Decision ID: db38c589-469f-47ad-8489-1a4c4b36af81
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1982
, meldete sich am 14. Januar 2019 u
nter Hinweis auf
eine
dialysepflichtige
Niereninsuffizienz
bei der Invaliden
versicherun
g zum Leistungsbezug an (Urk. 8/2
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab
und zog Akten der Krankentaggeldversicherung bei (Urk
. 8/12; Urk. 8/16; Urk. 8/22). Am
8. März 2019
teilte die IV-Stelle dem Versicherten
mit, dass der
zeit aufgrund seines Gesundheitszustandes keine Eingliederungsmassnahmen möglich seien (Urk. 8/7).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk.
8/26
; Urk.
8/31; Urk. 8/35
) sprach
sie ihm
mit Verfügung vom 28. Dezember 2020 (Urk. 8/49
= Urk. 2
)
bei einem Invaliditätsgrad von
40 % eine
Viertelsrente
ab
1. Oktober 2019
zu (
vgl.
Urk. 8/38
/1-3
= Urk. 8/59
/1-3
).
2.
Der
Versicherte erhob am
29. Januar 2021
Besch
werde gegen die Verfügung vom 28. Dezember 2020
(Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihm
ab Oktober 2019 eine ganze Invalidenrente
zuzusprechen, eventuell sei
die Angelegenheit zur Durchführung weiterer medizinischer Abklärungen an
die Vorinstanz zurückzuweisen
(Urk. 1 S.
2
).
Die IV-Stelle beantra
gte mit Beschwer
deantwort vom 10. März 2021
(Urk.
7
) die Abweisung der Beschwerde
, was dem Beschwerdeführer am
18. März 2021
zur Kenntnis gebracht wurde
(Urk. 9)
.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funk
tionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2bis IVG). Nach Art. 49
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
beurteilen die RAD die medi
zinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüf
methoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E
. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E.
3.3.2).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht
gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwal
tung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu
entscheiden haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzu
nehmen sei. Sie würdigen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hin
weisen).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit
jenem externer medizinischer Sachverständigengutachten
vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifika
tionen verfügt (BGE 137 V 210 E. 1.2.1). Soll ein Versicherungsfall ohne Einho
lung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweis
würdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 145 V 97 E. 8.5, 142 V 58 E. 5.1 mit Hinweisen).
1.4
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwie
rige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrelevante
Sach
verhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
ging
in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2)
davon aus
, ihre Abklärungen
hätten
ergeben, dass der Beschwerdeführer als
Elektro
hilfsmonteur
seit dem 3. Oktober 2018 zu 100 % arbeitsunfähig sei. Zu diesem Zeitpunkt beginne die gesetzliche einjährige Wartefrist. Aus ihrer Sicht bestehe seit spätestens Juni 2019 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit für angepasste Tätigkeiten.
Daran
würden
auch die im
Einwandverfahren
eingereichten Arztberichte nichts
ändern
.
Nach der Durchführung eines Einkommensvergleichs resultiere ein Invaliditätsgrad von 40 %, weshalb der Beschwerdeführer ab dem 1. Oktober 2019 Anspruch auf eine
Viertelsrente
habe
(S. 4 f.).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt
(Urk. 1)
,
dass die Berechnung des Invaliditätsgrades durch die Beschwerdegegnerin auf nicht belegten Annahmen basiere.
Die von den Angaben des behandelnden Fach
arztes abweichende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätig
keit sei durch einen Facharzt für Chirurgie erfolgt und enthalte zudem keine medizinisch fundierte Begründung für die abweichende Einschätzung. Entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin könne somit nicht von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit ausgegangen werden, sondern von einer vollen Arbeitsunfähigkeit
. Soweit vorliegend nicht auf die Beurteilung des behandelnden Facharztes abgestellt werden sollte, werde die Rückweisung zur Durchführung weiterer medizinischer Abklärungen im Sinne eines neutralen Gutachtens beantragt
(S. 3 ff.
Rz
5 ff.).
3.
3.1
Med.
pract
.
Y._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Nephrologie, nannte in seinem ärztlichen Zwischenbericht an die Kranken
taggeldversicherung vom 11. Februar 2019 (Urk. 8/12/22-24)
als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
eine dialysepflichtige Niereninsuffizienz und
eine benigne essentielle Hypertonie sowie
als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
eine reine Hypercholesterinämie (Ziff. 2). Med.
pract
.
Y._
legte dar, dass der Beschwerdeführer am 3. Oktober 2018 in
Z._
zur Einleitung einer Dialyse hospitalisiert worden sei. Seit November 2018 finde jeweils drei Mal pro Woche eine
Hämodialysetherapie
(HD) à jeweils vier Stunden statt. Eine Anmeldung zur Nierentransplantation werde folgen (Ziff. 3-4). Seit dem 3. Oktober 2018 liege für die aktuelle Arbeitstätigkeit eine 100%ige Arbeitsun
fähigkeit bis auf Weiteres vor (Ziff. 6). Nach der Stabilisierung des Gesundheits
zustands werde die aktuelle Tätigkeit
sowie
eine angepasste Tätigkeit maximal in einem 50%-Pensum zumutbar sein. Der Shunt am linken Arm sollte geschont werden und der Beschwerdeführer sollte keine Arbeiten über Kopf oder in Höhen ausüben. Die Arbeitsfähigkeit werde im Verlauf zu beurteilen sein (Ziff. 7).
3.2
I
n seinem Bericht vom 25. März 2019
(Urk. 8/8
/2-7
)
nannte m
ed.
pract
.
Y._
als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
eine
dialysepflichtige Niereninsuffizienz
sowie
als Diagnosen
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
e
ine arterielle Hypertonie
und
einen sekundären
Hyperparathyreoidismus
(Ziff.
2.5-
2.6).
Er behandle den Beschwerdeführer seit November 2018, wobei jeweils drei Mal in der Woche eine
HD
à jeweils vier Stunden stattfinde
. Es werde eine
Nierentransplantation angestrebt (Ziff. 1.1-1.2, Ziff. 2.8).
Für die ange
stammte Tätigkeit als Elektriker liege seit dem 3. Oktober 2018 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis auf Weiteres vor (Ziff. 1.3, Ziff. 4.1).
Aktuell bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit, eine weitere Beurteilung könne erst im Verlauf gemacht werden. Gegebenenfalls wäre ein maximales Pensum von 50 % möglich (Ziff. 2.7).
3.3
In seinem ärztlichen Zwischenbericht an die Krankentaggeldversicherung vom 17. Juni 2019 (Urk. 8/16/3-5) führte med.
pract
.
Y._
aus, dass aufgrund der drei Mal wöchentlic
h stattfindenden HD à jeweils 4
1⁄4 Stunden eine körperliche Einschränkung vorliege. Seit dem 3. Oktober 2018 bestehe eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit für die angestammte Tätigkeit bis auf Weiteres (Ziff. 6). Nach der Stabilisierung des Gesundheitszustandes werde die angestammte Tätigkeit dem Beschwerdeführer nicht mehr zumutbar sein. Eine angepasste Tätigkeit werde maximal in einem 50%-Pensum möglich sein. Er dürfe keine Arbeiten über Kopf oder in Höhen ausüben und der Shunt am linken Arm müsste geschont werden (Ziff. 7).
3.4
In seinem Verlaufsbericht vom 16. September 2019 (Urk. 8/17) führte med.
pract
.
Y._
aus
, dass für die angestammte Tätigkeit als Elektriker eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit vorliege, auch eine angepasste Tätigkeit sei
dem Beschwerde
führer
nicht zumutbar (Ziff. 2.1-2.2). Gegenwärtig finde drei Mal in der Woche eine HD à jeweils 4
1⁄4 Stunden statt (Ziff. 3.1). Die Prognose habe sich unter der chronischen HD-Therapie verschlechtert, es sei eine Nierentransplantation geplant. Der Beschwerdeführer sei auf der Transplantationswarteliste (Ziff. 3.3).
3.5
In seinem ärztlichen Zwischenbericht an die Krankentaggeldversicherung vom 10. Oktober 2019 (Urk. 8/22/13-15)
wiederholte med.
pract
.
Y._
, dass
aufgrund der drei Mal wöchentlic
h stattfindenden HD à jeweils 4
1⁄4 Stunden
eine körper
liche Einschränkung
vor
liege
. Seit dem 3. Oktober 201
8 bestehe
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für die angestammte Tätigkeit bis auf Weiteres (Ziff. 6).
Nach der Stabilisierung des Gesundheitszustandes werde die angestammte Tätigkeit dem Beschwerdeführer nicht mehr zumutbar sein. Eine angepasste Tätigkeit werde maximal in einem 50%-Pensum möglich sein. Er dürfte keine Arbeiten über Kopf oder in Höhen ausüben und der Shunt am linken Arm müsste geschont
werden (Ziff. 7).
3.6
I
n seinem Verlaufsbericht v
om 6. April 2020 (Urk. 8/20)
führte
m
ed.
pract
.
Y._
aus
,
dass der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers stationär sei (Ziff. 1.1), wobei für
die angestammte Tätigkeit als Elektriker
sowie
für eine angepasste Tätigkeit
weiterhin
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vorliege (Zi
ff. 2.1-2.2). Gegenwärtig finde drei Mal i
n der Woche eine HD à jeweils 4
1⁄4 Stunden statt (Ziff. 3.1). Die Prognose habe sich unter der chronischen HD-Therapie verschlech
tert und es sei eine Nierentransplantation geplant. Der Beschwerdeführer sei auf der Transplantationswarteliste (Ziff. 3.3).
3.7
Dr. med.
A._
, Facharzt für Chirurgie,
RAD
, führte in seiner Stellung
nahme vom 2. Juni 2020 (Urk. 8/24/4-5) aus, dass gemäss den Berichten von med.
pract
.
Y._
(vgl. vorstehend
E. 3.1-3.6
) davon ausgegangen werden könne, dass eine dialysepflichtige Niereninsuffizienz und eine primäre Hypertonie mit dauerhafter Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sowie eine Adipositas ohne dauerhafte Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorl
ä
ge
n
. Für die bisherige Tätigkeit als Hilfsmonteur liege seit dem 3. Oktober 2018 eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit bis auf Weiteres vor. In einer angepassten leichten Tätigkeit ohne Heben, Tragen und Transportieren von Lasten unter 5 kg, ohne (beidseitiges) Arbeiten in Armvorhalte und Überkopfarbeiten sowie ohne repetitive Belastung des linken Armes (Shunt) bestehe seit dem 11. Februar 2019, spätestens seit dem 17. Juni 2019 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit. Durch die Nierentransplantation könne überwiegend wahrscheinlich der Gesundheitszustand verbessert werden.
3.8
Dr. med.
B._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Kardiologie,
Universitätsspital C._
, Universitäres Herzzentrum,
berichtete am
28. Juli 2020
über die am 27. Juli 2020 erfolgte Untersuchung in der Sprech
stunde für Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern
(Urk. 8/33/7-12)
und nannte
als kardiologische Diagnosen
einen
Ventrikelseptumdefekt
und eine
Pulmonal
stenose
(S. 1).
Von kardialer Seite her liege ein unauffälliger Verlauf vor. Der Beschwerdeführer sei kardial asymptomatisch und subjektiv normal leistungs
fähig. Er spiele regelmässig Basketball und Pingpong in der Freizeit und fühle sich bezüglich seiner Leistungsfähigkeit nicht eingeschränkt. Spezifische kardiale Symptome verneine er. Subjektiv störend empfinde er die Trinkmengenrestriktion zwischen den Dialysen (S. 4 oben). Aus kardiologischer Sicht bestehe keine Kontraindikation für die geplante Nierentransplantation (S. 3 Mitte). Das
perioperative
Risiko für kardiovaskuläre Komplikationen bei einer Nieren
transplantation werde als gering eingeschätzt (S. 5 oben).
Das Gewicht bezifferte Dr.
B._
mit
73.9
kg, die Körpergrösse
mit
179 c
m
und den BMI mit 23.1 kg/m
2
(S. 4).
3.9
Med.
pract
.
Y._
legte in seinem Bericht vom 5. Oktober 2020 (Urk. 8/33/2-6) dar, dass unter der HD-Therapie ein stabiler Verlauf vorliege. Der Beschwerde
führer sei für eine Nierentransplantation auf der Warteliste (Ziff. 2.2). Es finde weiterhin drei Mal
wöchentlich eine HD à jeweils 4
1⁄2 Stunden statt (Ziff. 1.2, Ziff. 2.8). Für die angestammte Tätigkeit als Elektriker bestehe seit dem 3. Oktober 2018 eine anhaltende 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Ziff. 1.3, Ziff. 4.1). Eine angepasste Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer nicht zumutbar (Ziff. 4.2). Bezüg
lich der Prognose zur Eingliederung gab med.
pract
.
Y._
an, es bestehe weiter
hin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Ziff. 4.3). Bei Aufgaben im Haushalt sei der Beschwerdeführer nicht eingeschränkt (Ziff. 4.5).
3.10
RAD-Arzt Dr.
A._
legte in seiner Stellungnahme vom 28. Oktober 2020 (Urk. 8/36/3)
dar,
dass med.
pract
.
Y._
in seinem neuesten Bericht vom 5. Oktober 2020 (vgl. vorstehend E. 3.9) einen stabilen Verlauf dokumentiert habe, eine Verschlechterung sei dem Bericht nicht zu entnehmen. Zudem habe Dr.
B._
in seinem Bericht vom 28. Juli 2020 (vgl. vorstehend E. 3.8) berichtet, dass der Beschwerdeführer regelmässig Basketball und Pingpong spiele. Somit scheine eine körperliche Belastbarkeit durchaus gegeben zu sein. Aus versiche
rungsmedizinischer Sicht sei daher nicht nachvollziehbar, warum eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in einer dem Leiden angepassten Tätigkeit nicht zumutbar sein sollte. Es werde daher empfohlen, an seiner letzten Stellungnahme vom 2. Juni 2020 (vgl. vorstehend E. 3.7) festzuhalten.
4.
4.1
Den Akten lässt sich entnehmen, dass der Beschwerdeführer an einer dialyse
pflichtigen Nie
ren
insuffizienz leidet, weshalb ihm die angestammte Tätigkeit als
Elektrohilfsmonteur
seit dem 3. Oktober
2018
unbestrittenermassen
nicht mehr zumutbar ist (vorstehend
E. 2.1,
E. 3.1-3.7, E. 3.9
;
Urk. 1 S. 3 f.
Rz
5). Streitig und zu prüfen ist hingegen die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführer
s in einer ange
passten
Tätigkeit (vorstehend E. 2.1-2.2).
4.2
Der behandelnde
Nephrologe
med.
pract
.
Y._
führte im Juni 2019 (vorstehend E. 3.3) und im Oktober 2019 (vorstehend E. 3.5)
aus,
eine angepasste Tätigkeit werde maximal in einem Pensum von 50 % möglich sein. Im April 2020 berich
tete er, die Prognose habe sich verschlechtert (vorstehend E. 3.6), und im Oktober 2020 führte er aus, eine angepasste Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer nicht zumutbar (vorstehend E. 3.9).
Die Feststellung von Dr.
A._
, RAD, es sei ein stabiler Verlauf dokumentiert worden (vorstehend E. 3.10), erweist sich damit als unzutreffend. Ferner findet die von ihm genannte Diagnose einer Adipositas (vorstehend E. 3.7) in den Akten keine Stütze, die im Juli 2020 gemachten Angaben lassen sie sogar als akten
widrig erscheinen,
wurde damals doch ein BMI
von
23.1
kg/m
2
festgestellt (vorstehend E. 3.8).
Aus der Feststellung sodann, der Beschwerdeführer spiele regelmässig Basketball und Pingpong (vorstehend E. 3.8)
,
lassen sich
mangels Angaben über Intensität und Häufigkeit
keine quantifizierbaren Erkenntnisse über die Belastbarkeit in einer in aller Regel kontinuierlich zu verrichtenden Erwerbsarbeit gewinnen. Gleiches gilt für die Feststellung von med.
pract
.
Y._
, bei Aufgaben im Haushalt sei der Beschwerdeführer - dem eine anpasste Tätigkeit nicht zumutbar sei - nicht eingeschränkt (vorstehend E. 3.9), ist doch nicht bekannt, was med.
pract
.
Y._
als dem (verheirateten, kinderlosen) Beschwerde
führer
im Haushalt
zufallende Aufgaben betrachtete.
4.3
Der Sachverhalt erweist sich vor diesem Hintergrund hinsichtlich der für die Anspruchsprüfung entscheidenden Frage, welche Tätigkeiten als angepasst gelten können und in welchem Umfang sie dem Beschwerdeführer zuzumuten sind, als ungenügend abgeklärt.
Zu klären ist insbesondere, wie es sich damit erfahrungsgemäss bei Dialyse-Pati
enten im Allgemeinen und wie bei
m
Beschwerdeführer im Besonderen verhält. Dies lässt es als angezeigt erscheinen, zur Beantwortung der genannten Fragen eine
nephrologische
Begutachtung
zu veranlassen.
Somit ist die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache ist, dem Even
tualantrag des Beschwerdeführers folgend, an die Beschwerdegegnerin zurückzu
w
e
isen, damit sie die erforderlichen Abklärungen vornehme und erneut verfüge.
5.
5.1
Die Verfahrenskosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sind ermessensweise auf Fr. 600.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
Dem obsiegenden und vertretenen Beschwerdeführer steht eine Prozessent
schädigung zu, die beim hier anwendbaren praxisgemässen Stundenansatz von Fr. 185.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) ermessens
weise auf Fr. 1'700.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen und der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen ist.
Das Gericht
erkennt:
1.
In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom 28. Dezember 2020 aufgehoben und die Sache wird an diese zurückgewiesen, damit sie nach erfolgten Abklärungen im Sinne der Erwägungen neu verfüge.
2.
Die Gerichtskosten von Fr.
600
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
dem Beschwerdeführer
eine Prozessent
schädigung von Fr.
1’700
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Orion Rechtsschutz-Versicherung AG
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.