Decision ID: 94345a13-2882-5891-9a7f-b8ad7d0644df
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
Z._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Gmür, Obere Bahnhofstrasse 11, Postfach
253, 9501 Wil SG 1,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rentenrevision
Sachverhalt:
A.
A.a Z._ meldete sich am 26. August 2003 zum Bezug von IV-Rentenleistungen an. In
der Anmeldung berichtete sie von Nacken-, Rücken- und Gelenkschmerzen nach
kurzem Stehen oder Gehen. Die Beschwerden seien seit Jahren zunehmend (act.
G 4.1). Der behandelnde Dr. med. A._, Facharzt FMH für Chirurgie, diagnostizierte im
Bericht vom 8. September 2003 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein
zervikobrachiales Syndrom bei leichter kyphotischer Fehlhaltung und Streckhaltung der
HWS, eine Diskushernie C5/C6 sowie ein chronisches lumbovertebrales Syndrom bei
Diskushernie L5/S1 und degenerativen Veränderungen der LWS. Dr. A._ bescheinigte
der Versicherten für die Zeit vom 13. Januar bis 3. Juli 2003 eine 50%ige, vom 28. Juli
2003 bis 20. August 2003 eine 25%ige und ab 21. August 2003 bis auf weiteres eine
50%ige Arbeitsunfähigkeit für die angestammte Tätigkeit als Hilfsmetzgerin (act. G 4.9).
A.b Die IV-Stelle verneinte in der Verfügung vom 18. März 2004 einen Rentenanspruch
der Versicherten (act. G 4.16).
A.c Am 12. Mai 2005 meldete sich die Versicherte erneut zum Bezug von IV-Leistungen
an (act. G 4.17). Die IV-Stelle verfügte am 15. Juli 2005, dass auf die Wiederanmeldung
aufgrund des unverändert gebliebenen Sachverhalts nicht eingetreten werde (act.
G 4.26). Dagegen erhob die Versicherte am 15. September 2005 Einsprache (act.
G 4.27) und reichte weitere medizinische Unterlagen ein (vgl. die diversen
medizinischen Berichte, act. G 4.41 ff., sowie die Einsprachebegründung vom
28. Oktober 2005, act. G 4.37). Daraufhin widerrief die IV-Stelle die Verfügung vom
15. Juli 2005 (Verfügung vom 3. Januar 2006, act. G 4.67).
A.d Am 28. Februar 2006 unterzog sich die Versicherte wegen einer Superobesitas
einer laparoskopisch distalen Magenbypassoperation (act. G 4.81-12).
A.e Vom 2. bis 4. April 2007 wurde die Versicherte in der MEDAS Zentralschweiz
interdisziplinär (allgemeinmedizinisch, rheumatologisch und psychiatrisch) begutachtet.
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Die Experten diagnostizierten im Gutachten vom 13. September 2007 mit wesentlicher
Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit: eine rezidivierende depressive Störung
mit aktuell mittelgradiger depressiver Episode (DD: Erschöpfungssyndrom aufgrund
eines Malabsorptionssyndroms nach distaler, laparoskopischer Magenbypassoperation
am 28. Februar 2006 bei Adipositas [gegenwärtig BMI 28.2, präoperativ maximal 52.3]),
ein chronisches zervikospondylogenes und lumbospondylogenes Schmerzsyndrom.
Die angestammte Tätigkeit in einer Fleischfabrik sei der Versicherten nicht mehr
zumutbar. Lediglich eine körperlich leichte und wechselbelastende Tätigkeit mit einem
Sitzanteil von über 50% sei ihr noch zumutbar, ihrer psychischen Störungen wegen zu
50% der Norm. Diese Arbeitsfähigkeitsschätzung gelte ab 25. Juli 2007 (Datum der
Schlussbesprechung). Gemäss Akten sowie erhobener Befunde habe zuvor seit
6. Dezember 2004 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit, ab März 2007 eine 70%ige
Arbeitsunfähigkeit bestanden (act. G 4.86).
A.f Auf eine entsprechende Rückfrage der IV-Stelle hin (vgl. Schreiben vom 18.
September 2007, act. G 4.88) teilten die MEDAS-Gutachter am 25. September 2007
mit, dass sowohl eine somatische wie psychische Besserung des
Gesundheitszustands durch medizinische Massnahmen möglich seien, nähere
prognostische Angaben zu Ausmass und Zeitraum jedoch nicht gemacht werden
könnten (act. G 4.89). Dr. med. B._ vom Regionalen Ärztlichen Dienst der IV-Stelle
(RAD) kam in der Stellungnahme vom 27. September 2007 zum Schluss, dass eine
Verbesserung des Gesundheitszustands auf praktischer Ebene überwiegend
unwahrscheinlich sei. Es sei demnach in adaptierter Tätigkeit aktuell aus
polydisziplinärer Sicht von 50% auszugehen (act. G 4.90).
A.g Im Vorbescheid vom 10. Dezember 2007 stellte die IV-Stelle der Versicherten in
Aussicht, ab 1. März 2005 eine Viertelsrente, ab 1. Juni 2005 eine ganze Rente und ab
1. April 2007 eine halbe Rente zuzusprechen (act. G 4.100).
A.h Dagegen erhob die Versicherte am 10. März 2008 Einwand. Zur Begründung
brachte sie vor, dass die gutachterliche Einschätzung der Restleistungsfähigkeit
unzutreffend und insbesondere das Zusammenwirken der somatischen und der
psychischen Leiden nicht genügend berücksichtigt worden seien. Gegen die
gutachterliche Einschätzung führte sie weitere medizinische Berichte der behandelnden
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Ärzte ins Feld. Ferner beanstandete sie, dass bei der Ermittlung des
Invalideneinkommens kein Leidensabzug vorgenommen worden sei. Bezüglich der
Rentenabstufung rügte sie, dass eine 50%ige Arbeitsfähigkeit gemäss gutachterlicher
Einschätzung ohnehin erst ab dem 25. Juli 2007 berücksichtigt werden dürfe. Die
Bemessung des Invaliditätsgrads für die Zeit vor dem 1. April 2007 anerkannte sie
ausdrücklich (act. G 4.109).
A.i Die MEDAS Gutachter nahmen am 29. April 2008 Stellung zum Einwand der
Versicherten und den damit eingereichten medizinischen Unterlagen. Sie führten im
Wesentlichen aus, dass sich daraus keine neuen medizinisch relevanten Sachverhalte
ergäben und die Einschätzungen der behandelnden Mediziner eine unterschiedliche
Beurteilung desselben medizinischen Sachverhalts darstellten. Deshalb werde an der
im Gutachten vorgenommenen Beurteilung festgehalten (act. G 4.114).
A.j Mit Verfügungen vom 9. Januar 2009 sprach die IV-Stelle der Versicherten ab
1. März 2005 eine Viertelsrente, ab 1. Juni 2005 eine ganze Rente und ab 1. Juli 2007
eine halbe Invalidenrente zu (act. G 4.125).
B.
B.a Gegen die Verfügungen vom 9. Januar 2009 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 11. Februar 2009, soweit sie den Rentenanspruch ab 1. Juli 2007
betreffen. Die Beschwerdeführerin beantragt insoweit deren Aufhebung sowie die
Zusprache einer ganzen Rente mit Wirkung ab 1. Juli 2007, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge. Eventualiter sei die Sache zu ergänzenden medizinischen
Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Unter Hinweis auf die
Einschätzungen der behandelnden Mediziner rügt sie die gutachterliche Beurteilung
und bringt vor, dass bei der Invaliditätsbemessung von einer 100%igen
Arbeitsunfähigkeit ausgegangen werden müsse. Ferner rügt sie die Bestimmung des
Validen- wie auch des Invalideneinkommens (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 30. April 2009
die Beschwerdeabweisung. Die verfügte Rentenzusprache sei gestützt auf das
beweistaugliche MEDAS-Gutachten zu Recht erfolgt. Das Valideneinkommen sei
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korrekt ohne Berücksichtigung der Teamerfolgsprämie, die ein unregelmässiges
Einkommen darstelle, berechnet worden (act. G 4).
B.c Die Beschwerdeführerin hält in der Replik vom 23. Juni 2009 an den Anträgen und
Ausführungen der Beschwerde fest und reicht weitere medizinische Unterlagen ein
(act. G 10).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet unter Verweis auf ihre Beschwerdeantwort auf
eine begründete Duplik (act. G 12).

Erwägungen:
1.
Zwischen den Parteien ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin streitig. Zwar
hat die Beschwerdeführerin ausdrücklich lediglich die "Verfügungen" vom 9. Januar
2009 betreffend den Zeitraum ab 1. Juli 2007 (bis 31. August 2007 [act. G 4.125-11]
und betreffend den Zeitraum ab 1. September 2007 [act. G 4.125-14]), nicht aber
diejenigen betreffend den Zeitraum vom 1. März 2005 bis 30. Juni 2007 (act.
G 4.125-2 ff.) angefochten. Dies ändert aber nichts daran, dass vorliegend sämtliche
"Verfügungen" vom 9. Januar 2009 gerichtlich überprüfbar sind. Denn bei der
rückwirkenden abgestuften Rentenzusprache, welche vergangenheitsbezogen
Anpassungen an veränderte Verhältnisse vornimmt, ist es nicht zulässig, den
Rentenanspruch für bestimmte Perioden je getrennt zu verfügen. Die einzelnen
"Verfügungen" vom 9. Januar 2009 bilden deshalb nur Teile ein und derselben
Rentenverfügung. Keiner der einzelnen Verfügungsteile ist für sich allein
rechtskraftfähig, nur zusammen bilden sie die Rentenverfügung.
Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bilden somit
sämtliche Teile der Verfügung vom 9. Januar 2009 (vgl. Urteil des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 22. April 2008, IV 2007/10, E. 1 mit
Hinweis auf BGE 131 V 164 ff. E. 2.3).
1.1 Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung
über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
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Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In
materiellrechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz,
dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des
angefochtenen Entscheids beziehungsweise im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der
zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V
467 E. 1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtenen Verfügungen sind am
9. Januar 2009 ergangen, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem
Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008
begonnen hat. Daher und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung
betrifft, über die noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend den
allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die
damals geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen Normen der
5. IV-Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts [seit 1. Januar 2007 Sozialrechtliche
Abteilungen des Bundesgerichts] vom 7. Juni 2006, I 428/04, E. 1). Diese
übergangsrechtliche Lage zeitigt indessen keine materiellrechtlichen Folgen, da die
5. IV-Revision hinsichtlich des Begriffs und der Bemessung der Invalidität keine
substantiellen Änderungen gegenüber der bis Ende 2007 gültig gewesenen Rechtslage
gebracht hat. Nachfolgend werden die seit 1. Januar 2008 gültigen Bestimmungen des
ATSG und IVG wiedergegeben.
1.2 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 ATSG). Erwerbsunfähigkeit
ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG bzw. aArt. 28
Abs. 1 IVG (in der bis zum 31. Dezember 2007 gültigen Fassung) besteht Anspruch auf
eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine
Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von
mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-Grad
von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
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1.3 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und
demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung
des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Die Rechtsprechung hat es mit dem
Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte
Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung
aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b). Das im Rahmen des Verwaltungsverfahrens
eingeholte Gutachten von externen Spezialärzten, die aufgrund eingehender
Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht
erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen,
besitzt bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft, solange nicht konkrete Indizien
gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb).
2.
Vorab gilt es den Gesundheitszustand und die Restleistungsfähigkeit der
Beschwerdeführerin zu beurteilen. Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der
angefochtenen Verfügung vom 9. Januar 2009 auf die Beurteilungen der MEDAS-
Gutachter (vgl. Gutachten vom 13. September 2007, act. G 4.86, und Stellungnahme
vom 29. April 2008, act. G 4.114). Die Beschwerdeführerin rügt deren Einschätzungen
unter Hinweis auf verschiedene Berichte der behandelnden medizinischen
Fachpersonen als unzutreffend (act. G 1).
2.1 Die Beschwerdeführerin bringt gegen die Einschätzung der MEDAS vor, dass
diese nicht die aktuelle Situation zum Ausdruck gebracht habe, sondern eine Prognose
darstelle (act. G 1, S. 3 und G 10, S. 3).
2.1.1 Diesem Vorwurf kann nicht gefolgt werden. Zwar sprach der
rheumatologische Gutachter davon, dass "prognostisch" unter gewissen
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Voraussetzungen die von ihm für leidensangepasste Tätigkeiten bescheinigte 75%ige
Arbeitsfähigkeit auf 100% gesteigert werden könne (act. G 4.86-31). Indessen ergab
die gesamtgutachterliche Einschätzung eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von
50% in einer leidensadaptierten Tätigkeit, wobei die quantitative Begrenzung mit
psychischen Störungen begründet wurde (act. G 4.86-18 f.). Die vom Rheumatologen
im Teilgutachten angegebene quantitative Einschränkung von aktuell 25% war mithin in
der abschlissenden Arbeitsfähigkeitsschätzung von 50% mit enthalten. Ein
Widerspruch zwischen rheumatologischem Teilgutachten und polydisziplinärem
Hauptgutachten ist somit nicht auszumachen. Insbesondere kann nicht gesagt werden,
die polydisziplinäre Arbeitsfähigkeitsschätzung beruhe auf einer prognostischen
Beurteilung.
2.1.2 Aus der Aussage des psychiatrischen Gutachters, dass die depressive
Symptomatik (derzeit) aufgrund einer überschneidenden Symptomatik mit einer
metabolischen Problematik noch verstärkt in Erscheinung treten könne (act.
G 4.86-37), vermag die Beschwerdeführerin nichts zu ihren Gunsten abzuleiten. Denn
der psychiatrische Gutachter hielt insgesamt eine künftige Verbesserung des
Gesundheitszustands für möglich. So führte er aus: "Doch könnte sich der Eindruck
des Depressiven positiv verändern, wenn mögliche metabolische Faktoren wirksam
behandelt sind. [...] Die Arbeitsfähigkeit wird in dem Falle psychiatrisch neu evaluiert
werden müssen" (act. G 4.86-37). Bei der Beantwortung der derzeit bestehenden
Arbeitsfähigkeit blendete der psychiatrische Gutachter aber die prognostischen
Erwägungen aus und ermittelte eine 50%ige Restarbeitsfähigkeit (act. G 4.86.37 f.).
Diese - und nicht eine prognostische - Einschätzung wurde daher zu Recht bei der
gesamtgutachterlichen Beurteilung miteinbezogen (act. G 4.86-21).
2.2 Ferner verweist die Beschwerdeführerin auf die Aussage der behandelnden
Dr. med. C._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, wonach sich der
psychische Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit der Magen-Bypass-
Operation vom 28. Februar 2006 vollkommen destabilisiert habe. Im ärztlichen Bericht
vom 5. Januar 2008 habe Dr. C._ eine 70%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt. Auch
der behandelnde Dr. med. D._, Facharzt für Innere Medizin FMH, halte lediglich noch
die Ausübung einer leichten körperlichen Arbeit während 10 bis 15 Stunden pro Woche
für zumutbar, was einer Arbeitsfähigkeit von rund 30% entspreche (act. G 1, S. 4). Zur
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Untermauerung einer Verschlechterung des Gesundheitszustands reichte die
Beschwerdeführerin zusammen mit der Replik vom 23. Juni 2009 einen Arztbericht der
Klinik Teufen vom 27. April 2009 (act. G 10.1) und einen Bericht des Radiologen
Dr. med. E._ vom 27. Oktober 2008 (act. G 10.2) ein.
2.2.1 Kommen behandelnde medizinische Fachpersonen nach einer
Begutachtung zu einer unterschiedlichen Beurteilung oder halten sie an ihrer
bisherigen, vom Gutachten abweichenden Meinung fest, besteht grundsätzlich kein
Anlass zu Beweisweiterungen, ausser es werden objektiv feststellbare Gesichtspunkte
vorgebracht, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben
waren und die geeignet sind, zu einer anderen Beurteilung zu führen (Urteil des
Bundesgerichts vom 29. Juli 2008, 9C_830/07, E. 4.3 mit Hinweisen)
2.2.2 Das ärztliche Zeugnis von Dr. C._ vom 5. Januar 2008 vermag keine
Zweifel an der gutachterlichen Einschätzung entstehen zu lassen. Es handelt sich
hierbei um eine im Vergleich zum MEDAS-Gutachten andere Würdigung des gleichen
Sachverhalts ohne Auseinandersetzung mit der gutachterlichen Einschätzung.
Objektive Gesichtspunkte, welche die MEDAS-Gutachter übersehen hätten oder eine
nachvollziehbare gesundheitliche Verschlechterung lassen sich daraus nicht
entnehmen. Diese Betrachtungsweise findet ihre Bestätigung darin, dass Dr. C._ im
Wesentlichen lediglich die vom ehemals behandelnden Psychiater bereits vor der
MEDAS-Begutachtung bescheinigte 70%ige Arbeitsunfähigkeit übernommen hat (act.
G 4.109-8).
2.2.3 Dr. D._ ging im Bericht vom 7. Januar 2008 davon aus, dass der
Beschwerdeführerin eine leichte körperliche Arbeit mit einer Arbeitsbelastung "von
etwa 10 bis 15 Stunden pro Woche sicherlich möglich" sei. Weshalb die
Beschwerdeführerin allerdings lediglich noch zwischen 10 bis 15 Stunden pro Woche
einer Arbeit nachgehen können soll, begründet Dr. D._ nicht schlüssig. Vielmehr gab
er an, dass "somatisch kaum Einschränkungen vorliegen" (act. G 4.109-6). Im Übrigen
setzt er sich nicht mit den Vorakten, namentlich mit dem MEDAS-Gutachten,
auseinander und er benennt auch keine wesentlichen Gesichtspunkte, die von den
MEDAS-Gutachtern ausser Acht gelassen worden wären. Es besteht daher keine
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Veranlassung, gestützt auf die Einschätzung von Dr. D._ das MEDAS-Gutachten in
Frage zu stellen.
2.2.4 Dr. E._ nahm am 27. Oktober 2008 im Rahmen eines Kontrolluntersuchs
ein MRI an der Hals- sowie Lendenwirbelsäule vor (act. G 10.2). Die darin
diagnostizierten Diskushernien L5/S1 und C5/C6 wurden bereits vom
rheumatologischen MEDAS-Gutachter gestellt. Der von Dr. E._ umschriebene Befund
deckt sich des Weiteren mit demjenigen vom rheumatologischen MEDAS-Gutachter
erhobenen (act. G 4.86-28 ff.). Auch der von der Beschwerdeführerin vorgelegte
Arztbericht von Dr. med. A. C._, Spezialarzt für Neurochirurgie FMH, vom 14.
Dezember 2008 bescheinigt bezüglich des Befundes der MEDAS keine erhebliche
Verschlechterung des Rückenleidens (vgl. act. G 1.8). Ein weiterer Abklärungsbedarf ist
damit nicht ausgewiesen.
2.2.5 Was den im Beschwerdeverfahren eingereichten Bericht der Klinik Teufen
vom 27. April 2009 (act. G 10.1) anbelangt, so ist festzustellen, dass dieser nicht den
bis zum Verfügungserlass vom 9. Januar 2009 eingetretenen Sachverhalt beschlägt,
sondern einen ambulanten Rehabilitationsaufenthalt vom 9. März bis 17. April 2009
betrifft. Ohnehin ergeben sich daraus im Vergleich zum MEDAS-Gutachten keine neuen
Befunde oder andere wesentliche Tatsachen, welche die MEDAS-Gutachter übersehen
hätten.
2.3 Bei der Würdigung der medizinischen Situation fällt schliesslich ins Gewicht, dass
das MEDAS-Gutachten auf umfassender Aktenkenntnis sowie interdisziplinären
eigenen Untersuchungen beruht, das gesamte Leidensbild der Beschwerdeführerin
berücksichtigt und die auf dieser Grundlage gezogenen Schlüsse nachvollziehbar sind.
Die Beschwerdegegnerin ging damit gestützt auf das MEDAS-Gutachten zu Recht
davon aus, dass seit 6. Dezember 2004 eine 100%ige, ab März 2007 eine 70%ige und
ab April 2007 (MEDAS-Untersuchung) bzw. Juli 2007 (Schlussbesprechung der
Experten) eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit besteht (act. G 4.86).
3.
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Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen sind die seit Juli 2007
bestehenden erwerblichen Auswirkungen ausgehend von einer 50%igen
Restarbeitsfähigkeit. Unbestritten sind demgegenüber die im Zeitraum vom 1. März
2005 bis Ende Juni 2007 zugesprochenen Rentenleistungen. Aus den Akten ergeben
sich keine Hinweise auf eine fehlerhafte Invaliditätsbemessung oder Rentenfestlegung
bezüglich der Periode vom 1. März 2005 bis Ende Juni 2007, weshalb sich
Weiterungen hierzu erübrigen.
3.1 Für die Bemessung der Invalidität bei einer erwerbstätigen versicherten Person
wird gemäss Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach
Eintritt der Invalidität und nach Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen
durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
3.2 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte
Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte (RKUV 1993
Nr. U 168 S. 100 E. 3). Dabei ist in der Regel vom zuletzt - d.h. grundsätzlich vor dem
Beginn der ganzen oder teilweisen Arbeitsunfähigkeit erzielten - Bruttoverdienst
auszugehen (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 21. Dezember
2001, I 183/01, E. 4a). Es kann bei der Ermittlung des Valideneinkommens aber nur
relevant sein, was grundsätzlich zum massgebenden Lohn gemäss Bundesgesetz über
die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG; SR 831.10) zu zählen ist (Urteil des
Bundesgerichts vom 12. Februar 2010, 8C_465/09, E. 2.1).
3.2.1 Die Beschwerdeführerin stellt sich auf den Standpunkt, dass bei der
Bestimmung des Valideneinkommens für das Jahr 2004 auch die regelmässig
ausbezahlte Teamerfolgsprämie von Fr. 1'607.25 berücksichtigt werden müsse (act.
G 1). Dem hält die Beschwerdegegnerin entgegen, dass es sich bei der
Teamerfolgsprämie um ein nicht zu berücksichtigendes unregelmässiges Einkommen
handle (act. G 4). Im Übrigen ist die Bestimmung des Valideneinkommens gestützt auf
die Lohnangaben der ehemaligen Arbeitgeberin (vgl. hierzu act. G 4.12) unbestritten
und auch nicht zu beanstanden.
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3.2.2 Bei der Beurteilung der Teamerfolgsprämie als Bestandteil des
Valideneinkommens fällt ins Gewicht, dass dieser Lohnbestandteil zumindest seit
Januar 2003 regelmässig und zwar insbesondere auch während der Zeit, als die
Beschwerdeführerin Krankentaggelder bezog (vgl. hierzu etwa die Lohnabrechnung
von Januar 2003, act. G 1.13), ausbezahlt wurde (act. G 1.9 ff.). Zu beachten ist weiter,
dass diese Teamerfolgsprämie als Teil des monatlichen Bruttolohns, von dem
paritätische Beiträge abgerechnet wurden, figuriert. Unter diesen Umständen ist mit
der Beschwerdeführerin die Teamerfolgsprämie als Bestandteil des
Valideneinkommens zu qualifizieren. Unter Berücksichtigung des Grundlohns für das
Jahr 2004 von Fr. 51'675.-- (Fr. 3'975.-- x 13; act. G 4.12-2) und der
Teamerfolgsprämie von Fr. 1'607.-- resultiert ein Valideneinkommen für das Jahr 2004
von Fr. 53'282.--.
3.3 Zur Bestimmung des Invalideneinkommens ist mit den Parteien der
Durchschnittslohn für Hilfsarbeiterinnen gemäss der gesamtschweizerischen
Lohnstrukturerhebung des Bundesamts für Statistik heranzuziehen. Im Jahr 2004
betrug dieser gemäss Tabelle TA1, Niveau 4, Frauen, angepasst an die betriebsübliche
Arbeitszeit von 41,6 Stunden Fr. 48'585.--. Angepasst an die verbliebene 50%ige
Restleistungsfähigkeit ergibt sich ein Einkommen von Fr. 24'293.--.
3.3.1 Die Beschwerdeführerin fordert bei der Bestimmung des
Invalideneinkommens die Vornahme eines sogenannten Leidensabzugs von 25% (act.
G 1).
3.3.2 Wird zur Bestimmung des Invalideneinkommens auf die LSE-Tabellenlöhne
abgestellt, so kann zusätzlich ein Abzug vom Invalideneinkommen von höchstens 25%
vorgenommen werden. Mit dem Leidensabzug ist zu berücksichtigen, dass
gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten
behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren
arbeitnehmenden Personen lohnmässig benachteiligt sind und deshalb mit
unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Sodann wird damit dem
Umstand Rechnung getragen, dass weitere - auch invaliditätsfremde - persönliche und
berufliche Merkmale einer versicherten Person, wie Alter, Dauer der
Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie
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Beschäftigungsgrad, Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 129 V 481
E. 4.2.3; vgl. auch BGE 134 V 327 E. 5.2).
3.3.3 Die Beschwerdeführerin erachtet den geltend gemachten höchstzulässigen
Leidensabzug von 25% aus folgenden Gründen als gerechtfertigt: Wechsel von einer
schweren zu einer körperlich leichten Tätigkeit bzw. Beeinträchtigung selbst in
körperlich leichten Tätigkeiten; aus psychischen Gründen lediglich Beschäftigungsgrad
von 50% zumutbar; weitere Anforderungen an eine leidensangepasste Tätigkeit (act.
G 1). Diesen Umständen scheint indessen ein 10%iger Abzug angemessen. Dabei ist
von Bedeutung, dass die gesundheitlichen Einschränkungen im Wesentlichen bereits in
der Umschreibung einer leidensangepassten Tätigkeit ihren Niederschlag gefunden
haben. Ferner wurden die Anforderungen an eine leidensangepasste Tätigkeit nicht
derart einengend umschrieben (körperlich leicht, wechselbelastend, über 50%iger
Sitzanteil, nicht in nass-kalter Umgebung, act. G 4.86-21), dass sie mit erheblicheren
Lohnnachteilen verbunden wären. Weitere Gründe, die vorliegend einen höheren Abzug
rechtfertigen würden, sind weder ersichtlich noch geltend gemacht worden.
3.3.4 Bei einem 10%igen Abzug resultiert ein Invalideneinkommen von
Fr. 21'864.-- (Fr. 24'293.-- x 0.9), eine Erwerbseinbusse von Fr. 31'418.-- (Fr. 53'282.--
- Fr. 21'864.--) und ein Invaliditätsgrad von (auf)gerundet 59% ([Fr. 31'418.-- /
Fr. 53'282.--] x 100). Die Beschwerdeführerin hat damit ab Juli 2007 einen Anspruch
auf eine halbe Rente. Die Rentenzusprache der Beschwerdegegnerin ist damit nicht zu
beanstanden.
4.
4.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint als angemessen. Diese ist vollumfänglich der unterliegenden
Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihr
bis
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/14
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St.Galler Gerichte
daran anzurechnen. Bei diesem Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin keinen
Anspruch auf eine Parteientschädigung.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht