Decision ID: 3c1c5b53-a865-5763-9afa-d19b392d008b
Year: 2009
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A. Im Rahmen des kombinierten eisenbahnrechtlichen - und Enteignungsverfahrens "Lärmsanierungsmassnahmen  Aeschi und Reichenbach Kanton Bern" erhob A._ mit Eingabe vom 11. November 2003 Einsprache und meldete gleichzeitig Entschädigungsforderungen für die Enteignung seiner Grundstücke an.
B. Am 11. Februar 2005 verfügte das Bundesamt für Verkehr (BAV) die Genehmigung der Planvorlage. Was die Entschädigungsansprüche , wurde die Einsprache an die Eidgenössische  (ESchK) Kreis 6 überwiesen. Die Plangenehmigungsverfügung  in Rechtskraft.
C. Mit Eingabe vom 2. Juli 2007 begründete A._ seine Entschädigungsforderungen. Die BLS AG habe ihm die Wertverminderung seiner Liegenschaft, unter anderem verursacht durch Überschreitung der Lärm-Alarmgrenzwerte bzw.  trotz Lärmschutzwand zu ersetzen. Diese  sei gerichtlich zu schätzen.
D. Mit selbständig anfechtbarer Zwischenverfügung vom 14. November 2007 liess der Präsident der ESchK Kreis 6 die Eingabe von A._ betreffend die Lärmimmissionen als nachträgliche Forderungseingabe zu. Diese Verfügung erwuchs in Rechtskraft.
E. Anlässlich der Schätzungsverhandlung mit Augenschein vom 20.  2008 konnte über die Forderung betreffend die trotz Sanierung verbleibenden Lärmimmissionen keine Einigung erzielt werden.
F. Mit Entscheid 06/4-1 vom 16. April/19. August 2008 verpflichtete die ESchK Kreis 6 die BLS AG unter anderem zur Bezahlung von Fr. 10'000.- zuzüglich Zins von 31⁄2 % seit dem 14. September 2006 an den Enteigneten für die trotz Sanierungsmassnahmen eingetretene
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Überschreitung der Immissionsgrenzwerte und den dadurch  Minderwert der Liegenschaft (vgl. Ziff. 6.b des Dispositivs des Entscheides).
G. Mit Eingabe vom 19. September 2008 erhebt die BLS AG (: Beschwerdeführerin) Beschwerde beim . Sie beantragt die Aufhebung von Ziff. 6.b des Dispositivs des Entscheides der ESchK Kreis 6 vom 16. April/19. August 2008. Zur  bringt sie vor, dass die Vorinstanz den Sachverhalt nicht  erfasst habe. Namentlich habe sie es unterlassen, den  der Erstellung der Eisenbahnlinie und des Erwerbs des  durch die Familie A._ abzuklären. Das Wohnhaus sei von der Familie A._ im Jahre 1902 erworben worden und damit zu einem Zeitpunkt, als die Eisenbahnlinie schon daran vorbeigeführt habe. Die Lärmbelastung sei für den Käufer somit vorhersehbar . Weiter bestreitet die Beschwerdeführerin angesichts der  der Liegenschaft von 8-9 % das Vorliegen eines schweren Schadens im Sinne der Rechtsprechung des Bundesgerichts. Im Falle der Bejahung eines Entschädigungsanspruches seien zudem die  für die an der Liegenschaft getroffenen Lärmschutzmassnahmen abzuziehen.
H. In ihrer Vernehmlassung vom 29. Oktober 2008 verzichtet die ESchK Kreis 6 (nachfolgend: Vorinstanz) darauf, einen Antrag zur Beschwerde zu stellen. Sie verweist aber auf den angefochtenen Entscheid,  bestätigt werde. Weiter bringt sie vor, dass weder während der Verhandlungen noch im Rahmen der Parteivorträge die Frage der  thematisiert worden sei. Die Beschwerdeführerin hätte im Verfahren vor der Vorinstanz zumindest eine Behauptungslast . Hätte die Beschwerdeführerin in irgend einer Form das Kriterium der Voraussehbarkeit erörtert und dabei die Behauptung des  über die Eigentumsdauer bestritten, hätte die Kommission selbstverständlich die erforderlichen Abklärungen vorgenommen.  die Voraussehbarkeit bezweifelt die Vorinstanz, dass beim Kauf der Liegenschaft im Jahre 1902 irgend jemand eine derartige Verkehrsbelastung mit dichtem Fahrplan, langen Zügen und hohen Geschwindigkeiten, wie sie heute bestehe, habe prognostizieren . Es frage sich deshalb, ob nicht ähnlich wie bei der Frage der  von Lärmimmissionen bei Flughäfen ein allgemein gülti-
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ger Stichtag entsprechend den Belastungen durch den modernen  festgelegt werden müsste. Diese Frage könne aber im vorliegenden Fall offen gelassen werden, da ein solcher Stichtag ja  später als auf das Jahr 1902 festzulegen wäre. Schliesslich dürfe eine Anrechnung der Kosten von Schallschutzmassnahmen nicht erfolgen, da die Vorinstanz den Minderwert der Liegenschaft nicht  der Lärmimmissionen selbst geschätzt habe, sondern aufgrund der verbleibenden Beeinträchtigung nach durchgeführter Sanierung.
I. A._ (nachfolgend: Beschwerdegegner) beantragt in seiner Beschwerdeantwort vom 17. November 2008 die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde. Beim Kriterium der Nichtvorhersehbarkeit sei nicht der Zeitpunkt der Erstellung der Eisenbahnlinie und des Erwerbs des Grundstücks durch die Familie A._ massgebend. Entscheidend sei vielmehr, ob beim Erwerb des Hauses eine solche Lärmentwicklung voraussehbar gewesen sei. Die Liegenschaft sei seit 1902 im Eigentum der Familie A._ und sei nie durch Kauf, sondern stets durch Erbteilung oder Erbgang an die nachfolgende  übergegangen. Im Jahre 1902 habe keinesfalls  werden können, dass der Eisenbahnverkehr derart anwachse und sich der Lärm in diesem Umfang vermehren würde. Dazumal sei die Bahn bloss bis nach Frutigen gefahren. Reichenbach befinde sich  in der Nähe einer grösseren Stadt noch liege es an einer  oder in einer Ortschaft, durch die der Verkehr aufgrund der topografischen Situation notwendigerweise hindurchführen müsse. Der Lötschbergtunnel sei zudem erst 1913 eröffnet worden. Auch  es wohl für Eisenbahnen richtig sein, als massgebliches Datum für die Unvorhersehbarkeit auf den den 1. Januar 1961 abzustellen, wie dies bei Flughäfen heute der Fall sei. Bei der von der Vorinstanz  Werteinbusse von 8-9 % des Mietzinses sei von einem schweren Schaden auszugehen. Nach seiner Ansicht sei der effektive Schaden jedoch noch beträchtlich höher. Würde er nicht selber die Wohnung im Obergeschoss bewohnen, wäre die Wohnung nach  Erkenntnissen nicht mehr vermietbar. Sicher jedoch nicht zu  Mietzins von Fr. 550.-. Schliesslich sei der Minderwert von Fr. 10'000.- für das Obergeschoss errechnet worden, nachdem die Lärmschutzwand errichtet worden sei. Daher könnten die  nicht vom Entschädigungsanspruch abgezogen werden.
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J. In ihren Schlussbemerkungen vom 15. Januar 2009 hält die  an ihrer Beschwerde fest. Sie bringt vor, dass die Behörde den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen habe. Die  bleibe trotz der Mitwirkungspflicht der Parteien bei der . Diese habe die Verfahrensbeteiligten darüber aufzuklären,  ihre Mitwirkungspflicht bestehe und welche Tragweite ihr zukomme. Dementsprechend habe sie die Parteien darüber zu informieren,  Beweismittel sie im Einzelnen beizubringen hätten. Die  sei von der Vorinstanz nie zur Mitwirkung bei der Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts in Bezug auf die Frage der  aufgefordert worden. Zudem sei die Frage, ob die  auf die bestehende Voraussehbarkeit im  hingewiesen habe oder nicht, rechtlich nicht relevant. Die Liegenschaft habe zum Zeitpunkt des Erwerbs bereits an das Bahntrassee gegrenzt. Das Ziel, eine internationale Linie via  zu führen, sei auch bereits Jahre vor dem Erwerb der  durch den Beschwerdegegner bekannt gewesen. Zudem habe die Verkehrszunahme einer normalen und üblichen Entwicklung . Auch liege Reichenbach an einer Hauptverkehrsader,  auf der Nord-Süd-Achse durch die Alpen. Im Übrigen sei der  von hundert Jahren für sich allein kein Argument für die  der Unvorhersehbarkeit. Weiter lasse sich ein bestimmter  nicht festlegen, da die Eisenbahnen zu unterschiedlichen Zeiten realisiert worden seien. Auch liege kein schwerer Schaden im Sinne der Rechtsprechung des Bundesgerichts vor.
K. Auf die übrigen Ausführungen der Beteiligten wird, soweit , im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1. Die Zuständigkeit zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde ergibt sich aus Art. 77 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Juni 1930 über die Enteignung (EntG, SR 711). Danach können Entscheide der  beim Bundesverwaltungsgericht angefochten . Das Verfahren richtet sich nach dem Bundesgesetz über das  vom 17. Juni 2005 (Verwaltungsgerichtsgesetz, VGG, SR 173.32), soweit das EntG nichts anderes bestimmt (Art. 77
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Abs. 2 EntG). Das VGG verweist in Art. 37 ergänzend auf das  vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021).
2. Die Berechtigung zur Beschwerde richtet sich nach Art. 78 Abs. 1 EntG. Im Übrigen gelten die allgemeinen Voraussetzungen nach Art. 48 Abs. 1 VwVG. Die Beschwerdeführerin ist Adressatin der  Verfügung und wird durch diese beschwert. Sie ist damit zur Beschwerde legitimiert.
3. Auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde kann aus diesen Gründen eingetreten werden.
4. Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet grundsätzlich mit  Kognition. Gerügt werden kann nicht nur die Verletzung von Bundesrecht, einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des , oder die unrichtige bzw. unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts, sondern auch die Unangemessenheit des angefochtenen Entscheids (Art. 49 VwVG).
5. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet einzig die Frage, ob die Vorinstanz die Beschwerdeführerin zu Recht zur Bezahlung einer Enteignungsentschädigung von Fr. 10'000.- für die angeblich trotz  eingetretene Überschreitung der  und den dadurch verursachten Minderwert der  des Beschwerdegegners verpflichtet hat.
6. Gegenstand des Enteignungsrechts bilden unter anderem aus dem Grundeigentum hervorgehende Nachbarrechte (Art. 5 EntG). Damit wird insbesondere auf die Abwehrrechte des Grundeigentümers  übermässigen Einwirkungen (Immissionen) auf sein  im Sinne von Art. 684 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs vom 10. Dezember 1907 (ZGB, SR 210) verwiesen. Das  hat in seiner Rechtsprechung bei Immissionen aus dem Strassen- und Schienenverkehr an die Entschädigungspflicht verschärfte  geknüpft. Nach dieser Praxis gelten Immissionen nur als übermässig im Sinne von Art. 684 ZGB und lassen den Enteigner er-
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satzpflichtig werden, wenn die Immissionen besonders schwer und  sind, den Grundeigentümer in besonderer Weise treffen und für ihn nicht voraussehbar waren (BGE 94 I 286 ff., 106 1b 381 E. 2 und 3, 119 1b 334 E. 3c, 131 II 458 E. 4, HEINZ HESS/HEINRICH WEIBEL, Das Enteignungsrecht des Bundes, Kommentar zum Bundesgesetz über die Enteignung, zu den verfassungsrechtlichen Grundlagen und zur Spezialgesetzgebung des Bundes, Band I, Bern 1986, Art. 5, N 7 Bst. c. und N 13 ff.). Nur wenn die drei Voraussetzungen der , Unvorhersehbarkeit und der besonderen Schwere kumulativ erfüllt sind, gelten die von einem öffentlichen Werk ausgehenden  enteignungsrechtlich als übermässig und damit als  (ROLAND GFELLER, Immissions- und  am Beispiel des Flughafens Zürich, Zürich/Basel/Genf 2006, S. 32, vgl. auch OTTO WIPFLI, Bemessung immissionsbedingter  von Liegenschaften, Zürich/Basel/Genf 2007, S. 6).
7. Nachfolgend ist anhand der genannten Rechtsprechung des  zu prüfen, ob die drei Voraussetzungen der Spezialität, der Unvorhersehbarkeit und der besonderen Schwere erfüllt sind und die Beschwerdeführerin damit zur Bezahlung einer  an den Beschwerdegegner verpflichtet ist.
7.1 Das Erfordernis der Spezialität ist erfüllt, wenn die Immissionen eine Intensität erreichen, welche die Grenzen des Üblichen und  überschreitet. Nach neuerer Rechtsprechung ist die  erreicht, wenn die in der eidgenössischen , d.h. die in den Anhängen zur Lärmschutz-Verordnung vom 15. Dezember 1986 (LSV, SR 814.41) festgelegten  für die betreffende Lärmart, überschritten werden (BGE 119 1b 348 E. 5b, vgl. auch GFELLER, a.a.O., S. 34 mit weiteren  auf die Rechtsprechung).
7.1.1 Gemäss Anhang 4 der LSV liegen die Immissionsgrenzwerte für Eisenbahnlärm in der Empfindlichkeitsstufe III bei 65 dB(A) bei Tag und 55 dB(A) bei Nacht, die Alarmwerte bei 70 dB(A) bei Tag und 65 dB(A) bei Nacht. Das Haus des Beschwerdegegners befindet sich in der Empfindlichkeitsstufe III (Art. 43 Abs. 1 Bst. c LSV, vgl. auch Lärmbelastungstabelle zum genehmigten Projekt vom 30. September 2005, nachfolgend: Lärmbelastungstabelle). Die Belastung im 1.  des Hauses des Beschwerdegegners beläuft sich gemäss
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der Prognose für das Jahr 2015 auch nach der Vornahme der baulichen Lärmschutzmassnahmen auf 70 dB(A) bei Tag und 69 dB(A) bei Nacht (vgl. Lärmbelastungstabelle EPlan 2015+). Damit steht fest, dass die Immissionsgrenzwerte – und in der Nacht sogar die Alarmwerte – im Obergeschoss des Hauses des Beschwerdegegners überschritten werden. Die vom Bundesgericht geforderte  der Spezialität der Immissionen ist somit erfüllt. Dies anerkennt denn auch die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde vom 19.  2008.
7.2 Bei der Voraussetzung der Unvorhersehbarkeit wird vom  im Wesentlichen auf den Ortsgebrauch abgestellt, wobei es  einer objektivierten Interessenabwägung prüft, ob unter den  Umständen die konkret zur Diskussion stehenden  beim Erwerb der Liegenschaft absehbar waren oder nicht, d.h. ob mit der entsprechenden Wandlung des Ortsgebrauchs gerechnet werden musste. Wenn eine solche Entwicklung für die  objektiv voraussehbar war, gilt das auch dann, wenn die mit der  des Gemeingebrauchs zunehmenden Immissionen  sind (GFELLER, a.a.O., S. 34 mit Hinweisen auf die ). Für die Frage der Unvorhersehbarkeit ist auf den Zeitpunkt des Erwerbs des Grundstücks abzustellen. Dabei wird der Erwerb durch Erbgang oder Erbvorbezug nicht als neuer Erwerbstatbestand betrachtet (BGE 111 1b 233 E. 2a, 128 II 231 E. 2.3).
7.2.1 Das Grundstück Reichenbach X._ wurde am 21. März 1902 von B._ gekauft. Die darauffolgenden Eigentümerwechsel innerhalb der Familie A._ erfolgten durch Erbgang. Massgebend für die Beurteilung der Unvorhersehbarkeit ist somit das Jahr 1902.
Zu der vom Beschwerdegegner und auch von der Vorinstanz  Frage, ob allenfalls auch bei Eisenbahnen zur Bestimmung der Unvorhersehbarkeit auf den Stichtag des 1. Januar 1961 (analog zur Rechtsprechung des Bundesgerichts bei den Flughäfen Genf und Zürich, vgl. BGE 131 II 137 E. 2.1) bzw. auf einen andern bestimmten Stichtag abzustellen sei, ist Folgendes zu sagen: Bei der Festlegung des Stichtages des 1. Januar 1961 für die Flughäfen Genf und Zürich wurde lediglich die Entwicklung des Zivilluftverkehrs und die damit  Immissionen berücksichtigt (GFELLER, a.a.O., S. 52 f. mit Hinweisen auf die Rechtsprechung). Der 1. Januar 1961 als Stichtag
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ist demnach nur für den Flugverkehr massgebend und kann nicht analog auf den Eisenbahnverkehr übertragen werden (so auch BGE 121 II 317 E. 6b und 6b/bb). Das Bundesgericht legte für den Strassen- und Eisenbahnverkehr bislang zwar keinen exakten Stichtag fest, äusserte sich aber betreffend den Strassenverkehr dahingehend, dass zumindest seit Anfang des 20. Jahrhunderts Autos auf den Strassen anzutreffen waren und mit entsprechenden Belastungen für die Umwelt zu rechnen war. Die Entwicklung des Eisenbahnverkehrs würde sogar noch weiter in die Vergangenheit zurückreichen (BGE 121 II 334 E. 6b; vgl. auch PIERMARCO ZEN-RUFFINEN/CHRISTINE GUY-ECABERT, Aménagement du territoire, construction, expropriation, Bern 2001, Rz. 1153; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-1841/2006 vom 3. November 2008 E. 11.4). Im vorliegenden Fall wurde die  am 21. März 1902 erworben, mit anderen Worten gerade zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Aufgrund der Tatsache, dass der  somit sehr nahe an dem vom Bundesgericht in Bezug auf den Eisenbahnverkehr genannten Zeitpunkt liegt, ist die Frage der Vorhersehbarkeit eingehender zu prüfen.
7.2.2 Die Bernische Regierung liess bereits in den 1890er-Jahren  für eine Lötschbergbahn ausarbeiten. So veröffentlichte  Wilhelm Teuscher 1889, 1893 und 1898 Schriften über eine Alpenbahn durch den Lötschberg. Auch wurde die Spiez- stets als erste Sektion einer später zu erstellenden  betrachtet, weshalb sie 1899 an den Kanton überging und 1901 in Betrieb genommen wurde. Im Februar 1902 wurde auf Einladung der Regierung das Bernische Initiativkomitee für die Lötschbergbahn gegründet. Im Mai 1902 erliess der Kanton Bern das dritte Dekret,  der Lötschbergbahn 17.5 Millionen Franken an Subventionen . Der Grosse Rat fällte sodann den Entscheid für einen  am Lötschberg in seiner Sondersession vom 25. bis 27. Juni 1906 (vgl. ANNA AMACHER, Dynamische und risikofreudige Berner BLS und BKW auf dem Weg zur Pioniertat, 1902-1914, Berner Zeitschrift für Geschichte, 69. Jahrgang 2007, Heft 2, S. 82 f. und S. 94 f.,  unter www.bzgh.ch).
Die Tatsache, dass zum fraglichen Zeitpunkt schon eine  am Haus vorbeiführte – die Spiez-Frutigen-Bahn nahm ihren  im Jahre 1901 auf – spricht gegen die Unvorhersehbarkeit. Auch wurde das Projekt einer Lötschbergbahn schon seit den 1980er- diskutiert. Zwar war im März 1902 noch nicht endgültig darüber
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entschieden, ob der Lötschbergtunnel gebaut werde, jedoch  sich das Projekt im Februar 1902 mit der Gründung des . Dieses wurde auf Einladung der Regierung gegründet, was zeigt, dass die Regierung klar hinter dem Projekt stand. In der Literatur wird dazu festgehalten:
"Die Gründung des Initiativkomitees (...) kann folglich als Akt gesehen , der die Hürden für den Bau einer Berner Alpenbahn senkte, da viele  Personen direkt in den entscheidenden Ausschüssen des  (...) sassen." (AMACHER, a.a.O., S. 95)
Im März 1902 musste der Käufer der fraglichen Liegenschaft deshalb um die konkreten Pläne des Ausbaus der Spiez-Frutigen-Bahn zu  internationalen Linie wissen. Mit dem Erwerb der Liegenschaft hat er also diesen weiteren Ausbau der Spiez-Frutigen-Bahn in Kauf  (vgl. auch BGE 110 1b 43 E. 4). Dem Argument der , dass dazumal sicher nicht mit einer derartigen  wie sie heute gegeben sei gerechnet werden konnte, kann nicht gefolgt werden. So hält das Bundesgericht in BGE 116 1b 11 E. 3a fest, dass es für die Voraussehbarkeit keine Rolle spiele, welches  die Lärmimmissionen erreichen würden und ob dieses im  hätte vorausgeahnt werden können. Ausschlaggebend sei allein, dass der Betroffene ein an einer Hauptverkehrsader liegendes  erworben und damit die übliche Verkehrsentwicklung und die sich daraus ergebenden Belästigungen als Nachbar in Kauf  habe. Dies trifft auch auf den vorliegenden Fall zu. Insofern ist auch dem Argument der Beschwerdeführerin beizupflichten, dass es nicht notwendig sei, dass die konkrete Verkehrssituation wie sie heute vorliege vorausgesehen werden müsse.
Aufgrund dieser Erwägungen muss die Voraussehbarkeit im  Fall bejaht werden.
7.3 Die Voraussetzung der Schwere des Schadens bezieht sich auf den durch die Immissionen erzeugten Schaden. Eine Entschädigung soll nicht für jeden beliebigen staatlichen Eingriff und damit auch nicht für jede beliebige Beeinträchtigung, insbesondere durch den  Verkehr, geschuldet sein. Es braucht, mit andern Worten, eine  Wertverminderung oder eine wesentliche Verschlechterung der Wohnbedingungen. Der Schaden muss somit eine gewisse Höhe oder einen gewissen Prozentsatz des Gesamtwertes einer  erreichen. Solange der Schaden nur gering ist, kann die  nicht übermässig sein (GFELLER, a.a.O., S. 34 f. mit Hinweisen auf
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die Rechtsprechung). Ob ein Minderwert der betroffenen  von 10 oder erst 15 % rechtlich erheblich ist, hängt von den  Verhältnissen ab (HESS/WEIBEL, a.a.O., Art. 5, N 17 mit  auf die Rechtsprechung). Einen Minderwert von 10 % hat das Bundesgericht nur in zwei Fällen als massgeblich erachtet (vgl. BGE 102 1b 271 E. 4, 101 1b 405 E. 3b/aa). Gemäss ROLAND GFELLER ging es dort allerdings um Spezialsituationen. Soweit ersichtlich genügte dem Bundesgericht jeweils ein kausaler Minderwert von 15 % für die Annahme einer Ersatzpflicht. Die ESchK Kreis 10 hielt in ihrem  vom 14. November 2006 fest (abrufbar auf www.eschk10.ch), dass seit jeher für Verkehrswertschätzungen ein Ermessensspielraum von +/- 10 % gelte. Es würde daher als widersprüchlich und  erscheinen, einen Schaden als schwer im Sinne der  zu qualifizieren, welcher 10 % des geschätzten Verkehrswertes nicht erreiche. Im erwähnten Fall wurde deshalb die Voraussetzung der Schwere bei einem Minderwert von 9 % verneint.
7.3.1 Die Vorinstanz hält im angefochtenen Entscheid fest, dass  die Schwere des Schadens von einer Werteinbusse von 8-9 % auszugehen sei. Weder die Beschwerdeführerin noch der  bestreiten grundsätzlich die Höhe dieser Werteinbusse. Der Beschwerdegegner fügt lediglich an, dass der Schaden noch höher wäre, wenn er nicht selber die Wohnung im Obergeschoss bewohnen würde. Da der Beschwerdegegner zum Zeitpunkt der Bemessung der Werteinbusse aber die Wohnung im Obergeschoss bewohnte, braucht nicht näher auf dieses Argument eingegangen zu werden. Es besteht deshalb kein Anlass für das Bundesverwaltungsgericht, von dieser Wertung abzuweichen.
Es bleibt indessen die Frage, ob ein Minderwert von 8-9 % noch  erheblich sei. Zwar lässt sich die Schwere des Schadens infolge übermässiger Einwirkungen nicht allgemeingültig festlegen (vgl. den Entscheid der ESchK Kreis 10 vom 14. November 2006). So hat sich das Bundesgericht denn auch nicht auf eine bestimmte Wertgrenze festgelegt (vgl. BGE 101 1b 405 E. 3b). Jedoch ist der Tatsache  zu tragen, dass das Bundesgericht lediglich in zwei  bei einer Wertverminderung von 10 % die Schwere bejaht hat. Zudem überzeugt das Argument der ESchK Kreis 10, dass schon der Verkehrswert der Liegenschaft aufgrund der Schätzung um +/- 10 % variieren könne und deshalb bei Wertverminderungen unter 10 % nicht von einem schweren Schaden gesprochen werden könne. Da die
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Wertverminderung im vorliegenden Fall nur 8-9 % beträgt, ist die  der Schwere somit zu verneinen.
8. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass von den drei  Voraussetzungen (Spezialität, Unvorhersehbarkeit,  Schwere) nur die Voraussetzung der Spezialität erfüllt ist. Die  gelten deshalb nicht als übermässig und damit auch nicht als entschädigungspflichtig. Die Beschwerde ist somit gutzuheissen und Ziff. 6.b des Dispositivs des Entscheides der ESchK Kreis 6 vom 16. April/19. August 2008 aufzuheben.
9. Als Nächstes sind die Kosten für das vorliegende Verfahren zu . Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung richtet sich die - und Entschädigungsregelung gegenüber den , denen die Enteignung droht, nach den Spezialvorschriften des EntG (vgl. BGE 119 Ib 32 E. 2, Entscheide des Bundesgerichts 1E.16/2005 vom 14. Februar 2006 E. 6 und 1E.5/2005 vom 9. August 2005 E. 7). Art. 116 Abs. 1 EntG schreibt vor, dass der Enteigner die Kosten des Verfahrens vor dem Bundesverwaltungsgericht,  einer allfälligen Parteientschädigung an den Enteigneten, trägt. Werden die Begehren des Enteigneten ganz oder zum grösseren Teil abgewiesen, so können die Kosten auch anders verteilt werden. Der Beschwerdegegner hat keine offensichtlich missbräuchlichen Rechtsbegehren gestellt. Eine Abweichung vom Grundsatz, dass die aus der Geltendmachung des Enteignungsrechts entstehenden Kosten der Enteigner trägt, rechtfertigt sich daher nicht (vgl. Art. 114 Abs. 1 und Abs. 2 EntG). Der Beschwerdegegner ist deshalb trotz des  im vorliegenden Verfahren von der Bezahlung der  befreit. Die Verfahrenskosten werden auf Fr. 1'500.-  und der Beschwerdeführerin zur Bezahlung auferlegt (Art. 116 Abs. 1 EntG).
10. Von der Zusprechung einer Parteientschädigung für das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht ist indes angesichts des Ausgangs des Verfahrens und entsprechend der Rechtsprechung des  abzusehen (Art. 116 Abs. 1 EntG, Entscheide des  1E.16/2005 vom 14. Februar 2006 E. 6, 1E.20/2005 vom 16. Mai
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2006 E. 4 und 1E.1/2006 vom 12. April 2006 E. 11; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-996/2007 vom 9. August 2007 E. 7).