Decision ID: 6606d0cf-473e-553b-8931-4e1787bd950b
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer – ein marokkanischer Staatsangehöriger – suchte
am 27. Mai 2021 in der Schweiz um Asyl nach.
B.
Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Zentralein-
heit Eurodac) ergab, dass der Beschwerdeführer am 11. März 2021 in der
Slowakei ein Asylgesuch eingereicht hatte.
C.
C.a Beim Dublin-Gespräch vom 4. Juni 2021 (Akten der Vorinstanz [SEM-
act.] 13/5) machte der Beschwerdeführer geltend, er sei über C._,
D._, E._, F._, G._, H._, die Slowakei
und I._ in die Schweiz gereist. In der Slowakei habe er einen Be-
hördenkontakt gehabt, da er dort angehalten und während vier Monaten
wegen fehlender Papiere im Gefängnis festgehalten worden sei. Weitere
Behördenkontakte habe es nicht gegeben.
Zu seinem Aufenthalt im Gefängnis gab der Beschwerdeführer an, er sei in
J._ an der (...) Grenze festgehalten worden. Weshalb er genau frei-
gelassen worden sei, wisse er nicht. Er hätte eigentlich sechs Monate in
Haft bleiben sollen, sei aber bereits nach vier Monaten mit einem Landes-
verweis entlassen worden. Die Frist zum Verlassen des Landes habe zehn
Tage betragen. Er sei dieser Auflage nachgekommen, wozu er auch ver-
pflichtet gewesen sei. Er sei wie ein Tier behandelt worden. Erstens sei er
geschlagen worden und zweitens habe man ihm Schlafmittel in die Mahl-
zeiten getan. Zu gesundheitlichen Problemen habe man nichts hören wol-
len. Während der Corona-Zeit sei er in einem Raum mit 64 anderen Per-
sonen untergebracht gewesen. Nur bei schwerer Krankheit seien Leute ins
Spital gebracht worden. Er sei auch zehn Tage lang krank gewesen und
habe während dieser Zeit keinen Arzt besuchen können. Er wisse nicht,
woran er damals gelitten habe. Er habe hohes Fieber und Appetitlosigkeit
gehabt. Auf die Frage, ob er vom Gefängnisaufenthalt Unterlagen habe,
erklärte der Beschwerdeführer, er habe dort alles zurückgelassen. Er sei
daran gehindert worden, entsprechende Unterlagen mitzunehmen. Er
habe leider kein Beweismittel, weil er beim Verlassen des Gefängnisses
nur seine Kleider habe mitnehmen dürfen. Den Landesverweis habe er in
I._ an einem Bahnhof weggeworfen.
Hinsichtlich seiner Registrierung in der Slowakei als Asylsuchender legte
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der Beschwerdeführer dar, dass ihm von Anfang an mitgeteilt worden sei,
es würden ihm nur wegen der illegalen Einreise und der fehlenden Papiere
die Fingerabdrücke abgenommen. Eines Tages habe er dann ein Interview
gehabt, ohne zu wissen, dass es sich dabei um ein Asylgesuch gehandelt
habe. Danach sei er wieder ins Gefängnis gebracht worden. Einen Monat
später sei er freigelassen worden und habe den Landesverweis erhalten.
Sein Asylantrag in der Slowakei sei abgelehnt worden. Die Behörden hät-
ten ihm nur gesagt, dass er das Land innert zehn Tagen zu verlassen habe.
Bei der Rückübersetzung präzisierte der Beschwerdeführer, dass man ihm
gesagt habe, sein Asylgesuch sei am 3. Juni 2021 beendet. Sollte er da-
nach noch dort angetroffen werden, werde er ins Gefängnis kommen.
Der Beschwerdeführer bestätigte, dass er ab dem Zeitpunkt seiner Fest-
nahme und des Asylgesuchs und bis zur Eröffnung des negativen Asylent-
scheids die ganze Zeit im Gefängnis festgehalten worden sei. Den Asylent-
scheid habe man ihm nicht ausgehändigt. Er habe nur den Landesverweis
erhalten.
C.b Im Rahmen des ihm von der Vorinstanz gleichzeitig gewährten rechtli-
chen Gehörs zur Zuständigkeit der Slowakei für die Durchführung des Asyl-
und Wegweisungsverfahrens beziehungsweise zur Wegweisung dorthin
und zu einem Nichteintretensentscheid gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b
AsylG (SR 142.31) führte der Beschwerdeführer aus, er würde sterben,
sollte er in die Slowakei zurückkehren müssen. Er könne das nicht und
werde das auch nicht tun. Es gebe dort nur Leid. Man habe ihn dort
schlecht behandelt und gequält. Er sei geschlagen und von der Polizei
schlecht behandelt worden, weshalb er nun generell Angst vor der Polizei
habe. Das letzte Mal sei er im März geschlagen worden. Eines Tages habe
er das Essen verweigert und gestreikt. Darum habe man das Militär ge-
schickt. Sie seien in Gruppen von fünfzehn Personen geteilt und einfach
gezwungen worden, in die Mensa zu gehen. Wann genau er geschlagen
worden sei, wisse er nicht, es sei aber im März gewesen. Die Behörden
hätten ihm so viele Medikamente gegeben. Auf Nachfrage, ob er nach der
Verhaftung noch geschlagen worden sei, gab der Beschwerdeführer an,
man habe ihn geschlagen und sein Handy kaputtgemacht. Sechs Polizis-
ten hätten damals die Waffen auf ihn gerichtet. Dies sei in K._ pas-
siert, als er angehalten worden sei. Auf Nachfrage, ob die Polizei ihn auch
geschlagen habe, als er in Haft gewesen sei, bestätigte der Beschwerde-
führer dies. Man habe ihn geschlagen, weil man keinen Lärm oder Fehler
habe machen dürfen. Als man ihn gezählt habe, habe man ihn auch ge-
schlagen. Warum man ihn nach dem März nicht mehr geschlagen habe,
wisse er nicht, vermute aber, dies sei so gewesen, weil er sich ab diesem
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Zeitpunkt als Asylsuchender dort aufgehalten habe. Es seien ihm einfach
die Fingerabdrücke abgenommen worden. Er habe aber nicht gewusst, wo-
rum es gegangen sei. Auf die Frage, ob er an verschiedenen Orten oder
immer am gleichen Ort inhaftiert gewesen sei, erklärte der Beschwerdefüh-
rer, er sei immer im gleichen Gefängnis – jedoch auf einem anderen Stock
– untergebracht gewesen. Der Grund für die Verlegung in den anderen
Stock sei das Asylgesuch gewesen. Dort sei die Behandlung nicht anders
gewesen als im ersten Stock, weil es sich um die gleichen Polizisten ge-
handelt habe.
Auf die Frage, ob er während der Haft Kontakt zu einem Anwalt gehabt
habe, führte der Beschwerdeführer aus, er habe damals keinen Rechtsver-
treter sehen dürfen. Er sei dort mit einem L._ inhaftiert gewesen,
welcher von I._ in die Slowakei zurückgeschickt worden sei. Dieser
L._ habe dort eine (...) Frau und zwei Kinder. Er habe zwei Anwälte
gehabt, welche ihn aber auch nicht hätten besuchen dürfen. Man habe dem
Beschwerdeführer dort Papiere gegeben und ihn informiert, dass er An-
spruch auf einen Rechtsvertreter habe. Es sei jedoch keiner geschickt wor-
den. Sein Kollege habe eigentlich auch Anspruch auf zwei Anwälte gehabt,
welche aber nicht ins Gefängnis gedurft hätten. Der L._ sei auf dem
gleichen Stock gewesen und habe auch um Asyl nachgesucht.
Bei der Verlegung auf den anderen Stock habe es keine Corona-Schutz-
massnahmen gegeben und der Beschwerdeführer habe keine Masken ge-
habt. Es habe nur Schlafmittel gegeben.
Auf entsprechende Nachfragen hin, erklärte der Beschwerdeführer, dass
es insgesamt zwanzig Zimmer mit 140 Personen gegeben habe. Es habe
Zimmer mit vier Personen und solche mit sechs Personen gehabt. Sein
Zimmer sei circa 3 Meter auf 3 Meter gross gewesen und sie hätten sich
zu viert dort aufgehalten. Die erwähnten zehn Tage, als er krank gewesen
sei, seien im ersten Monat gewesen. Danach als Asylsuchender habe er
medizinische Hilfe benötigt. Er sei oft krank gewesen und wenn er sich an
die Krankenschwester gewandt habe, habe er nur Schlafmittel erhalten. Er
habe Nierenprobleme gehabt, vermutlich weil das Wasser dort nicht sauber
gewesen sei. Deshalb sei er auch einmal beim Arzt gewesen, habe aber
nur Schlaftabletten bekommen. Der Arzt habe das Büro im Gefängnis ge-
habt. Die Beschwerden hätten circa zwei Monate angedauert. Auf dem
Stockwerk der Asylsuchenden seien alle mit Corona infiziert worden. Sie
seien alle von einem Polizisten angesteckt worden. Danach habe man sie
alle getestet. Die Polizisten hätten immer wieder zehn bis zwanzig Perso-
nen mitgenommen. Man habe ihn getrennt, weil er angesteckt worden sei.
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Er sei im selben Gefängnis mit den anderen Corona-Erkrankten unterge-
bracht gewesen. Der erwähnte Hungerstreik habe nach dem Asylantrag
stattgefunden. Der Beschwerdeführer habe sich mit den anderen Asylsu-
chenden zum Streik entschieden, weil bei Personen, welche vor ihm dort
gewesen seien, die Haftstrafe einfach um sechs Monate verlängert worden
sei. Diese Personen seien bereits sechs Monate dort gewesen. Er habe
gestreikt, weil mit ihm dasselbe passiert wäre. Man hätte ihm den Aufent-
halt nach sechs Monaten nochmals um sechs Monate verlängert.
Auf weitere Nachfragen hin, gab der Beschwerdeführer an, nach dem Asyl-
gesuch habe er einmal pro fünfzehn Tage nach draussen gehen und einmal
pro fünfzehn Tage via WhatsApp für fünfzehn Minuten kommunizieren dür-
fen. Er sei mit anderen Personen, welche noch nicht daktyloskopiert wor-
den seien, zusammen gewesen. Man habe ihm Produkte für die tägliche
Hygiene (zum Rasieren, Duschen usw.) zur Verfügung gestellt. Vieles da-
von sei aber abgelaufen gewesen; der Rasierschaum schon im Jahr 2016,
Kaffee und Zucker bereits 2018. Ausserdem habe er nur alle zwei Monate
eine Rasierklinge erhalten. Er sei vier Tage nach der Entlassung aus der
Slowakei ausgereist. Man habe ihn in ein Camp ausserhalb der Stadt, in
ein bergiges Gebiet, gebracht. Bei der Ausreise habe es sich nicht um eine
von der Behörde kontrollierte Ausreise gehandelt. Man habe ihm aber ge-
sagt, er könnte eine Haftstrafe von zwölf Monaten erhalten, sollte er sich
nach der angesetzten Frist immer noch im Land aufhalten.
C.c Zum medizinischen Sachverhalt befragt, gab der Beschwerdeführer
an, im Gefängnis habe er trotz der Schlafmittel Albträume gehabt. Er habe
auch Krätze gehabt. Woher dies gekommen sei, wisse er nicht, das Wasser
sei gelb gewesen. Gegen die Krätze sei er in der Slowakei nicht behandelt
worden. Man habe ihm nur Schlafmittel gegeben. Er leide auch heute noch
unter Krätze. Auf Nachfrage, ob er sich diesbezüglich im Bundesasylzent-
rum an die Pflege gewandt habe, erklärte er, dass es fast schon geheilt sei.
Weitere gesundheitliche Probleme bestünden derzeit nicht.
Auf seinen psychischen Zustand angesprochen, machte der Beschwerde-
führer geltend, er habe seit dem Verlassen der Slowakei und schon bei
seiner Ankunft in I._ keine Albträume mehr gehabt. Solche habe er
jetzt nur noch ab und zu. Er habe sich schon besser gefühlt, nachdem er
die Slowakei verlassen habe.
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D.
Anlässlich des Dublin-Gesprächs beantragte die Rechtsvertretung des Be-
schwerdeführers, dass – sollte das SEM noch Zweifel am Gefängnisauf-
enthalt haben – bei der Abklärung mit der Slowakei auch geklärt werde, ob
der Beschwerdeführer wirklich während des Asylverfahrens in J._
inhaftiert gewesen sei. Der Antrag wurde damit begründet, dass der Be-
schwerdeführer sehr viele Gründe gegen eine Wegweisung in die Slowakei
geltend gemacht habe, welche in direktem Zusammenhang mit diesem Ge-
fängnisaufenthalt stünden.
E.
Mit E-Mail vom 4. Juni 2021 teilte das SEM der Pflege im Bundesasylzent-
rum mit, dass der Beschwerdeführer beim Dublin-Gespräch erwähnt habe,
er leide unter Krätze im Intimbereich. Dies habe er der Pflege bis anhin
noch nicht gemeldet.
F.
Gestützt auf den Eurodac-Treffer ersuchte die Vorinstanz am 7. Juni 2021
die slowakischen Behörden um Wiederaufnahme des Beschwerdeführers
im Sinne von Art. 18 Abs. 1 Bst. d der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des
Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festle-
gung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der
für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen
in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zu-
ständig ist (Neufassung), ABl. L 180/31 vom 29.6.2013 (nachfolgend: Dub-
lin-III-VO).
Die slowakischen Behörden stimmten diesem Ersuchen am 18. Juni 2021
gemäss Art. 18 Abs. 1 Bst. d Dublin-III-VO zu.
G.
Mit Verfügung vom 5. Juli 2021 – eröffnet am 6. Juli 2021 (vgl. Empfangs-
bestätigung [SEM-act. 27/1]) – trat das SEM in Anwendung von Art. 31a
Abs. 1 Bst. b AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers vom
27. Mai 2021 nicht ein, verfügte die Wegweisung in die Slowakei, forderte
den Beschwerdeführer – unter Androhung von Zwangsmitteln im Unterlas-
sungsfall – auf, die Schweiz am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu
verlassen, beauftragte den Kanton M._ mit dem Vollzug der Weg-
weisung, händigte dem Beschwerdeführer die editionspflichtigen Akten ge-
mäss Aktenverzeichnis aus und stellte fest, eine allfällige Beschwerde ge-
gen die Verfügung habe keine aufschiebende Wirkung.
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H.
Mit Eingabe vom 13. Juli 2021 liess der Beschwerdeführer beim Bundes-
verwaltungsgericht Beschwerde erheben und in materieller Hinsicht bean-
tragen, es sei die Verfügung des SEM vom 5. Juli 2021 vollständig aufzu-
heben und die Sache wegen Verletzung der Untersuchungs- und Begrün-
dungspflicht an die Vorinstanz zurückzuweisen. Sinngemäss wurde bean-
tragt, das SEM sei anzuweisen, auf das Asylgesuch einzutreten und in der
Schweiz ein materielles Asylverfahren durchzuführen. In prozessualer Hin-
sicht liess der Beschwerdeführer beantragen, es sei der vorliegenden Be-
schwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen. Im Sinne einer superpro-
visorischen vorsorglichen Massnahme seien die Vollzugsbehörden unver-
züglich anzuweisen, von einer Überstellung in die Slowakei abzusehen, bis
das Bundesverwaltungsgericht über die Erteilung der aufschiebenden Wir-
kung entschieden habe. Es sei die unentgeltliche Prozessführung zu ge-
währen und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten.
Auf die Begründung der Beschwerde wird – soweit für den Entscheid we-
sentlich – in den Erwägungen eingegangen.
I.
Der zuständige Instruktionsrichter setzte am 14. Juli 2021 gestützt auf
Art. 56 VwVG den Vollzug der Überstellung per sofort einstweilen aus.
J.
Mit Vernehmlassung vom 28. Juli 2021 hielt die Vorinstanz an ihrem Stand-
punkt fest.
K.
Mit Eingabe vom 17. August 2021 liess der Beschwerdeführer eine Replik
einreichen, worin er an den Ausführungen und Anträgen in der Beschwerde
vollumfänglich festhält.
Auf die Begründung wird – soweit rechtserheblich – in den Erwägungen
eingegangen.
L.
Mit Zwischenverfügung vom 24. September 2021 gewährte der Instrukti-
onsrichter der Beschwerde antragsgemäss die aufschiebende Wirkung.
M.
Mit Entscheid der Vorinstanz vom 19. Oktober 2021 wurde der Beschwer-
deführer dem Kanton M._ zugewiesen.
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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1. Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher
zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-
det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – und so auch vorliegend –
endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
1.2. Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG,
soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).
1.3. Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-
men, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt, hat ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung und ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105
AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und form-
gerecht eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten (Art. 108 Abs. 3 und
Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG).
2.
2.1. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich
Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt
werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).
2.2. Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das
SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen
(Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer-
deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu
Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1;
2012/4 E. 2.2, je m.w.H.).
3.
3.1. Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-
chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des
Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a
Abs. 1 Bst. b AsylG). Zur Bestimmung des staatsvertraglich zuständigen
Staates prüft das SEM die Zuständigkeitskriterien gemäss Dublin-III-VO.
Führt diese Prüfung zur Feststellung, dass ein anderer Mitgliedstaat für die
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Prüfung des Asylgesuchs zuständig ist, tritt das SEM, nachdem der betref-
fende Mitgliedstaat einer Überstellung oder Rücküberstellung zugestimmt
hat, auf das Asylgesuch nicht ein (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 6.2).
3.2. Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem
einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III als
zuständiger Staat bestimmt wird. Das Verfahren zur Bestimmung des zu-
ständigen Mitgliedstaates wird eingeleitet, sobald in einem Mitgliedstaat
erstmals ein Asylantrag gestellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO).
Im Fall eines sogenannten Aufnahmeverfahrens (engl.: take charge) sind
die in Kapitel III (Art. 8–15 Dublin-III-VO) genannten Kriterien in der dort
aufgeführten Rangfolge (Prinzip der Hierarchie der Zuständigkeitskriterien;
vgl. Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO) anzuwenden, und es ist von der Situation
im Zeitpunkt, in dem der Antragsteller erstmals einen Antrag in einem Mit-
gliedstaat gestellt hat, auszugehen (Art. 7 Abs. 2 Dublin-III-VO). Im Rah-
men eines Wiederaufnahmeverfahrens (engl.: take back) findet demge-
genüber grundsätzlich keine (erneute) Zuständigkeitsprüfung nach Kapitel
III statt (vgl. zum Ganzen BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1 m.w.H.).
3.3. Erweist es sich als unmöglich, einen Antragsteller in den eigentlich zu-
ständigen Mitgliedstaat zu überstellen, weil es wesentliche Gründe für die
Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahmebedingungen für
Antragsteller in jenem Mitgliedstaat systemische Schwachstellen aufwei-
sen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder entwürdigenden Behand-
lung im Sinne von Artikel 4 der Charta der Grundrechte der Europäischen
Union (2012/C 326/02) mit sich bringen, ist zu prüfen, ob aufgrund dieser
Kriterien ein anderer Mitgliedstaat als zuständig bestimmt werden kann.
Kann kein anderer Mitgliedstaat als zuständig bestimmt werden, wird der
die Zuständigkeit prüfende Mitgliedstaat zum zuständigen Mitgliedstaat
(Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO).
Jeder Mitgliedstaat kann abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO be-
schliessen, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staaten-
losen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn er
nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prüfung
zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO). Dieses sogenannte
Selbsteintrittsrecht wird im Landesrecht durch Art. 29a Abs. 3 der Asylver-
ordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) konkretisiert und
das SEM kann das Asylgesuch gemäss dieser Bestimmung "aus humani-
tären Gründen" auch dann behandeln, wenn dafür gemäss Dublin-III-VO
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ein anderer Staat zuständig wäre. Stehen völkerrechtliche Vollzugshinder-
nisse einer Überstellung entgegen, ist ein Selbsteintritt zwingend.
4.
4.1. Zur Begründung der angefochtenen Verfügung führte das SEM na-
mentlich aus, die slowakischen Behörden hätten das Ersuchen um die
Übernahme des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. d Dub-
lin-III-VO gutgeheissen. Somit liege gemäss dem Dublin-Assoziierungsab-
kommen die Zuständigkeit bei der Slowakei, sein weiteres Verfahren
durchzuführen.
Zu den Angaben des Beschwerdeführers beim rechtlichen Gehör sei fest-
zuhalten, dass die Slowakei gestützt auf die Dublin-III-VO für die Durchfüh-
rung seines Asyl- und Wegweisungsverfahrens zuständig sei. Eine Weg-
weisungsverfügung und die damit verbundene Androhung einer Haftstrafe
vermöchten die Zuständigkeit der Slowakei zur Durchführung des Asyl-
und Wegweisungsverfahrens nicht zu widerlegen. Die Slowakei bleibe ge-
mäss Art. 18 Abs. 1 Bst. d Dublin-III-VO weiterhin für das Verfahren des
Beschwerdeführers bis zu einem allfälligen Wegweisungsvollzug oder ei-
ner allfälligen Regelung des Aufenthaltsstatus zuständig, auch wenn das
Asylverfahren in der Slowakei bereits rechtskräftig abgeschlossen sei. Es
würden keine begründeten Hinweise vorliegen, dass die Slowakei ihren
völkerrechtlichen Verpflichtungen nicht nachgekommen wäre und das Asyl-
und Wegweisungsverfahren nicht korrekt durchgeführt hätte.
Falls der Beschwerdeführer mit dem Entscheid der slowakischen Behör-
den nicht einverstanden sein sollte, habe er diesen bei der zuständigen
Beschwerdeinstanz anzufechten. Auch könne er in der Slowakei erneut ein
Asylgesuch einreichen beziehungsweise habe er allfällige neue Asyl-
gründe und Wegweisungshindernisse bei den zuständigen slowakischen
Behörden vorzubringen. Schliesslich sei anzufügen, dass die Prüfung von
Asylgründen nicht Gegenstand des vorliegenden Zuständigkeitsverfahrens
sei.
Die Ausführungen des Beschwerdeführers vermöchten die Zuständigkeit
der Slowakei zur Durchführung seines weiteren Verfahrens nicht zu wider-
legen.
Es gebe keine wesentlichen Gründe für die Annahme gemäss Art. 3 Abs. 2
Dublin-III-VO, dass das Asylverfahren und die Aufnahmebedingungen für
Asylsuchende in der Slowakei Schwachstellen aufwiesen, die eine Gefahr
einer unmenschlichen oder entwürdigenden Behandlung im Sinne von
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Art. 4 der EU-Grundrechtecharta und Art. 3 der Europäischen Menschen-
rechtskonvention (EMRK) mit sich bringen würden.
Die Slowakei sei sowohl Signatarstaat des Abkommens vom 28. Juli 1951
über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (Flüchtlingskonvention) als auch
der EMRK. Es würden keine konkreten Anhaltspunkte dafür vorliegen,
dass sich die Slowakei nicht an ihre völkerrechtlichen Verpflichtungen halte
und die Asyl- und Wegweisungsverfahren nicht korrekt durchführe.
Das SEM gehe nicht davon aus, dass der Beschwerdeführer bei einer
Überstellung in die Slowakei gravierenden Menschenrechtsverletzungen
im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO und Art. 3 EMRK ausgesetzt
werde, in eine existenzielle Notlage gerate oder ohne Prüfung seines Asyl-
gesuchs und unter Verletzung des Non-Refoulement-Gebots in seinen Hei-
mat- oder Herkunftsstaat überstellt werde. Zudem würden keine systemi-
schen Mängel im slowakischen Asyl- und Aufnahmesystem vorliegen. So
habe der Beschwerdeführer selber erklärt, er sei nach der Asylgesuchstel-
lung in einen anderen Teil des "Gefängnisses" untergebracht und dort be-
ziehungsweise nach März 2021 auch nicht mehr geschlagen worden. Dort
habe es eine Krankenschwester gegeben, an die er sich jeweils gewandt
habe. Auch sei er einmal wegen der Nierenprobleme, welche er etwa zwei
Monate lang gehabt habe, beim Arzt gewesen. Aufgrund seiner Aussagen
habe er die von ihm benötigten Hygieneprodukte sowie Verpflegung erhal-
ten, letzteres auch als er gestreikt habe, um gegen eine allfällige Haftver-
längerung für weitere sechs Monate zu protestieren. Auch sei er informiert
worden, dass ihm eine Rechtsvertretung zustehe. Er hätte dieses Recht
noch einmal einfordern beziehungsweise sich bei den betreffenden Stellen
beschweren können. Auch hätte er nach seiner Entlassung aus der Haft
eine Rechtsvertretung konsultieren und Beschwerde gegen den Asylent-
scheid oder gegen die Bedingungen der Unterbringung während des Asyl-
verfahrens erheben können.
Ferner seien auch keine Gründe gemäss Art. 16 Abs. 1 Dublin-III-VO ge-
geben, die die Schweiz verpflichten würden, das Asylgesuch des Be-
schwerdeführers zu prüfen.
Die Slowakei verfüge über eine ausreichende medizinische Infrastruktur
und sei gemäss Art. 19 Abs. 1 der Richtlinie 2013/33/EU des Europäischen
Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 (sogenannte Aufnahmericht-
linie) verpflichtet, dem Beschwerdeführer allfällig erforderliche medizini-
sche Versorgung, welche zumindest die Notversorgung und die unbedingt
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erforderliche Behandlung von Krankheiten und schweren psychischen Stö-
rungen umfasse, zu gewähren. Es sei im Rahmen des Dublin-Systems da-
von auszugehen, dass der zuständige Dublin-Staat angemessene medizi-
nische Versorgungsleistungen erbringen könne und den Zugang zu not-
wendiger medizinischer Behandlung gewährleiste. Es würden keine Hin-
weise vorliegen, wonach die Slowakei dem Beschwerdeführer eine medi-
zinische Behandlung verweigert hätte, zumal er auch wegen der Nieren-
probleme beim Arzt gewesen sei. Auch bestünden keine Hinweise darauf,
dass die Slowakei ihm zukünftig eine allenfalls benötigte medizinische Be-
handlung verweigern würde.
Für das weitere Dublin-Verfahren sei einzig die Reisefähigkeit ausschlag-
gebend. Diese werde erst kurz vor der Überstellung definitiv beurteilt. Zu-
dem trage das SEM dem aktuellen Gesundheitszustand des Beschwerde-
führers bei der Organisation der Überstellung in die Slowakei Rechnung,
indem es, falls nötig, die slowakischen Behörden im Sinne von Art. 31 und
Art. 32 Dublin-III-VO vor der Überstellung über seinen Gesundheitszustand
und die notwendige medizinische Behandlung informiere.
Die vom Beschwerdeführer geltend gemachten gesundheitlichen Prob-
leme vermöchten somit bei einer Überstellung keinen Verstoss gegen
Art. 3 EMRK zu begründen. Folglich bestehe keine Verpflichtung, die Sou-
veränitätsklausel gemäss Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO anzuwenden.
Auch die geltend gemachte schlechte Behandlung in der Unterbringung
beziehungsweise im Gefängnis vermöge die Anwendung der Souveräni-
tätsklausel nicht zu begründen. Hierzu sei anzumerken, dass es sich bei
der Slowakei um einen Rechtsstaat handle. Somit könne der Beschwerde-
führer allfällige Übergriffe durch die Polizei oder mangelhafte Strukturen
hinsichtlich der Unterbringung bei den zuständigen Stellen und, falls nötig,
bei einer höheren Instanz zur Anzeige bringen.
Es würden sich somit keine Gründe ergeben, die die Anwendung der Sou-
veränitätsklausel im Sinne von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 i.V.m. Art. 17 Abs. 1
Dublin-III-VO anzeigten.
In Würdigung der Akten und der vom Beschwerdeführer geäusserten Um-
stände bestünden keine Gründe, die die Schweiz veranlassen würden, die
Souveränitätsklausel anzuwenden.
Das SEM informiere die slowakischen Behörden über den Zeitpunkt der
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Rückkehr des Beschwerdeführers in die Slowakei. Art und Umfang der Un-
terstützung, worauf er in der Slowakei Anspruch habe, richte sich nach der
nationalen Gesetzgebung. Die Slowakei sei somit weiterhin für sein Ver-
fahren bis zu einem allfälligen Wegweisungsvollzug zuständig, selbst wenn
er aufgrund eines in der Slowakei bereits rechtskräftig abgeschlossenen
Asylverfahrens keinen Anspruch mehr auf Unterbringung oder weiterge-
hende staatliche oder nichtstaatliche Unterstützung hätte. Der Beschwer-
deführer habe diesbezüglich ausgeführt, dass er nach der Entlassung aus
dem Gefängnis in ein Camp ausserhalb der Stadt gebracht worden sei.
Aufgrund des Gesagten könne auf eine Abklärung, ob er während des Asyl-
verfahrens in J._ im Gefängnis inhaftiert gewesen sei oder nicht,
verzichtet werden.
Da die Slowakei für sein weiteres Verfahren zuständig sei und die Schweiz
die Souveränitätsklausel nicht anwende, trete das SEM auf sein Asylge-
such nicht ein. Der Beschwerdeführer sei deshalb zur Ausreise aus der
Schweiz verpflichtet.
4.2. In der Beschwerde wird im Wesentlichen geltend gemacht, der Be-
schwerdeführer habe anlässlich des ihm am 4. Juni 2021 gewährten recht-
lichen Gehörs sehr viele Aussagen gemacht und damit die Mängel im slo-
wakischen Asylsystem aufgezeigt. Die vorgebrachten Gründe liessen ei-
nen Wegweisungsvollzug als unzulässig erscheinen. Sie seien jedoch vom
SEM fälschlicherweise unter dem Prisma der Zuständigkeitsfrage gemäss
Dublin-III-VO und nicht des Wegweisungsvollzugspunktes gemäss Art. 44
AsylG i.V.m. Art. 83 AIG geprüft worden. Das SEM habe die vorgebrachten
Mängel des slowakischen Asylsystems nicht überprüft, sondern diese
falsch als "Angst vor einer erneuten Haftstrafe" gewürdigt.
Dass dem SEM eine Verwechslung zu diesem Thema unterlaufen sei, wel-
che zu einer falschen Würdigung geführt habe, ergebe sich auch aus der
Tatsache, dass die Ausführungen des Beschwerdeführers im Dublin-Ge-
spräch betreffend die Mängel des slowakischen Asylsystems unter der
"Unzufriedenheit mit dem Entscheid der slowakischen Behörden" subsu-
miert worden seien. Es sei hierbei zunächst festzuhalten, dass die Über-
prüfung eines allfälligen Wegweisungsvollzughindernisses zur gesetzli-
chen Aufgabe der Behörde gehöre (Art. 44 AsylG i.V.m. Art. 83 AIG). Zu-
dem verkenne das SEM, dass sich die Ausführungen und die Unzufrieden-
heit des Beschwerdeführers konkret auf die menschenunwürdigen Lebens-
bedingungen im slowakischen Asylverfahren beziehen würden.
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Das SEM habe die Aussagen des Beschwerdeführers hinsichtlich des Zu-
gangs zur medizinischen Versorgung im Nichteintretensentscheid nicht ge-
würdigt und stattdessen einfach die Aussage herausgegriffen, dass der Be-
schwerdeführer zur Krankenschwester und einmal zum Arzt gegangen sei.
Die Aussagen aber, dass dem Beschwerdeführer nicht geholfen worden
sei, ihm und anderen Asylsuchenden nur Schlaftabletten verabreicht wor-
den seien und er vom Arzt Schlaftabletten für das – zwei Monate lang an-
dauernde – Nierenproblem erhalten habe, seien ausser Acht geblieben.
Die Vorgehensweise, einige Aussagen herauszugreifen, sei nicht hinnehm-
bar.
Obwohl die Unterbringung in überfüllten Gefängnissen (auch im Hinblick
auf die Corona-Pandemie) und der fehlende Hofgang bekanntlich eine
Menschenrechtsverletzung darstellten, seien die entsprechenden Anga-
ben des Beschwerdeführers vom SEM nicht überprüft worden. Dasselbe
gelte für den fehlenden Kontakt zur Aussenwelt. Zur Verdeutlichung, dass
solche Haftbedingungen bekannt seien und von den europäischen Orga-
nen bemängelt würden, wird in der Beschwerde auf einen Internetbericht
hingewiesen, der sich zur Untersuchungshaft in der Slowakei äussert.
Schliesslich wird darauf aufmerksam gemacht, dass immer noch der Ver-
dacht bestehe, die Slowakei komme ihren völkerrechtlichen Verpflichtun-
gen betreffend Asylgesuche nicht nach. Die Verwendung von Textbaustei-
nen im Nichteintretensentscheid befriedige das Recht des Beschwerdefüh-
rers auf eine Überprüfung in concreto nicht. Die Sache sei somit wegen
Verletzung der Untersuchungs- und Begründungspflicht an das SEM zu-
rückzuweisen.
4.3. In ihrer Vernehmlassung verweist die Vorinstanz auf die Aufnahme-
richtlinie 2013/33/EU, welche von der Slowakei ohne Beanstandungen von
Seiten der Europäischen Kommission umgesetzt worden sei. Weder das
Gericht erster Instanz noch der Europäische Gerichtshof für Menschen-
rechte hätten bisher das Vorhandensein von Systemmängeln in der Slowa-
kei festgestellt. Dublin-Rückkehrende und verletzliche Personen würden
betreffend Unterbringung von den slowakischen Behörden bevorzugt be-
handelt. Sollte der Beschwerdeführer jedoch nach seiner Rückkehr in die
Slowakei durch die Umstände gezwungen sein, ein Leben zu führen, das
nicht der Menschenwürde entspreche, oder sollte dieses Land seine Ver-
pflichtungen zur Unterstützung des Betroffenen sowie die genannte Richt-
linie verletzen oder in irgendeiner anderen Weise seine Grundrechte ver-
letzen, wäre es an ihm, seine Rechte direkt bei den slowakischen Behör-
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den auf dem geeigneten Rechtsweg geltend zu machen, um die ihm zu-
stehenden und vom Staat zugesicherten minimalen Lebensbedingungen,
wie auch medizinische Versorgung, zu erhalten. Dasselbe gelte auch,
wenn der Beschwerdeführer der Meinung sei, dass er bei seiner Ankunft in
der Slowakei von den Polizei- und Verwaltungsbehörden ungerecht oder
unrechtmässig behandelt worden sei (vgl. Art. 26 Aufnahmerichtlinie). Da-
rüber hinaus nähmen sich in der Slowakei nebst den staatlichen Strukturen
auch zahlreiche private Hilfsorganisationen der Betreuung von Asylsu-
chenden und Flüchtlingen an. Es bestehe bei allfällig auftretenden Proble-
men daher auch die Möglichkeit, sich jederzeit an eine dieser Organisatio-
nen zu wenden.
Ferner sei anzuführen, dass der Beschwerdeführer kontrolliert in die Slo-
wakei zurückgeführt werde, was einerseits beinhalte, dass die slowaki-
schen Behörden einer Rückübernahme zugestimmt hätten und anderer-
seits, dass diese über den genauen Zeitpunkt der Ankunft des Beschwer-
deführers im Vorfeld informiert würden. Demzufolge werde er zum Zeit-
punkt seiner Rückkehr in die Slowakei nicht illegal dort einreisen, und es
könne davon ausgegangen werden, dass er nach seiner kontrollierten Ein-
reise zwecks Prüfung seines Asylgesuchs wieder einer Asylunterbringung
zugewiesen werde. Entsprechend gebe es in der Slowakei mehrere Asyl-
zentren, in denen Asylsuchende untergebracht seien. Die slowakischen
Behörden hätten dem Ersuchen gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. d Dublin-
III-VO zugestimmt.
Der Beschwerdeführer sei gemäss seinen Angaben nach der illegal erfolg-
ten Einreise in die Slowakei in Haft genommen worden. Im Dublin-Verfah-
ren würden die betroffenen Personen (Dublin-Rückkehrer) jedoch kontrol-
liert überstellt. Der Beschwerdeführer werde sich daher nicht in der glei-
chen Situation wiederfinden.
Demzufolge sei der Zugang zum Asylsystem für Dublin-Rückkehrende ge-
währt und der Beschwerdeführer halte sich nach seiner Rückkehr in die
Slowakei nicht illegal dort auf, sofern er sich in die ihm zugewiesene Asyl-
unterkunft begebe. Hingegen könne es aufgrund der aktuellen Corona-
Lage sein, dass er nach der Rückkehr in die Slowakei zu Beginn in Qua-
rantäne gehen müsse und danach regelmässig getestet werde, sofern er
das Impfangebot in der Schweiz nicht bereits wahrgenommen habe oder
sich nicht gegen Corona impfen lassen wolle.
Zum Schluss könne auch noch auf die UNHCR-Webseite https://help.un-
hcr.org/slovakia/asylum (zuletzt am 27. Juli 2021 konsultiert) verwiesen
https://help.unhcr.org/slovakia/asylum https://help.unhcr.org/slovakia/asylum
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werden, wo detaillierte Informationen zum Asylverfahren in der Slowakei
zu finden seien. Darüber hinaus hätten die slowakischen Behörden einen
Leitfaden für Asylbewerber in der Slowakei herausgegeben, welcher eben-
falls über die UNHCR-Webseite verfügbar sei.
4.4. Replikweise wird beanstandet, dass die Vorinstanz sich in keiner
Weise zu der in der Beschwerde gerügten Verletzung der Untersuchungs-
und Begründungspflicht hinsichtlich des Wegweisungsvollzugs äussere.
Stattdessen beschränke sie sich auf allgemeine Ausführungen unter dem
Blickwinkel der Zuständigkeitsfrage gemäss Dublin-III-VO, wobei wieder
die üblichen Textbausteine verwendet worden seien. Die Vorinstanz ver-
weise dabei abstrakt auf die Möglichkeit, bei einer Verletzung der Grund-
rechte in der Slowakei den Rechtsweg beschreiten zu können. Eine wich-
tige Voraussetzung bestehe jedoch im effizienten und ungehinderten Zu-
gang zum Rechtsweg, der dem Beschwerdeführer vorenthalten worden
sei. Auf diesen Einwand gehe die Vorinstanz in der Vernehmlassung mit
keinem Wort ein.
Sie gehe ferner davon aus, dass der Beschwerdeführer nach der kontrol-
lierten Überstellung von den slowakischen Behörden in einer Asylunter-
kunft untergebracht werde. Offensichtlich sei dies lediglich eine Mutmas-
sung ohne weitere Auseinandersetzung mit der Frage, ob in der Slowakei
Unterbringungen für Rückkehrer gewährleistet seien.
5.
Die formellen Rügen (Verletzung der Untersuchungs- und Begründungs-
pflicht) sind vorab zu prüfen, da sie allenfalls zu einer Kassation der ange-
fochtenen Verfügung führen könnten (vgl. BVGE 2013/34 E. 4.2).
5.1. Das Verwaltungs- respektive Asylverfahren wird vom Untersuchungs-
grundsatz beherrscht (Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG), wonach die Be-
hörde von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des
rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen hat.
Für eine unrichtige und unvollständige Abklärung des rechtserheblichen
Sachverhalts gibt es vorliegend keine Hinweise. So hat das SEM mit dem
Beschwerdeführer am 4. Juni 2021 das Dublin-Gespräch geführt. Gleich-
zeitig erhielt er Gelegenheit, zur Zuständigkeit der Slowakei für die Durch-
führung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens beziehungsweise zur Weg-
weisung dorthin und zu einem Nichteintretensentscheid gemäss Art. 31a
Abs. 1 Bst. b AsylG Stellung zu nehmen. Schliesslich konnte er sich auch
zum medizinischen Sachverhalt äussern.
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Seite 17
5.2. Die Vorinstanz tut ihrer Begründungspflicht dann Genüge, wenn sie im
Rahmen der Begründung die wesentlichen Überlegungen nennt, welche
sie ihrem Entscheid zugrunde legt. Nicht erforderlich ist, dass sich die Be-
gründung mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und
jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (vgl. BGE 136 I 184
E. 2.2.1 m.w.H.).
Wie der angefochtenen Verfügung zu entnehmen ist, hat die Vorinstanz in
einer Gesamtwürdigung nachvollziehbar aufgezeigt, von welchen Überle-
gungen sie sich leiten liess. Sie hat in der Verfügung dargelegt, aufgrund
welcher Überlegungen sie zum Schluss gekommen ist, dass die Voraus-
setzungen für einen Nichteintretensentscheid gemäss Art. 31a Abs. 1
Bst. b AsylG erfüllt sind und der Beschwerdeführer in die Slowakei zu über-
stellen ist. Im Weiteren wurden auf Vernehmlassungsstufe zur Untermau-
erung der in der angefochtenen Verfügung vertretenen Einschätzung er-
gänzende Ausführungen gemacht. Die Vorinstanz ist vor diesem Hinter-
grund den Anforderungen an die Begründungspflicht gerecht geworden.
Die Begründung ermöglichte dem Beschwerdeführer denn auch eine sach-
gerechte Anfechtung, wie die vorliegende Beschwerde zeigt.
5.3. Für eine Rückweisung der Sache an die Vorinstanz wegen Verletzung
der Untersuchungs- und Begründungspflicht besteht demnach keine Ver-
anlassung.
6.
Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Zentralein-
heit Eurodac) ergab, dass der Beschwerdeführer am 11. März 2021 in der
Slowakei ein Asylgesuch eingereicht hatte. Das SEM ersuchte deshalb die
slowakischen Behörden am 7. Juni 2021 um Wiederaufnahme des Be-
schwerdeführers im Sinne von Art. 18 Abs. 1 Bst. d Dublin-III-VO. Die slo-
wakischen Behörden stimmten dem Ersuchen am 18. Juni 2021 zu. Vor
diesem Hintergrund ist das SEM zu Recht von der Zuständigkeit der Slo-
wakei für die Durchführung des weiteren Verfahrens des Beschwerdefüh-
rers ausgegangen.
Wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen, sind die dargelegten Vorbrin-
gen nicht geeignet, an dieser Zuständigkeit etwas zu ändern. Sie begrün-
den auch keinen Anlass zur Ausübung des Selbsteintrittsrechts der
Schweiz (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO, Art. 29a Abs. 3 AsylV 1).
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7.
7.1. Es gibt keine wesentlichen Gründe für die Annahme, das Asylverfah-
ren und die Aufnahmebedingungen für Asylsuchende in der Slowakei wie-
sen systemische Schwachstellen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 zweiter Satz
Dublin-III-VO auf, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder entwürdigen-
den Behandlung gemäss Art. 4 der EU-Grundrechtecharta mit sich bringen
würden (vgl. etwa Urteile des BVGer F-3213/2021 vom 19. Juli 2021 E. 4.2;
F-2094/2021 vom 10. Mai 2021 und D-4376/2018 vom 7. August 2018). So
ist die Slowakei Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom
10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche
oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Ab-
kommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK,
SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967 (SR
0.142.301) und kommt ihren diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflich-
tungen nach. Im Weiteren darf davon ausgegangen werden, dieser Staat
anerkenne und schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den
Richtlinien des Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom
26. Juni 2013 zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aber-
kennung des internationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie
2013/33/EU vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Auf-
nahme von Personen, die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnah-
merichtlinie) ergeben.
7.2. Der Beschwerdeführer hat – schon angesichts der konkreten Wieder-
aufnahme-Zusicherung der Slowakei – kein konkretes und ernsthaftes Ri-
siko dargetan, die slowakischen Behörden würden sich weigern, ihn aufzu-
nehmen und in der Folge sein weiteres Verfahren unter Einhaltung der Re-
geln der erwähnten Richtlinien durchzuführen. Den Akten sind auch keine
Gründe für die Annahme zu entnehmen, die Slowakei werde in seinem Fall
den Grundsatz des Non-Refoulement missachten und ihn zur Ausreise in
ein Land zwingen, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem er Gefahr
laufen würde, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden. Der
Beschwerdeführer hat ebenso wenig dargetan, die ihn bei einer Rückfüh-
rung erwartenden Bedingungen in der Slowakei seien derart schlecht, dass
sie zu einer Verletzung von Art. 4 der EU-Grundrechtecharta, Art. 3 EMRK
oder Art. 3 FoK führen könnten. Im Weiteren gibt es auch keine konkreten
Hinweise für die Annahme, die Slowakei würde ihm dauerhaft die ihm ge-
mäss Aufnahmerichtlinie zustehenden minimalen Lebensbedingungen vor-
enthalten. Bei einer allfälligen vorübergehenden Einschränkung steht es
ihm offen, sich an die zuständigen slowakischen Behörden zu wenden und
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die ihm zustehenden Aufnahmebedingungen auf dem Rechtsweg einzufor-
dern (vgl. Art. 26 Aufnahmerichtlinie). Es sind keine konkreten Anhalts-
punkte dafür ersichtlich, der Beschwerdeführer geriete im Falle einer Weg-
weisung in die Slowakei wegen der dortigen Aufenthaltsbedingungen in
eine existenzielle Notlage. Er hat die Möglichkeit, bei allfälligen Schwierig-
keiten die dafür zuständigen Behörden beziehungsweise die vor Ort tätigen
karitativen Organisationen zu kontaktieren. Zudem steht es ihm offen, sich
bei allfälligen Problemen bei der Unterbringung oder beim Zugang zum
Asylverfahren an die zuständigen slowakischen Justizbehörden zu wen-
den. Ebenso kann er an die zuständigen Stellen gelangen, sollte er sich
von den slowakischen Behörden oder Privatpersonen in anderer Weise un-
gerecht oder rechtswidrig behandelt fühlen. Vor diesem Hintergrund ver-
mag der Beschwerdeführer aus dem in der Beschwerde zitierten Internet-
bericht nichts zu seinen Gunsten abzuleiten.
7.3. Unter den genannten Umständen ist die Anwendung von Art. 3 Abs. 2
Dublin-III-VO nicht gerechtfertigt. Es sind ferner auch keine individuellen
völkerrechtlichen Überstellungshindernisse gegeben.
8.
8.1.
8.1.1. Was den Gesundheitszustand anbelangt, ist zunächst auf die Anga-
ben des Beschwerdeführers beim Dublin-Gespräch zu verweisen (vgl.
Sachverhalt, Bst. C.c).
Im Rahmen der migrationsmedizinischen Abklärung vom 31. Mai 2021
(SEM-act. 23/2) erklärte der Beschwerdeführer, er habe in der Slowakei
von einem Arzt Rivotril erhalten. Der allgemeine Eindruck des Gesund-
heitszustands war bei der Abklärung gut. Es wurde jedoch vermerkt, dass
der Beschwerdeführer sehr nervös und ängstlich wirke.
Das Pflegefachpersonal im Bundesasylzentrum teilte dem SEM mit E-Mail
vom 5. Juli 2021 (SEM-act. 21/1) auf entsprechende Nachfrage mit, es
stünden keine Arzttermine aus und der Beschwerdeführer bekomme keine
Medikamente.
8.1.2. Die vorliegenden gesundheitlichen Probleme stellen kein völker-
rechtliches Vollzugshindernis im Sinne von Art. 3 EMRK dar, welches zwin-
gend zu einem Selbsteintritt führen müsste. Die Slowakei verfügt über eine
ausreichende medizinische Infrastruktur (vgl. Urteil F-3213/2021 E. 4.2)
und ist gemäss Art. 19 Abs. 1 Aufnahmerichtlinie verpflichtet, den Antrag-
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stellern die erforderliche medizinische Versorgung, die zumindest die Not-
versorgung und die unbedingt erforderliche Behandlung von Krankheiten
und schweren psychischen Störungen umfasst, zugänglich zu machen. Es
liegen keine Anhaltspunkte vor, wonach dem Beschwerdeführer dort eine
adäquate Behandlung seiner gesundheitlichen Beeinträchtigungen verwei-
gert würde. Im Bedarfsfall kann er sich an das dafür zuständige medizini-
sche Fachpersonal wenden. Was sein Vorbringen betrifft, er habe hinsicht-
lich seines Nierenproblems nur Schlaftabletten bekommen, wäre es ihm
offengestanden, beim Arzt entsprechend zu insistieren. Die Überstellung
des Beschwerdeführers in die Slowakei erweist sich nach dem Gesagten
als zulässig.
8.2. Das SEM führte in der angefochtenen Verfügung aus, in Würdigung
der Akten und der vom Beschwerdeführer geäusserten Umstände bestün-
den keine Gründe, die die Schweiz veranlassen würden, die Souveräni-
tätsklausel anzuwenden. Es hat diesen Umständen Rechnung getragen
und sich mit der Situation des Beschwerdeführers hinreichend auseinan-
dergesetzt.
8.3. Der Beschwerdeführer möchte in der Schweiz bleiben. Mit seiner Be-
gründung kann er insgesamt nicht das gewünschte Verfahrensziel – die
Behandlung seines Asylgesuchs in der Schweiz – erreichen, zumal die
Dublin-III-Verordnung den Schutzsuchenden kein Recht einräumt, den ih-
ren Antrag prüfenden Staat selbst auszuwählen. In seinem Fall sind
ebenso keine Gründe ersichtlich, welche die Vorinstanz zu einem Selbst-
eintritt gemäss Art. 17 Dublin-III-VO beziehungsweise Art. 29a Abs. 3
AsylV 1 hätten verpflichten können.
9.
Die Vorinstanz ist nach dem Gesagten zu Recht auf das Asylgesuch des
Beschwerdeführers nicht eingetreten und hat seine Wegweisung verfügt
(vgl. Art. 31a Abs. 1 Bst. b und Art. 44 AsylG). Die Beschwerde ist folglich
abzuweisen.
10.
Der Vollständigkeit halber bleibt darauf hinzuweisen, dass das Fehlen von
Überstellungshindernissen bereits Voraussetzung des Nichteintretensent-
scheides gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG ist, weshalb allfällige Voll-
zugshindernisse gemäss Art. 83 Abs. 3 und 4 AIG (SR 142.20) nicht mehr
zu prüfen sind (vgl. BVGE 2015/18 E. 5.2 m.w.H.). Die in der Beschwerde
vertretene Auffassung, wonach die Vorinstanz eine Überprüfung allfälliger
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Wegweisungsvollzugshindernisse gemäss Art. 44 AsylG i.V.m. Art. 83 AIG
hätte vornehmen müssen, geht nach dem Gesagten ins Leere.
11.
Mit vorliegendem Urteil fällt die mit Zwischenverfügung vom 24. September
2021 angeordnete aufschiebende Wirkung dahin. Die Vorinstanz hat dem
Beschwerdeführer eine neue Frist zur Ausreise anzusetzen.
12.
12.1. Aufgrund der Akten ist von der Bedürftigkeit des Beschwerdeführers
auszugehen und die Beschwerde kann nicht als von vornherein aussichts-
los bezeichnet werden. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen
Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG ist demnach gutzuheis-
sen.
12.2. Ausgangsgemäss wären die Kosten grundsätzlich dem Beschwerde-
führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da die unentgeltliche Prozess-
führung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gewährt wird, ist er indessen
von der Bezahlung von Verfahrenskosten zu befreien. Mit dem vorliegen-
den Urteil in der Sache ist das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines
Kostenvorschusses gegenstandslos geworden.
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