Decision ID: 7690cd1d-fc3d-4e8e-b416-107a2d9ea5af
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1973, ist Vater von zwei Kindern (geboren 1998 und 2001,
Urk.
10/4
Ziff.
3.1). Der Versicherte war
zuletzt
von
Juni 2008 bis Ende April 2012
als Strassenwart bei der
Y._
angestellt (
Urk.
10/12/1-2
Ziff.
1, 2.1 und 2.7).
Die Pensionskasse der
Y._
sprach ihm nach Beendi
gung der Anstellung eine Invalidenrente zu (vgl.
Urk.
3/1).
Am 2
6.
März 2012 meldete
sich der Versicherte
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
10/4
-5
).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte erwerbliche (
Urk.
10/10,
Urk.
10/12) und medizinische
(
Urk.
10/15,
Urk.
10/17,
Urk.
10/39) Abklärungen. Mit Verfügung vom 1
3.
Septem
ber
2012 (
Urk.
10/27) verneinte sie einen Anspruch auf
eine
Hilflosenent
schä
digung.
Die IV-Stelle holte
sodann
ein psychiatrisches Gutachten (
Urk.
10/43) und einen medizinischen Bericht (
Urk.
10/59) ein
.
Weiter tätigte sie
Int
ernetrecherche
n
(
Urk.
10/66-67) und
zog
Akten der Stadtpolizei Winterthur (
Urk.
10/70) und der Staatsanwaltschaft Winter
thur/Unte
rland (
Urk.
10/72-74) zum Verfahren
bei
.
Am
6.
Mai 2015 (
Urk.
10/76)
gab die IV-Stelle
eine
Observation des Versicherten in Auf
trag
, die in der Zeit vom
2.
Juni bis 1
1.
Dezember 2015 stattfand. Der Ermitt
lungsbericht
datiert vom 2
5.
Mai 2016 (
Urk.
9
). Die IV-Stelle holte
in der Folge
ein weiteres psychiatrisches Gutachten (
Urk.
10/91) ein und erliess am 1
3.
Juni 2017 (
Urk.
10/93) den Vorbescheid.
Der Versicherte brachte dagegen Einwände (
Urk.
10/97) vor. Mit Verfügung vom
3.
Oktober 2017 (
Urk.
10/101 =
Urk.
2) ver
neinte die IV-Stelle einen Leistungsanspruch.
2.
Der Versicherte erhob am
6.
November 2017 Beschwerde gegen die Verfügung vom
3.
Oktober 2017 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihm mit Wirkung ab dem
1.
Oktober 2012 eine ganze Rente zuzusprechen. Eventuell sei ein psychiatrisches Gutachten anzuordnen, um hernach über das Renten
be
gehren zu entscheiden (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
1 oben).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
3.
Dezember 2017 (
Urk.
8) die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am
8.
Januar 2018 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
11).
Mit Verfügung vom
5.
April 2018
wurde
dem Beschwerdeführer in Bewilligung des Gesuchs vom
6.
November 2017
(vgl.
Urk.
1 S. 2 unten)
die unentgeltliche Pro
zessführung und die unentgeltliche Rechtsvertretung
gewährt
.
Die Durchfüh
rung eines weiteren Schriftenwechsels erachtete das Gericht als nicht erforderlich
(
Urk.
15 Dispositiv
Ziff.
1-2).
Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers reichte dem Gericht am 1
1.
April 2018 (
Urk.
16) die Honorarnote (
Urk.
17) ein.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus
(vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich
einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte gestützt auf die getätigten medizinischen Ab
klärungen und
das Ergebnis einer Observation
einen Anspruch auf IV-Leistungen.
E
ine schwergradige
psychische Störung sei nicht ausgewiesen. Aus Sicht der Invalidenversicherung liege keine gesundheitliche Beeinträchtigung vor, die eine lange andauernde Arbeitsunfähigkeit begründe. Der Beschwerdeführe
r sei in jeder Tätigkeit zu 100
% arbeitsfähig (
Urk.
2 S. 1 unten).
2.2
Der Beschwerdeführer brachte vor,
die Verwertung der Observation könne nur soweit erfolgen, als es sich um Beweismate
rial handle, das im öffentlich frei einsehbaren
Raum zusammengetragen worden sei. Die grundsätzlich rechts
wid
rige Observation habe keine neuen Erkenntnisse erbracht.
Bei der Observation in einem
Geschäft von
Z._
handle es sich klarerweise nicht um einen öffentlich frei einsehbaren Raum.
Die
Denunziation, wonach er in einer Garage arbeite, habe sich als falsch erwiesen
(
Urk.
1
S. 5
Ziff.
1 b).
Die Beschwerdegegnerin habe bei objektiver Betrachtung keinen Anlass gehabt, ein weiteres Gutachten anzuordnen (
Urk.
1 S. 6
Ziff.
1 b).
2.3
Der Beschwerdeführer beantragte die Durchführung eines zweiten Schriften
wechsels (
Urk.
1 S. 4
Ziff.
III). Das Feststellungsblatt der Beschwerdegegnerin vom
3.
Oktober 2017 (
Urk.
10/100) wurde ihm mit Gerichtsverfügung vom
5.
April 2018 zugestellt (
Urk.
15
Ziff.
3). Ein zweiter Schriftenwechsel erübrigte sich daher.
2.4
Streitig und zu prüfen ist, ob ein Rentenanspruch besteht.
3.
3.1
Dr.
med. A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
B._
, berichtete am
5.
März 2012 (
Urk.
10/42)
über eine im
Auftrag
der Pensionskasse der
Y._
erfolgte
vertrauensärztliche Untersuchung
des Beschwerdeführers
vom 2
5.
Januar 201
2.
Im Bericht
sind
zwei
Aufenthalte
des Beschwerdeführers
im Kriseninterventionszentrum der
B._
vom 1
3.
bis 1
9.
April 2010 und vom 1
6.
bis 2
2.
Januar 2012 aufgeführt (S. 1).
Dr.
A._
führt
in
seiner
Beurteilung
aus, es finde sich ein wahnhaftes
Zustands
bild mit ausgesprochen
depressiven Symptomen, starken Ängsten und Panikge
fühlen sowie dem Gefühl, von seinem Arbeitgeber und teilweise von den Mitar
beitenden schlecht behandelt zu werden. Die Störung könne einerseits als eigen
ständige wahnhafte Störung im Sinne einer Paranoia mit einem Beziehungswahn
,
andererseits als wahnhafte Depression beurteilt werden (S. 5 oben).
Am ehesten könne die Diagnose einer wahnhaften Störung gestellt werden (S. 5 unten). In seinem Zustand sei der Beschwerdeführer sicher arbeitsunfähig. Zum jetzigen Zeit
punkt werde aus psychiatrischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
atte
stiert, die noch längere Zeit andauern werde. Es werde eine intensive psy
chiatrisch-psychotherapeutische Behandlung empfohlen, sowohl medikamentös als auch durch stützende psychotherapeutische Gespräche. Wahnhafte Störungen hätten häufig einen wenig erfreulichen Verlauf. Bevor eine definitive Prognose gestellt werden
könne, müsse jedoch eine
e
rfolg
versprechende Behandlung ver
sucht werden (S. 5 f.).
3.2
Dr.
med. C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
nannte im Bericht vom 1
3.
Juni 2012
(
Urk.
10/17)
als Diagnosen eine depressive Episode mittlerer Schwere im Sinne einer reaktiven depressiven Psychose, eine kombi
nierte Angstsymptomatik inklusive sozialphobischer Anteile und einen Status nach massiven narzisstischen
Kränkung
en
bei anhaltender emotionaler Überfor
derung. Eine Wahnsymptomatik sei möglich. Aufgrund des guten Verlaufes sei eine solche
aber
weder chronifiziert noch psychiatrisch bedeutsam (S. 1 oben).
Dr.
C._
führte weiter aus, seit
Beginn der Auseinandersetzungen und Unge
reimtheiten vor vier Jahren sei es zu zwei Hospital
isationen
gekommen. Zudem seien zahlreiche punktuelle Belastungen auf
getreten bis hin zu Kontrollverlusten von Seiten des Patienten (S. 1 unten).
Der Gedankengang sei immer wieder von Beeinträchtigungsideen beziehungsweise von überwertigen Ideen erfüllt (S. 2 unten).
Es sei zu einem allmählichen Nachlassen der
von
Dr.
A._
im Bericht
vom
5.
März 2012
geschilderten Symptomatik gekommen, die heute nur noch de
pres
siv und ängstlich und nicht mehr paranoid genannt werden könne
. Der Beschwer
deführer sei
anlässlich der
Untersuchung durch
Dr.
A._
mit einer schlechten Prognose belegt und als berufsinvalid beurteilt worden
(S. 5 oben).
Ein teilzeit
licher
Wiedere
instieg in den A
rbeitsprozess sei
jederzeit
möglich (S. 6 oben).
3.3
3.3.1
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, erstattete am 2
8.
November 2013 (
Urk.
10/43/1-15) im Auftrag der Beschwerdegegnerin ein psychiatrisches Gutachten. Das Gutachten beruht auf der Untersuchung
des Beschwerdeführers
vom 1
1.
November 2013 und den dem Gutachter zugestellten IV-Akten (S. 1).
Der Gutachter führte
aus
, der Beschwerdeführer habe angegeben, dass sein da
maliger Chef ihn gestresst, verfolgt und versucht habe, ihn zu schlagen. Es habe auch Zeugen gegeben, die mit dem Chef zusammengearbeitet hätten. Die Be
schwer
den hätten 2009 begonnen, nachdem der Explorand beim Strassenbau
de
partement intern die Stelle gewechselt habe und in ein anderes Team gekommen sei. Sein damaliger Vorgesetzter habe ihn von Beginn an schikaniert und gemobbt
und sei ihm immer wieder zur Arbeit gefolgt
(S. 7 unten).
Der Beschwerdeführer sei zweimal in die
B._
zur stationären Behandlung eingewiesen worden. Aktuell sei er bei
Dr.
C._
in
psychiatrischer
Behandlung. Die Gespräche
bei ihm
fänden
zwei bis dreimal pro Monat
in italienischer Sprache
s
tatt
(S. 8 unten).
Der Beschwerdeführer sei immer sehr nervös und könne schlecht schlafen. Zudem habe er ständig Schmerzen in der Brust
.
Auch mit Medikamenten schlafe er nur ein paar Stunde pro Nacht.
Er könne sich auf N
ichts konzentrieren und sein
Leben habe sich total verändert
. Nur zu Hause fühle er sich
ruhig
(S. 9 oben).
Die Auffassungs- und Konzentrationsfähigkeit sei
bei der Untersuchung
deutlich eingeschränkt gewesen. Die Gedächtnisleistungen seien klinisch ebenfalls deut
lich beeinträchtigt gewesen. In
der Stimmungslage
sei der Beschwerdeführer
ängstlich-depressiv
gewesen
. Die affektive Schwingungsfähigkeit sei herab
ge
setzt, aber noch modulierbar
gewesen
. In der Untersuchungssituation habe er durchgängig ein ausgeprägtes Angsterleben vermittelt. In diesem Zusammenhang habe er beschrieben, dass er sich von seinem ehemaligen Vorgesetzten verfolgt, kontrolliert und bedroht fühle
.
Der
Beschwerdeführerin
sei diesbezüglich
in den Ausführungen zur Vorgeschichte über weite Strecken schwer einfühlbar mit paranoid-wahnhaft ausgestalteten Verarbeitungstendenzen zu dieser Thematik
. Ansonsten bestehe kein wahnhaftes Krankheitsgeschehen und es bestünden keine Hinweise auf ein halluzinatorisches Geschehen
(S. 10
f.
Ziff.
4).
Es bestünden jedoch
Hinweise auf Ich-strukturelle Beeinträchtigungen mit einem Verfol
gungs
gefühl und Angstzuständen
in der Umgebung anderer
in der Öffentlichkeit
. Dies
bezüglich bestehe eine deutlich eingeschränkte soziale Funktionsfähigkeit mit ein
ge
schränkter Wegefähigkeit,
Anpassungsfähigkeit und interpersoneller Flexi
bili
tät bei berichtetem zunehmend dysfunktional-vermeidendem Rückzug in die eigene Wohnung
(S. 11 oben).
3.3.2
Dr.
D._
nannte als Diagnosen eine mittelgradige depressive Episode mit soma
tischem Syndrom, eine soziale Phobie und eine paranoide Verarbeitungs
störung im Sinne einer wahnhaften Störung bei Status nach Arbeitsplatz
be
lastung (S. 13 oben).
In der psychiatrischen Vorgeschichte sei bis zur Entwicklung der
aktuellen
Be
schwerden im Zusammenhang mit der Arbeitsplatzproblematik ab 2009 ein unauffälliger Verlauf berichtet worden. Im Zusammenhang mit den Belastungen am Arbeitsplatz sei der Wahrheitsgehalt der Darstellung des Exploranden schwer objektivierbar (S. 11
Ziff.
5 unten).
Der Beschwerdeführer habe im Rahmen der aktuellen fachärztlich psychiatrischen Begutachtung im psychopathologischen Befund ein ausgeprägt
es
ängstlich-depressives Zustandsbild mit beeinträchtigten kognitiven Leistungen gezeigt. Diese h
ätten in Form einer deutlich eingeschränk
ten Auffassungs- und Konzentrationsfähigkeit sowie eingeschränkter Gedächt
nis
leistungen bestanden. Im Antrieb sei er deutlich reduziert bei ausgeprägter psychomotorischer Anspannung und innerer Unruhe gewesen. Inhaltlich habe er sich im formalen Gedankengang eingeengt auf die berichtete Entwicklung am letzten Arbeitsplatz gezeigt (S. 12 unten).
Die Diagnose eines depressiven Krankheitsgeschehens im Ausbildungsgrad einer mittelgradigen depressiven Episode
werde in
Übereinstimmung mit der Beurtei
lung
durch den ambulant behandelnden Psychiater bestätigt. Weiter zeige der Explorand deutliche Symptome einer Verarbeitungsstörung nach belastenden Ereignissen am letzten Arbeits
platz mit paranoid-wahnhaft ausgestalteten Vera
r
beitungs- und Gedankenmustern (S. 13 Mitte).
Diesbezüglich hätten sich auch aktuell Beziehungs- und Verfolgungsideen gegenüber dem ehemaligen Vorge
setzten und früheren Arbeitskollegen mit einer ausgeprägten Angstsymptomatik gezeigt. Formal seien die diagnostischen Kriterien einer Wahnstörung im Rahmen eines auf die Entwicklung am letzten Arbeitsplatz bezogenen Wahnsystems hin
reichend erfüllt. Sekundär sei es im Verlauf zur Entwicklung einer Angststörung mit
einer ausgeprägten sozialphobischen
Angstkomponente und
einem zuneh
menden
dysfunktional
en selbstlimitierenden
Vermeidungsverhalten gekommen
. Dies
im Rahmen einer zunehmenden Fehlkonditionierung mit vermehrtem Rück
zug in die eigene Wohnung (S. 13 unten). Der Explorand sei im Zusammenhang mit dem Angstgeschehen insbesondere in der Wegefähigkeit deutlich einge
schränkt. Im Rahmen der aktuellen Limitierungen liege zum Zeitpunkt der Begut
achtung keine erfolgsversprechend umsetzbare Arbeitsfähigkeit für Tätigkeiten unter den Bedingungen der freien Wirtschaft vor
. Die Beurteilung stimme mit dem dokumentierten gescheiterten Rehabilitationsverlauf seit dem Verlust der letzten
Arbeitsstelle im April 2012 und
mit der Bewertung des behandelnden Psychiaters überein (S. 14 oben). Ein erneuter Versuch einer intensivierten psy
chiatrischen Behandlung sei indiziert, um einer weiteren chronifizierten dysfunk
tionalen Fehlentwicklung entgegen zu wirken (S. 14 Mitte). Die Wiedererlangung einer Teilarbeitsfähigkeit von 50
%
sei möglich, wobei mit einem Rehabili
tationsprozess von 8-12 Monaten zu rechnen sei (S. 15
oben
).
3.4
Lic. phil. E._
, Psychologin, und
Dr.
med. F._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
Oberärztin,
B._
, berichteten am 2
7.
Februar 2015 (
Urk.
10/5
9) über die ambulante Behandlung des Beschwerdeführers in der Tagesklinik der
B._
vom 2
6.
August bis 1
2.
Dezember 2014 (S. 2
Ziff.
1.2).
Lic. phil.
E._
und
Dr.
F._
nannten als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit soziale Phobien, eine mittelgradige depressive Episode mit
somatischem Syndrom, eine paranoide Verarbeitungsstörung im Sinne einer wahn
haften
Störung bei einem Status nach einer Arbeitsplatzbelastung sowie Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung (S. 1
Ziff.
1.1).
Zum Befund wurde angegeben, die Auffassung und Konzentration sei
en
mittelgradig gestört. Klinisch seien die Gedächtnisleistungen deutlich beeinträchtigt. Im for
malen Denkablauf sei der Beschwerdeführer gehemmt, verlangsamt, zähflüssig und schwer
eingeengt auf die Arbeitssituation
.
Weiter bestünden schwere agora
phobische Ängste.
Die Angstsymptomatik nehme im Laufe des Tages zu. Es be
stünden schwere Ein- und Durchschlafstörungen. Der Beschwerdeführer schlafe in der Nacht nur zwei Stunden. Weiter
bestehe
ein starker sozialer Rückgang, ständige Übelkeit, Herzklopfen und ein starker Druck auf der Brust
(S. 3 unten).
Der Beschwerdeführer sei an fünf Tagen die Woche in der Tagesklinik in Behand
lung gewesen
. Aus Angst vor Menschen, Tieren und Fahrzeugen sei er den Weg vom Haus zur Klinik jeweils gerannt. Seine grösste Angst sei jedoch, dass er seinen ehemaligen Vorgesetzten treffen könnte
(S. 4
Ziff.
1.5).
Während der Behandlung vom 2
6.
August bis 1
2.
Dezember 2014 habe eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestanden, die bis auf Weiteres bestehen bleiben werde (S. 4
Ziff.
1.6).
Aktuell
zeige sich ein ausgeprägtes ängstlich-depressives Zustandsbild mit schwerem Vermeidungsverhalten und beeinträchtigten kogni
tiven Leistungen. Diese seien in Form einer deutlich eingeschränkten Konzen
trationsfähigkeit und eingeschränkter Gedächtnisleistungen aufgetreten. Der Be
schwer
deführer sei in diesem Zusammenhang
deutlich in seiner Anpassungs
fähigkeit, der Planung und Strukturierung, der Flexibilität, der Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit und in seiner Wegefähigkeit eingeschränkt. Zum Zeitpunkt der Beurteilung liege somit keine erfolgsversprechende Aussicht für die Wieder
aufnahme der Arbeit im Strassenbau vor. Die bisherige Tätigkeit sei aus medi
zinischer Sicht nicht zumutbar (S. 5
Ziff.
1.7).
3.5
Dr.
med. G._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Regional
ärztlicher Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin, äusserte sich in einer Stellung
nahme vom 2
0.
September 2016 (
Urk.
10/65 S. 4) zum Ermittlungsbericht vom 2
5.
Mai 2016 (vgl.
Urk.
9) über
die
Observierung des Beschwerdeführers.
Er
führte aus, der Beschwerdeführer sei
auf dem Observationsmaterial
in seinem Fahrzeug zu sehen, jedoch nicht in konkreten Erwerbssituation
en
.
Dr.
G._
verneinte die Frage, ob die früheren Diagnosen revidiert werden müssten. Ob sich der Gesund
heitszustand des Beschwerdeführers verbessert habe, könne nicht beurteilt werden.
3.6
Dr.
C._
nahm
im
Bericht vom 1
9.
Januar 2017 (
Urk.
10/86) Stellung zum Ermittlungsbericht
der
H._
vom 2
5.
Mai 201
6.
Er
bemerkte, er habe den Patienten über die Jahre der Behandlung hinweg ständig angehalten,
nach Möglichkeit aktiv zu sein,
seine vier Wände regelmässig zu verlassen und sich in die Werkstatt seines Kollegen zu begeben. Aus verhaltenstherapeutischer Sicht sei es vornehmlich darum
gegangen, die Reste von Ressourcen zu erhalten, auszubauen und noch andere zu erschliessen
. Rückzug und Resignation sollten überwunden werden
(S. 1).
Der Patient sei
nun
völlig verunsichert, dass ihm
Vorhalte gemacht würde
n
, nachdem er sich genau so verhalten habe, wie es von Seiten des behandelnden Psychiaters verlangt worden
sei
. Nach einem halben Jahr der Nachstellung werde auch im Observationsbericht erwähnt, dass keine Anzeichen für eine Arbeits
tätigkeit
beziehungsweise die Verrichtung einer körperlich
belastende
n Tätigkeit
gefunden worden seien.
Es seien jedoch
als verdächtig eingestufte
Aktivitäten zu unterschiedlichen Tageszeiten festgestellt worden
. Gleichwohl befremde die Spär
lichkeit der Resultate
(S. 2 oben).
Dr.
C._
stellte zu den Ermittlungsergebnissen weiter fest, für den
Beschwerdeführer sei es infolge einer inneren Blockade schwierig, Kontakt realiter zu bewältigen. Es sei aber nicht unmöglich. Soziale Phobien seien
nicht
darum für die Betroffenen problematisch, weil von anderen Menschen bei einer Begegnung eine unmittelbare Bedrohung ausgehen würde. Es gehe eher darum, dass hierbei negative Vermutungen eine wichtige Rolle spielten (S. 7 oben).
Autofahren vermittle dem Patienten eine der wenigen oder die einzige der übrig gebliebenen Freiheiten (S. 8 oben).
3.7
3.
7
.1
Das Gutachten von PD
Dr.
med. I._
, Facharzt für Psychiatrie und Psy
cho
therapie, datiert vom 2
8.
April 2017 (
Urk.
10/91
).
Dr.
I._
führte aus, der Beschwerdeführer habe angegeben, dass sein früherer Vorgesetzter begonnen habe, ihn regelmässig zu beobachten, beispielsweise hinter Gebüschen
versteckt
. Der Chef habe ihm
auch
oft gedroht
, dass er ihn verprügeln werde
.
Einmal habe
er
ihm einen Faustschlag gegen den Arm verpasst
(S. 9
Ziff.
2 Mitte).
Der Explorand sei seit
dem 2
3.
November 2011 nicht mehr
erwerbs
tätig
gewesen
(S. 9
Ziff.
2 unten).
Wenn er nach draussen gehe, begleite
ihn die ständige Angst, dass der Vorgesetzte auftauchen und ihn verprügeln werde
. Er gehe daher an gewissen Tagen gar nicht, an anderen Tagen vielleicht zwei- oder dreimal nach draussen (S. 10 oben). Eine eigentliche Wahnstimmung oder das Erleben von regelrechten Wahnwahrnehmungen habe der Explorand ver
neint. Halluzinationen habe er nie erlebt (S. 10 unten).
Die Gespräche bei
Dr.
C._
fänden ein- bis zweimal pro Monat statt
. Er fahre jeweils mit dem Auto dorthin
(S. 11 Mitte).
Der Gutachter habe dem Exploranden mitgeteilt, dass er Kenntnis über den
vom Unternehmen
J._
erstellten Fly
er
habe
, worauf auch der Name des Be
schwer
deführers erwähnt werde. Auf der Heckscheibe
seines
Lieferwagens stehe geschrieben, dass man diesen mieten und
den Exploranden anrufen könne (S. 12 Mitte).
De
r
Beschwerdeführer
habe daraufhin mitgeteilt, dass dies tatsächlich so sei. Er habe während einiger Zeit versucht, auf diese Weise wieder etwas Kontakt mit anderen Leuten herzustellen. Sein Freund aus der Garage habe ihn aus seinen zurückgezogenen Zustand herausholen wollen. Deshalb sei
die
Idee entstanden, einen Lieferwagen zum Vermieten anzubieten. Er habe jedoch nie in der Garage gearbeitet und sei nie
für die
J._
tätig gewesen.
Der Gutachter habe den Exploranden auch mit dem Umstand konfrontiert, dass er gemäss den Akten während der tagesklinischen Behandlung in der
B._
zwischen August und Dezem
ber 2014 offenbar zur Tagesklinik gerannt sei. Nach Programmende sei er von
dort
wieder weggerannt. Offenbar habe er
angegeben
, dass er vor Menschen, Tieren und Fahrzeugen Angst habe. Der Explorand habe mitgeteilt, dass er gerade gestern, nachdem er das Auto parkiert habe, in die Praxis seines Psychiaters gerannt sei. Dies käme aber nicht immer vor (S. 12 f.). Der Explorand habe weiter angegeben, dass er zwei Kollegen in benachbarten Garagen habe
. Wenn er beim Spazieren einen Kollegen treffe oder jemanden, den er sonst flüchtig kenn, be
grüsse er diesen und unterhalte sich vielleicht kurz etwas mit ihm. Dann gehe er wieder seine eigenen Wege
(S. 13 oben).
Der Gesichtsausdruck des Exploranden habe
während der Untersuchung
ständig eine gewisse Unsicherheit und eine gewisse Ängstlichkeit
, wenn auch nicht aus
geprägt,
sowie
eine gewisse Nervosität gezeigt.
Weiter
habe sich eine leichte Depressivität gezeigt. Der Blickkontakt sei adäquat auf den Referenten gerichtet gewesen
und habe vigilant, aber nicht
müde gewirkt (S. 13
Ziff.
3 unten). Die Grundstimmung habe leicht depressiv, jedoch zu keinem Zeitpunkt schwergradig depressiv gewirkt. Der Explorand habe
weiter
eine leichte Affektverarmung,
aber keine
Affektverflachung oder gar eine Affektstarre gezeigt. Er habe affektiv be
troffen imponiert, als er über sich und seine Probleme gesprochen habe (S.
14 unten).
3.
7
.2
Dr.
I._
nannte als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine mögliche wahnhafte Störung. Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit nannte er eine rezidivierende depressive Störung
, aktuell leichte Episode (S. 15
Ziff.
4).
Der Explorand sei im Zeitraum vom
2.
Juni bis 1
1.
Dezember 2016 (richtig: 2015) überwacht worden.
Dabei
sei er an insgesamt neun Tagen observiert worde
n. Die Filmdokumentation sei dem Gutachter zur Verfügung gestellt worden (S. 16 oben).
Zum Bericht von
Dr.
C._
vom 1
3.
Juni 2012 sei zu sagen, dass di
e diskutierten Erläuterungen in
sich geschlossen und nachvollziehbar seien. Soweit
dieser
von überwertigen Ideen des Beschwerdeführers spreche, sei dies eine klare Abgrenzung gegenüber regelrechten Wahnideen, wie sie bei einer wahnhaften Störung vorkämen. Überwertige Ideen
unterschieden sich von letzteren dadurch, dass die Intensität von Wahnideen fehle.
Sie
könnten zudem keiner spezifischen Diagnose zugeordnet werden (S. 17 unten).
Zu erwarten wäre, dass der Explorand viele weitere Menschen mit dem Chef in Verbindung bringen würde.
Aus dem Bericht von
Dr.
C._
gehe
jedoch
eine gegenläufige Krankheitsentwicklung im Sinne einer Verbesserung hervor, die bei einer wahnhaften Störung so nicht zu erwarten sei. Zu den diagnostischen Angaben
von
Dr.
C._
sei zu sagen, dass eine depressive Episode mittlerer Schwere nicht im Sinne einer reaktiven depres
siven Psychose auftreten könne. Eine reaktive depressive Psychose sei ein Beg
riff, der so nicht existiere. Es
existiere eine reaktive Psychose als Synonym der so
ge
nannten akuten vorübergehenden psychotischen Störungen gemäss ICD-10 F23,
welche,
wenn sie polymorph seien, ein buntes Symptombild präsentierten
, das maximal einen Monat dauere
(S. 18 Mitte).
Eine psychotische Symptomatik lasse sich mit einer mittelgradigen depressiven
Episode zudem nicht vereinbaren. Es sei jedoch nicht auszuschliessen, dass der Explorand am Arbeitsplatz über längere Zeit eine narzisstische Kränkung erlitten habe
(S. 18 unten).
3.7.3
Nach der eingehenden psychiatrischen Begutachtung lasse sich nicht konklusiv beantworten, ob mit überwiegender Sicherheit tatsächlich eine wahnhafte Stö
rung vorliege (
S.
21
Ziff.
3 unten). Bei einer
solchen erfolge klassisch
erweise
eine Systematisierung, so dass ausgehend von der initial kränkenden Person zahl
reiche weitere Personen involviert würden, die dann zu einem System heran
wachsen würden, welches den Exploranden fortzu beeinträchtige und verfolge (S.
21 f.). Im Grunde erfülle
er
sämtliche der zusammengetragenen Kriterien und Charakteristika einer wahnhaften Störung.
Allerdings sei besondere Vorsicht angebracht, denn insgesamt scheine es
ihm
nicht leicht zu fallen, über seine psychische Befindlichkeit zu sprechen. Auf sogenannte offene Frage
n
bekunde
der Beschwerdeführer
Schwierigkeiten, detaillierte Angaben zu machen. Es müssten daher geschlossene Nachfragen gestellt werden, bei denen immer die Gefahr bestehe, dass sie suggestiv seien, so dass der Explorand
erfragte
Symptome und Beschwerden bejahen könne, auch wenn diese vielleicht gar nicht vorgelegen hätten. Es sei aber festzuhalten, dass innerhalb der subjektiven Angaben des Exploranden keine Inkonsistenzen aufgetreten
seien
, als er über die initial ab 2009/2010 erlebten Kränkungen am Arbeitsplatz und seine dadurch
entstandenen psychischen Beschwerden berichtet habe. D
er Explorand habe auch plausibel
und affektiv betroffen gewirkt, als er über die Beschwerden und die gesamte Krankheitsentwicklung berichtet habe (S. 22 unten).
