Decision ID: 3472402b-e834-4974-827c-41d7ba3fda1e
Year: 2011
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Fiona Carol Forrer, Bellerivestrasse 49,
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Postfach 352, 8034 Zürich,
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Ausgleichskasse des Kantons St.
Gallen, Brauerstrasse 54, Postfach, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Ergänzungsleistung zur IV
Sachverhalt:
A.
A.a A._ bezog im Kanton B._ eine Ergänzungsleistung zur Rente der IV. Am 26.
März 2008 verlegte er seinen Wohnsitz in den Kanton St. Gallen. Am 11. April 2008
füllte er die Anmeldung an die Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen zum
Bezug von Ergänzungsleistungen aus. Darin war unter anderem angegeben worden, es
würden für ... Kinder in C._ Unterhaltsleistungen bezahlt; eine
Unterhaltsvereinbarung bestehe nicht. Es würden Unfallversicherungsleistungen
bezogen. Die EL-Durchführungsstelle wies dieses Gesuch am 22. Mai 2008 mit
Wirkung ab April 2008 ab. Die Anrechnung der UV-Taggelder der Ehefrau des
Ansprechers hatte einen Einnahmenüberschuss ergeben.
A.b In einer Notiz betreffend ein Telefongespräch mit der damaligen Rechtsvertreterin
des Versicherten vom 18. Juli 2008 hielt die EL-Durchführungsstelle fest, der
Versicherte habe bereits dreimal angerufen und auf der AHV-Zweigstelle Sturm
gemacht. Die UV-Taggelder seien auf [Ende] März 2008 eingestellt worden, so dass die
Invalidenrente die einzige Einnahmenquelle darstelle. Die Abklärung betreffend die
hypothetische Erwerbstätigkeit der Ehefrau sollte so schnell wie möglich in die Wege
geleitet werden, damit die Ergänzungsleistung neu berechnet werden könne. - Am 22.
Juli 2008 stellte die EL-Durchführungsstelle dem Versicherten ein EL-Anmeldeformular
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zu. Sie forderte ihn auf, dieses Formular vollständig ausgefüllt und unterzeichnet innert
drei Monaten bei der zuständigen AHV-Zweigstelle einzureichen. Dann werde sie sein
Gesuch vom 18. Juli 2008 als massgebend für den Anspruchsbeginn betrachten. Das
am 10. November 2008 unterzeichnete, ausgefüllte Anmeldeformular ging am 15.
Dezember 2008 bei der EL-Durchführungsstelle ein (act. 30). Diese teilte dem
Sozialamt des Kantons B._ am 24. März 2009 (act. 24) mit, der Versicherte wohne
seit Januar 2009 wieder im Kanton B._, so dass die Anspruchsberechtigung im
Kanton St. Gallen am 31. Dezember 2008 wieder erloschen sei. Mit einer Verfügung
vom 3. April 2009 sprach die EL-Durchführungsstelle dem Ansprecher für den Monat
Dezember 2008 eine (ordentliche) Ergänzungsleistung von Fr. 991.-- zu.
A.c Der Versicherte erhob am 26. April 2009 (act. 20) Einsprache gegen diese
Verfügung. Der Betrag von Fr. 991.-- stimme nicht und er habe auch für April bis
November 2008 und im Januar 2009 einen Anspruch auf Ergänzungsleistungen. - Die
EL-Durchführungsstelle wies diese Einsprache am 2. Juli 2009 (act. 17) ab. Sie habe
das Leistungsgesuch vom 11. April 2008 mit einer Verfügung vom 22. Mai 2008
abgewiesen. Am 18. Juli 2008 habe der Versicherte telefonisch wieder die Ausrichtung
einer Ergänzungsleistung beantragt. Darin könne keine Anmeldung erblickt werden,
denn Art. 29 Abs. 3 ATSG setze eine schriftliche Eingabe voraus. Deshalb sei allein die
Eingabe vom 15. Dezember 2008 massgebend. Im Übrigen wäre die im Schreiben vom
22. Juli 2008 angesetzte dreimonatige Frist am 15. Dezember 2008 ohnehin abgelaufen
gewesen. Gegen die Anspruchsberechnung bringe der Ansprecher keine Einwände vor;
es sei auch nicht ersichtlich, inwiefern sie rechtsfehlerhaft sein sollte. Die der
angefochtenen Verfügung zugrunde liegende Anspruchsberechnung sei korrekt.
A.d Der Versicherte erhob am 8./10. Juli 2009 Beschwerde gegen diesen
Einspracheentscheid und beantragte sinngemäss die Ausrichtung einer
Ergänzungsleistung bereits ab April 2008 bis Januar 2009. Er sei im April 2008 in den
Kanton St. Gallen umgezogen. Die EL-Durchführungsstelle habe ihm die Krankenkasse
(Fr. 840.--) zu Unrecht nicht bezahlt. Im Kanton B._ sei ihm die Krankenkasse bezahlt
worden. Das Existenzminimum betrage Fr. 3'500.--, er habe aber nur die Invalidenrente
von Fr. 2'000.--. Damit müsse er auch noch die Wohnungsmiete von Fr. 800.--
bezahlen.
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A.e Mit Urteil vom 14. September 2009 (act. 10) hob das Versicherungsgericht des
Kantons St. Gallen den Einspracheentscheid auf und wies die Sache zur weiteren
Abklärung und neuen Verfügung an die Sozialversicherungsanstalt des Kantons
St. Gallen zurück. Es sei nicht bekannt, ob die Verfügung vom 22. Mai 2008 formell
rechtskräftig sei oder nicht. Bei dieser unklaren Sachlage sei es objektiv nicht zulässig
gewesen, über das neue Leistungsgesuch zu entscheiden. Abzuklären sei, ob der
Versicherte Einsprache gegen die Verfügung vom 22. Mai 2008 erhoben habe. Sollte
sich ergeben, dass er keine oder keine rechtzeitige Einsprache erhoben habe, werde
erneut über das neue Leistungsgesuch zu verfügen sein. Andernfalls werde die
Einsprache zu behandeln sein, womit das neue Leistungsgesuch wohl gegenstandslos
würde, weil die UV-Taggelder am 1. April 2008 tatsächlich bereits nicht mehr
ausgerichtet worden seien, so dass ab diesem Zeitpunkt ein EL-Anspruch bestanden
haben dürfte.
A.f Am 1. Oktober 2009 (act. 9) legte die betroffene Sachbearbeiterin der
Sozialversicherungsanstalt dar, der Zeitpunkt der Anrufe des Versicherten lasse sich
nicht mehr eruieren. Es müsse aber, da sie deren genaue Zahl bezeichnet habe, kurz
vor dem 18. Juli 2008 gewesen sein. Der genaue Gesprächsinhalt sei ihr ebenfalls nicht
mehr präsent.
A.g Die Sozialversicherungsanstalt sah am 10. November 2009 vor, den Anspruch
auch für die zurückliegende Zeit zu prüfen, da der fragliche Ablauf nicht mehr
festgestellt werden könne. - Sie forderte den Versicherten gleichzeitig (act. 8) zu
verschiedenen Angaben und zur Einreichung entsprechender Unterlagen auf.
Mitzuteilen sei, ob seine Ehefrau einer Erwerbstätigkeit nachgehe, und wenn nicht,
weshalb nicht. Falls es sich um gesundheitliche Gründe handle, sei ein Arztzeugnis
einzureichen. Andernfalls seien alle Bewerbungsunterlagen einzureichen. Ferner
interessiere, ob ein Antrag auf Leistungen der Krankenkasse gestellt und ein
entsprechender Entscheid ergangen sei, ebenso, ob eine IV-Anmeldung erfolgt sei.
A.h Der Versicherte rief gemäss Telefonnotiz vom 11. November 2009 an und teilte
mit, er habe seit April 2008 die Krankenkassenprämien nicht mehr bezahlt. Wegen des
Prämienausstandes erbringe die Krankenkasse keine Leistungen mehr, weshalb seine
Ehefrau nicht mehr zum Arzt gehen könne und eine anstehende Operation habe auf
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unbestimmte Zeit verschoben werden müssen. Krankenkassentaggeldleistungen seien
ebenfalls noch nicht geprüft worden. Er habe auch die laufenden
Krankenkassenprämien nicht bezahlt, obwohl er jetzt Ergänzungsleistungen vom
Kanton B._ beziehe, denn er habe zu wenig Geld. Er habe auch in B._ Einsprache
erhoben. Er werde noch eine schriftliche Stellungnahme einreichen und allenfalls noch
bei der Unfallversicherung und der Krankenkasse Informationen einholen. -
Gleichentags schrieb er sinngemäss, seine Sache werde verzögert. Er habe Anspruch
darauf, dass ihm die Krankenkassenprämien bezahlt würden. Bei der EL-Berechnung
im Kanton St. Gallen sei sein Existenzminimum nicht respektiert worden. - Mit
Schreiben vom 17. November 2009 (act. 6) ersuchte er erneut darum, die Ausstände
der Krankenkasse für ihn zu bezahlen. Das Existenzminimum liege bei Fr. 3'500.--,
doch er habe kein Geld bekommen und mit Fr. 2'000.-- leben müssen. Wenn das bis
November nicht behoben sei, werde er klagen müssen. Die Wohnung koste Fr. 900.--,
die Krankenkasse Fr. 287.--. Für die ganze Familie mache das Fr. 1'740.-- im Monat
aus (Fr. 900.-- und Fr. 840.--). Er habe vom Gericht Recht bekommen.
A.i Mit Verfügung vom 3. Dezember 2009 (act. 3) sprach die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen dem Versicherten - "allfällige frühere
Verfügungen und Entscheide für diesen Zeitraum" ersetzend - für die Zeit vom 1. April
2008 bis 30. November 2008 eine ordentliche Ergänzungsleistung von Fr. 304.-- pro
Monat zu. Die Krankenkassenprämie werde nicht angerechnet, weil sie für diese Zeit
von der Gemeinde bezahlt werde. Für die Ehefrau des Versicherten müsse ein
hypothetisches Einkommen angerechnet werden, solange kein Arztzeugnis eine
gesundheitliche Einschränkung aufzeige.
A.j Am 8. Januar 2010 (act. 2) erhob der Versicherte gegen diese Verfügung
Einsprache und erklärte, die Berechnung bzw. das Ergebnis einer zugesprochenen
Leistung von Fr. 304.-- sei falsch. Der Bedarf betrage für die Familie Fr. 1'800.--. Die
Restschulden bei der Krankenkasse (wohl: die Prämienschulden) müsse die Gemeinde
übernehmen. Wohnung und Krankenkasse hätten schon Fr. 1'640.-- gekostet. Die
Krankenkassenprämie mache für ihn Fr. 3'000.-- und für seine Frau Fr. 2'404.-- aus. Es
seien zu wenig Ergänzungsleistungen zugesprochen worden. - In einem Schreiben vom
18. Februar 2010 ersuchte der Versicherte darum, die Krankenkassenprämie der
Krankenkasse auszurichten. Diese habe eine Leistungssperre gemacht.
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A.k Mit Entscheid vom 12. März 2010 wies die Sozialversicherungsanstalt die
Einsprache ab. Die Krankenkassenprämien dürften in der EL-Berechnung nicht
berücksichtigt werden, weil der Versicherte diese nicht bezahlt habe, ein Verlustschein
vorliege und die Kasse die Prämien bei der Gemeinde einfordern müsse. Die
berücksichtigten Mietkosten von Fr. 800.-- pro Monat entsprächen den im Mietvertrag
ausgewiesenen Kosten ohne Radio und Fernsehen. Der Versicherte habe trotz
Aufforderung bislang weder einen Lohnausweis noch ein Arztzeugnis betreffend seine
Frau eingereicht. Es sei ihm deshalb ein jährliches hypothetisches Bruttoeinkommen für
sie von Fr. 30'195.--, davon Fr. 17'906.-- anrechenbar, in die Berechnung eingesetzt
worden. Der Tabellenlohn 2008 mache Fr. 51'368.-- aus. Das angerechnete
Bruttoeinkommen könnte die Ehefrau somit auch mit einer Teilzeitanstellung verdienen.
B.
Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die Beschwerde vom 16. März 2010.
Der Beschwerdeführer bringt vor, seine Frau habe keine Arbeit und könne zurzeit nicht
arbeiten. Er könne sich nicht erklären, um was für Tabellenlöhne es gehe und was
Fr. 51'368.-- für ein Betrag sei. Die Anrechnung stimme nicht mit der Beweislage
überein. Die Gemeinde sei verpflichtet, ihm die Krankenkasse zu bezahlen, wie es im
Kanton B._ der Fall gewesen sei. Er habe die Prämie (wohl: die Rechnung) der
Beschwerdegegnerin geschickt. Die Wohnung koste Fr. 800.--, die Krankenkasse
Fr. 840.-- für drei Personen. Er wisse nicht, welche Beweise er beibringen sollte. Die
B._ Gemeinde habe der st. gallischen am 1. April (wohl 2008) geschrieben, wie viel
die Krankenkasse koste. Die Gemeinde habe die Prämien zu bezahlen. Der Anspruch
von monatlich Fr. 304.-- stimme nicht. Das Existenzminimum liege in der Schweiz bei
Fr. 3'500.--. Fr. 2'304.-- würden nicht ausreichen.
C.
Die Beschwerdegegnerin hat am 25./29. März 2010 die Abweisung der Beschwerde
beantragt und auf die Erstattung einer Beschwerdeantwort verzichtet.
D.
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Mit Eingabe vom 9. April 2010 forderte der Beschwerdeführer, die
Beschwerdegegnerin müsse seinen Krankenkassenausstand von Fr. 3'800.-- bezahlen.
Die Gemeinde in B._ habe Fr. 840.-- pro Monat bezahlt. Auch für seine Frau müsse
die Krankenkasse bezahlt werden. Fr. 2'000.-- würden (für den Notbedarf) nicht
ausreichen. Auf der Gemeinde sei er schlecht behandelt worden. Er erwarte für die
acht Monate diejenige Ergänzungsleistung, die ihm zustehe.
E.
Die Beschwerdegegnerin hat am 14. April 2010 auf eine Stellungnahme verzichtet.
F.
F.a Am 6./7. Mai 2010 hat Rechtsanwältin lic. iur. Fiona Forrer angezeigt, dass sie
den Beschwerdeführer vertrete. - In ihrer ergänzenden Replik vom 31. Mai 2010
beantragt sie, der angefochtene Einspracheentscheid sei aufzuheben und es seien
dem Beschwerdeführer die gesetzlichen Ergänzungsleistungen zur IV für die Zeit von
April bis November 2008 auszurichten, ausserdem seien die gesetzlichen Krankheits-
und allfällige Behinderungskosten zu entrichten. Die Sache sei zur Feststellung des
Sachverhalts an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Dem Beschwerdeführer sei
die unentgeltliche Rechtsverbeiständung und Prozessführung zu gewähren. Der
Beschwerdeführer habe wegen sprachlicher Schwierigkeiten und gesundheitlicher
Gebrechen offensichtlich Schwierigkeiten gehabt, allein zu verstehen, welche
Unterlagen die Behörde von ihm verlangt habe. Die Beschwerdegegnerin hätte den
Beschwerdeführer auf das Recht auf einen unentgeltlichen Rechtsvertreter aufmerksam
machen müssen. Sie hätte betreffend die Unfallversicherungstaggelder ergänzende
Abklärungen treffen sollen. Die logische Folge der Leistungssperre (gegenüber beiden
Ehegatten) wäre, dass die Ehefrau des Beschwerdeführers sich nicht zum Hausarzt
begeben habe, um ein Arztzeugnis zu erhalten. Die Ärztin wolle die Ehefrau auch
mangels Bezahlung nicht weiter behandeln, was sie (die Ärztin) ihr (der
Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers) gegenüber telefonisch bestätigt habe. Die
Ehefrau des Beschwerdeführers sei in der Vergangenheit bei Dr. med. D._, Innere
Medizin FMH, und der Ärztin Dr. E._ in Behandlung gewesen. Dr. E._ habe
mündlich die Diagnosen einer Gastritis, eines chronischen Zervikalsyndroms und einer
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Depression angegeben. Aus einem Einspracheentscheid der Unfallversicherung vom
25. August 2008 gehe hervor, dass die Ehefrau einen Autounfall erlitten und hernach
Kopfschmerzen, Schwindel und Beinbeschwerden aufgewiesen habe. Gemäss einem
Austrittsbericht der Klinik Bellikon vom 16. Januar 2008 seien eine leichte traumatische
Hirnverletzung, ein cervikocephales Schmerzsyndrom, eine Anpassungsstörung mit
depressiver und ängstlicher Symptomatik bei psychosozialer Belastung und eine
Adnexzyste mit Unterleibsschmerzen diagnostiziert worden. Das Spital F._ habe ihr
im Jahr 2009 eine Unterleibsoperation empfohlen. Sie habe sich bis anhin nicht
behandeln lassen können, auch aufgrund der Leistungssperren. Auch eine
psychiatrische Behandlung sei empfohlen worden. Die Arbeitsfähigkeit sei ab 9. Januar
2008 auf null festgelegt worden. Dem neuropsychologischen Bericht der Klinik Bellikon
liessen sich Defizite entnehmen. Ein neurologischer Bericht fehle trotz der schweren
Kopfschmerzen. Es sollten die Meinung des Hausarztes und eine Beurteilung eines
Psychiaters zur Arbeitsfähigkeit eingeholt werden. Das erweise sich allerdings wegen
der Sperren als schwierig. Als Erstes müsste sich die Beschwerdegegnerin bzw. die
Gemeinde um die Bezahlung der offenen Prämienrechnungen kümmern, damit die
Ehefrau ärztlich versorgt werde. Es dürfte feststehen, dass nicht von einer vollen
Arbeitsfähigkeit der Ehefrau ausgegangen werden könne. Die Ehefrau unterstütze im
Übrigen nach Möglichkeit ... Kinder in C._. Diese Auslagen sollten berücksichtigt
werden. Nach der Einstellung der Unfallversicherungstaggelder im Jahr 2009 habe sie
kein Einkommen mehr erzielt. Aus einem Lohnblatt von 2005 gingen monatliche
Zahlungen von Fr. 1'307.40 bis Fr. 3'210.55 hervor. Die Beschwerdegegnerin hätte
auch auf einen IK-Auszug statt auf die Tabellenlöhne abstellen können, falls überhaupt
ein Einkommen angerechnet werden könne. Der Beschwerdeführer habe Anspruch auf
die Kostenbeteiligung nach Art. 64 KVG. Da nach wie vor Leistungssperren bestünden,
sei nicht davon auszugehen, dass die Krankenkasse die Beträge von der Gemeinde
erhalten habe. Eine Aufstellung der Krankenkasse über die effektiven
Gesundheitskosten des Beschwerdeführers und seiner Frau samt Kostenanteil für die
Jahre 2008 und 2009 werde noch nachgereicht werden. Es sei nicht ersichtlich, wie
sich der Betrag der persönlichen Ausgaben von Fr. 46'290.-- zusammensetze. Für die
Familie mit ... Kindern des Beschwerdeführers und ... Kindern der Ehefrau dürfte der
Betrag eher tief angesetzt sein. Der Mietzins habe Fr. 845.-- ausgemacht, davon
Fr. 50.-- akonto Heizung und Fr. 45.-- für Radio und Fernsehen. Hinzu kämen die
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Differenzbeträge für die Heizung und die Stromkosten. Eine Übernahme der Radio- und
Fernsehkosten dürfte für den Beschwerdeführer, der einseitig erblindet sei und
schlechter Zeitungen lesen könne, und zur Allgemeinbildung der Familie begründet
sein.
