Decision ID: 93230d82-4fa1-49b7-8748-b75642cb6863
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der
1975
geborene
X._
war im Rahmen eines vom
1.
bis 28. Februar
2015 befristeten Arbeitsverhältnisses
mit der
Y._
bei der
Axa
Versicherungen AG
(nachfolgend:
Axa
)
gegen die Folgen von Unfällen versichert. Mit Schadenmeldung UVG
vom
2
4.
Februar 2015
liess er der
Axa
mitteilen, dass er am
1
2.
Februar 20
15
ausgerutscht sei und sich dabei Prel
lung
en
an beiden Knien und am Rücken zugezogen
habe (Urk.
10/A1
).
Die am Unfalltag konsultierten Ärzte des
Z._
stellte
n
als vorläufige Diagnose
eine Lendenwirbelsäulen-Kontusion
(
Austrittsb
ericht vom
1
6.
Februar 2015
;
Urk.
10/M2
).
Die
Axa
erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung und Taggeld
; Urk. 13/1
).
Mit Mitteilung vom 2
2.
September 2015 (
Urk.
10/A26) stellte die
Axa
die Ein
stellung der Versicherungsleistungen
per 3
0.
September 2015 in Aussicht.
Mit Verfügung vom
26. Oktober 2015
verneinte
sie
ihre Leistungspflicht im Zu
sammenhang mit dem Ereignis vom
1
2.
Februar 2015
für die Zeit ab 1. Oktober 2015
, da
der S
tatus quo sine spätestens am 12. August 2015 erreicht worden sei
(Urk.
10/A31
). Die vom Versicherten gegen diesen Entscheid erhobene Ein
spra
che vom
2
6.
November 2015
(Urk.
10/A38
) wies die
Axa
am
2
8.
Januar 2016
ab (Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am
2
6.
Februar 2016
Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte,
der
Einspracheentscheid
vom
2
8.
Januar 2016 sowie die Verfügung der Vorinstanz vom 2
6.
Oktober 2015 seien aufzuheben und es seien ihm die ab dem
1.
Oktober 2015
weiterhin
zustehenden Leistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung (Heilungskosten und Unfalltaggelder) auszurichten. Zudem sei ein medizinisches Gerichtsgutachten einzuholen. Eventualiter sei die Sache
an die Vorinstanz zurückzuweisen zwecks Einholens eines
versiche
rungs
exter
nen
Administrativgutachtens. Nach Vorliegen des medizinischen Gutachtens sei er
neut über seine unfallversicherungsrechtlichen Ansprüche zu befinden.
Am
1
7.
Juni
2016
(Urk.
9
) beantragte die
Axa
die
Abweisung der Beschwerde
. Mit
Replik vom 1
0.
August 2016 (
Urk.
15) sowie Duplik vom
1
4.
November 2016
(
Urk.
21
) hielten die Parteien an ihren Anträgen fest
.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. Novem
ber
2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
set
z
es über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallver
sicherung (UVV) in Kraft getre
ten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sach
verhalt ver
w
irklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Än
derung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufs
krankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
1
2.
Februar 2015
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.
2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sund
heitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse
Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.
3
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden
Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wi
e er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber der
jenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krank
haf
ten Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status
quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht
publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April
1995). Das Dahin
fallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines
Gesund
heitsschadens
muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363
S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/aa).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlen
der ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht.
Da es sich hiebei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Be
weis
last
–
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist
–
nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76).
1.
4
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zu
ver
lässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick
auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im
Sozialver
siche
run
gs
recht
zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gutachterin
allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BG
E 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/ee, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und
Schlüssigkeit von versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, sind
recht
spre
chungsgemäss
ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 139 V 225 E. 5.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren Einspracheentscheid (
Urk.
2) damit,
dass
e
ine richtunggebende, dauernde
,
unfallbedingte Verschlimmerung der dege
nerativen Gesundheitsschäden im Bereich der Wirbelsäule auszuschliessen
sei
.
