Decision ID: e47bb5bc-5b7c-4edb-95d7-2d3616aaa616
Year: 2014
Language: de
Court: BS_APG
Chamber: BS_APG_001
Canton: BS
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
Die A_ AG und die B_ S.A. beantragten mit Gesuch vom 7. März 2014 u.a., der C_ GmbH, der D_ SA und E_ sei unter Androhung von Ordnungsbusse und Bestrafung nach Art. 292 StGB im Widerhandlungsfall ohne Anhörung, allenfalls vorsorglich zu verbieten, das Zeichen [...] und ein bestimmtes Zeichen im Zusammenhang mit Uhren oder Schmuck im gewerblichen Verkehr zu gebrauchen und eine bestimmte Werbung in elektronischer oder in gedruckter Form zu verbreiten. Weiter beantragten die Gesuchstellerinnen die nötigenfalls zwangsweise Durchsetzung des Verbotes. Der Einzelrichter des Appellationsgerichts hiess das Gesuch im Wesentlichen und ohne Anhörung der Gesuchsgegner gut, verpflichtete die Gesuchstellerinnen zur Hinterlegung einer Sicherheit von CHF 100‘000.– bei der Gerichtskasse und lud die Parteien zur Verhandlung auf den 24. März 2014. In der Folge ersuchten die Parteien um Verschiebung der Verhandlung zum Zweck der Führung von Vergleichsgesprächen. Nachdem eine weitere auf den 8. April 2014 angesetzte Verhandlung auf Antrag der Parteien abgeboten worden war, wurde das Verfahren bis zum 7. Juni 2014 sistiert. Die Gesuchsteller beantragen mit Eingabe vom 6. Juni 2014, das Verfahren zufolge Vergleichs abzuschreiben unter Kostenfolge zu Lasten der Gesuchsgegner. Diese teilen mit Eingabe vom 17. Juni 2014 mit, dass sie Gerichtskosten in Höhe von ca. CHF 4‘000.– übernehmen würden.

Erwägungen
1.
1.1
Gemäss Art. 5 Abs. 1 lit. a der Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO; SR 272) ist für die Klage betreffend Streitigkeiten im Zusammenhang mit geistigem Eigentum, einschliesslich der Streitigkeiten betreffend Nichtigkeit, Inhaberschaft, Lizenzierung, Übertragung und Verletzung solcher Rechte, eine einzige kantonale Instanz zuständig. Gemäss § 11 Abs. 1 und 2 Ziff. 1 des baselstädtischen Gesetzes über die Einführung der Schweizerischen Zivilprozessordnung (EG ZPO; SG 221.100) ist für deren Behandlung die besondere zivilrechtliche Abteilung des Appellationsgerichts zuständig (§ 63 Abs. 3
bis
des Gerichtsorganisationsgesetzes [GOG; SG 154.100]) und für die Abschreibung des Verfahrens nach Art. 241 f. ZPO das mit der Verfahrensleitung betraute Gerichtsmitglied (§ 6 EG ZPO).
1.2
Vorliegend haben die Gesuchstellerinnen mit Eingabe vom 7. Juni 2014 den Antrag gestellt, das Verfahren zufolge Vergleichs abzuschreiben. Sie legen ihrer Eingabe eine von beiden Parteien unterzeichneten Vergleich vom 9. Mai 2014, mit welchem sie die Absicht erklären, den kennzeichenrechtlichen Konflikt einvernehmlich zu lösen. Die Vereinbarung enthält u.a. die Bestimmung, wonach die Parteien auf Parteientschädigungen in den hängigen Verfahren verzichten.
1.3
Der Vergleich ist ein zweiseitiger Vertrag, mit welchem die beteiligten Parteien während eines Gerichtsverfahrens einen Streit über ein Rechtsverhältnis mit gegenseitigen Zugeständnissen beilegen. Ein Vergleich beendet den Prozess unmittelbar und dieser wird „gegenstandslos und der guten Ordnung halber abgeschrieben“ (
Botschaft
ZPO, in: BBl 2006 S. 7221 ff., S. 7345; siehe dazu auch
Leumann
Liebster
, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger (Hrsg.), Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 2. Auflage 2013, Art. 241 ZPO N 17). Das Gericht schreibt das Verfahren demnach zufolge Vergleichs ab (Art. 241 Abs. 3 ZPO).
2.
Im Abschreibungsentscheid wird auch der Kostenentscheid gefällt (vgl. § 6 Abs. 2 EG ZPO). Die Parteien haben vereinbart, auf Parteientschädigungen zu verzichten, so dass diese wettzuschlagen sind. Die Gesuchstellerinnen beantragen, die Gerichtskosten den Gesuchsgegnern aufzuerlegen. Diese haben mit Eingabe vom 17. Juni 2014 erklärt, die Gerichtskosten von CHF 4‘000.– zu tragen. Damit sind die Gesuchsgegner in solidarischer Verbindung zu verpflichten, die Gerichtskosten von CHF 4'000.– zu bezahlen.