Decision ID: dbda015b-615f-5a26-bf0d-54800f6991f1
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a B._ meldete sich im Mai 2013 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Die Stadtverwaltung C._ berichtete im Mai 2013
(IV-act. 4), der Versicherte habe ab dem 1. Juli 2010 (als Pfänder und Teamleiter; vgl.
IV-act. 1–4) für sie gearbeitet. Er habe das Arbeitsverhältnis per 30. April 2013
gekündigt. Der letzte Arbeitstag sei der 8. Januar 2013 gewesen. Die D._ AG teilte im
Juni 2013 mit (IV-act. 9), der Versicherte sei seit dem 7. Januar 2013 arbeitsunfähig. Er
leide an einer mittelgradigen depressiven Episode mit einem somatischen Syndrom
sowie an einem Tinnitus. Bis auf weiteres sei er vollständig arbeitsunfähig. In einem
Austrittsbericht vom 30. April 2015 betreffend eine stationäre Behandlung in der Zeit
vom 12. Januar 2015 bis zum 27. Februar 2015 gab die D._ AG an (IV-act. 87), der
Gesundheitszustand des Versicherten habe sich verschlechtert. Klinisch seien
Konzentrationsstörungen, eine formalgedankliche Hemmung, ein niedergeschlagener
und hoffnungsloser Affekt, eine erheblich verminderte Schwingungsfähigkeit, ein stark
reduzierter Antrieb mit einer deutlich sichtbaren Erschöpfung bei einer gleichzeitigen
Anspannung und inneren Unruhe objektiviert worden. Während der stationären
Therapie habe die Schlafproblematik verbessert, die Grübelneigung verringert und die
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depressive Symptomatik partiell reduziert werden können. Bei einer Klärung der
aktuellen Lebenssituation und des biographischen Hintergrundes seien die
Auswirkungen schwerwiegender Traumatisierungen in der Kindheit und Jugend als für
das aktuelle Erleben massgebend erkannt worden. Eine genauere Diagnostik habe
bestätigt, dass die Kriterien einer posttraumatischen Belastungsstörung – flash backs,
Alpträume, situationsspezifische Ängste, Meidungsverhalten und emotionaler Rückzug
– erfüllt seien. Bezüglich des Störungsbeginns sei unter anderem aufgrund der
multiplen und sich über Jahre erstreckenden Traumatisierungen keine präzise
Einschätzung möglich. Diagnostisch leide der Versicherte an einer rezidivierenden
depressiven Störung mit einer gegenwärtig schweren Episode ohne psychotische
Symptome sowie an einer posttraumatischen Belastungsstörung. Der Psychiater Dr.
med. E._ vom IV-internen regionalen ärztlichen Dienst (RAD) notierte am 26. Mai
2015 (IV-act. 90), die Ausführungen der behandelnden Ärzte im Austrittsbericht vom 30.
April 2015 seien überzeugend. Für die angestammte Tätigkeit bestehe eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit. Der Gesundheitszustand sei noch instabil, weshalb zurzeit keine
beruflichen Eingliederungsmassnahmen durchgeführt werden könnten. In einem
Verlaufsbericht vom 7. September 2015 teilte die D._ AG mit (IV-act. 95), der
Gesundheitszustand des Versicherten sei im Wesentlichen unverändert geblieben. Ein
erster Versuch einer ambulanten Traumatherapie sei gescheitert. Seit Mai 2015 werde
der Versicherte ambulant durch die D._ AG therapiert. Bislang habe eine zumindest
partielle psychische Integration der Erlebnisinhalte erreicht werden können. Einer
erfolgreichen Bewältigung stünden aber vor allem ausgeprägte Scham- und
Schuldgefühle entgegen, die im Rahmen der Therapie einer speziellen Bearbeitung
bedürften. Kurz- und mittelfristig sei keine signifikante Veränderung des
Beschwerdebildes respektive der Arbeitsfähigkeit zu erwarten. Der RAD-Arzt Dr. E._
notierte am 14. September 2015, gestützt auf den überzeugenden Verlaufsbericht vom
7. September 2015 sei bis auf weiteres von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit
auszugehen (IV-act. 97).
A.b Mit einem Vorbescheid vom 11. November 2015 teilte die IV-Stelle dem
Versicherten mit, dass sie die Zusprache einer ganzen Rente mit Wirkung ab dem 1.
Januar 2014 – nach dem Ablauf des Wartejahres – vorsehe (IV-act. 109). Am 16.
November 2015 liess die berufliche Vorsorgeeinrichtung, die Pensionskasse A._, die
eine Kopie dieses Vorbescheides erhalten hatte, einwenden (IV-act. 111), der
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massgebende medizinische Sachverhalt sei ungenügend abgeklärt worden. Die
Arbeitsfähigkeitsschätzung der D._ AG überzeuge nicht. Die IV-Stelle müsse den
Versicherten fachärztlich begutachten lassen. Der RAD-Arzt Dr. E._ notierte am 4.
Dezember 2015 (IV-act. 112), die Berichte der D._ AG seien überzeugend. Von
weiteren medizinischen Abklärungen könne kein Erkenntnisgewinn erwartet werden.
Mit einer Verfügung vom 13. Januar 2016 sprach die IV-Stelle dem Versicherten
rückwirkend ab dem 1. Januar 2014 eine ganze Rente zu (IV-act. 118).
B.
B.a Die Pensionskasse A._ (nachfolgend: die Beschwerdeführerin) erhob am 12.
Februar 2016 eine Beschwerde gegen diese Verfügung. Die IV-Stelle (nachfolgend: die
Beschwerdegegnerin) beantragte die Gutheissung der Beschwerde; der Versicherte
(nachfolgend: der Beigeladene) beantragte ein Nichteintreten und eventualiter die
Abweisung der Beschwerde. Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen trat mit
einem Entscheid IV 2016/52 vom 27. April 2018 nicht auf die Beschwerde ein. Zur
Begründung führte es aus, für eine Bindung der beruflichen Vorsorgeeinrichtung an
eine Verfügung einer IV-Stelle existiere entgegen einer anders lautenden Praxis des
Bundesgerichtes keine gesetzliche Grundlage. Die vom Gesetzgeber bezweckte
Reduktion des Abklärungsaufwandes einer beruflichen Vorsorgeeinrichtung könne
durch eine Einsicht der Vorsorgeeinrichtung in die Akten der IV-Stelle sichergestellt
werden; eine Bindung an die Sachverhaltswürdigung der IV-Stelle wirke sich dagegen
auf den Abklärungsaufwand der Vorsorgeeinrichtung nicht aus. Selbst wenn es eine
Bindungswirkung gäbe, wie das Bundesgericht annehme, würde eine generelle Regel
betreffend das verfahrensrechtliche Vorgehen der IV-Stellen und der beruflichen
Vorsorgeeinrichtungen fehlen. Augenscheinlich könne eine Vorsorgeeinrichtung
nämlich nicht auf das Dispositiv einer (rechtsgestaltenden) Rentenverfügung einer IV-
Stelle abstellen, denn dieses laute nur auf einen bestimmten Frankenbetrag, der ab
einem bestimmten Datum monatlich geschuldet sei. Lediglich in der
Verfügungsbegründung könne eine Vorsorgeeinrichtung Angaben zum Invaliditätsgrad
und zum Eintritt der relevanten Arbeitsunfähigkeit finden. Eine Verfügungsbegründung
werde aber rechtsprechungsgemäss nie formell rechtskräftig und damit auch nie direkt
verbindlich. Eine Bindungswirkung könnte folglich verfahrensrechtlich nur in Form von
entsprechenden Feststellungsverfügungen umgesetzt werden. An diesen
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Feststellungsverfügungen könnten aber bloss die beruflichen Vorsorgeeinrichtungen
und die beruflich vorsorgeversicherten Personen ein schützenswertes Interesse haben,
da diese einen massgeblichen Einfluss auf die Invalidenleistungen der beruflichen
Vorsorge hätten; im IV-Verfahren bestünde dagegen kein schützenswertes Interesse an
solchen Feststellungen, da für die versicherte Person und die IV-Stelle natürlich nur das
rechtsgestaltende Dispositiv der Verfügung betreffend die Leistungen der
Invalidenversicherung massgebend sei. Die Existenz einer Bindungswirkung würde also
zwingend eine Pflicht der Invalidenversicherung voraussetzen,
Feststellungsverfügungen über den Invaliditätsgrad und über den Beginn der
relevanten Arbeitsunfähigkeit ausschliesslich zuhanden der möglicherweise
leistungspflichten beruflichen Vorsorgeeinrichtungen und der beruflich
vorsorgeversicherten Personen zu erlassen. Diese Feststellungsverfügungen würden es
den beruflichen Vorsorgeeinrichtungen und den beruflich vorsorgeversicherten
Personen erlauben, in einem IV-Beschwerdeverfahren über Sachverhaltswürdigungen
zu streiten, die nur für das Verhältnis zwischen der beruflichen Vorsorgeeinrichtung und
der beruflich vorsorgeversicherten Person massgebend wären. Hätte der Gesetzgeber
dies tatsächlich gewollt, hätte er eine generelle Pflicht der IV-Stellen zum Erlass solcher
Feststellungsverfügungen vorgesehen. Worin allerdings der Vorteil einer solchen
verfahrensrechtlich verworrenen Lösung liegen sollte, sei nicht ersichtlich. Da
zusammenfassend alles gegen die Existenz einer Bindungswirkung spreche, habe die
Pensionskasse A._ kein schützenswertes Interesse an der Aufhebung der
angefochtenen Verfügung, weshalb nicht auf die Beschwerde einzutreten sei.
B.b Die Beschwerdeführerin erhob am 11. September 2018 gegen den Entscheid des
Versicherungsgerichtes eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an
das Bundesgericht. Sie machte geltend, es sei kein Grund ersichtlich, der für eine
Aufgabe der Rechtsprechung zur Bindungswirkung sprechen würde. In seiner
Vernehmlassung an das Bundesgericht vom 16. August 2018 wies das
Versicherungsgericht unter anderem darauf hin, dass die bundesgerichtliche
Rechtsprechung zahlreiche (und immer zahlreicher werdende) Ausnahmen vom
Grundsatz der Bindungswirkung kenne, was zeige, dass aus einem identischen
Invaliditätsbegriff nicht abgeleitet werden könne, das Subsumtionsergebnis müsse in
zwei Zweigen zwingend identisch sein. Bezüglich des Verhältnisses zwischen der
Invaliden- und der Unfallversicherung sei die Bindungswirkungsrechtsprechung schon
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längst aufgegeben worden. Weshalb dieser alte Zopf nicht auch im Verhältnis zwischen
der Invaliden- und der beruflichen Vorsorgeversicherung abgeschnitten werde, sei nicht
einzusehen. Ebenfalls nicht nachvollziehbar sei das augenscheinlich grosse Interesse
der Beschwerdeführerin, sich zu einer blossen Zahlstelle rückstufen zu lassen.
B.c Mit einem Urteil vom 16. November 2018 (9C_431/2018) hob das Bundesgericht
den Entscheid des Versicherungsgerichtes vom 27. April 2018 auf. Zur Begründung
führte es an, die angefochtene Verfügung umfasse „rechtskonform“ zwei Teile, nämlich
einerseits „die grundsätzliche Leistungspflicht“ und andererseits „das Massliche“.
Einzelne Teile der Verfügung könnten allerdings nicht teilrechtskräftig werden. Die
fehlende Teilrechtskraft stelle aber entgegen der Ansicht des Versicherungsgerichtes
keinen Grund dar, die Bindungswirkung zu überdenken. Das kantonale
Versicherungsgericht sei von unzutreffenden verfahrensrechtlichen Konsequenzen
ausgegangen, denn es treffe nicht zu, dass einzelne Teile einer IV-Rentenverfügung nur
in Form von entsprechenden Feststellungsverfügungen verbindlich werden könnten.
Bei einer Anfechtung der Motive einer Verfügung müsse geprüft werden, ob damit eine
Änderung des Dispositivs beantragt werde. Das sei hier der Fall, denn die
Beschwerdeführerin ziele auf einen tieferen Invaliditätsgrad und damit auf einen
geringeren Rentenanspruch ab. Die Sache sei folglich zur neuen Entscheidung an das
Versicherungsgericht zurückzuweisen.

Erwägungen
1.
1.1 Zur Erhebung einer Beschwerde gegen eine Verfügung einer IV-Stelle ist gemäss
dem Art. 59 ATSG berechtigt, wer durch die angefochtene Verfügung berührt ist und
ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat. Praxisgemäss
wird die Beschwerdelegitimation bejaht, wenn ein praktisches oder rechtliches
Interesse an der Aufhebung oder Änderung der Verfügung geltend gemacht werden
kann. Ein solches Interesse ist gegeben, wenn die allfällige Gutheissung der
Beschwerde einen Nachteil wirtschaftlicher, ideeller, materieller oder anderweitiger
Natur vermeidet, wobei der Beschwerdeführer aber stärker als jedermann von der
angefochtenen Verfügung betroffen sein und in einer beachtenswerten, nahen
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Beziehung zur Streitsache stehen muss (vgl. etwa Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 3.
Aufl. 2015, Art. 59 N 9 f., mit Hinweisen).
1.2 Bei der Beantwortung der Frage nach der Beschwerdelegitimation der
Beschwerdeführerin in der vorliegenden Sache ist gemäss dem formell rechtskräftigen
Urteil des Bundesgerichtes 9C_431/2018 vom 16. November 2018 die
bundesgerichtliche Rechtsprechung zur Bindungswirkung von IV-Verfügungen für
Einrichtungen der beruflichen Vorsorge (vgl. etwa BGE 132 V 1) zu beachten. Laut
dieser Praxis sind IV-Verfügungen insbesondere hinsichtlich des Invaliditätsgrades und
des Zeitpunktes des Eintrittes jener Arbeitsunfähigkeit, die später zur Invalidität geführt
hat, dem Grundsatz nach für die Einrichtungen der beruflichen Vorsorge bindend.
Dieser Grundsatz gilt allerdings nicht absolut, denn gemäss der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung existiert mittlerweile ein ganzer Strauss von Konstellationen, in denen
eine IV-Verfügung keine Bindungswirkung für die Vorsorgeeinrichtung entfaltet: Wird
die Vorsorgeeinrichtung nicht in das sogenannte Vorbescheidsverfahren einbezogen
oder wird ihr die Verfügung nicht eröffnet (vgl. BGE 132 V 1), ist die konkrete
Fragestellung für die Beurteilung des IV-Rentenanspruchs nicht massgebend gewesen
(vgl. BGE 133 V 67), gilt gemäss dem Reglement in der weitergehenden Vorsorge nicht
derselbe Invaliditätsbegriff (vgl. BGE 126 V 308), sind die Feststellungen der IV-Stelle
offensichtlich unhaltbar (vgl. BGE 133 V 67), ist die Anmeldung bei der IV-Stelle
verspätet erfolgt (vgl. das Urteil des Bundesgerichtes 9C_896/2015 vom 16. Dezember
2016), reicht die Arbeitsunfähigkeit über das Wartejahr hinaus zurück (vgl. das Urteil
des Bundesgerichtes 9C_340/2016 vom 21. November 2016), ist der Zeitpunkt des
Eintrittes des Grenzwertes der Arbeitsunfähigkeit für das IV-Verfahren nicht
entscheidend (vgl. das Urteil des Bundesgerichtes 9C_553/2017 vom 28. Mai 2018)
oder wurde der Invaliditätsgrad anhand der sogenannten gemischten Methode ermittelt
(vgl. BGE 120 V 106), ist die Einrichtung der beruflichen Vorsorge nicht (bzw. bei
Anwendung der gemischten Methode nur an den Teilinvaliditätsgrad im erwerblichen
Bereich) an die IV-Verfügung gebunden. In seinem für dieses Verfahren massgebenden
Rückweisungsurteil 9C_431/2018 vom 16. November 2018 hat das Bundesgericht
nicht verbindlich festgestellt, dass die Beschwerdeführerin an die angefochtene
Verfügung der Beschwerdegegnerin gebunden sei. Es hat sich vielmehr darauf
beschränkt, das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen zu verpflichten, die
Beschwerdelegitimation der Beschwerdeführerin in Anwendung der
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bundesgerichtlichen Rechtsprechung zur Bindungswirkung zu prüfen und – je nach
Ergebnis dieser Prüfung – allenfalls auf die Beschwerde einzutreten und diese materiell
zu behandeln. Das bedeutet, dass nun untersucht werden muss, ob im vorliegenden
Fall der Grundsatz der Bindungswirkung zur Anwendung kommt oder ob (gemäss der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung) eine der Ausnahmen von diesem Grundsatz
vorliegt. Als massgebende Ausnahme kommt dabei nur eine offensichtlich unhaltbare
Feststellung der Beschwerdegegnerin in Frage, da die anderen Ausnahmetatbestände
ganz offensichtlich nicht erfüllt sind. Mit dem Begriff „offensichtlich unhaltbar“ dürfte
das Bundesgericht wohl eine Analogie zur „zweifellosen Unrichtigkeit“ im Sinne des
Art. 53 Abs. 2 ATSG angetönt haben. Hier liegt kein solcher „offensichtlich unhaltbarer“
Entscheid vor, denn der Streit dreht sich um die Überzeugungskraft der vorliegenden
medizinischen Berichte und damit um einen „ermessensgeprägten Teil der
Anspruchsprüfung“, für den die Annahme einer zweifellosen Unrichtigkeit gemäss der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung ausscheidet, wenn er in einer vertretbaren Weise
beurteilt worden ist (vgl. etwa das Urteil des Bundesgerichtes 9C_75/2018 vom 20.
September 2018, E. 2.2, mit zahlreichen Hinweisen). Im vorliegenden Fall kann nicht
behauptet werden, es sei absolut nicht vertretbar gewesen, auf die ausführlichen
Berichte der D._ AG und auf die Aktenwürdigung des RAD-Arztes Dr. E._
abzustellen. Da der Ausnahmefall der offensichtlichen Unhaltbarkeit also nicht gegeben
ist, muss auf die Beschwerde eingetreten werden.
2.
Wie das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen bereits in seinem Entscheid
IV 2016/52 vom 27. April 2018 ausführlich und einlässlich begründet dargelegt hat,
kann die Beschwerdeführerin ganz offensichtlich kein schutzwürdiges Interesse an
einer Abänderung des Dispositivs der angefochtenen Verfügung haben, da keine
koordinationsrechtlich zu vermeidende Überentschädigung droht und da es für die
Beschwerdeführerin keine Rolle spielen kann, ob der Beigeladene von der
Beschwerdegegnerin monatlich eine Rente von 2’237 Franken oder aber einen höheren
oder tieferen Rentenbetrag erhält. Das Bundesgericht hat in seinem Urteil 9C_431/2018
vom 16. November 2018 zwar festgehalten, dass sich aus der Aufteilung der
angefochtenen Verfügung in einen „iv-rechtlichen“ und einen „ahv-rechtlichen“ Teil die
Möglichkeit ergebe, eine von einer Einrichtung der beruflichen Vorsorge angefochtene
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Rentenverfügung der Invalidenversicherung nur bezüglich des Rentenbeginns und des
Invaliditätsgrades auf ihre Rechtmässigkeit zu überprüfen. Aber die Begründung für
diese Sichtweise ist dem Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen nicht
zugänglich. Die Zweiteilung einer Rentenverfügung der Invalidenversicherung ist
historisch begründet und hat sich, nachdem die IV-Stellen verfügungsbefugt geworden
sind, nur deshalb weiter gehalten, weil die Ausgleichskasse im Gegensatz zur IV-Stelle
über das Wissen und die Fähigkeiten verfügt, eine Rentenberechnung durchzuführen.
