Decision ID: 4fa2dd53-271e-58b5-82c2-f2263cea3510
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1969 geborene
X._
,
welcher nach eigenen Angaben nie einen Be
ruf erlernt bzw. keinen beruflichen Abschluss erworben hat (
Urk.
1 S. 6; vgl. aber auch
Urk.
13/7/2,
Urk.
13/16/1
und
Urk.
13/38/1
, wonach er über eine Ausbildung zum
Metzger mit E
idgenössischem Fähigkeitszeugnis
sowie
über Weiterbildungen
im Bereich Landwirtschaft und P
ilzzucht
verfügt
)
, arbeitete
zuletzt
vom
1.
Juni 2013 bis zum letzten effektiven Arbeitstag am
6.
September 2013 als Hilfsa
rbeiter
bei der
Y._
GmbH (
Urk.
13/24).
Seit dem
Februar 2014 wird er von den Sozialen Diensten unterstützt und
begleitet (
Urk.
7/3). Letztere meldeten den Versicherten m
it Datum vom 26. März
2
014
u
nter Hinweis auf eine Rückenoperation im November 2013 so
wie
Hos
pi
talisation
seit dem 10. Februar 2014 zufolge einer
akute
n
Lungentu
berkulose
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zur
Früher
fassung
(
gezeichnet 2
0.
Februar 2014,
Urk. 7/3
-6
).
Nachdem am 1
.
April 2014
ein
telefonisches
Beratungsgespräch
mit der IV-Stelle
st
attgefunden hatte (Bericht vom 1
.
April 2014
, Urk.
13/7
), meldete sich d
er Versicherte mit Datum vom 29
.
Mai 2014
unter Hin
weis auf eine Diskushernie Lendenwirbel
(LW)
3-5 sowie
die
Lungentuberkulose zum Leistungsbezug
(Berufliche Integra
tion/Rente)
an (Urk.
13/9
).
Am
1
7.
Ju
n
i 201
4
führte die IV-Stelle mit dem
Versi
cherten erneut ein Beratungsgespräch durch (
Bericht vom 17. Juni 2014, Urk. 13/16), woraufhin
sie ihm
vom
1.
Juni 2014 bis 3
0.
Juni 2015
Kostengut
sprache für ein Fitnessjahresabonnement
zum Zwecke des Muskelaufbaus
sowie
Konditions
trai
nings
„
als ersten Schritt in Richtung b
erufliche Eingliederung und im Rahmen der Frühintervention“
erteilte
(
Mitteilung vom 17.
Juni 2014,
Urk.
13/15
).
Am 20.
Juni 2014 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, die D
ienstleistungen im Bereich der b
eruflichen Eingliederung würden abgeschlos
sen
, da seine Arbeits
fähigkeit wesentlich von der Erreichung eines
– noch
weit entfernten
–
gesund
heitlich angemessenen Körpergewichts abhängig sei und wobei medizin
ische Massnahmen vorgingen
. Bei
Wiedererlangen
einer Arbeits
fähigkeit bestünde ausser
dem die Möglichkeit, beim ehemaligen Arbeitgeber wieder einzusteigen
(Urk.
13/19
, vgl. auch Gesprächsprotokoll vom 1
7.
Juni 2014,
Urk.
13/18/2
).
Im Hinblick auf die Rentenprüfung
zog die IV-Stelle einen Auszug aus dem Indi
viduellen Konto (IK-Auszug vom 1
8.
Juli 2014,
Urk.
13/22)
bei
und
tätigte
medi
zinische
und
beruflich
e
Abklärungen
. Mit Vorbescheid vom
1
.
Oktober 2014
st
ellte sie dem
Versicherten
die Abweisung seines
Renten
be
gehrens
in Aussicht
und begründete dies damit, es sei ihm eine angepasste Ver
weistätigkeit zu 100
%
zumutbar
(Urk.
13/30
).
Auf
entsprechenden
Einwand vom 1
2.
November 2014
(
Urk.
13/32)
hin
,
erteilte die IV-Stelle
Kostengutspra
che
für ein
Belastbar
keitstrai
ning
vom
5.
Januar
2015 bis 31.
März
201
5 (Mit
teilung vom 9.
Dezem
ber 2014,
Urk.
13/36)
. Zufolge unentschuldigter Abwe
senheit
seit dem 19.
Janu
ar 2015
(vgl. Verlaufsprotokoll,
Urk.
13/48
/1
)
forderte
die
IV-Stelle
den Versi
cher
ten
mit Schrei
ben vom 27.
Januar 2015 unter Hin
weis auf
seine
gesetzliche Mitwirkungspflicht
zur konstruktiven Mitwirkung
auf
, a
ndernfalls
das
Belast
bar
keitstraining
sofort abgebrochen und
weitere Be
mühungen
in Sachen
Berufs
beratung
eingestellt
würden (Urk.
13/43).
Mit Mit
teilung vom 5.
Februar 2015 brach die IV-Stelle das
Belastbarkeitstraining so
wie
die Eingliederungsberatung androhungsgemäss per 3
1.
Januar 2015 ab
und begründete dies im Wesent
lichen damit, der Versicherte habe kein Arztzeugnis v
orgelegt, aus welchem hervorginge
, dass er nicht in der Lage
gewesen
sei
,
am Belastbarkeitstraining teilzunehmen
.
Ausserdem
empfahl sie dem
Versicherten
, umgehend eine inten
sive Psychotherapie einzuleiten (Urk.
13/47).
Mit Verfü
gung vom 1
8.
März 2015 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren des Versi
cherten gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 0
%
ab (
Urk.
2).
2.
Mit
der
als „
Wiedererwägungsgesuch
/ Beschwerde“ bezeichnete
n
Eingabe
vom 28. April 2015 beantragte der Beschwerdeführer
bei d
er Beschwerdegegnerin
, es sei die Verfügung vom 18. März 2015 wi
e
dererwägungsweise aufzuheben und
der medizinische Sachverhalt nach Abschluss der Rehabilitationsmassnahme „
Pneu
mofit
“ neu abzuklären. Eventualiter sei vorliegendes Gesuch als Be
schwer
de an
da
s Sozialversicherungsgericht unter Beantragung eines zweiten
Schr
iften
wechsels
weiterzuleiten.
Sodann
seien berufliche Massnahmen (Berufs
beratun
g, Umschulung etc.) abzuklären (
Urk.
1 S.
2).
Am
8.
Juni
2015 (Eingangsdatum)
überwies die Beschwerdegegnerin die
Eingabe des Beschwerdeführers vom 28. Ap
ril
2015 ohne Weiterungen
als
Beschwerde an das
zuständige
Sozialver
sicherungsgericht des Kantons Zürich (
Urk.
4).
Innert gerichtl
ich angesetzter Nachfrist (
Verfügung vom
9.
J
uni
2015,
Urk.
6)
präzisier
te der Beschwerde
füh
rer sein
Rechtsbe
gehren
wie folgt: E
s sei die Verfügung v
om 18.
März 2015 aufzu
heben und es seien ihm die gesetzlichen Leistungen (Rente,
Integrations
massnahmen
,
berufli
che Massnahmen etc.
)
auszurichten. Eventualiter sei der medizinische Sachver
halt weiter abzuklären (
Urk.
8). Am 4. September 2015 schloss die
Beschwerde
gegnerin
auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
12), was dem Beschwerdeführer
am
9.
September 2015
zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
14).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die Akten wird, soweit erforderlich, in de
n
nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Allgemeinen Teils des
Sozi
alversicherungsrechts
[
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche
rung [
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperli
chen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Er
werbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 Prozent, auf eine
Drei
viertelsrente
, wenn sie min
des
tens zu 60 Prozent, auf eine halbe Rente
, wenn sie mindestens zu 50 Pro
zent,
oder auf e
ine
Viertelsrente
, wenn sie min
destens zu 40 Prozent in
valid sind.
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.4
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (
§
26
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
).
1.5
Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur Rechts
verhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beurteilen, zu denen die zustän
dige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer Verfü
gung beziehungsweise eines
Einspracheentscheids
– Stellung genommen hat. Insoweit
bestimmt die Verfügung beziehungsweise der
Einspracheentscheid
den
beschwer
deweise
weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem
Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn un
d insoweit keine Verfügung beziehungsweise kein
Einspracheentscheid
ergangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog in der angefochtenen Verfügung, der Beschwer
deführer
sei seit dem
1.
November 2013 (Beginn der einjährigen Wartezeit) in seiner bisherigen Tätigkeit als Gerüstbauer zu 100
%
eingeschränkt. Eine ange
passte Tätigkeit ohne körperliche Aktivität
en, zum Beispiel
eine
administrat
ive Tätigkeit
,
sei ihm indes zu 100
%
zumutbar. Der darauf gestützt ermittelte
Ein
kommensvergleich
ergebe einen Invaliditätsgrad von 0
%
, weshalb kein Ren
ten
anspruch bestehe
(
Urk.
