Decision ID: 15885c73-5271-46d1-a1aa-b1b90142fd0a
Year: 2009
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1980 geborene
X._
, gelernte Sekretärin, arbeitete zuletzt vom Juli 1999 bis September 2000 (Urk. 10/47) als Sachbearbeiterin bei der
A._
(Urk. 10/47 S. 2).
Am 29. November 2004 (Urk. 10/1) meldete sich die Versicherte wegen einer schizoaffektiven Störung bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an und verlangte entweder eine Berufsberatung, eine Wiedereinschulung in die bisherige Tätigkeit oder eine Rente. Daraufhin klärte die IV-Stelle die erwerblichen und medizinischen Verhältnisse der Versi
cherten ab, indem sie zwei Auszüge aus dem individuellen Konto (Urk. 10/5, Urk. 10/21), einen Arbeitgeberfragebogen (Urk. 10/25), Berufsunterlagen (Urk. 10/41, Urk. 10/43) sowie diverse Arztberichte (Urk. 10/4, Urk. 10/7-8, Urk. 10/22, Urk. 10/33) einholte.
Mit Verfügungen vom 14. Juli und 8. September 2005 (Urk. 10/13, Urk. 10/16) sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Wirkung ab 1. Dezember 2003 eine ganze Invalidenrente zu. Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 10/38) wies sie mit Verfügung vom 28. März 2008 (Urk. 2) die Gewährung von beruflichen Massnahmen, insbesondere eines Arbeits- und Eingliederungs
programms in der Stiftung
Y._
, ab.
2.
Dagegen erhoben die Versicherte und die Stiftung
Y._
, vertreten durch die Vizepräsidentin der Stiftung
Y._
,
Z._
, mit Eingabe vom 26. April 2008 (Urk. 1) und unter Beilage eines Fragebogens für Arbeitge
bende, eines Antrags an die IV-Stelle für eine Kostengutsprache, eines Schrei
bens an die IV-Stelle vom 7. September 2007 sowie einer Zusammenfassung bezüglich Verlauf des Arbeitstrainings (Urk. 3/2-5) Beschwerde und beantragten die Kostenübernahme von Fr. 17'545.-- durch die Beschwerdegegnerin für das durchgeführte Arbeitstraining (Urk. 1 S. 1). Mit Eingabe vom 12. Mai 2008 (Urk. 5) reichte die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführenden eine Vollmacht und einen Handelsregisterauszug ein (Urk. 6/1-2). In der Beschwerdeantwort vom 11. August 2008 (Urk. 9) schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Be
schwerde. Mit Replik vom 1. Oktober 2008 (Urk. 13) und unter Beilage eines Schreibens der Eltern der Versicherten vom 2. April 2008 (Urk. 14/1-2) liessen die Beschwerdeführenden an ihren Anträgen festhalten. Da die Beschwerdegeg
nerin binnen Frist keine Duplik einreichte, wurde der Schriftenwechsel mit Verfügung vom 19. November 2008 (Urk. 17) geschlossen.
Die Einzelrichterin

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmun
gen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 6. Okto
ber 2006, der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 28. September 2007, des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungs
rechts (ATSG) sowie das Bundesgesetz über die Schaffung und die Änderung von Erlassen zur Neugestaltung des Finanzausgleichs und der Aufga
benteilung zwischen Bund und Kantonen (NFA) vom 6. Oktober 2006 in Kraft getreten. In materiellrechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangs
rechtliche Grundsatz, dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu le
gen sind, die bei Erlass des angefochtenen Entscheids respektive im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachver
halt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 467
Erw
. 1, 126 V 136
Erw
. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung ist am 28. März 2008 ergangen, aller
dings ist ein Sachverhalt zu beurteilen, der vor dem Inkrafttreten der revidierten Bestimmun
gen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 beendet war. Daher ist entsprechend den allgemeinen intertemporal
rechtlichen Regeln auf die bis 31. Dezember 2007 geltenden Bestimmungen abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revi
sion:
BGE 130 V 445
ff.; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 7.
Juni
2006 in
Sa
chen
M., I 428/04,
Erw
. 1).
1.2
Nach Art. 16 Abs. 1 IVG haben Versicherte, die noch nicht erwerbstätig waren und denen infolge Invalidität bei der erstmaligen beruflichen Ausbildung in wesentlichem Umfange zusätzliche Kosten entstehen, Anspruch auf Ersatz die
ser Kosten, sofern die Ausbildung den Fähigkeiten der Versicherten entspricht. Als erstmalige berufliche Ausbildung gilt gemäss Art. 5 Abs. 1 IVV jede Berufs
lehre oder Anlehre sowie, nach Abschluss der Volks- oder Sonderschule, der Besuch einer Mittel-, Fach- oder Hochschule und die berufliche Vorbereitung auf eine Hilfsarbeit oder auf die Tätigkeit in einer geschützten Werkstätte. Der erstmaligen beruflichen Ausbildung gleichgestellt ist laut Art. 16 Abs. 2
lit
. b IVG die berufliche Neuausbildung invalider Versicherter, die nach dem Eintritt der Invalidität eine ungeeignete und auf die Dauer unzumutbare Erwerbstätig
keit aufgenommen haben.
Gemäss Art. 17 IVG hat die versicherte Person Anspruch auf Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbessert werden kann (Abs. 1). Der Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit ist die Wiedereinschulung in den bisherigen Beruf gleichgestellt (Abs. 2). Als Um
schulung gelten gemäss Art. 6
Abs. 1 IVV Ausbildungsmassnahmen, die Versi
cherte nach Abschluss einer erstmaligen beruflichen Ausbildung oder nach Aufnahme einer Erwerbstätigkeit ohne vorgängige berufliche Ausbildung wegen ihrer Invalidität zur Erhaltung oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit benöti
gen.
1.3
Nach der Rechtsprechung ist unter Umschulung grundsätzlich die Summe der Eingliederungsmassnahmen berufsbildender Art zu verstehen, die notwendig und geeignet sind, der vor Eintritt der Invalidität bereits erwerbstätig gewesenen versicherten Person eine ihrer früheren annähernd gleichwertige Erwerbsmög
lichkeit zu vermitteln.
Massnahmen im Sinne von Art. 17 IVG setzen subjektive und objektive Einglie
derungsfähigkeit voraus (AHI 1997 S. 82
Erw
. 2b/
aa
; ZAK 1991 S. 179 unten f.
Erw
. 3). Nicht unter Umschulung fallen Massnahmen der sozialberuflichen Re
habilitation (wie Gewöhnung an den Arbeitsprozess, Aufbau der Arbeitsmotiva
tion, Stabilisierung der Persönlichkeit, Einüben der sozialen Grundelemente) mit dem primären Ziel, die Eingliederungsfähigkeit der versicherten Person zu errei
chen oder wieder herzustellen (ZAK 1992 S. 367
Erw
. 2b; Urteil des Eidgenös
sischen Versicherungsgerichtes in Sachen W. vom 30.
April 2001, I 527/00).
2.
Die IV-Stelle stellte sich auf den Standpunkt, ihre Abklärungen hätten ergeben, aufgrund des Gesundheitszustandes der Versicherten seien zurzeit keine berufli
chen Massnahmen in der freien Wirtschaft möglich, solche könnten erst wieder bei einer regelmässigen Medikamenteneinnahme geprüft werden. Die Möglich
keit einer Kostenübernahme für ein Arbeitstraining als Integrationsmassnahme bestehe, sofern gewisse Voraussetzungen erfüllt seien, erst ab 1. Januar 2008 (Urk. 2 S. 1).
Dagegen wird seitens der Beschwerdeführenden zusammengefasst vorgebracht, die Beschwerdegegnerin sei über das Arbeitstraining frühzeitig informiert wor
den, habe aber lange auf das schriftliche Gesuch um Kostenübernahme nicht re
agiert und es erst drei Monate nach Beendigung des Arbeitstrainings abgelehnt, was gegen den Grundsatz von Treu und Glauben verstosse (Urk. 1 S. 1-2).
3.
3.1
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die Kosten für das durch die Stiftung
Y._
durchgeführte Arbeitstraining in Höhe von Fr. 17'545.-- zu übernehmen hat, mithin ob es sich dabei um eine berufliche Massnahme im Sinne von Art. 16 respektive 17 IVG handelt.
3.2
Im Bericht vom 30. März 2005 (Urk. 10/8) diagnostizierte Dr. med.
B._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, mit Auswirkung auf die Ar
beitsfähigkeit depressive Episoden im Vorfeld des aktuellen Leidens anam
nestisch seit mindestens 2000 und eine seit mindestens Juli 2003 bestehende schizoaffektive Störung. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erhob sie eine seit 2001 bestehende Adipositas sowie eine seit 2003 bestehende Neigung zu einer Adipositas per magna. Seit Juli 2002 bestehe eine 100%ige Arbeitsun
fähigkeit (Urk. 10/8 S. 5). Dr.
B._
führte aus, ein Jahr vor der Matura habe die Versicherte psychische Probleme bekommen, was zu einem Scheitern an der Universität geführt habe (Urk. 10/8 S. 7). In den psychopatholo
gischen Befunden hielt sie fest, die Konzentration sei deutlich reduziert, die fo
kussierte Aufmerksamkeit und die Abstraktionsfähigkeit schwer beeinträchtigt und das Denken verlangsamt. Sie leide unter Gedankenabriss, Gedankenflut und sporadisch Gedankenkreisen sowie Minderwertigkeitsgefühle, Ängsten und Phobien (Urk. 10/8 S. 8). Des Weiteren klage die Versicherte über optische Hal
luzinationen und Stimmenhören (Urk. 10/8 S. 9). Auf dem freien Arbeitsmarkt sei die Versicherte zumindest zu 70 % arbeitsunfähig. Für den Verlauf ihres Lei
dens wäre es wünschenswert, dass sie in einem geschützten Rahmen einer Tä
tigkeit nachgehen könnte. Eine berufliche Abklärung sei angezeigt, da sich da
mit auch die Heilungschancen verbessern würden (Urk. 10/8 S. 9).
Im Bericht vom 13. Juni 2007 (Urk. 10/22) erweiterte Dr. med.
C._
die bekannten Diagnosen um eine seit 2005 bestehende Hypothyreose und hielt fest, dass seit Juli 2002 bis auf Weiteres eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit be
stehe. Es sei zu prüfen, ob wöchentlich einzelne Arbeitsstunden in einer ge
schützten Werkstätte für Behinderte in Betracht kämen.
Dr.
B._
führte im Bericht vom 31. Oktober 2007 (Urk. 10/33) aus, kurz nach der Zusprechung der Invalidenrente habe die Versicherte, welche seit dem 26. Juni 2007 wieder in ihrer Behandlung sei, die psychiatrische Medikation (Antidepressivum und Neuroleptikum) abgesetzt, was ihren Gesundheitszustand destabilisiert habe. Während Denkstörungen, Konzentrationsmangel, Aufmerk
samkeitsdefizit, Wahnerleben und die allgemeine Verlangsamung zugenommen hätten, hätten sich
Dank
dem Einsatz des Ehegatten die Stimmung, die Tages
strukturierung, das Essverhalten und die Körperpflege gebessert (Urk. 10/33 S. 5). Seit Juli 2002 bestehe
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Urk. 10/33 S. 6). Vielleicht würde eine Berufsberatung respektive eine Berufsabklärung den Ehr
geiz der Beschwerdeführerin und damit den Behandlungswillen wecken. Ein an
derer Schritt könnte eine Integration in ein Programm von Patienten mit ähnli
cher Symptomatik sein. Bei einer geeigneten Medikamentenkombination und der Berücksichtigung ihrer Stärken sollte mit der Zeit eine 50%ige Tätigkeit in einem nicht geschützten Umfeld möglich werden (Urk. 10/33 S. 6).
Die Versicherte hat vom 15. März bis 31. Dezember 2007 bei der Stiftung
Y._
ein Arbeitstraining absolviert (Urk. 3/5). Wie die Stiftung selber im Arbeitgeberfragebogen vom 19. Juni 2007 (Urk. 10/25) ausführt, sei das Projekt Arbeitstraining Holzinstrumentenbau ein niederschwelliges Angebot und wolle jungen und teils nicht sehr hoffnungsvollen Menschen den Einstieg in einen Arbeitsprozess ermöglichen und neue Perspektiven
verschaffen (Urk. 10/25 S. 8).
4.
4.1
Zunächst ist festzuhalten, dass unbestrittenermassen das Arbeitstraining vom 15. März bis zum 31. Dezember 2007 stattgefunden hat. Somit wurde es vor dem Inkrafttreten der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 abgeschlossen. Daher kommen die Normen des IVG in der Fassung bis zum 31. Dezember 2007 zur Anwendung (vgl.
Erw
. 1.1).
In der bis zum 31. Dezember 2007 in Kraft stehenden Fassung des IVG konnten sozialberufliche Rehabilitationsmassnahmen weder auf der Grundlage des Art. 16 noch des Art. 17 IVG von der Invalidenversicherung übernommen werden. Die gesetzliche Grundlage für die Finanzierung solcher Massnahmen wurde erst mit dem am 1. Januar 2008 in Kraft getretenen IVG, insbesondere Art. 7d Abs. 2
lit
. e (Massnahmen der Frühintervention) und Art. 14a Abs. 2
lit
. a IVG (Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Einglie
de
rung) geschaffen.
Wie die Beschwerdeführenden selber ausführen, verfolgt das von der Stiftung
Y._
angebotene Arbeitstraining das Ziel, die Voraussetzungen für eine soziale und berufliche Wiedereingliederung zu schaffen. Die Arbeit von
Y._
entspreche faktisch einer beruflichen- oder sozialrehabilitativen Massnahme (Urk. 1 S. 2, Urk. 13 S. 2 Ziff. 2). Somit fällt das beantragte Ar
beitstraining (Urk. 1 S. 1) nicht unter den Anwendungsbereich von Art. 16 re
spektive 17 IVG (Fassung bis 31. Dezember 2007), handelt es sich dabei doch unbestrittenermassen um eine sozialberufliche Rehabilitationsmassnahme mit dem erklärten Ziel, vorab überhaupt die
Eingliederungsfähigkeit der Versicher
ten wieder herzustellen. Eine solche Vorkehr stellt keine gezielte und planmäs
sige Förderung in beruflicher Hinsicht dar, die auf den Erwerb oder die Ver
mittlung spezifisch beruflicher Kenntnisse und Fertigkeiten ausgerichtet ist (AHI 2002 S. 176
Erw
. 3b.aa mit Hinweis) und bildete daher keine berufliche Einglie
derungsmassnahme im Sinne der bis Ende Dezember 2007 gültig gewesenen, hier anwendbaren Fassung des IVG.
4.2
Die Beschwerdeführenden machen zusätzlich geltend, das Verhalten der Beschwer
degegnerin verstosse gegen den Grundsatz von Treu und Glauben, denn sie habe lange Zeit auf das schriftliche Gesuch um Kostenübernahme nicht reagiert, sodass man nicht mit einer Ablehnung habe rechnen müssen. Ausser
dem sei die schriftliche Abweisung erst drei Monate nachdem die Massnahme durchgeführt worden sei, erfolgt (Urk. 1 S. 1-2).
Der Grundsatz von Treu und Glauben, der den Bürger und die Bürgerin in ihrem berechtigten Vertrauen auf behördliches Verhalten schützt, bedeutet nach der Rechtsprechung zu Art. 9 der Bundesverfassung unter anderem, dass falsche Auskünfte von Behörden unter bestimmten Voraussetzungen eine vom mate
riellen Recht abweichende Behandlung der Rechtsuchenden gebieten. Dabei besteht eine der Voraussetzungen des Vertrauensschutzes darin, dass die betrof
fene Person im Vertrauen auf die Richtigkeit der Auskunft Dispositionen ge
troffen hat, die nicht ohne Nachteil rückgängig gemacht werden können, oder aber von derartigen Dispositionen abgesehen hätte (vgl. BGE 131 V 480
Erw
. 5 mit Hinweisen). Erforderlich ist, dass das behördliche Verhalten für die Disposi
tion ursächlich ist, wobei der Kausalzusammenhang zu bejahen ist, wenn ange
nommen werden kann, die versicherte Person hätte ohne das fragliche behördli
che Verhalten anders gehandelt (BGE 121 V 67
Erw
. 2b mit Hinweisen).
Die Beschwerdeführenden behaupten nicht, die Beschwerdegegnerin habe ihnen eine den Vertrauensschutz begründende falsche Auskunft
erteilt (BGE 124 V 220
Erw
. 2b mit Hinweisen). Vielmehr habe sie die streitige Leistung deshalb zu erbringen, weil sie nicht sofort nach Kenntnisnahme der Massnahme ihnen mit
geteilt habe, dass sie die Leistung nicht übernehmen würde. Dass sie eine Zusi
cherung bekommen hätten, wird zu Recht nicht behauptet (Urk. 13 S. 1). Auch haben sie das schriftliche Gesuch erst am 7. September 2007 gestellt, obwohl die Massnahme bereits am 15. März 2007 angelaufen war. Sodann waren sie spätestens aufgrund des Vorbescheids vom 5. Dezember 2007 (Urk. 10/38) mit
hin knapp drei Monate später, über den negativen Ausgang ihres Gesuchs ori
entiert worden. Somit kann von einer Verletzung des Grundsatzes von Treu und Glauben seitens der Beschwerdegegnerin nicht die Rede sein.
4.3
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin in Anwendung der bis zum 31. Dezember 2007 in Kraft gestandenen Fassung des IVG richti
gerweise die Finanzierung einer sozialberuflichen Rehabilitationsmassnahme in Form des Arbeitstrainings abgelehnt und dabei nicht gegen den Grundsatz des Vertrauensschutzes verstossen hat. Folglich ist die Beschwerde abzuweisen.
5.
In zutreffender Weise hält die Beschwerdegegnerin in der Verfügung vom 28. März 2008 (Urk. 2) fest, dass sie die Kosten für eine sozialberufliche Rehabi
litation erst mit Inkraftsetzung der 5.
IV-
Revision
per 1.
Januar 2008 unter be
stimmten Voraussetzungen übernehmen müsse. Nicht Gegenstand dieses Ver
fahrens ist die Mitteilung der IV-Stelle vom 29. April 2008 (Urk. 10/46), mit der weitere, ab 3. Januar 2008 geplante berufliche Massnahmen (vgl. Verlaufspro
tokoll vom 12. Februar bis zum 28. April 2008, Urk. 10/47) abgewiesen wurden.
6.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfah
rensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG in der seit dem 1. Juli 2006 in Kraft stehenden Fassung) und ermessensweise auf Fr. 200.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.