Die Frage sei, inwiefern sich die wahnhafte Störung mit den Aktivitäten ver
einbaren lasse, die ihn in Verbindung mit dem Unternehmen
J._
und der Vermietung eines eigenen Lieferwagens bringen würden. Weiter sei darauf hin
zuweisen, dass es zu wiederholten Urkundenfälschungen gekommen sei.
Der Explorand habe zur
F
älschung des Betreibungsregisterauszuges mitgeteilt, dass er dies gemacht habe, um die Chance zu wahren, eine Wohnung zu finden. Unter
Berücksichtigung der psychosozialen Situation des Exploranden könne dies nac
h
vollzogen werden
. Es bereite
aber
Mühe, sich vorzustellen, dass der Explorand einen Vermietungsdienst und eine Tätigkeit bei der
J._
anbiete, wenn er in der Untersuchung
von erheblichen und permanenten Ängsten berichtet habe. Darauf angesprochen habe der Explorand mitgeteilt, dass er diese Schritte mit seinem Psychiater besprochen habe und dass es die Idee seines Freundes von der Garage gewesen sei. Weiter habe er angegeben, dass er wieder etwas unter die Leute habe kommen und seine sozialen Ängste habe abbauen wollen
(S. 23 Mitte).
Es gebe keine Sequenz des Filmmaterials der Überwachung, in welcher der Explorand psychisch belastet imponiere, soweit dies aus einem Filmmaterial ent
nommen werden könne. Psychomotorisch wirke er in keiner Filmsequenz regel
recht angespannt oder verlangsamt (S. 23
Ziff.
4). Weiter scheine er regelmässig am Handy mit anderen Personen zu kommunizieren. Im Gegensatz dazu habe der Explorand in der Untersuchung im objektiven Psychostatus eine leichte Affekt
verarmung und eine leichte depressive Grundstimmung gezeigt. Weiter habe ein etwas ängstlicher, se
lbstunsicherer Gesichtsausdruck,
eine gewisse psychomoto
rische Anspannung
sowie
eine gleichzeitige Verlangsamung
und
eine leicht redu
zierte Mimik und Gestik bestanden. Es best
ü
nden daher einzelne Inkonsistenzen zwischen dem gutachterlichen Befund
und dem Befund, der dem Filmmaterial
entnommen werden könne. Die Inkonsistenzen seien jedoch nicht erheblich (S. 24
oben). Im Weiteren hätten sich auch zwischen den subjektiven Angaben
des Exploranden
zu seiner Grundstimmung und den objektiven Untersuchungs
be
funden gewissen Inkonsistenzen ergeben, die aber ebenfalls nicht erheblich ausgefallen seien (S. 24 Mitte). Auf dem Filmmaterial sehe man den Exploranden nicht in Gruppen. Allerdings erkenne man auch nicht, dass er auf die Hilfe anderer Personen angewiesen wäre (S. 24 unten). Liege tatsächlich jene Syste
matisierung des Wahns vor, wie es die subjektiven Anga
ben des Exploranden
suggerierten
, so würde man im Filmmaterial doch Hinweise für eine Befangen
heit, eine Angespanntheit und eine Verunsicherung erwarten. Auch nach gründ
licher Prüfung des Observations- und Filmmaterials könne die Diagnose einer wahnhaften Störung weder mit Sicherheit bestätigt noch ausgeschlossen werden (S. 25 oben). Das Filmmaterial zeige aber doch auf, dass keine Anzeichen für die von
Dr.
C._
am 1
5.
Mai 2013 beschriebene chronifizierende Depression zu erkennen seien (S. 25
Ziff.
4).
Differentialdiagnostisch sei auch eine paranoide Persönlichkeitsstörung in Erwä
gung zu ziehen. Paranoide Persönlichkeitsstörungen manifestierten sich durch ein starkes Misstrauen und Argwohn in dem Sinne, dass die Motive anderer leicht als böswillig ausgelegt würden (S. 26 oben).
Eine schizophrene Störung sei eben
falls auszuschliessen. Der Explorand habe das Erleben jeglicher Erstrangsymp
tome verneint und
erlebe
keine halluzinatorischen Phänomene
. Die depressive Störung des Exploranden spiele klar eine sekundäre Rolle
(S. 26 unten).
Werde davon ausgegangen, dass die zusammengetragenen Unklarheiten und Inkonsis
tenzen
darauf schliessen liessen
,
dass keine wahnhafte Störung vorliegen könne,
so ergäben sich keine Hinweise für relevant beeinträchtigte qualitative Funktions
fähigkeiten (S. 27 unten). Mit einiger Wahrscheinlichkeit bestünden zumindest teilweise erhaltene qualitative Funktionsfähigkeiten (S. 28 oben). Das Obser
va
tions- und Filmmaterial reich
e nicht aus, um die Diagnose einer wahnhaften Störung konklusiv zu bestätigen oder auszuschliessen (S. 28 Mitte). Letztendlich führe das Observationsmaterial nicht zur erwünschten Klärung der Fragen der Beschwerdegegnerin (S. 28 unten).
Auffallend sei, dass trotz einer mehrmonatigen Behandlung in einer Tagesklinik kein Erfolg habe erzielt werden können, da der Explorand sich zahlreichen therapeutischen Vorschlägen entzogen habe (S. 30 oben).
Die Frage nach einer Aggravation und Simulation sei sodann keine medizinisch zu beantwortende Frage (S. 30 f. lit. E).
3.8
Dr.
G._
führte in einer
weiteren
Stellungnahme vom 1
2.
Mai 2017 (
Urk.
10/92 S. 7) aus
,
Dr.
I._
habe eine mögliche wahnhafte Störung diagnostiziert. Nach der Einschätzung durch
Dr.
G._
seien die Ausführungen des Gutachters zum Observationsbildmaterial geeignet, das Vorliegen einer schwergradigen psychi
schen Störung und explizit das Vorliegen einer wahnhaften Störung zu vernei
nen. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit liege kein Gesundheitsschaden vor, der die Arbeitsfähigkeit mittel- und langfristig beeinträchtige (S. 7 Mitte).
Dr.
I._
habe auf den Seiten 27-30 des Gutachtens vermerkt, dass bei einer wahnhaften Störung eine Arbeitsfähigkeit von 0
%
vorliegen würde.
Die
Zusatz
fragen zu
Verdeutlichungstendenzen, Aggravation und Simulation
habe der Gut
achter
nicht beantwortet. Es wäre
aber
seine Aufgabe
gewesen, zu diesem Punkt seine fachliche Beurteilung vorzunehmen, damit der Rechtsanwender eine gute Grundlage für die Entscheidung hat. Nach Ansicht von
Dr.
G._
liege sicherlich Aggravation vor und eine Simulation könne nicht ausgeschlossen werden (S. 7 unten).
4.
4.1
Gemäss dem
Ermittlungsbericht der
H._
vom 2
5.
Mai 2016 wurde der Beschwerdeführer in der Zeit vom
2.
Juni bis 1
1.
Dezember 2015
an neun Tagen observiert (
Urk.
9 S. 1
und
S. 19
Ziff.
8).
4.2
Im Nachgang zum Urteil 61838/10 des Europäischen Gerichtshofs für Men
schenrechte vom 1
8.
Oktober 2016 hat das Bundesgericht in BGE 143 I 377 E. 4 erkannt, dass es auch in
der
Invalidenversicherung an einer genügenden gesetz
lichen Grundlage fehle
, welche die verdeckte Überwachung umfassend klar und
detailliert regle. Daraus folgt, dass die Observation des Beschwerdeführers zwischen
Juni und Dezember 2015 an
sich rechtwidrig, das heisst in Verletzung von
Art.
8 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten bezieh
ungsweise
Art.
1
3 der Bundesverfassung erfolgten
. Für die Verwertbarkeit eines derart rechtswidrig erlangten Beweises soll - in Anlehnung ans eidgenössische Straf- und Zivilverfahrensrecht sowie die meisten kantonalen Verfahrensord
nungen - hauptsächlich die Abwägung zwischen privaten und öffentlichen Inte
ressen massgebend sein (BGE 143 I 377 E. 5.1.1).
Im Sozialversicherungsrecht ist wohl nur insoweit von einem absoluten Verwer
tungsverbot auszugehen, als es sich um Beweismaterial handelt, das im nicht öffen
t
lich frei einsehbaren Raum zusammengetragen wurde (
BGE 143 I 377
E.
5.1.3).
4.3
Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass
keine ständige Observierung erfolgte
, nach
dem zwischen Ende August bis Mitte November 2015 keine
Überwachung
stattfand
.
Der Beschwerdeführer wurde zudem jeweils im Freien und in einem frei zugänglichen Geschäftslokal des
Z._
aufgenommen.
Durch die insgesamt neun Observationen ist es jedenfalls zu keinem schwereren Eingriff
in
die
grundrecht
liche Position
des Beschwerdeführers
gekommen
. Stellt man diesem Aspekt das erhebliche und gewichtige öffentliche Interesse an der Verhinderung von Versi
che
rungsmissbrauch
entgegen, ergibt sich, dass die vorliegenden Observations
ergebnisse in die
Beweiswürdigung miteinbezogen werden können
(vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 9C_262/2017 vom 15. November 2017 E. 4.2)
.
5.
5.1
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
-
akten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammen
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
5.2
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische Leiden entwickelte strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indika
to
ren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungs
faktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141
V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 1
5.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbe
grün
denden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswir
kungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Janu
ar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
5.3
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V
281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2
017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
6.
6.1
Im Wesentlichen liegen der Bericht von
Dr.
A._
vom
5.
März 2012
(vorstehend E.
3.1)
über eine vertrauensärztliche Untersuchung, das Gutachten von
Dr.
D._
vom 2
8.
November 2013
(vorstehend E. 3.3)
, die Berichte des behan
delnden Psychiaters
Dr.
C._
und der Fachleute der
B._
sowie das Gutachten von
Dr.
I._
vom 2
8.
April 2017
(vorstehend E. 3.7)
im Recht.
Dr.
D._
nannte im Gutachten als Diagnosen eine mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom, soziale Phobien und eine paranoide Verar
beitungsstörung im Sinne einer wahnhaften Störung bei einem Status nach einer Belastung am Arbeitsplatz. Der Gutachter
kam
zwar
zum Schluss, dass keine ver
wertbare Arbeitsfähigkeit vorliege. Andererseits bezeichnete er die Wiedererlan
gung einer Teilarbeitsfähigkeit von 50
%
nach einer Rehabilitation doch als möglich
(vorstehend E. 3.3.2).
Dr.
C._
erachtete im Bericht vom 1
3.
Juni 2012 zumindest eine Teilzeitarbeitsfähigkeit als möglich (E. 3.2).
Dr.
I._
ging in diagnostischer Hinsicht
von einer lediglich möglichen wahnhaften Störung aus. Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine rezidi
vierende depressive Störung, aktuell leichte Episode (vorstehend E. 3.7.2).
Er
liess
daher
offen,
ob
eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vorliegt.
6.2
Der Beschwerdeführer
brachte vor
, es habe kein Anlass bestanden, ein weiteres Gutachten a
nzuordnen (
Urk.
1 S. 6 lit. b).
Es bestand
jedoch
ein
hinreichender
Grund
für eine
weitere
Begutachtung
, damit der Gutachter
das Ergebnis der Obser
vation
würdigen und
i
n seine Beurteilung
mit
einbeziehen konnte.
Die psychia
trische Begutachtung
durch
Dr.
I._
erweist sich
somit
als zulässig.
Dr.
I._
liess zwar offen, ob tatsächlich, wie von
Dr.
D._
diagnostiziert,
von einer wahnhaften
Störung ausgegangen werden kann
. Er
wies jedoc
h auf
nicht unerhebliche
Zweifel bezüglich der Diagnose hin
.
So
habe
Dr.
C._
im Bericht vom 1
3.
Juni 2012 erwähnt, dass es zu einem allmählichen Nachlassen der
wahnhaften
Symptomatik gekommen sei.
Gemäss
Dr.
I._
ist ei
ne solche En
twicklung
bei einer wahnhaften Störung
jedoch
nicht zu erwarten
. Auch sind die festgestellten Aktivitäten des Beschwerdeführers
im Zusammenhang mit der Vermietung eines Lieferwagens
nur schwer
mit einer wahnhaften Störung zu vereinbaren
(vorstehend E. 3.7.3
).
Auch wenn der Gutachter zu keiner endgül
tigen Einschätzung gelangte, beantwortet das Gutachten zusammen mit der Stel
lung
nahme
von
Dr.
G._
vom 1
2.
Mai 2017
die gestellten Fragen.
Der RAD-Arzt kam
gestützt auf die
Ausführungen von
Dr.
I._
zum Ergebnis, dass es an einem Gesundheitsschaden fehle, der die Arbeitsfähigkeit
des
Beschwerdeführers
mittel- und langfristig beeinträchtige (E. 3.8).
Der Gutachter setzte sich mit der abweichenden Beurteilung durch
Dr.
D._
,
Dr.
A._
,
die Fachleute der
B._
und
Dr.
C._
auseinander. Das Gutachten erfolgte
somit in
Kenntnis und in Auseinandersetzten mit den
Vora
kten.
Schliesslich vermag es
zusammen mit der Einschätzung durch
Dr.
G._
auch in der Beurteilung der medizinischen Situation und in den Sc
hlussfolgerungen zu überzeugen.
Die
geklagten Beschwerden
wurden sodann
hinreichend berück
sichtigt
.
Das Gutachten von
Dr.
I._
erweist sich daher als beweistauglich.
6.3
Entgegen
den Ausführungen des Beschwerdeführers (
Urk.
1 S. 7 lit. d)
lässt sich
nicht sagen, dass
Dr.
G._
von der Einschätzung durch
Dr.
I._
abgewichen
ist
. Die Einschätzungen
der beiden Ärzte ergänzen sich vielmehr, da
der RAD-Arzt
gestützt auf das Gutachten von
Dr.
I._
eine wahnhafte Störung
schliesslich
verneinte.
Dr.
I._
stellte lediglich eine leichte depressive Episode fest, wobei sich diese nicht auf die Arbeitsfähigkeit auswirkt.
Eine
wahnhafte Störung
bezeichnete
er
nur
als
möglich
. Die diagnoserelevanten Befunde
sind daher eher leicht ausge
prägt
. Betreffend den Indikator «Behandlungs- und Eingliederungserfolg»
ist darauf hinzuweisen, dass sich der Beschwerdeführer
etwa einer von lic. phil.
E._
und
Dr.
F._
,
B._
, vorgeschlagenen psychiatrischen Spitex verwei
gerte (
Urk.
10/59 S. 4 oben). Er ist
der als notwendig erachteten medizinischen Behandlung daher nicht vollumfänglich nachgekommen
. Des Weiteren erweist sich die langjährige Behandlung durch
Dr.
C._
bislang als nur wenig erfolg
reich, weshalb weitere Behandlungsoptionen zu prüfen wären.
Komorbiditäten sind nach dem Gutac
hten von
Dr.
I._
zu verneinen.
Zum Komplex «sozialer Kontext» ist zu sagen, dass der Beschwerdeführer sozial
nicht derart isoliert zu sein scheint, wie es etwa im Gutachten von
Dr.
D._
beschrieben wurde
,
nachdem der Beschwerdeführer bei
der
Observation
mehrfach mit dem Handy
telefonierend angetroffen worden
ist
.
Zu erwähn
en ist
weiter
, dass der Gutachter lediglich leichte Inkonsistenzen beschrieben hat (vorstehend E. 3.7.3). Entscheidend ist jedoch, dass der Gutachter eine wahnhafte Störung und damit einen IV-relevanten Gesundheitsschaden n
icht sicher feststellen konnte (vgl. E. 5.3).
Nach Prüfung der Standardindikatoren fehlt es daher am Nachweis eines IV-relevanten Gesundheitsschadens.
Zum Gutachten
von
Dr.
D._
vom 2
8.
November 2013
ist zu sagen, dass sich
aufgrund
der Observation
des Beschwerdeführers
neue Eindrücke ergeben
haben
. Beispielsweise ist der
von
Dr.
D._
beschriebene
vermehrte Rückzug in die eigene Wohnung (vorstehend E. 3.3.2)
dahingehend
zu relativieren
, dass der Be
schwerdeführer
bei der Observation
doch mehrfach
ausser Haus und telefonierend angetroffen worden ist. Das Gutachten von
Dr.
I._
erlaubt zudem bessere Rückschlüsse auf den aktuellen Gesundheitszustand des Beschwerdeführers als das ältere Gutachten von
Dr.
D._
und der Bericht von
Dr.
A._
.
Das Gutachten von
Dr.
I._
und die Einschätzung durch RAD-Arzt
Dr.
G._
sind daher gegenüber der Beurteilung durch
Dr.
D._
,
Dr.
A._
und
Dr.
C._
vorzuziehen.
6.4
Zum Ermittlungsbericht der
H._
vom 2
5.
Mai 2016 ist zu sagen, dass der Beschwerdeführer wiederholt ausser Haus angetroffen worden ist. Die festgestellten von ihm entwickelten Aktivitäten im Zusammenhang mit der Ver
mietung eines Liefer
wagens begründen sodann Zweifel an den von
Dr.
D._
gestellten Diagnosen
einer wahnhaften Störung und einer sozialen Phobie
. Ge
stützt auf das Gutachten von
Dr.
I._
, die Stellungnahme von
Dr.
G._
vom 1
2.
Mai 2017 und die Observationsergebnisse fehlt es mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit an einem IV-relevanten Gesundheitsschaden.
Die Beschwerdegegnerin hat einen Rentenanspruch
somit zu Recht verneint
. Die angefochtene Verfügung vom
3.
Oktober 2017 erweist sich demzufolge als rech
tens. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
7.
7.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfah
rens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Vor
liegend sind die Kosten auf
Fr.
800.-- festzusetzen und dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.
Zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozess
füh
rung
sind die Kosten jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
7.2
Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers rechte dem Gericht am 1
1.
April 2018 (
Urk.
16) die Honorarnote in Höhe von
Fr.
2'344.70 (
Urk.
17) ein. Dies
e
erweist sich der Bedeutung der Streitsache als angemessen. Der unentgeltliche Rechts
vertreter ist daher mit
Fr.
2'344.70
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer)
aus
der Gerichtskasse zu entschädigen.