigt. Von einer festen Arbeitsstelle kann somit
entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers nicht ausgegangen werden. Eine reelle
Aussicht auf Zahlung der Schulden besteht nicht.
Dieses Ergebnis wird mit Blick auf die finanzielle Situation seiner Ehefrau bestätigt. Ihr
gegenüber bestehen offene Verlustscheine in der Höhe von Fr. 9'730.60, ein
Zahlungsbefehl über Fr. 5'766.75 und Pfändungen von Fr. 12'090.65. Der Lohn wurde
ihr bereits gepfändet. Von dieser Seite ist folglich kein substantieller Beitrag zur
Verbesserung der Finanzen des Beschwerdeführers zu erwarten.
2.2.5. Als Ergebnis dieser Gesamtbetrachtung steht fest, dass das Verhalten des
Beschwerdeführers zumindest von Leichtfertigkeit getragen wurde und seine
Verschuldung mutwillig herbeigeführt worden ist. Es besteht ferner keine Aussicht auf
Besserung. Folglich liegt ein Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung
durch Nichterfüllen der öffentlich- und privatrechtlichen Verpflichtungen gemäss Art. 62
lit. c AuG in Verbindung mit Art. 80 Abs. 1 lit. b resp. Abs. 2 VZAE und somit ein
Widerrufsgrund vor.
2.3. Hinzu kommt, dass - unabhängig von der erwogenen finanziellen Situation - auch
in wiederholten Verstössen gegen gesetzliche Vorschriften ein Widerrufsgrund liegt
(Art. 62 lit. c AuG in Verbindung mit Art. 80 Abs. 1 lit. a VZAE). Erfüllt ist dieser
Tatbestand, wenn die betreffende Person erheblich oder wiederholt gegen gesetzliche
Vorschriften und behördliche Verfügungen verstossen hat, die die öffentliche Sicherheit
und Ordnung betreffen (Spescha, in: Spescha/Thür/Zünd/Bolzli, Kommentar
Migrationsrecht, 2. Aufl., Zürich 2009, N 7 zu Art. 62 AuG). Ein solches Verhalten kann
auch dann vorliegen, wenn die einzelnen Handlungen für sich allein noch keinen
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Widerruf rechtfertigen, deren wiederholte Begehung aber darauf hinweist, dass die
betreffende Person auch künftig nicht bereit sein wird, sich in die geltende
Rechtsordnung einzufügen. Dies kann sich unter anderem in gehäuften Verurteilungen
zu geringfügigen Freiheits- oder Geldstrafen manifestieren. Zur Beurteilung ist eine
Gesamtbetrachtung des Verhaltens über einen längeren Zeitraum hinweg erforderlich
(zum Ganzen vgl. BGE 137 II 303 f., E. 3.3; Hunziker, a.a.O., N 37 zu Art. 62 AuG, mit
Hinweisen; Zünd/Arquint Hill, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.],
Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 8.29; Weisungen und Kreisschreiben BfM,
a.a.O., S. 10).
2.3.1. Seit Januar 2009 erwuchsen gegen den Beschwerdeführer 22
Bussenverfügungen und zwei Strafbefehle in Rechtskraft. Zuletzt wurde am 7. März
2011 auf ein Vergehen gegen das Waffengesetz erkannt. Der Beschwerdeführer macht
geltend, es handle sich dabei mit Ausnahme der Benzindiebstähle und dem Vergehen
gegen das Waffengesetz lediglich um fahrlässig begangene Übertretungen, die alle
innerhalb eines Zeitraums zwischen Januar und April 2009 begangen worden seien.
Auch sei mehrheitlich gegen nebenstrafrechtliche Erlasse verstossen worden.
2.3.2. Auch wenn der Unrechtsgehalt der einzelnen Verstösse als nicht besonders hoch
einzuschätzen ist, so ergibt sich in der Gesamtbetrachtung ein ungünstiges Bild. Der
zeitliche Schwerpunkt der Verstösse liegt zwischen Januar und April 2009. Neben
Delikten gegen die Strassenverkehrsgesetzgebung kam es auch zu mehreren
(Benzin-)Diebstählen. Die Delinquenz des Beschwerdeführers stand also in
unmittelbarem Zusammenhang mit dem Strassenverkehr. Nachdem er seinen
Führerausweis abgeben musste, trat die zu erwartende Besserung des Verhaltens
jedoch nicht nachhaltig ein. In der Folge verstiess er gegen das Transport- resp.
Personenbeförderungsgesetz. Nach der Aufforderung durch das Migrationsamt vom
9. Oktober 2009, sich in Zukunft zu bewähren, wurde der Beschwerdeführer am
14. Februar 2011 erneut straffällig, als er verbotenerweise einen Schlagstock mit sich
führte und somit gegen das Waffengesetz verstiess.
Drei Umstände wiegen in der Gesamtbetrachtung vergleichsweise schwer. Erstens
vermittelt schon die Vielzahl der Beanstandungen den Eindruck, dass sich das
Verhalten des Beschwerdeführers mit der geltenden gesetzlichen Ordnung nicht in
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Einklang bringen lässt. Ein Unrechtsbewusstsein scheint nicht vorhanden zu sein.
Zweitens hat er bis zur Zahlung vom 26. April 2011 über Fr. 6'620.-- an die
Staatsanwaltschaft St. Gallen den Strafanspruch des Staates gänzlich verneint, indem
bis dahin keine einzige Busse oder Geldstrafe beglichen worden war. Zudem ist davon
auszugehen, dass diese Zahlung entweder unter Druck des ausländerrechtlichen
Verfahrens oder zur Vermeidung einer Ersatzfreiheitsstrafe erfolgt ist. Drittens ist
spätestens nach dem insgesamt schlimmsten Vergehen vom 14. Februar 2011
(Strafbefehl vom 7. März 2011) - ausgerechnet in der Zeit, die ihm zur Bewährung
gereichen sollte - damit zu rechnen, dass er sich auch in Zukunft strafrechtlich nicht
einwandfrei verhalten wird. Aus der Gesamtbetrachtung ergibt sich eine bedenkliche
Gleichgültigkeit gegenüber der schweizerischen Rechtsordnung.
2.3.3. Nach dem Gesagten muss auch im strafrechtlich relevanten Verhalten des
Beschwerdeführers ein Widerrufsgrund gemäss Art. 62 lit. c AuG in Verbindung mit
Art. 80 Abs. 1 lit. a VZAE erblickt werden, da es insgesamt einen Verstoss gegen die
öffentliche Sicherheit darstellt.
3. Rechtmässig ist die Nichtverlängerung einer Aufenthaltsbewilligung indessen nur,
wenn sie sich nach der im Einzelfall vorzunehmenden Interessenabwägung als
verhältnismässig erweist (BGE 135 II 381, E. 4.3). Zu berücksichtigen sind dabei
zunächst die öffentlichen Interessen, die persönlichen Verhältnisse sowie der Grad der
Integration des Betroffenen (Art. 96 Abs. 1 AuG), wobei namentlich die Schwere des
Verschuldens, die Dauer der bisherigen Anwesenheit sowie die dem Betroffenen und
seiner Familie drohenden Nachteile ins Gewicht fallen (BGE 135 II 381, E. 4.3; VerwGE
B 2010/126 vom 24. August 2010, E. 2.4; VerwGE B 2011/118 vom 11. August 2011,
E. 2.3.1).
3.1. Ausgangspunkt der Verhältnismässigkeitsprüfung ist das Verschulden des
Beschwerdeführers. Es muss erneut darauf verwiesen werden, dass er in der
Gesamtbetrachtung eine bedenkliche Gleichgültigkeit gegenüber der schweizerischen
Rechtsordnung an den Tag gelegt hat. Ob er seine Einstellung geändert hat, bleibt
nach dem jüngsten und schwersten Vergehen vom 14. Februar 2011 nachhaltig in
Frage gestellt. Aus dem Umstand, dass er seine Bussen nur entweder aufgrund des
laufenden Verfahrens oder zur Vermeidung einer Ersatzfreiheitsstrafe bezahlt hat, kann
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ebenfalls keine wirkliche Einsicht abgeleitet werden. Dem Beschwerdeführer kann in
strafrechtlicher Hinsicht allein zu Gute gehalten werden, dass es im Zeitraum von Ende
2009 bis Anfang 2011 nur zu wenigen Bagatellen gekommen ist.
Die finanzielle Situation des Beschwerdeführers zeichnete sich bisher durch eine nicht
unbeachtliche Schuldenwirtschaft aus. Am Wirtschaftsleben nahm er hingegen nur sehr
zurückhaltend teil. Von einer gefestigten Arbeitsstelle kann entgegen der Auffassung
des Beschwerdeführers nicht ausgegangen werden. Die Aussichten auf Sanierung
seiner finanziellen Situation sind demzufolge eher bescheiden.
Sowohl straf- als auch betreibungsrechtlich ist das durch den Beschwerdeführer
hervorgerufene Unrecht - einzeln betrachtet - nicht als sehr schwer zu qualifizieren.
Seinem Verhalten nach bleibt aber eine Gefährdung der öffentlichen Ordnung und
Sicherheit weiterhin bestehen. Das Interesse an seiner Fernhaltung ist daher erheblich.
3.2. Der Beschwerdeführer lebt seit Mai 2008 in der Schweiz. Trotz der mehr als
dreijährigen Aufenthaltsdauer hat er sich im schweizerischen Wirtschaftsleben noch
nicht zurechtfinden können. In Ermangelung der entsprechenden Schritte - zu denken
ist etwa an die Aufnahme einer regelmässigen Erwerbstätigkeit - und gemessen an
seiner wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit hat er beträchtliche Schulden geäufnet.
Somit geht die Vorinstanz zurecht davon aus, er sei in der Schweiz schlecht integriert.
Bis zu seinem 21. Lebensjahr wohnte der Beschwerdeführer im Kosovo. Die dortige
Lage muss als stabil gelten, nachdem grosse Teile der Staatengemeinschaft das Land
anerkannt haben und mit ihm in diplomatischen Beziehungen stehen. Ab dem 1. April
2009 gilt Kosovo ferner als "Safe Country". Voraussetzung dafür ist namentlich, dass
die Menschenrechte respektiert werden und den internationalen Konventionen im
Menschenrechts- und Flüchtlingsbereich entsprochen wird (Medienmitteilung des
Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartementes betr. Bezeichnung von Burkina
Faso, Kosovo und Serbien als verfolgungssichere Staaten vom 19. März 2009,
publiziert in: www.ejpd.admin.ch). Angesichts der kurzen Verweildauer in der Schweiz
und den stabilen Verhältnissen in seinem Heimatland ist nicht zu bezweifeln, dass dem
Beschwerdeführer eine Rückkehr zuzumuten ist.
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3.3. Der Beschwerdeführer beruft sich zusätzlich auf Art. 8 der Konvention zum
Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (SR 0.101, abgekürzt EMRK)
beziehungsweise auf Art. 13 der Bundesverfassung (SR 101), wobei Art. 13 BV
materiell dem Art. 8 EMRK entspricht und darüber hinaus im Bereich des
Ausländerrechts keine zusätzlichen Ansprüche gewährt (BGE 129 II 218 f., E. 4.2). Da
sowohl seine Ehefrau als auch der gemeinsame Sohn in der Schweiz niedergelassen
sind und mit ihm zusammen einen gemeinsamen Haushalt bilden, beruft sich der
Beschwerdeführer nach der konstanten bundesgerichtlichen Praxis zu Recht auf den
Schutz des Ehe- und Familienlebens (BGE 130 II 285 f., E. 3.1; Achermann/Caroni, in:
Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 6.32,
mit Hinweisen).
Der Schutz des Ehe- und Familienlebens gilt jedoch nicht absolut. Gemäss Art. 8 Ziff. 2
EMRK ist ein Eingriff in das Familienleben zulässig, falls dieser gesetzlich vorgesehen
ist und eine Massnahme darstellt, die in einer demokratischen Gesellschaft für die
nationale Sicherheit, die öffentliche Ruhe und Ordnung, das wirtschaftliche Wohl des
Landes, die Verteidigung der Ordnung und zur Verhütung von Straftaten, zum Schutz
der Gesundheit und der Moral oder zum Schutz der Rechte und Freiheiten anderer
notwendig ist. Ist durch die Wegweisung die Pflege der familiären Beziehungen im
Sinne von Art. 8 Ziff. 1 EMRK beeinträchtigt, sind im Rahmen der Interessenabwägung
nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK insbesondere deren Art und Dauer sowie weitere Indikatoren,
welche Rückschlüsse auf die Intensität der Beziehung zulassen (unter anderem Geburt
und Alter der Kinder), zu beachten. Auch berücksichtigt werden sollen die Nachteile,
welche dem Ehepartner und den weiteren Angehörigen erwachsen würden, wenn sie
dem Betroffenen ins Ausland folgen müssten (vgl. zum Ganzen BGE 135 II 381 f.,
E. 4.3, mit Hinweisen; BGE 134 II 3, E. 2.2; Schindler, in: Caroni/Gächter/Thurnherr
[Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer,
Bern 2010, N 12 ff. zu Art. 96 AuG).
3.3.1. Die Ehefrau des Beschwerdeführers ist seit 1996 in der Schweiz niedergelassen,
wo sie Kindheit und Jugend verbracht hat. Die Ehe wurde 2008 im Kosovo
geschlossen. Im November 2009 wurde ein gemeinsamer Sohn geboren, der ebenfalls
in der Schweiz niedergelassen ist. Da der Beschwerdeführer bis zum Zeitpunkt des
Entscheids kein regelmässiges Einkommen erzielt hat, lag die wirtschaftliche
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Verantwortung des Paares schwergewichtig bei seiner Frau. Seit Herbst 2010 geht sie
einem vollzeitlichen Erwerb als Wäschereiangestellte nach. Ihr Lohn wurde jedoch
bereits verschiedentlich gepfändet, da auch sie verschuldet ist. Während der
arbeitsbedingten Abwesenheit kümmerten sich Mutter und Schwester der Ehefrau um
das Kind.
In Anbetracht der gesamten Umstände ist höchstens von einer durchschnittlich
intensiven Ehebeziehung auszugehen. Da in der Vergangenheit mehrheitlich die
Ehefrau um das wirtschaftliche Wohl der Familie besorgt war und die Kinderbetreuung
ohnehin ausserhalb der Kernfamilie gewährleistet ist, würden die Frau und das Kind
durch eine Wegweisung des Beschwerdeführers zumindest wirtschaftlich nicht
übermässig getroffen.
Hinsichtlich der affektiven Beziehung zu seiner Familie wirft das Verhalten des
Beschwerdeführers einige Fragen auf. Dass das Kind während der Arbeitstätigkeit
seiner Mutter durch deren Familie und nicht durch den zeitweise arbeitslosen Vater
betreut wurde, wirft ein schlechtes Licht auf dessen familiäre
Verantwortungsbereitschaft. Dass der Beschwerdeführer seine Verantwortung
gegenüber der Familie insgesamt unterschätzt, wird auch daraus ersichtlich, dass ihn
die Geburt seines Sohnes nicht von einer erneuten Straffälligkeit abhalten konnte.
Auch wenn unbestritten ist, dass seine Wegweisung aus der Schweiz einen schweren
Einschnitt ins Familienleben bedeutet, so ist nach dem bisherigen Verhalten des
Beschwerdeführers nicht davon auszugehen, dass er seiner Rolle als Vater künftig
besser gerecht werden kann und insbesondere die gegenüber seinem Sohn nötige
Vorbildfunktion wahrnehmen wird. Die gegenseitigen Interessen an seinem Verbleib in
der Schweiz sind deshalb beiderseits nicht als übermässig hoch zu bezeichnen.
3.3.2. Es bleibt zu prüfen, ob der Familie ein Umzug in das gemeinsame Heimatland
zuzumuten wäre. Das Kind ist erst ca. zwei Jahre alt und damit in einem noch sehr
anpassungsfähigen Alter. Es ist davon auszugehen, dass es ohne weiteres auch im
Kosovo aufwachsen könnte. Massgeblicher ist jedoch, dass die Ehefrau seit dem
Kindergartenalter in der Schweiz gelebt hat. Sie ist hier augenscheinlich besser
integriert als ihr Ehemann. Da ihre Eltern und Geschwister ebenfalls in der Schweiz
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niedergelassen sind, würde sie durch eine Rückkehr in den Kosovo schwer getroffen.
Dennoch ist davon auszugehen, dass sie in ihrer Heimat nicht sozial isoliert wäre. Es ist
kaum denkbar, dass es ohne ein dortiges Umfeld zu einer Heirat mit dem
Beschwerdeführer gekommen wäre. Dieser Umstand weist darauf hin, dass sie auch im
Kosovo trotz der langen Abwesenheit gesellschaftlich vernetzt ist. Es ist ihr folglich
zuzumuten, an der Seite des Beschwerdeführers in ihr Heimatland zurückzukehren.
Selbstverständlich ist es ihr unbenommen, zusammen mit dem ebenfalls hier
niedergelassenen Sohn in der Schweiz zu verbleiben. Der Kontakt zum Ehemann kann
diesfalls über gegenseitige Besuche und Telefonate aufrecht erhalten werden.
3.4. Im Ergebnis führt die Interessenabwägung zum Schluss, dass sich die
Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und die damit verbundene Wegweisung
des Beschwerdeführers aus der Schweiz als verhältnismässig erweist. Der Schutz
seines Ehe- und Familienlebens vermag die Umstände, dass er gegen die öffentliche
Ordnung und Sicherheit verstossen hat, diese auch weiterhin gefährden wird und
insgesamt sehr schlecht integriert ist, nicht aufzuwiegen. In der Gesamtbetrachtung ist
das Verhalten des Beschwerdeführers so gravierend, dass sich selbst eine faktische
Trennung von seiner Familie rechtfertigt.
4. Zusammenfassend erweist sich die Beschwerde als unbegründet. Der
Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung ist gesetz- und verhältnismässig. Die
damit einhergehenden persönlichen Nachteile hat sich der Beschwerdeführer selbst
zuzuschreiben.
5. (...)
Demnach hat das Verwaltungsgericht