2
S. 2
).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich
in der
als „
Wi
e
dererwägungsge
such
/Be
schwer
de“ bezeichneten Eingabe
vom 2
8.
April 2015
demgegenüber im Wesent
lichen auf den Standpunkt,
der behandelnde Hausarzt,
Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH
für
Allgemeine Medizin, habe nach telefonischer Rücksprache dafür gehalten, er (der Beschwerdeführer)
benö
tige aufgrund seiner somatischen Einschränkungen
sowie
psychische
r
Verfassung Unterstützung bei der
Stellen
suche
. So
könne
zum Beispiel eine Umschulung seine Erwerbstätig
keit dauerhaft verbessern.
Weiter habe Dr. med.
A._
, Facharzt FMH für In
nere Medizin und Leitender Arzt Pneumologie am
B._
, die tele
fo
nische Auskunft erteilt,
zwar
sei davon auszugehen
, dass sich der Beschwer
deführer von seiner Tuberkuloseerkrankung erholen werde. Vor Abschluss des
sogenannte
n
„
Pneumofit
“
ca. Ende April 2015, ein
vom
B._
an
gebotenes
Reha
bilitationsprogramm
für Patienten mit
Lungenerkrankungen, könne dies
allerdings noch nicht abschliessend beurteilt werden
(
Urk.
1 S.
4)
.
Die
Be
schwe
r
degegnerin
habe den Untersuchungsgrundsatz verletzt, indem sie seine Erwerbs
fähigkeit vor Abschluss
der medizinischen Massnahmen
beurteilt habe.
Sodann gelte es zu beachten, dass die behandelnden Ärzte seit März 2014 einen psy
chisch antriebslosen und labilen Zustand festgestellt hätten
. Dieser Umstand sei denn auch von der Beschwerdegegnerin in der Verfügung
[recte: Mitteilung] vom 5.
Februar 2015
selbst erwähnt worden (
Urk.
1 S. 5).
Bei Ver
dacht auf psy
chische Einschränkungen sei praxisgemäss die Mitwirkungspflicht zu lockern und die Untersuchungsmaxime entsprechend zu erhöhen. Ferner sei zu berück
sichtigen, dass er (der Beschwerdeführer) in seinen finanziellen und admini
strativen Belangen vom Sozialdienst der Gemeinde unterstützt werde, mithin als
schutzbedürftig im Sinne von
Art.
388 ff. des Zivilgesetzbuches (ZGB)
erschein
e
.
Gegen
die von der Beschwerdegegnerin
angenommene Er
werbsfähigkeit in einer körperlich leichten oder administrativen Tätigkeit,
brachte der Beschwerdeführer
schliesslich
vor
,
er habe nie einen Beruf erlernt bzw. keinen b
eruflichen Ab
schluss erworben. In den letzten Jahren b
is zum Ausbruch seiner Krankh
eit sei er
als Hilfsarbeiter im Gerüstbau tätig gewesen. Solche körper
lichen Tätigkeiten werde er mit an Sicherheit grenzender Wahr
scheinlichkeit infolge seiner Be
schwerden an der Lunge und am Rücken nicht mehr ausüben können (
Urk.
1 S.
6).
Dadurch habe sich seine bisherige
Erwerbs
grundlage
bzw. Existenzgrund
lage schlagartig geändert und bestünden seit 2014 Anzeichen auf eine psy
chische Dekompensation. Es
zeichne sich ab
, dass er nach einer allfälligen
G
enesung erhebliche Schwierigkeiten haben werde, im ersten Arbeitsmarkt Fuss zu fassen. Bei dieser schwierigen Aus
gangslage seien Integrationsmassnahmen angezeigt. Zusammenfassend sei der medizinische Sachverhalt noch nicht ab
schliessend abgeklärt worden und seien berufliche Massnahmen zu prüfen und anzuordnen (
Urk.
1 S. 7).
3.
3.1
Die
Verfü
gung vom
1
8.
März
2014 (Urk. 2)
bildet
den Anfechtungsgegen
stand des vorliegenden Verfahrens und stellt die Sachurteilsvoraussetzung dar (BGE 125 V 413 E. 1a).
3.2
Die angefochtene Verfügung vom 1
8.
März 2014 (
Urk.
2, vgl. Titel) hat aus
schliesslich den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente zum Inhalt
(vgl. auch Mitteilung vom 2
0.
Juni 2014, wonach betreffend Rentenan
spruch separat entschieden werde,
Urk.
13/19/1)
. Daran vermag auch der letzte Absatz der Begründung, worin die Beschwerdegegnerin auf die
ein
wand
weise
beantragten Integrationsmassnahmen Bezug nimmt,
nicht
s
zu ändern. Teilte sie dem Beschwerdeführer doch bereits am
5.
Februar 2015 mit,
das
Belastbarkeits
training
sowie
die Einglie
derungsberatung w
ürde
zufolge Verletzung der
Mit
wirkungspflicht
androhungsgemäss
per 3
1.
Januar 2015 ab
gebrochen
resp. ab
geschlossen
. Der Beschwerdeführer wurde zudem darauf hingewiesen, dass er diesbezüglich eine formelle Verfügung verlangen könne
(
Urk.
13/47).
Dieser
hat in der Folge eine anfechtbare Verfügung
indes
nicht verlangt.
Dasselbe gilt mit Bezug auf die Mitteilung vom 2
0.
Juni 2014, worin
dem Beschwerdeführer
der
Abschluss beruflicher Massnahmen sowie die Möglichkeit, diesbezüglich
eine
beschwerdefähige Verfügung zu verlangen, eröffnet
wurde
(
Urk.
13/19).
Über die erst
wi
e
dererwägungsweise resp.
beschwerdeweise
neu
beantragte
n be
ruf
li
chen Massnahmen, insbesondere
Umschulung sowie
„Unterstützung bei der Stellensuche“ (
Urk.
1 S.
4
, im Unterschied zum
Einwandverfahren
, bei welchem
explizit
noch
keine Arbeitsvermittlung im Sinne einer berufliche
n
Massnahmen verlangt
worden
war
,
Urk.
13/
32 S. 2)
,
hat die Beschwerdegegnerin in der ange
fochtenen Verfügung
nicht
verfügt.
Vielmehr hat sie
– wie bereits aufgeführt -
die als „Wiedererwägungsgesuch/Beschwerde“ bezeichnete Eingabe des Be
schwer
deführers vom 2
8.
April 2015
im Rahmen ihres
Ermessen
s o
hne Weite
rungen dem hiesigen Gericht überwiesen.
3.3
Soweit der Beschwerdeführer Eingliederungsmassnahmen (
Integrationsmass
nahmen
,
b
erufliche Massnahmen) beantragt, liegt sein Rechtsbegehren
folglich
ausserhalb des Anfechtungsgegenstandes
und
ist diesbezüglich auf die Be
schwerde nicht einzutreten.
E
s
bleibt
dem Beschwerdeführer
unbenommen, sich für Eingliederungsmass
nahmen neu anzumelden bzw. eine anfechtbare Verfügung zu verlangen (Vgl. Mit
teilung vom 2
0.
Juni 2014
,
Urk.
13/19; Mitteilung vom 5.
Februar 2015,
Urk.
13/47)
.
4.
Bei den Akten liegen im Wesentlichen die nachfolgenden medizinischen Unter
lagen.
4.1
Der seit November 2013 behandelnde
Dr.
Z._
stellte in seinem Bericht zuhanden der Beschwerdegegnerin vom 2
0.
Juni 2014 folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
13/21/6)
:
Offene mikroskopisch
polibazilläre
Lungentuberkulose, ED 2/2014
wahrscheinlich Reaktivierung aus der Kindheit bei damaliger Exposi
tion
a
ntituberkulöse Therapie seit 11.02.2014
Status nach
lumboradikulärem
Schmerz- und sensomotorischem Ausfall
syndrom L5/S1 rechts mit Status nach mikrochirurgischer
Se
questrektomie
und Diskektomie L5/S1 rechts 13.11.2013
leichtes
residuelles
Schmerzsyndrom lumbal
Oligo
sy
mptomatische
Polyarthrose unklarer Ätiologie
Hepatitis C
aktuell kein
Ribonukleinsäure
(RNA
) -
Nachweis im Blut
Status nach
Polytoxikomanie
mit anamnestisch intravenöse
m
Drogen- und Alkoholabusus
Nach
der mikrochirurgischen
Sequestrektom
ie
und Diskektomie L5/S1 am 13.
November 2013 sei es im weiteren Verlauf zu einer deutlichen
Beschwerde
regredienz
und zurückgehenden Restitution der Kraft gekommen. Im Rahmen der im Februar 2014 diagnostizierten Tuberkuloseerkrankung
hätten sich so
dann linksseitig schwere
Lunge
nnarben gebildet
mit narbenbedingter Traktion der Trachea nach links. Der Genesungsverlauf
zeige eine stetige
aber langsame Verbesserung der allgemeinen Leistungsfähigkeit
. Die zum jetzigen Zeitpunkt noch bestehende Minderbelas
tbarkeit,
allgemeine Schwäche sowie
Belastungs
dispnoe
sollte
n
im Verlauf der weiteren Therapie weiter rückläufig sein. Im Rahmen der l
eichten
residuellen
Rückenbeschwerden
bestehe ein
e
gute Prog
nose, wobei mittelfristig ein langsamer Aufbau eines Fitnesstrainings empfohlen werde.
Die Wiedererlangung
einer vollen Arbeitsfähigkeit auf dem ersten Ar
beitsmarkt
sei wahrscheinlich
. Es sei jedoch noch mit einer längeren Rehabilita
tion zu rechnen. In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit habe seit November 2013 sicher eine Arbeitsunfähigkeit bestanden, in
i
tial aufgrund der
Rückenproblema
tik
, später zufolge der Tuberkulose. Ausserdem attestierte
Dr.
Z._
dem Beschwerdeführer eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit vom 1
7.
April 2014 bis 3
0.
Juni 2014
(Urk.
13/21/7)
.
In körperlicher Hinsicht bestünden
eine deutlich eingeschrän
kte Belastbarkeit,
Belastungsdisp
noe
und Schwäche. In psychischer Hinsicht scheine der Beschwerdeführer zeit
weilig antriebslos und labil. Die bisherige Tätigkeit sei ihm frühestens ab An
fang 2015 zumutbar. Für Arbeiten ohne körperliche Aktivitäten oder administ
rative Tätigkeiten sei der Beschwerdeführer voraussichtlich in den nächsten Monaten wieder arbeitsfähig (
Urk.
13/21/8).
4.2
Auf
notfallmässige
Zuweisung von
Dr.
Z._
hielt sich der Beschwerdefüh
rer v
om 1
0.
bis 2
7.
Februar 2014
zur stationären Tuberkulosetherapie im
B._
auf. Im Austrittsbericht zuhanden
Dr.
Z._
vom
3.
März 2014
wurden - nebst den bereits bekannten
Diagnosen
– eine
i
nfektbedingte
Thrombozytose
sowie eine leichte Energie- und Eiweissmangelernährung (
Nutritional
Risk
Screening
[
NRS
]
3/Verschlecht
erung Ernährungszustand Grad II
)
diagnostiziert (
Urk.
13/23/6).
Seit August 2013 habe der Beschwerdeführer über produktiven Husten sowie allgemeine Schwäche, Müdigkeit, Inappetenz und
einen
Leis
tungs
knick
geklagt. Ferner habe er über Nachtschweiss und
von einem
Ge
wicht
s
verlust von 10 kg berichtet. Im Oktober 2013 habe sich
der Beschwerde
führer
wegen seines reduzierten Allgemeinbefindens drei Wochen zu Hause aufge
halten. Im November 2013 sei er wegen Rückenschmerzen im
B._
operiert worden, woraufhin sich sein Allgemeinzustand erneut verschlechtert habe. Von Dezember [2013] bis Februar [2014]
hätten
zufolge der Rücken
schmerzen sowie des medikamentös behandelten Hustens
regelmässige
haus
ärzt
liche
Vor
stellungen stattgefunden (
Urk.
13/23/9). Im
Rahmen
der
Ei
ntritts
beurteilung
habe sich der Beschwerdeführer
als
subfebril,
kardiopulmonal stabil,
im
Allge
meinzustand
reduziert
sowie
in einem
sehr schlanken Ernährungszu
stand
prä
sentiert
(
Urk.
13/23/6,
Urk.
13/24/10)
.
Während des stationären Aufent
haltes habe
er
sehr antriebsl
os
gewirkt
. Eine
psychologische Einschätzung sowie gege
benenfalls
eine entsprechende Therapie
seien
angezeigt.
Ferner sei nach Ent
lassung eine sog. „
Directly
Observed
Treatment
“
(DOT) bei schwierigen sozialen Verhältnissen d
ringend indiziert
. Der
Beschwerdeführer
sei schliesslich in stabilem
Allgemeinzustand in die Rehabilitationsklinik
C._
entlassen worden
(Urk.
13/23/7
).
4.3
Die Beschwerdegegnerin unterbreitete die vorgenannten Berichte ihrem Regio
nalen Ärztlichen Dienst (RAD) zur Prüfung. In seiner Stellungnahmen vom
2.
September 2014 kam
pract
. med.
D._
, Facharzt FMH für Arbeitsme
dizin, gestützt auf den Bericht von
Dr.
Z._
zum Schluss, der Beschwer
deführer sei seit ca. September 2014 in einer angepassten Tätigkeit
(Arbeiten ohne körperliche Aktivität, administrative Tätigkeiten)
zu 100
%
arbeitsfähig. Es sei aus versicherungsmedizinischer Sicht jedenfalls nicht von einer dauerhaften Arbeitsunfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit auszugehen (
Urk.
13/29/4).
Gestützt darauf wies die Beschwerdegegnerin nach durchgeführtem
Vorbe
scheid
verfahren
das Rentenbegehren mit der angefochtenen Verfügung vom 1
8.
März 2014 (
Urk.
2) ab (vgl. Feststellungblatt zum Beschluss, Urk. 13/29).
5
.
Aufgrund der medizinischen Akten kann nicht abschliessend beurteilt werden, ob beim Beschwerdeführer ein versicherungsrelev
anter Gesundheitsschaden vorliegt
.
5
.1
De
r angefochtenen Verfügung vom 1
8.
März 20
15
lag
weder
mit
dem
Ha
usarzt
bericht
noch mit
dem Austrittsbericht des
B._
, welchem naturgemäss keinerlei Angaben zur Arbeitsfähigkeit
(über die Aufenthaltsdauer hinaus)
zu entnehmen
ist
, ein
hinreichend abgeklärter Sachverhalt
zugrunde, welcher eine abschlie
s
sen
de und rechts
konforme Beurteilung
des
Gesundheitszustand
es
und der
Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers
erlaubt hätte.
Insbesondere
vermag
die vage Prognose
von
Dr.
Z._
, wonach der Beschwerdeführer
„für Arbeiten
ohne körperliche
Aktivitäten oder administrative Tätigkeiten voraussichtlich in den nächsten Monaten wieder arbeitsfähig“ sei,
den Anforderungen an eine ausreichende medizinische Entscheidungsgrundlage
in keiner Hinsicht
zu ge
nügen.
Kommt hinzu, dass Dr.
Z._
gleichzeitig
anmerkte
, es sei im Zu
sam
menhang mit der Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit von einer längeren Re
habilitation zu rechnen
(vgl.
Erw
. 4.1,
Urk.
13/21/7)
.
Selbstredend
vermag auch
die Stellungnahme von RAD-Facharzt
D._
(
Urk.
13/29/3 f.), welche ohne eigene fachärztliche Untersuchungen ledig
lich gestützt auf die (unzuläng
liche) Aktenlage erfolgte
,
eine fachmedizinische Ab
klärung der in Frage stehenden Gesundheit
und Arbeitsfähigkeit
des Beschwer
deführers nicht zu ersetzen.
5
.2
In Anbetracht dieser Erwägungen
erweist sich
der
medizinische Sachverhalt als ergänzungsbedürftig und
ist die Sache
zur Vornahme einer sämtliche Aspekte des vorliegenden Falles umfassende
n
medizinische
n
Abklärung
, unter Ein
schluss de
r
Frage, inwiefern sich ein beim Beschwerdeführer allenfalls vorlie
gender psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert auf seine Arbeits
fähigkeit auswirkt
,
an
die IV-Stelle
zurückzuweisen
.
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen
, soweit darauf einzu
treten
ist
,
und der angefochtene Entscheid aufzuheben.
6
.
6
.1
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die
Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im
Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- fe
stgelegt. Die Kosten sind
ermes
sens
weise
auf Fr. 600.-- festzusetzen und (aufgrund der rechtsprechungsgemäss eben
falls als vollständiges Obsiegen geltenden Rückwe
isung der Sache an die Ver
wal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung) ausgangsgemäss der
Be
schwerdegegnerin aufzuerlegen.
6
.2
Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Prozessent
schädigung
, welche nach Art. 34 Abs. 3
GSVGer
zu bemessen und auf Fr.
1‘600.--
(inkl. Barauslagen und
MWSt
) festzusetzen ist.