Decision ID: e57ec682-197f-4c0a-ae91-08a158e10fe0
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 19
6
3 geborene
X._
absolvierte eine Ausbildung zum
diplomierte
n
Pflegefachmann
H
F
(
Urk.
2/22
,
Urk.
24/9/5
,
Urk.
24/29/1
). Vom
1.
Juni 2008 bis 3
1.
Januar 2012 arbeitete er
als Pflegefachmann
beim Kantonsspital
B._
und war dadurch bei
Pensionskasse
A._
berufsv
orsorgeversichert (
Urk.
2/5-6
,
Urk. 2/22,
Urk.
24/20/1
).
Danach
war er
vom
1.
Februar bis zum 3
1.
März 2012
bei
m
Alters
he
im
C._
angestellt (
Urk.
1 S. 3
). Es folg
t
e eine Anstellung
vom
1.
April bis 3
1.
August 2012
bei
m Personalvermittlungsunternehmen
D._
GmbH
mit Einsatz im Spital
E._
(
Urk.
24/46/2
)
. Über diese beiden Arbeitsverhältnisse war er jeweils
bei der AXA Stiftung Berufliche Vor
sorge, Winterthur,
berufs
vorsorgerechtlich ver
sichert
(
Urk.
2/7-10
, Urk. 13 S. 2
). Alsdann a
rbeitete
er
vom
1.
September 2012 bis 3
0.
September 2013
(effektiver letzter Arbeitstag am 2
0.
Mai
2013,
Urk.
24/65/2)
beim Spital
F._
(
Urk.
24/47
/
2
,
Urk.
24/65/1
,
Urk.
24/66/3
)
. In dieser Eigenschaft war er
in berufs
vor
sorge
rechtlicher Hinsicht
bei der
Pensionskasse
Z._
ver
sichert
(
Urk.
2/4
[=
Urk.
29/23
]
)
.
1.2
Am
9.
September 2013 meldete sich
X._
unter Hinweis auf eine seit dem
2
0.
Mai 2013 bestehende 100%ige Arbeitsunfähigkeit bei den Sozialver
si
cherungen Glarus, IV-Stelle,
erneut
zum Leistungsbezug an (Urk. 24/50,
Urk.
24/
55).
Ein früheres
Rentenbegehren vom 17. No
vember 2011
hatte sie
mit Verfügung vom 2
9.
März 2012 abgewiesen (
Urk.
24/42).
A
uf das neue Leistungs
begehren
vom
9.
September 2013
trat die IV-Stelle Glarus
ein
, führte Abklä
rungen in beruflich-erwerblicher und medizinischer Hinsicht durch
und sprach
X._
hernach
mit
Verfügung vom
9.
Oktober 2015 mit Wirkung ab 1.
Juli 2015 eine ganze Invalidenrente und vier Kinder
renten zu
(
Urk.
24/167; vgl.
Urk.
24/162/1-2)
.
Dagegen erhob
en
X._
und die Pensionskasse
Z._
am
5
.
respektive
10. No
vember
201
5
Beschwerde beim Ver
waltungs
gericht des Kantons
Glarus
(Urk.
24/175, Urk.
24/179
/7-14
). Das Ver
w
altungsgericht des Kantons Glarus vereinigte
die beiden Beschwerde
verfahren (
Urk.
24/206/4).
Mit Urteil
des Verwaltungs
gerichts des Kantons Glarus
vom 16. Juni 2016 wurde die Verfügung der IV-Stelle Glarus vom
9.
Oktober 2015
insoweit abge
ändert
,
als
festgestellt wurde,
dass
X._
ab dem
1.
Mai 2014 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente hat (
Urk.
24/206/16).
Gegen das Urteil des Verwaltungs
ge
richts des Kantons Glarus erhob die Pensionskasse
Z._
am 9. August 2016 beim Bundesgericht Beschwerde (Urk. 24/207/2-11). Mit Urteil vom 3
0.
August 2016 trat das Bundesgericht auf die Beschwerde nicht ein (
Bundesgerichtsurteil 9C_504/2016,
Urk.
24/209).
1.3
In der Folge wandte sich
X._
mit Schreiben vom 25
. Oktober 201
6 an die Pensionskasse
Z._
und beantragte
die Aus
richtung einer Rente der beruflichen Vorsorge
(
Urk.
2
9/26
).
Mit Schreiben vom 1
5.
November 2016 lehn
te die Pensionskasse
Z._
dieses Ersuchen mit der Begründung, dass sie für eine Leistungs
aus
rich
tung nicht zuständig
sei, ab (
Urk.
2/16).
Am 6. Dezember 2016
e
rsuchte
X._
die
Pensionskasse
A._
um Invalidenleistungen aus beruflicher Vorsorge
.
Die
Pensionskasse
A._
lehnte sein Gesuch
mit Schreiben vom 2
1.
Juni 2017 ab (
Urk.
2/17
).
2.
2.1
Am
26
. April 201
9
erhob
X._
gegen die Pensionskasse
Z._
(Beklagte 1), die
Pensionskasse
A._
(Beklagte 2) und die AXA Stiftung Berufliche Vorsorge, Winterthur (Beklagte 3), Klage mit folgen
dem Rechtsbegehren (Urk. 1 S. 2):
«
1.
Die Pensionskasse
Z._
sei
zu verpflichten, dem Kläger eine Rente der obligatorischen und überobligatorischen beruflichen Vorsorge rückwirkend ab
1.
Mai 2014 auszurichten zuzüglich Verzugszinsen zu 5
%
ab Klageerhebung.
2.
Eventualiter
sei die
Pensionskasse
A._
zu verpflichten, dem Kläger eine Rente der obligatorischen und überobligatorischen beruflichen Vorsorge rückwirkend ab
1.
Mai 2014 auszurichten zuzüglich Verzugszinsen zu 5
%
ab Klageerhebung.
3.
Subeventualiter
sei die AXA Stiftung Berufliche Vorsorge, Winterthur, zu verpflichten, dem Kläger eine Rente der obligatorischen und über
obli
ga
torischen beruflichen Vorsorge rückwirkend ab
1.
Mai 2014 auszurichten zu
züglich Verzugszinsen zu 5
%
ab Klageerhebung.
4.
Unter Entschädigungsfolge zulasten der
unterliegenden
Beklagten.»
2.2
Die Beklagte
1
beantragte mit Klageantwort vom
2
. Juli 201
9
Abweisung der Klage, sofern sie gegen sie gerichtet sei (Urk. 1
2
S. 2). Mit Klageantwort vom
13
.
August
201
9
beantragte die Beklagte
3
Abweisung der
gegen sie gerichteten
Klage (Urk. 13 S.
2).
Die Beklagte 2 beantragte mit Klageantwort vom 1
7.
Septem
ber 2019 A
bweisung der gegen sie erhobenen Klage (
Urk.
15 S. 2).
2.3
Mit Gerichtsverfügung vom 7
.
Novem
ber 201
9
(Urk.
2
1)
wurden
die Akten der Eidgenössischen Invalidenversicherung (Urk.
24
/1-
239
)
sowie die Akten der Be
klagten 1 (
Urk.
29/
1-72)
beigezogen
.
2.4
Der Kläger und die Beklagten 1 und 2
hielten
replicando
(Urk. 32 S. 3
) und
dup
licando
(Urk.
3
5
S. 2
, Urk.
40 S.
2)
jeweils
an ihren Rechtsbegehren fest.
Die Beklagte 3
erklärte mit ihrer Eingabe vom 2
4.
Mai 2020
, dass sie an ihrem Antrag auf Abweisung
der gegen sie gerichteten Klage festhalte und auf eine Duplik ver
zichte (Urk. 41).
Die Doppel der Eingaben der Beklagten vom 19. März 2020, 11. April 2020 und 24. Mai 2020 (Urk. 35, Urk. 40 und Urk. 41) wurden den Parteien am
8.
Juni 2020 je wechselseitig zugestellt (
Urk.
42).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die Akten wird, soweit erfor
derlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 73 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinter
las
senen- und Invalidenvorsorge (BVG) bestimmt sich der Gerichtsstand nach dem schwei
zerischen Sitz oder Wohnsitz des Beklagten oder dem Ort des Be
trie
bes, bei dem der Versicherte angestellt worden war, wobei die klagende Partei den
Gerichts
stand wählen kann (BGE 133 V 488 E. 2.1 mit Hinweis; Urteil des Bun
desgerichts B 93/04 vom 9. August 2005 E. 2.3 mit wei
teren Hinweisen).
Bei Streitigkeiten über die Abgrenzung der Leistungspflicht mehrerer Vorsorge
einrichtungen ist die passive subjektive
Klagenhäufung
(Art. 15 der Schweize
rischen Zivilprozessordnung, ZPO) mit der Folge eines einheitlichen Gerichts
standes zulässig (Urteile des Bundesgerichts 9C_41/2012 vom 12. März 2012 E. 3.4, 9C_546/2011 vom 31. Oktober 2011 E. 2.4; BGE 133 V 488 E. 4;
Meyer/
Uttinger
, in: Schneider/Geiser/
Gächter
[Hrsg.], BVG und FZG,
2.
Auflage, Bern 2019
,
Rz
. 106 zu
Art. 73
BVG
).
1.2
Weil die Beklagte
1
ihren Sitz im Kanton
Zürich hat (
Internet-Auszug Handels
register des Kantons Zürich
), ist das angerufene Gericht örtlich und - gestützt auf § 2 Abs. 2
lit
. a des
Gesetz
es
über das Sozialversiche
rungsgericht (
GSVGer
)
- sachlich zuständig.
2.
2.1
Nach Art. 24 Abs. 1 BVG hat der Versicherte Anspruch auf eine volle Inva
lidenrente, wenn er im Sinne der Invalidenversicherung mindestens zu 70 %, auf eine
Drei
viertelsrente
, wenn er mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn er mindestens zur Hälfte und auf eine
Viertelsrente
, wenn er mindestens zu 40 % invalid ist. Gemäss
Abs.
1 von
Art.
26 BVG gelten für den Beginn des Anspruchs auf Invalidenleistungen sinngemäss die entsprechenden Bestimmungen des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung (
Art.
29 IVG). Die Invaliden
leistungen nach BVG werden von derjenigen Vorsorgeeinrichtung geschuldet, welcher die den Anspruch erhebende Person bei Eintritt des versicherten Ereignisses ange
schlossen war. Im Bereich der obligatorischen beruflichen Vorsorge fällt dieser Zeitpunkt nicht mit dem Eintritt der Invalidität nach IVG, sondern mit dem Ein
tritt der Arbeitsunfähigkeit zusammen, deren Ursache zur Invalidität geführt hat (vgl.
Art.
23 BVG). Auf diese Weise wird dem Umstand Rechnung getragen, dass die versicherte Person meistens erst nach einer längeren Zeit der Arbeitsun
fähig
keit (nach einer Wartezeit von einem Jahr gemäss
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG in Verbindung mit
Art.
26 BVG) invalid wird. Damit nämlich der durch die zweite Säule bezweckte Schutz zum Tragen kommt, muss das Invaliditätsrisiko auch dann gedeckt sein, wenn es rechtlich gesehen erst nach einer langen Krankheit eintritt, während welcher die Person unter Umständen aus dem Arbeitsverhältnis ausgeschieden ist und daher nicht mehr dem
Obligatorium
unterstanden hat (BGE 123 V 262 E. 1b, 121 V 97 E. 2a, 120 V 112 E. 2b, je mit Hinweisen).
2.2
Anspruch auf Invalidenleistungen haben gemäss
Art.
23 BVG Personen, die im Sinne der Invalidenversicherung zu mindestens 40
%
invalid sind und bei Eintritt
der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert waren
. Nach
Art.
23 BVG versichertes Ereignis ist einzig der Eintritt der relevanten Arbeitsunfähigkeit, unabhängig davon, in welchem Zeitpunkt und in welchem Masse daraus ein Anspruch auf Invalidenleistungen entsteht. Die Ver
sicher
ten
eigenschaft muss nur bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit gegeben sein, dagegen nicht notwendigerweise auch im Zeitpunkt des Eintritts oder der Ver
schlimme
rung der Invalidität. Diese wörtliche Auslegung steht in Einklang mit Sinn und Zweck der Bestimmung, nämlich denjenigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitneh
mern Versicherungsschutz angedeihen zu lassen, welche nach einer längeren Krankheit aus dem Arbeitsverhältnis ausscheiden und erst später invalid werden. Für eine einmal aus - während der Versicherungsdauer aufgetretene
–
Arbeits
unfähigkeit geschuldete Invalidenleistung bleibt die Vorsorgeeinrichtung somit leistungspflichtig, selbst wenn sich nach Beendigung des Vorsorge
verhältnisses der Invaliditätsgrad ändert. Entsprechend bildet denn auch der Wegfall der Ver
sicherteneigenschaft kein Erlöschungsgrund (
Art.
26
Abs.
3 BVG e
contrario
; BGE 123 V 262 E. 1a, 118 V 35 E. 5).
2.3
Art. 23 BVG kommt auch die Funktion zu, die Haftung mehrerer Vorsorgeein
richtungen gegeneinander abzugrenzen, wenn eine in ihrer Arbeitsfähigkeit be
reits beeinträchtigte versicherte Person ihre Arbeitsstelle (und damit auch die Vorsorgeeinrichtung) wechselt und ihr später eine Rente der Invalidenversiche
rung zugesprochen wird. Der Anspruch auf Invalidenleistungen nach Art. 23 BVG entsteht in diesem Fall nicht gegenüber der neuen Vorsorgeeinrichtung, sondern gegenüber derjenigen, welcher die Person im Zeitpunkt des Eintritts der invalidi
sierenden Arbeitsunfähigkeit angehörte.
Damit eine Vorsorgeeinrichtung, der eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeitnehmer beim Eintritt der Arbeitsunfähigkeit angeschlossen war, für das erst nach Been
digung des Vorsorgeverhältnisses eingetretene Invaliditätsrisiko aufzukommen hat,
ist indes erforderlich, dass zwischen Arbeitsunfähigkeit und Invalidität ein enger sachlicher und zeitlicher Zusammenhang besteht (BGE 130 V 270 E. 4.1). In sach
licher Hinsicht liegt ein solcher Zusammenhang vor, wenn der der Invali
dität zu Grunde liegende Gesundheitsschaden im Wesentlichen derselbe ist, der zur Arbeitsunfähigkeit geführt hat. Sodann setzt die Annahme eines engen zeit
lichen Zusammenhangs voraus, dass die versicherte Person nach Eintritt der Arbeitsun
fähigkeit nicht während längerer Zeit wieder arbeitsfähig wurde. Die frühere Vorsorgeeinrichtung hat nicht für Rückfälle oder Spätfolgen einer Krank
heit ein
zustehen, die erst Jahre nach Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit eintre
ten. Demnach darf nicht bereits eine Unterbrechung des zeitlichen Zusam
men
hangs angenommen werden, wenn die Person bloss für kurze Zeit wieder an die Arbeit zurückgekehrt ist
(BGE 123 V 262 E.
lc
, 120 V 112 E. 2c/
aa
und 2c/
bb
mit Hinweisen).
Der enge zeitliche Zusammenhang ist so lange nicht unterbro
chen, als dass mindestens eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit in einer angepassten Tätig
keit besteht
(BGE 144 V 58 E. 4.4
). Eine nachhaltige, den zeitlichen Konnex unterbrechende Erholung liegt hingegen grundsätzlich vor, wenn während mehr als drei Monaten eine Arbeitsfähigkeit von über 80
%
in einer angepassten Erwerbstätigkeit gegeben ist (BGE 144 V
58 E. 4.4
) und - kumulativ bezogen auf die angestammte Tätigkeit - ein rentenausschliessendes Einkom
men erzielt wer
den kann (Urteil des Bundes
gerichts
9C_623/2017
vom 26. März 2018 E. 3; BGE 134 V 20
E. 5.3). Eine solch drei Monate oder länger andauernde (annähernd) vollständige Arbeits
fähigkeit ist ein gewichtiges Indiz für eine Unterbrechung des zeitlichen Zusam
menhangs, sofern sich eine dauerhafte Wiedererlangung der Erwerbsfähigkeit als objektiv wahrscheinlich darstellt. Der zeitliche Zusammen
hang kann daher auch bei einer länger als drei Monate dauernden Tätigkeit ge
wahrt sein, wenn eine dauerhafte berufliche Wiedereingliederung unwahr
schein
lich war, etwa weil die Tätigkeit (allenfalls auch erst im Rückblick) als Ein
glie
derungsversuch zu werten ist oder massgeblich auf sozialen Erwägungen des Arbeit
gebers beruhte
(BGE 134 V 20 E.
3.2.1
; Urteil
des Bundesgerichts
9C_340/201
6
vom 2
1.
November
2016 E.
4.1.2
; Urteil des
Bundesgerichts 9C_465/2018
vom 3
0.
Januar 2019
E. 3.2 mit weiteren Hinweisen).
2.4
Aus der engen Verbindung zwischen dem Recht auf eine Rente der Invaliden
versicherung und demjenigen auf eine Invalidenleistung nach BVG ergibt sich, dass der Invaliditätsbegriff im obligatorischen Bereich der beruflichen Vorsorge und in der Invalidenversicherung grundsätzlich der gleiche ist (BGE 123 V 269 E. 2a, 120 V 106 E. 3c, je mit Hinweisen).
Praxisgemäss sind daher die Vorsorgeeinrichtungen im Bereich der gesetzlichen Mindestvorsorge (
Art.
6 BVG) an die Feststellungen der IV-Organe (Eintritt der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit, Eröffnung der Wartezeit, Festsetzung des Invaliditätsgrades) gebunden, soweit die IV-rechtliche Betrachtung aufgrund einer gesamthaften Prüfung der Akten nicht als offensichtlich unhaltbar erscheint (BGE 126 V 309 E.
1 in
fine
). Diese Konzeption fusst auf der Überlegung, die Organe der (obligatorischen) beruflichen Vorsorge von eigenen aufwändigen Ab
klärungen freizustellen, und gilt nur bezüglich Feststellungen und Beurteilungen der IV-Organe, welche im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entscheidend waren (BGE 132 V 1 E. 3.2). So hat beispielsweise eine verspätete Anmeldung zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung rechtsprechungsgemäss die freie Überprüfbarkeit
des leistungserheblichen Sachverhaltes durch die Vorsorgeeinrichtung bezie
hung
s
weise das Berufsvorsorgegericht zur Folge (Urteil des Bundesgerichts 9C_49/2010 vom 2
3.
Februar 2010 E. 2.1).
Diese Bindungswirkung setzt voraus, dass die Vorsorgeeinrichtung (spätestens) ins
Vorbescheidverfahren
(
Art. 73
ter
der Verordnung über die Invalidenversiche
rung, IVV
) einbezogen und ihr die Rentenverfügung formgültig eröffnet wurde (Urteil des Bundesgerichts 9C_81/2010 vom 1
6.
Juni 2010 E. 3.1, mit Hinweisen). Dem BVG-Versicherer steht ein selbständiges Beschwerderecht im Verfahren nach IVG zu. Unterbleibt ein solches Einbeziehen der Vorsorgeeinrichtungen, ist die IV-rechtliche Festsetzung des Invaliditätsgrades (grundsätzlich,
masslich
und zeitlich) berufsvorsorgerechtlich nicht verbindlich (BGE 130 V 270 E. 3.1).
3.
3.1
Der Kläger bringt
im Wesentlichen
vor,
dass er in der zweiten Hälfte
des Jahres
2013 gesundheitlich eingebrochen sei und aus psychischen Gründen in der Folge bis zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses mit dem Spital
F._
per 3
0.
September 2013 durchgehend zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen sei
(
Urk.
1 S.
5)
.
Zuvor habe der Kläger beim Spital
F._
aber die Probezeit be
stan
den. Bis zum 20. Mai 2013 gehe aus den Akten des Spitals
F._
ke
ine Arbeits
un
fähigkeit
des Klägers
hervor
.
E
ine solche
lasse sich aus
seinen
Flüchtig
keits
fehlern
bei der Arbeit
, wie sie in seiner Mitarbeiterbeurteilung festge
halten
worden seien, nicht ableiten.
Das Verwaltungs
gericht des Kantons Glarus habe mit seinem
rechtskräftigen
Urteil vom 16. Juni 2016 den Beginn des Wartejahres für die Invalidenrente
der
Eidg
.
Invalidenver
sicherung auf den 20. Mai 2013 fest
gelegt (Urk. 1 S.
5-
8).
Damals sei er bei der Beklagten 1 berufs
vorsorgever
sichert gewesen
, weshalb sie Invalidenleistungen zu erbringen habe
(
Urk.
1 S.
5).
Falls das Sozialversiche
rungs
gericht zum Schluss kommen sollte, dass eine Leistungs
pflicht der Beklag
ten 1 zu verneinen sei, weil die Arbeitsun
fähigkeit, welche zur Invalidität geführt hat, bereits vorgelegen habe, bevor er bei
ihr
berufsvorsorge ver
sichert gewesen sei, sei entweder die Beklagte 2 oder die Beklagte 3 zur Erbrin
gung von Invaliden
leistungen zu verpflic
hten (Urk. 1 S. 9
-
1
2).
3.
2
Die Beklagte 1 bringt
im Wesentlichen vor
,
dass ein frühestmöglicher Rentenan
spruch des Klägers
gegenüber der
Eidg
. Invalidenversicherung
aufgrund der IV-Anmeldung im September 2013 erst ab März 2014 in Frage gekommen sei. Die
IV-Stelle Glarus
habe
daher
nicht prüfen müssen, ob vor oder seit Beginn der Zeit, als der Kläger per September 2012 bei ihr (der Beklagten 1) berufsvor
sorge
versichert gewesen sei, eine relevante Arbeitsunfähigkeit be
stan
den habe.
Auf
grund des fehlenden schutzwürdigen Interesses habe sie im Ver
fahren der In
va
lidenversicherung keine Möglichkeit gehabt, dies in tatsächlicher und recht
licher Hinsicht nachzuweisen
(Urk. 35 S. 10)
.
Die Feststellungen im Ver
fahren der
Eidg
.
Invalidenversicherung, wonach der Eintritt einer relevanten Arbeits
fähig
keit per Mai 2013 ei
ngetreten sei, sei für sie
somit
nicht bindend (Urk. 35 S. 1
0).
Es sei
sodann
erstellt
, dass es beim Kläger im Frühjahr 2011 bedingt durch den Tod seines Vaters zu einer schweren depressiven Episode gekommen sei. Deswegen sei er ab dem 2
5.
April 2011
in seiner Arbeits- und Leistungs
fähigkeit
durch
gehend und massgeblich eingeschränkt gewesen (
Urk.
12 S. 1,
Urk.
35
S. 3-5,
S.
11-13, S. 20
). Zum Zeitpunkt des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit sei er bei der Beklagten 2 berufsvorsorgeversichert gewesen. Da die Arbeitsunfähigkeit durch
gehend bestanden habe, könne für den Zeitraum der Anstellung im Spital
F._
von September 2012 bis September 2013 nicht von einer Wieder
erlangung einer anhaltenden (über 80
%
liegenden) Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden.
Her
vorzuheben sei, dass
beim Spital
F._
psychisch bedingte
Leistungsein
schränkungen in Form eines Fehlverhaltens gegenüber Mitarbeitern und Vorge
setzen
in arbeits
recht
licher Hinsicht von Beginn weg in Erscheinung getretenen
seien (Urk. 35
S. 16
S. 18).
Die volle Arbeits- und Leistungsfähigkeit des Klägers sei auch durch die Aus
füh
rungen seiner Ehefrau im E-Mail vom
9.
September 2012 in Frage gestellt worden (Urk. 12 S. 1). Sie habe darin fest
ge
halten, dass ein 100%-Pensum für den Kläger zu viel sei (Urk. 35 S. 7).
Auf
grund
dieser Tatsachen
sei die
Arbeitstätigkeit des Klägers
beim Spital
F._
nur
als Eingliederungsversuch zu werten, der eine dauerhafte Wiederein
gliederung unwahr
schein
lich gemacht habe
(Urk. 35 S.
16 S.
18)
. Auch die Art des psychi
schen Gesund
heits
zu
standes des Klägers, die prog
nostischen Beurteilungen durch die behandelnden und untersuchenden Fachärzte sowie die Beweggründe, welche den Kläger wiederholt zur Aufnahme einer voll
zeitlichen Arbeit veranlasst hätten, würden belegen, dass während der Ver
sicherungszeit bei ihr keine Arbeits
fähig
keit des Klägers von über 80
%
bestanden haben könne
(Urk. 12 S.
1-
2, Urk.
35 S.
18)
. Aufgrund der Arbeitstätigkeit
des Klägers beim Spital
F._
sei der zeit
liche Konnex zur vor
be
stehenden Arbeitsunfähigkeit
somit
nicht unter
bro
chen worden
(
Urk.
35 S. 1
8
)
.
Damit sei die Beklagte 2 zur Erbringung von Invali
den
leistungen zu verpflichten (Urk. 35 S. 13, S. 20).
3.3
Die Beklagte 2 führt im Wesentlichen aus, dass
der Kläger gemäss den Akten der
Eidg
.
Invalidenversicherung vom
1.
Februar 2012
bis zum 3
0.
Mai 2013 voll arbeitsfähig gewesen sei und sowohl vollzeitig als auch mit voller Leistungsfähig
keit gearbeitet habe;
z
unächst beim Alters- und Pflegeheim
C._
, dann bei der
D._
GmbH und ab September 2012 im Spital
F._
. Diese mehr als einjährige volle Erwerbstätigkeit sei am 2
0.
Mai 2013
durch
eine lang
anhaltende Krankheit
abgebrochen worden
(Urk. 15 S. 14). Für ihre
eigene
Beur
teilung, wo
nach die Arbeitsfähigkeit des Klägers auch während der Ver
siche
rungszeit bei der Beklagten 1 von September 2012 bis September 2013 in berufs
vorsorgerechtlicher Hinsicht massgeblich eingeschränkt gewesen,
berufe sich die Beklagte
1
ausschliesslich auf ein E-Mail der Ehefrau des Klägers und auf eine Mitarbeiterbeurteilung. Sie
lege
jedoch
keine echtzeit
lichen Arztberichte vor
(
Urk.
40
S.
2)
.
Aus diesen Vorbringen
könne sie
somit nichts zu ihren Gunsten ableiten. Ebenfalls unzutreffend sei sodann die Ansicht der Beklagten 1, dass sich der Kläger verspätet bei der IV-Stelle angemeldet habe. D
ie IV-Stelle Glarus
habe
die Beklagte 1
alsdann
korrekt in das IV-Verfahren einbezogen und ihr den Vor
bescheid zugestellt. Die Beklagte 1 habe
daraufhin
auch die IV-Verfügung er
hal
ten und
sie erfolglos angefochten.
Der Kläger selbst habe eben
falls Beschwerde gegen die IV-Verfügung erhoben. Die Beklagte
1
sei
am Beschwer
deverfahren vor dem
Verwaltungsgericht des Kantons Glarus
ebenfalls beteiligt gewesen, weshalb sie an das Urteil jenes Gerichts
vom 1
6.
Juni 2016 gebunden
sei
(
Urk.
15 S.
14
,
Urk.
40 S.
4
).
Weil der
Kläger von Februar 2012 bis Mai 2013 voll erwerbstätig gewesen
sei, sei d
ie Arbeitsunfähigkeit, welche zur Invalidität geführt habe, anderthalb Jahre nach dem Austritt des Klägers aus ihrer Pensions
kasse ein
getreten. Die gegen sie gerichtete Klage sei daher abzu
wei
sen (
Urk.
15 S.
17).
3.4
Die Beklagte 3 bringt im Wesentlichen vor,
dass
sie nicht leistungspflichtig
sei
, weil ihr
der Kläger zum Zeitpunkt der Aufnahme in ihrem Vorsorgewerk per
1.
April 2012 als voll arbeitsfähig gemeldet sei
und ihr a
uch danach
k
eine Arbeitsunfähigkeit des Klägers
zur Kenntnis
ge
bracht
worden
sei
(
Urk.
13 S.
4
, S.
5
).
4.
4.1
4.1.1
Es
liegen folgende
entscheidrelevante
Arztberichte vor:
4.1.2
Der Psychotherapeut
Dr.
phil.
G._
führte im Bericht vom 2
2.
Dezembe
r 2011 aus, beim Kläger sei im Frühjahr 2011 i
nfolge des
Todes seines Vaters eine schwere depressive
Episode ohne psychotische S
ymptome (ICD-10: F32.2) aufge
treten
(
Urk.
24/17/1-2). Dazu geht aus dem Bericht von
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 2
7.
August 2011 hervor, dass er den Kläger vom 2
4.
Mai bis 1
8.
Juli 2011 mit hochfrequentierten Sitzungen therapiert habe.
Eine Arbeitsunfähigkeit -
ab 2
5.
April 2011 (vgl.
Urk.
36/6) - habe er vorübergehend attestiert. Während eines urlaubbedingten Unterbruchs
der Behandlung sei der Kläger suizidal geworden und habe sich Ende Juli 2011 in die Klinik
I._
begeben (
Urk.
26/10/1).
4.1.3
Dr.
med.
J._
, Oberärztin Klinik
I._
,
stellte nach der stationären Behandlung des Klägers vom 2
6.
Juli bis 1
4.
September 2011
in ihrem Bericht vom 1
1.
Oktober 2011
die folgenden Diagnosen
(
Urk.
24/30/1):
-
Schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10: F32.2)
-
Akzentuierung von Persönlichkeitszügen Typ-A-Verhalten (Ver
haltens
muster,
das
durch zügellosen Ehrgeiz, starkes Erfolgsstreben, Ungeduld, Konkurrenzdenken und Druckgefühl
charakerisiert
ist; ICD-10: Z73.1)
-
Fahrradsturz am 12. September 2011 mit
Claviculafraktur
,
Rippenfraktur
4.
bis
6.
Rippe links
,
Pneumothorax, Lungenkontusionen beidseits und
Commotio cerebri
Ihre
m Bericht kann sodann entnommen werden, dass der Kläger in schwer agi
tiert-depressivem Zustand auf die offen geführte allgemein-psychiatrische Sta
tion auf
genommen worden sei. Wegen schwierig kontrollierbaren Suizidimpulsen habe er initial mit Benzodiazepinen (hauptsächlich Valium hochdosiert) abge
schirmt und beruhigt werden
müssen. In der Auseinandersetzung mit der Lebens
geschichte habe sich gezeigt, dass der Kläger schon immer sehr ehrgeizig gewesen sei. Es sei der Eindruck entstanden, dass der Kläger schon immer viel Energie gehabt habe. Es bestehe eine innere Unruhe. Der Kläger sei impulsiv und häufig reizoffen,
logorrhoisch
, aber auch sehr ordentlich und pflichtbewusst. Er neige zu Externalisierung. Differentialdiagnostisch sei das Vorliegen einer Aufmerksam
keitsdefizit-
/
Hyperaktivitätsstörung (ADHS)
erwogen worden. D
a
s sei aber wieder verworfen worden, da die Probleme eher psychoreaktiv seien.
Diesbezüglich sei auf den grossen Ehrgeiz, die Vermeidung von Scham und Kränkungen und ins
gesamt bis jetzt doch guter Lebensbewährung hinzuweisen. Auffällig seien so
dann die vielen Stellenwechsel, welche vom Kläger aber mit seinem Wunsch nach stetiger beruflicher Weiterentwicklung begründet worden seien. Im Verlauf der Behandlung sei es zu einer deutlichen Verbesserung der depressiven Stim
mungs
lage gekommen. Die Auseinandersetzung mit dem beruflichen Umfeld sei schwie
rig geblieben. Der Kläger sei schon seit fünf Monaten
krank geschrieben
. Er habe diffus über Schwierigkeiten am Arbeitsplatz, die ihm die Rückkehr dort
hin ver
unmöglichen würden, berichtet.
Als genauer nachgefragt und insistiert worden sei, sei deutlich geworden, dass es sich vor allem um Kränkungen handeln würde, da der Kläger nicht seinen Wünschen entsprechend beruflich gefördert werde. Er habe ebenfalls sehr unrealistische Vorste
llungen betreffend persön
liche
Unter
stützung und Umgang. Aus medizinischer Sicht würde einer Rückkehr an den Arbeitsplatz jedoch nichts entgegenstehen. In einem gemeinsamen Ge
spräch mit
der Pflegedienstleitung des Kantonsspitals
B._
seien die gegensei
tigen Erwar
tungen angesprochen und soweit möglich geklärt worden.
Dabei sei festgestellt worden, dass
beim
Kläger in den letzten drei Jahren
sehr viele krank
heitsbe
dingten Absenzen zu verzeichnen gewesen seien. Am Arbeitsplatz habe er ein teils problematisches Verhalten gezeigt. In diesem Gespräch sei die Wieder
auf
nahme der Arbeit zu 50
%
ab
1.
Oktober 2011 geplant worden. Dies sei aber nicht möglich, weil sich der Kläger am 1
2.
September 2011 bei einem Sturz mit seinem Mountainbike schwer verletzt habe. Durch die
aufgrund des Unfalls
notwendig gewordene
Hospitalisation
sei die psychiatrische Behandlung
in der Klinik
I._
vorzeitig beendet worden. Je nach weiterem Verlauf sei aber die Wiederaufnahme auch einer stationären psychiatrischen Behandlung zu erwägen (
Urk.
24/30/3).
4.1.4
Nach seiner (ersten) Anmeldung bei der Invalidenversicherung vom
8.
November 2011 (
Urk.
36/4) fand am 1
6.
Dezember 20
11 eine neuropsychologische Abklä
rung in der Rehaklinik
K._
statt.
Dazu
erklärten die
abklärenden Neuropsy
chologen, dass aus formal-neuropsychologischer Sicht die Arbeitsfähigkeit aktuel
l leicht eingeschränkt sei. Bedeutsamer erscheine die verminderte psychische Be
lastbarkeit, wobei die Beurteilung des behandelnden Psychologen respektive die psychiatrische Einschätzung der Rehaklinik ausschlaggebend sei (
Urk.
26/29
)
. Im
Bericht vom 1
6.
Januar 2012 zu
Handen
der IV-Stelle Glarus
nannte die Rehaklinik
K._
als Diagnosen den Fahrradsturz vom 1
2.
September 2011 sowie die Depression. Eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurde den Diagnosen nicht beigemessen (
Urk.
23/1), wobei dazu präzisiert wurde, dass der Kläger zunächst ab
1.
Februar 2012 mit einem 50%-Pensum beginnen und dieses danach inner
halb von zwei bis drei Monaten schrittweise auf 100
%
steigern solle (
Urk.
26/23/3).
4.1.5
Der Hausarzt
Dr.
med.
L._
, FMH Allgemeinmedizin
,
stellte im Bericht vom 3
1.
Januar 2012 die folgenden Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit:
-
Anpassungsstörungen, längere depressive Reaktion (ICD-10: F43.21; be
stehend seit Januar 2005)
-
Schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10: F32.2; bestehend seit Juli 2011)
-
Akzentuierung von Persönlichkeitszügen Typ-A-Verhalten (ICD-10: Z73.1)
-
Status nach Commotio cerebri nach Sturz am 4. August 2011 und 12. September 2011 mit residualer Kurz(zeit)
gedächtnisstörung
-
Status nach
Claviculafraktur
links, Rippenfraktur 4. bis 6. Rippe links, Pneumothorax links, Lungenkontusionen beidseits nach unbeobachtetem Fahrradsturz am 12. September 2011
-
Status nach offener Reposition und Plattenosteosynthese am 16. Septem
ber 2011
Dr.
L._
führte sodann aus, die stationäre psychiatrische Behandlung in der Klinik
I._
sei überstützt beendet worden, weil der Fahrradunfall eine
Hospitalisation
und anschliessend eine ambulante somatische Behandlung nötig gemacht habe. Eine ambulante psychotherapeutische Behandlung sei nach wie vor indiziert. Der Kläger sei vom 26. Juli 2011 bis 31. Januar 2012 zu 100 % arbeitsunfähig gewesen sei. Nun trete er am 1. Februar 2012 eine neue Arbeits
stelle an (Urk. 24/26/2).
4.1.6
Dr.
H._
hielt in seinem Be
richt vom 1
1.
November 2013 fest,
dass er den Kläger im Zeitraum vom 2
4.
Mai bis 1
8.
Juli 2011
wegen massiver
P
robleme
am Arbeits
platz im Kantonsspital
B._
behandelt habe
. Nach dem Aufenthalt des Klägers in der Klinik
I._
(vom 26. Juli bis 14. September 2011) wäre die weitere ambu
lante Nachbetreuung bei ihm vorgesehen gewesen.
Er habe den Kläger jedoch nur einmal - am
1
8.
Januar 2012
- gesehen
.
Die weiteren Termine habe der Kläger nicht wahrgenommen. Zu jener Ze
it
habe der Kläger eine neue Stelle angetreten. Diese sei ihm wieder gekündigt worden, und zwar allem An
schein nach wegen interaktionellen Problemen mit den Mitarbeitern.
Zuletzt habe de
r
Kläger
ihn
am
4.
Juni 2013
im Rahmen einer massiven Krise zu Hause
mit seiner Ehefrau
konsultiert
. Kurz darauf sei der Kläger
in die
K
linik
M._
wieder hospitalisiert worden (Urk. 24/68/1). Diagnos
tisch
bestehe
de
r
starke Verdacht
auf eine
narzisstische
Persönlichkeitsstörung, mögli
cherweise mit anderen Anteilen (ICD-10: F61). Dadurch würden sich die Bezie
h
ungsschwierigkeiten des Klägers
mit entsprechenden Frustrationen und
affek
tiven Einbrüchen
beziehungsweise die rezidivierende depressive Störung (ICD-10: F33) erklären. Da er den Kläger nur in Krisen und für diese behandelt habe, könne er keine genauen Angaben zur Arbeitsfähigkeit des Klägers machen. Aufgrund der obengenannten Diagnosen seien jedoch seine Anpassungsstörung und seine offensichtliche Beziehungsstörung problematisch (
Urk.
24/68/2).
4.1.
7
Dem Austrittsbericht der
K
linik
M._
vom 1
2.
Juli 2013 zur sta
tionär-psychiatrischen Behandlung vom 11.
Juni bis 3.
Juli 2013 sind die Haupt
diagnose rezidivierende depressive Störung, gegenwärtige mittelgradige Episode
(ICD-10: F33.1) und die Nebendiagnosen Verdacht auf Persönlich
keits
störung, nicht näher bezeichnet, Differentialdiagnose (DD:) ADHS im Erwachse
nen
alter, sowie Verdacht auf alte Läsion des
Nervus
plantaris
(ICD-10: F60.9)
zu entneh
men (
Urk.
24/79/1)
.
4.1.8
Dr. med.
N._
, Arzt für allgemeine Medizin FMH, welcher den Kläger seit dem 29. April 2011 behandelt (Urk. 24/77/1), hielt in seinem Bericht vom 4. Dezember 2013 fest, dass der Kläger an einer rezidivierenden depressiven Stö
rung, gegenwärtig mittelgradige Episode, leide (Urk. 24/77/1). Er attestierte dem Kläger in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Pfleger seit dem 2
3.
Mai 2013 bis auf weiteres eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
24/77/2).
4.1.9
Der Kläger war vom
9.
Juli bis
4.
Oktober 2013 in der Klinik
O._
und vom 1
3.
bis 1
8.
Oktober 2013 in der Klinik
P._
hospitalisiert (
Urk.
24/78/2). D
ie p
sychiatrischen Dienste
Q._
stellten im Austrittsbericht vom 1
1.
November 2013 die Haupt
diag
nose rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psy
cho
ti
sche Symptome (ICD-10: F33.2) sowie die Nebendiagnose
k
ombinierte und an
dere
Persönlichkeitsstörungen gemäss ICD-10: F61 (
Urk.
24/78/3
vgl. auch
Urk.
24/84
).
4.1.10
Dr.
med.
R._
, Oberärztin, und
lic
. phil.
S._
, Psy
chologin,
Klinik
I._
,
führten im Bericht
vom 1
5.
Januar 2015
zur stationären
Behandlung des Klägers vom 2
0.
August 2014 bis
6.
Januar 2015 die folgenden Diagnosen
auf
(
Urk.
24/106/1)
:
-
Schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10: F32.2)
-
Emotional instabile Persönlichkeitsstörung:
Borderline
-Typ (ICD-10: F60
.1)
-
Status nach Velounfall mit multiplen Verletzungen und
commotio
cerebri (September/2011)
In ihrem Bericht vom
3
0.
Dezember 2014
h
ielten sie sodann fest
, dass die psy
chischen Ein
schränkungen des Klägers wieder
holt zu massiven Konflikten mit Vorgesetzten und Mitarbeitern geführt hätten, was gemäss anamnestischen An
gaben mehrmals Kündigung und Arbeitsplatzverlust zur Folge gehabt habe (
Urk.
24/108/4).
4.1.11
T._
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, diagnostizierte in seinem Bericht vom 1
4.
März 2015
(
Urk.
24/116)
eine emotional instabile Persönlich
keitsstörung:
Borderline
-Typ (ICD-10: F60.31), rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10: F33.1)
.
Dazu führte er aus, dass der Kläger aufgrund seiner Störung nicht längerfristig bei seiner Arbeit bestehen könne. Er falle rasch durch Konflikte mit Mitarbeitern und Vorgesetzten auf. Zu
dem könne er bei psychischer Anspannung, zum Beispiel aufgrund privater Prob
leme
,
diese nicht runterregulieren, um seiner Tätigkeit entsprechend Ruhe und Zuversicht auszustrahlen
(
Urk.
24/116/3).
Er attestierte dem Kläger ab dem 2
8.
Juli 2014 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
24/116/2).
4.1.12
Am 2
6.
März 2015 teilte med.
pract
.
U._
, Psychiatrie und Psychothera
pie, Kantonsspital
B._
, der IV-Stelle Glarus mit, dass die stationäre Be
handlung im Kantonsspital
B._
bis Ende April 2015 vorgesehen sei. Auf
grund der psychischen Erkrankung sei
dem Kläger
die Ausübung der beruflichen Tätigkeit als Krankenpfleger nicht mehr möglich (
Urk.
24/117/1).
5
.
5
.1
Im IV-Verfahren
erwog
das Verwaltungsgericht des Kantons Glarus mit rechts
kräftigem Urteil vom
16. Juni 2016
, dass das Wartejahr gemäss 28
Abs.
1
lit
.
b IVG am 2
0.
Mai 2013 - mithin während der Anstellung des Klägers beim Spital
F._
-
zu laufen begonnen habe (
Urk.
24/206/12).
Es i
s
t
zunächst
zu prüfen, ob im vorliegenden berufsvorsorgerechtlichen Verfahren
seitens der Be
klagten 1
eine Bindungswirkung an
die Feststellungen des Verwaltungs
ge
richts des Kantons Glarus besteht
.
5
.2
Nach der bundesgerichtliche Rechtsprechung
kann
ein
IV-
Entscheid
im Hinblick auf einen allfälligen Streit um berufsvorsorgerechtliche Invalidenleistungen nur insoweit Verbindlichkeit erlangen, als die Vorsorgeeinrichtung ein schutzwür
diges Interesse nach
Art. 59
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (
ATSG
)
hatte
beziehungsweise
gehabt hätte, die
Verfü
gung
der
IV-Stelle
ihrerseits anzufechten
(
Urteil des Bundesgerichts 9C_47/2019 vom 2
9.
Mai 2019 E. 4.2).
Im IV-Verfahren in Sachen des Klägers betraf dies
den Antrag
der Beklagten 1
auf Feststellung
,
d
a
ss
die
massgebliche Arbeitsunfähigkeit des Klägers bereits vor dem Beginn seiner Anstellung
beim Spital
F._
am 1.
September 201
2
vorgelegen habe
.
Auf diesen Antrag trat das Bundesgericht mit Urteil vom 30. August 2016 nicht ein (Urk. 24/209/3). Zur Begründung führte es aus, dass mit Blick auf die Neuanmeldung des Klägers vom 4. September 2013 ein Rentenanspruch frühestens im März 2014 habe entstehen können (Art. 29 Abs. 1 IVG) und für die IV-Stelle damit lediglich der Verlauf der gesundheitlich bedingten Arbeits
fähig
keit ab 1. März 2013 (Beginn der einjährigen Wartezeit im
Hinblick auf den frühestmöglichen Zeitpunkt des Leistungsbeginns) relevant gewe
sen sei (Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG). Deshalb würden hinsichtlich weiter zurückliegender Zeiten ver
bindlichkeitsrechtliche mass
ge
bende Feststellung
en
und
Beurteilungen von vorn
herein ausser Betracht fallen. Damit fehle der Beklag
ten
1
hinsichtlich der Feststellung einer gesundheitlich bedingten Arbeits
un
fähigkeit vor dem 1. September
2012 ein schutzwürdiges Interesse
(Urk. 24/209
/2)
.
Das heisst, dass in berufsvorsorgerechtlicher Hinsicht bezüglich der Arbeitsun
fähigkeit des Klägers vor dem
1.
September 2012 eine Bindung der Beklagten 1
an die Feststellungen im
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Glarus
v
om 16. Juni 2016 (
Urk.
24/206)
zu verneinen ist
.
Im Folgenden kann daher d
ie Frage, ob die Arbeitsunfähigkeit, die zur Invalidität des Klägers ab
1.
Mai 2014 geführt hat
,
während der Versicherungszeit bei der
der Beklagen 1
(1. September
2012 bis 30. September
2013,
Urk. 1 S.
3, Urk. 24
/20/1
)
, der Beklagten 2
(1. Juni 2008 bis 31. Januar 2012, Urk. 2/5-6)
oder der Beklagten 3
(1. Februar bis zum
31. August 2012
,
Urk. 1 S. 3, Urk. 24/46/2
)
eingetreten ist
, frei geprüft werden
.
6.
6.1
Ob eine Person trotz Lohnzahlung tatsächlich erheblich arbeitsunfähig ist, ob sie
mithin
im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses ihre übliche oder aber eine gesund
heitsbedingt eingeschränkte Leistung erbringt, ist gemäss höchstrichterli
cher Rechtsprechung von Amtes wegen mit aller Sorgfalt zu prüfen (Urteil des
damali
gen
Eidgenössischen Versicherungsgerichts B 79/99 und B 4/00 vom 26. Januar 2001 E. 4a/
aa
). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist unter relevanter Arbeitsunfähigkeit im Sinne von
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG eine Einbusse an funk
tionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zu ver
stehen. Das heisst, es muss arbeitsrechtlich in Erscheinung treten, dass die ver
sicherte Person an Leistungsvermögen eingebüsst hat, so etwa durch einen Abfall der Leistungen mit entsprechender Feststellung oder gar Ermahnung des Arbeit
gebers oder durch gehäufte, aus dem Rahmen fallende gesundheitlich bedingte Arbeitsausfälle. Mit anderen Worten: Die Leistungseinbusse muss in aller Regel dem seinerzeitigen Arbeitgeber aufgefallen sein. Eine erst nach Jahren rück
wir
kend festgelegte medizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit genügt nicht (SVR 2008 IV Nr. 11 S. 32, I 687/06 E. 5.1; E. 4.2 des in SZS 2003 S. 434 zusammen
gefassten Urteils B 13/01 vom
5.
Februar 2003). Umgekehrt ist eine in der beruf
lichen Tätigkeit im Vergleich zu einer gesunden Person tatsächlich nur reduziert erbrachte Leistung für sich allein gesehen in aller Regel ebenso wenig ausreichend für die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit im Sinne des Gesetzes. Vielmehr bedarf
es dazu regelmässig zusätzlich einer (überzeugenden) medizi
nischen Einschät
zung
, die
ordentlicherweise
echtzeitlicher Natur ist (SVR 2010 IV Nr. 17, 8C_195/2009 E. 5). Der Zeitpunkt des Eintritts der Arbeits
unfähigkeit muss mit dem im Sozial
versicherungsrecht üblichen Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit
(BGE 126 V 353 E. 5b mit weiteren Hin
weisen
) nachgewiesen sein. Dieser Nach
weis darf nicht durch nachträgliche erwerbliche oder medizinische Annahmen un
d spekulative Überlegungen ersetzt werden (Urteil
des Bundesgerichts
8C_652/2011
vom 1
7.
Mai 2011
E. 3.2
mit Hinweisen
; Urteil des Bundesgerichts 8C_204/2012 vom 1
9.
Juli 2012
E. 3.2
).
6.2
Vorweg ist festzuhalten, dass zwischen der durch den Fahrradsturz vom 12.
September 2011
somatisch
bedingten (vorübergehenden) Arbeitsu
nfähigkeit
und der späteren Invalidität offensichtlich kein sachlicher Zusammenhang be
steht. Zur Invalidisierung führte der psychische Gesundheitsschaden
(
Urk.
24/167,
Urk.
24/206)
. Zu prüfen ist im Folgenden der Zeitpunkt des Eintritts der Arbeits
un
fähigkeit aus psy
chischen Gründen, deren Ursache
zur Invalidität geführt hat.
6.
3
6.3.1
Bezüglich der psychischen Einschränkungen des Klägers stellt sich d
ie Beklagte
1 auf den Standpunkt, dass
seine Arbeitsfähigkeit deswegen
seit dem 25. April 2011 durchgehend massgeblich
verminder
t gewesen sei. Zwischen der Arbeitsun
fähig
keit ab dem 25.
April 2011 und der Invalidität ab dem 1. Mai
2014 (Urk. 24/206/16)
bestehe somit ein sachlicher und zeitlicher Zusammenhang (E. 3.2). Dem ist entgegenzuhalten
, dass der
Kläger die Stelle beim Spital
F._
am
1.
September 2012
mit einem Beschäftigungsgrad von 100
%
(42 Stun
den pro Woche) an
trat
(Urk. 24/47/2
). Am
9.
September 2012 schrieb die Ehefrau des Klägers dem Case Manager, welcher den Kläger bei der Suche nach einer Arbeitsstelle unterstützt
hatt
e, eine E-Mail-Nachricht (
Urk.
24/47/3).
Darin führte sie aus, dass es gemäss den Aussagen des Klägers beim Spital
F._
wenig Strukturen, dafür aber ein grosses Durcheinander gebe. Anstelle von Pflege würde seine Arbeit mehrheitlich «Delegieren» und Computer
arbeit umfassen. Sie habe ernste Zweifel, ob dies das Richtige für den Kläger sei. Ihr sei
sodann
aufgefallen, dass er «recht müde» sei, seitdem er nach seiner Krankheit wieder mit der Arbeit angefangen habe. Ein 100%-Pensum sei «zu viel».
Mit seinem
Gemüts
zustand
gehe es stetig auf und ab. Er habe selber festgestellt, dass ihn manchmal banale Angelegenheiten aufwühlen und in Rage bringen würden. Das lasse erah
nen, dass er noch lange nicht alles «verdaut» habe, was im Jahr 2011 geschehen sei. Als
dann ersuchte sie den früheren Case Manager des Klägers darum, dass er
ihn
weiterhin unterstütze (
Urk.
24/47/3). Dem konnte
dieser
allerdings nicht entspre
chen, weil sein Auftrag beendet war (
Urk.
24/47/3). Zu den Ausführ
ungen
de
r
Ehefrau
des Klägers
ist festzuhalten
, d
ass ihre Ein
schätzung der Belastbarkeit des Klägers
echt
zeitliche Arbeitsun
fähig
keits
atteste
nicht zu ersetzen verma
g.
6.
3
.2
Ab 2
5.
Apr
il 2011 wurde dem Kläger wegen
der psychischen Dekompensation nach dem Tod seines Vaters arbeitsunfähig geschrieben,
i
n der Folge liess er sich bis Mi
tte Januar 2012 psychiatrisch behandeln
(
Urk.
24/68/2). In Hinblick auf den Stellenantritt im Altersheim
C._
per
1.
Februar 2012 wurde ihm keine
Arbeitsunfähigkeit mehr attestiert (
Urk.
26/23/2,
Urk.
26/26/2). Auch verzichtete er auf die weitere Inanspruchnahme fachärztlicher Behandlung. Das Arbeitsver
hältnis mit dem Altersheim
C._
wurde bereits innerhalb der Probezeit per Ende März 2012 wieder aufgelös
t. Unklar ist, ob dies wegen
interaktionellen Problemen des Klägers, die durchaus im Zusammenhang mit seiner psychischen Erkrankung stehen könnten, oder wegen anderweitigen personellen Gründen ge
schah (
Urk.
24/47/6,
Urk.
24/68/2). Eine ärztliche Attestierung einer Arbeitsun
fähigkeit für jene Zeit besteht jedoch nicht. In der Folge arbeitete
der Kläger
vom
1.
April bis 3
1.
August 2012 für die
D._
GmbH. Im Rahmen dieses temporären Anstellungsverhältnisses wurde er an verschiedene Einsatzorte vermittelt
. Dabei hatte er im April 20, im Mai 21, im Juni 19, im Juli 13 und im August 18 Einsatztage, was einem Arbeitspensum mit Ausnahme des Monats Juli
(allenfalls ferienbedingt) von über 80
%
respektive mehrheitlich annähernd 100
%
entspricht.
In dieser Zeit erbrachte er eine volle, qualitativ gute Leistung. Anlass für Beanstandungen gab es, soweit ersichtlich, nicht. Die
D._
GmbH hätte das Arbeitsverhältnis mit ihm weitergeführt, wenn er nicht per
1.
September 2012 zum Spital
F._
gewechselt hätte (
Urk.
2/20, 24/47/4-5
). Auch für die Dauer dieses
Arbeitsverhältnisses besteht zunächst keine ärztliche Bescheinig
ung einer Arbeitsfähigkeit. Erst a
b dem 23. Mai 2013 wurde der Kläger von Dr.
N._
für seine bisherige Tätigkeit als Pfleger zu 100
%
arbeitsunfähig geschrieben (E. 4.1.6)
.
In seinem Urteil vom 1
6.
Juni 2016
führte d
as Verwal
tungsgericht des Kantons Glarus dazu aus, dass der Bericht von
Dr.
N._
vom
4.
Dezember 2013 (E. 4.1.6) an
gesichts der einhelligen medizinischen Aktenlage durchwegs als nachvoll
ziehbar erscheine und legte den Beginn des Wartejahres
gemäss
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG
auf den 2
0.
Mai 2013 (letzter effektiver Arbeits
tag des Klägers
beim Spital
F._
;
Urk. 24/65/2) fest (
Urk.
24/206/12)
.
6.
3
.3
In jenem Urteil erwog das Verwaltungsgericht des Kantons Glarus sodann, es sei nicht erkennbar, dass
die
ehemalige Arbeitgeber
in
während der Anstellung im Spital
F._
von Krankheitssymptomen
des Klägers Notiz genommen hab
e (
Urk.
24/206/12).
Die Beklagte 1 ist demgegenüber der Ansicht, dass seine psy
chisch b
edingte Leistungseinschränkung
aufgrund seines Fehlverhaltens ge
gen
über Mitarbeitern und Vorgesetzen für das Spital
F._
erkennbar ge
wesen sei (E. 3.2).
Gemäss der
Mitarbeiterbeurteilung des
Spitals
F._
nach der Probezeit vom
1.
September bis 3
0.
November 2012
entsprach der Kläger zwar bezüglich Arbeitsausführung und -ergebnis sowie Sorgfalt insgesamt den Erwar
tungen
(Urk.
2/29 S.
3-4)
,
für sein
Verhalte
n galt dies jedoch nicht
(Urk. 2/29 S. 5)
. Es wurde
insbesondere
festgehalten, dass das Verhalten des Klägers gegen
über Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Vorgesetzten
die
Anforde
rungen klar nicht
erfüllen
würde. Dazu wurde ausgeführt, dass der Kläger Mühe habe,
Einschätzungen der Vorgesetzten zu akzeptieren, wenn er
eine
andere Selbsteinschätzung habe. Er achte wenig auf den Ton und wirke sehr vorwurfs
voll, wenn er nicht einverstanden sei
(Urk. 2/29 S. 5)
.
Deswegen formulierte das Spital
F._
b
ezüglich Kritikfähig
keit, Einhaltung von Termi
nen
und Ver
meidung von Flüchtigkeitsfehlern
vom Kläger zu erreichende
Ziele
und es sollte Ende März 2012
geprüft werden, ob es zu einer Verbesserung gekommen sei
(Urk. 2/29 S. 7).
Insgesamt beurteilte d
as Spital
F._
die Arbeitsleistung
des Klägers in der
Probezeit aber als genügend und beschäf
tigte ihn weiter.
Es
darf
zudem
nicht darüber hinweggesehen werden, dass der Kläger gemäss der Mitarbeiterbeurteilung des Spitals
F._
namentlich seine Arbeit sehr gut organisiert
e
und auch in hek
tischen Situationen den Überblick
bewahrte. Seine Arbeit litt nicht an Qualität, auch wenn der Arbeitsanfall sehr hoch war
(Urk. 2/29
S. 3)
.
Bezüglich Arbeits
volumen, Selbständigkeit und Verhalten gegenüber Patie
n
tinnen und Patienten lag er sogar klar über den Anforderungen des Spitals
F._
(Urk. 2/29 S. 4-5).
Es ist daher festzuhalten, dass das Spital
F._
n
ach der Probezeit zwar das Verhalten des Klägers
beanstandete
und Ziele zur Verbes
serung
formulierte
. Seiner Mitarbeiterbe
urteilung lässt sich aber
ent
neh
men, dass der Kläger damals
durchaus
in der
Lage
wa
r, sein 100%-Pensum zu erfüllen.
Erst v
om 21. Mai bis 30. September 2013 fehlte der Kläger krank
heits
bedingt
(
Urk.
24/65/2)
. Am 2
0.
Juni 2013 kündigte das Spital
F._
das Arbeitsverhältnis per 3
0.
September 2013 (
Urk.
24/66/3). In seiner Begrün
dung der Kündigung vom 2
7.
August 2013 führte das Spital
F._
schliess
lich
aus, dass das Verhalten des Klägers gegenüber seiner direkten Vorgesetzten und den Kol
leginnen und Kollegen das Team sehr belastet habe (
Urk.
24/66/1).
6.3.4
Im Bericht der Klinik
I._
vom 3
0.
Dezember 2014 wurde festgehalten, dass die psychischen Einschränkungen des Klägers wiederholt zu massiven Kon
flikten mit Vorgesetzten und Mitar
beitern geführt hätten (E. 4.1.10
). Zwar wurde dies auch als Grund für die Kündigung beim Spital
F._
genannt (
Urk.
24/66/1) und
diesbezüglich war
das Verhalten des Klägers bereits in der Probezeit auffällig
(Urk. 2/29 S. 5)
.
Daraus kann aber nicht geschlossen werden, dass die Arbeitsfähigkeit des Klägers vom
1.
September 2012 bis 1
9.
Mai 2013 zu mehr als 20
%
eingeschränkt war. Nachträgliche Spekulationen können das Fehlen von
echtzeitliche
n
Arztberichten
und Feststellungen der Arbeitgeberin
nicht ersetzen (E. 6.1).
Dadurch, dass der Kläger in der Lage war,
zumindest vom
1.
April bis 3
1.
August 2012 bei der
D._
GmbH im Rahmen des vermittelten Pensums voll und danach
vom
1.
Septem
ber 2012 bis 1
9.
Mai 2013
beim Spital
F._
in einem
100
%
-Pensum
z
u arbeiten, wurde der zeitliche
Zusammenhang zur Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen im Jahr 2011 (E. 4.1.3)
und der späteren Invalidität des Klägers (Urk. 24/206/16)
unter
brochen.
Soweit der Kläger
sodann
in diesem Zusammenhang
geltend macht, seine psy
chische Beeinträchtigung sei einer Schubkrankheit gleichzusetzen (
Urk.
1 S. 18), ist ihm nicht zu folgen. Aus den medizinischen Akten ergibt sich nichts Ent
spre
chendes. Selbst wenn dem so wäre, vermöchte er daraus nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. Nach der Rechtsprechung ist
zwar
im Falle von Schubkrankheiten bei der Beurteilung der zeitlichen
Konnexität
zwischen Arbeitsunfähigkeit und Inva
lidität kein allzu strenger Massstab anzuwenden (vgl. dazu Bundesgerichtsurteil 9C_509/2018 vom 2
1.
Febr
uar 2019 E. 4.2 mit Hinweisen). Vorliegend wäre
in
dessen
auch in einem solchen Fall
von
eine
r
Unterbrechung des zeit
lichen Zusam
menhangs auszugehen
.
Der Vollständigkeit halber ist
schliesslich
zu erwähnen, dass der Kläger ab dem
1.
Mai 2014 im Spital
V._
angestellt war (
Urk.
24/153/3). Weil dieses Arbeitsverhältnis aber wegen den ungenügenden Arbeitsleistungen des Klägers
vom Spital
V._
bereits in der Probezeit wieder gekündigt wurde (
Urk.
24/153/1), wurde durch diese Arbeitstätigkeit des Klägers der zeit
liche Konnex zwischen
der
Arbeitsunfähigkeit ab dem 2
0.
Mai 2013 (Urk. 24/206/12) und der Invalidität ab dem 1. Mai 2014 (Urk. 24/206/16) nicht unterbrochen.
Aus dem Umstand, dass die Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, am 20. Mai 2013 eingetreten ist (
Urk.
24/206/12), folgt ohne Weiteres die Leis
tungspflicht der Beklagten
1.
7.
7.1
Der Rentenbeginn ist in Anwendung von Art. 26 Abs. 1 BVG, wonach diesbezüg
lich sinngemäss die Bestimmungen des IVG gelten, und in Übereinstimmung mit dem Antrag des Klägers - und
dem Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Glarus vom 1
6.
Juni 2016
(Urk. 2
/206/16
) - auf den 1.
Mai
201
4
festzulegen.
7
.2
Der von der IV-Stelle
Glarus
ermittelte Invaliditätsgrad von
100
% (
vgl. Urk. 24/162/1-2
) ist aufgrund der Akten ausgewiesen und wurde von den Parteien zu Recht nicht in Zweifel gezogen. Somit hat der Kläger Anspruch auf eine ganze Invalidenrente der Beklagten 1.
7
.3
Da sich der Rentenanspruch im Übrigen aufgrund der Aktenlage nicht genau beziffern lässt und auch kein beziffertes Klagebegehren vorliegt, ist die vorlie
gende Klage gegen die Beklagte 1 gemäss ständiger Praxis in dem Sinne gutzu
heissen, dass die Beklagte 1 grundsätzlich zu verpflichten ist, dem Kläger ab
1. Mai 2014
eine auf einem Invaliditätsgrad von
100
% basierende ganze R
ente
der beruflichen Vorsorge (obligatorisch und überobligatorisch) auszu
richten. Die genaue ziffernmässige Berechnung der einzelnen
Rentenbetreffnisse
ist hingegen
der leistungspflichtigen Vorsorgeeinrichtung zu überlassen (woge
gen im Streit
falle wiederum eine Klage zulässig wäre; vgl. BGE 129 V 450).
7
.4
Die gegen die Beklagte
n
2
und 3
gerichtete Eventualklage
n
sind
damit abzu
weisen.
8
.
Auf Invalidenleistungen sind Verzugszinsen geschuldet, wobei grundsätzlich Art. 105 Abs. 1 des Obligationenrechts anwendbar ist (BGE 119 V 131 E. 4). Da
nach ist der Verzugszins vom Tag der Anhebung der Betreibung oder der gericht
lichen Klage an geschuldet. Der Zinssatz beträgt 5 %, sofern das Regle
ment der
Vorsorgeeinrichtung keine andere Regelung kennt (BGE 119 V 131 E. 4c). Im vor
liegend anwendbaren Reglement
der
Beklagten 1 in der ab 1. Januar 2014
gültig gewesenen Version findet sich keine andere Regelung betreffend Ver
zugs
zinsen (vgl. Urk. 29/1). Dem
zufolge hat die Beklagte 1 ab 26. April 2019
(Ein
reichung der Klage, Urk. 1)
Verzug
s
zinsen von 5 % für die bis zu diesem Zeit
punkt fällig gewordenen
Rentenbetreffnisse
und für die übrigen ab dem jewei
ligen Fällig
keitsdatum
zu ent
richten.
9.
Der vertretene Kläger hat Anspruch auf eine Prozessentschädigung, welche nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und seinem voll
ständigen Obsiegen auf
Fr.
2'
4
00.--
(inkl. Barauslagen und
MWSt
) festzu
setzen ist
.