Decision ID: 9854aa1f-3e9b-49c3-a0bf-dd3fab10b1c5
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1969, meldete sich
am 19. April 2005 u
nter Hinweis auf
eine Hörbehinderung bei der Invalidenversicherung zum Bezug von Hilfsmitteln (Hörgerät) an
(
Urk.
7/2),
wofür
Kostengutsprache erteilt
wurd
e (
Urk.
7/9).
Ab
Dezember 2011 war der Versicherte bei der
Y._
AG in
Z._
als Betriebsarbeiter tätig,
als
er am 30. März 2012 beim Aussteigen aus dem Schlepper mit dem linken Bein abdrehte und am linken Unterschenkel eine Verletzung erlitt (
Urk.
7/45/131).
In der Folge erbrachte die SUVA Leistungen aus Unfall
, welche
s
ie
per 31. August 2012 einstellte (
Urk.
7/14,
Urk.
7/
35)
.
Am 26. September 2012 kündigte die Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis per 31. Oktober 2012 (
Urk.
7/15)
.
Am 7. Dezember 2012 beantragte
der Versicherte
berufliche Massnahmen (
Urk.
7/21), und am 15. Januar 2013 meldet
e er
sich
unter Hinweis auf Rücken- und Beinbeschwerden
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/34). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab
(
Urk.
7/67,
Urk.
7/73,
Urk.
7/78,
Urk.
7/88,
Urk.
7/93-94)
, zog Akten der SUVA bei (
Urk.
7/45
) und holte bei
m
A._
ein polydisziplinäres Gutachten ein, das am 7. März 2015 erstattet wurde (
Urk.
7/104).
Nach
durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/106
;
Urk.
7/109,
Urk.
7/111,
Urk.
7/127,
Urk.
7/135
) verneinte
die IV-Stelle mit Verfügung vom
16. Oktober 2015 (
Urk.
7/138 =
Urk.
2)
einen Rentenanspruch.
2.
Der Versicherte erhob am
16. November 2015
Beschwerde
gegen die Verfügung vom
16. Oktober 2015
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
die Angelegenheit zur
rechtsgenüglichen
Abklärung, insbesondere
zur
Durch
führung von beruflichen Eingliederungsmassnahmen, an die
Beschwerdegegne
rin
zurückzuweisen,
eventuell sei
vom Gericht ein polydisziplinäres Gutachten einzuholen (
Urk.
1 S. 2
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
4. Januar 2016
(
Urk.
6
) die Abweisung der Beschwerde. Mit Gerichtsverfügung vom
25. Januar 2016
wurden antragsgemäss (vgl.
Urk.
1
S. 2
) die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung bewilligt und dem Beschwerdeführer die Beschwerdeantwort zugestellt (
Urk.
8
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
G
emäss
der mit
BGE 130 V 352
begründeten und seither stetig weiter ent
wickelten Rechtsprechung vermochten eine fachärztlich (psychiatrisch) diag
nostizierte
somatoforme
Schmerzstörung und vergleichbare psychosomatische Leiden (
BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3
) in der Regel keine lang dauernde, zu einer Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invaliden
versicherung (
IVG
)
führende Arbeitsunfähigkeit zu bewirken. Vielmehr bestand die Vermutung, dass solche Beschwerdebilder oder ihre Folgen mit einer zumut
baren Willensanstrengung überwindbar seien und nur bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, den
Wieder
einstieg
in den Arbeitsprozess unzumutbar machten, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Res
sourcen verfügt (zur Entstehungsgeschichte dieser Praxis:
BGE 135 V 201
E.
7.1.2;
Urteil des Bundesgerichtes 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 2.1
).
Ob ein solcher Ausnahmefall vorlag, entschied sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien (so genannte „Foerster-Kriterien“, vgl. BGE 130 V 352, BGE 131 V 39 E. 1.2, BGE 139 V 547 E. 3.2.3).
Mit BGE 141 V 281 hat das Bundesgericht die Überwindbarkeitsvermutung auf
gegeben und das bisherige Regel-/Ausnahme-Modell durch
einen strukturierten normativen
Prüfungsraster ersetzt. In dessen Rahmen wird im Regelfall anhand von auf den funktionellen Schweregrad bezogenen Standardindikatoren das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen ergebnisoffen und symmetrisch beurteilt, indem
gleichermassen
den
äusseren
Belastungsfaktoren wie den vor
handenen Ressourcen Rechnung getragen wird (BGE 141 V 574 E. 4.2 mit Hin
weisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_534/2015 vom 1. März 2016 E. 2.2 mit Hinweisen). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestell
ten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der
Standardin
dikatoren
schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit nach wie vor die materiell beweisbelastete versicherte Person zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; BGE 141 V 547 E. 2; Urteil des Bundesgerichts 8C_28/2016 vom 15. April 2016 E. 3.2).
Die Durchführung eines strukturierten Beweisverfahrens nach dem dargelegten Prüfungsraster erübrigt sich
rechtsprechungsgemäss
, wenn Ausschlussgründe vorliegen, etwa wenn die Leistungseinschränkung überwiegend auf Aggravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht, welche die Annahme einer gesund
heitlichen Beeinträchtigung von vornherein
ausschliessen
(BGE 141 V 281
E. 2.2; vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_549/2015 vom 29. Januar 2016 E. 4.1 und 9C_899/2014 vom 29. Juni 2015 E. 4).
1.2
Persönlichkeitsstörungen können aufgrund klinischer psychiatrischer Unter
suchungen klar diagnostiziert werden (vgl. BGE 139 V 547 E. 7.1.4; vgl.
Rz
1003 des Kreisschreibens des Bundesamtes für Sozialversicherungen [BSV] über die Schlussbestimmungen der Änderung vom 18. März 2011 des IVG [KSSB] in der ab 1. Januar 2016 gültigen Fassung). Sie zählen rechtsprechungsgemäss nicht zu den
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerde
bildern
ohne nachweisbare organische Grundlage. Die Rechtsprechung gemäss BGE 141 V 281 ist auf Persönlichkeitsstörungen nicht anwendbar (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_730/2015 vom 24. Februar 2016 E. 4.1 und 8C_6/2016 vom 3. Februar 2016 E. 4.2.3).
Die Diagnosen aus der Z-Kategorie (Kapitel XXI) des ICD-10 Systems sind für Fälle vorgesehen, in denen Sachverhalte als "Diagnosen" oder "Probleme" angegeben sind, die nicht als Krankheit, Verletzung oder
äussere
Ursache unter den Kategorien A00-Y89 klassifizierbar sind. Diese Belastungen fallen als solche nicht unter den Begriff des rechtserheblichen Gesundheitsschadens (Urteil des Bund
esgerichtes 9C_894/2015 vom 25.
April 2016 E.
5.1
mit Hinweis auf 9C_537/2011 vom 28. Juni 2012 E. 3.1
mit
weiteren
Hinweisen).
1.
3
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes fallen leichte bis mittelgradige depressive Störungen, seien sie im Auftreten rezidivierend oder episodisch, ein
zig dann als invalidisierende Krankheiten in Betracht, wenn sie
erwiesenermas
sen
therapieresistent sind (statt vieler:
BGE 140 V 193
E.
3.3 mit Hinweis). Nur in einer solchen - seltenen, da nach gesicherter psychiatrischer Erfahrung Depressionen im Allgemeinen therapeutisch gut
angehbar
sind - gesetzlich ver
langten Konstellation ist den no
rmativen Anforderungen des Art. 7 Abs.
2 zweiter Satz
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversiche
rungsrechts
(
ATSG
)
für eine objektivierende Betrachtungs- und Prüfungsweise Genüge getan (
BGE 141 V 281
E. 3.7.1 bis 3.7.3
). Ein solcher Sachverhalt muss überwiegend wahrscheinlich und darf nicht lediglich nicht
auszuschliessen
sein. Es kommt dazu, dass die Therapie in dem Sinne konsequent gewesen sein muss, dass die aus fachärztlicher Sicht indizierten zumutbaren (ambulanten und stati
onären) Behandlungsmöglichkeiten in kooperativer Weise optimal und nach
haltig ausgeschöpft wurden (
BGE 140 V 193
E. 3.3
;
BGE
137 V 64
E.
5.2 mit Hinweis; vgl. Urteile des Bun
desgerichts 9C_13/2016 vom 14. April 2016 E. 4.2 und 9C_89/2016 vom 12. Mai 2016 E.
4.1).
1.
4
Zur Annahme der Invalidität nach Art. 8 ATSG ist – auch bei psychischen Erkrankungen – in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das
(fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosozi
ale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vor
handen sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven
Verstimmungszu
ständen
klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokulturellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invali
dität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentlichen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokul
turellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
Wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren zu einer eigent
lichen Beeinträchtigung der psychischen Integrität führen, indem sie einen ver
selbständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad seiner – unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden – Fol
gen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend auswirken (Urteil des Bundesgerichts 9C_537/2011 vom 28. Juni 2012 E. 3.2 mit Hinwei
sen).
1.
5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorlie
gen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledi
gen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit
diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversiche
rung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gut
achten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung
(
Urk.
2)
davon aus, dass kein invalidenversicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden vorliege. Insbesondere habe keine
somatoforme
Schmerzstörung festgestellt werden können, und es lägen keine objektivierbaren Beschwerden vor
. E
s handle sich um eine rezidivierende depressive Störung aufgrund einer akuten psychosozialen Belastungssituation, die als invalidenversicherungsrechtlich fremd anzusehen sei. Die Persönlichkeitsstörung habe somit nicht als Grundlage für die späteren rezidivierenden depressiven Störung
en
diagnostiziert werden können (
Urk.
2).
2.2
Der Beschwerdeführer vertrat die Auffassung,
dass das interdisziplinäre Gut
achten des
A._
nicht schlüssig sei (
Urk.
1 S. 3
Ziff.
6). So verneine der Psy
chiater zu Unrecht das Vorliegen von Hinweisen für eine
somatoforme
Schmerzstörung (
Urk.
1 S. 4
Ziff.
7). Unzulässig sei sodann auch die Schlussfol
gerung, dass keine Funktionseinschränkung bestehe, weil die Resultate der physischen Leistungstests nur teilweise verwertbar seien. Das Gutachten setze sich nicht mit der Frage auseinander, wie weit die psychiatrischen Diagnosen das Verhalten des Beschwerdeführers bei den physikalischen Leistungstests beeinflusst hätten
(
Urk.
1 S.
4
Ziff.
8
).
Das Gutachten sei sodann vor dem Ent
scheid BGE 141 V 281 erstellt worden und vermöge den Kriterien der neuen Rechtsprechung nicht standzuhalten (
Urk.
1 S.
5
Ziff.
9-10).
Weiter führe der Psychiater in Verkennung seiner Kompetenzen aus, dass es sich um eine rezidi
vierende depressive Störung auf Grund einer akuten psychosozialen Belas
tungssituation handle, die als invalidenversicherungsrechtlich fremd anzusehen sei (
Urk.
1 S. 5
Ziff.
11). Im Übrigen seien psychosoziale Umstände nicht irrele
vant, sondern dürften nicht alleinige Ursache dafür sein, dass der Beschwerde
führer keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgehe (
Urk.
1 S. 7
Ziff.
14).
Nicht nach
vollziehbar sei sodann die Auseinandersetzung mit den Arztberichten der
B._
(
Urk.
1 S. 8
Ziff.
16). Da der Grundsatz Eingliederung vor Rente gelte, werde ein Arbeitstraining zur Wiedererlangung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit
beantragt (
Urk.
1 S. 8
Ziff.
19).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers.
3.
3.1
Der Beschwerdeführer befand sich
v
om 11. bis 1
2.
Mai 2009
in der
B._
,
vom 23. April bis 10. Mai 2013 in der
C._
, und vom
30. Dezember 2013 bis 6. Januar 2014
in der
B._
in stationärer Behandlung
(
Urk.
7/93
Ziff.
1.3
).
3.2
Mit Bericht vom 7. Februar 2014 (
Urk.
7/78/2-3) nannte die Ärztin der
B._
,
D._
, in deren Institution der Beschwerdeführer seit März 2013 in Behandlung stand, folgende Diagnosen:
leichte bis mittelgradige
depressive
Episode (ICD-10: F32.1)
anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10: F45.4)
Status nach Arbeitsunfall am 28.3.2012 (Kopfkontusion, linkes Bein eingeklemmt)
Probleme durch negative Kindheitserlebnisse (ICD-10: Z61)
Vom 21.
bis
26. Februar 2014 befand sich der Beschwerdeführer in stationärer Behandlung
in der
B._
(
Urk.
7/93
Ziff.
1.3).
Ü
ber den
erneuten
stationären Aufenthalt des Beschwerdeführers in der
B._
vom 20. März bis zum 1. Mai 2014 berichtete de
ren
Ärztin am
2.
Mai 2014 und nannte folgende Diagnosen (
Urk.
7/88/3-5):
p
sychiatrische Diagnosen und Belastungsfaktoren nach ICD-10
m
ittelgradige depressive Episode F32.1
p
sychische und Ver
h
altensstörungen durch Tabak:
Abhängigkeitssyn
drom
Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung
s
omatische Diagnosen nach ICD-10
COPD GOLD II, ED 08/2012 J44.89
o
bstruktives Schlafapnoe-Syndrom G47.31
Adipositas Grad II E66.01
g
emischte
Hyperlipidämie
E78.2
g
astro
ö
sophageale
R
efluxkrankheit
mit
Ösophagitis
Allergie auf Pfirsiche
Verdacht auf akute Pankreatitis: Ohne Angabe einer
Organkomplika
tion
, CT Abdomen vom 9.4.2014 Spital
E._
: Kein Anhalt für eine Pankreatitis,
Cholezystolithiasis
K85.80
Mit Bericht vom 30. August 2014 (
Urk.
7/93) hielt die Ärztin der
B._
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest:
r
ezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10: F33.1), seit ca. 2009
a
nhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10: F45.4), unklar seit wann
Verdacht auf kombinierte Persönlichkeitsstörung mit emotional-instabi
len und narzisstischen Anteilen (ICD-10: F61), vermutlich seit jungem
E
rwachsenenalter
Status nach Arbeitsunfall am 28.3.2012 mit Kopfkontusion
Probleme durch negative Kindheitserlebnisse (ICD-10: Z61)
Adipositas Grad II
COPD
o
bstruktives Schlafapnoe-Syndrom
3.3
Dr.
med.
F._
, Fachärztin für
Allgemeine
Innere Medizin, welche den Beschwerdeführer seit Juni 2012 behandelte
(
Ziff.
1.2)
, nannte in ihrem Bericht vom 4. September 2014
(
Urk.
7/93/1-6)
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(
Ziff.
1.1)
:
St
urz vom Transportwagen 31. März
2014 mit
p
ersistierenden Rücken
schmerzen und Knies
c
hmerzen links
Lumbalgien und
Lumboischalgien
bei
Spondylarthrose
L2/3, L3/4, L4/5 und L5/S1 sowie mediane
Diskusprotrusion
L5/S1, Status nach frak
tionierter
periduraler
Infiltration 29.
Oktober bis
1.
November
2013
r
ezidivierende depressive Störung, mittelgradige Episode,
zirka
2009
a
nhaltende
somatoforme
Schmerzstörung
Adipositas Grad II
Dr.
F._
führte aus,
dass der Beschwerdeführer
aufgrund der nicht chronischen Schmerzen im Bereich des Bewegungsapparates aktuell nicht belastbar
sei
. Bisher sei er immer nur körperlichen Tätigkeiten nachgegangen, welche er aktuell nicht mehr ausüben könne. Auch aufgrund der rezidivierenden depressi
ven Symptomatik sei er nicht belastbar.
Bis zum Unfall sei er vollzeitlich arbeitstätig gewesen und sei prinzipiell motiviert, einer Beschäftigung
teilzeit
lich
in geschütztem Rahmen nachzugehen. Mittelfristig sei ein Arbeitsversuch mit dem
Z
iel der beruflichen Reintegration in geschütztem Rahmen mit Unter
stützung der IV bei noch offenem Zeitrahmen möglich. Aktuell sei er
zu
100
%
arbeitsunfähig (
Ziff.
1.4).
3.4
Am
7. März 2015
erstatteten
Dr.
med
.
G._
, Facharzt für Orthopädie
,
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
und
Dr.
med.
I._
, Facharzt für
Allgemeine
Innere Medizin
,
A._
,
ein polydisziplinäres orthopädisch-psychiatrisches Gutachten mit internistischer Beurteilung
(
Urk.
7/104/1-59)
. Im polydisziplinären Konsens
verneinten
die Gutachter
das Vorliegen von
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(S. 55
Ziff.
12.1)
und
nannten
folgende
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(S. 55
Ziff.
12.2)
:
Lumbovertebralsyndrom
bei leichter
O
steochondrose
Th11/12 und
Facet
tengelenksarthrose
L4-S1 beidseits ohne neurale Kompression
Beinverkürzung rechts
Adipositas
r
ezidivierende depressive Störung mit mittelgradigen depressiven Episo
den, bestehend seit etwa 2009, gegenwärtig remittiert (ICD-10: F33.1, F33.4)
k
ombinierte Persönlichkeitsstörung mit emotional instabilen und narzisstischen Anteilen (ICD-10: F61.0)
COPD
Nikotinabusus
, aktuell 20 Zigaretten täglich, früher bis 60 Zigaretten täglich, approximativ 90 pack
years
l
eichtes obstruktives Schlafapnoe-Syndrom
c
hronisch venöse Insuffizienz beider
B
eine bei Stamm- und
Nebenver
schlussvarikosis
k
leine Nabelhernie
I
n der
polydisziplinären Konsens
beurteilung
hielten die Gutachter
fest, dass
das Ausmass der lumbalen Schmerzen und der subjektiven Reduktion der körperli
chen Leistungsfähigkeit wie auch der demonstrierten abnormen Untersuchungs
befunde der Lendenwirbelsäule mit den geringen degenerativen Veränderungen im MRI
kontrastiere
. Bereits 2012 sei festgehalten worden, dass aufgrund des unauffälligen
Spect
-CT lumbal mit Drei-Phasen-Skelettszintigraphie die Beschwerden nicht erklärt werden könnten. Zur selben Auffassung sei auch der SUVA-Kreisarzt 2012 gelangt. D
ie Evaluation der funktionellen Leistungsfähig
keit
habe
eine mässig
e Symptomausweitung ergeben
. Infolge dieser sowie der Selbstlimitierung und Inkonsistenz seien die Resultate der physischen Leistungstests für die Beurt
e
ilung der zumutbaren Belastbarkeit nur teilweise verwertbar. Es sei davon auszugehen, dass bei gutem
Effort
eine bessere
Leistung erbracht werden könnte, als bei den Leistungstest
s
gezeigt worden sei. Dass Ausmass der demonstrierten physischen Einschränkungen lasse sich mit den geringfügigen objektivierbaren pathologischen Befunden aus somatischer Sicht nur ungenügend erklären
(S. 53 oben)
.
Die
Gutachter führten weiter aus, dass die
vom Beschwerdeführer angegebene Anstrengungsdyspnoe durch das massive Übergewicht und nicht durch
die
medikamentös gut behandelte COPD
bedingt sei
. Den Nikotinkonsum habe der Beschwerdeführer bereits reduziert, es sei jedoch eine vollständige Abstinenz anzustreben. Aus internistischer Sicht fühle sich der Beschwerdeführer gesund und voll leistungsfähig und gebe keine kreislaufrelevanten oder respiratorische
n
Beschwerden an. Diese Beurteilung entspreche auch der internistischen gut
achterlichen Einschätzung
(S. 53 Mitte)
.
Zum
psychi
sche
n Gesundheitszustand legten die Gutachter dar, dass
sich beim Versicherten eine ungünstige Persönlichkeitsentwicklung erheben
lasse
,
wobei
es bereits in der Kindheit zu Gewalt in der Familie und später zu
Partnerprob
lemen
in der Ehe gekommen
sei
(S. 53
unten
).
Auf der Grundlage der kombi
nierten Persönlichkeitsstörung
mit emotional instabilen und narzisstisch
kränk
baren
Anteilen
habe sich im Zusammenhang mit den familiären Konflikten und Partnerproblemen seit etwa 2009 eine rezidivierende depressive Störung mit mittelgradigen depressiven Episoden entwickelt, weshalb er wiederholt stationär an der Psychiatrie
B._
habe behandelt werden müssen, wobei zwischen diesen depressiven Episoden eine weitgehende Remission der depressiven Störung festzuste
l
len sei. Damit biete der Beschwerdeführer auch im
Untersu
chungszeitpunkt
keine depressiven Symptome und wirke in der
S
timmung gut gelaunt, affektiv gut mitschwingend, ohne Zeichen einer psychomotorischen Unruhe. Jedoch wirke er im Denken auf seine psychosozialen und familiären Probleme
negativistisch
eingeengt und sehe keine Zukunftsperspektiven. Bei Versc
h
lechterung des psychischen Zustandsbildes mit rezidivierenden mittelgra
digen depressiven Episoden sei es wiederholt zu niedergeschlagener Stimmung mit Affektlabilität sowie
neg
a
tivistisch
eingeengtem Denken mit suizidaler Ein
engung gekommen
,
und es
liessen sich wiederholte Suizidplanungen mit Stran
gulation oder Erschiessen feststellen, ohne es bisher ausgeübt zu
haben. Als Grund würden immer wieder die familiären Probleme angegeben. Daneben bestünden keine Angstsymptome, jedoch ausgeprägte Durchschlafstörungen mit vermehrtem Träumen und Schreckhaftigkeit. Der Beschwerdeführer zeige nur wenige Interessen. Es lägen keine Hinweise für eine
somatoforme
Schmerzstö
rung
vor. Jedoch könne eine psychogene Überlagerung der Beschwerden ange
nommen werden. Trotz der rezidivierenden depressiven Störung mit mittelgra
digen depressiven Episoden, gegenwärtig remittiert
,
und der zugrunde liegenden
Persönlichkeitsstörung mit emotional instabilen und narzisstischen Anteilen sei eine zumutbare Willensanstrengung zur Wiederaufnahme einer beruflichen Tätigkeit mit Verwertung der Arbeitsfähigkeit anzunehmen und der Beschwer
deführer sei einem Arbeitsumfeld zumutbar, bedürfe jedoch vermehrter Rück
sicht (
Ziff.
11.1
S. 54).
Zur Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit hielten die Gutachter im polydisziplinären Konsens fest, dass das Ausmass der lumbalen Schmerzen und der subjektiven Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit sowie der demonstrierten abnormen Untersuchungsbefunde der LSW mit den nur geringen degenerativen Veränderungen der Lendenwirbelsäule im MRI (leichte
Osteo
chondrose
Th11/12 und Facettengelenksarthrose L4-S1 beidseits ohne neurale Kompression) nicht nachvollzogen werden könne. Weiter sei die rezidivierende depressive Störung mit mittelgradiger depressiver Episode gegenwärtig remit
tiert
,
respektive es seien aufgrund der kombinierten Persönlichkeitsstörung mit emotional instabilen und narzisstischen Anteilen die emotionale Belastbarkeit, die geistige Flexibilität, der Antrieb, die Interessen, die Motivation, die Anpas
sungsfähigkeit, die Kontaktfähigkeit und die Dauerbelastbarkeit nicht wesent
lich beeinträchtigt. Die mittelgradigen depressiven Episoden seien aufgrund psychosozialer Belastungssituationen bei famil
i
ären Konflikten und
Partner
problemen
aufgetreten und somit versicherungsmedizinisch nicht zu berück
sichtigen. Aus all diesen Gründen bestehe seit Mai 2012 als Fahrer eines Gepäc
k
transporters am
J._
gesamthaft bei
voller Stundenpräsenz eine Arb
e
i
tsfähigkeit vo
n
100
%
(
Arbeitsunfähigkeit 0
%
). Im Rahmen der post
traumatischen Rehabilitation habe ab dem Unfall am 31. März 2012 während vier Wochen sowie während der stationären Behandlung an der
B._
vom 20. März bis 1. Mai 2014
gesamthaft bei voller Stundenpräsenz eine Arbeitsfähigkeit von 0
%
(Arbeitsunfähigkeit 100
%
) bestanden
(S.
55 f.
Ziff.
13.1).
Die Arbeitsfähigkeit bestehe seit Mai 2014
,
und theoretisch stehe einer sofortigen beruflichen Eingliederung nichts entgegen (S. 56
Ziff.
13.3)
.
3.5
Am
1.
April 2015 berichteten die Ärzte des
Spital
s
K._
über die
Hospitalisa
tion
des Beschwerdeführers vom 3
1.
März bis
7.
April 2014 aufgrund der am 3
1.
März 2015 durchgeführten Operation,
bei
welcher ein Magenbypass eingesetzt wurde (
Urk.
7/121). Als Hauptdiagnose nannten sie eine morbide Adipositas WHO III (BMI 41.8 kg/m2) mit Adipositas-assoziierten
Komorbiditä
ten
wie multiplen Gelenksbeschwerden, chronischem
lumbospondylogenem
Schmerzsyndrom und einem leichten obstruktiv
en Schlafapnoe/-
Hypopnoesyn
drom
(S. 1).
3.6
Über die fünfte
Hospitalisation
des Beschwerdeführers in der
B._
vom
7.
April bis zum 1
5.
Mai 2015 berichtete
Dr.
med.
L._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
am 2
2.
Mai 2015
(
Urk.
7/124)
und stellte folgende Diagnosen
(S. 1)
:
p
sychiatrische Diagnosen
und Belastungsfaktoren nach ICD-10
r
ezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode
F33.1
Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung
Z73
s
omatische Diagnosen nach ICD-10
Glossitis
, DD
Kandidose
Adipositas durch übermässige K
alorienzufuhr
r
eine Hypercholesterinämie
o
bstruktives Schlafapnoe-Syndrom
sonstige näher bezeichnete chronische obstruktive Lungenkrankheit:
COPD Gold II
ausgeprägte
myogelotis
c
h
e
Schmerzen im Bereich der
Wirbelsäule
n
muskulatur
lumbosakral
bei Facettensyndrom der LWS
chronisches Schmerzsyndrom Knie rechts
Nierenzysten rechts
non-
cardiac
-
chest
pain
(NCCP), anamnestisch, am ehesten
musku
loskelettal
Dr.
L._
führte weiter aus, dass Anamnese, Verlauf und Befunde für die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung mit gegenwärtig mittelgra
diger Episode sprächen. Als mitbedingende Faktoren seien neben der psychoso
zialen Belastungssituation durch die anhaltend konflikthafte Beziehung zur getrennt lebenden Ehefrau die
Magenbypassoperation
und die damit zusam
menhängende Überforderung in Bezug auf die Wundversorgung und
Ernäh
rungsumstellung
zu erachten. Protektiver Faktor sei seine gute Beziehung zu den drei Kindern aus zweiter Ehe.
In der Psychotherapie seien zunächst stüt
zende Gespräche zur Stabilisierung im Vordergrund gestanden. Im Verlauf sei der Beschwerdeführer im Umgang mit der Konfliktsituation mit der Ehefrau unterstützt und ermutigt worden, mehr für die eigenen Bedürfnisse einzustehen. Im Weiteren sei er motiviert worden, sich täglich ausreichend zu
b
ewegen und Sport auszuüben, um einen gesunden Lebensstil zu fördern
(S. 2 unten)
. In
Z
usammenarbeit mit der Ernährungsberaterin habe der Beschwerdeführer
psychoedukative
Informationen zur Ernährungsumstellung erhalten, gelernt Mahlzeiten mit leichter Kost zu planen und ein Kautraining absolviert.
Psycho
pharmakologisch
sei die vorbestehende antidepressiv
e
Medikation in unverän
derter Dosierung fortgeführt worden
(S. 2 f.)
. Der Beschwerdeführer habe sich sehr motiviert auf das Therapieprogramm eingelassen und die vereinbarten Ziele erfolgreich umgesetzt und sei in Vollremission der zum Eintritt geführten
depressiven Symptomatik und ohne Anhalt für akute Eigen- oder
Fremdgefähr
dung
in die angestammten Wohn- und Sozialverhältnisse ausgetreten. Zur weiteren Stabilisierung und im Sinne einer Rückfallprophylaxe hinsichtlich der depressiven Symptomatik sei die psychiatrisch-psychotherapeutische
Weiter
behandlung
im ambulanten Setting sowie die Fortsetzung der
psychopharma
kologischen
Therapie für mindestens 6-12 Monate unter regelmässigen
elek
trokardiographischen
und laborchemischen Kontrollen zu empfehlen. Eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestehe bis zum 2
4.
Mai 2015 (S. 3).
3.
7
Mit ergänzender Stellungnahme vom 1
3.
August 2015 (
Urk.
7/127) führte
Dr.
H._
,
A._
, aus,
dass aus psychiatrischer Sicht zu bestätigen sei, dass beim Beschwerdeführer keine Hinweise für eine
somatoforme
Schmerzstörung
bestünden
. Es liessen sich keine schweren und quälenden Schmerzen erheben, die in Verbindung mit emotionalen Konflikten oder psychosozialen Problemen stünden und die als entscheidende ursächliche Einflüsse für die
Schmerzsymp
tomatik
gälten. Da sich nach den vorliegenden organischen Befunden und der Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit das Ausmass der demonstrierten physischen Einschränkungen mit den geringfügigen objektivierbaren patholo
gischen
B
efunden nur ungenügend erklären lasse, sei eine psychogene Überla
gerung der körperlichen Beschwerden bei der zugrunde liegenden kombinierten Persönlichkeitsstörung mit emotional instabilen und narzisstischen Anteilen anzunehmen. Darüber hinaus habe beim Beschwerdeführer im Zusammenhang mit familiären Problemen, insbesondere Partnerproblemen seit etwa 2009, eine rezidivierende depressive Störung erhoben werden können. In Abhängigkeit von weiteren psyc
h
osozialen Konflikten mit familiären Problemen oder
Partner
problemen
sei weiterhin eine rezidivierende depressive Störung zu befürchten. Allerdings handle es sich dabei um eine rezidivierende depressive Störung auf
grund einer ak
u
ten psychosozialen Belastungssituation, die als IV-fremd anzu
sehen sei.
4.
4.1
Die Würdigung der medizinischen Akten ergibt, dass das Gutachten des
A._
vom
7.
März 2015 (
Urk.
7/104/1-59, vorstehend E. 3.4) mit ergänzender Stel
lungnahme vom 1
3.
August 2015 (
Urk.
7/127
, vorstehend E. 3.7
) für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist. Es beruht auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen
, insbesondere auch einer EFL
(
Urk.
7/104/65-76),
berücksichtigt die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden (
S. 3, S. 31)
, und ist in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
erstattet
worden
(
S.
2
f
., S. 21, S. 26 ff., S.
43
).
Die von den
Gutachtern
dargelegten
Schlussfolgerungen sind ausführlich und nachvollziehbar begründet.
So legten sie eingehend dar, dass zwischen den radiologisch erhobenen, altersentsprechend normalen, geringen degenerativen Befunden und den demonstrierten physischen Einschränkungen eine erhebliche Diskrepanz bestehe. Unter Berücksichtigung der psychiatrischen Befunde - einer aktuell remittierten und maximal mittelgradigen Depression sowie einer Persönlichkeitsstörung ohne
wesentliche Beeinträchtigungen aus psychi
atri
scher Sicht
- erscheint der Schluss der Gutachter
, wonach sich die Beschwerden auf die
Arbeitsfähigkeit
nicht auswirkten,
als
nachvollziehbar
.
4.2
Nachfolgend ist a
uf die Einwände des
Beschwerdeführers
(vorstehend E. 2.2)
einzugehen
.
D
ie Gutachter
verneinten im Gutachten ausdrücklich das Vorliegen von Hinwei
sen auf
eine
somatoforme
Schmerzstörung
(S. 58)
,
und
der psychiatrische Gut
achter
bestätigte d
ies in
seiner
ergänzenden
Stellungnahme.
Angesichts dessen, dass eine
somatoforme
Schmerzstörung
(
I
CD-10: F45.4
)
einen andauernden, schweren und quälenden Schmerz voraussetzt, der Beschwerdeführer im Rah
men der Abklärung
jedoch
nicht
über Schmerzen in diesem Ausmass klagte
, erscheint dieser Schluss plausibel
.
Auch in der ergänzenden Stellungnahme ver
neinte der psychiatrische Gutachter, dass
solche Schmerzen sich hätten erheben lassen.
Im Übrigen stimmt dies
e Beurteilung
auch mit dem neusten Bericht der Ärzte der
B._
vom 2
2.
Mai 2015 (vorstehend E. 3.6) überein, welche ebenfalls keine
somatoform
e
Schmerzstörung diagnostizierten
.
Somit ist
entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers
davon auszugehen, dass die Gutachter zu Recht vom Fehlen von Hinweisen für eine
somatoforme
Schmerzstörung ausgingen.
Demnach
erübrigte sich auch das Vorgehen
nach
dem strukturierten normativen Prüfungsraster gemäss BGE 141 V 281 (vgl. vorstehend E. 1.
1
).
Vielmehr erklärten die
Gutachter die Diskrepanz
zwischen dem Ausmass der
geklagten
Schmerzen und den objektivierbaren Befunden
mit der im Rahmen der EFL festgestellten
- nicht krankheitswertigen -
Symptomausweitung, welche sich insbesondere durch eine Selbstlimitierung und
die
genannten Inkonsisten
zen
charakterisierte
.
Entsprechend bezieht sich d
ie
von den Gutachtern
festge
stellte und vom Beschwerdeführer
moniert
e teilweise
fehlende
Verwertbarkeit der physischen Leistungstests nur darauf, dass
der Beschwerdeführer
bei gutem
Effort
eine bessere Leistung als die
G
ezeigte hätte erbr
ingen können
.
Die
Schlussfolgerung, wonach der Beschwerdeführer aus somatischer Sicht nicht eingeschränkt sei,
ist daher nicht zu beanstanden
.
So
dann ist
entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers
nicht ersichtlich, inwiefern d
essen
psychiatrischen Diagnosen sich auf die Leistungsfähigkeit bei der EFL
hätten
auswirken sollen.
Nicht nur erachteten die Gutachter die
depres
sive Episode im Gut
achtenszeitpunkt als remittiert
,
sondern sie vermerkten auch
zur
kombinierten
Persönlichkeitss
törung
, dass diese
insbesondere den Antrieb und die Motivation nicht wesentlich beeinträchtig
t
e
.
Au
ch aus
den
übrigen beschriebenen
Einschränkungen
ist
nicht ersichtlich, inwiefern sie sich auf das Testverhalten auswirken sollten.
4.
3
Unzutreffend
erweist sich das Gutachten
in der Begründung jedoch
insofern, als es die versicherungsmedizinische Relevanz der festgestellten
depressiven Stö
rung
mit der Begründung verneint, dass sie
durch eine
psychosoziale Belas
tungssituation
ausgelöst worden sei
. Denn entscheidend ist allein, ob eine von der Belastungssituation zu unterscheidende und verselbständigte psychische Störung vorliegt. In diesem Falle können auch
psychosoziale und soziokultu
relle Faktoren zu einer eigentlichen Beeinträchtigung der psychischen Integrität führen und sich mittelbar invaliditätsbegründend auswirken
(vorstehend E. 1.
3
)
.
4.4
Die festgestellte
depressive Störung
erweist sich
indessen aus anderen Gründen n
icht als invalidisierend. R
echtsprechungsgemäss
ist
vorausgesetzt, dass
eine mittelgradige depressive Störung
erwiesenermassen therapieresistent
ist, damit sie als invalidisierende Krankheit in Betracht fällt
(vorstehend E.
1.4)
.
Vorlie
gend ist dies zu verneinen, empf
a
hlen die Gutachter doch nebst der aus
s
omatischen Gründen notwendigen deutlichen Gewichtsreduktion und
Nikotin
absti
nenz
auch die Fortführung einer intensiven psychiatrischen und psycho
therapeutischen Behandlung
, je nach Bedarf kombiniert mit einer
Psychophar
makamedikation
(S. 56)
.
Angesichts dessen ist davon auszugehen, dass die z
umutbaren und aus fachärztlicher Sicht indizierten Behandlungsmöglichkeiten noch nicht ausgeschöpft
wurden
.
Im
Ergebnis
bleibt es daher dabei, dass die
rezidivierende und gegenwärtig remittierte depressive Störung als nicht invali
disierend zu betrachten ist.
4.5
Insgesamt erweist sich das Gutachten als umfassend und leuchtet in der Dar
legung der medizinischen Zusammenhänge ein. Das Gutachten genügt damit den pra
xisgemässen Anforderungen (
vorstehend E.
1.
5
) vollumfänglich, weshalb darauf abzustellen ist.
Damit ist vom Fehlen eines invalidisierenden Gesundheitsschadens sowohl aus somatischer wie auch psychiatrischer Sicht sowie einer sofortigen beruflichen
Eingliederungsfähigkeit (S. 56) auszugehen. Ein Rentenanspruch und ein Anspruch auf berufliche Massnahmen sind daher zu verneinen.
5.
Zusammenfassend erweist sich die angefochtene Verfügung als rechtens, wes
halb die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist.
6
.
6
.1
Die Verfahrenskosten
gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr.
8
00.-- festzusetzen,
ausgangsgemäss
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen und infolge Gewährung der
unentgeltlichen
Rechtspflege einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
6
.
2
Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist
der unentgeltliche Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, Rechtsanwalt
Luzius
Hafen,
aus der Gerichtskasse zu ent
schädigen.
Nach § 34 Abs. 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem
Mass
des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert. Mit Verfügung vom
2
5.
Januar 2016
wurde de
r unentgeltliche Rechtsvertreter
auf die Möglichkeit der Einreichung einer Honorarnote vor Fällung des Endentscheids hingewiesen sowie darauf, dass im Unterlassungsfall das Gericht die Entschädigung nach Ermessen festsetze (Urk.
8
). Mangels Honorarnote und in Anwendung der ge
nannten Kriterien sowie des gerichtsüblichen Stundenansatzes von Fr. 220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) ist die Entschädigung
auf
Fr.
2‘400
.-- (inklusive B
arauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen
.