Decision ID: 261e15ec-c0d8-4f70-8d40-9389c7c4e290
Year: 2011
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Daniel Ehrenzeller, Engelgasse 214, 9053 Teufen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
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Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 26. Februar 2007 unter Hinweis auf Rückenschmerzen,
Migräne, Übergewicht und „Krampf“ zum Bezug einer Rente der Invalidenversicherung
bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen an (IV-act. 22).
A.b Der Hausarzt der Versicherten, Dr. med. B._, Facharzt FMH für
Allgemeinmedizin, erstattete am 16. März 2007 einen Arztbericht. Er diagnostizierte ein
Schlafapnoe-Syndrom, einen Diabetes mellitus Typ II, eine chronische Lumbalgie,
Adipositas und häufige Migräneanfälle, bestehend seit zehn Jahren. Er verneinte die
Zumutbarkeit der bisherigen Tätigkeit wie auch anderer Tätigkeiten und attestierte eine
generelle Leistungseinschränkung von 80 % (IV-act. 30).
A.c Am 9. November 2007 führte die IV-Stelle eine Haushaltsabklärung durch (Bericht
vom 25. Januar 2008; IV-act. 47). Den offensichtlich vorab zur Einsicht und
Stellungnahme zugesandten Bericht bemängelte die Versicherte mit Eingabe vom
10. Dezember 2007 in verschiedener Hinsicht; insbesondere hielt sie fest, dass sie
ohne Gesundheitsbeeinträchtigung voll erwerbstätig wäre (IV-act. 42).
A.d Am 6. Dezember 2007 wurde eine Computertomographie der Lendenwirbelsäule
angefertigt. Im entsprechenden Bericht vom 7. Dezember 2007 wird festgehalten, bei
aufgrund der Adipositas permagna eingeschränkter Bildqualität seien eine zirkuläre
Diskusprotrusion auf der Höhe L3/4 mit Verdacht auf relative Spinalkanaleinengung,
eine mediane Diskusherniation auf der Höhe L4/5 mit ebenfalls Verdacht auf relative
Spinalkanaleinengung sowie geringe Spondylarthrosen der beiden kaudalen Etagen zur
Darstellung gelangt; die Neuroforamina in den sagittalen Rekonstruktionen seien auf
allen dargestellten Etagen frei gewesen (IV-act. 45).
A.e In einem Arztbericht des Interdisziplinären Zentrums für Schlafmedizin des
Kantonsspitals St. Gallen vom 12. Februar 2008 wurde ein obstruktives Schlafapnoe-
Syndrom leichten Grades diagnostiziert. Da die Versicherte angegeben habe, Hausfrau
zu sein, wurde keine Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeitsschätzung abgegeben (IV-act. 49).
In einem ausführlicheren Bericht vom 18. Januar 2007 betreffend eine Evaluation im
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Zentrum für Schlafmedizin vom 10. Oktober 2006 bis zum 11. Januar 2007 war unter
anderem darauf hingewiesen worden, dass der Leidensdruck gering sei (IV-act. 57).
A.f Am 2. Juni 2008 wurde die Versicherte von Dr. med. C._, Facharzt FMH für
Innere Medizin, Arbeitsmedizin und Pneumologie, vom IV-internen regionalen ärztlichen
Dienst (RAD) internistisch begutachtet. Am 24. Juni 2008 folgte eine orthopädische
Begutachtung durch Dr. med. D._, Facharzt FMH für orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparats, ebenfalls vom RAD. Die RAD-Ärzte
diagnostizierten im Wesentlichen ein leichtes obstruktives Schlafapnoe-Syndrom, ein
chronifiziertes lumbo-spondylogenes Schmerzsyndrom bei CT-Nachweis von
Diskusprotrusion L3/4 und Diskushernie L4/5 mit Verdacht auf relative
Spinalkanaleinengung sowie anamnestisch ein Migräneleiden. Aus orthopädischer
Sicht bestehe keine Einschränkung für leichte körperliche, wirbelsäulenschonende
Arbeiten in Wechselhaltung mit Gewichtslimite bis maximal 15 Kilogramm, aus
internistischer Sicht hätten sich bei der Untersuchung keine Gesundheitsschäden, die
eine nennenswerte Leistungsbeeinträchtigung bei Haushaltsführung nach sich ziehen
würden, ergeben (Gutachten vom 7. November 2008; IV-act. 66). Für die Begutachtung
holten die RAD-Ärzte diverse Arztberichte ein, unter anderem einen Röntgenbericht
vom 13. Januar 2004 ohne Hinweise auf Frakturen, spondylochondrotische oder
spondylotische Veränderungen (IV-act. 64 – 13), einen Bericht des Spitals Grabs vom
20. November 2006 mit der Diagnose eines chronischen Spannungskopfschmerzes (IV-
act. 64 – 10) und einen Bericht des Spitals Grabs vom 11. Februar 2008 betreffend eine
mutmasslich wegen Nebenwirkungen von Tramadol erfolgte Hospitalisation am
30./31. Januar 2008 mit (unter anderem) der Diagnose eines chronischen
Schmerzsyndroms mit rezidivierenden Rücken- und Thoraxschmerzen und allfälligen
degenerativen Wirbelsäulenveränderungen (IV-act. 64 – 2 f.).
A.g Vom 5. bis zum 8. September 2008 wurde die Versicherte im Spital Grabs
stationär behandelt, nachdem sie sich am 5. September 2008 wegen Exazerbation des
chronischen lumbovertebralen Schmerzsyndroms ohne Trauma oder abnorme
Bewegung auf der Notaufnahme vorgestellt hatte. Im entsprechenden Bericht vom
11. September 2008 wird unter anderem festgehalten, mittels Röntgenaufnahmen
seien keine relevanten degenerativen Veränderungen festgestellt worden (IV-act. 72 –
6 f.).
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A.h Mit Vorbescheid vom 18. Dezember 2008 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit,
dass die Abweisung des Rentengesuchs vorgesehen sei (IV-act. 70).
A.i Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 21. Januar 2009 diverse
Einwände; unter anderem forderte sie weitere medizinische Abklärungen, namentlich
bildgebende Untersuchungen der Lendenwirbelsäule in Form einer funktionellen
Magnetresonanztomographie (IV-act. 71).
A.j Nachdem der RAD-Arzt Dr. C._ in einer internen Stellungnahme vom 30. Januar
2009 dafür gehalten hatte, dass weitere medizinische Abklärungen nicht notwendig
seien (IV-act. 73), verfügte die IV-Stelle gleichentags die Abweisung des
Rentengesuchs (IV-act. 74).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 30. Januar 2009 richtet sich die Beschwerde vom
9. März 2009 mit dem Antrag, der Beschwerdeführerin sei mit Wirkung ab März 2007
mindestens eine halbe Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen. Zur Begründung
wird im Wesentlichen angeführt, dass die Qualifikation der Beschwerdeführerin als
Nichterwerbstätige bzw. im Aufgabenbereich Tätige falsch und die durchgeführten
medizinischen Abklärungen ungenügend seien (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 9. April 2009 beantragte die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, die
medizinischen Abklärungen seien ausreichend und angesichts der Ergebnisse sei es
irrelevant, ob die Beschwerdeführerin als voll erwerbstätig oder nicht erwerbstätig
qualifiziert werde (act. G 5).
B.c Die Beschwerdeführerin hielt mit Replik vom 9. Juni 2009 an dem mit Beschwerde
vom 9. März 2009 gestellten Antrag fest (act. G 10).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 12).

Erwägungen:
1.
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Streitig und zu prüfen ist, ob die die medizinische Aktenlage die Bemessung des
Invaliditätsgrades erlaubt und ob die Beschwerdeführerin als im hypothetischen
„Gesundheitsfall“ nicht oder voll Erwerbstätige zu qualifizieren ist.
2.
Nach dem im Sozialversicherungsrecht allgemein geltenden Untersuchungsgrundsatz
haben Verwaltung und Sozialversicherungsgericht von sich aus für die richtige und
vollständige Abklärung des Sachverhaltes zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt indessen
nicht uneingeschränkt. Die behördliche und richterliche Abklärungspflicht umfasst nicht
unbesehen alles, was von einer Partei behauptet oder verlangt wird. Vielmehr bezieht
sie sich nur auf den im Rahmen des streitigen Rechtsverhältnisses rechtserheblichen
Sachverhalt. Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob
über den streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen
haben Verwaltung und Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen stets
vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder
anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht
(BGE 117 V 282 f. E. 4a mit Hinweisen). Von weiteren Abklärungen kann mithin unter
anderem dann abgesehen werden, wenn Behörde und Sozialversicherungsgericht bei
pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung gelangen, die weiteren
Abklärungen seien nicht geeignet, neue entscheidrelevante Erkenntnisse zu vermitteln
(antizipierte Beweiswürdigung; BGE 122 V 162 E. 1d mit Hinweisen).
3.
In Bezug auf die medizinische Aktenlage verlangt die Beschwerdeführerin weitere
bildgebende Untersuchungen der Lendenwirbelsäule und eine
Arbeitsfähigkeitsschätzung bezogen auf ausserhäusliche Tätigkeiten. Nach Durchsicht
der Akten stellt sich zusätzlich die Frage nach psychiatrischen Abklärungen.
3.1 Zu den bildgebenden Untersuchungen:
3.1.1 Diesbezüglich bemängelt die Beschwerdeführerin, dass die RAD-Ärzte
lediglich auf den CT-Bericht vom 7. Dezember 2007 (IV-act. 45) abgestellt hätten, in
welchem zudem auf eine deutlich eingeschränkte Bildqualität hingewiesen werde. Bei
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Verdacht auf Spinalkanaleinengung seien weitere bildgebende Abklärungen angezeigt,
namentlich eine funktionelle Kernspintomographie.
3.1.2 Tatsächlich finden sich in den Akten in Bezug auf bildgebende Abklärungen
der Lendenwirbelsäule lediglich ein Röntgenbericht vom 13. Januar 2004 (IV-act. 64 –
13), besagter CT-Bericht vom 7. Dezember 2007 und die Erwähnung von
Röntgenbefunden im Austrittsbericht des Spitals Grabs vom 11. September 2008 (IV-
act. 72 – 6 f.). Diese Berichte sind indessen durchaus aufschlussreich: Die Röntgen-
Untersuchung vom 13. Januar 2004, die zur Abklärung der Ursachen der chronischen
Lumbalgie veranlasst worden war, ergab einen völlig unauffälligen Befund (IV-act. 64 –
13). Gleicherweise wird im Austrittsbericht des Spitals Grabs vom 11. September 2008
betreffend die wegen einer Exazerbation des chronischen lumbovertebralen
Schmerzsyndroms ohne Trauma oder abnorme Bewegung stattgefundene
Hospitalisation vom 5. bis zum 8. September 2008 festgehalten, nebst einzelnen
kleinen ventralen und lateralen Spondylosen auf der Höhe L3/4 und L4/5 seien keine
weiteren degenerativen Veränderungen festgestellt worden. In diesem Bericht wird
weiter festgehalten, dass die klinische Untersuchung ebenfalls unauffällig ausgefallen
sei, aufgrund dieser unauffälligen Befunde lediglich Analgetika und Physiotherapie
verordnet worden seien und sich der Zustand der Beschwerdeführerin hierunter rasch
erheblich gebessert habe (IV-act. 72 – 6 f.). Auch die klinischen Untersuchungen durch
die RAD-Ärzte anlässlich der Begutachtung fielen diesbezüglich unauffällig aus;
insbesondere ergaben sich keine Hinweise auf etwaige neurologische Ausfälle (IV-
act. 66). Abgesehen von dem im CT-Bericht vom 7. Dezember 2007 (IV-act. 45)
erwähnten und im Gutachten des RAD vom 7. November 2008 (IV-act. 66) gewürdigten
Verdacht auf relative Einengung des Spinalkanals auf der Höhe L3/4 und L4/5 lassen
sich den massgebenden Akten mithin keine Anhaltspunkte dafür entnehmen, dass die
Beschwerdeführerin aufgrund degenerativer Veränderungen im Bereich der
Lendenwirbelsäule in ihrer Leistungsfähigkeit weitgehender eingeschränkt ist als von
den RAD-Ärzten angenommen. Insofern ergibt sich aus den Akten kein Anlass für
weitere diesbezügliche Abklärungen.
3.1.3 Hinzu kommt, dass von weiteren bildgebenden Abklärungen überwiegend
wahrscheinlich höchstens eine Präzisierung der Diagnose zu erwarten wäre. Da aber
letztlich nicht die genaue Diagnose, sondern vielmehr die effektive
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gesundheitsbedingte Einschränkung der Leistungsfähigkeit eine allfällige Invalidität
begründet (dahingehend etwa BGE 127 V 298 E. 4c mit Hinweisen) und da die effektive
gesundheitsbedingte Einschränkung im Rahmen der klinischen Untersuchungen durch
die RAD-Ärzte im Rahmen der Begutachtung erhoben worden ist, sind die beantragten
bildgebenden Abklärungen von vorneherein nicht geeignet, neue entscheidrelevante
Erkenntnisse zu vermitteln.
3.1.4 Schliesslich ist auch darauf hinzuweisen, dass trotz der langen
Leidensdauer von – gemäss Angaben der Beschwerdeführerin – mindestens zehn
Jahren und diversen medizinischen Untersuchungen durch verschiedene Ärzte bislang
offensichtlich ärztlicherseits kein Anlass bestand, die Beschwerdeführerin spezifisch
fachärztlich untersuchen und allenfalls behandeln zu lassen. Diese Tatsache ist als
Indiz dafür zu werten, dass die beteiligten Ärzte übereinstimmend davon ausgingen,
eine solche fachärztliche Untersuchung und Behandlung sei mangels Vorliegens eines
entsprechenden Befundes nicht nötig.
3.1.5 In antizipierter Beweiswürdigung ist daher mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass weitere bildgebende Abklärungen keine
neuen Erkenntnisse in Bezug auf den entscheidrelevanten Sachverhalt vermitteln
werden und daher nicht angezeigt sind. Der Sachverhalt erweist sich diesbezüglich als
genügend abgeklärt.
3.2 Bezüglich Arbeitsfähigkeitsschätzung ist festzuhalten, dass das Gutachten des
RAD nicht nur eine Schätzung in Bezug auf die Tätigkeit als Hausfrau enthält, sondern
eine allgemeine Zumutbarkeitsbeurteilung: „Aus orthopädischer Sicht besteht keine
Einschränkung für leichte körperliche, wirbelsäulenschonende Arbeiten in
Wechselhaltung mit Gewichtslimite bis maximal 15 Kilogramm. Aus internistischer
Sicht ergaben sich bei der Untersuchung keine Gesundheitsschäden, die eine
nennenswerte Leistungsbeeinträchtigung bei Haushaltsführung nach sich ziehen
würden. Körperliche Schwerarbeit kommt für diese Versicherte nicht mehr in Frage,
ansonsten ist sie für die üblichen Haushaltstätigkeiten voll verwendbar“ (IV-act. 66 –
12). Daraus lässt sich, wie auch der RAD-Arzt Dr. C._ in seiner internen
Stellungnahme vom 30. Januar 2009 festhielt, ohne Weiteres ableiten, welche
Erwerbstätigkeiten der Beschwerdeführerin in welchem Umfang noch zumutbar sind
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(vgl. IV-act. 73). Zwar führte Dr. C._ aus, durch die schlafbezogene Atmungsstörung
dürfte bei Möglichkeit zu vermehrten und auch längeren Pausen im Haushalt keine
höhergradige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehen, was den Schluss nahe
legen könnte, in einer ausserhäuslichen Tätigkeit wäre eine entsprechende
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit durch vermehrten Pausenbedarf zu attestieren.
Allerdings wiesen die Ärzte des Interdisziplinären Zentrums für Schlafmedizin des
Kantonsspitals St. Gallen in deren Bericht vom 18. Januar 2007 darauf hin, dass der
Leidensdruck gering sei, sodass von der Wiederholung der im Dezember 2006
während kurzer Zeit durchgeführten CPAP-Therapie oder sonstigen Therapieversuchen
abgesehen wurde. Von einer erheblichen durch das Schlafapnoe-Syndrom
verursachten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in einer ausserhäuslichen Tätigkeit
kann daher nicht ausgegangen werden. Auch aus dem Hinweis auf die freie
Zeiteinteilung im Haushalt im Gutachten von Dr. D._ kann nicht abgeleitet werden, in
einer ausserhäuslichen Tätigkeit wäre eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu
attestieren. Gesamthaft wird aus dem Gutachten des RAD ersichtlich, welche
Erwerbstätigkeiten der Beschwerdeführerin in welchem Umfang noch zumutbar sind.
Damit erübrigen sich Zusatzfragen an die begutachtenden Ärzte, wäre von den
entsprechenden Antworten doch keine neue Erkenntnis in Bezug auf den
rechtserheblichen Sachverhalt zu erwarten.
3.3 Da die Beschwerdeführerin an vielfältigen subjektiv als stark einschränkend
erlebten Schmerzen leidet, für die sich in den massgebenden medizinischen Akten
keine hinreichenden somatischen Ursachen finden lassen, stellt sich schliesslich die
Frage nach der Notwendigkeit psychiatrischer Abklärungen. Nachdem sich aber den
vorliegenden Akten keinerlei Anhaltspunkte für eine relevante psychische
Beeinträchtigung entnehmen lassen, insbesondere auch trotz über Jahre hinweg
bestehender Beschwerden keine psychiatrische Abklärung oder entsprechende
Behandlung veranlasst wurde, ist nicht wahrscheinlich, dass eine psychiatrische
Abklärung verlässliche Anhaltspunkte ergäbe, welche den Schluss auf eine im
massgebenden Zeitraum eingetretene invalidisierende psychische Störung gestatten
würde (vgl. auch den Entscheid 8C_600/2009 des Bundesgerichts vom 8. Januar 2010,
E. 3.3.2). Der medizinische Sachverhalt erweist sich damit auch in dieser Hinsicht als
genügend abgeklärt.
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3.4 Was schliesslich die pauschale Kritik der Beschwerdeführerin an der
Verwertbarkeit des Gutachtens des RAD vom 7. November 2008 betrifft, so ist auf
folgendes hinzuweisen:
3.4.1 Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner medizinischer
Fachpersonen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen,
nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien
gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Experte in
einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf
mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr
besonderer Umstände, die das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung
objektiv als begründet erscheinen lassen. Zwar ist im Hinblick auf die erhebliche
Bedeutung, die den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, an die
Unparteilichkeit der medizinischen Fachpersonen ein strenger Massstab anzulegen
(BGE 125 V 354 E. 3b/cc), doch sind ergänzende Abklärungen mittels unabhängiger
Begutachtung nur dann vorzunehmen, wenn Zweifel an der Zuverlässigkeit und
Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen bestehen (geringe
Zweifel genügen aber bereits; BGE 135 V 470 E. 4.4).
3.4.2 Vorliegend ergeben sich aus den massgebenden Akten keine konkreten
Indizien, welche Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit des Gutachtens des
RAD vom 7. November 2008 wecken würden. Das Gutachten ist in sich schlüssig,
stimmt mit den übrigen medizinischen Berichten, die von den RAD-Ärzten eingehend
gewürdigt wurden, überein, berücksichtigt die geklagten Beschwerden, beruht auf
umfassenden Untersuchungen und überzeugt in den gestützt darauf getroffenen
Schlussfolgerungen. Eine versicherungsexterne Begutachtung ist daher nicht
angezeigt. Für die Bemessung des Invaliditätsgrades ist auf das Gutachten des RAD
vom 7. November 2008 abzustellen.
4.
Da der Beschwerdeführerin gemäss Gutachten des RAD vom 7. November 2008
leichte körperliche, wirbelsäulenschonende Arbeiten in Wechselhaltung mit
Gewichtslimite bis maximal 15 Kilogramm ganztags zumutbar sind, erübrigt sich die
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Beantwortung der Frage, ob die Beschwerdeführerin im hypothetischen
„Gesundheitsfall“ erwerbstätig wäre oder nicht, denn so oder anders erreicht der
gestützt darauf ermittelte Invaliditätsgrad nicht annähernd ein rentenbegründendes
Ausmass. Selbst wenn aus medizinischer Sicht wegen des vermehrten Pausenbedarfs
eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in einer ausserhäuslichen Tätigkeit zu
attestieren wäre, würde diese mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht derart hoch
sein, dass ein rentenbegründender Invaliditätsgrad erreicht würde.
5.
5.1 Demnach ist die Beschwerde abzuweisen.
5.2 Der Beschwerdeführerin wurde am 9. April 2009 die unentgeltliche
Prozessführung (unentgeltliche Rechtspflege und unentgeltliche Rechtsverbeiständung)
bewilligt. Wenn es ihre wirtschaftlichen Verhältnisse gestatten, kann sie jedoch zur
Nachzahlung der Gerichtskosten und der Auslagen für die Vertretung verpflichtet
werden (Art. 123 Abs. 1 der Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m.
Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).
5.3 Der unterliegenden Beschwerdeführerin sind die Gerichtskosten in der Höhe von
Fr. 600.-- aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist sie von der Bezahlung
zu befreien.
5.4 Der Staat ist zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung zu verpflichten, für die
Kosten der Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin aufzukommen. Der
Rechtsvertreter reichte keine Kostennote ein. Die Entschädigung ist deshalb pauschal
auf Fr. 3’500.-- festzulegen und gemäss Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes (AnwG;
sGS 963.70) um einen Fünftel zu kürzen. Somit hat der Staat den Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin mit Fr. 2’800.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu
entschädigen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht