Decision ID: 57c552da-85b3-49e3-9cc9-8eeefc587588
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich im April 2008 unter Hinweis auf Knieschmerzen sowie ein
psychisches Leiden erstmals bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen zum Bezug von
IV-Leistungen an (IV-act. 1). Im September 2009 wurde die Versicherte im Auftrag der
IV-Stelle durch das Ärztliche Begutachtungsinstitut (ABI) begutachtet (vgl. IV-act. 37).
Die Sachverständigen hielten im Gutachten vom 11. November 2009 fest, die
Versicherte habe während der psychiatrischen Begutachtung über Schlafstörungen,
Nervosität, Ungeduld, Gereiztheit, Vergesslichkeit und verschiedene körperliche
Sensationen geklagt. Die geklagten diffusen Schmerzen am Bewegungsapparat hätten
sich somatisch nur ungenügend erklären lassen. Daher lasse sich die Diagnose einer
Schmerzverarbeitungsstörung respektive Symptomausweitung mit algogener
Verstimmung stellen. Eine genuine psychische Störung liege jedoch nicht vor. Eine
somatoforme Schmerzstörung sei ebenfalls auszuschliessen, da eigentliche emotionale
Konflikte fehlten. Auch die vom behandelnden Psychiater gestellte Diagnose einer
depressiven Störung mittelgradigen Ausmasses könne nicht bestätigt werden. Die
objektiven psychiatrischen Befunde stünden diskrepant zur Selbsteinschätzung der
Versicherten. Aus psychiatrischer Sicht könne keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
attestiert werden. In rheumatologischer Hinsicht bestünden eine
Wirbelsäulenfehlhaltung und -fehlform, eine deutliche allgemeine muskuläre
Dekonditionierung bei massiver Adipositas, eine Gonarthrose am Kniegelenk rechts
und im Bereich des Talonavikulargelenks rechts sowie ein Status nach Knie-
Totalprothese links. Trotz dieser somatisch objektivierbaren Befunde sei die diffuse,
multilokäre, sich deutlich ausbreitende Schmerzsymptomatik nicht nachvollziehbar. Die
Angaben der Versicherten sowie die deutlich diskrepanten Befunde bei der
Untersuchung liessen aus rheumatologischer Sicht nur den Schluss zu, dass eine
wesentliche psychosoziale Überlagerung bestehe. Aus rein rheumatologischer Sicht sei
der Versicherten eine körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit zu 75% bei
ganztägigem Pensum zumutbar (IV-act. 44-19 f.). Aus interdisziplinärer Sicht sei somit
davon auszu¬gehen, dass für die früher ausgeübte Tätigkeit als Stanzerin seit dem Mai
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2007 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vorliege. In einer körperlich leichten,
wechselbelastenden, adaptierten Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 75%,
ganztägig verwertbar (IV-act. 44-22).
A.b Gestützt auf die gutachterliche Beurteilung verneinte die IV-Stelle mit Verfügung
vom 29. November 2010 einen Rentenanspruch der Versicherten bei einem
Invaliditätsgrad von 21% (IV-act. 59). Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte am
18. Januar 2011 Beschwerde am Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen (IV-act.
67).
A.c Im März 2012 teilte die Versicherte der IV-Stelle mit, dass ein Sehnenriss in der
rechten Schulter zu einer „erheblichen Erweiterung“ ihrer Arbeitsunfähigkeit geführt
habe. Sie verwies dabei auf eine am 22. Februar 2012 durchgeführte MRT-
Arthrographie des rechten Schultergelenks, welche einen vollständigen Durchriss der
Supraspinatussehne ventral sowie eine höhergradige Partialruptur der
Subscapularissehne mit vermutlich begleitender Pulley-Läsion ergeben hatte (IV-act.
82).
A.d Am 19. November 2012 wies das Gericht die Beschwerde vom 18. Januar 2011 ab
(IV 2011/20, IV-act. 86). In medizinischer Hinsicht erachtete es gestützt auf das ABI-
Gutachten einen Arbeitsfähigkeitsgrad von 75% als überwiegend wahrscheinlich. Bei
der Invaliditätsbemessung ging es zur Bestimmung der Vergleichseinkommen vom
Durchschnittslohn der Hilfsarbeiterinnen aller Branchen gemäss
Lohnstrukturerhebungen (LSE) des Bundesamtes für Statistik aus und errechnete einen
rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 33% (IV-act. 86-10 ff.). Auf die gegen
diesen Entscheid erhobene Beschwerde trat das Bundesgericht mit Urteil vom 28.
Februar 2013 nicht ein (IV-act. 93).
B.
B.a Im April 2013 informierte die IV-Stelle die Versicherte, dass sie das im März 2012
gestellte Gesuch nur prüfen könne, wenn eine wesentliche Veränderung des
Invaliditätsgrades glaubhaft gemacht werde (vgl. IV-act. 96). Die Versicherte reichte
daraufhin diverse Arztberichte ein und die IV-Stelle tätigte weitere Abklärungen. Im Juli
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2014 hielt der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) fest, dass eine polydisziplinäre
Verlaufsbegutachtung notwendig sei (vgl. IV-act. 153 f.).
B.b Im Frühjahr 2015 wurde die Versicherte durch das Zentrum für Interdisziplinäre
Medizinische Begutachtungen (ZIMB) allgemeinmedizinisch, neurologisch,
psychiatrisch und rheumatologisch begutachtet (IV-act. 159). Die Sachverständigen
hielten im Gutachten vom 10. April 2015 als Diagnosen mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit ein chronifiziertes Ganzkörperschmerzsyndrom bei einer Polyarthrose,
eine Periarthropathia hume¬roscapularis tendinotica rechts bei einer nachgewiesenen
Totalruptur der Rotatorenmanschette sowie ein chronisches zervikal- und
lumbalbetontes Panvertebralsyndrom fest. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
bestünden u.a. ein chronischer Kopfschmerz mit funktioneller Exazerbation bei
Verdacht auf einen Medikamentenübergebrauch-Kopfschmerz (MOH), psychologische
Faktoren und Verhaltensfaktoren bei andernorts klassifizierten Krankheiten (F54) sowie
ein metabolisches Syndrom mit morbider Adipositas, arterieller Hypertonie und
Hypercholesterinämie (IV-act. 159-64). Die Gutachter hielten fest, dass aus rein
internistischer Sicht keine Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zu stellen
seien. Limitierend seien vor allem die schwere Adipositas und die chronische
Dekonditionierung, welche sich als Folge des chronischen Schonverhaltens entwickelt
hätten (IV-act. 159-71 f.). In rheumatologischer Hinsicht wurde festgehalten, die
Beschwerdeführerin habe sich gegen alle Untersuchungsbewegungen gewehrt. Die
Bewegungseinschränkung der Schulter sei aufgrund der bildgebend nachgewiesenen
Totalruptur der Supraspinatussehne nachvollziehbar. Auch die Knieschmerzen seien
nachvollziehbar, wobei eine Gehstrecke von 30 Minuten nach wie vor möglich sei. Die
leichten degenerativen Veränderungen der HWS und LWS mit starken Schmerzen
stünden in Diskrepanz zu der recht ordentlichen Beweglichkeit der Gesamtwirbelsäule
mit fehlenden neurologischen Ausfällen. Die Hyposensibilität auf der rechten
Körperhälfte sei als funktionell anzusehen. In einer leidensadaptierten, körperlich
leichten Tätigkeit sei der Versicherten aus rheumatologischer Sicht eine
Arbeitsfähigkeit von 70% zumutbar (IV-act. 159-72). Aus neurologischer Sicht ergebe
sich keine über die rheumatologisch begründete Arbeitsunfähigkeit hinausgehende
Einschränkung. Bei der neurologischen Untersuchung hätten sich keine
fokalneurologischen Defizite gefunden, welche von einer ausgeprägten
Symptomausweitung mit einer Aggravation und einer eingeschränkten Kooperation
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abzugrenzen seien. Insbesondere seien die diffuse Minderinnervation und die völlig
unplausibel eingeschränkten Funktionen der Arme im Finger-Nase- und Finger-Folge-
Versuch diskrepant zu der symmetrischen Armnutzung beim Ent- und Bekleiden sowie
beim Abstützen und Aufrichten aus dem Liegen. Die dauerhaft bestehende
Kopfschmerzsymptomatik korreliere nicht mit nonverbalen Kopfschmerzzeichen. Eine
symptomatische bzw. eine organische Genese der Kopfschmerzen habe sich auch aus
den wiederholten Kernspintomographien nicht ergeben. Eine formale kognitive Testung
erübrige sich aufgrund der massiven Symptomaggravation (IV-act. 159-72 f.). In
psychiatrischer Hinsicht entsprächen die von der Versicherten beklagten Beschwerden,
wie Ganzkörperschmerzen, Schlafstörungen, Vergesslichkeit, Ungeduld, Gereiztheit
und Streitereien mit dem Ehemann sowie die negative Selbsteinschätzung, sich
aufgrund von Schmerzen zu keiner Tätigkeit mehr in der Lage zu fühlen, einem
dysfunktionalen Krankheitsverhalten mit massiver Symptomausweitung. Auch die von
der Versicherten demonstrierten und nicht konsistent vorhandenen kognitiven Defizite
seien nicht plausibel. Insgesamt könnten die demonstrierten Defizite nicht
nachvollzogen werden. Eine psychiatrische Diagnose mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit könne nicht gestellt werden. Die negative Selbsteinschätzung mit
inkonsistenten Angaben, einer massiven Symptomausweitung mit Selbstlimitierung und
diversen psychosozialen Problemen sei nicht krankheitswertig (IV-act. 159-73 f.).
Zusammenfassend sei die Versicherte in ihrer zuletzt ausgeübten Tätigkeit als
Stanzerin seit der Knie-Operation im Jahr 2007 nicht mehr arbeitsfähig. In einer
körperlich leichten, leidensadaptierten Verweistätigkeit sei sie zu 70% arbeitsfähig. Aus
interdisziplinärer Sicht seien die Befunde in etwa gleich wie bei der letzten
Begutachtung durch das ABI im Jahr 2009. Neue Diagnosen seien keine
hinzugekommen (IV-act. 159-74 ff.).
B.c Mit Vorbescheid vom 28. April 2015 stellte die IV-Stelle der Versicherten die
Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht. Zur Begründung führte sie an, dass
keine Verschlechterung des Gesundheitszustandes eingetreten sei. In einer adaptierten
Tätigkeit werde eine Arbeitsfähigkeit von 70% bestätigt. Der Einkommensvergleich auf
der Grundlage der LSE 2012 ergebe einen Invaliditätsgrad von 33% (IV-act. 164).
Dagegen wandte die Versicherte am 2. und 17. Juni 2015 ein, dass sie Anrecht auf
einen „Leidensabzug“ von 25% habe, da sie 61 Jahre alt, Ausländerin und praktisch
Analphabetin sei. Da sie gezwungen sei, täglich 21 verschiedene Medikamente
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einzunehmen, sei sie sicherlich nicht arbeitsfähig. Die Auswirkungen ihrer
Erkrankungen seien von den Gutachtern des ZIMB zu wenig berücksichtigt worden.
Dem psychiatrischen Teilgutachten könne man nicht glauben. Sie leide zurzeit an einer
schweren depressiven Episode (IV-act. 165-1 ff., 166). Ihrem Einwand legte die
Versicherte zwei Berichte des Medizinischen Zentrums Löwenstrasse (MZL) vom 11.
und 22. Mai 2015 bei. Darin hatten die Ärzte 25 verschiedene Diagnosen mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit festgehalten und im Wesentlichen ausgeführt, die
Versicherte leide unter einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig
schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (F33.2). Aus
schmerztherapeutischer Sicht unter Berücksichtigung aller Facetten der Persönlichkeit
sei die Versicherte zu 100% arbeitsunfähig. Aus psychiatrischer Sicht sei die
Versicherte aufgrund der Diagnosen, der neuropsychologisch bestätigten Depression,
des positiven und negativen Leistungsbildes sowie der Fremdanamnese zu 100%
arbeitsunfähig. Zusammenfassend sei ihr somit keine Arbeit zuzumuten (IV-act. 165-32
ff., 167).
B.d Auf Rückfrage der IV-Stelle nahm die psychiatrische ZIMB-Gutachterin am 11.
August 2015 zum Bericht des MZL vom 22. Mai 2015 Stellung (IV-act. 171). Sie führte
aus, dass sämtliche von der Versicherten beklagten Beschwerden (u.a. Schmerzen,
Gehschwierigkeiten, Schlafstörungen) Gegenstand der gutachterlichen Untersuchung
gewesen seien. Das MZL stütze sich im Wesentlichen auf die subjektiven Angaben der
Versicherten. Im Psychostatus würden überwiegend Befindlichkeitsstörungen der
Versicherten zitiert. Hieraus werde die Diagnose einer schweren Depression abgeleitet.
Die Diagnose werde nicht durch einen entsprechenden Befund erhärtet und sei
entsprechend auch nicht nachvollziehbar. Die gutachterliche Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit ändere sich durch die Berichte des MZL nicht (IV-act. 171). Der RAD
notierte am 4. September 2015, dass weiterhin auf das Gutachten des ZIMB abgestellt
werden könne (IV-act. 172).
B.e Mit Verfügung vom 29. September 2015 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren
der Versicherten wie angekündigt ab. Zum Einwand erwiderte sie, dass weiterhin auf
das Gutachten des ZIMB vom April 2015 abgestellt werde. Gemäss der Stellungnahme
der ZIMB-Gutachter vom August 2015 beruhe die psychiatrische Beurteilung des MZL
vor allem auf den subjektiven Angaben der Versicherten (IV-act. 176).
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C.
C.a Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte am 28. Oktober 2015 Beschwerde.
Sie beantragte die Aufhebung der Verfügung und die Zusprache einer ganzen
Invalidenrente. In prozessualer Hinsicht ersuchte sie um Gewährung der
unentgeltlichen Prozessführung. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen das
bereits im Einwand Vorgebrachte an, wobei sie neu einen 50%igen „Leidensabzug“
geltend machte. Sie beantragte zudem sinngemäss eine erneute Begutachtung (act. G
1).
C.b Am 16. November 2015 notierte der RAD, dass dem Bericht des MZL vom 11. Mai
2015 keine medizinischen Aspekte entnommen werden könnten, welche nicht bereits
im Gutachten des ZIMB abgehandelt worden seien. Dieser Bericht eigne sich
ausserdem nicht für eine versicherungsmedizinische Beurteilung, da er aus Sicht der
Schmerztherapeuten erstellt worden sei (IV-act. 180).
C.c Mit Beschwerdeantwort vom 1. Dezember 2015 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (act. G 5). Zur Begründung führte
sie im Wesentlichen an, aus dem schlüssigen ZIMB-Gutachten gehe hervor, dass keine
relevante Veränderung des Gesundheitszustandes seit der ABI-Begutachtung im
September 2009 stattgefunden habe. Das Gutachten des ZIMB sei widerspruchsfrei
und die Arbeitsfähigkeitsschätzung sei nachvollziehbar. Dagegen könne hinsichtlich der
Beurteilung des MZL von einer objektiven Befunderhebung und einer lege artis
erhobenen Diagnose keine Rede sein. Die offensichtlich gestützt auf eine falsche
Diagnose abgegebene Arbeitsfähigkeitsschätzung sei haltlos. Es bestehe kein Anlass
zur Durchführung eines neuen Einkommensvergleichs (act. G 5 S. 5).
C.d Am 7. Dezember 2015 bewilligte das Gericht das Gesuch um unentgeltliche
Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten) für das Beschwerdeverfahren (act. G
6).
C.e Mit Replik vom 20. Januar 2016 hielt die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen
fest (act. G 11). Die Beschwerdegegnerin verzichtete ihrerseits auf die Einreichung
einer Duplik (vgl. act. G 13).
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Erwägungen
1.
1.1 Die Beschwerdeführerin hat sich erstmals im April 2008 zum Bezug von IV-
Leistungen angemeldet. Im November 2010 hat die Beschwerdegegnerin die
Abweisung des Leistungsgesuchs verfügt. Die dagegen erhobene Beschwerde hat das
Versicherungsgericht im November 2012 ebenfalls abgewiesen. Im März 2012, d.h.
zwischen dem Erlass der Verfügung und dem abweisenden Entscheid des
Versicherungsgerichtes, hat die Beschwerdeführerin die Beschwerdegegnerin unter
Verweis auf einen neuen MRT-Bericht über eine „erhebliche Erweiterung“ ihrer
Arbeitsunfähigkeit informiert (vgl. IV-act. 82). Die Beschwerdegegnerin hat die
Beschwerdeführerin in der Folge informiert, dass sie auf das Gesuch nur eintreten
könne, wenn eine wesentliche Veränderung des Invaliditätsgrades durch
entsprechende Unterlagen glaubhaft gemacht werde. Sie hat die Beschwerdeführerin
gleichzeitig dazu aufgefordert, das vollständig ausgefüllte Anmeldeformular
nachzureichen (IV-act. 96). Die Beschwerdeführerin hat daraufhin die angeforderten
Unterlagen, nicht jedoch das Anmeldeformular eingereicht. Die Beschwerdegegnerin
hat die eingereichten Unterlagen dennoch geprüft und eine anspruchserhebliche
Veränderung des Gesundheitszustandes als glaubhaft erachtet (vgl. IV-act. 99 ff.). Zu
prüfen ist, ob diese Vorgehensweise der Beschwerdegegnerin als gesetzmässig zu
qualifizieren ist. Dabei ist in erster Linie zu prüfen, ob sie zu Recht auf die
Durchsetzung der Formularpflicht verzichtet hat. In zweiter Linie stellt sich die Frage,
ob die Beschwerdegegnerin eine wesentliche Verschlechterung des
Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin zu Recht als glaubhaft erachtet hat.
