Decision ID: 5e7acfb6-16b0-4a80-b035-bc6533e6b079
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 196
7 geborene
X._
und
seine
1965 geborene
Ehefrau
Y._
waren in den Jahren 2015
und 2016
bei der Helsana Versi
che
rungen AG
(nachfolgend: Helsana)
im Rah
men des
Hausarztmodells
obligatorisch
krankenpflegeversichert
, deren 2004 geborene Tochter
Z._
im Rah
m
en des Modells BASIS
(
Urk.
11/6-
17
).
Infolge Vertragszusammenschluss
es
wurden
die Prämien
rechnungen
X._
mittels Sammelrechnung zuge
stellt
(
Urk
.
2/1 S. 2,
Urk.
2/2 S. 2)
.
Die dem Versicherten
für sich und seine Familie
in Rechnung gestellten Prämien
für die
Monate September 2015 bis August 2016
(
Urk.
11/32-33,
Urk.
11
/35
,
Urk.
11/38,
Urk.
11/40,
Urk.
11/
44,
Urk.
11/46,
Urk.
11/50,
Urk.
11/52,
Urk.
11/56,
Urk.
11/
58,
Urk.
11/
62
)
summierten sich
, abzüglich
der
ab Januar 2016 ausge
richteten
kantonalen Prämienverbilligung und
einer
Teilzahlung in Höhe von
Fr.
6
8
9.-- und
einer Verrechnung im Betrag von
Fr.
111.--
(3 x
Fr.
37.--)
,
auf
Fr.
5‘215.20 (
Urk.
2
/1
S. 2
,
Urk.
11/41,
Urk.
11/
63
). Nach einer Zahlungserinne
rung
für sämtliche Monatsprämien
und
einer
ersten Mahnung
für die Prämien September und November 2015 sowie Januar, März, Mai und Juli 2016
(
Urk.
11
/34
,
Urk.
11
/36-37
,
Urk.
11/
39
,
Urk.
11/
42-43
,
Urk.
11
/
45
,
Urk.
11
/48-49
,
Urk.
11/
51
,
Urk.
11
/
53-54,
Urk.
11/57,
Urk.
11/60-61,
Urk.
11/63,
Urk.
11/65-
66
) ermahnte
die Helsana den Versicherten
letztmals unter Einräumung einer Nach
frist von 30 Tagen und Hinweis auf die Folgen des Zahlungsverzugs (
Urk.
11/41
,
Urk.
1
1/47,
Urk.
11/55,
Urk.
11/59
,
Urk.
1
1/6
4,
Urk.
11/67
), die offenen Prämien
der Monate September 2015
bis
August
2016
zu
begleichen.
Da die Ausstände nicht beglichen wurden, leitete die Helsana am
4.
November 2016 die Betreibung ein (Betreibung Nr.
«...»
des Betreibungsamtes
A._
; nicht akten
kundig
),
wogegen
X._
Rechtsvorschlag erhob.
I
n der Folge
unterliess
es die Helsana, die Betreibung weiterzuführen;
deshalb
zog
sie
die Betreibung Nr.
«
...»
am 1
0.
Juli 2019
zurück (
Urk.
2/1 S. 2,
Urk.
11/69
).
Am 2
4.
September 2019 leitete die Helsana
wegen der ausstehenden Prämien ein
weiteres Betreibungsverfahren ein (
Urk.
11/71).
Mit Zahlungsbefehl vom
2
5.
Septem
ber 2019 (zugestellt am
1.
Oktober 2019, Betreibung Nr.
«...»
des Betreibungsamtes
A._
) forderte die Helsana
den
Versicherte
n
zur Be
zahlung der Prämien für
September 2015
bis
August 2016
von
gesamthaft
Fr.
5‘215.20
zuzüg
lich Zins von 5
%
ab 2
3.
November 2015
,
Zinsen von
Fr.
667
.50,
Umtriebsspesen
von
Fr.
80.-- sowie Betreibungskosten und
Mahngebühren in Höh
e von
Fr.
323.95
auf. Zusätzlich wurden
dem
Versicherten
Zahlungsbe
fehlskosten
von
Fr.
73.30 in Rechnung gestellt (
Urk.
11/72)
. Der
von ihm
dagegen erhobene
Rechtsvorschlag (
Urk.
11/72
S. 2) wurde von
der Helsana mit Verfügung
vom 1
4.
Nov
ember 2019 im Betrag von
Fr.
5‘215.20
(bestehend aus
den
Prämien
for
derung
en
gegenüber
Z._
von gesamthaft
Fr.
186.55,
Y._
von
Fr.
2‘654.72 und
X._
von
Fr.
2‘373.93
) zuzü
glich Zins von 5
%
, Mahngebühren von
Fr.
200.--,
Inkassokosten von
Fr.
2
77.25 sowie dem aufgelaufenen Zinsbetrag von
Fr.
667.50
aufgehoben
; g
leichzeitig wurde der Ver
sicherte zur Bezahlung von
Fr.
6‘359.95 verpflichtet
(
Urk.
11
/
73
). Hiergegen erhob
der
Versicherte am 1
3.
Dezember 2019 Einsprache und beantragte zudem mit „Widerklage“ die Zusprechung eines Be
trags von
Fr.
30‘000.-- (
Urk.
11/74
).
Mit
Einspracheentscheid
Nr.
«...»
vom
2
4.
Juli
2020
hiess
die Helsana die Einsprache teilweise gut, soweit sie sich gegen die Betreibungskosten richtete, und
wies
im Übrigen
die Einsprache ab;
s
ie beseitigte
zudem
im Dispositiv den Rechtsvorschlag im Umfang der Hauptforderung von
Fr.
5‘215.20
nebst 5
%
Verzugszins seit dem 2
3.
November 20
15
, Mahnkosten von
Fr.
200
.-- und auf
gelaufenen Verzugszinsen von
Fr.
667.50 (
Urk.
2/1 S. 6 f.)
. Auf die
„
Widerklage
“
trat sie nicht ein (
Urk.
2
/1 S. 5
).
1.2
In den Jahren 2018 und 2019 war
X._
mit dem Hausarztmodell
BeneFit
PLUS bei der Helsana krankenpflegeversichert, bei einer Jahresfranchise von
Fr.
500.-- und einem Selbstbehalt von 10
%
bis maximal
Fr.
700.-- pro Jahr (
Urk.
11/24,
Urk.
11/26); seine Tochter verfügte 2018 und 2019 über die Versi
cherung Helsana BASIS Standard ohne Jahresfranchise mit einem Selbstbehalt von 10
%
bis maximal
Fr.
350.-- pro Jahr (
Urk.
11/25,
Urk.
11/27).
Die
Helsana stellte
dem Versicherten
im Jahr 2019
Kostenbeteiligungen für die Behandlung seiner Tochter (Selbstbehalte von 10
%
in Höhe von Gesamthaft
Fr.
79
.55
[
Urk.
11/78,
Urk.
11/82,
Urk.
11/86,
Urk.
11/90,
Urk.
11/103,
Urk
.
11/112]
)
und seine eigene Behandlung (Franchise und Selbstbehalte von 10
%
in Höhe von Gesamthaft
Fr.
946.95
[
Urk.
11/79
,
Urk.
11/81,
Urk.
11/83,
Urk.
11/86,
Urk.
11/87,
Urk.
11/90,
Urk.
11/93,
Urk.
11/95,
Urk.
11/100,
Urk.
11/103,
Urk.
11/112,
Urk.
11/113,
Urk.
11/118]
)
in Rechnung
, entsprechend einer Gesamtforderung von
Fr.
1‘026.50 (vgl.
Urk.
2/2 S. 2)
.
Nach Zahlungs
erinnerung (
Urk.
11/80,
Urk.
11/85,
Urk.
11/89,
Urk.
11/91,
Urk.
11/94,
Urk.
11/97
,
Urk.
11/101,
Urk.
11/104,
Urk.
11/106,
Urk.
11/109,
Urk.
11/115,
Urk.
11/119,
Urk.
11/125,
Urk.
11/
128-
129
), Mahnung
(
Urk.
11/84,
Urk.
11/92,
Urk.
11/96,
Urk.
11/98,
Urk.
11/102,
Urk.
11/107,
Urk.
11/110,
Urk.
11/114,
Urk.
11/116,
Urk.
11/120,
Urk.
11/123,
Urk.
11/126,
Urk.
11/
131
,
Urk.
11/133)
und letzter Mahnung
(
Urk.
11/88,
Urk.
11/99,
Urk.
11/105,
Urk.
11/108,
Urk.
11/111,
Urk.
11/117,
Urk.
11/121-122,
Urk.
11/
124,
Urk.
11/127,
Urk.
11/130,
Urk.
11/132
,
Urk.
11/134,
Urk.
11/135)
setzte die Helsana die Kostenbeteiligungen
von
Fr.
1‘026.50
zuz
üglich Mahn
gebühren
von
Fr.
540.--
in Betreibung (
Urk.
11/137-138
).
Nachdem der Versicher
te gegen den Zahlungsbefehl vom
2
1.
April 2020
(
Betreibung
Nr.
«...»
des
Betreibung
s
amtes
A._
) Rechtsvorschlag er
hoben hatte (
Urk.
11/138 S. 2
), verpflichtete ihn
die Hel
sana mit Verfügung vom
1
0.
Juni 2020
unter gleichzeitiger Aufhebung des
Rechtsvorschlags
in besagte
r
Betreibung
zur Bezahlung der Summe von
Fr.
1‘639.80
, zusammenges
etzt aus der Grundforderung von
Fr.
1‘026.50
zuzüglich
Inkasso
kosten
von
Fr.
73.30
und
Mahngebühren in Höhe von
Fr.
540.--
(
Urk.
11/140
).
Der
Versicherten
erhob
dagegen
Einsprache
und beantragte
die Verrechnung der Ausstände mit einer von ihm
gegen die
Helsana in Betreibung gesetzten Gegenforderung in Höhe von
Fr.
45‘000.
-- und den Verzicht auf
di
e Mahngebühr
(
Urk.
11/141;
vgl. auch
Urk.
11/139
)
.
M
it
Einspracheents
cheid
Nr.
«...»
vom
2
4.
Juli 2020
hiess
die Helsana die Einsprache
teilweise gut,
soweit sie sich gegen die Betreibungskosten und die Höhe der Mahnkosten richtete
, welche sie auf
Fr.
105.--
reduzierte
, und wies im Übrigen die Einsprache ab; sie
beseitigte
zudem
den Rechtsvorschlag im Umfang der Hauptforderung von
Fr.
1‘026.50 sowie
der
reduzierten
Mahnkosten von
Fr.
105
.--
(
Urk.
2/2
S. 6 f.).
Zudem entschied sie, a
uf die
„
widerklagemässig
geltend gemachte“ Gegenforderung
nicht einzutre
t
en
(
Urk.
2
/2
S.
3 und
5).
2.
Gegen die beiden
Einspracheentscheide
(
Nr.
«...»
und
Nr.
«...»
)
vom
2
4.
Juli 2020
reichte
der
Versicherte
am
1.
Septem
ber 2020
eine
Beschwerde
ohne Begründung und klares Rechtsbegehren ein
(
Urk.
1). Innert der vom Gericht angesetzten Frist (
Urk.
4) begründete er seine Beschwerde am 2
9.
September 2020 und beantragte sinngemäss
die
Aufhebung der
angefochtene
n
Einsprache
ent
scheid
e
(
Urk.
6; vgl. auch
Urk.
7
). Mit Beschwerdeantwort vom 1
5.
Juli 2020 beantragte die Helsana, auf die
sinngemässe
Widerklage sei nicht einzutreten,
und die Beschwerde sei im Übrigen vollumfäng
lich abzuweisen (
Urk.
10 S. 2
). Eine
Kopie der Beschwerdeantwort wurde
dem Beschwerdeführer
am
5.
November
2020 zur K
enntnisnahme zugestellt (
Urk.
12
). Diese
r
reichte am 2
4.
November 2020 weitere Belege zu den Akten (
Urk.
14-15
).
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien und die Akten ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, in den Erwägungen einzugehen.
Die Einzelrichterin

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die obligatorisch Versicherten trifft nach
Art.
61 des
Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (KVG)
und
Art.
89 ff. der Verordnung über die Kranken
versicherung (KVV) eine Prämienzahlungspflicht. Die Prämien sind im Voraus und in der Regel monatlich zu bezahlen (
Art.
90 KVV).
Die obligatorisch Versicherten beteiligen sich an den Kosten der für s
ie erbrachten Leistungen. Diese
Kostenbeteiligung
besteht aus einem festen Jahresbetrag (Fran
chise) und zehn Prozent der die Franchise übersteig
enden Kosten (Selbstbehalt;
Art.
64
Abs.
1-2
KVG
in Verbindung mit
Art.
103 ff.
KVV
).
1.2
1.2.1
In
Art.
64a KVG und
Art.
105a ff. KVV werden die Folgen der Nichtbezahlung von Prämien und Kostenbeteiligungen geregelt. Bezahlt die versicherte Person fällige Prämien oder Kostenbeteiligungen nicht, so hat der Versicherer ihr
gemäss
Art.
64a
Abs.
1 KVG in Verbindung mit
Art.
105b
Abs.
1 KVV nach mindestens einer schriftlichen Mahnung spätestens drei Monate ab der Fälligkeit der Prämien
und Kostenbeteiligungen
eine Zahlungsaufforderung zuzustellen, ihr eine Nach
frist von 30 Tagen einzuräumen und sie auf die Folgen des Zahlungsverzuges hinzuweisen. Der Versicherer muss die Zahlungsaufforderung getrennt von all
fälligen anderen Zahlungsausständen zustellen
.
Bezahlt die versicherte Person trotz Zahlungsaufforderung die Prämien
, Kostenbeteiligungen und Verzugszinse
nicht innert der gesetzten Frist, so muss der Versicherer die Betreibung anheben (
Art.
64a
Abs.
2 KVG).
Die Frist von drei Monaten stellt eine
blosse
Ordnungsvorschrift dar (vgl.
Eugster
, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum KVG,
2.
Auflage, Zürich 2018,
Art.
64a
Rz
1 mit
Hinweis)
, deren Nichteinhaltung weder den Anspruch auf die Ausstände noch auf die betreibungsrechtliche Durchsetzung verwirkt (
Eugster
, Die obliga
torische Krankenpflegeversicherung, in: Schweizerisches Bundesverwal
tungs
recht
[SBVR],
3.
Auflage, Basel 2016, S. 801
Rz
1324)
.
Hingegen ist die Anhebung einer Betreibung nicht zulässig, wenn die versicherte Person nicht mindestens einmal schriftlich gemahnt worden ist und ihr danach eine Zahlungsaufforderung zu
gestellt, ihr eine Nachfrist von 30 Tagen eingeräumt und sie auf die Folgen des Zahlungsverzuges hingewiesen worden ist (Urteil des Bundesgerichts 9C_78/2016 vom 2
1.
Juli 2016 E. 3
unter Hinweis auf BGE 131 V 147).
1.2.2
Verschuldet die versicherte Person Aufwendungen, die bei rechtzeitiger Zahlung nicht entstanden wären, so kann der Versicherer nach
Art.
105b
Abs.
2 KVV angemessene Bearbeitungsgebühren erheben, sofern er in seinen allgemeinen Be
stimmungen über die Rechte und Pflichten der Versicherten eine entsprechende Regelung vorsieht, die versicherte Person die (unnötigen) Kosten schuldhaft ver
ursacht hat und die Entschädigung angemessen ist. Die Mahngebühren müssen in Nachachtung des Äquivalenzprinzips in einem vernünftigen Verhältnis zum fraglichen Ausstand stehen. Bei geringfügigen Ausständen hat das Bundesgericht eine relativ kleine Differenz zwischen Ausstand einerseits und Mahn- sowie Verwaltungskosten andererseits nicht beanstandet (Mahnspesen von
Fr.
20.-- zuzüglich Bearbeitungsgebühren von
Fr.
30.-- bei einer ausstehenden Kosten
beteiligung von
Fr.
62.50; Urteil des Bundesgerichts 9C_870/2015 vom
4.
Februar 2016, E. 4.1-2 mit weiteren Hinweisen; weitere Beispiele in
Eugster
, Recht
spre
chung des Bundesgerichts
zum KV
G
, a.a.O.,
Art.
64a
Rz
3 f.).
1.2.3
Nach
Art.
26
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts (ATSG) und
Art.
105a KVV ist auf fälligen Prämien Verzugs
zins von 5
%
im Jahr geschuldet. Der Verzugszins ist nicht erst nach der Mahnung
gemäss
Art.
64a
Abs.
1 KVG, sondern bereits ab dem vom Versicherer gesetzten Zahlungstermin geschuldet (
Eugster
, Die obligatorische Krankenpflegever
siche
rung,
a.a.O.
, S. 807
Rz
1351 mit Hinweisen). Der Verzugszins ist in Bezug auf fällige KVG-Prämienforderungen auch für geringe Beträge und kurzfristige Aus
stände geschuldet und nach
Art.
7
Abs.
2 der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV) zu berechnen (Urteil des Bundesge
richts K 68/04 vom 2
6.
August 2004 E. 5.3.4). Danach wird der Verzugszins monatlich auf dem bis Ende des Vormonats aufgelaufenen Leistungsanspruch berechnet. Die Zinspflicht beginnt am ersten Tag des Monats, in welchem der Anspruch auf Verzugszinsen entstanden ist, und endet am Ende des Monats, in welchem der Zahlungsauftrag erteilt wird.
Keine Verzugszinspflicht besteht für Kostenbeteiligungen; diese fallen nicht unter den Begriff der „Beitragsforderung“ nach
Art.
26
Abs.
1 ATSG (
Kieser
, ATSG-Kommentar,
4.
Auflage, Zürich 2020,
Art.
26
Rz
91
,
sowie
Eugster
,
Recht
spre
chung des Bundesgerichts
zum KVG
,
a.a.O
.
,
Art.
64a
Rz
5 mit Hinweis).
1.3
Nach der Rechtsprechung sind die Versicherer befugt, den gegen eine Prämien
forderung
oder ausstehende Kostenbeteiligung
im Bereich der obligatorischen Krankenpflegeversicherung erhobenen Rechtsvorschlag im Rahmen des Verwal
tungs
verfahrens mittels Verfügung und/oder
Einspracheentscheid
aufzuheben. Dabei muss ausdrücklich auf die Betreibung Bezug genommen und der Rechts
vorschlag als aufgehoben erklärt werden. Die Verwaltungsbehörde fällt in dieser
Konstellation nicht nur einen Sachentscheid, sondern handelt gleichzeitig auch als Rechtsöffnungsinstanz. Gleiches gilt im Beschwerdefall für die Gerichte.
Dem
entsprechend ist im Zusammenhang mit der Beurteilung der
F
orderung auch zu prüfen, ob betreibungsrechtlich zulässige Einwendungen der Beseitigung des Rechtsvorschlages ganz oder teilweise entgegenstehen. Konkret kann der Schuld
ner gemäss
Art.
81
Abs.
1 des
Bundesgesetzes über Schuldbetreibung und Kon
kurs (SchKG)
die Tilgung, Stundung oder Verjährung der Schuld vorbringen
(
Urteil
e
des Bundesgerichts
9C_934/2011 vom 3
1.
Januar 2012 sowie
K 59/06 vom 2
4.
August 2006 E. 2.3).
1.4
Da der Streitwert Fr. 30’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der
Be
schwerde
in die einzelrichterliche Zuständigkeit (§ 11 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
, in der ab 1. Juni 2020 geltenden Fas
sung).
2
.
2.1
Die Helsana begründete ihre beiden
Einspracheentscheide
vom
2
4.
Juli 2020
im
Wesentlichen damit,
die obligatorische Krankenpflegeversicherung des Beschwer
deführers, seiner Ehefrau und der gemeinsamen Tochter sei bis Ende November 2017 administrativ durch einen sogenannten Vertragszusammenschluss vereint
gewesen, und die Prämien für alle drei Familienmitglieder seien dem Beschwer
deführer in Rechnung ges
t
ellt worden
(
Urk.
2/1 S. 2
,
Urk.
2/2 S. 2
)
.
Der Be
schwerdeführer hafte
gemeinsam mit seiner Ehefrau solidarisch für die Prämien und Kostenbeteiligungen der Familie (
Urk.
2/1 S. 4 f.
,
Urk.
10 S. 13
).
Deshalb schulde
er
ihr
, der Helsana,
die in Betreibung gesetzten
, nach wie vor unbe
glichenen
Prämien, Kostenbeteiligungen inklusive reduzierter
G
ebühren von
Fr.
200.
--
für die
Mahnung der
Prämien und
Fr.
105.
--
für die
Mahnung der
Kostenb
e
teiligungen sowie Verzugszinsen
von 5
%
auf den
Prämienausständen
von
Fr.
5'215.20
ab dem 2
3.
November 2015
nebst aufgelaufenem Zinsbetrag von
Fr.
667.5
0.
In diesem Umfang seien die erhobenen Rechtsvorschl
ä
ge zu beseitigen
(
Urk.
2/1
S. 5 ff.,
Urk.
2/2 S.
4 ff.
,
Urk.
10 S. 14
)
.
Hinsichtlich der
zunächst
ohne
nähere
Begründung erhobenen Widerklage im Umfang von
Fr.
30'000.-- habe der
Beschwerdeführer
in einem Telefongespräch erläutert, dass ein Versicherungsbroker der Helsana seinem Arbeitgeber eine ungenügende Taggeldversicherung angeboten habe. Dies habe zur Folge gehabt, dass er keine Taggelder habe beziehen können. Dies wiederum habe die Familie in den finanziellen Ruin getrieben (
Urk.
2/1 S. 3
,
Urk.
2/2 S. 3
).
Bei den wider
klageweise eingeforderten Taggeldern handle es sich um Leistungsansprüche,
welch
e sich nach dem Bundesgesetz über den Versicherungsvertrag (VVG) richte
ten. Diese seien auf dem Zivilklageweg geltend zu machen und dürften nicht im vorliegenden sozialversicherungsrechtlichen Verfahren beurteilt werden. Deshalb könne auf die Widerklage nicht eingetreten werden (
Urk.
2
/1 S. 5,
Urk.
2/2 S. 5
,
Urk.
10 S. 2 f.
).
Auch sei keine Forderung ausgewiesen, welche den Beschwerde
führer zur Erhebung der Einrede der Verrechnung berechtigen würde (
Urk.
10 S
.
14)
.
2.2
D
e
r
Beschwerdeführer macht demgegenüber
sinngemäss
geltend, die in Betrei
bung gesetzten Prämien und Kostenbeteiligungen seien durch Verrechnung mit seiner Gegenforderung in Höhe von
Fr.
90'000.-- aus
einer
Krankentag
geld
ver
sicherung
der Helsana getilgt worden
. Die
einspracheweise
erhobene
„Wider
klage“ (
Urk.
11/74) th
ematisierte er beschwerdeweise nicht mehr
(
Urk.
6; vgl. auch
Urk.
1).
2.3
Soweit
der
Beschwerdeführer mit Eingabe vom
2
4.
November 2020 (
Urk.
1
4
) die Betreibungsandrohung der Helsana vom
1
6.
November 2020 (
Beilage zu
Urk.
15
) einer gerichtlichen Prüfung zuführen will, kann auf das Begehren nicht ein
ge
treten werden, da diese
r
Streitgegenstand
eine nicht hier strittige Frage be
schlägt, wie dem Schreiben der Helsana zu entnehmen ist.
3.
3.1
Unbestrittenermassen durften die Prämienrechnungen für den Beschwerdeführer, seine Ehefrau und deren Tochter für die Periode
September 2015 bis August 2016 aufgrund der entsprechenden Vereinbarung mit der Helsana
direkt an den Be
schwerdeführer adressiert werden
(
vgl. auch
Eugster
, Rechtsprechu
ng des Bun
desgerichts zum KVG, a.a.O.
,
Art.
61
Rz
13 mit Hinweisen)
.
Ebenso steht fest, dass er aufgrund der sich aus
Art.
163 des Zivilgesetzbuches (ZGB) ergebenden Unter
haltspflicht gegenüber
seiner
Ehefrau
und der in
Art.
166
Abs.
3 ZGB statuierten
güterstandsunabhängigen
Solidarhaftung für die laufenden familiären Bedürf
nisse
, zu welchen auch
der Abschluss einer Krankenversicherung gehört,
für ihre Prämienschulden
für die Monate September 2015 bis August 2016
solidarisch haftet (
Eugster
, Rechtsprechung des Bundesgerichts
zum KVG
, a.a.O.,
Art.
61
Rz
14 mit Hinweisen)
.
Gleiches gilt im Hinblick auf die ausstehenden Prämien und Kostenbeteiligung
en
für seine unmündige Tochter in den hier zu beurtei
len
den Jahren
2015, 2016 und 2019
, die im Rah
men der Unterhaltspflicht nach
Art.
276
Abs.
1 in Verbindung mit
Art.
277
Abs.
1 ZGB von den Eltern zu be
zahlen sind und ebenfalls
zu den laufenden Bedürfnissen der Familie im Sinne von
Art.
166 ZGB zählen
(
Eugster
, Rechtsprechung des Bundesgerichts
zum KVG
,
a.a.O.,
Art.
61
Rz
15 mit Hinweisen
; Urteil des Bundesgerichts K 132/01 vom 1
8.
Februar 2002 E. 3b/
bb
).
3.2
3.2.1
In
betraglicher
Hinsicht werden die in Betreibung gesetzten Prämien und Kosten
beteiligungen vom Beschwerdeführer
zu Recht nicht beanstandet.
Der Prämienausstand von
Fr.
5‘215.20
setzt sich aus
den kumulierten
P
rämie
n für den Beschwerdeführer, seine Ehefrau und deren Tochter für die Monate
Oktober
bis Dezember 2015
in Höhe von
je
Fr.
649.--
(
Urk.
11/32-33,
Urk.
11/35,
Urk.
11/38)
– die Septemberprämie wurde durch eine
Teilzahlung von
Fr.
649.
--
getilgt
(
Urk.
2/1 S. 2,
Urk.
11/41)
-
sowie
für die Monate Januar
bis
Juni
und
August 2016
in Höhe von je
Fr.
422.40 (
nach Abzug der ab Januar 2016 ausge
richteten kantonalen Prämienverbilligung
;
Urk.
11/40,
Urk.
11/44,
Urk.
11/46,
Urk.
11/50,
Urk.
11/52,
Urk.
11/56,
Urk.
11/58,
Urk.
11/62)
und die offene Prä
mienschuld für den Monat
Juli
2016, welche
infolge
einer Verrechnung in Höhe von
Fr.
111.
--
noch
Fr.
311.40 betrug
(
Urk.
2/1 S. 2,
Urk.
11/58)
,
zusammen
.
Die in Betreibung gesetzte Gesamtforderung von
Fr.
1‘026.50 (
Urk.
2/2 S. 2)
besteht
aus Kostenbeteiligungen für die Behandlung
der
Tochte
r
des Beschwerde
führers
(Selbstbehalte von 10
%
in Höhe von
g
esamthaft
Fr.
79
.55
gemäss
Leis
tungsabrechnungen vom 2
6.
Januar [
Urk.
11/78],
6.
April [
Urk.
11/82],
4.
Mai [
Urk.
11/86], 2
4.
Mai [
Urk.
11/90],
6.
Juli [
Urk.
11/103] und
3.
August 2019 [
Urk.
11/112])
und
für
seine eigene Behandlung (Franchise und Selbstbehalte von 10
%
in Höhe von
g
esamthaft
Fr.
946.95
gemäss
Leistungsabrechnungen vom
9.
März [
Urk.
11/79], 3
0.
März [
Urk.
11/81], 1
3.
April [
Urk.
11/83],
4.
Mai [
Urk.
11/86], 1
1.
Mai [
Urk.
11/87], 2
4.
Mai [
Urk.
11/90], 3
1.
Mai [
Urk.
11/93],
8.
Juni [
Urk.
11/95], 2
9.
Juni [
Urk.
11/100],
6.
Juli [
Urk.
11/103],
3.
August [
Urk.
11/112], 1
0.
August [
Urk.
11/113] und 2
4.
August 2019 [
Urk.
11/118])
.
Diese Forderungen sind ausgewiesen und wurden bis anhin
unbestrittenermassen
nicht bezahlt.
3.2.2.
Der
Beschwerdeführer erhebt die Einrede der Tilgung der in Betreibung gesetzten
F
orderung
en
durch Verrechnung
mit seiner Gegenforderung in Höhe von
Fr.
90'000.-- aus einer Krankentaggeldversicherung der Helsana (
Urk.
6)
, und zwar eine solche nach dem
Bundesgesetz über den Versicherungsvertrag (VVG)
, wie a
us der Begründung der angefochtenen
Einspracheentscheide
hervor
geht
(
Urk.
2/1 S. 3 und 5,
Urk.
2/2 S. 3 und 5).
Entgegen der Ansicht der Helsana lassen sich die Ausführungen in der Beschwerde
ergänzung vom 2
9.
September 2020
indes
nicht in der Weise interpretieren, dass der Beschwerdeführer
im vorlie
gen
den Beschwerdeverfahren
neben der Verrechnungseinrede
eine „
sinngemässe
Widerklage“ erhoben hat
(
Urk.
6,
Urk.
10 S. 2; vgl. auch
Urk.
1)
, was prozess
rechtlich auch nicht vorgesehen ist
.
Ein Recht, ausstehende Prämien und Kostenbeteiligungen mit
einer Gegen
for
derung
zu verrechnen, steht den Versicherten nicht zu (
Eugster
, Rechtsprechung des Bundesgerichts
zum KVG
, a.a.O.,
Art.
25
Rz
98 f. unter Hinweis auf BGE 110 V 183 E. 2-3). Die Helsana signalisiert
in ihren
Einspracheentscheiden
(
Urk.
2/1 S.
3 und 5
,
Urk.
2/2 S. 3 und 5) und in der
Beschwerdeantwort keine Bereitschaft, eine entsprechende Tilgung ihrer Forderung zu akzeptieren; vielmehr bestreitet sie
d
a
s Bestehen
der
geltend gemachten
Gegenforderung (
Urk.
9 S. 2 f. und 6 f.). Deshalb
können die
in Betreibung ges
etzten Prämienf
orderung
en
von vornherein
nicht durch
Verrechnung
getilgt werden
.
3.2.3
Nach dem Gesagten sind die Prämien für die Monate
Oktober
2015 bis August
2016
von total
Fr.
5‘215.20
und die im Jahr 2019 in Rechnung gestellten Kosten
beteiligungen im Gesamtbetrag von
Fr.
1‘026.50
noch offen und deshalb ge
schuldet
, was insoweit zur Abweisung der Beschwerde führt
.
3.3
Die Helsana hat
betreffend
die
P
rämienausstände für die Monate Oktober und Dezember 2015 sowie Februar, April, Juni und August 2016
vor der Betreibung jeweils nur einmal
durch eine „Letzte Mahnung“
und nicht wie
von
Art.
64a KVB vorgeschrieben mittels schriftlicher Mahnung und folgender Zahlungsauf
forde
rung
gemahnt
(vgl.
Urk.
11/32-67; vgl. auch
Urk.
10 S. 6 f.)
.
In diesem Stadium hätte die Helsana die Prämie
n noch nicht in Betreibung setz
en dürfen
(
Urteil des Bundesgerichts 9C_78/2016 vom 21.
Juli 2016 E. 3.2)
.
Deshalb waren diesbe
züglich die Voraussetzungen zur
Beseitigung
des Rechtsvorschlags mit dem
Ein
spracheentscheid
Nr.
«...»
(
Urk.
2/1 S. 7)
nicht gegeben
(vorstehend E. 1.2.1)
.
Nach einer ersten Mahnung
der
Prämien
für den
November 2015
von
Fr.
649.--
sowie
für
Januar, März, Mai
2016 von
Fr.
422.40
und
für den Monat
Juli
2016
von
Fr.
311.40
(
Urk.
11/43,
Urk.
11/49,
Urk.
11/54,
Urk.
11/61,
Urk.
11/66) er
mahnte die Helsana den
Beschwerdeführer
letztmals unter Einräumung einer Nachfrist von 30 Tagen und Hinweis auf die Folgen des Zahlungsverzugs (
Urk.
11/47,
Urk.
11/55,
Urk.
11/59,
Urk.
11/64,
Urk.
11/67
), die offenen Prämien für diese Monate
zu
begleichen.
Danach hat sie
die
se
Prämien in Betreibung gesetzt (
Urk.
11/71-72
), so dass sie
im Umfang dieser Prämien in Höhe von total
Fr.
2‘227.60
mit der Verfügung vom
1
4.
November 2019
(
Urk.
11/73
) und dem angefochtenen
Einspracheentscheid
Nr.
«...»
vom 2
4.
Juli 2020
den Rechts
vorschlag aufheben durfte
(
Urk.
2/1 S. 7)
.
D
ie
im Jahr 2019 in Rechnung gestellten
Kostenbeteiligungen f
ür die Behandlu
n
g
des Beschwerdeführers und seiner Tochter von gesamthaft
Fr.
1‘026.50 wurden vor Einleitung der Betreibung (
Urk.
11/137-138
) korrekt zweimalig gemahnt
(
Urk.
11/84,
Urk.
11/88,
Urk.
11/92,
Urk.
11/96,
Urk.
11/98-99
,
Urk.
11/102,
Urk.
11/105,
Urk.
11/107-108,
Urk.
11/110-111,
Urk.
11/114,
Urk.
11/116-117,
Urk.
11/120-124,
Urk.
11/126-127, 11/130-135),
so dass die Helsana diesbe
züg
lich mit der Verfügung vom
1
0.
Juni 2020
(
Urk.
11/73) und dem angefoch
tenen
Einspracheentscheid
Nr.
«...»
vom 2
4.
Juli 2020
den
Rechtsvorschlag aufhe
ben durfte (
Urk.
2/2 S. 7).
4.
4.1
Die in
Art.
105b
Abs.
2 KVV vorausgesetzte Grundlage für das Einfordern von Mahngebühren (vorstehend E. 1.2.2) befindet sich in
Ziff.
3 der Versicherungs
be
dingungen (VB)
für die Hausarztversicherung und HMO-Versicherung
(Ausgabe
1.
Juli 2008 [
Urk.
11/1 S. 2]) in Verbindung mit
Ziff.
5.5 der VB für die obliga
torische Krankenpflegeversicherung BASIS (Ausgabe
1.
Januar 2014 [
Urk.
11/3
S. 2]
beziehungsweise
1.
Juli 2016 [
Urk.
11/5 S. 2]) sowie in
Ziff.
12.7 der
VB
für die obligatorische Krankenpflegeversicherung
BeneFit
PLUS
, Ausgabe
1.
Januar 2014 (
Urk.
11/2 S. 3)
beziehungsweise Ziffer 13
der VB
BeneFit
PLUS,
Ausgabe
1.
Juli 2016
(Urk.11/4
S. 3).
4.2
Die Unterlassung der Prämienzahlung durch
den Beschwerdeführer
trotz wieder
holten Zahlungserinnerungen und Mahnungen
muss als schuldhaft qualifiziert werden. Die im
Einspracheverfahren
Nr.
«...»
auf
Fr.
200
.--
reduzierte Mahn
g
ebühr (
Urk.
2
/1 S. 5 und 7
) erscheint angesichts der
verursachten Aufwen
dungen, die bei rechtzeitiger Zahlung nicht angefallen wären,
betragsmässig
un
b
estrittenermassen
(vgl.
Urk.
1 und 6
) als angemessen
(vgl. dazu auch Urteil
des Bundesgerichts 9C_874/2015 vom
4.
Februar 2016 E. 4.2). In Anwendung von
Art.
105b
Abs.
2 KVV sind diese Gebühren daher geschuldet
.
Deshalb war die Helsana
auch
befugt,
bezüglich der in Rechnung gestellten und unbezahlt gebliebenen Mahnspesen von
Fr.
200
.
-- für die Prämienausstände November 2015 und Januar, März, Mai sowie Juli 2016
(
Urk.
11/43,
Urk.
11/49,
Urk.
11/54,
Urk.
11/61,
Urk.
11/66
)
den Rechtsvorschlag aufzuheben.
4.3
Ebenfalls schuldhaft verursacht hat der Beschwerdeführer die
Kosten, die
durch die Mahnung der im Jahr 2019 in Rechnung gestellten
Kostenbeteiligungen ent
standen sind
.
Die im
Einspracheverfahren
Nr.
«...»
von
Fr.
540.-- auf
Fr.
105
.-- reduzierte Gebühr (
Urk.
2 S. 4) erscheint angesichts der konkreten Um
stände
betragsmässig
unbestrittenermassen
(vgl.
Urk.
1 und 6)
als ange
messen.
D
ie Helsana
war folglich
befugt,
für die
in Rechnung gestellten und unbezahlt
ge
bliebenen Mahnspesen von
Fr.
105
.--
(
Urk.
11/84,
Urk.
11/92,
Urk.
11/96,
Urk.
11/
98,
Urk.
11/102,
Urk.
11/107,
Urk.
11/110,
Urk.
11/114,
Urk.
11/116,
Urk.
11/120,
Urk.
11/123,
Urk.
11/126,
Urk.
11/131
,
Urk.
11/133)
den Rechts
vor
schlag aufzuheben.
5.
Gemäss
Art.
105a KVV
schuldet der Beschwerdeführer der Helsana Verzugszinsen von 5
%
auf den ausstehenden Prämien für die Monate
Oktober 2015 bis August
2016
ab den von der Helsana gesetzten Zahlungsterminen (vorstehend E. 1.2.3
und E. 3.2.3
;
Urk.
11/33,
Urk.
11/35,
Urk.
11/38,
Urk.
11/40,
Urk.
11/44,
Urk.
11
/46,
Urk.
11/50,
Urk.
11/52,
Urk.
11/56,
Urk.
11/58,
Urk.
11/62
)
.
Wie vor
stehend dargelegt, wurde
n die Prämien
für die Monate Oktober und Dezember 2015 sowie Februar, April, Juni und August 2016 vor der Betreibung jeweils nur einmal
mittels einer „letzten Mahnung“
und nicht wie
gesetzlich vorgeschrieben zweimal
gemahnt, weshalb
der Rechtsvorschlag bezüglich dieser Prämien nicht beseitigt werden kann
(vorstehend E. 3.3). Dies gilt auch für den auf diesen Prämien
geschuldeten Verzugszins.
Der
Rechtsvorschlag ist
demnach nur bezüglich des Verzugszinses von 5
%
(ab den von der Helsana gesetzten Zahlungsterminen)
auf
den
korrekt gemahnten Prämienforderungen
für die Monate
November 2015 von
Fr.
649.--, Januar, März, Mai 2016 von je
Fr.
422.40 und Juli 2016 von
Fr.
311.40
(
Urk.
11
/
35
,
Urk.
11/40,
Urk.
11/46,
Urk.
11/5
2,
Urk.
11/58
)
aufzuheben
.
6
.
Es ergibt sich, dass
der Beschwerdeführer
der Helsana
aus
stehende Kranken
kassenprämien für die Mona
te Oktober 2015 bis August 2016
von
Fr.
5‘215.20
nebst Zins zu 5
%
ab
den von der Helsana gesetzten Zahlungsterminen
sowie Mahnspesen von
Fr.
200.--
schuldet
.
D
er Rechtsvorschlag in der Betreibung
Nr.
«...»
des Betreibungsamtes
A._
vom
1.
Oktober 2019
ist jedoch nur im Umfang der
korrekt gemahnten Prämienforderungen für die Monate
November 2015 von
Fr.
649.--, Januar, März, Mai 2016 von je
Fr.
422.40 und Juli 2016 von
Fr.
311.40,
also gesamthaft
Fr.
2‘227.60,
des
für diese Prämien geschuldeten
Verzugszinses von 5
%
jeweils
ab den von der Helsana gesetzten Zahlungsterminen
sowie
der
Mahnspesen
in Höhe
von
Fr.
200.--
aufzuheben.
Weiter schuldet der Beschwerdeführer der Helsana
Kostenbeteiligungen im Gesamtbetrag von
Fr.
1‘026.50 zuzüglich der Mahnspesen von
Fr.
105.--
. In diesem Umfang ist der Rechtsvorschlag
in der
Betreibung
Nr.
«...»
des
Betrei
bung
s
amtes
A._
vom 2
1.
April 2020
aufzuheben.
Dies führt zur teilweisen
Gutheissung
der Beschwerde.
Die Einzelrichterin
erkennt:
1.
In teilweiser Gutheissung der Beschwerde
gegen den
Einspracheentscheid
der
Helsana Versicherungen AG Nr.
«...»
vom 2
4.
Juli 2020
wird
der Beschwerdeführer ver
pflichtet
,
der Helsana Versicherungen AG
Fr.
5'215.20 zuzüglich Verzugszins von 5
%
gemäss Erwägungen und Mahnspesen von
Fr.
200.
--
zu bezahlen
.
Der Rechtsvorschlag in der Betreibung Nr.
«...»
des Betreibungsamtes
A._
(Zahlungsbefehl vom
2
5.
September 2019)
wird
teilweise
im Umfang von
Fr.
2‘227.60
zuzüglich Verzugszins von 5
%
gemäss Erwägungen und Mahnspesen von
Fr.
200.
--
aufgehoben. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen
, soweit darauf eingetreten wird
.
Die Beschwerde gegen den
Einspracheentscheid
der
Helsana Versicherungen AG Nr.
«
...»
vom 2
4.
Juli 2020 wird abgewiesen, und der Rechtsvorschlag
in der Be
treibung
Nr.
«...»
des Betreibungsamtes
A._
(Zahlungsbefehl vom
2
1.
April 2020)
wird
im Umfang von
Fr.
1'026.50 zuzüglich Mahngebühren von
Fr.
105.--
auf
gehoben.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
X._
-
Helsana Versicherungen AG, unter Beilage je einer Kopie von
Urk.
14-15
-
Bundesamt für Gesundheit
4.