Decision ID: 5703e31f-5898-4de4-bf66-13efb89ecd93
Year: 2008
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
St._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Arthur Andermatt, Teufener Strasse 8, Postfach,
9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rentenrevision
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Sachverhalt:
A.
St._ meldete sich am 3. Januar 2002 zum Bezug von IV-Leistungen an. Dr. med.
A._ berichtete der IV-Stelle am 25. Januar 2002, die Versicherte leide an Asthma
bronchiale, chronischer Lumboischialgie bei Diskushernie L5/S1, Hypertonie und
Osteoporose. Ausserdem bestehe eine Depression, die aber keine Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit habe. Als Mitarbeiterin in einer Fensterfabrik sei die Versicherte
aufgrund ihres Asthma bronchiale seit längerer Zeit zwischen 50% und 100%
arbeitsunfähig. Die Diskushernie habe in den letzten Monaten zu einer vollständigen
Arbeitsunfähigkeit geführt. Eine weitere Einstellung als Fabrikarbeiterin sei deshalb
unmöglich. Die B._ AG teilte der IV-Stelle am 28. Januar 2002 mit, sie habe die
Versicherte bis 31. Dezember 2001 als Hilfsschreinerin beschäftigt. Im Jahre 2002 hätte
die Versicherte an diesem Arbeitsplatz ca. Fr. 55'900.- verdient. Die IV-Stelle
erkundigte sich am 6. Februar 2002 bei Dr. med. A._, ob der Versicherten eine leichte
leidensangepasste Tätigkeit noch zumutbar wäre und wenn ja, an wievielen Stunden
pro Tag. Dr. med. A._ antwortete am 17. Februar 2002, eine leichte Arbeit sei der
Versicherten auch dann nicht mehr zumutbar, wenn sie leidensangepasst sei. In einer
Anfrage an den RAD Ostschweiz vom 4. März 2002 führte die IV-Stelle aus, sofern
medizinisch keine weiteren Abklärungen angezeigt seien, werde sich der Rentenantrag
wie folgt präsentieren: 100% invalid. Die Antwort von Dr. med. C._ vom 5. März 2002
lautete: "100% IV i.O.". Am 18. Juni 2002 sprach die IV-Stelle der Versicherten mit
Wirkung ab Januar 2002 eine ganze Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von
100% zu.
B.
Entsprechend dem bei der Rentenzusprache angesetzten Termin leitete die IV-Stelle
am 4. März 2005 von Amtes wegen ein Rentenrevisionsverfahren ein, indem sie der
Versicherten den entsprechenden Fragebogen zustellte. Die Versicherte gab am
11. März 2005 an, ihr Gesundheitszustand habe sich nicht verändert. Dr. med. A._
gab der IV-Stelle am 20. März 2005 in einem Verlaufsbericht an, die Versicherte leide
an einem chronischen lumbovertebralen Syndrom, an einem Asthma bronchiale und an
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Hypertonie. Sie klage gelegentlich über Rückenschmerzen. Bisweilen müssten ihre
Asthmabeschwerden behandelt werden. Die Hypertonie erfordere medikamentöse
Massnahmen. Der Gesundheitszustand sei stationär, die Diagnose habe sich seit dem
Vergleichszeitpunkt (März 2002) nicht verändert. Der zuständige Arzt des RAD
Ostschweiz hielt dazu am 30. Mai 2005 fest, als Fabrikarbeiterin mit
Lastenhandhabung, Staubbelastung etc. sei nachvollziehbar keine verwertbare
Arbeitsfähigkeit gegeben. Gestützt auf den aktuellen Hausarztbericht sei aber keine
volle Arbeitsunfähigkeit für eine leichte, angepasste Tätigkeit ausgewiesen. Im Verlauf
müssten sich die Funktionsausfälle deshalb objektivierbar gebessert haben. Der
Nachweis dafür könne nur durch ein bidisziplinäres Gutachten (rheumatologisch/
psychiatrisch) erbracht werden. Zusätzlich zu den Standardfragen seien den
Gutachtern folgende Fragen zu stellen: Haben sich die Funktionsausfälle verglichen mit
der Referenzsituation vom Januar 2002 und/oder die Diagnose objektivierbar
verändert, wenn ja besteht eine Arbeitsfähigkeit und wie ist gegebenenfalls eine
angepasste Tätigkeit zu spezifizieren?
C.
Das Zentrum für Arbeitsmedizin, Ergonomie und Hygiene AG (AEH) führte in seinem
Gutachten vom 7. Februar 2006 aus, die Versicherte habe Schmerzen im Kopf-/
Nacken-/Schultergürtelbereich links (mit Ausstrahlung in den Oberarm), zeitweise auch
im Nacken-/Schultergürtelbereich rechts sowie einen Ausstrahlungsschmerz rechts in
die Ferse und in das Sprunggelenk, dort mit Intensivierung bei Kälte, angegeben. Sie
habe weiter ausgeführt, die Gehstrecke betrage etwa eine Stunde und etwas mehr,
dann würden die Beschwerden intensiver. Bei körperlicher Anstrengung trete Atemnot
auf. Ausserdem komme es immer wieder zu Bluthochdruckwerten. Die Gutachter
stellten folgende Diagnosen: chronisches lumbospondylogenes Syndrom rechts und
chronisches zervikospondylogenes Syndrom links (mit/bei leichter WS-Fehlform und
-fehlhaltung sowie anamnestisch Diskopathie auf Höhe L5/S1),
Bewegungseinschränkung im OSG rechts (bei St. n. OSG-Fraktur am 25. März 2003
operativ saniert), arterielle Hypertonie, anamnestisch Asthma bronchiale und
anhaltende somatoforme Schmerzstörung. Die Gutachter führten weiter aus, die
Versicherte habe ein flüssiges, aber verlangsamtes Gangbild mit einer minimen
Einschränkung beim Abrollen im OSG rechts gezeigt. Beim Treppensteigen sei die
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Versicherte leicht eingeschränkt gewesen. Im Status habe die Versicherte eine leicht
vermehrte BWS-Kyphose und LWS-Lordose, eine stark eingeschränkte LWS-
Extension, eine wenig eingeschränkte LWS-Flexion und eine mässig eingeschränkte
BWS-Beweglichkeit gezeigt. Die HWS sei frei beweglich gewesen. Das OSG rechts sei
gegenüber links in Plantar- und Dorsalflexion zu maximal einem Drittel vermindert
beweglich gewesen. Sonst seien alle Gelenke an den oberen und den unteren
Extremitäten frei und schmerzlos beweglich gewesen. Neurologisch hätten eine
normale Motorik, ein fraglich positiver Lasègue bei 70° rechts und ein vermindertes
Berührungsgefühl am lateralen und medialen Fussrand rechts, medial im Bereich der
Operationsnarbe bestanden. Anlässlich der Evaluation der funktionellen
Leistungsfähigkeit (EFL) seien bei den Hebetests funktionelle Limiten aufgetreten. Im
Sitzen sei die Versicherte nicht eingeschränkt gewesen. Beim Gehen und Stehen habe
eine leichte, durch die OSG-Fraktur zu erklärende Einschränkung bestanden. Die
übrigen Tests seien schmerzbedingt, ohne sichtbare funktionelle Limiten abgebrochen
worden. Insgesamt sei ein schmerzbedingt verlangsamtes Tempo aufgefallen. Im
PACT-Test habe sich die Versicherte deutlich unter der gezeigten Leistung
eingeschätzt. Im Rahmen der EFL sei eine Beurteilung der effektiven Leistungsgrenzen
infolge der Selbstlimitierung bei den Hebetests nicht möglich gewesen. Lokalisierte
körperliche Limiten hätten aufgrund des Schmerzverhaltens nicht ermittelt werden
können. Die Leistungsbereitschaft sei nicht zuverlässig und die Konsistenz der Tests
sei schlecht gewesen. Die Belastbarkeit der Versicherten liege im Minimum im Bereich
einer vorwiegend sitzenden Tätigkeit. Eine mindestens leichte, vorwiegend sitzende
Leistung mit ab und zu möglichem Aufstehen und Gehen und mit einer Hebeleistung
von 10 kg (mit Sicherheit zumutbare, da gezeigte Leistung) sei ganztags zumutbar.
Zusammenfassend hielten die Gutachter fest, trotz des Dekonditionierungssyndroms
entspreche die Leistung im EFL einer wechselbelastenden, überwiegend sitzenden
Tätigkeit, bei der sogar Gewichte bis 10 kg gehoben werden könnten. Das gezeigte
schmerzbedingt langsame Arbeitstempo habe kein anatomisch-strukturelles Korrelat
und keine kardiopulmonale Einschränkung bei geringer körperlicher Belastung.
Deshalb seien keine vermehrten Pausen notwendig. Aus rein somatischer Sicht
bestehe für eine sehr leichte Tätigkeit sicher und für eine leichte Tätigkeit mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Auch aus
psychiatrischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt. Diese
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Gesamteinschätzung stehe derjenigen zum Zeitpunkt der Gutheissung eines
Invaliditätsgrades von 100% diametral entgegen. Jene abschliessende Beurteilung
habe auf einer sehr spärlichen Datengrundlage basiert. Eine zusätzliche Abklärung/
Prüfung hätte damals möglicherweise ein anderes Ergebnis geliefert.
D.
Der zuständige Arzt des RAD Ostschweiz hielt dazu am 2. Mai 2006 fest, die
Bemerkung im Gutachten des AEH, die Datenlage zum Zeitpunkt der Rentenzusprache
sei dürftig gewesen und eine genauere Überprüfung hätte eventuell schon damals eine
andere Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit erlaubt, sei rein hypothetisch, zumal nicht
klar sei, zu welchem Prozentsatz die damalige Arbeitsunfähigkeit revidiert worden
wäre. Aus dem Gutachten des AEH könne also nicht abgeleitet werden, dass nach der
Auffassung der Gutachter bereits damals eine Arbeitsfähigkeit von 100% für eine
leichte Tätigkeit bestanden hätte, zumal die vom Hausarzt beschriebene Depression
durchaus die somatisch begründete Arbeitsunfähigkeit weiter beeinflusst haben
könnte. Aus psychiatrischer Sicht bestehe keine Beeinträchtigung mehr, weshalb neu
eine dem somatischen Leiden angepasste Tätigkeit zumutbar sei. Da die somatisch
begründete Arbeitsfähigkeit nicht mehr durch psychische Faktoren beeinträchtigt
werde, sei eine wesentliche Verbesserung ausgewiesen. Mit einer Verfügung vom 4.
Mai 2006 stellte die IV-Stelle die laufende ganze Invalidenrente wegen einer
Verbesserung des Gesundheitszustandes auf das Ende des auf die Verfügung
folgenden Monats ein. Die Begründung lautete: "Die fachmedizinischen Abklärungen
haben ergeben, dass sich Ihr Gesundheitszustand verbessert hat. Es ist Ihnen heute
zumutbar, in einer dem Leiden angepassten Tätigkeit voll erwerbstätig zu sein.
Aufgrund der Verbesserung des Gesundheitszustandes besteht ein Revisionsgrund".
E.
Die Versicherte erhob am 31. Mai 2006 Einsprache mit dem Antrag, die Verfügung sei
aufzuheben. Am 30. Juni 2006 führte sie zur Begründung aus, ihr Gesundheitszustand
habe sich nicht verbessert, sondern gerade kürzlich durch gastrointestinale Blutungen
verschlimmert. Es sei auch keine Veränderung der Arbeitsfähigkeit ausgewiesen.
Offenbar seien bereits im Jahr 2002 leichte Arbeiten zumutbar gewesen. Der
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Einkommensvergleich sei rätselhaft. Das Valideneinkommen lasse sich nicht mit den
Lohnangaben des Arbeitgebers in Einklang bringen. Es sei nicht nachvollziehbar,
weshalb ein Invalideneinkommen berücksichtigt werde, das auch vor dem Eintritt der
Gesundheitsbeeinträchtigung nie erreicht worden sei. Die Versicherte legte einen
Bericht von Dr. med. A._ vom 18. Juni 2006 bei, laut dem sie an einem Asthma
bronchiale, an einem chronischen lumbovertebralen Syndrom bei einem degenerativen
WS-Leiden, an einer arteriellen Hypertonie, an einer Hyperlipidämie und an einer
Insomnie litt. Dr. med. A._ hatte ergänzend ausgeführt, in den letzten Monaten, die er
als Hausarzt überblicken könne, hätten sich die Beschwerden konstant verschlimmert.
Wegen gastrointestinaler Beschwerden habe sich die Versicherte anfangs März 2006
im Spital behandeln lassen müssen. Die chronischen Rückenschmerzen und die unter
Belastung immer wieder auftretende Atemnot machten es unmöglich, die Versicherte
wieder in den Arbeitsprozess einzugliedern. Es liege weiterhin eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit vor.
F.
Die IV-Stelle wies die Einsprache am 14. August 2006 ab. Sie machte geltend, eine
Verbesserung des Gesundheitszustandes seit der Rentenzusprache sei tatsächlich
fraglich. Vieles spreche dafür, dass die Gutachter einen im wesentlichen gleich
gebliebenen Sachverhalt anders beurteilt hätten. Ob ein Revisionsgrund gegeben sei,
könne offen bleiben, denn die Rentenzusprache könne wiedererwägungsweise
aufgehoben werden. Praxisgemäss sei es zulässig, eine Verfügung, die zu Unrecht die
Revisionsvoraussetzungen gemäss Art. 17 ATSG als gegeben erachtet habe, mit der
substituierten Begründung der Erfüllung der Wiedererwägungsvoraussetzungen zu
schützen. Der Hausarzt habe am 17. Februar 2002 keine Begründung dafür geliefert,
dass der Versicherten auch körperlich leichte Arbeiten nicht mehr zumutbar sein
sollten. Die IV-Stelle hätte zwingend weitere Abklärungen tätigen müssen. Weil sie dies
unterlassen habe, stütze sich die Rentenzusprache auf einen unzureichend abgeklärten
Sachverhalt und sei deshalb zweifellos unrichtig. Der Bericht des Hausarztes vom 18.
Juni 2006 vermöge keine Zweifel an der Richtigkeit des Gutachtens zu wecken. Einem
Valideneinkommen von Fr. 51'755.- (Stand 2000) sei ein zumutbares
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Invalideneinkommen von Fr. 41'284.- (Stand ebenfalls 2000) gegenüberzustellen
(Arbeitsfähigkeit 100%, sogenannter "Leidensabzug" 10%). Bei einem Invaliditätsgrad
von 20% bestehe kein Rentenanspruch. Deshalb werde zu Recht keine Rente mehr
ausgerichtet.
G.
Die Versicherte erhob am 14. September 2006 Beschwerde gegen diesen
Einspracheentscheid. Sie beantragte dessen Aufhebung, die Erteilung der
aufschiebenden Wirkung und die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und
Rechtsverbeiständung. Zur Begründung führte sie insbesondere aus, der RAD
Ostschweiz habe am 2. Mai 2006 mit einer teilweise nicht nachvollziehbaren
Begründung versucht, eine massgebliche Verbesserung des Gesundheitszustandes zu
konstruieren und damit die Revisionsvoraussetzungen herbeizureden. Das Zeugnis von
Dr. med. A._ vom 10. September 2006 biete ein anderes Bild. Wie bereits im Zeugnis
vom 18. Juni 2006 werde eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes (u.a.
Beinfraktur, Magenblutungen und Hospitalisationen) angegeben. Sinngemäss werde im
angefochtenen Einspracheentscheid anerkannt, dass die Revisionsvoraussetzungen
von Art. 17 ATSG nicht erfüllt seien. Mangels neuer Tatsachen oder neuer Beweismittel
sei auch eine Revision gemäss Art. 53 Abs. 1 ATSG ausgeschlossen. Die
Wiedererwägung im Einspracheentscheid sei unter Verweigerung des rechtlichen
Gehörs erfolgt. Die Rentenzusprache sei nicht zweifellos unrichtig gewesen, denn es
sei eine Erfahrungstatsache, dass sich bei Schwerarbeiterinnen mit zunehmendem
Alter massgebende Abnutzungserscheinungen manifestierten. Sie habe ganztägig
schwere Lasten tragen und Türen schleifen und lasieren müssen. Die Staubbelastung
habe das Asthma hervorgerufen. Eine spärliche Datengrundlage könne nicht zu einer
Wiedererwägung führen, denn andere Ermessensmassstäbe begründeten keine
zweifellose Unrichtigkeit. Das Gutachten beschränke sich im wesentlichen auf eine
Repetition der hausärztlich diagnostizierten Gesundheitsstörungen. Zusätzlich komme
es zum Schluss, dass sie eine Simulantin sei. Es überwögen subjektive Eindrücke
infolge angeblicher Selbstlimitierung. Das Gutachten erreiche nicht einmal ansatzweise
den Standard einer ordentlichen MEDAS-Abklärung oder einer SUVA-kreisärztlichen
Abschlussuntersuchung und sei deshalb als Entscheidgrundlage untauglich. Die
Versicherte legte einen Bericht von Dr. med. A._ vom 10. September 2006 bei. Dr.
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med. A._ hatte insbesondere ausgeführt, die Einstellung der Rente sei angesichts der
prekären gesundheitlichen Verhältnisse völlig unverständlich. Eine im Juni 2002
erlittene schwere Beinfraktur bereite gelegentlich immer noch Schmerzen. Im März
2006 habe die Versicherte notfallmässig wegen einer Magenblutung hospitalisiert
werden müssen. Die bisherige Berentung sollte beibehalten werden, weil die
Versicherte schwer angeschlagen sei.
H.
Die IV-Stelle beantragte am 25. September 2006 die Abweisung der Beschwerde. Sie
wies darauf hin, dass sie weiterhin die ganze Rente ausrichte, weil die Beschwerde
aufschiebende Wirkung habe.
I.
Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen hob den Einspracheentscheid vom
14. August 2006 am 3. Dezember 2007 auf. Es wies die Sache zur weiteren Abklärung
und zur neuen Verfügung an die IV-Stelle zurück. Zur Begründung führte das
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen aus, die Auffassung der IV-Stelle, die
höchstrichterliche Rechtsprechung zur Substitution der Revisionsbegründung der
angefochtenen Verfügung durch die Wiedererwägungsbegründung müsse sinngemäss
auch auf die Einspracheentscheide anwendbar sein, sei als rechtswidrig zu
qualifizieren. Deshalb müsse der Einspracheentscheid vom 14. August 2006 insoweit,
als er eine wiedererwägungsweise Aufhebung der ursprünglichen Rentenzusprache in
der Verfügung vom 18. Juni 2006 anordne, aufgehoben werden. Die am 4. Mai 2006
verfügte revisionsweise Einstellung der laufenden Rente sei zwar im
Einspracheentscheid vom 14. August 2006 gar nicht mehr behandelt worden, aber es
rechtfertige sich eine Ausdehnung des Beschwerdeverfahrens auf die Frage der
Rentenrevision. Da der gemäss Art. 17 Abs. 1 ATSG zu erbringende Nachweis einer
relevanten nachträglichen Veränderung des Invaliditätsgrades anhand der dem Gericht
vorliegenden Akten nicht geführt werden könne, sei die Sache zur entsprechenden
weiteren Sachverhaltsabklärung an die IV-Stelle zurückzuweisen.
J.
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Die von der IV-Stelle gegen dieses Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons
St. Gallen erhobene Beschwerde wurde vom Bundesgericht am 29. April 2008
gutgeheissen. Das Bundesgericht hob das angefochtene Urteil auf und wies die Sache
an das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen zurück, damit dieses über die
wiedererwägungsweise Aufhebung der laufenden Rente durch die IV-Stelle entscheide.
Es begründete dies damit, dass die fehlende Notwendigkeit, die Begründung der
einspracheweise angefochtenen Verfügung im Einspracheentscheid zu substituieren,
nicht mit der Unzulässigkeit eines solchen Vorgehens gleichgesetzt werden könne. Die
IV-Stelle habe grundsätzlich zu Recht aus verfahrensökonomischen Gründen im
Einspracheentscheid vom 14. August 2006 die Substitutionspraxis zu Anwendung
gebracht.

Erwägungen:
1.
Die Wiedererwägung einer formell rechtskräftigen Verfügung ist möglich, wenn diese
Verfügung zweifellos unrichtig ist und wenn ihre Berichtigung von erheblicher
Bedeutung ist (Art. 53 Abs. 2 ATSG). Bei Dauerleistungen wie etwa einer Invalidenrente
ist diese zweite Voraussetzung der Wiedererwägung in aller Regel erfüllt. Dies gilt auch
im vorliegenden Fall. Ausschlaggebend ist also die erste Voraussetzung der
Wiedererwägung, nämlich die zweifellose Unrichtigkeit der formell rechtskräftigen
Verfügung. Zweifellos unrichtig ist eine Verfügung, wenn kein vernünftiger Zweifel daran
möglich ist, dass eine Unrichtigkeit vorliegt (vgl. Ueli Kieser, ATSG-Kommentar N. 20
zu Art. 53 ATSG). Die Beschwerdegegnerin macht geltend, die Rentenverfügung vom
18. Juni 2002 sei zweifellos unrichtig, weil sie auf einem unzureichend abgeklärten
Sachverhalt beruhe. Dies ist nur insofern richtig, als die Verfügung vom 18. Juni 2002
rechtswidrig wäre, wenn sie sich auf eine Sachverhaltsannahme stützen würde, die
nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit belegt wäre. Sie
wäre dann nämlich in Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes erlassen worden.
Dies allein vermöchte aber noch keine zweifellose Unrichtigkeit i.S. des Art. 53 Abs. 2
ATSG zu begründen. Dazu müsste zusätzlich feststehen, dass das
Verfügungsdispositiv ein anderes gewesen wäre, wenn der Sachverhalt vollständig
erhoben worden wäre. Die Wiedererwägung einer Verfügung setzt also voraus, dass
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der damals massgebende Sachverhalt nachträglich so weit abgeklärt worden ist, dass
kein vernünftiger Zweifel an der Unrichtigkeit des Dispositivs der formell rechtskräftigen
Verfügung mehr bestehen kann. Entgegen der von der Beschwerdegegnerin
vertretenen Auffassung genügt es deshalb nicht, dass die formell rechtskräftige
Verfügung gestützt auf einen unvollständig erhobenen Sachverhalt erlassen worden ist.
Vielmehr muss der Sachverhalt nachträglich vollständig erhoben werden. Deshalb geht
der Wiedererwägung einer formell rechtskräftigen Verfügung üblicherweise ein
Verwaltungsverfahren voraus, dessen Zweck darin besteht, den damaligen Sachverhalt
doch noch mit dem erforderlichen Beweisgrad zu erheben, um so die Unrichtigkeit der
formell rechtskräftigen Verfügung belegen und diese Verfügung wiedererwägungsweise
aufheben und durch eine neue Verfügung ersetzen zu können. Beweisthema eines
solchen Verwaltungsverfahrens ist also der Sachverhalt bis zum Zeitpunkt, an dem die
formell rechtskräftige Verfügung erlassen worden ist. In einem Revisionsverfahren nach
Art. 17 ATSG geht es hingegen um die Frage, ob sich der leistungserhebliche
Sachverhalt nachträglich, d.h. nach dem Erlass der formell rechtskräftigen Verfügung
verändert habe. Der Fokus des Revisionsverfahrens ist auf die aktuelle
Sachverhaltssituation gerichtet. Ergibt eine solche revisionsspezifische
Sachverhaltsabklärung trotzdem einen überzeugenden Beweis dafür, dass sich die
formell rechtskräftige Verfügung auf eine falsche damalige Sachverhaltsgrundlage
abgestützt hat und deshalb zweifellos unrichtig ist, kann das nur ein Zufallsergebnis
sein.
2.
2.1 Im vorliegenden Fall hat das von der Beschwerdegegnerin eröffnete
Rentenrevisionsverfahren gleich zu Beginn ein Indiz für eine allfällige Unrichtigkeit der
formell rechtskräftigen Verfügung vom 18. Juni 2002 geliefert. Dr. med. A._ hat
nämlich in seinem Bericht vom 20. März 2005 angegeben, der Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin sei seit März 2002 stationär und die Diagnose habe sich seither
nicht geändert. Die Beschwerdegegnerin hat diesen Hinweis aber nicht zum Anlass
genommen, um parallel zum laufenden Rentenrevisionsverfahren ein
Wiedererwägungsverfahren zu eröffnen, d.h. nicht nur die aktuelle
Sachverhaltssituation, sondern auch den Sachverhalt anfangs des Jahres 2002 zu
erheben, um so einen allfälligen Bedarf nach einer Wiedererwägung der Verfügung vom
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18. Juni 2002 zu erheben. Sie hat stattdessen gestützt auf eine Empfehlung des RAD
Ostschweiz nur versucht zu belegen, dass sich die Funktionsausfälle und die Diagnose
seither objektiv geändert respektive verbessert hätten. Deshalb hat sie die
Sachverständigen des AEH nicht nach der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin bis
zum 18. Juni 2002, sondern nur nach einer allfälligen objektivierbaren Veränderung der
Funktionsausfälle und/oder der Diagnose nach dem 18. Juni 2002 gefragt. Damit hat
sich die Beschwerdegegnerin darauf beschränkt, das Rentenrevisionsverfahren
durchzuführen. Aufgrund der Zielrichtung der den Sachverständigen des AEH
gestellten Fragen konnte sich aus der Begutachtung nur aus Zufall ein Beleg für oder
ein Hinweis auf eine von der formell rechtskräftigen Verfügung vom 18. Juni 2002
abweichende Invalidität der Beschwerdeführerin im Jahr 2002 ergeben. Nun ist aber im
Gutachten des AEH nicht einmal die Frage nach einer allfälligen Veränderung der
Funktionsausfälle und/oder der Diagnose seit 2002 beantwortet worden. Einzig der
psychiatrische Sachverständige des AEH hat in seinem Konsilium darauf hingewiesen,
dass nicht rekonstruierbar sei, ob und gegebenenfalls inwieweit sich die
Funktionsausfälle und/oder die Diagnose objektivierbar verändert hätten. Im
Hauptgutachten des AEH haben sich die Sachverständigen diesbezüglich auf die
Bemerkung beschränkt, ihre aktuelle Arbeitsfähigkeitsschätzung stehe der damaligen
Einschätzung diametral entgegen. Damals habe eine sehr spärliche Datengrundlage
bestanden und eine zusätzliche Abklärung hätte damals möglicherweise ein anderes
Ergebnis geliefert. Der RAD Ostschweiz hat diesen Hinweis auf eine mögliche
Unrichtigkeit der Verfügung vom 18. Juni 2002 als rein hypothetisch qualifiziert, zumal
nicht klar sei, wie hoch die damalige Arbeitsfähigkeit aus heutiger Sicht zu bemessen
wäre. Er hat die Bemerkung im AEH-Gutachten deshalb als abweichende Beurteilung
einer unveränderten Arbeitsfähigkeit und nicht als Hinweis auf eine nachträgliche
Veränderung der Arbeitsfähigkeit qualifiziert. Trotzdem hat er dann aus der Tatsache,
dass damals eine Depression diagnostiziert worden war und dass nun keine
Depression mehr bestand, abgeleitet, dass eine revisionsrechtlich relevante
Sachverhaltsveränderung vorliege. Trotz dieser widersprüchlichen Angaben des RAD
Ostschweiz hat sich die Beschwerdegegnerin darauf beschränkt, die laufende
Invalidenrente revisionsweise einzustellen. Sie hat also kein Wiedererwägungsverfahren
eröffnet, um die Richtigkeit der formell rechtskräftigen Verfügung vom 18. Juni 2002 zu
prüfen. Die Verfügung vom 4. Mai 2006 war demnach eine reine Revisionsverfügung,
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d.h. die Einsprache - und damit natürlich auch das Einspracheverfahren - hatten
ausschliesslich eine Revision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG zum Gegenstand.
2.2 Die Beschwerdegegnerin hat den Ersatz der Revisionsbegründung durch die
Wiedererwägungsbegründung damit erklärt, dass eine revisionsweise
Renteneinstellung definitiv unzulässig und die Voraussetzungen einer Wiedererwägung
der formell rechtskräftigen Verfügung vom 18. Juni 2002 offensichtlich erfüllt seien.
Beide Aussagen treffen nicht zu. Im Rahmen des mit der Verfügung vom 4. Mai 2006
abgeschlossenen Revisionsverfahrens ist die Sachverhaltsabklärung unvollständig
gewesen. Die Beschwerdegegnerin hätte die Sachverständigen des AEH nach dem
Eingang des Gutachtens auffordern müssen, ihre Abklärungen zu ergänzen, um die
Frage nach der nachträglichen Verbesserung der Funktionsausfälle und/oder der
Diagnose und damit im Ergebnis auch der Arbeitsfähigkeit überzeugend beantworten
zu können. Erst durch eine solche Ergänzung des Gutachtens wäre es der
Beschwerdegegnerin möglich geworden, die revisionsrechtlich relevante Frage nach
einer nachträglichen leistungserheblichen Sachverhaltsveränderung nach dem 18. Juni
2002 mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu
bejahen oder zu verneinen. Die Rentenrevisionsverfügung vom 4. Mai 2006 beruht also
auf einem in Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes unzureichend abgeklärten
Sachverhalt, d.h. die revisionsweise Renteneinstellung kann nicht als definitiv
unzulässig qualifiziert werden. Eine Vervollständigung der Sachverhaltsabklärung
könnte immer noch ergeben, dass die revisionsweise Renteneinstellung rechtmässig
wäre. Damit war es entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin nicht zulässig,
die Revisionsbegründung der Renteneinstellung durch eine
Wiedererwägungsbegründung zu ersetzen, denn die höchstrichterliche
Rechtsprechung setzt voraus, dass die Revisionsvoraussetzungen gemäss Art. 17 Abs.
1 ATSG nicht erfüllt sind (vgl. etwa ZAK 1989 S. 219 ff. m.H., allerdings noch unter
Verweis auf die frühere IV-spezifische Revisionsnorm Art. 41 aIVG).
2.3 Selbst wenn diese Voraussetzung der höchstrichterlichen
Begründungssubstitutionspraxis erfüllt wäre, müsste der angefochtene
Einspracheentscheid als rechtswidrig aufgehoben werden. Die Anwendung dieser
Praxis setzt nämlich zwingend den Nachweis der zweifellosen Unrichtigkeit der formell
rechtskräftigen Verfügung voraus (vgl. das bereits genannte Urteil ZAK 1989 S. 219 ff.
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m.H.). Die Beschwerdegegnerin hat sich auf einen Zufallsfund im Rahmen des von ihr
von Amtes wegen eingeleiteten Rentenrevisionsverfahrens abgestützt, nämlich auf den
von den Sachverständigen des AEH geäusserten Verdacht, dass eine sorgfältigere
Abklärung des Sachverhalts im Jahr 2002 denselben Arbeitsfähigkeitsgrad der
Beschwerdeführerin wie im Jahr 2005 ergeben hätte. Dieser Verdacht allein reicht
klarerweise nicht aus, um eine zweifellose Unrichtigkeit der Verfügung vom 18. Juni
2002 zu belegen. Versteht man unter der zweifellosen Unrichtigkeit einer formell
rechtskräftigen Verfügung - entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin - den
strikten Nachweis, dass sich der Sachverhalt damals anders darstellte und dass die
Verfügung deshalb ein anderes Dispositiv hätte aufweisen müssen, so ist die
Voraussetzung einer Substitution der Revisionsbegründung durch die
Wiedererwägungsbegründung nicht erfüllt. Das würde selbst dann gelten, wenn die
Auffassung der Beschwerdegegnerin richtig wäre, wonach bereits die unvollständige
Sachverhaltsabklärung die zweifellose Unrichtigkeit einer formell rechtskräftigen
Verfügung zur Folge hätte. Dass die Beschwerdegegnerin im Jahr 2002 auf die
Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. med. A._ abgestellt und weitere medizinische
Abklärungen unterlassen hat, war nicht notwendigerweise eine Verletzung des
Untersuchungsgrundsatzes. Bei der Würdigung der Beweislage betreffend die
Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person in einer der Gesundheitsbeeinträchtigung
angepassten Erwerbstätigkeit kommt den IV-Stellen nämlich ein grosser
Ermessensspielraum zu. Es kann nicht davon ausgegangen werden, dass eine
Arbeitsfähigkeitsschätzung eines behandelnden Arztes immer und ausnahmslos als
Grundlage der Invaliditätsbemessung unzureichend sei. Die Erfahrungstatsache, dass
behandelnde Ärzte aufgrund ihres Auftragsverhältnisses mit dem Patienten und
aufgrund ihres therapeutischen Ansatzes dazu neigen, die Arbeitsfähigkeit in
Übereinstimmung mit dem Patienten zu pessimistisch einzuschätzen, beinhaltet nur
eine natürliche Vermutung, die im Einzelfall durchaus widerlegt werden kann. Die
Beschwerdegegnerin hat nicht belegt, dass sie bei der Beantwortung der Frage, ob die
damalige Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. med. A._ als überwiegend
wahrscheinlich richtig zu qualifizieren sei, am 18. Juni 2002 ihr grosses Ermessen bei
der Sachverhaltswürdigung rechtswidrig ausgeübt hätte. Vor dem Hintergrund der
jederzeitigen Revisionsmöglichkeit und unter dem Eindruck einer denkbaren, aber noch
nicht eingetretenen gesundheitlichen Verbesserung kann die Zusprache einer ganzen
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Rente nämlich durchaus Sinn gemacht haben. Daran vermag auch der im AEH-
Gutachten geäusserte Verdacht, dass damals eine weitergehende medizinische
Abklärung möglicherweise einen erheblich höheren Arbeitsfähigkeitsgrad ergeben
hätte, nichts zu ändern, denn die Sachverständigen des AEH haben mit Ausnahme des
genannten Berichts von Dr. med. A._ über keinerlei medizinische Akten aus der Zeit
bis 2002 verfügt. Unabhängig von der Auffassung darüber, was eine formell
rechtskräftige Verfügung als zweifellos unrichtig erscheinen lassen kann, fehlt also im
vorliegenden Fall die entscheidende Voraussetzung der Substitution der
Revisionsbegründung des Einstellungsentscheids durch die
Wiedererwägungsbegründung. Der angefochtene Einspracheentscheid erweist sich
deshalb als rechtswidrig; er ist aufzuheben.
3.
3.1 Die Substitution der Revisionsbegründung des angefochtenen
Einspracheentscheides durch eine Wiedererwägungsbegründung ist rechtswidrig, weil
weder die revisionsweise Einstellung der laufenden Rente eindeutig unzulässig noch
die formell rechtskräftige Verfügung vom 18. Juni 2002 zweifellos unrichtig ist. Der
Grund ist bei beiden Überlegungen derselbe: Der jeweils massgebende Sachverhalt ist
unzureichend abgeklärt worden. In dieser Situation kann kein rein kassatorisches Urteil
ergehen, d.h. das Urteil kann sich nicht in der Aufhebung des angefochtenen
Einspracheentscheides erschöpfen, denn damit wäre der Rechtsanwendungsfehler in
der Form der Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes nicht behoben. Die
Beschwerdeführerin würde weiterhin die ganze Rente beziehen, obwohl ihr
möglicherweise gar keine Rente (mehr) zustünde. Auch ein rein reformatorisches Urteil
gestützt auf eine gerichtliche Sachverhaltsabklärung kommt nicht in Frage, da es sich
um eine aufwendige Abklärung handelt, zu der die Beschwerdegegnerin weit besser in
der Lage ist, und da der Beschwerdeführerin als Rechtsmittel nur noch die Beschwerde
an das - bei der Sachhaltsüberprüfung in seiner Kompetenz eingeschränkte -
Bundesgericht zur Verfügung stünde. Praxisgemäss erlässt das Versicherungsgericht
des Kantons St. Gallen in solchen Fällen einen Rückweisungsentscheid verbunden mit
der Anweisung, den Sachverhalt weiter abzuklären und gestützt auf das
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Abklärungsergebnis neu zu verfügen. Dies trifft auch auf den vorliegenden Fall zu. Der
Einspracheentscheid vom 14. August 2006 ist deshalb aufzuheben und die Sache ist
zur weiteren Sachverhaltsabklärung und zur anschliessenden neuen Verfügung an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
3.2 Damit stellt sich die Frage, welchen Sachverhalt die Beschwerdegegnerin wird
abklären müssen. Bildet die Wiedererwägung der formell rechtskräftigen Verfügung
vom 18. Juni 2002 den Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens, so ist
der Sachverhalt bis zum 18. Juni 2002 abzuklären. Ist hingegen die Revision der
laufenden Rente Inhalt des vorliegenden Beschwerdeverfahrens, so ist die Abklärung
der Sachverhaltsentwicklung nach dem 18. Juni 2002 zu vervollständigen. Das von der
Beschwerdegegnerin eingeleitete Verwaltungsverfahren war ein reines
Revisionsverfahren. Deshalb bildete auch nur die Rentenrevisionsfrage den Inhalt der
Verfügung vom 4. Mai 2006. Die Einsprache richtete sich ebenfalls nur gegen das
Vorliegen der von der Beschwerdegegnerin behaupteten nachträglichen
Sachverhaltsveränderung, welche die Einstellung der laufenden Rente nötig machen
sollte. Erst im laufenden Einspracheverfahren hat die Beschwerdegegnerin die
Möglichkeit einer Wiedererwägung der Verfügung vom 18. Juni 2002 geprüft. Damit hat
das Einspracheverfahren einen neuen, die Rentenrevisionsfrage ersetzenden
Gegenstand, nämlich die Wiedererwägung der formell rechtskräftigen Verfügung vom
18. Juni 2002, erhalten. Da nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung die
Wiedererwägungsbegründung die frühere Revisionsbegründung substituiert, d.h.
vollumfänglich ersetzt, kann nicht davon ausgegangen werden, dass der angefochtene
Einspracheentscheid neu zwei Gegenstände habe, nämlich die Wiedererwägung der
formell rechtskräftigen Verfügung vom 18. Juni 2002 und gleichzeitig die Anpassung
dieser Verfügung an einen nachträglich veränderten leistungserheblichen Sachverhalt.
Vielmehr ist mit der Wiedererwägungssubstitution die Rentenrevision als Gegenstand
des Einspracheverfahrens weggefallen. Das bedeutet, dass die Rückweisung der
Sache an die Beschwerdegegnerin zur weiteren Abklärung des Sachverhalts und zur
anschliessenden neuen Verfügung nur eine Rückweisung in das
Wiedererwägungsverfahren sein kann. Es ist also nicht gleichzeitig eine Rückweisung
in ein parallel laufendes, eventualiter (für den Fall, dass sich die Wiedererwägung als
unmöglich erweisen sollte) Relevanz erhaltendes Rentenrevisionsverfahren denkbar.
Anders als im aufgehobenen Urteil vom 3. Dezember 2007 im Verfahren IV 2006/181
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rechtfertigt es sich vorliegend nicht, das Beschwerdeverfahren auf die
Rentenrevisionsfrage auszudehnen, denn damit liesse sich kein
verfahrensökonomischer Vorteil erlangen. Die Beschwerdegegnerin wird demnach nur
zu prüfen haben, ob die formell rechtskräftige Verfügung vom 18. Juni 2002 zweifellos
unrichtig ist, weil sie auf einem zweifellos unrichtigen Arbeitsunfähigkeitsgrad beruht.
Es steht der Beschwerdegegnerin allerdings frei, gleichzeitig auch noch ein neues
Rentenrevisionsverfahren zu eröffnen.
4.
Im Sinne der vorstehenden Ausführungen ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen
und die Sache ist zur weiteren Abklärung und zur anschliessenden neuen Verfügung an
die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Es sind weder für das Verfahren IV 2006/181
noch für das aktuelle Verfahren IV 2008/266 Gerichtskosten zu erheben, da es sich
nach wie vor um ein Verfahren gemäss der lit. b der Übergangsbestimmungen zur
Änderung des IVG vom 16. Dezember 2005 handelt. Im Verfahren IV 2008/266 sind der
Beschwerdeführerin keine zusätzlichen Vertretungskosten entstanden. Deshalb bleibt
es bei einer Parteientschädigung von Fr. 3500.- (inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer). Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist das bewilligte Gesuch um die
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und Rechtsverbeiständung praxisgemäss
als gegenstandslos zu betrachten.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG