Decision ID: b91aaaf9-45f2-4755-97a1-d4fa19e5bf91
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1965 geborene
X._
,
Mutter zweier in den Jahren 1997 sowie 2001 geborenen
eigenen
Kinder
, und zweier in den Jahren 1990 und 1992 geborenen Stiefkinder
(Urk. 8/5
Ziff.
3),
war zuletzt als
Putzfrau
bei der
Y._
GmbH
tätig
(Urk. 8/12)
. Am
19. Februar 2013
meldete sie sich unter Hinweis auf
Knie- und Rückenbeschwerden sowie Schlafprobleme
bei der Invalidenversicher
ung zum Leistungsbezug an (Urk. 8/5
).
Die
Sozial
ver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, verneinte
a
m 13. August 2013 einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung (Urk. 8/25).
1.2
Am
2.
September 2015 meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf Rücken-
und Schulterbeschwerden erneut
zum Leistungsbezug
an
(Urk. 8/30). Die IV-Stelle
tätigte medizinische und erwerbliche Abklärungen,
und
teilte der Versicherten am 18. März 2016 mit, es seien keine beruflichen Eingliederungsmassna
ss
na
h
men möglich (Urk. 8/40).
Am 7. September 2016 re
i
chte die Versicherte eine wei
tere Anmeldung zum Leistungsbezug ein (Urk. 8/44).
Nachdem die Versicherte gegen einen ablehnenden Vorbescheid der IV-Stelle (Urk. 8/57) Einwände erho
ben hat
te
(Urk. 8/59, Urk. 8/62-63), veranlasste die IV-Stelle eine
Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt (Abklärungsb
ericht vom 4.
April 2018, Urk. 8/66
).
Zudem liess sie die
Versicherte
an der
Medizinischen Abklärungsstelle (MEDAS)
Z._
polydisziplinär begutachten (
Gutach
ten
vom
25.
September 2018; Urk. 8/76/2-82
). Nach durchgefüh
rtem Vorbe
scheid
verfahren (Urk. 8/79, 8/
82
, Urk. 8/90
) wies sie das Leistungsbegehren mit Verfü
gung vom
1. Juli 2019 (Urk. 8/92 =
Urk.
2) ab.
2.
Die Versicherte erhob am
2.
September 2019
Beschwerde gegen die Verfügung vom
1. Juli 2019
(
Urk.
2)
,
und beantragte,
diese sei aufzuheben und es sei die IV-Stelle zu verpflichten, ihr die gesetzlichen Leistungen, insbesondere eine Rente, zu gewähren. Eventuell sei die Sache zu weiteren Abklärungen an die IV-Stelle
zurückzuweisen, damit diese nach rechtskonform erfolgten Abklärungen neu ü
ber ihren Anspruch entscheide (Urk. 1 S. 2).
Am
3. Oktober 2019 (Urk. 7
) beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom
1.
November 2019
zu
r Kenntnis gebracht wurde (Urk. 12
).
Mit Verfügung vom 5. Dezember 2019 (Urk. 13) wurde den Ärzte
n
der MEDAS
Z._
eine Ergänzungsfrage zu ihrem Gutachten vom 2
5.
September 2018 unterbreitet, woraufhin sie am 20. Januar 2020 ihre Antwortschreiben einreich
ten (Urk. 16, Urk. 17/1-3). Diese
wurde den Parteien am
23. Januar 2020
zur
Kenntnisnahme
zugestellt (Urk. 19).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversich
erungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1
.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zuspre
chung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann
ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hin
weisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesent
lichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbe
acht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.
4
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Inva
liditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizi
nisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.5
Aus Gründen der Verhältnismässigkeit kann dort von einem strukturierten Be
weisverfahren nach BGE 141 V 281 abgesehen werden, wo es nicht nötig oder auch gar nicht geeignet ist. Ein Beweisverfahren bleibt daher entbehrlich, wenn im Rahmen beweiswertiger fachärztlicher Berichte (vgl. BGE 125 V 351) eine Arbeitsunfähigkeit in nachvollziehbar begründeter Weise verneint wird und all
fälligen gegenteiligen Einschätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen Gründen kein Beweiswert beigemessen werden kann (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. BGE 143 V 418 E. 7.1). Insbesondere in Fällen, in welchen nach der
Aktenlage überwiegend wahrscheinlich von einer bloss leichtgradigen depressi
ven Störung auszugehen ist, die nicht schon als chronifiziert gelten kann und auch nicht mit Komorbiditäten einhergeht, bedarf es in aller Regel keines struk
turierten Beweisverfahrens (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. Urteil des Bundesge
richts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1).
1.6
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Auf
ga
ben
bereich tätig, so wird die Inva
lidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unent
geltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entspre
chend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG); dies ist die gemischte Methode der Invaliditätsbemessung (vgl. BGE 141 V 15 E. 3.2 mit Hinweisen).
Nach der bis 3
1.
Dezember 2017 gültigen Gerichts- und Verwaltungspraxis zur Invaliditätsbemessung nach der gemischten Methode (grundlegend BGE 125 V 146; vgl.
Art.
27 und 27
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
in der seit dem
1.
Januar 2018 geltenden Fassung und Übergangsbestimmung zur Änderung der IVV, in Kraft seit
1.
Januar 2018) wird zunächst der Anteil der Erwerbstätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (vgl. Art. 27
IVV) ermittelt. Die Invalidität bestimmt sich in der Folge dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsver
gleich vorgenommen wird, wobei im Erwerbsbereich praxisgemäss berücksichtigt wird, was die versicherte Person im Gesundheitsfall aus ihrer Teilerwerbstätigkeit erzielen würde. Die Gesamtinvalidität ergibt sich aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten
Teilinvaliditäten
(BGE 131 V 51 E. 5.5.1, 130 V 393 E
. 3.3, 125 V 146 E. 2b und 5c).
1.
7
Gemäss dem in Art. 27
bis
Abs. 2–4 IVV per 1. Januar 2018 eingeführten neuen Berechnungsmodell für die Festlegung des Invaliditätsgrads von teilerwerbs
täti
gen Versicherten nach der gemischten Methode (Art. 28a Abs. 3 IVG) werden der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich – weiterhin – summiert (
Art.
27
bis
Abs. 2 IVV). Die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Erwerbs
tätigkeit richtet sich nach
Art.
16 ATSG, wobei das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person durch die Teilerwerbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht
invalid geworden wäre, auf eine Vollerwerbstätigkeit hochgerechnet wird (Art. 27
bis
Abs. 3 lit. a IVV) und die prozentuale Erwerbseinbusse anhand des
Beschäftigungsgrads,
den
die versicherte Person hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet wird (Art. 27
bis
Abs. 3 lit. b IVV). Für die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich wird der prozentuale Anteil der Einschränkungen bei der Betätigung im Aufgabenbereich im Vergleich zur Situation, wenn die versicherte Person nicht invalid geworden wäre, ermittelt. Der Anteil wird anhand der Differenz zwischen dem Beschäf
ti
gungsgrad nach Absatz 3 lit. b und einer Vollerwerbstätigkeit gewichtet (
Art.
27
bis
Abs. 4 IVV).
1.
8
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene leistungsabweisende Ver
fügung vom
1.
Juli 2019 (
Urk.
2) damit, dass die Beschwerdeführerin heute bei guter Gesundheit eine Erwerbstätigkeit von 50 % ausüben würde. Die restlichen 50 % würde sie in den Haushalt investieren. In diesem Bereich sei sie zu 20 % eingeschränkt (S. 1).
Ab
Ablauf der Wartezeit im Oktober 2016 bestehe eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit. Bei einem Einkommens
vergleich resultiere nach alter Gesetzgebung ein Invaliditätsgrad von 13 %. Nach neuer Gesetzgebung resultiere ab
1.
Januar 2018 ein Invaliditätsgrad von 36 %
(S. 2)
.
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1),
aufgrund ihrer somatischen Beschwerden werde sie im rheumatologischen Teil
gutachten in einer optimal leidensangepassten Tätigkeit als höchsten
s
50 % arbeitsfähig eingeschätzt. Noch keine Berücksichtigung in dieser Beurteilung fänden die kardiologischen und
pneumologischen
Beeinträchtigungen, diesbe
züglich werde von den Gutachtern eine Weiterabklärung empfohlen (S. 6 Rz 14).
Die Beschwerdegegnerin habe durch das Unterlassen von weiteren Abklärungen den Unte
rsuchungsgrundsatz verletzt (S.
15 Rz
26).
Es sei nicht nachvollziehbar, dass die Einschränkung in den häuslichen Verrichtungen im Abklärungsbericht Haushalt mit insgesamt 20
% veranschlagt werde (S. 10 Rz
15). Dies werde mit der Schadenminderungspflicht der Familie begründet, was aus näher genannten Gründen nicht haltbar sei (S. 11 ff. Rz
17 ff.).
Vorliegend werde bestritten, dass
die gemischte Methode über
haupt zur Anwendung komme (
S. 16 ff. Rz
30 ff.), denn sie würde bei guter Gesundheit zu 100 % arbeitstätig sein. Falls dies aber nicht als erwiesen erachtet werde, sei von einer Einschränkung von mindest
ens 50 % im Haushalt auszugehen (S. 13 Rz 20)
. Der Haushaltsbericht habe sich nicht in den Akten der Gutachter befunden, weshalb das Gutachten mangelhaft sei (S. 16 Rz 29).
Es sei ihr ein Tabellenlohnabzug von mindes
tens 20 % zu gewähren (S. 20 Rz
38).
2.3
Strittig und zu prüfen ist
, ob seit Erlass der Verfügung vom 1
3.
August 2013 eine anspruchsrelevante Veränderung eingetreten ist, und
dabei insbesondere
die Statusf
rage und die Einschränkung im Haushalt
.
3.
3.1
Der Verfügung vom
1
3.
August 2013 (U
rk.
8/25)
lag im Wesentlichen folgender medizinischer Sachverhalt zu Grunde:
Dr.
med.
A._
, Facharzt für
Allgemeine Innere Medizin
, nannte mit Bericht vom 8.
März 2013 (Urk. 8/14/1-
2
) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1):
-
Gonarthrose links bei Status nach
Teilmeniskektomie
und
Microf
r
acturing
des medialen
Femurcondylus
links 2009, Gonarthrose rechts
-
chronisches
Lumbovertebralsyndrom
bei degenerativen Veränderungen
-
Angsterkrankung
Es handle sich um eine 48-jährige Reinigungsangestellte mit einer im Vorder
grund stehenden Rückenproblematik und Gonarthrosen beidseits, wobei ein knorpelchirurgischer Eingriff links nicht zum gewünschten Erfolg geführt habe. Problematisch sei die psychiat
rische Co-Morbidität mit Angsterkrankung mit Panika
ttacken. Eine dauernde 50%ige Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätig
keit sei gerechtfertigt. Eine andere Tätigkeit komme kaum in Frage (S. 2).
3.
2
Dr.
med.
B._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
, nannte mit Bericht vom 2
6.
März 2013 (Urk. 8/15/5-6) folgende Diagnosen (S. 1):
-
beginnende Gonarthrose rechts
-
Gonarthrose links
-
Status nach Kniearthroskopie links Oktober 2009 (
Microf
r
akturierung
medialer
Femurkondylus
)
In der Verlaufskontrolle vom 13. November 2012 habe die Beschwerdeführerin über allgemeines Unwohlsein mit Gelenk- und Muskelschmerzen im gesamten
Körperbereich geklagt. Sie habe vor allem Schwächen in den Beinen und ver
mehrt Knieschmerzen rechts medial (S. 1 Ziff. 1.4).
Vom 23. November 2009 bis am 31.
März 2010 sei eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden (S. 1
Ziff.
1.6). Längeres Laufen
und
längere Belastungen beider Kniegelenke könnten Schmerzen auslösen. Zur beruflichen Tätigkeit könne keine Äusserung erfolgen, da der aktuelle Tätigkeitsbereic
h nicht bekannt sei (S. 2 Ziff.
1.7). In einer ihr
angepassten Tätigkeit ohne Knieintensität, wechselbelastend, stehend, sitzend, sollte
eine Arbeitsfähigkeit von 50 bis 100 % erreichbar sein (S. 2
Ziff.
1.8).
3.3
Seitens des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) wurde am
28.
Mai
2013 (Urk. 8/22/3-4)
unter anderem ausgeführt, mit der Diagnose einer Gonarthrose links mehr als rechts, eines
Lumbovertebralsyndroms
bei degenerativen Verände
rungen und einer Angsterkrankung liege
seit dem 13.
November 2012 (
Dr.
B._
) ein relevanter Gesundheitsschaden vor, der die Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit beeinträchtige. Die Arztberichte seien schlüssig und weitgehend de
ckungsgleich beziehungsweise sich ergänzend. Darauf könne Bezug genommen werden. Die Arbeitsfähigkeit in bisheriger Tätigkeit betrage 50 % seit 1
3.
Novem
ber 2012 auf Dauer. In angepasster Tätigkeit (mit körperlich leichter, wechsel
belastender überwiegend sitzender Tätigkeit, ohne regelmässige Hebe- und Trage
belastungen über 10 kg, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne häufiges Treppensteigen, ohne kniegelenksbelastende Zwangshaltungen [bücken, hocken, knien], ohne häufiges Gehen auf unebenem Gelände, wobei wirbelsäulen
belas
tende Tätigkeiten wie längeres Arbeiten in weiter Armvorhalte oder gebückter Stellung ebenfalls zu vermeiden seien) sei durchgehend eine 100%ige Arbeits
fähigkeit gegeben (S. 2).
4.
4.1
Im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom
1.
Juli 2019
(
Urk.
2) lagen im Wesentlichen die folgenden Berichte vor:
Die Ärzte der Universitätsklinik
C._
nannten mit Bericht vom 2
7.
Januar 2015 (
Urk.
8/37/19-20
)
folgende, hier gekürzt aufgeführte Diagnosen (S. 1):
-
symptomatische
Sternoklavikular
- und
Akromioklavikular
gelenks
art
hrose
(SC- und AC-Gelenksarthrose)
-
anamnestisch chronische
Lumboischialgie
beidseits mit Status nach meh
reren Infiltrationen
-
beginnende Gonarthrose rechts
-
Gonarthrose links
-
Nikotinabusus, 1 Päckchen pro Tag / 30
py
-
Status nach
p
roximalem Magen-Bypass (
D._
)
Die Beschwerdeführerin berichte, seit zirka neun Monaten an SC-Gelenk
schmer
zen zu leiden. Sie sei seit letzter Woche als Unterhaltsreinigungsfachkraft zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben, ansonsten arbeite sie 50 % (S. 1).
Bezüglich
SC- und AC-Gelenksarthrose
sei d
er Beschwerdeführerin eine Infiltration emp
fohlen worden (S. 2).
4.2
Die Ärzte des Spital
s
E._
berichteten am 15. Mai 2015 über eine Hospi
talisation der Beschwerdeführerin vom 1
3.
bis 15. Mai 2015 (Urk. 8/26/
1
4)
,
und nannten folgende, hier gekürzt aufgeführte Diagnosen (S.
2
):
-
NSTEMI
(
Nicht-ST-Hebungs-Myokardinfarkt
)
,
bei
Spontandissektion
des mittleren RIVA
(
Ramus
interventricularis
anterior
)
-
Angststörung
,
Erstdiagnose Februar 2010
Die Beschwerdeführerin habe sich notfallmässig wegen plötzlich aufgetretener Dyspnoe und einem thorakalen Druckgefühl in der Nacht vorgestellt. Mit Ver
dacht auf akuten STEMI sei sie zur Koronarangiographie ins
O._
verlegt worden.
In der
Koronarangiographie
sei als Korrelat für das ACS (
acute
coronary
syndrome
)
eine
Spontandissektion
des mittleren RIVA gefunden worden, welche erfolgreich habe
rekanalisiert
und
gestentet
werden können (S. 1). Die Beschwer
deführerin habe in einem guten Allgemeinzustand nach Hause entlassen werden können (S. 3).
4.
3
Dr.
B._
(vorstehend E. 3.2) nannte mit Bericht vom
8.
Oktober
2015 (Urk. 8/37/21-22) folgende
, hier gekürzt aufgeführte
Diagnosen (S. 1):
-
mediale Meniskusläsion rechts
-
m
ediale Chondropathie rechts
-
Femoropatellararthrose
rechts
-
Status nach
NSTEMI
nach
Spontandissektion
des mittleren
RIVA
-
Subluxation SC-Gelenk mit
Arthropathie
links
-
Gonarthrose links
-
Status nach Kniearthroskopie links Oktober 2009
Links habe die Beschwerdeführerin gut von einer Arthroskopie,
Débridement
und
Microfrakturierung
profitiert. Somit werde das gleiche Vorgehen auf der rechten Seite im Sinne einer Kniearthroskopie rechts,
Teilmeniskektomie
medial, Begut
achtung der
Korpelverhältnisse
medial und
retropatellär
, gegebenenfalls
Micro
frakturierung
medial und
femoropatellär
, geplant (S. 1).
4.
4
Dr.
A._
(vorstehend E. 3.1)
führte mit Bericht vom 2
2.
Oktober 2015 (Urk. 8/36) aus, die Beschwerdeführerin stehe seit 2006 in seiner hausärztlichen Behandlung
(S. 1),
und
nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 2):
-
Spinalkanalstenose
-
Kniearthrose beidseits mit Status nach
Microfracturing
links beziehungs
weise für November 2015 geplantem
Microfracturing
rechts
-
Angsterkrankung mit Panikattacken
-
Erschöpfungszustand nach
NSTEMI
nach
Spontandissektion
RIVA 2015
Die Beschwerdeführerin habe bis 2009 ein monatliches Pensum von maximal 54 Stunden als Reinigungsangestellte bestritten. Das Pensum habe im Vorfeld der kardialen Erkrankung von Mai 2015 noch zirka 31 Stunden pro Monat betragen. Die Beschwerdeführerin habe seither nur noch versuchsweise einige wenige Stun
den gearbeitet.
Am rechten Kniegelenk stehe im November 2015 ein ortho
pädischer Eingriff bevor. Wenn im Bereich des rechten Kniegelenks ein ähnliches Resultat wie auf der Gegenseite links erreicht werden sollte, würde ein Arbeits
pensum von zirka maximal 10 Stunden wöchentlich denkbar sein
, d
ies jedoch nicht mehr als Reinigungsangestellte, sondern für eine wesentlich leichtere Arbeit wie zum Beispiel die Betreuung eines Mittagstisches. Somit sei die Arbeitsfähig
keit nicht über 25 % zu veranschlagen, dies auf Dauer (S. 2).
Dr.
A._
führte mit Bericht vom
7.
März 2016 (Urk. 8/39/4) aus,
der geplante knorpelchirurgische Eingriff bei Gonarthrose habe auf frühestens Mai 2016,
mithin
12 Monate nach dem Myokardinfarkt, verschoben werden müssen.
Stark symptomatisch sei die
S
terno
-
clavicular
-Gelenks-Arthrose links, welche das Tragen einer Einkaufstasche linksseitig verhindere, ebenso über-Kopf-Arbeiten, wie dies bei der Arbeit als Reinigungsangestellte zum Beispiel beim Fensterputzen notwendig sei. Die Beschwerdeführerin sei aktuell lediglich in der Lage
,
7 Stunden wöchentlich als Reinigungskraft zu arbeiten. Mittelfristig sei mit einem Arbeits
einsatz von maximal 25 % zu rechnen, dies auf Dauer.
4.
5
Die Ärzte der Universitätsklinik
C._
nannten mit Bericht vom 1
5.
November 2016 (Urk. 8/49/11-12) folgende, hier gekürzt aufgeführte Diagnosen (S. 1):
-
Schmerzen und Schwellung im Bereich des SC-Gelenks links
-
Status nach NSTEMI Mai 2015
-
anamnestisch chronische
Lumboischialgie
beidseits mit Status nach mehreren Infiltrationen
-
beginnende Gonarthrose rechts
-
Gonarthrose links
-
Nikotinabusus, 1 Päckchen pro Tag / 30
py
-
Status nach
p
roximalem Magen-Bypass 2005
Die Beschwerdeführerin habe angegeben, die zuletzt durchgeführten Infiltra
tio
nen ins SC- und AC-Gelenk hätten zu einer guten Beschwerdelinderung von zirka zwei Monaten geführt. Aktuell arbeite sie 15 % als Raumpflegerin. Sie sei
auf
grund der Schmerzen
bei der Arbeit deutlich eingeschränkt und ausserdem beim täglichen An- und Auskleiden (S. 1 f.).
4.6
Dr.
A._
(vorstehend E. 3.1)
nannte mit Bericht vom 19. Januar 2017 (Urk.
8/48
) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1):
-
Spinalkanalstenose bei
Protrusion
und
Spondylarthrose
, Erstdiagnose 20
13
-
schwere
Sterno-Clavikular-Arthropathie
mit Subluxation links, Erstdiag
nose 2014
-
schwere Gonarthrose beidseits
Die Situation im Bereiche der SC-
Arthropathie
links habe sich trotz Status nach intraartikulärer Infiltration massiv verschlechtert.
Die dortige Problematik sei schlecht behandelbar, insbesondere komme keine Operation in Frage
.
Eine beruf
liche Tätigkeit (weder eine bisherige, noch eine angepasste) komme zurzeit (und wohl auf Dauer) nicht in Frage wegen funktioneller Einschränku
ng im Bereiche der linken oberen Extremität mit Schmerzen bei jeglichen Reinigungsarbeiten. Es bestehe beispielsweise eine Unfähigkeit, einen Rollladen hochzuziehen und sie benötige Hilfe für das An- und Auskleiden. Eine k
n
orpelchirurgische Intervention am rechten Kniegelenk habe wegen eines Myokardinfarktes au
fgeschoben werden müssen (S. 1
).
Die Prognose sei ungünstig. Die funktionellen Einbussen an den oberen und unteren Extremitäten hätten deutlich zugenommen. Mit einer Reintegration in den Arbeitsmarkt sei nicht zu rechnen (S. 2).
4.7
Dr.
med.
F._
, Assistenzarzt, Universitätsklinik
C._
, nannte mit Bericht vom 2.
Februar 2017 (Urk.
8/49
/
6-8)
folgende, hier gekürzt aufgeführte Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(S. 1):
-
Schmerzen und Schwellung im Bereich des SC-Gelenks links
-
anamnestisch chronische
Lumboischialgie
beidseits mit Status nach mehreren Infiltrationen
-
beginnende Gonarthrose rechts
-
Gonarthrose links
Zudem nannte er folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1):
-
Status nach NSTEMI Mai 2015
-
Nikotinabusus, 1 Päckchen pro Tag / 30
py
-
Status nach
p
roximalem Magen-Bypass 2005
Es bestünden chronische Schmerzen im Bereich des SC-Gelenkes links. Der linke Arm sei daher in seiner Funktion insbesondere bei Überkopfarbeiten deutlich ein
geschränkt (S. 2 Ziff. 1.7).
Am
5.
Dezember 2016 habe eine Infiltration stattge
funden. Eine erneute Verlaufskontrolle sei anfangs März geplant. Es werde eine rheumatologische Abklärung empfohlen (S. 2 Ziff. 1.4). Die Arbeitsfähigkeit sei abhängig vom Ansprechen der Infiltration und dem Ergebnis der rheumatolo
gischen Abklärung. Dann müsse die Situation neu evaluiert werden (S. 2 f. Ziff. 1.7).
4.8
Dr.
med.
G._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traum
a
tologie des Bewegungsapparates
, Universitätsklinik
C._
, führte mit Bericht vom
9.
März 2017
(Urk.
8/53
/2-3
) aus,
die
Beschwerdeführerin
berichte, dass sie von der SC-Gelenksinfiltration links etwa einen Monat lang profitiert habe. Nun würden die Schmerzen wieder auftreten (S. 1). B
ei der Beschwerdeführerin be
stehe eine schmerzhafte SC-Gelenksarthrose links. Da sie neben diesen Schmerzen auch bei den Kniegelenken,
der
Wirbelsäule und am Fuss Gelenkschmerzen angebe, bestehe der Verdacht auf eine rheumatologische Grunderkrankung. Des
halb sei eine rheumatologische Abklärung in die Wege geleitet worden. Bezüglich einer Intervention am linken SC-Gelenk sei man zurückhaltend (S. 2).
4.9
Die Ärzte des Universitätsspitals
H._
, Klinik für Rheumatologie, nannten mit Bericht vom 9.
Mai 2017
(Urk.
8/53/4-6
) folgende, hier gekürzt aufgeführte Diag
nosen (S. 1):
-
Polyarthrose mit Befall der Wirbelsäule
-
Verdacht auf Tendinitis der
ulnarseitigen
Handextensoren rechts
-
Verdacht auf Karpaltunnelsyndrom beidseits rechtsbetont
Zum Ausschluss einer
Hyperostose
und
Osteitis
im Bereich des SC-Gelenkes links sei ergänzend eine Computertomographie durchgeführt worden. Hierbei hätten sich keine Hinweise auf eine entzündliche Genese der Beschwerden der Beschwer
deführerin gezeigt. In Zusammenschau der anamnestischen, klinischen, laborche
mischen und bildgebenden Befunde bestünden also nach wie vor keine Hinweise auf eine entzündliche, zu Grunde liegende Erkrankung, insbesondere auch nicht auf ein SAPHO-Syndrom. Bei initial klinisch und
sonographisch
Verdacht auf ein Karpaltunnelsyndrom als Ursache für die Beschwerden im rechten Handgelenk habe dieser Verdacht nicht erhärtet werden können. Es werde eine handchi
r
ur
gische Beurteilung empfohlen
(S. 2).
4.10
Dr.
F._
(vorstehend E. 4.7) führte mit Bericht vom
18.
Mai 2017
(Urk.
8/54
/4-6
) aus, es
sei
keine
Knieope
ration geplant (S. 1). Die Infiltration ins SC-Gelenk habe
für etwa einen Monat eine
Beschwerderegredienz
gebracht. Von einer chirur
gischen Intervention werde aufgrund der schlechten Erfolgsaussichten abgesehen (S. 2 Ziff. 3.1). Aus ortho
pädischer Sicht könne die Arbeitsfähigkeit durch medizi
nische Massnahmen aktuell nicht verbessert werden (S. 2
Ziff.
4.1).
4.11
Dr.
med.
I._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
, RAD, führte mit Stellungnahme vom 1
2.
Juni 2017 (Urk. 8/56/6-7) aus, in der bisherigen Tätigkeit seien auch Überkopfarbeiten beim Fensterputzen notwendig gewesen, das sei nun nicht mehr möglich. Die Leis
tungs
fähigkeit habe sich verschlechtert. Deshalb bestehe seit Januar 2015 in der bisherigen Tätigkeit als Reinigerin eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (S. 1). In einer angepassten Tätigkeit mit näher dargelegtem Belastungsprofil bestehe
keine Arbeitsunfähigkeit mit leicht vermindertem Rendement von 10 % wegen ver
mehr
ten Pausenbedarf
s
(S. 2).
4.12
Die Beschwerdegegnerin führte am
2
7.
März 2018
eine Haushaltabklärung durch (
Urk.
8/
66
S. 1 oben). Die Abklärungsperson
verwies
im Bericht vom
4.
April 2018
(
Urk.
8/66) betreffend Beginn und Ausmass der Beschwerden auf die Diagnosen gemäss internem Feststellungsblatt vom
1.
Dezember 2017
(Urk. 8/56)
, wonach die Beschwerdeführerin an eine
r
Gonarthrose links mehr als rechts, einem chro
nischen
Lumbovertebralsyndrom
bei degenerativer Veränderung sowie einer Angs
terkrankung leide (S. 1 Rz 1). Vor Ort habe die Beschwerdeführerin ange
geben,
die Schmerzen würden im Verlaufe des Tages zunehmen. Zusätzlich wür
den seit einiger Zeit an der rechten Hand Kribbelparästhesien auftreten. Ent
spre
chend trage sie zur Schonung eine Handschiene. Ihr Ehemann habe die Arbeiten im Haushalt vermehrt übernommen. Sie erledige vermehrt Arbeiten mit der linken
Hand. Für eine Operation des Handgelenks sei noch kein Datum festgelegt worden
. Sie leide unter Panikattacken und sei nicht mehr belastbar (S. 2).
Sie habe bei der Putzfrauenagentur auf Abruf gearbeitet. Das Auftragsvolumen sei jedoch zurückgegangen. Aktuell habe sie noch eine Kundin,
bei welcher
sie einmal pro
Woche
am Donnerstag für zwei Stunden putze.
Die Kundin nehme ihr die schweren Arbeiten ab (S. 4 Ziff. 2.3).
Ihre 1997 geborene Tochter wohne seit ihrem Austritt aus einer Sprachheilschule zu Hause. Sie leide unter psychischen Problemen (gemäss Anmeldung des Berufs
beistandes leide sie unter einer sozialen Phobie). Aktuell sei sie täglich von 8 bis 16 Uhr im Tageszentrum
des Spitals
E._
integriert, damit sie eine Tagesstruktur habe. Ihr 2001 geborener Sohn
habe die Heilpädagogische Schule beendet und sei seit Februar 2019 ganztags zu Hause, da er einen ablehnenden Entscheid der IV für eine erste berufliche Ausbildung erhalten habe. Er leide unter einem Ent
wicklungsrückstand und habe auch psychische Probleme. Der Vater der beiden
Kinder sei vor zirka zwei Jahren verstorben. Die Beschwerdeführerin gab weiter an, ihr jetzige
r
Ehemann habe
seit Mai 2012
eine halbe Rente. Er arbeite nebenbei als Zeitungszusteller (S. 4 f. Rz 2.3.1).
D
ie Beschwerdeführerin gebe an, heute bei guter Gesundheit
aufgrund der aktuellen finanziellen Belastung weiterhin als
Reinigungsangestellte
zu
arbeiten. Sie habe schon immer etwas nebenbei gearbeitet, um etwas dazu verdienen zu können.
Sie würde heute auch aufgrund der Invalidenrente ihres Ehemannes einer Tätigkeit von 50-60 % nachgehen müssen, damit das Geld ausreichen würde (S. 5 Rz 2.5).
Die
Abklärungs
person legte die Qualifikation auf 50 % Erwerbstätigkeit und 50 % Haushalt fest
(S. 6 Rz 2.6)
.
Zur Begründung führte sie aus,
die Beschwerdeführerin habe immer in Teilzeitstellen gearbeitet, damit sie die Familie finanziell habe unterstützen können. In den letzten Jahren habe sie aufgrund von vermehrten gesundheitlichen Problemen ihre Erwerbstätigkeit mehr und mehr
reduzieren
müssen, was nachvollziehbar sei. Es sei jedoch aufgrund der
familiären
Situation nachvollziehbar, dass sie heute ohne Gesundheitsschaden mindestens in einer Erwerbstätigkeit von 50 % arbeiten müsste, damit sie den Lebensunterhalt für sich sowie ihren Ehemann bestreiten
könnte
(S. 6 Rz 2.6.1).
Der Mann der Beschwerdeführerin habe aufgrund
von
Rückenproblemen eine halbe Invalidenrente. Nebenbei sei er als Zeitungszusteller tätig. Ihm sei trotz gesundheitlicher Einschränkung eine behinderungsangepasste Mithilfe bei den Arbeiten im Haushalt in Form der Mitwirkungspflicht zumutbar. Den beiden erwachsenen und körperlich gesunden Kindern sei ebenfalls eine vermehrte Mit
hilfe bei den Arbeiten im Haushalt zumutbar, was ebenfalls bei der Einschrän
kung berücksichtigt werde
(S. 7
Ziff.
6)
.
Zum Bereich «Ernährung» führte die Abklärungsperson aus, die Beschwerde
füh
rerin
bereite in der Regel täglich am Abend eine warme Mahlzeit zu. Sie bereite jeweils einfache Mahlzeiten zu, damit sie nicht lange stehen müsse. Der Ehemann unterstütze sie gelegentlich, indem er Ragout zubereite. Ansonsten koche er nicht, er habe das Kochen nie wirklich erlernt. Beim Zubereiten der Mahlzeiten benutze sie an Stelle der rechten Hand die linke Hand - vor allem beim Rühren von Speisen etc.
Die Tochter unterstütze sie jeweils beim Rüsten von Gemüse, Kartof
feln etc. Der Tisch werde von jedem Familienmitglied gedeckt und abgeräumt. Der Geschirrspüler werde von jedem Familienmitglied ein- und ausgeräumt. Das Handling
von
normalen Pfannen sei ihr weiterhin möglich, bei schweren Pfannen müsse der Ehemann unterstützend mitwirken oder diese anheben. Die ober
flächliche Reinigung der Arbeitsplatte nehme die Beschwerdeführerin mit der linken Hand vor,
diese
werde jedoch auch vom Ehemann, der Tochter und dem
Sohn erledigt.
Im mit 40 %
gewichteten Bereich «Ernährung»
resultiere eine Einschränkung von
20
% (S.
8
Ziff.
6.1).
Zum Bereich «Wohnungs
- und Haus
pflege
, Haustierhaltung
» hielt die Abklä
rungs
person fest, die
Grundreinigung der Wohnung (Staubsaugen und Böden feucht aufnehmen) nähmen vorwiegend der Ehemann und die Tochter vor. Das
Badezimmer werde abwechslungsweise von jedem Familienmitglied nach Ge
brauch
gereinigt. Die Zimmer der erwachsenen Kinder hielten
diese
selber in Ordnung. Jedes Familienmitglied beziehe die Betten regelmässig frisch, der
Be
schwerdeführerin
sei dies behinderungsbedingt nicht mehr möglich. Sie reinige die Fenster im oberen Bereich (damit sie sich nicht bücken müsse), der Eh
e
mann reinige im unteren Bereich. Sie hielten keine Zimmerpflanzen.
Der Hund gehöre ihrer Tochter, welche ihn füttere und mit ihm spazieren gehe etc. Sie gehe auch gerne mit dem Hund spazieren (mit der Tochter zusammen), nehme ihn auch mit zu ihren Putzstellen. Er sei sehr brav und schlafe viel
.
Im mit 30 %
gewichteten Bereich
«Wohnungs- und Hauspflege, Haustierhaltung»
resultiere eine Ein
schrän
kung von
40
%
(S. 8 f.
Ziff.
6.2).
Zum Bereich «Einkauf sowie weitere Besorgungen
»
hie
lt die Abklärungsperson fest, kleine alltägliche Einkäufe nehme die Beschwerdeführerin im nahe gelege
nen Coop
Pronto
vor. Der Grosseinkauf erfolge im Laden der Caritas in der Nähe vom Bahnhof in Zürich. Sie gehe mehrheitlich mit ihrer Tochter einkaufen. Der Ehemann hole sie nach dem Einkauf mit dem Auto ab und trage mit den Kindern die Taschen in die Wohnung. Post- und Bankgeschäfte erledige sie seit jeher selber. Die Abklärungsperson hielt fest, es resultiere keine Einschränkung in diesem Bereich, da es dem Ehemann sowie den beiden erwachsenen Kindern zumutbar sei, die Beschwerdeführerin beim Grosseinkauf zu begleiten und die Taschen vom Auto in die Wohnung zu tragen (S. 9 Ziff. 6.3).
Zum Bereich «Wäsche und Kleiderpflege» führte die Abklärungsperson aus, die Beschwerdeführerin
könne die Wäsche weiterhin erledigen. Sie sortiere die Wäsche vorwiegend mit der linken Hand
,
und getrocknet werde die Wäsche im Tumbler. Bügelwäsche falle kaum an, und wenn, erledige sie diese weiterhin selber. Ihre Tochter lerne die Wäsche zu machen, sie bi
nde sie nach und nach ein. Ihr S
ohn übernehme den Wäschetransport.
Die Abklärungsperson hielt fest, es resultiere keine Einschränkung in diesem Bereich,
da es dem Sohn zumutbar sei, den Wäschetransport vorzunehmen (S. 9
Ziff.
6.4).
Zum Bereich «Betreuung von Kindern und/oder Angehörigen» hielt die Abklä
rungsperson fest,
die beiden Kinder seien erwachsen und benötigten nicht mehr vermehrte Betreuung durch die Beschwerdeführerin.
Ihre Tochter sei aktuell sozial gut eingebunden im
Spital
E._
im Tageszentrum. Der Sohn
game
aktuell viel
in seinem Zimmer, da man noch keine Lösung für seine weitere berufliche Laufbahn gefunden habe. Ihre Kinder hätten ihre eigenen Dinge, mit denen sie sich beschäftigten. Die Beschwerdeführerin sei jedoch nach wie vor für ihre Kinder da, wenn es notwendig sei, zum Beispiel bei einem Gespräch bei Ämtern oder Behörden. Ihr Ehemann fahre sie jeweils mit dem Auto zu den Terminen. Die Abklärungsperson hielt fest, es resultiere keine Einschränkung in diesem Bereich (S. 10
Ziff.
6.5).
Zusammenfassend
ergaben d
ie gewichteten einzelnen Einschränkungen eine Ein
schränkung von insgesamt
20 % (S. 10
Ziff.
6.6).
4
.
13
Die Gutachter der MEDAS
Z._
stellten nach Berücksichtigung der Akten, Erhebung der Anamnese und Durchführ
ung einer laborchemischen, bild
ge
benden
, psychiatrischen
, neurologischen
und rheumatologischen Untersu
ch
ung in ihrem am
2
5.
September
201
8
erstatteten Gutachten (
Urk. 8/76/2-82
)
folgende Diagnosen (
Urk. 8/76/2-34
S.
21
unten f.
, S.
27
):
Aus rheumatologischer Sicht:
-
schwere,
femorotibial
medial und
femoropatell
a
r
betonte
Pangonarthrose
beidseits links ausgeprägter
-
chronisches
lumbovertebragenes
Schmerzsyndrom
-
symptomatische SC- und AC-Gelenksarthrose links
-
Arthralgie Handgelenk rechts
-
Metatarsalgie
beidseits
-
symptomatische
Insertionstendinopathie
der Achillessehne rechts
-
Adipositas Grad I bei BMI 36
-
Verdacht auf Osteoporose
-
Verdacht auf Schlafapnoesyndrom
Aus psychiatrischer Sicht:
-
spezifische Phobien (ICD-10 F40.2)
-
schädlicher Gebrauch von Koffein (ICD-10 F15.1)
-
Status nach Panikstörung (ICD-10 F41.0)
-
Verdacht auf Zwangshandlungen (ICD-10 F42.1)
-
Verdacht auf somatoforme Störung (ICD-10 F45)
-
Verdacht auf intellektuelle Beeinträchtigung
Aus neurologischer Sicht,
ohne wesentliche Einsc
hränkung der Arbeitsfähigkeit:
-
langjährige Migräne, in den letzten Jahren wenig aktiv
-
schweres Karpaltunnelsyndrom linksbetont beidseits
-
Verdacht auf Schlafapnoesyndrom
Aus allgemeininternistischer Sicht
:
-
Status nach
NSTEMI
bei
Spontandissektion
des mittleren Riva Mai 2015
-
Leukozytose, Differentialdiagnose Raucherleukozytose, kontrollbedürftig
-
Status nach Magenbypass-Operation wegen morbider Adipositas Juni 201
5
-
anamnestisch multiple
Noduli
im Lungen-CT, kontrollbedürftig
-
Status nach
Umbilikalherniotomie
und Tubensterilisation 2001
-
Verdacht auf beginnende
COPD
(
chronic
obstructive
pulmonal
disease
)
, abklärungsbedürftig
-
Verdacht auf Schlafapnoesyndrom
Dr.
J._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Praktischer Arzt, führte aus, aus allgemeininternistischer Sicht sei die Beschwerdeführerin für körperlich leichte Tätigkeiten voll arbeitsfähig. Eine Fahrtauglichkeit sei vor defi
nitivem Ausschluss eines
Ossas
nicht gegeben. Kardiologische und
pneumo
logische
Abklärungen seien indiziert (Urk. 8/76/2-35 S. 27
unten
)
Der psychiatrische Gutachter
pract. med.
K._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie
,
führte aus
(
Urk.
8/76/41-54)
,
der Hausarzt schreibe am 22.
Oktober
2015 von einer Angsterkrankung mit Panikattacken und einem Erschöpfungszustand. Am
7.
März 2016 berichte er von einer psychosozial sehr belasteten Patientin mit einer Angsterkrankung mit Panikattacken. Weiterge
hende Informationen, wie zum Beispiel ein differenzierter psychischer Befund, fänden sich weder bei ihm noch in den übrigen Unterlagen. In der Anamnese wie vor allem auch im Befund berichte die Beschwerdeführerin von Symptomen, die klar zu einer Panikstörung passen würden. Weiter liege auch eine Phobie vor, die aber wenig Relevanz für die angestammte Arbeit habe
,
a
usser in fensterlosen Räumen
(S. 12
Ziff.
7.1). Bis auf eine Medikation mit
Venlafaxin
habe bisher keine psychiatrische Behandlung stattgefunden. Ihr aktuelles Pensum schaffe die Beschwerdeführerin. Medizin-theoretisch würde sie mehr schaffen müssen (S. 12
Ziff.
7.2). Aus psychiatrischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen und
in einer bildungsentsprechenden Verweistätigkeit nicht eingeschränkt (
Urk.
8/76/2-34
S. 24
Ziff.
7.1.1
).
S
ollte eine Erhöhung des Leistungsniveaus auf das von den somatischen Kollegen eingeschätzte nicht erreicht werden
,
erachte
er spätestens dann
Abklärung
en
eines Apnoesyndroms und der
Intelligenz
sowie eine psychiatrische Behandlung (auf einfachem Nivea
u
)
für notwendig
(
Urk.
8/76/41-54
S. 14
oben
).
Der neurologische Gutachter
Dr.
med.
L._
, Facharzt für
Neurologie
, führte aus, die genannten neurologischen Diagnosen hätten keine im Alltag ins Gewicht
fallenden funktionellen Auswirkungen und liessen somit keine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit aus neurologischer Sicht begründen (
Urk. 8/76/55-60
S. 5 f.
Ziff.
7.2 und 8).
Der rheumatologische Gutachter
Dr.
med.
M._
, Facharzt für
Allgemeine Innere Medizin und für Rheumatologie
,
hielt fest (
Urk. 8/76/61-81),
aufgrund
der Diagnosen bestehe eine deutliche Minderbelastbarkeit beider Knie
gelenke linksbetont aber auch der Lendenwirbelsäule und des rechten Hand
ge
lenks sowie des Schultergürtels links
primär auf dem Boden degenerativer Verän
derungen im Zusammenhang stehend mit der Adipositas und der C
O
PD
(S. 16 f.
Ziff.
7.1). Die Versicherte sei in den letzten Jahrzehnten als Raumpflegerin tätig gewesen und dies gemäss ihren Angaben in einem Pensum von 50 %. Seit dem Myokardinfarkt 2015 gebe die Beschwerdeführerin an, nur mehr acht Stunden im
Monat arbeitsfähig zu sein. Neben den Beschwerden am Bewegungsapparat mache
sie diesbezüglich einen Leistungseinbruch seit dem Myokardinfarkt mit anhalten
der Müdigkeit und Adynamie geltend.
Auf der Befundebene bestehe von Seiten des Bewegungsapparates her aus rheumatologischer
Sicht bezüglich der zuletzt ausgeübten Tätigkeit geschätzt eine Arbeitsfähigkeit von maximal 25 % (S. 18
Ziff. 8.1). Hinsichtlich einer optimal leidensadaptierten Tätigkeit werde die Ar
beits
fähigkeit auf maximal 50 % geschätzt (S. 18 Ziff. 8.2).
Zum zeitlichen Verlauf wurde ausgeführt, der Einschätzung des Hausarztes einer maximal 25%igen Arbeitsfähigkeit könne gefolgt werden, anzunehmen seit Oktober 2015,
als
die Indikation für einen Knieeingriff rechts gestellt worden und die
Beschwerde
füh
rerin
in Behandlung gestanden sei wegen der symptomatisc
hen SC- und AC-Ge
lenksarthrose
(S. 20
Ziff.
8.4).
Im poly
disziplinären Konsens kamen die
Gutachter zum Schluss,
aus neuro
logischer, psychiatrischer und allgemeininternistischer Sicht bestehe keine Ein
schrän
kung der Arbeitsfähigkeit in bisheriger Tätigkeit. Aus rheumatologischer Sicht bestehe
eine Restarbeitsfähigkeit von 25 %
(Urk. 8/76/2-34 S. 33 Ziff. 4.7). I
n angepasster Tätigkeit
gelte aus neurologischer, psychiatrischer und allge
mei
ninternistischer Sicht das soeben Dargelegte. Aus rheumatologischer Sicht sei
eine Restarbeitsfähigkeit von 50 %
zu veranschlagen. Körperlich seien nur leichte Tätigkeiten möglich. Es bestehe keine Fahreignung. Eine
pneumologische
Weiter
abklärung werde empfohlen (
S. 3
3
Ziff.
4.8
).
Zum zeitlichen Verlauf wurde ausgeführt, aus rheumatologischer Sicht bestehe eine Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit von 50 % seit 2013, seit März 2016 eine von 25 %. In leidensangepasster Tätigkeit bestehe eine Restarbeits
fähigkeit von 50 % ab 2015 (
Urk. 8/76/2-34
S. 30
Ziff.
8.4).
4.14
RAD-Arzt
Dr.
I._
(vorstehend E. 4.
11
)
f
ührte mit Stellungnahme vom 17.
Oktober 2018 (Urk.
8/78
/3-5) aus, das
MEDAS
-Gutachten beantworte die ge
stellten Fragen umfassend, berücksichtige die beklagten Beschwerden, sei in Kenntnis und in Auseinandersetzung mit den Vorakten erstellt worden und sei in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge einleuchtend. Ebenso würden die gezogenen Schlussfolgerungen in nachvollziehbarer Weise hergeleitet werden (S. 1).
In der bisherigen Tätigkeit als Reinigungsangestellte habe von 2013 bis Februar 2016 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Seit März 2016 bestehe eine 75%ige Arbeitsunfähigkeit auf Dauer. In einer angepassten Tätigkeit bestehe seit Oktober 2015 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit (S. 2 unten).
4.15
Dr.
B._
(vorstehend E.
3.2
) führte mit Bericht vom 1
3.
März 2019 (Urk. 8/87) aus, die Beschwerdeführerin habe sich bei progredienten Schulterschmerzen links gemeldet und habe eine nochmalige Infiltration der linken Schulter gewünscht. Somit sei eine
subacromiale
Infiltration erfolgt. Gegebenenfalls werde sich die Beschwerdeführerin wieder melden, um auch die rechte Schulter infiltrieren zu lassen.
5.
Schliesslich erstatteten
i
m Rahmen des Beschwerdeverfahrens die Gutachter der
MEDAS
Z._
(vorstehend E. 4.13)
am
20. Januar 2020
ergänzende Stellungnahme
n
zum Haushaltabklärungsbericht
(Urk. 16-17/1-3
)
:
5.1
Dr.
J._
führte mit Stellungnahme vom 2
0.
Januar 2020 aus, aus allgemeinin
ternistischer Sicht bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit für ausschliesslich körper
lich leichte Tätigkeiten.
Eine
kardiologische und
pneumologische
Abklärung
sei damals noch
als indiziert erwähnt
worden
.
5.2
Dr.
L._
führte mit Stellungnahme vom 1
5.
Dezember 2019 (Urk. 17/1) aus, er habe in seinem neurologischen Teilgutachten keine neurologische Diagnose stellen können, welche Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hätte, auch nicht
auf die Wohnungspflege oder Ernährung. Zum Haushaltabklärungsbericht, welcher
auf einer gesamtheitlichen Beurteilung unter Berücksichtigung sämtlicher ge
sundheitlicher Beeinträchtigungen beruhe, könne er somit aus neurologischer Sicht keine Stellung nehmen.
5.
3
Dr.
M._
führte mit Stellungnahme vom
3.
Januar 2020 (Urk. 17/2) aus, zusammengefasst
seien die im Haushaltabklärungsbericht vom
4.
April 2018 geltend gemachten Einschränkungen nicht in allen Bereichen/Aufgaben plausi
bel. Aus
medizinischer Sicht schätze er abgestützt auf die Befundebene die Ein
schränkungen teilweise deutlich höher ein, die
s insbesondere in den Aufgaben/
Bereichen Ernährung auf 50 %, bezüglich Wohnungspflege auf 50 %, bezüglich
Einkäufe/weitere Besorgungen auf 50 % und bezüglich Wäsche/Kleiderpflege ebenfalls auf 50 % (S. 4).
5.4
Pract. med.
K._
führte mit Stellungnahme vom 1
5.
Januar 2020 (Urk. 17/3)
unter anderem aus, nicht zu unterschätzen seien mögliche und von ihm vermutete intellektuelle Beeinträchtigungen auch im Hinblick auf die Leistungsfähigkeit im Haushalt. Dafür hätten jedoch neuropsychologische Abklärungen inklusive einem IQ
-Test
durchgeführt werden müssen, worauf in seinem Teilgutachten hingewie
sen worden sei. Im Gutachtensauftrag sei eine solche Abklärung nicht aufgeführt (S. 1 unten). Damit sei
die von der Beschwerdegegnerin angenommene Ein
schrän
kung im Haushalt
,
ohne weitere Abklärungen wie von ihm
empfohlen
,
nicht plausibel erklärbar.
6.
6
.1
Vorab
zu prüfen ist die Statusfrage beziehungsweise die Frage, ob die Be
schwe
r
deführerin im Gesundheitsfall ganz, teilzeitlich oder überhaupt nicht erwerbstätig wäre.
6
.2
Sowohl bei der erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs als auch bei der Ren
tenrevision und im Neuanmeldungsverfahren ist die Methode der Invaliditätsbe
messung (
Art.
28a IVG) zu bestimmen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 117 V 198 E. 3b).
Die für die Methodenwahl (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betäti
gungsvergleich) entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, beurteilt sich danach, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umstän
den täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypo
thetisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Be
sonderen sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhält
nisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigung
en und Begabungen zu berücksichtigen. Massgebend sind die Verhältnisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbs
tätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 144 I 28 E. 2.3, 141 V 15 E. 3.1, 137 V 334 E. 3.2, 125 V 146 E. 2c, 117 V 194 E. 3b).
Die Beantwortung der Statusfrage erfordert zwangsläufig eine hypothetische Beurteilung, die auch die hypothetischen Willensentscheidungen der versicherten Person zu berücksichtigen hat. Diese Entscheidungen sind als innere Tatsachen wesensmässig einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in der Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden (vgl. BGE 144 I 28 E. 2.4).
6
.
3
Die Beschwerdegegnerin qualifizierte die Beschwerdeführerin als zu
5
0
%
im Erwerb
sbereich
und zu
5
0
%
im Haushalt tätig (vgl. vorstehend E. 2.1).
V
on der Beschwerdeführerin wird diese Qualifikation bestritten
(vorstehend E. 2.2).
Zur Beurteilung der Statusfrage sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungs
auf
gaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Aus
bildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen (vgl. vorstehend E.
6.2
).
6
.4
Die Beschwerdeführerin ist 1965 geboren
und
Mutter zweier in den Jahren 1997
und
2001 geborenen eigenen Kinder
sowie
zweier in den Jahren 1990 und 1992 geborenen Stiefkinder
(
Urk.
8/5
Ziff.
3). Die eigenen Kinder waren im
Zeitpunkt der Haushaltabklärung vom
März
2018
fast 21 Jahre und fast 17 Jahre alt. I
m Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom
1.
Juli 2019
waren sie
22 und 18 Jahre alt. D
ie Beschwerdeführerin
absolvierte nach der Realschule einen vier
jährigen Kurs zur Konfek
tionsschneiderin
und
eine Anlehre zur Coiffeuse.
In der Folge hat sie
als Schneiderin im Akkord und
als
Aushilfscoiffeuse
gearbeitet. Die nächsten ungefähr 20 Jahre hat sie an diversen Reinigungsstellen gearbeitet (Urk. 8/76/17
Ziff.
3.2.3).
Seit dem 1. Januar 2008
war die Beschwerdeführerin
als Putzfrau
bei
der
Y._
GmbH
angestellt und leistete dort
variabel Einsätze (Urk. 8/12).
In der ersten
Anmeldung zum Leistungsbezug vom
19.
Februar 2013
(Urk.
8/5
) gab die Beschwerdeführerin an, dass sie gegen
wärtig im Umfang
von ungefähr 24 Stunden im Monat bei der
Y._
tätig sei (Ziff.
5.4).
Aus der
zweiten
Anmeldung zum Leistungsbezug vom
2. September 2015
(Urk.
8/30)
geht hervor, dass
die Be
schwerdeführerin
zuletzt
im August 2015 zirka 15 Stunden pro Monat in der Unterhaltsreinigung für die
Y._
gearbeitet
habe
. Das Pensum sei schwankend, tendenziell werde es weniger (S. 4
Ziff.
5.4).
Dem Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug;
Urk.
8/
38
) ist zu ent
nehmen, dass sie
von 1983 bis 2014
bei verschiedenen Arbeitgebern tätig war
und
seit jeher schwankende Einkommen erzielte,
wobei in Anbetracht der abge
rechneten Verdienste von jeweils kleinen
Pensen
auszugehen ist.
So betrug der höchste Verdienst Fr.
28'204.--
im Jahr 198
9.
Eine volle Erwerbstätigkeit wurde nie aufgenommen
, obschon n
ach Lage der Akten - es liegen keine Arbeits
un
fähigkeitszeugnisse für diesen Zeitraum vor - davon auszugehen ist, dass die
Beschwer
deführerin in all diesen Jahren, zumindest bis 2013, voll arbeitsfähig war.
Die Beschwerdeführerin ist zum dritten Mal verheiratet. Die erste Ehe habe nur drei Monate gedauert, zirka von 1990 bis 199
1.
Die zweite Ehe sei 1997 ge
schlossen worden. Der zweite Ehemann sei auch der Vater ihrer zwei Kinder. Er sei 2015 verstorben.
Er habe eine Invalidenrente bezogen.
Der dritte Ehemann und jetzige Lebenspartner beziehe eine
halbe Invalidenrente sowie Gelder aus der Pensionskasse in der Höhe von insgesamt
Fr.
1'680.--. Zudem t
rage
er
nebenbei noch Zeitungen aus
und verdiene so zusätzlich
Fr.
600.--
(Urk. 8/76/16-17 Ziff.
3.2.1 f.).
A
nlässlich der Haush
altabklärung (vgl. vorstehend E 4.12
) teilte die Beschwerde
führerin mit,
dass
sie
heute bei guter Gesundheit aufgrund der aktuellen finan
ziellen Belastung weiterhin als
Reinigungsangestellte
arbeiten
würde
. Sie habe schon immer etwas nebenbei gearbeitet, um etwas dazu verdienen zu können. Sie würde heute auch aufgrund der Invalidenrente ihres Ehemannes einer Tätigkeit von 50-60
%
nachgehen müssen, damit das Geld ausreichen würde
.
Die
Abklä
rungs
person legte die Qualifikation auf 50
%
Erwerbstä
tigkeit und 50
%
Haushalt fest
. Zur Begründung führte sie aus, die Beschwerdeführerin habe immer in Teil
zeitstellen gearbeitet, damit sie die Familie finanziell habe unterstützen können. In den letzten Jahren habe sie aufgrund von vermehrten gesundheitlichen Prob
lemen ihre Erwerbstätigkeit mehr und mehr reduzieren müssen, was nachvoll
ziehbar sei. Es sei jedoch aufgrund der familiären Situation nachvollziehbar, dass sie heute ohne Gesundheitsschaden mindestens in einer Erwerbstätigkeit von 50
%
arbeiten müsste, damit sie den Lebensunterhalt für sich sowie ihren Ehe
mann habe bestreiten können (
vorstehend E. 4.
12
).
6.5
Die Beschwerdeführerin machte in ihrer Beschwerde geltend, dass sie heute bei guter Gesundheit einer vollzeitigen, ausserhäuslichen Tätigkeit nachgehen würde
(
Urk.
1 S. 16 ff. Rz 30 ff.)
. Dass die Beschwerdeführerin bei guter Gesundheit Vollzeit arbeiten würde, ist vorliegend und entgegen der Ansicht der Beschwer
deführerin jedoch nicht überwiegend wahrscheinlich. Erhebliche Bedeutung kommt
dabei dem Umstand zu, dass die Beschwerdeführerin gemäss IK-Auszug seit Beginn ihrer Erwerbstätigkeit im Jahr 1983 nie ein Einkommen erzielt
hat
, welches die Annahme einer vollzeitigen Arbeitstätigkeit rechtfertigt.
Trotz
der bescheidenen finanziellen Verhältnisse - mindestens im massgeblichen Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung -
erscheint es deshalb
lediglich als möglich, jedoch nicht als überwiegend wahrscheinlich, dass sie im Gesundheitsfall ihre Erwerbs
tätigkeit
auf 100 % gesteigert hätte.
Hinzu kommt der Umstand, dass die Kinder im Zeitpunkt
der
angefochtenen Verfügung vom 1.
Juli 2019
zwar volljährig
waren, deren persönliche Situation jedoch
weiterhin in einem erhöhten Masse die Unterstützung
ihrer Mutter
erfordert.
So leide die Tochter unter einer sozialen Phobie und wohn
e
seit dem Austritt aus der Sprachheilschule zu Hause, wobei sie zum Zeitpunkt der Haushaltabklärung in einem Tageszentrum integriert
ge
wesen sei
. Der Sohn
leide an einem Entwicklungsrückstand und habe ebenfalls psychische Probleme. Er sei
seit Februar 2018 zuhause, da er von der
Invaliden
versicherung
einen ablehnenden Bescheid für eine erste berufliche Ausbildung bekommen habe
(vorstehend E. 4.12).
6.
6
Damit ist nicht weiter relevant, ob die
Beschwerdeführerin anlässlich de
r Haus
haltabklärung angegeben hat,
sie müsste bei guter Gesundheit Vollzeit arbeiten,
oder ob sie zwar ausgeführt habe, sie würde weiterhin Teilzeit arbeiten, sei sich aber der Tragweite dieser Frage nicht bewusst gewesen respektive habe sie nicht verstanden (vgl. Urk. 1 S. 17 f. Rz 31).
In Würdigung der gesamten Umstände
und aufgrund des Gesagten
ist
nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwie
genden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen
,
d
ass die Beschwerdeführerin im Ge
sundheitsfall ein höheres Arbeitspensum verrichten würde oder dass sie
gar zu 100
%
erwerbstätig wäre
. Somit
ist davon auszugehen, dass die Beschwerde
füh
rerin im hypothetischen Gesundheitsfall weiterhin im bisherigen Umfang erwe
rbs
tätig gewesen wäre. Unter diesen Umständen ist daher nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin
als zu
50
%
im Erwerbsleben
und
zu
5
0
%
im
Haushalt
tätig
qualifizierte.
7
.
7
.1
Im August 2013 ging die Beschwerdegegnerin aufgrund der Diagnosen einer Gon
arthrose links mehr als rechts, eines
Lumbovertebralsyndroms
bei degenerativen Veränderungen und einer Angsterkrankung von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Reinigungsangestellte und einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit aus
(Urk. 8/25, vorstehend E. 3.3)
.
7.2
Zur Beurteilung des aktuellen Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin stellte die Beschwerdegegnerin auf das polydisziplinäre
MEDAS
-Gutachten
vom 25.
September 2018
(vorstehend E. 4.13) ab.
Das Gutachten wurde unter Beach
tung der praxisgemässen Kriterien (vgl. vorstehend E. 1.
8
) erstattet
,
weshalb es grundsätzlich beweiswertig ist
.
Insbesondere enthält es als einzige der vorhan
de
nen medizinischen Akten eine umfassende Beurteilung sämtlicher Beeinträchti
gungen de
r
Beschwerdeführer
in
.
Dessen Beweiswert wird denn auch von den Parteien
weitestgehend
nicht in Frage gestellt.
Die B
eschwerdeführerin kritisierte
zu
R
echt
, der Haushaltabklärungsbericht habe sich nicht in de
n Akten der Gut
achter befunden
(Urk. 1 S. 15
f. Rz.
17 ff.),
weshalb im Rahmen dieses
Be
schwerdeverfahrens
von den
Gutachter
n
der MEDAS
Z._
ergänzende Stellungnahme
n zum Haushaltabklärungsbericht eingeholt wurden (vorstehend E. 5).
7.3
In somatischer Hinsicht trat im Vergleich zu 2013 eine Veränderung ein, indem zusätzlich zu den bestehenden Beeinträchtigungen
aus rheuma
tologischer Sicht eine schwere
Pangonarthrose
beidseits, ein chronisches
lumbovertebragenes
Schmerzsyndrom, eine symptomatische
SC- und AC-Gelenksarthrose
links, eine Arthralgie
am rechten
Handgelenk, eine
Metatarsalgie
beidseits, eine sympto
matische
Insertionstendinopathie
der Achillessehne rechts und eine Adipositas festgestellt wurden. Zudem wurde der Verdacht auf Osteoporose und auf ein Schlafapnoesyndrom geäussert (vgl. vorstehend E. 4.13).
Der rheumatologische Gutachter
kam zum Schluss,
bezüglich der zuletzt ausgeübten Tätigkeit
bestehe
geschätzt eine Arb
eitsfähigkeit von maximal 25 %
. Hinsichtlich einer optimal leidensadaptierten Tätigkeit werde die
Arbeitsfähigkeit auf maximal 50 % ge
schätzt
.
Damit ist ein Revisionsgrund zu bejahen.
A
us neurologischer Sicht fand sich kein Grund für eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
.
7.4
Sodann ist gestützt auf die medizinische Aktenlage davon auszugehen, dass sich der psychische Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin im Vergleichszeit
raum nicht erheblich verändert hat.
Der psychiatrische Gutachter erachtete die Arbeitsfähigkeit weder in der bisherigen noch in einer bildungsentsprechenden Verweistätigkeit als eingeschränkt.
Mangels Anhaltspunkten für eine erhebliche Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes ist sodann bei einem lediglich geringfügig ausgeprägten, die Arbeitsfähigkeit nicht beeinträchtigenden psychopathologischen Befund gemäss der erwähnten Rechtsprechung (vorste
hend E. 1.
5
) aus Gründen der Verhältnismässigkeit von einem struktu
rierten Be
weisverfahren nach BGE 141 V 281 abzusehen.
7.5
Da ergänzende Abklärungen an diesem Beweisergebnis nichts zu ändern ver
möchten, besteht für weitere Abklärungen - entgegen den diesbezüglichen Vor
bringen der Beschwerdeführerin (
Urk.
1
S. 14 f. Rz 22 ff.
) - keine Notwendigkeit und es ist von einer Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin zur Durchführung solcher abzusehen (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 90 E. 4b, 122 V 157 E. 1d).
7.6
Gestützt auf das beweiskräftige polydisziplinäre Gutachten ist somit erstellt, dass
die
Beschwerdeführer
in
in der angestammten Tätigkeit seit 2013
zu 50 % arbeits
unfähig war. Seit
Oktober 2015
ist von einer 75%igen Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit auszugehen
(vgl. vorstehend E. 4.4)
. In einer
angepasste
n
Tätigkeit
bestand zunächst gestützt auf die Beurteilung des RAD-Arzte
s
(vgl. vorstehend E. 3.3) eine vollständige Arbeitsfähigkeit.
Aufgrund aktenkundig ver
schlechtertem Gesundheitszustand den Bewegungsapparat betreffend besteht seit
spätestens
Oktober
2015
eine
Arbeitsunfähigkeit
von 50
%
(vorstehend E. 4.13)
.
8
.
8
.1
Im Folgenden sind die erwerblichen Auswirkungen zu prüfen.
8
.2
Nach der Rechtsprechung kommt das neue Berechnungsmodell bei der gemisch
ten Methode ab dem
1.
Januar
2018 (
vorstehend E. 1.7
) zur Anwendung (
Art.
27
bis
Abs.
2-4 IVV in der seit dem
1.
Januar 2018 geltenden Fassung und Übergangsbestimmung zur Änderung der IVV vom
1.
Dezember 2017; Urteil des Bundesgerichts 9C_553/2017 E. 5.2; vgl. IV-Rundschreiben Nr. 372 des Bundes
amtes für Sozialversicherungen, BSV, vom
9.
Januar 2018 betreffend Übergangs
regelung infolge Änderung der IVV per
1.
Januar 2018 betreffend Invaliditäts
bemessung für teilerwerbstätige Versicherte).
8
.3
Ein Rentenanspruch entsteht gemäss
Art.
28
Abs.
1 lit. b IVG unter anderem erst bei einer während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch bestehenden Arbeitsunfähigkeit von durchschnittlich mindestens 40
%
(vgl. vorstehend E. 1.2), frühestens jedoch sechs Monate nach Geltendmachung de
s Anspruchs (
Art.
29
Abs.
1 IVG
).
Vorliegend ist
davon auszugehen, dass
sich der Gesundheitszustand per Oktober 2015 verschlechtert hat
weshalb die einjährige Wart
e
frist per dann zu laufen begann und Ende
September 2016
endete. Nachdem sich die Be
schwerdeführerin am
2.
September 2015 (
Urk.
8/30)
bei der Beschwerdegegnerin zum Leistungsbezug angemeldet hatte (Eingang bei der Beschwerdegegnerin am
1
4.
Oktober 2015
, vgl. Aktenverzeichnis zu Urk.
8
), ist der frühestmögliche Rentenbeginn im
Oktober 2016.
8
.4
8
.4.1
In einem ersten Schritt ist die anteilige Invalidität im Erwerbsbereich zu ermitteln.
8
.4.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2
, 128 V 29 E. 1
).
8
.4.3
Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des hypo
the
tischen Rentenbeginns massgebend. Validen- und Invalideneinkommen sind auf zeitidentischer Grundlage zu erheben; allfällige rentenwirksame Änderungen der
Vergleichseinkommen müssen bis zum Verfügungszeitpunkt berücksichtigt w
erden (BGE 129 V 222 E. 4.1 und 4.2; Urteil des Bundesgerichts 9C_22/2014 vom 1
8.
Februar 2014 E. 4.3).
8.4.4
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des Validen
ein
kommens entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt s
ein (BGE 139 V
28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1,
134 V 322 E. 4.1).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das Valideneinkommen auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen
sind (BGE
139 V 28 E. 3.3.2;
Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversiche
rung, 3. Auflage 2014, Rn 55 f. zu Art.
28a
).
8.4.5
Angesichts des stark schwankenden Einkommens der Beschwerdeführerin in den Jahren vor Eintritt des Gesundheitsschadens und des teilweisen Bezugs von Arbeitslosenentschädigung rechtfertigt sich das Vorgehen der Beschwerdegeg
nerin, welche auf Tabellenlöhne statt auf das effektiv erzielte Einkommen abstellte
.
Im Hinblick darauf, dass die Beschwerdeführerin viele verschiedene und kurzfristige Anstellungen in
Teilzeitpensen
ausübte, ist der von der Beschwerde
gegnerin angerechnete Lohn (
Urk.
8/77/1
) für Reinigungspersonal und Hilfskräfte im privaten und öffentlichen Sektor zusammen, LSE 201
6
, T17
Ziff.
91,
Zen
tral
wert
, Frauen
,
von monatlich
Fr.
4’131
.-- nicht zu beanstanden und erscheint im Übrigen angesichts der gemäss Auszug aus dem individuellen Konto (
Urk.
8/38
)
tatsächlich erzielten Einkünfte als eher grosszügig.
Angepasst an die betriebs
übliche Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden im Jahr 201
6
(Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, herausgegeben vom Bundesamt für Statistik, BFS, T03.02, Total
Ziff.
1-96) ergibt dies einen Nominallohn für das Jahr 201
6
von rund
Fr.
51'67
9.--
beziehungsweise von
Fr.
25'839.
--
nach Berück
sichtigung des Erwerbsanteils von
50
%
(vorstehend E. 6.6
;
Fr.
4
’131.
-- :
40 x 41.7 x 12
).
8.4.
6
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausge
ge
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3,
135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1). Dabei sind grundsätzlich die im Verfü
gungs
zeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE
143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth,
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3.
Auflage 2014, Rn 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
8.4.
7
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
sch
nitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienst
jahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswir
kungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurch
schnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht auto
ma
tisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflicht
gemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalidenein
kommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und
so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (Ur
teile
des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1 und 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abwei
chende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichtes 9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
8.4.
8
Ein Leidensabzug ist nach der Rechtsprechung auch dann nicht gerechtfertigt, wenn die gesundheitlichen Einschränkungen oder die eingeschränkte Leistungs
fähigkeit beziehungsweise das eingeschränkte Rendement vom medizinischen Experten in der von ihm attestierten Arbeitsunfähigkeit bereits berücksichtigt wurden (Urteil des Bundesgerichts 8C_20/2012 vom
4.
April 2012 E. 3.2 und 3.3). Sodann rechtfertigt der Umstand, dass eine grundsätzlich vollzeitlich arbeits
fähige versicherte Person gesundheitlich bedingt lediglich reduziert leistungs
fähig ist, nach der Rechtsprechung keinen Abzug vom Tabellenlohn (Urteile des Bundesgerichts 8C_827/2009 vom 2
6.
April 2010 E.
4.2.1, 9C_980/2008 vom
4.
März 2009 E.
3.1.2, 8C_765/2007 vom 1
1.
Juli 2008 E. 4.3.3, 9C_344/2008 vom
5.
Juni 2008 E. 4 und I 69/07 vom
2.
November 2007 E. 5.1).
8.4.
9
Im Rahmen
der Zumutbarkeit einer
behinderungsangepassten
Tätigkeit im Um
fang von 50
%
(vorstehend E
. 7.6
) steht der Beschwerdeführerin eine breite Palette von Tätigkeiten offen. Es ist deshalb für die Bemessung des Invaliden
einkommens auf den standardisierten Durchschnittslohn für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art in sämtlichen Wirtschaftszweigen des privaten Sektors abzustellen
.
Der Totalwert für Frauen gemäss LSE 2016, Kom
petenzniveau 1, betrug im Jahr 2016 im privaten Sektor
Fr.
4'363.-- (LSE 2016, Tabelle TA1_tirage_skill_level, Total, Kompetenzniveau 1
, Rubrik Frauen
), was unter Berücksichtigung einer durchschnittlichen betriebsüblichen Arbeitszeit von 41.7
Stunden im Jahr 201
6
ein hypothetisches Invalideneinkommen von
rund
Fr.
54’581
.
--
(
Fr.
4'363.-- : 40 x 41.7 x 12
) und von Fr.
27
'
29
1.--
bei ausgewie
sener 50%iger Restarbeitsfähigkeit in ang
epassten Tätigkeiten ergibt
.
8.4.
10
Soweit die Beschwerdeführerin vorliegend einen Tabellenlohnabzug von mindes
tens 20 % geltend macht, kann ihr nicht gefolgt werden. Sie übersah, dass das
von der Beschwerdegegnerin angenommene Invalideneinkommen von
rund
Fr. 24'56
2.--
bereits einen Abzug von immerhin 10 % beinhaltet (vgl.
Urk. 8/77
/1, vorstehend E. 8.4.8). Für einen höheren Abzug besteht vorliegend kein Grund.
Das Invalideneinkommen beträgt damit rund Fr.
24'562
.
(
Fr.
27'291.-- x
0.9).
8.4.
11
Für den Zeitraum vom
1.
Oktober 2016 bis 3
1.
Dezember 2017 ist die Berechnung des Invaliditätsgrades nach der damals geltenden Berechnungsart vorzunehmen
(vorstehend E. 1.6)
.
Bei
einem Valideneinkommen in der Höhe von
Fr.
25'839
.--
und einem Invalideneinkommen in der Höhe von
Fr. 24'562
.--
ergibt sich
eine Erwerbseinbusse von Fr. 1'277.
--,
was einer Einschränkung im Erwerbsbereich von
rund 5
%
entspricht.
Ab dem
1.
Januar 2018 ist für die Bemessung des Teilinvaliditätsgrades im Erwerbsbereich von einem 100%-Pensum auszugehen
(vorstehend E. 1.7)
.
Bei
einem
Valideneinkommen
hochgerechnet auf ein Pensum von 100 % in der Höhe von Fr. 51'67
9.--
und einem Invalideneinkommen in der Höhe von
Fr. 24'562
.--
ergibt sich
eine Erwerbseinbusse von Fr. 27'117.--,
was einer Einschränkung im Erwerbsbereich von
52.
47
%
entspricht.
8
.
5
8.5.1
Die Arbeitsunfähigkeit im Sinne von
Art.
28
Abs.
1 lit. b IVG entspricht der Ein
busse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen B
eruf oder Aufgaben
bereich (Art. 6 ATSG; BGE 130 V 97 E. 3.2
). Bei der Bemessung der Invalidität von im Haushalt tätigen Versicherten ist die Schadenminderungspflicht von erheblicher Relevanz. Nach der Rechtsprechung ist dabei vom Grundsatz aus
zugehen, dass einem Leistungsansprecher im Rahmen der Schadenmin
derungs
pflicht Massnahmen zuzumuten sind, die ein vernünftiger Mensch in der gleichen Lage ergreifen würde, wenn er keinerlei Entschädigung zu erwarten hätte. Für die im Haushalt tätigen Versicherten bedeutet dies, dass sie Verhaltensweisen zu entwickeln haben, welche die Auswirkungen der Behinderung im hauswirt
schaft
lichen Bereich reduzieren und ihnen eine möglichst vollständige und unabhän
gige Erledigung der Haushaltarbeiten ermöglichen. Kann die versicherte Person wegen ihrer Behinderung gewisse Haushaltarbeiten nur noch mühsam und mit viel höherem Zeitaufwand erledigen, so muss sie in erster Linie ihre Arbeit ein
teilen und in üblichem Umfang die Mithilfe von Familienangehörigen in An
spruch nehmen. Ein invaliditätsbedingter Ausfall darf bei im Haushalt tätigen Personen nur insoweit angenommen werden, als die Aufgaben, welche nicht mehr erfüllt werden können, durch Drittpersonen gegen
Entlöhnung
oder durch
Angehörige verrichtet werden, denen dadurch nachgewiesenermassen eine Erwerb
seinbusse oder doch eine unverhältnismässige Belastung entsteht. Die im
Rahmen der Invaliditätsbemessung bei einer Hausfrau zu berücksichtigende Mit
hilfe von Familienangehörigen geht daher weiter als die ohne Gesundheits
schä
digung üblicherweise zu erwartende Unterstützung. Geht es um die Mitarbeit von Familienangehörigen, ist danach zu fragen, wie sich eine vernünftige Familien
gemeinschaft einrichten würde, wenn keine Versicherungsleistungen zu erwarten wären. Dabei darf nach der Rechtsprechung unter dem Titel der Schadenmin
derungspflicht nicht etwa die Bewältigung der Haushalttätigkeit in einzelnen Funktionen oder insgesamt auf die übrigen Familienmitglieder überwälzt werden mit der Folge, dass gleichsam bei jeder festgestellten Einschränkung danach ge
fragt werden müsste, ob sich ein Familienmitglied finden lässt, das allenfalls für eine ersatzweise Ausführung der entsprechenden Teilfunktion in Frage kommt. Schliesslich vermag die Tatsache, dass sich die der Rechtsprechung
zugrunde liegenden
, in
Art.
159
Abs.
2 und 3 ZGB zwischen den Ehegatten und in
Art.
272 ZGB zwischen Eltern und Kindern statuierten Beistandspflichten nicht unmittel
bar durchsetzen lassen (d.h. weder klagbar noch vollstreckbar sind), sondern nur freiwillig erfüllt werden können, an der Schadenminderungspflicht der im Haus
halt beschäftigten Versicherten nichts zu ändern. Denn wie auch im Erwerbsbe
reich darauf abzustellen ist, ob die verbleibende Erwerbsfähigkeit auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt grundsätzlich verwertbar ist, unabhängig davon, ob eine solche Anstellung rechtlich durchsetzbar ist, ist auch in Bezug auf den Haushaltbereich davon auszugehen, was in der sozialen Realität üblich und zumutbar ist, unabhängig davon, ob eine Mithilfe rechtlich durchsetzbar ist (BGE
133 V 504 E. 4.2 mit Hinweisen
).
8.5.
2
Die von einer qualifizierten Person durchgeführte Abklärung vor Ort (nach Mass
gabe des Art. 69 Abs. 2 IVV; vgl. auch Rz. 3081 ff. des Kreisschreibens über Inva
lidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung, KSIH, gültig ab 1. Januar 2015) stellt für gewöhnlich die geeignete und genügende Vorkehr zur Bestim
mung der gesundheitlichen Einschränkung im Haushalt dar.
Hinsichtlich des Beweiswerts der entsprechenden Berichterstattung ist wesentlich, dass sie durch eine qualifizierte Person erfolgt, die Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plau
sibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschrän
kungen sein sowie in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen.
Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im Abklärungsbericht enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Behinderung im Haushalt mass
gebend, sondern gelten analog für jenen Teil eines Abklärungsberichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tätigkeit von teilerwerbstätigen Versi
cherten mit häuslichem Aufgabenbereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil des Bundesgerichts
I 236/06 vom 19. Juni 2006 E. 3.2
).
Einer ärztlichen Fachperson, die sich zu den einzelnen Positionen der Haushalt
führung unter dem Gesichtswinkel der Zumutbarkeit zu äussern hat, bedarf es nur in Ausnahmefällen, namentlich bei unglaubwürdigen Angaben der versi
cher
ten Person, die im Widerspruch zu den ärztlichen Befunden stehen. Zwar ist der Abklärungsbericht seiner Natur nach in erster Linie auf die Ermittlung des Aus
masses physisch bedingter Beeinträchtigungen zugeschnitten, weshalb seine
grundsätzliche Massgeblichkeit unter Umständen Einschränkungen erfahren kann
, wenn die versicherte Person an psychischen Beschwerden leidet. Prinzipiell je
doch stellt er auch dann eine beweistaugliche Grundlage dar, wenn es um die Bemessung einer psychisch bedingten Invalidität geht,
das heisst
wenn die Beur
teilung psychischer Erkrankungen im Vordergrund steht. Widersprechen sich die Ergebnisse der Abklärung vor Ort und die fachmedizinischen Feststellungen zur Fähigkeit der versicherten Person, ihre gewohnten Aufgaben zu erfüllen, ist aber in der Regel den ärztlichen Stellungnahmen mehr Gewicht einzuräumen als dem Bericht über die Haushaltsabklärung, weil es der Abklärungsperson regelmässig nur beschränkt möglich ist, das Ausmass des psychischen Leidens und der damit verbundenen Einschränkungen zu erkennen (zum Ganzen: Urteil des Bundesge
richts 8C_817/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1).
8.5
.3
Die Haushaltabklärung ergab eine Einschränkung im Haushalt von total 20
%
(vorstehend E. 4.12
). Die Einschätzung der Abklärungsperson weicht er
heblich von der Beurteilung des rheumatologischen und psychiatrischen Gutachters ab
(vgl. vorstehend E. 5.3 f.).
Die Beschwerdeführerin
wies darauf hin, dass sie körperlich unter schweren Einschränkungen und Beschwerden leide und
bean
standete die zu starke
Anrechung
der Mitwirkungspflichten der übrigen Familien
mitglieder im Rahmen der Haushaltabklärung
(Urk. 1 S. 10 ff.
Rz
. 15 ff.
). In der Tat wurden die Mitwirkungspflichten der Kinder und des Ehemannes der Be
schwerdeführerin zu stark gewichtet und die im Haushalt anfallenden Arbeiten weitgehend auf die restlichen Familienmitglieder abgewälzt. Dies, obschon
beide Kinder unter psychischen Problemen leiden und der Ehemann aufgrund soma
tischer Leiden eine halbe Rente bezieht (vorstehend E. 4.12).
8.5
.4
Im Bereich
«Ernährung»
, welcher
in die Teilbereiche
«
Rüsten
»,
«Kochen»
,
«Anrich
ten», «alltägliche Reinigungsarbeiten in der Küche» und «Vorrat» unterteilt werden
kann
(vgl. Urk. 8/66/8
Ziff.
6.1)
, berücksichtigte die Beschwerdegegnerin eine Einschränkung von 20 %.
Ohne Berücksichtigung ihrer Schadenminderungs
pflicht
vermag die Beschwerdeführerin im Teilbereich
«Rüsten»
nur noch einen Teil auszuführen
.
I
m Teilbereich «Kochen»
ist es ihr
nur
möglich,
einfachere
Mahlzeiten selber zuzubereiten
, um nicht lange stehen zu müssen
, wobei sie an Stelle der rechten Hand die linke benutze
.
Im Bereich «Anrichten» machte sie keine Einschränkungen geltend, man esse grundsätzlich in der Küche und jedes Familienmitglied decke für sich. Der Teilbereich
«alltägliche Reinigungsarbeiten in der Küche»
ist der Beschwerdeführerin weiterhin in dem Sinne möglich, als sie die Arbeitsplatte oberflächlich reinigen könne. Die Grundreinigung mit Staub
sauen und Böden feucht aufnehmen müsse aber gesundheitsbedingt der Ehemann erledigen. Auch beim Handling mit schweren Pfannen müsse der Ehemann helfen
. Insgesamt erscheint die vom rheumatologischen Gutachter
im Bereich „Ernährung“
festgelegte
Einschränkung von 50 % (
ohne Anrech
n
ung der Scha
denminderungspflicht
)
angemessen.
Unter Berücksichtigung der den Familien
mitgliedern zumutbaren Arbeiten ist
die von der Beschwerdegegnerin berücksich
tigte
Einschränkung von
20
%
(gewichtet: 8 %)
überzeugend.
Im
Bereich
«Wohnungs- und Hauspflege, Haustierhaltung»
anerkannte die Be
schwerdegegnerin eine
Einschränkung von
40
%
. Die Grundreinigung der Woh
nung erledige vorwiegend der Ehemann und die Tochter. Die Beschwerdeführerin könne keine Betten mehr beziehen. Die Fensterreinigung könne sie nur noch teilweise erledigen. D
ie vom rheumatologischen Gutachter
in diesem Bereich
festgelegte Einschränkung von 50
%
(ohne Anrechnung der Schadenminde
rungs
pflicht)
erscheint wiederum
angemessen. Unter Berücksichtigung der den Fami
lien
mitgliedern zumutbaren Arbeiten ist die von der Beschwerdegegnerin berück
sichtigte Einschränkung von
4
0
%
(gewichtet:
12
%)
überzeugend
.
Für den Bereich «
Einkauf und
sowie
Besorgungen
»
wurde im Abklärungsbericht ke
ine Einschränkung angerechnet.
Hierzu führte der rheumatologische Gutachter aber aus, diesbezügliche Tätigkeiten verlangten vor allem gehende und stehende Arbeitspositionen unter Einsatz beider Hände insbesondere der dominanten obe
ren Extremität, Arbeitspositionen mit oft vorgeneigtem Oberkörper und teilweise auch mit den Ar
m
en über der Schulterhorizontalen und diese seien verbunden mit Heben, Tragen, und Transferieren von Einkaufstaschen und somit mit Ge
wich
t
en; es handle sich dabei um körperlich leichte aber auch mittel-schwere Arbeiten. Aufgrund der bei der Beschwerdeführerin somatisch begründbaren Ein
schränkungen schätze er die Einschränkung auf 50 % (Urk. 17/2 S. 2 f.).
Auch wenn vom Ehemann und den Kindern Mithilfe insbesondere beim Einkaufen ver
langt werden kann, erscheint die
von der Beschwerdegegnerin
angenommene
Einschränkung von 0
%
als nicht nachvollziehbar. Damit würden in diesem Be
reich sämtliche Verrichtungen an Familienmitglieder überwälzt. Dies entspricht jedoch nicht der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vgl. BGE 141 V 642 E.
4.3.2).
Da die Kinder und der Ehemann die Beschwerdeführerin beim Einkauf zumindest teilweise unterstützten können,
rechtfertigt
es
sich, die Einschränkung der Beschwerdeführerin unter Berücksichtigung der
Schadenminderungspflicht mit 20
% (gewichtet: 2
%
)
zu beziffern
.
Für den Bereich
«Wäsche und Kleiderpflege»
wurde im Abklärungsbericht keine Einschränkung angerechnet. Hierzu führte der rheumatologische Gutachter aber aus,
die
d
iesbezügliche Tätigkeiten verlangten vor allem stehende und
kurz
streckig
gehende und gelegentlich auch sitzende Arbeitspositionen unter Einsatz beider Hände insbesondere der dominanten oberen Extremität und bedingen Ver
richtungen mit vorgeneigtem Oberkörper und teilweise auch mit den Armen über der Schulterhorizontalen.
Aufgrund der
im Teilgutachten beschriebenen
Ein
schränkungen schätze er d
ie Einschränkung auf 50
%
(Urk.
17/2 S.
3
). Den Familienmitgliedern kann jedoch die Übernahme von mehr als d
er
Hälfte der in diesem Bereich anfallenden Arbeiten zugemutet werden. Für den Bereich „Wäsche und Kleiderpflege“ ist daher eine Einschrä
nkung von 30
%
(gewichtet: 6 %)
zu veranschlagen
.
Im Bereich
«Betreuung von Kindern und/oder Angehörigen»
gingen die Abklä
rungsperson der Beschwerdegegnerin und der rheumatologische Gutachter von keiner Einschränkung aus, was nachvollziehbar erscheint.
8.5
.5
Die Gewichtung der einzelnen Bereiche im Abklärungsbericht ist nicht zu bean
standen. Für
den
Bereich «Ernährung»
ergibt sich bei einer Einschränkung von
20
%
eine Behinderung von 8
%
und für den
Bereich «Wohnungs- und Haus
pflege, Haustierhaltung»
bei einer Einschränkung von 40
%
eine Behinderung
von
12
%
. Für den
Bereich «Einkauf sowie
weitere
Besorgungen»
resultiert bei ei
ner Einschränkung von 20
%
gew
ichtet eine Einschränkung von 2
%.
Für den Bereich «Wäsche und Kleiderpflege» ergibt sich bei einer Einschränkung von 30
%
eine Behinderung von 6
%
.
Für die
«Betreuung von Kindern und/oder Ange
hörigen»
ist keine Einschränkung ausgewiesen.
Somit ergibt sich eine Behinderung von total
28
%
(
8
%
+ 1
2
%
+ 2
%
+
6
%
)
.
Gewichtet ergibt sich für den Haushalt neu e
in Teilinvaliditätsgrad von 14 % (28 % x
0.5)
.
8.6
Der Gesamtinvaliditätsgrad berechnet sich mittels Addition der Teilinvalidi
tätsgrade.
8.6.1
F
ür den Zeitraum vom
1.
Oktober
2016 b
i
s 3
1.
Dezember 2017
resultiert b
ei
einer Einschränkung im Erwerbsbereich von rund 5
%
(vgl. vorstehend E. 4.8.11
)
und einem Anteil des erwerblichen Bereichs von 50 %
ein Teilinvaliditätsgrad von 2.5
% (
5 % x 0.5
). Bei einer Einschränkung im Haushaltsbereich von
28
%
(vgl. vorstehend E. 8.5.5
)
und einem Anteil des Haushaltsbereichs von 50
%
resul
t
iert
anteilig ein Teilinvaliditätsgrad von
14
% (
28 % x 0.5
).
Demnach resultiert bei einem Teilinvaliditätsgrad im Erwerbsbereich von
2.5
%
und einem solchen von
14
%
im Haushaltsbereich ein Gesamtinvaliditätsgrad von gerundet
16.5
%
,
was bis 31. Dezember 2017 keinen Rentenanspruch begründet, da d
amit ein für den Anspruch auf eine Invalidenrente vorausgesetzter Invaliditätsgrad von mindes
tens 40
%
nicht erreicht
wird
.
8.6.2
Ab dem
1.
Januar 2018
resultiert b
ei
einer Einschränkung im Erwerbsbereich von rund
52.47
%
(vgl. vorstehend E 4.8.11
)
und einem Anteil des erwerblichen Bereichs von 50
%
ein Teilinvaliditätsgrad von
rund 26
%
(
52.47
%
x 0.5). Bei einer Einschränkung im Haushaltsbereich von 28
%
(vgl. vorstehend E.
8.5.5
)
und einem Anteil des Haushaltsbereichs von 50
%
resultiert
anteilig ein Teilinva
liditätsgrad von 14 % (28 % x 0.5).
Demnach resultiert bei einem Teilin
validitätsgrad im Erwerbsbereich von
26
%
und einem solchen von 14
%
im Haushaltsbereich ein Gesamtinvaliditätsgrad von gerundet
40
%
,
was
ab 1.
Januar 2018
einen Anspruch auf
eine Viertelsrente begründet.
Dies führt zur Aufhebung des angefochtenen Entscheides und zur Gutheissung der Beschwerde.
9.
9
.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Vorliegend sind die Kosten auf
Fr.
1’000.-- festzusetzen und
ausgangsgemäss
der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
9
.
2
Die gerichtlichen Abklärungskosten können der Verwaltung auferlegt werden, wenn ein Zusammenhang zwischen dem Untersuchungsmangel seitens der Ver
waltung und der Notwendigkeit, eine Gerichtsexpertise anzuordnen, besteht. Dies ist unter anderem der Fall, wenn die Verwaltung zur Klärung der medizinischen Situation notwendige Aspekte unbeantwortet gelassen oder auf eine Expertise abgestellt hat, welche die Anforderungen an eine medizinische Beurteilungs
grundlage nicht erfüllt (BGE 140 V 70 E. 6.1 mit Hinweisen).
Am 25. September 2018 erstatteten die Ärzte der MEDAS
Z._
ein po
lydisziplinäres Gutachten (
Urk. 8/76/2-82
). Die Beschwerdegegnerin unterbrei
tete den Gutachtern unter anderem die folgende ergänzende Frage: «Sind die im
Abklärungsbericht geltend gemachten Funktionsstörungen aus medizinischer Sicht
plausibel?»
(vgl. Urk. 8/68 S. 3). Obschon diese zur Beurteilung eines Leis
tungsanspruchs relevante Frage unbeantwortet geblieben ist, hat d
ie Beschwerde
gegnerin
eine Nachfrage bei den Gutachtern unterlassen. Deshalb musste dies
im gerichtlichen Verfahren nachgeholt werden (vgl.
Urk.
13
). In Nachachtung ihrer Abklärungspflicht gemäss
Art.
43 ATSG wäre es an der Beschwerdegegnerin gewesen, eine ergänzende medizinische Stellungnahme
zu dieser Frage
einzu
holen. Da sich der Sachverhalt diesbezüglich ungenügend abgeklärt erwies, gehen die Kosten für die
am
20.
Januar 2020 eingereichten
Stellungnahme
n
der Gutachter
(Urk. 16,
Urk.
17/1-3
) im Umfang von Fr
. 750.-- (Urk. 18
) zu Lasten der Beschwerdegegnerin.
9.
3
Nach
§
34
Abs.
1
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer)
hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Partei
kosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens be
messen (
§
34
Abs.
3 GSVGer).
Gemäss
§
8 in Verbindung mit
§
7
Abs.
1 der seit
1.
Juli 2011 in Kraft stehenden Verordnung über die Gebühren, Kosten und Ent
schädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht (GebV SVGer) wird
namentlich für unnötigen Aufwand kein Ersatz gewährt.
Der von
der
Rechtsanwältin mit Eingabe vom
6.
Februar 2020 (
Urk.
20) geltend gemachte Aufwand von
14.3
Stunden und Barauslagen von
Fr. 128.70
ist der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses nicht angemessen, insbesondere aufgrund der Tatsache, dass sie die Beschwerdeführerin ab
Dezem
ber 2017
schon im Vorbescheidverfahren vertrat und die Akten somit bekannt waren.
Sodann entspricht die Beschwerdeschrift teilweise der Stellungnahme vom
2
5.
April 2019
(
Urk.
8/
90
)
, beispielsweise wurden die Ausführungen zur Status
frage weitestgehend wörtlich übernommen (vgl. Urk. 1 S. 16 ff. Rz 30 bis 32, Urk. 8/90 S. 3 f. Rz 3 bis 4)
.
Aus diesem Grund
erscheint
namentlich
ein pauschaler Aufwand von
11.8
Stunden für das Aktenstudium und das Verfassen der Beschwerdeschrift überhöht. Angesichts der zu studierenden Aktenstücke der Beschwerdegegnerin, der 21-seitigen Beschwerdeschrift (
Urk.
1), der Aufwen
dungen im Zusammenhang mit dem Gesuch um unentgeltliche
Rechtsverbei
stän
dung
sowie mit Blick auf die in ähnlichen Fällen zugesprochenen Beträge ist die Prozessentschädigung bei Anwendung des gerichtsüblichen Stundenansatzes von
Fr.
220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) auf
Fr.
2'
8
00.-- (inkl.
Mehrwertsteuer
und Barauslagen) festzusetzen.
9
.4
Unter diesen Umständen erweist sich das Gesuch de
r Beschwerdeführerin
um unentgeltliche Rechtspflege (vgl.
Urk.
1 S. 2) als gegenstandslos.