Decision ID: 69699ef1-43b0-4f5e-aab8-363826c55736
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1959,
besuchte während fünf Jahren die Primarschule in Italien und erlernte keinen Beruf.
Im Jahr 1977 liess sie sich in der Schweiz nieder.
Zuletzt
arbeitete
sie
im Reinigungsdienst sowie nebenbei im Lebensmittelverkauf (Urk. 6/2/
3-
4). Am 1. Dezember 2003
meldete sie sich unter Hinweis auf
schwere chronische Handekzeme mit Streuung auf den ganzen Körper
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
6/2
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte Auszüge aus
dem individuellen Konto (IK-Aus
zug; Urk.
6/5
, Urk.
6/42, Urk. 6/45
),
die Akten der Winterthur Versicherung (Urk. 6/6, Urk. 6/19-21, Urk. 6/25),
Steuerunter
lagen
(Urk. 6/12) und
bei der letzten Arbeitgeberin
Arbeitge
berbericht
e
(Urk.
6/11, Urk. 6/13-14
) ein
. Zwec
ks Beurteilung des gesundheitli
chen Zustandes
nahm
die IV-Stelle Berichte der behandelnden Ärzte (Urk.
6/
7, Urk. 6/9, Urk. 6/15, Urk. 6/29
)
zu den Akten
.
Mit Verfügung vom
2.
Februar 2005 verneinte
sie
den Anspruch der Versicherten auf berufliche Massnahmen (Urk. 6/33). Mit Verfügung vom 25. April 2005 sprach sie der Versicherten mit Wirkung ab 1. Juli 2004 eine halbe Invalidenrente zu (Urk. 6/43, Urk. 6/37).
Anlässlich eines im Jahr 20
08
eingeleite
ten Revisionsverfahrens
(Urk. 6/44 ff.)
wurde die
Rentenzusprache
gestützt auf
einen haus
ärztlichen Bericht
mit Mit
teilung vom
2
2.
Mai 2008
bei unveränderter Situation
bestätigt
(Urk. 6/48
).
1.2
Im
Januar
2012 leitete die IV-Stelle
erneut
ein
Re
ntenre
vision
sverfahren
ein
(Urk. 6/51 ff.
).
Namentlich
holte die IV-Stelle
das interdisziplinäre Gutachten des Zentrums
Z._
vom 2
2.
Mai 2014 (Urk. 6/74) ein
.
Zudem erstellte sie einen Abklärungsbericht für
Selbständiger
werbende
(Urk. 6/76).
Nach durch
geführtem Vorbescheidverfahren (vgl. Urk.
6/77
f
f.) hob die IV-Stelle mit Verfü
gung vom
27. Oktober
2014 die halbe Rente auf das Ende des der Zustellung folgenden Monats
wiedererwägungsweise
auf
. Einer Beschwerde gegen diese Verfügung entzog sie
die aufschiebende Wir
kung
(Urk. 6/85 = Urk. 2
).
2.
Gegen diese Verfügung erhob
X._
am
26
.
Novem
ber 2014 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren, der angefochtene Entscheid sei aufzuhe
ben und es sei ihr weiterhin eine halbe Rente zu gewähren
. Zudem ersuchte sie
in prozessualer Hinsicht
um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde
(Urk. 1
S. 2
). Die IV-Stelle beantragte in der Beschwerdeantwort vom 1
6
.
Januar 2015
die Abweisung der Beschwerde (Urk.
5
)
, was der Beschwerdeführerin am 19. Januar 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 6)
.
Mit Gerichtsverfügung vom 21. Januar 2015
wurde das Gesuch um Wiederher
stellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde abgewiesen (Urk. 7).
Mit
Gerichtsverfügung vom 17. Februar 2016 wurde die Pensionskasse
Y._
zum Prozess beigeladen (Urk. 10), welche sich jedoch nicht verneh
men liess
.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den
nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts; ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG)
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.3
Gemäss einem allgemeinen Grundsatz des Sozialversicherungsrechts kann die Verwaltung auf formell rechtskräf
tige Verfügungen oder
Einspracheentscheide
, die nicht Gegenstand materieller richterlicher Beurteilung gebildet haben, zurückkommen, wenn sie zweifellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (Art.
53
Abs.
2 ATSG; BGE 133 V 50 E.
4.1).
Massgebend für die Unrichtigkeit ist das Ausmass der Überzeugung, dass die bisherige Entscheidung falsch war. Es darf kein vernünftiger Zweifel daran möglich sein, dass eine Unrichtigkeit vorliegt; mithin ist nur ein einziger Schluss möglich, eben derjenige der Unrichtigkeit. Dies schliesst es aus, bei einer unzutreffenden Ermessensbetätigung auf eine zweifellose Unrichtigkeit zu
schliessen. Die Frage der Unrichtigkeit beurteilt sich nach dem im Zeitpunkt des Erlasses der fraglichen Verfügung herrschenden Rechtszustand; dieser schliesst auch die seinerzeitige Rechtspraxis mit ein (vgl. Ueli
Kieser
, ATSG-Kommentar, 3. Aufl., Zürich 2015, Art. 53
Rz
. 52 mit Hinweisen auf die Praxis).
Kein
Wieder
erwägungsgrund
liegt somit vor, wenn eine Entscheidung notwendiger
weise Ermessenszüge aufweist und die bisherige Entscheidung als vertretbar erscheint (
Kieser
, a.a.O., Art. 53
Rz
. 56
mit Hinweis
).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte zur Begründung ihres Entscheids aus,
bei der
Rentenzusprache
sei die medizinisch-theoretische Restarbeitsfähigkeit in ange
passter Tätigkeit nicht abgeklärt worden,
obwohl die behandelnde Dermatologin von einer Arbeitsfähigkeit von 50 bis 100
%
in einer angepassten Tätigkeit aus
gegangen
sei. Darin sei
eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes zu seh
en, womit ein Wiedererwägungsgrund vorliege und der Leistungsanspruch aktuell und insgesamt zu prüfen sei
.
Aus dem polydisziplinären
Z
._
-
Gutachten vom 22. Mai 2014 gehe nun hervor, dass in einer angepassten Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsfähigk
eit bestanden habe und bestehe
. Somit resultiere ein Invaliditätsgrad von 0
%
, weshalb die bisherige halbe Invalidenrente aufzuhe
ben sei
. Da bereits während des Rentenbezugs eine erhebliche
Restarbeitsfähig
keit
bestanden habe, sei
der Beschwerdeführerin
die Selbsteingliederung
trotz ihres Alters zumutbar
(
Urk.
2
).
2.2
Die Beschwerdeführerin beanstandete in ihrer Beschwerde, dass
trotz ihres Alters von 55 Jahren keine Eingliederungsmassnahmen durchgeführt worden seien
, die Zumutbarkeit der Selbsteingliederung nie umfassend geprüft und ihre Wiedereingliederung nicht aktiv gefördert worden sei.
Dies wäre aber ihrer Auffassung nach notwendig gewesen, nachdem sie seit 2003 vom Arbeitsmarkt abwesend sei, über keine Berufsbildung verfüge und nicht Deutsch spreche
. Ihre Restarbeitsfähigkeit sei wirtschaftlich nicht verwertbar
(Urk. 1 S. 6
f.
).
Hinzu komme, dass die erstmalige
Rentenzusprache
nicht als zweifellos unrichtig bezeichnet werden könne. Die behandelnde Dermatologin sei sich bezüglich der Arbeitsfähigkeit unsicher gewesen, habe sie in einer angepassten Tätigkeit auf 50 bis 100
%
eingeschätzt, wobei sich aber
ihrer Beurteilung nach
eine volle Arbeitsfähigkeit nur bei einem stabilen Hautbild realisieren lassen hätte
. Gemäss dem Protokoll der Berufsberatung sei der Verlauf des Ekzems jedoch unregel
mässig gewesen
. Dass der
Regionale Ärztliche Dienst (RAD) und mit ihm die IV-Stelle von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit ausgegangen seien, sei innerhalb des Ermessensspielraums vertretbar gewesen
. Mangels
zweifelloser Unrichtigkeit sei die nun vorgenommen
e Wiedererwägung nicht zulässig
(Urk. 1 S. 10
f.
).
Eine wesentliche Verbesserung des Gesundheits
zustands sei ebenfalls nicht eingetreten (Urk. 1 S. 12).
3.
3.1
Die Zusprechung der Rente stütz
t
e sich auf
die Stellungnahme
der RAD-Ärztin vom 13. Januar 2005 (Urk. 6/35/5).
Diese wiederum basierte auf den Angaben von
Dr.
med.
A._
, Fachärztin für
Dermatologie und Venerologie
, vom 6.
Dezember 2004 (Urk. 6/
29
, Urk. 6/35/4).
Dr.
A._
nannte als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein kumulativ toxisches Handekzem mit kontaktallergi
scher und
atopischer
Komponente
bei bekannter Typ 4-Sensibili
sierung auf Nickel-II-Sulfat, Duftstoffmix, Phenylquecksilberacetat,
Excipial
U
Lipolotion
und
Enka
, eine verminderte Alkaliresistenz sowie ein
atopisches
Ekzem bei
Rhinokonjunktivitis
pollinosa
mit Typ 1-Senisibilisierungen auf Beifuss, Birkenpoll
en, Erlenpollen und Haselpollen
. In
der angestammten Tätig
keit attestierte sie der Beschwerdeführerin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit 7. Oktober 2003 (Urk. 6/29/1). Sie führte aus, bezüglich der Prognose sei mit einem weiterhin chronisch rezidivierenden Verlauf zu rechnen.
E
s könne der Beschwerdeführerin nur noch eine Arbeit in einer allergiearmen, trockenen und sauberen Umgebung zugemutet werden. Insbesondere könne sie keine
Feuchtar
beit
mehr verrichten. Auch hautirritierende Substanzen und stundenlanges Tragen von Handschuhen
seien zu vermeiden
. Bei einem stabilen Hautzustand und unter Berücksichtigung der Allergenkarenz könne ihr wieder eine Arbeit zugemutet werden (Urk. 6/29/2).
Als eingeschränkt beurteilte sie sodann das Arbeiten in Nässe, Kälte und Hitze (Urk. 6/29/3). In einer
behinderungsange
passten
Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin je nach Verlauf zwischen 50 und 100
%
arbeitsfähig (Urk. 6/29/4).
Die RAD-Ärztin hielt am 13. Januar 2005 fest, angesichts der Tatsache, dass die Arbeitsfähigkeit klar von der Qualität der Allergenkarenz abhänge und eine genügende Allergenkarenz schwer zu erreiche
n
sei,
sei
vorläufig von einer mindestens 50%igen Arbeitsfähigkeit aus
zugehen und den Fall der Berufsberatung weiterzuleiten. Gegebenenfalls könne die Arbeitsfähigkeit dann immer noch erhöht werden (Urk. 6/35/5).
3.2
Die Beschwerdegegnerin stellt
sich nun auf den Standpunkt, sie hätte damals weitere Abklärungen tätigen müssen und habe somit klarerweise den
Unter
suchungsgrundsatz
verletzt (Urk. 2 S. 2).
Ihr Vorbringen, sie habe die Arbeits
fähigkeit in angepasster Tätigkeit nicht abgeklärt (Urk. 2 S. 3), trifft nicht voll
ends zu. Denn z
wecks Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit holte die IV-Stelle wie vom RAD empfohlen einen IV-Bericht der behandelnden
Dermatologin ein (vgl. Urk. 6/35/4).
Gewisse Abklärungen wurden damit getätigt.
Bezüglich Notwendigkeit, Umfang und Zweckmässigkeit von medizinischen Erhebungen kommt dem Versicherungsträger nach der Rechtsprechung ein grosser Ermessensspielraum zu (
Kieser
,
a.a.O., Art. 43
Rz
. 20
).
Die RAD stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des
Leis
tungsanspruchs
zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funktionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszu
üben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49
der Verordnung über die Invalidenver
sicherung (IVV)
beurteilen die RAD die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht – gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei. Sie würdigen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bun
desgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014
,
E. 3.5 mit Hinweisen).
Die RAD-Ärztin vertrat damals die Ansicht, der Sachverhalt sei mit dem Einho
len des Berichts der behandelnden Dermatologin ausreichend abgeklärt.
Die von der RAD-Ärztin angegebene Arbeitsfähigkeit von 50
%
in einer angepassten Tätigkeit lag denn auch im von der behandelnden Dermatologin angegebenen Rahmen. Dass von 50 und nicht von 100
%
auszugehen sei, begründete die RAD-Ärztin damit, dass die Arbeitsfähigkeit von der Allergenkarenz abhänge und eine genügende Allergenkarenz schwer zu erreichen sei (Urk. 6/35/5). Diese
Beurteilung ist vor dem Hintergrund der Angaben von
Dr.
A._
, wonach die Zumutbarkeit einer Tätigkeit einen stabilen Hautzustand sowie die Berücksichti
gung der Allergenkarenz voraussetzt (Urk. 6/29/2), nicht haltlos. Insgesamt war die Annahme, es bestehe mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit, nicht
zweifellos unrichtig
, sondern
aus damaliger Sicht vertretbar, weshalb eine Wiedererwägung nicht zulässig ist.
Die getätigten Abklärungen erweisen sich zwar als eher knapp, jedoch liegt nicht
zweifellos eine Verletzung des Untersuchungsgru
ndsatzes vor, sondern es war auch vertretbar, keine weiteren Abklärungen zu tätigen.
Nur für den Fall, dass eine optimal angepasste beziehungsweise die Allergenkarenz vollumfänglich berücksichtigende Tätigkeit gefunden werden könne,
ging die RAD-Ärztin von höheren erwerblichen Ressourcen aus. Dieser Fall trat jedoch nicht ein. Die für eine Steigerung der Restarbeitsfähigkeit als erforderlich angesehenen Massnah
men der Eingliederung wurden nicht durchgeführt. Zwar leitete die Beschwer
degegnerin solche ein (Arbeitsversuch; Urk. 6/49), wobei die Beschwerdefüh
rerin die Teilnahme daran aus gesundheitlichen Gründen ablehnte (Urk. 6/50). Dabei beliess es die Beschwerdegegnerin. Eine verbindliche Aufforderung zur Teilnahme an Eingliederungsmassnahmen, unter Androhung der Folgen im Falle unterlassener Mitwirkung, wäre eine Voraussetzung, um der Beschwerde
führerin bei der gegebenen Sachlage eine höhere Restarbeitsfähigkeit entgegen
zuhalten (vgl. Art. 21
Abs.
4 ATSG).
3
.3
Dass
das
Zentrum Z._
in seinem Gutachten
vom 22. Mai 2014
von einer bereits von Anfang an gegebenen 100%igen Arbeitsfähigkeit in
angepasster Tätigkeit aus
ging
, ändert nichts daran, dass die der
Rentenzusprache
zugrunde liegende Beurteilung
damals
vertretbar war. Die Z._
-Gutachter nahmen lediglich eine abweichende Beurteilung vor. Diese enthält indes keine Argumente gegen die Vertretbarkeit einer anderen
respektive der ursprünglich vorgenommenen
Ein
schätzung
der RAD-Ärztin
(vgl. Urk. 6/74/22,
Ziff.
4.3.6, Urk. 6/74/29
, Urk. 6/74/30
Ziff.
11, Urk. 6/74/31
Ziff.
14 und 15
)
.
Nach dem Gesagten liegt eine abweichende Ermessensbetätigung, aber keine
zweifellose
Fehlerhaftigkeit vor. Somit rechtfertigt sich mangels Unhaltbarkeit respektive zweifelloser Unrichtigkeit der damaligen Beurteilung keine Wiedererwägung.
Würde nun dennoch auf das Z._
-Gutachten abgestellt, käme dies einer voraussetzungslo
sen Neuprüfung
der Rente
gleich, was nicht zulässig ist.
3.4
Auch in der rentenbestätigenden Mitteilung vom 2
2.
Mai 2008 (Urk. 6/48) ist keine zweifellose Unrichtigkeit zu erkennen, zumal damals keine Anhaltspunkte für eine wesentliche Veränderung vorlagen und auch retrospektiv nicht von einer damals zu berücksichtigenden Veränderung auszugehen ist (vgl. Urk. 6/74/31
Ziff.
15.2).
3.
5
Für eine Verbesserung des Gesundheitszustands seit der
Rentenzusprache
liegen
auch aktuell
keine Anhaltspun
kte vor. Namentlich wurde im Z._
-Gutachten vom 2
2.
Mai 2014 ein seit 2004 unveränderter Gesundheitszustand (Urk. 6/74/31
Ziff.
15.2) sowie eine seither konstante Arbeitsfähigkeit in adap
tierten Tätigkeiten (Urk. 6/74/31
Ziff.
15.1) angegeben.
Demnach
ist
kein
Revi
sionsgrund
im Sinne von Art. 17 ATSG
gegeben
und die angefochtene Verfü
gung ist nicht mit
einer entsprechenden substituierten
Begründung zu schützen. Ebenso wenig liegt ein unklares Beschwerdebild vor, welches die Prüfung der Rentenaufhebung in Anwendung von
lit
. a
Abs.
1
der am 1.
Januar 2012 in Kraft getretenen Schlussbestimmungen der Änderung vom 1
8.
März 2011 des IVG (
6.
IV-R
evision, erstes Massnahmenpaket) erlauben würde.
Dement
sprechend ist die angefochtene Verfügung in
Gutheissung
der Beschwer
de auf
zuheben mit der Feststellung, dass
die Beschwerdeführerin
weiterhin An
spruch auf
eine
halbe
Invalidenrente hat.
4.
4.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 6
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
4.2
Ausgangsgemäss steht der Beschwerdeführerin eine Prozessentschädigung zu, die gemäss Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit
§
34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht
(GSVGer)
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeit
aufwand und den Barauslagen zu bemessen und unter Berücksichtigung dieser Grundsätze auf
Fr.
1‘900
.-- (inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen) festzusetzen ist.