Decision ID: 204c9aa3-c9bc-5545-b1de-948014cd081b
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Gmür, Obere Bahnhofstrasse 11, Postfach
253, 9501 Wil SG 1,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
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Sachverhalt:
A.
A.a A._ erlitt im Jahr 2003 eine HWS-Distorsion im Rahmen eines Autounfalls. Im
März 2006 erlitt die Versicherte erneut einen Autounfall mit einem HWS-
Distorsionstrauma. Vom 11. bis 29. Juli 2006 befand sie sich in der Klinik Valens zur
Rehabilitation. Die dort behandelnden Ärzte diagnostizierten ein zervikobrachiales und
zervikozephales Syndrom, eine Migräne sowie einen Verdacht auf Anpassungsstörung
mit depressiver Symptomatik. Sie bescheinigten der Versicherten aus
rheumatologischer Sicht eine 50%ige Arbeitsfähigkeit für eine leichte,
wechselbelastende Tätigkeit (act. G 7.1.40-6 ff.).
A.b Am 25. Februar 2007 reichte die Versicherte ohne Angabe der konkret
anbegehrten Leistungen eine Anmeldung zum Bezug von IV-Leistungen für
Erwachsene ein (act. G 7.1.2). Im Nachgang hierzu ersuchte die IV-Stelle die
Versicherte zuletzt im Mahnschreiben vom 2. Juli 2007 um Konkretisierung der
anbegehrten Versicherungsleistungen und die Einreichung weiterer Unterlagen. Für den
Säumnisfall drohte sie ihr einen Aktenentscheid oder Einstellung weiterer Erhebungen
an (act. G 7.1.13). In der Verfügung vom 16. August 2007 lehnte die IV-Stelle einen
Anspruch der Versicherten auf berufliche Massnahmen und Rentenleistungen ab, weil
die Versicherte sich zumutbaren Abklärungen widersetze (act. G 7.1.17).
A.c Die Versicherte reichte mit Schreiben vom 5. September 2007 die von der IV-
Stelle einverlangten Unterlagen ein und ersuchte um die Ausrichtung von
Rentenleistungen (act. G 7.1.20 ff.). Diese Eingabe wurde von der IV-Stelle als
Wiederanmeldung entgegen genommen (act. G 7.1.19).
A.d Der behandelnde Dr. med. B._, Facharzt für Allgemeine und Innere Medizin
FMH, berichtete am 17. Dezember 2007, dass die Versicherte mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit an einem cervico-brachialen und cervico-cephalen Syndrom und an
einer Anpassungsstörung mit depressiver Symptomatik leide. Ohne Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit diagnostizierte er eine Migräne. Seit 7. März 2006 bis heute sei die
Versicherte für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Büroangestellte zu 100%
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arbeitsunfähig bzw. gestützt auf ihre Angaben zu 20%ig arbeitsfähig. Andere
Tätigkeiten seien ihr nicht zumutbar (act. G 7.1.40).
A.e Die IV-Stelle nahm am 27. Februar 2008 eine Abklärung zur Ermittlung der im
Haushaltsbereich bestehenden Einschränkungen vor. Die Abklärungsperson ging
davon aus, dass die Versicherte im Gesundheitsfall zu 80% erwerbstätig wäre, was die
Versicherte indessen bestritt (sie würde zu 100% erwerbstätig sein; Schreiben vom
16. April 2008, act. G 7.1.55-15) und ermittelte eine Einschränkung im
Haushaltsbereich von 40% (vgl. zum Ganzen Abklärungsbericht vom 7. Mai 2008, act.
G 7.1.55).
A.f Am 12. März 2008 wurde die Versicherte von Dr. med. C._, Facharzt für
Rheumatologie und Innere Medizin FMH, und von Dr. med. D._, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, begutachtet. Mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
diagnostizierten die Experten ein chronisches cervicocephales bis cervicobrachiales
Schmerzsyndrom rechts (ICD-10: M53.0 bzw. M53.1), und ein intermittierendes
lumbospondylogenes Schmerzsyndrom links (ICD-10: M54.4). Ohne Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit bestünden eine posttraumatische Migräne (ICD-10: G44.841) sowie
eine Dysthymia (ICD-10: F34.1). Für leidensangepasste Tätigkeiten verfüge die
Versicherte aus bidisziplinärer (rheumatologischer und psychiatrischer) Sicht über eine
80%ige Arbeitsfähigkeit. Aus rein rheumatologischer Sicht bestehe in einer adaptierten
Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Darin nicht berücksichtigt sei die sich allenfalls
aufgrund der posttraumatischen Migräne ergebende Arbeitsunfähigkeit. Diese wäre im
Rahmen einer neurologischen Beurteilung zu quantifizieren. Sie dürfte aufgrund der
Angaben gegenüber dem Neurologen bei maximal 20% liegen. Zu den anlässlich der
Haushaltsabklärung ermittelten Einschränkungen hielten die Gutachter fest, dass diese
im Rahmen der muskulär bedingten "Funktionsdefizite" nachvollziehbar "sein mögen",
jedoch ohne dass dabei ein krankheitsbedingtes Defizit zugrunde liege. Die Führung
des Haushalts sei der Versicherten zumutbar. Eine 40%ige Einschränkung sei "seitens
des Bewegungsapparates" nicht nachvollziehbar (Gutachten vom 13. Juni 2008, act.
G 7.1.57).
A.g Mit Vorbescheid vom 29. Juli 2008 stellte die IV-Stelle der Versicherten in
Aussicht, einen Anspruch auf Rentenleistungen zu verneinen (act. G 7.1.63). Dagegen
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erhob die Versicherte am 15. September 2008 Einwand (act. G 7.1.65). Die IV-Stelle
verfügte am 5. Dezember 2008 entsprechend dem Vorbescheid vom 29. Juli 2008. Sie
ging davon aus, dass die Versicherte im Gesundheitsfall zu 80% erwerbstätig wäre und
ermittelte einen Invaliditätsgrad von 0%. Gestützt auf die gutachterliche Einschätzung
sei davon auszugehen, dass die Versicherte im Haushaltsbereich nicht eingeschränkt
sei (act. G 7.1.70).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 5. Dezember 2008 richtet sich die vorliegend zu
beurteilende Beschwerde vom 26. Januar 2009. Die Beschwerdeführerin beantragt
darin unter Kosten- und Entschädigungsfolge deren Aufhebung und die Zusprache
einer Rente. Eventualiter sei die Sache zu ergänzenden medizinischen Abklärungen an
die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Zur Begründung führt sie aus, dass im vom
Haftpflichtversicherer in Auftrag gegebenen Gutachten der Hirslanden-Klinik vom
1. Juni 2006 (vgl. hierzu act. G 1.4) lediglich eine 25%ige Arbeitsfähigkeit bestätigt
worden sei. Im Austrittsbericht der Klinik Valens vom 21. August 2006 seien die Ärzte
von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen. Seither habe sich ihr
Gesundheitszustand "negativ entwickelt". Insgesamt sei mit dem Hausarzt von einer
100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Das von der IV-Stelle eingeholte Gutachten
stehe auch in Widerspruch zum Haushaltabklärungsbericht vom 7. Mai 2008 (act. G 1).
B.b In der Beschwerdeantwort vom 16. April 2009 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Beschwerdeabweisung. Sie stellt sich auf den Standpunkt, dass das von ihr
eingeholte Gutachten vom 13. Juni 2008 beweiskräftig und die gestützt darauf erfolgte
Leistungsablehnung korrekt sei (act. G 7). Mit der Beschwerdeantwort reicht die
Beschwerdegegnerin u.a. eine Stellungnahme des RAD vom 24. Februar und 4. April
2009 sowie einen Bericht des behandelnden Dr. med. E._, Facharzt für Psychiatrie
und Psychotherapie, vom 23. März 2009 ein (act. G 7.2 ff.).
B.c Mit Präsidialverfügung vom 20. April 2009 wird dem Gesuch der
Beschwerdeführerin um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung (Befreiung von
den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung)
entsprochen (act. G 8).
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B.d Die Beschwerdeführerin hält in der Replik vom 19. Juni 2009 unverändert an den
Beschwerdeanträgen fest. Sie stellt die Einreichung von weiteren - vom
Haftpflichtversicherer bereits in Auftrag gegebenen - medizinischen Berichten in
Aussicht (act. G 12). Mit Schreiben vom 7. Juli 2009 (act. G 14) reicht sie eine
Stellungnahme von Dr. E._ vom 21. Juni 2009 ein (act. G 14.1).
B.e Die Beschwerdegegnerin verzichtet unter Hinweis auf ihre Beschwerdeantwort
vom 16. April 2009 auf eine Duplik (act. G 15).
B.f Mit Schreiben vom 20. Januar 2011 (act. G 17) reicht die Beschwerdeführerin u.a.
die folgenden medizinischen Unterlagen ein: ein ambulantes Assessment des
Haushaltes der Rehaklinik Bellikon vom 18. Mai 2010 (act. G 17.1) sowie Berichte von
Dr. E._ vom 18. Januar 2011, 25. April 2009 und 29. August 2008 (act. G 17.2 ff.).
B.g Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Stellungnahme zu den am 20. Januar
2011 eingereichten Unterlagen (act. G 18).
C.
C.a Das Gericht zieht am 16. März 2011 die Akten des Haftpflichtversicherers bei (act.
G 19). Während die Beschwerdegegnerin auf eine Akteneinsicht verzichtet, nimmt die
Beschwerdeführerin am 28. April 2011 nochmals Stellung (act. G 24).
C.b Auf Nachfrage des Versicherungsgerichts vom 10. Mai 2011 hin teilt die
Beschwerdeführerin mit, dass die bereits in Auftrag gegebene neurologische Abklärung
an der Hirslanden Klinik nicht stattgefunden habe. Die Gründe für den Verzicht seien ihr
nicht bekannt. Das seitens der Haftpflichtversicherung in Auftrag gegebene Gutachten
zeige aber immerhin die Notwendigkeit einer neurologischen Begutachtung (act. G 27).

Erwägungen:
1.
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf Rentenleistungen
der Invalidenversicherung.
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1.1 Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung
über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In
materiellrechtlicher Hinsicht gilt der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass
der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des
angefochtenen Entscheids beziehungsweise im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der
zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V
467 E. 1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung ist am 5.
Dezember 2008 ergangen (act. G 7.1.70), wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der
vor dem Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar
2008 begonnen hat. Daher ist entsprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen
Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die damals geltenden Bestimmungen
und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen Normen der 5. IV-Revision abzustellen (vgl. zur
4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des Bundesgerichts vom 7. Juni 2006,
I 428/04, E. 1). Diese übergangsrechtliche Lage zeitigt indessen keine
materiellrechtlichen Folgen, da die 5. IV-Revision hinsichtlich des Begriffs und der
Bemessung der Invalidität keine substantiellen Änderungen gegenüber der bis Ende
2007 gültig gewesenen Rechtslage gebracht hat. Nachfolgend werden die seit
1. Januar 2008 gültigen Bestimmungen des ATSG und IVG wiedergegeben, soweit
nicht ausdrücklich auf die altrechtlichen Bestimmungen verwiesen wird.
1.2 Zunächst ist mit Blick auf die Rentenfrage der Charakter der bereits am
16. August 2007 ergangenen Verfügung zu beurteilen. Art. 43 Abs. 3 ATSG lässt bei der
Verletzung der Auskunfts- und Mitwirkungspflicht als Sanktion entweder einen
Entscheid aufgrund der konkret vorliegenden Akten oder - nach Einstellung der
Erhebungen - einen Nichteintretensentscheid zu. In der Verfügung vom 16. August
2007 entschied die Beschwerdegegnerin "aufgrund der vorliegenden Akten" und wies
das Rentenleistungsbegehren ab, weil sich die Beschwerdeführerin zumutbaren
Abklärungen widersetzt habe (act. G 7.1.17). Die Beschwerdegegnerin legte aber nicht
dar, auf welche Gründe sich die Leistungsablehnung stützt. Die fehlende Begründung
des leistungsabweisenden Entscheids und das sich aus den Akten ergebende Fehlen
einer Aktenwürdigung durch die Beschwerdegegnerin zeigt, dass sie faktisch nicht
aufgrund der Akten entschieden, sondern lediglich die Abklärungen eingestellt hat. Vor
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diesem Hintergrund hätte die Beschwerdegegnerin zwangsläufig Nichteintreten
verfügen müssen. Die Verfügung vom 16. August 2007 ist daher als
Nichteintretensentscheid zu qualifizieren. Daran ändert der anderslautende
Verfügungswortlaut nichts, ist doch bei der Interpretation einer Verfügung deren
rechtlicher Gehalt massgebend (vgl. etwa BGE 120 V 497 E. 1a). Damit geht einher,
dass die Beschwerdegegnerin zu Recht auf das Leistungsbegehren eingetreten ist und
dieses umfassend - und nicht bloss im Hinblick auf eine allfällige gesundheitliche
Verschlechterung - geprüft hat, nachdem die Beschwerdeführerin am 5. September
2007 die erforderlichen Unterlagen eingereicht hat. Für die Prüfung der vorliegend
streitigen, in der angefochtenen Verfügung vom 5. Dezember 2008 (act. G 7.1.70)
materiell behandelten Rentenfrage ist daher von einer am 25. Februar 2007 (act.
G 7.1.2) erfolgten IV-Anmeldung auszugehen.
2.
2.1 Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 ATSG die ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit, es sei denn, eine versicherte Person sei vor dem Eintritt der
Gesundheitsbeeinträchtigung nicht erwerbstätig gewesen und es habe ihr auch nicht
zugemutet werden können, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. In diesem Fall gilt
gemäss Art. 8 Abs. 3 ATSG die Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
als Invalidität. Die Invalidität im Sinn von Art. 8 Abs. 1 ATSG wird durch einen
Einkommensvergleich ermittelt (Art. 16 ATSG). Die Methode zur Bemessung der
konkreten Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wird vom ATSG nicht
geregelt. Diese Lücke füllt Art. 28a Abs. 2 IVG: Es ist darauf abzustellen, in welchem
Mass die betreffende Person behindert ist, sich im Aufgabenbereich zu betätigen. Als
Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen Person gelten insbesondere die übliche
Tätigkeit im Haushalt, die Erziehung der Kinder sowie gemeinnützige und künstlerische
Tätigkeiten (Art. 27 IVV). Die Bestimmung von Art. 28a Abs. 3 IVG regelt die so
genannte gemischte Methode der Invaliditätsbemessung bei Personen, die zum Teil
erwerbstätig und zum Teil im Aufgabenbereich tätig sind. In einem solchen
"gemischten" Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im
Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad ist entsprechend der
Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen. Ist bei einer Person, die nur zum Teil
erwerbstätig ist, anzunehmen, dass sie im Zeitpunkt der Prüfung des Rentenanspruchs
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ohne den Gesundheitsschaden vollzeitlich erwerbstätig wäre, so ist die
Invaliditätsbemessung ausschliesslich nach den Grundsätzen für Erwerbstätige zu
bemessen (Art. 27 IVV).
2.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn
sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor,
so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von
Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel
eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Diese
Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen
Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht (vgl. SVR 2001 IV
Nr. 10 S. 28 E. 4b mit Hinweisen).
3.
Zunächst ist zu klären, ob der Sachverhalt in medizinischer Hinsicht rechtsgenüglich
erstellt ist.
3.1 Die Rechtsprechung hat es mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als
vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und
Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b). Das
im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholte Gutachten von externen
Spezialärzten, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie
nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu
schlüssigen Ergebnissen gelangen, besitzt bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft,
bis
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solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE
125 V 351 E. 3b/bb).
3.2 In medizinischer Hinsicht stützte sich die Beschwerdegegnerin in der
angefochtenen Verfügung vom 5. Dezember 2008 auf das interdisziplinäre Gutachten
der Dres. C._ und D._ vom 13. Juni 2006 (act. G 7.1.70). Die Beschwerdeführerin
bestreitet dessen Aussagekraft.
3.3 Gegen das interdisziplinäre Gutachten führt sie die davon abweichenden
medizinischen Einschätzungen ins Feld (act. G 1 und G 12).
3.3.1 Im Austrittsbericht der Klinik Valens vom 21. August 2006 (stationärer
Aufenthalt vom 11. Juli bis 29. Juli 2006) wurde der Beschwerdeführerin aus
rheumatologischer Sicht eine 50%ige Arbeitsfähigkeit für eine leichte,
wechselbelastende Tätigkeit bescheinigt (act. G 7.1.40-6 f.). Der Austrittsbericht wurde
von den Gutachtern zur Kenntnis genommen und im interdisziplinären Gutachten
wiedergegeben (act. G 7.1.57-5 f.). Anlässlich der interdisziplinären Beurteilung wurde
die Einschätzung der Klinik Valens diskutiert (act. G 7.1.57-13) und der
rheumatologische Gutachter legte schlüssig dar, weshalb er deren Einschätzung -
spätestens ab Jahresanfang 2007 - nicht teilen konnte und aus rheumatologischer
Sicht von einer für leidensangepasste Tätigkeiten bestehenden 100%igen
Arbeitsfähigkeit ausging (G 7.1.57-16). Die Aussagekraft des interdisziplinären
Gutachtens wird daher durch den Austrittsbericht der Klinik Valens nicht geschmälert
3.3.2 Im neurologischen Gutachten der Klinik Hirslanden vom 1. Juni 2006
äusserten sich die Experten bezüglich der "vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit"
dahingehend, dass die Beschwerdeführerin medizinisch theoretisch als
Geschäftsführerin zu vier Stunden pro Tag arbeitsfähig sei. Die vorübergehende
Arbeitsunfähigkeit für den Beruf als Büroangestellte/Promotion betrage 50%. Unter
Berücksichtigung des Haushalts und der Pflege ihres Kindes bestehe eine
vorübergehende Arbeitsunfähigkeit von 75% (act. G 7.1.75-13). Die Experten der Klinik
Hirslanden bezogen die bescheinigten Arbeitsunfähigkeiten damit auf den
angestammten Beruf. Ins Gewicht fällt weiter, dass sie die Beeinträchtigungen
ausdrücklich im Rahmen einer Momentaufnahme machten. So hielten sie fest, dass
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"angesichts der kurzen Dauer von nur 1 1⁄2 Monaten seit dem zweiten Unfall" die Frage
nach der dauernden Einschränkung in Beruf und Haushalt "nicht zuverlässig zu
beantworten" sei. Damit geht einher, dass die Experten lediglich zur "vorübergehenden
Arbeitsunfähigkeit" Stellung nahmen. Daher und weil die Erkenntnisse der
neurologischen Beurteilung bei der interdisziplinären Begutachtung berücksichtigt
wurden (act. G 7.1.57-4 f. und 7.1.57-13 ff.), wird der Beweiswert des interdisziplinären
Gutachtens durch die Einschätzung der Klinik Hirslanden nicht erschüttert.
3.3.3 Der seit 16. Januar 2008 behandelnde Psychiater diagnostizierte im Bericht
vom 23. März 2009 eine Anpassungsstörung mit längerdauernder depressiver
Symptomatik (ICD-10: F43.21) - DD: posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10:
F43.1) und hielt eine halbtägige leidensadaptierte Tätigkeit für zumutbar. Hierfür
verfüge die Beschwerdeführerin über eine 70 bis 80%ige Leistungsfähigkeit (act. G 7.4;
vgl. bezüglich Befunde und Diagnose auch die Berichte vom 29. August 2008, act.
G 17.3, sowie vom 25. April 2009, act. G 17.4). Vorweg ist darauf hinzuweisen, dass
rechtsprechungsgemäss unter Beachtung der Divergenz von medizinischem
Behandlungs- und Abklärungsauftrag es nicht angehen kann, eine medizinische
Administrativ- oder Gerichtsexpertise stets dann in Frage zu stellen und zum Anlass
weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte nachher zu
unterschiedlichen Einschätzungen gelangen oder an solchen vorgängig geäusserten
abweichenden Auffassungen festhalten. Anders verhält es sich hingegen, wenn die
behandelnden Ärzte objektiv feststellbare Gesichtspunkte vorbringen, die im Rahmen
der Begutachtung unerkannt geblieben und die geeignet sind, zu einer abweichenden
Beurteilung zu führen (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit
1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 13. März 2006,
I 676/05, E. 2.4 mit Hinweisen). Solche ergeben sich vorliegend nicht aus den Berichten
von Dr. E._. Der behandelnde Psychiater legt namentlich in den Berichten vom
18. Januar 2011 (act. G 17.2) und vom 21. Juni 2009 (act. G 17.5) nicht dar, weshalb
die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch den psychiatrischen Gutachter mangelhaft
sein soll. Er benennt auch keine objektiv feststellbaren Gesichtspunkte, die der
psychiatrische Gutachter übersehen hätte. Soweit er sich in seinen Berichten mit dem
psychiatrischen Gutachten auseinandersetzt, hält er fest, dass der Psychostatus "nicht
gross abweichend" sei (Bericht vom 21. Juni 2009, act. G 17.5). Ferner scheint er sich
bezüglich der Konzentrationsfähigkeit, der erhöhten Ermüdbarkeit und des verringerten
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Durchhaltevermögens primär auf die Angaben der Beschwerdeführerin (act. G 7.4, zu
den entsprechenden Klagen vgl. ferner act. G 17.4) zu stützen. Denn im von ihm
erhobenen Psychostatus finden sich keine Hinweise für diese Einschränkungen. So
beschreibt er die Beschwerdeführerin als bewusstseinsklar, allseits orientiert. Im
Gespräch hätten sich keine groben Konzentrations- oder Auffassungs- sowie
Merkfähigkeitsstörungen gezeigt (act. G 7.4, G 17.3 und G 17.4). Ergänzend kann auf
die nachvollziehbaren Bemerkungen des RAD-Arztes vom 4. April 2009 verwiesen
werden (act. G 7.5). Nach dem Gesagten rechtfertigen die Einschätzungen des
behandelnden Psychiaters kein Abweichen vom interdisziplinären Gutachten.
3.3.4 Auch die nicht näher begründete Einschätzung des behandelnden Dr.
B._, Facharzt für Allgemeinmedizin und Innere Medizin FMH, vom 17. Dezember
2007, wonach auch für leidensadaptierte Tätigkeiten eine 80%ige Arbeitsunfähigkeit
bestehe (act. G 7.1.40), vermag das schlüssige interdisziplinäre Gutachten nicht in
Zweifel zu ziehen.
3.4 Die Beschwerdeführerin rügt weiter, dass das interdisziplinäre Gutachten in
Widerspruch zur Haushaltsabklärung vom 7. Mai 2008 stehe (act. G 1, S. 6). Der
rheumatologische Gutachter hielt die von der Abklärungsperson allein gestützt auf die
Angaben der Beschwerdeführerin ermittelte Einschränkung von 40% aus medizinischer
Sicht für nicht nachvollziehbar (act. G 7.1.57-15). Diese Betrachtungsweise wird durch
das ambulante Assessment Haushalt vom 18. Mai 2010 bestätigt, worin lediglich
geringfügige Beeinträchtigungen bei der Haushaltsführung festgestellt wurden (act.
G 17.1). Die Fragen, ob und in welchem Umfang Einschränkungen im Haushaltsbereich
bestehen, können letztlich aber offen gelassen werden, da im vorliegenden Fall nur die
Einschränkungen im Erwerbsbereich von Bedeutung sind (vgl. hierzu nachstehende
E. 4). Vor diesem Hintergrund erübrigen sich Weiterungen.
3.5 Die Beschwerdeführerin hält es für "ziemlich erschütternd", dass die Gutachter
die Beschwerdegegnerin im Hinblick auf deren Bedürfnisse bzw. zur Optimierung der
Gutachtenserstellung um eine Rückmeldung gebeten haben (act. G 12, S. 3). Dieses
gutachterliche Anliegen ist indessen nachvollziehbar, zumal vorliegend keine
Anhaltspunkte für eine unsachliche Beeinflussung oder für ein befangenes Vorgehen
bestehen. Auch das Bundesgericht hat die Wichtigkeit der Qualitätskontrolle und von
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Rückmeldungen an die medizinischen Gutachter im Geschäftsbericht 2009 betont (Den
Experten "das Wissen über das Ergebnis ihrer Expertenarbeit [Ablehnung oder
Gewährung der IV-Leistungen] vorzuenthalten, ergibt keinen vernünftigen Sinn.",
Geschäftsbericht 2009, S. 16).
3.6 Am rheumatologischen Gutachten bemängelt die Beschwerdeführerin, dass es
"gerade einmal rund zwei Stunden" gedauert habe (act. G 12, S. 4). Dieser Kritik kann
nicht gefolgt werden. Weshalb eine rund zweistündige rheumatologische Begutachtung
per se nicht lege artis sein soll, begründet die Beschwerdeführerin nicht. Entscheidend
ist vorliegend jedoch, dass der rheumatologische Gutachter in Kenntnis der Vorakten,
gestützt auf aktuelle Röntgenaufnahmen und auf eine umfassende klinische
Untersuchung eine schlüssige Beurteilung vorgenommen hat.
3.7 Die Beschwerdeführerin hält das interdisziplinäre Gutachten zusammen mit dem
behandelnden Psychiater (vgl. etwa act. G 17.5) auch deshalb für nicht beweistauglich,
da eine neuropsychologische Abklärung fehle (act. G 17). In der Tat erfolgte die
interdisziplinäre Begutachtung lediglich aus rheumatologischer und psychiatrischer
Sicht. Es fehlen eine fachneurologische und fachneuropsychiatrische Beurteilung. Aus
dem von neurologischen Experten erstellten ambulanten Assessment Haushalt der
Rehaklinik Bellikon vom 18. Mai 2010 ergeben sich jedoch lediglich geringfügige
Einschränkungen (vgl. act. G 17.1, S. 5 f.). Es wurde kein auffälliger neurologischer
Befund erhoben (act. G 17.1, S. 13 f.) noch ergibt sich daraus ein Anlass für eine
neuropsychiatrische Abklärung. Konzentrationsbeeinträchtigungen wurden von den
neurologischen Experten nicht beschrieben. Dies deckt sich auch mit der Einschätzung
der Klinik Hirslanden, wo im Rahmen der Mentalstatuserhebung die Konzentration
während der zweistündigen Untersuchung als "stetig" bezeichnet wurde (act.
G 7.1.75-6). Damit geht einher, dass auch im Austrittsbericht der Klinik Valens von
einem unauffälligen kognitiven Leistungsprofil mit nur leichten Schwierigkeiten im
figurativen Gedächtnis die Rede war (act. G 7.1.40-6). Im Übrigen wurden die von der
Beschwerdeführerin geschilderten Konzentrationsschwierigkeiten und Kopfschmerzen
auf das Schmerzsyndrom zurückgeführt (act. G 7.1.40-6 und G 7.1.57-21). Vor diesem
Hintergrund ist ein neuropsychiatrischer oder neurologischer Abklärungsbedarf zu
verneinen.
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3.8 Aus den Akten ergeben sich keine Hinweise für eine bis zum Erlass der
angefochtenen Verfügung vom 5. Dezember 2008 eingetretene Verschlechterung,
weshalb auch unter diesem Blickwinkel kein Anlass für weitere medizinische
Abklärungen besteht.
3.9 Bei der Würdigung der medizinischen Situation fällt weiter ins Gewicht, dass das
interdisziplinäre Gutachten vom 13. Juni 2008 auf umfassender Aktenkenntnis sowie
interdisziplinären (rheumatologisch-psychiatrischen) Untersuchungen beruht, das
Leidensbild der Beschwerdeführerin berücksichtigt und die auf dieser Grundlage
gezogenen Schlüsse nachvollziehbar sind. Die Beschwerdegegnerin hat daher zu
Recht auf die gutachterliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit abgestellt und bei der
Bestimmung des Invaliditätsgrads eine für leidensangepasste Tätigkeiten bestehende
Arbeitsfähigkeit von 80% berücksichtigt.
4.
Des Weiteren ist zu klären, in welchem Umfang die Beschwerdeführerin im
Gesundheitsfall erwerbstätig gewesen wäre.
4.1 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als
nichterwerbstätig einzustufen ist, ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen
unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung
bestünde (BGE 125 V 150 E. 2c). Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen
sind nach der Rechtsprechung die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen
Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber
Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die
persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Die Statusfrage beurteilt
sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verfügung
entwickelt hätten, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall
ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 125 V 150 E. 2c; BGE 117
V 194 f. E. 3b mit Hinweisen; AHI 1997 S. 288 ff. E. 2b, AHI 1996 S. 197 E. 1c, je mit
Hinweisen). Weiter ist bei der Abklärung der Statusfrage dem Umstand Rechnung zu
tragen, dass es für bereits seit längerem gesundheitlich beeinträchtigte Personen
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schwierig ist, die hypothetischen Verhältnisse realistisch einschätzen zu können
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 28. Juni 2007,
IV 2006/114, E. 2d).
4.2 Im Fragebogen zur Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt gab
die Beschwerdeführerin am 22. Januar 2008 zwar an, heute - ohne Behinderung - zu
80% einer Erwerbstätigkeit nachzugehen (act. G 7.1.42-2). Anlässlich der Abklärung
vom 27. Februar 2008 wiederholte sie diese Aussage ("Aus finanziellen Gründen hätte
sie ab März 2005 [nach der Trennung] zu 80% erwerbstätig sein müssen", act.
G 7.1.55-3). Demgegenüber bestritt die Beschwerdeführerin nach dem Erhalt des
Abklärungsberichts zur Unterzeichnung vehement, dass sie im Gesundheitsfall lediglich
zu 80% erwerbstätig sein würde. Vor den Unfällen habe sie zu 100% gearbeitet, sogar
noch ein bisschen mehr. Wenn sie die Unfälle nicht gehabt hätte, würde sie bestimmt
zu 100% arbeiten (Schreiben vom 16. April 2008, act. G 7.1.55-15).
4.3 Die Ausführungen der Beschwerdeführerin, dass sie vor dem ersten Unfall im
Jahr 2003 zu 100% eine Erwerbstätigkeit ausgeübt habe, erscheint glaubhaft und wird
in den beigezogenen Haftpflichtakten bestätigt (vgl. das Schreiben der Nachbarin vom
11. Juli 2007: "Sie arbeitete nicht nur 100% sondern weitmehr, und das mit viel
Freude!", act. G 21; vgl. ferner auch die Stellungnahme zu einem Brief des
Haftpflichtversicherers vom 15. Januar 2007, act. G 21, "Z46"). Das 1996 geborene
Kind der Beschwerdeführerin, hilft "ausserordentlich viel im Haushalt" mit (act.
G 7.1.55) und bedarf keiner Betreuung mehr, die einer vollzeitlichen Erwerbstätigkeit
durch die Beschwerdeführerin entgegenstehen würde. Vor diesem Hintergrund und mit
Blick auf die knappen finanziellen Verhältnisse (vgl. hierzu act. G 7.1.55-3) ist mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin im
Gesundheitsfall einer 100%igen Erwerbstätigkeit nachgehen würde. Sie ist daher als
vollzeitlich Erwerbstätige zu qualifizieren, zumal keine Anhaltspunkte ersichtlich sind,
die Beschwerdeführerin habe gestützt auf versicherungstechnische Überlegungen eine
100%ige Erwerbstätigkeit für den Gesundheitsfall geltend gemacht.
5.
Nach dem Gesagten ist im Rahmen eines Einkommensvergleichs und ausgehend von
einer 80%igen Restarbeitsfähigkeit der Invaliditätsgrad zu ermitteln.
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5.1 Da vorliegend für die Bestimmung des Valideneinkommens keine repräsentative
Grundlage besteht, ist entsprechend der Bestimmung des Invalideneinkommens auf
die Tabelle TA1 der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes
für Statistik, Total sämtlicher Wirtschaftszweige, Anforderungsniveau 4, Frauen,
abzustellen. Da die beiden Vergleichseinkommen somit auf derselben Grundlage zu
berechnen sind, kann ein Prozentvergleich vorgenommen werden. Zu klären ist damit
lediglich noch die Frage der Höhe des Tabellenabzugs bei der Bestimmung des
Invalideneinkommens.
5.2 Nach der Rechtsprechung hängen die Fragen, ob und in welchem Ausmass
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen und beruflichen
Umständen des konkreten Einzelfalles ab (etwa leidensbedingte Einschränkung, Alter,
Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), die nach
pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind, wobei der maximal zulässige
Abzug auf 25% festzusetzen ist. Eine schematische Vornahme des Tabellenabzugs ist
unzulässig (BGE 126 V 79 E. 5b und 129 V 481 E. 4.2.3 mit Hinweisen).
5.3 Vor allem mit Blick auf die verbliebene Restarbeitsfähigkeit von 80%, auf das
nicht weitgehend eingeschränkte Spektrum an zumutbaren Tätigkeiten (zu den
Anforderungen an leidensangepasste Tätigkeiten vgl. act. G 7.1.57-14) und auf das
noch nicht fortgeschrittene Alter der Beschwerdeführerin (geboren 1970, act. G 7.1.2),
erscheint ein Tabellenabzug von - wenn überhaupt - höchstens 15% gerechtfertigt.
Selbst bei einem Abzug von 15% resultiert ein nicht rentenbegründender
Invaliditätsgrad von 32% (100% - [80% x 0.85]).
6.
6.1 Die Beschwerde vom 26. Januar 2009 ist abzuweisen.
6.2 Der Beschwerdeführerin wurde die unentgeltliche Prozessführung am 20. April
2009 bewilligt (act. G 8). Wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse der
Beschwerdeführerin es gestatten, kann sie jedoch zur Nachzahlung der
Gerichtskosten, der Auslagen für die Vertretung und der vom Staat entschädigten
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Parteikosten verpflichtet werden (Art. 288 Abs. 1 ZPO/SG i.V.m. Art. 99 Abs. 2 VRP/SG
i.V.m. Art. 404 Abs. 1 ZPO/CH).
6.3 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Der
unterliegenden Beschwerdeführerin sind die Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 600.--
aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist sie von der Bezahlung zu
befreien.
6.4 Der Staat ist zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung zu verpflichten, für die
Kosten der Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin aufzukommen. Die
Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht
auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des
Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das
Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1'000.--
bis Fr. 12'000.--. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin reichte am 28. April 2011
eine um einen Fünftel gekürzte (Art. 31 Abs. 3 AnwG) Honorarnote im Betrag von
Fr. 4'070.-- (exkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) ein (act. G 24.1). Im Vergleich zu
durchschnittlichen IV-Rentenfällen entstand vorliegend mit Blick auf den mehrmaligen
Schriftenwechsel, den Beizug und die Sichtung der Akten des Haftpflichtversicherers
ein erhöhter Aufwand. Zu berücksichtigen ist indessen auch, dass der Rechtsvertreter
einen Aufwand von 1 1⁄4 Stunden für ein nicht im Zusammenhang mit dem vorliegenden
Verfahren stehendes Schreiben an den Haftpflichtversicherer vom 28. Februar 2009
(vgl. hierzu act. G 21) geltend macht. Im Licht dieser Umstände erscheint eine
pauschale Entschädigung von Fr. 4'000.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) als
angemessen. Somit hat der Staat den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin
pauschal (BGE 125 V 201) mit Fr. 4'000.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu
entschädigen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP
bis
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