Decision ID: e257a245-8eb9-48a7-8518-d83c95f31d6e
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_HG
Chamber: ZH_HG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Bauhandwerkerpfandrecht
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Rechtsbegehren: (act. 1)
" 1. Es sei für eine Handwerkerforderung der Zweigniederlassung der Gesuchstellerin, der A._ AG mit Sitz in Luzern gegenüber der C._ GmbH mit Sitz in .../LU zu Lasten der Liegenschaft der Gesuchsgegnerin GBBl. 1 Stockwerkeigentum GB D._, ... Miteigentum an GBBl. 2, Kat. Nr. ..., als Pfandsumme für den Betrag von CHF 156'199.95 (inkl. MWST), zuzüglich 5%  seit dem 02. November 2015, ein Bauhandwerkerpfand im Sinne von Art. 839 ff. ZGB zunächst superprovisorisch , hernach vorläufig, im Sinne von Art. 961 ZGB, schliesslich  im Grundbuch D._ einzutragen.
2. Es sei zufolge zeitlicher Dringlichkeit ohne Anhörung der  in einer superprovisorischen Verfügung das Grundbuchamt D._ anzuweisen, das gemäss Ziffer 1. hiervor beantragte Bauhandwerkerpfandrecht sofort vorläufig im  D._ einzutragen.
3. Der Gesuchstellerin sei nach Bestätigung der vorläufigen  Frist anzusetzen, um Klage auf definitive Eintragung des Bauhandwerkerpfandrechtes gemäss Ziffer 1. hiervor ;
alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (inkl. MWST) zu  der Gesuchsgegnerin."

Das Einzelgericht zieht in Erwägung:
1. Die Klägerin reichte ihr Gesuch am 2. November 2015 ein (Datum Post-
stempel) (act. 1). Dem Gesuch wurde mit Verfügung vom 3. November 2015 ent-
sprochen, und das Grundbuchamt wurde angewiesen, das Pfandrecht im begehr-
ten Umfang einzutragen. Gleichzeitig wurde der Beklagten Frist zur schriftlichen
Stellungnahme angesetzt (act. 4). Innert erstreckter Frist reichte die Beklagte am
4. Dezember 2015 ihre Stellungnahme zum klägerischen Gesuch ein (act. 13).
2. Die Beklagte bestreitet den Anspruch der Klägerin auf vorläufige Eintragung
eines Bauhandwerkerpfandrechts nicht (act. 13 S. 3 ff.). Dies geht auch aus ihrem
Rechtsbegehren hervor, worin sie die Bestätigung des bereits superprovisorisch
eingetragenen Pfandrechts und die Ansetzung einer Frist zur Klage auf definitive
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Eintragung beantragt (act. 13 S. 2). Die einstweilige Anweisung ans Grundbuch-
amt D._ gemäss Verfügung vom 3. November 2015 ist daher zu bestätigen.
3. Der Klägerin ist Frist anzusetzen, um Klage auf definitive Eintragung des
Pfandrechts gegen die Beklagte anzuheben. Die Prosequierungsfrist ist praxis-
gemäss auf 60 Tage festzulegen, wobei allfällige Gerichtsferien bei der Fristan-
setzung berücksichtigt werden. Eine Verlängerung dieser Frist ist möglich, bedarf
aber eines gesonderten und begründeten Gesuches (Art. 144 Abs. 2 ZPO); die-
ses würde in einem kostenpflichtigen Nachverfahren behandelt. Als zureichende
Gründe für eine Fristerstreckung gemäss Art. 144 Abs. 2 ZPO werden nur entwe-
der die Zustimmung der Gegenpartei oder von der Partei nicht vorhersehbar oder
nicht beeinflussbare Hinderungsgründe anerkannt.
4. Die Höhe der Gerichtsgebühr wird nach der Gebührenverordnung des
Obergerichts bestimmt (Art. 96 ZPO i.V.m. § 199 Abs. 1 GOG) und richtet sich in
erster Linie nach dem Streitwert bzw. nach dem tatsächlichen Streitinteresse (§ 2
Abs. 1 lit. a GebV OG). Es ist von einem Streitwert von CHF 156'199.95 auszuge-
hen, wobei die Gerichtsgebühr in Anwendung von § 4 Abs. 1 und 2 sowie § 8
Abs. 1 GebV OG auf CHF 4'000.– festzusetzen ist.
Über den Pfandanspruch der Klägerin ist noch nicht definitiv entschieden. Es wird
im ordentlichen Verfahren festzustellen sein, ob die Klägerin endgültig obsiegt.
Daher rechtfertigt es sich, im vorliegenden Verfahren lediglich eine einstweilige
Kostenregelung zu treffen. Gemäss Praxis des Einzelgerichts des Handelsge-
richts des Kantons Zürich sind die Gerichtskosten im Verfahren betreffend die vor-
läufige Eintragung des Pfandrechts von der Klägerin zu beziehen, wobei der end-
gültige Entscheid des Gerichts im ordentlichen Verfahren vorbehalten bleibt.
Auch der Entscheid betreffend die Entschädigungsfolgen ist dem ordentlichen
Verfahren vorbehalten. Für den Fall, dass die Klägerin ihren Anspruch jedoch
nicht prosequieren sollte, ist der Beklagten in Anwendung von § 4 Abs. 1 und 2
sowie § 9 AnwGebV OG eine Parteientschädigung von CHF 2'500.– zuzuspre-
chen.
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