Heute tut sie dies im Auftrag der IV-Stelle, wobei sie im Prinzip die Rolle eines
„Rentenberechnungssachverständigen“ übernimmt. Juristisch ist diese
Aufgabenteilung aber völlig irrelevant, denn letztlich wird ja doch nur eine
rechtsgestaltende Verfügung eröffnet, deren Dispositiv sich nicht in mehrere Teile
aufspalten lässt. Im anschliessenden Beschwerdeverfahren kann das Dispositiv
natürlich auch nicht plötzlich in mehrere Gegenstände aufgeteilt werden, was ja auch
vom Bundesgericht zumindest für jene Fälle anerkannt wird, in denen die versicherte
Person selbst eine Beschwerde erhoben hat (vgl. BGE 131 V 164). Nichts anderes kann
selbstverständlich gelten, wenn nicht die versicherte Person selbst, sondern eine
Einrichtung der beruflichen Vorsorge eine Beschwerde gegen eine IV-Verfügung erhebt.
Auch in einem solchen Beschwerdeverfahren bildet die Verfügung als Ganzes den
Anfechtungsgegenstand; der Streitgegenstand wird durch das Verwaltungsverfahren
definiert, das mit der angefochtenen Verfügung abgeschlossen worden ist. Das
Versicherungsgericht darf sich im Beschwerdeverfahren deshalb nicht auf die Prüfung
bloss einzelner Punkte beschränken. Vielmehr muss es die Regelung des gemäss der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung unteilbaren Rechtsverhältnisses (BGE 131 V 164)
vollumfänglich auf seine Rechtmässigkeit überprüfen, muss es doch das Recht von
Amtes wegen und ohne jede Bindung an die Parteibegehren anwenden (Art. 61 lit. d
ATSG) und nötigenfalls sogar noch den Sachverhalt weiter abklären (Art. 61 lit. c
ATSG). Im vorliegenden Verfahren kann also nur der dem Beigeladenen zugesprochene
Rentenbetrag angefochten sein, woran die Beschwerdeführerin aber mangels einer
drohenden Überentschädigung offenkundig kein schutzwürdiges Interesse haben kann.
Da das Bundesgericht das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen jedoch
verbindlich verpflichtet hat, die Beschwerde unter Berücksichtigung der
Bindungswirkung materiell zu prüfen, bleibt dem Versicherungsgericht nichts anderes
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übrig, als ein schutzwürdiges Interesse der Beschwerdeführerin an einer Abänderung
des Dispositivs der angefochtenen Verfügung zu fingieren.
3.
3.1 Laut dem Art. 28 Abs. 1 IVG hat eine versicherte Person, die ihre Erwerbsfähigkeit
nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder
verbessern kann, die während eines Jahres ohne einen wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens zu 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen ist und die nach
dem Ablauf dieses Jahres zu 40 Prozent invalid ist, einen Anspruch auf eine Rente der
Invalidenversicherung. Für die Bemessung der Invalidität wird gemäss dem Art. 28a
Abs. 1 IVG in Verbindung mit dem Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach dem Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung und nach der
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei einer
ausgeglichenen Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung zu jenem
Erwerbseinkommen gesetzt, das sie erzielen könnte, wenn sie gesund geblieben wäre.
3.2 Der Beigeladene hat eine kaufmännische Berufslehre mit einem eidgenössischen
Fähigkeitszeugnis abgeschlossen und vor dem Eintritt der
Gesundheitsbeeinträchtigung als „Teamleiter Pfänder“ gearbeitet. Der Jahreslohn hat
sich im Jahr 2012 auf 98’189 Franken belaufen (IV-act. 4–3). Angesichts der
Berufskarriere ist davon auszugehen, dass der Beigeladene ohne die
Gesundheitsbeeinträchtigung auch weiterhin als „Teamleiter Pfänder“ gearbeitet hätte,
weshalb das zuletzt erzielte Einkommen als Valideneinkommen qualifiziert werden
kann.
3.3 Für die Bestimmung der Invalidenkarriere kommt den medizinischen Angaben zur
Arbeitsfähigkeit des Beigeladenen eine entscheidende Bedeutung zu. Solche Angaben
finden sich vorliegend in den Berichten der D._ AG und in den Aktenwürdigungen
des RAD-Arztes Dr. E._. Die Berichte der D._ AG enthalten eine ausführliche
Darstellung der subjektiven Klagen des Beigeladenen und der von den behandelnden
Fachärzten erhobenen objektiven klinischen Befunde. Die subjektiven Klagen und die
objektiven Befunde sind klar voneinander abgegrenzt wiedergegeben worden, sodass
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der Rechtsanwender problemlos nachprüfen kann, wie die Diagnosestellung und die
Arbeitsfähigkeitsschätzung mit dem objektiven Befund zusammenhängen respektive
ob die nicht objektivierbaren subjektiven Klagen bei der Diagnosestellung und bei der
Arbeitsfähigkeitsschätzung ausgeblendet worden sind. Die behandelnden Fachärzte
der D._ AG haben ihre Diagnosestellung und ihre Arbeitsfähigkeitsschätzung
überzeugend anhand der objektiven Befunde begründet. Hinweise, die Zweifel an
diesen Schlussfolgerungen wecken würden, sind nicht ersichtlich. Der RAD-Arzt Dr.
E._ hat die Diagnosestellung und die Arbeitsfähigkeitsschätzung ebenfalls eindeutig
als überzeugend qualifiziert. Folgerichtig hat er weitere Abklärungen für unnötig
erachtet. Die Beschwerdegegnerin hat zwar in ihrer Beschwerdeantwort geltend
gemacht, dass der medizinische Sachverhalt ungenügend abgeklärt sei respektive
dass die Berichte der D._ AG doch nicht überzeugend seien, aber dieser
Gesinnungswechsel ist nicht auf neue medizinische Erkenntnisse, sondern auf
juristisch-taktische Gründe zurückzuführen. Zwischen der Eröffnung der Verfügung und
der Erstattung der Beschwerdeantwort sind nämlich weder neue medizinische Akten
angefallen noch hat der RAD seine Einschätzung revidiert. Die von der
Beschwerdeführerin vorgebrachten – ihrer Natur nach nicht-medizinischen –
Argumente, die gegen die Zuverlässigkeit der Berichte der D._ AG sprechen sollen,
überzeugen nicht. Die Fachärzte haben ihre Diagnosestellung einlässlich medizinisch
begründet; aus juristischer – und damit notwendigerweise nicht-medizinischer – Sicht
ist die Begründung als nachvollziehbar, stringent und überzeugend zu qualifizieren. Der
Umstand, dass die Fachärzte die traumatisierenden Erlebnisse nicht genau
beschrieben haben, spricht nicht gegen die Überzeugungskraft der Berichte der D._
AG. Es kann nämlich nicht die Sache des Rechtsanwenders beziehungsweise des
medizinischen Laien sein, eine eigene pseudo-medizinische Wertung bezüglich der
Schwere der traumatisierenden Ereignisse an die Stelle der medizinischen Wertung zu
setzen. Die spezialisierten Fachärzte haben die Ereignisse vorliegend als schwer genug
qualifiziert, um die typischen Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung
erklären zu können. Sie sind also davon überzeugt gewesen, dass der
Beschwerdeführer Traumata durchlitten hatte, die schwer genug gewesen waren, um
eine posttraumatische Belastungsstörung auszulösen. Sie haben denn auch eine
traumaspezifische Therapie in die Wege geleitet. Damit ist für das Gericht mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der Beschwerdeführer
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tatsächlich an einer posttraumatischen Belastungsstörung gelitten hat. Welche
Ereignisse diese Störung ausgelöst haben, muss nicht zwingend erfragt werden,
weshalb es auch nicht schadet, dass die behandelnden Fachärzte diese Ereignisse
nicht genauer benannt haben. Zudem besteht diesbezüglich ein gewisses
therapeutisches Schutzbedürfnis, das der Bekanntmachung von Tatsachen, die für die
Beurteilung der hier strittigen Rechtsfragen nicht zwingend bekannt sein müssen,
entgegensteht. Würde man vorliegend die ausführlichen und überzeugend begründeten
Berichte der D._ AG, die vom RAD-Arzt Dr. E._ aus medizinischer Sicht als
uneingeschränkt überzeugend betrachtet worden sind, als nicht beweiskräftig
qualifizieren, liefe das auf ein generelles Misstrauen gegenüber sämtlichen Berichten
von behandelnden Ärzten hinaus. Das hätte aber zur Folge, dass in jedem Rentenfall
ein medizinisches Gutachten eingeholt werden müsste, denn ausführlicher und
überzeugender als die Berichte der D._ AG wird erfahrungsgemäss selten ein Bericht
eines behandelnden Arztes ausfallen. Folglich könnte der erforderliche Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit in einem IV-Rentenfall nur noch durch eine
unabhängige medizinische Begutachtung erreicht werden. Dadurch würde der
Untersuchungsgrundsatz aber überdehnt und es käme zu einer Verzögerung und
Verteuerung zahlreicher Rentenfälle, in denen die Einholung eines medizinischen
Gutachtens gar nicht notwendig wäre. Vorliegend ist jedenfalls mit dem RAD-Arzt Dr.
E._ auf die Berichte der D._ AG abzustellen, was bedeutet, dass der
Beschwerdeführer überwiegend wahrscheinlich ab Januar 2013 für sämtliche
Tätigkeiten vollständig arbeitsunfähig gewesen ist.
3.4 Angesichts der vollständigen Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten resultiert
ein Invaliditätsgrad von 100 Prozent. Da die Arbeitsunfähigkeit im Januar 2013
eingetreten ist, hat das sogenannte Wartejahr am 31. Dezember 2013 geendet. Der
Beschwerdeführer hat sich im Mai 2013 und damit nicht verspätet zum Leistungsbezug
angemeldet. Folglich hat er ab dem 1. Januar 2014 einen Anspruch auf eine ganze
Rente der Invalidenversicherung gehabt. Die angefochtene Verfügung erweist sich
damit als rechtmässig, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
4.
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Die Gerichtskosten sind der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Diese
Kosten sind durch den von dieser im Verfahren IV 2016/52 geleisteten
Kostenvorschuss gedeckt, weil dieses Beschwerdeverfahren eine direkte Fortsetzung
jenes Beschwerdeverfahrens ist. Der anwaltlich vertretene Beigeladene hat einen
Anspruch auf eine Parteientschädigung. Angesichts des geringen Aktenumfangs und
des Umstandes, dass im Verfahren IV 2016/52 nur ein und im Verfahren IV 2018/401
gar kein Schriftenwechsel durchgeführt worden ist, ist der Vertretungsaufwand als
deutlich unterdurchschnittlich zu qualifizieren. Die Parteientschädigung wird deshalb
auf 1’500 Franken (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) festgesetzt.