Decision ID: 1d4af02d-57b8-4cd6-be0c-d3c61f4319fd
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren am
25. Juli 1959
,
absolvierte eine drei
jährige KV-Lehre, welche er mit dem Erwerb des eidgenössischen Fähigkeitszeugnisses als Kaufmann beendete
.
Er arbeitete längere Zeit als Leiter des Steueramtes für die Gemeinde
Y._
. Nachdem er diese Stelle
im Jahr 1999
verloren hatte, wurde er
ab Anfang des Jahres 2000
mit der
Einzelfirma
Z._
als selbständiger Steuerberater und Treuhänder tätig.
In
den J
ahr
en
2003
bis
2007
bildete er sich daneben
bei der
A._
GmbH
weiter und erlangte ein
Zerti
fikat als
Coach
IC
®
(Urk.
7/5/4).
Am
30. Juli 2012
begab er sich zu
Dr.
med.
B._
, Fachärztin
FMH
für
Psychiatrie und Psychotherapie,
in
psychiatrisch-psychotherapeutische
Behandlung
(
Urk.
7/6/11)
.
Mit ärztlichem Zeugnis vom selben Datum bestätigte
Dr.
B._, dass X._
seit dem
9. Juli 2012 bis auf weiteres zu
100 % arbeitsunfähig sei (
Urk.
7/6/10). E
r
erhielt darauf
Auszahlungen von seiner Krankentaggeldversicherung
(Urk. 7/5/3).
Der Versicherte meldete sich a
m
11. Dezember 2012
bei der Invalidenversiche
rung zum Leistungsbezug an und
erklärte
,
seit Juni oder Juli 2012 an einer Depression, namentlich an einer Erschöpfungsdepression zu leiden
(
Urk.
7
/
5, insbesondere 7/5/4 f.
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zog darauf die IK-Auszüge des Versicherten
und seiner Ehefrau
bei (
vgl. Urk. 7
/1
bis
7/3
und 7/10
)
. Überdies holte sie
bei
der
Swica
Krankenversiche
rung
AG
, der Krankentaggeldversichernden,
diverse
Unterlagen ein
(Urk.
7/
6)
. Danach ersuchte sie
Dr.
B._
um einen ärztlichen Bericht (
Urk.
7/9/1)
, wel
che
r
mit Schreiben
vom 7.
Januar 2013
erstattet
wurd
e
(
Urk.
7/9/5 ff.).
Schliesslich nahm
die IV-Stelle
das von der
Swica
bei
Dr.
C._
, Fach
arzt
FMH
für Psychiatrie und Psychotherapie sowie für Pharmazeutische Medi
zin
,
in Auf
trag gegebene Gutachten vom 26.
August 2013 (
Urk.
7/21/3 ff.)
zu den Akten.
Am 4.
November 2013 erliess
sie
ei
nen negativen Vorbescheid (Urk.
7/24
)
. Nachdem
X._
keinen
Einwand erhob
en hatte,
wies
die IV-Stelle
das Leistungsbegehren m
it Verfügung vom
16.
Dezember
2013
ab (
Urk.
2 = Urk.
7
/2
5).
2.
Dagegen
liess
X._
mit Eingabe vom
3. Februar 2014
(
Urk.
1)
Beschwerde
erheben
. Seine Vertreterin verlangte
, es sei d
ie
angefochtene
Verfü
gung
aufzuheben und
es sei
dem Beschwerdeführer
rückwirkend eine Invali
denrente zuzusprechen. Eventualiter sei die Angelegenheit
zur Durchführung weiterer medi
zinischer
Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuwei
sen. Alles unter
Kosten- und Entschädigungsfolge
zu Lasten der Beschwerdegegnerin
(
Urk.
1 S. 2).
Ferner verlangte sie
im Rahmen eines prozessualen An
trages
d
ie Einholung eines psychiatrischen Gutachtens
(
Urk.
1 S. 2).
A
m
7
.
März 2014
schloss die IV-Stelle
auf
Abweisung der Beschwerde (Urk.
6
).
Davon
hat die
Gegenpartei mit Schreiben vom 13. März 2014 Kenntnis
erhalten
(
Urk.
8).
Mit Zuschrift vom 27. Mai 2014 teilte Rechtsanwalt
lic
.
iur
. Reto
Zanotelli
mit, dass er der neue Rechtsvertreter von
X._
sei (
Urk.
9), und reichte eine Vollmacht ein (
Urk.
10).
Auf die einzelnen Ausführungen in den Rechtsschr
iften und die damit neu einge
reichten Unterlagen wird, soweit erforderlich
, in den Erwägungen einge
gangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts;
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4
Abs.
1
des Bundesgesetzes
über die Invalidenversicherung
(I
VG
)
in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkun
gen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätig
keit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychischen Beeinträchti
gung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versicherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
Zur Annahme der Invalidität nach Art. 8 ATSG ist - auch bei psychischen Erkran
kungen - in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosozi
ale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vor
handen sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokulturellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invali
dität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentlichen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokul
turellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden g
egeben (BGE 127 V 294 E.
5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
Wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren zu einer eigentli
chen Beeinträchtigung der psychischen Integrität f
ühren, indem sie einen ver
selb
ständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad seiner - unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden - Folgen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend aus
wirken (Urteil
des Bundesgerichts
9C_
537/2011
vom
28
. Juni 20
12
E. 3.2
mit Hinweisen
).
2.
Zur Begründung der Abweisung des Leistungsbegehrens führte die Beschwerdegegnerin an,
aus den
medizinischen Unterlagen
gehe
zwar
hervor
, dass beim Beschwerdeführer gesundheitliche Einschränkungen vorliegen würden, welche die Arbeitsfähigkeit in subjektiver Weise einschränkten. Die Abklärungen hätten jedoch ergeben, dass die vorhandenen gesundheitlichen Einschränkungen über
windbar seien. Mit einer zumutbaren Willensanstrengung könne die ange
stammte Tätigkeit zu 100
%
ausgeübt werden, so dass kein
invalidenversicherungsrelevanter Gesundheitsschaden ausgewiesen sei (
Urk.
2 S. 1). Demgegen
über
machte
die
damalige
Vertreterin des Beschwerdeführers geltend, die Beschwerdegegnerin habe es versäumt, vor ihrem Entscheid einen Bericht von
Dr.
med.
D._
, Facharzt
FMH
für Psychiatrie und Psychotherapie, ein
zuholen
, bei
welchem sich der Beschwerdeführer seit dem
1
2.
August 2013 in Behandlung
befinde
(
Urk.
1 S. 4
und S. 5
).
Sie reichte
ein Schreiben
vom 23.
Dezember 2014
(
Urk.
3/3)
und ein E-Mail
vom 28. Januar 2014
(
Urk.
3/4)
von
Dr.
D._
ein
,
woraus sich ihrer Auffassung nach ergebe,
dass sich die Beschwerdegegnerin nicht mit dem Gutachten von
Dr.
C._
hätte begnügen dürfen
.
Vielmehr sei
es erforderlich,
de
n
medizinische
n
Sachverhalt
weiter ab
zuklären
, namentlich sei vom Gericht oder von der Beschwerdegegnerin ein psychiatrisches Gutachten einzuholen
(
Urk.
1 S. 5
und 6
).
3.
3.1
Aus dem Bericht von
Dr.
B._
vom
14. Juni
2012
(richtig wohl: 14. Oktober 2012
; vergleiche das vermerkte Eingangsdatum vom 24. Oktober 2012
)
zu
Handen
der
Swica
(
Urk.
7/6/11 f.) geht hervor, dass sich der Beschwerdeführer am 30. Juli 2012
zu ihr in psychiatrisch-psychothera
peutische Behandlung begeben hatt
e. Sie habe bei ihm
eine Anpassungsstörung mit schwerem depressivem Zustandsbild in Folge einer Reihe von schweren psychosozialen Belastungsfaktoren
(ICD-10: F. 43.21)
,
eine ch
ronische Erschöpfung (ICD-10: F
48.0)
und
eine Persönlichkeitsveränderung nach einer Reihe von traumatischen Erfahrungen in der Kindheit und im Erwachsenenalter
(ICD-10: F 62.0)
fest
ge
stell
t
(
Urk.
7/6/11)
.
I
m psychopathologischen Bild
würden
eine innerliche Leere, Ängstlichkeit, An
triebsmangel,
eine
depressive Stimmungslage mit I
nteressenlosigkeit, ausge
prägte
Schlafstörungen, Zukunftsängst
e
, eine verdrängte Aggressivität wie auch massive Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen dominier
en
. Diese Symptome
begründeten
die
Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers
von 100
%
objektiv
(
Urk.
7/6/11 f.).
Zu Beginn der Behandlung sei
dieser
mit
Cymbalta
in steigender Dosierun
g behandelt worden. Trotz der
medikamentösen und
intensiven psychotherapeu
tischen
Behandlung
habe sich sein Zustandsbild nicht verbessert
, weshalb eine Umstellung der Medikation auf
C
i
pralex
erfolgt sei
(
Urk.
7/6/12).
Im psycho
therapeutischen Setting
stünden
die Bearbeitung der konflikthaften frühkindli
chen Entwicklung, der depressiven Stimmungslage, die Be
arbeitung und Klä
rung der aktuellen Situati
o
n mi
t der Ehefrau, die Entwicklung
n
e
uer Abwehr
-
strategien und
die
Stabilisierung seines mangelnden Selbstvertrauens im
Vordergrund. Ziel der integrativen psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung sei die Stabilisierung des depressiven Zustandsbildes und die Stär
kung der Persönlichkeit in schwierigen konflikthaften Situationen
(
Urk.
7/6/12).
3.2
In
einem weiteren
Bericht vom 7. Januar 2013 (
Urk.
7/9/5 ff.)
diagnostizierte Dr.
B._
beim Beschwerdeführer erneut eine Anpassungsstörung mit schwerem depressivem Zustandsbild in Folge einer Reihe von schweren psy
chosozialen Belastungsfaktoren (ICD-10: F 43.21)
,
eine
chronische
Erschöpfung (ICD-10: F 48.0)
und
eine Persönlichkeitsveränderung nach einer Reihe von traumatischen Erfahrungen in der Kindheit und im Erwachsenenalter (ICD-10: F. 62.0).
Sie
beschri
eb dass
elbe
psychopathologische Bild
wie in ihrem ersten Bericht
und
hielt
fest, dass die nach wie vor bestehenden Symptome die Gründe der weiter
hin
andauernden
Arbeitsunfähigkeit
von 100
%
seien (
Urk.
7/9/6).
Zur medika
mentösen Behandlung führte sie an, dass der Beschwerdeführer
aktuell mit
40 mg
Cipralex
behandelt werde
. Ferner
seien
im Rahmen der Psychotherapie
die bereits im ersten Bericht genannten Themen behandelt
worden
(
Urk.
7/9/6).
3.3
Dr.
C._
untersuchte den Beschwerdeführer am 19. August 2013 konsiliarisch und
erstattete am 26. August 2013
s
ein
Gutachten (
Urk.
7/21/3 ff.).
Darin
stellte er die Diagnose einer Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10: F 43.21).
Er befand, d
ie Erkrankung sei in erster Linie als psychische Reaktion auf eine für den Beschwerdeführer nachvollziehbar schwierige persön
liche Lage sowohl in beruflicher als auch in
familiärer Hinsicht aufzufassen
. Die aktuelle Konstellation
entspreche
einer narzisstischen Krise. Objektiv sei das Krankheitsbild mehrheitlich abgeklungen
(
Urk.
7/21/6).
Differentialdiagnostisch
zog
Dr.
C._
die Einschätzung von
Dr.
B._
in Betracht
.
Diese habe
zusätzlich zur Anpassungsstörung eine chronische Erschöpfung (ICD-10: F 48.0) festgestellt
;
e
ine solche
habe
sich angesichts eines r
ückläufige
n Befundes
jedoch
aktuell
nicht mehr rekonstruieren
lassen
und sei für das Festlegen des weiteren Vorgehens auch von
untergeordneter Bedeutung
(Urk.
7/21/6).
Aufg
rund der Schilderungen des Beschwerdeführers sei
ganz offensichtlich, dass das Krankheitsgeschehen deutliche erlebnisreaktive Züge mit Blick auf eine Kränkung im familiären wie auch im beruflichen
Bereich auf
weis
e. Hinweise auf eine affektive Erkrankung mit episodenartigem Verlauf einer Depression beziehungsweise eine bipolare Störung seien in der
Vorgeschichte nicht vor
handen
(
Urk.
7/21/6).
Zum psyc
hopathologischen Befund hielt
Dr.
C._
fest, dass
sich der Beschwer
deführer
weitgehend wieder
in einer
ausgeglichene
n
Stimmungslage
präsentiert
habe
. Die affektive Auslenkbarkeit sei ebenfalls überwiegend intakt gewesen. Im Affekt habe der Beschwerdeführer allerdings
mit Blick auf für ihn belastende Umstände im Privat- und Berufsleben
nach wie vor gedemütigt, an sich zwei
felnd, pessimistisc
h und
gekränkt
gewirkt. Er sei s
ituationsangemessen aufge
treten,
habe mit fester Stimme gesprochen und sei in der Lage gewesen, Blickkontakt zu halten. Die kognitiven Fähigkeiten wie Konzentration, Auffassung, Merkfähigkeit, Erinnerung und Umstellungsfähigkeit im Gespräch seien im Rahmen der klinischen Prüfung während der Eval
u
ation intakt gewesen, obschon der Beschwerdeführer angegeben habe, unkonzentriert zu sein. Ein flüssiger Gesprächsverlauf sei durchgehend möglich gewesen. Im Erscheinen habe der Beschwerdeführer gepflegt gewirkt. Im formalen Denken sei
er
struk
turiert und geordnet gewesen. Das inhaltliche Denken sei im Rahmen der Evalu
ation situationsentsprechend auf die Schilderung von Biographie und Krankheitsentwicklung gerichtet gewesen. Gedanklich habe eine Beschäftigung mit der belastenden persönlichen Situation im Rahmen ehelicher und beruflicher Krisen während der letzten rund anderthalb Jahre überwogen. Dieser Befund sei mit einer reaktiven Depression vereinbar, die inzwischen bereits weitgehend abgeklungen sei.
Der Beschwerdeführer sei in seinem Denken und Handeln mehrheitlich wieder nach vorne orientiert
und
wirke
emotional zwar ge
festigter, wenngleich immer noch beträchtlich gekränkt, gedemütigt und an sich zweifelnd (
Urk.
7
/21/6).
Dr.
C._
empfahl
, unter anderem auch mit Blick auf die vollständige Wiederauf
nahme beruflicher Tätigkeit,
vorläufig ein Fortführen der
ärztlichen Behandlung durch Dr.
D._
.
Er beurteilte d
ie ambulante Behandlung
als
end
ständig und
befand,
weitere, darüber hinausgehende Behandlungsmassnahmen
kämen
aus psychiatrischer Sicht nicht mehr in Betracht. Lohnend
würde
ihm vor allem eine psychotherapeutische Bearbeitung prominenter struktureller Züge des Beschwerdeführers ersc
hei
nen, dies vor allem mit Blick auf die offen
sichtlich bestehende Kränkungsneigung, wie sie anlässlich der narzisstischen Kri
se in Erscheinung getreten sei
(
Urk.
7/21/7).
Bis Ende August 2013 sei aus psychiatrischer Sicht eine Teilarbeitsunfähigkeit von 80
%
angemessen. Für die Monate September und Oktober 2013 erwarte er wieder eine Teilarbeitsfähigkeit von 50
%
, für die beiden nachfolgenden Monate November und Dezember 2013 eine solche im Umfang von 75
%
. Ab Anfang Januar 2014 gehe er wieder von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers als selbständiger Treuhänder aus. Bei dem
genannten Zeit
raum der (Teil-)-
Arbeitsunfähigkeit bis Ende Dezember 2013 handle es sich keinesfalls um eine Fristansetzung auf Prognose des weiteren Krankheitsverlaufes, sondern lediglich noch um eine medizinisch äusserstenfalls
begrü
ndbare Übergangsfrist, die das A
ttestieren von Arbeitsunfähigkeit überhaupt noch rechtfertigen lasse (
Urk.
7/21/7).
3.4
Im Beschwerdeverfahren reichte die
damalige
Vertreterin des Beschwerdeführers einen
ärztlichen Bericht
von
Dr.
D._
vom 23. Dezember 2013
ein. In demselben
beantworte
Dr.
D._
Fragen der
Swica
(
Urk.
3/3).
Bei dieser Gelegenheit gab er
an
, dass sich der Beschwerdeführer seit dem 1
2.
August 2013 in seiner inte
grierten psychiatrisch-psychotherapeutischen
Behandlung
befinde
,
und stellte die Diagnose einer Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10: F 43.21) sowie die Differentialdiagnose einer mittelgradig ausgeprägten depressiven Episode (
ICD-10: F 32.1). Ferner
äusserte er den
Verdacht auf das Bestehen einer Persönlichkeitsproblematik mit einer Störung der Selbstwertregulation
(
Urk.
3/3 S. 1).
Zum psychopathologischen Befund
hielt
Dr.
D._
im Wesentlichen fest
, dass der Beschwerdeführer wach, bewusstseinsklar und orientiert sei. Er
befinde
sich in einer deprimierten Stimmungslage und in einem Zustand der
Anhedonie
. Sein Antrieb sei reduziert und seine Zukunftsperspektive sei negativ. Psychomoto
risch
wirke
der Beschwerdeführer ängstlich-angespannt. Sein Denken sei etwas eingeengt auf die schwierige Arbeitssituation und die Belastung durch die ver
mehrte Präsenz im Büro, ebenso auf Unstimmigkeiten im Kontakt mit Behörden. E
r
gebe an
,
unter
eine
r
massive
n
soziale
n
Isolation, Schlafstörungen und Tagesmüdigkeit
zu leiden
.
Seit
er
den Beschwerdeführer
behandle
,
habe eine sukzessive Besserung der Beschwerden und eine Erhöhung der Arbeitsfähigkeit
von anfangs 20
%
auf 50
% ab dem 1. Dezember 2013 erreicht werden können (Urk.
3/3 S. 1).
3.5
Gemäss dem
ebenfalls neu eingereichten
E-Mail von
Dr.
D._
vom 28. Januar 2014
befand
sich der Beschwerdeführer weiterhin in einem depressiven Zustand. Es seien psychopatholog
ische Symptome vorhanden
, welche eindeutig auf eine leistungsreduzierende Gesund
heitsstörung hin
wiesen
,
nämlich
Antriebsmangel mit Tagesmüdigkeit, rasche Erschöpfbarkeit, eine deprimierte Stimmungslage, eine negative Zukunftsperspektive, Gefühle der Hoffnungslosigkeit, Insuffizienzerleben,
Gedankenkreisen, Konzentrations
störungen, Aufmerksamkeitsstö
rungen, Schlafstörungen und eine Störung der Ap
petenz. Vom Schweregrad her handle
es sich um eine mittelgradige depressive Störung und eine Arbeitstätigkeit von mehr als 50
%
sei nicht zumutbar. Psychosoziale Faktoren
würden
zwar eine Rolle spiel
en
bei der Verstärkung der Symptomatik,
es
liege
jedoch eine psychische Störung mit Krankheitswert vor, nämlich eine depressive Stö
rung, aktuell mittelgradig ausgeprägt (ICD-10: F 32.1
;
Urk.
3/4
).
4.
4.1
I
n sämtlichen ärztlichen Berichten
, welche dem angefochtenen Entscheid zu Grunde lagen
,
wurden
psychosozia
le Belastungsfaktoren erwähnt
, welche zum
jeweils
festgestellten Beschwerdebild geführt
haben
.
Dr.
B._
nannte
in ih
rem
Beric
ht
vom 14. Juni 2012 in erster Linie die Entfernung des Beschwerde
führers vom Familienleben und
dessen
konflikthafte Beziehung zu seiner Ehe
frau
(Urk.
7/6/11).
Des Weiteren verwies sie auf seine Suche nach eigener Iden
tität, den Verlust der Arbeitsstelle vor zehn Jahren, die schwere und traumati
sche Kindheit mit Gewalt seitens des Vaters und sexuelle Übergriffe (
Urk.
7/6/11).
Auch
Dr.
C._
beschrieb in seinem Gutachten vom 26. August 2013, wie ihm der Beschwerdeführer berufliche und eheliche Probleme geschil
dert habe (
Urk.
7/21/4). Er gelangte in der Folge zum Schluss,
dass das Krankheitsgeschehen des Beschwerdeführers deutliche erlebnisreaktive Züge mit Blick a
uf eine Kränkung im familiären w
ie auch im beruf
lichen Bereich
aufweise
(
Urk.
7/21/6).
Auch in den weiteren Akten lassen sich
zumindest
Hinweise auf das Vorhanden
sein psychosozialer Belastungsfaktoren finden, die das Zustandsbild des Beschwerdeführers beeinflusst haben könnten
. So
berichtete
dieser selbst
dem zuständigen Care Manager der
Swica
anlässlich einer Besprechung vom 19.
Oktober 2012, dass er bis Ende 2011 eine Angestellte gehabt habe, die ihre Arbeit aus gesundheitlichen Gründen habe aufgeben müssen. Seit diesem Zeit
punkt sei ihm die Arbeit über den Kopf gewachsen. Dies habe solche Ausmasse angenommen, dass er nicht mehr alleine ins Büro gehen könne und total blockiert sei. Er habe bereits viele Aufträge und Kunden verloren, da er seinen Verpflichtungen nicht mehr habe nachkommen können (
Urk.
7/6/3).
Liegen demnach zahlreiche Hinweise für psychosoziale Belastungsfaktoren vor,
sind u
mso höhere Anforderungen an die Diagnose einer psychischen Störung von Krankheitswert zu stellen.
4.2
Sowohl die beiden
fachärztlichen Berichte von
Dr.
B._
als auch
das
Gutach
ten von Dr.
C._
enthalten die Diagnose
einer Anpassungsstörung
mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10: F 43.21
;
vgl.
Urk.
7/6/11, 7/9/5,
7/21/6
)
.
Dieselbe wird auch von
Dr.
D._
in seinem Bericht vom 23. Dezember 2013 ge
stellt (
Urk.
3/3).
Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
ist eine Anpassungsstörung
mit einer längeren depressiven Reaktion
kein invalidisierendes psychisches Leiden
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_76/2014 vom 30. April 2014 E. 3.2 und Urteil des Bundesgerichts
8C_322/2010 vom 9. August 2010 E. 5.2;
vgl. auch
das
Urteil des Bundesgerichts 9C_408/2010 vom 22. Novem
ber 2010 E. 5.2 mit zahlreichen weiteren Hinweisen).
4.3
Erstmals hat
Dr.
D._
in seinem Bericht vom 23. Dezember 2013
die Differentialdi
agnose
einer mittelgradig ausgeprägten depressiven Episode (ICD-10: F 32.1)
gestellt
(
Urk.
3/3 S. 1)
.
In seinem E-Mail vom 28. Januar 2014
diag
nostizierte er beim Beschwerdeführer schliesslich eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F 32.1; vgl.
Urk.
3/4).
Eine solche ist gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung
regelmässig nicht als
eine
von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andau
ernde Depression im Sinne eines verselbständigten Gesundhe
itsschadens zu betrachten. E
s könnte
auch keine
psychisch ausgewiesene
Komorbidität
von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer darin erblickt werden (
Urteil des Bundesgerichtes 8C_759/2013 E. 3.6.1 und 3.6.2 sowie
Urteil des Bundesgerichts 8C_581/20
13 vom 10. Dezember 2013 E. 4.2
, je
mit weiteren Hinweisen). Darüber hinaus gilt es zu bemerken, dass
beim Beschwerdeführer
die Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode erst nach dem Erlass
der angefochtenen
Verfügung vom 16. Dezember 2013 gestellt wurde. Vor diesem Hintergrund
moniert die Vertreterin des Beschwerdeführers zu Unrecht, dass die Beschwerdegegnerin beim behandelnden Arzt,
Dr.
D._
, nie einen Beri
cht
(
mit
aktueller
Diagnose
)
eingefordert hat (
Urk.
1 S.
5).
4.4
Bei
der
geschilderten
Sach- und Rechtslage gelangte
die Beschwerdegegnerin
in der angefochtenen Verfügung
zum richtigen Schluss, dass
beim Beschwerde
führer kein invaliditätsrelevanter Gesundheitsschaden
ausgewiesen
war
.
Dem
entsprechend war es – entgegen der in der Beschwerdeschrift vertretenen Auf
fassung (vgl.
Urk.
1 S. 5 f.) – auch korrekt, dass sie das Leistungsbegehren des Beschwerdeführers abgewiesen hat, ohne weiter abzuklären
, ob und in welchem Umfang
er
seit dem 1.
September 2013 arbeitsunfähig war.
Die Beschwerde erweist sich somit als unbegründet und ist abzuweisen.
5.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr.
200.-- bis 1‘000.-- festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG)
und auf
Fr.
8
00
.
-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten de
m
unterliegenden Beschwerde
führer
aufzuerlegen.