Decision ID: e716ca45-87d6-46a4-9fb6-1d06e076ec38
Year: 2019
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ stellte am 29. Juni 2017 (erneut) einen Antrag auf Insolvenzentschädigung.
Dabei machte er geltend, das Arbeitsverhältnis bei der B._ GmbH habe vom
1. Januar 2017 bis zum 30. April 2017 gedauert. Infolge Konkurses der Gesellschaft
vom 24. Mai 2017 beständen für den Zeitraum Februar bis April 2017 offene
Lohnforderungen in Höhe von monatlich je Fr. 3'416.80, zuzüglich Anteil am
13. Monatslohn von Fr. 1'138.95, total somit Fr. 11'389.35 (jeweils netto) (act.
G 3.1/311 f.). Aus dem beigelegten Arbeitsvertrag vom 2. Dezember 2016 ergibt sich
ein Bruttomonatslohn von Fr. 4'000.-- (act. G 3.1/309). Mit Schreiben vom 5. Juli 2017
und 5. Dezember 2017 verlangte die Kantonale Arbeitslosenkasse weitere Unterlagen
(Lohnabrechnung Januar 2017, Kontoauszug Postfinance, Forderungseingabe an das
Konkursamt, IK-Auszug, Organigramm des Betriebs, Gründungsprotokolle, Protokolle
der Generalversammlungen, Statuten der Firma [act. G 3.1/284 und 310]). Nach
Kontrolle der eingegangenen Unterlagen verlangte die Arbeitslosenkasse am 16. Juli
2018 nochmals einen Kontoauszug, aus dem die Lohnüberweisung ersichtlich sei. Um
einen Lohnfluss zu belegen, könnten nur tatsächliche Lohnzahlungen auf ein
Bankkonto akzeptiert werden. Zusätzlich wies sie darauf hin, dass der Gesuchsteller
gemäss Schweizerischem Handelsamtsblatt ab dem 15. März 2017 als Gesellschafter
und Geschäftsführer mit Einzelunterschrift (der C._ GmbH) eingetragen sei, obwohl
er gemäss seinen Angaben gleichzeitig als Projektleiter der B._ GmbH tätig gewesen
sei. Um einen Anspruch auf Insolvenzentschädigung zu haben, müssten
Lohnforderung, Arbeitsverhältnis und Lohnfluss glaubhaft dargelegt werden (act.
G 3.1/43).
A.a.
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Mit Stellungnahme vom 13. August 2018 führte A._ aus, der Januar 2017-Lohn
von Fr. 3'416.80 (netto) sei ihm Ende Januar 2017 bar ausbezahlt worden. Dieser
Betrag und weiteres Bargeld seien von ihm Anfang Februar 2017 auf sein eigenes
Konto eingezahlt worden. Damit sei der Lohnfluss ausreichend belegt (act. G 3.1/37).
Im Weiteren reichte der Geschäftsführer eine schriftliche Bestätigung ein, wonach der
Lohn bar ausbezahlt worden sei (act. G 3.1/23).
A.b.
Mit Verfügung vom 16. August 2018 wies die Arbeitslosenkasse das Gesuch um
Insolvenzentschädigung ab. Der Lohnfluss sei nicht plausibel dargetan. So mache der
Ansprecher für den Januar 2017-Lohn zwei Barzahlungen geltend (Fr. 2'000.-- am 31.
Januar 2017 und Fr. 1'416.80 am 6. Februar 2017). Es sei somit unglaubwürdig, dass
die Einzahlung vom 3. Februar 2017 von Fr. 5'000.-- den Januar-Lohn enthalten solle,
zumal auch die Höhe nicht übereinstimme. Ein Gefälligkeitsdienst von Seiten des
Arbeitgebers könne nicht ausgeschlossen werden. Um einen Lohnfluss zu belegen,
könnten daher nur tatsächliche Lohnzahlungen auf ein Bank- oder Postkonto akzeptiert
werden. Weiter beständen auch Zweifel am Arbeitsverhältnis mit der B._ GmbH, da
der Gesuchsteller ab dem 15. März 2017 als Gesellschafter und Geschäftsführer mit
Einzelunterschrift der C._ GmbH im Handelsregister eingetragen sei. Schliesslich
habe er gemäss Lohnausweis und IK-Auszug den Lohn bis April 2017 erhalten.
