Decision ID: a7f26ac8-d254-461e-bda9-73756d2e9bac
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SRK
Chamber: ZH_SRK_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: public_law

hat sich ergeben:
A. A und B (nachfolgend die Pflichtigen) zogen in ihrer dem Steueramt einge-
reichten Steuererklärung 2018 Kosten für die Verwaltung des beweglichen Privatver-
mögens von Fr. 6'000.- ab. Mit Schreiben vom 27. April 2019 verwiesen sie auf die
geänderte Weisung des kantonalen Steueramts über die Abzugsfähigkeit der Kosten
für die Verwaltung von Wertschriften des Privatvermögens vom 11. Juli 2017 (ZStB Nr.
30.1, nachfolgend Weisung) und machten – statt der bisher geltend gemachten Fr.
6'000.- – höhere Vermögensverwaltungskosten geltend. In der beiliegenden Aufstel-
lung verwiesen sie auf die Bankspesen der Bank Julius Bär & Co. AG von Fr. 5'068.20,
die Vermögensverwaltungsgebühren der C AG im Gesamtbetrag von Fr. 26'187.15
und die Safegebühr der UBS Switzerland AG von Fr. 86.15. Insgesamt machten die
Pflichtigen nunmehr Vermögensverwaltungskosten von Fr. 31'341.60 geltend, wovon
unter Berücksichtigung der Weisung Fr. 16'094.- abzugsfähig seien.
Das kantonale Steueramt forderte mit der Akteneinforderung vom 27. Okto-
ber 2020 diverse Unterlagen zu mittlerweile nicht mehr strittigen Punkten ein und erläu-
terte gleichzeitig, dass nur Vermögensverwaltungskosten von Fr. 6'000.- abzugsfähig
seien. Im Schreiben vom 25. November 2020 hielten die Pflichtigen an den geltend
gemachten Vermögensverwaltungskosten fest. Infolgedessen versandte das kantonale
Steueramt am 4. Dezember 2020 eine zweite Akteneinforderung betreffend die Ver-
mögensverwaltungskosten. Daraufhin reichten die Pflichtigen am 8. Dezember 2020
den Vermögensverwaltungsauftrag mit der C AG ein und hielten an ihrer Position fest.
Mit Veranlagungsverfügung bzw. Einschätzungsentscheid für die Steuerperio-
de 2018 vom 18. Dezember 2020 gewährte die Steuerkommissärin – neben weiteren
Korrekturen – Vermögensverwaltungskosten von Fr. 6'000.- statt deren Fr. 16'094.-.
Die Aufwendungen der C AG wurden als nicht abzugsfähig beurteilt.
Im Ergebnis wurden die Pflichtigen gestützt auf eine entsprechende Aufrechnung mit
einem steuerbaren Einkommen von Fr. 527'100.- (direkte Bundessteuer) bzw.
Fr. 726'400.- (Staats- und Gemeindesteuern; davon Ertrag aus qualifizierten Beteili-
gungen Fr. 500'000.-) veranlagt bzw. eingeschätzt; das steuerbare Vermögen belief
sich auf Fr. 6'387'000.-.
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B. Die Pflichtigen erhoben hiergegen am 29. Dezember 2020 Einsprache und
beanspruchten weiterhin die Abzugsfähigkeit von Vermögensverwaltungskosten im
Gesamtbetrag von Fr. 16'094.-. Mit Einspracheentscheiden vom 20. Januar 2021 wies
das kantonale Steueramt die Einsprachen ab.
C. Mit Beschwerde und Rekurs vom 25. Januar 2021 hielten die Pflichtigen
am Abzug der Vermögensverwaltungskosten über Fr. 16'094.- fest und beantragten
betreffend die direkte Bundessteuer 2018 mit einem steuerbaren Einkommen von
Fr. 517'000.- veranlagt zu werden. Betreffend die Staats- und Gemeindesteuern bean-
tragten sie, mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 716'300.- (davon Ertrag aus
qualifizierten Beteiligungen von Fr. 500'000.-) sowie einem steuerbaren Vermögen von
Fr. 5'875'000.- eingeschätzt zu werden.
Das kantonale Steueramt schloss mit Beschwerde- und Rekursantwort vom
11. Februar 2021 auf Abweisung der Rechtsmittel. Die Eidgenössische Steuerverwal-
tung (ESTV) liess sich nicht vernehmen. Die Pflichtigen bekräftigten in ihrer Stellung-
nahme vom 21. März 2021 ihren Standpunkt und wiesen ergänzend auf die Grenzen
der Mitwirkungspflicht hin. Das kantonale Steueramt verzichtete auf weitere Äusserun-
gen.
Auf die Parteivorbringen in den verschiedenen Rechtsschriften wird – soweit
erforderlich – in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Der Einzelrichter zieht in Erwägung:
1. a) Bei beweglichem Privatvermögen können die Kosten der Verwaltung
durch Dritte (vom Reineinkommen) abgezogen werden (Art. 32 Abs. 1 des Bundesge-
setzes über die direkte Bundessteuer vom 14. Dezember 1990 [DBG] sowie § 30
Abs. 1 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 [StG]). Nicht abzugsfähig sind Kosten
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und Aufwendungen für die Anschaffung, Herstellung oder Wertvermehrung von Ver-
mögensgegenständen (Art. 34 lit. d DBG und § 33 lit. d StG).
b) Der steuerrechtliche Begriff der Vermögensverwaltung ist enger als der
Begriff des allgemeinen Sprachgebrauchs. Darunter fallen alle tatsächlichen oder
rechtlichen Handlungen, die im Rahmen der Bewirtschaftung von Vermögensgegen-
ständen erforderlich sind und der Sicherung und Erhaltung (im Sinn von "Bewahren",
nicht jedoch im Sinn von "Erlagen"; Markus Reich, Steuerrecht, 3. A., 2020, § 13
N 185) des ertragsbringenden Vermögens dienen (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,
Handkommentar zum DBG, 3. A., 2016, Art. 32 N 17 DBG, und Kommentar zum Zür-
cher Steuergesetz, 3. A., 2013, § 30 N 16 StG, mit Hinweisen, auch zum Folgenden).
Abziehbar sind demnach insbesondere Depot-, Schrankfach- und Safegebühren, Kos-
ten für die Erstellung von Wertschriftenverzeichnissen (Steuerverzeichnis) sowie von
Rückforderungs- und Anrechnungsanträgen für ausländische Quellensteuern und In-
kassospesen (vgl. auch ASA 67, 477). Dagegen sind Kosten für Finanz- und Anlagebe-
ratung, für Vermögensumlagerung, Finanzierungskosten, Entschädigungen für Treu-
handanlagen und Provisionen für den Erwerb oder die Veräusserung von
Vermögenswerten nicht als Vermögensverwaltungskosten abziehbar (vgl. dazu auch
lit. C der Weisung). Kosten der Anlageberatung im Besonderen dienen – wie das Bun-
desgericht in ständiger Praxis erkannt hat (ASA 71, 44 = StR 2000, 515) – dem Erwerb
bzw. der Veräusserung von Vermögensgegenständen und nicht primär der Werterhal-
tung, sondern der Wertvermehrung. Solche Aufwendungen sind nach Art. 34 lit. d DBG
bzw. § 33 lit. d StG nicht abzugsfähig. Aber auch wenn mit der Vermögensberatung
keine Wertvermehrung bezweckt wird, können die Kosten der Anlageberatung nicht
einkommensmindernd geltend gemacht werden, sofern die Beratung zur Hauptsache
auf Erwerb bzw. Verkauf und nicht auf das Halten des Vermögens, das den steuerba-
ren Ertrag generiert, ausgerichtet ist (Peter Locher, Kommentar zum DBG, I. Teil,
2019, Art. 32 N 9 ff.). Denn in diesem Fall liegen Aufwendungen für die Anschaffung
und Veräusserung von Vermögensgegenständen vor, die nach Art. 34 lit. d DBG bzw.
§ 33 lit. d StG nicht abzugsfähig sind.
c) aa) Für das Sammeln, Analysieren, Vernetzen etc. von Informationen über
das Portfolio und die Finanzmärkte zur Grundlage der Fällung von Anlageentscheiden
wird oftmals auch der Begriff Portfoliomanagement (oder Asset Management) verwen-
det. Beim Letzteren geht es um die Frage, wie ein Investor seine verfügbaren finanziel-
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len Mittel zweckmässigerweise in die am Kapitalmarkt gehandelten Wertpapiere anle-
gen sollte (StRG, 23. Juni 2017, 1 DB.2016.258/1 ST.2016.311). Wenn einer Vermö-
gensverwalterin das gesamte Portfolio zur selbstständigen Verwaltung anvertraut wird,
handelt es sich damit steuerlich gesehen um Anlageberatung gemäss Art. 34 lit. d DBG
und § 33 lit. d StG bzw. lit. C der Weisung (d.h. nicht abzugsfähige Kosten; StRG, 14.
Februar 2020, 2 DB.2019.123/2 ST.2019.161, a.z.F.). Anlageberatung ist nämlich
steuerlich nicht nur in dem Sinn zu verstehen, dass ein Vermögensverwalter einem
Privatanleger im Rahmen einer entgeltlichen Beratung (titelbezogene) Empfehlungen
für konkrete Vermögensanlagen abgibt. Beim Portfoliomanagement liegt gewissermas-
sen die extremste Form der Anlageberatung vor, indem sich die Beratung letztlich auf
die Wahl der Anlagestrategie beschränkt und im Übrigen der Vermögensverwalterin
völlige Freiheit bei der Wahl der Anlagen bzw. der Verwaltung und Bewirtschaftung des
Portfolios eingeräumt wird. Dem Anleger geht es nicht um einzelne Titel und deren
Sicherung, sondern um die Erzielung einer guten Rendite bzw.
eines Vermögenszuwachses durch entsprechende Anlageentscheide, wobei er sich
bewusst ist, dass mit der Zunahme seiner diesbezüglichen Erwartungen auch das Ver-
lustrisiko ansteigt. Ein Verlustrisiko wird also in Kauf genommen im Bewusstsein, dass
es das Ziel, vorhandenes Vermögen nicht bloss zu erhalten, sondern anwachsen zu
lassen, gefährdet. Wie "aktiv oder passiv" die Vermögensverwalterin bei der Bewirt-
schaftung des Vermögens vorgeht, hängt vom gewählten Anlageprofil ab. Hieraus folgt
aber nicht, dass bei risikoarmem Anlageprofil und geringerer Bewirtschaftung die Kos-
ten für den Beizug eines Portfoliomanagers steuerlich abziehbar sind. So kann ein risi-
koarmes Portfolio ebenso auf die Erzielung von Kapitalgewinnen ausgerichtet sein wie
ein risikoreiches Portfolio, auch wenn die Kapitalgewinne bei ersterem in der Regel
tiefer ausfallen mögen. In der Praxis wird ein Anleger, der das Risiko scheut und auf
die reine Vermögenssicherung mit (bescheidenen) Zinserträgen ausgerichtet ist, aus
Kostengründen wohl ohnehin keinen professionellen Vermögensverwalter beiziehen,
sondern die entsprechenden (einfachen) Anlageentscheide selber oder auf Empfeh-
lung seiner Hausbank treffen. Entsprechende Anlagen sind dabei langfristiger Natur,
weshalb die Überwachung und Bewirtschaftung (z.B. Neuanlage bei Ablauf von mehr-
jährigen Obligationen) wenig intensiv ist.
bb) Entscheidend ist, dass die Vermögensverwalterin den Auftrag hat, durch
Einsatz ihres Know-Hows und ihrer Erfahrung bezüglich der einzelnen Investitionen
fortwährend oder sporadisch Halte-, Kaufs- bzw. Verkaufsentscheide zu fällen. Die
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Kosten für die Entscheide betreffen damit aber von vornherein nicht die Pflege der ein-
zelnen Werte und deren Erhaltung zur Sicherung eines angemessenen Ertrags, son-
dern deren (allfälligen) Ersatz durch andere Investitionen (dazu gehören auch flüssige
Mittel) und damit die Anschaffung neuer Vermögenswerte. Kosten im Zusammenhang
mit letzterer Tätigkeit sind wie gesehen gesetzlich ausgeschlossen. Aus steuerrechtli-
cher Sicht stellen die einzelnen Komponenten des Portfolios je einzeln Anlagen dar,
welche allenfalls Erträge abwerfen. Eine Gesamtbetrachtung des Portfolios findet nicht
statt. Deswegen ist auch die Abzugsfähigkeit der Portfolio-Managementkosten zu ver-
neinen, auch wenn diese für das gesamte Portfolio als Gewinnungskosten erscheinen
mögen. Indessen findet auch die Besteuerung der Erträge bzw. die nicht-Besteuerung
der Kapitalgewinne auf Basis der einzelnen Titel des Portfolios statt. Im Übrigen wird
die Tätigkeit des Portfoliomanagers in vielen Fällen der Erzielung von Kapitalgewinnen
oder der Verhinderung von Kapitalverlusten dienen. Von steuerlich abzugsfähigen, mit
aus einem Vermögensobjekt fliessenden steuerbaren Erträgen (Miete, Pacht, Zinsen,
Dividenden) unmittelbar zusammenhängenden Kosten (Gewinnungskosten) kann da-
mit keine Rede sein. Die Abwägung, ob ein einzelner Vermögenswert gekauft bzw. neu
flüssige Mittel gehalten werden sollen, ist grundsätzlich der privaten Lebenshaltung
zuzuordnen. Entsprechende Kosten sind steuerlich unbeachtlich.
d) Vermögensverwaltungskosten sind als steuermindernde Umstände von den
Steuerpflichtigen darzutun und nachzuweisen (RB 1975 Nr. 64, a.z.F. sowie ASA 46,
512). Die Steuerpflichtigen haben mithin nicht bloss die Kosten als solche, sondern
auch deren Abzugsfähigkeit aufgrund der obgenannten Kriterien zu beweisen. Dazu
haben sie spätestens im Beschwerde- und Rekursverfahren die Abzüge durch eine
substanziierte Sachdarstellung zu behaupten und hierfür beweiskräftige Unterlagen
einzureichen oder zumindest entsprechende Beweismittel anzubieten. Die Weisung
gewährt allerdings im Abschnitt D die folgenden Beweiserleichterungen:
Für die Verwahrung und Verwaltung von Wertschriften (ohne Darlehen und
Bankguthaben aller Art) sowie für das Erstellen des Steuerverzeichnisses durch Dritte
können für sämtliche abzugsfähigen Kosten pauschal, d.h. ohne Nachweis der tatsäch-
lichen Kosten, 3 ‰ des Steuerwerts der durch Dritte verwalteten Wertschriften des
Privatvermögens, maximal jedoch Fr. 6'000.- (entspricht einem Depotwert von
Fr. 2'000'000.-), abgezogen werden.
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Werden höhere Abzüge geltend gemacht, sind grundsätzlich sowohl die tat-
sächlich bezahlten Kosten für die Vermögensverwaltung als auch deren Abzugsfähig-
keit in vollem Umfang nachzuweisen.
Kann indessen bei Belastung einer Pauschalgebühr durch den verwaltenden
Dritten die Aufteilung in abzugsfähige und nicht abzugsfähige Kosten nicht nachgewie-
sen werden, können bei Depotwerten über Fr. 2'000'000.- als Vermögensverwaltungs-
kosten Fr. 6'000.- plus die Hälfte der um den Betrag von Fr. 6'000.- reduzierten Pau-
schalgebühr in Abzug gebracht werden.
2. a) Die Divergenzen der Parteien gründen offenkundig auf einer unterschied-
lichen Auslegung der Weisung. Strittig ist, ob die Entschädigungen im Gesamtumfang
von Fr. 26'187.15, welche die Pflichtigen 2018 der C AG 2018 entrichtet hatten, bei der
Berechnung des Pauschalabzuges mit zu berücksichtigen sind bzw. ob die von der C
AG in Rechnung gestellten Aufwendungen zumindest teilweise unter den steuerrechtli-
chen Begriff der Vermögensverwaltungskosten fallen.
b) Der Vertrag, den die Pflichtigen am 22. Dezember 2017 mit der C AG ab-
geschlossen haben, enthält alle oberwähnten und erläuterten Elemente eines Portfolio-
Management-Auftrags:
aa) Die C AG war in ihrer Wahl der Anlagen und des jeweiligen Ankaufs- bzw.
Verkaufszeitpunkts und der Zusammensetzung des Portfolios im Rahmen des verein-
barten Anlagekonzeptes grundsätzlich völlig frei. Sie übte die Verwaltung nach freiem
Ermessen sowie ohne Einholung von Instruktionen der Pflichtigen aus (R-act. 3/4 Ziff.
3.1). Die Pflichtigen waren damit einverstanden, dass bezüglich der einzelnen Transak-
tionen keine weitere Risikoaufklärung stattfand (R-act. 3/4 Ziff. 3.5). Der C AG stand
zur Verwirklichung des Anlagekonzepts eine breite Palette von Anlageinstrumenten zur
Verfügung (u.a. Aktien, Obligationen, Edelmetalle, Notes, Devisengeschäfte, offshore
Funds, Kollektivanlagen, Derivative, alternative Anlagen [z.B. Hedge-Fonds, Immobi-
lien, Private Equity oder Rohstoffe]).
bb) Die Pflichtigen haben der C AG, damit sie ihren Auftrag selbständig erfül-
len konnte, eine Vollmacht gegenüber der Bank Julius Bär & Co. AG erteilt (R-act. 3/4
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Ziff. 2). Zudem wurde die Julius Bär & Co. AG verpflichtet, Kopien sämtlicher Mitteilun-
gen an die Kunden, auch an die C AG zu senden (R-act. 3/4 Ziff. 8.2).
cc) Die Parteien haben weiter gemäss einer - nicht aktenkundigen - Zusatz-
vereinbarung (Anlagekonzept) die Anlagestrategie festgelegt (vgl. R-act. 3/4 Ziff. 3.3).
Der Fokus der Anlagetätigkeit liegt bei Schweizer Small- und Mid Caps.
dd) Die durch das pauschale Auftragshonorar von 1.0 Prozent (plus MWSt.)
des gesamten Depotwertes abgegoltenen Leistungen umfassten die Erstellung des
Anlagekonzeptes, die Allokation der Vermögenswerte (bzw. Umsetzung des Kon-
zepts), die regelmässige Berichterstattung, die laufende Beobachtung der Finanzmärk-
te und Trends sowie eine periodische Rechenschaftslegung. Die Erstellung von zusätz-
lichen Unterlagen, Verzeichnissen und Bestätigungen wären separat in Rechnung
gestellt worden (R-act. 3/4 Ziff. 7).
ee) In ihrer Beschwerde- bzw. Rekursschrift machen die Pflichtigen geltend,
die im Jahr 2018 erzielten Vermögenserträge von Fr. 46'913.- seien allein den Hand-
lungen der C AG zu zuschreiben (R-act. 2 S. 2). Die Tätigkeit der C AG stehe deshalb
in unmittelbarem Zusammenhang mit den steuerbaren Vermögenserträgen und sei
somit zu berücksichtigen. Dieser Einwand verfängt jedoch nicht. Dem Steuerauszug
2018 der Bank Julius Bär können insgesamt 28 verschiedene Anlagen entnommen
werden. Davon erfuhren lediglich deren drei im Jahr 2018 keine Bestandesänderung.
Die C AG veranlasste somit zahlreiche Käufe und Verkäufe.
Die vereinbarten Beratungsdienstleistungen beziehen sich auf die Recherche
und Fällung von Kaufs- und Verkaufsentscheiden und stellen - wie oben dargelegt - nur
schon aus diesem Grund keine mit irgendwelchen steuerbaren Vermögenserträgen
qualifiziert zusammenhängende Ausgaben (Gewinnungskosten) dar. Hätte die C AG
tatsächlich versprochen, (steuerbares) Einkommen wie Zinsen oder Dividenden zu
erwirtschaften, wären die Pflichtigen im damals wie heute herrschenden, garstigen
Zinsumfeld kaum bereit gewesen, ein Honorar in Höhe von 1.0 Prozent (plus MWSt.)
des Depotwertes zu entrichten. Kein vernünftiger Anleger wäre mit anderen Worten
bereit gewesen, ohne Aussicht auf Kapitalgewinne dieses Honorar bloss für professio-
nelle, auf das "Bewahren" ausgerichtete Beratungsdienstleistungen zu entrichten. Die
gesamthaft erzielten Dividendenerträge sind im Vergleich mit der durchschnittlichen
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Dividendenrendite des Schweizer Aktienmarkts 2018 nicht überragend. Ohne die zahl-
reichen Käufe und Verkäufe hätten die Pflichtigen ihre Anlageentscheide selber oder
auf Empfehlung ihrer Hausbank treffen können. Die Auswirkungen auf die Dividenden-
erträge 2018 wären vermutlich vernachlässigbar gewesen und unter Berücksichtigung
des Honorars der C AG wäre möglicherweise ein höherer Nettoertrag erzielt worden.
c) Die Pflichtigen bringen in ihren Eingaben (R-act. 2 und 11 sowie T-act. 12,
14, 17) nichts vor, das im Licht der oben ausführlich beleuchteten Gesetzes- und Fak-
tenlage für die steuerliche Abzugsfähigkeit der Honorare der C AG sprechen würde.
Über die durch die C AG selber im Jahr 2018 ganz konkret getroffenen Anlageent-
scheide, die genauen Beweggründe für die Entscheide und über die vertraglich verein-
barte Berichterstattung schweigen sie sich vollständig aus. Die Pflichtigen beschränken
sich vielmehr darauf, den Steuerbehörden vorzuwerfen, sie hätten den Abzug ohne
substanziierten Grund reduziert. Die Pflichtigen verkennen dabei, dass nicht die Steu-
erbehörde, sondern sie selber die Abzugsfähigkeit der geltend gemachten Kosten
durch eine detaillierte Sachdarstellung und die Vorlage von Beweismitteln nachzuwei-
sen haben. Falls dies nicht bzw. nicht ausreichend möglich ist, haben die Pflichtigen
analog den privatrechtlichen Bestimmungen die Konsequenzen dieser Beweislosigkeit
zu tragen (vgl. Art. 8 des Zivilgesetzbuches vom 10. Dezember 1907 [ZGB]; E. 1d).
Das von den Pflichtigen in der Stellungnahme zur Beschwerde- und Rekursantwort
vorgebrachte Argument der Grenzen der Mitwirkungspflicht im Sinn von Art. 126 DBG
bzw. § 135 StG sticht vorliegend nicht. Die Pflichtigen beantragen die Abzugsfähigkeit
von Vermögensverwaltungskosten und haben dazu Unterlagen eingereicht. Diese Un-
terlagen werden vom kantonalen Steueramt bzw. im Beschwerde- und Rekursverfah-
ren vom Steuerrekursgericht geprüft und führen zur Gewährung, teilweisen Gewährung
oder Verweigerung des Abzuges. Die Grenzen der Mitwirkungspflicht sind in der Regel
vor allem bei steuerbegründenden Sachverhalten wie z.B. die Dokumentation der Ein-
nahmen aus einer selbständigen Erwerbstätigkeit von Belang. Ein nicht ausreichend
durch Beweismittel untermauerter Abzug ist teilweise oder ganz zu verweigern.
d) aa) Die Pflichtigen kritisieren die Auslegung der geänderten Weisung durch
das kantonale Steueramt. Die Weisung verkäme durch dessen Auslegung zu einem
"Rohrkrepierer" (R-act. 2 und 11, auch zum Folgenden). Die vom kantonalen Steuer-
amt eingenommene Haltung, wonach Honorarzahlungen im Zusammenhang mit einer
aktiven Vermögensverwaltung per se vollumfänglich nicht abzugsfähig seien, sei auf-
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grund der Auslegung der Weisung vom 11. Juli 2017 für sie nicht nachvollziehbar. Die
von ihnen geltend gemachten Fr. 16'094.- an abzugsfähigen Vermögensverwaltungs-
kosten seien absolut im Einklang mit der Weisung und die Voraussetzungen zur Ab-
zugsberechtigung gemäss Abschnitt D.II Absatz 2 geradezu exemplarisch erfüllt, denn
gestützt auf ihren Vermögensverwaltungsvertrag sei die C AG für ein Honorar von 1.0
Prozent (plus MWSt.) beauftragt worden, sämtliche mit diesem Auftrag zusammenhän-
genden Verwaltungshandlungen vorzunehmen. In diesem "gesamten Handling" seien
abzugsfähige Vermögensverwaltungshandlungen und damit auch abzugsfähige Kosten
enthalten, wobei sie im Einzelnen die Aufteilung wegen der vereinbarten pauschalen
Kostenlösung nicht nachweisen könnten. Wegen der pauschalen Kostenlösung existie-
re auch kein Gebührenreglement von der C AG, welches deshalb, wie vom kantonalen
Steueramt in der Beschwerde- und Rekursantwort bemängelt (R-act. 7), auch nicht
eingereicht werden könne.
bb) Das Steuerrekursgericht hat sich in einem neueren Entscheid jüngst mit
der Auslegung der Neufassung der Weisung auseinandergesetzt. Dabei befasste es
sich insbesondere auch mit dem Abzug pauschalierter Kosten gemäss Abschnitt D der
Weisung (ausführlich StRG, 16. Februar 2021, 1 DB.2020.92/1 ST.2020.107, E. 3c;
www.strgzh.ch, auch zum Folgenden). Das Steuerrekursgericht betonte bei dieser Ge-
legenheit insbesondere auch, dass die Beweiserleichterungen von Abschnitt D nur
dann zum Zug kommen, wenn die steuerlichen Umstände zwar im Grundsatz nachge-
wiesen sind, d.h. im pauschal vereinbarten Verwaltungshonorar abzugsfähige Vermö-
gensverwaltungskosten enthalten sind, hingegen im Quantitativen der Beweis nicht
erbracht werden kann und der abzugsfähige Teil demgemäss zu schätzen ist (StRG,
16. Februar 2021, 1 DB.2020.92/1 ST.2020.107, E. 1c; mit allgemeinem Verweis auf
Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Art. 130 N 42 ff. DBG und § 139 N 61 ff. StG).
cc) Diese Erwägungen erweisen sich als zutreffend und auch im konkreten
Fall als anwendbar. Dementsprechend hat die steuerpflichtige Person nach den allge-
mein geltenden Grundsätzen nachzuweisen, dass sich unter den ihr pauschal in Rech-
nung gestellten Kosten auch abzugsfähige Vermögensverwaltungskosten befinden
(E. 1d). Eine diesbezügliche Beweiserleichterung ergibt sich weder aus den anwendba-
ren Steuergesetzen noch aus der Weisung. Dass auch bei einem externen Vermö-
gensverwaltungsmandat beim Vermögensverwalter solche abzugsfähigen Vermögens-
verwaltungskosten anfallen, ist dabei nicht die Regel. Vielmehr ist es in solchen
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Konstellationen meist so, dass die Arbeitsaufteilung zwischen Vermögensverwalter und
Bank derart ausgestaltet ist, dass die Bank sämtliche der abzugsfähigen technisch-
administrativen Depotverwaltungstätigkeiten übernimmt (namentlich die Aufbewahrung
der anvertrauten Vermögenswerte und die üblichen Verwaltungshandlungen wie das
Inkasso der Dividenden, Zinsen und rückzahlbaren Kapitalien gehören), die sie ihren
Kunden in Rechnung stellt (geläufig ist auch der Begriff "Administrativkosten"; vgl.
StRG, 31. Januar 2017, 1 DB.2016.129 / 1 ST.2016.153; www.strgzh.ch; zum Ganzen
auch VGr, 2. November 2014, SB.2014.00102, E. 3.5 ff. [nicht publiziert], mit Hinweis
auf BGr, 1. März 2000, 2A.62/1999, StR 2000, 516 f., auch zum Folgenden). Der Ver-
mögensverwalter hingegen kümmert sich ausschliesslich um das eigentliche Portfolio-
management. Er hat mit der (weitgehend administrativen) Tätigkeit der Bank rund um
die Vermögenserträge bzw. diesen ohnehin weitgehend automatisierten Abläufen ge-
mäss Mandat nichts zu tun. Damit eine (weitere externe) Verwalterin zu beauftragen,
erscheint überdies nicht als nützlich. Die Beweiserleichterung in Abschnitt D ist damit
insbesondere für Fälle vorgesehen, in denen eine Bank selbst und nicht ein externer
Vermögensverwalter das Portfoliomanagement eines Depots für den Kunden über-
nimmt und diesem gegenüber pauschal abrechnet (so z.B. StRG, 16. Februar 2021,
1 DB.2020.92/1 ST.2020.107). Die Auffassung der Pflichtigen, es handle sich auch bei
der strittigen Konstellation geradezu exemplarisch um einen Fall, in welchem Abschnitt
D der Weisung zum Zug komme, ist abzulehnen.
dd) Unter diesen Voraussetzungen kann deshalb nicht ohne Weiteres auf die
Behauptung der Pflichtigen, ihr Vermögensverwalter übernehme und fakturiere (pau-
schal) im "gesamten Handling" auch Vermögensverwaltungshandlungen, die abzugs-
fähig seien (E. 2d), abgestellt werden. Erforderlich ist eine substanziierte Sachdarstel-
lung zu den konkret vorgenommenen Handlungen samt entsprechendem Nachweis
von den Pflichtigen, da es sich um eine steuermindernde Tatsache handelt (E. 1d).
Diese Sachdarstellung samt Beweis haben sie vorliegend nicht erbringen können, wie
dies das kantonalen Steueramt in der Beschwerde- und Rekursantwort zutreffend fest-
stellte (R-act. 7). Namentlich ergibt sich allein aus dem Vermögensverwaltungsvertrag
nicht, dass die C AG solche Aufgaben übernahm, geschweige denn, dass diese mit
dem Pauschalhonorar abgegolten gewesen wären. Vielmehr hält der Vermögensver-
waltungsvertrag namentlich fest, dass den Pflichtigen administrative Belange wie etwa
die Erstellung von zusätzlichen Unterlagen, Verzeichnissen und Bestätigungen separat
in Rechnung gestellt wird (R-act. 3/4 Ziff. 7).
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ee) Gegen die Behauptung der Pflichtigen, dass ihnen die C AG (pauschal)
auch abzugsfähige Kosten fakturiere, spricht sodann auch der in Rechnung gestellte
Betrag selbst. Im zu beurteilenden Fall liegt ein Depotwert von knapp Fr. 2'160'000.-
vor. Die von den Pflichtigen geltend gemachten pauschal abzugsfähigen Kosten von
Fr. 16'094.- würden somit einem Pauschalabzug von 7.45 ‰ entsprechen. Dies ist
weitaus mehr als die durchschnittlichen Erfahrungszahlen, auf denen der pauschali-
sierte Wert in der Weisung von 3 ‰ basiert (StRG, 16. Februar 2021, 1 DB.2020.92/1
ST.2016.107, E. 2c/aa). Die betragsmässige Höhe der Kosten ist klares Indiz dafür,
dass es sich dabei eben gerade nicht um eine Mischung aus abzugsfähigen und nicht
abzugsfähigen Kosten handelt. Weitaus näher am durchschnittlichen Erfahrungswert
von 3 ‰ sind die bei einem Depotwert von ca. Fr. 2'160'000.- ausgewiesenen effekti-
ven abzugsfähigen Vermögensverwaltungskosten der Julius Bär & Co von Fr. 5'068.-
(T-act. 9/3), was einem Wert von ca. 2.34 ‰ entspricht. Dies ist klares Indiz dafür, dass
auch im konkreten Fall von der eingangs geschilderten typischen Arbeits- und auch
Kostenteilung zwischen Bank und externem Portfoliomanager auszugehen ist (E.
2d/cc), was gegen die Abzugsfähigkeit der Fr. 16'094.- spricht.
e) Ebenfalls nicht weiter hilft der Hinweis auf mündliche Äusserungen eines
leitenden Angestellten des kantonalen Steueramts. Eine mündliche geäusserte
Rechtsauffassung eines Angestellten der Steuerverwaltung an einem Seminar ist pri-
mär eine private Meinungsäusserung. Die Voraussetzungen damit ein steueramtlicher
Vorbescheid Bindungswirkung entfaltet, sind im Merkblatt des kantonalen Steueramtes
betreffend Begehren um amtliche Auskunft und Vorbescheide (ZStB Nr. 106.2) detail-
liert festgehalten. Ein entsprechender Vorbescheid ist vorliegend nicht aktenkundig.
Eine private Meinungsäusserung eines (ehemaligen) Divisionschefs des kantonalen
Steueramtes ist weder für die Steuerkommissärin noch den Richter des Steuerrekurs-
gerichts bindend. Massgebend ist einzig die richtige Anwendung und Auslegung der
Rechtsnormen. Zudem ist diesbezüglich auf die allgemeine Beweisregel von Art. 8
ZGB zu verweisen. Wer aus einer behaupteten Tatsache (vorliegend die geltend
gemachten Äusserungen dieses leitenden Angestellten des kantonalen Steueramts)
ein Recht ableitet, hat das Vorhandensein dieser Tatsache nachzuweisen.
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3. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die von der C AG in Rechnung
gestellten Aufwendungen steuerrechtlich nicht Vermögensverwaltungskosten zu beur-
teilen sind. Das kantonale Steueramt hat aus den genannten Gründen richtig entschie-
den. Deren Entscheide sind zu bestätigen, was zur Abweisung von
Beschwerde und Rekurs führt.
4. Ausgangsgemäss sind die Kosten des Verfahrens den Pflichtigen aufzuer-
legen (Art. 144 Abs. 1 DBG und § 151 Abs. 1 StG).
[...]