Decision ID: 3c4c3c03-3e26-5b2b-b5aa-f9dd52720100
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1977
geborene
X._
war bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert, als er
am
1
8.
Mai 2015
anläss
lich eines über die
Y._
vermittelten
Gipser-
Einsatzes auf einer Zürcher Baustelle von der Leiter fiel (
Urk.
10/1).
Die dabei erlittene mehr
fragmentäre dislozierte distale Radiusfraktur rechts wurde selben Tags im
Z._
erstversorgt
(Anlage
eines Fixateur
externe)
. Zudem wurde der Ver
sicherte zu 100
%
krankgeschrieben
(
Urk.
10/8
/2,
Urk.
10/13
)
. Die Suva aner
kannte den Schadenfall und erbrachte die gesetzlichen Leistungen (
Urk.
10/3).
Am 2
6.
Mai 2015 erfolgte die definitive Osteosynthese (
Urk.
10/19/2
ff.
).
Trotz ergotherapeutischer Nachbehandlung beklagte der Versicherte p
ersistierende
Rest
beschwerden
(
Urk.
10/22,
Urk.
19/26/3
,
Urk.
10/28
,
Urk.
10/44,
Urk.
10/48,
Urk.
10/57
).
Von Mitte Juni bis Ende J
uli 2016 erfolgte eine ambulante Rehabili
tation i
n der
A._
(
Urk.
10/93).
Im
November 2017 nahm
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Orthopädie und Traumatologie, eine kreisärzt
liche Untersuchung sowie
medizinische Beurteilung des Integritätsschadens vor (Bericht
e
vom
2.
u
nd
3.
November 2017
, Urk.
10/155 f.
)
.
Mit Schreiben vom
7.
November 2017
stel
lte die Suva die Heilungskosten
und Taggeldleistungen per
3
1.
Dezember 2017
ein (Urk.
10/
157
). Sodann
verneinte
sie
mit Verfügung vom 1
3.
Februar 2018
gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 3.23
%
ei
nen Renten
an
spruch. Zeitgleich
sprach sie
dem
Versicherten
eine
Integritätsentschädigung
entsprechend einer
Integritätseinbusse von
7.5
% zu (Urk.
10/178
). Die gegen
den abweisenden Renten
entscheid
erhobene Einsprache (Urk.
10/186,
Urk. 10/191
)
wies
die Suva mit
Einspracheentscheid
vom
9.
Januar 2019
ab
(Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
X._
am
3
0.
Januar 2019
Beschwerde und beantragte, es sei ihm ab dem 1.
Januar 2018
eine Rente gestützt auf einen Invaliditätsgrad von
18
% zuzusprechen (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom
9.
Mai 2019
schloss
die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 9), was dem Beschwerdeführer am
1
6.
Mai 2019
zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 11).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am
9. Novem
ber 2016 verabschiedeten geänderten
Bestimmungen des Bundesge
set
zes
über die Unfallversicherung (UVG) und der
Verordnung über die Unfallver
si
cherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
1
8.
Mai 2015
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig ge
wese
nen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss Art. 6
UVG
werden
-
soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die
Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krank
heiten gewährt (Abs. 1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (Abs. 2). Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
1.3
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teil
weise arbeitsunfähig (Art. 6
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG
), so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Tag
geld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG
).
Der Ren
tenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann und
allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abge
schlossen
sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Tag
geldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die Beschwerdegegnerin, aus dem Ein
kom
mens
verglei
ch basierend auf den Angaben der letzten Arbeitgeberin
sowie Lohn
angaben aus der Dokumentation von Arbeitsplätzen (DAP) resultiere ein renten
ausschliessender Invaliditätsgrad von 3
%
(
Urk.
2)
.
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt, es sei zu
r
Ermittlung beider Vergleichseinkommen auf die LSE abzustellen.
Unter Berück
sichtigung eines 10%igen Abzugs
resultiere
daraus
ein rentenbegründender Inva
liditätsgrad von 18
%
(
Urk.
1)
3
.
Festzuhalten ist vo
rab, dass die mit Verfügung vom
1
3.
Februar 2018
zugespro
chene Integritätsentschädigung unangefochten
blieb
(Urk. 10/
178,
Urk. 10/186,
Urk.
10/191
).
Unbestritten
ist auch, dass der medizinische Endzustand im Sinne von
Art.
19
Abs.
1
UVG
erreicht
ist (vgl. E. 1.3)
und
im Zeitpunkt der Ren
ten
prüfung
(
2018
)
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit hinsichtlich einer – näher um
schrie
benen - Verweistätigkeit bestand
(vgl. Urk.
10/155/6f.
).
Strittig und zu prüfen ist
einzig der Rentenanspruch und damit die
Invaliditäts
bemessung
.
4.
4.1
Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss
Art.
16 ATSG das Er
werbs
einkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und na
ch Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede
rungs
massnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits
markt
lage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre.
4.2
Die
Erwerbsbiogra
phie des Beschwerdeführers
zeichnet sich aus durch
temporäre
Arbeitsverhältnisse sowie einen seit 2007 fast durchgehenden Bezug von Arbeits
losenentschädigung
(Urk.
10/159).
Dabei darf w
eder der
zuletzt mit der
Y._
vertraglich vereinbarte
Stundenlohn
noch
dürfen
die im Rahmen früherer Kurzanstellungen erzielten Einkommen
auf einen
Jahres
lohn
hoch
ge
rechnet werden,
zumal
bei
Temporärarbeitnehmern
- gleich wie bei Saisonstellen - nur jene Zeiten zu berücksichtigen
sind
, in denen im Gesundheitsfall
tatsächlich
gearbeitet worden wäre (Thomas Ackermann, Die Bemessung des Invaliditäts
grades, in:
Kieser
/
Lendfers
[
Hrsg
], Sozialversicherungsrechtstagung 2012,
S. 22).
Dies gilt vorliegend umso mehr
,
als dass
vor dem Unfall
ausweislich einzig
im Jahre 2011
eine längerdauernde
A
nstellung
bestand
.
Vielmehr
sind
zur Ermitt
lung des
Valideneinkommens
vorliegend
die
Tabellenlöhne
gemäss
der
Schweize
rischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes
für Statistik heranzuziehen
.
Da der Beschwerdeführer nach eigenen Angaben
über k
eine in der Schweiz aner
kannte Berufsausbildung verfügt (vgl.
Urk.
10/155/4)
,
versteht es sich – entgegen seinen beschwerdeweisen Vorbringen (
Urk.
1 S. 3,
Urk.
3/3) -
von selbst, dass
dabei
nicht auf den Tabellenlohn für Bau- und Ausbaufachkräfte abgestellt werden kann.
Bei dieser Sachlage sowie mit Blick auf seine Berufsbiographie ist v
ielmehr davon auszugehen, dass
d
er
Beschwerdeführer
im Gesundheitsfall weiterhin als Hilfsarbeiter im Baugewerbe tätig ge
wesen wäre. Mithin ist
auf den Tabellen
wert
in der
Höhe
von
Fr.
5‘508.-- (LSE 2016
, Tabelle TA
1,
Ziff.
41-43
,
Männer, Kompetenzniveau 1)
abzustellen
.
Unter Berücksichtigung der durch
schnitt
lichen Arbei
tszeit von 41.4
Stunden im Jahr 201
6
(
vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen [NOGA 2008],
in Stunden pro Woche, 2004-2017
,
F 41-43
) sowie der Nominallohnentwicklung für Männer bis ins massgebliche Jahr 201
8
(Indexstand
2
239
[2016]
22
60
[
2018
]
;
vgl. Bundesamt für Statistik, Schweizerischer Lohnindex, Landesindex der Konsu
mentenpreise, T 39, Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne,
2
010-2018
, Nominallöhne Männer) ergibt sich für ein 100%-Arbeitspensum ein Jahreseinkommen
2018
von rund Fr.
69
'
051
.--
(Fr.
5’508.-- : 40 x 41.4
x 12 :
2239 x 22
60
).
4.3
4.3.1
Kann - wie hier - für die Bestimmung des Invalideneinkommens nicht auf die konkrete beruflich-erwerbliche Situation abgestellt werden, können nach der Recht
sprechung entweder
die LSE
oder die Suva-Dokumentationen von Arbeits
plätzen (
DAP)
herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 126 V 75 E. 3b; RKUV 1999 Nr. U 343 S. 412).
Die DAP ist eine Sammlung von Beschreibungen in der Schweiz tatsächlich exis
tierender Arbeitsplätze. Damit unterscheidet sie sich von der tabellarischen Dar
stellung von Durchschnittslöhnen, die im Rahmen der Schweizerischen Lohn
struk
turerhebung (LSE) vom Bundesamt für Statistik regelmässig erhoben werden. Neben
allgemeinen Angaben und Verdienstmöglichkeiten werden in der DAP die physischen Anforderungen an die Stelleninhaber oder Stelleninhaberinnen fest
gehalten. Der Raster der körperlichen Anforderungskriterien basiert auf dem internationalen medizinischen Standard EFL nach Isernhagen (ergonomische Funktions- und Leistungsprüfung). Die Suva entschloss sich 1995 zum Aufbau der DAP mit dem Zweck, das Invalideneinkommen entsprechend den gerichtli
chen Anforderungen so konkret wie mögli
ch ermitteln zu können (BGE 139
V
592 E. 6.1 mit Hinweisen).
Bei Heranziehen der DAP hat sich die Ermittlung des Invalideneinkommens auf mindestens fünf zumutbare Arbeitsplätze zu stützen. Zusätzlich sind Angaben zu machen über die Gesamtzahl der aufgrund der gegebenen Behinderung in Frage kommenden dokumentierten Arbeitsplätze, über den Höchst- und den
Tiefstlohn
sowie über den Durchschnittslohn der dem jeweils verwendeten Behinderungs
profil entsprechenden Gruppe. Damit soll die Überprüfung des Auswahlermessens ermöglicht werden, und zwar in dem Sinne, dass die Kenntnis der Gesamtzahl der dem verwendeten Behinderungsprofil entsprechenden Arbeitsplätze sowie des Höchst-, Tiefst- und Durchschnittslohnes im Bereich des Suchergebnisses eine zuverlässige Beurteilung der von der Suva verwendeten DAP-Löhne hinsichtlich ihrer Repräsentativität erlaubt.
4
.3.2
Vorliegend hat
die Beschwerdegegnerin zur Berechnu
ng des Invalideneinkom
mens
DAP-Profile herangezogen. De
mgegenüber hielt der Beschwerde
führer dafür, es sei das Invalideneinkommen anhand der LSE festzusetzen und ihm
dabei
ein
leidensbedingter
Abzug von
1
0 % zu gewähren (Urk.
1 S. 4f.
).
4
.3.3
Das Bundesgericht hat seine Praxis zur DAP-Methode, welche zum Ziel hat, die Vergleichseinkommen so konkret wie möglich zu ermitteln (vgl. BGE 139 V 592 E. 7.1), mehrfach bestätigt (vgl. BGE 139 V 592 E. 7.1; SVR 2016 UV Nr. 14 S. 43, 8C_430/2014; Urteil des Bundesgerichts 8C_182/2017 vom 10. April 2017 E. 4.2).
Die Bestimmung des Invalidenlohnes auf der Grundlage von tabellarischen Dur
ch
schnittslöhnen nach der LSE ist der DAP-Methode nicht prinzipiell vorzuziehen (BGE 139 V 592 E. 6.2, Urteil des Bundesgerichts vom 10. April 2017 E. 3.3).
Im Gegenteil
kann den gesundheitlichen Einschränkungen bei der DAP-Methode insoweit besser Rechnung getragen, als dass nur Stellen ausgewählt werden, welche dem verbleibenden Leistungsprofil entsprechen. Mithin werden die spezi
fischen Beeinträchtigungen in der Leistungsfähigkeit bei der Auswahl der zumut
baren
DAP
-Profile ganz konkret berücksichtigt. Dadurch wird auch die Lohnhöhe beeinflusst. Mit anderen Worten erscheinen nur Löhne, welche trotz der Ein
schränkungen erzielbar
sind (vgl. BGE 139 V 592).
Dass die Beschwerdegegnerin zur Ermittlung des Invalideneinkommens vorliegend auf die DAP abstellte ist
damit
nicht zu beanstanden. Daran vermag auch
nichts
zu ändern, dass sie
die DAP-Methode
aufgrund des hohen Aufwandes seit anfangs 2019 aufgegeben hat
.
Vorliegend ging die Beschwerdegegnerin von fünf, den gesundheitlichen Beein
trächtigungen angepassten Arbeitsstellen in der von ihr erstellten Dokumentation von Arbeitsplätzen, unter Auszug von
497
weiteren, bezüglich des Belastungs
profils vergleichbaren Arbeitsstellen, aus (Urk. 10/
176
). Mit der vorliegenden
DAP
-Dokumentation hat sie den Beweis für das zumut- und erzielbare hypothe
tische Invalideneinkommen rechtsprechungskonform und ausreichend erbracht. Auch ist nach Durchsicht der ausgewählten Arbeitsstellen festzustellen, dass diese dem kreisärztlich festgelegten Belastungsprofil entsprechen.
Zwar trifft es zu, dass Schraub- und Bohrarbeiten mit der rechten Hand aus dem medizinischen Belastungsprofil ausgeschlossen wurden (
Urk.
10/155/7).
Dass es sich beim Ver
merk „Schrauben/Bohren“
in den DAP-Blättern indes
lediglich um eine beispiel
hafte Versinnbildlichung für
das Kriterium
„
mittelschweres Hantieren mit Gegen
ständen
“
und nicht um eine effektiv durchzuführende Tätigkeit handelt, ergibt sich bereits mit Blick darauf, dass bei sämtlichen DAP-Nummern
dieselben
Bei
spiele
angebracht
sind
(vgl.
Urk.
176).
So
wird
etwa beim Kriterium
„Stehen“ bei sämtlichen DAP-Nummer
stets
der Vermerk „Coiffeur“ angebracht. Dass ein
W
a
agenausrüster
, Maschinenü
berwacher, Kontrolleur, Betriebs- oder
Produk
tions
mitarbeiter
zufolge dessen
die Aufgaben eines Coiffeurs durchzuführen hätte,
kann dennoch nicht
ernsthaft
behauptet werden.
Weshalb das kunden- und länderspezifische Ausrüsten von Waagen überwiegend wahrschein
lich mit
regel
mässigen
Schraubarbeiten
verbunden sei
n soll
– so wie beschwerdeweise behaup
tet (
Urk.
1 S. 5)
-
erschliesst
sich dem Gericht nicht und
liess
der Beschwer
deführer auch
gänzlich unbegründet
.
Ganz abgesehen davon wurden Schraubar
beiten ausdrücklich nur rechtsseitig ausgeschlossen und ist nicht einzusehen, weshalb der Beschwerdeführer –
gegebenenfalls
anfallende – Schraubarbeiten nicht mit der lin
ken Hand durchführen könnte
.
Sodann ist
darauf hinzuweisen,
dass mit der medizinisch-theoretisch bestimmten
Leistungsfähigkeit bereits eine abschliessende Aussage dazu gemacht wird, welche
Tätigkeiten in welchem Umfang noch zumutbar sind. Entsprechend ist davon auszugehen, dass Tätigkeiten, welche dem medizinisch zumutbaren Belastungs- und Leistungsprofil entsprechen, von der versicherten Person grundsätzlich voll
ständig
ausgefüllt werden können, weshalb es für eine weitere Lohnreduktion bei konkret vorliegenden leidensangepassten Tätigkeiten keinen Grund gibt. Mithin sind
Abzüge im System der
DAP
grundsätzlich weder sachgerecht noch zulässig (BGE 129 V 472). Bezüglich der weiteren persönlichen und beruflichen Merkmale (Teilzeitarbeit, Alter, Anzahl Dienstjahre, Aufenthaltsstatus), die bei der Anwen
dung der LSE zu einem Abzug führen könn
ten, ist weiter darauf hinzuweisen, dass auf den
DAP
-Blättern in der Regel nicht nur ein Durchschnittslohn, sondern ein Minimum und ein Maximum angegeben sind, innerhalb deren Spannbreite auf die konkreten Umstände Rücksicht genom
men werden könne (BGE 139 V 592 E. 7.3).
Vorliegend sind beim
im Zeitpunkt der Rentenprüfung erst 41-jährigen Beschwerde
führer
mit Schweizer
Bürgerrecht (vgl.
Urk.
10/52/2)
indes keine per
sönlichen und beruflichen Merkmale gegeben, welche ein Abweichen vom Durch
schnittslohn der fünf ausgewählten
DAP
-Löhne zum Minimum hin zu rechtfer
tigen vermöchten.
Nach dem Gesagten ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin zur Bestimmung des Invalideneinkommens auf den Durchschnittslohn der fünf
DAP
-Profile von Fr.
65‘197
.-- (Urk.
10/178
,
Urk.
10/181/3
abst
ellte. Hiervon ist kein leidens
bedingter Abzug vorzunehmen.
Der Vergleich
des hier
massgeblichen
Invalideneinkommens
von Fr.
65‘197.--
mit dem
Valideneinkommen
von rund
Fr.
69‘051
.--
ergibt eine
Erwerbseinbusse
von
rund
Fr.
3‘854,
was einem
rentenausschliessenden
Invaliditätsgrad von
5
.
8
5
%, gerundet
6
% entspricht.
Damit erweist sich der angefochtene
Einspracheentscheid
vom
9.
Januar 2019
im Ergebnis
als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.