Decision ID: 31c4e5a9-2f42-589f-9d59-1a8d61592c03
Year: 2007
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- Am Donnerstag, dem 22. März 2007 lenkte X.Y. um 1.40 Uhr seinen
Personenwagen "BMW 318ti" in Z. von der B-strasse her kommend auf der S-strasse
in Richtung S-strasse. Weil er ohne Sicherheitsgurt unterwegs war, wurde er von der
Polizei angehalten und kontrolliert. Ein wegen Alkoholmundgeruchs durchgeführter
Atemlufttest verlief belastend und der Führerausweis wurde X.Y. auf der Stelle
abgenommen. Das von X.Y. unterzeichnete Abnahmeprotokoll ging samt
Führerausweis am 26. März 2007 beim Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des
Kantons St. Gallen ein. Dieses informierte X.Y. mit Schreiben vom gleichen Tag über
die Wirkungen der polizeilichen Abnahme des Führerausweises und teilte ihm mit, das
Recht, ein Motorfahrzeug zu führen, sei ihm vorläufig aberkannt.
Die am 28. März 2007 vom Institut für Rechtsmedizin der Universität Z. durchgeführte
Analyse der im Anschluss an das Ereignis X.Y. abgenommenen Blutprobe ergab für
den Zeitpunkt der polizeilichen Kontrolle eine Blutalkoholkonzentration von mindestens
0,83 Gew.-‰. Eine Kopie des Polizeirapportes und des Untersuchungsergebnisses
wurden am 2. April 2007 dem Strassenverkehrsamt des Kantons Z. übermittelt und
gingen am 16. April 2007 beim Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des Kantons St.
Gallen, im Folgenden: Strassenverkehrsamt, ein. Dieses eröffnete mit
eingeschriebenem Brief vom 19. April 2007 gegenüber X.Y. ein
Administrativmassnahmeverfahren und gab ihm Gelegenheit zur schriftlichen
Stellungnahme innert zehn Tagen. Nach unbenütztem Ablauf der Frist entzog das
Strassenverkehrsamt X.Y. mit Verfügung vom 16. Mai 2007 den Führerausweis wegen
Fahrens in angetrunkenem Zustand für die Dauer von drei Monaten.
B.- Am 29. Mai 2007 erhielt das Strassenverkehrsamt Kenntnis davon, dass X.Y. am
Mittwoch, dem 9. Mai 2007 als Lenker eines Personenwagens auf der Autobahn A3
von Z. her kommend bei der Ausfahrt P. in eine Verkehrskontrolle geriet. X.Y. gab an,
der Führerausweis sei ihm im März wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand
entzogen worden. Da die polizeilichen Abklärungen keine Sperrung des Ausweises
aufzeigten, wurde ihm die Weiterfahrt gestattet.
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Mit Verfügung vom 18. Juli 2007 entzog das Strassenverkehrsamt X.Y. den
Führerausweis wegen Fahrens trotz Entzugs des Führerausweises für die Dauer von
zwölf Monaten.
C.- Gegen diese Verfügung erhob X.Y. mit nicht datierter Eingabe (Postaufgabe:
02.08.07) Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission mit dem Antrag, der Entzug
des Führerausweises sei auf sechs Monate zu reduzieren. - Auf die Ausführungen zur
Begründung des Antrags wird, soweit notwendig, in den Erwägungen eingegangen.
Die Vorinstanz verzichtete mit Vermerk vom 4. Oktober 2007 auf eine Vernehmlassung.
Im Rekursverfahren wurde der Strafbefehl des Bezirksamtes H. vom 13. August 2007
beigezogen.

Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 2. August 2007 (Postaufgabe) ist
rechtzeitig eingereicht worden. Er erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die
gesetzlichen Anforderungen (Art. 41 , 45, 47 und 48 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.- Gemäss Art. 16c Abs. 1 lit. f des Strassenverkehrsgesetzes (SR 741.01, abgekürzt:
SVG) begeht eine schwere Widerhandlung, wer ein Motorfahrzeug trotz
Ausweisentzugs führt. Der im alten Recht falsch angesiedelte Entzugsgrund wurde
damit in die richtige Systematik gebracht und es kann auf die Lehre und
Rechtsprechung zu Art. 17 Abs. 1 lit. c SVG in der bis 31. Dezember 2004
anwendbaren Fassung (vgl. AS 1975 S. 1257 ff., S. 1258/1259) zurückgegriffen werden
(vgl. Botschaft, in: BBl 1999 S. 4490; R. Schaffhauser, Die neuen
Administrativmassnahmen des Strassenverkehrsgesetzes, in: Jahrbuch zum
Strassenverkehrsrecht 2003, St. Gallen 2003, S. 197).
Das Führen eines Motorfahrzeugs trotz eines Ausweisentzugs setzt voraus, dass der
Führer im massgeblichen Zeitpunkt kein Motorfahrzeug führen darf, weil ihm der
entsprechende Ausweis entzogen wurde. Dabei kommt es nicht darauf an, aus
bis
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welchem Grund und in welchem Verfahren der Entzug erfolgte. Ob gegenüber dem
Führer zum Zeitpunkt seiner Fahrt ein Sicherungs- oder ein Warnungsentzug vollstreckt
wird oder ob ihm der Führerausweis von der Polizei abgenommen wurde, ist
unerheblich. Jedoch muss der Entzug - was Art. 32 Abs. 1 der Verordnung über die
Zulassung von Personen und Fahrzeugen zum Strassenverkehr (SR 741.51, abgekürzt:
VZV) in der bis 31. Dezember 2004 geltenden Fassung ausdrücklich festhielt (neu
gefasst mit der Änderung vom 28. April 2004, AS 2004 S. 2853 ff., S. 2854) -
rechtmässig erfolgt sein. Die Entzugsverfügung muss den Anforderungen von Art. 23
SVG genügen, soweit deren Nichtbeachtung die Nichtigkeit der Entzugsverfügung zur
Folge hätte oder sie dazu dienen, dem Betroffenen Klarheit über die Modalitäten des
Vollzugs (bzw. über die rechtlichen Wirkungen einer polizeilichen Abnahme des
Führerausweises) zu verschaffen (wie die genaue Terminierung des Vollzugs). Dagegen
zählen andere Fehler der Verfügung, die nicht angefochten wurden und die nicht zur
Nichtigkeit führen, nicht zu diesen Erfordernissen (vgl. R. Schaffhauser, Grundriss des
schweizerischen Strassenverkehrsrechts, Band III: Administrativmassnahmen, Bern
1995, Rz. 2490 und 2493).
Der Rekurrent bestätigte am 22. März 2007 unterschriftlich die polizeiliche Abnahme
des Führerausweises und zur Kenntnis genommen zu haben, dass ihm damit das
Führen von Motorfahrzeugen jeder Art in der Schweiz bis zur Wiederaushändigung
oder bis zum Entscheid der zuständigen Entzugsbehörde über eine allfällige
Fahrerlaubnis für einzelne Kategorien, Unter- oder Spezialkategorien untersagt war und
die ursprüngliche Dauer des Entzugs bei Führen eines Motorfahrzeugs trotz der
polizeilichen Abnahme erhöht wird. Im vom Rekurrenten ebenfalls unterzeichneten
Polizeiprotokoll sind die Ergebnisse der um 1.46 und 1.47 Uhr sowie um 2.15 und 2.17
Uhr durchgeführten Atemlufttests, die umgerechnet Blutalkoholkonzentrationen von
1,15 und 1,17 bzw. von 0,87 und 0,89 Gew.-‰ ergeben hatten, festgehalten. Da der
Rekurrent eine durch Atem-Alkoholprobe ermittelte Blutalkoholkonzentration von 0,8
Gew.-‰ oder mehr aufwies, war die Polizei gemäss Art. 38 Abs. 1 lit. a VZV
verpflichtet, ihm den Führerausweis auf der Stelle abzunehmen.
Gemäss Art. 54 Abs. 4 SVG sind von der Polizei abgenommene Ausweise sofort der
Entzugsbehörde zu übermitteln, die unverzüglich über den Entzug entscheidet. Bis
dahin hat die polizeiliche Abnahme eines Ausweises die Wirkung des Entzugs. Bei der
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Auslegung und Anwendung des unbestimmten Rechtsbegriffs der Unverzüglichkeit ist
der Zweck der polizeilichen Sofortmassnahme zu berücksichtigen; nach Art. 54 Abs. 2
SVG soll dadurch die Weiterfahrt eines Fahrzeugführers verhindert werden, der sich in
einem Zustand befindet, der das sichere Führen ausschliesst. Sodann ist zu beachten,
dass die Rechtsordnung einen vorsorglichen Entzug für die Dauer des Verfahrens in
Art. 30 VZV nur vorsieht, wenn ernsthafte Bedenken an der Fahreignung bestehen.
Entscheidet die Entzugsbehörde über den Entzug nicht unverzüglich, besteht kein
Anlass, den Führerausweis zurückzubehalten. Vielmehr ist er mangels Rechtsgrundes
dem Inhaber wieder herauszugeben (vgl. VRKE IV vom 22. Oktober 2003 in Sachen
A.N., S. 4 ff.).
Der dem Rekurrenten am 22. März 2007 um 3.00 Uhr abgenommene Führerausweis
ging bei der Vorinstanz am 26. März 2007 ein. Gleichentags wies sie den Rekurrenten
auf die anhaltende Wirkung der polizeilichen Abnahme als Entzug hin. Der
Polizeirapport vom 22. März 2007 ging zusammen mit dem Polizeiprotokoll vom
gleichen Tag erst am Montag, dem 16. April 2007 bei der Vorinstanz ein. Bis dahin
fehlten der Vorinstanz die Grundlagen, um über einen Entzug des Führerausweises zu
entscheiden. Insbesondere waren ihr die Blutalkoholkonzentration und die weiteren
massnahmerechtlich relevanten Umstände des Vorfalls vom 22. März 2007 nicht
bekannt. Dementsprechend war für die Vorinstanz auch offen, ob Anhaltspunkte für
einen vorsorglichen Entzug im Hinblick auf eine Abklärung der Fahreignung bestanden.
Nach Eingang von Polizeirapport und -protokoll eröffnete die Vorinstanz noch in der
selben Woche mit eingeschrieben versandtem Schreiben vom Donnerstag, dem 19.
April 2007 gegenüber dem Rekurrenten das Administrativmassnahmeverfahren und
räumte ihm eine Frist von zehn Tagen zur schriftlichen Stellungnahme ein. Diese Frist
lief unter Berücksichtigung der siebentägigen Abholfrist nicht vor dem 7. Mai 2007 ab.
Damit musste der Rekurrent im Zeitpunkt seiner Fahrt vom 9. Mai 2007 auch bei einem
unverzüglichen Entscheid im Sinn von Art. 54 Abs. 4 SVG nicht im Besitz einer
Entzugsverfügung der Vorinstanz sein.
Mithin war am 9. Mai 2007 die rechtmässige polizeiliche Abnahme des
Führerausweises noch wirksam und der Rekurrent erfüllte mit seiner unbestrittenen
Fahrt vom 9. Mai 2007 den Tatbestand des Fahrens trotz Entzugs in objektiver
Hinsicht. Der Rekurrent hat den Tatbestand auch in subjektiver Hinsicht erfüllt. Aus den
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im Polizeirapport vom 11. Juni 2007 wiedergegebenen Aussagen des Rekurrenten
ergibt sich, dass er sich der Wirksamkeit der polizeilichen Abnahme des
Führerausweises vom 22. März 2007 und der Folgen seiner Widerhandlung bewusst
war. Zum einen gab er der Polizei gegenüber zu, dass ihm der Führerausweis wegen
Fahrens in angetrunkenem Zustand abgenommen worden war. Nachdem die
kontrollierende Polizeipatrouille keine Sperrung des Ausweises eruieren konnte, bat er
zum andern, auf weitere Abklärungen zu verzichten, da damit seine Karriere und sein
ganzes Leben ruiniert würden. Dass er die Widerhandlung vorsätzlich beging, ergibt
sich schliesslich auch aus den Schilderungen im vorinstanzlichen und im
Rekursverfahren. In der Eingabe vor der Vorinstanz führte er aus, da er genau gewusst
habe, dass er etwas falsch gemacht hatte, sei er sehr nervös gewesen. Er habe seinen
späten Zug von Z. nach J. verpasst und sei bei dieser Gelegenheit auf die Idee
gekommen, sein Auto, das seit der Abnahme des Ausweises in der Tiefgarage seiner
Arbeitgeberin gestanden sei, nach Hause zu fahren. Die Idee sei sehr unüberlegt
gewesen. Dieser Schilderung entsprechen auch die Vorbringen im Rekurs.
Dementsprechend steht fest, dass der Rekurrent am 9. Mai 2007 um 23.40 Uhr auf der
Ausfahrt P. der Autobahn A3 von Z. her kommend seinen Personenwagen "BMW
318ti" vorsätzlich trotz Entzugs des Führerausweises gelenkt und dadurch Art. 16c
Abs. 1 lit. f SVG erfüllt hat. Im Übrigen ging auch das Bezirksamt H. im Strafbefehl vom
13. August 2007 von einer vorsätzlich begangenen Fahrt trotz entzogenem
Führerausweis aus.
3.- Gemäss Art. 16c Abs. 1 lit. f in Verbindung mit Art. 16c Abs. 2 lit. a SVG wird der
Führerausweis beim Fahren trotz Ausweisentzugs mindestens für drei Monate
entzogen. Eine Sonderbestimmung zur Dauer des Ausweisentzugs bei Führen eines
Motorfahrzeugs trotz Entzugs enthält Art. 16c Abs. 3 SVG. Danach tritt die Dauer des
für diese Widerhandlung ausgesprochenen Ausweisentzugs an die Stelle der noch
verbleibenden Dauer des laufenden Entzugs. Entsprechend den Materialien ist daraus
in Verbindung mit den Bestimmungen betreffend die Bemessung im Rückfall gemäss
Art. 16c Abs. 2 lit. b und c SVG abzuleiten, dass die Mindestentzugsdauer sechs oder
zwölf Monate beträgt, je nach dem, ob der Führerausweisentzug, gegen den der
Betroffene verstossen hat, wegen einer mittelschweren oder wegen einer schweren
Widerhandlung ausgesprochen wurde (vgl. Botschaft, in: BBl 1999 S. 4491; BGE vom
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30. April 2007, 6A.113/2006, E. 3). Dementsprechend sind Art. 16c Abs. 2 lit. b und c
SVG im Zusammenhang mit der Bemessung der Entzugsdauer beim Fahren trotz
Entzugs nicht nur als Rückfallbestimmungen zu verstehen. Insbesondere ist für die
Verschärfung der Entzugsdauer nicht erforderlich, dass bereits ein entsprechender
Warnungsentzug vollzogen wurde.
Der Rekurrent hat mit seiner Fahrt vom 9. Mai 2007 gegen die polizeiliche Abnahme
des Führerausweises verstossen. Die zuständige Administrativbehörde hatte in diesem
Zeitpunkt noch keine Entzugsverfügung erlassen. Welche Mindestentzugsdauer im Fall
der Missachtung einer polizeilichen Abnahme des Führerausweises gelten soll, regelt
das Gesetz nicht ausdrücklich. Selbst die von den Materialien nahegelegte
Verschärfung der dreimonatigen Mindestentzugsdauer je nach dem, ob der Betroffene
einen Entzug wegen einer mittelschweren oder wegen einer schweren Widerhandlung
missachtet, ergibt sich nicht unmittelbar aus dem Wortlaut des Gesetzes, sondern erst
aufgrund einer systematischen Auslegung dieser Bestimmungen mit Blick auf Art. 16c
Abs. 3 SVG. Eine weitere Ausdehnung der verschärften Mindestentzugsdauern über
den Gesetzeswortlaut hinaus ist deshalb nicht gerechtfertigt. Im Übrigen wurde auch
im vom Rekurrenten unterzeichneten Abnahmeprotokoll unter Erwähnung von Art. 16c
Abs. 2 lit. a SVG darauf hingewiesen, dass das Führen eines Motorfahrzeuges trotz der
polizeilichen Abnahme die ursprüngliche Dauer des Entzugs erhöhe. Den gleichen
Hinweis auf einen zusätzlichen Entzug für mindestens weitere drei Monate
entsprechend Art. 16c Abs. 2 lit. a SVG beim Fahren trotz der polizeilichen Abnahme
enthielt auch das Schreiben der Vorinstanz vom 26. März 2007, mit welchem der
Rekurrent über den weiteren Verfahrensablauf orientiert wurde.
Schliesslich kann die Verschärfung der Entzugsdauer auch nicht mit einem Rückfall im
eigentlichen Sinn von Art. 16b Abs. 2 lit. c SVG begründet werden. Bei den
Rückfallkonstellationen fragt sich, ob sich mit dem am 1. Januar 2005 in Kraft
getretenen Recht eine Änderung bezüglich des Ausgangspunktes der zeitlichen
Berechnung ergibt. Altrechtlich wurde die Rückfallfrist jeweils ab dem Ablauf eines
früheren Entzugs berechnet. Der Wortlaut der entsprechenden Bestimmungen (Art. 17
Abs. 1 lit. c und d in der bis 31. Dezember 2004 gültigen Fassung des SVG) knüpfte am
"Ablauf des letzten Entzugs" an. Neurechtlich setzen die Bestimmungen betreffend die
Bemessung der Entzugsdauer bei Rückfällen voraus, dass der Ausweis in den
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"vorangegangenen Jahren" bereits "entzogen war". Angesichts des unveränderten
Zwecks der Verschärfung der Entzugsdauer bei Rückfällen ergibt sich trotz des
geänderten Wortlauts keine Änderung gegenüber dem bisherigen Recht. Die neuen
Wortlaute lassen nicht darauf schliessen, dass auf den Entzugszeitpunkt oder gar auf
den Deliktszeitpunkt abzustellen ist. Für die Beibehaltung der bisherigen
Berechnungsweise sprechen auch die Wortlaute von Art. 16b Abs. 2 lit. e und Art. 16c
Abs. 2 lit. d SVG, wonach "auf diese Massnahme verzichtet wird, wenn die betroffene
Person während mindestens fünf Jahren nach Ablauf eines Ausweisentzugs keine
Widerhandlung ... begangen hat" (vgl. Schaffhauser, a.a.O., S. 206/207).
Der Rekurrent besitzt den Führerausweis der Kategorie B seit dem 4. Oktober 2005. Er
wurde am 5. April 2006 wegen Überschreitens der signalisierten
Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h um 17 km/h, begangen am 3. Dezember 2005,
verwarnt. Bis zum Zeitpunkt des Fahrens trotz Entzugs am 9. Mai 2007 war - wie
dargelegt - gegenüber dem Rekurrenten jedoch noch keine Entzugsverfügung wegen
einer schweren Widerhandlung ergangen. Die am 16. Mai 2007 verfügte Massnahme
war in diesem Zeitpunkt auch noch nicht vollzogen. Entsprechend der Verfügung der
Vorinstanz dauerte der Vollzug des dreimonatigen Entzugs bis zum 21. Juni 2007 und
war dementsprechend im Zeitpunkt der neuerlichen Widerhandlung des Rekurrenten
am 9. Mai 2007 noch nicht abgelaufen.
Dementsprechend durfte die Vorinstanz nicht den am 16. Mai 2007 gestützt auf Art.
16c Abs. 1 lit. b SVG verfügten Entzug des Führerausweises wegen Fahrens in
angetrunkenem Zustand, begangen am 22. März 2007, berücksichtigen und in
Anwendung von Art. 16c Abs. 2 lit. c SVG von einer Mindestentzugsdauer von zwölf
Monaten ausgehen. Insoweit verletzt die angefochtene Verfügung Bundesrecht.
Vielmehr ist der Führerausweis dem Rekurrenten in Anwendung von Art. 16c Abs. 2 lit.
a SVG zu entziehen.
4.- Gemäss Art. 16c Abs. 2 lit. a SVG ist der Führerausweis für mindestens drei Monate
zu entziehen. Nach Art. 16 Abs. 3 SVG sind bei der Festsetzung der Dauer die
Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen, namentlich die Gefährdung der
Verkehrssicherheit, das Verschulden, der Leumund als Motorfahrzeugführer sowie die
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berufliche Notwendigkeit, ein Motorfahrzeug zu führen. Die Mindestentzugsdauer darf
jedoch nicht unterschritten werden.
Wie bereits festgestellt, hat der Rekurrent die Fahrt trotz Entzugs des Führerausweises
vorsätzlich begangen. Sein Verschulden wiegt dementsprechend schwer.
Insbesondere bleibt kein Raum, von einem untypischen im Gesetz nicht geregelten Fall
der fahrlässigen Begehung auszugehen, der eine Unterschreitung der
Mindestentzugsdauer von drei Monaten gemäss Art. 16c Abs. 2 lit. a SVG rechtfertigen
könnte (vgl. dazu VRKE VI vom 19. April 2007 in Sachen R.St., S. 5 ff.). Zudem ist der
automobilistische Leumund des Rekurrenten aufgrund der beiden vorstehend
genannten Verkehrsregelnverstösse belastet. Anderseits ist der Rekurrent als
Angestellter, der in J. wohnt und in Z. arbeitet, und am Abend noch
Weiterbildungskurse besucht, höchstens als leicht erhöht sanktionsempfindlich zu
bezeichnen. Eine Entzugsdauer von vier Monaten erscheint in Würdigung aller
massgebenden Faktoren als angemessen und mangels besonderer Umstände als
verhältnismässig.
5.- Zusammenfassend ergibt sich, dass der Rekurs gutzuheissen ist. Die angefochtene
Verfügung der Vorinstanz vom 18. Juli 2007 ist mit Ausnahme des Kostenspruches
aufzuheben. Der Führerausweis ist dem Rekurrenten für die Dauer von vier Monaten zu
entziehen.
6.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten vom Staat zu
tragen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'000.-- ist angemessen (vgl.
Ziff. 362 Gerichtskostentarif, sGS 941.12). Die Finanzverwaltung ist anzuweisen, dem
Rekurrenten den geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 1'000.-- zurückzuerstatten.