Decision ID: f2d9347c-f717-5c98-aace-15c76c403658
Year: 2009
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A. Eigenen Angaben zufolge verliess der Beschwerdeführer den Heimat-
staat am 29. Juni 2007 und gelangte am 3. Juli 2007 in die Schweiz,
wo er am folgenden Tag ein Asylgesuch einreichte. Am 10. Juli 2007
wurde der Beschwerdeführer im Empfangs- und Verfahrenszentrum
Kreuzlingen befragt. Das BFM hörte ihn am 18. Juli 2007 direkt zu den
Asylgründen an. Im Wesentlichen machte der Beschwerdeführer gel-
tend, er gehöre der Ethnie der albanischsprachigen Roma an und
stamme aus B._, C._, Kosovo. Aufgrund seiner
ethnischen Zugehörigkeit sei er von den Albanern ständig schikaniert
worden. Namentlich sei er geschlagen, beschimpft, geohrfeigt und
bespuckt worden. Eines Abends Ende Mai, Anfangs Juni 2007 habe er
seine Mutter ins Spital von C._ bringen müssen. Rund
eineinhalb Stunden später habe er zusammen mit seiner Mutter das
Spital wieder verlassen können. Dabei sei er beim Eingang von
Unbekannten angegriffen und während rund zwanzig Minuten mit
Eisenstangen massiv geschlagen worden. Seine Mutter sei
ohnmächtig geworden. Nachdem die Unbekannten von ihm
abgelassen hätten, sei er ins Spital zurückgekehrt. Er habe sich
behandeln lassen und sei erst am folgenden Morgen nach Hause
zurückgekehrt. Im gleichen Monat seien eines Nachts fünf
Unbekannte in das Haus der Familie eingedrungen und hätten sie alle
bedroht. Die Unbekannten hätten seine Mutter vergewaltigt und ihn
unter Waffengewalt aufgefordert, den Kosovo zu verlassen sowie
niemanden über den Vorfall zu orientieren. Nach dem Vorfall habe er
sich während zwei Wochen nicht aus dem Haus getraut, namentlich
habe er sich auch nicht getraut, eine Anzeige gegen Unbekannt
einzureichen. Da er die „Nase voll“ gehabt habe, habe er sich zur
Ausreise entschlossen.
B. Mit Verfügung vom 25. Juli 2007 stellte das BFM fest, der  erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht und lehnte das  ab. Gleichzeitig verfügte es die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete deren Vollzug an.
C. Mit Eingabe vom 23. August 2007 reichte der Beschwerdeführer beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde ein und beantragte durch
Seite 2
E-5632/2007
seinen Rechtsvertreter, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und das Asylgesuch gutzuheissen. Es sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen.
D.
Mit Zwischenverfügung vom 29. August 2007 hiess der Instruktions-
richter des Bundesverwaltungsgerichts das Gesuch um Gewährung
der unentgeltlichen Rechtspflege unter der Voraussetzung des Nach-
reichens einer Fürsorgebestätigung sowie unter Vorbehalt der Ver-
änderung der finanziellen Lage des Beschwerdeführers gut. Sodann
setzte er dem Beschwerdeführer Frist zur Einreichung einer Fürsorge-
bestätigung beziehungsweise zur Leistung eines Kostenvorschusses
sowie zur Nennung allfälliger Wegweisungshindernisse medizinischer
Natur.
E.
Innert der angesetzten Frist leistete der Beschwerdeführer am 10.
September 2007 den einverlangten Kostenvorschuss und reichte
einen ärztlichen Bericht von Dr. med. D._ vom 13. September
2007 zu den Akten.
F.
Das BFM beantragte in der Vernehmlassung vom 23. Oktober 2007
die Abweisung der Beschwerde. Am 29. Oktober 2007 stellte der Inst-
ruktionsrichter die Vernehmlassung dem Beschwerdeführer zu Kennt-
nisnahme ohne Replikrecht zu.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das  Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des  vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem
Seite 3
E-5632/2007
Bereich endgültig (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).
