Decision ID: 8a62426a-1e14-553c-baf6-4bbf259df4bf
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich im August 2015 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Er gab an, er habe eine Berufslehre zum
Strassenbauer mit einem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis absolviert und später
habe er den eidgenössischen Fachausweis als Personalberater erlangt. Die frühere
Arbeitgeberin des Versicherten berichtete im Februar 2016 (IV-act. 25), dieser habe von
Ende März 2013 bis Ende September 2014 als Qualitätskontrolleur für sie gearbeitet.
Sie habe das Arbeitsverhältnis aufgelöst, weil die Arbeitsleistung des Versicherten nicht
ihren Erwartungen entsprochen habe. Der Jahreslohn habe 63’700 Franken betragen.
Eine andere Arbeitgeberin hatte bereits im November 2015 angegeben (IV-act. 14), der
Versicherte sei in der Zeit von September 2012 bis Ende September 2013 als
Taxichauffeur für sie tätig gewesen. Ab März 2013 sei er dieser Tätigkeit nur noch
teilweise nachgegangen. Ab Oktober 2013 sei er nicht mehr zur Arbeit erschienen. Er
sei auch telefonisch nicht mehr erreichbar gewesen. Der im Jahr 2013 ausbezahlte
Lohn habe sich auf 16’181.65 Franken belaufen. Der Handchirurg Dr. med. B._ teilte
im Mai 2016 mit (IV-act. 28), der Versicherte leide an einem chronifizierten
Schmerzsyndrom, an beidseitigen Schulterschmerzen, an Schmerzen in den Händen
und in den Handgelenken, an einer beidseitigen, rechtsbetonten Rhizarthrose sowie an
einer psychosozialen Konfliktsituation. Im Vordergrund stünden die Schmerzen in den
Händen bei objektivierten Arthrosen. Diese verunmöglichten die Weiterführung der
zuletzt ausgeübten Tätigkeit als aktiv mitarbeitender Teamleiter in einem
Reinigungsunternehmen. Eine der Behinderung angepasste Tätigkeit wäre dem
Versicherten uneingeschränkt zumutbar. Als mögliche und realisierbare Umschulung
wäre der Einsatz als Car- oder Bus-Chauffeur sinnvoll. Im Juni 2016 notierte Dr. med.
C._ vom IV-internen regionalen ärztlichen Dienst (RAD), angesichts des chronischen
Schmerzsyndroms in den Händen und Schultergelenken sowie der bisher nicht näher
bekannten psychischen Problematik müsse der Wunsch des Versicherten nach einer
A.a.
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Umschulung zum Chauffeur kritisch gesehen werden (IV-act. 30). Im September 2016
wies Dr. B._ darauf hin, dass der Versicherte oft im Freiwilligen-Dienst längere
Strecken für Personentransporte fahre und dabei keine Probleme mit den Armen und
Händen bekunde (IV-act. 38). Die psychiatrische Klinik D._ hatte im August 2014
über eine stationäre Behandlung im Zeitraum vom 7. Mai 2014 bis zum 26. Juni 2014
berichtet (IV-act. 52). Die Ärzte hatten festgehalten, dass der Versicherte an
Anpassungsstörungen in der Form einer kurzen depressiven Reaktion, an Störungen
durch Kokain bei einem schädlichen Gebrauch sowie (verdachtsweise) an einer
kombinierten Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen und emotional instabilen
Anteilen leide. Er habe in den vergangenen Jahren ein viel zu hohes Arbeitspensum
bewältigt. Aufgrund der Dauerbelastung sei er in eine depressive Entwicklung
gerutscht. Etwa einmal pro Monat habe er mit Kollegen exzessiv Kokain konsumiert.
Ursprünglich habe er Strassenbauer gelernt. Er habe aber nur drei Jahre in diesem
Beruf gearbeitet. Danach sei er in einem Informatikbetrieb angelernt worden. Später sei
er als Bauleiter im Tiefbau und anschliessend als Service-Techniker tätig gewesen.
Nach einem Stellenverlust habe er eine Technikerschule besucht. Er habe sich als
arbeitslos melden müssen, sei dann aber selbst vom regionalen
Arbeitsvermittlungszentrum als Personalberater angestellt worden. Etwa ab dem Jahr
2008 sei er im Bereich Produktmanagement einer Bauabteilung tätig gewesen. An
jenem Arbeitsplatz sei er ausgegrenzt worden. Zu Weihnachten 2008 habe er die
Kündigung erhalten. Seit April 2013 sei er als „Chef Unterhalt“ für eine
Reinigungsunternehmung tätig. Die Klinik E._ hatte im August 2014 über eine knapp
einmonatige stationäre Behandlung im Juli 2014 berichtet und angegeben (IV-act. 55),
der Versicherte leide an einer Anpassungsstörung (mit Angst und depressiver Reaktion
gemischt), an einer generalisierten Angststörung sowie an einer psycho-physischen
Erschöpfung. Bis Ende September 2014 werde er noch vollständig arbeitsunfähig sein.
Sein psychischer Gesundheitszustand sei aber besserungsfähig. Im Dezember 2016
gab die Klinik E._ an (IV-act. 54), der psychische Zustand des Versicherten habe sich
im Laufe der Jahre 2015 und 2016 deutlich gebessert. Die letzte Konsultation sei im
April 2016 erfolgt.
Mit einer Mitteilung vom 16. März 2017 wies die IV-Stelle das Begehren des
Versicherten um berufliche Massnahmen ab (IV-act. 60). Zur Begründung führte sie
A.b.
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aus, es liege keine Gesundheitsbeeinträchtigung vor, die zu anhaltenden
Funktionseinschränkungen führen würde oder eine Arbeitsunfähigkeit begründen
könnte. Mit einem Vorbescheid vom 29. März 2017 teilte die IV-Stelle dem Versicherten
mit, dass sie die Abweisung seines Rentenbegehrens vorsehe (IV-act. 62). Zur
Begründung führte sie an, der Versicherte sei zwar ab April 2014 nur noch reduziert
arbeitsfähig gewesen. Die Gesundheitsbeeinträchtigung sei aber nur vorübergehend
gewesen. Ab April 2016 sei wieder von einer stabilen uneingeschränkten
Arbeitsfähigkeit auszugehen. Am 10. April 2017 wandte der Versicherte ein, die
Annahme einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit sei tatsachenwidrig (IV-act. 64). Am
selben Tag beantragte er mit derselben Begründung den Erlass einer anfechtbaren
Verfügung betreffend seinen Anspruch auf berufliche Massnahmen (IV-act. 65). Mit
einem Vorbescheid vom 18. April 2017 teilte die IV-Stelle ihm mit, dass sie nach wie
vor die Abweisung des Begehrens um berufliche Massnahmen vorsehe (IV-act. 66).
Dagegen wandte der Versicherte am 11. Mai 2017 ein (IV-act. 67), aufgrund seiner
heftigen Schmerzen in den Fingern sei er nach wie vor vollständig arbeitsunfähig. Die
Annahme der IV-Stelle, er sei seit April 2016 wieder uneingeschränkt arbeitsfähig,
decke sich folglich nicht mit der Realität. Am 8. Juni 2017 notierte die RAD-Ärztin Dr.
med. C._ (IV-act. 70), Dr. B._ habe telefonisch angegeben, dass sich nur noch die
Handbeschwerden auf die Arbeitsfähigkeit des Versicherten auswirkten. Für
leidensadaptierte Tätigkeiten sei eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit zu attestieren.
Dr. B._ habe die Umschulung zum Buschauffeur ebenfalls als problematisch
erachtet. Angesichts der Schilderungen des Versicherten gehe Dr. B._ aber davon
aus, dass diese machbar wäre. Mit einer Verfügung vom 26. Juni 2017 wies die IV-
Stelle das Begehren des Versicherten um berufliche Massnahmen ab (IV-act. 72). Mit
einer Verfügung vom 29. Juni 2017 wies sie auch das Rentenbegehren ab (IV-act. 74).
Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen hiess eine vom Versicherten
gegen die Verfügung vom 26. Juni 2017 betreffend berufliche Massnahmen erhobene
Beschwerde mit einem Entscheid vom 24. April 2018 (IV 2017/283) teilweise gut. Es
hielt fest, der Handchirurg Dr. B._ habe weder für die angestammte Tätigkeit des
Versicherten als Personalberater noch für die vom Versicherten angestrebte Tätigkeit
als Chauffeur eine überzeugende Arbeitsfähigkeitsschätzung abgegeben, weil Dr. B._
offensichtlich nicht über hinreichende Kenntnisse bezüglich der konkreten Belastungen
A.c.
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bei diesen Tätigkeiten verfügt habe. Möglicherweise hätte Dr. B._ je eine
überzeugende Arbeitsfähigkeitsschätzung für die Tätigkeit als Personalberater, für die
Tätigkeit als Chauffeur und für konkrete, aus berufsberaterischer Sicht als ideal
leidensadaptiert zu qualifizierende Tätigkeiten abgeben können, wenn ein
Berufsberater vorgängig für jede dieser Tätigkeiten ein spezifisches Belastungsprofil
betreffend den Einsatz der Hände definiert hätte. Das hätte es Dr. B._ nämlich
erlaubt, die Auswirkungen der von ihm erhobenen objektiven klinischen Befunde mit
den konkreten Anforderungen der entsprechenden Tätigkeiten „abzugleichen“ und
anzugeben, in welchem Ausmass diese dem Versicherten hätten zugemutet werden
können. Die Sache müsse an die IV-Stelle zurückgewiesen werden. Diese werde einen
Berufsberater auffordern, für die Tätigkeit als Personalberater ein konkretes
Anforderungsprofil zu erstellen. Anschliessend werde die IV-Stelle mittels einer
medizinischen Abklärung ermitteln, wie hoch der Arbeitsfähigkeitsgrad des
Versicherten im erlernten Beruf sei. Falls dieser als Personalberater nicht zu
mindestens 20 Prozent arbeitsunfähig sein sollte, bestünde kein Anspruch auf eine
Umschulung. Bei einer Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20 Prozent im erlernten
Beruf müsse die IV-Stelle von einem Berufsberater ein konkretes Anforderungsprofil für
die Tätigkeit als Bus- oder Car-Chauffeur erstellen und anschliessend medizinisch
ermitteln, wie hoch der Arbeitsfähigkeitsgrad für jene Tätigkeit wäre. Nur wenn der
Versicherte als Chauffeur uneingeschränkt arbeitsfähig wäre, könnte eine
entsprechende Umschulung in Frage kommen.
Im Juni 2018 holte die IV-Stelle im nach dem Rückweisungsentscheid des
Versicherungsgerichtes vom 24. April 2018 wieder aufgenommenen
Verwaltungsverfahren betreffend berufliche Massnahmen einen allgemeinen
Funktionsbeschrieb für einen in einem Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum tätigen
Personalberater ein (IV-act. 106 f.). Am 27. Juni 2018 führte sie ein
Assessmentgespräch durch (IV-act. 109). Dabei gab der Versicherte an, dass er
arthrosebedingte Schmerzen in den vorderen Fingergliedern verspüre, wenn er diese
einsetzen müsse. Er habe sein Leben umgestellt und versuche nun, möglichst alles mit
den Handinnenflächen zu tun, um die Finger zu schonen. Er habe sich verschiedene
Hilfsmittel wie eine Schlüsselverlängerung, einen Glasöffner, spezielle Messer, spezielle
Wäscheklammern etc. zugelegt. Seit drei Jahren arbeite er als Fahrer für freiwillige
A.d.
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Fahrdienste. Als LKW-Chauffeur könne er nicht arbeiten, weil ein LKW-Chauffeur nicht
nur fahren, sondern jeweils auch noch andere Arbeiten (insb. Be- und Entladen)
ausführen müsse. Als Bus-Chauffeur könne er dagegen arbeiten, weil er fast alles mit
der Handinnenfläche tun könne. Er habe einmal probehalber Platz auf einem
Chauffeursitz genommen und sich von einem Kollegen alles zeigen lassen. Eine
Tätigkeit als Fahrlehrer könne er sich wegen der hohen Investitionskosten und dem mit
der anschliessenden Selbständigkeit verbundenen Risiko nicht vorstellen. Auch als
Taxichauffeur könne er nach einem Überfall im Jahr 2013 unmöglich wieder arbeiten.
Den Beruf Personenchauffeur gebe es nicht. Als Personalberater könne er wegen des
hohen Anteils an administrativen Arbeiten nicht mehr tätig sein. Auch die Tätigkeit als
Qualitätskontrolleur erachte er als unzumutbar. Die RAD-Ärztin Dr. C._ notierte am 8.
August 2018 (IV-act. 110), die im Juni 2018 eingeholte Funktionsbeschreibung für einen
Personalberater lasse keine ausreichenden Rückschlüsse auf die Belastungen jener
Tätigkeit zu. Die IV-Stelle werde noch ein Belastungsprofil einholen müssen. Eine
Eingliederungsverantwortliche hielt am 16. November 2018 fest (IV-act. 121),
Personalberater könnten beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum oder bei einem
privaten Stellenvermittler angestellt sein. In beiden Bereichen sei der Anteil der
Schreibarbeit sehr hoch, wie telefonische Angaben bei einem Regionalen
Arbeitsvermittlungszentrum und bei einem privaten Stellenvermittler ergeben hätten.
Der Zeitanteil der Arbeiten am PC und der Schreibtätigkeiten belaufe sich bei einem
privaten Stellenvermittler auf etwa 80 Prozent. Auch bei der Tätigkeit für ein Regionales
Arbeitsvermittlungszentrum müssten hauptsächlich Schreibarbeiten ausgeübt werden.
Dabei spiele es keine Rolle, ob der Mitarbeiter als Personalberater oder im
Arbeitgeberservice tätig sei, weil der Schreibanteil in beiden Bereichen gleich hoch sei.
Der Handchirurg Dr. B._ gab in einem Telefongespräch mit der RAD-Ärztin Dr.
C._ im Dezember 2018 an (IV-act. 133), der klinische Untersuchungsbefund sei
„relativ blande“, aber der Versicherte gebe Schmerzen bei repetitiven Bewegungen an.
Das Greifen sei kein Problem. Ein Arbeitstraining zur Testung der Einschränkungen und
Fähigkeiten sei zu begrüssen. Am 11. Februar 2019 beauftragte die IV-Stelle die SMAB
AG mit der Erstellung eines bidisziplinären – orthopädischen und psychiatrischen –
Gutachtens (IV-act. 141). Das Gutachten wurde am 30. April 2019 erstellt (IV-act. 149).
Die Sachverständigen hielten fest, bei der orthopädisch-traumatologischen
A.e.
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Untersuchung hätten sich keine Schwellungen oder Querdruckschmerzen im Bereich
der Fingergrundgelenke, der Fingermittelgelenke oder der Fingerendgelenke gezeigt.
Sämtliche Fingergelenke seien reizlos und frei beweglich gewesen. Die Handfunktionen
und die grobe Kraft seien vollständig erhalten gewesen. In den aktuellen
Röntgenaufnahmen beider Hände hätten sich eine unveränderte Rhizarthrose rechts
sowie eine normale Darstellung der Fingergelenke und der übrigen Gelenke in der
rechten Hand ohne einen Nachweis von sonstigen über das altersphysiologische Mass
hinausgehenden Degenerationen gezeigt. Folglich bestehe aus orthopädisch-
traumatologischer Sicht kein Anhalt für die in den Akten erwähnte Heberden- und
Bouchard-Arthrose beidseits. Auch sonst sei der objektive klinische Befund unauffällig
gewesen. Insbesondere hätten keine relevanten Einschränkungen im Bereich der
rechten Schulter festgestellt werden können. Zusammenfassend bestehe aus
orthopädisch-traumatologischer Sicht keine Erkrankung des Stütz- und
Bewegungsapparates mit einer relevanten Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Auf
psychiatrischem Gebiet hätten keine Symptome, Beeinträchtigungen, Defizite oder
Phänomene mit Krankheitswert erhoben werden können, weshalb keine psychiatrische
Diagnose zu stellen sei. Der psychopathologische Befund sei vollkommen unauffällig
ausgefallen. Aus bidisziplinärer Sicht seien nur eine mässige rechtsbetonte
Rhizarthrose beidseits, eine Fasciitis plantaris rechts bei einem Senk-Spreizfuss
beidseits sowie ein Übergewicht zu diagnostizieren. Keine dieser Diagnosen wirke sich
auf die Arbeitsfähigkeit aus. Aufgrund von degenerativen Veränderungen seien maximal
körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten zu empfehlen. Da die Laborergebnisse
entgegen der Aussage des Versicherten für einen phasenweise erhöhten
Alkoholkonsum und auch für einen Cannabiskonsum sprächen, sollte vorsichtshalber
von Tätigkeiten im Bereich der Personenbeförderung und von Tätigkeiten mit einem
leichten Zugang zu Alkoholika (z.B. in der Gastronomie) Abstand genommen werden.
