Decision ID: 25d04821-55a9-44b2-8ff1-26f15d79014d
Year: 2019
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 25./27. Februar 2014 (IV-act. 2) zum Bezug von Leistungen
der Invalidenversicherung an. Er habe in seinem Herkunftsland die Grund- und eine
technische Schule besucht. - Nach dem IK-Auszug (IV-act. 13) zu schliessen, war er
seit 1995 in der Schweiz. - In der Arbeitgeberbescheinigung vom 17. März 2014 (IV-act.
14) wurde angegeben, der Versicherte sei von Juni 2000 bis November 2013 als J._
angestellt gewesen. Seit April 2012 habe sein Lohn Fr. 59'150.-- pro Jahr betragen. Er
sei vom 13. Dezember 2011 bis 12. Februar 2012 zu 100 % und anschliessend bis 19.
Februar 2012 zu 50 % arbeitsunfähig gewesen, ausserdem zu 100 % arbeitsunfähig
auch vom 6. bis 8. Mai 2013 und schliesslich nach dem letzten Arbeitstag vom 7.
Oktober 2013 (ab 8. Oktober 2013). Es sei ihm wegen rückläufiger Arbeitslage
gekündigt worden (vgl. Kündigungsschreiben vom 27. August 2013, IV-act. 14-7).
A.b Dr. med. B._, Facharzt FMH Allgemeine Medizin, gab am 16. März 2014 (IV-act.
15-6) an, es bestünden beim Versicherten chronische Rückenschmerzen. Er sei seit
dem 16. Oktober 2013 bis auf weiteres voll arbeitsunfähig. Je nach Verlauf und Erfolg
oder Misserfolg einer möglicherweise anstehenden Operation werde sich zeigen,
welche Tätigkeiten er noch werde ausüben können. Zurzeit werde die Schmerztherapie
dauernd ausgebaut. Die Situation spreche gegen einen sofortigen Beginn der
Wiedereingliederung. Im beigelegten Bericht von Dr. med. C._, Facharzt FMH für
Neurochirurgie, vom 10. Februar 2014 (IV-act. 15-3 f.) waren als Diagnosen erwähnt ein
chronischer Rückenschmerz, ein pseudoradikulärer Beinschmerz linksseitig und eine
leichte L5-Parese im Sinn einer Fussheberparese linksseitig 4+ von 5 bei Status nach
Diskushernienoperation LW5/SW1 links 1987 im Herkunftsland, eine Adipositas, ein
Verdacht auf eine somatoforme Schmerzstörung sowie eine arterielle Hypertonie. In
einem weiteren Bericht vom 11. März 2014 (IV-act. 15-5) hatte Dr. C._ berichtet, der
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Versicherte habe von der PRT [periradikulären Therapie] L5 links nicht profitiert. Er
habe eine schwere Osteochondrose und eine neuroforaminale Einengung. Falls die
verordnete Schmerzmedikation (Targin 5 mg, 1-0-1) in den nächsten zwei bis drei
Wochen keine wesentliche Besserung bringe, müsse wahrscheinlich operiert werden
(Spondylodese LW5/SW1). Zwar sei nicht klar, dass er danach wieder zu 100 % werde
arbeiten können, doch andernfalls werde er in seinem Alter von 46 Jahren Morphium
nehmen müssen, Schmerzen haben und im Beruf nicht funktionieren können. Eine
Spondylodese sei nicht immer das richtige Mittel, doch der Versicherte sei sicherlich
schmerzresistent und er (der Arzt) habe kein schlechtes Gefühl.
A.c Die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen teilte dem
Versicherten am 1. April 2014 (IV-act. 18) mit, zurzeit seien wegen seines
Gesundheitszustands keine Eingliederungsmassnahmen möglich.
A.d Dr. B._ reichte in der Folge einen Bericht von Dr. med. D._, FMH Innere
Medizin, spez. Rheumatologie, an die Taggeldversicherung vom 4. April 2014 (IV-act.
20-4 ff.) ein. Darin war ein gemischt sensomotorisches radikuläres Ausfallssyndrom der
Nervenwurzel L5 links diagnostiziert worden bei postoperativer Foramenstenose L5/S1
links mit Kompression der Nervenwurzel L5 links und zusätzlich Osteochondrose, z.T.
erosiv, mit Spondylarthrosen L5/S1 bds. und einem Status nach Diskushernien-
Operation L5/S1 im Herkunftsland im 20. Altersjahr. In der angestammten Tätigkeit sei
der Versicherte bleibend arbeitsunfähig, wahrscheinlich auch nach einer voraussichtlich
unvermeidlichen Operation. Das Thema berufliche Umstellung sei erst nach Abschluss
der Behandlung zu beurteilen. - Dr. C._ teilte Dr. B._ im Übrigen am 5. Mai 2014
(Fremdakten, vgl. unten lit. A. f, fortan KV-act., KV-act. 3-9) mit, es gehe dem
Versicherten nicht besser. Bei Beinschmerz linksseitig, foraminaler Stenose L5 links
und Osteochondrose L5/S1 schlage er eine mikrochirurgische Dekompression L5/S1
bds. vor.
A.e Am 28. Mai 2014 (IV-act. 23) berichtete Dr. C._ unter anderem von einem St. n.
Spondylodese LW5/SW1 mit Pedikelschrauben und PLIF-Cages am 20. Mai 2014. Die
Beinschmerzen des Versicherten seien deutlich gebessert worden, die
Rückenschmerzen bestünden noch. Der Versicherte sei voll arbeitsunfähig und werde
es noch für mindestens drei Monate bleiben, danach werde er für mindestens acht
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Wochen in rückenadaptierter Tätigkeit zunächst noch zu 50 % arbeitsunfähig sein. - Im
IV-Verlaufsbericht vom 22. Oktober 2014 (IV-act. 25) teilte Dr. C._ mit, die Diagnose
sei unverändert. Der Versicherte habe unverändert Rückenschmerzen. Die Prognose
sei schlecht; der Versicherte nehme Targin 10/5 (1-0-1). Er sei in der bisherigen
Tätigkeit als J._ momentan voll arbeitsunfähig (bis drei Monate postoperativ [richtig
allerdings bereits verstrichen]). Eine endgültige Beurteilung der Arbeitsfähigkeit könne
erst Ende November 2014 erfolgen. In einer adaptierten Tätigkeit sei der Versicherte
wahrscheinlich ab November 2014 zu 50 % arbeitsfähig. Endgültig abschätzbar sei
dies ab 21. November 2014. - Am 1. Dezember 2014 (IV-act. 28) gab Dr. C._
bekannt, als J._ sei der Versicherte momentan sicherlich nicht arbeitsfähig. Er habe
deutlich weniger Schmerzen im linken Bein, aber noch eine Lumbago im
Zugangsbereich (es zeige sich eine lumbale Druckdolenz im OP-Gebiet). Das aktuelle
Röntgenbild sehe völlig regelrecht aus. Insgesamt sei der Finger-Boden-Abstand (FBA)
gar nicht schlecht, er liege bei 10 bis 15 cm. Der Versicherte könne auch gut auf
Zehenspitzen und Fersen gehen und habe auch keine Hypästhesie. Er nehme aber
(unter anderem) noch Targin. Momentan könne er aufgrund dieser hohen Opiatdosis
auch in einer adaptierten Tätigkeit nicht arbeiten. Er (der Arzt) rechne mit einer baldigen
Besserung. Zunächst sei der Versicherte hierfür noch für drei weitere Monate im Stand
der Arbeitsunfähigkeit zu halten. Dann seien eine Evaluation der funktionellen
Leistungsfähigkeit (EFL) und eine stationäre Rehabilitation sinnvoll.
A.f In den von zwei Versicherungen (Taggeldversicherung und BVG) eingereichten
Akten (Fremdakten) befand sich unter anderem ein Austrittsbericht der Klinik E._ vom
17. Februar 2015 (KV-act. 4-11 ff.; betreffend einen Aufenthalt des Versicherten vom
21. Januar bis 10. Februar 2015). Als Diagnose wurde darin ein persistierendes
lumbospondylogenes Schmerzsyndrom L5/S1 bei Status nach Spondylodese L5/S1
05/2014 und Status nach Diskushernien-OP vor ca. 20 Jahren angegeben. Die LWS-
Beweglichkeit sei in allen Ebenen zu etwa einem Drittel eingeschränkt gewesen. Es
habe keine Hinweise auf eine bewusstseinsnahe Schmerzverdeutlichung oder eine
Selbstlimitierung gegeben. Trotz der Bemühungen habe eine deutliche Bewegungs-
und Belastbarkeitsproblematik persistiert. Es hätten eine Verbesserung der muskulären
Kraft und der Ausdauerleistung sowie eine Stabilisierung der Rumpfmuskulatur erreicht
werden können. Der Versicherte sei bei guter Beweglichkeit und Belastbarkeit aus der
stationären Rehabilitation entlassen worden. - Dr. med. F._, Arzt für Allgemeine
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Medizin FMH, berichtete der Taggeldversicherung am 30. März 2015 (KV-act. 5-18),
allenfalls fiele eine teilzeitliche rückenschonende Arbeit in Betracht. Nach Angaben des
Versicherten könne er nicht länger als eine halbe Stunde ununterbrochen gehen oder
sitzen. Seit dem 16. März 2013 sei der Versicherte zu 100 % arbeitsunfähig. Er halte
eine IV-Beurteilung für angezeigt.
A.g Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der Invalidenversicherung hielt am 16. April
2015 (IV-act. 38) dafür, für die Prüfung beruflicher Eingliederungsmassnahmen sei nun
eine Arbeitsfähigkeit in angepasster Arbeit (wegen der Medikamenteneinnahme auch
ohne Anforderungen an Konzentration und Reaktion) von mindestens 50 % mit der
Möglichkeit einer Steigerung von - bei gutem Verlauf - bis zu 100 % anzunehmen.
A.h Die Eingliederungsberatung der SVA/IV-Stelle Zürich gab am 31. August 2015 (IV-
act. 42-19 ff.) bekannt, der Versicherte fühle sich subjektiv nicht in der Lage, an
Eingliederungsmassnahmen teilzunehmen. Eine angepasste Tätigkeit scheine bei
Willensanstrengung zumutbar.
A.i Dr. med. G._, Facharzt für Interventionelle Schmerztherapie, Anästhesiologie
FMH, erklärte im IV-Arztbericht vom 4. Dezember 2015 (IV-act. 50), es liege ein
therapierefraktäres lumbosakrales Schmerzsyndrom mit Ausstrahlungen linksbetont in
die Beine vor bei FBSS (failed back surgery syndrome). Der Versicherte stehe seit dem
7. Juli 2015 in Behandlung. Es seien eine kathetergesteuerte epidurale Adhäsiolyse
medikamentös, dann eine transforaminale Epidurolyse S1 links, eine spinale
Endoskopie mit gesicherter Diagnose der epiduralen Fibrosierung Grad IV (der Versuch
zur Rekanalisation mittels Ballondilatation sei gescheitert) und zuletzt am 30. November
2015 eine erneute spinale Endoskopie unter Beizug eines führenden Anwenders dieser
Methode erfolgt. Die Beurteilung der letzten Massnahme habe nach 30 und nach 60
Tagen zu erfolgen, danach sei eine Neurostimulation zu evaluieren. Das Leiden sei
körperlich invalidisierend. Eine Tätigkeit im Sitzen wäre nach einer geeigneten
Umschulung denkbar.
A.j Der RAD hielt an der bisherigen Beurteilung (50 % Arbeitsfähigkeit) fest (vgl. IV-act.
53). - Am 7. Januar 2016 (IV-act. 56) teilte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des
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Kantons St. Gallen dem Versicherten mit, berufliche Massnahmen seien nicht
angezeigt, da er sich dazu nicht in der Lage fühle und noch eine Operation bevorstehe.
A.k Am 10. Mai 2016 (IV-act. 66) reichte der Versicherte nach Anfrage der Sozialver-
sicherungsanstalt/IV-Stelle einen Bericht von Dr. G._, Schmerzklinik H._, vom 1.
Mai 2016 ein. Der Arzt hatte berichtet, der bisherige Verlauf mit verschiedenen
Massnahmen (Wiedereröffnungsversuche betreffend den lumbalen Epiduralraum) sei
frustran gewesen. Der komplette Verschluss des kaudalen Epiduralraums durch
hochgradige Fibrosierung dürfte auf ausgedehntes Narbengewebe nach zweimaliger
Operation zurückzuführen sein. Das Schmerzsyndrom sei als Folge der Vernarbungen
zu interpretieren. Es gebe nur noch einen Versuch mit einer Neurostimulation und bei
Wirkungslosigkeit eine Reoperation, denn der Versicherte sei aufgrund der beklagten
Beschwerden arbeitsunfähig. - In einem IV-Verlaufsbericht vom 11. August 2016 (IV-
act. 71) gab Dr. G._ an, der Neurostimulationstest sei negativ verlaufen. Der
Versicherte sei zu 100 % arbeitsunfähig. Ob ihm andere Tätigkeiten (als die bisherige)
zumutbar seien, könne nicht beurteilt werden, weil seine der Ausbildung
entsprechenden Fähigkeiten nicht bekannt seien. Dass keine anderen Tätigkeiten mehr
zumutbar seien, sei mit den therapierefraktären lumbosakralen, in beide Beine
ausstrahlenden Schmerzen und dem FBSS begründet. Der Gesundheitszustand habe
sich insofern verändert, als aus somatischer medizinischer Sicht keine ausreichende
therapeutische Massnahme mehr angeboten werden könne, welche eine Reintegration
ins Erwerbsleben ermöglichen würde. - Auf Anfrage teilte Dr. G._ am 26. September
2016 (IV-act. 77) mit, der Test der Neurostimulation des Rückenmarks habe vom 22.
Juni bis 20. Juli 2016 stattgefunden. Der Versicherte habe keinerlei
Beschwerderegredienz feststellen können. Gemäss Interventionsbericht vom 22. Juni
2016 (IV-act. 81) hatte eine BV-gesteuerte Einlage von zwei epiduralen
Stimulationselektroden zur diagnostischen Neurostimulation (Testphase) stattgefunden.
- Dr. F._ berichtete am 7. Oktober 2016 (IV-act. 79), der Versicherte sei nicht
arbeitsfähig.
A.l In einem in der Folge veranlassten Gutachten vom 14. Februar 2017 (IV-act. 92) gab
die medexperts ag als (Haupt-) Diagnosen des Versicherten an: (erstens) ein cervico-
lumbales Schmerzsyndrom mit pseudoradikulärer Schmerzausstrahlung in das linke
Bein ohne motorische Ausfälle, radiologisch mässige degenerative Veränderungen,
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(zweitens) einen St. n. Spondylodese L5/S1 05/2014, radiologisch der postoperativen
Situation [entsprechend] unauffällig, (drittens) einen St. n. Diskushernien-OP L5/S1 ca.
1986 (Herkunftsland), und (viertens) chronische Kopfschmerzen "a.e." vom
Spannungstyp. Ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit seien (erstens)
eine Adipositas Klasse II mit BMI 35.5, (zweitens) wahrscheinlich eine essentielle
Hypertonie, (drittens) anamnestisch Gicht mit rezidivierender Podagra und (viertens)
eine gestörte Glucosetoleranz/GT (Metabolisches Syndrom). Die körperlich schwere
Tätigkeit als J._ sei dem Versicherten seit 2014 (Ende der Anstellung) nicht mehr
möglich. In einer rückenadaptierten Tätigkeit sei er spätestens ab dem
Begutachtungszeitpunkt aus polydisziplinärer Sicht zu 70 % arbeitsfähig. Er bedürfe
vermehrter Pausen. Eine Fortführung der Behandlung in einem interdisziplinären
Schmerzzentrum unter multimodalem Therapiekonzept mit Bewegungstherapie und
Kräftigung/MTT und gegebenenfalls ein Therapieversuch mit einem
schmerzdistanzierenden/-modulierenden Medikament, z.B. SSRI [selektive Serotonin-
Wiederaufnahme-Hemmer, selective serotonin reuptake inhibitor] oder trizyklischem
Antidepressivum, und körperliche Ertüchtigung seien als medizinische Massnahmen
vorzuschlagen.
A.m Der RAD hielt am 17. Februar 2017 (IV-act. 94) dafür, medizinische Massnahmen
könnten die Arbeitsfähigkeit nicht wesentlich verbessern. Auf das Gutachten könne
abgestellt werden.
A.n Mit Vorbescheid vom 2. März 2017 (IV-act. 98) wurde dem Versicherten eine
Abweisung des Rentenanspruchs bei einem Invaliditätsgrad von 27 %
(Valideneinkommen Fr. 51'891.--, Invalideneinkommen Fr. 38'140.--) in Aussicht
gestellt.
A.o Der Versicherte liess am 16. März 2017 (IV-act. 101) einwenden, der
Invaliditätsgrad liege nicht unter 40 %. Es sei ihm eine Invalidenrente zuzusprechen.
Ergänzend wurde am 27. April 2017 (IV-act. 104) für ihn vorgebracht, unter
Berücksichtigung des therapierefraktären lumbosakralen Schmerzsyndroms einerseits
und der ganztägigen chronischen Kopfschmerzen anderseits sei ihm eine
leidensangepasste Tätigkeit von maximal 50 % zumutbar. Die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle habe zu prüfen, welche konkreten beruflichen
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Tätigkeiten in Frage kämen. Eventuell sei eine Evaluation der funktionellen
Leistungsfähigkeit anzuordnen. Der Versicherte könne eine Arbeitsstelle nur unter nicht
realistischem Entgegenkommen eines Arbeitgebers finden. Beim Einkommensvergleich
sei ein Leidensabzug von mindestens 20 % anzunehmen. Zu prüfen sei ohnehin der
Anspruch auf eine befristete Rente bis zum Zeitpunkt des Gutachtens, denn bis dahin
sei der Versicherte anerkannter Weise voll arbeitsunfähig gewesen.
A.p Mit Verfügung vom 17. Mai 2017 (IV-act. 106) lehnte die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen einen Rentenanspruch des
Versicherten ab. Die Kopfschmerzen des Versicherten seien im Gutachten
berücksichtigt worden. Ein Minderverdienst von 5 % sei berücksichtigt worden, ein
Teilzeitabzug sei nicht anzubringen.
B.
Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur. Urs Schlegel für den
Betroffenen am 19. Juni 2017 erhobene Beschwerde. Der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei
dem Beschwerdeführer eine Invalidenrente von 50 % zuzusprechen, eventualiter sei
die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen und sei diese anzuweisen, ein
neues polydisziplinäres Gutachten auf der Grundlage einer orthopädisch-
rheumatologischen Begutachtung zu veranlassen. Der Beschwerdeführer sei wegen
verschiedener Diagnosen im Bereich des Bewegungsapparates - einer schweren
Osteochondrose, einer foraminalen Stenose und Bandscheibenvorfällen - in der
Beweglichkeit eingeschränkt, er habe Schmerzen und sei nach einer ersten
Wirbelsäulenoperation und nach kriegsbedingten Verletzungen an den Füssen teilweise
gelähmt. Die zweite Operation an der Wirbelsäule sei nicht erfolgreich gewesen; es
bestünden mit der Adipositas und der Hypertonie erschwerende Umstände.
Insbesondere bei Bewegungen und Belastungen, auch bei längerem Sitzen, bestünden
massive Rückenschmerzen mit Missempfindungen in die linke untere Extremität hinein.
Es habe der Verdacht bestanden, dass der Beschwerdeführer unter einer
somatoformen Schmerzstörung leide. Die wesentlichen Fragen der Orthopädie und der
Rheumatologie seien im Gutachten gar nicht in die Arbeitsunfähigkeitsschätzung
einbezogen worden. Der Beschwerdeführer habe aber aufgrund der Information vom 5.
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Dezember 2016 über die Bereiche des Gutachtens davon ausgehen dürfen, dass die
orthopädischen Diagnosen einen erkennbaren Einfluss auf das Gutachten haben
würden. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung basiere jedoch ausschliesslich auf anderen
Diagnosen als der Hauptdiagnose der schweren Osteochondrose. Die beigezogene
Orthopädin habe sich nicht über die Arbeitsunfähigkeit ausgesprochen und sei bei der
zusammenfassenden Beurteilung nicht beigezogen worden. Bestandteile des
komplexen Krankheitsbildes, insbesondere die Probleme im Sinn der "Gichtanfälle",
wären auch durch einen Rheumatologen abzuklären gewesen, was unterlassen worden
sei. Dass aus psychologischer und internistischer Sicht keine Auffälligkeiten gefunden
worden seien, sei angesichts der Krankengeschichte nicht erstaunlich. Da aber zwei
wesentliche Fachrichtungen nicht einbezogen worden seien, könne es sich nicht um
ein vollständiges Gutachten handeln. Die schwerwiegenden Wirbelsäulenprobleme
würden sich offensichtlich von der (sc. gutachterlichen) Beschreibung einer
anamnestischen, familiär bedingten Gicht unterscheiden. Es sei dem Beschwerdeführer
eine Schmerzresistenz zugestanden worden, und ausserdem, dass kein
aggravierendes Verhalten vorliege. Wer zum Arbeiten weder sitzen noch stehen könne,
könne auch nicht abwechslungsweise sitzen und stehen. Der Beschwerdeführer
benötige stündliche Pausen und die Möglichkeit, sich für eine bestimmte Zeit zu
bewegen, bevor wieder eine Tätigkeit im Sitzen aufgenommen werden könne. Aufgrund
der anerkannten Kopfschmerzen könne er ausserdem die Konzentration nur für eine
minimale Zeitspanne aufrechterhalten. Würden die beiden fehlenden Hauptdiagnosen
einbezogen, zeige sich, dass die Arbeitsunfähigkeit mehr als 30 % ausmachen müsse.
Dr. C._ habe im Verlaufsbericht vom 22. Oktober 2014 für den Beschwerdeführer in
einer adaptierten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 50 % für möglich gehalten. Die
Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit sei von den behandelnden Ärzten
durchgehend mit 100 % beziffert worden. Es sei also keine Besserung des
Krankheitsbildes festgestellt worden. Demnach könne auch weiterhin von einer
Arbeitsunfähigkeit von 50 % in adaptierter Tätigkeit ausgegangen werden. Des
Weiteren sei die Reduktion um lediglich 5 % bei der Bemessung des
Invalideneinkommens zu beanstanden. Der leidensbedingte Abzug sei auf 20 %
festzusetzen, da der Beschwerdeführer angesichts seiner Herkunft, der Traumata aus
Kriegserlebnissen, der Notwendigkeit von regelmässigen Pausen in kurzer Folge und
der Abhängigkeit von Schmerzmitteln auf dem Arbeitsmarkt sehr grosse Mühe haben
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werde. Jemand, der bereits nach einer Stunde Arbeit eine Pause brauche, sei kaum
vermittelbar, beziehungsweise es sei von einer überproportionalen Verdienstreduktion
auszugehen.
C.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 22. September 2017 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Auf das Gutachten könne
abgestellt werden. Liege das Valideneinkommen tiefer als die Berechnungsbasis für
das Invalideneinkommen, so handle es sich dabei um einen [sogenannten]
Minderverdienst. Das Invalideneinkommen des Beschwerdeführers sei vorliegend um
23 % reduziert worden, nicht lediglich um 5 %, wie in der angefochtenen Verfügung
fälschlicherweise erwähnt worden sei. Ein Abzug vom Tabellenlohn sei zu Recht nicht
gemacht worden.
D.
Mit Replik vom 30. November 2017 bringt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
vor, es hätten zwar orthopädische Untersuchungen stattgefunden, doch die
Auswirkungen der schweren Osteochondrose auf die Arbeitsfähigkeit seien nicht
erhoben und beurteilt worden. Die Schlussfolgerungen seien nicht durch die relevanten
Sachverhalte begründet worden. Bei den Diagnosen figuriere die Osteochondrose
nicht. Die Fachärztin für orthopädische Chirurgie sei für die degenerativen Prozesse
und die Arbeitsunfähigkeit nicht Fachärztin. Die Beeinträchtigung der Konzentration
lasse die attestierte Arbeitsfähigkeit von 70 % als offensichtlich unrichtig erscheinen.
Zu den Hauptdiagnosen kämen ausserdem die gesundheitlichen Belastungen durch
die Granatensplitter in der linken Körperhälfte, die jahrelangen Kriegstraumatisierungen
und neuerliche Gichtprobleme. Auch die Auswirkungen dieser Leiden seien im
Gutachten bei den Diagnosen nicht erschienen. Schon einfache Spaziergänge seien
dem Beschwerdeführer nicht möglich. Eine Arbeitsfähigkeit von 70 % sei nicht
gegeben. Zudem seien Arbeitsunfähigkeit und Erwerbsunfähigkeit zu unterscheiden. Es
seien also auch die Fachkenntnisse des Berufsberaters oder Fachmannes für
arbeitsmarktrechtliche Fragen einzubeziehen. Die angestammte Tätigkeit sei dem
Beschwerdeführer nicht mehr zumutbar. Daher könne das Invalideneinkommen nicht
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ausgehend vom Tabellenlohn berechnet werden, sondern es seien ein Stellenwechsel
oder eine Umschulung ins Auge zu fassen. Welches Tätigkeitsgebiet dem
Beschwerdeführer konkret noch zugemutet werden könne, sei von der
Beschwerdegegnerin bis anhin nicht beantwortet worden und unklar geblieben. Weder
Branche noch Kompetenzniveau seien bestimmt worden. Die Beschwerdegegnerin
habe zudem zu Unrecht Netto- mit Bruttolöhnen verglichen. Die
Berechnungsgrundlage des Validen- und des Invalideneinkommens sei nicht
nachvollziehbar, zumal in der Verfügung und in der Beschwerdeantwort verschiedene
Beträge und Prozentangaben genannt würden. Wie die Beschwerdegegnerin auf ein
Invalideneinkommen von Fr. 66'453.-- gekommen sei, sei nicht klar. Dieser Betrag sei
viel zu hoch. Auf den durchschnittlichen Bruttolohn des Kompetenzniveaus 1 im
Baugewerbe könne jedenfalls nicht abgestellt werden, denn der Beschwerdeführer sei
dort voll arbeitsunfähig. Der entsprechende Lohn über alle Branchen hinweg betrage
Fr. 63'744.--. Handwerkliche und körperlich belastende Tätigkeiten rangierten dabei im
oberen Bereich der Lohnskala. Sie seien dem Beschwerdeführer aber ebenfalls nicht
mehr zumutbar. Nach der Bestimmung des zutreffenden Tabellenlohns habe eine
Parallelisierung stattzufinden. Diese schliesse einen anschliessenden Abzug nicht per
se aus. Die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers sei bereits bei körperlich
leichten Hilfsarbeiten eingeschränkt. Eine handwerkliche Tätigkeit werde für ihn bei der
erforderlichen Umschulung nicht mehr in Frage kommen. Für eine geistige Tätigkeit
seien aber die rudimentären Sprachkenntnisse ungenügend. Der Beschwerdeführer sei
in einer adaptierten Tätigkeit nicht zu 100 % arbeitsfähig mit einem Leistungspensum
von 70 %. Wegen der vor Eintritt der Erwerbsunfähigkeit nicht vorhanden gewesenen
und bei der Parallelisierung deshalb noch nicht berücksichtigen Faktoren sei ein Abzug
von 20 % zu gewähren.
E.
Die Beschwerdegegnerin hat auf die Erstattung einer Duplik verzichtet.

Erwägungen
1.
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1.1 Im Streit liegt die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 17. Mai 2017, mit
welcher sie das Leistungsgesuch des Beschwerdeführers, namentlich den
Rentenanspruch, abgewiesen hat.
1.2 Berufliche Massnahmen hatte die Beschwerdegegnerin mit Mitteilung vom 7.
Januar 2016 für nicht angezeigt gehalten, da sich der Beschwerdeführer dazu nicht in
der Lage fühle und ausserdem noch eine Operation [bzw. Neurostimulation]
bevorstehe. - Mit der Beschwerde lässt der Beschwerdeführer im Hauptstandpunkt die
Zusprache einer Rente (eventualiter eine Rückweisung zur weiteren medizinischen
Abklärung) beantragen. Ergäbe sich allerdings, dass ohne Eingliederungsmassnahmen
ein Rentenanspruch in Frage stünde, so gehörte zum Streitgegenstand
notwendigerweise auch die Frage, ob die Verwaltung den Grundsatz "Eingliederung vor
Rente" beachtet und eine allfällige Pflicht des Beschwerdeführers zu Massnahmen
korrekt in Anspruch genommen habe.
2.
2.1 Nach Art. 28 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 %
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.
2.2 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre
Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen,
erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen
Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen
sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG)
sind (lit. c). Ein wesentlicher Unterbruch der Arbeitsfähigkeit liegt vor, wenn die
versicherte Person an mindestens 30 aufeinanderfolgenden Tagen voll arbeitsfähig war
(Art. 29ter IVV; vgl. etwa Bundesgerichtsurteil vom 16. Februar 2018, 8C_633/2017 E.
3.4). - Nach Art. 29 Abs. 1 IVG (in der Fassung seit 1. Januar 2008) entsteht der
Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung
des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG. Die Schaffung dieser Bestimmung
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hat keine Veränderung des (nämlich in Art. 4 IVG und Art. 28 IVG geregelten) Zeitpunkts
des Eintritts des Versicherungsfalls mit sich gebracht (vgl. Bundesgerichtsentscheid
vom 14. Dezember 2015, 9C_655/2015 E. 4; Entscheid des Versicherungsgerichts des
Kantons St. Gallen vom 2. Mai 2016, IV 2013/641 E. 1.1).
2.3 Für die Invaliditätsbemessung sind zunächst die medizinischen Vorbedingungen
von Bedeutung. Der Arzt sagt, inwiefern die versicherte Person in ihren körperlichen
bzw. geistigen Funktionen durch das Leiden eingeschränkt ist (vgl. BGE 107 V 17 =
ZAK 1982 S. 34). Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand
zu beschreiben und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich
welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte
sind im Weiteren eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (vgl. BGE
132 V 99 f. E. 4, BGE 141 V 281 E. 5.2.1)
3.
3.1 Der Gesundheitszustand und die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers
wurden im Januar 2017 polydisziplinär begutachtet. Im Gutachten (vom 14. Februar
2017, IV-act. 92) wurden die Vorakten aufgelistet. Zusätzlich zu den IV-Akten waren
(nebst dem Bericht der Klinik E._ ein Röntgenbefund vom 11. Februar 2014 (MR
LWS) und ein solcher vom 9. Juli 2015 (MRT LWS) eingeholt worden. - Des Weiteren
wurde die Anamnese erhoben und wurden die Angaben des Beschwerdeführers zu
seinem Leiden erfragt. Er gab bei der orthopädischen Begutachtung
(Hauptbegutachtung) an, es sei mit den Rückenschmerzen knapp drei Jahre nach der
Spondylodesen-Operation vom Mai 2014 unverändert schlecht. Er könne wenige
Kilometer gehen. Bei Bewegung und beim Heben von Lasten über 6 kg habe er
Schmerzen im Kreuz; diese strahlten vorwiegend ins linke, weniger ins rechte Bein aus.
Manchmal habe er auch Schmerzen von der HWS bis in den Nacken.
Gefühlsstörungen habe er nicht (IV-act. 92-25). - Bei der internistischen Untersuchung
gab der Beschwerdeführer (allerdings) an, oft Parästhesien vom Gesäss bis in die linke
Wade zu haben (IV-act. 92-36). Er leide an dauernden Rückenschmerzen mit
Ausstrahlung bis in die linke laterale Wade, zurzeit bei 5/10, üblicherweise um 3/10 bis
maximal 7/10 VAS [virtuelle Analogskala]; vor allem bei vermehrten Rückenschmerzen
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habe er oft Kopfschmerzen (IV-act. 92-35). Manchmal sei er wegen der
Schmerzsituation traurig (IV-act. 92-35). - Bei der neurologischen Untersuchung gab
der Beschwerdeführer unter anderem an, seit 2012 seien bei der Tätigkeit als J._
wieder vermehrt Beschwerden mit dem Rücken aufgetreten, die im Tagesverlauf meist
zugenommen und erst in Ruhe wieder langsam gebessert hätten. Er habe häufig
Schmerzmedikamente einnehmen müssen, worauf die Beschwerden meist gebessert
hätten. Es hätten im Verlauf immer starke Schmerzen des Rückens bestanden, die bei
Belastung zugenommen hätten. Die Bewegung der Wirbelsäule und das Heben seien
nicht mehr gut möglich gewesen. Zudem hätten Schmerzen vor allem in das linke Bein
hinein bestanden. Immer wieder sei es zu einem Taubheits- und Druckgefühl im linken
Fuss gekommen. Das linke Bein sei subjektiv schwächer gewesen, doch sei das Gehen
gut möglich gewesen. Nach der Operation im Mai 2014 seien die Schmerzen im
Rücken und Bein weniger geworden, aber nie vollständig weg gewesen. Seit den
erfolglosen Behandlungen an der Schmerzklinik leide er anhaltend an gleichen
Schmerzbeschwerden, die in den letzten Jahren wieder etwas zugenommen hätten. Er
müsse häufig die Position wechseln und könne nicht längere Zeit ununterbrochen
liegen oder sitzen. Nach spätestens zwei Kilometern Gehen habe er stärkste
Schmerzen und müsse sich hinsetzen. Im Zusammenhang mit den starken
Rückenschmerzen (und mit ihnen zu- und abnehmend) bestünden auch seit zwei bis
drei Jahren Kopfschmerzen; seit einem halben Jahr bestehe praktisch täglich den
ganzen Tag über ein "Kopfdruck" in einer Intensität von VAS 3 bis 5 mit vereinzelter
Zunahme auf 6 bis 7 (IV-act. 92-40 f.).
3.2 Die Gutachter erhoben in der Folge - was von wesentlicher Bedeutung ist - jeweils
umfassend die objektiven Befunde, und zwar in orthopädischer (IV-act. 92-26 f.),
psychiatrischer (IV-act. 92-30), internistischer (IV-act. 92-37 f.) und neurologischer
Hinsicht (IV-act. 92-42 f.). Namentlich konnten auch aktuelle Röntgenaufnahmen der
HWS ap/seitlich und Dens und der LWS ap/seitlich, beide vom 25. Januar 2017,
beurteilt werden (vgl. dazu unten E. 4.1.3). - Auffallend erscheint diesbezüglich die bei
den Untersuchungen in unterschiedlichem Mass möglich gewesene Beweglichkeit, lag
doch der Finger-Boden-Abstand bei der orthopädischen Untersuchung bei 50 cm (IV-
act. 92-27), bei der internistischen bei über 30 cm (IV-act. 92-37) und bei der
neurologischen bei lediglich 20 cm (IV-act. 92-42).
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3.3 Was die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers betrifft, war aus psychiatrischer
Sicht keine Arbeitsunfähigkeit festzustellen; es liegt danach denn auch
(unbestrittenermassen) keine psychiatrische Erkrankung vor (IV-act. 92-33). - Dasselbe
gilt für die Arbeitsfähigkeit aus internistischer Sicht. Gesundheitliche
Beeinträchtigungen liegen unter diesem Aspekt zwar vor, haben aber keinen Einfluss
auf die Arbeitsfähigkeit. Häufiges Arbeiten in der Hocke und häufiges Bücken sei
allerdings wegen der Adipositas nicht empfehlenswert (IV-act. 92-39). - Neurologisch
betrachtet wurde festgehalten, dass dem Beschwerdeführer die zuletzt ausgeübte
Tätigkeit als K._ (richtig: J._) zu 100 % zumutbar sei, ebenso wie jegliche
adaptierte Tätigkeit, allerdings wegen des erhöhten Pausenbedarfs bei
Berücksichtigung der chronischen Kopfschmerzbeschwerden jeweils mit einem
Leistungspensum von lediglich 80 %. Die lumbale Schmerzproblematik werde von
orthopädischer Seite beurteilt. Diagnostisch lagen neurologisch ein chronisches
Schmerzsyndrom mit lumbovertebralen Schmerzen mit pseudoradikulärer
Schmerzausstrahlung in das linke Bein und chronische Kopfschmerzen vor (keine
motorischen Ausfälle; IV-act. 92-46). - In orthopädischer Hinsicht schliesslich wurde
festgehalten, rückenbelastende Tätigkeiten wie diejenige als J._ seien nicht mehr
möglich. Adaptierte rückenschonende Tätigkeiten mit der Möglichkeit des
selbstgewählten Positionswechsels, vorwiegend im Sitzen auszuüben, mit - nicht
regelmässig nötigem - Heben von Lasten bis maximal 10 kg und mit vermehrten
Pausen sollten jedoch noch zu 70 % möglich sein (IV-act. 92-49 und 50). Diagnostisch
bestanden unter orthopädischem Gesichtspunkt ein cerviko-lumbales
Schmerzsyndrom bei St. nach Diskushernienoperation L5/S1 1986 und Spondylodese
L5/S1 im Mai 2014 sowie ein St. nach wiederholten erfolglosen
schmerztherapeutischen Massnahmen (IV-act. 92-50).
4.
4.1 Die Begutachtung erscheint insoweit vollständig. Der Beschwerdeführer lässt
indessen verschiedene Einwände dagegen vorbringen.
4.1.1 Insbesondere lässt er beanstanden, dass die verschiedenen Diagnosen im
Bereich des Bewegungsapparates einschliesslich der Wirbelsäule ungenügend
berücksichtigt worden seien.
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4.1.2 Vorweg ist dazu festzuhalten, dass die Arbeitsfähigkeitsschätzung der
Gutachterin der Orthopädie nicht in einem Teilgutachten, sondern weil sie
Hauptgutachterin war, bei der polydisziplinären Beurteilung beschrieben worden ist.
