Decision ID: d6ff12ab-35fe-4607-a954-04483a6267a8
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
(Schreibweise
des Vornamens
gemäss Pass und Versicherungs
ausweis, vgl. Urk. 8/2 und Urk. 8/
3;,
vgl. Urk. 1 und Urk. 2 sowie Urk. 8/6
und Urk. 8/66/11
), geboren 1958, meldete sich am 10. April 2003 bei der Invalidenversicherung an und gab an, seit 1997 wegen Depressionen und eines Nervenzusammenbruchs in hausärztlicher Behandlung zu sein (Urk. 8/1)
. Die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich (SVA), IV
Stelle, holte den
hausärztlichen
Bericht von Dr. med.
Y._
, Facharzt für Allgemeine Medizin,
vom
31. Augu
st 2003 ein (Urk.
8/7
/1-2
)
und er
fuhr
, dass
X._
im Dezember 2003 während einiger Tage wegen eines psychischen Ausnahmezustands im
Spital
Z._
hos
pitalisiert gewesen war (Austrittsberi
cht vom 19. Dezember 2003, Urk.
8/15/1-2).
Nachdem sie
durch Dr. med.
A._
, Spezialärztin für Psychiatrie und Psy
chotherapie, das Gutachten vom 15. O
ktober 2004
hatte
erstellen
lassen
(Urk. 8/18
), verneinte die IV-Stelle m
it Verfügung v
om 9. November 2004
einen Renten
anspruch bei
einem Invaliditätsgrad von 10 %, ausgehend davon, dass die Versicherte bei guter Gesundheit zu 10 % erwerbstätig und zu 90 % im Haushalt tätig wäre
(Urk.
8/20).
Im
Einspracheverfahren
erhielt sie Kenntnis von weitere
n
Berichten des Spitals
Z._
aus der Zeit von 1999 bis 2004 und
von einer
Hospitalisation
der Versicherten im
Spital
B._
vom November 2004
(Urk.
8/
22/2-21), worauf sie die Einsprache mit
Entscheid vom 2
1. Dezember 2004
abwies (
Urk.
8/25).
Auf die Beschwerde der Versicherten hin, vertreten durch Fritz
Badertscher
, Treu
hand-, Rechts- und Wirtschaftsberatung,
hob das Sozialversicherungsge
richt des Kantons Zürich den
Einspracheentscheid
mit Urteil vom 26. Oktober 2005 auf
und verpflichtete die IV-Stelle zu weiteren Abklärungen
zu den gesundheitlichen Auswirkungen
auf die Arbeitsfähigkeit
und zu den Tätigkeits
feldern, welche die Versicherte bei guter Gesundheit innehätte (Prozess Nr.
IV.2005.001
3
3; Urk. 8/30 E. 2.3 bis E. 2.6
).
1.2
Die IV-Stelle
holte in der Folge den Bericht der Klinik
C._
, Psychiatrisches Zentrum
B._
, vom 24. Juli 2006 und
den Bericht von Dr. med.
D._
, Spezialärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 1.
/6.
Sep
tember 2006 über die Behandlung seit Dezemb
er 2004 ein (Urk. 8/53 und Urk.
8/54), liess am 13. Februar 2007 eine Abklärung im Haushalt du
r
chführen
(Bericht vom 2. März 2007, Urk. 8/61) und liess die Versicherte
anschliessend durch Dr. med. E._
, Spezialarzt für Psychiatrie und Psycho
therapie, begutachten (Gutachten vom 30. Juni 2007 aufgrund der Unter
suchung vom 30. April 2
007, Urk. 8/60). Nachdem die IV
Stelle eine Stellungnahme ihrer RAD-Ärzte Dr. med.
F._
, Spezialarzt für
O
rthopädische Chirurgie, und
PD Dr. Dr.
G._
, Spezialarzt für Psychiatrie und
Psychothe
rapie, vom 8. August 2007 eingeholt hatte (Urk. 8/62/4-5), sprach sie der Ver
sicherten mit Verfügung vom 9. Ja
nuar 2008 rückwirkend ab dem 1.
Dezember 2005 eine ganze Rente aufgrund e
ines Invaliditätsgrades von 100
% zu
, unter der Annahme, dass die Versicherte ohne gesundheitliche Beeinträchtigung
zu 9,5 % berufstätig und zu 90,5 % im Haushalt tätig wäre
(Urk.
8/68 und
Urk
.
8/69).
1.3
Im weiteren Zeitverlauf meldete sich die Versicherte am 12. Juni 2008 bei der Invalidenversicherung für eine
Hilflosenentschädigung
an (Urk. 8/73), worauf die IV-Stelle den Bericht von Dr.
D._
vom 18. August 2008
einholte
(Urk.
8/79)
, mit der Versicherten am 11. September 2008 ein Abklärungsge
spräch in ihrer Wohnung führte (Bericht vom 15. September 2008, Urk. 8/80)
und der Versicherten mit Verfügung vom 20. November 2008 eine Entschädi
gung aufgrund einer Hilflosigkeit leichten Grad
es zusprach (Urk. 8/85 und Urk.
8/87).
Zur gleichen Zeit leitete die IV-Stelle
hinsichtlich Rente und
Hilflosenentschädi
gung
ein R
evisionsverfahren in die Wege (
Angaben der Versicherten vom 3.
November 2008 im Fragebogen, Urk. 8/83)
und holte hierzu den Bericht von Dr.
Y._
v
om 24. November 2008
und
den Bericht von Dr.
D._
vom 2.
Februar 2009 ein (Urk. 8/89 und Urk. 8/90). Nachdem sie nochmals ein
Gespräch zur
Abklärung
der Hilflosigkeit vor Ort
hatte führen lassen (Bericht vom 18. September 2009, Urk. 8/94), eröffnete sie der Versicherten am 28. Sep
tember 2009, dass sie weiterhin Anspruch auf die bisherige
Hilflosenentschädi
gung
habe (Urk. 8/95). Am 18. November 2009 teilte
sie
der Versicherten sodann mit, dass auch ihr Anspruch auf die Invalidenrente unverändert bleibe (Urk. 8/98).
1.4
Im Jahr 2013 nahm die IV-Stelle ein weiteres Revisionsverfahren auf. Sie holte den Bericht von Dr.
Y._
vom 13. Mai 2
013 ein (Urk. 8/100) und erfuhr
, dass Dr.
D._
die Praxis Ende 2012 altershalber geschlossen hatte (Brief von Dr.
D._
an den Ehemann der Versiche
rten vom 8. November 2012, Urk.
8/101/1-2) und die Versicherte in diesem Zusammenhang am 19. Novem
ber 2012 in der Klinik
C._
vorgesprochen hatte (Anmeld
ung
durch Dr.
D._
vom 15. November 2012, Urk. 8/101/13; Bericht der
C._
AG vom 29. November 2
0
12, Urk. 8/101/8-10)
.
Sie
gab bei Dr. med.
H._
, Spezialarzt für Psychiatrie und Psychotherapie, ein weite
res Gutachten in Auftrag, das dieser am 25. September 2013 verfasste (Unter
suchung vom 17. September 2013, Urk. 8/109). Des Weiteren liess
sie
am
2. April 2014 eine nochmalige
Haushaltabklärung durchführ
en (Bericht vom
3. April
2014, Urk. 8/111).
Mit Vorbescheid vom 5. August 2015
teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie ihre
ganze
Rente
bei einem Invaliditätsgrad von richtigerweise nur 40 %
auf eine
Viertelsrente
herabzusetzen gedenke, da ihr Gesundheitszustand zwar unverändert geblieben sei, bei der ursprünglichen Rentenzusprechung vom 9. Januar 2008 jedoch fälschlicherweise die Mitwirkung ihrer Familienange
hörigen im Haushalt nicht berücksichtigt worden sei
(Urk. 8/114)
. Mit Eingabe vom 8. Oktober 2015 liess die Versicherte, ve
rtreten durch Rechtsanwalt Mark
A.
Glavas
, E
i
nwendungen gegen den
Vorbescheid erheben (Urk. 8/122
).
Die IV
Stelle liess am 2. Dezember 2015 nochmals einen Hausbesuch durchführen (Bericht vom 21. Dezember 2015, Urk. 8/129) und eröffnete der Versicherten daraufhin mit neuem Vorbescheid vom 12. Februar 2016, dass
sie die Rente aufgrund eines neu ermittelten Invaliditätsgrades von 37 % vollumfänglich auf
zuheben gedenke
, wiederum annehmend, die Versicherte wäre bei guter Gesundheit zu 9,5 % erwerbstätig und zu 90,5 % im Haushalt tätig
(Urk. 8/131). Nachdem die Versicherte am 14. März 2016 erneut Einwendungen hatt
e vor
bringen lassen (Urk. 8/133
), entschied die IV-Stelle mit Verfügung vom 11. April 2016 im Sinne ihres neuen Vorbescheids und hob die Rente auf Ende des Monats nach der Verfügun
gszustellung auf (Urk. 2 = Urk.
8/136). Mit Vorbe
scheid vom 27. April 2016 informierte die IV-Stelle die Versicherte sodann dar
über, dass sie auch die
Hilflosenentschädigung
aufzuhe
ben beabsichtige (Urk.
8/141), wogegen am 24. Mai 2016 ebenfalls Einwendunge
n vorgebracht wurden (Urk. 8/145
).
2.
Gegen die Verfügung vom 11. April 2016
betreffend Rentenaufhebung
liess
X._
durch Rechtsanwalt Mar
k A.
Glavas
mit Eingabe vom 11.
Mai 2016 Beschwerde erheben (Urk. 1) und beantragen, die Verfügung sei aufzuheben und ihr sei weiterhin die bisherige Rente auszurichten (Urk. 1 S. 2). Die IV-Stelle schloss in der Beschwerdeantwort vom 22. Juni 2016 auf Abwei
sung der Beschwerde (Urk. 7), was der Versicherten mit Verfügung vom 23. Juni 2016 mitgeteilt wurde (Urk. 9).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Am 1. Januar 2012 sind die im Zuge der Revision 6a geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) und der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) in Kraft getreten. In
materiellrechtlicher
Hinsicht gilt der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Beurtei
lung jene Rechtsnormen zugrunde zu legen sind, die gegolten haben, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen).
Die angefochtene Verfügung wurde am 11. April 2016 erlassen. Da ein Sachver
halt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der revidierten Bestimmun
gen der IV-Revision 6a begonnen hat - zur Diskussion steht die Aufhebung ei
ner Rente, die der
Beschwerdeführer
in
mit Verfügung vom 9. Januar 2008 für die Zeit ab dem 1. Dezember 2005 zugesprochen worden war (Urk. 8/68 und
Urk
.
8/69) - und die Verfügung eine Dauerleistung betrifft, ist entsprechend der dar
gelegten intertemporalrecht
lichen Regelung für die Zeit bis Ende 2011 auf die damals gültig gewesenen Bestimmungen und für die Zeit ab Anfang 2012 auf die neuen Normen der IV
Revision 6a abzustellen (vgl. zur 4. IV
Revision: BGE 130 V 445; Urteil des Bundesgerichts I 428/04 vom 7. Juni 2006, E. 1). Soweit die Revision 6a jedoch keine substanzi
ellen Änderungen gegenüber der früheren Rechtslage gebracht hat, ist die zur altrechtlichen Regelung ergangene Recht
sprechung weiterhin massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_76/2009 vom 19. Mai 2009, E. 2).
2.
2.1
Invalidität ist
nach Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbs
unfähigkeit
.
Sie kann
nach Art. 4 Abs. 1 IVG
Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder
Unfall sein.
Erwerbsunfähigkeit
wird in Art. 7 Abs. 1 ATSG definiert als
der durch Beeinträch
tigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit ve
r
ur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arb
eitsmarkt.
Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
gemäss Art. 7 Abs. 2 ATSG
ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen
(Satz 1), und e
ine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überw
indbar ist (Satz 2).
Rechtsprechungsgemäss gilt der Grundsatz, dass ein invalidenversicherungsrecht
lich relevantes Beschwerdebild n
icht einzig in Beeinträchtigungen
bestehen darf, die von psychosozialen und soziokulturellen Faktoren herrühren, sondern
davon psychiatrisch zu untersche
idende Befunde umfassen muss
. Je stärker psychosoziale oder soziokulturelle Faktoren im Ein
zelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss nach der Rechtsprechung eine fachärztlich festgestellte psy
chische Störung mit Krankheitswert vorhanden sein. Dort, wo nur Befunde erhoben werden, die
in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden
und somit
gleichsam in ihnen aufgehen,
verneint das Bundesgericht einen invalidisierenden
psychische
n Gesundheits
schaden
(
vgl.
BGE 127 V 294 E.
5a
mit Hinweis)
.
2.2
2.2.1
Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 %, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn sie mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 % oder auf eine
Viertelsrente
, wenn sie mindestens zu 40 % invalid sind.
2.2.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG (in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG) aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sogenanntes Invalidenein
kommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sogenanntes
Valideneinkom
men
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkom
mensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu vergleichen (BGE 128 V 29 E. 1).
Bei nicht erwerbstätigen Versicherten wird gestützt auf Art. 28a Abs. 2 IVG für die Bemessung der Invalidität darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im nichterwerblichen Aufgabenbereich zu betätigen.
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch in einem nichterwerblichen Aufgabenbereich tätig, namentlich im Haushalt, so wird die
Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgaben
bereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (vgl. Art. 28a Abs. 3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
2.2.3
Bei der Frage, ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbs-tä
tig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, was je zur Anwendung einer andern Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, Betäti
gungsvergleich, gemischte Methode) führt, muss nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung geprüft werden, was die versicherte Person bei im Übrigen un
veränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung be
stünde. Bei der Prüfung dieser Frage sind die gesamten Umstände, also die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse, einzubeziehen und neben der finanziellen Notwendigkeit, eine Erwerbstätigkeit wiederaufzu
nehmen oder auszudehnen, auch allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen (vgl.
BGE 141 V 15 E. 3.1,
130 V 393 E. 3.3, 125 V 146 E. 2c, je mit Hinweisen).
2.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezü
gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt rechtsprechungsgemäss jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditäts
grad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Eine Invalidenrente ist demgemäss nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, sondern dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben, wenn
eine andere Art der Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt
oder wenn eine Wandlung des
Aufgabenbereichs einge
treten ist (vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Unerheblich unter revisionsrechtlichen Gesichtspunkten ist dagegen nach der Rechtsprechung die unterschiedliche Beurteilung eines im
W
esentlichen unver
ändert gebliebenen Sachverhaltes (BGE 112 V 387 E. 1b mit Hinweisen).
Liegt ein Revisionsgrund vor, so besteht nach der höchstrichterlichen Rechtspre
chung keine Bindung mehr an das Mass der übrigen, unverändert gebliebenen Parameter, die dem vorange
gangenen rechtskräftigen Entscheid
zugrundegelegt
worden sind. Vielmehr ist der Rentenanspruch
diesfalls
in rechtlicher und tat
sächlicher Hinsicht frei und umfassend zu prüfen (vgl. BGE 141 V 9 E. 2.3, 117 V 198 E. 4b, je mit Hinwei
sen)
.
Als zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung der Frage, ob sich der Invali
di
täts
grad im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG erheblich geändert hat, gilt die letzte rechtskräftige Verfü
gung - bei einer Bestätigung der bisherigen Rente auch die Mitteilung nach Art. 74
ter
lit
. f IVV und Art. 51 ATSG - welche auf einer materiellen Anspruchs
prüfung mit rechtskonformer Sachverhaltsabklä
rung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesund
heitszustands) beruht (Urteile des Bundesgerichts 9C_52/2016 vom 23. März 2016 E. 3.1, 9C_213/2015 vom 5. November 2015 E. 4.3.2 und 8C_162/2015 vom 30. September 2015 E. 2.1, je mit Hinweis auf BGE 133 V 108).
2.4
Der Grundsatz, wonach eine Sachverhaltsänderung nachgewiesen sein muss, damit eine formell rechtskräftig zugesprochene Rente erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben werden kann, gilt dann nicht, wenn die Voraussetzungen für eine prozessuale Revision oder für eine Wiedererwägung erfüllt sind.
Nach Art. 53 Abs. 1 ATSG müssen formell rechtskräftige Verfügungen und
Ein
spracheentscheide
in Revision gezogen werden, wenn die versicherte Person
o
der der Versicherungsträger nach deren Erlass erhebliche neue Tatsachen ent
deckt oder Beweismittel auffindet, deren Beibringung zuvor nicht möglich war (sogenannte prozessuale Revision im Gegensatz zur Revision aufgrund verän
derter Verhältnisse). Ferner bestimmt Art. 53 Abs. 2 ATSG, dass der Versiche
rungsträger auf formell rechtskräftige Verfügungen und
Einspracheentscheide
zurückkommen kann, wenn diese zweifellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (sogenannte Wiedererwägung).
Zweifellose Unrichtigkeit im Sinne der Wiedererwägungsvoraussetzung ver
langt, dass
kein vernünftiger Zweifel an der Unrichtigkeit
der Verfügung besteht; massgebend ist die
Rechtslage
, einschliesslich der Rechtspraxis,
im Zeitpunkt des Verfügungserlasses (BGE 140 V 77
E. 3.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_566/2016 vom 19. April 2017 E. 2.2). Kein vernünftiger Zweifel kann in der Regel dann bestehen,
wenn eine
Leistungszusprache
auf
grun
d falscher Rechtsregeln erfolgt ist
oder
wenn massgebende
Bestimmungen nicht oder unricht
ig angewandt worden sind. Eine unrichtige Anwendung einer Gesetzesbestimmung liegt auch dort vor, wo der Sachverhalt in klarer
Verlet
zung des Untersuchungsgrundsatzes
im Sinne von Art. 43 Abs. 1 ATSG unvoll
ständig abgeklärt worden ist
(BGE 140 V 77
E. 3.1 mit Hinweisen; Urteile des Bundesgerichts 8C_280/2017 vom 28. Juli 2017 E. 2.3 und 9C_566/2016 vom 19. April 2017 E. 2.2). Dort wo hingegen Anspruchsvoraussetzungen zur Dis
kussion stehen, deren Beurteilung notwendigerweise Ermessenszüge aufweist, scheidet die Annahme zweifelloser Unrichti
gkeit aus, soweit bei der Beurt
eilung der einzelnen Schritte das Ermessen vor dem Hintergrund der Sach- und Rechtslage im Zeitpunkt der damaligen Leistungszusprechung in vertretbarer Weise ausgeübt worden ist (vgl. Urteile des Bu
ndesgerichts 8C_381/2017 vom 7.
August 2017 E. 2 und 8C_280/2017 vom 28. Juli 2017 E. 2.3).
3.
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die bisherige ganze Rente der Beschwerdeführerin mit der angefochtenen Verfügung vom 11. April 2016 zu Recht aufgehoben hat. Die Zulässigkeit der Rentenaufhebung hängt davon ab, dass entweder eine Änderung im Sachverhalt eingetreten ist oder
sich die ursprüngliche Rentenzu
sprechung a
ls zweifellos unrichtig erweist.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung von einem
unver
änderten Gesundheitszustand seit der Rentenzusprechung vom 9. Januar 2008 (Urk. 8/68 und Urk. 8/69) aus (Urk. 2 S. 3).
Sie zog deshalb
k
einen Revi
sionstatbestand
in Betracht
, sondern begründete
die Rentenaufhebung
mit der zweifellosen Unrichtigkeit der damaligen Rentenzusprechung im Sinne der Vor
aussetzung für eine Wiedererwägung.
Als zweifellos unrichtig sah sie den Umstand an
, dass sie bei der Bemessung der Einschränkungen im Haushalt die zumutbare Mitwirkung der Familienangehörigen der Beschwerdefü
hrerin nicht berücksichtigt hatte
(Urk. 2 S. 2 f.)
.
Die Beschwerdeführerin wandte sich nicht gegen die Annahme eines gleichgebliebenen Gesundheitszustandes, brachte hin
gegen
vor
, es sei insofern eine Sachverhalt
s
änderung ein
getreten, als sie gegenwärtig bei guter Gesundheit ein volles ausserhäusliches Arbeitspensum versehen würde (Urk. 1 S. 7; vgl. bereits die Einwendungen vom 8. Oktober 2015 und vom 14. März 2016 gegen die beid
en Vorbescheide, Urk. 8/122/2
und Urk.
8/133).
Die Aufhebung einer laufenden Rente für die Zukunft (ex
nunc
) gestützt auf den Tatbestand der Wiedererwägung setzt voraus, dass die Verhältnisse seit dem Erlass der ursprünglichen, als zweifellos unrichtig qualifizierten Verfügung unverändert geblieben sind (vgl.
Urteil des Bundesger
ichts 8C_288/2016 vom 14.
November 2016 E. 4.2). Deshalb ist zunächst die Frage nach
einer rentenre
levanten Veränderung
im Sinne der
ordentliche
n
Rentenrevision
zu prüfen, und erst wenn eine solche Veränderung zu verneinen ist, stellt sich die Frage nach der
zweifellosen Unrichtigke
it der ursprünglichen Verfügung.
4.2
Als massgebende Vergleichsbasis für die Prüfung
einer Veränderung fällt zum einen der Sachverhalt zur Zeit der rentenzusprechenden Verfügung vom 9. Januar 2008 in Betracht (Urk. 8/68 und Urk. 8/69) und zum andern der Sach
verhalt zur Zeit der Mitteilung vom 18. November 2009, mit der die Beschwer
degegnerin den Anspruch der Beschwerdeführerin auf die bisherige ganze Rente bestä
tigt hat (Urk. 8/98).
Das Bundesgericht hat Abklärungen, die lediglich in der Einholung von Verlaufs
berichten bei den behandelnden Ärzten bestanden hatten, ver
schiedentlich als zu oberflächlich für eine rechtskonforme, eine taugliche Ver
gleichsbasis schaffende Sachverhaltserhebung im Sinne des Grundsatzurteils in BGE 133 V 108 beurteilt (Urteile des Bundesgericht 9C_52/2016 vom 23. März 2016 E. 3.2 und 9C_213/2015 vom 5. November 2015 E. 4.3.3).
Vorliegenden
falls
bestanden die medizinischen Abklärungen ebenfalls nur in der Einholung des sehr knappen Verlaufsberichts des Hausarztes Dr.
Y._
vom 24. Novem
ber 2008 (Urk.
8/89) und des nur wenig ausführlicheren Verlaufsberichts von Dr.
D._
vom 2. Februar 2009 (Urk. 8/90).
Andere Abklärungen als diejenigen zur medizinischen Situation fehlen
ganz
; insbesondere führte die Beschwerde
gegner
in
im Rahmen des Revisionsverfahrens 2008/2009 nur einen Hausbesuch zur Erhebung der Kriterien der Hilflosigkeit durch (Bericht vom 18. September 2009, Urk. 8/94), thematisierte hingegen die Verhältnisse im Haushalt nicht und warf auch die Frage nicht auf,
ob sich
seit der Haushaltabklärung vom März 2007
die mutmassliche Aufgabenverteilung und
die
darauf basierenden Qualifi
kation der Beschwerdeführerin als zu 9,5 % im Beruf und zu 90,5 % im Haus
halt tätig verändert haben
.
Massgebende Vergleichsbasis ist daher die ursprüngliche rentenzusprechende Verfügung vom 9. Januar 2008 und nicht die im Revisionsverfahren ergangene Mitteilung vom 18. November 2009.
4.3
4.3.
1
Der
rentenabweisende
Einspracheentscheid
vom 21. Dezember 2004 (Urk. 8/25
)
und die ihm zugrunde liegende Verfügung vom 9. November 2004 (Urk. 8/20)
hatte
n
zum einen auf der Annahme
basiert
, dass die Beschwerdeführerin bei guter Gesundheit zu 10 % im Erwerbsbereich und zu 90 % im Haushalt tätig wäre, und zum andern auf der Beurteilung der Psychiaterin Dr.
A._
, die im Gutachten vom 15. O
ktober 2004 zum Schluss gelangt war
, di
e Beschwerde
führerin sei für ei
ne berufliche Tätigkeit zu mindestens 80 % eingeschränkt
, wogegen sie weiter
hin in der Lage sei, ihre Haushaltarbeiten zu bewältigen, und im Haushalt somit zu 100 %
arbeitsfähig sei (Urk. 8/18/
10).
Das Sozialversicherungsgericht
hatte das Gutachten von Dr.
A._
im Urteil vom 26. Oktober 2005 als unzureichend für eine zuverlässige Festlegung der invalidenversicherungsrechtlichen Ansprüche erachtet. Es hatte
darauf hinge
wiesen,
dass Dr.
A._
zwar
bestimmte Diagnosen
gestellt
habe
- so die Diagnose einer dissoziativen Störung (Konversionsstörung) gemischt (Code F44.7 der Internationalen Klassifikation psychischer Störungen der Welt
gesundheitsorganisation, ICD-10) - und andere Diagnosen au
sgeschlossen habe - nämlich die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung -, dass sie
die Zuverlässigkeit ihrer
Diagnostik
jedoch mit dem Hinweis auf die
vagen und ungenau
gebliebenen anamnestischen Angaben und Auskünfte der behandeln
den Ärzte relativiert habe, ohne indessen die
festgestellte
n
Lücken
durch Kontaktierung der
vorbehandelnden medizinischen Fachpersonen
zu schliessen zu versuchen (Urk. 8/30 E. 2.3). Das Gericht
hatte deshalb eine neue psychiat
rische Begutachtung für
erforderlich
gehalten
. Ausserdem hatte es auch die Frage als
noch nicht
ausreichend geklärt beurteilt, in welchem Umfang die Beschwerdeführerin bei guter Gesundheit je im Haushalt und in einer ausser
häuslichen Tätigkeit arbeiten würde, und hatte der Beschwerdegegnerin auch hier zusätzliche Abklärungen auferlegt
(Urk. 8/30 E. 2.3
und E. 2.4)
.
4.3
.2
Gestützt auf das Urteil vom 26. Oktober 2005 liess die
Beschwerdegegnerin
zunächst die
Haushaltabklärung vom 13. Februar 2007 durchführen (Urk. 8/61)
und liess die Beschwerdeführerin anschliessend durch Dr.
E._
neu begutachten (Urk. 8/60).
Dr.
E._
stellte im Gutachten vom 30
. Juni 2007 die Diagnosen einer p
osttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10 Code F43.1), von dissoziati
ven Störungen (Konversionsstörungen) gemischt (ICD-10 Code F44.7) mit
disso
ziativem Stupor,
Fugue
und Amnesie und einer Somatisierungsstörung (ICD-10 Code F45.0) bei akzentuierter (
hysteriformer
) Persönlichkeitsstruktur (Urk.
8/60/12) und attestierte der Beschwerdeführerin sowohl im Beruf als auch im Haushalt eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Urk. 8/60/13).
Aufgrund dieses Attests einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit in allen Betätigungsfeldern gelangte die Beschwerdegegnerin beim Erlass der rentenzusprechenden Verfü
gung vom 9. Januar 2008 (Urk. 8/68 und Urk. 8/69) zu einem Invaliditätsgrad von 100
%
.
Für die Zusprechung einer ganzen Rente war somit unerheblich,
in welchem Umfang die Beschwerdeführerin als Gesunde je im Beruf und im Haushalt tätig gewesen wäre
, und eine Diskussion der Feststellung im Haus
haltabklärungsbericht
vom 2. März 2017
, die
Beschwerdeführerin wäre bei guter Gesundheit im Umfang von ungefähr vier Wochenstunden im Beruf und im Restumfang im Haushalt tätig (
vgl. Urk. 8/61/2-4
), erübrigte sich.
4.3
.3
Dass sich in der Zeit zwischen der Begutachtung durch Dr.
E._
im Jahr 2007 und der Begutachtung durch Dr.
H._
im Jahr 2013 am Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin etwas geändert hätte, ist nicht ersichtlich.
Die behandelnde
n
medizinischen Fachpersonen Dr.
Y._
und D
r.
D._
bezeichneten den Gesundheitszustand in ihren Verlaufsberichten vom 24. November 2008 beziehungsweise vom 2. Februar 2009 als stationär (Urk. 8/89/1 und Urk. 8/90/1)
, und für einen weiterhin stationären
Verlauf
spricht die For
mulierung von Dr.
D._
im Brief an den Eheman
n der Beschwerdeführerin vom 8.
November 2012, dass sich der Zustand durch die Behandlung und die famili
äre Betreuung „einigermassen stabil gehalten“ habe (Urk. 8/101/1).
Dr.
H._
stellte im Gutachten vom 25. September 2013 (Urk. 8/109) zwar gegenüber dem Gutachten von Dr.
E._
abweichende Diagnosen (Urk. 8/109/10), nämlich diejenigen einer
redizidivierenden
depressiven Störung mit gegenwär
tig mittelgradige
r
Beschwerdeepisode mit som
atischem Syndrom (ICD-10 Code F
33.11/2) und einer andauernden Persönlichkeitsänderung im Rahmen einer protrahierten Trauerreaktion und dep
ressiver Störung (ICD-10 F62.1).
Er führte
jedoch begründend aus, die aktenmässig dokumentierten und von der Beschwerdeführerin berichteten dissoziativen Störungen seien nicht als isolierte Konversionsstörung, sondern als Bestandteil des symptomreichen Krankheits
bildes einer andauernden Pers
ö
nlichke
itsveränderung anzunehmen (Urk.
8/109/11)
. Dies
w
eist auf eine abweichende Beurteilung des gleich geblie
benen
Zustandsbilds hin, ebenso wie die Feststellung, eine posttraumatische Belastungsstörung könne nicht
diagnostiziert
werden, weil die Beschwerdefüh
rerin selber keine Traumata in einem aussergewöhnlichen Ausmass er
lebt habe (Urk.
8/109/12).
Die Zeit
zwischen
der Begutachtung durch Dr.
H._
vom September 2013 bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 11. April 2016 ist medizinisch nicht dokumentiert. In den Akten findet sich lediglich eine Notiz der Beschwer
degegnerin über eine telefonische Mitteilung des Ehemannes der Beschwerde
führerin vom 8. September 2014, wonach die Beschwerdeführerin seit einem halben Jahr bei Dr. med. N.
I._
in psychiatrischer Behandlung sei und zusätzlich zweimal in der Woche die Klinik
C._
aufsuche
(Urk. 8/112). Berichte über diese Behandlungen sind jedoch nicht vor
handen, sondern das zeitlich nächste Aktenstück ist
bereits der Vorbescheid vom 5.
August 2015 betreffend die Rentenherabsetzung (Urk. 8/114). Es ist somit denkbar, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin
in der Zeit
nach der Erstellung des Gutachtens von
Dr.
H._
noch in rent
enrele
vantem Mass verändert hat;
die erforderlichen medizinischen Angaben für die Beantwortung dieser Frage fehlen jedoch.
Aufgrund des Folgenden
erscheint hingegen
bereits aufgrund des gegenwärti
gen Aktenstands
eine Veränderung in den mutmasslichen Tätigkeitsfeldern der Beschwerdeführerin als
überwiegend wahrscheinlich.
4.3
.4
Wie dargelegt, war die Beschwerdegegnerin
schon
beim Erlass des
rentenabwei
senden
Einspracheentscheids
vom 21. Dezember
2004
und
der ihm zugrunde liegenden Verfügung vom 9. November 2004
davon ausgegangen, dass die Beschwerdeführerin ohne Erkrankung lediglich im geringfügigen U
m
fang von 10
% berufstätig wäre (Urk. 8/25/2, Urk. 8/20). Nähere Abklärungen dazu hatte sie nicht gemacht, sondern
sie
hatte sich offenbar im Wesentlichen darauf gestützt
(vgl. das Feststellungsblatt vom 8. November 2004, Urk. 8/19/1)
, dass die Beschwerdeführerin in der Anmeldung
in der Zeile
„Hauptbeschäftigung“ angegeben hatte, sie sei Hausfrau mit
drei Kindern, und ihre berufliche Tätigkeit - eine Hauswartstelle zu einem Monatslohn von Fr. 330.-- von April 1997 bis Dezember 2002 -
in der Zeile
„Nebenbeschäftigunge
n“ eingetragen hatte (vgl. Urk.
8/1/4).
Das Gericht hatte jedoch im Urteil vom 26. Oktober 2005 darauf hingewiesen, dass die berufliche Tätigkeit ab 1997 nicht ohne Weiteres reprä
sentativ für die Tätigkeitsfelder der Beschwerdeführerin als Gesunde sei, da ihre Erkrankung auf das Jahr 1994 zurückgeführt werde, als einer ihrer Söhne ver
storben sei (Urk. 8/
30 E
.
2.4).
Anlässlich der Haushaltabklärung vom 13. Februar 2007 erklärte die Beschwerde
führerin
, sie wäre bei guter Gesundheit nunmehr zu 100 % erwerbstätig
,
und führte zur Begründung die finanzielle Situation an (Urk. 8/61/2). Dessen unge
achtet hielt
die Abklärungsperson ein berufliches Pensum von nach wie vor rund 10 % (9,5 %) für wahrscheinlicher und leitete dies daraus her, dass der Ehemann der Beschwerdeführerin seit Jahren über ein mehr oder weniger
kon
stantes Einkommen verfüge,
dass die Kinder des Ehepaares, geboren 1974, 1982 und 1983
(der 1977 geborene Sohn war derjenige, der im Jahr 1994 verstorben war),
unterdessen finanziell selbständig geworden seien, wodurch sogar eine finanzielle Entlastung eingetreten sei
, und dass die Beschwerdeführerin sehr wenig Berufs
erfahrung habe und keine Integr
ations- und Arbeitsbemühungen gezeigt habe
(Urk. 8/61/2-3).
Di
e Erhebungen der Abklärungsbeauftragten
des Jahres
2007
erg
a
ben, dass die Beschwerdeführerin
vor der Aufnahme der Hauswartstelle im Jahr 1997
tat
sächlich
nicht berufstätig gewesen war (vgl. Urk. 8/61/2; damit übereinstim
mend der Auszug aus dem Individuellen Konto vom 11. Juli 2003, Urk. 8/6), und es kann daher nicht
gesagt werden, die
mutmassliche
prozentuale Aufga
benverteilung
, wie sie die
Beschwerdegegnerin
vorgenommen hat,
sei geradezu unvertretbar.
Allerdings war die
Beschwerdeführerin
bereits im Alter von 16
Jahren zum ersten Mal Mutter geworden und hatte
mit noch nicht 30 Jahren
vier Kinder im Alter zwischen drei und zwölf Jahren, als sie im April 1986 zu ihrem Ehemann in die Schweiz
übersiedelte
(vgl. Urk. 8/1/3). Acht Jahre später
, im Jahr 1994, als die jüngeren Kinder elf und zwölf Jahre alt waren und sie durchaus die Möglichkeit gehabt hätte, in einen ausserhäuslichen Beruf einzu
steigen, nahm jedoch mit dem
Unfallt
od ihres einen Sohnes die Erkrankung
den Anfang (vgl. hierzu die Anamnesen in den drei psychiatrischen Gutachten, Urk. 8/18/3-4, Urk.
8/60/2
3, Urk. 8/109/8-9).
Trotz
ihrer Erkrankung
trat die Beschwerdeführerin im Jahr 1997 eine Hauswartstelle an, was laut
dem Bericht von Dr.
D._
vom 1.
/6.
September 2006
und den Angaben im Gutachten von Dr.
E._
vom Juni 2007 auf Vermittlung
de
s Ehemannes geschah,
damit sie von den grüblerischen Gedanken abgelenkt würde
(vgl. Urk. 8/54/6
-7 und Urk.
8/60/3
). Dies zeigt, dass das familiäre System, in dem die Beschwer
deführerin lebte, positiv eingestellt war gegenüber einer beruflichen Tätigkeit der Beschwerdeführerin
, und auch diese selbst gab gegenüber Dr.
E._
an, sie hätte gerne mehr gearbeitet, es sei aber nicht gegangen (Urk. 8/60/3)
.
Sodann hätte es
die Struktur dieses Familienverbandes - die Beschwer
deführerin und ihr Ehemann lebten gemäss dem A
bklärungsbericht vom 2. März 200
7 mit dem 1982 geborenen behinderten Sohn, dessen Ehefrau und den bei
den Enkeln, geboren 2003 und 2005, zusammen (Urk. 8/61/3)
-
ohne Weiteres
erlaubt, dass die Beschwerdeführerin
einer ausserhäuslic
hen Tätigkeit nachge
gangen wäre, zumal der behinderte Sohn tagsüber nicht auf familiäre Betreuung angewiesen war, sondern ausser Haus in betreutem Rahmen berufstätig war (v
gl
. die Angabe im Abkläru
ngsbericht vom 3. April
2014, Urk. 8/11
1
/2).
Es gibt also
etwelche
P
unkte, die dafür sprechen, dass die Beschwerdef
ührerin Mitte der 1990er Jahre ohne ihre Erkrankung begonnen hätte,
teilzeitlich
ausser Haus zu arbeiten
,
und diese teilzeitliche Tätigkeit
im Laufe der Zeit
über den Umfang von vier Wochenstunden hinaus
gesteigert hätte
.
4.3
.5
Gemäss den Berichten über die Haushaltabk
l
ärungen vom April 2014 und vom Dezember 2015 trat sodann in den Jahren 2013 bis 2015 insofern eine Ände
rung in den finanziellen Verhältnissen der Familie der Beschwerdeführerin ein, als das Erwerbseinkommen und später die Arbeitslosenentschädigung des Ehe
mannes wegfielen und dieser spätestens seit der Abklärung vom Dezember 2015
statt des früheren Lohnes von Fr. 5‘800.-- brutto (vgl. Urk. 8/61/2)
nur
noch eine Invalidenrente
(
Dreiviertelsrente
)
in der Höhe
von Fr. 1‘404.-- und eine Rente der beruflichen Vorsorge in der Höhe von Fr. 1‘907.-- bezog
(Urk. 8/111/2-3, Urk. 8/
129/2-3).
Diese Veränderung hat gemäss den zutreffenden Überlegungen in der Beschwer
deschrift
(Urk. 1 S. 6 f.)
auch eine Veränderung in den mutmasslichen Tätig
keitsfeldern der Beschwerdeführerin zur Folge.
Denn soweit die Rente des Ehemannes Anlass zur Beanspruchung von Ergänzungsleistungen
gibt
,
könnte
die Gemeinde
bei der Ermittlung der finanziellen Situation unter dem Titel des V
erzichtseinkommens Einkünfte der Beschwerdeführerin als
nicht rentenbe
rechtigte
r
Ehegat
tin
anrechnen, die diese
zumutbarerweise
zu erzielen in der Lage wäre (vgl. Art. 11 Abs. 1
lit
. g des
Bundesgesetz
es
über Ergänzungsleis
tungen zur Alters-, Hinterlassenen-
und Invalidenversicherung [ELG]), und da der Beschwerdeführerin als Ungelernte
r
ohne berufliche Erfahrungen vor allem niedrig
entlöhnte
Stellen offen stünden,
wäre bereits zur Erzielung eines bescheidenen Einkommens ein vergleich
s
weise hohes
Arbeitspensum
erforder
lich.
Werden gleichzeitig die
dargelegten Umstände
berücksichtigt
, die für einen
Pensumssteigerung
bereits in früheren Jahren sprechen
(eine
nur
objektive wirtschaftliche Notwendigkeit der Einkommenserzielung genügt
für sich allein
rechtsprechungsgemäss nicht; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_374/2017 vom 17. August 2017 E. 2.1.2),
erscheint es somit als überwiegend wahrscheinlich, dass die Beschwerdeführerin bei guter Gesundheit spätestens im Laufe des Jahre 2015 ein volles berufliches Pensum
aufgenommen und dieses seither fortgeführt
hätte.
4.4
Ist damit seit dem Erlass der rentenzusprechenden Verfügung vom 9. Januar 2008 eine rentenrelevante Änderung nachgewiesen,
so stellt sich die Frage nach der zweifellosen Unrichtigkeit
jener V
erfügung nicht, sondern
die Frage nach dem Rentenanspruch ist
vielmehr
unter Berücksichtigung der veränderten Ver
hältnisse
frei zu prüfen.
5.
5.1
Vorab ist festzuhalten, dass nicht der Fall eines Wechsels von einem Status der vollen Nichterwerbstätigkeit oder der vollen Erwerbstätigkeit in einen Status der Teilerwerbstätigkeit vorliegt. Es ist somit keine der Konstellationen gegeben, die nach der Rechtspre
chung des Bundesgerichts in EMRK
-konformer Anwendung der gemischten Methode für sich allein nicht zu einer Rentenherabsetzung oder -aufhebung führen dürfen (vgl. zur Publikation bestimmtes Urteil des Bundes
gerichts 9C_752/2016 vom 6. September 2017).
5.2
5.2.1
Die medizinischen Unterlagen, wie sie für die Zeit bis gegen Ende des Jahres 2013 vorliegen, machen
aber nun
übereinstimmend deutlich, dass die Beschwerdeführerin seit der Rentenzusprechung vom 9. Januar 2008 aufgrund einer gesundheitlichen Beeinträchtigung mit Krankheitswert nicht in der Lage war, eine ausserhäusliche Berufstätigkeit auszuüben.
5.2.2
Die verschiedenen im Laufe der Zeit mit der Beschwerdeführerin befassten psychi
atrischen Gutachter verwendeten zwar bei der Diagnosestellung keine deckungsgleichen Formulierung
en
. Dr.
E._
und Dr.
H._
kamen jedoch zum selben Schluss
, dass die Beschwerdeführerin eine p
rotra
hierte Trauerreaktion zeig
e und dass
sich eine Persönlichk
eitsveränderung ent
wickelt habe
, die zu einem komplexen, symptomenreichen Störungsbild geführt habe, dessen Entstehung und
Chronifizierung
durch den familiären Kontext begünstigt worden seien (
Urk. 8/60/9-
1
3
und
Urk. 8/109/11). Bei
de Psychiater bestätigten auch
das Vorhandensein eines dissoziativen Geschehens, wie es
schon
Dr.
D._
in ihrem Bericht vom 1./
6
. September 2006
eingehend darge
stellt hatte (Urk. 8/54 S. 4-5), und interpretierten dieses Geschehen überein
stimmend als
Bestandteil des gesamten komplexen Krankheitsbild
es
(
Urk. 8/60/10 und Urk. 8/109/11
).
Damit ist ein psychisches Leiden mit Krank
heitswert zweifellos gegeben. Dieses
wird zwar durch psychosoziale Faktoren mitgeprägt und unterhalten, es kann jedoch nicht gesagt werden, diese Faktoren
vermöchten für sich allein das Lei
den zu erklären
, sodass es in diesen Faktoren gleichsam aufginge
.
Zwar stellte
Dr.
D._
im Bericht vom 1./6. September 2016 eingehend und einleuchtend dar, wie die
familiäre Situation
eine adäquate Behandlung des Leidens erschwere, indem die Familie teilweise eine eigene Behandlungsstrategie defi
niert und beispielsweise eine stationäre Behandlung der
Beschwerdeführerin abgelehnt habe
(Urk. 8/54/9-10), und
auch
Dr.
E._
machte einen therapeu
tischen Erfolg von Veränderungen der Familienstruktur
abhängig (Urk.
8/60/11-17).
Di
e Veränderungen in der Familienstruktur werden aber in den psychiatrischen Beurteilungen an keiner Stelle als
die eigentliche
therapeu
tische Massnahme
dargestellt. Dr.
E._
erachtete sie in seiner
ausführlichen Analyse
(Urk. 8/60/14-17) vielmehr
lediglich als
Voraussetzung dafür, dass eine adäquate psychotherapeutische B
ehandlung etabliert werden könn
e; er sprach jedoch von einem ausserordentlich schweren und lange anhaltenden Krankheitsbild mit Einschränkungen aufgrund von dissoziativen Störungen, die mit einer posttraumatischen Belastungsst
ö
rung verknüpft und auf dem Boden einer entsprechend disponierten, akzentuierten Persönlichkeits
struktur erwachsen seien (Urk. 8/60/15). Und Dr.
H._
beurteilte die ausge
sprochene Abhängigkeit der Beschwerdeführerin gegenüber ihrer Familie als
Folge von abhängigen Persönlichkeitszügen seit der Kindheit, die am Anfang der protrahierten Trauerreaktion und einer in Gang gesetzten andauernden Persönlichkeitsänderung gestanden hätten (Urk. 8/109/11); auch für ihn fand somit
das
Leiden der Beschwerdeführerin
k
eine hinreichende Erklärung
im familiären Umfeld
.
Die invalidenversicherungsrechtliche Relevanz des Leidens
der Beschwerdeführe
rin
ist somit offensichtlich und wurde von der Beschwerdegeg
nerin zu Recht nicht in Frage gestellt.
5.2.3
Die Gutachter und die behandelnde Psychiaterin waren sich über die Schwere des Krankheitsgeschehens einig, und es leuchtet ein, dass diese Fachpersonen der Beschwerdeführerin allesamt eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit für eine ausserhäusliche, berufliche Tätigkeit attestierten (Urk.
8/54/4, Urk. 8/60
/13, Urk. 8/109/11).
Weniger einleuch
t
end ist, dass Dr.
H._
der Beschwerdeführerin
für die Tätig
keit im Haushalt
anders als für den Beruf
eine volle Arbeitsfähigkeit attestierte und dies lediglich kurz damit begründete, dass die Unterstützung der Familie ihre Regression verstärke und dass sie
bei der Begutachtung
immerhin dazu in
d
er Lage gewesen sei, ihre Leiden ohne die von ihr erbetene Mitwirkung des Ehemannes plausibel und überzeugend zu präsentieren (Urk. 8/109/12-13)
. Denn
zum einen passt
diese Begründung nicht ohne Weiteres dazu, dass Dr.
H._
eine andauernde Persönlichkeitsänderung als krankheitsbestimmend bezeichnete (Urk. 8/109/11).
Und zum andern
ging Dr.
H._
dabei nicht ein auf die fremdanamnestischen A
ngaben des Ehemannes, wonach die Beschwer
deführerin
im Haushalt keine Arbeiten verrichten könne, da sie sich am ganzen Körper verbrenne und „komische Sachen“ mache (Urk. 8/109/9),
und
er disku
tierte auch die abweichende Beurteilung von Dr.
E._
nicht,
welcher der Beschwerdeführerin angesichts der Unfähigkeit, Handlungen angemessen zu planen, durchzuführen und kritisch zu steuern, und ange
s
ichts von wiederkehrenden unberechenbaren Verhaltensweisen auch für Hausarbeiten eine weitgehende Leistungsunfähigkeit zuschrieb (Urk. 8/60/13)
. Ebenso wenig flossen die Angaben zur fehlenden Funktionsfähigkeit der Beschwerdeführerin im Haushalt gemäss dem Bericht über die Abklärung der Hilflosigkeit vom 15. September 2008 (Urk. 8/80/2
; vgl. auch den Bericht von Dr.
D._
vom 18. August 2008, Urk. 8/79
) in die Überlegungen von Dr.
H._
ein
(
die beiden
Haushaltabklärungsberichte vom
3.
April
2014 und vom
21. Dezember 2015
, wo ebenfalls ausgeführt wurde, die Beschwerdeführerin könne wegen Selbstgefähr
dung nicht allein gelassen werden und könne sich wegen ihrer Unfähigkeit, Handlungsabläufe sinnvoll auszuführen, nicht im
Haushalt nützlich machen
,
vgl.
Urk.
8/
1
11/1+
4-6 und
Urk.
8/129/2
, konnte Dr.
H._
noch nicht
gekannt haben
).
Dementsprechend wurden in der angefochtenen Verfügung zu Recht Zweifel daran geäussert, ob die Beschwerdeführerin tatsächlich in der Lage sei, selbständig und ohne Anleitung Hausarbeit
en zu verrichten (Urk. 2 S. 3).
Die Frage
nach der Arbeitsfähigkeit
im Haushalt
kann
jedoch grundsätzlich offen bleiben angesichts dessen, dass die Beschwerdeführerin nach dem Gesag
ten
spätestens
seit dem Jahr 2015 ein volles berufliches Pensum versehen würde.
Immerhin sei angemerkt, dass
selbst bei Verwerfung dieser Argumenta
tion und der Annahme, die Beschwerdeführerin wäre als Gesunde weiterhin zu rund 90 % im Haushalt tätig, die rentenzusprechende Verfügung vom 9. Januar 2008 - nach der Aktenlage im Zeitpunkt des Erlasses jener Verfügung - kaum als zweifellos unrichtig zu beurteilen wäre. In medizinischer Hinsicht ergibt sich dies aus der damaligen
Beurteilung
von Dr.
E._
vom Juni 2007, wonach die Beschwerdeführerin auch im Haushalt nicht arbeitsfähig sei.
Und in Bezug auf die Bemessung der Einschränkungen im Haushalt wies die Beschwer
degegnerin zwar zu Recht auf die Rechtsprechung zur Pflicht der Schadenmin
derung durch Mitwirkung der Familie
nangehörigen
hin
, die sie bei der Rentenzusprechung nicht beachtet hatte.
Bei der Festlegung des Ausmasses der Mitwirkung
handelt es sich jedoch um einen Bereich mit einem ausgespro
chen grossen Ermessensspielraum.
Wäre
indessen
anstelle der
von der Beschwerde
gegnerin angenommenen
sehr hohen 60%igen Mitwirkung
(zwei Drittel des Pensums der Beschwerdeführerin von 90,5 %;
vgl.
Urk. 2 S. 3)
lediglich eine immer noch ins Gewicht fallende und somit vertretbare Mitwirkung von
mehr als
2
0 % eingesetzt worden
- massgebend wären
entgegen dem Vorgehen der Beschwerdegegnerin
nicht die Haushaltabklärungen der Jahre 2014 und 2015, sondern vielmehr die Haushaltabklärung des Jahres 2007 (Urk. 8/61) -
, so hätte daraus immer noch
ein Invaliditätsgrad von über 70 % resultiert. Es wird sich überdies zeigen, wieweit eine familiäre Mitwirkungspflicht in einem Ausmass, das über die üblicherweise zu erwartende Unterstützu
ng hinausgeht (BGE 133 V 504 E.
4.2), in Zukunft als kompatibel mit der neuen Rechtsprechung des EGMR
zu beurteilen ist.
5.3
Zusammengefasst ist somit für die Zeit bis zur Erstellung des Gutachtens von Dr.
H._
vom September 2013 von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit für jegliche berufliche Tätigkeit
auszugehen
.
Für die Zeit danach sind demgegen
über keine medizinischen Angaben vorhanden.
Diese Angaben wird die Beschwerdegegnerin daher noch zu beschaffen haben, namentlich in Form von Berichten der medizinischen Fachpersonen, in deren Behandlung sich die Beschwerdeführerin nach der Begutachtung durch Dr.
H._
neu
begeben hat (vgl. vorstehend E.
4.3.3).
Es ist jedoch anzumerken, dass eine Rentenherabsetzung selbst bei einer güns
tigen Entwicklung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin
angesichts deren fortgeschrittenen Alters (
Geburtsjahr 1958
)
erst dann erfolgen dürfte, wenn vorab Eingliederungsmassnahmen geprüft worden sind
(vgl. Urteil des
Bundesgerichts 9C_228/2010 vom 26. April 2011, E. 3.1 und E. 3.3 mit Hin
weisen; siehe auch BGE 141 V 5 mit Hinweisen).
Ferner ist auf die Möglichkeit
hinzuweisen, die Beschwerdeführerin gestützt auf Art. 21 Abs. 4 ATSG zur Durchführung von Behandlungsmassnahmen anzuhalten.
6.
Damit ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, dass die angefochtene Verfügung vom 11. April 2016 aufgehoben wird und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird, damit sie im Sinne der Erwägungen verfahre.
7.
Gestützt auf
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Verfahren für die unterliegende Be
schwerdegegnerin kostenpflichtig. Die Kosten sind unter Berücksichtigung des g
esetzlichen Rahmens (Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--) ermessensweise auf Fr. 800.--
festzusetzen.
8.
Nach Art. 61
lit
. g ATSG hat die obsiegende
beschwerdeführende
Person Anspruch auf den vom Gericht festzusetzenden Ersatz der Parteikosten, die ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses zu bemessen sind; als weitere Bemes
sungskrite
rien nennen die ergänzenden kantonalen Vorschriften (§ 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht [
GSVGer
] sowie § 8 der Ver
ordnung über die Ge
büh
ren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozial
versicherungsgericht [
GebV
SVGer
]) den Zeitaufwand und die Barauslagen.
Unter Berücksichtigung dieser Kriterien rechtfertigt es sich, der Beschwerde-führe
rin eine Prozessentschädigung von Fr.
2‘700.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zuzusprechen.