Decision ID: cc92caaa-9e4e-4917-80eb-28c66b147a84
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1956, verfügt über keine Berufsausbildung und arbei
tete jeweils an verschiedenen Orten als Maler. Ab Juni 2001 war er beim Maler
geschäft
Y._
GmbH angestellt (Urk.
6
/13
/
32
, Urk. 6
/16
/1-5
, Urk.
6
/19, Urk.
6
/74
/
6). Am 21. Juli 2003 erlitt er einen
Autounfall, bei dem
von einem
Lastwagen Stahl
rohre auf das Heck
seines
Autos
fielen
(Urk.
6
/13
/32,
Urk.
6
/13
/
45)
.
Er litt in der Folge insbe
sondere an einem rechts
betonten cer
vikocephalen und cervikobrachialen Schmerz
syndrom,
Tinnitus,
Schwindel
und Erstickungsgefühlen (Urk.
6
/13
/10-11, Urk. 6/13/
14
-
16
, Urk.
6/17/7-8
).
Ausser
dem
litt
der Ver
sicherte unter lumbalen und psychi
schen Beschwerden (Urk. 6/48, Urk.
6
/74
/
7).
Das
Ar
beits
verhältnis bei der
Y._
GmbH
wurde
per Ende Dezember 2004 aufgelöst (
Urk.
6
/74
/
6
, Urk.
6
/101
/2
).
Die Un
fall
versicherung Suva richtete bis zum 31. Januar 2005 die gesetzlichen Leis
tungen aus (Urk. 6/13/2-9, Urk. 6/20) und verneinte einen Rentenanspruch mit Einspracheentscheid vom 18. April 2005 (Urk. 6/47).
1.2
Am 10. September 2004 hatte sich der Versicherte bei der Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle (nachfolgend: IV-Stelle), zum Rentenbezug angemeldet (Urk.
6
/9). Mit Ver
fügung vom 23. Juni 2005 sprach die IV-Stelle dem Versicherten eine ganze befristete Rente
von
Juli 2004 bis zum 31. Januar 2005 bei einem Invaliditätsgrad von 100 % zu (Urk.
6
/27, Urk.
6
/37). Da
gegen
erhob
der Versicherte am 16. August 2005 Einsprache (Urk.
6/43), woraufhin d
ie IV-Stelle das polydisziplinäre Gutachten des
Z._
vom 24. Mai 2007 einholte
(Urk.
6
/74)
und
gestützt darauf
die Ein
sprache mit Entscheid vom 27. Juni 2007 ab
wies
(Urk.
6
/
81
).
1.3
Am 22. Mai 2008 meldete sich der Versicherte er
neut bei der IV-Stelle zum Ren
tenbezug an (Urk.
6
/87).
Nach Abklärung der medizinischen und erwerb
lichen Verhältnisse sowie nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens
(
Vor
be
scheid vom 20. Januar 2009
,
Urk.
6
/10
5; Einwand
vom
22. Januar und
vom 2. Februar 2009
, Urk. 6/103, U
rk.
6
/109)
wies die IV-Stelle das Rentenbegehren m
it Ver
fügung vom 18. Mai 2009
ab
(Urk.
6
/111). Die dagegen erhobene Be
schwerde wurde vom
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
im
Ver
fahren Nr. IV.2009.00553
mit Urteil vom 22. November 2010
abgewiesen (Urk.
6
/118).
1.4
Mit Schreiben vom 18. Januar 2012 meldete sich der Versicherte
erneut
bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (Urk.
6
/122). Mit Vorbescheid vom 7. Februar 2012 kündigte die IV-Stelle an, auf das neue Leistungsbegehren mangels erheb
licher Verän
derun
gen der tatsächlichen Verhältnisse nicht einzutreten (Urk.
6
/130). Nachdem kein Einwand dagegen erhoben worden war, trat die IV-Stelle auf das neue Leistungsgesuch wie angekündigt mit Verfügung vom
19. März 2012 nicht ein (Urk. 6/134
).
Die dagegen mit Schreiben vom 10. April 2012, er
gänzt mit Schreiben
vom 25. April 2012
,
erhobene Beschwerde (Urk. 6/104/3, Urk. 6/140/6)
wurde vom hies
igen Gericht im Verfahren Nr. 2012.00397 mit Urteil vom 25.
März 2013 abgewiesen, soweit darauf einge
treten wurde (
Urk.
6/181/12).
1.5
Während des laufenden Gerichtsverfahrens hatte sich der Versicherte
mit ver
schiedenen Arztberichten mit
a
m 2
6.
Juli 2012
eingegangener Eingabe vom 2
2.
Juni 2012
(
Urk.
6/151), ergänzt mit Schreiben vom 24.
August 2012 (
Urk.
6/
155
)
und vom 22. Novem
ber 2012 (Urk. 6/165)
,
ein weiteres Mal
zum Leistungsbezug ange
meldet
, nach
dem bei ihm ein Cholesteatom rechts fest
gestellt worden war (Urk. 6/151/2), das am
29. August 2012 operiert wurde (
Urk.
6/196/1). D
ie IV-Stelle
kündigte mit Vor
bescheid vom 22. Juli 2013
die Abweisung des Leistungsbegehrens an (Urk. 6/184).
Hiergegen erhob der Ver
sicherte mit Schreiben vom 1
7.
September 2013 Einwände (
Urk.
6/197).
Die IV-Stelle holte hierauf das interdisziplinäre Gutachten des
A._
vom
28. April 2014
ein (
Urk.
6/214). Dazu nahm der Ver
sicherte mit Schreiben vom 12. Juni 2014 unter Beilage des Berichts von
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Innere Medizin, spez. Nephrologie, vom 10. Juni 2014 (
Urk.
6/213)
Stellung (
Urk.
6/220).
Die IV-Stelle holte daraufhin die ergän
zende Stellungnahme des psychiatrischen
A._
-Gutach
ters
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 2. Juli 2014 ein (
Urk.
6/222). Mit
neuem Vorbescheid
vom 2
5.
Juli 2014
kündigte
die IV-Stelle
die Abweisung des Rentenbegehrens bei einem Invali
ditäts
grad von 38
%
an
(Urk. 6/226).
Der Versicherte erhob hiergegen mit Schreiben vom 10. September 2014 (Urk. 6/230
), ergänzt mit Schreiben vom
24.
und 25.
September 2014 (Urk.
6/233-234
)
,
vom
27. Oktober
2014 (Urk. 6/2
51
)
,
25. März (
Urk.
6/261)
,
1
6.
Juni (
Urk.
6/266)
und 8. Juli 2015 (Urk.
6/269
)
,
sowie
unter Beilage der Stellung
nahme
zum
A._
-Gutachten von Dr.
med.
D._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
vom 25. Oktober 2014 (
Urk.
6/248)
und des Berichts der E._
vom 6.
März
2015 zur Auswertung des Praxis-Checks vom 9.
Februar bis
6.
März 2015 (Urk. 6/260)
Einwände.
Mit Verfügung vom 13. November 2015 wies die IV-Stelle das Ren
tenbegehren wie angekündigt
bei einem Inva
liditätsgrad von 38 %
ab (Urk. 2)
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 14. Dezember 2015 (Urk. 1) Beschwerde und beantragte, es sei die Verfügung vom 13. November 2015 auf
zuheben und es sei ihm eine Invalidenrente gestützt auf einen Invaliditäts
grad von 100 % zuzusprechen; eventualiter sei die Ver
fü
gung vom 13. Novem
ber 2015 aufzuheben und die Sache sei an die Be
schwer
degegnerin zurückzu
weisen, damit sie weitere Abklärungen beruflicher und medizinischer Art erhebe und hernach nochmals über den Rentenanspruch ent
scheide; subeventualiter sei die Verfügung vom 13. November 2015 aufzu
heben und es sei ihm eine Inva
liden
rente gestützt auf einen Invaliditätsgrad von min
destens 50 % zuzu
sprechen
(Urk. 1 S. 2). In prozessualer Hinsicht beantragte der Beschwerdeführer die Durchführung einer öffentlichen Verhandlung
(Urk. 1 S.
13 f.), worauf er
schliesslich jedoch
verzichtete (
Urk.
7
).
Mit Eingabe vom 26. Januar 2016 schloss die Be
schwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 5). In der Replik vom 4. Juli 2016 hielt der Beschwerdeführer an seine
n
materiellen
Anträgen fest (Urk. 12 S. 2). Die Beschwerdegegnerin verzichtete mit Eingabe vom 15. August 2016 auf eine Duplik (Urk. 14).
Mit Verfügung vom 2
3.
August 2016 wurde die Pensionskasse pro zum Verfahren beigeladen (
Urk.
15 S. 2), die mit Eingabe vom 2
2.
September 2016 auf eine Stellungnahme verzichtete (Urk. 17).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundes
gesetzes über den Allge
m
ei
nen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesge
setzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Er
werbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs
möglichkeiten auf dem in Betracht kom
men
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsun
fähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträch
tigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun
fähig
keit liegt
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesund
heit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss ist bei psy
chischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Leiden
mit Krank
heitswert besteht, welche
s
die ver
sicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein ren
ten
ausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bun
desgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesgerichts 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. No
vember 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbs
fähig
keit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätio
logie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weit
ge
hend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der ver
sicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeits
markt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundes
gerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Drei
viertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch
führung der medizi
nischen Behandlung und allfälliger Eingliederungs
massnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkom
men), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Validen
einkommen). Der Einkom
mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ein
ander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad be
stimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommens
ver
gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.
4
1.4.1
War eine Rente wegen eines zu geringen Invali
ditäts
grades verweigert wor
den und ist die Ver
waltung auf eine Neuan
meldung ein
getreten (Art. 87 Abs. 3 der Verordnung über die Invaliden
versicherung, IVV), so ist im Beschwerdeverfah
ren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Renten
anspruch relevante Änderung des In
validitätsgrades erfolgt ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
1.4.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezü
gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge
ho
ben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Än
de
rung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invali
di
tätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesund
heitszu
standes, sondern auch dann revidier
bar, wenn sich die erwerblichen Auswir
kungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesund
heitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beur
teilung der Auswir
kungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Ge
sund
heitszustan
des auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisi
onsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Ein
spracheentscheid, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswür
digung und Invaliditäts
bemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
1.4
.3
Im Rahmen einer materiellen Revision (Art. 17 ATSG) ist die Ver
waltung ver
pflichtet, das neue Leistungsbegehren in tatsächlicher und recht
licher Hin
sicht allseitig, das heisst nic
ht nur mit Bezug auf jenes Sachver
halts
segment, in wel
chem eine Änderung glaubhaft gemacht worden ist, zu prü
fen. Dement
sprechend ist das Sozialversi
cherungsgericht befugt (und verpflich
tet),
bei Bedarf Teilas
pekte des Rechtsverhältnisses von Amtes wegen aufzugreifen, selbst wenn diese bereits in d
er früheren rechtskräftigen Ver
fügung beurteilt wurden (Urteile des Bundes
gerichts
9C_813/2008
vom 8.
April 2009 E. 4.1 und 9C_206/2010 vom 8. Oktober 2010 E. 3.1 je mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
stellte sich im angefochtenen Entscheid auf den Stand
punkt,
es sei gestützt auf das
A._
-Gutachten vom 2
8.
April 2014
samt den
zusätz
lichen Stellungnahmen der
A._
-Gutachter
von einer Arbeits
fähigkeit von 80
%
in
einer leidensangepass
ten, körperlich leichten bis höchstens mittel
schweren Tätigkeit
bei ganztägiger Präsenz auszugehen.
Es bestehe entgegen den Ausführungen von
Dr.
D._
und des Beschwerde
führer
s
kein Grund, den Beweiswert des Gutachtens in Frage zu stellen.
Ein solches sei in jedem Einzelfall individuell nach Schlüssigkeit und Plausibilität zu prüfen. Mass
ge
blich seien die Beweisanforderungen, wie sie vor allem auch vom Bundes
gericht entwickelt und präzisiert worden seien. Die Qualitätsleitlinien für psychiatrische Gutachten der
F._
verstünden sich nur als Em
pfeh
lungen. Der Beweiswert eines Gutachtens könne auch nicht allein an fehlenden Angaben zur Unter
-
su
chungsdauer scheitern. Der Beschwerdeführer fühle sich aufgrund seiner Schmerzen nicht arbeitsfähig, welche sich indes durch soma
tische Befunde nicht hinreichend objektivieren lassen würden, so dass eine psy
chische Über
lagerung anzunehmen sei. Mangels einer erheblichen psychischen Komorbidität könne
aufgrund der diesbezüglichen
Diagnose einer somato
formen Schmerz
störung
jedoch keine Arbeitsunfähigkeit angenommen wer
den. Bei insgesamt geringen objektivierbaren Befunden, deutlichen Hin
weisen auf Selbstlimitation,
Inkonsistenzen und Diskrepanzen sowie nicht aus
ge
schöpften Therapie
möglich
ke
iten, vorhandenen persönlichen Ressourcen und Ressourcen im Umfeld sowie nicht geringem Aktivitätsniveau erscheine es dem Be
schwerde
führer zumutbar, trotz seiner Beschwerden im Umfang von 80
%
einer leidens
angepassten Tätig
keit nachzugehen.
Der Einkommensvergleich
per 2012
ergebe einen In
validi
tätsgrad von 38
%
, weshalb kein Rentenanspruch bestehe (Urk. 2 S. 2
f
f
.).
2.2
Der
Beschwerdeführer
wendet dagegen ein
,
d
ie Einschätzung der
A._
-Gutachter, inklusive der subjektiven Verhaltens
beo
bachtungen, widerspreche
den Aus
füh
run
gen
alle
r
ihn sei
t Jahren behandelnden Fachärzte, die sich für ihn eingesetzt hätten und deren Einschätzungen auch durch die Berufscoaches der
E._
gestützt würden,
diametral.
Die
A._
-Gutachter hätten ausserdem keine konkre
ten Beispiele für die Behauptung der Inkonsistenzen angegeben. Eine Inkonsis
tenz dürfe insbesondere nicht daraus
abgeleitet werden
, dass kein signi
fikanter Nachweis von Mefenaminsäure im Blut bestand
en habe
. Denn die Plasma-Halbwertzeit von Mefenacid betrage
2
Stunden.
Zur fraglichen Beweis
tauglich
keit des
A._
-Gutachtens sei im Übrigen auf
die
Eingaben im Verwal
tungsver
fahren vom 27. Oktober 2014
(Urk. 6/251)
und vom 1
6.
Juni 2015 (
Urk.
6/266) sowie auf die Evaluation von Dr.
D._
(vom 25. Oktober 2014; Urk. 6/248) zu verweisen. Er habe trotz seiner Arbeits
motivation und
seines Arbeits
willen
s
auch auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt keine Chance mehr, eine Hilfstätig
keit zu erlangen. Selbst
gestützt auf das
A._
-Gutachten sei ein Rentenanspruch ausgewiesen. Denn
die Verwertbarkeit der medizinisch-theore
tischen Restar
beitsfähigkeit
, zu welcher die Beschwerde
gegnerin im ange
fochte
nen Entscheid gar nicht Stellung genom
men habe,
sei
zu verneinen; dies ins
besondere auf
grund seines Alters,
seines verlangsamten Arbeitstem
pos mit medikamenten
induzierten
, alters- und schlafbe
dingten
Ein
schrän
kungen der kognitiven Leistungen,
der erheblichen gesund
heitlichen funktionellen Ein
schrän
kungen,
der (einseitigen) lang
jährigen Berufs
erfahrung als Hilfsmaler,
der beruflich und gesundheitlich bedingten Notwendigkeit langer Ange
wöhnung,
der Arbeits
markt
lage mit einem Über
angebot an jungen, unquali
fizierten, aber leistungs
fähigen
Arbeitnehmern und
der
wie vom
E._
attestierten
Notwendig
keit
zur
Unte
r
stützung bei der Arbeitssuche.
Auch eine arbeitsmarktliche Kon
kreti
sierung durch die Fachleute der Berufsberatung sei trotz Vorlage des Berichts der
E._
nicht erfolgt.
Des Weiteren beziehe sich das von der Beschwerde
gegnerin er
mittelte Invalideneinkommen
gemäss dem Tabellenlohn nach der Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik (BFS) Ziffer 02-96 auf ihm unzumutbare Tätig
keiten. Vom
Tabel
lenlohn nach der Lohn
strukturer
he
bung (LSE) des Bundes
amtes für Statistik (BFS)
sei
zudem
ein lei
dens
bedingter Abzug
von 20
%
vorzu
nehmen
, was in jedem Fall einen Invalidi
tätsgrad von min
destens 50
%
ergebe
(Urk. 1 S. 3
f
f.
, Urk. 12
S. 3 ff.
).
2.3
Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung des Beschwerdeführers vom
Juli 2012
(
Urk.
6/51, Urk. 6/155, Urk. 6/165
) eingetreten. Das Gericht hat daher in materiell
-
rechtlicher Hinsicht zu prüfe
n,
ob
in der Zeit ab
der letzten mate
riell
-
rechtlichen Leistungs
prüfung und Renten
ab
wei
sung mit Verfügung vom
18. Mai 2009
(
Urk. 6/111
), bestätigt mit Urteil des Sozialversicherungs
gericht
des Kantons Zürich
IV.2009.00553 vom 22.
November
2010 (Urk. 6/118),
eine anspruchsbegründende
Än
derung
eingetreten ist (
zur zeit
lichen Ver
gleichsbasis
vgl.
BGE 130 V 71
)
.
Die Verfügung vom
18. Mai 2009
(
Urk. 6/111) ist als Vergleichsbasis mass
ge
blich, obschon nach diesem Zeitpunkt infolge der Neuanmeldung vom Januar 2012
(Urk. 6/122)
ein weiterer Entscheid der
Beschwerdegegnerin
erfolgt war, mit welchem sie indes auf die Neuanmeldung nicht eingetreten war (Verfügung vom 19.
März
2012
;
Urk.
6/134)
,
was vom Sozial
versicherungsgericht des Kan
tons Zürich mit Urteil
IV.2012.00397
vom 25.
März 2013 dementsprechend ohne materiell-rechtliche Prüfung des Leistungs
anspruchs bestätigt wurde (Urk.
6/181).
Die ange
foch
tene Verfügung
vom 1
3.
November 2015 (
Urk.
2)
bildet
recht
sp
re
chungsgemäss die zeitliche Grenze der rich
ter
lichen Über
prüfungs
be
fugnis
in diesem Verfahren
(BGE 132 V 220 E. 3.1.1,
122 V 77 E. 2b, Urteil des Bundes
ge
richts 8C_76/2009 vom 19.
Mai 2009 E. 2, je mit Hin
weis).
3.
3.1
Im Urteil IV.2009.00553 vom 2
2.
November 2010
E.4.1
(
Urk.
6/118
/
7-8
)
hatte
das hiesige Gericht fest
gehalten
,
der Gesundheitszu
stand des Beschwerdeführers habe sich seit dem Einspracheentscheid vom 27. Juni 2007 (
Urk.
6/81), dem das
Z._
-Gutachten vom 24. Mai 2007 (
Urk.
6/74) zugrunde gelegen habe, nicht in einer für den Renten
anspruch erheblichen Weise geändert.
Dr. med.
G._
, Facharzt für Rheumatologie, habe (im Bericht vom 7. März 2008, Urk. 6/
96/7-9
)
sogar aus
drücklich fest
gehalten
, die objektiven rheumatologischen Be
funde hätten sich seit der rheumatologischen Begutachtung durch das
Z._
nicht geändert
. Eine Verschlechterung
habe
er aus rheumatologischer Sicht nicht feststellen
können
. Vielmehr habe der Beschwerdeführer bei der Untersuchung gehemmt steife und betont schonende Bewegungen
gemacht
. Auffällig seien auch die Waddel
l
-Zeichen wie Überreaktion, Schmerzangabe bei Scheinma
növer, feh
lende Kor
relation der Schmerzsymptomatik mit pathologisch anato
mischen Be
funden gewesen. Die Prüfung der Beweglichkeit der Wirbelsäule und der Ge
lenke habe der Be
schwerdeführer durch aktive Muskelanspannung erschwert.
Auch Dr. med.
H._
, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabili
tation, habe (im Bericht vom 13. Juli 2009, Urk. 6/114/4-6) bei der Unter
suchung der rechten Schulter ein massives Sperren festgestellt. Gleichzei
tig habe der Beschwerdeführer bei der Kraftuntersuchung weniger Kraft einge
setzt, habe die Schulter jedoch beim An- und Ausziehen wie
derum problemlos bewegen können. Hinweise auf eine entzündliche Erkrankung hätten sich nicht gefunden.
Aufgrund des dargelegten Verhaltens des Beschwerdefüh
rers bei den jeweiligen Untersuchungen müsse seine körperliche Leistungsfähig
keit grund
sätzlich höher eingestuft werden, als von ihm selber angegeben.
So
wohl Dr.
G._
als auch Dr.
H._
hätten dem Beschwerdeführer – wie zu
vor die Gutachter des
Z._
– in nachvollziehbarer Weise eine 100%ige Arbeits
fähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit attestiert. Insofern würden keine Hinweise für eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes vorliegen (
Urk.
6/
118/7-8
).
Gemäss dem Gerichtsurteil
IV.2009.00553 vom 2
2.
November 2010
war somit weiterhin der Gesundheitszustand massgeblich, wie er
dem
Z._
-Gutachten vom 2
4.
Mai 2007
zugrunde lag. In Erwägung
3.1
des Urteils wurde aus dem
Z._
-Gutachten
das Fol
gende zitiert: „
Darin wurde die Diagnose eines chronifi
zierten, belas
tungsabhängigen zervikothorakalen und lumbosakralen Schmerz
syndroms bei Chondrose bis Osteochondrose C5/6 und C6/7 mit kleiner medio-rechts
lateraler Diskushernie Th1/2 ohne Neurokompression, beginnender Chondrose L4/5 und Osteochondrose L5/S1 mit korrespondierender Spon
dyl
arthrose beidseits und steilem Kreuzbein-Basiswinkel, vereinzelten Tendope
ri
ostosen parazervikal und im Schultergürtelbereich beidseits ohne muskulären Hartspann gestellt und aus
geführt, der Beschwerdeführer habe 1992 und 1998 je während etwa fünf Mo
naten akute Lendenwirbelsäulenbeschwerden gehabt und sei dann nie mehr ganz beschwerdefrei geworden.
Beim Unfall am 21. Juli 2003 habe er keine körperlichen Verletzungen erlitten. Es habe sich jedoch eine so genannte „Schreckreaktion“ eingestellt, die zu einer Verspannung der Nackenmuskulatur geführt habe. Die zunächst durch den Hausarzt erhobene Diagnose einer Halswirbelsäulenkontusion habe sich nicht bestätigt, sondern lediglich zum Verletztenbewusstsein des Beschwerdeführers beigetragen und zu einer Chronifizierung der Beschwerden geführt.
Die orthopädisch-chirurgische und rheumatologische gutachterliche Abklärung habe alterskonforme degenerative Veränderungen in der
H
als- und Lendenwir
belsäule gezeigt, die die angegebenen Leistungseinbussen nicht ausreichend er
klären könnten. Ebenso liessen sich die angegebenen Schwindelbeschwerden bei
unauffälligem Neurostatus nicht einordnen und seien deshalb als unspezifisch zu beurteilen. In psychiatrischer Hinsicht finde sich eine anhaltende somato
forme Schmerzstörung ohne psychische Komorbidität.
Aufgrund der degenerativen Veränderung in der Wirbelsäule sei der Be
schwerde
führer in seiner angestammten Tätigkeit als Maler, welche eine hohe Wirbelsäulenbelastung beinhalte, zu 100 % arbeitsunfähig. In einer angepass
ten, körperlich leichten Tätigkeit ohne Heben von schweren Gewichten und ohne Arbeiten in Zwangshaltungen, bestehe jedoch seit Abschluss der Rehabi
litationsbehandlung am 20. Oktober 2004 eine volle Arbeitsfähigkeit. Aus psy
chiatrischer Sicht weise der Beschwerdeführer ein selbstlimitierendes Krank
heitserleben auf. Es fänden sich keine Hinweise für eine psychische Fehlent
wicklung in Zusammenhang mit dem Unfallereignis. Dagegen müsse er mit verschiedenen psychisch belastenden Situationen, insbesondere der Erkrankung der Ehefrau und der materiellen Not, umgehen. Die Diagnose einer somatofor
men Schmerzstörung wirke sich jedoch nicht auf seine Arbeitsfähigkeit aus.“
(
Urk.
6/118/5-6).
Von diesem medizinischen Hintergrund ist als Vergleichsbasis
im vorliegenden Verfahren
auszugehen.
3.2
3.2.1
M
it der Neuanmeldung im Juli 2012
machte der Beschwerdeführer eine Ver
schlechterung seines
Gesundheitszustandes in rheumatologischer Hinsicht und in Bezug auf seine Hörfähigkeit rechts bei
progredientem
Tin
nitus sowie der Diagnose eines Cholesteatom
s
, welches operiert werden müsse, geltend (Urk. 7/155).
Nach Durchführung der angekündigten Operation
des Cholesteatoms rechts
am 2
9.
August 2012 führte
Dr.
med.
I._
, Oberarzt der Klinik für Ohren-, Nasen-, Hals- und Ge
sichts
chirurgie
des
J._
,
im Bericht vom 17. Sep
tember 2013
aus, der Beschwerde
führer sei für ihn klar nicht arbeits
fähig, auch nicht in leichteren Tätigkeiten. Eine otoneuro
logische Begutachtung sei in die Beur
teilung der
Gesamtsituation jedenfalls einzu
bezie
hen
. Als Diagnosen führte
Dr.
I._
die folgenden auf:
1.
Verdacht auf peripher-vestibuläre Dysfunktion beidseits, diffe
rentialdiagnostisch posttrauma
t
i
sche ve
stibuläre
Migräne, im Rahmen der Diagnose
2, Status nach Distorsions
trauma
der Halswirbelsäule (HWS)
nach Auffahr
unfall 2003
, Status nach offener Mastoidektomie, Epitym
panektomie und Tym
panoplastik bei Cholestea
tom rechts
am 2
9.
August 2012 mit Schmerz
exaszerbation im Verlauf, wahr
schein
lich aufgrund der Diagnose 2; 2. Chro
nisches Lumbovertebral
syn
drom bei/mit
Status nach HWS-Distorsions
trauma nach Auffahrunfall 2003, Arthro
pathie der Schulter links
,
relevante
r
zirkuläre
r
Diskusprotrusion L4/L5 mit mittel
gradiger Einengung der Neurofora
mina, Spondylose L4-S1, Osteochon
drose L5/S1 mit mittelgradiger ossärere Einengung der Neuroforamina,
kongen
itale
r
cervikale
r
Spinalkanal
ver
engung, rechtsbetonte
r
Stenose der Neuro
foramina C6-C7 und dorsolaterale
r
Spondylose
sowie
Osteo
chondrose
(Urk.
6/196).
Im Be
rich
t vom 2
0.
Januar 2014 hielt Dr.
I._
zudem fest, dass beim Be
schwerde
führer eine Ageusie und eine hochgradige Schwer
hörigkeit auf der rechten Seite nach Ope
ration
bestünden (
Urk.
6/208/1). Im Schreiben vom 22.
Januar 2014 erklärte
Dr.
I._
sodann
, er erachte den Beschwerde
führer - so wie er die Sachlage im Augenblick beurteile -
auf
grund der Schmerzen und Schwindelbeschwerden
als nicht arbeitsfähig. Eine Schmerz
problematik sei sicher
(auch)
durch die Opera
tion vom August 2012 bedingt, es würden aber noch andere Faktoren zugrunde liegen (
Urk.
6/209).
Dr.
H._
hatte
in seinem Bericht vom 1
7.
Dezember 2012
ausgeführt
, aus rheu
matologischer Sicht
könne bezüglich der Arbeitsfähigkeit
ledig
lich gesagt werden, dass sich die Lumbovertebral-Symptomatik neu manifestiert habe und sie entsprechend auch abgeklärt
worden sei
. Aufgrund der Gesamtsituation habe sie sich sicher verschlechtert. Wesentlich sei die Cholesteatom-Operation im Jahr 2012 mit entsprechenden Gehörschwierig
keiten auch nach der Ope
ration. Daher sei er sicher zusätzlich verspannt, da er ein ver
stärktes Unsicher
heits
gefühl habe. Eine derart ver
spannte Muskulatur werde natürlich mit der Zeit mehr Schmerzen induzieren. Um ihm wirklich gerecht zu werden, könne seine Arbeitsfähigkeit nur durch eine interdisziplinäre Begutach
tung festgelegt wer
den (Urk. 7/178/17-18).
Im Schreiben vom 15. Mai 2013 erklärte Dr.
H._
ausserdem, beim Be
schwerdeführer bestehe der Status nach Hepatitis B. Die Leberwerte seien nicht gut, er habe immer Schmerzen und sei müde.
Rein aus rheumatologischer Sicht
sei der Beschwerdeführer in einer körperlich leichten Tätigkeit mit wechselnder Stellung mindestens zu 50
%
arbeitsfähig.
Diese Ein
schätzung werde dem Ge
samtleiden indes nicht gerecht (Urk. 6/195).
3.2.2
Gemäss dem
A._
-Gutachten vom 2
8.
April 2014 wurde der Beschwerdeführer a
m
1
7.
und 1
8.
sowie 2
4.
März 2014 von Fach
ärzten allge
meininter
nistischer, psychiatrischer, orthopädischer, neurologischer und oto
rhino
laryngologischer
Fachrichtung
untersucht
(
Urk.
6/214/1)
.
Der Beschwerdeführer
klagte
gegenüber den Gutachtern
über
Kraftlosigkeit im ganzen Körper,
Ganz
körperbeschwerden mit insbesondere
Schmerzen im Rücken
,
nuchal
mit Ausstrahlung in die Schul
tergegend
beidseits
und in den Kopf
, rechtsbetont
,
sowie lumbal mit Aus
strah
lung ins linke Bein,
Kopf
schmerzen,
Schmerzen im Bereich des rechten Ohres,
einer Ver
schlechterung der Hör
fähigkeit rechts, einer Geschmacks
störung, einen Tinnitus,
Drehschwindel,
Schluck- und Atem
probleme, Magen
schmerzen, Kon
zentrations- und Gedächtnisprobleme,
Durch
schlafschwierig
keiten sowie Heu
schnupfenbeschwerden.
Depressiv sei er nicht, er leide einzig unter körperlichen Beschwerden
(
Urk. 6/214/10, Urk. 6/214/13,
Urk. 6/214/
19
, Urk. 6/214/25-26,
Urk.
6/214/30
).
Als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
hielten die G
utachter die folgenden fest: 1.
Chronisches zervikovertebrales Schmerzsyndrom, anam
nes
tisch mit Ausstrahlungen in d
en rechten Arm (ICD
-10 M54.2) mit/bei dege
ne
rativen Veränderungen der unteren
H
WS, akzentuiert, im Segment HWK
6/7 ohne eindeutig fassbare Neurokompression (ICD-10 M50.2/M47.82); 2. Chro
nisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom, anamnestisch mit Ausstrah
lungen ins rechte Bein (ICD-10 M54.5) mit/bei degenerativen Veränderungen
der unte
ren Lendenwirbelsäule (LWS)
, akzentuiert im Segment
LWK5/SWK1, bild
gebend ohne Kompromittierung neuraler Struk
turen (ICD-10 M51.2/M47.86); 3.
Subakromiales Impingement Schulter rechts (ICD-10 M75.4), klinisch ohne Hinweise
auf eine fun
ktionell relevante Läsion der Rotatorenmanschette
;
4. Zu
stand nach offener Mastoidektomie mit Tympanoplastik rechts am 19. August 2012 mit/bei Cholesteatom rechts (ICD-10 H71), pantonale Schall
leitungs
schwerhörigkeit rechts (ICD-10 H90.2),
Tinnitus rechts ICD-10 H93.1) dekom
pensiert; 5.
Intermittierende Schwindelsymptomatik (ICD-10 H82)
ohne
Hinweis auf
eine
periphere vestibuläre Funktionsstörung, differentialdiagnostisch zervi
kogen-proprioc
eptiv bedingt
(
Urk.
6/214/34)
.
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit wurden im
A._
-Gutachten die folgenden genannt:
1.
Anamnestisch Verdacht auf leichtgradiges subakro
miales Impingement Schulter links (ICD-10 M75.4) bei/mit klinisch aktuell weit
gehend unauffälligem Untersuchungsbefund; 2.
Ageusie rechts (ICD-10 G97.8), 3. anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4); 4.
Chronische
Hepatitis B (ICD-10 B18.1); 5.
Rhinokonjunktivitis allergica (ICD-10 H10.8
; Urk. 6/214/34-35
).
Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit kamen die Gutachter zum Schluss, dem Be
schwerdeführer sei die angestammte Tätigkeit als Maler und jede andere kör
perlich schwere
Tätigkeit
(weiterhin)
nicht mehr zumutbar.
Eine
leidensange
passte
Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer
aufgrund des erhöhten Pausen
be
darfs
in einem
80%ige
n Pensum
bei ganz
tä
giger
Präsenz
gemittelt ab August 2012
zumutbar
(Urk.
6/214/
35-37
)
.
Bei der orthopädischen Unter
suchung habe sich bei der Detailuntersuchung des Rumpfes eine deutliche Selbstlimitation mit Inkonsistenzen im Verlauf der Untersuchung gezeigt. Es hätten sich keine Hinweise auf eine lokale Pathologie von grösserer Relevanz im Bereich der Beine
ergeben. An den oberen Extre
mitäten hätten Hinweise auf ein subakromiales Impingement der rechten Schul
ter und allenfalls in geringem Ausmass auch links
bestanden
und die Bild
be
funde hätten gewisse degenerative Verän
derungen an der untern HWS und unteren LWS gezeigt. Es hätten insgesamt deutliche Hinweise
darauf
be
standen, dass das Gesamtschmerzempfinden des Beschwerdeführers von nicht-orga
nischen Faktoren überlagert werde.
Aus ortho
pädischer Sicht seien
ihm
nur noch leichte bis höchstens mittelschwere Tätigkeiten mit einer Hebe- und Tra
gelimite von 10 Kilogramm
, ausnahmsweise 15 Kilogramm, und ohne länger dauernde Zwangshaltung von Rumpf und Kopf sowie ohne repe
titive Über
kopf
bewe
gungen der Arme zumutbar.
Aus oto
rhinolaryngologischer Sicht seien zudem Tätigkeiten, bei denen eine normale auditive Kapazität oder ein intaktes Richtungshören vorausgesetzt würden, und Tätigkeiten unter erhöhtem Stör
lärm, mit Sturz-, Eigen- oder Fremdgefährdung
und mit häufigen Rota
tions
be
wegungen nicht mehr zumutbar. Aufgrund des dekompensierten Tin
nitus bestehe auch in quantitativer Hinsicht eine
Ein
schränkung, und zwar von 20
% aufgrund eines erhöhten Pausenbedarfes.
Bei der neurologischen Unter
suchung hätten keine re
levanten pathologischen Befunde und
insbesondere
be
züglich des HWS- und LWS-Syndroms
keine radi
kuläre oder meduläre Betei
ligung erhoben werden können.
Dement
sprechend
sei
in einer
den weiteren soma
tischen Problemen angepasste
n
Tätigkeit
keine weitere Ein
schränkung der Arbeitsfähig
keit
festgestellt
worden
.
Aus
allgemein
internistischer
und psychia
-
trischer Sicht
sei die Arbeitsfähigkeit nicht einge
schränkt.
Bei der psychia
t
rischen Untersuchung sei aufgefallen, dass das Ausmass der geklagten kör
per
lichen Beschwerden und die subjektive Krank
heitsüberzeugung, nicht mehr arbeiten zu können, durch die somatischen Befunde nicht hinreichend
hätten objektiviert werden könn
en. Es müsse eine psychische Überlagerung ange
nom
men werden. Dabei handle es sich um eine anhaltende somatoforme Schmerz
störung auf dem Boden einer mehrfachen psychosozialen Belastung
(Urk. 6/214/35-36).
3.2.3
Der Internist
Dr.
B._
brachte in seiner Stellungnahme zum
A._
-Gutachten vom 1
0.
Juni 2014 dagegen vor, der psychiatrische Befund des
A._
-Gutachters Dr.
C._
scheine ihm nicht ganz plausibel. Dieser habe den Beschwerde
füh
rer nur eine Stunde lang untersucht, was definitiv zu wenig sei für die Be
urtei
lung der Gesamtsituation. Er, der den Beschwerdeführer seit vielen Jahren ver
folge, könne nach zahl
reichen intensiven Gesprächen mit ihm klar attestieren, dass er deutliche Zeichen von Depressionen manifestiere. Die ge
klagten und klar existierenden Gesamtschmerzen seien lediglich als Klagen in
terpretiert worden, was dazu führe, dass der Beschwerdeführer sich die Arbeits
unfähigkeit nur ein
bilde. Dem sei jedoch ausdrücklich zu widersprechen. Der Beschwerdeführer habe nämlich bis zum Unfall im Jahr 2003 hart ge
arbeitet und er sei absolut nicht eine arbeitsscheue Person. Insgesamt sei die von den
A._
-Gutachtern evaluierte Arbeitsfähigkeit von 80
%
in leichten bis mittel
schweren Tätigkeiten nicht gerechtfertigt, insbesondere auch nicht, weil die psychischen Kom
ponen
ten völlig verharmlost worden seien. Es sei unver
ständlich, dass nach einer erheblichen physischen und psychischen Ver
schlech
terung seine Arbeits
un
fähigkeit nun nur noch 20
%
lauten solle.
Der Beschwerdeführer habe nach vergeblicher Suche einer (körperlich) leichten Arbeit trotz intensiven Schmerzen bis kurz vor der Cholesteatom-Operation im Juli 2012 zu 50
%
als Hilfsmaler gearbeitet. Er leide seit dem Unfall und den daraus folgenden Komplikationen sowohl aus medi
zinischer als auch sozialer Sicht an Depres
sionen. Sein psychischer Zustand und auch die Gesamtsituation hätten sich nach der Diagnose des Cholesteatoms im Juli 2012 wesentlich ver
schlechtert. Nebst den vorherigen Schmerzen infolge des Unfalls und den Nebenwirkungen der Operation würden jetzt neu auch ein sehr starker Tinnitus, extreme Kopf
schmerzen und andauernde Müdigkeit wegen Durch
schlaf
störun
gen hinzukom
men (Urk. 6/213).
3.2.4
Der psychiatrische
A._
-Gutachter
Dr.
C._
erklärte im ergänzenden Bericht vom 2. Juli 2014 hierzu,
bei der psychiatrischen Untersuchung hätten keine depressiven Verstimmungen festgestellt werden können.
Der Beschwerdeführer sei freundlich und kooperativ gewesen und es hätten sich keine Antriebs
störun
gen gefunden. Er habe berichtet, dass er täglich Spaziergänge unternehme, mit seiner Ehefrau einen Kaffee trinken gehe, regelmässig seinen Schrebergarten besuche, sich dort mit Kollegen und Freunden treffe und dass er auch regel
mässigen Kontakt zu seinen Geschwistern habe. Es treffe somit keineswegs zu, dass er einen sozialen Rückzug zeige und unter erheblichen psychischen Prob
lemen leiden würde. Er habe sich aufgrund seiner Schmerzen nicht arbeitsfähig gefühlt. An der Beurteilung werde festgehalten
(
Urk.
6/222).
3.2.5
Die Psychiaterin
Dr.
D._
nahm in ihrer „Evaluation des Gutachtens
A._
Basel vom 2
8.
April 2014 z. H. IV-Stelle“ und „Beurteilung der Qualitäts
kon
trolle des Gutachtens durch den Rechtsanwender / Empfehlung“ vom 25. Okto
ber 2014 ausführlich
zum
A._
-Gutachten nach formalen (Urk. 6/24
8/27-48),
inhaltlichen (Urk.
6/248/49
-
55
)
und sozialmedizinische
n
(Urk. 6/248/55-
61
)
Kriterien
bezüglich aller Fachrich
tungen Stellung.
Dabei handelt es sich
nicht um ein Gegengutachten. Der Bericht erschöpft sich in der kritischen Bewertung des
A._
-Gutachtens. Eigene Abklärungen, Befunde und Diagnosen sind darin nicht enthalten. Ausserdem geht daraus hervor, dass
Dr.
D._
die behan
delnde Psychiaterin des Beschwerdeführers
ist
(
Urk.
6/248/2).
Die
Ausf
ührungen von
Dr.
D._
kommen
somit beweisrechtlich Parteivorb
r
ingen gleich.
Dr.
D._
kritisierte
namentlich
, dass
das
A._
-Gutachten die Qualitäts
linien für Gutachten im Sozialversicherungsbereich
, welche die Invalidenver
sicherung auch intern als Raster für die Qualitätskontrolle von Gutachten
ver
bindlich implementiert habe,
sowohl formal als auch inhaltlich nicht oder nur mangelhaft angewandt habe
. A
usser des Kriteriums, dass die geklagten Beschwerden
zu berücksichtigen
seien,
seien mit dem
A._
-Gutachten auch die Anforderungen der Rechtsprechung an den Beweiswert eines medizinischen Gutachtens nicht erfüllt worden
.
In somatischer Hinsicht sei v
om
A._
anstatt - wie von der Beschwerdegegnerin beauf
tragt und auf die Be
schwer
den zu
tref
fend - eines Facharztes der Rheumatologie ein Facharzt der Ortho
pädie als Experte eingesetzt worden
.
D
ie allgemein-inter
nistische und ortho
pädische Daten- und Befunderhebung
basiere auf
unvoll
ständigem Aktenauszug
und
sei mangelhaft.
Insbe
sondere fehle in der Akten
zusammenfassung der zweite Teil der von
Dr.
I._
im Bericht vom 17. Sep
tember 2013 aufgeführten Diagnosen (Urk. 6/196/1; vgl. E. 3.2.1 hiervor).
Weiter sei d
ie Bildgebung von 2011 und 2012 alt und decke nur einen Teil der Wirbelsäule sowie die Schultergelenke gar nicht ab.
Auch entstehe der Eindruck einer gewissen Dissimulierung des ortho
pädischen Gutachters bei der Dar
stellung der erhobenen Befunde.
Sodann habe d
er psychiatrische Gutachter
keine reprä
sentative somatische Be
fundlage gefordert und es mache den Eindruck, dass er kein vollständiges Bild vom somatischen Gesundheitszustand
gehabt
habe. Denn
seine Unter
suchung
sei
unüblicherweise nicht am Schluss der Unter
suchungen angesetzt ge
wesen und er habe trotz des Cholesteatoms mit schwerer Hörstörung und Rezidiv
nei
gung der
Perlgeschwulst
sowie trotz der degenerativ-destruktiven Erkrankung an der Wirbelsäule und
an
den Schulter
gelenken
das Vorliegen einer schweren chronischen körperlichen Begleiterkran
kung verneint
.
Ferner
würden die Daten- und Materialsammlung sowie die Differen
tialdiagnostik im psychiatrischen Tei
lgutachten Lücken aufweisen. Man habe sich nicht an die fachlich-diagnos
tischen Vorgaben gehalten, was in einer inhaltlich wenig fundierten und wenig nachvollziehbaren diag
nostischen Beurteilung gemündet sei. Namentlich habe der psychiatrische
A._
-Gutachter die Diagnose einer somatoformen Schmerz
störung ohne Beurteilung des Schwere- und Chronifi
zierungs
grades des Krank
heitsbildes und ohne zuver
lässige Prüfung sämtlicher differen
tial
diagnostischer Möglich
keiten bei Schmer
zen gestellt.
Auf der Ebene der sozialmedizinischen Beurteilung
finde sich
im Gutachten
- abgesehen vom otorhinolaryngol
o
gischen Teil
gutachten -
keine nachvoll
zieh
bare Ableitung des Grades der Arbeits
fähigkeit
, aber
eine versicherungsme
di
zinisch
sowie
nach den Leitlinien
unzulässige Kate
goriebildung von Diagno
sen mit und ohne Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit.
Die Arbeitsfähigkeit sei
indes
unmöglich aus der Diagnose ableitbar
.
Mit unzulässiger sozial
medi
zi
nischer Wertung habe
der psychiatrische
A._
-Gutachter
zudem
mittels Aus
schlussverfahren nach den Kriterien gemäss BGE 130 V 352 bestimmt, dass es dem Beschwerdeführer zuzumuten sei, die nötige Willens
anstrengung aufzu
bringen, um ganztags einer beruflichen Tätigkeit nachgehen zu können.
Die vom psychiatrischen
A._
-Gutachter unzulässigerweise beurteilte Zumut
barkeit sei indes eine Rechtsfrage.
In
orthopädischer Hinsicht
sei
die
Abgrenzung der attestierten 100%igen Arbeits
un
fähigkeit als Maler von der 100%igen Arbeits
fähigkeit in einer leichten bis mittelgradigen Tätigkeit nicht recht auszumachen
.
E
s fehle
insgesamt auch
an einem klaren Leistungsprofil sowie bei der polydiszip
linären Beurteilung
an
eine
r
Synthese der einzelnen Standpunkte der Teilgutachter
, welche nur aneinandergereiht worden seien.
Im
Hinblick auf die realitätsnahe Beur
teilung der arbeitsbezogenen, ergonomisch sicheren Belast
barkeit
stelle sich so
dann
die Frage, weshalb keine
Evaluation der funktionellen Leistungs
fähig
keit
(EFL) beim Rheumatologen des
A._
in Auftrag gege
ben wor
den sei.
Schliesslich
hätten
die Beschwerdegegnerin und der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) die ihnen obliegende Qualitätskontrolle nicht wahrge
nommen
. Das
A._
-Gutachten hätte zurückgewiesen werden müssen
(Urk.
6/248/27-6
9
).
3.3
3.3.1
Bei der vorliegenden, insofern einheitlichen medizinischen Aktenlage kann
un
strittig
festgehalten werden, dass dem Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit als Maler weiterhin nicht mehr zumutbar ist
und daher die Voraus
set
zung von
Art.
28 Abs. 1 lit. b IVG erfüllt ist.
Da die in diesem Verfahren mass
gebliche Ne
uanmeldung im Juli 2012 erfolgt ist (
Eingang vom 2
6.
Juli 2012;
Urk.
6/151 i.V.m. Urk. 6/155)
, ist aufgrund von
Art.
29
Abs.
1 IVG eine all
fällige Rente früheste
ns ab dem 1. Januar 2013
möglich.
Für einen allfälligen Renten
anspruch ist somit massgeblich, ob und in welchem Ausmass ab Januar 2013 eine Arbeits
(
un
)
fähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit
gegeben
war.
3.3.2
Die
Einschätzungen der
behandelnden Ärzte und
der
A._
-Gutachter
stimmen
diesbezüglich
insofern überein, dass
die
Ver
schlechterung des Gesund
heitszu
standes
aufgrund des im August 2012 operierten Cholesteatom
s
rechts mit anschliessender andauernder Schwerhörigkeit und mit dekompensiertem Tin
ni
tus rechts (Urk. 6/214/31)
anhaltend spätestens ab August 2012
, sich
auch auf die Arbeitsfähigkeit
ausgewirkt hat
, und zwar sind
davon
nicht nur
das Belas
tungs
profil
,
sondern auch
der Umfang der Arbeitsun
fähigkeit
betroffen.
Im Ver
gleich zum Gesund
heitszustand bei Erlass der Verfügung vom 18. Mai 2009 (Urk. 6/111), als eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer leidens
ange
passten, körperlich leichten Tätigkeit ohne Heben von schweren Gewichten und ohne Arbeiten in Zwangshaltungen massgeblich war, ist
damit
eine
möglicherweise anspruchserhebliche
Ver
schlechterung ein
getreten.
Eine Neubeurteilung des bisher gelt
enden Invaliditätsgrades von 28
%
(Urk. 6/111/2)
im Sinne einer materiellen Revision
ist damit gerechtfertigt, wes
halb
das neue Leistungsbegehren in tatsächlicher und recht
licher Hin
sicht all
seitig, das heisst nic
ht nur mit Bezug auf jenes Sachver
halts
segment, in welchem eine Änderung glaubhaft gemacht worden ist, zu prü
fen
ist
(Urteile des Bundes
gerichts
9C_813/2008
vom 8.
April 2009 E. 4.1 und 9C_206/2010 vom 8. Oktober 2010 E. 3.1 je mit Hinweisen).
4.
4.1
4.1.1
Mit dem
A._
-Gutachten vom
2
8.
April 2014 erfolgte eine umfassende poly
diszip
linäre Begutachtung, mit welcher die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden allseitig fachärztlich beurteilt wurden.
Dass anstatt eines rheumatologischen Experten ein Gutachter mit ortho
pädi
schem Facharzttitel an der polydisziplinären Begutachtung teilnahm, ver
mag den Beweiswert des Gutachtens nicht zu beeinträchtigen.
