Decision ID: 7bcfe0cc-cb1b-5147-ab9f-3c9803f90187
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- M. und V. sind die Eltern von K., geb. 2011. K. wohnt zusammen mit seinem
jüngeren Halbbruder H, geb. 2016, bei seiner Mutter in X.; seine ältere Halbschwester
J., geb. 2002, hat ebenfalls im gleichen Haushalt gewohnt, zog zwischenzeitlich aber
zu ihrem Vater. Die Eltern üben das Sorgerecht für K. gemeinsam aus. Die Kindes- und
Erwachsenenschutzbehörde Wil-Uzwil regelte das Besuchsrecht des Vaters am
29. April 2015 (neu) und errichtete eine Besuchsrechtsbeistandschaft. Als
Besuchsrechtsbeiständin amtet heute S..
B.- Am 14. Dezember 2017 liess V. durch seinen Rechtsvertreter, Rechtsanwalt lic.iur.
Adrian Gmür, eine Gefährdungsmeldung bei der Kindes- und
Erwachsenenschutzbehörde Region St. Gallen (nachfolgend: KESB) einreichen. Darin
brachte er vor, seit geraumer Zeit träten bei M. Überforderungs- und
Problemerscheinungen auf, welche sich auf das Wohl von K. auswirkten. Die Mutter sei
persönlich belastet und lehne die angebotene Hilfe ab.
In der Folge holte die KESB eine Stellungnahme der Beiständin ein, die vom 19.
Dezember 2017 datiert. Das fallführende Behördenmitglied besuchte K., seine
Halbgeschwister und die Mutter am 29. Dezember 2017 zu Hause. Die Kindergärtnerin
von K., U., nahm am 8. Januar 2018 per E-Mail Stellung. Im Bericht vom 25. Januar
2018 wurden die Abklärungsergebnisse zusammengefasst; darin wurde festgestellt, M.
benötige in ihrer Rolle als Mutter Unterstützung, vor allem in der Erziehung und bei der
Zusammenarbeit mit dem Kindergarten.
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Mit Schreiben vom 29. Januar 2018 teilte die KESB der Mutter und dem Vater über
dessen Rechtsvertreter mit, sie beabsichtige die Ergänzung des Aufgabenbereichs der
Beiständin im Bereich Erziehung sowie die Anordnung einer sozialpädagogischen
Familienbegleitung (abgekürzt: SPF), und forderte die Eltern zur Stellungnahme auf. Am
26. März 2018 teilte die Beiständin mit, sie erachte die Installation einer SPF für
angezeigt. In einem telefonischen Gespräch vom 27. März 2018 mit dem fallführenden
Behördenmitglied der KESB äusserte sich M. skeptisch gegenüber einer SPF:
Mit Verfügung vom 24. April 2018 erteilte die KESB der Beiständin zusätzlich die
folgenden Aufgaben (Dispositivziffer 1):
a) die Eltern bei der Erziehung sowie in der Sorge um K. mit Rat und Tat zu
unterstützen und dabei das Wohl des Kindes im Auge zu behalten,
b) die Entwicklung von K., insbesondere die Unterbringung, Betreuung, Erziehung
und Ausbildung zu überwachen, [...]
Die KESB erteilte der Mutter zudem die strafbewehrte Weisung, eine SPF in Anspruch
zu nehmen (Dispositivziffer 2); beauftrage die Beiständin mit der Installation der SPF
(Dispositivziffer 1 lit. c), der Überprüfung der Einhaltung der Weisung (Dispositivziffer 3)
und der Berichterstattung (Dispositivziffer 1 lit. d und e); auf die Erhebung einer
Beschlussgebühr verzichtete sie (Dispositivziffer 4).
C.- Mit Schreiben vom 21. Mai 2018 erhob M. gegen die Verfügung der KESB vom 24.
April 2018 Beschwerde bei der Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen
(abgekürzt: VRK). Sie beantragte sinngemäss deren Aufhebung. Am 25. Juni 2018
stellte sie zudem ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege, welches der
Abteilungspräsident am 29. Juni 2018 bewilligte. Am 28. Juni 2018 verzichtete die
KESB auf eine Vernehmlassung zur Beschwerde. Am 2. August 2018 teilte die
Beiständin mit, sie verzichte auf eine Vernehmlassung und verwies auf die Erwägungen
der KESB. Mit Stellungnahme vom 15. August 2018 beantragte der Vater, auf die
Beschwerde der Mutter sei mangels Substantiierung nicht einzutreten bzw. sie sei
kostenfällig abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden könne. Am 13. September
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2018 reichte M. eine ergänzende Begründung samt Akten nach. Am 17. September
2018 reichte der Vater eine weitere Stellungnahme ein. Mit Schreiben vom 25. Oktober
2018 übersandte die KESB die Ergänzung der Gefährdungsmeldung, welche der Vater
am 2. Oktober 2018 eingereicht hatte. Am 6. November 2018 wurde K. vom
verfahrensleitenden Abteilungspräsidenten der VRK und dem Gerichtsschreiber
angehört. Mit Schreiben vom 7. November 2018 nahm die Klassenlehrerin von K.
Stellung. Am 27. November 2018 teilte Rechtsanwältin Dr.iur. Caroline Ehlert, mit, sie
sei von M. mit der Interessenwahrung beauftragt worden, bat um Aktenzustellung und
stellte ein Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung. Mit Schreiben vom
3. Dezember 2018 gewährte ihr der Abteilungspräsident diese. Ebenfalls am
3. Dezember ging beim Gericht eine von der KESB weitergeleitete Stellungnahme der
Beiständin ein; darin hielt diese fest, die Mandatsführung gestalte sich äusserst
schwierig, weil die Mutter kein Vertrauen in sie habe und nicht mit ihr
zusammenarbeite. Am 14. Februar 2019 übersandte die KESB zwei weitere
Verfahrensakten: den Antrag von M. vom 9. Dezember 2018 auf Wechsel der
Beistandsperson und die Stellungnahme dazu der aktuellen Beiständin vom 22. Januar
2019. Am 26. März 2019 teilte das fallführende Behördenmitglied der KESB telefonisch
mit, die verfügten Massnahmen seien noch immer angezeigt und es werde am
Beschluss vom 24. April 2018 festgehalten.
Die Hauptverhandlung, an der die Mutter und ihre Rechtsvertreterin sowie der Vater
und sein Rechtsvertreter teilnahmen, fand am 27. März 2019 statt. Anlässlich der
Hauptverhandlung wurden die Mutter und der Vater befragt. M. präzisierte ihre
Anträge, wonach der Beschluss der KESB St. Gallen vom 24. April 2018 betreffend
Ergänzung Aufgabenbereich der Beiständin (Art. 308 Abs. 1 ZGB) und Erteilung einer
Weisung (Art. 307 Abs. 3 ZGB) aufzuheben (Antrag 1) sowie von weiteren
Kindesschutzmassnahmen abzusehen (Antrag 2) sei; unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen zulasten des Staates (Antrag 3). V. beantragte die kostenfällige
Abweisung der Beschwerde.
Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten und die Akten wird, soweit notwendig, in
den Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
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1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rechtsmittelerhebung ist gegeben. Die Beschwerde vom 21. Mai 2018 ist rechtzeitig
eingereicht worden und erfüllt mitsamt der ergänzenden Begründungen vom 13.
September 2018 und 7. November 2018 sowie dem Parteivortrag anlässlich der
Hauptverhandlung vom 27. März 2019 in formeller und inhaltlicher Hinsicht die
gesetzlichen Anforderungen von Art. 314 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 450 und Art.
450b des schweizerischen Zivilgesetzbuches (SR 210, abgekürzt: ZGB), Art. 27 des
Einführungsgesetzes zum Kindes- und Erwachsenenschutzrecht (sGS 912.5,
abgekürzt: EG-KES) sowie Art. 41 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege
(sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Namentlich waren bei der im Zeitpunkt der
Beschwerdeerhebung nicht anwaltlich vertretenen Beschwerdeführerin keine hohen
Anforderungen an die Substantiierungspflicht zu stellen. Auf die Beschwerde ist
einzutreten.
2.- Die angefochtene Verfügung und das vorinstanzliche Verfahren sind von Amtes
wegen auf die formelle Rechtmässigkeit hin zu überprüfen. K. hat seinen Wohnsitz in X.
(Art. 25 Abs. 1 ZGB), weshalb die Vorinstanz zum Erlass der angefochtenen Verfügung
vom 24. April 2018 sowohl örtlich als auch sachlich zuständig war (Art. 315 Abs. 1
ZGB). Die Vorinstanz verfügte in der Besetzung von drei Behördenmitgliedern (Art. 16
EG-KES). Das rechtliche Gehör wurde den Verfahrensbeteiligten gewährt (Art. 29
Abs. 2 der Bundesverfassung [SR 101]). Insoweit erweist sich die angefochtene
Verfügung als rechtmässig.
Das Bundesgericht geht im Sinn einer Richtlinie davon aus, dass grundsätzlich ab dem
vollendeten sechsten Altersjahr eines Kindes auch eine Kinderanhörung vorzunehmen
ist (BGE 131 III 553 E. 1.2.3). K. war während des vorinstanzlichen Verfahrens fünf-
bzw. sechsjährig; eine Anhörung wäre deshalb grundsätzlich angezeigt gewesen.
Angesichts seines dannzumaligen Alters, der aus Sicht eines Kindes abstrakten
Themen der Ergänzung der Beistandschaft und der Anordnung einer SPF und
insbesondere des durchgeführten Hausbesuches durch das fallführende
Behördenmitglied der KESB, während dem dieses K. kennenlernte, durfte auf seine
persönliche Anhörung aber ausnahmsweise verzichtet werden. Zudem verlangte keiner
der Verfahrensbeteiligten eine Anhörung explizit.
ter
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3.- In materieller Hinsicht sind die Erweiterung der bestehenden
(Besuchsrechts-)Beistandschaft um erzieherische Aspekte (siehe E. 3 hiernach) sowie
die strafbewehrte Anordnung der SPF samt entsprechender Beauftragung der
Beiständin (siehe E. 4 hiernach) strittig.
a) Gemäss Art. 308 Abs. 1 ZGB kann die Kindesschutzbehörde eine Beiständin
ernennen, welche die Eltern in ihrer Sorge um das Kind mit Rat und Tat unterstützt
(sog. Erziehungsbeistandschaft), wenn es die Verhältnisse erfordern. Die Errichtung
einer Beistandschaft setzt voraus, dass das Wohl des Kindes gefährdet ist. Weiter ist
nach dem Prinzip der Subsidiarität notwendig, dass diese Gefahr nicht von den Eltern
selbst abgewendet werden kann (Art. 307 Abs. 1 ZGB). Sodann verlangt der Grundsatz
der Verhältnismässigkeit, dass die verfügte Massnahme zur Abwendung der
Kindeswohlgefährdung geeignet und erforderlich ist; damit darf der Gefahr
insbesondere nicht durch eine der weniger einschneidenden Massnahme vorgebeugt
werden können (BGer 5A_765/2016 vom 18. Juli 2017 E. 3.1). Bei der Anordnung von
Kindesschutzmassnahmen besteht ein grosser Ermessensspielraum der verfügenden
Behörde (Art. 4 ZGB; BGer 5A_656/2016 vom 14. März 2017 E. 4).
b) Die Vorinstanz erweiterte den Auftrag der Besuchsrechtsbeiständin von K. gestützt
auf Art. 308 Abs. 1 ZGB; sie erhielt zusätzlich die Kompetenzen, die Eltern bei der
Erziehung sowie in der Sorge mit Rat und Tat zu unterstützen und dabei das Wohl des
Kindes im Auge zu behalten (lit. a) und die Entwicklung des Kindes, insbesondere die
Unterbringung, Betreuung, Erziehung und Ausbildung zu überwachen (lit. b). Sie erwog,
die Mutter sei wohl sehr bemüht und liebevoll im Umgang mit ihrem Sohn, benötige
aufgrund ihrer persönlichen Situation (Mehrfachbelastung durch Kindererziehung,
angespannte finanzielle Verhältnisse und Suche nach einer neuen Arbeitsstelle) aber
weitere Unterstützung. Die Zusammenarbeit mit dem Kindergarten sei zu verbessern
und für K. sei es elementar, dass zu Hause stabilere Verhältnisse und Strukturen
vorhanden seien.
c) Die Mutter wendet dagegen ein, sie brauche als erwachsene Frau keine
Unterstützung von aussen. Sie sei weder Alkoholikerin noch drogensüchtig; sie werde
im Beschluss aber sehr negativ dargestellt. Ihre Situation habe sich seit März 2018 in
vielerlei Hinsicht verbessert. Insbesondere habe sich ihre finanzielle Lage entspannt,
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weil sie eine Teilzeitarbeitsstelle gefunden habe. K. gehe zwischenzeitlich in die erste
Klasse und es gefalle ihm gut dort. Sie habe die Situation auch mit dem Vater ihres
jüngsten Kindes klären können und pflege eine gute Verbindung zu ihrer Tochter. Es
liege keine Gefährdung des Wohls von K. vor, welche die verfügten Massnahmen
rechtfertigten würde. Sie sei nicht überfordert und als Mutter in der Lage, ihre Kinder
adäquat zu erziehen. Sie nehme zur eigenen Unterstützung und zur Unterstützung von
K. professionelle Hilfe in Anspruch, was ihr positiv anzurechnen sei. Sie pflege auch
einen guten Austausch mit der Schule und schulische Massnahmen
(schulpsychologische Abklärung) seien eingeleitet worden. Es liege an der KESB
darzutun und sauber zu begründen, warum die verfügten Massnahmen notwendig
seien. Insgesamt sei die Situation zwar nicht ideal; das liege jedoch nicht an ihrer
angeblichen Überforderung, sondern an der Vernachlässigung von K. seitens des
Vaters. Den Loyalitätskonflikt zwischen den Eltern und die
Kommunikationsschwierigkeiten zu thematisieren sei wichtig; sie unterstütze den
Kontakt von K. zu seinem Vater ausdrücklich. Dieser Thematik könne mit den verfügten
Massnahmen aber nicht begegnet werden; das gelte genauso für die Übergaben bei
der Ausübung des Besuchsrechts.
d) Der Vater führte anlässlich der Hauptverhandlung aus, sämtliche involvierten
Fachpersonen und die KESB seien zum Schluss gekommen, dass die verfügten
Massnahmen notwendig und sinnvoll seien. Die Mutter habe stets Mühe, wenn sie
kritisiert oder kontrolliert werde; dann komme es zum Konflikt. Es liege eine Ablehnung
a priori vor. Die Beschwerdeführerin könne überhaupt nicht angeben, warum sie die
verfügten Massnahmen störten, was ein starkes Anzeichen für die
Überforderungssituation sei. Die Ablehnung sei mit dem mangelnden Verständnis der
Massnahmen zu erklären; daneben wolle sich die Mutter wohl auch nicht "hinter den
Vorhang schauen" lassen.
e) Im vorliegenden Fall ist unbestritten, dass die Mutter sich um K. und ihre beiden
anderen Kinder bemüht und einen liebevollen Umgang mit ihnen pflegt. Ihr Wille, sich
um sie zu sorgen, ist nicht in Abrede zu stellen. Auch wird der Mutter von keiner Seite
eine Alkohol- oder Drogenproblematik oder ein sonstiges ungebührliches Verhalten
unterstellt. Nach Ansicht der Beiständin, der Kindergärtnerin, der aktuellen
Klassenlehrerin, des Vaters und der Vorinstanz ist die Mutter indessen aktuell auf
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Unterstützung in der Sorge um K. angewiesen. Nach Einschätzung der Vorinstanz ist
die Situation derzeit noch zu wenig stabil, als dass vollständig auf angemessene und
geeignete Kindesschutzmassnahmen verzichtet werden könnte. Die Mutter zeige im
Umgang mit anderen Bezugspersonen von K. (Kindergärtnerin, Vater, Grossmutter) ein
ambivalentes Verhalten und reagiere teilweise sehr emotional und tempramentvoll. K.
nehme die Stimmungen seiner Mutter stark auf und wirke teilweise gestresst und
unruhig; in der Schule zeige er teilweise inakzeptables Verhalten. Die Ausführungen der
involvierten Fachpersonen sind ernst zu nehmen; daraus ist zu schliessen, dass sich
die Mutter in einer Situation befindet, welche zumindest zweitweise ihre Kapazitäten in
der Kindererziehung und im Umgang mit anderen Bezugspersonen ihres Sohnes
negativ beeinflussen. Die Mutter selber bestreitet, dass eine Überforderungssituation
vorliegt. In dieser Frage klaffen die Eigen- und Fremdwahrnehmung offensichtlich
auseinander. Dass Probleme vorhanden sind, zeigte sich kürzlich aber z.B. daran, dass
eine gemeinsame Teilnahme der Eltern am Elternabend der Schule nicht möglich war –
wobei die Verantwortung diesbezüglich beide Eltern tragen. Auch andere Vorfälle in der
Vergangenheit (Losgehen auf den Vater mit dem Besenstil, kahler Haarschnitt nach
dem Frisieren durch Ehefrau des Vaters, Kommunikation mit der Beiständin) weisen –
unabhängig davon, wer dafür verantwortlich war – auf einen Unterstützungsbedarf hin.
Die Annahme einer Gefährdung des Kindeswohls ist daher gerechtfertigt. Eine
Erweiterung der bereits bestehenden Beistandschaft um erzieherische Aspekte ist
unter diesen Umständen geeignet, der Kindeswohlgefährdung zu begegnen. Ihre
Anordnung lag im Rahmen des Ermessens der Vorinstanz und wurde von dieser auch
hinreichend begründet. Die von der Beschwerdeführerin eingereichten zusätzlichen
Akten und ihre Ausführungen an der Hauptverhandlung vermögen an dieser
Einschätzung nichts zu ändern. Der Wille der Mutter und ihr Effort, die bestehenden
Schwierigkeiten anzugehen, sind ausdrücklich zu begrüssen und ihr positiv
anzurechnen. Die Geschehnisse in der Vergangenheit zeigen indes, dass es bei
unterschiedlichen Meinungen relativ rasch zu einem Konflikt oder gar Bruch in
zwischenmenschlichen Beziehungen kommt; der beantragte Beistandswechsel mag
ein Beispiel dafür sein. Deshalb erscheint es zweifelhaft, dass die eigenen Initiativen
der Mutter und ihre freiwillige Inanspruchnahme von Beratungsangeboten derzeit
ausreichen. Die Kompetenzerweiterung des Auftrags der Beiständin um erzieherische
Aspekte durch die Vorinstanz erweist sich deshalb als zulässig; beiden Eltern soll auch
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in Fragen der Erziehung und Ausbildung eine neutrale Ansprechperson zur Verfügung
stehen. Auch K. zeigte sich bei der Kindesanhörung gegenüber zusätzlicher
Unterstützung grundsätzlich positiv eingestellt. Die Beiständin wird den Eltern in der
Bewältigung ihrer Erziehungsaufgaben eine Hilfe und Stütze sein; sie wird dies im
Sinne des Subsidiaritätsprinzips nur insoweit tun, als es in der aktuellen Situation als
notwendig erscheint.
f) Die der Beiständin zusätzlich übertragenen Aufgaben erweisen sich insgesamt als
angezeigt und verhältnismässig. Keine Veranlassung besteht hingegen für die
Anordnung einer Unterbringungskompetenz; diesbezüglich findet sich auch keinerlei
Begründung in der vorinstanzlichen Verfügung. Die Beschwerde ist diesbezüglich
gutzuheissen und die Verfügung entsprechend anzupassen; im Übrigen ist die
Beschwerde betreffend die Erziehungsbeistandschaft abzuweisen.
4.- a) Nach Art. 307 Abs. 1 und Abs. 3 ZGB kann die Kindesschutzbehörde die Eltern in
geeigneter Weise ermahnen und ihnen Weisungen für die Pflege, Erziehung oder
Ausbildung des Kindes erteilen, wenn dessen Wohl gefährdet ist und sie nicht von sich
aus für Abhilfe sorgen. Solche Weisungen können sämtliche Bereiche elterlichen
Handelns erfassen, müssen aber stets die Grundsätze der Subsidiarität,
Komplementarität und Proportionalität erfüllen (BGE 136 III 353 E. 3.3). Eine
Ermahnung oder Weisung kann sich auf ein konkretes Tun wie etwa die Durchführung
einer Therapie oder Mediation richten, wobei der anordnenden Behörde ein grosser
Ermessensspielraum zusteht (BSK ZGB I-Breitschmid, 6. Aufl., Basel 2017, N 22 zu Art.
307; BGer 5A_457/2009 vom 9. Dezember 2009 E. 4.3). Eine Weisung kann mit der
Androhung der Ungehorsamsstrafe nach Art. 292 des Schweizerischen
Strafgesetzbuches (SR 311.0, abgekürzt: StGB) verbunden werden (BSK ZGB I-
Breitschmid, a.a.O., N 22 zu Art. 307; vgl. Art. 106 VRP). Die Strafbewehrung einer
Weisung ist eine direkte Vollstreckungsmassnahme, die nur anzuordnen ist, wenn
befürchtet werden muss, dass die angewiesene Person ihren Verpflichtungen nicht
nachkommen wird (BK-Affolter/Vogel, Bern 2016, N 287 zu Art. 307 ZGB).
b) Die Vorinstanz erteilte der Beschwerdeführerin gestützt auf Art. 307 Abs. 3 ZGB die
Anweisung, für die Dauer von mindestens einem halben Jahr regelmässig Einsätze der
sozialpädagogischen Familienberatung in Anspruch zu nehmen und sich zum Zweck
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der Einrichtung derselben mit der Beiständin in Verbindung zu setzen, wobei sie diese
Weisung mit einer Strafandrohung nach Art. 292 StGB verband; ausserdem erweiterte
sie den Auftrag der Beiständin mit der Überwachung der Einhaltung dieser Weisung.
Sie führte zur Begründung an, zu Hause seien stabilere Verhältnisse mit Regeln und
Strukturen zu schaffen und das Verhalten von K. sei derart zu beeinflussen, dass er
sich gut in den künftigen Schulbetrieb einfügen könne. Die Mutter stehe einer SPF
ablehnend gegenüber, weshalb die Voraussetzungen für eine strafbewehrte Weisung
erfüllt seien.
c) Die Mutter erhebt gegen die Anordnung der SPF im Wesentlichen dieselben
Einwände wie gegen die Erweiterung der Beistandschaft (siehe E. 3c hiervor). Sie
beanstandet zusammengefasst, sie brauche keine SPF, könne selbständig die nötige
Hilfe in Anspruch nehmen und tue das auch. Mit einer SPF könne zudem kein Einfluss
auf die schulischen Belange genommen werden.
d) Wie bereits dargelegt, benötigt die Mutter – trotz guten Willens – derzeit
Unterstützung in ihrer Rolle als Erzieherin (siehe E. 3d hiervor). Neben der Erweiterung
des Auftrages der Beiständin um erzieherische Aspekte ist dafür auch die
Inanspruchnahme einer SPF geeignet. In der Praxis hat sich die SPF als wirksames
Instrument zur Förderung der innerfamiliären Kompetenzen erwiesen. Im Rahmen einer
SPF erhält K. die Möglichkeit, sich gegenüber einer behutsam vorgehenden neutralen
Drittperson zu äussern. So kann ein Vertrauensverhältnis geschaffen werden, wodurch
die Unsicherheiten im Familiensystem gelindert werden. Gleichzeitig ermöglich eine
SPF eine situationsadäquate Abklärung der Verhältnisse. Eine Fachperson, die
unbefangen von aussen einen Blick in das Familiensystem erhält, kann der Familie eine
massgeschneiderte Unterstützung anbieten. Die SPF ist überdies eine zeitlich
begrenzte Massnahme, die jederzeit beendet werden kann, wenn die damit
verbundenen Ziele entweder erreicht wurden oder absehbar wird, dass sie nicht mehr
erreicht werden können. Damit wird dem Subsidiaritätsprinzip Rechnung getragen. Die
verfügte SPF erscheint insgesamt als zweckmässig und angemessen, um eine
nachhaltige Stabilisierung im Familiensystem zu erreichen und der
Kindeswohlgefährdung zu begegnen. Das Argument, die SPF sei im Schulbereich
unwirksam, ist insofern nicht stichhaltig, als ein Zusammenhang des auffälligen
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Sozialverhaltens in der Schule mit den familiären Verhältnissen und K.s
Loyalitätskonflikt nicht auszuschliessen ist.
e) Damit die Massnahme gelingen kann, hat die Mutter ihren Mitwirkungspflichten
nachzukommen. Nachdem sie ihre ablehnende Haltung gegenüber einer SPF bereits
mehrfach Kund tat und sich das Verhältnis zwischen ihr und der Beiständin als
schwierig herausstellte, erscheint fraglich, ob sie sich kooperativ verhalten wird. Um die
Inanspruchnahme der SPF tatsächlich zu gewährleisten, erscheint die mit der Weisung
verbundene Androhung der Ungehorsamsstrafe nach Art. 292 StGB deshalb als
zulässig. Die Beschwerdeführerin wandte sich im Übrigen nicht spezifisch gegen diese
indirekte Vollstreckungsmassnahme. Ebenso erscheint es zielführend und notwendig,
die Beiständin mit der Überwachung und Umsetzung der SPF zu beauftragen.
f) Insgesamt durfte die Vorinstanz eine strafbewehrte Anordnung der SPF erlassen und
die Beiständin mit deren Umsetzung und Überwachung beauftragen. Die Beschwerde
ist in diesem Punkt abzuweisen.
5.- a) Nach Art. 11 lit. a EG-KES i.V.m. Art. 95 Abs. 1 VRP hat in Streitigkeiten jene
Beteiligte die Kosten zu tragen, deren Begehren ganz oder teilweise abgewiesen
werden. Es gilt der Grundsatz der Kostentragung nach Massgabe des Obsiegens oder
Unterliegens. Die Beschwerdeführerin unterliegt mit ihren Anträgen beinahe zur Gänze;
zu berücksichtigen ist indessen, dass die Verfügung der KESB Region St. Gallen vom
24. April 2018 in Bezug auf die Unterbringungskompetenz der Beiständin aufgehoben
wird. Es rechtfertigt sich daher, dies bei den Kostenfolgen im Umfang von einem
Fünftel zu berücksichtigen. Bei der Kostenverlegung zwischen den Eltern erscheint eine
Kostenverlegung nach dem Erfolgsprinzip sachlich nicht gerechtfertigt, weil im
vorliegenden Verfahren der Schutz des Kindeswohls mittels Erziehungsbeistandschaft
und die Unterstützung der Mutter, mithin Massnahmen im gesamtfamiliären Kontext im
Vordergrund stehen; die Kosten sind deshalb nach Ermessen zu verteilen (vgl. R. Hirt,
Die Regelung der Kosten nach st. gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz,
St. Gallen 2004, S. 103 f.). Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO sieht in familienrechtlichen
Verfahren ebenfalls eine Verlegung nach Ermessen vor, weshalb diese Bestimmung
sinngemäss anzuwenden ist (vgl. auch Mitteilungen des Kantonsgerichts St. Gallen
zum Familienrecht Nr. 7, Oktober 2005, S. 43, im Internet abrufbar unter:
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www.gerichte.sg.ch). Die amtlichen Kosten, die auf Fr. 1'200.– festgesetzt werden (vgl.
Art. 7 Ziff. 111 und 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12), sind daher der
KESB Region St. Gallen zu einem Fünftel, mithin im Betrag von Fr. 240.–, und den
beiden Eltern je zu zwei Fünfteln, mithin je im Betrag von Fr. 480.–, aufzuerlegen. Auf
die Erhebung der Kosten bei der Vorinstanz wird in Anwendung von Art. 95 Abs. 3 VRP
verzichtet. Auf die Erhebung der Kosten bei der Kindsmutter wird zufolge Gewährung
der unentgeltlichen Rechtspflege vorläufig verzichtet.
b) Nachdem die Prozesskosten, zu denen auch die Parteientschädigung gehört,
überwiegend von den Eltern und von diesen gleichmässig zu tragen sind, besteht kein
Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädigung (Art. 98 VRP i.V.m. Art. 107 Abs. 1
lit. c ZPO; vgl. auch GVP 1983 Nr. 56).
c) Die Entschädigung der unentgeltlichen Rechtsvertreterin wird in der
Verwaltungsrechtspflege grundsätzlich als Pauschale bemessen; vor der
Verwaltungsrekurskommission beträgt das um einen Fünftel gekürzte (vgl. Art. 31 Abs.
3 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70, abgekürzt: AnwG) Honorar zwischen Fr. 1'200.–
und Fr. 12'000.– (Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte und
Rechtsagenten [sGS 963.75, abgekürzt: HonO]). Es wird nach den besonderen
Umständen, namentlich nach Art und Umfang der Bemühungen, der Schwierigkeit des
Falles und den wirtschaftlichen Verhältnissen der Beteiligten, festgesetzt (Art. 19 HonO
und Art. 31 Abs. 1 und 2 AnwG). Der Anspruch einer Rechtsvertretung im Rahmen der
unentgeltlichen Rechtsverbeiständung geht soweit, wie dies zur Wahrung der Rechte
der betroffenen Person notwendig ist; es geht dabei nur um die rechtliche und nicht
auch um die persönliche oder fürsorgerische Betreuung (vgl. BGer 4A_20/2011 vom
11. April 2011 E. 8.2.1; Emmel, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenbeger, ZPO
Komm., 3. Aufl., Art. 118 N 5). Massstab der Beurteilung ist, ob eine vernünftige Person
guten Glaubens und mit den erforderlichen Mittel entsprechende Bemühungen eines
Anwalts veranlassen würde (vgl. BGer 5A_244/2014 E. 4.2.1). Die Rechtsvertreterin der
Beschwerdeführerin reichte anlässlich der Hauptverhandlung eine Kostennote ein, in
der sie ein Honorar von Fr. 4'100.– für einen Aufwand von 16.4 Stunden sowie
Fr. 100.80 effektive Barauslagen und 7.7% Mehrwertsteuer verlangt. Im vorliegenden
Fall gestalteten sich die notwendigen Aufwendungen der Rechtsvertreterin der
Beschwerdeführerin verhältnismässig bescheiden. Sie trat erst in einer späten
ter
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Verfahrensphase hinzu; es stand vor allem die Vorbereitung und Durchführung der
Hauptverhandlung im Vordergrund, wobei der Anfahrtsweg aus Zürich zu
berücksichtigen ist. Ausserdem sind die sich stellenden Rechtsfragen nicht schwierig
und der Aktenumfang gering. Insgesamt erscheint der geltend gemachte Aufwand als
gerade noch angemessen. Im Rahmen der unentgeltlichen Rechtspflege beträgt das
Stundenhonorar indes nicht (wie geltend gemacht) Fr. 250.–; dieser Ansatz ist um einen
Fünftel auf Fr. 200.– zu kürzen (Art. 24 Abs. 1 HonO und Art. 31 Abs. 3 AnwG). Bei
einem Aufwand von 16.4 Stunden resultiert damit ein Honoraranspruch von Fr. 3'280.–.
Hinzuzuzählen sind die effektiven Barauslagen von Fr. 100.80 (Art. 28 HonO) sowie die
Mehrwertsteuer von Fr. 260.30 (= 7.7% von Fr. 3'380.80; Art. 29 HonO), womit ein
Entschädigungsanspruch von Fr. 3'641.10 resultiert.
d) Abschliessend ist die Beschwerdeführerin darauf aufmerksam zu machen, dass sie
zur Nachzahlung der ihr auferlegten Prozesskosten und der vorläufig vom Staat
übernommenen Kosten der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung verpflichtet ist,
sobald dies ihre wirtschaftliche Lage zulässt (Art. 99 Abs. 2 VRP und Art. 123 Abs. 1
ZPO).