Decision ID: df96fc37-d311-4ee5-8b79-d80358629105
Year: 2018
Language: de
Court: VS_TC
Chamber: VS_TC_001
Canton: VS
Region: Région lémanique
Law Area: 

in Sachen
X _, Berufungskläger, vertreten durch Rechtsanwältin M _,
gegen
Y _, Berufungsbeklagte, vertreten durch Rechtsanwalt N _,
(Andere Verträge)
Berufung gegen das Urteil des Bezirksgerichts A _ vom 25. August 2017
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Verfahren
A. Am 24. März 2016 reichte Y _ (Klägerin und Widerbeklagte; hiernach
Berufungsbeklagte) beim Bezirksgericht A _ gegen X _ (Beklagter
und Widerkläger; hiernach Berufungskläger) eine Klage mit folgenden Rechtsbegehren
ein:
1. Der Beklagte ist zu verpflichten, der Klägerin den Betrag von CHF 37‘050.00 zuzüglich Zins zu 5% seit
29. Oktober 2015 zu leisten.
2. Die Kosten von Verfahren und Entscheid gehen zu Lasten des Beklagten.
3. Der Klägerin ist zu Lasten des Beklagten eine angemessene Parteientschädigung zuzusprechen.
Die Berufungsbeklagte führte aus, sie habe mit dem Berufungskläger einen Darlehens-
vertrag abgeschlossen und machte die Rückzahlung der Darlehenssumme von
Fr. 37‘050.-- zzgl. 5% Verzugszins geltend.
B. In seiner Klageantwort vom 13. Mai 2016 (S. 44 ff.) verlangte der Berufungskläger
die Abweisung der Klage unter Kosten- und Entschädigungsfolgen und erhob Wider-
klage. Er beantragte, Y _ sei widerklageweise zur Bezahlung von
Fr. 6‘962.85 zu verpflichten. Er machte geltend, die Berufungsbeklagte habe den Kredit
für sich persönlich aufgenommen und die durch ihn gemachten Bezüge hätten einzig
dazu gedient, die laufenden Rechnungen der Berufungsbeklagten zu begleichen. Er
habe überdies Rechnungen für die Berufungsbeklagte bezahlt und ihr die Kosten für
einen Sprachschulaufenthalt vorgestreckt.
C. In der Replik vom 26. Juli 2016 (S. 66 ff.) hielt die Berufungsbeklagte ihre bisheri-
gen Rechtsbegehren aufrecht und verlangte die Abweisung der Widerklage, soweit
darauf einzutreten sei. Der Berufungskläger hielt in der Duplik vom 9. September 2016
(S. 90 ff.) an seinen Rechtsbegehren fest. Das Bezirksgericht führte am 23. November
2016 eine Instruktionsverhandlung durch und erliess am 6. Dezember 2016 eine Be-
weisverfügung (S. 140 f.). Mit Verfügung vom 26. Januar 2017 und 13. Februar 2017
wurde der Berufungskläger erneut aufgefordert, seinen Betreibungsregisterauszug mit
Angabe der getilgten Saldi einzureichen. Mit Schreiben vom 24. Februar 2017 kam er
dieser Aufforderung nach (S. 177). Am 25. April 2017 erfolgten die Parteibefragungen
(S. 187 ff.). Die schriftlich befragte Zeugin reichte ihre Aussage am 11. Mai 2017 ein
(S. 204).
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D. Die Parteien verzichteten auf mündliche Parteivorträge und hinterlegten ihre
Schlussdenkschriften, die Berufungsbeklagte am 3. Juli 2017 (S. 213 ff.), der Beru-
fungskläger am 10. Juli 2017 (S. 228 ff.). Die Berufungsbeklagte stellte folgende Be-
gehren:
1. Der Beklagte und Widerkläger sei zu verpflichten, der Klägerin den Betrag von CHF 37‘050.00 zuzüg-
lich Zins zu 5% seit 29. Oktober 2015 zu leisten.
2. Die Widerklage vom 13. Mai 2016 sei vollumfänglich abzuweisen, soweit darauf eingetreten wird.
3. Der Klägerin und Widerbeklagten sei zu Lasten des Beklagten und Widerklägers eine angemessene
Parteientschädigung zuzusprechen.
4. Die Kosten von Verfahren und Entscheid gehen zu Lasten des Beklagten und Widerklägers.
Der Berufungskläger stellte nachfolgende Rechtsbegehren:
A/Prinzipiell
1. Die Forderungsklage von Y _ ist abzuweisen.
2. Die Kosten von Verfahren und Entscheid gehen zu Lasten der Klägerin.
3. Dem Beklagten ist eine angemessene Parteientschädigung zuzusprechen.
B/Widerklageweise
1. Y _ ist zur Bezahlung von CHF 6‘962.85 zu verurteilen.
2. Die Kosten von Verfahren und Entscheid gehen zu Lasten von Y _.
3. Dem Widerkläger ist eine angemessene Parteientschädigung zuzusprechen.
E. Das Bezirksgericht fällte am 25. August 2017 nachstehendes Urteil:
1. In Gutheissung der Klage bezahlt X _ der Klägerin Y _ Fr. 37‘050.-- nebst Zins zu
5% seit 29. Oktober 2015.
2. Die Widerklage von X _ wird abgewiesen.
3. a) Die Gerichtskosten der Hauptklage von Fr. 3‘600.-- werden X _ auferlegt. Diese werden
mit den von den Parteien geleisteten Kostenvorschüssen von insgesamt Fr. 4‘240.-- (Klägerin
Fr. 3‘940.--, Beklagter Fr. 300.--) verrechnet. Der Anteil an den Kostenvorschüssen der Klägerin von
Fr. 640.-- wird an deren Rechtsvertreter zurücküberwiesen.
b) die Gerichtskosten der Widerklage von Fr. 1‘280.-- werden X _ auferlegt und mit dessen
Kostenvorschuss von Fr. 1’280.-- verrechnet.
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4. X _ bezahlt Y _:
- Fr. 3‘300.-- für geleisteten Kostenvorschuss betreffend die Hauptklage und
- Fr. 5‘900.-- als Parteientschädigung für die Hauptklage und
- Fr. 2‘000.-- als Parteientschädigung für die Widerklage.
F. Gegen das Urteil des Bezirksgerichts erhob X _ beim Kantonsgericht
Wallis Berufung (S. 252 ff.) mit folgenden Anträgen:
1. Die Berufung wird gutgeheissen.
2. Der Entscheid vom 25. August 2017 des Bezirksgerichts von A _ wird aufgehoben.
3. Die Forderungsklage von Y _ vom 24. März 2016 wird abgewiesen.
4. Die Widerklage von X _ wird gutgeheissen.
5. Y _ bezahlt X _ Fr. 6‘962.85.
6. Sämtliche Kosten der Verfahren und der Entscheide gehen zu Lasten von Y _.
7. Dem Berufungskläger ist eine angemessene Parteientschädigung zuzusprechen.
Am 30. November 2017 reichte Y _ die Berufungsantwort (S. 279 ff.) ein und
verlangte die Abweisung der Berufung, die Zusprechung einer angemessenen Partei-
entschädigung und die Kosten des Verfahrens und Entscheids dem Berufungskläger
aufzuerlegen.

Sachverhalt und Erwägungen
1.
1.1 Gemäss Art. 308 Abs. 1 und 2 ZPO sind erstinstanzliche End- und Zwischenent-
scheide mit Berufung anfechtbar, wenn der Streitwert in vermögensrechtlichen Angele-
genheiten entsprechend den streitig gebliebenen Rechtsbegehren über Fr. 10‘000.--
beträgt. Das Kantonsgericht beurteilt als Rechtsmittelinstanz Beschwerden und Beru-
fungen, die im neunten Titel des zweiten Teils der Schweizerischen Zivilprozessord-
nung vorgesehen sind (Art. 308 ff. ZPO; Art. 5 Abs. 1 lit. b EGZPO).
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Der Streitwert wird durch die Rechtsbegehren bestimmt (Art. 91 Abs. 1 Satz 1 ZPO).
Lautet das Rechtsbegehren nicht auf eine bestimmte Geldsumme, so setzt das Gericht
den Streitwert fest, sofern sich die Parteien nicht darüber einigen oder ihre Angaben
offensichtlich unrichtig sind (Art. 91 Abs. 2 ZPO). Stehen sich Klage und Widerklage
gegenüber, so bestimmt sich der Streitwert nach dem höheren Rechtsbegehren
(Art. 94 Abs. 1 ZPO). Zur Bestimmung der Prozesskosten werden die Streitwerte zu-
sammengerechnet, sofern sich Klage und Widerklage nicht gegenseitig ausschliessen
(Art. 94 Abs. 2 ZPO). Massgeblich für die Streitwertbestimmung im Berufungsverfahren
sind die zuletzt aufrechterhaltenen Rechtsbegehren (Art. 308 Abs. 2 ZPO), also die
Rechtsbegehren vor erster Instanz unter Berücksichtigung von Anerkennungen und
Rückzügen einzelner Rechtsbegehren (Spühler, Basler Kommentar, 3. A., N. 8 zu
Art. 308 ZPO; Blickenstorfer, in: Brunner/Gasser/Schwander, Schweizerische Zivilpro-
zessordnung [ZPO], Kommentar, 2. A., Zürich/St. Gallen 2016, N. 24 zu Art. 308 ZGB).
Das angefochtene Urteil bringt das Verfahren vor Bezirksgericht zu Ende, weshalb es
sich hierbei um einen Endentscheid handelt. Die Berufungsbeklagte verlangt die Be-
zahlung von Fr. 37‘050.--. Der Berufungskläger verweigert jegliche Zahlung und ver-
langt seinerseits widerklageweise die Zahlung von Fr. 6‘962.85 von der Berufungsbe-
klagten. Da sich der Streitwert nach dem höheren Rechtsbegehren bestimmt und die-
ses über Fr. 10‘000.-- liegt, ist die Berufung zulässig.
1.2 Die Berufungsfrist beträgt 30 Tage (Art. 311 Abs. 1 ZPO). Das begründete Urteil
wurde vom Beklagten am 31. August 2017 entgegengenommen. Mit der Postaufgabe
der Berufung am 2. Oktober 2017 wurde die Rechtsmittelfrist gewahrt. Die Berufung
hemmt die Rechtskraft und Vollstreckbarkeit des angefochtenen Entscheids im Umfang
der Anträge (Art. 315 Abs. 1 ZPO; vgl. auch Art. 58 ZPO).
1.3 Mit der Berufung kann die unrichtige Rechtsanwendung und die unrichtige Fest-
stellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 lit. a und b ZPO). Die
Rechtsmittelinstanz hat den angefochtenen Entscheid im Rahmen der vorgetragenen
Berufungsgründe mit voller Kognition in allen Rechts- und Sachfragen neu zu beurtei-
len (Art. 310 ZPO). Dies bedeutet aber nicht, dass die Berufungsinstanz gehalten ist,
von sich aus wie eine erstinstanzliche Gerichtsbehörde alle sich stellenden tatsächli-
chen und rechtlichen Fragen zu untersuchen, wenn die Parteien diese in oberer In-
stanz nicht mehr vortragen. Sie hat sich - abgesehen von offensichtlichen Mängeln -
grundsätzlich auf die Beurteilung der in der schriftlichen Begründung (Art. 311 Abs. 1
und Art. 312 Abs. 1 ZPO) gegen das erstinstanzliche Urteil erhobenen Beanstandun-
gen zu beschränken (vgl. auch Bundesgerichtsurteile 4A_290/2014 vom 1. September
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2014 E. 5 sowie 4A_651/2012 vom 7. Februar 2013 E. 4.2, wonach das Berufungsge-
richt nicht von Grund auf eine eigene Prüfung sich stellender Rechts- und Tatfragen
vornimmt, sondern den erstinstanzlichen Entscheid aufgrund von erhobenen Bean-
standungen überprüft; zum Ganzen BGE 142 III 413 E. 2.2.4).
1.3.1 Die Begründungspflicht in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht (Art. 311 Abs. 1
ZPO in fine i.V.m. Art. 310 ZPO) verlangt vom Berufungskläger, dass er jeweils in den
Schranken von Art. 317 ZPO der Rechtsmittelinstanz im Einzelnen darlegt, aus wel-
chen Gründen der angefochtene vorinstanzliche Entscheid falsch ist und abgeändert
werden soll (Begründungslast). Dieser Anforderung genügt ein Berufungskläger nicht,
wenn er in seiner Berufungsschrift lediglich auf die vor erster Instanz vorgetragenen
Vorbringen verweist oder diese wiederholt, sich mit Hinweisen auf frühere Prozess-
handlungen zufrieden gibt oder den angefochtenen Entscheid in allgemeiner Weise
kritisiert. Die Begründung muss hinreichend genau und eindeutig sein, um von der Be-
rufungsinstanz mühelos verstanden werden zu können. Dies setzt voraus, dass der
Berufungskläger im Einzelnen die vorinstanzlichen Erwägungen bezeichnet, die er an-
ficht und die Aktenstücke nennt, auf denen seine Kritik beruht (BGE 138 III 374
E. 4.3.1; Bundesgerichtsurteile 5D_148/2013 vom 10. Januar 2014 E. 5.2.1 und
5A_438/2012 vom 27. August 2012 E. 2.2, in: SZZP 2013 S. 29 f.; Reetz/Theiler, in:
Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zi-
vilprozessordnung, 3. A., Zürich/Basel/Genf 2016, N. 36 zu Art. 311 ZPO).
So ist in der Begründung nicht nur darzutun, weshalb das Verfahren so ausgehen soll-
te, wie der Rechtsmittelkläger dies will. Es ist auch aufzuzeigen, weshalb der Entscheid
fehlerhaft ist bzw. weshalb Noven oder neue Beweismittel zulässig sind und einen an-
deren Schluss aufdrängen. Die Rechtsmittelinstanz muss nicht nach allen denkbaren,
möglichen Fehlern eigenständig forschen (vgl. Reetz/Theiler, a.a.O., N. 36 zu Art. 311
ZPO; Hungerbühler/Bucher, in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], Schweizerische
Zivilprozessordnung [ZPO], Kommentar, 2. A., Zürich/St. Gallen 2016, N. 30 ff. zu
Art. 311 ZPO). Vielmehr hat der Berufungskläger diese aufzuzeigen, indem er sich mit
den vorinstanzlichen Erwägungen auseinandersetzt; stützt sich der angefochtene Ent-
scheid auf mehrere selbständige Begründungen, muss sich der Berufungskläger in
seiner Berufungsschrift mit jeder Einzelnen von ihnen auseinandersetzen (Hungerbüh-
ler/Bucher, a.a.O., N. 39 f. zu Art. 311 ZPO).
1.3.2 Der Berufungskläger rügt eine unrichtige Feststellung des Sachverhalts sowie
eine unrichtige Rechtsanwendung. Darauf ist, soweit der Berufungskläger seine Ein-
http://links.weblaw.ch/de/BGE-138-III-374 http://links.weblaw.ch/de/5D_148/2013 http://links.weblaw.ch/de/5A_438/2012
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wände gegen das angefochtene Urteil gehörig begründet und diese Punkte für den
Ausgang des Verfahrens von Bedeutung sind, einzutreten.
1.4 Der Berufungskläger hat im Berufungsverfahren einen neuen Beleg deponiert.
1.4.1 Neue Tatsachen und Beweismittel können nach Art. 317 Abs. 1 ZPO im Beru-
fungsverfahren nur noch beschränkt berücksichtigt werden. Echte Noven sind Tatsa-
chen oder Beweismittel, welche (erst) nach dem Zeitpunkt entstanden sind, in welchem
die jeweilige Partei sich vor der Urteilsfällung letztmals äussern konnte. Sie sind im
Berufungsverfahren zulässig, wenn sie ohne Verzug nach ihrer Entdeckung vorge-
bracht werden. Demgegenüber sind unechte Noven Tatsachen und Beweismittel, wel-
che bereits im Zeitpunkt der letztmaligen Äusserungsmöglichkeit bestanden, die jedoch
aus irgendwelchen Gründen damals nicht geltend gemacht worden sind. Die Zulas-
sung unechter Noven wird im Berufungsverfahren beschränkt. Sie sind ausgeschlos-
sen, wenn sie nicht ohne Verzug vorgebracht werden und trotz zumutbarer Sorgfalt
nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden konnten (Art. 317 Abs. 1 lit. a und b
ZPO). Dabei hat der Berufungskläger darzulegen, weshalb er diese erst jetzt und nicht
schon früher im Verfahren vorgebracht hat. Zumutbar ist dabei nicht alles einigermas-
sen Voraussehbare. Es gibt Fälle, in denen erst aus dem erstinstanzlichen Entscheid
hervorgeht, dass etwas ganz Anderes ebenfalls vorgebracht hätte werden müssen,
was die Partei schlechthin nicht bedenken musste (Spühler, a.a.O, N. 9 zu Art. 317
ZPO; Sterchi, in: Berner Kommentar, N. 10 zu Art. 317).
1.4.2 Der Berufungskläger hat mit der Berufung eine E-Mail-Korrespondenz zwischen
der Rechtsvertreterin des Berufungsklägers und dem Amtsvorsteher des Betreibungs-
und Konkursamts B _ vom 27./28. September 2017 hinterlegt. Er begründet,
er habe diese Auskunft gestützt auf die Ausführung des Bezirksrichters auf S. 7 des
erstinstanzlichen Urteils eingeholt und einzig diese Aussage hätte dazu geführt, nach
Urteilsverkündung die Richtigkeit der Angaben der Öffnungszeiten zu überprüfen.
1.4.3 Es trifft zu, dass der Berufungskläger die Auskunft des Amtsvorstehers des Be-
treibungs- und Konkursamts B _ erst nach dem Urteil eingeholt und erhalten
hat. Die Tatsachenbehauptung betreffend die Schalteröffnungszeiten (TB 69 f.) brachte
der Berufungskläger in der Duplik vor. Als Beweismittel wurde ein Auszug aus der In-
ternetseite www.betreibungsschalter-plus.ch mit den Öffnungszeiten des Betreibungs-
amts B _ (S. 120) hinterlegt. Die Berufungsbeklagte hat diese Tatsachenbe-
hauptung bestritten.
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Das Bezirksgericht führte betreffend die Öffnungszeiten in seinem Entscheid aus, die
Ausführungen des Beklagten hierzu seien unbeachtlich, da hinlänglich bekannt sei,
dass das Betreibungsamt derartige Zahlungen auch am Nachmittag entgegennehme
(S. 7 des Urteils des Bezirksgerichts).
Die hinterlegte Korrespondenz ist ein unechtes Novum, zumal die entsprechende Aus-
kunft bereits während des erstinstanzlichen Verfahrens beim Amtsvorsteher des Be-
treibungsamtes hätte eingeholt werden können. Der Berufungsbeklagte hat den Beleg
unverzüglich und direkt mit der Berufung hinterlegt und nachvollziehbar begründet,
weshalb er die Auskunft nicht bereits vor erster Instanz eingeholt und den Beleg einge-
reicht hat. Der Beleg ist daher zu berücksichtigen.
2. Folgender Sachverhalt ist unbestritten:
Der Berufungskläger und die Berufungsbeklagte führten eine Beziehung (November
2011 bzw. Mai 2012 bis Juli 2015) und wohnten zusammen (April bzw. November 2012
bis Juli 2015). Im August 2014 nahm die Berufungsbeklagte einen Kredit im Betrag von
Fr. 55‘000.-- bei der C _ AG auf (anerkannte TB 2). Der Jahreszins für die-
sen Kredit betrug 8.9% (anerkannte TB 3). Am 27. August 2014 wurde der Berufungs-
beklagten der Kredit auf das Konto xxx lautend auf ihren Namen bei der Walliser Kan-
tonalbank gutgeschrieben (anerkannte TB 4 und 5). Von diesem Konto wurde ein Be-
trag in der Höhe von Fr. 20‘000.-- am 29. August 2014 um 13:53 Uhr abgehoben (an-
erkannte TB 68). Der Berufungskläger hat am 29. August 2014 Schulden getilgt (teil-
weise anerkannte TB 71). Vor dem 29. August 2014 hat der Berufungskläger Bauland
mit einem Wert von Fr. 65‘000.-- verkauft und einen Grundpfandvertrag über Fr.
35‘000.-- abgeschlossen (teilweise anerkannte TB 72).
Mittels Brief vom 4. September 2015 forderte Rechtsanwalt N _ den Beru-
fungskläger zur Rückzahlung des Darlehens im Betrag von Fr. 37‘050.-- auf (anerkann-
te TB 15). Am 27. Oktober 2015 stellte die Berufungsbeklagte ein Betreibungsbegeh-
ren über den Betrag von Fr. 37‘050.--, wogegen der Berufungskläger am 13. November
2015 Rechtsvorschlag erhob (anerkannte TB 16 und 17). Am 14. Dezember 2015
reichte die Berufungsbeklagte ein Schlichtungsgesuch beim Friedensrichter in D
_ ein (anerkannte TB 18).
In der Klageantwort und der Duplik bestritten, jedoch während der Parteibefragung
vom Berufungskläger bestätigt und im Parteivortrag unbestritten ist die Tatsache, dass
der Berufungskläger eine Vollmacht (S. 21) und damit Zugriff auf das Konto hatte und
die nachfolgenden Barbezüge am Bancomat oder auf der Walliser Kantonalbank vom
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Konto xxx der Berufungsbeklagten getätigt (S. 22) und die entsprechenden Auszah-
lungsbelege (S. 23-27) unterzeichnet hat:
Datum Bezug Belastung
29. August 2014 Barbezug Fr. 20‘000.--
30. September 2014 Barbezug Fr. 2‘200.--
14. Oktober 2014 Barbezug Fr. 1‘300.--
21. Oktober 2014 Bancomat
Bancomat
Fr.
Fr.
250.--
3‘800.--
27. Oktober 2014 Barbezug Fr. 2‘500.--
5. November 2014 Barbezug Fr. 3‘600.--
10. November 2014 Bancomat Fr. 2‘600.--
14. November 2014 Bancomat Fr. 800.--
Total Bezug Fr. 37‘050.--
3. Die Berufungsbeklagte brachte vor, sie habe dem Berufungskläger zur Überbrü-
ckung seiner Liquiditätsengpässe, zur Tilgung von Schulden und für seine Bedürfnisse
ein Darlehen gewährt und hierzu einen Kredit aufgenommen. Der Berufungskläger
habe ihr zugesichert, das Darlehen zurückzuzahlen. Er habe zwischen dem 29. August
2014 und dem 14. November 2014 mehrere Teilbeträge bezogen, insgesamt
Fr. 37‘050.--. Der Berufungskläger bestritt, Geld von der Berufungsbeklagten erhalten
zu haben und dass ein Darlehensvertrag bestanden habe. Das Bezirksgericht qualifi-
zierte die Hingabe des Geldbetrags von Fr. 37‘050.00 als Darlehen, womit ein Rück-
zahlungspflicht des Beklagten bestehe. Eine Schenkung liege nicht vor.
3.1 In seiner Berufung rügt der Berufungskläger sowohl eine Rechtsverletzung als
auch eine ungenaue Sachverhaltsfeststellung. Er bringt vor, es bestehe kein Darle-
hensvertrag und die Berufungsbeklagte habe erstinstanzlich das Vorliegen eines Ver-
trags nicht zu beweisen vermocht. Im Gegensatz zu ihm, der nachgewiesen habe,
dass er das bezogene Geld nicht für seinen persönlichen Gebrauch verwendet habe,
sondern stets beteuert habe, die Beträge im Namen von und für die Berufungsbeklagte
abgehoben zu haben. Das bezogene Geld sei nie in sein Eigentum übergegangen. Die
Beweiswürdigung sei zudem willkürlich, da der Bezirksrichter gestützt auf Indizien zum
Schluss gekommen sei, dass einzig die persönlichen finanziellen Verhältnisse des Be-
rufungsklägers zur Begründung eines Darlehens geführt hätten.
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3.2
3.2.1 Ein Beweis gilt als erbracht, wenn das Gericht nach objektiven Gesichtspunkten
von der Richtigkeit einer Sachbehauptung überzeugt ist (BGE 140 III 610 E. 4.1).
Demgegenüber ist das Gericht grundsätzlich frei zu bestimmen, welches Gewicht oder
welche Überzeugungskraft es einem erhobenen Beweis beimisst und es ist nicht an
förmliche Beweisregeln gebunden (Art. 157 ZPO; Bundesgerichtsurteil 5A_250/2012
vom 18. Mai 2012 E. 7.4.1; Hasenböhler, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger
[Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. A., 2016, N. 3
zu Art. 157 ZPO). Die freie Beweiswürdigung erlaubt keine Willkür, sondern begründet
eine Pflicht zur gewissenhaften Schlussfolgerung aufgrund der Resultate des Beweis-
verfahrens. Als Produkt eines psychischen Vorgangs, bei dem sowohl die Intuition, die
allgemeine Lebenserfahrung und die Menschenkenntnis mit einfliessen, basiert die
Beweiswürdigung auf objektiven Fakten und Tatsachen und ist Ergebnis eines logi-
schen Denkprozesses (Guyan, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommen-
tar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 3. A., Basel 2017, N. 3 zu Art. 157 ZPO).
3.2.2 Diejenige Person hat grundsätzlich das Vorhandensein einer behaupteten Tat-
sache zu beweisen, die aus ihr Rechte ableitet (Art. 8 ZGB). Die einen Anspruch gel-
tend machende Partei hat folglich die rechtsbegründenden Tatsachen zu beweisen.
Die Beweislast für die rechtsaufhebende, rechtsvernichtende oder rechtshindernde
Tatsache obliegt hingegen derjenigen Partei, die den Untergang des Anspruchs be-
hauptet oder dessen Entstehung oder Durchsetzbarkeit bestreitet. Diese Grundregel
kann durch abweichende gesetzliche Beweislastvorschriften verdrängt werden und ist
im Einzelfall zu konkretisieren (BGE 139 III 13 E. 3.1.3.1).
Die Behauptungslast obliegt derjenigen Partei, welche die Beweislast trägt (Bundesge-
richtsurteil 4A_709/2011 vom 31. Mai 2012 E. 3.1). Das materielle Bundesrecht und
nicht die ZPO besagen, wie der rechtserhebliche Sachverhalt zu substantiieren ist, d.h.
welche Tatsachen dem Gericht vorzulegen sind. Die Umstände des Einzelfalls be-
stimmen, wie detailliert und in welcher Art der Sachverhalt konkret vorzutragen ist
(Leuenberger, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, Kommentar zur Schweize-
rischen Zivilprozessordnung, 3. A., Zürich 2016, N. 45 zu Art. 221 ZPO). Die Tatbe-
standsmerkmale der anzuwendenden Rechtsnormen dürften primär massgebend sein
(Fellmann/Kottman, Schweizerisches Haftpflichtrecht - Band I, Bern 2012, N. 1416 ff.
mit Hinweisen). Die Tatsachen, die unter die das Begehren stützenden Normen zu
subsumieren sind, müssen vorab in einer den Gewohnheiten des Lebens entspre-
http://links.weblaw.ch/de/5A_250/2012 http://links.weblaw.ch/de/BGE-139-III-13 http://links.weblaw.ch/de/4A_709/2011
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chenden Weise in ihren wesentlichen Zügen oder Umrissen behauptet werden. Ein
solchermassen vollständiger Tatsachenvortrag wird als schlüssig bezeichnet, da er bei
Unterstellung, er sei wahr, den Schluss auf die anbegehrte Rechtsfolge zulässt. Die
Substantiierungslast greift, wenn der Prozessgegner den schlüssigen Tatsachenvor-
trag der behauptungsbelasteten Partei bestreitet. Die Vorbringen sind diesfalls nicht
nur in den Grundzügen, sondern in Einzeltatsachen zergliedert so umfassend und klar
darzulegen, dass darüber Beweis abgenommen oder dagegen der Gegenbeweis ange-
treten werden kann (Bundesgerichtsurteile 4A_443/2017 vom 30. April 2018 E. 2.1,
4A_195/2014 vom 27. November 2014 E. 7.3.2 mit Hinweisen).
3.3 Die Berufungsbeklagte macht ein Darlehensverhältnis im Sinne von Art. 312 ff. OR
geltend, wofür sie gemäss Art. 8 ZGB die Beweislast trägt.
3.3.1 Durch den Darlehensvertrag verpflichtet sich der Darleiher zur Übertragung des
Eigentums an einer Summe Geldes oder an andern vertretbaren Sachen, der Borger
dagegen zur Rückerstattung von Sachen der nämlichen Art in gleicher Menge und Gü-
te (Art. 312 OR). Es braucht folglich zweierlei, einerseits die Aushändigung des Geldes
oder der Sache an den Borger. Hauptpflicht des Darleihers ist es, dem Borger die ver-
einbarte Darlehenssumme rechtsgültig zu verschaffen. Andererseits braucht es die
Verpflichtung des Borgers, die Sache zurückzuerstatten. Die Rückerstattungspflicht ist
ein wesentliches Vertragsmerkmal des Darlehensvertrags, welche sich in der Regel
nicht bereits aus der Auszahlung einer Geldsumme ergibt, sondern aus dem Verspre-
chen der Rückzahlung (Bundesgerichtsurteil 4A_635/2016 vom 22. Januar 2018
E. 5.1.1; BGE 83 II 209 E. 2). Unter gewissen Umständen kann jedoch schon die Tat-
sache des Empfangs einer bestimmten Geldsumme auf ein Darlehen schliessen las-
sen, vor allem wenn sich aus der Sicht des Sachrichters die Hingabe des Geldes ver-
nünftigerweise nicht anders erklären lässt als mit einem Darlehen (Bundesgerichtsur-
teile 4A_635/2016 vom 22. Januar 2018 E. 5.1.1, 5C.199/2001 vom 29. November
2001 E. 3 c/aa; BGE 83 II 209 E. 2).
3.3.2 Die Berufungsbeklagte führte in ihren Rechtschriften aus, sie habe zur Überbrü-
ckung von Liquiditätsengpässen des Beklagten und für die Finanzierung seiner Be-
dürfnisse einen Kredit aufgenommen und ihm damit ein Darlehen gewährt. Der Beru-
fungskläger habe ihr zugesichert, dass er das Darlehen zurückbezahlen werde. Mit
dem bezogenen Geld habe der Berufungskläger gegen ihn laufende Betreibungen ge-
tilgt, xxx, Heuballen und ein Weidezelt sowie ein Auto für Fr. 1‘000.-- gekauft (TB 10-
13). Gegen den Beklagten würden zahlreiche Betreibungen bestehen. Er habe zu Be-
ginn der Beziehung gar Bauland verkaufen müssen und aufgrund der laufenden Be-
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treibungen habe er keinen Kredit erhalten, weshalb sie einen Kredit aufgenommen
habe. Die Rechnungen der Tierpraxis seien jeweils auf ihren Namen ausgestellt wor-
den, da der Berufungskläger aufgrund seiner schlechten Zahlungsmoral für seine Tiere
keine Leistungen mehr erhalten habe.
3.3.3 Der Berufungskläger bestritt dies. Die Berufungsbeklagte habe den Kredit für
sich selber aufgenommen. Die Bezüge vom Konto der Berufungsbeklagten hätten dazu
gedient, deren laufenden Rechnungen zu begleichen. Ein Darlehensvertrag sei daher
nie zustande gekommen.
3.4 Beide Parteien haben ein Interesse am Ausgang des Verfahrens, was bei der
Würdigung der Aussagen der Parteien zu berücksichtigen ist.
3.4.1 Entgegen den Vorbringen des Berufungsklägers kann nicht davon gesprochen
werden, dass er stets beteuert hat, das Geld für die Berufungsbeklagte bezogen zu
haben. Die Aussagen des Beklagten sind vielmehr widersprüchlich und widersprechen
teilweise sogar den eigenen Tatsachenbehauptungen. Die Aussage, er habe sämtliche
Beträge für die Berufungsbeklagte bezogen und ihr diese direkt ausgehändigt, da es
dieser aufgrund der Schichtarbeit nicht möglich gewesen sei, das Geld selber abzuhe-
ben (S. 193 Antwort auf F10), ist nicht glaubwürdig. Diese Erklärung bringt der Beru-
fungskläger denn auch erst in der Parteieinvernahme vor. Er hatte den Barbezug zu-
nächst bestritten (bestrittene TB 9), führte aber dennoch aus, die Bezüge hätten dazu
gedient, die laufenden Rechnungen der Berufungsbeklagten zu begleichen (bestrittene
TB 27). In der Duplik bestritt er wiederum den Bezug von Fr. 20‘000.-- am 29. August
2014 (bestrittene TB 36); aus dem Bankbeleg sei nicht ersichtlich, wer das Geld bezo-
gen habe (bestrittene TB 68). Erst an der Parteibefragung bestätigte der Berufungsklä-
ger die Geldbezüge über den Gesamtbetrag von Fr. 37‘050.-- und dass er die entspre-
chenden Bankbelege unterzeichnet hat (S. 192 f.). Mithin hat er den recht hohen Be-
trag von Fr. 37‘050.-- vom Konto der Berufungsbeklagten bezogen. Diese verfügte ih-
rerseits über eine Karte für den Geldbezug von ihrem eigenen Konto, sodass sie ihre
Geldbezüge für den laufenden Bedarf unabhängig ihrer Arbeitszeiten am Bancomat
selber vornehmen konnte (S. 22). Im Übrigen beinhaltet Schichtarbeit wechselnde Ar-
beitszeiten, die es der Berufungsbeklagten erlaubt hätten, in gewissen Wochen auch
tagsüber die Bank aufzusuchen.
Betreffend die eigene finanzielle Lage macht der Berufungskläger ebenfalls wider-
sprüchliche Aussagen. In den Rechtschriften bestreitet er finanzielle Engpässe. Eben-
so in der Parteibefragung, in welcher er zunächst noch angab, seine finanziellen Ver-
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hältnisse seien vor und während der Beziehung sehr gut gewesen (S. 194 Antwort zu
F17). Dies obschon er bereits zwei Fragen vorher finanzielle Engpässe zugegeben
hatte (S. 194 Antwort zu F15). Auf Nachfrage des Gerichts führte er zunächst aus,
zwar Geld gehabt zu haben, aber ein „Larifari“ beim Bezahlen gewesen zu sein, um
schliesslich auf erneutes Nachfragen zu antworten, dass er, nachdem das Geld vom
Bauplatz weg gewesen sei, während der Beziehung in finanziellen Engpässen gewe-
sen sei.
Die übrigen von der Berufungsbeklagten geltend gemachten und vom Beklagten zu-
nächst bestrittenen Anschaffungen (xxx) bestätigte der Berufungskläger in der Partei-
einvernahme (S. 196 f.) ebenfalls. Er erklärte indes, diese sowie die Betreibungen ha-
be er von seinem Lohn bezahlt oder seine Eltern hätten ihn unterstützt. Eine Unterstüt-
zung der Eltern wurde jedoch im Schriftenwechsel nicht behauptet und entsprechend
weder substantiiert noch belegt.
3.4.2 Die Aussagen der Berufungsbeklagten betreffend die Umstände bezüglich der
Aufnahme des Kredits, die diversen Bezüge des Beklagten von ihrem Konto, der Ver-
wendung dieser Beträge sowie dem Rückzahlungsversprechen des Beklagten sind
nachvollziehbar, in sich schlüssig und glaubwürdig. Sie werden zudem von weiteren
Sachbeweisen gestützt. So ist aufgrund der hinterlegten Bankauszüge und der unter-
zeichneten Quittungen bewiesen, dass der Berufungskläger die Barbezüge im Ge-
samtbetrag von Fr. 37‘050.-- zwischen dem 29. August 2014 und dem 14. November
2014 getätigt hatte (S. 22 ff.).
Gestützt wird die Aussage der Berufungsbeklagten zudem durch den zeitlichen Ablauf
und die Tatsache, dass der Berufungskläger nur zwei Tage, nachdem der Berufungs-
beklagten der Kreditbetrag gutgeschrieben worden war, Fr. 20‘000.-- abhob und noch
am selben Tag dem Betreibungsamt eine Zahlung leistete. Aufgrund der Verteilungs-
anzeige vom 29. August 2014 (S. 178 ff.) ist bewiesen, dass der Berufungskläger mit
einer Zahlung von insgesamt Fr. 9‘202.20 diverse Forderungen beim Betreibungs- und
Konkursamt tilgte. Entgegen der Behauptung des Beklagten (TB 71) handelte es sich
folglich nicht mehr um relativ kleine Beträge.
Die von der Berufungsbeklagten behaupteten - und zunächst bestrittenen - finanziellen
Engpässe werden durch den Betreibungsregisterauszug und die zahlreichen aufge-
führten Betreibungen bestätigt (S. 77 ff.). Die Tierärztin bestätigte in ihrer Aussage,
dass der Berufungskläger seine Rechnungen zum Teil nicht bezahlt und die Beru-
fungsbeklagte diese dann bar beglichen hatte (S. 204). Die Berufungsbeklagte führte
- 14 -
zudem aus, in der E _ habe der Berufungskläger nicht mehr auf Rechnung
einkaufen können, da er zuvor die Rechnungen nicht bezahlt habe (S. 190 f. Antwort
auf F 14). Die hinterlegte „Bewegungsliste Debitoren“ der E _ lautet denn
auch tatsächlich auf den Namen der Berufungsbeklagten (S. 87), beinhaltet gemäss
übereinstimmenden Aussagen jedoch Einkäufe für sämtliche Tiere der Parteien.
Schliesslich gestand der Berufungskläger anlässlich der Parteieinvernahme finanzielle
Engpässe ein.
Die Berufungsbeklagte konnte die Umstände der Kreditaufnahme, die finanziellen
Engpässe des Berufungsklägers sowie Bankbezüge des Berufungsklägers in der Höhe
von Fr. 37‘050.-- beweisen.
3.4.3 Der Berufungskläger bringt weiter vor, das Bezirksgericht gehe fälschlicherweise
davon aus, dass mit den bezogenen Fr. 20‘000.-- vom 29. August 2014 gleichentags
neun Betreibungen über Fr. 9‘202.-- beim Betreibungsamt bezahlt worden seien. Da
der Schalter des Betreibungsamts jedoch nur vormittags geöffnet sei, das Geld jedoch
nachmittags abgehoben worden sei, könne der Betrag gar nicht zur Bezahlung der
Schulden gedient haben.
Die E-Mail-Auskunft des Amtsvorstehers des Betreibungsregisteramts bestätigte die
behaupteten Schalteröffnungszeiten. Sie hielt jedoch gleichzeitig fest, dass das Betrei-
bungsamt in Ausnahmefällen und auf telefonische Anmeldung ihre Kunden auch
nachmittags für Einzahlungen empfängt (S. 273). Es ist damit erstellt, dass entspre-
chend den Ausführungen des Bezirksgerichts Zahlungen beim Betreibungsamt trotz
den angegebenen Schalteröffnungszeiten ebenfalls am Nachmittag möglich sind.
3.4.4 Die Berufungsbeklagte führte zudem glaubwürdig aus, der Berufungskläger habe
ihr immer wieder versprochen, das Geld zurückzubezahlen (S. 190 Antwort auf F29).
Gestützt wird diese Darstellung durch den Umstand, dass die Berufungsbeklagte dem
Berufungskläger nicht einmalig einen kleinen Betrag aushändigte, sondern einen Kredit
in beträchtlicher Höhe aufnahm, um dem Beklagten das von ihm dringend benötigte
Geld zur Verfügung stellen zu können. Der Berufungskläger bezog denn auch rund
zwei Drittel der an die Berufungsbeklagte ausbezahlten Kreditsumme von deren Konto.
Die Berufungsbeklagte erklärte, sie habe gewollt, dass das Darlehen auf ihrer beider
Namen laufe. Die Bank habe das jedoch abgelehnt (S. 190 Antwort auf F26), was an-
gesichts der misslichen finanziellen Lage des Berufungsklägers nicht erstaunt. Unter all
diesen Umständen und aufgrund der glaubwürdigen Aussage der Berufungsbeklagten
lässt sich die Hingabe des Geldes im Betrag von Fr. 37‘050.-- vernünftigerweise nicht
- 15 -
anders als mit einem Darlehen erklären. Insbesondere gibt es keine Indizien dafür,
dass die Berufungsbeklagte dem Berufungskläger das Geld schenken wollte. Dafür
bestehen laut Akten keinerlei Anhaltspunkte. Ausserdem widerspricht es allgemeiner
Lebenserfahrung, dass in einem Konkubinat, welches nicht so lange andauert, der eine
dem anderen Partner einen derart hohen Geldbetrag, den der Berufungskläger mit
seinen Bezügen letztlich selbst bestimmen konnte, schenkt. Hinzu kommt, dass die
Berufungsbeklagte zwar in geordneten finanziellen Verhältnissen lebte, indes nicht
über die vom Berufungskläger benötigten Mittel verfügte, so dass sie zu diesem Zweck
sogar einen Kredit aufnehmen, also ihrerseits Schulden machen musste. Zusammen-
gefasst ist für das Kantonsgericht erstellt, dass zwischen den Parteien aufgrund über-
einstimmender Willenserklärung ein tatsächlicher Konsens über den Abschluss eines
Darlehensvertrages bestand. Auch nach dem Vertrauensprinzip durfte der Berufungs-
kläger nicht davon ausgehen, dass ihm die Berufungsbeklagte die Rückzahlung erlässt
(vgl. zum Ganzen Gauch/Schluep/Schmid, Schweizerisches Obligationenrecht, Allge-
meiner Teil, 10. A., 2014, N. 308 ff.).
3.5 Die Verfügbarkeit über das Bankkonto der Berufungsbeklagten schliesst eine
Rückzahlungspflicht des Berufungsklägers nicht aus. Im Gegenteil spricht der Barbe-
zug in dieser Höhe unter Berücksichtigung der gesamten oben dargelegten Umstände
gerade für eine Rückzahlungspflicht. Auch der Einwand des Berufungsklägers, das
Geld sei nie in sein Eigentum übergegangen, geht fehl. Durch die Einräumung einer
Vollmacht und des Zugriffs auf ihr Konto sowie der Aushändigung einer Bankkarte
konnte der Berufungskläger über das Geld auf dem Bankkonto verfügen. Zwar hat die
Berufungsbeklagte ihm das Geld nicht bar ausgehändigt oder seinem Konto gutge-
schrieben, sie hat ihm jedoch mittels Vollmacht und der Bankkarte den Zugriff auf ihr
Bankkonto ermöglicht und die Belastung ihres Kontos in der Höhe der Darlehenssum-
me zugelassen (vgl. Schärer/Maurenbrecher, in: Honsell/Vogt/Wiengand [Hrsg.], Bas-
ler Kommentar, 6. A., Basel 2015, N. 7 zu Art. 312 OR). Mit den erwiesenen Barbezü-
gen vom Bankkonto der Berufungsbeklagten ist das Geld in das Eigentum des Beru-
fungsklägers übergegangen. Insbesondere ist gemäss obiger Beweiswürdigung er-
stellt, dass der Berufungskläger das bezogene Geld für die Tilgung seiner Schulden,
die Zahlung seiner Rechnungen und seine Bedürfnisse verwendet hat und das Geld
nicht als Vertreter der Berufungsbeklagten abgehoben und ihr dieses übergeben hat.
3.6 Unter Berücksichtigung der Beweise (Parteibefragungen sowie Urkunden) und der
gesamten Umstände steht für das Gericht fest, dass die Berufungsbeklagte dem Be-
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klagten Geld im Betrag von Fr. 37‘050.-- zu Eigentum übertragen hat und dieser ver-
sprochen hat, den Betrag zurückzubezahlen, womit ein Darlehensvertrag vorliegt.
4. Die Behauptung des Berufungsklägers, das Bezirksgericht habe die Beweise wahl-
weise und nur zu seinen Ungunsten abgenommen, findet in den Akten keinen Halt.
Das Bezirksgericht hat sämtliche form- und fristgerecht beantragten Beweismittel des
Berufungsklägers abgenommen und in seiner Beweiswürdigung berücksichtigt. Die
Beweiswürdigung der Vorinstanz erscheint insgesamt schlüssig und nachvollziehbar
und hält vorliegender Überprüfung durch das Kantonsgericht stand.
5. Der Berufungskläger machte widerklageweise die Bezahlung des Betrags von
Fr. 6‘962.85 geltend. Dieser setze sich aus mehreren Tierarztrechnungen in der Höhe
von insgesamt Fr. 1‘752.85, einem Darlehen von Fr. 3‘600.-- sowie einem weiteren
Darlehen von Fr. 1‘610.-- für einen Sprachkurs zusammen. Die Berufungsbeklagte
bestritt, dem Berufungskläger etwas zu schulden. Das Bezirksgericht wies die Wider-
klage ab. Der Berufungskläger rügt die Verletzung von Art. 8 ZGB, Art. 312 OR sowie
Art. 9 BV.
5.1 Der Berufungskläger bringt vor, die Vorinstanz ignoriere bewusst ein eindeutiges
Schriftstück, welches belege, dass er eine Schuld von Fr. 3‘600.-- von der Berufungs-
beklagten übernommen habe. Es liege ein Darlehensvertrag vor.
Der Entscheid des Bezirksgerichts nimmt ausdrücklich auf die erwähnte Vereinbarung
Bezug und zitiert sogar aus dem Vertrag. Mithin hat die Vorinstanz das Schriftstück
keineswegs ignoriert. Der Berufungskläger führte aus, er habe eine Schuld von
Fr. 3‘600.-- für die Berufungsbeklagte beglichen, was ein Beweis für die Geldnot der
Berufungsbeklagten sei (bestrittener TB 24). Als Beweis hinterlegte der Berufungsklä-
ger einen Vertrag vom 18. Januar 2013 zwischen Y _, F _ und
X _. Er führte hierzu aus, der Umstand, dass die Parteien die Angelegenheit
„privat“ regeln wollten, befreie die Berufungsbeklagte nicht von der Rückzahlungs-
pflicht. Im erstinstanzlichen Verfahren wurde indes nicht behauptet, dass die Beru-
fungsbeklagte den strittigen Betrag an den Berufungskläger zurückzahlen muss. Die
Rückzahlungspflicht stellt jedoch ein wesentliches Vertragsmerkmal eines Darlehens-
vertrags dar. Wie die Vorinstanz zu Recht ausführt, lässt sich dem Vertrag, welcher
festhält: „Die Schuld von 3‘600.-- Fr. wird Y _ mit X _ Privat Re-
geln.“, keine Rückzahlungspflicht entnehmen. Wie diese private Regelung aussah und
insbesondere ob diese die Rückzahlung der Fr. 3‘600.-- beinhaltete, wird weder darge-
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legt oder behauptet noch kann dies aus dem hinterlegten Vertrag abgeleitet werden.
Die Berufung ist folglich in diesem Punkt abzuweisen.
5.2 Der Berufungskläger führte weiter aus, gleich verhalte es sich mit dem Vorschuss
des Privatkurses in der Höhe von Fr. 1‘610.-- und dem Tierarzthonorar. Der Richter
verfalle in Willkür, begehe unrichtige Sachverhaltsermittlung und verletze somit Art. 8
ZGB. Der Berufungskläger macht hierzu keine weiteren Ausführungen und setzt sich
insbesondere nicht mit den vorinstanzlichen Erwägungen auseinander und nennt die
Aktenstücke nicht, auf die sich seine Kritik stützt. Er begnügt sich mit einer pauschalen
Kritik und begründet nicht, inwiefern der Sachverhalt unrichtig festgestellt worden wäre
oder inwiefern die Vorinstanz Art. 312 OR, Art. 8 ZGB oder Art. 9 BV verletzt hätte. In
der Begründung ist nicht nur darzutun, weshalb das Verfahren so ausgehen sollte, wie
der Berufungskläger dies will. Es ist auch aufzuzeigen, weshalb der vorinstanzliche
Entscheid fehlerhaft ist. Die Berufungsinstanz muss nicht nach allen denkbaren mögli-
chen Fehlern eigenständig forschen (E. 1.3.1 sowie Bundesgerichtsurteile
5A_209/2014 vom 2. September 20124 E. 4.2.1, 5A_247/2013 vom 15. Oktober 2013
E. 3, je mit Hinweisen; Hungerbühler/Bucher, a.a.O., N. 39 zu Art. 311 ZPO). Die Vor-
bringen des Berufungsklägers genügen den Begründungsanforderungen nicht, wes-
halb auf die Berufung in diesem Punkt nicht einzutreten ist.
Selbst wenn auf die Berufung eingetreten würde, wäre diese abzuweisen. Als Beweis-
mittel für die Bezahlung von Fr. 1‘610.-- durch den Berufungskläger hinterlegt dieser
eine Zahlungsbestätigung der academia vom 9. September 2015 (S. 60). Die Bezah-
lung der 1. und 2. Rate des Italienisch-Einzelunterrichts in der Höhe von Fr. 1‘610.--
durch den Berufungskläger wird nicht bestritten (TB 39). Die Berufungsbeklagte führte
jedoch aus, er habe dies als Unterstützung für ihre Weiterbildung bezahlen wollen, dies
sei eine Schenkung gewesen. Die Zahlungsbestätigung beweist die unbestrittene Tat-
sache, dass der Berufungskläger die Rechnung bezahlt hat, jedoch nicht die Rückzah-
lungspflicht der Berufungsbeklagten. Der Berufungskläger äusserte sich zur Bezahlung
des Sprachunterrichts und der Rückzahlungspflicht in seiner Parteiaussage nicht. Die
Parteiaussage war nicht als Beweismittel zur entsprechenden Tatsachenbehauptung
beantragt worden und eine entsprechende Frage wurde ihm von seiner Rechtsvertrete-
rin nicht gestellt. Es wäre Sache des Berufungsklägers gewesen, seine Tatsachenbe-
hauptung zu beweisen. Als einziger Beweis bezüglich der Rückzahlungspflicht liegt
daher die Parteiaussage der Berufungsbeklagten vor, welche aussagt, die Bezahlung
der Raten für den Italienischunterricht sei eine Schenkung des Berufungsklägers an sie
- 18 -
gewesen. Bei dieser Beweislage wäre die Berufung folglich ohnehin abzuweisen ge-
wesen.
6. Das Gericht hat in seinem Urteil die Prozesskosten von Amtes wegen festzulegen
(Art. 104 f. ZPO). Es entscheidet sowohl über die Kosten erster wie auch zweiter In-
stanz. Die Prozesskosten umfassen sowohl die Gerichtskosten als auch die Parteient-
schädigung (Art. 95 ZPO). Die Höhe der Prozesskosten richtet sich nach kantonalem
Recht (Art. 96 ZPO); für den Kanton Wallis nach dem Gesetz betreffend den Tarif der
Kosten und Entschädigung vor Gerichts- oder Verwaltungsbehörden (GTar) vom
11. Februar 2009. Die Gerichtskosten werden grundsätzlich gemäss Art. 106 ZPO der
unterliegenden Partei auferlegt. Obsiegt keine Partei vollständig, so werden sie nach
dem Ausgang des Verfahrens verteilt.
Die Berufung des Berufungsklägers wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.
Er hat folglich ausgangsgemäss sämtliche Kosten des Rechtsmittelverfahrens zu tra-
gen. Da der erstinstanzliche Urteilsspruch bestätigt wird, bleibt es auch bei der dortigen
Kostenregelung (Art. 318 Abs. 1 lit.a und Abs. 3 [e contrario] ZPO).
6.1 Die Gerichtskosten setzen sich zusammen aus Pauschalen, insbesondere für den
Entscheid (Entscheidgebühr), sowie aus bestimmten bei Gericht angefallenen Kosten
(Art. 95 Abs. 2 ZPO; ‚Auslagen’ nach der Terminologie von Art. 7 ff. GTar). Die Ge-
richtsgebühr wird aufgrund des Streitwerts, des Umfangs und der Schwierigkeit des
Falls, der Art der Prozessführung der Parteien sowie ihrer finanziellen Situation festge-
setzt (Art. 13 Abs. 1 GTar). Sie bewegt sich zwischen einem Minimum und einem Ma-
ximum und wird unter Berücksichtigung des Kostendeckungs- und Äquivalenzprinzips
festgesetzt (Art. 13 Abs. 2 GTar). Bei einer geldwerten Streitigkeit des Zivilrechts be-
wegt sie sich bei einem Streitwert von Fr. 44‘012.85 zwischen Fr. 1‘800.-- und
Fr. 6‘000.-- (Art. 16 Abs. 1 GTar). Für das Berufungsverfahren kann ein Reduktions-
Koeffizient von bis zu 60% berücksichtigt werden (Art. 19 GTar).
Im Berufungsverfahren wurde ein einziger Schriftenwechsel ohne mündliche Verhand-
lung durchgeführt. Das Dossier war durchschnittlich umfangreich, die sich stellenden
Sach- und Rechtsfragen nicht speziell komplex. Deshalb ist unter Berücksichtigung der
vorgenannten Kriterien eine Gerichtsgebühr von Fr. 3‘500.-- angemessen.
Die Gerichtsgebührt wird mit dem vom Berufungskläger geleisteten Kostenvorschuss
von Fr. 4‘000.-- verrechnet, weshalb er vom Kantonsgericht Fr. 500.-- zurückerstattet
erhält.
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6.2 Die Parteientschädigung umfasst den Ersatz notwendiger Auslagen, die Kosten
der berufsmässigen Vertretung und wenn eine Partei nicht berufsmässig vertreten ist,
in begründeten Fällen eine angemessene Umtriebsentschädigung (Art. 95 Abs. 3 lit. a,
b, c ZPO). Das Honorar des Rechtsbeistandes richtet sich in der Regel nach dem
Streitwert (Art. 27 Abs. 2 und Art. 28 Abs. 1 GTar). Bei einem (zusammengerechneten)
Streitwert von Fr. 44‘012.85 beträgt der ordentliche Rahmen inkl. MwSt. (Art. 27 Abs. 5
GTar) Fr. 5‘800.-- bis Fr. 8‘200.-- (Art. 32 Abs. 1 und 2 GTar). Für das Berufungsver-
fahren vor Kantonsgericht ist ein Reduktionskoeffizient von 60 % zu berücksichtigen,
womit das Honorar im Prinzip minimal Fr. 2‘320.-- und maximal Fr. 3‘280.-- beträgt
(Art. 35 Abs. 1 lit. a GTar). Innerhalb des vorgegebenen Rahmens bemisst das Gericht
das Honorar mit Rücksicht auf die Natur und Bedeutung des Falles, dessen Schwierig-
keit und Umfang sowie der vom Rechtsbeistand nützlich aufgewandten Zeit und der
finanziellen Situation der Partei (Art. 27 Abs. 1 GTar).
Im Berufungsverfahren wurde ein einfacher Schriftenwechsel durchgeführt. Die Beru-
fungsbeklagte nahm zu den in der Berufung erhobenen Einwänden Stellung. Eine
mündliche Berufungsverhandlung fand nicht statt. Die Streitpunkte und die Rechtsfra-
gen waren an sich die gleichen wie vor erster Instanz. In Anwendung der oben genann-
ten Kriterien, insbesondere mit Rücksicht auf die Schwierigkeit des Falls und den Ar-
beitsumfang des Rechtsvertreters, ist es gerechtfertigt, das Honorar auf Fr. 2‘800.--
(Auslagen und MwSt. inkl.) festzusetzen.
Aufgrund des Verfahrensausganges hat daher der Berufungskläger der Berufungsbe-
klagten eine Parteientschädigung von Fr. 2‘800.-- zu bezahlen.