Decision ID: ba7b663e-bf7e-4a66-8c93-744c14cfdc54
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1961 geborene
X._
war
im Strassen
bau und als Isolierer
angestellt
. Zuletzt war er von 1998 bis 2005 al
s selbständiger Isolierer erwerbstätig. A
m 2
2.
März 2006 meldete sich
der Versicherte
wegen einer
Wirbelsäulenverlet
zung
, Rückenschmerzen, Kopfproblemen, Bandsche
iben
-
schmerzen sowie Ver
gesslich
keit bei der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zum Leistungsbez
ug an
(
Urk.
10/5)
. M
it
Verfügung
vom 13. Februar 2007
ver
neinte diese einen entsprechenden Rentenan
spruch
(
Urk.
10/28)
. Das hiesige Gericht hiess eine dagegen gerichtete Beschwerde am 26. Aug
ust 2008 in dem Sinne gut, als es
die Verfügun
g
aufhob
und die Sache zu weiterer Ab
klärung an die IV-Stelle zurückwies
(
Urk.
10/52; Prozess IV.2007
.
00278)
. Diese veranlasste in der Folge ein
bidisziplinäres
Gutachten
(
Urk.
10/57-58)
und verneinte einen Rentenanspruch des Versicherten mit Verfügung vom 26. Oktober 2009
erneut
(
Urk.
10/81)
. Die dagegen erhobene Beschwerde wies das hiesige Gericht mit Urteil vom 31. Januar 2011 ab (
Urk.
10/92
; Prozess IV.2009.01055
).
Am 26. Juli 2012 beantragte der Versicherte erneut die Überprüfung des Renten
anspruchs (
Urk.
10/96). Mit Vorbescheid vom 24. August 2012 stellte die IV-Stelle das Nichteintreten auf das neue Leistungsbegehren in Aussicht (
Urk.
10/99)
, bevor sie a
m 14. Januar 2014 die polydisziplinäre Abklärung des Versicherten in die Wege
leitete (
Urk.
10/123);
das entsprechende Gutachten datiert vom 11. Juni 2014 (
Y._
-Gutachten,
Urk.
10/141). Mit Vorbescheid vom 24. Juni 2014 stell
t
e die IV-Stelle dem Versicherten die Abweisung des
Leis
tungsbegehrens
in Aussicht (
Urk.
10/144) und hielt an diesem Entscheid mit
unangefochten in Rechtskraft erwachsener
Verfügung vom 27. Oktober 2014 fest (
Urk.
10/157
).
Mit a
m 7. August 2015
bei der IV-Stelle eingegangenem Schreiben
machte
der Versicherte erneut eine Verschlechterung seines gesundheit
lichen Zustandes
geltend
(
Urk.
10/164/2
). Mit Vorbescheid vom 24. August 2015 stellte die IV-Stelle dem Versicherten das Nichteintreten auf das Leistungsbegehren in Aus
sicht (
Urk.
10/166) und hielt an diesem Entscheid
– nach Wiedererwägung der am 5. Oktober 2015 ergangenen Verfügung
betreffend Nichteintreten
(
Urk.
10/167,
Urk.
10/179) -
mit Verfügung vom 25. Februar 2016 fest (
Urk.
10/181 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Vertreter des Versicherten am
10. März 2016 Beschwerde und beantragte, es sei die Sache zur neuen Entscheidung an die
Beschwerde
gegnerin
zurückzuweisen. Weiter sei dem Beschwerdeführer die unentgeltliche
Rechtspflege zu gewähren und in der Person des Unterzeichneten sowohl für das vorl
iegende als auch das Verwaltungsv
erfahren ein unentgeltlicher Rechts
beistand zu bestellen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 26. April 2016 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
9).
Mit Verfügung vom
2.
Juni 2016 wurde den Parteien eine Frist angesetzt, um zur Frage der Rechtzeitigkeit der Beschwerde Stellung zu nehmen (
Urk.
11); die entsprechenden Stellungnahmen gingen am 14. Juni 2016 (
Urk.
13) sowie
27. Juni 2016 (
Urk.
14) beim hiesigen Gericht ein.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
In ihrer Stellungnahme zur Rechtzeitigkeit der Beschwerde führte die
Beschwerde
gegnerin
aus, dass die Verfügung vom 5. Oktober 2015 zum Zeit
punkt der Beschwerde bereits rechtskräftig gewesen sei und beantragte die Ab
weisung der Beschwerde (
Urk.
14).
In materieller Hinsicht begründete d
ie Beschwerdegegnerin die angefochtene Verfügung damit, dass der Beschwerdeführer nicht glaubhaft dargetan habe, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse seit der letzten Verfügung wesentlich verändert hätten. Die eingereichten Unterlagen enthielten aus
versicherungsme
dizinischer
Sicht keine
n
Beleg für eine deutliche Invalidi
sierung (
Urk.
2).
1
.2
Demgegenüber
machte der Vertreter
des Beschwerdeführers
bezüglich der Recht
zeitigkeit geltend, dass im Zeitpunkt des Zugangs der Akten (8. Dezember 2015) die Sache materiell von der Beschwerdegegnerin bearbeitet worden sei, er jedenfalls davon habe ausgehen dürfen.
Die Beschwerdegegnerin habe in der Folge im Rahmen der angefochtenen Verfügung die von
Dr.
med.
Z._
, Co-Chefarzt am Spital
A._
, eingereichten Unterlagen berücksichtigt, welche im Zeitpunkt der ersten Verfügung noch gar nicht bekannt gewesen seien. Da
mit liege im Zeitpunkt der Wiedererwägungsverfügung eben gerade keine glei
che Sachlage vor. Eventualiter hätte die Beschwerdegegnerin die Eingabe vom 10. Dezember 2015 an das Gericht weiterleiten müssen.
Subeventualiter
wäre die Beschwerdegegnerin ohnehin verpflichtet, die Eingabe vom 10. Dezember 2015 als neues Gesuch entgegenzunehmen (
Urk.
13).
In materieller Hinsicht machte der Vertreter des Beschwerdeführers
im Wesentli
chen geltend, dass sich die Beschwerdegegnerin nur mit den Berichten des Spi
tals
A._
auseinandergesetzt und diejenigen von
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, völlig ausser Acht gelassen habe. Weiter hätte aufgrund der vom Bundesgericht
vorgenommenen
Praxisän
derung
zur Schmerzrechtsprechung
ohnehin eine erneute Abklärung des Sach
verhaltes stattfinden müssen. Insgesamt sei
en
auf
grund der eingereichten ärztli
chen Berichte sowie der dokumentierten Spitalaufenthalte die Anforderungen an die Glaubhaftmachung ohne weiteres erfüllt. Insbesondere die
Ma
genprob
leme
hätten im Rahmen des
Y._
-Gutachtens noch keine Rolle gespielt, zudem sei es mit einer so nicht geplanten Gewichtsabnahme zu einer weit
eren
Dekon
ditionierung
gekommen (
Urk.
1 S. 4 ff.).
In formeller Hinsicht sei anzumerken, dass sich der vorliegende Nichteintretens
entscheid in einem umfassenden Sinn auch auf das Gesuch betreffend Gewäh
rung der unentgeltlichen Rechtspflege im Verwaltungsverfahren beziehe
, auch wenn diesbezüglich kein formeller Entscheid ergangen sei (
Urk.
1 S. 6).
2.
2.1
In verfahrensrechtlicher Hinsicht ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin auf das Schreiben des Spitals
A._
vom 27. Juli 2015 hin (
Urk.
10/161) den Beschwerdeführer am 4. August 2015 aufforderte, eine Neuanmeldung vor
zunehmen (
Urk.
10/162). Diese formulierte der Beschwerdeführer in der am 7. August 2015 bei der Beschwerdegegnerin eingegangenen Eingabe (Urk.
10/164/2).
Nach Erlass des Vorbescheids vom 24. August 2015 (Urk. 10/166) trat die
Be
schwerdegegnerin
mit an die neue Wohnadresse in
C._
eröffneter, per
A-Post verschickter Verfügung vom 5. Oktober 2015 nicht auf die
Neuan
-
meldung
ein (Urk. 10/166). Das mit einer Verfügungskopie bediente Sozialamt
D._
informierte die Beschwerdegegnerin am 6. Oktober 2015 über seine zwischen
zeitliche Unzuständigkeit (
Urk.
10/168). Der Anfang November 2015 bevoll
mächtigte Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ersuchte am 6. November 2015 um Akteneinsicht, welche am 7. Dezember 2012 gewährt wurde (vgl. Hin
weis auf Urk. 10/169).
Nachdem unaufgefordert weitere Arztberichte eingereicht worden waren (Urk. 10/171-172), stellte der Rechtsvertreter auf entsprechende Anfrage der Beschwerdegegnerin hin (
Urk.
10/173) am 26. November 2015 ein Zusatzgesuch (
Urk.
10/174).
Nach Einsicht in die Verwaltungsakten gelangte der Beschwerdeführer mit Ein
gabe vom 10. Dezember 2015 unter Bestreitung der Zustellung der Verfügung vom 5. Oktober 2015 an die Beschwerdegegnerin und machte geltend, er sei nicht in den Besitz der fraglichen Verfügung gelangt, weshalb er um „
Revozie
rung
“ des Entscheids ersuchte (
Urk.
10/176). Mit der Begründung, die Verfü
gung vom 5. Oktober 2015 sei dem Beschwerdeführer nicht eröffnet worden, zog die Beschwerdegegnerin am 11. Februar 2016 den ursprünglichen Entscheid in Wiedererwägung (
Urk.
10/179) und verfügte am 25. Februar 2016 in nämli
chem Sinn (Urk. 10/181).
Unter diesen Umständen ist zunächst zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin befugt war, die unangefochten gebliebene Verfügung vom 5. Oktober 2015 am 11. Februar 2016 in Wiedererwägung zu ziehen und am 25. Februar 2016 er
neut im gleichen Sinne zu verfügen.
2.2
Die Eröffnung einer Verfügung ist eine empfangsbedürftige, nicht aber eine annahmebedürftige einseitige Rechtshandlung; sie entfaltet daher ihre
Rechts
wirkungen
vom Zeitpunkt der ordnungsgemässen Zustellung an. Ob die be
troffene Person vom Verfügungsinhalt Kenntnis nimmt oder nicht, hat keinen Einfluss (BGE 119 V 89 E. 4c mit Hinweisen). Der Beweis der Tatsache sowie des Zeitpunktes der Zustellung von Verfügungen obliegt rechtsprechungsgemäss der die Zustellung veranlassenden Behörde, welche die entsprechende (objektive) Beweislast trägt. Dabei gilt bezüglich Tatsachen, welche für die Zustellung von Verfügungen der Verwaltung erheblich sind, der Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 124 V 400 E. 2
a-
b
mit Hinweisen).
Allerdings bedingt dies in der Regel die Eröffnung der Verfügung mit eingeschrie
benem Brief. Wird die Tatsache oder das Datum der Zustellung
un
eingeschriebener
Sendungen bestritten, muss daher im Zweifel auf die Darstel
lung des Empfängers abgestellt werden, sofern seine Darlegung der Umstände nachvollziehbar ist und einer gewissen Wahrscheinlichkeit entspricht. Sein gu
ter Glaube wird vermutet. Allerdings kann der Nachweis der Zustellung auch aufgrund von Indizien oder gestützt auf die gesamten Umstände erbracht wer
den (Urteil
des Bundesgerichts
9C_282/2014 vom 25. März 2015 E. 3.2 mit Hinweisen).
2.3
Die Postaufgabe
allein
beweist nicht zwingend, dass
die Verfügung tatsächlich empfangen wurde. Dabei liegt ein
Fehler bei der Postzustellung nicht derart ausserhalb jeder Wahrscheinlichkeit, dass mit dieser Möglichkeit nicht gerech
net werden müsste (BGE 105 III 43
E. 2a).
Aus diesen Beweisgrundsätzen
folgt, dass
die Beschwerdegegnerin die rechtmäs
sige Eröffnung des Entscheids
nicht
zu beweisen vermag. Mangels
Zu
stellungsnachweis
bei Versand mittels A-Post (vgl. Hinweis bei der Adresse auf
Urk.
2) darf vorliegend aus dem Umstand, dass dem Sozialamt
D._
eine Kopie der fraglichen Verfügung zugestellt wurde (vgl. Urk. 10/168), nicht ge
schlossen werden, dem Beschwerdeführer sei die Verfügung vom 5. Oktober 2015 ebenfalls ordnungsgemäss zugegangen
.
Es ist daher grundsätzlich nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin der
beschwerdeführerischen
Darstellung gefolgt und von der nicht erfolgten Er
öffnung der Verfügung ausgegangen ist (vgl.
hiezu
Urk.
10/179).
Zu
Handen der Beschwerdegegnerin
bleibt
zubemerken
, dass zwar die
Versand
form
von Entscheiden gesetzlich nicht vorgeschrieben ist, doch könnte mittels eines Versandes per A-Post-plus (vgl. dazu etwa Urteile des Bundesgerichts 8C_198/2015 vom 30. April 2015 E. 3.2 und 2C_875/2015 vom
2.
Oktober 2015 E. 2.2.1 mit zahlreichen Hinweisen) den Schwierigkeiten des Zustellnachweises wirksam entgegen getreten werden.
2.4
Anerkanntermassen hat der Beschwerdeführer anlässlich der Einsicht in die Ver
waltungsakten am 9. Dezember 2015 davon Kenntnis erhalten, dass das Neuanmeldeverfahren mit Entscheid vom 5. Oktober 2015 abgeschlossen wurde (
Urk.
10/176/2
Ziff.
3). Weiter war ihm laut seinen Ausführungen in der Ein
gabe vom 1
0.
Dezember 2015 (
Urk.
10/176/3) bewusst, dass innert der dem Rechtsanwalt ohne Zweifel bekannten Beschwerdefrist (von 30 Tagen; Art. 60 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG) Beschwerde zu
erheben
ist, was er jedoch unterlassen hat.
Aus einer mangelhaften Eröffnung darf der betroffenen Partei kein Nachteil erwachsen (Art. 49
Abs.
3 ATSG). Daraus
folgt
rechtsprechungsgemäss
, dass dem beabsichtigten Rechtsschutz schon dann Genüge getan wird, wenn eine objektiv mangelhafte Eröffnung trotz ihres Mangels ihren Zweck erreicht. Das bedeutet nichts anderes, als dass nach den konkreten Umständen des Einzelfalls zu prüfen ist, ob die betroffene Partei durch den gerügten Eröffnungsmangel tatsächlich irregeführt worden ist. Richtschnur für die Beurteilung dieser Frage ist der auch in diesem prozessualen Bereich geltende Grundsatz von Treu und Glauben, an welchem die Berufung auf Formmängel in jedem Fall ihre Grenze findet (BGE
111 V 150 mit Hinweisen
).
Mit Eingabe vom 1
0.
Dezember 2015 ersuchte
d
er
Beschwerdeführer
die
Be
schwerdegegnerin
um „
Revozierung
“ des fraglichen Entscheids und fügte an: „Ich gehe davon aus, dass die Verfügung frühestens mit Eingang der Akten am
8.
Dezember 2015 als zugestellt betrachtet werden kann. Entsprechend notiere ich mir eine laufende Beschwerdefrist, gehe jedoch davon aus, dass Sie dem heute
ge
stellten Antrag entsprechen und so weitere verfahrensrechtliche Auf
wendungen vermieden werden können.“ (Urk. 10/176/3).
Mit der anlässlich der Akteneinsicht gewonnenen Kenntnis wurde der Zweck der zunächst nicht zugestellten Verfügung erfüllt. Davon ging auch der Rechts
vertreter aus, wie de
n
oben wiedergegeben
en
Aus
sagen
zu entnehmen ist. Zu Recht ist er daher davon ausgegangen, dass gleichzeitig mit dieser Kenntnis die Rechtsmittelfrist zu laufen begann. Allerdings hat der Beschwerdeführer innert der - infolge der Weihnachtsgerichtsferien unterbrochenen - am 25. Januar 2016 abgelaufenen Frist keine Beschwerde erhoben. Seine Vorkehrungen innert der Rechtsmittelfrist erschöpften sich in der Eingabe vom 1
0.
Dezember 2015, mit der er die Beschwerdegegnerin um das Zurückkommen auf ihren Entscheid
ersuchte.
Das unbenutzte Verstreichen der Frist kann auch nicht einem Verhalten der
Be
schwerdegegnerin
zugeschrieben werden,
da
diese während der Beschwerdefrist gegen aussen
hin
untätig blieb (vgl. einzig Urk. 10/178). Erst nach deren Ablauf schuf sie mit der Wiedererwägungsverfügung vom 1
1.
Februar 2016 (Urk. 10/179) einen Vertrauenstatbestand.
Aus der Tatsache, dass die
Beschwer
degegnerin
die neu eingereichten ärztlichen Unterlagen (
Urk.
10/171-172) ma
teriell bearbeitete, kann der Beschwerdeführer ebenfalls nicht
s
zu seinen Guns
ten ableiten. So
spricht das Schreiben vom 2
6.
November 2015 ausdrücklich von einem Zusatzgesuch und nicht von einem Wiedererwägungsgesuch (
Urk.
10/174).
Auf ein Zurückkommen auf die Verfügung vom
5.
Oktober 2015 kann allein daraus nicht geschlossen werden.
Weiter war die
Beschwerdegegne
rin
auch nicht dazu verpflichtet, das Schreiben vom 1
0.
Dezember 2015 (
Urk.
10/176) als Beschwerde an das hiesige Gericht weiterzuleiten. Der Vertre
ter des Beschwerdeführers wies im genannten Schreiben ausdrücklich darauf hin, dass er sich eine laufende Beschwerdefrist notiere (
Urk.
10/176 S. 3). Vor diesem Hintergrund kann dem Schreiben vom 1
0.
Dezember 2015 keine
Be
schwerdequalität
zukommen.
2.5
In Bezug auf die verfügte Wiedererwägung und das am 2
5.
Februar 2016 ergan
gene erneute Nichteintreten auf die Neuanmeldung bleibt sodann festzuhalten, dass eine voraussetzungslose Wiedererwägung einer in Rechtskraft erwachsenen Verfügung nicht zulässig ist. Der Versicherungsträger kann auf eine formell rechtskräftige Verfügung nur zurückkommen, wenn diese zweifellos unrichtig und ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (Art. 53
Abs.
2 ATSG). In Anbetracht des anfänglichen Eröffnungsfehlers kann von einer zweifellosen
Unrichtigkeit, welche die materielle Seite des Entscheids beschlägt, keine Rede sein
.
Im Weiteren
ist es der Beschwerdegegnerin verwehrt, nach der rechtskräftigen Erledigung eines Rechtsverhältnisses durch voraussetzungslosen Erlass einer zweiten, das gleiche Rechtsverhältnis betreffenden Verfügung dem Versicherten erneut den Rechtsmittelweg zu eröffnen (SVR 2010 KV Nr. 6 S. 27-28 E. 2.2; BGE 116 V 62 E. 3a mit Hinweisen). Dies hat die Beschwerdegegnerin bei Erlass der dieser Streitigkeit zu Grunde liegenden Verfügung
vom 2
5.
Februar 2016 übersehen
, weshalb diese aufzuheben ist. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen
.
Nach dem Gesagten ist
festzuhalten, dass der Beschwerdeführer innert der laufen
den Beschwerdefrist kein Rechtsmittel eingelegt hat.
Daher muss es
in Be
zug auf die Neuanmeldung vom August 2015
bei der unbeanstandet gebliebe
nen Verfügung vom
5.
Oktober 2015
sein B
ewenden haben. Insoweit sich die vorliegende Beschwerde gegen die Verfügung vom
5.
Oktober 2015 richtet, ist auf sie mangels Rechtzeitigkeit
nicht einzutreten.
2.6
Zutreffend sind die Ausführungen des Vertreters des Beschwerdeführers inso
weit, als die Beschwerdegegnerin das Schreiben vom 1
0.
Dezember 2015 nun
mehr als Neuanmeldung zu behandeln hat.
Die neusten Berichte von
Dr.
B._
sowie
Dr.
Z._
(
Urk.
10/171-172) wurden im Rahmen der in Rechtskraft erwachsenen Verfügung vom
5.
Oktober 2015 nicht berücksichtigt, insbesondere
könnten
sich daraus neue Erkenntnisse
ergeben,
was den Verlauf und die
Chronifizierung
der Erkrankung betrifft.
Dazu ist die Sache an die
Be
schwerdegegnerin
zu überweisen (Prüfung der Frage der Glaubhaftmachung ei
ner wesentlichen Veränderung).
3
.
3
.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG
) und auf Fr. 600.-- anzusetzen.
Selbst wenn vorliegend von einem
teilweisen
Obsie
gen der Beschwerdegegnerin
ausgegangen würde
, ist dennoch darauf hinzu
weisen, dass das vorliegende Verfahren in erster Linie aufgrund der
Wiederer
wägungsv
erfügung
vom 2
5.
Februar 2016 nötig geworden und damit von der Beschwerdegegnerin verursacht worden ist. In Anwendung von
§
6
Abs.
3 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozial
versicherungsgericht sind die Gerichtskosten demnach der
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
Ausgangsgemäss ist
diese
zu verpflichten, dem Beschwerde
führer eine angemes
sene Prozessentschädigu
ng zu bezahlen, welche in Anwen
dung von Art. 61 lit. g ATSG, namentlich u
nter Berücksichtigung der Bedeu
tung der Streitsache und der Schwier
igkeit des Prozesses auf Fr. 2'3
00.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen ist.
Bei diesem
Ausgang des Verfahrens wird das Gesuch um Gewährung der unent
geltlichen Rechtspflege für das vorliegende Verfahren gegenstandslos.
3
.2
Was das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtsvertretung im vor
instanzlichen Verwaltungsverfahren betrifft, ist anzumerken, dass sich die an
gefochtene Verfügung zu dieser Thematik nicht äussert. Entgegen den Ausfüh
rungen des Vertreters des Beschwerdeführers kann aus dem Nichteintreten auf das Leistungsbegehren nicht auf eine Abweisung des Gesuches um unentgeltli
che Rechtsvertretung geschlossen werden; andernfalls wäre auch völlig unklar, aus welchen Gründen eine solche Abweisung erfolgt wäre. Vielmehr hat die Beschwerdegegnerin eine anfechtbare Verfügung zu erlassen
(vgl. nunmehr Prozess IV.
2016.00644)
. Mangels Anfechtungsobjekts ist
in diesem Punkt
auf die Beschwerde
ebenfalls
nicht einzutreten.