Decision ID: a6b4e136-06df-4360-9e3d-5162f4913f84
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 19. November 2014 zum Vorbezug einer Altersrente der
AHV um zwei Jahre ab April 2015 an (act. G 4.1/26). Dabei berechnete die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen (SVA) das massgebende
durchschnittliche Jahreseinkommen auf Grund des IK-Auszugs zunächst mit Fr.
64'860.--. Unter Berücksichtigung einer Beitragszeit von 38 Jahren und 11 Monaten
bzw. Rentenskala 40 ergab sich eine Rente von Fr. 1'639.-- (Bruttobetrag Fr. 1'897.--
minus Vorbezugskürzung um Fr. 258.-- [act. G 4.1/19.1 und 19.7]). Mit Verfügung vom
19. Februar 2015 wurde dem Versicherten die entsprechende Rente zugesprochen
(act. G 4.1/18). Auf Grund einer Nachtragsmeldung wurde in den Jahren 2012 und
2013 von der B._ GmbH gemeldetes Einkommen in Höhe von Fr. 37'268.-- (2012)
und Fr. 50'243.-- (2013) aus dem IK gelöscht. Gleichzeitig entfiel ein Splittingabzug von
Fr. 18'634.-- (50 % von Fr. 37'268.--). Demgegenüber wurde neu ein Betrag von Fr.
4'667.-- (entsprechend dem Einkommen bei Leistung des Mindestbeitrags als
Nichterwerbstätiger im Jahr 2013) berücksichtigt. Das Total der Einkommen
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 3/10
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
verminderte sich dadurch um Fr. 64'210.-- von Fr. 1'981'061.-- auf Fr. 1'916'851.--
(act. G 4.1/10.3, 11, 19.3 und 20). Das massgebende durchschnittliche
Jahreseinkommen verminderte sich dadurch auf Fr. 62'040.-- und die monatliche -
gekürzte - Altersrente auf Fr. 1'610.-- (act. G 4.1/10.7).
A.b Mit Verfügung vom 20. November 2015 wurde dem Versicherten die
entsprechende Rente, beginnend am 1. April 2015 zugesprochen und der
Rückforderungsbetrag auf Fr. 232.-- festgesetzt (8 x [Fr. 1'639.-- - Fr. 1'610.--]; act. G
4.1/8). Die dagegen erhobene Einsprache vom 30. November 2015 - es liege noch
keine definitive Steuermeldung vor (act. G 4.1/5) - wies die SVA mit Entscheid vom 9.
Februar 2016 ab. Die Änderung im IK sei auf Grund eines Bundesgerichtsentscheids
vom 11. August 2015 erfolgt, wonach (betreffend Anspruch auf
Arbeitslosenentschädigung) festgestellt worden sei, dass der für die Jahre 2012 und
2013 geltend gemachte Lohnfluss in Höhe von Fr. 113'507.-- aus der inaktiven B._
GmbH des Versicherten nicht plausibel sei, zumal sich der Versicherte selber per 31.
Oktober 2011 gekündigt habe. Der Versicherte habe somit in den Jahren 2012 und
2013 keine beitragspflichtige Beschäftigung ausgeübt, weshalb kein massgebendes
Erwerbseinkommen gemäss Art. 6 ff. AHVV vorliege. Die bis anhin im IK
berücksichtigten Einkommen von Fr. 37'268.-- (2012) und Fr. 50'243.-- (2013) seien
daher zu korrigieren (act. G 4.2/11).
B.
B.a Gegen diesen Entscheid richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 28. April
2016 mit dem Antrag auf Aufhebung des angefochtenen Entscheids. Das IK des
Beschwerdeführers - und damit sinngemäss auch die Altersrente - seien unverändert
zu belassen. Der Beschwerdeführer sei für die B._ GmbH als Mitarbeiter,
Geschäftsführer und Liquidator des Arbeitgebers in unselbstständiger Stellung tätig
gewesen. Dafür habe er ein Entgelt erhalten. Dieses könne statt ausbezahlt auch bloss
gutgeschrieben werden. In formeller Hinsicht macht der Beschwerdeführer
zusammengefasst geltend, der IK-Eintrag betreffe eine Angelegenheit zwischen
Arbeitgeber und Ausgleichskasse. Es dürfe nicht ein Urteil, das den Arbeitnehmer
(Beschwerdeführer) betreffe und in welchem weder der Arbeitgeber noch die
Beschwerdegegnerin selber Partei gewesen seien, dazu verwendet werden, die durch
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 4/10
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
den Arbeitgeber gemeldeten Löhne im IK ohne vorherige Mitteilung an den Arbeitgeber
und den Arbeitnehmer zu löschen. Die Beschwerdegegnerin habe damit das rechtliche
Gehör des Beschwerdeführers verletzt. Zudem seien die Voraussetzungen für eine
prozessuale Revision (des IK) nicht erfüllt, sei doch nicht vom Vorliegen neuer
Tatsachen oder Beweismittel auszugehen (act. G 2).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 30. Mai 2016 beantragt die Verwaltung Abweisung
der Beschwerde und verweist zur Begründung auf den angefochtenen
Einspracheentscheid (act. G 4). Mit einer weiteren Eingabe vom 21. Juni 2016 macht
der Beschwerdeführer sinngemäss wohl geltend, dass er noch (mindestens) bis 2012
als Liquidator der B._ GmbH gearbeitet habe (und demzufolge auch mindestens bis
2012 einen Lohn erzielt habe), was durch das Urteil des Versicherungsgerichts vom 15.
Oktober 2012 (AVI 2012/4 vgl. E. 2.4) bestätigt werde (act. G 6). Die
Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine weitere Stellungnahme (act. G 8).

Erwägungen
1.
Der Beschwerdeführer moniert zunächst eine Verletzung des rechtlichen Gehörs. Für
die Löschung des IK habe es keine begründete Verfügung gegeben. Die Löschung des
IK sei aber die wahre Entscheidung gewesen, nicht die Rentenkürzung. Zwar trifft zu,
dass dem Beschwerdeführer vor der Löschung der IK-Einträge bzw. vor der erneuten
Rentenverfügung vom 20. November 2015 das rechtliche Gehör nicht eingeräumt
wurde. Indessen ist vorliegend nicht von einer gravierenden Verletzung des rechtlichen
Gehörs auszugehen. So geht die jetzige Revision des IK und damit der
Rentenberechnung auf das mit Verfügung vom 6. November 2013 vorläufig
abgeschlossene Schadenersatzverfahren zurück (act. G 4.3/8). In jenem Verfahren
wurde dem Beschwerdeführer anlässlich seines Besuchs vom 7. November 2013 bei
der Beschwerdegegnerin mündlich erklärt, dass die Frage des Schadenersatzes
während der Hängigkeit des Verfahrens um Arbeitslosenentschädigung pendent
gehalten werde. Würde er jedoch in jenem Verfahren unterliegen, müsse der fragliche
Lohn im IK korrigiert werden (Aktennotiz vom 7. November 2013 [act. G 4.3/7]). Es ist
somit davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer von der Beschwerdegegnerin
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 5/10
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
zumindest mündlich über das weitere Vorgehen im Schadenersatzverfahren und den
Einfluss des Verfahrens um Arbeitslosenentschädigung auf jenes informiert wurde.
Insbesondere war ihm der Zusammenhang zwischen der Bezahlung der AHV-Beiträge
bzw. des entsprechenden Schadenersatzes und dem Eintrag in seinem IK klar, erklärte
er sich doch für den Fall des Obsiegens mit der Bezahlung der AHV-Beiträge
einverstanden (vgl. Aktennotiz vom 22. November 2013 [act. G 4.3/5]). Unter diesen
Umständen erscheint die geltend gemachte Verletzung des rechtlichen Gehörs nicht
als besonders gravierend und ist im vorliegenden Verfahren, in welchem der
Beschwerdeführer seinen Standpunkt nochmals ausführlich darlegen konnte, als
geheilt zu betrachten.
2.
2.1 Als massgebender Lohn gilt jedes Entgelt für in unselbstständiger Stellung auf
bestimmte oder unbestimmte Zeit geleistete Arbeit. Der massgebende Lohn umfasst
auch Teuerungs- und andere Lohnzulagen, Provisionen, Gratifikationen,
Naturalleistungen, Ferien- und Feiertagsentschädigungen und ähnliche Bezüge, ferner
Trinkgelder, soweit diese einen wesentlichen Bestandteil des Arbeitsentgelts darstellen
(Art. 5 Abs. 2 AHVG).
2.2 Formell rechtskräftige Verfügungen und Einspracheentscheide müssen in Revision
gezogen werden, wenn die versicherte Person oder der Versicherungsträger nach
deren Erlass erhebliche neue Tatsachen entdeckt oder Beweismittel auffindet, deren
Beibringung zuvor nicht möglich war (Art. 53 Abs. 1 ATSG). Der Versicherungsträger
kann auf formell rechtskräftige Verfügungen oder Einspracheentscheide
zurückkommen, wenn diese zweifellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von
erheblicher Bedeutung ist (Art. 53 Abs. 2 ATSG).
2.3 Versicherte Personen haben das Recht, bei jeder Ausgleichskasse, die für sie ein
individuelles Konto führt, einen Auszug über die darin gemachten Eintragungen unter
Angabe allfälliger Arbeitgeber zu verlangen. Sie können innert 30 Tagen seit Zustellung
des Kontenauszugs bei der Ausgleichskasse eine Berichtigung verlangen. Die
Ausgleichskasse entscheidet mit Verfügung. Wird kein Kontenauszug verlangt, oder
wird das Berichtigungsbegehren abgelehnt, so kann bei Eintritt des Versicherungsfalls
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 6/10
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
die Berichtigung von Eintragungen im individuellen Konto nur verlangt werden, soweit
deren Unrichtigkeit offenkundig ist oder dafür der volle Beweis erbracht wird (Art. 141
Abs. 1, 2 und 3 AHVV).
3.
3.1 Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin die formell rechtskräftige Rentenverfügung
vom 19. Februar 2015 implizit in Revision gezogen, mit der Begründung, mit dem Urteil
des Bundesgerichts vom 11. August 2015 (8C_387/2015) liege eine neue Tatsache vor,
die sich auf das individuelle Konto des Beschwerdeführers und damit auf die
Berechnungsgrundlage der Rente auswirke. Der Beschwerdeführer bestreitet implizit
das Vorliegen eines solchen Revisionsgrundes, habe doch besagtes
Bundesgerichtsurteil einen anderen Sachverhalt betroffen. Es ist davon auszugehen,
dass das in der vorstehenden Erwägung 2.3 Gesagte analog auf den Fall anzuwenden
ist, in welchem - wie vorliegend - die Verwaltung eine Abänderung des IK vornehmen
möchte. Nachdem die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer per 1. April 2015
eine Altersrente zugesprochen hat und der Versicherungsfall damit bereits eingetreten
ist, kann das IK nurmehr geändert werden, wenn die Verwaltung den vollen Beweis für
dessen Unrichtigkeit erbringt oder wenn die Unrichtigkeit der Einträge offenkundig ist.
3.2 Wie das hiesige Gericht bereits in seinem Entscheid vom 21. April 2015 (AVI
2014/22) festgestellt hat, ist von einer vollständigen Inaktivität der B._ GmbH
spätestens ab Ende 2011 auszugehen. So sei der Beschwerdeführer am 12. Dezember
2011 als Liquidator in das Handelsregister eingetragen und am 5. Februar 2013 sei die
B._ GmbH im Handelsregister gelöscht worden. Der Beschwerdeführer habe für die
in der Rahmenfrist für die Beitragszeit liegenden - und auch vorliegend massgebenden
- Monate November 2011 (bzw. Januar 2012) bis Juni 2013 jeweils angegeben, nicht
gearbeitet zu haben. Mit Schreiben vom 19. Dezember 2011 habe er der
Arbeitslosenkasse sodann mitgeteilt, dass die B._ GmbH nicht mehr existiere und
der Entscheid, die B._ GmbH definitiv zu schliessen, sei bereits unwiderruflich gefällt
und dem Handelsregister mitgeteilt worden. Dem habe er hinzugefügt, er sei ohne
Arbeit und Einkommen. Der Beschwerdeführer habe damit in der massgebenden
Zeitspanne (2012 und 2013) keiner Beschäftigung in der Firma nachgehen können.
Ausserdem sei nicht ersichtlich und werde vom Beschwerdeführer nicht geltend
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 7/10
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
gemacht, dass er eine andere Beschäftigung ausgeübt habe (Erwägung 3). Das
Bundesgericht hat diese Sichtweise in seinem Entscheid vom 11. August 2015
(8C_387/2015) bestätigt: Mit Blick auf den Umstand, dass die B._ GmbH in der für
die Beitragszeit massgebenden Zeitspanne (1. August 2011 bis 31. Juli 2013) bereits
inaktiv gewesen sei und sich in Liquidation befunden habe, sei der Vorinstanz zu
folgen, wonach der Beschwerdeführer (in den Jahren 2012 und 2013) nicht
überwiegend wahrscheinlich bei der Firma beitragspflichtig beschäftigt gewesen sei
(Erwägung 4.2). Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers ergibt sich auch aus
dem Entscheid des Versicherungsgerichts vom 15. Oktober 2012 (AVI 2012/4) nichts
anderes, wurde in der dortigen Erwägung 2.4 lediglich das Vorliegen einer
arbeitgeberähnlichen Stellung und damit die Möglichkeit, den Betrieb jederzeit
reaktivieren zu können, begründet.
3.3 Gestützt auf diese Ausführungen, wonach der Beschwerdeführer in den hier
interessierenden Jahren 2012 und 2013 keine beitragspflichtige Beschäftigung
ausgeübt hat, ist auch im vorliegenden Zusammenhang festzustellen, dass sich die von
der B._ GmbH - d.h. vom Beschwerdeführer als deren Geschäftsführer und
Mehrheitsgesellschafter - gemeldeten, ihn betreffenden Löhne als offenkundig unrichtig
erweisen. Die entsprechenden Lohnmeldungen (nicht bei den Akten) dürften wohl dem
dritten Versuch des Beschwerdeführers geschuldet gewesen sein, gegenüber der
Arbeitslosenversicherung doch noch ein Einkommen nachweisen und damit einen
Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung auslösen zu können (nachdem die erste
Anmeldung bei der Arbeitslosenversicherung an der arbeitgeberähnlichen Stellung, die
zweite an der unvollständigen Beitragszeit innerhalb der Rahmenfrist gescheitert war).
Die entsprechenden Lohnbeiträge wurden von der B._ GmbH jedoch nicht bezahlt
und der Beschwerdeführer lehnte die Übernahme einer Haftung für entgangene
Lohnbeiträge ab (vgl. die Schadenersatzverfügung vom 6. November 2013, wonach für
den Zeitraum 2012 und 2013 - nebst Beiträgen aus der Zeit von August 2007 bis
Dezember 2009 - Fr. 4'968.35 und Fr. 6'487.40, total Fr. 11'455.75, an
bundesrechtlichen Beiträgen offen geblieben waren, welche Beiträge ziemlich genau
der im Arbeitslosenverfahren geltend gemachten Lohnsumme von Fr. 113'507.--
entsprechen [Fr. 11'455.75 : 10.1 % x 100 %]; act. G 4.3/8). Unter diesen Umständen
vermag auch die (angebliche, aber nicht dargelegte) Verbuchung von Löhnen keinen
Anspruch auf einen Eintrag im IK zu begründen. Die vom Beschwerdeführer in diesem
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 8/10
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Zusammenhang zitierte Rechtsprechung (ZAK 1957 S. 208; ZAK 1960 S. 350; vgl. auch
UELI KIESER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zur Alters- und
Hinterlassenenversicherung, 3. Aufl., Art. 14 Rz 3), wonach der Lohn (unter anderem)
im Zeitpunkt der Verbuchung als realisiert gilt, bezieht sich auf die Entstehung der
Beitragsschuld und damit auf die Frage, wann die Arbeitgeberin die Beiträge
abzuführen hat (Art. 14 Abs. 1 AHVG und Art. 34 ff. AHVV). Analog dazu schreibt Art.
30ter Abs. 3 AHVG vor, dass die beitragspflichtigen Einkommen im Regelfall im Jahr
der Auszahlung, unter bestimmten Voraussetzungen (im Auszahlungsjahr nicht mehr für
den Arbeitgeber tätig) im Erwerbsjahr im IK eingetragen werden. Diese Bestimmungen
beschlagen indessen nicht die Frage, ob überhaupt von massgebendem Lohn - und
damit von einer beitragspflichtigen Beschäftigung - im Sinn von Art. 5 AHVG und Art. 6
AHVV auszugehen ist. Dies ist nach den vom hiesigen Gericht gemachten und vom
Bundesgericht bestätigten Ausführungen betreffend Arbeitslosenentschädigung wie
gesagt nicht der Fall. Im Übrigen stimmen die der Beschwerdegegnerin gemeldeten
und im IK eingetragenen Löhne, die von einem Bruttolohn von Fr. 10'000.-- pro Monat
ausgehen (vgl. auch Lohnausweise 2012 und 2013 vom 9. April 2014 [ohne
Unterschrift]; act. G 4.1/2.1 f.), nicht mit der im Arbeitslosenverfahren geltend
gemachten Zahlung vom 2. April 2012 in der Höhe von Fr. 113'507.--, die ebenfalls die
Lohnzahlungen für den Zeitraum Januar 2012 bis Juni 2013 abdecken soll, überein.
Gemäss Kontoauszug vom 3. Mai 2012 handelte es sich dabei um einen Übertrag vom
Sparkonto (des Beschwerdeführers) auf das Privatkonto des Beschwerdeführers, was
jedenfalls keine Lohnzahlung beweist (act. G 4.1/2.5). Vielmehr wäre ein
Auszahlungsbetrag von Fr. 91'277.-- zu erwarten gewesen (Fr. 34'983.-- [Nettolohn
2012, gemäss Lohnausweis] + Fr. 56'294.-- [Nettolohn 2013, gemäss Lohnausweis];
vgl. act. G 4.1/2.1 f.). Schliesslich bringt der Beschwerdeführer auch im vorliegenden
Verfahren keine Umstände vor, welche eine beitragspflichtige Beschäftigung im
Zeitraum von Januar 2012 bis Juni 2013 mit dem von ihm behaupteten Lohn
überwiegend wahrscheinlich belegen könnten. Zusammenfassend erweisen sich die
umstrittenen IK-Einträge der Jahre 2012 und 2013 (Fr. 37'268.-- und Fr. 60'000.--
[wovon ein Betrag von Fr. 9'757.-- bereits vor der erstmaligen Rentenzusprache
storniert wurde; vgl. ACOR-Berechnungsblatt vom 11. Februar 2015, act. G 4.1/19.3])
im Licht des vom Bundesgericht mit Entscheid vom 11. August 2015 rechtskräftig
abgewiesenen Anspruchs auf Arbeitslosenentschädigung als offenkundig (oder
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 9/10
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
erwiesenermassen) falsch. Dies stellt eine neue Tatsache und damit einen
Revisionsgrund dar, weshalb die Einträge - sowie die sich daraus ergebenden
Folgekorrekturen (Korrektur Splitting 2012, Beiträge als Nichterwerbstätiger 2013) - von
der Beschwerdegegnerin zu Recht korrigiert bzw. vorgenommen wurden. In masslicher
Hinsicht oder betreffend die weiteren - unveränderten - Berechnungsparameter der
Rente werden vom Beschwerdeführer keine Einwände vorgebracht und sind auch
keine ersichtlich, weshalb es damit sein Bewenden hat.
3.4 Schliesslich ist davon auszugehen, dass die Beschwerdegegnerin die Revision
rechtzeitig innert der relativen Verwirkungsfrist von 90 Tagen seit der Kenntnis des
Revisionsgrundes verfügt hat (Art. 55 Abs. 1 ATSG in Verbindung mit Art. 67 Abs. 1
VwVG; vgl. auch Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 3. Aufl., Rz 38 f. zu Art. 53). So datiert
der den Revisionsgrund darstellende Entscheid des Bundesgerichts vom 11. August
2015 und wurde auch an diesem Datum versandt, wobei die Beschwerdegegnerin
nicht Adressatin war (act. G 4.3/2). Nach eigenen Angaben im Einspracheentscheid
erlangte die Beschwerdegegnerin am 3. November 2015 Kenntnis von diesem
Entscheid und hob noch gleichentags die Schadenersatzverfügung vom 6. November
2013 auf (act. G 4.2/11 Ziff. I./5; act. G 4.3/1). Der Beschwerdeführer macht sodann
nicht geltend, er habe das fragliche Urteil früher, namentlich vor dem Samstag, den 22.
August 2015, an die Beschwerdegegnerin weitergeleitet, was auf Grund des kurzen
Zeitabstands zum Urteilsversand auch nicht überwiegend wahrscheinlich erscheint. Im
Gegenteil fragt sich der Beschwerdeführer, wie die Beschwerdegegnerin überhaupt in
den Besitz des Urteils gelangen konnte (act. G 2 S. 4). Nachdem somit eine
Kenntnisnahme vor Montag, den 24. August 2015, unwahrscheinlich erscheint, hat die
Beschwerdegegnerin mit der Verfügung vom 20. November 2015 die Revisionsfrist von
90 Tagen gewahrt. Die 10-jährige absolute Revisionsfrist ist - nachdem die zu
revidierende Verfügung vom 19. Februar 2015 datiert - ohnehin gewahrt.
4.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a ATSG).