Decision ID: 3ae44ebc-ebb4-44a9-b6c0-1bd334716036
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1967 geborene
X._
war ab
1.
März 2012 bei der
Y._
tätig, als er am 2
6.
Mai 2012 das Arbeitsverhält
nis per
7.
Juni 2012 kündigte (Urk. 6/22-23). In der Folge wurde das Arbeits
verhältnis per 1
5.
Juni 2012
aufgelöst (
Urk.
6/23
).
Am 10. September 2012 mel
dete er sich zur Arbeitsvermittlung an, und am 2
3.
September 2012 stellte er
einen
Antrag auf
Ausrichtung von
Arbeitslosenentschädigung
für die Zeit
ab 1
0.
September 2012 (Urk. 6/26-27). Mit Verfügung vom
2.
Oktober 2012
(Urk. 6/15)
stellte die
Syna
Arbeitslosenkasse den Versicherten wegen selbst
verschul
deter Arbeitslosigkeit mit Wirkung ab 1
0.
September 2012 für 20 Tage in der Anspruchsberechtigung ein und hielt daran nach ergangener Einsprache vom
9.
Oktober 2012 (Urk. 6/12) mit
E
ntscheid vom 1
5.
November 2012 fest (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 1
4.
Dezember 2012 Beschwerde
(Urk. 1) mit dem Antrag, der angefochtene Entscheid sei ersatzlos aufzuheben;
eventualiter
beantragte er eine Reduktion der Einstelltage.
Die Arbeitslosenkasse schloss
in ihrer Beschwerdeantwort vom 2
5.
Februar 2013 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 5)
.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Die Einzelrichterin

zieht in Erwägung:
1.
Da der Streitwert
Fr.
20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der
Beschwerde
in die einzelrichterliche Zuständigkeit (
§
11 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).
2.
2.1
Gemäss Art. 30 Abs. 1
lit
.
a des Bundesgesetzes über die obligatorische
Arbeits
-
lo
senversicherung
und die Insolvenzentschädigung (AVIG) ist die versi
cherte Person in der Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn sie durch eige
nes Verschulden arbeitslos ist. Die Arbeitslosigkeit gilt insbesondere dann als selbst verschuldet, wenn die versicherte Person das Arbeitsverhältnis von sich aus aufgelöst hat, ohne dass ihr eine andere Stelle zugesichert war, es sei denn, dass
ihr das Verbleiben an der Arbeitsstelle nicht zugemutet werden konnte (Art. 44 Abs. 1
lit
.
b der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversi
cherung und die Insolvenzentschädigung [AVIV]).
Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach dem Grad des Verschuldens (
Art.
30 Abs.
3 AVIG) und beträgt 1 bis 15 Tage bei leichtem, 16 bis 30
Tage bei mittelschwerem und 31
bis 60 Tage bei schwerem Verschulden (
Art.
45 Abs.
3 AVIV).
Art.
45 Abs. 4
lit
. a AVIV, wonach bei einer
unentschuldbaren
Aufgabe ei
ner zumutbaren Arbeitsstelle ohne Zusicherung einer neuen ein schweres Verschulden vorliege, stellt
bei Einstellungen nach
Art.
44 Abs. 1
lit
. b AVIV
le
diglich eine Regel dar (Urteil des Bundesgerichts C 133/03 vom 2
9.
Oktober 2003, E. 4.1).
2.2
Nach
Art.
327a des Obligationenrechts (OR) hat der Arbeitgeber dem Arbeitneh
mer alle durch die Ausführung der Arbeit notwendig entstehenden Auslagen zu ersetzen, bei Arbeiten an auswärtigen Arbeitsorten auch die für den Unterhalt erforderlichen Aufwendungen (Abs. 1). Abreden, dass der Arbeitnehmer die notwendigen Auslagen ganz oder teilweise selbst zu tragen habe, sind nichtig (Abs. 3).
3
.
3
.1
Der Beschwerdeführer macht in seiner Beschwerde (Urk. 1 in Verbindung mit Urk.
6/12 und Urk. 6/12)
im Wesentlichen geltend,
die Arbeitgeberin habe ihm münd
lich zugesichert, ihn nicht bei
der Kundin
Z._
einzusetzen. Entgegen dieser Abmachung habe sie ihm
gegen Ende der Probezeit mitgeteilt,
man
müsse
mangels anderer Projekte
doch nochmal
s
darüber nachdenken, ihn für
die Kundin
Z._
einzusetzen. Daraufhin habe er am 2
6.
Mai 2012 gekündigt. Im Weiteren habe ihm die Arbeitgeberin für
eine nach
Antritt der Stelle absol
vierte
zweiwöchige Schulung
in
A._
gestützt auf
das vertragliche
Spesenreglement kein
e Mittagessenentschädigung bezahlt, was
Art.
327a OR
und damit den orts- und berufsüblichen Lohn- und Arbeitsbedingungen
wider
spreche
.
3
.2
Demgegenüber bringt die Beschwerdegegnerin in angefochtenen Entscheid
(
Urk.
2) vor, der Versicherte habe
die Zusage der Arbeitgeberin, ihn nicht
direkt
bei der Kundin
Z._
einzusetzen,
nicht belegt. Bezüglich der Mittagessen
spesen
liege
ebenfalls
kein entschuldbarer Grund
für eine Kündigung
vor,
zumal er deren
Ausrichtung
hätte gerichtlich
einklagen
können.
4
.
4
.1
4.1.1
Der Einwand
des
Versicherten,
dass
ihm die Fortsetzung des Arbeitsverhältnis
ses
wegen des
von der Arbeitgeberin entgegen früheren Zusagen
in Betracht gezogenen Einsatzes
bei der
Z._
un
zumutbar gewesen sei,
ist unbegründet
.
Zwar trifft es zu, dass die Arbeitgeberin ihm bei den Vorstellungsgesprächen mündlich zugesagt hat
te
,
ihn nicht
bei der Kundin
Z._
einzusetzen
(Bestä
tigung der Firma vom 1
2.
Dezember 2012,
Urk.
3/1)
. Indessen hat der Beschwerdeführer gemäss
seinen
eigenen Vorbringen bereits dann gekündigt,
als
die Arbeitgeberin ihm erst mitgeteilt hatte, dass man entgegen
dieser frühe
ren Zusage
doch nochmals „darüber nachdenken müsse“, ihn mangels an
derer Projekte
bei der
Kundin
Z._
einzusetzen (
Urk.
6/16). Dem Beschwerdeführer wäre es jedoch ohne Weiteres zumutbar gewesen, aufgrund dieser veränderten Situa
tion
mit der
Arbeitgeberin über einen allfälligen Einsatz
bei der
Z._
zu
mindest zu verhandeln, umso mehr
als
nach Lage der Akten
keineswegs fest
steht
oder feststand
, dass die Firma
das Arbeitsverhältnis
bei einer Nichteini
gung
über diesen Einsatz
gekündigt hätte.
Das
Vorgehen
des Versicherten
, bereits
aufgrund des
ersten Gesprächsangebot
es
der Arbeitgeberin
, üb
er
einen Einsatz bei der
Z._
nochmals zu verhandeln,
sofort zu kündigen, ist daher nicht entschuldbar, womit sich die Frage nach der Zumutbarkeit eines Einsatzes
bei der
Z._
gar nicht stellt (Urteil des Bundesgerichts C 122/00 vom 3
0.
März 2001, E. 2b/
aa
). Selbst wenn jedoch die Arbeitgeberin
für den Fall einer
Nichteinigung
eine Kündigung angedroht
hätte
,
wäre dem Versi
cherten die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses zumindest solange zumutbar gewesen, bis er eine andere Arbeitsstelle gefunden hätte.
Denn
trotz der vom Beschwerdeführer erwähnten früheren
Entlassung
bei der
Z._
sind keine Gründe ersichtlich, welche den von der Arbeitgeberin in Betracht gezogenen
Einsatz
bei der
Z._
als unzumutbar (
Art.
16 AVIG) erscheinen liessen.
4.
1.2
Die Vorbringen des Versicherten,
dass
ihm die Fortsetzung des Arbeits
-
verhältnis
ses
nicht zumutbar gewesen sei, weil
ihm
die Arbeitgeberin
während eines
zw
eiwöchigen Schulungsaufenthalt
s
in
A._
keine
Mittagessen
-
entschädigung
bezahlt habe, sind ebenfalls unbegründet.
Zunächst kann nicht ohne
Weiteres
davon ausgegangen werden, dass dem Versi
cherten bei dieser betrieblichen Schulung
für die
Mittagessen tatsächlich Kosten entstanden sind.
Der Beschwerdeführer hat weder substantiiert dargelegt noch belegt, dass ihm solche Kosten erwachsen sind.
Sodann ist die Auffassung des Versicherten, das (vertragliche) Spesenreglement
widerspreche
Art.
327a OR
, nicht stichhaltig. Denn die allgemein gehaltene
Formulierung
im
Spesenregle
ment
– wonach ein Mitarbeiter bei einer (notwendigen) Geschäftsreise ins Aus
land Anspruch auf Vergütung der effektiven Verpflegungskosten habe
(
Urk.
6/13
Ziff.
3.3) –
schliesst eine
entsprechende
Mittagessen
entschädigung
nicht aus,
woran die nachfolgend
im Reglement
vorgesehenen Höchstrichtwerte für Frühstücke und Abendessen nichts ändern.
Zudem hat d
er Beschwerdeführer
die
Kosten (sofern sie überhaupt entstanden sind) der Arbeitgeberin
gegenüber
nicht mit Nachdruck geltend gemacht.
Es geht jedoch nicht an, ein Arbeitsver
hältnis
einzig
wegen einer
verhältnismässig geringfügigen und
schon längere Z
eit zurückliegenden, noch unbezahlten Spesenentschädigung
zu kündigen, ohne zuvor die Entschädigung
vom Arbeitgeber
mit
dem nötigen
Nachdruck
ein
gefordert
zu haben.
Daran ändern auch
die
Vorbringen
des Beschwerdefüh
rers
,
dass
die Firma die Nichtentschädigung der
Mittagessen
auf Nachfrage mündlich
mit dem Hinweis auf fehlende Mehrkosten begründet habe (
Urk.
1)
,
nichts.
D
e
nn eine Nachfrage
stellt keine
Forderung
dar, so dass
er auch daraus nichts zu seinen Gunsten ableiten
kann
.
4.2
Nach dem Gesagten
wäre
dem Beschwerdeführer
die Fortsetzung des Arbeitsver
hältnisses bei der
Y._
zu
mutbar gewesen. Zu Recht wurde er daher wegen selbstverschuldeter Arbeitslo
sigkeit (
Art.
44
Abs.
1
lit
. b AVIV) in der Anspruchsberechtigung eingestellt.
5.
Die verfügte Einstellung von 20 Tagen ab
dem
1
0.
September 2012 liegt
im unte
ren Bereich des mittelschweren
Verschuldens und erscheint den persönli
chen Verhältnissen des Beschwerdeführers und Gegebenheiten des Falles als an
gemessen.
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde.