Decision ID: 3a21674b-bd1f-5dcd-8f2e-8e0f67740003
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
L._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Kurt Gemperli, advokatur am brühl,
Scheffelstrasse 2, 9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rentenrevision
Sachverhalt:
A.
A.a L._, Jahrgang 1953, meldete sich im Mai 2002 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung (IV) an. Er leide unter chronischen starken Rückenschmerzen
nach Bandscheibenoperation (IV-act. 4). In einem Gutachten vom 10. Mai 2004
diagnostizierte die MEDAS Ostschweiz insbesondere depressive
Verstimmungszustände bei einem chronischen Schmerzsyndrom infolge körperlicher
Krankheit und chronisches Schmerzsyndrom lumbofemoral rechts mit vegetativen
Begleitbeschwerden, Status nach Operation wegen Discushernie L5/S1 im Mai 2001.
Die Arbeitsfähigkeit sei für dem Leiden adaptierte Tätigkeiten vorwiegend aufgrund der
psychischen Faktoren auf 50% beschränkt (IV-act. 1-9; 1-11). Mit Verfügungen vom
11. August 2005 sprach die IV-Stelle dem Versicherten rückwirkend ab 1. Mai 2002 bei
einem Invaliditätsgrad von 55% eine halbe Invalidenrente zu (IV-act. 66 f.; vgl. auch IV-
act. 68 bis 75).
A.b Mit Schreiben vom 17. März 2006 teilte der Versicherte der IV-Stelle mit, es gehe
ihm schlechter, weshalb er um eine neue Bemessung seines Invaliditätsgrads ersuche
(IV-act. 80). Nachdem die IV-Stelle ihn mit Schreiben vom 21. März 2006 darauf
hingewiesen hatte, dass er im Revisionsgesuch eine Veränderung des Invaliditätsgrads
etwa mittels Arztberichten glaubhaft machen müsse (IV-act. 81), zog der Versicherte
das Gesuch am 30. März/3. Mai 2006 zurück (IV-act. 82; 85).
A.c Im März 2007 leitete die IV-Stelle von Amtes wegen ein Revisionsverfahren ein. Im
Fragebogen vom 15. März 2007 gab der Versicherte an, es gehe ihm seit Anfang 2006
schlechter (IV-act. 91). Dr. med. A._, Facharzt FMH für Neurochirurgie, bescheinigte
im Verlaufsbericht vom 21. März 2007 einen stationären Verlauf seit 2002. Körperlich
leichte Arbeit könne während etwa drei Stunden täglich durchgeführt werden (IV-
act. 95). Dr. med. B._, Fachärztin FMH für Innere Medizin und für Pneumologie,
bescheinigte am 21. März 2007 eine Verschlechterung seit 2002 (IV-act. 100). Dr. med.
C._, ebenfalls Facharzt FMH für Innere Medizin und für Pneumologie, hatte im
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Bericht vom 23. Februar 2007 einen Verdacht auf ein Pleuramesotheliom rechts
(bösartiger Tumor des Brustfells) geäussert (IV-act. 101-16), der indessen am 8. März
2007 anlässlich einer offenen Pleurabiopsie in der Klinik für Chirurgie des
Kantonsspitals St. Gallen ausgeschlossen werden konnte. Hingegen wurde eine
Pleuraschwarte rechts mit chronisch-entzündlicher Veränderung diagnostiziert (IV-
act. 101-5; 103-5). Der Hausarzt des Versicherten, Dr. med. D._, Facharzt FMH für
Allgemeinmedizin, berichtete am 8. Juni 2007 von einer leichten Verschlechterung seit
2002 (IV-act. 103-1). Die MEDAS Ostschweiz erstattete am 13. März 2008 im Auftrag
der IV-Stelle ein Verlaufsgutachten. Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten folgende
Diagnosen: mittelgradige depressive Episode mit somatischen Symptomen,
psychische Überlagerung der somatischen Beschwerden, chronisches panvertebrales
Schmerzsyndrom mit vegetativen Begleitbeschwerden, Status nach
Diskushernienoperation L5/S1, kleine Diskushernie L4/5 ohne radikuläre Zeichen. Für
leidensadaptierte Tätigkeiten bestehe weiterhin eine Arbeitsfähigkeit von 50% (IV-
act. 129-8; 129-10).
A.d Gestützt auf diese Einschätzung der MEDAS teilte die IV-Stelle dem Versicherten
am 29. April 2008 mit, seine IV-Rente bleibe bei einem Invaliditätsgrad von nach wie
vor 55% unverändert (IV-act. 136). Auf Verlangen des Versicherten (IV-act. 139) erliess
die IV-Stelle am 14. Mai 2008 eine entsprechende Verfügung (IV-act. 141).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur. Kurt Gemperli in
Vertretung des Versicherten am 13. Juni 2008 erhobene Beschwerde. Er beantragt
deren Aufhebung und die Zusprache einer ganzen Invalidenrente, unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen und Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung. Die
medizinischen Akten, namentlich ein Gutachten von Dr. med. E._, Facharzt FMH für
Orthopädische Chirurgie, aus dem Jahr 2004 und ein Bericht von Dr. med. F._,
Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom Juli 2005 würden
Feststellungen enthalten, die auf eine ganze Rente schliessen liessen (act. G 1). Innert
der gewährten Nachfrist reichte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers am
9. September 2008 eine Beschwerdebegründung nach. Darin rügt er unter anderem,
ein Bericht von Dr. C._ vom 16. Januar 2008 und einer von Dr. F._ vom 20. Januar
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2008 seien nicht bei den Akten. Dr. A._ sei von einer geringeren Arbeitsfähigkeit
ausgegangen als die MEDAS. Seine Beurteilung sei nicht geringer zu gewichten. Nicht
nachvollziehbar sei, weshalb die MEDAS keinen Pneumologen zugezogen habe. Der
behandelnde Psychiater Dr. F._ teile die Ausführungen im psychiatrischen MEDAS-
Teilgutachten nicht. Insgesamt überzeuge das MEDAS-Gutachten nicht, weshalb
weitere Abklärungen nötig seien (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 20. November 2008 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Ihr regionaler ärztlicher Dienst
(RAD) habe sich zu den Vorbringen des Beschwerdeführers geäussert. Daraufhin habe
man bei Dr. C._ einen Bericht eingeholt. Dieser habe am 30. Oktober 2008
ausgeführt, gegenüber der Beurteilung vom März 2007 ergäben sich keine
wesentlichen neuen Gesichtspunkte. Aus dem Verlaufsbericht von Dr. A._ lasse sich
mangels gesundheitlicher Veränderung kein Revisionsgrund entnehmen. Aus
pneumologischer Sicht sei der Beschwerdeführer im Übrigen in einer angepassten
Tätigkeit nach wie vor voll arbeitsfähig. Der Bericht von Dr. F._ sei offensichtlich nicht
schlüssig. Angesichts der nicht vorhandenen psychischen Komorbidität von
erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer erscheine die von der MEDAS
festgesetzte Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen bereits als wohlwollend,
zumal im Wesentlichen einzig ätiologisch-pathogenetisch unerklärliche syndromale
Leidenszustände beschrieben würden, denen infolge der fehlenden Objektivierbarkeit
jedoch keine invalidisierende Wirkung zukomme. Die Beschwerdegegnerin weist darauf
hin, sie behalte sich ausdrücklich vor, in einem separaten Verfahren die IV-Rente
allenfalls mittels Wiedererwägung herabzusetzen (act. G 13).
B.c Der zuständige Abteilungspräsident bewilligte die unentgeltliche Prozessführung
(Befreiung von den Gerichtskosten und Gewährung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung) am 27. November 2008 (act. G 15).
B.d Der Beschwerdeführer lässt in der Replik vom 17. Februar 2009 an seinen
Anträgen gemäss Beschwerde festhalten. Betreffend Lungenproblematik liege sehr
wohl eine relevante Veränderung seit dem ersten MEDAS-Gutachten vom Mai 2004 als
massgebendem Vergleichszeitpunkt vor. Beim Bericht von Dr. A._ vom 19. März
2007 sei nicht klar, ob er sich in seiner Beurteilung des Vorliegens eines stationären
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Zustands auf den rechtlich relevanten Zeitpunkt oder auf seinen letzten Bericht
bezogen habe. Der MEDAS-Psychiater habe ohne Kenntnis des Verlaufs nicht in der
Lage sein können, die von Dr. F._ gestellte Diagnose der Panikstörung zu verwerfen.
Dr. F._ habe detailliert beschrieben, welche Feststellungen ihn zu dieser Diagnose
geführt hätten. Es gehe nicht an, solche Feststellungen einfach zu ignorieren. Dass der
Bericht von Dr. F._ nicht schlüssig sei, habe der Gutachter so nicht gesagt
(act. G 20).
B.e Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 20. Februar 2009 auf die Einreichung einer
Duplik (act. G 22).
B.f Der Beschwerdeführer liess am 7. Mai 2009 auf die Bundesgerichtsentscheide
8C_502/2007 vom 26. März 2009 (=BGE 135 V 201) und 9C_1009/2008 vom 1. Mai
2009 hinweisen. Der Rechtsvertreter reichte zudem seine Kostennote ein (act. G 24).

Erwägungen:
1.
Angefochten ist eine Verfügung, die nach Inkrafttreten der 5. IV-Revision am 1. Januar
2008 ergangen ist. Mangels einer übergangsrechtlichen Norm rechtfertigt es sich
allerdings, für die vor diesem Zeitpunkt massgebenden Verhältnisse (Einleitung des
Rentenrevisionsverfahrens unter altem Recht) die im Folgenden zitierten, bis zum
31. Dezember 2007 gültig gewesenen Bestimmungen anzuwenden.
2.
2.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft
entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG;
SR 830.1]). Anlass zur Rentenrevision gibt nach der auch unter dem ATSG
massgeblichen Rechtsprechung jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen
Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu
beeinflussen. Die Invalidenrente ist nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des
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Gesundheitszustands, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen
Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustands erheblich
verändert haben (BGE 130 V 349 f. Erw. 3.5). Eine bloss unterschiedliche Beurteilung
eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts stellt dagegen praxisgemäss
keine revisionsbegründende Änderung dar (BGE 112 V 372 Erw. 2b). Ob eine
revisionsbegründende Änderung eingetreten ist, beurteilt sich durch Vergleich des
Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der letzten (der versicherten Person eröffneten)
rechtskräftigen Verfügung bestand, die auf einer materiellen Prüfung des
Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in
den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht (BGE 133 V 108),
mit dem Sachverhalt zur Zeit der streitigen Revisionsverfügung (BGE 125 V 369 Erw. 2).
2.2 Vorliegend erfolgte die ursprüngliche Rentenzusprache am 11. August 2005
rückwirkend auf den 1. Mai 2002. Ein Revisionsbegehren vom März 2006 zog der
Beschwerdeführer zurück (IV-act. 80; 82). Im März 2007 wurde erstmals ein
Rentenrevisionsverfahren eingeleitet. In dessen Rahmen fand eine umfassende
Überprüfung des relevanten Sachverhalts inklusive medizinischer Begutachtung statt.
Das Revisionsverfahren wurde mit der vorliegend angefochtenen Verfügung vom
14. Mai 2008 abgeschlossen. Massgeblich für die Frage nach der relevanten
Sachverhaltsveränderung ist folglich der Vergleich des Sachverhalts im August 2005
mit jenem per Mai 2008.
3.
3.1 Der Beschwerdeführer leidet seit längerem an Rückenschmerzen.
3.1.1 Im Rahmen der im April 2004 durchgeführten MEDAS-Begutachtung wurde auf
am 20. April 2004 angefertigten Röntgenbildern der LWS im Segment L5/S1 eine
Osteochondrose sowie von L2/3 bis L4/5 eine Spondylose erkannt. Das Alignement der
Wirbelkörperhinterkanten war normal. Als banale Zufallsbefunde wurden ventrale
Randleistenhernien der Bodenplatten Th12 und L1 erwähnt. Ansonsten lägen normale
Struktur und Kontur der einzelnen Wirbelkörper mit symmetrisch regelrechter
Abgrenzbarkeit der Bogenwurzeln vor (IV-act. 1-8). Bei der Untersuchung sei die LWS
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nur zur Hälfte eingeschränkt bewegt worden mit Angabe von diffusen lumbalen
Schmerzen, dies auch bei mässigem Kopfstauchen oder Drehen des Beckens en bloc.
Neurologische Ausfälle und tastbarer Muskelhartspann seien nicht feststellbar gewesen
(IV-act. 1-10). Die Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit von 50% in einer körperlich
unbelastenden Arbeit begründeten die Gutachter vorwiegend psychiatrisch (IV-
act. 1-11).
3.1.2 Im August 2002 befand sich der Beschwerdeführer zur stationären Therapie in
der Klinik Valens. Gemäss Bericht vom 9. September 2002 erachteten die Klinikärzte
eine leichte bis mittelschwere wechselbelastende Arbeit zu 100% als möglich (IV-
act. 9-11). Dies bestätigten sie gegenüber der Beschwerdegegnerin am 23. Oktober
2002 (IV-act. 9-4).
3.1.3 Im Auftrag des Beschwerdeführers erstattete Dr. E._ am 26. November 2004
ein Gutachten. Er ging von einer im Begutachtungszeitpunkt noch bestehenden
Arbeitsunfähigkeit von 80% in adaptierten Tätigkeiten aus (IV-act. 46-9). Da er sich
nicht mit dem MEDAS-Gutachten vom 10. Mai 2004 befasst hatte, fragte die IV-Stelle
ihn am 15. Dezember 2004 an, ob ihm jenes Gutachten bekannt sei, was er am
24. Dezember 2004 bejahte. Er wies lediglich darauf hin, das Gutachten habe ihn gar
nicht beeindruckt (IV-act. 49). Dr. med. G._ vom RAD bezeichnete die Einschätzung
von Dr. E._ am 7. Januar 2005 als unterschiedliche Beurteilung einer im
Wesentlichen gleichen medizinischen Sachlage. Das MEDAS-Gutachten sei schlüssig
und in seinen Schlussfolgerungen gut nachvollziehbar (IV-act. 50). Entsprechend fand
die ursprüngliche Invaliditätsbemessung gestützt auf eine Arbeitsfähigkeit von 50%
statt.
3.1.4 Im Verlaufsbericht vom 21. März 2007 gab Dr. A._ einen seit 2002 stationären
Gesundheitszustand an. Gemäss dem IV-Formular wurde ihm ein Arztbericht vom
23. Mai 2002 zur Kenntnis beigelegt (IV-act. 95-1); ihm war der Referenzzeitpunkt also
bekannt. Zwar bezeichnete er eine Teilzeitarbeit von drei Stunden täglich für
angemessen, hielt aber zugleich fest, dass mangels Veränderung der bisherige
Invaliditätsgrad auf 50% belassen werden solle (IV-act. 95-4).
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3.1.5 Im Rahmen der zweiten MEDAS-Begutachtung im Februar 2008 wurden erneut
Röntgenbilder der LWS erstellt. Diese ergaben eine diskrete rechtsförmige Torsion und
Streckung am thorako-lumbalen Übergang. Es liege eine deutliche Osteochondrose mit
teils degenerativem Bandscheibenvakuumphänomen und Spondylose L5/S1 vor.
Zudem bestehe auch an der übrigen LWS und der mitdargestellten unteren BWS eine
mässige Osteochondrose/Spondylose. Weiter wurde auf eine Spondylarthrose der
kleinen Wirbelgelenke am lumbosakralen und thorakolumbalen Übergang verwiesen
(IV-act. 129-6). In der Beurteilung wurde festgehalten, die Rückenschmerzen hätten
sich panvertebral ausgebreitet und würden subjektiv als immer schlimmer empfunden,
dies trotz geringer Belastung seit 2001. Entsprechend der Schmerzschilderung werde
eine diffuse Druckempfindlichkeit sämtlicher Dornfortsätze der Wirbelsäule sowie der
paravertebralen Muskulatur angegeben, weniger ausgeprägt auch der Brustmuskulatur
sowie der seitlichen thorakalen Narbe unterhalb der Schulterhöhe rechts. Bildgebend
zeigten sich Abnützungsveränderungen vorwiegend der unteren LWS, die sich seit
2004 kaum verändert hätten und ein übliches Altersausmass nur wenig überschritten
(IV-act. 129-9).
3.1.6 Betreffend die LWS-Beschwerden fehlen nach Lage der Akten konkrete Hinweise
auf eine relevante Verschlechterung seit der ursprünglichen Rentenverfügung vom Mai
2005. Das Gutachten von Dr. E._ vom 26. November 2004 erging vor Erlass jener
Rentenverfügung, sodass es von vornherein nicht geeignet ist, eine gesundheitliche
Veränderung darzulegen. Dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers kann auch nicht
darin gefolgt werden, dass unter Hinweis auf Dr. A._ auf eine höhere
Arbeitsunfähigkeit abzustellen wäre. Dieser hatte eine Verschlechterung explizit
verneint und hielt die Weiterausrichtung einer halben Rente für angezeigt. Sein Bericht
vom 21. März 2007 ist im Übrigen nicht begründet. Insgesamt enthält er keine
Anhaltspunkte dafür, dass die Beurteilung der Rückensituation durch die MEDAS nicht
zuverlässig erfolgt wäre. Es ist dem Versicherten bei der beklagten verschlechterten
Schmerzsituation im Übrigen zuzumuten, beim behandelnden Arzt um eine
Optimierung der Schmerzmittelverschreibung nachzusuchen.
3.2 Betreffend Lungenproblematik präsentiert sich die Situation im zeitlichen
Sachverhaltsvergleich folgendermassen:
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3.2.1 Seit 2005 traten betreffend die Lunge neue Diagnosen auf. Im MEDAS-Gutachten
vom 13. März 2008 wurde auf rezidivierende bronchitische Infekte bei grosser benigner
Pleuraschwarte rechts und restriktiver Ventilationsstörung und ein Postthoracotomie-
Syndrom rechts nach offener Pleurabiopsie 03/2007 verwiesen. Der ursprüngliche
Verdacht auf ein Pleuramesotheliom hatte sich glücklicherweise nicht bestätigt. Der
Lungenproblematik massen die MEDAS-Gutachter keine die Arbeitsfähigkeit
eigenständig beeinflussende Bedeutung bei. Diese Einschätzung wird durch die
Beurteilung des behandelnden Pneumologen Dr. C._ vom 30. Oktober 2008
bestätigt. Seit dem letzten IV-Bericht vom 27. März 2007 hätten vier weitere
Konsultationen stattgefunden. Eine Zunahme der mittelschweren restriktiven
Ventilationsstörungen habe nicht dokumentiert werden können. Gegenüber der
damaligen Beurteilung ergäben sich keine wesentlich neuen Gesichtspunkte. Die
Prognose sei grundsätzlich gut, dies allerdings bei erheblicher Gefahr der
Chronifizierung und Beeinflussung durch "lungenfremde" Faktoren wie
Rückenschmerzen, Thoraxschmerzen, schlechter Schlaf und schlechte Befindlichkeit.
Für leichte Arbeiten sei der Beschwerdeführer aus pneumologischer Sicht
grundsätzlich arbeitsfähig. Nach dem Ausmass der Arbeitsfähigkeit gefragt, gab
Dr. C._ an, er könne diese Frage kaum beantworten. Er versuche es trotzdem:
Körperlich sehr leichte, anspruchslose Arbeiten seien in einem zeitlichen Umfang von
50% zumutbar (IV-act. 156).
3.2.2 Bei dieser Aktenlage erscheint der Beizug eines Pneumologen im Rahmen der
MEDAS-Begutachtung nicht als zwingend notwendig. Die pneumologische Problematik
ist aktenmässig und insbesondere durch den Bericht von Dr. C._ vom 30. Oktober
2008 ausreichend dokumentiert, um die lungenbedingte Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit abschätzen zu können. Demnach spricht auch aus pneumologischer
Sicht nichts gegen eine Arbeitsaufnahme zu 50%.
3.3 Zu würdigen bleibt die psychiatrische Seite.
3.3.1 Anlässlich der MEDAS-Begutachtung 2004 wurde von depressiven
Verstimmungszuständen bei chronischem Schmerzsyndrom infolge einer körperlichen
Krankheit berichtet. Bei der Untersuchung war der Beschwerdeführer
bewusstseinsklar, allseits orientiert und geordnet. Es gebe keine Anhaltspunkte für
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Merkfähigkeits-, Auffassungs- oder Gedächtnisstörungen, so der begutachtende
Psychiater Dr. med. H._. Die Konzentrationsfähigkeit sei gut gewesen. Einen
Verdacht auf Wahrnehmungsstörungen, Wahnideen oder Ich-Störungen erhob Dr.
H._ nicht. Affektmässig beschrieb er den Beschwerdeführer als bedrückt, besorgt.
Grössere affektive Schwingungen hätten sich nicht feststellen lassen, der
Beschwerdeführer habe zum Teil wie blockiert gewirkt. Der affektive Rapport sei
ansatzmässig herstellbar gewesen. Infolge der psychischen Störungen werde die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers deutlich herabgesetzt. Den Grad der
Arbeitsunfähigkeit schätzte Dr. H._ auf 50% (IV-act. 1-18).
3.3.2 Dr. H._ begutachtete den Beschwerdeführer erneut am 6. Februar 2008.
Wiederum fand er keine Hinweise auf mnestische oder kognitive Störungen,
Wahnideen, Sinnestäuschungen oder Ich-Störungen. Der Beschwerdeführer leide an
Ängsten, Schlafstörungen, Lustlosigkeit, Müdigkeit und habe eine gedrückte Stimmung
aufgewiesen, was gut zur vom behandelnden Psychiater Dr. F._ gestellten Diagnose
einer depressiven Störung passe. Die von diesem diagnostizierten Panikattacken
würden vom Beschwerdeführer aktuell jedoch negiert. In seiner Beurteilung kommt
Dr. H._ zum Schluss, dass sich allein aus psychischen Gründen seit 2004 keine
Veränderung, leider auch keine Besserung feststellen lasse. Er attestierte daher eine
Arbeitsunfähigkeit von weiterhin 50% (IV-act. 130-3).
3.3.3 Dr. F._ berichtete am 5. Juni 2008 von Panikattacken, die den
Beschwerdeführer seit dem Krebsverdacht überfielen. Seither leide er unter
Niedergeschlagenheit und starker innerer Unruhe. Er sei wegen der negativen
Zwangsgedanken, bald sterben zu müssen, ganz erschöpft. Der Psychiater schätzte
die Arbeitsunfähigkeit seit Anfang 2006 auf 100% (act. G 9.1.15). Die
Beschwerdegegnerin verweist in der Beschwerdeantwort auf die neuere
Rechtsprechung des Bundesgerichts im Urteil I 783/05 vom 18. April 2006. Dort hielt
das Bundesgericht in Erw. 2.2 fest, die psychiatrische Exploration könne von der Natur
der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen. Sie eröffne dem begutachtenden
Psychiater deshalb praktisch immer einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen
verschiedene medizinisch-psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig und zu
respektieren seien, sofern der Experte lege artis vorgegangen sei (vgl. die Leitlinien der
Schweizerischen Gesellschaft für Versicherungspsychiatrie für die Begutachtung
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psychischer Störungen, in: SAeZ 2004 S. 1050 f.). Daher und unter Beachtung der
Divergenz von medizinischem Behandlungs- und Abklärungsauftrag könne es nicht
angehen, eine medizinische Administrativ- oder Gerichtsexpertise stets dann in Frage
zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden
Ärzte zu unterschiedlichen Einschätzungen gelangten oder an vorgängig geäusserten
abweichenden Auffassungen festhielten. Anders verhalte es sich hingegen, wenn die
behandelnden Ärzte objektiv feststellbare Gesichtspunkte vorbrächten, die im Rahmen
der psychiatrischen Begutachtung unerkannt geblieben seien und sich eigneten, zu
einer abweichenden Beurteilung zu führen. – Diese Rechtsprechung schiesst insoweit
über das Ziel hinaus, als sie die freie Beweiswürdigung einschränkt und eine
Infragestellung der Administrativexpertise aufgrund von abweichenden Einschätzungen
behandelnder Ärzte gar nicht erlaubt, wenn von diesen nicht neue, objektiv
feststellbare Gesichtspunkte vorgebracht werden. Freilich haben Verwaltung und
Gericht sämtliche medizinischen Akten zu würdigen. Lässt die Beurteilung eines
behandelnden Arztes (auch wenn er keine neuen, objektiv feststellbaren
Gesichtspunkte vorbringt) Zweifel an der Schlüssigkeit der Administrativ- oder
Gerichtsexpertise aufkommen, so sind Verwaltung und Gericht nicht unausweichlich an
die Expertise gebunden, da dies auf eine starre Beweisregel hinauslaufen würde, die
aufgrund der Maxime der freien Beweiswürdigung nicht haltbar ist (vgl. die Entscheide
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen IV 2006/162 vom 11. Oktober 2007,
Erw. 3f; IV 2006/163 vom 22. November 2007, Erw. 4a und 4b). Im vorliegenden Fall
vermag die Einschätzung von Dr. F._ bei freier Würdigung jedoch keine Zweifel am
MEDAS-Gutachten auszulösen. Dr. F._ beschreibt im Wesentlichen dieselbe
Symptomatik wie Dr. H._. Dieser berücksichtigte die Einschätzung von Dr. F._,
teilte sie jedoch nicht. Dass Dr. F._ zu einer tieferen Arbeitsfähigkeitsschätzung
gelangte als Dr. H._, vermag insofern nicht zu erstaunen, als dass er aufgrund seines
Behandlungsauftrags eine andere Position einnimmt als der MEDAS-Gutachter und
aufgrund der langen Behandlungsdauer ohne nachhaltige Verbesserung eine
pessimistischere Beurteilung der Zumutbarkeit der Überwindung der Schmerzen
abgibt. Nach den von Dr. F._ erwähnten Panikattacken befragte auch Dr. H._ den
Beschwerdeführer, konnte solche jedoch aufgrund von dessen Schilderungen
ausschliessen. Dr. F._ bringt keine weiteren Hinweise vor, die an der Zuverlässigkeit
der Beurteilung von Dr. H._ Zweifel aufkommen lassen würden. Entsprechend ist
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auch betreffend die psychische Beschwerdeproblematik auf das MEDAS-Gutachten
abzustellen.
3.4 Insgesamt erfüllt das Gutachten der MEDAS die Anforderungen an den Beweiswert
von Gutachten. Es berücksichtigt die medizinische Situation und die Vorakten in
ausreichender Weise, beruht auf den angezeigten Untersuchungen, ist schlüssig und in
seinen Beurteilungen und Begründungen nachvollziehbar. Folglich ist davon
auszugehen, dass sich seit der ursprünglichen Rentenzusprache 2005 keine für die
Invaliditätsbemessung relevante Veränderung des Gesundheitszustands ergeben hat.
Die Beschwerdegegnerin hat demzufolge zu Recht die Weiterausrichtung der
unveränderten halben Invalidenrente verfügt.
3.5 Die Beschwerdegegnerin erwähnt in der Beschwerdeantwort, sie behalte sich eine
Wiedererwägung vor, weil der psychiatrischen Problematik nach der Rechtsprechung
des Bundesgerichts wohl keine invalidisierende Wirkung zukomme. Obwohl die Frage
der Wiedererwägung vorliegend nicht zum Anfechtungsgegenstand zählt, erscheint die
Bemerkung als angebracht, dass die zur Wiedererwägung notwendige zweifellose
Unrichtigkeit der ursprünglichen Rentenzusprache bei der vorliegenden Aktenlage
kaum gegeben sein dürfte.
4.
4.1 Gemäss den vorstehenden Erwägungen ist die angefochtene Verfügung vom
14. Mai 2008 nicht zu beanstanden und die Beschwerde abzuweisen.
4.2 Dem Beschwerdeführer wurde die unentgeltliche Rechtspflege und
Rechtsverbeiständung am 27. November 2008 bewilligt. Wenn seine wirtschaftlichen
Verhältnisse es gestatten, kann er jedoch zur Nachzahlung der Gerichtskosten, der
Auslagen für die Vertretung und der vom Staat entschädigten Parteikosten verpflichtet
werden (Art. 288 Abs. 1 ZPO/SG i.V.m. Art. 99 Abs. 2 VRP/SG).
4.2.1 Dem unterliegenden Beschwerdeführer sind die Gerichtskosten in der Höhe von
Fr. 600.- aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist er von der Bezahlung
zu befreien.
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4.2.2 Der Staat ist zufolge der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung zu verpflichten,
für die Kosten der Rechtsvertretung des Beschwerdeführers aufzukommen. Die Höhe
der Parteientschädigung ist vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses zu bemessen
(Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Der Rechtsvertreter
reichte am 7. Mai 2009 eine auf einem Arbeitsaufwand von 18.15 Stunden basierende
Kostennote über Fr. 5'004.05 inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer ein (act. G 24.1).
Zwar waren für das vorliegende Verfahren tatsächlich umfangreiche Akten zu studieren.
Andererseits sind die sich stellenden Rechtsfragen nicht sehr komplex. Der
Schwierigkeit des Falles angemessen erscheint ermessensweise eine gegenüber dem
Durchschnittshonorar leicht erhöhte Entschädigung von Fr. 4'000.- inkl. Barauslagen
und Mehrwertsteuer. Im Rahmen der unentgeltlichen Prozessführung hat eine Kürzung
um 20% zu erfolgen (Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes). Der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers ist somit mit Fr. 3'200.- zu entschädigen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG