Decision ID: 98b68579-811f-5e98-8fde-e8fe1e84d6af
Year: 2013
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Benjamin Motor, advokatur collegius, Zürcher
strasse 1, Postfach 54, 7320 Sargans,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 7. Oktober 2009 unter Hinweis auf Diskushernie sowie
Wirbelsäulenfehlform zum Bezug beruflicher Massnahmen und für eine Rente bei der
IV-Stelle des Kantons St. Gallen an (IV-act. 2-1 ff.). Der Versicherte weilte zuvor vom
11. bis 31. August 2009 in stationärer Behandlung in der Klinik Valens, nachdem er seit
dem 12. Februar 2009 zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben war (IV-act. 25-15, 25-17).
Im Austrittsbericht vom 16. September 2009 wurde die Diagnose eines
lumbospondylogenen Syndroms links mit/bei einer Diskushernie L4/5 paramedien
rechtsseitig mit leicht nach kaudal luxiertem Sequester mit Impression des Dural
schlauches und Einengung des Spinalkanales (MRI vom 6. April 2009), Status nach
Sakralblock am 13. Mai 2009 ohne Erfolg, Status nach CT-gesteuerter Nervenwurzel
infiltration L5 rechts am 3. Juli 2009, subjektiv ohne Besserung, Wirbelsäulenfehlform
und –Fehlhaltung, muskulärer Dysbalance sowie Haltungsinsuffizienz genannt. Die be
handelnden Ärzte attestierten eine volle Arbeitsfähigkeit in einer leichten bis mittel
schweren wechselbelastenden Tätigkeit mit einer (selten vorkommenden) maximalen
Gewichtslimite beim Heben von der Taille zur Kopfhöhe von 7.5 kg; vorgeneigtes
Stehen, Arbeiten über Kopf, Knien sowie Sitzen sollten nur manchmal vorkommen. Die
oft ausgeübte angestammte Tätigkeit als Baggerfahrer sei dem Versicherten in re
duziertem Pensum und unter Wechselbelastung halbtags möglich; zusätzlich sollte die
sitzende Arbeitshaltung wiederholt unterbrochen werden können, um so eine gewisse
Wechselbelastung zu bewirken (IV-act. 29-1 ff.).
A.b Am 11. Dezember 2009 erstattete die B._ AG einen Arbeitgeberbericht. Darin
wurde ausgeführt, dass der Versicherte vom 28. April 1997 bis 31. Juli 2009 als
Maschinist/Bauarbeiter beim Unternehmen tätig gewesen sei. Der Versicherte habe im
Vollzeitpensum gearbeitet; sein letzter effektive Arbeitstag sei der 11. Februar 2009
gewesen (IV-act. 24-1 ff.). Im beigelegten Kündigungsschreiben wurde festgehalten,
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dass das Arbeitsverhältnis aufgelöst worden sei, weil der Versicherte trotz Verwarnung
wieder Alkohol während der Arbeit konsumiert habe (IV-act. 24-8).
A.c Dr. med. I._ vom IV-internen regionalen ärztlichen Dienst (RAD) hielt am
15. Februar 2010 in einer internen Stellungnahme fest, im Austrittsbericht der Klink
Valens vom September 2009 werde keine Alkoholproblematik erwähnt. Der RAD
schliesse den Fall ab (IV-act. 30-1).
A.d Mit Schreiben vom 23. Februar 2010 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit,
dass ihm Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche durch die interne
Eingliederungsberatung gewährt werde (IV-act. 32-1 f.).
A.e Am 8. Juni 2010 erstattete Dr. med. C._, Facharzt FMH für Neurochirurgie,
einen Bericht über die gleichentags stattgefundene konsiliarische Untersuchung. Dr.
C._ diagnostizierte eine aktivierte Facettengelenksproblematik L4/L5 sowie eine
Claudicatio spinalis-Symptomatik. Zudem führte er aus, nachdem der Versicherte auf
diverse Infiltrationen wie Sakralblock und Nervenwurzelinfiltration sowie stationäre
Therapie keine entscheidende Schmerzlinderung erfahren habe, sei die Indikation zur
Operation gegeben. Ab Februar 2010 sei der Versicherte als Baggerführer wieder zu
100 % arbeitsunfähig (IV-act. 45-24). Im Bericht vom 6. Juli 2010 berichtete Dr. C._,
er habe an diesem Tag eine Kryorhizotomie L4/L5 und L5/S1 durchgeführt. Es sei eine
problemlose, minimalinvasive Intervention gewesen (IV-act. 48-10).
A.f Im Verlaufsprotokoll nach Grundsatzentscheid vermerkte die zuständige Ein
gliederungsverantwortliche der IV-Stelle am 23. Juli 2010, gemäss Vereinbarung mit
dem Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) werde die IV den Fall abschliessen.
Dies, da der Versicherte optimal durch das RAV begleitet werde. Der Versicherte werde
als motiviert und zuverlässig beschrieben. Gegenüber der IV habe er jedoch die Ver
einbarung im (am 14. Januar 2010 unterzeichneten) Eingliederungsplan nicht ein
gehalten (IV-act. 37-1 f.). In der Folge kündigte die IV-Stelle mit Vorbescheid vom
30. Juli 2010 an, sie werde das Leistungsbegehren für berufliche Massnahmen
ablehnen. Als Begründung wurde angeführt, der Versicherte werde in der Stellensuche
weiterhin über das RAV betreut. Berufliche Massnahmen seitens der IV seien somit
nicht notwendig (IV-act. 41-1 f.).
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A.g Ebenfalls am 30. Juli 2010 erstattete die Stiftung Arbeitsgestaltung den
Abschlussbericht über das Beschäftigungsprogramm des Versicherten im
WerkBahnhof, D._, welches er vom 17. Mai bis 30. Juli 2010 absolvierte. Darin wurde
unter anderem ausgeführt, bei allen Arbeiten habe der Versicherte immer wieder mal
ruhen oder umhergehen müssen, um eine Entlastung herbeizuführen. Wegen einer
eventuell anstehenden Rückenoperation verlasse der Versicherte vorzeitig das
Programm (IV-act. 43-1 ff.).
A.h Am 17. August 2010 erstattete Hausarzt Dr. med E._, Facharzt für Allgemeine
Medizin FMH, zuhanden der IV-Stelle einen Arztbericht. Er diagnostizierte ein
lumbospondylogenes Syndrom, eine Hypertonie sowie eine Adipositas und attestierte
eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit ab dem 12. Februar 2009 sowie eine 50 %ige
Arbeitsunfähigkeit ab dem 1. September 2009. Die bisherige Tätigkeit als Bauarbeiter
sei dem Versicherten nicht mehr, diejenige als Baggerführer im Pensum 50 %
zumutbar (IV-act. 45-1 f.).
A.i Die IV-Stelle lehnte mit Verfügung vom 1. Oktober 2010 (IV-act. 46-1 f.) das
Leistungsbegehren des Versicherten auf berufliche Massnahmen ab.
A.j Dr. med. F._ vom RAD hielt am 14. Dezember 2010 in einer internen
Stellungnahme fest, die Dokumente, welche bezüglich der Beurteilung der Arbeits
fähigkeit zuverlässig Auskunft geben könnten, seien die Berichte der Klink Valens vom
September 2009. Die attestierte Arbeitsfähigkeit bzw. Arbeitsunfähigkeit der Klinik
Valens könne der RAD bestätigen und übernehmen. Eine Änderung des Gesundheits
zustandes sei seit dem Klinikaustritt im August 2009 nicht eingetreten und nicht
dokumentiert (IV-act. 49-1 f.).
A.k Am 23. Dezember 2010 erstattete Dr. med. G._ von der Klinik für ortho
pädischen Chirurgie des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) einen Bericht. Darin
diagnostizierte er (mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit) ein chronifiziertes
lumbospondylogenes Schmerzsyndrom bei degenerativen LWS-Veränderungen L3-S1.
In einer unbelasteten Tätigkeit in wechselnd sitzend und stehender Position mit freier
Positionswahl der Arbeitshaltung, unter Vermeidung von lediglich statischen
Arbeitshaltungen und ohne Heben von Lasten über 10 kg sei eine mindestens 50 %ige
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Arbeitsfähigkeit mit gegebenenfalls im Verlauf erfolgender Steigerung theoretisch
möglich (IV-act. 52-1 ff.).
A.l Mit Vorbescheid vom 3. Januar 2011 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
Abweisung des Leistungsgesuchs in Aussicht (IV-act. 54-1 f.). Der Invaliditätsgrad
betrug 13 % (Valideneinkommen: Fr. 68'640.--, Invalideneinkommen: Fr. 59'979.--).
A.m Der Versicherte erhob am 4. Februar 2011 Einwand gegen den Vorbescheid (IV-
act. 55). Er machte im Wesentlichen geltend, seine Rückenproblematik habe sich
massiv verschlechtert. Dem Einwand wurde der vorläufige Austrittsbericht der Klinik
Valens vom 31. August 2009 sowie eine Röntgenaufnahme beigelegt (IV-act. 56-1 ff.).
A.n Mit Verfügung vom 16. Februar 2011 wies die IV-Stelle das Rentengesuch des
Versicherten bei einem errechneten Invaliditätsgrad von 13 % ab (IV-act. 58-1 ff.).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die am 21. März 2011 erhobene Beschwerde.
Darin wird beantragt, die Verfügung sei aufzuheben und der Fall sei an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese das Rentenbegehren nach
Einholung eines polydisziplinären Gutachtens bei einer Medizinischen Abklärungs-
Stelle (MEDAS Ostschweiz oder Zentralschweiz) neu beurteile. In der
Beschwerdebegründung wird im Wesentlichen ausgeführt, die Beschwerdegegnerin
stütze sich bei der Abweisung des IV-Leistungsbegehren einerseits auf einen in
zeitlicher Hinsicht lange zurückliegenden Arztbericht der Klinik Valens (16. September
2009) und andererseits auf neuere medizinische Berichte, die aber zur Frage der
Erwerbsfähigkeit des Beschwerdeführers keine Stellung nehmen würden. Zudem sei
unbestritten, dass der Beschwerdeführer seit längerem Alkoholprobleme habe und ihm
auch deswegen gekündigt worden sei. Mit Aktennotiz des RAD vom 15. Februar 2010
werde diese Frage mit dem Hinweis abgehandelt, im Austrittsbericht der Klink Valens
vom September 2009 werde keine Alkoholproblematik erwähnt. Diese
Schlussfolgerung mute seltsam an. Dass die Klinik Valens die Alkoholproblematik des
Beschwerdeführers nicht erwähne, bedeute noch lange nicht, dass keine
Alkoholabhängigkeit bestehe. Die Beschwerdegegnerin hätte diesbezüglich zumindest
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eine psychologische Abklärung vornehmen müssen. Die Alkoholsucht des
Beschwerdeführers sei nämlich als IV-relevant zu betrachten. Gemäss dem
Untersuchungsgrundsatz sei es vorliegend notwendig, dass zusätzliche medizinische
Abklärungen getätigt würden und zwar eine profunde sowie professionelle poly
disziplinäre Begutachtung durch eine IV-unabhängige MEDAS-Gutachterstelle der Ost-
oder Zentralschweiz (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 2. Mai 2011 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führt sie im Wesentlichen aus, den medi
zinischen Akten sei kein Hinweis auf eine Alkoholerkrankung zu entnehmen. Einzig im
Fragebogen für Arbeitgeber vom 11. Dezember 2009 habe die B._ AG angegeben,
dass im Anschluss an die wiederholten Alkoholprobleme am Arbeitsplatz die
Kündigung ausgesprochen worden sei. Im Austrittsbericht der Klinik Valens, wo sich
der Beschwerdeführer immerhin vom 11. bis 31. August 2009 stationär aufgehalten
habe, sei nichts von allfälligen Alkoholproblemen zu lesen. Auch in den Arztberichten
der Dres. E._, H._ und G._ seien keine Alkoholprobleme erwähnt. Falls Alkohol
probleme akut gewesen wären, hätten diese mit grosser Wahrscheinlichkeit den Ärzten
zumindest in der Klinik Valens auffallen müssen. Der RAV-Berater, welcher den Be
schwerdeführer bei der Stellensuche begleitet habe, habe diesen als zuverlässig und
motiviert beschrieben. Im Abschlussbericht des Beschäftigungsprogramms im Werk
Bahnhof D._ vom 25. Juli 2010 sei ebenfalls kein Alkoholproblem aufgefallen. Zudem
sei anzumerken, dass Süchte für sich allein keine Arbeitsunfähigkeit begründeten. Auch
sei an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer im Rahmen seiner
Schadenminderungspflicht gehalten sei, aus eigenem Antrieb alles ihm Zumutbare zu
unternehmen, um eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit zu erzielen. Dazu würde
auch eine allfällige Entzugsbehandlung gehören. Eine IV-relevante gesundheitliche
Beeinträchtigung im Sinne einer Alkoholerkrankung liege daher nicht vor. Die
Beschwerdegegnerin stütze sich daher zu Recht auf den Austrittsbericht der Klinik
Valens und die danach eingegangenen Arztberichte (act. G 4).
B.c Der Beschwerdeführer verzichtete auf eine Replik (act. G 6).

Erwägungen:
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1.
1.1 Invalidität im Sinne von Art. 8 ATSG ist die voraussichtlich bleibende oder längere
Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit ver
ursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder
teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausge
glichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Anspruch auf eine ganze Invalidenrente
besteht gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%,
derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60 % invalid ist. Liegt ein
Invaliditätsgrad von mindestens 50 % vor, wird eine halbe Rente zugesprochen und bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % eine Viertelsrente. Eine Invalidität von
weniger als 40 % wird von der Invalidenversicherung rentenmässig nicht entschädigt.
1.2 Um den Grad der Arbeitsunfähigkeit, der Erwerbsunfähigkeit und der Invalidität
bemessen zu können, sind Verwaltung und Gericht auf Unterlagen angewiesen, die
ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben.
Aufgabe der ärztlichen Sachverständigen ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen
und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten
die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine
wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der ver
sicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen).
Unter Berücksichtigung des Grundsatzes der freien Beweiswürdigung hat das Gericht
alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen. Hin
sichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist deshalb allein entscheidend, ob der
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht,
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben
worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des
Experten begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a).
2.
Zu klären ist vorweg die Frage, ob die medizinische Aktenlage eine rechtsgenügliche
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers erlaubt.
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2.1 Die Beschwerdegegnerin stützt sich für die Beurteilung der zumutbaren
Arbeitsleistung des Beschwerdeführers auf die interne Aktennotiz des RAD-Arztes
Dr. F._ vom 14. Dezember 2010 (IV-act. 49-2). Dieser wiederum stützt seine
Einschätzung in der Hauptsache auf den Austrittsbericht der Klinik Valens vom
16. September 2009 über den stationären Aufenthalt vom 11. August bis 31. August
2009 (IV-act. 29-1 ff.). Darin wurde ein lumbospondylogenes Syndrom links bei/mit
einer Diskushernie L4/5 paramedian rechtsseitig mit leicht nach kaudal luxiertem
Sequester mit Impression des Duralschlauches und Einengung des Spinalkanals (MRI
vom 6. April 2009), Status nach Sakralblock am 13. Mai 2009 ohne Erfolg, Status nach
CT-gesteuerter Nervenwurzelinfiltration L5 rechts am 3. Juli 2009 (subjektiv ohne
Besserung), Wirbelsäulenfehlform und –Fehlhaltung, muskulärer Dysbalance sowie
Haltungsinsuffizienz diagnostiziert (IV-act. 29-1). Die bisherige, eher selten ausgeübte
schwere Bauarbeitertätigkeit, wird als nicht mehr zumutbar, die oft ausgeübte Tätigkeit
als Baggerfahrer hingegen als in reduziertem Pensum halbtags möglich bezeichnet.
Zusätzlich sollte die sitzende Arbeitshaltung wiederholt unterbrochen werden können,
um so eine gewisse Wechselbelastung zu bewirken. Eine leichte bis mittelschwere
wechselbelastende Arbeit mit selten vorkommenden maximalen Lasten beim Heben
von der Taille bis zur Kopfhöhe von 7.5 kg sei jedoch ganztags zumutbar, wobei vorge
neigtes Stehen, Arbeiten über Kopf, Knien sowie Sitzen nur manchmal vorkommen
dürften (IV-act. 29-2).
2.2 Der Beschwerdeführer hält in der Hauptsache sinngemäss dagegen, seit seinem
Aufenthalt in der Rehaklinik Valens sei keine genügende Abklärung hinsichtlich einer
adaptierten Arbeitstätigkeit erfolgt. Zudem sei seiner Alkoholproblematik keine Be
achtung geschenkt worden bzw. es sei keine diesbezügliche psychologische
Abklärung erfolgt (act. G 1).
3.
3.1 Bei der Würdigung der medizinischen Situation fällt hauptsächlich ins Gewicht,
dass die Beschwerdegegnerin den aktuellsten Bericht von Dr. G._ von der Klinik für
orthopädische Chirurgie des KSSG vom 23. Dezember 2010 (IV-act. 52-1 ff.) nicht in
ihre Beurteilung der Arbeitsfähigkeitsschätzung bezüglich einer zumutbaren Tätigkeit
einbezogen hat. Diesem kann die Diagnose eines chronifizierten lumbospondylogenen
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Schmerzsyndroms bei degenerativen Veränderungen der Lendenwirbelsäule (LWS)
auf Höhe L3-S1 entnommen werden. Dr. G._ attestierte dem Beschwerdeführer bei
einer unbelasteten Tätigkeit in wechselnd sitzender und stehender Position mit freier
Positionswahl der Arbeitshaltung, unter Vermeidung von lediglich statischen Arbeits
haltungen, ohne Heben von Lasten über 10 kg, eine theoretisch mögliche, gegebenen
falls im Verlauf steigerbare mindestens 50 %ige Arbeitsfähigkeit. Die Beschwerde
gegnerin hat es unterlassen, nach Eingang dieses ärztlichen Berichtes eine ent
sprechende Stellungnahme beim RAD-Arzt einzuholen; eine Auseinandersetzung mit
dem Bericht vom 23. Dezember 2009 erfolgte somit nicht. Eine solche hätte jedoch
schon aufgrund der erheblich divergierenden ärztlichen Arbeitsfähigkeitsschätzungen
im Austrittsbericht der Klink Valens und im Bericht von Dr. G._ notwendigerweise
erfolgen müssen.
3.2 RAD-Arzt Dr. F._ stellte bei seiner Einschätzung einer 100 %igen Arbeits
fähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit in der internen Stellungnahme vom
14. Dezember 2010 ausschliesslich auf den Austrittsbericht der Klinik Valens vom
16. September 2009 ab (IV-act. 49-2). Notwendig wäre jedoch auch eine ausführliche
Würdigung und Auseinandersetzung mit dem bei der IV-Stelle am 2. November 2010
eingegangenen Bericht der Klinik für Orthopädische Chirurgie des KSSG vom
23. September 2010 (IV-act. 48-1, 48-8 f.) gewesen. Im Bericht wurden als Diagnosen,
welche unter anderem auf einer aktuellen im Juni 2010 durch Dr. C._ erstellten
Magnetresonanztomographie (MRI) der LWS beruhten (IV-act. 48-11 f.), ein lumbo
spondylogenes Schmerzsyndrom bei Diskopathie L3/4, L4/5 und L5/S1, eine Spondyl
arthrose L4/5 sowie ein chronifiziertes lumbospondylogenes Schmerzsyndrom
genannt. Schon bereits aufgrund der seit dem Austrittsbericht Valens neu gestellten,
die Arbeitsfähigkeit möglicherweise beeinflussenden Diagnosen des chronifizierten
lumbospondylogenen Schmerzsyndroms und der Spondylarthrose L4/5 hätte Dr. F._
seine Bemerkung, eine Änderung des Gesundheitszustandes sei seit dem Klinikaustritt
im August 2009 nicht eingetreten und nicht dokumentiert (IV-act. 49-2), zumindest
näher begründen müssen.
3.3 Aufgrund der divergierenden Schätzungen der Arbeitsfähigkeit in adaptierter
Tätigkeit einerseits im Austrittsbericht der Klink Valens (100 %ige Arbeitsfähigkeit) und
andererseits im Bericht von Dr. G._ (50 %ige Arbeitsfähigkeit) hätten im Hinblick auf
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eine ausreichend zuverlässige Beurteilung der massgeblichen invalidenversicherungs
rechtlichen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers also weitere Abklärungen durch die
Beschwerdegegnerin erfolgen müssen, denn der Austrittsbericht der Klinik Valens er
scheint aufgrund der zwischenzeitlich neu hinzugetretenen Diagnosen veraltet und
nicht mehr aktuell, wohingegen der Bericht von Dr. G._ offenbar ohne Kenntnis aller
medizinischen Vorakten erfolgte. Daher ist keinem der beiden Berichte vollständiger
Beweiswert zuzugestehen. Den weiteren sich in den Akten befindenden medizinischen
Berichten kann keine Arbeitsfähigkeitsschätzung in einer adaptierten Tätigkeit ent
nommen werden. Ohne weitere medizinische Abklärungen konnte bzw. kann mithin
nicht über das Leistungsbegehren des Beschwerdeführers entschieden werden.
3.4 Bezüglich der beschwerdeweise vorgebrachten Alkoholerkrankung ist mit der Be
schwerdegegnerin darin einig zu gehen, dass sich in den medizinischen Akten keine
diesbezüglichen Hinweise finden lassen. Auch dem Abschlussbericht der Stiftung
Arbeitsgestaltung vom 25. Juli 2010 ist hinsichtlich einer Alkoholproblematik nichts zu
entnehmen (IV-act. 43-1 ff.). Einzig aus dem Arbeitgeberbericht vom 11. Dezember
2009 geht hervor, dass die ausgesprochene Kündigung im Anschluss an wiederholten
Alkoholkonsum während der Arbeitszeit erfolgte (IV-act. 24-4). Mit dieser nichtmedi
zinischen, allein im Raum stehenden Feststellung der ehemaligen Arbeitgeberin des
Beschwerdeführers ist eine Alkoholerkrankung jedoch nicht überwiegend
wahrscheinlich belegt, zumal es nicht erstaunen kann, dass ein Arbeitgeber bei einem
Maschinenführer und Baggerfahrer auf Alkoholabstinenz während der Arbeit beharrt.
Im Übrigen würde nach der Rechtsprechung selbst eine bestehende Alkoholsucht für
sich allein keine Invalidität im Sinn des Gesetzes begründen (BGE 99 V 28 E. 2; Urteil
des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche
Abteilungen des Bundesgerichts] vom 13. April 2007, I 207/2006). Die Akten liefern
auch sonst keinen Hinweis darauf, dass eine abklärungsbedürftige
psychischeErkrankungvorliegen könnte. Mithin erscheint eine Abklärung des
medizinischen Sachverhalts in psychischer Hinsicht für den massgebenden Zeitraum
als nicht angezeigt, weshalb dem Antrag des Beschwerdeführers auf eine
psychologische Abklärung nicht entsprochen werden kann.
3.5 Zusammenfassend ist somit festzustellen, dass weder die ärztliche Beurteilung
des RAD noch die sich in den Akten befindenden Arzt- bzw. Klinikberichte eine
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ausreichend zuverlässige Beurteilung des Gesundheitszustandes in rheumatologisch-
orthopädischer Hinsicht und der unter invalidenversicherungsrechtlichen
Gesichtspunkten massgeblichen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers (bis zum
Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung vom 16. Februar 2011) zulassen.
Der Sachverhalt erweist sich als ungenügend abgeklärt. Indessen erscheint ein
polydisziplinäres Gutachten – wie vom Beschwerdeführer beantragt (act. G 1) –
angesichts des ausschliesslich im rheumatologisch-orthopädischen Bereich liegenden
relevanten Gesundheitsschadens vorliegend als nicht angezeigt.
4.
4.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der
angefochtenen Verfügung vom 16. Februar 2011 gutzuheissen, und die Sache ist zur
ergänzenden medizinischen Abklärung in rheumatologischer-orthopädischer Hinsicht
im Sinne der Erwägungen und entsprechender neuer Verfügung an die Beschwerde
gegnerin zurückzuweisen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Die unterliegende Beschwerdegegnerin
hat die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der vom
Beschwerdeführer geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihm zurückzuerstatten.
4.3 Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei
insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen
ist (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Angesichts der nicht
sehr umfangreichen Beschwerdeschrift und des Verzichts auf eine Replik erscheint der
Bedeutung und Komplexität der Streitsache angemessen eine Parteientschädigung
von Fr. 3'000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP