Decision ID: b3c261c6-8e49-4d42-a239-5f98e14221a4
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. A._ (Jahrgang 1979) ist kosovarischer Staatsangehöriger. Er reiste am 27. August
1990 zusammen mit seinem Bruder im Rahmen des Familiennachzugs zum Verbleib
bei seinen Eltern in die Schweiz ein. Am 4. Oktober 2000 erhielt er eine
Niederlassungsbewilligung. Aus der am 24. August 2001 geschlossenen Ehe mit seiner
Landsfrau B._ gingen zwei gemeinsame Kinder (L._, Jahrgang 2011 und M._,
Jahrgang 2014) hervor. Sowohl die Ehefrau als auch die Kinder verfügen über eine
Niederlassungsbewilligung. Als Minderjähriger und junger Erwachsener wurde A._
wiederholt strafrechtlich verurteilt. Das damalige Ausländeramt St. Gallen drohte A._
mit Verfügung vom 7. September 2004 aufgrund der zahlreichen Verurteilungen die
Ausweisung an, falls er erneut straffällig werde. Ab dem Jahr 2012 trat A._ fünfmal
strafrechtlich in Erscheinung. Das Migrationsamt widerrief die
Niederlassungsbewilligung von A._ mit Verfügung vom 13. Januar 2017. Den gegen
diese Verfügung erhobenen Rekurs wies das Sicherheits- und Justizdepartement des
Kantons St. Gallen mit Entscheid vom 22. Januar 2018 ab.
B. Das Verwaltungsgericht wies die von A._ (Beschwerdeführer) gegen den Entscheid
des Sicherheits- und Justizdepartements des Kantons St. Gallen (Vorinstanz) erhobene
Beschwerde mit Entscheid vom 16. August 2018 ab. Die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens von CHF 2'000 wurden unter Verrechnung des geleisteten
Kostenvorschusses von CHF 1'500 dem Beschwerdeführer auferlegt. Auf die Erhebung
der ausstehenden CHF 500 wurde umständehalber verzichtet.
C. Das Bundesgericht hiess die gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts
erhobene Beschwerde mit Urteil vom 21. Oktober 2019 gut, hob das Urteil des
Verwaltungsgerichts auf und wies die Sache zur Neuverlegung der vorinstanzlichen
Kosten- und Entschädigungsfolgen an das Verwaltungsgericht zurück.
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Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Nach Art. 95 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (sGS 951.1,
VRP) hat in Streitigkeiten jener Beteiligte die amtlichen Kosten zu tragen, dessen
Begehren ganz oder teilweise abgewiesen werden. Dementsprechend sind die
amtlichen Kosten der Verfahren vor dem Verwaltungsgericht (CHF 2'000) und vor dem
Sicherheits- und Justizdepartement (CHF 1'000) dem Staat aufzuerlegen. Auf die
Erhebung der Kosten ist zu verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP). Der Beschwerdeführer
leistete im Beschwerdeverfahren einen Kostenvorschuss in der Höhe von CHF 1'500.
Auf die Erhebung der ausstehenden CHF 500 wurde umständehalber verzichtet (siehe
VerwGE B 2018/50 vom 16. August 2018 E. 5). Dem Beschwerdeführer sind die im
Beschwerde- und Rekursverfahren geleisteten Kostenvorschüsse von CHF 1'500 und
CHF 1'000 zurückzuerstatten.
2.
2.1. Bei dieser Ausgangslage hat der Beschwerdeführer sowohl im Rekurs- als auch im
Beschwerdeverfahren Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädigung zulasten des
Staates (vgl. Art. 98 Abs. 1 und 2 VRP sowie Art. 98 VRP).
2.2. Der Rechtsvertreter reichte mit Eingabe vom 14. Mai 2018 eine Kostennote für das
Beschwerdeverfahren in der Höhe von CHF 3'000 ein.
Im Kanton St. Gallen wird das Honorar in der Verwaltungsrechtspflege auf der
Grundlage einer Honorarpauschale festgesetzt. Das Honorar vor Verwaltungsgericht
beträgt pauschal CHF 1'500 bis CHF 15'000 (vgl. Art. 22 Abs. 1 Ingress und lit. b der
Honorarordnung; sGS 963.75, HonO). Innerhalb des gesetzten Rahmens wird das
Grundhonorar nach den besonderen Umständen, namentlich nach Art und Umfang der
notwendigen Bemühungen, der Schwierigkeit des Falles und den wirtschaftlichen
Verhältnissen der Beteiligten, bemessen (Art. 30 lit. b Ziff. 2 und Art. 31 Abs. 1 AnwG,
Art. 19 HonO). Bei der Festsetzung der Honorarpauschale ist auch die eingereichte
Kostennote zu berücksichtigen (GVP 2015 Nr. 68 E. 4.2.1, VerwGE B 2016/38 vom
bis
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12. März 2018 E-. 8.3, www.gerichte.sg.ch).
Die vom Rechtsvertreter eingereichte Honorarnote stellt lediglich eines von
verschiedenen Bemessungskriterien dar. Der Kostennote ist die Art und der Umfang
der einzelnen Bemühungen nicht zu entnehmen. Beim vorliegenden Fall handelte es
sich um ein durchschnittliches ausländerrechtliches Verfahren, bei welchem sich keine
aussergewöhnlich schwierigen Rechtsfragen stellten. Unter Berücksichtigung des
Pauschalrahmens von Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO und der in durchschnittlichen
Ausländerrechtsfällen zugesprochenen Entschädigung (CHF 2'500) kann der vom
Rechtsvertreter geltend gemachte Aufwand nicht vollumfänglich entschädigt werden.
Eine Entschädigung von CHF 2'500 für das Beschwerdeverfahren zuzüglich CHF 100
Barauslagen (vier Prozent von CHF 2‘500, Art. 28 Abs. 1 HonO) und der
antragsgemässen Mehrwertsteuer von 7,7% (Art. 29 HonO) erscheint angemessen (Art.
22 Abs. 1 lit. b HonO).
2.3. Im Rekursverfahren liess der Rechtsvertreter der Vorinstanz mit Eingabe vom
30. November 2017 eine Kostennote von CHF 3'875 zukommen.
Vor Verwaltungsbehörden beträgt das Honorar pauschal CHF 500 bis CHF 6'000 (vgl.
Art. 22 Abs. 1 Ingress und lit. b HonO). In Anbetracht dessen, dass es sich um einen
durchschnittlichen Ausländerrechtsfall handelt, der Zeitaufwand durch diverse
Fristerstreckungsgesuche unnötigerweise erhöht wurde, die Honorarspannweite im
Verwaltungsverfahren tiefer liegt als vor Verwaltungsgericht und im Vergleich zu
anderen Fällen vor der Vorinstanz ist eine Entschädigung für das Rekursverfahren von
CHF 1'500 inklusive Barauslagen und 8% Mehrwertsteuer – die anwaltlichen
Leistungen wurden vor dem 1. Januar 2018 erbracht – angemessen (Art. 22 Abs. 1
lit. b, Art. 28 und Art. 29 HonO, Ziff. 2.1 der MWST-Info 19 zur Steuersatzänderung
per 1. Januar 2018, www.estv.admin.ch).
3. Für diesen Entscheid werden weder amtliche Kosten erhoben (Art. 97 VRP) noch
ausseramtliche Kosten entschädigt.