Decision ID: 58904ad0-dd38-415e-b9de-77ef7d4d1fd1
Year: 2008
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
SWICA Gesundheitsorganisation, Römerstrasse 38, 8401 Winterthur,
Beschwerdeführerin,
und
S._,
Beigeladene,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Eliano Mussato, Bellevuestrasse 1b, Postfach,
9401 Rorschach,
gegen
Helsana Versicherungen AG, Postfach, 8081 Zürich,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a Die 1954 geborene S._ war bei der A._ als Zeitungsverträgerin tätig und
dadurch bei der La Suisse Unfall-Versicherungs-Gesellschaft (La Suisse) obligatorisch
gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert. Am 2. Dezember
2001 wurde die Versicherte als Beifahrerin vorne rechts in einem Personenwagen
sitzend in eine Kollision verwickelt. Gemäss Polizeirapport vom 19. Dezember 2001
(Helsana-act. P 1) fuhr das Fahrzeug, in dem die Versicherte sass, frontal in die Seite
eines von rechts in die Strasse einbiegenden, den Vortritt missachtenden Fahrzeugs.
Bei der Erstbehandlung am 3. Dezember 2001 diagnostizierte Dr. med. B._,
Allgemeine Medizin FMH, eine Distorsion der Nacken-Rückenmuskulatur und
Kontusionen im Bereich des Sicherheitsgurtes (Helsana-act. M 2). Die
röntgenologische Untersuchung der Hals- und Brustwirbelsäule (HWS und BWS) vom
10. Dezember 2001 (Helsana-act. M 1) ergab eine leichte S-förmige thorakale
Skoliosestreckhaltung der HWS, eine beginnende Osteochondrose C4/C5 und C5/6
mit Unkarthrose und leichter Spondylarthrose sowie eine diskrete Spondylose der BWS
und gesamthaft geringfügige Veränderungen degenerativer Art. Sowohl die
konventionellen Röntgenaufnahmen vom 21. Januar 2002 (Helsana-act. M 3) als auch
die Kernspintomographie der BWS vom 28. März 2002 (Helsana-act. M 4) ergaben
keine Hinweise auf ossäre Läsionen. Am 11. Juni 2002 erhob Dr. B._ zusätzlich die
Diagnose einer Zerrung im Bereich der mittleren BWS (Helsana-act. M 5). Im
Arztzeugnis vom 12. September 2002 (Helsana-act. M 7) attestierte er vom 3.
Dezember 2002 (recte: 2001) bis 30. Januar 2002 eine volle Arbeitsunfähigkeit. Die
Unfallbehandlung habe am 2. September 2002 abgeschlossen werden können.
A.b Gemäss Bagatellunfallmeldung vom 4. Oktober 2002 (Helsana-act. Z 1) erlitt die
Versicherte am 25. September 2002 zu Hause einen Schwindelanfall, wobei sie stürzte.
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Dr. B._ diagnostizierte eine Prellung der linken Schulter mit Impingement sowie eine
Hüftprellung und Rippenkontusionen links. Der radiologische Befund ergab keine
Frakturhinweise. Die Behandlung konnte am 15. Oktober 2002 abgeschlossen werden.
Eine Arbeitsunfähigkeit infolge des Sturzes hat nicht bestanden (Helsana-act. Z 3 und
6).
A.c Im Bericht der Abteilung Rheumatologie und Rehabilitation des Kantonsspitals
St. Gallen vom 17. Juni 2003 (Helsana-act. M 9) wurde ein chronisches thorako-
vertebrales Schmerzsyndrom bei nur geringfügigen degenerativen Veränderungen der
BWS festgehalten. Vom 29. September bis 25. Oktober 2003 erfolgte ein stationärer
Aufenthalt in der Klinik Valens. Im Austrittsbericht vom 19. November 2003 (Helsana-
act. M 6) wurden u.a. die Diagnosen eines chronischen thorako-vertebralen
Schmerzsyndroms und einer schmerzhaft eingeschränkten Schulterfunktion links
erhoben. Bei einer interdisziplinären Begutachtung in der Klinik Valens wurde die
Versicherte rheumatologisch-orthopädisch, neurologisch und internistisch untersucht.
Sodann erfolgten eine psychiatrische Evaluation sowie eine Evaluation der
arbeitsbezogenen funktionellen Leistungsfähigkeit. Im Gutachten vom 9. Dezember
2004 (Helsana-act. M 11) wurden ein therapierefraktäres chronifiziertes singuläres
Schmerzsyndrom im Bereich der mittleren Brustwirbelsäule, ein Impingement-Syndrom
rechts bei AC-Luxation Tossy I mit hakenförmigem Acromion sowie Ansatztendinose
am Tuberculum majus, ein rezidivierendes lumbovertebrales und zervikozephales
Schmerzsyndrom bei degenerativen Veränderungen und z. T. Wirbelsäulenfehlform und
eine generalisierte Angststörung diagnostiziert.
A.d Mit Verfügung vom 11. März 2005 eröffnete die La Suisse dem Rechtsvertreter
der Versicherten, Rechtsanwalt lic. iur. Eliano Mussato, Rorschach, dass die
gesetzlichen Leistungen per 2. September 2002 eingestellt würden. Gegen die
Verfügung erhoben sowohl die Swica als Krankenversicherung der Versicherten am 23.
März 2005 (Helsana-act. E 3) als auch der Rechtsvertreter der Versicherten am 12. April
2005 (Helsana-act. E 4) Einsprache.
A.e Im Einspracheverfahren holte die Helsana Versicherungen AG (Helsana), welche
die La Suisse im Juli 2005 übernommen hatte, bei ihrem beratenden Arzt, Dr. med.
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C._, FMH Innere Medizin, speziell Rheumatologie, eine Stellungnahme zum
Unfallereignis vom 2. Dezember 2001 ein.
A.f Die gegen die Verfügung vom 11. März 2005 erhobenen Einsprachen wies die
Helsana mit Einspracheentscheid vom 28. November 2006 ab.
B.
B.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die von der Swica erhobene
Beschwerde vom 27. Februar 2007 mit den Anträgen, der angefochtene Entscheid sei
aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, für die Beschwerden der
Versicherten im Bereich des Rumpfes und des Sternums als Folge des Unfalls vom 2.
Dezember 2001 bis zum Behandlungsabschluss die gesetzlichen Leistungen,
insbesondere auch für den Rehabilitationsaufenthalt in der Klinik Valens vom 29.
September bis 25. Oktober 2003, zu erbringen. Zur Begründung wird im Wesentlichen
ausgeführt, dass der Behandlungsabschluss nicht am 2. September 2002, sondern
frühestens im März 2004 hätte geprüft werden können, zumal sich die Symptome bei
der Versicherten erst nach dem Aufenthalt in der stationären Rehabilitation gebessert
hätten. Auch die Unfallkausalität würde von der Beschwerdegegnerin fälschlicherweise
verneint. Der Bericht des beratenden Arztes Dr. C._ genüge den Anforderungen der
Rechtsprechung an ein medizinisches Gutachten nicht. Die bei der Versicherten
bestehende psychische Störung sei für die Frage der Kausalität nicht von Relevanz, da
sie keine erheblichen Beeinträchtigungen hervorrufen würde und keine
Behandlungsindikation bestünde. Bei der Versicherten stünden organische und nicht
psychische Beeinträchtigungen im Vordergrund. Zudem habe das Gutachten der Klinik
Valens explizit festgehalten, dass die Beschwerden im Bereich des mittleren Rumpfes,
des Sternums und der rechten Schulter mit überwiegender Wahrscheinlichkeit vom
Unfall vom 2. Dezember 2001 stammen würden und dass hier keine unfallfremden
Faktoren vorlägen. Die Beschwerdegegnerin habe mit Bezug auf die Beschwerden im
Bereich der BWS Leistungen mit Hinweis auf die fehlende Adäquanz abgelehnt. Dabei
sei der natürliche Kausalzusammenhang offensichtlich gegeben, zumal bei der
Versicherten eine organisch nachweisbare Behandlungsbedürftigkeit bestünde,
weshalb der Adäquanz gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch
keine selbständige Bedeutung mehr zukomme. Gemäss dem Gutachten der Klinik
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Valens sei die Versicherte bezüglich ihrer Brustbeschwerden nach wie vor
behandlungsbedürftig. Bezüglich der rechtsseitigen Schulterbeschwerden sei noch
kein Leistungsentscheid ergangen. Diese Beschwerden seien aber auch nicht Auslöser
der physiotherapeutischen und medikamentösen Behandlungen gewesen.
Zusammenfassend sei auf das umfassende, überzeugende und den Anforderungen der
Rechtsprechung genügende Gutachten der Klinik Valens abzustellen.
B.b Der Rechtsvertreter der als zum Prozess beigeladenen Versicherten schloss sich
mit Schreiben vom 21. März 2007 (act. G 3) in Bezug auf Rechtsbegehren und
Beschwerdebegründung vorbehaltlos der Eingabe der Beschwerdeführerin an.
B.c In der Beschwerdeantwort vom 2. Mai 2007 beantragt die Beschwerdegegnerin
Abweisung der Beschwerde. Der status quo sine bezüglich der Beschwerden im
Bereich der BWS aufgrund des unfallfremden Vorzustands sei wenige Wochen nach
dem Unfall, spätestens jedoch am 2. September 2002 erreicht worden. Die
Schulterbeschwerden seien nicht auf den Unfall zurückzuführen. Bezüglich des
Zeitpunkts eines Behandlungsabschlusses sei irrelevant, wie lange die Versicherte
unter Beschwerden gelitten habe, sondern ob die Beschwerden auf das Unfallereignis
zurückzuführen seien. Es lägen keine organischen Unfallfolgen vor, und die
Arbeitsfähigkeit sei im Rahmen des Arbeitspensums der Versicherten nicht
eingeschränkt gewesen. Das Aktengutachten von Dr. C._ genüge den Anforderungen
der Rechtsprechung, es sei einleuchtend und von hohem Beweiswert.
B.d Die Beschwerdeführerin hat auf die Einreichung einer Replik verzichtet.

Erwägungen:
1.
Streitig ist vorliegend, ob die Einstellung der gesetzlichen Leistungen per 2. September
2002 durch die Beschwerdegegnerin zu Recht erfolgte.
2.
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2.1 Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG;
SR 832.20) werden Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen,
Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes
bestimmt. Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt zunächst voraus, dass
zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein natürlicher
Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinn des natürlichen
Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der
eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht
zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Für die Bejahung des natürlichen
Kausalzusammenhangs ist nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder
unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende
Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität
der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht
weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung
entfiele. Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die
Verwaltung oder im Beschwerdefall das Gericht nach dem im Sozialversicherungsrecht
üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die
blosse Möglichkeit eines Kausalzusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181, BGE 119 V 337 f. E. 1). Die Leistungspflicht
des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und
dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Nach der
Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolgs zu gelten,
wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen
Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen
herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolgs also durch das Ereignis allgemein als
begünstigt erscheint (BGE 129 V 181, 119 V 337 f. E. 1). Aufgabe des Arztes ist es
dabei, den natürlichen Kausalzusammenhang zu beurteilen, während es dem Gericht
obliegt, die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang zu beantworten (PVG
1984 Nr. 82, 174). Bei physischen Unfallfolgen hat jedoch die Adäquanz gegenüber
dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE
118 V 291 f. E. 3a).
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2.2 Wird durch einen Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt
erst manifest, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers, wenn entweder der
(krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat
(status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem
schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher
oder später eingestellt hätte (status quo sine), erreicht ist. Das Dahinfallen jeder
kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss
mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit
nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es
sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die entsprechende
Beweislast nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV
2000 S. 45, 1994 S. 328 Erw. 3b mit Hinweisen).
2.3 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt
der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und
Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das
Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle
Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und
danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige
Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei
einander widersprechenden Arztberichten den Prozess nicht erledigen, ohne das
gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die
eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des
Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der
Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Experten
begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist
grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der
eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten
(BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweisen). Auch den Berichten versicherungsinterner Ärzte
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kann rechtsprechungsgemäss Beweiswert beigemessen werden, sofern sie als
schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind
und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (RKUV 1991 Nr. U 133 S. 311).
Die Rechtsprechung erachtet Aktengutachten als zulässig, wenn die Akten ein
vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben und
diese Daten unbestritten sind. Voraussetzung ist ein lückenloser Untersuchungsbefund,
damit der Experte im Stande ist, sich aufgrund der vorhandenen Unterlagen ein
lückenloses Bild zu verschaffen (PVG 1996, 265 Erw. 3b).
3.
3.1 Im Gutachten der Klinik Valens vom 9. Dezember 2004 wurden u. a. die
Diagnosen eines therapierefraktären chronifizierten Schmerzsyndroms im Bereich der
mittleren Brustwirbelsäule, eines Impingement-Syndroms rechts bei AC-Luxation, eines
rezidivierenden lumbovertebralen und zervikozephalen Schmerzsyndroms bei
degenerativen Veränderungen sowie einer generalisierten Angststörung erhoben. Eine
röntgenologische Untersuchung vom 3. August 2004 ergab eine Fehlhaltung der HWS
in Form einer minimen zervikal rechtskonvexen, zervikothorakal linkskonvexen Skoliose
sowie eine etwas ungenügende Inklination mit leichter Kyphosierung im Segment
HWK4/6. Die BWS zeigte eine etwas verstärkte Kyphose ohne wesentliche
Deformation der einzelnen Wirbelkörper sowie den Verdacht auf Osteopenie. Nach
Auffassung der Klinikärzte würden die Beschwerden im Bereich des mittleren Rumpfes,
des Sternums und der rechten Schulter mit überwiegender Wahrscheinlichkeit vom
Unfall vom 2. Dezember 2001 stammen. Die diagnostizierte generalisierte Angststörung
sei als unfallfremd zu qualifizieren. Im Bereich der Brustwirbelsäule und des
Schultergelenks würden keine unfallfremden Faktoren vorliegen. Dr. C._ hält im
Aktengutachten vom 23. August 2006 (Helsana-act. M 13) fest, dass aufgrund des
Unfallmechanismus ein chronisches Thorakovertebralsyndrom medizinisch nicht
begründet sei. Es könne allenfalls von einer vorübergehenden Symptombildung oder
Verschlechterung eines Vorzustandes ausgegangen werden, wobei der status quo sine
wenige Wochen nach dem Unfall hätte erreicht sein müssen. 2 1⁄2 Jahre später könnten
die thorakovertebralen Beschwerden nicht mehr überwiegend wahrscheinlich als
unfallkausal begründet werden, hierfür seien die unfallfremden Faktoren (Fehlform der
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BWS mit Haltungsinsuffizienz) als relevant zu beurteilen und somit von einem
schicksalhaften Verlauf auszugehen.
3.2 Aufgrund der medizinischen Aktenlage sind den bildgebenden Untersuchungen
keine organischen Unfallfolgen im Sinn von nachweisbaren strukturellen
Veränderungen zu entnehmen. Hingegen konnten an der Wirbelsäule degenerative
Veränderungen und Fehlhaltungen festgestellt werden. Insbesondere wurde im Bereich
der BWS eine Kyphose sowie der Verdacht auf Osteopenie diagnostiziert. Unbestritten
geblieben ist, dass die im Gutachten der Klinik Valens festgestellte generalisierte
Angststörung in keinem natürlichen Kausalzusammenhang zum Unfallereignis vom 2.
Dezember 2001 steht. Ein Zusammenhang zwischen der depressiven Symptomatik
und dem Unfall ist hingegen laut Klinik Valens wahrscheinlich. Das depressive Syndrom
sei aber im März 2002 abgeklungen (Helsana-act. M 11 S. 17). Da von der
Beschwerdeführerin das Bestehen psychischer Beschwerden auch nicht geltend
gemacht wurde, erübrigen sich diesbezüglich weitere Ausführungen. Ebenso erübrigen
sich weitere Ausführungen über das lumbovertebrale und zervikozephale
Schmerzsyndrom. Dem Bericht der Klinik Valens sind diesbezüglich keine weiteren
Ausführungen zu entnehmen. Es bestand von daher offenbar Einigkeit, dass die
erwähnten Schmerzsyndrome keine Unfallfolgen darstellen. Diese Annahme wird
dadurch erhärtet, dass die Klinik Valens bei der Diagnoseerhebung die
Schmerzsyndrome auf degenerative Veränderungen und z. T. auf die
Wirbelsäulenfehlform - und somit auf unfallfremde Umstände - zurückführte. Die
ebenfalls im Bericht der Klinik Valens vom 19. November 2003 diagnostizierte
eingeschränkte Schulterfunktion links ist auf den Bagatellunfall vom 25. September
2002 zurückzuführen (Helsana-act. Z 3) und bildet nicht Gegenstand des vorliegenden
Verfahrens. Die Beschwerdeführerin macht diesbezüglich auch nicht geltend, inwiefern
aufgrund der eingeschränkten Schulterfunktion links gesetzliche
Versicherungsleistungen geschuldet wären. Somit gilt es im Folgenden zu beurteilen,
ob die geklagten Beschwerden im Bereich der mittleren BWS und das Impingement-
Syndrom rechts als unfallkausale Beschwerden zu qualifizieren sind.
3.2.1 Im Gutachten der Klinik Valens vom 9. Dezember 2004 wurde erstmals die
Diagnose eines Impingement-Syndroms rechts bei AC-Luxation erhoben. Das etwas
dehiszente AC-Gelenk wurde als möglicher posttraumatischer Zustand nach einer AC-
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Luxation beschrieben. In sämtlichen vorangehenden medizinischen Berichten ist keine
entsprechende Diagnose zu finden. Die Versicherte hat auch bei keiner ärztlichen
Untersuchung Beschwerden im Schulterbereich rechts geltend gemacht. Insbesondere
ist den medizinischen Akten nicht zu entnehmen, dass sich unmittelbar im Nachgang
zum Unfall vom 2. Dezember 2001 Beschwerden im Bereich der rechten Schulter
eingestellt hätten. Somit ist aufgrund der Aktenlage nicht nachvollziehbar, inwiefern die
Gutachter der Klinik Valens die Beschwerden an der rechten Schulter mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall vom 2. Dezember 2001 zurückführen
können. Dies erstaunt umso mehr, als sie selber in der Anamnese ein Unfallereignis
vom Januar 2001 aufführen, wobei sich die Beschwerdeführerin bei einem Sturz eine
Kontusion der rechten Schulter zugezogen habe. Wenn überhaupt wäre somit das
Impingement-Syndrom eher diesem Unfallereignis zuzuschreiben. Nachdem allerdings
diesbezüglich keine echtzeitlichen Dokumente vorliegen und der Unfall nicht
Gegenstand dieses Verfahrens bildet, ist darauf nicht weiter einzugehen. Die Bejahung
des Kausalzusammenhangs wurde im Gutachten der Klinik Valens auch nicht
hinreichend begründet und die Vorakten wurden nicht entsprechend gewürdigt.
Zusammenfassend ist somit ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen dem
Impingement-Syndrom und dem Unfall vom 2. Dezember 2001 nicht überwiegend
wahrscheinlich, sondern höchstens möglich.
3.2.2 Im Gutachten der Klinik Valens wurde ein therapierefraktäres
chronifiziertes singuläres Schmerzsyndrom im Bereich der mittleren BWS mit
Hyperkyphose der BWS diagnostiziert. Die Beschwerden im Bereich des mittleren
Rumpfes und des Sternums würden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit vom Unfall
vom 2. Dezember 2001 stammen. Im Bereich der Brustwirbelsäule würden keine
unfallfremden Faktoren vorliegen. Auch diese Beurteilung des Kausalzusammenhangs
wurde nicht weiter begründet. Insbesondere wurden bei der Einschätzung der
Kausalität die unbestrittenermassen vorhandenen degenerativen Veränderungen an der
BWS nicht mitberücksichtigt. Obwohl die Gutachter eine Hyperkyphose der BWS
sowie den Verdacht auf Osteopenie festhielten, kamen sie zum Schluss, dass im
Bereich der BWS keine unfallfremden Faktoren vorliegen würden. Das Gutachten ist
somit auch diesbezüglich nicht hinreichend begründet und die Schlussfolgerungen sind
nicht nachvollziehbar, weshalb auch in diesem Punkt nicht auf das Gutachten
abgestellt werden kann. Dr. C._ führte hingegen im Bericht vom 23. August 2006
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nachvollziehbar aus, dass es beim Unfall vom 2. Dezember 2001 im Bereich der BWS
zu einer vorübergehenden Symptombildung oder einer Verschlechterung eines
Vorzustands gekommen sei. Der status quo sine sei bereits wenige Wochen nach dem
Unfall wieder erreicht worden. Der Unfallmechanismus vermöge die Entstehung eines
chronischen Thorakovertebralsyndroms medizinisch nicht zu begründen. Die weiterhin
bestehenden Beschwerden seien auf degenerative Veränderungen zurückzuführen
oder Folge einer unfallfremden nicht unerheblichen psychosozialen respektive
familiären Belastung. Dem hinreichend begründeten und in den Schlussfolgerungen
nachvollziehbaren Bericht kommt voller Beweiswert zu, es kann auf ihn abgestellt
werden. Unter Berücksichtigung der vorliegenden medizinischen Akten kann eine
strukturelle Verletzung oder richtunggebende Verschlimmerung eines Vorzustandes
ausgeschlossen werden. Aufgrund des Unfallgeschehens und der Aktenlage -
insbesondere den Ausführungen von Dr. C._ - ist somit von einer vorübergehenden
Symptombildung oder einer Verschlechterung eines Vorzustandes (Fehlform der BWS
mit Haltungsinsuffizienz) auszugehen. Somit kann mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass spätestens im Zeitpunkt der
Leistungseinstellung am 2. September 2002 der status quo sine wieder erreicht war
und somit keine Unfallfolgen mehr gegeben waren. Diese Auffassung vertrat Dr. B._
bereits im Arztzeugnis vom 12. September 2002 als er ausführte, dass die
Unfallbehandlung am 2. September 2002 hätten abgeschlossen werden können und
ein bleibender Nachteil wahrscheinlich nicht zu erwarten sei. Die über den
Einstellungszeitpunkt hinaus geklagten Beschwerden sind überwiegend wahrscheinlich
auf degenerative Veränderungen zurückzuführen. Die Leistungseinstellung per 2.
September 2002 lässt sich daher nicht beanstanden.
4.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten
sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG