Decision ID: 42eea3d0-dea6-4ed0-adb4-cd50cddfa6ad
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1967, war
ab
dem 20. März 1990 bei der
Y._
AG als
Bauhandlanger
im Bereich Hoch- und Tiefbau tätig (Urk. 8/2/52). Am 17. Februar 1998 wollte er
Holz
auf eine
n
Lastwagen aufschichten, als er aus zwei Metern Höhe herabstürzte und auf den Rücken fiel (Urk. 8/2/52, Urk. 8/2/45).
Im Universitätsspital
Z._
, Klinik für Unfallchirurgie, wurde gleichentags ein Berstungsspaltbruch des zwölften Brustwirbelkörpers (BWK 12)
mit einer inkompletten Paraplegie festgestellt (Urk. 8/2/45). Ab dem 17. Februar 1998 wurde ihm eine anhaltende 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (Urk. 8/2/51) und er wurde mehrmals operiert
, darunter fand eine
Spondylodese
BWK 11/12 und BWK 12/LWK1 statt
(Urk. 8/2/34, Urk. 8/2/42 f.
,
Urk.
8/19/10
)
. Am 17. März 1998 meldete sich der Versicherte bei der Invalidenversicherung zum Leistungs
bezug an (Urk. 8/3/15 ff.).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Aargau, IV-Stelle, sprach dem Versicherten mit Verfügung vom 14. März 2000 ab dem 1. Februar 1999 eine ganze Rente bei einem Invaliditätsgrad von 100 % zu (Urk. 8/18/2 ff.).
1.2
Im weiteren Heilungsverlauf
bildete sich die Paraplegie zurück und es verblieben lumbale Beschwerden mit einem massiven Bewegungsdefizit der
Lendenwirbel
säule (
LWS
)
und neurologische Residuen mit einer Paraparese (Urk. 8/2/22 f
.
, Urk. 8/2/10).
Die Unfallversicherung richtete dem Versicherten
mit Verfügung vom 25. April 2001
ab dem 1. Juni 2001 eine Rente basierend auf einer Erwerbs
unfähigkeit von 100 %
aus
und
sprach
ihm zudem eine
Integritätsentschädigung entsprechend einer Integritätseinbusse von 70 %
zu
(Urk. 8/21/2 ff.).
1.3
Mit Mitteilungen vom 28. Juni 2001 und 31. Oktober 2005 bestätigte die IV-Stelle des Kantons Aargau jeweils den unveränderten Anspruch auf eine ganze Rente (Urk. 8/24, Urk. 8/33).
Am 1. November 2010 leitete die IV-Stelle des Kantons Aargau eine weitere Rentenrevision ein (Urk. 8/36) und
liess den Versicherten
durch Dr. med.
A._
, Facharzt für Innere Medizin un
d Rheumatologie, sowie Dr. med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
bidisziplinär
begutachten (Gutachten vom
3. Januar 2013, Urk. 8/63-65).
Nach der Begutachtung
erteilte
die IV-Stelle
am 11. September 2013 Kostengutsprache für ein Arbeitstraining (Urk. 8/82). Dieses brach
sie
aufgrund der Verletzung der Mitwirkungspflicht
durch
de
n
Versicherten pe
r 8. November 2013 vorzeitig ab und hielt daran
mit Verfügung vom 30. September 2014 fest (Urk. 8/119). Mit Verfügung vom 1. Oktober 2014 reduzierte die IV-Stelle des Kantons Aargau aufgrund einer
Verbesserung des Gesundheitszustandes
sodann
die bisherige ganze Rente
ab
1.
Dezember 2014
auf eine
Viertelsrente
(Urk.
8/121, Urk.
8/
124/
24
ff.
). Die
gegen die beiden Verfügungen
am 24. Oktober 2014
erhobene
n
Beschwerde
n
(Urk. 8/124/3 ff.)
wies
en sowohl
das
Versicherungsgericht des Kantons Aargau (Urteil vom 7. Mai 2015, VBE.2014.765, Urk. 8/128) als auch das Bundesgericht (Urteil vom 25. Januar 2016, 9C_430/2015, Urk. 8/130) ab.
1.4
Nachdem der Versicherte in den Kanton Zürich umgezogen war, trat die IV-Stelle des Kantons Aargau das Dossier am 23. März 2016 an die Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, ab (Urk. 8/135).
Am 23. Mai 2016 ersuchte der Versicherte bei der IV-Stelle des Kantons Zürich um die Erhöhung seiner Invalidenrente (Urk. 8/144).
Mit Verfügung vom 1. Juni 2017 wies
diese
das Erhöhungsgesuch ab (Urk. 8/187).
1.5
Die Unfallversicherung hatte den Versicherten polydisziplinär (rheumatologisch, neurologisch und
psychiatrisch) durch die MEDAS H._
begutachten lassen (Gutachten vom 24. März 2020, Urk. 8/200)
und teilte
ihm
am 16. April 2020 mit, er habe unverändert Anspruch auf die bisherige Rente von 100 % (Urk. 8/203)
.
Am 14. April 2020 hatte der Versicherte die IV-Stelle darum ersucht, das MEDAS-Gutachten
von der Unfallversicherung
beizuziehen
. Sodann
ersuchte
er
um
die
Erhöhung
seiner
Viertelsrente
(Urk. 8/201). Die IV-Stelle eröffnete daraufhin am 16. April 2020 ein Revisionsverfahren (Urk. 8/202)
und holte eine Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 28. April 2020 ein (Urk. 8/206/2). Mit Vorbescheid vom 6. Mai 2020 teilte sie dem Versicherten mit, sie sehe vor, das Erhöhungsgesuch abzuweisen (Urk. 8/207). Dagegen erhob der Versicherte am
5. Juni 2020 Einwand (Urk. 8/209). Mit Verfügung vom 1. Okto
ber 2020 wies die IV-Stelle das Erhöhungsgesuch des Versicherten
im Sinne des Vorbescheids
ab (Urk. 8/212 = Urk. 2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 1
5.
Oktober 2020 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei teilweise aufzuheben und die Beschwerdegegne
rin sei zu verpflichten, ihm eine ganze Rente der Invalidenversicherung zu gewähren (Urk. 1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 30. November 2020 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 7). Dies wurde dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 1. Dezember 2020 zur Kenntnis gebracht (Urk. 9).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede
wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesent
lichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf
den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisions
rechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen). Weder eine im Vergleich zu früheren ärztlichen Einschätzungen ungleich attestierte Arbeitsunfähigkeit noch eine unterschiedliche diagnostische Einordnung des geltend gemachten Leidens genügt somit per se, um auf einen verbesserten oder verschlechterten Gesundheitszustand zu schliessen; notwendig ist in diesem Zusammenhang vielmehr eine veränderte Befundlage (Urteil des Bundesgerichts 9C_135/2021 vom 27. April 2021 E. 2.1 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3; Urteil des Bundesgerichts 8C_144/2021 vom 27. Mai 2021 E. 2.3, je mit Hinweisen).
1.4
Die
regionalen ärztlichen Dienste (
RAD
)
stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funk
tionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49
der Verordnung über
die Invalidenversicherung (IVV)
beurteilen die RAD die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüf
methoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts
9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.3.2).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht
gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwal
tung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzuneh
men sei. Sie würdigen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem exter
ner medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifika
tionen verfügt (BGE 137 V 210 E. 1.2.1). Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweis
würdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 145 V 97 E. 8.5, 142 V 58 E. 5.1 mit Hinweisen).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog in der angefochtenen Verfügung, aus neurolo
gischer und psychiatrischer Sicht sei der Gesundheitszustand des Beschwerdefüh
rers unverändert. Aus rheumatologischer Sicht werde eine Verschlechterung beschrieben, da der Beschwerdeführer aufgrund seiner Inaktivität stetig an Gewicht zunehme. Er könne jedoch durch eine rasche Gewichtsreduktion wieder sein Ausgangsgewicht erlangen, wodurch die Verschlechterung rückgängig gemacht werden könne.
Daher sei nur
von einer vorübergehenden Verschlechte
rung des Gesundheitszustandes auszugehen, welche ohne dauerhafte Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei.
A
n der RAD-Stellungnahme
werde
festgehalten
. Es bestehe kein Anspruch auf eine Erhöhung der Rente
(Urk. 2 S. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer brachte zunächst in formeller Hinsicht vor, die Beschwer
degegnerin habe seinen Anspruch auf rechtliches Gehör sowie die Begründungs
pflicht verletzt. Ferner stellte er sich auf den Standpunkt,
die MEDAS-Gutachter hätten mehrere Verschlimmerungen seines Gesundheitszustandes beschrieben (Urk. 1 S. 2). Selbst die Adipositas sei möglicherweise mit dem Unfall verknüpft und zwar als Folge der chronischen Schmerzen und durch die infolge der partiellen Paraplegie eingeschränkte Mobilität (Urk. 1 S. 3 f.). Die Beschwerde
gegnerin habe ihm
im Zusammenhang mit der
Adipositas keine Schadenminde
rungspflicht auferlegt. Durch das neue
MEDAS-
Gutachten sei eine Verschlechte
rung ausgewiesen (Urk. 1 S. 4).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob bis zum Zeitpunkt der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 1. Oktober 2020 (Urk. 2) eine anspruchserhebliche Änderung des Gesundheitszustandes eingetreten ist, welche Anspruch auf mehr als eine
Viertelsrente
ergibt. Zeitlicher Referenzpunkt bildet dabei
die –
gerichtlich
bestätigte – Verfügung vom 1. Oktober 2014, mit welcher die ganze Rente auf eine
Viertelsrente
herabgesetzt wurde (Urk. 8/121). Denn dieser Verfügung lag eine umfassende Abklärung sämtlicher gesundheitlicher Einschränkungen des Beschwerdeführers zugrunde. Demgegenüber basierte die Verfügung vom 1. Juni 2017, mit welcher das Erhöhungsgesuch des Beschwerdeführers abgewiesen worden war (Urk. 8/187), lediglich auf
einer
punktuellen Abklärung
der urologi
schen Situation (Urk. 8/155/2 f.)
, weshalb
diese Verfügung
nicht als Vergleichs
basis heranzuziehen ist.
3.
3.1
3.1.1
Der
Verfügung vom 1. Oktober 2014
, mit welcher die ganze Rente des Beschwerdeführers auf eine
Viertelsrente
herabgesetzt
worden war
(Urk. 8/121), lag im Wesentlichen das Gutachten von
Dr.
A._
sowie Dr.
B._
vom 3. Januar 201
3
zugrunde (Urk. 8/63)
.
Das Versicherungsgericht des Kantons Aargau mass diesem Gutachten in seinem Urteil vom 7. Mai 2015 vollen Beweis
wert zu (Urk. 8/128/11).
Damals nannten die Gutachte
r
als Diagnose
n
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
infolge des Unfalles vom 17. Februar 1998
ein chronisches
thorako
- und
lumbo
spondylogenes
Syndrom sowie klinisch, wegen nicht-somatisch abstützbarer Beschwerden, nicht exakt definierbare neurologische Ausfälle (Urk. 8/63/8
). Demgegenüber massen
sie
den folgenden Diagnosen keine langanhaltende Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bei (Urk. 8/63/9):
-
Anhaltende somatoforme Schmerzstörung und unsicherer Aufenthaltsstatus in der Schweiz
-
Chronisches Schmerzsyndrom der unteren Wirbelsäulenhälfte und der Beine, nicht ausreichend somatisch abstützbar, mit diffuser Druckschmerzangabe, nicht-
dermatombezogene
r
Sensibilitätsstörungen und phasenweise demons
trierter nicht-
myotombezogener
Kraftabschwächung der Beine
-
Adipositas mit Body Mass Index (BMI) von 33.9 kg/m
2
-
Laborchemische Hepatopathie
-
Umbilicalhernie
-
Radiologisch linkslaterale Bauchwandhernie
Im Rahmen der rheumatologischen Begutachtung führte Dr.
A._
aus, der Beschwerdeführer habe eine schmerzvermittelnde Mimik präsentiert, welche während der klinischen Untersuchung zugenommen habe. Es seien fünf von fünf
Waddell
-Zeichen nachgewiesen worden. Dies sei ein Hinweis für nicht-organisch abstützbare Beschwerden. Die schmerzvermittelnde Mimik und Gestik könne vordergründig nicht auf ein bekanntes somatisch-pathologisches Krankheitsbild abgestützt werden (Urk. 8/63/9).
Bei dem derzeitigen Ausmass derselben und der Inkonsistenz der vom Beschwerdeführer geschilderten Beschwerden sei eine exakte klinische Beurteilung nicht möglich (Urk. 8/63/11).
Die im neurologischen
Konsiliumsbericht
vom 9. September 1999 beschriebenen Befunde könnten nicht mehr bestätigt werden, sodass sich der Gesundheitszu
stand seither verbessert habe. Die damals beschriebene spastische Parese links
betont liege unterdessen nicht mehr vor. Der Beschwerdeführer
könne
wieder den Fussspitzen- und den Fersengang ausüben (Urk. 8/63/14).
Auch die Umfang
messungen der Ober- und Unterschenkel seien bei der aktuellen Untersuchung – im Gegensatz zu früher - mit symmetrischen Werten ausgefallen.
Und
die früher beschriebene Bewegungseinschränkung der Hüftflexion rechtsseitig könne nicht mehr bestätigt werden (
Urk.
8/63/15).
Aus allgemeinmedizinischer Sicht könne abgesehen von der Adipositas kein klinisch-pathologischer Befund objektiviert werden. Gewichtsreduzierende Massnahmen seien aus medizinischer Sicht indiziert und in der Umsetzung zumutbar (Urk. 8/63/13).
Insgesamt
könnten
die vom Beschwerdeführer geschilderten Beschwerden bezüg
lich Umfang und Intensität partiell auf die objektivierbaren somatisch-patho
logischen Befunde
abgestützt werden
(Urk. 8/63/13).
3.1.2
Aus psychiatrischer Sicht stellte Dr.
B._
einen unauffälligen psychischen Gesundheitszustand fest. Es bestehe keine psychische Komorbidität, hingegen seien ungünstige krankheitsfremde Faktoren vorhanden, wie der unsichere Status in der Schweiz, der Druck der Migrationsbehörde und die fehlende Motivation zur Wiederaufnahme einer beruflichen Tätigkeit (Urk. 8/65/8).
Die somatoforme Schmerzstörung schränke die Arbeitsfähigkeit nicht ein. Eine psychiatrische Behandlung sei nicht notwendig (Urk. 8/65/9).
3.1.3
Im interdisziplinären Konsens hielten die Gutachter fest, die Arbeitsfähigkeit sei aus rein somatisch-rheumatologischer Sicht beurteilt für die langjährig ausgeübte berufliche Tätigkeit im Baugewerbe seit dem Unfall vom 17. Februar 1998 nicht mehr gegeben. In einer angepassten Tätigkeit sei der Beschwerdeführer zu maximal 30-40 % eingeschränkt. Dieses zumutbare Arbeitspensum könne sowohl am Stück als auch mit vermindertem Tempo über den ganzen Tag verteilt geleistet werden. Diese Einschätzung treffe spätestens seit dem Zeitpunkt der aktuellen Begutachtung zu, möglicherweise bereits seit 200
5.
Aus psychiatrischer Sicht stehe die psychosomatische Überlagerung der Schmerzen im Rahmen der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung im Vordergrund. Angesichts des Fehlens einer psychischen Komorbidität
sei der Beschwerdeführer in psychischer Hinsicht nicht in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt
(Urk. 8/64/1).
3.2
Das Versicherungsgericht des Kantons Aargau erwog dazu, dem interdisziplinä
ren Gutachten komme Beweiswert zu. In der rentenzusprechenden Verfügung vom 14. März 2000 sei die
IV-Stelle des Kantons Aargau
von einer somatisch bedingten vollständigen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen. Laut der somatisch-rheumatologischen Beurteilung von Dr.
A._
und Dr.
B._
habe sich in der Zwischenzeit das neurologische Beschwerdebild verbessert. Die linksbetonte spastische Parese habe sich zurückgebildet und der Fussspitzen- und Fersengang seien wieder möglich gewesen. Damit habe sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers in physischer Hinsicht erheblich verbessert. Der Renten
anspruch sei daher in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend zu überprüfen (Urk. 8/128/11).
Das Versicherungsgericht führte
– basierend auf der gutachterlich festgelegten Arbeitsfähigkeit von 30-40 % in einer adaptierten Tätigkeit (Urk. 8/128/6) –
einen
neuen Einkommensvergleich durch und stellte sowohl betreffend das Validen- als auch das Invalideneinkommen auf die
vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Tabellenlöhne (LSE) ab (LSE 2010, Tabelle TA1, Anforderungsniveau 4, Männer).
Ausgehend davon ermittelte es für das Jahr 2013 ein
Valideneinkommen
von Fr. 67'630.-- (Urk. 8/128/13). Beim Invaliden
einkommen berücksichtigte es sowohl das zumutbare Arbeitspensum von 65 % als auch einen leidensbedingten Abzug von 10 %. Daraus
resultierte
ein Invalideneinkommen von Fr. 36'764.-- und ein Invaliditätsgrad von 46 %
, weshalb es die Rentenverfügung vom 1. Oktober 2014 respektive den Anspruch auf eine
Viertelsrente
bestätigte
(Urk. 8/128/14).
Das Bundesgericht bestätigte diese Invaliditätsbemessung im Urteil vom 25. Januar 2016 (
Urk.
8/130) vollumfänglich.
4.
4.1
Anlässlich der aktuellen Rentenrevision zog die Beschwerdegegnerin das von der Unfallversicherung veranlasste polydisziplin
äre
Gutachten der MEDAS
C._
vom 24. März 2020 in den Disziplinen Rheumatologie, Neurologie und Psychiatrie bei (Urk. 8/200/5 ff.).
Die Gutachter hielten dort namentlich die folgenden Diagnosen fest (Urk. 8/200/48 f.):
-
Residuelles
inkomplettes sensomotorisches Querschnittssyndrom rechts distal Th10 und links distal Th7 mit einer neurogenen Blasen- und Darmfunktions
störung sowie anamnestisch einer Sexualfunktionsstörung bei Status nach instabiler Berstungsfraktur BWK8
-
Residuelles
chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom beidseits
-
Chronische Schmerzstörung gemäss ICD-10 F45.41
-
Anhaltende depressive Episode, aktuell und im Verlauf überwiegend mittel
gradig, zeitweise leichtgradig
(
ICD-10 F32.1
)
-
Akzentuierte Persönlichkeitszüge vorwiegend ängstlich-selbstunsicher
(
ICD-10 Z73
)
, DD Generalisierte Angststörung (ICD-10 F41.1)
-
Radiologisch beginnende
Coxarthrose
rechts
-
Leichtgradige
Periarthropathia
humeroscapularis
tendopathica
-
Arterielle Hypertonie
-
Aktenanamnestisch
azinäre
P
roliferation der Prostata (Erstdiagnose Februar 2016)
-
Status nach
Splenektomie
Die Frage der Unfallversicherung, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwer
deführers seit ihrer rentenzusprechenden Verfügung vom 1. Juni 2001 erheblich verbessert habe, verneinten die Gutachter. Im Gegenteil hätten die pathologischen Befunde am Achsenskelett zugenommen (
Osteochondrose
L1/2, Keilwirbeldefor
mation BWK 12,
Spondylolisthesis
L4/5, sowie eine
Fazettenarthrose
L4/5 mit konsekutiver
Foraminalstenose
). Diese Zunahme sei zumindest teilweise unfall
bedingt. Es
bestehe
eine überlastungsbedingte Anschlussdegeneration L1/2 unterhalb der
Spondylodese
inklusive einer
Frakturierung
des
LWK
2.
Ohne die Berstungsfraktur der BWK 12 mit der Notwendigkeit der
Spondylodese
Th11-L1 hätten die pathologischen Veränderungen alleine altersbedingt wohl nicht im selben Ausmass zugenommen. Die zunehmende Adipositas (33 kg Gewichts
zunahme seit dem Unfall) sei möglicherweise zumindest teilweise mit dem Unfall verknüpft und zwar als Folge der durch chronische Schmerzen und durch die partielle Paraplegie bedingte
n
eingeschränkte
n
Mobilität. In Anbetracht der Häufigkeit der Adipositas in der Gesamtbevölkerung l
a
sse sich der diskutierte Kausalzusammenhang zwischen Unfall und Adipositas aber nicht beweisen, weshalb er ledigl
ich als möglich erachtet werde (Urk. 8/200/74).
Aus rein neurologischer Sicht sei das sensomotorische Querschnittsyndrom seit 2001 als in etwa unverändert zu beurteilen.
Einzig das sensible Niveau links werde etwas höher (Th6 beziehungsweise Th7) angegeben. Dies im Vergleich zu früheren Dokumentationen (distal Th10), was formal einer Verschlechterung entspreche. Das Ausmass der Paraparese sei aufgrund der beschriebenen funktionellen Überlagerung nicht präzise zu fassen. Allerdings sei der Beschwerdeführer im Jahr 2001 noch ohne Stöcke
gehfähig
gewesen, während er heute zwei Stöcke benötige. Die Blasen- und Darmfunktionsstörung habe sich seither nicht wesentlich verändert (Urk. 8/200/74).
In Gegenüberstellung der Situation zum Zeitpunkt der Rentenzusprechung
der Unfallversicherung
im April 2001 ergäben sich ferner aus psychiatrischer Sicht keine wesentlichen Änderungen. Im Gegenteil imponiere eindrücklich, dass in der Beschreibung de
s
psychologischen
Konsils
des
Paraplegiker
-Zentrum
s
D._
aus dem Jahr 2000 die wesentlichen Probleme bereits so dargestellt seien, wie sie sich heute zeigten (Urk. 8/200/74). Ebenso eindrücklich werde im psychosoma
tischen
Konsil
aus der Rehaklinik
E._
bereits im Jahr 1998 die Symptomver
schiebung von akuten Ängsten zur Somatisierung beschrieben, die sich seitdem durch die Akten ziehe (Urk. 8/200/74 f.). Vor diesem Hintergrund seien die Diagnosen und die Beurteilungen von Dr.
A._
und Dr.
B._
nicht nachvoll
ziehbar, abgesehen davon, dass sie in den Gutachten auch nicht hergeleitet und begründet würden (Urk. 8/200/75).
Da sich der Gesundheitszustand seit der Berentung durch die Unfallversicherung nicht verbessert habe, entfalle das Festlegen eines neuen Zumutbarkeitsprofils. Aus psychiatrischer Sicht bestehe keine im ersten Arbeitsmarkt realistisch verwertbare Arbeitsfähigkeit. Auch diese Einschätzung habe sich gegenüber dem psychologischen
Konsil
aus dem
Paraplegiker
-Zentrum
D._
im November 2000 nicht verändert (Urk. 8/200/76).
4.2
In seiner Stellungnahme vom 28. April 2020
erklärte der RAD-Arzt Dr. med.
F._
, Facharzt für Chirurgie, im MEDAS-Gutachten werde der Gesundheitszustand aus rheumatologischer Sicht aufgrund der stetigen Gewichtszunahme bei Inaktivität als verschlechtert beschrieben. Diese überlas
tungsbedingte Verschlechterung könne durch eine rasche Gewichtsreduktion von 1-1.5 kg pro Woche innerhalb von höchstens 30 Wochen auf das Ausgangs
gewicht reduziert und die Verschlechterung rückgängig gemacht werden. Versicherungsmedizinisch-theoretisch sei demzufolge nur
von einer
vorüber
gehende
n
Verschlechterung des Gesundheitszustandes ohne dauerhafte Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit auszugehen
(Urk. 8/206/2).
5.
5.1
Die Beschwerdegegnerin
stützte sich bei ihrer
Beurteilung
auf die Stellungnahme
des RAD-Arztes vom 28. April 2020 (Urk. 2 S. 1 f.).
Dieser anerkannte einzig
aus rheumatologischer Sicht
aufgrund der gewichtsbedingten Überlastungssituation eine Verschlechterung,
erklärte aber, diese könne durch
eine
rasche
Gewichtsab
nahme wieder rückgängig gemacht werden (Urk. 8/206/2).
Gestützt darauf ging die Beschwerdegegnerin
in der angefochtenen Verfügung lediglich von einer vorübergehenden Verschlimmerung des Gesundheitszustandes ohne dauerhafte Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aus
und verneinte einen Revisionsgrund respektive den Anspruch auf eine höhere Rente
(Urk. 2 S.
2).
Was die Adipositas anbelangt, so ist den Akten zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer bei der letzten Begutachtung im Jahr 2013 noch einen BMI von 33.9 aufwies
(Urk. 8/63/13)
, während dem in der aktuellen Untersuchung ein BMI von 36.6 erhoben wurde
(Urk. 8/200/63).
Dies entspricht einer Gewichtszu
nahme von zirka 10 kg im massgebenden Zeitraum
bei einem aktuellen Gewicht von 124 kg
.
Der RAD-Arzt begründete seine Einschätzung, wonach die Gewichtszunahme mittels einer raschen Gewichtsreduktion von 1-1.5 kg/Woche wieder rückgängig gemacht werden könne, nicht näher
.
Insbesondere setzte er
sich dabei nicht
mit den Ausführungen im MEDAS-Gutachten auseinander, wonach die Adipositas die Folge der durch die chronischen Schmerzen und durch die partielle Paraplegie bedingten eingeschränkten Mobilität
sei
(Urk. 8/200/74)
, weshalb sie ausnahmsweise als invalidisierend betrachtet werden könnte (Urteil des Bundesgerichts 9C_506/2020 vom 1
0.
März 2021 E. 5.3.2)
.
Dies lässt seine Schlussfolgerung, wonach eine Gewichtsreduktion innert höchstens 30 Wochen möglich sei (Urk. 8/206/2)
,
als fraglich erscheinen.
Ferner stellten die MEDAS-Gutachter eine Zunahme der
pathologischen Befunde am Achsenskelett
fest
(Urk. 8/200/74)
und sprachen von
einer Verschlechterung der Schmerzsymptomatik an der Lendenwirbelsäule.
Dies
e
begründeten sie zum einen mit dem
Fortschreiten des Wirbelgleitens und der Segmentdegeneration L4/5
und der damit einhergehenden
Entwicklung einer fortgeschrittenen
Fazettenarthrose
(
Spondylarthrose
)
. Diese führe zusammen mit dem
Wirbelgleiten zu einer
Foraminalstenose
und einer leichten Einengung des Spinalkanals. Zudem bestehe eine Deckplattenimpression
des
zweiten Lendenwirbelkörpers
mit einer konsekutiven Keilwirbeldeformation, was die Fehlstatik verstärke. Schliesslich
erkannten
sie
einen Grund für die Verschlechterung der Schmerzsymptomatik in der
Dekonditionierung
, da der Beschwerdeführer gemäss eigenen Angaben
zirka 70 % des Tages liegend verbringe (Urk. 8/200/62).
Ferner stellten die Gutachter fest, der Beschwerdeführer sei
mittlerweile auf Gehstöcke angewiesen (Urk.
8/200/74).
Aus neurologischer Sicht beurteilte der Gutachter
das sensomo
torische Querschnittsyndrom seit 2001
als
in etwa unverändert,
präzisierte jedoch, dass
neuer
dings
das sensible Niveau links im Vergleich zu früheren Untersuchungen etwas
höher angegeben werde. Dies entspreche
einer Verschlechterung (Urk. 8/200/74).
Zu diesen Aspekten äusserte sich der RAD-Arzt nicht.
Damit bestehen erhebliche Zweifel an der Stellungnahme des RAD-Arztes, weshalb nicht darauf abgestellt werden kann (vg
l
. E. 1.
4
).
Auch auf das von der Unfallversicherung eingeholte MEDAS-Gutachten kann jedoch für eine Beurtei
lung des Leistungsanspruches nicht
abschliessend
abgestellt werden. Denn die
Vergleichsbasis
für die B
eurteilung, ob ein Revisionsgrund vorliegt,
bildet
– wie bereits erwähnt – die
Verfügung vom 1. Oktober 2014, mit welcher die ganze Rente auf eine
Viertelsrente
herabgesetzt wurde (Urk. 8/121).
Grundlage für die Rentenherabsetzung bildete das
Gutachten von
Dr.
A._
und Dr.
B._
aus dem Jahr
2013
(Urk. 8/
128/8, Urk. 8/130/6).
Dieses
lag den MEDAS-Gutachtern jedoch
bei ihrer Beurteilung
ausdrücklich
nicht vor (Urk. 8/200/57, Urk. 8/200/23)
, sodass sich
ihr
e
Kritik
an der Diagnose und den Beurteilungen
von
Dr.
A._
und
Dr.
B._
(vorstehen
d
E. 4.1)
nicht auf eine fundierte Akten
kenntnis stützt
.
Ferner
hielten sie zwar eine Verschlechterung des Gesundheits
zustandes im Sinne einer pathologischen Veränderung des Achsenskeletts, einer Veränderung des sensomotorischen Querschnittsyndroms und einer Zunahme der Adipositas
fest
(Urk. 8/200/74). Genaue Angaben zum Zeitpunkt der Veränderung lassen sich dem Gutachten
aber
nicht entnehmen. Des Weiteren
ist aus
dem Gutachten nicht
ersichtlich
, welche Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführer
aus interdisziplinärer Sicht
heute in einer adaptierten Tätigkeit aufweist, da den Gutachtern diese Frage nicht unterbreitet wurde. Auch ein neues Zumutbarkeits
profil für eine angepasste Tätigkeit legten die Gutachter nicht fest (Urk. 8/200/76).
5.3
Insgesamt erweisen sich die vorhandenen medizinischen Unterlagen für eine
abschliessende
Beurteilung des Verlaufs des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
seit der rentenherabsetzenden Verfügung vom 1. Oktober 2014
und damit des vorliegend strittigen
Erhöhungsanspruchs
als nicht genügend. Die Beschwerdegegnerin hat daher ergänzende medizinische Abklärungen vorzunehmen, die sämtliche Beschwerden des Beschwerdeführers umfassen und eine hinreichende fachärztliche Grundlage darstellen, welche die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers erlauben. Hierzu empfiehlt sich eine (erneute) polydisziplinäre Begutachtung. Hernach wird die Beschwerdegegnerin neu über
das Erhöhungsgesuch
des Beschwerdeführers zu entscheiden haben.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde
gutzuheissen
, und die Sache ist an die Beschwerdegegnerin zur ergänzenden medizinischen Abklärung im Sinne der Erwägungen und zu neuem Entscheid über
das Erhöhungsgesuch
des Beschwerdeführers zurückzuweisen.
5.4
Bei diesem Verfahrensausgang erübrigt es sich, auf die Rügen des Beschwerde
führers betreffend die Verletzung der Begründungspflicht respektive des recht
lichen Gehörs einzugehen (Urk. 1 S.
2
).
6.
6.1
Da die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen zu prüfen ist, ist
gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG das Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von Art. 61
lit
. a ATSG in der hier anwend
baren, bis am 31. Dezember 2020 in Kraft gewesenen Fassung (Art. 83 ATSG) kostenpflichtig, wobei die Gerichtskosten nach dem Verfahrensaufwand sowie unabhängig vom Streitwert festzulegen und auf Fr. 800.-- anzusetzen sind.
Ausgangsgemäss
sind die Kosten der
unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzu
erlegen.
6.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57; vgl. auch BGE 141 V 281 E. 11.1 mit Hinweis)
. Gemäss
Art.
61
lit
. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (vgl. auch
§
34
Abs.
1 und 3
GSVGer
).
In Anwendung dieser Grundsätze ist die Prozessentschädigung vorliegend auf Fr. 2‘000.-- festzusetzen und der Beschwer
degegnerin aufzuerlegen.