Decision ID: 02333c23-7faf-4da2-9db7-3ae910ae6245
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Anweisung an den Schuldner
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Uster vom 18. Mai 2018 (EF180004-I)
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Rechtsbegehren Gesuchstellerin: (Urk. 1 S. 2)
"Es sei die 'C._ AG', D._-Str. ..., ... Zürich (Arbeitgeberin des
Gesuchsgegners), anzuweisen, vom Lohn des Gesuchsgegners pro
Monat einen Betrag von Fr. 3'400.00 zuhanden der Gesuchstellerin auf
deren Privatkonto Nr. ... (IBAN CH...) bei der E._ [Bank] zu über-
weisen,
unter Androhung doppelter Zahlungspflicht im Unterlassungsfalle;
und unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Gesuchs-
gegners."
Prozessuale Anträge: (act. 1 S. 2)
"1. Es sei die Anweisung an die 'C._ AG', D._-Str. ..., ... Zürich (Arbeitgeberin des Gesuchsgegners) superprovisorisch und ohne vorherige Anhörung des Gesuchsgegners zu erlassen;
2. Es sei der Gesuchstellerin die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren;
3. Es sei der Gesuchstellerin in der Person des Unterzeichnenden ab dem 5. März 2018 ein unentgeltlicher Rechtsvertreter zu ."
Urteil des Bezirksgerichtes Uster vom 18. Mai 2018: (Urk. 26)
1. Die Arbeitgeberin des Gesuchsgegners, die C._ AG, D._-Str. ..., ... Zürich, wird angewiesen, ab sofort vom jeweiligen Lohn des  monatlich Fr. 1'070.– zugunsten der Gesuchstellerin auf deren  Nr. ... bei der E._ (IBAN CH...) zu überweisen, unter  doppelter Zahlungspflicht im Unterlassungsfalle.
2. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf Fr. 1'080.–.
3. Die Kosten werden der Gesuchstellerin zu zwei Dritteln und dem  zu einem Drittel auferlegt. Die Kosten der Parteien werden je zufolge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege einstweilen auf die Gerichts-
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kasse genommen. Die Parteien werden auf die Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO hingewiesen.
4. Die Gesuchstellerin wird verpflichtet, dem Gesuchsgegner eine reduzierte Parteientschädigung von Fr. 450.– zu bezahlen.
5. (Mitteilung)
6. (Berufung)
Berufungsanträge:
des Berufungsklägers (Urk. 25 S. 2):
"1. Das Urteil des Bezirksgerichts Uster vom 18.05.2018 im  EF180004-I sei aufzuheben.
2. Die Arbeitgeberin des Berufungsklägers, die C._ AG, D._-Strasse ..., ... Zürich, sei anzuweisen, vom jeweiligen Lohn des Berufungsklägers monatlich CHF 580 zugunsten der Berufungsbeklagten auf deren Privatkonto Nr. ... bei der E._ (IBAN CH...) zu überweisen, unter Androhung doppelter  im Unterlassungsfalle, längstens jedoch bis zum 28.02.2019, eventualiter bis zum 28.02.2021.
3. Die erstinstanzlichen Kosten seien zu 1/6 dem Berufungskläger und zu 5/6 der Berufungsbeklagten aufzuerlegen.
4. Dem Berufungskläger sei eine Parteientschädigung von CHF 1'125 für das erstinstanzliche Verfahren zuzusprechen.
5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich ) zu Lasten der Berufungsbeklagten."
prozessuale Anträge: "1. Dem Berufungskläger sei die unentgeltliche Rechtspflege zu be-
willigen. 2. Es sei ihm in der Person von RAin lic. iur. X1._ bzw. von RA
lic. iur. X2._ als deren Stellvertreter ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen."
der Berufungsbeklagten (Urk. 32 S. 2):
" Es sei die Berufung abzuweisen und das Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Uster vom 18. Mai 2018 (Geschäfts-Nr. EF180004-I) zu bestätigen;
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unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des ."
prozessuale Anträge: "1. Es sei der Berufungsbeklagten die unentgeltliche Prozessführung
zu gewähren; 2. Es sei der Berufungsbeklagten in der Person des Unterzeichnen-
den ein unentgeltlicher Rechtsvertreter zu bewilligen."

Erwägungen:
I.
1. Der Gesuchsgegner und Berufungskläger (fortan: Gesuchsgegner) ist
gemäss Scheidungsurteil des Bezirksgerichts Uster vom 25. November 2014
(Urk. 3/2) verpflichtet, für die Gesuchstellerin und Berufungsbeklagte (fortan: Ge-
suchstellerin) seit dem 1. Juli 2016 bis 28. Februar 2019 einen monatlichen Un-
terhaltsbeitrag von Fr. 2'450.–, hernach bis zum 28. Februar 2021 von Fr. 1'580.–
(Dispositiv-Ziffer 3.6) sowie für das Kind F._ einen monatlichen Unterhalts-
beitrag von Fr. 1'050.–, zuzüglich allfällige gesetzliche oder vertragliche Kinderzu-
lagen (Dispositiv-Ziffer 3.4), an die Gesuchstellerin zu bezahlen. Die Parteien be-
finden sich seit dem Jahr 2016 in einem Abänderungsverfahren am Bezirksgericht
Uster, welches der Gesuchsgegner infolge seiner damaligen Arbeitslosigkeit an-
strengte (Urk. 10 S. 3).
2. Mit Eingabe vom 20. März 2018 gelangte die Gesuchstellerin an das
Bezirksgericht Uster (Urk. 1) und stellte in der Folge die eingangs wiedergegebe-
nen Rechtsbegehren. Betreffend den Verlauf des erstinstanzlichen Verfahrens
kann auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 26 S. 3 f.). Die
Vorinstanz fällte am 18. Mai 2018 den eingangs wiedergegebenen Entscheid
(Urk. 26).
3. Gegen diesen Entscheid erhob der Gesuchsgegner am 1. Juni 2018
innert Frist Berufung, wobei er die oben angeführten Anträge stellte (Urk. 25 S. 2).
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Mit Verfügung vom 28. Juni 2018 wurde der Gesuchstellerin Frist zur Berufungs-
antwort angesetzt (Urk. 31), welche unter dem 11. Juli 2018 rechtzeitig erfolgte
(Urk. 32 bis 34/1-4). Mit Verfügung vom 16. Juli 2018 wurde die Berufungsant-
wortschrift dem Gesuchsgegner zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 35). Mit Ein-
gabe vom 18. Juli 2018 ersuchte der Gesuchsgegner um eine Fristerstreckung
zur Ausübung seines Replikrechts bis zum 13. August 2018 (Urk. 36). Mit Verfü-
gung vom 19. Juli 2018 wurde angeordnet, dass eine allfällige Stellungnahme zur
Berufungsantwortschrift bis spätestens 13. August 2018 zu erfolgen hätte
(Urk. 37). Mit Eingabe vom 9. August 2018 nahm der Gesuchsgegner sein Replik-
recht in Anspruch (Urk. 38 bis 40/1-3). Mit Beschluss vom 15. August 2018 wurde
dem Gesuchsgegner für das Berufungsverfahren die unentgeltliche Prozessfüh-
rung gewährt und ihm in der Person von Rechtsanwältin lic. iur. X1._ eine
unentgeltliche Rechtsbeiständin bestellt. Zudem wurde letzterer bewilligt, sich als
unentgeltliche Rechtsbeiständin während ihres Mutterschaftsurlaubs durch
Rechtsanwalt lic. iur. X2._ substituieren zu lassen (Urk. 41 Dispositiv-
Ziffern 1 und 3). Der Gesuchstellerin wurde für das Berufungsverfahren ebenfalls
die unentgeltliche Prozessführung gewährt und ihr in der Person von Rechtsan-
walt lic. iur., lic. oec. HSG Y._ ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bestellt
(Urk. 41 Dispositiv-Ziffer 2). Schliesslich wurde die Stellungnahme vom 9. August
2018 samt Beilagen der Gegenpartei zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 41 Dis-
positiv-Ziffer 5). Es sind keine weiteren Eingaben der Parteien erfolgt. Das Verfah-
ren erweist sich als spruchreif.
II.
1. Vorliegend kann der Gesuchsgegner mit seinem Einkommen den auf
ihn entfallenden Anteil am Existenzminimum seiner (engeren) Familie nicht de-
cken. Da jedoch die Gesuchstellerin ihrerseits auf die persönlichen Unterhaltsbei-
träge zur Deckung ihres Existenzminimums angewiesen ist, kann gemäss bun-
desgerichtlicher Rechtsprechung in das Existenzminimum des Gesuchsgegners
eingegriffen werden (BGE 71 III 174 E. 3 und BGE 111 III 13 E. 5). In diesem Fall
haben sich der Unterhaltsschuldner und -gläubiger im gleichen Verhältnis einzu-
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schränken. Die Vorinstanz wandte folgende vom Bundesgericht für die Berech-
nung eines Existenzminimumeingriffs entwickelte Formel an (BGE 111 III 13 E. 5):
(Einkommen Schuldner x Notbedarf Gläubiger) _ (Notbedarf Schuldner + Notbedarf Gläubiger).
Nachdem vorinstanzlich von Existenzminima von Fr. 7'286.– beim Gesuchs-
gegner und Fr. 2'986.– bei der Gesuchstellerin sowie von Einkommen von
Fr. 6'071.– beim Gesuchsgegner (und Fr. 1'670.– bei der Gesuchstellerin) ausge-
gangen wurde, ergab sich in Anwendung eben erwähnter Formel eine beim Ge-
suchsgegner pfändbare Quote von Fr. 1'765.–. Weiter erwog die Vorinstanz, wer-
de der Berechnung das von der Gesuchstellerin geltend gemachte Existenzmini-
mum (inkl. Sohn F._) von Fr. 4'075.– bzw. 4'040.– sowie das von ihr behaup-
tete Einkommen von Fr. 1'670.–, die Kinderzulagen von Fr. 250.– sowie der Un-
terhaltsbeitrag für F._ von Fr. 1'050.– zugrunde gelegt, resultiere lediglich ein
Betrag von Fr. 1'070.–, der zur Deckung des Existenzminimums notwendig sei.
Deshalb sei die Anweisung an den Arbeitgeber lediglich in diesem Umfang zu
gewähren (Urk. 26 S. 8 bis 14).
2. Der Gesuchsgegner macht geltend, die von der Vorinstanz ermittelten
Existenzminima der Parteien und deren Einkommen würden nicht beanstandet
(Urk. 25 S. 3). Die Vorinstanz habe jedoch die Formel des Bundesgerichts zur Be-
rechnung der pfändbaren Quote erstens falsch angewandt (Urk. 25 S. 4). Zwei-
tens führe diese Formel im vorliegenden Fall zu einem ungerechten bzw. willkürli-
chen Ergebnis, weshalb die pfändbare Quote anders zu berechnen sei (Urk. 25 S.
5 f.). Das in BGE 111 III 13 E. 5.b verwendete Wort Unterhaltsbeitrag impliziere,
dass die eigenen Einkünfte des Gläubigers zunächst von seinem Notbedarf abzu-
ziehen seien. Die Vorinstanz habe jedoch einfach den Notbedarf mit dem Exis-
tenzminimum der Berufungsbeklagten von Fr. 2'986.– gleichgesetzt, ohne Be-
rücksichtigung ihres eigenen Einkommens von Fr. 1'670.– zuzüglich Kinderzula-
gen von Fr. 250.–. Somit komme die Vorinstanz auf eine viel zu hohe pfändbare
Quote. Erst im Nachhinein habe die Vorinstanz vom Existenzminimum der Ge-
suchstellerin ihre Einkünfte abgezogen. Diese Berechnung führe jedoch zu einem
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willkürlichen Ergebnis. Werde ein Betrag von Fr. 1'070.– angewiesen, erhalte die
Gesuchstellerin zusammen mit ihren Einkünften inklusive Kinderzulagen und den
Kinderunterhaltsbeiträgen ihr volles Existenzminimum gedeckt (Eingriff von 0 %).
Gleichzeitig fehlten dem Gesuchsgegner bei einem Einkommen von Fr. 6'071.–,
einem Existenzminimum von Fr. 7'286.– und einem Anweisungsbetrages von
Fr. 1'070.– somit Fr. 2'285.– zur Deckung seines Existenzminimums (Eingriff von
31,3 %). Dies sei keine Einschränkung im gleichen Verhältnis, wie sie das Bun-
desgericht vorsehe (Urk. 25 S. 4). Es ergebe sich ein in die Formel einzusetzen-
der Notbedarf von Fr. 1'066.– (Fr. 2'986.– Existenzminimum ./. Fr. 1'670.– Ein-
kommen ./. Fr. 250.– Kinderzulagen). Die pfändbare Quote würde somit nur
Fr. 774.85 betragen. Die Kontrollrechnung zeige jedoch, dass der Eingriff im Er-
gebnis immer noch ungleich sei. Dem Gesuchsgegner fehlten zur Deckung insge-
samt Fr. 1'989.85 (Fr. 7'286.– ./. Fr. 6'071.– + Fr. 774.85), was 27,3 % seines
Existenzminimums betrage. Der Gesuchstellerin fehlten Fr. 291.15, was immerhin
ebenfalls 27,3 % des ihr fehlenden Notbedarfs von Fr. 1'066.– ausmache. Auf ih-
rem gesamten Existenzminimum von Fr. 2'986.– seien es jedoch immer noch nur
9.7 % (Urk. 25 S. 5). Für ein ausgewogenes Ergebnis hätten sich somit beide Par-
teien einen Eingriff von 24,64 % in ihr Existenzminimum gefallen zu lassen. Das
Bundesgericht spreche in BGE 71 III 174 E. 3, in dem es (für einen Fall ohne ei-
genes Einkommens des Gläubigers) obgenannte Formel entwickelt habe, denn
auch zunächst von einer prozentual gleichen Einbusse auf dem Notbedarf.
24,64 % ergebe bei der Gesuchstellerin einen Eingriff von Fr. 735.75. Ihr Exis-
tenzminimum von Fr. 2'986.– abzüglich ihres eigenen Einkommens von
Fr. 1'670.– abzüglich des Eingriffs von Fr. 735.75 ergebe somit einen Anwei-
sungsbetrag von Fr. 580.– (Urk. 25 S. 5).
3.1. Die Parteien gehen übereinstimmend davon aus, dass die Vorinstanz
die oben wiedergegebene bundesgerichtliche Formel zur Berechnung der pfänd-
baren Quote bei einem Eingriff ins Existenzminimum falsch anwandte – auch
wenn sie über die richtige Berechnung uneins sind (Urk. 32 S. 6). Die Gesuchstel-
lerin macht jedenfalls selber geltend, dass sie mit einem Anweisungsbetrag von
Fr. 1'070.–, einem Einkommen von Fr. 1'670.– sowie einem Kinderunterhaltsbei-
trag für F._ von Fr. 1'050.– total Fr. 3'790.– erhielte, was knapp über ihrem
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Notbedarf liege (sic; Urk. 32 S. 7). Dass die eingangs zitierte bundesgerichtliche
Formel vorliegend zu einem nicht sachgerechten Ergebnis führt, liegt daran, dass
diese Formel für Kinderunterhalt entwickelt und davon ausgegangen wurde, dass
lediglich der Unterhaltsschuldner über Einkommen verfügt (BGE 71 III 174 und
BGE 111 III 13). Das Bundesgericht ging in seinem Entscheid BGE 71 III 174 E. 3
davon aus, dass das Einkommen des Schuldners unter die Personen, die daraus
leben müssten, so zu verteilen sei, dass der Schuldner und die von ihm zu unter-
haltenden Personen mit Ausschluss des Alimentengläubigers (d.h. die "engere"
Familie) einerseits und der Alimentengläubiger andererseits auf ihrem Notbedarf
prozentual die gleiche Einbusse erleiden. Dies bedeutet vorliegend, wo die Ge-
suchstellerin ebenfalls über ein Einkommen verfügt, dass die Formel um das Ein-
kommen des Unterhaltsgläubigers zu erweitern ist (vgl. BGE 105 III 50 E. 5). So
kann die bundesgerichtliche Vorgabe, wonach sich Unterhaltsgläubiger und
-schuldner auf ihrem Notbedarf prozentual die gleiche Einbusse gefallen lassen
müssen, befolgt werden. Die Gleichung lautet damit (wobei x die pfändbare Quote
darstellt):
(x + Einkommen Unterhaltsgläubiger) (Einkommen Unterhaltsschuldner - x) _ = _ Notbedarf Unterhaltsgläubiger Notbedarf Unterhaltsschuldner
Der dem Unterhaltsgläubiger zufallende Teilbetrag x errechnet sich somit
folgendermassen: (Notbedarf Gläubiger x Einkommen Schuldner – Notbedarf
Schuldner x Einkommen Gläubiger) / (Notbedarf Schuldner + Notbedarf Gläubi-
ger).
Ausgehend von den vorinstanzlich ermittelten Bedarfs- und  der Parteien ergäbe sich somit folgende pfändbare Quote: (Fr. 2'986 x
Fr. 6'071 – Fr. 7'286 x Fr. 1'670) / (7'286 + 2'986) = Fr. 580.
3.2. Der Gesuchsgegner zweifelt daran, dass das von der Vorinstanz fest-
gestellte Einkommen der Gesuchstellerin von monatlich Fr. 1'670.– noch aktuell
sei. Gemäss den von ihr eingereichten Kontoauszügen (Urk. 34/4/1) habe sie so-
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wohl im Mai als auch Juni 2018 einen Lohn von über Fr. 2'000.– erhalten (Urk. 38
S. 5). Dem ist entgegenzuhalten, dass die Gesuchstellerin ein unregelmässiges
Arbeitspensum auf Abruf ausübt und sich die Vorinstanz zur Ermittlung ihres Ein-
kommens auf den von der Gesuchstellerin dargelegten Durchschnitt des Jahres
2016 abstützte (Urk. 26 S. 12 und 14 mit Verweis auf Urk. 3/12 S. 2 und Urk. 15
N 5). Das von der Gesuchstellerin geltend gemachte Durchschnittseinkommen
von Fr. 1'670.– blieb vom Gesuchsgegner unbestritten (Urk. 19 S. 6), weshalb im
Rahmen des Berufungsverfahrens kein Anlass dazu besteht, darauf zurückzu-
kommen. Zudem bedeuten zwei höher ausfallende Monatslöhne noch nicht, dass
die Gesuchstellerin durchschnittlich mehr verdient, als von der Vorinstanz ange-
nommen. Damit hat es beim Einkommen der Gesuchstellerin von monatlich
Fr. 1'670.– sein Bewenden. Dem Gesuchsgegner kann zudem nicht darin gefolgt
werden, dass die Kinderzulagen (für F._) vom Notbedarf der Gesuchstellerin
abzuziehen bzw. nach der oben dargelegten Formel dem Einkommen der Ge-
suchstellerin hinzuzurechnen sind. Kinder- bzw. Familienzulagen sind zweckge-
bunden für den Unterhalt von F._ zu verwenden (Art. 285a ZGB) und nicht
zur Deckung des Notbedarfs der Gesuchstellerin da. Es geht vorliegend aber nur
noch um den prozentual zulässigen Eingriff in den Notbedarf der Gesuchstellerin,
nachdem die Vorinstanz eine Anweisung für die Unterhaltsbeiträge von F._
abgelehnt hatte (Urk. 26 S. 6), dessen Unterhaltsbeitrag im Notbedarf des Ge-
suchsgegners berücksichtigte (Urk. 26 S. 11) und beides unangefochten blieb.
3.3.1. Zudem beanstandet die Gesuchstellerin verschiedene Bedarfspositio-
nen (unberücksichtigte auf ihrer Seite sowie zu grosszügig bemessene auf Seiten
des Gesuchsgegners).
3.3.2. Die Vorinstanz ging von einem Existenzminimum des Gesuchsgeg-
ners und seiner (engeren) Familien von gesamthaft Fr. 7'751.35 aus. Aufgrund
des Einkommens des Gesuchsgegners von Fr. 6'071.40 und demjenigen seiner
Ehefrau von Fr. 392.– wurde der Existenzminimumanteil des Gesuchsgegners
von Fr. 7'286.– ermittelt (94 %; Urk. 26 S. 11 f.). Die Gesuchstellerin beanstandet
folgende Positionen im Notbedarf des Gesuchsgegners:
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a) Berücksichtigung eines Kindergrundbetrages und der Krankenkassen-
kosten für G._, den Sohn der Parteien: Die Gesuchstellerin begründet dies
damit, dass G._ am tt.mm.2018 volljährig geworden sei (Urk. 32 S. 4). Auch
wenn G._ im Juli volljährig geworden ist, muss der Gesuchsgegner (bzw. ei-
gentlich beide Parteien) nach wie vor für dessen Unterhalt aufkommen, bis er eine
angemessene Ausbildung abgeschlossen haben wird (Art. 277 Abs. 2 ZGB).
Steht ein volljähriges, beim Schuldner wohnendes Kind noch in Ausbildung und
hat keinen Verdienst, so ist im Rahmen des Art. 277 Abs. 2 ZGB der Kinderzu-
schlag einzurechnen (BSK SchKG I-Vonder Mühll, Art. 93 N 24). Zwar verfügt
G._ ab August 2018 über einen Verdienst von seiner Lehrstelle als Gärtner.
Gemäss Gesuchsgegner müsse G._ mit seinem Lehrlingslohn von (derzeit)
Fr. 600.– (Urk. 40/1) die öffentlichen Verkehrsmittel, seine auswärtige Verpfle-
gung und seine Mobilekosten bezahlen. Der Gesuchsgegner müsse den Grund-
betrag, die Krankenkassenkosten, die Schulbücher und Kleider (erhöhter Bedarf
für wetterfeste und warme Kleider als Gärtner) übernehmen. Ausserdem würden
in naher Zukunft hohe Zahnarztkosten von Fr. 2'176.40 für G._ anfallen
(Urk. 40/2). Ausserdem benötige G._ für die Berufsschule noch einen Laptop
(Urk. 38 S. 3). Es erscheint glaubhaft, dass G._ mit seinem derzeitigen Lehr-
lingslohn höchstens die öffentlichen Verkehrsmittel, seine auswärtige Verpfle-
gung, Mobilekosten, seine Schulbücher sowie Arbeitskleider bezahlen kann. Die
von der Vorinstanz berücksichtigten Beträge für den Grundbetrag und die Kran-
kenkassenkosten von G._ sind damit gerechtfertigt. Damit ändert sich an der
Existenzminimumberechnung des Gesuchsgegners aufgrund der Volljährigkeit
von G._ nichts.
b) Die Gesuchstellerin rügt zudem, dass der Gesuchsgegner für seine
Stieftochter H._ die Berücksichtigung eines ZVV-Passes im Betrag von mo-
natlich Fr. 146.– verlangt habe (unter Verweis auf Urk. 10 S. 5 f.). Die Vorinstanz
habe mit Fr. 164.– mehr zugesprochen, als er verlangt habe (Urk. 32 S. 4). Dies
ist zutreffend (Urk. 26 S. 10, Urk. 12/3) und zu korrigieren.
c) Weiter wird von der Gesuchstellerin beanstandet, dass die Vorinstanz
nicht ausgeführt habe, weshalb H._ im zehnten Schuljahr von I._ [Ort-
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schaft] aus mittags nicht soll nach Hause fahren und sich dort verpflegen können
(Urk. 32 S. 4). Die Vorinstanz berücksichtigte die Kosten für auswärtige Verpfle-
gung im Betrag von Fr. 220.–, da der Gesuchsgegner geltend gemacht hatte,
H._ könne sich am Mittag nicht daheim verpflegen (Urk. 10 S. 6). Die Vo-
rinstanz erwog, die Gesuchstellerin habe die Höhe nicht bestritten, sondern habe
sich mit der pauschalen Bestreitung der Anrechenbarkeit der Auslagen begnügt
(Urk. 26 S. 11). Dies ist zutreffend. Es ist somit an den vorinstanzlich berücksich-
tigten Fr. 220.– festzuhalten. Dies gilt umso mehr, nachdem der Gesuchsgegner
vorbrachte, H._ habe die kurze Mittagspause bereits von I._ aus nicht
für den Heimweg ausgereicht. Nun besuche sie seit August 2018 den ... [Schule]
in Zürich, was ihr eine Heimkehr ebenfalls verunmögliche (Urk. 38 S. 3).
d) Im Übrigen kann der Gesuchstellerin nicht beigepflichtet werden, wenn
sie meint, es sei lediglich behauptet, aber nicht ansatzweise substantiiert worden,
dass für H._ nicht anderweitig finanzielle Mittel erhältlich gemacht werden
könnten. Es sei weder vorinstanzlich noch im Rechtsmittelverfahren behauptet
bzw. belegt worden, dass H._ über keinerlei eigene finanzielle Mittel (Kin-
desvermögen) verfüge und es auch keine Verwandtenunterstützung bzw. Alimen-
tenhilfe gebe (Urk. 32 S. 6). Der Gesuchsgegner macht zu Recht geltend, es sei
vor Vorinstanz aufgezeigt worden, dass mangels eines Unterhaltspflichtigen keine
Unterhaltsbeiträge (und somit auch keine Alimentenhilfe) für H._ erhältlich
gemacht werden könnten (Urk. 38 S. 4). Der Gesuchsgegner machte vor Vor-
instanz geltend, seine neue Ehefrau könne für ihre Tochter (H._) keine Un-
terhaltsbeiträge geltend machen, da diese rechtlich keinen Vater habe (Urk. 10
S. 7 unter Verweis auf act. 45/23 im Abänderungsverfahren FP160030). Dies
blieb von der Gesuchstellerin vor Vorinstanz unbestritten (Urk. 15 S. 5), weshalb
keine Veranlassung besteht, darauf im Berufungsverfahren zurückzukommen. Es
bleibt damit bei den von der Vorinstanz für H._ berücksichtigten Beträgen.
e) Damit ist das vorinstanzlich ermittelte Existenzminimum des Gesuchs-
gegners und seiner Familie von gesamthaft Fr. 7'751.35 infolge des angepassten
Betrages für das ZVV-Abo von H._ auf Fr. 7'733.35 zu korrigieren. Der Anteil
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des Gesuchsgegners am Existenzminimum seiner (engen) Familie beträgt somit
Fr. 7'269.35 (94 %).
3.3.3. Bei der Gesuchstellerin ging die Vorinstanz von einem Existenzmini-
mum von gesamthaft Fr. 2'986.10 aus (Urk. 26 S. 13). Die Gesuchstellerin rügt
folgende nicht berücksichtigte Positionen (Urk. 32 S. 4):
a) Im Scheidungsurteil sei im Rahmen der Bemessung des erweiterten
Bedarfes der Gesuchstellerin mit F._ nicht ein Drittel der Wohnkosten als
Bestandteil des Kinderunterhaltsbeitrages von Fr. 1'050.– ausgeschieden worden.
Mithin sei der Gesuchstellerin der volle Wohnkostenbetrag von Fr. 1'480.– (statt
Fr. 986.–) anzurechnen (Urk. 32 S. 5). Dem kann nicht beigepflichtet werden.
Auch unter altem Kindesunterhaltsrecht wurde ein Anteil der Wohnkosten dem
Kinderunterhalt zugeschlagen (wenn auch tabellarisch noch nicht explizit ausge-
schieden wie heute). Jedoch wurde sowohl gemäss den Zürcher Tabellen als
auch in Urteilen (vgl. statt vieler: OGer ZH LE140040 vom 23. Dezember 2014,
E. III/4.4.2) ein Mietkostenanteil des Kindes bzw. der Kinder veranschlagt. Die
Schätzung von einem Drittel erscheint sachgerecht, nachdem F._ das einzi-
ge Kind ist, das bei der Gesuchstellerin lebt.
b) Die Gesuchstellerin macht berufungshalber geltend, ihr sei ein Mobili-
tätsbeitrag von Fr. 120.– zu gewähren, zumal sie ebenfalls erwerbstätig sei und
für das Kind F._ Einkäufe tätigen müsse. (Urk. 32 S. 5). Die Gesuchstellerin
machte vor Vorinstanz keine Mobilitätskosten (mit Ausnahme eines Parkplatzes
von Fr. 35.–) geltend (Urk. 15 S. 7 in Verbindung mit Urk. 3/12 S. 3). Damit kann
sie einerseits im Rahmen der Berufung nicht darauf zurückkommen. Andererseits
wohnt sie in Gehdistanz zu ihrem Arbeitsort und ist auch deshalb auf keinen Mo-
bilitätskostenbeitrag angewiesen (vgl. Urk. 38 S. 4).
c) Das soeben unter lit. b Ausgeführte gilt auch bezüglich der neu von der
Gesuchstellerin geltend gemachten auswärtigen Verpflegung im Betrag von
Fr. 100.– (Urk. 32 S. 5). Sie hatte vor Vorinstanz keinen Betrag für auswärtige
Verpflegung verlangt (Urk. 15 S. 7 in Verbindung mit Urk. 3/12 S. 3). Dies zu
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Recht, da sie in Gehdistanz zu ihrem Arbeitsort wohnt und ihr somit eine Heim-
kehr zum Essen während der Arbeit zugemutet werden kann.
d) Damit bleibt es bei der Gesuchstellerin beim vorinstanzlich ermittelten
Existenzminimum von Fr. 2'986.10.
4. Zusammenfassend ergibt sich aufgrund des minim veränderten Exis-
tenzminimums des Gesuchsgegners folgende pfändbare Quote: (Fr. 2'986 x
Fr. 6'071 – Fr. 7'269 x Fr. 1'670) / (7'269 + 2'986) = Fr. 584.– (vgl. E. 3.1 oben).
5.1. Der Gesuchsgegner macht geltend, es sei im Scheidungsurteil vorge-
sehen, dass die Gesuchstellerin ab 1. März 2019 ihre Erwerbstätigkeit ausdehne
und Fr. 3'000.– verdiene. Mit diesem Einkommen könne sie ihr Existenzminimum
decken. Deshalb habe sich der Gesuchsgegner ab diesem Zeitpunkt keinen Ein-
griff in sein Existenzminimum mehr gefallen zu lassen, weshalb die Anweisung
auf den 28. Februar 2019 zu befristen sei. Eventualtier sei die Anweisung auf den
28. Februar 2021 zu befristen, da dannzumal die Unterhaltspflicht an die Gesuch-
stellerin gänzlich wegfalle, womit keine Grundlage für eine Anweisung mehr be-
stehe (Urk. 25 S. 6).
Die Gesuchstellerin entgegnet, der Antrag auf eine Befristung sei abzuwei-
sen. Ihr Notbedarf sei auch mit dem per 1. März 2019 hypothetisch angerechne-
ten Einkommen bei weitem nicht gedeckt. Ferner habe der Gesuchsgegner sicher
noch bis zum 28. Februar 2021 einen nachehelichen Unterhalt zu bezahlen
(Urk. 32 S. 9).
5.2. Da sich der Unterhaltsbeitrag aufgrund des Scheidungsurteils vom
25. November 2014 ab 1. März 2019 erneut verändern wird (aufgrund der An-
nahme eines hypothetischen Erwerbseinkommens der Gesuchstellerin von
Fr. 3'000.– ab 1. März 2019 wurde ab diesem Zeitpunkt ein Ehegattenunterhalts-
beitrag von Fr. 1'580.– vereinbart; Urk. 3/2 Dispositiv-Ziffern 3.6 und 3.9), sich die
pfändbare Quote infolgedessen verändern dürfte und sich die Parteien zudem in
einem weit fortgeschrittenen Abänderungsprozess befinden, ist die Anweisung in
Übereinstimmung mit dem Gesuchsgegner lediglich bis zum 28. Februar 2019
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vorzunehmen (vgl. OGer ZH LY140005 vom 14. Juli 2014, E. II/7.5). Zwar ist im
Anweisungsverfahren nicht auf hypothetische Einkommen abzustellen und es ist
unsicher, wie sich die Einkommen der Parteien (insbesondere dasjenige der Ge-
suchstellerin, aber auch dasjenige der Ehefrau des Gesuchsgegners) entwickeln
werden; eine befristete Anweisung rechtfertigt sich aber insbesondere dann, wenn
der Gläubiger gezwungen werden soll, selber wieder aktiv zu werden, falls sich
die Massnahme nach einer im voraus bestimmten Zeit als noch notwendig erwei-
sen sollte. Dies trifft insbesondere auf Mankofälle wie den vorliegenden zu (vgl.
BK-Hausheer/Reusser/Geiser, Art. 177 ZGB N 9f).
III.
1. Die von der Vorinstanz festgesetzten und in ihrer Höhe unangefochte-
nen Gerichtskosten von Fr. 1'080.– (Urk. 26 S. 16) sind ausgangsgemäss der
Gesuchstellerin zu 5/6 und dem Gesuchsgegner zu 1/6 aufzuerlegen, jedoch zu-
folge der ihnen vor Vorinstanz gewährten unentgeltlichen Rechtspflege einstwei-
len auf die Gerichtskasse zu nehmen (Urk. 25 S. 7; Art. 106 Abs. 1 ZPO). Zudem
ist die Gesuchstellerin zu verpflichten, dem Gesuchsgegner eine auf 2/3 reduzier-
te Parteientschädigung zu bezahlen. Die vorinstanzlich festgesetzte volle Partei-
entschädigung von Fr. 1'350.– (ohne Mehrwertsteuer, Urk. 26 S. 16) blieb unbe-
anstandet. Folglich beträgt die reduzierte Parteientschädigung Fr. 900.–.
2. Die Entscheidgebühr für das zweitinstanzliche Verfahren ist in Anwen-
dung von § 12 Abs. 1 und 2 GebV OG in Verbindung mit § 4 Abs. 1 und 3 GebV
OG und § 8 Abs. 1 GebV OG auf Fr. 1'000.– festzusetzen. Die Gerichtskosten
sind ausgangsgemäss der beinahe gänzlich unterliegenden Gesuchstellerin auf-
zuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Sie ist überdies zu verpflichten, dem Gesuchs-
gegner eine Parteientschädigung von Fr. 1'300.– zzgl. 7.7 % Mehrwertsteuer, d.h.
gerundet Fr. 1400.– zu bezahlen (§ 13 Abs. 1 und 2 AnwGebV in Verbindung mit
§ 4 Abs. 1 und 3 AnwGebV und § 9 AnwGebV). Da die zuzusprechende Partei-
entschädigung bei der Gesuchstellerin nach dem Ausgeführten voraussichtlich
nicht einbringlich sein wird, ist diese Rechtsanwältin lic. iur. X1._ – diese wird
den sie substituierenden Rechtsanwalt lic. iur. X2._ für seine Bemühungen
nötigenfalls zu entschädigen haben – direkt aus der Gerichtskasse auszurichten,
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wobei der Anspruch auf die Parteientschädigung mit der Ausrichtung auf den
Kanton übergeht (Art. 122 Abs. 2 ZPO).