Decision ID: 2b48c2d2-3415-4947-be56-393df75e1092
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Mit Verfügung vom 9. Juni 2016 bejahte das SEM das Bestehen der Flücht-
lingseigenschaft der Beschwerdeführerin und hiess ihr (damals noch aus
dem Ausland gestelltes) Asylgesuch vom 20. Dezember 2011 gut, nach-
dem das Bundesverwaltungsgericht eine erste Verfügung des SEM vom
27. November 2014 (Ablehnung des Asylgesuchs, vorläufige Aufnahme als
Flüchtling) mit Urteil E-7525/2014 vom 15. Januar 2015 kassiert und die
Sache zur vollständigen und richtigen Feststellung des Sachverhalts sowie
zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückgewiesen hatte. Die Be-
schwerdeführerin hatte ihr Asylgesuch hauptsächlich mit einer Reflexver-
folgung im Zusammenhang mit ihrem verschwundenen, von den Behörden
gesuchten Ehemann, dem rubrizierten B._, begründet.
B.
Nach antragsgemäss erhaltener Einsicht in ihre Asylakten stellte die Be-
schwerdeführerin mit Eingabe an das SEM vom 28. Februar 2022 zuguns-
ten ihres in C._ befindlichen Ehemannes ein auf Art. 51 Abs. 1 und
4 AsylG (SR 142.31) gestütztes Gesuch um Einreise in die Schweiz zwecks
Familienvereinigung. Zur Begründung machte sie geltend, dass sie akten-
kundig seit (...) mit diesem verheiratet sei und durch dessen Verhaftung im
Jahr (...) und danach durch ihre eigene Flucht aus Eritrea von diesem ge-
trennt worden sei. Die Verhaftung des Ehemannes gründe im Umstand,
dass dieser nach einem Urlaub nicht mehr in den Militärdienst zurückge-
kehrt sei. Danach sei er verschollen gewesen. Nun aber habe sie in Erfah-
rung bringen können, dass er als Asylsuchender in C._ lebe; dies
gehe aus der beiliegenden Kopie des Asylum Seeker Certificate vom (...)
Dezember 2021 hervor. Sie stünden in regelmässigem telefonischem (Au-
dio- und Video-) Kontakt und wollten wieder zusammenleben. Vorliegend
sprächen keine besonderen Umstände gegen eine Familienvereinigung.
Ihre (...)-jährige Trennung sei unfreiwillig und unverschuldet durch die Ver-
haftung des Ehemannes und dessen seitherige Unauffindbarkeit erfolgt.
Die Voraussetzungen von Art. 51 Abs. 4 i.V.m. Abs. 1 AsylG zur Bewilligung
der Einreise ihres Ehemannes zwecks Familienvereinigung seien somit er-
füllt und es sei entsprechend ein Einreisevisum zu erteilen. Da ihr Ehe-
mann keinen eritreischen Reisepass besitze, sei er für die Einreise auf die
Ausstellung eines schweizerischen Reisepapiers (Laissez-Passer) ange-
wiesen.
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Aufgrund weiteren Abklärungsbedarfs unterbreitete das SEM der Be-
schwerdeführerin mit Instruktionsverfügung vom 21. April 2022 einen Fra-
genkatalog (betr. Beginn, Zustandekommen, Dauer, Häufigkeit und Art der
Kontakte; ferner betr. Haft, Flucht, Auslandaufenthalte sowie Lebensum-
stände des Ehemannes in C._) zur Stellungnahme und forderte sie
zur Einreichung weiterer Beweismittel auf (Identitätsdokumente des Ehe-
mannes, Belege für Kontaktaufnahme und seitherige Kontakte, Belege für
die Heirat und das gemeinsame Familienleben in Eritrea, Passfotos Ehe-
mann).
Mit fristgerecht eingereichter Eingabe vom 10. Mai 2022 erklärte die Be-
schwerdeführerin, sie habe ab (...) erfolglos nach irgendwelchen Informa-
tionen über das Schicksal ihres Ehemannes gesucht und sei in ihrer Ver-
zweiflung psychisch krank geworden. Ihr Mann seinerseits habe sie nach
dessen Flucht aus dem Gefängnis vom (...) 2020 und der drei Tage später
erfolgten Ausreise nach D._ zu suchen begonnen und dort via Be-
kannte jemanden mit Kontaktmöglichkeit zu ihr gefunden. Im Januar 2021
habe er den telefonischen Kontakt zu ihr herstellen können. Am (...) Januar
2021 sei er nach C._ weitergereist, wo er ein bis heute hängiges
Asylgesuch gestellt habe und sich als (...) über die Runden bringe. Man-
gels eines Identitätsnachweises ihres Mannes habe sie mit dem vorliegen-
den Gesuch zugewartet. Nach Erhalt des eingereichten Asylum Seeker
Certificate – eritreische Identitätsdokumente habe ihr Mann nicht – habe
sie das Gesuch dann am 28. Februar 2022 eingereicht. Sie seien mehr-
mals wöchentlich miteinander per Messenger, IMO, Telefon und Video in
Kontakt. Als Beweismittel gab die Beschwerdeführerin zwei Passfotos ih-
res Mannes zu den Akten.
C.
Mit Verfügung vom 3. Juni 2022 verweigerte das SEM die Erteilung der
Einreisebewilligung und lehnte das Gesuch um Familiennachzug ab.
D.
Mit Eingabe vom 30. Juni 2022 erhob die Beschwerdeführerin gegen die-
sen Entscheid Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Darin bean-
tragt sie dessen Aufhebung, den Einbezug ihres Ehemannes in ihre Flücht-
lingseigenschaft, die Erteilung der Einreisebewilligung für ihn, eventualiter
die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur Neubeurteilung sowie in
prozessualer Hinsicht die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung
mitsamt Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und Beiord-
nung des rubrizierten Rechtsvertreters als unentgeltlichen Rechtsbeistand.
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Seite 4
E.
Am 1. Juli 2022 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht den Eingang der
Beschwerde.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher
zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-
det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel wie auch vorliegend endgültig
(Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG,
soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).
1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die
Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen,
ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung; er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und
Art. 108 Abs. 6 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die
Beschwerde ist einzutreten.
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG (vgl. BVGE 2014/26
E. 5).
3.
Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines
Schriftenwechsels verzichtet.
4.
Gemäss Art. 51 Abs. 1 AsylG werden – unter dem Titel Familienasyl – na-
mentlich Ehegatten und minderjährige Kinder von Flüchtlingen ihrerseits
als Flüchtlinge anerkannt und erhalten Asyl in der Schweiz, wenn keine
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besonderen Umstände dagegensprechen. Wurden die anspruchsberech-
tigten Personen nach Absatz 1 durch die Flucht getrennt und befinden sie
sich im Ausland, so ist ihre Einreise auf Gesuch hin zu bewilligen (Art. 51
Abs. 4 AsylG).
Die Erteilung einer Einreisebewilligung nach Art. 51 Abs. 4 AsylG setzt eine
vorbestandene Familiengemeinschaft, die Trennung der Familie durch die
Flucht sowie die fest beabsichtigte Familienvereinigung in der Schweiz vo-
raus (vgl. BVGE 2018 VI/6 E. 5, BVGE 2017 VI/4 E. 3.1 und E. 4.4.2,
BVGE 2012/32 E. 5). Zentrale Bedingung für die Erteilung einer Einreise-
bewilligung zum Zwecke der Familienzusammenführung im Sinne von
Art. 51 Abs. 4 AsylG ist, dass bereits vor der Flucht aus dem Verfolgerstaat
eine Familiengemeinschaft zwischen der gesuchstellenden und der an-
spruchsberechtigten Person bestanden hat und diese Familienbeziehung
auch nach der Flucht im Rahmen des Möglichen aufrechterhalten wird und
vom Willen der Wiedervereinigung der Familie getragen ist. Gemäss stän-
diger Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts dient eine Einreise-
bewilligung zwecks Familienasyls nicht der Wiederaufnahme von zuvor be-
endeten Beziehungen (vgl. BVGE 2017 VI/4 E. 3.1 m.w.H.; BVGE 2012/32,
E. 5.2 und 5.4). Die Trennung der Familiengemeinschaft muss kausal mit
jenen Umständen zusammenhängen, welche zur Flucht aus dem Heimat-
land Anlass gegeben haben. Ausnahmsweise kann auch dann von einer
im Sinne von Art. 51 Abs. 4 AsylG relevanten Trennung ausgegangen wer-
den, wenn nicht die Flucht eines Familienmitglieds ins Ausland als solche,
sondern andere zwingende Gründe zur Trennung der Familiengemein-
schaft geführt haben (vgl. BVGE 2018 VI/6 E. 5.2).
