Decision ID: f3a35cf7-3e56-503c-bdab-0778fae8a53e
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Mit Schreiben vom 16. April 2020 sowie dem handschriftlich ausgefüllten
Formular «Schlichtungsbegehren» vom 10. April 2020 gelangte die
B._ (nachfolgend: Kundin) an die Stiftung ombudscom Schlich-
tungsstelle Telekommunikation (nachfolgend: ombudscom) und beantragte
die Durchführung eines Schlichtungsverfahrens gegen die A._.
Zur Begründung ihres Schlichtungsbegehrens führte sie im Wesentlichen
aus, die A._ habe ihr betreffend ihres Internet- und Telefonzu-
gangs diverse Beträge falsch in Rechnung gestellt. Auf die mehrfachen Be-
anstandungen habe die A._ nicht reagiert. Sie habe deshalb die
bestehenden Verträge mit Schreiben vom 20. Januar 2020 per 31. März
2020 gekündigt. Obwohl sie für ihre Geschäftstätigkeit dringend auf das
Internet angewiesen sei, habe ihr die A._ daraufhin ohne Voran-
kündigung noch vor Ablauf der Kündigungsdauer den gesamten Internet-
zugang und damit auch die Internettelefonie abgeschaltet. Die A._
habe ihr die Fernmeldeleitung in der Folge nicht freigegeben, so dass sie
keinen neuen Anbieter habe beauftragen können. Dadurch seien ihr Um-
sätze in der Höhe von täglich rund Fr. 3'000.– entgangen. Die diesbezügli-
chen anwaltlichen Schreiben an die A._, mit welchen sie das Fehl-
verhalten beanstandet habe, seien ebenfalls unbeantwortet geblieben. Der
Streitwert liege bei Fr. 4’121.15, vorbehältlich weiterer Umsatzverluste.
B.
Die ombudscom eröffnete am 22. April 2020 ein Schlichtungsverfahren
(Nr. OMB#C77538) und lud die A._ mittels dafür vorgesehenem
Formular zur Stellungnahme ein. Mit E-Mail vom 5. Mai 2020 retournierte
die A._ das Formular mit dem Hinweis, zwischen ihr und der Kun-
din bestehe kein gültiger Vertrag. Da die ombudscom im Titel des Formu-
lars nicht den Namen der Kundin, sondern jener der Rechtsvertreter ein-
getragen hatte, räumte sie der A._ mit dem Hinweis auf diesen
Umstand noch einmal die Gelegenheit ein, sich zu äussern. Die angesetzte
Frist blieb ungenutzt.
C.
C.a Am 8. Juni 2020 unterbreitete die ombudscom den Parteien einen
Schlichtungsvorschlag, wonach die A._ im Wesentlichen den For-
derungen der Kundin nachkommen sollte.
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C.b Im Gegensatz zur Kundin unterzeichnete die A._ den Schlich-
tungsvorschlag innerhalb der angesetzten Frist nicht, woraufhin die om-
budscom das Schlichtungsverfahren am 8. Juli 2020 als gescheitert ab-
schloss.
D.
Mit Verfügung vom 8. September 2020 sowie Rechnung gleichen Datums
auferlegte die ombudscom der A._ eine Verfahrensgebühr in der
Höhe von Fr. 3'321.– zuzüglich 7.7% Mehrwertsteuer, insgesamt ausma-
chend Fr. 3'576.70. Zur Begründung führte sie aus, die A._ sei als
Fernmeldeanbieterin von der ombudscom aufgefordert worden, an einem
Schlichtungsverfahren teilzunehmen. Gemäss den rechtlichen Bestimmun-
gen erhebe sie für jedes Verfahren, an dem eine Fernmeldeanbieterin be-
teiligt sei oder beteiligt sein sollte, eine Gebühr. Die Verfahrenskosten seien
anhand der durchschnittlichen Komplexität des Falls, des sehr hohen Auf-
wands sowie des hohen Streitwerts festgelegt worden.
E.
Mit Eingabe vom 21. September 2020 erhebt die A._ (nachfol-
gend: Beschwerdeführerin) gegen die Verfügung vom 8. September 2020
und die darauf basierende Rechnung der ombudscom (nachfolgend: Vo-
rinstanz) Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht und beantragt sinn-
gemäss deren vollständige Aufhebung. In der kurzen Begründung bestrei-
tet sie, dass die ombudscom befugt gewesen sei, ein Schlichtungsverfah-
ren einzuleiten. Die Kosten für das Verfahren seien der Kundin aufzuerle-
gen.
F.
Mit Vernehmlassung vom 20. November 2020 beantragt die Vorinstanz die
Abweisung der Beschwerde, soweit auf diese einzutreten sei; eventualiter
sei ihr eine angemessene Nachfrist zur Ergänzung der Stellungnahme zu
gewähren, sollte der Rechnungsbetrag Gegenstand des vorliegenden Ver-
fahrens sein. Zur Begründung legt sie im Wesentlichen dar, weshalb die
Eintretensvoraussetzungen zur Führung eines Schlichtungsverfahrens ge-
geben seien.
G.
Die Beschwerdeführerin reicht keine Replik ein.
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H.
Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die sich bei den Akten be-
findlichen Schriftstücke wird – soweit entscheidrelevant – im Rahmen der
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom
20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021), sofern eine Vorinstanz im Sinne
von Art. 33 VGG entschieden hat und keine Ausnahme nach Art. 32 VGG
gegeben ist.
Die Vorinstanz ist die Schlichtungsstelle der Telekombranche. Es handelt
sich dabei um eine ausserhalb der Bundesverwaltung stehende Organisa-
tion, welche in Erfüllung der ihr übertragenen öffentlich-rechtlichen Aufga-
ben des Bundes verfügt (vgl. Art. 12c Abs. 1 des Fernmeldegesetzes vom
30. April 1997 [FMG, SR 784.10] sowie ferner Art. 42 Abs. 1 i.V.m. Art. 49
Abs. 4 der Verordnung über Fernmeldedienste vom 9. März 2007 [FDV;
SR 784.101.1]). Folglich ist sie eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsge-
richts im Sinne von Art. 33 Bst. h VGG (vgl. BVGE 2010/34 E. 1.3). Die
angefochtene Verfügung stellt ein zulässiges Anfechtungsobjekt dar. Eine
Ausnahme gemäss Art. 32 VGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesver-
waltungsgericht zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig
ist.
1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach
dem VwVG, sofern das VGG nichts anderes vorsieht (Art. 37 VGG).
1.3 Die Beschwerdeführerin hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenom-
men und ist als Adressatin der angefochtenen Verfügung, mit der ihr Ge-
bühren in der Höhe von insgesamt Fr. 3'576.70 auferlegt werden, sowohl
formell als auch materiell beschwert, weshalb sie zur Beschwerde legiti-
miert ist (vgl. Art. 48 Abs. 1 VwVG).
1.4 Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde
(vgl. Art. 50 und Art. 52 VwVG) ist daher einzutreten.
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2.
2.1 Das Bundesverwaltungsgericht stellt den rechtserheblichen Sachver-
halt, unter Vorbehalt der Mitwirkungspflicht der Parteien (Art. 13 VwVG),
von Amtes wegen fest (Art. 12 VwVG) und wendet das Recht grundsätzlich
frei an, ohne an die Parteianträge oder die rechtlichen Begründungen der
Parteien gebunden zu sein (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Von den Verfahrensbe-
teiligten nicht aufgeworfene Rechtsfragen werden indes nur geprüft, wenn
hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten er-
gebender Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (vgl. zum Ganzen
Urteil des BVGer A-4979/2014 vom 18. Februar 2015 E. 3.1 m.H.).
2.2 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet grundsätzlich mit uneinge-
schränkter Kognition. Es überprüft angefochtene Verfügungen auf Verlet-
zung von Bundesrecht – einschliesslich der unrichtigen oder unvollständi-
gen Feststellung des Sachverhalts und Überschreitung und Missbrauch
des Ermessens – sowie auf Angemessenheit (Art. 49 VwVG).
3.
Aus der Beschwerdeschrift ist zu schliessen, dass die Beschwerdeführerin
die Aufhebung der Verfügung, samt der ihr seitens der ombudscom aufer-
legten Gebühren, begehrt. Die Höhe des Rechnungsbetrags an sich bean-
standet die Beschwerdeführerin hingegen nicht; sie äussert sich dazu mit
keinem Wort.
Vorliegend strittig und zu prüfen ist demnach, ob die Vorinstanz auf das
Schlichtungsbegehren der Kundin hatte eintreten dürfen. Darf die Vorin-
stanz mangels Eintretensvoraussetzungen ein Schlichtungsverfahren nicht
einleiten, so fehlt der Gebührenverfügung die Grundlage und sie ist aufzu-
heben (vgl. Urteil des BGer 2C_781/2011 vom 20. Februar 2012 E. 4.4;
ferner Urteil des BVGer A-4211/2014 vom 28. Mai 2015 E. 3.2).
4.
4.1 Die Beschwerdeführerin begründet ihre Beschwerde damit, dass der
Fall «nichts mit ihrer Firma zu tun» habe und es zwischen ihr und der Kun-
din gar «keinen Vertrag» gebe. Die ombudscom sei deshalb nicht befugt
gewesen, ein Schlichtungsverfahren einzuleiten.
4.2 Dem entgegnet die Vorinstanz, dass die Kundin sowohl das Vorliegen
einer zivilrechtlichen Streitigkeit als auch den stattgefundenen Einigungs-
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versuch glaubhaft dargelegt habe. Aufgrund des eingereichten Mietvertra-
ges zwischen der Kundin, der Beschwerdeführerin und der C._
sowie der seitens der A._ gestellten Rechnungen sei insbeson-
dere von einem bestehenden Vertragsverhältnis zwischen den Parteien
auszugehen. Die Schreiben der Kundin, mit welchen die Bereinigung der
Streitigkeit angestrebt worden sei, habe die Beschwerdeführerin sodann
unbeantwortet gelassen. Auch die weiteren Eintretensvoraussetzungen
zur Führung eines Schlichtungsverfahrens seien erfüllt.
5.
5.1 Die Schlichtungsstelle ist gemäss Art. 12c Abs. 1 FMG i.V.m. Art. 43
Abs. 1 FDV für zivilrechtliche Streitigkeiten zwischen Kundinnen und Kun-
den und ihren Anbieterinnen von Fernmelde- oder Mehrwertdiensten zu-
ständig. Gestützt auf Art. 45 Abs. 2 FDV regelt Art. 8 Abs. 1 des Verfahrens-
und Gebührenreglements der Vorinstanz vom 1. Juli 2013 (nachfolgend:
Verfahrens- und Gebührenreglement) die Eintretensvoraussetzungen für
ein Schlichtungsverfahren. Diese sehen vor, dass ein Begehren um Durch-
führung eines Schlichtungsverfahrens eingereicht werden muss (Bst. a),
im Schlichtungsbegehren die Anstrengung, mit der Gegenpartei eine Eini-
gung zu finden, glaubhaft darzulegen ist (Bst. b), das Schlichtungsbegeh-
ren nicht offensichtlich missbräuchlich sein darf (Bst. c), nicht in derselben
Sache bereits ein Schlichtungsverfahren abgeschlossen worden ist (Bst. d)
und sich mit der gleichen Sache kein Gericht oder Schiedsgericht befasst
oder befasst hat (Bst. e).
5.2 Wer die Schlichtungsstelle anruft, zahlt eine Behandlungsgebühr. Die
Anbieterin von Fernmelde- oder Mehrwertdiensten trägt die Verfahrenskos-
ten abzüglich der Behandlungsgebühr (Art. 12c Abs. 2 FMG). Gemäss
Art. 14 Abs. 1 des Verfahrens- und Gebührenreglements betragen die Ver-
fahrensgebühren für die Anbieterinnen zwischen Fr. 200.– und Fr. 3'000.–
(exkl. Mehrwertsteuer). Dieser Betrag wird um 20 % erhöht, wenn es sich
bei der pflichtigen Anbieterin um keine Vorauszahlerin im Sinne von Art. 16
des Verfahrens- und Gebührenreglements handelt, welche die Verfahrens-
kosten halbjährlich im Voraus bezahlt (Art. 14 Abs. 3 des Verfahrens- und
Gebührenreglements).
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Seite 7
6.
6.1 Die Beschwerdeführerin ist gemäss den Informationen auf der dafür
vorgesehenen elektronischen Datenbank des Bundesamts für Kommuni-
kation als Fernmeldeanbieterin registriert (Nr. (...); vgl. <www.eofcom.ad-
min.ch>, Suche, Dienstanbieterinnen, A._; Suchergebnis abgeru-
fen am 4. Mai 2021). Damit ist sie grundsätzlich verpflichtet, an einem
Schlichtungsverfahren der Vorinstanz mitzuwirken (vgl. Art. 47 Abs. 1 FDV)
sowie die dafür anfallenden Kosten abzüglich der Behandlungsgebühr zu
tragen (Art. 12c Abs. 2 FMG).
6.2 Die Beschwerdeführerin stellt sich vorliegend auf den Standpunkt, dass
die Voraussetzungen für die Einleitung eines Schlichtungsverfahrens nicht
gegeben seien, da sie zur Kundin nicht in einem Vertragsverhältnis stehe.
Sie bestreitet damit sinngemäss das Vorliegen einer zivilrechtlichen Strei-
tigkeit zwischen ihr und der Kundin, welches die sachliche Zuständigkeit
der Vorinstanz begründet. Die Rüge betrifft nicht nur die Sachverhaltsfest-
stellung der Vorinstanz, sondern auch deren rechtliche Würdigung.
6.2.1 In Bezug auf den Sachverhalt ist zunächst festzuhalten, dass den Ak-
ten zwei Rechnungen (Rechnung 609425 vom 17. Dezember 2019; Rech-
nung 800411 vom 1. Januar 2020) zu entnehmen sind, worauf die Be-
schwerdeführerin als Rechnungsstellerin unter anderem mit Kostenpunk-
ten für «Mietvertrag TK-all-in» sowie für «Business Internet» aufgeführt
wird. Die auf der Rechnung angegebene Mehrwertsteuer-Nummer
«CHE-(...)» stimmt mit der im Handelsregister eingetragenen Registrie-
rung der Beschwerdeführerin überein (vgl. elektronische Suchanfrage auf
der Webseite des Schweizerischen Handelsblatt SHAB,
«https://www.shab.ch/», Suchergebnis abgerufen am 4. Mai 2021). Im
«Mietvertrag TK-all-in», welcher den Akten ebenfalls beiliegt, tritt die Be-
schwerdeführerin sodann als «Lieferant/Servicepartner» des für das Inter-
net benötigten – und gemäss dem Dokument der Kundin über die im Ver-
trag als Vermieterin bezeichnete C._ zur Verfügung gestellten –
Kommunikationssystems auf. Der Vertrag wurde sowohl von der Be-
schwerdeführerin als auch von der Kundin am 10. Mai 2019 unterzeichnet.
Weiter hat die Kundin der Vorinstanz zwei von ihr unterzeichnete Antrags-
formulare der Beschwerdeführerin zum Abschluss von Internetabonne-
menten – unter anderem für die Dienstleistung «Business Internet» – mit
einer Vertragslaufzeit von 36 Monaten eingereicht. Beide Formulare sind
von der Kundin am 1. April 2019 unterzeichnet worden.
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Aufgrund der Akten liegen demnach diverse Umstände vor, die auf ein Ver-
tragsverhältnis zwischen der Kundin und der Beschwerdeführerin hinwei-
sen, aus welchem die Kundin Forderungen geltend macht. So beanstandet
sie nicht nur verschiedene Ungereimtheiten in der Rechnungsstellung der
Beschwerdeführerin, sondern moniert auch, dass diese trotz noch laufen-
dem Vertrag die Internetdienstleistung eingestellt und in der Folge die Por-
tierung der Nummer auf eine neue Anbieterin blockiert habe.
6.2.2 Der im Fernmeldegesetz verwendete Begriff «Streitigkeit» betrifft zi-
vilrechtliche Streitigkeiten, die sich auf die Bereitstellung von Fernmelde-
oder Mehrwertdiensten beziehen. Gegenstand der Streitigkeit können etwa
rechtlich relevante Fragen wie das Vorliegen einer Schuld oder die Moda-
litäten der Ausübung eines Anspruchs sein (vgl. Erläuterungsbericht des
Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation [UVEK]
zur FDV vom 9. März 2007 [nachfolgend: Erläuterungsbericht UVEK],
S. 16). Unter eine Zivilstreitigkeit fällt gemäss Rechtsprechung des Bun-
desverwaltungsgerichts auch das nach zivilrechtlichen Kriterien zu beurtei-
lende Zustandekommen eines gültigen Vertrages, wenn dieses strittig ist
(vgl. Urteil des BVGer A-4903/2010 vom 17. März 2011 E. 3.2.1).
Dass die Beschwerdeführerin das Vorliegen eines Vertrages zwischen ihr
und der Kundin bestreitet, spricht damit nicht gegen eine für das vorlie-
gende Verfahren relevante Beziehung zwischen der Kundin und der Fern-
meldedienstanbieterin. Vielmehr kann die Frage, ob zwischen den Parteien
überhaupt ein gültiger Vertrag zustande gekommen ist, gerade Gegen-
stand eines Schlichtungsverfahrens sein. Wie aufgezeigt, hat die Kundin
das Bestehen einer Geschäftsbeziehung zur Beschwerdeführerin hinrei-
chend belegt und macht daraus Forderungen geltend, welche weiterhin
strittig sind (vgl. E. 6.2.1), weshalb ohne Weiteres von einem zivilrechtli-
chen Streitfall im geforderten Sinne auszugehen ist.
6.3 Die das Schlichtungsbegehren einreichende Partei muss zuvor ver-
sucht haben, sich mit der anderen Streitpartei zu einigen (vgl. vorne E. 5.1).
Damit soll verhindert werden, dass sich Kundinnen und Kunden bei Prob-
lemen an die Schlichtungsstelle wenden, die rasch und einfach gelöst wer-
den könnten, wenn sie sich direkt an die Anbieterin von Fernmeldediensten
wenden würden (vgl. Erläuterungsbericht des UVEK, S. 17). Gemäss der
auf der Webseite der Vorinstanz veröffentlichten Behördenpraxis gilt ein
Einigungsversuch namentlich dann als gescheitert, wenn der Anbieter ein
klares und einigermassen plausibles Beanstandungsschreiben des Kun-
den ignoriert, d.h. nicht darauf eingeht und kein Interesse an einer Lösung
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zeigt oder der Anbieter auf die Beanstandung nicht antwortet (vgl. Praxis
Eintretensvoraussetzungen, <https://de.ombudscom.ch/praxis-zu-den-ein
tretensvoraussetzungen/>, abgerufen am 4. Mai 2021, Ziff. 3.1.1).
Den Akten sind mehrere Schreiben zu entnehmen, welche aufzeigen, dass
die Kundin sich darum bemühte, die Beschwerdeführerin auf die ihrer An-
sicht nach bestehenden Ungereimtheiten in der Rechnungstellung hinzu-
weisen respektive die Abschaltung des Internetanschlusses sowie die ver-
hinderte Portierung zu beanstanden und auf die Aufklärung des Sachver-
halts hinzuwirken (vgl. Schreiben der Kundin vom 20. Januar 2020,
E-Mail der C._ an die Kundin vom 23. Januar 2020, Schreiben des
Rechtsvertreters der Kundin vom 4. Februar 2020). Im anwaltlichen Schrei-
ben vom 27. Februar 2020 moniert die Kundin sodann, dass sie auf ihr
Schreiben keine Rückmeldung erhalten habe und fordert die Beschwerde-
führerin auf, dem nachzukommen. Aus den Akten ist nicht ersichtlich und
es wird in der Beschwerde auch nicht geltend gemacht, dass die Be-
schwerdeführerin in der Folge auf die Beanstandungen der Kundin reagiert
respektive in irgendeiner Form auf die Lösung der Streitigkeit hingewirkt
hätte. Der vor der Einleitung des Schlichtungsverfahrens geforderte Ver-
such zur Einigung ist nach dem Gesagten hinreichend dargelegt.
6.4 Auch die weiteren Eintretensvoraussetzungen im Sinne von Art. 45
Abs. 2 FDV i.V.m. Art. 8 Bst. b-e des Verfahrens- und Gebührenreglements
sind gegeben. So konnte die Vorinstanz kein missbräuchliches Verhalten
der Kundin feststellen und den Akten sind keine Anhaltspunkte zu entneh-
men, die auf das Gegenteil hinweisen. Ein missbräuchliches Verhalten der
Kundin läge dann vor, wenn mit einem Schlichtungsverfahren ausschliess-
lich Zwecke verfolgt würden, die in keinem Zusammenhang mit dem
Schlichtungsverfahren gemäss Verfahrens- und Gebührenreglement stün-
den, wenn also der durch die begehrende Partei verfolgte Zweck oder Nut-
zen mit einem Schlichtungsverfahren gar nicht erst erreicht werden könnte
(vgl. Praxis Eintretensvoraussetzungen, a.a.O., Ziff. 2), was vorliegend
nicht ersichtlich ist. Schliesslich ergibt sich auch nicht, dass in derselben
Sache bereits ein Schlichtungsverfahren abgeschlossen worden oder ein
Gericht oder Schiedsgericht mit der Sache befasst war oder ist.
6.5 Die Vorinstanz ist nach dem Gesagten zu Recht auf das Schlichtungs-
begehren der Kundin eingetreten und die Beschwerdeführerin vermag sich
mit ihren Einwänden in der Beschwerde nicht von ihrer Pflicht zur Teil-
nahme am Schlichtungsverfahren zu entlasten. Demnach hat die Vorin-
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stanz der Beschwerdeführerin auch zu Recht die für das Verfahren ent-
standenen Kosten auferlegt.
6.6 Zusammengefasst ergibt sich, dass die Vorinstanz sämtliche Eintre-
tensvoraussetzungen zu Recht bejaht hat und sich die Auflage der Verfah-
rensgebühren in der Verfügung vom 8. September 2020 als rechtmässig
erweist. Wie bereits erwähnt wurde, beanstandet die Beschwerdeführerin
die Höhe der Gebühr nicht (vgl. E. 3). Demzufolge erübrigt sich eine dies-
bezügliche Prüfung, zumal sich der Rechnungsbetrag im Rahmen des im
Verfahrens- und Gebührenreglements festgelegten – und damit, soweit er-
sichtlich, im zulässigen – Bereich bewegt.
6.7 Die Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.
7.
7.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens gilt die Beschwerdeführerin als
unterliegend, weshalb sie die Verfahrenskosten zu tragen hat (Art. 63
Abs. 1 VwVG). Diese sind auf Fr. 800.– festzusetzen (Art. 1 ff. des Regle-
ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor
dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Der von der Be-
schwerdeführerin einbezahlte Kostenvorschuss in gleicher Höhe wird zur
Bezahlung verwendet.
7.2 Angesichts ihres Unterliegens hat die Beschwerdeführerin keinen An-
spruch auf eine Parteientschädigung (Art. 64 Abs. 1 VwVG; Art. 7 Abs. 1
VGKE); ebenso wenig hat die Vorinstanz einen Anspruch auf eine Partei-
entschädigung (vgl. Art. 7 Abs. 3 VGKE).
(Dispositiv nächste Seite)
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