Decision ID: c089a5ab-9944-5e49-8172-960a6492280f
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich am 11. Dezember 2006 (Posteingang 5. Januar 2007) zum
Bezug von Leistungen der liechtensteinischen Invalidenversicherung an (IV-act. 20).
A.a.
Der Versicherte war am 28. Oktober 2006 aufgrund eines akuten Hydrocephalus
(vermehrte Ansammlung von Hirnwasser) im Kantonsspital St. Gallen (KSSG)
hospitalisiert worden. Gleichentags war eine endoskopische Ventrikulostomie
durchgeführt und eine Ventrikeldrainage eingelegt worden. Am 3. November 2006 hatte
er sich einer elektiven Resektion eines parenchymatösen Pinealistumors (Hirntumor)
unterzogen und am 9. November 2006 war ihm ein ventrikulo-peritonealer (VP) Shunt
rechts frontal eingesetzt worden (IV-act. 29-18, 31-2). Vom 21. November 2006 bis 3.
Januar 2007 befand er sich stationär in der Klinik Valens. Die dort behandelnden Ärzte
attestierten ihm in ihrem Austrittsbericht vom 10. Januar 2007 ab 21. November 2006
eine Arbeitsunfähigkeit von 100% (IV-act. 29-5 ff.). Nach einer vom 19. Dezember 2006
bis 8. Februar 2007 durchgeführten Radiotherapie im Bereich der Glandula pinealis
erachteten ihn die zuständigen Ärzte des KSSG auch am 22. Mai 2007 noch bis auf
Weiteres als zu 100% arbeitsunfähig (IV-act. 31-2 f.).
A.b.
Im Auftrag der liechtensteinischen IV-Stelle wurde der Versicherte im Oktober
2007 durch Ärzte der Klinik Valens neurologisch und neuropsychologisch abgeklärt.
Diese listeten in ihren Gutachten vom 11. bzw. 14. Dezember 2007 als Diagnosen
insbesondere einen intermediär differenzierten Pinealistumor mit unter anderem
klinisch einem leicht- bis mittelgradig eingeschränkten neurokognitiven Leistungsprofil,
einem Parinaud-Syndrom mit vertikaler Blickparese, Doppelbildern beim Blick nach
links, einer leichten Gangataxie und einer organisch bedingten affektiven Störung auf.
Aktuell bestehe keine verwertbare Arbeitsfähigkeit auf dem freien Arbeitsmarkt. Sie
A.c.
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empfahlen eine berufliche Förderzeit in der Einrichtung B._ (IV-act. 34). Die
liechtensteinische IV-Stelle sprach dem Versicherten am 14. April 2008 mit Wirkung ab
1. November 2007 eine ganze Rente zu und übernahm mit Verfügung vom 10. Juni
2008 die Kosten des Arbeitstrainings in der B._ (IV-act. 44, 54, vgl. IV-act. 55). Die
zuständigen Ärzte der Klinik Valens berichteten am 16. Dezember 2008, die
Massnahme habe ohne konkret fassbares Ergebnis einer beruflichen
Reintegrationsmöglichkeit beendet werden müssen (IV-act. 61).
Am 17. Oktober 2008 hatte sich der Versicherte erstmals bei der IV-Stelle des
Kantons St. Gallen zum Bezug von Leistungen angemeldet (IV-act. 5). Diese sprach
ihm am 5. Oktober 2009 mit Wirkung ab 1. Oktober 2007 eine ganze Rente zu (IV-act.
71 f.).
A.d.
Die liechtensteinische IV-Stelle bestätigte den bisherigen Rentenanspruch mit
Schreiben vom 2. November 2009 und 17. Dezember 2012 (IV-act. 78, 91-14). Am 6.
Juli 2010 und 6. März 2013 teilte die IV-Stelle des Kantons St. Gallen dem Versicherten
mit, er habe weiterhin Anspruch auf die bisherige Invalidenrente (IV-act. 88, 108).
A.e.
Der behandelnde Arzt des KSSG, Dr. med. C._, berichtete am 17. März 2015
über eine leichte Zunahme der diskreten Doppelbilder. Ein gleichentags durchgeführtes
MRI habe jedoch ein normalweites Ventrikelsystem ohne Hinweis auf einen
Hydrocephalus oder ein Tumorrezidiv gezeigt (IV-act. 114-6 ff.). Am 17. Juni 2015 hielt
er fest, von rein neurologischer Seite bestehe keine direkte Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit. Allfällige Einschränkungen aus neuropsychologischer oder
ophthalmologischer Sicht könne er nicht beurteilen (IV-act. 115).
A.f.
Im Auftrag der IV-Stelle des Kantons St. Gallen (IV-act. 127 f.) wurde der
Versicherte durch Prof. Dr. med. D._, Facharzt FMH für Neurologie, Psychiatrie und
Psychotherapie, begutachtet sowie von Dr. med. E._, Fachärztin für Augenheilkunde,
konsiliarisch beurteilt. In seinem Gutachten vom 8. März bzw. 8. April 2016 hielt Prof.
D._ unter Einbezug einer neuropsychologischen Abklärung von Dipl. psych. F._ als
Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein inkomplettes dorsales
Mittelhirnsyndrom mit Augenmotilitätsstörungen bei Status nach Resektion eines
Pinealistumors und Anlage eines VP-Shunts mit Restfunktionsstörungen in den
A.g.
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höheren koordinativen Fähigkeiten und Kopfschmerzen fest. In einer adaptierten
Tätigkeit könne von einem Rendement ausgegangen werden, welches den
Versicherten quantitativ zu ca. 20 bis 30% bezogen auf ein Vollpensum einschränke
(IV-act. 135). RAD-Arzt Dr. med. G._ erachtete das Gutachten am 3. Mai 2016 für
beweiskräftig und stellte fest, der Gesundheitszustand des Versicherten habe sich seit
der ersten Rentenverfügung erheblich verbessert (IV-act. 137).
Mit Vorbescheid vom 6. Juni 2016 stellte die IV-Stelle dem Versicherten bei einem
Invaliditätsgrad von 23% die Aufhebung der Rente in Aussicht (IV-act. 140). Dagegen
erhob der Versicherte am 11. Juli 2016 Einwand und reichte unter anderem einen
Bericht des Spitals H._ vom 19. Mai 2016 ein, in welchem die zuständigen Ärzte
einen Verdacht auf fokale Anfälle geäussert hatten (IV-act. 144, vgl. IV-act. 148).
A.h.
Prof. D._ beantwortete am 22. September 2016 Rückfragen der IV-Stelle. Er hielt
fest, aufgrund des neu hinzugetretenen Verdachts auf eine fokale Epilepsie ergäben
sich zusätzliche qualitative Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit (IV-act. 149 f.). Nach
Einholen weiterer Berichte des Spitals H._ (IV-act. 151 ff.) hielt die IV-Stelle mit
Schreiben vom 21. November 2016 an ihrem bisherigen Entscheid fest und gewährte
dem Versicherten eine Frist zur Stellungnahme (IV-act. 159), wovon dieser am 19.
Dezember 2016 Gebrauch machte (IV-act. 162).
A.i.
Die zuständigen medizinischen Fachpersonen der Augenklinik des
Universitätsspitals Zürich hatten am 24. November 2016 über im Vergleich zur letzten
Untersuchung im Juni 2016 leicht progrediente Befunde berichtet. Der Versicherte
habe sein kleines Fusionsblickfeld verloren und die Senkungseinschränkung habe
leicht zugenommen (IV-act. 163). Die behandelnden Ärzte der Klinik für Neurologie des
KSSG berichteten am 14. Februar 2017 über ein dorsales Mittelhirnsyndrom. Der
Versicherte sehe mittlerweile überall übereinanderstehende Doppelbilder (IV-act. 167,
vgl. IV-act. 169). Dr. C._ berichtete am 27. April 2017, am 6. April 2017 habe eine
MRI-Verlaufskontrolle stattgefunden. Diese habe einen guten Befund ohne Hinweis auf
einen Rezidiv-Tumor ergeben. Die langsam progredienten Doppelbilder seien am
ehesten als Spätfolge der Bestrahlung im Bereich der Vierhügelplatte zu interpretieren.
Aufgrund der Doppelbilder und des Schwindels bestehe für Arbeiten an rotierenden
Maschinen, unter körperlicher Belastung, bei Notwendigkeit zu fahren oder mit ständig
A.j.
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B.

Erwägungen
1.
Der Beschwerdeführer hat seit 1. Oktober 2007 eine ganze Invalidenrente der
schweizerischen Invalidenversicherung bezogen (IV-act. 71 f.). Mit der angefochtenen
Verfügung vom 24. August 2017 hat die Beschwerdegegnerin die bisherige Rente
wechselnden ungünstigen Körperpositionen eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Nach
Abschluss der ausstehenden ophthalmologischen Behandlung, allenfalls einer
Schieloperation, könne die Arbeitsfähigkeit definitiv beurteilt werden (IV-act. 172, vgl.
IV-act. 174). Am 4. Juli 2017 äusserte sich Prof. D._ zu weiteren Rückfragen der IV-
Stelle (IV-act. 178).
Nach erneuter Gewährung des rechtlichen Gehörs (IV-act. 179, 182) verfügte die
IV-Stelle am 24. August 2017 entsprechend dem Vorbescheid (IV-act. 183). Mit
Vorbescheid vom 4. September 2017 stellte die liechtensteinische IV-Stelle dem
Versicherten die Aufhebung der Rente in Aussicht (IV-act. 186).
A.k.
Gegen die Verfügung vom 24. August 2017 erhob der Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführer) die vorliegende Beschwerde vom 18. September 2017. Er
beantragte darin deren Aufhebung; unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Er machte
geltend, sein Gesundheitszustand habe sich seit der Rentenzusprache nicht erheblich
verbessert, es fehle an einem Revisionsgrund. Das Gutachten von Prof. D._ sei nicht
beweiskräftig (act. G1).
B.a.
Die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) beantragte am 9. November
2017 die Abweisung der Beschwerde. Sie brachte vor, es sei ein medizinischer
Revisionsgrund ausgewiesen. Auf das Gutachten von Prof. D._ könne abgestellt
werden (act. G4).
B.b.
Mit Replik vom 4. Dezember 2017 hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen
fest und verneinte eine Verbesserung des Gesundheitszustandes (act. G6).
B.c.
Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (act. G8).B.d.
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eingestellt (IV-act. 138). Nachfolgend ist zu prüfen, ob die Renteneinstellung zu Recht
erfolgt ist.
Gemäss Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) wird unter Invalidität die voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit
verstanden. Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der
körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung
und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten
auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird
gemäss Art. 16 ATSG durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das
Einkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der
Durchführung der notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in
Beziehung gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte,
wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG
besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person
mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist.
Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe
Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
1.1.
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente
von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht,
herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Bei der Anpassung einer
Invalidenrente im Sinn von Art. 17 Abs. 1 ATSG geht es darum, eine ursprünglich
tatsächlich und rechtlich korrekte formell rechtskräftige Verfügung über eine
Dauerleistung (Rente) an nach Eintritt der formellen Rechtskraft eingetretene
Veränderungen tatsächlicher Natur anzupassen, das heisst eine nachträglich
eingetretene tatsächliche Unrichtigkeit der formell rechtskräftigen Verfügung zu
beheben. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den
Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 130 V 349 f. E. 3.5). Ob eine solche Änderung
eingetreten ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der
letzten, der versicherten Person eröffneten rechtskräftigen Verfügung vorlag, die auf
einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs beruht, mit demjenigen zur Zeit der
streitigen Revisionsverfügung (BGE 133 V 108 E. 5.4).
1.2.
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2.
Die letzte Prüfung des Rentenanspruchs nahm die Beschwerdegegnerin im Januar
2013 vor (IV-act. 92 ff.). Sie holte aus medizinischer Sicht lediglich einen
Verlaufsbericht von Hausärztin Dr. med. I._, FMH Innere Medizin und Rheumatologie,
ein. Diesem lag ein Bericht über eine Kontrolluntersuchung im KSSG vom 23. März
2012 bei (IV-act. 95). Dies stellt keine umfassende materielle Neuprüfung des
Rentenanspruchs dar, so dass die gestützt darauf ergangene Mitteilung vom 6. März
2013 (vgl. IV-act. 108) nicht als Referenzzeitpunkt für die Rentenrevision zu betrachten
ist. Dasselbe gilt für die im Mai 2010 vorgenommene Prüfung des Rentenanspruchs
(vgl. IV-act. 81 ff.) und die gestützt darauf ergangene Mitteilung vom 6. Juli 2010 (IV-
act. 88). Vorliegend ist daher zu prüfen, ob seit der erstmaligen Rentenzusprache vom
5. Oktober 2009 eine Veränderung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers
eingetreten ist, welche sich auf dessen Erwerbsfähigkeit auswirkt.
Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht,
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben
worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der
medizinischen Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).
1.3.
Die ursprüngliche Verfügung vom 5. Oktober 2009 (IV-act. 71 f.) ging im
Wesentlichen gestützt auf das Gutachten der Klinik Valens vom 11. bzw. 14. Dezember
2007 von einer Arbeitsunfähigkeit von 100% in jeglichen Tätigkeiten aus (IV-act. 34).
Der abklärende Arzt der Klinik Valens listete als Diagnosen einen intermediär
differenzierten Pinealistumor bei initial occlusivem Hydrocephalus sowie klinisch einem
leicht- bis mittelgradig eingeschränkten neurokognitiven Leistungsprofil, einem
Parinaud-Syndrom mit vertikaler Blickparese, Doppelbildern beim Blick nach links,
leichter Gangataxie und einer organisch bedingten affektiven Störung im Sinne einer
mittelgradigen depressiven Episode auf. Er führte aus, es bestehe derzeit keine
verwertbare Arbeitsfähigkeit auf dem freien Arbeitsmarkt. Die Feststellung einer
2.1.
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dauerhaften Einschränkung der Arbeitsfähigkeit sei verfrüht, da zuerst eine berufliche
Förderzeit in der B._, begleitet von ambulantem neuropsychologischem Training und
ambulantem ergotherapeutischem Neurotraining, durchgeführt werden sollte (IV-act.
34). Das gemäss der Empfehlung absolvierte Arbeitstraining wurde im Dezember 2008
ohne konkret fassbares Ergebnis einer beruflichen Reintegrationsmöglichkeit beendet
(IV-act. 61). Nachdem RAD-Arzt Dr. med. J._ eine Arbeitsfähigkeit von 0% in einer
adaptierten Tätigkeit bestätigt hatte (IV-act. 64), sprach die Beschwerdegegnerin dem
Beschwerdeführer eine ganze Rente zu (IV-act. 71 f.). Dr. I._ bestätigte im Folgenden
einen unveränderten Gesundheitszustand (IV-act. 85, 95).
Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung vom 24.
August 2017 (IV-act. 183) in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf das Gutachten
von Prof. D._ (IV-act. 135). Der Beschwerdeführer spricht diesem die Beweiskraft ab
(act. G1).
2.2.
Prof. D._ nannte als Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein
inkomplettes dorsales Mittelhirnsyndrom bei Status nach Resektion eines
Pinealistumors und Anlage eines VP-Shunts mit Restfunktionsstörungen in den
höheren koordinativen Fähigkeiten und Kopfschmerzen (IV-act. 135-47). Er beurteilte,
infolge der Kopfschmerzen und der neuro-ophthalmologischen Störungen mit
sekundären koordinativen Einschränkungen bestehe ein Rendement, welches den
Beschwerdeführer in Bezug auf ein Vollpensum in jeglicher beruflichen Tätigkeit zu
20% bis 30% einschränke. Dies aufgrund der Störungen im Arbeitstempo und des
erhöhten Pausenbedarfs. Zusätzlich bestünden qualitative Einschränkungen der
Arbeitsfähigkeit (IV-act. 135-46, 135-48). Entgegen der Kritik des Beschwerdeführers
(act. G1) berücksichtigte er dabei insbesondere auch die Ergebnisse der
ophthalmologischen Untersuchung durch Dr. E._, welche ein dorsales
Mittelhirnsyndrom mit inkompletter Remission diagnostiziert hatte (vgl. IV-act. 135-49,
135-57 ff.). Prof. D._ führte aus, es sei davon auszugehen, dass der neurologische
Gesundheitszustand nie so schlecht gewesen sei wie angenommen. Er sei der Ansicht,
dass bei der Berentung bereits subjektive Beschwerden nicht objektiviert in die
Beurteilung mit eingeflossen seien. Seine Untersuchung habe die handicapierenden
Fähigkeitsstörungen auf der Grundlage der aktuellen medizinischen Erkenntnisse unter
Nutzung von Symptomvalidierungsverfahren objektiviert (IV-act. 135-49). Sie sei
gründlich und objektivierend, ohne Berücksichtigung subjektiver Beschwerden bei der
Arbeitsunfähigkeitsbeurteilung. Das subjektive Beschwerdebild sei hingegen
weitgehend unverändert. Aufgrund der objektivierten Untersuchung beurteile er die
Arbeitsfähigkeit im Ergebnis anders (als bei der ursprünglichen Berentung). Dies stehe
2.2.1.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 9/15
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im Einklang mit den Einschätzungen des Neurochirurgen des KSSG in einem Bericht
vom 17. Juni 2015 (IV-act. 136, vgl. IV-act. 115). Aus den Ausführungen von Prof. D._
ergibt sich, dass er die attestierte Arbeitsunfähigkeit, welche ursprünglich zur
Zusprache einer Rente geführt hatte, als zu grosszügig erachtete. Es bestehen aber
keine hinreichenden Hinweise darauf, dass diese offensichtlich unrichtig gewesen
wäre. Dies, obwohl Dr. C._ am 17. Juni 2015 festhielt, seines Wissens sei nie von
einer Berentung die Rede gewesen und er wisse nicht, woher das Rentenbegehren
motiviert sei (IV-act. 115). Nachfolgend ist allerdings zu prüfen, ob zwischen der
Rentenzusprache und dem Einstellungszeitpunkt eine relevante Verbesserung des
Gesundheitszustandes eingetreten ist oder es sich bei der Beurteilung von Prof. D._
lediglich um eine andere Einschätzung eines unveränderten Sachverhalts handelt.
Prof. D._ erwähnte in seiner Stellungnahme vom 22. September 2016, er führe
in seinem Gutachten aus, warum sich der Gesundheitszustand verbessert habe (IV-act.
150). RAD-Arzt Dr. G._ befand am 3. Mai 2016 ebenfalls, der Gesundheitszustand
habe sich erheblich verbessert. Er begründete, im Gegensatz zur ersten Verfügung
hätten im Zeitpunkt der Begutachtung durch Prof. D._ mit Ausnahme von
ophthalmologischen Störungen keine objektivierbaren neurologischen oder
neuropsychologischen Beeinträchtigungen vorgelegen. Im Zeitpunkt der ersten
Verfügung hätten noch Symptome eines Hydrocephalus bestanden, welcher wohl die
neuropsychologischen Defizite verursacht habe (IV-act. 137). Wie der
Beschwerdeführer jedoch zu Recht vorbringt (act. G1), war der initial vorhandene
occlusive Hydrocephalus im Oktober und November 2006 durch eine externe
ventrikuläre Druckentlastung sowie eine VP-Shunt-Anlage behandelt worden. Im
Zeitpunkt des Rentenbeginns am 1. Oktober 2007 bestand damit bereits kein
Hydrocephalus mehr (vgl. IV-act. 34). Seit der Rentenzusprache ist es aber insofern zu
einer Verbesserung des Gesundheitszustandes gekommen, als keine organisch
bedingte affektive Störung im Sinne einer mittelgradigen depressiven Episode mehr
vorliegt (vgl. IV-act. 34-11 f.). Ebenso bestand im Zeitpunkt der Rentenzusprache ein
leicht- bis mittelgradig eingeschränktes neurokognitives Leistungsprofil, während Prof.
D._ lediglich noch Restfunktionsstörungen in den höheren koordinativen Fähigkeiten
erwähnte (IV-act. 135-47). Auch die im Gutachten der Klinik Valens noch angeführte
leichte Gangataxie (vgl. IV-act. 34-11) fand keine Erwähnung mehr. Der
Beschwerdeführer klagte sowohl im Zeitraum der Rentenzusprache wie auch bei der
Begutachtung durch Prof. D._ über wiederkehrende Kopfschmerzen bzw. einen
Druck oder ein "komisches Gefühl" im Kopf (IV-act. 31-2, 34-10, 135-35, 135-44).
Gegenüber Prof. D._ führte er aus, bei körperlicher Anstrengung aggraviere der
2.2.2.
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Druck im Kopf und es komme dann zu Kopfschmerzen. Etwa einmal pro Woche sei der
Kopfschmerz so stark, dass er sich hinlegen und eine Schmerztablette einnehmen
müsse. Teilweise trete auch Übelkeit auf (IV-act. 135-35). Anlässlich der Begutachtung
in der Klinik Valens hatte er noch erklärt, er habe mit häufigen Kopfschmerzen betont
im Bereich der Schläfe beidseits zu tun, teilweise komme es auch zu Schmerzen im
Bereich des Hinterkopfes, besonders bei Belastung. Bei geistiger Anstrengung komme
es zu einer Zunahme der Kopfschmerzen. Nach der Nahrungsaufnahme komme es zu
einem vermehrten Druckgefühl im Kopf, nach dem Mittagessen etwa müsse er sich
hinlegen, um die Übelkeit auszukurieren (IV-act. 34-3 f.). Es ist damit davon
auszugehen, dass sich die Problematik bezüglich der Kopfschmerzen verbessert hat.
Im Zeitpunkt der Begutachtung in der Klinik Valens im Oktober 2007 litt der
Beschwerdeführer unter einem Parinaud-Syndrom mit vertikaler Blickparese und
Doppelbildern beim Blick nach links (IV-act. 34-11). Dr. C._ berichtete am 17. März
2015, der Beschwerdeführer leide seit ca. zwei Monaten unter einer leichten Zunahme
der diskreten Doppelbilder. Diese seien in den letzten Jahren nur bei endständigen
Blicken zur Seite vorhanden gewesen, nun aber auch beim Blick geradeaus. Er führte
weiter aus, der Beschwerdeführer fühle sich dadurch weniger gestört als etwas
beunruhigt, ob dies mit einem neuen Tumorwachstum zu tun haben könnte. Das
gleichentags durchgeführte MRI habe verglichen zu den Voraufnahmen ein weiterhin
normalweites Ventrikelsystem ohne Hinweis auf einen Hydrocephalus und keinen
Hinweis auf ein Tumorrezidiv ergeben. Rein bildmorphologisch lasse sich die leichte
Progredienz der Doppelbilder nicht erklären. Der Beschwerdeführer sei durch den sehr
positiven Befund des neuen MRI sehr beruhigt gewesen. Er komme mit den leichten
Doppelbildern durchaus zurecht (IV-act. 114-6 f.). Dr. I._ erklärte am 3. Juli 2015, es
bestehe Fahrtauglichkeit. Es gebe eine Augenstellung, in welcher der
Beschwerdeführer keine Doppelbilder habe, aber er müsse den Kopf dazu immer in
einer speziellen Haltung haben. Das ermüde ihn und er fahre nie länger als eine Stunde
am Stück, da es sonst zu Nackenschmerzen komme (IV-act. 118). Der
Beschwerdeführer gab auf Nachfrage der Beschwerdegegnerin an, er sehe nur beim
Blick nach links doppelt. Beim Autofahren bewege er den ganzen Kopf, nicht nur die
Augen, nach links, so dass keine Doppelbilder aufträten. Sein Sehvermögen sei scharf,
er brauche keine Brille. Wenn nötig fahre er täglich Auto, dies bis zu einer Strecke von
100km (Posteingang 12. November 2015; IV-act. 120 f.). Dr. E._ berichtete am 12.
Februar 2016, der Beschwerdeführer nehme eine ausgeprägte Kopfzwangshaltung ein,
um die Doppelbilder auszugleichen und das Feld von binokularem Einfachsehen zu
nutzen. Er habe gelernt, im Alltag das Bild des linken Auges zu ignorieren (IV-act.
2.2.3.
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135-58). Am 24. November 2016 hielten die zuständigen Ärzte der Augenklinik des
Universitätsspitals Zürich sodann fest, die Befunde seien im Vergleich zur letzten
Untersuchung im Juni 2016 leicht progredient. Der Beschwerdeführer habe sein kleines
Fusionsblickfeld verloren und die Senkungseinschränkung habe leicht zugenommen.
Die leichte Zunahme der Schielwinkel müsse aber nicht im direkten Zusammenhang
mit der neurologischen Situation stehen. Sie kündigten an, für ihre Empfehlung und
Entscheidung bezüglich einer allfälligen Augenmuskeloperation die neurologische
Untersuchung im KSSG abzuwarten (IV-act. 163). In ihrem Bericht vom 14. Februar
2017 führten die behandelnden Ärzte der Klinik für Neurologie des KSSG als Anamnese
aus, in den letzten zwei Jahren hätten die Doppelbilder zugenommen, so dass der
Beschwerdeführer nur noch ein kleines Fenster bei der Kopfwendung nach rechts und
beim Blick nach oben gehabt habe. Mittlerweile sehe er überall übereinanderstehende
Doppelbilder (IV-act. 167). Dabei handelt sich offenbar jedoch um subjektive Angaben
des Beschwerdeführers, welche nicht durch Untersuchungen objektiviert wurden. Dr.
C._ hielt am 11. April 2017 fest, das am 6. April 2017 durchgeführte MRI habe einen
sehr guten Verlaufsbefund ohne Hinweis auf einen Rezidiv-Tumor ergeben. Die
langsam progredienten Doppelbilder würden den Beschwerdeführer auch im Sinne von
Schwindelgefühlen und Sensationen des Kopfes beim nach vorne oder hinten Neigen
einschränken. Die Option einer Schieloperation sei unbedingt zu evaluieren. Momentan
bestehe für gewisse näher bezeichnete Tätigkeiten eine vollständige Arbeitsunfähigkeit,
für leichte Tätigkeiten sollte jedoch eine Arbeitsfähigkeit bestehen (IV-act. 174, vgl. IV-
act. 172). Dr. C._ ging damit von einer bestehenden Arbeitsfähigkeit in einer
adaptierten Tätigkeit aus. Auf Nachfrage der Beschwerdegegnerin (IV-act. 177) führte
Prof. D._ am 4. Juli 2017 überzeugend aus, eine Schieloperation könnte allenfalls das
qualitative Leistungsspektrum verbessern, habe jedoch auf die quantitative
Arbeitsfähigkeit keinen Einfluss. Er halte weiter an seiner Arbeitsfähigkeitsschätzung
fest (IV-act. 178). Insgesamt ist damit eine Verschlechterung der Problematik der
Doppelbilder, welche sich auf die quantitative Arbeitsfähigkeit auswirken würde, nicht
nachgewiesen. Im Übrigen sieht der Beschwerdeführer trotz der geklagten Zunahme
der Doppelbilder seine Fahreignung offenbar weiterhin als gegeben an, was bei einer
erheblichen Verschlechterung nicht zu erwarten wäre.
Die behandelnden Ärzte des Spitals H._ äusserten am 19. Mai 2016 erstmals
einen Verdacht auf fokale Anfälle (IV-act. 144-6 f.). Dadurch ergeben sich jedoch -
sollten sie durch die Medikation nicht vollständig kompensiert sein (vgl. IV-act. 162,
act. G1.3) - gemäss Beurteilung von Prof. D._ lediglich qualitative Einschränkungen
2.2.4.
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der Arbeitsfähigkeit; hinsichtlich der quantitativen Einschränkung (20 bis 30% eines
Vollpensums in jeglicher Tätigkeit) seien die Doppelbilder ohne Belang (IV-act. 150-4).
Die Beschwerdegegnerin bringt vor, aus dem im Gutachten von Prof. D._
erhobenen Tagesablauf ergebe sich eine erhebliche Verbesserung des
Gesundheitszustandes (act. G4), was der Beschwerdeführer bestreitet (act. G6).
Anlässlich der Begutachtung in der Klinik Valens im Oktober 2007 war der Tagesablauf
des Beschwerdeführers nicht im Detail erhoben worden. Dieser hatte angegeben, wenn
er unter Menschen sei, beispielsweise bei Einkäufen im Supermarkt, leide er unter
Schwindelgefühlen, vermehrtem Druck- sowie Angstgefühl. Nach dem Mittagessen
müsse er sich hinlegen, um seine Übelkeit auszukurieren. Bei den Aktivitäten des
täglichen Lebens wie Körperpflege, Einkaufen und Kommissionen erledigen sei er nicht
eingeschränkt (IV-act. 34-4). Gegenüber Prof. D._ berichtete der Beschwerdeführer
sodann, er wecke morgens seine Kinder und bereite ihnen das Frühstück zu. Er bringe
seinen älteren Sohn in den Kindergarten und hole ihn mittags wieder ab. Er begleite
seine im gleichen Haushalt lebenden Eltern zum Einkaufen. Etwa einmal pro Woche
müsse er sich am Vormittag wegen Kopfschmerzen hinlegen. Den Haushalt führten
"die Frauen", er beteilige sich nicht daran. Nach dem Mittagessen bringe er seinen
Sohn wieder in den Kindergarten und lege sich anschliessend eine Stunde lang hin.
Nachmittags spiele er mit seinem jüngeren Sohn und hole dann den älteren wieder vom
Kindergarten ab. Manchmal gehe er mit seiner Ehefrau spazieren. Am Abend bringe er
seine Kinder ins Bett (IV-act. 135-36). Der Beschwerdeführer war damit bei der
Begutachtung durch Prof. D._ weitgehend in der Lage, seinen Alltag ohne grössere
gesundheitliche Einschränkungen zu bewältigen und seine Kinder zu betreuen.
Insgesamt ergibt sich damit, dass die Beeinträchtigungen seit der Rentenzusprache
bzw. der erst rund ein Jahr nach der Tumorentfernung erfolgten Beurteilung durch die
Klinik Valens (IV-act. 34) zurückgegangen sind bzw. sich der Beschwerdeführer
zumindest besser daran gewöhnt hat.
2.2.5.
Bei der Würdigung der medizinischen Situation fällt weiter ins Gewicht, dass das
Gutachten von Prof. D._ vom 8. März bzw. 8. April 2016 sowie seine Stellungnahmen
vom 22. September 2016 und 4. Juli 2017 (IV-act. 135, 150) auf umfassender
Aktenkenntnis sowie eigenen Untersuchungen beruhen, das gesamte Leidensbild des
Beschwerdeführers berücksichtigen und die auf dieser Grundlage gezogenen Schlüsse
nachvollziehbar sind. Prof. D._ berücksichtigte dabei die konsiliarische Beurteilung
von Dr. E._ und die neuropsychologische Abklärung durch Dipl. psych. F._ (IV-act.
135). Letztere hatte in ihrem Teilgutachten vom 8. April 2016 festgehalten, aus
neuropsychologischer Sicht ergäben sich Hinweise für vor allem nicht-authentische
2.2.6.
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3.
Das ausschlaggebende Element der Bemessung des zumutbaren
Invalideneinkommens - und damit indirekt des Invaliditätsgrads - ist in aller Regel der
Grad der verbliebenen Arbeitsfähigkeit. Der Beschwerdeführer hat in seinem
Heimatland den Beruf des Metalldrehers erlernt (IV-act. 9), war danach jedoch als
Hilfsarbeiter tätig (vgl. IV-act. 15, 135-34). Es ist ihm deshalb ohne weiteres zumutbar,
im Ausmass seiner verbliebenen Arbeitsfähigkeit einer Hilfsarbeit nachzugehen. Es
muss sich um eine der Behinderung optimal gerecht werdende Hilfsarbeit handeln,
damit die verbleibende Arbeitsfähigkeit - der allgemeinen Schadenminderungspflicht
Rechnung tragend - bestmöglich verwertet werden kann. Wenn in Art. 6 Satz 1 ATSG
von der durch eine Gesundheitsbeeinträchtigung bewirkten Einschränkung bei der
Fähigkeit, im bisherigen Beruf zumutbare Arbeit zu leisten, die Rede ist, so kann damit
im Zusammenhang mit der Bemessung des zumutbaren Invalideneinkommens der
Beschwerdeführerin also nur die Arbeitsunfähigkeit in einer behinderungsadaptierten
Hilfsarbeit gemeint sein (vgl. Urteil des Versicherungsgerichts vom 17. August 2012, IV
2010/400 E. 1.1). Ausgehend von einer 100%igen Arbeitstätigkeit in der angestammten
neuropsychologische Störungen. Mit den in den Akten beschriebenen Diagnosen seien
die erhobenen ausgeprägten Minderleistungen und die Inkonsistenzen nicht zu
vereinbaren. Sie seien auch mit dem Fähigkeitsniveau im Alltag nicht zu vereinbaren.
Würde das gezeigte Leistungsvermögen den tatsächlichen kognitiven Fähigkeiten des
Beschwerdeführers entsprechen, wäre eine eigenständige Lebensführung nicht
möglich. Aufgrund der hoch auffälligen Beschwerdevalidierung mit Ergebnissen auf
Zufallsniveau könne eine bewusstseinsnahe Selbstlimitierung nicht ausgeschlossen
werden (IV-act. 135-56). Aus den vom Beschwerdeführer vorgebrachten medizinischen
Einschätzungen ergeben sich zudem keine objektiven Gesichtspunkte, welche im
genannten Gutachten ausser Acht gelassen worden wären. Schliesslich wurden auch
zwischen dem Gutachten bzw. den Stellungnahmen und der umstrittenen Verfügung
vom 24. August 2017 (IV-act. 183) eingetretene massgebliche Veränderungen mit
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nicht substantiiert geltend gemacht und solche
ergeben sich auch nicht aus den Akten. Weitere medizinische Abklärungen erübrigen
sich damit.
Zusammenfassend ist eine relevante Verbesserung des Gesundheitszustandes des
Beschwerdeführers mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen. Folglich
besteht ein medizinisch bedingter Revisionsgrund und es ist gestützt auf das
Gutachten von Prof. D._ von einer Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit
von 25% auszugehen.
2.3.
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Tätigkeit als Hilfsarbeiter (Maschinenbediener) im Validenfall und einer solchen von
75% im Invalidenfall erübrigen sich die Vornahme eines konkreten
Einkommensvergleichs und insbesondere die Festsetzung eines Tabellenlohnabzugs.
Denn auf der Basis der ausgewiesenen Arbeitsunfähigkeit von 25% würde selbst bei
Gewährung eines Abzugs von 15% kein rentenbegründender Invaliditätsgrad erreicht
(25% + [75% x 15%] = 36.25%). Ein Abzug von über 15% ist jedenfalls nicht
angezeigt, sodass die genaue Festsetzung mangels Relevanz unterbleiben kann. Die
Beschwerdegegnerin hat die Rente damit zu Recht eingestellt.
4.
Der Beschwerdeführer beantragt sinngemäss eventualiter die Zusprache von
beruflichen Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (act. G1, G6).
5.
Das Bundesgericht hielt in seinem Urteil 8C_759/2018 vom 13. Juni 2019 fest,
dass bei Personen, deren Rente revisionsweise herabgesetzt oder aufgehoben werden
soll, nach mindestens 15 Jahren Bezugsdauer oder wenn sie das 55. Altersjahr
zurückgelegt haben, in der Regel vorgängig Massnahmen zur Eingliederung
durchzuführen seien. Dabei wies es darauf hin, dass von dieser praxisgemäss
vermuteten Unzumutbarkeit einer Selbsteingliederung ausnahmsweise abgewichen
werden könne, wenn namentlich die langjährige Absenz der versicherten Person vom
Arbeitsmarkt auf invaliditätsfremde Gründe zurückzuführen sei, wenn die versicherte
Person besonders agil, gewandt und im gesellschaftlichen Leben integriert sei oder
wenn sie über eine besonders breite Ausbildung und Berufserfahrung verfüge. Dabei
müssten konkrete Anhaltspunkte den Schluss zulassen, dass sich die versicherte
Person trotz ihres fortgeschrittenen Alters und/oder der langen Rentenbezugsdauer mit
entsprechender Absenz vom Arbeitsmarkt ohne Hilfestellungen wieder in das
Erwerbsleben integrieren könne. Die IV-Stelle trage hierfür die Beweislast (E. 9.2 des
Urteils mit Verweis auf Urteil 8C_494/2018 vom 6. Juni 2019, E. 5.1 ff.).
4.1.
Der Beschwerdeführer bezog seit 1. Oktober 2007 eine ganze Rente (IV-act. 71 f.).
Bei Erlass der Einstellungsverfügung vom 24. August 2017 (vgl. IV-act. 183) lag damit
eine Bezugsdauer von knapp zehn Jahren vor. In diesem Zeitpunkt war der
Beschwerdeführer 40 Jahre alt. Im Sinne der genannten Rechtsprechung war die
Beschwerdegegnerin damit nicht verpflichtet, berufliche Massnahmen durchzuführen.
4.2.
Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung nicht zu beanstanden und die
Beschwerde abzuweisen.
5.1.
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