Decision ID: ae893853-b395-4467-9e79-96c20c3cf7ce
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1983 geborene
X._
war seit dem 3. Januar 2006 in der Metzgerei
Y._
angestellt und in
diesem Rahmen bei der Metzger-Versicherungen Genossenschaft (Genossenschaft der Branchen Versicherung Schweiz
; nach
steh
end: Unfallversicherung
)
obligatorisch gegen Unfälle versichert. Gemäss Unfall
mel
dung vom 1. Juni 2007
(Urk. 10/K nicht nummeriertes Aktenstück
nach
A1)
stürzte
d
er
Versicherte
am 27. Mai 2007 beim Rückwärtsgehen in
eine
Tief
garageneinfahrt hinunter.
Die medizinische Erstvorstellung erfolgte am Unfalltag per Rettungsdienst
im
Z._
, wo ein
e
Commotio cerebri
, ein
e
Tibiafraktur
rechts
, eine tiefe
Rissquetschwunde am
Unterkiefer
sowie an der
Unterlippe
und mehrere Zahnschäden
festgestellt
wurden.
Im Anschluss an die
Hospitalisation im
Z._
wurde der Versicherte
ans
A._
überwiesen, wo am 5. Juni 2007 eine
operative Versorgung des rechten
Schienbeins
mit einer
Doppelplattenosteosynthese vorgenommen wurde
(
Urk. 10/
M1/1, Urk. 10/M5 und Urk. 10/M14).
Die Unfallversicherung erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Urk. 10/K/A1-A6).
Nach diversen medizi
nischen Ab
klärungen (vgl. Urk. 10/M9-M19)
erfolgte am 22. September 2008 die Entfernung des
Osteosynthesematerials
am rechten
Unterschenkel
(Urk. 10/M21).
Nachdem die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, Einglie
derungs
massnahmen durchgeführt hatte (vgl. Urk. 10/K/A100),
sprach die
Unfall
versi
cherung
dem Versicherten
a
m 5. Januar 2011
eine Integritätsentschädigung für einen Integritätsschaden von 20 %, entsprechend Fr. 21'360.--
,
gestützt auf das
Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG)
sowie Fr. 14'244.-- aus der Zu
satzversicherung
zu
(Urk. 10/K
/A
136)
.
Sodann liess sie den Versicherten bei der
Medizinische
n
Abklärungsstelle
B._
(
Medas
)
begutachten, welche
am 14. August 2013
ein polydisziplinäres Gutachten in den Disziplinen Neuro
logie,
Neuropsychologie, Psychiatrie,
Ophtalmologie
und Orthopädie
erstattete
(Urk. 10
/
M
37).
Am 5. März 2015 liess der Versicherte eine Einzelunternehmung mit dem Namen «
C._
» im Handelsregister eintragen und war fortan im Bereich Reinigung, Hauswartung, Gartenunterhalt/Pflege sowie Ab
brucharbeiten selbständig erwerbend tätig (Urk. 3/4).
Mit Verfügung vom 2. November 2015 verneinte die IV-Stelle
einen
Leistungsanspruch des Versicher
ten
(
vgl. U
rteil vom 27. Februar 2017 des hiesigen Gerichts
im
IV-Verfahren Nr. IV.2015.01263
, Urk. 10 K
/204
S. 2
)
, wogegen dieser am 7. Dezember 2015
Beschwerde erhob (Urk. 10/K
/
199).
Mit Verfügung vom 12. Dezember 2016 sp
rach die
Unfallversicherung
dem Versicherten gestützt auf das
Medas
-Gutachten ein 50%iges Taggeld über ein halbes Jahr zu. Gleichzeitig wurde
die
bereits zuge
sprochene Integritätsentschädigung bestätigt und ein Rentenanspruch des Versi
cherten verneint (Urk. 10/K
/
201).
Mit Einsprache vom 30. Januar 2017 beantragte
der Versicherte
die Durchführung
weitere
r
medizinische
r
Abklärungen (Urk. 10/
K/
203
/1-3). Mit Urteil vom 27. Februar
2017 im IV-Verfahren Nr. IV.2015.01263 wies das hiesige Gericht die Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen an die IV-Stelle zurück (Urk. 10/K
/
204).
Am 29. März 2017 grün
dete der Versicherte die «
D._
» (Urk. 3/3; Löschung der Einzel
unternehmung aus dem Handelsregister am 2. Oktober 2017, vgl. Urk. 3/4).
In Umsetzung des Rückweisungsentscheides des hiesigen Gerichts
beauftragte die IV-Stelle
die E._
mit der Erstel
lung eines polydisziplinären Gutachtens
in den Diszipli
nen Allgemeine Innere Medizin, O
rthopädische Chirurgie und Psychiatrie
. Das betreffende Gutachten wurde sodann
am 24. April 2018 erstattet
(Urk. 10/M40
).
Mit
Einspracheentscheid
vom 3. Dezember 2018 wies die
Unfallversicherung
die Einsprache
des Versi
cher
ten
ab (Urk. 2
= Urk. 10/K
/
213
).
2.
Dagegen erhob
X._
am 21. Januar 2019 Beschwerde und beantragte, es sei
en
der
Einspracheentscheid
vom 3. Dezember 2018 sowie die Verfügung vom 12. Dezember 2016 aufzuheben und es sei ihm eine Invalidenrente auszu
richten. In prozessualer Hinsicht beantragte der
Versicherte
die
Sistierung
des Verfahrens bis zum Vorliegen des Geschäftsabschlusses 2018 (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 27. Februar 2019 schloss die
Unfallversicherung
auf Abweisung der Beschwerde
,
soweit darauf einzutreten sei
(Urk. 8/1, unter Beilage von Urk.
9 sowie ihrer Akten [Urk. 10/K-
M])
, worüber der Beschwerdeführer m
it Verfügung vom 4. März 2019
in Kenntnis gesetzt wurde
(Urk. 11).
Mit Eingabe vom 19. Dezember 2019 legte der Beschwerdeführer w
eitere Unterlagen – da
runter den
Geschäftsabschluss 2018 – ins Recht (Urk. 12-13)
, was der Beschwer
degegnerin am 20. Dezember 2019 angezeigt wurde (Urk. 14)
.
3.
Zu ergänzen ist, dass die
IV-Stelle
die Begehren des Beschwerdeführers um Leis
tungen der Eidgenössischen Invalidenversicherung mit Verfügung vom
8. April 2019
ab
ge
wiesen hat.
Die vom Beschwerdeführer
hiergegen a
m
27. Mai 2019
beim Sozialversicherungsgericht erhobene Beschwerde ist Gegen
stand des Ver
fahrens Nr. IV.2019.00
371
und wurde mit Urteil heutigen Datums
abgewiesen
.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September
2015 beziehungsweise am 9
. Novem
ber 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
se
tzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallver
siche
rung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am 27. Mai 2007 ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid, so hat sie A
nspruch auf eine Invalidenrente
(Art. 18 Abs. 1 UVG). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliede
rungs
massnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem Renten
be
ginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1
UVG
).
1.3
1.3.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natür
lichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise
beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ent
sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3.2
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 402 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfol
gen deckt sich die adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kau
salzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.4
1.4
.1
Zur Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss Art. 16
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
das Erwerbs
ein
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der (unfallbedingten) Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Einglie
de
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits
marktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
).
1.4
.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung an
gepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) be
rechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls rele
vanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 f. zu Art.
28a
).
1.4
.3
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die ver
sicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbs
tätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zu
mut
barer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeits
leistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsäch
lich erzielte Verdienst als Invalide
nlohn (BGE 139 V 592 E. 2.3;
135 V 297 E.
5.2; 129 V 472 E. 4.2.1; 126 V 75 E. 3b/
aa
).
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausge
ge
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3;
zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
1.4
.4
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von s
tatistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienst
jahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswir
kungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurch
schnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht auto
matisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht über
steigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invaliden
einkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der
medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht
zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (Urteile des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1 und 9C_846/2014
vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1).
1.5
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuver
lässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfe
n sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das
gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische These ab
stellen (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Im
Einspracheentscheid
vom 3. Dezember 2018
stellte sich die
Beschwerdegeg
nerin
auf den Standpunkt, gemäss dem polydisziplinären
E._
-Gutachten vom 24. April 2018 sei der
Beschwerdeführer
in seiner angestammten, rein stehenden Tätigkeit als Metzger mit wiederholt schweren körperlichen Arbeiten seit dem Unfall von 2007 nicht mehr arbe
itsfähig. Dagegen seien wechselbelastende Tätig
keiten hinsichtlich somatischer Beschwerden
spätestens
seit
2009
vollschichtig möglich. Als Geschäftsführer einer Reinigungs- und Gartenunterhaltsfirma könne der
Beschwerdeführer
die jetzige Tätigkeit spätestens
seit Mai 2016 zu 100 % leisten (Urk. 2 S. 2).
Gestützt auf das Gutachten der
Medas
seien im Zeitraum vom 1. Juli bis zum 31. Dezember 2014 für eine
50%ige
Arbeitsunfähigkeit noch Taggeldleistungen erbracht worden. Da hinsichtlich psychischer Beschwerden der adäquate Kausalzusammenhang zu verneinen sei, bestehe ab dem 31. Dezember 2014 kein Taggeld
-
Anspruch mehr. Zur Frage eines Rentenanspruchs führte die Beschwerdegegnerin aus, a
us der Gegenüberstellung des Validen- und des Inva
lideneinkommens ergebe sich ein Invali
di
tätsgrad von 0 %, weshalb die Voraus
setzungen für eine UVG-Inva
lidenrente nicht erfüllt seien (Urk. 2 S.
4).
Schliess
lich sei eine über 20 % hinausgehende Integritätsentschädigung nicht geschuldet.
2.2
Der
Beschwerdeführer
brachte vor
,
der Sachverhalt
sei
insofern erstellt, als die Verletzung im Bereich des OSG zu einer relativ schweren Arthrose geführt
habe
, weshalb er als Metzger nicht mehr arbeitsfähig
sei
. Erstellt sei auch, dass er in einer angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig
sei
(Urk. 1 S. 5
Rn
4).
D
er
Beschwerdeführer
sprach sich
gegen die von der
Beschwerdegegnerin
vorgenom
mene
Ber
echnung des Invalideneinkommens
aus
(Urk. 1 S. 5-6
Rn
5).
Bei der ausgeübten selbständigen Erwerbstätigkeit würden stabile Verhältnisse vorliegen, weshalb auf das tatsächlich erwirtschaftete Einkommen abzustellen sei. Ver
gleiche man einen ungefähren Bruttolohn von Fr. 50'000.-- mit dem
Validen
ein
kommen
gemäss
Einspracheentscheid
, resultiere ein Invaliditätsgrad von ca. 34 % (Urk. 12).
3.
Vorab ist
darauf hinzuweisen, dass
die bereits am
12. Dezember 2016 bestätigte
Integritätsentschädigung für eine Integritätseinbusse von 20 %
(vgl. Urk. 10/K/201
)
unangefochten blieb und
damit
in Rechtskraft erwachsen
ist. So
dann wurde weder die
Einstellung des Taggeldes per 31. Dezember 2014
noch
der damit verbundene Fallabschluss durch den
Beschwerdeführer
in Frage gestellt.
In Bezug auf die geltend gemachten psychischen Einschränkungen
blieb
die von der
Beschwerdegegnerin
durchgeführte Adäquanzprüfung (Urk. 2 S
. 3
) vom
Be
schwerdeführer
im
Wesentlichen unbestritten
.
Der
Beschwerdeführer
anerkannt
e ausdrücklich,
dass
bei ihm
in einer angepassten Tätigkeit
eine
100
%
ige Arbeits
fähigkeit besteht
(Urk. 1 S. 5
Rn
4).
Mithin bleibt einzig zu prüfen, ob dem Be
schwerdeführer eine Invalidenrente zusteht, wobei insbesondere die Höhe des von der Beschwerdegegnerin festgelegten Invalideneinkommen
s
strittig
ist (Urk. 1
S.
5 f.).
4
.
Im
polydisziplinären
Gutachten der
E._
vom 24. April 2018 wurden folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt (Urk. 10/M40/27):
-
Status nach distaler intraartikulärer
Tibiafraktur
rechts (27. Mai 2007)
-
Status nach Osteosynthese (5. Juni
2007), Metallentfernung (22. Septem
ber 2008)
-
Posttraumatische OSG-Arthrose
-
Intermittierendes Schmerzsyndrom
Daneben stellten die Gutachter folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 10/M40/27):
-
Lumbovertebrales
Schmerzsyndrom
-
Patella
Chondropathie
rechts
-
Akzentuierte und narzisstische und impulsive Persönlichkeitszüge (ICD
-10
Z
73.1)
-
Schädlicher
Gebrauch von Cannabis (ICD-10 F
12.1)
Klinisch imponiere ein athletischer Körperbau. Die orthopädische Untersuchung sei vollständig unauffällig mit Ausnahme des
palpatorisch
äusserst schmerz
haf
ten
Fussgelenks rechts. Eine verbreiterte, etwas druckempfindliche, ventrale Narbe
sei gut verheilt. Auffallend am rechten Sprunggelenk sei eine eingeschränkte Beweglichkeit des oberen Sprunggelenks bei unauffälliger Beweglichkeit des unteren Sprunggelenks. Der Fesselumfang rechts sei grösser als links. Es bestehe eine etwas minderentwickelte Wadenmuskulatur rechts. Auswärtige Röntgen
auf
nahmen liessen eine Arthrose am rechten oberen Sprunggelenk erkennen. Den bildgebenden Untersuchungen nach zu urteilen habe sich die Arthrose am oberen Sprunggelenk zwischen 2013 und 2015 deutlich verschlechtert, seither sei der Röntgenbefund aber stationär geblieben (Urk. 10/M40/16). Der
Beschwerdeführer
wünsche auf keinen Fall eine
Arthrodese
am oberen Sprunggelenk. Die Schmer
zen seien in einer selbständigen Tätigkeit erträglich, er
wolle
auf keinen Fall ein steifes Fussgelenk (Urk. 10/M40/15
, vgl. auch 10/M40/16
).
Anlässlich der psychiatrischen Exploration wurden im Wesentlichen folgende Befunde erhoben: Anfänglich sei der
Beschwerdeführer
deutlich
dysphorisch
und gereizt gewesen. Im Verlauf der Exploration habe sich jedoch eine konstruktive Gesprächsatmosphäre entwickelt, so dass die Exploration insgesamt problemlos habe durchgeführt werden können. Eine
Anhedonie
, eine Affektlabilität oder eine reduzierte affektive Schwingungsfähigkeit sei nicht vorhanden. Der
Beschwerde
führer
habe sich in unauffälligem Allgemein- und muskulösem Ernährungs
zu
stand präsentiert. Anhaltspunkte für das Vorhandensein von Bewusstseins-,
Orien
tierungs
-, Gedächtnis- oder Konzentrationsstörungen seien nicht vorhanden. Das formale Denken sei unauffällig und Zwänge würden nicht bestehen. Wahn, Sinnes
täuschungen oder Ich-Störungen würden ebenfalls nicht bestehen. Affek
tiv sei der
Beschwerdeführer
explizit nicht deprimiert, nicht affektlabil und affek
tiv normal schwingungsfähig. Schuld- und Insuffizienzgefühle würden nicht vor
liegen und auch keine Ängste bestehen. Der Antrieb und die
Interessen seien normal ausgebildet, es bestehe keine erhöhte Ermüdbarkeit und der Beschwerde
führer müsse sich tagsüber nie hinlegen. Suizidversuche se
ien nie aufgetreten und
aktuell
sei der Beschwerdeführer nicht suizidal. Fremdaggressives Verhalten w
erde vom
Beschwerdeführer
geschildert und es sei in Form von einer gereizten Aus
drucksweise auch zu Beginn der Exploration zu beobachten
gewesen
. Er gebe jedoch an, seit 2012 in der
F._
nie mehr gewalttätig gegen Dritte gewesen zu sein. Ein sozialer Rückzug finde nicht statt. Schmerzen habe
d
er
Beschwerde
führer
regelmässig im Bereich des rechten Sprunggelenks, des rechten Knies und des Rückens. Diese Schmerzen seien jedoch tagsüber bei körperlicher Arbeit nicht mehr vorhanden, jedoch nach der Arbeit. Der Appetit des Beschwerdeführers sei normal ausgebildet und Schlafstörungen
würden keine bestehen. Das Sexualleben sei intakt (
Urk. 10/M40/20
). Zum jetzigen
Zeitpunkt könne keine depressive Epi
sode diagnostiziert werden, da keine
Anhedonie
, keine Reduktion des Antriebs und der Interessen und keine erhöhte Ermüdbarkeit vorliege, was auch
mittels durchgeführter
Hamilton Depression
Scale
bestätigt worden sei. Des Weiteren könne zum jetzigen Zeitpunkt auch keine posttraumatische Belastungsstörung diagnostiziert werden, da der
Beschwerdeführer
nicht häufig unter diesbezüg
lichen Albträumen leide und im Alltag durch Erinnerungen an den Unfall nicht eingeschränkt sei. Eine organische Persönlichkeitsstörung sei in den aktuellen ambulanten psychiatrischen Berichten und im Gutachten 2013 nicht mehr gestellt worden. Aufgrund der
gegenwärtigen
Anamnese sei vielmehr davon auszugehen, dass beim
Beschwerdeführer
bereits vor dem Unfall akzentuierte Persönlich
keits
züge mit vor allem narzisstischen und impulsiven Anteilen (ICD-10 Z73.1) vor
gele
gen
hätten
(Urk. 10/M40/22).
In orthopädischer Hinsicht sei der
Beschwerdeführer
i
n der angestammten Tätig
keit als Metzger, welche rein stehend mit wiederholt schweren körperlichen Arbeiten ausgestaltet sei, seit dem Unfall von 2007 nicht mehr arbeitsfähig. Dagegen seien wechselnde Tätigkeiten, wie sie der
Beschwerdeführer
aktuell in seiner Allroundfirma durchführe, teils im Stehen, teils in der Hocke, teils im Sitzen, vollschichtig möglich. Diese selbständige Tätigkeit werde seit 2014 doku
mentiert, aber bereits nach 2008 habe
d
er
Beschwerdeführer
immer wieder ver
schiedene Allroundtätigkeiten praktisch vollschichtig ausgeübt. I
n Bezug auf die Fussproblematik
habe es sich bei diesen Tätigkeiten um adaptierte Arbeiten gehandelt, welche der
Beschwerdeführer
laut anamnestischen Angaben praktisch zu 100 %
habe
ausüben
können. Demnach seien dem
Beschwerdeführer
adap
tierte Tätigkeiten, wie er sie aktuell durchführe, bereits seit 2008, spätestens
seit
2009, vollschichtig möglich
(Urk. 10/M40/28)
.
Die jetzige Tätigkeit als Geschäftsführer einer Reinigungs- und Gartenunter
halts
firma könne der Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht aktuell zu 100 %
leisten, was sich auch darin zeige, dass aus psychiatrischer Sicht keine Ein
schrän
kungen im Mini-ICF-APP-Rating-Bogen gefunden worden seien. Akten
anam
nes
tisch sei davon auszugehen, dass mindestens ab Dezember 2014 eine 90- bis 85%ige Arbeitsfähigkeit und ab Mai 2016 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bestehe
(Urk. 10/M40/28)
.
Die jetzige Tätigkeit müsse explizit als angepa
sste Tätigkeit beurteilt werden (Urk. 10/M40/28-29).
Gesamtmedizinisch sei somit festzuhalten, dass der
Beschwerdeführer
in einer adaptierten Tätigkeit praktisch vollschichtig arbeite. Aus somatischer Sicht sei
davon
auszugehen, dass seit etwa
2009 adaptierte Tätigkei
ten vollschichtig mög
lich seien
(Urk. 10/M40/28-29).
5
.
5
.1
Das
polydisziplinäre Gutachten des
E._
vom 24. April 2018
wurde in Kennt
nis der Vorakten erstattet (Anamnese; Urk.
10/M40/4-11; Urk. 10/M40/13-14
), ist für die streitigen Belange umfassend, beruht auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen (Urk.
10/M40/15-16
; Urk.
10/M40/20-21
), setzt sich mit den ge
klagten Beschwerden sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander (Urk.
10/M40/14-15
; Urk.
10/M40/18
) und leuchtet in der Darlegung der medizi
nischen Zustände und Zusammenhänge ein (Urk.
10/M40/28-29
). Damit erfüllt das
E._
-
Gutachten die Anforderungen an eine beweiskräftige medizinische Entscheidungsgrundlage (vgl. E. 1.
5
).
Auf das
E._
-
Gutachten kann
daher
abgestellt werden, was unter den Parteien
denn auch
unumstritten
blieb
.
5
.2
Strittig und zu klären sind die erwerblichen Auswirkungen der
medizinischen Einschränkungen
.
Diese sind
anhand eines
Einkommensvergleich
s
zu ermitteln (vgl. E. 1.
4
.1),
wobei von den Verhältnissen im Jahr
2015
(hypothetischer Renten
beginn
gemäss
Art. 19 Abs. 1
UVG
als
massgeblicher
Vergleichszeitpunkt: BGE 128 V 174
; vgl. E. 3
) auszugehen ist.
5
.3
Zur Ermittlung des
Valideneinkommens
ist
– unbestrittenermassen
(vgl. Urk. 12)
–
auf das vor Eintritt des Gesundheitsschadens zuletzt erzielte Einkommen abzu
stellen
(vgl.
E. 1.
4
.2)
.
Versicherungsschutz besteht grundsätzlich nur im Rahmen eines normalen Einsatzpensums von 100 %. Ein Nebeneinkommen ist – wie reg
el
mässig geleistete Überstunden
– nur dann als
Valideneinkommen
zu berück
sichtigen, falls ein solches bereits im Gesundheitsfall erzielt wurde und weiterhin erzielt worden wäre (Urteil
e
des Bundesgerichts 9C_45/2008 vom 3. Juli 2008 E. 4.2
, 8C_744/2012 vom 20. Dezember 2012 E. 2 mit Hinweisen
).
Vorliegend ereignete sich der Unfall am 27. Mai 2007, im Jahr 2006
erwirtschaftete
der Beschwerdeführer
gemäss Auszug aus dem individuellen Konto (IK)
ein Ein
kom
men von total Fr. 64'871.-- (Fr. 58'750
.--
+ Fr. 6'121
.--
; Urk. 6/8
in IV-Verfahren Nr. IV.2019.00371
).
Angepasst an die Nominallohnentwicklung für Männer ins Jahr 2015 (
vgl. Bundesamt für Statistik, T39 Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, 1942 bis 2018)
ergibt sich ein massge
bendes
Valideneinkommen
in der Höhe von
rund
Fr. 71'
700.--
(Fr. 64'871.-- / 2014 x 2226).
Das im IK-Auszug ausgewiesene Einkommen wurde
von der IV-Stelle
– und nachfolgend auch von der Beschwe
rdegegnerin (vgl. Urk. 2 S. 4) –
vollumfänglich als
Valideneinkommen
berücksichtigt. Damit rechnete die IV-Stelle
auch das vom
Beschwerdeführer
zusätzlich zum 100%-Pensum erwirtschaftete Nebeneinkommen (vgl. Urk. 10/M40/11, Urk. 10/M40/1
9, U
rk. 10/M40/21
) in der Höhe von Fr. 6'121.-- vollumfänglich dem
Valideneinkommen
an. Gemäss dem Auszug aus dem IK erzielte der
Beschwerdeführer
in den Jahren vor dem Unfall stark variierende Einkommen und übte im Jahr 2006 erstmalig zwei Anstellungen parallel aus (vgl. Urk. 6/8
in IV-Verfahren Nr. IV.2019.00371
). Vor diesem Hinter
grund ist
mehr als fraglich
, ob
d
er
Beschwerdeführer
auch in Zukunft neben einer Vollzeitanstellung noch einer Nebenerwerbstätigkeit nachgegangen wäre und der Nebenverdienst damit Teil des zu berücksichtigenden
Valideneinkommen
bildet
e
. Wie es sich damit genau verhält kann indes offenbleiben, zumal – wie hernach noch zu zeigen sein wird – auch unter Anrechnung des im Jahr 2006 erzielten Nebenverdienstes kein rentenbegründender Invaliditätsgrad resultiert.
5
.4
5
.4.1
Unter den Parteien umstritten ist die Höhe des massgebenden Invalidenein
kom
mens. Die
Beschwerdegegnerin
stützte sich
auf
die statistischen Werte der LSE 2014, TA1,
TOTAL,
Männer, Kompetenzniveau 2, wohingegen sich der Be
schwer
deführer für die Ermittlung des Invalideneinkommens anhand der im Rah
men seiner selbständigen Erwerbstätigkeit erzielten tatsächlichen Einkünfte aussprach (E. 2).
5
.4.2
Wie einleitend dargelegt, ist
für die Ermittlung des Invalideneinkommens
zwar primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die ver
sicherte Person steht. Dies gilt jedoch nur, sofern die konkreten Gegebenheiten eine Ermittlung des In
valideneinkommens
zulassen
(vgl. E. 1.4
.3).
Das Kriterium der voll ausgeschöpften Restarbeitsfähigkeit ist dann nicht erfüllt
, wenn
die ver
sicherte Person auf dem hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt einen höhe
ren als den tatsächlich erhaltenen Lohn erzielen könnte.
Die Anrechnung dieses hypothetischen höheren Einkommens beruht dabei weniger auf der Schadenmin
derungspflicht, sondern auf der Überlegung, dass die Unfallversicherung lediglich die durch den unfallkausalen Gesundheitsschaden bedingte Lohneinbusse aus
gleichen soll
(Urteil des Bundesgerichts 8C_325/2018 vom 11. September 2018 E. 4.3.1 mit Hinweisen).
Die Beurteilung, ob die versicherte Person mit der aktuell au
sgeübten beruflichen Tätigkeit
ihre Restarbeitsf
ä
higke
it voll ausschöpft, ist an
hand einer Gegenüberstellung
des tatsächlich erzielten Einkommens mit dem
– gestützt auf die statistischen Werte der LSE zu ermittelnden –
hypothetisch erziel
baren Einkommen vorzunehmen (vgl. Urteil
e
des Bundesgerichts 9C_479/2018 vom 22. Februar 2019 E. 4.2
, 8C_631/2019 vom 18. Dezember 2019 E. 6).
5
.
4.3
Zumutbar sind dem Beschwerdeführer
wechselnde Tätigkeiten, teils im Stehen, teils in der H
ocke, teils im Sitzen (vgl. E. 4
).
Der
Beschwerdeführer
ist gelernter Metzger, daneben verfügt er über keine weitere Berufsausbildung. Die von der Invalidenversicherung unterstützte Umschulung
konnte
– aufgrund des zwei
maligen Scheiterns
des
Beschwerdeführer
s
an der Bürofachprüfung – nicht erfolg
reich abgeschlossen
werden
(vgl.
Urk. 6/
57-63
im
IV-
Verfahren-Nr. IV.2019.003
71
).
Wenn die versicherte Person
nach Eintritt der Invalidität –
wie hier
–
nicht auf einen angestammten Beruf zurückgreifen kann, rechtfertigt sich die Anwendung von LSE-Kompetenzniveau 2 nach der bundesgerichtlichen Praxis nur dann, wenn sie über besondere Fertigkeiten und Kenntnisse verfügt (Urteil des Bundesgerichts 8C_732/2018 vom 26. März 2019
E. 8.2.1).
Auch wenn der
Beschwerdeführer
in den vergangenen Jahren
Berufserfahrung im Rahmen seiner Unternehmertätigkeit
sammeln konnte, beschränkt sich diese –
insbe
son
dere
im
hier interessierenden nicht handwerklichen Bereich
–
auf den eigenen Kleinbetrieb, in welchem der Betriebserfolg massgeblich vom Einsatz und den Fähigkeiten des Geschäftsführer
s
abhängt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_780/2016 vom 3. Oktober 2017 E. 4.2 mit Hinweis).
Dass der
Beschwerde
füh
rer
durch den Aufbau einer eigenen Unternehmung über besondere Fähigkeiten im nicht handwerklichen Bereich
verfügen soll, die auf dem als ausgeglichen unterstellten Arbeitsmarkt verwertbar wären,
ers
chliesst
sich demzufolge nicht.
Dasselbe hat
auch für d
ie blosse Teilnahme an der abgebrochenen
Umschulung zu gelten, zumal sich des zweimalige Nicht-Bestehen der Bürofachprüfung gerade gegen den Bestand von hinreichenden Fähigkeiten zur Ausübung einer prak
tischen Tätigke
it im kaufmännischen Bereich au
sspricht.
Unter diesen Umständen liegen
– mit dem Beschwerdeführer (Urk. 1 S. 6
Rn
5) –
keine Gründe vor, welche
es nahelegten,
ihn
höher als in
Kompetenzniveau
1 einzustufen.
Da dem
Be
schwerdeführer
zwar
schwere
Tätigkeiten
nicht mehr
zumutbar sind, darüber hinaus jedoch keine enge Grenze hinsichtlich
der
Verwertbarkeit der verbliebenen Arbeitsfähigkeit
auszumachen ist, ist auf den Totalwert abzustellen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_187/2015 vom 20. Mai 2015 E. 3.2.3.1).
Anwendbar ist damit LSE 2014
, TA1,
TOTAL,
Männer, Kompetenzniveau
1.
Da dem
Beschwer
deführer
eine angepasste Tätigkeit in einem 100 %-Pensum möglich ist,
ergibt sich
ein Jahreseinkommen von
Fr. 63’744.-- (Fr. 5'312
.--
x 12)
.
A
ngepasst an die
Nominal
lohn
entwicklung
für Männer
bis ins Jahr 2015
(
vgl. Bundesamt für Statistik, T39 Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der
Reallöhne,
1942 bis 2018)
und die
betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden
(
vgl. Bundesamt für Statistik, betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsab
teilungen, T03.02.03.01.04.01
)
resultiert
ein Jahreseinkommen von
rund
Fr.
66'633.--
(Fr.
63'744.--
/ 2220 x 2226
/ 40 x 41.7), welches
der
Beschwerde
führer
im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns
auf dem ausgegliche
nen Arbeitsmarkt
hätte erzielen können.
5
.
4.4
Der
Beschwerdeführer
ist seit dem
Jahr 2013
selbständig erwerbstätig (Urk. 10/M40/19,
Urk. 1 S. 6
Rn
6, Urk. 3/3-4).
Die
von ihm
im Rahmen dieser Tätigkeit erzielten
Jahreseinkommen sind von
grosser
Inkonstanz (Urk. 3/5-7, Urk. 13).
Auf diese Variabilität der Jahreseinkommen mitsamt der sich daraus ergeben
d
en Frage, ob sich daraus ein verlässliches Durchschnittseinkommen ermitteln liesse,
braucht an dieser Stelle jedoch nicht
weiter
e
ingegangen zu werden.
Die
Tatsache, dass der
Beschwerdeführer
von einem tatsächlichen Brutto
einkommen
von
jährlich ca.
Fr. 5
0'000.--
ausgeht (Urk. 12, vgl. Urk. 1 S. 8
Rn
8)
,
bildet
Beleg genug dafür, dass
das von ihm
derzeit
tatsächlich erwirtschaftete Einkommen
bedeutend
tiefer als der LSE-Tabellenwert zu liegen kommt.
5
.
4.5
Damit ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der
Beschwerde
führer
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt ein deutlich höheres Einkommen
(Fr.
66'
633.--
, E. 5
.4.3)
erzielen könnte, als es
ihm
mit
der
selbständigen Erwerbs
tätigkeit
(Fr. 50'000.--; E. 5.4.4)
aktuell
gelingt
. Dementsprechend schöpft der
Beschwer
deführer
seine Restarbeitsfähigkeit mit
der selbständigen Erwerbstätigkeit
nicht aus, womit zur Ermittlung des Invalideneinkommens
auf die Tabellenwerte der LSE
abzustellen ist
(vgl. E. 1.4.3 und E. 5
.4.2
)
. Somit ergibt sich ein massgebendes Invalideneinkommen in der Hö
he von Fr.
66'
633.--
.
5
.
4.6
Da das hier zugrunde gelegte Kompetenzniveau 1 bereits eine Vielzahl von leich
ten Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bun
desgerichts 9C_447/2019 vom
8. Oktober
2019 E. 4.3.2 mit Hinweisen
)
, besteht vorliegend kein Raum für einen leidens
bedingten Abzug vom Tabellenlohn (vgl
. E. 1.4
.4).
5
.5
Die
Gegenüberstellung
von Validen- und Invalideneinkommen ergibt eine
Erwerbs
einbusse
von Fr.
5'067.--
(Fr.
71'700.--
- Fr.
66'633.--
)
, was einem IV-Grad von gerundet
7 % entspricht (100 / Fr.
71'700.--
x Fr.
5'067.--
;
zum Runden vgl.
Urteil des Bundesgerichts
8C_575/2018 vom 30. Januar
2019 E. 7.1
mit Hin
weis auf BGE 130 V 121 E. 3.2)
. Damit
verfügt
der
Beschwerdeführer
über
keinen
Anspruch auf eine Invalidenrente der Unfallversicherung (vgl. E. 1.2).
6
.
Der
Einspracheentscheid
vom 3. Dezember 2018 (Urk. 2) erweist sich damit im Ergebnis als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.