Decision ID: 00fd20bc-a3fd-5b8d-8bb2-6a295cc893d1
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ (nachfolgend Versicherter) erhielt mit Verfügungen vom 20. Oktober und 15.
Dezember 2005 eine ganze Invalidenrente, eine ordentliche Zusatzrente für die Ehefrau
sowie ordentliche Kinderrenten für die drei gemeinsamen Kinder mit Wirkung ab 1.
April 2003 zugesprochen (AV I-act. 62 und 63). Der IV-Grad des Versicherten von 100%
blieb in der Folge unverändert (AV I-act. 76 und 113).
A.b Auf Gesuch um Rentenauszahlung an eine Drittperson oder Behörde vom 22.
August 2011 erfolgte die Auszahlung der Kinderrenten ab September 2011 an die
Gemeinde B._ (AV I-act. 81). Mit Eheschutzentscheid des Kreisgerichts C._ vom
23. August 2011 wurde das Getrenntleben des Versicherten von seiner Ehefrau verfügt
(act. G 9.1 in IV 2016/219 und IV 2016/220).
A.c Mit Verfügung vom 26. Mai 2016 wurde der Ehefrau des Versicherten rückwirkend
per 1. August 2012 eine ganze IV-Rente zugesprochen. Ein Teil der Nachzahlung werde
direkt mit der Rückforderung gegenüber dem Versicherten von Fr. 5'619.-- verrechnet
(AV IV-act. 7). Mit separater, an den Versicherten adressierter Verfügung ebenfalls vom
26. Mai 2016 wurde diesem mitgeteilt, seine Rentenleistung sei aufgrund des
Anspruchs der Ehefrau auf eine ganze Invalidenrente rückwirkend per 1. August 2012
neu festgesetzt worden. Die Rückforderung von Fr. 5'619.-- werde vollumfänglich mit
der Nachzahlung der Ehefrau verrechnet (AV I-act. 128).
A.d Mit weiterer Verfügung vom 26. Mai 2016 teilte die IV-Stelle der Ehefrau des
Versicherten mit, die Anspruchsvoraussetzungen für Kinderrenten zu ihrer ganzen
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Invalidenrente seien erfüllt. Ein Teil der Nachzahlung werde direkt mit der
Rückforderung der Kinderrente zur Invalidenrente des Versicherten verrechnet (AV IV-
act. 11). Mit separater, an den Versicherten gerichteter Verfügung gleichen Datums
wurden, wiederum aufgrund des Anspruchs der Ehefrau auf eine ganze Invalidenrente,
auch die Kinderrenten zur ganzen IV-Rente des Versicherten neu festgesetzt. Dabei
werde die Rückforderung vollumfänglich mit der Nachzahlung der Kinderrenten zur
Invalidenrente der Mutter verrechnet. Die Gemeinde B._ werde verpflichtet, den
Betrag von Fr. 5'531.-- zurückzuzahlen (AV I-act. 114).
B.
B.a Gegen die zwei an den Versicherten (nachfolgend: Beschwerdeführer) gerichteten
Verfügungen vom 26. Mai 2016 betreffend rückwirkende Neuberechnung seiner IV-
Rente und der dazugehörigen Kinderrenten sowie die damit zusammenhängenden
Rückforderungen richten sich die durch den Rechtsvertreter eingereichten beiden
Beschwerden vom 27. Juni 2016. Er beantragt, die angefochtenen Verfügungen seien
vollumfänglich aufzuheben, die Renten seien in bisheriger Höhe weiter auszurichten
und auf die Rückforderungen gegenüber dem Beschwerdeführer in der Höhe von Fr.
5'619.-- und Fr. 5'531.-- sei vollumfänglich zu verzichten. Der Beschwerdeführer macht
geltend, die Verfügungen seien nicht übersichtlich und nicht überprüfbar, weshalb sie
nicht hinreichend begründet seien. Aus der Verfügung gehe zudem nicht klar hervor,
weshalb eine Kürzung der IV-Rente erfolge und für wen die Nachzahlung der IV-Rente
bestimmt sei. Des Weiteren wäre eine Nachzahlung von IV-Renten an die Ehefrau
separat zu verfügen. Ebenso sei nicht bekannt, ab welchem Datum der Ehefrau eine IV-
Rente zugesprochen worden sei (act. G 1 Ziff. IV/1. in IV 2016/220). Betreffend die
Kinderrenten macht der Beschwerdeführer geltend, es sei nicht nachvollziehbar, dass
die Rückforderung der Kinderrenten mit der Nachzahlung der Invalidenrente der Mutter
verrechnet werde. Weiter führt der Beschwerdeführer aus, auch diese Verfügung sei
nicht übersichtlich und nicht überprüfbar, weshalb sie nicht hinreichend begründet sei.
Eine Nachzahlung von IV-Renten (Kinderrenten) an die Ehefrau des Beschwerdeführers
sei auch hier separat zu verfügen (act. G 1 Ziff. IV/1 f. in IV 2016/219). In der
Beschwerdeergänzung vom 10. Oktober 2016 führt der Beschwerdeführer aus, er lebe
seit Sommer 2011 getrennt von seiner Ehefrau und pflege keinen Kontakt zu ihr. Es
könne nicht abschliessend geprüft werden, ob die Rückforderung innert Jahresfrist
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erfolgt sei, da aus den angefochtenen Verfügungen nicht hervorgehe, seit wann die
Beschwerdegegnerin Kenntnis von der Rentenberechtigung der Ehefrau des
Beschwerdeführers hatte. Zudem sei es nicht gerechtfertigt, die Rente rückwirkend neu
zu berechnen, da der Beschwerdeführer seine Meldepflicht nie verletzt habe. Eine
Neuberechnung der Rentenleistungen wäre auch aufgrund der Besitzstandsgarantie
nur für die zukünftigen Rentenleistungen vorzunehmen gewesen. Die Leistungen seien
gutgläubig empfangen worden und die Rückforderung bedeute zusätzlich eine grosse
Härte, da der Beschwerdeführer Ergänzungsleistungen erhalte (act. G 9 S. 2 in IV
2016/219 und IV 2016/220).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 6. Januar 2017 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerden. Die IV-Rente des Beschwerdeführers habe aufgrund
der Rentenzusprache an dessen Ehefrau ebenfalls per 1. August 2012 von Amtes
wegen rückwirkend neu berechnet werden müssen. Mit separater, an die Ehefrau des
Beschwerdeführers adressierter Verfügung vom 26. Mai 2016 sei der von ihm
zurückgeforderte Betrag von Fr. 5'619.-- mit der Nachzahlung an die Ehefrau
verrechnet worden. Unrechtmässig bezogene Leistungen seien zurückzuerstatten,
unabhängig von der gesetzlichen Mitwirkungspflicht. Zuletzt seien die
Voraussetzungen, die von einer Rückerstattung abzusehen gestatten, erst im
Erlassverfahren zu prüfen. Des Weiteren verweist die Beschwerdegegnerin auf die
Stellungnahme des Fachbereichs vom 22. November 2016 (act. G 17 in IV 2016/219
und IV 2016/220; AV I-act. 130).
B.c Mit Replik vom 17. Februar 2017 macht der Beschwerdeführer geltend, es
verstosse gegen das Prinzip von Treu und Glauben, wenn der bestehende Fehlbetrag
von Fr. 5'619.-- vom Beschwerdeführer zurückverlangt werde, aber mit der
Nachzahlungsforderung der Ehefrau verrechnet werde. Die der Ehefrau rückwirkend
berechnete Rente müsse so festgelegt werden, dass sich diese nicht mit der bereits
verfügten Rente des Beschwerdeführers überschneide. Eine notwendige
Rückforderung müsse bei der Ehefrau geltend gemacht werden, habe doch diese die
zusätzlichen Renten bezogen. Dasselbe gelte auch für die IV-Kinderrenten, seien diese
doch nicht vom Beschwerdeführer bezogen worden. Die Gemeinde B._ sei mit
Verfügung vom 26. Mai 2016 verpflichtet worden, den Fehlbetrag von Fr. 5'531.--
infolge Rückforderung aufgrund der Neuberechnung der Beschwerdegegnerin
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zurückzuerstatten. Da die Gemeinde B._ diesen Betrag wahrscheinlich beim
Beschwerdeführer zurückfordern werde, habe er ein rechtlich geschütztes Interesse an
der Anfechtung dieser Verfügung (act. G 20 in IV 2016/219 und IV 2016/220).