Insgesamt beständen grosse Zweifel an der effektiven Lohnzahlung, dem
Arbeitsverhältnis und den Lohnforderungen gegenüber der B._ GmbH (act.
G 3.1/31 ff.).
A.c.
Mit Einsprache vom 13. September 2018 machte A._ im Wesentlichen geltend,
die gemäss Ziff. B16 AVIG-Praxis Insolvenzentschädigung verlangten Belege seien
sämtlich vorhanden. So lägen der schriftliche Arbeitsvertrag, die Lohnabrechnungen,
die Bescheinigungen des Konkursamtes und die Angaben von vorgesetzten Personen
oder Mitarbeitenden vor, habe doch auch der Geschäftsführer nochmals schriftlich
bestätigt, dass der Lohn in bar ausbezahlt worden sei. Die Quittung habe er erst am
6. Februar 2017 unterzeichnet, weil der Geschäftsführer die Lohnabrechnung am
3. Februar 2017 nicht dabeigehabt habe. Der Differenzbetrag stamme aus dem
"Sparsäuli" von Zuhause. Die Insolvenzentschädigung betreffe die Monate Februar bis
April 2017. In diesen Monaten sei er noch bei der B._ GmbH angestellt gewesen,
A.d.
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B.
während die Geschäftsaufnahme der C._ GmbH erst ab Mai 2017 erfolgt sei (act.
G 3.1/12 ff.).
Mit Entscheid vom 29. Januar 2019 wies die Arbeitslosenkasse die Einsprache ab.
Gemäss Einvernahme des Konkursamtes habe der Einsprecher die Buchhaltung
geführt und ein Teil der Bücher, Akten und Belege sei nicht im Büro, sondern bei ihm
zu Hause gewesen. Der Gesellschafter und Geschäftsführer D._ habe die Unterschrift
auf dem Einvernahmeprotokoll verweigert, solange die Angelegenheit nicht mit dem
Einsprecher besprochen sei. Zudem habe er die Lohndeklaration 2017 an die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen bearbeitet und darin die
Lohnzahlungen an alle Mitarbeitenden (inkl. ihn selbst) und den Inhaber für die
Beitragsdauer 1. Januar 2017 bis 30. April 2017 bzw. 31. Mai 2017 bestätigt. Somit
seien keine offenen Lohnforderungen vorhanden. In seiner Funktion als Buchhalter
habe er die Lohnausweise und die Lohndeklaration an die SVA erstellt. Dabei sei nicht
entscheidend, was die Mitarbeitenden hätten verdienen sollen, sondern auf diesen
rechtlich verbindlichen Dokumenten seien die effektiv ausbezahlten Löhne
wahrheitsgemäss zu deklarieren. Die geltend gemachten Lohnforderungen seien somit
nicht glaubhaft gemacht worden und es beständen weiterhin erhebliche Zweifel an
einer effektiv erfolgten Lohnzahlung, an den Lohnforderungen gegenüber der
Arbeitgeberin sowie daran, ob überhaupt ein Arbeitsverhältnis bestanden hat. Die
schriftlichen Bestätigungen von D._ könnten nicht als Beweis anerkannt werden, da
diese wahrscheinlich vom Einsprecher selber erstellt worden seien (act. G 3.1/19).
A.e.
Gegen diesen Entscheid richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 27. Februar
2019 (Postaufgabe: 28. Februar 2019) mit dem sinngemässen Antrag auf dessen
Aufhebung. Aus dem Arbeitsvertrag gehe klar hervor, dass der Beschwerdeführer als
Arbeitnehmer angestellt gewesen sei. Es gebe keinerlei Unterlagen, die bestätigten,
dass er Gesellschafter oder Geschäftsführer der B._ GmbH gewesen sei. Daran
ändere auch nichts, wenn er Projektleitertätigkeiten oder einige Aufgaben in der
Buchhaltung ausführe. Der Geschäftsführer habe im Konkursverfahren die Angestellten
melden müssen. Sobald die Liste eingereicht sei, seien auch die IK-Einträge ersichtlich.
Der Geschäftsführer sei davon ausgegangen, dass die Differenz von der
B.a.
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Erwägungen
1.
Insolvenzentschädigung bezahlt werde, weshalb er die Gesamtlohnsumme gemeldet
habe. Die Lohndeklaration sei somit kein Beweis, dass diese Löhne ausbezahlt worden
seien. Dass der Geschäftsführer ihm die Aufgabe übertragen habe, die Lohndeklaration
auszufüllen, stelle eine Arbeitsanweisung dar. Weder in der Verfügung vom 16. August
2018 noch im Einspracheentscheid vom 29. Januar 2019 sei auf seine Stellungnahmen
und beweisführenden Unterlagen eingegangen worden. Er habe den Lohnfluss belegen
können, während die Beschwerdegegnerin keinen Beweis für eine arbeitgeberähnliche
Stellung habe (act. G 1).
Mit Beschwerdeantwort vom 2. April 2019 beantragt die Verwaltung die
Abweisung der Beschwerde und verweist zur Begründung auf den angefochtenen
Einspracheentscheid sowie auf das Verfahren AVI 2018/25 sowie auf die
Strafprozessakten ST.2014.30091 und ST.2015.32-WI3SE-SHA (act. G 3).
B.b.
Am 9. Mai 2019 macht der Beschwerdeführer von seinem Recht auf Akteneinsicht
Gebrauch und reicht am 10. Mai 2019 eine weitere Stellungnahme ein. Darin macht er
geltend, dass es in den erwähnten Verfahren nicht um die B._ GmbH, sondern um
die E._ GmbH gehe. Auch das von der Beschwerdegegnerin eingereichte
Aktenmaterial betreffe mehr als zur Hälfte die E._ GmbH. Die beiden Firmen und
auch die beiden Verfahren hätten miteinander nichts zu tun. Die Beschwerdegegnerin
habe offenbar keine Unterlagen, die eine arbeitgeberähnliche Stellung belegen könnten
(act. G 5).
B.c.
Am 2. Oktober 2019 reichte die Beschwerdegegnerin auf entsprechende
Aufforderung des Gerichts vom 25. September 2019 noch die im Einspracheentscheid
erwähnten Unterlagen (namentlich das konkursamtliche Einvernahmeprotokoll vom
1. Juni 2017) ein (act. G 8 und 9).
B.d.
Beitragspflichtige Arbeitnehmende von Arbeitgebern, die in der Schweiz der
Zwangsvollstreckung unterliegen oder in der Schweiz Arbeitnehmende beschäftigen,
haben unter anderem Anspruch auf Insolvenzentschädigung, wenn gegen ihren
Arbeitgeber der Konkurs eröffnet wird und ihnen in diesem Zeitpunkt Lohnforderungen
1.1.
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zustehen (Art. 51 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die obligatorische
Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung [AVIG; SR 837.0]). Keinen
Anspruch auf Insolvenzentschädigung haben Personen, die in ihrer Eigenschaft als
Gesellschafter, als finanziell am Betrieb Beteiligte oder als Mitglied eines obersten
betrieblichen Entscheidungsgremiums die Entscheidungen des Arbeitgebers
bestimmen oder massgeblich beeinflussen können, sowie ihre mitarbeitenden
Ehegatten (Art. 51 Abs. 2 AVIG). Dieser persönliche Leistungsausschluss kommt
unabhängig von der Gesellschaftsform und vom AHV-Beitragsstatut der erwerbstätigen
Person zur Anwendung (vgl. Kreisschreiben des Seco, AVIG-Praxis IE B10 i.V.m.
Kreisschreiben des Seco, AVIG-Praxis ALE B12 ff.).
Für die Beurteilung, ob eine versicherte Person nach Art. 51 Abs. 2 AVIG vom
Anspruch auf Insolvenzentschädigung ausgeschlossen ist, ist die zu Art. 31 Abs. 3 lit. c
AVIG ergangene Rechtsprechung gleichermassen anwendbar (Barbara Kupfer Bucher,
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz
über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und Insolvenzentschädigung, 5. Aufl.,
Zürich/ Basel/Genf 2019, S. 319 f.). Gemäss Art. 31 Abs. 3 lit. c AVIG haben Personen,
die in ihrer Eigenschaft als Gesellschafter, als finanziell am Betrieb Beteiligte oder als
Mitglieder eines obersten betrieblichen Entscheidungsgremiums die Entscheidungen
des Arbeitgebers bestimmen oder massgeblich beeinflussen können, sowie ihre
mitarbeitenden Ehegatten keinen Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung. Nach der
Rechtsprechung ist der Ausschluss der in Art. 31 Abs. 3 lit. c AVIG genannten
Personen vom Entschädigungsanspruch absolut zu verstehen (BGE 123 V 234). Art. 31
Abs. 3 lit. c AVIG kommt, obwohl dem Wortlaut nach nur auf Kurzarbeitsfälle
zugeschnitten, auch im Bereich der Arbeitslosenentschädigung nach Art. 8 ff. AVIG zur
Anwendung. Die betreffende Bestimmung dient der Vermeidung von Missbräuchen
(z.B. Selbstausstellung von Gefälligkeitsbescheinigungen). Das Bundesgericht hielt
fest, das Missbrauchsrisiko sei dasselbe, ob es nun um Arbeitslosen-, Kurzarbeits-
oder Insolvenzentschädigung gehe. Daher rechtfertige sich keine unterschiedliche
Behandlung arbeitgeberähnlicher Personen in Bezug auf diese drei Leistungsarten
(BGE 123 V 234 und BGE 142 V 263 E. 4.1 mit Hinweisen). Die Rechtsprechung des
Bundesgerichts will somit nicht nur dem ausgewiesenen Missbrauch an sich begegnen,
sondern bereits dem Risiko eines solchen, das der Ausrichtung von
Arbeitslosenentschädigung an arbeitgeberähnliche Personen inhärent ist (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 26. Oktober 2016, 8C_529/2016, E. 5.2). Wie bei der Kurzarbeit
steht auch bei der Insolvenzentschädigung die Frage nach der tatsächlichen
Möglichkeit zur Einflussnahme auf die Willensbildung des Betriebs und nach dem Mass
der Entscheidungsbefugnis im Vordergrund. So ist denn auch die Grenze zwischen
1.2.
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dem obersten betrieblichen Entscheidungsgremium und den unteren Führungsebenen
nicht allein anhand von formellen Kriterien zu beurteilen. Für die Beurteilung, ob eine
versicherte Person mit Blick auf die konkreten Umstände des Einzelfalls tatsächlich
einen massgeblichen Einfluss auf die Unternehmensentscheidungen hat, können
diverse Anhaltspunkte beigezogen werden. Unter anderem können die versicherte
Person und der Arbeitgeber über die effektiven Aufgaben, die Kompetenz- und
Entscheidungsbefugnisse, die finanzielle Beteiligung, die Handlungsvollmachten und
die Zeichnungsbefugnisse befragt, Arbeitsverträge beigezogen oder
Steuerveranlagungen eingefordert werden (Kupfer Bucher, a.a.O., S. 319 f.; AVIG-
Praxis ALE B18 f.).
Um einen Anspruch auf Insolvenzentschädigung zu haben, müssen den
Arbeitnehmenden im Zeitpunkt der Konkurseröffnung Lohnforderungen für geleistete
Arbeit zustehen (Urs Burgherr, Die Insolvenzentschädigung, Diss. Zürich 2004, S. 89;
AVIG-Praxis IE, Rz B14). Dabei darf die Kasse eine Insolvenzentschädigung nur
ausrichten, wenn die arbeitnehmende Person ihre Lohnforderung glaubhaft macht
(Art. 74 der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die
Insolvenzentschädigung [AVIV; SR 837.02]). Glaubhaftmachen heisst nach
bundesgerichtlicher Umschreibung, dass das Gericht nicht von der Richtigkeit der
aufgestellten tatsächlichen Behauptungen überzeugt zu werden braucht, sondern dass
es genügt, ihm auf Grund objektiver Anhaltspunkte den Eindruck einer gewissen
Wahrscheinlichkeit des Vorhandenseins der in Frage stehenden Tatsache zu vermitteln,
ohne dass es dabei die Möglichkeit ausschliessen muss, dass die Verhältnisse sich
anders gestalten könnten (Entscheid des Versicherungsgerichts St. Gallen vom
5. Februar 2002, AVI 2001/224, E. 1c mit Hinweisen). Für die Glaubhaftmachung
reichen im Einzelfall beispielsweise Verdienstangaben in schriftlichen Arbeitsverträgen,
frühere Lohnabrechnungen, Bank- oder Postauszüge, eine Schuldanerkennung des
früheren Arbeitgebers, Bescheinigungen des Konkurs- oder Betreibungsamtes und
unter Umständen Aussagen von ehemals vorgesetzten Personen oder Mitarbeitenden
aus (ARV 1990 Nr. 8 S. 53 E. 2; Entscheid des Versicherungsgerichts St. Gallen vom
28. September 2000, AVI 1999/350, E. 1a; AVIG-Praxis IE, Rz B16).
1.3.
Das Arbeitslosenversicherungsrecht ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht,
gemildert durch die Mitwirkungspflicht der Parteien. Der Untersuchungsgrundsatz
schliesst die Beweislast im Sinne der Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Die
Parteien tragen die Beweislast aber insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der
Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen
Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel gelangt allerdings erst dann zur
1.4.
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2.
Anwendung, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des
Untersuchungsgrundsatzes einen Sachverhalt zu ermitteln, der die (im Einzelfall)
hinreichende Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen. Art. 74
AVIV stellt mithin eine Beweislastregel auf. Für die Lohnforderung bedeutet das, dass
sowohl ihr Bestand als auch ihre Höhe glaubhaft sein müssen. Erscheinen
Lohnforderungen als unglaubhaft und können sie durch nichts gestützt werden, führt
dies zur Ablehnung des Entschädigungsanspruchs (Burgherr, a.a.O., S. 113 ff.).
Die Beschwerdegegnerin wies das Gesuch um Insolvenzentschädigung ab, da an
einer effektiv ergangenen Lohnzahlung, an den Lohnforderungen gegenüber der
Arbeitgeberin sowie daran, dass keine arbeitgeberähnliche Stellung des
Beschwerdeführers in der B._ GmbH bestanden habe, erhebliche Zweifel beständen.
Der Beschwerdeführer reichte im vorinstanzlichen Verfahren einen Arbeitsvertrag vom
2. Dezember 2016 ein, wonach er ab 1. Januar 2017 bei der genannten Gesellschaft
eine Anstellung als "Projektleiter HLK" mit einem Beschäftigungsgrad von 70 % und
einem Bruttomonatslohn von Fr. 4'000.-- erhalten hatte (act. G 3.1/308 f.). Im Weiteren
reichte er die Lohnabrechnungen Januar bis April 2017 sowie eine Abschlussrechnung
betreffend den 13. Monatslohn ein. Dabei war auf der Januar 2017-Abrechnung
vermerkt, dass der Beschwerdeführer am 31. Januar 2017 einen Betrag von
Fr. 2'000.-- und am 6. Februar 2017 einen solchen von Fr. 1'416.80 erhalten habe. Auf
den übrigen Abrechnungen war vermerkt, dass der Betrag noch nicht ausbezahlt
worden sei (act. G 3.1/303, 315 - 318). Am 13. Juli 2018 und am 14. August 2018
reichte der Beschwerdeführer auf Aufforderung der Beschwerdegegnerin weitere
Unterlagen ein, nämlich einen Auszug seines Bankkontos bei der F._ betreffend den
Februar 2017 sowie einen Lohnausweis der Arbeitgeberin vom 5. Juli 2018 (act.
G 3.1/39 und 45). Mit Schreiben vom 11. August 2018 bestätigte sodann der formelle
Firmeninhaber und Geschäftsführer, D._, dass er die Löhne jeweils in bar entrichtet
habe. Dazu reichte er die Lohnabrechnungen betreffend die Mitarbeitenden G._ und
H._ für die Monate Januar und Februar 2017 ein (act. G 3.1/23, 26 -29).
2.1.
Grundsätzlich ist mit der Beschwerdegegnerin davon auszugehen, dass mit diesen
Unterlagen weder ein Lohnfluss bzw. das Vorliegen einer beitragspflichtigen
Beschäftigung (Art. 13 AVIG) noch das Vorliegen von offenen Lohnforderungen
glaubhaft gemacht sind. Zum einen dauerte das behauptete Arbeitsverhältnis nur von
Januar bis April 2017, wobei der Lohn gar nur für den Januar 2017 entrichtet worden
sein soll. Allein schon aus diesem Grund erscheint das Vorliegen einer
beitragspflichtigen Beschäftigung fraglich. Auch die geltend gemachten Barzahlungen
2.2.
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vom 31. Januar und 6. Februar 2017 in Höhe von Fr. 2'000.-- und Fr. 1'416.80
betreffend den Januar 2017 sind nicht hinreichend belegt. Namentlich kann eine
Lohnzahlung in dieser Höhe nicht aus dem Kontoauszug der Postfinance vom
28. Februar 2017 abgeleitet werden. Dort ist lediglich eine Einzahlung von Fr. 5'000.--
vom 3. Februar 2017 ersichtlich (act. G 3.1/39). Dieser Betrag soll nach Angaben des
Beschwerdeführers nebst den genannten Barlohnanteilen auch weitere Bareinlagen
enthalten (vgl. Eingabe vom 13. August 2018 [act. G 3.1/37]). Entgegen der Ansicht des
Beschwerdeführers kommt diesem Kontoauszug jedoch keinerlei Beweiswert für eine
Barlohnzahlung zu, kann doch der eingezahlte Betrag ebenso gut aus anderen Quellen
stammen. Im Übrigen datiert die Einzahlung vom 3. Februar 2017, mithin vor dem
bescheinigten Erhalt der zweiten Teilzahlung vom 6. Februar 2017, was der
Beschwerdeführer in der Einsprache damit erklärt, dass der Geschäftsführer die
Lohnabrechnung am 3. Februar 2017 nicht dabei gehabt habe und er diese erst am
6. Februar 2017 habe unterzeichnen können (act. G 3.1/13). Letztlich kann über die
Herkunft der Mittel für die fragliche Einzahlung - wie auch über die Bestätigung der
erhaltenen Barbeträge in der Lohnabrechnung betreffend den Januar 2017 (vgl. act.
G 3.1/303) - lediglich der Beschwerdeführer selber Angaben machen.
Schliesslich vermögen auch der Lohnausweis vom 5. Juli 2018 und der IK-Auszug
vom 18. August 2017 (act. G 3.1/45 und 272 ff.) im vorliegenden Zusammenhang
keinen (teilweisen) Lohnfluss zu belegen. Wenn man jedoch darauf abstellen wollte,
beständen keine offenen Lohnforderungen, wird doch dort jeweils der Betrag von
Fr. 17'333.-- (brutto) bescheinigt (4 X Fr. 4'000.-- + 13. Monatslohn pro rata). Mit der
Beschwerdegegnerin ist somit festzustellen, dass die geltend gemachten
Lohnforderungen mit den vorhandenen Unterlagen nicht glaubhaft gemacht werden
können, zumal der Beschwerdeführer
ab dem 15. März 2017 als Gesellschafter und Geschäftsführer der C._ GmbH im
Handelsregister eingetragen war (vgl. online-Handelsregisterauszug des Kantons
Zürich). Nachdem nicht ersichtlich ist, wie die Beweislage nach den diversen
Abklärungen der Beschwerdegegnerin noch weiter vervollständigt werden könnte, und
auch der Beschwerdeführer selber davon ausgeht, dass sämtliche Unterlagen bereits
aktenkundig seien, ist von gerichtlichen Sachverhaltsabklärungen kein weiterer
Erkenntnisgewinn mehr zu erwarten, weshalb darauf zu verzichten ist. Der
Beschwerdeführer trägt damit die Folgen der Beweislosigkeit (vgl. vorstehende
Erwägung 1.4).
2.3.
Im Übrigen erscheint auch die Erfüllung der Schadenminderungspflicht (Art. 55
Abs. 1 AVIG) fraglich, scheint doch der Beschwerdeführer im Zeitraum Februar bis April
2.4.
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3.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a ATSG).