Decision ID: 9616243f-99bc-5375-83ce-3d3a45e3c8e7
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ bezog seit dem 1. März 2001 Ergänzungsleistungen zu seiner Invalidenrente
(EL-act. 236). Am _ 2009 starb sein Vater (EL-act. 144). Der EL-Bezüger bildete
zusammen mit seiner Mutter und den sechs Geschwistern eine Erbengemeinschaft,
wobei sein Anteil am Nachlass ein Vierzehntel betrug (EL-act. 142, 143). Im Nachlass
befand sich unter anderem eine Liegenschaft an der B._ (Grundstück-Nr. Z._), die
von der Mutter des EL-Bezügers bewohnt wurde. Am 1. Oktober 2012 teilte der EL-
Bezüger mit (EL-act. 115), dass seine Mutter in ein Altersheim übersiedelt sei. Mit
seinen Geschwistern zusammen sei entschieden worden, dass das elterliche Haus
weiter bewohnt werden solle und dass er als einziger Interessent dafür in Frage
komme. Im Sinne einer Vorabklärung möchte er wissen, wie sich die zwei
Möglichkeiten, eine Vermietung des Hauses durch die Erbengemeinschaft an ihn
respektive eine Übernahme des Hauses durch ihn als Alleineigentümer, auf die Höhe
der Ergänzungsleistungen auswirken würden. Die EL-Durchführungsstelle antwortete
dem EL-Bezüger am 9. Oktober 2012 (EL-act. 114), dass bei einer Miete der Mietzins
gemäss Schätzungskataster der Liegenschaft sowie eine Heizkostenpauschale (sofern
er für die Nebenkosten aufkomme) berücksichtigt würden. Bei einer Übernahme der
Liegenschaft zu Alleineigentum würde der Verkehrswert als Vermögen angerechnet.
Letzteres hätte "überwiegend wahrscheinlich" eine Reduktion der
Ergänzungsleistungen zur Folge. Eine endgültige Antwort könne sie ihm aber nicht
erteilen. Auf eine Rückfrage des EL-Bezügers unter der Beilage von Unterlagen vom
3. Januar 2013 hin erstellte die EL-Durchführungsstelle am 22. Januar 2013 basierend
A.a.
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auf der Annahme einer selbstbewohnten Liegenschaft eine provisorische Berechnung,
welche tiefere Ergänzungleistungen als diejenigen, die mit einer Verfügung vom
27. Dezember 2012 ab 1. Januar 2013 zugesprochen worden waren, ergab (EL-
act. 106-108, 111).
Am 17. März 2014 ging bei der EL-Durchführungsstelle eine Meldung der AHV-
Zweigstelle D._ ein, wonach der EL-Bezüger seit 1. Februar 2014 an der B._
wohne (EL-act. 101). Am 28. März 2014 bat die EL-Durchführungsstelle den EL-
Bezüger um eine Auskunft und die Zustellung der entsprechenden Unterlagen zur
Frage, ob er zur Miete an der genannten Adresse wohne oder ob er die Liegenschaft
gekauft habe (EL-act. 100). Am 7. April 2014 leitete die EL-Durchführungsstelle eine
periodische Überprüfung der Ergänzungsleistungen ein (EL-act. 99). Der EL-Bezüger
teilte am 28. April 2014 mit (EL-act. 93), dass bislang keine offizielle Übertragung der
Liegenschaft zu Eigentum stattgefunden habe, dass er aber faktisch Eigentümer sei
und sämtliche anfallende Kosten übernehme. Er habe die EL-Durchführungsstelle in
diesem Sinne bereits orientiert bzw. angefragt, wie sich die neue Wohnsituation auf die
Berechnung der Ergänzungsleistungen auswirke. Dazu habe er eine entsprechende
Antwort erhalten (vgl. das Schreiben der EL-Durchführungsstelle vom 22. Januar 2013).
Er habe damals auch Unterlagen eingereicht, die in der Zwischenzeit keine Änderungen
erfahren hätten. Im Fragebogen zur periodischen Überprüfung der
Ergänzungsleistungen gab er gleichentags an (EL-act. 95), er wohne im Wohnhaus der
Erbengemeinschaft C._ (Nutzniessung). Er sei an einer unverteilten Erbschaft
beteiligt. Im Beiblatt 1 zum Grundeigentum kreuzte er an (EL-act. 95-8), dass er
Grundeigentum besitze (Wert Fr. 150'000.--), welches er selbst bewohne. Daneben
findet sich ein handschriftlicher Vermerk "Erbengemeinschaft". Er reichte unter
anderem eine Steuerbescheinigung der Y._ vom 10. Januar 2014 ein (EL-act. 93-4),
laut der die Invalidenrente im Jahr 2013 Fr. 1'272.-- zuzüglich einer Weihnachtszulage
von Fr. 106.-- und abzüglich eines Quellensteuerabzugs von Fr. 52.--, total also
Fr. 1'326.--, betragen hatte. Am 11. Juni 2014 verlangte die EL-Durchführungsstelle
weitere Informationen und Unterlagen (EL-act. 92). Der EL-Bezüger teilte am 8. Juli
2014 mit (EL-act. 91), die Formalitäten zur Übertragung der Liegenschaft seien noch im
Gang. Die Liegenschaft gehöre der Erbengemeinschaft. Die Hypothekarschuld laute
auf den verstorbenen Vater. Ein Übergang der Hypothekarschuld auf seinen Namen
A.b.
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könne erst nach der Überschreibung der Liegenschaft erfolgen. Nachdem der Wechsel
von der Mietwohnung zum Wohneigentum wohl eine Reduktion der
Ergänzungsleistungen mit sich bringe (die EL-Durchführungsstelle habe ihm eine
entsprechende Anfrage bei früherer Gelegenheit schon beantwortet), gehe er davon
aus, dass der noch nicht erfolgte Eigentumsübertrag in diesem Sinne kein Hindernis
darstelle. Die Gemeinde D._ sandte der EL-Durchführungsstelle am 21. Juli 2014 ein
Nachlassinventar der Familie C._ sowie amtliche Schätzungen vom 8. April 2014 der
drei sich im Nachlass befindenden Grundstücke (EL-act. 83-89). Der Verkehrswert
(Steuerwert) der Liegenschaft an der B._ (Grundstück-Nr. Z._) hatte Fr. 158'000.--
betragen; der Eigenmietwert des Wohnhauses hatte Fr. 6'600.-- und jener des
Schopfes hatte Fr. 240.-- betragen (EL-act. 86). Eine Sachbearbeiterin der EL-
Durchführungsstelle hielt am 14. August 2014 in einer Telefonnotiz fest (EL-act. 82),
gemäss Auskunft des Grundbuchamts D._ sei das Grundbuchamt mit den Erben am
Abklären, wann die Erbteilung stattfinden solle. Die Erben wollten zurzeit noch keine
Erbteilung, da die Mutter des EL-Bezügers im Heim sei und das Vermögen für die
Heimkosten benötigt werde. Mit einer Verfügung vom 3. Oktober 2014 passte die EL-
Durchführungsstelle die Ergänzungsleistungen rückwirkend per 1. März 2014 an die
geänderten Wohnverhältnisse, an die unverteilte Erbschaft und an eine Erhöhung der
ausländischen Rente an (EL-act. 79). Sie berücksichtigte als Ausgaben einen
Eigenmietwert von Fr. 8'280.-- und eine Nebenkostenpauschale von Fr. 1'680.--; die
Hypothekarzinsen von Fr. 62.-- und die Kosten für den Gebäudeunterhalt von Fr. 98.--
berücksichtigte sie entsprechend dem Anteil des EL-Bezügers an der unverteilten
Erbschaft von einem Vierzehntel. Als Einnahmen berücksichtigte sie einen
Liegenschaftsertrag (Eigenmietwert [selbstbewohnt] von Fr. 471.--) und ein Vermögen
(Grundeigentum [selbstbewohnt] von Fr. 11'285.--, Grundeigentum [nicht
selbstbewohnt] von Fr. 12'000.--) ebenfalls entsprechend dem Anteil des EL-Bezügers
an der unverteilten Erbschaft von einem Vierzehntel. Die ausländische Rente
berücksichtigte sie zu einem Betrag von Fr. 1'326.-- (EL-act. 79). In der Begründung
gab sie an, dass die Liegenschaft an der B._ entsprechend dem Anteil des EL-
Bezügers (gemeint wohl: an der unverteilten Erbschaft) berücksichtigt worden sei. Die
zwei weiteren Grundstücke seien anteilsmässig als nicht bewohntes Grundstück
berücksichtigt worden. Die Neuberechnung hatte höhere Ergänzungsleistungen als
diejenigen, die die EL-Durchführungsstelle mit einer Verfügung vom 27. Dezember
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2013 ab 1. Januar 2014 zugesprochen hatte (EL-act. 102), zur Folge (Fr. 1'970.-- statt
Fr. 1'518.-- monatlich). Sie wies in der Verfügung (wie auch in den Verfügungen vom
22. Dezember 2014, 21. Dezember 2015, 19. Dezember 2016 und 18. Dezember 2017
betreffend den Anspruch auf Ergänzungsleistungen ab dem 1. Januar des jeweils
folgenden Jahres, EL-act. 64-77) explizit auf die Meldepflicht bei einer Änderung der
persönlichen und/oder wirtschaftlichen Verhältnisse hin.
Die EL-Durchführungsstelle leitete am 29. April 2018 die nächste periodische
Überprüfung der Ergänzungsleistungen ein (EL-act. 63). Der EL-Bezüger gab am
29. Mai 2018/10. Juni 2018 im Fragebogen an (EL-act. 59), dass er in einer eigenen
Liegenschaft wohne. Er sei an keiner unverteilten Erbschaft beteiligt. Er reichte unter
anderem einen Erbteilungsvertrag vom 12. November 2015 zwischen der
Erbengemeinschaft C._ und ihm ein (EL-act. 58-9). Daraus ergab sich, dass die
Liegenschaft an der B._ dem EL-Bezüger zu einem Wert von Fr. 158'000.-- zu
Alleineigentum übertragen worden und der EL-Bezüger aus der Erbengemeinschaft
ausgetreten war. Der Eigentumsübergang war gleichentags im Grundbuch D._
eingetragen worden. Ein Teil des Übernahmepreises der Liegenschaft war durch eine
Schenkung der Geschwister an den EL-Bezüger beglichen worden. Ausserdem reichte
der EL-Bezüger eine Steuerbescheinigung der Y._ vom Januar 2018 ein (EL-act. 57),
laut der die Invalidenrente im Jahr 2017 Fr. 1'272.-- zuzüglich einer Weihnachtszulage
von Fr. 106.--, total also Fr. 1'378.--, betragen hatte. Ein Quellensteuerabzug war nicht
gemacht worden. Die EL-Durchführungsstelle nahm eine Neuberechnung der
Ergänzungsleistungen "infolge Vermögensanpassung, Übernahme Grundeigentum und
Änderung der ausländischen Rente" vor (vgl. die Verfügungsbegründung, EL-act. 48).
Sie berücksichtigte unter anderem Hypothekarzinsen von Fr. 864.--, Gebäude
unterhaltskosten von Fr. 1'368.--, einen Eigenmietwert (Ausgabe) von Fr. 6'600.--, eine
Nebenkostenpauschale von Fr. 1'680.--, einen Eigenmietwert (Einnahme) von
Fr. 6'840.-- und eine ausländische Rente (ab 1. Januar 2017) von Fr. 1'378.-- (vgl. die
Berechnungsblätter, EL-act. 43-47). Mit einer Verfügung vom 21. März 2019 forderte
sie zu Unrecht bezogene Leistungen in der Höhe von Fr. 20'052.-- für die Zeit ab
1. Dezember 2015 bis 31. März 2019 zurück (EL-act. 48).
A.c.
Der EL-Bezüger erhob am 12. April 2019 eine Einsprache gegen die Verfügung
vom 21. März 2019 (EL-act. 40). Er machte geltend, er habe sich am 1. Oktober 2012
A.d.
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bei der EL-Durchführungsstelle gemeldet, um eine mögliche Übernahme des
Elternhauses zu Alleineigentum finanziell einordnen zu können. Die Antwort vom
9. Oktober 2012 sei weder positiv noch negativ ausgefallen. Im April 2014 habe er das
Beiblatt 1 für Grundeigentum eingereicht. Darin habe er vermerkt, dass es sich künftig
um selbstbewohntes Grundeigentum handeln werde. Wie es scheine, habe die AHV-
Zweigstelle D._ dies handschriftlich korrigiert, weil zu diesem Zeitpunkt noch keine
amtliche Übertragung des Grundeigentums vorgelegen habe. Er habe keine Absicht
gehabt, etwas falsch oder unvollständig zu melden, sondern habe annehmen dürfen,
alles korrekt erledigt zu haben. In den folgenden Jahren habe er die jährlich erlassenen
Verfügungen in gutem Glauben nicht weiter hinterfragt, sondern sich darüber gefreut,
dass die entschädigten Leistungen wie erhofft und erfragt keine wesentlichen
Änderungen erfahren hätten. Am 3. Juli 2019 ging bei der EL-Durchführungsstelle eine
Rentenbestätigung der Y._ vom 1. Juli 2019 ein (EL-act. 32). Demnach hatte die
Invalidenrente des EL-Bezügers zuzüglich einer Weihnachtszulage seit 1. Januar 2015
Fr. 1'378.-- jährlich betragen; ein Quellensteuerabzug war nicht gemacht worden. Eine
Sachbearbeiterin der EL-Durchführungsstelle hielt am 9. Juli 2019 in einer
Stellungnahme des Fachbereichs unter anderem fest (EL-act. 31), der EL-Bezüger
habe in der Einsprache Aspekte aus dem Erlassverfahren vorgebracht. Sie hätten das
Schreiben dupliziert und würden dieses nach dem Eintritt der Rechtskraft (wohl: des
Einspracheentscheids betreffend die Rückforderung) bearbeiten. Mit einem Entscheid
vom 26. Juli 2019 wies die EL-Durchführungsstelle die Einsprache ab (EL-act. 30).
Dieser Entscheid erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
Mit einer Verfügung vom 11. November 2019 wies die EL-Durchführungsstelle das
Erlassgesuch ab (EL-act. 20). Zur Begründung gab sie an, der EL-Bezüger habe mittels
der Revisionsunterlagen vom 19. Mai 2014 (recte: dem Schreiben vom 8. Juli 2014)
mitgeteilt, dass eine Überschreibung der Hypothekarschuld erst erledigt werden könne,
wenn die Überschreibung der Liegenschaft stattgefunden habe. Sie seien nicht in der
Pflicht, sich kommende Ereignisse vorzumerken. Die Eigentumsübertragung habe im
November 2015 stattgefunden. Spätestens mit der Zustellung der Verfügung vom
21. Dezember 2015 hätte der EL-Bezüger erkennen müssen, dass die Liegenschaft
(unter Grundeigentum [selbstbewohnt]) nicht in der vollständigen Höhe (lediglich ein
Viertel [recte: ein Vierzehntel] des Verkehrswerts) angerechnet worden sei. Er habe
A.e.
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seine Kontrollpflicht unterlassen und sei der Meldepflicht verspätet (am 15. Juni 2018)
nachgekommen. Der gute Glaube sei ihm deshalb abzusprechen.
Der EL-Bezüger erhob am 29. November 2019 eine Einsprache gegen die
Verfügung vom 11. November 2019 (EL-act. 16). Er machte geltend, er habe am
28. April 2014 mitgeteilt, dass zwar noch keine amtliche Übertragung der Liegenschaft
stattgefunden habe, er aber bereits für sämtliche Liegenschaftskosten aufkomme. Es
habe also nie die Absicht bestanden, die laufenden Liegenschaftskosten zu Lasten der
übrigen Mitglieder der Erbengemeinschaft zu tilgen. Im Beiblatt 1 zum Grundeigentum,
das er im Rahmen der periodischen Überprüfung der Ergänzungsleistungen im Jahr
2014 eingereicht habe, habe er die Frage nach selbstbewohntem Grundeigentum mit
"ja" beantwortet. Der handschriftliche Vermerk "Erbengemeinschaft" stamme wohl vom
zuständigen Mitarbeiter der AHV-Zweigstelle D._. Dies stelle ein untrügliches Zeichen
dafür dar, dass es sich um ein Missverständnis gehandelt habe, welches zu klären
gewesen wäre. Am 8. Juli 2014 habe er mitgeteilt, dass der Wechsel von Miete zu
Wohneigentum stattgefunden habe und dass er annehme, die noch nicht erfolgte
Überschreibung des Grundeigentums stelle kein Hindernis für die weitere Berechnung
der Ergänzungsleistungen dar. Er habe die Meldepflicht also richtig und korrekt
wahrnehmen wollen und sei sich sicher gewesen, es der EL-Durchführungsstelle damit
zu ermöglichen, eine korrekte Berechnung rückwirkend per 1. März 2014 zu erstellen.
