Decision ID: bc8523c0-1fac-46a6-80b1-2fa83880287c
Year: 2010
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1. X._, geboren 1953, absolvierte eine Malerlehre in Italien und war von 1980 bis Ende März 2004 beim Malergeschäft Y._ als Kundenmaler angestellt (Urk. 8/11). Nach zwei Unfällen in den Jahren 1990 und 1995 sowie einem Arbeitsunfall am 11. März 2002 (Urk. 8/9/16) litt der Versicherte an Schmerzen in der rechten Schulter, im rechten Daumen-, Hand- und Kniegelenk.
Am 28. Februar 2003 meldete er sich bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle (nachfolgend: IV-Stelle), zum Rentenbezug an (Urk. 8/3). Mit Verfügung vom 1. Dezember 2004 sprach sie dem Versicherten vom 1. März bis zum 30. November 2003 eine befristete ganze Rente zu (Urk. 8/32). Bis Ende 2005 wurden dem Versicherten von der Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA) Taggelder ausgerichtet (Urk. 8/49, 8/47/2).
Am 27. Oktober 2006 meldete sich der Versicherte bei der IV-Stelle erneut zum Leistungsbezug an (Urk. 8/50). Die IV-Stelle liess einen Auszug aus dem Individuellen Konto (IK-Auszug, Urk. 8/58) erstellen und zog die medizinischen Akten der SUVA (Urk. 8/47 und Urk. 8/48) sowie verschiedene Arztberichte bei, unter anderem von Dr. med. Z._, Facharzt für Rheumatologie, Sport und Innere Medizin, vom 6. Dezember 2006 (Urk. 8/55), von Dr. med. A._, Allgemeinmediziner, vom 7. Januar 2007 und vom 23. Januar 2008 (Urk. 8/57 und Urk. 8/77) sowie vom B._ vom 8. Juni 2006 und 15. Mai 2007 (Urk. 8/63). Ausserdem liess die IV-Stelle ein polydisziplinäres Gutachten des C._ vom 20. Dezember 2007 erstellen (Urk. 8/73). Sie nahm zur Kenntnis, dass die SUVA dem Versicherten mit Verfügung vom 7. November 2007 ab dem 1. Januar 2006 auf der Basis einer Erwerbsunfähigkeit von 23 % eine Rente zusprach (Urk. 8/71). Mit Vorbescheid vom 10. Juli 2008 kündigte die IV-Stelle dem Versicherten die Abweisung des Rentenbegehrens bei einem Invaliditätsgrad von 37 % an (Urk. 8/82). Mit Schreiben vom 17. Juli 2008 erhob der Versicherte dagegen Einwand (Urk. 8/86). Mit Verfügung vom 13. Oktober 2008 wurde das Rentenbegehren abgewiesen (Urk. 2).
2. Gegen die Verfügung vom 13. Oktober 2008 liess X._ mit Eingabe vom 4. November 2008 Beschwerde erheben und die Zusprechung einer ganzen Rente beantragen. Eventualiter sei die Angelegenheit zwecks Vornahme weiterer medizinischer oder beruflicher Abklärungen an die Vorinstanz zurückzuweisen (Urk. 1). Er legte seiner Beschwerde zahlreiche medizinische Unterlagen bei (Urk. 3/3-13). Mit Beschwerdeantwort vom 8. Dezember 2008 stellte die IV-Stelle den Antrag auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 7). Innert angesetzter Frist zur Einreichung der Replik liess sich der Beschwerdeführer nicht vernehmen, weshalb androhungsgemäss Verzicht auf Replik angenommen und der Schriftenwechsel mit Verfügung vom 2. Februar 2009 geschlossen wurde (Urk. 9 und Urk. 11).
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 6. Oktober 2006, der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 28. September 2007, des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) sowie das Bundesgesetz über die Schaffung und die Änderung von Erlassen zur Neugestaltung des Finanzausgleichs und der Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen (NFA) vom 6. Oktober 2006 in Kraft getreten. In materiellrechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des angefochtenen Entscheids respektive im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 467 Erw. 1, 126 V 136 Erw. 4b, je mit Hinweisen.
Die angefochtene Verfügung ist am 13. Oktober 2008 ergangen, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 begonnen hat. Daher und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung betrifft, über welche noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die damals geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen Normen der 5. IV-Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 7. Juni 2006 in Sachen M., I 428/04, Erw. 1). Dies fällt materiellrechtlich jedoch nicht ins Gewicht, weil die 5. IV-Revision hinsichtlich der Invaliditätsbemessung keine substanziellen Änderungen gegenüber der bis 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Rechtslage gebracht hat, so dass die zur altrechtlichen Regelung ergangene Rechtsprechung weiterhin massgebend ist (Urteil des Bundesgerichts in Sachen A. vom 19. Mai 2009, 8C_76/2009, Erw. 2). Im Folgenden werden die massgeblichen Gesetzesbestimmungen - soweit nichts anderes vermerkt ist - in der seit dem 1. Januar 2008 geltenden Fassung zitiert.
1.2 Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3 Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG (bis 31. Dezember 2007: Art. 28 Abs. 2 IVG) aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 349 Erw. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4 Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach Art. 87 Abs. 4 IVV eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss Abs. 3 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (vgl. dazu BGE 130 V 71; AHI 1999 S. 84 Erw. 1b mit Hinweisen; vgl. auch AHI 2000 S. 309 Erw. 1b mit Hinweisen). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 130 V 75 Erw. 3.2.2 und 3.2.3, 117 V 198 Erw. 3a, 109 V 115 Erw. 2b).
Diese Grundsätze gelten auch im Rahmen der Neuanmeldung nach einer rückwirkenden zugesprochenen befristeten Invalidenrente (BGE 133 V 263).
2.
2.1 Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung des Beschwerdeführers materiell eingetreten, hat einen Anspruch auf eine Rente jedoch materiell verneint. Zu prüfen ist, ob seit der rechtskräftigen Verfügung vom 1. Dezember 2004 (Urk. 8/32), mit der dem Beschwerdeführer vom 1. März bis zum 30. November 2003 eine befristete ganze Rente zugesprochen und in der ab November 2003 von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in leidensangepasster Tätigkeit ausgegangen wurde (Urk. 8/25), bis zur angefochtenen Verfügung vom 13. Oktober 2008 (Urk. 2) eine Veränderung der Verhältnisse eingetreten ist, die nunmehr die Rentenzusprache erlaubt.
2.2 Zur Begründung der angefochtenen Verfügung führte die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen aus, der Beschwerdeführer sei in seiner angestammten Tätigkeit als Kundenmaler nicht mehr arbeitsfähig. Hingegen sei er gestützt auf die Beurteilung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) sowie des C._ in behinderungsangepasster Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig. Nach Vornahme eines Einkommensvergleichs und unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzuges von 20 % errechnete die IV-Stelle einen Invaliditätsgrad von 37 % und verneinte einen Rentenanspruch (Urk. 2).
2.3 Demgegenüber macht der Beschwerdeführer zusammengefasst geltend, er sei gemäss der Beurteilung von Dr. Z._ aufgrund seiner gesundheitlichen Beschwerden für behinderungsangepasste Tätigkeiten lediglich noch zu 35 bis 40 % arbeitsfähig. Auf das polydisziplinäre Gutachten des C._ könne hingegen nicht abgestellt werden, da auf seine multiplen Beschwerden, insbesondere die psychische Komponente und die in diesem Zusammenhang erfolgten Behandlungen an der L_ und bei Psychiater Dr. E._ nur ungenügend eingegangen worden sei. Die Untersuchung durch den psychiatrischen Gutachter Dr. F._ habe nur wenige Minuten gedauert und sei in ihrer Schlussfolgerung falsch. Im Übrigen sei auch seiner Kopfwehproblematik nicht genügend Beachtung geschenkt worden (Urk. 1).
3.
3.1 Der rechtskräftigen Verfügung vom 1. Dezember 2004 lagen im Wesentlichen die Akten der SUVA zugrunde und darunter der kreisärztliche Bericht von Dr. med. G._, Facharzt für Chirurgie, vom 31. Oktober 2002, worin dem Beschwerdeführer aufgrund der am 11. März 2002 erlittenen rechtsseitigen Scaphoidfraktur sowie einer STT-Arthrose eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in seiner angestammten Tätigkeit als Kundenmaler attestiert wurde. Beim Beschwerdeführer bestehe ein Schmerzsyndrom, welches sich bereits bei einfachen belastenden Bewegungen von der Daumenbasis her in den Vorderarm ulnar ausstrahlend bemerkbar mache. Die Beweglichkeit und Belastbarkeit des ganzen Armes seien hingegen nicht eingeschränkt. In einer leidensangepassten Tätigkeit, namentlich ohne ganztägige forcierte Belastung des rechten Daumens und ohne repetitive Arbeiten oder Belastungen über 3 kg, sei er zu 100 % arbeitsfähig (Urk. 8/9/13).
Aufgrund der in Fehlstellung verheilten Scaphoidfraktur rechts musste sich der Beschwerdeführer am 24. Februar 2003 bei Dr. med. H._ einer operativen Fragmentexzision und Abtragung des Osteophyten am Trapezium unterziehen. Dr. H._ stellte im Bericht vom 7. April 2003 einen unauffälligen postoperativen Verlauf und nur noch leichte Restbeschwerden fest. Der Beschwerdeführer sei jedoch durch ihm nicht bekannte Beschwerden in der rechten Schulter und im Rücken in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Er empfehle diesbezüglich eine ergänzende Abklärung (Urk. 8/12).
Daraufhin wurde im Rahmen der kreisärztlichen Untersuchung vom 2. Juni 2003 beim Beschwerdeführer eine Verlagerung der Schmerzproblematik von der rechten Hand in die rechte Schulter festgestellt. Es lägen Hinweise für ein Impingement-Syndrom vor. Bezüglich der Handbeschwerden dürfte in den nächsten 2 bis 3 Monaten noch einmal eine Verbesserung zu erwarten sein. Des Weiteren leide der Beschwerdeführer aufgrund der Schulterschmerzen zunehmend an Schlafstörungen. Ausserdem bestünden schon seit längerem Rückenbeschwerden, weshalb er etwa einmal pro Jahr eine Physiotherapie besuche (Urk. 8/13).
Im Bericht über das Ergonomie-Trainingsprogramm der I._ vom 28. Juni 2004 wurden Belastungsschmerzen von Schulter, Ellenbogen, Handgelenk und Knie rechts sowie Druckschmerz im Brustkorb links festgestellt. Die Wiedereingliederung des Beschwerdeführers in seine bisherige berufliche Tätigkeit als Kundenmaler in absehbarer Zeit wurde als kaum realistisch erachtet, da die Bereitschaft zur Erarbeitung von aktivitätsbezogenen Zielen schlecht gewesen sei und die Leistungsbereitschaft als fraglich beurteilt wurde. Aufgrund des zunehmend selbstlimitierenden Verhaltens, des Ausbleibens von Fortschritten und der mangelnden Bereitschaft, sich mit der beruflichen Zukunft aus-einanderzusetzen, musste das Trainingsprogramm vorzeitig abgebrochen werden. Die demonstrierte Leistung sei deutlich von den Anforderungen als Maler entfernt. Leichte bis mittelschwere Arbeit sei dem Beschwerdeführer ganztags zumutbar (Urk. 8/19).
3.2 Nach erfolgter Neuanmeldung stellte Dr. Z._ im Bericht vom 6. Dezember 2006 beim Beschwerdeführer einen chronischen Schmerzzustand des Bewegungsapparates fest. Im Vordergrund stünden Schmerzen in der rechten Hand, im Bereich der rechten und linken Schulter sowie im rechten Kniegelenk. In den letzten Wochen sei nun ein massiver Kopfschmerz hinzu gekommen. Bei der klinischen Untersuchung hätten sich eine leichte Schwellung und Synovitis im Bereich des rechten Kniegelenkes gezeigt. Aufgrund der zusätzlichen Beschwerden und der langsamen Progredienz der übrigen muskuloskelettalen Beschwerden sei der Beschwerdeführer für leichte Tätigkeiten ab 1. November 2006 lediglich noch zu 30 % arbeitsfähig (Urk. 8/55).
3.3 Im Bericht vom 8. Januar 2007 hielt Dr. A._ fest, die Traumatisierung als Folge verschiedener Unfälle sei hauptsächlich an den oberen Extremitäten, namentlich dem Schultergelenk, der Handgelenke und dem Ellenbogengelenk erfolgt. Eine Symptomausweitung sei sicher durch die parallel erfolgte Kündigung des Arbeitsplatzes begünstigt worden. Mittlerweile habe sich eine reaktive depressive Verstimmung entwickelt. Der Beschwerdeführer sei in einer behinderungsangepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig (Urk. 8/57).
3.4 Im Gutachten des C._ vom 20. Dezember 2007 wurden die Resultate der internistischen, orthopädisch-chirurgischen, rheumatologischen sowie psychiatrischen Untersuchungen dargestellt und anschliessend folgende Diagnosen gestellt, die sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkten:
1. Belastungsabhängiges Schmerzsyndrom des rechten Kniegelenks mit/bei
-
diskretem degenerativem retropatellärem Knorpelschaden
-
freier aktiver Beweglichkeit
-
Status nach direkter Kontusion im Oktober 1995 mit konsekutiver Bursitis präpatellaris und Bursektomie am 8. November 1995
2. Chronifizierte tendinotische Periarthropathie des rechten Schultergelenks mit/bei
-
Status nach Scapulatrümmerfraktur im Februar 1990
-
AC-Arthrose
-
Status nach arthroskopischer subacromialer Dekompression und Limbus Débridement am 24. Juni 2003
3. Lumbospondylogenes Schmerzsyndrom mit/bei
-
Beginnender Osteochondrose L5/S1 und beginnender Sklerose der Interartikularportion L5/S1 beidseits
-
steilem Kreuzbeinbasiswinkel.
Im Gesamtgutachten kamen die Ärzte zum Schluss, aus somatischer Sicht stehe für den Beschwerdeführer das belastungsabhängige Geschehen im rechten Kniegelenk im Vordergrund. Dies kontrastiere jedoch mit der Angabe, dass er Radtouren über mehr als 20 km Distanz unternehme. Die klinische Untersuchung bleibe ohne Nachweis eines pathologisch-anatomischen Befundes. Eine Einschränkung der Belastbarkeit ergebe sich höchstens durch eine beginnende retropatelläre Chondropathie, wie sie bereits in I._ beschrieben worden sei. Hinsichtlich der geklagten tiefsitzenden Rückenschmerzen seien die objektivierbaren Befunde gering gewesen, gesichert sei einzig eine Chondrose bis Osteochondrose auf der Etage L5/S1 bei steilem Kreuzbeinbasiswinkel und beginnender Sklerose. Auch die geltend gemachten Missempfindungen in der rechten Hand seien ohne pathologisch-anatomisches Korrelat geblieben. Rheuma-orthopädisch liege eine Polymorbidität vor, welche diverse Funktionsstörungen nach sich ziehe. Aus somatisch-medizinischer Sicht sei der Beschwerdeführer aufgrund der Beschwerden in der rechten Schulter in seiner angestammten Tätigkeit als Kundenmaler - welche zeitlich in hohem Ausmass mit Überkopfarbeiten verbunden sei - nicht mehr arbeitsfähig. Für behinderungsangepasste Tätigkeiten bestehe hingegen eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Aus psychiatrischer Sicht bestünden keine Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit. Die geltend gemachten Missempfindungen in der rechten Hand und die atypischen Clusterkopfschmerzen, welche medikamentös recht gut beherrschbar seien, würden sich ebenfalls nicht negativ auf die Arbeitsfähigkeit auswirken (Urk. 8/73).
4.
4.1 Aus den medizinischen Unterlagen geht damit einhellig hervor, dass der Beschwerdeführer aus somatischer Sicht aufgrund der Schmerzen im rechten Schultergelenk in seiner angestammten Tätigkeit als Kundenmaler - welche mehrheitlich mit Überkopfarbeiten verbunden ist - nicht mehr arbeitsfähig ist (Urk. 8/55, Urk. 8/57 und Urk. 8/73). Dies ist unter den Parteien soweit unbestritten und durch das Beschwerdebild und die Diagnosen hinreichend ausgewiesen.
Strittig und zu prüfen ist hingegen die Frage, in welchem Mass der Beschwerdeführer in einer leidensangepassten Tätigkeit noch arbeitsfähig ist und weiter, ob er - wie vom Beschwerdeführer hauptsächlich geltend gemacht - aus psychischen Gründen relevante Einschränkungen erleidet.
4.2 Der Gutachter Dr. med. F._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, kam zum Schluss, der Beschwerdeführer sei aus psychiatrischer Sicht in seiner Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt. Im Rahmen der Untersuchung gab der Beschwerdeführer an, er treffe sich auf Anweisung seines Hausarztes zwar etwa alle zwei Monate mit Dr. E._ zu Gesprächen, jedoch sehe er sich selber als psychisch gesund an. In der Befunderhebung zeigte er sich bewusstseinsklar, zu allen Qualitäten orientiert, ohne inhaltliche Denkstörungen, ohne Hinweise auf Halluzinationen, Wahn- oder Ich-Störungen und war affektiv gut spürbar. Es waren insbesondere keine Anzeichen von Interessensverlust oder sozialem Rückzug erkennbar, welche auf eine depressive Störung hindeuten würden. Vielmehr legte der Beschwerdeführer dar, verschiedenen Hobbys nachzugehen, wie Radfahren und Spazieren und er war Mitglied eines Vereins für Italiener und Anhänger des Fussballvereins AC Milan. Des Weiteren pflegte er aktiv soziale Kontakte mit Freunden und seinen Enkelkindern. Aus differentialdiagnostischer Sicht konnte zudem eine somatoforme Schmerzstörung ausgeschlossen werden. Wenn bei dieser detailliert beschriebenen Sachlage Dr. F._ nach seiner eigenen Untersuchung des Versicherten, die er zudem aufgrund von Verständigungsschwierigkeiten unter der Mithilfe eines Dolmetschers durchgeführt hat, keine psychiatrische Pathologie mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit gesehen hat, leuchtet dies ein. Gemäss einer Bemerkung des Psychiaters hatte er für diese Schlussfolgerung zudem mit dem behandelnden Therapeuten Dr. E._ Rücksprache genommen (Urk. 8/73/43).
Hingegen vermögen die vom Beschwerdeführer vorgebrachten Einschätzungen der L_ die Beweistauglichkeit des psychiatrischen Gutachtens nicht in Frage zu stellen. Die im Bericht der L_ vom 2. April 2007 (Urk. 8/77/2) gestellten Diagnosen einer Somatisierungsstörung (ICD-10: F45.0) und einer mittelgradig depressiven Episode (ICD-10: F32.1) basieren mehr oder weniger einzig auf der damaligen Sachdarstellung des Versicherten von Freud-, Lust- und Energielosigkeit und bestehenden Schlafstörungen. Es geht jedoch aus dem Bericht nicht hervor, ob denn auch tatsächlich ermittelt wurde, wie der Tagesablauf und das soziale Leben des Versicherten aussahen, was Dr. F._ nachvollziehbar aufgezeigt hat und weshalb er eine eigene Wertung der Sachlage vornehmen konnte. Auch zur Arbeitsfähigkeit wurden keine Angaben gemacht, und es wurde auch nicht dargelegt, inwiefern sowohl privat als auch beruflich Einschränkungen gegeben sein sollten.
Dr. E._, der den Versicherten seit April 2007 therapiert, diagnostizierte im Bericht vom 15. September 2008 eine leicht- bis mittelgradige depressive Störung (ICD-10: F32.11). Auch seine Untersuchungen ergaben keine Somatisierungsstörung oder eine somatoforme Schmerzstörung. Er schätzte die Arbeitsunfähigkeit auf 20 bis 30 % ein. Jedoch handelt es sich dabei, wie von ihm selber dargelegt, um eine Einschätzung unter Einbezug der gesamten psychischen, somatischen und sozialen Umstände. Eine abschliessende Beurteilung aus rein psychiatrischer Sicht lässt dieser Bericht nicht zu. So empfahl Dr. E._, den Beschwerdeführer zur genaueren Erfassung der Arbeitsunfähigkeit noch psychiatrisch begutachten zu lassen.
4.3 Der Beschwerdeführer macht geltend, bezüglich seiner Kopfschmerzen seien die Beurteilungen des J._ sowie von Dr. A._ nur ungenügend im Gutachten des C._ berücksichtigt worden (Urk. 1 S. 5-6). Aus den medizinischen Unterlagen, insbesondere des B._, geht hervor, dass der Beschwerdeführer seit Januar 2006 an täglich vorhandenen Kopfschmerzen leide. Die Untersuchung am B._ vom 8. Juni 2006
ergab die Verdachtsdiagnose eines atypischen Clusterkopfschmerzes. Zur Reduktion der Beschwerden wurde eine Basistherapie mit Isoptin sowie eine Akuttherapie mit Triptan empfohlen (Urk. 8/63/2). Ein MRI am K._ vom 23. Oktober 2006 ergab einen Gefässkontakt an der Wurzeleintrittszone des linken Nervus Trigeminus mit einer Schlinge der Arteria cerebelli inferior anterior, welcher jedoch keine Impressionen in den Nerven hervorrufe (Urk. 8/77/2). Im Rahmen der Nachkontrolle am B._ vom 15. Mai 2007 zeigten sich die Beschwerden unverändert (Urk. 8/63/1). Bei einer weiteren Nachkontrolle am 16. Juni 2008 klagte der Beschwerdeführer unverändert über tägliche Kopfschmerzen, welche sich bei körperlicher Bewegung verschlimmern. Bezüglich der Arbeitsfähigkeit wurde festgehalten, dass derzeit Arbeiten mit Heben und Tragen von Lasten nicht zumutbar seien. Körperlich leichte Arbeiten seien im Sinne einer Teilzeitbeschäftigung möglich (Urk. 8/85).
Es zeigt sich in der Tat, dass die Kopfschmerzen seit 2006 nicht gelindert werden konnten und sich weitgehend als therapieresistent erwiesen haben. Dabei ist dem Beschwerdeführer darin Recht zu geben, dass die Frage der Auswirkung der vorhandenen Kopfschmerzen durch die Gutachter des C._ nicht überzeugend beantwortet wurde. Nach der Erstellung des Gutachtens wurden die Gutachter des C._ nochmals mit der Frage der Bedeutung des Kopfschmerzes konfrontiert. Dabei führten sie lediglich aus, diese hätten bei ihnen nicht im Vordergrund gestanden (Urk. 8/76). Dabei geht aus den erwähnten Unterlagen im Gutachten jedoch hervor, dass die Gutachter nicht über sämtliche Unterlagen hinsichtlich des Kopfschmerzes verfügt hatten, sie führten einzig den Bericht des B._s vom 8. Juni 2006 auf (Urk. 8/73/9). Somit fehlte das MRI vom 23. Oktober 2006 (Urk. 8/77/2). Wie sich aus dem Bericht der Spezialisten der Klinik B._ vom 16. Juni 2008 ergibt, sind sie der Ansicht, dass die chronischen Kopfschmerzen zum Teil im Zusammenhang mit einem Clusterkopfschmerz stehen, seien diesbezüglich doch radiologische Nachweisdiagnostiken erbracht worden, die eine positive Befundlage dokumentiert hätten (Urk. 8/85/5). Sodann äusserten sich die Ärzte zwar dahingehend, dass eine teilzeitliche Beschäftigung von Vorteil wäre, eine vollzeitliche hingegen beurteilten sie als kontraindiziert. Über das Mass der Arbeitsfähigkeit äusserten sie sich jedoch nicht.
Demzufolge ist es bei der gegenwärtigen Aktenlage nicht möglich, einen abschliessenden Entscheid über die Rentenberechtigung des Versicherten zu treffen. Die medizinische Situation erweist sich als unvollständig abgeklärt und es ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zur neuerlichen Untersuchung zurückzuweisen.
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
5.
5.1 Der Beschwerdeführer hat bei diesem Ausgang des Verfahrens Anspruch auf eine Prozessentschädigung in der Höhe von Fr. 1'400.-- (inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen).
5.2 Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG in der seit dem 1. Juli 2006 in Kraft stehenden Fassung), ermessensweise auf Fr. 700.-- anzusetzen und entsprechend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.