1.2 Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz , ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt, hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung und ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert. Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 sowie 50 Abs. 1 und 52 Abs. 1 VwVG).
2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).
3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person , wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen  ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG).
3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft  oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender  für gegeben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich  sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
4. Im Zeitpunkt der Ausreise hiess der Heimatstaat des  Serbien und Montenegro. Er bestand damals aus den Territorien Serbien und Montenegro sowie der autonomen, unter der UNO-Ver-
Seite 4
E-5632/2007
waltung stehenden formellen Teilprovinz Kosovo. Im Jahre 2006  sich Montenegro als unabhängiger, souveräner Staat ab. Am 17. Februar 2008 löste sich der Kosovo von Serbien los und erklärte die staatliche Unabhängigkeit. Am 15. Juni 2008 trat die neue  in Kraft. In der Folge anerkannten eine Reihe von Staaten -  die Schweiz - den Kosovo als souveränen Staat an. Ende März 2008 nahm die Schweiz diplomatische sowie konsularische  mit dem neuen Staat auf, namentlich hat sie in Prishtina eine  eröffnet.
5. 5.1 Das BFM lehnte das Asylgesuch ab, da die Vorbringen des Be-
schwerdeführers weder den Anforderungen an das Glaubhaftmachen
gemäss Art. 7 AsylG noch denjenigen an die Flüchtlingseigenschaft
gemäss Art. 3 AsylG standhielten. Die Schilderungen des Beschwer-
deführers betreffend den Vorfall vor dem Spital seien realitätsfremd.
Es müsse davon ausgegangen werden, dass eine Person, die tatsäch-
lich mit Eisenstangen auf den Kopf geschlagen worden wäre, keine
zwanzig Minuten hätte durchhalten können. Zudem wären angesichts
der schweren Verletzungen erwartungsgemäss Narben am Kopf eines
tatsächlich Betroffenen erkennbar. Dass die Gewalttäter während ihres
Übergriffs nicht gesprochen hätten, erhärte die Unglaubhaftigkeit der
Schilderungen. Weiter habe sich der Beschwerdeführer zum Überfall
auf seine Familie widersprüchlich geäussert. Anlässlich der Direktan-
hörung habe er ausgesagt, einer der Aggressoren habe damals zu ihm
gesagt, dass er, falls er den Kosovo nicht verlassen sollte, von ihnen
getötet werde. Dieses zentrale Vorbringen habe er anlässlich der Er-
stanhörung nicht vorgetragen, weshalb es als nachgeschoben und da-
mit nicht glaubhaft zu qualifizieren sei. Sodann seien die diesbezügli-
chen Schilderungen mangels Detailreichtum sowie mangels Differen-
ziertheit als substanzlos und damit nicht glaubhaft zu qualifizieren.
Weiter mache der Beschwerdeführer geltend, aufgrund seiner ethni-
schen Zugehörigkeit verschiedenen Übergriffen seitens von Kosovo-
Albanern ausgesetzt gewesen zu sein. Aufgrund der aktuellen Lage im
Kosovo könne vom Schutzwillen und der weitgehenden Schutzfähig-
keit der anwesenden Sicherheitskräfte (UNMIK, KFOR) ausgegangen
werden. Bei Übergriffen würden die Sicherheitskräfte regelmässig in-
tervenieren und Straftaten gegen Angehörige von Minderheiten wür-
den geahndet. Die geltend gemachten Nachteile seien daher asyl-
rechtlich nicht relevant.
Seite 5
E-5632/2007
5.2 In der Rechtsmitteleingabe hält der Beschwerdeführer an der
Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen fest und führt aus, er erfülle die Vor-
aussetzungen zur Anerkennung als Flüchtling. Seit jeher hätten die
Albaner die Roma unterdrückt. Die Polizei im Kosovo bestehe zu 90%
aus Albanern, weshalb er sich zu Recht vor einer Anzeige gefürchtet
habe. Sodann sei er aufgrund der erlittenen Schläge traumatisiert und
bedürfe einer ärztlichen Behandlung.
5.3 5.3.1 Nach konstanter Rechtsprechung ist die Flüchtlingseigenschaft
glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwie-
gender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält. Vorbringen sind dann
glaubhaft, wenn sie genügend substanziiert, in sich schlüssig und
plausibel sind; sie dürfen sich nicht in vagen Schilderungen erschöp-
fen, in wesentlichen Punkten nicht widersprüchlich sein oder der inne-
ren Logik entbehren und auch nicht den Tatsachen oder der allgemei-
nen Erfahrung widersprechen. Darüber hinaus muss der Gesuchsteller
persönlich glaubwürdig erscheinen. Glaubhaftmachen bedeutet ferner
- im Gegensatz zum strikten Beweis - ein reduziertes Beweismass und
lässt durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vor-
bringen des Gesuchstellers. Es ist auf eine objektivierte Sichtweise
abzustellen (vgl. die weiterhin zutreffende Praxis der Schweizerischen
Asylrekurskommission [ARK] in Entscheidungen und Mitteilungen der
ARK [EMARK] 1993 Nrn. 11 und 21, 1994 Nr. 5 sowie 1996 Nrn. 27
und 28).
5.3.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, er sei direkt vor dem Spi-
tal während rund zwanzig Minuten von Unbekannten mit Eisenstangen
unter anderem auf den Kopf geschlagen worden. Danach sei er ins
Spital zurückgekehrt, welches er - da er keine nennenswerten Verlet-
zungen gehabt habe - am folgenden Morgen wieder habe verlassen
können. Wie bereits das BFM in der angefochtenen Verfügung festge-
stellt hat, wäre der Beschwerdeführer bei der geltend gemachten In-
tensität und Dauer der Schläge mit Eisenstangen mit Sicherheit
schwer verletzt worden und kaum mehr in der Lage gewesen, ins Spi-
tal geschweige denn am folgenden Morgen nach Hause zurückzukeh-
ren. Zudem ist in keiner Weise nachvollziehbar, weshalb der Be-
schwerdeführer direkt vor dem Spital keine Hilfe erhalten hat bezie-
hungsweise niemand die Polizei gerufen hat. In Anbetracht dieser
Sachlage ist dieses Vorbringen in jeder Hinsicht als unglaubhaft zu
qualifizieren. Weiter macht der Beschwerdeführer geltend, im gleichen
Seite 6
E-5632/2007
Monat hätten fünf Maskierte das Haus der Familie überfallen, die
Mutter vergewaltigt und ihn unter Waffengewalt aufgefordert, den
Kosovo zu verlassen. In Anbetracht der Schwere des Angriffs auf die
gesamte Familie hätte vom Beschwerdeführer indes erwartet werden
können, dass er dieses einschneidende Ereignis, welches sich kurz
vor seiner Ausreise zugetragen haben soll, bereits anlässlich der
Erstbefragung vorgetragen hätte. Insoweit bestehen erhebliche
Zweifel an der Glaubhaftigkeit dieses Vorbringens. Diese
Einschätzung wird weiter dadurch bestärkt, dass der
Beschwerdeführer, auf entsprechende Aufforderung hin, nicht in der
Lage war, den Überfall auch nur im Ansatz detailliert, substanziiert und
mit persönlicher Betroffenheit zu schildern. Vielmehr erschöpften sich
seine Vorbringen in vagen, sich auf ein paar wenige Sätze
beschränkende Aussagen. Schliesslich vermag der Beschwerdeführer
in diesem Zusammenhang mit dem blossen Wiederholen seiner
Vorbringen und dem Festhalten an deren Tatsächlichkeit nicht
nachvollziehbar darzutun, inwiefern das BFM zu Unrecht auf
Unglaubhaftigkeit geschlossen hat.
5.4 Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, er sei im Kosovo
aufgrund seiner ethnischen Zugehörigkeit verschiedentlich Übergriffen
seitens der albanischen Bevölkerung ausgesetzt gewesen.
5.4.1 Als Vorgängerorganisation des Bundesverwaltungsgerichts hat die ARK in EMARK 2001 Nr. 13 zur Frage der Flüchtlingseigenschaft und zur Gewährung von Asyl bei Angehörigen der ethnischen  - wie Roma und Ashkali - aus dem Kosovo, Stellung genommen. Dabei hielt sie fest, dass sich die Lage im Kosovo seit der Intervention der NATO 1999 und dem Rückzug der serbischen Truppen aus dem Kosovo zum Positiven verändert habe, da unter anderem durch die 1999 eingesetzte KFOR (Kosovo Force) der Schutz der ethnischen Minderheiten im Kosovo verbessert worden sei. Diese Einschätzung hat auch weiterhin ihre Gültigkeit. Nach den Erkenntnissen des  sind im Kosovo die bisher zuständigen  - im Rahmen ihrer Möglichkeiten - systematisch gegen  und Übergriffe Dritter vorgegangen. Insoweit kann zum heutigen Zeitpunkt von einem präventiven und konkreten Schutzwillen und einer weitgehenden Schutzfähigkeit der im Kosovo tätigen , namentlich der UNMIK, der Kosovo Police Service (KPS) und der KFOR ausgegangen werden (zur Frage der Schutzgewährung durch internationale Organisationen im Kosovo vgl. BVGE 2007/31). Es ist
Seite 7
E-5632/2007
somit festzuhalten, dass die Behörden im Kosovo bislang grundsätzlich in der Lage waren, den Schutz von ethnischen Minderheiten vor Verfolgung zu gewährleisten.
5.4.2 Weiter ist festzustellen, dass sich die Vertreter der neuen Regie-
rung im Rahmen ihrer Unabhängigkeitserklärung im Februar 2008 ver-
pflichteten, sämtliche Verträge und Absprachen, die sich aus dem
„Umfassenden Vorschlag zur Regelung des Kosovostatus“ des Son-
dergesandten des UNO-Generalsekretärs für den Prozess zur Bestim-
mung des künftigen Status des Kosovos ergeben, vollumfänglich zu
erfüllen. Was die Ashkali, Ägypter und Roma anbelangt, hat sich ihre
allgemeine Lebenlage bis heute noch nicht wesentlich verbessert.
Zwar konnten keine direkten Gewaltanwendungen gegen sie festge-
stellt werden, indes sind sie nach wie vor schwierigen Lebensbedin-
gungen sowie Diskriminierungen in den Bereichen von Erziehung, Für-
sorge, Gesundheitsversorgung, Wohnen und Beschäftigung ausge-
setzt (vgl. SFH, Kosovo, Update: Aktuelle Entwicklungen vom 12. Au-
gust 2008, S. 19). In Würdigung der vorstehenden Erwägungen ge-
langt das Bundesverwaltunsgericht zum Schluss, dass der Beschwer-
deführer grundsätzlich die objektive Möglichkeit hat und es ihm sub-
jektiv zuzumuten ist, sich an die heimatlichen Behörden zu wenden
und diese um Schutz vor Belästigungen unbekannter Dritter zu ersu-
chen. Der Beschwerdeführer hat somit keine begründete Furcht vor
künftiger Verfolgung in der Republik Kosovo.
5.5 Zusammenfassend ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer
keine Gründe nach Art. 3 AsylG glaubhaft machen oder nachweisen
konnte. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen erübrigt es sich, auf
die weiteren Ausführungen in der Eingabe einzugehen, da sie am fest-
gestellten Ergebnis nichts zu ändern vermögen. Die Vorinstanz hat
das Asylsgesuch des Beschwerdeführers demnach zu Recht abge-
lehnt.
6. 6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der  der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).
6.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine  noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. Die Weg-
Seite 8
E-5632/2007
weisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; EMARK 2001 Nr. 21).
7. 7.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) kann der Vollzug nicht zumutbar sein wenn er für den Ausländer eine  Gefährdung darstellt.
7.2 In EMARK 2006 Nr. 10 gelang die ARK als Vorgängerorganisation des Bundesverwaltungsgerichts zum Schluss, dass der Vollzug der Wegweisung von albanischsprachigen Roma, Ashkali und Ägyptern in den Kosovo in Anbetracht der dort herrschenden allgemeinen ()Lage grundsätzlich zumutbar sei, sofern aufgrund einer  (insbesondere durch Untersuchungen vor Ort) bestimmte Reintegrationskriterien wie die berufliche Ausbildung, der , das Alter, die Frage nach einer ausreichenden  Lebensgrundlage und das Bestehen eines  im Kosovo, erfüllt seien. An dieser Einschätzung hat sich bis zum heutigen Zeitpunkt nichts geändert, mithin hat sich das  in seinem Urteil BVGE 2007/10 dieser Praxis .
7.3 Vorliegend hat das BFM keine Abklärungen vor Ort vorgenommen. In der angefochtenen Verfügung führt es zur Zumutbarkeit des  nur aus, die Vorbringen des Beschwerdeführers seien nicht glaubhaft, weshalb mit Recht davon ausgegangen werden könne, dass er entgegen seinen persönlichen Angaben zu seinen  nach B._ zurückkehren könne. Diese Folgerung stützt das BFM einzig auf die persönlichen Aussagen des Beschwerdeführers ab. Diese Angaben wurden indes vor rund eineinhalb Jahren und nicht konkret im Hinblick auf einen Wegweisungsvollzug erfragt.  sind sie auch nur sehr rudimentär und können nicht mit  vor Ort verglichen werden. Sodann hat der  zu Protokoll gegeben, dass er den Aufenthaltsort seiner Familie nicht kenne. Insoweit fehlen genaue Angaben betreffend die Wohnsituation der Familie des Beschwerdeführers, dem  allfällig weiterer naher Verwandter, auf deren Unterstützung der Beschwerdeführer allenfalls zurückgreifen könnte sowie der  Lebensgrundlage des Beschwerdeführers. Mit seiner  widerspricht die Vorinstanz somit der vom Bundesverwal-
Seite 9
E-5632/2007
tungsgericht nach wie vor geforderten Einzelfallabklärungpflicht vor Ort. Indem das BFM keine solche Abklärung vorgenommen hat, hat es vorliegend den Sachverhalt unvollständig festgestellt, was eine  der angefochtenen Verfügung betreffend den angeordneten  zur Folge hat.
7.4 Zusammenfassend ist festzustellen, dass das Bundesamt zu Recht festgestellt hat, der Beschwerdeführer erfülle die  nicht, das Asylgesuch abgelehnt und die Wegweisung  hat. Demgegenüber hat es betreffend dem Vollzug der  den Sachverhalt unvollständig festgestellt. Die angefochtene  ist daher betreffend die Ziffern 4 und 5 aufzuheben und die Akten sind dem BFM zur Wiederaufnahme des Verfahrens und zur  Sachverhaltsfeststellung im Sinne der Erwägungen .
8. 8.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist von einem hälftigen  des Beschwerdeführers auszugehen. Die Kosten des Verfahrens sind daher auf Fr. 300.-- festzusetzen und mit dem am 10. September 2007 geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- zu . Der Restbetrag von Fr. 300.-- ist dem Beschwerdeführer  (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 2 und 3 des  vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2] i.V.m. Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG).
8.2 Ganz oder teilweise obsiegende Parteien haben Anspruch auf eine Parteientschädigung für die ihnen erwachsenen notwendigen Kosten (Art. 64 Abs. 1 VwVG, Art. 7 Abs. 1 VGKE i.V.m. Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG). Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat keine Kostennote zu den Akten gereicht. Auf die Nachforderung einer  kann vorliegend indes verzichtet werden, da sich die  aufgrund der Akten zuverlässig abschätzen lassen. In  von Art. 8, 9 und 11 VGKE und unter Berücksichtigung des  von Fr. 150.-- (Art. 11 Abs. 2 VGKE) ist die  auf Fr. 1'200.-- (inkl. Auslagen und MWSt) festzusetzen und ausgehend von einem hälftigen Obsiegen auf Fr. 600.-- zu reduzieren. Das BFM ist anzuweisen, diesen Betrag dem Beschwerdeführer als Parteientschädigung auszurichten.
(Dispositiv: nächste Seite)
Seite 10
E-5632/2007