1.2 Gemäss Art. 29 Abs. 1 ATSG hat sich eine Person, die Versicherungsleistungen
beansprucht, beim zuständigen Versicherungsträger „in der für die jeweilige
Sozialversicherung gültigen Form“ anzumelden. In der Invalidenversicherung werden
dafür entsprechende amtliche Formulare bereitgestellt (vgl. Art. 65 Abs. 1 und 2 IVV;
vgl. Art. 29 Abs. 2 ATSG). Art. 29 Abs. 3 ATSG regelt, dass auch bei einer nicht
formgerechten oder bei einer unzuständigen Stelle eingereichten Anmeldung für die
Einhaltung der Fristen und für die an die Anmeldung geknüpften Rechtswirkungen
derjenige Zeitpunkt massgebend ist, in dem sie der Post übergeben oder bei der
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unzuständigen Stelle eingereicht wird. Den Materialien zum ATSG ist in diesem
Zusammenhang zu entnehmen, dass die Einreichung der Anmeldung in unzureichender
Form oder bei der unzuständigen Stelle dem Versicherten keine fristenmässigen oder
andere Nachteile bringen darf (BBl 1991 II 259). Eine nicht formgerechte Anmeldung ist
damit nicht nichtig, sondern wird lediglich als mangelhaft qualifiziert, wobei sich die
Mangelhaftigkeit für die versicherte Person nicht nachteilig auswirken darf. Vor diesem
Hintergrund rechtfertigt es sich somit, immer dann von einer (Neu-)Anmeldung
auszugehen, wenn sich die versicherte Person um Leistungen bemüht, d.h. wenn aus
ihrer Eingabe ein Anmeldewillen abgeleitet werden kann. In der Praxis erhält der
Versicherungsträger über das Anmeldeformular bereits zu Beginn eines möglichen
Versicherungsfalls die wichtigsten Informationen über die sich anmeldende Person und
deren Leistungsgesuch. Dies mag bei einer erstmaligen Anmeldung sinnvoll, wenn
nicht gar notwendig erscheinen. Bei einer Neuanmeldung verfügt der
Versicherungsträger jedoch bereits aus dem vorangegangenen Verfahren über die
grundlegenden Angaben, welche mit dem Formular normalerweise erfragt werden. Dies
macht das (erneute) Ausfüllen eines Anmeldeformulars bei einer erneuten Anmeldung in
der Regel unnötig. Geht somit aus der Eingabe der versicherten Person – wie im
vorliegenden Fall - der Wille hervor, sich erneut um Leistungen zu bemühen, sind keine
plausiblen Gründe ersichtlich, weshalb der Versicherungsträger die zusätzlich
erforderlichen Auskünfte im Rahmen seines Untersuchungsgrundsatzes (Art. 43 ATSG)
nicht selbst einholen sollte. In einer solchen Situation wäre es als überspitzt
formalistisch zu erachten, wenn auf die Ein- bzw. Nachreichung des Formulars beharrt
würde. Entsprechend wird in der Verwaltungspraxis meist auch nicht darauf
bestanden, dass die versicherte Person (erneut) ein Anmeldeformular ausfüllt. Die
Beschwerdegegnerin hat somit trotz des fehlenden Anmeldeformulars zu Recht
geprüft, ob eine anspruchserhebliche Veränderung glaubhaft gemacht wurde.
1.3 Gemäss Art. 87 Abs. 3 IVV wird auf eine neue Anmeldung nur eingetreten, wenn
glaubhaft gemacht wird, dass sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch
erheblichen Weise geändert hat. Diese Bestimmung soll verhindern, dass sich der
Sozialversicherungsträger nach vorangegangener rechtskräftiger
Leistungsverweigerung immer wieder mit gleichlautenden und nicht näher
begründeten, d.h. keine Veränderung des Sachverhalts darlegenden Gesuchen
befassen muss (BGE 117 V 198 E. 4a mit Hinweis). Die Beschwerdeführerin hatte zur
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Glaubhaftmachung einer gesundheitlichen Verschlechterung einen Bericht über die
MRT Arthrographie des rechten Schultergelenks vom 22. Februar 2012 eingereicht.
Das MRT hatte im Wesentlichen einen vollständigen Durchriss der Supraspinatussehne
gezeigt. Das Versicherungsgericht hatte diesbezüglich bereits im Entscheid vom 19.
November 2012 festgehalten, dass eine gegenüber der ABI-Begutachtung
verschlechterte Situation vorliege. Im Sinne eines obiter dictums hatte es zudem
ausgeführt, dass die Entwicklung in der rechten Schulter Anlass dafür sein könnte, sich
erneut zum Bezug einer Invalidenrente anzumelden (vgl. IV 2011/20 E. 1.2.1). Damit
durfte die Beschwerdegegnerin zu Recht davon ausgehen, dass eine erhebliche
gesundheitliche Verschlechterung glaubhaft gemacht worden war. Sie ist somit zu
Recht auf die Neuanmeldung eingetreten.
2.
2.1 Nachdem die Beschwerdegegnerin - zu Recht - auf die Neuanmeldung eingetreten
ist, hat sie das Gesuch materiell geprüft und das Rentengesuch der
Beschwerdeführerin abgewiesen. Allerdings hat die Beschwerdegegnerin ihre
Abweisung ausschliesslich damit begründet, dass sich der Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin seit der rechtskräftigen Abweisung des früheren Begehrens nicht
in einer anspruchserheblichen Weise verschlechtert habe. Diese Begründung beruht
auf der Rechtsprechung des Bundesgerichts, wonach bei einer erneuten Anmeldung
nach einer vorausgegangenen rechtskräftigen Abweisung eines Rentenbegehrens
geprüft werden muss, ob ein Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 ATSG vorliegt (vgl.
Urteil des Bundesgerichts vom 4. März 2015, 9C_9/2015). Mit einer Neu- bzw.
Wiederanmeldung wird allerdings nicht eine Anpassung einer laufenden, formell
rechtskräftig zugesprochenen Dauerleistung - und somit eine Revision im Sinne des
Art. 17 Abs. 1 ATSG – angestrebt. Vielmehr zielt die erneute Anmeldung auf eine
(erstmalige) Zusprache von Versicherungsleistungen ab. Art. 29 Abs. 1 ATSG
unterscheidet weder nach seinem Wortlaut noch nach seinem Sinn und Zweck
zwischen erstmaligen Anmeldungen und Neuanmeldungen. Diese Bestimmung muss
notwendigerweise weit interpretiert werden, denn es ist generell die Aufgabe des
Verwaltungsverfahrensrechts, möglichst allen Personen die Leistungen zu verschaffen,
auf die sie materiell-rechtlich einen Anspruch haben. Dies geht der formellen
Rechtskraft einer früheren Abweisung eines Leistungsbegehrens vor und zwingt den
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Sozialversicherungsträger, auch eine Neuanmeldung materiell zu prüfen. Mit dieser
Interpretation des Art. 29 Abs. 1 ATSG deckt sich der Umstand, dass mit einer formell
rechtskräftigen Leistungszusprache ein schutzwürdiges Interesse des Bezügers an der
Verbindlichkeit dieser Zusprache begründet wird, während mit der rechtskräftigen
Abweisung eines Leistungsgesuches naturgemäss kein schutzwürdiges Interesse am
Bestand dieser Entscheidung entsteht. Deshalb ist die uneingeschränkte Anwendung
des Art. 29 Abs. 1 ATSG auch auf Neuanmeldungen aus vertrauensschutzrechtlicher
Sicht völlig unproblematisch. Ein öffentliches Interesse an der Bindung an eine frühere
rechtskräftige Abweisung eines Leistungsgesuches und damit an einen Ausschluss der
Neuanmeldungen von der Anwendbarkeit des Art. 29 Abs. 1 ATSG ist nicht erkennbar,
zumal dies dem Ziel der Ausrichtung von Sozialversicherungsleistungen an alle
Berechtigten und damit dem Gleichbehandlungs- und dem
Gesetzmässigkeitsgrundsatz zuwiderlaufen würde. Warum Personen, deren
Leistungsgesuch früher formell rechtskräftig abgewiesen worden ist, so lange vom
Leistungsbezug ausgeschlossen sein sollten, bis sich die der Abweisung zugrunde
liegende Sachverhaltsprognose im Gefolge einer nachträglichen
Sachverhaltsveränderung ex nunc als unrichtig erweist, ist demnach nicht einzusehen.
