Decision ID: d6e8ff2a-0308-4d18-948e-424b4e3913dd
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1948,
bezieht
seit August 2012
Zusatz
leistungen
von
der
Stadt Winterthur
, Zusatzleistungen zur AHV/IV
(nach
folgend Durchführungsstelle)
,
zu ihrer Altersrente der Alters- und
Hinterlas
senenversicherung
(AHV
;
Urk. 12/37, vgl. Urk. 12/38/1
).
Mit Verfügung
vom 21. November 2014
(Urk. 12/28)
berechnete die
Durch
führungsstelle
den Anspruch auf Zusatzleistungen aufgrund des Umzuges der Versicherten sowie des gleichzeitigen Einzuges ihres Sohnes neu und kürzte die Leistungen ab Oktober 2014 auf Fr. 1‘106.-- pro Monat
(bestehend aus Fr. 836.-- Ergänzungsleistungen, Fr. 202.-- Beihilfe und Fr. 68.--
Gemeinde
zuschuss
)
. Die Versicherte erhob dagegen am 16. Dezember 2014 Einsprache (Urk. 12/23)
.
Die Durchführungsstelle berechnete mit Verfügung vom 3. Dezember 2014
(Urk. 12/25)
den Anspruch auf Zusatzleistungen aufgrund des Auszuges des Sohnes der Versicherten zu dessen Vater
neu
und erhöhte die Leistungen ab Januar auf Fr. 1‘625.-- pro Monat
(bestehend aus Fr.
1‘355
.--
Ergänzungs
leistungen
, Fr. 202.-- Beihilfe und Fr. 68.-- Gemeindezuschuss)
. Mit Verfü
gung vom 13. Januar 2015
(Urk. 12/21)
berechnete die Durchführungsstelle den Anspruch auf Zusatzleistungen aufgrund der höheren Altersrente der AHV der Versicherten neu und kürzte die Leistungen ab Januar 2015 auf Fr. 1‘618.-- pro Monat
(
bestehend aus Fr.
1‘348
.-- Ergänzungsleistungen, Fr. 202.-- Beihilfe und Fr. 68.-- Gemeindezuschuss).
Die Durchführungsstelle berechnete
mit Verfügung vom 30. April
2015
(Urk. 12/19)
den Anspruch auf Zusatzleistungen aufgrund der veränderten Vermögensituation sowie der Anpassung der deutschen Rente der Ver
sicher
ten neu und erhöhte die Leistungen ab Februar 2015 auf
Fr. 1‘655.-
- pro Monat
(bestehend aus Fr. 1‘385.-- Ergänzungsleistungen, Fr. 202.-- Beihilfe und Fr. 68.-- Gemeindezuschuss)
.
Die von der Versicherten dagegen erhobene undatierte, bei der Durchführungsstelle am 5. Juni 2015
eingegangene Einsprache (Urk. 12/17, vgl. Urk. 12/16) wies die
Durchfüh
rung
s
stell
e
mit Entscheid vom 22. Juni 2015 ab (Urk. 12/14). Mit Eingabe
vom 3. Juli
2015 stellte die Versicherte ein Wiedererwägungsgesuch betreffend
den
Einspracheentscheid
vom 22. Juni 2015 und ergänzte die noch
hängige
Einsprache vom 16. Dezember 2014 (Urk. 12/11
= Urk. 3/3
).
Die Versicherte beantragte sodann mit Schreiben vom 1. September 2015 die Berücksichti
gung des geänderten Eurokurs
es
für ihre deutsche Rente (Urk. 12/8).
Die Durchführun
gsstelle
vereinigte
daraufhin
die Verfahren bezüglich
der
Einsprache
vom 16. Dezember 2014
sowie
des
Wiedererwägungsgesuch
es
aus prozessökonomischen Gründen und
hiess mit Entscheid vom 18. November 2015 die Einsprache
unter Aufhebung der
angefochtene
n
Verfügung vom 21. Novemb
er 2014 dahingehend gut, als dass sie den Anspruch neu zu berechnen und darüber neu zu verfügen habe. Zudem wies sie das
Wiederer
wägungsgesuch
ab (Urk. 12/7 = Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am 18. Dezember 2015 Beschwerde gegen den Ein
sprache-/Wiedererwägungsentscheid vom 18. November
2015 (Urk. 2) und bean
tragte, dieser sei aufzuheben und es sei bei der Berechnung ihrer Aus
gaben eine Pauschale für Warmwasser analog der Pauschale für Heizkosten (Art. 16b der Verordnung über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinter
lasse
nen- und Invalidenversicherung, ELV) im Betrag von Fr. 840.
--
anzu
rech
nen. Eventuell seien ihr die effektiven Kosten für das Warmwasser anzurech
nen. Zudem seien ihr die kantonale Beihilfe und ein
Gemeindezu
schuss
aus
zurichten, insbesondere sei beim Gemeindezuschuss die Erhöhung des nicht angerechneten Mietzinses zu berücksichtigen (Urk. 12/5 = Urk. 1 S. 2 Ziff. 1-3).
Die Durchführungsstelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 18. April 2016 die Abweisung der Beschwerde (Urk. 11). Mit Verfügung vom 25. April 2016 wurde antragsgemäss (vgl. Urk. 1 S. 2 Ziff. 5) die unent
geltliche Rechtsvertretung bewilligt und der Beschwerdeführerin die
Beschwer
de
ant
wort
zugestellt (Urk. 13).
Der Einzelrichter

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Da der Streitwert
Fr.
20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der
Be
schwerde
in die einzelrichterliche Zuständigkeit (
§
11
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht
,
GSVGer
).
1.2
Gemäss Art. 2 Abs. 1 des
Bundesgesetz
es
über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG)
haben Personen An
spruch auf Ergänzungsleistungen, wenn sie die Voraussetzungen nach Art. 4-6 ELG erfüllen.
Die jährliche Ergänzungsleistung entspricht dem Betrag, um den die aner
kannten
Ausgaben
die
anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 9 Abs. 1 ELG).
1.3
Die anrechenbaren Einnahmen sind in Art. 11 ELG geregelt. Nicht ange
rechnet werden unter anderem private Leistungen mit ausgesprochenem
Für
sor
ge
charakter
(Abs. 3
lit
. c).
1.4
Die anerkannten Ausgaben sind in Art. 10 ELG geregelt.
Bei einer allein
stehenden Person, die nicht dauernd oder längere Zeit in einem Heim oder Spital lebt
(zu Hause lebende Person)
, werden
unter anderem
der Mietzins für eine Wohnung und die damit zusammenhängenden Nebenkosten im Umfang von maximal Fr. 13‘200
.--
pro Jahr anerkannt
Abs. 1
lit
. b Ziff. 1 ELG).
Bei Personen, welche ihre Mietwohnungen selber beheizen müssen und dem Vermieter keine Heizungskosten nach Art. 257b des
Bundesgesetz
es
betref
fend die Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (Fünfter Teil: Obli
gationenrecht
, OR
)
zu zahlen haben, wird für die Heizkosten zu den übri
gen Nebenkosten eine Pauschale hinzugezählt (Art. 16b Abs. 1 ELV). Die Pau
schale beträgt pro
Jahr Fr. 840.-- (Art.
16b Abs. 2
i.V.m
. Art. 16a ELV).
1.5
Die Kantone können über den Rahmen des ELG hinausgehende Leistungen gewähren und dafür besondere Voraussetzungen festlegen, wobei die Erhe
bung von Arbeitgeberbeiträge
n ausgeschlossen ist (vgl. Art.
2 Abs. 2 ELG).
Im Kanton Zürich können nach Massgabe der Vorschriften des ELG und aufgrund des Zusatzleistungsgesetzes
des Kantons Zürich
(ZLG) nebst den Ergänzungsleistungen gemäss ELG auch Beihilfen und Zuschüsse ausgerich
tet werden (§ 1 Abs. 1 ZLG).
Die Gemeinden können Gemeindezuschüsse zu den Beihilfen gewähren, die nicht als Einkommen anzurechnen sind (§ 20 Abs. 1 ZLG). Die Stadt Win
terthur gewährt Gemeindezuschüsse nach Massgabe des ZLG
, der
Zusatzleis
tungsverordnung
des Kantons Zürich (ZLV)
und der Verordnung über den Vollzug der Zusatzleistungen zur AHV/IV und die Gewährung von
Gemein
de
zuschüssen
(nachfolgend
Vollzugsverordnung
).
Anspruch auf den ordentli
chen Gemeindezuschuss haben
Personen, die
alle persönlichen Vorausset
zungen zum
Beizug
der gesetzlichen Beihilfe gemäss ZLG erfüllen und bei der Anmeldung des Anspruchs seit mindestens fünf Jahren ununterbrochen zivilrechtlichen Wohnsitz in der S
tadt Winterthur haben (Art. 2
der
Voll
zugsverordnung
). Der jährliche Höchstbeitrag des ordentlichen
Gemeindezu
schusses
beträgt für Einzelpersonen
Fr. 816.-- (Art. 3
lit
. a
der
Vollzugsver
ordnung
).
Zudem haben Personen,
welche die persönlichen Voraussetzungen nach Art. 2
der
Vollzugsverordnung
erfüllen und deren Mietzins höher als der ergänzungsleistungsrechtliche Mietzinsabzug ist
, Anspruch auf einen
Mietzinszuschuss
(Art. 5 Abs. 1
der
Vollzugsverordnung
). Es werden die
Mehr
aufwendungen
, das heisst die Differenz des effektiven Mietzinses zum
ergän
zungsleistungsrechtlichen
Höchstmietzinszuschuss, berücksichtigt und betra
gen
jährlich für Einzelpersonen maximal Fr. 2‘196.-- (Art. 6
der
Voll
zugsver
ordnung
).
2.
2.1
In Bezug auf die Zusatzleistungen ab Februar 2015, welche
vorliegend
den Streitgegenstand bilden, ist die Höhe der Miete bei den anerkannten Ausga
ben bezi
ehungsweise die Nichtgewährung
eines
Gemeindezuschuss
es
sowie
die Nichtgewährung
einer
Pauschale für Warmwasser angefochten. Die übri
gen Positionen der EL-Berechnung sind nicht bestritten (vgl. Urk. 1
S. 5 Ziff. II.6
). Es besteht denn auch kein Anlass zu einer näheren Prüfung von Amtes wegen (vgl. Urteil des Bundesgerichts P 42/06 vom 2. November 2006 E. 2 mit Hinweisen).
2.2
Die Beschwerdegegnerin
führte im angefochtenen Einsprache/-
Wiedererwä
gungsentscheid
vom 18. November 2015 (Urk. 2)
aus, dass
der reduzierte Mietzins
von Fr. 1‘100.-- und nicht der volle Mietzins von Fr. 1‘500.-- ge
mäss Mietvertrag
anzurechnen sei, da
es sich bei der Reduktion
um Fr. 400.--
nicht um eine Leistung mit ausgesproc
henem Fürsorgecharakter handle (S. 7 f. Ziff. 5). Das Mietzinsmaximum für Alleinstehende von Fr. 1‘100.-- pro Monat beziehungsweise Fr. 13‘200.-- pro Jahr beinhalte
zu
dem bereits die Nebenkosten.
Die Pauschale für die Heizkosten von jährlich Fr. 840.-- gemäss Art. 16b ELV sei für die Beheizung der Mietwohnung und damit nicht für die Erwärmung des Warmwassers
gedacht. Vorliegend wür
den die Heizkosten sodann mit einer Pauschale von monatlich Fr. 100.-- im Mietzins berücksichtigt, weshalb keine zusätzliche Pauschale für die Erwär
mung des Warmwassers berücksichtigt werden könne (S. 8 Ziff. 5).
Daran hielt die Beschwerdegegnerin in ihrer Beschwerdeantwort, mit einigen Ergänzungen, fest (Urk. 11)
.
2.3
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber in ihrer Beschwerde (Urk.
1) auf den Standpunkt, dass ihr die Mietzinsreduktion und die Zurver
fügung
stellung der Wohnung durch ihren Ex-Ehemann nur aufgrund ihrer Bedürf
tigkeit gewährt werde. Deshalb sei die gesamte Miete gemäss Mietver
trag zu berücksichtigen beziehungsweise sei ihr der Betrag von Fr. 2‘196.-- beim Gemeindezuschuss anzurechnen (S. 6 f. Ziff.
III.
2-3).
Zudem müsse Art. 16b ELV
analog für den Fall gelten, in dem das Warmwasser nicht in den Nebenkosten inbegriffen sei; dies umso mehr, als in Art. 257b Abs. 1 OR die Kosten für Warmwasser ausdrücklich erwähnt seien. Die Kosten für Warm
wasser seien ein typischer Bestandteil der Nebenkosten und müssten von den Ergänzungsleistungen gedeckt werden (S. 7 f. Ziff.
III.
4).
3.
3.1
Aus den Akten geht hervor, dass die Beschwerdeführerin seit Oktober 2014 in einer Wohnung im
Y._
wohnt. Der monatliche Mietzins beträgt gemäss Mietvertrag vom 17. September 2014 (Urk. 12/29/1) Fr. 1‘300.-- zuzüglich Nebenkosten von Fr. 200.-- (Pauschale für Heizung von Fr. 100.--, Pauschale für sonstige Nebenkosten von Fr. 100.--), mithin Fr. 1‘500.-- brutto. Ferner geht
aus dem Mietvertrag
hervor, dass der
Ver
mieter der Beschwerdeführerin
eine Mietzinsreduktion von monatlich Fr. 400
.--
gewährt
, so lange die Beschwerdeführerin
die Wohnung persönlich bewohne.
Die Reduktion sei auf einen Drittmieter nicht übertragbar und entfalle, wenn die Wohnung oder Teile davon untervermietet würden (S. 1 unten). Zusätzlich wurde vereinbart, dass die Erwärmung von Warmwasser über den Boiler in der Küche erfolge. Die Stromkosten würden der Beschwer
deführerin über die Stromrechnung direkt belastet (S. 2 Mitte). Beim Ver
mieter dieser Wohnung handelt es sich um den Ex-Ehemann der Beschwer
deführerin, dies ist unbestritten (vgl. Urk. 1 S. 6 Ziff. III.1, Urk. 2 S. 7 Ziff. 5).
3.2
Im Folgenden ist zu prüfen, ob es sich bei der Reduktion von Fr. 400.-- des monatlichen Mietzinses durch den
Vermieter, der zugleich der Ex-Ehemann der Beschwerdeführerin ist,
um eine Leistung mit ausgesproch
enem
Fürsor
gecharakter
handelt
.
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung haben nur diejenigen Leistun
gen ausgesprochenen Fürsorgecharakter, die freiwillig und auf Zusehen hin gewährt werden und jedes Mal oder zumindest periodisch der Hilfsbedürftig
keit des Bezügers angepasst werden (BGE 139 V 574 E. 3.3.2).
Der Mietzins beziehungsweise der Teil des Mietzinses, für welchen Fürsorgebehörden, ge
meinnützige Institutionen, Verwandte oder allenfalls Dritte in fürsorgerischer Weise aufkommen, ist als Mietzinsausgabe anzuerkennen. Ebenso ist eine solche Ausgabe in Fällen anzuerkennen in denen versicherte Personen bei
nahen Verwandten zu einem Vorzugspreis oder unentgeltlich wohnen kön
nen
(
Wegleitung über die Ergänzungsleistungen zur AHV und IV
,
WEL
, Stand
1.
Januar 2016,
Rz
. 3237.02).
Grundsätzlich sind alle wiederkehrenden Leistungen, die nicht unter
Art. 11 Abs. 3 ELG
fallen, vollumfänglich als Einnahmen anzurechnen, gleichgültig, ob es sich um Geld- oder um Naturalleistungen handelt (WEL
Rz
. 3455.01). Darunter fällt auch der (regelmässige) Verzicht des Vermieters beziehungs
weise des Eigentümers einer Wohnung oder eines Hauses auf die Bezahlung eines Entgelts (Miete) für die Benützung der Liegenschaft, insbesondere fürs Wohnen (BGE 139 V 574 E. 3.3.3).
3.3
Die
vom
Vermieter
an die Beschwerdeführerin vertraglich gewährte
Miet
zins
re
duktion
ist einzig an die Bedingung geknüpft, dass die Beschwer
deführerin die Wohnung persönlich bewohnt (vorstehend E. 3.1). Die
Miet
zinsreduktion
wird der Beschwerdeführerin
daher
generell eingeräumt und es findet dem
nach keine (periodische) Überprüfung
ihrer
Hilfsbedürftigkeit
statt. Die
Be
schwer
deführerin hätte somit
selbst bei einer Verbesserung ihrer fi
nanziellen Situation Anspruch auf die
Mietzinsr
eduktion. Die Voraussetzun
gen einer Leistung mit ausgesprochenem Fürsorgecharakter (vorstehend E. 3.2) sind demzufolge nicht erfüllt.
Ausserdem
findet
vorliegend
die Regelung in WEL
Rz
.
3237.02, wonach die Mietzinsausgabe in Fällen anzuerkennen ist, in denen die versicherte Person bei nahen Verwandten zu einem
Vorzugspreis wohnen können (
vorstehend E. 3.2), keine Anwendung. Denn zwischen der Beschwerdeführerin und ihrem Ex-Ehemann besteht keine (enge) verwandtschaftliche Beziehung
. Die Aner
kennung der Mietzinsausgabe in WEL
Rz
. 3237.02 ist klar geregelt und be
zieht sich nur auf nahe Verwandte, weshalb – entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin
(Urk. 1 S. 6 Ziff. III.2) – kein Raum für die Ausdehnung dieses Begriffes besteht
(vgl.
hierzu
BGE 139 V 578 E. 3.3.1
, in welchem
das Bundesgericht die
Anwendung der
Regelung in WEL
Rz
. 3237.02 aufgrund der fehlenden verwandtschaftlichen Beziehung zwischen dem bei seiner Lebens
partnerin unentgeltlich lebenden Beschwerdeführer
verneint hat
).
Folglich ist bei der EL-Berechnung vom effektiv bezahlten Mietzins, mithin von Fr. 1‘100.-- pro Monat beziehungsweise Fr. 13‘200.-- pro Jahr auszuge
hen.
Damit wird der gesamte, von der Beschwerdeführerin effektiv bezahlte Mietzins als Ausgabe berücksichtigt, denn das Mietzinsmaximum für Allein
stehende
beträgt
ebenfalls Fr. 13‘200.
-- (vgl. vorstehend E. 1.4)
. Dementspre
chend besteht
kein Raum mehr für die Gewährung eines
Gemeindezuschus
ses
,
namentlich eines
Mietzinszuschusses nach Art. 6 der
Vollzugsverord
nung
(vgl
. vorstehend E.
1.5
).
4.
4.1
Es bleibt zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Pauschale für Warmwasser analog der in Art. 16b ELV geregelten Pauschale für Heiz
kosten
hat.
4.2
Wie bereits dargelegt wurde,
beträgt der monatliche
Mietzins Fr. 1‘300.-- zuzüglich Nebenkosten von Fr. 200.-- (Pauschale für Heizung von Fr. 100.--,
Pauschale für sonstige Nebenkosten von Fr. 100.
--), mithin Fr. 1‘500
.
--
brutto
. Ferner wurde vereinbart, dass die Erwärmung von Warmwasser über den Boiler in der Küche erfolgt und die Stromkosten der Beschwerdeführerin über die Stromrechnung direkt belastet werden
(vorstehend E. 3.1).
Damit ist ein monatlicher Mietzins vorgesehen, bei dem die Nebenkosten vo
m Vermieter mit diesem in Rechnung gestellt werden.
Separat in Rech
nung gestellte, das heisst im Mietvertrag nicht vereinbarte Nebenkosten, wie bei
spielsweise Wasser-/Abwasserkosten, sind rechtsprechungsgemäss bei der Be
rechnung der Ergänzungsleistungen gemäss
Art. 10 Abs. 1
lit
. b ELG
nicht zu berücksichtigen (
Urteil des Bundesgericht
s
8C_741/2008 vom 17. Dezember 2008)
.
Die Pauschale für Heizkosten in Art. 16b ELV
wurde
gestützt auf die
Dele
gationsno
rm
in Art. 9 Abs. 5
lit
. f ELG erlassen, wonach der Bundesrat die Pauschale für Heizkosten einer gemieteten Wohnung zu bestimmen hat, so
fern diese von der Mieterin oder vom Mieter direkt getragen werden müssen. Diese Pauschale betrifft aufgrund des klaren Wortlauts der Bestimmungen in Gesetz und Verordnung die Heizkosten und damit nicht die Kosten für die Erwärmung des Warmwassers. Vorliegend werden sodann die Heizkosten mit einer Pauschale von monatlich Fr. 100.
-- bereits
im Mietzins berücksichtigt. Es kann somit keine zusätzliche Pauschale für die Erwärmung des Warm
wassers gemäss Art. 16b ELV als Ausgabe bei der Berechnung der Zusatz
leistung berücksichtigt werden.
5.
Nach dem Gesagten ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin
bei der Berechnung des Anspruchs auf Zusatzleistungen
nur die effektiv be
zahlten Mietkosten anerkannt hat und der Beschwerdeführerin keinen
Ge
meindezuschuss
, namentlich ein Mietzinszuschuss, sowie keine Pauschale für Warmwasser gewährt hat.
Zusammenfassend ist die Ermittlung der Zusatzleistungen gemäss Verfügung vom 30. April 2015 (Urk. 12/19), bestätigt durch den Einsprache-/
Wieder
er
wägungsentscheid
vom 18. November 2015 (Urk. 2), nicht zu bean
standen, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
6.
Mit Honorarnote vom 10. Mai 2016 (Urk. 16) machte die unentgeltliche
Recht
s
vertreterin
der
Beschwerdeführerin
einen zeitlichen Aufwand von 10
Stunden
25 Minuten
sowie Barauslagen
von
3 % des Zeitaufwandes
(ohne Mehr
wertsteuer)
geltend
,
was als angemessen erscheint. In Anwendung des
ge
richtsübl
ichen
Stundenansatzes von Fr. 220.-- und unter Berücksichtigung der Mehrwertsteuer von 8 % beläuft sich damit die Entschädigung, die
Rechtsan
wältin
Lotti
Sig
au
szurichten ist, auf Fr. 2‘
5
49
.
30.
Die Beschwerdeführerin wird auf die Nachzahlungspflicht von § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.