Decision ID: 9424bd5e-6f9a-49fe-ba26-7af6e802ec58
Year: 2004
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- XY. ist seit dem 10. Dezember 1986 im Besitz des Führerausweises der Kategorie
C. Am 22. Oktober 2003, um 08.15 Uhr, war er mit einem Anhängerzug auf der
Autobahn A1 von A. in Richtung B. unterwegs. In einem Tunnel fiel ein rundes Metallteil
von der Ladung auf dem Anhängerzug herunter auf die Fahrbahn. In der Folge platzten
die Pneus von sechs Fahrzeugen, die über dieses Metallstück hinausfuhren.
B.- Mit Strafbescheid der Préfecture D. vom 5. Februar 2004 wurde XY. wegen
ungenügender Sicherung der Ladung in Anwendung von Art. 30 Abs. 2 SVG und Art.
57 Abs. 1 VRV in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG zu einer Busse von Fr. 150.--
verurteilt.
C.- Mit Verfügung vom 12. März 2004 entzog das Strassenverkehrs- und
Schifffahrtsamt des Kantons St. Gallen, Abteilung Personenzulassung, XY. den
Führerausweis wegen ungenügender Sicherung der Ladung in Anwendung von Art. 30
Abs. 2 in Verbindung mit Art. 16 Abs. 2 SVG für die Dauer eines Monats.
D.- Gegen diese Verfügung erhob XY. durch seinen Vertreter mit Eingabe vom 29. März
2004 und Ergänzung vom 7. Mai 2004 Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission
mit dem Antrag, nach durchgeführter mündlicher Verhandlung sei die angefochtene
Verfügung aufzuheben und statt dem Führerausweisentzug eine Verwarnung
auszusprechen, eventualiter sei er zur Teilnahme am Verkehrsunterricht zu verpflichten,
unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
Mit Vermerk vom 7. Juni 2004 verzichtete die Vorinstanz auf eine Vernehmlassung.
E.- Die Verfahrensbeteiligten wurden zur heutigen öffentlichen Verhandlung
ordnungsgemäss vorgeladen und über deren Verlauf in Kenntnis gesetzt.
An Schranken erklärte der Rekurrent auf Befragen, dass er heute immer noch beim
selben Arbeitgeber tätig sei, dies insgesamt schon seit acht Jahren. Er lege monatlich
zwischen 8'000 und 12'000 km zurück. Sein Einsatzgebiet umfasse die ganze Schweiz
sowie Deutschland und Italien. Seit dem Vorfall vor einem Jahr sei nichts mehr passiert.
Er könne sich noch gut an den 22. Oktober 2003 erinnern. Er habe bei einem
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Sendeturm ein ganzes Notstromaggregat laden müssen. Es sei sehr schwierig
gewesen und das Aufladen habe einige Zeit in Anspruch genommen. Er habe ca. zehn
bis zwölf Spannsets angebracht und viele kleine Teile sowie Blechrohrverkleidungen
heruntergenommen und mit einer Plache bedeckt. Das Lüftungsrohr, das mit
Plastikbändern auf einer Palette befestigt gewesen sei, habe er hinten rechts plaziert.
