Decision ID: 507ddd99-c945-4e4a-998b-d5098f7e7335
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
M._ hatte es versäumt, seine Bachelor-Arbeit fristgerecht anzumelden, woraufhin die
Studienadministration der Universität St. Gallen am 16. November 2015 deren
Annahme verweigerte. Der Studiensekretär erliess am 3. Dezember 2015 eine
entsprechende Verfügung und hielt darin fest, auf das Wiedererwägungsgesuch vom
24. November 2015 werde nicht eingetreten. Den dagegen erhobenen Rekurs vom 16.
Dezember 2015 wies die Rekurskommission der Universität St. Gallen am 21. April
2016 (Versand am 26. August 2016) mit der Begründung ab, die Frist zur Anmeldung
der Bachelor-Arbeit könne nicht verlängert werden. Überdies sei eine
Wiederherstellung nicht möglich, da M._ die Anmeldefrist selbstverschuldet versäumt
habe.
B.
Gegen den Entscheid der Rekurskommission legte M._ durch seinen Rechtsvertreter
am 12. September 2016 Rekurs beim Universitätsrat ein. Dieser schrieb selbigen mit
Beschluss vom 11. Dezember 2017 mangels aktuellem schutzwürdigem Interesse als
gegenstandslos ab, da M._ am 1. Oktober 2016 seinen Bachelor-Abschluss erhalten
hatte.
C.
Am 16. Januar 2018 erhob M._ durch seinen Rechtsvertreter Beschwerde gegen den
Beschluss des Universitätsrates beim Verwaltungsgericht. Mit Entscheid vom
25. Februar 2019 bejahte das Verwaltungsgericht ein Rechtsschutzinteresse im Sinne
eines Feststellungsinteresses und wies die Sache zur materiellen Beurteilung an den
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Universitätsrat zurück (VerwGE B 2018/23). Dieser trat mit Entscheid vom 9. Dezember
2019 auf den Rekurs ein und prüfte, ob die Annahmeverweigerung der Bachelor-Arbeit
aufgrund des Verpassens der Anmeldefrist überspitzt formalistisch sei. Er kam zum
Schluss, die mit Verwirkungsfolge versehene Anmeldefrist sei sachlich nicht zu
rechtfertigen und stelle einen überspitzten Formalismus dar. Daraufhin prüfte der
Universitätsrat das Vorliegen entschuldbarer Gründe, die eine Wiederherstellung der
Frist im konkreten Fall rechtfertigten. Er stellte fest, dass M._ die Anmeldefrist
selbstverschuldet verpasst habe und eine Wiederherstellung deshalb nicht möglich sei.
Der Rekurs wurde bezüglich des Vorwurfs eines überspitzten Formalismus
gutgeheissen, hinsichtlich der Wiederherstellung der Anmeldefrist jedoch abgewiesen.
D.
M._ (Beschwerdeführer) erhob gegen den Entscheid des Universitätsrates
(Vorinstanz) vom 9. Dezember 2019 durch seinen Rechtsvertreter mit Eingabe vom
27. Dezember 2019 erneut Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Er stellte die
Anträge, der Entscheid des Universitätsrates vom 9. Dezember 2019 sei unter Kosten-
und Entschädigungsfolge aufzuheben und es sei festzustellen, dass die Bachelor-
Arbeit des Beschwerdeführers rechtzeitig am 16. November 2015 eingereicht worden
sei, sodass er zur Diplomierung im März 2016 hätte zugelassen werden können, dass
die Zurückweisung der Bachelor-Arbeit zu Unrecht erfolgt und dem Beschwerdeführer
die Diplomierung im März 2016 widerrechtlich verunmöglicht worden sei, dass die Frist
zur Anmeldung der Bachelor-Arbeit mit Verwirkungsfolge einen überspitzten
Formalismus darstelle und gegen die Verfassung verstosse und dass der
Beschwerdeführer durch Nichtbeachtung der Anmeldefrist keine Rechtswidrigkeit
begangen habe und ihn somit auch kein Verschulden treffe. Eventualiter sei die Sache
zur Neufestsetzung der Kosten- und Entschädigungsfolgen an die Vorinstanz
zurückzuweisen.
E.
Die Vorinstanz ergänzte die Begründung ihres Entscheids mit Vernehmlassung vom
6. Februar 2020 und beantragte, die Beschwerde sei unter Kostenfolge zu Lasten des
Beschwerdeführers abzuweisen. Der Beschwerdeführer äusserte sich dazu am 9. März
2020 und beantragte zusätzlich, es sei festzustellen, dass die Anmeldefrist für
Bachelor-Arbeiten auch als Frist ohne Ausschlusswirkung einen überspitzten
Formalismus darstelle und gegen die Verfassung verstosse. Die Vorinstanz verzichtete
stillschweigend auf eine weitere Stellungnahme.
Auf die Ausführungen des Beschwerdeführers und der Vorinstanz zur Begründung ihrer

Anträge sowie die Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
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1. Eintreten
Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Der Beschwerdeführer
ist Adressat des angefochtenen Entscheids und hat gemäss Urteil B 2018/23 des
Verwaltungsgerichts vom 25. Februar 2019 ein eigenes schutzwürdiges Interesse an
dessen Aufhebung. Er ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerde gegen den Entscheid der
Vorinstanz vom 9. Dezember 2019 (versandt am 12. Dezember 2019) wurde mit
Eingabe vom 27. Dezember 2019 rechtzeitig erhoben und erfüllt in formeller sowie
inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47
Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist daher grundsätzlich
einzutreten.
Hinsichtlich der Rechtsbegehren Ziffer 3 und Ziffer 4 ist fraglich, ob diese ausserhalb
des Prozessgegenstands liegen. Im Laufe des Verfahrens kann der Prozessgegenstand
grundsätzlich nur noch eingeschränkt, aber nicht mehr ausgeweitet oder geändert
werden (Wiederkehr/Plüss, Praxis des öffentlichen Verfahrensrechts, Eine
systematische Analyse der Rechtsprechung, Bern 2020, Rz. 3025). Letztlich kann diese
Frage jedoch offen bleiben, da die erwähnten Begehren sinngemäss in den innerhalb
des Prozessgegenstands liegenden Begehren mitenthalten sind.
Die Beschwerdefrist beträgt 14 Tage (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 VRP). Für
den Beginn, die Berechnung und die Einhaltung dieser Frist gelten sachgemäss die
Vorschriften der Schweizerischen Zivilprozessordnung (SR 272, ZPO; Art. 64 in
Verbindung mit Art. 30 Abs. 1 VRP). Fristen, die durch eine Mitteilung oder den Eintritt
eines Ereignisses ausgelöst werden, beginnen am folgenden Tag zu laufen (Art. 142
Abs. 1 ZPO). Eingaben müssen spätestens am letzten Tag der Frist beim Gericht
eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer
schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung übergeben werden
(Art. 143 Abs. 1 ZPO). Gesetzliche und gerichtliche Fristen stehen insbesondere vom
18. Dezember bis und mit dem 2. Januar still (Art. 145 Abs. 1 lit. c ZPO). Der Entscheid
der Vorinstanz wurde dem Beschwerdeführer am 12. Dezember 2019 versandt. Unter
Berücksichtigung des Fristenstillstandes endete die 14-tägige Frist am 11. Januar
2020. Der Beschwerdeführer stellte das zusätzliche Rechtsbegehren Ziffer 7 (act. 12),
wonach festzustellen sei, die Anmeldefrist für Bachelor-Arbeiten stelle auch als Frist
ohne Ausschlusswirkung einen überspitzten Formalismus dar und verstosse gegen
Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (SR 101,
BV), mit Schreiben vom 9. März 2020. Dieser Antrag wurde offensichtlich nach Ablauf
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der Beschwerdefrist eingereicht und ist verspätet. Der Beschwerdeführer macht
geltend, neue Begehren seien zulässig, da sich das Beschwerdeverfahren sachgemäss
nach den Vorschriften über den Rekurs (Art. 64 VRP) und ergänzend nach den
Vorschriften über das Verfahren vor den Verwaltungsbehörden richte (Art. 64 in
Verbindung mit Art. 58 Abs. 1 VRP). Er führt korrekt aus, im Rekursverfahren seien
neue Begehren zulässig (Art. 46 Abs. 3 VRP) und im Verwaltungsverfahren seien sie bis
zum Abschluss des Verfahrens zu berücksichtigen (Art. 19 VRP). Allerdings übersieht er
den im Beschwerdeverfahren anwendbaren Art. 61 Abs. 3 VRP, wonach neue
Begehren unzulässig sind. Neu ist ein Begehren, wenn im Verfahren vor
Verwaltungsgericht eine gegenüber dem vorangegangenen Verfahren andere oder
weitergehende Rechtsfolgebehauptung erhoben wird (VerwGE B 2015/290 vom 15.
August 2017 E. 4.7; Looser/Looser-Herzog, in: Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.], Gesetz
über die Verwaltungsrechtspflege, Praxiskommentar, Zürich/St. Gallen 2020, N 12 zu
Art. 61 VRP). Der Antrag vom 9. März 2020 war nicht Gegenstand des vorinstanzlichen
Verfahrens. Es handelt sich um ein neues Begehren, das im Sinne von Art. 61 Abs. 3
VRP unzulässig ist. Folglich ist darauf nicht einzutreten.
Nicht mehr strittig ist, dass die Anmeldefrist für Bachelor-Arbeiten keine
Verwirkungsfrist darstellt. Umstritten und zu beurteilen ist hingegen, ob die Vorinstanz
zu Recht das Vorliegen entschuldbarer Gründe für das Verpassen und die
Wiederherstellung der Anmeldefrist geprüft hat.
2. Parteivorbringen
Die Vorinstanz hat entschieden, dass die Formstrenge, mit welcher die verspätete
Anmeldung einer Bachelor-Arbeit gehandhabt wird, überspitzt formalistisch sei.
Solange die Universität St. Gallen die Termine für Anmeldung und Einreichung der
Arbeiten nicht zusammenlege, müsse deshalb im Einzelfall geprüft werden, ob für das
Verpassen der Frist entschuldbare Gründe vorlägen und die Frist wiederherzustellen
sei. In der Vernehmlassung vom 6. Februar 2020 (act. 7) ergänzte die Vorinstanz die
Begründung ihres Entscheids dahingehend, dass es der Universitätsleitung obliege, die
Organisation der Kurse und der Examina, einschliesslich der Modalitäten der
Zulassung, zu regeln. Die Vorinstanz könne der Universität daher nicht verbindlich
vorschreiben, die Termine für Anmeldung und Einreichung der Bachelor-Arbeiten
zusammenzulegen.
2.1.
Der Beschwerdeführer rügt im Wesentlichen, der Entscheid der Vorinstanz verstosse
2.2.
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3. Rechtliches und Würdigung
gegen anwendbares Recht und sei willkürlich, weil die Vorinstanz die für
Verwirkungsfristen vorgesehene Rechtsfolge – das Vorliegen entschuldbarer Gründe
und die Fristwiederherstellung – anwende. Damit behandle sie die Anmeldefrist, als
wäre sie rechtmässig. Dem sei aber gerade nicht so. Schliesslich habe die Vorinstanz
selber festgestellt, eine Anmeldefrist mit Verwirkungsfolge sei überspitzt formalistisch
und damit verfassungswidrig. Eine rechtswidrige Frist dürfe keine Wirkung entfalten.
Das Nichtbeachten bzw. Nichteinhalten einer rechtswidrigen Frist könne dem
Beschwerdeführer nicht zum Vorwurf gemacht werden. Er habe sich vielmehr
rechtmässig verhalten. Mangels rechtswidrigen Verhaltens bestehe für Abklärungen
zum Verschulden von Vornherein kein Raum. Dies entspreche auch der
bundesgerichtlichen Praxis. Die Vorinstanz verhalte sich widersprüchlich, wenn sie die
Anmeldefrist für Bachelor-Arbeiten als rechtswidrig qualifiziere, ihr dann aber doch
Wirkung zukommen lasse. Bei der Anmeldefrist könne es sich nur um eine reine
Ordnungsfrist handeln, deren Verpassen keine nachteiligen Folgen nach sich ziehe.
Wie die Vorinstanz in der Vernehmlassung korrekt festhält, verfügt die Universität
St. Gallen über eigene Rechtspersönlichkeit und das Recht zur Selbstverwaltung (Art. 1
Abs. 2 des Gesetzes über die Universität St. Gallen; sGS 217.11, UG). Die Zulassung
von Studenten zu Lehrveranstaltungen und zu Prüfungen ist in den Studien- und
Prüfungsvorschriften geregelt (Art. 32 UG). Warum die Vorinstanz nicht befugt sein soll,
der Universität verbindlich vorzuschreiben, diese habe die Termine für die Anmeldung
und Einreichung der Bachelor-Arbeiten zusammenzulegen, ist nicht ersichtlich.
Schliesslich ist die Vorinstanz oberstes Organ der Universität und insbesondere zum
Erlass der Prüfungsvorschriften berechtigt (Art. 8 Abs. 1 und Art. 9 Abs. 1 lit. a UG).
Dazu gehört namentlich die Organisation der Kurse und der Examina, einschliesslich
der Modalitäten der Zulassung inklusive der Bachelor-Arbeiten als notwendiger
Bestandteil des Bachelor-Abschlusses. Im Zusammenhang mit der Ausarbeitung
wissenschaftlicher Arbeiten ist ein zweistufiger Prozess mit vorgängiger Anmeldung
und anschliessender Einreichung vorgesehen. Gemäss den Ausführungen des
stellvertretenden Studiensekretärs (act. 11a/1) diente dieser Prozess ursprünglich
mehreren Zwecken: Zunächst sollte damit sichergestellt werden, dass die
Studierenden ihre Arbeit bei einem zu deren Abnahme berechtigten Referierenden
schrieben und die maximale Frist für die Bearbeitung einhielten. Sodann ermöglichte
die vorgelagerte Anmeldung ein Monitoring der Anzahl offener Arbeiten. In der
Zwischenzeit habe sich jedoch die Praxis entwickelt, dass die Studierenden ohne
3.1.
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Registrierung mit der Ausarbeitung begännen und die Arbeit erst am Tag der
Einreichung anmeldeten. Dieses unübliche Vorgehen sei vom ehemaligen
Studiensekretär als zulässig erklärt worden. Die Vorinstanz führt aus, eine Anmeldung
verschaffe den Studierenden kein Exklusivrecht an der Bearbeitung des registrierten
Themas. Veränderungen seien auch im Anschluss daran noch möglich. Gesamthaft sei
somit kein vernünftiger Zweck erkennbar, die Anmeldefrist für Bachelor-Arbeiten als
Ausschlussfrist zu qualifizieren. An der Sitzung vom 5. Mai 2015 habe das Rektorat die
Abschaffung der Registrierungs- und Abgabefristen diskutiert, sich aber dagegen
entschieden. Der aktuell gültige Zweiphasenprozess schaffe gerade auch für die
Dozierenden die grösstmögliche Klarheit, weshalb daran festgehalten werde. Dies ist
grundsätzlich nicht zu beanstanden, solange, wie die Vorinstanz richtig festhält, die
Anmeldefrist nicht als Verwirkungsfrist gehandhabt wird.
Verwirkung ist anzunehmen, wenn aus Gründen der Rechtssicherheit oder der
Verwaltungstechnik die Rechtsbeziehungen nach Ablauf einer bestimmten Frist
endgültig festgelegt werden müssen (BGer 2C_756/2010 vom 19. Januar 2011 E. 3.2.2
mit Hinweis auf BGE 125 V 262 E. 5a). Handelt der Berechtigte bzw. Verpflichtete nicht
innerhalb der vorgesehenen Frist, führt dies zum Untergang seines Rechts. Das
Korrektiv der Fristwiederherstellung bezweckt, die eingetretenen nachteiligen Folgen
für den Säumigen abzuwenden, sofern dieser unverschuldeterweise davon abgehalten
worden ist, eine Handlung fristgerecht vorzunehmen (BGer 2C_699/2012 vom
22. Oktober 2012 E. 2; U.P. Cavelti, in: Rizvi/Schindler/Cavelti, a.a.O., N 170 zu
Art. 30-30 VRP). Von den Verwirkungsfristen zu unterscheiden sind insbesondere die
Ordnungsfristen. Sie stellen reine Ordnungsvorschriften dar, die den geordneten
Verfahrensgang gewährleisten sollen. Die Nichteinhaltung einer Ordnungsfrist zieht
keine direkten Rechtsfolgen nach sich (BGE 136 V 351 E. 8.4). Die Verfahrenshandlung
kann auch nach Fristablauf noch vorgenommen werden, soweit und solange der
geordnete Verfahrensgang dadurch nicht beeinträchtigt wird.
3.2.
ter
Es reicht nicht, wenn die Vorinstanz lediglich festhält, die Handhabung der Anmeldefrist
als Verwirkungsfrist sei verfassungswidrig. Wird der Anmeldefrist die Verwirkungsfolge
abgesprochen, darf die Vorinstanz sie auch nicht als Verwirkungsfrist behandeln. Dies
tut sie aber, wenn sie bei deren Verpassen das Vorliegen entschuldbarer Gründe und
die Wiederherstellung prüft. Eine Frist ohne Verwirkungsfolge zeitigt keine negativen
Konsequenzen für den Säumigen. Deren Verpassen bleibt vielmehr folgenlos, und die
Handlung kann auch nach Ablauf der Frist noch vorgenommen werden. Vorliegend ist
3.3.
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4. Zusammenfassung
Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde, soweit darauf einzutreten ist,
gutzuheissen und der angefochtene Entscheid vom 9. Dezember 2019 aufzuheben ist,
soweit damit der Rekurs teilweise abgewiesen wurde. Es ist festzustellen, dass der
Beschwerdeführer die Bachelor-Arbeit zum Thema „...” am 16. November 2015
rechtzeitig eingereicht hat. Die in Ziffer 3 beantragte Feststellung, die Bachelor-Arbeit
sei zu Unrecht zurückgewiesen und die Diplomierung des Beschwerdeführers im März
2016 widerrechtlich verunmöglicht worden, erübrigt sich damit. Gleiches gilt für die in
Ziffer 4 beantragte Feststellung, die Anmeldefrist für Bachelor-Arbeiten als
Verwirkungsfrist zu behandeln, sei überspitzt formalistisch. Die Aufhebung des
Entscheids der Vorinstanz führt hingegen entsprechend Ziffer 5 des Antrags dazu, dass
von Amtes wegen auch über die Kosten der vorinstanzlichen Verfahren zu befinden ist
(vgl. R. Hirt, Die Regelung der Kosten nach st. gallischem
Verwaltungsrechtspflegegesetz, St. Gallen 2004, S. 103).
5. Kosten
unbestritten, dass der Anmeldefrist keine Verwirkungsfolge zukommt. Fehlt es daran,
gibt es auch kein Recht, das nach deren Ablauf untergehen könnte. Daher stellen sich
weder die Frage nach entschuldbaren Gründen für das Verpassen noch jene nach einer
Wiederherstellung der Anmeldefrist. Es spielt keine Rolle, ob die Anmeldung vor oder
nach Ablauf des festgesetzten Termins vorgenommen wird. Das Verfahren wird
dadurch nicht beeinflusst. Dem Beschwerdeführer ist insoweit beizupflichten, als dass
es sich bei der Frist zur Anmeldung der Bachelor-Arbeit höchstens um eine
Ordnungsfrist handeln kann.
Der Beschwerdeführer hat seine Bachelor-Arbeit am 16. November 2015 bei der
Studienadministration eingereicht. Der für „Winter 2015” festgesetzte Termin für die
Einreichung war gemäss Ziff. 1.2 der Terminübersicht Bachelor- und Master-Arbeiten
(act. 9a/2) der 16. November 2015. Die Einreichung erfolgte damit rechtzeitig. Die
Studienadministration wäre verpflichtet gewesen, die Bachelor-Arbeit
entgegenzunehmen. Durch die Verweigerung der Annahme hat sie dem
Beschwerdeführer die Diplomierung im März 2016 zu Unrecht verunmöglicht.
3.4.
Rekursverfahren
Die vorinstanzliche Kostenregelung sah vor, dass die Verfahrensbeteiligten die
amtlichen Kosten der Rekursverfahren von CHF 1'750 je zur Hälfte zu tragen hätten,
wobei die vom Beschwerdeführer geleisteten Kostenvorschüsse von CHF 1'750 zu
5.1.
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berücksichtigen seien. Aufgrund der Gutheissung der Beschwerde hat die Universität
St. Gallen die Kosten von CHF 1'750 für die vorinstanzlichen Verfahren vollumfänglich
zu tragen. Auf die Erhebung ist zu verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP).
Der Beschwerdeführer hat Anspruch auf Entschädigung der ausseramtlichen Kosten
(Art. 98 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 98 VRP). Da sein Rechtsvertreter keine
Kostennote eingereicht hat, ist diese nach Ermessen festzulegen (vgl. Art. 30 lit. b
Ziff. 1 und Art. 31 Abs. 1 und 2 des Anwaltsgesetzes; sGS 963.70, AnwG, sowie Art. 6
und Art. 19 der Honorarordnung; sGS 963.75, HonO). Eine Entschädigung von
CHF 3'000 für die Rekursverfahren erscheint angemessen (Art. 22 Abs. 1 lit. a HonO).
Hinzu kommen pauschale Barauslagen in der Höhe von CHF 120 (vier Prozent von
CHF 3'000 im Sinne von Art. 28 Abs. 1 HonO). Mangels entsprechenden Antrags in
der Beschwerde erfolgt die Entschädigung ohne Berücksichtigung der Mehrwertsteuer
(vgl. Art. 29 Abs. 1 HonO).
bis
bis
Beschwerdeverfahren
Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens der Universität St. Gallen aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP).
Eine Entscheidgebühr von CHF 2'000 für das Beschwerdeverfahren erscheint
angemessen (Art. 7 Abs. 1 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung; sGS 941.12). Auf
die Erhebung ist zu verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP). Der geleistete Kostenvorschuss in
der Höhe von CHF 2'000 ist dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten.
Der Beschwerdeführer hat im Beschwerdeverfahren obsiegt, weshalb ihn die
Universität St. Gallen ausseramtlich zu entschädigen hat (Art. 98 Abs. 1 VRP und
Art. 98 VRP). Mangels eingereichter Kostennote ist die Entschädigung wiederum
nach Ermessen festzulegen (vgl. Art. 30 lit. b Ziff. 1 und Art. 31 Abs. 1 und 2 AnwG
sowie Art. 6 und Art. 19 HonO). Eine Entschädigung von CHF 2'500 für das
Beschwerdeverfahren erscheint angemessen (Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO). Hinzu
kommen pauschale Barauslagen in der Höhe von CHF 100 (vier Prozent von CHF 2'500
im Sinne von Art. 28 Abs. 1 HonO). Da auch hier ein entsprechender Antrag fehlt,
erfolgt die Entschädigung ohne Berücksichtigung der Mehrwertsteuer (vgl. Art. 29
Abs. 1 HonO).
5.2.
bis
bis
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