Decision ID: 3e57a13a-2e66-4fc3-b294-7b97c646b2bc
Year: 2015
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
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A.a A._ wurde am 7. Juli 2011 durch die Krankentaggeldversicherung bei der IV-
Stelle zur Früherfassung angemeldet (IV-act. 1). Aufgrund einer Gonarthrose sei sie seit
dem 8. Dezember 2010 zu 100% arbeitsunfähig. Am 12. August 2011 erfolgte ein
Gespräch bei der Versicherten zu Hause, wobei ihr das Formular für die Anmeldung
abgegeben wurde (IV-act. 8). Die Versicherte unterzeichnete das Anmeldeformular am
13. August 2011; es ging am 16. August 2011 bei der IV-Stelle ein (IV-act. 7). Am
5. Oktober 2011 wurde der Versicherten mitgeteilt, dass keine beruflichen
Massnahmen einzuleiten seien, da sie seit jeher grösstenteils als Hausfrau tätig
gewesen sei (IV-act. 18).
A.b Im Fragebogen zur Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt gab die
Versicherte an, sie wäre ohne gesundheitliche Einschränkung zu 100% erwerbstätig;
sie habe sich auch an verschiedenen Orten beworben (IV-act. 19). Die Versicherte
wurde aufgefordert zu ergänzen, aus welchen Gründen sie in diesem Ausmass
erwerbstätig wäre und vermerkte dazu auf dem Fragebogen: "Um die Familie zu
unterhalten" (IV-act. 23-2).
A.c In den Akten findet sich ein Gutachten zu Handen der Krankentaggeldversicherung
(IV-act. 26-8). Die Versicherte war am 19. September 2011 durch Dr. med. B._,
Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation FMH, untersucht worden. Er
hatte folgende Diagnosen gestellt (IV-act. 26-13):
"- mittelschwere Pangonarthrose rechts
- intermittierend aktiviert, derzeit klinisch ohne Erguss
- Bakerzyste, St. n. Ruptur möglich
- grössere mediale Meniskusläsion
- Chondromalazie Grad III bis IV der Patella, Patella Typ Wiberg Typ III
- femoro-tibiales mediales Knochenmarksoedem
- mehrere kleine freie Gelenkskörper
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- Varicosis cruris
- Spreizfüsse, Hallux valgus rechts
- Adipositas, BMI 39.0".
Bei der von ihr zuvor ausgeübten landwirtschaftlichen Tätigkeit im Rahmen des Ge
müseanbaus bleibe die Versicherte vorläufig arbeitsunfähig. Aus somatischer Sicht sei
eine Tätigkeit mit Wechselbelastung stehend, sitzend, gehend und mit einer
Gewichtslimitierung bei 7.5 kg im Rahmen eines 50%igen Pensums beziehungsweise
während 4 Stunden pro Tag ohne Leistungseinbusse zumutbar. Eine ganztägige
Tätigkeit sei der Versicherten wegen den ungünstigen trophischen Verhältnissen am
rechten Unterschenkel und der krankheitsbedingten Strukturveränderungen am rechten
Knie mit belastungsmodulierter Gonalgie nicht zumutbar. Die Arbeitsfähigkeit auf dem
allgemeinen Arbeitsmarkt bei angepasster Tätigkeit betrage ab dem 1. Juni 2011 50%.
Es sei wenig wahrscheinlich, dass unter einer entsprechenden medizinischen
Behandlung und bei einem optimalen natürlichen Verlauf eine Verbesserung der
Arbeitsfähigkeit erzielt werden könne. Die Prognose bezüglich einer Steigerung der
Teilarbeitsfähigkeit sei ungünstig.
A.d Am 7. Februar 2012 berichtete der behandelnde Arzt, med. pract. C._, Facharzt
für Allgemeine Innere Medizin FMH, ob eine 50%ige Arbeitsleistung in sitzender
Tätigkeit mit allerhöchstens kurzen Unterbrechungen mit Aufstehen und Gehen
machbar sei, werde sich in Zukunft zeigen. Die chronisch venöse Insuffizienz könne
ebenfalls zu massiven Beschwerden führen. Aus seiner Sicht sei eine Teilzeitarbeit mit
voller Leistung eher wünschenswert, da sich die Versicherte danach erholen könne (IV-
act. 26-7).
A.e In den von der IV-Stelle eingeholten Akten des Regionalen Arbeitsvermittlungs
amtes (RAV) befinden sich zwei unterschiedliche Formulare. Am 5. Mai 2010 war ein
Beschäftigungsgrad von 50% angegeben worden (IV-act. 30-9). Auf einem undatierten
Blatt war ein Beschäftigungsgrad von 100% aufgeführt (IV-act. 30-7). Auf einem
Fragebogen zur Arbeitslosigkeit wurde am 15. Juni 2012 angegeben, dass die
Versicherte eine 50%ige Arbeitsstelle suche. Zur Frage, welche Vermittlungsfähigkeit
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die versicherte Person selbst angegeben habe, wurde vermerkt, es seien zwei Anträge
vorhanden, nämlich ab 01.05.2010 100% und ab 03.02.2012 50% (IV-act. 30-2).
A.f Am 6. Juni 2012 erfolgte eine Haushaltsabklärung (IV-act. 34). Im entsprechenden
Bericht vermerkte die Abklärungsperson, dass aufgrund der schlechten
Deutschkenntnisse der mittlere Sohn die Übersetzung übernommen habe. Die
Versicherte habe angegeben, sie würde gerne in einem 100% Pensum arbeiten. Sie
habe bereits seit 2009 eine Vollzeitstelle gesucht und sei während dieser Zeit beim RAV
gemeldet gewesen. Der Sohn habe mitgeteilt, dass es seiner Mutter aufgrund der
Sprachbarriere und des fehlenden Führerscheins nicht möglich gewesen sei, eine
Vollzeitstelle zu finden. Die Versicherte gab an, sie habe immer gerne gearbeitet und
ihre Söhne seien alle schon länger selbständig und bräuchten längst keine Betreuung
mehr. Im Abklärungsbericht wurde vermerkt, anhand der Unterlagen könne nicht
nachvollzogen werden, dass die Versicherte heute voll arbeitstätig wäre. Seit ihrer
Einreise in die Schweiz habe sie maximal 30% gearbeitet. Die Söhne seien schon
länger in einem Alter, das ein höheres Pensum zuliesse. Die Beschwerdeführerin könne
im Zeitraum von Februar 2009 bis Oktober 2010 lediglich sieben Bewerbungen
vorweisen. Es liesse sich maximal eine 50%ige Erwerbstätigkeit nachvollziehen. Dies
werde auch durch die Auskunft der zuständigen Arbeitslosenkasse untermauert, dass
die Versicherte zu 50% vermittelbar gemeldet gewesen sei.
A.g Mit Vorbescheid vom 26. September 2012 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit,
sie beabsichtige, das Rentengesuch bei einem Invaliditätsgrad von 9% abzulehnen (IV-
act. 41). Am 21. November 2012 verfügte die IV-Stelle entsprechend dem Vorbescheid
(IV-act. 45).
B.
B.a Am 10. Januar 2013 erhob die Versicherte Beschwerde mit dem Antrag, die Ver
fügung vom 21. November 2012 sei aufzuheben; es sei ein neuer Einkommensvergleich
vorzunehmen und ihr sei eine angemessene Rente zuzusprechen (act. G 1). Zur
Begründung machte die Beschwerdeführerin geltend, es komme nicht die gemischte
Methode zur Bemessung des Invaliditätsgrades zur Anwendung. Sie bestreite, dass sie
bei voller Gesundheit lediglich einer 50%igen Erwerbstätigkeit nachgehen würde.
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Nachdem sie im Juni 2002 in die Schweiz gezogen sei, habe sie bei der Firma D._
auf Abruf gearbeitet. Danach habe sie im Hotel E._ als Küchenhilfe und
Zimmermädchen 4 bis 9 Stunden pro Tag gearbeitet. Später sei sie in
Landwirtschaftsbetrieben und in einer Reinigungsfirma tätig gewesen. Aus
wirtschaftlichen Gründen habe man ihr bei ihrer letzen Arbeitsstelle nur eine saisonale
Tätigkeit anbieten können. Von November bis April/Mai sei sie dort jeweils zu 100%
beschäftigt gewesen. Sie habe durchschnittlich einen Arbeitseinsatz von ca. 180
Stunden pro Monat geleistet. Der dabei erzielte Lohn von Fr. 12.50 sei tief angesetzt
gewesen. Nach Beendigung des saisonalen Arbeitseinsatzes habe sie sich beim RAV
gemeldet und erneut eine 100% Stelle gesucht. Aufgrund des schwierigen
wirtschaftlichen Umfeldes, der ungenügenden Sprachkenntnisse und des niedrigen
Ausbildungsstandes sei die Arbeitssuche beschwerlich gewesen. Die knappen
finanziellen Verhältnisse der Familie hätten eine Vollzeitbeschäftigung erfordert und das
fortgeschrittene Alter der Kinder hätte eine 100%ige Beschäftigung zugelassen. Im
Fragebogen Erwerbstätigkeit/Haushalt habe sie in aller Deutlichkeit festgehalten, dass
sie zu 100% arbeiten würde, um die Familie zu unterstützen.
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 22. Februar 2013 beantragte die IV-Stelle die Ab
weisung der Beschwerde (act. G 4). Die Beschwerdeführerin habe seit ihrer Einreise in
die Schweiz rund Fr. 50'000.-- verdient. Die Abklärungspersonen hätten es nicht für
glaubwürdig gehalten, dass die Beschwerdeführerin zu 100% erwerbstätig wäre und
hätten sie daher als zu 50% im Haushalt tätig eingestuft. Es müsse zudem festgehalten
werden, dass aufgrund der gestellten Diagnosen nicht von einer 50%igen
Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit ausgegangen werden könne. Die
Begründung, dass eine ganztägige Tätigkeit der Beschwerdeführerin nicht zumutbar
sei, vermöge nicht zu überzeugen. Es sei nicht einzusehen, weshalb die
Beschwerdeführerin in einer adaptierten sitzenden Tätigkeit nicht ganztägig
arbeitsfähig sein sollte. Die vorliegenden Diagnosen würden die Beschwerdeführerin
höchstens qualitativ und nicht quantitativ einschränken. Sämtliche Fakten würden
ausserdem gegen eine volle Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall sprechen. Die
Beschwerdeführerin habe seit ihrer Einreise in die Schweiz maximal zu 30% gearbeitet.
Ihre Söhne seien in einem Alter, das längst eine höhere Erwerbstätigkeit der
Beschwerdeführerin zugelassen hätte. Es sei nicht plausibel, dass sie aufgrund der
mangelnden Deutschkenntnisse und des fehlenden Führerscheins keine Vollzeitstelle
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gefunden habe. So habe sie im Zeitraum Februar 2009 bis Oktober 2010 lediglich
sieben Bewerbungen vorweisen können. Sie habe offenkundig nicht ernsthaft versucht,
eine ganztägige Stelle zu finden. Laut Auskunft der Arbeitslosenkasse sei sie auch
lediglich als zu 50% vermittelbar gemeldet gewesen.
B.c Mit Replik vom 16. April 2013 machte die Beschwerdegegnerin geltend, das
Gutachten vom 10. Dezember 2011 attestiere ihr eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit und
es gebe keinen Grund, davon abzuweichen (act. G 6). Bei der Invaliditätsbemessung
sei zudem ein angemessener leidensbedingter Abzug von 10% vom Tabellenlohn vor
zunehmen. Sie sei gemäss ärztlicher Einschätzung lediglich in der Lage, eine sitzende
Tätigkeit auszuüben. Es sei damit zu rechnen, dass sie aufgrund ihrer schlechten
Deutschkenntnisse gegenüber Mitbewerbern einen gewissen Lohnnachteil in Kauf zu
nehmen habe.
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik.

Erwägungen:
1.
1.1 Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit, es sei denn eine versicherte Person sei vor dem Eintritt der
Gesundheitsbeeinträchtigung nicht erwerbstätig gewesen, und es habe ihr auch nicht
zugemutet werden können, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. In diesem Fall gilt
gemäss Art. 8 Abs. 3 ATSG die Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
als Invalidität.
1.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40% auf eine Viertelsrente. Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die
Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die
ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben.
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Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und
dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die
versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4).
1.3 Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität grundsätzlich
durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Bei nichterwerbstätigen Versicherten
im Sinne von Art. 5 Abs. 1 IVG – so namentlich bei im Haushalt tätigen Personen – wird
hingegen für die Bemessung der Invalidität darauf abgestellt, in welchem Mass eine
Behinderung besteht, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 28a Abs. 2
IVG). Als Aufgabenbereich einer im Haushalt tätigen versicherten Personen gilt unter
anderem die übliche Tätigkeit im Haushalt sowie die Erziehung der Kinder (Art. 27 IVV).
Bei einer versicherten Person, die nur zum Teil erwerbstätig wäre, wird die Invalidität
diesbezüglich nach Art. 16 ATSG festgelegt. Wäre die versicherte Person daneben in
einem Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a
Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Falle sind die Anteile der Erwerbstätigkeit und der
Tätigkeit im anderen Aufgabenbereich festzustellen und der Invaliditätsgrad ist
entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a Abs. 3 IVG).
Diese Art der Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss als gemischte Methode
bezeichnet. Gemäss Art. 27 IVV ist nur der Einkommensvergleich anzustellen, wenn
anzunehmen ist, dass die versicherte Person im Zeitpunkt der Prüfung des
Rentenanspruchs ohne den Gesundheitsschaden ganztägig erwerbstätig wäre. In
ständiger Rechtsprechung prüft das Bundesgericht die Frage, ob und gegebenenfalls
in welchem Ausmass eine versicherte Person auch ohne den Gesundheitsschaden im
Aufgabenbereich tätig wäre, anhand der hypothetischen Verhaltensweise der
versicherten Person. Nach Ansicht des Bundesgerichts ist dazu abzuklären, ob die
versicherte Person ohne den Gesundheitsschaden mit Rücksicht auf die gesamten
Umstände (persönlicher, familiärer, sozialer und erwerblicher Art) erwerbstätig oder im
Aufgabenbereich tätig wäre. Dabei sollen die finanzielle Notwendigkeit der Aufnahme
oder der Ausdehnung einer Erwerbstätigkeit, allfällige Erziehungs- und
Betreuungsaufgaben, das Alter der versicherten Person, deren berufliche Fähigkeiten,
Neigungen und Begabungen massgebend sein. Abzustellen sei auf die hypothetischen
Verhältnisse in tatsächlicher Hinsicht, wie sie sich bis zum massgebenden Zeitpunkt
entwickelt haben würden (vgl. etwa BGE 125 V 150).
bis
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2. Zwischen den Parteien ist streitig, zu wieviel Prozent die Beschwerdeführerin heute
ohne die Gesundheitsbeeinträchtigung erwerbstätig wäre. Die Beschwerdeführerin hat
geltend gemacht, sie wäre zu 100% erwerbstätig. Die Beschwerdegegnerin hat
lediglich eine Erwerbstätigkeit im Umfang von 50% anerkannt. Die Beschwerdeführerin
hat argumentiert, sie wäre zu 100% erwerbstätig, da sie die Familie unterstützen
müsse. Sie habe sich auch beim RAV angemeldet und nach einer Vollzeitstelle gesucht.
Es sei aber sehr schwierig gewesen und sie habe jeweils nur saisonal eine Vollzeitstelle
erhalten. Die Beschwerdegegnerin hat argumentiert, die Beschwerdeführerin habe seit
ihrer Einreise in die Schweiz im Jahr 2002 maximal zu 30% gearbeitet. Diese
Argumentation überzeugt nicht, denn es ist nicht zulässig eine "Mischrechnung" über
die Jahre hinweg vorzunehmen. Die Beschwerdeführerin arbeitete bei ihrer letzten
Tätigkeit zu einem tiefen Stundenansatz von Fr. 12.50 und konnte diese Arbeit jeweils
nur saisonal ausüben (vgl. IV-act. 4 und 11). Auf ein Jahr hochgerechnet ergibt sich
dabei natürlich ein entsprechend tiefes Jahreseinkommen. Dies darf der
Beschwerdeführerin indes nicht entgegen gehalten werden, denn sie hat immer, wenn
sie die Gelegenheit dazu hatte, zu 100% gearbeitet. Überdies hat die
Beschwerdeführerin auch stets angegeben, dass sie zu 100% erwerbstätig wäre,
sowohl im Fragebogen zur Rentenabklärung als auch bei der Haushaltsabklärung.
Auch aufgrund ihrer finanziellen Situation ist es glaubhaft, dass die Beschwerdeführerin
zu 100% einer Erwerbstätigkeit nachgehen würde. Ihr Ehemann ist zwar voll
erwerbstätig, erzielt aber ein relativ tiefes Einkommen (vgl. act. 34-3). Die
Beschwerdeführerin muss keinen Betreuungspflichten mehr nachkommen und auch
sonst spricht nichts gegen eine vollzeitliche Erwerbstätigkeit der Beschwerdeführerin.
Dass die Beschwerdeführerin gewillt ist, eine 100%ige Erwerbstätigkeit auszuüben, hat
sie dadurch bewiesen, dass sie, als sich ihr die Gelegenheit bot, zu 100% zu arbeiten,
dies stets getan hat. So hat sie im Gemüsebau jeweils ein 100%-Pensum geleistet, nur
war dort die Arbeit jeweils von November bis April oder Mai befristet. Bei dieser
Sachlage erscheint es plausibel, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall zu
100% erwerbstätig wäre. Da die Beschwerdeführerin damit als Vollerwerbstätige zu
qualifizieren ist, ist der Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin anhand eines reinen
Einkommensvergleiches zu ermitteln.
3.
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3.1 Der Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin ist anhand eines
Einkommensvergleichs zu ermitteln. In der Regel wird für die Bestimmung des
Valideneinkommens auf das zuletzt erzielte Einkommen abgestellt. Von diesem
Grundsatz ist aber in begründeten Fällen abzuweichen, zum Beispiel wenn der von der
versicherten Person erzielte Verdienst aufgrund von äusseren Umständen nicht der
eigentlichen wirtschaftlichen Erwerbsfähigkeit entspricht. In der Invalidenversicherung
bildet nämlich nicht der zuletzt erzielte Verdienst, sondern die Erwerbsfähigkeit einer
Person den Versicherungsgegenstand. Es besteht zwar eine Vermutung dafür, dass der
zuletzt erzielte Verdienst die Erwerbsfähigkeit abbildet. Im vorliegenden Fall trifft dies
indessen nicht zu, da es sich bei der letzten Stelle der Beschwerdeführerin lediglich um
eine saisonale Stelle gehandelt hat, die sehr tief entlöhnt worden ist. Es sind keine
Hinweise darauf ersichtlich, dass dieses unterdurchschnittliche Einkommen in der
Person der Beschwerdeführerin begründet gewesen wäre. Vielmehr ist mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass äussere Umstände wie
arbeitsmarktliche Zwänge und Standortnachteile dazu geführt haben, dass die
Beschwerdeführerin eine Stelle annehmen musste, bei der sie nur saisonal arbeiten
konnte und sehr wenig verdiente. Die Beschwerdegegnerin hat dementsprechend das
Valideneinkommen zu Recht anhand des Tabellenlohnes gemäss der
Lohnstrukturerhebung (LSE) ermittelt, in dem sie für den massgeblichen Lohn auf das
Anforderungsniveau 4 für Frauen abgestellt hat.
3.2 Die Beschwerdeführerin hat geltend gemacht, es sei ihr ein angemessener
leidensbedingter Abzug vom Lohn zu gewähren. Sie sei nur in der Lage, vorwiegend
sitzende Tätigkeiten auszuüben und zudem habe sie auch aufgrund ihrer schlechten
Deutschkenntnisse im Vergleich mit Mitbewerbern einen Lohnnachteil in Kauf zu
nehmen. Dazu ist festzuhalten, dass, falls ein Abzug vom Tabellenlohn vorzunehmen
sein wird, dieser nicht durch die schlechten Deutschkenntnisse der
Beschwerdeführerin begründet wäre. Massgebend ist vielmehr, dass die
Beschwerdeführerin als nicht vollständig gesunde Arbeitnehmerin gegenüber gesunden
Arbeitnehmern mit gewissen indirekten Wettbewerbsnachteilen zu rechnen hätte und
diesen mit einem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen wäre.
3.3 Da vorliegend aber, wie nachfolgend zu zeigen sein wird, nicht feststeht, in
welchem Ausmass die Beschwerdeführerin invalid ist, kann die Frage nach der Höhe
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eines allfälligen Abzuges vom Tabellenlohn noch nicht beantwortet werden. Gleich
verhält es sich mit dem allfälligen Rentenbeginn, der erst wird festgelegt werden
können, wenn der IV-Grad der Beschwerdeführerin bekannt ist.
4.
4.1 Aus den Akten ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin an einer Kniegelenks
arthrose bei varicosis cruris und an einer Adipositas leidet. Der rheumatologische
Gutachter hat die Beschwerdeführerin daher ab Juni 2011 als nur noch zu 50%
arbeitsfähig eingeschätzt. Eine Tätigkeit mit Wechselbelastung stehend, sitzend,
gehend, wäre ihr nach Ansicht des Gutachters für 4 Stunden pro Tag ohne
Leistungseinbusse zumutbar. Auch der behandelnde Arzt vertrat die Ansicht, dass ein
Teilzeitpensum bei voller Leistung eher wünschenswert wäre, da sich die
Beschwerdeführerin danach erholen könne. Da die Beschwerdeführerin aber immer
noch über Dauerschmerzen im Kniegelenk berichtet hatte, hielt er sie in seinem Bericht
vom 7. Februar 2012 noch nicht für arbeitsfähig. Ob eine 50%ige Arbeitsleistung
machbar sei, werde erst die Zukunft zeigen.
4.2 Sowohl der Gutachter als auch der behandelnde Arzt vertreten die Auffassung,
dass der Beschwerdeführerin maximal eine 50%ige Tätigkeit zumutbar sei. Zudem
müsse das Pensum halbtags gleistet werden, da der Beschwerdeführerin lediglich eine
Belastung von ca. 4 Stunden pro Tag zumutbar sei. Der Gutachter führte dazu aus, ein
ganztägige Tätigkeit sei der Beschwerdeführerin wegen "den ungünstigen trophischen
Verhältnissen am rechten Unterschenkel und der krankheitsbedingten
Strukturveränderungen am rechten Knie mit belastungsmodulierter Gonalgie nicht
zuzumuten" (IV-act. 26-14). Der Hausarzt schloss sich dieser Beurteilung an und wies
zudem noch auf eine chronisch venöse Insuffizienz hin (IV-act. 26-7). Der RAD-Arzt
hatte keine Bemerkungen zur gutachterlichen Einschätzung gemacht (IV-act. 35). Erst
im Beschwerdeverfahren äusserte der Rechtsdienst der Beschwerdegegnerin Zweifel
an der medizinischen Einschätzung einer nicht nur qualitativ, sondern auch quantitativ
eingeschränkten Arbeitsfähigkeit. Aus den medizinischen Akten ist nicht klar
ersichtlich, aus welchen Gründen es der Beschwerdeführerin nicht möglich sein soll,
bei einer optimal adaptierten Tätigkeit ganztags zu arbeiten. Der Gutachter zeigte nicht
auf, aufgrund welcher Symptome und welcher Beschwerden die Beschwerdeführerin
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nach 4 Stunden nicht mehr arbeitsfähig wäre. Es ist damit fraglich, ob die
Beschwerdeführerin tatsächlich auch in einer optimal adaptierten Tätigkeit zu 50%
eingeschränkt ist. Der Sachverhalt erweist sich daher als ungenügend abgeklärt.
Dementsprechend ist die Sache zur ergänzenden Abklärung an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
5. Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Die
Beschwerdegegnerin hat ausgangsgemäss die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu
bezahlen. Der von der Beschwerdeführerin geleistete Kostenvorschuss wird ihr
zurückerstattet.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP