Decision ID: da591e64-0da9-5234-8ff3-4b161656edff
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich am 12./17. Juli 2001 (IV-act. 2) zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an und beantragte namentlich Berufsberatung, Umschulung,
Wiedereinschulung und eine Rente. Sie habe den Beruf der kaufmännischen
Angestellten erlernt und sei seit Mai 1995 im gegenwärtigen Arbeitsverhältnis. Bei
einem Motorradunfall vom 27. Mai 1998 (Frontalkollision mit schleuderndem Auto im
Ausland, vgl. IV-act. 5-2) habe sie diverse Brüche erlitten. - Einem Austrittsbericht des
Rätischen Kantons- und Regionalspitals Chur, wohin sie am zweiten Tag nach dem
Unfall verlegt worden war, vom 16. September 1998 (IV-act. 9-1) waren die diversen
Diagnosen (u.a. Schädel-/Hirn-Trauma und commotio cerebri, instabile komplexe
Beckenringfraktur, komplexe distale Humerusschaft-Mehrfragmentfraktur rechts,
ausgeprägter Pleuraerguss, Repolarisationsstörungen im EKG, Os naviculare-Fraktur
links) zu entnehmen. Ab Oktober 1999 waren ihr bis Januar 2001 nur noch
Arbeitsunfähigkeiten von einem Drittel bzw. einem Viertel attestiert worden (IV-
act. 37-9). Danach traten erneut höhere Arbeitsunfähigkeiten ein (vgl. IV-act. 39-4), ab
April 2002 lag die Arbeitsunfähigkeit bei 60 % (IV-act. 38-1). - Gemäss einem
Arbeitgeberfragebogen (vom 14. August 2001, IV-act. 17) lag der Jahreslohn der
Versicherten seit Januar 2001 bei Fr. 88'040.--. - Mit Verfügung vom 25. Januar 2002
sprach ihr die liechtensteinische Invalidenversicherung ab Januar 2001 eine Rente zu
(IV-act. 34-2 f.). - Mit Verfügung vom 22. November 2002 (IV-act. 52) sprach die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen der Versicherten bei
verspäteter Anmeldung ab 1. Januar 2001 (Wiederaufleben der Invalidität) eine ganze
Rente bei einem Invaliditätsgrad von 100 % und ab 1. Juli 2002 [d.h. drei Monate nach
April 2002; Art. 88a Abs. 1 IVV] noch eine halbe Rente bei einem Invaliditätsgrad von
60 % zu. Nach der rentenbegründenden Arbeitsunfähigkeit ab dem Unfall habe der
A.a.
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Invaliditätsgrad vom 25. Oktober 1999 bis 31. Dezember 2000 unter 40 % gelegen. Ab
1. Januar 2001 habe aber wieder eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vorgelegen, seit
dem 1. April 2002 noch eine solche von 60 %.
Nachdem ab 1. Juli 2002 eine Arbeitsfähigkeit von 70 % erreicht worden war (IV-
act. 57-3), hob die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle den Rentenanspruch der
Versicherten mit Verfügung vom 28. Februar 2003 (IV-act. 64) bei einem Invaliditätsgrad
von 30 % (Valideneinkommen Fr. 88'040.--, Invalideneinkommen Fr. 61'628.--) auf das
Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats hin [vgl. Art. 88a Abs. 1 IVV
und Art. 88 Abs. 2 lit. a IVV] auf.
A.b.
bis
Am 24. August 2005 (IV-act. 71) liess sich die Versicherte durch ihren
Rechtsvertreter neu anmelden. Die Arbeitsunfähigkeit liege zwar (nach einer
zwischenzeitlichen, durch einen weiteren Unfall bedingten Erhöhung) wieder bei 30 %,
doch sei mittelfristig eine Erhöhung möglich und betrage ausserdem das
Valideneinkommen nun Fr. 120'000.--. - In einem zuhanden der Unfallversicherung
erstellten Gutachten der Klinik Valens vom 12. Dezember 2006 (IV-act. 109) wurde die
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin für die bisherige und eine adaptierte Tätigkeit
auf 50 % beziffert. - Die liechtensteinische Invalidenversicherung ging gemäss dem
Beschluss vom 4. September 2008 (IV-act. 114) ab November 2006 von einem
Invaliditätsgrad von 56 % aus. - Gemäss einer Arbeitgeberbescheinigung vom
17. November 2008 (IV-act. 119-2) hätte der Jahreslohn 2008 der Versicherten ohne
Gesundheitsschaden Fr. 99'524.-- betragen. - Der RAD der Invalidenversicherung hielt
am 3. März 2009 (IV-act. 122) fest, der Gesundheitsschaden habe sich seit 1998 nicht
verändert. - Die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen sprach der
Versicherten mit Verfügung vom 27. Juli 2009 (IV-act. 132; und "Verfügung" vom
7. August 2009, IV-act. 134) ab 1. November 2006 eine halbe Rente bei einem
Invaliditätsgrad von 56 % (Valideneinkommen Fr. 99'524.--, Invalideneinkommen
Fr. 44'200.--) zu. Es habe sich gezeigt, dass die Versicherte ihr Pensum im November
2006 auf 50 % habe reduzieren müssen.
A.c.
Am 11. November 2011 (IV-act. 137) liess die Versicherte ein Anpassungsgesuch
(um Heraufsetzung der Rente ab Frühjahr 2010) stellen. Beigelegt wurde ein Gutachten
der Klinik für Neurochirurgie am Kantonsspital St. Gallen vom 27. Oktober 2011
A.d.
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zuhanden der Unfallversicherung. Danach lag ein Zustand nach Polytrauma am 27. Mai
1998 vor, woraus sich eine Schädigung des lumbalen Bewegungssegmentes zwischen
dem 5. Lendenwirbelkörper und dem Kreuzbein und dort eine beschleunigte
ausgeprägte Osteochondrose ergeben habe. Der Wirbelsäulenschaden gehe mit
mittelgradigen funktionellen Auswirkungen einher, nämlich mit häufig rezidivierenden
oder anhaltenden Bewegungseinschränkungen und tagelang andauernden
schmerzhaften "Wirbelsäulensyndromen". Zurzeit der Begutachtung vom 20. Oktober
2011 seien diese Wirbelsäulenbeschwerden unter hoch dosierter
Medikamentenbehandlung in Rückbildung gewesen. Von März 2010 bis 20. Oktober
2011 habe bei der Versicherten eine Arbeitsfähigkeit von 25 % bestanden. Mit einer
Anpassung bzw. einer Gewöhnung an die Unfallfolgen der spinalen Beschwerden
könne allenfalls gerechnet werden; die Versicherte wünsche auch eine Steigerung auf
das frühere Pensum von 50 % (IV-act. 137-17 und 137-20). - Die Klinik Valens gab
(aufgrund eines Aufenthalts der Versicherten vom 12. Dezember 2011 bis 7. Januar
2012) am 6. Januar 2012 (IV-act. 145-2 f.) an, die Versicherte könne mit drei
Arbeitsstunden pro Tag beginnen, danach sollte mit Einsatz ergonomischer Hilfsmittel
wieder eine Arbeit an vier Stunden pro Tag möglich sein. - Dr. med. B._, Facharzt
FMH für Allgemeinmedizin, gab am 16. Februar 2012 (IV-act. 150-3) den Verlauf der
Arbeitsfähigkeit im Zeitraum seit 30. März 2010 an. Zuletzt bestehe - bezogen auf das
Pensum von 50 % (IV-act. 153-6) - seit 16. Januar 2012 keine Arbeitsunfähigkeit mehr.
- Auf den 1. September 2012 wurde der Monatslohn der Versicherten gesenkt (von
Fr. 3'448.-- auf Fr. 2'948.-- mal 13, d.h. auf Fr. 38'324.--); sie wurde wegen ihrer
Arbeitsunfähigkeit in eine andere Abteilung (Kundendienst) versetzt (IV-act. 190 f.). - Mit
Verfügung vom 6. März 2013 (IV-act. 204-2 ff.; und "Verfügung" vom 30. April 2013, IV-
act. 205 bis 207) setzte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen
den Rentenanspruch der Versicherten ab 1. August 2010 auf eine ganze Rente herauf,
ab Mai 2012 auf eine halbe Rente (bei einem Invaliditätsgrad von 55 %) herab und ab
Dezember 2012 auf eine Dreiviertelsrente herauf. Letztere basiere auf einer
Arbeitsfähigkeit von 50 % und einem Invaliditätsgrad von 62 % (Valideneinkommen
Fr. 99'872.--, Invalideneinkommen Fr. 38'324.--). Als massgeblichen Gesuchsmonat
werde derjenige des Gesuchs an die liechtensteinische IV-Stelle (August 2010, [IV-
act. 162-6 f.; eigentlich Revision von Amtes wegen]) angenommen. Der
Gesundheitszustand habe sich ab Januar 2012 wieder auf den Vorzustand (von 50 %
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B.
Arbeitsfähigkeit) verbessert. Aus gesundheitlichen Gründen sei aber hernach (drei
Monate vor Dezember 2012) ein interner Wechsel des Arbeitsplatzes nötig geworden,
womit das Jahreseinkommen gesunken sei.
Am 27. Juni 2013 (IV-act. 210) meldete die Versicherte eine Verschlechterung ihres
Gesundheitszustands und stellte somit sinngemäss ein Anpassungsgesuch. Die schon
für den Rückfall vom März 2010 ursächlich gewesenen, ins linke Bein ausstrahlenden
Nervenschmerzen seien zurückgekehrt. Sie habe die Arbeit am 21. Mai 2013
schmerzbedingt abbrechen müssen und ein Arbeitsversuch am 3. Juni 2013 sei
gescheitert. Am 25. Juni 2013 habe sie nun eine Schmerztherapie beginnen können. -
Dr. B._ hatte ihr am 17. Juni 2013 in einem Arztzeugnis eine volle Arbeitsunfähigkeit
ab 21. Mai 2013 bis 30. Juni 2013 (IV-act. 211-2) und Dr. med. C._, Ambulatorium
D._, hatte in einem solchen vom 26. Juni 2013 (IV-act. 211-1) eine volle
Arbeitsunfähigkeit ab 25. Juni 2013 bis vorerst 31. Juli 2013 bescheinigt. - Mit
Verlaufsbericht vom 10. Juli 2013 (IV-act. 216) teilte Dr. B._ mit, es seien bei der
Versicherten vermehrt Schmerzen lumbal links mit intermittierender Ausstrahlung ins
linke Bein aufgetreten. Trotz ausgebauter analgetischer und antipyretischer Therapie
habe die Symptomatik bisher nicht wesentlich beeinflusst werden können. Seit dem
21. Mai 2013 könne die Versicherte ihr Pensum von 50 % nicht mehr ausüben.
B.a.
Die Versicherte teilte am 16. September 2013 (IV-act. 220) mit, sie habe dank der
seit Ende Juni 2013 wöchentlich stattfindenden vielschichtigen Schmerztherapie bei
Dr. C._ grosse Erfolge verzeichnen können. Ab 19. August 2013 habe sie den
Arbeitsversuch mit zwei Arbeitsstunden pro Tag starten und ab 9. September 2013 das
Pensum auf drei Stunden pro Tag erhöhen können. Sie hoffe, bald ihr volles
Arbeitspensum von gut vier Arbeitsstunden täglich zu erreichen.
B.b.
Die Unfallversicherung erteilte am 17. September 2013 (IV-act. 223) einen Auftrag
zur Begutachtung der Versicherten (an die Rehaklinik Bellikon).
B.c.
Am 23. Februar 2014 (IV-act. 225) teilte die Versicherte mit, sie werde ab 1. März
2014 Angestellte der E._ GmbH sein. Am 28. Februar 2014 werde sie am bisherigen
Arbeitsplatz den letzten Arbeitstag haben. - Am 12. März 2014 (IV-act. 227) gab sie auf
B.d.
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Anfrage bekannt, sie sei zurzeit im Krankenstand und habe ihre neue Tätigkeit deshalb
praktisch noch nicht beginnen können. - Am 31. März 2014 (IV-act. 228) schrieb sie,
der Arbeitsvertrag könne nicht zugesandt werden, denn das zuständige Mitglied der
Geschäftsleitung (offenbar sie selber) sei im Krankenstand. - Am 6. Mai 2014 (IV-
act. 229) reichte sie einen beidseits - auch seitens einer Arbeitgeberin F._ GmbH -
von ihr unterzeichneten Anstellungsvertrag vom 10. April 2014 ab 1. März 2014 mit
einem Bruttolohn von (monatlich Fr. 2'900.-- mal 13) jährlich Fr. 37'700.-- bei einem
Pensum von 50 % (IV-act. 229-2) ein. - Die Unfallversicherung teilte auf Anfrage am
15. August 2014 (IV-act. 231) mit, die Versicherte beziehe eine UV-Rente bei einem seit
Dezember 2012 auf 62 % erhöhten Invaliditätsgrad. - Mit Schreiben vom 8. Dezember
2014 (IV-act. 232) teilte die Versicherte mit, ihr Arbeitspensum (in ihrem seit 1. März
2014 laufenden Arbeitsverhältnis bei der F._ GmbH, nicht bei der
Schwesterunternehmung E._ GmbH) belaufe sich seit eineinhalb Jahren auf etwa 15
bis 25 %. Sie werde also auf etwa Fr. 700.-- bis Fr. 1'000.-- Bruttolohn pro Monat
(ohne 13. Monatslohn) kommen. - Am 15. Juli 2015 (IV-act. 235) gab sie zur Auskunft,
ihr Jahresverdienst im seit 1. Januar 2015 mit der E._ GmbH bestehenden
Arbeitsverhältnis betrage Fr. 12'000.-- bei einem Beschäftigungsgrad von 50 %.
Am 6. August 2015 (IV-act. 238) reichte die Unfallversicherung auf eine Anfrage
der Invalidenversicherung hin das Gutachten der Rehaklinik Bellikon vom
15. September 2014 (IV-act. 239-8 bis 105) ein. Ein leistungsmässiger Arbeitseinsatz
von 50 % (vier bis fünf Stunden pro Tag) bei umschriebenen Bedingungen werde den
gesundheitlichen Einschränkungen der Beschwerdeführerin gerecht (IV-act. 239-15).
B.e.
Am 15. April 2016 (IV-act. 242) teilte die Unfallversicherung der
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle auf Anfrage mit, der UV-Rentengrad der
Versicherten sei unverändert bei jenem gemäss der UV-Verfügung vom 14. März 2013
geblieben (somit bei 62 %, vgl. UV-act. 13-4 ff.; Valideneinkommen gemäss IV-
Verfügung Fr. 99'872.--, Invalideneinkommen 2012 Fr. 38'324.--).
B.f.
Dr. B._ gab in einem IV-Verlaufsbericht vom 23. Mai 2016 (IV-act. 243) bekannt,
der Gesundheitszustand der Versicherten sei seit 10. Juli 2013 stationär. Am 21. April
2015 habe eine Hemilaminektomie LWK 5 links stattgefunden. Andere neue klinische
Aspekte hätten sich nicht ergeben. In einem Bericht vom 27. April 2015 (IV-
B.g.
