Decision ID: 090a2b61-e304-5dfb-b22b-e92db32b69df
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
S._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Kreso Glavas, Haus zur alten Dorfbank,
9313 Muolen,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Versicherungsleistungen
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Sachverhalt:
A.
A.a S._, geboren 1962, war als Chauffeur bei der Firma A._ tätig und dadurch bei
der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) obligatorisch gegen Unfälle
versichert. Am 11. November 2004 war ihm ein Stück Holz ins Gesicht geflogen, als er
eine Blache aufmachen wollte. Gleichzeitig klemmte er sich den Finger ein. Mit
Verfügung vom 7. August 2006 und Einspracheentscheid vom 16. November 2006
verneinte die Suva eine Leistungspflicht für die Augenbeschwerden des Versicherten,
die ihr am 24. August 2005 als Rückfall zum Unfall vom 11. November 2004 gemeldet
worden waren (Aktendossier II [act. 1 bis 84; Unfall Nummer 9.36608.04.3]). Die
dagegen erhobene Beschwerde war mit rechtskräftig gewordenem Entscheid des
Versicherungsgerichts vom 9. Oktober 2007 abgewiesen worden (Verfahren UV
2007/18 [Urteil = UV-act. I/73]).
A.b Ein Unfall am 28. November 2005 ist in den Akten, die dem Gericht vorliegen,
kaum dokumentiert: Laut Angaben des Versicherten anlässlich der Befragung vom
9. Januar 2006 war er auf Eis ausgerutscht und hatte sich dabei den rechten Fuss
verstaucht (UV-act. II/14). Die Suva hatte die gesetzlichen Leistungen erbracht (vgl. UV-
act. I/55).
A.c Am 3. bzw. 6. Februar 2006 wurde der Suva ein weiterer Unfall am 2. Februar
2006 gemeldet. Der Versicherte sei auf der letzten Treppenstufe ausgerutscht und
habe sich mit den Händen abgestützt, um den Sturz abzufangen (Aktendossier I [act. 1
bis 71; Unfall Nummer 9.30810.06.1]). In der Unfallmeldung vom 6. Februar 2006
wurden Prellungen an beiden Handgelenken als Verletzung aufgeführt (UV-act. I/1), in
jener vom 3. Februar 2006 werden auch Prellungen im Gesicht und an der linken
Schulter erwähnt (UV-act. I/36). Weiter hatte sich der Versicherte anlässlich des Sturzes
vom 2. Februar 2006 auch die Zähne angeschlagen (UV-act. I/2). Die Suva erbrachte
die gesetzlichen Leistungen (UV-act. I/3 bis I/7, I/9f., I/12 und I/16). Nachdem sich die
unfallnahen medizinischen Unterlagen auf zahnärztliche Befunde beschränkt hatten,
diagnostizierte der Hausarzt des Versicherten, Dr. med. B._, Facharzt FMH für
Allgemeine Medizin, im Arztzeugnis vom 28. Mai 2008 eine Kontusion des rechten
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Handgelenks sowie eine solche beider Schultern, welche er auf den Unfall vom
2. Februar 2006 zurückführte (UV-act. I/18). Auf Nachfrage der Unfallversicherung
informierte er diese am 15. September 2008 über andauernde Schmerzen in den
Handgelenken, im Bereich der linken Schulter und am linken Bein. Die Zähne würden
wetterabhängig weh tun (UV-act. I/19f.). Bei der Befragung durch den
Aussendienstmitarbeiter der Suva am 3. November 2008 gab der Versicherte
verschiedene Beschwerden an, die auf die Unfälle vom 11. November 2004 und vom
2. Februar 2006 zurückzuführen seien. Gestützt auf das Gutachten des Ärztlichen
Begutachtungsinstuts GmbH (ABI), Basel, vom 12. März 2007, das die zwischenzeitlich
eingeschaltete Invalidenversicherung (IV) in Auftrag gegeben hatte, sowie auf eine
Aktenbeurteilung ihres Kreisarzt-Stellvertreters, Dr. med. C._ vom 10. Februar 2009
verneinte die Suva eine weitere Leistungspflicht aufgrund des Unfalls vom 2. Februar
2006 (Verfügung vom 11. Februar 2009 UV-act. I/58). Die Einsprache vom 10. März
2009, die gegen diese Verfügung erhoben worden war, wies sie mit Entscheid vom
27. April 2009 ab.
B.
B.a Dagegen richtet sich die Beschwerde vom 15. Mai 2009 mit den Anträgen auf
Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids und Ausrichtung der UVG-
Leistungen (Heilbehandlung, Taggelder, etc.) sowie auf Sistierung des Verfahrens bis
das neue Gutachten vorliege, das die IV-Stelle in Auftrag gegeben habe; unter Kosten-
und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin. Zur Begründung wird
angeführt, die Suva habe die notwendigen Abklärungen nicht getroffen und sei nicht
einmal bereit gewesen, die Ergebnisse des in Auftrag gegebenen Gutachtens
abzuwarten. Die unfallbedingten Beschwerden würden andauern und die
Unfallversicherung sei im Rahmen von Art. 36 UVG weiterhin leistungspflichtig, wenn
an der aktuellen Arbeitsunfähigkeit unfallfremde und unfallbedingte Beschwerden
mitwirkten.
B.b Mit Schreiben vom 26. Mai 2009 teilte der Präsident des Versicherungsgerichts
dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, Rechtsanwalt Dr. iur. Krešo Glavaš,
Muolen, mit, dass aufgrund einer vorläufigen Prüfung kein Anlass bestehe, das
Beschwerdeverfahren zu sistieren (act. G 2).
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B.c Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 26. Juni 2009
die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führte sie an, sowohl an den
Handgelenken wie auch an den Schultern bestehe kein objektivierbares organisches
Korrelat. Aufgrund der klaren medizinischen Aktenlage habe weder ein sicherer noch
ein wahrscheinlicher Zusammenhang zwischen den diffusen Schmerzangaben des
Beschwerdeführers und dem Unfall vom 2. Februar 2006 hergestellt werden können,
weshalb die Voraussetzungen für ihre Leistungspflicht zu Recht verneint worden seien.
B.d Auf die Aufforderung zur Replik beantragte der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers am 20. August 2009 erneut, das Verfahren zu sistieren, bis das
neue Gutachten des ABI vorliege, für das am 1. September 2009 die ärztlichen
Untersuchungen stattfinden würden (act. G 6). Mit Antwort vom 26. August 2009 lehnte
der Präsident des Versicherungsgerichts die Verfahrenssistierung ab, da vom
Gutachten kein Beitrag zum Streitgegenstand (fehlender sicherer oder wahrscheinlicher
Kausalzusammenhang der geltend gemachten Beschwerden mit dem Unfallereignis
vom 2. Februar 2006) zu erwarten sei (act. G 7). Mit Schreiben vom 1. September 2009
verzichtete der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers auf eine Replik, behielt sich
aber ausdrücklich vor, das neue Gutachten nachzureichen. Am 21. September 2009
wurde darauf der Schriftenwechsel abgeschlossen.
B.e Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie die Ausführungen
in den übrigen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
1.
1.1 Streitig und zu prüfen ist, ob die Suva weitere Versicherungsleistungen an den
Beschwerdeführer aufgrund des Unfalls vom 2. Februar 2006 zu Recht verweigert hat.
1.2 Die Beschwerdegegnerin hat im angefochtenen Einspracheentscheid die
rechtlichen Grundlagen für die Leistungspflicht des Unfallversicherers inklusive
natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und
dem Gesundheitsschaden zutreffend dargelegt. Gleiches gilt für die Ausführungen zur
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allfälligen Beweislosigkeit und zum Beweiswert von ärztlichen Berichten (Erwägung 1).
Darauf kann verwiesen werden.
2.
2.1 Der Beschwerdeführer war bereits im März 2003 wegen Beschwerden in der
rechten Schulter durch Dr. med. D._, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin,
behandelt worden. Laut den Aufzeichnungen des damaligen Hausarztes habe er am
4. Juni 2003 den Verdacht auf eine Arthrose des Acromioclavicular-Gelenks (AC-
Gelenk) geäussert und am 7. Oktober 2003 eine Perarthropathia humeroscapularis
rechts mit Supraspinatus-Syndrom diagnostiziert (Bericht an die Suva vom 12. April
2006 über die Konsultationen und Diagnosen 2003, UV-act. II/32a). Anlässlich der
Befragung vom 9. Januar 2006 durch einen Aussendienstmitarbeiter der Suva hatte der
Beschwerdeführer angegeben, er sei bereits seit längerer Zeit wegen
Rückenproblemen bei Dr. B._ in Behandlung (UV-act. II/14).
2.2 Laut übereinstimmenden Angaben in den Unfallmeldungen vom 6. Februar 2006
(UV-act. I/1) und vom 3. Februar 2006 (UV-act. I/36) war der Beschwerdeführer am
2. Februar 2006 auf der letzten Treppenstufe ausgerutscht und hatte sich mit den
Händen abgestützt, um den Sturz abzufangen. Als Verletzung wurden in der
Unfallmeldung vom 6. Februar 2006 Prellungen beider Handgelenke angeführt.
Demgegenüber geht die Unfallschilderung in der Unfallmeldung vom 3. Februar 2006
weiter: "Mit dem Kopf schlug ich auf dem Boden auf und hatte eine Prellung im Gesicht
und an der linken Schulter." Als betroffener Körperteil wurden unter Verletzung
Handgelenke, Gesicht und Schulter angegeben. Beide Unfallmeldungen enthalten
keine Eingangsstempel, weshalb nur aufgrund der Einordnung in den Akten vermutet
werden kann, dass diejenige vom 6. Februar 2006 der Beschwerdegegnerin unfallnah
zuging, während diejenige vom 3. Februar 2006 erst 2008 ins Dossier aufgenommen
wurde. Aus welchem Grund innerhalb von vier Tagen zwei Unfallmeldungen mit
unterschiedlichen Angaben zum Hergang und zu den erlittenen Verletzungen erstellt
wurden, braucht nicht näher abgeklärt zu werden. Wie in den nachfolgenden
Erwägungen darzustellen sein wird, ist der Leistungsanspruch des Beschwerdeführers
nach keiner der beiden Versionen begründet.
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2.3 Der Zahnbefund von Dr. med. dent. E._ vom 15. März 2006, zeigte eine
Lockerung bzw. Kontusion der beiden mittleren oberen Schneidezähne (UV-act. I/3).
Für die Versorgung mittels Modellguss-Teilprothese leistete die Beschwerdegegnerin
am 8. Juni 2006 Kostengutsprache (UV-act. I/9). Diese Verletzung spielt für die
Beurteilung des vorliegenden Falls grundsätzlich – trotz offenbar verbliebener
Wetterfühligkeit – keine Rolle. Im Zeugnis vom 28. Mai 2008 (UV-act. I/18) nannte
Dr. B._ als Befunde nach dem Unfall vom 2. Februar 2006 ein geschwollenes rechtes
Handgelenk, Suppression und Schmerzen an beiden Schultern, links mehr als rechts
und diagnostizierte Kontusionen des rechten Handgelenks und beider Schultern. Der
Röntgenbefund am rechten Handgelenk sei negativ gewesen. Als besondere
Umstände, die den Heilungsverlauf ungünstig beeinflussen könnten, nannte der
Hausarzt die Polymorbidität seines Patienten. Im ausführlichen Bericht vom
15. September 2008 (UV-act. I/20) legte er dar, bei diesem letzten von drei beklagten
Unfällen sei der Patient auf den Rücken gestürzt und habe sich dabei den Kopf links
angeschlagen. Die Zähne seien verletzt gewesen, ebenso das linke Bein. Seine Frau,
Ärztin F._, habe am 2. Februar 2006 eingetragen: "Patient auf der letzten Stufe
ausgerutscht auf die Hände, Schmerzen im Bereich des linken Handgelenks, es sei
etwas blau gewesen." Am 6. Februar 2006 seien die Schmerzen an der Hand besser,
aber zusätzlich Schmerzen im Bereich der Schulter aufgetreten, links mehr als rechts. -
Die abweichende Unfallschilderung von Dr. B._ (Sturz auf den Rücken, Anschlagen
Kopf links, Verletzung Zähne und linkes Bein) widerspricht den Angaben des Patienten
im Zeugnis des Hausarztes vom 28. Mai 2008, wo er "Auf der untersten Stufe
ausgerutscht und auf Hände gestürzt." beschrieb (UV-act. I/18). Zudem ist sie in sich
widersprüchlich, da eine Zahnverletzung bei einem Sturz auf den Rücken
unwahrscheinlich ist. Insbesondere vermag diese Schilderung die sonst
übereinstimmenden Ausführungen in beiden Unfallmeldungen sowie im Eintrag vom
2. Februar 2006 in der Krankengeschichte, wonach der Beschwerdeführer den Sturz
mit den Händen auffing und sich dabei an den Handgelenken (sowie an der Schulter
und an den Zähnen) verletzte, nicht zu widerlegen. Die Verletzung am Rücken
anlässlich des Sturzes vom 2. Februar 2006 ist unwahrscheinlich, diejenige am Bein
demgegenüber eher auf den Unfall vom 28. November 2005 zurückzuführen (vgl. UV-
act. II/14 bzw. I/34). Rückenschmerzen und Schmerzen am Bein müssen daher im
Zusammenhang mit dem Unfall vom 2. Februar 2006 nicht geprüft werden.
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2.4 Anlässlich der Begutachtung am ABI wurde der Beschwerdeführer am 15. Januar
2007 durch Dr. med. G._, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates, eingehend untersucht (UV-act. I/54, S. 10
bis 15). Er berichtete dem Gutachter über Schmerzen an beiden Schultern, im rechten
Sprunggelenk, an beiden Handgelenken sowie am Rücken. Objektiv zeigte sich eine
frei bewegliche Wirbelsäule. An den oberen Extremitäten bestand eine freie und
schmerzlose Beweglichkeit bei links guter, rechts durchschnittlicher Kraftentfaltung,
ohne dass Hinweise für wesentliche Strukturalterationen bestehen würden. Die
vorliegende Magnetresonanz-Tomographie (MRI) vom 28. Mai 2006 zeigte eine
leichtgradige Signalaktivierung mit Kapselverdickung im Bereich des rechten
Acromioclavicular-Gelenks und ansonsten unauffällige osteoartikuläre Verhältnisse,
keinen Hinweis für eine wesentliche Pathologie sowie eine intakte
Rotatorenmanschette. Dr. G._ bestätigte, dass auf den Röntgenbildern des rechten
Handgelenks vom 2. Februar 2006 keine Hinweise für eine ossäre Läsion zu sehen
seien. Er hielt in der orthopädischen Beurteilung fest: "Zusammenfassend kann gesagt
werden, dass sich anlässlich der heutigen Untersuchung auf Ebene des
Bewegungsapparates keine Befunde erheben lassen, welche die Arbeitsfähigkeit
nachhaltig beeinflussen dürften. Aufgrund der anamnestischen Schilderungen muss
von einem multilokulären Schmerzsyndrom nach verschiedenen Bagatellunfällen
ausgegangen werden, dessen Ursache heute im Wesentlichen auf nichtorganischer
Ebene zu suchen sein dürfte" (Ziff. 4.2.4 am Ende, S. 14). Aus rein orthopädischer Sicht
attestierte Dr. G._ dem Beschwerdeführer volle Arbeitsfähigkeit (zeitlich und
leistungsmässig uneingeschränkt) als Lastwagenchauffeur sowie für andere körperlich
mittelschwere Tätigkeiten mit intermittierend schweren Anteilen. Lediglich körperlich
andauernd schwere Arbeiten sollten ihm in Anbetracht einer gewissen
Dekonditionierung nicht zugemutet werden. Der orthopädische Gutachter hielt als
Bemerkung (unter Ziff. 4.2.9 S. 15) fest: "Es besteht eine erhebliche Diskrepanz
zwischen den anamnestischen Beschwerdeschilderungen und den objektivierbaren
Befunden sowie den Schmerzäusserungen anlässlich der heutigen Untersuchung. Die
vom Exploranden geäusserten Beschwerden lassen sich nicht durch objektivierbare
Befunde erklären, es bestehen gewisse Anzeichen einer Selbstlimitation und aufgrund
der diffusen Beschwerdeschilderung muss auch sonst von einer wesentlichen
nichtorganischen Komponente der Problematik ausgegangen werden. Inwieweit sich
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diese Schmerzverarbeitungsproblematik auf ein psychisches Leiden zurückführen lässt
und ob dadurch gegebenenfalls ein Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit entsteht, ist
Gegenstand des psychiatrischen Teils dieses Gutachtens. [...]" - Der orthopädische
Teil des ABI-Gutachtens ist umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen des
Beschwerdeführers, berücksichtigt auch die geklagten Beschwerden, ist in Kenntnis
der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben worden und die Beurteilung der
medizinischen Situation leuchtet ein. Die Schlussfolgerungen von Dr. G._ sind zudem
begründet und nachvollziehbar, weshalb nach der Rechtsprechung auf diesen Teil des
ABI-Gutachtens abgestellt werden kann (vgl. BGE 134 V 231 und BGE 125 V 351).
2.5 Dr. B._ berichtete am 15. September 2008, der Beschwerdeführer beklage
weiterhin Schmerzen im linken Handgelenk, aber auch rechts, ebenso Schmerzen im
Bereich der linken Schulter. Im Bereich der Zähne gebe er besonders wetterabhängige
Schmerzen an und berichte auch über linksseitige Beinschmerzen (UV-act. I/20).
Wörtlich führte der Hausarzt an: "Bei der Untersuchung sind beide Handgelenke nicht
geschwollen, nicht überwärmt, die Flexion, Extension, Radialduction und Ulnarduction
sind seitengleich uneingeschränkt. Es besteht ein leichter Tremor an beiden Händen.
Der Finger-Faust-Schluss ist vollständig, die Kraft in der Hand symmetrisch, kein
Kräftedefizit im Bereich der Flexorextensoren des Unterarms. Die linke Schulter ist
nicht geschwollen, nicht überwärmt. Der Nackengriff ist beidseits symmetrisch
möglich, der Schürzengriff ebenfalls, der Daumen-Vertebraprominenz-Abstand ist links
15 cm länger gegenüber rechts. [...]" Abschliessend kam Dr. B._ zum Schluss, die
Situation sei komplex und es sei schwierig, die Beschwerden von Seiten des Unfalls
gegenüber dem Krankheitsbild abzugrenzen.
2.6 Am 10. Februar 2009 beurteilte Kreisarzt-Stellvertreter Dr. C._ die medizinische
Situation aufgrund der (medizinischen) Akten und insbesondere aufgrund des ABI-
Gutachtens (UV-act. I/57). Er führte die verschiedenen einschlägigen Aktenstücke auf
und kam in seiner Beurteilung zum Schluss, ein sicherer oder wahrscheinlicher
Kausalzusammenhang von Beschwerden am Bewegungsapparat zum Unfallereignis
vom 2. Februar 2006 liege versicherungsmedizinisch nicht vor, zumal keine
objektivierbaren unfallbedingten Schäden gefunden worden seien. Die gutachterliche
Untersuchung ein knappes Jahr nach dem angeschuldigten Ereignis sei diesbezüglich
völlig negativ verlaufen. - Auch die Beurteilung von Dr. C._ erfüllt die Anforderungen
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der Rechtsprechung bezüglich Beweiskraft (vgl. Erwägung 2.4 am Ende). Sie ist durch
sämtliche medizinischen Vorakten abgestützt und steht insbesondere nicht im
Widerspruch zu den Berichten des Hausarztes vom 28. Mai 2008 und 15. September
2008 (UV-act. I/18 und I/20). In letzterem erhob dieser keinen Befund, der die
subjektiven (Schmerz-) Angaben des Beschwerdeführers stützte. Eine objektivierbare
strukturelle Schädigung, die auf den Unfall vom 2. Februar 2006 zurückzuführen wäre,
wurde von Dr. B._ gar nicht angesprochen, geschweige denn diskutiert.
2.7 Zusammengefasst ist der natürliche Kausalzusammenhang der
Gesundheitsbeeinträchtigungen, die der Beschwerdeführer seit 2008 geltend machte,
zum Unfall vom 2. Februar 2006 aufgrund aller medizinischen Akten zu verneinen. Bei
dieser Ausgangslage besteht kein Bedarf für zusätzliche Abklärungen. Die weiteren
Abklärungen, zu denen die IV-Stelle aufgrund des Urteils des Versicherungsgerichts IV
2007/376 vom 12. Januar 2009 (Beilage zu UV-act. I/69) verpflichtet war, betrafen in
erster Linie die Augenbeschwerden und standen keineswegs im Zusammenhang mit
den Gesundheitsbeeinträchtigungen als Folge des Unfalls vom 2. Februar 2006. Daher
brauchte das Ergebnis der neuerlichen Begutachtung am ABI weder abgewartet noch
in die vorliegende Beurteilung einbezogen werden. Im Übrigen stellt es eine
medizinische Erfahrungstatsache dar, dass die hier einzig zu diskutierenden
diagnostizierten Verletzungsfolgen Handgelenks- und Schulterprellungen nach einem
belanglosen Treppensturz in aller Regel innert Wochen oder zumindest längstens
einigen Monat folgenlos abheilen.
3.
Die Voraussetzungen für weitere Versicherungsleistungen sind somit nicht gegeben
und deren Ablehnung im angefochtenen Einspracheentscheid zu Recht erfolgt. Im Sinn
der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten sind
keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG