Decision ID: c10beaf4-f9d9-56b0-bd5f-27d9c61c480f
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ schloss im Jahr 2002 eine Lehre als Schreiner ab (IV-act. 1). In der Folgezeit
arbeitete er als Schreiner (Arbeitszeugnisse der B._ AG vom 29. März 2003 und der
C._ vom 20. Dezember 2004, IV-act. 3-7 f.). Nach erfolgreichem Abschluss einer
Weiterbildung zum Technischen Kaufmann war er ab 1. Juni 2008 als Technischer
Angestellter in der Arbeitsvorbereitung und ab 1. Mai 2011 als Sachbearbeiter
Technische Stammdaten tätig (Arbeitszeugnis der D._ AG vom 31. Juli 2016, IV-
act. 3-4). Vom 1. September 2016 bis 31. August 2017 arbeitete er als Z._berater
(Arbeitszeugnis der E._. AG vom 31. August 2017, IV-act. 3-3). In den Monaten
November und Dezember 2017 bezog der Versicherte Arbeitslosenentschädigung
(siehe den Auszug aus dem individuellen Konto, IV-act. 5-1), bevor er vom 1. Januar
bis 30. September 2018 als Mitarbeiter F._ eine Anstellung hatte (Arbeitszeugnis der
G._ AG vom September 2018, IV-act. 3-2). In diesem letzten Zeitraum befand sich
der Versicherte vom 11. bis 26. Juli 2018 in stationärer psychiatrischer Behandlung in
der Klinik H._. Die dort behandelnden medizinischen Fachpersonen diagnostizierten
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10:
F33.1). Die psychische Dekompensation werde vor dem Hintergrund psychosozialer
Belastungen, insbesondere der Belastung am Arbeitsplatz, verstanden. Aufgrund der
kurzen Dauer könne der Aufenthalt in der Klinik H._ als Krisenintervention verstanden
werden, in welcher der Versicherte durch den Abstand von zu Hause etwas zur Ruhe
habe finden können. Vom 11. Juli bis 5. August 2018 wurde dem Versicherten eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt (Austrittsbericht vom 13. August 2018, IV-
act. 24). Vom 31. Juli bis 3. Dezember 2018 erfolgte eine tagesklinische Behandlung
A.a.
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des Versicherten im Psychiatrie-Zentrum I._. Die dort behandelnden medizinischen
Fachpersonen diagnostizierten eine depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige
Episode (ICD-10: F33.1), Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der
Lebensbewältigung (ICD-10: Z73) und Kontaktanlässe mit Bezug auf
Kindheitserlebnisse (ICD-10: Z61). Mit der Behandlung habe eine Stabilisierung erreicht
werden können im Sinn einer Verbesserung der depressiven Symptomatik, eines
Rückgangs der inneren Anspannung und der diffusen Ängste. Der Versicherte habe für
die Zeit nach der tagesklinischen Behandlung eine ambulante Psychotherapie bei med.
pract. J._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, geplant gehabt. Nach zwei
Sitzungen habe er sich eine Behandlung bei ihr jedoch nicht vorstellen können. Er habe
von Schwierigkeiten berichtet, sich zu öffnen. Ein Angebot überbrückender ambulanter
psychotherapeutischer Sitzungen bei der Referentin der Tagesklinik habe der
Versicherte nur kurz wahrgenommen. Er habe den Wunsch geäussert, die nächsten
Schritte ohne Therapie machen zu wollen. Im Rahmen der tagesklinischen Behandlung
habe der Versicherte erwähnt, schon ein Jahr zuvor den Plan verfolgt zu haben, sich
beruflich zu verändern in Richtung Arbeitsagoge. Er habe sich während der
Behandlung bei geeigneten Institutionen beworben und einen Praktikumsplatz bei der
Stiftung K._ gefunden (Austrittsbericht vom 11. Februar 2019, IV-act. 25-2 ff.).
Vom 1. Februar bis 31. Juli 2019 absolvierte der Versicherte ein Sozialpraktikum
bei der Stiftung K._ (Praktikumszeugnis vom 31. Juli 2019, IV-act. 3-1).
Zwischenzeitlich fanden am 4. und 12. Juni 2019 Gespräche zwischen dem
Versicherten und med. pract. L._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, statt
(IV-act. 54). Vom 16. Oktober bis 18. Oktober 2019 befand sich der Versicherte erneut
in stationärer Behandlung in der Klinik H._. Bei Aufnahme sei der Versicherte stark
alkoholisiert gewesen. Im Vordergrund des Aufenthalts seien einerseits die depressive
Symptomatik, andererseits diverse Probleme in Bezug auf die Lebensbewältigung
(Selbstfürsorge und Aufrechterhaltung einer geregelten Tagesstruktur) gestanden. Der
Versicherte habe bereits kurz nach seinem Eintritt eine deutliche Besserung seiner
Stimmung beschrieben und den Wunsch geäussert, die Behandlung ambulant
fortzuführen. Für die Dauer vom 16. bis 18. Oktober 2019 wurde ihm eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit bescheinigt (Austrittsbericht vom 6. November 2019, IV-act. 23).
Dr. med. M._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, hatte dem Versicherten am
A.b.
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21. Oktober 2019 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 15. Oktober bis und mit
3. November 2019 bescheinigt (IV-act. 7-4 ff.). Am 30. Oktober 2019 meldete sich der
Versicherte bei der Kantonalen Arbeitslosenkasse als arbeitslos an (IV-act. 6).
Am 18. Dezember 2019 reichte der Versicherte wegen einer über die letzten Jahre
bestehenden chronischen Depression eine Anmeldung zum Bezug von Leistungen bei
der IV-Stelle des Kantons St. Gallen ein. Er gab darin an, seit 11. November 2019 in
psychiatrischer Behandlung im Psychiatrie-Zentrum N._ zu stehen (IV-act. 1). Die
dort behandelnden medizinischen Fachpersonen diagnostizierten eine rezidivierende
depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10: F33.1; seit
mindestens November 2019), und eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit
zwanghaften und narzisstischen Anteilen (ICD-10: F61; seit mindestens November
2019). Sie bescheinigten dem Versicherten ab 11. November 2019 eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit und gingen davon aus, dass ab 1. März 2020 eine 20%ige
Arbeitsfähigkeit im geschützten Rahmen bestehe (Bericht vom 11. Februar 2020, IV-
act. 15-2 f.; siehe auch den gleichentags zuhanden des Krankentaggeldversicherers
verfassten Bericht in fremd-act. 1-7 ff. und den Austrittsbericht vom 26. März 2020, IV-
act. 51). Der RAD-Arzt Dr. med. O._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
schätzte in der Stellungnahme vom 24. April 2020 den Zeitpunkt des Eintritts des
Gesundheitsschadens mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf Oktober 2019 ein.
Nach Austritt aus der tagesklinischen Behandlung am 3. Dezember 2018 sei keine
Arbeitsunfähigkeit mehr ärztlich ausgewiesen und eine solche sei auch im Rahmen des
beim Austritt beschriebenen psychischen Zustands nicht anzunehmen. Rein
medizintheoretisch sei beim Versicherten von einer zumutbaren Präsenzzeit von 50 %
auszugehen bei einer noch zu evaluierenden Leistungsfähigkeit, insbesondere im
Rahmen der beschriebenen Persönlichkeitsstörung. Je nach Kontextfaktoren,
spezifischer Arbeitsplatzsituation und den lebenspraktischen Umständen könne im
Rahmen der Persönlichkeitsstörung eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit
bestehen. Die Arbeitsfähigkeit hänge letztlich von den Rahmenbedingungen und den
konkreten Arbeitsbedingungen im Zusammenhang mit Anforderungen und den
zwischenmenschlichen Verhältnissen ab («Stressfaktoren», IV-act. 26; siehe auch die
bilaterale Fallbesprechung vom 3. Juli 2020, worin der RAD-Arzt an seiner
Einschätzung bezüglich des Eintritts des Gesundheitsschadens festhielt, IV-
A.c.
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B.
act. 37-1 f.). Am 25. Juni 2020 berichteten die den Versicherten in der Tagesklinik am
Psychiatrie-Zentrum N._ vom 27. April bis 5. Juni 2020 behandelnden medizinischen
Fachpersonen, der Versicherte sei zur Stabilisierung in die Tagesklinik eingewiesen
worden. Dessen Teilnahme habe sich auf drei Tage pro Woche beschränkt. Dem
Versicherten wurde vom 27. April bis 14. Juni 2020 eine 80%ige und ab 15. Juni 2020
eine 60%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt (IV-act. 50).
Die IV-Stelle hatte kurz zuvor am 18. Juni 2020 eine Kostengutsprache für ein
Aufbautraining vom 15. Juni bis 15. November 2020 in der Durchführungsstelle P._
AG erteilt (IV-act. 32). Wegen Überforderung des Versicherten musste das
Aufbautraining abgebrochen werden (siehe Feststellungsblatt - Berufliche
Massnahmen vom 9. Juli 2020, IV-act. 40). Am 9. Juli 2020 ersetzte die IV-Stelle die
Kostengutsprache vom 18. Juni 2020 (mit Wirkung ab 6. Juli 2020) mit einer
Kostengutsprache für ein Belastbarkeitstraining vom 6. Juli bis 4. Oktober 2020 in der
Durchführungsstelle P._ AG (IV-act. 41). Mit gleichentags erlassener Verfügung
sprach die IV-Stelle dem Versicherten für die Dauer der Eingliederungsmassnahme
vom 15. Juni bis 15. November 2020 ein Taggeld in der Höhe von Fr. 42.40 zu (IV-
act. 43).
A.d.
Gegen die Taggeld-Verfügung vom 9. Juli 2020 erhob der Beschwerdeführer am
7. September 2020 Beschwerde. Er beantragte deren Aufhebung und die Ausrichtung
eines Taggelds von mindestens Fr. 156.80; unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
Zur Begründung brachte er im Wesentlichen vor, er habe seit Jahren an Depressionen
gelitten, sei seit Juli 2018 nicht mehr vollumfänglich arbeitsfähig gewesen und es sei
ihm seither auch nicht möglich gewesen, sich selbst wiedereinzugliedern, auch wenn er
es versucht habe. Dabei gelte es zu beachten, dass er während der Zeit des
Praktikums vom 1. Februar 2019 bis am 31. Juli 2019 fünfmal krankheitsbedingt über
einen oder mehrere Tage ausgefallen sei. Da er gerade psychisch nicht stabil gewesen
sei, habe er sich therapieren lassen wollen. Er habe sodann die Therapie wieder
abgebrochen, zumal er habe reüssieren wollen. Deshalb habe ihm die
Beschwerdegegnerin ein Taggeld im Umfang von 80 % des letzten Lohnes auf dem
ersten Arbeitsmarkt auszurichten (act. G 1). Mit der Beschwerde reichte der
B.a.
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Beschwerdeführer u.a. ein Schreiben von med. pract. J._ vom 31. August 2020 ein,
worin diese bestätigte, dass er (der Beschwerdeführer) am 3. und 10. Dezember 2018
in ihrer Sprechstunde gewesen sei. Psychopathologisch habe sich eine residuale
depressive Symptomatik gezeigt, wie sie auch im Austrittsbericht der Tagesklinik
beschrieben worden sei (act. G 1.3).
Das Belastbarkeitstraining bei der P._ AG musste vorzeitig abgebrochen werden
(zum Schlussbericht Integrationsmassnahme der P._ AG vom 15. Oktober 2020
siehe IV-act. 79), weshalb die Beschwerdegegnerin mit Mitteilung vom 14. September
2020 diejenige vom 9. Juli 2020 per 13. September 2020 aufhob (IV-act. 60). Am
17. September 2020 erteilte die Beschwerdegegnerin eine Kostengutsprache für ein
Belastbarkeitstraining vom 14. September bis 31. Dezember 2020 beim Verein Q._ (IV-
act. 64). Mit Schreiben vom 21. September 2020 teilte die Beschwerdegegnerin dem
Beschwerdeführer mit, dass der Taggeldansatz auch während der Verlängerung der
Eingliederungsmassnahme bis 31. Dezember 2020 unverändert bleibe (IV-act. 65). In
der Stellungnahme vom 10. November 2020 verneinte der RAD-Arzt Dr. O._ weiterhin
die Frage, ob aus versicherungsmedizinischer Sicht nachvollzogen werden könne, dass
der Gesundheitsschaden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bereits im Juli 2018
eingetreten sei (IV-act. 84-2 f.). Auf Anfrage der Beschwerdegegnerin vom
16. November 2020 antwortete med. pract. L._ gleichentags, er habe im Rahmen der
am 4. und 12. Juni 2019 erfolgten Gespräche keine Arbeitsunfähigkeit bescheinigt.
Damals sei der Beschwerdeführer in einem Praktikum gestanden. Das Attestieren einer
Arbeitsunfähigkeit sei nicht thematisiert worden (IV-act. 87).
B.b.
Die Beschwerdegegnerin beantragte in der Beschwerdeantwort vom 9. Dezember
2020 die teilweise Gutheissung der Beschwerde. In Abänderung der angefochtenen
Verfügung sei dem Beschwerdeführer während der Eingliederungsmassnahme ein IV-
Taggeld von Fr. 50.-- auszurichten. Die Beschwerdegegnerin machte im Wesentlichen
geltend, dass für die Bemessung der Taggeldhöhe vom Eintritt des
Gesundheitsschadens mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit im Oktober 2019
auszugehen sei. Nach Austritt aus der tagesklinischen Behandlung am 3. Dezember
2018 sei keine Arbeitsunfähigkeit mehr ausgewiesen gewesen. Massgebend für die
Taggeldhöhe sei deshalb der während des Praktikums erzielte Monatslohn, was zu
einem Betrag von Fr. 50.-- führe (act. G 6).
B.c.
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Erwägungen
1.
In formeller Hinsicht ist zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin im
Verwaltungsverfahren das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers (siehe hierzu
Art. 42 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[ATSG; SR 830.1]) verletzte, indem sie ihm vor Erlass der angefochtenen Verfügung
keine Möglichkeit einräumte, sich zum Verfügungsinhalt, insbesondere zur Höhe des
Taggelds, zu äussern. Wie das Versicherungsgericht bereits im Entscheid vom 15. Juli
2019, IV 2018/179, E. 1.1, einlässlich darlegte und worauf verwiesen wird, ist der
Anspruch auf das rechtliche Gehör vor dem Verfügungserlass auch dann zu gewähren,
wenn – wie vorliegend – gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung (BGE 134 V 97)
kein Vorbescheidverfahren durchgeführt werden muss. Da der rechtskundig vertretene
Beschwerdeführer ausschliesslich die materielle Behandlung der Angelegenheit
beantragte und auch keine anderen Gründe dagegensprechen, kann die
Gehörsverletzung vorliegend ausnahmsweise als geheilt betrachtet werden. Weil die
Beschwerde auch aus materiellen Gründen gutzuheissen ist, erübrigen sich
Weiterungen zur Frage, ob und in welchem Umfang die Heilung der Gehörsverletzung
bei den Kosten- und Entschädigungsfolgen zu berücksichtigen wäre.
In der Replik vom 1. Februar 2021 hielt der Beschwerdeführer unverändert an der
Beschwerde fest. Er führte aus, in seinem Konsultationseintrag vom 19. Dezember
2018 habe der behandelnde Dr. med. R._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
festgehalten, dass er (der Beschwerdeführer) Antidepressiva einnehme. Weiter könne
dem Eintrag von Dr. R._ vom 8. Mai 2019 entnommen werden, dass er auch während
des Praktikums niedergeschlagen und depressiv gewesen sei. Aus diesem Grund sei
das vollzeitliche Praktikum um 20 % reduziert worden, da die Arbeit psychisch und
physisch zu belastend gewesen sei (act. G 9). Mit der Replik reichte er einen
Kurzaustrittsbericht des Psychiatrie-Zentrums I._ vom 3. Dezember 2018 ein, worin
u.a. eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode
(ICD-10: F33.1), diagnostiziert worden war (act. G 9.1).
B.d.
Die Beschwerdegegnerin hielt ihrerseits in der Duplik vom 10. Februar 2021 an
ihrem in der Beschwerdeantwort gestellten Antrag fest (act. G 11).
B.e.
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2.
In materieller Hinsicht ist ausschliesslich die Höhe des Taggeldanspruchs umstritten
und nachfolgend zu prüfen. Der Taggeldanspruch an sich ist zwischen den Parteien zu
Recht unbestritten geblieben. Zur Dauer des Anspruchs ist Folgendes anzumerken: In
der angefochtenen Verfügung vom 9. Juli 2020 hielt die Beschwerdegegnerin fest, dass
die Voraussetzungen für ein Taggeld während der Eingliederungsmassnahme vom
15. Juni bis 15. November 2020 erfüllt seien (IV-act. 43). Mit Schreiben vom 14. Juli
2020 dokumentierte sie die Verkürzung der Eingliederungsmassnahme. Der Anspruch
auf ein IV-Taggeld bestehe voraussichtlich bis am 4. Oktober 2020 (IV-act. 44). Darauf
kam sie mit Mitteilungen vom 14. und 17. September 2020 zurück und erteilte nahtlos
für ein anderes Belastbarkeitstraining bis 31. Dezember 2020 Kostengutsprache (IV-
act. 60 und 64). Am 21. September 2021 wies sie auf diese Verlängerung der
Eingliederungsmassnahme hin und hielt fest, der Taggeldansatz bleibe unverändert (IV-
act. 65). Auch wenn im vorliegenden Verfahren förmlich gemäss dem Streitgegenstand
der angefochtenen Verfügung vom 9. Juli 2020 nur der Taggeldanspruch für den
Zeitraum 15. Juni bis 15. November 2020 verbindlich festzulegen ist, so hat bei dieser
Aktenlage der vorliegende Entscheid faktisch auch darüber hinaus auf die restliche
Dauer der Eingliederungsmassnahmen Auswirkungen.
Versicherte haben gemäss Art. 22 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) während der Durchführung von
Eingliederungsmassnahmen nach Art. 8 Abs. 3 IVG Anspruch auf ein Taggeld, wenn sie
wenigstens an drei aufeinander folgenden Tagen wegen der Massnahme verhindert
sind, einer Arbeit nachzugehen, oder in ihrer gewohnten Tätigkeit zu mindestens 50 %
arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) sind. Die Grundentschädigung beträgt 80 % des letzten
ohne gesundheitliche Einschränkung erzielten Erwerbseinkommens, jedoch nicht mehr
als 80 % des Höchstbetrags des Taggelds nach Art. 24 Abs. 1 IVG. Grundlage für die
Ermittlung des Erwerbseinkommens nach Art. 23 Abs. 1 IVG bildet laut Art. 23 Abs. 3
IVG das durchschnittliche Einkommen, von dem Beiträge nach dem Bundesgesetz
über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG; SR 831.10) erhoben werden
(massgebendes Einkommen).
2.1.
Nachfolgend ist zu beurteilen, an welche Erwerbstätigkeit bei der Beantwortung
der Frage nach dem letzten ohne gesundheitliche Einschränkung erzielten
Erwerbseinkommen gemäss Art. 23 Abs. 1 IVG anzuknüpfen ist.
2.2.
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Zunächst ergibt sich aus den Akten, dass der Beschwerdeführer offenbar schon
seit Jahren an psychischen Beschwerden litt, die ihn allerdings jahrelang nicht
nachhaltig in seiner beruflichen Entwicklung beeinträchtigt hatten (IV-act. 1-6 unten; zu
den in der Vergangenheit aufgetretenen Erschöpfungszuständen und
zwischenmenschlichen Konflikten siehe IV-act. 25-3 Mitte). Gemäss Verlaufseintrag
von Dr. R._ vom 23. August 2017 trat im Rahmen der Anstellung bei der E._. AG
als Z._berater eine Verschlechterung seines psychischen Gesundheitszustands ein,
die zu einer Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion geführt habe (act. G 9.2,
S. 3). Offenbar handelte es sich hierbei noch um eine bloss vorübergehende
Verschlechterung, da nach dem letzten Eintrag von Dr. R._ vom 20. November 2017
keine weiteren Behandlungen eines Gesundheitsleidens aktenkundig sind und der
Beschwerdeführer per 1. Januar 2018 in der Lage war, vollzeitlich eine Anstellung bei
der G._ AG anzutreten. Ähnlich wie die vorangegangene Tätigkeit (siehe hierzu das
Zeugnis der E._. AG vom 31. August 2017, IV-act. 3-3) stellte auch diese eine
Sachbearbeitertätigkeit in einem Baubereich dar, die hohe Anforderungen an
intellektuelle Fähigkeiten, Sozialkompetenz und Flexibilität stellte. Das Aufgabengebiet
umfasste nämlich: Planung und technische Umsetzung von Küchen, Garderoben und
Schränken; Bereitstellung von Produktionspapieren; wirtschaftliche Umsetzung für die
Produktion; Bestellungen von Spezialbeschlägen; Ansprechpartner für Verkauf,
Produktion und Montage; Zuständigkeit für die Auftragsabwicklung bis zur
Rechnungsstellung (IV-act. 3-2). Im Juli 2018 hatte sich der psychische
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers derart verschlechtert, dass er die
Funktion als Mitarbeiter F._ nicht mehr auszuüben vermochte (IV-act. 3-2), was zu
einer Kündigung durch die Arbeitgeberin per 30. September 2018 führte (IV-act. 12-2
unten). Im Gegensatz zu den im Jahr 2017 aufgetretenen psychischen Beschwerden
war die im Juli 2018 wegen der offenbar erheblichen Belastung am Arbeitsplatz
eingetretene gesundheitliche Verschlechterung (siehe hierzu IV-act. 24-1 und 24-3
Mitte) unvergleichbar schwerer. So machte das im Sommer 2018 aufgetretene
psychische Leiden eine stationäre Behandlung vom 11. bis 26. Juli 2018 erforderlich
(siehe zum Ganzen den Austrittsbericht der Klinik H._ vom 13. August 2018, IV-
act. 24). In damit zu vereinbarender Weise gab der Beschwerdeführer damals
nachvollziehbar an, «die jetzige Phase sei aber schlimmer als sonst» (IV-act. 24-1
unten). Es wurde ihm ab dem Klinikeintritt eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis
5. August 2018 bescheinigt (IV-act. 24-3). Bei Austritt zeigten sich immer noch
relevante Befunde, wenn auch nicht mehr im gleichen Ausmass wie bei Eintritt (so etwa
bezüglich kognitiver Probleme, gedrückter Stimmung, anderer psychischer und
verhaltensbezogener Probleme und Probleme durch die Bedingungen in Beruf und
2.2.1.
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Alltag; IV-act. 24-5). Zudem schloss sich an die stationäre Therapie eine tagesklinische
Behandlung im Psychiatrie-Zentrum I._ vom 31. Juli bis 3. Dezember 2018 an (IV-
act. 25-2). Im Licht dieser Umstände ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon
auszugehen, dass es im Verlauf der Anstellung bei der G._ AG wegen der dort
herrschenden schwierigen Arbeitsbedingungen (siehe hierzu auch die glaubwürdigen
Angaben des Beschwerdeführers in IV-act. 24-1) zu einer erheblichen Verschlechterung
des psychischen Gesundheitszustands kam, die weit über die in der Vergangenheit
vorübergehend aufgetretenen psychischen Erkrankungen hinausging und zu einer
vollständigen Arbeitsunfähigkeit bezogen auf sämtliche Erwerbstätigkeiten führte. Dies
bestätigte – allerdings bloss befristet – auch RAD-Arzt Dr. O._ (siehe dessen
Stellungnahme vom 24. April 2020, IV-act. 26-3 unten).
Entgegen der Auffassung des RAD-Arztes Dr. O._ (siehe die Stellungnahmen
vom 24. April 2020, IV-act. 26, und vom 10. November 2020, IV-act. 84-2 f., sowie die
Notiz zur bilateralen Besprechung vom 3. Juli 2020, IV-act. 37-1 f.) leuchtet nicht ein,
dass dem Beschwerdeführer die zuletzt ausgeübte, an die psychische Gesundheit
hohe Anforderungen stellende Tätigkeit bei der G._ AG (siehe hierzu vorstehende
E. 2.2.1) ab 4. Dezember 2018 wieder zumutbar gewesen wäre, geschweige denn
dieser vollständig frei von psychisch bedingten (quantitativen und qualitativen)
Beeinträchtigungen der Leistungsfähigkeit bezogen auf diesen Arbeitsplatz war. Der
RAD-Arzt differenziert denn seine Aussagen zur Arbeitsfähigkeit auch gar nicht konkret
in Bezug auf das zuletzt ausgeübte Arbeitsverhältnis bei der G._ AG und setzt sich
folglich auch nicht mit den dort herrschenden Anforderungen an das Leistungsprofil
auseinander. Selbst wenn seine Vermutung zuträfe, dass der Beschwerdeführer nach
der Beendigung der tagesklinischen Behandlung anfangs Dezember 2018 bloss noch
«maximal» an einer leichten depressiven Episode gelitten hätte, kann nicht einfach
bezogen auf die Tätigkeit bei der G._ AG von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit
ausgegangen werden. Der RAD-Arzt begründet dies denn auch bloss damit, dass diese
Diagnose «versicherungspsychiatrisch im Regelfall einer 100%igen Arbeitsfähigkeit»
entspreche. Eine konkrete Würdigung bzw. eine Auseinandersetzung mit dem
psychisch stark belastenden Anforderungsprofil bzw. den faktischen
Arbeitsbedingungen der damaligen Anstellung bei der G._ AG ist nicht erkennbar. In
der einschlägigen medizinischen Literatur wird zwar davon ausgegangen, dass
Personen, die an leichtgradigen depressiven Symptomen leiden, in der Regel
arbeitsfähig bleiben, jedoch nur, sofern am Arbeitsplatz nicht besondere kreative
Fähigkeiten oder Flexibilität und erhöhte Anforderungen an die kognitiven Funktionen
gestellt werden (Swiss Insurance Medicine, Zumutbare Arbeitstätigkeit nach Unfall und
2.2.2.
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bei Krankheit, 2007, S. 18). Vorliegend steht gerade die Beurteilung eines derartigen
Arbeitsplatzes im Raum, dessen Verhältnisse zudem unbestrittenermassen im Sommer
2018 zu einer gravierenden, über eine leichtgradige Depression hinausgehenden
Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustands massgeblich beitrugen. Die
Einschätzung des RAD-Arztes Dr. O._ wirft umso mehr Fragen auf, weil er am
24. April 2020 selbst darauf hinwies, dass die Arbeitsfähigkeit letztlich von den
Rahmenbedingungen und den konkreten Arbeitsbedingungen in Zusammenhang mit
den Anforderungen und zwischenmenschlichen Verhältnissen abhänge
(«Stressfaktoren», IV-act. 26-4), die bezüglich der Tätigkeit bei der G._ AG als hoch
zu bezeichnen sind. Im Übrigen geht aus dem Kurzaustrittsbericht des Psychiatrie-
Zentrums I._ vom 3. Dezember 2018 und dem Austrittsbericht vom 11. Februar 2019
hervor, dass die dort behandelnden medizinischen Fachpersonen «gegenwärtig» von
einer mittelgradigen Episode ausgingen (act. G 9.1 und IV-act. 25-2). Des Weiteren ist
dem Austrittsbericht des Psychiatrie-Zentrums I._ vom 11. Februar 2019 zu
entnehmen, dass die depressive Symptomatik zwar verbessert, jedoch nicht beseitigt
werden konnte. Schliesslich ist darin keine Stellungnahme zur Arbeitsfähigkeit
enthalten und insbesondere wurde bei Austritt keine 100%ige Arbeitsfähigkeit bezogen
auf die Tätigkeit bei der G._ AG bescheinigt (IV-act. 25-2).
Die den Schlussfolgerungen des RAD-Arztes zugrunde liegende Behauptung, der
Beschwerdeführer habe sich nach dem 3. Dezember 2018 «über 10 Monate in keinerlei
medizinischer Behandlung, weder beim HA noch beim Spezialisten» befunden (IV-
act. 37-2 und IV-act. 84-1 unten), erweist sich als aktenwidrig. Vielmehr ergibt sich aus
mehreren Akten, dass der Leidensdruck des Beschwerdeführers immerhin so hoch
war, dass er sich um eine weitere ambulante Psychotherapie bemühte. So versuchte er
noch Ende 2018 eine Therapie bei med. pract. J._ zu etablieren, die allerdings
scheiterte (siehe den Eintrag von Dr. R._ vom 19. Dezember 2018, act. G 9.2, S. 2
Mitte). In der Folge nahm er – wenn auch bloss überbrückend – eine ambulante
Therapie bei der ihn in der Tagesklinik am Psychiatrie-Zentrum I._ behandelnden
Psychiaterin wahr (IV-act. 25-4). Von Bedeutung ist ausserdem, dass der
Beschwerdeführer ab Dezember 2018 offenbar zumindest bereit war, eine
psychopharmakologische Therapie aufzunehmen (siehe Eintrag von Dr. R._ vom
19. Dezember 2018, act. G 9.2, S. 2: «Nimmt seit kurzem jetzt Valdoxan und müsse
deshalb Blutuntersuchungen durchführen»). Diese inzwischen gewachsene Bereitschaft
deutet vorliegend umso mehr auf einen vergleichsweise erheblichen Leidensdruck hin,
da sich der Beschwerdeführer zuvor noch gegen die Durchführung einer (als dringend
indiziert erachteten) medikamentösen Therapie ausgesprochen hatte (siehe IV-act. 24-3
2.2.3.
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oben und IV-act. 25-3). Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer sogar das Praktikum
bei der Stiftung K._ als psychisch «ziemlich belastend» empfand und eigentlich ein
bloss reduziertes Arbeitspensum von 80 % anstrebte (Eintrag von Dr. R._ vom 8. Mai
2019, act. G 9.2, S. 2 oben; zu den wiederholten krankheitsbedingten Absenzen
während des Praktikums siehe act. G 1, III. Rz 2). Auch wenn Dr. R._ über keine
fachpsychiatrische Ausbildung verfügt, spricht das von ihm damals gezeichnete Bild
der Leidenspräsentation («erneut angeschlagen, depressiv, weint») ebenfalls dafür,
dass der Beschwerdeführer nach dem Eintritt der gesundheitlichen Verschlechterung
im Sommer 2018 jedenfalls bezogen auf die frühere Tätigkeit bei der G._ AG eine
vollständige Arbeitsfähigkeit bislang nicht wieder erreichte.
Der Umstand, dass der Beschwerdeführer bereits vor dem Eintritt der
erheblichen Verschlechterung seines psychischen Gesundheitszustands im Sommer
2018 eine berufliche Veränderung in Betracht gezogen hatte (IV-act. 25-3), liegt
naheliegend in seiner vorbestehenden psychischen Vulnerabilität begründet. Von
Bedeutung ist ausserdem, dass sich der Wunsch nach einer beruflichen Veränderung
in Richtung Arbeitsagoge erst nach dem Eintritt der gesundheitlichen Verschlechterung
konkretisierte, nachdem dem Beschwerdeführer seither endgültig klar geworden war,
krankheitsbedingt nicht mehr in der «bisherigen Branche» arbeiten zu können (act. G 1,
III. Rz 1). So geht aus dem Austrittsbericht des Psychiatrie-Zentrums I._ vom
11. Februar 2019 denn auch hervor, dass sich der Beschwerdeführer (erst) während
der dortigen Behandlung bei geeigneten Institutionen bewarb (IV-act. 25-3) bzw. sich
definitiv entschloss, sich beruflich zu verändern. Wie der Beschwerdeführer
nachvollziehbar vorbringt, erscheinen seine erst im Rahmen der tagesklinischen
Behandlungen begonnenen Bemühungen um eine berufliche Veränderung als ein
anerkennenswerter Ausdruck seines beruflichen Selbsteingliederungswillens (act. G 1,
III. Rz 6). Diesbezüglich ist anzufügen, dass der Beschwerdeführer gemäss den Akten
einen grossen Willen gezeigt und geäussert habe, wieder im ersten Arbeitsmarkt tätig
zu sein (IV-act. 79-2).
2.2.4.
Vor diesem Hintergrund erscheint der von der Beschwerdegegnerin gezogene
Schluss, dass der Beschwerdeführer auch ohne seine psychischen Leiden einen
Arbeitsplatzwechsel oder gar einen Wechsel in eine bauferne Branche vorgenommen
und das Praktikum bei der Stiftung K._ absolviert hätte, jedenfalls nicht als
überwiegend wahrscheinlich. Viel naheliegender und überwiegend wahrscheinlich ist,
dass der Beschwerdeführer ohne die psychische Krankheit weiterhin in seiner
angestammten Branche als qualifizierter Sachbearbeiter, insbesondere auch bei der
G._ AG, reüssiert hätte (vgl. den Entscheid des Versicherungsgerichts vom 15. Juli
2.2.5.
© Kanton St.Gallen 2022 Seite 13/14
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St.Galler Gerichte
3.
2019, IV 2018/179, E. 2.3.3) und es nicht zu einer krankheitsbedingten Kündigung der
Arbeitgeberin gekommen wäre. Hierfür spricht denn auch, dass er sich nach seiner
Ausbildung zum Schreiner in der angestammten Branche bis zum Eintritt der
Verschlechterung seines psychischen Gesundheitszustands im Sommer 2018 jahrelang
mit hohem Engagement beruflich weiterbildete (IV-act. 3-1 ff.). Das im Sinn von Art. 23
Abs. 1 IVG für die Taggeldhöhe massgebende Erwerbseinkommen bestimmt sich
folglich nach dem bei der G._ AG erzielten Verdienst.
Das für das Taggeld massgebende Einkommen wird bei Versicherten mit
regelmässigem Einkommen auf den Tag ausgerechnet (Art. 21 Abs. 3 Satz 1 der
Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Für Versicherte mit
Monatslöhnen wird der letzte ohne gesundheitliche Einschränkungen erzielte
Monatslohn mit 12 vervielfacht. Dem ermittelten Jahreslohn wird ein allfälliger
13. Monatslohn hinzugerechnet. Der so ermittelte Jahresverdienst wird durch 365
geteilt (Art. 21 Abs. 3 lit. a IVV). Der letzte vor Eintritt des sich auf die Arbeitsfähigkeit
auswirkenden Gesundheitsschadens erzielte Monatslohn betrug Fr. 5'500.-- und der
Beschwerdeführer hatte Anspruch auf einen 13. Monatslohn (IV-act. 12-9). Damit
beträgt das für das Taggeld massgebende Einkommen aufgerundet Fr. 195.90
(Fr. 5'500.-- x 13 / 365) und das Taggeld abgerundet Fr. 156.70 (Fr. 195.90 x 0.8).
2.2.6. bis
bis
Der Beschwerdeführer wirft die Frage auf, ob ihm mit Blick auf die in Art. 21
IVV normierte Besitzstandsgarantie sogar ein noch höheres Taggeld entsprechend dem
bisherigen Taggeldanspruch der Arbeitslosenkasse zusteht (act. G 1, III. Rz 8). Gemäss
dieser Verordnungsbestimmung entspricht das Taggeld, das die Invalidenversicherung
nach Art. 22 Abs. 5 IVG zusätzlich zur Rente auszahlt, mindestens dem bisher
bezogenen Taggeld (eines anderen Versicherers), wenn die versicherte Person infolge
der Durchführung einer Massnahme das Taggeld dieses anderen Versicherers verliert,
das auf einem vorangegangenen Erwerbseinkommen basiert. Wie sich aus den
Fremdakten ergibt (insbesondere fremd-act. 4 f.) und die Beschwerdegegnerin
zutreffend darlegt (act. G 6, III. Rz 3), verlor der Beschwerdeführer im vorliegend
relevanten Zeitraum vom 15. Juni bis 15. November 2020 aufgrund der
Eingliederungsmassnahme kein Taggeld der Arbeitslosenversicherung, weshalb eine
Besitzstandsgarantie von vornherein entfällt.
2.2.7. novies
ter
Gemäss vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gutzuheissen und dem
Beschwerdeführer sind für den Zeitraum vom 15. Juni bis 15. November 2020
Taggeldleistungen von Fr. 156.70 pro Tag zuzusprechen.
3.1.
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