Decision ID: bd2f3a6b-fb80-48ee-83a1-29bbbcf44e46
Year: 2018
Language: de
Court: CH_BSTG
Chamber: CH_BSTG_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: penal_law

Die Beschwerdekammer hält fest, dass:
- A. mit Urteil des Amtsgerichts Z. vom 28. Februar 2018 unter anderem we-
gen mehrfacher versuchter schwerer Körperverletzung und mehrfacher ver-
suchter Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte zu einer Frei-
heitsstrafe verurteilt wurde (act. 5 und 5.1);
- A. gegen das Urteil des Amtsgerichts Z. beim Obergericht des Kantons So-
lothurn (nachfolgend „OGer SO“) Berufung erhob (act. 5.1);
- die Strafkammer des OGer SO A. am 26. Juni 2018 die Zusammensetzung
des Berufungsgerichts mitteilte und insbesondere darlegte, weshalb die or-
dentlichen Richter der Strafkammer in den Ausstand getreten seien und das
Berufungsverfahren von drei Ersatzrichtern geführt werde (act. 5.1);
- A. mit Eingabe vom 13. Juli 2018 beim OGer SO den Ausstand der drei Er-
satzrichter verlangte (act. 1);
- das OGer SO das Gesuch von A. samt der eingeholten Stellungnahmen der
vom Ausstandsersuchen betroffenen Richter am 17. Oktober 2018 an die
Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts zur Beurteilung weiterleitete
(act. 5).

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:
- die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts ohne weiteres Beweisver-
fahren und endgültig entscheidet, wenn ein Ausstandsgrund nach Art. 56
lit. a oder f. StPO geltend gemacht wird oder sich eine in einer Strafbehörde
tätige Person einem von einer Partei gestellten Ausstandsgesuch widersetzt,
welches sich auf Art. 56 lit. b-e StPO abstützt (Art. 59 Abs. 1 lit. d StPO i.V.m.
Art. 37 Abs. 1 StBOG);
- gemäss § 31 Abs. 1 des Gesetzes vom 13. März 1977 über die Gerichtsor-
ganisation des Kantons Solothurn (GO; BGS 125.12) die Beurteilung von
Berufungen in die Zuständigkeit der Strafkammer des OGer SO fällt; die
Strafkammer aus drei Mitgliedern, namentlich B., C. und D., besteht (Home-
page, besucht am 19. Oktober 2018);
- alle drei vorgenannten ordentlichen Richter als Mitglieder der Strafkammer
in den Ausstand getreten sind (act. 5.1);
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- nachdem der Gesuchsteller gegen die drei Ersatzrichter des Strafgerichts
als Berufungsgericht den Ausstand verlangt hat (act. 1), die Beschwerde-
kammer des Bundesstrafgerichts gestützt auf Art. 59 Abs. 1 lit. d StPO für
die Beurteilung des vorliegenden Gesuchs zuständig ist;
- die betreffend die ausserordentliche Ersatzrichterin E. vorgebrachte Rüge,
wonach sie kurz vor der Pensionierung stünde und wirtschaftsnah sei, was
von ihr bestritten wird (act. 2), kein Ausstandsgrund i.S.v. Art. 56 StPO dar-
stellt und damit abzuweisen ist;
- der alleinige Umstand, dass die ordentliche Ersatzrichterin F. und der aus-
serordentliche Ersatzrichter G. dem Gesuchsteller betreffend die von ihnen
präsidierten Amtsgerichte Y. und X. ein Hausverbot erteilten, vor dem Hin-
tergrund der Verurteilung des Gesuchstellers wegen Gewalt und Drohungen
an Mitgliedern der (Gerichts)Behörden zu einer Freiheitsstrafe ebenfalls als
kein Ausstandsgrund i.S.v. Art. 56 StPO zu qualifizieren und damit abzuwei-
sen ist;
- ein Zusammenhang zwischen dem von F. präsidierten Verfahren gegen H.
und demjenigen gegen den Gesuchsteller nicht ersichtlich ist und vom Ge-
suchsteller nicht nachvollziehbar dargelegt wird;
- auch die übrigen Vorbringen des Gesuchstellers im Zusammenhang mit der
politischen Parteizugehörigkeit der Ersatzrichter und der Richterwahlen im
Kanton Solothurn keine Ausstandsgründe i.S.v. Art. 56 StPO darstellen;
- nach dem Gesagten das Ausstandsgesuch offensichtlich unbegründet und
ohne Durchführung eines Schriftenwechsels (in Analogie zu Art. 390 Abs. 2
StPO e contrario) abzuweisen ist;
- die Kosten des vorliegenden Verfahrens daher vom Gesuchsteller zu tragen
(Art. 59 Abs. 4 StPO) und auf Fr. 300.-- festzusetzen sind (Art. 73 StBOG
und Art. 5 und 8 Abs. 2 BStKR).
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