Decision ID: 674fde1b-43d5-5c98-89dc-6b84f512b063
Year: 2007
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A. Die kubanischen Staatsangehörigen X._ (nachfolgend  1) und ihre Tochter Y._ (nachfolgend  2) beantragten am 22. Mai 2006 bei der schweizerischen Botschaft in Havanna ein Visum für einen zweimonatigen Besuchsaufenthalt bei Z._ (nachfolgend Gastgeber) in A._ (BL). Die  überwies die Gesuche dem Bundesamt für Migration (nachfolgend Vorinstanz) zum Entscheid.
B. Nachdem das Amt für Migration des Kantons Basel-Landschaft beim  ergänzende Auskünfte eingeholt hatte, lehnte die Vorinstanz die Einreisegesuche mit weitgehend gleichlautenden Verfügungen vom 7. Juli 2006 ab. Als Begründung führte sie im Wesentlichen an, dass die fristgerechte Wiederausreise aufgrund der wirtschaftlichen und  Verhältnisse in der Herkunftsregion sowie aufgrund der persönlichen Situation nicht gewährleistet sei.
C. Mit Beschwerde vom 4. September 2006 beantragt die Rechtsvertreterin im Namen der Beschwerdeführerinnen und des Gastgebers die Aufhebung der angefochtenen Verfügungen sowie die Bewilligung der Einreise in die Schweiz. Die Vorinstanz sei anzuweisen, zu diesem Zweck Besuchervisa zu erteilen. Zur Begründung bringt sie im Wesentlichen vor, die Vorinstanz habe ihr Ermessen nicht pflichtgemäss ausgeübt, und sie habe in ihrer  die konkreten Verhältnisse nicht genügend berücksichtigt.
D. Die Vorinstanz beantragt mit Vernehmlassung vom 27. Oktober 2006 die Abweisung der Beschwerde. Den Gesuchstellerinnen oblägen keine über das übliche Mass hinausgehenden Verpflichtungen, die, neben den , welche die kubanischen Behörden ihren Staatsangehörigen für die Rückreise auferlegen, Gewähr böten für eine anstandslose und  Wiederausreise.
E. Die Rechtsvertreterin hält in ihrer Replik vom 1. Dezember 2006 an ihrem Antrag und dessen Begründung fest.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche von einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wurden, sowie gegen  gemäss Art. 34 VGG.
Darunter fallen die Verfügungen des Bundesamtes für Migration betreffend Bewilligung der Einreise (Art. 20 Abs. 1 des Bundesgesetzes über Aufent-
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halt und Niederlassung der Ausländer vom 26. März 1931 [ANAG, SR 142.20]) und Art. 18 Abs. 1 der Verordnung über die Einreise und  von Ausländerinnen und Ausländern vom 14. Januar 1998 (VEA, SR 142.211). Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).
1.2 Das Bundesverwaltungsgericht übernimmt, sofern es zuständig ist, die  der am 1. Januar 2007 bei den Eidgenössischen Rekurs- oder Schiedskommissionen oder bei den Beschwerdediensten der  hängigen Rechtsmittel. Das neue Verfahrensrecht ist anwendbar (Art. 53 Abs. 2 VGG).
2. Die Beschwerdeführerinnen sind als Verfügungsadressatinnen durch die angefochtenen Verfügungen berührt und haben ein schutzwürdiges  an deren Aufhebung (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Sie sind daher zur  legitimiert.
Die Beschwerdelegitimation des Gastgebers ergibt sich aus Art. 48 Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 20 Abs. 2 ANAG.
Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit  (Art. 50 und 52 Abs. 1 VwVG).
3. Ausländer und Ausländerinnen sind zur Anwesenheit in der Schweiz , wenn sie eine Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung haben oder keiner solchen bedürfen (Art. 1a ANAG). Gewisse Gruppen von  und Ausländern benötigen für die Einreise in die Schweiz ein Visum (vgl. Art. 3 ff. VEA).
Das Bundesamt für Migration entscheidet im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften und der Verträge mit dem Ausland nach freiem Ermessen über die Bewilligung von Aufenthalt und Niederlassung (Art. 4 und Art. 16 Abs. 1 ANAG; Art. 9 VEA). Dies bedeutet, dass die schweizerische Rechtsordnung weder ein allgemeines Recht auf Einreise kennt, noch  besonderen Anspruch auf Erteilung eines Visums gewährt (vgl. PETER UEBERSAX, Einreise und Anwesenheit, in: Peter Uebersax/Peter Münch/ Geiser/Martin Arnold [Hrsg.], Ausländerrecht, Handbücher für die  Bd. 8, Basel/Genf/München 2002, Rz. 5.28).
Ein Einreisevisum wird verweigert, wenn die in Art. 1 VEA aufgeführten Voraussetzungen nicht erfüllt sind (vgl. Art. 14 Abs. 1 VEA). Insbesondere müssen Gesuchstellerinnen und Gesuchsteller, die in die Schweiz reisen möchten, Gewähr bieten, dass sie fristgerecht wieder ausreisen werden (Art. 1 Abs. 2 Bst. c VEA).
4. Die Beschwerdeführerinnen benötigen aufgrund ihrer Nationalität zur  in die Schweiz neben dem Pass ein Visum. Die Vorinstanz  die Erteilung eines solchen Visums mit der Begründung, die  Wiederausreise erscheine nicht als hinreichend gesichert.
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5. Wenn es zu beurteilen gilt, ob das Kriterium der gesicherten  erfüllt ist, muss ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. Dazu lassen sich in der Regel keine Feststellungen, sondern lediglich Prognosen . Dabei rechtfertigt es sich durchaus, Einreisegesuchen von  und Bürgern aus Staaten beziehungsweise Regionen mit politisch oder wirtschaftlich vergleichsweise ungünstigen Verhältnissen von  mit Zurückhaltung zu begegnen, da die persönliche Interessenlage in solchen Fällen häufig nicht mit dem Ziel und Zweck einer zeitlich  Einreisebewilligung in Einklang steht.
5.1 Die aktuelle Lage in Kuba ist – neben den noch immer bestehenden  politischer Freiheitsrechte durch das kommunistische  – insbesondere durch eine seit dem Ende des kalten Krieges  schwierige wirtschaftliche Situation gekennzeichnet. Jährlich  Tausende von kubanischen Staatsangehörigen, das Land zu  (vgl. etwa Neue Zürcher Zeitung vom 18. Januar 2006: "Immer mehr Kubaner suchen die Freiheit"). Aus diesen Gründen ist Kuba nach wie vor zu denjenigen Staaten zu zählen, deren Staatsangehörige  nach einer Einreise versucht sein können, ausländerrechtliche  zu umgehen. Im Falle von Kuba bestehen zudem – wie die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung vom 27. Oktober 2006 bereits erwähnt hat – besondere Schwierigkeiten bei der Rückreise ins Heimatland (vgl. Michael Kirschner, Kuba: Legale und illegale Aus- und Einreise,  Flüchtlingshilfe, Bern 2006). Solche Umstände sind beim Visumsentscheid zu berücksichtigen. Dies umso mehr, als es um die  eines künftigen Verhaltens geht, bezüglich dessen in der Regel  gesicherten Erkenntnisse vorliegen.
5.2 Bei der Risikoanalyse sind allerdings nicht nur solch allgemeine Umstände und Erfahrungen, sondern auch sämtliche Gesichtspunkte des konkreten Einzelfalles zu berücksichtigen. Obliegt dem Gesuchsteller oder der  beispielsweise eine besondere berufliche, gesellschaftliche oder familiäre Verantwortung, so kann dieser Umstand durchaus die  für eine anstandslose Wiederausreise begünstigen. Umgekehrt muss bei Gesuchstellern und Gesuchstellerinnen, die in ihrer Heimat keine besonderen Verpflichtungen haben, das Risiko, dass sie sich nach einer bewilligten Einreise nicht gemäss den fremdenpolizeilichen Regeln , als hoch eingeschätzt werden.
5.2.1 Bei der Beschwerdeführerin 1 handelt es sich um eine 41-jährige,  Frau. Sie ist Hausfrau und hilft in Privathaushalten mit, welche  aufnehmen. Ihr Mann ist als Elektriker angestellt und ihre Tochter studiert im dritten Jahr Sport an einer kubanischen Universität.
Gemäss Einschätzung der Vorinstanz lassen sich diese Verpflichtungen "kaum mit einer dreimonatigen Abwesenheit vereinbaren." Trotzdem  sie zu Auffassung, es bestünden "keine zwingenden beruflichen oder gesellschaftlichen Verpflichtungen, welche gegebenenfalls Gewähr für eine fristgerechte Rückkehr bieten und das vorgängig beschriebene  als entsprechend gering erscheinen" liessen. Diese Begründung er-
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scheint auf den ersten Blick widersprüchlich, da der erste Teil eine starke Verpflichtung annimmt, welche im zweiten Teil wieder verneint wird.
Ausgehend von der Natur der Verpflichtungen, die der  1 obliegen, kann allerdings festgestellt werden, dass diese nicht  von ihr selbst wahrgenommen werden müssen. Mit einem gewissen organisatorischen Aufwand ist eine Regelung zur Überbrückung der  zweimonatigen Abwesenheit durchaus denkbar. Diese  führt jedoch auch dazu, dass aus der familiären und beruflichen Situation der Beschwerdeführerin 1 keine Verpflichtung ersichtlich wird, welche – da auch von anderen Personen erfüllbar – die Prognose  der fristgerechten Wiederausreise aus der Schweiz entscheidend  könnte. Weitere Indizien, die auf besondere berufliche oder  Verpflichtungen schliessen liessen, welche Gewähr für eine fristgerechte Wiederausreise bieten könnten, sind aus den Akten keine zu erkennen. Diese Erwägungen sowie das Risiko, das sich aus der  Situation im Herkunftsland ergibt (vgl. oben Ziffer 5.1.), führen zum Schluss, dass die Wiederausreise der Beschwerdeführerin 1 nicht als  gesichert angesehen werden kann.
5.2.2 Bei der Beschwerdeführerin 2 handelt es sich um eine 21-jährige, ledige Frau, welche sich noch in der Ausbildung befindet.
Aus den Akten ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin 2 sich im dritten Jahr des Sportstudiums befindet. Die Rechtsvertreterin sieht in der , dass die Beschwerdeführerin 2 einen Studienplatz innehat, ein Indiz für "über das übliche Mass" hinausgehende Verpflichtungen. Dieser  kann nicht gefolgt werden. Gerade mit Blick auf die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse im Herkunftsland (vgl. oben Ziffer 5.1.) muss bei der nicht gefestigten beruflichen Situation der  2 das Risiko, dass der Besuchsaufenthalt in der Schweiz zur  genutzt werden könnte, als hoch eingestuft werden. Weitere  familiärer oder gesellschaftlicher Art sind aus den Akten nicht . Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die Wiederausreise der Beschwerdeführerin 2 nicht als hinreichend gesichert angesehen werden kann.
5.2.3 Zu berücksichtigen ist ferner, dass keine der Beschwerdeführerinnen  zur Schweiz hat, die die Erteilung eines Einreisevisums  könnten. Daran vermögen auch die Ausführungen der  in ihrer Replik vom 1. Dezember 2006 nichts zu ändern, wenn sie auf die Beziehung des Gastgebers zum Herkunftsland beziehungsweise zu den Gesuchstellerinnen hinweist. Die Beziehung zwischen dem Gastgeber und den Gesuchstellerinnen kann aufgrund der Akten nicht als besonders eng eingeschätzt werden. Einerseits besteht die Bekanntschaft noch nicht sehr lange, andererseits hat der Gastgeber es der kubanischen Familie überlassen, welche beiden Familienmitglieder seiner Einladung  sollten.
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Was die Zusicherung aller Beteiligten (Gastgeber, Gesuchstellerinnen) anbelangt, dass die Wiederausreise fristgerecht erfolgen werde, so kann dieser kein allzu grosses Gewicht begemessen werden, da es sich dabei lediglich um Erklärungen handelt, die für sich rechtlich nicht durchsetzbar sind. Insbesondere der Gastgeber kann das Verhalten seiner Gäste naturgemäss nicht oder nur beschränkt beeinflussen (vgl. dazu den Entscheid des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements [EJPD] vom 27. Juli 1992 in Verwaltungspraxis der Bundesbehörden [VPB] 57.24 am Ende). Deshalb muss die Beurteilung, ob die Wiederausreise gesichert erscheint, aufgrund der allgemeinen Lage im Herkunftsland und der persönlichen Situation der Gesuchstellerinnen erfolgen (vgl. oben Ziffern 5.1. sowie 5.2.1 und 5.2.2).
6. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Voraussetzungen für die Erteilung von Einreisebewilligungen an die Gesuchstellerinnen vorliegend nicht  sind, weshalb die Vorinstanz die Visumserteilung zu Recht .
Aus diesen Darlegungen folgt, dass die angefochtene Verfügung im  rechtmässig ist (Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist demzufolge .
7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten den  aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG).
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