Decision ID: 9dd38d63-84dd-50eb-8b47-d343f5ea6af7
Year: 2013
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. oec. Hermann Grosser, Kriessernstrasse 40,
9450 Altstätten,
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Ausgleichskasse des Kantons
St. Gallen, Brauerstrasse 54, Postfach, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Hilflosenentschädigung zur AHV und unentgeltliche Rechtsverbeiständung im
Verwaltungsverfahren
Sachverhalt:
A.
A.a A._ bezog bis zum Erreichen des AHV-Alters eine ganze Invalidenrente. Gemäss
einem Bericht der (IV-) Regionalstelle vom November 1961 (AHV-H 2012/2-act. 5) litt er
seit Geburt an einer spastischen Lähmung der rechten Hand, welche dank erworbener
Routine nur geringfügig behindere. Im Oktober 1967 war das Leiden ärztlich als eine
angeborene Radialislähmung rechts mit Fallhand beschrieben worden (AHV-H 2012/2-
act. 34-4, im Zusammenhang mit dem Erwerb des Führerausweises). Der erste und der
zweite Finger seien praktisch gelähmt und ohne Sensibilität, die übrigen Finger zeigten
noch eine leichte Streck- und Beugefunktion. Bei einer Abklärung an Ort und Stelle
vom 11. Dezember 1981 (AHV-H 2012/2-act. 58; für den Rentenanspruch) war unter
anderem festgehalten worden, ein Faustschluss sei nicht möglich, da die Hand beim
Gelenk absinke und kraftlos sei. Der rechte Fuss des Versicherten sei sichtbar dünner
und kleiner, sein Gang dadurch "schief". - Am 3. Januar 2001 (AHV-H 2012/2-act. 128)
hatte der Versicherte eine Hilflosenentschädigung der IV beantragt und eine
Hilfsbedürftigkeit in den Bereichen An- und Auskleiden sowie teilweise beim Essen, der
Körperpflege, dem Verrichten der Notdurft und der Fortbewegung geltend gemacht.
Der Arzt Dr. med. B._ hatte angegeben, es bestehe eine spastische Armlähmung seit
Geburt (AHV-H 2012/2-act. 128-4). Am 5. April 2001 (AHV-H 2012/2-act. 136) hatte
eine Abklärung an Ort und Stelle stattgefunden. Dr. B._ hatte am 2. Mai 2001 (AHV-H
2012/2-act. 138-2) erklärt, An- und Ausziehen könne sich der Versicherte. Er könne für
seine eigenen Belange auch Knöpfe und Reissverschlüsse schliessen, habe allerdings
etwas Schwierigkeiten. Gelegentlich brauche er Hilfe von Drittpersonen, auch für seine
Intimpflege. Ansonsten könne er sich aber selber versorgen (vgl. auch die frühere
Beurteilung vom 15. Januar 2001, AHV-H 2012/2-act. 129-2). Auf den ablehnenden
Vorbescheid hin hatte Dr. B._ am 19. Juni 2001 (AHV-H 2012/2-act. 141)
geschrieben, der Versicherte sei damit nicht einverstanden. Und tatsächlich habe er in
letzter Zeit erhebliche zunehmende Beschwerden im Bereich der rechten gelähmten
Hand. Die sensible Sensorik habe ab- und die Spastik zugenommen. Die Finger seien
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eingekrallt. Mit der rechten Hand könne er praktisch nichts mehr unternehmen. Das
Gesuch ist am 3. Juli 2001 (AHV-H 2012/2-act. 144) abgewiesen worden. Einzig beim
Essen sei der Versicherte auf regelmässige und erhebliche Dritthilfe angewiesen. - Ein
neues Gesuch vom 20. Juni 2002 (Hilfsbedürftigkeit beim An- und Auskleiden sowie
teilweise beim Essen und beim Verrichten der Notdurft; Scheidung im Juni 2002; AHV-
H 2012/2-act. 147) wurde am 13. Februar 2003 (AHV-H 2012/2-act. 157) abgewiesen,
nachdem Dr. B._ erklärt hatte, die Hilflosigkeit habe sich nicht verändert, doch sei
der Versicherte nun allein im Haushalt (AHV-H 2012/2-act. 151; vgl. auch AHV-H
2012/2-act. 153 und 148).
A.b Am X 2012 (AHV-H 2012/2-act. 172) stellte der Versicherte einen weiteren Antrag,
diesmal um eine Hilflosenentschädigung der AHV. Darin gab er an, er sei beim An- und
Auskleiden sowie teilweise beim Essen (Nahrung Zerkleinern) und bei der Körperpflege
(Waschen und Baden/Duschen) auf Hilfe angewiesen. Ausserdem benötige er
dauernde medizinisch-pflegerische Hilfe, und zwar zunehmend beim Ankleiden, bei der
Essenszubereitung und beim Waschen. Die Hilfe leiste seine Ehefrau (verheiratet seit
Juni 2005). Dr. med. C._, Allgemeine Innere Medizin FMH, erklärte, die Angaben
deckten sich mit den von ihm erhobenen Befunden. Der Versicherte sei aufgrund der
bekannten Hemiparese im Alltag eingeschränkt (AHV-H 2012/2-act. 172-6). Gemäss
einer älteren detaillierteren Diagnoseliste von Dr. B._ (vom 14. August 2002; AHV-H
2012/2-act. 148) leidet er an einer armbetonten Halbseitenlähmung rechts seit Geburt,
einer schweren Spondylarthrose der Wirbelsäule, schwerster (wohl:) Kyphoskoliose,
Tendoperiostosen in den Bereichen der ganzen Wirbelsäule, Gonarthrosen,
Osteoporose und einem Status nach Myokardinfarkt, nach Angaben vom 4. Februar
2006 (AHV-H 2012/2-act. 162-3) an schweren Folgen einer Polymyelitis als Kleinkind
und Hypercholesterinämie.
A.c Am 7. Mai 2012 klärte die Sozialversicherungsanstalt die Hilflosigkeit telefonisch
ab und gelangte zum Ergebnis, dass einzig beim Essen eine Hilflosigkeit bestehe. Eine
Änderung der Hilflosigkeit habe sich nicht ergeben. Festgehalten wurde unter anderem,
der Versicherte habe nach Scheidung allein gelebt, habe aber täglich Hilfestellungen
benötigt. Bei allen Verrichtungen, bei welchen er Hilfe benötigt habe, habe ihm seine
Nichte geholfen, was aber nicht aktenkundig sei (Aktennotiz von jenem Tag, AHV-H
2012/2-act. 182).
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A.d Am 21. Mai 2012 (AHV-H 2012/2-act. 176) zeigte Rechtsanwalt lic. oec. Hermann
Grosser der Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen an, er vertrete den Ver
sicherten. Am 20. Juni 2012 stellte er für ihn ein Gesuch um unentgeltliche Prozess
führung (AHV-H 2012/2-act. 183).
A.e Mit Schreiben vom 11. Juli 2012 (AHV-H 2012/2-act. 180) nahm der
Rechtsvertreter des Versicherten zum Abklärungsbericht vom 7. Mai 2012 Stellung und
beantragte, es sei dem Versicherten rückwirkend seit fünf Jahren eine
Hilflosenentschädigung zuzusprechen. Er begründete, weshalb seit vielen Jahren eine
Hilflosigkeit mittleren Grades vorliege.
A.f Die Sozialversicherungsanstalt erklärte ihm am 13. Juli 2012 (AHV-H 2012/2-
act. 185), zurzeit werde der Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung (der IV, richtig:
der AHV, korrigiert am 10. August 2012) abgeklärt. Vor Erlass eines Vorbescheids (einer
Verfügung) dränge sich eine anwaltliche Verbeiständung in der Regel nicht auf; ein
Ausnahmefall liege nicht vor.
A.g Der Rechtsvertreter des Versicherten wandte am 25. Juli 2012 (AHV-H 2012/2-
act. 187) ein, eine anwaltliche Vertretung sei hier sachlich geboten, denn die
Verwaltung habe schon mehrere Gesuche abgelehnt, obwohl der Anspruch auf
Hilflosenentschädigung bereits seit mindestens dem Jahr 2000 bestehe. Seit damals
habe sich der gesundheitliche Zustand des Versicherten nicht mehr verändert.
A.h Mit (Zwischen-) Verfügung vom 10. August 2012 (AHV-H 2012/2-act. 188) lehnte
die Sozialversicherungsanstalt eine unentgeltliche Rechtsverbeiständung im
Verwaltungsverfahren ab. Eine solche Vertretung sei vor Erlass der Verfügung nicht
notwendig. Anders könnte es grundsätzlich vom Zeitpunkt der Erhebung einer
Einsprache gegen eine allfällige Abweisung an sein.
A.i Dr. C._ beantwortete der Sozialversicherungsanstalt am 11. August 2012 (AHV-
H 2012/2-act. 190) verschiedene am 16. Juli 2012 (AHV-H 2012/2-act. 186) an ihn ge
richtete Fragen. Wegen der Hemiparese bestünden einzig rechts armbetonte Ein
schränkungen. Rezidivierend leide der Versicherte aber auch an linksseitigen Schulter
beeinträchtigungen, die bei verrenkenden Bewegungen, wie sie beim An- und Aus
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ziehen und Duschen nötig seien, Schmerzen bereiteten. Links sei die Bewegung
weitgehend uneingeschränkt. - Am 7. September 2012 (AHV-H 2012/2-act. 193) setzte
sich die Verwaltung mit den Einwänden in Bezug auf die einzelnen massgeblichen
Verrichtungen auseinander. - Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der Invalidenver
sicherung hielt am 10. Oktober 2012 (AHV-H 2013/1-act. 193) fest, der Versicherte
habe seit dem Kleinkindalter gelernt, die alltagspraktischen Verrichtungen wegen der
Parese des rechten Armes links auszuführen. Neue Diagnosen und Befunde, welche
die funktionelle Einhändigkeit links einschränken würden, seien in den letzten Jahren
nicht hinzugetreten. Mit Kompensationsstrategien, Hilfsmitteln und allenfalls erhöhtem
Zeitaufwand sei es möglich und zumutbar, die Verrichtungen ohne regelmässige und
erhebliche Fremdhilfe zu bewältigen. Selbst eine einhändige Zubereitung und
Einnahme der Nahrung sei mit geeigneten Hilfsmitteln durchaus möglich.
A.j Mit Verfügung vom 15. Oktober 2012 (AHV-H 2013/1-act. 196) lehnte die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen den Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung ab. Allein in der Lebensverrichtung Essen sei regelmässige und
erhebliche Hilfe nötig.
B.
B.a Gegen die (Zwischen-) Verfügung vom 10. August 2012 (AHV-H 2012/2-act. 188)
richtet sich die von Rechtsanwalt lic. oec. Hermann Grosser für den Betroffenen am
6. September 2012 erhobene Beschwerde (AHV-H 2012/2). Der Rechtsvertreter be
antragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei dem Beschwerdeführer
die unentgeltliche Rechtsverbeiständung zu gewähren, ebenso sei ihm die unentgelt
liche Rechtsverbeiständung für das Verfahren vor Versicherungsgericht zu gewähren.
Eine anwaltliche Rechtsverbeiständung sei notwendig. Der Beschwerdeführer sei über
65- jährig und mit dem Sozialversicherungsrecht und insbesondere den einschlägigen
Bestimmungen betreffend die Hilflosenentschädigung nicht vertraut. Er habe die Aus
führungen der Beschwerdegegnerin nicht nachzuvollziehen vermögen. Sein Ersuchen
um eine Entschädigung sei schon zum zweiten Mal abgewiesen worden, obwohl die
Voraussetzungen seit Jahren erfüllt seien. Bei einem Versicherten, einem Sozialarbeiter
oder einem Angehörigen verwandter Berufsgattungen könnten die erforderlichen ein
gehenden Kenntnisse von Gesetz und Gerichtspraxis nicht vorausgesetzt werden. Eine
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Vertretung könnte nicht durch einen Sozialarbeiter oder Fach- und Vertrauensleute
sozialer Institutionen wahrgenommen werden. Es stellten sich Fragen bezüglich der
Verjährung und der Höhe der Entschädigung, die nicht einfach seien. Die Behauptung,
das Verfahren befinde sich noch im Abklärungsstadium, sei falsch. Die
Beschwerdegegnerin habe dem Beschwerdeführer vielmehr mitgeteilt, dass die aktu
ellen Angaben vom 7. Mai 2012 keine Änderung der Hilflosigkeit ergeben hätten. Der
Beschwerdeführer wäre mit einer Stellungnahme dazu überfordert gewesen. Allein aus
den medizinischen Akten ergebe sich, dass er seit längerer Zeit in vier alltäglichen
Lebensverrichtungen erheblich beeinträchtigt sei. Die Beschwerdegegnerin habe nur
telefonische Abklärungen vorgenommen. Das erweise sich als ungenügend. Es seien
denn auch die falschen Schlüsse gezogen worden.
B.b In ihrer Beschwerdeantwort vom 23. Oktober 2012 (zu AHV-H 2012/2) beantragt
die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Im betroffenen
Verfahrensstadium sei es um die Prüfung einer regelmässigen und erheblichen
Hilfsbedürftigkeit in den sechs alltäglichen Lebensverrichtungen gegangen. Da die IV-
Stelle einen Anspruch im Februar 2003 formell rechtskräftig abgelehnt und sich der
Beschwerdeführer erst im X 2012, ein Jahr nach Erreichen des ordentlichen
Rentenalters, zum Leistungsbezug angemeldet habe, sei nicht ersichtlich, inwiefern
sich komplexe Rechtsfragen stellen sollten, zumal sich in den Akten keine Bestätigung
dafür finde, dass die tatsächlichen Voraussetzungen für einen Anspruch seit Jahren
erfüllt seien. Das Verwaltungsverfahren sei vielmehr sachverhaltlich und rechtlich relativ
einfach gelagert. Wegen Rechtsunkundigkeit auf Unterstützung angewiesene
Rechtssuchende hätten sich mit dem Beizug von Fach- und Vertrauensleuten sozialer
Institutionen oder unentgeltlichen Rechtberatungen zu behelfen. Dass dies objektiv
nicht möglich gewesen wäre, werde nicht dargetan und sei auch nicht ersichtlich. Die
Gewährung der unentgeltlichen Verbeiständung käme einem generellen Anspruch
gleich, während die gesetzliche Konzeption einen sehr strengen Massstab ansetze und
ein Anspruch im Verwaltungsverfahren nur in Ausnahmefällen bestehe.
B.c Am 22. November 2012 hat die Gerichtsleitung dem Gesuch um Bewilligung der
unentgeltlichen Rechtspflege (Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung)
im Gerichtsverfahren entsprochen.
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B.d Mit Replik vom 14. Januar 2013 hält der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
daran fest, dass die anwaltliche Verbeiständung notwendig sei, da der Beschwerde
führer seine Ansprüche bei früheren Anmeldungen nicht habe durchsetzen können. Die
Eingabe des Beschwerdeführers vom 13. November 2012 zeige, dass einem Laien
auch mit Unterstützung von Fachstellen, die dort aber praktisch nicht vorhanden seien,
die notwendigen Kenntnisse fehlten. Die Beschwerdegegnerin habe die minimsten
verfahrensrechtlichen Regeln missachtet, indem sie die notwendigen Abklärungen nur
rudimentär vorgenommen und das Untersuchungsprinzip verletzt habe. Der
Sachverhalt sei nur telefonisch abgeklärt und der Beschwerdeführer nicht anhand der
gesetzlichen Kriterien der Hilflosigkeit untersucht worden.
B.e Die Beschwerdegegnerin hat am 24. Januar 2013 an ihrem Antrag festgehalten
und im Übrigen auf die Erstattung einer Duplik verzichtet.
C.
Gegen die Verfügung vom 15. Oktober 2012 hatte der Versicherte am 13. November
2012 Einsprache erheben und die Abklärung durch ein medizinisches Gutachten,
eventualiter ab X 2011 eine Hilflosenentschädigung der AHV für eine Hilflosigkeit
mittleren Grades sowie von X 2011 an rückwirkend auf fünf Jahre eine Hilflosenent
schädigung der IV (ebenfalls für Hilflosigkeit mittleren Grades) beantragen lassen. - Die
Sozialversicherungsanstalt hatte diese mit Einspracheentscheid vom 25. Februar 2013
abgewiesen. Der Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung der IV liege ausserhalb des
Anfechtungsgegenstands und falle in die Zuständigkeit der IV-Stelle. Der Sachverhalt
sei gründlich und sorgfältig abgeklärt worden. Zu erwähnen seien der ausführliche
Bericht über die telefonische Abklärung vom 21. März 2012 (d.h. 7. Mai 2012), die
spezifische Befragung und Auskunftserteilung des Hausarztes vom 16. Juli/11. August
2012, die ausführliche Zusammenfassung und Konklusion vom 7. September 2012 und
deren Plausibilisierung durch den RAD vom 10. Oktober 2012. Von weiteren Abklärun
gen seien keine neuen Erkenntnisse zu erwarten. Unstrittig seien die Einschätzungen
bezüglich der Verrichtungen des Essens, des Aufstehens/Absitzens/Abliegens und der
Fortbewegung sowie zu den Fragen von dauernder Pflege oder regelmässiger persön
licher Überwachung. Es sei dem Versicherten im Rahmen der Schadenminderungs
pflicht zumutbar, der Behinderung angepasste Kleidung zu tragen und Hilfsmittel
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einzusetzen. Die blosse Erschwerung oder Verlangsamung beim An- und Auskleiden
begründe keine Hilflosigkeit. In der Vergangenheit habe er gemäss den Ausführungen
des RAD auch Knöpfe und Reissverschlüsse schliessen können. Es seien keine
gesundheitlichen Beeinträchtigungen hinzugekommen, welche die Verwendung des
linken Arms und der linken Hand einschränken würden. Gestützt auf die plausible
Beurteilung des RAD sei davon auszugehen, dass dem Versicherten bei Verwendung
geeigneter Hilfsmittel auch das An- und Ausziehen von behinderungsangepasster
warmer Kleidung möglich sei. Dass er beim Ordnen der (geeigneten) Kleider im
Rahmen der Notdurftverrichtung Hilfe benötigen solle, erscheine nach dem
Dargelegten nicht plausibel. Mit der funktionstüchtigen linken Hand sollte dem
Versicherten das Waschen des Rückens, der Füsse und der Haare, allenfalls unter
Verwendung geeigneter Hilfsmittel, möglich sein. Eine allfällige Hilfsbedürftigkeit beim
Schneiden der Nägel oder beim Enthaaren sei grundsätzlich nicht relevant, da die Hilfe
nicht täglich erforderlich sei.
D.
D.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die von Rechtsanwalt lic. oec.
Hermann Grosser für den Betroffenen am 15. März 2013 erhobene Beschwerde AHV-H
2013-1. Der Rechtsvertreter beantragt, der angefochtene Einspracheentscheid sei auf
zuheben und die Sache sei zu ergänzenden Abklärungen an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen, eventualiter sei dem Beschwerdeführer eine Hilflosenentschädigung
für Hilflosigkeit mittleren Grades zuzusprechen, ausserdem sei dem Beschwerdeführer
die unentgeltliche Rechtsverbeiständung durch ihn zu gewähren. Da der Beschwerde
führer seit Geburt bzw. durch Krankheit hilflos sei, sei bis zum AHV-Alter die IV zu
ständig. Die Beeinträchtigungen seien seit vielen Jahren vorhanden, hätten sich aber
mit zunehmendem Alter verstärkt. Namentlich hätten die Bewegungseinschränkungen
des linken Armes erheblich zugenommen. Der Beschwerdeführer könne den linken Arm
nicht mehr normal nach vorne und nach hinten und vor allem nicht auf die rechte Seite
bewegen und den Funktionsverlust des rechten Armes nicht annähernd kompensieren.
Das habe die Beschwerdegegnerin nicht berücksichtigt. Der Beschwerdeführer sei
beim Anziehen unentbehrlicher Kleidungsstücke auf Hilfe angewiesen. Ebenfalls
bestehe Hilfsbedürftigkeit - wie im Abklärungsbericht ausgeführt - bei der
Körperpflege, und zwar seit vielen Jahren. Gemäss dem Abklärungsbericht benötige
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der Beschwerdeführer auch Hilfe beim Ordnen der Kleider bei der Verrichtung der
Notdurft. Die Behörde habe den rechtserheblichen Sachverhalt aus eigener Initiative
abzuklären und dürfe Parteivorbringen nicht mit der Begründung abtun, sie seien nicht
belegt worden. Die Abklärungen dürften auch nicht in das Einspracheverfahren verlegt
werden. Die Abklärung vom 7. Mai 2012 sei nur telefonisch erfolgt, was völlig
ungenügend sei. Als Berichterstatterin müsse eine qualifizierte Person wirken, die
Kenntnis von den örtlichen und räumlichen Verhältnissen und den aus den Diagnosen
sich ergebenden Beeinträchtigungen habe und es seien für einen Bericht detaillierte
Erhebungen und eine plausible Begründung erforderlich. Der vorliegende
Abklärungsbericht sei nicht hinreichend qualifiziert. Entgegen dem Bericht von
Dr. C._ sei der Beschwerdeführer mit dem linken Arm wegen der zunehmenden
Schmerzen, dem fortgeschrittenen Alter und der jahrelangen Überbeanspruchung
ausserdem seit Jahren nicht nur rezidivierend, sondern dauernd eingeschränkt. Die
Hilflosenentschädigung sei rückwirkend auszurichten, da eine Hilflosigkeit mittleren
Grades seit vielen Jahren bestehe und vom Beschwerdeführer rechtzeitig angemeldet
worden sei, während sie rechtswidrig abgewiesen worden sei.
D.b Die Beschwerdegegnerin beantragt am 15. April 2013 die Abweisung der
Beschwerde. - Am 17. April 2013 hat die Gerichtsleitung das Gesuch um unentgeltliche
Rechtsverbeiständung bewilligt. - Der Beschwerdeführer hat am 3. Mai 2013 auf die
Einreichung einer Stellungnahme verzichtet.

Erwägungen:
1.
1.1 Im Streit liegt zum einen (AHV-H 2013/1) der Entscheid, mit welchem die
Beschwerdegegnerin die Einsprache gegen ihre Verfügung vom 15. Oktober 2012
abgewiesen hat. Damit hatte sie das Gesuch des Beschwerdeführers um eine
Hilflosenentschädigung der AHV vom X 2012 abgelehnt. Der Beschwerdeführer
beantragt eine Rückweisung der Sache zur Abklärung, eventualiter Zusprechung einer
Entschädigung für Hilflosigkeit mittleren Grades, und zwar rückwirkend.
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1.2 Frühere Verfahren betreffend eine allfällige (IV-) Hilflosenentschädigung für den
Beschwerdeführer waren mit leistungsablehnenden Verfügungen vom 3. Juli 2001 und
vom
13. Februar 2003 abgeschlossen worden. Diese Verfügungen sind in Rechtskraft
erwachsen. Die Beschwerdegegnerin ist auf das neue (AHV-) Gesuch vom X 2012
eingetreten, was nicht zu beanstanden ist. Tritt die Verwaltung auf eine Neuanmeldung
ein, so hat sie das neue Leistungsgesuch in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht
allseitig zu prüfen (BGE 130 V 253 E. 3.3). Von einer Rechtskraftbindung aus den
früheren Leistungsablehnungen kann nicht ausgegangen werden (vgl. Franz Schlauri,
in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Bd. XIV, Ulrich Meyer [Hrsg.], 2. A. 2007,
S. 1110 Rz 137, mit Hinweis auf den Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons
St. Gallen i/S S. vom 7. Dezember 2005, IV 2005/46; vgl. Miriam Lendfers, Die IVV-
Revisionsnormen [Art. 86 -88 ] und die anderen Sozialversicherungen, in:
Schaffhauser/Schlauri, Sozialversicherungsrechtstagung 2009, St. Gallen 2010, S. 60).
2.
2.1 Gemäss Art. 43 AHVG in der seit 1. Januar 2011 in Kraft stehenden Fassung
haben Bezüger von Altersrenten oder Ergänzungsleistungen mit Wohnsitz und
gewöhnlichem Aufenthalt in der Schweiz, die in schwerem, mittlerem oder leichtem
Grad hilflos sind, Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung. Dem Bezug einer
Altersrente ist der Rentenvorbezug gleichgestellt (Abs. 1). - Der Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung entsteht am ersten Tag des Monats, in dem sämtliche
Voraussetzungen erfüllt sind und die Hilflosigkeit schweren, mittleren oder leichten
Grades ununterbrochen während mindestens eines Jahres bestanden hat
(Art. 43 Abs. 2 AHVG). Gemäss Art. 46 Abs. 1 AHVG richtet sich der Anspruch auf
Nachzahlungen nach Art. 24 Abs. 1 ATSG. Diese Bestimmung lässt den Anspruch auf
ausstehende Leistungen fünf Jahre nach dem Ende des Monats, für den die Leistung
geschuldet war, erlöschen. Für den Fall, dass ein Versicherter den Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung mehr als zwölf Monate nach dessen Entstehung geltend
macht, schreibt Art. 46 Abs. 2 AHVG vor, dass die Hilflosenentschädigung in
Abweichung von Art. 24 Abs. 1 ATSG lediglich für die zwölf Monate ausgerichtet wird,
die der Geltendmachung des Anspruchs vorausgehen. Weiter gehende Nachzahlungen
ter bis
bis
bis
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werden gemäss jenem Absatz erbracht, wenn der Versicherte den
anspruchsbegründenden Sachverhalt nicht kennen konnte und die Anmeldung innert
zwölf Monaten nach Kenntnisnahme vornimmt.
2.2 Für die Bemessung der Hilflosigkeit sind die Bestimmungen des IVG sinngemäss
anwendbar. Die Bemessung der Hilflosigkeit zuhanden der Ausgleichskassen obliegt
den IV-Stellen. Der Bundesrat kann ergänzende Vorschriften erlassen (Art. 43 Abs. 5
AHVG). - Gemäss letzteren (Art. 66 Abs. 1 AHVV) ist für die Bemessung Art. 37
Abs. 1, 2 lit. a und b sowie 3 lit. a bis d IVV sinngemäss anwendbar: Nach Art. 37 IVV
gilt die Hilflosigkeit als schwer, wenn die versicherte Person vollständig hilflos ist. Dies
ist der Fall, wenn sie in allen alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheb
licher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist und überdies der dauernden Pflege
oder der persönlichen Überwachung bedarf (Abs. 1). Die Hilflosigkeit gilt nach (dem
hier relevanten Teil von) Art. 37 Abs. 2 IVV als mittelschwer, wenn die versicherte
Person trotz der Abgabe von Hilfsmitteln in den meisten alltäglichen
Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen
ist (lit. a) oder in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in
erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist und überdies einer dauernden
persönlichen Überwachung bedarf (lit. b). Als leicht gilt die Hilflosigkeit gemäss den
genannten Teilen von Art. 37 Abs. 3 IVV, wenn die versicherte Person trotz der Abgabe
von Hilfsmitteln in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in
erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist (lit. a), einer dauernden
persönlichen Überwachung bedarf (lit. b), einer durch das Gebrechen bedingten
ständigen und besonders aufwendigen Pflege bedarf (lit. c) oder wegen einer schweren
Sinnesschädigung oder eines schweren körperlichen Gebrechens nur dank
regelmässiger und erheblicher Dienstleistungen Dritter gesellschaftliche Kontakte
pflegen kann (lit. d).
3.
3.1 Zur Feststellung des massgeblichen Sachverhalts stehen vorliegend die Angaben
des Beschwerdeführers, die ärztlichen Auskünfte und die Abklärungsberichte zur Ver
fügung. Für die Beurteilung des Gesuchs vom X 2012 wurde lediglich eine telefonische
Sachverhaltsabklärung, d.h. eine Befragung des Beschwerdeführers, durchgeführt. Das
bis
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Interesse richtete sich dabei auf einen Vergleich mit den Ergebnissen der bisherigen
Abklärungen, namentlich der früheren Abklärung an Ort und Stelle. Schon der Bericht
über die damalige Abklärung an Ort und Stelle enthielt allerdings seinerseits kaum
Angaben über die eigene Wahrnehmung der Abklärungsperson zu den allfälligen
funktionellen Einschränkungen des Beschwerdeführers und zum Vorgang der Vor
nahme von Lebensverrichtungen, auch keine Fremdangaben. Korrektive zur
subjektiven Schilderung der Hilflosigkeit des Beschwerdeführers fanden sich
stattdessen in der ärztlichen Beurteilung und in der Schadenminderungspflicht des
Beschwerdeführers. Diese Umstände sind bei der Beweiswürdigung zu
berücksichtigen. Wie sich aus dem Folgenden ergibt, lässt sich der Sachverhalt aber
so weit mit ausreichender (d.h. überwiegender) Wahrscheinlichkeit festhalten, als er
hier relevant ist. Von einer Rückweisung zu ergänzenden Abklärungen kann abgesehen
werden.
3.2 Unbestrittenermassen nicht hilfsbedürftig ist der Beschwerdeführer in den Be
reichen des Aufstehens/Absitzens/Abliegens und der Fortbewegung. Ebenso wenig be
darf er der dauernden Pflege oder regelmässiger persönlicher Überwachung.
3.3 Unbestritten ist ausserdem, dass der Beschwerdeführer bei der Verrichtung des
Essens regelmässig in erheblichem Mass der Hilfe bedarf. Dass sämtliche Speisen
durch eine Drittperson in mundgerechte Stücke geteilt werden müssten und er nicht in
der Lage sei, ein Brot mit Butter zu bestreichen, wie er am 7. Mai 2012 angegeben
hatte, erscheint allerdings nicht überzeugend, kann er doch nach der Aktenlage den
linken Arm und die linke Hand gebrauchen (die Bewegung ist weitgehend unein
geschränkt, es bestehen jedoch rezidivierend Schulterschmerzen) und ist ihm der Ein
satz gewisser diesbezüglicher Hilfsmittel (vgl. die RAD-Stellungnahme vom 10. Oktober
2012, AHV-H 2013/1-act. 193) zumutbar. Dennoch gibt es wohl gewisse Speisen - wie
etwa Fleischstücke oder andere Nahrungsmittel festerer Konsistenz -, welche ohne
Hilfe nicht zerkleinert werden können und die sich auch nicht zumutbarerweise
ersetzen liessen (vgl. dazu den Bundesgerichtsentscheid i/S K. vom 28. Januar 2011,
8C_728/10).
3.4 In seiner Anmeldung vom X 2012 macht der Beschwerdeführer eine
Hilflosigkeit im Bereich des An- und Auskleidens geltend (AHV-H 2012/2-act. 172-3).
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Im Abklärungsbericht vom 7. Mai 2012 (AHV-H 2012/2-act. 182) wurde dazu
festgehalten, der Beschwerdeführer könne keine Reissverschlüsse und Knöpfe
schliessen (im Alltag häufig gebraucht) und keine Schuhe binden. Beim Anziehen der
Socken stosse er an seine Grenzen. Es sei ihm aber zumutbar, angepasste Kleider zu
tragen und Hilfsmittel einzusetzen. Die Verrichtung werde seit jeher wie beschrieben
erledigt. In der Stellungnahme zum Abklärungsbericht vom 11. Juli 2012 (AHV-H
2012/2-180) lässt der Beschwerdeführer einwenden, so weit möglich trage er mit
Reiss- oder Klettverschluss angepasste Kleider und Schuhe. Winterkleider wie Jacken
oder einen dicken Pullover könne er ohne Dritthilfe aber nicht anziehen, ebenso wenig
lange Unterhosen. Das Anziehen der Hosen bereite ihm auch bei Modellen mit
Gummizug grösste Mühe, so dass er dabei meistens Hilfe benötige. Es bestehe zudem
die Schwierigkeit, dass solche Hosen nicht richtig halten würden. Dr. C._ erklärte am
11. August 2012 (AHV-H 2012/2-act. 190), dass dem Beschwerdeführer das
Verschliessen von Knöpfen und das Ankleiden von Hosen ohne Gummizug nicht
möglich seien. Für das Anziehen der Hose mit Gummizug habe er sehr lange
gebraucht. Beim Anziehen der Socken habe er unterstützt werden müssen. Die Schuhe
habe er selber anziehen können. Schönere Schuhe zum Binden könne er nicht selber
anziehen. Einen Pullover könne er mit Mühe anziehen. - Dass der Beschwerdeführer
Knöpfe gar nicht mehr verschliessen und keine Hosen ohne Gummizug anziehen
könne, ist nur pauschal mit der Feststellung begründet, dass der rechte Arm zur
Unterstützung kaum zu verwenden sei; es erscheint nach der Aktenlage nur teilweise
plausibel, ist hierfür doch nicht generell der Einsatz beider Hände erforderlich. Der
Beschwerdeführer kann zudem gemäss Dr. C._ den rechten Arm bei zunehmender
Verschlechterung zwar kaum bzw. fast gar nicht mehr verwenden, was aber doch
immerhin eine wenigstens minime zudienende Funktion annehmen lässt. Dass beim
Schliessen von Knöpfen Schwierigkeiten bestehen, wie bereits Dr. B._ im November
2002 (AHV-H 2012/2-act. 153) bestätigte, ist - besonders für Knöpfe am linken Ärmel -
nachvollziehbar. Bei Auftreten der linksseitigen stärkeren Schulterschmerzen sind die
Verrichtungen (wie etwa auch das Anziehen von Hosen) wohl zusätzlich erschwert,
aber doch nicht verunmöglicht. Die blosse Erschwerung oder Verlangsamung bei den
Lebensverrichtungen begründet nicht bereits Hilflosigkeit (ZAK 1986 S. 481 E. 2b). Im
Vergleich zu fixierten Reissverschlüssen an Hosen oder Schuhen sind offene
Reissverschlüsse, etwa an Jacken, einhändig schwieriger verschliessbar. Was die
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Verwendung solcher Reissverschlüsse und das Binden von Schuhen mit
Schnürsenkeln betrifft, ist zu bedenken, dass die Rechtsprechung es als zumutbare
Erfüllung der Schadenminderungspflicht betrachtet, Kleidungsstücke und Schuhe zu
verwenden, mit welchen sich die bekannten Schwierigkeiten annähernd vollständig
eliminieren lassen (vgl. ZAK 1989 S. 213; Entscheide des Eidgenössischen Ver
sicherungsgerichts i/S V. vom 12. November 2002, I 108/01, und i/S A. vom 31. Januar
2001, I 462/99). In diesem Sinn wurde Hilflosigkeit beim An- und Auskleiden und bei
der Körperpflege bei einer Person mit vollständig gelähmtem Arm verneint (ZAK 1986
S. 483). Zumutbar wäre auch die Verwendung einer Anziehhilfe für die Socken
(vgl. AHV-H 2012/2-act. 193-2). Solange durch geeignete Massnahmen bei einzelnen
Lebensverrichtungen die Selbständigkeit erhalten werden kann, liegt diesbezüglich
keine relevante Hilflosigkeit vor (vgl. ZAK 1989 S. 213; I 108/01). Eine regelmässige und
erhebliche Dritthilfe ist beim Beschwerdeführer, der an die Lähmung seines rechten
Arms seit Kindheit gewohnt ist, im massgeblichen Zeitraum (auch bei fortgeschrittenem
Alter) in diesem Bereich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht erforderlich.
3.5 Was die Verrichtung der Körperpflege betrifft, gab der Beschwerdeführer in der
Anmeldung an, beim Waschen und beim Baden/Duschen auf Hilfe angewiesen zu sein.
In der Beschwerde wird vorgebracht, im Abklärungsbericht vom 7. Mai 2012 werde
ausgeführt, der Beschwerdeführer sei bei der Körperpflege auf Hilfe angewiesen. Er
könne die linke Körperhälfte, die rechte Rückenpartie und den Intimbereich nicht
selbständig waschen und trocknen. Da er nicht beide Arme einsetzen könne und
Tätigkeiten über Kopf erschwert seien, wasche ihm seine Frau die Haare. Sie schneide
ihm auch die Nägel, da er als Rechtshänder die Schere links nicht richtig halten könne.
Im Abklärungsbericht sind denn auch betreffend das Waschen und Trocknen
entsprechende Feststellungen gemacht worden. Ausserdem wurde berichtet, der Ein-
und Ausstieg aus der Badewanne erfolge wegen Sturzgefahr mit Unterstützung. Das
Haarewaschen und Nägelschneiden erledige der Beschwerdeführer nicht selber. Bei
diesen Ausführungen handelt es sich um die Wiedergabe der Schilderungen des
Beschwerdeführers selber. Die Abklärungsperson ihrerseits ging in der Folge davon
aus, dass keine Hilfsbedürftigkeit bestehe, da sich seit der Abklärung zum Gesuch vom
Januar 2001 keine Veränderung ergeben habe. Dr. C._ gab am 11. August 2012 zur
Auskunft, das Waschen der rechten (wohl eher: linken) Körperhälfte sei dem
Beschwerdeführer nicht möglich bzw. es gehe "kaum". Das Duschen ist nach diesen
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Angaben bei Auftreten des rezidivierenden linksseitigen Schulterleidens schmerzhaft.
Ein Bedarf nach regelmässiger und erheblicher Dritthilfe im Bereich der Körperpflege ist
bei dieser Sachlage nicht ausgewiesen. Mit Einsatzmöglichkeit einzig der linken Hand
ist die Körperpflege am linken Arm zwar ohne Hilfsmittel ausgeschlossen und jene auf
der linken Körperseite erschwert. Mit entsprechenden Hilfsmitteln kann sie aber
einhändig - rechtsprechungsgemäss (vgl. ZAK 1986 S. 481) - ausreichend und
zumutbarerweise ausgeführt werden. Dass dem Beschwerdeführer die hierfür
erforderliche Beweglichkeit der linken Seite regelmässig fehle, ist nach der Aktenlage
für den zu beurteilenden Zeitraum nicht anzunehmen. Das Angewiesensein auf
Hilfestellung beim Waschen des linken Arms wegen eines armbetonten spastischen
rechtsseitigen Hemisyndroms erreicht nach der Rechtsprechung auch nicht die
notwendige Erheblichkeit (vgl. Bundesgerichtsentscheid i/S M. vom 22. August 2012,
9C_373/2012). Der Hilfsbedarf beim Schneiden der Nägel wird ebenfalls nicht als
erheblich betrachtet (ZAK 1986 S. 481). Noch im Jahr 2002 hatte der
Beschwerdeführer bei der Körperpflege im Übrigen eine Hilfsbedürftigkeit verneint,
unten aber "Waschen" erwähnt (möglicherweise hat er damit die Haushalttätigkeit ge
meint). Dr. B._ hatte nur gelegentlichen Unterstützungsbedarf beschrieben (AHV-H
2012/2-act. 138-2).
3.6 Der Beschwerdeführer hatte bei der telefonischen Abklärung (im Unterschied zur
Anmeldung) angegeben, er sei beim Ordnen der Kleider im Zusammenhang mit der
Notdurftverrichtung hilfsbedürftig, und zwar entsprechend dem An- und Auskleiden
(Öffnen und Schliessen der Verschlüsse). Die nötige Hilfe beim Ordnen der Kleider oder
bei der Reinigung im Zusammenhang mit der Notdurftverrichtung ist ungeachtet der
Lebensverrichtungen An-/Auskleiden und Körperpflege bei der Notdurftverrichtung
zu berücksichtigen (Bundesgerichtsentscheid i/S M. vom 8. April 2010, 8C_30/2010;
BGE 121 V 88). Vorliegend ist nach dem oben zum An- und Auskleiden Dargelegten
kein regelmässiger und erheblicher Bedarf an Dritthilfe ausgewiesen.
3.7 Da der Beschwerdeführer die Anspruchsvoraussetzungen für eine
Hilflosenentschädigung der AHV demnach nicht erfüllt, ist der angefochtene
Einspracheentscheid vom 25. Februar 2013 nicht zu beanstanden. Die Beschwerde
AHV-H 2013/1 ist abzuweisen.
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3.8 Gerichtskosten sind für das Verfahren AHV-H 2013/1 keine zu erheben (Art. 61
lit. a ATSG).
3.9 Anspruch auf eine Parteientschädigung besteht bei diesem Ausgang des
Verfahrens nicht. Zufolge der Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung für
das Beschwerdeverfahren AHV-H 2013/1 durch die Gerichtsleitung vom 17. April 2013
ist aber der Staat zu verpflichten, für die Kosten der Rechtsvertretung des
Beschwerdeführers aufzukommen. Der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand
angemessen erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (einschliesslich
Barauslagen und Mehrwertsteuer). Diese ist in Anwendung von Art. 31 Abs. 3 des st.
gallischen Anwaltsgesetzes (sGS 963.70) um einen Fünftel auf Fr. 2'800.-- zu
reduzieren. Wenn seine wirtschaftlichen Verhältnisse es ihm gestatten, kann der
Beschwerdeführer allerdings zur Nachzahlung der Auslagen für die Vertretung
verpflichtet werden (vgl. Art. 123 ZPO i.V.m. Art. 99 Abs. 2 VRP/SG).
4.
4.1 Zum zweiten ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf unentgeltliche
Rechtsverbeiständung im Verwaltungsverfahren strittig (Beschwerde AHV-H 2012/2).
4.2 Wo die Verhältnisse es erfordern, wird der gesuchstellenden Person nach Art. 37
Abs. 4 ATSG (eingeordnet unter dem Titel "Sozialversicherungsverfahren", geltend also
für das ganze Verwaltungsverfahren, vgl. Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. A. 2009,
N 20 zu Art. 37) ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bewilligt. Vorausgesetzt ist, dass
die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, dass ihr Rechtsbegehren nicht
aussichtslos erscheint und dass die Verbeiständung zur Wahrung ihrer Rechte konkret
notwendig ist (vgl. BGE 132 V 200 E. 4.1). - Hat sich nun auch konkret gezeigt, dass
die Beschwerde nicht erfolgreich war, so war sie doch nicht aussichtslos.
4.3 An die sachliche Gebotenheit der Verbeiständung ist im Zusammenhang mit
Art. 37 Abs. 4 ATSG rechtsprechungsgemäss ein sehr strenger Massstab anzulegen
(vgl. Bundesgerichtsentscheid i/S C. vom 28. Juni 2012, 8C_438/12). Die
Notwendigkeit einer anwaltlichen Vertretung ist mit Blick darauf, dass der
Untersuchungsgrundsatz (Art. 43 Abs. 1 Satz 1 ATSG) gilt, die Versicherungsträger und
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Durchführungsorgane der einzelnen Sozialversicherungen also den rechtserheblichen
Sachverhalt unter Mitwirkung der Parteien nach den rechtsstaatlichen Grundsätzen der
Objektivität, Neutralität und Gesetzesgebundenheit zu ermitteln haben, nur in
Ausnahmefällen zu bejahen. Es müssen sich schwierige rechtliche oder tatsächliche
Fragen stellen und eine Interessenwahrung durch Dritte (Verbandsvertreter,
Fürsorgestellen oder andere Fach- und Vertrauensleute sozialer Institutionen) muss
ausser Betracht fallen. Von Bedeutung ist auch die Fähigkeit der versicherten Person,
sich im Verfahren zurecht zu finden (Bundesgerichtsentscheid i/S K. vom 22. Februar
2013, 9C_908/12; BGE 132 V 200).
4.4 Das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung im Verwaltungsverfahren wurde
am 20. Juni 2012 gestellt, zu einem Zeitpunkt, als eben die telefonische Abklärung
stattgefunden hatte und dazu Stellung zu nehmen war. Aufgrund dieses Berichts war
eine Gesuchsabweisung absehbar. Dem Beschwerdeführer war aufgrund der in den
Anmeldungen und in den Erhebungen an ihn gestellten Fragen (schon aus früheren
Verfahren) bekannt, worauf es in Bezug auf den rechtlich bedeutsamen Sachverhalt
des Verrichtens der alltäglichen Lebensverrichtungen ankommt. Aus den Abschlüssen
der früheren Verfahren war auch ersichtlich geworden, welches die juristische
Argumentation ist. Zwar drohte eine erneute Gesuchsabweisung aufgrund einer
lediglich telefonischen Abklärung. Von einer Ausnahmesituation im Sinn der
Rechtsprechung ist aber nicht auszugehen. Eine fehlerhafte Sachverhaltsgrundlage (im
Hinblick auf die Prüfung des Hilflosenentschädigungsanspruchs) hätte der
Beschwerdeführer ohne anwaltliche Vertretung geltend machen können. Schwierige
rechtliche oder tatsächliche Fragen stellten sich im Verwaltungsverfahren nicht. Aus
dem Umstand, dass dem Beschwerdeführer für das Beschwerdeverfahren die
unentgeltliche Rechtspflege bewilligt worden ist, lässt sich angesichts der höheren
Anforderungen für die Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung im
Verwaltungsverfahren nichts ableiten. Mit der Beschwerdeerhebung ist der
Beschwerdeführer denn auch in ein stark formalisiertes gerichtliches Streitverfahren
involviert, in dem eine anwaltliche Vertretung ohne weiteres als notwendig zu
qualifizieren ist (vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S I.
vom 21. Oktober 2013).
4.5 Die Beschwerde AHV-H 2012/2 ist demnach abzuweisen.
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4.6 Für den Entscheid im Beschwerdeverfahren AHV-H 2012/2 sind ebenfalls keine
Gerichtskosten zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
4.7 Bei diesem Ausgang des Verfahrens AHV-H 2012/2 hat der Beschwerdeführer
keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung. Zufolge der Bewilligung der
unentgeltlichen Rechtsverbeiständung am 22. November 2012 ist hingegen der Staat
zu verpflichten, für die Kosten seiner Rechtsvertretung aufzukommen. Der Bedeutung
der Streitsache und dem Aufwand angemessen erscheint hier eine
Parteientschädigung von Fr. 1'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).
Diese ist wiederum um einen Fünftel auf Fr. 1'200.-- zu reduzieren. Auch diesbezüglich
gilt die oben (E. 3.9) erwähnte allfällige Nachzahlungspflicht.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP