Decision ID: b3feeac7-6699-48d3-aafa-6a62c553a698
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._, geboren 1956, leidet an kongenitalen Knick- und Platt
füssen, weshalb er zwischen 1968 und 2011 mehrfach an den Füssen operiert wurde (Urk. 6/13, 6/20, 6/67/3 f., 6/78/3-5, 6/157). Die Eidgenössische Inva
lidenversicherung leistet aufgrund dieses Leidens seit den Achtzigerjahren regelmässig Kostengutsprache für Spezialschuhe, Krückstöcke und Steh
stützstühle (vgl. Zusammenfassung der Hilfsmittel in Urk. 6/150; Urk. 6/200), indes lehnte sie die Übernahme von Operationskosten mit der Begründung ab, der Eingliederungserfolg würde dadurch nicht auf Dauer gesichert (Urk. 6/17). Des Weiteren wurden beim Versicherten Mitte der Neunzigerjahre zwei Operationen am rechten Knie zufolge Gonarthrose mit degenerativer Meniskusläsion durchgeführt (Urk. 6/157/1). Ausserdem erstattete ihm die Eidgenössische Invalidenversicherung im September 2007 die Kosten für zwei Hörgeräte (Urk. 6/142).
1.2
Als angelernter Kleingerätemonteur (Urk. 8/25) war der Versicherte von November 1984 (Urk. 6/15/1) bis zum Erhalt der Kündigung per Ende Dezember 1989 als Ölfeuerungsmonteur angestellt (Urk. 6/25/1). Zu Beginn der Neunzigerjahre nahm die Eidgenössische Invalidenversicherung eine berufliche Eingliederung an die Hand (vgl. Urk. 6/21, 6/25, 6/42, 6/45, 6/51, 6/55, 6/65, 6/72), die sie nach mehreren gesundheitlich bedingten Unter
brechungen im Juni 1994 erfolglos abschloss (Urk. 6/80). Dementsprechend bezog der Versicherte damals teilweise Taggelder, zumeist und zum Schluss jedoch eine ganze Invalidenrente (Urk. 6/26 f., 6/46, 6/48, 6/56-58, 6/60, 6/75, 6/86). Im Jahr 1995 machte er sich sodann mit dem Einzelunternehmen „
O._
“, einer Verkaufs- und Reparaturstelle für Kaffeemaschinen, selbständig. Seine damalige Ehefrau arbeitete im Betrieb mit, den die Eidge
nössische Invalidenversicherung mit einer Kapitalhilfe von Fr. 45‘000.-- unterstützte (Urk. 6/87-88, 6/96). In der Folge setzte die Eidgenössische Invalidenversicherung die ganze Invalidenrente ab 1. Juli 1999 auf eine halbe Rente herab (Urk. 6/112) und hob diese schliesslich mit Verfügung vom 14. September 2000 – bestätigt mit Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons Aargau vom 27. Februar 2001 (Urk. 6/130) – vollständig auf (Urk. 6/124). Inzwischen war der Versicherte geschieden und beschäftigte als Einzelunternehmer zwei Betriebsmitarbeiter sowie eine Büroangestellte (Urk. 6/117 und 119/2).
1.3
Nachdem die Z._ der Eidgenössischen Invalidenversicherung ab Anfang 2011 regelmässig Bericht erstattet hatte (Urk. 6/157, 6/159, 6/173, 6/197), liess die neu
örtlich zuständige Sozialversicherungsanstalt des Kan
tons Zürich, IV-Stelle (nachfolgend: IV-Stelle), den Versicherten eine Neu
anmeldung (Urk. 6/161-162), einen Arbeitgeberfragebogen (Urk. 6/169/1-6) sowie Buchhaltungsunterlagen (Urk. 6/172, 6/189 und 6/201) einreichen. Weiter holte sie Auszüge aus dem Individuellen Konto (Urk. 6/165, 6/176 und 6/178) und einige Arztberichte (Urk. 6/175, 6/184, 6/218) ein. Darüber hinaus zog sie die Akten der Krankentaggeldversicherung bei (Urk. 6/166) und gab einen Abklärungsbericht für
Selbständigerwerbende
in Auftrag, der vom 10. Februar 2014 datiert (Urk. 6/203). Gestützt auf die Stellungnahmen des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD; Urk. 6/205/3 f. und 6/223/2) sprach die IV-Stelle dem Versicherten schliesslich – nach Rückzug (Urk. 6/221) des Einwands (Urk. 6/2010) gegen den Vorbescheid vom 10. Februar 2014 (Urk. 6/207) – am 14. August 2014 rückwirkend ab 1. Mai 2013 eine
Viertelsrente
bei einem Invaliditätsgrad von 42 % zu (Urk. 6/226).
1.4
Mit Revisionsgesuch vom 29. September 2014 (Urk. 6/230) und Schreiben vom 1. April 2015 (Urk. 6/23) machte der Versicherte unter Beilage neuer Arztberichte (Urk. 6/231 bzw. 6/239) jeweils eine Verschlechterung seines Gesundheitszustandes geltend (Urk. 6/230). Die IV-Stelle holte einen aktuel
len Auszug aus dem Individuellen Konto (Urk. 6/235) sowie einen weiteren Arztbericht ein (Urk. 6/248), gab bei der IV-Stelle des Kantons Aargau eine Abklärung am Arbeitsort des Versicherten in Auftrag (Urk. 6/247) und nahm zusätzliche Buchhaltungsunterlagen des inzwischen in eine GmbH umge
wandelten Betriebs des Versicherten zu den Akten (Urk. 6/245). Gestützt auf die Stellungnahmen des RAD sowie ihres internen Abklärungsdienstes (Urk. 6/257) stellte die IV-Stelle dem Versicherten sodann mit Vorbescheid vom 4. Juni 2015 die Erhöhung seiner bisherigen Viertels- auf eine
Dreivier
telsrente
ab September 2014 in Aussicht (Urk. 6/252). Dagegen erhob dieser Einwand (Urk. 6/256). Wie angekündigt sprach ihm die IV-Stelle mit Verfü
gung vom 4. September 2015 rückwirkend ab 1. September 2014 eine
Drei
viertelsrente
bei einem Invaliditätsgrad von 63 % zu (Urk. 2).
2.
Gegen diesen Entscheid erhob der Versicherte am 2. Oktober 2015 unter Bei
lage eines Arztberichts (Urk. 3) Beschwerde und beantragte, die Sache zur Einholung eines rheumatologischen/orthopädischen Gutachtens an die IV-Stelle zurückzuweisen, eventualiter sei der Invaliditätsgrad auf mindestens 70 % festzusetzen (Urk. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 26. Oktober 2015 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 5).
In der Folge räumte das Gericht
dem Versicherten
mit Beschluss vom
22. Juni 2017
– unter Hinweis auf eine mögliche Schlechterstellung im Falle eines Sachurteils – explizit die Möglichkeit zum Rückzug der Beschwerde ein (
Urk. 10
).
Diese
r
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oder tippen Sie hier, um Text einzugeben.
hielt mit Eingabe vom
14. August 2017
ausdrücklich an der Beschwerde fest (
Urk.
1
2
).

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind aus
schliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksich
tigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreivier
telsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung, IVG
).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1
ATSG
). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhält
nissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesund
heitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hin
weisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurtei
lung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich
allein genommen kei
nen Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Ver
gleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung,
die
auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhalts
abklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist
der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensver
gleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizi
nischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Validen
einkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
Der Begriff des ausgeglichenen Arbeitsmarktes ist ein theoretischer und abs
trakter Begriff, welcher dazu dient, den Leistungsbereich der Invalidenver
sicherung von jenem der Arbeitslosenversicherung abzugrenzen. Er um
schliesst einerseits ein bestimmtes Gleichgewicht zwischen dem Angebot von und der Nachfrage nach Stellen; anderseits bezeichnet er einen Arbeits
markt, der von seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen offen hält, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Ein
satzes. Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob die invalide Person die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu ver
werten, und ob sie ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen ver
mag oder nicht (BGE 110 V 273 E. 4b; ZAK 1991 S. 321 E. 3b und 1985 S. 462 E. 4b; vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.2). An die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind praxisgemäss nicht übermässige Anforderungen zu stellen; diese hat vielmehr nur so weit zu gehen, als im Einzelfall eine zuverlässige Ermittlung des Invaliditätsgrades gewährleistet ist. Für die Invaliditätsbemessung ist nicht darauf abzustellen, ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen ver
mittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich
nützen könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (AHI 1998 S. 290 f. E. 3b; Urteile des Bundesgerichts I 273/04 vom 29. März 2005,
I 591/02 vom 5. Mai 2004, I 285/99 vom 1
3.
März 2000 und U 176/98 vom 1
7.
April 2000). Der ausgeglichene Arbeitsmarkt umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei welchen Behin
derte mit einem sozialen Entgegenkommen vonseiten des Arbeitgebers rechnen können (Urteile des Bundesgerichts 9C_95/2007 vom 2
9.
August 2007 E. 4.3 und 9C_98/2014 vom 2
2.
April 2014 E. 3.1, je mit Hinweisen).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können,
sind
V
erwaltung
und Gericht
auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärz
tin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu neh
men, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärzt
lichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
Hinsicht
lich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist alsdann entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchun
gen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizi
nischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog in der angefochtenen Verfügung, der Gesund
heitszustand des Beschwerdeführers habe sich ab 12. Juni 2014 ver
schlechtert, was ab Einreichung des Erhöhungsgesuchs im September 2014 zu berücksichtigen sei. Eine behinderungsangepasste Tätigkeit sei seither noch zu 60 % zumutbar. Eine höhere Arbeitsunfähigkeit sei von Dr. A._ nur für vier Wochen attestiert worden. Das
Valideneinkommen
betrage sodann Fr. 92‘369.20. Das Invalideneinkommen sei anhand der Schweize
rischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik (BFS) für das Jahr 2012, Zentralwert für Hilfsarbeiten, und unter Berücksich
tigung eines leidensbedingten Abzugs von 15 % (Alter, Dienstjahre, Belas
tungs
profil) auf Fr. 33‘774.30 festzusetzen. Es resultiere ein Invaliditätsgrad von 63 % (Urk. 2).
2.2
Dem hielt der Beschwerdeführer entgegen, die am 24. April 2015 durchge
führte Abklärung an seinem Arbeitsort habe ergeben, dass er wegen seiner körperlichen Schmerzen, der Medikamenteneinnahme sowie des Funktions
verlusts der Hände für maximal eine Stunde pro
Halbtag
einsatzfähig sei. Damit betrage die Restarbeitsfähigkeit höchstens 25 % (Urk. 1 Ziff. 3). Eine Restarbeitsfähigkeit von 60 % werde in den medizinischen Beurteilungen denn auch nicht schlüssig dargelegt. Daraus ergebe sich vielmehr, dass aus der Plattfuss-Konstellation eine Arthrose in beiden Füssen geworden sei. Diese zwinge ihn, Gehstöcke zu benützen, wodurch zusätzlich Schmerzen in den Handgelenken, Hüften, Schultern und im Nacken bestünden. Dieser Zustand sei im Sinne einer rheumatologischen Systemerkrankung dauernd. Dr. A._ habe ferner einzig über den Leistenbruch berichtet (Urk. 1 Ziff. 4). Ausgehend von den übrigen Berechnungsgrundlagen der Beschwer
degegnerin resultiere somit ein Invaliditätsgrad von 82 % (Urk. 1 Ziff. 5).
3.
3.1
Die Frage, ob vorliegend ein materieller Revisionsgrund nach Art. 17 ATSG gegeben ist, beantwortet sich durch Vergleich des medizinischen Sachver
halts, wie er der Rentenverfügung vom 14. August 2014 zugrunde lag, mit demjenigen bei Erlass der angefochtenen Verfügung (vgl. E. 1).
Liegt in die
sem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend ("allseitig") zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (
Urteil des Bundesgerichts
8C_335/2015 vom
26. August 2015 E. 2 mit Hinweis auf
BGE 141 V 9 E. 2.3 und 6.1
). Die Parteien sind sich soweit ersichtlich darin einig, dass ein Revisionsgrund im Sinne einer am 12. Juni 2014 eingetretenen Verschlechterung des Gesund
heitszustandes mit negativen Auswirkungen auf die
Erwerbsfähigkeit gege
ben ist. Indessen streiten sie sich über die konkreten Konsequenzen der zusätzlichen Beschwerden mit Bezug auf das Arbeitspensum in einer ange
passten Tätigkeit (vgl. E. 2).
3.2
Den Erwägungen der letzten Rentenverfügung vom 14. August 2014 ist bloss zu entnehmen, dass dem Beschwerdeführer trotz seiner gesundheitlichen Einschränkungen eine behinderungsangepasste Tätigkeit (z.B. Kontroll- und Überwachungsarbeiten) zu 100 % zumutbar sei. Als angestammte Tätigkeit wurde Ölfeuerungsmonteur angegeben (Urk. 6/226/8-9).
Gemäss Feststellungsblatt zum entsprechenden Vorbescheid vom 10. Februar 2014 fasste der RAD-Arzt Dr. med. B._, Facharzt für Orthopädische Chirur
gie und Traumatologie, in seiner Stellungnahme vom 24. August 2013 zunächst die Diagnosen gemäss Aktenlage zusammen:
-
OSG-Arthrose links bei einem Zustand nach lateraler
subfibulärer
Dekom
pression und medizinischer
Osteophytenabtragung
am TMT I-Gelenk am 20. Dezember 2010 bei traumatisch bedingtem, aktiviertem
subfibulärem
Impingement
sowie einem Zustand nach
Chopart
- und USG-
Arthrodese
mit Mehrfachrevisionen bei Wundheilstörung,
-
Lisfranc
-Arthrose rechts bei einem Zustand nach
pantalarer
Arthrodese
,
-
einen Zustand nach mehrfachen operativen Eingriffen beidseits (1968 bis1986) bei kongenitalem Plattfuss und
-
beginnende medial betonte Gonarthrose rechts mit degenerativer Menis
kus
läsion.
Dazu erläuterte er, aus den Akten ergebe sich eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % zwischen dem 2. Mai und 6. Dezember 2012 und 70 % ab dem 7. Dezember 2012. Gemäss den Berichten könne dem Beschwerdeführer die bisherige Tätigkeit, die überwiegend stehend und gehend ausgeübt werde, aufgrund der massiv eingeschränkten Steh- und Gehfähigkeit nicht mehr zugemutet werden; in Frage komme aber eine sitzende Tätigkeit ohne rele
vanten Arbeitsweg. Unter Berücksichtigung der Berichte der Z._, datiert zwischen dem 12. Dezember 2012 und 10. Juni 2013, sowie dem hausärztlichen Bericht von Dr. med. C._, Facharzt für Allgemeine Medizin, vom 8. März 2013 kam Dr. B._ zum Schluss, die aufgelisteten Gesundheitsschäden seien ausgewiesen, einschliesslich der sich daraus ablei
tenden Einschränkung der funktionellen Leistungsfähigkeit. Für die Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit, definiert durch das Anforderungsprofil im von der Ehefrau ausgefüllten Arbeitgeberfragebo
gen, könne auf die vorgenannten Angaben abgestellt werden. Für eine opti
mal angepasste Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 100 % unter Beachtung des folgenden
Belastungsprofils: körperlich leichte Arbeit, fast ausschliesslich sitzend, ohne längere Arbeitswege, ohne häufiges Treppen
steigen sowie ohne Knien, Kauern, Hocken oder auf Leitern und Gerüste Steigen (Urk. 6/205/3-4).
Ergänzend ist dem Feststellungsblatt vom 23. Mai 2014 zum Einwand zu entnehmen, dass die zuständige Sachbearbeiterin am 5. Mai 2014 nochmals Rücksprache mit Dr. B._ nahm. Dieser erklärte ihr gegenüber zum neuen Bericht der Z._ vom 22. April 2014, es würden nochmals die bekannten Befunde und Diagnosen beschrieben. Der Bericht beziehe sich ausschliesslich auf stehende und gehende Tätigkeiten, so dass für diese Tätigkeiten eine volle Arbeitsunfähigkeit nachvollziehbar sei. Somit sei die Beurteilung vom 24. Juni 2013 betreffend eine angepasste Tätigkeit aus medizinischer Sicht weiterhin im vollen Umfang ausgewiesen (Urk. 6/223).
3.3
Als Zwischenfazit ist festzuhalten, dass die für die Zusprechung einer
Viertels
rente
massgebliche RAD-Beurteilung somit im Einklang mit der damaligen Aktenlage bzw. Einschätzung der behandelnden Ärzte stand (vgl. Urk. 6/173 und 6/182-184). Insbesondere äusserte sich bereits Dr. med. D._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsap
parates, im Bericht der Z._, Abteilung Orthopädie, vom 10. Juni 2013 ähnlich zur Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten. Kon
kret führte er aus, theoretisch komme eine sitzende Tätigkeit ohne relevanten Arbeitsweg in Frage, wobei man aufgrund des Alters und der zusätzlichen Probleme (Tinnitus mit Müdigkeit) eine Umschulung jedoch als nicht mehr realistisch erachte (Urk. 6/184/7). Dies ist die letzte Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten durch eine Behandlungsperson.
Dazu ist zu bemerken, dass das fortgeschrittene Alter, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt wird, das zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenhei
ten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Rester
werbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zumutbar ist (BGE 107 V 17 E. 2c; Urteile I 401/01 vom 4. April 2002 E. 4b; I 831/05 vom 21. August 2006
E. 4.1.1 mit Hinweisen). Der Einfluss des Lebensalters hängt jeweils von den Umständen ab, die mit Blick auf die Anforderungen der Verweisungstätig
keiten massgebend sind (vgl. im Detail Urteil 9C_954/2012 vom 10. Mai 2013 E. 2 mit Hinweisen). Dabei ist festzustellen, dass das Bundesgericht
die Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit in einer vorwiegend sitzenden u
nd wechsel
belastenden Tätigkeit
– insbesondere in einem hohen Arbeitspensum – auch
bei versicherten Personen,
die
einige Jahre
älter sind als der Beschwerdeführer,
regelmässig bejahte
(vgl. Kasuistik in den Urteilen des Bundesgerichts 9C_84
7/2015 vom 30. Dezember 2014 E.
4.1-3, 8C_345/2013 vom 1
0.
September 2013 E. 4.3 und 9C_124/2010 vom 2
1.
September 2010 E. 5.2).
Soweit es den Tinnitus betrifft, geben weder die in der Beschwerde
schrift aufgestellten Behauptungen (Urk. 1), noch die zuletzt in den Akten dokumentierte Beschwerdeklage Anlass zu weiteren Abklärungen (Urk. 6/247/3-4). Dabei handelt es sich offenbar um eine untergeordnete Problematik. Demnach fand die Argumentation von Dr. D._ bei der Festset
zung der
Viertelsrente
zu Recht nur im Rahmen der Bestimmung des behin
derungsbedingten Abzugs Eingang in die Invaliditätsbemessung.
3.4
In der angefochtenen Verfügung wurde neu ab 12. Juni 2014 eine Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit von 40 % ange
nommen (Urk. 2). Diese Beurteilung beruht wiederum auf zwei Stellungnah
men des RAD-Arztes Dr. B._, in welchen er sich zu den zwischenzeitlich zu den Akten genommenen Arztberichten äusserte.
Am 16. Oktober 2014 notierte Dr. B._, neu sei in den zwischen dem 14. März und 2. Juli 2014 erstellten Berichten der Z._ die Diagnose
multiokuläre
Arthralgien unklarer Zuordnung (Differentialdiag
nose:
Psoriasisarthropathie
, CPPD-
Kristallarthropathie
) mit Erstmanifestation 2013: Handgelenke beidseits, Hüfte rechts, Schulter rechts und Halswirbel
säule sowie eine Rhizarthrose und MCP-Gelenkarthrose beidseits. In den Berichten würde für die angestammte Tätigkeit eine dauerhafte Arbeitsunf
ähigkeit von 70 % angegeben, bezüglich einer angepassten Tätigkeit würden indes keine Angaben gemacht. Unter dem Titel „Versicherungsmedizinische Beurteilung“ schlussfolgerte Dr. B._, die neuen Berichte würden die bekannten Diagnosen und dementsprechend die 70%-Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit bestätigen. Die neu aufgetretenen Beschwerden an verschiedenen
Extremitätengelenken
seien, wie die bisherige radiologische und laborchemische Abklärung ergeben habe, im Wesentlichen degenerativ bedingt, also durch Arthrosen, während eine entzündlich-rheumatische Genese weitestgehend ausgeschlossen worden sei. Aus dem
Betroffensein
beider Hände sei unter Berücksichtigung seiner über 20-jährigen Praxiser
fahrung medizinisch-theoretisch abzuleiten, dass mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit alle manuellen Tätigkeiten nur eingeschränkt möglich seien, sowohl was die Feinmotorik als auch die Handkraft anbelange, so dass im Endeffekt eben doch auch für eine angepasste Tätigkeit eine Arbeitsunfähig
keit von 40 % resultiere. Als Beginn dieser weiteren Einschränkung sei das Datum der Erstkonsultation in der Abteilung Rheumatologie der Z._ anzunehmen (Urk. 6/257/2).
Ferner erklärte Dr. B._ am 1. Juni 2015, die Berichte von Dr. med. A._, Facharzt für Chirurgie, spezialisiert in Viszeralchirurgie, enthielten die Diagnose
Inguinalhernie
beidseits mit einem Zustand nach laparoskopischer Netzplastik am 15. Mai 2015 und daraus abgeleitet die Angabe einer Arbeits
unfähigkeit von 100 % ab 5. Mai 2015 für mindestens vier Wochen für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit. Dies sei medizinisch-theoretisch nachvollziehbar. Ansonsten würden sich aus diesen Arztberichten aber keine weiteren Konse
quenzen bezüglich der generellen Arbeitsfähigkeit ergeben, weshalb an der letzten RAD-Stellungnahme festzuhalten sei (Urk. 6/257/4).
3.5.
3.5.1
Es wird erstmals im Bericht der Z._, Abteilung Technische Ortho
pädie, vom 5. Juni 2014 erwähnt, dass der Beschwerdeführer nun Stöcke einsetzen müsse, um überhaupt noch gehen zu können. Dadurch seien Schmerzen in den Handgelenken aufgetreten, die im Haus weiter abgeklärt würden. Im Übrigen sei der Beschwerdeführer aus Sicht der technischen Orthopädie in seiner angestammten Tätigkeit zu 70 % dauernd arbeitsunfä
hig, was die Invalidenversicherung auch akzeptiert habe. Die Berechnung des Invaliditätsgrades von 42 % beruhe indes auf einer wirtschaftlich-techni
schen Einschätzung. Es sei sicher noch abzuklären, wie es um die Handbe
schwerden stehe. Sollten aufgrund internistischer Aspekte wegen der Unver
träglichkeit der Schmerzmedikamente Allergien und deshalb weitere Beschwerden hinzukommen, müsse der Entscheid der Invalidenversicherung angefochten werden (Urk. 6/229/3-4).
3.5.2
Die Abteilung für Rheumatologie berichtete am 12. Juni 2014 nach ersten Abklärungen, der Beschwerdeführer
klage
über Schmerzen in beiden Händen, vor allem den Handgelenken, im Daumen sowie den
Meta
c
arpo
p
halangeal
g
elenk
en
(MCP)
II und III beidseits. Daneben bestünden Hüftschmerzen beidseits, Schulterschmerzen rechts sowie Nackenschmerzen. Zudem gebe er rezidivierende, teilweise schuppende Hautausschläge an. Klinisch-neurolo
gisch bestünden keine Hinweise für eine zervikale
Myelonkompression
. Es bestünden keine
Synovitiden
, aber fragliche Kapselverdickungen MCP II beidseits sowie ein Finger- und Zehenkompressionsschmerz. Das
multiloku
läre
Beschwerdebild könne derzeit nicht sicher zugeordnet werden. Differen
tialdiagnostisch käme eine beginnende entzündlich-rheumatologische Syste
merkrankung in Frage. Anamnestisch bestünden bis auf unklare teilweise schuppende Hautveränderungen indes keine Hinweise auf eine Psoriasis oder
enterophatische
Erkrankung. Der Beschwerdeführer sei für weitere diagnos
tische Untersuchungen angemeldet (Urk. 6/229/5-6).
3.5.3
Im Bericht zur Befundbesprechung, datiert vom 2. Juli 2014, findet sich end
lich die Diagnose Polyarthralgien unklarer Zuordnung (Erstmanifestation 2013) betreffend die Handgelenke beidseits, das d
istale
Interphalangealgelenk
I beidseits und die MCP II und III beidseits; Differentialdiagnosen
Psoriasis
arthropathie
und CPPD-
Kristallarthropathie
. Laborchemisch würden sich keine Entzündungszeichen zeigen. Die
a
ntinukleäre
n
Antikörper
(ANA)
seien mit 1:80 unwesentlich erhöht und die CCP-Antikörper sowie der extrahier
bare
antinukleäre
Antigene-(ENA7)-Screen normal. Konventionell-radiolo
gisch würden sich degenerative Veränderungen mit
Scapho-Trapezo-Trape
zoidal
(STT)- und Rhizarthrose beidseits, aber keine entzündlichen Verände
rungen nachweisen lassen. Im MRI beider Hände zeigten sich ebenfalls die
Rhiz
- und STT-Arthrose beidseits mit Zeichen eines Reizzustandes,
polylobu
lierte
septische Ganglien, ausgehend vom Daumensattelgelenk und Radiocar
palgelenk rechts, weniger links, aber keine
erosiven
Veränderungen,
Synovi
tiden
oder
Tenosynovitiden
. Man beurteilte die Beschwerden als am ehesten degenerativ bedingt. Klinisch, laborchemisch sowie bildgebend bestünden zum jetzigen Zeitpunkt keine Hinweise auf eine entzündlich-rheumatolo
gische Systemerkrankung. Die STT-Arthrose könne auf eine CPPD (Pseudo
gicht) hindeuten, wobei aber keine
Chondrokalzinose
vorliege. Differentialdi
agnostisch in Frage komme eine
Psoriasisarthropathie
, da der Beschwerde
führer wechselnde, teilweise
erythemato-squamöse
Hautveränderungen an Unterarm sowie Unterschenkel angebe. Man wolle ihn daher zur dermatolo
gischen Beurteilung anmelden (Urk. 6/299/8-9).
3.5.4
Die dermatologische Abklärung erfolgte am 29. August 2014 durch Dr. med. E._, Facharzt für Venerologie und Dermatologie. Zum Befund notierte er deutlich
remittente
und fast abgeheilte,
nummuläre
, postinflammatorisch leicht hyperpigmentierte,
lichenoide
und schuppende Hauteffloreszenzen an den Armen und Beinen. Klinisch und anamnestisch passe der Befund zu einem
nummulären
Exsikkationsekzem, dies sollte jedoch bei frischem Auf
treten von Effloreszenzen neu beurteilt werden. Für eine angefragte differen
tialdiagnostisch denkbare Psoriasis
vulgaris
im Rahmen einer bestehenden Arthropathie finde sich aktuell indes kein klinischer Hinweis (Urk. 6/299/13).
3.5.5
Sowohl in den RAD-Stellungnahmen als auch vom Beschwerdeführer selbst (vgl. Urk. 1 Ziff. 4) als nicht relevant beurteilt wurden die jüngeren Berichte von Dr. A._. Sie betreffen einzig die Leistenhernie rechts. In diesem Zusammenhang wurde am 5. Mai 2015 eine laparoskopische Netzplastik durchgeführt und ab diesem Zeitpunkt eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit während mindestens vier Wochen attestiert (Urk. 6/243 und 6/248/2). Die Leistenhernie war bei einer Routinekontrolle vom Urologen entdeckt worden,
bei der ansonsten klinisch und laborche
misch eine unveränderte Prostata festgestellt wurde (Urk. 6/243/2).
3.5.6
Schliesslich findet sich in den Akten noch ein neuer Abklärungsbericht für
Selbständigerwerbende
, datiert vom 28. April 2015. Dieser wurde erstellt durch eine Abklärungsperson der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Aargau, die im Auftrag der IV-Stelle am 24. April 2015 den Betrieb des Beschwerdeführers besuchte (Urk. 6/247/2). Ihr gegenüber gab der Beschwer
deführer an, er leide von morgens bis abends unter starken Schmerzen an beiden Füssen und Händen. Er könne keine stehenden oder gehenden Arbei
ten verrichten und in den Händen fehle es ihm an Kraft und motorischem Geschick. Er arbeite im Betrieb effektiv noch 1 bis 1,5 Stunden pro Tag. Am Morgen fahre er die Kaffeemaschinen hoch, fülle frische Bohnen und Wasser ein. Er nehme die Kaffeemaschinen von Kunden entgegen, erstelle den Befund und gebe Leihgeräte ab. Die Kaffeemaschinen würden durchschnitt
lich 15 bis 20 kg wiegen, weshalb die Kunden diese selbst zu tragen hätten und er nur noch Reinigungen sowie kleine Reparaturen selber vornehmen könne. Bei der Kundenberatung, die Stehen und Gehen erfordere, komme er wegen der Schmerzen schnell an seine Grenzen. Er könne Telefone erledigen, wozu er sitzen könne. Er fahre zusammen mit der Ehefrau am Morgen vom Wohnort nach F._ und am abends nach Ladenschluss wieder zurück. Er könne sich wenn nötig in die für die Kunden nicht zugänglichen Betriebsräumlichkeiten zurückziehen oder sich an den Tisch im Showroom setzen. Wegen seiner gesundheitlichen Einschränkungen bleibe das Geschäft vermehrt, konkret ca. 12 Wochen pro Jahr, geschlossen (Urk. 6/247/3-4). Die Abklärungsperson verzichtete alsdann auf eigene Schlussfolgerungen. Statt
dessen erläuterte sie, dass bereits aufgrund der
Vorakten
die Tätigkeit als Ölfeuerungsmonteur als
Validentätigkeit
gelte und sie aufgrund des effektiv geringen Arbeitspensums auf die Erhebung des zeitlichen Umfangs der ver
schiedenen Aufgabenbereiche verzichte. Ferner gab sie unter dem Titel medi
zinisch zumutbare Tätigkeiten wörtlich die RAD-Stellungnahme vom 16. Oktober 2014 wieder (Urk. 6/247/6-9).
3.7
In Anbetracht der vorstehenden medizinischen Berichte ist nachvollziehbar, dass der RAD-Arzt Dr. B._ eine massgebliche Zunahme der gesundheit
lichen Beschwerden – vorab bedingt durch objektiv nachgewiesene degene
rative Veränderungen an den Händen – im Sinne eines materiellen Revi
sionsgrundes konstatierte. Ebenso schlüssig ist seine Annahme, die damit zusammenhängende Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit sei mit überwie
gender Wahrscheinlichkeit ab 12. Juni 2014 ausgewiesen, nachdem dannzu
mal die Abteilung für
Rheumatologie erste Abklärungen vorgenommen und erstmals Bericht erstattet hatte.
Eine
Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit ist zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat (
Art.
88a
Abs.
2 erster Satz
der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV). Dabei ist n
icht verlangt, dass die Änderung, nachdem sie ohne wesentliche Unter
brechung drei Monate angedauert hat, voraussic
htlich weiterhin andauern muss
(
vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_675/2016 vom 18. April 2017
E. 2.3.1
).
Die Erhöhung der Rente erfolgt sodann, wurde die Revision nicht von Amtes wegen eingeleitet, frühestens von dem Monat an, in dem das Revisi
onsbegehren gestellt wurde (Art. 88
bis
Abs. 1
lit
. a IVV). Im Hinblick auf diese Voraussetzungen ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerde
gegnerin nach der gesundheitlichen Verschlechterung im Juni 2012 und dem Eingang des Rentengesuchs im September 2014 (vgl. Eingang Urk. 6/230 gemäss Aktenverzeichnis der
Vorakten
) eine Rentenanpassung per 1. September 2014 verfügte (vgl. auch Urk. 6/230).
3.8
3.8.1
Soweit es die konkreten Auswirkungen der neuen Beschwerden auf die Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten betrifft, ist zu konstatieren, dass sich die Behandlungspersonen dazu nicht weiter äusserten. Im Bericht der Z._ vom 5. Juni 2014 wurde einzig angedeutet, dass man – unter Vorbehalt der Abklärungsergebnisse der neuen Handbeschwerden sowie der Hautproblematik – nichts gegen die bisherige wirtschaftlich-tech
nische Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten einzu
wenden hat. Der RAD-Arzt Dr. B._ postulierte in seiner Aktenbeurteilung neu eine Einschränkung von 40 %, welche von der Abklärungsperson im neuen Bericht für
Selbständigerwerbende
übernommen wurde. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers kann sodann aus seinen im Abklärungs
bericht wiedergegebenen subjektiven Angaben zum effektiven Arbeitspen
sum nichts abgeleitet werden, was umso mehr gelten muss, als er auch unangepasste Aufgaben wie Kundenberatung etc. wahrnimmt.
3.8.2
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurtei
lung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfü
gung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massge
bende funktionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49 IVV
können die RAD d
ie geeigneten Prüfmetho
den
im
Rahmen ihrer medizinischen
Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1)
und
Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen
(Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht – gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Ver
waltung und Gerichten
– den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei. Sie würdigen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Okto
ber 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
Der Beweiswert von RAD-Berichten
bei eigener Untersuchung
ist mit jenem externer medizinischer Sachverständigengut
achten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis
solcher
versicherungs
interner ärztlicher Abklärungen
nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bun
desgerichts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
Im Vergleich dazu kommt reinen Aktenbeurteilungen des RAD p
raxisgemäss
ein geringerer
Beweiswert zu (
vgl.
Urteil des Bundesgerichts
8C_971/2012 vom 11. Juni 2013 E. 3.4).
3.8.3
Angesichts seines Facharzttitels ist anzunehmen, dass Dr. B._ grundsätzlich über die Kompetenz
zur Beurteilung der ausführlich im Bericht der Z._ vom 2. Juli 2014 wiedergegebenen Befunde verfügt. Indes hat er die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten von 40 % nicht mit medizinischen Überlegungen, sondern mit seiner 20-jährigen Praxiserfahrung begründet. Weshalb diese Einschränkung 40 % und nicht beispielsweise nur 30 oder gar 50 % beträgt, ist deshalb weder für den Beschwerdeführer noch das Gericht nachvollziehbar, obschon dies für den Invaliditätsgrad respektive Rentenanspruch durchaus bedeutsam ist. Ebenso wenig finden sich in der RAD-Beurteilung Angaben zur Ausgestaltung des möglichen 60%-Arbeitspensums (z.B. nur verlängerte
Halbtage
oder volle Präsenzzeit mit vermehrten Pausen). Darüber hinaus bedarf es angesichts des sehr eingeschränkten Belastungsprofils (sitzende Tätigkeit bei eingeschränk
ter Feinmotorik und Handkraft in beiden Händen) konkreter Angaben zu den effektiv noch möglichen Arbeitsleistungen. Nur so kann gegebenenfalls unter Berücksichtigung des Alters und der wohl fortschreitenden degenerativen Erkrankung über die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit sowie
die Höhe der behinderungsbedingten Abzugs abschliessend entschieden werden. Es bestehen somit Zweifel an der versicherungsinterne Aktenbeurteilung des RAD, weshalb diese allein keine genügende
Entscheidgrundlage
für den Rentenanspruch bilden kann.
4.
Zusammenfassend kann über den Rentenanspruch des Beschwerdeführers somit nicht ohne zusätzliche medizinische Einschätzungen und erwerbliche Abklärungen (mit Blick auf konkret mögliche Arbeitsleistungen) entschieden werden. Dies gilt nicht nur für den strittigen Teil der Rente, sondern mangels nachvollziehbarer Arbeitsfähigkeitseinschätzung auch für die von der Beschwerdegegnerin gewährte Erhöhung auf eine
Dreiviertelsrente
.
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Ver
sicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensent
scheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrelevante
Sachverhalt unge
nügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
Ausserdem
bleibt es dem kantonalen Gericht (unter dem Aspekt der Verfahrensgarantien) unbenommen, eine Sache zurück
zuweisen, wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergän
zung von gutachtlichen Ausführungen erforderlich ist (B
GE
137 V 210
E.
4.4.1.
4 mit Hin
weisen; Urteil des Bundesgerichts
8C_815/2012 vom 21.
Oktober 2013 E.
3.4
,
publi
ziert in SVR 1/2014 UV
Nr. 2 S. 3).
Vorliegend ist der medizinische Sachverhalt soweit unbestritten. Einzig die Frage der daraus resultierenden Arbeitsfähigkeit und der zumutbaren Arbeitsleistungen
bedarf weiterer Erörterungen, wobei es in diesem Kontext aber allenfalls schwierige Ermessensentscheide (Invalideneinkommen, lei
densbedingter Abzug, Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit) zu treffen gilt. Die angefochtene Verfügung ist deshalb (nach dem vorstehend Gesagten vollumfänglich) aufzuheben und die Sache an die IV-Stelle zurückzuweisen, damit diese nach Prüfung der genannten Aspekte erneut über den Renten
anspruch verfüge. Der Beschwerdeführer wurde bereits auf den offenen Aus
gang dieser Abklärungen und die damit letztlich mögliche Schlechterstellung aufmerksam gemacht, worauf er ausdrücklich auf einen Beschwerderückzug verzichtete (vgl. Sachverhalt E. 2).
5.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 600.-- anzu
set
zen. Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständi
ges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb die Kosten der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen sind.
Die obsiegende Beschwerde führende Person hat
ausserdem
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (§ 34 Abs.
1 und 3
GSVGer
). Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers machte mit Kostennote vom 21. August 2017 (Urk. 15) einen Aufwand von 11.5 Stunden à Fr. 220.-- sowie Barauslagen im Betrag von Fr. 100.--, zuzüglich Mehrwertsteuer von 8 % geltend. In der Kosten
note finden sich mitunter eindeutig dem Verwaltungsverfahren zuzuord
nende Positionen, konkret das Abfassen des Einwands vom 4. Juli 2015 gegen den Vorbescheid und die dazugehörige Instruktionsbesprechung vom 24. Juni 2015. Wie das Bundesgericht in seinem Urteil 8C_57/2014 vom 14. April 2014 E. 3.4 indes ausführlich darlegte, fehlt es an einer gesetzlichen Grundlage für die Zusprechung einer Parteientschädigung im
Vorbescheid
verfahren
der Invalidenversicherung. Die vorgenannten Positionen sind
demnach nicht entschädigungspflichtig, weshalb der geltend gemachte Zeit
aufwand um 3 Stunden (0.75 Stunden für das Einholen von Instruktionen und 2.25 Stunden für das Abfassen des Einwands)
zu kürzen ist
. Die übrigen Positionen der Kostennote sind als durchaus angemessen zu beurteilen
,
wes
halb dem Beschwerdeführer eine Prozessentschädigung von Fr. 2‘127.60 (inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen) zuzusprechen ist.