Decision ID: 6ecb59aa-51bd-4324-b958-1f672670caff
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1968
,
welcher
Leistungen der Pensions
versicherung von
Kanada
(
retirement
pension
;
Urk.
8/4)
bezog,
reiste am
2
9.
Juli 2016 in die Schweiz ein und meldete sich am 2
9.
Juni 2017 bei der Invaliden
versicherung
zum Leistungsbezug (
Urk.
10/3).
Mit Verfügung vom 2
0.
September 2018 (
Urk.
10/31
=
Urk.
8/B
) stellte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, fest, dass der Versicherte die versicherungsmässigen Voraus
setzungen für den Bezug einer Invalidenrente nicht erfülle, und verneinte einen Rentenanspruch des Versicherten.
1.2
Am 1
5.
August 2018 meldete sich der Versicherte
(
erneut
)
bei seiner Wohn
gemeinde zum Bezug von Ergänzungs- und Zusatzleistungen an (
Urk.
8/
6
).
Am 1
3.
September 2018
ersuchte das
Amt für Zusatzleistungen zur AHV/IV
der Stadt Zürich die IV-Stelle amtshilfeweise um die Bemessung der Invalidität des Ver
sicherten (
Urk.
10/33).
Nach durchgeführte
r
Abklärung teilte die IV-Stelle dem
Amt für Zusatzleistungen zur AHV/IV der Stadt Zürich
mit Schreiben vom 2
1.
November 2019 (
Urk.
10/52
=
Urk.
8/D
) mit, dass eine Invaliditätsbemessung beim Versicherten einen Invaliditätsgrad von 57
%
seit der Einreise in die Schweiz am 2
9.
Juli 2016 ergeben habe (S. 1)
, verbunden
mit der Empfehlung der Einleitung einer Revision der Invaliditätsbemessung nach einem Jahr, da eine Verbesserung des Gesundheitszustandes des Versicherten möglich sei (S. 2).
1.3
Mit Verfügung vom
4.
Februar 2020 (
Urk.
8/V1) sprach das
Amt für Zusatz
leistungen zur AHV/IV der Stadt Zürich
dem Versicherten ab
Juli 2017
monat
liche Ergänzungs- und Zusatzleistungen und für den Z
eitraum von
Juli 2017 bis Februar 2020 eine Nachzahlung im Betrag von
insgesamt
Fr.
13'925.-- zu.
Da
gegen erhob der Versicherte am
3.
März 2020
Einsprache (
Urk.
8/36
), welche er am 2
9.
April 2020 ergänzte
(
Urk.
8/40)
, worauf
das Amt für Zusatzleistungen zur AHV/IV der Stadt Zürich
die IV-Stelle mit Schreiben vom
4.
Mai 2020 (
Urk.
8/41) um eine erneute Invaliditätsbemessung ersuchte.
M
it Schreiben vom 1
9.
August 2020 (
Urk.
10/68 =
Urk.
8/E)
teilte die IV-Stelle dem
Amt für Zusatzleistungen zur AHV/IV der Stadt Zürich
mit, dass
eine erneute Überprüfung der Invaliditäts
bemessung unverändert einen
Invaliditätsgrad von 57
%
ergeben
habe.
In teilweiser Gutheissung der Einsprache des Versicherten sprach
das Amt für Zusatzleistungen zur AHV/IV der Stadt Zürich
dem Versicherten m
it
Entscheid vom
9.
Dezember 2020 (Urk.
8/V3 =
Urk.
2) und mit der Bestandteil desselben darstellenden Verfügung vom
7.
Dezember 2020 (
Urk.
8/V2) für die Zeit ab
September 2016
bis Dezember 2020
sowie ab Januar 2021
monatliche Ergänzungs- und Zusatzleistungen
und für den Zeitraum von September 2016
bis
Dezember
2020 eine Nachzahlung im Betrag von
insgesamt
Fr.
22’766
.-- zu
.
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom
9.
Dezember
2020
(Urk. 2
und
Urk.
8/V2
) er
hob
der
Ver
si
cherte am
2
2.
Januar 2021
Beschwerde
(Urk. 1)
und bean
trag
te,
dieser sei aufzuheben und es sei der Invaliditätsgrad neu zu bemessen; eventuell seien dazu weitere medizinische Massnahmen anzuordnen, und es seien bei der Leistungsberechnung
lediglich die
Nettobeträge der ausländischen
Rentenbetreff
nisse
zu berücksichtigen. Gleichzeitig ersuchte der Versicherte um unentgeltliche Prozessführung
(
S. 2
).
Mit
Beschwerdeantwort vom
5.
März 2021
(Urk. 7) beantragte
das Amt für Zusatz
leistungen zur AHV/IV der Stadt Zürich
die Abweisung der Beschwerde
, wovon dem Beschwerdeführer am
7.
April 2021 Kenntnis gegeben wurde
(Urk.11)
.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Das Bundesgesetz über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG) und die Verordnung über die Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELV) sind per 1. Januar 2021 einer umfassenden Revision unterzogen worden (EL-Reform; Änderungen des ELG vom 22. März 2019 und Änderungen der ELV vom 29. Januar 2020). In Bezug auf diese Änderungen gilt der übergangsrechtliche Grundsatz, wonach der Beurteilung jene Rechtsnormen zugrunde zu legen sind, die in Kraft gestanden sind, als sich der Sachverhalt verwirklicht hat, der zu den materiellen Rechts
folgen geführt hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen).
Die vorliegend strittigen Ergänzungsleistungen fallen in die Jahre 201
6
bis 2020
und der angefochtene Entscheid datiert vom
9.
Dezember 2020
.
Der Anspruch ist
gestützt auf den dargelegten übergangsrechtlichen Grundsatz nach den Bestimmungen des ELG und der ELV
zu beurteilen
, wie sie bis Ende 2020 in Kraft gewesen sind.
Nachfolgend werden daher, soweit nichts
anderes
vermerkt ist, das ELG und die ELV in den Fassungen vor dem Inkrafttreten der EL-Reform per Anfang 2021 zitiert.
Ebenso sind
a
m 1. Januar 2022 die geänderten Bestimmungen
des Bundes
gesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV),
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen
Einspracheentscheids
eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nach
folgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss Art. 2 Abs. 1
ELG
haben Personen An
spruch auf Ergänzungsleistungen, wenn sie die Voraussetzungen nach den Art. 4-6 ELG er
füllen.
Anspruch auf Ergänzungsleistungen haben insbesondere Personen mit Wohnsitz und gewöhn
lichem Aufenthalt in der Schweiz, die Anspruch haben auf eine Rente oder eine
Hilflosenentschädigung
der Invalidenversicherung (IV) oder ununterbrochen während mindestens sechs Monaten ein Taggeld der IV beziehen (
Art.
4
Abs.
1
lit
. c ELG), oder
die Anspruch
hätten auf eine Rente der IV, wenn sie die Mindest
beitragsdauer nach
Art.
36
Abs.
1 IVG erfüllen würden (
Art.
4
Abs.
1
lit
. d ELG).
1.
3
Die
jährliche Ergänzungsleistung
entspricht
dem Betra
g, um den die anerkannten Aus
ga
ben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 9 Abs. 1 ELG). Die an
re
chen
baren Einnahmen werden nach Art. 11 ELG berech
net.
1.
4
Zu den anrechenba
ren Ein
nahmen gehören nach Art. 11 Abs. 1 ELG
:
-
Z
wei Drittel der Erwerbseinkünfte in Geld oder Naturalien, soweit sie bei alleinstehenden Personen jährlich Fr. 1'000.-- und bei Ehepaaren und Per
sonen mit rentenberechtigten Waisen oder mit Kindern, die einen An
spruch auf eine Kinderrente der AHV oder IV begründen,
Fr.
1'500.
--
über
steigen (
lit
. a.);
-
Einkünfte aus beweglichem und unbeweglichem Vermögen (
lit
. b);
-
ein Fünfzehntel (bei Altersrentnern ein Zehntel) des Reinvermögens, so
weit es bei Alleinstehenden
Fr.
37'
500.--
, bei Ehepaaren
Fr.
60'
000.-- u
nd bei rentenberechtigten Wai
sen sowie bei Kindern, die einen Anspruch auf eine Kinderrente der AHV oder IV begründen,
Fr.
15'000.-- übersteigt
; gehört der Bezügerin oder dem Bezüger oder einer Person, die in die Berechnung der Ergänzungsleistung eingeschlossen ist, eine Liegen
schaft, die mindes
tens von einer dieser Personen bewohnt wird, so ist nur der Fr. 112‘500.--
übersteigende Wert der Liegenschaft b
eim Vermö
gen zu berücksichtigen
(
lit
. c);
-
Renten, Pensionen und andere wiederkehrende Leistungen, einschliess
lich der Renten der AHV und der IV (
lit
. d);
-
Leistungen aus Verpfründungsvertrag und ähnlichen Vereinbarungen (
lit
. e);
-
Familienzulagen (
lit
. f);
-
Einkünfte und Vermögenswerte, auf die ver
zichtet worden ist (
lit
. g)
;
-
familienrechtliche Unterhaltsbeiträge (
lit
. h).
Nicht angerechnet als Einnahmen werden gemäss
Art.
11
Abs.
3
lit
. b ELG ins
besondere
Unterstützung
en der öffentlichen Sozialhilfe.
Zeitlich massgebend für die Berechnung der jährlichen Ergänzungsleistung sind gemäss Art. 23 Abs. 1 ELV in der Regel die während des vorausgegangenen Kalen
derjahres erzielten anrechenbaren Einnahmen sowie das am 1. Januar des Bezugsjahres vorhandene Vermögen.
1.
5
Die anerkannten Ausgaben sind in
Art.
10 ELG geregelt, zu ihnen zählen ins
besondere die Gewinnungskosten bis zur Höhe des Bruttoerwerbseinkommens (
Art.
10
Abs.
3
lit
. a ELG). In
Art.
11a ELV wird präzisiert, dass bei der Ermittlung des jährlichen Erwerbseinkommens vom Bruttoerwerbseinkommen die aus
gewiesenen Gewinnungskosten sowie die einkommensabhängigen obliga
torischen Sozialversicherungsbeiträge abgezogen werden. Gemäss der Recht
sprechung sind auf Grund des Wortlauts von
Art.
11a ELV grundsätzlich nur die ausgewiesenen Gewinnungskosten vom anrechenbaren Bruttoerwerbs
ein
kommen abzuziehen (Urteile des Bundesgerichts 9C_400/2014 vom 1
8.
September 2014; P 27/03 vom 2
9.
April 2004 E. 5.2 und P 3/01 vom 1
3.
März 2002 E. 3c), was eine Berücksichtigung von Gewinnungskosten im Umfang von Pauschalen nicht zulässt. Als Gewinnungskosten sind nur die unmittelbar zur Erzielung des rohen Einkommens wie die zur Erhaltung der Einkommensquelle gemachten Aufwendungen zu betrachten. Es sind dies Ausgaben, welche die Erzielung des erfassten Einkommens mit sich bringt und die sich aus einer Berufstätigkeit unmittelbar ergeben. Keine Gewinnungskosten sind Auslagen, die mit dem Erwerb nicht oder nur mittelbar zusammenhängen (Urteile des Bundes
gerichts 9C_486/2019 vom 1
4.
Januar 2020 E. 3.4.2.1 und P 22/05 vom
5.
August 2005 E. 3.1).
1.
6
Gemäss
Art.
41
Abs.
1
lit
.
k IVV
haben die IV-Stellen insbesondere die Aufgabe, die Invalidität von Personen zu bemessen, die eine Ergänzungsleistung nach
Art.
2cBuchstabe b
ELG
(beziehungsweise
Art.
4
Abs.
1
lit
. d ELG)
beanspruchen.
Damit übereinstimmend muss die EL-Stelle gemäss
der
Verwaltungspraxis
(Weg
leitung über die Ergänzungsleistungen zur AHV und IV, WEL, Stand
1.
Januar 2020,
Rz
. 2230.04 und Anhang 14)
den Invaliditätsgrad durch die IV-Stelle ab
klären lassen, wenn die Erfordernisse der Karenzfrist, des Wohnsitzes und des Aufenthaltes erfüllt sind. Die IV-Stelle legt die Höhe des Invaliditätsgrades fest und bestimmt, seit wann eine Invalidität in rentenbegründendem Ausmass besteht. Anschliessend teilt die IV-Stelle den Entscheid über den Invaliditätsgrad sowie den Zeitpunkt,
ab dem
die Invalidität in rentenbegründendem Ausmass
bestünde, wenn die versicherte Person die Mindestbeitragsdauer nach
Art.
36
Abs.
1 IVG erfüllen würde,
der zuständigen EL-Stelle mit, wobei der Verfügungs
erlass durch die EL-Stelle
zu erfolgen habe
.
Dieses Vorgehen ändert
gemäss der Rechtsprechung
indes nichts an der Zuständigkeit der EL-Durchführungsstelle zur Beurteilung des Leistungsgesuchs. Eine Übernahme der Invaliditätsbemessung der IV-Stelle durch die EL-Stelle beziehungsweise eine amtshilfeweise erfolgte Invaliditätsbemessung der IV-Stelle bewirkt im Bereich der Ergänzungsleistungen zur AHV und IV deshalb keine Verbindlichkeit in dem Sinne, dass die gerichtliche Überprüfung des Invaliditätsgrades anlässlich der Beurteilung des Anspruchs auf Ergänzungsleistungen ausgeschlossen wäre (Urteil des Bundesgerichts 9C_710/2017 vom 1
3.
Dezember 2017 E. 3.3).
1.
7
Gemäss
Art.
9
Abs.
5
lit
. c ELG bestimmt der Bundesrat die Anrechnung von Ein
künften aus einer zumutbaren Erwerbstätigkeit bei
teilinvaliden
Personen.
Davon hat der Bundesrat mit dem Erlass von
Art.
14a ELV Gebrauch gemacht. Danach ist
Teili
nvaliden als Erwerbseinkommen grundsätzlich der Betrag anzurechnen, den sie im massgebenden Zeitabschnitt tatsächlich verdient haben (
Abs.
1). Ge
mäss
Abs.
2 dieser Bestimmung ist Invaliden unter 60 Jahren als Erwerbs
einkommen jedoch mindestens anzurechnen:
-
der um einen Drittel erhöhte Höchstbetrag für den Lebensbedarf
von Alleinstehenden nach
Art.
10
Abs.
1
lit
. a
Ziff.
1 ELG bei einem Invaliditätsgrad von 40 bis unter 50 Prozent (
lit
. a)
-
der Höchstbetrag für den Lebensbedarf nach Buchstabe a bei einem Invaliditätsgrad von 50 bis unter 60 Prozent (
lit
. b)
-
zwei Drittel des Höchstbetrages für den Lebensbedarf nach Buchstabe a bei einem Invaliditätsgrad von 60 bis unter 70 Prozent (
lit
. c)
Gemäss
Art.
14a
Abs.
3 ELV ist
Abs.
2 dieser Bestimmung indes nicht anwendbar, wenn
die Invalidität von Nichterwerbstätigen
, die im Aufgabenbereich tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann
, auf Grund von
Art.
27
IV
V
festgelegt wurde
(
lit
. a),
oder
wenn die invalide Person
in einer Werkstätte im Sinne von
Art.
3
Abs.
1
lit
.
a des Bundesgesetzes über die Institutionen zur Förderung der Eingliederung von invaliden Personen (IFEG) arbeitet.
Selbst bei Teilinvaliden ist die Ausübung einer
Erwerbsfähigkeit bis mindestens zum Alter von 60 Jahren nicht auszuschliessen (Urteil des Bundes
gerichts 9C_653/2018 vom 2
6.
Juli 2019 E. 5.2 mit Hinweise auf Urteil 9C_103/2015 vom
8.
April 2015 E. 3.2.2 f.).
Für die Zeit vom
1.
Januar 2019 bis 3
1.
Dezember 2020 hat der
Höchstb
etrag für den allgemeinen Lebensbedarf
einer alleinstehenden Person
nach
Art.
10
Abs.
1
lit
. a
Ziff.
1
ELG
Fr.
19'450.--
(
Art.
1
lit
. a der Verordnung 19 über Anpassungen bei den Ergänzungsleistungen zur
AHV/IV;
SR.831.304)
und für die Zeit
vom
1.
Januar 2015 bis 3
1.
Dezember 2018
Fr.
19'290.--
(
Verordnung 15 vom 15.
Okto
ber 2014 über Anpassungen bei den Ergänzungsleistungen zur AHV/IV;
(SR.831.304)
betragen
.
1.
8
Gemäss
§
1 des
Gesetz
es
über die Zusatzleistungen zur eidgenössischen Alters-, Hinterlassenen-
und Invalidenversicherung (ZLG) werden Zusatzleistungen aus
gerichtet. Diese bestehen aus Ergänzungsleistungen gemäss ELG, Beihilfen und Zuschüssen. Die Ausrichtung von Beihilfen setzt voraus, dass die Voraus
setzungen für Ergänzungsleistungen gemäss
Art.
4-6 ELG erfüllt sind (§ 3 ZLG). Gemäss § 15 und 19a Abs. 3 ZLG finden die
Vorschriften, die für die jährliche Ergänzungsleistung nach Art. 9 ff. ELG gelten
,
entsprechende Anwendung auf die Beihilfen und Zuschüsse, soweit im ZLG nichts
Abweichendes bestimmt ist. Ge
mäss Art. 7 Abs. 1 der Zusatz
leistungs
ver
ordnung finden
die Bestimmungen des ZLG sinnge
mäss
auch auf die Gemein
de
zuschüsse An
wen
dung,
soweit
diese Ver
ordnung keine davon abweichenden Bestimmungen enthält.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom
9.
Dezember
2020 (Urk. 2) davon aus, dass sich der Beschwerdeführer im September 2016 erstmals zum Bezug von Ergänzungs- und Zusatzleistungen an
gemeldet habe, weshalb ein Leistungsanspruch bereits ab d
iesem Zeitpunkt aus
gewiesen sei, und dass die Invaliditätsbemessung durch die IV-Stelle korrekt beziehungsweise schlüssig sei, weshalb darauf abgestellt werden könne (S. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer brachte
hiegegen
vor, dass die Invaliditätsbemessung durch die IV-Stelle nicht zu überzeugen vermöge, weshalb nicht darauf abgestellt werden könne
(
Urk.
1 S. 5)
. Zudem seien
die von ihm auf den
ausländischen
Rentenbetreffnisse
n
zu entrichtenden ausländischen Quellensteuern nicht als Ein
nahmen anzurechnen, da es sich dabei um Gewinnungskosten handle
(
Urk.
1 S. 6).
3.
3.1
Das Verwaltungsverfahren ist als Einheit zu begreifen, die das Verfügungs- und das
Einspracheverfahren
umfasst. Mit der Einsprache wird eine Verfügung zwar - einem Rechtsmittel gleich - angefochten (BGE 125 V 118 E. 2a). Dabei bleibt
jedoch
die nämliche Verwaltungsbehörde zuständi
g, weshalb d
ie Einsprache kein
devolutives
Rechtsmittel
ist
, das die Entscheidungszuständigkeit an eine Rechts
mittelinstanz übergehen lässt (BGE 131 V 407 E. 2.1.2.1). Bei Erhebung einer Einsprache wird das Verwaltungsverfahren erst durch den
Einspracheentscheid
abgeschlossen, welcher die ursprüngliche Verfügung ersetzt. Für eine spätere richterliche Beurteilung sind grundsätzlich die tatsächlichen Verhältnisse zur Zeit des Erlasses des strittigen
Einspracheentscheids
massgebend (
BGE 131 V 407 E. 2.1.2.1
; Urteil des Bundesgerichts
I 172/04
vom
3.
Januar 2005 E. 5.2). Die Ein
heitlichkeit des Verwaltungsverfahrens wird durch
Art.
42 Satz 2 ATSG noch akzentuiert. Danach kann vor Verfügungen, die durch Einsprache anfechtbar sind, auf eine Anhörung verzichtet werden. Wird dagegen nach Erhebung einer Einsprache festgestellt, dass die Entscheidungsgrundlagen unvollständig sind, so ist der Sachverhalt unter Wahrung der Parteirechte zu verv
ollständigen und das - nunmehr ordentliche
- Verwaltungsverfahren mit dem
Einspracheentscheid
ab
zuschliessen. Weil die zusätzlichen Sachverhalts
erhebungen dem
Einsprache
entscheid
selber zugrunde zu legen sind, kommt diesem notwendigerweise reformatorischer Charakter zu
(BGE 131 V 407 E. 2.1.2.2)
.
3.2
Die Ergänzungsleistungen werden grundsätzlich jährlich ausgerichtet (
Art.
3
Abs.
1
lit
. a ELG). Basis ist das Kalenderjahr. Gemäss der Rechtsprechung kommt in Anbetracht der Ausgestaltung der Ergänzungsleistung als einer auf das Kalenderjahr bezogenen Versicherung einer Verfügung darüber in zeitlicher Hin
sicht von vornherein nur für ein Kalenderjahr Rechtsbeständigkeit
zu
. Dies bedeute
t
, dass die Grundlagen zur Berechnung der Ergänzungsleistungen im Rahmen der jährlichen Überprüfung ohne Bindung an die früher verwendeten Berechnungsfaktoren und unabhängig von der Möglichkeit der während der Bemessungsdauer vorgesehenen Revisionsgründe von Jahr zu Jah
r neu festgelegt werden können (
BGE 128 V 39
;
Urteile
des Bundesgerichts 8C_94/2007 vom 1
5.
April 2008 E. 3.1 und
P 75/02 vom 1
6.
Februar 2005). Die zeitliche Beschränkung der Rechtsbeständigkeit auf ein Kalenderjahr dient der Sicher
stellung der Ausrichtung korrekter Ergänzungsleistungen, was bei Bedarfs
leistungen besonders wichtig ist
(Urteil
des Bundesgerichts 8C_94/2007 vom 1
5.
April 2008 E.
4
.1
)
.
3.3
Anfechtungsgegenstand im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren bildet grundsätzlich nur das Rechtsverhältnis, zu dem die zuständige Ver
waltungsbehörde vorgängig in Form einer Verfügung Stellung genommen hat. Insoweit
definiert die Verfügung
sowohl sachlich als auch zeitlich den Anfechtungsgegenstand
(Urteil des Bundesgerichts 9C_316/2018 vom 2
4.
August 2018 E. 4)
. Ausnahmsweise kann das Gericht aus prozessökonomischen Gründen auch die Verhältnisse nach Erlass der Verfügung in die richterliche Beurteilung miteinbeziehen und zu deren Rechtswirkungen über den Verfügungszeitpunkt hinaus verbindlich Stellung beziehen, mithin den das Prozessthema bildenden Streitgegenstand in zeitlicher Hinsicht ausdehnen. Eine solche Ausdehnung des richterlichen Beurteilungszeitraums
in zeitlicher Hinsicht
ist jedoch - analog zu den Voraussetzungen einer sachlichen Ausdehnung des Verfahrens auf eine aus
serhalb des durch die Verfügung bestimmten Rechtsverhältnisses liegende spruchreife Frage (BGE 122 V 34 E. 2a
und
125 V 413 E. 1a) - nur zulässig, wenn der nach Erlass der Verfügung eingetretene, zu einer neuen rechtlichen Beurteilung der Streitsache ab jenem Zeitpunkt führende Sachverhalt hinreichend genau abgeklärt ist, die betreffende Frage mit dem bisherigen Streitgegenstand so eng zusammenhängt, dass von einer Tatbestandsgesamtheit gesprochen wer
den kann, und die Verfahrensrechte der Parteien, insbesondere deren Anspruch auf rechtliches Gehör, respektiert worden sind (BGE 130 V 138 E. 2.1; Urteil
des Bundesgerichts
9C_154/2014 vom
3.
September 2014 E. 1). In Bezug auf das letztgenannte Erfordernis muss sich die Verwaltung mindestens in Form einer Prozesserklärung geäussert haben (
Urteil des Bundesgerichts 9C_540/2015 vom 1
5.
Oktober 2015 E. 3.1;
BGE 130 V 501 E. 1.2).
4.
4.1
Die Verfügung vom
4.
Februar 2020 (
Urk.
8/V1)
definiert
e
sowohl sachlich als auch zeitlich den Anfechtungsgegenstand
des
Einspracheverfahrens
(
vgl.
vor
stehend E.
3.3
und
BGE 144 I 11 E. 4.3
,
130 V 138 E. 2.1).
Die Beschwerdegegnerin
beurteilte den Sachverhalt
in der vom Beschwerdeführer mit Einsprache vom
3.
März 2020 (
Urk.
8/36) angefochtenen Verfügung
4.
Februar 2020 (
Urk.
8/V1)
bi
s Ende Januar 2020 und bemass darin im Rahmen
der
jährlichen Überprüfung den Anspruch des Beschwerdeführers auf Ergänzungsleistungen
für
die Zeit von Januar bis Dezember 2020 neu.
4.2
Demgegenüber beurteilte die Beschwerdegegnerin im angefochtenen
Einsprache
entscheid
vom
9.
Dezember 2020 (Urk. 2 und
Urk.
8/V2)
den Sachverhalt
bis Ende
Januar 2021
und bemass darin zusätzlich den Leistungsanspruch des Beschwerdeführers für die Zeit von Januar bis Dezember 2021 im Rahmen der jährlichen Überprüfung neu. Dieses Vorgehen der B
eschwerdegegnerin stellt eine Ausdehnung des
Streit
gegenstandes in zeitlicher Hinsicht auf den Zeitraum von Januar bis Dezember 2021 dar.
Da die Parteirechte auch im
Einspracheverfahren
zu wahren sind, ist eine solche Ausdehnung des
Streit
gegenstandes in zeitlicher Hinsicht indes, wie bereits erwähnt (vorstehend E.
3.3
), nur zulässig, wenn den
Verfahrensrechte
n
der Parteien, insbesondere deren Anspruch auf rechtliches Ge
hör,
nachgekommen worden ist, wobei sich
die Verwaltung mindestens in Form einer Pr
ozesserklärung
dazu
geäussert haben muss.
4.3
Den Akten lässt sich nicht entnehmen, dass die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer mitgeteilt hätte, dass sie mit dem Erlass des Entscheids betreffend die gegen die
Verfügung vom
4.
Februar 2020
erhobene Einsprache gleichzeitig
im Sinne einer Ausdehnung des Streitgegenstandes in zeitlicher Hin
sicht
über die Ergebnisse der jährlichen Überprüfung
seines
Anspruch
s
auf Ergänzungsleistungen
für das Jahr 2021
beziehungsweise über
seinen
Leistungs
anspruch für die Zeit von Januar bis Dezember 2021 entscheiden
werde.
Zur Frage nach der Ausdehnung des Streitgegenstandes auf den Zeitraum von Januar bis Dezember 2021
erhielt
der Beschwerdeführer
nach Lage der Akten
daher
weder Kenntnis
,
noch die Gelegenheit, sich dazu vernehmen zu lassen. Damit wurde sein Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt.
4.4
Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist formeller Natur. Seine Verletzung führt ungeachtet der materiellen Begründetheit des Rechtsmittels zur Gutheissung der Beschwerde und zur Aufhebung des angefochte
nen Entscheids (BGE 144 I 11 E.
5.3
und
137 I 195 E. 2.2). Nach der Rechtsprechung kann eine nicht besonders schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs als geheilt gelten, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Instanz zu äussern, welche sowohl die Tat- als auch die Rechtsfragen uneingeschränkt überprüft (BGE 142 II 218 E. 2.8.1
und
137 I 195 E. 2.3.2). Unter dieser Voraussetzung ist selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör von einer Heilung des Mangels auszugehen, wenn die Rückweisung der Sache zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem Interesse der betroffenen Partei an einer
beförderlichen
Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 142 II 218 E. 2.8.1
;
Urteil des Bundesgerichts 9C_279/2019 vom
1.
Juli 2019 E. 2.1).
4.5
Da der Beschwerdeführer beschwerdeweise
die Durchführung zusätzlicher
medizinischer
Abklärungen
beantragt hat (
Urk.
1 S. 2)
, hat er
damit zu erkennen gegeben, dass ihm an einem korrekten Ablauf des Verfahrens mehr liegt als an einer unverzüglichen materiellen Beurteilung.
Sodann gilt es zu beachten, dass
die
Rechtsunterworfene
n
grundsätzlich Anspruch auf Einhaltung des Instanzen
zuges
haben
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_147/2007 vom 2
7.
Februar 2008 E. 4.4)
.
4.6
Nach dem Gesagten
ist davon auszugehen
, dass in Bezug auf die Ausdehnung des Streitgegens
t
andes im
Einspracheverfahren
auf den Leistungsanspruch für die Zeit von Januar bis Dezember 2021 d
er Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör verletzt
wurde, und dass
diese Verletzung des rechtlichen Ge
hörs einer
Heilung im
vorliegenden
Verfahren
nicht
zugänglich ist.
4.7
In teilweiser Gutheissung der Beschwerde
ist der angefochtene
Einsprache
entscheid
vom
9.
Dezember 2020 (
Urk.
2 und
Urk.
8/V2)
, insoweit
er den
Leistungsanspruch des Beschwerdeführers für den Zeitraum von Januar bis Dezember 2021
betrifft
,
daher
aufzuheben und die Sache ist diesbezüglich an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit
sie
die jährliche Überprüfung des Anspruchs des Beschwerdeführers auf Ergänzungs- und Zusatzleistungen für die Zeit
ab J
anuar bis Dezember 2021
unter Wahrung des rechtlichen Gehörs
in einem separaten Verfahren
erneut vornehme und anschliessend
separat
darüber verfüge.
5.
5.1
Im Folgenden gilt es
in Bezug auf die Frage, ob der Beschwerdeführer,
wenn
er
die Mindestbeitragsdauer nach
Art.
36
Abs.
1 IVG erfüllen würde,
Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung hätte, vorerst die massgebenden medizinischen Akten zu prüfen.
5.2
Dr.
med.
A._
, praktischer Arzt,
diagnostizierte in seinem Bericht vom 2
5.
März 2019 (undatiert, Eingangsdatum;
Urk.
10/40/1-3) i
nter
mittierende schmerzhafte
Dysästhesien
aller Extremitäten
und
eine
Therm
hypästhesie
der F
üsse sowie ein zervikales und
lumbosakrales
Schmerzsyndrom (
Ziff.
1.2)
. Er
erwähnte, dass der Beschwerdeführer an einem sich verselbständigenden Schmerzsyndrom leide (
Ziff.
1.3), dass
ihm
aus hausärzt
licher Sicht die Ausübung einer angepassten Tätigkeit nicht mehr zuzumuten sei (
Ziff.
2.1), und dass
von
eine
r
Verminderung der Leistungsfähigkeit
im Umfang
von mehr als 80
%
auszugehen sei
(
Ziff.
2.2).
Allenfalls
sei es möglich, dass
die Arbeitsfähigkeit durch eine suffiziente Schmerztherapie verbessert werden
könnte
(
Ziff.
4.1).
5.3
In
ihrem Bericht vom 2
4.
April 2019 (
Urk.
10/48/7-8)
führten d
ie Ärzte des Uni
versitätsspitals
B._
,
Amyloidose
-Netzwerk
,
a
us, dass
beim Beschwerde
führer
auf Grund der aktuellen Befunde nicht von einer
Am
yloidose
auszugehen sei (S. 2).
5.4
Die Ärzte des
Uni
versitätsspitals
B._
, Klinik für Neurologie, stellten in ihrem Bericht vom 1
9.
Juni 2019 (
Urk.
10/62/7-10) die folgenden
, gekürzt aufgeführten
Diagnosen (S. 1):
-
axonale
, sensomotorische Polyneuropathie mit zusätzlicher
small-fibre
Komponente, Erstdiagnose im Jahre 2012, Erstmanifestation im Jahre 2009
-
Ätiologie offen, am Ehesten hereditär
-
lumbosakrales
spondylogenes
Schmerzsyndrom
Die Ärzte erwähnten, dass die Ergebnisse einer durchgeführten
endo
krinologischen
Abklärung noch ausstehend seien (S. 2)
, und dass eine Behandlung der neuropathischen Schmerzen mit
Oxcarbazepin
angezeigt sei (S.
4).
5.5
In ihrem Bericht vom 2
7.
August 2019 (
Urk.
10/47/1-3) stellten die
Ärzte des
Uni
versitätsspitals
B._
, Klinik für
Rheumatologie, die folgenden Diagnosen (S. 2):
Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkei
t
:
-
lumbosakrales
spondylogenes
Schmerzsyndrom
-
intermittierende schmerzhafte
Dysästhesien
aller Extremitäten sowi
e
Thermhypästhesie
der Füsse, Erstdiagnose im Jahre 2021 und
Erst
manifestation im Jahre 2009
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbe
i
tsfähigkeit
:
-
Prostatasyndrom Stadium l
Die Ärzte führten aus, dass der Beschwerdeführer
gemäss seinen Angaben seit ungefähr zehn Jahren unter
lumbosakralen
Schmerzen leide (S. 1), und dass er
gegenwärtig ungefähr während eines Zeitraums von einer Stunde ununter
brochen stehen und während
eines solchen von
10 Minuten ununterbrochen sitzen könne. Anschliessend müsse er Pausen
in liegender
Position
durchführen. Diese Symptomatik bestehe schon seit mehreren Jahren, weshalb eine Arbeits
fähigkeit in naher Zukunft nicht realistisch sei. Gemäss den Angaben des Beschwerdeführers sei es ihm möglich
,
von zu
H
ause aus vier Stunden im Tag zu arbeiten
,
wobei
er seine Sitzposition
stets
entsprechend anpassen
müsse
(S. 2)
.
Die Ausübung der bisherigen Tätigkeit im Aussendienst sei dem Beschwerde
führer nicht mehr zuzumuten. Da er über eine Ausbildung als Computertechniker verfüge, könne er zu
H
ause arbeiten. Die Ausübung einer angepassten Tätigkeit, welche er von zu
H
ause ausführen könne, sei dem Beschwerdeführer nach seinen Angaben im Umfang von vier Stunden im Tag zuzumuten (S. 3).
5.6
Med.
pract
.
C._
, Facharzt
für
Arbeitsmedizin
, Regionaler Ärztlicher Dienst der
IV-Stelle
(RAD),
führte in seiner Stellungnahme vom
2
3.
Oktober 2019 (
Urk.
10/51/7-8) aus, dass sich
die Ärzte des
Uni
versitätsspitals
B._
, Klinik für Rheumatologie,
in ihrem Bericht vom 2
7.
August 2019 in ihrer Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers, wonach ihm die Ausübung einer angepassten Tätigkeit im Umfang von vier Stunden im Tag zuzumuten sei,
im Wesentlichen auf die sub
jektiven Angaben des
Beschwerdeführers gestützt hätten.
Aus arbeits
medizinischer Sicht
könne diesbezüglich
von einer
Arbeitsfähigkeit von 50
%
ausgegangen werden
(S. 1). Diese
rheumatologische Einschätzung
der Arbeits
fähigkeit
, welche
auf den subjektiven Angaben des
Beschwerdeführers beruhe,
sei auf Grund
der
objektiven Untersuchungsbefunde
nicht
«zwangsläufig zu begründen
,
könnte aber möglich sein
»
. Falls diese medizin
isch
-theoretische Ein
schätzung
der Arbeitsfähigkeit
in
Bezug auf eine
i
deal angepasste
Tätigkeit
im Rahmen der Amtshilfe genügen sollte, k
önn
e
aus versicherungsmedizinischer Sicht
darauf
abgestellt werden. Andernfalls
sei
eine gutachterliche Abklärung
in Betracht zu ziehen
. Da die rheumatologische Behandlung noch nicht ab
geschlossen sei, sei
davon auszugehen, dass
bei einem guten Therapieerfolg eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit möglich
sei
(S. 2).
5.7
Die Ärzte des Zentrum
s
für Rehabilitation
D._
,
in E._
,
erwähnten in ihrem Bericht vom 2
5.
November 2019 (
Urk.
10/63), dass der Beschwerdeführer vom 1
2.
bis 2
5.
November 2019 im Rahmen einer stationären Rehabilitation hospitalisiert gewesen sei, und stellten die folgenden
, gekürzt aufgeführten
Diagnosen (S. 1 f.):
-
lumbosakrales
Schmerzsyndrom, Differentialdiagnose: Fehlhaltung, Flachrücken, Hypermobilität
-
axonale
, sensomotorische Polyneuropathie mit zusätzlicher
small-fibre
Komponente
u
nklarer Ätiologie
, am E
hesten hereditär
Die Ärzte erwähnten, dass eine am 2
8.
März 2018 durchgeführte
Elektroneuro
myographie
(ENMG) keine Hinweise auf eine
radikuläre
Pathologie
ergeben habe
(S. 1)
. Anlässlich einer
im Jahre 2019 durchgeführte
n
en
dokrinologische
n
Ab
klärung
hätten zudem keine
eindeutigen Hinweise
auf eine Akromegalie
resultiert. Im
Verlauf des Rehabilitationsaufenthalts
sei es
zu einer leichten Ver
besserung der Schmerzen im Bereich des Nackens und des Beckens sowie
im Bereich
der Mobilität gekommen (S. 2).
6.
6.1
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
6.2
Nach
Art.
7
Abs.
2 ATSG
sind
für
die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbs
unfähigkeit ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beei
nträchtigung zu berücksichtigen, wobei e
ine Erwerbsunfähigkeit
nur vor
liegt, wenn sie aus ob
jektiver Sicht nicht überwindbar ist. Demgemäss ist für die Frage, ob es der ver
sicherten Person zuzumuten ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen, insofern eine objektivierte Betrachtungsweise massgeblich, als es nicht auf ihr subjektives Empfinden ankommen kann.
Bei m
edizinisch nicht begründbare
n
Selbstein
schätzungen und -limitierungen
, selbst wenn sie ä
rztlicherseits unterstützt wer
den
sollten, handelt es sich daher
nicht
um i
nvalidisiere
nde Gesundheits
beeinträchtigungen
(BGE 141 V 281 E. 3.7.1).
6.
3
Die medizinischen Fachpersonen und die Organe der Rechtsanwendung prüfen die Arbeitsfähigkeit je aus ihrer Sicht (BGE
141 V 281 E. 5.2.1
). Bei der Ab
schätzung der Folgen aus den diagnostizierten gesundheitlichen Beeinträchtigungen nimmt zuerst der Arzt Stellung zur Arbeitsfähigkeit. Seine Einschätzung ist eine wichtige Grundlage für die anschliessende juristische Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistung der versicherten Person noch zu
gemutet werden kann (BGE 140 V 193 E. 3.2).
Die
Ärztinnen und Ärzte
haben sich in ihren Beurteilungen der
Arbeitsfähigkeit
dazu zu äussern,
in welchen Funktionen die versicherte Person eingeschränkt ist (BGE 140 V 193 E. 3.2).
Aus
den medizinischen Unterlagen
muss mithin
ersichtlich sein, welche funktionellen Ausfälle in Beruf und Alltag aus den versicherten Gesundheitsschäden resultieren. Diagnosestellung und - in der Folge - Invaliditätsbemessung haben somit die entsprechenden Auswirkungen der diagnoserelevanten Befunde zu berücksichtigen. Medizinisch muss schlüssig begründet sein, inwiefern sich aus den funktionellen Ausfällen bei objektivierter Zumutbarkeitsbeurteilung eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ergibt. Wo dies nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit dargetan werden kann, trägt die materiell beweisbelastete
versicherte Person die Folgen
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_10/2015 vom
5.
September 2015 E. 4.2 mit Hinweis auf
BGE 141 V 281
).
6.4
Die Rechtsanwender überprüfen die Angaben
der Ärztinnen und Ärzte
frei, ins
besondere daraufhin, ob sich
Letztere
an die massgebenden normativen Rahmen
bedingungen gehalten haben, das heisst, ob sie ausschliesslich funktionelle Aus
fälle berücksichtigt haben, welche Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung sind, sowie, ob die versicherungsmedizinische Zumutbarkeits
beurteilung auf ob
jektivierter Grundlage erfolgt ist. Dies sichert die einheitliche und rechtsgleiche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit (
BGE 141 V 281 E. 5.2.2
).
7.
7.1
Den erwähnten medizinischen Akten ist zu entnehmen, dass der Beschwerde
führer, welche
r
am
2
9.
Juli 2016 in die Schweiz
ein
gereist ist
,
seit dem Jahre 2009 unter den Folgen eines
lumbosakralen
Schmerzsyndroms
und
einer
axonale
n
, sensomotorische Polyneuropathie
litt
(vorstehend E. 5.5), wobei eine
ENMG
keine Hinweise auf eine
radikuläre
Pathologie
und eine
endokrinologische
Abkl
ärung keine eindeutigen Hinweise auf eine Akromegali
e ergaben (vorstehend E. 5.7).
7.2
Während
Dr.
A._
in seinem Bericht vom 2
5.
März 2019 (
vorstehend E.
5.2
)
davon ausging,
dass dem Beschwerdeführer aus hausärztlicher Sicht die Ausübung einer angepassten Tätigkeit nicht mehr zuzumuten sei
, und dass
eine Verminderung der Leistungsfähigkeit von mehr als 80
%
bestehe
, gingen die
Ärzte des
Uni
versitätsspitals
B._
,
Klinik für
Rheumatologie,
in ihrem Bericht vom 2
7.
August 2019 (vorstehend E.
5.5
) davon aus, dass der Beschwerdeführer nur noch während
einer Stunde ununterbrochen stehen und während 10 Minuten ununterbrochen sitzen könne
, und dass er anschliessend
in liegender Position
eine
Pause
einlegen
müsse
, weshalb
ihm
die Ausübung seiner bisherigen Tätigkeit im Aussendienst nicht mehr zuzumuten se
i
. Da der Beschwerdeführer
jedoch
angegeben habe,
von zu
H
ause aus
während
vier Stunden im Tag
als Computertechniker
arbeiten
zu können, sei davon auszugehen, dass
ihm
die Ausübung einer
solchen
Tätigkeit
diesem Umfang
zuzumuten sei. Demgegenüber hielt med.
pract
.
C._
in seiner Stellungnahme vom 2
3.
Oktober 2019 (
vorstehend E.
5.6
)
zwar fest, dass
die Ärzte des
Uni
versitätsspitals
B._
, Klinik für Rheumatologie,
in ihrer Beurteilung vom
2
7.
August 2019
die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
in einer
angepassten Tätigkeit
im Wesentlichen
anhand der
subjektiven Angaben des
Beschwerdeführers
bemessen hätten, und dass diese
auf subjektiven Angaben des
Beschwerdeführers beruhe
nde Arbeitsfähigkeits
beurteilung im Vergleich zu einer Beurteilung der Arbeitsfähigkeit anhand objektiver
Untersuchungsbefunde
nicht zwangsläufig
zum gleichen Ergebnis führen müsste.
Der Arzt ging
jedoch
davon aus, dass es
möglich
sei
, dass eine Bemessung der Arbeitsfähigkeit auf Grundlage objektiver Untersuchungsbefunde
zum gleichen Ergebnis führen könnte, wie eine Arbeits
fähigkeitsbemessung gestützt auf die
subjektiven Angaben des Beschwerde
führers
. Sollte die
medizin
isch
-theoretische Einschätzung
der Arbeitsfähigkeit
durch die Ärzte des
Uni
versitätsspitals
B._
, Klinik für Rheumatologie, aus Sicht der Rechts
anwendung im Rahmen der Amtshilfe genügen, könnte darauf abgestellt werden, ansonsten
eine gutachterliche Abklärung
in Betracht zu ziehen
sei
.
7.3
Nicht zu überzeugen vermag
vorliegend
die Beurteilung durch
A._
vom 2
5.
März 2019 (vorstehend E.
5.2
)
. Denn seiner Beurteilung lässt sich keine nach
vollziehbare Begründun
g für die von ihm festgestellte
vollständige Arbeits
unfähigkeit in Bezug auf angepasste
Tätigkeit
en und
für
die von ihm postulierte
Verminderung der Leistungsfähigkeit
im Umfang
von mehr als 80
%
entnehmen
. Insbesondere geht daraus
nicht
hervor
, inwiefern und auf welche Art und Weise der Beschwerdeführer bei der Ausübung angepasster Tätigkeiten in seinem funktionellen Leistungsvermögen eingeschränkt sein sollte. Da der Beurteilung durch
Dr.
A._
nicht zu entnehmen ist, ob er bei seiner Beurteilung
der
Arbeitsfähigkeit
ausschliesslich funktionelle Ausfälle berücksichtigt
e, und da mit
hin nicht feststeht, ob
sie
auf einer objektivierten Grundlage erfolgte
,
vermag dessen Arbeitsfähigkeitsbeurteilung
mangels einer nachvollziehbaren Begründung vorliegend nicht
zu überzeugen
.
Zudem gilt es in Bezug auf die Beurteilung durch
Dr.
A._
die Erfahrungstatsache zu beachten, wonach Hausärztinnen und Hausärzte im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauens
stellung in Zweifelsfällen mitunter eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen dürften (Urteil des Bundesgerichts 8C_260/2012 vom 2
7.
Juni 2012 E. 3.3.2; BGE 135 V 465 E. 4.5)
. Demzufolge kann auf die Beurteilung durch
Dr.
A._
vorliegend nicht
abgestellt werden.
7.4
Der Beurteilung durch
die Ärzte des
Uni
versitätsspitals
B._
, Klinik für Rheumatologie, vom 2
7.
August 2019 (vorstehend E.
5.5
)
ist zu entnehmen, dass sie gestützt auf die Angaben des Beschwerdeführers davon ausgingen, dass dieser
nur noch während einer Stunde ununterbrochen stehen und
nur noch
während 10 Minuten ununterbrochen sitzen könne, und dass er anschliessend
in
liegend
er
Position
eine Pause einlegen müsse
. Dennoch gingen sie gestützt auf die Angaben des Beschwerdeführers davon aus, dass dieser von
zu Hause aus während vier Stunden im Tag als Computertechniker arbeiten könne
, weshalb ihm die Aus
übung einer angepassten Tätigkeit von zu Hause aus i
m Umfang von vier Stunden im Tag zuzumuten sei.
Diese
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch
die Ärzte des
Uni
versitätsspitals
B._
, Klinik für Rheumatologie,
welche ausschliesslich gestützt auf die
sub
jektiven Angaben des
Beschwerdeführers zu den Beschwerden und deren funktioneller Auswirkungen erfolgte, vermag indes nicht zu überzeugen. Denn gemäss der erwähnten Rechtsprechung (vorstehend E.
6.2
) ist in Bezug auf
die Frage
nach der Zumutbarkeit
eine
r
Arbeitsleistung eine objektivierte Betrachtungsweise massgeblich
, wobei es nicht auf
das subjektive
Empfinden
der versicherten Person ankommt
.
Der
ärztlichen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
muss, wie bereits erwähnt (vorstehend E. 6.3),
einerseits
zu entnehmen sein, welche funktionellen Auswirkungen aus einem Gesundheitsschadens in Beruf und Alltag resultieren
. Andererseits muss darin nachvollziehbar und schlüssig begründet werden,
in
wiefern
und aus welchen Gründen
aus den
festgestellten
funktionellen Ausfällen
im Rahmen einer objektivierten
Zumutbarkeits
beurteilung eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
resultiert
.
Der Beurteilung durch die Ärzte des
Uni
versitätsspitals
B._
, Klinik für Rheumatologie, vom 2
7.
August 2019
lässt sich indes nicht entnehmen, welche funktionellen Auswirkungen die diagnostizierten Leiden des Beschwerdeführers haben, und inwiefern und auf welche Art und Weise die festgestellten objektivierten
funktionellen Aus
wirkungen
ihrerseits eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten zur Folge haben. Mangels einer nachvollziehbar begründeten
Beurteilung
der Arbeitsfähigkeit
kann auf die Beurteilung durch
die Ärzte des
Uni
versitätsspitals
B._
, Klinik für Rheumatologie, vom 2
7.
August 2019
vorliegend
daher
nicht ab
gestellt werden.
7.5
Die
Beurteilung durch
med.
pract
.
C._
vom 2
3.
Oktober 2019 (vorstehend E.
5.6
)
, wonach
die Ärzte des
Uni
versitätsspitals
B._
, Klinik für Rheumatologie,
sich
in ihrer
Arbeitsfähigkeitsb
eurteilung vom 2
7.
August 2019
auf die
subjektiven Angaben des Beschwerdeführers
gestützt hätten, und wonach
es zwar möglich sei, dass im Rahmen einer
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
gestützt auf objektive
Unter
suchungsbefunde
das gleiche Ergebnis resultieren könnte, dass diesbezüglich in
des keine Gewissheit bestehe, beziehungsweise dass
dies
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu erwarten sei,
erscheint insoweit als nachvollziehbar.
Nicht zu überzeugen vermag
die Beurteilung durch
med.
pract
.
C._
indes, inso
weit er
darin die Ansicht
vertrat
, dass
auf
die auf
Grund
subjektive
r
Angaben des Beschwerdeführers erfolgte
Arbeitsfähigkeits
beurteilung durch die Ärzte des
Uni
versitätsspitals
B._
, Klinik für Rheumatologie,
abgestellt werden könn
t
e, wenn sie
aus Sicht der Rechtsanwendung
genügen sollte
.
Denn nach Gesagtem (vorstehend E.
6.3
)
haben
sich
die Ärztinnen und Ärzte, wenn sie zur Frage nach der Arbeitsfähigkeit Stellung nehmen,
in ihren Beurteilungen der Arbeitsfähigkeit von
eine
r
objektivierte
n
Betrachtungsweise
leiten zu lassen. Insbesondere haben sie zu berücksichtigen
, dass es
auf die subjektiven Überzeugungen der
Leistungs
ansprechenden nicht ankommt. D
ie Ärztinnen und
Ärzte haben sodann
z
u den
Frage
n, ob und inwiefern
ein Gesun
d
heitsschaden funktionelle
Auswirkungen
hat, und
inwiefern sich aus den funktionellen Ausfällen bei objektivierter Zumut
barkeitsbeurteilung eine Einschränk
ung der Arbeitsfähigkeit ergibt, Stellung zu nehmen.
Demzufolge ist eine ärztliche Arbeitsfähigkeits
beurteilung, welche aus
schliesslich auf Grundlage der subjektiven Angaben einer versicherten Person erfolgt ist, bereits an sich - unabhängig von einer allfälligen nachfolgenden Über
prüfung
der ärztlichen Angaben
durch die Rechtsanwendenden -
nicht
geeignet, eine Invalidität zu begründen. Insoweit
med.
pract
.
C._
die Ansicht vertrat, dass auf die gestützt auf subjektive Angaben des Beschwerdeführers erfolgte Arbeitsfähigkeitsbeurteilung durch die Ärzte des
Uni
versitätsspitals
B._
, Klinik für Rheumatologie, abgestellt werden könn
t
e, wenn sie aus Sicht der Rechtsanwendung genügen sollte,
vermag dessen Beurteilung daher nicht zu überzeugen und es kann
auf dessen
Stellungnahme vom 2
3.
Oktober 2019 (vorstehend E.
5.6
) vorliegend nicht abgestellt werden.
E
s
gilt
zudem zu beachten,
dass
rechtsprechungsgemäss ergänzende Abklärungen vorzunehmen
sind
, wenn bei Berichten eines ver
sicherungsinternen Arztes auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und der Schlüssigkeit seiner Feststellungen bestehen (BGE 139 V 225 E. 5.2
und
135 V 465 E. 4.6). Geringe Zweifel
sind bei der vorliegenden
Sachlage
jedoch
offen
kundig.
8.
8.1
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1
GSVGer
).
Eine Rückweisung an die Verwaltung ist insbesondere dann
möglich, wenn es darum geht, zu einer bisher vollständig ungeklärten Frage ein Gutachten einzuholen. Ebenso steht es dem Versicherungsgericht frei, eine Sache zurückzuweisen, wenn allein eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachterlichen Ausführungen erforderlich ist (BGE 139 V 99 E. 1.1; 137 V 210 E. 4.4.1.4).
8.2
Nach Gesagtem
lässt sich die Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in
leidens
angepassten Tätigkeiten mit
den vorhandenen medizinischen Akten nicht verlässlich beurteilen. Es
lässt sich
insbesondere
nicht
plausibel eruieren
,
welche
funktionellen Auswirkungen
die gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers zur Folge haben, und inwiefern daraus eine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
in angepassten
Tätigkeiten resultiert.
Mithin lässt sich der IV-Grad nicht verlässlich bestimmen.
Es bedarf dazu weiterer
medizinischer
Ab
klärung
en beziehungsweise einer Ergänzung des medizinischen Sachverhalts
.
Die Sache ist diesbezüglich
demnach
im Sinne des Eventualantrags des Beschwerde
führers (
Urk.
1 S. 2) an die
Beschwerdegegnerin zu einer erneuten
amtshilfe
weisen Prüfung und Festsetzung des Invaliditätsgrades durch die IV-Stelle
(
Art.
41
Abs.
1
lit
. k IVV)
zurückzuweisen.
Sinnvollerweise
wird
die IV-Stelle
den Beschwerdeführer ärztlich begutachten oder durch eine Ärztin oder einen Arzt
des
RAD untersuchen lassen
. An
schliessend
wird die Beschwerdegegner
i
n
über den Leistungsanspruch des Beschwerdeführers
für die Zeit von September 2016 bis Dezember 2020
erneut
verfügen.
In diesem Sinne ist die Beschwerde
daher
teilweise gutzuheissen.
9.
9.1
Zu prüfen bleibt der
Antrag des Beschwerdeführers, dass
ihm die ausländischen
Rentenbetreffnisse
im Umfang der darauf entrichteten ausländischen Quellen
steuern nicht als Einnahmen anzurechnen seien
(
Urk.
1 S. 2).
9.2
Den Akten ist zu entnehmen, dass
der Beschwerdeführer
zwei verschiedene
Rentenl
eistungen der von
Kanada
(
retirement
pension
; Urk.
8/4
;
d.h.
Arbeit
nehmerrente und Invalidenrente; vgl.
Urk.
8/25;
Urk.
8/4.1.c
)
bezieht
,
und
dass er
darauf
kanadische
Quellensteuern entrichtet (
vgl.
Urk.
8/4). Die Beschwerde
gegnerin berücksichtigte
in der Folge
diese Leistungen als Einkommen
, ohne
da
von
einen Abzug der
kanadischen
Quellensteuer vorzunehmen
(vgl.
Urk.
8/51;
Urk.
8/V2 S. 8 ff.)
.
9.3
Nach
Art.
11
Abs.
1
lit
. d ELG (in Verbindung mit
Art.
23
Abs.
3 ELV) sind Renten, Pensionen und andere wiederkehrende Leistungen als Einkommen anzu
rechnen. Gemäss der Rechtsprechung gelten als Renten und Pensionen im Sinne von Art.
11
Abs.
1
lit
. d ELG
als
periodische Leistungen im weitesten Sinn, also neben den Sozialversicherungsrenten die Renten öffentlicher und privater Pensionskassen und Versicherungen, die freiwilligen periodischen Leistungen der Arbeitgeber und die Renten im Sinne des Zivilrechts
. Daraus folgt
die grund
sätzliche Anrechenbarkeit aller wiederkehrenden Leistungen (
Urteil des Bundes
gerichts P 38/06 vom 1
1.
Oktober 2007 E. 3.1
;
BGE 123 V 184 E. 3).
Demzufolge sind
wiederkehrende Renten, Pensionen oder andere Leistungen auch dann an
zurechnen, wenn sie im Ausland ausgerichtet werden. Dieser Grundsatz gilt je
doch unter dem Vorbehalt, dass die fraglichen ausländischen
Rentenbetreffnisse
von der berechtigten Person zur Bestreitung des alltäglichen Lebensunterhaltes herangezogen werden können,
das heisst
überhaupt exportierbar sind und auch in tatsächlicher Hinsicht einer Transfermöglichkeit in die Schweiz offenstehen (
Urteil des Bundesgerichts P 38/06 vom 1
1.
Oktober 2007 E. 3.1
).
9.4
Gemäss
Art.
24 des Abkommens über Soziale Sicherheit zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und
Kanada
(SR.
0.831.109.232.1
), welches gemäss dessen Art. 2
Abs.
1
lit
. b/ii in Bezug auf Kanada insbesondere für
die Pensionsversicherung von Kanada
gilt, werden die Träger, die nach diesem Ab
kommen Leistungen zu erbringen haben, durch Zahlung in ihrer Landeswährung von ihren Verpflichtungen befreit. Demzufolge sind die vorliegend im Streite stehende
Rentenbetreffnisse
der Pensionsversicherung von Kanada
grundsätzlich exportierbar
(vgl. auch
Urk.
8/4).
9.5
In
Art.
5
Abs.
2 des
Abkommens über Soziale Sicherheit zwischen der Schweizerisc
hen Eidgenossenschaft und Kanada wird zwar bestimmt, dass
kanadische Leistungen, die nach der Gesetzgebung Kanadas oder auf
G
rund die
ses Abkommens erworben wurden,
u
nter Vorbehalt abweichender Bestimmungen dieses Abkommens nicht deshalb gekürzt, geändert, zum Ruhen gebracht, ent
zogen oder beschlagnahmt werden
dürfen
, weil
die berechtigte Person
im Gebiet der Schweiz oder eines Drittstaates wohnt.
Diese Bestimmung umfasst ver
sicherungsrechtliche Leistungskürzung
en
und Ähnliches
, nicht
jedoch
die Steuerlast beziehungsweise die
in Kanada anfallende
n
Quellensteuern von nicht in Kanada wohnenden Leistungsbeziehenden.
9.6
Die Fragen, ob
und
in welchem Umfang in der Schweiz
wohnhafte Bezüger von Rentenle
i
s
tungen der
Pensionsversicherung von Kanada auf diesen Leistungen eine kanadische
Quellensteuer
zu entrichten haben, wird vom
Abkommen zwischen der Schweiz und Kanada zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen und vom Vermögen
(Doppel
besteuerungsabkommen Schweiz-Kanada: SR.
0.672.923.21
) geregelt.
Gemäss
Art.
18
Ziff.
1 des
Doppelbesteuerungsabkommen Schweiz-Kanada
können
Ruhegehälter und Renten, die aus einem Vertragsstaat stammen und an eine im anderen Vertragsstaat ansässige Person gezahlt werden, einschliesslich der Zahlungen aufgrund der Sozialversicherungsgesetzgebung eines Vertragsstaats, in dem Staat, aus dem sie stammen, nach dem Recht
dieses Staates besteuert werden, wobei die
Steuer auf wiederkehrenden Ruhegehalts
- oder Renten
zahlungen (mit Aus
nahme der Pauschalzahlungen anlässlich der Abtret
ung, der Annullierung, des Rück
kaufs, des Verkaufs oder einer anderen Form der Ver
äusserung eine
r Rente sowie der Zahlungen auf G
rund eines Rentenvertrags, dessen Kosten ganz oder teilweise bei der Berechnung des Einkommens der Per
son, die den Vertrag erworben hat, abgezogen werden konnten) aber 15 vom Hundert des Bruttobetrags der Zahlung nicht übersteigen
darf
.
9.7
Demzufolge führt die Anwendung des
Doppelbesteuerungsabkommen
s
Schweiz-Kanada
zu einer Reduktion der geschuldeten k
anadischen Quellensteuer von 25
% auf 15
%
. Eine Quellensteuer in diesem Umfang
wurde
denn auch
beim
Beschwerdeführer
auf den von ihm bezogenen
kanadischen
Re
n
tenbetreffnisse
n
erhoben
(
vgl.
Urk.
8/
4).
9.8
Bei der Quellensteuer von 15
%
auf die kanadischen
Rentenbetreffnisse
handelt es sich
indes
nicht um Gewinnungskosten im Sinne von
Art.
10
Abs.
3
lit
. a ELG in Verbindung mit
Art.
11a ELV. Denn
die
auf
Renteneinkommen
geschuldeten Steuern
stellen keine
ausgewiesene
n
Gewinnungskosten
beziehungsweise
keine
Ausgaben
dar
, welche die Erzielung
eines Einkommens
mit sich bringen
und die sich aus einer Berufstätigkeit unmittelbar ergeben.
Vielmehr handelt es sich hier
bei um
eine
erst nach der Erzielung des Renteneinkommens anfallende
Steuer
schuld
, die nur
mittelbar
mit dem Erwerb des Renteneinkommens
zusammen
hängt. Aus diesem Grund stellen die auf den kanadischen
Rentenbetreffnissen
erhobene Quellensteuern
, wie bereits erwähnt (vorstehend E.
1.5), keine
aus
gewiesenen Gewinnungskosten
im Sinne von
Art.
10
Abs.
3
li
t
. a ELG in Ver
bindung mit Art.
11a ELV
dar
.
9.9
Gemäss
Art.
2
Abs.
1
in Verbindung mit
Art.
13
Abs.
1
der Verordnung über die Anrechnung ausländischer Quellensteuern
(SR.672.201)
können in
der Schweiz ansässige natürliche und juristische Personen für die in Übereinstimmung mit einem Doppelbesteuer
ungsabkommen in einem Vertrags
staat erhobene begrenzte Steuer von aus diesem Vertragsstaat stammenden Erträgen eine Anrechnun
g aus
ländischer Quellensteuern
beantragen, wobei gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung auch Renten als Erträge im Sinne dieser Verordnung gelten.
10.
Nach Gesagtem ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin die vom Beschwerdeführer bezogenen
Rentenbetreffnisse
der Pensionsversicherung von Kanada
, bei welchen es sich um
exportierbar
e Leistungen handelt, dem Beschwerdeführer gemäss
Art.
11
Abs.
1
lit
. d ELG
vollumfänglich
, das heisst
im Umfang des Bruttobetrags
und mithin unter Einschluss des Betrags der
vom Beschwerdeführer entrichteten kanadischen Quellensteuer
n
als Einnahmen an
rechnete
.
In diesem Punkte ist die Beschwerde daher abzuweisen.
11.
Dem Beschwerdeführer bleibt es indes unbenommen, beim kantonalen Steueramt eine Anrechnung der entrichteten kanadischen Quellensteuern zu beantragen
(vorstehend E. 9.9)
.
12
.
D
a d
as Verfahren kostenlos
ist
(
vgl.
Art.
61
lit
.
f
bis
ATSG in Verbindung mit
§
33
Abs.
1
des
Gesetz
es
über
das Sozialversicherungsgericht),
erweist sich das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung vom
2
2.
Januar 2021
(
Urk.
1 S. 2
) als gegen
standslos.