Decision ID: 7dfd2e3d-b875-5735-bc8a-e7be9cb7882a
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer ist 1981 geboren und Staatsangehöriger von Bos-
nien und Herzegowina. Am 14. August 1983 gelangte er im Rahmen eines
Familiennachzugs zu seinen Eltern in die Schweiz und erhielt hier eine Nie-
derlassungsbewilligung (Akten der Migrationsbehörde des Kantons Aargau
[AG-act.] 3).
B.
Während seines Aufenthalts in der Schweiz trat der Beschwerdeführer im-
mer wieder strafrechtlich in Erscheinung. Zwischen dem 13. Dezember
2000 und dem 7. November 2017 wurde er insgesamt einundzwanzig Mal
verurteilt. In den folgend aufgezählten vier Fällen wurde gegen ihn eine
Freiheitsstrafe ausgesprochen:
̶ Urteil des Bezirksgerichts Baden vom 13. Dezember 2000: Verur-
teilung zu einer bedingten Freiheitsstrafe von sechs Monaten we-
gen mehrfacher Veruntreuung, mehrfachen Betrugs und mehrfa-
cher Urkundenfälschung (AG-act. 24 ff.).
̶ Urteil des Bezirksgerichts Baden vom 10. Oktober 2007: Verurtei-
lung zu einer bedingten Freiheitsstrafe von zehn Monaten und einer
Busse von Fr. 1'000.– wegen Gehilfenschaft zum Diebstahl, Hehle-
rei, Verfügung über mit Beschlag belegte Vermögenswerte, Haus-
friedensbruchs, Ungehorsams im Betreibungs- und Konkursverfah-
ren sowie wegen SVG-Widerhandlungen (AG-act. 100 ff.).
̶ Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau vom 17. Dezember
2009: Verurteilung zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von neun
Monaten wegen bandenmässigen Diebstahls, mehrfacher Sachbe-
schädigung und mehrfachen Hausfriedensbruchs, alles in Gehilfen-
schaft begangen, sowie wegen falscher Anschuldigung (AG-
act. 199 ff.).
̶ Urteil des Bezirksgerichts Bremgarten vom 7. Mai 2015: Verurtei-
lung zu einer 24-monatigen Freiheitsstrafe, davon acht Monate un-
bedingt, wegen qualifizierter Widerhandlung gegen das Betäu-
bungsmittelgesetz (AG-act. 448 ff.).
Im Weiteren ergingen gegen den Beschwerdeführer zwischen 2001 und
2017 fünfzehn Strafbefehle und zwei Strafurteile wegen wiederholter
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Verstösse gegen die Strassenverkehrsgesetzgebung, Ungehorsams im
Betreibungs- und Konkursverfahren, Hehlerei, einer Widerhandlung gegen
das Bundesgesetz betreffend die Lotterien und die gewerbsmässigen Wet-
ten sowie wegen einer Tätlichkeit (vgl. zum Ganzen AG-act. 314 ff., 603 ff.
und 738 ff.).
C.
Nachdem der Beschwerdeführer wiederholt ausländerrechtlich verwarnt
worden war, verfügte die Migrationsbehörde des Kantons Aargau am
11. Juni 2010 den Widerruf der Niederlassungsbewilligung und wies ihn
aus der Schweiz weg (AG-act. 246 ff.). Eine dagegen erhobene Einsprache
blieb erfolglos (AG-act. 296 ff.). Mit Urteil vom 3. Mai 2012 hiess das da-
malige Rekursgericht im Ausländerrecht des Kantons Aargau die gegen
den Einspracheentscheid erhobene Beschwerde gut. Es befand darin, dem
Beschwerdeführer sei eine allerletzte Chance einzuräumen, sein Leben in
der Schweiz deliktsfrei zu gestalten (AG-act. 345 ff.).
D.
In der Folge wurde der Beschwerdeführer erneut straffällig. Er erwirkte na-
mentlich zwei Strafbefehle wegen Verletzung der Verkehrsregeln und Wi-
derhandlung gegen das Bundesgesetz betreffend die Lotterien und die ge-
werbsmässigen Wetten (AG-act. 412 ff., 443 f.). Am 7. Mai 2015 erfolgte
zudem eine Verurteilung wegen einer qualifizierten Widerhandlung gegen
das Betäubungsmittelgesetz (AG-act. 448 ff.). Am 15. September 2015 ge-
währte die Migrationsbehörde des Kantons Aargau dem Beschwerdeführer
abermals rechtliches Gehör hinsichtlich eines Widerrufs seiner Niederlas-
sungsbewilligung und einer Wegweisung aus der Schweiz (AG-act. 476 ff.,
498 ff.).
E.
Gemäss Vollzugsauftrag vom 4. September 2015 verbüsste der Beschwer-
deführer vom 23. Oktober 2015 bis zum 29. März 2016 den unbedingt voll-
ziehbaren Teil der mit Urteil des Bezirksgerichts Bremgarten vom 7. Mai
2015 verhängten Freiheitsstrafe im Rahmen einer Halbgefangenschaft
(AG-act. 462).
F.
Am 7. Dezember 2015 widerrief die Migrationsbehörde des Kantons Aar-
gau die Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers und wies ihn
aus der Schweiz weg (AG-act. 595 ff.). Eine gegen den Widerruf erhobene
Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Aargau mit Urteil
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vom 3. Februar 2017 ab (AG-act. 673 ff.). Das gegen den verwaltungsge-
richtlichen Entscheid angerufene Bundesgericht wies die Beschwerde mit
Urteil vom 30. November 2017 ebenfalls ab (Urteil des BGer 2C_270/2017
vom 30. November 2017; AG-act. 758 ff.). Während des Verfahrens vor
dem Bundesgericht wurde der Beschwerdeführer für eine im Zeitraum von
Dezember 2012 bis Dezember 2013 begangene Straftat verurteilt. Das
Obergericht des Kantons Aargau verurteilte ihn namentlich am 7. Novem-
ber 2017 wegen mehrfacher Hehlerei zu einer unbedingten Geldstrafe von
240 Tagessätzen zu Fr. 70.– (AG-act. 738 ff.).
G.
Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs am 22. Januar 2018 durch die
kantonale Migrationsbehörde (Akten der Vorinstanz [SEM-act.] 11 und 13)
verfügte das Staatssekretariat für Migration gegenüber dem Beschwerde-
führer am 7. Februar 2018 ein neunjähriges Einreiseverbot, gültig ab dem
1. März 2018. Weiter ordnete die Vorinstanz die Ausschreibung des Einrei-
severbots im Schengener Informationssystem (SIS-II) an und entzog einer
allfälligen Beschwerde vorsorglich die aufschiebende Wirkung. Zur Be-
gründung der Fernhaltemassnahme verwies die Vorinstanz auf die vom
Beschwerdeführer erwirkten Vorstrafen, insbesondere das Urteil des Be-
zirksgerichts Bremgarten vom 7. Mai 2015 hinsichtlich der qualifizierten Wi-
derhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz. Die Vorinstanz hielt fest,
der Beschwerdeführer sei mit seiner Drogendelinquenz in einem beson-
ders sensiblen Bereich straffällig geworden und stelle daher eine schwer-
wiegende Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung dar (SEM-
act. 14; AG-act. 787 ff.).
H.
Der Beschwerdeführer verliess die Schweiz am 28. Februar 2018 in Rich-
tung Bosnien und Herzegowina (SEM-act. 12).
I.
Am 7. März 2018 gelangte der Beschwerdeführer mit einer Rechtsmittel-
eingabe gegen das Einreiseverbot an das Bundesverwaltungsgericht. Er
beantragte darin die ersatzlose Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung,
eventualiter eine Reduktion der Dauer des Einreiseverbots auf ein Jahr.
Zur Begründung führte er im Wesentlichen aus, er sei seit Januar 2014
deliktsfrei und er habe nie jemanden gefährdet oder tätlich angegriffen. Das
Einreiseverbot sei aber auch deshalb nicht verhältnismässig, weil er 34
Jahre in der Schweiz gelebt habe, seit 2013 mit einer Schweizer Bürgerin
verheiratet sei, aus dieser Ehe 2014 und 2017 je ein Kind hervorgegangen
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sei und seine Familie nach seiner zwangsweisen Ausreise in der Schweiz
wohnhaft bleiben werde (Akten des Bundesverwaltungsgerichts [BVGer-
act.] 1 Ziff. 3 und 4).
J.
Die Vorinstanz liess sich am 28. Mai 2018 vernehmen und beantragte die
Abweisung der Beschwerde (BVGer-act. 7).
K.
Am 3. Juli 2018 reichte der Beschwerdeführer eine Replik ein. Er hielt dabei
an seinen Begehren und deren Begründung fest (BVGer-act. 9).
L.
Auf eine entsprechende Aufforderung hin bestätigte der Beschwerdeführer
gegenüber dem Bundesverwaltungsgericht in einer Eingabe vom 11. Feb-
ruar 2020, dass seine Familie inzwischen mit ihm zusammen in Bosnien
und Herzegowina lebe. Er halte aber an den beschwerdeweise geltend ge-
machten Anträgen fest. Allenfalls sei die Einreisesperre für den Schengen-
Raum aufzuheben, da er in keinem anderen Staat als in der Schweiz Straf-
taten verübt habe (BVGer-act. 17).
M.
Auf den weiteren Akteninhalt wird, soweit rechtserheblich, in den Erwägun-
gen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Verfügungen des SEM, die ein Einreiseverbot im Sinne von Art. 67 AIG
(SR 142.20) zum Gegenstand haben, unterliegen der Beschwerde an das
Bundesverwaltungsgericht (Art. 31 ff. VGG i.V.m. Art. 5 VwVG und Art. 112
Abs. 1 AIG).
1.2 Das Rechtsmittelverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet
sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37
VGG).
1.3 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerde le-
gitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte
Beschwerde ist einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG).
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2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-
messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-
lichen Sachverhalts und – sofern nicht eine kantonale Behörde als Be-
schwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden
(Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerde-
verfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62
Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht gebunden und kann
die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen
gutheissen oder abweisen. Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage
zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. BVGE 2014/1 E. 2 m.H.).
3.
Am 1. Januar 2019 hat das Bundesgesetz über die Ausländerinnen und
Ausländer vom 16. Dezember 2005 (AuG) eine Teilrevision und Namens-
änderung erfahren (Änderung vom 16. Dezember 2016, AS 2018 3171).
Es heisst neu Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer und
über die Integration (AIG). Gleichzeitig sind die Änderungen vom 15. Au-
gust 2018 der Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit
vom 24. Oktober 2007 (VZAE, SR 142.201; vgl. AS 2018 3173) in Kraft
getreten. Im vorliegenden Urteil wird die neue Bezeichnung AIG verwen-
det. Auf die Teilrevision von Gesetz und Verordnung wird nur insoweit ein-
gegangen, als die einschlägigen Bestimmungen Änderungen erfahren ha-
ben.
4.
4.1 Das SEM kann ein Einreiseverbot gegenüber Ausländerinnen und Aus-
ländern verfügen, die gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der
Schweiz oder im Ausland verstossen haben oder diese gefährden (Art. 67
Abs. 2 Bst. a AIG). Das Einreiseverbot wird für eine Dauer von höchstens
fünf Jahren verhängt (Art. 67 Abs. 3 erster Satz AIG). Die Anordnung eines
Einreiseverbots von mehr als fünf Jahren Dauer ist zulässig, wenn von der
ausländischen Person eine schwerwiegende Gefahr für die öffentliche Si-
cherheit und Ordnung ausgeht (Art. 67 Abs. 3 zweiter Satz AIG). Das Bun-
desverwaltungsgericht hat in einem Grundsatzurteil vom 26. August 2014
entschieden, dass Einreiseverbote, die auf der Grundlage von Art. 67
Abs. 1 oder 2 AIG ergehen, zwingend auf eine bestimmte Dauer zu befris-
ten sind. Die Verbotsdauer kann dabei bis maximal 15 Jahre, im Wieder-
holungsfall 20 Jahre betragen (BVGE 2014/20 E. 6.9 und 7). Aus humani-
tären oder anderen wichtigen Gründen kann die zuständige Behörde von
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der Verhängung eines Einreiseverbots absehen oder ein Einreiseverbot
vollständig oder vorübergehend aufheben (Art. 67 Abs. 5 AIG).
4.2 Ein Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung liegt unter
anderem vor, wenn gesetzliche Vorschriften oder behördliche Verfügungen
missachtet werden (Art. 77a Abs. 1 Bst. a VZAE, inhaltlich identisch mit
Art. 80 Abs. 1 Bst. a VZAE in der bis zum 31. Dezember 2018 geltenden
Fassung).
4.3 Eine schwerwiegende Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ord-
nung im Sinne von Art. 67 Abs. 3 zweiter Satz AIG setzt mehr voraus als
eine einfache Gefährdung nach Art. 67 Abs. 2 Bst. a zweiter Halbsatz AIG.
Verlangt wird eine qualifizierte Gefährdungslage, über deren Vorliegen
nach Massgabe aller Umstände des Einzelfalles zu befinden ist. Eine sol-
che Gefährdungslage darf nicht leichthin angenommen werden. Nach der
Rechtsprechung kann sie sich beispielsweise aus der Hochwertigkeit des
deliktisch bedrohten Rechtsguts ergeben (z.B. Leib und Leben, körperliche
und sexuelle Integrität, Gesundheit), aber auch aus der Zugehörigkeit des
drohenden Delikts zur besonders schweren Kriminalität mit grenzüber-
schreitender Dimension (z.B. Terrorismus, Menschen- und Drogenhandel,
organisierte Kriminalität), aus der wiederholten Delinquenz und ihrer zu-
nehmenden Schwere oder aus dem Fehlen einer günstigen Prognose
(vgl. BGE 139 II 121 E. 6.3; BVGE 2014/20 E. 5.2).
4.4 Wird gegen eine Person, die nicht die Staatsangehörigkeit eines Mit-
gliedstaats der Europäischen Union oder der Europäischen Freihandelsas-
soziation besitzt, ein Einreiseverbot verhängt, so wird sie nach Massgabe
der Bedeutung des Falles im Schengener Informationssystem (SIS) zur
Einreiseverweigerung ausgeschrieben (vgl. Art. 21 und 24 der Verordnung
[EG] Nr. 1987/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom
20. Dezember 2006 über die Einrichtung, den Betrieb und die Nutzung des
Schengener Informationssystems der zweiten Generation [SIS-II],
Abl. L 381/4 vom 28.12.2006 [nachfolgend: SIS-II-Verordnung]; Art. 20 der
Verordnung vom 8. März 2013 über den nationalen Teil des Schengener
Informationssystems [N-SIS] und das SIRENE-Büro [N-SIS-Verordnung,
SR 362.0]).
4.5 Das deliktische Verhalten des Beschwerdeführers, welches zwischen
2000 und 2017 zu insgesamt einundzwanzig strafrechtlichen Verurteilun-
gen führte, stellt einen Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ord-
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nung gemäss Art. 67 Abs. 2 Bst. a AIG dar und kann demnach grundsätz-
lich zur Verhängung einer Fernhaltemassnahme führen. Dies wird vom Be-
schwerdeführer nicht grundsätzlich bestritten. Er stellt aber in Abrede, dass
von ihm aktuell noch eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung
ausgehe. Der letzte strafrechtlich relevante Sachverhalt habe sich zwi-
schen September 2013 und Januar 2014 zugetragen und sei am 7. Mai
2015 vom Bezirksgericht Bremgarten abgeurteilt worden. Somit lebe er seit
Januar 2014 deliktsfrei. Zudem habe er nie irgendjemanden gefährdet oder
sei tätlich geworden (BVGer-act. 1 Ziff. 3). Darauf wird an späterer Stelle
einzugehen sein.
5.
5.1 Nachdem die Vorinstanz ein über fünfjähriges Einreiseverbot ausge-
sprochen und damit eine schwerwiegende Gefahr für die öffentliche Sicher-
heit und Ordnung im Sinne von Art. 67 Abs. 3 zweiter Satz AIG bejaht hat,
ist nachfolgend zu prüfen, ob die Voraussetzungen dazu gegeben waren.
5.2 Der Beschwerdeführer wurde im Alter von 18 Jahren erstmals straffäl-
lig. In der Folge delinquierte er über einen Zeitraum von 15 Jahren in mehr
oder weniger regelmässigen Abständen weiter, wobei seine Straftaten ten-
denziell immer schwerer wurden. Am 7. Mai 2015 erwirkte er seine schwer-
wiegendste Verurteilung zu 24 Monaten Freiheitsstrafe, davon acht Monate
unbedingt, wegen qualifizierter Widerhandlung gegen das Betäubungsmit-
telgesetz. Der Beschwerdeführer hatte beim gewerbsmässigen Anbau und
der Vorbereitung zum Verkauf von mindestens 2.5 kg Marihuana mitge-
wirkt. Die Begehung der Straftat erfolgte professionell, organisiert und ban-
denmässig. Die Motive des Beschwerdeführers waren rein finanzieller Art
(AG-act. 415 ff.; 595 ff.). Dieses vom Beschwerdeführer begangene Betäu-
bungsmitteldelikt betrifft einen Bereich, der wegen der Hochwertigkeit der
betroffenen Rechtsgüter als besonders sensibel gilt und in dem selbst ein
geringes Restrisiko weiterer Störungen nicht in Kauf zu nehmen ist. Bereits
dieses Delikt kann daher als Grundlage für die Annahme einer schwerwie-
genden Gefahr im Sinne von Art. 67 Abs. 3 zweiter Satz AIG dienen
(BGE 139 I 31 E. 2.3.2; 139 I 145 E. 2.5; 139 II 121 E. 6.3 und 8.2; statt
vieler: Urteil des BVGer F-7209/2016 vom 13. August 2019 E. 7.3).
5.3 Zusätzlich ins Gewicht fallen die zahlreichen weiteren strafrechtlichen
Verurteilungen des Beschwerdeführers wegen diverser, teils gravierender
Verstösse gegen die geltende Rechtsordnung. Hervorzuheben ist dabei die
Verurteilung des Beschwerdeführers durch das Obergericht des Kantons
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Aargau vom 17. Dezember 2009 wegen Gehilfenschaft zum bandenmäs-
sigen Diebstahl, welcher Einbruch- und Einschleichdiebstähle mit einem
Deliktsbetrag von total ca. Fr. 450'000.– zugrunde lagen (AG-act. 199 ff.).
5.4 Angesichts der langjährigen Delinquenz, die sich teilweise gegen hoch-
wertige Rechtsgüter richtete, zunehmend schwerer wurde sowie von hoher
krimineller Energie zeugte, kann dem Beschwerdeführer keine gute Ge-
fährdungsprognose gestellt werden. Für diese Einschätzung spricht ferner,
dass sich der Beschwerdeführer weder von Vorstrafen, Probezeiten noch
von wiederholten ausländerrechtlichen Verwarnungen – selbst der ihm
vom kantonalen Rekursgericht eingeräumten, explizit als solcher bezeich-
neten allerletzten Chance (AG-act. 347) – von weiterem deliktischem Han-
deln abhalten liess. Das Bundesgericht hielt im Urteil zum Widerruf der
Niederlassungsbewilligung und Wegweisung fest, es entstehe «der Ge-
samteindruck eines uneinsichtigen, hartnäckigen Wiederholungstäters, der
die zahlreichen ihm eingeräumten Chancen nicht genutzt hat und bei wel-
chem sämtliche in einem Rechtsstaat zur Verfügung stehenden Sanktio-
nen wirkungslos erscheinen» (Urteil 2C_270/2017 E. 3.3).
5.5 Soweit der Beschwerdeführer in seiner Rechtsmitteleingabe geltend
macht, dass die Drogendelinquenz zwischen September 2013 und Januar
2014 erfolgt sei und er seither vollständig deliktsfrei lebe, ist darauf hinzu-
weisen, dass für die Beurteilung der Dauer des klaglosen Verhaltens nicht
auf den Begehungs- oder Urteilszeitpunkt abzustellen ist. Von vorrangiger
Bedeutung ist vielmehr, wie lange sich eine straffällig gewordene Person
nach ihrer Entlassung aus der Haft in Freiheit bewährt hat (vgl. hierzu
BGE 130 II 176 E. 4.3.3; BVGE 2014/20 E. 5.4 m.H.; Urteil des BVGer
F-7209/2016 E. 7.7). Gemäss Vollzugsauftrag vom 4. September 2015 be-
fand sich der Beschwerdeführer bis zum 29. März 2016 in Haft. Danach
hielt er sich noch bis zu seiner erzwungenen Ausreise am 28. Februar 2018
in der Schweiz in Freiheit auf. In dieser Zeit wurden zwar keine Straftaten
mehr aktenkundig (vgl. zur zuletzt aktenkundigen Straftat im August 2014
AG-act. 443 f.). Dieses Wohlverhalten ist indessen insofern zu relativieren,
als es zeitlich relativ kurz ausfiel und dem Beschwerdeführer mit Urteil vom
7. Mai 2015 eine vierjährige Probezeit auferlegt worden war (AG-act. 451).
Einem Wohlverhalten während laufender Probezeit wird aus ausländer-
rechtlicher Sicht nur untergeordnete Bedeutung beigemessen (Urteile des
BVGer F-2708/2017 vom 5. Dezember 2019 E. 5.3; F-1476/2018 vom
31. Oktober 2018 E. 7.3; F-3450/2016 vom 17. September 2018 E. 6.7).
Nach dem Ende des Strafvollzugs stand der Beschwerdeführer zudem un-
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ter dem Eindruck des laufenden Verfahrens auf Widerruf seiner Niederlas-
sungsbewilligung. Letztinstanzlich entschied das Bundesgericht erst am
30. November 2017 darüber. Zeitablauf und Wohlverhalten seit der letzten
Tat sind vorliegend deshalb keine Elemente, welche verlässlich und we-
sentlich die Gefährdungsprognose zu Gunsten des Beschwerdeführers zu
beeinflussen vermögen. Über sein anschliessendes Wohlverhalten im Aus-
land ist nichts aktenkundig.
5.6 Der Einwand des Beschwerdeführers, wonach er nie jemanden gefähr-
det habe oder tätlich geworden sei, ist aktenwidrig. Durch sein Betäu-
bungsmitteldelikt gefährdete er abstrakt die Gesundheit einer unbestimm-
ten Vielzahl von Menschen (vgl. Urteil des BGer 2C_884/2016 vom 25. Au-
gust 2017 E. 3.3.1 m.H). Zudem erwirkte er im Januar 2004 einen Strafbe-
fehl wegen Tätlichkeit, nachdem er einem Jogger einen Fausthieb versetzt
hatte (vgl. AG-act. 59 f.).
5.7 Es ist demnach nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz in der an-
gefochtenen Verfügung beim Beschwerdeführer von einer schwerwiegen-
den Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung im Sinne von Art. 67
Abs. 3 zweiter Satz AIG ausging. Sie war folglich an die gesetzliche Maxi-
malfrist von fünf Jahren nicht gebunden.
6.
6.1 Zu prüfen bleibt, ob das angefochtene Einreiseverbot als solches und
in seiner Dauer in pflichtgemässer Ermessensausübung angeordnet wurde
und vor dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit standhält. Erforderlich ist
eine einzelfallbezogene Interessenabwägung unter Berücksichtigung
sämtlicher wesentlicher Umstände. Ausgangspunkt der Überlegungen bil-
den die Stellung der verletzten oder gefährdeten Rechtsgüter, die Beson-
derheiten des ordnungswidrigen Verhaltens, die persönlichen Verhältnisse
des Beschwerdeführers und das von ihm ausgehende, zukünftige Gefähr-
dungspotenzial (Art. 5 Abs. 2 BV, Art. 96 AIG; BGE 139 II 121 6.5.1;
BVGE 2017 VII/2 E. 4.5; 2016/33 E. 9; 2014/20 E. 8.1).
6.2 Vom Beschwerdeführer geht eine schwerwiegende Gefahr für die öf-
fentliche Sicherheit und Ordnung aus. Darauf wurde unter dem Gesichts-
punkt der Eingriffsvoraussetzungen ausführlich eingegangen, sodass an
dieser Stelle auf Wiederholungen verzichtet werden kann. Jenes Mass an
Gefährlichkeit, das die volle Ausschöpfung der rechtsprechungsgemässen
Maximaldauer eines Einreiseverbots rechtfertigen könnte, offenbarte sein
Verhalten jedoch gleichwohl nicht. Dabei gilt zu berücksichtigen, dass sich
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die grosse Mehrheit der von ihm begangenen Taten nicht gegen besonders
hochwertige Rechtsgüter richtete. Zugunsten des Beschwerdeführers
spricht in diesem Zusammenhang auch, dass er seit August 2014 delikts-
frei blieb. Zudem dürfte sich seine Ehe und Vaterschaft, die er inzwischen
in Bosnien und Herzegowina lebt, stabilisierend auf seine Verhältnisse aus-
wirken. Alles in allem besteht ein zwar erhebliches öffentliches Interesse
an einer langfristigen Fernhaltung des Beschwerdeführers. Dieses ist je-
doch nicht so dominant, dass sich ihm jedes private Interesse unterordnen
müsste.
6.3 Zur Illustration entgegenstehender privater Interessen verwies der Be-
schwerdeführer in seinen Rechtsschriften vor allem auf seine familiäre Si-
tuation, aber auch auf seine Verbundenheit zur Schweiz in sozialer und
beruflicher Hinsicht aufgrund seines langjährigen Voraufenthalts hierzu-
lande. Im Zeitpunkt der Beschwerdeanhebung argumentierte er noch,
seine schweizerische Ehefrau und die beiden noch kleinen Kinder (gebo-
ren 2014 beziehungsweise 2017) würden nach seiner Ausreise in der
Schweiz wohnhaft bleiben. Die Kinder müssten wegen des Einreiseverbots
während Jahren ohne ihren Vater aufwachsen. Ein neunjähriges Einreise-
verbot sei vor diesem Hintergrund nicht verhältnismässig und verletze den
Anspruch auf Achtung des Familienlebens gemäss Art. 8 EMRK (BVGer-
act. 1 Ziff. 3 und 4).
6.3.1 Dazu ist vorweg festzuhalten, dass Einschränkungen des Privat- und
Familienlebens aufgrund sachlicher und funktioneller Unzuständigkeit des
Bundesverwaltungsgerichts nicht Verfahrensgegenstand sein können, so-
weit sie auf das Fehlen eines dauerhaften Aufenthaltsrechts in der Schweiz
zurückzuführen sind. Denn die Niederlassungsbewilligung wurde dem Be-
schwerdeführer als Folge seiner Straftaten rechtskräftig entzogen, und er
musste die Schweiz in Nachachtung der gleichzeitig angeordneten Weg-
weisung verlassen. Eine erneute Wohnsitznahme in der Schweiz wie auch
die Pflege regelmässiger Kontakte zu in der Schweiz wohnhaften Perso-
nen scheitert daher bereits am fehlenden Aufenthaltsrecht hierzulande.
6.3.2 Tritt hinzu, dass das Bundesgericht im mehrfach erwähnten Urteil
2C_270/2017 vom 30. November 2017 (E. 3.6) – gestützt auf gleichartige
Einwände des Beschwerdeführers – den langen Voraufenthalt in der
Schweiz und eine Trennung von der Familie unter dem Aspekt des verfas-
sungs- und konventionsrechtlich geschützten Anspruchs auf Privat- und
Familienleben prüfte und als nicht entscheidend erachtete. Im Übrigen prä-
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sentiert sich die familiäre Situation des Beschwerdeführers in der Zwi-
schenzeit insofern wesentlich anders, als Ehefrau und Kinder nach Bos-
nien und Herzegowina gezogen sind und dort mit ihm in familiärer Einheit
zusammenleben. Damit ist der Aspekt der Familieneinheit nicht mehr tan-
giert.
6.3.3 Eine allfällige neue Aufenthaltsbewilligung für den Beschwerdeführer
ist nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens. Hierfür ist der Kanton
zuständig, wobei das Einreiseverbot im Falle einer Bewilligungserteilung
aufzuheben wäre (vgl. BVGE 2013/4 E. 7.4.1 m.H.). Auf diese Möglichkeit
und die dafür bestehenden (insbesondere zeitlichen) Voraussetzungen hat
im Übrigen auch das Bundesgericht den Beschwerdeführer im mehrfach
zitierten Urteil hingewiesen (Urteil 2C_270/2017 E. 3.7).
6.3.4 Nach dem Gesagten stellt sich im Folgenden einzig die Frage, ob die
über die Verweigerung des Aufenthaltsrechts hinausgehende, durch das
Einreiseverbot zusätzlich bewirkte Beeinträchtigung des Privat- und Fami-
lienlebens einer rechtlichen Prüfung standhält. Als ausländische Person
ohne Aufenthaltsbewilligung dürfte sich der Beschwerdeführer ohne Einrei-
severbot nur im Rahmen von bewilligungsfreien Kurzaufenthalten in der
Schweiz aufhalten. Der mit dem Einreiseverbot verbundene zusätzliche
Malus besteht nicht darin, dass dem Beschwerdeführer jede Einreise in die
Schweiz schlichtweg untersagt ist, sondern darin, dass er für bewilligungs-
freie Kurzaufenthalte eine Suspension des Einreiseverbots einholen muss.
Eine solche Suspension kann auf Gesuch hin für kurze, klar begrenzte Zeit
ausnahmsweise gewährt werden, wenn wichtige Gründe vorliegen (Art. 67
Abs. 5 AIG). In diesem – wenn auch stark eingeschränkten – Rahmen hat
der Beschwerdeführer grundsätzlich weiterhin die Möglichkeit, Beziehun-
gen zu Personen in der Schweiz auf schweizerischem Hoheitsgebiet zu
pflegen. Kontakte ausserhalb des Schengenraums beziehungsweise auf
andere Weise als durch persönliche Treffen werden durch die Massnahme
nicht beeinträchtigt (vgl. zum Ganzen BVGE 2014/20 E. 8.3.4 m.H.).
6.3.5 Andererseits ist nicht in Frage zu stellen, dass sich das Zentrum der
Lebensinteressen des Beschwerdeführers in der Schweiz befindet bezie-
hungsweise befand. Hier hat er seit seiner frühesten Kindheit bis zu seiner
erzwungenen Ausreise im Februar 2018 während mehr als 34 Jahren un-
unterbrochen gelebt, seine schulische Ausbildung und Lehre durchlaufen
und eine Erwerbstätigkeit aufgenommen. Hier leben seine Eltern und sein
Bruder und hier befinden sich seine sozialen Wurzeln. Dass der Beschwer-
deführer eine Landessprache beherrscht, ist nicht zu bezweifeln. Ebenso
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ist nicht zweifelhaft, dass er in der Schweiz einen Freundes- und Bekann-
tenkreis unterhielt und dass er hier vor seiner erzwungenen Ausreise be-
ruflich integriert war. Das alles und die bestehende Ehe mit einer Schweizer
Bürgerin gilt es bei der Interessenabwägung mitzuberücksichtigen. Aller-
dings weist sein Legalverhalten, ein wesentliches Element der Integration,
massivste Defizite auf. Darauf wurde bereits weiter oben ausführlich ein-
gegangen.
6.4 Trotz der vorerwähnten Einschränkungen und Relativierungen ver-
kennt das Bundesverwaltungsgericht nicht, dass das dem Einreiseverbot
eigene besondere Kontrollregime den mit der Schweiz vielfach verbunde-
nen Beschwerdeführer erheblich trifft. Auf der anderen Seite wurde weiter
oben dargelegt, dass der Beschwerdeführer nicht eine Gefährlichkeit an
den Tag legt, welche die Ausschöpfung der rechtsprechungsgemässen
Maximaldauer eines Einreiseverbots rechtfertigen könnte. In Beachtung al-
ler relevanter Faktoren und im Rahmen einer wertenden Gewichtung der
sich entgegenstehenden öffentlichen und privaten Interessen, aber auch in
Berücksichtigung vergleichbarer Fälle gelangt das Bundesverwaltungsge-
richt zum Schluss, dass das gegen den Beschwerdeführer verhängte
neunjährige Einreiseverbot sowohl dem Grundsatz nach wie auch in seiner
Dauer eine verhältnismässige und angemessene Massnahme darstellt
(vgl. dazu Urteile des BVGer F-1301/2017 vom 5. September 2018;
F-3374/2016 vom 18. Juni 2018; F-4314/2015 vom 17. Oktober 2017;
F-5121/2015 vom 25. Juli 2017; F-4949/2015 vom 30. Mai 2017).
7.
Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung die Ausschreibung des
Einreiseverbots im SIS II angeordnet. Der Beschwerdeführer beantragt
eventualiter deren Aufhebung; dies mit der Begründung, er habe aus-
serhalb der Schweiz keine Straftaten begangen.
7.1 Der Beschwerdeführer kann als Drittstaatsangehöriger grundsätzlich
zur Einreise- bzw. Aufenthaltsverweigerung im SIS II ausgeschrieben wer-
den. Die vom Beschwerdeführer zu verantwortenden Straftaten erfüllen
ferner den von Art. 24 Ziff. 2 Bst. a SIS-II-Verordnung verlangten Schwere-
grad bei Weitem. Die Schweiz ist sodann als Folge des Grundsatzes der
loyalen Zusammenarbeit bei der Administration des gemeinsamen Raums
der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts, auf dem das Schengen-
System beruht, zur getreuen Wahrung der Interessen der Gesamtheit der
Schengen-Staaten verpflichtet (BVGE 2011/48 E. 6.1). Hinzu tritt, dass we-
gen des Wegfalls systematischer Personenkontrollen an den Schengen-
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Innengrenzen Einreiseverbote und ähnliche Massnahmen ihre volle Wirk-
samkeit nur entfalten können, wenn sich ihre Geltung und ihre Durchsetz-
barkeit nicht auf einzelne Schengen-Mitgliedstaaten beschränken. Ange-
sichts der festgestellten, vom Beschwerdeführer ausgehenden qualifizier-
ten Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung, die sich zudem nicht
zum vornherein auf das Territorium der Schweiz beschränken muss, liegt
die Ausschreibung des Einreiseverbots im zwingenden gemeinsamen In-
teresse der Schweiz und der übrigen Schengen-Staaten. Eine mit der Aus-
schreibung des Einreiseverbots einhergehende, zusätzliche Beeinträchti-
gung hat der Beschwerdeführer in Kauf zu nehmen.
7.2 Es bleibt den Schengen-Staaten im Übrigen unbenommen, einer aus-
geschriebenen Person aus humanitären Gründen oder Gründen des nati-
onalen Interesses oder aufgrund internationaler Verpflichtungen die Ein-
reise in das eigene Hoheitsgebiet zu gestatten (vgl. Art. 14 Abs. 1 i.V.m.
Art. 6 Abs. 5 Bst. c der Verordnung [EG] Nr. 2016/399 des Europäischen
Parlaments und des Rates vom 9. März 2016 über einen Unionskodex für
das Überschreiten der Grenzen durch Personen [Kodifizierter Text] [Schen-
gener Grenzkodex, SGK, Abl. L 77/1 vom 23.03.2016]) beziehungsweise
ihr ein Schengen-Visum mit räumlich beschränkter Gültigkeit auszustellen
(vgl. Art. 25 Abs. 1 Bst. a [ii] der Verordnung [EG] Nr. 810/2009 des Euro-
päischen Parlaments und des Rates vom 13. Juli 2009 über einen Visako-
dex der Gemeinschaft [Visakodex, Abl. L 243/1 vom 15.09.2009]).
8.
Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass das auf neun Jahre
befristete Einreiseverbot und dessen Ausschreibung im SIS II im Lichte von
Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden sind. Die Beschwerde ist demzufolge
abzuweisen.
9.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Verfahrenskosten dem Be-
schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Diese sind in Anwen-
dung von Art. 1 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten
und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE,
SR 173.320.2) auf Fr. 1’100.– festzusetzen. Eine Parteientschädigung ist
nicht zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG).
10.
Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet in der vorliegenden Sache
endgültig (vgl. Art. 83 Bst. c Ziff. 1 BGG).
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