Decision ID: 4d2a2aca-74f2-402c-a74f-0e3e4597edae
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law

betreffend Gehilfenschaft zu Mord etc.
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 2. Abteilung, vom
26. Juni 2014 (DG140014)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 21. Januar
2014 (Urk. 15) ist diesem Urteil beigeheftet.
Urteil der Vorinstanz:
1. Der Beschuldigte ist schuldig des Vergehens im Sinne von Art. 33 Abs. 1
lit. a WG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 lit. d WG.
2. Vom Vorwurf der Gehilfenschaft zu Mord im Sinne von Art. 25 StGB in Ver-
bindung mit Art. 112 StGB wird der Beschuldigte freigesprochen.
3. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu
Fr. 90.–, wovon 25 Tagessätze als durch Haft geleistet gelten.
4. Der Vollzug der Geldstrafe wird nicht aufgeschoben. Die Geldstrafe, abzüg-
lich 25 Tagessätze, die als durch Haft geleistet gelten, ist zu bezahlen.
5. Die mit Urteil des Bezirksgerichts Hinwil vom 27. April 2010 für den bedingt
ausgesprochenen Teil von 2 Jahren Freiheitsstrafe angesetzte Probezeit
wird mit Wirkung ab heute um 1 1⁄2 Jahre verlängert.
6. Der mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom
23. April 2013 beschlagnahmte und bei der Bezirksgerichtskasse unter
Sachkautions-Nr. ... lagernde Teleskop-Schlagstock wird eingezogen und
der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen.
7. Die Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren der Privatkläger werden
abgewiesen.
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8. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf:
Fr. 5'000.– ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. Kosten Kantonspolizei
Fr. 6'000.– Gebühr Anklagebehörde
Fr. Kanzleikosten
Fr. 735.10 Auslagen Untersuchung
Fr. 23'077.10 amtliche Verteidigung
9. Die Kosten der Untersuchung werden dem Beschuldigten im Umfang von
Fr. 800.– auferlegt. Die übrigen Kosten der Untersuchung sowie jene des
gerichtlichen Verfahrens, inklusive die Kosten der amtlichen Verteidigung,
werden auf die Gerichtskasse genommen.
10. Den Privatklägern wird keine Prozessentschädigung zugesprochen.
Berufungsanträge:
a) Der Vertreterin der Privatklägerschaft:
(Urk. 66 S. 1 f.)
1. Es sei vorzumerken, dass die Dispositivziffern 1 und 6 nicht angefoch-
ten werden.
2. Es seien die Dispositivziffern 2 sowie die Dispositivziffern 3-5 des vo-
rinstanzlichen Urteils aufzuheben, und der Beschuldigte sei auch der
Gehilfenschaft zu Mord im Sinne von Art. 112 StGB schuldig zu spre-
chen und angemessen – unter Widerruf der mit Urteil des Bezirksge-
richts Hinwil vom 27. April 2010 ausgesprochenen bedingten Freiheits-
strafe von 2 Jahren (Probezeit 3 Jahre) und Vollzug dieser Strafe – zu
bestrafen.
3. Es sei die Dispositivziffer 7 des vorinstanzlichen Urteils aufzuheben
und wie folgt neu zu fassen:
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a) Der Beschuldigte sei – unter solidarischer Haftung mit H._,
eventualiter ohne solidarische Haftung von H._ – dem Grund-
satzes nach zu verpflichten, den Privatklägern 2-6 (B._,
C._, D._, E._ und F._) für den Schaden, der im
Zusammenhang mit dem eingeklagten Ereignis vom 15. Juli 2012
steht, Schadenersatz zu leisten. Im Übrigen seien die Privatkläger 2-
6 auf den Weg des ordentlichen Zivilprozesses zu verweisen.
b) Der Beschuldigte sei – unter solidarischer Haftung mit H._,
eventualiter ohne solidarische Haftung von H._ – zu verpflich-
ten,
aa) dem Privatkläger B._ eine Genugtuung von Fr. 60'000.–
zuzüglich Zins von 5 % seit dem 15. Juli 2012
bb) dem Privatkläger C._ eine Genugtuung von Fr. 60'000.–
zuzüglich Zins von 5 % seit dem 15. Juli 2012
cc) der Privatklägerin D._ eine Genugtuung von Fr. 60'000.–
zuzüglich Zins von 5 % seit dem 15. Juli 2012
dd) dem Privatkläger E._ eine Genugtuung von Fr. 30'000.–
zuzüglich Zins von 5 % seit dem 15. Juli 2012
ee) der Privatklägerin F._ eine Genugtuung von Fr. 25'000.–
zuzüglich Zins von 5 % seit dem 15. Juli 2012
zu bezahlen.
4. Es sei den Privatklägern 2-6 für das zweitinstanzliche Verfahren eine
angemessene Prozessentschädigung zuzusprechen.
b) Der Verteidigung des Beschuldigten:
(Urk. 67 S. 3)
1. In teilweise Aufhebung von Ziff. 3 des Urteilsdispositivs des Bezirksge-
richts Zürich vom 26. Juni 2014 (DG140014) sei der Beschuldigte mit
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einer Geldstrafe von max. 25 Tagessätzen zu CHF 90.00, welche als
durch Haft geleistet gelten, zu bestrafen.
2. In teilweiser Aufhebung von Ziff. 9 des Urteilsdispositivs des Bezirksge-
richts Zürich vom 26. Juni 2014 (DG140014) seien dem Beschuldigten
die Kosten der Untersuchung im Umfang von CHF 200.00 aufzuerle-
gen.
3. Im Übrigen sei das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 26. Juni 2014
(DG140014) zu bestätigen und die Berufung der Privatkläger sei abzu-
weisen.
4. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien den Privatklägern aufzuer-
legen bzw. für den Teil der Anschlussberufung des Beschuldigten auf
die Staatskasse zu nehmen.
c) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich:
(Urk. 59)
Verzicht auf Stellung eines Antrages.
_

Erwägungen:
I.
1. Mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 2. Abteilung, vom 26. Juni 2014
wurde der Beschuldigte des Vergehens gegen das Waffengesetz im Sinne von
Art. 33 Abs. 1 lit. a WG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 lit. d WG schuldig gespro-
chen und mit einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu Fr. 90.– bestraft. Der Voll-
zug der Geldstrafe wurde nicht aufgeschoben. Vom Vorwurf der Gehilfenschaft zu
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Mord im Sinne von Art. 112 StGB in Verbindung mit Art. 25 StGB wurde der Be-
schuldigte freigesprochen. Ausserdem wurde die mit Urteil des Bezirksgerichts
Hinwil vom 27. April 2010 für den bedingt ausgesprochenen Teil von 2 Jahren
Freiheitsstrafe angesetzte Probezeit um 1 1⁄2 Jahre verlängert. Im Weiteren wurde
die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 23. April
2013 beschlagnahmte Teleskop-Schlagrute eingezogen und der Lagerbehörde
zur Vernichtung überlassen. Das Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren der
Privatkläger wurde abgewiesen (Urk. 44 S. 72).
2. In der Folge meldete die Staatsanwaltschaft mit Eingabe vom 30. Juni
2014 innert Frist die Berufung an (Urk. 36). Mit Eingabe vom 7. Juli 2014 liessen
die Privatkläger ebenfalls die Berufung anmelden (Urk. 37). Mit Schreiben vom
15. Oktober 2014 teilte Rechtsanwältin lic. iur. X._ dem Gericht mit, dass sie
ab sofort die Privatklägerschaft vertrete (Urk. 43 = Urk. 45). Die Staatsanwalt-
schaft zog ihre Berufung mit Eingabe vom 22. Oktober 2014 zurück (Urk. 46). Die
Vertreterin der Privatklägerschaft reichte mit Schreiben vom 28. Oktober 2014 in-
nert Frist die Berufungserklärung ein (Urk. 47). Am 24. November erhob die
Staatsanwaltschaft Anschlussberufung (Urk. 51). Mit Eingabe vom 10. Dezember
2014 erhob die Verteidigung Anschlussberufung (Urk. 52). Am 25. August 2015
zog die Staatsanwaltschaft auch die Anschlussberufung zurück (Urk. 59). Zudem
teilte die Verteidigung mit Eingabe vom 28. August 2015 mit, dass die Anschluss-
berufung bezüglich Ziffer 5 des Dispositivs des Urteils des Bezirksgerichts Zürich
vom 26. Juni 2014 zurückgezogen werde (Urk. 63).
3. a) Die Privatklägerschaft beschränkte ihre Berufung auf die Dispositivzif-
fern 2 (Freispruch betreffend Gehilfenschaft zu Mord), 3 und 4 (Strafmass), 5
(Verlängerung der Probezeit), 7 (Abweisung der Zivilforderungen) sowie 8-10
(Kosten und Entschädigungsfolgen). Die Verteidigung beantragte eine Reduktion
des vorinstanzlichen Strafmasses sowie die Auflage eines geringeren Teils der
Kosten (Urk. 52 S. 2).
b) Gemäss Art. 382 Abs. 2 StPO kann die Privatklägerschaft einen Ent-
scheid hinsichtlich der ausgesprochenen Sanktion nicht anfechten, weshalb auf
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die Berufung der Privatklägerschaft bezüglich der Dispositivziffern 3 bis 5 des Ur-
teils des Bezirksgerichts Zürich vom 26. Juni 2014 nicht einzutreten ist.
c) Der Schuldspruch betreffend Widerhandlung gegen Art. 33 Abs. 1 lit. a
WG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 lit. d WG (Dispositivziffer 1), die Verlängerung
der mit Urteil des Bezirksgerichts Hinwil vom 27. April 2010 für den bedingt aus-
gesprochenen Teil von zwei Jahren Freiheitsstrafe angesetzten Probezeit (Dispo-
sitivziffer 5), sowie die Einziehung der mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV
des Kantons Zürich vom 23. April 2013 beschlagnahmten Teleskop-Schlagrute
(Dispositivziffer 6) blieben somit unangefochten, weshalb vorab mit Beschluss
festzustellen ist, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich (2. Abteilung) vom
26. Juni 2014 bezüglich der Dispositivziffern 1, 5 und 6 in Rechtskraft erwachsen
ist.
4. a) Die Privatklägerschaft liess den Beweisantrag stellen, es seien die
Prozessakten betreffend den Haupttäter H._ (DG140012 bzw. SB140511)
und den im gleichen Zusammenhang angeklagten I._ (DG140013 bzw.
SB140510) beizuziehen. Ausserdem seien insgesamt fünf Personen erneut zu
befragen, sodass deren Aussagen auch zum Nachteil des Beschuldigten verwert-
bar seien (Urk. 47 S. 3).
b) Die Verteidigung stellte im Rahmen der Anschlussberufung den Be-
weisantrag, es sei J._, geb. tt. April 1991, als Zeuge zu befragen (Urk. 52 S.
3).
c) Mit Präsidialverfügung vom 13. August 2015 wurde dem Beweisantrag
der Privatklägerschaft auf Beizug der Prozessakten SB140511 und SB140510
entsprochen. Die Anträge auf Einvernahme der in den Beweisanträgen genannten
Personen wurden einstweilen abgewiesen (Urk. 57). Im Rahmen der heutigen Be-
rufungsverhandlung wiederholte die Privatklägerschaft die genannten Beweisan-
träge, ebenso die Verteidigung, welche aber zusätzlich noch den neuen Beweis-
antrag stellte, es sei I._ als Zeuge einzuvernehmen (Prot. II S. 43 f.). Inhalt-
lich ist auf die Anträge im Rahmen der Sachverhaltserstellung näher einzugehen.
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II.
1. Dem vorliegend zu prüfenden Anklagesachverhalt liegt eine Auseinan-
dersetzung vom 15. Juli 2012 zugrunde, bei der H._ (separates Verfahren)
ca. um 04.00 Uhr beim Restaurant K._ an der ... [Adresse] in Zürich mit ei-
nem Messer †A._ erstach und dessen Bruder B._ schwer verletzte. Ge-
gen H._ erhob die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich in einem sepa-
raten Verfahren am 21. Januar 2014 Anklage wegen Mordes, versuchter vorsätz-
licher Tötung, Fahrens in fahrunfähigem Zustand sowie Widerhandlung gegen
das Waffengesetz. H._ wurde mit erstinstanzlichem Urteil vom 26. Juni 2014
anklagegemäss schuldig gesprochen und mit 16 Jahren Freiheitsstrafe bestraft
(vorinstanzliches Verfahren DG140012, HD 24 und 47; Berufungsverfahren
SB140511). Der Beschuldigte soll gemäss Anklage im Wissen um die von
H._ beabsichtigte Tat zuvor das Tatmesser übergeben und den Täter an den
Tatort begleitet haben. Die Staatsanwaltschaft IV erhob zudem auch Anklage ge-
gen I._ (separates Verfahren) wegen Begünstigung, Fahrens in fahrunfähi-
gem Zustand und Widerhandlung gegen das Waffengesetz. I._ wurde ankla-
gegemäss schuldig gesprochen und mit einer bedingten Geldstrafe von 150 Ta-
gessätzen zu Fr. 80.– sowie mit einer Busse von Fr. 300.– bestraft (vorinstanzli-
ches Verfahren DG140013; Berufungsverfahren SB140510). Ihm wurde insbe-
sondere vorgeworfen, H._ bei der Flucht behilflich gewesen zu sein. Der Be-
schuldigte war des Weiteren bei seiner Verhaftung am 12. November 2012 im
Besitz einer Teleskop-Schlagrute, welche er an seinem Wohnort in einem Perso-
nenwagen aufbewahrte. Die Akten dieser drei Prozesse wurden separat geführt.
Der Berufungsprozess SB140510 gegen I._ wurde zwischenzeitlich durch
Rückzug der Berufung durch den Beschuldigten erledigt. Die Berufungsverhand-
lung gegen H._ und den Beschuldigten fanden am 1. September 2015
gleichzeitig statt.
Aktenzitate betreffend die beigezogenen Akten SB140511 betreffend
H._ werden mit "HD" gekennzeichnet.
2. Die Anklagebehörde wirft dem Beschuldigten somit im Wesentlichen
vor, er habe sich in der Tatnacht, d.h. am frühen Morgen des 15. Juli 2012, mit
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H._ am Bahnhof Tiefenbrunnen getroffen, sei zu ihm ins Auto gestiegen und
habe ihm zur Unterstützung beziehungsweise zur Ermöglichung der beabsichtig-
ten Tat die spätere Tatwaffe ausgehändigt. Darauf habe er H._ zum Tatort
begleitet, wodurch er den Auftritt und die Präsenz von H._ gestärkt habe.
3. Der Beschuldigte bestätigte grundsätzlich, sich mit H._ am Bahn-
hof Tiefenbrunnen getroffen zu haben und mit diesem zum K._ gefahren zu
sein. Er bestritt jedoch, ihm das Messer gegeben und mit dessen Tat gerechnet
zu haben. Vielmehr sei er einzig in Schlichtungsabsicht nach Zürich gekommen.
Es ist somit der bestrittene Teil des Sachverhaltes zu erstellen, wobei in den
nachfolgenden Erwägungen nur insoweit auf die Aussagen der Verfahrensbetei-
ligten und die Akten einzugehen ist, als dies für die Entscheidfindung notwendig
erscheint.
III.
1. a) Als Beweismittel für die dem Beschuldigten vorgeworfene Tat liegen in
erster Linie die Aussagen des Haupttäters H._, diejenigen des separat ver-
folgten I._ sowie des Beschuldigten selber bei den Akten. Daneben wurden -
teilweise im Sinne von Umfeldabklärungen - weitere Personen einvernommen.
Aufgrund des Aussageinhalts verzichtete die Untersuchungsbehörde teilweise auf
weitere Einvernahmen unter Gewährung der Teilnahmerechte des Beschuldigten,
weshalb die entsprechenden Einvernahmen nicht zu dessen Belastung verwendet
werden können (L._, HD Urk. 8/5/4; M._, HD Urk. 8/1/2; N._, HD
Urk. 8/2/6; O._, HD Urk. 8/2/8 und P._, HD Urk. 8/1/5). Da diese Aussa-
gen jedoch keine den Beschuldigten belastenden Elemente enthalten, erfolgte der
Verzicht auf Wiederholung der Einvernahmen durch die Staatsanwaltschaft zu
Recht. Die von der Vertretung der Privatklägerschaft beantragten Einvernahmen
(vgl. Urk. 47 S. 3, Urk. 66 S. 1) würden an diesem Befund nichts ändern, zumal
diese Personen zum Kerngeschehen der angeblichen Messerübergabe keine An-
gaben machen konnten. Es ist nicht erforderlich, Einvernahmen unter Gewährung
der Teilnahmerechte erneut durchzuführen, wenn sich aufgrund der bereits erfolg-
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ten Befragungen ergibt, dass keine den Beschuldigten belastenden Erkenntnisse
daraus hervorgehen würden. Dementsprechend ist bereits an dieser Stelle fest-
zuhalten, dass dem Beweisantrag der Privatklägerschaft auf weitere Einvernah-
men nicht zu entsprechen ist.
b) Als objektives Beweismittel liegt eine Auswertung der rückwirkenden Teil-
nehmer-Identifikation bezüglich der von H._ und I._ benützten Mobiltele-
fonnummern bei den Akten. Auf die entsprechenden Erkenntnisse ist im Zusam-
menhang mit der Würdigung der Aussagen der Tatbeteiligten zurückzukommen.
c) Als weiteres objektives Beweismittel ist eine Video-Sequenz einer Über-
wachungskamera der Q._ AG vorhanden. Mit Verfügung vom 16. Juli 2012
ordnete die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich die Edition des Überwa-
chungsvideos der Q._ AG von der Verzweigung ... [Adresse] für den Zeit-
raum vom 15. Juli 2012, 03.00 Uhr bis 05.00 Uhr an (Urk. HD 10/1). Auf dem
Überwachungsvideo sieht man den Beschuldigten und hinter diesem H._ um
04:02:45 Uhr schnell und zielstrebig vorbeirennen (Urk. HD 10/4 und 10/3).
2. Die Vorinstanz hat in zutreffender Weise die Grundsätze und Regeln
der Beweiswürdigung dargelegt. Auf die entsprechenden Ausführungen in den
vorinstanzlichen Erwägungen kann vollumfänglich verwiesen werden (Urk. 44
S. 13 ff.). Ebenso hat die Vorinstanz die Glaubwürdigkeit des Beschuldigten und
der Tatbeteiligten H._ und I._ beurteilt. Auch auf diese Erwägungen
kann vollumfänglich verwiesen werden (Urk. 44 S. 15 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO).
3. Die Aussagen des Beschuldigten, von H._ und I._ im Vorver-
fahren und in der vorinstanzlichen Hauptverhandlung hat die Vorinstanz zutref-
fend wiedergegeben bzw. zusammengefasst. Auf die entsprechenden Ausführun-
gen in den vorinstanzlichen Erwägungen kann vollumfänglich verwiesen werden
(Urk. 44 S. 20 – 34).
4. Bezüglich der in den Anklageziffern 1.1., 1.2. und teilweise 1.3. enthal-
tenen Sachverhaltsumschreibung ist festzuhalten, dass die entsprechende Schil-
derung vom Beschuldigten nicht bestritten wurde und sich auch mit dem übrigen
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Untersuchungsergebnis deckt. Somit ist als erstellt zu betrachten, dass am späten
Abend des 14. Juli 2012 H._ und I._ mit dem BMW X3 von H._
nach Zürich gefahren sind, um dort im Lokal K._ an der ... [Adresse] in Zürich
in den Ausgang zu gehen. In der Folge ist es gegen ca. 03.00 Uhr vor dem
K._ zu einer tätlichen Auseinandersetzung zwischen H._ einerseits und
den Gebrüdern †A._ und B._ andererseits gekommen. Die Gebrüder
AB._ hatten dort zusammen mit Gästen anlässlich des 23. Geburtstags von
†A._ eine Party gefeiert. Diese tätliche Auseinandersetzung endete damit,
dass Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes des K._ mit Hilfe der Stadtpolizei
Zürich, welche die entsprechenden Personalien abgeklärt hatte, schriftliche Haus-
verbote gegen die drei Streitbeteiligten erliessen. Aufgrund der Vorkommnisse in
dieser Nacht war H._ äusserst aufgebracht und wies aufgrund der Auseinan-
dersetzung im Gesicht leichte Verletzungen auf (Hämatom mit Schwellung im Au-
genbereich).
5. Bezüglich der in der Anklageschrift geschilderten Vorgänge nach der
erwähnten ersten Auseinandersetzung vor dem K._ erachtete die Vor-
instanz den Anklagesachverhalt gemäss Ziffer 1.4. als erstellt, zumal der Be-
schuldigte diesen Sachverhaltsabschnitt betreffend das Geschehen bis zu seinem
Eintreffen beim Bahnhof Tiefenbrunnen anerkannte (Urk. 3/7 S. 3; Urk. 44 S. 35
ff.; Prot. II S. 31 f.). Dieser Befund ist nicht zu beanstanden. Somit ist erstellt, dass
nach der ersten Auseinandersetzung zwischen H._ und den Gebrüdern
AB._ zunächst I._ und danach auch H._ mit dem Beschuldigten te-
lefonierten, der sich zu diesem Zeitpunkt noch an seinem Wohnort in ... aufhielt.
Sie erzählten ihm von der vorgefallenen Auseinandersetzung mit den Gebrüdern
AB._ und fordert den Beschuldigten auf, sich mit ihnen in Zürich zu treffen.
Der Beschuldigte kam dieser Aufforderung nach, setzte sich in sein Auto und fuhr
zum Bahnhof Tiefenbrunnen in Zürich, wohin auch H._ und I._ fuhren,
wo sie kurz vor 04.00 Uhr verabredungsgemäss zusammentrafen.
6. a) Bezüglich der Anklageziffer 1.5. kam die Vorinstanz zum Schluss, es
sei erstellt, dass H._ auf der Autofahrt vom Tiefenbrunnen zurück zum
K._ von der ersten Auseinandersetzung mit den Brüdern AB._ erzählte,
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wütend war und immer aggressiver wurde. Dies werde zwar von H._ bestrit-
ten, ergebe sich aber aus den Aussagen des Beschuldigten und I._s. Das-
selbe gelte für den Vorwurf, dass H._ auf der Autofahrt geäussert habe, er
werde diese Personen bzw. denjenigen in der weissen Jacke – gemeint †A._
– jetzt aufschlitzen und töten.
aa) Der Beschuldigte führte in der Hafteinvernahme vom 16. Juli 2012 aus,
H._ sei gefahren, obwohl er völlig besoffen gewesen sei. H._ sei immer
aggressiver geworden, habe auf der Fahrt sein Messer hervorgenommen und ge-
sagt, dass er den jetzt aufschlitzen werde. Er habe das Messer in der Hand nach
oben gehalten. Es sei ein silbernes Butterfly-Messer gewesen. Er und I._
hätten das eigentlich nicht so ernst genommen (Urk. 3/2 S. 3). Gerade beim
K._ habe es eine rote Ampel. Dort habe H._ angehalten. Er (der Be-
schuldigte) sei ausgestiegen, da er zuerst mit diesen Leuten von R._, die er
ja kenne, habe reden wollen. H._ habe ihn aufgefordert, ihm zu helfen, diese
jungen Männer von vorher jetzt "abzuschlagen". H._ habe immer noch das
Messer in der Hand gehabt und gesagt, dass er die jetzt aufschlitzen werde, das
schwöre er beim Koran (Urk. 3/2 S. 4).
bb) Anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 2. Oktober
2012 gab der Beschuldigte als Auskunftsperson zu Protokoll, seine Angaben in
den bisherigen Befragungen seien nicht zu 100 % richtig gewesen. Er wisse aber
nicht mehr, was falsch gewesen sei (Urk. 3/3 S. 2). Er sei nach Zürich gegangen,
weil er einen Telefonanruf von I._ erhalten habe. Auf Vorhalt des Staatsan-
waltes, er habe am 16. Juli 2012 noch gesagt, N._ habe am Telefon gesagt,
dass H._ betrunken sei und herumschreie, dass er alle aufschlitzen werde,
führte der Beschuldigte aus, dass dies richtig sei. N._ habe gesagt, dass er
Angst wegen seines kleinen Bruders habe und nichts passieren dürfe. N._
habe beides gesagt. Dass es keine Schlägerei gegeben habe und dass H._
betrunken sei und herumschreie, dass er alle aufschlitzen werde (Urk. 3/3 S. 3).
H._ und I._ hätten ihn beim Tiefenbrunnen abgeholt. Er sei nicht direkt
zum K._ gefahren, da er nicht gewusst habe, wie man mit dem Auto dorthin
komme. Ein Navigationsgerät habe er nicht im Auto (Urk. 3/3 S. 3). Auf der Fahrt
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hätten H._ und I._ gesagt, dass sie eine Schlägerei gehabt hätten. Sie
hätten immer von einem S._ gesprochen (Urk. 3/3 S. 3). Auf der Fahrt sei ein
Messer im Spiel gewesen. H._ habe ein Messer gehabt. Er habe schon im-
mer gewusst, dass H._ ein Messer im Auto habe. Es sei ein Butterfly-Messer
gewesen. Auf die Frage des Staatsanwalts, wieso er schon immer gewusst habe,
dass H._ ein Messer dabei habe, führte der Beschuldigte aus, er denke,
dass jeder Zweite ein Messer dabei habe. Auf Nachfrage des Staatsanwaltes,
dass H._ nicht jeder Zweite sei, und wieso er wisse, dass dieser immer ein
Messer im Auto habe, erklärte der Beschuldigte, dieser habe es ihm vorher ein-
mal gesagt und ihm das Messer auch gezeigt. Auf die Frage, wo im Auto, gab der
Beschuldigte zu Protokoll, das wisse er nicht (Urk. 3/3 S. 4). Auf der Fahrt zum
K._ habe H._ ihnen das Messer einmal gezeigt. Dabei sei das Messer
geschlossen gewesen. Er habe das Messer in der Hand gehabt und von der
Schlägerei gesprochen. Auf den anschliessenden Vorhalt, er habe am 16. Juli
2012 ausgesagt, dass H._ das Messer hervorgenommen und gesagt habe,
dass er den jetzt aufschlitzen werde, bestätigte der Beschuldigte, dass diese Aus-
sage richtig gewesen sei. Auch auf den weiteren Vorhalt, er habe anlässlich der
fraglichen Einvernahme gesagt, H._ habe ihn aufgefordert, ihm zu helfen,
diese jungen Männer von vorher jetzt abzuschlagen, er habe immer noch das
Messer in der Hand gehabt und gesagt, er werde die jetzt aufschlitzen, das
schwöre er beim Koran, erklärte der Beschuldigte, diese Aussage sei richtig ge-
wesen (Urk. 3/3 S. 4 f.).
cc) Anlässlich der Berufungsverhandlung gab der Beschuldigte zu Protokoll,
er sei im Tiefenbrunnen zu H._ und I._ ins Auto gestiegen. Die Stim-
mung im Auto sei so gewesen, wie er es aufgrund des Telefongesprächs erwartet
habe. H._ habe im Auto gedroht, S._ abzustechen, wobei er ein Messer
in der Hand gehalten habe. Er könne sich im Übrigen nicht mehr genau daran er-
innern, was H._ während der Fahrt alles gesagt habe, es sei aber möglich,
dass er gesagt habe, er schwöre auf den Koran, dass er S._ abstechen wer-
de. I._ sei mehr auf seiner Seite gewesen und habe versucht, H._ zu
beruhigen. Er selber habe zu ihm (H._) gesagt, es würde nichts bringen. Er
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habe Schlimmeres verhindern wollen, indem er vor H._ mit der anderen
Gruppe habe sprechen wollen (Prot. II S. 33-36).
dd) I._ sagte in der ersten Hafteinvernahme vom 16. Juli 2012 aus, sie
hätten den Beschuldigten am Bahnhof Tiefenbrunnen getroffen. H._ habe
unbedingt zurück ins K._ gewollt. H._ sei gefahren. Er (I._) sei auf
dem Beifahrersitz gesessen und der Beschuldigte hinten (Urk. 5/2 S. 4 f.). Auf die
Frage, was auf der Fahrt passiert sei, antwortete I._, sie (der Beschuldigte
und H._) hätten einfach geredet (Urk. 5/2 S. 5). Darauf hielt der Staatsanwalt
I._ vor, der Beschuldigte habe zu dieser Fahrt das Folgende ausgesagt: Sie
seien zu dritt ins K._ gefahren. H._ sei gefahren, obwohl dieser völlig
besoffen gewesen sei. I._ sei nebendran gesessen, er hinten. Er (der Be-
schuldigte) habe gesagt, es wäre besser, wenn I._ fahre, denn dieser sei
weniger betrunken gewesen. H._ sei immer aggressiver geworden. Auf der
Fahrt habe H._ sein Messer hervorgenommen und gesagt, dass er den jetzt
aufschlitzen werde. Er habe das Messer in der Hand nach oben gehalten. Es sei
ein silbernes Butterfly-Messer gewesen. Diesen Vorhalt des Staatsanwalts bestä-
tigte I._ als richtig (Urk. 5/2 S. 5). Es stimme, was der Beschuldigte sage,
H._ habe gesagt, dass er den jetzt aufschlitzen werde und dass man ihn
nicht einfach so "abeboxe" dürfe. Es sei auch richtig, dass H._ dieses Mes-
ser gehabt habe. Es stimme, dass es ein silbernes Butterfly-Messer gewesen sei.
Das habe er auch gesehen (Urk. 5/2 S. 5). Auf die Frage, warum sie H._
nicht gestoppt hätten, fragte I._ zurück, wie sie ihn denn hätten stoppen sol-
len? H._ sei direkt vors K._ gefahren, habe einfach angehalten und sei
ausgestiegen. Der Beschuldigte sei auch ausgestiegen und er sei dann im leeren
Auto gesessen. Dann habe er sich ans Steuer gesetzt und das Auto weggefah-
ren. Es habe einen freien Parkplatz gehabt. In dieser Zeit müsse H._ "das"
gemacht haben (Urk. 5/2 S. 5). In der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom
2. Oktober 2012 gab I._ zu Protokoll, auf der Fahrt sei H._ "hässig" ge-
wesen. Auf die Frage, was er (H._) dann gesagt habe, führte I._ aus, er
habe gesagt, sie hätten ihn geschlagen. Darauf bestätigte I._ den Vorhalt, er
habe am 16. Juli 2012 ausgesagt, es sei richtig, dass H._ gesagt habe, dass
er den jetzt aufschlitzen werde und dass man ihn nicht einfach so "abeboxe" dürfe
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(Urk. 5/3 S. 6). Weiter bestätigte I._, dass H._ ein Messer gehabt habe,
als er dies gesagt habe. Das Messer sei bereits im Auto gewesen. H._ habe
es gesucht gehabt. Wo im X3 das Messer gewesen sei, wisse er nicht (Urk. 5/3 S.
6). Auf den Vorhalt, dass H._ ausgesagt habe, der Beschuldigte habe ihm
das Messer auf dem Weg vom Tiefenbrunnen ins K._ gegeben, führte
I._ aus, das habe er nicht mitbekommen. Dass H._ ein Messer vom Be-
schuldigten bekommen habe, habe er nicht gesehen (Urk. 5/3 S. 6). So wie er
sich erinnere, sei das Butterfly-Messer im BMW X3 gewesen und H._ habe
es schon auf dem Weg zum Tiefenbrunnen, also bevor sie dort den Beschuldigten
getroffen hätten, gehabt (Urk. 5/3 S. 7). Auf dem Weg zurück ins K._ habe
H._ gesprochen. Dieser habe gesagt, dass die ihn runtergeschlagen hätten
und dass er jetzt dorthin zurückgehen werde und er den mit dem weissen Jackett
aufschlitzen werde. Er habe das mit dem Aufschlitzen vielleicht zweimal gesagt.
Der Beschuldigte habe versucht, H._ zu sagen, dass sie besser retour gehen
sollten. H._ habe das Auto direkt vor dem K._ bei den Tramgeleisen
angehalten und sei ausgestiegen. Der Beschuldigte sei dann auch ausgestiegen
(Urk. 5/3 S. 7).
b) Vor dem Hintergrund der oben zitierten Aussagen des Beschuldigten und
von I._ überzeugt die Schlussfolgerung der Vorinstanz, wonach auch der
Sachverhaltsabschnitt 1.5. erstellt sei. Zu beachten ist in diesem Zusammenhang,
dass H._ zwischenzeitlich nicht mehr kategorisch bestritt, etwas von auf-
schlitzen gesagt zu haben. So gab er im Rahmen der Konfrontationseinvernahme
vom 5. Dezember 2012 lediglich an, sich nicht daran erinnern zu können, so et-
was gesagt zu haben (Urk. 3/6 S. 11 f.). Es erscheint im übrigen auch plausibel,
dass H._ dem Beschuldigten von der ersten Auseinandersetzung berichtete,
um ihn so auf die bevorstehende Situation vorzubereiten. Dass H._ auf die-
ser Autofahrt auch auf den Koran geschworen habe, die anderen bzw. denjenigen
in der weissen Jacke aufschlitzen und töten zu wollen, führte der Beschuldigte an-
lässlich der Hafteinvernahme vom 16. Juli 2012 aus (Urk. 3/2 S. 3). Aufgrund die-
ser Darstellung scheint H._ diese Äusserungen jedoch erst nach dem Ein-
treffen beim K._, als er bereits aus dem Auto ausgestiegen war, getätigt zu
haben. In der folgenden staatsanwaltschaftlichen Einvernahme zweieinhalb Mo-
- 17 -
nate später wurde der Vorhalt vom Staatsanwalt jedoch in den Kontext während
der Fahrt gestellt (Urk. 3/3 S. 4). Anlässlich der Hauptverhandlung erklärte der
Beschuldigte, dass H._ mehrfach auf den Koran geschworen und "jenste"
Sachen gesagt habe (Urk. 24 S. 52). Wie noch zu zeigen sein wird, verliess der
Beschuldigte beim K._ angekommen sofort das Auto, ging als Erster zur
Gruppe AB._ und war somit vor H._, der das Auto lenkte, dort. Somit ist
wahrscheinlich, dass er auch die Äusserung des Schwures von H._ bereits
im Auto mitbekommen hat. Der Anklagesachverhalt ist somit bis und mit Ziffer 1.5.
als erstellt zu betrachten.
7. Das entscheidende und vom Beschuldigten bestrittene Sachverhalts-
element ist in der Ziffer 1.6. der Anklageschrift enthalten: Dem Beschuldigten wird
darin vorgeworfen, er habe vor dem Hintergrund des bisherigen geschilderten
Verhaltens von H._ und in entsprechender Kenntnis, dass dieser den Ent-
schluss gefasst habe und im Begriff war, nun sogleich ein schwerwiegendes Ge-
waltverbrechen zum Nachteil der Gebrüder AB._ zu begehen, zur Unterstüt-
zung bzw. Ermöglichung der anstehenden Tat im Auto H._ ein silbernes But-
terfly-Messer ausgehändigt, welches er bei sich gehabt habe (Urk. 15 S. 3).
a) Zur weiteren Klärung des Vorwurfes, wonach der Beschuldigte H._
das spätere Tatmesser übergeben haben soll, ist zunächst die Motivlage beim
Beschuldigten einer näheren Betrachtung zu unterziehen.
aa) Der Beschuldigte wurde nach der ersten Auseinandersetzung zwischen
H._ und den späteren Opfern von I._ auf Geheiss von H._ angeru-
fen. Von H._ wurde als Grund für die Telefonate angegeben, dass er -
H._ - Hilfe gebraucht habe bzw. dass der Beschuldigte kommen sollte, um
dieses "Missverständnis" aufzuklären. Der Beschuldigte habe dann selber noch-
mals angerufen, da er nicht gewusst habe, wie er zum K._ kommen sollte.
I._ habe dann das Telefon abgenommen und die beiden hätten ein Treffen
beim Bahnhof Tiefenbrunnen abgemacht (Urk. 4/2 S. 3). Der Beschuldigte sagte
aus, dass er vor seiner Abfahrt zu Hause noch mit N._, der auch an der Aus-
einandersetzung beteiligt gewesen sei, telefoniert habe (Urk. 3/1 S. 3). Der Anruf
vom I._ sei so gegen 03.30 Uhr gewesen. Dieser habe ihm gesagt, sie seien
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von Leuten aus R._ zusammengeschlagen worden. Dann sei plötzlich
H._ am Telefon gewesen. Dieser habe ihm gesagt, er habe zwei blaue Au-
gen und blute überall im Gesicht. Er (der Beschuldigte) solle seinen Cousin anru-
fen, der in R._ wohne, um herauszufinden, wer diese Männer seien, die ge-
schlagen hätten. H._ habe am Telefon geweint und ihn gebeten, er solle
nach Zürich kommen. Er habe dann seinen Cousin angerufen, weil ihm H._
leid getan habe. Er habe es allerdings ungern getan. Der Cousin habe das Tele-
fon aber nicht abgenommen. Er sei dann nach Zürich gefahren und habe unter-
wegs H._ nochmals angerufen. Er habe diesem gesagt, er wisse nicht, wie
man mit dem Auto zum K._ komme. Dieser habe versucht, ihm den Weg zu
erklären. Schliesslich hätten sie aber vereinbart, dass er bis zum Bahnhof Tiefen-
brunnen fahren solle und H._ ihn dort abholen würde. Von dort seien sie zu
dritt zum K._ gefahren (Urk. 3/1 S. 4).
bb) In der Hafteinvernahme vom 16. Juli 2012 gab der Beschuldigte dann zu
Protokoll, er kenne die Gebrüder AB._, da diese aus der gleichen Gegend
wie er kämen. Er kenne auch H._, welcher ein guter Kollege von ihm sei. Er
kenne diesen bereits so lange, wie die Gebrüder AB._. Um ca. 03.30 Uhr
habe ihn I._ angerufen. Dieser habe gesagt, er sei im K._ zusammen
mit H._ in eine Schlägerei mit Leuten aus R._ geraten (Urk. 3/2 S. 2).
Dann sei H._ ans Telefon gekommen. Dieser sei aufgeregt gewesen, habe
geweint und ihn gebeten, nach Zürich ins K._ zu kommen. Dann sei auch
N._ ans Telefon gekommen und habe gesagt, dass es gar nicht so sei, wie
H._ gesagt habe. Dieser sei betrunken und schreie herum, dass er alle auf-
schlitzen werde. Er (der Beschuldigte) habe dann gemerkt, dass es ernst sei und
dass er telefonisch nicht schlichten könne. Deshalb sei er aufgestanden und nach
Zürich gefahren. Auf dem Weg habe er nochmals mit H._ telefoniert und ihm
gesagt, er wisse nicht genau, wie er zum K._ komme. Sie hätten darum ver-
einbart, ihn beim Bahnhof Tiefenbrunnen abzuholen. Sie seien zu dritt zum
K._ gefahren. H._ sei gefahren, obwohl er völlig besoffen gewesen sei.
H._ sei immer aggressiver geworden, habe auf der Fahrt sein Messer her-
vorgenommen und gesagt, dass er den jetzt aufschlitzen werde. Er habe das
Messer in der Hand nach oben gehalten. Es sei ein silbernes Butterfly-Messer
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gewesen. Sie hätten das eigentlich nicht so ernst genommen (Urk. 3/2 S. 3). Ge-
rade beim K._ habe es eine rote Ampel. Dort habe H._ angehalten. Er
(der Beschuldigte) sei ausgestiegen, da er zuerst mit diesen Leuten von R._,
die er ja kenne, habe reden wollen. H._ habe ihn aufgefordert, ihm zu helfen,
diese jungen Männer von vorher jetzt abzuschlagen. H._ habe immer noch
das Messer in der Hand gehabt und gesagt, dass er die jetzt aufschlitzen werde,
das schwöre er beim Koran (Urk. 3/2 S. 4).
cc) In der Einvernahme als Auskunftsperson am 2. Oktober 2012 gab der
Beschuldigte zu Protokoll, er habe zuerst einen Telefonanruf von I._ erhal-
ten. Der habe ihm von einem S._ erzählt und dass dieser H._ geschla-
gen hätte. Er habe gemeint, dass sei jemand von R._. Mit H._ habe er
auch telefoniert; es seien mehrere Telefonate gewesen, bevor er nach Zürich ge-
fahren sei. Er habe auch mit N._ telefoniert. Auf die Frage, weshalb er mitten
in der Nach aufgestanden und nach Zürich gefahren sei, antwortete er, weil
H._ ein Kollege von ihm sei. Er habe gehört, dass es Probleme gebe und
gemerkt, dass er das am Telefon nicht klären könne (Urk. 3/3 S. 2). Auf Ergän-
zungsfrage sagte der Beschuldigte, er habe mit †A._ auch schon persönli-
chen Kontakt gehabt, da dieser ein guter Kollege seines Cousins N._ gewe-
sen sei. Sein eigenes Verhältnis zu N._ sei so auf der Basis "hoi und
tschau", mithin nicht besonders freundschaftlich (Urk. 3/3 S. 9). In der Konfronta-
tionseinvernahme vom 5. Dezember 2012 bestätigte der Beschuldigte, dass er
zunächst von I._, dann von H._ angerufen worden sei, wobei H._
geweint und gesagt habe, er sei geschlagen worden. H._ habe ihn aufgefor-
dert, seinen Cousin T._ anzurufen. Diesen habe er jedoch telefonisch nicht
erreicht. H._ habe ihm daraufhin gesagt, er solle nach Zürich kommen. Auch
I._ habe ihn dazu aufgefordert. Unterdessen habe er auch mit N._ tele-
foniert. Dieser habe sich beim K._ aufgehalten (Urk. 3/6 S. 3). Auch anläss-
lich der Berufungsverhandlung führte der Beschuldigte aus, er sei nach Zürich
gegangen, um zu schlichten. Er habe gewusst, dass er die Personen kenne und
habe mit ihnen reden wollen. Er habe gemerkt, dass es telefonisch nicht gehe und
er habe vor Ort vermitteln wollen. Er habe gehofft, Schlimmeres verhindern zu
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können, wobei er vor H._ mit den anderen habe reden wollen (Prot. II S. 32
und 36).
dd) Der Beschuldigte sagte konstant aus, dass er bei der Ankunft beim
K._ zuerst ausgestiegen sei und sogleich zur Gruppe mit den Brüdern
AB._ und N._ gegangen sei. Dabei habe er herausfinden wollen, wer
der von H._ erwähnte S._ sei. Er kenne ja eigentlich alle von R._,
aber keinen mit Namen S._. Er habe zunächst gerufen, was los sei. Er habe
die Leute in der Gruppe gefragt, wer dieser S._ sei. Er habe mit der Gruppe
reden wollen. Zuerst habe er N._ gefragt. Er habe jedoch weder von
N._ noch von den anderen eine Antwort erhalten. N._ habe einfach ge-
sagt, es sei nicht so, wie er meinen würde. Danach habe er auch schon die Stim-
me von H._ hinter sich gehört. Dieser habe gerufen, das sei derjenige mit
dem weissen Jackett, worauf er sogleich begann, auf †A._ einzustechen. Er
(der Beschuldigte) habe H._ schon vorher am Telefon und auch im Auto ge-
sagt, er solle es sein lassen, er sei besoffen. Er solle es später klären. Er habe
aber gemerkt, dass es nicht gehe (Urk. 3/1 S. 5; Urk. 3/2 S. 3 f.; Urk. 3/3 S. 5;
Urk. 3/5 S. 4; Urk. 3/6 S. 13 f.; Prot. II S. 36).
ee) H._ gab in der Einvernahme vom 28. September 2012 zu Protokoll,
dass er nach der ersten Auseinandersetzung I._ gesagt habe, er solle den
Beschuldigten anrufen, weil dieser die anderen Leute von R._ her kannte.
H._ gab an, er sei über die erlittenen Schläge schockiert gewesen. Er habe
das Telefon von I._ genommen und zum Beschuldigten gesagt, dass er Hilfe
brauche. Der Beschuldigte solle kommen und dieses Missverständnis aufklären.
Der Cousin des Beschuldigten sei von R._ und deshalb kenne der Beschul-
digte die Leute dort, weil er häufig seinen Cousin in R._ besuche (Urk. 4/2 S.
3). Als sie wieder zum K._ gelangt waren, sei der Beschuldigte zuerst aus-
gestiegen und sei zur Gruppe mit den Brüdern AB._ hingegangen. Der Be-
schuldigte habe mit dieser Gruppe geredet und er - H._ - sei auch dazuge-
kommen. Danach folgte die Schilderung der eigentlichen Tat aus Sicht von
H._ (Urk. 4/2 S. 4). In der Einvernahme vom 7. November 2012 gab H._
auf Ergänzungsfrage zu Protokoll, dass er den Beschuldigten nicht um Hilfe mit
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einem Messer gebeten habe, sondern damit er schlichten würde (Urk. 4/3 S. 11).
In der Einvernahme vom 4. Februar 2013 bestätigte H._ erneut, dass er den
Beschuldigten um Hilfe gebeten habe, weil dieser die Gebrüder AB._ kannte.
Ebenso bestätigte er, dass nach der Rückkehr zum K._ der Beschuldigte zu-
erst ausgestiegen und zur Gruppe mit den Brüdern AB._ hingegangen sei
(Urk. 4/6 S. 2 und 5). Auch in der Schlusseinvernahme bestätigte er, dass der Be-
schuldigte zuerst ausgestiegen war, und er dem Beschuldigten zur Gruppe mit
den Brüdern AB._ gefolgt sei (Urk. 4/10 S. 6). In der vorinstanzlichen Haupt-
verhandlung blieb H._ dabei, dass er den Beschuldigten gerufen habe, damit
dieser und sein Cousin den Streit schlichten würden (Urk. 24 S. 57) und auch an-
lässlich der Berufungsverhandlung hielt er an dieser Darstellung fest (Prot. II S.
24).
ff) Gemäss Darstellung von I._ habe er den Beschuldigten nach der
ersten Auseinandersetzung angerufen, weil dieser den N._ und dessen
Cousin gut kenne und - wenn er hinzu kommen würde - den Streit sicher gut
schlichten könnte. Er habe also dem Beschuldigten am Telefon gesagt, er solle
ins K._ kommen, um den Streit zu schlichten (Urk. 5/2 S. 4). In der Einver-
nahme vom 2. Oktober 2012 präzisierte I._, dass er den Beschuldigten im
Auftrag von H._ angerufen habe. Er wiederholte seine Auffassung, wonach
er gedacht habe, dass der Beschuldigte den Streit würde schlichten können (Urk.
5/3 S. 5). In der vorinstanzlichen Hauptverhandlung bestätigte I._, dass er
und H._ den Beschuldigten angerufen haben, damit dieser schlichten sollte
(Urk. 24 S. 37).
gg) Aufgrund der diesbezüglichen übereinstimmenden Aussagen sollte der
Beschuldigte mit Exponenten der Gegenseite den Kontakt suchen, was er im Fall
von N._ auch getan hat, da seine diesbezüglichen Aussagen durchaus
glaubhaft erscheinen. Ebenso ist davon auszugehen, dass er zumindest versuch-
te, seinen Cousin T._, der die Beteiligten Personen aus R._ kannte, te-
lefonisch zu erreichen. Dies ist umso glaubhafter, als H._ ihn hierzu ersucht
hatte. Diese Vorgänge vor dem Hintergrund der in den wesentlichen Punkten
übereinstimmenden Aussagen von H._, I._ und des Beschuldigten las-
- 22 -
sen es als naheliegend und plausibel erscheinen, dass der Beschuldigte nicht nur
mit der Identitätsabklärung von "S._" und der anderen Gegner aus dem
K._ beauftragt wurde, sondern insbesondere auch zum Schlichten des ent-
standenen Konfliktes beigezogen wurde. Darauf lassen auch die Aussagen des
Beschuldigten schliessen, dass er gemerkt habe, dass die Angelegenheit ernst
war und er sie deshalb nicht am Telefon würde schlichten können. Er sei deshalb
aufgestanden und nach Zürich gefahren. Zu Gunsten des Beschuldigten ist somit
davon auszugehen, dass es ihm nicht darum ging, die Gruppe AB._ auf ir-
gendeine Art und Weise anzugreifen oder einen Denkzettel zu verpassen, son-
dern er sich ein Bild verschaffen wollte, was geschehen war und die Situation klä-
ren wollte. Angesichts der von ihm geschilderten widersprüchlichen Angaben,
welche er von H._ sowie von N._ erhalten hatte, erscheint dies auch
durchaus nachvollziehbar. Bereits an dieser Stelle ist hervorzuheben, dass von
keiner Seite behauptet wurde, der Beschuldigte sei zur Unterstützung eines Ra-
che- bzw. Vergeltungsaktes nach Zürich beordert worden. Insbesondere auch
nicht, dass er H._ zu einem Messer verhelfen solle.
hh) Zusammenfassend lässt sich somit nicht widerlegen, dass der Beschul-
digte zum Klären der Vorgänge und zum Schlichten nach Zürich kam. Auch ist
anzunehmen, dass er herausfinden wollte, weshalb H._ so aufgebracht war.
Dies entsprach denn auch seinem späteren Verhalten beim K._, als er auf
die Gruppe mit den Brüdern AB._ zuging und Aufschluss über die Identität
von "S._" und das Geschehene verlangte.
b) Zur Frage der in der Anklageschrift behaupteten Übergabe des Tatmes-
sers stehen die Aussagen von H._ denjenigen des Beschuldigten und
I._s gegenüber.
aa) Das Aussageverhalten von H._ ist insofern konstant, dass er das
Butterfly-Messer, welches er zur Tat benutzte, vom Beschuldigten auf der Fahrt
vom Tiefenbrunnen zum K._ ungefragt bekommen haben will. Es stellt sich
die Frage, weshalb H._ zum Nachteil des Beschuldigten zu Unrecht einen
dermassen gravierenden Vorwurf erheben sollte. Denn zum einen bezeichneten
sich die beiden als Kollegen und kennen sich seit der Schulzeit. Zum anderen
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verbessert diese Darstellung die Position von H._ nur unwesentlich. Auch
unter der Annahme einer Messerübergabe durch den Beschuldigten war es im-
mer noch H._, der das Messer übernommen, dieses eingesteckt und später
zum Nachteil der Gebrüder AB._ zum Einsatz gebracht hat. Hinsichtlich des
Aussageverhaltens von H._ ist jedoch zu berücksichtigen, dass er den Tat-
ablauf so darstellte, dass er eigentlich gar kein Messer hätte haben wollen und
gar nicht gewusst habe, wieso ihm der Beschuldigte dieses Messer gegeben ha-
be. Nach der Rückkehr zum K._ habe er das Messer dann eingesetzt, weil er
Angst gehabt habe, angegriffen zu werden. Aufgrund der Beweislage, insbeson-
dere der diesbezüglich übereinstimmenden Aussagen der anwesenden Personen
wie auch des Beschuldigten, konnte von einem Angriff auf H._ jedoch keine
Rede sein. Bei Annahme der Version, wonach H._ das Messer selber bereits
in seinem Auto gehabt und dieses aktiv behändigt und mitgenommen hätte, sprä-
che dies eher für einen im Voraus geplanten Messerangriff. Weiter könnte das
Bestreben von H._, nicht als latent gewaltbereite Person dazustehen und
das Selbstbildnis der angepassten, pflichtbewussten und allseits beliebten Person
aufrechtzuerhalten, eine allfällige Falschaussage zulasten des Beschuldigten un-
ter Umständen erklären. Nicht auszuschliessen ist auch ein gewisses Rachemotiv
dafür, dass der Beschuldigte H._ während und nach der Tat nicht unterstütz-
te. Insbesondere machte der Beschuldigte auch für H._ klar belastende Aus-
sagen und bestätigte z.B. in keiner Weise die von H._ vorgebrachte Behaup-
tung, dass dieser vor dem Messereinsatz von †A._ angegriffen wurde. Vor
diesem Hintergrund hatte H._ subjektiv ein nachvollziehbares Interesse da-
ran, den Beschuldigten zu belasten, das Messer überhaupt ins Spiel gebracht zu
haben. Eine unaufgeforderte und auch unerwartete Aushändigung des Messers
durch den Beschuldigten bedeutete für H._ insofern eine Entlastung, als
dadurch die Tat nicht vorbereitet und geplant erschien.
bb) Wie die Vorinstanz zutreffend festhielt, fällt beim Aussageverhalten des
Beschuldigten und I._s auf, dass ihre Aussagen betreffend Herkunft des
Tatmessers mit zunehmender Zeit immer genauer wurden, obwohl die Erinnerung
an Geschehenes im Verlaufe der Zeit in der Regel schlechter und unpräziser wird.
I._ gab zudem nicht von sich aus an, dass H._ das Messer bereits in
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seinem Auto hatte, sondern führte dies erst aus, als ihm die entsprechende Aus-
sage des Beschuldigten vorgehalten worden war (Urk. 5/2 S. 5). I._ präsen-
tierte verschiedene Darstellungen oder entwickelte diese von Einvernahme zu
Einvernahme. Zunächst will er gar kein Messer gesehen haben. Dann wusste er
zwar, dass das Messer bereits im Auto von H._ war, jedoch nicht wo. Dann
wusste er plötzlich wieder, dass es in der Mittelkonsole war. Schliesslich kam ihm
in den Sinn, dass H._ das Messer zunächst links im Auto gesucht hatte, es
dann aber in der Mittelkonsole fand. Einmal soll H._ das Messer bereits vor
der Abfahrt nach Tiefenbrunnen hervorgenommen haben (Urk. 5/4 S. 4), einmal
auf der (ersten) Fahrt nach Tiefenbrunnen (Urk. 5/3 S. 7), ein anderes Mal auf der
Rückfahrt von Tiefenbrunnen zum K._ (Urk. 5/2 S. 5 [in Bestätigung der Aus-
sagen des Beschuldigten]). Schliesslich will I._ sogar dabei gewesen sein,
als L._ H._ dieses Messer übergeben haben soll (Urk. 3/6 S. 12 f.;
Urk. 24 S. 54 ff.). Dies nachdem er zuvor deklariert hatte, nicht zu wissen, von
wem H._ das Messer erhalten habe. Aufgrund dieses Aussageverhaltens er-
geben sich in diesem Punkt erhebliche Vorbehalte gegenüber den Aussagen von
I._. Es ist allerdings zu beachten, dass I._ insbesondere zu Beginn der
Untersuchung H._ komplett zu decken versuchte. Erst auf Intervention des
Staatsanwaltes anlässlich der Hafteinvernahme vom 16. Juli 2012 bestätigte er,
überhaupt mit diesem unterwegs gewesen zu sein (Urk. 5/2 S. 2). Später lenkten
I._s Aussagen immer mehr ins allgemeine Beweisbild ein, wobei aber auch
bald schon offensichtlich war, dass H._ als Haupttäter nicht aus der Sache
herausgehalten werden konnte. I._ hatte darüber hinaus kein eigenes Inte-
resse daran, betreffend Messerherkunft gegen H._ auszusagen. Er selber
stand diesbezüglich nicht im Fokus. Demgegenüber stand für den Beschuldigten
einiges auf dem Spiel. Von daher könnte I._ unter einem gewissen Druck
gestanden haben, zu Ungunsten von H._ auszusagen, für welchen die Kon-
sequenzen betreffend Messerherkunft weitaus geringer ausfallen würden als für
den Beschuldigten. Dass I._ jedoch aus Angst vor dem Beschuldigten zu
dessen Gunsten aussagte, ist nicht wahrscheinlich, und dafür liegen auch keine
Anhaltspunkte vor.
- 25 -
cc) Des Weiteren ist auffällig, dass sowohl I._ als auch der Beschuldig-
te, nachdem sie am 12. November 2012 erneut verhaftet worden waren, neu
gleichzeitig die Geschichte von der aufgelösten Verlobung von M._, der
Schwester von H._, erzählten, und dass sie gewusst hätten, dass dieser
deswegen ein Messer beschafft habe. Diese Aussagen erscheinen abgespro-
chen, wobei dies nicht zwingend bedeutet, dass sie auch inhaltlich falsch sind.
Der Umstand, dass I._ gestützt auf angebliche Angaben von H._ als
Grund für die Anschaffung eines Messers ausführte, der Verlobte von M._
habe die Verlobung aufgelöst und schlecht über diese gesprochen, was zum Kon-
flikt geführt habe, der Beschuldigte aber – ebenfalls gestützt auf angebliche An-
gaben von H._ – geltend machte, der Konflikt sei entstanden, weil der Vater
von M._ und H._ die Verlobung aufgelöst habe, was der Verlobte nicht
akzeptiert und deshalb gedroht habe, spricht zwar eher gegen diese Verlobungs-
geschichte als Ursprung des Messerbesitzes auf Seiten H._s, kann jedoch
auch als Indiz dafür gewertet werden, dass sich der Beschuldigte und I._
diese Geschichte nicht selber ausdachten, da ihre Versionen dann wohl nicht so
stark voneinander abgewichen wären. M._ bestätigte denn auch, dass es ei-
ne Auflösung einer Verlobung tatsächlich gab, führte jedoch aus, sie habe sich
einvernehmlich von ihrem Verlobten getrennt. Dasselbe gilt für die Aussagen des
angeblichen Messerlieferanten L._, der bestritt, H._ ein Messer gege-
ben zu haben. Es war jedoch ohnehin nicht ernsthaft zu erwarten, dass dieser zu-
geben könnte, ein Messer für ein Tötungsdelikt zur Verfügung gestellt zu haben,
weshalb im Übrigen in Abweisung des Beweisantrags der Privatklägerschaft auch
von einer erneuten Befragung desselben abzusehen ist. Auch wenn die Ge-
schichte betreffend die aufgelöste Verlobung als Grund für die Beschaffung eines
Messers durch H._ mit anderen Beweismitteln nicht bestätigt wurde, kann
dennoch nicht gesagt werden, sie wäre widerlegt oder gänzlich unplausibel. Die
diesbezüglichen Aussagen des Beschuldigten und von I._ wirken nicht offen-
sichtlich abgesprochen. An sich wäre bei einer Absprache eine deutlich überein-
stimmendere Darstellung zu erwarten gewesen, hatten sie zur gegenseitigen Ab-
stimmung bis zu ihrer erneuten Verhaftung doch wochenlang Gelegenheit und
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hatte der Beschuldigte ein eminentes Interesse an einer Darstellung, die ihn über-
zeugend vom Vorwurf der Messerübergabe hätte entlasten können.
dd) Einen objektiven Beweis oder unabhängige Zeugen gibt es für die Frage
der Herkunft der Tatwaffe nicht. Die Aussagen des Beschuldigten und I._s
überzeugen aus den dargelegten Gründen nicht restlos. Gemäss Aussagen von
im Verfahren gegen H._ einvernommenen Personen, welche hier zugunsten
des Beschuldigten heranzuziehen sind, drohte H._ bereits im K._ und
unmittelbar nach der ersten Auseinandersetzung, er werde gewisse Personen
aufschlitzen und abstechen. Dies deutet eher darauf hin, dass er bereits zu die-
sem Zeitpunkt, als er noch nicht mit dem Beschuldigten telefoniert hatte, ein Mes-
ser in seinem Zugriffsbereich hatte, d.h. ein solches entweder auf sich trug oder
im in der Nähe parkierten Auto deponiert hatte. Diese Wortwahl erscheint für eine
Person ohne verfügbares Messer sehr ungewöhnlich. Schliesslich ist in Erinne-
rung zu rufen, dass H._ den Beschuldigten nie aufgefordert hatte, ihm ein
Messer zu bringen, sondern das Messer unaufgefordert vom Beschuldigten erhal-
ten haben will. H._s Äusserungen sprechen somit eher gegen eine Aushän-
digung des Messers durch den Beschuldigten an ihn. Seine Darstellung der Ge-
schehnisse ist im geschilderten Sinne nicht stimmig.
ee) Dass der Beschuldigte H._ das Tatmesser übergeben haben könn-
te, ist angesichts des Ablaufs der Geschehnisse auf den ersten Blick nicht ausge-
schlossen. Es ist eher unwahrscheinlich, dass H._ bereits bei der ersten
Auseinandersetzung das Messer auf sich trug, weil er es dann einerseits an der
Security-Kontrolle vorbei ins K._ mitgenommen hätte und er es andererseits
dann bereits bei der ersten Auseinandersetzung mit der Gruppe AB._ hätte
hervornehmen können. Geht man hingegen davon aus, dass H._ das Mes-
ser bei der ersten Auseinandersetzung zwar noch nicht auf sich, jedoch bereits in
seinem Auto hatte, stellt sich die Frage, weshalb er dann dieses nicht einfach hol-
te, statt den Beschuldigten anzurufen und zu sich zu bestellen, wenn er plante,
†A._ mit dem Messer anzugreifen. H._ befand sich gegenüber der
Gruppe der Brüder AB._ nämlich auch in Begleitung des Beschuldigten noch
immer in der Minderzahl. Immerhin konnte er nicht sicher sein, wie lange die
- 27 -
Gruppe AB._ noch beim K._ bleiben würde, zumal auch den Brüdern
AB._ das Haus verboten worden war. Dass diese eine halbe Stunde nach
der ersten Auseinandersetzung noch immer dort war, war denn auch ein unglück-
licher Umstand. Auch H._ war jedoch nach der ersten Auseinandersetzung
gemäss eigenen Angaben trotz des erlittenen Schockes über die erhaltenen
Schläge zunächst bestrebt, die angespannte Situation mit Unterstützung des Be-
schuldigten und dessen Cousins T._ klären zu können. Es ist hervorzuhe-
ben, dass es sich bei T._ um einen guten Freund von †A._ handelte
und auch der Beschuldigte ein Kollege der Leute von R._ war. Es erscheint
demnach widersinnig, diese beiden als Aggressoren beizuziehen. Dies spricht
dagegen, dass H._ schon in einem so frühen Zeitpunkt echte Tötungs- oder
Verletzungsabsichten zum Nachteil seiner Kontrahenten hegte. Andererseits wa-
ren zahlreiche Personen von Security und Polizei auf Platz, welche die Umset-
zung einer bereits vorhandenen Verletzungs- bzw. Tötungsabsicht wohl verhin-
dert hätten. Aus dem Umstand, dass H._ in jenem Zeitpunkt nicht ein allfällig
im Auto vorhandenes Messer holte, lässt also im Ergebnis nicht darauf schlies-
sen, dass es zwingend der Beschuldigte gewesen sein musste, von dem H._
das Messer erhielt.
ff) Das vom Beschuldigten und I._ geschilderte Verhalten von H._
nach der ersten Auseinandersetzung und während der Autofahrten spricht dafür,
dass H._ nach den erhaltenen Schlägen schockiert war und sich gedemütigt
fühlte, zunächst jedoch nicht in der Lage war, selbständig eine Gegen- oder Lö-
sungsstrategie zu entwickeln. Er nahm deshalb Kontakt mit dem Beschuldigten
auf, weil dieser durch seine Bekanntschaft mit den Gegnern einerseits abklären
könnte, um wen es sich genau bei der Gegnerschaft handelte, andererseits unter
Involvierung seines Cousins schlichtend auf den nach wie vor schwelenden Kon-
flikt einwirken konnte. Es ist erstellt, dass H._ am Telefon weinte, somit emo-
tional erschüttert war. Danach, auf der Autofahrt zum Bahnhof Tiefenbrunnen und
auf der Rückfahrt zum K._, scheint der Zustand von H._ jedoch zuneh-
mend in eine aggressive Haltung umgeschlagen zu sein, wobei auch die Verge-
genwärtigung seiner unschönen Verletzungen im Gesicht und die zweifellos vor-
handenen Schmerzen ein Rolle gespielt haben dürften. Schliesslich musste dann
- 28 -
aus Sicht von H._ wegen der erlittenen Demütigung und Unterlegenheit nun
eine Gegenmassnahme ergriffen werden, was sich auch aus seinen verbalen
Äusserungen gegenüber seinen beiden Begleitern ergab. Dass in dieser Situation
H._ vom Beschuldigten ein Messer erhalten haben soll, dazu noch unaufge-
fordert, erscheint höchst unglaubhaft. Angesichts der geschilderten Eskalation der
emotionalen bzw. inneren Situation bei H._, erscheint es andererseits auch
nachvollziehbar und plausibel, dass H._ nicht sogleich nach der ersten Aus-
einandersetzung nach einem allfällig im Auto vorhandenen Messer gegriffen hat,
sondern erst nach durchlaufen der geschilderten Gefühlslagen im Verlaufe der
Autofahrt zum Bahnhof Tiefenbrunnen und zurück.
gg) Gegen eine Messerübergabe des Beschuldigten spricht weiter dessen
Verhalten am Tatort. Wie bereits dargelegt, verliess der Beschuldigte nach der
Ankunft beim K._ als Erster das Auto, ging sogleich auf die Gruppe mit den
Gebrüdern AB._ zu und erkundigte sich bei N._, was los gewesen sei.
Dies ohne jeglichen Einsatz von Gewalt. Er versuchte entsprechend seiner Funk-
tion als Vermittler zwischen den ihm auf beiden Seiten bekannten Personen sich
einen Überblick zu verschaffen und die Auseinandersetzung zu entschärfen. Der
Messereinsatz H._s erfolgte demnach auch für den Beschuldigten völlig
überraschend. Zudem ist es weder plausibel noch lebensnah, dass jemand, der
einen Streit schlichten will, einem Exponenten der Auseinandersetzung eine Waf-
fe mitbringt, schon gar nicht ohne entsprechendes Begehren des Streitenden. Zu-
dem ist nicht einleuchtend, weshalb der Beschuldigte in seinen Befragungen aus-
führen sollte, dass H._ unter Schwören auf den Koran gedroht habe,
†A._ aufzuschlitzen, wenn er ihm das Messer übergeben hätte. Damit würde
er sich selber belasten. Hätte H._ das Messer tatsächlich von ihm erhalten,
wäre eher zu erwarten gewesen, dass der Beschuldigte die Tatumstände so dar-
gestellt hätte, dass niemand mit einem Messereinsatz habe rechnen können.
Schliesslich sprechen auch die Äusserungen H._s anlässlich eines aufge-
zeichneten Telefonats mit P._ gegen eine Messerübergabe des Beschuldig-
ten. In diesem Telefonat führte H._ nämlich aus: "ich hand die voll in d'sch-
eiss ine grite man. Und de G._ isch im Knascht und er isch uf bewährig."
Hätte H._ das Messer tatsächlich mehr oder weniger gegen seinen Willen
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vom Beschuldigten erhalten, hätte er wohl eher ausgeführt, "G._" hätte ihn
voll in die Scheisse hineingeritten (vgl. Urk. HD 13/1/1).
hh) Bei einer Analyse der Stimmigkeit der verschiedenen Varianten bezüg-
lich der Herkunft des Messers steht somit ein gewichtiger Aspekt im Vordergrund,
aufgrund dessen eine Übergabe des Messers durch den Beschuldigten als nicht
plausibel und mit der Motivlage des Beschuldigten unvereinbar erscheint. Vor
dem erstellten Hintergrund, dass es bei der Rückkehr zum K._ in Anwesen-
heit des Beschuldigten und (wie ursprünglich beabsichtigt) dessen Cousins
(T._), welche beide die Leute aus R._ kannten, um eine Aufklärung der
Umstände und Beteiligten der ersten Auseinandersetzung und um Schlichtung
ging, erscheint es sowohl aus der Optik von H._ wie auch jener des Be-
schuldigten betrachtet unglaubhaft, dass dieser während der Fahrt H._, der
sich zunehmend aufgebrachter und aggressiver äusserte, ungefragt ein Messer
zusteckte.
ii) Zusammenfassend ergibt sich, dass weder die Aussagen von H._,
noch diejenigen des Beschuldigten und I._s für sich alleine zu überzeugen
vermögen. Dass H._ beim Beschuldigten ein Messer bestellte und dieser ihm
ein solches in der Folge übergeben hat, lässt sich nicht nachweisen und wurde im
Übrigen auch von niemandem so behauptet. Dass der Beschuldigte H._ un-
gefragt ein Messer übergeben hat, erscheint aus den dargelegten Gründen sehr
unwahrscheinlich. Denn es ist nicht erklärbar, weshalb der Beschuldigte dies oh-
ne Aufforderung von sich aus getan haben sollte. Einerseits kam der Beschuldigte
mit der Absicht zu schlichten nach Zürich und das Messer hätte gegebenenfalls
gegen ihm bekannte Personen eingesetzt werden können, andererseits hätte er
sich durch eine Messerübergabe an H._ im Falle einer Eskalation selbst in
Gefahr gebracht. Denn es war nicht abschätzbar, wie die nach der ersten Ausei-
nandersetzung aggressiven Brüder AB._ auf einen allfälligen Messereinsatz
selbst reagieren würden. Weiter ist wenig wahrscheinlich, dass H._ das
Messer bereits den ganzen Abend über auf sich trug. So bleibt es letztendlich bei
zwei am ehesten in Betracht fallenden Möglichkeiten: Entweder hatte H._
das Messer in seinem Auto oder der Beschuldigte hat es von sich aus mitge-
- 30 -
nommen und es dann auf der Autofahrt zum K._ H._ auf dessen spon-
tanen Wunsch übergeben. Gestützt auf die vorhandenen Beweise und in Würdi-
gung der vorstehend erwähnten Umstände lässt sich weder die eine noch die an-
dere Möglichkeit mit genügender Sicherheit belegen oder ausschliessen. Bezüg-
lich des Erhalts des Messers vom Beschuldigten stellt die Aussage von H._
das einzige Beweismittel dar, dem es nicht zuletzt vor dem Hintergrund seines
kaum nachvollziehbaren Verhaltens in der Tatnacht, in dessen Zusammenhang
seine Belastung des Beschuldigten steht, an der notwendigen Überzeugungskraft
fehlt, um allein darauf abzustellen.
c) Aufgrund obiger Erwägungen bestehen unüberwindbare Zweifel daran,
dass der Beschuldigte das Messer während der Fahrt an H._ übergeben hat.
Da sich dieser Nachweis rechtsgenügend nicht erbringen lässt, ist in Anwendung
des Grundsatzes "in dubio pro reo" von der für den Beschuldigten günstigeren
und entsprechend den vorstehenden Ausführungen doch auch als wahrscheinli-
cher erscheinenden Version auszugehen, wonach H._ bereits im Besitze des
Messers war, als der Beschuldigte beim Tiefenbrunnen zu diesem ins Fahrzeug
einstieg. Der Sachverhalt gemäss Anklageziffer 1.6. lässt sich somit bezüglich
der Messerübergabe vom Beschuldigten an H._ nicht erstellen. Vor diesem
Hintergrund kann auch auf die von der Verteidigung im Berufungsverfahren neu
beantragte Einvernahme von I._ als Zeuge (Prot. II S. 43) abgesehen wer-
den.
8. In der Anklageschrift (Ziffer 1.7. und 1.8.) wird eine weitere die Tat von
H._ unterstützende Handlung durch den Beschuldigten umschrieben. Der
Beschuldigte soll nach der Ankunft beim K._ H._ "in bewusst weiterer
Stärkung des Auftrittes und der Präsenz von H._" diesen nach Verlassen des
Autos zu den Gebrüdern AB._ und ihre "Party-Gruppe" begleitet haben. Im
Weiteren sei er bei der Tatausführung durch H._ "unmittelbar dabei gestan-
den" (Urk. 15 S. 3).
a) Die Anklageformulierung setzt inhaltlich voraus, dass der Beschuldigte
damit rechnete und zumindest in Kauf nahm, dass der Angriff mit dem Messer
durch H._ bevorstand. Nur wenn diese Voraussetzung erfüllt wäre, könnte
- 31 -
von einer Unterstützungshandlung für die von H._ begangenen Taten die
Rede sein. Dies lässt sich jedoch nicht erstellen. Wie bereits im Zusammenhang
mit dem Vorwurf der Messerübergabe dargelegt wurde, ist als erstellt zu betrach-
ten, dass der Beschuldigte nicht mit H._ zur Gruppe gegangen ist, sondern
dass er als Erster zur Gruppe mit den Brüdern AB._ getreten ist, um den
Mitglieder dieser Gruppe zu sprechen, bzw. um zu klären, was geschehen war.
Dann kam H._ plötzlich von hintern und begann - auch für den Beschuldigten
überraschend - auf †A._ einzustechen (vgl. oben Ziff. 7 lit. a).
b) Die Darstellung durch den Beschuldigten wird auch durch die Aussagen
von H._ gestützt. Dieser führte aus, dass der Beschuldigte, nachdem er aus-
gestiegen sei, zur Gruppe gegangen sei und mit ihnen geredet habe. Er
(H._) sei auch dazu gegangen (Urk. 4/2 S. 4 f.). Der Beschuldigte sei schon
vor ihm ausgestiegen und habe sich zu dieser Gruppe begeben (Urk. 4/7 S. 5). Er
habe gesehen, dass der Beschuldigte vor ihm ausgestiegen und zur Gruppe ge-
laufen sei. Dieser habe mit N._ geredet, glaube er. Dann sei er (H._)
auch von hinten gekommen (Urk. 24 S. 26 f.).
c) Auch in mehreren Aussagen der im Strafverfahren gegen H._ ein-
vernommenen Zeugen und Auskunftspersonen finden sich Übereinstimmungen
mit der Schilderung des Beschuldigten und es wird einheitlich ausgesagt, dass
der Beschuldigte sich selber nicht am Angriff von H._ auf †A._ beteilig-
te. Die Aussagen dieser Personen sind zwar nicht zu Lasten, wohl aber zu Guns-
ten des Beschuldigten verwertbar. So führte N._ aus, der Beschuldigte sei
daneben gestanden. Beim Beschuldigten habe er kein Messer oder so festge-
stellt. Der Beschuldigte habe gar nichts gemacht (HD Urk. 8/2/5 S. 4). Auch
O._ verneinte die Frage, ob noch weitere Personen, unter anderem auch der
Beschuldigte, auf †A._ eingestochen oder eingeschlagen hätten
(HD Urk. 8/2/7 S. 6). O._ schilderte, er habe dann den Beschuldigten gese-
hen, den er von früher kenne. Dieser sei nicht aggressiv gekommen. Plötzlich ha-
be P._ geschrien (HD Urk. 8/2/10 S. 3). So wie er es heute noch wisse, sei
der Beschuldigte gekommen und habe gefragt, was da eigentlich losgewesen sei
(HD Urk. 8/2/10 S. 5). Auch T._ verneinte die Frage, ob der Beschuldigte
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ebenfalls an der Tat beteiligt gewesen sei, und führte aus, dieser sei einfach dort
gewesen (HD Urk. 8/2/11 S. 3). Der Beschuldigte sei vor †A._ gestanden, er
habe irgendwie noch das Bild im Kopf, dass dieser etwas gesagt bzw. etwas ge-
schrien habe, was wisse er nicht. Dann sei H._ auch dazu gekommen und
habe angefangen, auf †A._ zu stechen. Er habe H._ vorher gar nicht
gesehen (HD Urk. 8/2/12 S. 3 f.) P._ schilderte betreffend den Beschuldig-
ten, ein zweiter Typ, der ihr vorher überhaupt nicht aufgefallen sei, sei ebenso so-
gleich weggerannt (HD Urk. 8/2/15 S. 2 f.). Auch R._ verneinte die Frage, ob
neben H._ noch weitere Personen an der Tat beteiligt gewesen seien (HD
Urk. 8/5/1 S. 2).
d) Aufgrund der in diesem Punkt übereinstimmenden Aussagen des Be-
schuldigten und H._s, die zudem auch von den genannten Personen sinn-
gemäss bestätigt werden, ging der Beschuldigte nicht zusammen mit H._ auf
die Gruppe AB._ zu. Vielmehr war er als Erster bei der Gruppe und sprach
mit ihnen und insbesondere mit N._. In dieser Phase war er weder aggressiv
noch in irgend einer Weise gewalttätig, was insbesondere N._ und O._
bestätigten und was auch sonst niemand sah. Niemand nahm den Beschuldigten
als Begleiter von H._ war, der wie erwähnt nach dem Beschuldigten auf der
Bildfläche erschien. Vor diesem Hintergrund kann nicht die Rede davon sein,
dass der Beschuldigte in bewusster Stärkung des Auftrittes und der Präsenz von
H._ diesen bei seiner Messerattacke begleitete. Der Anklagesachverhalt ist
im Sinne dieser Erwägungen zu korrigieren. Soweit die Anklage dem Beschuldig-
ten eine Unterstützung bei der von H._ begangenen Tat vorwirft (Urk. 26 S. 9
f.), lässt sich ein solcher Sachverhalt nicht erstellen.
9. Die Vorinstanz äusserte sich in ihren Erwägungen noch zu den Ankla-
geziffern 1.9. und 1.10., welche die Flucht von H._ und des Beschuldigten
nach der Tat und die Ankündigung der Flucht ins Ausland durch H._ zum
Gegenstand hat (Urk. 44 S. 55 ff.). Da in diesen Anklageziffern jedoch kein Vor-
wurf gegen den Beschuldigten enthalten ist, erübrigen sich hierzu weitere Ausfüh-
rungen.
- 33 -
10. Aufgrund der dargelegten Beweislage kann dem Beschuldigten weder
die Übergabe des Tatmessers an H._ noch eine Begleitung des nachmaligen
Täters im Hinblick auf dessen anstehende Tat in bewusst weiterer Stärkung des
Auftrittes und der Präsenz von H._ nachgewiesen werden. Der Beschuldigte
ist deshalb vom Vorwurf der Gehilfenschaft zu Mord im Sinne von Art. 112 StGB
in Verbindung mit Art. 25 StGB freizusprechen.
IV.
1.a) Die Vorinstanz bestrafte den Beschuldigten wegen vorsätzlichen Besit-
zes einer Waffe ohne Berechtigung im Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. a des Waffen-
gesetzes (WG) mit einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu Fr. 90.–, wovon 25
Tagessätze als durch Haft geleistet gelten. Der Vollzug der Geldstrafe wurde nicht
aufgeschoben. Die mit Urteil des Bezirksgerichts Hinwil vom 27. April 2010 für
den bedingt ausgesprochenen Teil von 2 Jahren Freiheitsstrafe angesetzte Pro-
bezeit wurde um 1 1⁄2 Jahre verlängert (Urk. 44 S. 72).
b) Der Beschuldigte beantragte im Rahmen der Anschlussberufung eine
Reduktion der Geldstrafe auf 25 Tagessätze zu Fr. 90.– und die Verlängerung der
Probezeit um ein halbes Jahr. Ausserdem seien dem Beschuldigten die Kosten
der Untersuchung im Umfang von Fr. 200.– aufzuerlegen. Die Kosten des Beru-
fungsverfahrens seien auf die Staatskasse (recte: Gerichtskasse) zu nehmen
(Urk. 52 S. 2).
2. Der Strafrahmen für eine Vergehen im Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. a
WG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 lit. d WG reicht von einer Geldstrafe bis zu ei-
ner Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren (Art. 34 Abs. 1 StGB und Art. 40 StGB).
Strafschärfungs- oder Strafmilderungsgründe, welche diesen ordentlichen Straf-
rahmen allenfalls erweitern könnten, liegen nicht vor.
3. Die Vorinstanz hat die allgemeinen Kriterien für die Strafzumessung
zutreffend dargelegt. Um unnötige Wiederholungen zu vermeiden kann auf die
- 34 -
entsprechenden Ausführungen in den vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen
werden (Urk. 44 S. 59-61).
a) Bei der objektiven Tatschwere ist zu berücksichtigen, dass der Beschul-
digte die Schlagrute nicht nur bei sich zu Hause aufbewahrte, sondern in seinem
Personenwagen im Seitenfach auf der Fahrerseite deponiert hatte. Durch diesen
Aufbewahrungsort manifestierte der Beschuldigte, dass er die Teleskop-
Schlagrute nicht nur aus Faszination für solche Waffen bzw. aus Liebhaberei be-
sass, sondern sich durchaus auch die Möglichkeit eines Einsatzes vorbehielt. Mit
der Vor-instanz ist das objektive Tatverschulden trotzdem noch als leicht einzu-
stufen.
b) In subjektiver Hinsicht ist festzuhalten, dass der Beschuldigte direktvor-
sätzlich handelte, da er die Teleskop-Schlagrute im Bewusstsein um deren
Zweckbestimmung und die fehlende entsprechende Bewilligung besass. Daran
ändert auch der vom Beschuldigten behauptete und von seiner Verteidigerin vor-
gebrachte Beschaffungsumstand der Schenkung seitens eines Freundes aus Ma-
zedonien nichts (Urk. 3/4 S. 5, Urk. 32 S. 18). Die subjektiven Aspekte vermögen
entsprechend das objektive Verschulden nicht zu relativieren.
c) Insgesamt ist das Tatverschulden noch als leicht zu qualifizieren. Eine
Einsatzstrafe im Bereich von 40 Tagessätzen Geldstrafe erscheint angemessen.
4. Im Rahmen der Täterkomponente ist das Vorleben, die persönlichen
Verhältnisse sowie das Verhalten des Beschuldigten nach der Tat und im Straf-
verfahren zu berücksichtigen (Art. 47 Abs. 1 Satz 2 StGB).
a) In Bezug auf das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse des Be-
schuldigten kann vorab auf die Ausführungen in den vorinstanzlichen Erwägun-
gen verwiesen werden (Urk. 44 S. 62). Im Rahmen der Befragung zur Person an-
lässlich der Berufungsverhandlung haben sich keine relevanten Neuerungen er-
geben (Prot. II S. 16 ff.).
b) Straferhöhend ist zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte mehrere
Vorstrafen aufweist, welche in Bezug auf das begangene Vergehen gegen das
- 35 -
Waffengesetz teilweise einschlägig sind (Urk. 23). So wurde der Beschuldigte
insbesondere mit Urteil des Bezirksgerichts Hinwil vom 27. April 2010 wegen
mehrfachen Raubes und Diebstahls, Hausfriedensbruchs, Sachbeschädigung,
mehrfachen Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie wegen Verge-
hens gegen das Waffengesetz zu einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren und
6 Monaten verurteilt. Der Vollzug von 2 Jahren dieser Freiheitsstrafe wurde dabei
unter Ansetzung einer Probezeit von 3 Jahren aufgeschoben. Damit beging der
Beschuldigte das vorliegend zu beurteilende Vergehen während laufender Probe-
zeit dieser Vorstrafe. Daneben weist der Beschuldigte noch weitere Vorstrafen
auf, die vorliegend nicht unmittelbar einschlägig sind und daher weniger stark ins
Gewicht fallen. Mit Erziehungsverfügung der Jugendanwaltschaft See / Oberland
vom 29. Oktober 2008 wurde der Beschuldigte wegen Drohung, Tätlichkeiten und
mehrfacher Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes mit Freiheitsentzug von
zehn Tagen bestraft. Dazu kommt ein Schuldspruch wegen grober Verletzung der
Verkehrsregeln vom 28. September 2012 (Urk. 23). Diese Vorstrafen sowie die
Delinquenz während laufender Probezeit wirken sich deutlich straferhöhend aus.
c) Das Geständnis des Beschuldigten betreffend den Besitz der Teleskop-
Schlagrute kann nur leicht strafmindernd berücksichtigt werden, da das Geständ-
nis der unwiderlegbaren Beweissituation nach der polizeilichen Durchsuchung
des Fahrzeuges des Beschuldigten entsprach. Weitere Strafminderungsgründe
sind keine ersichtlich.
d) Zusammenfassend überwiegen die straferhöhenden die strafmindernden
Faktoren insgesamt erheblich, weshalb die Strafe um 20 Tagessätze auf 60 Ta-
gessätze zu erhöhen ist.
5. In finanzieller Hinsicht ist aufgrund der Angaben des Beschuldigten be-
kannt, dass er aufgrund der Festanstellung im Gartengeschäft seines Vaters und
der zeitweiligen zusätzlichen Anstellung bei der Firma S._ ein festes monatli-
ches Einkommen zwischen Fr. 3'200.– und Fr. 3'500.– netto hat. Dieser Betrag
ergibt sich nach Abzug für Kost und Logis, da der Beschuldigte bei seinen Eltern
zu Hause wohnt. Auch werden die Kosten für die Krankenkasse und die Steuern
von seinem Vater übernommen (Urk. 24 S. 9). In Anbetracht dieser finanziellen
- 36 -
Verhältnisse erscheint die von der Vorinstanz festgelegte Höhe des Tagessatzes
von Fr. 90.– angemessen. Die Tagessatzhöhe wurde denn auch nicht angefoch-
ten (Urk. 52 S. 2).
6. Aufgrund der dargelegten Strafzumessungsgründe erscheint eine
Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu Fr. 90.– angemessen. Davon gelten 25 Ta-
gessätze als durch Haft geleistet (Art. 51 StGB).
7. Die Vorinstanz verweigerte dem Beschuldigten den bedingten Vollzug
der Geldstrafe. Dies wurde vom Beschuldigten formell nicht angefochten (Urk. 52
S. 2). Die Vorinstanz hat die Verweigerung des Aufschubs zutreffend und unter
Hinweis auf die Vorstrafen des Beschuldigen begründet. Um unnötige Wiederho-
lungen zu vermeiden, kann diesbezüglich vollumfänglich auf die vorinstanzlichen
Erwägungen verwiesen werden (Urk. 44 S. 65 f.). Die Geldstrafe ist somit zu be-
zahlen.
V.
1. Die Privatklägerschaft beantragte im Berufungsverfahren, der Beschul-
dige sei dem Grundsatz nach und unter solidarischer Haftung von H._ zu
verpflichten, den Privatklägern 2. - 6. für den Schaden der im Zusammenhang mit
dem eingeklagten Ereignis vom 15. Juli 2012 steht, Schadenersatz zu leisten. Im
Übrigen seien die Privatkläger auf den Weg des ordentlichen Zivilprozesses zu
verweisen. Ausserdem sei der Beschuldigte - unter solidarischer Haftung von
H._ - zu verpflichten, den Privatklägern jeweils eine Genugtuung im Betrag
von zwischen Fr. 25'000.– und Fr. 60'000.– zuzüglich Zins von 5 % seit dem 15.
Juli 2012 zu bezahlen (Urk. 47 S. 2; Urk. 66 S. 2).
2. Da der Beschuldigte bezüglich seines Verhaltens im Zusammenhang
mit dem Ereignis vom 15. Juli 2012 freizusprechen ist, fehlt es an der Tatbe-
standsmässigkeit bzw. Rechtswidrigkeit des eingeklagten Verhaltens der Be-
schuldigten. Damit fehlt es auch an den zivilrechtlichen Haftungsgrundlagen ge-
mäss Art. 41 ff. OR (vgl. Dolge, BSK StPO/JStPO, Art. 126 N 21). Somit sind die
- 37 -
Schadenersatz- und Genugtuungsforderungen der Privatklägerschaft abzuwei-
sen.
VI.
1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist das vorinstanzliche Kosten-
und Entschädigungsdispositiv (Ziffern 8 - 10) zu bestätigen. Insbesondere besteht
keine Veranlassung, auf die von der Verteidigung beantragte Reduktion des vom
Beschuldigten zu tragenden Kostenanteils von Fr. 800.– näher einzugehen
(Urk. 52 S. 2), da die Vorinstanz ihr diesbezügliches Ermessen nach sachlichen
und nachvollziehbaren Kriterien ausgeübt hat (vgl. Urk. 44 S. 71).
2. Die Kosten des Berufungsverfahrens tragen die Parteien nach Mass-
gabe ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Privatkläger-
schaft unterliegt mit ihrer selbständigen Berufung vollumfänglich. Der Beschuldig-
te unterliegt mit seiner Anschlussberufung mehrheitlich, die sich jedoch lediglich
auf die Strafzumessung für den verbliebenen Schuldspruch und die entsprechen-
de Kostenverteilung beschränkte. Angesichts dieses Verfahrensausganges ist es
gerechtfertigt, der Privatklägerschaft 4/5 der Kosten des Berufungsverfahrens, in-
klusive derjenigen der amtlichen Verteidigung, aufzuerlegen. Dem Beschuldigten
sind 1/10 der Kosten, ausgenommen derjenigen der amtlichen Verteidigung, auf-
zuerlegen. Im Übrigen sind die Kosten auf die Gerichtskasse zu nehmen. Gemäss
Art. 135 Abs. 4 StPO bleibt gegenüber dem Beschuldigten die spätere Nachforde-
rung der Entschädigung der amtlichen Verteidigung für das Berufungsverfahren
im Umfang von 1/10 vorbehalten.
3. Die amtliche Verteidigerin ist für das Berufungsverfahren mit
Fr. 11'500.– (inkl. MwSt) zu entschädigen.
- 38 -