Wer um Erteilung einer Einreisebewilligung zwecks Familienasyls ersucht,
hat die Zugehörigkeit des nachzuziehenden Angehörigen zur Familienge-
meinschaft, die zum Zeitpunkt der Flucht vorbestandene Familien-gemein-
schaft, die Trennung der Familie durch die Flucht sowie die fest beabsich-
tigte Familienvereinigung beider Anspruchsberechtigten nachzuweisen o-
der zumindest glaubhaft zu machen (Art. 7 AsylG; Botschaft des Bundes-
rates vom 4. Dezember 1995 zur Totalrevision des Asylgesetzes sowie zur
Änderung des Bundesgesetzes über Aufenthalt und Niederlassung der
Ausländer, BBl 1996 II 70).
5.
5.1 Das SEM begründete die angefochtene Verfügung damit, dass die Be-
schwerdeführerin zum Nachweis der Identität ihres vermeintlichen Ehe-
mannes lediglich eine Kopie des Asylbewerberausweises aus C._
http://links.weblaw.ch/BVGE-2012/32
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eingereicht habe. Da dieser angeblich über keine weiteren Identitätsdoku-
mente verfüge, beruhten die Personalien im Ausweis allein auf den Anga-
ben der gesuchstellenden Person, so dass das Dokument nicht geeignet
sei, die Identität des vermeintlichen Ehemannes nachzuweisen. Auch
wenn das Fehlen der Dokumente angeblich in der Flucht aus der Haft und
der unmittelbaren Ausreise aus Eritrea gründe, erschliesse sich nicht, wes-
halb dieser nicht in der Lage sein sollte, über Verwandte oder Bekannte in
Eritrea Beweismittel bezüglich seiner Identität (z. B. Taufschein, Schul-
zeugnisse, Meldebescheinigungen) zu besorgen. Zudem präsentiere sich
die Beschreibung der Kontaktwiederherstellung nach (...) Jahren äusserst
vage und oberflächlich. Sie habe trotz Aufforderung weder Belege für die
behauptete Kontaktaufnahme im Januar 2021 noch für den seither beste-
henden Kontakt noch für die Heirat und das gemeinsame Familienleben in
Eritrea vorgelegt und dieses Versäumnis auch nicht begründet. Da sie be-
reits in ihrem Asylverfahren nach der Heiratsurkunde und den Geburtsur-
kunden ihrer Kinder gefragt und zu deren Einreichung aufgefordert worden
sei, habe ihr die Wichtigkeit dieser Urkunden bewusst sein müssen und sie
hätte auch Zeit und Gelegenheit gehabt, diese z.B. über Verwandte zu be-
schaffen. Die behauptete Familienbeziehung sei somit nicht zumindest
glaubhaft gemacht im Sinne von Art. 7 AsylG, weshalb das Gesuch um
Familiennachzug abzulehnen und die Einreise in die Schweiz nicht zu be-
willigen sei. Es erübrige sich an dieser Stelle, weitere Instruktionsmass-
nahmen durchzuführen, wie beispielsweise Instruktionen betreffend Fami-
lien- und Abstammungsverhältnisse (gegebenenfalls mittels DNA-Analyse)
oder betreffend Vorbehalte gegen eine Einreise gemäss Art. 53 AsylG oder
Art. 5 Abs. 1 Bst. c AIG.
5.2 In ihrer Rechtsmitteleingabe verweist die Beschwerdeführerin zunächst
in sachverhaltlicher Hinsicht ergänzend auf die Akten ihres Asylverfahrens.
Darin seien wesentliche Elemente zur Beziehung zwischen ihr und ihrem
Ehemann enthalten (insb. Heirat im Jahre [...] mit [...] Jahren und Ver-
schollenheit des Ehemannes seit dessen Verhaftung im Jahre [...]). Weiter
bekräftigt sie die sachverhaltlichen Angaben gemäss ihrem Gesuch vom
28. Februar 2022 und ihrer Stellungnahme vom 10. Mai 2022. Sodann sub-
stanziiert sie die Kontaktwiederherstellung mit ihrem Ehemann dahinge-
hend, dass dieser über Netzwerke von eritreischen Bekannten in
D._ eine Person gefunden habe, die im Besitze ihrer Kontaktanga-
ben sei. Am 28. Dezember 2020 habe sie auf Facebook auf eine erste Kon-
taktnahme reagiert, da das Profil seinen Namen trage. Die Kommunikation
habe aber nicht wirklich geklappt, wie aus dem beiliegenden Chatverlauf
vom 28. Dezember 2020 bis 1. Januar 2021 mit zahlreichen verpassten
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Anrufen hervorgehe. Erst am 1. Januar 2021 habe er sie direkt auf dem
Handy angerufen, wobei sie aber infolge des zwischenzeitlichen Ersatzes
ihres Handys keinen Zugang zu diesem Anrufverlauf mehr habe. Seither
stünden sie über verschiedene Kommunikationsmittel regelmässig in Kon-
takt; dies könne sie durch die beiliegenden Screenshots belegen. Der ge-
meinsame Wunsch nach einem Zusammenleben sei nach wie vor aktuell.
Bei seiner Erkenntnis, wonach sich dem SEM nicht erschliesse, weshalb
die Beschaffung von identitätsrelevanten Dokumenten in Eritrea nicht mög-
lich sein soll, stütze es sich in unfundierter und pauschaler Weise auf das
Kriterium der Plausibilität und verkenne die menschenrechtlich prekäre und
von Repression geprägte Lage in Eritrea. Die Vorinstanz verlasse sich ein-
zig auf die subjektive Meinung des Entscheidungsträgers, obwohl Plausi-
bilität als kulturell- und persönlichkeitsabhängiges Konzept zu verstehen
und daher Zurückhaltung angebracht sei. Angesicht der (...)-jährigen In-
haftierung, seiner Flucht aus dem Gefängnis und der illegalen Ausreise
würden die eritreischen Behörden ihren Mann klar als Regimekritiker qua-
lifizieren. Jede Person, die ihm beim Organisieren offizieller Dokumente
helfe, würde sich damit unweigerlich selber in Gefahr bringen. Nach Art. 12
VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG und gemäss Praxis (vgl. BVGE 2012/21, E. 5.1.)
unterstehe die Vorinstanz dem Untersuchungsgrundsatz und habe somit
von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtser-
heblichen Sachverhalts zu sorgen, die für das Verfahren notwendigen Un-
terlagen zu beschaffen, die rechtlich relevanten Umstände abzuklären und
ordnungsgemäss darüber Beweis zu führen. Vorliegend habe das SEM
aber in Missachtung dieser Grundsätze keinerlei objektivierbare Kriterien
(z.B. Länderberichte oder sonstige Abklärung zur Lage in Eritrea) herange-
zogen, um zu belegen, dass ihr Ehemann Dokumente über eritreische Be-
kannte hätte organisieren können. Sie sei rechtsunkundige Laie und habe
den ihr zugestellten Fragenkatalog innert Frist beantwortet sowie einen
Asylbewerberausweis ihres Mannes vorgelegt. Bei allfälligen Unklarheiten
hätte sie nun erwartet, dass sich das SEM in Befolgung des Untersu-
chungsgrundsatzes wieder mit ihr in Verbindung setze zwecks schriftlicher
Nachfragen oder Durchführung einer mündlichen Anhörung sowie zwecks
nochmaliger Anforderung der gewünschten Dokumente. Die vorliegend
marginale Verletzung ihrer Mitwirkungspflicht vermöge die Verletzung des
Untersuchungsgrundsatzes nicht zu heilen. Da sie jetzt nur noch auf Be-
schwerdeebene die weiteren Dokumente (insb. Chatverläufe) einreichen
könne, gehe ihr eine Instanz für deren Prüfung verloren. Sie belegten aber
das Bestehen einer schützenswerten Familienbeziehung gemäss Art. 51
AsylG. Die Beschaffung weiterer Beweismittel sei nicht möglich, da etwa
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Seite 8
für die Inhaftierung und die Flucht des Ehemannes schlicht keine Beweis-
mittel existierten und das Organisieren von Dokumenten in Eritrea gemäss
den obigen Ausführungen auch nicht zumutbar sei. In Anbetracht dessen,
ferner des Faktes, dass sie ihren Ehemann schon in ihrem Asylverfahren
erwähnt habe, sowie der vorgelegten Chatverläufe müssten ihre Vorbrin-
gen daher als glaubhaft eingestuft werden. Ihr Ehemann habe somit An-
spruch auf Einbezug in ihre Flüchtlingseigenschaft, andernfalls die Sache
aufgrund der Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes an die Vorinstanz
zur weiteren Sachverhaltsabklärung und Neubeurteilung zurückzuweisen
sei.
6.
6.1 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches
Gehör, welches als Mitwirkungsrecht alle Befugnisse umfasst, die einer
Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt
wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 144 I 11 E. 5.3; BVGE
2009/35 E. 6.4.1). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der Be-
hörden, die Vorbringen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in ihrer
Entscheidfindung angemessen zu berücksichtigen, was sich entsprechend
in einer sachgerecht anfechtbaren Entscheidbegründung niederzuschla-
gen hat (vgl. Art. 29 Abs. 2 BV; Art. 29, Art. 32 Abs. 1 und Art. 35 Abs. 1
VwVG). Nicht erforderlich ist, dass sich die Begründung mit allen Partei-
standpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen
ausdrücklich widerlegt (vgl. BGE 143 III 65 E. 5.2). Der Anspruch auf recht-
liches Gehör beschlägt nur die Feststellung des rechtserheblichen Sachver-
halts, nicht aber dessen rechtliche Würdigung.
Der Untersuchungsgrundsatz gehört sodann zu den allgemeinen Grunds-
ätzen des Verwaltungs- beziehungsweise Asylverfahrens (vgl. Art. 6 AsylG
i.V.m. Art. 12 VwVG). Demnach hat die Behörde von Amtes wegen für die
richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes
zu sorgen, die für das Verfahren notwendigen Unterlagen zu beschaffen,
die rechtlich relevanten Umstände abzuklären und ordnungsgemäss dar-
über Beweis zu führen. Der Untersuchungsgrundsatz findet seine Grenze
an der Mitwirkungspflicht der Gesuchstellenden (Art. 13 VwVG und im Asyl-
bereich speziell Art. 8 AsylG). Dazu gehört, die Identität offenzulegen, vor-
handene Identitätspapiere abzugeben, an der Feststellung des Sachver-
haltes mitzuwirken und in der Anhörung die Asylgründe darzulegen, allfäl-
lige Beweismittel vollständig zu bezeichnen und unverzüglich einzureichen
sowie bei der Erhebung der biometrischen Daten mitzuwirken (vgl. BVGE
2011/28 E. 3.4).
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Die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sach-
verhalts bildet einen Beschwerdegrund und dem Bundesverwaltungsge-
richt obliegt gemäss Art. 49 Bst. b VwVG beziehungsweise Art. 106 Abs. 1
Bst. b AsylG eine umfassende Sachverhaltskontrolle. Ermittelt das Bun-
desverwaltungsgericht eine fehler- oder lückenhafte Feststellung des
Sachverhalts, hebt es die Verfügung auf und weist die Sache an die Vo-
rinstanz zurück, damit diese den rechtserheblichen Sachverhalt neu und
vollständig feststellt (vgl. MOSER ET AL., Prozessieren vor dem Bundesver-
waltungsgericht, 3. Aufl. 2022, Rz. 2.191; KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwal-
tungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl., 2013,
Rz. 1155).
Die in der Beschwerde in diesen Themenzusammenhängen erhobenen
formelle Rügen haben eine potenzielle Eignung, eine Kassation der vo-
rinstanzlichen Verfügung zu bewirken, weshalb sie vorab zu beurteilen sind
(vgl. BGE 142 II 218 E. 2.8.1).
6.2
6.2.1 Die Lastenverteilung innerhalb des soeben beschriebenen Korrelats
zwischen Untersuchungsgrundsatz des SEM und Mitwirkungspflicht der
Beschwerdeführerin ist einzelfall- und sachverhaltsbezogen zu beurteilen.
Von der Beschwerdeführerin wird sie gemäss ihren Ausführungen in der
von einem Juristen verfassten Beschwerde im vorliegenden Fall aber of-
fensichtlich zu einseitig zu Lasten des SEM und zu ihrer eigenen Entlas-
tung interpretiert. Vorab ist es grundsätzlich nicht die Aufgabe der Schwei-
zer Behörden, generell in den Herkunfts- respektive Heimatstaaten der
Asylsuchenden vor Ort Abklärungen durchführen zu lassen, sondern es ist
vielmehr Sache der Beschwerdeführenden, ihre Vorbringen substantiiert
darzulegen und mit entsprechenden Beweismitteln zu belegen (vgl. u.a.
das Urteil des BVGer E-4272/2020 vom 17.12.2021 E. 4.2). Nun trifft es
zwar zu, dass die Beschwerdeführerin im vorinstanzlichen Verfahren nicht
rechtsvertreten war. Einem solchen Umstand ist durchaus Rechnung zu
tragen, wenn ein Verfahrensschritt juristischen Sachverstand erfordert. Es
fällt auf, dass das Gesuch vom 28. Februar 2022 in seiner Begründung und
Beweismittelvorlage überaus dünn ausgefallen ist, weshalb das SEM in
Beachtung des Untersuchungsgrundsatzes weiteren Abklärungsbedarf er-
kannt und die Beschwerdeführerin mittels Instruktionsverfügung vom
21. April 2022 zur Beantwortung eines Fragenkatalogs und zur Einrei-
chung weiterer Beweismittel aufgefordert hat (vgl. oben Bst. B, 2. Ab-
schnitt), verbunden mit der Androhung, dass bei unbenutztem Fristablauf
oder nicht stichhaltiger Begründung aufgrund der Akten entschieden
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werde. Für das Verständnis dieser Instruktionsverfügung ist unzweifelhaft
kein juristischer Sachverstand und daher auch nicht der Beizug einer Ju-
ristin oder eines Juristen nötig. Die Fragen sind klar gestellt und für jede
mündige Person ohne weiteres verständlich. Mit einem ganzen Monat er-
hielt die Beschwerdeführerin zudem genügend Zeit, um den vorinstanzli-
chen Aufforderungen zur Mitwirkung nachzukommen; sie reagierte gar
deutlich vor Ablauf der Frist. Dass die Mitwirkung nicht im geforderten Aus-
mass erfüllt wurde, ist offensichtlich, und dass die Beschwerdeführerin
hierzu in ihrer Eingabe vom 10. Mai 2022 auch keine Erklärungen abgab,
ist unbestritten. Es kann insoweit auf die Erwägungen in der angefochte-
nen Verfügung verwiesen werden. Ob das Versäumnis zum einen, wie in
der Beschwerde nun geltend gemacht wird, entschuld- beziehungsweise
erklärbar sei und zum andern auf Beschwerdeebene als nunmehr geheilt
betrachtet werden könnte, erscheint zumindest fraglich. Die Beurteilung
dieser Frage erübrigt sich aber einstweilen in Anbetracht der nachfolgen-
den Erwägungen.
6.2.2 Unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn der Verfügung ein fal-
scher und aktenwidriger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise
falsch gewürdigt worden sind; unvollständig ist sie, wenn nicht alle für den
Entscheid rechtswesentlichen Sachumstände berücksichtigt werden (vgl.
KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, a.a.O., Rz. 1043). Die Beschwerdeführerin hat in
ihrem Gesuch vom 28. Februar 2022 die Personalien ihres Ehemannes
genannt und die Heirat im Jahre (...) sowie dessen Verschwinden im Jahre
(...) und die seitherige Kontaktlosigkeit erwähnt. Hierzu hat sie ergänzend
und ausdrücklich auf ihre Asylakten verwiesen und zudem die Kopie eines
ihren Ehemann betreffenden (...) Asylbewerberausweises (mit dessen Per-
sonalien und Foto) vorgelegt sowie aufforderungsgemäss zwei Passfotos
von diesem nachgereicht. Personalien und Fotos stimmen allesamt über-
ein. Als Kernelement der Begründung der angefochtenen Verfügung wird
vom SEM nun erwogen, dass die Identität des «vermeintlichen Ehemannes
und die behauptete Ehe» sowie das gemeinsame Familienleben trotz ex-
pliziter Aufforderung weder mittels Beweismitteln nachgewiesen noch zu-
mindest glaubhaft gemacht seien. Das SEM erachtet somit die zentrale
Bedingung der Familiengemeinschaft für die Erteilung einer Einreisebewil-
ligung zum Zwecke der Familienzusammenführung als nicht erfüllt. Dies
erstaunt: Die Ehe und die vorbestandene Familiengemeinschaft mit (...)
gemeinsamen Kindern, die bei (...) zurückgelassenen wurden, wurde sei-
tens des SEM im Asylverfahren der Beschwerdeführerin nicht bestritten.
Im ablehnenden Asylentscheid vom 27. November 2014 erkannte das SEM
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einzig die geltend gemachten Vorfluchtgründe als unglaubhaft. Mit dem Ur-
teil
E-7525/2014 vom 15. Januar 2015 wurde jene Verfügung aber ohnehin
kassiert und die Sache zur vollständigen und richtigen Feststellung des
Sachverhalts sowie zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückgewiesen.
Im Rahmen dieser Neubeurteilung wurde der Beschwerdeführerin dann
das Asyl erteilt, woraus zwingend zu schliessen ist, dass die Vorflucht-
gründe (Reflexverfolgung aufgrund des seine Militärdienstpflicht verwei-
gernden, nach seiner Verhaftung verschwundenen und von den Behörden
gesuchten Ehemannes) zumindest als glaubhaft qualifiziert wurden (vgl.
hierzu im Übrigen auch unmissverständlich die [SEM-interne] Akte B31/4).
In ihrem Gesuch vom 28. Februar 2022 und auch im weiteren Verlauf des
Verfahrens betreffend Familienvereinigung verwies sie denn auch auf ihre
Asylakten und die dort aus zahlreichen Aktenstücken ersichtliche, seit (...)
bestandene und gelebte Ehe. Dass das SEM dieses Sachverhaltselement
einer bestehenden Ehe zwischen der Beschwerdeführerin und einem die
Personalien des B._ aufweisenden Mannes nunmehr ignoriert be-
ziehungsweise als unglaubhaft erkennt, ohne über ein besseres Wissen
gegenüber der Sachverhaltsfeststellung im Asylverfahren der Beschwer-
deführerin zu verfügen, stellt eine unrichtige und unvollständige Sachver-
haltsfeststellung dar. Zulässig – aber selbstredend an strenge Bedingun-
gen geknüpft – wäre ein solches Vorgehen vorliegend nur nach einem vor-
gängigen (und anfechtbaren) Widerruf des der Beschwerdeführerin am 9.
Juni 2016 erteilten Asyls wegen Erschleichens des Asylstatus durch fal-
sche Angaben oder durch Verschweigen wesentlicher Tatsachen (vgl. Art.
63 Abs. 1 Bst. a AsylG). Einstweilen aber ist sachverhaltlich vom Bestand
einer im Jahr (...) begründeten Ehe zwischen der Beschwerdeführerin und
B._ auszugehen, andernfalls das SEM nicht von einer asylbegrün-
denden Reflexverfolgung der Beschwerdeführerin aufgrund der Verfol-
gungslage ihres Ehemannes hätte ausgehen können.
Das SEM hat somit den Sachverhalt insoweit unrichtig und unvollständig
festgestellt und damit einen Kassationsgrund gesetzt (vgl. unten E. 6.3).
6.2.3 Mit diesem Ergebnis erscheint es nun zwar naheliegend, aber noch
keineswegs erstellt, dass es sich bei der Person, welche die Beschwerde-
führerin nachzuziehen wünscht, tatsächlich um B._ und mithin ihren
Ehemann handelt, zumal in den Akten des abgeschlossenen Asylverfah-
rens der Beschwerdeführerin kein Foto ihres Ehemannes vorhanden ist,
das einen Abgleich mit dem auf dem Asylbewerberausweis befindlichen
und den dem SEM am 10. Mai 2022 vorgelegten Fotos erlauben würde.
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Seite 12
Insoweit ist es nicht zu beanstanden, wenn das SEM hierfür von der Be-
schwerdeführerin weitere Beweismittel anfordert, um zumindest eine über-
wiegende Wahrscheinlichkeit einer solchen Personenübereinstimmung zu
erreichen. Aus Sicht des Bundesverwaltungsgerichts könnte sich diesbe-
züglich als Beweismassnahme die Einforderung eines DNA-Tests der Ehe-
leute und mindestens eines ihrer gemeinsamen Kinder anerbieten, denn
dieser dürfte ein hinreichend verlässliches Ergebnis über eine familiäre
Verwandtschaft liefern. Die Vornahme eines solchen Tests durch die Be-
schwerdeführerin erscheint zumutbar, zumal sie via Verwandte in Eritrea
z.B. Haarproben von ihren Familienmitgliedern beschaffen könnte. Ein Be-
hördengang in Eritrea ist hierzu selbstredend nicht nötig und dies gilt im
Übrigen auch für die Beschaffung anderer identitätsrelevanter Dokumente
(z.B. Heiratsurkunde, Geburtsurkunden Kinder) oder gemeinsamer Famili-
enfotos. Nicht ganz unerheblich wäre zudem die Einforderung einer eigen-
händig unterzeichneten Erklärung des Ehemannes, dass er vom Familien-
zusammenführungsgesuch seiner Frau Kenntnis hat und an einer Einreise
in die Schweiz zu diesem Zweck interessiert ist.
6.3 Da nach dem Gesagten nicht alle für den Entscheid rechtswesentlichen
Sachumstände abgeklärt und berücksichtigt wurden und mithin eine fehler-
und lückenhafte Feststellung des Sachverhalts vorliegt, ist die angefoch-
tene Verfügung aufzuheben und die Sache zur vollständigen Sachverhalts-
abklärung und –feststellung sowie zur Neubeurteilung an das SEM zurück-
zuweisen. Die Beschwerde ist insoweit gutzuheissen. Eine (praxisgemäss
nur unter restriktiven Voraussetzungen mögliche) Heilung der erkannten
Verfahrensmängel aus prozessökonomischen Gründen auf Beschwerde-
ebene fällt vorliegend schon deshalb nicht in Betracht, weil die Sachver-
haltsabklärung und -feststellung Sache der Vorinstanz ist und der Be-
schwerdeführerin im Falle eines für sie ungünstigen Ergebnisses der wei-
teren Abklärungen oder einer fehlerhaften vervollständigten Sachverhalts-
feststellung durch das letztinstanzlich entscheidende Bundesverwaltungs-
gericht der Rechtsweg abgeschnitten würde.
7.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht verletzt sowie den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig
und unvollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die angefochtene Ver-
fügung ist daher aufzuheben und die Beschwerde ist entsprechend im Kas-
sationsbegehren gutzuheissen. Die Sache ist zur vollständigen und richti-
gen Abklärung und Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie
zur Neubeurteilung an das SEM zurückzuweisen. Auf die weiteren Rügen
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und den weiteren Beschwerdeinhalt ist einstweilen nicht weiter einzuge-
hen.
8.
8.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Verfahrenskosten auf-
zuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). Das Gesuch um Gewährung der
unentgeltlichen Prozessführung nach Art. 65 Abs. 1 VwVG wird damit hin-
fällig. Mit dem vorliegenden instruktionslos ergehenden Direktentscheid in
der Sache wird ebenso das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines
Kostenvorschusses hinfällig.
8.2 Obsiegende Parteien haben zulasten der Vorinstanz Anspruch auf eine
Parteientschädigung für die ihnen erwachsenen notwendigen und verhält-
nismässig hohen Kosten (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 des Regle-
ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor
dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Eine Kostennote
liegt nicht vor. Der vollumfänglich als notwendig zu erachtende Aufwand ist
jedoch überschaubar und zuverlässig abschätzbar. Gestützt auf die in Be-
tracht zu ziehenden Bemessungsfaktoren (Art. 9-13 VGKE) ist das SEM
anzuweisen, der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung in der
Höhe von insgesamt Fr. 800.– auszurichten.
(Dispositiv nächste Seite)
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