Decision ID: 33ea8c47-a7f2-5c47-b586-db5c23ff1bfa
Year: 2008
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
D._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Hans Frei, Kriessernstrasse 40, 9450 Altstätten,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rentenrevision
Sachverhalt:
A.
D._ (bis 29. Juni 2007: V._, act. G 4.65) meldete sich am 9. Dezember 2001 zum
Bezug von IV-Leistungen (Berufsberatung, Umschulung auf eine neue Tätigkeit,
Wiedereinschulung in die bisherige Tätigkeit, Rente) an, da sie an Weichteilrheuma
leide (act. G 4.1). Nach Einholung verschiedener Arztberichte (vgl. act. G 4.7 und 4.16)
wurde die Versicherte im Medizinischen Zentrum Bad Ragaz rheumatologisch-
orthopädisch, neurologisch und internistisch untersucht und begutachtet. Zudem
wurde in der Klinik Valens eine Evaluation der arbeitsbezogenen funktionellen
Leistungsfähigkeit (EFL) vorgenommen. Im Gutachten vom 15. Juli 2002 kam Dr. med.
A._, Chefarzt Rheumatologie, zum Schluss, die bisherige Tätigkeit sei der
Versicherten in einem zeitlichen Rahmen von mindestens vier Stunden pro Tag
zumutbar (mit Anpassung des Arbeitsplatzes [Arbeitsstuhl]). Eine angepasste Tätigkeit
sollte ihr vier bis viereinhalb Stunden pro Tag möglich sein (act. G 4.22). Mit Verfügung
vom 26. September 2002 sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Wirkung ab 1.
Januar 2002 eine halbe Invalidenrente zu (act. G 4.30).
B.
B.a Im Rahmen einer Rentenüberprüfung wurden am 25. März 2004 keine wesentlich
veränderten Verhältnisse festgestellt (act. G 4.43). Am 16. Januar 2006 gab die
Versicherte im "Fragebogen für Revision der Invalidenrente" an, ihr
Gesundheitszustand habe sich verschlimmert (act. G 4.45). Im Verlaufsbericht vom 3.
Februar 2006 führte Dr. med. B._, Arzt für Allgemeine Medizin FMH, unter Beilage
diverser Arztberichte aus, der Gesundheitszustand der Versicherten habe sich
geändert. Es bestünden zunehmende invalidisierende lumbale Rückenschmerzen
sowie belastungsabhängige Schulter- und Knieschmerzen (act. G 4.48-3). Am 29.
Januar 2007 wurde die Versicherte im Aerztlichen Begutachtungsinstitut (ABI) in Basel
untersucht und begutachtet. Im Gutachten vom 13. März 2007 führten die Ärzte aus, im
Vergleich zur Begutachtung in der Klinik Valens vom 15. Juli 2002 sei es auf
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somatischer Ebene zu einer deutlichen Besserung des Zustandsbilds gekommen. Auch
auf psychiatrischer Ebene sei es zu einer Veränderung des Zustandes gekommen. In
der angestammten Tätigkeit und in anderen körperlich leichten bis mittelschweren
Tätigkeiten in wechselnder Position und ohne repetitive Überkopfbewegungen des
linken Arms sei die Beschwerdeführerin zu 100% arbeitsfähig (act. G 4.55).
B.b Mit Vorbescheid vom 28. August 2007 stellte die IV-Stelle der Versicherten die
Einstellung ihrer Invalidenrente in Aussicht (act. G 4.61). Hiergegen erhob sie, vertreten
durch Rechtsanwalt lic. iur. Hans Frei, am 29. Oktober 2007 Einwand (act. G 4.72). Mit
Verfügung vom 29. November 2007 bestätigte die IV-Stelle den Vorbescheid und hob
die halbe Invalidenrente der Versicherten per Ende des folgenden Monats auf (act. G
4.74).
C.
C.a Mit Eingabe vom 15. Januar 2008 erhebt der Vertreter der Versicherten
Beschwerde und beantragt, die Verfügung vom 29. November 2007 sei aufzuheben
und die Sache sei zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen;
eventualiter sei ihr mindestens eine halbe Invalidenrente zuzusprechen. Zur
Begründung bringt er im Wesentlichen vor, das ABI-Gutachten befasse sich zwar mit
dem Weichteilrheuma der Beschwerdeführerin, doch sei diesbezüglich kein Spezialist
beigezogen worden. So sei diese von einem Orthopäden statt einem Rheumatologen
untersucht worden. Zudem sei keine internistische Abklärung durchgeführt worden, um
den geklagten Schmerzen auf den Grund zu gehen. Gemäss ABI-Gutachten lägen eine
anhaltende somatoforme Schmerzstörung sowie eine somatoforme autonome
Funktionsstörung des kardiovaskulären Systems vor, welche jedoch keine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründeten. Zu diesem Schluss komme der
Gutachter Dr. C._, nachdem er mit der Beschwerdeführerin knapp zehn Minuten
gesprochen habe. Es werde bezweifelt, dass Dr. C._ innert dieser sehr kurzen Zeit
die nötige Vertrauensbasis habe schaffen können, welche für eine umfassende
Beurteilung nötig sei. Er begründe auch nicht, warum die beiden diagnostizierten
psychischen Leiden keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
hätten. Im Jahr 2002 sei anlässlich der Untersuchung in der Klink Valens eine EFL
durchgeführt worden. Nicht zuletzt gestützt auf diese EFL sei man zum Schluss
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gekommen, dass die Beschwerdeführerin in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt sei.
Ohne eine weitere EFL sei es deshalb nicht zu verantworten, der Beschwerdeführerin
die Rente ganz zu streichen. Der rechtserhebliche Sachverhalt habe sich nicht
geändert, so dass die Voraussetzungen für eine Revision nicht gegeben seien (act. G
1).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 4. März 2008 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde. Sie macht im Wesentlichen geltend, das ABI-Gutachten
bejahe eine Verbesserung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin und
habe keine die Arbeitsfähigkeit wesentlich einschränkende Krankheit mehr festgestellt.
Die Darstellung der Beschwerdeführerin bezüglich der Dauer der Untersuchung müsse
als nicht nachweisbare Parteibehauptung betrachtet werden. Es falle in die Kompetenz
der Gutachter, zu entscheiden, welche Fachrichtungen abzuklären seien. Betreffend
die internistische Untersuchung sei nach einer kurzen Vorprüfung entschieden worden,
dass eine solche nicht angezeigt sei, da sich keine Hinweise auf eine Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit aus internistischer Sicht ergeben hätten. Es sei nicht zu
beanstanden, dass die Beschwerdeführerin durch einen Orthopäden untersucht
worden sei; diesem sei es möglich gewesen, die rheumatologische Problematik
einzuschätzen. Die rheumatologischen Befunde seien bislang diffus gewesen. Ein
Verdacht auf eine Fibromyalgie habe nicht erhärtet werden können. Und auch bei einer
Diagnose dieser Krankheit könnte praxisgemäss vermutet werden, dass die Schmerzen
mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwunden werden könnten, so dass keine
relevante Arbeitsunfähigkeit resultiere. Von der verlangten EFL seien keine
zielführenden Erkenntnisse zu erwarten. Weitere Abklärungen seien nicht nötig (act. G
4).
C.c Mit Replik vom 9. April 2008 hält der Vertreter der Beschwerdeführerin an seinen
Anträgen fest (act. G 7).
C.d Mit Duplik vom 13. Mai 2008 hält die Beschwerdegegnerin an ihrem Antrag fest
(act. G 9).

Erwägungen:
1.
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1.1 Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil
in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei
der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V
467 E. 1), und weil bei der Beurteilung ferner auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses
der streitigen Verfügungen eingetretenen Sachverhalt abzustellen ist (BGE 121 V 366
E. 1b), sind auf die angefochtene Verfügung die bis zum 31. Dezember 2007 geltenden
materiellen Bestimmungen anzuwenden.
1.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG (in der bis 31. Dezember 2007 gültigen Fassung) besteht
der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens
zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 % invalid ist.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe
Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % Anspruch auf eine
Viertelsrente.
1.3 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft
entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR
830.1]). Eine Revision von Amtes wegen wird unter anderem durchgeführt, wenn
Tatsachen bekannt werden, die eine erhebliche Änderung des Invaliditätsgrades als
möglich erscheinen lassen (Art. 87 Abs. 2 der Verordnung über die
Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Die Invalidenrente ist nicht nur bei einer
wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar,
wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen
Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 349 f. E. 3.5). Eine bloss
unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhaltes
stellt dagegen praxisgemäss keine revisionsbegründende Änderung dar (BGE 112 V
372 E. 2b; SVR 1996 IV Nr. 70 S. 203). Ob eine revisionsbegründende Änderung
eingetreten ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der
ursprünglichen Verfügung bzw. derjenigen Verfügung bestanden hat, welche die
laufende Rente auf Grund eines neu festgesetzten Invaliditätsgrades letztmals geändert
hat (BGE 109 V 265 E. 4a; vgl. BGE 105 V 30; Urteil des Bundesgerichts i/S L. vom
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28. Juli 2005, I 276/04), mit dem Sachverhalt zur Zeit der streitigen Revisionsverfügung
(BGE 125 V 369 E. 2; ZAK 1984 S. 350 E. 4a; ZAK 1987 S. 36) bzw. des
Einspracheentscheids.
2.
2.1 Die ursprüngliche Verfügung stützt sich in erster Linie auf das Gutachten der Klinik
Valens vom 15. Juli 2002. In diesem Gutachten führte Dr. A._ aus, die
Beschwerdeführerin gebe im Bereich folgender Körperregionen Muskelschmerzen an:
linker Ellbogen im Bereich des musculus pectoralis links > rechts; rechter
Schultergürtel mit Ausstrahlung in den BWS-Bereich; vorderer Rippenbogen beidseits;
lumbal, gluteal beidseits und im Sitzbeinbereich mit vor allem linkem
Trochantereinbezug, gelegentliche Knieschmerzen und Schmerzen im Bereich der
linken Ferse. Er stellte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: ein
ausgeprägtes wechselndes weichteilrheumatisches Beschwerdebild ohne sicheren
Hinweis auf eine Kollagenose oder ein klassisches Fibromyalgiesyndrom sowie ein
affektiv vegetativer Konversionsmodus mit überkontrollierender Affektsteuerung. Als
Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit gab er an: Status nach
Endodermitis/Adnexitis 1997, Status nach Cholezystektomie 1989, Status nach
Tendovaginitis stenosans Dig. I bis III links 2000, Status nach HWS-Distorsion 1984.
Die bisherige Tätigkeit sei der Beschwerdeführerin in einem zeitlichen Rahmen von
mindestens vier Stunden pro Tag zumutbar. Eine angepasste Tätigkeit sollte ihr vier bis
viereinhalb Stunden pro Tag möglich sein. Bezüglich der EFL führte die
Ergonomieabteilung aus, sie beurteile die Leistungsbereitschaft der
Beschwerdeführerin als nicht zuverlässig. Die Beobachtungen bei den Tests wiesen auf
eine deutliche Selbstlimitierung hin. Die Konsistenz bei den Tests sei mässig gewesen.
Infolge Selbstlimitierung habe in mehreren Tests das physisch funktionelle
Leistungsmaximum nicht beobachtet werden können. Aufgrund der erreichten
Testresultate könne aber davon ausgegangen werden, dass eine leichte
wechselbelastende Tätigkeit mit Hantieren von Lasten bis max. 12.5 kg (selten) noch
möglich sei, mit zusätzlichen Pausen von insgesamt ca. einer Stunde pro Tag.
Inwiefern eine allenfalls vorliegende psychiatrische Problematik die Zumutbarkeit weiter
einschränke, könne mit dieser Methode nicht evaluiert werden. Die Beschwerdeführerin
sei mit dieser Beurteilung nicht einverstanden. Sie habe erwähnt, dass ihre ehemalige
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Arbeit eine ideale Tätigkeit gewesen sei, sie ihr aber mit ihren jetzigen Schmerzen nicht
mehr möglich sei. Zurzeit könne sie keine Arbeit annehmen, egal welche Tätigkeit;
zuerst müsse sich ihr Gesundheitszustand verbessern. Auch habe sie gemerkt, dass
sie bei Belastung mehr Pausen brauche (act. G 4.22).
2.2 Im anlässlich des Revisionsverfahrens eingeholten ABI-Gutachten vom 13. März
2007 gab die Beschwerdeführerin im Rahmen der psychiatrischen Untersuchung an,
sie leide unter Schmerzen in allen Gelenken. Sie habe Rückenschmerzen, die in die
Beine ausstrahlten. Nachts leide sie unter Zuckungen in den Beinen. Die Schmerzen
hätten 1992 begonnen, hätten sich dann verbessert und ab 1996 habe sie zunehmend
unter Schmerzen gelitten. Seit 2000 seien die Schmerzen mehr oder weniger immer
vorhanden. Die Therapien würden nur vorübergehend zu einer Verbesserung führen.
Anlässlich der orthopädischen Untersuchung erwiderte sie auf die Frage nach ihrem
aktuellen Befinden, im Vergleich sei dieses früher viel schlimmer gewesen; jetzt sei es
relativ stabil. Zurzeit leide sie an Schmerzen im Bereich beider Schultern, links mehr als
rechts zudem intermittierend auch an beiden Ellbogen, doch komme es immer wieder
auch zu Schmerzen fast im gesamten Bereich des Bewegungsapparates, die in
Intensität und Lokalisation sehr wechselnd seien ("allgemein Weichteile"). Die Ärzte
stellten folgende Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit: ein subakromiales
Impingement Schulter links (ICD-10 M75.4), klinisch keine Hinweise für eine Läsion der
Rotatorenmanschette. Als ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierten sie
erstens eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4), bei
anamnestisch multilokulärem Schmerzsyndrom, derzeit ohne klinisches Korrelat
(ICD-10 R52.1) sowie zweitens eine somatoforme autonome Funktionsstörung des
kardiovaskulären Systems (ICD-10 F45.30). Die Ärzte führten zur Selbsteinschätzung
der Beschwerdeführerin aus, diesbezüglich seien ihre Aussagen nicht ganz eindeutig,
doch entstehe nicht der Eindruck, als ob sie sich selbst noch in verwertbarem Ausmass
für arbeitsfähig halte. Dies stehe in deutlichem Gegensatz zur ärztlichen Beurteilung.
Die Diskrepanz begründe sich wohl dadurch, dass die Beschwerdeführerin davon
ausgehe, sich körperlich vollständig gesund fühlen zu müssen und zu keiner Zeit
Schmerzen verspüren zu dürfen, um einer Arbeitstätigkeit nachgehen zu können,
wogegen die im Rahmen einer Begutachtung festgelegte zumutbare Arbeitsfähigkeit im
Wesentlichen auf medizinisch möglichst objektivierbare Kriterien abgestützt werde. Im
Weiteren bestünden bei Schmerzverarbeitungsstörungen immer deutlich höhere
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Selbstlimitierungen, als es aus medizinischer Sicht, insbesondere im Sinne der
Willensanstrengung aus psychiatrischer Sicht zumutbar wäre. Aus orthopädischer
Sicht bestehe für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit (körperlich mittelschwere
Montagetätigkeit) aufgrund der objektivierbaren Befunde eine zeitlich und
leistungsmässig uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit, solange keine regelmässigen
Überkopfbewegungen der Arme notwendig würden, die derzeit links nur leicht
eingeschränkt möglich seien. Auch für andere körperlich leichte bis mittelschwere
Tätigkeiten in wechselnder Position ohne repetitive Überkopfbewegungen des linken
Arms bestünde eine zeitlich und leistungsmässig uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit,
wohingegen für körperlich schwere Tätigkeiten oder solche mit übermässiger
Beanspruchung der linken Schulter eine volle Arbeitsunfähigkeit bestehe. Aus
psychiatrischer Sicht bestehe keine Arbeitsunfähigkeit (act. G 4.55).
2.3 Vorliegend nicht von Belang, da erst nach der angefochtenen Verfügung erstellt, ist
der anlässlich der Beschwerdeerhebung eingereichte Bericht der Klinik Valens vom
14. Dezember 2007, zumal sich dieser ausdrücklich einer Stellungnahme zum ABI-
Gutachten enthält; es wird einzig die aktuelle Situation beleuchtet (act. G 1.2).
3.
3.1 Auf die Frage, ob eine Veränderung des Gesundheitsschadens ausgewiesen sei,
führen die ABI-Gutachter aus, im Vergleich zur Begutachtung von Dr. A._ (Klinik
Valens) vom 15. Juli 2002 sei es auf somatischer Ebene zu einer deutlichen
Verbesserung des Zustandbilds gekommen, indem sich heute mit Ausnahme einer
Problematik an der linken Schulter ein absolut unauffälliger Untersuchungsbefund
zeige und die Beschwerdeführerin keine Schmerzen äussere. Die anamnestisch
angegebenen Beschwerden liessen sich demnach kaum mehr auf eine generalisierte
Pathologie im Bereich des Bewegungsapparats zurückführen, wie sie damals postuliert
worden sei. Auch auf psychiatrischer Ebene sei es zu einer Veränderung des Zustands
gekommen, indem die damals gestellte Diagnose nicht mehr erhoben werden könne
und sich heute nur noch eine Erkrankung aus dem Formenkreis der somatoformen
Störungen finden lasse (act. G 4.55-26).
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3.1.1 Diese Beurteilung vermag nicht zu überzeugen. Zwar weichen die Diagnosen
sowie die Einschätzungen betreffend die Arbeitsfähigkeit in den beiden Gutachten
voneinander ab, doch scheint es sich dabei bloss um unterschiedliche Beurteilungen
eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts zu handeln. So klagte die
Beschwerdeführerin anlässlich der Begutachtung durch das ABI mehr oder weniger
über dieselben Beschwerden wie bei der Begutachtung durch die Klinik Valens. Die
ABI-Gutachter führen in der Stellungnahme zur Begutachtung von Dr. A._ vom 15.
Juli 2002 denn auch aus, dieser sei von einer Arbeitsfähigkeit von 50% für eine
körperlich leichte Tätigkeit ausgegangen, wobei unklar sei, inwieweit diese
Einschränkung durch somatische oder durch psychiatrische Faktoren begründet sei.
Die dort festgehaltenen Befunde deuteten jedenfalls nicht auf eine wesentliche
objektivierbare Pathologie im Bereich des Bewegungsapparates hin, wie sich dies auch
heute weitestgehend bestätigen lasse, wo sich lediglich leicht pathologische Befunde
an der linken Schulter erheben liessen. Somit müsse davon ausgegangen werden, dass
die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im Wesentlichen durch die psychischen
Faktoren erfolgt sei (act. G 4.55-21). Überhaupt stellt das ABI-Gutachten betreffend die
Beurteilung des Bewegungsapparats eine Übereinstimmung mit früheren ärztlichen
Einschätzungen fest (act. G 4.55-25). Eine Verbesserung des Gesundheitszustands der
Beschwerdeführerin ist somit nicht überwiegend wahrscheinlich.
3.1.2 In psychiatrischer Hinsicht wird im ABI-Gutachten ausgeführt, die
Beschwerdeführerin habe während Jahren unter der Doppelbelastung ihrer
Berufstätigkeit und ihrer Aufgabe als Hausfrau und Mutter gelitten. Von ihrem Ehemann
habe sie sich zu wenig unterstützt gefühlt. Vor dem Hintergrund dieser psychosozialen
Belastungssituation könne die psychische Überlagerung der geklagten Beschwerden
gesehen werden. Die Beschwerdeführerin habe mit dem Symptom "Schmerz" vor sich
und der Umgebung die Rechtfertigung dafür, sich krankschreiben zu lassen, keiner
beruflichen Tätigkeit mehr nachgehen zu müssen und Zeit für Haushalt und Kinder zu
haben. Bezüglich der Beurteilung von Dr. A._ vom 15. Juli 2002 wird ausgeführt,
dieser habe einen affektiv vegetativen Konversionsmodus mit überkontrollierender
Affektsteuerung erwähnt. Eine solche Konversionsstörung bestehe jedoch nicht. Die
Beschwerdeführerin habe nicht unter unbewussten Konflikten gelitten, die dann zum
Symptom "Schmerz" geführt hätten. Was mit dem Begriff einer überkontrollierenden
Affektstörung gemeint sei, sei unklar. Fest stehe jedenfalls, dass die
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Beschwerdeführerin im Alltag durch die psychopathologischen Symptome nicht
eingeschränkt sei und ihr daher aus psychiatrischer Sicht keine Arbeitsunfähigkeit
attestiert werden könne (act. G 4.55-15 f.). Auch diese psychiatrische Einschätzung
spricht nicht für eine Veränderung des Gesundheitszustands, sondern lediglich für eine
unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts.
Beide Gutachten thematisieren die von der Beschwerdeführerin empfundenen
Schmerzen, begründen deren Ursache jedoch unterschiedlich. Die Schmerzen an sich
haben sich im Laufe der Zeit jedoch nicht wesentlich verändert, auch wenn sie nicht
immer gleich stark aufgetreten sind. Dass die Schmerzen vom ABI als überwindbar
betrachtet werden, vermag nichts daran zu ändern, dass der zu beurteilende
Sachverhalt nach wie vor derselbe ist wie im Zeitpunkt der ursprünglichen
Rentenverfügung.
3.1.3 Für die von der Beschwerdeführerin im Fragebogen für Revision der
Invalidenrente geltend gemachte Verschlimmerung ihres Gesundheitszustandes finden
sich in den Akten ebenfalls keine Anhaltspunkte. Entsprechend hat ihr Vertreter in der
Beschwerdeschrift denn auch ausgeführt, der rechtserhebliche Sachverhalt habe sich
nicht geändert (act. G 1, S. 6). Weitere Abklärungen sind daher nicht angezeigt.
3.2 Da sich der Sachverhalt seit der ursprünglichen Verfügung nicht geändert hat, sind
die Voraussetzungen zur Vornahme einer Revision im Sinn vom Art. 17 Abs. 1 ATSG
nicht erfüllt, weshalb der angefochtene Einspracheentscheid aufzuheben ist. Es
erübrigt sich somit, auf die weiteren Rügen des Vertreters der Beschwerdeführerin das
ABI-Gutachten betreffend einzugehen.
3.3 Bei diesem Ergebnis ist es der Beschwerdegegnerin unbenommen, allenfalls unter
den Voraussetzungen der Wiedererwägung auf die frühere, rechtskräftige
Rentenverfügung zurückzukommen, was voraussetzt, dass sie zweifellos unrichtig war
(vgl. BGE 127 V 469 E. 2c, m.w.H.).
4.
4.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
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1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
als angemessen. Diese Kosten sind von der unterliegenden Beschwerdegegnerin zu
bezahlen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird der Beschwerdeführerin
zurückerstattet.
4.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art.
61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.--
bis Fr. 12'000.--. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers verzichtete auf das
Einreichen einer Kostennote. Im vorliegenden Fall erscheint eine Parteientschädigung
von Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG