Decision ID: d84d328c-5cb1-4c9a-9b20-0a02496f77f2
Year: 2021
Language: de
Court: BL_KG
Chamber: BL_KG_001
Canton: BL
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: 

(Verletzung der Begründungspflicht) und eine falsche Sachverhaltsfeststellung in Bezug auf die
Strecke zwischen ihrem Wohnort und der Bushaltestelle "I._", den Einstiegsort der Kinder und
das Angebot eines Mittagstisches an der Kreisschule D._. Sie beanstandeten ferner, dass die
Einwohnergemeinde zu Unrecht die langen Wartezeiten an den Bushaltestellen nicht berücksich-
tige, da diese zu einem unzumutbar langen Schulweg führen würden. Schliesslich vertraten sie
die Ansicht, die Einwohnergemeinde berechne die Transporte zu Unrecht konkret, d.h. ohne Fei-
ertage. Die Berechnung sei nicht sachgerecht, da neben dem ordentlichen Schulunterricht zahl-
reiche ausserschulische Aktivitäten stattfinden würden, die für die Kinder obligatorisch seien.
D. Mit Beschluss (RRB) Nr. 2020-769 vom 2. Juni 2020 wies der Regierungsrat die Beweis-
anträge von A._ und B._ ab (Dispositiv-Ziff. 1). Er hiess ihre Beschwerde teilweise gut,
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hob die Verfügung der Einwohnergemeinde C._ vom 3. September 2019 auf und verpflichtete
die Einwohnergemeinde C._, A._ und B._ für den Transport ihrer Kinder E._,
F._ und G._ in den Schuljahren 2015/2016, 2016/2017, 2017/2018 und 2018/2019 eine
Entschädigung in der Höhe von insgesamt Fr. 7'782.20 zu bezahlen (Dispositiv-Ziff. 2); im Übri-
gen wurde die Beschwerde abgewiesen, soweit darauf eingetreten wurde (Dispositiv-Ziff. 3); die
Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 300.-- wurden A._ und B._ auferlegt (Dispositiv-
Ziff. 4) und ihnen wurde eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 1'238.55 zulasten der Ein-
wohnergemeinde C._ zugesprochen (Dispositiv-Ziff. 5). Der Regierungsrat erwog, dass die
Einwohnergemeinde die Fahrten von Januar 2019 bis Ende Schuljahr 2018/2019 über den Mittag
am Montag und am Dienstag zu Unrecht nicht entschädigt und die Distanz vom Wohnhaus von
A._ und B._ zur Bushaltestelle "I._" nicht korrekt ermittelt habe. Die massgebende
Fahrdistanz betrage 2.42 km, weshalb für den Hin- und Rücktransport eine Fahrstrecke von 4.84
km zu berücksichtigen sei. Da es den Kindern – trotz Mittagstischangebot montags und dienstags
– zudem zumutbar sei, ihre Mittagspause zuhause zu verbringen, hätten A._ und B._ auch
für die Zeit ab dem 1. Januar 2019 Anspruch auf eine Entschädigung für Privattransporte am
Montag- und am Dienstagnachmittag.
E. Am 15. Juni 2020 reichten A._ und B._, nun vertreten durch Larissa Morard,
Rechtsanwältin, Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs-
und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht), ein. Sie beantragen, die Beschwerde sei gutzuheissen
(Ziff. 1); der RRB Nr. 2020-769 vom 2. Juni 2020 und die Verfügung der Einwohnergemeinde
C._ vom 3. September 2019 seien aufzuheben (Ziff. 2); das Kantonsgericht habe im Sinne

der nachstehenden Anträge und Erwägungen einen neuen Entscheid in der Sache zu fällen
(Ziff. 3) und die Einwohnergemeinde C._ sei zu verpflichten, die Beschwerdeführer für den
privat durchgeführten Transport ihrer Kinder wie folgt zu entschädigen: Für das Schuljahr
2015/2016 Fr. 2'242.86; für das Schuljahr 2016/2017 Fr. 3'005.18; für das Schuljahr 2017/2018
Fr. 3'198.38 und für das Schuljahr 2018/2019 Fr. 3'198.38 (Ziff. 4). Des Weiteren seien die Ein-
wohnergemeinde C._, eventualiter der Regierungsrat, zu verpflichten, den Beschwerdefüh-
rern für das vorinstanzliche Verfahren eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 4'161.70
(inkl. Auslagen und 7.7% MwSt) zu bezahlen (Ziff. 5); alles unter o/e-Kostenfolge zulasten der
Einwohnergemeinde C._, eventualiter des Regierungsrats bzw. des Staats (Ziff. 6). Sie rügen
eine Verletzung ihres Anspruchs auf rechtliches Gehör, die unrichtige und unvollständige Fest-
stellung des Sachverhalts, eine Verletzung des Gleichheitsgebots gemäss Art. 8 der Bundesver-
fassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 und des Anspruchs
auf Grundschulunterricht gemäss Art. 19 BV sowie die Unangemessenheit des vorinstanzlichen
Entscheids.
F. Am 28. Juli 2020 reichte die den Regierungsrat im kantonsgerichtlichen Verfahren ver-
tretende Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion (BKSD) ihre Vernehmlassung mit den Begehren
ein, die Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei (Ziff. 1), unter o/e-Kostenfolge
zulasten der Beschwerdeführer (Ziff. 2).
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G. Am 19. August 2020 reichte die Einwohnergemeinde C._, vertreten durch Judith
Sandra Frey-Napier, Advokatin, ihre Vernehmlassung ein und beantragte die kostenfällige Ab-
weisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei.
H. Mit Präsidialverfügung vom 21. Oktober 2020 wurde der Fall der Kammer zur Beurteilung
im Rahmen einer Urteilsberatung überwiesen. Der Antrag der Beschwerdeführer auf Durchfüh-
rung eines Augenscheins wurde abgewiesen und die Rechtsvertreterinnen der Beschwerdeführer
und der Beschwerdegegnerin wurden ersucht, dem Kantonsgericht ihre detaillierten Honorarno-
ten einzureichen.
I. Am 4. November 2020 bzw. am 18. November 2020 reichten die Rechtsvertreterinnen
der Beschwerdeführer und der Beschwerdegegnerin ihre Honorarnoten ein.
Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g :
1. Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessord-
nung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügungen und Entscheide des Regierungsrats
die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim Kantonsgericht zulässig. Die Beschwerdeführer
sind als Adressaten vom angefochtenen Beschluss berührt und haben ein schutzwürdiges Inte-
resse an dessen Aufhebung. Da die übrigen formellen Voraussetzungen erfüllt und sowohl die
örtliche als auch die sachliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts gegeben sind, ist auf die vor-
liegende Beschwerde einzutreten.
2. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können gemäss § 45 Abs. 1 lit. a und b
VPO Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des
Ermessens, sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts gerügt wer-
den. Die Überprüfung der Angemessenheit ist – entgegen den Vorbringen der Beschwerdeführer
– dem Kantonsgericht dagegen verwehrt (vgl. § 45 Abs. 1 lit. c VPO e contrario).
3. Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Höhe der Transportkostenent-
schädigung für die Schuljahre 2015/2016 bis 2018/2019 vom Wohnort der Beschwerdeführer zu
einer Bushaltestelle der Linie Nr. xxx der BLT (vgl. Gesuch der Beschwerdeführer vom 24. April
2016).
4.1 Die Beschwerdeführer rügen zunächst eine Verletzung ihres Anspruchs auf rechtliches
Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV). Sie machen geltend, die Vorinstanz habe den für dieses Verfahren
rechtserheblichen Sachverhalt unvollständig oder falsch erhoben, indem sie sich nicht mit sämt-
lichen Rügen der Beschwerdeführer auseinandergesetzt, die für die Beantwortung der massge-
blichen Rechtsfragen eingereichten Ausführungen in der Replik vom 7. Januar 2020 und in den
Beweisurkunden zum Thema "Situation öffentlicher Bus in den Jahren 2015 bis 2019" unberück-
sichtigt gelassen, auf die Durchführung eines Augenscheins verzichtet, die Auslastung der Bus-
linie Nr. xxx nicht geprüft, sondern auf die Statistiken der BLT abgestellt hätte und sich nicht mit
der Bushaltestelle "I._" auseinandergesetzt habe. Indem es die Vorinstanz unterlassen habe
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auszuführen, weshalb im vorliegenden Fall von der Berechnung der Transportkostenentschädi-
gung anhand der Schulwochen abgewichen werden solle, verletze sie ferner ihre Begründungs-
pflicht. Eine Verletzung der Begründungspflicht liege ebenfalls im Vorgehen der Erstinstanz vor,
für die konkreten Berechnungen pro Jahr auf die in der Verfügung vom 3. September 2019 bei-
liegenden Tabellen verwiesen zu haben. Aus all diesen Gründen sei der Anspruch auf rechtliches
Gehör der Beschwerdeführer verletzt worden.
4.2 Das rechtliche Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 BV dient einerseits der Sachaufklärung,
andererseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Ent-
scheids dar, welcher in die Rechtsstellung des Einzelnen eingreift. Dazu gehört insbesondere
das Recht des Betroffenen, sich vor Erlass eines Entscheids zur Sache zu äussern, erhebliche
Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört
zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest
zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen. Der
Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst als Mitwirkungsrecht somit alle Befugnisse, die einer
Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt wirksam zur Geltung
bringen kann (BGE 143 V 71 E. 4.1; BGE 135 I 279 E. 2.3; BGE 135 II 286 E. 5.1; BGE 132 V
368 E 3.1, jeweils m.w.H.). Voraussetzung für die Wahrnehmung des rechtlichen Gehörs ist eine
entsprechende Orientierung der Betroffenen. Erforderlich sind mithin genügende Kenntnisse über
den Verfahrensverlauf, was auf das Recht hinausläuft, in geeigneter Weise über die entscheid-
wesentlichen Vorgänge und Grundlagen vorweg orientiert zu werden. Dabei geht es nicht nur um
formelle Abläufe wie insbesondere die Abnahme von Beweisen, sondern auch um inhaltliche An-
forderungen (BGE 140 I 99 E. 3.4; GEROLD STEINMANN, in: Ehrenzeller/Schindler/Schweizer/Val-
lender [Hrsg.], St. Galler Kommentar zur Schweizerischen Bundesverfassung, 3. Aufl., Zürich
2014, N 45 zu Art. 29 BV).
4.3 Als Teilgehalt fliesst aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör die Pflicht der Behörde,
die Vorbringen der Beteiligten tatsächlich zu hören, zu prüfen und bei der Entscheidfindung zu
berücksichtigen. Ausserdem hat die Behörde ihren Entscheid zu begründen, wobei sie wenigs-
tens kurz die wesentlichen Überlegungen nennen muss, von denen sie sich hat leiten lassen. Die
Behörde muss sich nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und jedes
einzelne Vorbringen ausdrücklich behandeln. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid
zentralen Punkte beschränken, soweit die Begründung so abgefasst ist, dass sich die Betroffenen
über dessen Tragweite Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der Sache an die höhere
Instanz weiterziehen können (vgl. BGE 142 I 135 E. 2.1; BGE 136 I 229 E. 5.2). Im hier interes-
sierenden Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass die Rechtsprechung den Verweis auf
separate Schriftstücke, auf frühere Entscheide oder klare Angaben der Entscheidgründe in frühe-
ren Schreiben an die Verfügungsadressatinnen oder -adressaten als eine dem Gehörsanspruch
genügende Begründung anerkannt hat (vgl. BGE 123 I 31 E. 2c f.; Urteile des Bundesverwal-
tungsgerichts A-7503/2016 vom 16. Januar 2018 E. 4.6, A-438/2009 vom 8. März 2011 E. 7.1.3
und A-4597/2009 vom 17. Juni 2010 E. 2.3).
4.4 Die Beschwerdeführer werfen den Vorinstanzen in verschiedener Hinsicht die Verlet-
zung des Anspruchs auf rechtliches Gehör vor. Unbegründet ist das Vorbringen, die Vorinstanz
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setze sich nicht mit den Ausführungen in der Replik vom 7. Januar 2020 und mit der Beweisur-
kunde "Situation öffentlicher Bus in den Jahren 2015 bis 2019" auseinander. Die Vorinstanz be-
rücksichtigt bei ihrer Beweiswürdigung die Argumente der Beschwerdeführer in der Replik vom
7. Januar 2020 und hält lediglich fest, dass diejenigen Ausführungen in der Replik, die das Schul-
jahr 2019/2020 bzw. den Fahrplanwechsel vom Dezember 2019 und die damit verbundenen län-
geren Wartezeiten betreffen, im vorliegenden Verfahren nicht zu berücksichtigen seien. Weshalb
den Beschwerdeführern daraus ein Nachteil resultieren soll, ist nicht ersichtlich. Da das vorlie-
gende Verfahren die Schuljahre 2015/2016, 2016/2017, 2017/2018 und 2018/2019 betrifft, ist
dieses Vorgehen nicht zu beanstanden. Ferner setzt sich die Vorinstanz auch mit der Situation
des öffentlichen Verkehrs in den Jahren 2015 bis 2019 auseinander. Sie kommt gestützt auf die
Statistiken der BLT mit überzeugenden Argumenten zum Schluss, dass nicht davon auszugehen
sei, dass die relevanten Busse der Linie Nr. xxx überfüllt gewesen seien (vgl. E. 6c des ange-
fochtenen Beschlusses). Diese Würdigung begründet keine Verletzung des Anspruchs auf recht-
liches Gehör der Beschwerdeführer. An der Sache vorbei geht auch der Einwand, die Vorinstanz
habe sich nicht mit der Haltestelle "I._" auseinandergesetzt. Entgegen den aktenwidrigen Vor-
bringen der Beschwerdeführer ging die Vorinstanz auf die Situation an der Haltstelle ein und kam
zum Schluss, dass das Warten auf den Bus sowie das Ein- und Aussteigen bei der Haltestelle
"I._" für die Schülerinnen und Schüler des Kindergartens und der Primarschule zumutbar
seien (E. 6f f. des angefochtenen Beschlusses). Die Rüge, die Vorinstanz habe im vorinstanzli-
chen Verfahren den rechtserheblichen Sachverhalt in Verletzung des Anspruchs der Beschwer-
deführer auf rechtliches Gehör unvollständig festgestellt, erweist sich somit als unbegründet. Was
die Beschwerdeführer vorbringen, vermag auch keine Verletzung der Begründungspflicht aufzu-
zeigen. Dies gilt insbesondere, wenn sie geltend machen, die Vorinstanz habe es unterlassen
auszuführen, weshalb im vorliegenden Fall von der Berechnung der Transportkostenentschädi-
gung anhand der Schulwochen abgewichen werde. Die Vorinstanz begründete nachvollziehbar,
weshalb die Berechnung der Erstinstanz nicht zu beanstanden sei. Hinsichtlich des Vorbringens,
die Vorinstanz habe sich nicht mit sämtlichen Rügen der Beschwerdeführer auseinandergesetzt,
ist darauf hinzuweisen, dass es keine Verletzung der Begründungspflicht darstellt, wenn sich die
Entscheidbehörde auf die für den Entscheid wesentlichen Argumente beschränkt (RENÉ RHINOW/
HEINRICH KOLLER/CHRISTINA KISS/DANIELA THURNHERR/DENISE BRÜHL-MOSER, Öffentliches Pro-
zessrecht, 3. Aufl., Basel 2014, N 345). Die Begründung soll dem Adressaten ermöglichen, sich
ein Bild über die Tragweite der Verfügung zu machen und sie sachgemäss anzufechten, wozu
die Beschwerdeführer durchaus in der Lage waren. Zudem braucht die Begründung auch nicht
in der Verfügung selbst enthalten zu sein; insbesondere kann sie sich aus einer separaten schrift-
lichen Mitteilung ergeben (vgl. BGE 113 II 204 E. 2), weshalb der Beschwerdegegner zu Recht
keine Gehörsverletzung durch die Erstinstanz angenommen hat. Schliesslich hat die Vorinstanz
begründet und plausibel dargelegt, weshalb ihr die Verfahrensakten unter Zuhilfenahme der
Funktion Street View von Google Maps eine sachgerechte Beurteilung der örtlichen Verhältnisse
an der Haltestelle "I._" erlaubten. Demzufolge bedeutet der Verzicht auf die Durchführung
eines Augenscheins keine Verletzung des Anspruchs der Beschwerdeführer auf rechtliches Ge-
hör. Unklar ist auch, inwiefern ein heute, nach einem knappen Jahr COVID-19-Pandemie und
dem damit verbundenen Rückgang bei der Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel, durchgeführ-
ter Augenschein eine zuverlässige Aussage über die Auslastung der Buslinie Nr. xxx in den streit-
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gegenständlichen Schuljahren machen soll. Nach dem Gesagten erübrigt sich auch im kantons-
gerichtlichen Verfahren die Vornahme eines Augenscheins, weshalb der entsprechende Antrag
der Beschwerdeführer zu Recht abgewiesen worden ist. Die Einwände der Beschwerdeführer
sind in diesem Zusammenhang insgesamt nicht stichhaltig. Eine Verletzung des Anspruchs auf
rechtliches Gehörs durch die Vorinstanzen liegt somit nicht vor.
5.1 Materiell rügen die Beschwerdeführer eine Verletzung des Anspruchs auf Grundschul-
unterricht gemäss Art. 19 BV. Sie machen geltend, dass zu Unrecht nur die Strecke zwischen
ihrem Wohnhaus und der nächst gelegenen Bushaltestelle ("I._") entschädigt werde, da die
Haltestelle in ihren Augen nicht den Kriterien des Urteils des Kantonsgerichts vom 30. Januar
2019 entspreche. Weiter kritisieren die Beschwerdeführer, dass die Wartezeiten vor dem Schul-
unterricht bzw. bei der Bushaltestelle für die Kinder als zumutbar beurteilt worden seien und des-
halb keine Entschädigung für die Fahrten bis zur Schule erfolge. Schliesslich beanstanden die
Beschwerdeführer, dass die Transportkostenentschädigung konkret für jeden Schultag und nicht
pauschal, wie der Kanton dies mache, berechnet werde.
5.2 Art. 19 BV gewährleistet den Anspruch auf ausreichenden und unentgeltlichen Grund-
schulunterricht (BGE 144 I 1 E. 2.1; BGE 138 I 162 E. 3.1). Das Recht auf Grundschulbildung in
Art. 19 BV ist ein justiziables, das heisst gegenüber den kantonalen Schulbehörden und vor Ge-
richt durchsetzbares soziales Grundrecht, dessen Inhalt durch Art. 62 BV konkretisiert wird.
Art. 19 BV begründet den rechtlich durchsetzbaren verfassungsmässigen Individualanspruch auf
eine positive staatliche Leistung im Bildungsbereich (vgl. auch SÁNDOR HORVÁTH, Der verfas-
sungsmässige Anspruch auf einen zumutbaren Schulweg, in: Schweizerisches Zentralblatt für
Staats- und Verwaltungsrecht [ZBl], 108/2007, S. 633 ff., S. 636). "Schulpflichtige" in diesem
Sinne und Träger des Rechtsanspruchs sind Kinder und Jugendliche vom Kindergarten, soweit
dieser obligatorisch ist, bis und mit der Sekundarstufe I (vgl. BGE 140 I 153 E. 2.3.1). Gesetzge-
bung, Vollzug, Organisation und Finanzierung des Grundschulwesens und damit die Umsetzung
der aus Art. 19 BV i.V.m. Art. 62 Abs. 2 und 3 BV fliessenden Leistungspflichten fallen in den Auf-
gabenbereich der Kantone, wobei diese die bundesrechtlichen Minimalanforderungen beachten
müssen (JUDITH WYTTENBACH, in: Waldmann/Belser/Epiney [Hrsg.], Basler Kommentar, Bundes-
verfassung, Basel 2015, N 2 zu Art. 19 BV).
5.3 Dass Art. 19 BV auch den Anspruch auf einen zumutbaren Schulweg umfasst, ist im
Grundsatz unbestritten, denn erst ein zumutbarer Schulweg ermöglicht den faktischen Zugang
zum unentgeltlichen und ausreichenden Grundschulunterricht (vgl. HORVÁTH, a.a.O., S. 663). Be-
züglich der räumlichen Zugänglichkeit zum Grundschulunterricht ist vom Grundsatz auszugehen,
dass der Unterricht am Wohnort der Kinder und Jugendlichen zu erbringen ist; es besteht in der
Regel kein grundrechtlicher Anspruch darauf, die Zuteilung in ein bestimmtes Schulhaus zu ver-
langen. Die räumliche Distanz zwischen Wohn- und Schulort darf den Zweck der ausreichenden
Grundschulausbildung jedoch nicht gefährden (BGE 133 I 156 E. 3.1). Ist der Schulweg über-
mässig lang, weist er eine ungünstige Topografie auf oder erscheint er als besonders gefährlich,
sodass er für die Schulpflichtigen insgesamt unzumutbar ist, begründet dies einen Anspruch auf
Unterstützung. Der Schulträger hat zu gewährleisten, dass die Schulpflichtigen sicher, zuverläs-
sig und zeitgerecht zur Schule und zurück befördert werden. Seiner Beförderungspflicht kann er
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etwa dadurch genügen, dass er den Schulpflichtigen die Billettkosten erstattet oder einen Schul-
bus- oder Schultaxidienst einrichtet. Dem Schulträger steht es aber auch zu, die Erziehungsbe-
rechtigten zur Besorgung des Schultransports ihrer Kinder heranzuziehen, soweit ihnen der
Transport möglich und zumutbar ist und die Kosten erstattet werden (vgl. BGE 140 I 153 E. 2.3.3).
5.4 Die Zumutbarkeit eines Schulwegs bestimmt sich ausschliesslich nach objektiven Krite-
rien, und zwar nach seiner Länge und der zu überwindenden Höhendifferenz, nach der Beschaf-
fenheit des Weges und den damit verbundenen Gefahren sowie nach Alter und Konstitution des
betroffenen Kindes (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2P.101/2004 vom 14. Oktober 2004). Diese
Kriterien hängen bei der Beurteilung des konkreten Weges zusammen, weshalb eine isolierte
Betrachtung in der Praxis weder sinnvoll noch zulässig ist (vgl. HORVÁTH, a.a.O., S. 648). Das
Bundesgericht stellt an die Annahme eines unzumutbaren Schulwegs (auch im konkreten Fall)
relativ hohe Anforderungen (vgl. ausgewählten Auszug der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
bei HORVÁTH, a.a.O., S. 646). Kinder und Jugendliche haben gestützt auf Art. 19 BV keinen An-
spruch darauf, dass die Schule zu bestimmten Zeiten stattfindet oder sie über Mittag nach Hause
gehen können. Während der Mittagspause kann die erneute Beförderung zudem durch einen von
der Schule organisierten Mittagstisch ersetzt werden (vgl. BGE 140 I 153 E. 2.3.3; Urteil des
Bundesgerichts 2C_433/2011 vom 1. Juni 2012 E. 4.3). Art. 19 BV verankert mit seiner Vorgabe
des "ausreichenden und unentgeltlichen Grundschulunterrichts" einen individualrechtlichen Mini-
malstandard, welcher von den Kantonen nicht unterschritten werden darf (vgl. HORVÁTH, a.a.O.,
S. 636).
6.1 Die Beschwerdeführer rügen in einem ersten Punkt, dass die Haltestelle "I._" nicht
den Kriterien des Kantonsgerichtsentscheids vom 30. Januar 2019 entspreche. Unter Verweis
auf die Erwägung 10.4 des zitierten Urteils, stellen sich die Beschwerdeführer auf den Stand-
punkt, die Kinder müssten einen Sitzplatz haben oder zwingend ausreichend betreut werden.
Wenn beide Voraussetzungen nicht gegeben seien, sei es für die Kinder unzumutbar, ihren
Schulweg mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zurückzulegen. Der Bus der Linie Nr. xxx sei mor-
gens masslos überfüllt, die Kinder fänden bereits ab der Haltestelle "I._" keinen Sitzplatz mehr
und es sei in den massgeblichen Schuljahren keine ausreichende Begleitung der Kinder sicher-
gestellt worden. Die Situation der Kinder im öffentlichen Bus verschlechtere sich zunehmend,
weshalb die Kinder der Beschwerdeführer morgens bei der Haltestelle "M._" einsteigen müss-
ten. Die Bushaltestelle "M._" sei grösser, breiter und mit einem Wartehäuschen gegen
Schlechtwetter gerüstet. Die Bushaltestelle "I._" befinde sich demgegenüber zwischen Bach
und Hauptstrasse in einer "60 km/h Industriezone", verfüge über kein überdachtes Wartehäus-
chen und es würden Fussgängerstreifen fehlen. Zu Beginn der Kreisschule D._ sei die Bus-
haltestelle nicht bedient worden, weil sie zu gefährlich gewesen sei. Weil der Schulweg ab der
Haltestelle "I._" unzumutbar sei, fordern die Beschwerdeführer somit, dass die Transportkos-
tenentschädigung nicht für die Strecke zwischen ihrem Wohnhaus und der Haltestelle "I._",
sondern für die Strecke von ihrem Wohnhaus bis zur weiter gelegenen Haltestelle "M._" oder
gar für die Strecke von ihrem Wohnhaus bis zur Schule und wieder zurück berechnet werde.
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6.2 Der Regierungsrat stellt sich demgegenüber auf den Standpunkt, es bestehe kein An-
spruch auf einen Sitzplatz im öffentlichen Linienbus. Immerhin müsse die Betreuungsperson da-
für sorgen, dass sich die Kinder auf einen Sitzplatz setzen oder zumindest an den für sie zugäng-
lichen Haltevorrichtungen festhalten würden. Die Beschwerdeführer hätten nicht substantiiert dar-
gelegt, dass die Kinder im Bus unbeaufsichtigt gewesen seien. Ohnehin sei der Kreisschulrat und
nicht die Gemeinde dafür zuständig, dass die Begleitmassnahmen im Bus sichergestellt seien,
weshalb die Frage der ausreichenden Begleitmassnahmen auch nicht Gegenstand des vorlie-
genden Verfahrens bilde. Der Beschwerdegegner geht davon aus, dass in den streitgegenständ-
lichen Schuljahren die Busse der Linie Nr. xxx nicht überfüllt gewesen seien und stützt sich dabei
auf die von der BKSD eingeholten Statistiken der BLT der Jahre 2015 bis und mit 2019. Diese
seien nachvollziehbar, weshalb kein Anlass bestehe, die Statistiken zu bezweifeln. Es bestehe
ferner kein Anspruch auf einen Unterstand bei einer Bushaltestelle. Eine kurze Wartezeit bei einer
unbedeckten Bushaltestelle sei für die Kinder der Beschwerdeführer zumutbar. Auch bestehe an
der Haltestelle für die Kinder ausreichend Platz zum Warten. Insgesamt hätten die Beschwerde-
führer keinen Anspruch, ihre Kinder auf Kosten der Gemeinde mit ihrem Privatfahrzeug zu einer
weiter entfernten Bushaltestelle oder sogar bis zur Schule und/oder zurückzufahren. Die Ge-
meinde habe bei der Bemessung der Transportkostenentschädigung zu Recht auf die Fahrstre-
cke zwischen dem Wohnhaus der Beschwerdeführer und der Bushaltestelle "I._" abgestellt
und damit den Anspruch auf unentgeltlichen Grundschulunterricht gemäss Art. 19 BV nicht ver-
letzt.
6.3 Vorliegend ist unbestritten, dass die Kinder weder den Weg von ihrem Wohnort zur
Schule noch den Weg vom Wohnort zur Bushaltestelle "I._" der Buslinie Nr. xxx der BLT
selber bewältigen können. Das streitgegenständliche Schulwegkonzept sieht vor, dass die Eltern
die Kinder jeweils mit dem Auto zur Bushaltestelle "I._" bringen bzw. dort abholen und die
Kinder den öffentlichen Bus zur Schule nehmen. Die Beschwerdeführer kritisieren das Abstellen
auf die Bushaltestelle "I._" in verschiedener Hinsicht. Aus dem Kantonsgerichtsentscheid 810
18 188/194/196 vom 30. Januar 2019 ziehen die Beschwerdeführer jedoch die falschen
Schlüsse. Entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführer hielt das Kantonsgericht im ge-
nannten Urteil nicht fest, dass es den Kindern nur zumutbar sei, mit dem öffentlichen Bus zur
Schule zu fahren, wenn entweder ein Sitzplatz garantiert sei oder die Kinder ausreichend betreut
würden. Auch führte das Kantonsgericht nicht aus, dass, wenn weder die eine noch die andere
Voraussetzung erfüllt sei, es den Kindern nicht zumutbar sei, den Schulweg mit dem öffentlichen
Bus zurückzulegen. Das Kantonsgericht wies vielmehr darauf hin, dass Kindergartenkinder im
öffentlichen Verkehr in jedem Fall betreut werden müssten und dass dafür ein genügendes Be-
treuungsverhältnis notwendig sei. Diese Betreuung der Kinder stelle eine flankierende Mass-
nahme im Sinne von § 3 Abs. 2 lit. d des Kreisschulratsvertrags dar, und die Pflicht zum Prüfen
und Ergreifen von flankierenden Massnahmen für die Sicherheit der Schüler obliege dem Kreis-
schulrat. Es sei wünschenswert – so das Kantonsgericht –, dass jedes Kindergartenkind und
jeder 1. und 2. Primarschüler während des Schultransports einen Sitzplatz zur Verfügung habe
(vgl. Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], vom
30. Januar 2019 [810 18 188/194/196] E. 10.7). Ein Anspruch auf einen Sitzplatz lässt sich somit
nicht ableiten. Ein Passagier hat einen Anspruch auf einen Sitzplatz, wenn er einen solchen re-
serviert. Im Übrigen ist ein Sitzplatz nicht garantiert. Die Transportpflicht geht nur so weit, wie es
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die Kapazität zulässt (vgl. Art. 12 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes über die Personenbeförderung
[Personenbeförderungsgesetz, PBG] vom 20. März 2009). Ferner ist für die Umsetzung der flan-
kierenden Massnahmen der Kreisschulrat zuständig und nicht die Gemeinde, weshalb auf die
Vorbringen der Beschwerdeführer im Zusammenhang mit der Betreuung der Kinder während der
Fahrt im vorliegenden Verfahren nicht weiter einzugehen ist. Aus den Akten ist ersichtlich, dass
sich die Haltestelle "I._" der Buslinie Nr. xxx auf einer geraden und übersichtlichen Strecke
befindet, sie fürs Ein- und Aussteigen ausreichend Platz bietet und mit einem hohen Randstein
von der Fahrbahn sowie mit einem Geländer von der Böschung abgegrenzt ist. Bedenkt man,
dass in urbanen Räumen nur ein Teil der Haltestellen des Öffentlichen Verkehrs überdacht ist,
vermag das Fehlen eines Unterstands bei der Haltestelle "I._" nicht schon eine Unzumutbar-
keit des Ein- und Aussteigens zu begründen. Ferner ist zu beachten, dass an der Haltestelle nur
die Buslinie Nr. xxx hält und die Kinder immer an der gleichen Haltestelle einsteigen und auch an
der gleichen Haltestelle aussteigen müssen. Zudem sind die Beschwerdeführer daran zu erin-
nern, dass in Bezug auf den Schulweg der Kinder auch eine Mitwirkungspflicht der Eltern besteht.
Die Mitwirkungspflicht der Eltern in schulischen Belangen geht bereits mit der ihnen obliegenden
Verantwortung für die Erfüllung der Schulpflicht ihrer Kinder einher, welche sich letztlich als not-
wendige Vorbedingung aus dem verfassungsrechtlichen Obligatorium des Grundschulunterrichts
ergibt (Art. 62 Abs. 2 BV). Sodann stehen die Eltern auch deshalb in der Pflicht, als die Kinder
auf dem Schulweg in erster Linie unter ihrer Verantwortung stehen (vgl. BGE 140 I 153 E. 2.3.3;
Urteile des Bundesgerichts 2C_167/2019 vom 15. Juli 2019 E. 2.2 und 2C_433/2011 vom 1. Juni
2012 E. 4.3). Da die Beschwerdeführer ihre Kinder mit dem Auto zur Haltestelle fahren, ist es
ihnen auch zuzumuten sicherzustellen, dass die Kinder bei Herannahen des Busses die Strasse
sicher überqueren. Das Fehlen von Zebrastreifen begründet somit ebenfalls keine Unzumutbar-
keit des Ein- und Aussteigens an der Haltestelle "I._" der Buslinie Nr. xxx. Die diesbezüglichen
Rügen der Beschwerdeführer sind deshalb unbegründet.
7.1 Die Beschwerdeführer machen zudem geltend, die langen Wartezeiten bei den Bushal-
testellen würden den Schulweg am Dienstag- und am Freitagnachmittag unzumutbar machen,
weil die Dauer von 30 Minuten überschritten werde und die Kinder deshalb in der Schule abgeholt
werden müssten. Am Montag könne aufgrund des Busfahrplanes keine genügend lange Mittags-
pause zu Hause verbracht werden bzw. die Kinder müssten vor dem Unterricht am Nachmittag
15 Minuten warten. Deshalb müssten die Kinder der Beschwerdeführer mit dem Auto zur Schule
gebracht werden. Diese Fahrten seien somit zu entschädigen.
7.2 Der Regierungsrat weist demgegenüber darauf hin, dass die Schule in K._ unbestrit-
tenermassen um 15:25 Uhr ende und der Bus um 15:49 Uhr und somit 24 Minuten später fahre.
Dabei handle es sich nicht um reine Wartezeiten, da Kinder nach Schulschluss auch noch ihre
Schulsachen packen, sich von den Mitschülerinnen und Mitschülern verabschieden und zur Bus-
haltestelle begeben müssten. Die Wartezeit erweise sich deshalb als verhältnismässig und unter
Berücksichtigung der Fahrzeit von 5 Minuten von K._ nach C._ und der Autofahrt von der
Bushaltestelle "I._" zum Haus der Beschwerdeführer von weiteren 5 Minuten könne nicht von
einem unzumutbaren Schulweg ausgegangen werden. In der Vernehmlassung weist der Be-
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schwerdegegner in diesem Zusammenhang insbesondere darauf hin, dass gemäss bundesge-
richtlicher Rechtsprechung ein Teil des Schulwegs zur Mittagspause bzw. zur Erholungszeit ge-
rechnet werden könne.
7.3 Umstritten ist vorliegend, ob eine Wartezeit von 24 Minuten zwischen Schulschluss und
Abfahrt des Busses mit einer 5-minütigen Fahrzeit bis zur Haltestelle "I._" und einer anschlies-
senden 5-minütigen Fahrzeit mit dem Auto zum Haus der Beschwerdeführer zu einem unzumut-
baren Schulweg führt. Die Beschwerdeführer hatten bereits im Verfahren 810 18 188/194/196
bemängelt, dass aufgrund des Busfahrplans für die Kindergartenkinder eine Wartezeit vor dem
Kindergarten von rund 25 Minuten resultiere (Ankunft in L._ um 07:52 Uhr und Beginn des
Kindergartenunterrichts um 08:30 Uhr). Das Kantonsgericht hatte diese Behauptung als unzutref-
fend beurteilt, da der Kindergarten bereits um 08:00 Uhr die Türen öffne und die Zeit bis 08:30 Uhr
als Einlauf- und nicht als Wartezeit gelte, während welcher die Kinder unter Aufsicht spielen könn-
ten (KGE VV vom 30. Januar 2019 [810 18 188/194/196] E. 10.10). Auch in diesem Verfahren
sind die Rügen der Beschwerdeführer unbegründet. Der Schulweg kann grundsätzlich auch zur
Mittagspause bzw. zur Freizeit gezählt werden, wenn er den Kindern bereits eine gewisse Ent-
spannung verschaffen kann und die Kinder nicht fast den ganzen Schulweg unter höchster Kon-
zentration zu bewältigen haben (vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich vom 21.
Dezember 2011 [VB.2011.00395] E. 7.4). Wartezeiten von fast einer Stunde vor Schulbeginn und
nach Schulschluss trotz Möglichkeiten, diese Zeit im Schulzimmer mit dem Erledigen von Aufga-
ben zu verbringen, sind für Primarschüler nicht zumutbar (vgl. Urteil des Zürcherischen Regie-
rungsrats vom 15. Februar 1984, in: Blätter für Zürcherische Rechtsprechung [ZR] 85/1986, S. 9
ff.). Vorliegend handelt es sich jedoch um eine zeitliche Dauer von maximal 24 Minuten. Physisch
gestaltet sich der Schulweg als nicht aufwändig. Im Alltag wird sich die Dauer realistischerweise
aus verschiedenen Gründen verkürzen und kann deshalb nicht als reine Wartezeit betrachtet
werden: Der Schulschluss kann sich verzögern oder die Kinder benötigen gerade in den Winter-
monaten mehr Zeit für das Zusammenpacken und Anziehen. Die vorliegende Wartezeit von ma-
ximal 24 Minuten ist deshalb zu tolerieren und verstösst nicht gegen die Garantie von Art. 19 BV
(vgl. auch Urteile des Bundesgerichts 2C_495/2007 vom 27. März 2008 E. 2.3 und 2C_414/2015
vom 12. Februar 2016 E. 4).
8.1 In einem weiteren Punkt kritisieren die Beschwerdeführer die konkrete Berechnung der
Transportkostenentschädigung. Sie sind der Ansicht, dass die Entschädigung anhand der Schul-
wochen berechnet werden müsse. Bei einer Berechnung nach Schultagen müssten auch sämtli-
che Extrafahrten, die zusätzlich zum ordentlichen Schulunterricht durchgeführt würden (Wald-
morgen Kindergarten, Kerzenziehen, Schulreisen, Exkursionen, Hauptprobe Schulabschlüsse,
Lager etc.), entschädigt werden. Die Berechnung der Gemeinde weiche von der bisherigen Praxis
ab und führe zu einer Ungleichbehandlung der Beschwerdeführer.
8.2 Der Regierungsrat ist der Ansicht, dass eine schematische Berechnung und damit ein
Abstellen auf die Anzahl Schulwochen einfacher gewesen wäre, die Lösung der Gemeinde, die
auf die exakte Anzahl Schultage abstellt, jedoch ebenfalls vertretbar sei. In seiner Vernehmlas-
sung führt der Regierungsrat aus, dass der Kanton als Träger der Sekundarstufe I zwar eine
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andere Lösung praktiziere. Sofern die Beschwerdeführer jedoch die Ansicht vertreten würden,
ihnen seien zusätzliche Fahrten zu entschädigen, hätten sie dies belegen müssen.
8.3 Die Beschwerdeführer stützen ihre Behauptungen einer Ungleichbehandlung auf die
Tatsache, dass der Kanton – im Gegensatz zur Gemeinde – bei der Transportkostenentschädi-
gung in der Vergangenheit eine schematische, auf die Anzahl Schulwochen, ohne Abzug der
Feiertage, abstellende Bemessungsmethode vorgenommen habe (vgl. E. 11b des angefochte-
nen Beschlusses). Dieser Argumentation kann nicht gefolgt werden. Die Volksschule stellt eine
Aufgabe von Kanton und Gemeinden dar. Träger der Kindergärten und der Primarschulen sind
die Gemeinden, Träger der Sekundarschulen ist der Kanton (vgl. §§ 13 f. des Bildungsgesetzes
[BiG] vom 6. Juni 2002). Die Gemeinde hat sich für ihren Kompetenzbereich für eine Methode
entschieden, welche aufgrund der effektiv gefahrenen Kilometer eine konkrete Berechnung der
Entschädigung ermöglicht. Sie mag aufwändig sein, ist aber auch exakter als andere Methoden.
Da an schulfreien Tagen und an Ferientagen keine Transporte notwendig sind, ist es sachge-
recht, diese bei der Berechnung der Transportkostenentschädigung nicht zu berücksichtigen. Die
von den Beschwerdeführern vorgebrachten Anlässe (Schulreise, Sporttag etc.) finden in der Re-
gel während des Schulunterrichts und nicht an Feier- oder an schulfreien Tagen statt. Sollten
wegen obligatorischen Schulaktivitäten dennoch zusätzliche Fahrten notwendig sein, obliegt es
den Beschwerdeführern hierfür die Beweismittel vorzulegen, wobei es selbstverständlich ist, dass
für ausserschulische Aktivitäten kein Anspruch auf eine Transportkostenentschädigung besteht.
Auch wenn eine andere, grosszügigere Berechnung ebenfalls denkbar wäre, liegt es in der Ge-
staltungsfreiheit der Gemeinde als verantwortliche Schulträgerin, sich für eine zweckmässige Lö-
sung zu entscheiden. Die Rüge der Ungleichbehandlung ist nicht zu hören, da die von den Be-
schwerdeführern vorgezogene Berechnungsmethode nicht von der Gemeinde in anderen ver-
gleichbaren Fällen, sondern vom Kanton als Träger der Sekundarschulen angewendet wurde.
Die rechtsanwendenden Behörden sind gestützt auf Art. 8 Abs. 1 BV gehalten, gleiche Sachver-
halte mit gleichen relevanten Tatsachen auch gleich zu behandeln (zum Gleichbehandlungsgebot
vgl. BGE 129 I 346 E. 6; BGE 129 I 113 E. 5; BGE 123 I 1 E. 6a oder BGE 117 Ia 257 E. 3b;
RAINER J. SCHWEIZER, in: Ehrenzeller/Mastronardi/Schweizer/Vallender, a.a.O., N 42 zu Art. 8
BV). Nur schon in Bezug auf die verfügende Behörde lassen sich die beiden Sachverhalte somit
nicht vergleichen. Die Rüge der Ungleichbehandlung ist deshalb unbegründet.
9. Zusammenfassend ist festzustellen, dass sich die Vorbringen der Beschwerdeführer als
unbegründet erweisen. Massgebend für die Berechnung der Transportkostenentschädigung ist
die Fahrstrecke zwischen dem Wohnhaus der Beschwerdeführer und der nächstgelegenen Bus-
haltestelle der Linie Nr. xxx "I._". Den Beschwerdeführern steht es selbstverständlich frei, ihre
Kinder bis zur Haltestelle "M._" der BLT-Buslinie Nr. xxx oder bis zur Schule zu fahren. Einen
Anspruch auf Entschädigung der zusätzlichen Kosten durch die Gemeinde steht ihnen indessen
nicht zu. Nicht unzumutbar sind ferner die Wartezeiten am Montag-, Dienstag- und Freitagnach-
mittag. Schliesslich ist auch die konkrete Berechnungsart der Gemeinde nicht zu beanstanden.
Die vorliegende Beschwerde ist deshalb abzuweisen und der angefochtene RRB Nr. 2020-769
vom 2. Juni 2020 ist zu bestätigen. Folglich erübrigen sich weitergehende Ausführungen zum von
den Beschwerdeführern kritisierten Kostenentscheid im vorinstanzlichen Verfahren.
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10. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kantonsgericht kostenpflichtig. Die
Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Re-
gel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Aus-
gangsgemäss sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2'000.-- den Beschwerdeführern
aufzuerlegen. Diese sind mit dem von ihnen geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von
Fr. 2'200.-- zu verrechnen. Der zuviel geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 200.-- ist
den Beschwerdeführern zurückzuerstatten. Gemäss § 21 Abs. 2 VPO wird dem Kanton keine
Parteientschädigung zugesprochen, während Gemeinden und andere Träger öffentlicher Aufga-
ben Anspruch auf eine Parteientschädigung haben, sofern der Beizug eines Anwalts bzw. einer
Anwältin gerechtfertigt war. Nach der Rechtsprechung des Kantonsgerichts wird den Gemeinden
gestützt auf § 21 Abs. 2 VPO generell nur ein Anspruch auf Parteientschädigung eingeräumt,
wenn der Beizug eines externen Rechtsvertreters im Einzelfall auch für Gemeinden mit juristi-
scher Fachkompetenz innerhalb der eigenen Verwaltung gerechtfertigt erscheint (statt vieler:
KGE VV vom 10. Mai 2017 [810 16 318] E. 6.2; KGE VV vom 4. Juni 2014 [810 14 27] E. 8.2,
jeweils m.w.H.). Der Grund für diese Praxis ist darin zu sehen, dass mit der Verfügungskompe-
tenz der Gemeindebehörden deren entsprechende Sachkunde einhergehen muss. Es sollte einer
Behörde ohne ausserordentlichen Aufwand möglich sein, ihre Verfügung im Anfechtungsverfah-
ren zu verteidigen. Hierzu kann sie entweder eigenes juristisches Personal beschäftigen oder
punktuell externes Expertenwissen beiziehen. Würde für die Frage der Parteientschädigung auf
die effektiven personellen und fachlichen Ressourcen abgestellt, hätte dies zur Folge, dass das
kostenbezogene Prozessrisiko eines beschwerdeführenden Privaten ganz wesentlich vom zufäl-
ligen Umstand abhängig wäre, ob die Verwaltung mit einem Rechtsdienst ausgestattet ist oder
jeweils eine anwaltliche Vertretung mandatiert wird. Um einen auch kostenmässig rechtsgleichen
Zugang zur Justiz sicherzustellen, wird deshalb Gemeinwesen stets nur dann eine Parteientschä-
digung ausgerichtet, wenn eine solche auch einer Gemeinde mit Rechtsdienst zuzusprechen
wäre, weil von ihr für eine angemessene Prozessvertretung rechtliches Spezialwissen gefordert
ist, das über die bei der Rechtsanwendungstätigkeit erforderlichen Kenntnisse hinausgeht und
über welches gemeindeeigene Rechtsdienste normalerweise nicht verfügen (BLKGE 2007 Nr. 41
E. 8; grundlegend: BLVGE 1998/1999 Nr. 15.3). Die vorliegend zu beurteilenden Fragestellungen
erweisen sich nicht als derart komplex, dass in diesem Sinne juristisches Spezialwissen erforder-
lich gewesen wäre. Die Parteikosten sind dementsprechend wettzuschlagen (§ 21 Abs. 1 VPO).
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