Decision ID: f7b9efe6-f566-4e82-a81c-69b97f4a5eb5
Year: 2019
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich im August 1992 erstmals wegen eines Tumors in der
Wirbelsäule zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung (IV) an (IV-act. 3). Er
gab an, in B._ acht Jahre die Grundschule und vier Jahre das Gymnasium besucht
zu haben. Im elterlichen Betrieb habe er sich zum Schlosser und Monteur ausbilden
lassen. Ausserdem habe er ein Jahr lang Landwirtschaft studiert. Zuletzt sei er bei der
C._ AG als Monteur tätig gewesen. Die IV-Stelle wies sein Gesuch am 31. Januar
1994 (IV-act. 46) und das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen den dagegen
erhobenen Rekurs am 24. November 1994 ab (IV-act. 58). Im März 1995 meldete sich
der Versicherte erneut zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 60). In der Folge
absolvierte er eine Umschulung zum Metallbearbeiter an Werkzeugmaschinen, die er
im Januar 2000 erfolgreich abschloss (IV-act. 149). Nach einem Eingliederungsversuch
mit anschliessender Anstellung bei der D._ AG (vgl. IV-act. 157, 163) und einer ca.
ein halbes Jahr dauernden Anstellung bei der E._ GmbH bezog der Versicherte
Arbeitslosentaggelder (IV-act. 163). Ab März 2004 war er als Schlosser/
Lagermitarbeiter bei der F._ AG tätig (IV-act. 161, 163, 178; Fremdakten-act. 5-80).
A.a.
Am 27. Dezember 2006 (Eingang; unterzeichnet am 15. November 2006;
Postaufgabe unbekannt) meldete sich der Versicherte zum dritten Mal bei der IV-Stelle
zum Leistungsbezug an. Er gab an, wegen eines Unfalls seit dem 11. November 2005
arbeitsunfähig zu sein. Als erlernten Beruf gab er CNC-Operateur an (IV-act. 161). Die
SUVA sprach dem Versicherten mit einer Verfügung vom 7. März 2013 gestützt auf
einen Vergleich eine IV-Rente von 30% zu (Fremdakten-act. 12). Die IV-Stelle lehnte mit
einer Verfügung vom 27. August 2013 das Rentengesuch bei einem IV-Grad von 30%
ab (IV-act. 237). Der Versicherte erhob am 26. September 2013 dagegen eine
A.b.
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Beschwerde. Das Versicherungsgericht hiess die Beschwerde mit einem Entscheid
vom 25. Januar 2016 teilweise gut. Es hob die Verfügung vom 27. August 2013 auf und
wies die Sache zur weiteren Abklärung an die IV-Stelle zurück (IV-act. 255). Es hielt im
Wesentlichen fest, in somatischer Hinsicht könne auf das Gutachten der Fachärzte der
Rehaklinik Bellikon (vgl. Fremdakten-act. 5-15 ff.), die den Versicherten im Mai und Juli
2009 untersucht hätten, abgestellt werden. In psychiatrischer Hinsicht sei davon
auszugehen, dass der Versicherte bis zum Begutachtungszeitpunkt an keiner die
Arbeitsfähigkeit wesentlich beeinflussenden Erkrankung gelitten habe. In Anbetracht
eines Arztberichtes von Dr. med. G._, Oberarzt an der Klinik H._, vom 22. Mai
2013, wonach der Versicherte an einer rezidivierenden depressiven Störung im
Ausmass einer mittelgradigen Episode mit einem somatischen Syndrom (ICD-10
F 33.11) leide, habe die IV-Stelle es allerdings unterlassen abzuklären, ob der
Versicherte nach der Begutachtung in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt gewesen
sei. Zusammenfassend hielt das Versicherungsgericht fest, der Versicherte sei mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ab dem 1. November 2006 in einer
adaptierten Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig gewesen. Ob er im weiteren Verlauf (wohl
frühestens ab Behandlungsbeginn bei Dr. G._ im April 2011) aus psychischen
Gründen in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt gewesen sei, würden die weiteren
Abklärungen aufzuzeigen haben (IV 2013/487 E. 3.3; für den vollständigen Sachverhalt
siehe IV 2013/487). Der Entscheid erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
In Umsetzung des Entscheids des Versicherungsgerichts holte die IV-Stelle
weitere Arztberichte ein. Dr. med. I._, Innere Medizin FMH, berichtete am 17. Mai
2016 (IV-act. 262), am 19. September 2012 habe wegen verstärkter Kopfschmerzen
eine cerebrale MRI-Untersuchung stattgefunden. Er reichte dazu den Bericht von Dr.
med. J._, FMH Neurologie, vom 19. September 2013 ein. Demnach hatte die MRI-
Untersuchung ergeben, dass Zeichen einer diskreten chronischen Marklagerischämie
mit einzelnen bis 0.2 cm grossen isomorphen Glioseherdchen im fronto-parietalen
Marklager beidseits sowie ein punktförmiges winziges, hämosiderinhaltiges
Blutungsresiduum im frontalen Marklager rechts parasagittal neben den Gyrus cinguli
gelegen bestanden hatten. Das übrige craniozerebrale Kernspintomogramm war
regelrecht gewesen (IV-act. 262-8). Dr. I._ hielt weiter fest, der Versicherte habe über
persistierende Kopf-, Nacken- und Fussschmerzen geklagt. Weitere Abklärungen seien
A.c.
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Als Diagnosen ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit gab Prof. L._ an:
nicht erfolgt. Bezüglich des Polytraumas sei der Endzustand erreicht. In somatischer
Hinsicht sei keine Besserung zu erwarten. In psychiatrischer Hinsicht sei eine
Beurteilung durch den behandelnden Psychiater Dr. K._ einzuholen. Dr. med. K._,
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Chefarzt an der Klinik H._, teilte am 28. Juni
2016 mit (IV-act. 265), der Versicherte stehe seit April 2011 bei ihm in Behandlung.
Dieser leide an einer rezidivierenden depressiven Störung bei einer gegenwärtig
mittelgradigen bis schweren Episode mit somatischen Symptomen (ICD-10 F 33.11/2).
Des Weiteren bestehe ein Verdacht auf eine andauernde Persönlichkeitsänderung bei
chronischen Schmerzen (ICD-10 F 62.8). Der Versicherte sei im formalen Denken
verlangsamt und eingeengt auf die eigenen Ängste und negativen Gedanken.
Abgesehen von leichten Konzentrationsstörungen bestünden unauffällige mnestische
Funktionen. Der Versicherte sei im Affekt deprimiert und seine affektive
Schwingungsfähigkeit sei reduziert. Er sei affektiv modulierbar und es bestehe ein guter
affektiver Rapport. Im Antrieb sei er vermindert und motorisch wenig lebhaft. Hinweise
auf Wahnideen, Halluzinationen oder Ich-Störungen seien nicht vorhanden, ebenso
wenig auf Selbst- oder Fremdgefährdung. Aus psychiatrischer Sicht sei mit der
Erhaltung der 50%igen Arbeitsfähigkeit zu rechnen. Diese bestehe seit April 2011. Eine
weitere Verbesserung sei nicht zu erwarten.
Die IV-Stelle teilte dem Versicherten am 8. November 2016 mit, dass sie eine
psychiatrische Begutachtung in Auftrag gegeben habe (IV-act. 269). Am 10. Januar
2017 wurde der Versicherte durch Prof. Dr. med. L._ psychiatrisch abgeklärt. Im
Gutachten vom 12. Januar 2017 nannte Prof. L._ folgende Diagnose mit Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit (IV-act. 276-104):
A.d.
Chronifizierte sonstige rezidivierende Störung von leichtgradiger Ausprägung seit
April 2013 (> zwei Jahre anhaltende Depression); ätiologisch durch psychosoziale
Belastungsfaktoren dominiert (ICD-10 F 33.8).
–
St. n. mittelgradiger depressiver Episode (April 2011 bis April 2013, ICD-10 F 32.11)–
Anpassungsprobleme bei Veränderungen der Lebensumstände (nach dem Unfall
vom 11. November 2005, ICD-10 Z 60.0)
–
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Prof. L._ hielt fest (IV-act. 276-101 f.), im Rahmen der Untersuchung hätten sich
keine Hinweise auf eine Persönlichkeitsstörung oder eine andauernde
Persönlichkeitsänderung ergeben. Der Tagesablauf zeige auf, dass der Versicherte an
keiner ausgeprägten Passivität leide oder hypochondrische Beschwerden äussere.
Eine hochgradige Abhängigkeit des Versicherten gegenüber anderen Personen
bestehe nicht. Die soziale Teilhabe erscheine im Vergleich zum prämorbiden Niveau
leicht gemindert, von einer sozialen Isolation könne jedoch keine Rede sein; der
Versicherte besuche regelmässig ein Café, pflege familiäre Kontakte, verreise nach
M._ etc. Im Psychopathologischen hätten sich nur noch wenige Auffälligkeiten
gefunden. Eine mittelgradige Depression liege sicher nicht mehr vor. Dies stimme
überein mit dem Bericht von Dr. G._, der im Verlauf eine Besserung beschrieben
habe. Diagnostisch hätten sich, als Reaktion auf die Schmerzen sowie auf die
zahlreichen psychosozialen Probleme des Versicherten, nur noch leichte depressive
Symptome gefunden (sonstige rezidivierende depressive Störung, leichtgradig, ICD-10
F 33.8). In der Untersuchung hätten Verdeutlichungen vorgelegen. Der Versicherte sei
sehr engagiert gewesen, seine Beschwerden darzustellen. In Bezug auf die
Arbeitsfähigkeit gab Prof. L._ an (IV-act. 276-105), ab dem April 2011 habe eine
mittelgradige depressive Episode bestanden. Aktuell bestehe eine anhaltende,
chronifizierte Depression leichten Grades. Da depressiven Episoden keine
invalidisierende Wirkung zukomme, sei für den Zeitraum von zwei Jahren, also von
April 2011 bis April 2013, von keiner anhaltenden Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Die
Depression sei nun über diesen Zeitraum hinaus andauernd und könne als chronifiziert
und im Schweregrad als leichtgradig eingestuft werden. Somit liege ab ca. Mai 2013
ein Störungsbild mit Einschränkungen der Durchhaltefähigkeit und der psycho-
physischen Belastbarkeit vor, die eine Arbeitsunfähigkeit von aktuell ca. 20-30%
bezogen auf ein Vollpensum in der zuletzt ausgeübten und in einer adaptierten
Tätigkeit bewirke. In der Abgrenzung der Funktionseinschränkungen, die auf
Gesundheitsstörungen beruhten, von solchen, die nicht versicherte Faktoren beträfen,
sei jedoch auf zahlreiche psychosoziale und soziokulturelle Faktoren hinzuweisen, die
Atypische familiäre Situation (ICD-10 Z 60.1)–
Probleme in Verbindung mit den ökonomischen Verhältnissen (ICD-10 Z 59)–
Probleme in Verbindung mit der Berufstätigkeit (ICD-10 Z 56)–
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das Störungsbild mitausgelöst und unterhalten hätten. Diese Faktoren dominierten das
psychopathologische Bild. Er erachte deshalb die Durchführung von
sozialpsychiatrischen Massnahmen als sinnvoll. Psychotherapeutisch sollte die
Selbstwirksamkeitserwartung des Versicherten gestärkt werden.
A.e Der Arzt des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD), Dr. med. N._, notierte am
20. Januar 2017 (IV-act. 277), Prof. L._ habe in Bezug auf die Aussage, dass
depressiven Episoden keine invalidisierende Wirkung zukomme,
versicherungsmedizinische und versicherungsrechtliche bzw. versicherungsjuristische
Sachverhalte vermischt. Diese Beurteilung obliege den rechtsanwendenden Behörden.
Auch betreffend den Hinweis, dass zahlreiche psychosoziale und soziokulturelle
Faktoren das psychopathologische Bild dominierten, obliege die Beurteilung den
rechtsanwendenden Behörden. Hinsichtlich der Therapieempfehlungen führe
Prof. L._ plausibel aus, dass vorwiegend sozialpsychiatrische Massnahmen als
sinnvoll angesehen würden.
A.f Mit einem Vorbescheid vom 1. März 2017 stellte die IV-Stelle dem Versicherten bei
einem IV-Grad von 25% die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (IV-
act. 282). Zur Begründung hielt sie fest, gemäss dem psychiatrischen Gutachten vom
12. Januar 2017 bestehe seit Mai 2013 ein psychiatrisches Störungsbild, welches eine
Arbeitsunfähigkeit von 20-30% verursache. Die IV-Stelle gehe daher von einem
Mittelwert von 25% aus. Aus dem Einkommensvergleich (Valideneinkommen
Fr. 72'022.--, Invalideneinkommen Fr. 54'017.--) resultiere ein IV-Grad von 25%.
A.g Am 6. April 2017 erhob der Versicherte einen Einwand (IV-act. 283). Er beantragte
die Zusprache einer halben IV-Rente mit Wirkung spätestens ab November 2006. Zur
Begründung führte er unter Verweis auf seine Replik vom 19. Februar 2014 (vgl. IV-
act. 247) aus, dass für das Jahr 2007 von einem Valideneinkommen von mindestens
Fr. 80'000.-- auszugehen sei. Er könne die angestammte Tätigkeit mit seinem multiplen
Beschwerdebild nicht mehr ausüben. Das Invalideneinkommen sei daher ausgehend
vom LSE-Durchschnittslohn für leichte und anspruchslose respektive ungelernte
Tätigkeiten zu berechnen. Zudem sei ein Teilzeit- und "Leidensabzug" von insgesamt
mindestens 20% vorzunehmen. Bei einem korrekten Einkommensvergleich sei eine
halbe Rente zuzusprechen, insbesondere wenn der vom Gutachter postulierte Grad der
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Arbeitsunfähigkeit von 30% statt 25% genommen werde. Das psychiatrische
Gutachten sei teilweise widersprüchlich und lasse wesentliche Aspekte ausser Acht. Im
Gutachten sei festgehalten worden, dass er sich seit 2011 in psychiatrischer
Behandlung befinde. Anlass dazu sei die verschlechterte psychische Situation
gewesen. Er habe den Grund dafür selber bezeichnet (vgl. z.B. Gutachten S. 90 oben
respektive S. 91 dritter Absatz): Nach der RAV-Massnahme im Jahre 2011 sei ihm
nochmals bewusst geworden, dass er nichts mehr könne. Der Gutachter beziehe sich
sodann verschiedentlich auf Dr. G._, welcher bescheinigt haben solle, dass sich sein
Gesundheitszustand ab 2013 verbessert habe. Eine solche Bescheinigung sei nicht
auffindbar. Die Längsschnitt-Beurteilung der Klinik H._ laute durchgehend auf eine
Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit aus psychischen Gründen von 50%, wie zuletzt
auch dem Verlaufsbericht von Dr. K._ vom 28. Juni 2016 entnommen werden könne.
Möglicherweise beziehe sich der Gutachter auf die Aussage, wonach es ihm (dem
Versicherten) dank der Medikamenteneinnahme besser gegangen sei. Diese
vermeintliche Besserung sei dank der Therapie und der Medikamente eingetreten.
Damit sei aber primär einer Verschlechterung des Zustands vorgebeugt und eine
Stabilisierung angestrebt worden. Der Gutachter berücksichtige diesen Umstand nicht,
betone aber gleichzeitig die Notwendigkeit der weiteren regelmässigen Betreuung.
Wenn der Gutachter die Klinik H._ zitiere, sei auf deren Längsschnittbeurteilung
abzustellen. Des Weiteren kritisiere der Gutachter verschiedentlich die Berichte der
Klinik H._. Dieser wäre verpflichtet gewesen, die Fragen direkt mit Dr. K._ zu
klären. Der Gutachter kritisiere auch, dass die Klinik H._ nicht immer zwischen
adaptierter und angestammter Tätigkeit differenziert habe. Für den Gutachter sollte
eigentlich einsehbar sein, dass sich der behandelnde Psychiater zu den körperlichen
Aspekten nicht weiter äussern könne und dass sich die psychischen Einschränkungen
auf jegliche Tätigkeiten auswirkten. In diesem Zusammenhang sei insbesondere darauf
hinzuweisen, dass die psychische Störung zu einer mentalen Einschränkung führe,
welche eine Tätigkeit, die eine hohe Konzentration erfordere, beispielsweise diejenige
als CNC-Fräser, verunmögliche. Schliesslich berücksichtige der Gutachter die
neuropsychologischen Testungen nicht. In der letzten Testung vom 9. September 2013
seien eine mittelschwere Beeinträchtigung der kognitiven Leistungsfähigkeit sowie eine
schwere Verlangsamung objektiviert worden. Die Arbeitsfähigkeit müsse daher weitaus
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geringer angesetzt werden, als der Gutachter diese eingeschätzt habe (nur adaptiert,
angestammt bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit).
A.h Am 7. April 2017 reichte der Versicherte einen Bericht von Dr. K._ vom 3. April
2017 ein (IV-act. 284). Dr. K._ hielt darin fest, der Versicherte stehe seit dem
2. Dezember 2011 regelmässig in der Klinik H._ in Behandlung. Im Jahr 2016 hätten
12 und im Jahr 2017 3 psychotherapeutische Sitzungen stattgefunden. Die Beurteilung
des psychiatrischen Gutachters sei als Querschnittsbeurteilung anzunehmen. Dieser
habe sich auf die IV-Rechtsprechung gestützt. Nach ICD-10 werde eine rezidivierende
depressive Störung nach mindestens drei depressiven Episoden und mindestens zwei
dazwischenliegenden Remissionsphasen diagnostiziert. Dies sei beim Versicherten der
Fall. Es sei daher nicht nachvollziehbar, warum der Gutachter die depressiven
Episoden bestätige, das Vorliegen einer rezidivierenden depressiven Störung jedoch
nicht diagnostiziere. Rezidivierende depressive Störungen hätten sowohl bei
regelmässiger als auch ohne regelmässige Behandlung hohe Rückfallraten. Die
Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit könne deshalb nicht nur im Quer-, sondern auch im
Längsschnitt vorgenommen werden. An der Attestierung einer 50%igen
Arbeitsunfähigkeit halte er deshalb fest.
A.i Der RAD-Arzt Dr. N._ notierte am 15. August 2017 (IV-act. 285), der Versicherte
bringe keine neuen wesentlichen medizinischen Erkenntnisse vor, weshalb an der
gutachterlichen Einschätzung festzuhalten sei. Entgegen den Ausführungen von
Dr. K._ habe Prof. L._ sehr wohl eine rezidivierende depressive Störung
diagnostiziert (sonstige rezidivierende Störung von leichtgradiger Ausprägung, ICD-10
F33.8). Er empfahl, den Einwand des Versicherten inklusive den Bericht von Dr. K._
Prof. L._ vorzulegen.
A.j Die IV-Stelle unterbreitete Prof. L._ den Bericht von Dr. K._ vom 3. April 2017
und den Einwand des Versicherten vom 6. April 2017 zur Stellungnahme. Prof. L._
hielt im Antwortschreiben vom 31. August 2017 fest (IV-act. 287), der Versicherte
bestätige selber, dass es ihm dank der medikamentösen Behandlung im Verlauf besser
gegangen sei. Nicht die Krankheit, sondern die Fähigkeitsstörungen seien zu
beurteilen. Er sei nicht verpflichtet, mit jedem IV-Berichterstatter persönlich zu
telefonieren und sich die schriftlich dargelegten Berichte mündlich bestätigen zu
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lassen. Des Weiteren würdige ein psychiatrischer Gutachter somatische
Einschränkungen prinzipiell nicht, wie dies der Versicherte gefordert habe. Die
neuropsychologischen Testungen habe er gewürdigt. Da diese jedoch ohne
Symptomvalidierungsverfahren durchgeführt worden seien, seien sie im Rahmen einer
Begutachtung nicht verwertbar gewesen. Er sehe keine Veranlassung, von seiner
Arbeitsfähigkeitseinschätzung im Gutachten abzuweichen.
A.k Mit einer Verfügung vom 11. September 2017 wies die IV-Stelle, entsprechend
dem Vorbescheid, das Leistungsbegehren ab (IV-act. 288). Zu den Einwänden führte
sie an, aus ärztlicher und gutachterlicher Sicht gebe es keine Veranlassung, von der
gutachterlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung abzuweichen. Neue wesentliche
medizinische Erkenntnisse seien nicht vorgebracht worden.
B.
B.a Der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) erhob am 25. September 2017
eine Beschwerde (act. G 1). Er beantragte die Aufhebung der Verfügung vom
11. September 2017 und die Zusprache mindestens einer halben IV-Rente mit Wirkung
ab April 2013. Eventualiter sei die Verfügung aufzuheben und die Angelegenheit sei im

Sinne der Erwägungen an die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin)
zurückzuweisen. Zudem beantragte er den Beizug der Akten des Verfahrens
IV 2013/487. Ergänzend zu den Einwänden im Vorbescheidverfahren machte der
Beschwerdeführer geltend, seine gesundheitlichen Beeinträchtigungen hätten bereits
im Jahre 1991 begonnen; der letzte Arbeitstag bei der C._ AG sei am 27. August
1991 gewesen. Die IK-Werte 1991 und 1992 seien nicht repräsentativ; abzustellen sei
auf eine ganzjährige Verdienstmöglichkeit im Rahmen des Jahres 1990. Der an die AHV
gemeldete Lohn für die Monate Februar bis Dezember 1990 habe Fr. 61'670.--
betragen. Bei 12 Monaten ergebe dies Fr. 67'276.--. Das psychiatrische Gutachten
vom 12. Januar 2017 habe ein psychiatrisches Störungsbild mit einer
Arbeitsunfähigkeit von 20-30% ab Mai 2013 festgelegt. Das Einkommen sei daher auf
das Jahr 2013 aufzurechnen. Das Valideneinkommen betrage somit Fr. 88'266.--
(Anstieg des Landesindexes der Konsumentenpreise, Basis 1982, um 37.9 Punkte von
121.6 Punkte im Jahr 1990 auf 159.5 Punkte im Jahr 2013; dies entspreche einer
Teuerung von 31.2%). Als Invalideneinkommen sei auf die Lohnstrukturerhebung (LSE)
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des Bundesamtes für Statistik abzustellen. Der Bruttolohn 2012, TA 1, total privater
Sektor im Kompetenzniveau 1, habe Fr. 62'520.-- (bei einem Faktor 101.8) betragen. Im
Jahr 2013 sei der Faktor 102.5, sodass sich ein Ausgangswert für das
Invalideneinkommen von maximal Fr. 63'011.-- ergebe. Betreffend den
Arbeitsunfähigkeitsgrad sei nicht vom Mittelwert von 25%, sondern von 30%
auszugehen, da die Schätzung des Gutachters zurückhaltend ausgefallen sei und er
(der Beschwerdeführer) an mannigfachen Beschwerden, insbesondere an
Kopfschmerzen, leide. Dies führe zu einem Invalideneinkommen von Fr. 44'108.-- und
damit zu einem IV-Grad von über 50%. Zweifellos sei auch ein Abzug vom
Tabellenlohn vorzunehmen. Aus dem Gutachten gehe nicht hervor, ob die verbleibende
Arbeitsfähigkeit im Sinne einer Teilzeit-Tätigkeit oder über den ganzen Tag verteilt zu
erbringen sei. Es sei von einer Teilzeitarbeit auszugehen, welche bei einem 75%-
Pensum zu einem Abzug von 8% führe. Zudem sei ein "Leidensabzug" von mindestens
12% vorzunehmen. Insgesamt sei mindestens ein Abzug von 20% vom Tabellenlohn
zu gewähren. Daraus resultiere ein Invalideneinkommen von Fr. 35'286.-- und eine
verbleibende Erwerbsfähigkeit von 29.98%.
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 25. Oktober 2017 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 4). Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, dass entgegen
dem psychiatrischen Gutachten auch ab April 2013 von einer vollen Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers auszugehen sei. Gemäss der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung sei eine leichte depressive Störung nämlich nicht invalidisierend. Die
beim Beschwerdeführer festgestellten psychosozialen und soziokulturellen
Belastungsfaktoren müssten bei der Bemessung der Invalidität überdies
ausgeklammert bleiben. Das Valideneinkommen sei gestützt auf die LSE des
Bundesamts für Statistik zu berechnen, da keine repräsentative Einkommensbasis zur
Verfügung stehe. Zudem sei das Versicherungsgericht im Urteil vom 24. November
1994 davon ausgegangen, dass der Beschwerdeführer ein Jahreseinkommen von
Fr. 54'080.-- hätte erzielen können, was in etwa auf der Höhe des
Durchschnittseinkommens eines Hilfsarbeiters gemäss der LSE von 1994 liege. Das
durchschnittliche Jahreseinkommen für Männer in der Qualifikationsstufe 4 im Jahr
2013 betrage Fr. 65'654.--. Eine Aufwertung könne unterbleiben, weil davon
auszugehen sei, dass sich das Validen- und das Invalideneinkommen in etwa gleich
entwickelt hätten. Das Valideneinkommen betrage somit Fr. 65'654.--. Das
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Invalideneinkommen sei ebenfalls gestützt auf die Tabellenlöhne zu berechnen, da der
Beschwerdeführer nicht mehr arbeite. Er sei in einer körperlich leichten bis
mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeit mit stehender, sitzender und laufender
Betätigung voll arbeitsfähig. Geeignete Tätigkeiten seien beispielsweise leichtere
Maschinenbedienungs-, Kontroll-, Sortier-, Prüf- sowie Verpackungsarbeiten und
leichtere Arbeiten bei der Lager- und Ersatzteilbewirtschaftung. Das entsprechende
Einkommen für das Jahr 2013 betrage Fr. 65'654.--. Da der Beschwerdeführer auch
körperlich mittelschwere Tätigkeiten ausüben könne, sei keine Reduktion des
Tabellenlohns vorzunehmen. Auch das fortgeschrittene Alter und die tiefe Qualifikation
mit langer Abwesenheit vom Arbeitsmarkt rechtfertigten keinen Abzug vom
Invalideneinkommen, da es sich um invaliditätsfremde Faktoren handle. Diese
Gesichtspunkte seien insofern berücksichtigt worden, als das Invalideneinkommen
gestützt auf das niedrigste Kompetenzniveau 1 der Tabellenlöhne berechnet worden
sei. Das Validen- und das Invalideneinkommen seien demnach gleich hoch. Der
Beschwerdeführer habe folglich keinen Anspruch auf eine IV-Rente.
B.c Der Beschwerdeführer machte in seiner Replik vom 6. Dezember 2017 ergänzend
geltend (act. G 6), er bestreite, dass die vom Gutachter festgestellte depressive
Störung nicht invalidisierend sei. Der Gutachter habe erklärt, dass die psychische
Störung ab dem Jahr 2013 zwar nur noch leichtgradig, aber chronifiziert gewesen sei.
Dabei sei von einer therapieresistenten Störung auszugehen. Nach 6 Jahren
notwendiger Therapie sei zudem offensichtlich, dass sich die psychische Störung in
einem gewissen Masse verselbstständigt habe und daher als versicherungsrechtlich
relevant einzustufen sei. Die Beschwerdegegnerin habe in der angefochtenen
Verfügung vom 11. September 2017 die psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit von
20-30% anerkannt. Die Ausführungen in der Beschwerdeantwort stellten einen
Rückzieher dar, was nicht tolerabel sei. Dasselbe gelte für das Valideneinkommen,
welches in der betreffenden Verfügung mit Fr. 72'022.-- beziffert worden sei. Er habe
im Jahr 2001 im umgeschulten Beruf als CNC-Monteur Fr. 70'352.-- verdient.
Hochgerechnet auf das Jahr 2013 ergebe sich eine ähnliche Grösse wie das früher
berechnete Valideneinkommen in der Höhe von Fr. 88'266.--. Die Tätigkeit als CNC-
Fräser könne nicht als adaptiert eingestuft werden, da diese – nebst höchster geistiger
Präsenz – auch das Umlagern der Werkstücke etc. beinhalte, was ihm aus somatischer
Sicht nicht zumutbar sei. Der "Leidensabzug" sei geschaffen worden, um
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invaliditätsfremden Faktoren Rechnung zu tragen. Durch das Abstellen auf das unterste
LSE-Kompetenzniveau sei der Praxis des "Leidensabzugs" noch nicht nachgelebt.
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (vgl. act. G 8).
Erwägungen
1.
Die Beschwerdegegnerin hat mit der angefochtenen Verfügung vom 11. September
2017 einen Rentenanspruch des Beschwerdeführers bei einem IV-Grad von 25%
verneint. Strittig ist somit, ob der Beschwerdeführer einen Anspruch auf eine
Invalidenrente hat. Ein allfälliger Rentenanspruch besteht frühestens ab dem
1. November 2006 (siehe Entscheid des Versicherungsgerichts vom 25. Januar 2016,
IV 2013/487 E. 2; Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG in der bis zum 31. Dezember 2007 geltenden
Fassung).
2.
Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht
durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder
verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses
Jahres zu mindestens 40% invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung, IVG, SR 831.20). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende
oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG,
SR 830.1). Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen,
geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung
und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten
auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
2.1.
Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität grundsätzlich
durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen,
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares
2.2.
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3.
Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte,
wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
Das Versicherungsgericht hat im Entscheid vom 25. Januar 2016 festgehalten, der
Beschwerdeführer sei mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ab
dem 1. November 2006 in einer adaptierten Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig gewesen.
Ob er im weiteren Verlauf (wohl frühestens ab Behandlungsbeginn bei Dr. G._ im
April 2011) aus psychischen Gründen in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt gewesen
sei, würden die weiteren Abklärungen aufzuzeigen haben (IV 2013/487 E. 3.3.9). Die
Beschwerdegegnerin hat dies zu Recht als verbindliche Vorgabe im Sinne von Art. 56
Abs. 2 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRP, sGS 951.1) interpretiert
und den psychischen Gesundheitszustand des Beschwerdeführers vertieft abgeklärt.
2.3.
Um das zumutbare Invalideneinkommen ermitteln zu können, muss der
verbliebene Arbeitsfähigkeitsgrad des Beschwerdeführers mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststehen. Die Beschwerdegegnerin hat zur
Beantwortung dieser Frage Prof. L._ mit der Erstellung eines psychiatrischen
Gutachtens beauftragt. Prof. L._ hat im Gutachten vom 12. Januar 2017 angegeben
(IV-act. 276), der Beschwerdeführer habe von April 2011 bis April 2013 an einer
mittelgradigen depressiven Episode gelitten. Da depressiven Episoden keine
invalidisierende Wirkung zukomme, sei für diesen Zeitraum von keinem
Gesundheitsschaden auszugehen. Ab April 2013 sei die Depression als chronifiziert
und im Schweregrad als leichtgradig zu bezeichnen. Der Beschwerdeführer sei deshalb
ca. ab Mai 2013 zu ca. 20-30% bezogen auf ein Vollpensum in der zuletzt ausgeübten
und in einer adaptierten Tätigkeit arbeitsunfähig. Strittig und im Folgenden zu prüfen
ist, ob dem Gutachten voller Beweiswert zukommt, das heisst ob es die
Arbeitsfähigkeit von 70-80% mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit belegt. Nebst dem Gutachten liegen aus psychiatrischer Sicht der
Bericht von Dr. G._ vom 22. Mai 2013 sowie die Berichte von Dr. K._ vom
17. Dezember 2014 (IV-act. 253), vom 28. Juni 2016 (IV-act. 265) und vom 3. April 2017
(IV-act. 284) vor. Für die Zeit vor der Behandlung bei Dres. G._ und K._, das heisst
vor dem April 2011, ist in antizipierender Beweiswürdigung davon auszugehen, dass
sich nicht mehr feststellen lässt, ob eine arbeitsfähigkeitsrelevante psychische
Beeinträchtigung bestanden hat. Im Zeitpunkt der psychiatrischen Untersuchung in der
Rehaklinik Bellikon vom 1. Juli 2009 hat der Gutachter immerhin keine eindeutigen
Auffälligkeiten erheben können (Fremdakten-act. 5-49). Der Beschwerdeführer hat
zudem selber angeführt, der Auslöser für die Aufnahme der psychiatrischen
3.1.
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Behandlung im April 2011 sei die Einsicht nach der RAV-Massnahme gewesen, dass er
"nichts mehr könne" und dass es mit der unterdrückten Hoffnung auf Besserung
"endgültig nicht mehr so werden würde wie früher" (IV-act. 283-3, siehe auch act. G 6
S. 4 f.). Dies spricht gegen das Bestehen einer psychischen Beeinträchtigung in der
Zeit vor dem April 2011. Den Nachteil der Beweislosigkeit hat der Beschwerdeführer zu
tragen.
Ein Gutachten hat vollen Beweiswert, wenn es für die streitigen Belange
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen
Situation einleuchtet und die Schlussfolgerungen der Experten begründet sind (BGE
125 V 352 E. 3a). Vorliegend hat Prof. L._ den Beschwerdeführer eingehend
untersucht und dessen subjektive Klagen aufgenommen. Er hat die objektiven
klinischen Befunde wiedergegeben, umfassende Kenntnis von den Vorakten gehabt
und diese gewürdigt. Gestützt darauf hat Prof. L._ sinngemäss ausgeführt, gestützt
auf den Bericht von Dr. G._ vom 22. Mai 2013 könne davon ausgegangen werden,
dass der Beschwerdeführer damals an einer mittelgradigen depressiven Episode
gelitten habe. Er hat die von Dr. G._ diagnostizierte rezidivierende mittelgradige
depressive Störung im Wesentlichen mit der Begründung, die Akten enthielten keinen
Hinweis darauf, dass der Beschwerdeführer bereits früher an einer depressiven
Episode gelitten hätte, verneint. Diagnostisch sei deshalb von einer depressiven
Episode und nicht von einer rezidivierenden Depression auszugehen. Des Weiteren hat
er festgehalten, bei der von ihm vorgenommenen Untersuchung hätten sich nur noch
wenige Auffälligkeiten finden lassen. Das Selbstwertempfinden sei leicht gemindert und
die Interessen seien minim reduziert gewesen. Im Übrigen hat er diverse
psychopathologische Kriterien geprüft und keine Auffälligkeiten festgestellt (z.B. keine
Auffälligkeiten der kognitiven Parameter, keine Verzögerung des formalen
Gedankengangs, keine wahnhaften Inhalte beim Denken, unauffällige Psychomotorik,
kein wesentlicher sozialer Rückzug, normaler Appetit, keine Antriebsstörung etc.).
Betreffend den Bericht von Dr. K._ vom 28. Juni 2016 hat Prof. L._ festgehalten, es
sei nicht nachvollziehbar, wie Dr. K._ zu seiner Verdachtsdiagnose einer
andauernden Persönlichkeitsstörung gekommen sei. Der Bericht enthalte dazu keine
weiterführenden Informationen. In der gutachterlichen Untersuchung hätten sich keine
Hinweise auf eine Persönlichkeitsstörung oder auf eine andauernde
Persönlichkeitsänderung ergeben. Die soziale Teilhabe des Beschwerdeführers
erscheine im Vergleich zum prämorbiden Niveau leicht gemindert, von einer sozialen
Isolation könne jedoch keine Rede sein. Gestützt auf diese Befunde hat Prof. L._ eine
3.2.
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sonstige rezidivierende depressive Störung leichtgradigen Ausmasses diagnostiziert
(ICD-10 F 33.8), da diese über 2 Jahre anhaltend und somit chronifiziert sei. Für die Zeit
von April 2011 bis April 2013 habe eine mittelgradige depressive Episode bestanden.
Dr. K._ hat im Bericht vom 17. Dezember 2014 eine rezidivierende depressive
Störung, gegenwärtig mittelgradige bis schwere Episode mit somatischen Symptomen
(ICD-10 F33.11/2), diagnostiziert. Er hat notiert, in den letzten 2 Jahren hätten
monatliche Sitzungen stattgefunden. Der Beschwerdeführer sei im formalen Denken
verlangsamt und seine Konzentrationsdauer sei reduziert gewesen. Im Affekt sei er
deprimiert, ängstlich und die affektive Schwingungsfähigkeit sei reduziert gewesen. Er
sei affektiv modulierbar und ein affektiver Rapport sei knapp herstellbar gewesen. Im
Antrieb sei er vermindert und motorisch wenig lebhaft gewesen. Hinweise auf Selbst-
oder Fremdgefährdung hätten nicht bestanden. Im Verlauf des Jahres 2014 könne von
einer Verschlechterung des psychischen Zustands ausgegangen werden. Der
Beschwerdeführer sei seit mindestens Anfang 2014 zu 50% arbeitsunfähig gewesen.
Im Bericht vom 28. Juni 2016 hat Dr. K._ gestützt auf die im Wesentlichen gleichen
Befunde wie im Bericht vom 17. Dezember 2014 dieselbe Diagnose gestellt. Zusätzlich
hat er einen Verdacht auf eine andauernde Persönlichkeitsänderung bei chronischen
Schmerzen (ICD-10 F 62.8) diagnostiziert. Er hat festgehalten, der Beschwerdeführer
sei seit der Therapieaufnahme im April 2011 zu 50% arbeitsunfähig gewesen. Im
Bericht vom 3. April 2017 hat Dr. K._ angegeben, im Jahr 2016 hätten 12 und im Jahr
2017 3 Sitzungen stattgefunden. Bei rezidivierenden depressiven Störungen könne die
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit im Längsschnitt vorgenommen werden. An seiner
Arbeitsfähigkeitsschätzung halte er fest. Zunächst ist festzustellen, dass die
Ausführungen von Prof. L._ in Bezug auf die Erhebung der Diagnose im
Untersuchungszeitpunkt (10. Januar 2017) nachvollziehbar und stringent sind. Seine
von derjenigen von Dr. K._ abweichende Beurteilung hat Prof. L._ begründet.
Insbesondere hat er schlüssig dargelegt, dass keine Hinweise auf eine
Persönlichkeitsstörung oder auf eine andauernde Persönlichkeitsänderung bestanden
hätten. Auch hat er festgehalten, dass im Untersuchungszeitpunkt nur noch wenige
Auffälligkeiten feststellbar gewesen seien. Dr. K._ hat im Bericht vom 28. Juni 2016
nicht ausgeführt, worauf er die Verdachtsdiagnose einer Persönlichkeitsstörung oder
einer andauernden Persönlichkeitsänderung gestützt hat. Er hat vielmehr im
Wesentlichen dieselben Befunde festgehalten wie im Bericht vom 17. Dezember 2014,
in dem er nur eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige bis
schwere Episode mit somatischen Symptomen (ICD-10 F33.11/2), diagnostiziert hatte.
Aus der Sicht von Prof. L._ haben in der gutachterlichen Untersuchung
Verdeutlichungen vorgelegen. Er hat im Gutachten festgehalten, der Beschwerdeführer
sei sehr engagiert gewesen, seine Beschwerden darzustellen. Bereits bei früheren
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Untersuchungen war über deutliche Zeichen einer Aggravation berichtet worden (vgl.
den neuropsychologischen Bericht der Rehaklinik Bellikon vom 19. Mai 2009,
Fremdakten-act. 5-53 f., und das neuropsychologische Gutachten des Instituts für
Neuropsychologische Diagnostik und Bildgebung vom 21. Juni 2010, Fremdakten-
act. 8-34 f.). In Bezug auf die in den Berichten von Dr. K._ vom 17. Dezember 2014
und vom 28. Juni 2016 enthaltenen Befunde und die gestützt darauf gestellte Diagnose
einer mittelgradigen bis schweren rezidivierenden depressiven Störung ist daher zu
vermuten, dass der Beschwerdeführer auch in den Therapiesitzungen bei Dr. K._
seine Beschwerden überzeichnet hat. Zudem ist der Erfahrungstatsache Rechnung zu
tragen, dass die behandelnden Ärzte aufgrund ihrer auftragsrechtlichen
Vertrauensstellung im Zweifel eher zugunsten ihrer Patienten auszusagen pflegen und
dazu neigen, die pessimistischen Beschwerdeschilderungen ihrer Patienten als objektiv
ausgewiesen zu qualifizieren (vgl. BGE 125 V 353 E. 3b.cc; Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts vom 5. April 2004, I 814/03 E. 2.4.2). Die von Prof. L._
gestellte Diagnose einer sonstigen rezidivierenden depressiven Störung leichtgradigen
Ausmasses (ICD-10 F 33.8) überzeugt daher. Nicht überzeugend sind hingegen seine
Ausführungen betreffend das Bestehen einer mittelgradigen depressiven Episode für
den Zeitraum von April 2011 bis April 2013. Dr. K._ hat dem Beschwerdeführer
durchgehend eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit ab April 2011 bis mindestens April 2017
attestiert (vgl. die Berichte von Dr. K._ vom 28. Juni 2016 und vom 3. April 2017, IV-
act. 265, 284). Das lässt darauf schliessen, dass der psychische Gesundheitszustand
des Beschwerdeführers seit dem Beginn der Therapie im Wesentlichen unverändert
geblieben ist und dass deshalb von April 2011 bis April 2013 keine mittelgradige,
sondern nur eine leichtgradige depressive Episode bestanden haben kann. Auch für die
Zeit nach dem April 2013 ist vom Bestehen einer leichtgradigen depressiven Störung
auszugehen. Das Gutachten überzeugt deshalb insoweit nicht, als Prof. L._ für den
Zeitraum von April 2011 bis April 2013 auf den von Dr. G._ diagnostizierten
Schweregrad der Depression abgestellt hat.
Prof. L._ hat dem Beschwerdeführer eine Arbeitsunfähigkeit von ca. 20-30% ab
ca. Mai 2013 attestiert. Er hat diese Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht überzeugend
begründet. Seinem Gutachten lässt sich zwar entnehmen, dass die Durchhaltefähigkeit
und die psycho-physische Belastbarkeit des Beschwerdeführers eingeschränkt
gewesen seien. Aber eine Begründung dafür, dass diese Einschränkungen so stark
gewesen wären, dass sie eine 20-30%ige Arbeitsunfähigkeit zur Folge gehabt hätten
(z.B. wegen eines erhöhten Pausenbedarfs, einer Verlangsamung, einer geringeren
Flexibilität), fehlt. Die Arbeitsunfähigkeitsschätzung von 20-30% scheint angesichts der
gestellten Diagnose und der daraus resultierenden Einschränkung der
3.3.
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Durchhaltefähigkeit und der psycho-physischen Belastbarkeit - zumindest aus der
Sicht eines medizinischen Laien - als zu hoch. An sich wäre es angezeigt, Prof. L._
darum zu ersuchen, diese Begründung nachzuliefern. Beim gemäss der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung massgebenden Mittelwert von 25% (vgl. Urteil
des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 21. April 2005, I 822/04 E. 4.4; vgl.
Urteil des Bundesgerichts vom 28. Dezember 2007, 9C_626/ 2007 E. 3.2) handelt es
sich um den maximal möglichen Arbeitsunfähigkeitsgrad. Dies erlaubt es, auf dieser
Grundlage einen "vorläufigen" Einkommensvergleich durchzuführen. Bleibt der IV-Grad
dabei unter 40%, kann aus verfahrensökonomischen Gründen auf weitere
Sachverhaltsabklärungen verzichtet werden.
Der Beschwerdeführer leidet nebst seinen psychischen Beeinträchtigungen auch
an somatischen sowie an neuropsychologischen Beschwerden. Das
Versicherungsgericht hat dazu im Entscheid vom 25. Januar 2016 für die Parteien
verbindlich festgehalten, dass der Beschwerdeführer mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit ab dem 1. November 2006 in einer adaptierten
Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig gewesen sei. Dabei hat sich das Versicherungsgericht
im Wesentlichen auf das Gutachten der Rehaklinik Bellikon vom Mai/Juli 2009 gestützt
(IV 2013/487 E. 3.3). Indizien, wonach sich der Gesundheitszustand seit dem
27. August 2013 (Datum der mit dem Entscheid des Versicherungsgerichts vom
25. Januar 2016 aufgehobenen Verfügung der Beschwerdegegnerin) aus somatischer
oder aus neuropsychologischer Sicht verschlechtert hätte, bestehen nicht. Dr. I._ hat
im Bericht vom 17. Mai 2016 aus somatischer Sicht ausdrücklich festgehalten (IV-
act. 262), bezüglich des Polytraumas sei der Endzustand erreicht. Eine Besserung sei
nicht zu erwarten. Auch der Beschwerdeführer bringt in dieser Hinsicht nichts vor. In
Bezug auf die neuropsychologischen Beschwerden wendet er lediglich ein, dass
Prof. L._ die neuropsychologischen Testungen, insbesondere jene vom 9. September
2013, nicht berücksichtigt habe. Das Versicherungsgericht hat im Entscheid vom
25. Januar 2016 die neuropsychologischen Berichte inklusive den Bericht der Klinik
O._ vom 9. September 2013 gewürdigt und festgehalten, der Beschwerdeführer leide
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nur an leichten kognitiven Einschränkungen
(IV 2013/487 E. 3.3.3). Für Prof. L._ hat deshalb kein Anlass bestanden, die
neuropsychologischen Berichte erneut zu diskutieren. Der Einwand des
Beschwerdeführers ist nicht stichhaltig. Damit ist mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der Beschwerdeführer aus
somatischer und neuropsychologischer Sicht ab dem 1. November 2006 in einer
adaptierten Tätigkeit durchgehend zu 100% arbeitsfähig gewesen ist. Dabei sind dem
Beschwerdeführer mittelschwere Tätigkeiten ganztags ohne längeres Stehen und
3.4.
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4.
Gehen am Stück zumutbar gewesen. Positionswechsel sind sinnvoll gewesen und
intermittierend haben Pausen eingelegt werden müssen (z.B. 3 x 10 Minuten
zusätzlich). Tätigkeiten mit erhöhten Anforderungen an das Gleichgewicht sind dem
Beschwerdeführer nicht mehr zumutbar gewesen. Häufiges Knien und Kauern ist nicht
mehr möglich gewesen. Gehen auf unebenem Gelände ist nur selten und ohne
Gewichtsbelastung zumutbar gewesen. Tätigkeiten mit mittleren kognitiven
Anforderungen sind vollumfänglich zumutbar gewesen (Gutachten der Rehaklinik
Bellikon vom Mai/Juli 2009, Fremdakten-act. 5-30 f.). Somit bleibt es bei einer
maximalen Arbeitsunfähigkeit von 25% seit dem April 2011.
Im Folgenden ist der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene
Einkommensvergleich zu überprüfen. Der Beschwerdeführer hat seit 1985 in der
Schweiz gearbeitet (vgl. IK-Auszug, IV-act. 263). Von 1987-1993 ist er als Schlosser
und Geländermonteur bei der C._ AG tätig gewesen (IV-act. 3, 6-7, 7, 10, 263). Nach
einer von der IV finanzierten Umschulung zum Metallbearbeiter an Werkzeugmaschinen
hat er, nach einem Eingliederungsversuch, bei der D._ AG eine Festanstellung
erhalten und von April 2000 bis April 2002 dort gearbeitet (vgl. IK-Auszug, IV-act. 263).
Gemäss einer Aktennotiz des Eingliederungsverantwortlichen ist der Beschwerdeführer
als Maschinenbediener einsetzbar gewesen (IV-act. 154). Von März 2004 bis zum
Unfallereignis vom 11. November 2005 hat der Beschwerdeführer bei der F._ AG als
Schlosser/Lagermitarbeiter gearbeitet. Für die Berechnung des Valideneinkommens ist
auf das letzte erzielte Einkommen bei der F._ AG abzustellen. Der Beschwerdeführer
hat zwar eine von der IV finanzierte Umschulung zum Metallbearbeiter an
Werkzeugmaschinen absolviert und anschliessend eine Festanstellung in diesem
Fachbereich erhalten. Allerdings hat er nur relativ kurz, nämlich von April 2000 bis April
2002, dort gearbeitet. Ab März 2004 ist er wieder in seinem im Herkunftsland erlernten
Beruf als Schlosser tätig gewesen. Die F._ AG hat dazu angegeben, der
Beschwerdeführer habe Schlosserarbeiten und Reparaturen von Gerüstmaterial sowie
Lagerarbeiten wie das Bereitstellen von Kundensendungen und Ein- und
Umlagerungsarbeiten ausgeführt (IV-act. 178). In Anbetracht dieser beruflichen
Laufbahn ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer im fiktiven
Gesundheitsfall weiterhin als Schlosser/Lagermitarbeiter gearbeitet hätte. Die bei der
Umschulung vermittelten Berufskenntnisse sind durch die "Nichtbenutzung" und die
technische Entwicklung weitgehend wertlos geworden. Der Beschwerdeführer hätte
deshalb wohl bereits im Jahr 2006 nicht mehr in den umgeschulten Bereich
zurückkehren können. Die Beschwerdegegnerin hat somit zu Recht festgehalten, der
4.1.
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Beschwerdeführer könnte, wenn er gesund wäre, als Schlosser/Werkstattmitarbeiter
weiterhin ein Einkommen erzielen (IV-act. 288). Beim Valideneinkommen von
Fr. 72'022.-- hat sich die Beschwerdegegnerin auf das von der SUVA in der Verfügung
vom 3. Februar 2011 eingesetzte Valideneinkommen von Fr. 69'550.-- gestützt und der
Nominallohnentwicklung für das Jahr 2014 angepasst (IV-act. 231, 237, 278;
Fremdakten-act. 7). Wie nachfolgend aufgezeigt wird, ist dieses zu hoch. Gemäss
einem Arbeitgeberbericht der F._ AG vom 13. Mai 2009 hat der Beschwerdeführer im
Jahr 2005 monatlich Fr. 4'444.15 plus Fr. 370.35 "Grati" verdient (Fremdakten-
act. 5-80; siehe auch IV-act. 178, wonach der AHV-pflichtige Monatslohn Fr. 4'814.50
betragen hat). Bei 13 Monatslöhnen ergibt dies ein Jahreseinkommen von Fr. 62'589.--.
Nach dem IK-Auszug hat er von März bis Dezember 2004 Fr. 47'130.-- (auf das volle
Jahr aufgerechnet: Fr. 56'556.--) und von Januar bis Dezember 2005 Fr. 50'783.--
verdient. Die Angaben sind somit widersprüchlich. Für die weitere Berechnung kann
jedoch vom höchsten Wert von Fr. 62'589.-- ausgegangen und auf weitere
Sachverhaltsabklärungen verzichtet werden, da, wie nachfolgend aufgezeigt wird,
selbst bei einem Jahreseinkommen in der Höhe von Fr. 62'589.-- kein Rentenanspruch
resultiert. Der Einkommensvergleich ist zweimal, für die Jahre 2006 und 2011,
durchzuführen. Der Beschwerdeführer ist nämlich mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit ab dem 1. November 2006 in einer adaptierten
Tätigkeit durchgehend zu 100% arbeitsfähig gewesen. Ab April 2011 ist er sowohl in
der angestammten als auch in einer adaptierten Tätigkeit zu maximal 25%
arbeitsunfähig gewesen. Das Valideneinkommen ist anhand der Lohnentwicklung 2006
und 2010 des Bundesamts für Statistik (BFS), Nominallohnindex, 2002-2006 und
2006-2010, T1.93, Erzeugung und Bearbeitung von Metall/Herstellung von
Metallerzeugnissen, und der Lohnentwicklung des BFS 2013, Nominallohnindex,
2011-2013, T1.10, Metallerzeugung/Herstellung von Metallerzeugnissen, aufzurechnen.
Für das Jahr 2006 beträgt es somit Fr. 63'359.-- (Fr. 62'589.-- x 115.2 : 113.8 =
Fr. 63'359.--) und für das Jahr 2011 Fr. 67'148.-- (Fr. 63'359.-- x 121.0 : 115.2 =
Fr. 66'549.--; Fr. 66'549.-- x 100.9 : 100 = Fr. 67'148.--).
In Bezug auf die Bemessung des Invalideneinkommens ist massgebend, dass der
Beschwerdeführer nach der Umschulung zum Metallbearbeiter an Werkzeugmaschinen
nur während kurzer Zeit, nämlich von April 2000 bis April 2002, in diesem Beruf
gearbeitet hat und die bei der Umschulung vermittelten Berufskenntnisse durch die
"Nichtbenutzung" und die technische Entwicklung weitgehend wertlos geworden sind.
Dem Beschwerdeführer steht daher einzig eine Invalidenkarriere als Hilfsarbeiter offen.
Ihm ist eine mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeit ganztags mit zusätzlichen
Pausen (z.B. 3 x 10 Minuten) und ohne längeres Stehen und Gehen am Stück sowie
4.2.
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ohne häufiges Knien und Kauern zumutbar. Tätigkeiten mit erhöhten Anforderungen an
das Gleichgewicht sind ihm jedoch nicht mehr und Gehen auf unebenem Gelände ist
ihm nur selten und ohne Gewichtsbelastung zumutbar. Tätigkeiten mit mittleren
kognitiven Anforderungen sind vollumfänglich zumutbar (Gutachten der Rehaklinik
Bellikon vom Mai/Juli 2009, Fremdakten-act. 5-30 f.). Wie die Beschwerdegegnerin zu
Recht ausgeführt hat, sind für den Beschwerdeführer geeignete Tätigkeiten etwa
leichtere Maschinenbedienungs-, Kontroll-, Sortier-, Prüf- sowie Verpackungsarbeiten
und leichtere Arbeiten bei der Lager- und Ersatzteilbewirtschaftung. Die verbleibende
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ist somit auf dem allgemeinen und
ausgeglichenen Arbeitsmarkt verwertbar. Für die Berechnung des zumutbaren
Invalideneinkommens ist praxisgemäss auf die Lohnstrukturerhebung des BFS
abzustellen, also auf den Zentralwert des Einkommens für Hilfsarbeiter. Im Jahr 2006
hat dieser Fr. 59'197.-- betragen (vgl. Anhang 2 der IV-Ausgabe der Informationsstelle
AHV/IV, Ausgabe 2012). Bei einem Valideneinkommen von Fr. 63'359.-- resultiert ein
IV-Grad von 7%. Im Zeitpunkt des frühest möglichen Rentenbeginns, dem
1. November 2006, besteht somit kein Rentenanspruch. Im Jahr 2011 hat der
Zentralwert des Einkommens für Hilfsarbeiter Fr. 61'910.-- betragen (vgl. Anhang 2 der
IV-Ausgabe der Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2019). Bei einer Reduktion des
Einkommens aufgrund des Arbeitsunfähigkeitsgrades von maximal 25% beläuft sich
das zumutbare Invalideneinkommen auf Fr. 46'433.--. Der Beschwerdeführer hat im
Vergleich zu einem zu 75% beschäftigten Hilfsarbeiter keine Möglichkeit mehr, ein
Einkommen in derselben Höhe zu erzielen. Der erhöhte Pausenbedarf und die leichte
Reduktion der kognitiven Fähigkeiten können zu einer Verlangsamung bei der
Arbeitsverrichtung und zu Behinderungen in den Betriebsabläufen führen. Des Weiteren
ist der Beschwerdeführer nicht in der Lage, Überstunden zu leisten oder
vorübergehend an einem nicht adaptierten Arbeitsplatz eingesetzt zu werden. Seine
Flexibilität ist somit eingeschränkt. Aus der Sicht eines betriebswirtschaftlich-
ökonomisch handelnden Arbeitgebers ist der Wert der Arbeitsleistung des
Beschwerdeführers vermindert. Geht man von einem ökonomischen Invaliditätsbegriff
aus, ist aufgrund dieser Nachteile bei der Ermittlung des Ausgangswerts des
zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens eine Korrektur vom Zentralwert
vorzunehmen: Praxisgemäss erscheint ein Tabellenlohnabzug von 10% als
angemessen. Das zumutbare Invalideneinkommen beläuft sich damit auf Fr. 41'790.--.
Bei einem Valideneinkommen von Fr. 67'148.-- und einem zumutbaren
Invalideneinkommen von Fr. 41'790.-- resultiert ein IV-Grad von 38%. Daraus folgt,
dass der Beschwerdeführer selbst bei einem Arbeitsunfähigkeitsgrad von 25% ab April
2011 und unter Berücksichtigung eines Tabellenlohnabzugs von 10% keinen Anspruch
auf eine Rente der Invalidenversicherung hätte. Bei diesem Ergebnis erübrigen sich
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5.
Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des
Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.
Sie ist durch den von diesem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.-- gedeckt.