Die analoge Anwendung des Art. 17 ATSG auf Neuanmeldungen ist gesetzwidrig, weil
weder diese Bestimmung noch der Art. 29 Abs. 1 ATSG eine entsprechende
ausfüllungsbedürftige Gesetzeslücke aufweisen. Der Art. 87 Abs. 3 IVV widerspricht
diesem Interpretationsergebnis nicht, denn er dient ausschliesslich dem Zweck, die
Erledigung repetitiver Neuanmeldungen gestützt auf Art. 29 Abs. 1 ATSG zu
vereinfachen (vgl. vorstehend E. 1.3). Tritt der Versicherungsträger – wie vorliegend –
somit auf eine Neuanmeldung ein, hat er das Gesuch gemäss der oben
wiedergegebenen, vom Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen in ständiger
Praxis angewendeten Rechtsaufassung materiell wie eine erstmalige Anmeldung
umfassend zu prüfen. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet somit die Frage,
ob die Beschwerdeführerin einen Anspruch auf eine Invalidenrente hat.
2.2 Einen Rentenanspruch haben Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die
Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können,
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40%
arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid
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sind (Art. 28 Abs. 1 IVG). Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und
Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf
dem in Betracht kommenden ausgeglichen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Gemäss
Art. 28a Abs. 1 des IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität grundsätzlich durch einen
Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares
Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte,
wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
2.3 Um das Invalideneinkommen zu bestimmen und damit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, muss die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers im
Verfügungszeitpunkt feststehen.
2.3.1 Zur Beantwortung der Frage nach der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
hat die Beschwerdegegnerin bei der Begutachtungsstelle ZIMB ein polydisziplinäres
Gutachten eingeholt (IV-act. 159). Dieses beruht auf fachärztlichen internistischen,
psychiatrischen, neurologischen und rheumatologischen Untersuchungen und ist in
Kenntnis der umfangreichen medizinischen Aktenlage (vgl. S. 2-27 des Gutachtens)
erstellt worden. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin haben sich die
Sachverständigen mit den von ihr geklagten Beschwerden auseinandergesetzt und
detaillierte objektive Befunde erhoben. Sie haben ihre Diagnosen schlüssig begründet
und eine überzeugende und nachvollziehbare Arbeitsfähigkeitsschätzung abgegeben.
Die Gutachter haben in internistischer Hinsicht keine Diagnosen mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit gestellt und vor allem die morbide Adipositas sowie die
Dekonditionierung als Folge des chronischen Schon¬verhaltens als limitierend
erachtet. In rheumatologischer Hinsicht haben sie aufgrund der erhobenen Befunde
insbesondere die Knieschmerzen und die Bewegungseinschränkung der Schulter als
nachvollziehbar angesehen. Darüber hinausgehend haben sie notiert, dass sich die
Beschwerdeführerin gegen alle Untersuchungsbewegungen gewehrt habe, und dass
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die geklagten starken Ganzkörperschmerzen im Widerspruch zu den leicht
degenerativen Veränderungen der HWS und LWS und der Beweglichkeit der
Gesamtwirbelsäule stünden. Insgesamt haben sich somit aus rheumatologischer Sicht
trotz der geklagten Beschwerden nur leichte Einschränkungen objektivieren lassen. Vor
diesem Hintergrund überzeugt die rheumatologische Schlussfolgerung, dass die
Beschwerdeführerin in leidensangepassten Tätigkeiten zu 70% arbeitsfähig ist. In
neurologischer Hinsicht haben die Gutachter keine fokalneurologischen Defizite
feststellen können. Vielmehr ist auch aus neurologischer Sicht eine eingeschränkte
Kooperation und darüber hinaus eine massive Symptomaggravation festgehalten
worden. Damit ist plausibel, dass die Gutachter aus neurologischer Sicht keine über die
rheumatologisch begründete Arbeitsunfähigkeit hinausgehende Einschränkung
attestiert haben. Schliesslich hat auch der psychiatrische Gutachter keine Diagnose mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt, sondern im Wesentlichen das bereits
anlässlich der letztmaligen Begutachtung im Jahr 2009 beschriebene dysfunktionale
Krankheitsverhalten mit massiver Symptomausweitung und Selbstlimitierung sowie
diverse psychosoziale Probleme festgehalten.
2.3.2 Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin vermögen die Berichte des MZL
die plausiblen Diagnosen und die überzeugende Arbeitsfähigkeitsschätzung der ZIMB-
Gut¬achter nicht in Frage zu stellen. Aus den Berichten des MZL ergeben sich keine
Gesichtspunkte, die von den Gutachtern des ZIMB ausser Acht gelassen worden
wären. Die Ärzte haben im Rahmen der interdisziplinären Schmerzbehandlung nicht
weniger als 25 verschiedene Diagnosen festgehalten und jeder Diagnose ohne nähere
Begründung einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beigemessen. Zwar haben sie
ebenfalls gewisse Diskrepanzen im Verhalten der Beschwerdeführerin festgehalten und
u.a. beschrieben, dass sich die Beschwerdeführerin ausserhalb der
Untersuchungssituation wesentlich freier bewegt habe und, dass sich die
Notwendigkeit für das Gehen mit einem Stock nicht habe erklären lasse. Die Ärzte sind
allerdings nicht weiter auf diese Widersprüche eingegangen, sondern sie haben der
Beschwerdeführerin „aus schmerztherapeutischer Sicht“ eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit attestiert. Auch in psychiatrischer Hinsicht sind hauptsächlich
Befunde und Diagnosen aufgelistet und weder die Diagnosestellung noch die
Arbeitsfähigkeitsbeurteilung plausibel begründet worden. Wie die ZIMB-Gutachter auf
Rückfrage der Beschwerdegegnerin zu Recht festgehalten haben, haben sich die Ärzte
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bzw. der Psychologe des MZL im Wesentlichen auf die subjektiven Angaben der
Beschwerdeführerin gestützt und diese weder hinterfragt noch objektiviert.
Anzumerken bleibt, dass der RAD die gutachterlichen Schlussfolgerungen ebenfalls als
schlüssig qualifiziert hat.
2.3.3 Zusammenfassend ist gestützt auf das ZIMB-Gutachten mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in ihrer
angestammten Tätigkeit als Stanzerin seit dem Jahr 2007 nicht mehr arbeitsfähig ist. In
einer körperlich angepassten Tätigkeit besteht aufgrund der rheumatischen
Beschwerden eine 70%ige Arbeitsfähigkeit.
3.
Die Beschwerdegegnerin hat bei der Invaliditätsbemessung auf die im gerichtlichen
Entscheid vom 19. November 2012 ermittelten Vergleichseinkommen abgestellt und
beim Invalideneinkommen einen Tabellenlohnabzug von 10% berücksichtigt (IV-act.
86-15, 163). Vorliegend ergeben sich aus den Akten keine Hinweise darauf, dass sich
die Erwerbsverhältnisse der Beschwerdeführerin zwischenzeitlich verändert hätten. Da
davon auszugehen ist, dass sich Validen- und Invalideneinkommen in etwa gleich
entwickeln, kann auf eine (zahlenmässige) Teuerungsanpassung verzichtet werden. Da
sich auch der Arbeitsfähigkeitsgrad der Beschwerdeführerin nur leicht verändert hat,
sind entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin auch keine Gründe ersichtlich,
weshalb ein höherer Tabellenlohnabzug als 10% zu gewähren wäre. Anzumerken
bleibt, dass die Beschwerdegegnerin bei der Berechnung versehentlich von einem
Arbeitsfähigkeitsgrad von 75% statt 70% ausgegangen ist und gestützt darauf einen
Invaliditätsgrad von 33% errechnet hat (IV-act. 163, 176). Im Ergebnis ändert sich
dadurch nichts; bei korrekter Berechnung ergibt sich ebenfalls ein nicht
rentenbegründender Invaliditätsgrad (von 37% [100% - 70% x 0.90]). Die
Beschwerdeführerin hat demnach (weiterhin) keinen Anspruch auf eine Invalidenrente.
4.
4.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.
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4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des
Verfahrens entsprechend ist diese der unterliegenden Beschwerdeführerin
aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist die Beschwerdeführerin von der
Bezahlung zu befreien. Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde,
ist zur Nachzahlung der Gerichtskosten verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist
(Art. 123 ZPO i.V.m. Art. 99 Abs. 2 VRP).