B.d Die Beschwerdegegnerin hat auf das Einreichen einer Duplik verzichtet (act. G 22
in IV 2016/219 und IV 2016/220).
B.e Aufgrund von Unklarheiten betreffend die Rückforderungen und deren
Verrechnung tätigte die Verfahrensleitung am 24. April 2018 eine Rückfrage bei der
SVA. Mit gleichem Datum reichte die SVA daraufhin je einen Kontoauszug des
Beschwerdeführers und der Gemeinde B._ und den Auszug des Dossiers
Verrechnung ein. Aus diesen sei ersichtlich, dass die beiden Rückforderungen (Fr.
5'619.-- Versicherter; Fr. 5'531.-- Gemeinde B._) vollumfänglich mit der Nachzahlung
der Ehefrau verrechnet wurden (act. G 25 und G 25.1-25.3).

Erwägungen
1.
1.1 Grundsätzlich bildet jeder vorinstanzliche Entscheid ein selbständiges
Anfechtungsobjekt und ist deshalb einzeln anzufechten und einzeln zu beurteilen. Es ist
gerechtfertigt, von diesem Grundsatz abzuweichen und die Anfechtung in einem
gemeinsamen Verfahren mit einem einzigen Urteil zuzulassen, wenn die einzelnen
Sachverhalte in einem engen inhaltlichen Zusammenhang stehen, sich in allen Fällen
gleiche oder ähnliche Rechtsfragen stellen und sich dieselben Parteien
gegenüberstehen (vgl. BGE 123 V 215 E. 1). Ein solches Vorgehen dient der
Verfahrensökonomie und liegt im Interesse aller Beteiligten (ANDRÉ MOSER, in André
Moser/ Peter Uebersax, Prozessieren vor eidgenössischen Rekurskommissionen, Basel
und Frankfurt am Main 1998, Rz 3.12).
1.2 Es stehen sich in den Verfahren IV 2016/219 und IV 2017/220 dieselben Parteien
gegenüber. Zur Beurteilung stehen Leistungen der IV, namentlich eine IV-Rente und die
dazugehörigen Kinderrenten. Im Verfahren IV 2016/219 ist die Verfügung vom 26. Mai
2016 zu beurteilen, mit welcher die Kinderrenten des Beschwerdeführers neu
berechnet wurden, weil die getrennt lebende Ehefrau neu auch eine ganze IV-Rente
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erhält. Im Verfahren IV 2016/220 ist die Verfügung betreffend die Neuberechnung der
IV-Rente des Beschwerdeführers Thema. Der Beschwerdeführer beantragt im
Verfahren IV 2016/219 den Verzicht auf eine Rückforderung in der Höhe von Fr.
5'531.-- und im Verfahren IV 2016/220 den Verzicht auf eine Rückforderung von Fr.
5'619.--. Es stellen sich überschneidend gleiche und ähnliche damit ebenfalls
zusammenhängende Rechtsfragen, womit die Sachverhalte in einem engen inhaltlichen
Zusammenhang stehen. Auch stellen die Parteien eine Vereinigung nicht in Frage. Mit
Einreichen einer Kostennote für beide Beschwerdeverfahren und gemäss seinen
Ausführungen geht der Beschwerdeführer bereits von einer Vereinigung der beiden
Beschwerdeverfahren aus (act. G 23 in IV 2016/219). Auch die Beschwerdegegnerin
reichte für beide Verfahren nur eine Beschwerdeantwort im Doppel ein (act. G 17 in IV
2016/219 und IV 2016/220). Die Voraussetzungen für eine Vereinigung der Verfahren
sind folglich erfüllt. Die Beschwerdefahren IV 2016/219 und IV 2016/220 werden hiermit
vereinigt.
2.
2.1 Gemäss Art. 59 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) ist zur Beschwerde berechtigt, wer durch
die angefochtene Verfügung berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren
Aufhebung oder Änderung hat.
2.2 Als schutzwürdiges Interesse im legitimationsrechtlichen Sinn von Art. 59 ATSG
gilt jedes praktische oder rechtliche Interesse, das eine von einer Verfügung betroffene
Person an deren Änderung oder Aufhebung geltend machen kann. Das schutzwürdige
Interesse besteht somit im praktischen Nutzen, den die Gutheissung der Beschwerde
dem Verfügungsadressaten verschaffen würde, oder - anders ausgedrückt - im
Umstand,
einen Nachteil wirtschaftlicher, ideeller, materieller oder anderweitiger Natur zu
vermeiden, den die angefochtene Verfügung mit sich bringen würde. Das rechtliche
oder auch bloss tatsächliche Interesse braucht somit mit dem Interesse, das durch die
von der beschwerdeführenden Person als verletzt bezeichnete Norm geschützt wird,
nicht übereinzustimmen. Immerhin wird verlangt, dass die Person durch die
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angefochtene Verfügung stärker als jedermann betroffen ist und in einer besonderen,
beachtenswerten, nahen Beziehung zur Streitsache steht (BGE 133 V 191 f. E. 4.3.1 mit
Hinweisen).
3.
Der Beschwerdeführer beanstandet die rückwirkende Neuberechnung seiner IV-Rente
sowie der dazugehörigen Kinderrenten. Betreffend seine eigene Rente ist er ohne
weiteres beschwerdelegitimiert. Dies gilt auch für die dazugehörigen Kinderrenten, da
es sich beim Anspruch auf Kinderrenten um einen strikt akzessorischen Anspruch des
Rentners und nicht des Kindes handelt (vgl. BGE 134 V 15 E. 2.3.3 mit Hinweisen).
Betreffend die Neuberechnungen der IV-Rente sowie der Kinderrenten zur IV-Rente
des Beschwerdeführers ist auf die Beschwerde einzutreten und als erstes zu klären, ob
diese gerechtfertigt waren und korrekt durchgeführt wurden.
3.1 Gemäss Art. 36 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) sind für die Berechnung der ordentlichen IV-Renten die Bestimmungen des
Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG; SR 831.10)
sinngemäss anwendbar. Sind beide Ehegatten rentenberechtigt, werden nach Art.
29quinquies Abs. 3 lit. a AHVG Einkommen, welche die Ehegatten während der
Kalenderjahre der gemeinsamen Ehe erzielt haben, geteilt und je zur Hälfte den beiden
Ehegatten angerechnet (sogenanntes Splitting). Gemäss Art. 35 Abs. 1 AHVG i.V.m.
Art. 37 Abs. 1bis IVG beträgt die Summe der beiden Renten eines Ehepaares maximal
150% des Höchstbetrages der Rente, wenn beide Ehegatten Anspruch auf eine Rente
haben. Eine Kürzung der IV-Renten entfällt nach Art. 35 Abs. 2 AHVG i.V.m. Art. 37
Abs. 1bis IVG bei Ehegatten, deren gemeinsamer Haushalt richterlich aufgehoben
wurde. Für die Kinderrenten gilt dies nach Art. 35 AHVG i.V.m. Art. 38 Abs. 1 IVG nicht.
Gemäss Art. 38 Abs. 1 IVG beträgt die Kinderrente 40% der dem massgebenden
durchschnittlichen Jahreseinkommen entsprechenden Invalidenrente. Haben beide
Elternteile einen Anspruch auf eine Kinderrente, sind die beiden Kinderrenten zu
kürzen, soweit ihre Summe 60% der maximalen Invalidenrente übersteigt. Für die
Durchführung der Kürzung ist Art. 35 AHVG sinngemäss anwendbar. Nach dem
Wortlaut von Art. 38 Abs. 1 Satz 2 IVG wird nicht unterschieden, ob die Eltern
verheiratet sind oder nicht, wenn beidseits die Kinderrenten gekürzt werden. In Satz 3
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wird für die Durchführung der Rentenkürzung auf Art. 35 AHVG verwiesen. Damit ist
lediglich die Kürzungsberechnung gemeint, nicht die Berechtigung an sich. Die
Plafonierung ist nicht abhängig davon, ob die Eltern verheiratet sind oder nicht (Urteil
des Bundesgerichts vom 22. Oktober 2009, 9C_143/2009, E. 5.1 mit Hinweisen). Des
Weiteren werden Kinderrenten nach Art. 41 Abs. 1 AHVG gekürzt, soweit sie
zusammen mit der Rente des Vaters oder derjenigen der Mutter 90 Prozent des für
diese Rente jeweils massgebenden durchschnittlichen Jahreseinkommens übersteigen.
3.2 Mit Beschluss vom 27. April 2016 sprach die Beschwerdegegnerin der Ehefrau des
Beschwerdeführers rückwirkend per 1. August 2012 eine ganze IV-Rente zu (AV IV-act.
22). Wie oben (Ziff. 3.1) ausgeführt, erfolgt eine Teilung des Einkommens, auch bei
getrennt lebenden Ehegatten, sobald beide Ehegatten Anspruch auf eine IV-Rente
haben, somit rückwirkend bis zum Eintritt des ersten Rentenfalls (Art. 29quinquies Abs.
4 lit. a AHVG). Der richterlich aufgehobene gemeinsame Haushalt ist bei einer allfälligen
Kürzung der IV-Renten des Beschwerdeführers nach Art. 35 AHVG zu berücksichtigen.
Nach der Durchführung dieses Splittings reduzierte sich das massgebende
durchschnittliche Jahreseinkommen des Beschwerdeführers somit von anfänglichen
Fr. 64'500.-- im Jahr 2005 (AV I-act. 62 f.) auf Fr. 54'990.-- (AV I-act. 114 und 128). Auf
dessen Grundlage setzte die Beschwerdegegnerin die Renten des Beschwerdeführers
(IV-Rente und dazugehörige Kinderrenten) rückwirkend auf den 1. August 2012 neu
fest. Die Details sind dem Rentenberechnungsblatt zu entnehmen (vgl. AV IV-act. 20-7).
3.3 Der Beschwerdeführer macht geltend, er habe seine Meldepflicht nie verletzt und
aufgrund der Besitzstandsgarantie wäre eine Neuberechnung auch nur für die
zukünftigen Rentenleistungen vorzunehmen gewesen (act. G 9 in IV 2016/219 und IV
2016/220). Des Weiteren müsse die IV-Rente der Ehefrau, wenn sie rückwirkend
zugesprochen werde, so festgelegt werden, dass sich diese nicht mit der bereits
verfügten IV-Rente des Beschwerdeführers überschneide. Zuletzt erhebt der
Beschwerdeführer vorsorglich die Verjährungseinrede (act. G 20 in IV 2016/219 und IV
2016/220).
3.4 Die Kürzung des massgebenden durchschnittlichen Jahreseinkommens und somit
der Renten erfolgt von Amtes wegen, beruht auf dem Eintreten des zweiten Rentenfalls
und steht in keinem Zusammenhang mit einer allfälligen Meldepflichtverletzung. Auch
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eine Besitzstandsgarantie sieht der Gesetzgeber unter diesen Umständen nicht vor.
Möglicherweise denkt der Beschwerdeführer bei seiner Argumentation, die
Rentenherabsetzung könne mangels Meldepflichtverletzung nicht rückwirkend
erfolgen, an die Regelung des Art. 88bis Abs. 2 lit. b IVV. Diese Bestimmung darf
jedoch nicht isoliert nach ihrem Wortlaut angewendet werden, sondern ist im Kontext
zu betrachten. Die Bestimmungen zur Rentenrevision in den Art. 86ter bis 88bis IVV
beziehen sich ausschliesslich auf Revisionen bei Sachverhaltsveränderungen, die den
IV-rechtlichen Teil der Rente betreffen. Ändert sich nicht der Invaliditätsgrad, sondern
liegt die Änderung des Rentenbetrags im AHV-rechtlichen, also quasi im
versicherungstechnischen Teil begründet (wie es vorliegend der Fall ist), so gelangen
die genannten Revisionsnormen der IVV nicht zur Anwendung. Vielmehr hat die
Korrektur auf den Zeitpunkt der effektiven Sachverhaltsveränderung, vorliegend des
Rentenbezugsbeginns der Ehefrau, hin zu erfolgen. Damit war die Neuberechnung
gerechtfertigt und es ergeben sich keine Anhaltspunkte für Fehler in der
Neuberechnung der IV-Rente des Beschwerdeführers und der dazugehörigen
Kinderrenten.
4.
Weiter beantragt der Beschwerdeführer, auf die Rückforderungen im Betrag von Fr.
5'619.-- (IV-Rente) und Fr. 5'531.-- (Kinderrente) sei zu verzichten. Bezüglich die
Rückforderung der Kinderrenten führt der Beschwerdeführer aus, er habe ein rechtlich
geschütztes Interesse an der Anfechtung der Verfügung. Die Gemeinde B._ sei
verpflichtet worden, den Fehlbetrag von Fr. 5'531.-- zurückzuerstatten. Die Gemeinde
werde mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit diesen Betrag, nach Vorliegen
eines rechtskräftigen Urteils in dieser Angelegenheit, vom Beschwerdeführer
zurückfordern (act. G 20 in IV 2016/219). Aufgrund eines Drittauszahlungsgesuchs
wurden die Kinderrenten an die Gemeinde B._ ausgezahlt (AV I-act. 81).
4.1 Die Rückforderung unrechtmässig bezogener Rentenbetreffnisse resultiert in erster
Linie aus der splittingbedingten Verringerung des massgebenden durchschnittlichen
Jahreseinkommens des Beschwerdeführers (Art. 29quinquies Abs. 3 lit. a AHVG). Die
daraus resultierten Rückforderungen von Fr. 5'619.-- (aus IV-Rente Beschwerdeführer)
und Fr. 5'531.-- (aus Kinderrenten des Beschwerdeführers) wurden mit den
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Nachzahlungen an die Ehefrau des Beschwerdeführers vollumfänglich und in zulässiger
Weise verrechnet (vgl. AV I-act. 114 und 128; AV IV-act. 7 und 11). Das
Einkommenssplitting, welches zu einer rückwirkenden Herabsetzung der vom
Beschwerdeführer vormals bezogenen Renten (IV-Rente und Kinderrenten) führte, war
notwendigerweise mit der rückwirkend zugesprochenen - zur Verrechnung
herangezogenen - Invalidenrente seiner Ehefrau verbunden. Unter diesen Umständen
bejaht die Rechtsprechung die erforderliche, versicherungstechnisch oder rechtlich
enge Beziehung zwischen den zu verrechnenden Forderungen ohne weiteres (Urteil
des Bundesgerichts vom 6. Februar 2013, 9C_149/2012, E. 4 mit Hinweisen). Nach
dem Gesagten steht der verfügten Verrechnung der Rückforderung mit der
Nachzahlung an die Ehefrau des Beschwerdeführers nichts entgegen. Diese
Verrechnung verstösst somit nicht, wie vom Beschwerdeführer geltend gemacht (vgl.
act. G 20 Ziff. III/3. in IV 2016/219 und IV 2016/220), gegen das Prinzip von Treu und
Glauben und geschah überdies auch nicht zu seinem Nachteil. Sie ist folglich nicht zu
beanstanden.
4.2 Die SVA hat am 24. April 2018 zuhanden des Gerichts bestätigt, dass die
Forderungen gegenüber dem Beschwerdeführer sowie gegenüber der Gemeinde B._
vollumfänglich mit den Nachzahlungen der Ehefrau verrechnet wurden. Dies ist aus
dem Abrechnungssystem ersichtlich, wird auf den Verfügungen jedoch aus
technischen Gründen lediglich in der Einleitung wiedergegeben. Weder der
Beschwerdeführer noch die Gemeinde B._ haben folgerichtig eine Abrechnung mit
Einzahlungsschein erhalten (vgl. Beilage Mailverkehr vom 24. April 2018, Konto
Beschwerdeführer, Konto Gemeinde B._ und Dossier Verrechnung; act. G 25 und G
25.1-25.-3 in IV 2016/219). Damit besteht kein Rechtsschutzinteresse des
Beschwerdeführers, die gegen ihn gerichtete Rückforderung über Fr. 5'531.-- vom 26.
Mai 2016 sowie die bei der Gemeinde B._ vorgenommene Rückforderung der
Kinderrenten über Fr. 5'619.-- anzufechten. In diesem Punkt ist auf die Beschwerde
nicht einzutreten.
5.
5.1 Des Weiteren bemängelt der Beschwerdeführer die Übersichtlichkeit und die
Überprüfbarkeit der angefochtenen Verfügungen vom 26. Mai 2016. Es gehe nicht klar
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aus den Verfügungen hervor, weshalb eine Kürzung der IV-Renten des
Beschwerdeführers erfolgt sei und für wen die Nachzahlung der IV-Rente bestimmt sei.
Eine Nachzahlung von IV-Renten an die Ehefrau des Beschwerdeführers wäre separat
zu verfügen, solche Verfügungen befänden sich aber nicht bei den Unterlagen. Es sei
auch nicht bekannt, ab welchem Datum der Ehefrau des Beschwerdeführers eine IV-
Rente zugesprochen worden sei (act. G 1 Ziff. IV/2. in IV 2016/219 und act. G 1 Ziff. IV/
1. in IV 2016/220). Des Weiteren sei die Rückforderung bei der Ehefrau geltend zu
machen, da diese doch die zusätzlichen Renten bezogen habe (act. G 20 in IV
2016/219 und IV 2016/220). Im Übrigen macht der Beschwerdeführer noch geltend, er
habe die Rentenleistungen gutgläubig erhalten. Zudem bedeute die Rückforderung für
den Beschwerdeführer eine grosse Härte, weil er Ergänzungsleistungen erhalte (act. G
9 in IV 2016/219 und IV 2016/220).
5.2 Aus den angefochtenen Verfügungen vom 26. Mai 2016 ist ersichtlich, dass die
Neuberechnung aufgrund des Eintritts des zweiten Rentenfalls vorgenommen wurde
und die so entstandenen Rückforderungen mit den Nachzahlungen an die Ehefrau
verrechnet wurden (vgl. AV I-act. 114 und 128; AV IV-act. 7 und 11). Da die
Rückforderungen mit den Nachzahlungen an die Ehefrau vollumfänglich getilgt sind,
kann kein Erlass der Rückforderung geltend gemacht werden. Zudem wären die
Voraussetzungen, ob von einer Rückerstattung abgesehen werden könne, erst nach
Rechtskraft des Entscheids im Erlassverfahren zu prüfen (Art. 25 Abs. 1 ATSG i.V.m.
Art. 4 Abs. 6 ATSV). Zuletzt ist festzuhalten, dass die IV-Rente der Ehefrau und die
dazugehörigen Kinderrenten von der Beschwerdegegnerin mit Datum vom 25. Mai
2016 verfügt wurden (AV IV-act. 7 und 11). Der Beschwerdeführer hat diese seine von
ihm getrennt lebende Ehefrau betreffende Verfügung zu diesem Zeitpunkt aus
datenschutzrechtlichen Gründen zu Recht nicht in Kopie erhalten. Dem Rechtsvertreter
wurde auf Nachfrage hin das entsprechende Berechnungsblatt am 5. Oktober 2016
zugestellt (AV II-act. 10 f.)
6.
6.1 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sowohl die rückwirkende Neuberechnung
der IV-Rente des Beschwerdeführers und der dazugehörigen Kinderrenten
gesetzmässig war und richtig durchgeführt wurde als auch die daraus resultierenden
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Rückforderungen und deren Verrechnung korrekt und gerechtfertigt waren. Betreffend
die Rückforderungen ist der Beschwerdeführer jedoch aufgrund der vollumfänglichen
Verrechnung nicht beschwert. Demnach sind die Beschwerden, soweit auf diese
eingetreten werden kann, abzuweisen.
6.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig und die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Der in beiden Beschwerdeverfahren
unterliegende Beschwerdeführer hat die Gerichtskosten zu bezahlen. Da der
Verfahrensaufwand für das vereinigte Verfahren als durchschnittlich zu qualifizieren ist,
ist die Gerichtsgebühr gesamthaft auf Fr. 600.-- festzusetzen. Der vom
Beschwerdeführer im Verfahren IV 2016/219 geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.--
wird daran angerechnet. Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch
auf eine Parteientschädigung.