Von der Höhe her sei es kaum über die hintere Ladeklappe hinausgeragt. Oben auf
dem Rohr habe sich ein Gitter befunden und darauf ein Verbindungsring von ca. drei
bis vier Zentimetern Breite. Da der Ring exakt auf das Rohr gepasst habe, habe er
gedacht, dass dieser angeschweisst oder angeschraubt sei. Es wäre ihm nie in den
Sinn gekommen, dass dieses Teil nur lose darauflag. Zudem habe er sich auf die
Befestigung mit den Plastikbändern verlassen. Er sei dann noch am selben Abend in
die Raststätte C. hinuntergefahren, wo er übernachtet habe. Am Morgen habe er bei
Tageslicht die Ladung nochmals eingehend kontrolliert. Er habe sogar den Ring
geprüft, dieser habe sich nicht bewegt. Bei der anschliessenden Fahrt hätten sich die
Plastikbänder durch die Vibration wohl etwas gelockert. Eingangs des Tunnels habe er
plötzlich ein Geräusch gehört und hinten im Rückspiegel den Ring auf der Fahrbahn
gesehen. Da es im Tunnel keinen Pannenstreifen gebe, habe er die Warnblinkanlage
eingeschaltet, sei bis zum Tunnelende weitergefahren und habe dort angehalten. Zwei
Autos, deren Pneus beschädigt gewesen seien, hätten ebenfalls angehalten. Er habe
dann sofort die Polizei und seinen Arbeitgeber telefonisch kontaktiert. Danach habe er
die Ladung angesehen und festgestellt, dass sich die Plastikbänder immer noch über
dem Rohr befanden. Die Polizei sei schnell dort gewesen, das Bauamt habe den
Metallring aufgelesen und ihm wieder gebracht. Schon 20 Minuten später sei er wieder
weitergefahren. Er sei dann von der Préfecture D. vorgeladen worden. Ein Anwalt habe
ihn zur Anhörung begleitet. Da alles in französischer Sprache gewesen sei, habe er
nicht viel verstanden. Er habe dann eine Busse von Fr. 150.-- erhalten, die er selbst
bezahlt habe. Ein einmonatiger Führerausweisentzug treffe ihn hart. Sein
Arbeitgeberbetrieb sei sehr stark ausgelastet und es gebe für ihn keine andere
Beschäftigung als das Fahren.
In seiner Stellungnahme hielt der Vertreter am Antrag gemäss Rekursbegründung fest.
Er machte im Wesentlichen geltend, dass der Rekurrent über einen tadellosen
automobilistischen Leumund verfüge. Es sei daher entscheidend, ob ihm ein leichtes
oder mittelschweres Verschulden anzulasten sei. Der Rekurrent habe am 21./22.
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Oktober 2003 eine Notstromgruppe nach R. transportieren müssen. Sowohl an jenem
Abend als auch am nächsten Morgen habe er die Ladung eingehend kontrolliert. Das
Lüftungsrohr sei mit Kunststoffbändern auf einer Palette festgebunden gewesen. Die
Palette wiederum sei mit Spannsets auf dem Anhängerzug befestigt worden. Der
Rekurrent habe nicht wissen können, dass der Metallring auf dem Lüftungsrohr nicht
fest mit diesem verbunden gewesen sei. Er habe auch nicht voraussehen können, dass
sich die Kunststoffbänder durch die Erschütterungen während der Fahrt lösen würden.
Aufgrund dieser konkreten Umstände habe die Strafrichterin, die den Rekurrenten
persönlich einvernommen habe, ein geringes Verschulden angenommen. Ansonsten
hätte sie nicht eine so tiefe Busse von lediglich Fr. 150.-- ausgesprochen. An diese
rechtliche Würdigung seien die Administrativmassnahmebehörden gebunden. Bei
leichtem Verschulden und ungetrübtem automobilistischem Leumund bei grosser
jährlicher Fahrleistung müsse eine Verwarnung ausgesprochen werden. Hinzu komme,
dass beim Rekurrenten die sich aus dem Unfallereignis resultierenden strafrechtlichen
Konsequenzen, Kosten und anderen Unannehmlichkeiten bereits zur Besserung
beigetragen hätten.
Im Schlusswort beteuerte der Rekurrent nochmals, dass ihm die ganze Sache leid tue.
Heute traue er niemandem mehr und kontrolliere alles selbst. Dies sei ihm eine Lehre
gewesen.

Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 29. März 2004 ist rechtzeitig eingereicht
worden. Er erfüllt zusammen mit der Ergänzung vom 7. Mai 2004 in formeller und
inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 24 Abs. 1 des
Strassenverkehrsgesetzes, SR 741.01, abgekürzt: SVG; Art. 41 lit. e, 45, 47 und 48 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den
Rekurs ist einzutreten.
2.- Gemäss Art. 16 Abs. 2 Satz 1 SVG kann der Führerausweis entzogen werden, wenn
der Führer Verkehrsregeln verletzt und dadurch den Verkehr gefährdet oder andere
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belästigt hat. In leichten Fällen kann eine Verwarnung ausgesprochen werden (Art. 16
Abs. 2 Satz 2 SVG). Nach Art. 16 Abs. 3 lit. a SVG muss der Führerausweis entzogen
werden, wenn der Führer den Verkehr in schwerer Weise gefährdet hat. Das Gesetz
unterscheidet somit zwischen dem leichten Fall (Art. 16 Abs. 2 Satz 2 SVG), dem
mittelschweren Fall (Art. 16 Abs. 2 Satz 1 SVG) und dem schweren Fall (Art. 16 Abs. 3
lit. a SVG; vgl. dazu ausführlich BGE 123 II 106 E. 2a). Auf der Grundlage von Art. 16
Abs. 2 SVG kann das Strassenverkehrsamt entweder auf jegliche Massnahme
verzichten, eine Verwarnung aussprechen oder einen Führerausweisentzug anordnen.
Welche dieser Möglichkeiten anzuordnen ist, richtet sich grundsätzlich nach der
Schwere des Falles. Der Verzicht auf einen Ausweisentzug und das Aussprechen einer
Verwarnung ist nur möglich, wenn es sich um einen leichten Fall im Sinne von Art. 16
Abs. 2 Satz 2 SVG handelt. Ob ein solcher vorliegt, ist gemäss bundesgerichtlicher
Rechtsprechung nach dem Grad des Verschuldens und dem Leumund des Betroffenen
als Motorfahrzeuglenker zu beurteilen. Die Schwere der Verkehrsgefährdung fällt bei
dieser Beurteilung nur bedingt in Betracht. Die objektiven Umstände des Einzelfalles
sind bei der Prüfung, ob ein leichter Fall vorliegt, zwar zu berücksichtigen, doch können
diese nur zu einer härteren Massnahme als der Verwarnung führen, soweit sie auch
verschuldensmässig von Bedeutung sind (vgl. Art. 31 Abs. 2 der Verordnung über die
Zulassung von Personen und Fahrzeugen zum Strassenverkehr, SR 741.51, abgekürzt:
VZV; BGE 125 II 561 E. 2b).
a) Im Interesse von Rechtssicherheit und Rechtseinheit darf die Verwaltungsbehörde
von den tatsächlichen Feststellungen im Strafurteil nur abweichen, wenn sie Tatsachen
feststellt und ihrem Entscheid zugrunde legt, die der Strafrichter nicht beachtet hat,
oder wenn sie zusätzliche Beweise erhebt sowie wenn der Strafrichter bei der
Rechtsanwendung auf den Sachverhalt nicht sämtliche Rechtsfragen abgeklärt hat. Die
Verwaltungsbehörde hat vor allem dann auf die Tatsachen im Strafurteil abzustellen,
wenn dieses im ordentlichen Verfahren ergangen ist. Im Bezug auf die rechtliche
Würdigung des Sachverhalts ist die Verwaltungsbehörde an das Strafurteil gebunden,
wenn die rechtliche Beurteilung sehr stark von der Würdigung von Tatsachen abhängt,
die der Strafrichter besser kennt als die Verwaltung, etwa wenn er den Beschuldigten
persönlich einvernommen hat (BGE 119 Ib 158 E. 3c, m.H.).
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b) In tatsächlicher Hinsicht bestreitet der Rekurrent nicht, am 22. Oktober 2003 seine
Ladung auf dem Anhängerzug ungenügend gesichert zu haben. Als Folge der
ungenügenden Sicherung fiel ein Metallring auf die Normalspur der Autobahn. Sechs
nachfolgende Fahrzeuge überfuhren in der Folge dieses Metallstück; deren Pneus
wurden dadurch beschädigt.
c) Bleibt in rechtlicher Hinsicht zu prüfen, ob der Rekurrent schuldhaft Verkehrsregeln
verletzt hat und falls ja, wie gross dessen Verschulden ist.
aa) Der Rekurrent macht geltend, er habe am 21./22. Oktober 2003 eine zerlegte
Notstromgruppe (bestehend aus einem 12-Zylinder-Motor inklusive Lüftungs- und
Kühlsystem) auf seinem Anhängerzug von M. nach R. transportieren müssen. Vor der
Wegfahrt und auch am Morgen des 22. Oktober 2003 habe er die Ladung nochmals
eingehend kontrolliert, da der erste Teil der Fahrstrecke ein sehr steiles Stück
beinhaltet habe. Die Ladung sei grösstenteils durch eine Plache abgedeckt und mit
einem Spannset befestigt gewesen. Zuhinterst rechts sei der Frischluftkanal mit
Propeller abgestellt gewesen. Auf diesem habe sich ein Metallgitter samt Distanzring/
Verbindungsmuffe befunden. Dieses Gerät sei mit Kunststoffbändern auf einer Palette
festgebunden gewesen. Der Rekurrent habe jedoch nicht wissen können, dass der
Distanzring/Verbindungsmuffe mit dem Propeller nicht fest verbunden gewesen sei,
sondern nur oben auf lag. Während der Fahrt müsse sich ein Kunststoffband gelockert
haben, weshalb der Metallring auf die Strasse habe fallen können. Da der Rekurrent bei
der Prüfung der Ladung nicht habe erkennen können, dass dieser Ring nicht am Gerät
befestigt gewesen sei, sei sein Verschulden als äusserst gering einzustufen. Dies habe
auch der Strafrichter, der den Rekurrenten einvernommen habe, entsprechend
berücksichtigt, indem er eine sehr tiefe Busse ausgesprochen habe. Aufgrund des
geringen Verschuldens und des tadellosen automobilistischen Leumunds des
Rekurrenten, der sich in seiner 17-jährigen Tätigkeit als Chauffeur nichts habe zu
Schulden kommen lassen, sei daher eine Verwarnung auszusprechen. Diese erreiche
beim Rekurrenten ihre erzieherische Wirkung.
Die Vorinstanz führte in der angefochtenen Verfügung aus, dass sowohl das
Verschulden als auch die Gefährdung mittelschwer seien, weshalb der Führerausweis
in Anwendung von Art. 16 Abs. 2 SVG zu entziehen sei.
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bb) Gemäss Art. 29 SVG dürfen Fahrzeuge nur in betriebssicherem und
vorschriftsgemässem Zustand verkehren. Gemäss Art. 30 Abs. 2 SVG dürfen
Fahrzeuge nicht überladen werden. Die Ladung ist so anzubringen, dass sie niemanden
gefährdet oder belästigt und nicht herunterfallen kann. Aus dieser Bestimmung werden
in der Rechtsprechung mit Blick auf die Dichte des Verkehrs und die Häufung der
Zwischenfälle und Unfälle jeder Art und Schwere relativ strenge Anforderungen
abgeleitet. So genügt es nicht, die Stabilität der Ladung nur im Hinblick auf den
normalen Verkehr und die dazugehörenden plötzlichen Bremsmanöver sicherzustellen.
Vielmehr ist die Möglichkeit leichter Unfälle mitzuberücksichtigen (vgl. BGE 97 II 238
Regeste; AGVE 1990 S. 475 f. mit Hinweisen). Die Sicherung der Ladung muss brüske
Brems- und seitliche Ausweichmanöver zulassen. Art. 57 Abs. 1 der
Verkehrsregelverordnung, SR 741.11, abgekürzt: VRV, verpflichtet den Führer, sich zu
vergewissern, dass Fahrzeug und Ladung in vorschriftsgemässem Zustand sind. Weil
der Fahrzeugführer die obengenannten Möglichkeiten in Betracht zu ziehen hat, muss
er auch die entsprechenden Massnahmen treffen.
cc) Der zu transportierende Lüftungskanal war im vorliegenden Fall seinerseits mit
Plastikbändern auf einer Holzpalette befestigt. Der Rekurrent hat dieser Palette mit
Spannsets ordnungsgemäss auf seinem Anhänger befestigt. Zudem hat er glaubhaft
dargelegt, er sei der festen Meinung gewesen, der Metallring sei mit dem
Lüftungskanal verschraubt oder verschweisst, was durchaus nachvollziehbar ist. Selbst
wenn es jedoch so ausgesehen hat und zusätzlich noch Plastikbänder angebracht
waren, muss dem Rekurrenten vorgeworfen werden, dass er den Halt des Rings sowie
der Plastikbänder nicht genügend überprüft hat. Diese haben sich während der Fahrt
gelockert, so dass der nicht am Gerät befestigte Metallring herabfallen konnte. Ein
Fahrzeugführer kann und darf sich nicht darauf verlassen, dass eine von Dritten
zusammengestellte oder befestigte Ladung hält, er hat sich als allein dafür
Verantwortlicher selbst davon zu vergewissern. Dies hat der Rekurrent auch
eingesehen, indem er heute immer alles selbst überprüft. Aufgrund der geschilderten
Umständen und auch der von der Strafrichterin ausgesprochenen tiefen Busse ist dem
Rekurrenten lediglich ein geringes und kein mittelschweres Verschulden vorzuwerfen.
Dieser Beurteilung steht die durch den herabfallenden Metallring eingetretene
erhebliche Verkehrsgefährdung nicht entgegen.
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d) Der Rekurrent erwarb den Führerausweis für Lastwagen am 10. Dezember 1986. In
der Eidgenössischen Administrativmassnahmen-Kontrolle ist er nicht verzeichnet. Es
ist deshalb davon auszugehen, dass sein Leumund als Motorfahrzeugführer ungetrübt
ist.
e) Zusammenfassend ergibt sich, dass das Verschulden als leicht bezeichnet werden
kann und der Rekurrent über einen langjährig ungetrübten automobilistischen Leumund
verfügt. Unter diesen Umständen ist trotz objektiv erheblicher Verkehrsgefährdung im
Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung von einem leichten Fall auszugehen;
der Rekurrent bedarf zur Ermahnung und Besserung keines Führerausweisentzugs. Es
ist eine Verwarnung auszusprechen. Folglich ist der Rekurs gutzuheissen, die
angefochtene Verfügung vom 12. März 2004 mit Ausnahme des Kostenspruches
aufzuheben und der Rekurrent zu verwarnen.
4.- a) Nach Art. 95 Abs. 1 VRP hat in Streitigkeiten jener Beteiligte die Kosten zu
tragen, dessen Begehren ganz oder teilweise abgewiesen werden. Es gilt der
Grundsatz der Kostentragung nach Massgabe des Obsiegens oder Unterliegens (W.
Hagmann, Die st. gallische Verwaltungsrechtspflege und das Rechtsmittelverfahren vor
dem Regierungsrat, Diss., Zürich 1979, S. 267 f.). Da der Kläger vollumfänglich obsiegt,
können ihm keine Kosten auferlegt werden. Deshalb hat der Staat die amtlichen Kosten
von Fr. 1'500.-- (vgl. Ziff. 362 Gerichtskostentarif, sGS 941.12) zu tragen. Die
Finanzverwaltung ist anzuweisen, dem Rekurrenten den geleisteten Kostenvorschuss
von Fr. 1'000.-- zurückzuerstatten.
b) Nach Art. 98 Abs. 1 VRP besteht im Klageverfahren grundsätzlich Anspruch auf
Ersatz der ausseramtlichen Kosten. Die ausseramtliche Entschädigung wird den am
Verfahren Beteiligten nach Obsiegen und Unterliegen auferlegt (Art. 98bis VRP). Der
Kläger hat daher Anspruch auf eine Entschädigung. Dessen Rechtsvertreter hat eine
Kostennote eingereicht, worin er ein Honorar nach Zeitaufwand von Fr. 2'000.-- nebst
Barauslagen von Fr. 119.35 geltend macht. Vor Verwaltungsrekurskommission gilt
grundsätzlich der Pauschaltarif (Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für
Rechtsanwälte und Rechtsagenten, sGS 963.75, abgekürzt: HonO). Das vom
Rechtsvertreter geltend gemachte Zeithonorar von Fr. 2‘000.-- erscheint jedoch auch
als Honorarpauschale angemessen (Art. 19 HonO). Hinzu kommen Barauslagen und
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Mehrwertsteuer (Art. 28 und 29bis HonO). Der Staat (Strassenverkehrs- und
Schifffahrtsamt) hat den Vertreter des Klägers daher mit Fr. 2'280.45 (davon
Mehrwertsteuer Fr. 161.10) zu entschädigen.