Decision ID: 9507ec80-c11a-5755-948f-7e1940bf8d6a
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer, ein sri-lankischer Staatsangehöriger tamilischer
Ethnie, stellte erstmals am 27. Oktober 2015 in der Schweiz ein Asylge-
such. Dieses wurde durch das Staatssekretariat für Migration (SEM) mit
Verfügung vom 8. Oktober 2018 abgelehnt, bei gleichzeitiger Anordnung
der Wegweisung aus der Schweiz sowie des Vollzugs. Eine gegen diese
Verfügung erhobene Beschwerde wurde durch das Bundesverwaltungsge-
richt mit Urteil D-6403/2018 vom 11. Dezember 2018 abgewiesen.
B.
Mit Eingabe seines damaligen Rechtsvertreters vom 31. März 2020 an das
SEM reichte der Beschwerdeführer ein neues Asylgesuch ein.
C.
Mit Zwischenverfügung an die Adresse des damaligen Rechtsvertreters
vom 14. April 2020 stellte das SEM im Wesentlichen fest, die schweizeri-
schen Behörden hätten derzeit keine Kenntnis vom Aufenthaltsort des Be-
schwerdeführers, und forderten diesen dazu auf, sich bei der zuständigen
kantonalen Migrationsbehörde zu melden.
D.
Mit Eingabe seines damaligen Rechtsvertreters an das SEM vom 24. April
2020 liess der Beschwerdeführer im Wesentlichen mitteilen, er habe sich
in der Zwischenzeit beim zuständigen kantonalen Migrationsamt gemeldet.
E.
Mit Verfügung vom 11. Mai 2020 (Datum der Eröffnung: 12. Mai 2020)
lehnte das SEM dieses Gesuch (behandelt als Mehrfachgesuch im Sinne
von Art. 111c Abs. 1 des Asylgesetzes [AsylG, SR 142.31]) ab und ordnete
erneut die Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz sowie
den Vollzug an. Zudem erhob es eine Verfahrensgebühr von Fr. 600.–.
F.
Diese Verfügung focht der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 11. Juni
2020 beim Bundesverwaltungsgericht an. Dabei beantragte er die Aufhe-
bung der angefochtenen Verfügung, die Feststellung seiner Flüchtlingsei-
genschaft und die Gewährung des Asyls, eventualiter die vorläufige Auf-
nahme in der Schweiz wegen Undurchführbarkeit des Vollzugs der Weg-
weisung, subeventualiter die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur
erneuten Beurteilung. Mit der Beschwerdeschrift wurden als Beweismittel
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vier Photographien eingereicht. Auf die Begründung der Beschwerde wird,
soweit für den Entscheid wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Über Beschwerden ge-
gen Verfügungen, die gestützt auf das AsylG durch das SEM erlassen wor-
den sind, entscheidet das Bundesverwaltungsgericht grundsätzlich (mit
Ausnahme von Verfahren betreffend Personen, gegen die ein Ausliefe-
rungsersuchen des Staates vorliegt, vor welchem sie Schutz suchen) end-
gültig (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31–33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
1.2 Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht können im Anwen-
dungsbereich des AsylG die Verletzung von Bundesrecht, einschliesslich
Missbrauch und Überschreitung des Ermessens, sowie die unrichtige oder
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt
werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Im Bereich des Ausländerrechts richtet sich
die Kognition des Gerichts nach Art. 49 VwVG (BVGE 2014/26 E. 5).
2.
Der Beschwerdeführer ist legitimiert; auf seine frist- und formgerecht ein-
gereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 105 und Art. 108 Abs. 6 AsylG;
Art. 37 VGG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG).
3.
3.1 Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterli-
cher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungs-
weise einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Vorlie-
gend handelt es sich, wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche,
weshalb das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2
AsylG).
3.2 Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines
Schriftenwechsels verzichtet.
4.
4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine Person anerkannt, wenn sie in ihrem
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Heimatstaat oder im Land, wo sie zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Re-
ligion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe
oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen aus-
gesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu
werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von
Leib, Leben oder Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen
psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG).
4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Glaubhaft gemacht ist die Flüchtlings-
eigenschaft, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit für gegeben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vor-
bringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich wi-
dersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf
gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
5.
5.1 Zur Begründung seines zweiten Asylgesuchs machte der Beschwerde-
führer mit Eingabe an das SEM vom 31. März 2020 im Wesentlichen Fol-
gendes geltend: Angesichts der Machtübernahme des Rajapaksa-Clans
am 17. November 2019 (sinngemäss: aufgrund des Sieges von Gotabaya
Rajapaksa bei der sri-lankischen Präsidentschaftswahl vom 16. November
2019) und der seither massiv verschlechterten Sicherheitslage in Sri Lanka
müsse die Situation des Beschwerdeführers neu beurteilt werden. Auf-
grund der bereits im ersten Asylverfahren vorgebrachten Asylgründe sei
beweismässig erstellt, dass sein Leben im Falle einer Rückkehr in Gefahr
sei. Nach der Machtübernahme des Rajapaksa-Clans sei die Überprüfung
der Asylgesuche aller tamilischen Gesuchsteller erforderlich. Der Be-
schwerdeführer selbst gehöre wegen seiner Vergangenheit und seiner eth-
nischen Zugehörigkeit inzwischen zu den stark gefährdeten Personen.
Nicht nur sei er den sri-lankischen Sicherheitsbehörden bereits aufgrund
seiner Verbindungen zu den Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) aus
der Vergangenheit bekannt, sondern er habe sich ausserdem in der
Schweiz an exilpolitischen Aktivitäten beteiligt, was dem sri-lankischen Ge-
heimdienst sicherlich nicht entgangen sei. Des Weiteren werde er durch
die sri-lankischen Behörden verfolgt, weil auf einem ihm gehörenden
Grundstück in seinem Herkunftsort B._ (Distrikt C._, Nord-
provinz) seit der Zeit des Bürgerkriegs Landminen vergraben seien und er
vor seiner Ausreise aus Sri Lanka für eine Organisation namens
D._ bei der [...] gearbeitet habe.
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5.2 Mithin machte der Beschwerdeführer geltend, aufgrund der aktuell ver-
änderten Situation in seinem Heimatstaat sowie angesichts seines eigenen
politischen Profils erfülle er die Voraussetzungen von Art. 3 AsylG. Jedoch
erweist sich die Einschätzung der Vorinstanz als offensichtlich zutreffend,
aus den mit dem Mehrfachgesuch geltend gemachten Vorbringen sei nicht
darauf zu schliessen, dass sich die Gefährdungssituation des Beschwer-
deführers seit dem Urteil vom 11. Dezember 2018 geändert hätte.
5.2.1 Mit dem neuen Asylgesuch vom 31. März 2020 wurde zum einen der
bereits im ersten Asylverfahren, einschliesslich des betreffenden Be-
schwerdeverfahrens, geltend gemachte Sachverhalt erneut vorgebracht.
Es erübrigt sich, diese Vorbringen im Einzelnen zu wiederholen; vielmehr
ist diesbezüglich vollumfänglich auf das Urteil vom 11. Dezember 2018 zu
verweisen, einschliesslich der dort getroffenen Beurteilung. Die Vorinstanz
hat mit der vorliegend angefochtenen Verfügung zutreffenderweise festge-
stellt, dass ihr in Bezug auf jene vom Beschwerdeführer mit dem Mehrfach-
gesuch geltend gemachten Tatsachen, die sich auf den Zeitraum vor dem
Urteil vom 11. Dezember 2018 beziehen, keine Beurteilungszuständigkeit
mehr zukommt. Nachdem der Beschwerdeführer keine revisionsrechtlich
erheblichen Gründe vorgebracht und auch kein Revisionsgesuch gestellt
hat, ist auf diese Vorbringen auch im vorliegenden Verfahren nicht weiter
einzugehen. Dies gilt insbesondere auch für das mit dem Mehrfachgesuch
erstmals erwähnte Vorbringen, der Beschwerdeführer werde durch die sri-
lankischen Behörden verfolgt, weil auf einem ihm gehörenden Grundstück
seit der Zeit des Bürgerkriegs Landminen vergraben seien und er vor sei-
ner Ausreise aus Sri Lanka für die Organisation D._ bei der [...] mit-
gewirkt habe. Aus den erwähnten revisionsrechtlichen Gründen ist auch
nicht auf die im vorinstanzlichen Verfahren eingereichten Beweismittel
(Zeitungsartikel sowie mehrere Todesurkunden betreffend Verwandte und
Bekannte des Beschwerdeführers, verschiedene Bestätigungsschreiben,
Kopien zweier Ausweise der D._) einzugehen, welche sich allesamt
auf Geschehnisse beziehen, die sich im Zeitraum vor dem Urteil vom
11. Dezember 2018 ereignet haben sollen.
5.2.2 Zum anderen wurde im Mehrfachgesuch unter Einreichung verschie-
dener Medienberichte auf die allgemeinen politischen und menschenrecht-
lichen Entwicklungen in Sri Lanka während der letzten Monate, insbeson-
dere seit dem Regierungswechsel vom November 2019, Bezug genom-
men, um daraus den Schluss zu ziehen, diese Veränderungen der allge-
meinen Lage würden sich auf die persönliche Gefährdungssituation des
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Beschwerdeführers auswirken. Das SEM hat in der angefochtenen Verfü-
gung diesbezüglich im Wesentlichen ausgeführt, es sei jeder Einzelfall ge-
sondert zu prüfen, wobei Voraussetzung für die Annahme einer Verfol-
gungsgefahr aufgrund der sri-lankischen Präsidentschaftswahl vom
16. November 2019 ein persönlicher Bezug der asylsuchenden Person zu
diesem Ereignis beziehungsweise dessen Folgen sei. Es reiche nicht aus,
pauschal auf politische Entwicklungen der jüngeren Vergangenheit oder
mögliche Zukunftsszenarien zu verweisen. Der Beschwerdeführer habe
nicht überzeugend dargetan, aus welchen Gründen er aufgrund der verän-
derten allgemeinen Lage in Sri Lanka eine begründete persönliche Verfol-
gungsfurcht habe. Auch dieser Einschätzung der Vorinstanz ist zu folgen.
Mit der Beschwerdeschrift wird zwar behauptet, im Mehrfachgesuch sei
zwischen den Fluchtgründen des Beschwerdeführers und der Machtüber-
nahme des Rajapaksa-Clans vom 16. November 2019 ein individueller Be-
zug hergestellt worden. Dies ist jedoch als offensichtlich unzutreffend zu
bezeichnen. Der Beschwerdeführer hat im Rahmen seines Mehrfachge-
suchs keinerlei konkrete Gründe vorgebracht, welche Anlass zur Annahme
geben könnten, er selbst hätte im Falle seiner Rückkehr nach Sri Lanka
aufgrund der Veränderungen der dortigen allgemeinen politischen und
menschenrechtlichen Lage zum heutigen Zeitpunkt asylrechtlich relevante
Verfolgungsmassnahmen zu befürchten.
5.2.3 Schliesslich wird mit der Beschwerdeschrift geltend gemacht, erst
nach der Einreichung des neuen Asylgesuchs vom 31. März 2020 habe er
erfahren, dass sein ältester Bruder Ende März in B._ von einer
Gruppe vermummter, nicht identifizierbarer Personen mit Messern ange-
griffen und schwer verletzt worden sei. In der Folge hätten Angehörige des
CID (Criminal Investigation Department) der sri-lankischen Polizei den Bru-
der wiederholt aufgesucht und ihn eingeschüchtert, damit er aufgrund des
Angriffs keine Anzeige erhebe. Der Angriff auf den Bruder sei dadurch aus-
gelöst worden, dass Angehörige der Familie früher für die LTTE tätig ge-
wesen seien und der Bruder – wie vor der Ausreise auch der Beschwerde-
führer selbst – Hilfsarbeiten für die Organisation D._ verrichtet
habe. Wenn sein Bruder lediglich aufgrund seiner verwandtschaftlichen
Verbindungen zu den LTTE, seiner ethnischen Zugehörigkeit und seiner
Tätigkeit für D._ solch gravierenden Verfolgungsmassnahmen aus-
gesetzt sei, habe er, der Beschwerdeführer, im Falle seiner Rückkehr nach
Sri Lanka umso mehr eine Gefahr für Leib und Leben zu befürchten. Denn
zusätzlich zum Risikoprofil des Bruders stehe er wegen seines Asylge-
suchs in der Schweiz und seiner dortigen exilpolitischen Tätigkeiten unter
einem zusätzlichen Verdacht. Ausserdem sei er vor seiner Ausreise aus
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dem Heimatstaat bereits einmal unter dem Verdacht auf Verbindungen zu
den LTTE verhaftet und dabei misshandelt worden.
Diesbezüglich ist zunächst festzuhalten, dass mit dem Urteil vom 11. De-
zember 2018 (dortige E. 6.3) eingehend dargelegt wurde, weshalb die gel-
tend gemachten Vorfluchtgründe des Beschwerdeführers als asylrechtlich
nicht relevant zu erachten sind. Dabei wurde auch festgestellt, dass sich
die zeitlich weit zurückliegenden – den Zeitraum der Jahre 1990 bis 2003
betreffenden – Verbindungen von Verwandten des Beschwerdeführers mit
den LTTE vor seiner Ausreise in keiner asylrechtlich relevanten Weise ne-
gativ auf ihn auswirkten. Soweit im vorliegenden Verfahren nunmehr gel-
tend gemacht wird, der Bruder des Beschwerdeführers sei im März 2020
von unbekannten Personen angegriffen worden, so ist nicht ersichtlich,
weshalb aus diesem Ereignis – ungeachtet seiner Glaubhaftigkeit –, des-
sen Urheber völlig unbekannt sind, auf eine konkrete Gefährdung des Be-
schwerdeführers selbst geschlossen werden könnte. Insbesondere ist
schlicht nicht nachvollziehbar, weshalb eine berufliche Tätigkeit zugunsten
der D._ zu einer politisch motivierten Verfolgung führen sollte.
Diese [...] Organisation beschäftigt in Sri Lanka fast 800 Personen [...], und
ihre Arbeit erfolgt in Kooperation mit den sri-lankischen Behörden (siehe
[...]).
Den mit der Beschwerdeschrift eingereichten Photographien, welche Kör-
pernarben des Bruders und dessen Arbeit zugunsten der D._ zei-
gen sollen, kommt nach dem Gesagten keinerlei Beweistauglichkeit in Be-
zug auf die behauptete Gefährdungssituation des Beschwerdeführers zu.
Mangels solcher Beweistauglichkeit ist weiter auch der mit der Beschwer-
deschrift gestellte Antrag abzuweisen, zwei Nachbarn des Bruders des Be-
schwerdeführers seien durch die schweizerische Botschaft in Sri Lanka
zum behaupteten Angriff auf dessen Person und die damit zusammenhän-
genden Probleme mit dem CID zu befragen.
Schliesslich sind auch nicht, wie in der Beschwerdeschrift – allerdings ohne
jegliche weitere Konkretisierung der Rügen – behauptet, eine Verletzung
des rechtlichen Gehörs durch die Vorinstanz im Zusammenhang mit der
Erhebung des Sachverhalts oder eine ungenügende Abklärung desselben
zu erkennen.
5.3 Aus dem Gesagten ergibt sich, dass das SEM zutreffenderweise zur
Einschätzung gelangt ist, der Beschwerdeführer habe auch mit dem Mehr-
fachgesuch keine asylrechtlich relevante Gefährdung glaubhaft gemacht.
Die Vorinstanz hat folglich das erneute Asylgesuch zu Recht abgelehnt.
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6.
Der Beschwerdeführer macht ferner geltend, er sei im Falle einer Rückkehr
nach Sri Lanka gefährdet, weil er sich in der Schweiz an exilpolitischen
Aktivitäten beteiligt habe. Damit wird das Vorliegen subjektiver Nachflucht-
gründe behauptet (vgl. Art. 3 Abs. 4 AsylG i.V.m. Art. 54 AsylG; BVGE
2009/28 E. 7.1). Jedoch wurde über die blosse Behauptung exilpolitischer
Betätigung hinaus weder im Mehrfachgesuch noch in der Beschwerde-
schrift in irgendeiner Weise ausgeführt, worin diese Aktivitäten bestanden
hätten. Es liegen somit keinerlei Anhaltspunkte vor, der Beschwerdeführer
könnte unter diesem Aspekt bei einer Rückkehr nach Sri Lanka einer spe-
zifischen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt sein.
7.
Die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein Asylge-
such hat in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge (Art. 44
AsylG). Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtli-
che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer
solchen (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). Die verfügte
Wegweisung steht daher im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen
und wurde von der Vorinstanz zu Recht angeordnet.
8.
8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach
den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Aus-
länderinnen und Ausländern (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesge-
setzes über die Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration
[AIG, SR 142.20]).
Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der
Schweiz (insbesondere Art. 5 Abs. 1 AsylG, Art. 33 Abs. 1 des Abkommens
über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30], Art. 25 Abs. 3
BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und
andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder
Strafe [FoK, SR 0.105] und Art. 3 EMRK) einer Weiterreise der Ausländerin
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat ent-
gegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AlG).
Gemäss Art. 83 Abs. 4 AlG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Aus-
länder unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat aufgrund
von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
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scher Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung fest-
gestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AlG – die vorläufige Auf-
nahme zu gewähren.
Der Vollzug ist schliesslich nicht möglich, wenn die Ausländerin oder der
Ausländer weder in den Heimat- oder in den Herkunftsstaat noch in einen
Drittstaat ausreisen oder dorthin gebracht werden kann (Art. 83 Abs. 2
AlG).
8.2 Für die Geltendmachung von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt
gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstan-
dard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft. Mithin sind sie zu be-
weisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens
glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.).
8.3 Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung mit zutreffender
Begründung erkannt, dass der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der
Nichtrückschiebung mangels Erfüllung der Flüchtlingseigenschaft keine
Anwendung findet und keine anderweitigen völkerrechtlichen Vollzugshin-
dernisse erkennbar sind. Dies gilt auch unter Berücksichtigung der jüngs-
ten politischen Entwicklungen in Sri Lanka. Es besteht keinerlei Grund zur
Annahme, die allgemeinen politischen Entwicklungen in Sri Lanka könnten
sich zum heutigen Zeitpunkt in konkreter, die Zulässigkeit des Vollzugs der
Wegweisung in Frage stellender Weise auf den Beschwerdeführer auswir-
ken.
8.4 Mit dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 11. Dezember
2018 wurde der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers für zu-
mutbar befunden. An dieser Einschätzung vermögen die aktuellen Ereig-
nisse in Sri Lanka nichts zu ändern. Andere Gründe, welche gegen die Zu-
mutbarkeit des Wegweisungsvollzugs sprechen würden, wurden weder
substantiiert geltend gemacht, noch sind solche aus den Akten ersichtlich.
8.5 Es obliegt dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständigen Vertretung
des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu
beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG; dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), wes-
halb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist
(Art. 83 Abs. 2 AIG).
8.6 Schliesslich steht auch die Corona-Pandemie dem Wegweisungsvoll-
zug nicht entgegen. Die Anordnung einer vorläufigen Aufnahme setzt vo-
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raus, dass ein Vollzugshindernis nicht nur vorübergehender Natur ist, son-
dern voraussichtlich eine gewisse Dauer – in der Regel mindestens zwölf
Monate – bestehen bleibt. Ist dies nicht der Fall, so ist dem temporären
Hindernis bei den Vollzugsmodalitäten Rechnung zu tragen (vgl. Entschei-
dungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [E-
MARK] 1995 Nr. 14 E. 8d und e). Bei der Corona-Pandemie handelt es sich
– wenn überhaupt – um ein bloss temporäres Vollzugshindernis, welchem
somit im Rahmen der Vollzugsmodalitäten durch die kantonalen Behörden
Rechnung zu tragen ist, indem etwa der Zeitpunkt des Vollzugs der Situa-
tion im Heimatland angepasst wird.
8.7 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu
Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Eine Anordnung der
vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG).
9.
Aus den Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bun-
desrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und voll-
ständig feststellt und – soweit diesbezüglich überprüfbar – angemessen ist
(Art. 106 AsylG; Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist folglich abzuweisen.
10.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind dessen Kosten dem Beschwer-
deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG). Die Kosten sind auf
Fr. 1'500.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht
[VGKE, SR 173.320.2] i.V.m. Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG).
(Dispositiv nächste Seite)
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