Decision ID: b58fec49-887e-57d9-9cc0-da26c58786b4
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
Die EL-Durchführungsstelle sprach A._ am 5. November 2016 rückwirkend ab
1. März 2010 Ergänzungsleistungen zu ihrer halben Invalidenrente zu (act. G 4.1.119).
In der Anspruchsberechnung berücksichtigte sie ein hypothetisches
Erwerbseinkommen in der Höhe der Pauschale für den allgemeinen Lebensbedarf (vgl.
Art. 14a Abs. 2 lit. b der Verordnung über die Ergänzungsleistungen zur Alters-,
Hinterlassenen- und Invalidenversicherung, ELV, SR 831.301; act. G 4.1.95 ff.). Die IV-
Stelle hatte der EL-Bezügerin mit Verfügungen vom 20. Juli 2016 und 24. August 2016
rückwirkend ab 1. März 2010 eine halbe Invalidenrente zugesprochen (IV-act. 154,
155). Die Arbeitsfähigkeit der EL-Bezügerin hatte in einer adaptierten Tätigkeit als
Hilfsarbeiterin 50% betragen. Diese war aufgrund einer chronischen Diarrhoe und einer
depressiven Episode, mittelgradig ausgeprägt, eingeschränkt gewesen. Das Profil einer
adaptierten Tätigkeit war wie folgt umschrieben worden: Arbeitsplätze mit einem
leichten Zugang zu sanitären Installationen, kein Schichtbetrieb, keine
Fliessbandarbeit, kein erheblicher Publikumsverkehr, kein Bedienen von Maschinen
(vgl. das den rentenzusprechenden Verfügungen zugrundeliegende Gutachten der ZMB
vom 21. November 2014, IV-act. 128).
A.a.
Am 15. März 2017 teilte die EL-Durchführungsstelle der EL-Bezügerin unter
anderem folgende Anforderungen an die Nachweise der Arbeitsbemühungen mit (act.
A.b.
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G 4.1.84): Führen eines monatlichen Übersichtsblattes über die getätigten
Bemühungen; monatlich mindestens fünf schriftliche Bewerbungen inklusive eines
Lebenslaufes auf ausgeschriebene Stellen oder monatlich mindestens zwei schriftliche
Bewerbungen inklusive eines Lebenslaufes auf ausgeschriebene Stellen und sechs
Blindbewerbungen (schriftlich/persönlich/telefonisch); die Bewerbungen seien auf den
ganzen Monat verteilt und zeitnah zum Erscheinungsdatum des Inserates zu tätigen;
akzeptiert werden könnten nur Bewerbungen auf Stellen, die tatsächlich angetreten
werden könnten (passendes Anforderungsprofil); im Bewerbungsschreiben sei
individuell auf die Stelle/Firma einzugehen.
Mit einer Verfügung vom 29. Mai 2018 passte die EL-Durchführungsstelle die
Ergänzungsleistungen aufgrund eines Wohnungswechsels der EL-Bezügerin
rückwirkend ab 1. Oktober 2017 an (act. G 4.1.56). Ab 1. Juni 2018 verneinte sie einen
Anspruch auf Ergänzungsleistungen, da die EL-Bezügerin keine Nachweise betreffend
die Bezahlung des Mietzinses eingereicht hatte. Die EL-Bezügerin liess am 1. Juni 2018
Zahlungsnachweise der Miete von Oktober 2017 bis April 2018 einreichen (act.
G 4.1.51). Mit einer Verfügung vom 8. Juni 2018 sprach die EL-Durchführungsstelle
Ergänzungsleistungen ab 1. Juni 2018 zu (act. G 4.1.48). Am 28. Juni 2018 liess die EL-
Bezügerin einen neuen Mietvertrag mit Mietbeginn am 1. Mai 2018 einreichen (act.
G 4.1.45). Am 29. Juni 2018 liess sie eine Einsprache gegen die Verfügung vom 29. Mai
2018 erheben (act. G 4.1.44). Ihre Rechtsvertreterin beantragte, es sei von der
Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens abzusehen. Mit einer
Verfügung vom 5. Juli 2018 passte die EL-Durchführungsstelle die
Ergänzungsleistungen aufgrund des Wohnungswechsels der EL-Bezügerin
rückwirkend ab 1. Mai 2018 an (act. G 4.1.41). Sie bat die EL-Bezügerin, den
Zahlungsnachweis der Miete einzureichen. Am 9. Juli 2018 liess die EL-Bezügerin eine
Einsprache gegen die Verfügung vom 8. Juni 2018 erheben (act. G 4.1.36). Am
29. August 2019 liess sie der EL-Durchführungsstelle Zahlungsnachweise von zwei
Monatsmieten zukommen (act. G 4.1.29). Mit einer Verfügung vom 3. September 2018
verneinte die EL-Durchführungsstelle ab 1. September 2018 einen Anspruch auf
Ergänzungsleistungen mit der Begründung, die EL-Bezügerin habe keine Nachweise
betreffend die Bezahlung des Mietzinses eingereicht (act. G 4.1.28). Mit einer
Verfügung vom 14. September 2018 ersetzte die EL-Durchführungsstelle die Verfügung
A.c.
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vom 3. September 2018 und sprach der EL-Bezügerin ab 1. September 2018
Ergänzungsleistungen zu. Am 8. Oktober 2018 (Posteingang: 10. Oktober 2018) liess
die EL-Bezügerin eine Einsprache gegen die Verfügung vom 3. September 2018
erheben (act. G 4.1.23). Ihre Rechtsvertreterin beantragte, bei den Ausgaben seien
weiterhin die Mietzinszahlungen zu berücksichtigen und bei den Einnahmen sei auf die
Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens zu verzichten. Sie reichte die
Arbeitsbemühungen der EL-Bezügerin der Monate Februar 2018 bis September 2018
ein (act. G 4.1.22).
Mit einer Verfügung vom 20. Dezember 2018 passte die EL-Durchführungsstelle
die Ergänzungsleistungen ab 1. Januar 2019 an eine Erhöhung der regionalen
Durchschnittsprämie für die obligatorische Krankenpflegeversicherung, der Pauschale
für den allgemeinen Lebensbedarf und der Invalidenrente an (act. G 4.1.18). In der
Anspruchsberechnung berücksichtigte sie ausserdem unverändert ein hypothetisches
Erwerbseinkommen in der Höhe der Pauschale für den allgemeinen Lebensbedarf. Am
1. Februar 2019 liess die EL-Bezügerin eine Einsprache gegen die Verfügung vom
20. Dezember 2018 erheben (act. G 4.1.15). Ihre Rechtsvertreterin beantragte die
Aufhebung der angefochtenen Verfügung und den Verzicht auf die Anrechnung eines
hypothetischen Erwerbseinkommens. Ausserdem beantragte sie die Gewährung der
unentgeltlichen Rechtsverbeiständung. Zur Begründung machte sie geltend, die EL-
Bezügerin bewerbe sich monatlich, konstant und ununterbrochen. Die
Arbeitsbemühungen würden regelmässig eingereicht. Die Anrechnung eines
hypothetischen Erwerbseinkommens sei daher nicht gerechtfertigt.
A.d.
Am 8. Februar 2019 und 4. März 2019 liess die EL-Bezügerin die Nachweise der
Arbeitsbemühungen der Monate Februar 2018 bis Januar 2019 und Februar 2019
einreichen (act. G 4.1.13 und 4.1.11).
A.e.
Am 19. März 2019 erliess die EL-Durchführungsstelle einen Einspracheentscheid,
der die Einsprachen gegen die Verfügungen vom 29. Mai 2018, 8. Juni 2018 und
3. September 2019 betraf (act. G 4.1.10). Die Einsprachen gegen die Verfügungen vom
8. Juni 2018 und vom 3. September 2018 schrieb die EL-Durchführungsstelle infolge
Neuverfügung als gegenstandslos ab. Die Einsprache gegen die Verfügung vom
29. Mai 2018 wies sie ab. Im Einspracheentscheid prüfte die EL-Durchführungsstelle
A.f.
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die Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens ab 1. Oktober 2017 bis
28. Februar 2018. Sie hielt fest, dass für den zu beurteilenden Zeitraum lediglich
Arbeitsbemühungen für den Monat Februar 2018 eingereicht worden seien. Diese
hätten den Anforderungen gemäss dem Schreiben der EL-Durchführungsstelle vom
15. März 2017 nicht entsprochen. Die Anrechnung eines hypothetischen
Erwerbseinkommens sei somit gerechtfertigt gewesen. Dieser Einspracheentscheid
erwuchs (nach einem Rückzug einer dagegen gerichteten Beschwerde an das
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen, vgl. act. G 4.2.52) in formelle Rechtskraft.
Am 8. April 2019, 9. Mai 2019 und 29. Mai 2019 liess die EL-Bezügerin die
Nachweise der Arbeitsbemühungen der Monate März 2019, April 2019 und Mai 2019
einreichen (act. G 4.1.8, 4.1.4 und 4.2.55). Die Sachbearbeitung der EL-
Durchführungsstelle notierte auf dem Blatt "Hypothetisches Einkommen" (Datum
unbekannt, act. G 4.2.48), für den Einspracheentscheid vom 19. März 2019 seien die
Bewerbungen des Monats Februar 2018 relevant gewesen. Die am 10. Oktober 2018
eingegangenen Arbeitsbemühungen hätten als Anpassungsgesuch behandelt werden
müssen. Bei der Beurteilung der Bewerbungen ab März 2018 sei somit der
Meldemonat Oktober 2018 relevant. Mit einer Verfügung vom 16. Juli 2019 entschied
die EL-Durchführungsstelle, dass sie an der Anrechnung eines hypothetischen
Erwerbseinkommens festhalte (act. G 4.2.50). Zur Begründung gab sie an, die EL-
Bezügerin habe am 10. Oktober 2018, 8. Februar 2019, 4. März 2019, 8. April 2019,
9. Mai 2019 und 29. Mai 2019 Arbeitsbemühungen einreichen lassen. Am 15. März
2017 habe die EL-Durchführungsstelle sie über die Anforderungen an die
Arbeitsbemühungen informiert. Die eingereichten Arbeitsbemühungen hätten diesen
Anforderungen nicht genügt, da die Bewerbungsschreiben nicht individuell auf die
ausgeschriebenen Stellen angepasst worden seien. Zudem habe sich die EL-Bezügerin
mehrmals um Vollzeitstellen beworben, obwohl sie eine halbe Invalidenrente beziehe
und die Stelle somit nicht antreten könnte, und sie habe in einigen Monaten die
Bewerbungen nicht über den ganzen Monat verteilt getätigt. Die EL-Bezügerin liess am
16. September 2019 eine Einsprache gegen die Verfügung vom 16. Juli 2019 erheben
(act. G 4.2.36). Ihre Rechtsvertreterin beantragte die Aufhebung der angefochtenen
Verfügung und den Verzicht auf die Anrechnung eines hypothetischen
Erwerbseinkommens. Im Weiteren beantragte sie die Gewährung der unentgeltlichen
A.g.
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B.
Rechtsverbeiständung. Zur Begründung machte sie geltend, die Bewerbungsschreiben
erfüllten die Voraussetzungen für eine zielgerichtete Bewerbung vollkommen. Die EL-
Bezügerin passe diese jeweils insofern an, als sie den Arbeitgeber und die betreffende
Stelle direkt benenne. Die EL-Bezügerin habe sich in den 25 Bewerbungen in den
Monaten Januar bis Mai 2019 auf gerade einmal drei Vollzeitstellen beworben. Da
heutzutage bei Eignung oft eine Reduktion des Pensums möglich sei, seien diese
Bewerbungen nicht als aussichtslos zu werten. Die Bewerbungen seien jeden Monat an
mehreren Tagen erfolgt.
Mit einem Entscheid vom 22. Januar 2020 wies die EL-Durchführungsstelle die
Einsprachen gegen die Verfügungen vom 20. Dezember 2018 und 16. Juli 2019 ab (act.
G 4.2.11). Zur Begründung gab sie im Wesentlichen an, die Bewerbungen ab März
2018 bis Mai 2019 seien qualitativ ungenügend gewesen, da sich die EL-Bezügerin
nicht mit der jeweils ausgeschriebenen Stelle bzw. mit dem jeweiligen Arbeitgeber
auseinandergesetzt habe. Die Bewerbungen seien teilweise nicht zeitnah nach der
Publikation des Stelleninserates erfolgt. Ausserdem habe sich die EL-Bezügerin auf
zahlreiche Stellen beworben, für welche sie die Anforderungen nicht erfüllt habe oder
das Arbeitspensum nicht hätte "anbieten" können. Obwohl es im Einzelfall möglich sei,
dass ein potentieller Arbeitgeber bei einer ausgeschriebenen Vollzeitstelle ein tieferes
Pensum akzeptiere, stelle dies noch immer die Ausnahme dar. Die EL-
Durchführungsstelle habe demnach in der EL-Berechnung zu Recht ein hypothetisches
Erwerbseinkommen berücksichtigt. Die angefochtenen Verfügungen seien nicht zu
beanstanden. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung wies die EL-
Durchführungsstelle ebenfalls ab. Zur Begründung gab sie an, im Einspracheverfahren
sei es um die Frage der Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens
gegangen; im Vordergrund sei die Sachverhaltsabklärung gestanden. Der Sachverhalt
habe keine komplexen Rechtsfragen aufgeworfen. Da der Untersuchungsgrundsatz
gelte und Fragen tatsächlicher Natur zu beantworten gewesen seien, sei der Beizug
einer Rechtsvertreterin nicht erforderlich gewesen. Auf die Prüfung der weiteren,
kumulativ zu erfüllenden Voraussetzungen (Nichtaussichtslosigkeit der Einsprache,
Bedürftigkeit der EL-Bezügerin) könne verzichtet werden.
A.h.
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Die EL-Bezügerin (nachfolgend: Beschwerdeführerin) liess am 24. Februar 2020
eine Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom 22. Januar 2020 erheben (act.
G 1). Ihre Rechtsvertreterin beantragte die Aufhebung des angefochtenen
Einspracheentscheids und den Verzicht auf die Anrechnung eines hypothetischen
Erwerbseinkommens. Ausserdem beantragte sie die Gewährung der "integralen"
unentgeltlichen Prozessführung. Zur Begründung machte sie im Wesentlichen geltend,
bei den Stellen handle es sich meist um ähnliche, rudimentäre Stellenausschreibungen.
Die Beschwerdeführerin passe die Anschreiben jeweils insofern an, als dass sie den
Arbeitgeber und die betreffende Stelle im Einleitungssatz benenne. Das restliche
Motivationsschreiben gehe auf die Qualitäten und Stärken der Beschwerdeführerin ein,
welche zwangsläufig dieselben blieben. Dies sei das übliche Vorgehen bei
Bewerbungen in den Branchen und Tätigkeitsgebieten (insbesondere Reinigung und
Aushilfsarbeiten), welche von der Beschwerdeführerin angestrebt würden. Die
Bewerbungen seien jeden Monat an mehreren Tagen geschrieben worden, meist zu
Beginn, Mitte und/oder Ende des Monats. Sollte die EL-Durchführungsstelle
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) erwarten, dass die fünf monatlichen Bewerbungen
derart auf den Monat verteilt würden, dass alle 4.34 Arbeitstage eine Bewerbung
erfolge, gleiche dies einer Schikane. Solange ein Inserat noch aufgeschaltet sei, dürfe
und müsse die Beschwerdeführerin davon ausgehen, dass noch eine Vakanz bestehe.
Es sei denn auch absolut üblich, dass ein potentieller Arbeitgeber erst eine bis zwei
Wochen nach dem Aufschalten des Inserats Bewerbungsgespräche führe. Die
pauschale Behauptung der Beschwerdegegnerin, dass von Arbeitgebern nur
Bewerbungen berücksichtigt würden, welche "zeitnah" nach der Publikation des
Stelleninserats erfolgten, sei unzutreffend. Die Beschwerdeführerin habe sich nur
vereinzelt auf Stellen mit einem 100%-Pensum beworben. Die Beschwerdegegnerin
habe im angefochtenen Einspracheentscheid selber ausgeführt, es sei im Einzelfall
möglich, dass ein potentieller Arbeitgeber ein tieferes Pensum akzeptiere. Die
entsprechenden Bewerbungen könnten daher nicht als aussichtslos angesehen
werden. Der Umstand, dass sich die Beschwerdeführerin auf Stellen beworben habe,
deren Anforderungen sie nicht immer erfüllt habe, könne nicht dazu führen, die
Bewerbung als aussichtslos zu bewerten, da Unternehmen stets auch Personen in
Betracht zögen, die vereinzelte Anforderungen nicht erfüllten. Die Beschwerdeführerin
habe die Vorgaben der Beschwerdegegnerin in quantitativer und qualitativer Hinsicht
B.a.
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stets erfüllt. In Bezug auf den Antrag um die Gewährung der "integralen"
unentgeltlichen Prozessführung hielt die Rechtsvertreterin fest, die Beschwerdeführerin
vermöge mit ihrem Einkommen ihren Lebensbedarf nicht zu decken. Sie sei
rechtsunkundig und auf anwaltliche Unterstützung angewiesen. Ihre Beschwerde sei
nicht als aussichtslos zu betrachten.
Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen bat die Rechtsvertreterin am
2. März 2020 um eine Erläuterung dazu, was sie mit dem Gesuch um "integrale"
unentgeltliche Prozessführung gemeint habe (act. G 2).
B.b.
Die Beschwerdegegnerin beantragte am 13. März 2020 mit Verweis auf die
Erwägungen im Einspracheentscheid vom 22. Januar 2020 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 4).
B.c.
Die Rechtsvertreterin teilte am 30. April 2020 mit, dass sie den
Einspracheentscheid vom 22. Januar 2020 in sämtlichen Punkten anfechte,
insbesondere auch in Bezug auf die Abweisung des Gesuchs um unentgeltliche
Rechtsverbeiständung (act. G 6). In der Beschwerde vom 24. Februar 2020 habe sie
dargelegt, dass die Voraussetzungen zur Gewährung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung zweifelsohne erfüllt seien.
B.d.
Die Verfahrensleitung des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen gewährte
am 5. Mai 2020 die unentgeltliche Rechtsverbeiständung für das Beschwerdeverfahren
(act. G 7). Sie wies auf die Kostenlosigkeit des Gerichtsverfahrens hin.
B.e.
Mit einer Replik vom 16. September 2020 liess die Beschwerdeführerin ergänzend
geltend machen (act. G 15), dass sie seit dem 1. Mai 2020 einer Erwerbstätigkeit im
Pensum von 50% im B._ nachgehe und monatlich Fr. 300.-- verdiene. Dabei handle
es sich um einen geschützten Arbeitsplatz für Personen, die eine Invalidenrente
bezögen. Sie sei ihrer Schadenminderungspflicht somit nachgekommen.
B.f.
Die Beschwerdegegnerin machte in einer Duplik vom 25. September 2020 geltend
(act. G 17), die Beschwerdeführerin möchte offenbar begründen, dass es ihr nicht
möglich gewesen sei, ein Erwerbseinkommen zu erzielen, welches dem angerechneten
hypothetischen Erwerbseinkommen entsprochen hätte. Der Arbeitsantritt der
B.g.
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Erwägungen
1.
Dieses Beschwerdeverfahren bezweckt die Überprüfung des angefochtenen
Einspracheentscheids vom 22. Januar 2020 auf dessen Rechtmässigkeit, weshalb sein
Gegenstand jenem des Einspracheverfahrens entsprechen muss. Im
Einspracheverfahren hat die Beschwerdegegnerin einerseits die Verfügungen vom 20.
Dezember 2018 und vom 16. Juli 2019 auf deren Rechtmässigkeit überprüft;
andererseits hat sie über ein Begehren um eine unentgeltliche Rechtsverbeiständung
entschieden. Die Beschwerdeführerin hat in der Beschwerde vom 24. Februar 2020
nebst der Aufhebung des Einspracheentscheids vom 22. Januar 2020 die Gewährung
der "integralen" unentgeltlichen Prozessführung beantragen lassen. Auf eine Rückfrage
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen hat ihre Rechtsvertreterin am
30. April 2020 präzisiert, dass sie den Einspracheentscheid auch in Bezug auf die
Abweisung des Gesuchs um unentgeltliche Rechtsverbeiständung anfechte. Die
Beschwerde richtet sich also gegen alle Inhalte des Einspracheentscheids vom
22. Januar 2020, was bedeutet, dass es sich bei genauer Betrachtung um drei
Beschwerden handelt, nämlich um eine Beschwerde gegen den Einspracheentscheid
betreffend den durch die Verfügung vom 20. Dezember 2018 definierten Gegenstand,
um eine Beschwerde betreffend den durch die Verfügung vom 16. Juli 2019 definierten
Gegenstand sowie um eine Beschwerde gegen die im Einspracheentscheid enthaltene
(Zwischen-) Verfügung, mit der die Beschwerdegegnerin die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung für das Einspracheverfahren verweigert hat. Der
Beschwerdeführerin steht es frei, dieses Urteil nur bezüglich eines der drei
Streitgegenstände anzufechten. Diesem Umstand wird mit einer entsprechenden
Trennung in den Erwägungen und im Dispositiv Rechnung getragen.
2.
Der Einspracheentscheid vom 22. Januar 2020 hat die Verfügungen vom 20. Dezember
2018 und 16. Juli 2019 betroffen. Da der Streitgegenstand eines Einspracheverfahrens
durch die angefochtene Verfügung bestimmt wird, ist die Überprüfung der
Beschwerdeführerin am 1. Mai 2020 sei für das vorliegende Beschwerdeverfahren
irrelevant und somit nicht zu berücksichtigen. Die erfolgreiche Bewerbung beim B._
habe mit den ungenügenden Arbeitsbemühungen der Beschwerdeführerin in der
Vergangenheit nichts zu tun.
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Rechtmässigkeit der angefochtenen Verfügungen entscheidrelevant gewesen. Die
Beschwerdegegnerin hat sich im angefochtenen Einspracheentscheid ausschliesslich
mit der Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens der
Beschwerdeführerin befasst. Die Revisionsverfügung vom 20. Dezember 2018 hat aber
nicht die Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens zum Gegenstand
gehabt. Die Beschwerdegegnerin hat nämlich mit dieser Verfügung nur die
Ergänzungsleistungen ab 1. Januar 2019 an eine Erhöhung der regionalen
Durchschnittsprämie für die obligatorische Krankenpflegeversicherung, der Pauschale
für den allgemeinen Lebensbedarf und der Invalidenrente angepasst. Das
hypothetische Erwerbseinkommen hat sie unverändert in der Höhe der Pauschale für
den allgemeinen Lebensbedarf berücksichtigt. Soweit die Beschwerdegegnerin im
Einspracheentscheid vom 22. Januar 2020 überprüft hat, ob die Anrechnung eines
hypothetischen Erwerbseinkommens in der Verfügung vom 20. Dezember 2018
rechtmässig gewesen ist, ist dies nicht zulässig, das heisst rechtswidrig gewesen. Im
Ergebnis hat die Beschwerdegegnerin die Einsprache gegen die Verfügung vom
20. Dezember 2018 aber zu Recht abgewiesen. Die korrekte Begründung wäre jedoch
gewesen, dass die Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens nicht
Gegenstand der Revisionsverfügung gewesen sei.
3.
Mit der Verfügung vom 16. Juli 2019 hat die Beschwerdegegnerin an der Anrechnung
eines hypothetischen Erwerbseinkommens festgehalten. Diese Verfügung kann nur so
interpretiert werden, dass die Beschwerdegegnerin das Einreichen von Nachweisen zu
den Arbeitsbemühungen der Beschwerdeführerin am 10. Oktober 2018, 8. Februar
2019, 4. März 2019, 8. April 2019, 9. Mai 2019 und 29. Mai 2019 als
Anpassungsgesuch qualifiziert hat. Die Beschwerdeführerin hat mit der Einreichung der
Arbeitsbemühungen am 8. Februar 2019, 4. März 2019, 8. April 2019, 9. Mai 2019 und
29. Mai 2019 denn auch um eine Neuberechnung der Ergänzungsleistungen ohne die
Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens ersuchen lassen. In Bezug auf
die Einreichung der Arbeitsbemühungen ab Februar 2018 bis September 2018 am
10. Oktober 2018 hat die Beschwerdegegnerin explizit festgehalten, dass dies als
Anpassungsgesuch zu qualifizieren sei (vgl. die Notiz im Blatt "Hypothetisches
Einkommen", act. G 4.2.48). Dies ist korrekt gewesen, denn für die Beurteilung der
Einsprachen gegen die Verfügungen vom 29. Mai 2018, 8. Juni 2018 und 3. September
2018 im unangefochten in Rechtskraft erwachsenen Einspracheentscheid vom
19. März 2019 sind die am 10. Oktober 2018 eingereichten Nachweise der
Arbeitsbemühungen der Beschwerdeführerin irrelevant gewesen. In diesem
Einspracheverfahren ist nämlich einzig die Revisionsverfügung vom 29. Mai 2018 auf
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ihre Rechtmässigkeit überprüft worden (die Einsprachen gegen die Verfügungen vom
8. Juni 2018 und 3. September 2018 sind infolge Neuverfügung als gegenstandslos
abgeschrieben worden). Diese Revisionsverfügung hat jedoch eine Anpassung der
Ergänzungsleistungen aufgrund eines Wohnungswechsels der EL-Bezügerin
rückwirkend ab 1. Oktober 2017 zum Gegenstand gehabt; das hypothetische
Erwerbseinkommen ist unverändert angerechnet worden und hat damit nicht
Gegenstand dieser Verfügung gebildet. Die Ausführungen im Einspracheentscheid vom
19. März 2019 betreffend die Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens
für den Monat Februar 2018 haben also nicht den zu überprüfenden Streitgegenstand
gebildet und sind damit nicht entscheidrelevant gewesen. In dem in diesem
Beschwerdeverfahren zu überprüfenden Einspracheentscheid vom 22. Januar 2020 hat
die Beschwerdegegnerin geprüft, ob die Arbeitsbemühungen der Beschwerdeführerin
in den Monaten März 2018 bis Mai 2019 ausreichend gewesen sind. Wie nachfolgend
aufgezeigt wird, ist es irrelevant gewesen, dass die Arbeitsbemühungen für den Monat
Februar 2018 nicht (erneut) geprüft worden sind. Das Gesuch der Beschwerdeführerin
vom 10. Oktober 2018 um eine Anpassung der Ergänzungsleistungen in der Form eines
Verzichts auf die Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens hätte nämlich
eine Erhöhung des Ausgabenüberschusses zur Folge, weshalb der Wirkungszeitpunkt
dieser Erhöhung in Anwendung von Art. 25 Abs. 2 lit. b der Verordnung über
Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELV,
SR 831.301) der 1. Oktober 2018 wäre. Die Ausscheidung eines hypothetischen
Erwerbseinkommens ab 1. Oktober 2018 setzt voraus, dass die Arbeitsbemühungen
der Beschwerdeführerin im August 2018 quantitativ und qualitativ ausreichend
gewesen sind, denn wären die Arbeitsbemühungen erfolgreich gewesen, hätte die
Beschwerdeführerin ab 1. September 2018 eine Stelle gehabt und es wäre ihr Ende
September 2018 ein Lohn ausbezahlt worden, mit dem sie ab 1. Oktober 2018 zur
Deckung ihres Existenzbedarfs beigetragen hätte. Soweit sich der angefochtene
Einspracheentscheid auf den Anspruch auf Ergänzungsleistungen vor dem 1. Oktober
2018 bezieht, ist er somit rechtswidrig und (ersatzlos) aufzuheben. Im Folgenden ist
deshalb zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin ab 1. Oktober
2018 bis 31. Juli 2019 (die angefochtene Verfügung datiert vom 16. Juli 2019, weshalb
die Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens bis 31. Juli 2019 den
Streitgegenstand bildet) zu Recht ein hypothetisches Erwerbseinkommen angerechnet
hat.
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4.
Die jährliche Ergänzungsleistung entspricht dem Betrag, um den die anerkannten
Ausgaben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 9 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und
Invalidenversicherung in der bis 31. Dezember 2020 gültig gewesenen Fassung, aELG,
SR 831.30). Als Einnahmen anzurechnen sind unter anderem Einkünfte, auf die
verzichtet worden ist (Art. 11 Abs. 1 lit. g aELG). Invaliden wird als Erwerbseinkommen
grundsätzlich der Betrag angerechnet, den sie im massgebenden Zeitabschnitt
tatsächlich verdient haben (Art. 14a Abs. 1 ELV); invaliden Personen unter 60 Jahren
wird jedoch mindestens der in Art. 14a Abs. 2 lit. a-c ELV angegebene Grenzbetrag
angerechnet. Wird dieser nicht erreicht, insbesondere wenn keine Erwerbstätigkeit
ausgeübt wird, gilt die Vermutung eines freiwilligen Verzichts auf Einkünfte im Sinne
von Art. 11 Abs. 1 lit. g aELG. Diese Vermutung kann durch den Nachweis, dass
invaliditätsfremde Gründe wie Alter, mangelhafte Ausbildung und Sprachkenntnisse,
persönliche Umstände oder die Arbeitsmarktsituation die Verwertung der
Resterwerbsfähigkeit übermässig erschweren oder verunmöglichen, widerlegt werden.
Massgebend für die Berechnung der Ergänzungsleistungen ist daher das
hypothetische Erwerbseinkommen, das die versicherte Person realisieren könnte (BGE
140 V 270, E. 2.2). Auf die Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens ist
zu verzichten, wenn der EL-Bezüger trotz ausreichender Arbeitsbemühungen keine
Stelle findet, die Arbeitslosigkeit also nicht selbstverschuldet ist. Diese Voraussetzung
ist unter anderem erfüllt, wenn der EL-Bezüger qualitativ und quantitativ ausreichende,
aber erfolglose Stellenbemühungen nachweist (vgl. Rz. 3424.07 der Wegleitung des
Bundesamtes für Sozialversicherungen über die Ergänzungsleistungen zur AHV und IV,
WEL, Stand 1. Januar 2020). Bemüht sich der EL-Bezüger trotz zumutbarerweise
verwertbarer Arbeitsfähigkeit nicht um eine Stelle, verletzt er die ihm obliegende
Schadenminderungspflicht. Diese besteht nämlich darin, durch die Erzielung eines
Erwerbseinkommens soweit als möglich aus eigener Kraft zur Deckung des
Existenzbedarfs beizutragen.
4.1.
Die Beschwerdeführerin hat jeden Monat – mit Ausnahme des Monats Dezembers
2018, in dem sie drei telefonische Bewerbungen getätigt hat – exakt fünf schriftliche
Bewerbungen getätigt. Sie hat damit die von der Beschwerdegegnerin festgelegte
quantitative Anforderung erfüllt. Als Motivationsschreiben hat sie ein
Standardschreiben verwendet, in welchem sie jeweils die Adresse des Empfängers,
den Betreff und den Einleitungssatz angepasst hat. Für eine zielgerichtete Bewerbung
als ungelernte Hilfsarbeiterin ist dies nach der allgemeinen Lebenserfahrung
4.2.
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ausreichend gewesen. Die Forderung der Beschwerdegegnerin, dass die
Beschwerdeführerin individuell auf die Stelle/Firma einzugehen habe, sich also mit dem
Unternehmen auseinandersetzen und darlegen müsse, weshalb sie die richtige Person
für die ausgeschriebene Stelle sei, ist für eine Hilfsarbeiterinnentätigkeit als nicht
zwingend erforderlich und damit als unverhältnismässig zu qualifizieren. Die
Stellenprofile von Tätigkeiten für (ungelernte) Hilfsarbeiterinnen sind nämlich
branchenübergreifend vergleichbar. Im August 2018 hat sich die Beschwerdeführerin
auf fünf Stellen in der Reinigung beworben. Diese haben dem Anforderungsprofil der
verbliebenen Restarbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin entsprochen. Die Pensen
sind unter 50% gewesen und hätten von der Beschwerdeführerin, deren verbliebene
Arbeitsfähigkeit 50% betragen hat, also geleistet werden können. Die Bewerbung vom
22. August 2018 bei der C._ AG ist jedoch nach mehr als zwei Wochen nach der
Aufschaltung des Inserates erfolgt; das Inserat ist nämlich am 6. August 2018
aufgeschaltet gewesen (act. G 4.1.22-116). Diese Bewerbung ist also nicht zeitnah
erfolgt. Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin hat argumentiert, es sei absolut
üblich, dass ein potentieller Arbeitgeber erst eine bis zwei Wochen nach dem
Aufschalten des Inserats Bewerbungsgespräche führe. Die Beschwerdeführerin hat
also davon ausgehen müssen, dass das Selektionsverfahren beim Eintreffen ihrer
Bewerbung bereits fortgeschritten gewesen ist, weshalb diese Bewerbung aussichtslos
gewesen ist. Die Arbeitsbemühungen im August 2018 sind also nicht ausreichend
gewesen. Im September 2018 haben sich zwei Bewerbungen auf hochprozentige
Stellen bezogen, nämlich auf eine 80-100%-Stelle beim D._ und auf eine 100%-
Stelle bei der C._ AG (act. G 4.1.22-126 ff. und 4.1.22-132 f.). Beide Stellen haben
eine Tätigkeit in der Reinigung betroffen. Da die verbliebene Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin 50% betragen hat, sind diese Bewerbungen als aussichtslos zu
qualifizieren. Es ist nämlich nicht zu erwarten gewesen, dass ein potentieller
Arbeitgeber bereit gewesen wäre, das Pensum im Umfang von 30-50% bzw. 50% zu
reduzieren, zumal damit zu rechnen gewesen wäre, dass es bei Stellen in der
Reinigung Mitbewerber gegeben hätte, welche das gesuchte Pensum hätten erfüllen
können. Im Oktober 2018 hat sich die Beschwerdeführerin wiederum auf zwei solche
Stellen beworben, nämlich auf eine 100%-Stelle bei der E._ AG und auf eine
80-100%-Stelle bei der F._ AG (act. G 4.1.13-151 ff. und 4.1.13-156 ff.). Auch hier
hat die Beschwerdeführerin nicht davon ausgehen dürfen, dass ein potentieller
Arbeitgeber bereit ist, das Pensum massgeblich zu reduzieren. Die bei der F._ AG zu
besetzende Stelle hat ausserdem nicht dem Anforderungsprofil der
Beschwerdeführerin entsprochen, da Tätigkeiten an einem Förderband dazugehört
haben, was aufgrund der chronischen Diarrhoe und der damit verbundenen
Anforderung des leichten Zugangs zu sanitären Einrichtungen für die
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Beschwerdeführerin ungeeignet gewesen ist (vgl. das Tätigkeitsprofil der Gutachter der
ZMB, IV-act. 128-41). Im November 2018 hat sich die Beschwerdeführerin erneut auf
eine 100%-Stelle beworben, nämlich bei der G._ AG (act. G 4.1.13-166 ff.). Es kann
auf das zuvor Ausgeführte verwiesen werden. Die Absage der G._ AG ist im Übrigen
mit der Begründung, dass eine Person gesucht werde, die ein 100%-Pensum erfüllen
könne, erfolgt. Dies zeigt, dass nicht damit gerechnet werden darf, dass eine
Anstellung zu einem kleineren Pensum als dem ausgeschriebenen möglich ist. Die
Bewerbung bei der H._ GmbH hat sich auf eine in Schichtarbeit zu verrichtende
Tätigkeit bezogen (act. G 4.1.13-169 f.). Eine Schichtarbeit ist für die
Beschwerdeführerin aus gesundheitlichen Gründen ungeeignet (vgl. IV-act. 128-41),
weshalb auch diese Bewerbung aussichtslos gewesen ist. Im Dezember 2018 hat die
Beschwerdeführerin keine schriftlichen, sondern nur drei telefonische Bewerbungen
getätigt, was quantitativ unzureichend gewesen ist. Im Januar 2019 haben sich zwei
Bewerbungen auf je eine 100%- und eine 80%-Stelle bezogen (Bewerbung bei der
I._ AG und bei der J._, act. G 4.1.13-188 ff. und 4.1.13-195 ff.). Es kann wiederum
auf das zuvor Ausgeführte verwiesen werden. Die bei der I._ AG zu besetzende Stelle
als Vorarbeiter Packerei hat zudem Erfahrung in der Gemüsebranche und in der
Mitarbeiterführung vorausgesetzt; Hinweise darauf, dass die Beschwerdeführerin über
diese Erfahrungen verfügen würde, bestehen nicht (vgl. auch die Angaben zur
beruflichen Anamnese im Gutachten der ZMB, IV-act. 128-18). Diese zwei
Bewerbungen sind deshalb aussichtslos gewesen. Im Februar 2019 hat sich die
Beschwerdeführerin auf eine 60%-Stelle bei der K._ beworben; im Stelleninserat sind
die Arbeitszeiten klar definiert gewesen (Freitags bis Montags von 9.00 Uhr bis 15.30
Uhr, act. G 4.1.11-15). In Anbetracht dieser klaren Vorgaben hat die
Beschwerdeführerin nicht davon ausgehen dürfen, dass eine Reduktion auf ein 50%-
Pensum möglich sei. Sie hätte diese Stelle deshalb nicht antreten können, weshalb die
Bewerbung aussichtslos gewesen ist. Im März 2019 hat sich die Beschwerdeführerin
auf eine Stelle bei der L._ erst rund zwei Wochen, nachdem das Inserat erschienen
ist, beworben (act. G 4.1.8-16 ff.). Diese Bewerbung ist also nicht zeitnah erfolgt. Die
Absage ist denn auch am Folgetag nach dem Versand der Bewerbung mit der
Begründung, die Stelle sei bereits besetzt worden, erfolgt. Auch diese Bewerbung ist
daher aussichtslos gewesen. Im April 2019 hat sich die Beschwerdeführerin erneut auf
drei Stellen beworben, die sie aufgrund des ausgeschriebenen Beschäftigungsgrades
(100%-Stellen bei den M._ und bei N._ AG und eine 60-80%-Stelle bei der O._,
act. G 4.1.3) nicht hätte antreten können. Im Mai 2019 hat sich die Beschwerdeführerin
auf fünf Stellen beworben, die sie hinsichtlich des Anforderungsprofils und des
Pensums hätte antreten können. Die Bewerbungen sind zudem zeitnah erfolgt. An sich
wären diese als ausreichende Arbeitsbemühungen zu qualifizieren. In Anbetracht des
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5.
Anders als für ein Beschwerdeverfahren kann eine unentgeltliche
Rechtsverbeiständung für ein Verwaltungs- oder Einspracheverfahren gemäss Art. 37
Abs. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
(ATSG, SR 830.1) nur bewilligt werden, wenn die Verhältnisse eine solche erfordern.
Dies ist nach der Rechtsprechung nur der Fall, wenn sich schwierige rechtliche oder
tatsächliche Fragen stellen (BGE 132 V 201, E. 4.1). Gemäss der ständigen Praxis des
Versicherungsgerichtes des Kantons St. Gallen ist dies in Verfahren, die sich
ausschliesslich um die Frage drehen, ob ein hypothetisches Erwerbseinkommen
anzurechnen sei, nicht der Fall (vgl. den Entscheid EL 2019/66 vom 4. Juni 2021,
m.w.H.). Die Frage der Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens kann
nämlich praktisch immer ohne eine anwaltliche Hilfe beantwortet werden, da sie nur
Verlaufs sind diese Arbeitsbemühungen aber als "Ausreisser" und nicht als "echte"
Sachverhaltsveränderung in dem Sinne, dass die Arbeitsbemühungen der
Beschwerdeführerin ernsthaft gewesen wären, zu betrachten. Gesamthaft betrachtet
hat es sich bei den Bewerbungen um eine "Pflichtübung" gehandelt, denn die
Beschwerdeführerin hat stets exakt nur die geforderten fünf Bewerbungen getätigt und
zwar wiederholt auch solche, die von vornherein aussichtslos gewesen sind.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich die Beschwerdeführerin ab August 2018
bis Mai 2019 nicht ausreichend und damit nicht ernsthaft um eine Arbeitsstelle bemüht
hat. Sie ist damit im Umfang der verbliebenen Arbeitsfähigkeit selbstverschuldet
arbeitslos gewesen. Hätte sie sich im Mai 2019 ernsthaft um eine Arbeitsstelle bemüht,
hätte sie im Juni 2019 eine Erwerbstätigkeit ausgeübt und Ende Juni 2019 einen Lohn
ausbezahlt erhalten, mit dem sie ab 1. Juli 2019 zur Deckung ihres Existenzbedarfs
hätte beitragen können. Da die Arbeitsbemühungen bis Ende Mai 2019 nicht
ausreichend gewesen sind, hat die Beschwerdegegnerin zu Recht bis 31. Juli 2019 das
hypothetische Erwerbseinkommen nicht aus der Anspruchsberechnung
ausgeschieden, das heisst die laufenden Ergänzungsleistungen nicht an eine dem
anrechenbaren hypothetischen Erwerbseinkommen der Beschwerdeführerin
entsprechende Erhöhung des Ausgabenüberschusses angepasst. Soweit die
Rechtsvertreterin mit dem Vorbringen, die Beschwerdeführerin arbeite seit dem 1. Mai
2020 in einem 50%-Pensum an einem geschützten Arbeitsplatz im B._, geltend
macht, die Beschwerdeführerin habe sich im vorliegend zu beurteilenden Zeitraum ab
August 2018 bis Mai 2019 ernsthaft um eine Arbeitsstelle bemüht, ist festzuhalten,
dass aus dem Antritt dieser Arbeitsstelle kein Rückschluss auf die Ernsthaftigkeit der
im vorliegenden Beschwerdeverfahren zu beurteilenden Arbeitsbemühungen möglich
ist.
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davon abhängt, ob eine in die Anspruchsberechnung einbezogene Person
arbeitsunfähig ist, ob allfällige Betreuungspflichten der Aufnahme einer Erwerbstätigkeit
entgegenstehen oder ob die Person unverschuldet arbeitslos ist. Vorliegend hat sich
das Einspracheverfahren einzig um die Frage gedreht, ob die Arbeitsbemühungen der
Beschwerdeführerin ausreichend gewesen sind. Schwierige rechtliche oder
tatsächliche Fragen haben sich nicht gestellt. Für das Einreichen von Nachweisen zu
den Arbeitsbemühungen und damit für das Stellen eines Anpassungsgesuches ist
keine anwaltliche Hilfe erforderlich gewesen, denn der Beschwerdeführerin muss
aufgrund des Schreibens vom 15. März 2017 bewusst gewesen sein, dass zur Prüfung
eines Verzichts auf die Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens
entsprechende Nachweise einzureichen gewesen sind. Ob die weiteren
Voraussetzungen der finanziellen Bedürftigkeit der Beschwerdeführerin und der
fehlenden Aussichtslosigkeit des Verfahrens erfüllt gewesen sind, kann somit
offenbleiben. Die Abweisung des Begehrens um eine unentgeltliche
Rechtsverbeiständung für das Einspracheverfahren erweist sich damit als rechtmässig.
6.
Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a aATSG in der bis 31. Dezember
2020 gültigen, für das vorliegende Verfahren gemäss Art. 82a ATSG noch
anwendbaren Fassung).
6.1.
Zwar ist der angefochtene Einspracheentscheid insoweit aufzuheben, als er die
Zeit bis 30. September 2018 beschlägt. Rein formal betrachtet liegt also eine teilweise
Gutheissung der Beschwerde vor. Da der Beschwerdeführerin daraus jedoch kein
Vorteil erwächst, weil ihr für den gesamten Zeitraum, für den sie Nachweise der
Arbeitsbemühungen eingereicht hat, ein hypothetisches Erwerbseinkommen
angerechnet wird, unterliegt die Beschwerdeführerin im Ergebnis vollumfänglich. Daher
ist von einem vollständigen Unterliegen der Beschwerdeführerin auszugehen. Der Staat
bezahlt zufolge der Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung die Kosten
der Rechtsvertretung im Beschwerdeverfahren. Wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse
der Beschwerdeführerin es gestatten, kann diese jedoch zur Rückerstattung der
Parteientschädigung verpflichtet werden (Art. 123 Abs. 1 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung [SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [sGS 951.1]). Das Honorar wird vom Versicherungsgericht
festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache
und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der
Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22
Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--.
6.2.
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