Die EL-Durchführungsstelle hätte erkennen müssen, dass er "es nicht schnallt"
hinsichtlich der rechtlichen Auslegung, was selbstbewohntes Grundeigentum betreffe,
konkret dass die Berechnung erst nach dem Vorliegen der offiziellen und im
Grundbuch eingetragenen Eigentumsübertragung erfolgen könne. Er stimme der EL-
Durchführungsstelle zu, dass sie nicht in der Pflicht sei, dauernd nachzufragen. Die EL-
Durchführungsstelle hätte aber in der Zeit von April bis Oktober 2014 wenigstens ein
erklärendes Schreiben zustellen können. Über die mit der Verfügung vom 3. Oktober
2014 zugesprochenen höheren Ergänzungsleistungen habe er sich gefreut. Da er für
die Bewohnbarkeit und den allgemeinen Liegenschaftsaufwand deutlich mehr habe
investieren müssen, hätten die höher als erwartet ausgefallenen Leistungen für ihn Sinn
gemacht, dies immer im Bewusstsein, der Meldepflicht nachgekommen zu sein. Der
gute Glaube beim Empfang der Ergänzungsleistungen sei zu bejahen.
A.f.
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B.
Mit einem Entscheid vom 31. Dezember 2019 wies die EL-Durchführungsstelle die
Einsprache ab (EL-act. 8). Zur Begründung gab sie an, der EL-Bezüger sei zum
Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung vom 3. Oktober 2014 nicht Alleineigentümer der
Liegenschaft gewesen, dafür habe der Eintrag im Grundbuch gefehlt (vgl. Art. 656
Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, ZGB, SR 210). Angesichts der
Rückfragen der EL-Durchführungsstelle vom 28. März 2018 (recte: 2014) und 11. Juni
2014 hätte dem EL-Bezüger die Bedeutung des vollzogenen Liegenschaftskaufs für die
EL-Berechnung einsichtig sein müssen. Wie aus dem Schreiben vom 8. Juli 2014
hervorgehe, sei ihm bewusst gewesen, dass ein Liegenschaftskauf zu tieferen
Ergänzungsleistungen führen werde. Den jeweiligen Verfügungen hätten
unbestrittenermassen die Berechnungsblätter beigelegen. Der EL-Bezüger habe
gewusst, dass der Liegenschaftskauf am 12. November 2015 vollzogen worden sei. Ab
dem Folgemonat habe er nicht gutgläubig Ergänzungsleistungen beziehen können, da
die gesamten und nicht mehr nur die anteilsmässigen Ausgaben und Einnahmen im
Zusammenhang mit der Liegenschaft zu berücksichtigen gewesen wären. Eine
Rückfrage bei der Verwaltung hätte sich aufgedrängt. Das Verhalten des EL-Bezügers
sei als nicht leicht wiegende Pflichtwidrigkeit zu werten, weshalb die EL-
Durchführungsstelle einen gutgläubigen Leistungsbezug zu Recht verneint habe. Da
keine Gutgläubigkeit vorliege, entfalle die Prüfung der Frage des Vorliegens einer
grossen Härte.
A.g.
Der EL-Bezüger (nachfolgend: Beschwerdeführer) erhob am 27. Januar 2020 eine
Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom 31. Dezember 2019 (act. G 1). Er
beantragte sinngemäss den Erlass der Rückforderung in der Höhe von Fr. 20'052.--. Er
brachte vor, zur Verletzung der Meldepflicht habe er in der Einsprache vom
29. November 2019 umfassend Stellung genommen. Die EL-Durchführungsstelle
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) ignoriere oder beschönige in ihren Verfügungen
einige wesentliche Fakten. Er habe der Beschwerdegegnerin unmissverständlich
mitgeteilt (vgl. die Schreiben vom 28. April 2014 und 8. Juli 2014 sowie das Beiblatt 1
zum Grundeigentum, Beilagen 8-10), dass die Übernahme des Elternhauses zu
Alleineigentum nicht nur vorgesehen, sondern bereits Fakt sei. Ihm sei bis heute nicht
klar, weshalb die Beschwerdegegnerin trotz fehlender offizieller Übertragung der
B.a.
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Erwägungen
1.
Liegenschaft nicht habe handeln können, wenn er dies ja praktisch eingefordert habe.
Der fehlende Grundbucheintrag sei ein rein juristischer, zu diesem Zeitpunkt noch
fehlender Vorgang gewesen. Die Verfügung vom 3. Oktober 2014 habe er nicht in
Frage stellen müssen, auch wenn diese zu einem für ihn positiveren Resultat
gekommen sei, als die Vorabklärung im Jahr 2012 ergeben habe. Den
Eigentumsübergang mit der Eintragung im Grundbuch habe er nicht gemeldet, weil er
dies bereits dreimal sinngemäss mitgeteilt habe (vgl. Beilagen 8-10). Im
Einspracheentscheid sei festgehalten worden, dass ihm die Berechnungsblätter
vorgelegen hätten. Mit Ausnahme der Verfügung vom 3. Oktober 2014 glaube er
indessen, nie eine weitergehende Darstellung der ihm zustehenden
Ergänzungsleistungen erhalten zu haben. Ausserdem bat er das Versicherungsgericht
zu prüfen, ob es rechtmässig gewesen sei, die Rückforderung und den Erlass der
Rückforderung in "zwei Etappen" zu vollziehen und damit die Rechtsunsicherheit des
EL-Bezügers zu verstärken.
Die Beschwerdegegnerin beantragte am 17. Februar 2020 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 3). Zur Begründung verwies sie auf die Erwägungen im
angefochtenen Einspracheentscheid.
B.b.
Der Beschwerdeführer verzichtete auf eine Replik (vgl. act. G 4).B.c.
Unrechtmässig bezogene Leistungen, das heisst Leistungen, auf die nach der
massgebenden materiellen Rechtslage an sich kein Anspruch bestanden hat und die
sich – in aller Regel nach einer Korrektur einer früheren Verfügung – nicht auf eine
verfügungsmässige Grundlage stützen können, sind gemäss Art. 25 Abs. 1 Satz 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG,
SR 830.1) zurückzuerstatten. Zielt die (vorgängige) Korrektur einer früheren formell
rechtskräftigen Verfügung mittels einer (rückwirkenden) Revision im Sinne von Art. 17
ATSG, einer sogenannt prozessualen Revision gemäss Art. 53 Abs. 1 ATSG oder einer
Wiedererwägung nach Art. 53 Abs. 2 ATSG auf eine Herstellung eines der materiellen
Sach- und Rechtslage entsprechenden verfügungsmässigen Zustandes ab, bezweckt
die Rückforderung von unrechtmässig bezogenen Leistungen die Herstellung eines
1.1.
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wirtschaftlich rechtmässigen Zustandes. Der betroffenen Person sollen nach der
Rückerstattung der unrechtmässig bezogenen Leistungen "nur" jene Leistungen
verbleiben, auf die sie angesichts der massgebenden Sach- und Rechtslage einen
Anspruch gehabt hat. Dadurch wird dem Legalitätsprinzip (Art. 5 Abs. 1 der
Bundesverfassung, BV, SR 101) und dem Gleichbehandlungsgebot (Art. 8 Abs. 1 BV)
zum Durchbruch verholfen. Die in Art. 25 Abs. 1 Satz 2 ATSG vorgesehene Möglichkeit
des Erlasses einer Rückforderung hebelt die für das Sozialversicherungsrecht
elementare Verwirklichung des Legalitätsprinzips und des Gleichbehandlungsgebotes
im Einzelfall aus, denn der Erlass hat zur Folge, dass die betroffene Person nicht "nur"
jene Leistungen, auf die jede andere Person in derselben Lage von Gesetzes wegen
einen Anspruch gehabt hätte, sondern darüber hinaus auch noch die unrechtmässig
bezogenen Leistungen behalten kann. Diese Durchbrechung des Grundsatzes, wonach
unrechtmässig bezogene Leistungen zurückzuerstatten sind, lässt sich nur mit dem
Schutz eines berechtigten Vertrauens der leistungsbeziehenden Person in die
(vermeintliche) Rechtmässigkeit der bezogenen Leistungen rechtfertigen. Ein solches
berechtigtes Vertrauen liegt nach dem Wortlaut von Art. 25 Abs. 1 Satz 2 ATSG vor,
wenn die versicherte Person die unrechtmässig bezogenen Leistungen gutgläubig
entgegen genommen hat, das heisst wenn sie effektiv nicht um die Unrechtmässigkeit
der Leistungen gewusst hat und wenn sie bei Aufwendung der gebotenen Sorgfalt
auch nicht um die Unrechtmässigkeit der Leistungen hätte wissen müssen. Da
angesichts der grossen Bedeutung der grundsätzlichen Rückerstattungspflicht für das
Sozialversicherungsrecht bei der Prüfung der Erlassvoraussetzungen ein strenger
Massstab anzulegen ist, scheidet ein Erlass einer Rückforderung aber – über den allzu
engen Wortlaut des Art. 25 Abs. 1 Satz 2 ATSG hinausgehend – auch aus, wenn die
versicherte Person den unrechtmässigen Leistungsbezug durch eine grobe
Sorgfaltspflichtverletzung, namentlich durch eine grobe Verletzung der Auskunfts- oder
Meldepflicht oder durch eine grobe Verletzung der gesetzlich nicht geregelten
sogenannten Kontroll- und Hinweispflicht, mitverursacht hat. Die erforderliche Sorgfalt
beurteilt sich dabei nach einem objektiven Massstab, wobei aber das der versicherten
Person in ihrer Subjektivität Mögliche und Zumutbare (Urteilsfähigkeit,
Gesundheitszustand, Bildungsgrad usw.) nicht ausgeblendet werden darf (BGE 138 V
218, E. 4, m.w.H.).
Art. 3 und 4 der Verordnung über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSV, SR 830.11) regeln das Verfahren zur Rückforderung
von unrechtmässig bezogenen Leistungen und zum Erlass einer Rückforderung.
Gemäss Art. 3 Abs. 1 und 2 ATSV wird über den Umfang der Rückforderung eine
Verfügung erlassen. Der Versicherer hat in der Verfügung auf die Möglichkeit eines
1.2.
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2.
Bei der Prüfung, ob eine Rückforderung zu erlassen ist, ist relevant, welcher Grund zur
Rückforderung geführt hat, denn erst wenn der Grund für die Korrektur eines
Berechnungselementes bekannt ist, kann geprüft werden, ob die versicherte Person
diesbezüglich gutgläubig gewesen ist. Ein Vergleich der Berechnungsblätter zur
Korrekturverfügung vom 21. März 2019 (EL-act. 43-47) mit jenen zu den
ursprünglichen, korrigierten Verfügungen (EL-act. 54, 64, 67, 72, 76) zeigt, dass die
Korrektur die Positionen ausländische Rente und Erträge aus Sparguthaben/
Wertschriften sowie mehrere Positionen, die im Zusammenhang mit der Wohnsituation
des Beschwerdeführers gestanden sind, konkret die Positionen Hypothekarzinsen,
Gebäudeunterhalt, Eigenmietwert (Ausgaben) sowie die Position Eigenmietwert
(Einnahme), betroffen hat: Die Beschwerdegegnerin hat rückwirkend ab 1. Dezember
2015 die mit der Eigentumsübertragung der Liegenschaft an der B._ von der
Erbengemeinschaft an den Beschwerdeführer am 12. November 2015 im
Zusammenhang stehenden veränderten anerkannten Ausgaben und anrechenbaren
Einnahmen berücksichtigt. Zudem hat sie rückwirkend ab 1. Januar 2017 eine
ausländische Rente von Fr. 1'378.-- statt Fr. 1'326.-- berücksichtigt. Die Korrekturen
bei den Positionen zum Vermögen, also die Positionen Sparguthaben/Wertschriften,
Fahrzeuge, Grundeigentum (nicht selbstbewohnt), Grundeigentum (selbstbewohnt) und
Hypotheken, haben zu keiner Rückforderung geführt, da aufgrund der
Freibetragsgrenze das anrechenbare Vermögen bei Fr. 0.-- geblieben ist. Die Korrektur
bei den Erträgen aus Sparguthaben/Wertschriften hat zu einem tieferen
Rückforderungsbetrag geführt, hat sich also zu Gunsten des Beschwerdeführers
ausgewirkt. Diese Positionen scheiden deshalb als Grund für die Rückforderung aus
und sind somit für den Erlass irrelevant. Im Folgenden ist also zu prüfen, ob der
Beschwerdeführer in Bezug auf die im Zusammenhang mit der Liegenschaft
ursprünglich zu einem anderen Betrag berücksichtigten Ausgaben und Einnahmen
sowie in Bezug auf die ursprünglich zu einem tieferen Betrag berücksichtigte
ausländische Rente gutgläubig gewesen ist.
3.
Erlasses hinzuweisen. Laut Art. 4 Abs. 4 und 5 ATSV ist für einen Erlass ein
schriftliches Gesuch zu stellen. Das Gesuch ist zu begründen, mit den nötigen Belegen
zu versehen und spätestens 30 Tage nach Eintritt der Rechtskraft der
Rückforderungsverfügung einzureichen. Über den Erlass wird eine Verfügung erlassen.
Die Beschwerdegegnerin ist im vorliegenden Fall entsprechend diesen gesetzlichen
Regelungen und damit rechtmässig vorgegangen.
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Die Beschwerdegegnerin hat in der der Verfügung vom 3. Oktober 2014
zugrundeliegenden Berechnung dem Umzug des Beschwerdeführers in die
Liegenschaft an der B._ Rechnung getragen. Dabei hat sie berücksichtigt, dass die
Liegenschaft, wie vom Beschwerdeführer am 8. Juli 2014 mitgeteilt, im Eigentum der
Erbengemeinschaft gestanden ist. Die Hypothekarzinsen von Fr. 62.-- und die
Gebäudeunterhaltskosten von Fr. 98.-- (Ausgaben) und den Eigenmietwert von
Fr. 471.-- (Einnahme) sowie den Verkehrswert der Liegenschaften hat sie nämlich
entsprechend dem Anteil des Beschwerdeführers an der unverteilten Erbschaft von
einem Vierzehntel berücksichtigt. Den Eigenmietwert von Fr. 8'280.-- (Ausgabe) und die
Gebäudeunterhaltskosten von Fr. 1'680.-- hat sie nicht anteilsmässig berücksichtigt
(vgl. zu diesen Berechnungspositionen am Ende der Erwägung). In der
Verfügungsbegründung hat sie explizit auf die anteilsmässige Berücksichtigung
hingewiesen. Entgegen den vom Beschwerdeführer im Jahr 2012/2013 getätigten
Vorabklärungen haben die geänderten Wohnverhältnisse nicht zu tieferen, sondern zu
markant höheren Ergänzungsleistungen geführt (Fr. 1'970.-- statt Fr. 1'518.--
monatlich). Dies ist dem Beschwerdeführer auch aufgefallen, denn er hat angegeben,
er habe sich über die höheren Ergänzungsleistungen gefreut. Der Beschwerdeführer
hätte also erkennen müssen, dass die Beschwerdegegnerin in der Verfügung vom
3. Oktober 2014 nicht davon ausgegangen ist, dass der Beschwerdeführer Eigentümer
der Liegenschaft sei. In der Verfügung vom 3. Oktober 2014 und in allen darauf
folgenden Verfügungen, die in Bezug auf die Wohnverhältnisse auf denselben
Berechnungsgrundlagen beruht haben, ist stets auf die Meldepflicht bei geänderten
persönlichen und/oder wirtschaftlichen Verhältnissen hingewiesen worden. In der
exemplarischen Liste der meldepflichtigen Sachverhaltsveränderungen sind unter
anderem aufgeführt: Erhöhung oder Verminderung des Einkommens oder Vermögens
(z.B. Erbschaften, Schenkungen), Liegenschafts- und Grundstücksverkauf,
Neuschätzung von Grundeigentum. Der Erwerb einer Liegenschaft durch eine
Erbteilung/Schenkung ist zwar nicht explizit aufgeführt, doch kommt aus dieser
Aufzählung klar zum Ausdruck, dass der am 12. November 2015 erfolgte Erwerb der
Liegenschaft eine relevante Sachverhaltsveränderung gewesen ist, die vom
Beschwerdeführer hätte gemeldet werden müssen. Der Beschwerdeführer hat geltend
gemacht, er sei der Meldepflicht nachgekommen, indem er der Beschwerdegegnerin
im Jahr 2014 im Rahmen der periodischen Überprüfung unmissverständlich mitgeteilt
habe, dass die Übernahme des Elternhauses zu Alleineigentum nicht nur vorgesehen,
sondern bereits Fakt sei. Der fehlende Grundbucheintrag sei ein rein juristischer, zu
diesem Zeitpunkt noch fehlender Vorgang gewesen. In Bezug auf eine Anrechnung von
selbstbewohntem Grundeigentum mit den daraus resultierenden anerkannten
Ausgaben und anrechenbaren Einnahmen ist jedoch allein massgebend, dass ein EL-
3.1.
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Bezüger aus rechtlicher Sicht Grundeigentümer ist. Da die Übertragung des Eigentums
an der Liegenschaft von der Erbengemeinschaft an den Beschwerdeführer am
12. November 2015 erfolgt und im Grundbuch eingetragen worden ist, ist der
Beschwerdeführer erst ab diesem Zeitpunkt Eigentümer gewesen. Auf ein "faktisches"
oder "wirtschaftliches" Eigentum an der Liegenschaft abzustellen, wäre aus rechtlicher
Sicht unzulässig gewesen. Dies hat dem Beschwerdeführer aufgrund der nur seinem
Erbanteil entsprechenden Anrechnung der Liegenschaft ab 1. März 2014 und der höher
als erwartet ausgefallenen Ergänzungsleistungen bewusst sein müssen. Er hätte also
erkennen müssen, dass er der Beschwerdegegnerin die Eigentumsübertragung hätte
melden müssen, zumal ihm die Beschwerdegegnerin nie bestätigt hat, dass sie ihn als
Eigentümer betrachte. Im Zweifelsfall hätte er sich bei der AHV-Zweigstelle D._ oder
bei der Beschwerdegegnerin erkundigen müssen, ob er die Eigentumsübertragung
melden müsse. Da er die Eigentumsübertragung erst im Rahmen der periodischen
Überprüfung der Ergänzungsleistungen im Juni 2018 angegeben hat, ist diese
Mitteilung rund zweieinhalb Jahre verspätet erfolgt. Der Beschwerdeführer hat damit
die Meldepflicht in grober Weise verletzt. Anhaltspunkte dafür, dass der
Beschwerdeführer aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage gewesen wäre, die
gebotene Sorgfalt wahrzunehmen, liegen nicht vor. In Bezug auf den ursprünglich zu
einem zu tiefen Betrag angerechneten Eigenmietwert als Einnahme ist der gute Glaube
deshalb zu verneinen (die ursprünglich zu einem zu tiefen Betrag angerechneten
Hypothekarzinsen und Gebäudeunterhaltskosten als Ausgaben haben sich
demgegenüber zu Gunsten des Beschwerdeführers ausgewirkt und sind für den Erlass
deshalb irrelevant). Den Eigenmietwert als Ausgabe hat die Beschwerdegegnerin
ursprünglich zum Betrag von Fr. 8'280.-- angerechnet; sie ist wohl vom Eigenmietwert
als Betrag für einen Mietzins ausgegangen. In der der Korrekturverfügung vom
21. März 2019 zugrundeliegenden Berechnung hat sie den Eigenmietwert auf
Fr. 6'600.-- reduziert. Die Differenz von Fr. 1'680.-- entspricht exakt dem Betrag der
Nebenkostenpauschale (vgl. Art. 16a der Verordnung über die Ergänzungsleistungen
zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung in der bis zum 31. Dezember
2020 gültig gewesenen Fassung). Dies lässt sich nur so erklären, dass die
Beschwerdegegnerin die Nebenkostenpauschale ursprünglich doppelt angerechnet
hatte, nämlich als Teil des Eigenmietwerts (respektive des Mietzinses) und als
Nebenkostenpauschale. Dieser durch die Beschwerdegegnerin verursachte Fehler ist
auch bei der Aufwendung der gebotenen Sorgfalt für den Beschwerdeführer nicht
leicht erkennbar gewesen, denn in der Verfügung vom 3. Oktober 2014 ist der Betrag
von Fr. 1'680.-- als Teil des Eigenmietwerts und nicht als Nebenkostenpauschale
deklariert worden. Der Eigenmietwert des Wohnhauses hat gemäss der
Grundstückschätzung zwar nur Fr. 6'600.-- betragen; der Beschwerdeführer hat aber
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nicht im Detail wissen müssen, welche Ausgaben und Einnahmen im Zusammenhang
mit der Liegenschaft exakt anzurechnen sind. Im Nichterkennen der doppelten
Anrechnung der Nebenkostenpauschale durch den Beschwerdeführer, einen
juristischen Laien, ist höchstens eine leichte Sorgfaltspflichtverletzung zu erblicken.
Weder hätte er bei der Aufwendung der gebotenen Sorgfalt um die Unrechtmässigkeit
der Leistungen wissen müssen noch hat er die Kontroll- und Hinweispflicht grob
verletzt. In Bezug auf den ursprünglich zu einem zu hohen Betrag berücksichtigen
Eigenmietwert als Ausgabe ist der gute Glaube deshalb zu bejahen. Der zu erlassende
Betrag ist wie folgt zu berechnen: Fr. 1'680.-- (pro Jahr): 12 (Monate) x 40 (Monate,
1. Dezember 2015 bis 31. März 2019) = Fr. 5'600.--.
Die Beschwerdegegnerin hat die ausländische Rente ursprünglich zu einem Betrag
von Fr. 1'326.-- angerechnet. Sie hat sich dabei auf die Steuerbescheinigung der Y._
vom 10. Januar 2014 gestützt (EL-act. 93-4), wonach im Jahr 2013 von der
Invalidenrente von Fr. 1'272.-- zuzüglich einer Weihnachtszulage von Fr. 106.--, also
von Fr. 1'378.--, ein Quellensteuerabzug von Fr. 52.-- gemacht worden war, was einen
Auszahlungsbetrag von Fr. 1'326.-- ergeben hatte. In der der Korrekturverfügung vom
21. März 2019 zugrundeliegenden Berechnung hat die Beschwerdegegnerin gestützt
auf eine Steuerbescheinigung der Y._ vom Januar 2018 (EL-act. 57) die ausländische
Rente ab dem 1. Januar 2017 zu einem Betrag von Fr. 1'378.-- angerechnet. Gemäss
dieser Steuerbescheinigung hatte die Invalidenrente zuzüglich der Weihnachtszulage
unverändert Fr. 1'378.-- betragen; ein Quellensteuerabzug war nicht vorgenommen
worden. Die Differenz von Fr. 52.-- ist somit auf den ursprünglich mitberücksichtigen
Quellensteuerabzug zurückzuführen. Laufende Steuern und damit auch Quellensteuern
sind von der Lebensbedarfspauschale abgedeckt (Urs Müller, Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum ELG, 3. Auflage, Zürich 2015, Art. 10 N 142). Die
Beschwerdegegnerin hätte deshalb die ausländische Rente ursprünglich nicht zu
einem Betrag von Fr. 1'326.--, sondern von Fr. 1'378.-- berücksichtigen müssen. Diese
Korrektur ist also auf einen Fehler der Beschwerdegegnerin zurückzuführen. Dieser
Fehler ist für den Beschwerdeführer nicht leicht erkennbar gewesen, da er als
juristischer Laie nicht hat wissen müssen, dass Steuern von der
Lebensbedarfspauschale abgedeckt sind und demzufolge die ausländische Rente
ohne den Quellensteuerabzug als Einnahme zu berücksichtigen gewesen wäre. Wie die
nachfolgenden Ausführungen zeigen, ist dies jedoch irrelevant, denn für die Zeit ab
1. Januar 2017 bis 31. März 2019, also den Zeitraum, für den die Beschwerdegegnerin
den Betrag der ausländischen Rente korrigiert hat, ist der gute Glaube zu verneinen.
Gemäss der Steuerbescheinigung der Y._ vom Januar 2018 hat die Invalidenrente im
Jahr 2017 Fr. 1'378.-- betragen (EL-act. 57). Ein Quellensteuerabzug ist nicht mehr
3.2.
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4.
Die Rückerstattung kann nur erlassen werden, wenn die Voraussetzungen des
gutgläubigen Bezugs und der grossen Härte kumulativ erfüllt sind. Die
gemacht worden. Dasselbe gilt in Bezug auf die Jahre 2018 und 2019 (EL-act. 32). Der
dem Beschwerdeführer ausbezahlte Betrag ist also höher gewesen als der den
Verfügungen vom 19. Dezember 2016, 18. Dezember 2017 und 20. Dezember 2018
zugrundgelegte Betrag von Fr. 1'326.--. Wenn der Beschwerdeführer die diesen
Verfügungen beiliegenden Berechnungsblätter sorgfältig studiert hätte, hätte er ohne
Weiteres feststellen können, dass der berücksichtigte Betrag tiefer gewesen ist als der
ihm tatsächlich ausbezahlte Betrag. Auf den Berechnungsblättern ist klar vermerkt
gewesen, dass die Berechnung zu prüfen sei und allfällig falsche oder fehlende
Angaben mit den entsprechenden Belegen innert 30 Tagen mitzuteilen seien. Das
erstmalige Vorbringen des Beschwerdeführers in der Beschwerde, er glaube mit
Ausnahme der Verfügung vom 3. Oktober 2014 nie die Berechnungsblätter zu den
jeweiligen Verfügungen erhalten zu haben, dies nachdem die Beschwerdegegnerin im
Einspracheentscheid vom 31. Dezember 2019 erwogen hatte, den jeweiligen
Verfügungen hätten unbestrittenermassen die Berechnungsblätter beigelegen, ist als
Schutzbehauptung zu qualifizieren. Es erscheint ausserdem als sehr unwahrscheinlich,
dass die Berechnungsblätter zu allen vier Verfügungen, die jeweils am Jahresende
verschickt worden sind, gefehlt haben sollen. In der dem Beschwerdeführer am
6. August 2019 zugesandten CD zur Gewährung der Akteneinsicht – die CD liegt dem
Versicherungsgericht vor (act. G 1.13) – sind die Berechnungsblätter zudem
chronologisch zu den jeweiligen Verfügungen abgelegt gewesen. Mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit haben dem Beschwerdeführer die Berechnungsblätter damit
vorgelegen. Da er die Nichtübereinstimmung des angerechneten Betrags der
ausländischen Rente mit dem tatsächlich ausgerichteten Betrag mit einem Blick auf die
entsprechenden Unterlagen hätte erkennen können, liegt eine grobe Verletzung der
Kontroll- und Hinweispflicht vor. Im Übrigen liegt auch eine grobe Verletzung der
Meldepflicht vor, da der Beschwerdeführer die ohne einen Quellensteuerabzug
ausgerichtete und damit im Vergleich zur Verfügung vom 3. Oktober 2014, deren
Berechnungsblatt der Beschwerdeführer unbestrittenermassen erhalten hat, höhere
ausländische Invalidenrente hätte melden müssen. Ein guter Glaube ist damit zu
verneinen.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der gute Glaube bezüglich des Bezugs
von unrechtmässig bezogenen Leistungen im Umfang von Fr. 5'600.-- zu bejahen ist.
Im darüber hinausgehenden Betrag von Fr. 14'452.-- ist ein guter Glaube zu verneinen.
3.3.
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Beschwerdegegnerin hat die Voraussetzung der grossen Härte nicht geprüft, da sie
den guten Glauben bezüglich des gesamten Rückforderungsbetrags verneint hat.
Betreffend die anteilige Rückforderung von Fr. 5'600.--, die auf einem gutgläubigen
Leistungsbezug beruht, ist die Sache daher zur Prüfung der grossen Härte an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Bezüglich der restlichen Rückforderung von
Fr. 14'452.-- hat die Beschwerdegegnerin das Erlassgesuch zu Recht abgewiesen, da
sich bei einer Verneinung der Erlassvoraussetzung des guten Glaubens eine Prüfung
der Erlassvoraussetzung der grossen Härte erübrigt.
5.
Demnach ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen und die Sache ist zur Prüfung der
grossen Härte bezüglich der zu Unrecht ausgerichteten Ergänzungsleistungen im
Umfang von Fr. 5'600.-- und zur anschliessenden neuen Verfügung über das
Erlassgesuch an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
6.
Das Beschwerdeverfahren ist gemäss der nach Art. 82a ATSG anwendbaren, bis zum
31. Dezember 2020 gültig gewesenen Fassung von Art. 61 lit. a ATSG kostenlos.