Decision ID: dd208746-2f51-5ee6-a6dc-51751ec29378
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich im November 2008 wegen Schulter- und Armbeschwerden zum
Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung (IV) an. Sie gab an, in C._ die
Grundschule besucht zu haben und zuletzt als Näherin tätig gewesen zu sein (IV-
act. 1). Mit einer Verfügung vom 20. Januar 2010 sprach die IV-Stelle der Versicherten
bei einem IV-Grad von 40% rückwirkend ab dem 1. August 2008 eine Viertelsrente zu
(IV-act. 58).
B.
Am 3. Oktober 2013 reichte die Versicherte einen Fragebogen zur Revision der
Invalidenrente ein. Sie beantragte die Erhöhung ihrer Viertelsrente auf eine ganze Rente
(IV-act. 63, 65). Am 13. November 2013 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass
sie bei der Überprüfung des IV-Grades keine Änderung habe feststellen können.
Deshalb bestehe weiterhin ein Anspruch auf die bisherige Invalidenrente (IV-Grad:
40%, IV-act. 71). Auf Verlangen der Versicherten erliess die IV-Stelle am 10. Dezember
2013 eine beschwerdefähige Verfügung, worin sie den Anspruch auf die bisherige
Viertelsrente bestätigte und das Begehren um eine Erhöhung der Rente abwies (IV-act.
74). Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen hiess die dagegen erhobene
Beschwerde mit einem Entscheid vom 19. April 2016 teilweise gut. Es hob die
Verfügung vom 10. Dezember 2013 auf und wies die Sache zur weiteren Abklärung an
die IV-Stelle zurück (IV-act. 86). Zur Begründung hielt es im Wesentlichen fest, die IV-
Stelle habe den medizinischen Sachverhalt ungenügend abgeklärt. Dieser
Rückweisungsentscheid erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
B.a.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 3/16
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Die IV-Stelle holte weitere Arztberichte ein (vgl. IV-act. 98, 99-2, 101, 103, 105,
110, 112, 114, 116, 118). Die RAD-Ärztin D._ notierte am 13. September 2016 (IV-
act. 126), sie empfehle eine polydisziplinäre Verlaufsbegutachtung. Am 29. September
2016 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie eine polydisziplinäre
medizinische Untersuchung als notwendig erachte (IV-act. 121). Nach einem
Schriftenwechsel betreffend verschiedene Punkte im Zusammenhang mit der
Untersuchung (vgl. IV-act. 122-124) teilte die IV-Stelle der Versicherten am
18. November 2016 mit, dass sie eine polydisziplinäre medizinische Untersuchung in
Auftrag gegeben habe (IV-act. 130).
B.b.
Am 10./12./13./19. Januar 2017 wurde die Versicherte durch die Polydisziplinäre
Medizinische Abklärungen (PMEDA) polydisziplinär (internistisch, neurologisch,
orthopädisch und psychiatrisch) abgeklärt (vgl. das Gutachten vom 3. April 2017, IV-
act. 135). Die RAD-Ärztin D._ notierte am 15. Mai 2017 sinngemäss (IV-act. 136), auf
das Gutachten könne abgestellt werden. Aus medizinischer Sicht habe sich der
Gesundheitszustand verbessert. Mit einem Vorbescheid vom 16. Mai 2017 kündigte die
IV-Stelle der Versicherten bei einem IV-Grad von 0% die Einstellung der Rente auf das
Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats an (IV-act. 139).
B.c.
Die Versicherte reichte der IV-Stelle mit einem Schreiben vom 6. Juni 2017 eine
Rechnung für die Begleitung durch ihren Ehemann zu den Terminen der
polydisziplinären Untersuchungen in der Höhe von Fr. 800.-- unter Beilage eines
ärztlichen Attests vom 30. Dezember 2016, wonach sie auf eine Begleitperson
angewiesen sei, ein (IV-act. 143-2 f.). Mit einer Rechnung vom 14. Juni 2017 ersuchte
sie um die Rückerstattung der Fahrt- und Verpflegungskosten im Betrag von
Fr. 618.40.-- (IV-act. 143-1). Die IV-Stelle teilte der Versicherten am 16. Juni 2017 mit
(IV-act. 142), die Fahrt- und Verpflegungskosten würden in der Höhe von Fr. 380.--
vergütet. Weitere Ansprüche könnten nicht entschädigt werden. Mit einem Schreiben
vom 6. Juli 2017 machte die Versicherte geltend (IV-act. 144), sie habe am
3. November 2016 einen erheblichen beidseitigen Gehörverlust erlitten und leide
seither an Schwindel. Sie könne das Haus nicht alleine verlassen. Eine professionelle
Begleitung zu den Untersuchungsterminen in Zürich hätte wohl nicht zu dem in
Rechnung gestellten Betrag von Fr. 800.-- durchgeführt werden können. Die
Entschädigung für den Erwerbsausfall sei daher angemessen, auch wenn vorgängig
B.d.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 4/16
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
C.
keine Kostengutsprache durch die IV-Stelle erteilt worden sei. Die IV-Stelle teilte der
Versicherten am 3. August 2017 mit (IV-act. 145), der Antrag auf eine
Kostengutsprache für die Begleitung hätte vor der Begutachtung eintreffen und
bewilligt werden müssen. Aufgrund der vorliegenden Akten und der medizinisch
ausgewiesenen vollständigen Arbeitsfähigkeit sei die Notwendigkeit für die Begleitung
nicht glaubhaft. Das Gesuch um Kostenübernahme für die Begleitperson werde
deshalb abgelehnt.
Am 22. August 2017 erhob die Versicherte einen Einwand zum Vorbescheid (IV-
act. 146). Nebst Einwänden betreffend die Einstellung der Invalidenrente machte sie
geltend, die Akten der IV-Stelle enthielten suggestive Anfeindungen und abfällige
Bemerkungen der Sachbearbeiterin E._ über ihren Ehegatten und Rechtsvertreter.
Dies lasse vermuten, dass E._ in dieser Sache befangen sei und sich mit der
Ablehnung jeglicher Leistungen festgefahren habe. Zu erwähnen sei nebst den
zahlreichen negativen Vermerken auch die kategorische Ablehnung einer Vergütung
der Kosten für die Begleitung zu den Untersuchungen. E._ sei von der Bearbeitung
der IV-Akte zu entbinden.
B.e.
Mit einer Verfügung vom 4. September 2017 hob die IV-Stelle die Rente wie
angekündigt auf das Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats auf (IV-
act. 147). Zum Einwand betreffend den Antrag auf einen Wechsel der Sachbearbeiterin
hielt sie fest, die Akten seien konsultiert worden und Anfeindungen seien keine
gefunden worden. Der abweisende Entscheid betreffend Fahrtkosten (recte: Kosten für
die Begleitung) beruhe auf gesetzlichen Grundlagen und sei sachlich dargelegt worden.
Dem Antrag auf einen Wechsel der Sachbearbeitung könne nicht stattgegeben werden.
B.f.
Am 5. Oktober 2017 (Datum Posteingang) erhob die Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführerin) eine Beschwerde gegen die Verfügung vom 4. September 2017
(act. G 1). Sie beantragte sinngemäss die Aufhebung der Verfügung und die Zusprache
der gesetzlichen Leistungen ("eine angemessene Rente"). Die Kosten für die Begleitung
zu den Untersuchungen seien zu entschädigen. Zudem ersuchte sie um die
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege. Ergänzend zu den Einwänden im
Vorbescheidverfahren machte die Beschwerdeführerin geltend, einem Wechsel der
C.a.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 5/16
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Sachbearbeiterin könne bzw. wolle die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin)
nicht stattgeben. Sie (die Beschwerdeführerin) habe festgestellt, dass die
Sachbearbeiterin E._ auf die Korrespondenz und telefonischen Gespräche stets
schroff, negativ und abweisend reagiert habe. Die Formulierungen in den Akten und die
Reaktionen liessen darauf schliessen, dass sich E._ ihre persönliche Einschätzung
bereits im Vorfeld einer Abklärung gemacht habe.
Die Beschwerdegegnerin beantragte am 24. November 2017 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 6). In der Begründung machte sie ausschliesslich Ausführungen
betreffend die Einstellung der Invalidenrente.
C.b.
Das Versicherungsgericht bewilligte am 5. Dezember 2017 das Gesuch um die
unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten) für das
Beschwerdeverfahren (act. G 7).
C.c.
Die Beschwerdeführerin verzichtete auf die Einreichung einer Replik (act. G 9).C.d.
Mit einem Schreiben vom 6. September 2019 gab das Versicherungsgericht der
Beschwerdegegnerin die Gelegenheit, nachträglich zum Antrag der
Beschwerdeführerin um die Vergütung der Kosten für die Begleitung zu den
Untersuchungen in der Höhe von Fr. 800.-- Stellung zu nehmen (act. G 10). Die
Beschwerdegegnerin hielt in einem Schreiben vom 20. September 2019 im
Wesentlichen fest (act. G 11), die angefochtene Verfügung vom 4. September 2017
betreffe einzig die Rentenaufhebung. Auf das Begehren um die Vergütung der Kosten
für die Begleitung sei deshalb nicht einzutreten. Die Beschwerdegegnerin habe dem
Ehemann der Beschwerdeführerin mit einem Schreiben vom 3. August 2017 mitgeteilt,
das Gesuch um die Kostenübernahme für die Begleitperson werde abgelehnt. Offenbar
sei die zuständige Sachbearbeiterin davon ausgegangen, dass es sich beim geltend
gemachten Betrag von Fr. 800.-- nicht um eine erhebliche Leistung i.S.v. Art. 49 Abs. 1
ATSG handle. Zudem habe man annehmen können, der Ehemann der
Beschwerdeführerin lasse sich von der Richtigkeit der Entscheidung überzeugen.
Deshalb habe ein Entscheid im formlosen Verfahren gemäss Art. 51 ATSG getroffen
werden dürfen. Indes hätte der Ehemann der Beschwerdeführerin gestützt auf die in
Art. 27 Abs. 2 ATSG festgelegte Beratungspflicht im Schreiben vom 3. August 2017
C.e.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 6/16
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte

Erwägungen
1.
Die Beschwerdeführerin hat in der Beschwerdeschrift beantragt, die Einstellung der
Invalidenrente sei aufzuheben und ihr sei eine angemessene Rente zuzusprechen. Des
Weiteren seien die in Rechnung gestellten Unkosten für die Begleitung zu den
Untersuchungen durch ihren Ehemann zu entschädigen. Das Beschwerdeverfahren
betrifft somit zwei Streitgegenstände. Aus verfahrensökonomischen Gründen ist es
gerechtfertigt, die beiden Streitgegenstände in einem Urteil zu behandeln. Das
bedeutet allerdings nicht, dass dieses Urteil nur gesamthaft angefochten werden
könnte. Vielmehr steht es den Parteien frei, das Urteil nur bezüglich der Einstellung der
Invalidenrente oder nur bezüglich der Kosten für die Begleitung mit einer Beschwerde
in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht anzufechten. Diesem
Umstand wird mit einer strikten Trennung der beiden Teilentscheide und der jeweiligen
Kosten- und Entschädigungsfolgen im Dispositiv Rechnung getragen.
darauf hingewiesen werden müssen, dass er bei Nichteinverständnis eine schriftliche
Verfügung verlangen könne. Vor diesem Hintergrund könnte das erwähnte Begehren in
der Beschwerdeschrift als Verlangen um den Erlass einer solchen Verfügung
interpretiert werden. Sollte der Ehemann der Beschwerdeführerin auf den Erlass einer
Verfügung bestehen, erlaube sie sich den Hinweis, dass nicht ersichtlich sei, gestützt
auf welche Rechtsgrundlage ihm eine Entschädigung für den geltend gemachten
Erwerbsausfall geleistet werden könnte. Als Auskunftsperson i.S.v. Art. 91 Abs. 2 IVV
könne er jedenfalls nicht angesehen werden.
Der Ehemann und Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hielt in seiner
Stellungnahme vom 14. Oktober 2019 im Wesentlichen fest (act. G 13), die
Beschwerdegegnerin habe ihm vor der Untersuchung mitgeteilt, dass er nicht als
Auskunftsperson zugelassen sei. Die Beschwerdeführerin hätte die
Untersuchungstermine alleine nicht wahrnehmen können. Er verweise auf seine
Ausführungen betreffend die Vestibulärschädigung und den damit verbundenen
Drehschwindel in der Beschwerde vom 4. September 2017 (recte: 4. Oktober 2017).
Zudem hätten an den Untersuchungstagen extreme winterliche Verhältnisse
geherrscht.
C.f.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 7/16
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
2.
Die Beschwerdegegnerin hat mit der angefochtenen Verfügung vom 4. September
2017 die Viertelsrente, welche die Beschwerdeführerin seit dem 1. August 2008
bezogen hatte, für die Zukunft, das heisst per 1. November 2017, aufgehoben. Dies
bildet den ersten Streitgegenstand.
3.
Den zweiten Streitgegenstand bildet der Entscheid der Beschwerdegegnerin vom 3.
August 2017 betreffend die Vergütung des von der Beschwerdeführerin in Rechnung
gestellten Erwerbsausfalls ihres Ehemannes infolge der Begleitung zu den
Untersuchungen in der Höhe von Fr. 800.--.
Die Beschwerdegegnerin hat beantragt, auf diese Beschwerde sei nicht
einzutreten. Zur Begründung hat sie geltend gemacht, dass im
verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren grundsätzlich nur Rechtsverhältnisse
zu überprüfen bzw. zu beurteilen seien, zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde –
in der Form einer Verfügung – Stellung genommen habe. Die angefochtene Verfügung
vom 4. September 2017 betreffe einzig die Rentenaufhebung. Der Entscheid vom
3. August 2017 habe im formlosen Verfahren gemäss Art. 51 ATSG getroffen werden
dürfen. Indes fehle es am Hinweis, dass bei Nichteinverständnis eine schriftliche
Verfügung verlangt werden könne. Sollte die Beschwerdeführerin auf den Erlass einer
Verfügung bestehen, erlaube sie sich darauf hinzuweisen, dass nicht ersichtlich sei,
gestützt auf welche Grundlage eine Entschädigung für den geltend gemachten
Erwerbsausfall geleistet werden könnte.
3.1.
Im Folgenden ist zu prüfen, ob der Entscheid vom 3. August 2017 als Verfügung zu
qualifizieren und ob auf die Beschwerde einzutreten ist. Das Schreiben der
Beschwerdegegnerin vom 3. August 2017 ist weder als Verfügung noch als Mitteilung
bezeichnet worden. Es kann nur als Verfügung qualifiziert werden, da es die
Voraussetzungen einer Mitteilung gemäss Art. 51 ATSG, Art. 58 IVG und Art. 74 IVV
nicht erfüllt (vgl. auch Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 3. Auflage, Zürich/Basel/Genf
2015, N 5 zu Art. 51, wonach der Versicherungsträger prinzipiell mit einer Verfügung zu
entscheiden hat und nur in denjenigen Sachverhalten, in denen Art. 49 ATSG keine
Verfügung verlangt, eine Entscheidung im formlosen Verfahren ergehen kann): Gemäss
Art. 74 IVV setzt eine Leistungszusprache ohne Verfügung unter anderem voraus,
dass dem Begehren der versicherten Person vollumfänglich entsprochen wird. Diese
Voraussetzung ist vorliegend offenkundig nicht erfüllt gewesen. Des Weiteren fehlt der
3.2.
ter
ter
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 8/16
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
4.
Die Beschwerdeführerin hat gerügt, die Beschwerdegegnerin habe dem von ihr
beantragten Wechsel in der Sachbearbeitung nicht stattgegeben. Sie hat damit
sinngemäss geltend gemacht, die Sachbearbeiterin E._ sei bei Erlass der
angefochtenen Verfügung vom 4. September 2017 betreffend die Einstellung der
Invalidenrente und der angefochtenen Verfügung vom 3. August 2017 betreffend die
Vergütung des Erwerbsausfalls ihres Ehemannes infolge der Begleitung zu den
Untersuchungen in der Höhe von Fr. 800.-- möglicherweise befangen gewesen. Die
Verfügungen vom 4. September 2017 und vom 3. August 2017 wurden beide durch
E._ unterzeichnet. Die Rüge, E._ sei bei deren Erlass möglicherweise befangen
gewesen, beschlägt einen Anspruch formeller Natur und ist vorab zu prüfen.
Hinweis, dass der Erlass einer Verfügung verlangt werden könne, wenn die
Beschwerdeführerin mit dem Beschluss nicht einverstanden sei (vgl. Art. 51 Abs. 2
ATSG i.V.m. Art. 74 Abs. 1 IVV). Ob die Beschwerdegegnerin – wie sie geltend
macht – davon hat ausgehen dürfen, dass die Beschwerdeführerin mit der Ablehnung
der Vergütung einverstanden sei (vgl. Art. 49 Abs. 1 i.V.m. 51 Abs. 1 ATSG), ist fraglich.
Die Beschwerdeführerin hat nämlich bereits in ihrem Einwand zum Vorbescheid
betreffend die Einstellung der Invalidenrente im Zusammenhang mit dem Antrag auf
einen Wechsel der Sachbearbeiterin geltend gemacht (IV-act. 146-3), die in den Akten
enthaltenen zahlreichen negativen Vermerke über ihren Ehemann und die kategorische
Ablehnung einer Vergütung der Kosten für die Begleitung zu den Untersuchungen
liessen eine Befangenheit der Sachbearbeiterin vermuten. Das Schreiben vom
3. August 2017 enthält zudem die für eine Verfügung erforderlichen Elemente eines
Entscheids (vorliegend die Ablehnung eines Leistungsbegehrens), der Begründung und
der Schriftlichkeit. Zudem ist es der Beschwerdeführerin eröffnet worden. Einzig die