Denn i
m
BGE 139 V 349
(E. 3.3)
hat das Bundesgericht zur Zuständigkeit der Auswahl der Fach
disziplinen ausgeführt,
dass zwar grundsätzlich
die von der IV-Stelle gewählten Fachdisziplinen für die Gutachterstelle bindend
seien, insbesondere wenn
die Auswahl spezifisch versicherungsrechtlich oder -medizinisch be
grün
de
t sei. Jedoch sei
die Bindung nicht absolut.
Die beauftragten Sachver
ständigen
seien
letztverantwortlich einerseits für die fachliche Güte und die Vollständigkeit der interdisziplinär erstellten Entscheidungsgrundlage, ander
er
seits aber auch für eine wirtschaftliche Abklärung.
Es müsse den Gutachtern freistehen,
die von der IV-Stelle bzw. dem RAD (oder im Beschwerdefall durch ein Gericht) bezeichne
ten Disziplinen gegenüber der Auftraggeberin zur Diskus
sion zu stellen, wenn ihnen die Vorgaben nicht einsichtig
seien
. Unter diesem Vorbehalt steh
e
insbe
sondere auch eine vorgängige Verständigung zwischen
der
IV-Stelle und
der ver
sicherten
Person über die Fachdisziplinen. Eine erneute Mitwirkung der ver
sicherten Person in diesem Punkt
sei
alsdann ausgeschlossen
(
BGE 139 V 349
E. 3.3).
Hier hatte die für das zufallsgenerierte Auswahlverfahren (
Art.
72
bis
IVV) zu
ständige SuisseMED@P der
Beschwerdegegnerin
am 3
0.
Januar 2014 mitgeteilt, dass die Durchführung des Auftrages an das
A._
vergeben worden sei und die
ses mitgeteilt habe, dass eine äquivalente medizinische Indikation für Rheuma
tologie oder Orthopädie bestehe
sowie dass
die Begutachtung unter anderem durch
Dr.
med.
K._
, Facharzt für Ortho
pädischen Chirurgie und Trauma
tologie des Bewegungsapparates
,
durchgeführt werde (Urk. 6/206). Mit Schrei
ben vom 30. Januar 2014 teilte die
Beschwerdegegnerin
dem
Beschwerde
führer
die vorgesehenen Gutachter und ihre Fachrichtungen
, mithin auch die Teil
nahme von
Dr.
K._
mit (
Urk.
6/205).
Der
Beschwerdeführer
wendete dagegen nichts ein. Die Auswahl der Gutachter
samt Fachrichtungen
erfolgte somit gesetzesmässig und im Konsens der Parteien.
Ausserdem galt es in somatischer Hinsicht unter anderem Beschwerden an der HWS, LWS, an den Schultern und Kopfbeschwerden abzuklären.
Gemäss dem Bericht
des behandelnden Rheumatologen
Dr.
H._
vom 1
7.
Dezember 2012 hatte sich die Lumbovertebral-Symptomatik neu manifestiert, welche auch ab
ge
klärt worden sei. Als w
esentlich bezeichnete Dr.
H._
jedoch
dennoch
die Beschwerden im Zusammenhang mit der Cholesteatom-Operation mit zusätz
lichen Verspannungen und verstärktem Unsicherheitsgefühl (
Urk.
6/194).
Er
hatte
somit keine spezifisch rheumatologische Diagnose gestellt.
Im Bericht vom 2
3.
April 2012
hatte
Dr.
H._
sodann
erklärt, dass kein Hinweis auf eine ent
zündliche rheumatische Erkrankung fe
stgestellt worden sei. Das CT der LWS habe eine zirkuläre Protrusion auf Höhe L4/5 mit mässiggradigen neuro
fora
minalen Einengungen, Spondylose L4-S1, Osteochondrose L5/S1 mit mittel
gra
diger ossärer Eingengung des Neuro
foramens rechts gezeigt. Damit wäre eine
Affektion der Radix L5 recht
s
möglich
. Die
Arme
und
Beine
seien
frei beweglich
gewesen
. Zurzeit nehme
der
Be
schwerde
führer
keine Schmerzmittel, das Prob
lem sei sicher, dass er teilweise wieder als Maler gearbeitet habe.
Die klinische Untersuchung sei kaum möglich ge
wesen, da er bei der leichtesten Be
wegung
oder beim leichtesten Druck (auf-)ge
juckt sei.
Da er völlig verängstigt sei, zeige er ein demonstratives Verhalten b
ei der klinischen Untersuchung
(Urk. 6/141).
Kon
krete rheumatologische Befunde oder aktuell von
Dr.
H._
gestellte Diag
nosen, welche massgeblich über das bereits bekannte zerviko- und lumbo
spon
dylogene Syndrom ohne
(
den Beschwerde
angaben entsprechendes, klinisch und bildgebend objektiv nachvollziehbares
)
organisches Korrelat hin
aus
gehen, sind damit weder diesem Bericht noch einem anderen Bericht von ihm zu entneh
men.
Auch i
m
Z._
-Gutachten vom 2
4.
Mai 2007 war
keine
allein
rheuma
tologisch erfassbare
Erkrankung aufgeführt worden
(Urk.
6/74/18). Das dort diag
nos
tizierte
chroni
fizierte
, belastungs
abhängige cervicothoracale und lumbo
sacrale
Schmerz
syndrom mit
Chond
rosen, Osteochondrosen, Tendioperi
ostosen und Spondyl
art
h
rose
im unteren HWS-Bereich und unteren LWS-Bereich wurde aus ortho
pädischer und rheuma
tologischer Sicht alterskonformen degenerativen Verän
derungen, welche die angegebenen Leistungseinbussen nicht ausreichend zu erklären vermöchten, zugewiesen
. Ausdrücklich wurde zudem festgehalten, dass degenerative Wirbel
säulenveränderungen schicksalhaft im Zeitverlauf fort
zu
schreiten pflegten
(
Urk.
7/74/20). Mit der Behandlung und Diagnostik von
chronisch
degene
rativen Verän
derungen
am Bewegungsapparat
sind
indes
sowohl der Fachbereich der Ortho
pädie als auch jener der Rheumatologie befasst
, weshalb nicht zwingend eine rheumatologische Be
gutachtung vorzu
zie
hen ist, zumal die Beschwerden
im
A._
zusätzlich von einem neurologischen Experten abgeklärt wurden.
Vor diesem Hintergrund ist nicht zu beanstanden, dass
letztlich
eine ortho
pä
dische
und nicht eine rheumatologische
Begutachtung
im
A._
stattfand
(
vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 9C_793/2016
vom
3.
März 2017
E. 4.1.1
).
Das von der Psychiateri
n Dr.
D._
dazu Ausgeführte (
Urk.
6/248/27
-
29, Urk. 6/39
, Urk. 6/45-46
)
vermag daran nichts zu ändern.
4.1.2
Auch die weitere Kritik von Dr.
D._
am somatischen Teil des
A._
-Gutach
tens
vermag dessen Beweiswert im Ergebnis nicht in Zweifel zu ziehen.
Insbesondere zeugt die von Dr.
K._
vorgenommene orthopädische Unter
suchung von einer detaillierten und differenzierten klinischen Abklärung, bei der er zu Recht auch das Verhalten des Beschwerdeführers und nicht nur dessen Beschwerdeangaben in eine objektivierte
klinische
Befundaufnahme
einfliessen liess
.
Von einer Dissimulierung durch den orthopädischen Gutachter kann keine Rede sein. Denn er
stellte
zahlreiche
Inkonsistenzen
bei
Bewegungen fest, wel
che
in sich widersprüchlich und
mit den Beschwerdeangaben nicht vereinbar waren
(Urk. 6/214/19-21).
So habe sich der Beschwerdeführer auf der Treppe
trotz der anamnestisch angegebenen Schwindelepisoden
nicht am Handlauf festgehalten. Beim Zehengang rechts habe er auf dadurch entstehende lumbale Rücken
schmerzen hingewiesen, ohne dass diese
anatomisch ganz plausibel erklärbar seien. Überraschenderweise habe er dann problemlos eine tiefe Hocke einzu
nehmen und anschliessend mehrere Schritte im Kauergang zu absolvieren ver
mocht, was bereits zu Beginn der Untersuchung für eine noch gut erhaltene Belastungsfähigkeit der unteren Körperhälfte spreche. Bei der Detailunter
suchung des Rumpfes zeige sich eine deutliche Selbstlimitation, indem beim Messen des Finger-Boden-Abstandes der Oberkörper
nur leicht nach vorne geneigt worden sei, so dass ein Wert von 57 cm resultiert sei. Später im Lang
sitz habe sich dies auf 10 cm relativiert.
Die Kopfbewegungen seien bei der fokussierten Untersuchung auf weniger als die Hälfte eingeschränkt, bei Ablen
kung jedoch uneingeschränkt möglich gewesen. Die ausgiebige Palpation des Rückens habe nicht zu erkennbaren Schmer
z
äusserungen geführt und die Mus
kulatur sei an Nacken und Schultergürtel trotz anamnestisch seit Jahren be
ste
henden Schmerzen nach wie vor schön konfiguriert. In der Bauchlage seien
beide Hände oberhalb des Kopfes platziert worden und abduziert dadurch auch die Schultern bis etwa 140
Grad
. Dies sei ein klarer Hinweis darauf, dass der Beschwerdeführer dabei auch keine wesentliche
n
Schmerzen verspürt habe, da diese Bewegung ansonsten kaum freiwillig und ohne äusseren Anlass durch
ge
führt worden wäre. Auffallend sei auch die deutlich verminderte Kraft
ent
faltung am ganzen rechten Arm, die jedoch mit der auf dieser Seite leicht grösseren Muskelmasse kontrastiere. Bei einer seit Jahren bestehenden relativen Schwäche, wie sie von ihm anamnestisch angegeben worden sei, wäre auch eine muskuläre Atrophie zu erwarten gewesen, wie sie indes nicht bestehe
(Urk. 6/214/22-23)
.
Folgerichtig schloss
Dr.
K._
aufgrund dieser Feststellungen darauf, dass das gesamte Schmerzempfinden unübersehbar von nichtorganischen Faktoren über
lagert sei, was sich durch die wiederholt zu beobachtende Symptomausweitung und Selbstlimitation gezeigt habe
(Urk. 6/214/23)
.
Dazu im Einklang steht auch, dass
der neurologische
A._
-Gutachter
aufgrund
seiner
davon unabhängigen
Untersuchung
bei einem blanden neurologischen Befund
ähnliche Beobachtungen gemacht hat (
Urk.
6/214/26-27), welche er
- vorbehältlich einer differentialdiag
nostischen psychiatrischen Beurteilung -
als eindeutige Hinweise auf eine be
wusst
seinsnahe Ausgestaltung interpretierte.
Hierzu seien die unauffälligen normalen Kopfbewegungen im Vergleich zur expliziten Prüfung, das diskre
pante Ver
halten beim Prüfen des Lasègues und die Minderinnervation an der rechten Hand und des rec
hten Fusses zu nennen. Letztere
sei als funktionelle Halbseitenstörung einzuordne
n. Auch
für den
Schwindel finde sich bei der Unter
suchung unter der Frenzelbrille kein objek
ti
ves Korrelat. Betreffend da
s HWS- und LWS-Syndrom hätten sich keine
Hin
weise für eine radikuläre oder medulläre Beteiligung ergeben (
Urk.
6/214/28-29).
4.1.3
Die von den Gutachtern sachlich differenziert aufgeführten und in der Beur
-
teilung nachvollziehbar berücksichtigten Inkonsistenzen wurden
somit
vor allem aufgrund der Beobachtungen während der klinischen Untersuchung selbst
festgestellt
. Die bildgebenden Befunde waren hierbei nicht massgeblich.
Vor diesem Hintergrund wird d
ie Bedeutung von allenfalls
objektivierbaren soma
tisch-pathologischen Befunden relativiert und der von
Dr.
D._
aus
geführten Notwendigkeit einer aktuellen Bild
gebung kann nicht gefolgt werden. Zusätzliche bildgebende Abklärungen liegen
denn auch
im Ermessen der Gut
achter
und stellen
jedenfalls keine allgemeine Voraus
setzung für den Be
weis
wert ein
es
Gutachten
s dar.
Die den
A._
-
Gutachtern vorliegende Bild
gebung
der LWS und HWS datierte
zudem vom 1
9.
Dezember 2011 und 10. April 2012
(
Urk.
6/214/
21
)
und
war
damit
nicht derart alt, dass sie
- zusammen mit den klinisch erhobenen Befunden -
nicht auch für die
rund
zwei Jahre später durch
geführte Begutach
tung aussagekräftig gewesen wäre, zumal letztlich ohnehin die - wie von den Gutachtern klinisch beobachtet - tatsächlich
en
funk
tionellen
Ein
schränkungen massgeblich
sind
.
Nach dem Gesagten ist sodann nicht entscheidend, ob die vom Beschwerde
führer behauptete Schmerzmittel
einnahme
(eine Tablette Mefenacid am Morgen des Untersuchungstages, Urk. 6/214/19)
trotz der Laborergebnisse mit einem
zu geringen
Medikamentenspiegel bezüglich Mefenaminsäure im Blut
serum (Urk. 6/214/12) erfolgt ist.
Denn dies
wurde
im
A._
-Gutachten
lediglich als ein Hinweis unter vielen
zur Begründung der
auffallende
n
Inkonsistenzen
aufge
führt, der für die Einschätzung der Arbeits(un)fähigkeit nicht besonders ins Gewicht fiel
(
Urk.
6/214/22, Urk. 6/214/25
, Urk. 6/214/36
).
Angesichts der Inkonsistenzen und Selbstlimitationen wäre ferner von einer Abklärung mittels EFL kein verwertbares Ergebnis zu erwarten, weshalb schon deshalb nicht zu beanstanden ist, dass die Gutachter kein solches durchführten.
4.1.4
Entgegen der Ansicht von
Dr.
D._
ist es sodann durchaus nachvoll
zieh
bar, dass aus orthopädischer Sicht
trotz der weitgehend mit objektiven Be
fun
den nicht
plausiblen
Beschwerdeangaben in der angestammten Tätig
keit als Maler eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit angenommen wurde (Urk. 6/214/23)
,
zumal
dies bereits in früheren ärztlichen Einschätzungen
auf
grund der dege
ne
rativen Veränderungen in der Wirbelsäule
attestiert worden war.
Dr.
K._
führte dazu überzeugend aus, dass sich
bei der Unter
suchung
Hin
weise auf eine etwas
verminderte Belast
barkeit von Hals- und Lenden
wirbel
säule
sowie objek
tivierbare pathologische Befunde an der rechten Schul
ter mit Hinweisen auf ein subakromiales Impingement
ergeben hätten
. Da es sich bei der Tätigkeit als Maler
üblicherweise um eine körperlich zumindest inter
mit
tierend be
lastende Arbeit handle, bei der zudem repetitive Bewegungen der Arme ober
halb der Horizontalen gefordert würden,
sei diesbezüglich keine Arbeitsfähigkeit mehr gegeben (Urk. 6/214/23).
Mit dem von
Dr.
K._
beschriebenen Belastbarkeitsprofil
(
leichte bis höch
stens mittelschwere Tätigkeiten mit ein
er Hebe- und Tragelimite von 10
Kilo
-
gramm, ausnahmsweise 15 Kilogramm, und ohne länger dauernde Zwangshal
tung von Rumpf und K
opf sowie ohne repetitive Überkopfbewegungen der Arme)
berücksichtigte er zudem hinlänglich die klinisch festgestellten Ein
schränkungen
am Bewegungs
apparat
.
Da
die
A._
-Gutachter
die Arbeits
fähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit
insbe
sondere aufgrund der otorhinolaryn
gologischen
Untersuchung
wegen dem erhöhten Pausenbedarf auf 80
% ein
schätzten, kommt
dies
zu
sätz
lich
den Beschwerden am Bewe
gungsapparat ent
gegen.
Auch
Dr.
H._
sprach sich im Übrigen für eine Arbeitsfähigkeit aus rheumatologischer Sicht aus
(Bericht vom 1
5.
Mai 2013;
Urk.
6/195)
, wobei er indes auf das Gesamtleiden verwies und wie schon im Beri
cht vom 17. Dezemb
er 2012 (Urk.
6/
194)
eine interdisziplinäre Abklärung vorschlug. Zutreff
end hielt der
A._
-Gutachter Dr.
K._
dazu fest,
dass die(se) neue
n Berichte von Dr.
H._
keine Hinweise für wesentliche
(objektivierbare)
Verän
derungen auf
der
Ebene des Be
wegungs
apparates beinhalten würden
und sich daraus kein eigentlicher Widerspruch zur orthopädischen U
ntersuchung im
A._
ergebe (Urk.
6/214/24)
.
4.1.5
Des Weiteren
vermag auch
die vom behandelnden
Oberarzt des
J._
,
Dr.
I._
,
abweichende Ein
schätzung der Arbeitsfähigkeit
(Be
richte vom 17. September 2013 und 22. Januar 2014, Urk. 6/196, Urk. 6/209)
die Einschätzung des oto
rhi
no
laryn
gologischen
A._
-Gutachters nicht in Zweifel zu ziehen.
Denn
Dr.
I._
hatte
die attestierte volle Arbeitsunfähigkeit nicht mit objekti
vierten, spezifisch oto
neurologischen Befunden begründet, sondern
im Bericht vom 22.
Januar 2014 erklärt, der Schmerzproblematik würden nebst der Ope
ration vom August 2012 noch andere Faktoren
zugrunde liegen. Die Schwindel
be
schwerden und Schmer
zen hätten seit der Operation deutlich zugenommen, weshalb
d
er
Ver
sicherte
momen
tan nicht arbeitsfähig sei (
Urk.
6/209).
Dagegen begründete
der
A._
-Gutachter
die von ihm
attestierte Arbeitsun
fähig
keit
von
80
%
in einer leidensangepassten Tätigkeit detailliert und schlüs
sig
zur Recht
unter Berücksichtigung sämtlicher objektiv nachvoll
ziehbarer Ein
schrän
kungen (Urk. 6/214/32-33).
Er befasste sich dabei a
usführ
lich mit den Über
einstimmungen und Diskrepanzen zu den Fest
stellungen
in den Vor
berichten
des
J._
.
Überzeugend erklärte er
insbesondere
,
eine vesti
buläre Migräne scheine zum jetzigen Zeitpunkt in Anbetracht der anam
nestischen Angaben eher unwahrscheinlich, wohingegen eine cervikogen-prop
rioceptiv bedingte Ursache durchaus möglich scheine.
Der aktuelle post
operative Lokal
befund bei Zustand nach offener Ma
s
toidektomie mit Tympano
plastik rechts bei Cho
lesteatom rechts sei reizlos.
Daher und unter Berück
sich
tigung der aktuellen sowie vorgängigen otoneurologischen Tester
g
ebnisse vom 2
8.
Mai 2013 könne
die
von den Kollegen
(insbesondere
Dr.
I._
)
des
J._
in den Be
richten vom
17. September 2013 und 22. Januar 2014
(
Urk. 6/196,
Urk.
6/209
)
attestierte (100%ige) Arbeitsunfähigkeit
nicht nach
vollzogen wer
den. Dies ins
be
sondere, da sich weder eine eindeutige massive Verschlech
terung der be
reits vorgängig besta
ndenen lokalen Schmerzsymp
tomati
k, noch eine deut
liche Be
fundver
schlechterung im Rahmen der otoneuro
logischen Testergeb
nisse
(vor
gängig und aktuell)
objekti
vieren liessen (Urk.
6/214/33-34).
Damit befasste sich der Gut
achter schlüssig mit den Vor
akten und den erhobenen Befunden, welche er zu Recht mit Bezug auf die objektivierbaren Einschrän
kun
gen beurteilte
.
4.1.6
Dass die
von den
A._
-Gutachtern
gestellten Diagnosen entsprechend der Frage
stellung der Beschwerdegegnerin nach solchen mit und ohne Auswi
rkung auf die Arbeitsfähigkeit auf
geteilt wurden, bedeutet
entgegen
der Ansicht
von Dr.
D._
(
Urk. 6/248/37,
Urk.
6/248/55-56
, Urk. 6/248/61
)
nicht, dass die Arbeits
fähigkeit aus der Diag
nose abgeleitet wurde.
Namentlich
bezüglich der somatisch o
b
jek
tivier
baren Beschwerdebilder
und der massgeblichen Arbeits
fähigkeit in einer leidensan
gepassten Tätigkeit
wurde im
A._
-Gutachten jeweils schlüssig begründet, weshalb
und aufgrund welcher
objektivierbarer
Befunde
auf die attestierte Arbeits(un)fähigkeit ge
schlossen wurde. Die
somatischen
Gut
achter leiteten diese
somit
nicht aus den Diagnosen her, sondern aus der objek
tiv betrachtet zumutbaren Leistungs
fähigkeit.
4.1.
7
In
formeller Hinsicht
wird der Beweiswert des
A._
-Gutachtens des Weiteren
entgegen der Darstellung von
Dr.
D._
(Urk. 6/248/50-51)
auch nicht dadurch gemindert, dass der Bericht von
Dr.
I._
des
J._
vom 17. Septem
ber 2013
(Urk. 6/196)
im Gutachten lediglich bezüglich der
für dessen Fachgebi
et massgeblichen Diagnose
zitiert wurde (
Urk.
6/214/
7
). Denn der Bericht lag den Fachärzten in vollständiger Länge vor
und aus dem Zitat war deutlich ersicht
lich, dass im Bericht weitere Informationen zur zweiten Diagnose eines chroni
schen Lumbovertebralsyndroms zu finden sind. Ausser
dem bezog sich
nur die vollständig zitierte Diagnose
(Diagnose 1) entsprechend dem F
ach
gebiet von
Dr.
I._
auf die Ohrproblematik. Dass im Übrigen der orthopädische
A._
-Gut
achter Dr.
K._
bei der Diskussion der Vorakten nicht dazu Stellung nahm (Urk. 6/214/24), ist angesichts der unterschiedlichen Fachrichtung nicht zu beanstanden.
Ausserdem hatte bereits
Dr.
H._
die betreffenden, mittels
Com
puter
tomo
graphie erhobenen Befunde an der LWS im Bericht vom 2
3.
April 2012 aufgeführt (
Urk.
6/141/1). Gerade
jedoch
aus diesem Bericht wird deutlich, dass die klinische Untersuchung in grosser Diskrepanz zum demon
strativen Ver
halten des Beschwerdeführers stand. Eine Affektion der Radi
x L5 hielt Dr.
H._
zudem lediglich
für
möglich und konnte vom neurologischen
A._
-Gutachter nicht bestätigt werden.
Wie
bereits
hiervor ausgeführt,
sind hier
in somatischer Hinsicht
letztlich nicht die bildgebenden Befunde, sondern die kli
nisch objektiv feststell
baren Einschrän
kungen in Abgrenzung zu den demon
s
trierten Beschwer
den massgeblich.
Auc
h
der Kritik von
Dr.
D._
, de
m
A._
-Gutachten mangle es an einer repräsentativen Aktenzusammenfassung, wobei insbesondere die Berichte
von
Dr.
H._
nicht im Auszug aus den wichtigsten Vordokumenten (vgl. Urk. 6/214/7-10) vorkommen würden (
Urk.
6/248/40-41
, Urk. 6/248/47
a.E.,
Urk. 6/248/
), kann nicht gefolgt werden. Denn für den Beweiswert des Gutach
tens massgeblich ist, dass diese Berichte den
A._
-Gutachtern
erkennbar
vorla
gen
und soweit für die Beurteilung relevant berücksichtigt wurden, was der Fall ist.
Und zwar
sind
die Berichte
in der Auflistung der Vorakten aufge
führt
(
Urk.
6/214/4-5)
und
Dr.
K._
hat
zu den wesentlichen Aussagen von Dr.
H._
Stellung genommen (
Urk.
6/214/
24
).
Bezüglich der Abfolge der Untersuchungen am
A._
ist das Vorbringen von Dr.
D._
, dass im Gutachten selbst die Reihenfolge, der genaue Zeitpunkt und die Länge der einzelnen Abklärungen nicht aufgeführt worden sei
en
(Urk. 6/248/31
-33
, Urk. 6/248/40
)
, zwar zutreffend. Jedoch ist diese Information dem Untersuchungsprogramm (Urk. 6/212/2) zu entnehmen, das dem
Be
schwer
de
führer
mit Schreiben
vom 4.
März 2014 vor der Begutachtung zu
gestellt wor
den war (Urk. 6/212/1).
Daraus geht
auch hervor, dass - wie Dr.
D._
richtig
feststellte -
die psychiatrische
A._
-
Exploration nicht erst nach sämt
lichen somatischen Unter
suchungen erfolgte.
Entgegen der Ansicht von
Dr.
D._
(
Urk.
6/248/
32
, Urk. 6/248/42
) ist damit das psychiatrische Teil
gutachten jedoch nicht bereits in Zweifel zu ziehen. Denn die psychiatrische Exploration fand gemäss Untersuchungs
programm zumindest nach der ortho
pädischen Untersuchung statt (Urk. 6/212/2). Ausserdem bedeutet dies nicht, dass auch die eigentliche schriftliche Begutachtung samt diagnostischer Beur
teilung und Einschätzung der Arbeitsfähigkeit ebenfalls bereits vor den Ergeb
nissen der somatischen Untersuchungen erfolgt war.
Ebenfalls schadet dem Beweiswert des Gutachtens nicht, dass die Erarbeitung des interdisziplinären Konsens darin lediglich mit einem Satz erwähnt wurde und nicht genauere Angaben dazu erfolgten (
Urk.
6/214/35), da damit zumindest feststeht, dass eine solche stattfand.
Schliesslich
vermag auch die Rüge, die
Untersuchungsdauer
sei nur bei der psychi
atrischen Untersuchung angegeben worden und dort mit 60 Minuten zu kurz ausgefallen (Urk. 6/248/31-33, Urk. 6/248/42,
Urk.
6/248/69), nichts am Beweiswert des
A._
-Gutachtens zu ändern. Dazu ist auf die Rechtsprechung zu verweisen, wonach es für den Aussagegehalt eines medizinischen Gutachtens grundsätzlich nicht auf die Dauer der Untersuchung ankommt; massgebend ist in erster Linie, ob die Expertise inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist (Urteil des Bundesgerichts 9C_664/2009 vom
6.
November 2009 E. 3 mit Hinweis).
4.1.8
Sodann
ist
darauf hinzuweisen, dass d
ie von Dr.
D._
in ihrer Evaluation hervorgehobenen
"Qualitätsleitlinien für psychiatrische Gutach
ten in der Eidge
nössischen Invalidenversicherung" der Schweizerischen Gesellschaft für Psychi
atrie und Psychotherapie (
F._
) vom Februar 2012 (zu
gänglich unter www.psychiatrie.ch)
nicht
allgemeine
Quali
tätsleitlinien für
(
interdisziplinäre
)
Gutachten
aller Fachrichtungen
, sondern allein für psychia
trisch
e
Gutachten
enthalten
.
Die
Weisung zur
Einhaltung dieser Leitlinien wurde
vom Bundesamt für Sozialversicherungen
(BSV)
dem
entsprechend
mit IV-Rund
schreiben Nr. 313
vom
6.
Juni 2012
denn auch
nur bezüglich
versicherun
gs
psychiatrischer IV-Abklärungen
bei der Beurteilung des medizinischen Sach
verhaltes bei Ver
sicherten mit psychischen Gesund
heitsstörungen
erteilt, und zwar im Rahmen der Auftrags
erteilung sowie als Raster
unter anderem
bei der Qualitätssicherung von externen psychia
trischen IV-Gutachten
für
ver
bindlich erklärt.
Verwaltungsweisungen richten sich
zudem
an die Durchführungsstellen und sind für das Sozialversicherungsgericht nicht verbindlich
(BGE 133 V 587 E. 6.1)
.
Das Bundesgericht hat
insbesondere
entschieden, dass
sich d
ie
besagten
Qualitäts
leitlinien
lediglich
als Empfehlung
verstehen
, von welcher im begrün
deten Einzelfall abgewichen werden kann
;
dem Rechtsanwender sollen sie bei der Beurteilung der Gutachtensqualität nützlich sein
(BGE 140 V 260
E. 3.2.2
).
W
eder Gesetz noch Rechtsprechung
schreibt
den Psychiatern eine Begutachtung nach den diesbezüglichen Richtlinien
vor
.
Ob
das
A._
-Gutachten
den Leitlinien der
F._
ent
spreche, bedarf daher im vorlie
genden Fall keiner vertieften
Prüfung; insbe
sondere verliert
es
(auch) bei Verneinung nich
t automatisch ihre Beweiskraft
.
(vgl. auch
Urteil des Bundes
ge
richts 9C_88/2017 vom 3
0.
März 20
17 E. 3.3.1.1)
.
Dies
gilt
insbesondere
auch
bezüglich des psychiatrischen
A._
-
Teil
gutachtens
.
4.2
4.2.1
Bezüglich
der psychischen Beschwerden wurde im psychiatrischen
A._
-
Teil
gut
achten
(
Urk.
6/214/16)
und in der ergänzenden Stellungnahme vom 2. Juli 20
1
4
(
Urk.
6/222) nachvollziehbar
begründet,
weshalb entgegen den Aus
füh
rungen von Dr.
B._
im Bericht vom 1
0.
Juni 2014 (
Urk.
6/213)
bei feh
lenden entspre
chenden Befunden
keine depres
sive Symptomatik festgestellt und keine solche Diagnose gestellt wurde.
Auch der Beschwerdeführer selbst bezeichnete sich
anlässlich der psychiatrischen Untersuchung
als nicht depressiv
(Urk.
6/214/
13
)
und
erklärte,
dass er mit seinen körperlichen Beschwerden psychisch relativ gut umgehen könne (Urk. 6/214/16).
Die Einschätzung des behandelnden Internis
ten Dr.
B._
, es würden Depres
sionen vorliegen, wurde zudem ohne die
Nen
nung
massgeb
liche
r
Befunde
nach ICD-10 oder eine
s
anderen
wissenschaftlich
anerkannten Klassifikations
system
s
abgegeben.
Er erklärte lediglich, es hätten
sich
deutliche Zeichen von Depressionen mani
festiert
(Urk. 6/213/2
), was für einen invaliden
versicherungsrechtlich relevante Gesundheitsschädigung indes nicht genügt
(vgl. hierzu
Urteil des B
undesgericht 8C_746/2015 vom 3.
Feb
ruar 2016 E. 2.1
mit Hinweisen)
.
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung fallen
fachärztlich
einwandfrei
diagnostizierte,
leicht bis mittel
gradige depressive
Störungen rezidivierender oder episo
discher Natur einzig dann als invalidisierende Krankheiten in Betracht, wenn sie erwiesener
massen therapie
resistent sind (Urteil
des Bun
des
gerichts
9C_13/2016 vom 14.
April 20
16 E. 4.2 mit Hinweisen auf BGE
140 V 193 E. 3.3
). Hierzu hätte eine
Therapie in dem Sinn konsequent
durchgeführt werden müssen
, als die aus fachärztlicher Sicht indizierten zumutbaren (am
bu
lanten und stationären) Behandlungsmöglichkeiten in kooperativer Weise opti
mal und nachhaltig ausgeschöpft worden
wären
(BGE 140 V
193 E. 3.3
; 137 V 64 E. 5.2 mit Hinweis).
Der Beschwerdeführer hatte sich - soweit aktenkundig in den letzten Jahren bis mindestens Juni 2014 - jedoch nicht in psychiatrische Behandlung begeben und auch keine Psychopharmaka eingenommen (Urk. 6/214/13).
Dr.
B._
erklärte im Bericht vom 10. Juni 2014, er habe ihn beim Psychiater anmelden wollen, ein Termin sei indessen noch nicht zustande gekommen (Urk. 6/213/1).
Thera
pieoptionen waren somit in keiner Weise genutzt worden
und eine Thera
pie
resistenz
ist nicht
ausgewiesen
. Dies gilt umso mehr, als
Dr.
B._
bereits im Bericht vom 2
3.
Januar 2009 festgehalten hatte, der Beschwerdeführer leide wegen den chronischen Schmerzen an einer Depression (
Urk.
6/108/2)
, wobei
hernach dennoch keine regelmässige psychiatrische Therapie erfolgte.
Auch die Stellungnahme
der Psychiaterin
Dr.
D._
vom 25. Oktober 2014 vermag daran nichts zu ändern. Zwar geht daraus hervor, dass sich der Beschwerde
führer in ihrer psychiatrischen Behandlung befand (Urk. 6/248/2). Weitere Angaben hierzu, insbesondere zum Beginn, zur Häufig
keit und Dauer der Behandlung, sind in ihrer Stellungnahmen nicht enthalten.
Fest steht jedenfalls, dass bis zur Ankündigung der Abweisung des Rentenbegehrens mit Vorbescheid vom 2
5.
Juli 2014 keine psychiatrische Therapie durchgeführt wurde, so dass der Beschwerdeführer selbst aus der Therapieaufnahme nichts zu seinen Gunsten ableiten könnte.
Im Übrigen führt
Dr.
D._
trotz ihrer Funktion als behandelnde Ärztin weder psychiatrische Befunde, eigene Diagnosen
noch
ein Attest der Arbeits
unfähigkeit auf, welche mit dem psychiatrischen
A._
-Teilgutachten unvereinbar wären.
4.2.2
Im Kontext der gesamten Aktenlage ist sodann an der im
A._
aufgeführte
n
Diag
nose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (ICD-10 F45.4
; Urk.
6/214/35
)
nicht zu zweifeln
,
zumal
bereits die
Z._
-Gutachter im Jahr 2007 diesel
be Diagnose gestellt hatten
(
Urk.
6/74/
18
)
und - wie hiervor aus
ge
führt - weiterhin ein andauerndes selbst
limitierendes Krankheitserleben
mit deutlichen Inkon
sistenzen ausgewiesen ist.
Ferner
begründete
der psychia
trische
A._
-Gutachter mit Blick auf die Diagnosekriterien nach ICD-10
die Diagnose
nachvollziehbar
und korrekt
damit
, dass
das Ausmass der geklagten körper
lichen Beschwer
den sowie die subjektive Krankheitsüberzeugung, nicht mehr arbeiten zu können,
durch die somatischen Befunde
nicht hinreichend objek
ti
viert
werden könnten
und dass
der Beschwerdeführer mehrfach psychosozial belastet sei
(Krebs
erkrankung der Ehefrau, wirtschaftliche Schwierigkeiten; Urk.
6/214/16
).
Eine wie von
Dr.
D._
als fehlend
gerügte
differ
e
ntialdiagnostische Diskus
sion
(
Urk.
6/248/53
-55
)
erfolgte indes zum einen
damit, dass der psychi
atrische
A._
-Gutachter die von den früheren psychiatrischen Experten gestell
ten Diagnosen
,
wie die der
posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS),
Stel
lung nahm
, eine psychische Komorbidität verneinte
(
Urk.
6/214/17
), in der ergänzenden Stellungnahme weitere Ausführungen
, insbesondere zu einer feh
lenden depressiven Symptomatik
dazu machte (Urk. 6/222)
und zum anderen aufgrund der interdisziplinären Abklärung.
Da sich auch aus den übrigen Akten, namentlich aus dem
Z._
-Gutachten
(
Urk.
6/74/17)
kein Hinweis auf eine wei
tere psychiatrische Erkrankung ergibt, ist nicht zu bean
standen, dass der
A._
-Gutachter keine weiteren Ausführungen zu allfällig medi
zinisch-theoretisch in Frage kommende
n
Differentialdiagnosen machte.
Insbe
sondere finden sich
bei
m
bis zum Unfall Mitte 2003 (
Urk.
6/13/32) unauffällige
n
Lebenslauf
(Urk.
6/74/6-7) und
nach wie vor
intak
ten
Sozial
leben (Urk.
6/248/14-15) keine Hinweise auf eine Persönlichkeitsstörung oder
auf
akzentuierte Persönlichkeits
-
züge.
E
ntgegen der Darstellung von Dr.
D._
(Urk.
6/248/53) finden sich auch keine Hin
weise auf eine Angststörung. Die
Z._
-Gutachter hatten zwar festgehalten, der Beschwerde
führer habe über gelegentliche Ängste bezüglich der aktuellen wirt
schaftlichen Situation ber
ichtet. Hinweise auf eine Angst
erkrankung würd
en jedoch nicht vorliegen (Urk.
6/74/17).
Auch die
allein
von Dr.
H._
im Bericht vom 23. April 2012 ge
machte Aussage, da der Beschwerdeführer
- nach der Wiederaufnahme der Arbeit als Maler und hernach eingetretener Beschwerde
zunahme -
völlig verängstigt sei, zeige er ein de
monstratives Verhalten bei der klinischen Untersuchung (Urk. 6/141),
i
st nicht dazu geeignet,
eine Angststö
rung zu begründen. Der
A._
-Gutachter hielt im psychiatrischen Befund zudem fest, der Beschwerdeführer habe über keine Ängste und keine Phobien berichtet (Ur
k.
6/214/15).
Schliesslich
vermögen
auch
die v
on Dr.
D._
behauptete
n
Hinweise auf eine organische Neura
sthenie
aufgrund einer Zytokinwirkung am zentralen Nervensystem (ZNS)
bei chro
nischem Entzündungsgeschehen
am Bewegung
s
apparat und an der Leber
die Ein
schätzung des psychiatrische Teil
gutachten
s
nicht in Frage zu stellen.
Denn zum einen schloss
Dr.
H._
eine entzündliche rheumatische Erkrankung aus (
Urk.
6/141/1) und die
chronische Hepatitis B zeigte gemäss der allgemein-internistischen Unter
suchung eine minimale Aktivität (
Urk.
6/214/12). Zum anderen ist eine
orga
nische
Neurasthe
nie keine Diagnose nach ICD-1
0.
Namentlich dafür, dass beim Beschwerdeführer eine organisch bedingte Er
schöpfung vorliegen würde, finden sich in den Akten keine Anhaltspunkte.
4.3
4.3.1
Bei der
vom
A._
-Gutachter diagnostizierten
anhaltenden somatoformen Schmerz
störung nach ICD-10 F45.4 handelt es sich
um
ein
patho
genetisch-ätiologisch un
klare
s
syndromale
s Beschwerdebild
(
vgl. Aufzählung in: BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3)
,
das
unter Berück
sichtigung des mit dem Leitent
scheid
BGE 141 V 281
(Urteil des Bundesgerichts vom 3. Juni 2015) prä
zisierten
struk
turierten
,
nor
mativen Prüfungsrasters zu beurteilen
ist
. Hierbei sind die
funktionellen Auswir
kun
gen
eines Gesundheitsschadens
mit
einem Katalog
von sogenannten Standardindikatoren
vermehrt zu gewichten, wobei den Umstän
den des Ein
zel
falls Rechnung zu tragen ist (BGE 141 V 281 E. 4).
Der psychiatrische
A._
-Gutachter hat die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
jedoch
noch nach den Kriterien der bisherigen Recht
sprechung (
BGE 130 V 352
,
vgl. auch BGE 136 V 279 E. 3.2
) geprüft und dabei eine
psy
chische Komorbidi
tät
(
von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer
), eine chro
nische körper
liche Begleiterkrankung, einen sozialen Rück
zug und einen primären Krank
heitsgewinn verneint (Urk.
6/214/16-17
).
Insofern ist die Kritik von
Dr.
D._
und des Beschwerdeführers im Schreiben vom
8. Juli 2015 (
Urk.
6/269)
zutreffend.
Dennoch ist von einer neuen Begutach
tung abzusehen. Denn im Hinblick auf die neue Rechtsprechung des Bundes
gerichts zur anhaltenden somatoformen Schmerzstörung und vergleichbaren psycho
somatischen Leiden
nach BGE 141 V 281
ist nicht in jedem Fall eine weitere Begutachtung angezeigt. Danach ver
lieren gemäss altem Verfahrensstandard eingeholte Gutachten nicht per se ihren Beweiswert, sofern
- wie hier -
eine schlüs
sige Be
urteilung der massgeblichen Indi
katoren möglich ist
(BGE 141 V 281 E. 8). Zudem gilt auch nach neuer Recht
sprechung weiterhin, dass insbesondere bei Vorliegen eines solchen unklaren Beschwerde
bildes eine objektivierte Betrach
tungsweise massgeblich ist und medizinisch-psychiatrisch nicht begründbare Selbsteinschätzungen und -limi
tierungen nicht als invalidisierende Gesundheitsbeeinträchtigung anzuer
kennen sind (BGE 141 V 281 E. 3.7.1).
4.3.2
Der Prüfungsraster gemäss der
präzisierten
Rechtsprechung
des Bundesgerichts
beinhaltet die folgenden zu prüfenden Standardindikatoren: Unter die Kategorie
„funktioneller Schweregrad" (E. 4.3)
fällt der K
omplex „Gesundheitsschädigung" (E. 4.3.1)
mit der Frage nach der
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
, dem B
ehandlungs- und Eingliederungserfolg oder
der Behand
lungs
resistenz (E. 4.3.1.2)
und den
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
, ausser
dem der K
om
-
plex „Per
sönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen; E. 4.3.2)
und der K
omplex „Sozialer Kontext" (E. 4.3.3)
. Unter der Kategorie
„Konsistenz" (Ge
sichtspunkte des Ver
haltens; E. 4.4)
ist die g
leich
mässige Ein
schränkung des Aktivitätenniveaus in allen ver
gleich
baren Lebens
bereichen (E. 4.4.1)
und der b
ehandlungs- und eingliederungsanam
nestisch ausgewiesene Leidens
druck (E. 4.4.2)
relevant.
4.3.3
Zur Ausprägung der
diagnoserelevanten Befunde
und Symptome
(der anhal
tenden somatoformen Schmerzstörung)
im Sinne der Schwere des Krankheits
geschehens
(BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1)
ist
festzuhalten, dass die Diagnose einer soma
tofor
men Störung (ICD-10 F45.4) gemäss dem psychia
trischen
A._
-Teil
gutachten aufgrund des nicht objektivierbaren Aus
masses der geklagten Beschwerden vor dem Hintergrund psychosozialer Be
lastungsfaktoren und der subjek
tiven Krankheitsüberzeugung, nicht mehr arbeiten zu können, gestellt wurde (
Urk.
6/214/16-17). Eine erhebliche Zunahme emotionaler Konflikte oder psychosozialer Belastungen als Grundlage für die ab 2012 andauernde
Be
schwerdezunahme ist
indes
nicht auszu
machen.
Vielmehr erfolgte zum einen eine
Zunahme der
Nacken- und Kopfschmerzen mit Atemproblemen sowie LWS-Beschwerden
im Frühjahr 2012
nach Aufnahme der teilzeitlichen Tätigkeit als Maler
(
Urk.
6/141/2)
. Zum anderen
war
eine - somatisch nicht kongruente - Beschwerdezunahme
bezüglich der
(teilweise diffus darge
stellte
n)
recht
sseitigen Kopf
schmerzen mit vor
bestehendem Schwindel
unklarer Genese
und de
r
schmerzbedingten
Schlaf
störung nach
der Operation am rechten Ohr Ende August 2012
eingetreten
(Urk. 6/214/14-15, Urk. 6/214/25-26)
.
Des Weiter
e
n fällt a
ufgrund der Lebensführung eine schwere Ausprägung der Schmerz
störung ausser Betracht. Die Gutachter schildern zahlreiche Aktivitäten im Rahmen eines relativ strukturierten Tagesablaufs
(je regelmässige Spazier
gänge mit der Ehefrau und mit dem Hund, Erledigung der Einkäufe, teils mit dem Auto, Cafébesuche, Besuche des Schrebergartens mit wenigen Gärtner
ar
beiten und Treffen von Kollegen, Kontakt mit Bekannten und Freunden sowie mit den Geschwistern, Ferien in
L._
; Urk. 6/214/11, Urk. 6/214/14, Urk. 6/214/16)
. Diese sind nicht mit
einem Schmerzniveau
in sehr grosser oder gar in grösster vorstellbarer Intensität
(entsprechend
Schmerzen mit einem Wert von
8
bis 10 auf einer Skala von 1 bis 10
)
vereinbar.
Die
gemäss der klinischen Untersuchung des ortho
pädischen und neuro
logi
schen
A._
-Gutachters festgestellten
deutlichen
Diskre
panzen
mit dif
fusen und/oder widersprüchlichen
Beschwerdeschil
derun
gen und -verhalten
grenzen zudem
an
Aggravation, wie insbesondere dem neuro
logischen Teil
gutachten zu ent
nehmen ist
,
wo
von bewusstseins
n
aher
Ausge
staltung der Beschwerdeschil
derung betreffend Nacken- und Armschmerzen, Halbseiten
störung
und
Schwin
del
gesprochen wurde (
Urk.
6/214/28).
Auch e
ine be
sondere, insbe
sondere seit 2012 erhöhte Beein
trächtigung der Merkfähigkeit und Ge
dächtnis
leistung
konnte nicht objektiviert werden (
Urk.
6/415/15). Der Be
schwerdeführer kann denn auch noch Auto
fahren (
Urk.
6/415/14). Auch weitere Symptome, namentlich eine depressive Begleiterscheinung etwa mit einer An
triebs
schwäche,
liegen nicht vor
.
Diese Feststellungen sprechen
insgesamt
für
das Vorliegen eines Krankheits
geschehens
bezüglich der Diagnose von ICD-10 F45.4
, das im invaliden
ver
sicherungs
rechtlichen Sinne
zwar nicht als
besonders
leicht, aber auch nicht
als schwer zu bezeichnen ist.
4.3.4
Bezüglich des Indikators des Behandlungserfolges oder der Behandlungsre
sis
tenz (Verlauf und Ausgang von Therapien
; BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2
)
geht aus
den Akten
hervor
,
dass
der Beschwerdeführer
(gemäss seinen Angaben gegen
über den
A._
-Gutachtern)
bezüglich der seit 1992 bestehenden Rücken
be
schwer
den alles versucht und Behandlungen wie Kraniosakraltherapie, Physio
therapie, Musiktherapie, Aromatherapie
sowie
Thermalbäder durchgeführt
habe. D
ies alles habe nicht gehol
fen (
Urk.
6/214/26).
N
unmehr
würden
schon seit län
gerem keine
speziellen Behandlungsmassnahmen mehr durchge
führt, da fast sämtliche bisher applizierten Therapien
die Situation nicht ver
bessert
sondern verschlimmert hätten (
Urk.
6/214/19).
Der psychiatrische
A._
-Gutachter erklärte in seiner Beurteilung dazu, dass alle therapeutischen Bemühungen ge
scheitert seien, hänge wesentlich damit zusam
men, dass der Beschwerde
führer aufgrund der ausgeprägten subjektiven Krank
heits
überzeugung
wenig Moti
vation zeige, trotz allfälliger Restbeschwer
den sich aktiv um seine Genesung zu bemühen und sich den Be
lastungen der
Arbeitswelt wieder auszusetzen (Urk. 6/214/17). Diese Aussage ist
insoweit zu relativieren, als der Beschwerdeführer von April 2011 bis kurz vor der Operation von Ende August 2012 (
Urk.
6/156) eine Tätigkeit als Maler in einem 50%igen Pensum bei seinem Bruder aufgenommen hatte (
Urk.
6
/165/5,
Urk.
6/
260/2
) und
zumindest nach Bekanntgabe des Ergebnisses der
A._
-Begutachtung vom 9. Feb
ruar bis 6.
März 2015 am Eingliederungsprogramm des
E._
teilge
nom
men hat
(Urk. 6/260/1)
. Danach
hat
er sich primär in der Umgebung seines Wohn
ortes
um eine An
stellung
für
leichtere Hilfstätigkeiten als Maler, Hauswart und im Lager
bemüht
(Urk. 6/260/3).
Dies ändert indes nichts daran, dass
sich
der Beschwerdeführer trotz der seit Jahren bekannten
anhaltenden
somato
formen Schmerzstörung
mit selbstlimitierendem Krankheitserleben
, welche auch
im Urteil
vom 22. Novem
ber 2010
gemäss dem
Z._
-Gutachten vom 24. Mai 2007 (
Urk.
6/74/20) zitiert
worden war
(
Urk.
6/118/6
)
, keine
r
darauf ausge
richtete
n
psychia
trisch-psycho
logisch und psycho
somatisch orientierte
n
medizinische
n
Behandlung unter
zogen
und
daher nicht
konsequent alle
ambulanten sowie stationären Optionen etwa mittels regelmässiger psychia
trisch-psycho
logischer Gesprächs- und Verhaltenstherapie
sowie durch statio
näre Behandlung
in einer Schmerzklinik
mit psychiatrischer Begleitung
durch
geführt
hat.
Die vom Beschwerdeführer genannten Therapien (Kraniosakral
therapie, Physio
therapi
e, Musiktherapie, Aromatherapie,
Thermalbäder) sind nicht
ausreichend, zumal es sich dabei hauptsächlich um nicht wissenschaftlich orientierte Methoden der Komplementärmedizin handelt und
in den letzten Jahren
gar keine Therapien mehr durchgeführt wurden.
Vor diesem Hintergrund kann
trotz des chronifizierten, andauernden Krank
heits
geschehens nicht auf ein definitives Scheitern der Behandlung und einer Behandlungsresistenz geschlossen werden.
A
us der
erfolglos gebliebenen Be
hand
lung
kann für den Schweregrad der Störung
somit
nichts
zugunsten des Beschwerdeführers
abgeleitet werden.
4.3.5
Eine
psychiatrische Komorbidität, die als ressourcenhemmender Faktor wirken könnte
(BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3), liegt nicht vor.
Aufgrund der von den somatischen
A._
-Gutachtern festgestellten
objektivierbaren organisch bedingten
Einschränkungen fällt
jedoch
e
ine
organische
Komorbidität als ressourcen
hem
mender Faktor in Betracht.
Wegen
der
Rücken- und Schulter
beschwerden
ist indes lediglich
eine ver
min
derte
B
elastbarkeit
des Rumpfes ohne längerdauernde Zwangs
haltungen von Rumpf und Kopf sowie ohne repetitive Überkopfbewegungen der Arme zu berücksichtigen. Dies
erlaubt
nach Auffassung der Experten
die Ausübung einer leichten bis
maximal
mittelschweren
Tätig
keit ohne
zeitliche
Einschränkung
(
Urk.
6/214/
35
)
, was im Gesamtbild nicht als ressourcenhemmender Faktor zu qualifizieren ist.
A
ufgrund der
(somatisch objektivierbaren) Beschwerden am rechten Ohr mit rechtsseitigem Hörverlust
und
dekompensiertem Tinnitus wurden zwar weitere quali
tative, die Tätigkeitsmöglichkeiten
dementsprechend reduzierende
Ein
schrän
kungen
genannt (keine Tätigkeiten
mit
erhöhtem Störlärm, sturz
gefähr
denden
Arbeiten, mit Eigen- oder Fremd
gefähr
dung oder mit häufigen Rota
tions
bewegungen
, Urk. 6/214/32-33
). Jedoch erlaubt auch dies eine grundsätz
lich ganztägige Tätigkeit.
Ins Gewicht fällt daher nur
d
er in quan
titativer Hinsicht attestierte erhöhte Pau
senbedarf entsprechend einer Ein
schränkung der Leistungsfähigkeit
von 20
%
. Ein
ressourcenhemmender Faktor
ist in diesem Umfang gegeben
.
4.3.6
Bezüglich der im
Komplex Persönlichkeit (
BGE 141 V 281
E. 4.3.2) zu prüfen
den Merkmale
finden sich
- bei bis zum Unfall Mitte 2003 (
Urk.
6/13/32)
unauffälligem Lebenslauf (Urk. 6/74/6-7) und nach wie vor intak
tem Sozial
le
ben (Urk. 6/248/14-15) -
keine Hinweise
,
welche im Rahmen der umfassenden Ressourcenprüfung ins Gewicht fallen könnten
.
Insbesondere bestehen keine in der Persönlichkeit angelegte
n
Belastungen, welche das Leistungsvermögen und die funktionellen Folgen der Gesund
heitsschädigung negativ zu beeinflussen vermöchten.
D
er soziale Lebenskontext (
BGE 141 V 281
E. 4.3.3
)
mit Einbettung in die Fami
lie und
dem
Bekanntenkreis
enthält
sodann
be
stätigende, sich potenziell günstig auf die Ressourcen auswirkende Faktoren
. Allfällige direkt negative funktionelle Folgen durch soziale Belastungen
,
wie etwa aufgrund der Krebserkrankung der Ehefrau
,
sind
dabei
rechtsprechungsgemäss auszuklammern.
4.3.7
Beweisrechtlich entscheidend ist
hier schliesslich auch
der Aspekt
der Kon
sis
tenz
mit den verhaltensbezogenen Kategorien
(BGE 141 V 281
E. 4.4)
im Sinne einer Konsistenzprüfung der Folgenabschätzung aus dem wie hiervor festge
stellten funktionellen Schweregrad (BGE 141 281 E. 4.3).
In Bezug auf den Indikator einer
gleichmässigen Einschränkung des Aktivitäts
niveaus in allen ver
gleich
baren Lebens
berei
chen
(BGE 141 V 281 E. 4.4.1)
ist festzuhalten, dass das Aktivitätsniveau
des Beschwerdeführers
in der Freizeit mit der von den Experten attestierten 80%igen Arbeitsfähigkeit bei erhöhter Pausenbedürftigkeit in einer leidensangepassten, leichten bis maximal mittel
schweren Tätigkeit vereinbar ist. So
hat er das Bedürfnis
,
sich zwischendurch am Tag hinzulegen, jedoch
besteht kein sozialer Rückzug
,
der
Beschwerdeführer
unternimmt regelmässige
Spaziergänge
mit
der
er
krank
t
e
n
Ehefrau
und dem Hund
,
er
trifft sich mit Freunden und
Bekannten,
besucht den Schrebergarten und unternimmt dort (im Vergleich zu früher weniger) Gärt
nerarbeiten
,
er fährt Auto
,
insbesondere
kürzere Strecken
zum Einkaufen und zu Arztterminen
,
und
er reiste nach
L._
in die Ferien
(
Urk. 6/214/11,
Urk.
6/214/14).
Eine
über die
in somatischer Hinsicht
attestierte Arbeitsunfähigkeit
hinaus
bestehende
mass
gebliche funk
tionelle Einschränkung
lässt sich somit nicht begründen.
Schliesslich lässt sich a
us
der Inanspruchnahme von therapeutischen Op
tionen (BGE 141 V 281 E. 4.4.2)
beim
Beschwerdeführer
angesichts der - wie hiervor
ausgeführt
(E. 4.3.4) - nicht ausgeschöpften Behandlungsoptionen nicht auf einen
besondere
n
Leidensdruck
schliessen
.
Die
Aufnahme der Behandlung bei Dr.
D._
(vgl
. E
.
4.2.1
) und die Teilnahme am Praxis Check des
E._
(Urk. 6/260) erfolgten
während des laufenden Versicherungsverfahrens und sind daher
rechtsprechungsgemäss
nicht massgeblich.
Die Prüfung der
Konsistenz
bestätigt somit
die
festgestellten
Folgen des
funktio
nellen Schweregrad
s
in dem Sinne, dass
aufgrund der Schmerzstörung
keine
Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit über die objektivierbar
en
, somatisch bedingten Einschränkungen anzunehmen ist.
5.
5.1
5.1.1
Nach dem Gesagten
bleibt es
bei den durc
h die somatischen
A._
-Gutachter
fest
gestellten Einschränkungen und es ist
für die hier massgebliche Zeit ab Januar 2013
von
eine
r
80%igen Arbeitsfähigkeit
in einer leidensangepassten
Tätigkeit
bei ganztägiger
Präsenz
mit dem folgen
den Anforderungsprofil auszugehen:
körperlich leichte bis maximal (ausnahms
weise) mittelschwere Tätigkeit mit einer Hebe- und Tragelimite von 10 Kilo
gramm, ausnahmsweise 15 Kilo
gramm,
ohne länger dauernde Z
wangs
haltung von Rumpf und Kopf,
ohne repe
titive Überkopf
bewe
gungen der Arme, ohne Notwendigkeit einer normalen auditiven Kapazität oder eines intakten Rich
tungshörens
und
ohne Arbeiten unter erhöh
tem Stör
lärm, mit Sturz-, Eigen- oder Fremdgefährdung und mit
häufigen Rota
tions
bewegungen (Urk.
6/214/35-37
;
zur unstrittigen 100%igen Arbeitsunfähig
keit in der angestammten Tätigkeit als Maler
,
vgl. E. 3.3.1 hiervor).
5.1.2
An diesem Ergebnis vermögen sämtliche weiteren Vorbringen
von Dr.
D._
gemäss
ihrer Evaluation vom 25. Oktober 2014
(
Urk.
6/248)
und
des
Beschwerdeführer
s
(
Urk.
1,
Urk.
12) nichts zu ändern.
Namentlich kann der
Beschwerdeführer
(Urk.
12 S. 4 ff.
)
weder aus
dem Ver
zicht der Beschwerdegegnerin auf eine Beschwerdeantwort (
Urk.
5)
noch aus dem Bericht
vom
6.
März 2015
des
E._
über den
arbeitsmarktrechtlichen
Pra
xis Check, der nicht unter ärztlicher Leitung erfolgte (
Urk.
6/260), etwas zu sei
nen Gunsten ableiten.
Eine Verletzung der Abklärungspflicht der Be
schwerde
gegnerin liegt nicht vor.
Die
vom Beschwerdeführer (
Urk.
1 S. 6 ff., Urk. 12
S.
9 ff.
) verneinte
Frage
nach der
Verwertbarkeit der medizinisch attestierten Rest
arbeitsfähigkeit
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
ist
ferner
nicht
unter dem Titel der „Schlüssigkeit des
A._
-Gutachtens“ (
Urk.
12 S. 8) zu diskutieren
. Sie ist nicht von den Ärzten zu beantworten, sondern ist eine Rechtsfrage
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_575/2013 vom 1
8.
November 2013 E. 5.2
mit Hinweis
)
.
5.2
5.2.1
Bezüglich
der
Fr
age
nach der Verwertbark
eit der Restarbeitsfähigkeit
ist zu prü
fen, ob der in Betracht zu ziehende ausgeglichene Arbeitsmarkt (BGE 110 V 273 E. 4b; vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.2) der versicherten Person trotz ihrer
gesundheitlichen Einschränkungen noch zumutbare Einsatzmöglichkeiten bietet (Urteil
des Bundesgerichts
8C_728/2012 vom
8.
Mai 2013 E. 4.3.2).
Von einer versicherten Person können rechtsprechungsgemäss nur Vorkehren verlangt werden, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und sub
jektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind. An die Konkre
tisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind jedoch recht
sprechungs
gemäss keine übermässigen Anforderungen zu
stellen (SVR 2008 IV Nr. 62 S.
203, 9C_830/2007 E. 5.1 mit Hinweis). Für die Invaliditätsbemessung ist nicht massgeblich, ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhält
nissen vermittelt werden kann, sondern einzig, ob sie die ihr verbliebene Ar
beitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die verfügbaren Arbeits
plätze dem Angebot an Arbeitskräften entspre
chen würden (AHI 1998 S. 287 E.
3b S. 290 f., I 198/97). Zu berücksichtigen ist zudem, dass der ausgeglichene Arbeitsmarkt (
Art.
16 ATSG) auch sogenannte Nischenarbeitsplätze umfasst, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können (Urteil
des Bun
desgerichts
9C_95/2007 vom 2
9.
August 2007 E. 4.3 mit Hinweisen). Von
einer Arbeitsgelegenheit kann nicht mehr gesprochen werden, wenn die zu
mutbare Tätigkeit nurmehr in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausge
glichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realis
tischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausge
schlossen erscheint (
zum Ganzen:
Urteil des Bun
desgerichts 8C_575/2013 vom 18.
November 2013 E. 5.2.1 mit Hinweis).
Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen
Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungslast nicht mehr zumutbar ist. Fehlt es an einer wirtschaftlich verwertbaren Resterwerbsfähigkeit, liegt eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vor, die einen Anspruch auf eine ganze Invali
denrente begründet (Urteil des
Bundesgerichts
I 831/05 vom 2
1.
August 2006
E. 4.1.1 mit Hinweisen). Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das ver
bliebene Leistungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ver
wer
ten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt von den Umständen des Einzelfalls ab. Massgebend können die Art und Beschaffen
heit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch
Persönlich
keitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein (Urteile
des Bundesgericht 9C_153/2011 vom 22. März 2012 E. 3.1 und
9C_918/2008 vom 2
8.
Mai 2009 E. 4.2.2 mit Hinweisen
; zum Ganzen:
BGE 138 V 457
E. 3.1
).
Für den Zeitpunkt, in welchem die Frage nach der Verwertbarkeit der (Rest-) Arbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter beantwortet wird, ist auf das Feststehen der medizinischen Zumutbarkeit einer (Teil-)Erwerbstätigkeit abzustellen
(
BGE 138 V 457 E. 3.3).
Die medizinische Zumutbarkeit einer (Teil-)Er
werbs
tä
tigkeit
steht fest, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuverlässige Sachverhaltsfeststellung erlauben
(BGE
138 V 457
E. 3.4).
5.2.2
Hier
stand nach der Neuanmeldung vom 2
6.
Juli 2012 (Eingangsdatum; Urk. 6/151) mit dem
A._
-Gutachten vom 28. April 2014 die medizinische Zumutbarkeit einer Teilerwerbstätigkeit von 80
%
mit ganztägiger Präsenz fest.
Die Frage nach ihrer Verwertbarkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt ist somit bemessen auf diesen Zeitpunkt zu beurteilen,
in welchem
der Be
schwer
deführer 58 Jahre alt war.
Damit verblieben dem Beschwerdeführer
für die Ausübung einer leidensange
passten Tätigkeit
ab Mai 2014
immerhin noch
sieben Jahre bis zu seiner Pensi
onierung
. Allein aufgrund des Alters ist die Verwertbarkeit der Restarbeit
fähig
keit
daher
zu bejahen
(
vgl. Urteil des Bun
desgerichts
9C_954/2012
vom 10.
Mai 2013
E. 3.2.1
). Dies gilt auch unter Berücksichtigung
der Umstände
, dass
der Beschwerdeführer
über eine vierjährige Schulbildung und keine Berufsausb
il
dung verfügt (
Urk.
6/214/10) sowie
über zwanzig Jahre
seines Berufs
lebens als
(Hilfs-)
Maler tätig war und - mit Ausnahme der
50%igen
Tätigkeit als Maler von April 2011 bis Juli 2012
-
seit
2004
keine
r
Er
werbstätigkeit mehr nachge
gangen ist
(Urk. 6/74/6, Urk.
6/214/10)
. Denn der dadurch erhöhte
Umstellungs- und Ein
arbeitungs
aufwand
macht
bei einer
siebenjährigen mög
lichen Anstel
lungsdauer das Entgegenkommen
eines
Ar
beitgeber nicht
unwahr
scheinlich
, zumal dieser bei Hilfs
tätigkeiten nicht erheblich ist.
Die Not
wendigkeit einer
langen,
intensiven und zeitlich
aufwändigen
Einarbeitung in die in Frage kom
menden Tätigkeiten als Hilfsarbeiter ist
nicht anzunehmen
.
Auch kann der Beschwerdeführer aus dem Hinweis auf die angebliche übliche Frühpensionie
rung im Malergewerbe (
Urk.
12 S. 9 ff.) nichts zu seinen Gunsten ableiten,
da
es bei der Frage der Verwertbarkeit
der Restarbeitsfähigkeit nicht um eine Tätigkeit als Maler geht.
Für die Annahme der Verwertbarkeit spricht zudem, dass der Be
schwerde
führer
über die Aufenthaltsbewilligung C
verfügt
(Urk.
6/10
/1
, Urk. 6/166/1
),
seit Jahr
zehnten in der Schweiz wohnt und sozial eingegliedert ist,
nach wie vor zumin
dest kurze Strecken mit dem Auto fahren
kann
(Urk. 23 S. 16)
sowie
die
Mobi
lität auch zu Fuss oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nicht einge
schränkt ist
. Zudem verfügt er
gemäss dem Bericht des
E._
vom
6. März 2015
über hervorragende handwerkliche Fähigkeiten, einen konzentrierten Arbeits
stil mit einem überlegten Vorgehen
,
gute
soziale
Kompetenzen
und er kann
bei der Verarbeitung von Materialien wie Papier, Klebefolien oder Verlei
mungen jeg
licher Art auf sein Fachwissen als Maler zurückgreifen
(Urk.
6/260/1-2
).
Ebenso wenig liegen Persönlichkeitsprobleme vor, welche eine Arbeitsintegration und Teamfähigkeit erheblich er
schweren
würden.
Des
W
e
i
teren
erleichtert
die Quan
tität des verbleibenden 80%igen Pensums mit einer
grundsätzlich ganztägigen Präsenzfähigkeit
die Ver
wertbarkeit
der Rest
arbeits
fähigkeit. Auch die Art und Häufung der quali
tativen Einschrän
kungen
(Hebe- und Tragelimite von
10 Kilogramm, ausnahmsweise 15 Kilo
gramm, keine länger dauernde Zwangs
hal
tung von Rumpf und Kopf, repe
titive Über
kopf
bewegungen der Arme, keine Notwendigkeit einer normalen auditiven Kapazität oder eines intakten Rich
tungshörens, keine Arbeiten unter erhöhtem Störlärm, mit Sturz-, Eigen- oder Fremdgefährdung und mit
häufigen Rota
tions
bewegungen;
Urk. 6/214/35-37)
verunmöglichen
nicht sämtliche Einsatz
möglichkeiten als Hilfsarbeiter.
Mit dem erhöhten Pausenbedarf, dem Aus
schluss von Zwangs
haltungen und den auditi
ven Schwierigkeiten werden zwar Tätigkeiten ausgeschlossen, welche etwa am Fliessband in einer lauten Werk
halle erfolgen. Jedoch gibt es auch ruhige Werkstätten, bei denen die Arbeit selbständig eingeteilt werden kann und kein Fliessband eingesetzt wird.
Auch leichte Magaziner-, Montage- und Ver
packungs
arbeiten
, firmeninterne Postver
teilung und
Archiv
dienste mit oder ohne
gelegentliche
Kurierdienste
sind mit dem Belastungsprofil vereinbar
.
Mit einem Ent
gegenkommen des Arbeitsgebers
kommen auch
Kontroll- oder Über
wa
chungs
arbeiten in
kleineren Industriebetrieben
in Frage
.
Ob die Tätigkeit als
Park
platz
wächter
, welche
der neurologische
A._
-Gutachter als zumut
bar erachtete (
Urk.
6/214/29
),
realistisch ist, kann angesichts der übrigen Optionen offen bleiben. Jedenfalls
kann
der
Ansicht
des
Beschwerdeführer
s
,
es gebe keine Park
platzwächter in Parkhäusern
m
ehr, welche nicht umfassende Aufgaben
mit Bedienung der Kassenautomaten und technischer Störungsbehebung beinhalten würden,
so dass eine technische Ausbildung im IT-Bereich nötig wäre, nicht gefolgt werden.
Die arbeitsmarktliche Einschätzung der Mitarbeiter des
E._
(
Urk.
6/260/3)
so
dann
ändert nichts
an den verbleibenden Anstellungsmöglichkeiten
, da diese sich nicht auf den hier massgeblichen ausgeglichenen Arbeitsmarkt bezieht.
Hinzu kommt, dass
der Beschwerdeführer die Arbeitsvermittlung der Invaliden
versi
cherung (Art. 18 IVG)
in Anspruch nehmen
kann
.
5.2.3
Stellt man die
persönlichen und beruflichen Gegebenheiten den objektiven An
forderungen eines ausgeglichenen Arbeitsmarktes gegenüber, kommt man zum
Schluss, dass
sie einen Arbeitgeber realistischerweise nicht davon abhalten wür
den, den 5
8
-jährigen Beschwerdeführer
ab
Mai 2014
für eine
ganztägige Ver
weisungstätigkeit
zu 80 %
mit der Möglichkeit zu
vermehrten Pausen ein
zustel
len (vgl. zur damit übereinstimmenden
bundesgerichtlichen Kasuistik
: Urteil
des Bundesgerichts
9C_124/2010 vom 2
1.
September 2010
E. 5.2-3)
.
Die erwerbli
che Verwertbarkeit der 80%igen Restarbeitsfähigkeit auf dem aus
geglichenen Arbeitsmarkt in einer leidensangepassten Tätigkeit ab
Mai 2014
ist folglich zu bejahen.
5.3
Sämtliche
übrigen
Vorbringen des
Beschwerdeführers
führen zu keinem anderen Ergebnis. Das gilt insbesondere auch, soweit weitere medizinische Abklärungen verlangt werden. Der rechtsrelevante Sachverhalt
im hier relevanten Zeitraum
ist genügend abgeklärt
. Von z
usätzliche
n
Beweismassnahmen
sind keine zu
sätzlichen
ent
scheidrelevanten Erkenntnisse darüber zu erwarten, weshalb da
von abzu
sehen ist
(anti
zipierte Beweiswürdigung; vgl. dazu BGE 124 V 90 E. 4b, 122 V 157 E. 1d)
.
Auch eine, wie vom Beschwerdeführer geforderte zusätzliche berufliche Erhebung durch die Berufsberatung (
Urk.
1 S. 10) ist nach dem Gesagten nicht angezeigt
.
6.
6.1
Der Invaliditätsgrad ist mittels eines Einkommensvergleichs von
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben (vgl. BGE 129 V 223 f. E. 4.2 in fine, 128 V 174). Massgeblich ist aufgrund des frühestens mög
lichen Rentenbeginns das Jahr 2013 (vgl. E. 3.3.1).
6
.2
6
.2.1
Das hiesige Gericht
setzte
das Valideneinkommen
im Urteil
IV.2009.00553
vom 2
2.
November 2010
bezogen auf das Jahr 2008 auf Fr. 76‘294.
-- fest
(Urk. 6/118/8).
Davon ging auch die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Ent
scheid aus (
Urk.
2 S.
3
), was der Beschwerdeführer nicht anzweifelte
(Urk. 1 S. 11 ff.)
.
Unter Berück
sichtigung der Nominallohnentwicklung
von 2008 bis 2013
(Bundes
amt
für Statistik [BFS]
, Schweizerischer Lohnindex nach Wirt
schaftszweigen, Nominal
lohnindex Männer [2005 = 100, Tabelle T1.1.05], Bau
gewerbe, 2008: 104.8; 2010: 107.7 und Nominallohnindex Männer [2010 = 100, Tabelle T1.1.10], Bau
gewerbe, 2010: 100, 2013: 102.3)
resultiert ein Validenein
kommen im Jahr 2013 von Fr. 80‘208.50 (Fr. 76‘294.-- : 104.8 x 107.7 = Fr. 78‘405.20 (2010); Fr. 78‘405.20 : 100 x 102.3).
6.2.2
Das Invalideneinkommen wurde im Urteil IV.2009.00553 vom 2
2.
November 2010
aufgrund der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2008 des Bun
des
amtes für Statistik (BFS)
, und zwar anhand der Tabell
e TA1, Anforderungs
niveau
4 (einf
ache und repetitive Tätigkeiten)
, Total Männer,
festgelegt
(Urk.
6/118/8)
. Die Beschwerdegegnerin stellte im angefochtenen Entscheid auf die LSE 2010
, ebenfalls Anforde
rungsniveau 4, Total Männer,
ab (Urk. 2 S. 3).
Dies i
st entgegen der Ansicht des Beschwerdeführer
s
, der vorbringt, die Mehr
heit der in TA1 Ziffer 02 bis 96 aufgeführten Tätig
keiten seien mit dem Anfor
derungsprofil nicht vereinbar (
Urk.
1 S. 11 f.)
, nicht zu bean
standen. Denn es sind, wie hiervor aufgezeigt, in unterschiedlichen Wirtschaftszweigen Tätig
kei
ten denkbar. Auch wenn für den Beschwerdeführer eine Tätigkeit in der Gast
ronomie eher nicht in Frage kommt, ist diese Wirtschaftsbranche dennoch im Gesamtdurchschnitt einzubeziehen, zumal das geringe Einkommen in der Gast
ronomie den Dur
ch
schnittswert senkt.
Für das hier massgeblich
e
Jahr ist
zudem
von der (
seit 2012 in revidierter Form d
urch
ge
führten) LSE 2012, TA1,
Privater Sektor, Kompetenzniveau 1, Total Männer
, mit einem Lohn von Fr. 5‘210.-- auszugehen
(vgl. zur Revision und Anwend
barkeit der LSE ab 2012: IV-Rundschreiben des Bundesamtes für Sozialver
sicherungen Nr. 328 vom 22. Oktober 2014 und Nr. 349 vom 20. Juni 2
016; BGE 142 V 178 E. 2.5.8.1).
Unter Berücksichtigung ei
ner durch
schnitt
lichen (vom BFS
erhobenen) wöchent
lichen Ar
beitszeit von 41,7 Stunden im Jahr 2012 (
Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stun
den pro Woche, Tabelle T 03.02.03.01.04.01, Abschnitt A-S, To
tal) und der
allge
meinen
Nominal
lohnentwicklung von 2012 bis 2013
(
BFS
, Schweizerischer Lohnindex nach Wirt
schaftszweigen, Nominallohnindex Männer [2010 = 100, Tabelle T1.1.10], Total, 20
12: 101.7, 2013
:
102.5
)
be
trug das massgebliche
Durch
schnittseinkommen im Jahr 201
3
Fr.
65‘689.80
(Fr. 5‘210.-- x 12; : 40, x 41,7; : 101.7 x
102.5), was bei einem Pensum von
80
%
den Betrag von Fr. 52‘551.85 ergibt.
6.2.3
Dieser Betrag ist recht
sprechungsgemäss zu kürzen, wenn persönliche und be
ruf
liche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienst
jahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswir
kungen auf die Lohnhöhe haben (BGE 124 V 321 E. 3b/aa).
Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeits
fähig
keit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Ein
kommen ver
werten kann
(
vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75
). Der Abzug ist unter Würdigung der Um
stände im Einzelfall nach pflicht
gemässem Ermes
sen ge
samthaft zu schätzen und darf 25 % nicht über
steigen (BGE 134 V 322 E. 5.2; Urteil des Bundesgerichts 8C_361/2011 vom 20. Juli 2011 E. 6.1 mit weiteren Hinweisen).
Die Beschwerdegegnerin stellte sich im angefochtenen Entscheid auf den Stand
punkt,
es sei kein solcher Abzug vorzunehmen, da die gesundheitlichen Ein
schrän
kungen bereits mit
20
%
igen Leistungseinbusse berücksichtigt worden seien (Urk. 2 S. 3). Der Beschwerdeführer wendet dagegen ein,
dies sei rechts
widrig, da insbesondere invaliditätsfremde Faktoren das Erzielen eines durch
schnittlichen Einkommens
verunmöglichten
.
Es
seien insbesondere das fortge
schrittene Alter und die fehlende Berufsausbildung zu berücksichtigen
,
und es sei ein Abzug von 20
%
gerechtfertigt
(
Urk.
1 S. 12 f.).
Hierzu gilt das Folgende:
Dem Umstand, dass
der Beschwerdeführer
vermehrt Pausen benötigt und eine
krankheits
bedingte Minderleistung besteht, wurde bereits
mit dem um 20
%
ver
minderten Rendement hinreichend Rechnung getragen
. Dieser Umstand
darf ent
sprechend nicht zusätzlich mit einem Abzug
versehen
und damit doppelt heran
gezo
gen werden (
vgl.
Urteile des Bun
desge
richts 9C_581/2016 vom 24.
Januar 2017 E. 3 und 9C_584/2015 vom 1
5.
April 2016 E.
6.2).
Es besteht im Übrigen denn auch kein ernsthafter Grund zur Befürch
tung, ein poten
tieller Arbeitgeber, der sich mit einer
8
0
%
eines Vollzeit
pensums (mit unein
ge
schränktem Einsatz) ausmachenden Leistungs
er
bringung begnügen und eine entsprechende Stelle anbieten kann, würde bei der Entlöhnung von einem tieferen Lohnansatz als bei eine
m
vo
ll einsatzfähigen Arbeitnehmer
mit entsprechend höherem Rendement ausgehen. Unter dem Aspekt des reduzier
ten Beschäftigungsgrades
bei ganztägiger Präsenz
lässt sich daher ein Abzug vom auf tabel
larischer Grundlage ermittelten Invaliden
ein
kommen nicht rechtfertigen (
vgl. Urteile
des Bundesgerichts 8C_379/2011 vom
2
6.
August
2011 E.
4.2.3,
8C_419/2012 vom 2
1.
Septembe
r 2012 E. 3
,
8C_176/2012 vom 3.
September 2012 E. 8 und
9C_796/20
13 vom 2
8.
Januar 2014 E. 3.1.2
).
Auch d
ie gesundheitlich bedingte Unmöglichkeit, weiterhin kör
perlich schwere Arbeit zu verrichten, führt nicht automatisch zu einer Vermin
derung des hypothetischen Invalidenlohnes, weil der Tabellenlohn im Anforde
rungsniveau 4 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundesgerichts 9C_455/2013 vom
4.
Oktober 2013 E. 4.4).
Auch d
as Angewiesensein auf das Entgegenkommen eines ver
ständnisvollen Arbeitgebers stellt praxisgemäss kein anerkanntes eigen
ständiges Abzugskrite
rium dar (vgl. Urteil
e
des Bundesgerichts 8C_176/201
2 vom 3. Sep
tember 2012 E. 8 und
8C_91/2013 vom 2
2.
August 2013 E. 3.3.4).
Mangelnde Be
rufsbildung
gibt
(ins
besondere auf diesem Anforderungs
niveau) ebenfalls kei
nen Anlass zu einem leidensbedingten Abzug. Es stehen ihm genü
gend Stellenprofile offen, welche den medizinischen Anfor
derungen an eine
lei
densangepasste, körperlich leichte
Tätigkeit gerecht werden, ohne dass sie des
wegen mit höheren Erfordernissen bezüglich Ausbil
dung und Sprach
kenntnisse ver
bunden wären (vgl. Urteil des Bundes
gerichts 8C_83/2009
vom 15. Mai 2009
E.
4.2.4.2).
Auch aufg
rund der Ausländereigenschaft und der Aufenthaltskate
gorie
C
sind beim über
Jahrzehnte
in der Schweiz erwerbstätig gewesenen Beschwerdeführer keine negativen Auswirkungen auf den Verdienst anzuneh
men.
Der Umstand sodann, das
s das Alter die Stellensuche faktisch negativ beein
flussen kann,
muss
als invaliditätsfremder Faktor unberücksichtigt bleiben (Urteil des Bun
desgerichts 8C_808/2013 vom 14.
Februar 2014 E. 7.3).
Hilfs
ar
beiten
werden
auf dem mass
gebenden hypothe
tischen ausgeglichenen Arbeits
markt (Art. 16 ATSG)
zudem
grund
sätz
l
ich altersun
abhängig angeboten. Mit der Beschwerdegegnerin
besteht hier
daher
praxis
gemäss keine Veranlassung, dem Alter des Beschwerdeführer
s
bei der Ermittlung des Invalideneinkommens durch Berücksichtigung eines Tabellen
lohn
abzuges Rechnung zu tragen
(vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_450/2016 vom
6.
Oktober 2016
E. 5.3.2)
.
Jedoch anerkennt d
ie Rechtsprechung unter dem Titel Beschäftigungsgrad bei Männern, welche aus gesundheitlichen Gründen nur noch teilzeitlich erwerbs
tätig sein können, einen Abzug vom Tabellenlohn nach BGE 126 V 75 (Urteil des Bundesgerichts 8C_20/2012 vom
4.
April 2012 E. 3.2). Damit soll dem Umstand Rechnung getragen werden, dass bei Männern statistisch gesehen Teil
zeitarbeit vergleichsweise weniger gut entlöhnt wird als eine Vollzeittätigkeit (Urteil des Bundesgerichts
9C_796/2013 vom 2
8.
Januar 2014 E. 3.1.2 mit Hin
weisen
).
Insgesamt rechtfertigt sich damit ein Abzug von 10
%
, so dass ein Invaliden
einkommen von Fr. 47‘296.65 resultiert.
6.3
Die Differenz des Invalideneinkommen
s
zum Valideneinkommen beträgt Fr. 32‘911.85, was
einen
Invaliditätsgrad von
41 % ergibt. Der Beschwerde
füh
rer hat
im Ergebnis
folglich Anspruch auf eine Viertelsrente
(
Art.
28
Abs.
2 IVG) ab dem
1.
Januar 2013.
D
ie angefochtene Verfügung vom 1
3.
November 2015
ist somit in teilweiser Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und es ist festzustellen, dass
der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Viertelsrente ab Januar 2013 hat.
7.
Da der Streitgegen
stand die Be
willigung oder Verweigerung von Ver
sicherungs
leistungen betrifft, ist das Ver
fahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensauf
wand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG), ermessensweise
auf Fr. 9
00.-- anzusetzen und der Beschwerde
gegnerin aufzu
erlegen.
Dem Beschwerdeführer steht eine Prozessentschädigung zu, welche nach Art. 61 lit. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das Sozial
ver
siche
rungs
gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache,
nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen auf Fr.
3‘200.-
- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) fest
zusetzen ist.