Decision ID: 9a434da0-090c-41cf-a121-53b978bba77c
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 19
68
geborene
X._
ist Mutter von
fünf
Kinder
n
(geboren 199
0
, 199
2
, 199
3
, 199
4, 2005;
Urk.
6
/6/2
) und
war bis zur Kündigung per Ende Februar 2010 teilzeitlich als Reinigungsangestellte für die
Y._
GmbH tätig
(
Urk.
6
/11/1,
Urk.
6
/33
,
Urk.
6
/34/3
; vgl. auch
Urk.
6/23
).
Ab dem
8.
April 2010 bezog sie Taggeld
leistungen der Arbeitslosen
kasse
bei
eine
r Vermittlungs
fähigkeit von 40
%
(
Urk.
6
/18/1).
Am 1
6.
März 2011 meldete s
ie
sich
bei der
Invalidenversicherung wegen Depressionen
und körperlicher
Beschwerden
(
Steiss
bein,
Kopf,
Nacken
etc.)
zum Leistungsbezug an (
Urk.
6
/6
/4). Die Sozial
versicherungs
anstalt des
Kantons Zürich, IV-Stelle (nach
folgend: IV
Stelle),
traf in der Folge Abklärungen
und holte
das Gutach
ten von
Dr.
med.
Z._
, Facharzt
für Psychiatrie u
nd Psycho
therapie, vom
6.
September 2011
ein,
in welchem der
Versicherten
wegen einer mittelgradigen depressiven Episode eine 50%ige
Arbeitsunfähigkeit
in allen Tätigkeiten
bescheinigt wurde
(Urk.
6
/27
/5-6
)
. Sodann veranlasste sie
den Haus
halt
abklä
rungsbe
ri
cht vom 18.
Februar 2012 (
Urk.
6
/34)
. Nach Durch
führung des
Vorbescheidverfahrens
(
Urk.
6
/39,
Urk.
6
/42,
Urk.
6
/48
-49
)
verneinte
die IV-Stelle den Anspruch der Versicherten auf eine Rente
mit Verfügung vom 2
5.
Juni 2012
, wobei sie sie
als zu
50
%
im Haushalts- und
zu
50
%
im Erwerbsbereich
tätig qualifizierte und einen Invaliditätsgrad von 12
%
ermittelte
(
Urk.
6
/50
).
Die von der Versicherten dagegen am 2
3.
August 2012 erhobene Beschwerde (
Urk.
6
/54/3-12) hiess das Sozialversicherungsgericht
mit dem Urteil
IV.2012.00822
vom 3
1.
Dezember
2013 in dem Sinne gut, dass es die Sache an die IV-Stelle zur ergänzenden medizinischen Abklärung zurückwies (
Urk.
6
/60/11), wobei es zur
Qualifikation der
Beschwerdeführerin festhielt, diese sei
ab September 2011
als
v
ollerwerbstätig einzustufen (
Urk.
6
/60/6-9).
1.2
Die IV-Stelle holte in der Folge das polydisziplinäre Gutachten der
A._
vom 2
3.
März 2015 ein (
Urk.
6
/93)
, in welchem der Beschwerdeführerin wegen einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig schwergradig, sowie einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung eine 90%ige Arbeitsun
fähig
keit bescheinigt wurde (
Urk.
6/93/16)
. Mit Vorbescheid vom
2.
Februar 2016
stellte
die IV-Stelle
der Versicherten
die
erneute
Abweisung des Leistungs
begehrens
in Aussicht
(
Urk.
6
/102). Nachdem die Versicherte d
agegen
Ein
wände
erhoben hatte (
Urk.
6
/105,
Urk.
6
/109-110)
und in der Folge Ergänzungs
fragen an die
A._
gestellt worden waren (
Urk.
6/125),
e
ntsch
i
e
d
die IV-Stelle
, ein weiteres polydisziplinäres Gutachten einzuholen
(
Urk.
6
/127
,
Urk.
6
/128,
Urk.
6
/130
-131
,
Urk.
6
/134
; vgl. auch
Urk.
6
/125
)
. Gegen die entsprechende Zwischenverfügung vom 1
0.
Januar 2018
(
Urk.
6/137
) erhob die Versicherte Beschwerde
(
Urk.
6/138/3-13)
, welche mit dem Urteil des Sozialversicherungs
gerichts IV.2018.00173 vom
1
9.
Juni 2018
abgewiesen wurde
(
Urk.
6/140)
.
Am 1
2.
Dezember 2018 wurde das orthopädisch-psychiatrisch-neurologisch-inter
nistische Gutachten des
Z
entrums
B._
fertiggestellt (
Urk.
6/157). In der Expertise, welche auch auf einer Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) beruht
e
(Urk.
6/157/39
-50)
,
wurde
der
Versicherten
aufgrund
ihrer körperlichen Beschwerden und einer mittelgradig depressiven Störung eine 70%ige Arbeitsfähigkeit in leidens
angepassten Tätigkeiten bescheinigt
(
Urk.
6/157/2,
Urk.
6/157/34-35)
.
Aufgrund einer
eigenen
Ressourcenprüfung (
Urk.
6/161/9-10) ging die IV-Stelle
von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten
aus
(
Urk.
6/161/9-11) und verneinte – nach Durchführung des
Vorbescheidverfahrens
(
Urk.
6/162,
Urk.
6/163,
Urk.
6/165-167) – mit Verfügung vom
9.
Januar 2020
das Bestehen eines Rentenanspruchs
und eines Anspruchs auf
Eingliederungs
massnahmen
(
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob die Beschwerdeführerin, vertreten durch
Rechtsanwalt Kaspar Gehring, mit Eingabe vom
5.
Februar 2020 Beschwerde
mit dem Antrag, die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihr eine Invalidenrente und/oder Ein
gliederungsmassnahmen auszurichten, eventuell nach Durchführung der erfor
der
lichen Abklärungen (
Urk.
1
S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 1
0.
März 2020 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5). Die mit Ver
fügung des Gerichts vom 1
2.
März 2020 zum
Prozess
beigeladene
Sammel
stiftung BVG der Allianz Suisse Lebensversicherungs-Gesellschaft verzichtete auf eine Stellungnahme (
Urk.
9).
A
m
3.
Juni 2020
verzichtete auch die Beschwerde
führerin
auf eine
eigentliche Replik und hielt an ihren Anträgen fest (
Urk.
15), was der IV-Stelle am 2
2.
Juli 2020 mitgeteilt wurde (
Urk.
17).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die
massgeblichen
rechtlichen Grundlagen zum Invaliditätsbegriff, zum Renten
anspruch und zur Invaliditätsbemessung mittels Einkommensvergleich
s
von rein Erwerbstätigen
wurden bereits in den Erwägungen 2.1-3 des Urteils des Sozial
versicherungsgerichts IV.2012.00822 vom 3
1.
Dezember 2013 wieder
gegeben (
Urk.
6/60/
2-4
). Diese Grundlagen haben sich seither nicht geändert,
weshalb darauf
verwiesen werden
kann
.
1.2
Zu ergänzen ist, dass das
Bundesgericht
am 3
0.
November 2017
mit BGE 143 V 418 entschied, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE
141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
-
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines renten
begründen
den Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Aus
wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchs
grundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachge
wiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Ja
nuar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.
3
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.
4
Im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens ist davon abzusehen, einzelne Beschwerden und Störungen ohne Einzelfallprüfung wegen grundsätzlich fehlen
der invalidenversicherungsrechtlicher Relevanz auszuscheid
en (vgl. BGE 143 V 418 E. 8.1).
Ferner gilt n
ach
BGE 141 V 281
weiterhin
der Grundsatz, wonach das Invaliden
versicherungsrecht soziale Faktoren so weit ausklammert, als es darum geht, die für die Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit kausalen versicherten Faktoren zu umschreiben.
Ein von psychosozialen und soziokulturellen Belastungsfaktoren verselbständigter psychischer Gesundheitsschaden mit Auswirkung auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit ist unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Ein solcher liegt nicht vor, wenn anzunehmen ist, dass sich bei Wegfall der
psychosozialen
Faktoren auch die psychische Störung und die Arbeitsfähigkeit wieder einstellen würde
n
.
Dies gilt
auch
für den Fall, dass eine mittelgradige depressive Episode
diagnostiziert worden ist.
Psychosoziale Belastungsfaktoren können jedoch mittelbar zur Invalidität beitragen, wenn sie den Wirkungsgrad
der Folgen der
- unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden -
gesundheitlichen Beeinträchtigung
verschlimmern (Urteil
e
des Bundesgerichts 9C_371/2019
vom
7.
Oktober 2019 E. 5.1.3
und 5.4
unter
Hinweis auf
BGE 141 V
281
E. 3.4.2.1
und
4.3.3
, 8C_858/2017 vom 1
7.
Mai 2018 E. 3.2 sowie 8C_582/2017 vom 2
2.
März 2018 E. 5.1 und 5.4
).
2.
2.1
Die IV-Stelle begründet
die
Verneinung
eines Rentenanspruchs in der ange
fochtenen Verfügung vom
9.
Januar 2020
sowie in der Beschwerdeantwort
im Wesentlichen damit, das von ihr eingeholte polydisziplinäre Gutachten des
B._
sei voll beweiskräftig und liefere alle notwendigen Informationen, um die Arbeitsfähigkeit einschätzen zu können. Deshalb könne darauf abgestellt werden. Aus somatischer Sicht bestehe in einer behinderungsangepassten leichten Tätig
keit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Die aus psychiatrischer Sicht bescheinigte 30%ige Arbeitsunfähigkeit für angepasste Tätigkeiten überzeuge aus Sicht des Rechtsanwenders nicht. Die im Gutachten beschriebenen zahlreichen psycho
sozialen Faktoren seien eine entsch
eidende Ursache der Beschwerden,
seien jedoch
invaliditätsfremd
und dürften
deshalb
nicht als ressourcenhemmende Faktoren berücksichtigt werden.
Der psychiatrische Teilgutachter halte fest
, dass sich keine von den Schmerzen und der psychosozialen Problematik verselb
ständigte depressive Erkrankung erheben lasse.
Hinsichtlich der diagnostizierten somatoformen Schmerzstörung sei auch zu berücksichtigen, dass eine schmerz
verzerrte Mimik oder Gestik im gesamten Gutachten nicht erwähnt werde.
Auf
grund des inkonsistenten Verhaltens der Beschwerdeführerin seien die geltend gemachten Einschränkungen nicht nachvollziehbar. Schliesslich seien auch die Therapiemöglichkeiten nicht ausgeschöpft.
Deshalb sei
nicht ausgewiesen, dass die psychische
Situation
zu einer
relevante
n
Arbeitsunfähigkeit
führe
(
Urk. 2 S.
3-5
,
Urk.
5 S. 2
).
Das
Valideneinkommen
sei
anhand des Tabellenlohns für Reinigungs
mit
arbeiterinnen nach der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE 2016 TA1,
Ziff.
77-82
, Zentralwert, Niveau 1) zu ermitteln
und betrage inklusive Nominal
lohnentwicklung bis zum Jahr 2019
Fr.
47'857.5
5.
Das Invalideneinkommen sei auf Basis des
Frauen
lohns für Hilfsarbeiten (LSE 2016
, Zentralwert, Niveau 1) festzusetzen und belaufe sich einschliesslich Nominallohnentwicklung auf Fr.
55'238.7
5.
Es
bestehe kein Raum für einen weiteren Abzug von diesem Ein
kommen; auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt bestehe nämlich ein
genügend breites Spektrum an Verweistätigkeiten. Da der Invaliditätsgrad unter 40
%
liege, bestehe kein Rentenanspruch.
D
ie Beschwerdeführerin
sei
der subjektiven Über
zeugung
, nicht arbeitsfähig zu sein. Deshalb
sei kein Eingliederungspotential vor
handen. Eine
berufliche Integration beziehungsweise die Durchführung von Ein
gliederungsmassnahmen machten deshalb keinen Sinn
(
Urk.
2 S. 3-5).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellt sich demgegenüber auf den Standpunkt,
sie habe Anspruch auf eine Invalidenrente und/oder berufliche Eingliederungs
mass
nahmen (
Urk.
1 S. 2).
Sie macht zusammengefasst geltend, es bestünden drei Gut
achten, welche ihr eine Arbeitsunfähigkeit attestiert hätten. Die IV-Stelle sei hiervon abgewichen, ohne
die
Rechtsprechung zur Abweichung von der Arbeits
fähigkeitseinschätzung in einem Gutachten
zu beachten und
ohne ein Ober
gut
achten in Auftrag zu
geben. Dies sei nicht zulässig
(
Urk.
1
S. 3 und
S. 9-12).
Das letzte Gutachten des
B._
sei nicht schlüssig und nachvollziehbar.
Zwar werde im psychiatrischen Teilg
utachten eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung diagnostiziert, die Annahme des Gutachters, dass nach den derzeit gültigen Beurteilungskriterien eine solche Störung zu keiner Einschränkung der Arbeits
fähigkeit führe
,
weil noch therapeutische Optionen bestünden,
sei aber unzu
treffend
und die
vern
einten Beurteilungskriterien seien durch die Rechtsprechung aufgehoben worden.
Widersprüchlich sei
das Gutachten auch insofern
,
als dieses von der Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung mit einer gegen
wärtig mittelgradigen Episode ausgehe, gleichzeitig aber verneint werde, dass eine von der Schmerzproblematik verselbständigte depressive Erkrankung vor
liege (
Urk.
1 S. 4 unten) und im
Gutachten bei den Belastungen vor allem die anhaltende Schmerzsymptomatik erwähnt werde, diese aber trotzdem ohne Ein
fluss auf die Arbeitsfähigkeit sein solle
(
Urk.
1 S. 4 f. und 8 f.)
.
Im psychiatrischen Teilgutachten werde aufgrund der Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung mittelgradigen Ausmasses eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit
im Längs
schnitt
attestiert, ohne
dass eine
überzeugende
Auseinandersetzung mit den
abweichenden
Einschätzungen in den Vorgutachten aus den Jahren
2011 und 2015
stattgefunden hätte
. Es sei deshalb nicht nachvollziehbar, weshalb gerade das
B._
-Gutachten schlüssiger sein solle als die Vorgutachten; vielmehr wäre im Längsschnitt von einer mindestens 50%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen
.
Auch sei nicht berücksichtigt worden, dass das in allen drei Gutachten erwähnte inkonsistente Verhalten
etwa bei den Angaben zur Lebensgeschichte und zum Tagesablauf gleich wie ihre angeblichen Verdeutlichungstendenzen unbewusste Folgen einer Minderintelligenz und der einfach strukturierten Persönlichkeit seien
(
Urk.
1 S.
5 f.
).
Das Gutachten sei keine genügende Grundlage für die Beurteilung der Standardindikatoren.
Das psychiatrische
B._
-
Teilgutachten enthalte keine hinreichenden Angaben zu den funktionellen Auswirkungen der Diagnosen unter Berücksichtigung der Kriterien der ICF, wobei insbesondere die Au
s
wirkung der Belastungen durch die anhaltende Schmerzsymptomatik auf die Arbeitsfähigkeit
nicht berücksichtigt und abgeklärt worden sei. Die Persönlichkeit und die Grundintelligenz seien ebenfalls nicht
untersucht
worden (
Urk.
1 S. 6 f.).
3.
3.1
Der Psychiater
Dr.
med.
Z._
bescheinigte der Beschwerdeführer
in
in seiner Expertise vom
6.
September
2011 wegen einer
mittelgradigen
depressiven Epi
sode beziehungsweise eines Mischbilds von vordergründig somatischen depressi
ven Symptome
n
mit anhaltenden Schmerzen und Müdigkeit (ICD-10 F32.8)
ab April 2010
eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen
Tätigkeit in einer Reinigungsfirma
,
welche auch einer
i
deal dem Leiden
adaptierte Tätigkeit
ent
spreche
(
Urk.
6/27
/
5-6
).
Dabei berücksichtigte er auch, dass die Beschwerdefüh
rerin während der Exploration inkonsistente Angaben zu ihrer Lebensgeschichte
ge
macht
hatt
e, welche
seiner Meinung nach
für eine Aggravationstendenz sprächen (
Urk.
6/27/3-5), und dass verschiedene psychosoziale Belastungs
faktoren bestanden (
Urk.
6/27/5-6).
Das Sozialversicherungsgericht hielt im Urteil
IV.2012.00822 vom 3
1.
Dezember 2013
hierzu
fest,
die Diagnosestellung von
Dr.
Z._
weise auf ein psychisch überlagertes Beschwerdebild hin, dessen Ein
schätzung der Arbeitsfähigkeit angesichts der geklagten Beschwerden unter Ein
bezug eines somatischen Facharztes zu erfolgen habe. Da eine beweiskräftige Beurteilung des somatischen Gesundheitszustands fehle, habe die IV-Stelle den Sachverhalt unvollständig abgeklärt. Die Sache sei an sie
zurückzuweisen, damit sie dies nachhole beziehungsweise eine
interdisziplinäre Beurteilung der Arbeits
fähigkeit veranlasse (E. 5.1-
2
;
Urk.
6/60/
9-10
).
3.2
Am 2
3.
März 2015 wurde das polydisziplinä
re (Allgemeine Innere Medizin, R
heumatologie, Psychiatrie) Gutachten der Gutachtenstelle
A._
erstattet. Die Gutachter diagnostizierten eine rezidivierende depressive Störung, gegen
wärtig schwergradige Episode ohne psychotische Symptome
und eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung, welche sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkten.
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien die folgenden Diagnosen:
-
Wide Spread Pain Syndrome/Fibromyalgie
;
-
Lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom mit diskreter skoliotischer Fehl
haltung, diskreter
Osteochondrose
und Spondylarthrose L4/5 und L3/4, ohne sensomotorische Ausfälle, mit einer myostatischen Dysbalance und Dekon
ditionierung
;
-
Zervikospondylogenes
Schmerzsyndrom beidseits mit Fehlhaltung, Fehlform mit Kopf- und
Schulterprotraktion
, möglichem intermittierendem zerviko
genem
Kopfschmerz, minimaler
Retrolisthesis
zwischen den
2.
u
nd 3.
Hals
wirbelkörpern sowie ohne relevante degenerative Veränderungen
;
-
Hypothyreose
;
-
Verdacht auf orthostatische Dysregulation (
Urk.
6/93/11).
In ihrer Konsensbeurteilung hielten die Gutachter fest, a
us somatischer Sicht seien die S
chmerzen der Beschwerdeführerin nicht hinreichend erklärbar, weshalb eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung diagnostiziert werden könne. Diese stehe zusammen mit der schwergradig depressiven Episode aus gesamt
medizinischer Sicht im Vordergrund.
Die rezi
di
vier
ende depressive Störung bestehe
mindestens seit 201
1.
Die Symptomatik habe sich im Verlauf verschlech
tert.
Aus internistischer und rheumatologischer Sicht
resultiere
keine Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit
. Hingegen
sei
aus psychiatrischer Sicht in jeder Tätigkeit eine 90%ige Arbeitsunfähigkeit
zu attestieren
(
Urk.
6/93/14-16).
Am 3
0.
März 2017 beantworteten die
psychiatrische
Gutachter
in und der für die Fallkoordination zuständige Gutachter
ergänzende Fragen der IV-Stelle (Urk.
6/121), hielten insgesamt aber an ihren Schlussfolgerungen fest
, insbe
sondere auch daran, dass keine Anhaltspunkte für eine Simulation oder Aggravation bestanden hätten
(
Urk.
6/125
). Die IV-Stelle gelangte zur Beur
teilung, dass die Gutachter keine schlüssige Abgrenzung der psychosozialen und soziokulturellen Faktoren vorgenommen hätten, auch das Aktivitätsniveau vor und nach den gesundheitlichen Problemen zu wenig erörtert hätten und insge
samt gestützt darauf eine rechtsgenügliche
Indikatorenprüfung
nicht möglich sei. Deshalb sei
das
A._
-Gutachten
nicht beweiswertig (Urk.
6/161/2-3).
Diese Einschätzung wurde vom Sozialversicherungsgericht im Urteil IV.2018.00173 vom 1
9.
Juni 2018 E. 5.1 gestützt (
Urk.
6/140/10).
3.3
3.3.1
Am 1
0.
und 2
4.
Oktober 2018 wurde die Beschwerdeführerin in der Gutachten
stelle
B._
orthopädisch, psychiatrisch, internistisch und neurologisch abge
klärt (
Urk.
6/157/28). Am
4.
und
5.
Dezember 2018 erfolgte zudem eine EFL (
Urk.
6/157/11,
Urk.
6/157/39). Der polydisziplinären Expertise vom 12.
Dezem
ber 2018 sind als Diagnosen mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit
ein
Lumbovertebralsynd
r
om
bei Disk
u
shernie L4/5 mit Kontakt zur Nervenwurzel L5 beidseits sowie Diskushernie L5/S1 mit Kontakt zur Nervenwurzel S1 beidseits, eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, ein chronisches
z
ervikozephales
wie links–brachiales Schmerzsy
n
d
rom, Erstma
nifestation im Rahmen eines Unfalls 2009 (Sturz von einem Stuhl aufs Gesäss)
,
mit Kopfschmerzen vom Spannungstypus, sehr wahrscheinlich überlagert durch ein
Painkiller-Headache
bei Dauereinnahme von
NSAR (Paracetamol seit 2010) sowie einem leichtgradigen
sensiblen Carpaltunnelsyndrom links (
Urk.
6/157/34-
35).
3.3.2
Die
EFL
ergab eine massive Symptomausweitung mit Selbstlimitierung und Ver
meidungsverhalten
:
Beobachtet wurden etwa fehlende Anstrengungszeichen, indem bei Steigerung der Belastung bis zum Testabbruch keine relevante Zunahme der Herz- oder Atemfrequenz zu verzeichnen war. Zudem entsprach die Angabe von starken Schmerzen nicht dem eher wenig leidenden Eindruck, den die Beschwerdeführerin während der Aktivitäten vermittelt
e
(
Urk.
6/157/19-21). Deshalb waren
die Resultate der physischen Lei
s
tungstests nicht verwertbar und die zumutbare Belastbarkeit
musste
aufgrund medizinisch-theoretischer Über
legungen definiert werden. Der orthopädische Gutachter hielt fest, es sei davon auszugehen, dass bei gutem
Effort
eine bessere Leistung erbracht werden könne (
Urk.
6/157/13-15,
Urk.
6/157/25,
Urk.
6/157/42-43). Die
Sachverständigen
beobachteten
auch
inkonsequentes Hinken (
Urk.
6/157/13) und
auffällige Befunde bei der klinisch-neurologischen Prüfung der sensiblen Qualitäten.
Die neurologische Expertin
schilderte
in ihrem
Teilgutachten
ausführlich
das von ihr beobachtet
e
inkonsistente Verhalten der Beschwerdeführerin, auch bei den Schmerzangaben (
Urk.
6/157/78-79).
Sie
erachtete es zudem als a
uffällig, dass die geklagten
z
erviko
-brachialen Beschwerden hinsichtlich der Schmerzintensität offenbar gar kein
er Dynamik unterla
gen und nach A
ngaben der Beschwerde
führerin immer gleich stark ausgeprägt
seien
(
Urk.
6/157/78)
.
Weiter wies sie darauf hin, d
ie Beschwerdeführerin habe
bei ihrem
Versuch, die Ursachen der Inkonsistenzen mit
ihr
zu ergründen, nur stumm mit den Achseln gezuckt
(
Urk.
6/157/69)
.
Deshalb
hielt
die neurologische Gutachterin
die Verwertbarkeit
der
Befunde mang
els Plausibilität
als
erheblich
eingeschränkt (
Urk.
6/157/79)
.
Im Übrigen ist dem Gutachten zu entnehmen, dass das spontane Bewegungs
verhalten, mit Ausnahme des häufigeren Gebrauchs der linken Hand, des Ver
meidens, sich zu
b
ücken, die Knie zu beugen und länger als 15 Minuten zu sitzen, mehrheitlich unauffällig war (
Urk.
6/157/13).
3.3.3
Dem psychiatrischen Teilgutachten ist
als Diagnose, die sich auf die Arbeitsfä
higkeit auswirkt, eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittel
gradig depressive Episode (ICD-10 F33.1)
zu entnehmen
. Daneben
wurde
eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung
(ICD-10 F45.4) aufgeführt
, jedoch
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
6/157/101).
Die Beschwerdeführerin habe im Zusammenhang mit körperlichen Beschwerden nach einem angeblichen Sturz auf den Steissbeinbereich etwa im Jahr 2009
,
nach
psychosozialen Proble
men nach
der
Kündigung der Arbeitsstelle
und darauffolgender
Arbeitslosigkeit sowie
seit
der Erkrankung ihres Ehemanns etwa 2010 eine rezidivierende depressive Störung mit mittelgradigen Episoden entwickelt.
Die anlässlich der
gutachterlichen Exploration
erhobenen Symptome
(bedrückte Stimmung mit nicht aufhellbarem Affekt, leichte psychomotorische Verlangsamung, verminder
te
r
Antrieb, negativistische
s
Denken, deutlich verminderte Interessen, ver
minderte
s
Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen
sowie
Schlafstörungen
)
ent
sprächen ebenfalls dieser Diagnose (
Urk.
6/157/99-100,
Urk.
6/157/101,
Urk.
6/157/103-104
)
, zumal sie
weitgehend v
alide und nachvoll
ziehbar
seien (
Urk.
6
/157/108)
.
Zudem klage
die Beschwerdeführerin
seit Jahren über multiple schwere und quälende Schmerzen, ohne dass diese durch organische Befunde vollständig erklärt werden könnten. Diese stünden in Ver
bindung mit emotiona
len Konflik
ten und psychosozialen Problemen als entscheidende ursächliche Ein
flüsse,
so dass das Vorliegen einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung angenommen werden könne
(
Urk.
6/157/101-102
,
Urk.
6/157/104
-105
; vgl. auch
Urk.
6/157/94
).
Eine psychogene Überlagerung der körperlichen Beschwerden werde auch durch die rezidivierende depressive Störung
bewirkt
(
Urk.
6/157/105).
Die Beschwerdeführerin habe vier Jahre die Schule in ihrer Heimat besucht und danach keine Ausbildung abgeschlossen. Sie könne angeblich kaum lesen, schreiben oder rechnen und nur wenig Deutsch sprechen (
Urk.
6/157/96,
Urk.
6/157/102). Anlässlich der Untersuchung sei der Eindruck einer erschwerten Konzentrationsfähigkeit entstanden mit du
rchgehend ungenauen zeitlichen A
ngaben bei mangelnder Allgemeinbildung
und einfachem Denken (
Urk.
6/157/99-100).
Eine Persönlichkeitsstörung lasse sich trotz ihrer ungünsti
gen Kindheitsentwicklung mit frühem Tod des Vaters nicht erheben. Es bestehe seit Jahren eine intakte Partnerbeziehung ohne familiäre Probleme (
Urk.
6/157/104). Die Beschwerdeführerin habe während der Untersuchung ihre Beschw
erden durch klagsames Verhalten sowie
demonstratives Hinweisen auf ihre Beeinträchtigungen mit ungenauer Beschwerdeschilderung verdeutlicht. Damit bestünden Hinweise für eine Aggravation und einen sekundären Krank
heitsgewinn durch vermehrte Zuwendung von Angehörigen (
Urk.
6/157/99,
Urk.
6/157/105).
Auch bestehe keine gleichmässige Einschränkung des Aktivi
tätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen. Die Beschwerdeführerin fühle sich nicht arbeitsfähig, was im Widerspruch zu verschiedenen Aktivitäten in ihrem Tagesablauf stehe (
Urk.
6/157/107
,
Urk.
6/157/110
).
Es bestünden psychosoziale Belastungsfaktoren, welche negative funktionelle Folgen hätten und sich ungünstig auf die depressive Störung auswirkten, ohne jedoch alleinige Ursache derselben zu sein. Zu nennen
seien: mangelnde Schulbildung, Migrations
probleme mit mangelnden Sprachkenntnissen, Arbeitslosigkeit, finanzielle Probleme, Erkrankung des Ehemanns sowie Auszug der Kinder (
Urk.
6/157/105
,
Urk.
6/157/111
). Die depressive Störung stehe auch in Zusammenhang mit der Schmerzsymptomatik
,
welche als Belastungsfaktor den Umgang mit der depressiven Symptomatik erschwere
.
Es lasse sich keine von den Schmerzen und
der psychosozialen Problematik
verselbständigte depressive Störung erheben
(
Urk.
6/157/105
,
Urk.
6/157/107
,
Urk.
6/157/111
).
Die Beschwerde
führerin verfüg
e
über mobilisierbare Ressourcen, nämlich eine intakte Partnerbeziehung ohne familiäre Probleme und die Unterstützung der Kinder (
Urk.
6/157/6
,
Urk.
6/157/10
).
S
ie werde seit 2010 psychiatrisch-psychothera
peu
tisch behandelt
, kombiniert mit einer antidepressiven Medikation,
und habe vom 2
1.
November 2011 bis 1
7.
Januar 2012 eine tagesklinische Rehabilitations
behandlung absolviert
;
momentan fänden eine bis zwei Konsultationen pro Monat statt
(
Urk.
6/157/93)
. Es dürfte eine ausreichende Kooperation und Compliance bestehen.
Damit bestehe Krankheitseinsicht
, zumal
die Beschwerde
führerin anlässlich der Untersuchung einen deutlichen Leidensdruck
gezeigt habe
.
Die psychiatrische Behandlung könne noch intensiviert werden, insbesondere die antidepressive Medikation.
Dadurch könne eine Besserung des psychischen Zustandsbildes und damit auch der Arbeitsfähigkeit um etwa 10
%
eines Voll
zeitpensums erwartet werden. Allerdings seien d
ie Möglichkeiten einer Psycho
therapie wegen der einfach strukturierten Persönlichkeit der Beschwerdeführerin limitiert (
Urk.
6/157/106
-107,
Urk.
6/157/112)
.
Aus psychiatrischer Sicht sei es der Beschwerdeführerin trotz ihrer psychischen Beeinträchtigungen zumutbar, mit einer zumutbaren Willensanstrengung eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen. Sie sei einem Arbeitsumfeld zumutbar, sei
jedoch auf vermehrte Rücksicht und Verständnis angewiesen. Einer beruflichen Eingliederung stünden keine medizi
nischen Hinderungsgründe entgegen, allerdings erschienen Eingliederungsmass
nahmen aufgrund der mangelnden Motivation eher wenig aussichtsreich (
Urk.
6/157/107).
3.3.4
In ihrer abschliessenden interdisziplinären Gesamtbeurteilung hielten die Gutach
ter fest,
wegen der Dauerkopfschmerzen betrage die Arbeitsfähigkeit als Raumpflegerin ab 2009 bei voller Stundenpräsenz nur noch 80
%
. Weil aufgrund
d
er rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, die emotionale Belastbarkeit, die geistige Flexibilität, die Konzentrationsfähigkeit, der Antrieb, die Interessen, die Motivation, die Kontaktfähigkeit und die Dauer
belastbarkeit beeinträchtigt seien, belaufe sich die A
rbeitsfähigkeit ab September 201
0 bei voller Stundenpräsenz nur noch auf 60
%
. Arbeiten ohne übermässige stereotype Belastungen der linken oberen Extremität sowie ohne Kopfschmerzen auslösende Zwangshaltungen im HWS-Schultergürtelbereich mit Wechselhaltung und in temperierten Räumen seien seit jeher uneingeschränkt zumutbar. Geistig einfache Tätigkeiten mit klaren Vorgaben und Strukturen, ohne erhöhte emotio
nale Belastung, ohne Stressbelastung, ohne die Notwendigkeit zu geistiger Flexi
bilität,
ohne Anforderungen an die Konzentration, ohne vermehrte Kundenkon
takte und ohne überdurchschnittliche Dauerbelastung seien der Beschwerde
führerin seit September 2010 bei voller Stundenpräsenz mit einer Arbeitsfähigkeit von 70
%
zumutbar
(
Urk.
6/157/35,
Urk.
6/157/110)
. Seit dem Zeitpunkt der Begutachtung bestehe zudem die Einschränkung, dass eine zumutbare Tätigkeit körperlich leicht sein sowie abwechselnd sitzend und stehend sowie ohne häufige inklinierte,
reklinierte
und rotierte Körperhaltung ausgeübt werden können
sollte
(
Urk.
6/157/35).
4.
4.1
Das Gutachten des
B._
vom
1
2.
Dezember 2018
ist für die streitigen Belange umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden, ist in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden, leuch
tet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein und enthält begründete Schluss
folgerungen der Experten
. Damit erfüllt es die höchstrichterlichen Anforderungen
an beweis
kräftige medizinische
Beurteilungsgrundlagen
(BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Ferner wurde in der Expertise auch
eingehend zu
den
für die Beurteilung
der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren
Stellung genommen (
Urk.
6/157/104-111
; vgl. vorstehend E. 1.2.2
), und sie enthält eine einlässliche Auseinandersetzung mit den abwei
chenden Beurteilungen
in den
beiden Vorgutachten (
Urk.
6/157/108-110).
4.2
Zwar könn
t
en
- wie die Beschwerdeführerin vorbringt
(
Urk.
1 S. 4)
-
die Formu
lierung
en
im
psychiatrischen Teilgu
tachten auch so interpretiert werden, dass
der begutachtende Psychiater
allenfalls
der Meinung war
,
eine somatoforme Schmerzstörung
könne
nach der geltenden
Rechtslage
grundsätzlich
keinen Ein
fluss auf die Arbeitsfähigkeit haben
und sei
deshalb bei der Beurteilung
der Arbeitsfähigkeit
generell
auszu
klammern
(
Urk.
6/157/109
).
Eine solche Ansicht wäre
in dieser
Absolutheit
unzutreffend (vorstehend E. 1.2.3).
Entscheidend ist aber, dass von den
B._
-
Gutachtern keine erheblichen diagnoserelevanten Befunde erhoben wurden, die allein auf die somatoforme Schmerzstörung
zurückgeführt
werden können.
Die Dauerkopfschmerzen wurden als neurologisch erklärbar eingestuft. Deren funktionelle Auswirkungen wurden mit einer 20%igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit a
ls Raum
pflegerin berücksichtigt;
in einer angepassten Tätigkeit ohne die Kopfschmerzen auslösende Zwangshaltungen im HWS-Schultergürtelbereich
wurde hingegen
keine
Arbeitsunfähigkeit bescheinigt. Den
mittels objektiver körperliche
r
Befunde
ebenfalls erklärbaren
lum
b
overtebralen
,
cervicocephalen
und
cervicobrachialen
Schmerzsyndromen wurde lediglich ein Einfluss auf das zumutbare Belastungs
profil beigemessen (
Urk.
6/157/35
). Die darüber hinausgehenden
Schmerz
angaben
der Beschwerdeführerin wurden von den Somatikern
aufgrund ihrer klinischen Untersuchungsbefunde
als nicht plausib
el
und
verwertbar
eingestuft
(vorstehend E. 3.3.2)
.
Auch der psychiatrische Gutachter
führte das klagsame Ver
halten der Beschwerdeführerin während der Untersuchung auf eine Verdeutli
chung der körperlichen Beschwerden
,
eine Aggravation und einen sekundären Krankheitsgewinn zurück (
Urk.
6/157/94,
Urk.
6/157/99,
Urk.
6/157/
105).
Inso
fern
liegt keine versicherte Gesundheitsschädigung vor
(vgl.
die
Urteil
e
des Bun
desgerichts
9C_371/2019 vom
7.
Oktober 2019 E. 5.1.2 und
8C_378/2018 vom 3
0.
November 2018 E. 6).
Im gesamten Gutachten
, das
unter anderem
auf
umfangreichen Untersuchungen der vier Teilgutachter am 1
0.
und 2
4.
Oktober 2018 sowie auf der EFL vom
4.
und
5.
Dezember 2018 basiert (
Urk.
6/157/28-29),
fehlen Anhaltspunkte dafür, dass eine vegetative Schmerzsymptomatik fest
ge
s
tellt
wurde
oder die Beschwerde
führerin einen glaubwürdig schmerzgequälten Eindruck machte.
Im
G
egenteil
w
urde
auf den wenig leidenden Eindruck hinge
wiesen, den sie während der EFL vermittelte (
Urk.
6/157/19).
Zu beachten ist auch, dass der psychiatrische Gutachter zahlreiche psychosoziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren erhob (finanzielle Probleme, Zukunfts- und Existenzängste, Erkrankung des Ehemannes, Migrationsprobleme und mangelnde Beherrschung der deutschen Sprache [
Urk.
6/157/111])
, denen er einen Einfluss auf die Entstehung beziehungsweise Aufrechterhaltung der somatoformen Störung zuschrieb (
Urk.
6/157/104-105). Soweit diese Faktoren die Symptomatik direkt beeinflussen, sind sie als nicht invalidisierende Umstände auszuscheiden (Urteil des Bundesgerichts
9C_549/2015
vom 2
9.
Januar 2016
E.
4.2
-3).
Eine psychogene Ü
berlagerung der k
örperlichen Beschwerden wurde zudem bereits als Teil der depressiven Symptomatik
berücksichtigt
, ebenso die einge
schränkte Konzentrationsfähigkeit
. Ferner fanden die körperlichen und somato
formen Schmerzen
Beachtung
als Belastungsfaktor, der die Wirkung der Depression verstärkt
(
Urk.
6/157/105
,
Urk.
6/157/110-111
)
.
Gesamthaft betrach
tet lassen sich
allein auf die somatoforme
Schmerzstörung
zurückzuführende,
erheblich ausgeprägte diagnoserelevante Befunde mit dem Potential, zu wesentlichen funktionellen Einschränkungen und einer Arbeitsunfähigkeit zu führen, nicht mit dem
massgeblichen
Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit nachweisen.
Da es bereits an diesem Erfordernis
fehlt
, erübrigt sich die Prüfung der weiteren Standardindikatoren (vorstehend E. 1.2.2).
4.
3
4.3.1
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin liegt in der gutachterlichen Berücksichtigung der Schmerzsymptomatik als Belastungsfaktor
,
der den Umgang mit der depressiven Symptomatik erschwert
(
Urk.
6/157/111)
, obgleich der somatoformen Schmerzstörung kein Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zuer
kannt
wurde
(
Urk.
6/157/101)
, kein Widerspruch
.
Die Ausführungen des psychiatri
schen Gutachters in verschiedenen Abschnitten seiner Expertise lassen sich in der Weise auf einen gemeinsamen Nenner bringen und interpretieren, dass die Beschwerdeführerin seiner Ansicht nach als Folge ihrer Schmerzen und
der
psychosoziale
n
Belastungsfaktoren eine depressive Störung entwickelte
(
Urk.
6/157/94,
Urk.
6/157/96,
Urk.
6/157/101,
Urk.
6/157/103,
Urk.
6/157/105).
Zum einen ist die Schmerzsymptomatik
als die Depression mitverursachender Faktor
auch teilweise körperlich erklärbar, zum anderen muss nach dem Gesagten davon ausgegangen werden, dass die rein somatoforme Schmerzsymptomatik keine erhebliche Ausprägung aufweist.
4.3.2
Ebenfalls unzutreffend ist der Einwand der Beschwerdeführerin, die Längsschnitt-Beurteilung der
auf die depressive
Symptomatik
zurückzuführende
n
Arbeitsun
fähigkeit sei ohne überzeugende Auseinandersetzung mit den abweichenden Ein
schätzungen in den Vorgutachten erfolgt. Der
B._
-Psychiater hat sich eingehend zu diesen abweichenden Beurteilungen geäussert und dargelegt, dass die im Gutachten der
A._
attestierte 90%ige Arbeitsunfähigkeit
unter Berücksichtigung der
in jenem
Gutachte
n dokumentierten Befunde als überhöht
erscheine
,
da einerseits fraglich sei, ob damals tatsächlich eine schwere depressive Störung bestanden habe
;
angesichts der ungenauen anamnestischen Angaben und des Unvermögens der Beschwerdeführerin, den eigenen Zustand adäquat zu beschreiben, könne fälschlicherweise der Eindruck entstehen, sie sei schwer depressiv.
Andererseits ging
d
er
B._
-Psychiater
im Gegensatz zu den
A._
-Gutachtern
davon aus, dass die somatoforme Schmerzstörung zu keiner Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führt
e
, was
-
wie bereits gesagt
-
nicht zu beanstanden ist. Weiter legte er dar, dass die
unter Berücksichtigung
der mittel
gradigen de
pressiven Störung verbleibende Resta
rbeitsfähigkeit in leidens
angepassten Tätigkeiten etwas höher sei als
laut
Gutachten von
Dr.
Z._
, weil
gemäss Angaben der Beschwerdeführerin
bei der letzten Tätigkeit als Reinigungs
angestellte ein erhöhter Zeitdruck bestanden habe, welcher beim aktuell berück
sichtigten Belastungsprofil nicht bestehe. Zudem müssten bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit die
invaliditäts
fremden psychosozialen Faktoren berücksichtigt werden (
Urk.
6/
157/96,
Urk.
6/157/108-111,
Urk.
6/157/113).
Gestützt auf die
ungenauen anamnestischen Angaben der Beschwerdeführerin und die medizini
schen
Vorakten
sei davon auszugehen, dass es im Verlauf zu keiner namhaften Verschlechterung des psychischen Zustandsbildes gekommen sei.
Die von ihm attestierte Arbeitsunfähigkeit gelte deshalb seit mindestens September 2010 (
Urk.
6/157/111).
Diese Ausführungen überzeugen, zumal das Sozialversiche
rungsgericht bereits in den Urteilen
IV.2012.00822 vom 31.
Dezember 2013
E.
5.1-
2
und
IV.2018.00173 vom 1
9.
Juni 2018 E. 5.1
zur Einschätzung gelangt war, dass auf das Gutachten von
Dr.
Z._
und dasjenige der
A._
nicht
abschliessend
abgestellt werden könne
(
Urk.
6/60/9-10
, Urk.
6/140/10)
.
4.3.3
Soweit der Rechtsvertreter
der Beschwerdeführerin
vorbringt
, ihr
inkonsistentes Verhalten und ihre Verdeutlichungstendenzen, welche
in allen drei Gutachten
erwähnt würden,
seien unbewusste Folgen einer Minderintelligenz und der ein
fach strukturierten Persönlichkeit (
Urk.
1 S. 5 f.), stellt
dies
eine blosse Behaup
tung ohne medizinische Grundlage dar. Zudem ist nicht ersichtlich und wird
vom Rechtsvertreter
auch nicht weiter erklärt, inwiefern
diese Begründung für das inkonsistente Verhalten
einen Einfluss auf die zumutbare Arbeitsfähigkeit haben soll.
4.3.4
Des Weiteren
enthält das
B._
-Gutachten entgegen der Ansicht der Beschwer
deführerin hinreichend Angaben zu den funktionellen Auswirkungen der depressiven Störung
(
Beeinträchtigungen der emotionalen Belastbarkeit, der geistigen Flexibilität, der Konzentrationsfähigkeit
, des Antriebs und
der Interessen
, der Motivation, der Kontaktfähigkeit und der Dauerbelastbarkeit
[Urk.
6/157/35,
Urk.
6/157/110,
Urk.
6/157/113
]
). Persönlichkeit und Grund
intelligenz wurden ebenfalls abgeklärt, wobei der psychiatrische Sachverständige keine
Anhaltspunkte für erhebliche Beeinträchtigungen in diesen Bereichen
fest
stellte
(
Urk.
6/157/99-100,
Urk.
6/157/104
).
Die Gutachter berücksichtigten zudem, dass die Beschwerdeführerin ihre antidepressive Medikation aufgrund der Blutspiegelbestimmung
damals
nicht einzunehmen
schien
(
Urk.
6/157/35).
Es
darf
auch
davon ausgegangen werden
, dass die psychosozialen Belastungs
faktoren im psychiatrischen
B._
-Teilgutachten bei der Beurteilung der
Ein
schränkung der
zumutbaren Arbeitsfähigkeit
der
mittelschwere
n
depressive
n
Erkrankung
ausgeklammert wurden
. Der Gutachter wies nämlich explizit darauf hin, die
Leistungseinschränkung von 40
%
sei «unter Berücksichtigung der IV
fremden
psychosozialen Faktoren
» anzunehmen (Urk.
6/157/113),
was in der gegebenen Konstellation nur so verstanden werden kann, dass diese Faktoren aus
ge
klammer
t
wurden
. Der
gegenteiligen
Ansicht der IV-Stelle
kann deshalb nicht beigepflichtet werden.
4.3.5
Der psychiatrische Gutachter
hielt
zwar fest, es lasse sich keine von den Schmerzen und der psychosozialen Problematik verselbständigte depressive Erkrankung erheben (
Urk.
6/157/5,
Urk.
6/157/10).
Aufgrund der
von ihm
her
ausgearbeiteten Krankheitsdynamik
mit verschiedenen Einflussfaktoren
und des expliziten Hinweises in seinem Teilgutachten
, die negativen funktionellen Folgen der psychosozialen Belastungsfaktoren
seien
nicht alleinige Ursache
der depressiven Störung,
ist davon auszugehen
, dass die depressive Störung nicht allein
auf die psychosozialen Belastungsfaktoren zurüc
kzuführen ist (Urk.
6/157/105).
Dies
folgt
auch aus den Ausführungen
des Sachverständigen
zur Auswirkung der Depression auf die Arbeitsfähigkeit. Wie bereits dargelegt
,
hat er
bei der Festsetzung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit die psychosozialen Faktoren ausgeklammert.
Zudem hat er
in Anbetracht des bisherigen Krankheits
verlaufs eine nur begrenzt günstige Prognose gestellt in dem Sinne, dass
bei Fort
führung der psychiatrischen Behandlung u
nd Optimierung der antidepressiven Medikation
in Abhängigkeit
der
psychosozialen
Problematik
innerhalb eines Jahres
mit einer
Steigerung
der Arbeitsfähigkeit in leidens
angepassten Tätig
keiten im Umfang von
(
lediglich
)
10
%
eines Voll
pensums
gerechnet
werden könne
(
Urk.
6/157/105,
Urk.
6/157/112)
.
Es ist also von einer
gewissen C
hroni
fi
zierung der depressiven Störung auszugehen, was auch die Diagnosestellung einer rezidivierenden depressiven Störung nahelegt.
Die Darlegungen des Gut
achters sind so zu verstehen,
dass
zwar
Wechselwirkungen zwischen
den
-
nach dem Gesagten hauptsächlich körperlich bedingten -
Schmerzen,
den psycho
sozialen und soziokulturellen Belastungsfaktoren und der Depression bestehen, die d
epressive Störung aber nach Wegfall der psychosozialen
Faktoren
nicht einfach verschwinden würde
. Mit der diagno
stizierten depressiven Erkrankung liegt also durchaus ein invaliden
ver
sicherungs
rechtlich bedeutsamer
verselb
ständigter Gesundheits
schaden vor
(vgl.
vorstehend E. 1.2.3
sowie Urteil des Bun
desgerichts 9C_116/2018 vom 17.
April 2018 E. 3.2.2
).
4.
4
4.4.1
Schliesslich
bleibt zu prüfen, ob
die
vom
psychiatrischen Gutachter
wegen der
rezidivierenden depressiven Störung mit gegenwärtig mittelgradiger Episode
attestierte 40%ige Arbeitsunfähigkeit in de
r angestammten Tätigkeit und 30
%ige Arbeitsunfähigkeit i
n
leidensangepassten
,
geistig einfachen Tätigkeiten ohne
erhöhten Zeitdruck
auch im Lichte der nach der höchstrichterlichen Recht
sprechung zu berücksichtigenden Standardindika
toren
überzeugt
(vorstehend E.
1.2.2
)
.
4.4.2
Der psychiatrische Gutachter erhob
unter Ausklammerung
von Inkonsistenzen
valide
, insgesamt mittelschwere depressive
Symptome (
Urk.
6/157/99
, Urk.
6/157/108
)
, wobei ihm die Beschwerdeführerin trotzdem noch als vital
imponierte (
Urk.
6/157/103)
.
In funktioneller Hinsicht führen die erhobenen Symptome zu Beeinträchtigungen der emotionalen Belastbarkeit, der geistigen Flexibilität, der Konzentrationsfähigkeit, des Antriebs und der Interessen, der Motivation, der Kontaktfähigkeit und der Dauerbelastbarkeit (
Urk.
6/157/35, Urk.
6/157/110,
Urk.
6/157/113).
Die Beschwerdeführerin
wird
seit 2010
-
nach Auffassung des
B._
-Psychiaters
mit ausreichender Kooperation
-
ein bis zwei Mal pro Monat
psychiatrisch-psycho
therapeutisch
behandelt, nimmt
-
allerdings
seit Jahren
zu niedrig dosierte
antidepressive Medikamente ein und absolvierte vom 2
1.
November 2011 bis zum 1
7.
Januar 2012 eine tagesklinische Rehabilitationsbehandlung (Urk.
6/15/93,
Urk.
6/157/
106
; vgl. auch
Urk.
6/27/6
)
. Die antidepressive Medi
kation
kann nach Einschätzung des psychiatrischen Gutachters
noch intensiviert werden,
wodurch eine
Steigerung der Arbeitsfähigkeit um 10
%
eines Vollpen
sums
erwartet werden kann
;
wegen der e
infach strukturierten Persö
nlichkeit mit mangelnder Allgemeinbildung dürften die therapeutischen Möglichkeiten darüber hinaus limitiert sein (
Urk.
6/157/
106
,
Urk.
6/157/112
)
. Eine gewisse Behandlungsresistenz ist damit ausgewiesen.
Als belastende Komorbidität anzuführen ist die anhaltende (körperliche und somatoforme) Schmerzsymptomatik, die vom
B._
-Psychiater als leistungs
hin
dernder Belastungsfaktor berücksichtigt wurde (
Urk.
6/157/105, Urk.
6/157/111).
Trotz ungünstiger Kindheitsentwicklung fand
d
er
Sach
ver
ständige
hingegen keine Hinweise für das Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung (
Urk.
6/157/104).
Als Ressourcen erwähnte er insbesondere intakte und unterstützende familiäre Beziehungen und die Tagesaktivitäten der Beschwerdeführerin (Einhalten von Terminen und Therapien, Hallenbadbesuche, gelegentliche Spaziergänge, ab und zu Kochen [
Urk.
6/157/110]).
Ausserhalb der Familie hat die Beschwerdeführerin keine Kontakte, wobei der
B._
-Psychiater sie als erschwert kontaktfähig ein
stufte (
Urk.
6/157/106).
Als belastenden s
ozialen
Kontext
führte er die psychosozialen Belastungsfaktoren (mangelnde Schulbildung, Migrationshintergrund mit ungenügenden Sprach
kenntnissen, Arbeitslosigkeit, finanzielle Probleme, Erkrankung des Ehemannes)
an
(
Urk.
6/157/105)
. Es ist nachvollziehbar, dass diese den Wirkungsgrad der Fol
gen der Depression negativ beeinflussen
können
(vgl. vorstehend E. 1.2.3).
Soweit die
IV-Stelle
mit dem Hinweis in der angefochtenen Verfügung
, die psycho
sozialen Belastungsfaktoren dürften bei der
Indikatorenprüfung
nicht als ressourcen
hemmende Faktoren berücksichtigt werden
(
Urk.
2 S. 3)
,
eine andere Auffassung vertritt, ist diese
unzutreffend.
4.4.3
Zur
Beurteilung
des entscheidenden Kriteriums
von Konsistenz und Plausib
i
lität der erhobenen Einschränkungen prüfte der psychiatrische Sachverständige, ob eine gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen bestand. Diese Frage verneinte er
in überzeugender Weise
unter Hinweis darauf,
dass die Beschwerdeführerin zwar keiner beruflichen Tätigkeit nachgehe und sich nicht arbeitsfähig fühle, andererseits aber durchaus einen aktiven Tagesablauf aufweise. Dies bestätigen die anamnestischen Angaben der Beschwerdeführerin. Demnach raucht sie nach dem Frühstück auf dem Balkon und nimmt anschliessend vor und nach dem Mittagessen
mit ihrer Tochter
(Therapie-)Termine wahr. Den Nachmittag verbringt sie ausserdem gelegentlich mit
s
pazieren, was bereits vor 2010 ihr einziges Hobby war, und
mit
Hallenbad
besuchen
. Manchmal kocht sie zudem
das
Abendessen (
Urk.
6/157/97,
Urk.
6/157/107)
.
Dieses Aktivitätsniveau ist mit einer vollständigen Arbeitsun
fähigkeit
in den in Frage kommenden Bereichen
nicht vereinbar. Andererseits weist
die seit 2010 kontinuierlich fortgeführte psychiatrische Behandlung auf eine Krankheitseinsicht und einen vorhandenen Leidensdruck hin (
Urk.
6/157/107).
Vor diesem Hintergrund
überzeugt
die vom
B._
-Psychiater
bescheinigte 40%ige Arbeitsunfähigkeit als Reinigungsmitarbeiterin
und 30%ige Arbeits
un
fähigkeit in
geistig
einfachen
Tätigkeiten mit klaren Vorgaben und Strukturen, ohne erhöhte emotionale Belastung, ohne Stressbelastung, ohne erforderliche geistige Flexibilität, ohne hohe Anforderungen an die Konzentration
,
ohne Kundenkontakte und ohne überdurchschnittliche Dauerbelastung.
Mit der aner
kannten Arbeitsunfähigkeit in
den
angepassten Tätigkeiten wird den erhobenen funktionellen Beeinträchtigungen einerseits durch Eingrenzung des zumutbaren Tätigkeitsprofils, andererseits durch Anerkennung einer Leistungseinschränkung von 30
%
bei voller Stundenpräsenz in solchen Tätigkeiten Rechnung getragen (
Urk.
6/157/35,
Urk.
6/157/113).
A
uch
ein
Quer
vergleich mit
der vom Vorgut
achter
Dr.
Z._
attestierten 50%igen Arbeits
unfähigkeit
in einem deutlich weniger eingeschränkten Tätigkeits
spektrum
(
vgl.
vorstehend E. 3.1)
zeigt, dass
d
ie Beurteilung
des psychiatrischen Sachver
ständigen der
B._
ohne Weiteres innerhalb des psychiatrischen
Gutachtern
bei der Festlegung der Arbeitsfähigkeit zukommenden Ermessens
spielraums
liegt
, zumal
Dr.
Z._
ausführte, die von ihm b
escheinigte
(höhere)
Arbeitsun
fähigkeit von 50
%
entspreche der höchsten Einschränkung, welche wegen mittelgradigen Depressionen bei normalen Tätig
keiten resultieren könne (Urk.
6/27/7)
.
Zudem dürfte der Ermessensspielraum im hier zu beurteilenden Fall überdurchschnittlich gross gewesen sein, da wegen der ungenauen anamnestischen Angaben der Beschwerdeführerin, ihr
em
teilweisen
Unvermögen, den eigenen Zustand adäquat zu beschreiben und ihr
em
inkonsistenten
Verhalten die Objektivierung von
Einschränkungen besonders erschwert war
(
Urk.
6/157/108)
.
I
m Übrigen
erachtete
auch
Dr.
med.
C._
, Fach
ä
rzt
in
für
Psychiatrie und Psychotherapie
vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der IV-Stelle, in
ihrer
Stellungnahme vom
1
5.
Februar 2019
die Beurtei
lung des
B._
-Gutachters als plausibel
(
Urk.
6/161/9)
. Es kann folglich darauf abgestellt werden.
5.
5.1
Die Beschwerdeführerin hat sich am 1
6.
März 2011 bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug angemeldet (
Urk.
6/6). Ein allfälliger Rentenanspruch ist in Anwendung der sechsmonatigen Karenzfrist nach der Anmeldung frühestens am
1.
September 2011 entstanden (
Art.
29
Abs.
1 in Verbindung mit
Abs.
3
des
Bun
desgesetz
es
über die Invalidenversicherung [IVG]
).
I
n diesem Zeitpunkt
war
die Beschwerdeführerin laut den
B._
-Gutachtern während eine
s
Jahr
es
zu 40
% arbeitsunfähig in der angestammten Tätigkeit
gewesen
(vorstehend E.
3.3.4)
, womit
auch die einjährige Wartezeit im Sinne von
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG
bestanden war.
Der Invaliditätsgrad ist mittels eines Einkommensvergleichs zu ermitteln.
Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend (BGE 143 V 295 E. 4.1.3, 129 V 222 E. 4.1 und E. 4.2, 128 V 174).
5.2
Es ist zu Recht unbestritten, dass das Einkommen,
das die Beschwerdeführerin erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (
Valideneinkommen
),
auf der Grundlage
der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizeri
schen Lohnstrukturerhebung (LSE) zu ermitteln ist (
Urk.
1 S.
14 f.
,
Urk.
2 S.
4 f.
; vgl. auch
Urk.
6/11,
Urk.
6/23).
D
er Rentenanspruch
ist nach dem Gesagten
früheste
ns im September 2011 entstanden; deshalb
ist entgegen der Ansicht der Parteien nicht auf die LSE
2016 (
Urk.
2 S. 5)
, sondern auf die LSE 2010 abzu
stellen.
Da die Beschwerdeführerin zuletzt als Raumpflegerin tätig war, recht
fertigt es sich, wie im
Urteil
des Bundesgerichts
8C_489/2014
vom
26.
August 2014
E. 6.1 auf die LSE 2010 TA7 (Reinigung und öffentliche Dienste) abzustellen,
woraus sich
ein
standardisiertes
monatliches Einkommen von Fr.
3'741.
--
ergibt
(
Vollzeitäquivalent basierend auf 4 1/3 Wochen à 40
Arbeitsstunden
, Anforde
rungsniveau 4, einfache und repetitive Tätigkeiten
)
. Angepasst an die Nominal
lohnentwicklung bis zum Jahr 2011 (
BFS, Schweizerischer
Loh
nindex
nach Branche
[Index Basis 2010
= 100; im
Internet abrufbar],
Nominallohn
index Frauen 2011-2018, T1.2.10, sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen [wozu die Gebäudereinigung zählt, vgl.
Urk.
5 S.
3];
2010: 100; 2011; 100,
9)
von 0,
9
%
und die betriebsübliche Arbeitszeit von 42,1 Stunden
(Bundesamt für Statistik [BFS], Betriebsübliche Arbeitszeit nach
Wirtschafts
abteilungen
in Stunden pro Woche, Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen, im Internet abruf
bar)
,
resultiert
im Jahr 2011 ein
Valideneinkommen
von
Fr.
47'674.0
5.
Eine Parallelisierung wegen
eines
unterdurchschnittliche
n
Valideneinkommen
s
ist
entgegen der Ansicht der
Beschwerdeführerin (
Urk.
1 S. 15
)
nicht gerechtfertigt.
Es wird nämlich
nicht auf
ihren
letzten effektiven Lohn, sondern auf die für die Reinigungsbranche üblichen Durchschnittslöhne der LSE abgestellt
; h
ierbei kann
es sich naturgemäss nicht um unterdurchschnittliche Einkommen handeln
(
vgl.
BGE 134 V 322 E. 4.
1-
2
)
.
5.3
Das Invalideneinkommen ist aufgrund des Frauenlohns für Hilfsarbeiten (LSE
2010,
TA1,
Total,
ebenfalls
Anforderungsniveau 4) von
Fr.
4'225.-- zu berechnen. Angepasst an die Nominallohnentwicklung bis zum Jahr 2011
von 1
%
(
BFS, Schweizerischer
Loh
nindex
nach Branche
[Index Basis 2010
= 100; im
Internet abrufbar],
Nominallohn
index Frauen 2011-2018, T1.2.10, TOTAL; 2010: 100; 2011; 101)
und die betriebsübliche Arbeitszeit im Jahr 2011 über alle Branchen hinweg von 41,7 Stunden
(Bundesamt für Statistik [BFS], Betriebs
übliche Arbeits
zeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro Woche, TOTAL, im Internet abrufbar)
,
resultiert ein Jahreseinkommen von
Fr.
53'383.3
0.
Wird gestützt auf das
B._
-Gutachten von
einer Restarbeits
fähigkeit von 70
%
in behinderungs
angepassten Verweistätigkeiten ausgegangen (vorstehend E. 3.3.4), reduziert sich das erzielbare Einkommen auf
Fr.
37'368.30.
Ob die Vornahme eines
leidensbedingten
Abzugs
vom Invalideneinkommen
(
vgl.
zum
Ganzen Meyer/Reichmuth, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3.
Auf
lage, Zürich 2014,
Art.
28a
Rz
100
ff.
mit Hinweisen)
ge
rechtfertigt
ist
, braucht nicht
abschliessend
geprüft zu werden. Ein solcher wäre auf jeden Fall höchstens aufgrund des eingeschränkten körperlichen und psychischen Belastbarkeitsprofils zulässig, nachdem
mangelnde berufliche Ausbildung, sprachliche Schwierigkei
ten sowie die
psychisch bedingte
Notwendigkeit
verstärkter Rücksichtnahme seitens Vorgesetzter und Arbeitskollegen bei Hilfsarbeiten
nicht abzugsbe
gründend sind
(
vgl.
Meyer/Reichmuth, a.a.O.,
Art.
28a
Rz
111 mit Hinweisen
).
Auch
kann
entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin
(
Urk.
1 S. 16-18)
mit Blick auf das von
den
B._
-Gutachtern definierte
Belastungspro
fil
(vorstehend E. 3.3.4)
ohne Weiteres davon ausgegangen werden, dass ihr auf dem massge
blichen ausgegliche
nen Arbeitsmarkt ein genügend b
reites Spektrum an zu
mut
baren Verweisungstätigkeiten
offen steht.
Davon ausgehend
,
dass
die Beschwer
deführerin
ab
September 2011 nur noch körperlich leichte, behinderungsange
passte Arbeiten ausführen
kann
(vgl. vorstehend E. 3.3.4)
, und
von
ein
em
Abzug vom Tabellenlohn
in der von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Höhe von
maximal
20
%
(
Urk.
1 S. 19)
, ergibt sich ein Invalideneinkommen von min
destens
Fr.
29'894.6
5.
Für die Vornahme des Maximalabzuges von 25
%
besteht
vorliegend und
beim Beschwerdebild
der
Beschwerdeführerin
kein Anlass.
Der Vergleich dieses Einkommens mit dem
Valideneinkommen
von
Fr.
47'674.05
führt zu einem Minderverdienst von Fr.
17'779.40
und einem Invaliditätsgrad von
37
%
. Da damit die rentenbegründende Schwelle von 40
%
(
Art.
28
Abs.
2 IVG) nicht erreicht wird, ist die Verneinung eines Rentenanspruchs mit der ange
fochtenen Verfügung im Ergebnis rechtens.
6
.
6
.1
Strittig und zu prüfen ist
schliesslich
, ob die
IV-Stelle der Beschwerdeführerin mit der Verfügung
vom
9.
Januar 2020
Eingliederungsmassnahmen hätte zusprechen müssen.
Der Streit dreht sich in erster Linie um die Frage, ob die Beschwerde
führerin bei Erlass der angefochtenen Verfügung subjektiv
e
ingliederungsfähig war (
Urk.
2 S. 5,
Urk.
1 S. 13 f.).
6
.2
Nach
Art.
8 IVG haben invalide und von einer Invalidität bedrohte Versicherte unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen.
Eingliederungsmassnahmen
setzen
einen Eingli
e
derungswillen beziehungsweise eine
subjektive Eingliederungsfähigkeit voraus
.
Sie
können zwar unter anderem dazu dienen, subjektive Eingliederungshindernisse im Sinne einer Krankheits
überzeugung der versicherten Person zu beseitigen.
Es bedarf indessen auch diesfalls eines Eingliederungswillens
beziehungsweise
einer entsprechenden Moti
va
tion der versicherten Person
. Fehlt es daran, so entfällt der Anspruch auf Ein
gliede
rungs
massnahmen, ohne dass zunächst ein Mahn- und
Bedenk
zeitver
fahren
durchgeführt werden müsste
(Urteil
e
des Bundesgerichts 9C_
469/2016 vom 2
2.
Dezember 2016
E.
7 sowie 8C_569/2015 vom 1
7.
Februar 2016 E. 5.1
).
6
.3
Die Beschwe
rdeführerin arbeitet seit dem
Jahr
2010
nicht mehr
(
Urk.
6/157/96)
, obwohl ihr etwa von
Dr.
Z._
am
6.
September 2011
ab
April 2010
eine 50%ige Restarbeitsfähigkeit
in der angestammten Tätigkeit als Raumpflegerin
bescheinigt wurde
(
Urk.
6/27/5-6)
,
und die
B._
-Gutachter aufgrund des akten
mässig dokumentierten Verlaufs rückblickend sogar von einer höheren Restar
beitsfähigkeit ausgingen (
Urk.
6/157/35)
. Den
B._
-Gutachtern gab sie an,
sie glaube, wegen ihrer körperlichen und psychischen Beschwerden
nicht mehr arbeiten zu können
(
Urk.
6/
157/40,
Urk.
6/157/98)
.
D
ie Gutachter hielten fest
, Eingliederungsmassnahmen erschienen aufgrund der mangelnden Motivation
der Beschwerdeführerin
eher wenig aussichtsreich (
Urk.
6/157/107
).
Vor diesem Hin
tergrund
durfte die IV-Stelle bei Erlass ihres Vorbescheids vom
1
3.
Juni 2019
(
Urk.
6/162)
von einer fehlenden Eingliederungsbereitschaft der Beschwerde
führerin ausgehen. Zwar beantragte
diese
im
Vorbescheid
verfahren
die Durch
führung von Eingliederungsmassnahmen
(
Urk.
6/163
/13-15
)
.
Ihre
diesbezügli
chen
Ausführungen
im Einwand
–
die
sie
im Beschwerdeverfahren wiederholt
e
–
sprechen aber gegen eine Eingliederungsmotivation.
Die Beschwerdeführerin liess nämlich
bloss geltend
machen
, es sei noch nicht abgeklärt worden, ob es sich bei
ihrer
fehlenden Motivation um eine bewusstseinsnahe Überzeugung handle oder um den Ausdruck einer psychischen Beeinträchtigung (
Urk.
1 S. 14
,
Urk.
6/163/14).
Anhaltspunkte dafür, dass die fehlende
subjektive
Eingliede
rungs
fähigkeit
auf eine psychische
Pathologie zurückzuführen
wäre
,
f
ehlen;
ins
besondere ergeben sich aus dem psychiatrischen
B._
-Teilgutachten
, welches nach dem Gesagten beweiskräftig ist,
keine entsprechenden Hinweise (
Urk.
6/
157/
107)
.
Konkret beantragte die Beschwerdeführerin im Einwand
sodann
die Durchführu
ng eines Belastbarkeitstraining
s
,
welches aufzeigen könne
, inwiefern ihre psychischen Funktionen eingeschränkt seien (
Urk.
6/163/14). Daraus ergibt sich
hinreichend
klar, dass sie die Arbeitsfähigkeitseinschätzung im
B._
-Gutachten nicht akzeptier
te und
weiterhin von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit ausging (
Urk.
6/163/6-13).
Hinzu kommt, dass mit der EFL in der
B._
bereits ein Belastbarkeitstraining
erfolgt war
, dessen Ergebnisse aber wegen der ungenügenden Mitarbeit der Beschwerdeführerin nicht verwertbar waren (Urk.
6/157/14-15).
Damit ist
mit der
IV-Stelle davon auszugehen, dass bei Erlass der angefochtenen Verfügung keine subjektive Eingliederungs
fähigkeit
der Beschwerdeführerin
bestand.
Deshalb brauchte sie vor der Leistungsablehnung auch kein Mahn- und
Bedenkzeitverfahren
durchzuführen (
Urk.
1 S. 14, Urk.
6/163/15)
. Demnach ist nicht zu beanstanden, dass die IV-Stelle einen Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen mit der angefochtenen Verfügung ver
neint hat. Sollte die Beschwerdeführerin ihre Haltung geändert haben und an einer Eingliederungsmassnahme teilnehmen wollen, kann sie sich bei der IV
Stelle wieder anmelden, welche
darüber neu zu verfügen hätte (Urteile des Bundesgerichts 9C_469/2016 vom 2
2.
Dezember 2016 E. 7 sowie 8C_569/2015 vom 1
7.
Februar 2016 E. 5.2).
7.
Ausgangsgemäss gehen die Verfahrenskosten von
Fr.
800.
--
zulasten der unter
liegenden Beschwerdeführerin (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG).