Decision ID: bc525ead-446b-43d5-aa67-46270a088827
Year: 2012
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_003
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law

aufzuheben und der Sachverhalt neu abzuklären, da der Sachverhalt
unrichtig festgestellt worden sei. Zudem beantragte sie die unentgeltliche
Rechtspflege. Sie leide an mehreren Krankheiten und sei seit Jahrzehnten in
ärztlicher Behandlung. In den letzten Monaten habe sich ihr
Gesundheitszustand verschlechtert. Fälschlicherweise gehe die IV-Stelle
von einer Verbesserung des Zustandes aus, weshalb sie das
Leistungsbegehren abgewiesen habe. Die Beschwerdeführerin sei im Besitz
von mehreren Belegen, die zeigten, dass die Annahme der IV-Stelle
unrichtig sei. Zurzeit befinde sie sich in einer umfassenden medizinischen
Abklärung.
6. Am 8. Februar 2012 reichte die Beschwerdeführerin eine ergänzende
Eingabe ein. Ihr Gesundheitszustand habe sich in den letzten Monaten
erheblich verschlechtert. Aus den beigelegten Arztberichten gehe hervor,
dass sie zu 100 % arbeitsunfähig sei. Neu zu den Akten wurde ein
Arztzeugnis von Dr. med. ... vom 13. Januar 2012, ein Arztbericht von Prof.
Dr. med. ... vom 18. Januar 2012, ein Arztbericht vom 4. Januar sowie ein
Arztzeugnis vom 31. Januar 2012 von Dr. med. ... eingereicht. Trotzdem
habe die IV ihr nur eine teilweise Arbeitsunfähigkeit attestiert, ohne auf die
neueste Entwicklung einzugehen. Die bisherigen Abklärungen seien kurz,
oberflächlich und strereotyp gewesen. Sie habe sich nicht betreut gefühlt
und den Eindruck einer Massenabfertigung erhalten. Sie beantragte eine
nochmalige medizinische Abklärung der Arbeitsfähigkeit.
7. In der Vernehmlassung vom 17. Februar 2012 beantragte die IV-Stelle die
Abweisung der Beschwerde. Die Feststellungen von med. prakt. ... vom
RAD vom 22. September 2011 hätten ein ausreichend klares Bild über den
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin und ihre Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit gegeben, sodass eine zuverlässige Beurteilung des
Leistungsanspruches auch ohne Einholen einer weiteren medizinischen
Abklärung möglich gewesen sei. Med. prakt. ... habe seine Feststellungen in
Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben und diese leuchteten in der
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation ein. Die Schlussfolgerungen des Arztes seien
begründet und das Beschwerdebild der Beschwerdeführerin objektiv
wiedergegeben. Die Tatsache, dass sich die Beschwerdeführerin, der
Hausarzt Dr. med. ... und der behandelnde Psychiater Dr. med. ... mit den
Einschätzungen des RAD-Berichtes nicht abfinden könnten, bedeute nicht,
dass die Schlussfolgerungen des RAD-Berichtes nicht nachvollziehbar und
widersprüchlich seien oder dass weitere Abklärungen erforderlich seien. Die
neu eingelegten Akten änderten an der Beurteilung nichts. In der
Stellungnahme vom 14. Februar 2012 halte Dr. med. ... vom RAD fest, dass
Dr. med. ... seit mindestens 2008 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bei der
Beschwerdeführerin feststelle. Das Gutachten MEDAS ABI Basel vom 11.
Februar 2010 umfasse diese Einschätzung der Arbeitsfähigkeit bereits. Dr.
med. ... stelle keine im Wesentlichen andere Diagnose als schon im
Zeitpunkt der Abklärungen im ABI Basel. Nach einer Periode der
Verschlechterung, welche zur stationären Behandlung in der ... Höhenklinik
im Januar und Februar 2011 geführt habe, habe sich der Gemütszustand
eindeutig wieder gebessert. Es könne daher nicht von einer
Verschlechterung des Gesundheitszustandes gesprochen werden. Ebenfalls
diagnostiziere Prof. Dr. med. ... nichts anderes als eine somatoforme
Störung. Im ABI-Gutachten vom 11. Februar 2010 wurde ebenfalls eine
somatoforme Schmerzstörung diagnostiziert, womit die Situation also
praktisch unverändert sei.
Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften sowie auf den
angefochtenen Entscheid wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden
Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Anfechtungsobjekt im vorliegenden Beschwerdeverfahren bildet die
Verfügung der IV-Stelle des Kantons Graubünden vom 16. Dezember 2011.
Streitig und zu prüfen ist, ob die IV-Stelle der Beschwerdeführerin zu Recht
keine Rente zugesprochen hat.
2. Vorab ist festzustellen, dass es sich hier um das dritte Leistungsbegehren
der Beschwerdeführerin innert recht kurzer Zeit handelt, wobei sowohl das
erste als auch das zweite Leistungsbegehren abgelehnt wurden. Da die
Vorinstanz auf das dritte Leistungsbegehren eingetreten ist, stellt sich für
das Gericht nicht die Frage, ob darauf überhaupt hätte eingetreten werden
müssen. Zu prüfen bleibt aber, ob sich seit der letzten Beurteilung und
Entscheidung die gesundheitliche Situation derart verschlechtert hat, dass
eine wesentliche Erhöhung der Arbeitsunfähigkeit anzunehmen ist.
3. a) Als Invalidität gilt die durch einen körperlichen oder geistigen
Gesundheitsschaden als Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder
Unfall verursachte, voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
Erwerbsunfähigkeit (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20] in Verbindung mit Art. 8 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[ATSG; SR 830.1]). Die versicherte Person hat bei einem Invaliditätsgrad
von mindestens 40 % Anspruch auf eine Viertelsrente, ab 50 % auf eine
halbe Rente, ab 60 % auf eine Dreiviertelsrente und ab 70 % auf eine ganze
Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). Bei erwerbstätigen Personen erfolgt die
Bemessung der Invalidität aufgrund eines Einkommensvergleichs (Art. 28a
Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 16 ATSG). Bei dieser Methode wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität
und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitslage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in
Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn
sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). In der Regel
erfolgt der Einkommensvergleich in der Weise, dass die beiden
hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau bestimmt
und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der
Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad ermitteln lässt (BGE 130 V 343 E.
3.4.2 S. 349, 128 V 29 E. 1 S. 30). Für die Festsetzung des
Invaliditätsgrades kommt es primär auf die wirtschaftliche
Erwerbsunfähigkeit und nicht auf die medizinische Arbeitsunfähigkeit an
(PVG 2005 Nr. 11 E. 1a S. 48 f., 1982 Nr. 80 S. 170). Ohne verlässliche
medizinische Entscheidungsgrundlagen ist es jedoch nicht möglich, die
Erwerbsunfähigkeit (IV-Grad) zu bestimmen.
b) Bei der Ermittlung des Invaliditätsgrades nach Art. 16 ATSG ist die
Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen,
die ihnen Ärzte oder allenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu
stellen haben. Aufgabe der Ärztin oder des Arztes ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in
welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person
arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte und Befunde sind im Weiteren
eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können
(BGE 125 V 256 E. 4 S. 261, 115 V 133 E. 2 S. 134, 114 V 310 E. 3c S. 314
f., 105 V 156 E. 1 S. 158 f.; Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts I 640/02 vom 6. Mai 2003, E. 2.1). Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die
streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht,
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob die
Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Somit ist grundsätzlich
weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der
eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahmen als Bericht oder
Gutachten ausschlaggebend für den Beweiswert (BGE 125 V 351 E. 3a S.
352). In Bezug auf Berichte von Hausärzten darf und soll das Gericht der
Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf
ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten
ihrer Patienten aussagen (vgl. BGE 124 I 170 E. 4 S. 175 mit Hinweisen).
c) Gemäss Art. 59 Abs. 2bis IVG stehen die Regionalen Ärztlichen Dienste
(RAD) den IV-Stellen für die Beurteilung der medizinischen
Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für
die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funktionelle
Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit
oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem
medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig. Nach Art. 49 der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) beurteilt der
RAD die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die
geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen
Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des
Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Der RAD kann bei Bedarf selber ärztliche
Untersuchungen von Versicherten durchführen. Er hält die
Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2). Nicht zwingend
erforderlich ist, dass die versicherte Person untersucht wird. Nach Art. 49
Abs. 2 IVV führt der RAD für die Beurteilung der medizinischen
Voraussetzungen des Leistungsanspruchs nur „bei Bedarf“ selber ärztliche
Untersuchungen durch. In den übrigen Fällen stützt er seine Beurteilung auf
die vorhandenen beweiskräftigen ärztlichen Unterlagen ab (BBl 2005 4572
zu Absatz 2). Das Absehen von eigenen Untersuchungen ist somit nicht an
sich ein Grund, um einen RAD-Bericht in Frage zu stellen (Urteil des
Bundesgerichtes 9C_622/2007 vom 9. September 2008 E. 2.2; vgl. auch
8C_947/2011 vom 27. Januar 2012). Dies gilt insbesondere, wenn es im
Wesentlichen um die Beurteilung eines feststehenden medizinischen
Sachverhalts geht und die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten
Person in den Hintergrund rückt (Urteil des Bundesgerichtes 9C_58/2011
vom 25. März 2011 E. 2.2).
4. Die Beschwerdeführerin rügt, die IV-Stelle habe den Sachverhalt unrichtig
festgestellt. Die IV-Stelle stellte in ihrer Verfügung vom 16. Dezember 2011
insbesondere auf den Abschlussbericht des RAD-Arztes med. prakt. ...,
Facharzt für Allgemeinmedizin (D), zertifizierter medizinischer Gutachter
(SIM), vom 22. September 2011 ab. In diesem hielt er fest, dass die
Beschwerdeführerin an Fibromyalgie leide, was mehrmals abgeklärt worden
sei. Letztmals wurde ihr im ABI-Gutachten Basel vom 11. Februar 2010 eine
adaptierte Arbeitsfähigkeit von 80 % zugemutet. Gemäss dem Schreiben
von Dr. med. ..., Arzt für Allgemeine Medizin FMH, vom 26. Juni 2011 liege
bei der Beschwerdeführerin eine schwere primäre Fibromyalgie mit
depressiver Episode mit progressiver Schmerzentwicklung vor, wobei ab
dem 1. April 2010 eine 100%ige Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit attestiert
worden sei. Die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin sei gemäss med.
prakt. ... mehrfach abgeklärt worden, zuletzt für 80 % in einer adaptierten
Tätigkeit. Allerdings werde jetzt im stationären Austrittsbericht der ...
Höhenklinik eine - bei Eintritt - mittelgradige depressive Episode
beschrieben, welche beim letzten ABI-Gutachten noch als eine leichte
depressive Episode beschrieben wurde. Im Schreiben von Dr. med. ...
Strub, Facharzt FMH für Rheumatologie und Innere Medizin, werde von
einem Impingement bei Verkalkung über dem Buverculum majus rechts
berichtet, womit sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin
zumindest rund um den Klinikeintritt rein formal verschlechtert habe. Aus
dem Schreiben der Zürcher Höhenklinik vom 13. Juli 2011 gehe bezüglich
des Aufenthalts vom 5. Januar bis 9. Februar 2011 hervor, dass bei Eintritt
eine mittelgradige Depression vorlag, welche aber im Verlauf affektiv
gebessert habe und zur Entlassung im stabilisierten Zustand geführt habe.
Aus dem Arztbericht von Dr. med. ..., FMH für Psychiatrie und
Psychotherapie, vom 15. August 2011 gehe hervor, dass vor allem die
Fibromyalgie im Vordergrund stehe, während die depressive Symptomatik
dank adäquater antidepressiver Medikation stabil sei. In Kenntnis dieser
Akten ging med. prakt. ... davon aus, dass bei der Beschwerdeführerin eine
kurzzeitige Verschlechterung des Gesundheitszustandes eingetreten und sie
deshalb stationär behandelt worden sei. Durch die stationäre Behandlung
sei eine Besserung und Entlassung im stabilisierten psychischen Zustand
erreicht worden. Die Stabilisation der depressiven Symptomatik sei im
August 2011 von Dr. med. ... bestätigt worden. Demnach entspreche der
aktuelle Gesundheitszustand somit demjenigen, welcher im ABI-Gutachten
Basel vom 11. Februar 2010 festgestellt worden sei. Die von Dr. med. ...
bestätigte 100%ige Arbeitsunfähigkeit ab dem 1. April 2010 sei nur eine
andere Bescheinigung des schlussendlich durch die Fibromyalgie
bestimmten Krankheitsbildes. Da nun mehrfache Abklärungen, Einsprachen
und Gerichtsurteile in der immer gleichen Angelegenheit ergangen seien,
halte med. prakt. ... das Schreiben von Dr. med. ... für eine andere
Beurteilung eines im Wesentlichen unveränderten Gesundheitszustandes.
Eine kurzzeitige Verschlechterung des psychischen Zustandes erfülle die
von der IV erforderlichen Kriterien eines dauerhaften Gesundheitsschadens
nicht.
Es lässt sich somit feststellen, dass im massgebenden RAD-Bericht vom 22.
September 2011 die Vorgeschichte der Beschwerdeführerin und die
Vorakten berücksichtigt wurden. Eine persönliche Untersuchung ist - wie aus
Erwägung 3c hervor geht - nicht notwendig. Das Ergebnis des RAD-Berichts
erscheint dem Gericht als schlüssig und nachvollziehbar. Er beachtet die
geklagten Beschwerden, die Schlussfolgerungen sind begründet und das
Beschwerdebild der Beschwerdeführerin wird objektiv wiedergegeben.
Demnach sind die medizinischen Grundlagen ausreichend und für weitere
medizinische Abklärungen besteht kein Anlass. Die IV-Stelle ist folglich
gestützt auf den RAD-Bericht zu Recht von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit in
einer adaptierten Tätigkeit für die Rentenberechnung ausgegangen.
5. Da sich ihr Gesundheitszustand weiter verschlechtert habe, reichte die
Beschwerdeführerin mit ergänzender Eingabe vom 8. Februar 2012 neue
Arztberichte ein, welche eine nachhaltige Verschlechterung beweisen
sollten. Diese waren ein Arztzeugnis von Dr. med. ... vom 13. Januar 2012,
ein Arztbericht von Prof. Dr. med. ... vom 18. Januar 2012, ein Arztbericht
vom 4. Januar sowie ein Arztzeugnis vom 31. Januar 2012 von Dr. med. ...
a) Aus dem Arztzeugnis von Dr. med. ... vom 13. Januar 2012 geht hervor,
dass die Beschwerdeführerin an einer primären Fibromyalgie, einem schwer
generalisierten Schmerzsyndrom und einer konsekutive langanhaltender
depressiven Episode leide. Sie brauche beim Führen des Haushalts
Unterstützung durch die Familie. Aus seiner Sicht sei die
Beschwerdeführerin zu 100 % arbeitsunfähig. Dieses Arztzeugnis vermag
nicht zu überzeugen. Einerseits liefert Dr. med. ... keine medizinische
Begründung für die Arbeitsunfähigkeit. Andererseits muss festgehalten
werden, dass die Beschwerdeführerin - wie von Dr. med. ... vom RAD in der
Stellungnahme vom 14. Februar 2012 richtig vermerkt - bereits im Zeitpunkt
der ABI-Untersuchung in Basel vom 11. Februar 2010 im Haushalt auf Hilfe
angewiesen war (vgl. S. 15 des Gutachtens). Insofern kann nicht von einer
Verschlechterung des Gesundheitszustandes gesprochen werden. Ebenfalls
stellte Dr. med. ... fest, dass dieses Arztzeugnis von Dr. med. ... keine im
Wesentlichen andern Diagnosen stelle, als sie schon im ABI-Gutachten
festgestellt worden seien. Auch diese Aussagen sind zutreffend, womit auch
bezüglich der Diagnosen nicht von einer Verschlechterung des
Gesundheitszustands gesprochen werden kann. Aus diesem Arztzeugnis
lässt sich somit keine Verschlechterung des Gesundheitszustandes der
Beschwerdeführerin ableiten.
b) Dem Arztbericht von Prof. Dr. med. ..., Facharzt FMH Neurologie, vom 18.
Januar 2012 kann entnommen werden, dass bei der Beschwerdeführerin
aufgrund einer Untersuchung vom 17. Januar 2012 eine somatoforme
Hemissymptomatik rechts und eine depressive Entwicklung bestehe. Somit
wird in diesem Brief auch eine somatoforme Störung diagnostiziert, welche
indessen bereits im ABI-Gutachten Basel vom 11. Februar 2010 festgestellt
worden ist. Wie von Dr. med. ... in der Stellungnahme vom 14. Februar 2012
richtig festgehalten, wird in diesem Arztbrief eine praktisch unveränderte
Symptomatik wie im Austrittsbericht der ... Höhenklinik vom 9. Februar 2011
festgestellt (Fibromyalgie, Halbseitenproblematik, Kopfschmerzen, rez.
depressive Störung). Insofern lässt sich auch aus diesem Arztbericht keine
Verschlechterung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin
ableiten.
c) Es bleiben noch ein Arztbericht vom 4. Januar und ein Arztzeugnis vom 31.
Januar 2012 von Dr. med. ... als neue Vorbringen der Beschwerdeführerin
zu prüfen. Gemäss dem Arztzeugnis vom 31. Januar 2012 wird der
Beschwerdeführerin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 1. Februar bis 29.
Februar 2012 bescheinigt, weil sie in psychiatrischer Behandlung bei ihm
sei. Da aber keine Diagnose oder weitere medizinische Angaben ersichtlich
sind, kann dieses Zeugnis aufgrund fehlender Begründung der
Arbeitsunfähigkeit nicht beachtet werden. Ohnehin kann diesem Zeugnis
keine Beachtung geschenkt werden, da nach ständiger Rechtsprechung das
Sozialversicherungsgericht die Gesetzmässigkeit der
Verwaltungsverfügungen in der Regel nach dem Sachverhalt beurteilt, der
zur Zeit des Verfügungserlasses gegeben war (BGE 121 V 366 E. 1b mit
Hinweisen).
Aus dem Arztbericht vom 4. Januar 2012 geht hervor, dass die
Beschwerdeführerin seit dem 8. Februar 2008 bei Dr. med. ... in ambulanter
psychiatrischer Behandlung sei. Sie leide an einer chronischen Depression
mit vor allem somatischer Symptomatologie sowie einer chronischen
Schmerzproblematik aus dem Fibromyalgieformenkreis. Ihr werde eine
persistierende Arbeitsunfähigkeit von 100 % seit mindestens 2008 attestiert.
Damit stand Dr. med. ... schon immer im Konflikt mit den ABI-Gutachten aus
Basel, welche der Beschwerdeführerin eine Arbeitsfähigkeit von 80 % in
einer adaptierten Tätigkeit zumuteten. Diese Arbeitsfähigkeit wurde denn
auch durch das Verwaltungsgericht und auch das Bundesgericht bestätigt,
womit dieser Arztbericht nicht zu überzeugen vermag. Insbesondere stellt
Dr. med. ... im Wesentlichen auch dieselben Diagnosen, welche im ABI-
Gutachten Basel vom 11. Februar 2010 und im Austrittsbericht der ...
Höhenklinik vom 9. Februar 2011 festgestellt wurden. Folglich kann aufgrund
dieses Berichts nicht von einer Veränderung des Gesundheitlichen Zustands
ausgegangen werden.
6. Insgesamt muss festgestellt werden, dass die IV-Stelle sich zu Recht auf
den RAD-Bericht vom 22. September 2011 für die Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit abstützen durfte. Eine Verschlechterung des
Gesundheitszustandes konnte von der Beschwerdeführerin auch mit den
neuen Beweismitteln nicht aufgezeigt werden, womit die IV-Stelle in ihrer
Verfügung vom 16. Dezember 2011 zu Recht einen Rentenanspruch
ablehnte. Somit besteht kein Anlass, weitere medizinische Abklärungen
bezüglich des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin
vorzunehmen.
7. a) Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren - in Abweichung
von Art. 61 lit. a ATSG - bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder
Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und
unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--
festzulegen. Vorliegend erscheint ein Kostenansatz von Fr. 700.--
angemessen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der
unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.
b) Weiter ist zu prüfen, ob der Beschwerdeführerin die am 17. Januar 2012
beantragte unentgeltliche Rechtspflege (Prozessführung und
Rechtsverbeiständigung) zu gewähren ist. Im Formular zum Gesuch um
unentgeltliche Prozessführung ist vermerkt worden, dass die
Beschwerdeführerin bei ihrer Rechtsschutzversicherung Kostengutsprache
für das vorliegende Beschwerdeverfahren beantragt hat. Mit Schreiben vom
9. Oktober 2012 wurde die Beschwerdeführerin vom Gericht aufgefordert,
dem Gericht bis zum 19. Oktober 2012 mitzuteilen, ob die
Rechtsschutzversicherung dem Antrag auf Kostengutsprache entsprochen
hat. Mangels Rückmeldung wurde die Beschwerdeführerin mit Schreiben
vom 30. Oktober 2012 nochmals vom Gericht aufgefordert, bis zum 8.
November mitzuteilen, ob die Rechtsschutzversicherung dem Antrag auf
Kostengutsprache entsprochen hat. Für den Fall, dass eine Rückmeldung
ausbleibe, wurde die Beschwerdeführerin darauf hingewiesen, dass das
Gericht davon ausgehe, dass die Rechtsschutzversicherung dem Anspruch
auf Kostengutsprache entsprochen habe. Das Gericht ist bis zum 8.
November 2012 ohne Antwort seitens der Beschwerdeführerin geblieben, so
dass das Gericht wie angekündigt davon ausgeht, dass die
Rechtschutzversicherung dem Antrag der Beschwerdeführerin auf
Kostengutsprache entsprochen hat. Somit besteht kein Anspruch auf
unentgeltliche Rechtspflege gemäss Art. 76 des kantonalen Gesetzes über
die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 270.100).
c) Der obsiegenden Beschwerdegegnerin steht keine Parteientschädigung zu
(Art. 61 lit. g ATSG e contrario).