4.1.3 Im Einzelnen kann darauf hingewiesen werden, dass, wie der Beschwerdeführer
darlegt, bei schwerer Osteochondrose und im Arztbericht vom 19. Februar 2014
erwähnter foraminaler Stenose am 20. Mai 2014 eine Operation stattfand. Im
betreffenden Neuroforamen (L5 links) ist damals eine Narbe entfernt worden und die
Bandscheibe wurde ausgeräumt und behandelt, auch rechts wurde die (dort
knöcherne) neuroforaminale Stenose behandelt (vgl. IV-act. 25-4). Bei einer MRT LWS
vom 9. Juli 2015 (vgl. dazu IV-act. 92-23) waren unter anderem ein kongenital eng
angelegter Spinalkanal mit Stenose im Segment 4/5 (welche die klinische
Beschwerdesymptomatik erklären könnte) bei hypertropher Facettenarthrose sowie
breitbasiger flacher Diskusprotrusion und eine Osteochondrose LWK1/2 gefunden
worden, allerdings frei verlaufende Nervenwurzeln und kein Hinweis auf eine radiculäre
Pathologie. Die Gutachterin der Neurologie setzte sich unter anderem mit diesem
Befund auseinander und erklärte, bei dieser letzten aktenkundigen
Kernspintomographie vor der Begutachtung hätten sich im Bereich der Spondylodese
regelrechte Verhältnisse ohne Hinweis auf eine zusätzliche Affektion neuronaler
Strukturen gezeigt. In der Zwischenzeit seien keine neuen klinischen Aspekte und es
sei keine Befundprogression aufgetreten (IV-act. 92-45). Auch dass Dr. G._ am 26.
September 2016 vom Vorliegen eines trotz Anwendung verschiedenster Massnahmen
bestehenden therapierefraktären lumbosakralen, in beide Beine ausstrahlenden
Schmerzsyndroms des Beschwerdeführers bei Status nach zweimaliger
Rückenoperation (FBSS) ausging, wurde im Gutachten beachtet (vgl. IV-act. 92-49).
Zum Zeitpunkt der Begutachtung im Januar 2017 schliesslich lag radiologisch bei
LWK5/SWK1 ein inzwischen vollständig verknöchertes Intervertebralfach vor.
Ausserdem bestanden lumbal unter anderem eine moderate Höhenminderung des
Intervertebralraumes LWK4/5 als Zeichen der moderaten Anschlussdegeneration, eine
fortgeschrittene Osteochondrose LWK1/2 mit Endplattensklerose und ventraler
Spondylose, in den übrigen lumbalen Segmenten geringe Osteochondrosen und ein
Baastrup-Phänomen LWK1-SWK1 (IV-act. 92-28). Der Röntgenbefund der HWS zeigte
unter anderem mässige Osteochondrosen mit geringgradiger Höhenminderung der
cervikalen Zwischenwirbelscheiben und begleitender ventraler Spondylose sowie
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mässige degenerative Veränderungen der Unkovertebralgelenke HWK3 bis 7 (IV-act.
92-28). Diese Befunde fanden Berücksichtigung. Nach dem neurologischen Teil der
Beurteilung liess sich zudem die Missempfindung des Beschwerdeführers keinem
monoradikulären Verteilungsmuster zuordnen und motorische Ausfälle liessen sich
ebenfalls nicht nachweisen (IV-act. 92-45).
4.1.4 Der Beschwerdeführer hält namentlich dafür, die Osteochondrose sei bei der
Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht berücksichtigt worden. Wie er vorbringt, wurde der
Begriff der Osteochondrose in den beiden Diagnoselisten des Gutachtens (mit und
ohne Einschränkung der Arbeitsfähigkeit) nicht erwähnt. Die entsprechenden
gesundheitlichen Beeinträchtigungen hingegen fanden nach dem Dargelegten
Berücksichtigung; sie wurden gutachterlich diagnostisch wie erwähnt als cervico-
lumbales Schmerzsyndrom mit pseudoradikulärer Schmerzausstrahlung in das linke
Bein ohne motorische Ausfälle mit radiologisch mässigen degenerativen
Veränderungen umschrieben (IV-act. 92-47). Da es sich dabei um eine fachärztliche
Diagnosestellung in Kenntnis der klinischen und der Röntgen-Befunde handelt und die
Auswirkungen der betreffenden gesundheitlichen Schädigungen auf die Beweglichkeit
ebenfalls fachärztlich gutachterlich beurteilt worden sind, ergibt sich kein Grund zur
Beanstandung. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass Befunderhebung oder
Diagnosestellung bei der Begutachtung in einer Weise unzureichend gewesen sein
könnten.
4.1.5 Die vom Beschwerdeführer vor allem beklagten massiven Rückenschmerzen
sind bei der Begutachtung auch hinsichtlich der Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
umfassend berücksichtigt worden. Im neurologischen Teil, wo sich ergeben hatte, dass
mit Ausnahme eines chronifizierten lumbalen Schmerzsyndroms mit pseudoradikulärer
Schmerzausstrahlung in das linke Bein keine funktionellen Einschränkungen
bestünden, wurde namentlich festgehalten, die Ressourcen des Beschwerdeführers
seien wegen dieses Schmerzsyndroms mit fixiertem Krankheitskonzept insgesamt als
eingeschränkt zu betrachten (IV-act. 92-46). Bezüglich dieses Syndroms befürwortete
die Gutachterin der Neurologie eine Fortführung der Behandlung in einem
Schmerzzentrum (multimodales Konzept) und allenfalls einen Therapieversuch mit
einem schmerzdistanzierenden bzw. -modulierenden Medikament (IV-act. 92-47). Die
Arbeitsfähigkeit wurde gutachterlich insgesamt auf 70 % festgelegt.
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4.1.6 Insofern der Beschwerdeführer die beklagte massive Schmerzsituation damit als
ungenügend berücksichtigt erachtet, ist anzumerken, dass er die Schmerzen bei der
Begutachtung zum einen nicht beschreiben konnte (vgl. IV-act. 92-29). Zum andern lag
der Medikamentenspiegel für die Wirkstoffe Oxycodon und Naloxon, die in Targin
enthalten sind, bei einer Messung gemäss der Laborauswertung (IV-act. 93-3)
unterhalb der Nachweisgrenze (vgl. IV-act. 94-2, Beurteilung des RAD; Naloxone bei
einer Norm von 10 bis 30 bei <1 μg/l und Oxycodon bei einer Norm von 5 bis 50 bei
<0.5 μg/l, vgl. IV-act. 93-3). Der Beschwerdeführer hatte angegeben, Targin (ein Opioid,
Mittel gegen mittelstarke bis starke prolongierte Schmerzen bzw. bei ungenügender
Wirksamkeit nicht-opioider Analgetika) als Dauermedikation (vgl. IV-act. 26, 36 und 41)
einzunehmen. Wenn Schlussfolgerungen aus Serumspiegelmessungen auch lediglich
mit Zurückhaltung gezogen werden können, weil der Blutspiegel aus individuellen
Gründen (etwa infolge von unterschiedlicher Resorption oder Non-Responder-
Einflüssen) offenbar um bis zu Faktor 20 variieren kann (so jedenfalls im
Zusammenhang mit der Depressionsbehandlung J. John Mann, Drug Therapy, The
Medical Management of Depression, in New England Journal of Medicine, October 27,
2005, 1829; vgl. auch Bundesgerichtsurteil vom 4. Dezember 2008, 8C_474/2008 E. 6),
kontrastiert das Ergebnis doch mit den Angaben des Beschwerdeführers.
4.1.7 Des Weiteren war bei der Begutachtung festzustellen gewesen, dass der
Beschwerdeführer nicht motiviert gewirkt habe, irgendwelche Veränderung an der
gegenwärtigen Situation anzustreben (IV-act. 92-32), was auf einen nicht besonders
ausgeprägten Leidensdruck hinweisen mag. Dazu kommt, dass als (gemäss Gutachten
einzige) Diskrepanz ein Unterschied zwischen der vom Beschwerdeführer
wahrgenommenen Unfähigkeit, ins Arbeitsleben zurückzukehren, und seiner
eingeschränkten, aber doch aktiven Erlebensweise in den alltäglichen Bereichen
festgestellt wurde (vgl. IV-act. 92-32). - Bei der Arbeitslosenversicherung hatte sich der
Beschwerdeführer nach deren Angaben im Übrigen als zu 100 % arbeits- bzw.
vermittlungsfähig bezeichnet (vgl. IV-act. 49, November 2015); er selbst hatte dies
allerdings für unzutreffend gehalten und darauf hingewiesen, dass er stets die
Arbeitsunfähigkeitszeugnisse einreiche (IV-act. 54-2). - Bei der Begutachtung hatte der
Beschwerdeführer seine Arbeitsfähigkeit im Übrigen folgendermassen eingeschätzt:
Anlässlich der neurologischen Begutachtung gab er an, wegen der starken Schmerzen
im Rücken und im linken Bein sei er körperlich nicht arbeitsfähig. Er könne dieselbe
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Position nicht lange beibehalten, also auch keine anhaltend im Sitzen zu bewältigende
Tätigkeit ausüben (IV-act. 92-41). Bei der orthopädischen Abklärung legte er ebenfalls
dar, er habe wegen der starken Rückenschmerzen Schwierigkeiten, sich eine berufliche
Tätigkeit wieder vorzustellen. Anlässlich der internistischen Begutachtung erwähnte er,
er könne sich eine Kontrollarbeit vorstellen, doch könne er nur eine Stunde sitzen, dann
müsse er kurz abliegen (IV-act. 92-36). - Am 27. April 2017 (IV-act. 104; mit Zusatz
maximal) und in der Beschwerde (im Ergebnis) schliesslich lässt er vorbringen, es
könne von einer Arbeitsunfähigkeit von 50 % in einer adaptierten Tätigkeit
ausgegangen werden.
4.1.8 Der Beschwerdeführer bringt weiter vor, er könne wegen der Kopfschmerzen die
Konzentration nur kurz aufrechterhalten. Bei der Begutachtung wurden jedoch keine
Konzentrationsstörungen vorgefunden (IV-act. 92-30). - Die Kopfschmerzen als solche
führten im Übrigen dazu, dass dem Beschwerdeführer neurologisch betrachtet wegen
eines erhöhten Pausenbedarfs lediglich ein Leistungspensum von 80 % zugemutet
wurde. - Bei der allgemeinmedizinisch-internistischen Begutachtung fand zudem
Berücksichtigung, dass der Beschwerdeführer angegeben hatte, im Jahr 2015 sei es
etwa fünfmal zu Gichtanfällen in beiden Grosszehen gekommen und nun sei er (unter
Allopurinol 300) beschwerdefrei (vgl. IV-act. 92-38). Das Leiden wurde im Gutachten
entsprechend als Nebendiagnose ("anamnestisch Gicht mit rezidivierender Podagra
[ED: 2015]") aufgenommen (IV-act. 92-48). Weil es unter medikamentöser Behandlung
und entsprechender Diät zu keinen Anfällen mehr komme, wurde das Leiden als
anamnestisches bezeichnet (IV-act. 92-39). Auch dieser Aspekt wurde damit
gutachterlich hinreichend berücksichtigt; eine zusätzliche Beurteilung - der
Beschwerdeführer befürwortete namentlich eine rheumatologische Untersuchung - war
bei diesen Gegebenheiten nicht erforderlich.
4.1.9 Das Gutachten ist demnach nicht zu beanstanden.
4.2 Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass auf das Ergebnis der medizinischen
Begutachtung, wonach der Beschwerdeführer polydisziplinär betrachtet in einer
adaptierten Tätigkeit zu 70 % arbeitsfähig ist, abgestellt werden kann. Die
Befundaufnahme ist umfassend, die Beurteilung schlüssig und überzeugend. Die
Voraussetzungen für den Beweiswert des Gutachtens (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a) sind
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erfüllt. Die Arbeitsfähigkeitsschätzungen der behandelnden Ärzte vermögen gegen die
in Kenntnis der Akten und des Sachverhalts abgegebene polydisziplinäre
gutachterliche Schätzung im Beweiswert nicht anzukommen. Den objektiven Befunden
entspricht gemäss der Begutachtung eine Arbeitsfähigkeit von 70 %.
4.3 Nach gutachterlicher Beurteilung liegt diese Arbeitsfähigkeit von 70 % in
adaptierter Tätigkeit spätestens ab der Begutachtung vor (IV-act. 51). Es wurde im
Gutachten zudem festgehalten, die früheren ärztlichen Einschätzungen seien aus
orthopädischer Sicht insofern nachvollziehbar, als dem Beschwerdeführer
rückenbelastende Tätigkeiten wie die frühere Arbeit nicht mehr möglich seien (IV-act.
92-4). Was die Arbeitsfähigkeit für eine adaptierte Tätigkeit betrifft, wurden die
Beurteilungen, wie sich demnach annehmen lässt, gutachterlich nicht geteilt. Wird die
zurückliegende Zeit betrachtet, zeigt sich denn auch, dass der Beschwerdeführer
durch die Operation vom 20. Mai 2014 eine deutliche Besserung erfahren hatte (die
Beinschmerzen waren deutlich besser geworden, bei noch bestehenden
Rückenschmerzen, vgl. IV-act. 23 und 28; bzw. "die Schmerzen im Rücken und Bein
[waren danach] insgesamt besser, jedoch nie vollständig weg", vgl. IV-act. 92-41). Die
späteren Behandlungen dagegen (stationäre Rehabilitation und diverse Massnahmen)
blieben nach Angaben des Beschwerdeführers bei der Begutachtung (vgl. IV-act.
92-41) alle ohne anhaltenden Erfolg und es ging knapp drei Jahre nach der Operation
"unverändert schlecht" (vgl. IV-act. 92-25). Der operativ behandelnde Dr. C._ hatte
nach der Operation bereits am 28. Mai 2014 erwartet, dass der Beschwerdeführer -
nach voller Arbeitsunfähigkeit für eine postoperative Phase von mindestens drei
Monaten - ab Ende August 2014 noch für mindestens acht Wochen in
rückenadaptierter Tätigkeit zu 50 % arbeitsunfähig, d.h. also entsprechend auch
wieder zu 50 % arbeitsfähig, sein werde. Unter der (nicht kontrollierten) Annahme eines
hohen Opiateinsatzes (Targin) durch den Beschwerdeführer (vgl. IV-act. 25-2 i.V.m. IV-
act. 28) schob der Arzt diesen Zeitpunkt gemäss Bericht vom 22. Oktober 2014 (IV-act.
25-2 f.) dann auf den Zeitpunkt einer Endbeurteilung von Ende November 2014,
gemäss Bericht vom 1. Dezember 2014 (IV-act. 28) nochmals (um drei Monate) weiter
auf. Röntgenologisch lagen aber völlig regelrechte Verhältnisse vor (ausserdem FBA
nicht schlecht, Gehen auf Zehenspitzen und Fersen möglich, keine Hypästhesie,
reizlose Narbe, einzig lumbale Druckdolenz im OP-Gebiet, vgl. IV-act. 28). Angesichts
des seit der Operation (nach postoperativer Phase) im Wesentlichen unveränderten
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(jedenfalls nicht mehr verbesserten) Zustands ist bei den vorliegenden Gegebenheiten
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass ab Ende August 2014,
spätestens aber bei Ablauf einer möglichen Wartezeit im Oktober 2014 (eine im Sinn
von Art. 29ter IVV ununterbrochene medizinische Arbeitsunfähigkeit in der
angestammten Tätigkeit bestand seit dem 16. Oktober 2013, vgl. IV-act. 15-6) die vom
Gutachten bei objektivierter Betrachtung festgestellte Arbeitsfähigkeit für adaptierte
Arbeit von 70 % vorlag.
5.
5.1 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist gemäss Art.
28a Abs. 1 IVG Art. 16 ATSG anwendbar. Danach wird für die Bestimmung des
Invaliditätsgrads das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der
Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen). - Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist
rechtsprechungsgemäss entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des
frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde (BGE 129 V 222; vgl. etwa
auch Bundesgerichtsentscheid 9C_422/2015 vom 7. Dezember 2015). - Nach Angaben
in der Arbeitgeberbescheinigung vom 17. März 2014 betrug der Lohn des
Beschwerdeführers seit April 2012 jährlich Fr. 59'150.-- (Fr. 4'550.-- pro Monat).
Gemäss dem IK-Auszug hat er im betreffenden Arbeitsverhältnis bis 2008 ansteigende
Einkommen mit dem Maximum von damals Fr. 56'075.-- verdient, hernach war das
Einkommen tendenziell rückläufig gewesen. Im Jahr 2011 lag das Einkommen bei Fr.
51'238.--, 2012 bei Fr. 47'066.-- und 2013 bei Fr. 49'989.--. Jedenfalls in den Jahren
2012 und 2013 hatten nach der Aktenlage allerdings bereits Arbeitsunfähigkeitsphasen
die IK-Einkommen beeinflusst. Das betreffende Arbeitsverhältnis ist schliesslich aus
Gründen des ungenügenden Arbeitsaufkommens gekündigt worden. Es kann aber
davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer ohne Gesundheitsschaden
wieder eine ähnlich entlöhnte Arbeit aufgenommen hätte. Sein ohne
Gesundheitsschaden erreichtes Lohnniveau liegt indessen jedenfalls unter den
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statistischen Durchschnittseinkommen, denn diese lagen 2011 bei Fr. 61'910.--, 2012
bei Fr. 65'177.-- und 2013 bei Fr. 65'654.-- (vgl. Anhang 2 der Textausgabe
Invalidenversicherung, Allgemeiner Teil des Sozialversicherungsrechts, Gesetze und
Verordnungen, 2019, herausgegeben von der Informationsstelle AHV/IV, S. 228,
basierend auf der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung LSE des Bundesamtes für
Statistik).
5.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär
von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person
konkret steht. Übt sie - wie der Beschwerdeführer - keine Erwerbstätigkeit mehr aus,
sind hierfür statistische Werte beizuziehen (vgl. BGE 129 V 472 E. 4.2.1, vgl. etwa auch
Bundesgerichtsentscheid vom 26. Januar 2016, 9C_762/2015). - Der
Beschwerdeführer kann gemäss dem Gutachten keine körperlich mittelschweren und
schweren Tätigkeiten mehr ausüben, keine Lasten über 15 kg (und nicht häufig Lasten
über 10 kg) heben und keine Tätigkeiten mit erforderlichen Rotationsbewegungen, in
kauernder Haltung, vorwiegend in gebückter Haltung oder mit häufigem Treppen- oder
Leitersteigen erfüllen. Leichte wechselbelastende Tätigkeiten vorwiegend im Sitzen, mit
Heben bis maximal 10 kg, mit der Möglichkeit des selbstgewählten Positionswechsels
und selbstgewählter verlängerter Pausen sind dem Beschwerdeführer dagegen
zumutbar (IV-act. 92-51 f.). Die erforderlichen Einschränkungen sind nicht so
weitreichend, dass sie eine Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit als unrealistisch
erscheinen lassen müssten. Für die Invaliditätsbemessung ist ein ausgeglichener
Arbeitsmarkt massgebend, der sich - zur Abgrenzung der Risiken von Arbeitslosigkeit
und Invalidität (vgl. Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S C. vom
16. Juli 2003, I 758/2002; BGE 110 V 276 E. 4b) - durch ein gewisses Gleichgewicht
zwischen Angebot und Nachfrage ausgezeichnet und, was die verlangten beruflichen
und intellektuellen Voraussetzungen wie auch den körperlichen Einsatz angeht, einen
Fächer verschiedenster Tätigkeiten aufweist (vgl. Bundesgerichtsentscheid
8C_652/2014 vom 9. Januar 2015). Grundsätzlich kann daher auf die Tabellenlöhne
abgestellt werden. - Sowohl das Validen- wie das Invalideneinkommen ist somit
ausgehend vom selben Tabellenlohn zu bestimmen, weshalb der Invaliditätsgrad dem
Grad der Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers unter Berücksichtigung eines
allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn gemäss BGE 126 V 75 entspricht (vgl.
Bundesgerichtsentscheid vom 20. April 2010, 9C_215/2010 E. 5.2).
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5.3 Bestehen im Einzelfall Anhaltspunkte dafür, dass die versicherte Person ihre
gesundheitlich zumutbare verbleibende (Rest-) Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen
Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann, ist
ein Abzug von den Tabellenlöhnen zu machen. Bei der Bestimmung der Höhe des
Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das
Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu
schätzen und insgesamt auf höchstens 25 % des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl.
BGE 134 V 322 E. 5.2 und BGE 126 V 75). Allenfalls bei der Parallelisierung der
Vergleichseinkommen bereits berücksichtigte invaliditätsfremde Faktoren - wie konkret
etwa die ausländische Herkunft - führen nicht auch noch zu einem Abzug (vgl. dazu
BGE 134 V 322 E. 5.2). - Die gesundheitlich bedingten Einschränkungen des
Beschwerdeführers sind in der medizinisch begründeten Arbeitsunfähigkeitsschätzung
enthalten. Insbesondere berücksichtigt diese den Pausenbedarf. Der Umstand, dass
bei vollzeitlicher Präsenz, wie sie dem Beschwerdeführer zumutbar ist, nur ein
eingeschränktes Rendement möglich ist, ist nach der Rechtsprechung des
Bundesgerichts nicht abzugsrelevant (vgl. Bundesgerichtsentscheid vom 4. April 2012,
8C_20/2012). Ein Abzug wegen nicht mehr zumutbarer körperlich belastenderer Arbeit
fällt, da der genannte Tabellenlohn (des Kompetenzniveaus 1) bereits eine Vielzahl von
leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst, nicht in Betracht (vgl.
Bundesgerichtsentscheid vom 24. Mai 2018, 8C_884/2017 E. 4.2). Ein mehr als 10 %
ausmachender Abzug kommt bei den vorliegenden Gegebenheiten, da allein die
Rücksicht auf die erforderlichen individuell flexiblen Arbeitspositionen in Betracht fällt,
nicht in Frage. Selbst damit ergibt sich allerdings bei einer Arbeitsfähigkeit von 70 %
kein rentenrelevanter Invaliditätsgrad (sondern 37 %; 1- [0.7 x 0.9]).
5.4 Die Beschwerdegegnerin hat einen Rentenanspruch daher zu Recht abgelehnt.
6.
6.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
6.2 Nach Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen
Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand
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und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200 bis 1000 Franken festgelegt. Als
unterliegende Partei hat der Beschwerdeführer die Gerichtskosten zu bezahlen (vgl.
Art. 95 Abs. 1 VRP). Diese sind ermessensweise auf Fr. 600.-- zu veranschlagen. Mit
dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ist die geschuldete Gerichtsgebühr
getilgt.