Decision ID: b757ac18-2faf-5e9d-881c-e68d4de0254f
Year: 2007
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A. Der 1966 geborene dominikanische Staatsangehörige C._ (: Gesuchsteller) beantragte bei der Schweizerischen  in Santa Domingo am 7. Juni 2006 ein Visum für einen zweiwöchigen Besuchsaufenthalt bei seiner Schwester und ihrem Ehemann (: Gastgeber bzw. Beschwerdeführer) in Oekingen (SO). Nach  Verweigerung leitete die Schweizerische Vertretung das Gesuch an das BFM (nachfolgend: Vorinstanz) zur Prüfung und zum formellen  weiter.
B. Nachdem das Amt für öffentliche Sicherheit des Kantons Solothurn,  Ausländerfragen, bei den Gastgebern weitere Abklärungen getroffen hatte, wies die Vorinstanz das Gesuch um Bewilligung der Einreise mit Verfügung vom 18. Oktober 2006 ab. Dies mit der Begründung, es bestehe nicht genügend Gewähr für eine anstandslose und fristgerechte  nach einem Besuchsaufenthalt, weil dem Gesuchsteller keine persönlichen oder familiären Verpflichtungen im Heimatstaat obliegen  und seine Angaben bezüglich der beruflichen Tätigkeit nicht mit den eingeholten Informationen übereinstimmten.
C. Mit Eingabe vom 17. November 2006 reichte der Gastgeber Beschwerde beim Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) ein und , die vorinstanzliche Verfügung sei aufzuheben und das Visum für einen Besuchsaufenthalt sei zu erteilen. Zur Begründung rügt er , die Vorinstanz gehe zu Unrecht davon aus, die Wiederausreise nach dem Besuchsaufenthalt wäre nicht gewährleistet. In der Schweiz  sich schon die Eltern und zwei Geschwister seiner Ehefrau zu Besuch aufgehalten, ohne dass es dabei Probleme gegeben hätte. Die Tatsache, dass sich Landsleute missbräuchlich verhielten, könne dem Gesuchsteller nicht entgegengehalten werden; dies sage nichts aus über seine  Situation oder sein Verhalten.
D. Die Vorinstanz schliesst mit Vernehmlassung vom 12. Dezember 2006 auf Abweisung der Beschwerde.
E. Der Beschwerdeführer verzichtete auf eine Replik.
F. Auf den weiteren Akteninhalt und die Vorbringen der Parteien wird, soweit rechtserheblich, in den Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Verfügungen der Vorinstanz betreffend Verweigerung der  unterliegen der Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht (Art. 20 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 26. März 1931 über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer [ANAG, SR 142.20] i.V.m. Art. 31 und Art. 33 Bst. d des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]).
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1.2 Das Bundesverwaltungsgericht übernimmt die Beurteilung der beim  des Verwaltungsgerichtsgesetzes am 1. Januar 2007 bei  Rekurs- oder Schiedskommissionen oder bei  der Departemente hängigen Rechtsmittel. Für die Beurteilung gilt das neue Verfahrensrecht (Art. 53 Abs. 2 VGG).
1.3 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet endgültig (Art. 1 Abs. 2 VGG i.V.m. Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).
1.4 Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem  nach dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), soweit das  nichts anderes bestimmt.
2. Der Beschwerdeführer ist zur Beschwerde legitimiert; auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 20 Abs. 2 ANAG, Art. 48 ff. VwVG).
3.
3.1 Die Schweizerische Rechtsordnung gewährt grundsätzlich keinen  auf Bewilligung der Einreise. Der Entscheid darüber ist -  nachfolgend zu erörternder Hinderungsgründe - von der  in pflichtgemässer Ausübung ihres Ermessens zu fällen (Art. 4 und Art. 16 Abs. 1 ANAG, Art. 9 Abs. 1 der Verordnung vom 14.  1998 über Einreise und Anmeldung von Ausländerinnen und Ausländern [VEA, SR 142.211]; PETER UEBERSAX, Einreise und Anwesenheit, in: Peter Uebersax / Peter Münch / Thomas Geiser / Martin Arnold (Hrsg.), , Ausländerinnen und Ausländer im öffentlichen Recht, Privatrecht, Steuerrecht und Sozialrecht der Schweiz, Basel/Genf/München 2002, S. 143; URS BOLZ, Rechtsschutz im Ausländer- und Asylrecht, Basel und Frankfurt a.M. 1990, S. 29, mit weiteren Hinweisen; PHILIP GRANT, La  de la vie familiale et de la vie privée en droit des étrangers, Basel/ Genf/München 2000, S. 24).
3.2 Ausländerinnen und Ausländer benötigen zur Einreise in die Schweiz  Pass und ein Visum, sofern sie nicht aufgrund besonderer Regelung von diesem Erfordernis ausgenommen sind (vgl. Art. 1 bis 5 VEA). Der  kann sich auf keine Ausnahmeregelung berufen; er ist  seiner Staatsangehörigkeit visumspflichtig.
3.3 Um ein Visum zu erhalten, müssen Ausländerinnen und Ausländer die in Art. 1 Abs. 2 VEA aufgeführten Voraussetzungen erfüllen. Gemäss Art. 1 Abs. 2 Bst. c VEA haben sie unter anderem Gewähr für eine fristgerechte Wiederausreise zu bieten. Die Vorinstanz verweigerte dem  die Erteilung eines solchen Visums mit der Begründung, seine  Wiederausreise erscheine nicht als hinreichend gesichert.
3.4
3.4.1 Wenn es zu beurteilen gilt, ob das Kriterium der gesicherten  erfüllt ist, muss ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. Dazu lassen
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sich in der Regel keine Feststellungen, sondern lediglich Prognosen . Dabei rechtfertigt es sich durchaus, Einreisegesuchen von  und Bürgern aus Staaten oder Regionen mit politisch respektive  vergleichsweise ungünstigen Verhältnissen zum vornherein mit Zurückhaltung zu begegnen, da die persönliche Interessenlage in solchen Fällen häufig nicht mit dem Ziel und Zweck einer zeitlich befristeten  in Einklang steht.
3.4.2 Nach mehr als zehn Jahren starken Wachstums befindet sich die  Republik seit Anfang 2003 in einer wirtschaftlich schwierigen . Zur Wirtschaftskrise hat unter anderem die Insolvenz einer der grössten Geschäftsbanken beigetragen, deren Verbindlichkeiten von der dominikanischen Zentralbank übernommen wurden. Die Wirtschaftsdaten weisen für das Jahr 2003 eine Verdoppelung der Staatsverschuldung auf etwa 56% des Bruttoinlandproduktes aus und die Inflationsrate betrug  in diesem Jahr 42.7%. Die Wirtschaftskrise hat vor allem auch die  empfindlich getroffen. In diesem Zeitraum stieg der Anteil der unter der Armutsgrenze lebenden dominikanischen Bevölkerung um etwa 582'000 auf 5.71 Mio. (bei einer Gesamtbevölkerung von ca. 9.03 Mio.  im Jahr 2005). Der gesetzliche Mindestlohn pro Monat betrug Ende 2003 zwischen 73 USD (kleine Unternehmen) und 119 USD (grosse Unternehmen) und ist damit im Vergleich zu den Vorjahren deutlich . Die Arbeitslosenquote ist in den letzten Jahren  gestiegen und betrug im Jahre 2004 18.4%. Die wichtigste  neben dem Tourismus sind die Transferzahlungen der im Ausland lebenden Dominikaner. Gerade in der jungen Bevölkerung ist denn auch aufgrund der ungünstigen Lebensverhältnisse ein starker Migrationsdruck festzustellen (Quelle: http://www.auswaertiges-amt.de, Stand März 2006). Dabei gilt auch die Schweiz als Zielland vieler Auswanderer im  Alter, welche sich hier unter besseren Lebensbedingungen eine Existenz aufbauen möchten. Der Trend zeigt sich erfahrungsgemäss dort besonders stark, wo durch die Anwesenheit von Verwandten oder  bereits ein minimales soziales Beziehungsnetz im Ausland besteht. Im Falle der Schweiz führt dies angesichts der restriktiven  nicht selten zur Umgehung ausländerrechtlicher Bestimmungen.
3.5
3.5.1 Bei der Risikoanalyse sind aber nicht nur solche allgemeinen Umstände und Erfahrungen, sondern auch sämtliche Gesichtspunkte des konkreten Einzelfalles zu berücksichtigen. Obliegt einem Gesuchsteller bzw. einer Gesuchstellerin im Heimatstaat beispielsweise eine besondere berufliche, gesellschaftliche oder familiäre Verantwortung, kann dieser Umstand durchaus die Prognose für eine anstandslose Wiederausreise . Umgekehrt muss bei Gesuchstellern und Gesuchstellerinnen, die in ihrer Heimat keine der erwähnten Verpflichtungen haben, die sie von einer möglichen Emigration abhalten könnten, aufgrund entsprechender  das Risiko eines fremdenpolizeilich nicht vorschriftsgemässen  (nach bewilligter Einreise zu einem Besuchsaufenthalt) hoch  werden.
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3.5.2 Beim Gesuchsteller handelt es sich um einen 40-jährigen, unverheirateten Mann. Gemäss den Feststellungen der Schweizerischen Vertretung soll er Vater von fünf Kindern sein. Aus letzterem Umstand könnte auf den ersten Blick durchaus auf eine gewisse Verwurzelung geschlossen werden.  ist nicht bekannt, wer diese Kinder betreut bzw. ob der  mit allen oder einzelnen von ihnen in familiärer Gemeinschaft lebt. Dessen unbesehen zeigt die Erfahrung, dass zurückbleibende Angehörige gerade in Situationen angespannter wirtschaftlicher Verhältnisse nicht  davon abhalten können, den Entscheid für eine Emigration zu . Im Gegenteil, der Entscheid kann dort gerade von der Hoffnung  sein, die Angehörigen aus dem Ausland effizienter unterstützen und allenfalls später nachziehen zu können.
3.5.3 Grosse Bedeutung kommt deshalb den wirtschaftlichen Verhältnissen zu, in denen sich ein Gesuchsteller befindet. Der Gesuchsteller machte , er sei seit 2003 bei einer Unternehmung als Verkäufer angestellt, und legte eine entsprechende schriftliche Bestätigung vor. Eine  führte die Schweizerische Vertretung in Santa Domingo jedoch zum Schluss, dass die Bestätigung Gefälligkeitscharakter habe und nicht mit den tatsächlichen Verhältnissen übereinstimme. Diesem Vorhalt  der Beschwerdeführer nichts. In Bezug auf die Berufstätigkeit (und  auch auf die wirtschaftlichen Verhältnisse, in denen sich der  befindet) bestehen demnach weitgehende Unklarheiten. Unter  Umständen kann jedenfalls nicht von besonders guten, stabilen  und wirtschaftlichen Verhältnissen ausgegangen werden, die  geeignet wären, von einer Emigration abzuhalten.
3.5.4 Auf der anderen Seite besteht ganz offensichtlich ein starker sozialer  zur Schweiz, leben doch hier nebst der einladenden Schwester noch zwei weitere Geschwister. Der Beschwerdeführer hat nichts besonderes dargetan, was darauf schliessen liesse, dass beim Gesuchsteller im  zu diesen drei Geschwistern keine Bereitschaft zur Emigration vorhanden ist.
3.6 Vor dem aufgezeigten Hintergrund durfte die Vorinstanz zu Recht davon ausgehen, die fristgerechte Wiederausreise des Gesuchstellers sei nicht gewährleistet (vgl. Art. 14 Abs. 1 i.V.m. Art. 1 Abs. 2 lit. c VEA). Zwar lässt sich diese Einschätzung nicht zu einer gesicherten Feststellung ; sie reicht aber aus, um die Erteilung einer Einreisebewilligung - auf welche wie bereits erwähnt ohnehin kein Rechtsanspruch besteht - .
3.7 Die Gastgeber haben sich dazu bereit erklärt, für die  des Beschwerdeführers während seines geplanten  aufzukommen. Weiter garantieren sie für eine anstandslose und fristgerechte Rückkehr des Beschwerdeführers. Die Integrität der  wird in keiner Art und Weise in Zweifel gezogen. Indessen sind bei der Abwägung des Risikos einer nicht fristgerechten Wiederausreise nicht so sehr der Wille und die Haltung eines Gastgebers von Bedeutung, sondern in erster Linie das mögliche Verhalten des Gastes selbst. Nur Letzterer ist
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in der Lage, hinreichend Gewähr für eine fristgerechte und anstandslose Wiederausreise zu bieten. Der Gastgeber kann zwar für gewisse finanzielle Risiken Garantie leisten, mangels rechtlicher und faktischer Durchsetzbarkeit nicht aber für ein bestimmtes Verhalten des Gastes.
3.8 Schliesslich weist der Beschwerdeführer noch darauf hin, dass sowohl die Eltern als auch andere Geschwister des Gesuchstellers in der Schweiz zu Besuch gewesen seien und es nie Probleme gab. Bezüglich eines  mit der Visumserteilung an nahe Verwandte des Gesuchstellers in den Jahren 2003 und 2004 durch die Schweizerische Vertretung in Santa Domingo muss Folgendes beachtet werden: Die Risikoanalyse hat - wie der Beschwerdeführer selbst betont - jeweils aufgrund einer Beurteilung des konkreten Einzelfalls zu erfolgen. Allein aus dem Umstand, dass  ein Besuchervisum ausgestellt wurde und diese in der Folge auch tatsächlich die damit verbundene Pflicht der fristgerechten und  Wiederausreise nicht verletzten, kann der Beschwerdeführer nichts zu seinen Gunsten ableiten.
3.9 Aus vorstehenden Erwägungen folgt, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt. Der rechtserhebliche Sachverhalt wurde richtig und vollständig festgestellt und die Vorinstanz hat das ihr zustehende  pflichtgemäss und zutreffend ausgeübt (Art. 49 VwVG). Die  ist daher abzuweisen.
4. Die Kosten des Verfahrens sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und in Anwendung von Art. 1, Art. 2 und Art. 3 Bst. b des Reglements vom 11. Dezember 2006 über die Kosten und  vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) auf Fr. 600.-- festzusetzen.
(Dispositiv S. 7)
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