Decision ID: 1b110d9d-80f3-47f0-ae59-d358f2a7e986
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1963,
arbeitete zuletzt seit Februar 1992 als Röntgenassistentin in der
Klinik
Z._
in
A._
(Urk.
8/2/3
). A
m 1
2.
Dezember 1994
(Eingangsdatum)
meldete sich die Versicherte
wegen Hand- und Fussbeschwerden bei der Invalidenversicherung
zum Leistungsbezug
an (
Urk.
8/7
, vgl. auch
Urk.
8/2/5
)
. M
it Verfügung vom 2
1.
Dezember 1995 sprach die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, der Versicherten
gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 40
%
mit Wirkung ab
1.
Dezember 1994 eine
Viert
elsrente
zu (
Urk.
8/17
).
Mit Verfügung vom
3
0.
Januar 1997
erteilte die IV-Stelle der Versicherten sodann
Kostengutsprache für eine Umsch
ulung zur Arztsekretärin
Modus K
(
Urk.
8/29)
.
Diese berufliche
Massnahme
konnte a
m
1.
September 1997
erfolgreich abgeschlossen werden
(Schlussberi
cht vom
8.
September 1997, Urk.
8/36
). Mit Verfügung vom 1
8.
November 1997
wurde die
der Versicherten
zugesprochene
Viertelsrente
– ausgehend von
einem Invaliditätsgrad von 50 %
-
mit Wirkung ab
1.
September 1997
auf eine halbe Rente
erhöht
mit der Begründun
g, dass die Umschulung zur Arzt
sekretärin per 1. September 1997 beendet sein werde, die Beschwerdeführerin jedoch bis zur innerbetrieblichen
Umplatzierung
weiter (in ihrer bisherigen Tätigkeit) als Röntgenassistentin tätig sein werde, was ihr in einem Pensum von 50 % möglich sei
(Urk. 8/41)
.
In der Folge wurde
n
mehrere
Revisionsverfahren
durchge
führt, in denen
die IV-Stelle den Anspruch der Versicherten auf eine halbe Rente
jeweils bestätigte
(
Mitteilungen vom
2.
Novem
ber 2000,
Urk.
8/6
2, vom
5.
Mai 2003,
Urk.
8/68
,
vom 2
9.
August 2006,
Urk.
8/80,
und
vom 2
2.
Juli 2010,
Urk.
8/108)
.
Zwischenzeitlich hatte die Beschwerdeführerin am
1. Dezember 2005
eine
Tätigkeit
als
Codierexpertin
zu einem Pensum von 50 % aufgenommen (Urk. 8/75) und war die Rente infolge einer Aufstockung dieses Pensums von 50 % auf 60 % per 1. November 2008 (Urk. 8/82) mit Ver
fügung vom 31. März 2009 (Urk. 8/94 und Urk. 8/93) auf eine
Viertelsrente
herabgesetzt, selbige Verfügung gestützt auf ein ärztliches Zeugnis, das erneut eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % bescheinigt hatte (Urk. 8/95), aber bereits am 8. April 2009 wiedererwägungsweise zurückgenommen worden (Urk. 8/97).
1.2
Am 1
6.
April 2012 teilte
X._
der I
V-Stelle mit, dass
sie von ihrem
Arbeitgeber, d
em
Spital
B._
, per Januar
2012 eine Lohnerhöhung
erhalten
h
abe. Ihr Jahressalär belaufe sich neu auf
Fr.
55‘475.55 statt
auf
Fr.
48‘82
2.1
5.
Das Pensum betrage
nach wie vor
50
%
(
Urk.
8/119).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorb
escheid vom 1
2.
Juni 2012,
Urk.
8/122, und Einwand vom 2
2.
Juni 2012,
Urk.
8/123, bzw.
6.
September 2012,
Urk.
8/127) setzte die IV-Stelle die halbe Rente der Versicherten m
it Verfügung vom 1
2.
September 2012
gestützt au
f einen Invaliditätsgrad von 44
% mit Wirkung ab
1.
November 2012 auf
eine
Viertelsrente
herab
(
Urk.
2).
2
.
Hiergegen erhob
X._
am 1
0.
Oktober 2012 Beschwerde und bean
tragte, die Verfügung vom 1
2.
September 2012 sei aufzuheben und es sei ihr weiterh
in eine halbe Rente auszurichten
(
Urk.
2). Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom
8.
November 2012 die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7), was der Beschwerdeführerin am
9.
November 2012 ange
zeigt wurde (
Urk.
9).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Invali
denrente.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach
Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Die seit dem
1.
Januar 2004
massgeblichen
Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.5
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 1
30 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen).
Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechts
kräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Einspracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71
E.
3.2.3; Urteil des Bun
desgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
1.6
Die Schadenminderungspflicht gebietet dem
Versicherten
,
alles Zumutbare zu unternehmen, um eine allfällige Erwerbseinbusse möglichst
gering zu halten. Dies bedeutet in erster Linie, dass sich freiwillig auf
Lohn verzichtende Perso
nen als Invalideneinkommen jenen Verdienst anrechnen
lassen müssen, den sie
zumutbarerweise
in einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
erzielen könnten. Tritt
sodann eine versicherte Person in zumutbarer
Ausschöpfung ihrer Arbeitskraft eine überdurchschnittlich
entlöhnte
Tätigkeit
an, so hat sie sich diese, ein stabiles Arbeitsverhältnis vorausgesetzt, bei
der Invaliditätsbemessung insoweit entgegenhalten zu lassen, als dass der
tatsächliche, über dem Durchschnitt lie
gende Verdienst als Invalideneinkommen
betrachtet
wird
.
Beim
Valideneinkommen
bleibt anderseits als Bezugsgrösse der zuletzt erzielte
Verdienst grundsätzlich bestehen, ausser es finden sich genügend konkrete
Anhaltspunkte für eine berufliche Weiterentwicklung. Im Rahmen der
erstmaligen Rentenfestsetzung genügen blosse Absichtserklärungen des
Versicherten regelmässig nicht. Vielmehr muss die Absicht, beruflich
weiterzukommen, bereits durch konkrete Schrit
te kundgetan worden sein
. Im
Rentenrevisionsverfahren besteht insoweit ein Unterschied, als dass der
zwischenzeitig tatsächlich durchlaufene berufliche Werdegang als Invalider
bekannt ist. Dieser lässt - anders als bei der erstmaligen Rentenfestsetzung
- allenfalls (weitere) Rückschlüsse auf die hypo
thetische
beruflich-erwerbliche Entwicklung ohne versicherten Gesundheitsschaden zu.
Nicht
jede tatsächlich erfolgte Lohnverbesserung als Invalider
kann
mit einer gleich verlaufenden Entwicklung des
Valideneinkommens
gleichge
setzt
werden.
Ist das bei der neu
angetretenen, als besonders stabil zu werten
den Arbeitsstelle tatsächlich
erzielte Erwerbseinkommen etwa als Folge günsti
ger Umstände
überdurchschnittlich, muss sich der Versicherte den neuen Ver
dienst im Rahmen
der Schadenminderungspflicht als neues Invalideneinkommen anrechnen lassen,
ohne dass deswegen auch zugleich das
Valideneinkommen
auf der Grundlage neuer
Bemessungskriterien festzuleg
en ist
. Hat
sich der Versicherte
aber
seit dem erstmaligen Rentenentscheid beruflich etwa
durch Weiterbildung, hohen leistungsmässigen Einsatz oder eine
ausserordentliche berufliche Bewährung besonders qualifiziert und hat sich
dies bei gleich geblie
benem Gesundheitszustand beim Invalideneinkommen
lohnwirksam niederge
schlagen, ist dies zumindest bei einem Versicherten, der
seine angestammte Tätigkeit auch nach dem Unfall (in einem
reduzierten Pensum) weiterführen konnte, ein gewichtiges Indiz dafür, dass er
als Gesunder eine äquivalente
Ent
wicklung durchlaufen hätte
.
Bei der Beurteilung, was die versicherte Person ohne versicherte
Gesundheitsschädigung beruflich-erwerblich erreicht oder wie sich ihr Lohn
seit der erstmaligen Rentenfestsetzung
entwickelt hätte, sind dabei
die
gesamten bis zum Revisionszeitpunkt ei
ngetretenen Umstände zu werten
(
Urteil des Bundesgerichts
U 339/03
vom
1
9.
August 2004 E.
3.3 mit Hinweisen
; vgl. auch BGE 117 V 18 mit Hinweisen
).
1.7
Die gerichtliche Prüfung hat den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als
auch die Aufhebung
bzw. Herabsetzung
der Rente zu erfassen (Urteil des Bun
desgerichts I 526/06 vom 3
1.
Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen).
2.
In medizinischer Hinsicht stellte die Beschwerdegegnerin in
d
er vorliegend
ange
fochtenen Verfügung
vom 1
2.
September 2012
auf
den
zuletzt von Dr.
med. C._
, Oberärztin
der Klinik D._
,
eingeholte
n
Bericht vom 2
7.
Mai 2009
(Eingangsdatum)
ab
.
Dr.
C._
diagnostizierte darin (1)
eine rheumatoide Arthritis (unter anderem
Status nach diversen orthopädi
schen Korrektureingriffen an den Händen und Füssen)
und (2) ein
zerviko
-
und
lumbospondylogenes
Syndrom. Sie gab
an
, dass die Beschwerdeführerin
in ihrer bisherigen Tätigkeit
(nach wie vor)
zu 50
%
arbeitsfähig sei. Unter ver
stärkter
artikulärer
Belastung könne es erneut zu einem entzündlichen Schub mit
polyartikulärem
Befall kommen (
Urk.
8/99/
2-
3).
Diese Beurteilung von
Dr.
C._
ist
unbestritte
n,
und ihr
Bericht
vom 2
7.
Mai 2009
erfüllt
die
rechtsprechungsgemäss
an die Beweistauglichkeit von medizi
nischen Berichten g
estellten Anforderungen
(vgl. hierzu BGE 134 V 231
E. 5.1 mit weiteren Hinweisen). Es kann deshalb darauf abgestellt werden
.
Aufgrund der medizinischen Aktenlage steht
damit
auch fest, dass sich der Gesundheits
zustand der Beschwerdeführerin bereits seit Erlass der Verfügung vom 1
8.
November 1997, als
die ursprünglich
zugesprochene
Viertelsrente
mit Wir
kung ab
1.
September 1997 auf eine halbe Rente erhöht wurde (
Urk.
8/41), nicht
mehr
wesentlich
verändert hat.
3.
3.1
Streitig und zu prüfen
bleibt somit, ob sich
die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszus
tandes erheblich verändert habe
n.
Im hier massgebli
chen Vergleic
hszeitraum (von Juli 2010,
Urk.
8/108, bis Septem
ber 2012
,
Urk.
2
) ist
unumstrittene
rmassen
insoweit eine
Änderung der wirt
schaftlichen
Verhältnisse eingetreten, als der Beschw
erdeführerin per Januar 2012 von ihrem Arbeitgeber, dem Spital
B._
, eine Lohnerhöhung gewährt wurde und sich ihr j
ährliches Einkommen neu auf Fr.
55‘475.55 statt
auf
Fr.
48‘822.15 beläuft
(
Urk.
8/119)
.
Dass es infolge dieser Lohnerhöhung eines neuen
Einkommensvergleichs bedarf
, blieb an sich ebenfalls
unbestritten.
Der Streit dreht sich einzig um die Frage, ob das
Valideneinkommen
der Beschwerdeführerin
auf der
Basis
des bis Ende 2011 erzielten Einkommens
zu bestimmen
ist
oder ob
ihr Verdienst
seit Januar 2012 die
Grundlage
hierfür
bil
det.
3.2
Nachdem die
Beschwerdeführerin
ihre
Tätigkeit als Röntgenassistentin
- die als ihre angestammte Tätigkeit zu betrachten ist -
im Oktober
1998 aufgrund
ihrer gesundheitlichen Beschwerden
auf
gegeben hatte
(
Urk.
8/43/4
),
arbeitete sie
nach erfolgter Umschulung
zunächst
als Arztsekretärin
für
medizinische Doku
mentation in de
r Klinik
Z._
(Urk.
8/42/3-4
).
Ab
Dezember 2005
war sie
als
Codierexpertin
bei
der
E._
AG
angestellt
(
Urk.
8/75
).
Seit Novem
ber 2008 übt sie dieselbe T
ätigkeit im Spital
B._
aus (
Urk.
8/86
). Wäh
rend ihr
Jahrese
inkommen
fü
r ein
50%iges
Pensum
im Spital
B._
anfänglich
Fr. 47‘569.15 betrug (Fr.
4‘391.
--
x
13
x
5/6,
Urk.
8/86/5
),
erfolgte
im Mai
2009 eine erste Lohnerhöhung
auf
Fr.
48‘6
75.80 (
Fr.
4‘493.15 x 13 x 5/6
,
Urk.
8/101/5
).
Per Januar 2012
wurde ihr
dann
die
zweite Lohnerhöhung
gewährt, um die es vorliegend geht
.
Neu verdiente die
Beschwerdeführerin
Fr.
55‘
475.55
(
Fr.
4‘267.35 x 13,
Urk.
8/118)
statt
Fr.
48‘822.15 (
Urk.
8/119)
.
Bei einem 100
%-Pensum ergäbe dies
somit
ein jährliches
Einkommen von
Fr.
110‘951.1
0.
Gemäss
der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung für das Jahr 2010 beträgt der monatliche Bruttolohn (Zentralwert) von Arbeitnehmerinnen in medizinischen, pflegerischen und sozialen Tätigkeiten des Anforderungsniveaus 1+2 (qualifizierte oder höchst anspruchsvolle Tätigkeiten)
demgegenüber
Fr.
7‘021.
--
bei 40 Arbeitsstunden pro Woche
(LSE 2010, T7S
S.
31).
Bei einer durchschnittliche
n Wochenarbeitszeit im Jahr 2012 von 41,5
Stunden (vgl.
Bundesamt für Statistik, Statistik der betriebsüblichen Arbeitszeit, Gesundheits- und Sozialwesen)
sowie unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung für Frauen
im Jahr 2012
(vgl.
Bundesamt für Statistik, Entwicklung der Nomi
nallöhne, Konsumentenpreise und Reallöhne, T39)
ergibt dies einen
Jahresverdienst von
Fr.
89‘168.40
(
Fr.
7‘021.-- : 40 x 41,5 x 12 x 1,01 x 1,01
) respektive
bei
einem zumutbaren Pensum von 50
%
Fr.
44‘584.2
0.
Die
D
ifferenz zwischen dem tatsächlich
von der Beschwerdeführerin
erzielten Lohn und dem Tabellenlohn
gemäss
LSE 2010
beläuft sich
demnach
auf
Fr.
10‘891.
35 (Fr.
55‘475.55 –
Fr.
44‘584.20).
Selbst wenn man berücksichtigt, dass die Beschwerdeführerin
im Jahr 2005
offenbar noch
einen EDV-Kurs sowie eine Weiterbildung
im kauf
männischen Bereich
a
bsolviert
hat (
Urk.
8/7
3/2), kann
angesichts ihrer
Ausbil
dung (Lehrabschluss als Röntgenassistentin mit Zusatz
kurs
als Arztsekretärin) und ihrer
lediglich
sechsjährigen Berufserfahrung als medizinische
Codiererin
(Dezember 2005 bis Dezember 2011) bei einem derart erheblichen Lohnunterschied nicht mehr von einem für die Beschwerdeführerin marktüblichen b
zw. durchschnittlichen Lohn die Rede sein
.
3.3
Wie unter E. 1.6 dargelegt, muss sich eine Versicherte
gemäss
bundesgerichtlicher Rechtsprechung
ein
tatsächlich
erzielte
s
überdurchschnittliches Erwerbseinkommen
im Rahmen
der Schadenminderungspflicht
grundsätzlich
als neues Invalideneinkommen anrechnen lassen,
ohne dass deswegen auch zugleich das
Valideneinkommen
auf der Grundlage neuer
Bemessungskriterien festzuleg
en ist
.
Von diesem Gru
ndsatz kann
dann abgewichen werden, wenn sich
die Versi
cherte
beruflich etwa
durch Weiterbildung, hohen leistungsmässigen Einsatz oder eine
ausserordentliche berufliche Bewährun
g besonders qualifiziert und
sich
dies bei gleich gebliebenem Gesundheitszustand beim Invalideneinkommen
lohnwirksam niedergeschlagen
hat
.
Dies würde ein
gewichtiges Indiz dafür
darstellen, dass sie
als Gesunde
eine äquivalente Entwicklung durchlaufen hätte
.
Die
Beschwerdegegnerin
hat
vorliegend zuletzt
bereits
aufgrund
der Lohnerhö
hung von Mai
2009 eine Anpassung des
Valideneinkommens
von Fr. 91‘000.-- (
Urk.
8/79 und
Urk.
8/80) auf
Fr.
97‘351.
80
(
Urk.
8/107/3 und Urk.
8/108
) vor
genommen
. Es stellt sich
nun
demnach die Frage,
ob sic
h die Beschwerdeführe
rin seit der entsprechenden Mitteilung der Beschwerdegegnerin vom 2
2.
Juli 2010
durch Weiterbildung, hohen leistungsmässigen Einsatz oder eine
ausser
ordentliche berufliche Bewährung besonders qualifiziert
hätte oder ob die gewährte überdur
chschnittliche Lohnerhöhung
als Folge günstiger Umstände
zu betrachten ist
(vgl. E. 1.6)
.
F._
, Leiterin Personaldienst
des Spitals
B._
,
begründete
die Lohnerhöhung der Beschwerdeführerin
in ihrem Schreiben vom 1
6.
August 2012
damit, dass medizinische
Codierer
in den Spi
tälern immer wichtiger würden, ein hohes Fachwissen hätten und sehr gesucht seien. Ohne eine entsprechend
e
Lohnanpassung wäre die Beschwerdeführerin nicht marktgerech
t
entlöhnt
, da das Spital
noch zwei Neuanstellungen zu
den aktuellen Bedingungen hätte
vornehmen müssen. Im Sinne einer Gleichstellung sei auch der Lohn der Beschwerdeführerin angepasst worden (
Urk.
8/126).
Auch wenn selbstverständlich nicht in Abrede gestellt wird, dass die Beschwerdefüh
rerin
wahrscheinlich sehr gute Arbeit leistet
, lassen die
A
ussagen von
F._
darauf
schliessen
, dass
die markante Lohnerhöhung in erster Linie auf den Mangel an Fachkräften und die zwei Neuanstellungen zurückzuführen ist. De
s Weiteren geht aus den
vorliegenden
Akten nicht hervor
, dass die
Beschwerde
führer
in
zwischen Juli 2010 und Januar 2012 weitere
berufliche Qualifikationen erlangt hätte.
Die Prüfung
des Lehrgangs
als
eidgenössisch diplomierte
Codiererin
stand
–
gemäss
den
eigenen Angaben
der Beschwerdeführerin
(
Urk.
8/119) – erst im September 2012 a
n
.
Unter Berücksichtigung sämtlicher Umstände
ist
der überdurchschnittliche Lohn (bzw. die überdurchschnittliche Lohnerhöhung) der Beschwerdeführerin
nach dem im Sozialversicherungsrecht
üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
daher
als Folge günsti
ger Umstände zu betrachten.
E
s ist dementsprechend
nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin
das
Valideneinkommen
in der angefochtenen Verfügung
vom 1
2.
September 2012
auf der Grundlage des
hypothetischen
Einkommens der Beschwerdeführerin
in ihrer angestammten Tätigkeit als Röntgenassistentin
aus dem Jahr 2010 ermit
telt
und dieses sodann der Nominallohn
entwicklung angepasst hat (
Urk.
8/120/2
und
Urk.
2)
,
zumal nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt ist, dass die Beschwerdeführerin auch ohne die ihr im Jahre 1997 gewährte Umschulung zur Arztsekretärin (und damit auch dann, wenn sie in ihrer angestammten Tätigkeit als Röntgenassistentin nicht dauernd arbeitsunfähig geworden wäre, mithin auch im Gesundheitsfall) die Laufbahn als medizinische
Codiererin
eingeschlagen hätte.
Die
Bestimmung des Invalideneinkommens ist im Übrigen unumstritten und entspricht der Akten- und Rechtslage.
D
ie Beschwerde erweist sich deshalb
als unbegründet und ist abzuweisen.
4.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
600.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.