Bei einem Unfall ohne strukturelle Läsion am Achsenskelett sei die Chroni
fi
zierung der Beschwerden zunehmend auf unfallfremde Faktoren zurückzu
füh
ren. Weitere Abklärungen des medizinischen Sachverhalts würden ke
ine neuen Erkenntnisse bringen
.
Die beratenden Ärzte seien übereinstimmend zum Schluss gelangt, die bestehende Symptomatik könne nach dem 12. August 2015 mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit nicht mehr in kausalem Zusammenhang zum Sturzereignis vom 12. Februar 2015 gesehen werden
(S. 5 f.).
In ihrer
Beschwerdeantwort (
Urk.
9
) hielt sie ergänzend fest,
der Beschwerde
füh
rer habe in den Jahren 2007 und 2013 jeweils einen praktisch identischen Sachverhalt wie beim Unfallereignis vom 1
2.
Februar 2015 melden lassen, ge
folgt von einem protrahierten Verlauf mit längerer Arbeitsunfähigkeit aufgrund unklarer und diffuser Rückenschmerzen ohne nachweisbares organisches Sub
strat. Zudem habe er bereits vor dem Unfallereignis vom 1
2.
Februar 2015 einen massiven Vorzustand sowohl am Knie links wie auch bezüglich des Rückens aufgewiesen. Er habe schon seit zahlreichen Jahren über die praktisch iden
tischen (subjektiven) Beschwerden am Knie links und am Rücken lumbal, mit teilweiser Ausstrahlung in das linke Bein
,
geklagt, über die er im Anschluss an das Unfallereignis berichtet habe. Über Jahre habe eine somatische bezieh
ungs
weise objektivierbare Grundlage für die subjektiv geklagten, diffusen
Rückenbe
schwerden
nicht eruiert werden können
(S. 10
f.
).
Vor dem Hintergrund, dass sich initial im Rahmen der Röntgenuntersuchung keine ossären Läsionen prä
sen
tiert hätten und sich die geklagten Beschwerden auch später röntgenologisch nicht hätten objektivieren lassen beziehungsweise
sich
auch in der Folge keine
u
n
fallkausalen morphologischen strukturellen Veränderungen der
Lendenwir
be
l
säule
(
LWS
)
und
Brustwirbelsäule (
BWS
) hätten nachweisen lassen, sei die
Leis
tungseinstellung
per 3
0.
September 2015 nicht zu beanstanden. Im Lichte der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sei sie gar als grosszügig zu betrachten (S.
13
).
An den Nachweis des Erreichens des Status quo sine/ante könne bei dieser Ausgangslage und aufgrund der fehlenden objektivierbaren Befunde
keine übertriebene Beweisanforderung gestellt werden. Für die Durchführung einer
MRI-Untersuchung habe keine Notwendigkeit bestanden, nachdem spätes
tens mit der bildgebenden Abklärung (CT der Wirbelsäule) vom 24. November 2015 sämtliche erforderlichen diagnostischen beziehungsweise apparativen Ab
klä
rungen durchgeführt worden seien (S. 13 f.).
Den Aktengutachten komme voll
er Beweiswert zu, zumal gerade die strittige Frage der Kausalität der
Rücken
beschwerden
ohne persönlichen Untersuch des Beschwerdeführers
beur
teilt werden könne (S. 15
f.
; vgl. auch Duplik, Urk. 21
).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1),
die behandelnden Ärzte hätten ein MRI der
LWS und BWS
als indiziert erachtet. Dieses sei aus
un
bekannten Gründen nicht durchgeführt worden. Die
Beschwer
degegnerin
habe es unterlassen
,
diese MRI-Abklärungen durchführen zu lassen (S. 5).
Stattdessen habe sie lediglich zwei reine Aktenbeurteilungen seitens ihrer Vertrauensärzte eingeholt. Diesen komme
- aus näher dargelegten Gründen -
kein Beweiswert zu. Es sei deshalb ein Gerichtsgutachten einzuholen. Die
Be
schwerdegegnerin
habe nic
ht nachweisen können, dass der S
tatus quo sine per 1
2.
August 2015 erreicht worden sei. Entsprechend habe sie auch ab dem
1.
Okto
ber 2015 die dem Beschwerdeführer zustehenden
unfallversicherungs
recht
lichen
Leistungen auszurichten (S. 6 ff.).
In seiner Replik (
Urk.
15) hielt er ergänzend fest,
die Beschwerdegegnerin habe die Unfallkausalität zunächst ausdrücklich bejaht. Somit sei sie voll
beweis
be
lastet
für den behaupteten Wegfall des natürlichen wie auch des adäquaten Kausalzusammen
h
angs aufgrund des Erreichens des Status quo sine
(S. 2)
.
Sie
vermöge nicht darzulegen, weshalb die vorbestehenden Beschwerden den Weg
fall des
zunächst
bejahten Kausalzusammenhangs begründen
könnten
(S.
4
).
Erst mittels eines versicherungsexternen medizinischen Gutachtens könne über
des
Erreichen des Status quo sine entschieden werden (S. 7).
3.
3.
1
Im Austrittsbericht des
Z._
vom 1
6.
Februar
2015 (
Urk.
10/M2)
über die
Hospi
talisation
vom 12.
b
is 13
.
Februar
2015
wurden folgende Diagnosen ge
stel
lt
(S. 1)
:
-
Lendenwirbelsäulen-Kontusion
vom 1
2.
Februar
2015
-
Chronisches
lumbospondylogenes
und
zervikospondylogenes
Schmerz
syn
dro
m
bei
-
Status nach Sturz am 1
2.
März
2013
-
sowohl zervikal
wie lumbal keiner relevanten Diskopathie oder Hernie, symmetrische
n
Nervenwurzelabgänge
n
, keiner Verlagerung oder Komp
ression der Nervenwurzelabgänge
-
Spinalkanal ze
rvikal und lumbal normal weit
-
keiner foraminale
n
Einengung, keinen degenerativen Veränderungen
-
leichter Verschmälerung des linken
Iliosakralgelenks
(ISG)
gegenüber rechts, mit etwas
i
nhomogener Kontur, aktuell aber ohne
Entzündungs
zeichen
(am ehesten degenerativ o
der bei Status nach Entzündung)
-
als Nebenbef
und Wirbelkörperhämangiom Th1 (
Magnetr
esonanztomo
gra
phie
Lendenwirbel
säule und
Il
iosakralgelenk
sowie der Halswirbelsäule vom 2
3.
Januar
2013, FM RIW Zürich Altstetten)
Dazu wurde ausgeführt,
der Beschwerdeführer sei auf nasser Fläche ausge
rutscht und ohne Kopfanprall auf den Rücken gefallen.
Es bestehe eine
Klopf
dolenz
über der BWS im thorakolumbalen Übergang und über der LWS. D
ie
Rönt
gen der
BWS
am thorakolumbalen Übergang und der
LWS
sowie
des
Os sacrum h
ätt
e
n
keinen Nachweis einer
ossären
Läsion ergeben.
Die Ärzte des
Z._
wiesen im Weiteren auf eine bekannte
lumbospondylogene
Schmerzsymp
tomatik
mit Ausfallsymptomatik des linken Oberschenkels hin (S. 3) und emp
fahlen eine MR-Diagnostik (S. 2).
3.2
Laut Bericht vom 25. April 2015 veranlasste Hausarzt med.
pract
.
A._
, Fach
arzt Allgemeine Medizin FMH und Pädiatrie, wegen persistierenden Rücken
schmerzen mit Ausstrahlung ins linke Bein und wegen belastungsabhängigen Kniebeschwerden ein rheumatologisches/neurologisches
Konsil
(Urk. 10/M3) bei
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Neurologie. Dieser
hielt in seinem Bericht vom 27. Mai 2015 (
Urk.
10/M6)
Folgendes fest
:
„Es besteht massive
Druckdo
lenz
Mitte thorakal,
thorako
-lumbal, lumbal und
lumbo
-sakral in der Mittel
linie, der
Lasègue
ist
bds
. bei ca. 20° positiv, Beinheben kaum möglich, ver
bun
den mit Projektion der Schmerzen lumbal und
lumbo
-sakral
,
sowie bei Anstren
gung bei der manuellen Kraftprüfung, jedoch keine Paresen.
Sensib
i
litä
t
sver
min
derung
im Bereich der lateralen Seite des linken Beines, Reflexe schwach auslösbar, bei Verstärkung mit Jendrassik mittellebhaft, symmetrisch, keine
Pyramidenzeichen, normale Vibrations
e
mpfindung.
“ Das Gangbild sei mit Nac
h
schleppen des linken Beins, Zehenspitzen- und Fersengang wegen Schmerzen
praktisch nicht durchführbar, auch Bücken und Seitneigung seien stark
schmerz
bedingt
eingeschränkt.
Der Beschwerdeführer habe sich bei seinem Sturz eine massive Rückenkontusion zugezogen und seither persistierende Schmerzen. Es bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Es
sei
en
ein MRI der LWS und
der
BWS indiziert zum Ausschluss von Bandscheibenschäden.
Nach einer Besserung der Schmerzen unter Medikation bescheinigte Dr.
B._
am 18. August 2015 noch eine Arbeitsunfähigkeit von 80 % (Urk. 10/M8).
3.
3
Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH Rheumatologie
und Innere Medizin
,
vom
medi
zini
schen Dienst der Beschwerdegegnerin
,
führte
in seiner Stellungnahme vom
3.
September 2015 (Urk. 10/M10)
aus
, es handle sich um eine Rückenkontusion ohne traumatisch bedingte strukturelle Läsionen, die normalerweise innerhalb von etwa drei Monaten folgenlos ausheile. Der Vorzustand mit identischer Symptomatik und die Konstitution des Beschwerdeführers würden höchstens einen verzögerten Heilverlauf von etwa sechs Monaten erklären. Die
Rücken
be
funde
würden höchstens in einem möglichen natürlichen Kausalzusammen
hang zum Unfall vom 1
2.
Februar 2015 stehen. Unfallkausal seien keine struk
tu
rel
len/organischen Schäden nachgewiesen worden. Eine lokalisierbare Proble
matik einer Prellung bestehe nicht mehr, diese sei folgenlos ausgeheilt. Das Ereignis scheine zu einer vorübergehenden Verschlimmerung des beschriebenen
Vorzu
stan
des
geführt zu haben. Spätestens am 1
2.
August 2015, mithin sechs Monate nach
dem Unfall, sei zumindest der S
tatus quo sine mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit erreicht gewesen.
3.
4
Dr.
B._
hielt
zur Konsultation
vom 1
2.
Oktober 2015 (
Bericht vom
8.
Juni 2016;
Urk.
10/M14)
fest,
Dr.
C._
gehe
davon aus, der Status quo sine
/ante sei erreicht. Die
s
entspreche nicht den Tatsachen, sondern sei eine Einschätzung allgemeiner
Art.
Eine Untersuchung durch
Dr.
C._
sei weder klinisch noch radiologisch erfolgt. Die Situation des Beschwerdeführers habe sich verbessert, er sei nun für leichte Arbeit 40 - 50
%
arbeitsfähig
beziehungsweise zu 50 % ab 28. Oktober 2015
.
I
n Bezug auf die C
omputertomogra
f
ie
der ganzen Wirbelsäule vom 24. Novem
ber 2015 (Bericht vom 8. Juni 2016
;
Urk.
10/M14)
führte Dr.
B._
aus
,
a
ls Hauptbefund besteh
e ein
dringender Verdacht auf
eine
Spinalkanaleinengung L4/L5 bei Verdickung des Ligamentum flavum, sowie mit diffuser
Bandschei
ben
protrusion
. Die Bilder
seien
wegen Adipositas und Unte
rsuchungstechnik bei Spiralscan
nicht scharf, allerdings
seien die Wirbel
körper normal
berandet
eben
so
die
Intervertebralgelenke
. L
umbosakral
bestehe
keine Spondylolyse oder Listhesis,
der
Spinalkana
l sei
normal weit,
ebenso die
Foramina. In der
Sagittal
re
konstruktion
der gesamten Wirbelsäule besteh
e
eine leichte Retro
l
isthesis L4 gegenüber L5, sonst
lägen
die Hinterkanten der Wirbelkörper in der Lotlinie.
Es bestehe eine
Streckstellung der LWS bzw. fehlende Kurvatur der physiolo
gi
schen Lordose.
Im Kniegelenk bestehe eine Vergröberung im Bereich vom
Tibia
plateau
im Sinne einer leichten Arthrose beidseits, links mehr als rechts.
Auf Wunsch des Beschwerdeführers, den Unfall abzuschliessen, attestierte Dr.
B._
ab 25. November 2015 eine
Arbeitunfähigkeit
von 0 %.
3.
5
Dr.
med.
D._
, Spezialarzt FMH Chirurgie, beratender Arzt der Beschwerdegegnerin,
hielt
in seinem Bericht vom 19. Januar 2016 (Urk. 10/M13)
fest
, es handle sich um eine banale Rückenkontusion ohne äussere Kontusionsmarken und ohne radiologisch nachweisbare strukturelle Schädigungen. Letztere würden auch keine ins Ge
wicht fallenden Vorzustände im Sinne degenerativer oder posttraumatischer Ver
änderungen zeigen. Das linke Kniegelenk zeige einen prä-arthrotischen Zustand und sei beim Ereignis vom 1
2.
Februar 2015 nicht verletzt worden. Die vom Beschwerdeführer gegenwärtig
noch geklagten Beschwerden seien
unfall
kausal
nicht nachvollziehbar. Eine banale Rückenkontusion führe zu tempo
rären Beschwerden, die erfahrungsgemäss nach drei Monaten ausheilen würden. Im vorliegenden Fall finde sich bereits ein Zustand nach früherer
Rücken
kontusion
2013 mit anschliessender
Chronifizierungstendenz
,
ohne dass zum damaligen Zeitpunkt strukturelle Schädigungen nachweisbar gewesen seien. Unter Berücksichtigung dieses chronifizierten Vorzustandes sei es denkbar, dass die am 1
2.
Februar 2015 verursachten Kontusionsbeschwerden verzögert abge
klungen seien und dass spätestens nach sechs Monaten von einem Status quo sine auszugehen sei. Die gegenwärtig noch bestehenden Beschwerden seien ledig
lich noch mit dem Beweisgra
d der Möglichkeit unfallkausal.
4.
4.1
Dr.
C._
und
Dr.
D._
zeigten
in ihren Aktengutachten
(E. 3.3 und 3.6 hievor)
auf
, dass sich der Beschwerdeführer bei seinem Sturz vom 1
2.
Februar 2015
das Kniegelenk nicht wesentlich verletzt hat, wurden doch im
Eintritts
zeugnis
lediglich ein Diagnosecode hinsichtlich des Rückens angeführt (ICD
-
10
:
S33.50) und dementsprechend im Austrittsbericht des
Z._
nur Diagnosen in Bezug auf den Rücken genannt (E. 3.1 hievor) mit einer Ausfallsymptomatik in den linken Oberschenkel (Urk. 10/M2 S. 2 oben). Im Status bei Eintritt wurde das linke Knie nicht als frei und schmerzlos beweglich beschrieben (Urk. 10/M2 S. 3 unten), doch wurde der entsprechende Befund in keinen Zusammenhang zum Unfall gebracht. Erst dem Bericht von Hausarzt
A._
vom 25. April 2015 ist zu entnehmen, dass sich der Beschwerdeführer über Kniebeschwerden links beklagt hat, doch erhob der Arzt
hiezu
ebenso wenig einen objektiven Befund (Urk. 10/M3) wie Dr.
B._
, dessen Hinweis auf das linke Knie sich in den ge
klagten stechenden Schmerzen im linken Knie erschöpft; einen diesbezüglichen Befund nannte er hingegen nicht (Urk. 10/M6).
Da eine Kausalität zwischen den subjektiven Kniebeschwerden und dem
Unfall
ereignis
aus medizinischer Sicht von keinem der befassten Ärzte postuliert wird, erübrigen sich Weiterungen
hiezu
.
Diese gehen jedoch einhellig von einer Rückenkontusion ohne
strukturelle
Schä
digungen aus
.
Übereinstimmend und
schlüssig
begründeten
die
Vertrau
ens
ärzte
, dass eine Rückenkontusion zu temporären Beschwerden führt
, welche in der Regel nach drei Monaten ausgeheilt sind
. Aufgrund einer früheren
Rücken
kontusion
mit anschliessender
Chronifizierungstendenz
vermochten sie jedoch einen verzögerten Heilverlauf von etwa sechs Monaten zu
erklären und kamen
nachvollziehbar zum Schluss, dass mit überwiegender Wahrscheinlich
keit spätestens am 1
2.
August 2015 der
S
tatus quo sine erreicht
worden ist
.
4.2
Das nicht weiter begründete Vorbringen
Dr.
B._
s, dass dem nicht so sei
(E.
3.
4 hievor), vermag die Schlussfolgerungen der Fachärzte der Beschwerdegegnerin nicht in Zweifel zu ziehen.
G
emäss einer medizinischen Erfahrungstatsache im Bereich des Unfallversicherungsrechts kann das Erreichen des Status quo sine bei posttraumatischen Lumbalgien und Lumboischialgien nach drei bis vier
Monaten erwartet werden, wogegen eine allfällige richtunggebende Verschlim
m
e
rung röntgenologisch ausgewiesen sein und sich von der altersüblichen Prog
ression abheben muss; eine traumatische Verschlimmerung eines klinisch stummen degenerativen Vorzustandes an der Wirbelsäule ist in der Regel nach sechs bis neun Monaten, spätestens aber nach einem Jahr als abgeschlossen zu
betrachten (Urteil des Bu
ndesgerichts 8C_381/2011 vom 1.
Dezember 2011 E. 2.2
mit Hinweisen).
Der Beschwerdeführer klagt
seit mehreren Jahren und insbesondere seit einem am 1
2.
März 2013 erlittenen Unfall über Rückenbeschwerden (
vgl.
etwa
E. 3.1 hievor und
Urk.
12/BA12). Bei seinem Sturz am 1
2.
Februar 2015 zog er sich keine
organisch objektiv
nachgewiesene
Schäden zu, eine
richtunggebende Ver
schlimmerung ist röntgenologisch nicht ausgewiesen
(vgl. E.
3.1 und E.
3.5 hie
vor)
.
D
as Erreichen
des
Status quo sine sechs Monate nach dem Unfall vom 1
2.
Februar
2015
ist damit nachvollziehbar.
Anhaltspunkte, die auf ein Abwei
chen von dieser medizinischen Erfahrung
schliessen
l
ie
ssen
, sind weder ersicht
lich
,
noch wurden sie vom Beschwerdeführer geltend gemacht.
4.
3
Der Beschwerdeführer bemängelte, dass er nicht persönlich untersucht worden sei.
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist jedoch auch e
i
n medizi
ni
scher Aktenbericht beweistauglich
, wenn die Akten
wie vorliegend
ein voll
ständiges Bild über Anamnese, Verlauf u
nd gegenwärtigen Status ergeben,
diese Daten unbestritten sind
und
der Untersuchungsbefund lückenlos vorlieg
t
(
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_198/2011 vom
9.
August 2011 E. 2.2 mit Hin
wei
sen).
Der Beschwerdeführer hat sich bei seinem Sturz keine
bildgebend
ausge
wie
sene Schäden zugezogen.
Welche zusätzlichen Erkenntnisse die Fachärzte aus einer persönlichen Untersuchung hätten gewinnen können,
legte der Be
schwerdeführer nicht dar
. Es ist deshalb nicht zu beanstanden, dass sie sich
jeweils
für die
Erstellung eines Aktengutachtens entschieden.
4.
4
Der
Beschwerdeführer
machte
zudem
geltend,
d
ie Beschwerdegegnerin
habe keine
MRI-U
ntersuchung durchführen
lassen.
D
en
Vertrauens
ärzten
habe entsprech
end kein MRI
vorgelegen,
die
Aktengutachten seien auch aus diesem Grund nicht beweistauglich.
Nach ständiger Rechtsprechung können Diskushernien und
–
protrusionen
jedoch
ohnehin
nur ausnahmsweise als unfallbedingt ange
sehen werden,
so wenn der Unfall von besonderer Schwere und geeignet
war, eine Schädigung der Bandscheiben herbeizuführen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_154/2016
vom
7.
Juni 2016
E. 4.1.2)
.
Dies ist vorliegend offensichtlich nicht der Fall.
Zwar ging
Dr.
B._
– soweit ersichtlich ohne Kenntnis der Akten -
von einer
massiven Rückenkontusion
aus, doch begründete er nicht
,
inwiefern diese zu einer unfallbedingten Diskushernie geführt haben soll
. In Anbetracht der
Tatsache, dass
der Beschwerdeführer
ausgewiesenermassen
an einem erheb
lichen Vorzustand leidet,
er sich
bei se
inem Sturz keine
strukturellen
Läsionen zuzog,
im Austrittsbericht des
Z._
vom 1
6.
Februar 2015 (E. 3.1 hievor) keine Kontusionsmarken erwähnt wurden
und in der
zwei Wochen nach dem Unfall erstellten
Schadenmeldung UVG
vom 2
4.
Februar 2015 (
Urk.
10/A1)
als Schädi
gung lediglich eine Prellung angegeben wurde
,
kann
v
on einer massiven Ge
walteinwirkung vorliegend jedenfalls nicht ausgegangen werden
, s
o dass selbst ein
mittels CT nachgewiesener Bandscheibenschaden (Urk. 10/M14 S. 2) von vornherein
nicht als unfallkausal zu betrachten ist
. Entsprechend ist nicht
zu beanstanden, dass
die
Beschwerdegegnerin
von
weiter
en
Abklärungen, nament
lich
einem MRI-Untersuch
abgesehen hat.
4.
5
Zusammengefasst bestehen keine Indizien
g
egen die Zuverlässigkeit der Akten
gutachten
, weshalb vollumfänglich auf diese abzustellen ist
.
Von weiteren Ab
klä
rung
, insbesondere vom Einholen eines Gutachtens
- wie vom Beschwerde
führer beantragt -
sind keine zusätzlichen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf in antizipierter Beweiswürdigung (
vgl. BGE 122 V 157 E. 1d mit Hin
wei
sen)
zu
verzichte
n
ist
.
4.6
Mit Blick auf den
vollen Beweiswert der Aktengutachten der Dres.
C._
und
D._
ging die Beschwerdegegnerin somit zu Recht davon aus, dass ab dem
1.
Oktober
2015
,
mithin 7.5 Monate nach dem Unfall,
der natürliche Kausalzu
sammenhang zwischen dem Unfall und den
vom Beschwerdeführer weiterhin
geklagten Beschwerden überwiegend wahrscheinlich nicht mehr ausgewiesen respektive weggefallen war. D
ie Leistungseinstellung per 30.
September 2015 ist damit nicht zu beanstanden. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.