Decision ID: f5067464-159d-4ba3-a310-fdce160d8e50
Year: 2015
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 08.06.2015 Art. 14 Abs. 1 lit. b ELG. Art. 4bis Abs. 5 ELG/SG. Art. 12 Abs. 1 VKB. Vergütung der Kosten für Pflege und Betreuung durch Familienangehörige.Der Mutter des Beschwerdeführers ist es im vorliegenden Fall möglich und zumutbar, trotz des Pflege- und Betreuungsaufwandes einer vollen Erwerbstätigkeit nachzugehen. Sie erleidet durch die Pflege und Betreuung des Beschwerdeführers daher keine länger dauernde, wesentliche Erwerbseinbusse.Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege im Verwaltungs- und Einspracheverfahren wird abgewiesen, da das Verwaltungsverfahren nach einem Rückweisungsentscheid des Versicherungsgerichts lediglich eine erweiterte Sachverhaltsabklärung zum Gegenstand gehabt hat, für die der Beschwerdeführer nicht auf einen rechtlichen Beistand angewiesen gewesen ist (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 8. Juni 2015, EL 2013/67).Aufgehoben durch Urteil des Bundesgerichts 9C_576/2015..Vizepräsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug undKarin Huber-Studerus; Gerichtsschreiberin Lea LocherEntscheid vom 8. Juni 2015in SachenA._,Beschwerdeführer,vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Christa Rempfler, Falkensteinstrasse 1,Postfach 112, 9006 St. Gallen,gegenSozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Ausgleichskasse, Brauerstrasse 54, Postfach, 9016 St. Gallen,Beschwerdegegnerin,betreffendKrankheitskostenvergütung sowie unentgeltliche Rechtsverbeiständung imVerwaltungs- und EinspracheverfahrenSachverhalt:
A.
A.a A._ bezog ab dem 1. April 2004 wegen einer hochgradigen Sehschwäche
(hochgradige Visusminderung rechts, Amaurosis links, siehe z.B. IV-act. 472-8, act. G
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10.1) eine Entschädigung der Invalidenversicherung für eine Hilflosigkeit leichten
Grades (IV-act. 56 f., act. G 10.2). Auf Gesuch hin wurde die Hilflosenentschädigung
mit Wirkung ab 1. Mai 2009 auf mittelschwer erhöht (IV-act. 283, act. G 10.2). Als
Grund für die Erhöhung gab die IV-Stelle an, dass der Versicherte im Vergleich zu
Gleichaltrigen in den Bereichen An-/Auskleiden, Körperpflege sowie Fortbewegung in
vermehrtem Ausmass auf Hilfe angewiesen sei und ausserdem seit März 2008 der
dauernden persönlichen Überwachung bedürfe. Ab August 2008 besuchte der
Versicherte das Gymnasium B._, wobei die IV-Stelle die behinderungsbedingten
Mehrkosten, u.a. die Reisespesen, übernahm (vgl. IV-act. 440-2, act. G 10.1).
A.b Am 31. Mai 2010 berichtete die Klinik für Neurologie des Kantonsspitals St. Gallen
(KSSG, IV-act. 266, act. G 10.2), dass seit November 2009 etwa zwei- bis dreimal
Wortfindungsstörungen, eine Sprachverständnisstörung sowie etwa vier- bis fünfmal
ein passagerer Schwankschwindel aufgetreten seien. Bei solchen Episoden, welche
etwa 10 bis 15 Minuten andauerten, benötige der Versicherte zusätzliche Hilfe und
Unterstützung. Unter einer antikonvulsiven Therapie mit Carbamazepin 400 mg täglich
seien anamnestisch seit September 2009 keine Ereignisse im Sinne eines
Würgegefühls, Nichtansprechbarkeit und Angst mehr aufgetreten.
A.c Dr. med. C._, Innere Medizin FMH, erklärte in seinem Bericht vom 4. Juni 2010
(IV-act. 265, act. G 10.2), dass der Versicherte wegen unvorhersehbarer, dramatischer
und unberechenbarer Panikzustände mit Selbstverletzungsgefahr wegen
unkontrollierbaren Herumrennens eine Vertrauensperson benötige, die im Bedarfsfall
schützend eingreifen könne. Unter der Behandlung mit Tegretol und Risperdal seien
diese massiven Beschwerden in den letzten Monaten nicht mehr aufgetreten. Aufgrund
der Angst des Versicherten und seiner Eltern vor diesem grauenhaften Zustand sei der
Versicherte de facto noch immer auf ständige Begleitung angewiesen. In den letzten
drei Monaten seien praktisch monatlich Wortfindungsstörungen und kurze
Verwirrtheitszustände aufgetreten.
A.d Am 17. Dezember 2010 meldete sich der Versicherte zum Bezug von
Ergänzungsleistungen an (EL-act. 53 f., act. G 4.1). Mit Verfügung vom 8. März 2011
wurde ihm eine jährliche EL von je Fr. 2'135.-- für die Monate Oktober und November
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2010, von Fr. 2'382.-- für den Monat Dezember 2010 und von monatlich Fr. 2'642.-- ab
1. Januar 2011 zugesprochen (EL-act. 25, act. G 4.1).
A.e Mit Schreiben vom 6. Juni 2011 beantragte die Rechtsvertreterin die Vergütung
des Pflegeaufwandes durch die Mutter des Versicherten (EL-act. 8, act. G. 4.1). Mit
Verfügung vom 15. Juni 2011 wies die EL-Durchführungsstelle das Gesuch mit der
Begründung ab, die Mutter sei seit mehreren Jahren nicht mehr erwerbstätig gewesen,
weshalb sie keinen Erwerbsausfall erleide (EL-act. 7, act. G 4.1). Eine gegen diese
Verfügung erhobene Einsprache wurde mit Entscheid vom 9. November 2011
abgewiesen (IV-act. 405, act. G 10.2). Gegen diesen Einspracheentscheid liess der
Versicherte Beschwerde erheben (IV-act. 422, act. G 10.2).
A.f Bereits am 16. Juni 2011 hatte Dr. C._ berichtet (IV-act. 355, act. G 10.1), dass
der Versicherte wegen Wortfindungsstörungen, Schwindel und Angst weiterhin auf
Begleitung angewiesen sei. Dr. med. D._, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie, gab in einem Verlaufsbericht vom 1. Februar 2012 an (IV-act. 437,
act. G 10.1), dass sich der Gesundheitszustand verbessert habe. Der Versicherte
verliere allmählich den Pavor nocturnus bzw. könne besser damit umgehen und
gewinne zunehmend an Autonomie. Es bestünden aber noch Ängste in
Zusammenhang mit der Amaurosis, welche ihn an der Sozialisation hinderten. Er übe
jedoch, soziale Kontakte mit Gleichaltrigen zu knüpfen und könne seine Ängste gezielt
bekämpfen (keine dissoziativen Krampfanfälle mehr). Die kognitiv-
verhaltenstherapeutischen Sitzungen fänden noch alle 4-6 Wochen statt.
Kriseninterventionen beim Auftreten akuter Symptome kämen zunehmend seltener vor.
A.g Am 13. Februar 2012 berichtete die Klinik für Neurologie des KSSG über eine
ambulante Untersuchung am 10. Februar 2012 (IV-act. 472-8 ff., act. G 10.1). Der
Versicherte und seine Mutter hätten berichtet, dass es schon lange zu keinem grossen
Anfall mehr gekommen sei. Ein bis drei Mal pro Woche komme es jedoch zu kleineren
Episoden, welche mit einer Art "Wortfindungsstörung" einhergingen, sich jedoch mehr
als Sprachverständnisstörung äusserten. Motorische Entäusserungen seien nicht
beobachtet worden. Ab und zu habe der Versicherte auch ein aufsteigendes, wie
"aufstossendes" Gefühl in der Brust. Dieses von den "grossen Anfällen" her bekannte
Vorgefühl bestehe auch unter der Therapie mit Carbamazepin weiterhin, weshalb er
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nach wie vor nie alleine zuhause sei. Gelegentlich komme es zu nächtlichen
Panikattacken, die sich manchmal zu "Anfällen" steigerten. Insbesondere mit den
morgendlichen Störungen habe man gelernt umzugehen. Gelegentlich komme es zu
Episoden, in denen der Versicherte nicht wisse, wie er sich anziehen müsse, weshalb
er häufig zu spät in den Unterricht komme. Der behandelnde Arzt hatte in seiner
Beurteilung festgehalten, dass weiterhin unklar sei, ob es sich bei den Ereignissen um
komplex-fokale Anfälle oder psychogene Anfälle handle; aufgrund der
Beschwerdepräsentation, der zahlreichen unauffälligen EEGs und der letztlich
fehlenden strukturellen Läsion im MRI handle es sich jedoch am ehesten um
psychogene Anfälle bzw. Panikstörungen.
A.h Am 7. Juni 2012 war der Versicherte im Rahmen eines Revisionsverfahrens
betreffend die Hilflosenentschädigung von RAD-Ärztin Dr. E._, Ärztin für Neurologie
und Psychiatrie (D) und physikalische Medizin und Rehabilitation (FMH), untersucht
worden (Bericht vom 20. Juni 2012, IV-act. 450, act. G. 10.1). Die RAD-Ärztin hatte
angegeben, die Mutter habe anlässlich der Untersuchung geschildert, dass sie sich
weiterhin nahezu rund um die Uhr zur Unterstützung des Versicherten zur Verfügung
halte. Sie unterstütze ihn, wenn er einen Angstzustand habe (ca. 2-3 Mal pro Woche,
meistens morgens nach dem Aufwachen). Er klage dann über Schwindel, habe
Wortfindungsstörungen, reagiere nicht mehr adäquat, sei desorientiert und unruhig.
Ohne ihre Hilfe würde er sich in eine Panikattacke hineinsteigern. Eine solche
morgendliche Störung könne sehr unterschiedlich stark und lang verlaufen. Bei einer
ausgeprägten Attacke helfe sie dem Versicherten beim Waschen und Anziehen. Diese
Verrichtungen könne er zwar grundsätzlich selbständig vornehmen, sie wolle jedoch
nicht so lange warten, bis er sich wieder völlig gefangen habe. Auf nächtlichen
Toilettengängen begleite sie den Versicherten stets und warte vor der Tür, weil er sich
dann sicherer fühle. Sie fahre den Versicherten jeden Morgen zur Schule und zurück.
Meistens warte sie schon 1 1⁄2 Stunden vor Schulschluss vor dem Schulhaus im Auto
auf ihn. Er wisse dann, dass sie in der Nähe sei und dass er sie jederzeit rufen könne.
Im letzten Schuljahr habe sie ihn ca. ein- bis zweimal wegen eines Angstzustandes aus
dem Unterricht holen müssen. Dr. E._ hatte weiter erklärt, der Versicherte selbst
habe anlässlich der Untersuchung angegeben, er habe gelernt, mit seiner
Sehbehinderung umzugehen. In einer vertrauten Umgebung (Wohnung, Wohnquartier,
Schule) finde er sich alleine zurecht. In einer fremden Umgebung fühle er sich durch die
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Sehbehinderung unsicher. Mit dem Bus könne er nicht fahren, weil es ihm schwindlig
werde. Früher habe er Fussball und Tennis gespielt. Seit er die Anfälle habe, mache er
keinen Sport mehr. An guten Tagen könne er selbständig aufstehen, sich waschen und
anziehen. Die Mutter müsse allerdings immer in der Nähe bzw. in Rufbereitschaft sein,
weil er sich sonst völlig unsicher fühle und weil er sich in ständiger Angst befinde, dass
er einen Anfall mit Schwindel, Wortfindungsstörungen und/oder Bewusstseinstrübung
erleiden könnte. Er habe Angst, dann nicht einmal mehr selbständig das
Reservemedikament einnehmen zu können. An schlechten Tagen mit
Schwindelattacken und Angstzuständen brauche er den beruhigenden Zuspruch der
Mutter. Ihre Anwesenheit und ihr beruhigendes Reden verhinderten, dass er in einen
Angstzustand gerate. Nur wenn es ihm ganz schlecht gehe, müsse die Mutter ihm beim
Waschen und Ankleiden helfen. An schlechten Tagen sei er sehr verlangsamt. Mit der
Hilfe der Mutter gehe das Waschen und Ankleiden einfach schneller. In der Nacht
begleite ihn die Mutter immer auf die Toilette und warte vor der Tür. Ihre Anwesenheit
gebe ihm Sicherheit. Deshalb schlafe er auch seit ca. 4 Jahren bei ihr im Schlafzimmer.
Die RAD-Ärztin hatte im Abklärungsprotokoll festgehalten, dass sich der Versicherte in
den Fluren und Räumen der Sozialversicherungsanstalt (SVA) ohne Fremdhilfe mit
normaler Gehgeschwindigkeit sicher habe bewegen können. Er habe keine
Schwierigkeiten gehabt, Hindernisse wie Glastüren, Möbel oder Schwellen zu
erkennen, zu überwinden bzw. auszuweichen. Als Diagnosen gab die RAD-Ärztin
dissoziative Störungen (ICD-10: F44.7), eine Amaurosis links und eine hochgradige
Visusminderung rechts bei Atrophie der Sehbahnen beidseits an. In der
zusammenfassenden Beurteilung hielt sie fest, bei der Abklärung sei deutlich
geworden, dass der Versicherte durch die wiederholt neurologisch und psychiatrisch
abgeklärten, angstbesetzten Zustände seit 2006 in seiner Selbständigkeit erheblich
eingeschränkt sei. Da die dissoziativen Störungen unerwartet und jederzeit auftreten
könnten, habe die Präsenz bzw. Stand-by-Abrufbarkeit einer vertrauten Person eine
wichtige stabilisierende Bedeutung für den Versicherten. Aus neurologisch-
psychiatrischer Sicht könne der Versicherte die alltagspraktischen Verrichtungen (An-/
Auskleiden, Aufstehen, Essen, Körperpflege, Verrichtung der Notdurft, Fortbewegung
und Pflege gesellschaftlicher Kontakte) prinzipiell selbständig ausüben. Er sei in diesen
Aktivitäten weder durch körperliche noch durch visuelle Probleme relevant
beeinträchtigt und aus diesen Gründen nicht auf regelmässige und erhebliche Dritthilfe
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angewiesen. Allerdings bestehe weiterhin ein anhaltender Unterstützungsbedarf im
Sinne einer permanenten Begleitung durch eine gut vertraute Person im Hinblick auf
die ausgeprägten angstbesetzten psychischen Störungen, die jedoch eine erkennbare
Tendenz zur Besserung zeigten. Schliesslich hatte die RAD-Ärztin noch angemerkt,
dass der Verdacht auf eine epileptische Genese in den letzten Jahren trotz zahlreichen
neurologischen Abklärungen nie habe bestätigt werden können.
A.i Mit Entscheid vom 26. Juni 2012 (EL-act. 35, act. G 4.2) hiess das Gericht die
Beschwerde gut, hob den Einspracheentscheid auf, wies die Angelegenheit zur
Durchführung weiterer Abklärungen an die EL-Durchführungsstelle zurück und
bewilligte die unentgeltliche Rechtsverbeiständung für das Einspracheverfahren. In
materieller Hinsicht erwog das Gericht, es sei davon auszugehen, dass die Mutter nach
dem Ende der nachehelichen Unterhaltszahlungen ab 2008 wirtschaftlich gezwungen
gewesen wäre, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit habe sie wegen der besonderen Betreuungsbedürftigkeit des
Versicherten keine Erwerbstätigkeit aufgenommen. Aufgrund der vorliegenden Akten
könne nicht beurteilt werden, ob der Mutter angesichts des konkreten, tatsächlichen
Pflege- und Betreuungsaufwandes die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit möglich und
zumutbar sei. Die EL-Durchführungsstelle wurde angewiesen, die unterbliebenen
Abklärungen im Sinne von Art. 12 Abs. 2 der Verordnung über die Vergütung von
Krankheits- und Behinderungskosten bei den Ergänzungsleistungen (VKB, sGS 351.53)
nachzuholen.
B.
B.a Am 27. September 2012 fand eine Abklärung nach Art. 11 Abs. 2 und Art. 12 Abs.
2 VKB durch eine diplomierte Pflegefachfrau (AKP) des Gesundheitsdepartementes des
Kantons St. Gallen statt (Abklärungsbericht vom 19. Oktober 2012; EL-act. 21, act.
G 4.2). Dem Abklärungsbericht war zu entnehmen, dass die Mutter des Versicherten
sowie dessen Rechtsvertreterin am Gespräch beteiligt gewesen waren. Mit Bezug auf
den Bereich Körperpflege/An- und Auskleiden hielt die Abklärungsperson fest, gemäss
den Angaben der Mutter könne der Versicherte vieles selbst, wenn es seine
gesundheitliche Situation erlaube. Diese sei jedoch sehr veränderlich und die Mutter sei
in dauernder Bereitschaft, einzugreifen. Sie übernehme auch mal die Initiative, wenn
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der Versicherte selbst dazu nicht in der Lage sei. Betreffend die Fortbewegung habe
die Mutter angegeben, dass sich der Versicherte in der gewohnten Umgebung
selbständig fortbewegen könne. Wegen seiner Seheinschränkung, vor allem aber
wegen der Gefahr von Anfällen, könne er nicht ohne Begleitung aus dem Haus gehen.
Die Mutter sei wegen der Gefahr von Anfällen auch nachts immer präsent und könne
nur schlafen, wenn der Versicherte ebenfalls schlafe. Am Morgen benötige der
Versicherte wegen Schläfrigkeit viel Unterstützung, damit er seinen Alltag in Angriff
nehmen könne. Aufgrund der Epilepsie-Anfälle bedürfe er einer dauernden Betreuung
und Überwachung. Im Haushalt könne er wegen seiner Einschränkungen nicht
mithelfen. Die Abklärungsperson bestätigte die Auskünfte der Mutter und kam zum
Schluss, dass die Einsatzzeit der Mutter für pflegerische Leistungen 26.40 Stunden und
für Hauswirtschaft und Begleitung 180.30 Stunden pro Monat betrage. Unter dem Titel
"Unentgeltliches Engagement von Familie" hielt die Abklärungsperson fest, dass die
Mutter grundsätzlich rund um die Uhr für ihren Sohn präsent sei und auf seinen
Zustand achte, um allfällige Anfälle rechtzeitig zu erfassen und entsprechend zu
reagieren. Auch wenn er an der Universität sei, sei sie entweder ebenfalls vor Ort oder
könne innerhalb von 10 Minuten dort sein. An die Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit
durch die Mutter sei überhaupt nicht zu denken. In der abschliessenden Beurteilung
erklärte die Abklärungsperson, der Versicherte sei durch die Erblindung in allen
Belangen erheblich eingeschränkt. Zudem leide er seit ein paar Jahren regelmässig
unter epileptischen Anfällen, die, wenn nicht frühzeitig medikamentös behandelt, zu
einem Grand mal führten. Die dauernd notwendige Präsenz der Mutter werde zwar seit
vielen Jahren gewährleistet, könne aber nicht in Zahlen oder Fakten beziffert werden.
Eine Aufrechterhaltung dieser intensiven und aufwändigen Betreuung und die dauernde
Präsenz der Mutter seien ohne gesundheitliche Schäden auf lange Sicht fast nicht zu
bewältigen. Eine finanzielle Unterstützung könne "Luft in die Situation bringen" und
Entlastungsmöglichkeiten realistisch machen. Im beigelegten Leistungsplan (EL-act.
21-7 f., act. G 4.2) waren die zu erbringenden Leistungen, der zeitliche Aufwand und
die Qualifikation der Leistungen (pflegerische Leistungen/Hauswirtschaft und
Begleitung) aufgelistet. Daraus ging u.a. hervor, dass der Versicherte täglich Hilfe bei
der Ganzwäsche (Dusche oder Lavabo), der Rasur und dem An- und Auskleiden
benötige. Weiter müsse er täglich bei den Toilettengängen begleitet werden.
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B.b In einer internen Notiz der EL-Durchführungsstelle wurde am 17. Januar 2013
festgehalten (EL-act. 1, act. G 4.2), dass gemäss Rückmeldung der Abklärungsperson
des Gesundheitsdepartementes der Pflegeaufwand 26.40 Stunden pro Monat und der
Betreuungsaufwand 102 Stunden pro Monat betrage. Der Rest beinhalte
hauswirtschaftliche Leistungen. Der Pflege- und Betreuungsaufwand betrage somit
total 128.4 Stunden pro Monat. Würde jede Stunde mit Fr. 25.-- vergütet, würde ein
Betrag von monatlich Fr. 3'210.-- resultieren.
B.c Mit E-Mail vom 4. März 2013 stellte die Rechtsvertreterin ein Gesuch um
unentgeltliche Rechtsverbeiständung im Verwaltungsverfahren (EL-act. 6, act. G 4.2).
Mit Schreiben vom 2. April 2013 bat die Rechtsvertreterin um Behandlung des
genannten Gesuchs (EL-act. 4, act. G 4.2).
B.d Am 3. April 2013 nahm RAD-Ärztin Dr. E._ Stellung zur Art und zum Umfang der
Hilfsbedürftigkeit (EL-act. 3, act. G 4.2). Zunächst wies sie darauf hin, dass sie sich im
Rahmen der Abklärung des Anspruchs auf eine Hilflosenentschädigung der IV am
7. Juni 2012 einen umfassenden persönlichen Eindruck von den Fähigkeiten und den
gesundheitsbedingten Einschränkungen des Versicherten habe machen können. Weiter
merkte sie an, dass sich im Abklärungsbericht des Gesundheitsdepartements
erstaunlicherweise keine eigenen Angaben des Versicherten zum Pflege- und
Hilfsbedarf fänden. Sie gehe davon aus, dass die Beurteilung der Abklärungsperson
anders ausgefallen wäre, wenn sie den Versicherten persönlich gekannt hätte. Zum
Unterstützungsbedarf aufgrund der Sehbehinderung führte die RAD-Ärztin aus, dass
eindeutig eine relevante Sehbehinderung vorliege und die medizinischen
Zusprachekriterien für eine leichte Hilflosigkeit im Sonderfall ausgewiesen seien. Bei
den verschiedenen im Abklärungsbericht des Gesundheitsdepartements aufgeführten
Aktivitäten des täglichen Lebens sei der Versicherte wegen seiner Visusprobleme nach
eigenen Angaben und aus medizinischer Sicht nicht auf Fremdhilfe angewiesen. Zum
Unterstützungsbedarf aufgrund der neurologisch-psychiatrischen Störungen hielt die
RAD-Ärztin fest, beim Versicherten seien in den letzten Jahren immer wieder
anfallsartige Zustände aufgetreten, die mit Angst und vielgestaltigen psychischen und
körperlichen Beschwerden eingegangen seien (z.B. Schwindel, Druck im Bauch,
Wortfindungsstörungen) und von neurologischer und psychiatrischer Seite her am
ehesten als "dissoziative" (psychogene) Anfälle und Pavor nocturnus ("Nachtangst")
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beurteilt würden. Eine epileptische Erkrankung habe trotz zahlreicher medizinischer
Abklärungen nicht bestätigt werden können. Die dauernde Präsenz der Mutter sei
deshalb nicht durch ein epileptisches Anfallsleiden begründbar. Die RAD-Ärztin kam
zum Schluss, dass ‒ obgleich die Verdachtsdiagnose Epilepsie nie bestätigt worden
sei ‒ die Angst vor einem epileptischen Krampfanfall beim Versicherten und seiner
Mutter eine grosse Verunsicherung mit ängstlicher Selbst- und Fremdbeobachtung
ausgelöst habe. Gemäss dem Arztbericht von Dr. D._ vom 1. Februar 2012 zeigten
die psychischen Störungen eine deutliche Tendenz zur Besserung. Die psychogenen/
dissoziativen Anfälle seien nicht mehr aufgetreten. Psychiatrisch-psychotherapeutische
Behandlungstermine seien nur noch alle 4-6 Wochen erforderlich. Aus medizinischer
Sicht sollten die guten kognitiven Ressourcen und die zunehmenden sozialen
Kompetenzen und Autonomiebestrebungen des Versicherten aktiv unterstützt werden.
Das Ergebnis der Abklärung des Gesundheitsdepartements mit einem Bedarf von 26.4
Stunden für Pflege und 102 Stunden für Betreuung im Monat könne medizinisch in
keiner Weise nachvollzogen werden.
B.e Mit Verfügung vom 9. April 2013 lehnte die EL-Durchführungsstelle das Gesuch
um Übernahme der Kosten für Pflege und Betreuung durch die Mutter ab (EL-act. 46,
act. G 4.3). Zur Begründung führte sie an, dass nicht auf den Abklärungsbericht des
Gesundheitsdepartements abgestellt werden könne, da sich dieser einzig auf die
Aussagen der Mutter und der Rechtsvertreterin stütze und die medizinische
Notwendigkeit für die dauernde Überwachung voraussetze. Dem ausführlichen Bericht
von RAD-Ärztin Dr. E._ komme eine höhere Beweiskraft zu. Gemäss dem vom
Gesundheitsdepartement festgestellten Pflege- und Betreuungsbedarf hätte die Mutter
gestützt auf Art. 12 Abs. 3 ELKV (gemeint wohl: VKB) Anspruch auf eine maximale
monatliche Entschädigung von Fr. 3'210.--. Gesamthaft sei jedoch erstellt, dass die
Mutter einen Bruttolohn von Fr. 3'210.-- erzielen könnte.
B.f Gegen diese Verfügung liess der Versicherte am 10. Mai 2013 Einsprache erheben
und die Vergütung der Pflege- und Betreuungskosten gemäss Art. 12 VKB sowie die
Behandlung des Gesuchs um unentgeltliche Rechtsverbeiständung im
Einspracheverfahren beantragen (EL-act. 40, act. G 4.3).
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B.g Mit Verfügung vom 1. Juni 2013 stellte die EL-Durchführungsstelle die jährliche EL
per 1. Juni 2013 ein, da der Versicherte ab diesem Zeitpunkt ein IV-Taggeld bezog,
welches einen Einnahmenüberschuss von Fr. 3'269.-- jährlich zur Folge hatte (EL-act.
38, act. G 4.3). Mit Verfügung vom 4. August 2013 wurde dem Versicherten per 1.
August 2013 wieder eine monatliche EL von Fr. 2'688.-- zugesprochen (EL-act. 15, act.
G. 4.3).
B.h Auf Anfrage teilte Dr. D._ am 11. September 2013 mit (EL-act. 10, act. G 4.3),
der Versicherte sei alle zwei Wochen bei ihm in Behandlung. Am Anfang seien ca.
einmal wöchentlich Kriseninterventionen aufgrund von Angst- und Panikattacken nötig
gewesen. Derzeit fänden solche Kriseninterventionen noch ca. alle 6-8 Wochen statt.
Im Zeitraum vom 1. Oktober 2010 bis heute habe der Versicherte an folgenden Tagen
Angst- und Panikattacken erlitten: 19. Oktober 2010, 13. Dezember 2010, 14. April
2011, 18. Oktober 2011, 13. Dezember 2011, 5. Juni 2012, 22. März 2013, 10. April
2013, 7. August 2013 und 27. August 2013.
B.i Mit Schreiben vom 17. September 2013 fragte die EL-Durchführungsstelle bei der
Berufsberatung der IV-Stelle an, ob im Raum F._ Hilfsarbeiterstellen im Pensum von
ca. 80 % zu einem Monatslohn von Fr. 3'500.-- bis Fr. 3'900.-- vorhanden seien (EL-
act. 8, act. G 4.3). Aufgrund der Panikattacken des Versicherten müsse es der Mutter
möglich sein, die Arbeitsstelle kurzfristig zu verlassen. Die zuständige Berufsberaterin
antwortete am 7. Oktober 2013 (EL-act. 2, act. G 4.3), dass im Raum F._ solche
Hilfsarbeiterstellen vorhanden seien. Das erzielbare Einkommen sei aber eher niedriger.
Die Mutter könnte jedoch auch eine Schichtarbeit in einem 100 %-Pensum ausüben.
Zudem seien auch in Unternehmen mit Gleitzeitmodellen kürzere private
Abwesenheiten möglich.
B.j Mit Entscheid vom 10. Oktober 2013 wies die EL-Durchführungsstelle die Ein
sprache gegen die Verfügung vom 9. April 2013 und das Gesuch um unentgeltliche
Rechtsverbeiständung im Verwaltungs- und Einspracheverfahren ab (act. G 1.1 Beilage
1). Zur Begründung brachte sie vor, dass der Versicherte gemäss ihren Abklärungen
zwischen 0.25 und 1.33 Attacken im Monat erleide. Der Mutter sei die Aufnahme einer
Erwerbstätigkeit zumutbar. Ob sie nun zu Hause auf eine allfällige Attacke des
Versicherten warte oder ob sie sich an einem Arbeitsplatz bei einem einigermassen
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flexiblen Arbeitgeber in der Nähe befinde, spiele für den Versicherten keine Rolle.
Sodann sei nicht belegt, dass der Versicherte das Mittagessen zu Hause einnehmen
müsse. Der Abklärungsbericht des Gesundheitsdepartements sei nicht relevant, da
keine Erwerbseinbusse resultiere. Der Vollständigkeit halber sei jedoch erwähnt, dass
auf diesen nicht abgestellt werden könne, da der Bericht lediglich die subjektiven
Angaben des Versicherten und seiner Mutter schildere. Analog der Rechtsprechung
zum Beweiswert von Haushaltsberichten bei der IV sei auch hier der medizinischen
Einschätzung höheres Gewicht beizumessen. Selbst wenn eine bescheidene
Erwerbseinbusse resultieren sollte, sei zu beachten, dass laut Art. 12 Abs. 4 VKB bei
der Bemessung der Überentschädigung die Hilflosenentschädigung bei mittlerer
Hilflosigkeit zur Hälfte angerechnet würde. Schliesslich schlössen sich ein Anspruch
auf Krankheitskostenvergütung wegen dauernder persönlicher Überwachung und die
gewährte berufliche Ausbildung gegenseitig aus; kein Arbeitgeber würde einen
Akademiker einstellen, bei dem dauernd die Mutter zugegen sein müsste. Zum Gesuch
um unentgeltliche Rechtsverbeiständung führte die EL-Durchführungsstelle an, dass
vorliegend keine schwierigen rechtlichen und tatsächlichen Fragen im Raum gestanden
hätten. Im vorliegenden Verfahren sei es einzig um weitere Sachverhaltsabklärungen
und deren Würdigung gegangen. Zudem sei nicht einzusehen, weshalb sich der
Versicherte nicht mit dem Beizug von Fach- und Vertrauensleuten sozialer Institutionen
hätte behelfen können. Im Übrigen könne von einem gemäss den Akten sehr
intelligenten Studenten der Universität X._ erwartet werden, dass er sich selbst im
Prozess zurechtfinde.
C.
C.a Gegen diesen Entscheid liess der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) am
11. November 2013 Beschwerde erheben (act. G 1). Seine Rechtsvertreterin beantragte
die Aufhebung des Entscheids und die Zusprache der Krankheitskosten gemäss Art. 12
VKB mit Wirkung ab 1. Oktober 2010; zudem sei dem Beschwerdeführer die
unentgeltliche Rechtsverbeiständung im Verwaltungs- und Einspracheverfahren sowie
die unentgeltliche Rechtsverbeiständung und Prozessführung im Beschwerdeverfahren
zu bewilligen. Zur materiellen Begründung machte die Rechtsvertreterin geltend, dass
vollumfänglich auf den Abklärungsbericht des Gesundheitsdepartementes abgestellt
werden könne. Sollte das Gericht die Sache wider Erwarten nicht als spruchreif
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beurteilen, sei ein Gerichtsgutachten anzuordnen. RAD-Ärztin Dr. E._ sowie die
behandelnden Ärzte Dr. D._ und Dr. C._ hätten bestätigt, dass der
Beschwerdeführer dauernd der persönlichen Überwachung bedürfe. Der
Beschwerdeführer beziehe denn auch eine Hilflosenentschädigung mittleren Grades.
Die dauernde persönliche Überwachung bedürfe der Beschwerdeführer nicht nur
wegen der Angst vor Panikattacken, sondern auch aufgrund seiner epileptischen
Anfälle. Denn gemäss Dr. G._ leide der Beschwerdeführer sehr wohl an einer
kryptogenen fokalen Epilepsie mit seltenen sekundär generalisierten tonisch-klonischen
epileptischen Anfällen und komplex-fokalen Anfällen (ca. 3-4 komplex-fokale Anfälle
pro Woche). Grand mal-Anfälle kämen derzeit aufgrund der guten Betreuung durch die
Mutter nicht vor. Gerade die Tatsache, dass der Beschwerdeführer von der IV-Stelle
acht Fahrten pro Tag für die Fahrdienste der Mutter zur Universität X._ vergütet
erhalte, belege, dass er aufgrund seiner epileptischen Anfälle sowie der Angst- und
Panikattacken derzeit nicht fähig sei, alleine mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zur
Uni zu fahren oder in der Kantine oder der Innenstadt zu Mittag zu essen. Der
Beschwerdeführer sei derzeit auf eine gewohnte Umgebung und damit auf das
Mittagessen zu Hause angewiesen. Die Mutter halte sich je nach Stundenplan ebenfalls
in der Universität auf bzw. könne innerhalb von 10 Minuten vor Ort sein; dieses Wissen
beruhige den Beschwerdeführer. Er benötige im Vergleich zu gesunden Studenten
längere Pausen zwischen den Vorlesungen. Dazu gehöre auch, dass er über Mittag
nach Hause fahren könne. Diese Pause sei nicht nur aus psychischer, sondern auch
aus augenärztlicher Sicht hilfreich, um asthenopische Beschwerden und
Kopfschmerzen zu vermeiden. Im Übrigen ändere sich der Stundenplan jedes
Semester und der Beschwerdeführer sei auch während der Semesterferien und den
Lernphasen vor Prüfungen auf die Betreuung der Mutter angewiesen. Er fühle sich
derzeit nicht in der Lage, alleine zu Hause zu sein. Die statistische Erhebung der Angst-
und Panikattacken seit dem 1. Oktober 2010 durch die EL-Durchführungsstelle
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) sei ebenfalls falsch, da kleinere Anfälle wie
Schwindel, Wortfindungs- und Orientierungsstörungen nicht eingerechnet worden
seien. Der Mutter sei die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit wegen der dauernd
notwendigen Präsenz nicht zumutbar. Die Beschwerdegegnerin habe es auch
unterlassen, aufzuzeigen, welches Pensum der Mutter zumutbar wäre. Mit Bezug auf
das Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung im Verwaltungs- und
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Einspracheverfahren hielt die Rechtsvertreterin fest, allein schon die Tatsache, dass die
Beschwerdegegnerin zweieinhalb Jahre benötigt habe, um die Sache abzuklären,
belege, dass es sich um keinen einfachen Fall in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht
handle. Der Beschwerdeführer sei schon aufgrund seines derzeitigen
Gesundheitszustandes mit der Materie und der Papierflut überfordert. Zudem sei die
ständige finanzielle Abhängigkeit von der Invalidenversicherung sehr zermürbend. Und
schliesslich habe die Beschwerdegegnerin sechs Monate gebraucht, um über das
Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung zu entscheiden. Der
Beschwerdeschrift lagen diverse neue medizinische Berichte bei. Dr. med. G._,
Neurologie FMH, Psychiatrie und Psychotherapie, hatte am 7. November 2013 über
eine klinische Untersuchung vom 29. Oktober 2013 berichtet (act. G 1.1 Beilage 9). Er
hatte als Diagnosen u.a. eine kryptogene fokale Epilepsie mit seltenen sekundär
generalisierten tonisch-klonischen epileptischen Anfällen und komplex-fokalen Anfällen
(ca. 3 bis 4 komplex-fokale epileptische Anfälle pro Woche) und eine Angst- und
Panikstörung angegeben. Des Weiteren hatte er erklärt, dass unter der Einnahme von
Levetiracetam und später Tegretol keine Grand mal-Anfälle mehr aufgetreten seien. In
letzter Zeit habe sich der Beschwerdeführer vermehrt über wenige Sekunden
andauernde Wortfindungsstörungen, Derealisationserleben und erhebliche
psychomotorische Verlangsamung beklagt, die er von den seit Jahren bekannten
Panikattacken eindeutig trennen könne. Soweit verständlich verliefen die Ereignisse
stereotyp und verunsicherten den Beschwerdeführer stark. In einer E-Mail vom 6.
November 2013 (act. G 1.1 Beilage 9a) erklärte Dr. D._ gegenüber der
Rechtsvertreterin, dass der Beschwerdeführer durchaus Fortschritte gemacht habe.
Klinisch-psychiatrisch träten immer wieder Anfälle auf, die sowohl psychogen als auch
somatisch-neurologisch zu begründen seien. Es seien Zustände der Derealisation und
Depersonalisation. Die Bemühungen des Beschwerdeführers, trotz medizinischer
Einschränkungen sein Studium zu Ende zu führen und sein Streben nach Autonomie
seien lobenswert. Die Augenklinik des KSSG hatte am 6. November 2013 berichtet
(act. G 1.1 Beilage 15a), dass es sich beim Beschwerdeführer um einen hochgradig
sehbehinderten Menschen bei beidseitiger Papillenhypoplasie handle, der überdies an
einer Epilepsie leide. Aus ihrer Sicht sei es zweifelsfrei nachvollziehbar, dass der
Beschwerdeführer aufgrund der medizinischen Benachteiligung längere Pausen
zwischen den Vorlesungen benötige. Dazu gehöre auch, dass diese in einer bekannten
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Umgebung (zu Hause) stattfänden und dass der Beschwerdeführer seitens vertrauter
Betreuungspersonen (Mutter) Unterstützung und Hilfestellung erfahre. Die Pausen
seien aus medizinischer Sicht hilfreich, um asthenopische Beschwerden und
Kopfschmerzen zu vermeiden.
C.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 18. November 2013 die Abweisung der

Beschwerde (act. G 4). Zur Begründung verwies sie auf die Erwägungen im Ein
spracheentscheid. Ergänzend führte sie an, dass einem Studenten, insbesondere
einem, der einen rechtswissenschaftlichen Abschluss anstrebe, die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung mangels sachlicher Notwendigkeit nicht gewährt werden dürfe.
Dies gelte ebenso für das vorliegende Beschwerdeverfahren.
C.c In ihrer Replik vom 26. November 2013 (act. G 7) brachte die Rechtsvertreterin
vor, dass der Beschwerdeführer gerade das erste Studienjahr abgeschlossen habe und
deshalb als rechtsunkundig zu qualifizieren sei. Er wäre dem Verfahren alleine nicht
gewachsen (Grundsatz der Waffengleichheit).
C.d Das Gericht bewilligte am 12. Dezember 2013 die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung für das Beschwerdeverfahren (act. G 8).
C.e Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 10).
Erwägungen:
1.
1.1 Gemäss Art. 14 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen
zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG, SR 831.30) vergüten die
Kantone den Bezügerinnen und Bezügern einer jährlichen Ergänzungsleistung
ausgewiesene, im laufenden Jahr entstandene Kosten für Hilfe, Pflege und Betreuung
zu Hause sowie in Tagesstrukturen. Gemäss Art. 4 Abs. 1 des St. Galler
Ergänzungsleistungsgesetzes (ELG/SG, sGS 351.5) beschränkt sich dieser Anspruch
auf die im Rahmen einer wirtschaftlichen und zweckmässigen Leistungserbringung
erforderlichen Ausgaben, soweit diese nicht Versicherer oder Dritte decken; die
Regelung der Einzelheiten wurde an die Regierung delegiert (Art. 4 Abs. 5 ELG/SG).
bis
bis
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Diese hat in Art. 12 Abs. 1 der St. Galler Verordnung über die Vergütung von
Krankheits- und Behinderungskosten bei den Ergänzungsleistungen (VKB, sGS 351.53)
festgelegt, dass die Kosten für die Pflege und Betreuung, die durch Familienangehörige
erbracht werden, nur vergütet werden, wenn die betreffenden Familienangehörigen
nicht in der EL-Berechnung eingeschlossen sind und durch die Pflege und Betreuung
eine länger dauernde, wesentliche Erwerbseinbusse erleiden. Eine solche Einbusse
kann dadurch entstehen, dass die Familienangehörigen aufgrund der Pflege die bisher
ausgeübte Erwerbstätigkeit reduzieren oder gar aufgeben müssen. Die Ursache für
eine Erwerbseinbusse kann aber auch darin liegen, dass die Familienangehörigen
wegen des zusätzlichen pflegerischen Aufwandes darin gehindert sind, eine
Erwerbstätigkeit aufzunehmen oder eine bereits bestehende zu erweitern (Urteil des
Bundesgerichts vom 11. Februar 2009, 8C_773/2008 E. 5.1 mit Hinweisen). Gemäss
Art. 12 Abs. 2 VKB legt eine vom Gesundheitsdepartement bezeichnete Stelle den
Umfang der Pflege und Betreuung fest. Je Stunde werden Fr. 25.-- vergütet, wobei die
Kosten im ausgewiesenen Umfang, höchstens aber in der Höhe des Erwerbsausfalls
berücksichtigt werden (Art. 12 Abs. 3 VKB). Bei der Berechnung der
Überentschädigung wird die Hilflosenentschädigung bei mittlerer Hilflosigkeit zur Hälfte
angerechnet (Art. 12 Abs. 4 VKB).
1.2 Gemäss Art. 15 ELG werden Krankheits- und Behinderungskosten vergütet, wenn
die Vergütung innert 15 Monaten nach Rechnungsstellung geltend gemacht wird (lit. a)
und die Kosten in einem Zeitabschnitt entstanden sind, während dem die
antragsstellende Person die Voraussetzungen nach den Artikeln 4-6 erfüllte (lit. b).
Letztere Anforderung ist erfüllt, da der Beschwerdeführer seit 1. Oktober 2010 eine
jährliche EL bezieht. Mit Schreiben vom 6. Juni 2011 (Eingang: 7. Juni 2011) hat seine
Rechtsvertreterin die Vergütung des Pflege- und Betreuungsaufwandes durch seine
Mutter rückwirkend ab 1. Oktober 2010 beantragt. Da die Vergütung somit auch innert
der gesetzlich vorgesehenen Frist geltend gemacht worden ist, ist der Anspruch auf
Vergütung der Pflege- und Betreuungskosten durch die Mutter für die Zeit ab
1. Oktober 2010 zuprüfen.
2.
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2.1 Mit seinem Rückweisungsentscheid vom 26. Juni 2012 hat das Gericht erwogen,
es sei davon auszugehen, dass die Mutter wegen der besonderen
Betreuungsbedürftigkeit des Beschwerdeführers nach dem Ende der nachehelichen
Unterhaltszahlungen im Jahr 2008 keine Erwerbstätigkeit aufgenommen habe
(Erw. 2.2). Das vorliegende Beschwerdeverfahren beschränkt sich somit auf die
Überprüfung der Frage, ob der Mutter angesichts des konkreten, tatsächlichen Pflege-
und Betreuungsaufwandes die Aufnahme einer (zumindest teilweisen) Erwerbstätigkeit
ab 1. Oktober 2010 möglich und zumutbar gewesen wäre.
2.2 Beim Beschwerdeführer liegen unbestrittenermassen eine hochgradige
Visusverminderung rechts und eine Amaurosis (vollständige Erblindung) links vor.
Zudem leidet er mehrmals wöchentlich an "kleineren Anfällen", die sich durch eine
Wortfindungs- bzw. Sprachverständnisstörung, Schwindel, Desorientierung, kurze
Verwirrtheitszustände, Derealisationserleben und eine psychomotorische
Verlangsamung äussern. Gemäss der Klinik für Neurologie dauern die Anfälle etwa 10
bis 15 Minuten an. Dr. G._ spricht dagegen von Anfällen, die wenige Sekunden
dauerten; "grosse Anfälle", die mit einem Würgegefühl, Nichtansprechbarkeit und
Angst einhergegangen seien, seien seit der Einnahme von Carbamazepin, d.h. seit
September 2009, nicht mehr aufgetreten. Gemäss den Angaben des behandelnden
Psychiaters hat der Beschwerdeführer im Zeitraum Oktober 2010 bis September 2013
zehn Angst- und Panikattacken erlitten. Ob es sich bei den "kleinen" und "grossen
Anfällen" um epileptische oder psychogene Anfälle gehandelt hat bzw. handelt, kann
offengelassen werden, da für die Schätzung des notwendigen Pflege- und
Betreuungsaufwandes nicht die Ursache der Anfälle, sondern deren Häufigkeit und
Symptome relevant sind.
2.3 Zur Beurteilung der Frage, in welchem Umfang der Beschwerdeführer wegen
seiner Sehbehinderung, den "Anfällen" und den Angst- und Panikattacken objektiv
betrachtet auf die Pflege und Betreuung durch seine Mutter angewiesen ist, liegen
insbesondere der Abklärungsbericht des Gesundheitsdepartementes vom 19. Oktober
2012 und die Stellungnahme von RAD-Ärztin Dr. E._ vom 3. April 2013 im Recht. Die
Schlussfolgerungen in diesen beiden Berichten unterschieden sich diametral: Während
die Abklärungsperson des Gesundheitsdepartements den Pflege- und
Betreuungsaufwand durch die Mutter auf 128.4 Stunden pro Monat geschätzt hat (EL-
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act. 1, act. G 4.2), hat Dr. E._ erklärt, dass der von der Abklärungsperson des
Gesundheitsdepartements angegebene Pflege- und Betreuungsaufwand medizinisch in
keiner Weise nachvollzogen werden könne. Nachfolgend ist somit die Beweiskraft
dieser beiden Berichte zu überprüfen respektive zu beurteilen, wessen Aussage mit
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als richtig zu qualifizieren ist.
2.3.1 Dem Bericht des Gesundheitsdepartements ist zu entnehmen, dass am
Gespräch die Mutter und die Rechtsvertreterin beteiligt gewesen sind. Dem Bericht ist
nicht zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer ebenfalls dabei gewesen wäre,
obwohl er zu diesem Zeitpunkt bereits volljährig gewesen ist, es sich bei ihm um die
anspruchsberechtigte Person gehandelt hat und er selbst am besten darüber Auskunft
hätte geben können, wie gross sein Pflege- und Betreuungsbedarf (aus seiner
subjektiven Sicht) ist. Der Abklärungsbericht überzeugt aber auch inhaltlich nicht. So ist
ihm beispielsweise zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer im Bereich
Körperpflege/An- und Auskleiden vieles selber könne, wenn es seine gesundheitliche
Situation erlaube. Diese Aussage ist zu unpräzis: Es fehlt eine konkrete Umschreibung,
bei welchen Verrichtungen der Beschwerdeführer in welcher Regelmässigkeit aus
welchem Grund Dritthilfe benötigt. In Widerspruch dazu hat die Abklärungsperson
zudem im dem Bericht angehängten Leistungsplan notiert, dass der Beschwerdeführer
täglich Hilfe bei der Ganzwäsche, der Rasur und beim An- und Auskleiden benötige.
Weiter könne sich der Beschwerdeführer laut dem Abklärungsprotokoll u.a. auch
wegen seiner Seheinschränkung nicht ohne Begleitung ausser Haus fortbewegen.
Diese Aussage ist nachweislich falsch: Der ehemalige Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers hat im Juli 2008 gegenüber der IV-Stelle erklärt, dass der
Beschwerdeführer selbständig öffentliche Verkehrsmittel benützen und sich
selbständig mit Kollegen am Marktplatz treffen könne. Zudem sei er in der Lage, sich
völlig alleine in der Stadt zu orientieren und zu bewegen und sich selbständig in einem
Einkaufszentrum fortzubewegen (IV-act. 97-4 f.). Sodann hat Dr. E._ im
Abklärungsprotokoll vom 20. Juni 2012 angegeben, dass sich der Beschwerdeführer
am 7. Juni 2012 ohne Fremdhilfe in den Fluren und Räumen der SVA mit normaler
Gehgeschwindigkeit sicher habe bewegen können; er habe keine Schwierigkeiten
gehabt, Hindernisse wie Glastüren, Möbel oder Schwellen zu erkennen, zu überwinden
bzw. diesen auszuweichen. Weiter ist nicht bekannt, ob und wenn ja, welche
medizinischen Berichte der Abklärungsperson vorgelegen haben. Diese ist nämlich
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davon ausgegangen, dass der Beschwerdeführer an einer Epilepsie leide, die, wenn sie
nicht frühzeitig medikamentös behandelt werde, zu einem Grand mal führe. Einerseits
hat eine Epilepsie bisher jedoch nicht anhand von objektiven Befunden nachgewiesen
werden können und andererseits hat der Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Abklärung
seit drei Jahren keinen "grossen Anfall" mehr erlebt. Folglich ist davon auszugehen,
dass die Abklärungsperson bei der Schätzung des Pflege- und Betreuungsaufwandes
von einer gravierenderen Symptomatik der Anfälle ausgegangen ist, als dies tatsächlich
der Fall ist. So hat die Abklärungsperson denn auch ohne jegliche Begründung
festgehalten, dass der Beschwerdeführer wegen der "Epianfälle" dauernde Betreuung
und Beobachtung benötige. Insgesamt muss davon ausgegangen werden, dass die
Abklärungsperson des Gesundheitsdepartements in ihrem Bericht unreflektiert die
subjektiven Angaben der Mutter protokolliert und nicht überprüft hat, ob die geltend
gemachten Pflege- und Betreuungsleistungen aufgrund der gesundheitlichen
Beeinträchtigungen, insbesondere aufgrund der Symptomatik der Anfälle, objektiv
betrachtet überhaupt notwendig sind. Demnach vermag der Abklärungsbericht des
Gesundheitsdepartementes nicht zu überzeugen.
2.3.2 RAD-Ärztin Dr. E._, Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie, hat in ihrem
Bericht vom 3. April 2013 angegeben, dass der Beschwerdeführer eindeutig an einer
relevanten Sehbehinderung leide. Bei den im Abklärungsbericht des
Gesundheitsdepartementes aufgeführten Aktivitäten des täglichen Lebens sei der
Beschwerdeführer wegen seiner Visusprobleme aus medizinischer Sicht jedoch nicht
auf Fremdhilfe angewiesen. Die Augenklinik des KSSG hat demgegenüber vorgebracht,
es sei aus augenärztlicher Sicht hilfreich, dass der Beschwerdeführer die Mittagspause
zu Hause in Anwesenheit seiner Mutter verbringen könne, um asthenopische
Beschwerden und Kopfschmerzen zu vermeiden. Hierzu ist anzumerken, dass es sich
bei einer hilfreichen Massnahme nicht automatisch um eine notwendige Massnahme
handelt. Es ist nicht einzusehen, weshalb das Gymnasium bzw. seit Herbst 2012 die
Universität dem Beschwerdeführer nicht die notwendige Ruhe in der Mittagspause
hätten bieten können bzw. bieten sollte. Vielmehr ist davon auszugehen, dass es im
Gymnasium in Absprache mit der Schulleitung ohne Weiteres möglich gewesen wäre,
dem Beschwerdeführer über Mittag ein Zimmer zur Verfügung zu stellen, in dem er sich
hätte ausruhen können. Und auch an der Universität gibt es ruhige, weniger belebte
Orte, an die sich der Beschwerdeführer bei Bedarf hätte zurückziehen können bzw.
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zurückziehen kann; so ist an der Uni beispielsweise ein Ruheraum vorhanden. Der
Beschwerdeführer hat gegenüber Dr. E._ am 7. Juni 2012 noch einmal bestätigt,
dass er sich in einer vertrauten Umgebung (Wohnung, Wohnquartier, Schule) allein
zurecht finde. Wie bereits in Erw. 2.3.1 ausgeführt, ist diese Aussage überzeugend. Mit
Dr. E._ ist daher davon auszugehen, dass die Sehbehinderung den
Beschwerdeführer (zumindest) im Alltag, welcher in gewohnter Umgebung (d.h. zu
Hause, auf dem Weg zur Schule bzw. Universität, im Schul- bzw. Universitätsgebäude)
stattfindet, nicht einschränkt. Die Sehbehinderung hindert die Mutter demzufolge nicht
daran, einer vollzeitlichen Erwerbstätigkeit nachzugehen.
2.3.3 Zu prüfen bleibt, ob bzw. in welchem Ausmass der Beschwerdeführer
aufgrund der "Anfälle" und Angst- und Panikattacken auf die Betreuung und Pflege
durch seine Mutter angewiesen ist. Dr. E._ hat hierzu angegeben, dass der von der
Abklärungsperson des Gesundheitsdepartements angegebene Pflege- und
Betreuungsbedarf von über vier Stunden pro Tag (128.4 Std. / 30.4 d) medizinisch in
keiner Weise nachvollziehbar sei. Dr. E._ hat somit sinngemäss erklärt, dass eine
dauernde Präsenz der Mutter medizinisch weder durch ein epileptisches Anfallsleiden
noch durch psychogene Anfälle begründbar sei. Diese Schlussfolgerung leuchtet ein:
Erstens sind die "grossen Anfälle" seit Beginn einer antikonvulsiven Therapie mit
Carbamazepin nicht mehr aufgetreten. Die Angst davor, dass der Beschwerdeführer
eines Tages wieder einen solchen "grossen Anfall" erleiden könnte, vermag über ein
Jahr nach dem letzten solchen Ereignis im September 2009 keinen dauernden
Überwachungsbedarf zu begründen. Zweitens äussern sich die "kleinen Anfälle" durch
anfallsartige Zustände, die mit Angst und vielgestaltigen psychischen und körperlichen
Beschwerden, insbesondere mit Wortfindungsstörungen und Schwindel, einhergehen.
Die Symptomatik dieser "kleinen Anfälle" ist somit relativ harmlos bzw. es deutet nichts
darauf hin, dass der Beschwerdeführer während dieser Anfälle einer Selbstgefährdung
ausgesetzt wäre. Zudem fänden diese Anfälle meistens morgens nach dem Aufwachen
statt. Da schon aufgrund des Pavor nocturnus eine Schicht- bzw. Nachtarbeit der
Mutter unrealistisch erscheint, wäre diese bei den morgendlichen Anfällen ohnehin
zugegen. Ausschlaggebend für die Verneinung einer dauernden
Überwachungsbedürftigkeit resp. der Notwendigkeit einer ständigen Präsenz durch die
Mutter ist jedoch, dass der Beschwerdeführer seit 2008 das Gymnasium besucht, im
Jahr 2012 die Matura abgeschlossen hat und seit Herbst 2012 erfolgreich ein Studium
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an der Uni absolviert und zu diesem Zweck auch Vorlesungen/Kurse an der Uni
besucht. Gemäss den Akten hat er bisher weder während der Gymnasial- noch
während der Studienzeit die unmittelbare, ständige Präsenz der Mutter während der
Unterrichtszeit benötigt. Wäre dies der Fall gewesen, müsste, worauf die
Beschwerdegegnerin zu Recht hingewiesen hat, überprüft werden, ob es sich beim
Studium an der Uni um eine geeignete berufliche Ausbildung bzw. Massnahme
handelt. Der Beschwerdeführer ist somit tagsüber aufgrund der "kleinen Anfälle" nicht
auf die dauernde Präsenz der Mutter angewiesen. Das Gleiche gilt ‒ aus demselben
Grund ‒ für die geltend gemachten Angst- und Panikattacken. Diesbezüglich kommt
hinzu, dass der Beschwerdeführer gemäss Dr. D._ im Zeitraum 1. Oktober 2010 bis
11. September 2013 durchschnittlich nur alle dreieinhalb Monate eine Angst- und
Panikattacke erlitten hat. Die Angst- und Panikattacken sind in der Vergangenheit
somit derart selten aufgetreten, dass es der Mutter in diesen wenigen Fällen
grundsätzlich möglich gewesen wäre, den Arbeitsplatz kurzfristig zu verlassen, falls der
Beschwerdeführer nicht in der Lage wäre, diesen Attacken, insbesondere mithilfe von
Beruhigungsmitteln, selber beizukommen. Auch eine allfällig notwendige Begleitung auf
den nächtlichen Toilettengängen und Hilfe beim Anziehen und bei der Körperpflege
hindern die Mutter nicht daran, tagsüber zu arbeiten. Des Weiteren bezahlt die
Invalidenversicherung die Kosten des Transports zur Schule/Universität und zurück,
weshalb auch das Argument, dass die Mutter wegen der täglichen Fahrten keine
Erwerbstätigkeit aufnehmen könne, nicht stichhaltig ist. Unter Berücksichtigung aller
Umstände ist es der Mutter des Beschwerdeführers somit möglich und zumutbar,
tagsüber einer Vollzeiterwerbstätigkeit nachzugehen. Demzufolge hat sie bei objektiver
Betrachtung ab 1. Oktober 2010 durch die Pflege und Betreuung des
Beschwerdeführers keine länger dauernde, wesentliche Erwerbseinbusse erlitten.
Daher hat die Beschwerdegegnerin das Gesuch um die Vergütung des Pflege- und
Betreuungsaufwands durch die Mutter zu Recht abgewiesen.
3.
3.1 Schliesslich bleibt noch zu prüfen, ob die Abweisung des Gesuchs um unentgelt
liche Rechtspflege im sozialversicherungsrechtlichen Verwaltungs- und Einsprache
verfahren zu Recht erfolgt ist. Nach Art. 37 Abs. 4 ATSG wird der gesuchstellenden
Person ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bewilligt, wo es die Verhältnisse erfordern
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(vgl. Art. 29 Abs. 3 BV). Der Anspruch auf unentgeltliche Rechtsverbeiständung setzt
die Bedürftigkeit der gesuchstellenden Person, die fehlende Aussichtslosigkeit der
Rechtsbegehren sowie die sachliche Gebotenheit des Beizugs eines Anwalts voraus
(BGE 132 V 200 E. 4.1). Dabei ist das Erfordernis der sachlichen Gebotenheit einer
Rechtsverbeiständung im sozialversicherungsrechtlichen Verwaltungsverfahren nur in
Ausnahmefällen zu bejahen. Es müssen sich schwierige rechtliche oder tatsächliche
Fragen stellen und eine Interessenwahrung durch Verbandsvertreter, Fürsorgestellen
oder andere Fach- und Vertrauensleute sozialer Institutionen ausser Betracht fallen
(BGE 132 V 200 E. 4.1). Von Bedeutung ist auch die Fähigkeit der versicherten Person,
sich im Verfahren zurecht zu finden (BGE 125 V 32 E. 4b). Mit Blick darauf, dass das
sozialversicherungsrechtliche Verwaltungsverfahren vom Untersuchungsgrundsatz
beherrscht wird, die Versicherungsträger und Durchführungsorgane der einzelnen
Sozialversicherungen (u.a. EL-Durchführungsstellen) also den rechtserheblichen
Sachverhalt unter Mitwirkung der Parteien zu ermitteln haben (Art. 43 ATSG), drängt
sich eine Verbeiständung nur ausnahmsweise auf (BGE 132 V 200 E. 4.1). Im
vorliegenden Fall hatte das Gericht die Rechtslage mit dem Rückweisungsentscheid
vom 26. Juni 2012 bereits geklärt. Die Beschwerdegegnerin hatte lediglich noch
abzuklären, wie gross der objektiv notwendige Pflege- und Betreuungsaufwand der
Mutter ab dem 1. Oktober 2010 gewesen ist, d.h. im dem vorliegenden Verfahren
zugrunde liegenden EL-Verwaltungsverfahren ist es lediglich um eine erweiterte
Sachverhaltsabklärung gegangen. Hierfür hat der Beschwerdeführer keinen rechtlichen
Beistand benötigt. Die Beschwerdegegnerin hat somit auch das Gesuch um
unentgeltliche Rechtsverbeiständung im Verwaltungs- und Einspracheverfahren
mangels sachlicher Gebotenheit zu Recht abgewiesen.
3.2 Demnach ist die Beschwerde in beiden Streitpunkten abzuweisen.
4.
4.1 Gerichtsgebühren werden in Beschwerdeverfahren in EL-Sachen gemäss Art. 61
lit. a ATSG keine erhoben.
4.2 Der Staat bezahlt zufolge der Gewährung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung die Kosten der Rechtsvertretung des Beschwerdeführers im
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Beschwerdeverfahren. Wenn seine wirtschaftlichen Verhältnisse es gestatten, kann er
jedoch zur Rückerstattung der Parteientschädigung verpflichtet werden (Art. 123 Abs. 1
der Schweizerischen Zivilprozessordnung [SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes
über die Verwaltungsrechtspflege [sGS 951.1]). Das Honorar wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art.
61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (sGS 963.75)
pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Bei einem durchschnittlichen EL-Fall spricht das
Versicherungsgericht praxisgemäss eine pauschale Parteientschädigung von Fr.
3'000.-- zu. Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers hat keine Honorarnote
eingereicht. Das Aktendossier war zwar im vorliegenden Fall sehr umfangreich, aber die
Rechtsvertreterin ist für das Aktenstudium bis und mit dem Rückweisungsentscheid
vom 26. Juni 2012 bereits im damaligen Verfahren durch die Beschwerdegegnerin
entschädigt worden. Die seit jenem Entscheid aufgelaufenen Akten sind vom Umfang
her gering, was an sich auf einen deutlich unterdurchschnittlichen Vertretungsaufwand
hinweist (siehe act. G 4.2 und 4.3). Da sich die Rechtsvertreterin jedoch in der
Beschwerdeschrift auf 28 Seiten sehr detailliert mit dem vorliegenden Fall
auseinandergesetzt hat, erscheint die durchschnittliche pauschale Parteientschädigung
von Fr. 3'000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) im vorliegenden Fall
doch als angemessen. Diese ist allerdings um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3
des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70). Somit hat der Staat die Rechtsvertreterin des
Beschwerdeführers pauschal mit Fr. 2'400.-- (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP