Decision ID: 87f12890-d432-465f-aae5-58fc1da802d7
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1
.1
X._
, geboren 1957
,
arbeitete als Orientteppichverkäufer (Urk. 7/7)
,
als er im Juli 1991 bei einem Autounfall diverse Verletzungen,
unter anderem
eine Fraktur am rechten Unterschenkel erlitt (Urk.
7/6
, Urk. 7/25/15
).
Am 30. Juni 1992 meldete sich der Versicherte
bei der Eid
genössischen In
validen
ver
sich
e
rung (IV) zum Leistungsbezug an (
Urk. 7/6
).
Die
Sozialver
siche
rungsanstalt
des Kantons Zü
rich, IV-Stelle (nachfol
gend: IV-Stelle), klärte die medizinischen und erwerblichen Verhältnisse
ab
und
sprach dem Versicherten eine Umschulung zum Büroangestellten
(Urk.
7/2
)
sowie eine Vorbereitung zur Ge
schäftseröffnung im Bereich Teppichhandel
zu (Urk. 7/13).
Die Wieder
ein
glie
derung wurde im Frühjahr 1995 beendet (Urk. 7/21).
Der Versicherte war da
rauf
hin als selbständiger Teppichhändler tätig (Urk. 7/21, Urk. 7/24/4, Urk. 7/27/2).
1.2
Am 10. September 1997
meldete sich der Versicherte
bei der Eid
genös
sischen In
validen
ver
sich
e
rung
wegen
einer
Depression erneut zum Leistungsbezug an
(Urk.
7/24
).
Die IV-Stelle holte unter andere
m das Gutachten von Dr. med. Y._
, Facharzt für Psy
chiatrie und Psychotherapie, vom 15. April 1999 ein (Urk. 7/37).
Gestützt darauf sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügung vom 21. September 1999 eine halbe Rente bei einem Invaliditätsgrad von 6
0
% mit
Wirkung ab dem 1. November 1997
zu (Urk. 7/41-42).
Im Rahmen des Ende Juni 2000 eröffneten Revisionsverfahr
ens holte die IV-Stelle bei Dr.
Y._
das Verlaufsgutachten vom
25. Mai 2001 (Urk. 7/
50
), ergänzt mit Schreiben vom 5. Juli 2001 (Urk. 7/53), ein
(Urk. 7/50/3-4
). Am 19. Juli 2001 bestätigte die IV-Stelle den Anspruch auf die bisherige (halbe) In
validenrente (Urk. 7/56).
Im September 2003 eröffnete die IV-Stelle ein weiteres Revisionsverfahren (Urk. 7/67)
, in welchem sie das Verlaufsgutachten von Dr.
Y._
vom 27. Mai 2004 einholte (Urk. 7/76/6-12) und gestützt darauf wiederum eine un
ver
änderte (halbe) Invalidenrente bestätigte (Mi
tteilung vom 9.
Juni 2004, Urk. 7/78).
Mit Schreiben vom 14. Juni 2004 wies der Versicherte darauf hin, dass er mit Anmeldung vom 19. Dezember 2003 (Urk. 7/70) um Revision mit der Begründung einer 70%igen Erwerbsunfähigkeit ersucht habe, weshalb die Rente entsprechend zu erhöhen sei (Urk. 7/79). Mit Verfügung vom 8. Juli 2004 wies die IV-Stelle das Rentenerhöhungsgesuch ab (Urk. 7/85).
Die dagegen erhobene Einsprache vom
13. Juli 2004 (Urk. 7/87) wies die IV-Stelle mit
Einsprache
ent
scheid
vom 24. Januar 2005 ab (Urk. 7/98).
1.3
Nach Einleitung
eine
s
neuen
Revisionsverfahrens im August 2007 (Urk. 7/123) holte die IV-Stelle den Bericht
des
den Versicherten
inzwischen
behandelnden Psychiaters
Dr.
Y._
vom
9. Januar 2008 ein (Urk.
7/126/6-8).
Vom 1. Februar bis am 7.
April
2008 wurde der Ver
sicherte in der Psychia
trischen Privatklinik
Z._
(nachfolgend:
Z._
)
stationär be
handelt (Urk. 7/128).
Am 25. April 2008 stellte der Versicherte mündlich ein Gesuch um Erhöhung seiner bisherigen halben auf eine g
anze Rente (Urk. 7/129). Am 27.
Mai 2008 wurde dem Ver
sicherten von der Vormundschaftsbehörde
A._
eine
Beiständin
be
stellt (Urk. 7/133).
Die IV-Stelle holte in der Folge den
Bericht von Dr.
Y._
vom
1. April 2009 ein (Urk.
7/146). Nach Durch
führung des
Vorbescheid
verfahrens
(Urk. 7/153, Urk. 7/156) erhöhte die IV-Stelle
mi
t
Verfügungen vom 19. August 2010
die bisherige halbe auf eine
ganze Rente für die Zeit vom 1.
August 2007 bis Ende Mai 2009 und richtete ab dem
1. Juni 2009 wieder eine halbe Rente aus (Urk.
7/165
, Urk. 7/187
).
Anfang 2010 begab sich der Versicherte in ein Eingliederungsprogramm der
B._
(Urk. 7/169).
Mit Verfügung vom 19. November 2010 wurde die Ver
fügung vom 19. August 2010 betreffend Herabsetzung der ganzen auf eine halbe Rente wegen einer
gemachten
Zu
sicherung
zur Sistierung allfälliger
Rentenrevisi
onsverfahren
während des laufend
en Arbeitsvermittlungsprojektes
(Urk. 7/216)
wiedererwägungsweise aufgehoben und es wurde festgestellt, dass während der Dauer dieser Eingliederungsmassnahme weiterhin An
s
pruch auf eine ganze Rente bestehe und danach ein neues Revisionsverfahren durchgeführt werde (Urk. 7/205; vgl. auch Urk. 7/204).
Mit Verfügung vom 25. November 2010 wurde dementsprechend eine ganze Rente ab dem 1. Juni 2009 ausgerichtet (Urk. 7/207).
Im April 2011 eröffnete der Versicherte ein eigenes Geschäft („Brockenstube“) mit kleinen Möbeln, Accessoires und Teppichen aus dem Orient (Urk. 7/218, Urk. 7/221/2).
1.4
Im Juli 2011
leitete die IV-Stelle
ein weiteres Revisionsverfahren ein (Urk. 7/221)
und holte den Bericht von Dr.
Y._
vom 5. November 2011 ein (Urk. 7/225).
Nach Durchführung des
Vorbescheidverfahrens
(Urk. 7/228) redu
zierte die IV-Stelle
mit Verfügung vom 12. März 2012
die bisherige ganze auf eine halbe Rente
mit Wirkung ab 1.
Mai 2012
(Urk. 7/
229, Urk. 7/231
).
1.5
Mit Schreiben vom 21. August 2012 beantragte der Beschwerdeführer die Über
prüfung seines Rentenanspruchs
mit der Begründung, sein Gesundheitszustand habe
sich verschlechtert und er sei zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben (Urk.
7/247).
Die IV-Stelle kündigte
mit Vorbescheid vom 29.
August 2012 an, auf das Erhöhungsgesuch nicht einzutreten (Urk. 7/249).
Der Versicherte legte daraufhin den Bericht von Dr.
Y._
vom 19. Oktober 2012 vor (Urk.
7/255 [im Vergleich zu Urk. 7/254 korrigierte Version
in Ziffer
1
und Ziffer
4]
).
Am 11.
Januar 2013 wurde der Versicherte vom Institut für
Rechts
medizin
der Universität
C._
, Verkehrsmedizin & Forensische Psychiatrie, be
gut
achtet, wobei aufgrund eine
s verkehrsmedizinisch relevanten
Alkoholmiss
brauchs bei gleichzeitig psychisch instabiler Situation seine Fahreignung verneint wurde (Gutachten vom 5. Februar 2013, Urk. 7/270/19-22).
Am 9. April 2013 wurde der Versicherte zudem im Auftrag d
er IV-Stelle von Dr.
med. D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, begutachtet
, der zum Schluss kam, dass keine psychiatrische Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu stellen sei
(Gutachten vom
12.
Juli 2013, Urk. 7/270/1-18).
Vom 1
7
. Juni
bis
26
. Juli
2013
wurde
der Versicherte in der
E._
stationär behandelt (
Austrittsbericht vom 6. August 2013,
Urk. 7/
275
).
Vo
m 3.
bis 28.
Februar 2014 wurde im Auftrag der IV-Stelle eine Potential
-
abklärung durch die
F._
,
durchgeführt (Urk. 7/282).
Gestützt auf den Schluss
be
richt der
F._
vom 10. März 2014 teilte die IV-Stelle dem Ver
sicherten mit Schreiben vom 14. März 2014 mit, dass derzeit kein Eingliederungspotenzial vor
handen sei und daher die Unterstützung mittels Eingliederungsmassnahmen be
endet werde (Urk. 7/283).
1.6
Mit
neuem
Vorbescheid vom 18.
März
2014 kündigte die IV-Stelle die Aufhebung der bisherigen halben Rente an (Urk. 7/287),
wogegen der
Versicherte mit Schrei
ben vom 29
.
April 2014 (Urk. 7/288
)
Einwände erhob. Mit Verfügung vom
11. September
2014 hob die IV-Stelle die Rente wie ange
kündigt auf Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats auf und entzog der Beschwerde dagegen die auf
schiebende Wirkung (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte m
it Eingabe vom 1
0
.
Oktober
2014 Beschwerde und
beantragte,
die Verfügung vom 11. September 2014 sei
aufzuheben und die Beschwerde
gegnerin sei zu verpflichten, ihm
eine ganze Rente
auszu
richten
. In prozessualer
Hinsicht ersuchte der
Beschwerdeführer
um Gewährung der unent
geltlichen Prozessführung und Bestellung einer
unentgeltliche
n Rechtsvertretung in der Person von Rechtsanwältin Silvia Bucher
(Urk. 1 S. 2).
Die
Beschwerde
gegn
erin
schloss in der Beschwerdeantwort vom
14
.
November
2014 auf Ab
wei
sung der
Be
schwerde (Urk.
6
).
Mit Verfügung vom 18. November 2014 wurde dem Beschwerdeführer die
unentgeltliche
Prozessführung gewährt und Rechts
anwältin Silvia Bucher als unentgeltliche Rechtsvertreterin für das vorliegende Verfahren bestellt (Urk. 8 S. 2).
Mit Eingabe vom 26. November 2014 verzichtete der Beschwerdeführer auf eine Replik (Urk. 9).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundes
gesetzes über den Allge
m
ei
nen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
men
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun
fähig
keit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesund
heit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invali
dität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invaliden
versicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbs
fähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausge
glichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit
zu einer Erwerbsun
fähigkeit (Art. 7 ATSG), als ange
nom
men werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versicherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent ergibt sich ein Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Pro
zent Anspruch auf eine
Drei
viertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG
).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalidenein
kom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ein
ander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mens
ver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgeh
oben (Art. 17 Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Än
derung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Inten
sität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert
gebliebenen Gesund
heits
zustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
ons
grund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bil
den die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
sprache
entscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
ten
anspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V
108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
Im Rahmen einer materiellen Revision (Art. 17 ATSG) ist die Verwaltung ver
pflichtet, das neue Leistungsbegehren in tat
sächlicher und rechtlicher Hinsicht allseitig, das heisst nic
ht nur mit Bezug auf jenes Sach
verhaltssegment, in wel
chem eine Änderung glaubhaft gemacht worden ist, zu prüfen. Dement
spre
chend ist das Sozialversicherungsgericht befugt (und ver
pflichtet), bei Bedarf Teilaspekte des Rechtsverhältnisses von Amtes wegen aufzugreifen, selbst wenn diese bereits in der früheren rechtskräftigen Ver
fügung beurteilt wurden (Urteile des Bundes
gerichts
9C_813/2008
vom 8.
April 2009 E. 4.1 und 9C_206/2010 vom 8. Oktober 2010 E. 3.1 je mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in der angefochtenen Verfügung
gestützt auf das Gutachten von
Dr.
D._
vom 12
.
Juli 2013 (Urk. 7/270/1-18)
auf den Standpunkt, der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers habe sich
deutlich
ver
bes
sert. Es
lägen
keine Diagnosen mehr mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
vor. Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit könne versicherungsmedizinisch nicht bestätigt werden. Da kein invalidenversicherungsrelevanter
Gesundheits
schaden
mehr ausgewiesen sei und damit keine Einschränkung vorliege, betrage der Invaliditätsgrad 0
%
(Urk. 2 S. 2 f.).
2.2
Der Besch
werdeführer wendet dagegen ein,
sein Gesundheitszustand habe sich ver
schlechtert und dementsprechend sei die Rente zu erhöhen.
Und zwar sei es
- wie von
Dr.
Y._
beschrieben -
nach einem ab Mitte 2011 wech
sel
haften Verlauf
ab Mitte 2012 zu einer erneuten Zustandsverschlechterung mit depressiver Symptomatik gekommen. Der
E._
-Austrittsbericht
nach der statio
nären Behandlung vom 17. Juni bis 26. Juli 2013
bestärke
ausserdem
die Anzeichen für
eine bipolare Störung und eine Persönlichkeitsstörung
. Es sei sodann
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit auch über den Klinikaufenthalt hinaus
attestiert worden
.
Es sei aus den Unterlagen ersichtlich, dass sich depressive Episoden mit voller Arbeitsunfähigkeit und zirka zwei Monate dauernde
sub
manische
Phasen mit höherer Leistungsfähigkeit abwechseln würden. Zeiten von Teilarbeitsfähigkeit von so kurzer Dauer seien auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht verwertbar, so dass ihm trotz der zeitweiligen
Teilarbeits
-
fähigkeiten keine
Erwerbstätigkeit mehr zumutbar
sei und der Invaliditätsgrad mangels
Erzielbarkeit
eines Invalideneinkommens 100
%
betrage.
M
it dem Gut
achten von Dr.
D._
dagegen
sei keine Verbesserung seines Gesund
heitszu
standes ausgewiesen. Dieser habe lediglich eine andere Beurteilung vor
ge
nommen
, in
dem er die Ausführun
gen von Dr.
Y._
retrospektiv als nicht nach
voll
ziehbar bezeichne
t habe und kritisiert habe, dass psycho
soziale
Be
lastungs
fak
toren
und das Suchtgeschehen bei der Beurteilung vernachlässigt worden seien
. Auch habe er
verneint, dass
eine Arbeits
unfähig
keit aufgrund einer psychi
atrischen Erkrankung
überhaupt je
be
stan
den
habe
.
Das
Gutachten von Dr.
D._
erfülle zudem
die Anfor
de
rungen an ein medizinisches Gut
achten nicht.
So habe er die Verdachtsdiagnose einer narzis
stischen
Persönlich
keits
störung
und die Diagnose einer bipolaren (depressiven) Störung nicht diskutiert und keine entsprechende Unter
suchung/
Be
fun
derhebung
sowie
Fremdanam
nesen
durchgeführt. Insbe
sondere bei letzterer Diagnose
wäre
ein
zweiter
Unter
suchungstermin
un
erlässlich
gewesen.
Weiter könne entgegen den Schluss
fol
gerungen von Dr.
D._
nicht allein aus dem Vorhandensein psycho
sozialer Belastungsfaktoren und eines Suchtgeschehens gefolgert werden, dass
kein in
validisierender psychischer
Gesundheitsschaden bestehe. Er habe mit keinem Wort begründet
, weshalb die von Dr.
Y._
und dem
Z._
diagnostizierten
depressiven Episoden keine von depres
siven
Ver
stim
mungszuständen
klar unterscheidbare Depression im fach
männischen Sinne sein sollten. Bezüglich der Suchtproblematik
habe Dr.
D._
auch
die massge
ben
den Ursache-/
Wir
kungszusammenhänge
nicht in die Beur
teilung ein
be
zogen.
Namentlich werde
unzulässigerweise
die Frage ausge
blen
det, ob
die
Sucht
problematik
Folge einer psychischen Krankheit sein k
önnte. Dagegen habe Dr. med. G._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psycho
therapie,
vom
Regiona
len Ärztlichen Dienst (
RAD
)
in ihrer Stel
lung
nahme bestätigt gehabt, dass „aus psychiatrischer Sicht (
Ehekon
flikt
/Al
kohol/narzis
stische Persön
lichkeit)“ eine 50%ige Arbeits
unfähig
keit wegen einer Depression und allenfalls
Per
sönlich
keitsstörung
bestehe.
Im Übri
gen
habe sich die
Be
schwerdegegnerin
mit den im
Ver
wal
tungsverfahren
vorge
brachten Einwände
n
in der ange
fochtenen Verfü
gung
nicht auseinander
gesetzt und damit ihre
Be
grün
dungspflicht
als Teil des Anspruchs auf rechtliche
s
Gehör verletz
t
(Urk. 1 S.
6 ff.
).
2.3
Bezüglich der
formelle
n
Rüge
de
s
Beschwerdeführer
s
kann offen bleiben, ob die Beschwerdegegnerin mangels Stellungnahme zu den Einwänden gegen den Vor
bescheid die Be
gründungspflicht und damit den An
spruch auf rechtliches Gehör
(
Art. 42 ATSG, Art. 57a Abs. 1 IVG, Art. 29 Abs. 2 der Bundes
verfassung, BV; vgl. BGE 124 V 180 E. 1a) verletzt hat
.
Eine
schwere, die Heilung des
Ver
fahrensmangels
aus
schlies
sende
Gehörsverletzung, welche vo
n Amtes wegen zur Auf
hebung der
mit dem Verfahrensfehler behafteten
Verfügung
führ
en würde
(vgl.
BGE 124 V 180 E. 4a mit Hinweisen)
,
liegt jedenfalls n
icht vor
, zumal
sich die Verwaltung recht
sprechungsgemäss
auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichts
punkte be
schrän
ken kann und sich nic
ht ausdrücklich mit jeder
tatbe
ständlichen
Behaup
tung und jedem recht
lichen Einwand auseinan
dersetzen muss (BGE 124 V 180 E. 1a und E. 2b, 126 V 75 E. 5b/
dd
; Urteil des Bundes
gerichts
8C_30/2016 vom 8.
März 2016
E.
2
mit Hinweisen)
.
A
us dem Entscheid geht
denn auch
zumindest hervor
, dass und weshalb die
Be
schwerde
gegnerin
auf das
Gutachten von Dr.
D._
vo
m 12.
Juli 2013 abstellte (Urk. 2).
D
er Be
schwerde
führer
konnte
sein Anliegen
zudem
in voller Kenntnis der Sache in diesem Verfahren
sachgerecht
vor einer Be
schwerde
instanz vor
tra
gen, die sowohl den Sachverhalt als auch die Rechtslage frei überprüft (vgl. BGE 127 V 431 E. 3d/
aa
).
2.4
In materieller Hinsicht ist s
trittig und zu prüfen, ob und gegebenenfalls in
wie
fern sich der
Invaliditäts
grad
seit der
letzten
rechtskräftigen
Rentenver
fügung
vom 1
2.
März 2012 (Urk. 7/229, Urk. 7/231)
bis zum Erlass der ange
fochtenen Ver
fügung vom
11. September
2014 (Urk. 2),
die
recht
spre
chungsgemäss
die zeit
liche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis bil
det (BGE 122 V 77 E. 2b, Urteil des Bundesgerichts 8C_76/2009 vom 19. Mai 2009 E. 2, je mit Hin
weis), in rentenerheblichem Aus
mass verändert hat.
3.
3.1
Die Ver
fügung vom 1
2.
März 2012 (Urk. 7/229, Urk. 7/231) stützte sich gemäss dem Feststellungsblatt vom 23. Januar 2012
(Urk. 7/226/2)
auf den Bericht von Dr. med.
H._
, Facharzt für Allgemeine Medizin, vom 19. Sep
tem
ber 2011
, wonach aus somatis
cher Sicht keine einschränkende
Befunde und daher eine 100%ige Arbeitsfähigkeit vorgelegen hätten
(Urk. 7/224
).
I
n
psychischer
Hin
sicht
stellte die
IV-Stelle
auf den Bericht des behandelnden Psychiaters Dr.
Y._
vom 5.
November 2011 (Urk. 7/225/5-9)
ab.
Dr.
Y._
hielt darin fest, ab Mitte 2009 sei es zu einer weiteren Verbesserung und Stabi
lisierung des Zustandsbildes gekommen, was dem Beschwerdeführer er
möglicht habe, ab April 2011 (nach dem
12-monatigen
Eingliederungs
pro
gramm
der
B._
, Urk. 7/216, Urk. 7/219)
ein kleines Geschäft (Geschenkartikel etc.) in Zürich zu eröffnen. Die Arbeitsfähigkeit in dieser Tätigkeit betrage seit März 2011 30
%
und seit Oktober 2011 50
%
bis auf Weiteres. Als Diagnose führte
Dr.
Y._
eine
l
ängerdauernde depressive Episode, zurzeit leicht
gradig, auf
. Als Befund hielt er fest, es bestehe weiterhin eine leicht bedrückte
Stim
mungslage
und eine eingeschränkte Belastbarkeit
(Urk. 7/225/5).
Dipl. med. I._
, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie und Psychotherapie, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD)
,
kam in der Stellungnahme vom 2
2.
Dezember 2011 zum Schluss, anhand dieser Unterlagen könne weiterhin von einem stabilen Ge
sundheitszustand und Belastungsprofil, wie berei
ts in der Stellungnahme vom 17.
September 2011
(richtig: 2009, Urk. 7/162/2)
dargelegt, seit April 2009 aus
ge
gangen werden. Es bestehe seitd
em eine 50%ige Arbeitsfä
higkeit (Urk. 7/226/3).
Dieser Sachverhalt bildet die Vergleichsbasis zur Frage, ob sich
der Ge
sund
heits
zustand des Beschwerdeführers
seither
erheblich verändert habe.
3.2
3.2.1
Mit dem
Revisionsgesuch vom 21. August 2012 wurde unter Beilage des
Arzt
zeugnisses
von
Dr.
Y._
vom 18. August 2012,
mit dem
eine voll
stän
dige Arbeitsunfähigkei
t für voraussichtlich 12
Wochen
attestiert wurde
(Urk. 7/246)
,
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit geltend gemacht
(Urk. 7/247)
.
Im Verlaufsbericht vom 19. Oktober 2012 führte
Dr.
Y._
nunmehr
die Diagnose einer langandauernden depressiven Ep
isode, zurzeit mittelgradig (ICD-10 F33.11)
,
auf. Die Kriterien des ICD-10
für eine narzisstische
Persön
lich
keits
störung
- diese war
während des stationären Aufenthaltes
im
Z._
im
Frühjahr 2008
als Verdachtsdiagnose gestellt worden (
ICD-10 F60.80;
Urk. 7/146/10)
-
seien aus seiner Sicht nicht erfüllt.
Der
Be
schwerde
führer sei auch nach der
Hospitalisation
im
Z._
von
Januar bis Anfang April 2008 (vgl. Urk. 7/146/10-13) während
längerer
Zeit
in einem mittel
schweren bis schweren depressiven Zu
stand
gewesen
, belastet auch durch finanzielle Probleme und durch Probleme mit der Ehefrau. Der weitere Verlauf habe sich wechselhaft gestaltet
. Der
Alkohol
kon
sum
sei deutlich reduziert wor
den.
Am 1
2.
Januar 2009 habe der Beschwerde
führer bei einem Sturz auf dem Eis einen Bänderriss am linken Fuss erlitten.
Ab
Mitte 2009 sei eine allmähliche Verbesserung des Zustandsbildes zu ver
zeich
nen, was
ihm schliesslich ermög
licht habe, im April 2011 einen kleinen
Ver
kaufsladen
zu eröffnen. Dies habe sich zunächst sichtlich positiv auf seine psychische Verfassung ausgewirkt. Ab Mitte 2011 und nach dem Tod eines seiner Brüder sei es zu einem erneuten depressiven Einbruch gekommen. Im Januar 2012 habe er ein depressives Zustandsbild geschildert und er habe sich blockiert gefühlt. Im April 2012 sei ein Zustand eines leicht gesteigerten Selbst
be
wusstsein
s
und
von
verstärkter Aktivität
, a
b Mitte 2012
jedoch eine erneute
Zu
stands
verschlechterung
mit depressiver Stimmung, Antriebslosigkeit, Interesse
losigkeit, Müdigkeit, Kraftlo
sigkeit und Schlafstörungen eingetreten. Er sei wochenlang kaum aus dem Haus gegangen, habe zeitweise das Telefon nicht abgenommen und habe es nicht mehr geschafft, ins Geschäft zu gehen. Auch die im ersten Halbjahr noch bedienten Märkte habe er nicht mehr besucht.
Er habe sich unter grossem Druck gefühlt, die fi
n
anziellen Probleme hätten ihn belastet, er habe sich ausserstande gefühlt, sein Geschäft aufzulösen und zu räumen. Ende September, Anfang Oktober
(2012)
sei es ihm wieder leicht besser ge
gangen und es sei ihm gelun
gen, im Geschäft aufzuräumen; er habe ins Auge ge
fasst, wie
der auf Märkte zu gehen. Wie sich
in den vergangenen Jahren ge
zeigt habe, würden die rezidivie
renden, teils mittelgradigen, teils schweren depres
siven Episoden immer wieder zu vollständiger Arbeitsunfähigkeit führen. Zwischenzeitlich sei immer wieder eine maximal 50%ige Arbeitsfähigkeit vor
handen gewesen
, und zwar nachmit
tags
. Über das Ganze gesehen, bestehe indes keine 50%ige Arbeits
fähigkeit mehr. Auch sei nicht mit einer grundlegenden Verbesserung des Zustandsbildes zu rechnen
. Es müsse
auch in Zukunft mit depressiven Epi
soden gerechnet wer
den.
Eine verwertbare Verbesserung der Arbeitsfähigkeit sei auch durch eine Optimierung und Intensivierung der Be
handlung, etwa durch den Besuch einer psychiatrischen Tagesklinik und Opti
mier
ung der medikamentösen Therapie
kaum erzielbar.
Angesichts des vor
liegenden Verlaufs und der Diagnose sei von einer
Chronifizierung
und Fixie
rung (der depressiven Störung) mit weitgehend erschöpften thera
peu
tischen Möglichkeiten auszu
gehen
(Urk. 7/255)
.
3.2.2
Der psychiatrische Gutachter
Dr.
D._
, der den Beschwerdeführer am
9. April 2013 untersucht hat,
kam dagegen gemäss seinem Gutachten vom
12. Juli 2013
zum Schluss,
dass beim Beschwerdeführer keine (psychiatrische) Diagnose mit Auswirkung auf die Arbe
itsfähigkeit zu stellen sei, sondern lediglich die fol
gen
den Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
Alkohol-Abhän
gig
keitssyndrom
, gegenwärtiger Konsum (ICD-10 F10.24), Verdacht auf Benzo
dia
zepin-
Abhängigkeitssyndrom, gegenwärtiger Konsum (ICD-10 F13.24),
dif
fe
rentialdiagnostisch
iatrogen
,
und Status nach langjähriger
Polytoxikomanie
mit Opiaten, Cannabis, Alkohol und Benzodiazepinen, (anamnestisch) partiell sis
tiert (ICD-10 F19.20). Aus rein psychiatrischer Sicht bestehe zum Zeitpunkt der Untersuchung keine Arbeitsunfähigkeit
(Urk. 7/270/14
)
.
Sollte zum Zeitpunkt der
Rentenzusprache
tatsächlich ein rele
vanter psychischer Gesundheitsschaden beim Beschwerdeführer vorgelegen haben, so habe sich dessen Gesundheitszustand seither zweifellos erheblich gebessert. Es sei indes zu bezweifeln, dass bei ihm jemals ein relevanter psychischer Gesundheitsschaden bestanden habe. Bezüglich der in den
Vorakten
als depressive Grunderkrankung beschriebenen Symptomatik würden sich
deutliche Hinweise auf ein primär reaktives Beschwerdebild bei erheblicher, aber krankheitsfremder psychosozialer Belastung sowie
einem massiven Suchtgeschehen
als Ursache für die lang
jähri
gen beruflichen Probleme
ergeben (Urk. 7/270/16-17).
Die Ausführungen von Dr.
Y._
, der zuerst als von der
Be
schwerdegeg
nerin
beauftragter psychiatrischer Gutachter das Gutachten vom 15. April 1999 (Urk. 7/37) er
stattet habe und hernach
den Beschwerdeführer ambulant als Therapeut behandelt habe, seien retrospektiv betrachtet nicht nachvollziehbar, zumal er wiederholt auf eine schwere, multifaktorielle aber letztlich
krankheits
fremde
psychosoziale
Be
lastungssituation als Ursache für die wechselhaften depressiven Beschwerden hingewiesen habe. Vereinzelt sei von
Dr.
Y._
auch ein Sucht
geschehen mit Opiaten und Alkohol ange
spro
chen worden, dieses habe sich aber weder in den Diagnosen nieder
ge
schlagen noch sei es in die
differen
tial
diag
nostischen
Überlegungen einbe
zogen worden. Auch diverse stationäre Be
hand
lungen in verschiedenen psychia
trischen Klini
ken hätten Hinweise auf ein relevantes Suchtgeschehen und eine schwere psy
chosoziale Belastungs
situation als Mitverursacher der psychischen Beschwerden geliefert. Allerdings seien auch hier konkrete Stel
lungnahmen bezüglich der Auswirkungen dieser Faktoren auf Diagnosen und die Bemessung der Arbeits
fähigkeit
vermieden
worden
.
Anläss
lich der aktuellen Be
gutachtung (durch
Dr.
D._
)
sei als zentrales Element seiner gesund
heitlichen Probleme ein langjährig
chronifiziertes
Suchtgeschehen ausführlich thematisiert worden. Bezugnehmend auf den Bericht des Instituts für Rechts
medizin (IRM) vom 5.
Februar 2013 sei davon auszugehen, dass beim Be
schwerdeführer seit seiner Jugendzeit eine massive Suchtproblematik be
standen habe, welche nach seiner Einreise in die Schweiz (im Jahr 1980, Urk. 7/23/1)
weiterbestanden habe. Auf
grund der doku
mentierten massiven psychosozialen Belastungsfaktoren und des er
wiesener
massen erheblichen Suchtgeschehens, welches im Rahmen der aktu
ellen gutachterlichen Unter
suchung vom Be
schwerdeführer auch de
tailliert ge
schildert worden sei
, sei davon auszugehen, dass bei ihm nie eine Arbeits
un
fä
higkeit aufgrund eines rele
vanten psychischen Gesundheitsschadens im Sinne einer psychiatrischen Erkrankung bestanden habe. Allfällige
Leistungs
einbussen
müssten als Folge einer massiven, aber krankheitsfremden
psycho
sozialen Belastungssituation sowie eines erheblichen Suchtgeschehens mit zuletzt vor allem Alkohol, im Ver
lauf aber auch Can
nabis, Ben
zo
diazepine
n und Opiaten, beurteilt werden
(Urk.
7/270
/14-15).
3.3
3.3.1
Dr.
D._
schloss damit in seinem Gutachten vom 1
2.
Juli 2013 von der festge
stellten Alkohol- und Suchtproblematik sowie dem Vorliegen von psycho
sozialen Belastungsfaktoren ohne
Weiteres
sowohl retrospektiv als auch grund
sätzlich auf eine
n
nicht relevanten psychischen Gesundheitsschaden. Der Beschwerdeführer wendet hierzu zu Recht ein, dass es sich dabei lediglich um eine
insofern unzulässige
unterschiedliche Beurteilung der Beschwerden und der
Arbeits
(
un
)
fähigkeit
handelt
(
vgl.
BGE 134 V 131 E. 3
)
und nicht um die Fest
stellung einer erheblichen gesundheitlichen Veränderung, welche eine
Ren
ten
revision
nach
Art.
17 Abs. 1 ATSG zu begründen vermöchte. Dr.
D._
hat diesbezüglich ohne
Weitere
Aus
füh
rungen allein bemerkt
,
sofern zum Zeitpunkt der
Rentenzusprache
tatsächlich ein rele
vanter psychischer
Ge
sund
heitsschaden
beim Beschwerde
führer vorgelegen haben sollte, was er bezweifle, habe
sich
der Gesundheitszustand des Beschwerde
führers zweifellos erheblich gebessert
(Urk. 7/270/
16
)
. Ei
ne Ver
än
derung bezüglich der psychischen
Befunde hat Dr.
D._
im Einzelnen
indes
nicht dargetan. Ins
besondere hat er nicht nach
vollziehbar aufgezeigt, aufgrund welcher Befunde sich die bis anhin diagnosti
zierte depres
sive Störung massgeblich verbessert habe. Er hat auch zu keinen anderen diagnostischen Überlegungen, etwa zum Verdacht auf eine narzissti
sche
Per
sönlichkeitsstörung
(ICD-10 F60.80) Stellung genommen.
Eine Verbes
serung des Gesundheitszustandes ist mit dem Gutachten von
Dr.
D._
somit nicht ausgewiesen.
3.3.2
Aus den medizinischen Akten
geht
sodann
hervor, dass
schon vor dem Gutach
ten von Dr.
D._
verschiedentlich ein erheb
licher Alkohol- und anderer
Sucht
mittelkonsum
sowie psychosoziale Belastungsfaktoren beim Beschwerde
führer bekannt waren
. So hatte
Dr.
Y._
im psychia
trischen Gutachten vom 15. April 1999 (Urk. 7/37), aufgrund dessen die erstmalige
Ren
tenzu
-
sprache
ab November 1997 erfolgt war (Verfügung vom 21. September 1999, Urk. 7/41-42), fest
ge
halten, zwar liege eine belastete Vorgeschichte vor, mit einer Selbstwertproblematik und früheren depressiven Episoden, doch habe der Beschwerde
führer die Eingliederung in die Schweiz gut bewältigt und damals auch eine Opiumsucht überwunden (Urk. 7/37/6). Im Bericht vom 9. Januar 2008 führte Dr.
Y._
nebst einer länger
dauernden depressiven Episode, zeitweise leichten Grades, seit Mai 2007 zeit
weise mittelschweren Grades, die Diagnose eines schäd
lichen Gebrauchs von Alkohol auf. Die (zweite) Ehefrau habe genug von den massiven Ehekonflikten, den finanziellen Problemen und vom
Alkoholkon
sum
des Beschwerdeführers, dieser habe nach einer
Verurtei
lung wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand (FIAZ) seinen Führerausweis abgeben müs
sen. In der Konsultation vom 28. September 2007 sei er alkoholi
siert gewesen (Urk. 7/126/7). Im Bericht des
Z._
vom
10. Juni 2008, wo der Beschwerdeführer vom 1. Februar bis 7. April 2008 stationär behandelt worden war und wo als Diag
nosen eine mittelgradige bis schwere depressive Epi
sode (ICD-10 F32.2), eine
Anpas
sungsstörung
(ICD-10 F43.2), der Verdacht auf eine narzisstische
Persönlich
keitsstörung
(ICD-10 F60.80) und in soma
tischer Hinsicht eine arterielle Hypertonie (ICD-10 I10) sowie eine Neural
gie rechts gestellt worden waren, wurde ebenfalls ausgeführt, der Be
schwerde
führer habe den Füh
rerschein wegen Fahrens in angetrunkenem Zu
stand abge
ben müssen und er habe von in letzter Zeit gehäuft auftretenden Trinkexzessen mit Wein sowie Bier berichtet; andere Drogen seien verneint worden (Urk. 7/146/10-11). Im Bericht von
Dr.
Y._
vom 1. April 2009 erklärte die
ser sodann, nach einem anfänglich nach dem Austritt aus der Klinik Anfang April 2008 noch mittelschweren bis schweren depressiven Zustand belastet durch finan
zielle Probleme und Probleme mit der Ehefrau habe sich ein wechselhafter Verlauf mit deutlich reduziertem Alkoho
lk
onsum eingestellt (Urk. 7/146/7).
Bei dieser Aktenlage steht fest, dass Dr.
Y._
(
Urk. 7/
37/4-6, Urk. 7/50/3-4, Urk. 7/146/7, Urk. 7/225/5-9) - und auch die Ärzte des
Z._
(
Urk. 7/146/1
0
-13) - die depressive Symptomatik jeweils in Kenntnis des problematischen Alkoholkonsums und der Suchtproblematik
sowie der psychosozialen Belastungsfaktoren
als psychische Störung mit
Krank
heits
wert
und mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit beurteilten.
Es handelt sich dabei somit nicht um einen neuen, bisher unbekannten Sachverhalt.
3.3.3
Bei
Vorliegen einer Suchtproblematik und von psycho
sozialen
Belastungs
fak
toren
ist
entgegen der Ansicht von Dr.
D._
nicht automatisch eine
invaliden
ver
siche
rungsrechtlich
relevante
Gesundh
eits
schädigung
zu verneinen
.
Denn dabei ist die Recht
sprechung massgeblich, wonach das Vorliegen von
Alko
holismus, Medika
menten
miss
brauch und Drogensucht
nicht in jedem Fall
eine Invalidität im Sinne des Gesetzes
aus
schliesst, sondern immer dann
invali
den
ver
siche
rungs
rechtlich
bedeutsam
ist
, wenn
die Sucht
ihrerseits eine Krank
heit oder einen Unfall bewirkt hat, in deren Folge ein körperlicher oder geistiger die Erwerbs
fähigkeit beeinträchtigender Gesundheitsschaden einge
treten ist, oder aber wenn
die Sucht
selber Folge eines körperlichen oder geistigen
Ge
sund
heits
schadens
ist, welchem Krankheitswert zukommt (vgl. B
GE 124 V 265 E.
3c; AHI 2002 S. 30, I 454/99 E.
2a
).
Dabei ist das
ganze
für die Alkohol
-
sucht
mass
gebende Ursachen- und Folgespektrum in eine
Gesamt
würdigung
einzu
be
ziehen, was impliziert, dass einer
allfälligen
Wechselwirkung zwischen
Sucht
mittelabhängigkeit
und psychischer
Be
gleiterkrankung
Rech
nung zu tragen ist.
Wenn der erforderliche Kausal
zusam
menhang zwischen Alkohol
sucht
und krankheitswertigem psychischem
Ge
sundheitsschaden
besteht, sind für die Frage der noch zumutbaren Erwerbs
tätigkeit die psychischen und die
sucht
be
dingten
Beeinträchtigungen gesamt
haft zu berücksichtigen
(zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts 8C_906/2013 vom 23. Mai 2014 E. 2.2 mit Hinweisen).
Auf die
Frage der
Kausalität und
Wechsel
wirkung von Alkoh
o
lkonsum und psy
chischen Beschwerden ist
Dr.
D._
in seinem Gutachten nicht näher ein
ge
gangen. Indem er festhielt, dass
diverse stationäre Beha
ndlungen in ver
schie
denen psychiatrischen Kliniken Hinweise auf ein relevantes
Sucht
ge
schehen
und eine schwere psychosoziale Belastungssituation als Mit
ver
ursacher der psychischen Beschwerden geliefert hätten
(Urk. 7/270/14),
schliesst er selbst
einen möglichen Kausalzusammenhang
zumindest nicht aus
.
3.3.4
Auch hinsichtlich der beim Beschwerdeführer zweifelsfrei vorgelegenen und von Dr.
Y._
berücksichtigten psycho
sozialen Belastungsfaktoren (namentlich geschäftliche und familiäre Probleme, finanzielle Sorgen; Urk. 7/37/5-6, Urk. 7/76/11, Urk. 7/126/8, Urk. 7/146/7) gilt, dass solche Fak
toren die Annahme einer Invalidität dann nicht hindern, wenn
sich das klini
sche Beschwerdebild
- wie hier -
nicht einzig in diesen erschöpft, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde vorliegen,
namentlich
eine von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde De
pres
si
on im fach
medizinischen Sinne oder einen damit vergleich
baren psychi
schen Leidens
zustand
(BGE 127 V 294 E.
5a
)
.
Wenn und soweit psycho
soziale und soziokulturelle Faktoren zu einer eigentlichen Beein
träch
tigung der psychischen Integrität führen, indem sie einen verselb
ständigten
Gesund
heits
schaden
aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad seiner – unab
hängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden – Folgen ver
schlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend auswirken (Urteil des Bundesgerichts 9C_537/2011 vom 28. Juni 2012 E. 3.2 mit Hinweisen).
Denn die
Invaliden
ver
sicherung ist eine finale Versicherung, das heisst, es wird nicht nach der Art und Genese eines Gesundheitsschadens gefragt, welcher die Er
werbsunfähigkeit verursacht. Der Gesundheitszustand ist folglich immer ge
samtheitlich zu betrachten.
Selbst eine Erwerbsunfähigkeit, deren psychogene krankhafte Grundlage (auch) durch eine soziokulturelle Überforderung ver
ursacht worden ist, fällt in den Geltungs
bereich der Invalidenversicherung, vorausgesetzt es handelt sich um ein ver
selbstständigtes psychisches Leiden. Eine
renten
begrün
dende
Invalidität kann damit nicht allein mit dem Hinweis auf das Vor
handen
sein soziokultureller oder psychosozialer Belastungsfaktoren verneint
werden (BGE 136 V 279 E. 3.2.1
, 127 V 294 E. 5a;
Urteil des Bun
desgerichts 8C
_830/2013 vom 29. April 2014 E.
5.2.3
).
Die Beur
teilung von Dr.
D._
(Urk. 7/270/14-15)
trägt auch dieser Recht
sprechung nicht Rechnung, indem er
die
vorangehende
Beurteilung von Dr.
Y._
und einen relevanten psychischen Gesundheitsschaden
ohne
Weiteres
wegen des
Vorliegen
s
von psychosozialen Belastungsfaktoren
in Abrede stellt und
auch
keine
Verbesserung
des Gesundheitsschaden aufzeigte.
3.4
3.
4.1
Im Übrigen bildet die
Beurteilung
von
Dr.
Y._
bis zur Verfügung vom 1
2.
März 2012 (
Urk.
7/229,
Urk.
7/231)
im vor
liegenden Revis
ionsverfahren die Aus
gangslage und könnte nur im Rahmen einer Wiedererwägung durch die Verwaltung
(vgl. Art. 53 Abs. 2 ATSG; BGE 117 V 8 E. 2c mit Hinweis,
Urteile des Bun
desgerichts 8C_327/2011 vom 12. August 2011 E. 3.3.1
)
respektive im gericht
lichen Verfahren durch eine substituierte Begründung unter den Voraus
setzungen in Frage
gestellt werden
, dass
die ursprüngliche Rentenverfügung zweifellos unrichtig und die Berich
tigung von erheblicher Bedeutung ist (BGE 125 V 368 E. 2; vgl. auch BGE 128 V 272 E. 5b/
bb
; Urteil
des Bundesgerichts
9C_5
62/2008 vom 3. November 2008 E.
2.2 mit Hinweis).
Zweifellos ist die Un
richtigkeit, wenn kein vernünftiger Zweifel daran möglich ist, dass die Ver
fügung unrichtig war. Es ist nur ein einziger Schluss - derjenige auf die Un
richtigkeit der Verfügung - denkbar (Urteil des Bundesgerichts 8C_347/2011 vom 11. August 2011 E. 2.2 mit Hin
weisen).
Das Erfordernis der zweifellosen Unrichtigkeit ist in der Regel erfüllt, wen
n die gesetzeswidrige Leistungszuspre
chung aufgrund falscher oder unzutreffender Rechtsregeln erlas
sen wurde oder wenn massgebliche Bestimmungen nicht oder unrichtig ange
wandt wurden. Anders verhält es sich, wenn der Wiedererwägungsgrund im Bereich materieller Anspruchsvoraus
setzungen liegt, deren Beurteilung in Bezug auf gewisse Schritte und Elemente (z.B. Invaliditätsbemessung, Ein
schätzungen der Arbeits
unfähigkeit, Beweiswürdigungen, Zumutbarkeits
fragen) notwen
diger
weise Ermessenszüge
aufweist. Erscheint die Beurteilung solcher
An
spruchs
vorausset
zungen
(einschliesslich ihrer Teilaspekte wie etwa die Ein
schät
zung der Ar
beitsfähigkeit) vor dem Hintergrund der Sach- und Rechts
lage, wie sie sich im Zeitpunkt der rechtskräftigen Leistungszusprechung darbot, als ver
tretbar, scheidet die Annahme zweifelloser Unrichtigkeit aus (Urteil des Bun
des
gerichts
9C_421/2010
vom 1. Juli 2010 E. 3 mit Hin
weisen).
3.4.2
Eine zweifellose Unrichtigkeit
der
ursprünglichen
Zusprache
der
Rente liegt
hier
nicht vor. Denn
diese
erfolgte
weder aufgrund falscher oder unzutreffender Rechtsregeln noch aufgrund
falscher
Anwendung massgeblicher Bestimmungen. Auch kann nicht gesagt werden, dass das Abstellen auf die Einschätzung der Arbeits
fähigkeit durch
Dr.
Y._
als
schlechthin
nicht vertretbar
und geradezu willkürlich
zu werten wäre. Denn
dieser beurteilte die Arbeitsfähigkeit nach seinem
fachärztlichen
Ermessen
(
erstmals
als Gutachter
im Jahr 1999
, Urk. 7/37
)
aufgrund eigener Untersuchung und
auch unter Zuhilfenahme der kritisch gewürdigten Testergebnisse der Hamilton Depressionsskala (Urk. 7/50/3, Urk. 7/76/7-8) zufolge
der festge
stellten
langanhaltenden
depressiven Störung
(
Urk. 7/37/4-6,
Urk. 7/76/7, Urk. 7/126/7-8, Urk. 7/146/7, Urk. 7/225/5-9), welche nur an
fänglich als
hauptsächlich
reaktiv beschrieben (vgl. Bericht der
J._
vom 16. November 1997, Urk. 7/
32/5
; Bericht von Dr.
med. K._
, Facharzt für Psychiat
rie und Psycho
therapie, vom 3.
Juni 1998, Urk. 7/
32/2
) und schliesslich
im Sinne von
ICD-10 F33
diag
nos
tisch eingeordnet
wurde
(
Urk. 7/37/4, Urk.
7/255/1
, vgl. auch Urk. 7/275/1
)
. Die depressive Stö
rung trat
demnach
über die Jahre
nachvollziehbar
- bei rezi
di
vierenden depres
siven Störun
gen nicht ungewöhnlich - in unter
schiedlicher Ausprägung von leicht bis schwer
schliesslich als eigenständige psychische Krankheit
auf
und
führte
nebst den jahrelangen, teilweise allerdings
in
grösse
ren Abständen
durchgeführten
ambulanten
psychiatrischen
Behand
lungen
(
Urk.
7/255/2)
mit
antidepressiver
medika
mentöser Behandlung
(Urk. 7/76/7, Urk. 7/128/1-2, Urk. 7/270/12)
auch
zu mehreren stationären Behand
lungen (in der
J._
:
August
1996
, Urk. 7/
32/3-5;
im
Z._
: August bis Oktober 1996,
Urk. 7/34,
Urk. 7/146/11, und
Februar bis April 2008, Urk. 7/
146/10-13; in der
E._
: Juni/Juli 2013, Urk. 7/275
).
Die Annahme eines
verselb
ständigten
psychischen
Gesundheitsschaden
s mit rentenerheblicher Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ist vor diesem Hin
ter
grund vertretbar. Der Mi
ssbrauch von Alkohol und anderen
Suchtmittel
n
sowie das
Vorliegen psychosozialer Belastungsfaktoren ändert daran angesichts der hiervor zitierten Rechtsprechung
(E. 3.3.3-4)
nichts.
Denn es kann im Rahmen der Prüfung einer substituierten Begründung vor dem Hintergrund dieser Rechtsprechung nicht gesagt werden, dass es
- was im Übrigen auch die Beschwerdegegnerin nicht vorbringt -
zweifellos unrichtig ge
wesen sei, die depressive Erkrankung trotz des Alkoholkonsums
und der psychosozialen
Be
lastungsfaktoren
als eigen
ständige Krankheit mit Auswirkung auf die Arbeits
fä
higkeit zu beurteilen und insgesamt eine Arbeitsunfähigkeit zu
be
stimmen.
3.
4.3
Hinzu kommt, dass eine Aufhebung oder Herabsetzung des bisherigen Renten
anspruchs auf dem Weg einer Wiedererwägung
respektive im Rahmen einer substituierten Begründung
voraussetzt, dass bis dahin
(hier: bis zur ange
fochte
nen Verfügung vom 11. September 2014, Urk. 2)
keine Invalidität ein
getreten ist
(
Urteil des Bundesgerichts 9C_121/14 vom 3. September 2014 E. 3.4 mit Hinweisen
).
D
em B
ericht
der
E._
vom 6. August 2013
(Urk. 7/275)
ist
jedoch zu entnehmen, dass die
ab August 2012 zunehmend
depressive Entwicklung im weiteren Ver
lauf nach der Untersuchung durch Dr.
D._
vom 9. April 2013 (Urk. 7/270/1)
weiter
fortgeschritten ist und der Beschwerdeführer schliesslich
vom 17. Juni bis 26.
Juli 2013 wiederum sta
tionär behandelt
werden musste
. Die Ärzte der
E._
stellten die Diagnose einer rezidi
vierenden depress
iven Störung, gegen
wärtig mittelgradig (ICD-10 F33.1). Auf
grund anamnestischer Hinweise aus der Krankengeschichte mit kurzzeitigen
sub
manischen
Phasen jeweils oder nach den bislang zirka zwölfmaligen depressiven Phasen mit erhöhter
Risikobereit
schaft
im finanziellen Bereich, sei differentialdiagnostisch die Diagnose einer bipolaren affektiven Störung, gegen
wärtig mittelgradige Episode (ICD F31.30)
,
gestellt worden.
Auch habe eine Abklärung der
Aufmerk
samkeitsdefizit
-/Hyperaktivitätsstörung
(ADHS)
die Verdachtsdiagnose A
DS be
stätigt.
Weiter wurden ein Status nach multiplem Substanzkonsum mit Alkohol, sistiert März 2013, und Opium, sistiert 2004, sowie die Diagnose Adipositas Grad II, BMI 37,7 kg/m
2
, mit pathologischer
Glucosetoleranz
und erhöhten Leberwerten sowie Lipidstoffwechselstörung aufgeführt.
Bei Austritt habe er zudem über die ver
mehrt aufgetretenen soma
tischen Probleme (Knieschmerzen, intermittierende Hypästhesie im Bereich des linken Fusses und Zahnprobleme) geklagt. Die während der stationären Behandlung ab 17. Juni 2013 bestehende 100%ige Arbeitsunfähigkeit wurde
von den
E._
-Ärzten
bis zum
15.
August 2013 attes
tiert (
Urk.
7/275).
Gemäss dem Bericht der
F._
vom 10. März 2014
(Urk. 7/282)
zur
Poten
tialer
hebung
vom 3. bis 28. Februar 2014
wurde
des Weiteren
während der gesamten Potenzialerhebung deut
lich, dass
die Arbeitsfähigkeit des Beschwerde
führers durch verschiedene körperliche und psych
ische Beeinträchtigungen massiv
eingeschränkt gewesen sei. Der Psychiater
Dr.
Y._
habe tele
fonisch die Diagnose einer Bipolaren Störung Typ II bestätigt. Der Be
schwerde
führer habe müde, erschöpft und antriebslos gewirkt und
seine Bewe
gungsab
läufe hätten verlangsamt sowie ungelenk gewirkt.
Seine Auffas
sungs
gabe, Auf
merksamkeit und seine Kon
zentrationsfähigkeit seien als gering zu beurteilen, was die Testergebnisse bestätigt hätten. Er habe die ihm übertra
genen Auf
gaben wenig ambitioniert und mit geringem Leistungswillen erledigt.
N
ebst den psychischen Beschwerden
habe er
auch über Rücken- und Knie
schmerzen geklagt. Er habe wegen der Knie
schmerzen
während der ganzen Massnahme gehinkt. Stehende Tätigkeiten hätten schon nach kurzer Zeit zu einer Zunahme seiner Schmerzen geführt. Eine sitzende Tätigkeit sei während drei Stunden möglich gewesen
. In Anbetracht der fortbestehenden labilen psy
chische
n
und physischen Verfassung sowie der stark eingeschränkten Belast
barkeit erscheine eine Integration in den Arbeitsmarkt zurzeit als wenig sinnvoll
(Urk.
7/282/2-5
).
3.4.4
Diese
Bericht
e
des
E._
vom
6. August 2013 (Urk. 7/275)
und der
F._
vom 10. März 2014 (Urk. 7/282)
verdeutlichen, dass eine rentenerhebliche Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit aufgrund psychischer und somatischer Be
schwerden im hier zu beurteilenden Zeitraum bis zum Erlass der ange
fochtenen Verfügung vom 11. September 2014 (Urk. 2)
ni
cht ausgeschlossen werden kann.
3.5
3.5.1
Nach dem Gesagten ist die Beschwerdegegnerin zu Unrecht gestützt auf das Gutachten von
Dr.
D._
vom 12
.
Juli 2013 (
Urk.
7/270)
von einer
erheb
lichen anhaltenden
Verbesserung des Ge
sundheitszustandes
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
im Sinne eines Revisionsgrundes nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG
aus
gegangen. Eine solche ist
bei gegebener Aktenlage
nicht ausgewiesen.
Auch besteht kein Grund, die Aufhebung der bisherigen halben Rente mit einer sub
stituierten Begründung zu schützen.
3.5.2
Aufgrund der
Bericht
e von Dr.
Y._
vom 19. Dezember 2012 (Urk.
7/255
) und
der
E._
vom
6.
August 2013 (Urk. 7/275)
sowie
der
F._
vom 10. März 2014 (Urk. 7/282)
kann andererseits nicht ausgeschlossen werden, dass ab dem Revisionsgesuch vom 21. August 2012 (
Urk.
7/247; vgl.
Art.
88
bis
Abs.
1
lit
. a
der
Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV
)
bis zum Er
lass der Verfügung vom 1
1.
September 2014
(Urk. 2)
eine für den Rentenan
spruch erhebliche
Verschlechterung des Gesund
heitszustandes in somatischer und psychischer Hinsicht mit Auswirkung auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit eingetreten ist.
Allerdings kann bei gegebener Aktenlage
m
angels
chronologisch umfassender
fachärztlicher Angaben zur Arbeits
fähigkeit in somatischer und psychischer Hinsicht seit August 2012
nicht abschliessend
über den Rentenanspruch befun
den werden
. Es ist daher von der Beschwerdegegnerin
ein inter
disziplinäres Gutachten einzuholen, das nebst den psychischen auch die somatischen Beschwerden einbezieht und
sich
unter Berücksichtigung des chronologischen Ablaufs seit August 2012
zur
Arbeits
fähigkeit in der angestammten und in
einer
leidensangepassten
äussert
, wobei die hiervor (E. 3.3.3-4) ausgeführte Recht
sprechung zur Suchtproblematik und zu psycho
sozialen
Be
lastungsfaktoren
zu beachten ist.
3.5.3
Die Be
schwerde
ist folglich
in dem Sinne
gutzu
heissen
, dass die angefochtene Verfügung vom
11. September
2014
(Urk. 2) aufzuhe
ben
und die Sache an
Beschwerde
gegnerin
zurückzuweisen ist
, damit diese, nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen, über den Renten
anspruch ab
August
201
2
neu ver
füge.
4
.
4.1
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zu weiterer Abklärung und neuem Entscheid als vollständiges Obsiegen (vgl. ZAK 1987 S. 268 f. E. 5 mit Hinweisen). Da der Streitgegenstand die Be
willigung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen betrifft, ist das Ver
fahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG),
er
messens
weise
auf Fr.
8
00.-- anzusetzen und der Beschwerdegegnerin aufzu
erlegen.
4.2
4.2.1
Der unentgeltlichen Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers, Rechtsanwältin
Silvia Bucher,
steht eine Prozessentschädigung zu, welche nach Art. 61
lit
. g
ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das
Sozialver
sicherungs
gericht
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen sowie unter
Berücksichtigung der Honorarnote vom
2
4.
Dezember 2014
(Urk. 1
3
) fest
zusetzen ist
.
In der Honorarnote ist ein Aufwand von insgesamt
26,9
Stunden
à Fr. 200.-- zuzüglich einer Kleinspesenpauschale von 3 % in der Höhe
von Fr.
161.40
und Mehr
wertsteuer von Fr. 443.30
mit einem Gesamt
betrag von Fr.
5‘984.70
auf
geführt (Urk. 1
3
).
Für das Aktenstudium und das Abfassen der 22-seitigen Beschwerdeschrift
zuzüglich rechtlicher Abklärungen
ist ein Zeitaufwand von insgesamt
23,3
Stunden eingesetzt, was
der
Sache
nicht angemessen
ist
.
Der Aktenumfang ist
zwar nicht gering, aber
nicht
überaus
gross
, weshalb der Auf
wand für das Studium desselben auf
4
Stunden zu kürzen ist.
Der Aufwand für das Abfassen der 22-seitigen Beschwerdeschrift zusammen mit den rechtlichen Abklärungen ist auf angemessene
8
Stunden
zu kürzen, da auch hier keine der
artige Be
sonderheit in der Schwierigkeit des Prozesses und der Bedeutung der Streitsache aus
zu
machen ist.
Insgesamt wird damit ein Zeitaufwand von 15,6 Stunden
à Fr. 200.--
berücksichtigt.
Sodann sind die
Bar
aus
lagen
von Fr.
161.
40 als Pauschale nicht ausgewiesen und ungewöhnlich hoch und daher auf
Fr.
8
0.-- zu kürzen
, zumal die Akten jeweils kostenlos in Kopie von der IV-Stelle bezogen werden können und
in der Honorarnote
zusätzlich
ein Zeitauf
wand von
1,3 Stunden respektive
Fr. 260.-- für Tele
fonate und Korrespondenz
ohne
Detaillangaben
aufgeführt wurden
.
Die
Prozessent
sch
ädi
gung
ist dem
entspre
chend auf Fr.
3‘
456
.--
(inkl.
Bar
ausla
gen
und Mehrwert
steuer von 8 %) festzu
setzen.