Decision ID: e60fbea8-8c6a-40b6-9b4e-f0de7c14c798
Year: 2010
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
K._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Urs Bertschinger, St. Gallerstrasse 46, Postfach
945, 9471 Buchs SG 1,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a Am 26. November 2005 meldete sich K._ zum Bezug einer Invalidenrente an. Er
gab an, als Gitarrenlehrer und daneben als Konzertgitarrist tätig zu sein (act. G 8.4). In
der Folge holte die IV-Stelle verschiedene Arztberichte und ein neurologisches
Gutachten ein (act. G 8.13, 8.15, 8.26). Vom 3. bis 5. Juli 2007 wurde der Versicherte
durch die Academy of Swiss Insurance Medicine, Basel (nachfolgend: asim)
psychosomatisch, internistisch, rheumatologisch und neurologisch untersucht und
begutachtet. Im Gutachten vom 28. August 2007 wurden folgende Diagnosen mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt: 1. eine rezidivierende depressive Störung
gegenwärtig leichte Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10: F33.0); 2. ein Status
nach Suizidversuch; 3. ein leichtes chronisches zervikospondylogenes
Schmerzsyndrom mit/bei Diskushernie C6/7 links, Diskektomie und Spondylodese
05.07.05, residueller Hypästhesie im proximalen Dermatom C7 links, Chondrose C3/4
und C5/6, rechtslateral bis nach intraforaminal reichender Diskushernie C5/6 rechts mit
mittelgradiger Einengung des Neuroforamens C5/6 rechts klinisch ohne
Radikulopathie, DD Diskopathischer Schmerz, segmentaler Hypomobilität der unteren
Halswirbelsäule linksbetont und aktuell keinem sicheren Hinweis für ein radikuläres
sensomotorisches Reiz- oder Ausfallsyndrom links sowie 4. eine Periathropathia
humero scapularis tendinotica rechts mit/bei leichter Atrophie der Supraspinatussehne
rechts mit Insertionstendinopathie, intakter Rotatorenmanschette, Abheben der rechten
Scapula bei Armabduktion und beginnender Omarthrose rechts. Als Gitarrenlehrer
bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 70%, entsprechend 53⁄4 Stunden pro Tag. Für die
Einschränkung seien die psychiatrischen Befunde und Diagnosen ausschlaggebend.
Als Konzertgitarrist, mit der Notwendigkeit zur Einnahme von länger dauernden
Zwangspositionen, bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50%, entsprechend 4.2 Stunden
pro Tag. Hierfür seien die Diagnosen und Befunde im rheumatologischen Fachgebiet
ausschlaggebend. In der Gesamteinschätzung sei es allerdings zu bezweifeln, ob die
medizinisch-theoretisch attestierte Arbeitsfähigkeit als Konzertgitarrist umgesetzt
werden könne. In sämtlichen körperlich leichten Verweistätigkeiten ohne Notwendigkeit
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zur Einnahme von länger dauernden Zwangspositionen bestehe eine Arbeitsfähigkeit
von 70%, entsprechend 53⁄4 Stunden pro Tag (act. G 8.48).
A.b Im Schlussbericht vom 18. Dezember 2007 hielt der Berufsberater fest, der
Versicherte habe mitgeteilt, dass er kein Interesse an einer beruflichen Massnahme wie
z.B. einer Umschulung habe. Auf eine Nachfrage mit persönlichem Mail habe er
bekräftigt, dass er nicht an beruflichen Massnahmen interessiert sei. Der Berufsberater
schloss den Fall ab (act. G 8.58).
B.
Mit Vorbescheid vom 4. April 2008 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in Aussicht,
dass er keinen Anspruch auf eine Invalidenrente habe (act. G 8.66). Mit Verfügung vom
30. Mai 2008 entschied die IV-Stelle gemäss Vorbescheid und lehnte das
Rentenbegehren des Versicherten ab. Sie ermittelte hierbei ein Valideneinkommen von
Fr. 62'013.-- sowie ein Invalideneinkommen von Fr. 56'000.-- und errechnete
entsprechend einen Invaliditätsgrad von 10% (act. G 8.70).
C.
C.a Mit Eingabe vom 2. Juli 2008 erhebt der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt
Urs Bertschinger, Beschwerde (act. G 1), die er am 29. August 2008 begründen lässt
(act. G 3). Der Vertreter beantragt, es sei die Verfügung vom 30. Mai 2008 aufzuheben.
Dem Beschwerdeführer sei rückwirkend ab dem frühest möglichen Zeitpunkt
mindestens eine halbe Invalidenrente zuzusprechen. Eventualiter sei die Sache zur
Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Zur Begründung macht er
im Wesentlichen geltend, bei der Berechnung des Valideneinkommens sei das
Einkommen des Beschwerdeführers als Konzertgitarrist zu Unrecht gänzlich ausser
Acht gelassen worden. Der Beschwerdeführer sei bis zum Bandscheibenvorfall ein
absoluter Profi auf der Gitarre gewesen und habe mehrheitlich als Solist pro Jahr
durchschnittlich ca. zehn Konzerte auf der ganzen Welt absolviert. Dabei habe er pro
Konzert in der Regel Gagen in der Höhe von jeweils zwischen Fr. 1'500.-- bis Fr.
3'000.-- erhalten. Dazu seien diverse kleinere Auftritte wie beispielsweise an
Vernissagen gekommen. Das Valideneinkommen des Beschwerdeführers als
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Konzertgitarrist sei mit mindestens Fr. 20'000.-- zu veranschlagen, womit das
Valideneinkommen gesamthaft Fr. 82'013.-- betrage. Für das Invalideneinkommen
habe die Beschwerdegegnerin auf Tabellenlöhne abgestellt. Dabei sei sie jedoch
fälschlicherweise von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen. Da der
Beschwerdeführer gemäss asim-Gutachten nur zu 70% arbeitsfähig sei, betrage das
Invalideneinkommen korrekterweise Fr. 39'200.--. Es resultiere ein Invaliditätsgrad von
52%, was einen Anspruch auf eine halbe Invalidenrente ergebe.
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 13. November 2008 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung bringt sie im
Wesentlichen vor, für die Invaliditätsbemessung seien grundsätzlich nur Einkünfte
relevant, welche die versicherte Person aus einer auf die Erzielung von
Erwerbseinkommen gerichteten Tätigkeit gewinne und die dergestalt der AHV-
rechtlichen Beitragspflicht unterlägen. Im Regelfall seien somit die im individuellen
Konto ausgewiesenen Einkünfte aus selbstständiger Erwerbstätigkeit als Grundlage für
die Bemessung des Valideneinkommens heranzuziehen. Unbestritten sei das
Valideneinkommen als Musiklehrer in der Höhe von Fr. 62'013.--. Gemäss Auszug aus
dem Individuellen Konto (IK) entspreche dieses angenommene Einkommen ungefähr
den erzielten Einkünften des Beschwerdeführers. Ein höheres Einkommen habe er
gemäss IK-Auszug nie zu erreichen vermocht. Die vom Beschwerdeführer geltend
gemachten Einnahmen als Konzertgitarrist seien aus dem IK-Auszug nicht ersichtlich,
obwohl sie mit wenigen Ausnahmen der Beitragspflicht unterstanden wären. Zudem
lägen auch keine Steuerbelege für die erzielten Einkommen als Konzertgitarrist vor,
obschon die Einnahmen wegen der Satzbestimmung hätten deklariert werden müssen.
Massgebend für die Berechnung des Valideneinkommens seien der IK-Auszug und die
Einkünfte, die AHV-rechtlich der Beitragspflicht unterliegen würden. Da die Einkünfte
aus der Konzerttätigkeit jedoch beitragsrechtlich nicht abgerechnet worden seien,
könnten diese auch nicht beim Valideneinkommen berücksichtigt werden. Eine solche
Anrechnung wäre wider Treu und Glauben. Bei der Berechnung des
Invalideneinkommens sei die IV-Stelle versehentlich nicht von einer 70%igen, sondern
von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen, was der Beschwerdeführer zu
Recht bemängle. Jedoch liege der Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers auch unter
Berücksichtigung eines Invalideneinkommens von Fr. 39'200.-- unter den
rentenbegründenden 40% (act. G 8).
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C.c Mit Replik vom 16. Januar 2009 hält der Vertreter des Beschwerdeführers an
seinen Anträgen fest. Dessen Einkommen als Konzertgitarrist sei Gegenstand der
Besteuerung gewesen. Unter Berücksichtigung der notwendigen jährlichen
Berufsauslagen (auswärtige Unterkunft und Verpflegung, Flugreisen, Kurse,
Instrumentenunterhalt und -erneuerung etc.) habe dies in der Regel praktisch zu einem
Nullsummenspiel (Einkommen aus Nebenerwerbstätigkeit jeweils mit Fr. 1'000.--
deklariert) geführt. Die jährlichen Konzertgagen hätten sich auf mindestens Fr.
20'000.-- belaufen (act. G 12).
C.d Mit Eingabe vom 3. Februar 2009 hält die Beschwerdegegnerin an ihrem Antrag
fest und verzichtet auf weitere Ausführungen (act. G 14).
C.e Mit Schreiben vom 9. Februar 2009 holt die Gerichtsleitung beim zuständigen
Steueramt Auskünfte zum Einkommen des Beschwerdeführers aus Nebenerwerb ein
und gewährt den Parteien diesbezüglich das rechtliche Gehör (act. G 16 ff.).

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung über
die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In
materiellrechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz,
dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des
angefochtenen Entscheids respektive im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den
materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 467 E.
1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung erging am 30. Mai
2008, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der revidierten
Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 begonnen hat. Daher und
aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung betrifft, über welche noch
nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend den allgemeinen
intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die damals
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geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen Normen der 5. IV-
Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des
Bundesgerichts vom 7. Juni 2006, I 428/04, E. 1). Diese übergangsrechtliche Lage
zeitigt indessen keine materiellrechtlichen Folgen, da die 5. IV-Revision hinsichtlich des
Begriffs und der Bemessung der Invalidität keine substantiellen Änderungen gegenüber
der bis Ende 2007 gültig gewesenen Rechtslage gebracht hat. Nachfolgend werden die
seit 1. Januar 2008 gültigen Bestimmungen des ATSG und IVG wiedergegeben.
2.
Strittig ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine IV-Rente hat. Dabei sind für die
Beurteilung im vorliegenden Beschwerdeverfahren die Verhältnisse massgebend, wie
sie sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 30. Mai 2008 entwickelt
haben (BGE 121 V 366 E. 1b).
3.
3.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 ATSG). Erwerbsunfähigkeit
ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Der Grad der für
einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG
durch einen Einkommensvergleich ermittelt. Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch
auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, auf
eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad
von mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-
Grad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
3.2 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
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Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4).
4.
4.1 Vorliegend geht aus den Akten hervor (act. G 8.48) und ist im Übrigen unbestritten,
dass der Beschwerdeführer in der angestammten Tätigkeit als Gitarrenlehrer zu 70%
und in der Tätigkeit als Konzertgitarrist zu 50% arbeitsfähig ist, wobei die
Arbeitsfähigkeit als Konzertgitarrist wirtschaftlich nicht verwertbar ist. Für adaptierte
Tätigkeiten besteht eine 70%ige Arbeitsfähigkeit. Umstritten und nachfolgend zu
prüfen ist, wie sich diese Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auf die erwerbliche
Situation des Beschwerdeführers auswirkt.
4.2 Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird
gemäss Art. 16 ATSG durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das
Einkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in
Beziehung gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte,
wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
Bei der Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte
Person im massgebenden Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde. Die
Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen. Es ist in der Regel vom
letzten Lohn, welchen die versicherte Person vor Eintritt der Gesundheitsschädigung
erzielt hat, auszugehen (Urteil des Bundesgerichts vom 16. Mai 2001, I 42/01, mit
Hinweisen). Diese Praxis wird mit der empirischen Feststellung begründet, dass die
bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall in der Regel weitergeführt worden wäre (Urteil
des Bundesgerichts vom 29. August 2002, I 97/00).
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist
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kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die
versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der
Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch
herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 76
f. E. 3b/aa und bb, mit Hinweisen).
4.3 Gestützt auf die Akten ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer im
Gesundheitsfall neben seiner Tätigkeit als Gitarrenlehrer auch der Tätigkeit als
Konzertgitarrist weiterhin nachgehen würde. So kann seiner "Tourography" (act. G 3.7)
entnommen werden, dass der Beschwerdeführer (auch) in den Jahren 2005 und 2006
diverse Konzerte geplant hatte. Dieser Umstand wird von der Beschwerdegegnerin
auch nicht bestritten. Sie will jedoch die Einnahmen aus der Konzerttätigkeit beim
Valideneinkommen nicht berücksichtigen, weil diese aus dem IK-Auszug nicht
ersichtlich seien. Zudem lägen dafür auch keine Steuerbelege vor. Massgebend seien
der IK-Auszug und die Einkünfte, die AHV-rechtlich der Beitragspflicht unterliegen
würden. Da diese Einkünfte beitragsrechtlich nicht abgerechnet worden seien, könnten
sie auch nicht beim Valideneinkommen berücksichtigt werden. Eine solche Anrechnung
wäre wider Treu und Glauben. Dieser Einwand vermag nicht zu überzeugen. Zwar
dürfen die im IK ausgewiesenen Einkünfte gemäss bundesgerichtlicher
Rechtsprechung im Regelfall als Grundlage für die Bemessung des
Valideneinkommens herangezogen werden, doch handelt es sich dabei nicht um
unabänderliche Grössen, die keine dem Gegenbeweis zugängliche
Tatsachenvermutung schaffen würden. Bei der Ermittlung der Grundlagen für die
Invaliditätsbemessung geht es stets um die möglichst genaue Abbildung eines
hypothetischen Sachverhalts, hier des mutmasslichen Einkommens ohne
Gesundheitsschaden. Dabei ist nicht zwingend allein auf ordnungsgemäss verabgabte
und somit registrierte Einkünfte abzustellen. Die Gründe, weshalb diese allenfalls
erheblich vom effektiv erzielten Verdienst abweichen, sind in diesem Zusammenhang
grundsätzlich nicht von Bedeutung (Urteil des Bundesgerichts vom 29. Januar 2007, I
551/05 E. 7.1, mit Hinweisen). Nachdem der Beschwerdeführer der Tätigkeit als
Konzertgitarrist im Gesundheitsfall weiterhin nachgehen würde, ist das in diesem
Zusammenhang erzielte Einkommen bei der Bemessung des Valideneinkommens
damit zu berücksichtigen.
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Den Akten lassen sich keine zuverlässigen Angaben über die Höhe des durch die
Konzerttätigkeit erzielten Einkommens entnehmen. So gab der Beschwerdeführer
anlässlich der Anmeldung zum Bezug von IV-Leistungen an, mit seiner Konzerttätigkeit
ca. Fr. 1'000.-- (wohl pro Monat) zu verdienen (act. G 8.4-5). Im Schreiben an die
Beschwerdegegnerin vom 25. November 2005 gab er an, zusammen mit seiner
damaligen Lehrtätigkeit im Umfang von 16 Stunden (was einem Einkommen von Fr.
4'300.-- entspreche) ein Gehalt von monatlich ca. Fr. 5'000.-- erzielt zu haben (act. G
8.5-1). Gegenüber den Steuerbehörden deklarierte er ein Einkommen aus
Konzerttätigkeit in Höhe von Fr. 1'000.-- pro Jahr (act. G 17). Im vorliegenden
Beschwerdeverfahren gab er an, mit seiner Konzerttätigkeit jährlich rund Fr. 20'000.--
erzielt zu haben. Diese divergierenden Angaben lassen keine zuverlässige Ermittlung
des Valideneinkommens zu. Zwar erscheint es aufgrund der Akten durchaus plausibel,
dass der Beschwerdeführer mit seiner Konzerttätigkeit Gagen in Höhe von Fr. 20'000.--
pro Jahr erzielt hat, doch wären hiervon noch erhebliche Gewinnungskosten in Abzug
zu bringen (vgl. Art. 9 Abs. 2 lit. a des Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung [AHVG; SR 831.10]). Hierfür spricht auch der Umstand,
dass der Beschwerdeführer im Rahmen der Replik diesbezüglich ausführte, unter
Berücksichtigung der notwendigen jährlichen Berufsauslagen habe dies in der Regel
praktisch zu einem "Nullsummenspiel" geführt. Wie nachfolgend zu zeigen sein wird (E.
4.5), erübrigt es sich vorliegend jedoch, hinsichtlich des Einkommens aus
Konzerttätigkeit weitere Abklärungen vorzunehmen, resultiert doch selbst dann, wenn
man zu Gunsten des Beschwerdeführers ein entsprechendes Einkommen in Höhe von
Fr. 20'000.-- berücksichtigt, kein rentenbegründender Invaliditätsgrad.
4.4 Für die Ermittlung des Invalideneinkommens hat die Beschwerdegegnerin auf die
LSE-Tabellenlöhne, Anforderungsniveau 4, abgestellt, was vom Beschwerdeführer
nicht in Frage gestellt wird. Dies ist vorliegend jedoch nicht statthaft. So geht aus dem
asim-Gutachten hervor, dass dem Beschwerdeführer seine angestammte Tätigkeit als
Gitarrenlehrer noch zu 70% zumutbar ist (act. G 8.48-14). Es ist daher davon
auszugehen, dass er in dieser Tätigkeit ein in etwa gleich hohes Einkommen erzielen
kann wie im Gesundheitsfall. Gemäss übereinstimmenden Angaben des
Beschwerdeführers und der Musikschule war es vorgesehen, dass der
Beschwerdeführer ab August 2005 in einem Pensum von 52.77% als Gitarrenlehrer
hätte tätig sein sollen (vgl. act. G 8.59-3). Diese Tätigkeit wäre dem Beschwerdeführer
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aus medizinischer Sicht zumutbar gewesen. Gemäss Lohntabelle des Verbands St.
Galler Volksschulträger hätte er im Jahr 2007 bei diesem Pensum ein Einkommen von
Fr. 61'867.-- (Fr. 117'238.90 x 52.77%; act. G 3.3 f.) pro Jahr erzielen können, bei
einem 70%-Pensum hätte ein Jahreseinkommen von Fr. 82'067.-- resultiert.
4.5 Selbst wenn man zu Gunsten des Beschwerdeführers für die Berechnung des
Valideneinkommens zu dem Einkommen als Gitarrenlehrer in Höhe von Fr. 61'867.--
ein Konzerteinkommen in Höhe von Fr. 20'000.-- addiert und für das
Invalideneinkommen nicht auf das medizinisch-theoretisch zumutbare Pensum von
70%, sondern auf das effektiv angebotene Pensum von 52.77% als Gitarrenlehrer mit
einem Lohn von Fr. 61'867.-- abstellt, resultiert ein rentenausschliessender
Invaliditätsgrad von (gerundet) 24%. Damit hat die Beschwerdegegnerin einen
Rentenanspruch des Beschwerdeführers zu Recht abgelehnt. Bei diesem
Verfahrensausgang sei der Beschwerdeführer darauf hingewiesen, dass er -
insbesondere bei einer allfälligen Verschlechterung seiner Arbeitsfähigkeit in der
angestammten Tätigkeit als Gitarrenlehrer, wie sie von den asim-Gutachtern für
möglich gehalten wurde - einen Anspruch auf berufliche Massnahmen hätte und hierfür
die Unterstützung der Beschwerdegegnerin in Anspruch nehmen könnte. Eine
(zumutbare) berufliche Eingliederung geht einer Invalidenrente von Gesetzes wegen
vor.
5.
5.1 Im Sinn der obigen Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
5.2 Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist
das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1 IVG in der seit dem 1. Juli
2006 in Kraft stehenden Fassung) und ermessensweise auf Fr. 600.-- anzusetzen.
Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem Beschwerdeführer
aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist daran anzurechnen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht