Decision ID: bf551e76-730b-52d5-ac09-148ceebdec51
Year: 2017
Language: de
Court: BE_VB
Chamber: BE_VB_001
Canton: BE
Region: Espace_Mittelland
Law Area: public_law

I. Sachverhalt
1. Die Beschwerdegegnerin reichte am 1. Juli 2016 bei der Gemeinde Arch ein
Baugesuch ein für das Erstellen einer Betonzentrale mit den notwendigen Bandanlagen
und die Errichtung neuer arealinterner Erschliessungsstrassen auf dem Areal des
Kieswerks Arch. Dieses befindet sich im Perimeter der Überbauungsordnung „Kieswerk
Schwobsberg “ (ÜO). Im Rahmen des Bauvorhabens sollen auch eine interne
Elektrorohranlage ab der vorhandenen Trafostation sowie neue Wasser- und
Kanalisationsleitungen ab der F._strasse erstellt werden. Gegen das Bauvorhaben
erhob unter anderen der Beschwerdeführer Einsprache. Mit Gesamtentscheid vom
13. Dezember 2016 bewilligte das Regierungsstatthalteramt Seeland das Bauvorhaben.
2. Dagegen reichte der Beschwerdeführer am 16. Januar 2017 Beschwerde bei der
Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Er beantragt die
Aufhebung des Gesamtentscheides vom 13. Dezember 2016 und die Erteilung des
Bauabschlags. Eventualiter verlangt der Beschwerdeführer, das Bauprojekt sei zur
Vervollständigung der Baugesuchsakten und erneuten Durchführung des
Baubewilligungsverfahrens mit öffentlicher Auflage an die Vorinstanz zurückzuweisen.
Weiter sei von der Lastenausgleichsforderung Kenntnis zu nehmen und zu geben. Der
Beschwerdeführer beantragt schliesslich, es sei ihm der Baubeginn anzuzeigen zwecks
Einreichung und Begründung der Lastenausgleichsklage. Er macht insbesondere geltend,
gewisse Teile der geplanten arealinternen Erschliessungsstrassen würden in unzulässiger
Weise die in der ÜO festgelegte Baulinie überschreiten. Daneben bemängelt der
Beschwerdeführer die Überprüfung der zu erwartenden Lärm- und Luftimmissionen des
Bauvorhabens.
3. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet1, führte den
Schriftenwechsel durch und holte die Vorakten ein. Sowohl die Vorinstanz als auch die
Beschwerdegegnerin und die Gemeinde Arch beantragen die Abweisung der Beschwerde.
1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191).
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4. Auf die Rechtsschriften und die Vorakten wird, soweit für den Entscheid wesentlich,
in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen
1. Prozessvoraussetzungen
a) Angefochten ist ein Gesamtentscheid nach Art. 9 KoG2. Laut Art. 11 Abs. 1 KoG kann
er – unabhängig von den geltend gemachten Einwänden – nur mit dem Rechtsmittel
angefochten werden, das für das Leitverfahren massgeblich ist. Das Leitverfahren ist im
vorliegenden Fall das Baubewilligungsverfahren (Art. 5 Abs. 1 KoG). Bauentscheide
können nach Art. 40 Abs. 1 BauG3 innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Baubeschwerde bei
der BVE angefochten werden. Die BVE ist somit zur Beurteilung der Beschwerde gegen
den Gesamtentscheid zuständig.
b) Zur Beschwerde befugt sind die Baugesuchsteller, die Einsprecher im Rahmen ihrer
Einsprachegründe und die zuständige Gemeindebehörde (Art. 10 KoG in Verbindung mit
Art. 40 Abs. 2 BauG). Der Beschwerdeführer, dessen Einsprache abgewiesen wurde, ist
durch den vorinstanzlichen Gesamtentscheid beschwert und daher zur Beschwerdeführung
legitimiert. Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. Inwiefern
auf die einzelnen Rügen eingetreten werden kann, ist in den nachfolgenden Erwägungen
zu prüfen.
2. Baulinie
a) Das Bauvorhaben soll im Perimeter der ÜO „Kieswerk Schwobsberg “ realisiert
werden. Zu dieser gehört insbesondere ein Überbauungsplan4, in welchem eine Baulinie
festgelegt ist. Gemäss Art. 6 Abs. 1 der Vorschriften zur ÜO sind innerhalb der Baulinien
grundsätzlich Bauten und Anlagen zur Herstellung von verschiedenen Kieskomponenten
2 Koordinationsgesetz vom 21. März 1994 (KoG; BSG 724.1). 3 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0). 4 Überbauungsplan zur ÜO vom 1. April 2014 (Überbauungsplan).
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und Fertigbeton sowie für den Unterhalt des betriebsnotwendigen Fahrzeug- und
Maschinenparkes, sowie Lagerplätze und Abstellflächen für Maschinen und Anlagen
zugelassen. Ausserhalb der Baulinien sind unter Einhaltung der gesetzlichen Strassen-
und Waldabstände einzig ungedeckte Lagerflächen für Kies zugelassen (Art. 6 Abs. 2 der
Vorschriften zur ÜO). Neben der Betonzentrale sollen auch neue arealinterne
Erschliessungstrassen errichtet werden, welche zur Betonzentrale führen. Gemäss den
Baugesuchsplänen überschreiten diese an zwei Stellen – im nordöstlichen und
nordwestlichen Arealbereich – die im Überbauungsplan festgelegte Baulinie.
b) Der Beschwerdeführer rügt, die betreffenden Erschliessungsstrassen seien
wesentlicher Bestandteil der Betonzentrale; diese könne ohne die Erschliessungsstrassen
nicht funktionieren. Die Betonzentrale dürfe deshalb nicht als isolierte Baute angesehen
werden. Das Bauvorhaben sei vielmehr als Ganzes zu betrachten. Folglich müsse das
gesamte Bauprojekt, mithin auch die Erschliessungsstrassen, innerhalb der Baulinie liegen.
Die Erschliessungsstrassen könnten zudem nicht als ungedeckte Lagerflächen für Kies im
Sinne von Art. 6 Abs. 2 der Vorschriften zur ÜO qualifiziert oder mit solchen Flächen
verglichen werden. Entgegen den Ausführungen der Vorinstanz befinde sich das
Bauprojekt also nicht innerhalb der definierten Baulinie. Im Übrigen habe sich die
Vorinstanz nicht mit den Vorbringen der Parteianwälte zur Baulinie anlässlich der
Einigungsverhandlung auseinandergesetzt. Zusammengefasst sei dem Vorhaben zufolge
Überschreitung der zwingenden Baulinie der Bauabschlag zu erteilen.
c) Die Beschwerdegegnerin bringt dagegen vor, die Baulinie lenke bzw. begrenze einzig
die Baubereiche für Hochbauten bzw. Gebäude, mithin die Betonzentrale als solche, nicht
aber den Verlauf der Erschliessungs- bzw. Werkstrassen. Diese dürften auch im
Baulinienbereich bis zur Grenze des ÜO-Perimeters liegen. Zunächst macht die
Beschwerdegegnerin aber geltend, der Beschwerdeführer habe die Rüge betreffend
Überschreitung der Baulinie in seiner Einsprache noch nicht erhoben, weshalb sie
verspätet sei. Folglich könne ohnehin nicht auf diese Rüge eingetreten werden.