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act. 243-4 ff.) hatte die Klinik für Neurochirurgie am Kantonsspital St. Gallen erklärt, es
habe am 21. April 2015 (bei den Diagnosen einer chronisch rezidivierenden
Lumboischialgie links und einer Stenose rezessal LWK4 bis SWK1 links) eine
Hemilaminektomie LWK5 links stattgefunden und es seien zu keiner Zeit neue
neurologische Defizite aufgetreten. Bis zum Termin der vorgesehenen
Wiedervorstellung vom 19. Mai 2015 sei eine volle Arbeitsunfähigkeit bescheinigt
worden. - Der RAD hielt am 25. August 2016 (IV-act. 244) dafür, der
Gesundheitszustand der Versicherten habe sich seit dem Referenzzeitpunkt nicht in
einer für die Arbeitsfähigkeit wesentlichen Weise geändert.
Mit Vorbescheid vom 13. September 2016 (IV-act. 247) stellte die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle dem Rechtsvertreter der Versicherten in Aussicht,
deren Erhöhungsgesuch abzuweisen. Es liege weiterhin ein Invaliditätsgrad von 62 %
vor.
B.h.
Mit Einwand vom 19. Oktober 2016 (IV-act. 251-1 bis 3) brachte der
Rechtsvertreter der Versicherten hiergegen vor, die Unfallversicherung habe einen
Vergleich geschlossen und richte ab 10. August 2015 eine Rente auf der Basis eines
Invaliditätsgrads von 70 % aus. Es sei ab 1. August 2015 eine ganze Invalidenrente der
Invalidenversicherung auszurichten. Die UV-Vertrauensärztin habe zwar die
Feststellungen und Schlüsse des Gutachtens der Rehaklinik Bellikon bestätigt, soweit
sie somatischer Natur gewesen seien. Für die psychiatrische Seite habe sie eine
Beurteilung durch einen Psychiater für erforderlich gehalten. Die folgenden
Verhandlungen hätten schliesslich in einem Vergleich geendet. Hinter der Einigung
habe die Überlegung gestanden, dass die Arbeitsunfähigkeit gemäss Gutachten
Bellikon zum Untersuchungszeitpunkt zwar unverändert 50 % betragen habe, der
festgestellte Grad der Arbeitsunfähigkeit aber fraglich erscheine und nach der
Feststellung der Gutachter ohnehin in nächster Zeit mit einer Verschlechterung zu
rechnen sei. Der Zeitpunkt der Rentenerhöhung sei so gewählt worden, weil im
Frühjahr 2015 eine Operation stattgefunden habe und danach noch bis 9. August 2015
eine volle Arbeitsunfähigkeit (mit Taggeld) bestanden habe. - Am 28. Mai 2015 (IV-
act. 251-4 ff.) hatte der Rechtsvertreter der Versicherten der Unfallversicherung
gegenüber zum Gutachten der Rehaklinik Bellikon Stellung genommen. Er hatte
beantragt, für die Zeit vom 18. Mai 2013 bis 19. April 2015 von einer Arbeitsunfähigkeit
B.i.
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C.
Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt Dr. iur. Andreas Wiget für die
Betroffene am 12. Mai 2017 erhobene Beschwerde. Der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und der
Beschwerdeführerin sei ab 1. August 2015 eine ganze Rente auszurichten. Sie habe im
im Bereich von 80 bis 90 % auszugehen (generell wäre sie auf 90 % festzulegen, dann
wäre auch die bis Herbst 2013, von Mitte Januar bis Ende März 2014 und während des
Aufenthalts in Bellikon bestehende volle Arbeitsunfähigkeit abgegolten), ab 20. April
2015 von 100 % Arbeitsunfähigkeit, wobei weiterhin die Zielvorstellung von 50 %
Arbeitsfähigkeit gelte. - Die Vertrauensärztin der Unfallversicherung hatte am
10. November 2015 (IV-act. 251-10 f.) zum Gutachten der Rehaklinik Bellikon und am
14. Dezember 2015 (IV-act. 251-9) zur Unfallkausalität der chronisch rezidivierenden
Lumboischialgie und des diesbezüglichen operativen Eingriffs vom 21. April 2015
(verneinend) Stellung genommen. Die in der Anfrage vom 27. November 2015 erwähnte
volle Arbeitsunfähigkeit vom 20. April bis 17. Juni 2015 (postoperativ) wurde für
nachvollziehbar gehalten, der Eingriff selber für schwer nachvollziehbar. - Dr. C._
hatte in der Folge in zwei Arbeitsunfähigkeitszeugnissen vom 14. Januar 2016 (IV-
act. 251-12 f.) für die Zeit von 20. Juli 2015 bis 9. August 2015 eine volle
Arbeitsunfähigkeit, danach bis 31. Dezember 2015 eine solche von zwei von vier
Stunden (50 %), bescheinigt (IV-act. 251-13). - Am 1. März 2016 (IV-act. 251-14 ff.)
hatte sich der Rechtsvertreter der Versicherten gegenüber der Unfallversicherung
gegen eine vorgesehene Ablehnung eines Rentenerhöhungsgesuchs gewendet. - Am
7. Dezember 2016 (IV-act. 253) reichte er der Invalidenversicherung die UV-Verfügung
vom 6. Dezember 2016 (IV-act. 258) ein, wonach im Sinn eines geschlossenen
Vergleichs der UV-Invaliditätsgrad ab 1. September 2015 von 62 auf 70 % erhöht
werde. - Der RAD hielt am 25. Januar 2017 (IV-act. 259) dafür, er habe sich an
nachvollziehbare medizinisch-theoretische Beurteilungen zu halten. Ein Vergleich stelle
aus rein medizinischer Sicht keine Entwicklung dar; die Begründung des Vergleichs sei
schlicht nicht verständlich.
Mit Verfügung vom 24. März 2017 (IV-act. 261) wies die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle das Anpassungsgesuch der Versicherten vom
27. Juni 2013 ab.
B.j.
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Lauf der Zeit etliche Rückschläge einstecken müssen, so eine mehrmonatige
Arbeitsunfähigkeit wegen eines unverschuldeten Autounfalls am 21. Oktober 2004. Bei
der Arbeit habe sie wegen der Beschwerden (unter anderem
Konzentrationsschwierigkeiten) eine interne Zurückstufung hinzunehmen gehabt. Das
Arbeitspensum habe sich, allerdings nur zum Preis einer hohen Medikation und eines
weitgehenden Verzichts auf ausserberufliche Tätigkeiten, bei 50 % eingependelt. Am
20. Februar 2012 habe sie mit der (ausländischen) Haftpflichtversicherung des
Unfallverursachers [1998] im Bewusstsein, dass das betreffende ausländische Recht
einen "Rückfall" auch im Zivilrecht vorsehe, einen Vergleich unter anderem über den
Erwerbsausfall geschlossen, was es ihr ermöglicht habe, einen Stellenwechsel zu
wagen. Monate nach dem massiven Rückschlag vom Frühjahr 2013 (mit
nachfolgenden Anpassungs- und Rückfall-Gesuchen) habe die Beschwerdeführerin
wieder eine Arbeitsfähigkeit von etwa 25 % erreicht. Auf Ende Februar 2014 habe sie
ihre Stelle nach fast 19 Jahren Betriebszugehörigkeit wegen zunehmenden Mobbings -
jene Arbeitgeberin sei übernommen und die Unternehmung mit einer neuen
Führungscrew versehen worden - gekündigt. Sie habe beabsichtigt, ab anfangs März
2014 von zuhause aus mit einem Pensum von 50 % in der Unternehmung eines
Bekannten zu arbeiten. Sie habe die Stelle allerdings wegen anhaltender Schmerzen
erst einen Monat später für lediglich eine Stunde pro Tag aufgenommen. Bei der
Begutachtung vom März 2014 habe sich eine unveränderte Arbeitsunfähigkeit von
50 % ergeben. An diesem Gutachten sei wenig auszusetzen. Allerdings zeigten sich in
zweierlei Hinsicht Widersprüche. Zum einen, weil im orthopädischen Teil eine
behandlungsbedürftige Verschlimmerung angenommen worden sei, und zum andern,
weil die Beurteilung der Gutachter einzig auf objektiven Befunden basiere, ohne das
subjektive Empfinden der Beschwerdeführerin zu berücksichtigen. Die Gutachter
hätten ausserdem selber Zweifel gehegt und seien bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung
vage geblieben (mindestens 50-prozentige Einschränkung; Arbeitsfähigkeit von 50 %,
die sich im günstigen Fall halten lasse; Arbeitspensum von etwa 50 % möglich).
Aufgrund der Verschlechterung des Zustands der Beschwerdeführerin im Frühjahr
2013 sei zudem zuletzt im Frühjahr 2015 eine Hemilaminektomie vorgenommen
worden. Absehbar sei eine TVT-Inkontinenz-Operation. Mit einer lumbalen
Funktionsmyelographie und einem postmyelographischen Computertomogramm von
Ende März 2015 habe endlich das (sc. WS-) Problem bildlich dargestellt werden
können, was wegen des im Beckenbereich verbliebenen Metalls mit herkömmlicher
Bildgebung nicht möglich gewesen sei. Den Gutachtern der Rehaklinik Bellikon hätten
diese Bilder noch nicht zur Verfügung gestanden, weshalb, sollte dem Rechtsbegehren
nicht ohnehin stattgegeben werden, eine Ergänzung des Gutachtens zu veranlassen
sei. Ein geeigneter Arbeitsplatz sei im Gutachten der Rehaklinik Bellikon so
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umschrieben worden, wie ihn die Beschwerdeführerin im März 2014 tatsächlich habe
antreten wollen. Seit dem Ende der bis anfangs August 2015 dauernden vollen
Arbeitsunfähigkeit übe die Beschwerdeführerin die berufliche Tätigkeit in beschränktem
Ausmass aus. Zurzeit betrage die Arbeitsdauer der Beschwerdeführerin
zusammengezählt etwa einen Tag pro Woche. Massgeblich sei dieser Arbeitsplatz
jedoch nicht, denn die Beschwerdeführerin habe nur einen Lohn von Fr. 1'000.-- pro
Monat und seit einem Jahr überhaupt kein regelmässiges Einkommen mehr erhalten,
weil sie sich mit dem bisherigen Inhaber der Unternehmungen (genannte GmbHs)
zerstritten habe. Auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt gebe es aber keinen Arbeitsplatz,
an dem man liegend seine Arbeit verrichten könne. Deshalb müssten vermehrte -
mindestens stündliche - Pausen eingelegt werden. Einen solchen Arbeitsplatz gebe es
wohl nicht, so dass von voller Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin auszugehen
sei, eventualiter von einer solchen von 70 bis 80 %, ausserdem von den
Tabellenlöhnen und vom maximalen Abzug von 25 %. Der RAD habe zudem den
Arztbericht von Dr. B._ missverstanden; dieser habe nämlich von einem im Vergleich
zum Zustand der Beschwerdeführerin vom 10. Juli 2013 - und nicht im Vergleich zum
Zustand im Erlasszeitpunkt der Referenzverfügung - unveränderten Sachverhalt
berichtet. Das Resultat einer ganzen Rente entspreche schliesslich auch der
Vereinbarung der Beschwerdeführerin mit der Unfallversicherung. Die Anerkennung
eines Invaliditätsgrads von 70 % sei ein Kompromiss gewesen. Dass die
Unfallversicherung dazu bereit gewesen sei, zeige, dass es verfehlt wäre, ohne
weiteres von einem unveränderten Gesundheitszustand und einer Arbeitsfähigkeit von
weiterhin 50 % auszugehen. Die Unfallversicherung sei beim Vergleich ihrer eigenen
Vertrauensärztin nicht gefolgt. - In einer beigelegten Arbeitgeberbescheinigung vom
8. Februar 2017 (IV-act. 270) hatte die Beschwerdeführerin - selbst - angegeben, seit
1. Januar 2015 bei der E._ GmbH angestellt zu sein. Seit 2013 sei sie (abgesehen
von einer Phase voller Arbeitsunfähigkeit vom 20. April 2015 bis 9. August 2015) zu
75 % arbeitsunfähig. - In dem beigelegten (alten) Arztbericht vom 10. Juni 2013 (IV-
act. 271) hatte Dr. B._ der Unfallversicherung angegeben, in der klinischen
Untersuchung habe sich eine stark eingeschränkte Beweglichkeit der
Lendenwirbelsäule mit muskulärem Hartspann links gezeigt, eine neurologische
Ausfallsymptomatik jedoch nicht. Der nebst dem Einsatz von Mephadolor
durchgeführte Kortisonstoss habe seit dem 7. Juni 2013 eine leichte Verbesserung
gebracht.
D.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 14. Juli 2017 beantragt die Beschwerdegegnerin
sinngemäss die Abweisung der Beschwerde. Massgeblich sei für einen
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Rentenanspruch aufgrund der Neuanmeldung von 2013, ob im Zeitraum zwischen dem
6. März/30. April 2013 und dem 24. März 2017 in den tatsächlichen Verhältnissen eine
wesentliche, rentenrelevante Änderung eingetreten sei. Im Gutachten der Rehaklinik
Bellikon sei nachvollziehbar dargelegt worden, dass keine signifikante Veränderung
stattgefunden habe und die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin für adaptierte
Tätigkeit 50 % betrage. Nach der komplikationslos verlaufenen Operation vom März
2015 habe sich die Beschwerdeführerin rasch erholt und es seien zu keiner Zeit neue
neurologische Defizite aufgetreten. Die gutachterliche Einschätzung könne auch nicht
mit dem Hinweis auf den Verlaufsbericht von Dr. B._ vom 10. Juli 2013 oder ein
angegebenes diesbezügliches Missverständnis des RAD in Frage gestellt werden. Der
hypothetische ausgeglichene Arbeitsmarkt umfasse auch Stellenangebote, die in
wirtschaftlich schwierigen Zeiten nicht vorhanden seien. Selbst wenn eine versicherte
Person auf einen Nischenarbeitsplatz angewiesen sei, seien dort Arbeitsgelegenheiten
für sie vorhanden. Auf das beweiskräftige Gutachten könne abgestellt werden.
E.
Mit Replik vom 18. August 2017 bringt der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin vor,
im Frühjahr 2013 habe sich eine markante Verschlimmerung deren Beschwerden
eingestellt, die eine vorübergehende vollständige und seither gegenüber früher
eingeschränkte (gemeint wohl: ausgedehntere) Arbeitsunfähigkeit bewirkt habe. Wegen
der stärkeren Schmerzen sei die Beschwerdeführerin seit vier Jahren bei Dr. C._ in
Behandlung; die regelmässigen Infiltrationen brächten eine gewisse Linderung. Dank
der ebenfalls deswegen notwendig gewordenen Operation von 2015 könne die
Beschwerdeführerin wenigstens die Arbeitsfähigkeit von 25 % einigermassen
beibehalten. Die Beschwerdeführerin habe den Unfall vor mittlerweile fast zwanzig
Jahren erlitten, sich trotz schwerster Verletzungen, mehrerer Operationen und einem
mehrmonatigen Spitalaufenthalt wieder ins Arbeitsleben zurückgekämpft und eine
Beschäftigung von 50 % bei einer medizinisch anerkannten Arbeitsfähigkeit dieses
Ausmasses einhalten können. Sie sei der Meinung gewesen, diesen Zustand auf Dauer
halten zu können. Deshalb habe sie mit der Haftpflichtversicherung (sc. des
Unfallverursachers 1998) einen Abschluss gesucht und gefunden. Die verstärkten
Beschwerden seien aus heiterem Himmel aufgetreten; an eine berufliche Tätigkeit sei
anfänglich nicht mehr zu denken gewesen. Der Zustand vor Frühjahr 2013 sei nicht
mehr erreicht worden. Die Beschwerdegegnerin habe nicht erklärt, weshalb die stets
kämpferische, einsatzfreudige und von den Gutachtern als sehr kooperativ geschilderte
Beschwerdeführerin auf einmal ohne Grund verstärkte Schmerzen und eine höhere
Arbeitsunfähigkeit behaupten sollte. Die subjektiven Beschwerden stellten einen
wesentlichen Teil eines Gutachtens dar und dürften nicht einfach ausser Acht gelassen
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werden; sie seien stärker zu gewichten. Man müsse sich zudem die Frage stellen, ob
es für die Beschwerdeführerin in ihrem Zustand mit der Notwendigkeit, auch im Liegen
arbeiten zu können, tatsächlich einen (theoretischen) Arbeitsplatz gebe. Das sei nicht
der Fall. Eine Tätigkeit im Sitzen sei nur ausnahmsweise möglich; hauptsächlich arbeite
die Beschwerdeführerin im Liegen. Das Gutachten sei diesbezüglich nicht schlüssig
und es werde erneut der Antrag auf ein Ergänzungsgutachten gestellt, das die Zeit seit
der letzten Begutachtung und insbesondere die Operation vom Frühjahr 2015
mitumfasse.

Erwägungen
1.
Streitgegenstand bildet die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 24. März 2017,
mit welcher das Gesuch der Beschwerdeführerin vom 27. Juni 2013 um Anpassung
(Erhöhung) des bisherigen Rentenanspruchs abgewiesen wurde. Die
Beschwerdegegnerin ist auf das Gesuch eingetreten, was angesichts des Arztberichts
von Dr. B._ vom 10. Juli 2013 toleriert werden kann.
2.
Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn
sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 %
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.
2.1.
Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich
die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine
Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht
überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Entscheidend ist im Ergebnis allgemein die nach
einem weitgehend objektivierten Massstab vorzunehmende Beurteilung, ob und
inwiefern die versicherte Person trotz ihres ärztlich diagnostizierten Leidens
zumutbarerweise einer angepassten Arbeit nachgehen kann und ihr schliesslich die
Verwertung ihrer (Rest-) Arbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen
stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch zumutbar ist (vgl. BGE 141 V 281
E. 3.7.3 und BGE 139 V 547, BGE 127 V 294).
2.2.
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin erheblich, so wird die Rente
von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht,
2.3.
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3.
Die Beschwerdeführerin bezog ehemals gemäss formell rechtskräftiger
Anpassungsverfügung vom 6. März 2013 (nach vorgängigen Abstufungen) ab
Dezember 2012 eine Dreiviertelsrente bei einem Invaliditätsgrad von 62 %
(Valideneinkommen Fr. 99'872.--, Invalideneinkommen Fr. 38'324.--). Diese letzte
herabgesetzt oder aufgehoben (vgl. Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision
gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist,
den Invaliditätsgrad und damit den Anspruch zu beeinflussen (vgl. BGE 130 V 343 E.
3.5), während eine lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich
gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich ist (vgl. BGE
141 V 9 E. 2.3).
Ob eine revisionsbegründende Änderung eingetreten ist, beurteilt sich nach der
Rechtsprechung durch Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der letzten (der
versicherten Person eröffneten) rechtskräftigen Verfügung bestand, welche auf einer
materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung,
Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten
für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht
(vgl. BGE 133 V 108), mit demjenigen zur Zeit der streitigen Neubeurteilung (vgl. BGE
130 V 351 E. 3.5.2; BGE 125 V 369 E. 2).
2.4.
Eine Bindungswirkung der von der Unfallversicherung vorgenommenen
Invaliditätsschätzung besteht für die Invalidenversicherung nicht (vgl. BGE 133 V 549).
Das gilt erst recht, wenn der vom Unfallversicherer angenommene Invaliditätsgrad - wie
hier ab 1. September 2015 - auf einem Vergleich beruht. Für die Beilegung von
Meinungsverschiedenheiten über das Ausmass der Invalidität mittels Vergleichs ist es
gerade charakteristisch, dass von einer präzisen Bestimmung der streitigen Ansprüche,
welche häufig nur nach Beschreitung des Rechtsmittelweges erreicht werden könnte, -
vorwiegend aus ökonomischen, gelegentlich auch aus praktischen Gründen - Abstand
genommen wird. Die Möglichkeit, dass eine der beteiligten Parteien dabei unter
Umständen gewisse finanziell nachteilige Auswirkungen zu gewärtigen hat, wird in
solchen Fällen in Kauf genommen. Die Ausweitung dieses Risikos auf andere
Versicherungsträger, welche weder das Zustandekommen noch den Inhalt eines
solchen Vergleichs beeinflussen konnten, lässt sich nicht rechtfertigen. Namentlich ist
auch nicht entscheidwesentlich, von welchen Überlegungen sich der Unfallversicherer
bei der vergleichsweise erfolgten Einigung hat leiten lassen (vgl. Bundesgerichtsurteil
vom 12. Dezember 2013, 8C_740/2013 E. 3).
2.5.
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Rentenänderung vor der angefochtenen Verfügung basierte auf den Annahmen einer
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin von 50 % (seit Januar 2012) und auf einem
Valideneinkommen entsprechend ihrem (ab 1. September 2012 infolge einer
Versetzung aus gesundheitlichen Gründen herabgesetzten) tatsächlichen Einkommen
am damaligen Arbeitsplatz. - Der Sachverhalt vom 6. März 2013 bildet nach dem
Dargelegten den vorliegend massgeblichen ersten Vergleichszustand. Damit zu
vergleichen ist der Sachverhalt, wie er sich bis zum Zeitpunkt des Erlasses der
angefochtenen Verfügung vom 24. März 2017 entwickelt hat.
4.
Ihren kurz nach der Verfügung vom 6. März 2013 erfolgten Arbeitsabbruch vom
21. Mai 2013 begründete die Beschwerdeführerin in ihrem Anpassungsgesuch vom
27. Juni 2013 mit einer gesundheitlichen Verschlechterung, genauer mit einem
Wiederauftreten ins linke Bein ausstrahlender Nervenschmerzen.
4.1.
Im März 2014 fand eine polydisziplinäre Begutachtung ihres Gesundheitszustands
und der Arbeitsfähigkeit in der Rehaklinik Bellikon statt.
4.2.
In deren neurologischem Teil (IV-act. 239-50 ff.) wurde unter anderem
festgehalten, Dr. C._ habe im Jahr 2013 angenommen, die Beschwerdeführerin leide
an einem chronischen Schmerzsyndrom mit neuropathischer Komponente. Hinweise
hierauf hätten sich der Schmerzbeschreibung anlässlich des Aufenthalts in der Klinik
Valens (2011/2012) allerdings nicht entnehmen lassen. Die Beschwerdeführerin habe
aber dennoch schon vor der Erstkonsultation bei Dr. C._ im Juni 2013 ein
Medikament gegen neuropathische Schmerzen eingenommen. Sie habe das in einem
hohen empfohlenen Umfang auch vor der Begutachtung (März 2014) getan, wie die
Bestimmung der Serumkonzentration gezeigt habe. Trotzdem sei die
Schmerzproblematik unverändert stark ausgeprägt gewesen. Auch ihre Beschreibung
der Schmerzen bei der Begutachtung sei nicht gut vereinbar mit dem Vorliegen eines
überwiegend neuropathischen Schmerzsyndroms (nach international akzeptierter
Definition). Die spürbare schmerzlindernde Wirkung eines Opiates deute auf das
Überwiegen einer nozizeptiven Schmerzkomponente hin. Es sei nicht von einer
analgetikainduzierten zusätzlichen Schmerzsymptomatik auszugehen. Der klinisch-
neurologische Untersuchungsbefund habe nicht auf eine eindeutige sensorische oder
motorische radikuläre Ausfallsymptomatik im Bereich der beiden unteren Extremitäten
hingewiesen (IV-act. 239-74 f.).
4.2.1.
