Decision ID: 74d7d7e1-2558-5b07-8262-65d8d358750a
Year: 2013
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
gegen
RAV Sargans, Langgrabenweg, Postfach, 7320 Sargans,
Beschwerdegegner,
vertreten durch Amt für Wirtschaft und Arbeit, Rechtsdienst, Davidstrasse 35,
9001 St. Gallen,
betreffend
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Einstellung in der Anspruchsberechtigung (zumutbare Arbeit)
Sachverhalt:
A.
A.a A._ bezog in einer am 1. August 2011 eröffneten Rahmenfrist Leistungen der
Arbeitslosenversicherung (act. G 5.1 / B37). Mit Schreiben vom 26. April 2012 wies das
Regionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) Sargans der Versicherten eine Stelle als
Kauffrau bei der B._ AG zu und forderte sie auf, sich bis zum 1. Mai 2012 für diese
Stelle zu bewerben (act. G 5.1 / A67).
A.b Im RAV-Formular "Ergebnis der Zuweisung" vom 28. April 2012 gab die
Versicherte an, dass sie sich für die zugewiesene Stelle nicht beworben habe. Sie
begründete dies damit, sie hätte sich im Monat April 2012 für genügend andere Stellen
beworben. Auch entspreche das Stellenprofil nicht genau ihren beruflichen
Qualifikationen und liege das Marktsegment nicht in ihrem Wunschbereich (act. G 5.1 /
A69).
A.c Am 30. April 2012 forderte das RAV die Versicherte auf, zu der Nichtbewerbung
auf die zugewiesene Stelle bei der B._ AG Stellung zu nehmen. Es erklärte, eine
Nichtbewerbung auf eine vom RAV zugewiesene Stelle komme der Ablehnung einer
zumutbaren Arbeit gleich. Sie müsse daher mit einer Einstellung in der
Anspruchsberechtigung für 31 Tage rechnen (act. 5.1 / A68).
A.d Die Versicherte legte in ihrer Stellungnahme vom 3. Mai 2012 sinngemäss dar,
eine Anstellung bei der B._ AG komme für sie aus "existenziell wichtigen
volkswirtschaftlichen und ethischen" Gründen nicht in Frage. Sie könne für den Monat
April 2012 genügend persönliche Arbeitsbemühungen vorweisen. Diese würden auch
die Teilnahme an einem Einsatzprogramm sowie eine Weiterbildung im Bereich HR
einschliessen. Die gesetzlichen Voraussetzungen für eine Einstellung in der Anspruchs
berechtigung seien im Ergebnis nicht gegeben (act. G 5.1 / A72).
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A.e Am 7. Mai 2012 verfügte das RAV, dass die Versicherte ab 28. April 2012 für
31 Tage in der Anspruchsberechtigung eingestellt werde. Das RAV führte aus, die
Versicherte habe durch das Nichteinreichen der Bewerbung in Kauf genommen, dass
die Stelle anderweitig besetzt werde. Gemäss Rechtsprechung stelle ein solches
Verhalten einen Einstellungstatbestand dar. Die Versicherte habe die Fortdauer ihrer
Arbeitslosigkeit mitverschuldet. Da es sich um eine Festanstellung gehandelt hätte,
wiege das Verschulden schwer. In Bezug auf die getätigten Arbeitsbemühungen
ergebe die Begründung der Versicherten in ihrer Stellungnahme keinen Sinn. Die
Arbeitsbemühungen für die Kontrollperiode April 2012 seien bis dato nicht beanstandet
worden (act. G 5.1 / A73).
A.f Die Versicherte erhob am 9. Mai 2012 Einsprache und beantragte sinngemäss die
Aufhebung der Verfügung. Zur Begründung führte sie aus, sie sei mit der Verfügung
inhaltlich nicht einverstanden, da sie ihrer Argumentation in wichtigen Teilen zuwider
laufe und sie ihre Anspruchsberechtigung gegenüber der Arbeitslosenversicherung "im
Wesentlichen erfüllt habe". Die Versicherte legte der Einsprache ein Zitat bei mit dem
Inhalt: "Wie ist es auf der Welt so schön, kann man wie hier sich gut verstehn! Lernt der
Mensch auch diesen Frieden, muss er keine Waffen schmieden." (act. G 5.1 / A74).
A.g Mit Entscheid vom 10. Mai 2012 wies das RAV die Einsprache ab. Es führte aus,
eine Stelle als Kauffrau HR müsse nicht unbedingt mit der direkten Waffenherstellung
verbunden sein. Vielmehr sei vorliegend eine Stelle im Personalbereich zur Diskussion
gestanden, also eine solche im gewünschten Berufszweig der Versicherten. Es wäre
zumindest zu erwarten gewesen, dass die Versicherte sich beworben hätte. Ihr Wunsch
nach Frieden sei verständlich, jedoch verkenne sie die Zielsetzung einer zumutbaren
Arbeit. Grundsätzlich seien alle versicherten Personen verpflichtet, sich auf eine ver
mittelte Arbeit zu bewerben und an Vorstellungsgesprächen teilzunehmen. Einer ver
sicherten Person müsse klar sein, dass nur auf diese Weise die Arbeitslosigkeit
beendet werden könne. Gesamthaft würden keine neuen Erkenntnisse vorliegen,
welche für eine Aufhebung der Verfügung sprächen (act. G 5.1 / A75).
B.
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B.a Gegen den Einspracheentscheid vom 10. Mai 2012 richtet sich die vorliegende
Beschwerde der Versicherten vom 16. Mai 2012, mit dem sinngemässen Antrag, der
Entscheid sei aufzuheben. Die Beschwerdeführerin legte dar, aus dem Entscheid des
RAV würden ihr grosse finanzielle Nachteile erwachsen. Sie fordere dafür
Schadenersatz (act. G 1). Mit Schreiben vom 25. Mai 2012 teilte die Verfahrensleitung
der Beschwerdeführerin mit, ihre Eingabe genüge den gesetzlichen
Minimalanforderungen an eine Beschwerde nicht. Der Beschwerdeführerin wurde eine
Nachfrist zur Begründung der Beschwerde angesetzt (act. G 2). Am 31. Mai 2012
reichte die Beschwerdeführerin als Beschwerdeergänzung u.a. eine Kopie der
Stellungnahme vom 3. Mai 2012 an den Beschwerdegegner ein. Danebst führte sie
aus, die Ablehnung der zugewiesenen Stelle bei der B._ AG sei aus für sie
"existenziell wichtigen Gründen" erfolgt. Sie habe im Monat April 2012 ausreichende
Bemühungen getätigt, um auf dem ersten Arbeitsmarkt zu bestehen und eine
zumutbare Arbeit zu finden (act. G 3).
B.b In der Beschwerdeantwort vom 26. Juni 2012 beantragt der Beschwerdegegner,
die Beschwerde sei abzuweisen. Zur Begründung verweist er auf den
Einspracheentscheid (act. G 5).
B.c Die Beschwerdeführerin verzichtete auf eine weitere Stellungnahme (vgl. act. G 6).

Erwägungen:
1.
1.1 Streitig und vorliegend zu prüfen ist, ob der Beschwerdegegner die
Beschwerdeführerin zu Recht wegen Ablehnung einer zumutbaren Arbeit bzw.
Vereitelung einer Anstellung für 31 Tage in der Anspruchsberechtigung eingestellt hat.
1.2 Eine versicherte Person, die Versicherungsleistungen beanspruchen will, muss
nach Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische
Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG; SR 837.0) mit
Unterstützung des zuständigen Arbeitsamtes alles Zumutbare unternehmen, um
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Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen. Sie muss zur Schadenminderung
grundsätzlich jede zumutbare Arbeit unverzüglich annehmen (Art. 16 Abs. 1 und 2
AVIG). Nach Art. 30 Abs.1 lit. d AVIG ist eine versicherte Person sodann in der
Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn sie die Kontrollvorschriften oder die
Weisungen des Arbeitsamtes nicht befolgt, namentlich eine ihr zugewiesene zumutbare
Arbeit nicht annimmt. Dieser Einstellungstatbestand ist auch dann erfüllt, wenn sie die
Arbeit zwar nicht ausdrücklich ablehnt, es aber durch ihr Verhalten in Kauf nimmt, dass
die Stelle anderweitig besetzt wird. Arbeitslose Versicherte haben bei den
Verhandlungen mit einem künftigen Arbeitgeber klar und eindeutig die Bereitschaft zu
einem Vertragsabschluss zu bekunden, um die Beendigung der Arbeitslosigkeit nicht
zu gefährden (BGE 122 V 38 E. 3b). Eine Ablehnung einer zumutbaren Arbeit liegt
zudem vor, wenn die versicherte Person der Aufforderung des RAV, sich bei einer
bestimmten Firma um eine Stelle zu bewerben, nicht oder nicht rechtzeitig nachkommt
(ARV 1986 Nr. 5 S. 22 f. E. 1a).
1.3 Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung dient dazu, die
Schadenminderungspflicht der Versicherten durchzusetzen (BGE 126 V 130 E. 1). Sie
hat die Funktion einer Haftungsbegrenzung der Versicherung für Schäden, welche die
Versicherten hätten vermeiden oder vermindern können. Ein Selbstverschulden der
versicherten Person liegt vor, wenn und soweit der Eintritt oder das Andauern der
Arbeitslosigkeit nicht objektiven Faktoren zuzuschreiben ist, sondern in einem nach
den persönlichen Umständen und Verhältnissen vermeidbaren Verhalten der
versicherten Person liegt, für das die Versicherung die Haftung nicht übernimmt (Urteil
des Bundesgerichts vom 8. Januar 2007, C 30/06, E. 3.2 mit Hinweisen).
2.
2.1 Gemäss Art. 16 Abs. 2 lit. c AVIG ist eine Arbeit dann unzumutbar und somit von
der Annahmepflicht ausgenommen, wenn sie dem Alter, den persönlichen
Verhältnissen oder dem Gesundheitszustand der versicherten Person nicht
angemessen ist. Ebenfalls unzumutbar ist eine Arbeit, wenn sie nicht angemessen auf
die Fähigkeiten oder auf die bisherige Tätigkeit der versicherten Person Rücksicht
nimmt (Art. 16 Abs. 2 lit. b AVIG).
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2.2 Die Beschwerdeführerin begründete die Ablehnung der zugewiesenen Stelle
sinngemäss insbesondere damit, es komme für sie aus "ethischen" Gründen nicht in
Frage, für einen Betrieb zu arbeiten, welcher Waffen herstelle. Weiter macht sie
"existenziell wichtige volkswirtschaftliche" Gründe für die Nichtbewerbung geltend und
sie weist darauf hin, sie habe im Monat April 2012 genügend Arbeitsbemühungen
getätigt.
2.3 Es stellt sich zunächst die Frage, ob die Beschwerdeführerin rein aufgrund ihrer
Ausbildung und ihrer Fähigkeiten für die betreffende Stelle als Kauffrau bei der B._
AG geeignet war. Aus den Akten ergeht, dass die Beschwerdeführerin über einige
Erfahrung im kaufmännischen Bereich verfügt (act. G 5.1 / A39, A42). Daher ist ihre
Eignung grundsätzlich zu bejahen. An dieser Einschätzung ändern auch die Angaben
der Beschwerdeführerin gegenüber dem Beschwerdegegner im Rahmen der
Stellungnahme vom 28. April 2012 nichts, wonach sie nicht für die Stelle qualifiziert sei,
weil sie keine Erfahrung mit Kreditorenbuchhaltung habe und ihre SAP-Kenntnisse
ungenügend seien (act. G 5.1 / A72). Erfahrungsgemäss bringt es wohl nahezu jeder
Antritt einer neuen Stelle mit sich, dass bestimmte Kenntnisse erlernt oder vertieft
werden müssen, weshalb eine Bewerbung nicht von vornherein als aussichtslos
angesehen werden konnte.
2.4 Eine andere Frage ist nun, ob der Beschwerdeführerin ein Antritt der betreffenden
Stelle aus - wie sie es selbst nennt - ethischen Gründen unzumutbar war. Die
Beschwerdeführerin lehnt es offenbar aus moralischen Gründen ab, für einen Betrieb
zu arbeiten, welcher Waffen herstellt. Der Beschwerdegegner hat die Unzumutbarkeit
verneint, mit dem Argument, eine Stelle als Kauffrau HR müsse nicht unbedingt mit der
direkten Waffenherstellung verbunden sein. Vielmehr habe es sich um eine Stelle im
von der Beschwerdeführerin gewünschten Berufszweig im Personalbereich gehandelt.
Es ist zutreffend, dass die Frage der Unzumutbarkeit für einen Betrieb arbeiten zu
müssen, der Waffen herstellt, strenger zu beurteilen ist, wenn die Beschwerdeführerin
nicht unmittelbar in die Waffenproduktion involviert ist, sondern ausschliesslich
administrative Aufgaben wahrnimmt. Hinzuweisen ist aber vor allem auch auf die
Schadenminderungspflicht. Die versicherte Person hat mit Unterstützung des
zuständigen Arbeitsamtes alles Zumutbare zu unternehmen, um die Arbeitslosigkeit zu
vermeiden oder zu verkürzen. Vorliegend war die Beschwerdeführerin bereits seit
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Anfang August 2011 beim RAV gemeldet. Obwohl sie weitgehend ausreichende
Arbeitsbemühungen tätigte und zudem im Rahmen eines von der
Arbeitslosenversicherung finanzierten Standortbestimmungs- und Bewerbungskurses
ihre Bewerbungsunterlagen verbessern konnte (vgl. act. G 5.1 / A42), ergaben sich
keine konkreten Stellenangebote (vgl. act. G 5.1 / A86). Mit Blick auf die doch schon
lange Phase der Arbeitslosigkeit rechtfertigt es sich, hohe Anforderungen hinsichtlich
der Frage der Unzumutbarkeit der vom RAV zugewiesenen Stelle zu setzen. Von der
Beschwerdeführerin durften und mussten besondere Anstrengungen zur Beendigung
der Arbeitslosigkeit erwartet werden. Dabei fällt insbesondere - wie erwähnt - auch ins
Gewicht, dass die betreffende Stelle als Kauffrau bei der B._ AG grundsätzlich auf
die Fähigkeiten der Beschwerdeführerin zugeschnitten war. In Würdigung aller
Umstände ist die Unzumutbarkeit der Annahme der zugewiesenen Stelle damit zu
verneinen, bzw. hat die Beschwerdeführerin sich pflichtwidrig verhalten, als sie es
unterliess, ihre Bewerbung einzureichen.
2.5 In einem Urteil vom 27. September 1996 hatte das Eidgenössische
Versicherungsgericht [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des
Bundesgerichts] eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung gegenüber einer
Versicherten für bundesrechtswidrig erklärt, welche strenggläubige Muslimin war und
welche eine Zuweisung für eine Stelle in einem Personalrestaurant abgelehnt hatte, mit
der Begründung, sie komme dort mit Fleisch- und Fischresten in Kontakt. Das Gericht
hatte in der Einstellung in der Anspruchsberechtigung einen unzulässigen Eingriff in die
Glaubens- und Gewissensfreiheit gesehen (vgl. SVR 1997 ALV Nr. 90, S. 275 f.). Was
den hier vorliegenden Fall betrifft, ist nicht ersichtlich, inwieweit die
Beschwerdeführerin durch die Zuweisung der betreffenden Stelle in ihren
verfassungsmässigen Rechten berührt sein könnte. Auch unter diesem Gesichtspunkt
wäre eine Anstellung als Kauffrau bei der B._ AG für die Beschwerdeführerin somit
nicht unzumutbar gewesen.
2.6 Im Übrigen ist die Beschwerdeführerin der Auffassung, die Einstellung in der
Anspruchsberechtigung sei schon deshalb unrechtmässig, weil sie im Monat April 2012
ansonsten genügend persönliche Arbeitsbemühungen getätigt habe. Diese
Argumentation ist ebenfalls unzutreffend, wie ein Blick auf die Einstellungstatbestände
des Art. 30 AVIG zeigt. Der Tatbestand der ungenügenden persönlichen
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Arbeitsbemühungen ist in Abs. 1 lit. c geregelt. Vorliegend steht indes ein Fall des Abs.
1 lit. d zur Diskussion, wonach in der Anspruchsberechtigung eingestellt wird, wer
Weisungen der zuständigen Amtsstelle nicht befolgt, namentlich eine zumutbare Arbeit
nicht annimmt. Nur schon aufgrund der unterschiedlichen rechtlichen Einordnung der
beiden Tatbestände stehen ausreichende persönliche Arbeitsbemühungen der
Beschwerdeführerin einer Einstellung wegen Nichtbewerbens auf eine zugewiesene
Stelle somit nicht entgegen.
2.7 Nicht schlüssig ist, was die Beschwerdeführerin damit meint, wenn sie geltend
macht, die zugewiesene Stelle komme für sie aus "existenziell wichtigen
volkswirtschaftlichen Gründen" nicht in Frage. Auf diesen Einwand ist nicht weiter
einzugehen.
2.8 Zusammenfassend ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin durch ihr
Verhalten ihre Schadenminderungspflicht verletzt und im Sinne der Rechtsprechung
die Annahme einer zumutbaren Stelle vereitelt hat, indem sie sich gar nicht erst dafür
beworben hat. Damit ist die Einstellung in der Anspruchsberechtigung grundsätzlich zu
Recht erfolgt.
3.
3.1 Zu prüfen bleibt, ob die vom Beschwerdegegner verhängten 31 Einstelltage
angemessen sind.
3.2 Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach dem Grad des Verschuldens (Art. 30
Abs. 3 AVIG) und beträgt 1 bis 15 Tage bei leichtem, 16 bis 30 Tage bei
mittelschwerem und 31 bis 60 Tage bei schwerem Verschulden (Art. 45 Abs. 3 der
Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die
Insolvenzentschädigung [AVIV; SR 837.02]). Bei der Bemessung der Einstellungsdauer
wegen nicht erfolgter Bewerbung für eine Anstellung ist rechtsprechungsgemäss der
gleiche Verschuldensmassstab anzulegen wie im Fall der Ablehnung einer nach Art. 16
Abs. 1 AVIG zumutbaren Arbeit (BGE 122 V 38 E. 3b). In dieser Hinsicht sieht Art. 45
Abs. 4 lit. b AVIV vor, dass die Ablehnung einer zumutbaren Arbeit - und somit auch
das Nichtbewerben auf eine konkrete Stelle - grundsätzlich ein schweres Verschulden
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darstellt. Zwar können im konkreten Fall Gründe vorliegen, die das schwere
Verschulden als leichter erscheinen lassen (BGE 130 V 130 E. 3.4.3), wobei hinsichtlich
der subjektiven Situation der betroffenen Person etwa gesundheitliche Probleme, auf
der objektiven Seite etwa die Befristung einer Stelle berücksichtigt wurden (vgl. zum
Ganzen Urteil des Bundesgerichts vom 8. Januar 2007, C 30/06, E. 6.1).
3.3 Gemäss der dargelegten gesetzlichen Regelung und Rechtsprechung ist das
Verschulden der Beschwerdeführerin in Bezug auf das Nichtbewerben auf die
zugewiesene Stelle als schwer zu beurteilen. Gründe, welche das schwere Verschulden
als leichter erscheinen lassen, liegen nicht vor, zumal die Beschwerdeführerin seit
August 2011 bereits dreimal in der Anspruchsberechtigung eingestellt wurde (zweimal
wegen ungenügender Arbeitsbemühungen, einmal wegen Arbeitgeberkündigung; vgl.
act. G 5.1 / A34; A49 und A51; A57). Im Ergebnis besteht deshalb kein Anlass, in den
Ermessensbereich der Verwaltung einzugreifen.
4.
Die Beschwerdeführerin macht im Rahmen ihrer Beschwerde an das kantonale Ver
sicherungsgericht gegenüber dem Beschwerdegegner eine Schadenersatzforderung in
der Höhe von Fr. 2'551.95 geltend. Wie der Beschwerdeführerin bereits im Rahmen
des Schreibens vom 25. Mai 2012 (act. G 2) mitgeteilt wurde, bildete diese Forderung
nicht Gegenstand des angefochtenen Einspracheentscheids, so dass hierüber im
vorliegenden Beschwerdeverfahren nicht zu befinden ist.
5.
5.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen bzw. ist
auf das Schadenersatzbegehren nicht einzutreten.
5.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP
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