d) Die Einsprechenden sind nur im Rahmen ihrer Einsprachegründe zur Beschwerde
befugt (Art. 40 Abs. 2 BauG). Demnach können neue Rügen im Beschwerdeverfahren
grundsätzlich nicht mehr vorgebracht werden. Diese Bestimmung gelangt jedoch nur zur
Anwendung, wenn die Rüge einer einfachen Verletzung von kantonalem oder
kommunalem Recht zur Diskussion steht. Hingegen dürfen Rügen betreffend die
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Verletzung von Bundesrecht, von Völkerrecht und von kantonalem Verfassungsrecht im
Beschwerdeverfahren noch neu vorgebracht werden.5 Zudem ist es ausreichend, wenn der
Themenbereich einer Rüge in der Einsprache angesprochen wird; die detaillierte
Begründung kann im Beschwerdeverfahren noch nachgeholt oder geändert werden.6
e) In seiner Einsprache vom 29. August 2016 hat der Beschwerdeführer weder explizit
eine Überschreitung der Baulinie gerügt noch diesen Themenbereich angesprochen: In
Ziffer 13 der Einsprache machte der Beschwerdeführer zwar geltend, der Standort der
Betonzentrale innerhalb des Kieswerkareals sei nicht optimal gewählt und deren
Verschiebung in südliche Richtung, weg von der Hügelkante, hätte zahlreiche Vorteile. So
könnten dadurch die Lärm- und Luftimmissionen auf die umliegenden Liegenschaften
sowie die Auswirkungen auf die Flora, Fauna und Lebensräume reduziert bzw.
Auswirkungen auf das Landschafts- und Ortsbild gänzlich verhindert werden; eine
Überschreitung der Baulinie wurde jedoch in keiner Weise thematisiert. Auch im
Zusammenhang mit der in der Einsprache kritisierten Erschliessung (vgl. dort Ziffer 7) rügte
der Beschwerdeführer keine Verletzung der Baulinie. Die Einsprache zielte diesbezüglich
einzig auf das Verkehrsaufkommen und die Auswirkungen des Bauvorhabens auf die
F._strasse ab.
Erst anlässlich der Einigungsverhandlung vom 2. November 2016, also rund zwei Monate
nach Ablauf der 30-tägigen Einsprachefrist7, rügte der Beschwerdeführer erstmals eine
Überschreitung der Baulinie.8 Damit erfolgte diese Rüge jedoch verspätet. Bei der
Einsprachefrist gemäss Art. 31 Abs. 1 BewD9 handelt es sich nämlich um eine
Verwirkungsfrist; nachträglich können deshalb grundsätzlich keine neuen Einwendungen
mehr erhoben werden.10 Es ist nicht ersichtlich, weshalb es sich vorliegend anders
verhalten sollte. Der Beschwerdeführer kann sich insbesondere nicht auf den Standpunkt
stellen, die Rüge betreffend Überschreitung der Baulinie habe nicht bereits mit der
Einsprache bzw. fristgerecht erhoben werden können, da während der öffentlichen Auflage
mangels Profilierung bzw. Aussteckung der geplanten Erschliessungsstrassen nicht zu
5 BVR 2015 S. 15 E. 1.4; VGE 2012/441 vom 22.3.2013, E. 3, 2010/90 vom 1.11.2010, E. 2.3-2.5. 6 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art.  N. 9a. 7 Die erste Veröffentlichung des Baugesuchs erfolgte am 28. Juli 2016, vgl. Vorakten, pag. 70. 8 Vgl. Vorakten, pag. 120 f. 9 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1). 10 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 35-35c N. 10 mit Hinweisen.
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erkennen gewesen sei, dass diese teilweise ausserhalb der Baulinie zu stehen kämen.
Zwar haben die Gesuchstellenden nach Art. 16 Abs. 1 BewD zugleich mit der Baueingabe
die äusseren Umrisse des Bauvorhabens im Gelände abzustecken und durch Profile
kenntlich zu machen. Die Profile haben jedoch eine reine Hilfsfunktion: Das Ausstecken
und Profilieren von Bauvorhaben bezweckt, diese zu veranschaulichen und interessierte
Personen auf das Projekt aufmerksam zu machen (Publizitätswirkung). So müssen aus der
Profilierung die für das Erscheinungsbild wesentlichen Abmessungen im Gelände, nicht
aber sämtliche Einzelheiten der geplanten Baute ersichtlich sein. Um Details über das
Vorhaben zu erfahren, müssen die Interessierten vielmehr die Baugesuchsakten –
insbesondere die Pläne – einsehen. Im Übrigen kann aus einer mangelhaften Profilierung
ohnehin keine Rechte ableiten, wer selber durch den Mangel keinen Nachteil erlitten hat.11
Da die in Frage stehende Baulinie lediglich auf den Plänen ersichtlich ist, wäre aus einer
Profilierung bzw. Aussteckung der geplanten Erschliessungstrassen alleine noch nicht zu
erkennen gewesen, dass diese die Baulinie teilweise überschreiten. Folglich hätte man
selbst bei einer entsprechenden Profilierung bzw. Aussteckung Einblick in die
Baugesuchsakten nehmen müssen. Dies hat der Beschwerdeführer allem Anschein nach
auch getan; zumindest spricht er in Ziffer 5 seiner Einsprache vom 29. August 2016 die
Profilierung der „neu zu errichtenden Strassen“ an und verweist dabei auf die Unterlagen
der Planauflage.12 Nach dem Gesagten kann sich der Beschwerdeführer von Anfang an
nicht auf eine mangelnde Profilierung bzw. Aussteckung berufen, um seine verspätete
Rüge zu rechtfertigen. Damit erübrigt sich auch eine nachträgliche Profilierung bzw.
Aussteckung der geplanten Erschliessungsstrassen.
Die Rüge betreffend Überschreitung der Baulinie bezieht sich schliesslich allein auf
kantonales bzw. kommunales Recht. Art. 40 Abs. 2 BauG gelangt damit zur Anwendung.
f) Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Rüge betreffend
Überschreitung der Baulinie verspätet erfolgt ist. Dies gilt umso mehr, als dass der
Beschwerdeführer bereits im Zeitpunkt seiner Einsprache anwaltlich vertreten war. Da
vorliegend schliesslich nicht die Verwirklichung zwingenden öffentlichen Rechts in
schwerwiegender Weise bedroht ist, rechtfertigt es sich auch nicht die Frage der
Zulässigkeit der Überschreitung der Bauline von Amtes wegen zu überprüfen.13 Demnach
11 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 34 N. 20 mit Hinweisen. 12 Vgl. Vorakten, pag. 83. 13 BVR 2000 S. 33 E. 4c; VGE 2009/251 vom 4.2.2010, E. 2.2.
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kann nicht auf die genannte Rüge eingetreten werden. Die Vorinstanz musste sich daher in
ihrem Entscheid auch nicht mit den Vorbringen der Parteianwälte zur Baulinie anlässlich
der Einigungsverhandlung auseinandersetzen.
3. Waldabstand
a) Das Areal des Kieswerks Arch, auf welchem das Bauvorhaben realisiert werden soll,
ist grösstenteils von Wald umgeben. Im Rahmen der Revision der ÜO im Jahr 2014 wurde
im Überbauungsplan eine verbindliche Waldgrenze gestützt auf das
Waldfeststellungsverfahren gemäss Art. 10 Abs. 2 WaG14 festgelegt; diese wurde vom Amt
für Wald des Kantons Bern (KAWA) am 14. Juli 2014 genehmigt. Der Beschwerdeführer
rügt, die geplanten Erschliessungsstrassen ausserhalb der Baulinie verletzten den
erforderlichen Waldabstand. Der Abstand der Erschliessungsstrassen zum Wald betrage
gemäss Amtsbericht des KAWA null Meter; die Waldgrenze sei jedoch verbindlich. Er
macht zudem geltend, aus dem besagten Amtsbericht gehe keine Ausnahmebewilligung
zur Unterschreitung des Waldabstandes hervor.
b) Bauten und Anlagen in Waldnähe sind nur zulässig, wenn sie die Erhaltung, Pflege
und Nutzung des Waldes nicht beeinträchtigen. Die Kantone schreiben einen
angemessenen Mindestabstand der Bauten und Anlagen vom Waldrand vor. Sie
berücksichtigen dabei die Lage und die zu erwartende Höhe des Bestandes (Art. 17 WaG).
Gemäss Art. 25 Abs. 1 KWaG15 haben die in der Verordnung (Art. 34 Abs. 1 KWaV16)
bezeichneten Bauten und Anlagen einen Abstand zum Wald von mindestens 30 Metern
einzuhalten. Das KAWA kann beim Vorliegen besonderer Verhältnisse Ausnahmen
bewilligen (Art. 26 Abs. 1 KWaG und Art. 34 Abs. 2 KWaV). Gemäss der herrschenden
Praxis der bernischen Forstbehörden, die sowohl durch das Verwaltungsgericht als auch
durch das Bundesgericht bereits in etlichen Fällen gestützt worden ist, werden – nach
Abwägung aller Interessen – häufig weitgehende Ausnahmen vom Waldabstand gewährt.
Die besonderen Verhältnisse, welche eine Ausnahmebewilligung rechtfertigen, werden
bereits darin gesehen, dass das konkrete Vorhaben weder den Zweck noch die Anliegen
bedroht oder vereitelt, die mit der gesetzlichen Regelung des Waldabstandes verfolgt
14 Bundesgesetz vom 4. Oktober 1991 über den Wald (Waldgesetz, WaG; SR 921.0). 15 Kantonales Waldgesetz vom 5. Mai 1997 (KWaG; BSG 921.11). 16 Kantonale Waldverordnung vom 29. Oktober 1997 (KWaV; BSG 921.111).
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werden.17 An die „besonderen Verhältnisse“ gemäss Art. 26 Abs. 1 KWaG stellt das KAWA
und seine Abteilungen seit jeher weniger strenge Anforderungen als die
Verwaltungsjustizbehörden an die „besonderen Verhältnisse“ gemäss Art. 26 BauG.
c) Es ist unbestritten, dass die gerügte Erschliessungsstrasse den gesetzlichen
Waldabstand an gewissen Stellen bis auf null Meter unterschreitet. Das KAWA hält in
seinem Amtsbericht vom 8. September 2016 jedoch ausdrücklich fest, dass die
Waldfunktionen durch das Bauvorhaben nicht entscheidend beeinträchtigt würden und die
Walderhaltung mit entsprechenden baulichen Massnahmen gewährleistet bleibe. Diese
Einschätzung erscheint plausibel und wird vom Beschwerdeführer auch nicht bestritten. Es
ist deshalb nicht zu beanstanden, dass das KAWA den Antrag stellte, „die beantragte
Bewilligung“ unter Auflagen zu erteilen. Damit konnte das KAWA einzig die von der
Beschwerdegegnerin beantragte Ausnahmebewilligung zur Unterschreitung des
gesetzlichen Waldabstands gemäss Art. 26 Abs. 1 KWaG gemeint haben; denn nur um
diese ging es letztlich im Amtsbericht des KAWA. Formell erteilt wurde die
Ausnahmebewilligung schliesslich vom Regierungsstatthalteramt Seeland als Leitbehörde
des koordinierten Verfahrens, in welchem der angefochtene Gesamtentscheid ergangen ist
(Art. 6 Abs. 1 Bst. a und Art. 9 Abs. 2 Bst. a KoG).18 Entgegen den Ausführungen des
Beschwerdeführers liegt demnach eine Ausnahmebewilligung zur Unterschreitung des
gesetzlichen Waldabstandes vor. Die Beschwerde erweist sich in diesem Punkt daher als
unbegründet.
4. Standortwahl
a) Der Beschwerdeführer macht geltend, das Bauareal sei genügend gross, um das
gesamte Betonwerk inklusive Erschliessungstrassen innerhalb der vorgegebenen Baulinie
zu erstellen. Der geplante Standort der Betonzentrale innerhalb des Kieswerkareals sei
nicht optimal gewählt. Die Betonzentrale sei inklusive der geplanten
Erschliessungsstrassen Richtung Süden zu verschieben. Dieser Standort weg von der
Hügelkante hätte zahlreiche Vorteile: Weniger Lärm- und Luftimmissionen auf die
17 BVR 2003 S. 257 E. 10d mit Hinweisen; VGE 21266 vom 21.9.2001, E. 4f; Stefan M. Jaissle, Der dynamische Waldbegriff und die Raumplanung, Zürich 1994, S. 240 ff. 18 Vgl. Ziffer 1.2 des Dispositivs der Verfügung des Regierungsstatthalteramts Seeland vom 13. Dezember 2016.
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umliegenden Liegenschaften durch Erhöhung der geografischen Distanz; weniger
Auswirkungen auf Flora, Fauna und Lebensräume durch Erhalt des nördlichen
Hügelgebietes; sowie ein Verhindern von Auswirkungen auf das Landschafts- und Ortsbild
zufolge eines tiefer liegenden Baugrundes und Schutz des Waldstreifens um den
Hügelrand.
b) Die Beschwerdegegnerin bringt dagegen vor, der Beschwerdeführer wiederhole in
diesem Punkt beinahe wortgetreu seine Einsprache. Er verkenne dabei weiterhin, dass die
Beschwerdegegnerin gemäss der ÜO ausdrücklich ermächtigt sei, den Standort der
Betonzentrale innerhalb der Baulinie frei zu bestimmen. Im Übrigen seien die Vorbringen
des Beschwerdeführers nicht nur unzutreffend und zu wenig substantiiert, sondern
richteten sich diese auch gegen die baurechtliche Grundordnung sowie die ÜO als solche.
Diese seien jedoch rechtskräftig genehmigt worden und könnten deshalb nicht mehr in
Frage gestellt werden. Insofern sei seine Beschwerde verspätet.
c) An die Begründung einer Beschwerde werden praxisgemäss keine hohen
Anforderungen gestellt. Es reicht aus, wenn aus einem Rechtsmittel ersichtlich ist,
inwiefern und weshalb der angefochtene Entscheid beanstandet wird. Die Begründung
braucht nicht zuzutreffen; sie muss aber sachbezogen sein. Es genügt nicht, bloss zu
behaupten, der angefochtene Entscheid sei falsch. Die Begründung muss sich wenigstens
in minimaler Form mit dem angefochtenen Entscheid auseinandersetzen und sinngemäss
darauf schliessen lassen, inwiefern dieser unrichtig sein soll. Rechtliche Überlegungen sind
nicht notwendig, da die Behörde das Recht von Amtes wegen anzuwenden hat. Auf eine
Beschwerde bzw. Rüge kann demnach nur eingetreten werden, wenn sie genügend
begründet ist (Art. 67 i.V.m. Art. 32 Abs. 2 VRPG19).20
d) Die Beschwerde wiederholt bezüglich der Standortwahl fast wörtlich die Einsprache.
Auf die Argumente im angefochtenen Entscheid geht der Beschwerdeführer nur insofern
ein, als dass er neuerdings rügt, das Bauvorhaben befinde sich nicht innerhalb der im
Überbauungsplan festgelegten Baulinie, weshalb die Betonzentrale mitsamt der geplanten
Erschliessungsstrassen Richtung Süden zu verschieben sei. Wie bereits erwähnt (E. 2e),
ist die Rüge betreffend Überschreitung der Baulinie jedoch verspätet erhoben worden und
19 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21). 20 BVR 2006 S. 470 E. 2.4; Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, Bern 1997, Art. 32 N. 15 mit Hinweisen.
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vorliegend somit unbeachtlich. Da sich der Beschwerdeführer in Bezug auf die
Standortwahl also nicht wirklich mit dem angefochtenen Entscheid auseinandersetzt, ist es
fraglich, ob seine Beschwerde in diesem Punkt überhaupt genügend begründet ist.
Letztlich kann diese Frage aber offengelassen werden. Denn innerhalb des Perimeters der
ÜO kann die Beschwerdegegnerin den Standort der Betonzentrale grundsätzlich frei
wählen. Sie muss nicht den für den Beschwerdeführer hinsichtlich Lärm- und
Luftimmissionen sowie Landschaftsbild und Wald optimalen Standort wählen, solange das
Vorhaben die entsprechenden Vorschriften einhält. Da diese Vorschriften eingehalten
werden (E. 3, 5 - 7), ist die Beschwerde auch bezüglich der Standortwahl unbegründet.
Soweit die betreffende Rüge pauschal vorgebracht wird und sich grundsätzlich gegen den
geplanten Standort wendet, kommt sie im Baubewilligungs- bzw. Baubeschwerdeverfahren
ohnehin verspätet; sie hätte vielmehr bereits im Rahmen der Änderung des Baureglements
bzw. des Erlasses der ÜO vorgebracht werden müssen.
5. Lärmimmissionen
a) Der Beschwerdeführer rügt, der von der Beschwerdegegnerin eingereichte
Umweltbericht sei unvollständig, da dieser die zu erwartenden Lärmimmissionen auf dem
südöstlichen Teil seines Grundstücks ausser Acht lasse. Dieser Teil des Grundstücks sei
zwar noch nicht überbaut, flächenmässig stelle er aber eine eigene Baulandparzelle dar,
welche dereinst überbaut würde. Der zu erwartende Betriebslärm würde den südlichen Teil
seines Grundstücks am meisten belasten. Denn es sei genau diese Fläche und es werde
das dereinstige Gebäude sein, welche der geplanten Betonzentrale am nächsten zu stehen
kämen. Das Amt für Berner Wirtschaft (beco) habe in seinem Fachbericht betreffend
Immissionsschutz zwar den Bereich Lärmschutz geprüft. Die Wahl der
Immissionsmesspunkte habe dieses gemäss telefonischer Auskunft der zuständigen
Mitarbeiterin jedoch nicht überprüft. Die Schlussfolgerung der Vorinstanz, wonach die
Immissionsmesspunkte richtig gewählt worden wären, sei deshalb falsch. Gestützt auf den
Umweltbericht sei vielmehr damit zu rechnen, dass im südwestlichen (recte: südöstlichen)
Teil seines Grundstücks die Planungswerte nicht eingehalten würden. Das Baugesuch sei
deshalb an die Vorinstanz zurück zu weisen. Diese habe auf Kosten der
Beschwerdegegnerin ein unabhängiges Lärmgutachten einzuholen, in welchem die
mutmasslichen Lärmimmissionen auf den südöstlichen Teil des Grundstücks bzw. auf das
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dereinstige Gebäude berechnet und die Einhaltung der Planungswerte überprüft werden
sollen.
b) Die Beschwerdegegnerin macht dagegen geltend, der Beschwerdeführer wiederhole
teilweise wörtlich zahlreiche Einsprachepunkte, ohne sich hinreichend mit dem
angefochtenen Gesamtentscheid und den dortigen Erwägungen zu diesen
Einsprachepunkten auseinanderzusetzen. Des Weiteren seien die gewählten Messpunkte
nicht zu beanstanden. So bestätige die zuständige Mitarbeiterin im Fachbericht des beco
ausdrücklich, dass die Grenzwerte an allen relevanten Immissionsorten eingehalten
würden; angesichts dieser klaren Stellungnahme könne auf die vom Beschwerdeführer
beantragte Einvernahme der betreffenden Mitarbeiterin als Auskunftsperson verzichtet
werden. Im Übrigen habe die Beschwerdegegnerin in ihrer Stellungnahme vom
26. Oktober 2016 bereits eingehend dargelegt, dass an den vom Beschwerdeführer
zusätzlich geforderten Messpunkten sowohl die Planungswerte der LSV21 als auch die
Vorsorgewerte des beco eingehalten würden. Folglich bestehe ohnehin kein Anlass,
welcher die Einholung eines weiteren Lärmgutachtens erforderlich machen oder
rechtfertigen würde.
c) Bauten und Anlagen, welche in den Anwendungsbereich der ÜO fallen, müssen in
Bezug auf Lärm-, Abgas- und Staubemissionen die massgeblichen gesetzlichen
Grenzwerte einhalten; es gilt die Empfindlichkeitsstufe (ES) III (Art. 6 Abs. 3 der
Vorschriften zur ÜO). In der Wohn- und Arbeitszone WA, in welcher das Grundstück des
Beschwerdeführers liegt22, gilt ebenfalls die ES III (Art. 21 Abs. 5 GBR23).
Beim Bauvorhaben handelt es sich um eine neue ortsfeste Anlage im Sinne von Art. 7
Abs. 7 USG24 und Art. 2 Abs. 1 LSV, deren Lärmimmissionen die massgeblichen
Planungswerte in der Umgebung grundsätzlich nicht überschreiten dürfen (Art. 25 Abs. 1
USG und Art. 7 Abs. 1 Bst. b LSV). Was unter „Umgebung“ zu verstehen ist, hat der
Bundesrat in den Art. 41 und 39 LSV konkretisiert, welche die (räumliche) Geltung der
Belastungsgrenzwerte und den sich daraus ergebenden Ort der Ermittlung von
Lärmimmissionen regeln. Diese Bestimmungen unterscheiden zwischen „Gebäuden“
21 Lärmschutz-Verordnung des Bundesrates vom 15. Dezember 1986 (LSV; SR 814.41). 22 Vgl. Bauzonenplan der Gemeinde Arch vom 26. Mai 2004. 23 Baureglement der Einwohnergemeinde Arch vom 26. Mai 2004 (GBR). 24 Bundesgesetz vom 7. Oktober 1983 über den Umweltschutz (Umweltschutzgesetz, USG; SR 814.01).
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(Art. 41 Abs. 1 und Art. 39 Abs. 1 LSV) und „noch nicht überbauten Bauzonen“ (Art. 41
Abs. 2 Bst. a und Art. 39 Abs. 3 LSV).
Ist ein Grundstück überbaut, das heisst besteht bereits ein Gebäude, so gelten die
Belastungsgrenzwerte in den lärmempfindlichen Räumen im Sinne von Art. 2 Abs. 6 LSV
(Art. 41 Abs. 1 LSV). Abgestellt wird somit auf die tatsächlich bestehenden
lärmempfindlichen Räume eines Gebäudes, ohne Rücksicht darauf, ob eine andere
Anordnung oder Nutzung der Räume möglich oder eine Erweiterung oder Aufstockung des
bestehenden Gebäudes bau- und planungsrechtlich zulässig wäre. Das Bundesgericht hält
daher auch Lärmmessungen im Garten einer überbauten Parzelle nicht für erforderlich,
auch wenn darin theoretisch eine neue Baute errichtet werden könnte.25 Aus- und
Umbauprojekte sind nach Art. 36 Abs. 2 LSV nur zu berücksichtigen, wenn entsprechende
Projekte bereits bewilligt oder öffentlich aufgelegt worden sind.
Ist das Grundstück dagegen noch nicht überbaut, bestehen noch keine lärmempfindlichen
Räume. Um diese Grundstücke nicht schutzlos zu lassen und ihre künftige Überbauung
nicht zu verunmöglichen, bestimmt Art. 41 Abs. 2 Bst. a i.V.m. Art. 39 Abs. 3 LSV, dass die
Planungswerte an den Orten und auf der Höhe aller Stockwerke eingehalten werden
müssen, an welchen nach den Bauvorschriften der betreffenden Zone Gebäude mit
lärmempfindlichen Räumen erstellt werden dürften.
Aufgrund dieser Bestimmungen des Verordnungsrechts sind somit Nutzungsreserven auf
bereits überbauten Grundstücken nicht zu berücksichtigen, das heisst sie gehören nicht zur
„Umgebung“ im Sinne von Art. 25 USG.26
d) Das Grundstück des Beschwerdeführers, Parzelle Arch Grundbuchblatt
Nr. G._, befindet sich nordöstlich des Kieswerkareals und verläuft L-förmig.27 Der
nordöstliche Teil des Grundstücks ist mit einem alten Mühlehaus überbaut. Gemäss den
Ausführungen im Umweltbericht vom 28. Juni 2016 verursacht das Bauvorhaben
hauptsächlich Betriebslärm. Dieser entsteht insbesondere durch LKW- und LW-Fahrten zur
Betonzentrale und aus dem Kieswerkareal hinaus. Daneben führen aber auch die
Arbeitsvorgänge bei der Betonzentrale, die Heizung sowie die übrige Infrastruktur der
25 BGE 126 II 480 E. 5a S. 488. 26 BGE 131 II 616 E. 3.4.2 mit Hinweisen. 27 Vgl. Bauzonenplan der Gemeinde Arch vom 26. Mai 2004.
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Anlage und die Betonzentrale selbst zu Betriebslärm. Im Rahmen des Umweltberichts
wurde ein Lärmgutachten erstellt, in welchem die zu erwartenden Lärmimmissionen am
Haus des Beschwerdeführers berechnet wurden. Danach werden sowohl die Planungs- als
auch die kantonalen Vorsorgewerte eingehalten; Letztere gelten für die Lärmimmissionen,
welche durch die Heizung der Anlage verursacht werden. Das beco hat in seinem
Fachbericht betreffend Immissionsschutz vom 16. August 2016 zum Lärmgutachten
Stellung genommen und dieses für vollständig, plausibel und korrekt befunden. Es kam
insbesondere zum Schluss, dass die Grenzwerte an allen relevanten Immissionsorten
eingehalten werden.
e) Der Einschätzung des beco kann gefolgt werden. Einerseits ist das Grundstück des
Beschwerdeführers bereits überbaut, weshalb einzig die zu erwartenden Lärmimmissionen
auf die tatsächlich bestehenden lärmempfindlichen Räume seines Hauses massgeblich
sind. Dass der südöstliche Teil seines Grundstücks dereinst ebenfalls überbaut werden
könnte, ist bei dieser Ausgangslage hingegen unbeachtlich. Folglich besteht kein Anlass,
die mutmasslichen Lärmimmissionen auf den südöstlichen Teil des Grundstücks bzw. auf
das dereinstige Gebäude abzuklären. Andererseits werden die Planungs- und
Vorsorgewerte bei allen untersuchten Immissionsmesspunkten eingehalten. Dies wird vom
Beschwerdeführer auch nicht bestritten. Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde
in Bezug auf die Lärmimmissionen ebenfalls als unbegründet. Damit erübrigt sich auch
eine Einvernahme der zuständigen Mitarbeiterin des beco.
6. Luftreinhaltung
a) Der Beschwerdeführer rügt, weder das Baugesuch noch der von der
Beschwerdegegnerin eingereichte Umweltbericht enthielten Messwerte oder Daten
bezüglich der Luft-emissionen des Bauvorhabens. Solche werde einerseits die
Betonzentrale selbst in Form von Schadstoffen und Staub verursachen. Andererseits
würden aber auch die zu erwartenden LKW- und LW-Fahrten zu Luftimmissionen auf die
umliegenden Nachbarparzellen führen. Von den Luftimmissionen am stärksten betroffen
sein werde wiederum der noch nicht überbaute Teil der Parzelle Arch Grundbuchblatt
Nr. G._. Schliesslich habe auch das beco keine eigenen Messungen zur
Luftreinhaltung vorgenommen; dieses stütze sich einzig auf den genannten Umweltbericht.
Das Baugesuch sei deshalb an die Vor-instanz zurück zu weisen. Diese habe auf Kosten
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der Beschwerdegegnerin ein unabhängiges Gutachten betreffend die zu erwartenden
Luftemissionen und deren Auswirkungen auf die umliegenden Parzellen einzuholen.
b) Die Beschwerdegegnerin macht zunächst geltend, der Beschwerdeführer setze sich
in seiner Beschwerde nicht hinreichend mit dem angefochtenen Gesamtentscheid und den
dortigen Erwägungen zu seiner Rüge betreffend Luftreinhaltung auseinander. Sinngemäss
rügt die Beschwerdegegnerin damit eine Verletzung der Begründungspflicht.
c) Wie bereits erwähnt (E. 4c), werden an die Begründung einer Beschwerde keine
hohen Anforderungen gestellt. Sie muss sich aber wenigstens in minimaler Form mit dem
angefochtenen Entscheid auseinandersetzen. Ist diese Voraussetzung nicht erfüllt, kann
auf die Beschwerde bzw. die entsprechende Rüge nicht eingetreten werden.
d) Die Beschwerde wiederholt bezüglich der Luftreinhaltungsthematik fast wörtlich die
Einsprache. Sie geht nicht auf die Argumente im angefochtenen Entscheid bzw. auf die
Ausführungen im Fachbericht des beco vom 16. August 2016 zur Luftreinhaltung, auf
welchen im Gesamtentscheid ausdrücklich verwiesen wird, ein. Es ist daher fraglich, ob auf
die Rüge betreffend Luftreinhaltung überhaupt eingetreten werden kann. Die Frage kann
aber wiederum offen bleiben, weil auch diese Rüge inhaltlich unbegründet ist.
e) Das Baugesuch betrifft unter anderem die Erstellung einer Betonzentrale, deren
Betrieb gemäss Umweltbericht vom 28. Juni 2016 Luftemissionen in Form von
Schadstoffen (Mineralheizung) und Staub verursachen wird.28 Solche Luftverunreinigungen
werden gemäss Art. 11 Abs. 1 USG nach einem zweistufigen System durch Massnahmen
bei der Quelle begrenzt (Emissionsbegrenzungen). In einem ersten Schritt sind Emissionen
unabhängig von der bestehenden Umweltbelastung im Rahmen der Vorsorge so weit zu
begrenzen, als dies technisch und betrieblich möglich und wirtschaftlich tragbar ist (Art. 11
Abs. 2 USG). Wenn feststeht oder zu erwarten ist, dass die Einwirkungen unter
Berücksichtigung der bestehenden Umweltbelastung schädlich oder lästig werden, sind die
Emissionsbegrenzungen in einem zweiten Schritt zu verschärfen (Art. 11 Abs. 3 USG). Für
Luftverunreinigungen konkretisiert die LRV29 die genannten Vorschriften des USG. Danach
müssen neue stationäre Anlagen so ausgerüstet und betrieben werden, dass sie die im
Anhang 1 LRV und allenfalls die in den Anhängen 2 bis 4 LRV festgelegten (vorsorglichen)
28 Vgl. Vorakten, pag. 12. 29 Luftreinhalte-Verordnung des Bundesrates vom 16. Dezember 1985 (LRV; SR 814.318.142.1).
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Emissionsbegrenzungen bzw. Anforderungen einhalten (Art. 3 LRV). Nach Art. 7 Abs. 7
USG und Art. 2 Abs. 1 LRV gelten sowohl Kieswerke oder Steinbrüche wie auch die darin
enthaltenen Bauten und anderen ortsfesten Einrichtungen sowie die eingesetzten Geräte
und Maschinen als stationäre Anlagen. Für solche Anlagen sind insbesondere die
Emissionsbegrenzungen für Staub und Staubinhaltsstoffe bei Aufbereitungs-, Lagerungs-,
Umschlags- und Transportvorgängen nach Anhang 1 Ziffer 43 LRV sowie die
Emissionsgrenzwerte für Gesamtstaub (Anhang 1 Ziffer 41 LRV) und Dieselruss (Anhang 1
Ziffer 82 Abs. 2 Bst. c LRV) zu beachten. Da die Betonmischanlage eine Ölheizung
benötigt, sind vorliegend zudem die Emissionsbegrenzungen nach Anhang 3 Ziffer 41 LRV
relevant.30 Für den Betrieb der Betonzentrale werden ferner dieselbetriebene Maschinen
und Geräte eingesetzt. Der Betrieb fällt damit gemäss Ziffer 4.2.2 des Massnahmenplans
zur Luftreinhaltung 2015 / 203031 in den Geltungsbereich der Massnahme M1. Das bedingt,
dass die für den Betrieb der Betonzentrale eingesetzten Maschinen und Geräte mit
Dieselmotoren ab einer Leistung von 37 kW sowie solche ab einer Leistung von 18 bis
37 kW ab Baujahr 2010 mit einem geeigneten Partikelfiltersystem gemäss BAFU-Filterliste
ausgerüstet sind oder über eine bezüglich der Minimierung der Partikelanzahl
vergleichbare Technologie verfügen.32
f) Das beco hat das Bauvorhaben mit Fachbericht vom 16. August 2016 hinsichtlich der
Luftreinhaltung geprüft. Es hat dabei festgestellt, dass gemäss Planung geschlossene
Förderbänder für Sand und Kies sowie geschlossene Druckleitungen für die Beschickung
der Zementsilos vorgesehen seien. Das Areal der Betonzentrale sowie die Hauptfahrwege
würden zudem befestigt. Zusammen mit einer regelmässigen Reinigung des befahrenen
Areals seien diese Massnahmen geeignet, die Staubentwicklung des Betriebs zu
reduzieren. In Bezug auf die Heizung führte das beco aus, die Kaminmündung der
Abgasleitung zur Ölfeuerung überrage den Heizungscontainer um etwa drei Meter. Im
Einwirkungsbereich der Abgasmündung gebe es keine Immissionsorte, welche zu
berücksichtigen seien; das beco sei deshalb mit der geplanten Kaminhöhe einverstanden.
30 Mitteilungen zur LRV Nr. 14 „Kieswerke, Steinbrüche und ähnliche Anlagen“, Bundesamt für Umwelt (BAFU), Bern 2003, S. 3 f., einsehbar unter: <https://www.bafu.admin.ch/bafu/de/home/themen/luft//publikationen/kieswerke-steinbrueche-und-aehnliche-anlagen.html>. 31 Einsehbar unter: <http://www.vol.be.ch/vol/de/index/luft/luftreinhaltung/massnahmenplan2.html>. 32 Abgaswartung und Kontrolle von Maschinen und Geräten auf Baustellen, Technische Anleitung zur Umsetzung der LRV, Arbeitsgruppe Baumaschinen, 2010, S. 6 f., einsehbar unter: <https://www.bafu.admin.ch/bafu/ de/home/themen/luft/fachinformationen/massnahmen-zur-luftreinhaltung/massnahmen-zur-luftreinhaltung--und-landwirtschaft/partikelfilter-fuer-baumaschinen.html>.
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Das beco stellte schliesslich den Antrag, das Bauvorhaben unter folgenden Auflagen zu
bewilligen:
„Neu auf der Anlage eingesetzte dieselbetriebene Maschinen und Geräte ab einer Leistung von 18 kW (inkl. aus 2. Hand) müssen mit einem geeigneten Partikelfiltersystem gemäss BAFU-Filterliste ausgerüstet sein oder über eine bezüglich Minimierung der Partikelanzahl vergleichbare Technologie verfügen.
Für alle Maschinen und Geräte mit Verbrennungsmotoren muss die regelmässige Wartung durch einen Wartungskleber dokumentiert werden. Maschinen und Geräte ab 18 kW müssen periodisch kontrolliert werden, über ein entsprechendes Abgasdokument verfügen und eine geeignete Abgasmarke tragen, gemäss der technischen Anleitung zur Umsetzung der LRV (Abgaswartung und Kontrolle von Maschinen und Geräten auf Baustellen).“
g) Die Ausführungen des beco sind nachvollziehbar und überzeugend. Es ist kein
Grund ersichtlich, weshalb die BVE von der Einschätzung der Fachbehörde abweichen
sollte. Vielmehr ist gestützt auf den Fachbericht des beco davon auszugehen, dass das
Bauvorhaben die Vorschriften zu den (vorsorglichen) Emissionsbegrenzungen einhält und
somit nicht zu unzulässigen Luftimmissionen in der Nachbarschaft führen wird.
Insbesondere der Umstand, wonach die Förderbänder und die Druckleitung, welche die
geplante Betonzentrale mit Kies und anderen Komponenten beschicken, geschlossen sein
werden, dürfte dazu führen, dass möglichst wenig Staub in die Umgebung austritt.
Gleiches gilt für die geplante Betonplatte auf welcher die Betonzentrale zu stehen kommen
soll sowie bezüglich der Asphaltierung der neuen Erschliessungsstrassen. Zudem stellen
die vom beco beantragten Auflagen betreffend die für den Betrieb der Betonzentrale
eingesetzten Maschinen und Geräte – welche von der Vorinstanz in den angefochtenen
Gesamtentscheid aufgenommen wurden (vgl. dort Ziffer 1.10 des Dispositivs) – sicher,
dass auch die diesbezüglichen Luftreinhaltevorschriften eingehalten werden. Hinzu kommt,
dass der Beschwerdeführer selbst gar keine Verletzung der anwendbaren USG- und LRV-
Bestimmungen geltend macht. Nach dem Gesagten besteht kein Anlass, die zu
erwartenden Luftemissionen des Bauvorhabens und deren Auswirkungen auf die
umliegenden Parzellen, insbesondere den noch nicht überbauten Teil des Grundstücks des
Beschwerdeführers, weiter abzuklären als dies das beco bereits getan hat. Konkrete
Messungen bzw. die Erhebung von Daten, wie sie der Beschwerdeführer verlangt, sind im
Übrigen – solange das Bauvorhaben nicht realisiert und damit die Betonzentrale nicht in
Betrieb ist – praktisch ohnehin nicht möglich. Somit erweist sich auch diese Rüge als
unbegründet.
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7. Orts- und Landschaftsbild
a) Der Beschwerdeführer rügt sinngemäss, am geplanten Standort beeinträchtige das
Bauvorhaben das Orts- und Landschaftsbild und verstosse damit gegen die kommunalen
und kantonalen Gestaltungsvorschriften. So werde das bestehende Terrain zunächst um
zwei Meter aufgeschüttet und danach kämen darauf unter anderem drei über 12 Meter
hohe Türme zu stehen. Der vorgelagerte Wald erreiche jedoch nicht diese Höhe; zudem
sei der Wald bereits zum jetzigen Zeitpunkt sehr dünn und werde durch diejenigen Teile
der neuen Erschliessungsstrassen, welche ausserhalb der Baulinie zu liegen kämen, noch
weiter ausgedünnt und zurückgedrängt. Entgegen den Ausführungen der Vorinstanz
zeichne die ÜO das Erscheinungsbild der zulässigen Bauten und Anlagen schliesslich nicht
vor; nicht einmal die Höhe der Bauten werde darin definiert.
b) Bauten, Anlagen, Reklamen, Anschriften und Bemalungen dürfen Landschaften,
Orts- und Strassenbilder nicht beeinträchtigen (Art. 9 Abs. 1 BauG). Diese Vorschrift stellt
die „ästhetische Generalklausel“ im Sinne eines allgemeinen Beeinträchtigungsverbots dar.
Eine Beeinträchtigung liegt vor, wenn ein Bauvorhaben einen Gegensatz zur bestehenden
Überbauung oder Landschaft schafft, der erheblich stört. Art. 9 Abs. 1 BauG verlangt
jedoch nicht ein Verbergen der Architektur; Akzentuierungen der Landschaft durch
auffallende Werke oder das Setzen baulicher Schwerpunkte sind – insbesondere mittels
einer Überbauungsordnung – nicht ausgeschlossen. So darf beispielsweise einem
Zweckbau seine Funktion angesehen werden; er darf sich im Material und in der Bauform
von seiner Umgebung unterscheiden, braucht also nicht künstlich getarnt zu werden.
Ferner dürfen Art oder Mass der nach der Zonenordnung zulässigen Nutzung gestützt auf
Vorschriften des allgemeinen Ortsbild- und Landschaftsschutzes in der Regel nicht
eingeschränkt werden. Die Gemeinden dürfen schliesslich eigene Ästhetikvorschriften
erlassen, die über die kantonalen Vorschriften hinausgehen können. Derartige Vorschriften
müssen, um selbständige Bedeutung zu erlangen, konkreter gefasst sein als die
Anordnungen des kantonalen Rechts, sie dürfen Letztere nicht bloss allgemein anders
formulieren.33
Das Baureglement der Gemeinde Arch enthält insbesondere folgende Bestimmung zur
Gestaltung von Bauten und Anlagen:
33 BVR 2009 S. 328 E. 5.2, 2003 S. 257 E. 8; Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art.°9/10 N. 4, 13, 15 und 17 mit Hinweisen.
RA Nr. 110/2017/7 18
„Art. 14 1 Bauten und Anlagen haben sich in ihre Umgebung und in das Orts- und Landschaftsbild einzufügen. 2 [...]“
Ob diese Bestimmung weiter geht als Art. 9 Abs. 1 BauG und ihr daher selbständige
Bedeutung zukommt, kann offengelassen werden. Denn wie sich nachfolgend zeigen wird,
sind vorliegend sowohl die kommunalen als auch die kantonalen Gestaltungsvorschriften
eingehalten.
c) Das Bauvorhaben soll auf dem Areal des bestehenden Kieswerks Arch realisiert
werden. Dieses ist praktisch vollständig von Wald umgeben. Allein der Umstand, dass die
geplante Betonzentrale bzw. deren Silos von ausserhalb des Kieswerkareals – trotz des
vorhandenen Waldes – gesehen werden können, führt aber noch nicht zu einer
Beeinträchtigung des Orts- und Landschaftsbildes; auch mangelt es dem Bauvorhaben
deswegen nicht automatisch an einer Einfügung in die Umgebung. Die Bauparzellen liegen
nicht in einem Ortsbildschutzgebiet. Art. 5 Abs. 3 der Vorschriften zur ÜO regelt einzig,
dass aus Gründen der Ästhetik und des Lärmschutzes in Richtung des Kirchenareals
entlang der F._strasse ein bepflanzter Wall stehen zu lassen ist. Dieses
Erfordernis ist durch den das Kieswerkareal umgebenden Wald erfüllt. Auf den
Fotoaufnahmen, welche der Beschwerdeführer mit seiner Einsprache vom 29. August 2016
eingereicht hat, ist zudem ersichtlich, dass der Wald nicht dünn, sondern dicht bewachsen
ist und bereits zum heutigen Zeitpunkt eine beachtliche Höhe hat.34 Im Übrigen ist nicht
ersichtlich, weshalb der Wald durch die neuen Erschliessungsstrassen ausgedünnt oder
zurückgedrängt werden sollte, sofern die Auflagen gemäss dem Amtsbericht des KAWA
vom 8. September 2016 eingehalten werden (E. 3c). Es ist daher davon auszugehen, dass
der das Kieswerkareal umgebende Wald sowohl die Betonzentrale als auch die drei Silos
grösstenteils verdecken wird. Folglich wird das Bauvorhaben nicht übermässig stark in
Erscheinung treten.
Des Weiteren sind gemäss Art. 6 Abs. 1 der Vorschriften zur ÜO innerhalb der Baulinien
insbesondere Bauten und Anlagen zur Herstellung von Fertigbeton zulässig. Hierzu
gehören auch die vom Beschwerdeführer gerügten Silos. Gemäss Umweltbericht vom
28. Juni 2016 wird in diese nämlich der für die Betonproduktion benötigte Zement
34 Vgl. Vorakten, pag. 73 und 75-77.
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geblasen.35 Die Silos sind mit anderen Worten Bestandteil der im Perimeter der ÜO
zulässigen Nutzung, welche gestützt auf die Vorschriften des allgemeinen Ortsbild- und
Landschaftsschutzes grundsätzlich nicht eingeschränkt werden darf. Zudem handelt es
sich vorliegend offensichtlich um einen Zweckbau, der sich von seiner Umgebung
unterscheiden darf. Hinzu kommt, dass mit dem bestehenden Förderband, welches von
östlicher Richtung zusammen mit der E._strasse aus dem Wald kommt und
anschliessend über eine Brücke die F._strasse überquert, bereits jetzt ein
sichtbarer Kontrast zur natürlichen Umgebung besteht.36
Nach dem Gesagten führt das Bauvorhaben nicht zu einem erheblich störenden
Gegensatz zur bestehenden Überbauung bzw. Landschaft und damit auch zu keiner
Beeinträchtigung des Orts- und Landschaftsbildes. Vielmehr passen sich die geplanten
Bauten und Anlagen in ihre Umgebung ein. Die Beschwerde ist daher auch in diesem
Punkt unbegründet. Es ist somit unbeachtlich, dass die ÜO nicht im Detail umschreibt, wie
das Erscheinungsbild der zulässigen Bauten und Anlagen auszusehen hat bzw. wie hoch
diese sein dürfen.
8. Lastenausgleich und Rechtsverwahrung
a) Der Beschwerdeführer macht im Sinne eines Subeventualantrags schliesslich
geltend, es sei von der Lastenausgleichsforderung Kenntnis zu nehmen sowie zu geben
und es sei ihm der Baubeginn zwecks Einreichung und Begründung der
Lastenausgleichsklage anzuzeigen; im Übrigen erkläre er Rechtsverwahrung. Zur
Begründung führt der Beschwerdeführer aus, sowohl das Bauvorhaben sowie die mit dem
Betrieb der geplanten Betonzentrale verbundenen luftverschmutzenden und
lärmverursachenden Emissionen als auch das beeinträchtigte Landschafts- und Ortsbild
würden zu einer Wertverminderung seines Grundstücks führen; insbesondere die südlich
gelegene Baulandreserve würde erheblich abgewertet.
b) Lastenausgleichsansprüche sind zwar im Baubewilligungsverfahren anzumelden
(Art. 31 Abs. 1 BauG), der Entscheid darüber fällt jedoch nicht im Baubewilligungs- oder
Baubeschwerdeverfahren; zuständig dafür ist vielmehr die jeweilige
35 Vgl. Vorakten, pag. 26. 36 Vgl. Überbauungsplan.
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Enteignungsschätzungskommission (Art. 31 Abs. 3 BauG). Analoges gilt für die
Rechtsverwahrung: Zwar können Einwände oder Ansprüche privatrechtlicher Natur als
Rechtsverwahrung im Baubewilligungsverfahren angemeldet werden, darüber entschieden
wird aber in einem Zivilprozess.37 Die zuständige Gemeindebehörde zeigt denjenigen, die
eine Lastenausgleichsforderung angemeldet haben, den Baubeginn unmittelbar nach der
Schnurgerüstabnahme an, bei Bauvorhaben, die keine Schnurgerüstabnahme erfordern,
sofort nach Erhalt der Mitteilung des Bauherrn über den Baubeginn (Art. 31 Abs. 2 BauG).
Der Anzeige ist der Hinweis beizufügen, dass innert drei Monaten bei der örtlich
zuständigen Enteignungsschätzungskommission Klage auf Lastenausgleich erhoben
werden kann (Art. 31 Abs. 3 BauG). Hinweise auf Rechtsverwahrungen sind gemäss
Art. 36 Abs. 3 Bst. f BewD ins Dispositiv aufzunehmen, unabhängig davon, ob die geltend
gemachten Vorbringen zutreffen oder nicht.
c) Im angefochtenen Gesamtentscheid wurde nicht nur ein Hinweis auf die vom
Beschwerdeführer angemeldete Rechtsverwahrung aufgenommen, sondern auch die
Anweisung an die Baupolizeibehörde der Gemeinde Arch, dem Beschwerdeführer den
Baubeginn unter Hinweis auf die dreimonatige Klagefrist mitzuteilen (vgl. dort Ziffer 2 und 3
des Dispositivs). Da die BVE zudem nicht über Lastenausgleichsforderungen sowie
privatrechtliche Einwände und Ansprüche entscheidet, erübrigt sich eine weitergehende
Auseinandersetzung mit den diesbezüglichen Anträgen bzw. Vorbringen des
Beschwerdeführers.
9. Zusammenfassung und Kosten
a) Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz das Bauvorhaben der
Beschwerdegegnerin zu Recht bewilligt hat. Die Beschwerde erweist sich insofern als
unbegründet und ist, soweit darauf eingetreten werden kann, abzuweisen; der
Gesamtentscheid des Regierungsstatthalteramtes Seeland vom 13. Dezember 2016 ist zu
bestätigen.
b) Die massgeblichen Sachverhaltselemente konnten anhand der zur Verfügung
stehenden Akten genügend überprüft bzw. festgestellt werden. Auf den vom
37 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 35-35c N. 3 und 5.
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Beschwerdeführer beantragten Augenschein sowie die übrigen Beweis- und
Verfahrensanträge (Parteibefragung, Einvernahme einer beco-Mitarbeiterin, Einholung
zweier Gutachten betreffend Lärm- und Luftimmissionen, nachträgliche Profilierung bzw.
Aussteckung der geplanten Erschliessungsstrassen) kann daher verzichtet werden, da von
diesen keine neuen relevanten Erkenntnisse zu erwarten sind.
c) Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegt der Beschwerdeführer. Er hat die
Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden bestimmt auf eine
Pauschalgebühr von Fr. 1‘800.– (Art. 103 Abs. 2 VRPG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 GebV38).
d) Der Beschwerdeführer hat zudem der Beschwerdegegnerin die Parteikosten zu
ersetzen (Art. 108 Abs. 3 VRPG). Die Kostennote der Anwälte der Beschwerdegegnerin
gibt zu keinen Bemerkungen Anlass. Der Beschwerdeführer hat somit der
Beschwerdegegnerin die Parteikosten von Fr. 5‘250.– zu ersetzen.