Decision ID: 1c1d1327-81d9-40a2-a4a9-af56dd5cea39
Year: 2009
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
Y._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Fürsprecher lic. iur. Daniel Küng, Rosenbergstrasse 51, Postfach 1121,
9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Rentenrevision
Sachverhalt:
A.
A.a Mit Verfügung vom 28. März 2000 hatte die IV-Stelle des Kantons St. Gallen Y._
ab 1. Februar 1999 eine halbe IV-Rente bei einem IV-Grad von 40% (Härtefallrente)
zugesprochen. Sie ging dabei davon aus, dass der Versicherte aufgrund seines
Leidens (rezidivierende depressive Störung gegenwärtig remittiert, Panikstörung,
episodisch paroxymale Angst, Verdacht auf Anpassungsstörung hinsichtlich dem
Verlust seiner Mutter und Verdacht auf nicht näher bezeichnete Persönlichkeitsstörung)
seit Februar 1998 in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei. Bei Verwertung der
verbleibenden Arbeitsfähigkeit sei ihm ein Invalideneinkommen von Fr. 32'000.--
möglich; das Valideneinkommen wurde auf Fr. 53'430.-- beziffert (IV-act. 18, 19, 24
und 25).
A.b Im Fragebogen zur Revision der Invalidenrente erklärte der Versicherte am 9. Mai
2000, sein Gesundheitszustand habe sich verschlimmert (IV-act. 27). Der behandelnde
Psychiater Prof. Dr. A._ erklärte, die Arbeitsunfähigkeit betrage seit 1998 100%, der
Gesundheitszustand sei stationär (IV-act. 28). Dr. B._ und Dr. C._ von der
Sozialpsychiatrischen Beratungsstelle Wil bestätigten am 14. August 2000 einen im
Verhältnis zum Gutachten vom 23. März 1999 stationären Gesundheitszustand (IV-act.
30). Die IV-Stelle teilte dem Versicherten am 15. Januar 2001 mit, dass die Überprüfung
des Invaliditätsgrades keine rentenbeeinflussende Änderung ergeben habe (IV-act. 33).
A.c Am 23. April 2003 machte der Versicherte im Fragebogen für Rentenrevision eine
Verschlimmerung seines Gesundheitszustandes seit ca. anfangs Jahr 2003 geltend (IV-
act. 37). Prof. A._ bestätigte demgegenüber einen stationären Gesundheitszustand
(IV-act. 38). Mit Verfügungen vom 6. Oktober und 11. November 2004 sprach die IV-
Stelle gestützt auf die 4. IVG-Revision dem Versicherten ab 1. April 2004 anstelle der
Härtefallrente Viertelsrenten zu (IV-act. 48 und 49). Nach einer Abklärung der
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beruflichen Verhältnisse des Versicherten teilte sie ihm am 30. November 2004 mit, sie
gehe weiterhin von einem Invaliditätsgrad von 40% aus (IV-act. 52).
A.dAm 20. September 2005 liess der Versicherte ein Revisionsgesuch stellen, da sich
sein Gesundheitszustand weiter verschlechtert habe (IV-act. 67). Prof. A._ hielt mit
Schreiben vom 12. September 2005 an den Rechtsvertreter des Versicherten fest, der
IV-Grad sei höher als 90% (IV-act. 68). Im Fragebogen zur Revision der IV-Rente führte
der Versicherte am 7. November 2005 aus, sein Gesundheitszustand habe sich seit
Oktober 2004 verschlimmert (IV-act. 70). Prof. A._ bestätigte mit Arztbericht vom 30.
November 2005 eine Verschlimmerung des psychischen Gesundheitszustandes,
welche zu einer höheren Arbeitsunfähigkeit führe (IV-act. 74). Die IV-Stelle beauftragte
daraufhin die Kantonalen Psychiatrischen Dienste Sektor Nord (KPD SN) in Wil mit
einer psychiatrischen Abklärung des Versicherten. In ihrem Gutachten vom 14. April
2007 hielt Dr. D._, KPD SN, fest, beim Versicherten sei seit der letzten Rentenrevision
2004 keine Verschlechterung des psychischen Zustands ausgewiesen (IV-act. 94-35).
Mit Vorbescheid vom 27. Juni 2007 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass sein
Rentenerhöhungsgesuch abgewiesen werde (IV-act. 102). Mit Verfügung vom 6.
September 2007 wies die IV-Stelle das Rentenerhöhungsgesuch ab (IV-act. 103).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde vom 4. Oktober 2007 von
Fürsprecher Daniel Küng, St. Gallen, als Vertreter des Versicherten mit den
Rechtsbegehren, die Verfügung sei aufzuheben und dem Beschwerdeführer sei eine
ganze Invalidenrente zuzusprechen, eventuell seien weitere Abklärungen vorzunehmen,
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Zur Begründung führt der Rechtsvertreter
des Beschwerdeführers insbesondere in den Beschwerdeergänzungen vom 14. Januar
und 14. Februar 2008 aus, Prof. A._, der den Beschwerdeführer seit vielen Jahren
kenne, bestätige eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes. Dazu beigetragen
hätten massgeblich die Heirat der ältesten Tochter, der Tod des Bruders des
Beschwerdeführers und die Kündigung der Geschäftsräumlichkeiten im Jahr 2007.
Prof. A._ diagnostiziere beim Beschwerdeführer eine ausgeprägte Borderline-
Persönlichkeitsstörung, die zu einer Arbeitsunfähigkeit von 90% für jegliche Tätigkeiten
führe. Auf diese Einschätzung sei abzustellen. Das Gutachten von Dr. D._ lasse
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demgegenüber ethnopsychiatrische Gesichtspunkte völlig ausser Acht, sei daher nicht
umfassend und komme zu unzutreffenden Schlussfolgerungen. Dr. D._ habe
anlässlich der Begutachtung dem Beschwerdeführer nicht die Möglichkeit eingeräumt,
seine Beschwerden zu schildern. Gemäss den Aussagen des Beschwerdeführers habe
das Untersuchungsgespräch nur eine Stunde gedauert. Die Atmosphäre des
Gesprächs sei gestört gewesen, insbesondere habe jegliche Empathie gefehlt. Sollte
auf das Gutachten von Prof. A._ nicht abgestellt werden können, sei ein
psychiatrisches Obergutachten einzuholen (act. G 1, 7 und 9).
B.b In ihrer Beschwerdeantwort vom 11. April 2008 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Das Gutachten vom 14. April 2007 dürfe als
ausserordentlich detailliert und sorgfältig bezeichnet werden. Aspekte der
transkulturellen Psychiatrie bzw. Ethnopsychoanalyse könnten vielleicht in der Therapie
eine hilfreiche Rolle spielen, eine Berücksichtigung im Rahmen einer Begutachtung
würde jedoch die versicherungsrechtliche Sicht verfälschen. Als invalidisierend dürften
nur Umstände betrachtet werden, die im medizinischen Sinn Krankheitswert hätten,
nicht jedoch soziokulturelle oder religiöse Aspekte. Bei den Ausführungen des
behandelnden Psychiaters bestünden konkrete Anzeichen dafür, dass dieser die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nicht unbefangen beurteile. Seine
Beurteilungen hätten daher keinen Beweiswert (act. G 12).
B.c Mit Replik vom 21. Juli 2008 macht der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
insbesondere geltend, Aspekte der transkulturellen Psychiatrie bzw. der
Ethnopsychiatrie seien gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung auch bei der
Begutachtung mit zu berücksichtigen. Der Arztbericht von Prof. A._ sei ausführlich, in
sich schlüssig und nachvollziehbar, auf diesen könne abgestellt werden (act. G 18).
B.d Mit Schreiben vom 6. August 2008 verzichtet die Beschwerdegegnerin auf die
Einreichung einer Duplik (act. G 20).

Erwägungen:
1.
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Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil
in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei
der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V
467 E. 1), und weil bei der Beurteilung ferner auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses
der streitigen Verfügung vom 6. September 2007 eingetretenen Sachverhalt abzustellen
ist (BGE 121 V 366 E. 1b), sind vorliegenddie bis zum 31. Dezember 2007 geltenden
materiellen Bestimmungen anwendbar.
2.
2.1 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG (in der ab 1. Januar 2004 gültigen Fassung) besteht der
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu
70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein Anspruch auf eine
Viertelsrente. Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige
Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten
Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen).
2.2 Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers bzw. einer Rentenbezügerin
erheblich, so wird die Rente gemäss Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) von Amtes wegen
oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder
aufgehoben. Anlass zu einer Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den
Rentenanspruch zu beeinflussen. Ob eine solche Änderung eingetreten ist, beurteilt
sich durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der ursprünglichen
Rentenverfügung bestanden hat, mit demjenigen zur Zeit der streitigen
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Revisionsverfügung (vgl. BGE 125 V 369 E. 2 mit Hinweis). Nach der Rechtsprechung
ist die Invalidenrente nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des
Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen
Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich
verändert haben (BGE 130 V 349 E. 3.5). Eine bloss unterschiedliche Beurteilung eines
im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts stellt praxisgemäss keine
revisionsbegründende Änderung dar (BGE 112 V 372 E. 2 mit Hinweisen). Eine
anspruchsbeeinflussende Änderung – zum Beispiel eine massgebliche Verbesserung
oder Verschlimmerung des Gesundheitszustandes – ist zu berücksichtigen, sobald sie
ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat (vgl. Art. 88a der
Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]).
3.
Streitig und zu prüfen ist vorliegend die Frage, ob sich die für den Invaliditätsgrad
massgeblichen Verhältnisse beim Beschwerdeführer in revisionserheblicher Weise
geändert haben. Die in den Jahren 2000/2001 sowie 2003/2004 durchgeführten
Revisionsverfahren wurden jeweils formlos abgeschlossen (vgl. IV-act. 33 und 52). Sie
beruhten zudem nicht auf einer umfassenden materiellen Prüfung des
Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Durchführung eines Einkommensvergleichs. Massgebender Vergleichszeitpunkt ist
daher derjenige der ursprünglichen Rentenzusprache am 28. März 2000 (vgl. BGE 133
V 108).
4.
4.1 Der ursprünglichen Rentenzusprache lag ein psychiatrisches Gutachten der
Sozialpsychiatrischen Beratungsstelle Wil der KPD SN vom 23. März 1999 zugrunde.
Die Gutachter erklärten darin, der Beschwerdeführer sei zu mindestens 50%
arbeitsfähig. Die 50%-ige Arbeitsunfähigkeit erkläre sich durch eine chronifizierte
Verhaltensweise (fluchtartiges Verlassen des Arbeitsortes bei konfrontativen
Sachverhalten), welche erfahrungsgemäss psychotherapeutisch schwierig anzugehen
sei, andererseits durch die plötzlich auftretenden Angstzustände, die einen
regelmässigen Tätigkeitsablauf verunmöglichten bzw. erheblich einschränkten. Der
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gegenwärtige Arbeitsort sei somit von Vorteil, da der Beschwerdeführer diesen
einerseits ohne erhebliche Konsequenzen verlassen könne und familiäre Angehörige
diesen Ausfall kompensierten (IV-act. 14-4). Die Berufsberaterin hielt in ihrem
Abklärungsbericht fest, der Beschwerdeführer falle als Sonderling auf, wirke weltfremd
und nicht lebenstüchtig. Das von ihm und seinen Familienangehörigen betriebene
Imbissgeschäft laufe unterschiedlich, im letzten Monat sei ein Gewinn von Fr. 6'000.--
erzielt worden. Da kein Arbeitgeber das tägliche Davonlaufen akzeptieren würde, könne
seine Restarbeitsfähigkeit am ehesten noch im Familienbetrieb verwertet werden.
Ausgehend von einer Arbeitsfähigkeit von 50% sei dem Beschwerdeführer ein
Einkommen von 12 x Fr. 3'000.-- möglich, evtl. aufgrund der
Einkommensschwankungen etwas weniger. Die invaliditätsbedingte Erwerbseinbusse
sei vorerst auf 40% festzulegen und am Ende des Geschäftsjahres anhand der
genauen Zahlen zu überprüfen (IV-act. 18). In der Verfügung vom 28. März 2000 ging
die Beschwerdegegnerin demgemäss von einem Invalideneinkommen von Fr. 32'000.--
aus (IV-act. 24). Im Verlaufsbericht vom 14. August 2000 bestätigten die Gutachter
einen stationären Gesundheitszustand des Beschwerdeführers, es bestehe ein
weitgehend unverändertes Zustandsbild (IV-act. 30).
4.2 Im Gutachten des KPD SN vom 14. April 2007 wird neu als einzige Diagnose mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine kombinierte Persönlichkeitsstörung ICD-10
F61.0 festgehalten. Die Gutachterin führt dazu aus, dass die im ersten Gutachten vom
23. März 1999 und im Verlaufsbericht vom 14. August 2000 sowie die seitens des
behandelnden Psychiaters erwähnten depressiven Verstimmungen wie auch die
Anpassungsstörung sowie die Angstsymptomatik mit grosser Wahrscheinlichkeit als
Reaktionen auf verschiedene Überforderungssituationen zu interpretieren seien, denen
sich der Beschwerdeführer mit seiner Persönlichkeitsstörung immer wieder ausgesetzt
habe. Anlässlich der aktuellen Untersuchung habe keine depressive Verstimmung
festgestellt werden können. Der Beschwerdeführer pflege verschiedene Aktivitäten, die
einem depressiven Patienten mit grosser Wahrscheinlichkeit keine Freude machen
könnten, z.B. das Trainieren in einem Fitnessclub, das Einhalten einer speziellen Diät
und das Besuchen von Autoausstellungen. Die Gutachterin äusserte zudem die
Verdachtsdiagnose eines Tranquilizerabusus, was ebenfalls die Angstsymptomatik
erklären könnte. Eine Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes liege
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nicht vor, am Ausmass der verminderten Leistungsfähigkeit habe sich in den letzten
Jahren nichts geändert (IV-act. 94-32ff.).
5.
Aus verschiedenen Gründen erachtet der Beschwerdeführer das Gutachten vom 14.
April 2007 als mangelhaft.
5.1 Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, das Gespräch bei der Gutachterin
habe nur eine Stunde gedauert, gilt festzuhalten, dass dem Gutachten die exakten
Zeiten der stattgefundenen zwei Gespräche entnommen werden können. Es ist kein
vernünftiger Grund ersichtlich, an den diesbezüglichen Angaben der Gutachterin zu
zweifeln, umso mehr als der Inhalt der Gespräche im Gutachten detailliert
wiedergegeben wird. Diese detaillierte Wiedergabe zeigt, dass am 12. März 2007 ein
sehr ausführliches Untersuchungsgespräch stattgefunden hat (vgl. IV-act. 94-17ff.). Sie
zeigt zudem, dass der Beschwerdeführer - entgegen seiner Behauptung - seine
Beschwerden anlässlich der Untersuchung vom 12. März 2007 ausführlich geschildert
hat.
5.2 Die Behauptung des Beschwerdeführers, die Atmosphäre des Gesprächs sei
gestört gewesen, insbesondere habe jegliche Empathie gefehlt, lässt sich mit der
Schilderung des Gesprächs vom 12. März 2007 im Gutachten ebenfalls nicht in
Einklang bringen, sondern hat offensichtlich mit dem zweiten Gespräch vom 15. März
2007 zu tun, welches auf Wunsch des Beschwerdeführers zusätzlich stattfand und bei
welchem die Gutachterin ihn darauf hinwies, dass in diesem lauten und schimpfenden
Ton ein Gespräch nicht möglich sei und er sich mässigen solle, worauf der
Beschwerdeführer weiter vor sich hin schimpfend den Raum verliess (vgl. IV-act.
94-21).
5.3 Der Vertreter des Beschwerdeführers macht im Weiteren geltend, das Gutachten
vernachlässige Aspekte der transkulturellen Psychiatrie bzw. der Ethnopsychiatrie. Als
für den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers besonders dramatisches Ereignis
wird dabei die Heirat der ältesten Tochter erachtet. Weder die behauptete Dramatik
dieses Ereignisses, wie sie in erster Linie der behandelnde Psychiater geltend macht,
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noch die Behauptung, dass der Beschwerdeführer den Kontakt mit seiner ältesten
Tochter wegen dieser Heirat abgebrochen haben soll, lässt sich mit den Akten in
Einklang bringen: Aus den Abklärungsberichten der IV-Stelle vom 19. November 2004
und vom 2. März 2006 ergibt sich vielmehr, dass die älteste Tochter auch nach ihrer
Heirat weiterhin im gleichen Haus wie ihre Eltern wohnte und der Schwiegersohn sogar
anfänglich im Familienbetrieb mitarbeitete (vgl. IV-act. 50 und 86). Überhaupt lassen
die Ausführungen des behandelnden Psychiaters eine sachliche Distanz vermissen.
Wenn er der Gutachterin gar ein Konzept des "Ausländerhasses" unterstellt, so gilt
festzuhalten, dass hiefür im Gutachten jegliche Anhaltspunkte fehlen.
6.
6.1 Das Gutachten vom 14. April 2007 beruht auf allseitigen Untersuchungen,
insbesondere auch auf einer zusätzlichen somatischen Untersuchung durch einen
Allgemeinmediziner (vgl. IV-act. 94-25). Es berücksichtigt die geklagten Beschwerden
und fasst die Vorakten (Anamnese) umfassend zusammen. Dazu wurden Drittauskünfte
beim behandelnden Hausarzt eingeholt, welcher bestätigte, dass es dem
Beschwerdeführer nach einer Krise vor ein paar Monaten aktuell psychisch gut gehe
(vgl. IV-act. 94-25). Die Diagnose wird eingehend erläutert und erscheint schlüssig.
Mithin werden alle praxisgemässen Kriterien für ein beweiskräftiges Gutachten erfüllt
(vgl. BGE 125 V 352 E. 3a).
6.2 Demgegenüber vermag der davon abweichende Arztbericht des behandelnden
Psychiaters nicht zu überzeugen. Wie dieser in seinem Schreiben vom 16. Januar 2008
festhält, hatte er Schwierigkeiten, die ihm auf Deutsch zugestellten IV-Akten zu
verstehen (vgl. act. G 9.2). Seine Kritik am Gutachten beruht zudem in erster Linie auf
Aussagen des Beschwerdeführers, er sei anlässlich der Begutachtung nicht zu Wort
gekommen. Da das Gutachten die Aussagen des Beschwerdeführers sehr ausführlich
beschreibt, ist diese Kritik schwer nachvollziehbar. Auch die Kritik, wonach das
Gutachten vorfabriziert erscheinen solle, ist unzutreffend. Die Ausführungen des
behandelnden Psychiaters sind folglich nicht geeignet, das den Beweisanforderungen
vollumfänglich genügende psychiatrische Gutachten in Frage zu stellen.
7.
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Gestützt auf das psychiatrische Gutachten vom 14. April 2007 steht somit fest, dass
sich der gesundheitliche Zustand des Beschwerdeführers seit der ursprünglichen
Rentenzusprache nicht verändert hat. Auch eine erhebliche Veränderung der
erwerblichen Auswirkungen des gleich gebliebenen Gesundheitszustandes ist für den
Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung nicht ausgewiesen. Zwar wurde das
Mietverhältnis des von ihm und seinen Familienangehörigen betriebenen
Imbissgeschäftes durch die Vermieterin am 25. Mai 2007 per Ende Juni 2008
gekündigt. Damit bestand es jedoch im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung weiter
und der Beschwerdeführer war auch weiterhin Geschäftsführer dieses Betriebs. Die
Beschwerde ist folglich vollumfänglich abzuweisen.
8.
Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint als angemessen. Nachdem der Beschwerdeführer vollumfänglich unterliegt,
hat er diese Kosten zu tragen, dies unter Anrechnung des von ihm bezahlten
Kostenvorschusses in gleicher Höhe.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG