Decision ID: 144c533e-385f-59a3-bfc8-c29c067d5c3d
Year: 2019
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
A._ (nachfolgend: Beschwerdeführer) wurde am (...) 1962 geboren
und ist deutscher Staatsangehöriger. Er hat in den Jahren 2008 und 2009
während 14 Monaten in der Schweiz gearbeitet und die entsprechenden
Beiträge an die obligatorische Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversi-
cherung (AHV/IV) bezahlt (IV-act. 1). Zuletzt war er von 2014 bis 2016 in
(...) als Vertriebsleiter tätig (IV-act. 4 S. 2, 8 S. 3, 30). Der letzte effektive
Arbeitstag war der 8. Dezember 2016 (IV-act. 30 S. 6). Am 22. August 2016
reichte er bei der Invalidenversicherungsstelle für Versicherte im Ausland
IVSTA (nachfolgend: Vorinstanz) über den deutschen Versicherungsträger
einen Antrag auf eine Invalidenrente (Formular E 204 DE; IV-act. 4) ein. Im
(nicht datierten) Selbsteinschätzungsbogen (Formular R0215) gab er an,
durch Depressionen, Reizbarkeit, Kopfschmerzen, Ängste, Aggressivität,
Ruhelosigkeit, Teilnahmslosigkeit und Grübelattacken gesundheitlich be-
lastet zu sein (IV-act. 9).
B.
Im Rahmen des Abklärungsverfahrens gingen bei der Vorinstanz verschie-
dene medizinische Unterlagen aus Deutschland ein, insbesondere das
wissenschaftlich-nervenärztliche Gutachten von Dr. med. B._,
Facharzt für Neurologie und Nervenheilkunde, vom 24. November 2016
(IV-act. 12). Ebenfalls holte die Vorinstanz die Fragebögen für den Versi-
cherten vom 21. Juni 2017 (IV-act. 30 S. 1-5) und für den Arbeitgeber vom
21. Juni 2017 (IV-act. 30 S. 6 f.) ein. Dr. med. C._, Facharzt für All-
gemeine Medizin des medizinischen Dienstes, befand in der Stellung-
nahme vom 14. August 2017, die im Gutachten vom 24. November 2016
diagnostizierte posttraumatische Belastungsstörung stelle eine behandel-
bare, vorübergehende Gesundheitsstörung ohne längerdauernde Arbeits-
unfähigkeit dar. Dem Beschwerdeführer seien die angestammte Arbeit und
andere körperlich leichte Arbeiten vollzeitig zumutbar (IV-act. 36).
B.a Mit Vorbescheid vom 16. August 2017 kündigte die Vorinstanz dem
Beschwerdeführer an, sein Leistungsbegehren werde abzuweisen sein.
Sie führte zur Begründung aus, es seien dem Beschwerdeführer trotz der
Gesundheitsbeeinträchtigung sowohl die letzte Arbeit als Handelsvertre-
ter/Berater als auch eine leichte, dem Gesundheitszustand angepasste Tä-
tigkeit ganztags, in wechselnden Arbeitspositionen (sitzend/stehend) mit
Heben von Gewichten bis maximal 10 Kilogramm noch immer in renten-
ausschliessender Weise zumutbar (IV-act. 37).
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B.b Hiergegen erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 4. Septem-
ber 2017 Einwand (IV-act. 38) und reichte einen Bericht seines Hausarztes
Dr. med. D._, Facharzt für Allgemeinmedizin, vom 16. Februar 2017
(IV-act. 40), zwei Berichte von Dr. med. E._, Facharzt für Neurolo-
gie, Psychiatrie und Psychotherapie, vom 6. März 2017
(IV-act. 41) und vom 20. März 2017 (IV-act. 42) sowie einen ab dem
20. März 2017 gültigen Schwerbehindertenausweis mit der Angabe des
Grads der Behinderung von 70 % (IV-act. 39 S. 1) ein. Mit Stellungnahme
vom 19. September 2017 hielt Dr. med. C._ des medizinischen
Dienstes hierzu fest, die neuen Unterlagen würden nichts an der im Gut-
achten vom 24. November 2016 festgestellten Arbeitsfähigkeit ändern (IV-
act. 44). Mit Eingabe vom 21. September 2017 ersuchte der nunmehr
durch Rechtsanwalt Beckmann vertretene Beschwerdeführer um eine er-
neute Überprüfung seines Rentenanspruchs (IV-act. 48), unter Beilage der
vom Beschwerdeführer bereits eingereichten Arztberichte (IV-act. 49 f.) so-
wie des Bescheids der Stadt (...) betreffend Schwerbehindertenausweis
vom 16. Juni 2017 (IV-act. 51).
B.c Mit Verfügung vom 3. Oktober 2017 wies die Vorinstanz das Leistungs-
begehren des Beschwerdeführers ab. Die vom Beschwerdeführer einge-
reichten Unterlagen habe sie dem ärztlichen Dienst unterbreitet. Diese ent-
hielten lediglich subjektive Klagen des Beschwerdeführers, jedoch keine
objektiven, fachärztlichen Befunde. Gemäss dem Gutachten vom 24. No-
vember 2016 sei der Beschwerdeführer im angestammten Beruf zu min-
destens 6 Stunden arbeitsfähig. Der im Schwerbehindertenausweis ange-
gebene Grad der Behinderung sei für die schweizerische Invalidenversi-
cherung nicht bindend, da für die Abgabe von Schwerbehindertenauswei-
sen nach dem Sozialgesetzbuch Deutschlands gänzlich andere Kriterien
massgebend seien als für die sozialversicherungsrechtliche Invaliditäts-
schätzung (IV-act. 52).
C.
Hiergegen erhob der Beschwerdeführer, weiterhin vertreten durch Rechts-
anwalt Beckmann (vgl. Vollmacht in Beilage 1 zu BVGer-act. 1 und 4), mit
Eingabe vom 2. November 2017 (zugestellt vorab per Fax [BVG-act. 1] so-
wie zweifach eingereicht per Post [BVG-act. 2 und 4]) Beschwerde ans
Bundesverwaltungsgericht mit den sinngemässen Anträgen, die angefoch-
tene Verfügung vom 3. Oktober 2017 sei aufzuheben und es sei ihm eine
Invalidenrente zuzusprechen. Zur Begründung führte er aus, das nerven-
ärztliche Gutachten vom 24. November 2016 werde seinen Gesundheits-
schäden nicht gerecht und sei mit den Beurteilungen der behandelnden
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Ärzte nicht in Einklang zu bringen. Er sei zu mindestens 50 % invalid und
habe daher einen Anspruch auf mindestens eine halbe Rente. Tatsächlich
könne er maximal noch zwei Stunden leichte Arbeit pro Tag verrichten, bei
häufigeren Pausen, da seine Konzentrationsfähigkeit bereits nach weniger
als einer halben Stunde nachlasse. Die bisher ausgeübten Tätigkeiten
seien ihm nicht mehr zumutbar. Insbesondere könne er keine längeren Au-
tofahrten mehr unternehmen, womit seine bisherigen Reisetätigkeiten als
Handelsvertreter gänzlich ausgeschlossen seien. Als Beweis stützte sich
der Beschwerdeführer auf die von ihm eingereichte gutachterliche Stel-
lungnahme von Dr. med. F._, Ärztin für Allgemeinmedizin und Psy-
chotherapie, zu Handen des LWL-Amts für Soziales Entschädigungsrecht
vom 21. August 2017.
D.
Der mit Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 9. No-
vember 2017 beim Beschwerdeführer bis zum 11. Dezember 2017 einver-
langte Kostenvorschuss von Fr. 800.– (BVGer-act. 3) ging im Teilbetrag
von Fr. 786.– innert der angesetzten Frist bei der Gerichtskasse des Bun-
desverwaltungsgerichts ein (BVGer-act. 5). Den Restbetrag von Fr. 14.–
leistete der Beschwerdeführer innert der ihm hierzu mit Zwischenverfügung
des Bundesverwaltungsgerichts vom 28. November 2017 angesetzten
Nachfrist (BVGer-act. 7-9).
E.
In ihrer Vernehmlassung vom 30. Januar 2018 beantragte die Vorinstanz,
die Beschwerde sei abzuweisen und die angefochtene Verfügung sei zu
bestätigen. Zur Begründung führte sie aus, die vom Beschwerdeführer im
vorliegenden Beschwerdeverfahren eingereichten Berichte habe sie dem
RAD unterbreitet. Dieser sei in der Stellungnahme vom 26. Januar 2018
zur Schlussfolgerung gelangt, dass der Beschwerdeführer in arbeitsmedi-
zinischer Hinsicht sowohl psychisch als auch physisch in seiner zuletzt
ausgeübten Tätigkeit als Geschäftsführer sowie in leichteren Verwei-
sungstätigkeiten zu über 6 Stunden arbeitsfähig verbleibe. Es handle sich
bei den beim Beschwerdeführer vorliegenden Leiden um eine behandel-
bare, vorübergehende Gesundheitsstörung ohne eine länger dauernde Ar-
beitsunfähigkeit. Die psychischen Leiden seien ferner subjektive Klagen
ohne objektive fachärztliche Befunde. Im Vordergrund stünden beim Be-
schwerdeführer invaliditätsfremde Probleme (BVGer-act. 13).
F.
Mit Eingabe vom 8. März 2018 replizierte der Beschwerdeführer, dass die
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im deutschen Rentenversicherungsverfahren getroffenen Tatsachenfest-
stellungen auch im vorliegenden Verfahren zu berücksichtigen seien. Auch
in Deutschland kämpfe er um Rentenansprüche vor dem Sozialgericht (...).
In jenem Verfahren stehe ein Sachverständigengutachten aus, mit Fristan-
setzung bis Ende April 2018. Er ersuche daher, das vorliegende Verfahren
bis zur Vorlage der in Deutschland eingeholten Gutachten auszusetzen
(BVGer-act. 17). Mit Fax-Eingabe vom 13. März 2018 reichte der Be-
schwerdeführer dem Bundesverwaltungsgericht weitere medizinische Be-
richte ein (BVGer-act. 18).
G.
Mit Verfügung vom 15. März 2018 gewährte das Bundesverwaltungsge-
richt dem Beschwerdeführer die Möglichkeit, das ausstehende Gutachten
zu Handen des Sozialgerichts (...) bis zum 11. Mai 2018 nachzureichen
(BVGer-act. 19). Die Fristerstreckungsgesuche des Beschwerdeführers
vom 3. Mai 2018 (BVGer-act. 20) sowie vom 15. August 2018 (BVGer-act.
22) hiess das Bundesverwaltungsgericht mit Verfügungen vom 15. Mai
2018 (BVGer-act. 21) sowie vom 19. Juni 2018 gut und erstreckte die Frist
zur Nachreichung des Gutachtens bis zum 13. August 2018 (BVGer-act.
23).
H.
Mit Eingabe vom 6. August 2018 reichte der Beschwerdeführer dem Bun-
desverwaltungsgericht eine Verfügung des Sozialgerichts (...) sowie einen
Arztbericht seines Hausarztes Dr. med. D._ vom 27. Juli 2018 ein.
Hiernach sei er nicht mehr in der Lage, mehr als ein bis zwei Stunden selbst
ein Kraftfahrzeug zu steuern sowie über einen Zeitraum von mehr als ein
bis zwei Stunden konzentriert zu arbeiten (BVGer-act. 25).
I.
Mit Verfügung vom 15. August 2018 forderte das Bundesverwaltungsge-
richt den Beschwerdeführer auf, das bereits vorliegende Gutachten von
Dr. med. G._ – wie den vom Beschwerdeführer eingereichten Un-
terlagen zu entnehmen – innert 14 Tagen einzureichen. Über den Sistie-
rungsantrag des Beschwerdeführers werde es zu einem späteren Zeit-
punkt befinden (BVGer-act. 26).
J.
Mit Eingabe vom 27. August 2018 reichte der Beschwerdeführer dem Bun-
desverwaltungsgericht das Gutachten von Dr. med. G._ vom 15.
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Seite 6
April 2018 sowie dessen Stellungnahme vom 23. Juli 2018 zu den Ergän-
zungsfragen ein. Er kritisierte, es überzeugten weder Ton noch Inhalt der
Stellungnahme. Überdies weise der Gutachter bezüglich der Belastbarkeit
selber darauf hin, dass die Frage der maximalen Leistungsfähigkeit durch
einen Internisten oder Orthopäden zu beantworten sei (BVGer-act. 29 und
31).
K.
Mit Duplik vom 10. Oktober 2018 hielt die Vorinstanz an den Anträgen ge-
mäss ihrer Vernehmlassung fest und wies zur Begründung auf die einge-
holte Stellungnahme des medizinischen Dienstes vom 18. September
2018 (BVGer-act. 32).
L.
Mit Zwischenverfügung vom 17. Oktober 2018 wies das Bundesverwal-
tungsgericht das Sistierungsgesuch des Beschwerdeführers ab und
schloss den Schriftenwechsel (BVGer-act. 33).
M.
Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen
wird – soweit erforderlich und rechtserheblich – in den nachfolgenden Er-
wägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach
den Vorschriften des VGG, des VwVG [vgl. auch Art. 37 VGG]) sowie des
ATSG (SR 830.1; vgl. auch Art. 3 Bst. dbis VwVG).
1.2 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG, sofern – wie im vorlie-
genden Fall – keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Als Vorinstanzen
gelten die in Art. 33 VGG genannten Behörden. Zu diesen gehört die
Vorinstanz (Art. 33 Bst. d VGG; vgl. Art. 69 Abs. 1 Bst. b IVG [SR 831.20]).
Das Bundesverwaltungsgericht ist somit zur Beurteilung der vorliegenden
Beschwerde zuständig.
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1.3 Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenom-
men; er ist als Adressat der angefochtenen Verfügung durch diese beson-
ders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung
oder Abänderung, weshalb er zur Erhebung der Beschwerde legitimiert ist
(Art. 48 Abs. 1 VwVG; siehe auch Art. 59 ATSG).
1.4 Nachdem auch der Kostenvorschuss rechtzeitig geleistet wurde, ist auf
die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten (Art. 50
Abs. 1, Art. 52 Abs. 1 und Art. 63 Abs. 4 VwVG; siehe auch Art. 60 ATSG).
2.
Anfechtungsobjekt und damit Begrenzung des Streitgegenstands des vor-
liegenden Beschwerdeverfahrens (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1) bildet die
Verfügung vom 3. Oktober 2017, mit welcher die Vorinstanz das Gesuch
des Beschwerdeführers um Gewährung einer Invalidenrente infolge feh-
lenden Ablaufs des Wartejahrs (das heisst fehlender Arbeitsunfähigkeit
während der Dauer mindestens eines Jahres) abgewiesen hat. Prozess-
thema ist daher vorliegend die Frage, ob der Beschwerdeführer Anspruch
auf eine Rente der schweizerischen Invalidenversicherung hat.
3.
3.1 Der Beschwerdeführer ist deutscher Staatsangehöriger und wohnt in
Deutschland, weshalb das am 1. Juni 2002 in Kraft getretene Abkommen
vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft ei-
nerseits und der Europäischen Gemeinschaft und ihrer Mitgliedsstaaten
andererseits über die Freizügigkeit (FZA, SR 0.142.112.681) sowie die ge-
mäss Anhang II des FZA anwendbaren Verordnungen (EG) des Europäi-
schen Parlaments und des Rates Nr. 883/2004 vom 29. April 2004 sowie
Nr. 987/2009 vom 16. September 2009, welche am 1. April 2012 die Ver-
ordnungen (EWG) des Rates Nr. 1408/71 vom 14. Juni 1971 sowie
Nr. 574/72 vom 21. März 1972 abgelöst haben, anwendbar sind. Gemäss
Art. 8 Bst. a FZA werden die Systeme der sozialen Sicherheit koordiniert,
um insbesondere die Gleichbehandlung aller Angehörigen der Vertrags-
staaten zu gewährleisten. Soweit – wie vorliegend – weder das FZA und
die gestützt darauf anwendbaren gemeinschaftsrechtlichen Rechtsakte ab-
weichende Bestimmungen vorsehen noch allgemeine Rechtsgrundsätze
dagegen sprechen, richtet sich die Ausgestaltung des Verfahrens und die
Prüfung des Rentenanspruchs alleine nach der schweizerischen Rechts-
ordnung (vgl. BGE 130 V 253 E. 2.4; Urteil des BGer 9C_573/2012 vom
16. Januar 2013 E. 4 m. w. H.), was sich auch mit dem Inkrafttreten der
oben erwähnten Verordnungen am 1. April 2012 nicht geändert hat (vgl.
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Seite 8
Urteil des BVGer C-3985/2012 vom 25. Februar 2013 E. 2.1). Demnach
richtet sich die Beurteilung der vorliegend streitigen Frage des Anspruchs
des Beschwerdeführers auf eine schweizerische Invalidenrente alleine
nach schweizerischem Recht. Insbesondere besteht für die rechtsanwen-
denden Behörden in der Schweiz keine Bindung an Feststellungen und
Entscheide ausländischer Versicherungsträger, Krankenkassen, Behörden
und Ärzte (vgl. BGE 130 V 253 E. 2.4). Vielmehr unterstehen auch aus dem
Ausland stammende Beweismittel der freien Beweiswürdigung des Ge-
richts (vgl. Urteil BVGer C-7557/2009 vom 29. November 2011 E. 4.2 mit
Hinweis).
3.2 In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze mass-
gebend, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechts-
folgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 132 V 215 E. 3.1.1),
weshalb jene Vorschriften Anwendung finden, die spätestens beim Erlass
der Verfügung vom 3. Oktober 2017 in Kraft standen; weiter aber auch Vor-
schriften, die zu jenem Zeitpunkt bereits ausser Kraft getreten waren, die
aber für die Beurteilung allenfalls früher entstandener Leistungsansprüche
von Belang sind.
3.3 Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung einer Streit-
sache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen
Verwaltungsverfügung (hier: 3. Oktober 2017) eingetretenen Sachverhalt
ab (BGE 132 V 215 E. 3.1.1). Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither
verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwal-
tungsverfügung sein (BGE 121 V 362 E. 1b). Diese sind indessen soweit
zu berücksichtigen, als sie mit dem Streitgegenstand in engem Sachzu-
sammenhang stehen und geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des
Erlasses der Verfügung zu beeinflussen (vgl. Urteil des BGer 9C_24/2008
vom 27. Mai 2008 E. 2.3.1).
Der Beschwerdeführer hat dem Bundesverwaltungsgericht im vorliegen-
den Beschwerdeverfahren verschiedene medizinische Unterlagen, insbe-
sondere das vom Bundesverwaltungsgericht mit Verfügung vom 15. Au-
gust 2018 einverlangte Gutachten von Dr. med. G._, eingereicht,
welche erst nach dem vorliegend massgebenden Zeitpunkt vom 3. Oktober
2017 datieren. Nach dem Gesagten können diese Unterlagen vorliegend
lediglich berücksichtigt werden, soweit sie Rückschlüsse auf den Gesund-
heitszustand des Beschwerdeführers im Zeitpunkt des Erlasses der ange-
fochtenen Verfügung erlauben.
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Seite 9
4.
4.1 Anspruch auf eine ordentliche Rente haben Versicherte, die bei Eintritt
der Invalidität während mindestens drei Jahren Beiträge geleistet haben
(Art. 36 Abs. 1 IVG). Für die Erfüllung der dreijährigen Mindestbeitrags-
dauer können Beitragszeiten, die in einem EU/EFTA-Staat zurückgelegt
worden sind, mitberücksichtigt werden (Art. 6 und Art. 45 VO [EG]
883/2004; vgl. auch BGE 131 V 390).
Der Beschwerdeführer hat während mehr als drei Jahren Beiträge in die-
sem Sinn geleistet, so dass die Anspruchsvoraussetzung der Mindestbei-
tragsdauer erfüllt ist.
4.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidi-
tät kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körper-
lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zu-
mutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teil-
weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Arbeitsunfähigkeit ist die durch
eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge-
sundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf
oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird
auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbe-
reich berücksichtigt (Art. 6 ATSG).
4.3 Anspruch auf eine Invalidenrente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG
Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgaben-
bereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (Bst. a), während eines
Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 %
arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (Bst. b) und nach Ablauf dieses
Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (Bst. c).
4.4 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person bei einer Invali-
dität von mindestens 70 % Anspruch auf eine ganze Rente sowie bei einer
Invalidität von mindestens 60 % Anspruch auf eine Dreiviertelsrente. Bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % besteht ein Anspruch auf eine
halbe Rente sowie bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % auf
eine Viertelsrente. Nach Art. 29 Abs. 4 IVG werden Renten, die einem In-
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Seite 10
validitätsgrad von weniger als 50 % entsprechen, nur an Versicherte aus-
gerichtet, die ihren Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG)
in der Schweiz haben, soweit nicht zwischenstaatliche Vereinbarungen
eine abweichende Regelung vorsehen.
Das auf den Beschwerdeführer anwendbare FZA (vgl. E. 4.1) sieht diesbe-
züglich eine Ausnahme vor. So können gestützt auf das FZA und seine
Verordnungen – abweichend von Art. 29 Abs. 4 IVG – auch Viertelsrenten
ins Ausland ausbezahlt werden, wenn der Begünstigte nicht in der
Schweiz, sondern in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union wohnt
(vgl. BGE 130 V 253 E. 2.3).
4.5 Die IV-Stelle prüft die Begehren, nimmt die notwendigen Abklärungen
von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte ein (Art. 43 Abs.
1 ATSG, Art. 57 Abs. 3 IVG, Art. 69 Abs. 2 IVV). Die regionalen ärztlichen
Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen
Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen da-
bei insbesondere die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG
massgebende funktionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine
zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben
(Art. 59 Abs. 2bis IVG und Art. 49 Abs. 1 Satz 1 IVV).
4.6 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und
im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es dabei, den Gesundheitszu-
stand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und
bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im
Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Be-
urteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet
werden können (BGE 125 V 256 E. 4 m. w. H.). Die – arbeitsmedizinische
– Aufgabe der Ärzte und Ärztinnen besteht darin, sich dazu zu äussern,
inwiefern die versicherte Person in ihren körperlichen oder geistigen Funk-
tionen leidensbedingt eingeschränkt ist. Im Vordergrund stehen dabei vor
allem jene Funktionen, welche für die nach der Lebenserfahrung im Vor-
dergrund stehenden Arbeitsmöglichkeiten der versicherten Person wesent-
lich sind (so etwa, ob diese sitzend oder stehend, im Freien oder in geheiz-
ten Räumen arbeiten kann oder muss, ob sie Lasten heben und tragen
kann). Die Frage, welche konkreten beruflichen Tätigkeiten auf Grund der
medizinischen Angaben und unter Berücksichtigung der übrigen Fähigkei-
ten der versicherten Person in Frage kommen, ist demgegenüber nicht von
C-6190/2017
Seite 11
der Ärztin oder dem Arzt, sondern von der Verwaltung beziehungsweise
von der Berufsberatung zu beantworten (vgl. Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts I 457/04 vom 26. Oktober 2004, in: SVR 2006 IV
Nr. 10 E. 4.1 mit Verweis auf BGE 107 V 20 E. 2b).
4.7 Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur
zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestell-
ten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Stan-
dardindikatoren im Rahmen eines indikatorengeleiteten Beweisverfahrens
schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahr-
scheinlichkeit nachgewiesen sind (BGE 141 V 574 E. 6). Entscheidend
bleibt die Frage der funktionellen Auswirkungen einer Störung, welche im
Rahmen des Sozialversicherungsrechts abschliessend nur aus juristischer
Sicht beantwortet werden kann. Nach BGE 141 V 281 kann somit der Be-
weis für eine lang andauernde und erhebliche gesundheitsbedingte Ar-
beitsunfähigkeit nur dann als geleistet betrachtet werden, wenn die Prü-
fung der massgeblichen Beweisthemen im Rahmen einer umfassenden
Betrachtung ein stimmiges Gesamtbild einer Einschränkung in allen Le-
bensbereichen (Konsistenz) für die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit
zeigt. Fehlt es daran, ist der Beweis nicht geleistet und nicht zu erbringen,
was sich nach den Regeln über die (materielle) Beweislast zuungunsten
der rentenansprechenden Person auswirkt (BGE 144 V 50 E. 4.3; 143 V
418 E. 6).
4.8 Das indikatorengeleitete Beweisverfahren ist grundsätzlich auf alle
psychischen Störungen anzuwenden. Auch affektive Störungen, ein-
schliesslich der leichten bis mittelschweren depressiven Erkrankungen,
werden dem strukturierten Beweisverfahren unterstellt (BGE 143 V 418
E. 7.1 mit Hinweis auf BGE 143 V 409). Je nach Krankheitsbild bedarf es
dabei allenfalls gewisser Anpassungen hinsichtlich der Wertung einzelner
Indikatoren (BGE 143 V 418 E. 7.1).
4.9 Die Durchführung eines strukturierten Beweisverfahrens nach dem
dargelegten Prüfungsraster erübrigt sich rechtsprechungsgemäss dort, wo
es nicht nötig oder auch gar nicht geeignet ist. Die Notwendigkeit fehlt ganz
allgemein in Fällen, die sich durch die Erhebung prägnanter Befunde und
übereinstimmende fachärztliche Einschätzungen hinsichtlich Diagnose
und funktioneller Auswirkungen im Rahmen beweiswertiger Arztberichte
und Gutachten auszeichnen (BGE 143 V 418 E. 7.1). Gleiches gilt, wenn
etwa die Leistungseinschränkung überwiegend auf Aggravation oder einer
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Seite 12
ähnlichen Erscheinung beruht, welche die Annahme einer gesundheitli-
chen Beeinträchtigung von vornherein ausschliessen (siehe auch BGE 141
V 281 E. 2.2; Urteil des BGer 9C_534/2015 E. 2.2.2 mit Hinweisen). Aus-
serdem bleibt ein strukturiertes Beweisverfahren dort entbehrlich, wo im
Rahmen beweiswertiger fachärztlicher Berichte eine Arbeitsunfähigkeit in
nachvollziehbar begründeter Weise verneint wird und allfälligen gegentei-
ligen Einschätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus ande-
ren Gründen kein Beweiswert beigemessen werden kann. Dies alles zeigt,
dass es hinsichtlich Notwendigkeit des strukturierten Beweisverfahrens
stets einer einzelfallweisen Beurteilung aufgrund der konkreten Fallum-
stände und der jeweiligen Beweisproblematik bedarf (BGE 143 V 418
E. 7.1).
4.10 Für das gesamte Verwaltungs- und Beschwerdeverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträ-
ger und Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, das heisst ohne
förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen.
Dies bedeutet für das Gericht, dass es alle Beweismittel, unabhängig, von
wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen
Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander wider-
sprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne
das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa-
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt
(BGE 125 V 351 E. 3a; 122 V 157 E. 1c).
4.11 Gleichwohl erachtet es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der
freien Beweiswürdigung als vereinbar, Richtlinien für die Beweiswürdigung
in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten auf-
zustellen (vgl. hierzu BGE 125 V 352 E. 3b; AHI 2001 S. 114 E. 3b; Urteil
des BGer I 128/98 vom 24. Januar 2000 E. 3b). So ist den im Rahmen des
Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärzte, wel-
che aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie
nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Be-
funde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung
volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die
Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb, mit wei-
teren Hinweisen). Berichte der behandelnden Ärzte sind aufgrund deren
auftragsrechtlicher Vertrauensstellung zum Patienten mit Vorbehalt zu wür-
digen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc). Dies gilt für den allgemein praktizierenden
Hausarzt wie auch für den behandelnden Spezialarzt (Urteil des BGer I
C-6190/2017
Seite 13
655/05 vom 20. März 2006 E. 5.4 mit Hinweisen; vgl. aber das Urteil des
BGer 9C_24/2008 vom 27. Mai 2008 E. 2.3.2).
4.12 Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend,
ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Un-
tersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in
Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle-
gung der Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situ-
ation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertinnen und Ex-
perten begründet sind (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a und E. 3b/cc m. w. H.).
Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die
Herkunft des Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder
in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder als Gutachten (vgl.
dazu Urteil des BGer I 268/2005 vom 26. Januar 2006 E. 1.2, mit Hinweis
auf BGE 125 V 352 E. 3a).
5.
In der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 18. August 2017 stellte
die Vorinstanz in medizinischer Hinsicht hauptsächlich auf das wissen-
schaftlich-nervenärztliche Gutachten vom 24. November 2016 (IV-act. 12)
sowie die diesbezüglich eingeholte RAD-Stellungnahme vom 14. August
2017 (IV-act. 36) ab.
5.1 Dr. med. B._ gab in der Anamnese seines wissenschaftlich-ner-
venärztlichen Gutachtens vom 24. November 2016 an, die vom Beschwer-
deführer beklagten Beschwerden hätten bereits im Jahr 2014 in einer leich-
teren Form begonnen. Ab Juni/Juli 2014 sei dieser deswegen krankge-
schrieben gewesen. Anschliessend sei per Ende Jahr 2014 eine Wieder-
eingliederung erfolgt. Im April 2015 sei der Beschwerdeführer sodann von
einem unter Drogen stehenden Kunden niedergeschlagen worden. Hier-
von habe er massive Schädigungen im Bereich des Gesichts davongetra-
gen, weshalb er mit Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie behandelt worden sei.
Der Beschwerdeführer beklage in diesem Zusammenhang Schmerzen im
Mittelgesicht, ein Druckgefühl im Kopf sowie wärme- und kälteempfindliche
Zähne. Ein halbes Jahr nach dem Überfall habe der Beschwerdeführer
nach eigenen Angaben eine Psychotherapie begonnen. Neben eines mit
dem Überfall verbundenen Angst- und Vermeidungsverhaltens beklage der
Beschwerdeführer Rückenprobleme sowie eine Arthrose im Bereich der
rechten Schulter. Als weitere Vorerkrankungen führte Dr. med. B._
im Gutachten einen Zustand nach Stent und bekannte Herzrhythmusstö-
rungen sowie Hypertonie auf. Im neurologischen Befund erwähnte er, der
C-6190/2017
Seite 14
Nervenaustrittspunkt im Bereich des Mittelgesichts sei berührungs- und
druckempfindlich, bei einer beidseitigen Dysästhesie im Bereich des Mit-
telgesichts. Hingegen stellte er eine uneingeschränkt bewegliche Halswir-
belsäule sowie fehlende Sensibilitätsstörungen im Stamm fest. Das Beck
Depressions-Inventar (BDI), ein Selbstbeurteilungsinstrument zur Erfas-
sung der Tiefe einer depressiven Symptomatik, habe einen klinisch rele-
vanten Summenscore von 36 Punkten ergeben, wobei im Rahmen der
Selbstbeurteilung gewisse Aggravationstendenzen nicht ausgeschlossen
werden könnten. Der Fragebogen zum strukturierten klinischen Interview
für DSM-IV, Achse II, Persönlichkeitsstörung enthalte einen möglichen Hin-
weis auf das Vorliegen einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit
Schwerpunkt im Bereich einer vermehrten Selbstunsicherheit mit negati-
vistischen, depressiven, paranoiden und boderlinen Persönlichkeitsantei-
len. Diese Veränderung der Persönlichkeit könne jedoch auch in der post-
traumatischen Belastungsstörung begründet liegen. Gemäss der Impact of
Event-Skale, revidierte Version 1996, einem Selbstbeurteilungsinstrument
zur Erfassung posttraumatischer Belastungsstörungen, habe der Be-
schwerdeführer auf der Subskala "Intrusion" 19 von 21 möglichen Punkten
erreicht. Dies bedeute, dass insbesondere wiederholte aufdringliche Erin-
nerungen mit hilflos machenden Wiedererlebenseffekten die alltägliche Le-
bensgestaltung sowie insbesondere die Schlaf- und Ruhemomente des
Beschwerdeführers sehr negativ begleiten/beeinflussen würden. Auf der
Subskala "Vermeidung" habe der Beschwerdeführer 13 von 21 möglichen
Punkten erreicht, was bedeute, dass der in einer nicht sehr ausgeprägten
Weise Situationen, Gefühle und Erinnerungen zu vermeiden versuche. Der
auf der Subskala "Hyperarousal" erzielte Wert von 22 von 24 Punkten
zeige, dass der Beschwerdeführer beim Versuch, mit den Ereigniserinne-
rungen umzugehen respektive diese zu umgehen, physiologische Auf-
schauklungsreaktionen wie Herzrasen, Schwindel, Atemnot und Herzstol-
pern erlebe. Insgesamt stellte Dr. med. B._ die nachfolgenden Di-
agnosen:
 1. posttraumatische Belastungsstörung nach körperlicher Auseinander-
setzung mit Schlägen gegen den Kopf und noch resultierender Dysäs-
thesie mit Schwerpunkt beim Nervus Trigeminus I und II beidseits (ICD-
10 F43.1),
 2. Adipositas durch übermässige Kalorienzufuhr (ICD-10 E 66.0).
Anhand der Anamneseerhebung, der vorliegenden Unterlagen sowie der
durchgeführten Untersuchungen sei beim Beschwerdeführer vorrangig
C-6190/2017
Seite 15
eine psychiatrische Erkrankung festzustellen. Der Beschwerdeführer be-
finde sich aktuell in nervenärztlicher Behandlung, nicht jedoch in psycho-
somatischer Rehabehandlung. Eine psychotherapeutische Behandlung sei
indessen geplant. Aufgrund der auf nervenärztlichem Gebiet vorrangig di-
agnostizierten posttraumatischen Belastungsstörung biete sich dringend
eine Intensivierung der therapeutischen Massnahmen an. Nach Einleitung
der entsprechenden Massnahmen halte Dr. med. B._ eine volle
Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit innerhalb eines halben Jahres für
realistisch. Kurzfristig sei der Beschwerdeführer in der Lage, zumindest
leichte Tätigkeiten – mit Einschränkung bezüglich Heben, Bücken und Be-
wegen schwerer Lasten – in vollschichtiger Tätigkeit von sechs Stunden
und mehr auszuüben (IV-act. 12)
5.2 Dr. med. C._, Facharzt für Allgemeine Medizin des medizini-
schen Dienstes, erklärte in der Stellungnahme vom 14. August 2017 auf
der Grundlage des wissenschaftlich-nervenärztlichen Gutachtens, es seien
dem Beschwerdeführer auch mit der bestehenden Symptomatik die ange-
stammte Arbeit und andere körperlich leichte Arbeiten vollzeitig zumutbar.
Er kreuzte hierbei in der Tabelle betreffend funktionelle Einschränkungen
an, es sei dem Beschwerdeführer eine ganztägige Arbeit, abwechselnd mit
Sitzen und Stehen zumutbar, bei einer Tragelast von maximal 10 Kilo-
gramm. Die beim Beschwerdeführer vorliegende Gesundheitsstörung sei
behandelbar sowie vorübergehender Natur und verursache keine länger
dauernde Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 36).
5.3 Im vorinstanzlichen Vorbescheidverfahren reichte der Beschwerdefüh-
rer bei der Vorinstanz die nachfolgenden medizinischen Unterlagen ein:
5.3.1 Im Bericht vom 16. Februar 2017 hielt Dr. med. D._, Facharzt
für Allgemeinmedizin und Hausarzt des Beschwerdeführers, fest, der Be-
schwerdeführer klage auch fast zwei Jahre nach dem Überfall über stän-
dige Kopfschmerzen, Ängste, Reizbarkeit und depressive Stimmung. Er
sei von Rast- und Ruhelosigkeit getrieben, affektlabil und aggressiv, klage
über wechselnde Müdigkeit und Grübelattacken, Konzentrations- und
Schlafstörungen, Sehstörungen sowie Zahn- und Kieferschmerzen mit re-
zidivierender Sinusitis. Aufgrund dieser Beschwerden müsse sich der Be-
schwerdeführer bei jeder Tätigkeit nach zwei bis drei Stunden hinlegen und
brauche eine mindestens zweistündige Pause. Ebenfalls sei er sozial ein-
geschränkt, indem er Menschenansammlungen meide, familiäre Probleme
habe und die Verbindungen zu seinen alten Freunden abgebrochen habe.
C-6190/2017
Seite 16
Der Beschwerdeführer sei nicht in der Lage, während sechs Stunden täg-
lich unter den üblichen Bedingungen des Arbeitsmarktes erwerbstätig zu
sein (IV-act. 40).
5.3.2 In den Arztberichten vom 6. März 2017 (IV-act. 41) und vom 20. März
2017 (IV-act. 42) erklärte Dr. med. E._, Facharzt für Neurologie,
Psychiatrie und Psychotherapie, er behandle den Beschwerdeführer seit
dem 28. Juli 2014 fortlaufend und regelmässig ambulant in neurologischer,
psychiatrischer und psychotherapeutischer Hinsicht. Damals sei der Be-
schwerdeführer infolge familiärer und beruflicher Belastungssituationen mit
therapeutischen Gesprächen sowie Medikation (Opipramol) behandelt
worden. Nach einem Überfall in seinem eigenen Geschäft durch einen ihm
nicht bekannten Kunden vom 13. April 2015 habe sich der Beschwerdefüh-
rer einer dreieinhalbstündigen Operation am Schädel sowie im Gesicht un-
terziehen müssen, wobei ihm sechs Titanplatten mit Schrauben eingesetzt
worden seien, welche nach 16 Monaten wieder operativ hätten entfernt
werden können. Seither leide der Beschwerdeführer unter einer posttrau-
matischen Belastungsstörung, einer generalisierten Angststörung, sozia-
len Phobien, Klaustrophobie, depressiven Störungen mit schweren Episo-
den, Antriebsverlust, Albträumen, Halluzinationen, Schlafstörungen, Kon-
zentrationsstörungen, sozialem Rückzug, Anpassungsstörungen des Gra-
des III, Ängsten, die mit Panikattacken einhergingen, Grübeln, Verzweif-
lung, Schwindelanfällen, Erkrankung des psychosomatischen Symptomen-
komplexes mit Magen-Darm-Dysregulationsstörungen, funktionellen Herz-
und Kreislaufstörungen sowie Konzentrations- und Perzeptionsstörungen.
Ausserdem klage er über starke Schmerzen im Kopf- und Gesichtsbereich.
Die Behandlung sei im Anschluss an das Gewalterlebnis weiterhin mit psy-
chotherapeutischen Gesprächen sowie Medikation (höhere Dosis von
Opipramol) fortgesetzt worden. Aufgrund seiner Beschwerden sei der Be-
schwerdeführer nicht mehr in der Lage, einer beruflichen Tätigkeit von
mehr als maximal zwei Stunden täglich nachzugehen. Ausserdem könne
er sich nunmehr während 30 Minuten am Stück konzentrieren.
5.4 In seiner Stellungnahme vom 19. September 2017 hielt Dr. med.
C._ des medizinischen Dienstes fest, die Arztberichte von Dr. med.
D._ und Dr. med. E._ enthielten lediglich eine Aufzählung
reiner subjektiver Angaben des Beschwerdeführers ohne objektive ärztli-
che Befunde. Der Beschwerdeführer gelte aufgrund des Gutachtens von
Dr. med. B._ weiterhin – trotz der ihm diagnostizierten posttrauma-
tischen Belastungsstörung – als während über sechs Stunden täglich im
angestammten Beruf arbeitsfähig. Sofern keine Verschlechterung seines
C-6190/2017
Seite 17
Gesundheitszustands seit diesem Gutachten ergangen sein sollte, sei das
Wartejahr für den Anspruch auf eine schweizerische Invalidenrente nicht
erfüllt (IV-act. 44).
5.5 In seiner Beschwerde ans Bundesverwaltungsgericht stützte sich der
Beschwerdeführer für die von ihm angegebene Arbeitsfähigkeit von maxi-
mal zwei Stunden leichter Arbeit pro Tag auf die gutachterliche Stellung-
nahme von Dr. med. F._, Fachärztin für Allgemeinmedizin und Psy-
chotherapie, zu Handen des LWL-Amts für Soziales Entschädigungsrecht
vom 21. August 2017. In diesem Gutachten fasste Dr. med. F._ vor-
erst die vorliegenden Arztberichte zusammen und gab anschliessend die
Anamnese sowie die vom Beschwerdeführer beklagten Beschwerden (Ap-
noe, Schwindel, hohen Blutdruck, Arthrose, verengte Nervenkanäle der
Wirbelsäule, Kribbeln in den Händen und Füssen beim Liegen) wieder. Un-
ter der somatischen Anamnese führte die Gutachterin auf: KHK (koronare
Herzkrankheit), Schlafapnoe-Syndrom, Osteochondrose L3 bis S1, Band-
scheibenvorfälle L4/L5, L5/S1 und Spondylarthrose L3 bis S1. Im eigenen
Untersuchungsbefund erklärte die Gutachterin, der Beschwerdeführer
könne keine Berührungen im Gesicht zulassen, was die Beurteilung des
Rachens erschwere. Trotz der vom Beschwerdeführer angegebenen
Schmerzen und Lähmungen im Gesichtsbereich seien Nase rümpfen, Au-
gen zusammenkneifen und Stirn in Falten legen möglich. Die Seitneigun-
gen sowie Vorwärtsneigung der Wirbelsäule sei schmerzhaft bis nicht
durchführbar. Beim Kopfdrehen beklage der Beschwerdeführer Schwindel.
In neurologischer Hinsicht beklage der Beschwerdeführer Kribbelmissemp-
findungen in den Füssen und Händen. Ansonsten beschrieb die Gutachte-
rin keine auffälligen Befunde. Hingegen bezeichnete sie als auffällig, dass
der Beschwerdeführer bereits Jahre vor dem Tatereignis vom 13. April
2015 Symptome wie innere Anspannung, Albträume, verminderte Leis-
tungsfähigkeit, Neigung zum Grübeln und Fokussieren sowie Neigung zu
einem ausgedehnten Tagesschlaf aufgewiesen habe. Ferner wies sie da-
rauf hin, dass der Beschwerdeführer bereits zehn Monate vor dem Tater-
eignis arbeitsunfähig geschrieben gewesen sei, jedoch im Tatzeitpunkt die
Parfümerie H._ betrieben habe, was für sie nicht nachvollziehbar
sei. Ausserdem seien die Angaben des behandelnden Neurologen und
Psychiaters Dr. med. E._ widersprüchlich. Sie hielt zusammenfas-
send fest, dass die Knochennarben bei Zustand nach Mittelgesichtsfraktur
beidseits, die Knochennarbe des Nasenbeins, der Zahnschaden des
Zahns 11 und 21 sowie die psychoreaktive Störung Schädigungsfolgen
seien. Demgegenüber hätten das Schlafapnoe-Syndrom, die Osteochond-
rose L3-S1, der Bandscheibenvorfall L4/L5, L5/S1, die Spondylarthrose L3
C-6190/2017
Seite 18
bis S1, die koronare Herzkrankheit, das Vorhofflimmern, die Somatisie-
rungsstörung sowie die Depression bereits zuvor bestanden und seien als
Nichtschädigungsfolgen nicht auf das Tatereignis zurückzuführen. Ausser-
dem werde der Beschwerdeführer nicht entsprechend therapiert. Die ge-
samte Grad der Schädigungsfolgen (GdS) betrage 50. Zur Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers äusserte sich die Gutachterin – entgegen der Auf-
fassung des Beschwerdeführers – nicht (Beilage zu BVGer-act. 2).
5.6 Mit Stellungnahme vom 26. Januar 2018 hielt Dr. med. C._ des
medizinischen Dienstes fest, bei der gutachterlichen Stellungnahme von
Dr. med. F._ vom 21. August 2017 handle es sich um ein Unfallgut-
achten mit der Feststellung eines Grads der Schädigungsfolgen von
50. Diese Beurteilung sei für die schweizerische Invalidenversicherung
nicht massgebend. Im Gutachten werde sodann keine Arbeitsunfähigkeit
attestiert oder begründet. Die im Gutachten beschriebene, rein subjektive
Symptomatik (Angst vor Menschenmassen, Kontrollbedürfnis und rezidi-
vierende Albträume) sei nicht eindrücklich. Die geschilderten Ängste in der
Öffentlichkeit könnten nicht gravierend sein, da der Beschwerdeführer sel-
ber mit dem Auto zur Untersuchung gefahren sei. Die Diagnose einer
psychoreaktiven Störung ohne Angabe eines ICD-10-Codes sowie die
beim Beschwerdeführer im Vordergrund stehenden finanziellen und sozia-
len Probleme seien ohnehin invaliditätsfremd. Schliesslich sei die Diag-
nose der Depression mangels Angabe der Symptome sowie gemäss ICD-
10-Kodifizierung aufgelisteter Befunde nicht nachvollziehbar (Beilage zu
BVGer-act. 13).
5.7 In dem im vorliegenden Beschwerdeverfahren nachgereichten Arztbe-
richt vom 27. Juli 2018 hielt der Hausarzt des Beschwerdeführers Dr. med.
D._ fest, der Beschwerdeführer habe sich aufgrund seiner schwe-
ren depressiven Erkrankung von den meisten sozialen Kontakten zurück-
gezogen. Er habe nur noch Kontakt zur Familie und zu sehr wenigen
Freunden. Der Beschwerdeführer leide an einer erheblichen Affektlabilität,
verbunden mit Aggressivität. Er sei ständig gereizt und ruhelos, grüble
tagsüber und nachts. Ausserdem habe er ständige Kopfschmerzen und
Schwindelzustände, besonders bei Kopfneigung. So müsse er sich zum
Beispiel in der Dusche festhalten. Daneben beklage er Sehstörungen,
Müdigkeit, Lustlosigkeit, depressive Stimmungszustände sowie eine
Angststörung. Entgegen dem Gutachter Dr. med. G._ sei der Be-
schwerdeführer nicht in der Lage, mehr als ein bis zwei Stunden Auto zu
fahren oder einer konzentrierten Arbeit nachzugehen. Aus ärztlicher Sicht
C-6190/2017
Seite 19
bestehe eine hochgradige Einschränkung der Erwerbs- und Berufsfähig-
keit (Beilage zu BVGer-act. 25).
Dieser Arztbericht des Hausarztes datiert zwar erst nach dem Zeitpunkt
des Erlasses der angefochtenen Verfügung. Dennoch kann er vorliegend
insoweit berücksichtigt werden, als er Rückschlüsse auf den vorliegend zu
beurteilenden Gesundheitszustand des Beschwerdeführers im Zeitpunkt
der angefochtenen Verfügung erlaubt (E. 4.2).
5.8 Im nervenfachärztlichen Gutachten vom 15. April 2018 berücksichtigte
Dr. med. G._, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, die vorlie-
genden medizinischen Unterlagen, insbesondere auch das Gutachten von
Dr. med. B._ vom 24. November 2016, die Stellungnahmen des
Hausarztes des Beschwerdeführers vom 16. Juni 2017 sowie des behan-
delnden Psychiaters Dr. med. E._ vom 6. März 2017, gleichfalls wie
die gutachterliche Stellungnahme von Dr. med. F._ vom 21. August
2017. Als frühere Erkrankungen führte Dr. med. G._ Schulter-
schmerzen (1984 bis 1996), einen koronaren Stent (2006), Bluthochdruck
und Rückenschmerzen (seit 2009), Schlafapnoesyndrom (seit 2013), so-
wie beidseitige Orbitalbodenfraktur im Rahmen eines Überfalles (April
2015) auf. Im Jahr 2014 sei es beim Beschwerdeführer zu einer Überlas-
tung gekommen. Er habe die damit verbundenen Herzrhythmusstörungen
und Angstzustände jedoch unter Behandlung mit Opipranol wieder einiger-
massen in den Griff bekommen. Trotz Krankschreibung habe er im Jahr
2015 im Geschäft seiner Ehefrau gearbeitet, wo er überfallen worden sei.
Soweit verständlich werde erst am 4. April 2018 eine traumaorientierte The-
rapie begonnen. Der Beschwerdeführer gehe aktuell einer geringfügigen
Beschäftigung nach, wobei unklar verbleibe, was genau er im Rahmen die-
ser Tätigkeit mache. Offenbar verkaufe er "Blumentöpfe und Wein", eine
Tätigkeit, die sich hauptsächlich telefonisch respektive am Computer erle-
digen lasse, dies unter Nutzung früherer Kontakte. Gelegentlich fahre er
nach (...), um Freunde zu besuchen. Im neurologischen Untersuchungs-
befund stellte Dr. med. G._ eine nicht schmerzhaft bewegungsein-
geschränkte Halswirbelsäule sowie ein orientierend intaktes Gesichtsfeld
(Visus) fest. Bei der psychiatrischen Untersuchung habe der Beschwerde-
führer bei der Hamilton-Depression-Skala 16 Punkte erreicht, was einer
leichten bis mittelgradig ausgeprägten Depression entspreche. Im
Beck'schen Depressionsinventar habe der Beschwerdeführer 26 Punkte
erreicht, was eine deutlich mittelgradige depressive Störung aufzeige. Auf-
grund der Befunde und der Würdigung der anamnestischen Angaben sei
von einer mittelgradig ausgeprägten psychischen Störung auszugehen, die
C-6190/2017
Seite 20
nicht nur depressive Anteile, sondern auch eine ängstliche Symptomatik
mit fraglichen Panikattacken enthalte. Hierbei sei auffällig, dass der Be-
schwerdeführer zwar regelmässig medikamentös behandelt worden sei,
ihm jedoch nie eine spezifische traumaorientierte Psychotherapie oder
eine vorübergehende intensive stationäre Psychotherapie vorgeschlagen
worden sei. Am Tag der Untersuchung (22. März 2018) habe der Be-
schwerdeführer angegeben, dass er jetzt endlich einen ersten Termin bei
einer niedergelassenen Psychotherapeutin habe und in diese Behandlung
grosse Hoffnung setze. In der psychischen Untersuchung seien ausserdem
rückläufige Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung ge-
schildert worden. Daneben bestehe ein behandlungsbedürftiges Schlafap-
noesyndrom, wobei er wegen der Mittelgesichtsfraktur Probleme habe, die
Schlafmaske zu tragen. Ferner stehe der Beschwerdeführer in Behandlung
wegen eines erhöhten Blutdrucks sowie Herzrhythmusstörungen. Chroni-
sche Rückenschmerzen würden medikamentös sowie mit Krankengym-
nastik in eigener Regie behandelt. Bei der neurologischen Untersuchung
habe der Beschwerdeführer eine Hyposmie (unvollständigen Verlust des
Geruchssinns) sowie eine leichte Überempfindlichkeit bei Berührung der
Wangen und Stirnhaut beidseits angegeben. Insgesamt sei der Beschwer-
deführer durch die nachfolgenden Gesundheitsstörungen in seinem Leis-
tungsvermögen im Erwerbsleben beeinträchtigt:
 Angst und depressive Störung gemischt, psychische Folgen nach einer
erlittenen Gewalttat;
 Folgen einer Mittelgesichtsfraktur mit noch leichten Gesichtsschmerzen
und eingeschränktem Geruchssinn;
 Herzrhythmusstörungen mit der Notwendigkeit zur antikoagulativen Be-
handlung (Blutverdünnung);
 schlafbezogene Störung der Atmung (Schlafapnoesyndrom);
 Bluthochdruck, koronare Herzkrankheit;
 Rückenschmerzen.
Unter Berücksichtigung der neurologisch-psychiatrischen Erkrankungen
und der anderen bekannten Leiden ergebe sich für die Leistungsfähigkeit,
dass der Beschwerdeführer zumindest noch während sechs Stunden täg-
lich leichte körperliche Tätigkeiten regelmässig erbringen könne. Welche
Leistungsfähigkeit von körperlicher Seite tatsächlich noch maximal möglich
sei, wäre im Rahmen einer orthopädischen und kardiologischen Begutach-
C-6190/2017
Seite 21
tung zu klären; unter Berücksichtigung der bekannten Befunde dürften ge-
legentlich auch mittelschwere Tätigkeiten möglich sein. Soweit gutachter-
lich zu beurteilen, könne der Beschwerdeführer in wechselnder Körperhal-
tung, aber auch im Gehen, Stehen und Sitzen arbeiten. Aufgrund der Rü-
ckenschmerzen seien Arbeiten ausschliesslich im Stehen eher ungünstig.
Aus nervenärztlicher Sicht seien Arbeiten möglich, bei denen der Be-
schwerdeführer gelegentlich knien, hocken oder sich bücken müsse. Ge-
legentlich könne er auch eine Arbeit über Kopf und Schulter erledigen. Aus
neurologisch-psychiatrischer Sicht könne der Beschwerdeführer zumin-
dest noch Lasten bis 10 Kilogramm regelmässig heben und tragen, gele-
gentlich seien sicherlich auch Lasten bis 15 Kilogramm möglich. Wegen
der angegebenen Rückenschmerzen seien Arbeiten auf Gerüsten und Lei-
tern zu vermeiden. Die gelegentliche Benutzung von Regalleitern sei zu-
mutbar. Ebenfalls könne der Beschwerdeführer uneingeschränkt Treppen-
steigen. Die Gebrauchsfähigkeit der Hände sei nicht beeinträchtigt, ebenso
wenig sei die Feinmotorik eingeschränkt, womit er prinzipiell in der Lage
sei, eine Tastatur zu bedienen. Arbeiten im Freien könnten mit witterungs-
angepasster Kleidung verrichtet werden. Wegen der bekannten Schlafstö-
rungen sollten keine Arbeiten unter Schichtbedingungen, insbesondere in
Nachtschicht, gefordert werden. Ebenso sei besonderer zeitlicher Druck zu
vermeiden. Dagegen bedeute Publikumsverkehr keine Einschränkung (mit
Verweis auf die aktuelle berufliche Tätigkeit des Beschwerdeführers). So-
dann seien geistig mittelschwere Arbeiten möglich. An die Reaktionsfähig-
keit, Übersicht, Aufmerksamkeit, Zuverlässigkeit und an das Verantwor-
tungsbewusstsein seien regelmässig zumindest einfache Anforderungen
möglich. Bei einer angenommenen Fahreignung seien zumindest durch-
schnittliche Anforderungen an die Reaktionsfähigkeit, Übersicht und Auf-
merksamkeit vorhanden, die bedarfsmässig abgerufen werden könnten.
Seh- und Hörvermögen seien nicht erkennbar leistungsrelevant beein-
trächtigt. Die Gehfähigkeit sei nicht eingeschränkt. Der Beschwerdeführer
könne öffentliche Verkehrsmittel benutzen sowie ein Kraftfahrzeug führen.
Dieses Leistungsvermögen habe – soweit retrospektiv beurteilbar – bereits
am 22. August 2016 bestanden.
Die aktuell ausgeübte Tätigkeit, bei welcher der Beschwerdeführer per Te-
lefon oder Internet Waren verkaufe, sei als durchgängig eher anspruchs-
volle Tätigkeit einzustufen, welche zurzeit sicherlich nicht dauernd und re-
gelmässig vollschichtig durchführbar sei (unter Nutzung der möglichen the-
rapeutischen Optionen könnte jedoch auch diesbezüglich innerhalb eines
Jahres eine volle Leistungsfähigkeit erreicht werden). Nach einer Einarbei-
C-6190/2017
Seite 22
tungszeit von maximal drei Monaten könne der Beschwerdeführer voll-
schichtig, zumindest jedoch während sechs Stunden täglich Tätigkeiten
körperlich leichter und geistig einfacher Art nachgehen.
Entgegen der Auffassung von Dr. med. B._ seien die in dessen Gut-
achten des Jahres 2016 genannten psychischen Symptome nicht aus-
schliesslich einer posttraumatischen Belastungsstörung zuzuordnen, da
Ängste und psychische Auffälligkeiten schon Monate vor dem Überfall auf-
getreten seien und sich unter einer psychiatrischen Therapie gebessert
hätten. Daher sei die Diagnose "Angst und Depression" bezeichnender.
Die vom Hausarzt des Beschwerdeführers im Februar 2017 beschriebene
Situation, wonach sich der Beschwerdeführer von Freunden zurückgezo-
gen habe, rast- und ruhelos, affektlabil und aggressiv sei und die Erkran-
kung schwere Auswirkungen auf seine soziale Einbindung und Kontakte
habe, bestehe nicht mehr. Die vom Beschwerdeführer angegebene dau-
ernde Gereiztheit und zeitweise Aggressivität sei bei der Untersuchung in
keiner Hinsicht nachzuvollziehen gewesen (Beilage zu BVGer-act. 29).
5.9 Mit Eingabe ans Sozialgericht (...) vom 18. Mai 2018 erhob der Be-
schwerdeführer Kritiken am Gutachten vom 15. April 2018 (Beilage zu
BVGer-act. 29), woraufhin das Sozialgericht eine ergänzende Stellung-
nahme von Dr. med. G._ einholte. In seiner Stellungnahme vom
23. Juli 2018 betonte Dr. med. G._, dass es sich bei der von ihm im
Gutachten vom 15. April 2018 angegebenen Arbeitsfähigkeit um eine Min-
destbelastbarkeit darstelle, deren Beurteilung sich aus der von ihm durch-
geführten Untersuchung ergebe. Für die Abklärung der maximalen Leis-
tungsfähigkeit könnte ein Internist und ein Orthopäde befragt werden. Dies
würde jedoch nichts an seiner Einschätzung ändern, wonach der Be-
schwerdeführer aus neurologisch-psychiatrischer Sicht zumindest noch
leichte körperliche Tätigkeiten, gelegentlich auch mittelschwere körperliche
Tätigkeiten verrichten könne. Dass der Beschwerdeführer behaupte, be-
reits leichteste Tätigkeiten riefen bei ihm Schwindel und Kopfschmerzatta-
cken hervor, sei objektiv nicht durch eine entsprechende Erkrankung er-
klärbar (Beilage zu BVGer-act. 29).
Sowohl das Gutachten vom 15. April 2018 als auch die Stellungnahme vom
23. Juli 2018 von Dr. med. G._ datieren erst nach dem Zeitpunkt
des Erlasses der angefochtenen Verfügung. Soweit diese indessen Rück-
schlüsse auf den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers im Zeit-
punkt der angefochtenen Verfügung erlauben, können diese vorliegend
vom Bundesverwaltungsgericht berücksichtigt werden (E. 4.2).
C-6190/2017
Seite 23
6.
6.1 Das im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung bereits vorliegende
wissenschaftlich-nervenärztliche Gutachten von Dr. med. B._ vom
24. November 2016 (E. 5.1) berücksichtigt die vom Beschwerdeführer be-
klagten Beschwerden sowie die medizinischen Vorakten. Die darin in der
Hauptsache gestellte Diagnose der posttraumatischen Belastungsstörung
wird im Gutachten in nachvollziehbarer Weise begründet. Ebenfalls hat
sich das Gutachten einlässlich mit der Arbeitsfähigkeit des Beschwerde-
führers auseinandergesetzt und in schlüssiger Weise die funktionellen Ein-
schränkungen bestimmt. Der medizinische Dienst der Vorinstanz hat das
Gutachten in seiner Stellungnahme vom 14. August 2017 implizit als
schlüssig befunden, indem er auf dieses für die von ihm angegebene Ar-
beitsfähigkeit des Beschwerdeführers abstellte. Damit ist nicht zu bean-
standen, dass die Vorinstanz die angefochtene Verfügung auf der Grund-
lage des Gutachtens vom 24. November 2016 sowie namentlich der darin
festgestellten Arbeitsfähigkeit erliess.
6.2 Dr. med. B._ hat in seinem Gutachten vom 24. November 2016
zumindest eine Arbeitsfähigkeit von sechs Stunden und mehr (was gemäss
der in Deutschland gewöhnlichen Tagesarbeitszeit einer vollen Arbeitsfä-
higkeit gleichzusetzen ist) in einer leichten Tätigkeit festgestellt (E. 5.1).
Der medizinische Dienst der Vorinstanz hat diesbezüglich in seiner Stel-
lungnahme vom 14. August 2017 ergänzt, dass diese Arbeitsfähigkeit ins-
besondere für die angestammte berufliche Tätigkeit des Beschwerdefüh-
rers gelte (E. 5.2). Bezüglich der bisherigen beruflichen Tätigkeit des Be-
schwerdeführers geht aus den vorliegenden Unterlagen einheitlich hervor,
dass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt, welcher als Auslöser für die ihm
diagnostizierte posttraumatische Belastungsstörung gilt, in einem Geschäft
gearbeitet hat (Parfümerie H._), wenn auch nicht eindeutig fest-
steht, ob das Geschäft ihm selber oder seiner Ehefrau gehörte (vgl. E.
5.3.2, 5.5 und 5.8). Jedenfalls ist es unter diesen Umständen nicht zu be-
anstanden, dass die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung vom 30. Januar
2018 als zuletzt ausgeübte Tätigkeit des Beschwerdeführers den Beruf
"Geschäftsführer" angab (Sachverhalt Bst. E). Weder die Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit im nervenärztlichen Gutachten vom 24. November 2016
(IV-act. 12 S. 19 unten) noch die Auflistung der speziellen Einschränkun-
gen in der Stellungnahme des medizinischen Dienstes vom 14. August
2017 (IV-act. 36 S. 2) ergeben ein Belastungsprofil, das mit dieser zuletzt
ausgeübten Tätigkeit des Beschwerdeführers unvereinbar wäre. Nachdem
somit die von Dr. med. B._ im Gutachten vom 24. November 2016
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diagnostizierte posttraumatische Belastungsstörung nie zu einer länger-
dauernden Arbeitsunfähigkeit in der angestammten beruflichen Tätigkeit
des Beschwerdeführers geführt hat, erübrigt sich diesbezüglich die Durch-
führung eines strukturierten Beweisverfahrens im Sinne der Prüfung der
Standardindikatoren (vgl. hierzu vorangehend E. 4.9).
6.3 Die nach dem Verfügungsdatum datierenden Gutachten, welche der
Beschwerdeführer im Rahmen des vorliegenden Beschwerdeverfahrens
nachgereicht hat, ändern nichts an der Gültigkeit der Beurteilung von
Dr. med. B._. Namentlich äusserte sich die Gutachterin F._
nicht zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers (und bestätigte damit ins-
besondere die vom Beschwerdeführer behauptete, auf wenige Stunden
täglich reduzierte Arbeitsfähigkeit nicht). Dr. med. G._ dagegen be-
stätigte die von Dr. med. B._ bescheinigte Arbeitsfähigkeit vollum-
fänglich, wobei er seine Beurteilung einlässlich begründete. Aus dem Um-
stand, dass Dr. med. G._ hinsichtlich der gestellten Diagnose von
der Beurteilung von Dr. med. B._ abweicht, kann der Beschwerde-
führer in Bezug auf die vorliegend massgebende Leistungsfähigkeit nichts
zu seinen Gunsten ableiten. Vielmehr hat Dr. med. G._ sowohl in
seinem Gutachten vom 15. April 2018 als auch in seiner erläuternden Stel-
lungnahme vom 23. Juli 2018 deutlich gemacht, dass es sich bei der von
ihm attestierten Arbeitsfähigkeit um eine Mindestleistungsfähigkeit handle,
welche durch die ergänzende Einholung einer orthopädischen oder inter-
nistischen Abklärung lediglich nach oben korrigiert werden könne (dies in
Bezug auf die Festlegung der maximalen Belastbarkeit des Beschwerde-
führers). Dr. med. G._ hat damit insbesondere bestätigt, dass sich
der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der Begutachtung
von Dr. med. B._ vom 24. November 2016 weder verschlechtert
noch sich die darauf basierende Leistungsfähigkeit verändert hat.
6.4 Die vom Beschwerdeführer sowohl im vorinstanzlichen Verfahren als
auch im vorliegenden Beschwerdeverfahren mehrfach eingereichten Arzt-
berichte seines behandelnden Neurologen Dr. med. E._ sowie sei-
nes Hausarztes Dr. med. D._ attestieren ihm zwar jeweils eine re-
duzierte Arbeitsfähigkeit, ohne diese jedoch durch entsprechende objektive
Befunde hinreichend medizinisch zu begründen. Vielmehr beschränken
sich die entsprechenden Berichte jeweils auf eine längere Auflistung der
vom Beschwerdeführer beklagten subjektiven Beschwerden, was für die
Begründung einer reduzierten Arbeitsfähigkeit nicht ausreicht. In diesem
Zusammenhang ist ausserdem der Erfahrungstatsache Rechnung zu tra-
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gen, dass behandelnde Ärzte mit Blick auf ihre auftragsrechtliche Vertrau-
ensstellung zum Patienten häufig zu dessen Gunsten aussagen und deren
Aussagen daher mit Vorbehalt zu würdigen sind (E. 4.11). Der medizini-
sche Dienst der Vorinstanz hat entsprechend in seiner Stellungnahme vom
19. September 2017 zu Recht dargelegt, dass die Aufzählung subjektiver
Angaben des Beschwerdeführers ohne objektive Befunde nichts an der im
Gutachten von Dr. med. B._ festgelegten Arbeitsfähigkeit zu ändern
vermöge (vgl. E. 5.4).
6.5 Der vom Beschwerdeführer bei der Vorinstanz eingereichte Schwerbe-
hindertenausweis, gültig ab dem 20. März 2017 (IV-act. 39 S. 1), ändert
nichts an den bisherigen Feststellungen des Bundesverwaltungsgerichts,
nachdem die Einschätzungen ausländischer Behörden die schweizerische
Invalidenversicherung nicht binden (E. 3.1 i.f.). Dies gilt vorliegend umso
mehr, als der vom Beschwerdeführer eingereichte Ausweis offenbar nicht
von einer IV-Behörde ausgestellt wurde sowie aufgrund der vom Be-
schwerdeführer beim Bundesverwaltungsgericht eingereichten Unterlagen
zu erkennen ist, dass diesem bislang auch von der deutschen Invaliden-
versicherung eine Invalidenrente verweigert wurde (was der Beschwerde-
führer in der Folge vor dem Sozialgericht (...) angefochten hat; vgl. hierzu
Sachverhalt Bst. F).
6.6 Nachdem der Beschwerdeführer aufgrund der vorliegenden medizini-
schen Unterlagen, insbesondere des Gutachtens von Dr. med. B._
vom 24. November 2016 sowie der Stellungnahme des medizinischen
Dienstes vom 14. August 2017, in seiner angestammten beruflichen Tätig-
keit nie längerfristig eingeschränkt war, ist vorliegend das Wartejahr ge-
mäss Art. 28 Abs. 1 Bst. b IVG (vgl. E. 4.2) als notwendige Voraussetzung
für die Leistung einer Invalidenrente nicht erfüllt. Die Vorinstanz hat daher
zu Recht das Leistungsbegehren des Beschwerdeführers abgewiesen. Die
angefochtene Verfügung vom 3. Oktober 2017 ist entsprechend zu bestä-
tigen und die Beschwerde ist abzuweisen.
7.
7.1 Das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder
die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem Bundesverwaltungsgericht ist
kostenpflichtig (Art. 69 Abs. 1bis i. V. m. Abs. 2 IVG). Entsprechend dem
Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdeführer die Ver-
fahrenskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Diese sind auf Fr. 800.–
festzusetzen. Der einbezahlte Kostenvorschuss in gleicher Höhe ist nach
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Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Entscheids zur Bezahlung der
Verfahrenskosten zu verwenden.
7.2 Der obsiegenden Partei kann von Amtes wegen oder auf Begehren
eine Entschädigung für die ihr erwachsenen notwendigen und verhältnis-
mässig hohen Kosten zugesprochen werden (Art. 64 Abs. 1 VwVG). Als
Bundesbehörde hat die obsiegende Vorinstanz indessen keinen Anspruch
auf eine Parteientschädigung (Art. 7 Abs. 3 VGKE (SR 173.320.2]). Dem
unterliegenden Beschwerdeführer ist entsprechend dem Verfahrensaus-
gang ebenfalls keine Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1
VwVG)
(Das Dispositiv folgt auf der nächsten Seite.)
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