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Bei der orthopädischen Begutachtung konnten aktuelle Bilder von LWS und
Becken beurteilt werden. Es hätten sich dort die persistierende Pseudarthrose im
Sakrum rechtsseitig und eine ausgeprägte Degeneration des lumbosakralen
Bewegungssegmentes mit engen Raumverhältnissen für die Wurzeln L5 und S1 rechts
gezeigt. Knochenödeme hätten sich nicht gefunden. Die von der Bildgebung her zu
erwartende Wurzelreizung rechts sei klinisch nicht vorhanden gewesen. Die ins linke
Bein ausstrahlenden Beschwerden dorsal bis zum Knie könnten nicht einer
Wurzelreizung zugeordnet werden. Die anamnestischen Angaben der
Beschwerdeführerin - sie sei im Liegen schmerzarm; Stehen an Ort sei schon nach fünf
bis zehn Minuten sehr unangenehm; ununterbrochenes Gehen sei bis etwa fünfzehn
Minuten lang möglich, mit Nordic-Walking-Stöcken bis etwa 45 Minuten, und Sitzen bis
zu einer Dauer von einer Stunde - würden in erster Linie an ein mechanisches Problem
denken lassen (IV-act. 239-45). Seit 2006 bzw. 2011 hätten sich die neuropathischen
Schmerzen links dorsal im Beckenbereich (und ohne Bedeutung für das
Beschwerdebild auch die Adipositas) akzentuiert. Im Übrigen hätten sich keine
wesentlichen Veränderungen ergeben. Das Problem der lumbosakralen Etage bestehe
nach wie vor. Die Ausprägung sei variabel. Die Residuen der Peronaeusparese seien
für eine Bürotätigkeit ohne Bedeutung (IV-act. 239-47). Neue Befunde seien nicht
hinzugetreten (IV-act. 239-48). Der Beschwerdeführerin sei eine vorwiegend sitzend
auszuführende Tätigkeit zumutbar, die es erlaube, sich gelegentlich durchzubewegen.
Tragen von Lasten sei bis höchstens 12.5 kg, Heben von Lasten ab Boden bis
höchstens 10 kg möglich. In zeitlicher Hinsicht dürfe ein Einsatz von vier bis fünf
Stunden pro Tag erwartet werden, am besten in zwei bis drei Blöcke mit
dazwischengeschobenen Pausen im Liegen aufgeteilt. Bei Schmerzschüben, die
jederzeit auftreten könnten, wäre die Arbeitszeit zu reduzieren, eine verbindliche
Prognose lasse sich nicht stellen (IV-act. 239-48). Ohne chirurgische Massnahmen
oder eine nur gering wahrscheinliche spontane Versteifung des Segmentes L5-S1
werde sich die Belastbarkeit für eine vorwiegend im Sitzen auszuübende Tätigkeit im
günstigen Fall bei 50 % in zeitlicher Hinsicht (sc. künftig) halten lassen. Die
durchgeführte Änderung der beruflichen Tätigkeit mit einer in gewissem Rahmen frei
einteilbaren Arbeitszeit werde das Halten eines Niveaus von 50 % Arbeit erleichtern (IV-
act. 239-45).
4.2.2.
Nach der psychiatrischen Begutachtung wurde unter anderem festgehalten, die
angegebenen, mit den Schmerzen korrelierenden Konzentrationsstörungen hätten sich
bei der dreistündigen Begutachtung nicht objektivieren lassen. Die Beschwerdeführerin
habe (mit Ausnahme einer allenfalls minimen Gedächtnisstörung bei der Untersuchung)
4.2.3.
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keine offensichtlichen kognitiven Störungen gezeigt (vgl. IV-act. 239-93). Sie habe
insgesamt ein nach wie vor hohes Funktionsniveau beschrieben, sei gut sozial integriert
und in erster Linie wegen der Schmerzen bei der sozialen Teilhabe eingeschränkt.
Aktuell könne in Anbetracht der als sehr konsistent und authentisch beurteilten
Beschwerden von einer noch leichten neuropsychologischen Beeinträchtigung
ausgegangen werden, die am ehesten durch eine Kombination von Schmerzen,
Nebenwirkungen von Lyrica und der Opiate und einer Residualsymptomatik der
ischämisch bedingten Läsionen erklärbar sei. Diese (leichte neuropsychologische
Beeinträchtigung) habe sich seit den Aufenthalten in Valens 2006 bzw. 2012 nur
unwesentlich verändert, allenfalls bei Wegfall der depressiven Symptomatik und in
Anbetracht des insgesamt recht hohen Funktionsniveaus sogar eher etwas gebessert.
Im Längsschnitt hätten sich Hinweise auf einen Status nach einer Anpassungsstörung
mit depressiver Reaktion gefunden, die aktuell remittiert sei, so dass von einer
mindestens leichten Besserung ausgegangen werden könne (IV-act. 239-93). Bei der
Durchhaltefähigkeit habe sich gemäss Mini-ICF eine mindestens mittelgradige
Einschränkung ergeben, und zwar aufgrund der Schmerzen und der Einschränkung der
kognitiven Fähigkeit mit rascher Ermüdung (IV-act. 239-95). Aus psychiatrischer Sicht
bestehe bei der angestammten Tätigkeit, sofern dort ein Lagewechsel (Stehen, Gehen,
Sitzen, Liegen) möglich sei, vor allem aufgrund der quantitativ eingeschränkten
Arbeitsleistungen bei mindestens mittelgradiger Verminderung der Durchhaltefähigkeit
eine mindestens 50 % betragende Einschränkung (sc. der Arbeitsfähigkeit), sofern es
die Beschwerdeführerin in der Tätigkeit nicht ausschliesslich mit hochkomplexen
Fragestellungen zu tun habe und sie immer wieder die Tätigkeit wechseln könne, um
neue Stimuli zu erhalten. Unter diesen Bedingungen sei es der Beschwerdeführerin
auch möglich gewesen, ein Pensum von etwa 50 % (jedoch wechselnden Ausmasses)
zu erfüllen (IV-act. 239-95 f.).
In einem Bericht des Fachbereichs "Therapien und Pflege" schliesslich wurde
unter anderem angegeben, die subjektive Einschätzung ihrer körperlichen
Leistungsfähigkeit (PACT) habe sich mit der getesteten Leistungsfähigkeit der
Beschwerdeführerin gedeckt, nämlich mit derjenigen für eine "sehr leichte" Tätigkeit
(mit Hantieren mit Gewichten von maximal 5 kg) im Sitzen. Eine statische Tätigkeit im
Stehen sei maximal während 20 Minuten möglich gewesen, nach einer kognitiv
anspruchsvollen Tätigkeit von etwa einer Stunde Dauer ohne Pause sei eine Reduktion
der Konzentrationsfähigkeit erkennbar geworden, wahrscheinlich wegen der
Schmerzproblematik. In der neuen beruflichen Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin in
der Lage, die Arbeit auf ihre Bedürfnisse anzupassen. Sie versuche, vermehrt im Liegen
4.2.4.
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5.
zu arbeiten und die Arbeitszeiten sinnvoll einzuteilen. Unter diesen
Rahmenbedingungen und bei angepasstem Anforderungsprofil sollte eine
Arbeitsleistung von 50 % gegeben sein (IV-act. 239-103).
Interdisziplinär gelangten die Gutachter zum Schluss, die klinisch-neurologischen
Befunde hätten sich (im Vergleich zu 2006 und zu 2011) bis zum Zeitpunkt der
Untersuchung vom März 2014 nicht wesentlich verändert. Bei mehr oder weniger
unveränderter leichter neuropsychologischer Beeinträchtigung und einer im Vergleich
zu 2006 und 2012 remittierten depressiven Symptomatik könne insgesamt von einer
mindestens leichten Besserung der psychischen Symptomatik ausgegangen werden
(IV-act. 239-12). Der Beschwerdeführerin seien ausschliesslich Tätigkeiten vorwiegend
im Sitzen, mit regelmässigen Pausen für eine Wechselbelastung und mit Tragen von
Lasten von höchstens 12.5 kg und nur gelegentlichem Heben ab Boden von höchstens
10 kg zumutbar, und zwar zeitlich an vier bis fünf Stunden pro Tag, mit erforderlichen
Pausen zur Wechselbelastung und der Möglichkeit zum Abliegen bei
Schmerzexazerbation (IV-act. 239-15). Nicht additiv dazu komme eine psychiatrisch
bedingte quantitative Beschränkung der Arbeitsfähigkeit auf 50 % wegen einer
mindestens mittelgradigen Verminderung der Durchhaltefähigkeit. Insgesamt werde ein
Arbeitspensum von 50 % den Einschränkungen der Beschwerdeführerin gerecht (IV-
act. 239-15).
4.3.
Wie sich aus dem Gutachten somit ergibt, konnte die von der Beschwerdeführerin
beklagte, seit Mai 2013 aufgetretene gesundheitliche Verschlechterung in Form eines
Wiederauftretens von ins linke Bein ausstrahlenden Nervenschmerzen (der Grund für
das Revisionsgesuch; gutachterlich orthopädisch bezeichnet als ins linke Bein
ausstrahlende Beschwerden dorsal bis zum Knie) nicht einer Wurzelreizung zugeordnet
werden (vgl. IV-act. 239-45). Der klinisch-neurologische Untersuchungsbefund deutete
auch nicht auf eine eindeutige sensorische oder motorische radikuläre
Ausfallsymptomatik im Bereich der beiden unteren Extremitäten hin (IV-act. 239-74 f.).
Im Übrigen hat die Beschwerdeführerin bei der Begutachtung eine gute Beweglichkeit,
insbesondere auch der Wirbelsäule, gezeigt. Sie konnte über einige 100 m flüssig
gehen. Klinisch wurden ein lumbospondylogenes Schmerzsyndrom (Druckdolenz
lumbosakral) und leichte Residuen einer Fussheberparese rechts gefunden, während
wie erwähnt keine Hinweise auf Wurzelreizungen bestanden (IV-act. 239-44). Es waren
bei der motorischen Prüfung auch keine höhergradigen Atrophien der
Skelettmuskulatur feststellbar. Die Kraftbefunde der oberen und unteren Extremitäten
waren (abgesehen von einer leichten [Kraftgrad 5- (von 5)] Fuss- und einer erkennbaren
5.1.
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[Kraftgrad 3] Grosszehenheber-Beeinträchtigung rechts) unauffällig. Pathologische
Reflexe wie das Zeichen nach Babinski waren beidseits nicht auslösbar. Das Gangbild
war unauffällig (vgl. IV-act. 239-69 f.).
Der Fachbereich Therapien und Pflege wies in der Gesamtschätzung wie erwähnt
darauf hin, dass die subjektive Einschätzung der körperlichen Leistungsfähigkeit der
Beschwerdeführerin sich mit der getesteten gedeckt habe. Sie habe nämlich einer
Leistungsfähigkeit für eine sehr leichte Tätigkeit mit einer Gewichtsbelastung bis
maximal 5 kg entsprochen (IV-act. 239-103). Die Beschwerdeführerin hat im PACT-Test
lediglich 105 Punkte (von 200; ein Punktewert von unter 100 ist minimal) erreicht (IV-
act. 239-102). Von einer medizinischen Notwendigkeit, die zumutbaren
Arbeitstätigkeiten auf solche mit einer lediglich sehr leichten Belastung zu
beschränken, ist jedoch gemäss dem Gutachten nicht auszugehen. Als medizinisch
zumutbar zu betrachten ist etwa ein Tragen von Lasten bis höchstens 12.5 kg und ein
Heben von Lasten ab Boden bis höchstens 10 kg. Es wurde weiter festgestellt, dass
sich (bei Hamet2-Tests) beim vernetzten Denken (Konzentrationsfähigkeit; wie bei
Werkzeugeinsatz/Steuerung Komplex) ein reduziertes Arbeitstempo ergeben habe (das
Arbeitstempo habe sich gegen Ende ohne Auswirkung auf die Qualität verlangsamt;
vgl. IV-act. 239-99). Nach einer kognitiv anspruchsvollen Tätigkeit von etwa einer
Stunde Dauer ohne Pause sei eine Reduktion der Konzentrationsfähigkeit erkennbar
geworden. Wahrscheinliche Ursache hierfür sei die Schmerzproblematik (vgl. IV-
act. 239-103). Während sich bei der psychiatrischen Untersuchung allerdings
Konzentrationsstörungen nicht hatten objektivieren lassen und die Beschwerdeführerin
dort auch keine offensichtlichen kognitiven Störungen gezeigt hatte (vgl. IV-
act. 239-93), war zudem beim Mini-ICF eine mittelgradige Beeinträchtigung der
Durchhaltefähigkeit (vgl. IV-act. 239-95) beschrieben worden.
5.2.
Bezüglich des psychiatrischen Aspekts ist darauf hinzuweisen, dass diagnostisch
lediglich eine leichte neuropsychologische Beeinträchtigung angenommen wurde.
Weitere psychische Störungen hätten mit weit überwiegender Wahrscheinlichkeit
ausgeschlossen werden können (IV-act. 239-93). Die Begründung einer psychiatrisch
bedingten Beeinträchtigung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit um weitreichende 50 %
erscheint angesichts dieser erwähnten einzigen Diagnose nicht ohne weiteres
erklärlich. Die genannte Beeinträchtigung wurde ausdrücklich auf die
Beschwerdeangaben der Beschwerdeführerin gestützt, die gutachterlich als
authentisch betrachtet wurden. Eine Objektivierung anhand eines strukturierten
Beweisverfahrens, wie es - erst - seit 3. Juni 2015 nach BGE 141 V 281 (gemäss BGE
143 V 418 E. 7.1 f. nun in der Regel bei sämtlichen psychischen Erkrankungen) zu
5.3.
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erfolgen hat, und wobei diverse Standardindikatoren einerseits der Kategorie des
funktionellen Schweregrads und anderseits jener der Konsistenz zu beachten sind,
konnte damals noch nicht erfolgt sein. Vor BGE 141 V 281 erstattete medizinische
Gutachten verlieren ihren Beweiswert jedoch nicht per se. Vielmehr ist in jedem
einzelnen Fall zu prüfen, ob die Sachverständigengutachten, gegebenenfalls im
Kontext mit weiteren fachärztlichen Berichten, eine schlüssige Beurteilung im Licht der
massgeblichen Indikatoren erlauben oder nicht (vgl. BGE 141 V 281 E. 8; vgl.
Bundesgerichtsurteil vom 18. Mai 2017, 8C_842/2016). Vorliegend hat der Gutachter
der Psychiatrie darauf hingewiesen, dass die Beschwerdeführerin insgesamt ein nach
wie vor hohes Funktionsniveau beschrieben habe und gut sozial integriert sei. Bei der
Begründung des zumutbaren Pensums aus psychiatrischer Sicht lehnte sich der
Gutachter gemäss dem Gutachten an das von der Beschwerdeführerin tatsächlich
geleistete Pensum an; es sei ihr ein Pensum von 50 % unter den angegebenen
Bedingungen auch (sc. tatsächlich) möglich gewesen (vgl. IV-act. 239-96; die
genannten Bedingungen sind im Übrigen unter anderem den somatischen Zustand
betreffende, nämlich Lagewechsel). - Ob bei diesen Gegebenheiten eine
Arbeitsunfähigkeit von 50 % aus psychiatrischer Sicht unter dem Aspekt der
Standardindikatoren als ausreichend objektiviert anzunehmen ist oder nicht, kann
vorliegend letztlich offengelassen werden, denn eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % ist
jedenfalls aus somatischer Sicht anzunehmen (vgl. unten E. 5.4).
Nicht nur bei der psychiatrischen Begutachtung und vom Fachbereich Therapien
und Pflege, sondern auch bei der orthopädischen Begutachtung wurden die Angaben
der Beschwerdeführerin selber berücksichtigt. Der Gutachter der Orthopädischen
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates merkte an, dass die Angaben
der Beschwerdeführerin stark gewichtet worden seien, denn sie seien sehr präzise,
medizinisch verständlich und erklärbar gewesen (IV-act. 239-49). Da das
Begutachtungsergebnis in orthopädischer und neurologischer Hinsicht auf einer
jeweiligen diesbezüglichen fachärztlichen Befunderhebung (vgl. IV-act. 239-34 ff., mit
auch aktueller Bildgebung von LWS und Becken, vgl. IV-act. 239-44 f.; und IV-
act. 239-69 f.) basiert, kann es unter diesem somatischen Gesichtspunkt ohne weiteres
als ausreichend objektiviert betrachtet werden. Auch die UV-Vertrauensärztin hatte die
gutachterliche Arbeitsfähigkeitsschätzung im Übrigen Ende 2015 unter somatischem
(orthopädischem/traumatologischem-neurologischem) Aspekt als nachvollziehbar
bezeichnet (vgl. IV-act. 251-10; bei Hinweis auf eine klinisch nicht vorhanden gewesene
Wurzelreizung).
5.4.
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Auf das Ergebnis der interdisziplinären Begutachtung, wonach der
Beschwerdeführerin - zum Begutachtungszeitpunkt nach wie vor - eine Arbeitsfähigkeit
von 50 % zumutbar sei, kann zusammenfassend abgestellt werden. Denn die
Gutachter haben die Vorakten zur Kenntnis genommen, die Anamnese und die
geklagten Beschwerden erfragt und bei ihren Untersuchungen die Befunde (samt
Bildgebung und Laboruntersuchungen) erhoben und beurteilt. Das Ergebnis ist
ausreichend begründet. Neue Befunde konnten im massgeblichen Vergleichszeitraum
in keiner der betroffenen medizinischen Disziplinen gefunden werden. In
psychiatrischer Hinsicht war in dieser Zeitspanne eine mindestens leichte Besserung
des Gesundheitszustands zu verzeichnen gewesen (IV-act. 239-93), was allerdings wie
erwähnt nicht relevant ins Gewicht fällt.
5.5.
Die vom Gutachten abweichenden Arbeitsfähigkeitsschätzungen von Dr. B._ und
Dr. C._ vermögen gegen dessen polydisziplinär und in Kenntnis der Akten
gefundenes Ergebnis im Beweiswert nicht anzukommen. Es ist demnach bis zur
Begutachtung vom März 2014 keine (in Dauer und Ausmass) rentenrelevante
Veränderung anzunehmen.
5.6.
Was die Entwicklung des Sachverhalts nach der Begutachtung betrifft, ist darauf
hinzuweisen, dass am 12. April 2015 eine Hemilaminektomie vorgenommen wurde.
Gemäss dem Bericht der Klinik für Neurochirurgie am Kantonsspital St. Gallen vom
27. April 2015 waren dabei zu keiner Zeit neue neurologische Defizite aufgetreten. Die
Klinik bescheinigte dort eine volle Arbeitsunfähigkeit bis zur nächsten
Kontrollkonsultation vom 19. Mai 2015 (IV-act. 243-6). In zwei - unbegründeten -
Arbeitsunfähigkeitszeugnissen vom 14. Januar 2016 hat Dr. C._ der
Beschwerdeführerin auch noch für die - damals bereits weit - zurückliegende Zeit vom
20. Juli 2015 bis 9. August 2015 nachträglich eine volle Arbeitsunfähigkeit und für die
Zeit danach bis 31. Dezember 2015 eine solche für zwei von vier Stunden (50 %;
entsprechend wohl einer Arbeitsunfähigkeit von 75 %) bescheinigt (IV-act. 251-4 ff.).
Hierauf kann indessen nach der Aktenlage nicht abgestellt werden. Noch am
27. November 2015 war die Vertrauensärztin der Unfallversicherung vom UV-
Sachbearbeiter darauf hingewiesen worden, dass der Beschwerdeführerin für die Zeit
vom 20. April 2015 bis 17. Juni 2015 eine volle Arbeitsunfähigkeit bescheinigt worden
sei (IV-act. 251-8). Auf Anfrage, ob die in diesem Zusammenhang ausgewiesene
Arbeitsunfähigkeit (vom 20. April 2015 bis 17. Juni 2015) nachvollziehbar sei, hatte die
UV-Vertrauensärztin am 14. Dezember 2015 geantwortet, diese postoperative
Arbeitsunfähigkeit sei nachvollziehbar (der Eingriff selber im Übrigen schwer
nachvollziehbar). Die damals (zeitnäher) bekannte Arbeitsfähigkeitsschätzung - mit
5.7.
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6.
Befristung auf 17. Juni 2015 - erscheint als überwiegend wahrscheinlich. Daran vermag
nichts zu ändern, dass die Unfallversicherung später im Rahmen des Vergleichs noch
für die Zeit (vom 20. April 2015) bis 9. August 2015 ein Taggeld basierend auf einer
vollen Arbeitsunfähigkeit (bezogen auf den Invalidenlohn von Fr. 38'324.--) ausgerichtet
und den Invaliditätsgrad danach auf 70 % angehoben hat (vgl. UV-act. 14-1 f.).
Dr. B._ erklärte im Übrigen in einem IV-Verlaufsbericht vom 23. Mai 2016 (IV-act. 243)
in Kenntnis des Umstands der Operation vom 21. April 2015, der Gesundheitszustand
der Beschwerdeführerin sei seit 10. Juli 2013 stationär. Bei diesen Gegebenheiten ist
nicht von einer nach der Begutachtung erfolgten relevanten dauerhaften Änderung des
Gesundheitszustands und es ist weiterhin von der Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin von 50 % auszugehen.
Der RAD hielt am 25. August 2016 (IV-act. 244) ebenfalls dafür, der
Gesundheitszustand der Versicherten habe sich seit dem Referenzzeitpunkt nicht in
einer für die Arbeitsfähigkeit wesentlichen Weise geändert.
5.8.
Innerhalb des vorliegend relevanten Vergleichszeitraums hat sich eine tatsächliche
erwerbliche Entwicklung insofern ergeben, als die Beschwerdeführerin ihre seit Mai
1995 innegehabte Stelle gekündigt hat. Sie beabsichtigte, in einer eigenen GmbH eine
selbständige Erwerbstätigkeit aufzunehmen, brachte für den Wechsel aber (bei ihrer -
soweit ersichtlich - ersten Begründung) gesundheitliche Gründe vor. Sie werde an der
neuen Stelle die Möglichkeit haben, von zuhause aus und somit in
schmerzentlastender Position (auch liegend) zu arbeiten (vgl. IV-act. 225). Für eine
Annahme, sie hätte diesen Wechsel auch ohne Gesundheitsschaden unternommen,
lässt sich keine überwiegende Wahrscheinlichkeit erreichen, denn ihre
Krankengeschichte hatte bereits mit dem Unfall von 1998 im Alter von _ Jahren
begonnen und hat den ganzen Verlauf ihres Erwerbslebens seither geprägt. Deshalb
rechtfertigt sich eine Änderung des Valideneinkommens aus diesem Grund nicht. Im
Übrigen wäre auch nicht anzunehmen, dass sie sich längerfristig mit einem Einkommen
begnügen würde, wie es in der Aufbauphase einer Unternehmung zunächst zu
erwarten wäre.
6.1.
Was das Invalideneinkommen betrifft, ist für dessen Festsetzung primär von der
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret
steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der - kumulativ -
besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die
ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint
6.2.
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7.