Decision ID: 1389bbde-9917-4df6-85ea-dbb7437c4e5f
Year: 2020
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherter), war als Geschäftsleiter der B._ GmbH bei der
Swica Versicherungen AG (nachfolgend: Swica), Winterthur, unfallversichert, als er am
3. April 2013 in den Ferien in C._ stürzte und sich dabei Kopfverletzungen zuzog
(vgl. UV-act. 1). Eine Erstversorgung erfolgte in Spitälern in C._ (vgl. UV-act. 1 und 16
S. 7). Am 9. April 2013 liess der Versicherte den Unfall über eine Mitarbeiterin der
Swica melden (UV-act. 1 f.). Am T._. April 2013, dem Tag seiner Rückkehr in die
Schweiz (zur Rückkehr vgl. UV-act. 264 S. 12, oben), stellte sich der Versicherte
unverzüglich auf der zentralen Notfallaufnahme des Spitals U._ vor (vgl. UV-act. 16
S. 7), wo ein CT des Neurokraniums angefertigt wurde (vgl. UV-act. 110 6 f.) und eine
Untersuchung in der Neurochirurgie stattfand (vgl. UV-act. 16 S. 7 f.). Die Ärzte
diagnostizierten im Wesentlichen einen Status nach einem Schädel-/Hirntrauma, eine
leicht dislozierte mehrfragmentäre Fraktur der Vorderwand des Sinus frontalis beidseits
(einstrahlend in das Orbitadach), eine Fraktur der Lamina papyracea beidseits und bis
zur Christa galli reichend, eine leicht dislozierte Orbitabodenfraktur rechts, eine
mehrfragmentäre dislozierte Nasenfraktur und ein residuelles beidseitiges
Monokelhämatom (vgl. UV-act. 16 und 110 S. 6 f.). Bei fehlendem Nachweis einer
intrakraniellen Hämorrhagie (vgl. UV-act. 110 S. 6 f. und 16 S. 8, unten) und klinisch-
neurologisch unauffälligem Status wurde der Versicherte nach Hause entlassen mit der
A.a.
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Aufforderung, sich bei im Verlauf allfällig auftretender Rhinorrhoe, Kopfschmerzen,
Fieber oder sonstiger Infektionszeichen notfallmässig vorzustellen (UV-act. 16 S. 8). In
einer Sprechstunde vom 15. April 2013 in der Hals-Nasen-Ohren-Klinik (HNO-Klinik)
des X._ erkannten die behandelnden Ärzte keine Indikation für ein operatives
Vorgehen (UV-act. 16 S. 4 f.). Anlässlich einer Vorstellung in der HNO-Klinik vom 15.
Mai 2013 klagte der Versicherte über starke Kopfschmerzen, über eine ausgeprägte
Konzentrationsschwäche mit Gedankenverlangsamung sowie über leichte
Wortfindungsstörungen. Aus HNO-Sicht wurde kein Handlungsbedarf festgestellt,
sondern die neuropsychologischen Störungen als im Vordergrund stehend bezeichnet
und eine diesbezügliche Behandlung empfohlen (UV-act. 16 S. 2 f.). Ab dem 10. Juni
2013 nahm der Versicherte seine Tätigkeit wieder in einem Pensum von 50 % auf (UV-
act. 13 und 14).
Am 29. Juni 2013 wurde der Versicherte aufgrund verstärkter Kopfschmerzen,
Allgemeinzustandsverschlechterung, erhöhter Temperatur, Licht- und
Lärmempfindlichkeit sowie Übelkeit notfallmässig ins X._ eingeliefert (vgl. UV-
act. 18), wo die behandelnden Ärzte eine Meningitis diagnostizierten (UV-act. 37 S. 1).
Eine gleichentags durchgeführte CT-Untersuchung brachte die aus der
Voruntersuchung vom April 2013 bekannten nicht konsolidierten Frakturen sowie
Hypodensitäten im periventrikulären Marklager beidseits (gemäss Einschätzung des
untersuchenden Radiologen in erster Linie mikroangiopathischer Genese im Sinne
einer moderaten chronischen Leukenzephalopathie) zur Darstellung (vgl. UV-act. 110
S. 7 und 37 S. 2; vgl. ferner die MRT-Untersuchung vom 1. Juli 2013, UV-act. 110 S. 2
f.). Für die leicht frontal betonten gliotischen Veränderungen wurde neben einer
vaskulären Leukenzephalopathie auch eine entzündliche Ursache diskutiert (UV-act. 37
S. 2). Aufgrund des Verdachts einer posttraumatischen Genese der Meningitis mit
Eintrittspforte durch die bestehenden Gesichtsschädelfrakturen wurde eine
antibiotische Therapie begonnen, jedoch wegen fehlender entsprechender bakterieller
Nachweise auch eine virale Entzündungsursache in Betracht gezogen. Der Versicherte
war bis zum 8. Juli 2013 in der Klinik für Neurologie hospitalisiert, wo sich unter
antibiotischer und antiviraler Therapie ein erfreulicher Verlauf einstellte (UV-act. 37
S. 3). Am 8. Juli 2013 wurde der Versicherte in die HNO-Klinik verlegt (vgl. UV-act. 37
S. 3 und 40 S. 3), wo am 9. Juli 2013 ein operativer Eingriff mit mittlerer Meatotomie,
A.b.
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Ethmoidektomie, Vergrösserung des Stirnhöhlenausflusstraktes sowie Abdichten der
Schädelbasis mittels Temoralisfaszie durchgeführt wurde (UV-act. 40 S. 2 ff.). Am 13.
Juli 2013 wurde der Versicherte nach Hause entlassen (UV-act. 40 S. 3). Ab dem 19.
August 2013 nahm er seine Arbeit wieder in einem Pensum von 50 % auf (UV-act. 28,
30 und 47 S. 1).
Am 21. August 2013 fand in der Klinik für Neurologie des X._ eine
neuropsychologische Untersuchung statt, in welcher leichte bis mittelschwere
kognitive Funktionsstörungen sowie Hinweise auf eine mittelschwere depressive
Symptomatik festgestellt wurden, wobei der Versicherte den Grund für die depressive
Symptomatik in der sozialen Situation (...) sah. Die untersuchenden Psychologen
empfahlen die Behandlung der depressiven Symptomatik sowie eine berufsbegleitende
Ergotherapie/Neuropsychologie, beispielsweise im Ambulatorium der D._-Klinik in
O._ (UV-act. 38).
A.c.
Eine MRT-Verlaufsuntersuchung des Neurokraniums mit einer MR-Angiographie
der hirnversorgenden Gefässe extra- und intrakraniell vom 11. September 2013 ergab
im Vergleich zur Voruntersuchung vom 1. Juli 2013 ein rückgebildet verstärktes durales
Enhancement frontal bei einem Zustand nach einem Trauma mit
Mittelgesichtsfrakturen. Die MRT-Befunde zeigten eine normale Gefässdarstellung und
keine Anhaltspunkte für aktiv-entzündliche Veränderungen. Die noch immer sichtbaren
Marklagergliosen waren wiederum nicht eindeutig zuzuordnen (vgl. UV-act. 110 S. 4 f.).
In einem Bericht vom 7. Oktober 2013 erklärte Dr. med. E._, Klinik für Neurologie des
X._, dass die bereits im Juli 2013 nachgewiesenen Marklagergliosen in der MRT-
Untersuchung vom 11. September 2013 unverändert zur Darstellung gekommen seien
und bei bekannter Hypertonie am ehesten mikroangiopathischer Genese seien,
wenngleich die frontale Betonung hierfür untypisch sei (DD: posttraumatisch, DD:
vaskulitisch). Hinweise für das Vorliegen einer Vaskulitis ergäben sich aktuell keine (UV-
act. 126 S. 2). In einem Bericht zu Handen der Swica vom 19. November 2013
attestierte der Hausarzt des Versicherten, Dr. med. F._, Facharzt für
Allgemeinmedizin, P._ AG, O._, dem Versicherten bis zum 18. August 2013 eine
100%ige, ab dem 19. August 2013 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit (UV-act. 71).
A.d.
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Am 26. November 2013 meldete sich der Versicherte aufgrund in der Nacht
respektive am Morgen aufgetretener Schmerzen an der Stirn rechts sowie einer
sichtbaren Schwellung am medialen Augenwinkel rechts bei Dr. F._, welchen ihn
notfallmässig dem X._ zuwies (vgl. UV-act. 77 und 94; bzgl. Befunde des
gleichentags angefertigten CT, welches noch immer nicht konsolidierte Frakturen sowie
neu eine Sinusitis zeigte, vgl. UV-act. 110 S. 10). Die behandelnden Ärzte
interpretierten die Schwellung am ehesten als sinugene Ausbreitung einer leichten
Entzündung. In der Reevaluation am 27. November 2013 zeigte sich eine Regredienz
der Schwellung und der Schmerzen unter Otrivin (UV-act. 94). Aufgrund rezidivierender
Schwellungen sowie Schmerzen frontal rechts mit teils blutiger Sekretion aus der Nase
wurde am 14. Januar 2014 eine operative Stirnhöhlenrevision rechts durchgeführt (UV-
act. 100). Am 5. Februar 2014 begann der Versicherte eine neuropsychologische
Therapie im Ambulatorium der D._-Klinik (vgl. UV-act. 99; zum Datum des Beginns
vgl. UV-act. 173 S. 47). In einem Verlaufsbericht vom 16. April 2014 hielt Dr. med.
G._, FMH Neurologie, D._-Klinik, fest, dass beim Versicherten
belastungsabhängige Kopfschmerzen sowie auch eine verminderte Belastbarkeit mit
kognitiven Einschränkungen im Vordergrund stünden. Die Arbeitsfähigkeit schätzte er
auf 50 % (UV-act. 127).
A.e.
Im Juni 2014 wurde der Versicherte im Auftrag der Swica von der H._
bidisziplinär (neurochirurgisch und HNO-ärztlich) begutachtet (UV-act. 173 S. 1 ff.). Im
Gutachten vom 19. Dezember 2014 hielt Dr. med. I._, Facharzt Neurologie und
Neurochirurgie, fest, dass der Versicherte ein Schädelhirntrauma sowie eine Meningitis,
die als unfallbedingt einzustufen sei, erlitten habe. Die Genese der in den bildgebenden
Untersuchungen dargestellten Marklagergliosen sei noch nicht geklärt, jedoch seien
diese am wahrscheinlichsten dem arteriellen Hypertonus geschuldet. Schliesslich lägen
entsprechend den neuropsychologischen Testungen kognitive Einschränkungen vor.
Aus der Literatur sei bekannt, dass 5-15 % der Patienten mit einer stattgehabten
leichten traumatischen Hirnverletzung Symptome unklarer Pathophysiologie
zurückbehielten (UV-act. 173 S. 38 f.). Dr. I._ kam zum Schluss, dass aus Sicht der
Neurologie keine körperlichen Beschwerden vorlägen (UV-act. 173 S. 44, oben). Auch
aus HNO-ärztlicher Sicht seien keine organischen Folgen des am 3. April 2014 (richtig:
2013) erlittenen Unfalles nachzuweisen (UV-act. 173 S. 29 und 44; vgl. dazu den HNO-
A.f.
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ärztlichen Untersuchungsbericht; UV-act. 173 S. S. 45 f.). Allerdings könnte die
Kopfschmerzsymptomatik, die nachvollziehbar sei (vgl. UV-act. 173 S. 42), sowohl
unter körperlicher als auch mentaler und psychischer Belastbarkeit zunehmen, jedoch
sollte sie unter Behandlung beherrschbar sein. Aus Sicht der Neuropsychologie sei die
kognitive mentale Leistungsfähigkeit aktuell um etwa 50 % eingeschränkt, nicht jedoch
bei geistig und psychisch anspruchslosen Tätigkeiten (UV-act. 173 S. 44). Die
neuropsychologische Behandlung sei gemäss dem neuesten Bericht der D._-Kllinik
vom 3. November 2014 (vgl. dazu UV-act. 173 S. 47 f.) noch nicht abgeschlossen,
sodass die Frage nach der Arbeitsfähigkeit noch nicht definitiv beantwortet werden
könne. Zu empfehlen sei die Fortsetzung der kognitiven Therapie bzw. des
Hirnleistungstrainings für etwa ein halbes Jahr ab dem Datum des Gutachtens, sprich
bis ca. Mitte des Jahres 2015. Falls bis dann noch keine klaren Verbesserungen
erreicht seien, werde das Einholen eines neuropsychologischen sowie gegebenenfalls
psychiatrischen Zusatzgutachtens und die Durchführung einer erneuten MRT-
Untersuchung empfohlen. Weiter merkte Dr. I._ an, dass bei einem
Schädelhirntrauma grundsätzlich immer auch ein ophthalmologischer Befund vorliegen
sollte (UV-act. 173 S. 40). Auf eine entsprechende Nachfrage seitens der Swica
(vgl. UV-act. 178) nahm Dr. I._ am 11. Februar 2015 nochmals ergänzend Stellung
(vgl. UV-act. 190).
In einem Verlaufsbericht der D._-Klinik vom 13. März 2015 hielten die Behandler
fest, dass eine leichte Steigerung der Leistungsfähigkeit stattgefunden habe. Seit
Beginn der Therapie hätten zwar nur sehr langsame, jedoch kontinuierliche
Verbesserungen in den kognitiven Funktionsbereichen beobachtet werden können. Die
vom Versicherten angestrebte Steigerung der Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz von
aktuell 50 auf längerfristig 60-70 % sei realistisch. Vorderhand werde jedoch das
Beibehalten des Arbeitspensums von 50 % und allenfalls ab Sommer eine
versuchsweise Steigerung von ca. 10 % empfohlen (UV-act. 196 S. 1 ff.). In einem
Bericht vom 29. April 2015 hielten Dr. med. J._, Augenarzt FMH, sowie K._,
Orthoptistin, O._, fest, dass der Versicherte ihnen wegen raschen Ermüdens bei
Naharbeit mit anschliessenden Kopfschmerzen zugewiesen worden sei. Sie nannten
als Diagnosen den Verdacht auf eine traumatische Abducensparese rechts, einen
diskreten Fundus hypertensivus I, einen Astigmatismus myopicus mixtus rechts, eine
A.g.
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Myopie links sowie eine Presbyopie. Weiter hielten sie fest, dass sie einen
Prismenversuch gestartet hätten, wobei sich die Beschwerden anlässlich einer
Verlaufskontrolle deutlich regrediert gezeigt hätten. Sollten die Beschwerden im Verlauf
wieder zunehmen, wäre allenfalls eine Prismenanpassung oder eine Schieloperation
indiziert (UV-act. 209). In einem psychologischen Verlaufsbericht der D._-Klinik vom
8. Juni 2015 wurde festgehalten, dass sich weiterhin ein positiver Verlauf zeige.
Namentlich habe sich das Erschöpfungsgefühl nach dem täglichen Arbeitspensum
reduziert, was für den Versicherten eine bedeutende Steigerung der Lebensqualität mit
sich bringe. Nach einer Zeitspanne von zwei Jahren nach dem Unfall könne nicht mehr
mit raschen Sprüngen im Erholungsprozess gerechnet werden, jedoch könnten auch
die weiter zu erwartenden kleinen Schritte im Verlauf zu einer namhaften Verbesserung
des Gesundheitszustandes führen (UV-act. 219).
Zwischen September und November 2015 wurde der Versicherte im Auftrag der
Swica von der L._ GmbH polydisziplinär (psychiatrisch, neurologisch,
neuropsychologisch und ophthalmologisch) untersucht (UV-act. 264). Zudem wurde
am 25. November 2015 eine MRT-Untersuchung des Schädels mit
Hämosiderinsequenzen durchgeführt, die wiederum hyperintense Marklagerläsionen
zeigte (vgl. UV-act. 264 S. 11). Der neurologische Sachverständige führte diesbezüglich
aus, dass die nachgewiesenen Zeichen einer Leukenzephalopathie mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit Ausdruck von mikrovaskulären Veränderungen seien, wobei
ätiologisch der langjährige Hypertonus und das Fumatorium oder die anfangs 2013
diagnostizierte Meningitis in Frage kämen. Für die Hypothese der arteriellen Hypertonie
sei das Verteilungsmuster der mikrovaskulären Veränderungen jedoch untypisch und
die Veränderungen seien im Bericht zur ersten CT-Untersuchung nach dem Unfall noch
nicht beschrieben worden. Insgesamt seien die Veränderungen somit mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit auf die Meningitis und somit mittelbar auf den Unfall
zurückzuführen (UV-act. 264 S. 26). In ihrem interdisziplinären Gutachten vom 27.
Dezember 2015 kamen die Sachverständigen zum Schluss, dass auf neurologischem
und neuroophthalmologischem Gebiet und in geringem Ausmass auf
neuropsychologischem Gebiet residuelle Beeinträchtigungen festgestellt worden seien,
die überwiegend wahrscheinlich auf den Unfall zurückzuführen seien. Auf
psychiatrischem Fachgebiet liessen sich keine krankheitswertigen gesundheitlichen
A.h.
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Beeinträchtigungen erheben (UV-act. 264 S. 30). Die im Vordergrund der
Beschwerdeschilderung stehende erhöhte Ermüdbarkeit lasse sich nur zu einem
kleinen Teil durch eine erhöhte Anstrengung zur Kompensation von allfälligen
kognitiven Schwierigkeiten erklären und bilde sich in den neuropsychologischen Tests
nicht ab. Da sich die Fatigue-Symptomatik aber gemäss Angaben des Versicherten
erst nach ca. vier Stunden konzentrierten Arbeitens manifestiere, lasse sich bei
intellektuell anspruchsvoller Tätigkeit aus rein neuropsychologischer Sicht eine
Einschränkung der zeitlichen Belastbarkeit um ca. 10 % rechtfertigen (UV-act. 264
S. 29, oben). Die noch persistierende Fatigue-Symptomatik sei am wahrscheinlichsten
auf die von neurologischer und neuroophthalmologischer Seite objektivierte
posttraumatische Abducensparese rechts zurückzuführen. Diese habe ein verstecktes
horizontales und vertikales Schielen zur Folge und könne eine visuell bedingte
übermässige Ermüdung sowie auch belastungsabhängig auftretende frontal betonte
Kopfschmerzen gut erklären. Auch die unfallunabhängig bestehende leicht
überkorrigierte Myopie (Kurzsichtigkeit) könne zu einem geringen Teil für diese
Symptome mitverantwortlich sein. In der interdisziplinären Gesamtschau liessen sich
somit unfallbedingte gesundheitliche Beeinträchtigungen feststellen, welche die derzeit
attestierte Arbeitsunfähigkeit von 50 % noch rechtfertigten (UV-act. 264 S. 30). Um
eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes zu erzielen, werde die Erhebung
einer objektiven Refraktion unter Zykloplegie und die Anfertigung einer Brille mit
Prismenkorrektur gestützt auf diese Werte empfohlen. Durch eine adäquate
Brillenkorrektur könne aus versicherungsmedizinischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von
mindestens 80 % erreicht werden, jedoch müsse für den Trageversuch ein Zeitraum
von ca. drei Monaten berücksichtigt werden, bevor eine definitive Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit erfolgen könne (UV-act. 264 S. 33). Intellektuell weniger anspruchsvolle
Tätigkeiten mit wenig visuellen Arbeiten könnte der Versicherte bereits ab dem
Zeitpunkt der Begutachtung in einem Pensum von ca. 80 % ausüben, wobei auch die
Minderung der Leistungsfähigkeit geringer sei. Als Folge der Kopfverletzung sei ein
Integritätsschaden von 20 % (Hirnverletzung mit minimaler bis leichter Störung 15 %,
Diplopie bei Abducensschwäche 5 %) festzustellen (UV-act. 264 S. 34).
Mit Schreiben vom 18. Januar 2016 teilte die Swica dem Versicherten mit, dass sie
entsprechend den gutachterlichen Empfehlungen ein Aufgebot im X._ für die
A.i.
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neuroophthalmologischen Abklärungen in die Wege geleitet habe. Mit Ausnahme der
neuroophthalmologischen Abklärungen bestehe spätestens seit dem Zeitpunkt der
ophthalmologischen Begutachtung vom 25. November 2015 kein Anspruch auf
Heilbehandlungen mehr, jedoch würden die Kosten noch bis zum 31. Januar 2016
übernommen. Bis die medizinischen Massnahmen umgesetzt seien, werde weiterhin
ein Taggeld von 50 % ausgerichtet (UV-act. 270; vgl. ferner UV-act. 272). Am 11.
Februar 2016 wurde der Versicherte in der Augenklinik des X._ untersucht. Im Bericht
vom 17. Februar 2016 hielt der behandelnde Arzt fest, dass sich bei der objektiven
Refraktionsbestimmung nach medikamentöser Zycloplegie annähernd identische
Werte, wie sie bereits in der getragenen Brille vorhanden seien, ergeben hätten. Die
bisherige Prismenkorrektur sei noch mit einer Prismenfolie ergänzt worden. Dem
Versicherten sei eine zusätzliche Untersuchung, bei der man ein Auge für drei Tage
mittels eines Pflasters okkludiere, empfohlen worden (UV-act. 282). Am 29. April 2016
berichteten Dr. J._ und Orthoptistin K._, dass der diagnostische Verband mit einer
Zunahme der Beschwerden und die erfolglose Prismenkorrektur gegen das Schielen
als Ursache der Beschwerden sprächen. Zudem lese der Versicherte abends bevorzugt
ohne Brille, also ohne Prismenkorrektur, was für ihn angenehmer sei als mit der
eigenen Prismenbrille. Sie hätten dem Versicherten daher eine etwas abgeschwächte
Myopiekorrektur verordnet, während sie auf eine Prismenkorrektur verzichtet hätten.
Für die Arbeit am Computer hätten sie zusätzlich zur Gleitsichtbrille eine separate Brille
empfohlen (UV-act. 293). Anlässlich einer augenärztlichen Verlaufskontrolle vom 17.
Juni 2016 berichtete der Versicherte, dass sich die Kopfschmerzen mit der neuen
Myopiebrille um 20 % gebessert hätten, die rasche Ermüdbarkeit während des
Arbeitens jedoch geblieben sei. Aufgrund eines erneut durchgeführten
Prismenversuchs, welcher die Beschwerden verstärkt hatte, schlossen Prof. Dr. M._,
Augenarzt FMH, O._, und Orthoptistin K._ eine orthoptische Ursache der
Beschwerden aus (UV-act. 302). Aufgrund eines verstärkt auftretenden Ohrgeräusches
rechts fand am 29. Juni 2016 eine Untersuchung bei Dr. med. N._, Spezialarzt FMH
für Otorhinolaryngologie, Hals- und Gesichtschirurgie, O._, statt. Dieser
diagnostizierte einen Tinnitus aurium utq cochleo-motorischen Ursprungs im Sinne
einer geringgradigen Dysfunktion am Niveau der äusseren Haarzellen im Mittel- und
Hochtonbereich. Als Ursache des Tinnitus nannte er eine Commotio labyrinthi (UV-
act. 304). In einem Bericht vom 27. Oktober 2016 teilten Prof. M._ und Orthoptistin
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K._ mit, dass der Versicherte bei der letzten Verlaufskontrolle vom 25. August 2016
davon berichtet habe, dass sich die Kopfschmerzen mit der neuesten Brillenkorrektur
ohne Prismen deutlich gebessert hätten. Mit dem Nachlassen der Kopfschmerzen habe
nun allerdings der Tinnitus rechts an Intensität zugenommen. Ophthalmologisch
bestehe bei einer traumatischen leichten Abducensparese rechts mit Doppelbildern
erst im starken Rechtsblick und gut kompensierter Esophorie für die Ferne und Nähe
kein Handlungsbedarf. Die Beschwerden seien nicht okulär bedingt (UV-act. 317). In
einem Telefonat vom 31. Oktober 2016 erkundigte sich der Versicherte danach, warum
die Rechnungen des P._ nicht mehr über die Position Unfall abgerechnet würden,
woraufhin die Swica ihn auf das Schreiben vom 18. Januar 2016 aufmerksam machte.
Der Versicherte brachte zum Ausdruck, mit diesem Entscheid nicht einverstanden zu
sein. Die Swica erklärte, dass im Dezember 2016 eine neue Begutachtung in die Wege
geleitet werde (UV-act. 325; vgl. ferner UV-act. 328, 354 und 355). Am 12. Januar 2017
berichtete Dr. N._, dass er dem Versicherten anlässlich einer Verlaufskontrolle vom 7.
September 2016 infolge fehlender Besserung eine neue Medikation empfohlen habe
(UV-act. 350).
Im März 2017 fand im Auftrag der Swica eine polydisziplinäre (neurologisch, neuro
ophthalmologisch und HNO-ärztlich) Verlaufsbegutachtung bei der L._ GmbH statt.
In ihrem Gutachten vom 13. April 2017 (UV-act. 362 S. 1) hielten die Sachverständigen
fest, dass die bei der Vorbegutachtung festgestellte unfallbedingte Esophorie bei
Abducensparese und die unfallfremde überkorrigierte Myopie mit der aktuellen Brille
gut kompensiert seien, sodass von ophthalmologischer Seite keine die Arbeitsfähigkeit
limitierenden Faktoren mehr bestünden. Auch seien keine wegweisenden
neurologischen Befunde mehr erhoben worden. Die Kopfschmerzsymptomatik habe
sich erfreulich gebessert. Auch das leichte Schädelhirntrauma könne aktuell mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht mehr für die Beschwerden des Versicherten
verantwortlich gemacht werden. Die posttraumatisch bedingte Meningitis könne
dagegen eine gewisse Fatigue-Symptomatik erklären, jedoch nicht in dem subjektiv
geltend gemachten Ausmass bei fehlender Objektivierbarkeit der geklagten
Symptomatik und auch erkennbaren unfallfremden Einflussfaktoren mit
anzunehmendem sekundärem Krankheitsgewinn (psychophysische Dekonditionierung,
Verschiebung des Schlafrhythmus und Tinnitus). Insgesamt lasse sich auf
A.j.
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neurologischem Gebiet aufgrund der geklagten Fatigue-Symptomatik mit
eingeschränkter zeitlicher Belastbarkeit unfallbezogen noch eine Leistungsminderung
von maximal 20 % rechtfertigen. Aus otologischer Sicht lasse sich der seit Frühjahr/
Sommer 2016 geklagte und in den Vordergrund gerückte Tinnitus bei einer Latenz von
drei Jahren bis zur erstmaligen Dokumentation in den Akten nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit auf den Unfall zurückführen. Vielmehr sei anzunehmen, dass der
Tinnitus spontan im Rahmen einer degenerativen oder genetischen
Innenohrschwerhörigkeit aufgetreten sei und wahrscheinlich keinen Krankheitswert
erlangt hätte, wenn er in einer weniger vulnerablen Lebensphase aufgetreten wäre (UV-
act. 362 S. 30 f.). Aus versicherungsmedizinischer Sicht sei in der aktuell ausgeübten
Tätigkeit eine medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit von 80 % zumutbar.
Intellektuell weniger anspruchsvolle Tätigkeiten könnte der Versicherte ab dem
Zeitpunkt der Begutachtung in einem Pensum von ca. 90-100 % ausüben (UV-act. 362
S. 34 f.). Den Integritätsschaden setzten die Gutachter auf 15 % fest, da die
Doppelbilder bei Abducensschwäche inzwischen kompensiert seien (UV-act. 362
S. 35).
Am 19. Mai 2017 teilte die Swica dem Versicherten mit, dass sie nicht mehr an
dem Schreiben vom 18. Januar 2016 festhalte, sondern die Heilbehandlungsleistungen
noch bis zum 31. Juli 2016 erbringen werde. Ab dem 1. August 2016 würden mit
Ausnahme der neuroophthalmologischen Behandlungen keine Kosten mehr vergütet,
da gemäss Gutachten seit Sommer 2016 die posttraumatischen Kopfschmerzen fast
vollständig abgeklungen und unfallbedingt keine medizinischen Massnahmen mehr
notwendig seien. Ab dem 16. März 2017 (Tag nach der HNO-Begutachtung; vgl. UV-
act. 362 S. 1) seien auch von ophthalmologischer Seite keine medizinischen
Massnahmen mehr notwendig. Da gemäss dem Gutachten ein Arbeitspensum von 80
% zumutbar sei, werde der Taggeldanspruch per 25. Mai 2017 auf 20 % angepasst.
Dem Versicherten werde hiermit das rechtliche Gehör gewährt, bevor verfügt werde
(UV-act. 366). Am 13. Juli 2017 liess der Versicherte durch seinen Rechtsanwalt lic. iur.
L. Gmünder, St. Gallen, einwenden, dass die im Gutachten der L._ GmbH gezogenen
Schlussfolgerungen nicht korrekt seien. Dr. N._ sei der Ansicht, dass der Tinnitus
unfallbedingt eingetreten sei. Der medizinische Endzustand sei nicht erreicht (UV-
act. 375). Er legte einen Bericht von Dr. N._ vom 4. Juli 2017 bei (UV-act. 375 S. 3
A.k.
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B.
ff.). Auf eine entsprechende Nachfrage (vgl. UV-act. 380) ging am 25. Oktober 2017 bei
der Swica eine Stellungnahme der L._ GmbH zu den Einwänden des Versicherten
bezüglich des Tinnitus ein (UV-act. 387). Am 8. Dezember 2017 teilte die Swica dem
Versicherten mit Verweis auf die bei der L._ GmbH eingeholte Stellungnahme mit,
dass sie an ihrem Schreiben vom 19. Mai 2017 festhalte. Weiter stellte sie dem
Versicherten ab dem 1. Januar 2018 bei einem Invaliditätsgrad von 20 % und einem
versicherten Verdienst von Fr. 75'400.-- eine monatliche Rente von Fr. 1'005.-- sowie
eine einmalige Integritätsentschädigung von Fr. 18'900.-- bei einem Integritätsschaden
von 15 % in Aussicht. Sodann gab sie dem Versicherten erneut Gelegenheit zur
Stellungnahme (UV-act. 398). Nachdem der Versicherte am 11. Dezember 2017 an
seinen Ausführungen vom 13. Juli 2017 festgehalten und eine anfechtbare Verfügung
verlangt hatte (UV-act. 401), verfügte die Swica am 18. Dezember 2017 die Einstellung
der nicht neuroophthalmologischen Behandlungen per 31. Juli 2016 und die Einstellung
sämtlicher Heilbehandlungsleistungen per 15. März 2017 (mit Ausnahme von
notwendigen Prismenbrillen) und sprach die mit Schreiben vom 8. Dezember 2017 in
Aussicht gestellten Leistungen zu (UV-act. 406).
Gegen die Verfügung vom 18. Dezember 2017 liess der Versicherte durch seinen
Rechtsanwalt am 1. Februar 2018 Einsprache erheben (UV-act. 413).
B.a.
In einer E-Mail vom 21. Februar 2018 teilte die Swica dem Versicherten auf
entsprechende Anfragen hin (vgl. UV-act. 408 und 416) mit, dass sie für
Brillenanpassungen weiterhin aufkommen werde. Über den Leistungsanspruch
erneuter Augenarztbehandlungen werde im Einspracheentscheid informiert (UV-
act. 416). Mit Eingabe vom 20. Juni 2018 liess der Versicherte der Swica eine
augenärztliche Beurteilung von Prof. Dr. R._, Augenärztin FMH, S._, zukommen
(UV-act. 425).
B.b.
Mit Einspracheentscheid vom 18. Dezember 2018 wies die Swica die Einsprache
des Versicherten ab (UV-act. 443).
B.c.
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C.
Gegen diesen Einspracheentscheid erhob der Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführer), weiterhin vertreten durch Rechtsanwalt Gmünder, am 31. Januar
2019 Beschwerde (act. G 1). Er beantragte, der angefochtene Einspracheentscheid sei
aufzuheben und ihm sei ab dem 1. Januar 2018 eine Invalidenrente von 53 % zu
leisten, ihm seien für die Zeit vom 24. Mai 2017 bis 31. Dezember 2017 rückwirkend
Taggelder auf der Basis einer Arbeitsunfähigkeit von 50 % zu leisten, das gesamte
Taggeld und die Invalidenrente seien rückwirkend auf der Basis eines versicherten
Verdienstes von mindestens Fr. 78'480.-- zu leisten, ihm sei für das Ereignis vom 3.
April 2013 eine Integritätsentschädigung von mindestens 30 % zu gewähren und ihm
seien rückwirkend seit 1. August 2016 und zukünftig weiterhin die ophthalmologischen,
neuroophthalmologischen und otologischen Heilbehandlungen zu gewähren.
Eventualiter seien weitere medizinische Abklärungen durchzuführen; alles unter
Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Swica (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin; act. G 1 S. 2). In formeller Hinsicht beantragte der
Beschwerdeführer die Durchführung einer mündlichen, öffentlichen Verhandlung (act. G
1 S. 2).
C.a.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 5. März 2019 beantragte die
Beschwerdegegnerin die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde (act. G 3).
C.b.
In seiner Replik vom 23. Mai 2019 hielt der Beschwerdeführer an den in der
Beschwerde gestellten Anträgen fest (act. G 9).
C.c.
In ihrer Duplik vom 24. Juni 2019 hielt die Beschwerdegegnerin unverändert an
ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest (act. G 11).
C.d.
Mit Eingabe vom 5. Mai 2020 liess der Beschwerdeführer ein im Auftrag der IV-
Stelle von dem Begutachtungsinstitut Q._ am 30. März 2020 erstelltes Gutachten
einreichen (act. G 13 und 13.1). Der Beschwerdeführer machte geltend, mit diesem
Gutachten sei der Beweis dafür erbracht, dass er nur noch zu 50 % arbeitsfähig sei
(act. G 13).
C.e.
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Erwägungen
1.
Auf die Abnahme der von den Parteien in den Rechtsschriften genannten Beweismittel
wird in antizipierter Beweiswürdigung verzichtet, da davon keine
entscheidwesentlichen Erkenntnisse zu erwarten sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts
vom 18. September 2018, 8C_470/2018, E. 4.2.3; BGE 136 I 236 f. E. 5.3). Im Übrigen
Mit Schreiben vom 29. Mai 2020 bestritt die Beschwerdegegnerin die Richtigkeit
des eingereichten Gutachtens. Das Gutachten berücksichtige auch unfallfremde
Komponenten (act. G 15).
C.f.
Mit Schreiben vom 13. Oktober 2020 teilte das Versicherungsgericht den Parteien
mit, dass die vorliegende Streitigkeit grundsätzlich spruchreif sei, und gab dem
Beschwerdeführer aufgrund der aktuellen Gefährdungslage (Coronavirus) Gelegenheit,
den Antrag auf eine mündliche Verhandlung zurückzuziehen (act. G 17).
C.g.
Am 15. Oktober 2020 verzichtete der Beschwerdeführer auf die Durchführung
einer mündlichen Verhandlung (act. G 18).
C.h.
Mit Schreiben vom 26. Oktober 2020 teilte die Beschwerdegegnerin dem
Versicherungsgericht mit, dass sie sich in ihrer Eingabe vom 29. Mai 2020 weitere
Ausführungen vorbehalten habe, da sie angenommen habe, der Beschwerdeführer
würde anlässlich einer mündlichen Verhandlung noch detaillierter auf die
aktenkundigen medizinischen Entscheidungsgrundlagen eingehen. Da keine mündliche
Verhandlung stattfinde, seien Weiterungen entbehrlich. Sie halte daran fest, dass die
Unfallkausalität der im Q._-Gutachten diagnostizierten neurokognitiven Störung nicht
erstellt sei und dem Gutachten für das vorliegende Verfahren somit keine Relevanz
zukomme (act. G 20).
C.i.
Mit Eingabe vom 3. November 2020 reichte Rechtsanwalt Gmünder eine
Kostennote (Honorar für 72.60 Stunden und Barauslagen) über einen Betrag von
insgesamt Fr. 20'909.45 (inkl. 7,7 % Mehrwertsteuer) ein (act. G 22 und 22.1).
C.j.
Mit Schreiben vom 13. November 2020 nahm die Beschwerdegegnerin zu der von
Rechtsanwalt Gmünder eingereichten Kostennote Stellung (act. G 24).
C.k.
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hat der Beschwerdeführer am 15. Oktober 2020 auf die Durchführung einer mündlichen
Verhandlung verzichtet und um möglichst rasche Ausfertigung des Urteils ersucht
(vgl. act. G 18).
2.
Vorliegend strittig und zu prüfen sind die Ansprüche auf eine Integritätsentschädigung
sowie Rentenleistungen (inklusive der Höhe des versicherten Verdienstes). Weiter
strittig ist die Höhe der ab dem 24. Mai (richtig: 25. Mai, vgl. UV-act. 366 i.V.m. 406, die
Verfügung spricht sich zum Taggeld nicht mehr aus) 2017 bis zum 31. Dezember 2017
ausbezahlten Taggelder sowie der Anspruch auf Heilbehandlungsleistungen.
3.
Der Anspruch auf Leistungen der Unfallversicherung setzt zunächst einen Unfall im
Sinne von Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) voraus. Als solcher gilt eine plötzliche,
nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors
auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen
oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Gestützt auf Art. 6 Abs. 1
UVG hat der Unfallversicherer bei Vorliegen eines Unfalls im Sinne des Gesetzes für
einen Gesundheitsschaden jedoch nur insoweit Leistungen zu erbringen, als dieser in
einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum versicherten Ereignis
steht (Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Bundesgesetz über die
Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich Stauffer (Hrsg.), Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, S. 53 ff.). Ursachen im
Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren
Vorhandensein die gesundheitliche Beeinträchtigung nicht oder nicht in gleicher Weise
oder nicht zur gleichen Zeit eingetreten wäre. Für die Bejahung des natürlichen
Kausalzusammenhangs ist nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder
unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende
Ereignis zusammen mit anderen Faktoren für die Schädigung verantwortlich, d.h.
zumindest teilkausal ist, der Unfall mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann,
ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 181 E.
3.1, 117 V 376 E. 3a; SVR 2007 UV Nr. 28 S. 94, U 413/05, E. 4.1 mit Hinweisen;
Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 53). Für die Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher
Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das Gericht in der Regel auf
Angaben ärztlicher Experten und Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem
adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht
3.1.
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4.
nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist (BGE 129 V 181
E. 3.1 und 112 V 32 f. E. 1; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55 und 58 f.). Bei
physischen Unfallfolgen spielt indessen die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der
sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung praktisch keine
selbständige Rolle (BGE 127 V 103 E. 5b/bb, 123 V 102 E. 3b, 118 V 291 f. E. 3a und
117 V 365 E. 5d/bb mit Hinweisen).
Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die
urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln
sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig
davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht,
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der
Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352, E. 3a mit
Hinweis).
3.2.
Der Beschwerdeführer hat am 3. April 2013 unstreitig einen Unfall erlitten.
Zunächst zu prüfen ist, welche strukturellen Unfallfolgen daraus resultiert haben und ob
diese für die noch geklagten Beschwerden (zur Hauptsache: rasche Ermüdbarkeit,
reduzierte Belastbarkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, kognitive Einschränkungen,
Tinnitus, Schlafrhythmusstörungen und teils Kopfschmerzen) ursächlich sind.
4.1.
Als strukturelle Unfallfolgen hat der Beschwerdeführer multiple Gesichtsfrakturen
erlitten. Die Konsolidation dieser Frakturen scheint langwierig gewesen zu sein (vgl.
Bericht zur CT-Untersuchung vom 26. November 2013, die noch immer nicht
konsolidierte Frakturen gezeigt hat; UV-act. 77). Im Bericht zur letzten dokumentierten
MRT-Untersuchung vom 25. November 2015 sind jedoch keine offenen Frakturen mehr
genannt worden (vgl. UV-act. 264 S. 11), weshalb grundsätzlich davon auszugehen ist,
dass eine Konsolidation eingetreten ist, zumal auch nirgends das Gegenteil
festgehalten oder behauptet worden ist. Ein Teil der Frakturen ist ohnehin operativ
versorgt worden (UV-act. 40 S. 2 ff. und UV-act. 100). Selbst wenn aber noch
Restfrakturen bestünden oder es trotz Konsolidation zu Veränderungen in der
4.2.
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Knochenstruktur gekommen sein sollte, ist jedenfalls mangels Hinweisen in den Akten
anzunehmen, dass diese sowie die operativen Veränderungen an sich keine
Beschwerden mehr verursachen. Konkrete Beeinträchtigungen, die auf eine fehlende
oder falsche Konsolidation der Frakturen zurückzuführen wären, werden denn auch
vom Beschwerdeführer nicht dargelegt (vgl. dazu act. G 1 S. 13, wo ausser den
Marklagergliosen keine spezifischen Kopfverletzungen genannt und keine konkreten
Frakturbeschwerden geltend gemacht werden). Insofern ist davon auszugehen, dass
von den Knochenbrüchen an sich keine einschränkenden Restfolgen zurückgeblieben
sind und diese die noch bestehenden Beschwerden nicht erklären können.
4.3.
Als strukturelle Unfallfolgen kommen sodann die bildgebend mehrfach
dokumentierten Marklagergliosen in Betracht (vgl. UV-act. 37 S. 2, 110 S. 2 f., S. 4 f.
und S. 7 sowie UV-act. 264 S. 11). Die Ursache dieser Läsionen ist nicht restlos geklärt.
Die Ärzte haben verschiedene Ursachen diskutiert (vgl. UV-act. 37 S. 2, 126 S. 2, 173
S. 38, 264 S. 26, 362 S. 30 f.; act. G 13.1, Gutachten S. 10 ff.). Dr. E._ hat ausgeführt,
dass die in der MRT-Untersuchung vom 11. September 2013 (genauso wie in der MRT-
Untersuchung vom 1. Juli 2013) nachgewiesenen Marklagergliosen bei bekannter
Hypertonie am ehesten mikroangiopathischer Genese seien, wobei sie gleichzeitig
darauf aufmerksam gemacht hat, dass die frontale Betonung hierfür nicht typisch sei
(UV-act. 126 S. 2). Dr. I._ hat sich der Ursacheneinschätzung von Dr. E._ zwar
angeschlossen, jedoch darauf hingewiesen, dass die Genese der Marklagergliosen
noch nicht richtig geklärt sei (UV-act. 173 S. 38 f.). Er hat auch eine erneute MRT-
Untersuchung empfohlen (UV-act. 173 S. 40). Im Rahmen der Begutachtung durch die
L._ GmbH im Jahr 2015 ist eine MRT-Untersuchung des Schädels mit
Hämosiderinsequenzen durchgeführt worden (vgl. UV-act. 264 S. 11). Der
neurologische Sachverständige der L._ GmbH hat sich im Gutachten von 2015
sodann eingehend mit der Ursache der Marklagerläsionen befasst. Er hat in
Übereinstimmung mit der medizinischen Aktenlage ausgeführt, dass die
nachgewiesenen Zeichen einer Leukenzephalopathie mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit Ausdruck von mikrovaskulären Veränderungen seien, wobei
ätiologisch der langjährige Hypertonus und das Fumatorium oder die anfangs 2013
diagnostizierte Meningitis in Frage kämen. In Übereinstimmung mit Dr. E._ hat er
festgehalten, dass das Verteilungsmuster der mikro-vaskulären Veränderungen für die
Hypothese der arteriellen Hypertonie atypisch sei. Ausserdem hat er darauf
aufmerksam gemacht, dass die zerebralen Veränderungen im Bericht zur ersten CT-
Untersuchung nach dem Unfall noch nicht beschrieben worden seien, weshalb er die
4.3.1.
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Veränderungen in schlüssiger Weise mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf die
Meningitis und somit mittelbar auf den Unfall zurückgeführt hat (UV-act. 264 S. 26).
Auch in der Verlaufsbegutachtung der L._ GmbH vom März 2017 hat derselbe
Neurologe von einer durchgemachten Meningitis mit bildgebend beschriebenen frontal
betonten Marklagergliosen gesprochen und die postmeningitischen Veränderungen als
Erklärung für eine gewisse Fatigue-Symptomatik gesehen (vgl. UV-act. 362 S. 27). Die
Ursache der Meningitis ist zwar ebenfalls nicht restlos geklärt. Aufgrund der
Ausführungen in den drei seitens der Beschwerdegegnerin eingeholten Gutachten ist
es jedoch überwiegend wahrscheinlich, dass die Meningitis unfallkausal ist (vgl. UV-
act. 173, 264 und 362). Auch die Beschwerdegegnerin hat deren Unfallkausalität
anerkannt (UV-act- 443 S. 12). Folglich sind auch die zerebralen Veränderungen, die
überwiegend wahrscheinlich auf die Meningitis zurückgehen, als mindestens teilkausal
einzustufen. In diesem Zusammenhang ist noch festzuhalten, dass der
Beschwerdeführer nach übereinstimmender Einschätzung der Ärzte anlässlich des
Unfallereignisses auch ein Schädelhirntrauma erlitten hatte, jedoch ohne strukturell
sichtbare Hirnverletzungen (vgl. z.B. UV-act. 16, 173 S. 38 f. und 362 S. 31; act. G
13.1, Konsensbeurteilung, S. 8; neurologisches Gutachten S. 14).
Die zerebralen Veränderungen haben die Q._-Gutachter als wahrscheinlichste
Ursache für die von ihnen beim Beschwerdeführer festgestellte leichte bis
mittelschwere neuropsychologische Funktionsstörung gesehen, wobei sie initial auch
die leichte Hirnverletzung sowie die Meningitis als mögliche Ursachen in Betracht
gezogen haben (vgl. act. G 13.1, Konsensbeurteilung S. 7). Da die zerebralen
Veränderungen, wie soeben dargelegt (vgl. E. 4.3.1), ihrerseits als mindestens teilkausal
zur Meningitis zu sehen sind, sind somit auch die kognitiven Beeinträchtigungen als
unfallkausal einzustufen. Übereinstimmend dazu sind auch die Sachverständigen der
L._ GmbH in ihrem Gutachten vom April 2017 davon ausgegangen, dass die
posttraumatische Meningitis mit bildgebend beschriebenen frontal betonten
Marklagergliosen noch zu einer gewissen Fatigue-Symptomatik mit eingeschränkter
zeitlicher Belastbarkeit führen könne (vgl. UV-act. 362 S. 27 und 30 ff.). Welchen Anteil
an den kognitiven Beeinträchtigungen bzw. der beschränkten Belastbarkeit letztlich die
zerebralen Veränderungen haben und welcher Anteil möglicherweise doch noch durch
die traumatische Hirnverletzung bzw. die Meningitis direkt bedingt ist, kann somit
offenbleiben. Es ist jedenfalls mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon
auszugehen, dass die vom Beschwerdeführer seit dem Unfall geltend gemachten
Ermüdungserscheinungen bzw. kognitiven Probleme (z.B. Konzentrationsprobleme) auf
4.3.2.
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unfallkausale Faktoren zurückzuführen sind (zu den seitens der L._ GmbH als
unfallfremd diskutierten Faktoren für die Fatigue-Problematik vgl. E. 6.3).
Als weitere strukturelle unfallkausale Restfolge kommt sodann die
Abducensparese in Betracht. Im von der IV-Stelle eingeholten Q._-Gutachten haben
die Sachverständigen deren Unfallkausalität zwar angezweifelt (vgl. act. G 13.1,
Gutachten S. 7 f.). Die Gutachter der L._ GmbH haben die Abducensparese rechts
jedoch klarerweise als Unfallfolge anerkannt (vgl. UV-act. 264 S. 30 und 362 S. 30 f.),
ebenso die Beschwerdegegnerin (vgl. UV-act. 443 S. 12). Unabhängig von der
Unfallkausalität ist jedenfalls aufgrund der letzten Beurteilung der L._ GmbH und
derjenigen der Q._-Gutachter, die überdies auch mit den Einschätzungen der
behandelnden Augenärzte Prof. M._ und J._ sowie der behandelnden Orthoptistin
K._ übereinstimmen (vgl. UV-act. 293 302 und 317), davon auszugehen, dass die
noch geklagten Beschwerden nicht auf die Abudcensparese zurückzuführen sind
(vgl. UV-act. 362 S. 34 f.; act. G 13.1, Gutachten S. 7, unten). Vielmehr ist gerade auch
angesichts der dokumentierten Arztbesuche anzunehmen, dass die Abudcensparese,
die zu Doppelbildern bei starkem Rechtsblick geführt hat, gut kompensiert ist und
keine wesentlichen Einschränkungen zurückgeblieben sind (vgl. UV-act. 293, 302 und
317). Dass in Zukunft Anpassungen der Prismenbrillen wieder notwendig werden
könnten, wird von der Beschwerdegegnerin nicht bestritten. Sie hat denn auch in der
Verfügung vom 18. Dezember 2017 grundsätzlich festgehalten, dass sie für
Prismenbrillen weiter aufkommen werde (vgl. UV-act. 406), was sie im
Einspracheentscheid vom 18. Dezember 2018 dahingehend präzisiert hat, dass die
Verfügung auch eine Leistungspflicht für neuroophthalmologische Behandlungen
vorsehe (vgl. UV-act. 443 S. 18). Dieses Leistungszugeständnis kann der Verfügung
zwar nicht explizit entnommen werden, jedoch ist es durchaus angezeigt, dass bei der
Übernahme der Kosten für Prismenbrillen auch die damit in Zusammenhang stehenden
Brillenanpassungen und ophthalmologischen Abklärungen vergütet werden. Warum die
Beschwerdegegnerin in der Verfügung vom 18. Dezember 2017 ausgeführt hat, sie
würde die Kosten für Prismenbrillen nur bis zum definitiven Fallabschluss übernehmen
(vgl. UV-act. 406), ist nicht nachvollziehbar, da sie mit dieser Verfügung den
Fallabschluss vorgenommen hatte. Diese einschränkende Feststellung ist somit als
Versehen der Beschwerdegegnerin zu interpretieren. Angesichts ihres in diesem
Beschwerdeverfahren erneut festgehaltenen Zugeständnisses, weiterhin für
neuroophthalmologische Untersuchungen aufzukommen (vgl. act. G 3 S. 9), ist die
Verfügung vielmehr derart zu interpretieren, dass dem Beschwerdeführer auch über
den Fallabschluss hinaus bei Bedarf ophthalmologische Anpassungskontrollen sowie
Prismenbrillen vergütet werden. Dem Interesse des Beschwerdeführers, die
4.4.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 20/31
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Leistungspflicht bezüglich der ophthalmologischen Behandlungen festzulegen, ist im
Dispositiv dieses Entscheides Rechnung zu tragen. Jedenfalls ist, wie soeben
ausgeführt, anzunehmen, dass die noch geklagten Beschwerden nicht auf die
Abducensparese zurückzuführen sind.
Ob der beklagte Tinnitus durch eine strukturelle Schädigung der äusseren
Haarzellen objektiviert werden kann (vgl. UV-act. 304), ist aufgrund der Aktenlage nicht
schlüssig nachzuvollziehen. Der behandelnde Ohrenarzt Dr. N._ stuft den Tinnitus
jedenfalls als unfallkausal ein. Er hat in einem Bericht vom 4. Juli 2017 die Annahme
der Unfallkausalität ziemlich ausführlich und gut nachvollziehbar begründet. So hat er
ausgeführt, dass der Unfallhergang und das Momentum des Unfalls mit multiplen
Mittelgesichtsfrakturen und der Orbitabodenfraktur rechts genügend kinetische Energie
generiert hätten, um eine Commotio labyrinthi zu verursachen. Eine solche müsse sich
nicht mit dem ganzen möglichen Symptomenkomplex äussern, sondern könne sich
auch nur mit einem Symptom bemerkbar machen. Anhand der subjektiven und
objektiven Kriterien bei der Auswertung des Tinnitus müsse beim Beschwerdeführer
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass der Tinnitus
unfallbedingt ausgelöst worden sei. Dr. N._ hat überdies auf den Bericht von Prof.
M._ vom 23. Juni 2016 verwiesen, in dem nichts davon stehe, dass der Tinnitus erst
in der letzten Zeit aufgetreten sei. Vielmehr habe dieser von einem verstärkten
Auftreten gesprochen, was bedeute, dass der Beschwerdeführer schon längere Zeit
bzw. seit dem Unfall an einem solchen Tinnitus gelitten habe, ihn jedoch nicht in den
Vordergrund gestellt habe, da er an einer intensiven Schmerzsymptomatik mit starken
Kopfschmerzen gelitten habe. Bei einem eindeutigen Unfallmechanismus sei es
unwahrscheinlich, dass die Ursache in einer degenerativen oder genetischen
Innenohrerkrankung liege, die plötzlich im Frühling 2016 aufgetreten sein solle.
Genetische Faktoren hätten sich schon viel früher auf das Gehör ausgewirkt.
Ausserdem könne eine genetische oder degenerative Ursache durch das
audiometrische Muster und den retro-cochleären Befund nicht belegt werden (UV-
act. 375 S. 3 ff.). Demgegenüber haben die Sachverständigen der L._ GmbH in ihrem
Gutachten vom 13. April 2017 ebenfalls nachvollziehbar darauf hingewiesen, dass der
Tinnitus erst lange Zeit nach dem eigentlichen Unfallereignis in den Akten dokumentiert
gewesen sei, andere klinische Symptome für eine Commotio labyrinthi (z.B.
Drehschwindel und Hörstörungen) nach dem Unfallereignis gefehlt hätten und auch der
Unfallmechanismus für eine Commotio labyrinthi atypisch sei. Sie sind der Ansicht,
dass der Tinnitus spontan im Rahmen einer wahrscheinlich degenerativen oder
genetischen Innenohrschwerhörigkeit im Frühling 2016 aufgetreten sei und keinen
Krankheitswert erlangt hätte, wenn er in einer weniger vulnerablen Situation des
4.5.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 21/31
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5.
Beschwerdeführers aufgetreten wäre (UV-act. 362 S. 29). In einer Stellungnahme vom
17. Oktober 2017 hat der HNO-Gutachter ergänzend ausgeführt, dass die vulnerable
Situation, wegen welcher der Tinnitus Krankheitswert erlangt habe, zumindest teilweise
durch den Unfall vom 3. April 2013 bedingt gewesen sei (UV-act. 387). Ob der Tinnitus
letztlich direkt durch das Unfallereignis oder doch spontan krankheitsbedingt
aufgetreten ist, kann somit offenbleiben. Denn weil der Tinnitus ohne die durch das
Unfallereignis bedingte vulnerable Situation keinen Krankheitswert erlangt hätte, ist der
Unfall zumindest als teilkausal für den Eintritt des Tinnitus zu betrachten.
Keinem eindeutigen strukturellen Korrelat lassen sich die noch beklagten
Kopfschmerzen zurechnen. Die Q._-Gutachter haben schlüssig dargelegt, dass die
Kopfschmerzen ursprünglich wohl unfallkausal in Form einer migräniformen
Komponente aufgetreten seien, während die noch verbliebenen Kopfschmerzen als
Spannungskopfschmerz imponierten und unklarer Genese seien (vgl. actr. G 13.1,
neurologisches Gutachten S. 12; Konsensbeurteilung S. 7). Die Unfallkausalität der
Kopfschmerzen ist somit fraglich.
4.6.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass als unfallkausale objektivierbare
Restfolgen neben einer gut kompensierten Abducensparese (vgl. E. 4.4) und nicht mehr
beeinträchtigenden Frakturen bildgebend sichtbare frontal betonte Marklagergliosen
vorliegen, die eine eingeschränkte Belastbarkeit und kognitive Leistungsfähigkeit zur
Folge haben. Daneben bestehen ein unfallkausaler Tinnitus sowie eine
Kopfschmerzsymptomatik unklarer Genese.
4.7.
Zu prüfen ist nun, ob von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung der
bestehenden Restbeschwerden noch eine namhafte Besserung des
Gesundheitszustandes erwartet werden kann. Ist dies nicht der Fall und sind allfällige
Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen, entsteht der
Rentenanspruch. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die
Taggeldleistungen dahin (sogenannter Fallabschluss; Art. 19 Abs. 1 UVG; zu den
Ausnahmen bzgl. Heilbehandlung vgl. Art. 21 UVG; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 143
f.).
5.1.
Eine wesentliche Verbesserung der kognitiven Beeinträchtigungen bzw. der
Fatigue-Symptomatik ist durch eine neuropsychologische Therapie nicht mehr zu
erwarten (vgl. UV-act. 264 S. 33 und 362 S. 33 f; act. G 13.1, neuropsychologisches
Fachgutachten S. 15). Andere Therapieansätze stehen, soweit ersichtlich, nicht zur
Diskussion. Eine Therapierbarkeit der Kopfschmerzsymptomatik und des Tinnitus mit
5.2.
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wesentlicher Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ist nicht anzunehmen, da diesen
beiden Leiden entsprechend den gutachterlichen Einschätzungen kein eigenständiger
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zuzumessen ist (vgl. UV-act. 350 S. 9 und 362 S. 33,
unten; act. G 12.1, Konsensbeurteilung S. 8). Demzufolge stehen auch otologische
Verlaufskontrollen oder ein allfälliger medikamentöser Behandlungsversuch des
Tinnitus dem Fallabschluss nicht entgegen. Die Gutachter der L._ GmbH sind im
Übrigen davon ausgegangen, dass sich der Tinnitus alleine durch eine Normalisierung
des Schlafrhythmus und eine psychophysische Rekonditionierung verbessern könne,
ohne dass sie ärztliche Massnahmen vorgeschlagen haben (vgl. dazu UV-act. 362 S.
33 f.). Die Kopfschmerzen haben sich gemäss dem Beschwerdeführer ohnehin massiv
gebessert, sie würden nur noch selten auftreten (vgl. act. G 13.1, neurologisches
Gutachten S. 3, unten). Demnach ist von einem medizinischen Endzustand
auszugehen. Der von der Beschwerdegegnerin per 31. Dezember 2017 vorgenommene
Fallabschluss mit Einstellung der Taggeldleistungen ist nicht zu beanstanden (vgl. UV-
act. 406), da bereits unter Berücksichtigung der damaligen Aktenlage keine namhafte
Verbesserung der obgenannten Leiden mehr zu erwarten gewesen ist und auch die IV-
Stelle, soweit ersichtlich, keine beruflichen Massnahmen plant (vgl. UV-act. 76 und 79).
Der Beschwerdeführer scheint sich in der Beschwerde mit einem Fallabschluss per 31.
Dezember 2017 ebenfalls implizit einverstanden zu erklären, indem er die Ausrichtung
einer Invalidenrente und Integritätsentschädigung verlangt (vgl. act. G 1 S. 2;
vgl. E. 5.1). Nicht einverstanden ist der Beschwerdeführer jedoch mit der von der
Beschwerdegegnerin vorgenommenen Einstellung der Heilbehandlungsleistungen
(nicht neuroophthalmologische per 31. Juli 2016 und ophthalmologische per 15. März
2017; UV-act. 406). Er ist der Ansicht, die Beschwerdegegnerin habe rückwirkend per
1. August 2016 und auch weiterhin für ophthalmologische, neuroophthalmologische
und otologische Heilbehandlungen aufzukommen (vgl. act. G 1 S. 2). Was die
Einstellung der ophthalmologischen und neuroophthalmologischen Behandlungen im
Zusammenhang mit der von der Beschwerdegegnerin als unfallkausal anerkannten
Abducensparese bzw. der dafür notwendigen Anpassungen der Prismenbrillen betrifft,
ist, wie bereits ausgeführt, von einem Versehen der Beschwerdegegnerin auszugehen.
Diese Behandlungen führen zwar voraussichtlich zu keiner namhaften Verbesserung
des Gesundheitszustandes mehr, weshalb sie dem Fallabschluss nicht
entgegenstehen, jedoch sind sie zum Erhalt der bestehenden Arbeitsfähigkeit
notwendig und stehen dem Beschwerdeführer aufgrund seines Rentenanspruchs auch
über den Fallabschluss hinaus zu (Art. 21 Abs. 1 lit. c UVG; zum Rentenanspruch
vgl. E. 6.5), wie die Beschwerdegegnerin selber eingeräumt hat (vgl. E. 4.4). Es versteht
sich von selbst, dass jedoch nur solche ophthalmologischen Behandlungen von der
Beschwerdegegnerin zu vergüten sind, die in einem Zusammenhang zur
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6.
Abducensparese und den damit zusammenhängenden optischen Beschwerden
stehen. Für otologische Behandlungen im Zusammenhang mit dem Tinnitus hat die
Beschwerdegegnerin ebenfalls bis zum 31. Dezember 2017 und darüber hinaus
aufzukommen, da sich eine Verschlechterung der Gehörgeräusche zukünftig negativ
auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auswirken könnte, zumal sie mit der
Kopfschmerzsymptomatik und der Fatigue-Symptomatik ungünstig agiert. Die
Einstellung der übrigen Heilbehandlungsleistungen per 31. Juli 2016 (vgl. UV-act. 406)
ist gestützt auf die Aktenlage nachvollziehbar und wird auch vom Beschwerdeführer
nicht beanstandet (vgl. act. G 1).
Weiter zu prüfen ist somit der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine
Invalidenrente. Anspruch auf eine Invalidenrente hat eine versicherte Person, wenn sie
infolge des Unfalls zu mindestens 10 % invalid ist (Art. 18 Abs. 1 UVG). Gemäss Art. 16
ATSG wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Um den dem
Invaliditätsgrad zugrundeliegende Grad der Arbeitsunfähigkeit bemessen zu können, ist
die Verwaltung - und im Beschwerdefall das Gericht - auf Unterlagen angewiesen, die
ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben.
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es dabei, den Gesundheitszustand zu beurteilen
und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten
die versicherte Person arbeitsfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4; BGE 115 V 134 E. 2).
6.1.
Um den Rentenanspruch beurteilen zu können, ist demnach zu prüfen, in welchem
Ausmass die durch die posttraumatische Meningitis mit zerebralen Veränderungen
bedingte Fatigue-Problematik bzw. die durch die zerebralen Veränderungen bedingten
kognitiven Einschränkungen die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
beeinträchtigen. Andere unfallkausale gesundheitliche Einschränkungen mit
eigenständiger, namhafter Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit liegen nicht vor
(vgl. dazu E. 4.7 und 5.2).
6.2.
Die Q._-Gutachter sind aufgrund einer im Dezember 2019 durchgeführten
neuropsychologischen Testung von einer 50%igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
in der aktuell ausgeübten, bereits dem Leiden angepassten Tätigkeit als selbständig
6.3.
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Erwerbender im Bereich (...) ausgegangen. Diesbezüglich haben sie erklärend
ausgeführt, dass der Beschwerdeführer seine Arbeitsinhalte seit dem Unfallereignis
angepasst habe. Bei einer Arbeitspräsenz von 70 % könne eine Arbeitsleistung von 50
% bezogen auf ein Vollpensum von 100 % erbracht werden (act. G 13.1;
neuropsychologisches Fachgutachten, S. 14; Konsensbeurteilung S. 9 f.).
Demgegenüber hat der neurologische Sachverständige der L._ GmbH im Gutachten
aus dem Jahr 2017 ausgeführt, dass die an sich nachvollziehbare Fatigue-
Symptomatik nicht in dem subjektiv geltend gemachten Ausmass nachvollziehbar sei
bei fehlender Objektivierbarkeit der geklagten Symptomatik, den auch erkennbaren
unfallfremden Einflussfaktoren und dem anzunehmenden sekundären
Krankheitsgewinn (psychophysische Dekonditionierung, Verschiebung des
Schlafrhythmus und Tinnitus). Aufgrund der für sie plausiblen Fatigue-Symptomatik
haben die Sachverständigen dem Beschwerdeführer in ihrem Gutachten aus dem Jahr
2017 eine Leistungseinschränkung von 20 % attestiert (vgl. UV-act. 362 S. 27 und 30
ff.). Warum der neurologische Sachverständige der L._ GmbH im Gutachten aus dem
Jahr 2017 von einer fehlenden Objektivierbarkeit der Symptomatik spricht, ist nicht
nachvollziehbar, da er sich die Fatigue-Symptomatik ja selber durch die
objektivierbaren Marklagergliosen erklärt. Gemeint haben dürfte der Gutachter somit
nur, dass er sich das Ausmass der geklagten Beschwerden nicht erklären kann bzw.
das Ausmass nicht objektivierbar sei. Ein Versuch zur Objektvierung dieser
Beschwerden mittels neuropsychologsicher Testung ist in der Begutachtung der L._
GmbH vom März 2017 aber unterblieben. Stattdessen hat der neurologische
Sachverständige vermeintliche unfallfremde Faktoren mit einem vermeintlichen
sekundären Krankheitsgewinn angeführt, wobei er im Wesentlichen auf den
unfallkausalen Tinnitus sowie Schlafrhythmusstörungen, die gut in einem
Zusammenhang zum Tinnitus stehen können, verwiesen hat. Dass er den
unfallkausalen Tinnitus als unfallfremden Faktor anführt, der für die verstärkt
empfundenen Beschwerden verantwortlich sein könne, ist problematisch. Die seitens
der L._ GmbH angeführten Gründe zur Erklärung eines verminderten
Beschwerdeausmasses überzeugen nach dem Gesagten nicht. Vielmehr hätte sich
eine neuropsychologische Abklärung zur Objektivierung der geklagten Beschwerden
aufgedrängt. Zwar hatte die L._ GmbH eine solche in der Vorbegutachtung im Jahr
2015 vorgenommen. Aus neuropsychologischer Sicht war man damals zum Schluss
gelangt, dass die geltend gemachte Ermüdbarkeit nicht einzig mit einer vermehrten
Anstrengung bei kognitiven Defiziten erklärbar sei und sich in den
neuropsychologischen Tests auch nicht abbilde, weshalb aus rein kognitiver Sicht
lediglich eine Einschränkung von 10 % zu attestieren sei (vgl. UV-act. 264 S. 29, oben).
Allerdings hatten sich die Gutachter damals die noch attestierte 50%ige
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Arbeitsunfähigkeit mit der visuellen Einschränkung erklären können und hatten durch
die optische Brillenanpassung eine massive Verbesserung erwartet (vgl. UV-act. 264
S. 30). Als der Beschwerdeführer in der Verlaufsbegutachtung vom März 2017 trotz
angepasster optischer Korrektur noch immer eine massive Ermüdbarkeit angegeben
hat, wäre eine erneute neuropsychologische Testung angezeigt gewesen. Dies gilt
umso mehr, als die Gutachter auch nicht auf die im Vorgutachten aus
neuropsychologischer Sicht festgestellte Einschränkung von 10 % abgestellt haben,
sondern aufgrund einer aus ihrer Sicht noch erklärbaren Fatigue-Symptomatik von
einer 20%igen Einschränkung ausgegangen sind (vgl. UV-act. 362 S. 30 ff.). Die seitens
der Q._-Gutachter attestierten neuropsychologischen Einschränkungen im Ausmass
einer Leistungsminderung von 50 % stehen demgegenüber im Einklang mit den
neuropsychologischen Testungen der D._-Klinik und des X._ (vgl. UV-act. 38, 127
und 196). Die Testergebnisse der L._ GmbH aus dem Jahr 2015 sind laut dem Q._-
Begutachtungsinstitut nicht erhältlich gewesen (vgl. act. G 13.1, Konsensbeurteilung S.
7). Auch dem in den Akten liegenden Gutachten der L._ GmbH aus dem Jahr 2015
können die eigentlichen neuropsychologischen Testuntersuchungen nicht bzw. nur
rudimentär entnommen werden (vgl. UV-act. 264). Zwar ist anzunehmen, dass
neuropsychologische Testungen auch von der Motivation und der
Leistungsbereitschaft der Probanden abhängig sein können, jedoch gibt es keine
Hinweise auf suboptimales Leistungsverhalten (vgl. z.B. UV-act. 264 S. 18 20 und 21,
jeweils oben, UV-act. 173 S. 45; act. G 13.1, Konsensbeurteilung S. 9,
neuropsychologisches Fachgutachten S. 14). Einzig im letzten Gutachten der L._
GmbH haben die Sachverständigen, wie erwähnt, einen sekundären Krankheitsgewinn
angeführt, diesen jedoch nicht nachvollziehbar erläutert, sondern im Wesentlichen
einzig auf den Tinnitus und die dadurch bewirkten Schlafstörungen verwiesen (vgl. UV-
act. 362 S. 31, oben). Aufgrund der zu Unrecht ausgeschlossenen unfallkausalen
Restfolgen im Rahmen der Begutachtung durch die L._ GmbH im März 2017, der
fehlenden neuropsychologischen Untersuchungen in dieser Begutachtung und
aufgrund des mit der übrigen medizinischen Aktenlage bezüglich der
neuropsychologischen Einschränkungen übereinstimmenden und schlüssigen Q._-
Gutachtens ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer 50%igen
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auszugehen. Die Sachverständigen des Q._
haben sich auch eingehend mit der durchaus aktiv imponierenden Freizeitgestaltung
des Beschwerdeführers auseinandergesetzt und dargelegt, warum diese mit der
50%igen Arbeitsunfähigkeit vereinbar sei (vgl. act. G 13.1, Konsensbeurteilung S. 11,
neurologisches Gutachten, S. 15). Soweit die Beschwerdegegnerin geltend macht, es
sei fraglich, ob alleine gestützt auf eine neuropsychologische Einschätzung auf die
Arbeitsfähigkeit geschlossen werden dürfe (vgl. act. G 15), ist dem entgegenzuhalten,
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dass es sich beim Q._-Gutachten um eine polydisziplinäre Begutachtung gehandelt
hat, im Rahmen derer auch Fachärzte anderer Disziplinen mitgewirkt haben und die
Gutachter schliesslich gemeinsam zur Einschätzung einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit
gelangt sind (vgl. act. G 13.1). Da das Q._-Gutachten von der IV-Stelle in Auftrag
gegeben worden ist (vgl. act. G 13.1, Konsensbeurteilung, S. 2), die nicht Partei des
unfallversicherungsrechtlichen Verfahrens ist und auch keine erkennbaren Interessen
am Ausgang dieses Verfahrens hat, geniesst es auch eine hohe Beweiskraft.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
davon auszugehen ist, dass beim Beschwerdeführer über den 24. Mai 2017 hinaus eine
50%ige Arbeitsunfähigkeit in der von ihm aktuell ausgeübten (dem Leiden
zwischenzeitlich angepassten; vgl. dazu act. G 13.1, Konsensbeurteilung S. 9 f.)
Tätigkeit besteht. Folglich hat die Beschwerdegegnerin ihre Taggeldleistungen zu
Unrecht per 25. Mai 2017 auf 20 % gesenkt (vgl. UV-act. 366). Sie ist zu verpflichten,
dem Beschwerdeführer rückwirkend auch für die Zeit vom 25. Mai bis 31. Dezember
2017 ein Taggeld basierend auf einem Arbeitsunfähigkeitsgrad von 50 % auszurichten.
6.4.
Ausgehend von der ermittelten Arbeitsunfähigkeit bleibt sodann der
Rentenanspruch zu prüfen. Vorliegend ist sowohl hinsichtlich des (hypothetischen)
Valideneinkommens als auch bezüglich des Invalideneinkommens derselbe
Tätigkeitsbereich zugrunde zu legen (vgl. act. G 13.1, Konsensbeurteilung, S. 9 f.).
Demnach kann der Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers anhand eines so genannten
Prozentvergleichs ermittelt werden. Dabei entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der
Arbeitsunfähigkeit, allenfalls unter Berücksichtigung eines Abzugs vom Tabellenlohn
(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 10. April 2017, 9C_804/2016, E. 2.2 mit Hinweis;
BGE 126 V 75). Ein solcher Abzug ist vorliegend nicht angezeigt, da nicht auf
Tabellenlöhne, sondern den konkreten Verdienst des Beschwerdeführers abgestellt
wird. Folglich resultiert bei einem Arbeitsunfähigkeitsgrad von 50 %, wie er beim
Beschwerdeführer anzunehmen ist, ein Invaliditätsgrad von 50 %. Der
Beschwerdeführer hat demnach ab dem 1. Januar 2018 einen Anspruch auf eine halbe
Invalidenrente.
6.5.
6.6.
Taggelder und Renten werden nach dem versicherten Verdienst bemessen (Art.
15 Abs. 1 UVG). Als versicherter Verdienst gilt für die Bemessung der Taggelder
grundsätzlich der letzte vor dem Unfall bezogene Lohn, für die Bemessung der Renten
der innerhalb eines Jahres vor dem Unfall bezogene Lohn (Art. 15 Abs. 2 UVG; Art. 22
6.6.1.
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Abs. 3 UVV), wobei der Bundesrat Bestimmungen über den versicherten Verdienst in
Sonderfällen erlassen kann (vgl. Art. 15 Abs. 3 UVG).
Die Beschwerdegegnerin hat zur Berechnung des versicherten Verdienstes auf
den vom Beschwerdeführer im Jahr 2012 gemäss Auszug aus dem individuellen Konto
der Sozialversicherungsanstalt (SVA) erzielten jährlichen Verdienst von Fr. 75'400.--
abgestellt (vgl. act. G 1.1.2 S. 17, oben), was grundsätzlich nicht zu beanstanden ist. In
der Beschwerde hat der Beschwerdeführer neu die Frage aufgeworfen, ob nicht eher
auf einen Durchschnittslohn i.S.v. Art. 23 Abs. 3 UVV abzustellen sei, da sein Gehalt
Schwankungen unterworfen sei (vgl. act. G 1 S. 19). Zwar ist sein Jahresverdienst als
Selbständiger gemäss IK-Auszug gewissen Schwankungen unterworfen gewesen (vgl.
act. G 9.1.1), jedoch bewegt sich der seitens der Beschwerdegegnerin angerechnete
Lohn unter Berücksichtigung der in derselben Firma erzielten Einnahmen in anderen
Jahren durchaus in einem vertretbaren Rahmen. Es ist anzunehmen, dass eine
Durchschnittsberechnung unter Einkalkulierung des im Jahr 2010 erzielten Gehalts, das
im Vergleich zu anderen Jahren überdurchschnittlich hoch gewesen zu sein scheint, die
tatsächlichen Lohnverhältnisse nicht besser abbilden würde. Im Übrigen hat die
Beschwerdegegnerin auch die Taggelder auf der Basis eines versicherten Verdienstes
von Fr. 75'400.-- bemessen. Einen zunächst tiefer bemessenen Ansatz hatte der
Beschwerdeführer beanstandet (vgl. UV-act. 67), worauf die Beschwerdegegnerin den
versicherten Verdienst auf Fr. 75'400.-- angehoben hat (vgl. UV-act. 70 S. 3), was vom
Beschwerdeführer, soweit ersichtlich, nicht mehr beanstandet worden ist. Auch in der
Beschwerde hat der Beschwerdeführer den Verzicht auf eine Durchschnittsberechnung
nicht explizit kritisiert.
6.6.2.
In der Beschwerde bemängelt der Beschwerdeführer jedoch die fehlende
Berücksichtigung des in seiner Teilzeitbeschäftigung im Jahr 2012 erzielten
Verdienstes von Fr. 3'080.-- (act. G 9.1.1). Er ist der Ansicht, dass die Löhne sämtlicher
Arbeitgeber für die Berechnung des versicherten Verdienstes massgebend seien
(vgl. act. G 1 S. 19). Die fehlende Berücksichtigung dieses Lohnes hatte die
Beschwerdegegnerin im Einspracheentscheid damit begründet, dass
rechtsprechungsgemäss nur Löhne, auf welchen Beiträge zur Finanzierung des
versicherten Risikos erhoben worden seien, zum massgebenden Lohn gehörten. Dies
sei namentlich bei Nichtberufsunfällen von Bedeutung, wenn die versicherte Person
neben einer Haupterwerbstätigkeit noch eine Nebenerwerbstätigkeit im Umfang von
weniger als acht Stunden wöchentlich ausübe. Diesfalls sei bei der Bemessung des
versicherten Verdienstes lediglich das Einkommen aus der Haupterwerbstätigkeit
massgebend. Der Beschwerdeführer habe angegeben, in seiner Nebenerwerbstätigkeit
6.6.3.
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7.
Über die Integritätsentschädigung kann aufgrund der vorliegenden Aktenlage nicht
entschieden werden, da keine ärztliche Einschätzung, die unter Berücksichtigung des
Tinnitus ergangen ist, vorliegt. Vielmehr ist der Fall zur erneuten Abklärung und Fest
setzung der Integritätsentschädigung unter Berücksichtigung des unfallkausalen
Tinnitus an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Anhaltspunkte dafür, dass auch
die Abducensparese Anspruch auf eine Integritätsentschädigung geben könnte, liegen
pro Jahr ca. 24 Lektionen Unterricht zu geben. Der diesbezügliche Arbeitgeber habe
am V._ 2013 sodann die Auskunft erteilt, dass der Beschwerdeführer in den Jahren
2011 und 2012 einen Lehrauftrag gehabt habe, für das Jahr 2013 aber erst ab dem
W._ 2013 ein Lehrauftrag vorgesehen sei. Wegen des deutlich unter acht
Wochenstunden liegenden Pensums und der nicht einmal behaupteten
Beitragsleistung für eine UVG-Versicherung sei das Einkommen aus der
Nebenerwerbstätigkeit nicht zum versicherten Verdienst zu zählen (act. G 1.1.2 S. 179).
Gemäss dem seit dem 1. Januar 2017 in Kraft getretenen Art. 23 Abs. 5 UVV ist für das
Taggeld der Gesamtlohn aus allen Arbeitsverhältnissen massgebend, unabhängig
davon, ob diese Arbeitsverhältnisse eine Deckung nur bei Berufsunfällen oder auch bei
Nichtberufsunfällen begründet haben. Da sich der Unfall jedoch noch vor dem
Inkrafttreten dieser Verordnungsbestimmung ereignet hat, kommt grundsätzlich die
zum Unfallzeitpunkt geltende Regelung zum Zug, die lediglich festgehalten hatte, dass
für das Taggeld der Gesamtlohn massgebend sei, wenn ein Versicherter vor dem Unfall
bei mehr als einem Arbeitgeber tätig gewesen sei (alt Art. 23 Abs. 5 UVV). Der Wortlaut
der früheren Fassung hat sich zur Unfalldeckung im Gegensatz zur neuen Regelung
also noch nicht explizit ausgesprochen. Der Beschwerdegegnerin ist denn auch
zuzustimmen, dass das Bundesgericht in seiner früheren Rechtsprechung die Ansicht
vertreten hatte, dass für die Bemessung des Taggeldes bei mehreren Arbeitgebern nur
Löhne zu berücksichtigen seien, auf welchen Beiträge zur Finanzierung des
verwirklichten Risikos erhoben worden sind (vgl. BGE 126 V 26). Schon in einem Urteil
vom 4. März 2013 ist es aber im Fall einer Versicherten, die auf dem Arbeitsweg einen
Unfall erlitten hatte, zumindest implizit von dieser Rechtsprechung abgewichen
(vgl. BGE 139 V 148). Mit der aktuellen Regelung kommt nun auch der
gesetzgeberische Wille zum Ausdruck, dass zumindest bei der Taggeldberechnung
sämtliche Löhne zu berücksichtigen sind, unabhängig der Unfalldeckung der
zugrundeliegenden Arbeitsverhältnisse. Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass
die Beschwerdegegnerin zu verpflichten ist, für die Bemessung des versicherten
Verdienstes auch den vom Beschwerdeführer im Nebenverdienst erzielten Lohn
miteinzubeziehen.
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nicht vor. Vielmehr überzeugt in Berücksichtigung der gesamten Aktenlage die von den
Gutachtern der L._ GmbH im Jahr 2017 abgegebene Einschätzung, wonach diese
gut kompensiert sei (vgl. UV-act. 362 S. 35; vgl. ferner E. 3.4).
8.
Zusammenfassend ist die Beschwerde dahingehend gutzuheissen, dass die
Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer für den Zeitraum vom 25. Mai bis 31.
Dezember 2017 Taggeldleistungen auf der Basis einer Arbeitsunfähigkeit von 50 %
auszurichten hat, dass sie dem Beschwerdeführer ab dem 1. Januar 2018 eine halbe
Invalidenrente zu bezahlen hat, dass sie dem Beschwerdeführer rückwirkend per 1.
August 2016 sowie zukünftig die Kosten der aus unfallversicherungsrechtlicher Sicht
notwendigen ophthalmologischen, neuroophthalmologischen und otologischen
Behandlungen zu vergüten hat und dass die Sache zur Festsetzung der Rentenbeträge,
der Taggeldleistungen sowie zur erneuten Abklärung und Festsetzung der
Integritätsentschädigung im Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin
zurückgewiesen wird.
8.1.
Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).8.2.
Gemäss Art. 61 lit g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Als volles Obsiegen gilt auch die Rückweisung
der Sache an die Verwaltung zwecks ergänzender Abklärungen (BGE 132 V 235 E. 6.2).
Die Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne
Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der
Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). Da den Begehren des
Beschwerdeführers mit Ausnahme des leicht tiefer berechneten Invaliditätsgrades und
des um einen Tag verminderten Rückbezugs der Neuberechnung des Taggeldes
vollumfänglich entsprochen wird (vgl. act. G 1 S. 2), ist er betreffend
Parteientschädigung als voll obsiegend zu betrachten. Der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers macht - wie bereits erwähnt - in seiner Kostennote Aufwendungen
im Gesamtbetrag von Fr. 20'909.45 geltend (act. G 22). Hierzu ist anzumerken, dass
die in Rechnung gestellten Handlungen mehrheitlich (40.03 Stunden) bereits im
Verfahren mit der Unfallversicherung erfolgten. Auch die Barauslagen für beigezogene
Arztberichte betrafen jenes Verfahren und nicht das Gerichtsverfahren. Solche
vorprozessualen Aufwendungen werden vom Parteientschädigungsanspruch gemäss
Art. 61 lit. g ATSG nicht erfasst. Im Übrigen sieht Art. 52 Abs. 3 Satz 2 ATSG vor, dass
im Einspracheverfahren in der Regel keine Parteientschädigung ausgerichtet wird. Eine
Ausnahme von dieser Regel besteht nur, wenn die betroffene Person im
8.3.
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