Decision ID: 0d2e96cb-cbf2-56a7-9f50-01768f07bf40
Year: 2013
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. David Brassel, c/o Mätzler & Partner,
Grossfeldstrasse 45, 7320 Sargans,
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Ausgleichskasse des Kantons
St. Gallen, Brauerstrasse 54, Postfach, 9016 St. Gallen,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
Ergänzungsleistung zur IV
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 16. März 2009 zum Bezug von Ergänzungsleistungen (EL)
zu ihrer mit Wirkung ab dem 1. November 2007 zugesprochenen halben Invalidenrente
(vgl. EL-act. 65–15 ff.) bei der Ausgleichskasse des Kantons St. Gallen als EL-
Durchführungsstelle an (EL-act. 64).
A.b Am 26. August 2009 gingen der EL-Durchführungsstelle unter anderem
Krankentaggeldabrechnungen zu. Gemäss diesen hatte die Versicherte von der
„Mobiliar“ in den Monaten November und Dezember 2007 und in den Monaten Januar
bis und mit Oktober 2008 ein Taggeld basierend auf einem versicherten
Jahresverdienst von Fr. 26’304.-- und einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit erhalten (EL-
act. 60–10 und 60–21 f.). Am 18. November 2009 ging der EL-Durchführungsstelle
sodann unter anderem ein Lohnausweis der Firma B._ zu, wonach die Versicherte für
die Monate Januar bis und mit Mai 2007 einen Lohn von Fr. 11’732.-- brutto bzw.
Fr. 10’362.-- netto erhalten hatte (EL-act. 56–3).
A.c Am 22. Dezember 2009 teilte die EL-Durchführungsstelle der Versicherten mit,
dass das Verfahren bis zum Abschluss des Beschwerdeverfahrens betreffend
Invalidenrente sistiert werde (EL-act. 55). Am 12. Mai 2011 liess die Versicherte
mitteilen, dass das Beschwerdeverfahren betreffend Invalidenrente abgeschlossen sei
(IV-act. 49–1 f.); sie liess der EL-Durchführungsstelle eine Kopie des Entscheids
IV 2009/172 des Versicherungsgerichtes des Kantons St. Gallen vom 8. April 2011
zugehen. Darin war unter anderem ausgeführt worden, die Versicherte sei zu 50 %
leistungsfähig, angesichts der qualitativen Einschränkungen (möglichst freie
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Zeiteinteilung, freie Pausenwahl, keine Notwendigkeit interpersonellen oder
Gruppenkontaktes) scheine der von der IV-Stelle gewährte Abzug vom Tabellenlohn
von 15 % angemessen, womit gesamthaft ein Invaliditätsgrad von 57,5 % resultiere
(EL-act. 53).
A.d Mit Verfügung vom 21. Oktober 2011 sprach die EL-Durchführungsstelle der
Versicherten bei einem grundsätzlichen EL-Anspruch ab November 2007 eine Er
gänzungsleistung von je Fr. 1’417.-- für die Monate November und Dezember 2008,
eine solche von monatlich Fr. 1’426.-- für das Jahr 2009, eine solche von monatlich
Fr. 1’455.-- für das Jahr 2010 und eine solche von monatlich Fr. 1’471.-- ab Januar
2011, je einschliesslich einer ausserordentlichen Ergänzungsleistung von monatlich
Fr. 176.--, zu; vom rückwirkend zugesprochenen Betrag von Fr. 50’645.-- für den Zeit
raum vom 1. November 2008 bis zum 30. September 2011 verrechnete die EL-
Durchführungsstelle einen Anteil von Fr. 898.50 mit der für das Jahr 2010 ausbezahlten
individuellen Prämienverbilligung, einen solchen von Fr. 2’160.90 mit der für das
Jahr 2011 ausbezahlten individuellen Prämienverbilligung und einen solchen von
Fr. 42’527.25 mit den Vorschussleistungen des Sozialamtes X._ für den Zeitraum
vom 1. November 2008 bis zum 30. September 2011, zudem ordnete die EL-
Durchführungsstelle die Auszahlung des Anteils für die Pauschalprämien der
obligatorischen Krankenpflegeversicherung von Fr. 326.-- pro Monat an das Sozialamt
X._ zur Bezahlung der laufenden Prämien an (EL-act. 13). Den der Verfügung
beiliegenden Berechnungsblättern ist zu entnehmen, dass der Versicherten für die
Monate November und Dezember 2008 ein hypothetisches Erwerbseinkommen von
Fr. 18’140.-- pro Jahr (EL-act. 27), für die Jahre 2009 und 2010 ein solches von
Fr. 18’720.-- (EL-act. 20 und 23) und ab Januar 2011 ein solches von Fr. 19’050.-- (EL-
act. 22) angerechnet wurde.
B.
B.a Am 18. November 2011 wendete sich der Rechtsvertreter der Versicherten an
die EL-Durchführungsstelle. Er habe erfahren, dass eine Verfügung direkt an seine
Mandantin eröffnet worden sei. Die Zustellung sei mangelhaft, denn der EL-
Durchführungsstelle sei das Vertretungsverhältnis bekannt gewesen. Er verlange
deshalb die Neueröffnung der Verfügung an seine Adresse. Sollte diesem Antrag wider
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Erwarten nicht gefolgt werden, erhebe er frist- und formgerecht Einsprache.
Beanstandet werde insbesondere die Anrechnung eines hypothetischen
Erwerbseinkommens und die Höhe der auszurichtenden Ergänzungsleistung (EL-
act. 12). Am 16. Dezember 2011 ergänzte der Rechtsvertreter der Versicherten seine
Eingabe. Er führte insbesondere aus, die im Verfahren betreffend Invalidenrente als
zumutbar qualifizierten Tätigkeiten seien realitätsfremd und würden nicht existieren.
Zumindest auf dem realen Arbeitsmarkt fänden sich keine Stellen, welche die
Voraussetzungen erfüllen würden. Es seien diesbezüglich weitere Abklärungen zu
tätigen, in welche die Versicherte einzubeziehen sei; insbesondere seien auch
Rückfragen an die behandelnden Ärzte und eventuell die Einholung eines weiteren
medizinischen Gutachtens notwendig (EL-act. 9).
B.b In der Folge nahm die EL-Durchführungsstelle Akten des Verfahrens betreffend
Invalidenrente, insbesondere ein Gutachten des Medizinischen Gutachtenzentrums
St. Gallen (MGSG) vom 31. Oktober 2007/21. April 2008 samt Teilgutachten (EL-
act. 70 ff.), zu ihren Akten.
B.c Mit Entscheid vom 7. März 2012 wies die EL-Durchführungsstelle die
Einsprache vom 18. November/16. Dezember 2011 ab. Es würden durchaus
Arbeitsstellen existieren, die den Anforderungen aus medizinischer Sicht entsprechen
würden. Vermutungsweise sei es der Versicherten möglich, ein entsprechendes
Erwerbseinkommen zu erzielen. Diese Vermutung könne nur durch erfolglose,
ernsthafte Stellenbemühungen – „etwa zehn“ schriftliche Bewerbungen pro Monat –
widerlegt werden (EL-act. 77).
C.
C.a Dagegen richtet sich die am 20. April 2012 erhobene Beschwerde, mit der die
Zusprache von Ergänzungsleistungen ohne Anrechnung eines hypothetischen Er
werbseinkommens beantragt und zur Begründung im Wesentlichen ausgeführt wird, es
existiere keine passende Arbeitsstelle; die Beschwerdeführerin habe am 16. Januar
2012 eine Arbeitsstelle bei der Firma C._ angetreten, welche von der Stiftung für
Arbeit betrieben werde, das Pensum nach kurzer Zeit aber von 50 % auf 25 %
reduzieren müssen, sei ab dem 24. Februar 2012 für vier Wochen arbeitsunfähig
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geschrieben worden und habe die Anstellung bereits am 28. Februar 2012 wieder ver
loren (act. G 1). Der Beschwerde liess die Beschwerdeführerin unter anderem einen
Arbeitsbericht der Firma C._ vom 19. März 2012 (act. G 1.1.9), ein Arztzeugnis von
Dr. med. D._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 24. Februar
2012 (act. G 1.1.10) und ein Kündigungsschreiben der Firma C._ vom 28. Februar
2012 (act. G 1.1.11) beilegen.
C.b Die Beschwerdegegnerin beantragt unter Verweis auf die Erwägungen des ange
fochtenen Einspracheentscheides die Abweisung der Beschwerde (Beschwerdeantwort
vom 27. April 2012; act. G 3).
C.c Am 1. Mai 2012 liess die Beschwerdeführerin einen Bericht von Dr. D._ vom
24. April 2012 nachreichen (act. G 4 und G 4.1).
C.d Am 5. Juli 2012 liess die Beschwerdeführerin nochmals an den gestellten
Anträgen festhalten (act. G 8).
C.e Die Beschwerdegegnerin liess sich nicht weiter vernehmen.

Erwägungen:
1.
Streitgegenstand dieses Beschwerdeverfahrens bildet der Anspruch der Beschwerde
führerin auf eine jährliche Ergänzungsleistung sowie ausserordentliche Ergänzungs
leistungen ab dem 1. November 2007. Die Beschwerdeführerin lässt die Anrechnung
eines hypothetischen Erwerbseinkommens ab dem 1. November 2008 – der Anspruch
auf das Krankentaggeld der „Mobiliar“ fiel per 30. Oktober 2008 dahin (vgl. EL-act. 40–
1) – beanstanden, zu prüfen sind aber gemäss Art. 61 lit. c und d des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) auch die
übrigen Berechnungselemente sowie die Anspruchsvoraussetzungen.
2.
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2.1 Gemäss Art. 11 Abs. 1 lit. g des Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen zur
Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG; SR 831.30) werden als Ein
nahmen unter anderem auch Einkünfte, auf die verzichtet worden ist, angerechnet. Für
Invalide unter 60 Jahren wird gemäss Art. 14a Abs. 2 lit. b der Verordnung über die
Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELV;
SR 831.301) als Erwerbseinkommen mindestens der Höchstbetrag für den Lebens
bedarf (Art. 10 Abs. 1 lit. a Ziff. 1 ELG) angerechnet, wenn der Invaliditätsgrad bei 50
bis unter 60 % liegt. Die genannte Verordnungsbestimmung wurde vom
Eidgenössischen Versicherungsgericht (EVG; seit 1. Januar 2007 sozialrechtliche
Abteilungen des Bundesgerichts) früh und seither konstant als widerlegbare Vermutung
qualifiziert (BGE 115 V 88). Das bedeutet, dass entgegen dem Wortlaut von Art. 14a
Abs. 2 ELV nicht in jedem Fall mindestens der genannte Betrag als Erwerbseinkommen
anzurechnen ist; gelingt es der betroffenen Person, die Vermutung, sie könnte ein
Erwerbseinkommen in dieser Höhe erzielen, umzustossen, ist ein tieferes oder allenfalls
gar kein Erwerbseinkommen anzurechnen.
2.2 Die Invaliditätsbemessung durch die Organe der Invalidenversicherung ist
rechtsprechungsgemäss für die EL-Organe verbindlich (BGE 117 V 202). Wenn auch
keine formelle Bindung an die Entscheide der Organe der Invalidenversicherung
besteht – andernfalls müssten die EL-Organe befugt sein, Rechtsmittel gegen diese
Entscheide zu ergreifen, und müssten ihnen dieselben eröffnet werden, so liegt es
doch aus koordinationsrechtlichen Überlegungen nahe, in der Regel auch im Verfahren
betreffend Ergänzungsleistungen auf die Ergebnisse des Verfahrens betreffend
Invalidenrente abzustellen. Insbesondere ist zu vermeiden, dass Vorbringen, welchen
die IV-Stelle nicht gefolgt ist, im EL-Verfahren – und somit gleichsam „durch die
Hintertür“ – nochmals vorgebracht und von der Verwaltung oder vom Gericht
berücksichtigt werden, dass also sich zumindest teilweise widersprechende
Entscheide provoziert werden. Davon abgesehen stellen sich im EL-Verfahren
allerdings grundsätzlich andere Fragen als im IV-Verfahren, namentlich mit Blick auf
das zumutbarerweise noch erzielbare Erwerbseinkommen.
2.3 Von der Invaliditätsbemessung unterscheidet sich die Festlegung eines hypo
thetischen Erwerbseinkommens abgesehen von der Pauschalisierung insbesondere
dadurch, dass bezüglich der Frage, welches Erwerbseinkommen die betroffene Person
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zumutbarerweise noch erzielen könnte, nicht auf den so genannten ausgeglichenen,
sondern vielmehr auf den tatsächlichen Arbeitsmarkt abgestellt wird. Der Begriff des
ausgeglichenen Arbeitsmarktes ist rechtsprechungsgemäss abstrakter und
theoretischer Natur und dient als Kriterium zur Abgrenzung zwischen Arbeitslosigkeit
und Invalidität. Er impliziert einerseits, dass ein gewisses Gleichgewicht zwischen
Angebot und Nachfrage von Arbeitsstellen besteht, und andererseits, dass der
Arbeitsmarkt so strukturiert ist, dass ein breiter Fächer verschiedenartiger Tätigkeiten
darin zu finden ist (BGE 110 V 273 E. 4b S. 276). Es wird im Rahmen der
Invaliditätsbemessung mithin fingiert, der Arbeitsmarkt biete verschiedenartigste
Stellen (womit in aller Regel auch unterstellt wird, es seien leidensadaptierte Tätigkeiten
vorhanden) und es bestehe diesbezüglich kein Nachfrageüberhang. Wenn im Rahmen
des EL-Verfahrens behauptet wird, es sei kein (hypothetisches) Erwerbseinkommen
erzielbar, ist demnach primär zu belegen, dass der tatsächliche Arbeitsmarkt entweder
keinen solchen breiten Fächer verschiedenartiger Tätigkeiten bietet – sich mithin keine
Tätigkeit finden lasse, die leidensadaptiert ist und es der betroffenen Person
ermöglicht, ein gewisses Erwerbseinkommen zu erzielen – oder aber, dass kein
Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage passender Stellen besteht. Es geht
mithin im EL-Verfahren um die Frage, ob und allenfalls weshalb die gesuchstellende
Person auf dem tatsächlichen Arbeitsmarkt keine Stelle findet bzw. finden kann.
3.
3.1 In der Praxis kann der Nachweis, dass keine Stelle gefunden werden kann, in der
Regel mittels erfolgloser Stellenbemühungen erbracht werden. Die Beschwerdeführerin
hat – abgesehen vom Einsatz bei der Firma C._, auf welchen nachfolgend ein
gegangen wird – keine Stellenbemühungen ausgewiesen, weshalb davon auszugehen
ist, sie habe nicht versucht, eine Arbeitsstelle zu finden. Dies steht in Einklang mit ihrem
Vorbringen, ihre im IV-Verfahren ermittelte Restarbeitsfähigkeit sei nicht verwertbar.
Zwar kann die Widerlegung der Vermutung, die Beschwerdeführerin könne bei ent
sprechenden Bemühungen eine geeignete Arbeitsstelle finden, nicht nur mittels erfolg
loser Stellenbemühungen erfolgen, sondern auch mittels anderer geeigneter Belege.
Die blosse Behauptung, auf dem tatsächlichen Arbeitsmarkt sei die medizinisch-
theoretische Restarbeitsfähigkeit aufgrund der Einschränkungen, die im IV-Verfahren
mit einem Abzug vom Tabellenlohn von 15 % bei der Ermittlung des
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Invalideneinkommens berücksichtigt wurden, nicht verwertbar, genügt dafür allerdings
nicht. Damit wird nämlich nicht dargelegt, dass und inwiefern sich der tatsächliche
Arbeitsmarkt im konkreten Fall vom theoretisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt
unterscheidet; würde ohne entsprechenden Nachweis der Argumentation gefolgt,
würden Umstände, die im IV-Verfahren auf bestimmte Weise (Abzug vom Tabellenlohn
von 15 %) berücksichtigt wurden, im EL-Verfahren unbegründet anders berücksichtigt,
womit letztlich teilweise sich widersprechende Entscheide vorlägen. Mit anderen
Worten kann die entsprechende Argumentation der Beschwerdeführerin ohne
konkreten Nachweis der Nichtverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit nicht gehört
werden.
3.2 Allerdings führte die Beschwerdeführerin Gründe für ihre Behauptung, sie könne
ihre Restarbeitsfähigkeit nicht verwerten, an. So ist insbesondere zu berücksichtigen,
dass Dr. D._ am 24. April 2012 über eine Verschlechterung des Gesundheits
zustandes berichtete und diesbezüglich unterdessen festgestellte Hinweise für eine
demyelisierende Erkrankung des zentralen Nervensystems erwähnte (act. G 4.1). Ob
und wie sich diese neuen medizinischen Erkenntnisse auf die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin auswirken und inwiefern sich der Gesundheitszustand zwischen
zeitlich relevant verschlechtert hat, ist jedoch eine Frage, die sich primär im IV-
Verfahren stellt. Offenbar läuft bereits ein entsprechendes Revisionsverfahren. Mit Blick
auf die oben erwähnte sachliche Harmonisierung des IV- und des EL-Verfahrens hätte
die Beschwerdegegnerin die Akten der IV-Stelle einholen und berücksichtigen müssen.
Dieses Versäumnis ist nachzuholen, wobei es sich allenfalls auch rechtfertigen kann,
mit dem Entscheid im EL-Verfahren zuzuwarten, bis die IV-Stelle ihren Revisions
entscheid gefällt hat.
3.3 Der fehlgeschlagene Arbeitsversuch bei der Firma C._ kann sodann als
Arbeitsbemühung qualifiziert werden. Die dabei gemachten Erfahrungen und
Beobachtungen können Indizien für die Beantwortung der Frage der Verwertbarkeit der
Restarbeitsfähigkeit auf dem tatsächlichen Arbeitsmarkt sein, reichen für sich alleine
jedoch noch nicht aus, um die Vermutung von Art. 14a ELV zu widerlegen. Die Be
schwerdegegnerin hat bei ihrer Entscheidfindung die entsprechenden Berichte aber zu
würdigen.
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3.4 Nicht aus den Akten hervor geht, ob die Beschwerdeführerin allenfalls Leistungen
der Arbeitslosenversicherung bezogen bzw. sich bei dieser zur Stellenvermittlung und
zum Leistungsbezug angemeldet hat. Im Rahmen ihrer Abklärungspflicht hat die
Beschwerdegegnerin gegebenenfalls die entsprechenden Akten beizuziehen und zu
würdigen.
4.
Zusammenfassend ist der angefochtene Einspracheentscheid aufzuheben und die
Angelegenheit zu weiteren Abklärungen im Sinne der Erwägungen und anschliessender
Neuverfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Gerichtskosten sind ge
mäss Art. 61 lit. a ATSG keine zu erheben. Da die Rückweisung zu weiteren Ab
klärungen rechtsprechungsgemäss hinsichtlich der Entschädigungsfolgen als voll
ständiges Obsiegen der Beschwerde führenden Partei zu qualifizieren ist, hat die
Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin mit einer praxisgemässen Pauschale von
Fr. 3’500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht