Decision ID: 4f87de8a-a4cb-5afd-89ee-4636b6b54f69
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ erlitt am 31. August 2011 während der Arbeit als Fahrer eines Lieferwagens
der Post einen Auffahrunfall, als er wegen einer Fussgängerin vor einem Zebrastreifen
bremste (UV-act. 1). Der Versicherte wurde vom 31. August bis 2. September 2011 in
der Klinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Kantonsspitals St. Gallen
(KSSG) hospitalisiert. Die Ärzte diagnostizierten eine HWS-Distorsion Grad III mit
motorischer Abschwächung C4-C8 rechts und bei bekanntem Cervico- und
Lumbovertebralsyndrom bei mehrsegmentalen degenerativen Veränderungen (UV-act.
10). Gemäss dem Arztzeugnis seines Hausarztes Dr. med. B._, Allgemeine Medizin
FMH, vom 22. September 2011 nahm der Versicherte die Arbeit ab 14. September
2011 wieder zu 50% auf (UV-act. 11). Die Suva erbrachte die Kosten der
Heilbehandlung und leistete Taggelder (Schreiben vom 3. Oktober 2011, UV-act. 14).
A.b Im Arztbericht vom 28. November 2011 hielt der Hausarzt fest, die Beschwerden
hätten trotz Physiotherapie und NSAR nicht gebessert. Dem Versicherten werde es
häufig schwarz vor Augen. Objektiv sei eine eingeschränkte HWS-Beweglichkeit unter
Muskelanspannung festzustellen (UV-act. 28). Am 11. Januar 2012 fand in der
Rehaklinik Bellikon ein ambulantes Assessment statt (UV-act. 48). Infolge der gestützt
darauf empfohlenen psychosomatischen Abklärung vom 24. Januar 2012 stellten die
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Ärzte eine leichte depressive Episode leicht agitierter Färbung (ICD-10: F32.0) fest (UV-
act. 47).
A.c Gemäss biomechanischer Kurzbeurteilung vom 28. Februar 2012 gingen die
Experten auf Grund der technischen Bewertung und der medizinischen Unterlagen
davon aus, dass die anschliessend an das Ereignis beim Versicherten festgestellten,
von der HWS ausgehenden Beschwerden und Befunde isoliert durch die
Kollisionseinwirkung im Normalfall wie im hier vorliegenden Fall eher nicht erklärbar
seien (UV-act. 56).
A.d Anlässlich der Besprechung mit der Arbeitgeberin und dem zuständigen Suva-
Mitarbeiter vom 13. März 2012 gab der Versicherte einen insgesamt etwas gebesserten
Gesundheitszustand an. Allerdings seien die Schmerzen immer noch nicht ganz
verschwunden und er habe noch Mühe durchzuschlafen. Es fehle ihm auch noch an
der Kraft. Ein neu eingenommenes Medikament sei nun weniger stark und mache ihm
einen klareren Kopf. Seit ca. einem Monat bzw. sicher seit zwei Wochen gehe es ihm
immer besser. Er besuche noch einmal pro Woche die Physiotherapie und gehe zwei
bis dreimal schwimmen. Es wurde vereinbart, die Arbeitszeit ab 26. März 2012 auf 70%
und ab 10. April 2012 auf 80% zu steigern (UV-act. 58). Vom 21. bis 30. März 2012 war
der Versicherte wegen Schwindel und Kopfschmerzen jedoch zu 100% arbeitsunfähig,
danach arbeitete er wieder zu 50% (UV-act. 60 f., 63).
A.e In der psychiatrischen Beurteilung vom 20. April 2012 befand Dr. med. C._,
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Konsiliarpsychiaterin,
versicherungspsychiatrischer Dienst der Suva Bern, dass es auf Grund der
vorhandenen Aktenlage mit jeweils vermerkter Indikation zur psychiatrischen
Behandlung, ohne dass bisher eine adäquate psychiatrische Behandlung stattgefunden
hätte, schwierig sei, detailliert zur Kausalität Stellung zu nehmen. Zunächst sei aber
noch von einer Teilkausalität auszugehen (UV-act. 68). Ab 1. Juni 2012 wurde dem
Versicherten eine Arbeitsunfähigkeit von 70% attestiert (vgl. UV-act. 109-3).
A.f Im Rahmen der Kopfwehsprechstunde vom 14. Juni 2012 diagnostizierten die
Ärzte der Neurologischen Poliklinik des Universitätsspitals Zürich (USZ) einen Verdacht
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auf Medikamentenübergebrauchskopfschmerz, weshalb sie die sofortige Absetzung
der NSAR empfahlen (UV-act. 89).
A.g Am 14. Juni 2012 fand das Erstgespräch des Versicherten bei Dr. med. D._,
Psychiatrisches Zentrum E._, statt. Gestützt auf zwei Einzelgespräche diagnostizierte
die Ärztin Anpassungsstörungen mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10 F43.22;
UV-act. 98).
A.h Mit ärztlicher Beurteilung vom 13. August 2012 hielt SUVA-Kreisarzt Dr. med.
F._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates FMH, fest, dass den geklagten Beschwerden ein organisches
Substrat im Sinne einer unfallbedingten strukturellen Veränderung fehle, so dass diese
Beschwerden als organisch nicht hinreichend nachweisbar zu werten seien. Die Frage,
ob die betreffenden Beschwerden auch psychisch verursacht werden könnten, bejahte
er (UV-act. 103). Gemäss dem Bericht über die Kopfwehsprechstunde im USZ vom 21.
September 2012 konnte der Analgetika-Konsum des Versicherten langsam aber stetig
reduziert werden (UV-act. 116-2).
A.i Dr. med. G._, Arzt mbF Psychosomatik, Klinik Valens, diagnostizierte gestützt
auf die psychiatrische Untersuchung des Versicherten vom 15. Januar 2013 auf
Grundlage des chronischen Schmerzsyndroms nach Unfallereignis eine mittelgradige
depressive Episode (ICD-10 F32.11), einhergehend mit einem deutlichen somatischen
Syndrom und vielen Insuffizienzgefühlen (UV-act. 148). Vom 4. bis 22. März 2013
wurde der Versicherte in der Klinik Valens stationär behandelt (UV-act. 164, 173). Per
31. August 2013 wurde das Arbeitsverhältnis mit der Post aufgelöst (UV-act. 197).
A.j In der Stellungnahme vom 6. Februar 2014 ging Dr. C._ davon aus, es könne auf
Grund von insgesamt maximal drei psychiatrischen Sitzungen bei Dr. D._ nicht von
einer adäquaten Behandlung ausgegangen werden. Da der Versicherte den
Leidensdruck auf einer körperlichen Ebene erlebe und er die Notwendigkeit einer
psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung nicht nachvollziehen könne, sei von
einer weiteren Behandlung keine namhafte Besserung in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit
zu erwarten (UV-act. 219).
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A.k Mit Verfügung vom 20. Februar 2014 stellte die Suva ihre Leistungen per 31. März
2014 ein. Dies mit der Begründung, dass die noch geklagten Beschwerden organisch
nicht hinreichend nachweisbar und die Adäquanz zwischen dem Unfallereignis und
dem eingetretenen Schaden zu verneinen sei. Da keine Unfallfolgen vorlägen, bestehe
auch kein Anspruch auf weitere Geldleistungen in Form einer Integritätsentschädigung
(UV-act. 221).
B.
B.a Gegen diese Verfügung liess der Versicherte am 24. März 2014 durch lic. iur. D.
Ehrenzeller Einsprache erheben und die Weiterausrichtung von Taggeldern, eventuell
von Rentenleistungen der Unfallversicherung beantragen. Im Wesentlichen liess er
geltend machen, dass für die Adäquanzbeurteilung vorgängig eine Begutachtung
durchzuführen sei, wie auch ein Cranial-MRI, wo sich oft Verletzungsspuren im
Hirnstammbereich oder in den interessierenden Abschnitten abbilden liessen.
Unumgänglich sei auch eine neuropsychologische Abklärung sowie eine
spezialärztliche Begutachtung des Gleichgewichtssystems (UV-act. 227).
B.b Mit Schreiben vom 21. Mai 2014 teilte die IV-Stelle mit, dass der Versicherte
polydisziplinär begutachtet werde (UV-act. 230). Gestützt darauf sistierte die Suva das
Einspracheverfahren bis zum Vorliegen des Gutachtens (UV-act. 233).
B.c Am 27. August und 17. September 2014 wurde der Versicherte allgemein-
medizinisch, neurologisch, orthopädisch und psychiatrisch begutachtet. Im PMEDA-
Gutachten (Polydisziplinäre Medizinische Abklärungen, Prof. Dr. med. H._) vom 10.
Dezember 2014 attestierten ihm die Gutachter in angepassten Tätigkeiten eine
Arbeitsfähigkeit von 100% (UV-act. 234). Der Rechtsvertreter des Versicherten äusserte
sich mit Stellungnahme vom 18. Februar 2015 zum Gutachten dahingehend, dass es
nicht überzeuge. Es sei noch ein Bericht beim behandelnden Psychiater und beim
Psychotherapeuten einzuholen (UV-act. 238).
B.d Mit Einspracheentscheid vom 24. Februar 2015 wies die Suva die Einsprache ab.
Infolge der diagnostizierten HWS-Distorsion mit zum typischen Beschwerdebild
gehörenden Beeinträchtigungen beurteilte sie die Frage des adäquaten
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Kausalzusammenhangs allfälliger organisch nicht nachweisbarer, psychischer
Beschwerden nach der Rechtsprechung der Schleudertrauma-Praxis. Da das
Unfallereignis als leichter, banaler Unfall zu qualifizieren sei, sei auch der adäquate
Kausalzusammenhang zwischen diesem und den organisch nicht nachweisbaren,
psychischen Beschwerden des Versicherten zu verneinen und eine Leistungspflicht
entfalle. Selbst eine Einordnung als mittelschwerer Unfall im Grenzbereich zu den
leichten Unfällen würde nach Prüfung der zusätzlichen Kriterien zu keinem anderen
Ergebnis führen (UV-act. 240).
C.
C.a Gegen diesen Entscheid richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 30. März
2015 mit dem Antrag auf Aufhebung des angefochtenen Entscheids und Gewährung
von Versicherungsleistungen über den 31. März 2014 hinaus, insbesondere ein
Taggeld, eventualiter eine UVG-Invalidenrente von mindestens 40% sowie eine
angemessene Integritätsentschädigung von mindestens 15%. Im Eventualbegehren
beantragte der Beschwerdeführer die Aufhebung des Einspracheentscheids und die
Rückweisung an die Beschwerdegegnerin im Sinne der Erwägungen; unter Kosten-
und Entschädigungsfolgen. Zur Begründung machte er geltend, auf das PMEDA-
Gutachten vom 10. Dezember 2014 könne nicht abgestellt werden. Die Gutachter
würden die Folgen des Unfalls von 1997 dort praktisch gänzlich ausblenden. Daher
seien die Akten jenes Unfalls beizuziehen, um die Glaubwürdigkeit von
Beschwerdeführer und Gutachter überprüfen zu können. Zudem sei als weitere
Abklärung ein Cranial-MRI durchzuführen, da das letzte vom 11. Mai 2012 stamme und
einen Riss des Ligamentum longitudinale und des Anulus fibrosus zeige. Auch sei eine
neuropsychologische Abklärung durchzuführen, klage der Beschwerdeführer doch
über verminderte Konzentrationsfähigkeit und Erinnerungslücken (act. G 1).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 30. April 2015 beantragte die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung ihres Einspracheentscheids. Zur
Begründung verwies sie im Wesentlichen auf den Einspracheentscheid. Im Weiteren
stellte sie sich auf den Standpunkt, dass die medizinischen Abklärungen mehr als
ausreichend seien. Im Übrigen vermöchte auch eine neuropsychologische Testung kein
organisches Substrat zu objektivieren. Desgleichen erübrige sich ein Cranio-MRI, da
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die entsprechende Untersuchung von Mai 2012 keinerlei Auffälligkeiten im
Schädelbereich gezeigt hätte (UV-act. 4).
C.c Am 20. Mai 2015 bewilligte der Abteilungspräsident das Gesuch des
Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten
und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung; act. G 9).
C.d Mit Replik vom 14. August 2015 und Duplik vom 21. August 2015 hielten die
Parteien an ihren Anträgen fest (act. G 14, 16).
C.e Am 23. August 2016 sistierte die Verfahrensleitung das Beschwerdeverfahren bis
zum Eingang des Gerichtsgutachtens im Verfahren bezüglich IV-Leistungen IV
2015/140. Gleichzeitig stellte sie den Parteien in Aussicht, im Rahmen der im IV-
Verfahren in Auftrag gegebenen asim-Begutachtung im vorliegenden UV-Verfahren
zwei relevante Ergänzungsfragen zu stellen (act. G 19).
C.f Nachdem sich die Beschwerdegegnerin diesem Vorgehen unter Geltendmachung
verletzter Parteirechte mit Schreiben vom 30. August 2016 widersetzte (act. G 20),
wurde darauf verzichtet, den Gutachtern die Zusatzfragen zu unterbreiten (act. G 21).
C.g Mit Schreiben vom 29. Dezember 2017 stellte die Verfahrensleitung der
Beschwerdegegnerin das im Verfahren IV 2015/140 ergangene MEDAS-Gutachten des
Universitätsspitals Basel (asim) vom 1. März 2017 zur Kenntnis zu. Das asim hatte den
Beschwerdeführer im Oktober 2016 internistisch, psychiatrisch, orthopädisch,
neurologisch und neuropsychologisch begutachtet (act. G 22, G 22.1).
C.h Im Schreiben vom 22. Januar 2018 machte die Beschwerdegegnerin gestützt auf
das asim-Gutachten geltend, dass die anhaltenden Beschwerden des
Beschwerdeführers in keinem natürlichen Kausalzusammenhang mit dem Unfall vom
31. August 2011 stünden und keine unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit zu verzeichnen
sei. Damit sei sie nicht leistungspflichtig (act. G 23).

Erwägungen
1.
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Vorliegend anerkannte die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht für die Folgen des
Unfalls vom 31. August 2011 und erbrachte Heilkosten- und Taggeldleistungen bis 31.
März 2014. Streitig ist, ob sie auch für die nach diesem Zeitpunkt der
Leistungseinstellung geltend gemachten gesundheitlichen Probleme entsprechende
Versicherungsleistungen sowie eine Integritätsentschädigung zu erbringen hat.
2.
2.1 Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über
die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die
Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der
Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 werden
Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben,
und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach
bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden, nachdem ein Unfallereignis vom 31.
August 2011 streitig ist, die bis 31. Dezember 2016 gültigen Bestimmungen
Anwendung.
2.2 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG werden Leistungen der Unfallversicherung bei
Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz
nichts anderes bestimmt. Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt zunächst
voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein
natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen
Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der
eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht
zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Die Leistungspflicht des
Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und
dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 129 V
181 E. 3.1 f.). Während es Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist, den natürlichen
Kausalzusammenhang zu beurteilen, obliegt es dem Gericht, die Frage nach dem
adäquaten Kausalzusammenhang zu beantworten (BGE 123 III 110 und 112 V 30; PVG
1984 Nr. 82, 174). Im Bereich klar ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinne
von nachweisbaren strukturellen Veränderungen (organisches Substrat konnte mit
bildgebenden Untersuchungsmethoden [Röntgen, Computertomogramm, EEG]
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nachgewiesen werden) spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus
dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers
praktisch keine Rolle. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne weiteres zu
bejahen (BGE 127 V 103 E. 5b/bb, 123 V 102 E. 3b, 118 V 291 E. 3a, 117 V 365 E. 5d/
bb mit Hinweisen). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) fassbar,
bewirkt die Bejahung der natürlichen Kausalität nicht automatisch auch die Bejahung
der adäquaten Kausalität, können doch gerade klinische Befunde erfahrungsgemäss
auch psychisch ausgelöst werden. In diesen Fällen ist eine eigenständige
Adäquanzbeurteilung durchzuführen.
2.3 Wird durch einen Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt
erst manifest, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers, wenn entweder der
(krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat
(Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem
schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustands auch ohne Unfall früher
oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist. Das Dahinfallen jeder
kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss
mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit
nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es
sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die entsprechende
Beweislast nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV
2000 Nr. U 363 S. 45, 1994 Nr. U 206 S. 328; siehe ebenso BGE 117 V 261 E. 3b).
Dabei muss jedoch nicht etwa der Beweis für unfallfremde Ursachen erbracht werden.
Welche Ursachen ein nach wie vor geklagtes Leiden hat, ob es Krankheitsursachen, ein
Geburtsgebrechen oder degenerative Veränderungen sind, ist unerheblich. Denn es ist
nicht so, dass der Unfallversicherer bei einmal bejahter Unfallkausalität so lange haftet,
als er unfallfremde Ursachen nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
nachzuweisen vermag. Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte Ursachen eines
Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben, also dahin gefallen sind
(Urteile des Bundesgerichts vom 11. November 2008, 8C_126/2008, E. 2.3, und vom
16. November 2015, 8C_337/2015, E. 2.2; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 329 E. 3b).
3.
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Der Fallabschluss hat in dem Zeitpunkt zu erfolgen, in dem von der Weiterführung der
medizinischen Massnahmen keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes,
d.h. insbesondere keine wesentliche Steigerung der Arbeitsfähigkeit mehr zu erwarten
ist (BGE 134 V 113 f. E. 4). Vorliegend hielt Kreisarzt Dr. F._ bereits in seiner
Beurteilung vom 13. August 2012 fest, es sei nicht davon auszugehen, dass sich unter
der weiteren ärztlichen Behandlung eine erhebliche Besserung einstellen werde (UV-
act. 137 S. 6). Dies hat sich denn gemäss den weiteren Akten auch bewahrheitet,
brachte doch selbst der Rehabilitationsaufenthalt in der Klinik Valens vom 4. bis 22.
März 2013 hinsichtlich der Schmerzintensität keine Besserung (UV-act. 173 S. 2). Auch
in psychiatrischer Hinsicht kam Dr. C._ mit Stellungnahme vom 6. Februar 2014 zum
Schluss, dass von einer weiteren psychiatrischen Behandlung keine namhafte
Besserung in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit zu erwarten sei, da es offenbar nicht
gelungen war, ein vertrauensvolles therapeutisches Bündnis zu etablieren, was
möglicherweise auch daran liege, dass der Beschwerdeführer eher in der Lage sei,
somatisierende Symptome als depressive Symptome zu bilden (UV-act. 219). Damit
war der auf den 31. März 2014 verfügte Fallabschluss nicht verfrüht.
4.
4.1 Streitig und zu prüfen sind als Erstes die somatischen Beschwerden. Der
Beschwerdeführer macht geltend, er leide unter Verspannungen im Nacken-/
Halsbereich bzw. unter dadurch ausgelösten Kopfschmerzen (vgl. act. G 1).
4.2 Für die Annahme unfallkausaler somatischer Restfolgen wird im Regelfall eine
strukturelle Läsion bzw. eine schlecht verheilte strukturelle Läsion als objektivierbares
Korrelat verlangt. Als objektiviert gilt eine solche Läsion durch einen entsprechenden
radiologisch erhobenen Untersuchungsbefund. Im anlässlich der Hospitalisation im
KSSG am 31. August 2011 vorgenommenen CT der Wirbelsäule fanden sich keine
Frakturen oder Luxationen und ebenso wenig in den konventionellen Bildern der
Schulter, der LWS und des Thorax. Mit einem MRI der HWS wurden zudem
diskoligamentäre Begleitverletzungen ausgeschlossen (UV-act. 10, 30f.).
Demgegenüber zeigte dieses degenerative Veränderungen mit mehrsegmentalen
Osteochondrosen und Unkarthrosen zwischen HWK4 und HWK7; am Punctum
maximum HWK5/6 bestand zusätzlich eine kleine Diskushernie degenerativer Genese
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ohne Nachweis einer Myelon- oder Nervenwurzelkompression. Im Verlaufe der
Hospitalisation sei die Kraftverminderung der oberen Extremitäten regredient gewesen.
Die Ärzte gingen daher von einer Contusio spinalis aus (UV-act. 10, vgl. auch UV-act.
31). Gemäss dem Bericht der Neurologie des Universitätsspitals Zürich (USZ) vom 14.
Juni 2012 war die zerebrale MRT Untersuchung vom 7. Mai 2012 unauffällig. Für das in
der klinisch-neurologischen Untersuchung festgestellte sensible Defizit im distalen C6
Dermatom fand sich kein sicheres anatomisches Korrelat. Im MRT der HWS vom 7.
Mai 2012 zeigte sich zwar eine Diskusprotrusion auf Höhe C6/7 (wie auch C3/4, 4/5),
der Foramenkanal war aber beidseits durchgängig, wenn auch der rechte im
Seitenvergleich enger imponierte (UV-act. 89). Im Bericht über das Konsilium
Rheumatologie des USZ vom 24. Juli 2012 hielt Dr. med. I._ fest, dass auf den MRI-
Bildern der HWS der Radiologie des USZ ein Riss des Ligamentum longitudinale
anterius und des Anulus fibrosus des Discus intervertebralis auf Höhe C5/6
beschrieben und mit dem Unfall in Verbindung gebracht werde. Da der
Beschwerdeführer angebe, vor dem Unfall beschwerdefrei gewesen zu sein, sei dies
durchaus möglich (UV-act. 102 S. 2). Gemäss Aktenbeurteilung von Kreisarzt Dr. F._
vom 13. August 2012 fehlte den geklagten Beschwerden demgegenüber ein
organisches Substrat im Sinne einer unfallbedingten strukturellen Veränderung, so
dass die Beschwerden als organisch nicht hinreichend nachweisbar zu werten seien
(UV-act. 103). Auch in der MRI-Untersuchung der HWS vom 28. Oktober 2016 des
asim konnte keine posttraumatische Läsion festgestellt werden. Demgegenüber
brachten die Bilder multisegmentale progrediente degenerative Veränderungen der
HWS in Form von breitbasigen Diskushernien und bilateralen Spondylarthrosen mit
möglicher Nervenwurzelaffektion C6 bds. und möglicher Kompression der Wurzel C7
links zur Darstellung. Hierzu passende Sensibilitätsstörungen, motorische Defizite oder
eine Schmerzausstrahlung im Bereich des radialen Unterarms und Daumens (C6), bzw.
des dorsalen Unterarms und Digitus II und III (C7) seien nicht zu erheben. Die
geschilderte Schmerzausstrahlung in beide Schultern wäre den oberen HWS-
Segmenten zuzuordnen, welche im MRI ohne Einengung zur Darstellung kämen. Die
geschilderte Schmerzausstrahlung war daher gemäss dem orthopädischen asim-
Gutachter Dr. med. J._, Facharzt für Orthopädie, Manuelle Medizin/Chirotherapie und
Akupunktur, zertifizierter medizinischer Gutachter SIM, als pseudoradikulär anzusehen,
was auch fachneurologisch bestätigt worden sei (act. G 22.1.2 S. 12, vgl. auch G
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22.1.3 S. 15). In der interdisziplinären Gesamtbeurteilung kamen die asim-Gutachter
zum Schluss, dass der Unfall keine bleibenden strukturellen Schäden hinterlassen
habe. Auch die Chronifizierung sei mit der HWS-Distorsion nicht zu erklären, sondern
einzig Ausdruck der komplexen psychiatrischen Problematik (act. G 22.1 S. 13).
Gestützt auf sämtliche bildgebenden medizinischen Akten besteht somit dafür, dass
der im Sommer 2012 im USZ festgestellte Riss des Ligamentum longitudinale anterius
und des Anulus fibrosus des Discus intervertebralis auf Höhe C5/6 als Folge des
Unfalls zu werten und dabei für die über die Leistungseinstellung hinaus geklagten
Beschwerden verantwortlich zu machen wäre, kein mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit gegebener Nachweis. Allein die Möglichkeit einer
Unfallkausalität im Sinne der Formel „post hoc ergo propter hoc“, wonach eine
gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie
nach diesem aufgetreten ist, begründet keine Beweistauglichkeit (vgl. BGE 119 V 341 f,
E. 2b/bb). Auch weitere strukturelle Läsionen sind sodann nicht ersichtlich. Folglich ist
davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer beim Unfall vom 31. August 2011
keine strukturellen Verletzungen erlitten hat und auch die aus orthopädischer/
neurologischer Sicht erklärbaren somatischen Beschwerden einen unfallfremden,
degenerativen Ursprung haben (vgl. act. G 22.1 S. 12f.).
4.3 Zusammenfassend ist mithin festzuhalten, dass die über den 31. März 2014 hinaus
geklagten Beschwerden somatisch nicht mehr bzw. einzig noch teilweise, jedoch mit
nicht unfallbedingten Befunden erklärbar sind.
5.
5.1 Schliesslich ist zu prüfen, ob der Beschwerdeführer beim Autounfall vom 31.
August 2011 ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule, eine dem Schleudertrauma
äquivalente Verletzung oder ein Schädel-Hirntrauma erlitten hat. Ist dies der Fall, muss
beurteilt werden, ob die zum typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung
gehörenden Beeinträchtigungen wie Kopf- und Nackenschmerzen, Schwindel,
neurologische Defizite (Konzentrations- und Gedächtnisstörungen), Übelkeit,
Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw. nach
dem Unfall vorgelegen haben (Bundesgerichtsurteil vom 17. April 2008, 8C_181/2007,
E. 2.4 bzw. BGE 117 V 359 E. 4b S. 360). Kann nicht von einem vielschichtigen
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somatisch-psychischen Beschwerdebild - d.h. von einem komplexen Gesamtbild
unfallbedingter psychischer Beschwerden und ebenfalls unfallkausaler organischer
Störungen - gesprochen werden, hat die Prüfung der adäquaten Kausalität
praxisgemäss unter dem Gesichtspunkt einer psychischen Fehlentwicklung nach Unfall
gemäss BGE 115 V 133 zu erfolgen. Dieses Vorgehen greift Platz, wenn die zum
typischen Beschwerdebild eines HWS-Schleudertraumas gehörenden
Beeinträchtigungen zwar teilweise gegeben sind, im Vergleich zur ausgeprägten
psychischen Problematik aber unmittelbar nach dem Unfall ganz in den Hintergrund
getreten sind oder die physischen Beschwerden im Verlauf der ganzen Entwicklung
vom Unfall bis zum Einstellungszeitpunkt gesamthaft nur eine sehr untergeordnete
Rolle gespielt haben (vgl. BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 111f., 127 V 102 E. 5b/bb S. 103,
123 V 98 E. 2a S. 99; RKUV 5/2002 Nr. U 465 S. 437, je mit Hinweisen).
5.2 Die älteren medizinischen Berichte gehen beim Unfall vom 31. August 2011
konkret von einer HWS-Distorsion Grad III aus (UV-act. 12 S. 3, 10, 19). Dagegen
leiteten die asim-Gutachter aus den vorhandenen Bildgebungen der HWS und
insbesondere der bis dahin nicht bekannten bzw. nicht berücksichtigten Unfallakten
des Ereignisses vom 11. Juni 1998 (Quetschtrauma am Ellbogen und Unterarm rechts
mit erst- und oberflächlich zweitgradigen Hautverbrennungen, vgl. asim-Gutachten S. 2
und 12f.) ab, dass nicht von einer Contusio spinalis ausgegangen und daher die
Graduierung der HWS-Distorsion auf einen Grad III nach QTF nicht korrekt sei.
Vielmehr gingen sie von einer HWS-Distorsion Grad II nach QTF ohne strukturelle
Verletzungsmuster aus (act. G 22.1.1 S. 13). Zwar sei der Unfall zweifellos geeignet
gewesen, ein solches HWS-Distorsionstrauma Grad II nach QTF bei Status nach
Heckkollison auszulösen. Bleibende strukturelle Schäden seien daraus aber nicht
entstanden und die Chronifizierung sei mit der HWS-Distorsion nicht zu erklären;
vielmehr sei sie Ausdruck der komplexen psychiatrischen Problematik (siehe
Vorgeschichte; act. G 22.1 S. 13).
6.
6.1 Ist ein Schleudertrauma oder eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung
diagnostiziert und liegt ein für die Verletzung typisches Beschwerdebild mit einer
Häufung von Beschwerden vor, so ist der natürliche Kausalzusammenhang zwischen
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dem Unfall und der danach eingetretenen Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit in der Regel
anzunehmen (BGE 117 V 359 E. 4b; vgl. auch BGE 117 V 369 E. 3e).
6.2 In der Folge ist zu prüfen, ob beim Beschwerdeführer nach dem Unfallereignis ein
typisches Beschwerdebild nach HWS-Distorsionstrauma mit einer Beschwerdehäufung
vorgelegen hat. Gemäss dem Dokumentationsbogen für Erstkonsultation nach
kraniozervikalem Beschleunigungstrauma vom 31. August 2011 traten direkt nach dem
Unfall Nackenschmerzen und Schwindel auf, aber weder Kopfschmerzen, noch
Übelkeit oder Hör- und Sehstörungen. Auch bejaht wurden Druckschmerzen mit
Ausstrahlung sowie abgeschwächte oder fehlende Muskeleigenreflexe,
Muskelschwäche und sensible Ausfälle (UV-act. 12). Der Hausarzt Dr. B._ hielt im
Ärztlichen Zwischenbericht vom 10. Oktober 2011 weiter fest, der Beschwerdeführer
vergesse viel und leide oft unter Kopfschmerzen, Nackenverspannung und
eingeschränkter HWS-Beweglichkeit bei muskulärer Verspannung (UV-act. 19). Diese
Erhebungen zeigen ein Beschwerdebild mit mehreren typischen Beeinträchtigungen
unmittelbar nach dem Unfall vom 31. August 2011 sowie solchen nach einer gewissen
Latenzzeit, wobei letztere grundsätzlich nicht berücksichtigt werden können.
Gesamthaft ist aber von einer Häufung von Beeinträchtigungen im Sinne eines
typischen Beschwerdebilds nach HWS-Distorsionstrauma auszugehen.
7.
Im Rahmen des stationären Aufenthalts des Beschwerdeführers in der Klinik Valens
vom 4. bis 22. März 2013 diagnostizierte Dr. med. G._, Facharzt FMH für
Psychiatrie und Psychotherapie, Klinik Valens, eine mittelgradige depressive Episode
(ICD-10: F32.11) einhergehend mit einem deutlichen somatischen Syndrom und vielen
Insuffizienzgefühlen auf Grundlage des chronischen Schmerzsyndroms nach
Unfallereignis. Weiter diagnostizierten die behandelnden Ärzte ein
zervikospondylogenes Syndrom, ein lumbospondylogenes Syndrom sowie chronischen
Kopfschmerz (UV-act. 173). Mit Bericht vom 27. März 2014 hielt Dr. D._ an einer
mittelgradigen depressiven Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F32.11) fest.
Beim Beschwerdeführer bestünden vor allem starke Konzentrationsstörungen
hervorgerufen durch die Schmerzsymptomatik. Es liege eine depressive
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Stimmungslage mit rascher Ermüdbarkeit, Tagesmüdigkeit durch Schlafstörungen und
vermindertem Antrieb vor (vgl. Zusammenfassung im PMEDA-Gutachten, UV-act. 234
S. 14). Auch die asim-Gutachter diagnostizierten mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige
Episode (ICD-10: F33.1), wobei in diesem Rahmen zusätzlich Phasen mit
dysfunktionalem Umgang mit Schmerzen sowie mit der depressiven Symptomatik
erklärbare, in der neuropsychologischen Testung objektivierte kognitive
Einschränkungen festgestellt wurden. Weiter diagnostizierten sie ein chronisches
zervikovertebrales und zervikocephales Schmerzsyndrom (ICD-10: M47.12, M51.1), ein
chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom (ICD-10: M47.16 und M51.3) sowie
multifaktoriellen Schwindel (ICD-10: R42; act. G 22.1.1 S. 11 und G 22.1.1 S. 14ff.). Ob
demzufolge der natürliche Kausalzusammenhang zwischen den über den 31. März
2014 hinaus geklagten Beschwerden und dem streitigen Unfall verneint werden muss,
kann letztlich offen bleiben, da - wie nachfolgende Ausführungen ergeben - eine
weitergehende Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin mangels Bestehens des
kumulativ voraus-gesetzten adäquaten Kausalzusammenhangs ohnehin zu verneinen
ist (BGE 135 V 472 E. 5.a).
8.
Kreisarzt Dr. F._ befand bereits im Bericht vom 13. August 2012, es sei nicht davon
auszugehen, dass sich unter der weiteren ärztlichen Behandlung (in orthopädischer
Hinsicht) noch eine erhebliche Besserung einstellen werde. Den geklagten
Beschwerden fehle ein organisches Substrat im Sinne einer unfallbedingten
strukturellen Veränderung, weshalb die Beschwerden organisch nicht hinreichend
nachweisbar seien (UV-act. 137 S. 6). In der Stellungnahme vom 6. Mai 2013 sah Dr.
C._ eine psychiatrisch-psychopharmakologisch-psychotherapeutische Behandlung
als aktuell noch indiziert. Dies auch um depressive Verschlechterungen rechtzeitig
erkennen und behandeln zu können (UV-act. 174). Eine solche fand dann bei Dr. D._
statt, welche mit Bericht vom 27. März 2014 eine mittelgradige depressive Episode mit
somatischem Syndrom (ICD-10: F32.11) diagnostizierte (UV-act. 234 S. 14). Gemäss
Dr. C._ war jedoch ab 6. Februar 2014 von einer weiteren psychiatrisch-
psychotherapeutischen Behandlung des Beschwerdeführers keine namhafte
Besserung mehr zu erwarten, da er offenbar eher somatisierende Symptome anstelle
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von depressiven Symptomen zu akzeptieren in der Lage sei (UV-act. 219). Sind die
geklagten gesundheitlichen Störungen nach dem Gesagten auf Grund der
medizinischen Akten im Zeitpunkt der Leistungseinstellung zumindest in ihrer
überwiegenden Mehrheit als von psychischem Ursprung zu qualifizieren, hat die
Beurteilung der Adäquanz praxisgemäss unter dem Gesichtspunkt einer psychischen
Fehlentwicklung nach Unfall (BGE 115 V 133) zu erfolgen und nicht anhand der
Kriterien, wie sie für Schleudertraumata der Halswirbelsäule entwickelt wurden (BGE
117 V 367 E. 6a bzw. BGE 134 V 127 E. 10.2f.). Vor diesem Hintergrund ist die
Adäquanzprüfung vorliegend trotz diagnostizierter HWS-Distorsion und des gegebenen
typischen Beschwerdebilds nicht nach der Schleudertraumapraxis, sondern nach jener
zu psychischen Fehlentwicklungen nach Unfällen (BGE 115 V 133 ff.) vorzunehmen.
9.
9.1 Bei der Beurteilung des Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall und einer
anschliessend einsetzenden psychischen Fehlentwicklung mit Einschränkung der
Arbeits-und Erwerbsfähigkeit ist nach der Rechtsprechung (BGE 115 V 138 ff. E. 6,
bestätigt unter anderem in SVR 1999 UV Nr. 10 S. 31) vom Unfallereignis auszugehen.
Dabei besteht ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen den Beschwerden und
dem Unfall, wenn dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die Entstehung der
Beschwerden zukommt. In objektivierter Betrachtungsweise werden die Unfälle nach
ihrer erfahrungsgemässen Eignung, psychische Beschwerden zu bewirken, eingeteilt in
banale und leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle andererseits und in einen
dazwischen liegenden mittleren Bereich der mittelschweren Unfälle. Während die
Frage, ob zwischen Unfall und psychisch bedingter Erwerbsunfähigkeit ein adäquater
Kausalzusammenhang besteht, in der Regel bei banalen Unfällen ohne weiteres
verneint und bei schweren Unfällen bejaht werden kann, lässt sie sich bei Unfällen im
mittleren Bereich nicht auf Grund des Unfalls allein schlüssig beantworten. Vielmehr
sind weitere, objektiv fassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im
Zusammenhang stehen oder als direkte bzw. indirekte Folge davon erscheinen, in eine
Gesamtwürdigung einzubeziehen (BGE 115 V 139 E. 6a-c). Dabei müssen
rechtsprechungsgemäss (vgl. BGE 115 V 140 E. 6c; SVR 1999 UV Nr. 10 S. 31 E. 2,
2001 UV Nr. 8 S. 32, je mit Hinweisen) die weiteren unfallbezogenen Kriterien entweder
in gehäufter oder auffallender Weise oder ein einziges Kriterium in besonders
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ausgeprägter Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann. Als
wichtigste Kriterien gelten dabei: besonders dramatische Begleitumstände oder
besondere Eindrücklichkeit des Unfalls, die Schwere oder besondere Art der erlittenen
Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische
Fehlentwicklungen auszulösen, die ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen
Behandlung, körperliche Dauerschmerzen, ärztliche Fehlbehandlung, welche die
Unfallfolgen erheblich verschlimmert, schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche
Komplikationen sowie Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit.
9.2 Praxisgemäss werden Auffahrunfälle, bei welchen das Auto vor einem
Fussgängerstreifen oder Lichtsignal stillsteht, dem mittleren Bereich an der Grenze zu
den leichten Fällen zugeordnet (RKUV 2003 Nr. U 489 S. 357 E. 4.2 mit Hinweisen [U
193/01], vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 20. Oktober 2010, 8C_718/2010, E.
3.1). Im hier zu beurteilenden Fall kam der vom Beschwerdeführer gelenkte
Lieferwagen vor dem Fussgängerstreifen zum Stillstand. Dabei fuhr ihm der hinter ihm
mit ca. 20-30km/h fahrende Personenwagen auf (UV-act. 10). Der Lieferwagen wurde
im Heckbereich vor allem am Stossfänger und an der linken Hecktür beschädigt.
Gemäss biomechanischer Kurzbeurteilung vom 28. Februar 2012 dürfte der vom
Beschwerdeführer gelenkte Lieferwagen auf Grund der Kollision eine
Geschwindigkeitsänderung in Vorwärtsrichtung erfahren haben, welche unterhalb oder
knapp innerhalb eines Bereichs von 10 bis 15 km/h lag. Aus biomechanischer Sicht
ergab sich auf Grund der technischen Bewertung und der medizinischen Unterlagen,
dass die anschliessend an das Ereignis beim Beschwerdeführer festgestellten, von der
HWS ausgehenden Beschwerden und Befunde isoliert durch die Kollisionseinwirkung
im Normalfall wie im vorliegenden Fall eher nicht erklärbar sind (UV-act. 56). Somit ist
auf Grund des unbestrittenen Geschehensablaufs und der sich dabei entwickelnden
Kräfte von einem Unfall im mittleren Bereich an der Grenze zu den leichten Fällen
auszugehen.
9.2.1 Das Ereignis vom 31. August 2011 hat sich weder unter besonders
dramatischen Begleitumständen ereignet, noch war es von besonderer
Eindrücklichkeit. Das Kriterium der besonderen Eindrücklichkeit ist objektiv zu
beurteilen und nicht auf Grund des subjektiven Empfindens bzw. Angstgefühls der
versicherten Person (RKUV 1999 Nr. U 335 S. 207, U 287/97 E. 3b/cc; Urteil vom 25.
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Januar 2008, U 56/07, E. 6.1). Denn nicht was im Betroffenen psychisch vorgeht, ist
entscheidend, sondern die objektive Eignung der Begleitumstände, psychische
Fehlentwicklungen auszulösen (RKUV 1999 Nr. U 335 S. 209 E. 3b/cc). Zu beachten
ist, dass jedem mittelschweren Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit eigen ist, welche
somit allein noch nicht für eine Bejahung des Kriteriums ausreicht (Urteil vom 11.
Februar 2009, 8C_799/2008, E. 3.2.3 mit Hinweis).
9.2.2 Für die Frage der Dauer der ärztlichen Behandlung wird auf die kontinuierliche,
mit einer gewissen Planmässigkeit auf die Verbesserung des Gesundheitszustands
gerichtete ärztliche Behandlung abgestellt. Eine Behandlung, die lediglich noch der
Erhaltung des bestehenden Gesundheitszustands und nicht der Heilung dient, ist im
Rahmen der Adäquanzprüfung grundsätzlich nicht relevant. Abklärungsmassnahmen
und blossen ärztlichen Kontrollen kommt nicht die Qualität einer regelmässigen,
zielgerichteten Behandlung zu (Urteil des Bundesgerichts vom 27. Februar 2008, U
11/07, E. 5.3.1 mit Hinweisen). Am Unfalltag wurde der Beschwerdeführer ins KSSG
eingeliefert, wo er zur Abklärung drei Tage hospitalisiert war und einen weichen
Halskragen sowie Schmerzmittel erhielt (UV-act. 10). Im Weiteren verschrieb ihm auch
sein Hausarzt Schmerzmittel und ordnete Physiotherapie an (UV-act.). Vom 4. bis 22.
März 2013 fand sodann eine stationäre Behandlung in der Klinik Valens statt, um ihn in
einem spezifischen Programm mit Fokus auf das Schmerzleiden zu behandeln (UV-act.
173). Sodann begann der Beschwerdeführer ca. einen Monat nach dem Unfallereignis
mit Physiotherapie (Fango, Massagen und Traktion), die wöchentlich teilweise
mehrmals stattfand (UV-act. 48 S. 2, 118, 125, 231). Zwar berichtete der
Beschwerdeführer gegenüber der SUVA, sich auch regelmässig im Abstand von rund
zwei Wochen zu Behandlungen ins Psychiatrische Zentrum zu begeben (UV-act. 197).
Demgegenüber sind lediglich ein paar unregelmässig stattgehabte und für die
Adäquanzprüfung grundsätzlich nicht relevante, psychotherapeutische Behandlungen
im Psychiatrischen Zentrum E._ bei Dr. D._ dokumentiert. Bis zum 22. Oktober
2012 waren es sechs an der Zahl und im Herbst 2013 fand sich der Beschwerdeführer
offenbar erneut nach längerer Pause zu einem psychiatrischen Gespräch ein (UV-act.
109 S. 1, UV-act. 120 f.). Das Kriterium einer ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen
Behandlung ist damit nicht erfüllt.
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9.2.3 Anlässlich der versicherungsmedizinischen/internistischen Untersuchung im
Rahmen der asim-Begutachtung im Oktober 2016 gab der Beschwerdeführer an, er
leide unter Nacken- und Kopfschmerzen, Schwindel sowie einer raschen
Erschöpfbarkeit und Energielosigkeit. Schon bei kleinsten Anstrengungen gerate er
ausser Atem und schwitze stark. Die Kopf- und Nackenschmerzen würden letztlich in
den ganzen Körper ausstrahlen und ihn überall verkrampfen. Die Schmerzen seien
ständig vorhanden, sie würden durch Tabletten etwas gemindert, durch jede Belastung
aber verstärkt (act. G 22.1 S. 5f.). Dass der Beschwerdeführer allerdings auf Grund von
klinisch ausgewiesenen Beschwerden massgeblich im Lebensalltag beeinträchtigt
wäre, ist nicht ersichtlich. Damit ist das Kriterium der erheblichen Beschwerden
jedenfalls nicht in ausgeprägtem Masse zu bejahen.
9.2.4 Anzeichen einer ärztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich
verschlimmert, eines schwierigen Heilungsverlaufs oder erheblicher Komplikationen
sind vorliegend nicht ersichtlich.
9.2.5 Der Beschwerdeführer war im Anschluss an das Unfallereignis vom 31. August
2011 bis zum 13. September 2011 vollständig arbeitsunfähig. Ab 14. September 2011
nahm er die Arbeit wieder zu 50% auf (UV-act. 19). Ab 29. Mai 2012 betrug die
Arbeitsunfähigkeit schliesslich 70% (UV-act. 121). Die verbleibende Leistungsfähigkeit
von 30% erbrachte der Beschwerdeführer ab Juni 2012 in einem zeitlichen Pensum
von 50% (UV-act. 109). Beim Kriterium von Grad und Dauer der physisch bedingten
Arbeitsunfähigkeit gilt es schliesslich auch den Umstand zu berücksichtigen, dass die
psychischen Probleme die organischen schon relativ früh unterhalten haben. So wurde
gestützt auf das psychiatrische Konsilium vom 24. Januar 2012 eine leichte depressive
Episode leicht agitierter Färbung (ICD-10: F32.0) diagnostiziert und festgehalten, dass
sich ein hartnäckiges und topographisch ausgeweitetes Schmerzsyndrom entwickelt
habe, welches auf Grund der geringen Variabilität, der überaus limitierenden
Auswirkungen im Alltag und des hohen Leidensdrucks wiederum eine somatoforme
Komponente aufweise. Trotz psychischen Leidensdrucks bestehe wenig
Krankheitseinsicht, was eine psychiatrische/psychotherapeutische Behandlung
erschwere (UV-act. 47 S. 1 f.). Schliesslich ging Dr. C._ davon aus, dass der
Beschwerdeführer schon vor dem Unfallereignis nicht als psychisch gesund habe
betrachtet werden können. Im Rahmen der stationären Behandlung in der Klink Valens
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im Jahre 2004 sei er auf Grund von funktioneller Problematik und somatisierender
Dynamik dem psychosomatischen Dienst vorgestellt worden, welcher eine
psychiatrische Störung im Sinne einer Anpassungsstörung festgestellt habe. Dabei sei
auch dort von einer ausgeprägten somatoformen Komponente die Rede gewesen.
Diagnostisch sei das Zustandsbild als lumbospondylogenes Schmerzsyndrom mit
Symptomausweitung und Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion
gemischt eingeordnet worden. Allerdings könne auf Grund des Austrittsberichts der
Klinik Valens aus dem Jahr 2004 nicht von einer Verlaufsbeschreibung ausgegangen
werden. Eine anhaltende psychosoziale Belastungssituation mit entsprechenden
Beschwerden bei Arbeitsplatzverlust, sozialem Rückzug, Grübelneigungen und
Neigungen zu starker Selbstlimitierung seien bereits vor dem Unfall von 2011
beschrieben. Zwar beurteilte Dr. C._ das Unfallereignis als einen Teil der kausalen
Kette der nachfolgenden Entwicklung, sie hielt aber auch fest, dass die
entscheidenden Faktoren vorbestehende Einschränkungen beziehungsweise soziale
Faktoren waren (soziale Isolation, Arbeitsplatzverlust, Abbruch der Ausbildung bzw.
keine Ausbildung, eine begrenzte soziale Integration sowie eine finanzielle Notlage).
Auch gemäss dem Austrittsbericht der Klinik Valens waren sodann vor allem die
mittelgradig depressive Episode mit deutlichem somatischem Syndrom, das
zervikospondylogene und lumbospondylogene Syndrom sowie der chronische
Kopfschmerz für die Arbeitsunfähigkeit relevant (vgl. UV-act. 173). Damit hatten sich
die psychischen Störungen schon früh an die unfallbedingten somatischen Symptome
angeschlossen, weshalb dem Kriterium von Grad und Dauer der physisch bedingten
Arbeitsunfähigkeit kein besonderes Gewicht zukommt.
9.2.6 Somit können vorliegend - wenn überhaupt - höchstens die Kriterien der
körperlichen Dauerschmerzen und der Dauer der physisch bedingten
Arbeitsunfähigkeit trotz Anstrengung als erfüllt gelten, jedoch ausdrücklich nicht in
ausgeprägter Weise, weshalb die Unfalladäquanz der psychischen Beeinträchtigungen
verneint werden muss (BGE 115 V 139 E. 6c).
10.
Gestützt auf diese Ausführungen ist somit festzuhalten, dass der Beschwerdeführer mit
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit weder eine klar ausgewiesene
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neue bleibende Gesundheitsschädigung im Sinne einer strukturellen Veränderung noch
eine richtunggebende Verschlimmerung des degenerativen Vorzustands erlitten hat.
Nachdem auch nach Prüfung der entsprechenden Kriterien dem strittigen Ereignis
keine massgebende Bedeutung für die organisch nicht nachweisbaren Beschwerden
beizumessen und der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis
vom 31. August 2011 und den über den 31. März 2014 hinaus bestehenden
Beschwerden zu verneinen ist, hat die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen zu Recht
eingestellt. In der Folge ist auch kein Anspruch auf Integritätsentschädigung
geschuldet, nachdem eine dauernde erhebliche Beeinträchtigung der körperlichen oder
geistigen Integrität bedingt durch den Unfall nicht erwiesen ist (vgl. Art. 24 Abs. 1 UVG).
11.
11.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten sind
keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
11.2 Dem Beschwerdeführer wurde die unentgeltliche Rechtsverbeiständung für
das Verfahren vor Versicherungsgericht am 20. Mai 2015 bewilligt (act. G 9). Damit ist
der Staat zu verpflichten, für die Kosten der Rechtsvertretung des Beschwerdeführers
aufzukommen. Die Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt
und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach
der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). Der Rechtsvertreter
des Beschwerdeführers hat keine Honorarnote eingereicht. In der
Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Verwaltungsgericht,
Verwaltungsrekurskommission und Versicherungsgericht pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr.
12'000.-- (Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte und
Rechtsagenten [HonO; sGS 963.75]). Ausgehend von einem durchschnittlichen
Arbeitsaufwand erscheint eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 4'000.--
angemessen. Diese ist um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes
[AnwG; sGS 963.70]). Somit hat der Staat den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
pauschal (BGE 125 V 201) mit Fr. 3'200.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu
entschädigen.
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11.3 Wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse des Beschwerdeführers es gestatten,
kann er jedoch zur Nachzahlung der Auslagen für die Vertretung verpflichtet werden
(Art. 123 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272]
i.V.m. Art. 99 Abs. 2 VRP/SG).