Decision ID: edcc8977-f6f3-44c4-a98a-23248116e541
Year: 2007
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_004
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

4. a) Die Gemeinde ... liess unter ausführlicher Darstellung des Sachverhaltes und
detaillierter Würdigung und Auseinandersetzung der aufgeworfenen Fragen
Abweisung der Beschwerde beantragen.
b) Mit im Ergebnis denselben Überlegungen liessen auch die
Beschwerdegegner 2 - 7 sowie die beiden Beigeladenen Abweisung der
Beschwerde beantragen.
5. In einem zweiten Schriftenwechsel erhielten alle Beteiligten die Gelegenheit,
die von ihnen eingenommenen Rechtsstandpunkte zu ergänzen und zu
vertiefen.
6. Am 10. Oktober 2006 führte eine Delegation der 4. Kammer des
Verwaltungsgerichts einen Augenschein durch, an welchem der
Beschwerdeführer mit seinem Rechtsvertreter, der Gemeindepräsident in
Begleitung des von der Gemeinde beigezogenen Anwaltes, sowie Vertreter
und Anwälte der Beschwerdegegner 2 - 7 und der Beigeladenen 1 ergänzt
durch den das Projekt ausarbeitenden Architekten teilnahmen. Allen
Anwesenden wurde dabei die Gelegenheit geboten, sich anhand der Pläne
und der Örtlichkeiten an verschiedenen Standorten im Quartierplangebiet
sowie auf dem Sitzplatz der ehemals dem Beschwerdeführer gehörenden
Wohnung sich auch noch mündlich zu allen aufgeworfenen Fragen zu
äussern.
Auf die Ausführungen der Beteiligten am Augenschein wie auch auf die
weiteren Darlegungen in den Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den
Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Seitens der Beschwerdegegner wird die Beschwerdelegitimation des
Beschwerdeführers, der seine Wohnung zwischenzeitlich verkauft hat, unter
Hinweis auf ein allenfalls fehlendes Rechtsschutzinteresse in Frage gestellt.
Angesichts der konkreten Gegebenheiten (Ausgestaltung des Kaufvertrages
mit den neuen Eigentümern; behaupteter Schaden, etc.) und des
Verfahrensausganges kann die Frage offen gelassen und auf die Beschwerde
eingetreten werden.
2. a) Der Beschwerdeführer macht vorweg geltend, die Gemeinde habe gemäss
ihrem Internetauftritt bereits im Dezember 2006 die Baubewilligungen in
Aussicht gestellt und diese denn auch am 12. Dezember 2006 erteilt, und dies
obwohl zu diesem Zeitpunkt das Einspracheverfahren noch nicht
abgeschlossen gewesen sei. Mit den Einsprachen habe er sich dann in der
Folge erst am 30. Januar 2007 befasst. Eine solche Vorgehensweise stehe
im Widerspruch zu verschiedensten Bestimmungen des übergeordneten
Rechts und müsse die Aufhebung der angefochtenen Entscheide und
Baubewilligungen bereits aus formellen Gründen zur Folge haben.
b) Unbestritten geblieben ist, dass sich die behauptete Information des „In-
Aussicht-Stellens“ der Baubewilligungen bereits im Dezember 2006 dem
gemeindlichen Internetauftritt entnehmen liess. Wie sich zudem Wortlaut der
bei den Akten liegenden Baubewilligungen ohne weiteres entnehmen lässt,
hat der Gemeindevorstand am 12. Dezember 2006 die verschiedenen
Baugesuche denn auch bereits behandelt und allesamt genehmigt, obwohl
parallel dazu das Einspracheverfahren noch nicht abgeschlossen war. Dass
solches entgegen der gemeindlichen Darstellung nicht mehr unter dem Titel
des Ergebnisses einer „vorläufigen Prüfung“ i.S. von Art. 44 KRVO subsumiert
werden kann, ist offenkundig und bedarf angesichts der von Art. 45 und 46
KRVO im Anschluss an eine vorläufige Prüfung vorgesehenen
verfahrensrechtlichen Schritte keiner vertiefenderen Betrachtung mehr.
Obwohl die Gemeinde jedoch die Einsprachen erst am 30. Januar 2007
behandelt hat, kann der Beschwerdeführer aus dem zeitlichen
Auseinanderklaffen zwischen der Erteilung der Baubewilligungen und der
Behandlung über die Einsprachen im Ergebnis nichts zugunsten seiner
Begehren ableiten. Auch wenn das verfahrensmässige Vorgehen der
Gemeinde auf den ersten Blick bei einem unbefangenen Betrachter Zweifel
zu wecken vermag (vgl. Art. 46 Abs. 1 KRVO), darf doch nicht verkannt
werden, dass, im Lichte von Art. 46 Abs. 2 KRVO betrachtet, sich das
gemeindliche Vorgehen noch rechtfertigen lässt, weil die Baubewilligungen
am 21. Februar 2007 den Parteien gemeinsam mit den ausführlich
begründeten Bau- und Einspracheentscheiden eröffnet worden sind. Mit der
gemeinsamen Eröffnung der Entscheid ist den gesetzlichen Vorgaben
hinreichend Rechnung getragen worden. Dies umso mehr, als nicht ersichtlich
ist und seitens des Beschwerdeführers wird auch nichts dargetan, weshalb
ihm aus dem umschriebenen gemeindlichen Vorgehen aus formeller Sicht
betrachtet ein rechtlich relevanter Nachteil entstanden sein könnte, der eine
Aufhebung zwingend nach sich ziehen müsste. Ob die Baubewilligungen
sowie die separat verfassten Bau- und Einspracheentscheid inhaltlich
rechtens sind, ist eine Frage der nachstehend (Ziff. 3) durchzuführenden,
materiellen Prüfung, weshalb sich die von ihm erhobene formelle Rüge auch
als nicht gerechtfertigt erweist.
3. a) Der Beschwerdeführer verlangt die Aufhebung der streitigen Baubewilligung
vorweg mit dem Einwand, der Quartierplan sei nichtig, weil er in Verletzung
von Art. 18 Abs. 1 KRVO nur während 20 statt 30 Tagen aufgelegt gewesen
sei. Zudem vertritt er die Meinung, dass der im Nachgang an die öffentliche
Auflage geänderte Art. 12 Abs. 1 QPV noch ein zweites Mal hätte aufgelegt
werden müssen, damit er als Nachbar wie auch weitere Betroffene
Gelegenheit erhalten hätten, die Änderung anzufechten. Auch aus diesen
Einwänden kann letztlich nichts zugunsten seiner Begehren abgeleitet
werden.
b) Vorweg ist festzuhalten, dass Art. 16 ff. KRVO im vorliegenden Fall gar nicht
zur Anwendung gelangten. Zwar waren im Zeitpunkt der Verabschiedung des
Quartierplanes (11. April 2006) sowohl das neue KRG als auch die neue
KRVO bereits in Kraft. Der Beschwerdeführer scheint nun aber übersehen zu
haben, dass gemäss der Übergangsbestimmung von Art. 108 Abs. 1 Ziff. 1
KRG hängige kommunale Baubewilligungs-, Planungs- und andere Verfahren
nach den bisherigen Zuständigkeits- und Verfahrensvorschriften weitergeführt
werden. Weil das Quartierplanverfahren nun aber bereits im Jahre 2004
eingeleitet worden war, kommt Art. 18 KRVO nicht zur Anwendung; diese
Bestimmung sah in der bis 31. Dezember 2006 geltenden Formulierung noch
eine Auflagefrist von 20 Tagen vor; erst aufgrund der seit 1. Januar 2007
geltenden Fassung von Art. 18 KRVO ist nunmehr eine Auflagefrist von 30
Tagen vorgesehen). Die Gemeinde hatte daher das Verfahren noch nach den
kommunalen Normen (Art. 110 ff. BG) abzuwickeln. Ihr scheint nun aber
entgangen zu sein, dass in Art. 124 Abs. 1 BG, wie der Beschwerdeführer
zutreffend moniert hat, bereits eine Auflagefrist von 30 Tagen vorgesehen
gewesen war. Im Umstand, dass die Gemeinde den Entwurf des
Quartierplans lediglich 20 Tage aufgelegt hat, ist nun in der Tat eine
Verletzung der erwähnten verfahrensrechtlichen Bestimmung zu erblicken.
Wie sich nun aber den vorliegenden, umfangreichen Akten ohne weiteres
entnehmen lässt, ist dem Beschwerdeführer aus dem gemeindlichen Fehler
kein rechtserheblicher Nachteil erwachsen. Hat er doch unbestrittenermassen
bereits innert der (irrtümlicherweise um 10 Tage) verkürzten Auflagefrist
festgestellt, dass er gegen den Entwurf des Quartierplans in der öffentlich
aufgelegten Form keine Einsprache erheben wolle. Ebenso wenig ist
ersichtlich und er bringt denn diesbezüglich auch überhaupt nichts vor, was
den Schluss zulassen würde, dass er bei einer Auflage von 30 Tagen zu
einem anderen Schluss als jenem, keine Einsprache erheben zu wollen,
gelangt wäre. Damit erweist sich aber sein Einwand diesbezüglich ohne
weiteres als nicht stichhaltig.
c) Zu prüfen bleibt in diesem Zusammenhang noch, ob die Gemeinde das
Einspracheverfahren hätte wiederholen müssen, weil sie im Nachgang an die
erste Auflage Art. 12 Abs. 1 QPV ohne Neuauflage abgeändert hat. Die
Gemeinde stellt sich auf den Standpunkt, dass der Zusatz „innerhalb der
Baufenster sind weder Gebäudelängen und Grenz- und Gebäudeabstände zu
beachten“ lediglich eine Präzisierung der aufgelegten Bestimmung darstelle,
weshalb sie von einer zweiten Auflage habe absehen dürfen. Ihre Ansicht trifft
nicht zu. Wie sich bereits Art. 13 Abs. 1 QPV (Marginale
„Gebäudeabmessungen“) unschwer entnehmen lässt, gelten unter dem
Vorbehalt der nachstehenden Vorschriften (i.c. der Gebäudehöhen) die
Gebäudeabmessungsvorschriften der Grundordnung. Das heisst letztlich
nichts anderes, als dass ohne die nachträgliche Änderung von Art. 12 Abs. 1
QPV die in der Grundordnung festgelegten Gebäudelängen, Grenz- und
Gebäudeabstände eingehalten werden müssten. Aufgrund der von der
Gemeinde vorgenommenen Ergänzung, kommen die erwähnten Längen- und
Abstandsvorschriften nicht mehr zur Anwendung, was letztlich - wie der
Beschwerdeführer zutreffend erkannt hat - als wesentliche Änderung zu
qualifizieren, welche zumindest gemäss Art. 125 BG den
Quartierplanbeteiligten und allfälligen Einsprechenden - sowie in analoger
Anwendung von Art. 124 Abs. 3 BG - auch noch den Eigentümerinnen und
Eigentümern der direkt an das Quartierplangebiet anstossenden Grundstücke
(wie u.a. dem heutigen Beschwerdeführer) schriftlich mitzuteilen gewesen
wäre. Davon hat die Gemeinde jedoch abgesehen. Vorliegend vermag aber
auch dieser formelle Mangel keine Aufhebung der angefochtenen
Baubewilligungen und Entscheide nach sich zu ziehen. Wie die Gemeinde
zutreffend erkannt hat, stellt die unterlassene Wiederholung der Auflage einer
Quartierplanbestimmung infolge einer Einsprache nämlich einen Mangel dar,
der Anlass zur Anfechtung geben kann nicht aber die Nichtigkeit der
erwähnten Entscheide zur Folge hat. Aus den Akten ergibt sich, dass der
Beschwerdeführer erstmals von der streitigen Änderung von Art. 12 Abs. 1
QPVO am 22. Februar 2007 erfahren hat. Gestützt auf Art. 22 Abs. 2 VRG
stand ihm die Möglichkeit offen, den Mangel innert 2 Monaten seit der
Kenntnisnahme anzufechten. Mit Einreichung der Beschwerde beim
Verwaltungsgericht am 23. März 2007, mit welcher er u.a. geltend machte,
der Quartierplan sei als nichtig zu erklären, hat er die erwähnte Frist
eingehalten, da im erwähnten Begehren auch die Anfechtung der
betreffenden Quartierplanbestimmung mitenthalten ist. Folglich bleibt im
vorliegenden Verfahren zu prüfen, ob sich die geltend gemachten Einwände
als stichhaltig erweisen, was im Ergebnis aber zu verneinen ist.
Der Beschwerdeführer macht nämlich lediglich geltend, ohne die betreffende
Einfügung in der erwähnten Quartierplanbestimmung müssten die
Gebäudeabmessungen wie z.B. die Gebäudelängen gemäss Grundordnung
eingehalten werden. Hingegen legt er nicht dar, weshalb die geklagte
Einfügung gesetzeswidrig sein könnte und daher nicht hätte vorgenommen
werden dürfen. Hierfür sind im Übrigen auch keine Gründe ersichtlich.
Vielmehr steht die vorgenommene Änderung im Einklang mit Art. 111 Abs. 3
BG (i.V. mit Art. 108 Abs. 1 KRG), gestützt auf den die
Quartierplanbestimmungen Abweichungen von den allgemeinen Bau- und
von Zonenvorschriften nach Massgabe der Bestimmungen über den
Quartiergestaltungsplan vorsehen können. Diesbezüglich erwähnt Art. 112
Abs. 2 BG sodann auch ausdrücklich die Zulässigkeit einer Aufhebung der
Gebäudelängenbeschränkung sowie die Unterschreitung der Gebäude- und
Grenzabstände. Damit steht aber ohne weiteres fest, dass die geklagte
Ergänzung von Art. 12 Abs. 1 QPV (materiell-rechtlich betrachtet) rechtmässig
ist, weshalb die Beschwerde diesbezüglich denn auch abzuweisen ist.
d) Nicht gefolgt werden kann dem Beschwerdeführer auch, soweit er eine
Verletzung der in der Wohnzone W2A mit 6,5 m festgelegten Gebäudehöhe
geltend macht. Im Lichte des oben Dargelegten bleibt ergänzend festzuhalten,
dass gemäss Art. 112 Abs. 2 BG im Rahmen eines Quartierplanverfahrens
die zonengemässe Gebäudehöhe um 3 m überschritten werden darf. Von
dieser Möglichkeit wurde denn auch mit dem Erlass von Art. 12 QPV
Gebrauch gemacht, weshalb in den Baufenstern 1, 2 und 3 neu eine
Gebäudehöhe von 9,5 m gilt.
e) Ebenso wenig kann der Beschwerdeführer nicht zugunsten seiner Begehren
aus dem Einwand ableiten, mit der Bewilligung von talseitigen Fassaden, die
um 5 m höher seien als die bergseitigen, habe die Gemeinde gegen Art. 63
Abs. 2 BG verstossen, zumal seines Erachtens keine topografisch
schwierigen Verhältnisse, welche Abweichungen gestatten würden, vorliegen
würden. Wie der Augenschein nun aber augenfällig aufgezeigt hat - und dem
Gericht an sich auch bereits aus verschiedenen anderen Augenscheinen auf
Gemeindegebiet bekannt war - liegt das gemeindliche Siedlungsgebiet im
Allgemeinen und im Bereich der geplanten Bauten im speziellen, an einer
Hanglage, welche die in der erwähnten Bestimmung des kommunalen BG
erwähnten Voraussetzungen für eine Abweichung in optima forma erfüllt. Die
topografischen Verhältnisse vor Ort, welche geprägt sind von dem steil gegen
das vor Bauten freizuhaltende, flache Flussvorfeld hin abfallenden Gelände,
konnten von der Gemeinde nicht anders qualifiziert werden, denn als
hinreichende Grundlage für eine gestützt auf Art. 63 Abs. 2 BG (und nicht etwa
Art. 6 BG bzw. Art. 74 KRG) zu erteilende „Ausnahmebewilligung“. Aufgrund
der konkreten topografischen Gegebenheiten erweist sich die streitige
Bewilligung jedenfalls auch diesbezüglich als rechtens. Für das geschilderte
Ergebnis sprechen im Übrigen auch ortsbildschützerische Überlegungen. Der
Gemeinde war es nämlich wichtig, zum Schutz der Flusslandschaft und des
dort steil abfallenden Hanges, die Baumasse im oberen, im Bereich an die
Quartiererschliessungsstrasse angrenzenden Teil des Gebietes zu
konzentrieren. Sodann verfolgte sie mit dieser Konzentration gleichzeitig auch
das Ziel, im fraglichen Dorfteil eine kubenmässige Angleichung der neuen
Bauten mit den das Siedlungsbild im alten Dorfkern prägenden,
grossvolumigen Hotelbauten (..., ... und ...) zu erreichen, was
ortsbildschützerisch und ortsbaulich richtig und sinnvoll ist. Der Beschwerde
ist jedenfalls auch aus dieser Sicht betrachtet kein Erfolg beschieden und es
bleibt festzuhalten, dass die Baubewilligungen aus bau- und
planungsrechtlicher Sicht betrachtet zu Recht erteilt worden sind. Was der
Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang noch vorbringen lässt, vermag
nicht zu überzeugen.
4. a) Der Beschwerdeführer verlangt die Aufhebung der streitigen Entscheide
sodann noch mit der Überlegung, die ursprüngliche Parzelle Nr. 1771 bzw.
die heutigen Parzellen Nr. 1711 und 2567 bis 2571 seien lediglich deshalb als
einzelne Parzellen ausgestaltet worden, um die Vorschriften des kommunalen
Gesetzes für die Etappierung und Kontingentierung des Wohnungsbaus
(GEKW), dort insbesondere Art. 12 GEKW, nicht einhalten zu müssen. Zur
Stützung seiner Annahme führt er verschiedene Indizien (u.a. 6 völlig
identische Neubauten; vom nämlichen Architekten geplant und die
Baugesuche am gleichen Tag eingereicht; beide Eigentümer der Engadin
REM AG treten als Grundeigentümer auf, die übrigen Eigentümer werden
durch dasselbe Anwaltsbüro vertreten, wobei der vertretende Anwalt
gleichzeitig auch noch als Bauherr/Eigentümer auftritt) an, welche die
„Umgehungsabsichten“ bestätigen sollen. Die einzelnen Bauherrschaften
wären entgegen des gegen aussen behaupteten Eindrucks rechtlich und
wirtschaftlich gar nicht selbständig und die Gemeinde habe diesbezüglich
auch viel zu wenig Abklärungen getroffen. Zur Stützung seiner Annahme weist
der Beschwerdeführer noch auf ein Schreiben des gemeindlichen
Rechtsvertreters zuhanden der Gemeinde hin, der hinsichtlich der
aufgeworfenen Problematik ebenfalls kritisch Stellung bezogen habe. Auch
aus diesen Überlegungen kann er aber nichts zugunsten seiner Begehren
ableiten.
b) Wie sich den Erwägungen im angefochtenen Bau- und Einspracheentscheid
entnehmen lässt, hat auch die Gemeinde die vom Beschwerdeführer
skizzierte Problematik erkannt, insbesondere dass die Abparzellierung von
Teilflächen der ehemaligen Parzellen Nr. 1711 und 1712, der Verkauf dieser
Teilflächen sowie die in der Folge gestützt darauf erfolgte, gesonderte
Einreichung von Baugesuchen zur Folge haben, dass die einzelnen
projektierten Bauten unter die von der Kontingentierung weniger belasteten
Kleinbauten fallen, und nicht unter die Grossbauten, bei welchen die
Kontingente auf Jahre hinaus bereits vergeben sind. Wenn das von den
Bauherrschaften gewählte Vorgehen nun von der Gemeinde dahingehend
qualifiziert wurde, dass die Gesuche, im Lichte von Art. 12 GEWK betrachtet,
als von Einzelpersonen und nicht von einer Baugesellschaft eingereicht
worden seien, so lässt sich dies insgesamt betrachtet durchaus noch
vertreten. In der Abparzellierung der Teilflächen allein kann, selbst wenn
daraus eine bessere Verkäuflichkeit resultiert, noch keine unzulässige
Umgehungsabsicht erblickt werden. Ebenso wenig kann mit der
Abparzellierung und dem Verkauf allein ein grösseres bzw. zusätzliches
Kontingent (i.S. von Art. 12 Abs. 3 GEKW) erlangt werden. Zutreffend ist, dass
dadurch die „privilegierende“ Qualifikation der Projektes als „übrige
Überbauungen“ (i.S. von Art. 5 Abs. 2 GEWK) möglich wurde, was aber,
sofern die weiteren u.a. in Art. 12 GEWK enthaltenen Rahmenbedingungen
eingehalten werden können, ebenfalls nicht gegen die gemeindliche Haltung
spricht. Dass die Gemeinde nicht übertrieben viele vertiefende Abklärungen
hinsichtlich der im Raum stehenden Frage der rechtlichen und wirtschaftlichen
Selbständigkeit (i.S. von Art. 12 Abs. 2 GEWK) der einzelnen Bauherrschaften
getätigt hat, mag zutreffen und der Eindruck, dass wenigstens ein Teil der in
Erscheinung tretenden Bauherrschaften für zukünftige Käufer „einspringen“
könnten, lässt sich angesichts der aktenkundigen personellen Konstellation
und Vertretungen der Bauherrschaften zumindest nicht ohne weiteres von der
Hand weisen. Wie die Gemeinde aber im Ergebnis zu Recht erkannt hat, ist
aber nicht der erste oberflächliche Eindruck entscheidend, sondern vielmehr,
dass keine konkreten Anhaltspunkte ersichtlich sind, aufgrund derer davon
ausgegangen werden müsste, dass eine Umgehungsabsicht vorliegen
könnte; so z.B. dann, wenn die in den Gesuchsunterlagen aufgeführten
Bauherrschaften gar nicht willens oder in der Lage wären, die abparzellierten
Teilflächen wie in den Unterlagen vorgesehen effektiv selbst zu überbauen
und zu übernehmen. Den umschriebenen Anhaltspunkten hat die Gemeinde
im Rahmen des von ihr zu beachtenden Grundsatzes der
Verhältnismässigkeit angemessen Rechnung getragen, indem sie zur
Sicherung der wirtschaftlichen und rechtlichen Selbständigkeit der einzelnen
Bauherrschaften bzw. der von diesen geplanten einzelnen Überbauungen,
und zur Abgrenzung gegenüber einer im Raum stehenden Qualifikation
derselben als Baugesellschaft hat die Gemeinde denn auch verfügt, dass die
Parzellierung und die Kaufverträge in der ihr vorliegenden Form innert zweier
Monate seit Rechtskraft der Baubewilligung grundbuchlich vollzogen sein
müssen, ansonsten die Baufreigabe nicht gewährt werden könne. Mit dieser
Regelung ist hinreichend gewährleistet, dass die aufgrund der
Abparzellierungen und dem Verkauf mögliche „Aufteilung der
Bauherrschaften“ nicht nur pro forma erfolgt ist. Weil versehentlich die
Verpflichtung der einzelnen Bauherrschaften zur Eintragung der
Parzellierungen und der Kaufverträge innert zweier Monate seit Rechtskraft
der Baubewilligung keinen direkten Eingang ins Dispositiv des Bau- und
Einspracheentscheides und den Baubewilligungen gefunden hat, so ist doch
darauf hinzuweisen, dass diese Verpflichtung - nachdem die Einsprachen im
Sinne der Erwägungen abgewiesen worden sind - doch der Rechtskraft der
Baubewilligungen teilhaftig und daher grundbuchlich vollstreckbar werden.
Dies wird seitens der Bauherrschaften zu beachten sein, umso mehr als - wie
erwähnt - die Baufreigabe für die einzelnen Bauvorhaben nur unter dieser
Bedingung gewährt worden ist.
c) Dass verschiedene Infrastruktruranlagen (unterirdische Einstellhalle;
Quartiererschliessung) gemeinschaftlich erstellt werden, spricht ebenfalls
nicht gegen die gemeindliche Rechtsposition. Der Beschwerdeführer
verkennt, dass im Rahmen von Quartierplanungen regelmässig gemeinsame
Infrastrukturanlagen vorgesehen werden, die unabhängig von den
Quartierplangebiet entstehenden Gebäuden erstellt werden dürfen. Auch aus
dieser Sicht betrachtet, lässt sich der gemeindliche Entscheid ohne weiteres
vertreten. Die Beschwerde erweist sich daher auch aus dieser Sicht betrachtet
als unbegründet und ist daher abzuweisen.
5. a) Bei diesem Ausgang gehen die Verfahrenskosten zulasten des
Beschwerdeführers, welcher überdies entsprechend dem Verfahrensausgang
den Beschwerdegegnern 2, 3, 4 und 7 sowie der Beigeladenen 1 die
verursachten, notwendigen Kosten (Art. 78 Abs. 1 des kantonalen Gesetzes
über die Verwaltungsrechtspflege, VRG; angesichts des Ausganges der
Beschwerdeverfahren R 07 28 und R 07 29: ein Drittel; ausgehend von einem
max. Stundenansatz von Fr. 240.--) zu erstatten hat.
b) Bund, Kanton und Gemeinde sowie mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben
betrauten Organisationen wird gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG in der Regel keine
Parteientschädigung zugesprochen, wenn sie in ihrem amtlichen
Wirkungskreis obsiegen. Davon abzuweichen besteht vorliegend kein Anlass,
weshalb der anwaltlich vertretenen Gemeinde denn auch keine
aussergerichtliche Entschädigung zuzusprechen ist.