F.b Mit einer weiteren Eingabe vom 10./11. Juni 2010 macht die Rechtsvertreterin des
Beschwerdeführers geltend, die Arbeitslosenkasse habe die Leistungen eingestellt. Die
Ehefrau des Beschwerdeführers sei schon aus gesundheitlichen Gründen
beeinträchtigt und könne die an sie gestellten Anforderungen nicht erfüllen. Ausserdem
spreche sie nicht Deutsch und könne sich daher ohne Hilfe der Arbeitslosenkasse nicht
in tauglicher Weise bewerben. Sie hätte auch in dieser Hinsicht Anspruch darauf, dass
man ihr helfe. Über eine Rechtsschutzversicherung verfüge der Beschwerdeführer
nicht, weil er die Prämie nicht habe bezahlen können. Der Ehefrau des
Beschwerdeführers sei zwischenzeitlich eine Untersuchung im Spital F._ empfohlen
worden, doch sei unsicher, ob man sie aufnehme und ihr Arztberichte schreibe. Die
Invalidenversicherung und die Gemeindebehörden hätten den Beschwerdeführer über
seinen Anspruch auf Erstattung der "Krankenleistungen" aufklären und dafür besorgt
sein müssen, dass die Rechnungen der Ärzte und der Krankenkasse vorweg bezahlt
würden. Den Behörden hätte ausserdem klar sein müssen, dass mit Ausnahme einer
Notfallsituation kaum ein Arzt mit offenen Rechnungen und einer Leistungssperre der
Krankenkasse ein Interesse habe, die Ehefrau zu untersuchen oder ihr einen Arztbericht
zu schreiben. - Am 22./23. Juni 2010 hat die Rechtsvertreterin die EL-Berechnung des
Kantons B._ für die Zeit ab Januar 2010 eingereicht, woraus sich ein monatlicher
Anspruch auf Fr. 964.-- ergab. Die offenen Krankenkassenprämien würden direkt (von
der EL) beglichen. Die Leistungssperren dürften auf offene Beträge aus der
Vergangenheit zurückzuführen sein. Mangels Bezahlung habe die Hausärztin der
Ehefrau die Diagnosen nur telefonisch mitgeteilt und keinen Arztbericht verfasst.
G.
Die Beschwerdegegnerin hält in ihrer Stellungnahme vom 8./12. Juli 2010 fest,
massgebend sei der Sachverhalt bis zum Zeitpunkt des Erlasses des
Einspracheentscheids. Bis dahin sei kein Nachweis erbracht worden, dass der Ehefrau
des Beschwerdeführers das Erzielen eines Einkommens von Fr. 30'195.-- allenfalls
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nicht möglich sei. Sie (die Beschwerdegegnerin) habe daher vom Regelfall voller
Gesundheit und Vermittelbarkeit ausgehen dürfen. Auch bis zum Abschluss des
Schriftenwechsels im Beschwerdeverfahren sei der Nachweis nicht erbracht worden.
Ob dies auf mangelnde Sprachkenntnisse zurückzuführen sei, könne offen bleiben,
denn von Fremdsprachigen könne erwartet werden, dass sie sich die nötige Hilfe
holten. Ausserdem verfüge der Beschwerdeführer über eine Rechtsschutzversicherung.
Die nach Abschluss des Schriftenwechsels eingereichten Unterlagen dürften nicht
mehr berücksichtigt werden. Selbst aus dem andern Fall könnte der Beschwerdeführer
nichts zu seinen Gunsten ableiten. Im Gegenteil. Aus dem Austrittsbericht der Klinik
Bellikon gehe hervor, dass das Ziel einer gesteigerten Belastbarkeit der Ehefrau des
Beschwerdeführers zur Stellensuche erreicht worden sei. Die angegebenen
Unterleibsschmerzen hätten die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht verunmöglicht,
denn die Ehefrau habe das Kantonsspital entgegen ärztlichem Rat verlassen und eine
Behandlung für nicht nötig oder zumindest nicht dringend gehalten. Bei erfolgloser
Stellensuche hätte die Ehefrau des Beschwerdeführers in der fraglichen Zeit Taggelder
der Arbeitslosenversicherung beziehen können, da die Rahmenfrist von Juni 2006 bis
Mai 2010 gelaufen sei.
H.
H.a In ihrer Eingabe vom 6. September 2010 gibt die Rechtsvertreterin des
Beschwerdeführers an, die B._ Gemeinde habe gemäss der Beilage bestätigt, dass
das hypothetische Einkommen von Fr. 23'960.-- nicht belegt sei. Das angerechnete
Einkommen erweise sich als zu hoch. Die Ehefrau des Beschwerdeführers sei nicht
mehr berechtigt, Arbeitslosengelder zu beziehen. Sie könne aus gesundheitlichen
Gründen kaum arbeiten, sicherlich nicht voll. Die Entlassung aus der Klinik Bellikon sei
nur zur Weiterbehandlung im Spital H._ erfolgt. Es sei eine volle Arbeitsunfähigkeit
attestiert worden. Danach sei die Ehefrau in ärztlicher Behandlung gestanden, bis die
Krankenkasse die Leistungssperre verfügt habe. Die Leistungsminderung infolge einer
psychischen Störung sei bisher nicht abgeklärt worden. Es sei auch weniger davon
auszugehen, dass sich ohne Behandlung ihr Zustand zwischen April und Dezember
2008 verbessert habe und sie damals Arbeitslosentaggelder hätte beziehen können. In
der Zwischenzeit sei sie vom Spital F._ betreffend Unterleibsschmerzen behandelt
worden, was für einen ernsthafteren Eingriff spreche. Es sei nicht davon auszugehen,
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dass das Spital F._ einen Bericht an sie (die Rechtsvertreterin des
Beschwerdeführers) verfasse. Aufgrund ihrer Untersuchungspflicht sei die
Beschwerdegegnerin verpflichtet, Berichte anzufordern. Sie müsste auch eine
Untersuchung bei einem Psychiater veranlassen.
H.b Am 28. September 2010 bringt die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers vor,
dessen Ehefrau habe inzwischen PD Dr. med. G._, Psychiatrie und Psychotherapie
FMH, konsultiert. Dieser sei der Ansicht, dass sie vorläufig nicht arbeiten könne. Für
den Aufwand eines Arztberichts im Betrag von Fr. 500.-- müsste die
Beschwerdegegnerin bzw. das Gericht aufkommen. Aufgrund des
Untersuchungsprinzips sei eine psychiatrische Untersuchung angebracht, da sich die
Ehefrau des Beschwerdeführers bisher trotz der Angaben im Austrittsbericht der Klinik
Bellikon nicht psychiatrisch habe behandeln lassen.
H.c In einer Stellungnahme vom 9. November 2010 zu den von der
Beschwerdegegnerin auf Anfrage am 11. Oktober 2010 nachgereichten früheren EL-
Akten legt die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers dar, die Beschwerdegegnerin
habe sich über die Untersuchungspflicht hinweggesetzt, indem sie ohne Einholung
eines Arztberichts ein hypothetisches Einkommen angerechnet habe. PD
Dr. G._habe telefonisch bestätigt, er gehe nicht davon aus, dass die Ehefrau des
Beschwerdeführers in einem grösseren Umfang arbeiten könne. Sie spreche kein
Deutsch und betreue mehrere Kinder, daneben auch den Beschwerdeführer, der an
einer ernsthafteren psychiatrischen Erkrankung leide und dringend einen Beistand
bräuchte. Ein Bericht von PD Dr. G._ werde nachgereicht; die Kosten seien der
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen, da sie keine eigenen Abklärungen gemacht habe.
Das Sozialversicherungsgericht des Kantons B._ habe in einem beigelegten
Entscheid vom 29. September 2010 festgehalten, das angerechnete hypothetische
Einkommen sei nicht belegt; es seien weitere Abklärungen zu tätigen.
H.d Am 17. November 2010 reicht die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers einen
Bericht von PD Dr. G._ vom selben Tag ein. Darin hatte Dr. G._ festgehalten, der
Befund bei der Ehefrau des Beschwerdeführers sei im Wesentlichen gleich wie beim
Jahreswechsel 2007/2008. Am ehesten handle es sich um eine sehr schwere Störung
aus dem Bereich der Somatisation mit zusätzlichen Symptomen von Angst und
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wahrscheinlich auch Depression. Auch eine Aggravation könnte bestehen. Eine
Komponente von Dissoziation/Konversion sei möglich. An einem genuinen schweren
psychiatrischen Zustandsbild bestehe kein Zweifel. Es sei völlig ausgeschlossen, dass
die Ehefrau des Beschwerdeführers in dieser psychischen Verfassung arbeiten könne.
Sie sei seit langem zu 100 % arbeitsunfähig. Eine umfassende Abklärung mit
anschliessender Behandlung sei absolut erforderlich. Zuständiger Ort sei das
Psychiatriezentrum F._.
H.e Die Beschwerdegegnerin weist in der Eingabe vom 25./29. November 2010 darauf
hin, dass die psychiatrischen Untersuchungen nach Abschluss des Schriftenwechsels
und gut zwei Jahre nach dem massgeblichen Sachverhalt (April bis November 2008)
erfolgt seien. Sie hätten lediglich den Zweck gehabt, eine Arbeitsunfähigkeit
nachträglich zu belegen. Der Bericht der Klinik Bellikon sei indessen nicht zu
Prozesszwecken verfasst worden. Der psychiatrische Bericht von PD Dr. G._ enthalte
auffallenderweise keine Diagnose. Der Bericht sei unbrauchbar. Auch Aggravation
werde in Betracht gezogen. Eine Arbeitsunfähigkeit sei nach wie vor nicht belegt.
H.f Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers reicht am 13./14. Dezember 2010
eine Kostennote ein. Sie umfasst Fr. 4'890.-- Honorar, Fr. 142.40 Spesen und
Fr. 382.46 MWSt, total Fr. 5'414.86.
H.g Mit Eingabe vom 12./13. April 2011 reicht die Rechtsvertreterin des
Beschwerdeführers eine IV-Anmeldung von dessen Ehefrau vom 6. April 2011 ein,
welche PD Dr. G._ empfohlen und ausgefüllt habe. Der Arzt gehe, nachdem er sie
mehrmals gesehen habe, davon aus, dass die Ehefrau des Beschwerdeführers seit
Februar 2007 aufgrund von Depressionen zu 100 % arbeitsunfähig sei. In der EL-
Berechnung dürfe daher kein hypothetischer Lohn angerechnet werden. Wegen der
Leistungssperren habe sie sich nicht früher psychiatrisch behandeln lassen können.
Die Annahme, der Bericht des Arztes vom 17. November 2010 habe einzig zum Zweck
gehabt, nachträglich eine Arbeitsunfähigkeit zu begründen, sei daher abwegig. Für
weitergehende Arztberichte (auch unter körperlichem Aspekt) habe sich die
Beschwerdegegnerin aufgrund ihrer Untersuchungspflicht direkt an PD Dr. G._ zu
wenden.

Erwägungen:
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1.
Im Streit liegt der Entscheid der Beschwerdegegnerin vom 12. März 2010, mit welchem
sie eine Einsprache gegen ihre Verfügung vom 3. Dezember 2009 abgewiesen hat. Mit
der Verfügung hatte sie dem Beschwerdeführer für die Zeit vom 1. April 2008 bis
30. November 2008 eine (ordentliche) jährliche Ergänzungsleistung von Fr. 304.-- pro
Monat zugesprochen. - Aufgrund des gerichtlichen Urteils vom 14. September 2009
hatte die Beschwerdegegnerin Abklärungen zur möglichen Einspracheerhebung
getätigt. Es kann aufgrund der Aktenlage als ausgewiesen betrachtet werden, dass der
Beschwerdeführer gegen die Verfügung vom 22. Mai 2008 telefonisch und bei einer
persönlichen Vorsprache protestiert hatte. Indessen liess sich nicht belegen, wann dies
geschah. Überwiegend wahrscheinlich ist nach der Aktenlage, dass es kurz vor und an
dem Tag der Aktennotiz vom 18. Juli 2008 war, womit eine Einsprache verspätet
gewesen wäre. Auch wenn von Beweislosigkeit der Frage auszugehen wäre, trüge der
Beschwerdeführer die Folgen in der Weise, dass nicht von einer rechtzeitigen
Einsprache ausgegangen werden könnte. Indessen ist die Beschwerdegegnerin mit der
dieser Streitsache zugrunde liegenden Verfügung vom 3. Dezember 2009
wiedererwägungsweise auf die Verfügung vom 22. Mai 2008 zurückgekommen, hat
also den Protest des Beschwerdeführers sinngemäss als Wiedererwägungsgesuch
behandelt und den Anspruch ab April 2008 neu beurteilt. Strittig ist demnach der EL-
Anspruch des Beschwerdeführers für die Zeit vom April 2008 bis Dezember 2008 (die
Verfügung vom 3. April 2009 ist aufgehoben worden und war ebenfalls zu ersetzen).
2.
2.1 Zuständig für die Festsetzung und die Auszahlung der Ergänzungsleistung ist
nach Art. 21 Abs. 1 ELG der Kanton, in dem der Bezüger Wohnsitz hat. Der Kanton
St. Gallen ist nach der Aktenlage während der Zeit vom 1. April 2008
(Wohnsitzverlegung Ende März 2008, act. 31-5; Anmeldung im April 2008) bis
31. Dezember 2008 (Wohnsitzverlegung im Januar 2009; Auszahlung bis 31. Dezember
2008, act. 24) für den EL-Anspruch des Beschwerdeführers zuständig. Nach Art. 54a
Abs. 4 ELV ist die Ergänzungsleistung einschliesslich des Pauschalbetrages für die
obligatorische Krankenpflegeversicherung bei Wohnsitzwechsel der EL-beziehenden
Person durch folgende Kantone auszurichten: a. durch den früheren Wohnsitzkanton
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bis zum Erlöschen des Anspruchs auf die monatlich auszurichtende
Ergänzungsleistung im Wegzugskanton; b. durch den neuen Wohnsitzkanton ab
Anspruchsbeginn auf die monatlich auszurichtende Ergänzungsleistung.
2.2 Die jährliche Ergänzungsleistung entspricht dem Betrag, um den die anerkannten
Ausgaben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 9 Abs. 1 ELG). Die
anerkannten Ausgaben sowie die anrechenbaren Einnahmen von Ehegatten und von
Personen mit rentenberechtigten Waisen oder mit Kindern, die einen Anspruch auf eine
Kinderrente der AHV oder IV begründen, werden zusammengerechnet (Art. 9 Abs. 2
ELG).
2.3 Die Beschwerdegegnerin hat zu Recht das Ehepaar und das bei ihm lebende
rentenberechtigte Kind in die EL-Rechnung einbezogen. In der EL-Anmeldung vom
11. April 2008 wurde (wie in der ergänzenden Replik) angezeigt, dass die Ehefrau des
Beschwerdeführers ... Kinder habe, die im Ausland lebten und die sie nach Möglichkeit
unterstütze. Familienglieder mit länger dauerndem Aufenthalt im Ausland fallen bei der
Bemessung der EL nach Art. 10 ELV ausser Betracht. Indessen können nach Art. 10
Abs. 3 lit. e ELG geleistete familienrechtliche Unterhaltsbeiträge als Ausgaben
angerechnet werden. Die Abzugsfähigkeit ist allerdings auf jene Beiträge beschränkt,
die in Erfüllung einer familienrechtlichen Pflicht geleistet werden. Freiwillig darüber
hinaus erbrachte Unterhaltsleistungen sind nicht abzugsfähig (Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S M. vom 12. Februar 2004). Die
Beschwerdegegnerin wird entsprechende Abklärungen zu treffen haben.
2.4 In der Berechnung, welche dem angefochtenen Entscheid zu Grunde liegt, hat die
Beschwerdegegnerin keine Krankenkassenprämien berücksichtigt. Gemäss Art. 10
Abs. 3 lit. d ELG ist indessen ein jährlicher Pauschalbetrag für die obligatorische
Krankenpflegeversicherung als Ausgabe zu berücksichtigen. Der Pauschalbetrag hat
der kantonalen beziehungsweise regionalen Durchschnittsprämie für die obligatorische
Krankenpflegeversicherung (inkl. Unfalldeckung) zu entsprechen (vgl. dazu Art. 17 der
st. gallischen Verordnung zum Einführungsgesetz zur Bundesgesetzgebung über die
Krankenversicherung, sGS 331.111). Bezügerinnen und Bezüger von jährlichen
Ergänzungsleistungen erhalten einen Gesamtbetrag (EL und Differenzbetrag zur
Prämienverbilligung), der mindestens der Höhe der Prämienverbilligung entspricht, auf
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die sie Anspruch haben (Art. 26 ELV). Die Durchschnittsprämie macht für Erwachsene
im Kanton St. Gallen in der Prämienregion 2 für das Jahr 2008 Fr. 3'156.-- aus, für
Kinder Fr. 768.-- (gemäss Art. 2 lit. b der Verordnung des EDI über die
Durchschnittsprämien 2008 der Krankenpflegeversicherung für die Berechnung der
Ergänzungsleistungen vom 24. Oktober 2007; SR 831.309.1; AS 2007 S. 5174), für
zwei Erwachsene und ein Kind zusammen somit Fr. 7'080.-- pro Jahr. Eine höhere
Ausgabe für die Krankenversicherung ist hingegen nicht vorgesehen. Die Differenz zu
den von der Krankenkasse in Rechnung gestellten Prämien von jährlich Fr. 3'307.20
(12x Fr. 275.60) für den Beschwerdeführer und von nicht ausgewiesener Höhe für seine
Frau kann in der EL-Berechnung nicht abgezogen werden. Die Beschwerdegegnerin
stellt sich auf den Standpunkt, eine Anrechnung habe überhaupt zu entfallen, weil der
Beschwerdeführer die Prämien nicht bezahlt habe, weil ein Verlustschein vorliege und
die Krankenkasse die Prämien bei der Gemeinde einfordern müsse. Bezahlt der EL-
Bezüger die Krankenkassenprämien nicht, so kann die Beschwerdegegnerin den IPV-
Anteil der Ergänzungsleistungen mit der effektiven Prämienforderung der Krankenkasse
zur Verrechnung bringen (zum allgemeinen Rechtsgrundsatz der zweigübergreifenden
Verrechnung vgl. Franz Schlauri, Die zweigübergreifende Verrechnung und weitere
Instrumente der Vollstreckungskoordination des Sozialversicherungsrechts, in:
Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Sozialversicherungsrechtstagung 2004, S. 142, S. 144 f.
und S. 168 ff.), das heisst diesen Teil (einer allfälligen Nachzahlung) der Krankenkasse
auszahlen (vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S S. vom
6. April 2005; Ralph Jöhl, Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, in SBVR, Bd. XIV, 2. A.,
1738, Rz 152 mit Fn 503). Dass eine entsprechende Anrechnung aus diesem
(koordinationsrechtlichen) Grund entgegen Art. 10 Abs. 3 lit. d ELG entfallen würde,
lässt sich nicht halten. Der Betrag ist als Ausgabe anzurechnen.
2.5 Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer für den Mietzins und die
damit zusammenhängenden Nebenkosten (gemäss Art. 10 Abs. 1 lit. b ELG)
Fr. 9'600.-- pro Jahr angerechnet. Es handelt sich dabei um monatliche Kosten von
Fr. 750.-- für die Wohnung und von Fr. 50.-- akonto Heizung. Die Rechtsvertreterin
beantragt auch eine Anrechnung der Differenzbeträge für die Heizung und den Strom.
Wird eine Schlussabrechnung für die Nebenkosten erstellt, so ist nach Art. 10 Abs. 1
lit. b ELG allerdings weder eine Nach- noch eine Rückzahlung zu berücksichtigen. Was
die Radio- und Fernsehkosten betrifft, ist ein Abzug als Mietauslage nicht möglich. Es
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ist diesbezüglich stattdessen auf die Ausgabeposition des Betrags für den allgemeinen
Lebensbedarf zu verweisen. Bei Personen, die nicht dauernd oder längere Zeit in einem
Heim oder Spital leben (zu Hause lebende Personen), werden nach Art. 10 Abs. 1 ELG
bei Ehepaaren im Jahr 2008 (gemäss Art. 1 der VO 07 vom 22. September 2006, SR
831.310) Fr. 27'210.-- und bei Kindern Fr. 9'480.-- als Betrag für den allgemeinen
Lebensbedarf pro Jahr als Ausgabe anerkannt. Mit diesem pauschalen Betrag sind
verschiedenste Kosten zu decken, etwa für Nahrung, Kleidung, Körperpflege, Strom,
Wasser, Steuern und kulturelle Bedürfnisse. Sowohl die Anrechnung der Mietauslagen
wie des Betrags für den Lebensbedarf (Fr. 36'690.--) ist korrekt.
3.
3.1 Als Einnahmen werden in der EL-Berechnung nach Art. 11 Abs. 1 ELG unter
anderem zwei Drittel der Erwerbseinkünfte in Geld oder Naturalien, soweit sie bei
Ehepaaren 1500 Franken übersteigen (lit. a), sodann Renten, Pensionen und andere
wiederkehrende Leistungen, einschliesslich der Renten der AHV und der IV (lit. d),
sowie Einkünfte und Vermögenswerte, auf die verzichtet worden ist (lit. g),
angerechnet.
3.2 Einem Schreiben der B._ Gemeinde an das Sozialamt des Kantons B._ vom
2. April 2008 ist zu entnehmen, dass die Ehefrau des Beschwerdeführers noch bis
31. Mai 2008 Arbeitslosen-Taggelder werde beziehen können. Entsprechende
Abklärungen sind unterblieben und werden nachzuholen sein.
3.3 Eine Verzichtshandlung liegt unter anderem vor, wenn die versicherte Person aus
von ihr zu verantwortenden Gründen von der Ausübung einer möglichen und
zumutbaren Erwerbstätigkeit absieht (Entscheid des Bundesgerichts i/S B. vom
6. Februar 2008, 8C_172/07; BGE 121 V 205 E. 4a; AHI 2001 S. 133 E. 1b). Unter dem
Titel des Verzichtseinkommens ist gemäss der Rechtsprechung auch ein
hypothetisches Einkommen der in seine EL-Berechnung einbezogenen Ehefrau eines
EL-Bezügers anzurechnen, sofern diese auf eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder auf
deren zumutbare Ausdehnung verzichtet, obwohl sie nach Art. 163 ZGB zum Ausüben
einer Erwerbstätigkeit verpflichtet ist (Entscheid des Bundesgerichts i/S T. vom
14. April 2008, 8C_589/07; BGE 117 V 287).
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3.4 Nach der höchstrichterlichen Praxis ist im Einzelfall zu prüfen, ob vom Ehegatten
eines Leistungsbezügers die Ausübung einer Erwerbstätigkeit verlangt werden kann
und es ist gegebenenfalls der Lohn festzusetzen, den dieser bei gutem Willen erzielen
könnte (ZAK 1992 S. 328 E. 3c). Dementsprechend sind das Alter, der
Gesundheitszustand, die Sprachkenntnisse, die Ausbildung, die bisherige Tätigkeit, die
konkrete Arbeitsmarktlage sowie gegebenenfalls die Dauer der Abwesenheit vom
Berufsleben zu berücksichtigen (Bundesgerichtsentscheid i/ B. vom 6. Februar 2008,
8C_172/07 E. 4.2; vgl. AHI 2001 S. 133 E. 1b).
3.5 Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer für seine Ehefrau ein
hypothetisches Erwerbseinkommen angerechnet. Sie hat am 10. November 2009
Abklärungen veranlasst. Der Beschwerdeführer hat mitgeteilt, seine Ehefrau könne
wegen des Prämienausstandes nicht mehr zum Arzt gehen und habe eine anstehende
Operation verschieben müssen. Ausserdem war bekannt, dass sie kürzlich UV-Taggeld
bezogen hatte. Obwohl den Beschwerdeführer eine Mitwirkungspflicht bei der
Abklärung des Sachverhalts trifft, hätte die Beschwerdegegnerin bei dieser Sachlage
im Rahmen ihrer Untersuchungspflicht selber einen Arztbericht über den
Gesundheitszustand bzw. die Arbeitsfähigkeit der Ehefrau des Beschwerdeführers
einholen müssen.
3.6 Zusammen mit einer ergänzenden Eingabe hat der Beschwerdeführer am 31. Mai
2010 zusätzliche Unterlagen einreichen lassen. Die Beschwerdegegnerin stellt sich auf
den Standpunkt, diese nach Abschluss des Schriftenwechsels eingereichten
Unterlagen seien nicht zu berücksichtigen. Sowohl das Verwaltungsverfahren wie auch
der kantonale Sozialversicherungsprozess sind aber vom Untersuchungsgrundsatz
(Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 lit. c ATSG) beherrscht: Danach haben Verwaltung und
Sozialversicherungsgericht den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen
festzustellen. Aus dem Grundsatz folgt unter anderem, dass die Rechtsmittelinstanz
nach Abschluss des Schriftenwechsels unaufgefordert eingereichte Beweismittel,
namentlich Gutachten, insoweit zu berücksichtigen hat, als sie etwas zur Feststellung
des rechtlich massgebenden Sachverhalts beizutragen vermögen (vgl. Entscheid des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S R. vom 19. Mai 2003, U 246/02; Christian
Zünd, Kommentar zum Gesetz über das Sozialversicherungsgericht des Kantons
Zürich, Zürich 1999, N 9 zu § 19).
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3.7 In tatsächlicher Hinsicht sind vorliegend die Verhältnisse massgeblich, wie sie von
April bis Dezember 2008 bestanden haben. Dem Austrittsbericht der Rehaklinik
Bellikon vom 16. Januar 2008 ist zu entnehmen, dass die Ehefrau des
Beschwerdeführers wegen des Auftretens von somatischen Symptomen aufgrund einer
Ovarialzyste am 4. Januar 2008 in ein Spital verlegt worden sei, eine Hospitalisation
aber entgegen ärztlichem Rat abgelehnt habe. Sie sei dann wegen der Schmerzen am
9. Januar 2008 entlassen worden. Das Hauptziel der aktuellen Phase der Rehabilitation,
zur Stellensuche gesteigert belastbar zu werden, sei erreicht worden. Ab 9. Januar
2008 bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %. Zusätzlich zu den
krankheitsbedingten Einschränkungen bestehe eine mittelschwere Leistungsminderung
infolge einer psychischen Störung mit Krankheitswert (Anpassungsstörung bei
psychosozialer Belastung). In zwei Monaten werde die Arbeitsfähigkeit aus somatischer
und psychiatrischer Sicht erneut zu beurteilen sein. Für die massgebliche Zeit liegt kein
Arztbericht bei den Akten. Der von der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers
veranlasste Bericht von PD Dr. G._ basiert auf jüngeren Untersuchungen vom
September und November 2010. Der Facharzt hält dafür, der Befund sei im
Wesentlichen gleich wie bei der Hospitalisation in der Rehaklinik Bellikon. Er stellt zwar
fest, es bestehe kein Zweifel am Vorliegen eines genuinen schweren psychiatrischen
Zustandsbilds und es sei ausgeschlossen, dass die Ehefrau des Beschwerdeführers in
dieser psychischen Verfassung arbeiten könne, hält aber auch eine Aggravation für
möglich und eine umfassende Abklärung (mit anschliessender Behandlung) für
unerlässlich. Die Arbeitsfähigkeit der Ehefrau des Beschwerdeführers während des zu
beurteilenden Zeitraums ist daher nicht ausreichend beurteilbar. Es werden
diesbezüglich noch ergänzende Abklärungen zu tätigen sein. Im Übrigen hat sich die
Ehefrau des Beschwerdeführers nach Angaben vom 12./13. April 2011 inzwischen bei
der Invalidenversicherung angemeldet. Einer ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit der
Ehefrau könnte möglicherweise - obwohl in diesem Verfahren nicht geltend gemacht -
im Weiteren auch der Betreuungsbedarf des Kindes im Weg stehen. Das
Sozialversicherungsgericht des Kantons B._ hat in dem ihm vorgelegten
Beschwerdeverfahren, das den EL-Anspruch des Beschwerdeführers für die Zeit ab
März 2009 betrifft und wo wiederum allfällige gesundheitliche Hindernisse der Ehefrau
des Beschwerdeführers im Hinblick auf eine zumutbare Erwerbstätigkeit im
Unterschied zu diesem Verfahren offenbar nicht thematisiert worden sind, Abklärungen
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zur Frage veranlasst, ob familiäre Gründe eine Erwerbstätigkeit verunmöglichten bzw.
ob eine geeignete Betreuungsmöglichkeit für das Kind vorhanden sei. Solche Faktoren
sind auch in diesem Verfahren von Bedeutung.
3.8 Nach den erforderlichen Abklärungen wird die Beschwerdegegnerin über den
strittigen Anspruch neu zu verfügen haben.
4.
Der Beschwerdeführer beantragt des Weiteren die Übernahme von Krankheits- und
Behinderungskosten. Die Kantone vergüten nach Art. 14 Abs. 1 ELG ausgewiesene, im
laufenden Jahr entstandene Kosten für: a. zahnärztliche Behandlung; b. Hilfe, Pflege
und Betreuung zu Hause sowie in Tagesstrukturen; c. ärztlich angeordnete Bade- und
Erholungskuren; d. Diät; e. Transporte zur nächstgelegenen Behandlungsstelle; f.
Hilfsmittel; und g. die Kostenbeteiligung nach Art. 64 KVG. Solche Krankheits- und
Behinderungskosten werden nach Art. 15 ELG vergütet, wenn: a. die Vergütung innert
15 Monaten nach Rechnungsstellung geltend gemacht wird; und b. die Kosten in
einem Zeitabschnitt entstanden sind, während dem die antragstellende Person die
Voraussetzungen nach den Art. 4 bis 6 erfüllte. Über solche Kosten gemäss Art. 14
ELG hat die Beschwerdegegnerin nicht verfügt, so dass auf diesen Antrag nicht
eingetreten werden kann. Das Gesuch ist ihr indessen zur erstinstanzlichen
Behandlung zu überweisen.
5.
5.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des
angefochtenen Einspracheentscheids vom 12. März 2010 teilweise zu schützen und die
Sache ist zu ergänzenden Abklärungen im Sinne der Erwägungen und zu
entsprechender neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Die
Eingabe vom 31. Mai 2010 ist der Beschwerdegegnerin zur erstinstanzlichen
Behandlung des Antrags auf Zusprechung von Krankheits- und Behinderungskosten zu
überweisen.
5.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
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5.3 Da die Rückweisung zur Abklärung und Neuverfügung praxisgemäss als volles
Obsiegen gilt (ZAK 1987 S. 268 E. 5a), hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
volle Parteientschädigung, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen wird
(Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Die Bewilligung der
unentgeltlichen Rechtsverbeiständung vom 24. Juni 2010 ist damit obsolet. Die
Honorarpauschale beträgt in der Verwaltungsrechtspflege vor Versicherungsgericht
Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.-- (Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte
und Rechtsagenten; sGS 963.75). Die Honorarnote der Rechtsvertreterin des
Beschwerdeführers lautet auf Fr. 5'414.86 (Fr. 4'890.-- Honorar, Fr. 142.40 Spesen und
Fr. 382.46 MWSt). Nach der Gerichtspraxis beträgt allerdings das übliche
Pauschalhonorar in Fällen mit mittlerem Aufwand und Schwierigkeitsgrad, wie dies hier
zutrifft, unter Einschluss von Barauslagen und Mehrwertsteuer Fr. 3'500.--. Es
rechtfertigt sich daher, die Parteientschädigung auf diesen Betrag festzusetzen. Dazu
können, weil er für die Beweislage von Bedeutung war, zusätzlich noch die Kosten des
Berichts von PD Dr. G._ von Fr. 500.-- geschlagen werden (vgl. Art. 45 ATSG;
Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S J. vom 22. Dezember 2004,
U 143/04; BVR 2004 S. 283).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39
VRP