Decision ID: ef959f65-acf0-4b38-9979-ac3e82fdeebb
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherte) war bei der B._ AG als Betriebsmitarbeiterin
tätig und dadurch bei der Branchen Versicherung Schweiz gegen die Folgen von
Unfällen und Berufskrankheiten versichert. Mit Schadenmeldung UVG vom 30. April
2012 liess sie dieser durch die Arbeitgeberin melden, dass am 28. April 2012 ein
Mitarbeiter mit einem Stapel Gebinde (gefüllt mit Eis) nicht mehr habe stoppen können
und die Versicherte getroffen habe. Dabei habe sie sich die rechte Schulter geprellt
(UV-act. A1). Der erstbehandelnde Arzt, Dr. med. C._, Facharzt FMH für
Allgemeinmedizin, Physikalische Medizin und Rehabilitation, notierte mit Arztzeugnis
UVG vom 3. Mai 2012 eine Erstbehandlung am 30. April 2012. Gemäss Angaben der
Versicherten sei diese von einem Stapel von hinten im Bereich der BWS und der
rechten Schulter gerammt worden. Dr. C._ diagnostizierte eine Kontusion BWS/LWS
und Scapula, eine mehrsegmentale Df BWS, eine myofasciale Ausbreitung bis zum
Beckenring sowie eine beginnende Tendovaginitis Flexorsehnen II-V rechts und
attestierte der Versicherten eine Arbeitsunfähigkeit von 100% seit 30. April 2012 (UV-
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act. M4). In der Folge bescheinigte Dr. C._ der Versicherten eine 100%-ige
Arbeitsunfähigkeit (lediglich 50% vom 7. bis 11. Juni 2012) bis Juli 2012 (UV-act. M5
ff.). Das Kantonsspital St. Gallen (KSSG), Klinik für Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates, wo die Versicherte seit 17. Juli 2012 in
Behandlung stand (UV-act. M16), bescheinigte eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit bis
23. August 2012 (UV-act. M10).
A.b Am 12. Juli 2012 hatte die Branchen Versicherung Schweiz Dr. med. D._,
Facharzt FMH für Chirurgie, mit einer vertrauensärztlichen Untersuchung betraut (UV-
act. A3 ff.). Diese wurde am 25. Juli 2012 durchgeführt (UV-act. M11-1). Anlässlich der
Untersuchung führte die Versicherte aus, dass sie bereits eine Woche vor dem Unfall
einen Schulterschmerz rechts verspürt habe. Sie habe keinen Sturz gehabt und es sei
kein besonderes Ereignis eingetreten. Sie habe sich lediglich an einer Maschine halten
können (UV-act. M11-5). Zusammengefasst kam Dr. D._ mit Bericht vom 13. August
2012 zum Schluss, dass das Unfallereignis für die momentanen Beschwerden nicht
ursächlich sei und ein Status quo sine nach einer Woche erreicht worden sein dürfte.
Die Versicherte sei in angestammter und adaptierten Tätigkeiten zu 100% arbeitsfähig
(UV-act. M11-11 f.).
A.c Bei Verdacht auf eine Bizepstendinopathie rechts wurde am 31. August 2012
durch das KSSG die Indikation für eine Schulterarthroskopie rechts zur weiteren
Diagnostik gestellt (UV-act. M18). Der Eingriff fand am 1. Oktober 2012 statt. Bei
Nachweis einer SLAP II Läsion zentral wurde eine Refixation (SLAP Repair)
durchgeführt. Im Operationsbericht wurde unter dem Abschnitt „Indikation“ ausgeführt,
dass die Versicherte im April 2012 eine schwere Kiste von einem Regal habe
herunterholen wollen, wobei diese runter gefallen und es zu einem starken Reissen im
Arm gekommen sei (UV-act. M20). Das KSSG attestierte der Versicherten vorerst eine
100%-ige Arbeitsunfähigkeit bis Mitte Januar 2013 (UV-act. M25), verlängerte diese mit
Bericht vom 14. Januar 2013 bis 11. Februar 2013, bei anschliessendem
Arbeitsversuch zu 50% als Coiffeuse (UV-act. M28).
A.d Am 6. Dezember 2012 war die Versicherte erneut von Dr. D._ untersucht
worden. Mit Bericht vom 7. Dezember 2012 hatte dieser festgehalten, dass aufgrund
der intraoperativ festgestellten Problematik ein Kausalzusammenhang möglich sei. Eine
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Einschätzung bezüglich Status quo sine/ante könne bei noch postoperativem Verlauf
nicht abgegeben werden (UV-act. M27).
A.e Am 4. Juli 2013 wurde die Versicherte, wiederum veranlasst durch die Branchen
Versicherung Schweiz, von Dr. med. E._, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie,
vertrauensärztlich begutachtet. Mit Bericht vom 8. Juli 2013 zog dieser bei Status nach
Schulterarthroskopie und SLAP Repair rechts vom 1. Oktober 2012 sowie
Restbeschwerden am Oberarm rechts den Schluss, dass die aktuell noch vorhandenen
gesundheitlichen Beeinträchtigungen auf den Unfall vom 28. April 2012 zurückzuführen
seien. Eine SLAP II Läsion sei eine UVG-relevante Verletzung (UV-act. M32).
A.f Bei persistierenden Beschwerden fanden weiterhin regelmässige ambulante
Untersuchungen und Kontrollen im KSSG statt (UV-act. M37, 39, 41, 45) und der
Versicherten wurde eine Arbeitsunfähigkeit von 50% bescheinigt (UV-act. M36, 38, 40).
A.g Am 25. August 2014 wurde die Versicherte bei Restbeschwerden Schulter rechts
mit Bizepstendinopathie bei instabilem Bizepsanker sowie subacromialem
Impingement rechts erneut im KSSG operiert (Schulterarthroskopie, Bizepstenodese,
subacromiales Débridement rechts; UV-act. M47). Postoperativ bescheinigte das
KSSG Arbeitsunfähigkeiten von 100% bis 10. Februar 2015, 70% ab 11. Februar 2015,
50% ab 25. Mai 2015 und 40% ab 1. Juli 2015 (UV-act. M53, 58).
A.h Bei protrahiertem Verlauf (vgl. dazu den Bericht von Dr. C._ vom 20. Oktober
2015: UV-act. M59) und weiterhin attestierter Arbeitsunfähigkeit von 40% (UV-act.
M65) betraute die Branchen Versicherung Schweiz am 17. Dezember 2015 das
Medizinische Zentrum Römerhof (MZR), Zürich, mit einer polydisziplinären
Begutachtung der Versicherten (UV-act. A109). Angesichts der bevorstehenden
orthopädischen Begutachtung wurde am 5. Februar 2016 eine MRT Arthrographie des
rechten Schultergelenks durchgeführt (UV-act. M62-3), welche eine ca. 1 cm grosse
Intervall Läsion in der Bursa subdeltoidea ventral zum Vorschein brachte (UV-act. M60).
Die Untersuchungen im MZR wurden am 1. (chirurgisch-internistisch), 9. (orthopädisch)
und 23. (psychiatrisch) Februar 2016 durchgeführt (UV-act. M62-1). Zusammengefasst
kamen die Gutachter zum Schluss, dass der Unfallmechanismus vom 28. April 2012
nicht geeignet gewesen sei, die SLAP II Läsion zu verursachen. Durch den Anprall der
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Boxen an die Schulter sei es überwiegend wahrscheinlich zu einer Schulterkontusion
gekommen, die in der Regel innert vier Wochen abheile. Aufgrund der überwiegend
wahrscheinlich vorbestehenden SLAP Läsion und der dadurch leicht verzögerten
Abheilung dürfte der Status quo sine spätestens Ende Juli 2012 erreicht worden sein.
Das in den Akten und teilweise anlässlich der Begutachtung geschilderte Auffangen
einer Kiste vor dem Unfall vom 28. April 2012 sei „als Unfallmechanismus für die
Verletzung der rechten Schulter überwiegend wahrscheinlich, sowohl für die SLAP
Läsion als auch für die Intervall Läsion“ (UV-act. M62-61 f.).
A.i Mit Verfügung vom 25. Mai 2016 stellte die Branchen Versicherung Schweiz ihre
Leistungen gestützt auf einen Status quo sine/ante drei Monate nach dem Ereignis vom
28. April 2012 rückwirkend per Ende Juli 2012 ein. Auf eine Rückforderung bereits
erbrachter Leistungen bis Ende April 2016 (vgl. act. G 4 S. 4) wurde verzichtet. Das
geltend gemachte Unfallereignis von Mitte April 2012 wurde als nicht rechtsgenüglich
erstellt erachtet (UV-act. A124).
B.
Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte mit Eingaben vom 20. und 24. Juni 2016
Einsprache mit dem Antrag, die Verfügung sei aufzuheben und es seien die
gesetzlichen Versicherungsleistungen auszurichten (u.a. Übernahme der
Heilungskosten, Taggelder, Rente, Integritätsentschädigung; UV-act. A128, A133). Mit
Entscheid vom 28. Juni 2016 wies die Branchen Versicherung Schweiz die Einsprache
ab (UV-act. A134).
C.
C.a Gegen den Einspracheentscheid liess die Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführerin) am 30. August 2016 durch ihren Rechtsvertreter, Rechtsanwalt R.
Dätwyler, Winterthur, Beschwerde erheben mit folgenden Rechtsbegehren: 1. Der
Einspracheentscheid der Branchen Versicherung Schweiz (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin) vom 28. Juni 2016 bzw. die Verfügung vom 25. Mai 2016 seien
aufzuheben und über die Ausrichtung der gesetzlichen Versicherungsleistungen sei neu
zu verfügen; 2. Der Beschwerdeführerin sei eine Invalidenrente zu mindestens 40%
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zuzusprechen; 3. Der Beschwerdeführerin seien die Heilbehandlungskosten gemäss
Art. 21 Abs. 1 lit. c UVG weiterhin auszurichten; 4. Der Beschwerdeführerin sei eine
angemessene Integritätsentschädigung auszurichten; 5. Der Beschwerdeführerin seien
mindestens bis zum rechtskräftigen Abschluss des Beschwerdeverfahrens weiterhin
ein Unfalltaggeld sowie die Heilungskosten auszurichten; 6. Eventualiter sei eine
erneute Begutachtung unter Beizug eines Dolmetschers durchzuführen und über die
gesetzlichen Versicherungsleistungen sei nachfolgend neu zu verfügen; Unter Kosten-
und Entschädigungsfolgen (act. G 1).
C.b In der Beschwerdeantwort vom 28. September 2016 beantragte die
Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt A. Friedli, Wettswil, die Abweisung
der Beschwerde (act. G 4).
C.c Mit Replik vom 17. November 2016 liess die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen
Ziff. 1, 5 und 6 unverändert festhalten. Im Umfang der Ziff. 2, 3 und 4 werde die
Beschwerde zurückgezogen. Der Beschwerdeführerin sei die unentgeltliche
Prozessführung im Sinne eines unentgeltlichen Rechtsbeistands zu bewilligen (act. G
6).
C.d Am 4. Januar 2017 bewilligte das Gericht die unentgeltliche Rechtsverbeiständung
durch Rechtsanwalt R. Dätwyler für das Verfahren vor dem Versicherungsgericht, in
zeitlicher Hinsicht beschränkt auf die Ausarbeitung der Replik sowie allfällige weitere
zukünftige anwaltliche Bemühungen (act. G 7).
C.e Die Beschwerdegegnerin hat auf eine Duplik verzichtet (act. G 9).

Erwägungen
1.
Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung
(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss den Übergangsbestimmungen werden
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Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor Inkrafttreten der Änderung ereignet
haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach
bisherigem Recht gewährt. Vorliegend stehen Ereignisse aus dem Jahr 2012 zur
Diskussion. Es finden daher die bis 31. Dezember 2016 gültigen Bestimmungen
Anwendung.
2.
Die Beschwerdegegnerin hat für die von der Beschwerdeführerin geklagten Schulter-
und Armbeschwerden rechts bis Ende April 2016 Leistungen (Heilbehandlung und
Taggeld) erbracht. Strittig und zu prüfen ist, ob sie ihre Leistungspflicht über dieses
Datum hinaus zu Recht unter Hinweis auf die fehlende Unfallkausalität der noch
geltend gemachten Gesundheitsstörungen verneinte. Renten- und/oder
Integritätsentschädigungsansprüche sowie Heilbehandlungsleistungen nach Art. 21
UVG stehen nicht zur Beurteilung. Darüber hat die Beschwerdegegnerin noch nicht
verfügt, sodass es an einem Anfechtungsgegenstand fehlt. Entsprechend hat die
Beschwerdeführerin in der Replik vom 17. November 2016 die Anträge in diesen
Punkten zurückgezogen (act. G 6).
3.
3.1 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG werden die Versicherungsleistungen, soweit das Gesetz
nichts anderes bestimmt, bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und
Berufskrankheiten gewährt. Gemäss Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) gilt als Unfall die plötzliche, nicht
beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den
menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen
Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Gestützt auf Art. 6 Abs. 1 UVG hat der
Unfallversicherer sodann bei Vorliegen eines Unfalls für einen Gesundheitsschaden nur
insoweit Leistungen zu erbringen, als dieser in einem natürlichen sowie adäquaten
Kausalzusammenhang zum versicherten Ereignis steht (BGE 129 V 181 E. 3.1 ff. mit
Hinweisen). Für die Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher
Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das Gericht in der Regel auf
Angaben ärztlicher Experten und Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem
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adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht
nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist (BGE 129 V 181
E. 3.1, 123 III 110, 112 V 30). Bei physischen Unfallfolgen hat allerdings die Adäquanz
gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige
Bedeutung (BGE 118 V 291 f. E. 3a).
3.2 Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch
die beklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen des Experten oder der Expertin begründet sind.
Ausschlaggebend für den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich
weder die Herkunft noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen
Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a).
3.3 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Der
Unfallversicherer und im Streitfall das Gericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen
zu ermitteln bzw. die notwendigen Beweise zu erheben. Indessen ist die
leistungsansprechende Person gesetzlich verpflichtet, dabei mitzuwirken (BGE 125 V
195 E. 2, 122 V 158 E. 1a, je mit Hinweisen; vgl. auch BGE 130 I 183 f. E. 3.2). Sie
muss die Umstände des Unfalls glaubhaft machen. Unvollständige, ungenaue oder
widersprüchliche Angaben genügen diesem Erfordernis nicht (RKUV 1990 Nr. U 86 S.
50; ALEXANDRA RUMO-JUNGO/ANDRÉ PIERRE HOLZER, Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die
Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012, S. 29). Der
Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinn der Beweisführungslast
begriffsnotwendig aus. Die Parteien tragen aber eine Beweislast insofern, als im Fall
der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem
unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel kommt
zur Anwendung, wenn im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes kein
wahrscheinlicher Sachverhalt ermittelt werden kann. Wird also auf dem Weg der
Beweiserhebung das Vorliegen eines Unfallereignisses nicht wenigstens mit
Wahrscheinlichkeit erstellt – die blosse Möglichkeit genügt nicht (Urteil des
Bundesgerichts vom 31. Januar 2011, 8C_709/2010, E. 2.2) – so hat dieses als
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unbewiesen zu gelten, was sich zu Lasten der versicherten Person auswirkt, die
Anspruch auf Versicherungsleistungen erhebt (BGE 121 V 47 E. 2a mit Hinweisen;
RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b; RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 4, 29 f.;
THOMAS LOCHER/THOMAS GÄCHTER, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4.
Aufl. Bern 2014, § 70 N. 56 f.).
4.
Streitig ist vorab, ob vor dem Berufsunfall vom 28. April 2012 ein weiteres
Berufsunfallereignis im April 2012 rechtsgenüglich erstellt ist.
4.1 Die Beschwerdeführerin lässt dazu in der Beschwerde ausführen, dass sie bereits
anlässlich der ersten Untersuchung durch Dr. D._ am 25. Juli 2012 ausgeführt habe,
dass sie wenige Tage vor dem gemeldeten Unfallereignis bei einem Zwischenfall mit
einer Kiste einen Schmerz in der rechten Schulter verspürt habe. Der genaue Wortlaut
dieser Meldung sei von Dr. D._ nicht festgehalten worden. Dieses Ereignis mit der
Kiste Mitte April 2012 sei jedoch ohne weitere Auswirkungen geblieben und daher von
der Beschwerdeführerin zunächst nicht als Unfallereignis wahrgenommen worden.
Auch habe sie deswegen keinen Arzt aufgesucht. Somit sei es nachvollziehbar, dass
die Beschwerdeführerin das Ereignis mit der Kiste Mitte April 2012 in der ersten
Besprechung mit Dr. C._ nicht erwähnt habe, zumal sich der Vorfall vom 28. April
2012 (Stoss mit eisgefülltem Gebinde) zeitlich direkt vor der Besprechung ereignet
habe und für die Beschwerdeführerin klar als Unfallereignis gegolten habe. Sie sei
davon ausgegangen, dass der Zusammenstoss vom 28. April 2012 die Ursache für die
Beschwerden gewesen sei. Trotzdem habe das Ereignis mit der Kiste Mitte April 2012
in die Begutachtung von Dr. D._ Eingang gefunden. Nicht dokumentiert sei, ob das
Ereignis erstmals aufgrund spezifischer Fragen von Dr. D._ von der
Beschwerdeführerin erwähnt worden sei. Insgesamt könne der Zusammenprall vom 28.
April 2012 im Zusammenhang mit dem Ereignis mit der Kiste Mitte April 2012 als
rechtsgenüglich erstellt erachtet werden.
4.2 Wie unter E. 3.3 ausgeführt, muss die Beschwerdeführerin die Umstände des
geltend gemachten Unfalls, der sich vor dem gemeldeten Unfallereignis vom 28. April
2012 ereignet haben soll, glaubhaft machen. Zur Glaubhaftmachung eines Unfalls
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genügt es nicht, einen Gesundheitsschaden nachzuweisen, der möglicherweise auf ein
Unfallereignis zurückgehen könnte, sondern es müssen über das konkrete Geschehen
wahre, genaue und wenn möglich ins Einzelne gehende Daten namhaft gemacht
werden, aufgrund derer der Versicherer in die Lage versetzt wird, sich über die
Tatumstände ein Bild zu machen und diese in objektiver Weise abzuklären.
Unvollständige, ungenaue oder widersprüchliche Angaben genügen diesem Erfordernis
nicht (RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 29).
4.3 Bezüglich eines Ereignisses vor dem Unfall vom 28. April 2012, bei welchem
ebenfalls die rechte Schulter bzw. der rechte Arm betroffen gewesen sein soll, sind
unterschiedliche Versionen aktenkundig. Erstmals im Bericht von Dr. med. F._, FMH
Radiologie, vom 18. Juni 2012 wird erwähnt, dass die Beschwerdeführerin eine Woche
vor dem Unfallereignis vom 28. April 2012 versucht habe, eine 50 Kilogramm schwere
Kiste im Fall abzubremsen (UV-act. M19). Mit Bericht des KSSG vom 18. Juli 2012 wird
ausgeführt, dass die Beschwerdeführerin Mitte April 2012 eine schwere Kiste von
einem Regal habe herunterholen wollen. Dabei sei ihr diese heruntergefallen und es sei
zu einem starken Zug am rechten Arm gekommen. Ca. zwei Wochen später sei sie von
hinten von einem beladenen Wagen angefahren worden (UV-act. M16). Anlässlich der
Untersuchung durch Dr. D._ vom 25. Juli 2012 gab die Beschwerdeführerin lediglich
an, dass sie bereits eine Woche vor dem Unfall einen Schulterschmerz rechts verspürt
habe. Sie habe keinen Sturz gehabt und es sei kein besonderes Ereignis eingetreten,
sie habe sich lediglich an einer Maschine halten können (UV-act. M11-5). An der
Untersuchung durch Dr. E._ vom 4. Juli 2013 findet das geltend gemachte Ereignis
vor dem 28. April 2012 keine Erwähnung (UV-act. M32). Anlässlich der psychiatrischen
Untersuchung durch das MZR vom 23. Februar 2016 führte die Beschwerdeführerin
aus, dass es in der gleichen Woche (des Unfallereignisses vom 28. April 2012) schon
zu einem anderen Zwischenfall gekommen sei. Sie habe eine Kiste nach oben in ein
Regal heben wollen, jedoch beim Heben gemerkt, dass diese zu schwer sei. Eine
Kollegin sei ihr dann zur Hilfe geeilt (UV-act. M62-42 f.). In der Einsprache vom 20. Juni
2016 führte die Beschwerdeführerin aus, dass sie nach dem Versuch, die
herunterfallende Kiste aufzufangen – wobei sich dies ein bis zwei Tage vor dem
gemeldeten Unfall vom 28. April 2012 ereignet habe – trotz Schmerzen weiter
gearbeitet habe. Nach dem Unfall vom 28. April 2012 seien die Schulterschmerzen
noch stärker geworden, so dass sie gar nicht mehr habe weiterarbeiten können (UV-
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act. A128). In der Beschwerde vom 30. August 2016 wird mehrfach pauschal von
einem Zwischenfall mit einer Kiste Mitte April 2016 gesprochen (act. G1). Es werden
aber keine präzisen Ausführungen dazu gemacht und keine Zeugen benannt.
4.4 Gestützt auf das Gesagte lässt sich den Akten zum einen nicht entnehmen, wann
sich der geltend gemachte Zwischenfall mit der Kiste (angegeben ist eine Zeitspanne
von Mitte April bis ein Tag vor dem 28. April 2012) ereignet haben soll und wie genau
sich der Zwischenfall abgespielt haben soll. Während die Beschwerdeführerin bei Dr.
D._ lediglich einen vorbestehenden Schulterschmerz ohne besonderes Ereignis
angibt (wobei nicht ersichtlich ist bzw. seitens der Beschwerdeführerin nicht erläutert
wird, inwieweit das Niedergeschriebene nicht dem tatsächlich Ausgeführten
entsprechen soll), ist auch von einer 50 Kilogramm schweren Kiste, welche sie einmal
herunterholen, einmal ins Regal heben wollte, die Rede. In dem Sinne erweisen sich die
Ausführungen zu einem Ereignis vor dem 28. April 2012 in zeitlicher Hinsicht als
ungenau und in tatbeständlicher Hinsicht als widersprüchlich. Zwar mag noch
einleuchten, dass ein versicherungsmedizinischer Laie beim geltend gemachten
zeitlichen Ablauf (vgl. vorstehende E. 4.1) anlässlich der Erstbehandlung ein weiteres
Ereignis nicht angibt; nicht nachvollziehbar ist aber, dass auch in der Folge keine
präzisen und konsistenten Angaben gemacht wurden, handelte es sich doch beim
Ereignis mit der Kiste gemäss eigenen Angaben um ein nicht alltägliches Geschehen
mit Schmerzfolge, dessen Hergang – objektiv betrachtet – im Gedächtnis bleibt. Die
geltend gemachten mangelnden Deutschkenntnisse vermögen an diesem Ergebnis
nichts zu ändern. Sämtliche Untersuchungen inkl. Anamneseerhebungen konnten
offensichtlich problemlos durchgeführt bzw. aufgenommen werden. Aber auch bei
sprachlichen Problemen wäre zumindest zu erwarten gewesen, dass die
Beschwerdeführerin vorgenannte Punkte übereinstimmend wiedergeben kann. Von
weiteren Sachverhaltsabklärungen sind keine besseren Erkenntnisse zu erwarten.
Insbesondere wurden keine Zeugen benannt, obwohl gemäss einer der vorstehend
wiedergegebenen Schilderungen der Beschwerdeführerin ihr beim Ereignis vor dem 28.
April 2012 eine Arbeitskollegin zu Hilfe gekommen sei (vgl. UV-act. M62-42 f.).
Zusammengefasst lässt sich aufgrund des Gesagten kein wahrscheinlicher Sachverhalt
in Bezug auf ein allfälliges Unfallereignis vor dem 28. April 2012 erstellen. Die Folgen
dieser Beweislosigkeit hat die Beschwerdeführerin zu tragen (vgl. vorstehende E. 3.3).
5.
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5.1 Unbestritten ist, dass sich am 28. April 2012 ein Unfall im Sinne des Gesetzes
ereignet hat, wobei die Beschwerdeführerin von einem Stapel von hinten im Bereich
der BWS und der rechten Schulter getroffen worden ist. Folge davon waren zumindest
Kontusionen an der Wirbelsäule sowie an der rechten Schulter (vgl. vorstehende lit.
A.a). Die Beschwerdegegnerin hat diesbezüglich zunächst eine Leistungspflicht
anerkannt, jedoch ihre Leistungen per Ende April 2016 eingestellt (act. G 4 S. 4). Die
Leistungseinstellung erfolgte zu Recht, wenn der Beschwerdegegnerin der
überwiegend wahrscheinliche Beweis gelingt, dass per Leistungseinstellungsdatum
keine unfallkausalen Restfolgen – aus dem Unfall vom 28. April 2012 – mehr bestanden
haben bzw. der Zustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall vom 28. April 2012
bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige, wie er sich nach dem
schicksalsmässigen Verlauf eines Vorzustands auch ohne Unfall vom 28. April 2012
früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht war (vgl. dazu RUMO-
JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 54).
5.2 Die Beschwerdegegnerin stützt sich bei der Leistungseinstellung entscheidend auf
das MZR-Gutachten vom 4. Mai 2016 (UV-act. M62).
5.3 Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens formgerecht eingeholten Gutachten
von externen Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und
Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der
Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien
gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; vgl. ferner
THOMAS FLÜCKIGER, Medizinische, insbesondere hausärztliche Berichte und ihre
Beweiskraft – mit einem Seitenblick auf die medizinischen Gutachten, in: KIESER/
LENDFERS [Hrsg.], Sozialversicherungsrechtstagung 2013, St. Gallen 2014, S. 138 ff.).
Widersprechen Berichte behandelnder Ärzte dem von der Verwaltung bei externen
Spezialärzten eingeholten Gutachten, ist die unterschiedliche Natur von
Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Ärzte einerseits und
Begutachtungsauftrag der amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits zu
beachten (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007
sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 18. April 2006, I 783/05, E. 2.2).
Es ist deshalb nicht zulässig, ein medizinisches Administrativ- oder Gerichtsgutachten
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stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die
behandelnden Ärzte später zu anderslautenden Einschätzungen gelangen oder an
vorgängig geäusserten abweichenden Auffassungen festhalten. Vorbehalten bleiben
aber Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die
behandelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation
entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder
ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundegerichts vom 27. Mai 2008, 9C_24/2008,
E. 2.3.2).
5.4 Beim MZR-Gutachten handelt es sich um ein formgerecht eingeholtes externes
Administrativgutachten im vorerwähnten Sinne (UV-act. A105 ff.), womit ihm nur bei
konkreten Indizien gegen die Zuverlässigkeit nicht volle Beweiskraft zukommt. Solche
Anhaltspunkte sind weder ersichtlich noch wurden sie von der Beschwerdeführerin
geltend gemacht. Eine SLAP Läsion und Intervall Läsion kann offensichtlich sowohl
degenerativ als auch traumatisch bedingt sein. Der orthopädische Gutachter
beschreibt die typischen (Unfall-)Mechanismen (Fall auf den ausgestreckten Arm in
voller Aussen- oder Innenrotation; Fall nach hinten auf die Hand oder den Ellbogen;
follow through bei Wurfbewegungen über Kopf [UV-act. M62-39]) und legt in
Differenzierung der zur Diskussion stehenden Ereignisse schlüssig dar, weshalb der
Unfallmechanismus vom 28. April 2012 nicht geeignet war, eine SLAP Läsion und
Intervall Läsion zu verursachen (UV-act. M62-61). Weiter führt er aus, dass es beim
Unfall vom 28. April 2012 überwiegend wahrscheinlich zu einer Schulterkontusion
gekommen sei, welche in der Regel innert vier Wochen abheile. Dies ist schlüssig und
nachvollziehbar, zumal es einer medizinischen Erfahrungstatsache entspricht, dass
Weichteilverletzungen wie Kontusionen, Prellungen, Quetschungen, Verstauchungen,
Zerrungen, Distorsionen, Schürfungen, Blutungen, Hämatome, Muskelkrämpfe und -
verspannungen, die nicht von einer strukturellen Läsion bzw. schlecht verheilten
strukturellen Läsion mit fortdauernden gesundheitlichen Störungen begleitet sind,
jedoch in gewissen Fällen anhand klinischer Befunde (Hämatome, Schwellungen,
Druckdolenzen, Bewegungseinschränkungen, Sensibilitätsstörungen,
Muskelverhärtungen) objektiviert werden können, auch ohne spezifische Behandlung
mit der Zeit immer folgenlos ausheilen (vgl. dazu ALFRED M. DEBRUNNER,
Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. Bern 2005, S. 412). Von dieser
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medizinischen Erfahrungstatsache ist auch vorliegend auszugehen, nachdem
Anhaltspunkte zur Annahme eines Ausnahmefalls fehlen.
5.5 Sowohl Dr. D._ mit Beurteilung vom 7. Dezember 2012 (UV-act. M27) als auch
Dr. E._ mit Beurteilung vom 8. Juli 2013 (UV-act. M32) beantworten die
Kausalitätsfrage – im Gegensatz zum MZR-Gutachten – nicht anhand des
rechtserheblichen Unfallhergangs, sondern insbesondere gestützt auf die intraoperativ
festgestellte Problematik bzw. die Diagnosen (SLAP Läsion und Intervall Läsion). Zwar
gibt Dr. E._ in seiner Beurteilung das rechtserhebliche Unfallereignis wieder (UV-act.
M32-1), bejaht aber den Kausalzusammenhang pauschal damit, dass eine SLAP II
Läsion eine UVG-relevante Verletzung sei, ohne den Unfallmechanismus
miteinzubeziehen (UV-act. M32-3). In diesem Sinne sind die Beurteilungen nicht
umfassend und genügen nicht, das MZR-Gutachten in Frage zu stellen. Es kommt
hinzu, dass Dr. D._ in seiner Beurteilung nur von einem möglichen
Kausalzusammenhang spricht (UV-act. M27-4). Auch der mit Beschwerde vom 30.
August 2016 eingereichte Bericht des KSSG vom 17. Juni 2016, welcher nach dem
Gutachten erstellt wurde, vermag keine konkreten Indizien gegen die Zuverlässigkeit
der Beurteilung des MZR-Gutachtens zu wecken. Zwar führen die behandelnden Ärzte
des KSSG aus, dass sie bei adäquatem Trauma und folgender SLAP Läsion ohne
weitere Ursache in den folgenden Operationen von einer wahrscheinlichen Unfallfolge
ausgegangen seien und es nicht völlig nachvollziehbar sei, wenn ein Gutachten den
Kausalzusammenhang überwiegend wahrscheinlich verneine (act. G 1.2). Das KSSG
nimmt aber keinen konkreten Bezug auf die Beurteilungen im MZR-Gutachten und
differenziert – wie Dr. D._ und Dr. E._ – nicht zwischen den vorliegend zur
Diskussion stehenden Unfallgeschehen. Entweder geht das KSSG von demjenigen
Unfallgeschehen aus, gemäss welchem auch das MZR eine Kausalität bejahen würde
(UV-act. M62-61 f.), das indes nicht als nachgewiesen erstellt gilt, oder es erachtet die
Kausalität einzig aufgrund der vorhandenen Läsionen weiterhin als gegeben, was
mangels Vorliegens eines geeigneten unfallmässigen Geschehens indes nicht als
rechtsgenüglicher Kausalitätsnachweis ausreicht.
5.6 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass dem MZR-Gutachten voller Beweiswert
zukommt. Gestützt auf deren schlüssigen Ausführungen ist mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Beschwerden aufgrund der SLAP
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Läsion und Intervall Läsion nicht auf den Unfall vom 28. April 2012 zurückzuführen sind
und die erlittenen Kontusionen an der Wirbelsäule sowie an der rechten Schulter innert
vier Wochen, bei Annahme von allfälligen Vorschäden und damit verzögerter Abheilung
spätestens per Ende Juli 2012 (UV-act. M62-62), folgenlos verheilt sind. Demnach
stehen auch per faktischem Leistungseinstellungsdatum (Ende April 2016) die
Schulterbeschwerden überwiegend wahrscheinlich nicht mehr in einem kausalen
Zusammenhang zum Unfall vom 28. April 2012. Nur der Vollständigkeit halber sei
erwähnt, dass allein die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin vor April 2012 keinerlei
Beschwerden im Bereich der rechten Schulter geltend macht, nicht ausreicht, um von
einer fortdauernden Unfallkausalität auszugehen (vgl. dazu die beweisrechtlich
untaugliche Formel "post hoc ergo propter hoc" z.B. in: ALFRED MAURER,
Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 460 Fn. 1205; Urteil
des Bundesgerichts vom 24. August 2015, 8C_52/2015, E. 4 mit Hinweisen). Die
Leistungseinstellung erfolgte zu Recht.
6.
6.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des
Einspracheentscheids vom 28. Juni 2016 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
6.2 Der Beschwerdeführerin wurde die unentgeltliche Rechtsverbeiständung bewilligt.
Der Staat ist mithin zu verpflichten, für die Kosten ihrer Rechtsvertretung
aufzukommen. In zeitlicher Hinsicht wurde diese in Anwendung von Art. 119 Abs. 4 der
Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO; SR 272) in Verbindung mit Art. 99 Abs. 2
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRP; sGS 951.1) für die Ausarbeitung
der Replik und allfällig weitere, zukünftige anwaltliche Bemühungen beschränkt. Die
Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht
auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des
Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das
Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b Honorarordnung (HonO;
sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. In der vorliegend zu beurteilenden
Angelegenheit erscheint mit Blick auf die vorgenannte zeitliche Beschränkung bei
kurzer schriftlicher Replik und keinen weiteren ausgewiesenen relevanten anwaltlichen
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Aufwendungen eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 1‘500.-- angemessen.
Diese ist um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes [AnwG; sGS
963.70]). Somit hat der Staat den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin pauschal mit
Fr. 1‘200.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
6.3 Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtsverbeiständung gewährt wurde, ist zur
Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 ZPO i.V.m. Art. 99
Abs. 2 VRP).