Decision ID: c50d9c8e-462e-4c83-8767-9305a172b628
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherter) war als Geschäftsführer der B._ AG bei der
Suva gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er am 3. November 2012 mit dem
Motorrad auf einem Parkplatz stehend nach rechts umkippte und sich dabei den
rechten Fuss zwischen dem Fussraster und der Strasse einklemmte. Er hatte noch
versucht, den Sturz aufzufangen, fiel jedoch auf den ausgestreckten Arm (Suva-act. I/1
und I/25). Wegen Schmerzen im rechten Fuss begab sich der Versicherte darauf im
Spital C._ in Behandlung. Die dort am 13. November 2012 und 4. Februar 2013
durchgeführten radiologischen Untersuchungen des rechten Fusses brachten keine
Frakturen zur Darstellung, hingegen eine Metatarsophalangealgelenksarthrose Dig I mit
Subluxationsstellung bei Hallux valgus (Suva-act. I/20, I/21). Gestützt auf dieses
Untersuchungsergebnis diagnostizierte der behandelnde Arzt des Spitals C._ im
Arztzeugnis UVG vom 11. April 2013 eine Fusskontusion rechts. Die Behandlung war
am 4. Februar 2013 abgeschlossen worden (Suva-act. I/18). Eine Arbeitsunfähigkeit
hatte vom 3. bis 19. November 2012 bestanden (Suva-act. I/1). Die Suva erbrachte für
das Ereignis vom 3. November 2012 die gesetzlichen Leistungen (Heilkosten- und
Taggeldleistungen; Suva-act. I/2, I/3).
A.b Am 26. März 2013 meldete die Arbeitgeberin des Versicherten der Suva einen
Rückfall zum Unfall vom 3. November 2012 mit dem Vermerk, die rechte Schulter sei
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betroffen (Suva-act. I/6). Der Versicherte hatte am 21. März 2013 Dr. med. D._,
Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
konsultiert, welche nach einer klinischen und röntgenologischen Untersuchung einen
Senk-, Spreizfuss beidseits, einen Status nach Vorfusskontusion rechts November
2011 und eine Metatarsalgie MTP II, III rechts mit kontrakter Hammerzehenbildung Dig
II rechts diagnostiziert hatte. Der Versicherte hatte Dr. D._ auch die rechte Schulter
präsentiert und angegeben, dass diese beim Sturz mit dem Motorrad ebenfalls verletzt
worden sei. Die Probleme bestünden in der Flexions-/Elevationsschmerzhaftigkeit
sowie in Nachtschmerzen beim Liegen auf der rechten Seite (Suva-act. I/16). Dr. D._
hatte hierauf eine MRI-Untersuchung des rechten Schultergelenks in der E._ AG
veranlasst, welche am 25. März 2013 durchgeführt worden war. Dabei hatte sich eine
gelenkseitige Partialruptur der Supraspinatussehne und fortgeschrittene
Insertionstendinose der Infraspinatussehne, ohne Nachweis einer fettigen
Muskelatrophie, eine Partialruptur der Subscapularissehne, eine SLAP-Läsion mit
Verdacht auf eine Partialruptur der inserierenden Bizepssehne sowie eine hypertrophe
AC-Gelenksarthrose gezeigt (Suva-act. I/22). Ebenfalls am 25. März 2013 hatte der
Versicherte Dr. med. F._, FMH Chirurgie, aufgesucht, der in seinem Bericht vom 2.
April 2013 festgehalten hatte, dass der Versicherte vorläufig keine Operation wünsche,
weshalb er ihm nun eine Physiotherapie verordne (vgl. Suva-act. I/14). Dr. F._ hatte
dem Versicherten vom 25. März bis 24. April 2013 und vom 15. Mai bis 12. Juni 2013
eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit und ab 13. Juni 2013 eine solche von 50% attestiert
(Suva-act. I/5, I/32, I/41 f.).
A.c Nach Einholung einer Kausalitätsbeurteilung bei ihrem Kreisarzt Dr. med. G._,
Facharzt für Chirurgie FMH, MAS Versicherungsmedizin, vom 7. Mai 2013 betreffend
die geltend gemachten Beschwerden an der rechten Schulter sowie die immer noch
bestehenden Beschwerden am rechten Fuss (Suva-act. I/28), teilte die Suva dem
Versicherten mit Schreiben vom 21. Mai 2013 mit, dass aufgrund der medizinischen
Unterlagen kein sicherer oder wahrscheinlicher Kausalzusammenhang zwischen dem
Ereignis vom 3. November 2012 und den am 25. März 2013 gemeldeten Beschwerden
am rechten Fuss und der rechten Schulter bestehe. Die Suva sei demzufolge nicht
leistungspflichtig und könne keine Versicherungsleistungen erbringen (Suva-act. I/31).
Mit Verfügung vom 28. Mai 2013 hielt die Suva an ihrer Leistungsablehnung fest (Suva-
act. I/34).
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A.d Mit Eingaben vom 29. Mai und 13. Juni 2013 erhoben der Versicherte und die
EGK-Gesundheitskasse (nachfolgend: EGK) als dessen Krankenversicherer Einsprache
gegen die Verfügung (Suva-act. I/36, I/38, I/51). In der Einsprachebegründung vom 11.
Juni 2013 wies die EGK darauf hin, dass die Suva das Ereignis vom 3. November 2012
als Unfall anerkannt habe, es um eine Fusskontusion rechts und eine
Schulterstauchung rechts nach Sturz gehe und somit von einer vorübergehenden
Verschlimmerung auszugehen sei, weshalb die Suva die Heilbehandlungskosten für
eine gewisse Zeit zu übernehmen habe (Suva-act. I/38). Mit Schreiben vom 18. Juni
2013 teilte die Suva dem Versicherten mit, dass sie die Verfügung vom 28. Mai 2013
zurücknehme. Sie stimme der Betrachtungsweise der EGK zu und sei bereit, die
Heilbehandlungskosten noch für eine gewisse Zeit zu übernehmen. Man habe sich auf
3-4 Monate geeinigt. Bis Ende Juli 2013 würden demzufolge Taggelder und
Heilkostenleistungen erbracht. Ab 1. August 2013 würden die Leistungen eingestellt
(Suva-act. I/45; vgl. dazu Suva-act. I/47, I/48).
A.e Inzwischen hatte am 12. Juni 2013 in der E._ AG eine weitere MRI-
Untersuchung des rechten Vorfusses stattgefunden (Suva-act. I/54). Am 21. Oktober
2013 wurde beim Versicherten bei der Diagnose Metatarsus primus varus mit
subluxiertem Hallux valgus rechts bei posttraumatischer Läsion der plantaren Platte
MTP II und III mit dorsal subluxierter Hammerzehe II rechts eine proximale Open-
Wedge-Osteotomie MT I mit Spongiosaplastik und MIS-Korrektur Hallux rechts, eine
Plantar-Plate-Repair MTP II mit Maceira-Osteotomie Metatarsale II und minimal-
invasiver Osteotomie der distalen Metatarsale III rechts sowie eine MIS-
Hammerzehenkorrektur II rechts im Paracelsus-Spital durchgeführt (Suva-act. I/60, I/
61).
A.f Am 22. Oktober 2013 wurde der Suva von der Arbeitgeberin des Versicherten
ein neues Unfallereignis vom 6. Oktober 2013 gemeldet, bei welchem der Versicherte
über einen Bootsstegrand getreten sei und sich das rechte Knie verdreht habe (Suva-
act. II/2). Die Erstbehandlung fand ebenfalls am 22. Oktober 2013 im Paracelsus-Spital
statt. Der dort behandelnde Arzt diagnostizierte im Arztzeugnis UVG vom 6. November
2013 nach Durchführung einer MRT-Untersuchung des rechten Kniegelenks im Rodiag
Diagnostic Center H._ (Suva-act. II/12) eine traumatisierte Gonarthrose (Suva-act. II/
10).
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A.g In einer Stellungnahme vom 8. November 2013 hielt med. pract. I._, Kreisärztin
der Suva, betreffend den rechten Fuss des Versicherten unter Kenntnisnahme des
Operationsberichts vom 23. Oktober 2013 (Suva-act. I/61) an der kreisärztlichen
Beurteilung von Dr. G._ vom 7. Mai 2013 (Suva-act. I/28) fest. Demgemäss seien die
Beschwerden am rechten Fuss nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als
Unfallfolge zu betrachten (Suva-act. I/62). Die Suva teilte darauf dem Versicherten mit
Schreiben vom 21. November 2013 mit, dass keine Unfallfolgen mehr vorherrschen
würden. Es könnten somit keine Leistungen im vorliegenden Schadenfall mehr
übernommen werden und es werde auf das Schreiben vom 18. Juni 2013 verwiesen
(Suva-act. I/45), worin festgehalten worden sei, dass ihre Leistungen ab 1. August 2013
eingestellt würden (Suva-act. I/64).
A.h Nachdem der Versicherte anlässlich einer Besprechung vom 13. Januar 2014
gegenüber der Suva eingewendet hatte, dass die Verfügung vom 28. Mai 2013 nach
der dagegen erhobenen Einsprache vom 13. Juni 2013 zurückgezogen worden sei und
man mitgeteilt habe, ab welchem Datum keine Leistungen mehr erbracht würden,
diesbezüglich jedoch keine anfechtbare Verfügung erfolgt sei (Suva-act. I/67), erliess
die Suva am 16. Januar 2014 eine formelle Verfügung. Zwischen den am 25. März 2013
als Rückfall gemeldeten Beschwerden am rechten Fuss und an der rechten Schulter
und dem Ereignis vom 3. November 2012 bestehe kein sicherer oder wahrscheinlicher
Kausalzusammenhang. Die Suva habe bis 31. Juli 2013 Leistungen erbracht. Ab 1.
August 2013 sei jedoch die Krankenkasse für die Fuss- und Schulterschmerzen
zuständig. Beim Unfall vom 6. Oktober 2013 habe sich der Versicherte das rechte Knie
verletzt. Einen Arzt habe er deswegen aber nicht aufgesucht. Für die erst
anschliessend an die Fussoperation vom 21. Oktober 2013 erfolgte Heilbehandlung
des rechten Knies vom 22. Oktober 2013 sei die Suva zuständig. Da der Versicherte
jedoch wegen der krankheitsbedingten Fussoperation voll arbeitsunfähig sei, erbringe
die Suva keine Taggelder (Suva-act. I/69).
B.
B.a Gegen diese Verfügung erhob Rechtsanwältin MLaw C. Lehmann, Lichtensteig,
für den Versicherten unter Beilage einer von Dr. med. J._, FMH Allgemeine Medizin,
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erstellten Zusammenfassung der Krankengeschichte des Versicherten von 1999 bis
2014 am 17. Februar 2014 Einsprache (Suva-act. I/74/1-11, I/74/16-17).
B.b Im Rahmen des Einspracheverfahrens legte die Suva den Schadenfall nochmals
Dr. G._ zur Beurteilung der Rückfallkausalität vor (Suva-act. I/77). Nach Eingang der
kreisärztlichen Beurteilung vom 17. März 2014 (Suva-act. 78) wies die Suva unter
Bezugnahme auf dieselbe die Einsprache des Versicherten mit Einspracheentscheid
vom 24. April 2014 ab (Suva-act. I/80).
C.
C.a Gegen diesen Einspracheentscheid liess der Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführer) durch seine Rechtsvertreterin mit Eingabe vom 26. Mai 2014
Beschwerde erheben. Darin wird beantragt, der Einspracheentscheid vom 24. April
2014 sei aufzuheben und dem Beschwerdeführer sei ab 1. August 2013 weiterhin ein
Taggeld aus der Unfallversicherung zuzusprechen. Eventualiter sei ein objektives und
neutrales medizinisches Gutachten erstellen zu lassen. Gestützt auf das Gutachten sei
dem Beschwerdeführer ab 1. August 2013 weiterhin ein Taggeld aus der
Unfallversicherung auszurichten, unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G 1).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 30. Juli 2014 beantragte die Suva (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin), vertreten durch Rechtsanwalt Dr. St. Mattmann, Luzern,
Abweisung der Beschwerde und Bestätigung des Einspracheentscheids vom 24. April
2014 und der Verfügung vom 16. Januar 2014 (act. G 5).
C.c In der Replik vom 15. September 2014 hielt die Rechtsvertreterin des
Beschwerdeführers an ihren Anträgen unverändert fest (act. G 7).
C.d Mit Duplik vom 1. Oktober 2014 hielt der Rechtsvertreter der
Beschwerdegegnerin seinerseits an seinem Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest
(act. G 9).
C.e Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie die Ausführungen
in den medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.
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Erwägungen
1.
Zunächst ist die Rüge der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers zu prüfen, die
Beschwerdegegnerin habe mit Bezug auf ihre Verfügung vom 16. Januar 2014 ihre
Begründungspflicht gemäss Art. 49 Abs. 3 Satz 2 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) verletzt. Die Pflicht
eines Versicherungsträgers, seine Verfügung (Art. 49 Abs. 1 ATSG) zu begründen, folgt
aus dem Anspruch der versicherten Person auf rechtliches Gehör gemäss Art. 42
ATSG (vgl. dazu Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2015, N 31
zu Art. 42). Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers verkennt jedoch, dass der
Anfechtungsgegenstand des vorliegenden gerichtlichen Beschwerdeverfahrens allein
der Einspracheentscheid vom 24. April 2014 (Suva-act. I/80) bildet (Kieser, a.a.O., N 3
zu Art. 56), wie dies aus Art. 56 Abs. 1 ATSG unmissverständlich hervorgeht. Das dem
vorliegenden Beschwerdeverfahren vorangegangene Verwaltungsverfahren bildete das
Einspracheverfahren nach Art. 52 ATSG, welches mit dem Einspracheentscheid
abgeschlossen wurde. Der Einspracheentscheid tritt dabei an die Stelle der vorgängig
erlassenen Verfügung, und zwar auch dann, wenn diese mit dem Einspracheentscheid
bloss bestätigt wird (Kieser, a.a.O., N 60 zu Art. 52). Die vorstehenden Darlegungen
haben zur Folge, dass im vorliegenden Beschwerdeverfahren ein allfälliger
Begründungsmangel hinsichtlich der Verfügung vom 16. Januar 2014 nicht mehr zu
prüfen ist. Die Rechtsfrage der rechtsgenüglichen Begründung stellt sich hingegen
gleich betreffend den angefochtenen Einspracheentscheid vom 24. April 2014 (vgl.
dazu Art. 52 Abs. 2 ATSG). Eine Verletzung der Begründungspflicht wird diesbezüglich
von der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers zu Recht nicht geltend gemacht. Der
fragliche Entscheid verweist zunächst auf die von der Beschwerdegegnerin
angewendeten Gesetzesbestimmungen. Weiter führte die Beschwerdegegnerin die
Grundlagen bzw. Inhalte der verschiedenen medizinischen Akten - insbesondere die
kreisärztliche Beurteilung von Dr. G._ vom 17. März 2014 (Suva-act. I/78) - an,
anhand derer sie eine Verneinung ihrer Leistungspflicht per 31. Juli 2013 als gegeben
betrachtete und fügte hierzu ihre rechtlichen Überlegungen hinreichend an.
2.
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Im Rahmen der nachfolgenden materiell-rechtlichen Erwägungen gilt es den dem
Entscheid der Beschwerdegegnerin zugrunde gelegten Sachverhalt auf seine
überwiegende Wahrscheinlichkeit zu überprüfen.
2.1 Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR
832.20) werden Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen,
Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes
bestimmt. Die Beschwerdegegnerin legte die sich aus Art. 6 Abs. 1 UVG ergebende
Voraussetzung für eine Leistungspflicht des Unfallversicherers - das Vorliegen eines
natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfallereignis und
dem Gesundheitsschaden (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen) - zutreffend dar.
Darauf ist zu verweisen. Für die Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen
natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das Gericht bisweilen auf
Angaben ärztlicher Experten und Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem
adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht
nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist (BGE 129 V 181
E. 3.1 und 3.2 sowie in BGE 135 V 465 nicht publizierte E. 2 des Urteils des
Bundesgerichts vom 28. Oktober 2009, 8C_216/2009, je mit Hinweisen, BGE 123 III
110; PVG 1984 Nr. 82, 174). Bei physischen Unfallfolgen spielt indessen die Adäquanz
als rechtliche Eingrenzung der aus dem natürlichen Kausalzusammenhang sich
ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine Rolle (BGE 118 V 291 f. E.
3a; vgl. BGE 117 V 365 unten E. 5d/bb, mit Hinweisen auf Lehre und Rechtsprechung;
SVR 2000 Nr. 14 S. 45).
2.2 Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch
die beklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
des Experten oder der Expertin begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert
eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels
noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als
Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). Den Berichten
versicherungsinterner Ärzte oder Ärztinnen kann rechtsprechungsgemäss gleichfalls
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Beweiswert beigemessen werden, sofern sie schlüssig erscheinen, nachvollziehbar
begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre
Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 352 E. 3a und 122 V 160 E. 1c; RKUV 1991 Nr. U
133 S. 312 f. E. 1b).
2.3 Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit
nachgewiesen, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall
nicht (mehr) die natürliche oder adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt,
wenn also letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremdem Ursachen beruht.
Dies trifft zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar
vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er
sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustands auch ohne
Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1994 Nr.
U 206 S. 328 E. 3b mit Hinweisen). Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche
Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von
unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im
Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2 mit
Hinweisen).
2.4 Gemäss Art. 11 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202)
werden Versicherungsleistungen auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt, wobei
Rückfalle und Spätfolgen besondere revisionsrechtliche Tatbestände im Sinn von Art.
22 UVG darstellen (vgl. BGE 118 V 293; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 326). Praxisgemäss
liegt ein Rückfall vor, wenn ein vermeintlich geheiltes Leiden wieder aufflackert, so dass
es erneut zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise zu einer Arbeitsunfähigkeit kommt.
Dagegen spricht man von Spätfolgen, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlauf
längerer Zeit organische oder auch psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem
anders gearteten Krankheitsbild führen können. Rückfälle und Spätfolgen schliessen
somit begrifflich an ein bestehendes Unfallereignis an. Entsprechend können sie eine
Leistungspflicht des (damaligen) Unfallversicherers nur auslösen, wenn zwischen den
erneut geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall
erlittenen Gesundheitsschädigung wiederum ein natürlicher und adäquater
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Kausalzusammenhang besteht (BGE 118 V 296 f. E. 2c mit Hinweis; RKUV 1994 Nr. U
206 S.327 f. E. 2).
2.5 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht.
Danach hat die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht von Amtes wegen für
die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen.
Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den
Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a mit Hinweisen;
vgl. BGE 130 I 183 E. 3.2). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst eine Beweislast im
Sinn der Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsprozess
tragen mithin die Parteien die Beweislast nur insofern, als im Fall der Beweislosigkeit
der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen
Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Beim Nachweis des Dahinfallens jeder kausalen
Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens handelt es sich
um eine leistungsaufhebende Tatfrage. Die entsprechende Beweislast liegt hier –
anders als bei der Frage, ob im Grundfall oder auch bei Rückfällen ein (erneuter)
leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der
versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2
mit Hinweisen, 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b mit Hinweisen; Alexandra Rumo-Jungo/
André Pierre Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/
Basel/Genf 2012, S. 4, 79).
3.
3.1 Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers macht in der Beschwerde vom 26.
Mai 2014 (Ziff. 23 f.) zunächst geltend, die Beschwerdegegnerin sei im konkreten Fall
zu Unrecht von einem Rückfall ausgegangen. Der Beschwerdeführer habe seit dem
Unfall vom 3. November 2012 kontinuierlich an Beschwerden am rechten Fuss und an
der rechten Schulter gelitten, habe aber insbesondere letzterem zu wenig
Aufmerksamkeit beigemessen.
3.2 Die Beschwerdegegnerin hat unbestrittenermassen die Leistungspflicht für das
Unfallereignis vom 3. November 2012 anerkannt und hat für die echtzeitlichen
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Heilbehandlungen des rechten Fusses im Paracelsus-Spital inklusive die dortigen
radiologischen Abklärungen sowie die vom 3. bis 19. November 2012 dauernde
Arbeitsunfähigkeit bis 31. Juli 2013 Leistungen (Kostenvergütungen für
Heilbehandlung, Taggelder) erbracht (vgl. Suva-act. I/1, I/2, I/3, I/18, I/20, I/21).
Offensichtlich im Februar 2013 wurden die Versicherungsleistungen infolge
Abschlusses der Fussbehandlung eingestellt bzw. wurde der Schadenfall
abgeschlossen (vgl. Suva-act. I/18). Nach Lage der Akten erging jedoch keine
schriftliche Mitteilung im Sinn von Art. 51 Abs. 2 ATSG oder eine schriftliche Verfügung
(Art. 49 Abs. 1 ATSG). Grundsätzlich wurde damit kein rechtskonformer Abschluss des
Grundfalls vorgenommen (vgl. BGE 132 V 412 und 134 V 145). Die dargelegte Sachlage
spricht für einen fortdauernden Grundfall. Bis zur nächsten ärztlichen Behandlung bei
Dr. D._ am 21. März 2013 (Suva-act. I/16) und zu der als Rückfall zum Unfall vom 3.
November 2012 bezeichneten Schadensmeldung vom 26. März 2013 (Suva-act. I/6)
vergingen sodann maximal rund zwei Monate. Auch dieser zeitliche Ablauf lässt es
nicht als gerechtfertigt erscheinen, von einem Rückfall auszugehen (vgl. dazu Urteil des
Bundesgerichts vom 26. September 2008, 8C_102/2008, E. 4.1; vgl. ferner Franz
Schlauri, Verfahrensfragen in der Sozialversicherung, in: René Schaffhauser/Franz
Schlauri [Hrsg.], Veröffentlichungen des Schweizerischen Instituts für
Verwaltungskurse, Band 40, S. 57). Hinsichtlich der erstmals mit der Rückfallmeldung
vom 26. März 2013 mitgeteilten und ebenfalls auf den Unfall vom 3. November 2012
zurückgeführten Schulterbeschwerden rechts fällt ein Rückfall ohnehin ausser
Betracht.
3.3 Entscheidend ist aber letztlich, dass der Einspracheentscheid vom 24. April
2014 (Suva-act. I/80) den Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet.
Diesem liegt die Verfügung vom 16. Januar 2014 zu Grunde (Suva-act. I/69). Nachdem
die Beschwerdegegnerin mit der früheren Verfügung vom 28. Mai 2013 ihre
Leistungspflicht für die als Rückfall bezeichnete Schadenmeldung vom 26. März 2013
grundsätzlich abgelehnt hatte (Suva-act. I/34), anerkannte sie nun mit der Verfügung
vom 16. Januar 2014 ihre Leistungspflicht für die Fuss- und Schulterproblematik rechts
und sprach dem Beschwerdeführer sowohl für die (weitere) Heilbehandlung des
rechten Fusses als auch diejenige der rechten Schulter für eine erste Phase, d.h. bis
31. Juli 2013, Versicherungsleistungen zu. Per 1. August 2013 erklärte sie schliesslich
die Einstellung ihrer Versicherungsleistungen bzw. die Zuständigkeit des
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Krankenversicherers (Suva-act. I/45; vgl. dazu auch I/47, I/48). Angesichts dieser
Sachlage ist davon auszugehen, dass die Beschwerdegegnerin einen weiteren
Leistungsanspruch des Beschwerdeführers ab dem 1. August 2013 unter dem Aspekt
eines möglicherweise fortdauernden Grundfalls prüfte. Der wiederholt in den Akten und
von der Beschwerdegegnerin verwendete Begriff Rückfall, vermag daran nichts zu
ändern. Die Beweislast für das überwiegend wahrscheinliche Dahinfallen der
Unfallkausalität bezüglich der Fuss- und Schulterbeschwerden rechts hat damit, wie
bereits erwähnt (vgl. Erwägung 2.5), die Beschwerdegegnerin zu tragen. Sie bzw. ihr
Rechtsvertreter liessen denn auch in ihren Rechtsschriften nichts gegen diese
Betrachtungsweise verlauten. Zu ergänzen ist, dass sich die Frage, wer die Folgen
einer allfälligen Beweislosigkeit zu tragen hat, eigentlich erst stellt, wenn es sich als
unmöglich erweisen sollte, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes auf Grund einer
Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit
für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen;
RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b). Wie zu zeigen sein wird, trifft dies vorliegend nicht
zu.
4.
4.1 Streitig und zu prüfen ist also zunächst, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht
bezüglich der Fussbeschwerden rechts mangels (natürlichem) Kausalzusammenhang
mit dem Unfall vom 3. November 2012 mit Wirkung ab 1. August 2013 und damit
insbesondere für die Fussoperation vom 21. Oktober 2013 (Suva-act. I/60, I/61) sowie
die danach bescheinigte 100%-ige Arbeitsunfähigkeit (vgl. dazu Suva-act. I/65, I/66)
keine Versicherungsleistungen mehr erbracht hat.
4.2 Die Einstellung der Versicherungsleistungen ist insbesondere gestützt auf die
kreisärztliche Beurteilung von Dr. G._ vom 17. März 2014 (Suva-act. I/78) erfolgt.
Dieser hält fest, dass der rechte Fuss des Beschwerdeführers am 3. November 2012
eingequetscht worden sei, eine Fraktur jedoch radiologisch habe ausgeschlossen
werden können. Klinisch bestehe beim Beschwerdeführer eine ausgeprägte
Fussdeformität mit Senk-/Spreizfuss. Aufgrund dieser Fusskonfiguration komme es
epidemologisch gehäuft zu Hallux valgus-Deformitäten. Auch Kontrakturen im Bereich
der Zehen mit Entwicklung von Hammerzehen seien infolge des Spreizfusses zu
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begründen. Eine Zunahme der degenerativen Veränderungen habe radiologisch im
Bereich der Zehen ausgeschlossen werden können und es sei von einer Kontusion
auszugehen, welche im Regelfall innerhalb von wenigen Wochen vollständig abheile.
Die Ausbildung des Hallux valgus und ebenso der Hammerzehe Dig II könne höchstens
möglicherweise durch die Kontusion begründet sein. Der Umstand, dass Dr. G._
seine Beurteilung ausschliesslich aufgrund der Akten abgegeben und den
Beschwerdeführer nicht selbst untersucht hat, steht deren Beweiswert grundsätzlich
für sich allein nicht entgegen (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts [bis 31. Dezember
2006 Eidgenössisches Versicherungsgericht, EVG] vom 18. Juni 2014, 9C_196/2014, E.
5.1.1; PVG 1996, 267 E. 3b; RKUV 1988 Nr. U 56 S. 371 E. 5b). Der Kreisarzt legte
dazu die Anamnese ("aktenmässiger Verlauf") bzw. die Ergebnisse der im konkreten
Fall von anderen Ärzten durchgeführten Untersuchungen lückenlos dar.
4.3 Für die Annahme unfallkausaler somatischer Restfolgen wird im Regelfall eine
strukturelle Läsion bzw. eine schlecht verheilte strukturelle Läsion als objektivierbares
Korrelat verlangt. Als objektiviert gilt eine solche Läsion, wenn sie durch einen
entsprechenden radiologischen Untersuchungsbefund (Röntgen,
Computertomographie, MRI) erhoben wird (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 7.
August 2008, 8C_806/2007, E. 8.2, mit Hinweisen). Beim Beschwerdeführer zeigten
sich nach dem Unfall vom 3. November 2012 am rechten Fuss - am 4. Februar und 21.
März 2013 durch Dr. D._ und den untersuchenden Arzt des Spital C._ klinisch und/
oder radiologisch erhoben - eine deutliche Hallux valgus-Stellung mit einem
Intermetatarsalwinkel zwischen dem I. und II. Strahl von 18° mit einer sichtbar
beginnenden Metatarsophalangealgelenksarthrose Dig I (Arthrose des
Grosszehengrundgelenks) mit Subluxationsstellung sowie eine Beugestellung des PIP-
und DIP-Gelenks des Dig II im Sinne einer kontrakten Hammerzehenbildung. Eine
Fraktur konnte nicht nachgewiesen werden. Klinisch diagnostizierte Dr. D._
ausserdem einen Senk-/Spreizfuss beidseits, rechts deutlich (vgl. Suva-act. I/16, I/20).
Anlässlich einer MRI-Untersuchung des rechten Vorfusses vom 12. Juni 2013 in der
E._ AG zeigte sich eine aktivierte Metatarsophalangealgelenksarthrose Dig I mit
langstreckig aufgebrauchtem Knorpelbelag, osteophytären Randkantenausziehungen
sowie subcorticalen Reaktionszonen sowie eine Hammerzehenfehlstellung Dig II und
Dig III ohne Nachweis einer ossären Läsion, jedoch bei jeweils rupturierter plantarer
Platte (Suva-act. I/54). Am 21. Oktober 2013 erfolgte im Spital C._ bei den Diagnosen
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Metatarsus primus varus mit subluxiertem Hallux valgus rechts und posttraumatischer
Läsion der plantaren Platte MTP-II und III mit dorsal subluxierter Hammerzehe II rechts
die im Sachverhalt (Bstb. A.f.) angeführte Operation (Suva-act. I/60, I/61). Während die
Beschwerdegegnerin bzw. Dr. G._ die Ausbildung des Hallux valgus und der
Hammerzehen nicht überwiegend wahrscheinlich durch die Kontusion anlässlich des
Unfallereignisses und damit rein krankheitsbedingt sehen, stellt sich die
Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers auf den Standpunkt, der Sturz mit dem
Motorrad habe die Ruptur der plantaren Platten MTP II und III zur Folge gehabt, welche
wiederum die genannten Deformitäten bewirkt habe.
4.4 Die plantaren Plattenrupturen zeigten sich erstmals im MRI vom 12. Juni 2013
(Suva-act. I/54). Zuvor wurden beim Beschwerdeführer jedoch radiologisch und/oder
klinisch die Hammerzehenfehlstellungen, die MTP-Gelenksarthrose bei Hallux valgus
sowie der Senk-/Spreizfuss beidseits erhoben. Laut der medizinischen Literatur können
die genannten Gesundheitsschäden grundsätzlich als Folge eines Traumas (unter
Umständen miteinander verbunden) auftreten, dies jedoch höchstens sekundär, d.h.
als (Spät-)Folge einer primären Verletzung, beispielsweise einer Fraktur oder Ruptur
(vgl. dazu Alfred M. Debrunner, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. Bern
2002, S. 580 f., 1146 f. 1148, 1156, 1169, 1176, 1183 ff.; Pschyrembel, Klinisches
Wörterbuch 2013, 264. Aufl. Berlin 2012, S. 172). Typisch sind aber - wie von Dr. G._
festgehalten - der Hallux valgus, die Hammerzehe sowie die Arthrose als Begleit- bzw.
Folgeerscheinungen eines Spreiz-/Senkfusses. Epidemologisch untersucht können sie
auch einzeln angeboren oder erworben sein (vgl. dazu Debrunner, a.a.O., S. 1146,
1150, 1157 ff., 1169; Pschyrembel, a.a.O., S. 833, 837; Leitlinie der Orthopädie, Hrsg.
Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie und Berufsverband
der Ärzte für Orthopädie, 2. Erweiterte Aufl. Köln 2002, S. 65). Vorliegend liess sich
radiologisch keine primäre Unfallverletzung, insbesondere keine Fraktur, ausweisen
(vgl. Suva-act. 20). Die auf dem Röntgenbild des Spitals C._ vom 13. November 2012
(Suva-act. I/21) erkennbare Aufhellungslinie (vgl. dazu auch Suva-act. I/16) liess sich
nachfolgend am 4. Februar 2013 nicht als Fraktur bestätigen (vgl. Suva-act. I/20).
Damit entfällt auch ein Hinweis für sekundäre traumatische Gesundheitsschäden. Dass
sich aufgrund einer blossen örtlich begrenzten Kontusion innerhalb weniger Monate die
sich nun über verschiedene Stellen ausweitende komplexe Beeinträchtigung des
rechten Vorfusses des Beschwerdeführers entwickeln könnte, ist - wie von Dr. G._
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überzeugend festgestellt - lediglich möglich. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass im
Zeitpunkt des Unfalls bereits ein umfassender Vorzustand vorlag. Diese Beurteilung
vermag auch die von Dr. J._ am 14. Februar 2014 für den Zeitraum von 1999 bis
2014 zusammengefasste Krankengeschichte nicht in Frage zu stellen (act. G 1.5). Eine
Degeneration ist im Gegensatz zu einem akuten Trauma ein fortschreitender Prozess.
Sie beginnt unbedeutend und nimmt im Verlauf im Schweregrad zu. Entsprechend
kann sie zunächst ohne weiteres symptomlos oder unmerklich schleichend verlaufen,
aber auch unvermittelt und schlagartig kompliziert werden, beispielsweise eben
ausgelöst durch ein Trauma (vgl. dazu Debrunner, a.a.O., S. 586, 878). Dass also in der
Krankengeschichte erstmals im März 2013 von Fussschmerzen die Rede ist, ist mithin
nicht auffällig. Die Aussage der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers in der
Beschwerde vom 26. Mai 2014 (act. G 1, Ziff. 29), der Bericht von Dr. D._ vom 22.
März 2013 weise eine arthrosefreie Situation aus, entspricht im Übrigen nicht den
Fakten. Der darin dargelegte Röntgenbefund nennt eine beginnende Arthrose des
Grosszehengrundgelenks (Suva-act. I/16, vgl. auch Suva-act. I/20). Der
Beschwerdeführer leidet ausserdem beidseitig an einem Spreiz-/Senkfuss, was auf
eine grundsätzlich gegebene statische Fussinsuffizienz hinweist und eine traumatische
Verursachung nur auf der rechten Seite unwahrscheinlich erscheinen lässt. Die
verschiedenen Gesundheitsschäden des Beschwerdeführers im rechten Vorfuss
vermögen insgesamt eine zusammenhängende pathologische Kausalkette zu bilden,
welche - wie bereits erwähnt - auch der medizinischen Literatur zu entnehmen und
grundsätzlich ohne Erwägung einer zusätzlichen kausalen Bedeutung des
Unfallereignisses vom 3. November 2012 ohne weiteres nachvollziehbar ist. In diesem
Sinn hielt Dr. G._ bereits in seiner Beurteilung vom 7. Mai 2013 fest, dass der beim
Beschwerdeführer beschriebene Spreizfuss mit Hallux valgus die Ausbildung einer
Hammerzehe ausreichend erklären könne (Suva-act. I/28). Fehlstellungen von Zehen
können schliesslich zu Rupturen der plantaren Platten führen (Dr. med. A. Lanz/Dr.
med. P. Rippstein, Vorfusschirurgie bei Rheumatoider Arthritis, in: Der informierte
Arzt_04_2014, abrufbar unter www.tellmed.ch/include
_php/previewdoc.php?file_id=12456). Auch diese lassen sich also in die dargelegte
Kausalkette einreihen. Eine unfallbedingte Ruptur ist mithin nicht überwiegend
wahrscheinlich.
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4.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass in Bezug auf die in den Erwägungen
4.3 f. diskutierten Gesundheitsschäden nicht von beim Unfallereignis vom 3. November
2012 neu erlittenen, strukturellen Unfallverletzungen, sondern von Vorzuständen bzw.
von unfallfremden Gesundheitsschädigungen auszugehen ist.
4.6
4.6.1 Trifft ein Unfall auf einen vorgeschädigten Körper und steht medizinischerseits
fest, dass weder der Status quo ante noch der Status quo sine je wieder erreicht
werden können, so spricht die Rechtsprechung von einer richtunggebenden
Verschlimmerung (Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 54). Die lediglich vorübergehende
unfallbedingte Verschlimmerung eines Vorzustandes basiert auf dem Wissen, dass es
im Unfallversicherungsrecht Fälle gibt, bei denen die Unfallfolgen bzw. deren Anteil an
einer Gesundheitsschädigung im Rahmen des posttraumatischen Verlaufs nie konkret
beschrieben werden können. Dennoch wird bei einem geeigneten bzw. adäquaten
Ereignis in einer ersten Phase von einer schädigenden Wirkung des Ereignisses (Unfall)
auf den Körper ausgegangen, die in der Folge aufgetretenen bzw. ausgelösten
Beschwerden werden nach einem bestimmten Zeitraum - trotz ihres möglichen
Fortdauerns - aufgrund einer medizinischen Erfahrungstatsache aber nicht mehr dem
Unfall angelastet. Die Unfallversicherung übernimmt in diesen Fällen nur den durch das
Unfallereignis ausgelösten Beschwerdeschub, d.h. sie hat bis zum Erreichen des
Status quo sine vel ante Leistungen für das unmittelbar im Zusammenhang mit dem
Unfall stehende Schmerzsyndrom zu erbringen (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom
26. Februar 2013, 8C_423/2012, E. 5.3, vom 9. Januar 2012, 8C_601/2011, E. 3.2, und
vom 24. Juni 2008, 8C_ 326/2008, E. 3.2 und 4; Urteil des EVG vom 14. März 2000, U
266/99, E. 1; vgl. auch Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55 f.).
4.6.2 Eine richtunggebende Verschlimmerung der vorbestehenden Fusssituation, die
eine Leistungseinstellung im Sinn der vorstehenden Erwägung ausschliessen würde,
wurde von Dr. G._ deshalb nicht als gegeben erachtet, weil ein Vergleich der
Röntgenbilder vom 13. November 2012 (Suva-act. I/21) und vom 4. Februar 2013
(Suva-act. I/20) keine Zunahme des krankheits- bzw. degenerativbedingten
Vorzustandes zeigte. Es erscheint jedoch naheliegend, dass sich eine richtunggebende
Verschlimmerung gegenüber einer vorübergehenden Verschlimmerung eines
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Vorzustandes insbesondere röntgenologisch und von der altersüblichen Progression
abhebend zeigen müsste. In Frage kommt damit nur eine ausheilende Traumatisierung
mit vorübergehenden kausalen Beschwerden. Gemäss Arztzeugnis des Spitals C._
vom 11. April 2013 erlitt der Beschwerdeführer am 3. November 2012 eine
Fusskontusion rechts (Suva-act. I/18). Es ist eine medizinische Erfahrungstatsache,
dass Weichteilverletzungen, wie beispielsweise Prellungen, Verstauchungen oder
Zerrungen, ohne strukturelle Schädigung der Gelenke, Muskeln, Sehnen, Bänder und
Knochen in der Regel innert weniger Wochen bis Monate folgenlos ausheilen und sich
die damit verbundenen Schmerzen gänzlich zurückbilden (vgl. Debrunner, a.a.O., S.
412). Diese Erfahrungstatsache darf im Rahmen des Wahrscheinlichkeitsbeweises
berücksichtigt werden. Dies hat insbesondere für den Nachweis des Status quo sine zu
gelten, bei dem es sich um einen hypothetischen Zustand handelt, welcher sich häufig
nur mit Erfahrungswerten bestimmen lässt (vgl. dazu Urteil des EVG vom 18.
September 2002, U 60/02, E. 2.2). Auch Dr. G._ verweist in seiner Beurteilung auf die
im Regelfall innert weniger Wochen eintretende Heilung. Angesichts des Gesagten darf
der von der Beschwerdegegnerin auf den 31. Juli 2013 festgelegte Status quo sine vel
ante rund 9 Monate nach dem Unfall als angemessen betrachtet werden. Allein der
Umstand, dass eine versicherte Person nach einem Unfallereignis fortdauernde
Beschwerden beklagt, begründet keine andauernde Leistungspflicht des
Unfallversicherers. Dies umso weniger, als - wie im konkreten Fall - ein krankheits-
bzw. degenerativbedingter Vorzustand gegeben ist, der schon für sich allein
Schmerzen verursachen kann. Der Übergang von der Leistungspflicht des
Unfallversicherers zu deren Entfallen bei Erreichen des Status quo sine vel ante ist
zwangsläufig immer fliessend. Mit Blick auf das Gesagte überzeugt die Beurteilung von
Dr. G._, wonach die Unfallfolgen trotz fortdauernder Beschwerden dahingefallen
sind. Sie basiert auf den im Rahmen der Kausalitätsfrage richtungsweisenden
Beurteilungskriterien - nämlich der zeitnah gestellten Unfalldiagnose (Kontusion) als
massgebendem Ausgangspunkt für traumatische Folgeschäden, den Ergebnissen
radiologischer Untersuchungen betreffend Vorliegen unfallkausaler somatischer
Befunde im Sinn struktureller Veränderungen sowie dem Vorliegen von Vorzuständen -
und findet sowohl in der Erfahrungsmedizin als auch in der konkreten Anamnese eine
eindeutige Stütze. Anhaltspunkte, die geeignet wären, Zweifel daran zu begründen,
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sind keine zu erkennen, womit seiner Einschätzung hinsichtlich der Fussproblematik
volle Beweiskraft zukommt.
4.7 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass bezüglich des rechten Fusses per 31.
Juli 2013 mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit keine
Unfallfolgen mehr vorliegen bzw. diese dahingefallen sind. Mit der am 21. Oktober
2013 durchgeführten Fussoperation wurden mithin unfallfremde Gesundheitsschäden
therapiert.
5.
5.1 Auch hinsichtlich der Schulterbeschwerden rechts anerkennt die
Beschwerdegegnerin (nur) bis 31. Juli 2013 ihre Leistungspflicht und stützt sich dabei
insbesondere auf die Beurteilung von Dr. G._ vom 17. März 2014 (Suva-act. I/78).
Nachdem med. pract. I._ in ihrer Stellungnahme vom 5. November 2013 zur rechten
Schulter keine Ausführungen machte (vgl. Suva-act. I/62), ging Dr. G._ - entgegen
der Feststellung der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers - in seiner Beurteilung
vom 17. März 2014 sowohl auf die Fussproblematik als auch auf die Frage des
Vorliegens allfälliger Unfallfolgen im Bereich der rechten Schulter ein.
5.2 Im Rahmen der in der E._ AG am 25. März 2013 durchgeführten MRI-
Untersuchung des rechten Schultergelenks wurden eine gelenksseitige Partialruptur
der Supraspinatussehne sowie eine fortgeschrittene Insertionstendinose der
Infraspinatussehne ohne Nachweis einer fettigen Muskelatrophie, eine Partialruptur der
Subscapularissehne, eine SLAP-Läsion mit Verdacht auf eine Partialruptur der
inserierenden Bizepssehne sowie eine hypertrophe AC-Gelenkarthrose erhoben (Suva-
act. I/22). Letztere stellt die von Dr. G._ genannten Kalkeinlagerungen dar, welche
von der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers bestritten werden (vgl. act. G 1, Ziff.
37). Bei sämtlichen vorgenannten Gesundheitsschäden handelt es sich um eindeutig
organische Gesundheitsschäden, welche Beschwerden, insbesondere Schmerzen, zu
verursachen vermögen (vgl. dazu Debrunner, a.a.O., S. 586, 728, 731 f., 735, 1107;
Roche Lexikon Medizin, 5. Aufl. München 2003, S. 134, 538 "Entzündung", S. 585 ff.,
726; Pschyrembel, a.a.O., S. 42, 172). Eine Arthrose sowie eine Tendinose stellen - wie
hinsichtlich der Arthrose bereits erwähnt - krankheitsbedingte Leiden bzw.
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degenerative Veränderungen dar, die als unfallkausale Gesundheitsschäden höchstens
sekundär, d.h. als (Spät-)Folge einer primären Verletzung, beispielsweise einer Fraktur,
Ruptur oder Luxation, auftreten (vgl. Erwägung 4.4; vgl. zudem Debrunner, a.a.O, S.
728, 740; Roche Lexikon Medizin, a.a.O., S. 1808; Pschyrembel, a.a.O., S. 42).
Sehnenrupturen können hingegen sowohl als Befunde im Rahmen eines degenerativen
Prozesses, aber auch als (primär) unfallkausale gesundheitliche Störung auftreten (vgl.
Debrunner, a.a.O., S. 628; Roche Lexikon Medizin, a.a.O., S. 1623, 1681; Pschyrembel,
a.a.O., S. 1835, 1913). Nachfolgend ist damit zu entscheiden, ob die radiologisch
erhobenen Gesundheitsschäden im Bereich des rechten Schultergelenks mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit durch den Unfall vom 3. November
2012 verursacht wurden.
5.3
5.3.1 Ein massgebender Ausgangspunkt für traumatische Folgeschäden bzw. die
Ursächlichkeit der Gesundheitsschädigung bilden auch hier die unmittelbar nach dem
Unfall gestellte Unfalldiagnose und erhobenen Befunde. Bedeutung beizumessen ist
dazu dem Unfallmechanismus und dem zeitlichen Ablauf. Letzterem in dem Sinne,
dass massgebende Verletzungen im Regelfall zu Schmerzen führen und unmittelbar im
Anschluss an den Unfall oder zumindest unfallnah auch im entsprechenden Umfang
wahrgenommen und im Rahmen einer ärztlichen Untersuchung diagnostiziert werden.
5.3.2 Entsprechend der Sachverhaltsschilderung des Beschwerdeführers vom 3. Mai
2013 (Suva-act. I/25) geht Dr. G._ vom Unfallmechanismus eines axialen Traumas
("Ich bin auf den ausgestreckten Arm gestürzt.") sowie von erst im Verlauf
zunehmenden Beschwerden aus. Er erklärt dazu, dass eine akute traumatische
Rotatorenmanschettenläsion sofort zu einer erheblichen Funktionseinschränkung führe.
Die traumatischen Beschwerden würden innerhalb von 7 bis 10 Tagen abklingen.
Hingegen persistiere die Funktionseinschränkung ohne operative Revision. Beim
Beschwerdeführer hätten radiologisch Verkalkungen im Bereich der Sehnen bei einer
ausgesprochenen AC-Gelenksarthrose nachgewiesen werden können, was auf im Alter
des Beschwerdeführers übliche degenerative Veränderungen hinweise. Ein axiales
Stauchungstrauma sei biomechanisch ungeeignet, eine Rotatorenmanschettenläsion
herbeizuführen. Die ausgeprägten tendopathischen Veränderungen könnten die
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Beschwerden des Beschwerdeführers erklären. Der Beschwerdeverlauf sei bei langsam
progredienten Beschwerden mit einer krankheitsbedingten Ätiologie zu erklären.
Zusammenfassend könne aufgrund der klinischen Befunde mit fehlender
Funktionseinschränkung direkt nach dem Trauma, des Schmerzverlaufs und des
Sturzmechanismus‘ mit ungeeigneter biomechanischer Krafteinwirkung die Kausalität
der Rotatorenmanschettenläsion höchstens möglicherweise erklärt werden. Es sei von
einer Distorsion auszugehen, die während weniger Wochen klinische Beschwerden
auslöse, bei der aber spätestens nach sechs Monaten davon auszugehen sei, dass die
Unfallfolgen vollständig abgeheilt seien (Suva-act. I/78).
5.3.3 Schmerzen im Bereich der rechten Schulter, insbesondere bei Bewegung, sind in
den Akten erstmals in der von Dr. D._ verfassten Krankengeschichte betreffend eine
Konsultation vom 21. März 2013 vermerkt (Suva-act. I/16). Die erste radiologische
Untersuchung fand am 25. März 2013 in der E._ AG statt, welche die verschiedenen
Gesundheitsschäden hervorbrachte (Suva-act. I/22; vgl. Erwägung 5.2). In der ersten
Schadensmeldung vom 13. November 2012 wurde einzig der rechte Fuss als
betroffener Körperteil notiert. Auch im Arztzeugnis UVG des Spitals C._, wo der
Beschwerdeführer behandelt worden war, bevor er Dr. D._ konsultierte, wird keine
Schulterproblematik erwähnt (Suva-act. I/18). Den verschiedenen Sehnenrupturen fehlt
es mithin an einer echtzeitlichen Diagnose im Sinne einer primären Verletzung. Für die
in Erwägung 5.2 angeführten (sekundär) traumatisch bedingten Gesundheitsschäden
bleibt damit ebenfalls kein Raum, zumal die Gesundheitsschäden, wie bereits erwähnt,
im Normalfall rein degenerativ bzw. krankheitsbedingt vorkommen. Eine
Schulterproblematik ist während der ganzen ersten Phase der ärztlichen Behandlung
des Beschwerdeführers, die erst am 4. Februar 2013 abgeschlossen wurde (vgl. Suva-
act. I/18), und dann nochmals während zwei Monaten bis zur Schadensmeldung vom
26. März 2013 (Suva-act. I/6) in keiner Weise dokumentiert. Angesichts des von Dr.
G._ beschriebenen Beschwerdeverlaufs einer traumatischen
Rotatorenmanschettenruptur lässt dieser zeitliche Verlauf eine Unfallkausalität nicht
überwiegend wahrscheinlich erscheinen (vgl. hierzu auch Debrunner, a.a.O., S. 726,
732). Die Argumentation der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers in der Replik
vom 15. September 2014 (act. G 7, Ziff. 12), dieser habe den Beschwerden in der
rechten Schulter anfänglich nur wenig Beachtung geschenkt und habe sie zunächst
selbst behandelt, lässt den dargelegten zeitlichen Verlauf nicht anders erscheinen. Der
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Beschwerdeführer befand sich nach dem Unfall in ärztlicher Behandlung, wobei er
ohne weiteres auch seine angeblich selbst behandelten Schulterbeschwerden hätte
erwähnen können. Im Übrigen erscheint bei der vorliegenden, augenscheinlich nicht
schwerwiegenden Fussverletzung wenig nachvollziehbar, weshalb der
Beschwerdeführer ihr mehr Beachtung hätte schenken sollen als einer
Rotatorenmanschettenläsion. Unfallbedingte Rupturen sind sodann umso
unwahrscheinlicher, als sie zusammen mit der diagnostizierten AC-Gelenksarthrose
und der fortgeschrittenen Insertionstendinose eine umfassende degenerative
Problematik im Bereich des rechten Schultergelenks bilden. Der Umstand, dass -
entgegen der Feststellung von Dr. G._ - in der medizinischen Literatur ein axiales
Stauchungstrauma als Ursache für eine Rotatorenmanschettenruptur beschrieben wird
(orthopaedie-am-see.ch/akute-schulterinstabilitat/343/, Beitrag von Dr. med. A.
Rukavina, abgerufen am 21. Januar 2016; V. Echtmeyer/St. Bartsch, Praxisbuch
Schulter, Verletzungen und Erkrankungen systematisch diagnostizieren, therapieren,
begutachten, 2. überarbeitete und erweiterte Aufl. Stuttgart 2005, abrufbar unterhttps://
books.google.ch/books?isbn=3131022124), vermag keinen Nachweis dafür zu liefern,
dass die hier strittige Rotatorenmanschettenläsion traumatisch begründet wurde. Nicht
jeder Unfallmechanismus hat automatisch eine Verletzung zur Folge.
5.4 Zusammenfassend ist mithin festzuhalten, dass auch in Bezug auf die rechte
Schulter des Beschwerdeführers (nur) von einer vorübergehenden Verschlimmerung
degenerativer Veränderungen infolge einer Distorsion ausgegangen werden kann. Die
von Dr. G._ diesbezüglich angenommene maximal sechsmonatige Heilungsdauer für
das Erreichen des Status quo sine vel ante erscheint angesichts der Ausführungen in
Erwägung Ziff. 4.6.2 schlüssig und überzeugend. Medizinische Berichte, welche diese
Schlussfolgerung in Frage zu ziehen vermöchten, liegen keine vor. Allein die Tatsache,
dass beim Beschwerdeführer vor dem Unfall vom 3. November 2012 keinerlei
Beschwerden im Bereich der rechten Schulter bestanden haben, reicht nicht aus, um
von einer fortdauernden Unfallkausalität auszugehen (vgl. dazu die beweisrechtlich
untaugliche Formel "post hoc ergo propter hoc" z.B. in: Alfred Maurer,
Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 460 Fn. 1205; Urteil
des Bundesgerichts vom 24. August 2015, 8C_52/2015, E. 4 mit Hinweisen). Aus den
vorstehenden Erwägungen ergibt sich damit insgesamt, dass die am 26. März 2013
gemeldeten Schulterbeschwerden rechts über das Datum der Leistungseinstellung der
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Beschwerdegegnerin vom 31. Juli 2013 hinaus nicht mehr in einem rechtsgenüglichen
bzw. überwiegend wahrscheinlichen Zusammenhang zum Unfall vom 3. November
2012 stehen, weshalb die Beschwerdegegnerin auch diesbezüglich weitere Leistungen
zu Recht abgelehnt hat.
6.
6.1 Der Beschwerdeführer erlitt am 6. Oktober 2013 eine Verletzung am rechten
Knie, wofür er vorerst keinen Arzt aufsuchte (vgl. Suva-act. II/2, II/10). Eine
diesbezügliche ärztliche Behandlung erfolgte erstmals im Spital C._ am 22. Oktober
2013. Der behandelnde Arzt attestierte dem Beschwerdeführer ab 6. Oktober 2013 eine
100%-ige Arbeitsunfähigkeit für vier bis sechs Wochen (Suva-ct. II/10). Im damaligen
Zeitpunkt, d.h. ab 21. Oktober 2013, war der Beschwerdeführer für die unfallfremde
Fussoperation rechts im Spital C._ hospitalisiert. Die Hospitalisation dauerte bis 24.
Oktober 2013 (Suva-act. I/60, I/61). In der Verfügung vom 16. Januar 2014 bejahte die
Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht für die Behandlungskosten des rechten
Knies, verneinte jedoch die Ausrichtung eines Taggeldes mit der Begründung, dass der
Beschwerdeführer am 22. Oktober 2013 bereits wegen der krankheitsbedingten
Fussoperation zu 100% arbeitsunfähig gewesen sei. Es spiele für sie keine Rolle, ob
der Beschwerdeführer eine Krankentaggeldversicherung habe oder nicht (Suva-act. I/
69; vgl. dazu auch Suva-act. II/11 und II/13). Mit Einsprache vom 17. Februar 2014
(Suva-act. I/74) beantragte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers die Aufhebung
der Verfügung vom 16. Januar 2014 betreffend Ablehnung der Leistungspflicht, womit
auch die Leistungsablehnung betreffend den Unfall vom 6. Oktober 2013 als
mitangefochten gilt. Der Einspracheentscheid vom 24. April 2014 (Suva-act. I/80)
enthält sodann zwar keine entsprechenden Ausführungen. Indem jedoch der Unfall
vom 6. Oktober 2013 im Sachverhalt aufgeführt ist (vgl. Bstb. H), der
Beschwerdeantrag auch ein Leistungsbegehren um Taggelder für den Unfall vom 6.
Oktober 2013 umfasst und die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort vom
30. Juli 2014 ihren Standpunkt aus der Verfügung wiederholt (act. G 5, ad. 4), ist davon
auszugehen, dass der Anfechtungsgegenstand des vorliegenden
Beschwerdeverfahrens mit Abweisung des Leistungsbegehrens um Taggelder über
den 31. Juli 2013 hinaus auch einen Entscheid hinsichtlich der Leistungspflicht der
Beschwerdegegnerin betreffend den Unfall vom 6. Oktober 2013 umfasst.
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6.2 Art. 128 Abs. 1 und 2 UVV regeln die Rechtsfrage, welcher Versicherer
leistungspflichtig wird, wenn ein verunfallter Versicherter in einer Heilanstalt erkrankt
oder ein erkrankter Versicherter in einer Heilanstalt verunfallt. Im ersten Fall erbringt der
Unfallversicherer für die Dauer der stationären Behandlung der Unfallfolgen die
Pflegeleistungen, Kostenvergütungen und Taggelder (Abs. 1), im zweiten Fall der
Krankenversicherer für die Dauer der stationären Behandlung der Krankheit die
versicherten Leistungen (Abs. 2), in beiden Fällen für die gesamte
Gesundheitsschädigung. Für die Leistungspflicht des Unfallversicherers ist die
hypothetische Beurteilung erforderlich, wie lange der Versicherte wegen des Unfalls
hospitalisiert gewesen wäre. Nur solange hat der Unfallversicherer zu leisten. Im Falle
von Art. 128 Abs. 2 UVV ist der Unfallversicherer nur im Ausmass der Leistungen des
Krankenversicherers von der Leistungspflicht befreit. Für die Taggelder gilt das Prinzip
der Komplementarität. Ist also ein Versicherter beim Krankenversicherer nicht durch
eine dem Bundesgesetz über die Krankenversicherung (KVG; SR 832.10)
unterstehende Taggeldversicherung abgedeckt, besteht keine Leistungsbefreiung des
Unfallversicherers (vgl. dazu Alfred Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht,
2. Aufl. Bern 1989, S. 535, insbesondere Fn 1389; bei zusätzlicher Erbringung von
Krankentaggeldern siehe Art. 110 der Verordnung über die Krankenversicherung [KVV;
SR 832.102], der im Verhältnis zu Taggeldern des Unfallversicherers die nachrangige
Leistungspflicht regelt).
6.3 Der vorliegende Fall entspricht nicht den in Erwägung 6.2 angeführten
Sachverhalten; weder war der Beschwerdeführer wegen des Unfalls vom 6. Oktober
2013 hospitalisiert noch ist er während seines krankheitsbedingten stationären
Aufenthalts im Spital C._ verunfallt. Die Koordinationsnorm von Art. 128 UVV ist
mithin nicht anwendbar. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass eine
Erstbehandlung der Unfallfolgen des rechten Knies erst während des
krankheitsbedingten stationären Aufenthalts im Spital C._ stattgefunden hat. Die
unfallbedingte Knieproblematik rechts sowie die krankheitsbedingte Fussproblematik
rechts sind folglich voneinander getrennt zu behandeln, womit die
Beschwerdegegnerin grundsätzlich für die durch die Knieproblematik verursachte
Arbeitsunfähigkeit Taggelder gemäss UVG zu erbringen hat. Festzustellen ist
schliesslich auch, dass die Beschwerdegegnerin für allfällige zeitlich inkongruente
unfallkausale Arbeitsunfähigkeiten ohnehin Taggelder zu erbringen hätte.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 24/25
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St.Galler Gerichte
6.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin unter
Berücksichtigung der Erwägung 6.3 zu prüfen haben wird, welche Taggeldansprüche
der Beschwerdeführer ihr gegenüber für den Unfall vom 6. Oktober 2013 hat. Die
Sache ist zur Abklärung dieser Frage bzw. zur verfügungsweisen Festsetzung der
konkreten Unfallversicherungsleistungen bezüglich des Unfalls vom 6. Oktober 2013 an
die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
7.
7.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist der angefochtene
Einspracheentscheid vom 24. April 2014 (Suva-act. I/83) insoweit aufzuheben, als
damit ein Taggeldanspruch des Beschwerdeführers bezüglich des Unfalls vom 6.
Oktober 2013 ohne weitere Prüfung verneint wird. Die Sache ist diesbezüglich zu
weiteren Abklärungen und zu neuem Entscheid an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.
7.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
7.3 Der obige Verfahrensausgang ist als teilweises Obsiegen des
Beschwerdeführers zu betrachten, weshalb er Anspruch auf eine reduzierte
Parteientschädigung durch die Beschwerdegegnerin hat (Art. 61 lit. g ATSG; Art. 98
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, VRP, sGS 951.1; vgl. dazu BGE 117 V
401 E. 2). Die Parteientschädigung ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen,
wobei insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu
tragen ist. In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte
und Rechtsagenten (HonO; sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. In der
vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit wäre bei einem vollen Obsiegen eine
pauschale Parteientschädigung von Fr. 4‘000.-- angemessen. Mit Blick auf das
konkrete teilweise Obsiegen des Beschwerdeführers und dem diesbezüglichen
Aufwand rechtfertigt es sich, die Parteientschädigung auf Fr. 1‘000.-- (inkl. Barauslagen
und Mehrwertsteuer) zu reduzieren.