Decision ID: 15151100-c944-5624-babd-5248365e9eb8
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich erstmals am 11. Mai/1. Juni 2005 (IV-act. 1) zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung an. Sie beantragte Berufsberatung,
Wiedereinschulung in die bisherige Tätigkeit und eine Rente. Seit Geburt leide sie an
gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Sie habe Depressionen, Angstzustände,
Panikattacken und Herzrhythmusstörungen. Sie habe eine [...]-ehre gemacht und sei
(seit 200_ geschiedene) Mutter von drei Kindern. Wegen der Angstzustände sei sie
teilweise (zum Beispiel beim Einkaufen) auf Begleitung durch Drittpersonen und
ausserdem auf ein Auto angewiesen, weil sie nicht allein Busfahren könne. Aus
wirtschaftlichen Gründen wäre sie auf einen Wiedereinstieg in eine Erwerbstätigkeit
angewiesen, doch sei das aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich.
A.a.
Dr. med. B._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, gab in einem IV-
Arztbericht vom 9. Juni 2005 (IV-act. 5) an, es lägen als Diagnosen eine Adipositas (seit
Schulalter) und Depressionen (seit Jahren) vor, ohne Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit sei eine arterielle Hypertonie. Die Arbeitsfähigkeit der Versicherten als
Hausfrau sei unklar. Die Zumutbarkeit einer Tätigkeit müsse in einer Berufserprobung
abgeklärt werden. Vor ca. sechs Jahren habe die Versicherte 50 kg abgenommen.
Durch Übergewicht und andere Belastungen komme es immer wieder zu
Erschöpfungszuständen und Panikattacken, derentwegen es 1997 und 2002 zu
notfallmässigen Hospitalisationen gekommen sei. Zurzeit sei ein bariatrischer Eingriff
geplant. - Ein beigelegter Bericht der Kantonalen Psychiatrischen Dienste, Klinik C._,
vom 2. Juli 1997 (IV-act. 5-7 ff.) betraf einen Aufenthalt der Versicherten vom 14. bis
20. Juni 1997 wegen akut aufgetretener Suizidalität. Es habe eine akute
Belastungsreaktion aufgrund einer schwierigen familiären Situation bestanden. Die
Symptome seien innerhalb von wenigen Tagen abgeklungen. Bei der Versicherten sei
plötzlich der Austrittswunsch aufgetreten, weil ihr [...] alter Sohn nicht zufriedenstellend
betreut sei. - Das Kantonale Spital D._ hatte am 23. August 2002 (IV-act. 5-5 f.) über
eine Hospitalisation der Versicherten vom 15. bis 16. August 2002 wegen einer akuten
A.b.
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Panikstörung mit vegetativen Symptomen bei bekannter depressiver Panikstörung seit
mehreren Jahren berichtet. Hinweise für eine somatische Ursache hätten nicht
gefunden werden können. - Die Klinik für Chirurgie der Spitalregion E._ hatte am
28. Februar 2005 (IV-act. 5-10 ff.) als Diagnosen eine Superobesitas, eine arterielle
Hypertonie, den Verdacht auf ein leichtes OSAPS (wohl: obstruktives
Schlafapnoesyndrom), eine Refluxsymptomatik, bekannte Depressionen und einen
Nikotinabusus angegeben. Die Versicherte habe keinen depressiven Eindruck gemacht,
unter entsprechender Medikation sei ihr Zustand zurzeit stabil. Sie habe davon
berichtet, dass in der Familie Persönlichkeitsstörungen und Depressionen bekannt
seien. Die Versicherte sei für einen bariatrischen Eingriff qualifiziert, abgeklärt werden
müssten noch Kontraindikationen im psychiatrischen Bereich.
Die Fachstelle für Sozialpsychiatrie und Psychotherapie (F._, Psychologin,
Dr. med. G._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie) gab in einem IV-
Arztbericht vom 25. August 2005 (IV-act. 8) an, es lägen eine rezidivierende depressive
Störung, derzeit mittelgradige depressive Episode, und eine Agoraphobie vor, daneben
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein Abhängigkeitssyndrom Sedativa, ein
Verdacht auf atypische Bulimie und Adipositas. Vom 29. August 2002 bis 20. Mai 2003
hätten neun Behandlungstermine stattgefunden. Seit dem Wiedereintritt in die
Fachstelle am 5. April 2005 (zurzeit ohne Termine) werde bis auf weiteres eine
Arbeitsunfähigkeit von 100 % attestiert. Im Jahr 2004 seien die Ängste nach dem
Suizid des nahen Verwandten wieder aufgetreten. Zurzeit bestehe ein akuter Stress
wegen einer Herzklappenoperation des Lebenspartners. Eine testpsychologische
Abklärung habe eine Vermeidung (u.a. Alleinsein, Plätze, Busse, Züge) und Angst, ein
abnormes Essverhalten, starke Angstsymptome, eine schwere Depression (Beck'sches
Depressionsinventar), extreme Körperempfindungen und eine selbstunsichere
dependente und depressive Persönlichkeitsstruktur (SKID II Fragebogen) aufgezeigt.
Es wäre eine stationäre Behandlung indiziert.
A.c.
Am 23. Mai 2006 (IV-act. 20) fand eine Abklärung an Ort und Stelle im Haushalt
der Versicherten statt. Die Versicherte habe angegeben, nach der Bürolehre bis zur
Heirat 1991 im Bürobereich gearbeitet zu haben, 1994/95 noch in Teilzeit, seit der
Geburt des zweiten Kindes 199_ nicht mehr. Dieses leide an POS und bedürfe der
Therapie; seine Besonderheiten erforderten sehr viel Kraft und Nerven, der [...]-
A.d.
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tklässler müsse bei allen Lebensverrichtungen geführt und kontrolliert werden. Für
diese beiden Kinder erhalte sie Alimente. Der Lebenspartner, mit dem sie seit sieben
Jahren zusammenlebe, leide an einem Gesundheitsschaden, benötige beim Arbeiten
eine Betreuung und erhalte für die Zeit seit 2004 eine ganze Rente mit Kinderrente für
das gemeinsame Kind. Sie selbst könnte nur während den Blockzeiten in der Schule
einer Arbeit nachgehen, allenfalls auch noch am Abend. Der Lebenspartner und
künftige Ehemann wäre nur bedingt in der Lage, die Kinder bei längerer Abwesenheit
zu betreuen, und den Eltern wäre eine regelmässige Betreuung altershalber nicht gut
möglich. Aus wirtschaftlichen Gründen müsste sie einer Teilerwerbstätigkeit
nachgehen, wenn sie gesund wäre. Einen Versuch von Mai 2004, abends
Büroreinigung zu machen, habe sie nach kurzer Zeit abgebrochen, weil sie die
Vorgaben nicht habe einhalten können. Sie verrichte die Tätigkeiten im Haushalt
grundsätzlich selber. Es wurde bei der Abklärung eine Einschränkung im
Haushaltsbereich von 8 % ermittelt. Die Arbeitsunfähigkeit im maximal 40 %
ausmachenden Erwerbstätigkeitsbereich lasse sich noch nicht definitiv einschätzen.
Die Psychotherapie habe die Versicherte bereits im Sommer 2005 wieder
abgebrochen. Bei der nun von der Versicherten selbst angegangenen Adipositas könne
angesichts der erreichten Gewichtsreduktion um rund 20 kg von einem gewissen Erfolg
gesprochen werden. Bei einer vollen Arbeitsunfähigkeit im Erwerb ergäbe sich ein
Invaliditätsgrad von 45 %, beginnend am 5. April 2005.
Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der Invalidenversicherung hielt zunächst am
12. Juli 2006 (IV-act. 22) dafür, die medizinisch-therapeutischen Optionen seien nicht
ausgeschöpft. Eine stationäre Behandlung würde mit an Sicherheit grenzender
Wahrscheinlichkeit zu einer relevanten Verbesserung führen. Die Versicherte sollte zu
einer Teilnahme verpflichtet werden.
A.e.
In der Folge (vgl. IV-act. 24) wurde die Versicherte am 1. Dezember 2006 (IV-
act. 28) durch den RAD (Dr. med. H._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie)
psychiatrisch untersucht. Im ärztlichen Bericht wurden als Diagnosen (erstens) eine
Agoraphobie mit Panikstörung und (zweitens) eine soziale Phobie auf dem Boden
(drittens) einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit ängstlich vermeidenden und
abhängigen Zügen benannt. Daneben bestünden (ohne Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit) eine anamnestisch rezidivierende depressive Störung, eine Adipositas
A.f.
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B.
Am 17. Dezember 2012 wurde gemeldet, eine Beistandschaft für die Versicherte sei auf
diesen Tag hin ersatzlos aufgehoben worden (IV-act. 34). - Am 10. Oktober 2014 (IV-
act. 35) ging bei der Sozialversicherungsanstalt ein die Versicherte betreffender
provisorischer Austrittsbericht des Spitals D._ vom 3. Oktober 2014 ein. Darin waren
eine Pancolitis, DD: a.e. viraler Genese, eine Adipositas per magna mit St. n. Magen-
Bypass-Operation 09/08, aktenanamnestisch ein Reizdarmsyndrom ED 04/14,
per magna, eine Tranquilizier-Abhängigkeit und ein kaufsüchtiges Verhalten. Eine den
depressiven Beschwerden ähnliche Symptomatik (Angst, Stimmungsschwankungen,
Antriebsschwäche, Lebensüberdruss) sei den genannten Hauptdiagnosen zuzuordnen.
Auffällig sei, dass die Versicherte bis dahin so gut wie keine aktiven Anstrengungen zur
Bekämpfung der Angststörungen unternommen habe. Das Suchtverhalten könne bei
der gängigen Rechtsprechung zu keiner IV-relevanten Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit führen. Die Arbeitsfähigkeit der Versicherten für einen modifizierten
Arbeitsplatz in der bisherigen Tätigkeit als [...]-angestellte oder in einer andern dem
psychischen Leiden adaptierten Tätigkeit sei zurzeit auf 70 % reduziert. Sie, seit Juli
200_ wieder verheiratet, sei zurzeit aufgrund ihrer passiven und
versorgungserwartenden Haltung nicht bereit, eine ausserhäusliche Tätigkeit
aufzunehmen. Es liege ein nicht unerheblicher, psychosozial zu verstehender
sekundärer Krankheitsgewinn vor. Insofern sei sie zurzeit nicht beruflich
eingliederungsfähig. Vor einer beruflichen Massnahme müssten von der Versicherten
eine ausreichende Motivation und eine adäquate Behandlung der Angst- und
Suchterkrankung verlangt werden.
Am 15. Januar 2007 (IV-act. 31 f.) stellte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle
des Kantons St. Gallen der Versicherten eine Abweisung ihres Leistungsgesuchs um
eine Rente bei einem Invaliditätsgrad von 16.8 % (bemessen anhand der gemischten
Methode mit einer Aufteilung in 60 % Haushalttätigkeit mit einer Einschränkung um
8 % und in 40 % Erwerbstätigkeit mit einer Einschränkung von 30 %
[Valideneinkommen Fr. 18'984.--, Invalideneinkommen Fr. 13'289.--]) in Aussicht. Ein
Gesuch um Eingliederung könne gestellt werden, wenn die Versicherte
Therapiemassnahmen in Angriff genommen habe. - Am 27. Februar 2007 (IV-act. 33)
verfügte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle wie angekündigt.
A.g.
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ausserdem Palpitationen, eine Angststörung und verschiedene Nebendiagnosen
diagnostiziert worden. Die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle legte den Bericht ab,
weil keine Anmeldung pendent sei (vgl. IV-act. 36).
C.
Am 15./22. Juni 2016 (IV-act. 40) meldete sich die Versicherte erneut bei der
Invalidenversicherung an. Es bestünden eine rezidivierende depressive Störung, aktuell
schwere Episode, eine Agoraphobie, eine Fibromyalgie (ED 2014) und eine noch
abklärungsbedürftige Fehlstellung der Zehen beider Füsse. Sie sei seit 17. Mai 2016 in
der Psychiatrischen Klinik hospitalisiert. - Auf Anfrage gab die Versicherte am 25. Juli
2016 (IV-act. 47) an, sie werde als Hausfrau tätig sein, so lange sich die psychischen
und körperlichen Beschwerden nicht verbesserten. Danach würde sie natürlich gern
eine Teilzeitberufstätigkeit ausüben.
C.a.
Die Klinik C._ (Dr. med. I._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie) hatte
in einem Schreiben vom 9. Juni 2016 (IV-act. 42) erklärt, es bestünden bei der
Versicherten in den letzten drei Jahren zunehmende muskuloskelettale Probleme. Bei
der psychiatrischen Hospitalisation hätten sich ausserdem belastungsabhängige
Schmerzen wegen der Zehen gezeigt. Diese hätten es der Versicherten erschwert, das
notwendige Zusatzeinkommen zu der bereits bestehenden Teil-IV-Rente zu
erwirtschaften. Es stehe eine Reevaluation der Problematik am Bewegungsapparat
bevor. - In einem Bericht vom 18. August 2016 (IV-act. 49-1 f.) gab die Klinik C._ der
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle bekannt, es lägen bei der Versicherten eine
schwere depressive Episode, eine Agoraphobie, ein schädlicher Temesta-Gebrauch,
eine somatische Fibromyalgie und eine Gonarthrose vor. Vom 17. Mai bis 7. August
2016 sei eine volle Arbeitsunfähigkeit bescheinigt worden. Am Ende der vom 17. Mai
bis 2. August 2016 erfolgten Hospitalisation hätten noch leichte depressive Symptome
und Knie- und Fussschmerzen persistiert. Zur weiteren Zurückdrängung der
Depression und Optimierung der Behandlung des Bewegungsapparats sei die
Versicherte der Tagesklinik und dem Hausarzt zugewiesen worden. Im beigelegten
Austrittsbericht vom gleichen Tag (IV-act. 49-3 ff.) war festgehalten worden, die zweite
psychiatrische Hospitalisation sei wegen depressiver Dekompensation mit
Suizidversuch (Mischintoxikation) bei chronischer finanzieller und gesundheitlicher
Belastungssituation erfolgt und habe einen positiven Verlauf genommen. Rasch sei ein
C.b.
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schwer ausgeprägtes Rezidiv der vorbekannten rezidivierenden depressiven Störung
deutlich geworden. Zunächst sei Langezeit nur eine schleppende Zustandsbesserung
eingetreten, nach Beginn einer Augmentationstherapie mit Lithium Mitte Juli jedoch
dann eine erfreuliche Besserung. Diese Besserung habe die Versicherte trotz noch
unvollständiger Einstellung auf Lithium etwas abrupt zur Heimkehr und Fortführung der
Behandlung in der Tagesklinik bewegt. Es waren zwei intermittierende
Notfallbehandlungen in Spitälern (u.a. Perianalvenenthrombose, Knieschmerzen links
nach Sturz und Abszess am Oberschenkel) erwähnt worden. - In einem beigelegten
(älteren) Bericht vom 19. Juni 2015 (IV-act. 49-9 f.) hatte das Medizinische Zentrum
J._ (Dr. med. K._, Facharzt FMH Rheumatologie und Innere Medizin) erklärt,
aufgrund der Anamnese und des klinischen Untersuchungsbefundes (sämtliche tender
points positiv) könne gemäss den revidierten ACR-Kriterien von 1990 und der aktuellen
S3-Leitlinie der AWMF (D) die Diagnose einer Fibromyalgie gestellt werden. - Das Spital
L._ hatte am 27. Juni 2016 (IV-act. 49-2 f.) u.a. von einer beginnenden lateral
betonten Gonarthrose links mit Vd. a. aktivierte Retropatellararthrose, dem Abszess am
OS, der schweren depressiven Episode ohne psychotische Symptome, der
Agoraphobie, der Fibromyalgie und dem St. n. Perianalvenenthrombose berichtet. -
Med. pract. M._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, gab im IV-Arztbericht
vom 20. Oktober 2016 (IV-act. 56) an, die Versicherte sei nur am 4. und am 25. August
2016 in die Sprechstunde gekommen. Er legte einen Aufnahmebericht des Psychiatrie-
Zentrums vom 19. August 2016 (IV-act. 56-4 f.) bei. Darin war festgehalten worden,
zurzeit bestehe keine Arbeitsfähigkeit der Versicherten.
Der IV-Eingliederungsverantwortliche hielt am 25. November 2016 (IV-act. 60) fest,
die Versicherte habe erklärt, sie wünsche sich keine Unterstützung bei der
Stellensuche, denn sie fühle sich dazu, zu einem Arbeitstraining oder zu einer
beruflichen Abklärung nicht in der Lage. Sie sei schon froh, wenn sie den Haushalt -
eingeschränkt - erledigen könne. Der Ehemann beziehe (wegen neurologischer und
Herzprobleme) eine halbe Rente, aber wegen Anrechnung hypothetischen Einkommens
(sie betreffend) keine Ergänzungsleistungen, der Sohn (wegen [...]-syndroms; er habe
auch immer wieder mit Drogenproblemen zu kämpfen) eine ganze Rente. - Am
13. Dezember 2016 (IV-act. 63) teilte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des
Kantons St. Gallen der Versicherten mit, berufliche Eingliederungsmassnahmen seien
C.c.
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nicht angezeigt. Sie sei vorwiegend als Hausfrau tätig. Der Rentenanspruch werde
noch geprüft.
Das Psychiatrie-Zentrum gab am 3. März 2017 (IV-act. 66) bekannt, es habe nur
zwei Konsultationen (Erstgespräch am 8. August 2016 und Konsultation am
5. Dezember 2016) gegeben; weitere Konsultationen/Behandlungen seien nicht
gewünscht worden. - Facharzt med. pract. M._ gab am 16. Juni 2017 (IV-act. 72-2)
bekannt, die Versicherte sei in den letzten sechs Monaten viermal bei ihm in der
Sprechstunde gewesen (wegen Asthma bronchiale, Bauchbeschwerden, muskulären
Schmerzen), habe aber die psychische Situation nicht angesprochen.
C.d.
Am 17. August 2017 (IV-act. 81) fand eine neue Abklärung an Ort und Stelle im
Haushalt statt. Die Versicherte habe angegeben, seit etwa zwei Jahren Schmerzen am
ganzen Körper zu haben. Nach ca. einer Viertelstunde Sitzens schmerze der
Oberschenkel. Je nach Tätigkeit habe sie Schmerzen in den Beinen und Oberarmen,
die Beschwerden seien aber immer vorhanden. Es sei eine Operation am linken Fuss
geplant. Seit dem Aufenthalt in der Klinik mit entsprechender Medikation gehe es ihr
psychisch besser und sie sei nicht mehr in Behandlung, sei sich jedoch bewusst, dass
sie eine solche wieder aufnehmen müsse. Früher habe sie während fast eines Jahres
wegen Angstzuständen das Haus nicht verlassen können, nun sei ihr das auch
möglich, wenn es ihr nicht so gut gehe. Sie habe an ca. vier Stunden pro Tag im [...]-
stall gearbeitet, dies jedoch seit dem Auftreten der Fibromyalgie aufgegeben. Sie wäre
im Gesundheitsfall zu 80 % erwerbstätig, hauptsächlich aus finanziellen Gründen, aber
auch weil das ihr Selbstwertgefühl und ihre Zufriedenheit mit sich verbessern würde.
Seit ca. zwei bis drei Jahren gehe es dem Ehemann besser und der drogenabhängige
Sohn lebe seit zwei Jahren bei seinem Vater. Die Versicherte ergänzte am
20. September 2017, sie habe sich bei einem Psychiater angemeldet. Ausserdem
meldete sie unkontrollierbare Gesichtszuckungen und eine Einschränkung an beiden
Daumen. Bei der Abklärung wurde im Haushalt keine Einschränkung ermittelt. Die
Versicherte bewältige den Haushalt ohne Dritthilfe, sei aber vermehrt auf Pausen
angewiesen. Sie ersuche um eine Prüfung von beruflichen Massnahmen. - Am 26. März
2017 (IV-act. 68) hatte die Versicherte zur Vorbereitung einen Fragebogen zur
Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt ausgefüllt und erklärt, ohne
gesundheitliche Beeinträchtigung würde sie im Umfang von 80 % einer
C.e.
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Erwerbstätigkeit nachgehen. Die Kinder seien aus dem Haus und ihr Ehemann beziehe
eine Invalidenrente. Für sie sei (sc. wohl bei der EL-Berechnung), weil sie gern etwas
arbeiten würde, ein hypothetisches Einkommen angerechnet worden. Die erforderliche
Hilfe im Haushalt (beim Einkaufen, dem Öffnen von Flaschen oder Dosen, dem Heben
schwerer Pfannen und dem Rüsten von Gemüse) leisteten ihr Ehemann, ihre Tochter
oder ihre Mutter.
Am 6. Februar 2018 (IV-act. 84) gab die Versicherte den Namen der aufgesuchten
Psychiaterin (gemäss IV-act. 86 nur eine Konsultation, Folgetermine abgesagt) bekannt
und ausserdem, dass sie sich vor einiger Zeit die Hand gebrochen habe (gemäss IV-
act. 93 am 25. Dezember 2017 zuhause gestolpert). Am 14. März 2018 (IV-act. 87) teilte
sie mit, sie habe seit drei Tagen eine Halbtagesstelle in einer geschützten Werkstätte;
sie wolle etwas arbeiten, sei danach aber jeweils sehr müde. Eine Psychotherapie
könne sie im Moment nicht wahrnehmen. In der freien Wirtschaft fühle sie sich zu 50 %
arbeitsfähig. Den Fuss lasse sie sich noch nicht operieren.
C.f.
Die MEDAS Interlaken Unterseen gab in ihrem interdisziplinären Gutachten vom
1. Oktober 2018 (IV-act. 104) als Diagnosen bekannt: (erstens) eine weitgehend
remittierte depressive Störung, (zweitens) einen Status nach Panikstörung, (drittens) ein
chronisches wesentlich auch mechanisch/belastungsintolerantes Körpersyndrom,
rumpf-/axialbetont mit/bei darin eingebettet funktionaler Dysbalance bei kalzifizierender
Periarthropathia humero-scapularis links, Genua valga beidseits mit femoro-patellarem
Syndrom/Irritation des vorderen Streckapparates links und Status nach
Teilmeniskektomie rechtes Knie 2011, Coxa profunda beidseits, Vorfuss-Beschwerden
beider Füsse linksbetont und akzentuierter degenerativer Skelettentwicklung und
intermittierend akzentuiertem Lumbovertebral-Syndrom und (viertens) einen
dringenden Verdacht auf signifikante Osteopenie. Ohne Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit seien (verkürzt wiedergegeben) ein Status nach Magen-Bypass-
Operation 2008, anamnestisch ein Asthma bronchiale, unter Behandlung kompensiert,
und ein Nikotinabusus. Da die Versicherte seit mehr als 20 Jahren keiner
Erwerbstätigkeit im ersten Arbeitsmarkt mehr nachgehe, lasse sich eine bisherige
Tätigkeit nicht eruieren. In einer angepassten (sc. Erwerbs-) Tätigkeit mit
umschriebenen Voraussetzungen sei die Versicherte seit der Beendigung der
psychiatrischen Behandlung im Oktober 2016 zu 80 % arbeitsfähig. Zu 20 % sei die
C.g.
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D.
Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde vom 2. Februar 2019
(Postaufgabe: 4. Februar 2019). Die Beschwerdeführerin beantragt eine Überprüfung
ihres Anspruchs auf eine Invalidenrente und sinngemäss eine Aufhebung der
angefochtenen Verfügung und Zusprache einer solchen Rente. Bei der Abklärung seien
viele verschiedene gesundheitliche Einschränkungen festgestellt worden, die es ihr
verunmöglichten, eine berufliche Tätigkeit im in der Verfügung angenommenen
Rahmen zu finden. - Mit Eingabe vom 26. Februar 2019 (act. G 3) reichen die Sozialen
Dienste der Wohngemeinde der Beschwerdeführerin für sie ein Gesuch um
unentgeltliche Rechtspflege ein.
E.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 25. März 2019 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde. Gemäss dem Gutachten habe sich der
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit der Verfügung vom 27. Februar 2007
nicht verschlechtert. Es werde weder geltend gemacht, dass das Gutachten
unzutreffend sei, noch, dass sich der medizinische Sachverhalt seit der Begutachtung
verändert bzw. verschlechtert habe. Die Beschwerdeführerin befinde sich auch nicht in
psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung. Es sei mit überwiegender
vollzeitliche Arbeitsfähigkeit qualitativ eingeschränkt. Für Tätigkeiten im Haushalt
bestehe keine Einschränkung. Seit der medizinischen Aktenlage, welche der Verfügung
vom 27. Februar 2007 zugrunde gelegen habe, sei es zu einer depressiven Störung mit
stationärer Behandlung im Jahr 2016 gekommen; die Störung sei inzwischen
remittiert.
Mit Vorbescheid vom 7. November 2018 (IV-act. 108) stellte die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen der Versicherten eine
Abweisung des Leistungsgesuchs um eine Rente in Aussicht. Der Invaliditätsgrad
betrage 16 %. Die Einschränkung ergebe sich aus dem 80 % ausmachenden
Erwerbsteil. Nach einer vorübergehenden (sc. vollen) Arbeitsunfähigkeit ab 17. Mai
2016 betrage die Arbeitsunfähigkeit in adaptierter Tätigkeit seit Oktober 2016 20 %,
der diesbezügliche Invaliditätsgrad ebenfalls 20 % (Valideneinkommen Fr. 53'793.--,
Invalideneinkommen Fr. 43'034.--). - Am 4. Januar 2019 (IV-act. 109) verfügte die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle gemäss dem Vorbescheid.
C.h.
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Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, dass sich der Gesundheitszustand seit dem
27. Februar 2007 nicht bzw. lediglich vorübergehend und nicht rentenrelevant
verändert habe. Es sei auch kein anderer Revisionsgrund nach Art. 17 ATSG
ersichtlich. Ebenfalls nicht ersichtlich sei, weshalb die attestierte Arbeitsfähigkeit von
80 % in einer leidensadaptierten Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht verwertbar
sein sollte. Das werde auch nicht substantiiert geltend gemacht.
F.
Am 26. März 2019 ist dem Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege
(Befreiung von den Gerichtskosten) entsprochen worden.
G.
Von der ihr mit Schreiben vom 26. März 2019 eingeräumten Möglichkeit, zur
Beschwerdeantwort Stellung zu nehmen, hat die Beschwerdeführerin keinen Gebrauch
gemacht.

Erwägungen
1.
Im Streit liegt die Verfügung vom 4. Januar 2019, mit welcher die
Beschwerdegegnerin das Leistungsgesuch der Beschwerdeführerin vom 15./22. Juni
2016, namentlich um eine Rente, abgewiesen hat. Es handelt sich bei dem
betreffenden Gesuch um eine Neuanmeldung, nachdem ein erstes Gesuch vom
11. Mai/1. Juni 2005 durch formell-rechtskräftige Verfügung vom 27. Februar 2007
abgewiesen worden war. - Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung vom
Juni 2016 eingetreten, was angesichts der anlässlich der damaligen psychiatrischen
Hospitalisation gestellten Diagnosen (vgl. IV-act. 49-3) nicht zu beanstanden ist.
1.1.
Den Anspruch der Beschwerdeführerin auf berufliche Massnahmen hat die
Beschwerdegegnerin mit Mitteilung vom 13. Dezember 2016 abgelehnt, - zumindest
unter anderem - deswegen, weil die Beschwerdeführerin vorwiegend als Hausfrau tätig
sei. Anlässlich der Abklärung an Ort und Stelle vom 17. August 2017 stellte die
Beschwerdeführerin indessen auf Anfrage der Abklärungsperson (vgl. IV-act. 81-11) hin
ein neues Gesuch um Prüfung (und sinngemäss Zusprache) von beruflichen
Massnahmen (vgl. IV-act. 81-13). In der Folge hat sie zudem - nach der Aktenlage von
sich aus (vgl. IV-act. 87) - eine Beschäftigung zu 50 % in der geschützten Werkstätte,
in welcher ihr Ehemann tätig ist, angetreten, diese aber kurz danach wieder
1.2.
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2.
aufgegeben (vgl. IV-act. 104-29). Gemäss der angefochtenen Verfügung betrachtet die
Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin nunmehr als zu immerhin 80 %
Erwerbstätige. Zwar ist davon auszugehen, dass sie mit der angefochtenen Verfügung
das Leistungsgesuch der Beschwerdeführerin vollumfänglich abgelehnt hat und nicht
etwa noch eine Verfügung betreffend berufliche Massnahmen vorgesehen war. Die
Beschwerdeführerin ersucht in der Beschwerde aber einzig um eine Prüfung ihres
Anspruchs auf Rentenleistungen. - Ergäbe sich, dass ohne Eingliederungsmassnahmen
ein Rentenanspruch in Frage stünde, so gehörte zum Streitgegenstand demnach zwar
notwendigerweise auch die Frage, ob die Verwaltung den Grundsatz "Eingliederung vor
Rente" beachtet und eine allfällige Pflicht der Beschwerdeführerin zu Massnahmen
korrekt in Anspruch genommen habe. Andernfalls aber handelt es sich dabei nicht um
die Verpflichtung der Beschwerdeführerin zur Eingliederung, doch könnte sie unter
Umständen immerhin einen Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen der
Invalidenversicherung (vgl. Art. 8 IVG) geltend machen (vgl. unten E. 4.6).
Nach Art. 28 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 %
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.
2.1.
Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich
die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine
Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht
überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). - Nach der jüngeren bundesgerichtlichen
Rechtsprechung (BGE 143 V 418 E. 7.1 f.) sind grundsätzlich (bei Ausnahmen nach
dem jeweiligen Beweisbedarf) sämtliche psychischen Erkrankungen einem
strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen. Die funktionellen
Folgen der Gesundheitsschädigung sind danach qualitativ zu erfassen und quantitativ
einzuschätzen. Für die Beurteilung des funktionellen Leistungsvermögens sind gemäss
BGE 141 V 281 (vom 3. Juni 2015) in der Regel diverse Standardindikatoren beachtlich,
die in zwei Kategorien systematisiert werden, nämlich einerseits in der Kategorie des
funktionellen Schweregrads und anderseits in jener der Konsistenz.
2.2.
Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre
Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen,
erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen
2.3.
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3.
Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen
sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG)
sind (lit. c). Nach Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht der Rentenanspruch frühestens nach
Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach
Art. 29 Abs. 1 ATSG.
Der Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin wurden
im Rahmen der Neuanmeldung vom Juni 2016 (am 18. und 21. Juni sowie am 4. Juli
2018) polydisziplinär begutachtet. Vorab kann festgehalten werden, dass die jeweiligen
Teilbegutachtungen auf einer Kenntnis von den Vorakten, Befragungen der
Beschwerdeführerin zu ihrem Leiden und zur Anamnese sowie auf den
fachspezifischen Untersuchungen (samt Labor und Radiologie zu Hand und Knie rechts
und beiden Füssen; zu psychiatrischen Zusätzen vgl. unten E. 3.3) beruhen und
insofern vollständig erscheinen.
3.1.
Dabei ergab sich im Einzelnen, dass unter allgemein-internistischem Aspekt (vgl.
IV-act. 104-14 ff.) keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe. Die
Beschwerdeführerin habe von Schmerzen in den Oberschenkeln, den Füssen und dem
Gesäss und bei Bewegungen der Finger, von Müdigkeit und einer raschen
Überforderung im täglichen Leben berichtet (vgl. IV-act. 104-26). Der Gutachter der
Allgemeinen Inneren Medizin erklärte, die Beschwerdeführerin habe authentisch
gewirkt und es hätten keine Inkonsistenzen bestanden, doch seien die
Beschwerdeschilderungen wenig präzis und detailliert gewesen. Die immer wieder
erwähnte Überforderung, z.B. im Haushalt, und die subjektive Einschätzung einer
vollen Arbeitsunfähigkeit stünden im Widerspruch zu den Alltagsaktivitäten (vgl. IV-
act. 104-34). - Diese Ausführungen enthalten keinen Hinweis auf eine mögliche
Unvollständigkeit.
3.2.
Bei der psychiatrischen Untersuchung (vgl. IV-act. 104-52 ff.) wurden zusätzlich
zur übrigen Befundaufnahme ein Status nach AMDP (vgl. IV-act. 104-61 ff.) und der
Medikamentenspiegel für (u.a., IV-act. 104-39, -63) Venlafaxin erhoben und eine
weitere testpsychologische Zusatzuntersuchung (Hamilton-Depressionsskala) gemacht
(vgl. IV-act. 104-63 f.).
3.3.
Der Gutachter der Psychiatrie hielt fest, erstens sei die biographische und am
aktuellen Erleben und Verhalten orientierte Persönlichkeitsdiagnostik bei der
Beschwerdeführerin weitgehend unauffällig gewesen. Die prognostischen Kriterien
3.3.1.
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hätten zweitens keine besonderen Auffälligkeiten aufgewiesen. Und drittens seien die
komplexen Ich-Funktionen weitgehend intakt gewesen. Auf der Persönlichkeitsebene
gebe es keine Gründe, die eine reduzierte Arbeitsfähigkeit begründeten (vgl. IV-
act. 104-63). Hinweise auf psychische und Verhaltens-Störungen durch psychotrope
Substanzen (Suchtmittel) seien nicht gefunden worden (vgl. IV-act. 104-65, vgl. auch
IV-act. 71), auch nicht solche auf ein aktuelles Depressionsgeschehen oder ein
erhöhtes Depressionsrisiko. Es habe sich nicht einmal mehr eine leichte depressive
Episode objektivieren lassen. Die von der Beschwerdeführerin beschriebene
Angstsymptomatik entspreche nicht mehr einer Panikstörung. Schon im Bericht vom
19. August 2016 sei ein Status nach einer solchen Störung benannt worden. Die
diesbezügliche Situation sei trotz umfangreichen Absetzens diverser Medikation
erhalten geblieben. Zur Kategorie der Verhaltensauffälligkeiten in Verbindung mit
körperlichen Störungen und Faktoren (z.B. Essstörungen) sei zu erwähnen, dass es, da
die Erwerbstätigkeit 20 Jahren zurückliege, natürlich zu ausgeprägten
Dekonditionierungsphänomenen komme. Eine final ausgerichtete
Entschädigungshaltung der Beschwerdeführerin sei allerdings nicht auszuschliessen.
Ausserdem möchten eine subjektive Leistungsinsuffizienz und ein vorschnelles
Kapitulieren vor Anforderungen bestehen; das sei jedoch beispielsweise im
Tagesablauf nicht unbedingt ersichtlich. Auch Krankheitsbilder aus der Gruppe der
Verhaltens- und emotionalen Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend lägen
nicht vor (vgl. IV-act. 104-65 ff.).
Der Gutachter der Psychiatrie setzte sich über diese Feststellungen hinaus -
auch - noch mit den rechtsprechungsgemäss erforderlichen Kriterien des
Schweregrads der Störung auseinander und legte dabei dar, die Art, Dosis und
Intensität der Pharmakotherapie der Beschwerdeführerin würden für ein
psychiatrisches Leiden sprechen, jedoch handle es sich um einen eher bescheidenen
Medikamentenspiegel. Der Ausprägungsgrad der psychosozialen Restriktion und
Desintegration erscheine überschaubar. Es kämen auch nichtversicherte Faktoren wie
die langjährige Absenz vom Arbeitsmarkt, eine Ausbildung, die inzwischen keine
besondere Bedeutung mehr habe, und das Alter hinzu (vgl. IV-act. 104-67). Es bestehe
eine Tendenz zur Somatisierung, die Typika dazu würden sich jedoch nicht nachweisen
lassen. Eine unmittelbare Kausalität (sc. der Einschränkungen) mit angenommener
Krankheit sei nicht zwingend vorgegeben, da bei Entwicklungen dieser Art auch andere
Faktoren eine Rolle spielen könnten (wie Dekonditionierung, Rollenverlust, Non-
Partizipation, keine arbeitsunabhängigen Selbstwertquellen, keine Hobbys und keine
Tagesstruktur: vgl. IV-act. 104-68). Die Compliance der Beschwerdeführerin auf
3.3.2.
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psychiatrischem Gebiet scheine mässig ausgeprägt, seit zwei Jahren werde kein
Facharzt mehr aufgesucht, eine klare Leistungsmotivation sei nicht erkennbar, die
Antworttendenzen seien teilweise auffällig gewesen (vgl. IV-act. 104-69 f.). Es sei zu
diskutieren, ob wirklich in allen vergleichbaren Lebensbereichen ähnliche
Einschränkungen bestünden; es lasse sich durchaus ein erhebliches Funktionsniveau
erkennen (vgl. IV-act. 104-69, vgl. auch IV-act. 104-68). Arbeitsplatzbezogene
Ressourcen gebe es nicht, eine Unterstützung durch Familie und Kollegenkreis schon
(vgl. IV-act. 104-71). Die Funktions- und Fähigkeitsstörungen lägen in anhaltenden
Stimmungsschwankungen (vgl. IV-act. 104-70; vgl. auch IV-act. 104-69, dort auch
Unruhe als Grund für den vorhandenen Leidensdruck genannt), welche die Kriterien
einer bipolaren Störung nicht erfüllten und allenfalls eine leichte Einschränkung bei der
Anpassung an Regeln und Routinen bewirkten. Ausserdem seien die Flexibilität und
Umstellungsfähigkeit leicht eingeschränkt. Die Durchhaltefähigkeit sei am ehesten
durch die langjährige Absenz vom Arbeitsmarkt, also durch Dekonditionierung,
eingeschränkt. Die Gruppenfähigkeit sei allenfalls leicht eingeschränkt (vgl. IV-
act. 104-70). Der soziale Kontext scheine nicht in erwerbsrelevantem Ausmass gestört
(vgl. IV-act. 104-71). Seit der Antragstellung sei bei der Beschwerdeführerin eine
anhaltende, bleibende und dauerhaft relevante Störung auf psychiatrischem Gebiet
objektivierbar. Im Sommer 2016 sei sie psychiatrisch schwer krank gewesen, im
gleichen Sommer sei ihr Zustand aber schon deutlich gebessert gewesen
("gegenwärtig leichte Episode" gemäss Bericht vom 19. August 2018; vgl. IV-
act. 104-68).
Der Experte der Psychiatrie schloss, die Beschwerdeführerin könne in einer
angepassten Tätigkeit vollschichtig arbeiten. Eine qualitative Einschränkung von 20 %
könne dabei toleriert werden. Die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin mache
zumindest 80 % aus (vgl. IV-act. 104-72).
3.3.3.
Nach dem oben Dargelegten ist insgesamt festzuhalten, dass eine psychiatrische
Diagnose, die ein zum Zeitpunkt der Begutachtung erhebliches Leiden umschreibt,
gemäss dem Gutachten nicht vorliegt (weitgehend remittierte depressive Störung;
Status nach Panikstörung). Die beschriebenen Einschränkungen korrelieren bei einer
Würdigung der verschiedenen Angaben zu den Standardindikatoren nicht mit einer
erheblichen Arbeitsunfähigkeit. Es kann aber insofern auf das Ergebnis abgestellt
werden, als dass die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin psychiatrisch betrachtet
um höchstens 20 % eingeschränkt ist. Angesichts des Ergebnisses zum
rheumatologischen Aspekt (unten E. 3.4) kann Weiteres zur psychiatrischen Seite
dahingestellt bleiben.
3.3.4.
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Bei der rheumatologischen Begutachtung wurden der rheumatologische, Gelenks-
und Neurostatus (Letzterer kursorisch) erhoben. Der Gutachter legte dar, die
Beschwerdeführerin habe von wechselhaften Muskelschmerzen und Muskelkater in
beiden Beinen und Armen, vor allem in den Oberarmen berichtet; auslösend seien
beispielsweise Treppensteigen oder Fensterputzen. Ausserdem seien in letzter Zeit
Blockaden der Daumen aufgetreten, an einem halben Tag Kreuzschmerzen. Am linken
Fuss habe sie oft Probleme wegen der Krallenzehe (vgl. IV-act. 104-79). Der Gutachter
der Rheumatologie gab aufgrund seiner Abklärung bekannt, die primär genannten
Beschwerden in den Armen könnten in der klinischen Untersuchung Zeichen einer
Impingementstörung und einer Intervallreizung mit sekundärer muskulärer Dysbalance
(funktioneller Schulterhochstand links, Scapula-Shift, capsuläre Irritationszeichen
linksbetont) zugeordnet werden. Die radiologische Bildgebung habe eine kalzifizierende
Periarthropathia humero-scapularis gezeigt, die sich der Insertionsregion des
Infraspinatus zuordnen lasse. An den Knien könnten direkt weder klinisch noch
radiologisch posttraumatische Einschränkungen und Befunde erhoben werden.
Hingegen habe sich linksbetont eine femoropatellare Störung des vorderen
Streckapparates gezeigt, welche Anteile des Beschwerdebildes (wie beim
Treppensteigen) erklären könne. Auch die Intoleranz von Tätigkeiten wie Staubsaugen
und Treppensteigen und auftretende Kreuzschmerzen könnten morphologischen und
radiologisch nachweislichen Akzenten des unteren Rücken-, Becken- und Hüftbereichs
zugeordnet werden. Höhergradige Störungen hätten sich jedoch betreffend die untere
LWS nicht ergeben (lediglich Konvergenzempfindlichkeiten). Bei der
Hüftgelenksuntersuchung sei nur die capsuläre Reizung bei der Rotationsprüfung
relevant. Funktional könne dieser untere Bereich des rumpfnahen
Bewegungsapparates aber beispielsweise eine muskuläre Dysbalance und eine
Belastungsintoleranz mitbewirken. Für eine radikuläre Störung hätten sich keine
Hinweise finden lassen. Links hätten radiologisch akzentuierte degenerative
Veränderungen des mittleren Vorfussskeletts aufgezeigt werden können; es bestünden
Spreizfüsse beidseits linksbetont. Auf ein systemisch entzündliches oder anderes
differenziertes Leiden aus dem rheumatologischen Formenkreis habe nichts
hingedeutet (namentlich nicht auf eine generalisierte Chondrokalzinose). Wesentliche
Teile des vor allem rumpf- und rückenbezogenen Beschwerdebildes könnten durch
eine Osteopenie mitverursacht sein. Es seien zwar beim Achsenskelett radiologisch
keine definitiven frakturmorphologischen Wirbelkörperveränderungen ersichtlich
gewesen, doch bestehe eine signifikante Demineralisation des Achsenskeletts. Das sei
bei der Formulierung eines Belastungsprofils zu beachten (vgl. IV-act. 104-86 f.). Die
Angaben der Beschwerdeführerin seien adäquat, differenziert und nachvollziehbar
gewesen. Die klinische Untersuchung habe bei bester Compliance stattgefunden.
3.4.
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Hinweise auf Diskrepanzen habe es nicht gegeben. Es hätten auch keine Waddell-
Zeichen bestanden und keine Fibromyalgie-Tenderpoints (vgl. IV-act. 104-88). Rein
bezogen auf den Bewegungsapparat sei die Beschwerdeführerin für eine Tätigkeit als
[...]-angestellte oder eine angepasste bzw. geeignete Verweisungstätigkeit
medizinisch-theoretisch zu mindestens 80 % arbeitsfähig bei einem vollzeitlichen
Pensum. Die Einschränkung sei durch einen vermehrten Pausenbedarf (zur
Sicherstellung von Lockerungs-, Dehnungs- und Gymnastikübungen) und/oder ein
verlangsamtes Arbeitstempo (aufgrund der Einhaltung der ergonomischen
Empfehlungen) bedingt (vgl. IV-act. 104-89). - Dieses Ergebnis der Teilbegutachtung
mit einer wiederum bezeichneten maximalen Arbeitsunfähigkeit von 20 % erscheint
nachvollziehbar.
Im interdisziplinären Konsens schliesslich ergab sich das Attest einer
Arbeitsfähigkeit von 80 % für eine angepasste Tätigkeit. Im Haushalt bestehe keine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (vgl. IV-act. 104-9). Diese beiden Ergebnisse
basieren auf einer Abwägung der funktionellen Einschränkungen (vgl. IV-act. 104-8)
und der Belastungsfaktoren und Ressourcen (vgl. IV-act. 104-9) sowie einer
Konsistenzprüfung (vgl. IV-act. 104-9). Psychosoziale Belastungen stünden nicht im
Vordergrund (vgl. IV-act. 104-9) und wirkten sich nicht auf die
Funktionseinschränkungen aus (vgl. IV-act. 104-10). Relevante Persönlichkeitsaspekte
hätten sich nicht nachweisen lassen (vgl. IV-act. 104-8). Als gutachterlicher Beurteilung
auf der Grundlage vollständiger Abklärungen kommt diesem Ergebnis hoher
Beweiswert zu. Die Abstützung auf die psychiatrische Befundlage und die
entsprechende Begründung sprechen zwar eher für eine maximal 20 % betragende -
bzw. für eine geringfügigere - diesbezügliche Arbeitsunfähigkeit. Indessen sind gemäss
dem Gutachten in somatischer Hinsicht Beeinträchtigungen mehrerer Lokalisationen zu
berücksichtigen (Schulter und Knie links, LWS, Hüften und Füsse beidseits; V. a.
Osteopenie), weshalb die Begründung insgesamt nachvollziehbar erscheint. Was die
Arbeitsfähigkeit in einer Haushalttätigkeit betrifft, in welcher einerseits für die
Beschwerdeführerin somatisch betrachtet auch weniger geeignete Anteile an
Tätigkeiten vorkommen, aber anderseits die psychiatrisch bedingten Erfordernisse
weniger zum Tragen kommen, mit einer freieren Einteilung der Arbeit als in einer
auswärtigen Erwerbstätigkeit gerechnet werden kann und auch die schadenmindernde
Mitwirkung der Mitbewohner zu berücksichtigen ist, ist keine höhere Arbeitsunfähigkeit
anzunehmen.
3.5.
Für die Zeit vor der Begutachtung ist aufgrund des Gutachtens retrospektiv davon
auszugehen, dass bei der Beschwerdeführerin ehemals eine Panikstörung vorgelegen
3.6.
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4.
hatte, während sich die Agora- und die soziale Phobie sowie die
Persönlichkeitsstörung nicht haben bestätigen lassen. Von einer Arbeitsunfähigkeit von
30 % vor Mai 2016 ist aufgrund dieser Feststellung im Gutachten mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit nicht auszugehen. Im Gutachten wird jedoch dargelegt, im Jahr
2016 sei es zu einer depressiven Störung gekommen, die stationär habe behandelt
werden müssen und die in der Zwischenzeit remittiert sei (vgl. IV-act. 104-10). Die
Arbeitsunfähigkeit von 20 % bestehe seit Oktober 2016 (vgl. IV-act. 104-9).
Zusammenfassend ergibt sich demnach, dass die Beschwerdeführerin nach der
Aktenlage ehemals namentlich an der gesundheitlichen Einschränkung durch eine
Adipositas und ihre Folgen sowie ausserdem an verschiedenen sozialen Belastungen
zu leiden hatte. Nach einer Bypass-Operation im September 2008 konnte sie zu einer
Situation mit lediglich noch Übergewicht (vgl. IV-act. 104-8, vgl. IV-act. 35) gelangen. -
Im Oktober 2014 war eine Hospitalisation wegen einer Pancolitis erforderlich
geworden. - Nach der Neuanmeldung musste die Beschwerdeführerin wie erwähnt im
Mai 2016 noch wegen einer schweren depressiven Episode hospitalisiert werden. Auch
diese gesundheitliche Beeinträchtigung war jedoch vorübergehender Art gewesen, sie
dauerte gemäss gutachterlicher Einschätzung bis Oktober 2016. Die Verschlechterung
mit voller Arbeitsunfähigkeit war somit nicht langdauernd im Sinn einer die Wartezeit
nach Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG von einem Jahr übersteigenden Dauer. Inzwischen haben
auch die psychosozialen Belastungen der Beschwerdeführerin abgenommen (vgl. IV-
act. 104-9).
3.7.
Was die Folgen der oben dargelegten Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit für die
erwerbliche Situation und für den Aufgabenbereich betrifft, ist davon auszugehen, dass
ein rentenbegründendes Ausmass an Invalidität (von nämlich 40 %) bei der
Beschwerdeführerin nicht besteht. Auf die zu wählende Bemessungsmethode - sei es
die Methode der Bemessung nach dem reinen Einkommensvergleich oder sei es
diejenige für Teilerwerbstätige mit einer Aufteilung in 80 % Erwerbstätigkeit und 20 %
Haushalt, wie sie die Beschwerdeführerin beantragt und die Beschwerdegegnerin in
der Verfügung angewendet hat - kommt es dabei nicht wesentlich an, weil sich diese
Feststellung gleichermassen auf den Erwerbstätigkeits- wie auf den Haushaltsbereich
beziehen lässt:
4.1.
Das Valideneinkommen der Beschwerdeführerin ist nicht auf einen Betrag über
dem statistisch erhobenen Durchschnittseinkommen festzulegen. Bei Verhältnissen, da
somit sowohl Validen- wie Invalideneinkommen ausgehend vom selben Tabellenlohn
4.2.
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zu bestimmen sind, entspricht der Invaliditätsgrad, falls die Arbeitsfähigkeit verwertbar
ist, dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung eines allfälligen Abzugs
vom Tabellenlohn gemäss BGE 126 V 75 (vgl. Bundesgerichtsentscheide vom 5. März
2018, 8C_536/2017 E. 5.1, vom 9. Mai 2016, 8C_934/2015, und vom 20. April 2010,
9C_215/2010 E. 5.2).
Eine Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auf dem
Arbeitsmarkt stellt diverse Anforderungen (vgl. IV-act. 104-8 f.). So soll eine adaptierte
Tätigkeit einfach sein und keine besondere Anforderung an die Konzentration und an
die Teamfähigkeit und keine Anforderung an eine besondere Stresstoleranz stellen. Es
sollten keine Lärmbelastung, keine störenden Lichtverhältnisse und keine ständig
wechselnden Kontakte mit anderen Menschen (Kunden) bestehen. Überkopfarbeiten
sollten ein allgemein übliches Mass nicht übersteigen. Repetitives Bewältigen von
Treppen sowie eine Exposition gegenüber Rüttel-, Stoss- und Vibrationseinwirkungen
auf das Achsenskelett und gegen Sturzereignisse seien zu vermeiden. Tätigkeiten im
Knien, im Kauern und in konstanter Vorneigung seien auf ein Minimum zu beschränken,
das Heben und Tragen von Lasten auf maximal 20 kg (vgl. IV-act. 104-9). Da für die
Invaliditätsbemessung nicht der tatsächliche, sondern ein hypothetischer
ausgeglichener Arbeitsmarkt relevant ist, auf dem die verfügbaren Arbeitsplätze dem
Angebot an Arbeitskräften entsprechen (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 4. Mai 2018,
9C_294/2017 E. 5.4.2., AHI 1998 S. 287 E. 3b), der, was die verlangten beruflichen und
intellektuellen Voraussetzungen wie auch den körperlichen Einsatz angeht, einen
Fächer verschiedenster Tätigkeiten aufweist (vgl. Bundesgerichtsentscheide vom
9. Januar 2015, 8C_652/2014, und vom 10. April 2019, 8C_811/2018 E. 4.4.1), und der
selbst sogenannte Nischenarbeitsplätze umfasst, also Stellen- und Arbeitsangebote,
bei welchen gesundheitlich Beeinträchtigte mit einem sozialen Entgegenkommen von
Seiten des Arbeitgebers rechnen können (vgl. Bundesgerichtsurteile vom 18. Dezember
2019, 9C_693/2019 E. 5.1.3, und vom 28. November 2014, 9C_485/2014), ist davon
auszugehen, dass die umschriebene, mit 80 % als hoch zu bezeichnende
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin verwertbar ist.
4.3.
Bestehen im Einzelfall Anhaltspunkte dafür, dass die versicherte Person ihre
gesundheitlich zumutbare verbleibende (Rest-) Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen
Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann, ist
ein Abzug von den Tabellenlöhnen zu machen. Bei der Bestimmung der Höhe des
Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das
Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu
schätzen und insgesamt auf höchstens 25 % des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl.
4.4.
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5.
BGE 134 V 322 E. 5.2 und BGE 126 V 75). Da die gesundheitlich bedingten
Beeinträchtigungen - namentlich der Pausenbedarf - bereits in die medizinische
Arbeitsunfähigkeitsschätzung eingeflossen sind und eine vollzeitliche Arbeit zumutbar
ist, ist jedenfalls kein 10 % übersteigender Abzug vom Tabellenlohn zur Bestimmung
des Invalideneinkommens gerechtfertigt. Als Abzugsgrund am ehesten in Betracht fällt
der Umstand, dass die Beschwerdeführerin nach 1991 nicht mehr namhaft
erwerbstätig war (vgl. IK-Auszug, IV-act. 45). Dieses Kriterium der langen Abwesenheit
vom Arbeitsmarkt spielt indessen bei dem vorliegend heranzuziehenden tiefsten
Tabellenlohn des Kompetenzniveaus 1, der einfache Tätigkeiten körperlicher oder
handwerklicher Art umfasst, nur eine unbedeutende Rolle. Es vermag einen Abzug
nicht zu rechtfertigen (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 22. März 2017, 8C_805/2016
E. 3.3) bzw. wirkt sich nicht zwingend lohnsenkend aus (vgl. Bundesgerichtsurteil vom
12. Februar 2020, 8C_190/2019 E. 4.2).
Die angefochtene Verfügung betreffend die Abweisung des Rentenanspruchs
erweist sich demnach jedenfalls als rechtmässig. Ein reiner Einkommensvergleich
ergäbe einen Invaliditätsgrad von 28 % (1- [0.8 x 0.9]). Bei Anwendung der gemischten
Methode mit einer Aufteilung in 80 % Erwerbstätigkeit und 20 % Haushalttätigkeit
ergäbe sich bei Annahme einer das Attest im Gutachten überschreitenden
Arbeitsunfähigkeit im Haushalt von 20 % (wie dort für den Erwerbsbereich attestiert)
ein Invaliditätsgrad von 26.4 % oder rund 26 % (Teilinvaliditätsgrad von 28 % bezogen
auf 80 % Erwerbstätigkeit zuzüglich und Teilinvaliditätsgrad von 20 % bezogen auf
20 % Haushalttätigkeit).
4.5.
Zur Erleichterung ihrer tatsächlichen Eingliederung in den Arbeitsmarkt stünde es
der Beschwerdeführerin angesichts einer attestierten Arbeitsunfähigkeit von 20 % frei,
einen allfälligen Anspruch auf Unterstützung durch die Beschwerdegegnerin prüfen zu
lassen. Ein solcher setzte allerdings unter anderem auch eine entsprechende
Mitwirkung von ihrer Seite voraus.
4.6.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.5.1.
Nach Art. 69 Abs. 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen
Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200 bis 1000 Franken festgelegt. Die
Beschwerdeführerin ist im Verfahren unterlegen, weshalb ihr die Gerichtskosten in der
Höhe von Fr. 600.-- aufzuerlegen sind. Zufolge der Bewilligung der unentgeltlichen
5.2. bis
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