Decision ID: b69da179-32d8-42ec-8940-af253ff01462
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1966, war seit
2.
Mai 1988 als Fahrradmechanikerin bei der
Y._ AG
beschäftig
t
und damit bei der Suva gegen Unfälle versichert.
Am 1
4.
Februar 2003
stürzte
sie eine Treppe hinunter und verdrehte sich das linke Knie (
Urk.
8/3). Dabei zog sie sich eine Kniedistorsion
sowie
eine Ruptur des vorderen Kreuzbandes (VKB) zu, welche im Sinne einer Kreuzbandplastik operativ therapiert wurde (
Urk.
8/4).
Die Suva erbrachte die gesetzlichen Leistungen.
Ab 2
3.
Juni
2003 war die Versicherte wieder vollumfänglich arbeitsfähig (
Urk.
8/16/1).
Am 1
3.
Januar
2014 erfolgte bei der Diagnose einer
Varusgonarthrose
die Im
plan
tation einer Knie-
Totalendoprothese
(TP)
links
(
Urk.
8/19/7-8
), für welche Kosten die Suva aufkam (
Urk.
8/26).
1.2
Am 3
0.
April 2011 (
Urk.
9/1)
war
die Versicherte
beim Verlassen des Betriebes auf die linke Seite gestürzt
, wobei sie sich
mit dem linken Arm ab
stützte
. Dabei erlitt sie eine Kontusion am linken Oberarm mit SLAP-Läsion Grad IV linke Schulter und eine partielle Ruptur ventral, was operativ therapiert wurde (partielle
Labrumresektion, ventrale Labrumfixation und
Bizepssehnenresektion
sowie offene
Bizepssehnentenodese
,
Urk.
9/23).
Die Suva erbrachte die gesetzlichen Leistungen.
Am
5.
November 2012 nahm sie die Arbeit wieder vollzeitlich auf (
Urk.
9/52).
1.3
Am 2
8.
September 2014
(
Urk.
10/1)
knickte die Versicherte beim Überqueren eines Fuss
g
ängerstreifens
mit dem linken Fuss
in einem Loch im Strassenbelag um und zog sich eine Distorsion des oberen Sprunggelenkes (OSG) zu.
Die Suva erbrachte die gesetzlichen Leistungen.
Die Therapie erfolgte konservativ, in der Folge entwickelte sich ein
Lymphoedem
am rechten Unterschenkel (
Urk.
10/29).
1.4
Noch während den laufenden Therapiebemühungen erlitt die Versicherte am 1
8.
Februar 2015 (
Urk.
11/1) einen neuen Unfall, als sie
während der Arbeit ausrutschte und sich dabei
eine Kniedistorsion links zuzog (
Urk.
11/8). Die Suva erbrachte die gesetzlichen Leistungen.
Am
7.
Januar
2016 (
Urk.
11/49) teilte die Suva mit, dass der Zustand, wie er unmittelbar vo
r
dem Unfall vom 1
8.
Februar 2015 bestanden habe, wieder erreicht sei. Da die im Jahr 2014 durchgeführte Operation (
Totalendoprothese
) eine Folge des Unfalles im Jahr 2003 gewesen sei, würden die Kosten der Operation (vgl. oben
Ziff.
1.1) wie auch die weiteren Kosten der Kniebehandlung übernommen.
1.5
Am 2
5.
April 2015 (
Urk.
12/1) stürzte die Versicherte auf einem Kiesweg. Dabei zog sie sich eine Handkontusion mit Rissquetschwunde am Handrücken links sowie einen
ossären
Mallet
Dig
V links zu (
Urk.
12/6/1). Die Suva erbrachte die gesetzlichen Leistungen. Am 3
0.
Juni 2015 (
Urk.
12/18/1-2) erfolgte
eine
arthros
kopische
Diskusresektion samt
Débridierung
des Knorpelschadens und eine
Dis
kusrefixation
ulnarseitig
sowie eine A1-Ringbandspaltung mit
Tenosynovekto
mie
Dig
. III links. Am 3
0.
November 2015 (
Urk.
12/44/1) erfolgte bei der Diagnose einer posttraumatischen Arthrose eine DIP-
Arthrodese
am DIP
Dig
. V links.
Per 3
1.
Dezember 2015 wurde der Versicherten die Anstellung wegen Geschäfts
aufgabe gekündigt (
Urk.
12/37/2).
1.6
Am 1
6.
Mai 2017 (
Urk.
12/134)
hielt
die Suva unter Hinweis auf die kreisärztliche Untersuchung vom
5.
Mai 2017 (
Urk.
12/128)
fest
, dass von weiteren Behand
lungsmassnahmen keine namhafte Besserung des Zustandes mehr zu erwarten sei und nach Abschluss der
Umschulungsmassnahmen durch die Invaliden
versiche
rung
(zur Fachfrau für Alltagsgestaltung und Aktivierung,
Urk.
12/110/2-4 und
Urk.
12/122/2-4)
der Anspruch auf langfristige Versicherungsleistungen geprüft werde.
Mit Verfügung vom 1
7.
Mai 2017 (
Urk.
12/135) sprach die Suva der Versicherten für die verbleibende Beeinträchtigung am linken Knie eine Integritätsent
schädi
g
ung basierend auf einer Integritätseinbusse von 30
%
zu.
Im März 2018 (
Urk.
12/145
und
Urk.
12/147/2-3
) wurde die Umschulung
abge
brochen, da sich die Versicherte in näherer Zukunft nicht in der Lage sah, die Umschulung fortzuführen.
Mit Verfügung vom 1
8.
Mai 2018 (
Urk.
12/158) verneinte die Suva den Anspruch der Versicherten auf eine Invalidenrente mangels erheblicher unfallbedingter Be
ein
trächtigung der Erwerbsfähigkeit.
Die dagegen erhobene Einsprache (
Urk.
12/160
und
Urk.
12/164) wies die Suva mit Entscheid vom 2
4.
Oktober 2019 (
Urk.
2) ab.
2.
Hiergegen erhob die Versicherte am 2
2.
November 2019 Beschwerde und ersuchte um
Zusprache
einer Invalidenrente (
Urk.
1 S. 2). Die Suva schloss am 1
7.
Dezem
ber 2019 (
Urk.
7) auf Abweisung der Beschwerde. Im Rahmen des zweiten Schriftenwechsels hielten Parteien an den gestellten Anträgen fest (
Urk.
17 und
Urk.
20).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausge
bro
chen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Über
gangsbestimmungen).
D
i
e hier zu beurteilende
n Unfä
ll
e
ha
ben
sich
allesamt vor dem
1.
Januar 2017
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10
%
invalid (Art. 8
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversiche
rungs
rechts,
ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger Ein
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte zur Begründung des angefochtenen
Einsprache
ent
scheids
aus,
d
ie Beschwerdeführerin sei aufgrund der diversen Unfallfolgen im angestammten Beruf als Fahrradmechanikerin nicht mehr arbeitsfähig. Eine - näher bezeichnete - angepasste Tätigkeit sei indes vollzeitlich zumutbar (
Urk.
2 S. 10 f.). Das
Valideneinkommen
errechnete sie basierend auf den Tabellenlöhnen des Bundesamtes für Statistik (LSE 2016) im Wirtschaftszweig «Grosshandel;
Handel und Reparatur von Motorfahrzeugen» im Kompetenzniveau 2, das Invali
den
einkommen basierend auf der Dokumentation von Arbeitsplätzen (DAP) und schloss auf einen rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 8
%
(S. 12-14).
Im Rahmen
der Beschwerdeantwort
brachte
die Beschwerdegegnerin
vor
, der Un
fall vom 3
0.
April 2011 und seine gesundheitlichen Folgen an der linken Schulter hätten im Zusammenhang mit der Berentung nie zur Diskussion gestanden. Zwischen dem Abschluss des Grundfalles Ende 2012/Anfang 2013 und der Rückfallmeldung vom
Dezember
2018 seien keinerlei Beschwerden an der linken Schulter aktenkundig. Der Rückfall sei noch nicht abgeschlossen (
Urk.
7 S. 5).
Das
Valideneinkommen
betreffend schloss sie neu auf die Position «Detailhandel» im Kompetenzniveau 2 und damit auf ein tieferes Einkommen
,
als sie mittels DAP-Berechnung noch erzielen könnte (S. 5-7).
2.2
Die Beschwerdeführerin
thematisierte die Frage, ob die Beschwerdegegnerin - nach der Meldung des Rückfalls betreffend Schulter - vor ihrem Entscheid nicht den «gesamten Endzustand» hätte abwarten müssen (
Urk.
1 S. 5 f.). Betreffend
Valideneinkommen
beantragte sie das Abstellen
auf die LSE 2012, Kompe
tenz
ni
veau 3
(S. 6)
und betreffend Invalideneinkommen
das Heranziehen der LSE 2016,
Kompetenzniveau 1, anstelle der DAP.
Letzteres
mit der Begründung, dass davon auszugehen sei, dass das Invalideneinkommen in einem nicht allzu fernen Zeit
punkt erneut festgelegt werden müsse unter Berücksichtigung des neuen Belas
tungsprofils. Im Sinne einer
besseren
Vergleichbarkeit sei deshalb das Invali
den
einkommen ebenfalls gestützt auf die LSE festzusetzen. Dies gelte umso mehr, als seitens der Beschwerdeführerin die DAP-Blätter nicht mehr erneuert würden (S.
7
-8
).
3.
3.1
Zur Thematik der Zulässigkeit der
Entscheidfällung
unter Ausklammerung der Schulterproblematik ergibt sich, dass
es den Unfallversicherern grundsätzlich unbenommen ist, einzelne Gesundheitsschäden vorab zu behandeln. Dies ent
spricht denn auch einer gängigen Praxis, beispielsweise wenn es um die Kau
sa
lität psychischer Beschwerden geht. Mit einem Entscheid kann so der Themen
bereich definiert werden, in welchem etwa weitere Abklärungen durchzuführen sind. Damit geht kein Rechtsverlust der Versicherten einher. Im Gegenteil wird das Verfahren auch für diese übersichtlicher, namentlich bei sich über längere Dauer hinziehendem Heilverlauf.
Denn ansonsten besteht bis zum definitiven Entscheid Unsicherheit über die zu erwartenden Dauerleistungen.
3.2
Vorliegend lag der Teilentscheid der Beschwerdegegnerin hauptsächlich im zeit
lichen Ablauf begründet.
Nachdem die am 3
0.
April 2011 erlittene Schulter
verletzung abgeheilt gewesen war und die Beschwerdeführerin am
5.
November 2012 die Arbeit wieder vollzeitlich aufgenommen hatte, zog sie sich im Rahmen der Unfälle vom 2
8.
September 2014, 1
8.
Februar und 2
5.
April 2015 Verlet
zung
en
am OSG, am linken Knie und an
der Hand zu.
Zudem musste - aufgrund der Folgen des Unfalls vom 1
4.
Februar 2003 - am 1
3.
Januar 2014 eine Knie-TP links eingesetzt werden. Anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom
5.
Mai 2017 wurde festgestellt, dass von weiteren Behandlungsmassnahmen keine nam
hafte Besserung des Zustandes mehr zu erwarten ist. Ein Rentenentscheid erging wegen den laufenden Umschulungsmassnahmen der Invalidenversicherung zu Recht noch nicht. Nach Abbruch der Umschulung im März 2018 erfolgte der Ent
scheid über den Rentenanspruch am 1
8.
Mai 201
8.
Schulterbeschwerden waren seit Ende 2012 kein Thema mehr, auch im Rahmen der Einsprache brachte die Beschwerdeführerin nicht vor, an den Unfallfolgen vom 3
0.
April 2011 zu leiden. Erstmals am
4.
Dezember 2018 (
Urk.
12/167) teilte
sie der Beschwerdegegnerin mit
, dass sie infolge Schulterschmerzen erneut Phy
siotherapie
besuchen werde.
Der behandelnde PD
Dr.
med.
Z._
, Orthopädie und Traumatologie FMH, berichtete am 1
0.
Dezember 2018 (Eingang bei der Beschwerdegegnerin,
Urk.
12/172/2), im aktuellen MRI (vom 1
4.
November 2018,
Urk.
12/180) habe sich keine Ruptur der Manschette gezeigt, jedoch eine
Tendinopathie
mit auch kleinen Einrissen sowie ein aktiviertes AC-Gelenk ohne deutliche Entzündung. Er diagnostizierte eine Tendinitis Schultergelenk links und verordnete Physiotherapie (
Urk.
12/172/1).
Dieser Ablauf erhellt, dass im Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung vom 1
8.
Mai 2018 keine Schulterbeschwerden vorlagen. Dass sich die Beschwerdegegnerin im
Einspracheverfahren
darauf beschränkte, die verfügungsweise thematisierten Fragen zu prüfen, ist nicht zu beanstanden. Ansonsten hätte sie die
Verfügung
vom 1
8.
Mai 2018 aufheben und die ganze Sachlage neu prüfen müssen. Wann das möglich gewesen wäre, war nicht abzusehen, war doch bezüglich Schulter kein Endzustand erreicht, sondern hatte die Behandlung eben erst begonnen. Die von der Schultersituation unabhängige Frage der Zumutbarkeit einer Arbeits
tätigkeit in Bezug auf die übrigen, im Vordergrund stehenden Probleme (Knie links, OSG links, Hand links) wäre damit bis auf weiteres aufgeschoben worden, was in niemandes Interesse ist.
3.3
Damit ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin mit
Einsprache
entscheid
vom 2
4.
Oktober 2018
einzig die Verfügung vom 1
8.
Mai 2018 über
prüfte und bezüglich der Schulterproblematik auf das laufende Verwaltungsver
fahren verwies. Die Rechte der Beschwerdeführerin sind hierdurch nicht tangiert, erbringt doch die Beschwerdegegnerin die vorübergehenden Leistungen für die Schulterverletzung und wird sie bei Fallabschluss dannzumal die entsprechenden Dauerleistungen unter Berücksichtigung der Gesamtsituation zu prüfen haben.
4.
Zwischen den Parteien ist zu Recht unbestritten, dass von weiteren medizinischen Behandlungen keine namhafte Verbesserung der Arbeitsfähigkeit mehr zu erwar
ten und das am
5.
Mai 2017 (
Urk.
12/128) von Kreisarzt
A._
, Facharzt für Chirurgie, erhobene Zumutbarkeitsprofil zutreffend ist. Dieser stellte nach persön
licher Untersuchung und Einsichtnahme in die bildgebenden Untersuchungs
resultate sowie die übrigen
mediznischen
Akten folgende Diagnosen (S. 13):
-
Hand links
-
Status nach Sturz
-
Distorsion
Dig
III im PIP, folgenlos ausgeheilt
-
Knöcherner Mallet
Dig
V mit
-
Status nach
Arthrodese
im DIP
-
Leichtem
Kraftverlu
s
t im
Dig
V bezüglich Beugung
-
Fuss/Fussgelenk links
-
Status nach Distorsionstrauma mit
-
Diskreten Restbeschwerden, vor allem über
Dig
II und III
-
Knie links
-
Status nach VKB-Ruptur mit
-
VKB-Ersatzplastik 2003
-
Subsequenter Ausbildung einer schweren
Pangonarthrose
-
Status nach Knie-
TP
2013 inklusive
Patellarückflächenersatz
Als unfallfremde Nebendiagnosen nannte er einen Status nach Knie-TP rechts sowie eine Adipositas
permagna
(S. 14).
Der Kreisarzt
führte aus, im Bereich der linken Hand sei es zu einem sehr guten Resultat gekommen. Die Fingerbeweglichkeit sei bis auf das
ar
t
h
r
odesierte
DIP
Dig
V links völlig frei, der Faustschluss sei komplett, es bestehe kein Finger
kuppen-Hohlhandabstand, die Handgelenksbeweglichkeit sei gegenüber der Ge
genseite nicht verändert, es bestehe lediglich eine gewisse Kraftabschwächung des
Dig
V zur Gegenseite. Bezüglich des Fussgelenkes links zeige sich eine objek
tivi
e
rbare Kraftabschwächung bezüglich Extension und Flexion im OSG, letztere sei aber im Umfang ni
c
ht verändert
. Die von der Beschwerdeführerin ange
gebenen Gefühlsstörungen und Schwellungen im Berei
c
h der Zehen II und III auf der linke
n Seite
könnten nicht objektiviert werden. Zeichen für einen Morbus
Sudeck
bestünden aktuell nicht, die Budapester Kriterien seien nicht erfüllt. Bei Status nach Prothesenimplantation 2013 am Knie links sei die Stellung des Knies als gut zu bezeichnen, Instabilitäten liessen sich nicht provozieren, die Beweg
lichkeit sei mit aktuell knapp unter 100° gegenüber der Gegenseite (ebenfalls mit einer TP versorgt) mit 120° etwas vermindert. Verspannungen der Muskulatur seien aktuell nicht objektivierbar, die Muskulatur sei gegenüber der Gegenseite momentan nicht verhärtet. Beschwerden im Sinne von gelegentlichen Schmerzen seien bei verminderter Beweglichkeit aber glaubhaft und medizinisch nachvoll
ziehbar.
Chirurge
A._
befand, dass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in Bezug auf alle Gesundheitsschäden von einem Endzustand auszugehen sei und mit weiteren ärztlichen Behandlungen nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit noch eine Verbesserung erreicht werden könne (S. 14).
Im angestammten Beruf als Fahrradmechanikerin befand er die Beschwerde
füh
rerin wegen zu hoher Belastung und zu häufigen Zwangshaltungen im Bereich des Kniegelenks als nicht mehr einsetzbar. Das Zumutbarkeitsprofil umschrieb er wie folgt: «Das Heben und Tragen von Lasten
k
ann mittel sein. Das Hantieren mit Werkzeugen auf der rechten Seite ist nich
t
kompromittiert, auf der linken Seite kann es mittel sein. Arbeiten, welche Schläge und/oder Vibrationen auf das linke Handgelenk generieren, sollten nicht durchgeführt werden. Die Haltung soll zwischen stehen, sitzen und umhergehen möglichst zu gleichen Teilen abge
wechselt werden. Arb
e
iten, welche Zwan
gshaltungen im Knie sowie andaue
rndes Kniebeugen generier
e
n
, dürfen ni
c
h
t
durchgeführt werden. Das Gehen ist auch auf längeren Strecken beziehungsweise auf ebenem Gelä
n
de nicht eingeschränkt, auf unebenem Gelände soll es jedoch nur selten durchgeführt werden. Das Treppensteigen kann manchmal durchgeführt werden, auf das Leiternsteigen ist zu verzichten. Arbeiten auf Gerüsten oder Arbeiten, welche ein Balancieren erfordern, sollten nicht durchgeführt werden. Eine zeitliche Einschränkung be
steht
nicht.»
(S. 15).
Diese Einschätzung ist schlüssig, weshalb darauf abzustellen ist.
5.
5.1
5.1.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte.
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) be
rech
net werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls rele
vanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen
sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2;
Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 f. zu Art.
28a
).
5.1.2
Da der Beschwerdeführerin ihre Arbeitsstelle wegen Geschäftsaufgabe per 3
1.
Dezember 2015 gekündigt wurde (
Urk.
12/37/2), ist erstellt, dass sie auch ohne Unfälle nicht mehr bei der
Y._
AG
beschäftigt wäre. Das an dieser Stelle zuletzt erzielte Einkommen von ca.
Fr.
60'000.-- (
Urk.
12/1 und
Urk.
12/154-155) kann damit bei der Berechnung des
Valideneinkommens
nicht berücksichtigt werden.
Es sind die Tabellenlöhne des Bundesamtes für Statistik beizuziehen.
5.1.3
Währenddem
die Beschwerdegegnerin auf die Werte des Wirtschaftszweigs «Grosshandel; Handel und Reparatur von Motorfahrzeugen», Kompetenzniveau 2 (
Fr.
68'365.--,
Urk.
2 S. 12 f.) respektive «Detailhandel», Kompetenzniveau 2 (
Fr.
56'403.--,
Urk.
12 S. 6) abstellte,
schloss die Beschwerdeführerin auf Werte von
Fr.
80'327.-- (LSE 2012, Kompetenzniveau 3 Total,
Urk.
12/164 S. 3) respek
tive
Fr.
80'433.-- (LSE 2016, Grosshandel; Handel und Reparatur von
Motor
fahrzeugen
, Kompetenzniveau 3,
Urk.
1 S. 6).
5.1.4
Vorwegzuschicken ist, dass der im Raum stehende Wert für «Grosshandel; Handel und Reparatur von Motorfahrzeugen» nicht in Frage kommt, hat er doch nichts mit der Tätigkeit der Beschwerdeführerin zu tun. Sie war als Fahrradmechanikerin und
nicht
im Autoimport und
als Automechanikerin
tätig.
Auch der Wirtschafts
zweig «Detailhandel» bildet die von der Beschwerdeführerin bei
Gesundheit
mut
masslich ausgeübt
e
Tätigkeit nicht korrekt ab. Es ist davon a
uszugehen, dass sie eine gleich
e Tätigkeit als Fahrradmechanikerin,
allenfalls
mit zusätzlicher Verant
wortung, aufgenommen hätte. Die blosse Reduktion auf eine Tätigkeit im Verkauf ist nicht sachgerecht,
auch wenn dies ein Teil ihrer Tätigkeit war (
Urk.
1 S. 6). Die v
orliegend anwendbaren LSE 2016 beinhalten keine passende Rubrik.
Bei dieser Ausgangslage erscheint es angezeigt, auf die Werte der Tabelle T 17 (
Monatlicher Bruttolohn nach Berufsgruppen, Lebensalter und Geschlecht
) zu
rückzugreifen, konkret auf die
Ziff.
72 (
Metallarbeiter/innen, Mechaniker/innen und verwandte Berufe
, vgl. zur Verwendung dieser Tabelle Urteil des Bundes
gerichts 9C_38/2019 vom
9.
Mai 2019 E.
3.4.3)
. Dabei resultiert ein Wert von
Fr.
5'169.-- und angepasst an die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit von
41.7 Stunden (Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, T 03.02.03.
01.04.01) sowie an die Nominallohnentwicklung
bis ins Jahr 2018
(Index
105.0
auf Index
105.9, Nomi
n
allohnindex Frauen 2011-2018, T1.2.10)
von
Fr.
65'218.--.
5.1.5
Demgemäss kann
offenbleiben
, ob die Beschwerdeführer
in
dem Kompetenz
niveau 2 oder 3 zuzurechnen ist, basiert doch der verwendete Wert auf einer Arbeitskraft mit Fachkenntnissen.
Immerhin ist anzumerken, dass die Tätigkeit der Beschwerdeführerin
wohl
zum grossen Teil
in
de
r
Reparatur von Fahrrädern
be
stand
, im Arbeitszeugnis vom
8.
Dezember 2015 (
Urk.
8/69) wurde diese Tätigkeit als erste genannt
(vgl. auch
Urk.
9/27)
.
Dass sie aufgrund ihrer geschätzten Kenntnisse und ihrer guten Auf
fassungsgabe weitere Tätigkeiten im Betrieb ausführen konnte, führt indessen nicht zur Annahme, dass sie ohne Unfall nach der Kündigung in einem anderen Betrieb eine qualifizierte Tätigkeit hätte ausführen können. Im Bereich Verkauf ist mit eher
geringeren
Löhnen zu rechnen, der Einkauf von Velos, Skiern, Schuhe, Textilien und Accessoires sowie Dekoration der Schaufenster
erscheint ähnlich
. Kleinreparaturen am Maschinenpark sind vergleichbar mit der Tätigkeit als Fahrradmechanikerin.
Dass
sie
dahingegen in der Funktion als
Geschäfts
leiterin
tätig wäre, erscheint als unrealistisch. Bei der
Y._
AG wurde sie wohl mit weiteren Aufgaben betraut,
mit einer Position etwa als
Geschäftsführerin
hatte dies aber keine Gemeinsamkeiten. Der Geschäftsinhaber fungierte als Geschäftsführer.
Insbesondere bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass sie etwa Führungsaufgaben wahrzunehmen gehabt hätte.
Im Betrieb waren jeweils vier Personen anwesend, darunter der Geschäftsinhaber, und jede Person hatte alle anfallenden Tätigkeiten auszuführen (
Urk.
9/25/2,
Urk.
17 S. 3). Auch fehlen Hinweise auf eine strategische oder sonst wie qualifizierte, eigenständige Ein
flussnahme auf die Geschicke der Firma. Es besteht aufgrund der Akten vielmehr das Bild einer tüchtigen und versierten Mitarbeiterin, die im
Kleinb
etrieb
ge
schätzt
war und deshalb in weiteren Bereichen eingesetzt wurde
, immer unter der Aufsicht des Geschäfts
führers
.
Auch aufgrund der Ausbildung scheint eine Tätigkeit im Kader eine
r
Firma eher unrealistisch zu sein. Die Beschwerdeführerin absolvierte nach
neun Jahren Son
derschule und eine
m
Werkjahr
die Lehre als Fahrradmechanikerin in der Jugendstätte
B._
(
Urk.
13
Ziff.
5.2-3) und trat zwei Jahre nach Lehrabschluss die Stelle bei der
Y._
AG an, wo sie von 1988 bis zur Geschäftsaufgabe 2015 arbeitete. Hinweise auf absolvierte Weiterbildungen sind
den Akten keine zu entnehmen. Aktenkundig ist indes eine Rechtschreibe
schwäche
(
Urk.
11/55) und eine fehlende Belastbarkeit
(
Urk.
12/145
-146
)
. Bei dieser Aus
gangslage ist eine hypothetische Beschäftigung ohne Unfall als
Ge
schäftsleiterin
nicht überwiegend wahrscheinlich.
5.1.6
Ist nach dem Gesagten davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin als Ge
sunde nach der Betriebsschliessung mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit
an einer
anderen Stelle im
e
r
lernten Beruf als Fahrradmechanikerin
eine Stelle gefunden hätte, hat es mit dem festgestellten
Validenlohn
Fr.
65'218.-- sein Bewenden. Dieser Wert entspricht im Übrigen der Grössenordnung nach dem Verdienst, welchen die Beschwerdeführerin an der letzten Arbeitsstelle erzielt hatte (
Urk.
12/155/3) und erscheint auch unter diesem Gesichtspunkt plausibel.
5.2
5.2.1
D
ie Beschwerdegegnerin hat zur Berechnung des Invalideneinkommens per 201
8
auf die DAP abgestellt. D
i
e Beschwerdeführer
in
ist hingegen der Ansicht, dass das Invalideneinkommen anhand der LSE festzusetzen sei.
5.2.2
Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung pri
mär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versi
cherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbs
tätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zu
mutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Recht
sprechung entweder Tabellenlöhne gemäss der vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) oder die Zahlen der Dokumentation von Arbeitsplätzen (DAP) der Suva herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3 mit Hinweis).
Die DAP ist eine Sammlung von Beschreibungen in der Schweiz tatsächlich existierender Arbeitsplätze. Damit unterscheidet sie sich von der tabellarischen Darstellung von Durchschnittslöhnen, die im Rahmen der LSE vom Bundesamt für Statistik regelmässig erhoben werden. Neben allgemeinen Angaben und Verdienstmöglichkeiten werden in der DAP die physischen Anforderungen an die Stelleninhaber oder Stelleninhaberinnen festgehalten. Der Raster der körperlichen Anforderungskriterien basiert auf dem internationalen medizinischen Standard EFL nach Isernhagen (ergonomische Funktions- und Leistungsprüfung). Die Suva entschloss sich 1995 zum Aufbau der DAP mit dem Zweck, das Invaliden
ein
kommen entsprechend den gerichtlichen Anforderungen so konkret wie möglich ermitteln zu können (BGE 139 V 592 E. 6.1 mit Hinweisen).
Bei Heranziehen der DAP hat sich die Ermittlung des Invalideneinkommens auf mindestens fünf zumutbare Arbeitsplätze zu stützen. Zusätzlich sind Angaben zu machen über die Gesamtzahl der aufgrund der gegebenen Behinderung in Frage kommenden dokumentierten Arbeitsplätze, über den Höchst- und den
Tiefstlohn
sowie über den Durchschnittslohn der dem jeweils verwendeten Behinderungs
profil entsprechenden Gruppe. Damit soll die Überprüfung des Auswahlermessens ermöglicht werden, und zwar in dem Sinne, dass die Kenntnis der Gesamtzahl der dem verwendeten Behinderungsprofil entsprechenden Arbeitsplätze sowie des Höchst-, Tiefst- und Durchschnittslohnes im Bereich des Suchergebnisses eine zuverlässige Beurteilung der von der Suva verwendeten DAP-Löhne hinsichtlich ihrer Repräsentativität erlaubt. Das rechtliche Gehör ist dadurch zu wahren, dass die Suva die für die Invaliditätsbemessung im konkreten Fall herangezogenen DAP-Profile mit den erwähnten zusätzlichen Angaben auflegt und die versicherte Person Gelegenheit hat, sich dazu zu äussern. Allfällige Einwendungen der ver
sicherten Person bezüglich des Auswahlermessens und der Repräsentativität der DAP-Blätter im Einzelfall sind grundsätzlich im
Einspracheverfahren
zu erheben, damit sich die Suva im
Einspracheentscheid
damit auseinandersetzen kann. Ist die Suva nicht in der Lage, im Einzelfall den erwähnten Anforderungen zu ge
nü
gen, kann im Bestreitungsfall nicht auf den DAP-Lohnvergleich abgestellt werden
; die Suva hat
diesfalls
im
Einspracheentscheid
die Invalidität aufgrund der LSE-Löhne zu ermitteln. Im Beschwerdeverfahren ist es Sache des angerufenen Ge
richts, die Rechtskonformität der DAP-Invaliditätsbemessung zu prüfen, gegebe
nen
falls die Sache an den Versicherer zurückzuweisen oder an Stelle des DAP-Lohnvergleichs einen Tabellenlohnvergleich gestützt auf die LSE vorzunehmen (BGE 139 V 592 E. 6.3 mit Hinweis).
Rechtsprechungsgemäss sind im Rahmen des DAP-Systems, bei dem aufgrund der ärztlichen Zumutbarkeitsbeurteilung anhand von Arbeitsplatzbeschreibungen konkrete Verweisungstätigkeiten ermittelt werden, Abzüge grundsätzlich nicht
sachgerecht. Abzüge sind nur vorzunehmen, wenn zeitliche oder leistungs
m
ässige Reduktionen medizinisch begründet sind. Im Übrigen wird spezifischen Beein
trächtigungen in der Leistungsfähigkeit bei der Auswahl der zumutbaren DAP-Profile Rechnung getragen. Bezüglich der weiteren persönlichen und beruflichen Merkmale (Teilzeitarbeit, Alter, Anzahl Dienstjahre, Aufenthaltsstatus), die bei der Anwendung der LSE zu einem Abzug führen können, ist darauf hinzuweisen, dass auf den DAP-Blättern in der Regel nicht nur ein Durchschnittslohn, sondern ein Minimum und ein Maximum angegeben sind, innerhalb deren Spannbreite auf die konkreten Umstände Rücksicht genommen werden kann (BGE 139 V 592 E. 7.3 mit Hinweis).
5.2.3
Auf der zusammenfassenden Darstellung (
Urk.
12
/
156
/1) werden die Minimal-, Maximal- sowie Durchschnittslöhne der fünf ausgewählten DAP-Stellen
aufge
listet
. Auf derselben Zusammenfassung finden sich Angaben über die Gesamtzahl der aufgrund der gegebenen Behinderung in Frage kommenden dokumentierten Arbeitsplätze (
119
), über den Minimal- und den Maximallohn sowie über den
Durchschnittslohn der dem Behinderungsprofil entsprechenden verwendeten Gruppe
. Mit diesen Angaben wurden die höchstrichterlichen Anforderungen an auf die DAP gestützte Einkommensvergleiche erfüllt. Der Durchschnitt der Durch
schnittslöhne liegt zudem nahe beim Durchschnittslohn der fünf aufgelegten DAP
respektive gar wenige hundert Franken darüber
. Es sind damit keine Anhalts
punkte ersichtlich, dass die Beschwerdegegnerin ihr Auswahlermessen unsachge
mäss ausgeübt hätte.
Dass die ausgewählten Tätigkeiten aus medizinischer Sicht nicht zumutbar wären, wurde nicht vorgebracht und solches ist auch nicht ersichtlich.
5.2.4
Dass aufgrund der Schulterproblematik schon bald eine Revision respektive eine Neuprüfung anstehen könnte, ändert nichts an der Zulässigkeit der Berechnung des Invalideneinkommens aufgrund der DAP. Auch nicht, dass infolge Aufgabe der Pflege der DAP durch die Beschwerdegegnerin
diese
das Invalideneinkommen dereinst wohl nicht mehr auf dieser Basis
wird
berechnen
können.
Es stand der Beschwerdegegnerin frei, mittels konkreten Stellen die Berechnung möglichst praxisnah durchzuführen. Auch der Umstand, dass die beiden hypothetischen Werte auf unterschiedlichen Grundlagen beruhen, ist praxisgemäss nicht zu be
anstanden (vgl. etwa U
rteil
des Bundesgerichts
8C_378/2017 vom 2
9.
November 2017)
.
5.3
Zusammenfassend ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin zur Ermittlung des hypothetischen Invalideneinkommens auf DAP-Zahlen abstellte. Diesen ist ein Invalideneinkommen von
Fr.
62'864.--
(Durchschnitt der Löhne der fünf DAP-Unterlagen;
Urk.
12
/
155
/1)
per 2017
zu entnehmen, was
per 2018 (Index 105.4 auf Index 105.9) einen Wert von
Fr.
63'162.-- ergibt. B
ei einem
Valideneinkommen
von
Fr.
65'218.-- ergibt sich
ein Invaliditätsgrad von
gerun
det 3
%
.
Bei diesem Ergebnis hat die Beschwerdeführerin kein Anrecht auf eine
Erwerbsunfähigkeitsrente der Beschwerdegegnerin, weshalb die Beschwerde abzu
weisen ist.