Decision ID: 39b34156-42e6-4ce3-99a7-95ade08b0374
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._, geboren 1968
, war seit dem
1. Dezember 2012
bei der
Y._
als
Bademeister
angestellt und über diese bei der
HDI Global SE, Hannover, Niederlassung Zürich/Schweiz
(HDI),
gemäss dem Bundes
gesetz über die Unfall
ver
siche
rung (UVG) gegen Unfälle, unfallähn
liche Kör
perschä
digun
gen und Berufs
krankheiten ver
sichert
, als er an seinem Arbeitsplatz beim
Reinigen der
Badhalle
mit einer
Reingungsmaschine
eine Treppe hinunter stürzte
(Urk.
13/K2
).
Mit Schreiben vom 9. Mai 2012 (Urk. 13/K4) teilte die HDI dem Versicherten mit, dass am 2. März 2012 der Status quo sine erreicht wor
den sei, und dass sie ab 3. März 2012 nicht mehr leistungspflichtig sei. Mit Ver
fü
gung vom 7. November 2012 (Urk. 13/K14) verneinte die HDI eine Leis
tungs
pflicht für die Zeit ab 1. Juni 2012 infolge
Erreichens des Status quo sine
am 31. Mai 2012. In teilweiser Gutheissung der
vom Versicherten am
10. Dezem
ber
2012 dagegen erhobenen (Urk. 13/K21) und am 29. Juni 2015 ergänzten (Urk. 13
/K60)
Ein
sprache
verneinte die HDI
mit Entscheid vom 23.
September
2016 (Urk.
13/K74
= Urk. 2)
infolge
Erreichens des Status quo sine
am 28. Januar 2013 ei
ne Leis
tungspflicht für die Folgen des Unfalls vom 28. Januar 2012 für die Zeit ab 29. Januar 2013.
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 23.
September
2016 (Urk. 2) erhob der Ver
si
cherte am
19. Oktober
2016 Be
schwerde und beantragte, dieser sei auf
zuhe
ben und es sei die
HDI
zu verpflichten, ihm
die gesetzlichen Leistungen, ins
besondere eine Rente und eine angemessene Integritätsentschädigung auszu
richten. In prozessualer Hinsicht beantragte er, das Verfahren sei bis zum Vor
liegen eines Entscheids der Unfallversicherung Mobiliar
zu sistieren; eventuell sei ein multidisziplinäres Gutachten zur Unfallkausalität einzuholen (S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 20. Februar 2017 beantragte die HDI die Abwei
sung
der Beschwerde (Urk.
12 S. 3
)
, wovon dem Beschwerdeführer am 27. Febru
ar 2017 (Urk. 14) eine Kopie zugestellt wurde.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausal
zusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausal
zusammen
hangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der einge
tretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise be
ziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten ge
dacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheit
licher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die kör
perliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die ein
getretene ge
sund
heitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Stö
rung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs
recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befin
den hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Be
grün
dung eines Leistungs
-
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.2
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der
natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfall
fremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesund
heitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber der
jenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krank
haften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U 172/94 vom 26. April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfall
bedingten Ursachen eines Ge
sundheitsschadens muss mit dem im Sozialver
sicherungsrecht üblichen Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45; BGE 119 V 7 E. 3c/
aa
).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänz
lich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht.
Da es sich
hiebei
um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entspre
chen
de Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender na
türlicher Kausalzusammenhang gege
ben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 76).
Diese Beweis
grundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spät
folgen und sind für sämtliche Leistungsarten
massge
bend
(
Urteil des Bundes
ge
richts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlich
keit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflege
leistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen
(Urteil
des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
akten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medi
zinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom 23.
September
2016 (Urk. 2) gestützt auf
die
Aktengutachten ihres
beratenden Arztes
,
Dr. med. Z._
,
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
vom
13. Februar 2014 (Urk. 13/M31) und vom 2. November 2015 (Urk. 13/M52)
davon aus, dass es infolge des Unfalls vom
28. Januar 2012
lediglich zu einer vorübergehenden Verschlimmerung eines krankhaften Vorzustandes im Bereich
beider Kniegelenke und der Lenden
wirbelsäule (LWS)
gekommen sei, dass ein natürlicher Kausalzusammen
hang zwischen dem Unfallereignis und den Be
schwer
den im Bereich
der beiden Kniegelenke und der LWS spätestens ein Jahr
nach dem Unfallereignis und mithin spätestens am 29. Januar 2013 zu vernei
ne
n sei,
und dass
die Versicherungsleistungen
auf diesen Zeitpunkt hin einzustellen seien
(
vgl. auch Urk. 12
S.
15 f.
).
2.2
Der Beschwerdeführer br
ach
t
e
hiegegen
vor, dass
gestützt auf das von der Inva
lidenversicherung eingeholte Gutachten A._ vom 20. März 2014 (Urk. 13/M35; vgl. Urk. 1/1 S. 5) und ge
stützt auf das von ihm selbst eingeholte Gutachten von Dr. med.
B._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewe
gungs
appa
rates
, vom 19. Juni 2015 (Urk. 13/M47) erstellt sei, dass seine Beschwer
den unfall
kausal seien (Urk. 1/1 S. 5). Da eine sichere Zuordnung seiner Beschwer
den zu dem bei der Beschwerdegegnerin versicherten Unfallereignis und zu den früheren (bei der Schweizerischen Mobiliar) versicherten Unfällen nicht möglich sei, sei die Beschwerdegegnerin als der in zeitlicher Hinsicht zuletzt zuständige Unfallversicherer voll leistungspflichtig (Urk. 1/1 S. 8).
3.
3.1
Im Folgenden ist anhand des massgebenden medizinischen Sach
verhalts zu prüfen, ob die Beschwerden, unter welchen der Beschwerdeführer nach dem Unfall vom
28. Januar 2012
litt, durch dieses Unfallereignis verursacht wurden.
3.2
Die Ärzte des C._ erwähnten in ihrem Bericht vom 27. Februar 2012 (Urk. 13/M1), dass eine Röntgenuntersuchung der LWS und der beiden Kniegelenke des Beschwerdeführers eine
Sakralisation
von L5,
Osteo
chondrosen
in Höhe L3/4 und L4/5 und eine minimale S-förmige Skoliose, eine mässige
medialseitige
Gonarthrose sowie eine fortgeschrittene lateralseitig betonte
Femoropatellararthrose
und eine
Fibroostose
im Insertionsbereich des Liga
mentum patellae
prätibial
im rechten Kniegelenk sowie im Bereich des linken Kniegelenks eine knöchern konsolidierte, ehemals mittels
Zuggurtung
versorgte
Patellafraktur
, eine
rupturierte
Drahtcerclage
, eine
kartilaginäre
Exo
s-tose
im Bereich des
tibialen
diametaphysären
Übergangs und eine randständig
osteos
kle
ro
tische
, zentral
osteolytische
Läsion in der ventralen
Tibiametaphy
sen
region
ergeben habe.
3.3
Dr. med. D._, Fachärztin für
Allgemeine Innere Medizin
, erwähnte in ihrem Bericht vom 29. Februar 2012
(Urk. 13/M2), dass sie am 21. Februar 2012 die Erstbehandlung der Folgen des Ereignisses vom 28. Januar 2012 auf
ge
nommen habe, und diagnostizierte eine Kontusion der LWS bei degenerativen Prozessen und eine Kontusion beider Knie bei Gonarthrose rechts. Ab 5. März 2012 bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %.
3.4
Die Ärzte der E._, Untere Extremitäten, Zürich, stellten in ihrem Bericht vom 22. März 2012 (Urk. 13/M4) die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
Status nach Kniekontusion beidseits am 28. Januar 2012 mit:
-
persistierenden Knieschmerzen rechts
retropatellär
-
Status nach vorderer Kreuzbandplastik (VKB-Plastik) in Marokko im Jahre 1986
-
mässige
Pangonarthrose
rechts,
retropatellär
betont
-
mässige
Pangonarthrose
links bei:
-
Status nach Rekonstruktion der Patellarsehne bei Patellarsehnen
rup
tur im April 1998
-
Status nach Auffüllen des Frakturspaltes mit Spongiosa bei Ermü
dungs
bruch des distalen
Patellapols
im September 1998
Sie erwähnten, dass der Beschwerdeführer vor der Kniekontusion vom 28.
Janu-
ar
2012 bei rezidivierenden, mässigen Kniegelenksbeschwerden noch arbeits
fähi
g gewesen sei, und dass seit dem Ereignis von Ende Januar 2012 ein Arbeiten nicht mehr möglich sei (S. 2).
3.5
Die Ärzte des MR Instituts der E._ stellten im MR-Bericht vom 24. März 2012 (Urk. 13/M5) fest, dass eine am 23. März 2012 durchgeführte Mag
netresonanztomographie (MRI) der LWS des Beschwerdeführers multiple dege
nerative Bandscheiben und
Osteochondrosen
im Bereich L2-L5 ohne Nach
weis einer Spinalkanalstenose oder einer Diskushernie mit Neurokompression ergeben habe.
Mit MR-Bericht vom 29. März 2012 (Urk. 13/M7) stellten die Ärzte des MR Instituts der E._ fest, dass eine am 27. März 2012 durchgeführte MRI des rechten Kniegelenks
des Beschwerdeführers eine
Femoropatellar
ar
throse
mit ausgeprägtem Knorpelschaden bei einem Hochstand der Patella sowie vorwiegend intramurale degenerative Veränderungen im medialen Meniskus ohne Nachweis einer Bandruptur oder einer Fraktur ergeben habe.
3.6
Dr. Z._ führte in seinem Aktengutachten vom 8. Mai 2012 (
Urk
13/M10) aus, dass eine Unfallkausalität der Beschwerden an den beiden Knien höchstens bis 2. März 2012 zu bejahen sei (S. 4), und dass diesbezüglich nach dem 2. März 2012 der Status quo erreicht sei. Auf Grund erheblicher degenerativer Ver
än
de
rungen liege eine überholende Kausalität vor (S. 5).
3.7
Die Ärzte der E._, Untere Extremitäten, erwähnten mit Bericht vom 21. Juni 2012 (Urk. 13/M14), dass der Beschwerdeführer unter einem pro
trahierten Verlauf bei aktivierter Arthrose nach Kniekontusion beidseits am 28. Januar 2012 leide, und dass sich eine Aktivierung einer deutlich aus
ge
prägte Retropatellararthrose über Wochen bis Monate hinziehen könne. In Bezug
auf die Frage, inwiefern die Symptomatik wieder bis zum Vorzustand abklingen werde, könne gegenwärtig keine Prognose gestellt werden. Eine mögliche ope
ra
tive Behandlung mittels
Femoropatellarprothese
sei in Anbetracht des Alters des
Beschwerdeführes
gegenwärtig noch nicht in Betracht zu ziehen (S. 2).
3.8
Dr.
Z._
führte in seinem Aktengutachten vom 8. Oktober 2012 (Urk. 13
/M17) aus, dass der Beschwerdeführer anlässlich des Ereignisses vom 28. Januar 2012 eine Kniekontusion beidseits erlitten habe, ohne dass unmittelbare nach diesem Ereignis eine ärztliche Behandlung aufgenommen worden sei und eine Arbeits
unfähigkeit bestanden habe. Vielmehr habe die ärztliche Erstkonsultation erst 3.5 Monate nach dem Ereignis stattgefunden und eine Arbeitsunfähigkeit sei dem Beschwerdeführer erst nach Ablauf von fünf Wochen seit dem Unfall
ereignis attestiert worden. Anlässlich der Erstkonsultation seien sodann keine objektivierbaren
traumatischen Läsionen, wie Kontusionsmarken oder Weich
teil
ver
letzungen, festgestellt worden. Gemäss der medizinischen Literatur betrag
e die Rehabilitationszeit bei einer Kontusion üblicherweise eine Woche bis fünf Wochen und in Ausnahmefällen bis zu drei Monate (S. 6). Das Unfallereignis
vom 28. Januar 2012 sei geeignet gewesen, eine vorübergehenden Verschlim
me
rung des vorbestehenden chronischen
Lumbovertebralsyndroms
mit degene
ra
tiven Veränderungen zu verursachen (S. 7 f.). Versicherungsmedizinisch sei die Unfallkausalität der vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden bis Ende März 2012 zu terminieren (S. 8).
3.9
Die Ärzte der
E._
, Untere Extremitäten,
stellten mit Bericht vom
28. Mai 2013 (Urk. 13/M24) fest, dass eine MRI beider Kniegelenke des Beschwer
deführers eine schwerste
Femoropatellararthrose
mit Residuen nach
Patella
unterpol-Fraktur
links mit Artefakten durch einen
Zerklage
-Draht, mit aufge
brauchtem Knorpel
retropatellär
rechts mehr als links und einer ausgeprägten
Bone
bruise
mit zystischen Veränderungen im
femoropatellaren
Gleitlager erge
ben habe (S. 1).
3.10
Dr. med. F._, Fachärztin für
Orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie des Bewegungsapparates
, stellte in ihrem im Auftrag des Beschwerde
füh
rers verfassten Gutachten vom 10. Juni 2013 (Urk. 13/M26) die folgenden Diag
nosen (S. 13):
-
traumatisch aktivierte ausgeprägte
Femoropatellararthrose
lateral rechts nach Kniekontusion beidseits am 28. Januar 2012 bei:
-
Status nach VKB-Plastik rechts im Jahre 1986
-
Status nach Rekonstruktion der Patellarsehne bei Patellarsehnen
rup
tur im April 1998
-
Status nach Auffüllen eines Frakturspaltes mit Spongiosa bei Ermü
dungsbruch des distalen
Patellapols
links im September 1998
-
Trochleadysplasie
beidseits
Nebendiagnosen:
-
chronisches
lumbovertebragenes
Schmerzsyndrom bei
Osteochondrose
L3-S1
-
frische OSG-Distorsion
Sie führte aus, dass es nach dem Sturz vom 28. Januar 2012 im Rahmen einer akuten Exazerbation der Vorerkrankungen zu einer Schmerzverstärkung im Be
reich beider Kniegelenke sowie der LWS gekommen sei (S. 13). Im Bereich der LWS sei es zu einer vorübergehenden Verschlechterung des vorbestehenden Schadens im Sinne von degenerativen Veränderungen, ohne Fraktur und Band
scheibenvorfall, gekommen. Mit der Ausheilung der Unfallfolgen sei nach einem
Jahr seit dem Unfallereignis zu rechnen.
Im Bereich des rechten Kniegelenks habe eine nach dem Unfall durchgeführte MRI keine erneute traumatische Läsion, sondern lediglich eine Ergussbildung
ergeben, wobei die anlässlich der Untersuchung geklagten Beschwerden nicht mit
dem klinischen Befund korrelierten. Mit einem Abschluss der unfallbe
dingten Behandlung sei ein Jahr nach dem Unfall zu rechnen.
Auch im Bereich des linken Kniegelenks sei es zu einer akuten Exazerbation der
Beschwerden bei einer vorbestehenden, schweren posttraumatischen Retropa
tell
ar
arthrose gekommen (S. 14). Zum gegenwärtigen Zeitpunkt seien die Be
schwer
den nicht mehr auf den Unfall vom 28. Januar 2012 zurückzuführen (S. 16).
3.11
Dr.
Z._
führte in seinem Aktengutachten vom 13. Februar 2014 (Urk. 13/M31
) aus, dass zumindest eine Teilkausalität der aktivierten Arthrosen in beiden Knie
gelenken infolge des Ereignisses vom 28. Januar 2012 feststehe. Damit sei ein Erreichen des Status quo sine per Ende Mai 2012 nicht mehr zu beweisen. Erfahrungsgemäss sei bei einer vorübergehenden Verschlimmerung eines erheb
li
chen Vorzustandes die Unfallkausalität für höchstens ein Jahr zu bejahen (S. 4).
In Bezug auf die Beschwerden im Bereich beider Kniegelenke und der LWS sei daher während höchstens
eines Jahres seit dem Unfall vom 28. Januar 2012 von einer Unfallkausalität auszugehen (S. 5).
3.12
Die Ärzte des A._ erwähnten in ihrem zuhanden der Invalidenversicherung er
stellten Gutachten vom 20. März 2014 (Urk. 13/M35), dass der Beschwerde
füh
rer am 11., 12. und 17. Februar 2014 allgemeininternistisch, psychiatrisch, ortho
pädisch, neurologisch und
oto-rhino-laryngologisch
untersucht worden sei (S. 1)
und stellten die folgenden Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 31):
-
chronische Knieschmerzen links mit/bei:
-
mässiggradiger
femoropatellarer
Gonarthrose
-
Status nach Rekonstruktion des Ligamentum patellae bei Ruptur vom 4. April 1998 und nach Revision des unteren
Patellapols
bei
Ermü-dungsfraktur
im September 1998
-
chronische Knieschmerzen rechts mit/bei:
-
femoropatellar
betonter Gonarthrose
-
Status nach
Refixation
des vorderen Kreuzbandes im Jahre 1986 wegen Ruptur
-
chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom ohne ausstrahlende Symp
tomatik mit/bei:
-
beginnenden degenerativen Veränderungen der LWS, klinisch und bild
gebend, ohne Kompromittierung neuraler Strukturen
-
chronische Schulterschmerzen links mit/bei:
-
Verdacht auf
subakromiales
Impingement
nach Sturz vom 16. Dezember 2013
-
Status nach
undislozierter
Fraktur des Os
triquetrum
der Hand links bei Sturz vom 16. Dezember 2013
-
Schallempfindungsschwerhörigkeit beidseits, rechts akzentuiert
-
Tinnitus beidseits, aktuell dekompensiert
Die Gutachter stellten fest, dass vorwiegend auf Grund einer
femoropatellar
akzentuierten
Pongarthrose
eine verminderte Belastbarkeit beider Kniegelenke bestehe. Während der Untersuchung habe der Beschwerdeführer ein demonstra
tives Schmerzverhalten und Inkonsistenzen gezeigt (S. 20). Mit dem Unfall vom Januar 2012 sei für die damals ausgeübte Tätigkeit als Bademeister eine volle Arbeitsunfähigkeit eingetreten. Eine körperlich adaptierte Tätigkeit gemäss dem formulierten Belastungsprofil wäre allerdings wahrscheinlich bereits nach eini
gen Wochen, spätestens jedenfalls nach 6 Monaten wieder im vollen Umfang möglich gewesen (S. 21, vgl. auch S. 33).
3.13
Die Ärzte der
E._
, Untere Extremitäten
, erwähnten mit Bericht vom 2. März 2015 (Urk. 13/M41), dass der
Beschwerdeführer unverändert an einer linksbetonten Beschwerdesymptomatik beider Knie leide. Rechtsseitig seien die Beschwerden vor allem auf eine ausgeprägte
Femoropatellararthrose
und linksseitig vermutlich eine eingebrachte
Drahtcerclage
zurückzuführen. Diesbezüglich sei eine Metallentfernung geplant (S. 2).
3.14
Dr. med. G._, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumato
logie des Bewegungsapparates
, stellte in seinem zuhanden der Schweizerischen Mobiliar verfassten Aktengutachten vom 23. März 2015 (Urk. 13/M42) die folgen
den Diagnosen (S. 17 f.):
-
chronische Knieschmerzen links mit/bei:
-
mässiggradiger
femoropatellarer
Gonarthrose
-
Status nach Rekonstruktion des Ligamentum patellae bei Ruptur vom 4. April 1998 und nach Revision des unteren
Patellapols
bei Ermü
dungsfraktur im September 1998
-
chronische Knieschmerzen rechts mit/bei:
-
femoropatellar
betonter Gonarthrose
-
Status nach
Refixation
des vorderen Kreuzbandes im Jahre 1986 wegen Ruptur
-
chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom ohne ausstrahlende Symp
tomatik mit/bei:
-
beginnender degenerativer Veränderungen der LWS, klinisch und bild
gebend, ohne Kompromittierung neuraler Strukturen
-
chronische Schulterschmerzen links mit/bei:
-
Verdacht auf
subakromiales
Impingement
nach Sturz vom 16. Dezember 2013
-
Status nach
undislozierter
Fraktur des Os
triquetrum
der Hand links bei Sturz vom 16. Dezember 2013
Er stellte fest, dass der Operation des linken Kniegelenks vom 6. April 1998 ein Überlegungsfehler zugrunde gelegen sei (S. 26), und dass dabei keine „unge
sicherte Pressfitverankerung“ hätte durchgeführt werden dürfen (S. 24). Nach der Revisionsoperation vom 8. September 1998 habe in Bezug auf das linke Kniegelenk bis heute eine anatomisch und funktionell ungestörte
Situation bestanden, wobei insbesondere die Kontusion vom 28. Januar 2012 unerheblich gewesen sei (S. 27). In Bezug auf das linke Kniegelenk sei die Aktenlage aus orthopädisch-
traumatologischer
Sicht klar und unmissverständlich. Gestützt darauf sei davon auszugehen, dass das heute geklagte Beschwerdebild am linken Knie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht auf das Ereignis vom 4. April 1998 und/oder auf die nachfolgend notwendige Behand
lung zurückzuführen sei (S. 31). Das Ereignis vom Januar 2012 habe allenfalls zu einer neuen Kontusionsverletzung geführt, was zwar einen zeitlich be
schränk
ten, im Verlauf der natürlichen Heilung aber (empirisch) rasch
regre
dienten
Schmerz begründen könne. Dieser Umstand könne aber weder eine hin
reichende Erklärung für die bestehende Arbeitsunfähigkeit noch für die anhal
tend geklagte Schmerzproblematik sein (S. 28).
3.15
Dr. B._ stellte in seinem im Auftrag des Beschwerdeführers verfassten Gut
achten vom 19. Juni 2015 (Urk. 13/M47) die folgenden orthopädischen Diag
no
sen
(S. 7):
-
Gonarthrose im rechten Knie mit:
-
ausgeprägter retropatellarer Arthrose bei vollständiger Aufhebung des patellofemoralen
lateralseitgen
Gelenkspaltes sowie
mässiggradiger
femorotibialer
Arthrose lateralseitig mit leichtgradigen Knorpel
ver
änderungen
-
Status nach vorderer Kreuzbandruptur rechts im Jahre 1986 mit Kreuz
bandplastik und möglichem Meniskuseingriff
-
retropatellare Gonarthrose im linken Knie mit:
-
unregelmässigem retropatellarem Knorpelabbau und Knorpeldefekt sowie
osteochrondraler
Veränderung an der
Trochlea
lateral und kleinem Knorpeleinriss und
osteochondrale
Veränderung im Bereich des lateralen
Tibiaplateaus
-
Status nach Ruptur der Patellarsehne am distalen
Patellapol
links am 4. April 1998 mit operativer Versorgung mittels freiem
osteo
liga
men
tärem
Transplantat der
Quadrizepssehne
am 6. April 1998
-
Status nach Spongiosa-Auffüllung in den Frakturspalt bei Ermü
dungs
bruch des distalen
Patellapols
links am 8. September 1998
-
Status nach aktivierter Gonarthrose beidseits bei Sturzereignis am 28. Januar 2012
-
chron
isches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom ohne ausstrahlende Symp
tomatik mit degenerativen Veränderungen der Lendenwirbelsäule, klinisch und bildgebend ohne Kompromittierung neuraler Strukturen mit/bei:
-
Status nach Exazerbation der
lumbovertebralen
Schmerzen bei Sturz
ereignis vom 28. Januar 2012
-
chronische Schulterbeschwerden links mit Verdacht auf
AC-Gelenks
arthropathie
(Differentialdiagnose:
Impingementsymptomatik
) mit/bei:
-
Status nach Schulterkontusion links am 28. Januar 2012
-
Status nach Sturz auf die linke Schulter am 16. Dezember 2013
-
nicht dislozierte Fraktur des Os
triquetrum
links bei Sturz auf die linke Hand am 16. Dezember 2013 mit:
-
mutmasslicher Zerrung der Anteile des Ligamentum intracarpale dorsale, lokalem Weichteilödem und lokaler
Sehnenauftreibung
und Sehnenscheidenödem
Der Gutachter führte aus, dass die bildgebenden Dokumente keine Hinweise auf frische Organläsionen an der Wirbelsäule und den beiden Kniegelenken durch das Unfallereignis vom 28. Januar 2012 zeigten (S. 8). Durch das Unfallereignis vom 28. Januar 2012 sei es indes zu einer Aktivierung der degenerativen Vor
zustände an beiden Kniegelenken und an der Wirbelsäule gekommen. Dadurch sei die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in seiner bisherigen Tätigkeit als Bademeister beeinträchtigt worden, wobei davon auszugehen sei, dass es durch den Unfall vom 28. Januar 2012 zu einer richtunggebenden Verschlimmerung des Vorzustandes im Bereich der beiden Kniegelenke und der Wirbelsäule ge
kommen sei. Die damit verbundene Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit als Bademeister betrage 10 %. Insgesamt betrage die unfallbedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit als Bademeister 20 %. Diese werde im Umfang von 10 % durch Folgen des Unfalls aus dem Jahre 1998 und im Umfang von 10 % aus Folgen des Unfall aus dem Jahre 2012 verursacht. Die Ausübung behinde
rungs
angepasster, körperlich sehr leichter bis leichter, wechsel
belastender Tätig-
keiten
sei dem Beschwerdeführer aus orthopädischer Sicht uneingeschränkt im vollzeitlichem Umfang zuzumuten (S. 9).
3.16
Die Ärzte der
E._
,
Muskulo
-Skelettal Zentrum, stellten mit Bericht vom 2. September 2015 (Urk. 13/M49) fest, dass eine MRI der LWS des Be
schwer
deführers vom 27. August 2015 eine
lumbosakrale
Übergangsanomalie mit multiplen, stark degenerierten Bandscheiben sowie eine
Osteochondrose
im Bereich L3 bis S1 ergeben habe. Neben
spondylarthrotischen
Veränderungen im Bereich L4 bis S1
bestünden flach dorsale Bandscheibenprotrusionen L3/4 ohne Nachweis einer relevanten Spinalkanalstenose und ohne Zeichen eines entzünd
lichen Prozesses. Des Weiteren sei bei einem positiven Nachweis von Ca-Pyro
phosphatkristallen im Kniepunktat von einer Pyrophosphat
ablagerungser
kran
kung auszugehen (S. 2).
Im Austrittsbericht vom 22. September 2015 (Urk. 13/M51) erwähnten die Ärzte der E._
,
Muskulo
-Skelettal Zentrum, dass am 21. September 2015 das
Osteosynthesematerial
aus der linken Patella des Beschwerdeführers entfernt worden sei.
3.17
Dr.
Z._
führte in seinem Aktengutachten vom 2. November 2015 (Urk. 13/M52)
aus, dass es anlässlich des Ereignisses vom 28. Januar 2012 nicht zu frischen, objektivierbaren, strukturellen traumatischen Läsionen gekommen sei, weshalb eine richtungweisende Verschlechterung nicht mit der notwendigen Wahrscheinlichkeit zu beweisen sei (S. 2). Da sich der Beschwerdeführer am 28. Januar 2012 lediglich eine Kniekontusion, ohne strukturelle traumatische Läsionen, zugezogen habe, sei eine dauerhafte Unfallkausalität nicht zu be
weisen (S. 6). Es sei vielmehr von einer vorübergehenden Verschlimmerung und dem Erreichen des Status quo sine nach einem Jahr seit dem Unfallereignis vom 28. Januar 2012 auszugehen (S. 2).
4.
4.1
Den erwähnten medizinischen Akten ist zu entnehmen, dass der Be
schwer
deführer anlässlich des Unfallereignisses vom 28. Januar 2012, bei welchem er mit einer Reinigungsmaschine eine Treppe hinunter stürzte
(
vgl.
Urk.
13/K2), Kon
tusionen beider Knie sowie der LWS erlitt (vorstehend E. 3.3), wobei die beteiligten Ärzte übereinstimmend davon ausgingen, dass sich der Beschwerde
führer weder Frakturen noch sonstige
strukturelle Läsionen zugezogen habe, und dass dadurch degenerative Vorzustände an beiden Kniegelenken und der LWS aktiviert worden seien. Die Frage, ob die Aktivierung degenerativer
Vorzustände durch das Ereignis vom 28. Januar 2012 eine lediglich vorüber
geh
ende oder aber eine dauerhafte beziehungsweise richtunggebende Verschlech
terung des Gesundheitszustandes im Bereich der Kniegelenke und der LWS des Beschwerdeführers zur Folge hatte, beurteilten die beteiligten Ärzte teilweise unterschiedlich.
4.2
Während die Ärzte der E._ am 21. Juni 2016 die Frage, inwiefern die Symptomatik in den beide Kniegelenken des Beschwerdeführers wieder bis
zum Vorzustand abklingen werde, offen liessen (vorstehend E. 3.7), ging Dr.
F._
in ihrem Gutachten 10. Juni 2013 (vorstehend E. 3.10) davon aus, dass es nach dem Sturz vom 28. Januar 2012 im Rahmen einer akuten Exa
zerbation der Vorerkrankungen zu einer Schmerzverstärkung im Bereich beider Kniegelenke sowie der LWS gekommen sei, dass der Status quo sine in Bezug auf die LWS und das rechte Kniegelenk ein Jahr nach dem Unfallereignis erreicht worden sei, und dass die Beschwerden im Bereich des linken Kniege
lenks des Beschwerdeführers zum Untersuchungszeitpunkt vom 30. Mai 2013 nicht mehr auf den Unfall vom 28. Januar 2012 zurückzuführen seien. Während sich die Ärzte des A._ in ihrem Gutachten vom 20. März 2014 (vorstehend E. 3.12) nicht mit der Frage nach der Kausalität der Beschwerden befassten, äusserte sich Dr. G._ in seinem Aktengutachten vom 23. März 2015 (vor
stehend E. 3.14) ausschliesslich zur Frage, ob ein ursächlicher Zusammenhang zwischen dem Unfall vom 4. April 1998 und den im Bereich des linken Knie
gelenks geklagten Beschwerden bestehe, was er verneinte. Dr. G._ nahm zur Frage nach dem Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 28. Januar 2012 und den Beschwerden im Bereich des linken Knies lediglich insofern Stellung, als er diesbezüglich die Ansicht vertrat, dass das
Ereignis vom Januar 2012 zu einer Kontusionsverletzung geführt habe, welche einen zeitlich be
schränkten und rasch
regredienten
Schmerz begründen könne.
Damit übereinstimmend vertrat Dr. Z._ in seinen Aktengutachten vom 13. Februar 2014 (vorstehend E. 3.11) und vom 2. November 2015 (vorstehend E. 3.17) die Ansicht, dass sich der Beschwerdeführer anlässlich des Ereignisses vom 28. Januar 2012 lediglich eine Kniekontusion, ohne strukturelle trauma
ti
sche Läsionen, zugezogen habe, weshalb von einer lediglich vorübergehenden Verschlimmerung und dem Erreichen des Status quo sine nach einem Jahr seit dem Unfallereignis auszugehen sei.
Demgegenüber vertrat Dr. B._ in seinem Gutachten vom 19. Juni 2015 (vor
stehend E. 3.15) die Ansicht, dass es infolge des Unfalls vom 28. Januar 2012 zu einer dauerhaften Aktivierung beziehungsweise zu einer richtunggebenden Ver
schlechterung des degenerativen Vorzustandes im Bereich der beiden Kniege
lenke und der LWS des Beschwerdeführers gekommen sei.
4.3
4.3.1
Die Beurteilungen durch Dr. Z._ vom 13. Februar 2014 (vorstehend E. 3.11) und vom 2. November 2015 (vorstehend E. 3.17) erfüllen grundsätzlich
die nach der Rechtspre
chung für eine beweiskräf
tige medizi
nische Ent
scheidungs
grund
lage vor
aus
ge
setzten
Kri
terien (vgl. vor
steh
end E.
1.3
).
Dabei schadet nicht, dass es sich um ein
Aktengutachten handelt. Denn einerseits sind
Aktengutachten
rechtsprechungsgemäss
insbesondere dann von Belang, wenn die relevanten Befunde mehrfach und ohne wesentlichen Widerspruch bereits erhoben worden sind,
und wenn beispielsweise lediglich
die Zuordnung zu einer Diagnose oder der Kausalzusammenhang
oder das
Ausmass der Behinderung verschieden be
wertet werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_540/2007 vom 27. März 2008
E.
3.2),
was auf die vorliegend im Streite stehende Kausalitätsfrage zutrifft. Andererseits kann
reinen Aktengutachten
insbesondere dann
voller Be
weiswert zukommen,
wenn
ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesent
li
chen nur um die ärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden me
dizini
schen
Sach
verhalts geht (Urteil des Bundesgerichts 8C_641/2011 vom 22. Dezember 2011 E. 3.2.2 mit Hinweisen)
.
Dies ist vorliegend der
Fall, weshalb e
iner Ak
ten
be
urteilung
nichts entgegen
steht
.
4.3.2
In Bezug auf die Beurteilung durch Dr.
Z._
gilt es indes zu beachten, dass
dieser
beratender Arzt
der Beschwerdegegnerin ist, und dass Berichten versiche
rungs
interner medizinischer Fachpersonen rechtspre
chungsgemäss zwar Beweis
wert zukommt, dass diesen Berichten indes nicht dieselbe Beweiskraft wie einem ge
richtlichen oder einem im Verfahren nach Art. 44 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom Versiche
rungsträ
ger in Auftrag gegebenen externen Gutachten zu
erkannt wird, wes
halb bei auch nur geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ver
siche
rungsinternen ärztlichen Feststellungen ergän
zende Abklärungen vor
zu
nehmen sind (BGE 135 V 471 E. 4.6).
Zu prüfen ist im Folgenden daher, ob die übrigen medizinischen Akten geeignet sind,
Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der Feststellungen
durch Dr. Z._ zu begründen.
4.4
4.4.1
Auch die
Beurteilung durch Dr.
F._
vom
10. Juni 2013
(vorstehend E.
3.10
) er
füllt
grundsätzlich
die nach der Rechtspre
chung für eine beweiskräf
tige medi
zi
nische Ent
scheidungs
grundlage vor
aus
ge
setzten Kri
terien (vgl. vor
steh
end E. 1.3).
Die Gutachterin
begrün
dete
darin
in nach
vollzieh
barer Weise
ihre
Schluss
fol
gerungen, wonach
es infolge des Unfalls vom 28. Januar 2012 ledig
lich zur einer vorübergehenden akuten Exazerbation des Vorzustandes im Bereich beider Kniegelenke und der LWS
gekommen sei, und wonach in Bezug auf die LWS und auf das rechte Kniegelenk der Status quo sine ein Jahr nach dem Unfallereignis erreicht worden sei. Diese nachvollziehbare Kausalitäts
beur
teilung vermag im Hinblick auf die Erfahrungswerte, auf welche sich die Gut
achterin dabei stützte, zu überzeugen, sodass darauf abgestellt werden kann.
4.4.2
Des Weiteren ist die Beurteilung durch Dr. F._ in Übereinstimmung mit der geltenden Rechtsprechung zur dauerhaften Verschlimmerung einer vorbe
stehen
den degenerativen Schädigung der Wirbelsäule erfolgt. Denn nach dieser Rechtsprechung kann eine signifikante und damit dauernde Verschlimmerung einer vorbestandenen degenerativen Schädigung der Wirbelsäule nur dann als durch
einen Unfall hervorgerufen angesehen werden, wenn die
Radioskopie
ein plötzli
ches Zusammensinken der Wirbel sowie das Auftreten und Verschlim
mern von Verletzungen auf Grund eines Traumas aufzeigt (Urteile des Bundes
gerichts 8C_217/2013 vom 4. September 2013 E. 3.4 und U 530/06 vom 25. Oktober 2007 E. 4.2). Medizinisch ist lediglich von einer vorübergehenden Verschlimme
rung auszugehen, wenn nach einer unfallbedingten Kontusion der Wirbelsäule eine bisher stumme, vorbestehende Spondylarthrose, Spondylose oder eine andere degenerative Wirbelsäulen
erkrankung symptomatisch wird. Die zeitliche Dauer, während welcher eine vorbestehende Wirbelsäulener
kran
kung durch einen Unfall - bei Fehlen unfallbedingter Wirbelkörperfrakturen oder struktu
reller Läsionen an der Wirbelsäule - im Sinne einer vorüber
gehenden Ver
schlimmerung beeinflusst wird, beträgt nach unfallmedizinischer Erfahrung sechs bis neun Monate, längstens jedoch ein Jahr. Es handelt sich dabei um einen unfallmedizinisch allgemein anerkannten Verlauf vorbe
steh
ender Wirbel
säulenerkrankungen nach einem Unfallereignis ohne strukturelle Verletzungen
der Wirbelsäule (Urteile des Bundesgerichts 8C_217/2013 vom
4. September 2013
E. 3.4, U 530/06 vom 25. Oktober 2007 E. 4.2 und U 290/06 vom 11. Juni 2007 E. 4.2.1). Von diesen allgemeinen medizinischen Erfahrungs
tatsachen abzuwei
chen besteht vorliegend kein Anlass, sind doch aufgrund der medizinischen Aktenlage keine unfallbedingten strukturellen Läsionen der Wirbelsäule bezieh
ungsweise der LWS nachgewiesen.
4.4.3
Nicht schlüssig ist das Gutachten indes insofern, als Dr. F._, ohne dies zu begründen, in Bezug auf die Folgen des Unfalls vom 28. Januar 2012 im Bereich des linken Kniegelenks das Erreichen des Status quo sine zwar eindeutig bejahte, aber die Ansicht vertrat, dass der Status quo sine nicht bereits nach einem Jahr seit dem Unfallereignis und mithin am 28. Januar 2013, sondern erst zum Untersuchungszeitpunkt vom 30. Mai 2013 erreicht worden sei. Diese Annahme ist nicht ohne weiteres nachvollziehbar, weshalb diesbezüglich nicht auf das Gutachten abgestellt werden kann. Insoweit vermag die Beurteilung durch Dr. F._ diejenige durch Dr. Z._ daher nicht in Zweifel zu ziehen.
4.5
Da sich die behandelnden Ärzte
der E._
nicht zur
Frage nach der Terminierung der Unfallkausalität in zeitlicher Hinsicht beziehungsweise zur Frage nach dem Zeitpunkt des Erreichens des Status quo sine äusserten,
ver
mögen sie die Beurteilung durch Dr.
Z._
in Bezug auf die Frage nach der Un
fall
kausalität nicht in Zweifel zu ziehen
.
4.6
Des Gleichen setzten sich die Ärzte des A._ in ihrem von der Invaliden
ver
sicherung im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten und grundsätzlich voll beweiskräftigen Gutachten vom 20. März 2014 (vorstehend E. 3.12) nicht expli
zit mit der Frage nach der natürlichen Unfallkausalität der Beschwerden bezieh
ungsweise mit der Frage nach dem Erreichen des Status quo sine in Bezug auf die Folgen des Unfalls vom 28. Januar 2012 auseinander, weshalb darauf dies
bezüglich nicht abgestellt werden kann. Demzufolge ist auch die
Beurteilung durch die Ärzte des A._ nicht geeignet, diejenige durch Dr. Z._ in Zweifel zu ziehen.
4.7
Nichts
Entscheidwesentliches
kann sodann aus dem von der Schweize
ri
schen Mobiliar eingeholten Aktengutachten von Dr.
G._
vom 23. März 2015
abge
leitet werden (vorstehend E. 3.14). Denn der Gutachter setzte sich darin aus
schliesslich mit der Frage nach dem natürlichen Kausalzusammenhang zwisc
hen den Beschwerden im Bereich des linken Kniegelenks des Beschwer
de
führers und dem Unfall vom 4. April 1998 auseinander und äusserte sich nur am Rande zum Unfallereignis vom 28. Januar 2012. Insofern er darin die An
sicht vertrat, dass dieses Ereignis am linken Kniegelenk zu einer Kontusions
verletzung geführt habe, welche nur einen zeitlich begrenzten und rasch
regre
dienten
Schmerz begründen könne, steht seine Beurteilung jedenfalls nicht im Widerspruch zu derjenigen durch Dr. Z._.
4.8
Nicht zu überzeugen vermag sodann die Beurteilung durch Dr. B._ vom 19. Juni 2015 (vorstehend E. 3.15). Denn obwohl dieser in seinem Gutachten ausdrücklich feststellte, dass die bildgebenden Untersuchungen keine Hinweise für frische Organläsionen an der Wirbelsäule und den beiden Kniegelenken durch das Unfallereignis vom 28. Januar 2012 ergeben hätten, weshalb lediglich von einer Aktivierung der degenerativen Vorzustände an beiden Kniegelenken und an der Wirbelsäule das Unfallereignis vom 28. Januar 2012 auszugehen sei, postulierte er eine richtunggebende Verschlimmerung des Vorzustandes im Bereich der beiden Kniegelenke und der Wirbelsäule durch den Unfall vom 28. Januar 2012. Dies begründete er jedoch nicht etwa mit dem Vergleich objektiver Daten wie beispielsweise Röntgenbilder, sondern damit, dass dem Beschwerdeführer die Arbeit als Bademeister viel Spass gemacht habe und es
ihm dennoch nicht gelungen sei, die Tätigkeit wieder aufzunehmen (Urk. 13/M47
S. 9). Mangels einer aus medizinischer Sicht nachvollziehbaren Begründung kann auf die Kau
salitätsbeurteilung durch Dr. B._ daher nicht abgestellt werden, weshalb auch diese Beurteilung nicht geeignet ist, die von Dr. Z._ in Bezug auf die Unfallkausalität gezogenen Schlüsse in Zweifel zu ziehen.
5.
5.1
Nach Gesagtem steht gestützt auf die nachvollziehbaren Beurteilungen durch Dr. Z._ vom 13. Februar 2014 (vorstehend E. 3.11) und vom 2. November 2015 (vorstehend E. 3.17) fest, dass sich der Beschwerdeführer anlässlich des Ereignisses vom 28. Januar 2012 Kontusionen beider Knie und der LWS ohne
strukturelle
traumatische Läsionen zugezogen
hat, und dass der Status quo sine
spätestens nach einem Jahr seit dem Unfallereignis und mithin am 28. Januar 2013 erreicht wurde.
5.2
Da nicht davon auszugehen ist, dass ergänzende Beweismassnahmen an diesem Ergebnis etwas ändern würden, besteht - entgegen der diesbezüglichen Even
tualvorbringen des Beschwerdeführers (Urk. 1 S. 2) - für weitere Abklärungen kein Anlass und es ist von einer Rückweisung der Sache an die Beschwer
de
gegnerin zur Durchführung solcher abzusehen (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 90 E. 4b, 122 V 157 E. 1d mit Hinweisen).
6.
6.1
Gemäss Art. 36 Abs. 1 UVG werden die Pflegeleistungen und Kostenver
gü
tungen sowie die Taggelder und Hilflosenentschädigungen nicht gekürzt, wenn
die Gesundheitsschädigung nur teilweise Folge eines Unfalles ist. Dagegen w
erden nach Art. 36 Abs. 2 UVG die Invalidenrenten, die Integri
täts
ent
schädigung
en und die
Hinterlassenenrenten
angemessen gekürzt, wenn die Gesund
heits
schädigung oder der Tod nur teilweise die Folge eines Un
falles ist. Gesund
heitsschädigungen vor dem Unfall, die zu keiner Vermin
de
rung der Erwerbs
fähigkeit geführt haben, werden dabei nicht berück
sich
tigt.
Diese Bestimmung setzt voraus, dass der Unfall und das nicht versicherte Ereignis eine bestimmte Gesundheitsschädigung gemeinsam verursacht haben. Dagegen ist die Bestimmung nicht anwendbar, wenn die beiden Einwir
kung
en einander nicht beeinflussende Schäden verursacht haben, so etwa, wenn der Unfall und das nicht versicherte Ereignis verschiedene Körperteile be
treffen und sich damit die Krankheitsbilder nicht überschneiden.
Diesfalls
sind die Folgen des versicherten Unfalles für sich allein zu bewer
ten (BGE 121 V 326 E. 3c mit Hinweis).
6.2
Treten im Anschluss an einen Unfall Beschwerden auf (die zuvor nicht be
stan
den) und ist aber davon auszugehen, dass durch den Unfall lediglich ein (zuvor stummer) Vorzustand aktiviert, nicht aber verursacht worden ist, so hat der (aktuelle) Unfallversicherer nur Leistungen für das unmittelbar im Zu
sam
men
hang mit dem Unfall stehende Schmerzsyndrom gemäss Art. 36 Abs. 1 UVG zu erbringen. Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilur
sächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden (Ur
teile des Bundesgerichts 8C_816/2009 vom 21. Mai 2010 E. 4.3, 8C_181/2009
vom 30. September 2009
E. 5.4 f., 8C_326/2008 vom 24. Juni 2008 E.
3.2 und 4 sowie U 266/99 vom 14. März 2000 E. 1).
6.3
Eine Aufteilung für den gleichen Schaden ist möglich, wenn zwar eine grund
sätzliche Unfallkausalität hinsichtlich der bestehenden Schmerzen anzunehmen, jedoch eine sichere Zuordnung zum aktuellen Unfall beziehungsweise zu einem früheren Unfall nicht möglich ist, wenn also alternative (Unfall-)Ursachen mit gleicher Wahrscheinlichkeit entweder kausal oder nicht
kausal sind. In diesem Fall sind die Folgen der Beweislosigkeit (betreffend den Kausalzusammenhang zum einen oder andern Ereignis) nicht vom Versicherten zu tragen.
Gemäss der Rechtsprechung werden
diesfalls
entweder A
rt.
99
Abs.
2 oder
Art.
100
Abs.
2
der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) analog angewendet
. Gemäss
Art.
99
Abs.
2 UVV wird derjenige Unfallversicherer als voll leistungspflichtig erachtet, der dem Rückfall in zeitlicher Hinsicht am nächsten steht. Eine Rück
erstattungspflicht des früheren Versicherers besteht nur für Unfälle, die zu einer Rentenleistung oder zu einer Integritätsentschädigung geführt haben. Nach
Art.
100
Abs.
2 UVV besteht eine Rückerstattungspflicht entsprechend dem Kausalitätsanteil da
gegen für sämtliche Leistungen (Urteil des Bundesgerichts
8C_816/2009 vom 21. Mai 2010 E. 4.4).
6.4
Da vorliegend gestützt auf die Beurteilungen durch Dr. Z._ vom 13. Februar 2014 (vorstehend E. 3.11) und vom 2. November 2015 (vorstehend E. 3.17) da
von auszugehen ist, dass der Status quo sine spätestens nach einem Jahr seit dem Unfallereignis und mithin am 28. Januar 2013 erreicht wurde,
entfällt
auch
eine Teilur
sächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden
im Bereich der beiden Kniegelenke und der LWS des Beschwerdeführers. Für eine Aufteilung der Leistungspflicht auf die beteiligten Unfallversicherer analog
A
rt.
99
Abs.
2 oder
Art.
100
Abs.
2
UVV (vgl. vorstehend E. 6.3) besteht vorliegend daher kein Raum.
Unter diesen Umständen ist - entgegen der diesbezüglichen Vorbringen des
Be
schwerdeführes
(Urk. 1 S. 2) - von einer Sistierung des vorliegenden Ver
fah
rens bis zum Vorliegen eines
Einspracheentscheids
der Schweizerischen Mobi
liar be
treffend die Folgen des Unfalls vom 4. April 1998 (vgl. Urk. 13/K58) abzu
sehen
.
7.
Nach Gesagtem ist daher nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin mit
Einspracheentscheid
vom 23. September 2016 (Urk. 2)
einen natürlichen
Kausal
zusammen
hang zwischen dem versicherten Unfallereignis vom 28. Januar
2012 und
den
ab 29. Januar 2013
weiterbestehenden gesundheitlichen Beein
trächtigungen im Bereich der
beiden Kniegelenke und der LWS des Beschwer
deführers
infolge Erreichens des Status quo sine
vel
ante
verneinte
und die Versicherungsleistungen auf diesen Zeitpunkt hin einstellte.
Demzufolge ist die Beschwerde abzuweisen.