Für die Zeit ab August 2014 sei sowohl für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Qualitäts-
Kontrolleur als auch für leidensadaptierte Tätigkeiten eine uneingeschränkte
Arbeitsfähigkeit zu attestieren. Die RAD-Ärztin Dr. C._ erachtete das Gutachten der
SMAB AG grundsätzlich als überzeugend, empfahl aber die folgenden Rückfragen:
„Bitte beschreiben Sie die degenerativen Veränderungen, welche zur Formulierung von
Adaptionskriterien führen! Beziehen sich diese Adaptionskriterien auch auf die
Belastung der Finger/Hände? Bitte nehmen Sie Stellung zur Arbeitsfähigkeit in der
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B.
Tätigkeit als Personalberater gemäss dem Belastungsprofil vom 16. November 2018
mit repetitiven Belastungen der Finger/Hände durch PC-Arbeit!“ (IV-act. 150). Die
entsprechenden Rückfragen der IV-Stelle wurden von den Sachverständigen am 19.
Juni 2019 wie folgt beantwortet (IV-act. 152): Die radiologisch sichtbaren degenerativen
Veränderungen im Bereich der rechten Hand und der rechten Schulter hätten zwar
keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit des Versicherten in der bisherigen, als
körperlich leicht angegebenen Tätigkeit als Qualitäts-Kontrolleur, aber im Rahmen des
eingeschätzten Belastungsprofils seien aufgrund dieser degenerativen Veränderungen
maximal körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten (Heben und Tragen von Lasten
bis maximal 15kg) empfohlen worden, um den derzeitigen Gesundheitszustand des
Versicherten nicht zu gefährden. Auch Tätigkeiten, die ein ständiges kraftvolles
Zugreifen der rechten Hand erforderten, seien aufgrund der vorhandenen Rhizarthrose
rechts als ungeeignet zu qualifizieren. Die repetitiven Belastungen der Finger/Hände bei
der PC-Arbeit seien davon nicht betroffen, da beim Versicherten radiologisch keinerlei
Degenerationen im Bereich der Fingergrundgelenke, der Fingermittelgelenke und der
Fingerendgelenke vorlägen. Die RAD-Ärztin Dr. C._ notierte gestützt auf diese
Ausführungen am 26. Juni 2019, dass auch für die Tätigkeit als Personalberater von
einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit auszugehen sei (IV-act. 153). Mit einem
Vorbescheid vom 4. Juli 2019 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass sie die
Abweisung seines Begehrens um berufliche Massnahmen vorsehe (IV-act. 156). Mit
einer Verfügung vom 20. September 2019 wies sie das Leistungsbegehren ab (IV-act.
157).
Am 21. Oktober 2019 liess der Versicherte (nachfolgend: der Beschwerdeführer)
eine Beschwerde gegen die Verfügung vom 20. September 2019 erheben (act. G 1).
Sein Rechtsvertreter beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die
Zusprache von beruflichen Massnahmen sowie eventualiter die Einholung eines
Gerichtsgutachtens. Zur Begründung führte er aus (act. G 3), die IV-Stelle
(nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) habe ihre Untersuchungspflicht verletzt, weil
sie keine korrekte medizinische Begutachtung habe durchführen lassen. Das
Gutachten der SMAB AG äussere sich nicht zum chronifizierten Schmerzsyndrom. Das
radiologische Ausmass der Rhizarthrose gebe keine Auskunft über die
B.a.
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Erwägungen
1.
Das Dispositiv der angefochtenen Verfügung lautet: „Das Leistungsbegehren um
berufliche Massnahmen wird abgewiesen“. In seiner Beschwerde hat der
Beschwerdeführer berufliche Massnahmen beantragt. Folglich besteht auf den ersten
Blick der Eindruck, dass sich der Gegenstand dieses Beschwerdeverfahrens auf das
gesamte Spektrum der beruflichen Eingliederungsmassnahmen beziehen müsse. Das
Schmerzintensität. Die SMAB AG habe sich auf MRI-Bilder gestützt, die aus der Zeit
vor der Anmeldung zum Leistungsbezug stammten. Röntgenbilder von Juni 2015
zeigten eine Heberden- und Bouchard-Arthrose beidseits, aber man habe vergessen,
diese Bilder dem Röntgeninstitut vorzulegen, das die neuen Bilder angefertigt habe.
Das Röntgeninstitut habe deshalb Äpfel mit Birnen verglichen. Die Rhizarthrose befinde
sich am Daumensattelgelenk. Wenn man sich nur schon die unzähligen Bewegungen
des Daumens bei der Erstellung eines Textes am Computer vor Augen führe, leuchte
ein, dass eine Rhizarthrose respektive ein chronifiziertes Schmerzsyndrom an der Hand
sich auf die Arbeitsfähigkeit in einer Tätigkeit am Schreibtisch auswirken müsse.
Die Beschwerdegegnerin beantragte am 15. Januar 2020 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 5). Zur Begründung führte sie an, es lägen keine Hinweise darauf
vor, dass der Beschwerdeführer von den Sachverständigen der SMAB AG nicht
umfassend oder kompetent untersucht worden wäre. Eine neurologische Untersuchung
sei nicht notwendig gewesen, weil weder anamnestisch noch aktuell eine
neurologische Symptomatik vorgelegen habe. Die orthopädische Sachverständige
habe sich auf aktuelle Röntgenbilder gestützt. Bei der klinischen Untersuchung habe
sie keine auffälligen Befunde erheben können. Der Beschwerdeführer leide weder an
einem Schmerzsyndrom noch an einer Schmerzstörung. Aufgrund der relativ
harmlosen somatischen und psychiatrischen Befundlage sei es ihm ohne weiteres
zumutbar, Tastaturarbeiten zu verrichten.
B.b.
Am 17. Januar 2020 wurde dem Beschwerdeführer die unentgeltliche
Rechtspflege bewilligt (act. G 6).
B.c.
Der Beschwerdeführer verzichtete auf eine Replik (act. G 7 bis G 12).B.d.
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ist aber nicht der Fall, denn die Verfügungsbegründung, die Beschwerdebegründung
und die Akten des vorangegangenen Verwaltungsverfahrens zeigen klar, dass das
Verwaltungsverfahren ausschliesslich einen allfälligen Anspruch auf eine Umschulung –
und zwar nur auf eine Umschulung zum Buschauffeur – betroffen hat. Der Wortlaut des
Dispositivs der angefochtenen Verfügung wie auch der Wortlaut des entsprechenden
Beschwerdeantrages erweisen sich damit als zu weit respektive als über den
eigentlichen Gegenstand des vorangegangenen Verwaltungsverfahrens und dieses
Beschwerdeverfahrens hinausgehend. Den Gegenstand dieses Beschwerdeverfahrens
bildet ausschliesslich die Frage, ob der Beschwerdeführer einen Anspruch auf eine
Umschulung zum Buschauffeur hat. Weitere berufliche Massnahmen gehören nicht
zum Gegenstand dieses Beschwerdeverfahrens.
2.
Gemäss dem Art. 17 Abs. 1 IVG hat eine versicherte Person einen Anspruch auf
eine Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung „infolge
Invalidität notwendig“ ist und wenn dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich
erhalten oder verbessert werden kann. Die vom Art. 17 Abs. 1 IVG erwähnte Invalidität
entspricht nicht der im Art. 28 Abs. 1 IVG erwähnten rentenspezifischen Invalidität,
denn gemäss dem Art. 4 Abs. 2 IVG gilt „die Invalidität“ als eingetreten, sobald sie die
für die Begründung des fraglichen Anspruchs auf die jeweilige Leistung erforderliche
Art und Schwere erreicht hat, was bedeutet, dass das IVG den Begriff der Invalidität
leistungsspezifisch definiert. Was eine anspruchsbegründende Invalidität ist, ergibt sich
also nicht aus einer generellen Definition der Invalidität, die sich auf alle Leistungen des
IVG beziehen würde, sondern daraus, welchen „Schaden“ eine spezifische Leistung
abdecken will. Die umschulungsspezifische Invalidität deckt sich deshalb nicht mit der
rentenspezifischen Invalidität, sondern sie ergibt sich aus dem Sinn und Zweck des
Umschulungsanspruchs. Dieser besteht darin, dass es einer versicherten Person, die
ihren erlernten Beruf nicht mehr oder zumindest nicht mehr uneingeschränkt ausüben
kann, ermöglicht wird, einen anderen („gleichwertigen“) Beruf zu erlernen, den sie trotz
ihrer Gesundheitsbeeinträchtigung uneingeschränkt oder zumindest mit nur minimalen
Einschränkungen ausüben kann. Damit soll unter anderem verhindert werden, dass
eine Berufsfrau oder ein Berufsmann infolge einer Gesundheitsbeeinträchtigung die
verbleibende Zeit bis zum Erreichen des ordentlichen Pensionierungsalters gezwungen
bleibt, leidensadaptierte Hilfsarbeiten zu verrichten. Das „versicherte Gut“ besteht
folglich in der Fähigkeit, den ursprünglich erlernten, qualifizierten Beruf weiter ausüben
zu können. Eine umschulungsspezifische Invalidität liegt deshalb vor, wenn diese
Fähigkeit durch eine Gesundheitsschädigung beeinträchtigt wird. Nach der Auffassung
2.1.
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des Bundesgerichtes löst eine solche Beeinträchtigung eine Leistungspflicht der
Invalidenversicherung nach Art. 17 Abs. 1 IVG aus, wenn die versicherte Person im
erlernten Beruf längerdauernd zu (mindestens) etwa 20 Prozent arbeitsunfähig ist
(Ulrich Meyer/Marco Reichmuth, Rechtsprechung des Bundesgerichtes zum IVG, 3.
Aufl. 2014, Art. 17 N 3, mit Hinweisen).
Der Beschwerdeführer hat ursprünglich eine Ausbildung zum Strassenbauer
absolviert. Diesen Beruf hat er aber nur kurz ausgeübt. Anschliessend hat er sich dazu
entschlossen, eine zweite Ausbildung zum Personalberater zu absolvieren. In diesem
Beruf ist er über eine längere Zeit tätig gewesen. Zuletzt hat er zwar als Qualitäts-
Kontrolleur für eine Reinigungsfirma gearbeitet, aber dabei hat es sich nicht um eine
fachlich qualifizierte Tätigkeit gehandelt, die mit jener eines Personalberaters
vergleichbar gewesen wäre. Der Umstand, dass der Beschwerdeführer seit längerer
Zeit nicht mehr als Personalberater gearbeitet hat, hat nicht dazu geführt, dass er diese
Tätigkeit nicht mehr hätte ausüben können, denn der zwischenzeitliche technologische
Fortschritt kann den Wiedereinstieg in die Tätigkeit eines Personalberaters, wenn
überhaupt, dann nur minimal erschweren. Der Beschwerdeführer hätte seine erlernten
Fähigkeiten also ohne die Gesundheitsbeeinträchtigung uneingeschränkt ausnützen
können. Als erlernter Beruf im Sinne des Art. 17 Abs. 1 IVG kommt folglich nur der
Beruf des Personalberaters in Frage.
2.2.
Die Beschwerdegegnerin hat nach der gerichtlichen Rückweisung die geforderten
Abklärungen getätigt: Sie hat sich zunächst Angaben von Stellenvermittlern zu den
konkreten Belastungen des vom Beschwerdeführer erlernten Berufs Personalberater
eingeholt und sie hat anhand dieser Angaben ein konkretes Belastungsprofil für die
Tätigkeit als Personalberater mit Blick auf die aus medizinischer Sicht im Fokus
stehende Belastung der Hände und der Finger erstellt. Anschliessend hat sie eine
medizinische Begutachtung in die Wege geleitet, wobei sie die medizinischen
Sachverständigen ersucht hat, sich anhand des spezifischen Belastungsprofils zur
Zumutbarkeit der vom Beschwerdeführer erlernten Tätigkeit als Personalberater zu
äussern. Das Belastungsprofil ist sorgfältig erarbeitet worden. Die zuständige
Berufsberaterin hat einen öffentlichen Stellenvermittler und einen privaten
Stellenvermittler angefragt und sie hat sich detailliert zu den in Frage kommenden
Tätigkeiten, zum Anteil der einzelnen Arbeiten am Gesamtpensum und zu möglichen
Alternativen innerhalb des Berufsfeldes erkundigt. Diese Angaben haben gezeigt, dass
sich ein Personalberater in jeder in Frage kommenden Tätigkeit mit einem erheblichen
Anteil an administrativen Tätigkeiten konfrontiert sieht respektive dass ein
Personalberater viel Schreibarbeit zu erledigen hat. Das von der Berufsberaterin
2.3.
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gestützt auf diese Angaben erarbeitete Belastungsprofil ist überzeugend.
Zusammenfassend haben die Sachverständigen der SMAB AG folglich über
zuverlässige Angaben zu den konkreten Belastungen der vom Beschwerdeführer
erlernten Tätigkeit als Personalberater verfügt. Die Sachverständigen haben den
Beschwerdeführer eingehend untersucht. Der massgebende, umfassend erhobene und
umschriebene objektive klinische Befund ist sowohl in somatischer als auch in
psychiatrischer Hinsicht weitgehend unauffällig gewesen. Entgegen der Ansicht des
Beschwerdeführers besteht kein Hinweis darauf, dass die Sachverständigen der SMAB
AG den massgebenden Befund unvollständig erhoben hätten. Sie haben den
Beschwerdeführer umfassend untersucht, sie haben aktuelle Röntgenbilder anfertigen
lassen und sie haben die Vorakten eingehend gewürdigt. Der für ihre Beurteilung
massgebende medizinische Sachverhalt ist von ihnen folglich vollständig erhoben
worden. Für die Beurteilung sind nicht in erster Linie die bildgebenden, sondern die
klinischen Befunde entscheidend gewesen. Allerdings sind die bildgebenden Befunde
ohnehin ebenso weitgehend unauffällig wie die klinischen Befunde gewesen. Wie der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers zu Recht geltend gemacht hat, lässt sich von
der Diagnose einer Rhizarthrose kein direkter Schluss auf die Arbeitsfähigkeit ziehen,
weil die Diagnose für sich allein noch nichts über den Schweregrad der Erkrankung
aussagt. Für die Arbeitsfähigkeitsschätzung sind deshalb die objektiven klinischen
Befunde, also insbesondere die Einschränkungen der Beweglichkeit oder der Kraft,
aber auch die objektivierbaren Schmerzen massgebend. Diese Befunde sind hier
gemäss den überzeugenden Darlegungen der Sachverständigen der SMAB AG minimal
gewesen. In ihrem Gutachten und in ihrer ergänzenden Stellungnahme haben die
Sachverständigen der SMAB AG ausgehend von dieser weitgehend unauffälligen
Befundlage mit einer überzeugenden Begründung dargelegt, dass dem
Beschwerdeführer ein weites Spektrum von Tätigkeiten ohne Einschränkungen
zugemutet werden kann und dass der Beschwerdeführer insbesondere auch den
erlernten Beruf als Personalberater weiterhin uneingeschränkt ausüben kann. In den
gesamten Akten finden sich keine Hinweise, die wesentliche Zweifel an dieser
Arbeitsfähigkeitsschätzung wecken würden. Gestützt auf das Gutachten der SMAB AG
steht deshalb mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit fest, dass der Beschwerdeführer in seinem erlernten Beruf als
Personalberater trotz der Gesundheitsbeeinträchtigung uneingeschränkt arbeitsfähig
ist. Der Beschwerdeführer ist deshalb weder umschulungsspezifisch invalid noch von
einer umschulungsspezifischen Invalidität bedroht. Die Abweisung seines Begehrens
um berufliche Massnahmen erweist sich damit als rechtmässig, weshalb die gegen die
Verfügung vom 20. September 2019 erhobene Beschwerde abzuweisen ist.
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3.
Die angesichts des durchschnittlichen Verfahrensaufwandes praxisgemäss auf 600
Franken festzusetzenden Gerichtskosten wären an sich dem unterliegenden
Beschwerdeführer aufzuerlegen. Zufolge der Bewilligung der unentgeltlichen
Prozessführung ist dieser aber von der Pflicht zur Begleichung der Gerichtskosten
befreit. Da ihm die unentgeltliche Rechtsverbeiständung bewilligt worden ist, hat der
Staat seinem Rechtsvertreter eine Entschädigung auszurichten, die 80 Prozent des
erforderlichen Vertretungsaufwandes abdeckt (vgl. Art. 31 Abs. 3 AnwG). Der Aufwand
des Rechtsvertreters im Zusammenhang mit dem ersten Beschwerdeverfahren IV
2017/283 betreffend berufliche Massnahmen ist bereits entschädigt worden, weshalb
der im Zusammenhang mit dem aktuellen Beschwerdeverfahren
entschädigungspflichtige Gesamtaufwand des Rechtsvertreters als deutlich
unterdurchschnittlich zu qualifizieren ist. Die Entschädigung ist deshalb auf 80 Prozent
von 1’500 Franken, also auf 1’200 Franken festzusetzen.